# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5fbb814e-76d6-57d0-b174-53090594bb94
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.01.2014 SB130296
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130296_2014-01-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB130296-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

Dr. D. Schwander sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hauser 

 

Urteil vom 16. Januar 2014 

 

in Sachen 

 

A._____ 
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin Dr. iur. U. Frauenfelder Nohl,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

versuchter Raub 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
3. Abteilung - Einzelgericht, vom 4. März 2013 (GG120255) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 2. Oktober 2012 

(Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 49) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 11 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

81 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre  

festgesetzt.  

4. Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft See/Oberland vom 22. November 2011 ausgefällten bedingten Strafanteils von 

400 Stunden gemeinnütziger Arbeit wird abgewiesen. 

5. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatz- bzw. Genugtuungsbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.  1'600.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 57.99   Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 13'762.65   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

-   3   - 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der 

amtlichen Verteidigung wird separat entschieden. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittelbelehrung)" 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 66 S. 19 f.) 

1. Es sei gestützt auf Art. 19 Abs. 1 StGB festzustellen, dass der Beru-

fungskläger zur Zeit der Tat nicht fähig gewesen sei, das Unrecht sei-

ner Tat einzusehen und somit von Schuld und Sprache (recte: Strafe) 

freizusprechen. 

2. Eventualiter sei der Berufungskläger gestützt auf Art. 19 Abs. 2 StGB 

milde mit einer Geldstrafe zu bestrafen, sollte das Gericht davon  

ausgehen, dass der Beschuldigte nur teilweise fähig gewesen sei, das 

Unrecht seiner Taten einzusehen. 

3. Es seien die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens auf  

die Staatskasse zu nehmen und es seien die Kosten der amtlichen 

Verteidigung ebenfalls auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

 (Urk. 55 S. 1) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

-   4   - 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 4. März 2013 wurde der  

Beschuldigte des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer bedingt 

auf 4 Jahre aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 11 Monaten bestraft, wovon 

81 Tage durch Haft erstanden waren. Der Antrag der Staatsanwaltschaft  

betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland  

vom 22. November 2011 ausgefällten bedingten Strafanteils von 400 Stunden 

gemeinnütziger Arbeit wurde abgewiesen und der Privatkläger mit seinem  

Schadenersatz- bzw. Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens  

wurden dem Beschuldigten auferlegt und die Kosten der amtlichen Verteidigung 

unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen 

auf die Gerichtskasse genommen (Urk. 49 S. 42 f.). 

1.2. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte am 11. März 2013 fristgerecht die 

Berufung anmelden (Urk. 43). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 46 = 

Urk. 49; Urk. 48/2) liess der Beschuldigte am 21. Juni 2013 ebenfalls innert Frist 

die Berufungserklärung einreichen (Urk. 50). Mit Präsidialverfügung vom 

7. August 2013 wurde die Berufungserklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 

und 3 StPO dem Privatkläger sowie der Staatsanwaltschaft zugestellt, um gege-

benenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu 

beantragen (Urk. 53). Am 12. August 2013 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass 

auf Anschlussberufung verzichtet und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

beantragt werde (Urk. 55). Der Privatkläger liess sich nicht vernehmen.  

1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien ausschliesslich der amtliche 

Verteidiger Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ (Prot. II S. 3). Dem Beschuldigten wur-

de zwar die Vorladung für die Berufungsverhandlung persönlich zugestellt (vgl. 

Urk. 58), doch blieb er dieser unentschuldigt fern (Prot. S. 3 f.). Die Berufungsver-

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handlung fand damit in Abwesenheit des anwaltlich vertretenen Beschuldigten 

statt (vgl. Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO). Zu Beginn der Verhandlung waren keine 

Vorfragen zu entscheiden (Prot. II S. 4). Das vorliegende Urteil erging im An-

schluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 8 ff.). 

2. Umfang der Berufung / Prozessuales 

2.1. Der Beschuldigte lässt das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des Schuld-

punkts (Dispositiv-Ziffer 1), der Strafzumessung (Dispositiv-Ziffer 2) und des 

Strafvollzugs (Dispositiv-Ziffer 3) anfechten (Prot. II S. 5/6).  

Damit ist das vorinstanzliche Urteil in den folgenden Punkten unangefochten  

geblieben und demnach in Rechtskraft erwachsen (Art. 399 Abs. 3 StPO in  

Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO; Prot. II S. 5/6):  

- Entscheid betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland vom 22. November 20011 ausgefällten bedingten Strafanteils 

(Dispositiv-Ziffer 4); 

- Entscheid betreffend Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen des  

Privatklägers (Dispositiv-Ziffer 5); 

- Kostenfestsetzung und Kostenauferlegung (Dispositiv-Ziffern 6 bis 8). 

Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen 

(Art. 404 StPO). 

2.2. Der amtliche Verteidiger stellte – wie bereits vor Vorinstanz (vgl. Urk. 38 

S. 10) – den Beweisantrag, es sei der Blutalkoholgehalt des Beschuldigten im 

Tatzeitpunkt gutachterlich feststellen zu lassen (Prot. II S. 6; vgl. auch Urk. 66, 

insb. S. 17-19). Auf diesen Beweisantrag ist nachstehend an geeigneter Stelle 

einzugehen. 

3. Sachverhalt 

3.1. Nachdem der Beschuldigte sowohl im Vorverfahren als auch vor Vorinstanz 

zwar einräumte, er habe die ihm vorgeworfene Tat begangen, er aber zudem  

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geltend machte, er könne sich aufgrund seines alkoholisierten Zustandes im Tat-

zeitpunkt nicht mehr daran erinnern, hat die Vorinstanz den Anklagesachverhalt 

erstellt. Sie hat zunächst die vorliegenden Beweismittel, insbesondere die  

Einvernahmen des Beschuldigten, des Privatklägers B._____ sowie der beiden 

weiteren bei der Tat anwesenden Personen, namentlich C._____ und  

D._____, korrekt zusammengefasst und anschliessend daraus die richtigen 

Schlüsse gezogen. Auf diese Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen  

werden (Urk. 49 S. 6-20; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Beschuldigte liess auch im  

Berufungsverfahren den äusseren Tatvorwurf nicht bestreiten (Urk. 66, insb. S. 13 

und S. 17-19).  

Damit ist der objektive Sachverhalt, wie er in der Anklageschrift umschrieben ist, 

rechtsgenügend erstellt und der nachstehenden rechtlichen Würdigung zu Grunde 

zu legen. 

3.2. Was der Täter wusste und wollte bzw. in Kauf nahm, gehört zum subjektiven 

Tatbestand. Es geht dabei um einen inneren Vorgang, auf den nur anhand einer 

Würdigung des äusseren Verhaltens des Täters sowie allenfalls weiterer Umstän-

de geschlossen werden kann. Die Feststellung des subjektiven Tatbestands ist 

damit Bestandteil der Sachverhaltsabklärung. Da in diesem Bereich Tat- und 

Rechtsfragen (insbesondere bei der Frage des Eventualvorsatzes) sehr eng  

miteinander verbunden sind, drängt sich regelmässig auf, diese Fragen lediglich 

einmal unter dem Aspekt der rechtlichen Würdigung zu behandeln (Praxis 

82/1993 Nr. 237 S. 881 f.; BGE 119 IV 242 ff., 248). Hiezu ist deshalb auf die  

folgenden Erwägungen zu verweisen. 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des versuchten Raubes im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig. 

Sodann hielt sie fest, dass der Beschuldigte zwar auch den Tatbestand der  

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt habe. 

Dieser Tatbestand werde aber durch den Tatbestand des versuchten Raubes 

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konsumiert. Entsprechend erfolgte diesbezüglich – entgegen der Anklageschrift 

(vgl. Urk. 20 S. 2) – kein separater Schuldspruch (Urk. 49 S. 21-31 und S. 42). 

4.2. Die Vorinstanz hat in Bezug auf den objektiven Tatbestand des versuchten 

Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB die rechtliche Würdigung zutreffend vorgenommen (Urk. 49 S. 21-22). Zur 

Begründung kann dafür auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.3. Wie bereits vor Vorinstanz macht die Verteidigung auch im Berufungs- 

verfahren geltend, der Beschuldigte sei aufgrund des massiven Alkoholkonsums 

im Tatzeitpunkt im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB schuldunfähig gewesen. Der  

Beschuldigte sowie C._____ und D._____ seien am fraglichen Abend sturzbe-

trunken gewesen und hätten grösstenteils einen Filmriss gehabt, nachdem sie zu-

sammen drei Flaschen Jägermeister getrunken hätten. Entsprechend habe der 

1.85 cm grosse und rund 60 kg schwere Beschuldigte im fraglichen Zeitpunkt 4.88 

Promille aufgewiesen. Dies bedeute, dass er nahe an einer Alkoholvergiftung und 

somit nicht mehr in der Lage gewesen sei, einsichtsgemäss zu handeln (Urk. 38 

S. 5-14; Urk. 50; Urk. 66 S. 8 ff.) 

4.3.1. Die Vorinstanz hielt hierzu fest, es lägen vom Beschuldigten sowie von 

C._____ und D._____ bezüglich der Trinkzeiten, der Art des konsumierten Alko-

hols und der von ihnen zusammen und insbesondere der vom Beschuldigten kon-

sumierten Alkoholmenge keine übereinstimmenden Aussagen vor. Der vom Ver-

teidiger errechnete Blutalkoholgehalt von 4.88 Promille hätte für den gemäss ei-

genen Aussagen nicht trinkgewohnten Beschuldigten mit grösster Wahrschein-

lichkeit zum Tod geführt. Zusätzlich müsse berücksichtigt werden, dass der Blut-

alkoholgehalt von weiteren Kriterien, wie beispielsweise der damaligen körperli-

chen Verfassung oder der jenem Tag aufgenommenen Nahrungsmenge, abhän-

gig sei. Weiter gäbe es Hinweise darauf, dass es sich bei der vom Beschuldigten 

geltend gemachten fehlenden Erinnerung an die Tat um eine nachgeschobene 

Schutzbehauptung handle, denn sowohl C._____ als auch D._____ hätten ange-

geben, dass der Beschuldigte am Folgetag mit der Tat angegeben habe. Auffal-

lend sei sodann, dass sich C._____ und D._____ an die Geschehnisse hätten er-

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innern können. Der Privatkläger habe sodann ausgeführt, er könne nicht sagen, 

ob die Täter nüchtern gewesen seien. Geschwankt oder  

getorkelt sei aber keiner. Insgesamt könne somit nicht davon ausgegangen  

werden, dass der Beschuldigte in einem schuldunfähigen Zustand gehandelt  

habe. Im Rahmen der Strafzumessung sei aber zu prüfen, ob eine Verminderung 

der Schuldfähigkeit vorgelegen habe (Urk. 49 S. 23-28). 

4.3.2. Nach Art. 19 Abs. 1 StGB ist der Täter nicht strafbar, wenn er zur Zeit  

der Tat nicht fähig war, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder gemäss dieser 

Einsicht zu handeln. Gemäss Art. 19 Abs. 2 StGB mildert das Gericht die Strafe, 

wenn der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig war, das Unrecht seiner Tat 

einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln. 

Nach der Rechtsprechung fallen bei einer Blutalkoholkonzentration von über 

2 Gewichtspromille eine Verminderung der Schuldfähigkeit und bei einer Blut-

alkoholkonzentration von mindestens 3 Gewichtspromille Schuldunfähigkeit in  

Betracht. Der Blutalkoholkonzentration kommt bei der Beurteilung der Schuldfä-

higkeit allerdings nicht alleinige bzw. keine vorrangige Bedeutung zu. Sie bietet 

lediglich eine grobe Orientierungshilfe. Im Sinne einer groben Faustregel kann 

davon ausgegangen werden, dass bei einer Blutalkoholkonzentration von unter 

2 Promille in der Regel keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit vorliegt, im Be-

reich zwischen 2 und 3 Promille im Regelfall eine verminderte Schuldfähigkeit und 

bei einer solchen von 3 Promille und darüber meist Schuldunfähigkeit gegeben 

ist. Diese Vermutung kann jedoch im Einzelfall durch Gegenindizien umgestossen 

werden. Der Faustregel liegt kein allgemeiner medizinischer Erfahrungsgrundsatz 

zu Grunde. Gemäss medizinischem Schrifttum besteht keine feste Korrelation 

zwischen Blutalkoholkonzentration und darauf beruhender forensisch relevanter 

Psychopathologie. Gewöhnung, Persönlichkeit und Tatsituation sind stets in die 

Beurteilung einzubeziehen. Konkrete Feststellungen über die Alkoholisierung oder 

Nüchternheit haben prinzipiell Vorrang gegenüber Blutalkoholwerten. Ausschlag-

gebend für die Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit ist der psycho-pathologische 

Zustand (der Rausch) und nicht dessen Ursache, die Alkoholisierung, welche sich 

in der Blutalkoholkonzentration widerspiegelt (Entscheide des Bundesgerichts 

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6B_725/2009 vom 26. November 2009, E. 2.2., und 6S.4/2004 vom 23. April 

2004, E. 2.1.; BGE 122 IV 49 E. 1b). 

Von einer aufgehobenen Steuerungsfähigkeit kann aus psychiatrischer Sicht erst 

ausgegangen werden, wenn sich psychotische Störungen des Realitätsbezugs 

feststellen lassen. Dies ist der Fall bei Störungen der Orientierung mit Situations- 

und Personenverkennung sowie bei Zuständen, die von Halluzinationen oder 

Wahnvorstellungen determiniert sind, wie beispielsweise Fehlen der Ansprech-

barkeit oder fehlende Reagibilität auf Aussenreize (Entscheid des Bundesgerichts 

6B_725/2009 vom 26. November 2009, E. 2.2.). 

4.3.3. Da der Beschuldigte erst mehr als vier Monate nach der Tat festgenommen 

werden konnte (vgl. 14/2), konnte dessen Blutalkoholkonzentration für die Ereig-

niszeit nicht mittels Atemlufttest oder Blutprobe ermittelt werden. Zur Beurteilung 

seiner Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit im Tatzeitpunkt kann damit  

ausschliesslich auf Aussagen der einvernommenen Personen, mithin jene des 

Beschuldigten selber, jene von C._____ und D._____ sowie jene des Privatklä-

gers, abgestellt werden. Massgeblich ist dabei aber nicht alleine die Art und Men-

ge des konsumierten Alkohols, sondern vielmehr auch das Verhalten des Be-

schuldigten bei der Tatbegehung, welches Rückschlüsse auf eine allfällige ver-

minderte Schuldfähigkeit bzw. gänzliche Schuldunfähigkeit zulässt. 

4.3.4. Der Beschuldigte führte anlässlich der Hafteinvernahme vor der Staats-

anwaltschaft vom 25. Februar 2012 aus, er sei damals sehr stark betrunken  

gewesen. Zu Beginn dieser Einvernahme meinte er zwar, er könne sich an "diese 

Geschichte" erinnern. Wenige Antworten später erklärte er aber auf die Frage, ob 

es richtig sei, dass er dem Privatkläger die Autoschlüssel weggenommen habe, 

das wisse er nicht mehr, er wisse nur noch, dass er ihn nach Geld gefragt habe 

(Urk. 3/1 S. 2). Der Alkoholkonsum bzw. der alkoholisierte Zustand des Beschul-

digten im Tatzeitpunkt wurde in dieser Einvernahme nicht weiter thematisiert.  

In der polizeilichen Einvernahme vom 30. März 2012 erklärte der Beschuldigte auf 

den Vorwurf, er solle in der fraglichen Nacht bei einem Geschäftsladen eine 

Sachbeschädigung begangen haben, er könne dazu nichts sagen, davon wisse er 

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nichts mehr. Er sei sehr stark alkoholisiert gewesen. Es sei viel mehr als ange-

trunken gewesen. Er sei "besoffen" gewesen. Sein Kollege C._____ habe ihm am 

anderen Tag erzählt, sie seien nach Zürich gegangen. Zuerst hätten sie bei 

C._____ zuhause "eingeleert". In Zürich seien sie an der ...strasse in eine Bar ge-

gangen. Dort hätten sie etwas getrunken. Und dann irgendwann sei eine Scheibe 

kaputt gegangen. Dies habe ihm C._____ am nächsten Tag erzählt. Er könne sich 

aber nicht mehr daran erinnern. Er sei so "durch gewesen". Es sei durchaus mög-

lich, dass er das gewesen sei. Er erinnere sich aber nicht mehr daran. Weiter 

führte der Beschuldigte aus, er wisse, dass sie in der Bar in Zürich gewesen sei-

en. Er wisse aber nicht, wie sie nach Zürich gegangen und wann sie dort ange-

kommen seien. Auch auf die Frage, ob er kein Geld im Ausgang gebraucht habe, 

meinte der Beschuldigte, er wisse es nicht mehr. Es könne schon sein, dass 

C._____ und D._____ für ihn bezahlt hätten. Er habe einen "Filmriss" gehabt. Am 

Abend vor der Tat habe er zunächst alleine bei sich zuhause angefangen zu trin-

ken. Dann sei es bei C._____ weiter gegangen. Sie hätten ca. drei oder vier Fla-

schen Jägermeister getrunken. Sie hätten auch Whisky und Gin getrunken. Be-

reits bei C._____ habe er sich total besoffen gefühlt. Angesprochen auf den wei-

teren Vorwurf, er solle in einem Take-Away einen Diebstahlversuch begangen zu 

haben, erklärte der Beschuldigte, er könne sich daran nicht erinnern, da er stark 

betrunken gewesen sei. Auch in Bezug auf den Vorwurf des versuchten Raubes 

meinte er, er habe keine Ahnung. Er könne es kaum glauben, er schäme sich 

richtiggehend (Urk. 3/2 S. 4 ff.). 

Anlässlich der Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft vom 3. April 2012 gab der 

Beschuldigte an, er sei nicht Herr seiner eigenen Lage gewesen. Als er am 

nächsten Tag aufgewacht sei, habe er geschaut, ob er sein Portemonnaie und so 

weiter habe. Er sei sehr stark alkoholisiert gewesen (Urk. 3/3 S. 1).  

Ebenso schilderte der Beschuldigte in der Einvernahme vom 4. Juli 2012, er sei 

am Nachmittag aufgewacht und habe geschaut, ob er alles habe. Dann sei er 

hinunter zu C._____ gegangen. D._____ sei dann auch gekommen. Ihm sei dann 

alles wieder Stück für Stück in den Sinn gekommen (Urk. 3/6 S. 2). 

-   11   - 

Auch vor Vorinstanz führte der Beschuldigte aus, er sei damals stark alkoholisiert 

gewesen. Wäre er normal gewesen, hätte er das nicht gemacht. Er wisse nicht, 

was in ihn gefahren sei. Als ihm der Kollege am nächsten Tag davon erzählt ha-

be, habe er kaum glauben können, dass er so etwas gemacht habe (Urk. 39 S. 7).  

4.3.5. D._____ machte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 22. März 

2012 geltend, er sei zusammen mit dem Beschuldigten, C._____ sowie zwei 

Frauen zunächst bei C._____ zuhause gewesen. Sie hätten es lustig gehabt und 

getrunken (Urk. 4/1 S. 4). Er sei "mega-besoffen" bzw. " mega-angetrunken" ge-

wesen. Sie hätten, bevor sie mit dem Zug nach Zürich gegangen seien, drei Fla-

schen Jägermeister getrunken. Er glaube, sie hätten auch noch Wodka getrun-

ken. Die beiden Frauen hätten weniger getrunken. Er glaube, er habe am meisten 

getrunken. Nachdem sie in Zürich angekommen seien, hätten sei weiter getrun-

ken. Der Beschuldigte habe Bier und Jack Daniels konsumiert (Urk. 4/1 S. 11). 

In der Konfrontationseinvernahme vom 12. Juni 2012 führte D._____  

sodann aus, er sei zusammen mit C._____ und dem Beschuldigten  

nach Zürich gegangen. Sie hätten schon zuhause getrunken und seien "mega 

besoffen" gewesen. Bei C._____ zuhause hätten sie drei Flaschen Jack Daniels 

getrunken. Sie hätten alle etwa gleich viel getrunken (Urk. 3/5 S. 2). Auf entspre-

chende Frage hin meinte D._____, es seien entweder drei Flaschen Jack Daniels 

oder drei Flaschen Jägermeister gewesen. Er glaube eher Jack  

Daniels (Urk. 3/5 S. 4 f.). 

4.3.6. C._____ gab in der polizeilichen Einvernahme vom 16. März 2012 zu Pro-

tokoll, er sei zusammen mit D._____ und dem Beschuldigten zuerst bei ihm zu-

hause gewesen und sie hätten Alkohol getrunken. Anschliessend seien  

sie zu dritt mit dem Zug nach Zürich gefahren. Sie seien an die ...strasse  

gegangen. Der Beschuldigte habe ein Bier kaufen wollen, habe aber nicht  

genügend Geld bei sich gehabt. Da habe der Beschuldigte eine Frau gefragt, ob 

sie ihm ein Bier spendieren könne. Die Frau habe dies gemacht. In der Folge  

seien sie, so glaube er zumindest, in Richtung ...platz gegangen. Er sei schon 

recht betrunken gewesen. Deshalb habe er nicht mehr die volle Erinnerung an die 

Geschehnisse (Urk. 5/1 S. 3 ff.). 

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Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 24. Mai 2012 gab C._____ an, sie 

hätten drei Flaschen Jägermeister getrunken. Danach seien sie nach  

Zürich an die ...strasse gegangen. Der Beschuldigte habe ein Bier kaufen  

wollen. Er habe aber zu wenig Geld gehabt. Eine Frau habe ihnen dann zu dritt 

das Bier bezahlt. Die Frau habe gesehen, dass sie alle "sturzbetrunken" gewesen 

seien. An diesem Abend hätten alle drei gleich viel getrunken. Sie seien alle stark 

betrunken gewesen.  

4.3.7. Wie den vorstehenden Aussagen des Beschuldigten entnommen werden 

kann, führte dieser konstant aus, er habe zusammen mit C._____ und  

D._____ vor der Tat eine erhebliche Menge Alkohol konsumiert und  

sie seien deshalb stark alkoholisiert gewesen. Diese Angaben werden durch die 

Aussagen von D._____ und C._____ gestützt. Zwar divergieren die einzelnen 

Aussagen insbesondere in Bezug auf die konkrete Art und Menge des konsumier-

ten Alkohols. Aufgrund der wiedergegebenen Aussagen der drei  

Personen muss aber davon ausgegangen werden, dass sie bei C._____ mindes-

tens drei Flaschen Jägermeister getrunken haben. Unklar ist allerdings, ob sie 

diese drei Flaschen ausschliesslich zu dritt oder zusammen mit zwei Frauen kon-

sumiert haben. Da lediglich D._____ erwähnte, dass auch zwei Frauen – aller-

dings weniger – mitgetrunken hätten, der Beschuldigte und auch C._____ die bei-

den Frauen jedoch nie erwähnten, ist – zugunsten des Beschuldigten und im Sin-

ne dessen, was auch der Verteidiger annimmt (Urk. 38 S. 5 ff.; Urk. 66 S. 8 ff.) – 

davon auszugehen, dass der Beschuldigte sowie D._____ und C._____ zu dritt 

und je in gleichem Masse drei Flaschen Jägermeister – mithin eine Flasche pro 

Person – getrunken haben, bevor sie nach Zürich gefahren sind.  

Der Beschuldigte sowie D._____ und C._____ konnten sodann keine klaren An-

gaben machten, wann sie nach Zürich gefahren sind. So gab der  

Beschuldigte an, er wisse nicht, um welche Zeit sie in Zürich angekommen seien 

(Urk. 3/2 S. 6). Ebenso führte C._____ aus, er könne sich nicht mehr  

erinnern, wann genau sie nach Zürich gegangen seien, es sei aber Abend  

gewesen (Urk. 5/1 S. 3). D._____ führte hierzu aus, er wisse nicht, wann genau 

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sie in Zürich angekommen seien. Er denke, es sei kurz vor Mitternacht  

gewesen (Urk. 4/1 S. 5).  

Die mutmassliche Alkoholkonzentration im Blut des Beschuldigten lässt sich an-

hand der "Widmark'schen Formel" wie folgt berechnen:  

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Faktoren (konsumierter Alkohol in Gramm; Körpergewicht des Beschuldigten; 

mittlerer Verteilungsfaktor; Zeitspanne zwischen Alkoholkonsum und Tat; Abbau 

der Alkoholkonzentration im Blut) auszugehen wäre. Entsprechend würde sich am 

Ergebnis, dass beim Beschuldigten von einer mutmasslichen Blutalkohol-

konzentration im Tatzeitpunkt von rund 3.86 Promille auszugehen ist, nichts  

ändern. Folglich erübrigt sich der Beizug eines Gutachters für diese Berechnung. 

Der Beweisantrag des Verteidigers ist damit abzuweisen. 

4.3.8. Aufgrund der berechneten mutmasslichen Blutalkoholkonzentration beim 

Beschuldigten muss – gemäss vorstehend zitierter Rechtsprechung des Bundes-

gerichts – grundsätzlich eine Schuldunfähigkeit in Betracht gezogen werden.  

Diese Vermutung wird aber – wie nachstehend zu zeigen ist – im vorliegenden 

Fall durch diverse Gegenindizien umgestossen. Massgeblich für die Beurteilung 

der Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit ist – wie vorstehend dargelegt – nicht 

die Alkoholisierung, also die Blutalkoholkonzentration, sondern vielmehr der  

tatsächliche Rauschzustand.  

Zunächst ist zu bemerken, dass der Beschuldigte – entgegen der Verteidigung 

(vgl. Urk. 38 S. 5) – durchaus als trinkgewohnt bezeichnet werden kann. So  

gab er selber an, es sei zwar nicht so gewesen, dass er jeden Abend "die Lampe 

fülle". Er habe aber ab und zu "ein Feierabendbier getrunken". Weiter führte  

er aus, er habe im Herbst 2011 – und damit im Zeitpunkt der Tat – keinen Job  

gehabt. Er habe mehr getrunken und die Wohnung verloren (Urk. 3/2 S. 13).  

Entsprechend diesen Aussagen kann durchaus von einer gewissen Gewöhnung 

an den Konsum von Alkohol ausgegangen werden. 

Zu seiner Verfassung im Tatzeitpunkt gab der Beschuldigte zunächst an, er habe 

damals nicht mehr richtig laufen können (Urk. 3/ S. 13). In der Folge meinte er 

dann aber, er könne sich nicht mehr erinnern, ob er noch habe gerade gehen 

können, wahrscheinlich nicht. Er habe auch keine Ahnung, ob er gelallt bzw. ob er 

nicht mehr richtig habe sprechen können (Urk. 39 S. 10). C._____ bestätigte, 

dass der Beschuldigte schon geschwankt habe, sie seien ja stark besoffen gewe-

sen. Er sei aber nicht voll rechts oder links auf die Seite gefallen. Zudem  

habe er noch klar reden können (Urk. 3/4 S. 5). D._____ gab an, er wisse nicht, 

-   15   - 

ob der Beschuldigte noch habe normal gehen und sprechen können (Urk. 3/5 S. 

3). Wie bereits vorstehend ausgeführt, hat sowohl der Beschuldigte als auch 

C._____ und D._____ konstant ausgeführt, sie seien an jenem Abend stark be-

trunken gewesen. Entsprechend erscheint es durchaus nachvollziehbar, wenn der 

Beschuldigte geltend macht, er habe aufgrund des alkoholisierten Zustandes nicht 

mehr richtig gehen können. Diese Einschätzung ist auch aufgrund der konsumier-

ten Alkoholmenge durchaus plausibel. Zudem wird dies von C._____ bestätigt 

und von D._____ zumindest nicht in Abrede gestellt.  

Weitergehende Anhaltspunkte, wonach der Beschuldigte im Tatzeitpunkt nicht 

mehr fähig gewesen sein soll, das Unrecht seiner Tat einzusehen bzw. gemäss 

dieser Einsicht zu handeln, sind allerdings nicht ersichtlich. So führte der  

Privatkläger hierzu als Auskunftsperson aus, er könne nicht sagen, ob die Täter  

– mithin der Beschuldigte sowie C._____ und D._____ – nüchtern gewesen seien. 

Sie seien aber weder geschwankt noch getorkelt. Der Beschuldigte habe normal 

gesprochen, er habe nicht gelallt. Er habe ihn gut verstanden. Er habe eigentlich 

auch nicht nach Alkohol gerochen (Urk. 7/2 S. 6). Diese  

Ausführungen des Privatklägers sprechen gegen eine derart schwere Störung des 

Bewusstseins des Beschuldigten aufgrund des konsumierten Alkohols, dass in 

Bezug auf die Tatbegehung eine volle Schuldunfähigkeit angenommen werden 

müsste. Ein entsprechender Rauschzustand hätte dem Privatkläger auffallen und 

er hätte hierzu entsprechende Angaben machen müssen. Dass der Privatkläger 

solche Hinweise auf einen massiven Rauschzustand absichtlich nicht angegeben 

und er damit den Beschuldigten zu unrecht mehr belastet hätte, ist nicht ersicht-

lich. Vielmehr erscheinen seine Aussagen erlebt, nachvollziehbar und nicht  

übertrieben. Zudem decken sie sich insofern mit jenen von C._____, als dass die-

ser – wie dargelegt – ausführte, der Beschuldigte habe noch klar reden können 

(vgl. Urk. 3/4 S. 5). Schliesslich kann der Beschuldigte auch aus den  

Aussagen des am fraglichen Vorfall unbeteiligten E._____ nichts für sich ableiten. 

So führte dieser als Auskunftsperson gegenüber der Polizei aus, dass ihm drei 

Jugendliche (der Beschuldigte sowie C._____ und D._____) entgegen gerannt 

seien. Er habe dann auf die andere Strassenseite gewechselt, um ihnen auszu-

weichen. Sie seien an ihm vorbei gerannt. Sie seien sehr schnell gerannt, schnel-

-   16   - 

ler als er hätte rennen können. Sie hätten sehr gut trainiert gewesen sein müssen 

(Urk. 6 S. 3). Die Aussagen von E._____ erscheinen erlebt und weisen keine Brü-

che oder Übertreibungen auf. Sie wirken glaubhaft, weshalb darauf – mit nach-

stehender Einschränkung – abgestellt werden kann. Diese Sachdarstellung 

spricht damit ebenfalls gegen eine Schuldunfähigkeit des Beschuldigten. Wäre 

dieser in einem derartigen Vollrausch gewesen, sodass von einer Schuldunfähig-

keit ausgegangen werden müsste, wäre ein schnelles Davonrennen vom Tatort 

sicherlich nicht mehr – jedenfalls nicht mehr einigermassen "unauffällig" – möglich 

gewesen. E._____ wurde aber von der Polizei nicht in Anwesenheit des Beschul-

digten bzw. dessen Verteidigers einvernommen (Urk. 6 S. 1). Entsprechend konn-

te der Beschuldigte seine Teilnahmerechte gemäss Art. 147 StGB nicht wahr-

nehmen. Die Aussagen von E._____ dürfen damit nicht zu Ungunsten des Be-

schuldigten verwendet werden. Sie entlasten den Beschuldigten aber auch nicht. 

Gegen eine derart schwere Störung des Bewusstseins des Beschuldigten, dass in 

Bezug auf die Tatbegehung von einer Schuldunfähigkeit auszugehen wäre, 

spricht sodann – mit der Vorinstanz (Urk. 49 S. 27 f.) – das konkrete Vorgehen 

des Beschuldigten anlässlich der Tat. Zwar bedarf ein derartiges Verhalten,  

wie es der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger zeigte, keiner besonderen 

Intelligenz. Das Vorgehen erscheint aber dennoch zielgerichtet und zeigt, dass 

der Beschuldigte die Geschehnisse durchaus aufnehmen und er sich der  

jeweiligen Situation anpassen konnte. So verlangte er immer mehr Geld vom  

Privatkläger, setzte den Fahrzeugschlüssel als Druckmittel ein, begann sodann, 

den Privatkläger zu bedrohen und als er erkannte, dass der Privatkläger über kein 

weiteres Geld mehr verfügte, forderte er ihn schliesslich auf, am nahe gelegenen 

Bankomaten Geld zu beziehen. Das Verhalten des Beschuldigten anlässlich der 

Tat zeigte auf, dass ein gewisser Realitätsbezug durchaus vorhanden war. 

Wenn der Beschuldigte schliesslich geltend macht, während der gesamten Tat  

einen "Filmriss" gehabt zu haben, weshalb er sich an den Vorfall nicht mehr  

erinnern vermag, erscheint dies zweifelhaft. Aufgrund der konsumierten Alkohol-

menge ist zwar nachvollziehbar, wenn er über gewisse Erinnerungslücken  

verfügt. So gab auch C._____ an, er habe nicht mehr die volle Erinnerung (Urk. 

-   17   - 

5/1 S. 4). Ebenso gab D._____ auf die Frage, ob er noch gewusst  

habe, was er an diesem Abend getan habe, zu Protokoll, "teilweise ja, teilweise 

weniger" (Urk. 3/5 S. 3). Gegen einen gänzlichen "Filmriss" des Beschuldigen 

spricht aber, dass D._____ schliesslich angab, der Beschuldigte hätte  

sicher noch gewusst, was er gemacht habe, weil er am nachfolgenden Tag mega 

angegeben habe, wie krass er den anderen geschlagen habe (Urk. 3/5 S. 3). 

Hierzu bleibt zwar zu bemerken, dass D._____ gemäss seinen Angaben gegen-

über dem Beschuldigten nicht (mehr) gut gesinnt ist ("Er soll in seiner Zelle verre-

cken, dieser Hurensohn.", Urk. 3/5 S. 5). Es ist aber nicht ersichtlich, dass 

D._____ den Beschuldigten zu Unrecht belasten wollte. Seine Aussagen erschei-

nen nicht übertrieben, sondern vielmehr erlebt und insgesamt glaubhaft, weshalb 

darauf abgestellt werden kann. Entsprechend führte auch C._____ aus, am 

nächsten Tag habe der Beschuldigte realisiert, was alles passiert sei. Er habe ge-

sagt, dass er dem Privatkläger eins gegeben habe und dieser voller Blut gewesen 

sei (Urk. 3/4 S. 5). Aufgrund der Aussagen von D._____ und C._____ muss somit 

davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte sich – zumindest teilweise – 

an die ihm vorgeworfene Tat erinnert. 

4.3.9. Nach dem Gesagten bestehen hinreichende Anhaltspunkte, die gegen  

einen Vollrausch und damit – mit der Vorinstanz (Urk. 49 S. 28) – gegen eine 

Schuldunfähigkeit des Beschuldigten im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB sprechen.  

Eine verminderte Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB ist  

nachstehend im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen. 

4.4. Die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung in Bezug auf 

den subjektiven Tatbestand des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB ist zutreffend (Urk. 49 S. 29). 

Auf die entsprechenden Erwägungen kann damit verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

Ergänzend ist festzuhalten, dass der Verteidiger vor Vorinstanz geltend machte, 

der Schlag, den der Beschuldigte dem Privatkläger unbestrittenermassen  

gegeben hat, habe nicht dazu gedient, den Privatkläger zur Begehung des Raubs 

-   18   - 

widerstandsunfähig zu machen. Da man bereits über den Fahrzeugschlüssel ver-

fügt habe, habe es gar keinen Sinn gemacht, den Privatkläger zu schlagen. Ent-

sprechend sei nachvollziehbar, dass der Beschuldigte nie einen Raub habe be-

gehen wollen. Da man das Fahrzeug nicht ausgeräumt und da der Beschuldigte 

den Privatkläger geschlagen habe, nachdem man bereits über alles verfügt habe, 

was man bei einem Raub hätte erbeuten können, beweise, dass der Beschuldigte 

den Geschädigten nur aus purer Lust oder aus purem Unsinn geschlagen habe. 

Entsprechend könne der Beschuldigte nur wegen Körperverletzung, nicht aber 

wegen versuchten Raubes bestraft werden (Urk. 38 S. 14-15).  

Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Wie dem erstellten Sachverhalt 

zu entnehmen ist, hat der Beschuldigte dem Privatkläger gedroht, ihn nieder  

zu schlagen, wenn er kein Geld besorgen könne. Der Beschuldigte hat damit  

willentlich und wissentlich auf den Privatkläger eingewirkt, um ihn einzuschüch-

tern und so Geld von ihm zu erhalten, auf das er keinen Anspruch hatte. Bereits 

damit hat der Beschuldigte – mit der Vorinstanz (Urk. 49 S. 29) – den subjektiven 

Tatbestand des ihm vorgeworfenen versuchten Raubes erfüllt. Selbst wenn  

der Schlag gegen den Privatkläger – gemäss Verteidiger – lediglich aus purer 

Lust oder aus purem Unsinn erfolgt sein sollte, so änderte dies nichts an der  

genannten rechtlichen Würdigung. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung hat der Verteidiger die rechtliche Würdigung 

der Vorinstanz dem Grundsatz nach nicht mehr angefochten (Urk. 66 S. 8 ff.). 

4.5. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz  

erwogen hat, dass der Beschuldigte zudem den Tatbestand der einfachen  

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt habe, dieser 

aber vom begangenen versuchten Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB konsumiert werde (Urk. 49 S. 23 und 30). 

Diese Ausführungen sind zutreffend. Auf die entsprechenden Erwägungen kann 

damit vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

-   19   - 

4.6. In diesem Sinne ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen und der 

Beschuldigte demnach des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

5. Strafzumessung 

5.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen des versuchten Raubes im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB mit 

einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten, wovon 81 Tage durch Untersuchungshaft 

erstanden sind, bestraft (Urk. 49 S. 42). 

5.2. Die Vorinstanz ging zutreffenderweise vom ordentlichen Strafrahmen  

von einer Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder einer Geldstrafe zwischen 180 bis 

360 Tagessätzen aus (Urk. 49 S. 33; Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Zudem hat  

die Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen, dass der ordentliche Strafrahmen 

nur zu verlassen ist, wenn ausserordentliche Umstände vorliegen und die für die 

betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde  

erscheint (Urk. 49 S. 33; vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8). Damit ist vorliegend sowohl 

der Versuch (Art. 22 Abs. 1 StGB) als auch die verminderte Schuldfähigkeit  

(Art. 19 Abs. 2 StGB) grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens  

entsprechend zu berücksichtigen. 

5.3. Die Vorinstanz hat sodann die Grundsätze, nach welchen eine Strafe  

zuzumessen ist, richtig zusammengefasst (Urk. 49 S. 32-34). Darauf und auf die 

aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichts zu diesem Thema (BGE 136 IV 55 

E. 5.4 ff; BGE 135 IV 130 E. 5.3.1; BGE 132 IV 102 E. 8.1, je mit Hinweisen;  

Bundesgerichtsentscheide 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013, E. 2.1, und 

6B_274/2013 vom 5. September 2013, E. 1.2.2) kann vorab verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Zu ergänzen bleibt Folgendes: Das Gericht hat in einem ersten Schritt das  

Gesamtverschulden (die objektive und subjektive Tatschwere) zu qualifizieren 

und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von  

einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist. Hierauf ist 

-   20   - 

in einem zweiten Schritt – was die Vorinstanz unterlassen hat – innerhalb des zur 

Verfügung stehenden Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die 

diesem Verschulden entspricht. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenen-

falls in einem dritten Schritt aufgrund eines blossen Versuchs im Sinne von Art. 22 

Abs. 1 StGB sowie aufgrund wesentlicher Täterkomponenten verändert werden 

(BGE 136 IV 55 E. 5.7). Im Falle einer verminderten Schuldfähigkeit ist diese bei 

der Strafzumessung im Rahmen der subjektiven Tatschwere zu berücksichtigen. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei keine lineare Reduktion 

nach einem bestimmten Tarif vorzunehmen. Eine leichte, mittelgradige oder 

schwere Herabsetzung der Zurechnungsfähigkeit führt daher nicht zwingend zu 

einer rein mathematischen Reduktion der Strafe um 25, 50 oder 75 % (BGE 136 

IV 55 E. 5.6, mit Hinweisen). Liegt eine verminderte Schuldfähigkeit vor, ist  

– gegebenenfalls aufgrund der tatsächlichen Feststellungen eines Gutachters – 

zu entscheiden, in welchem Umfange die Schuldfähigkeit des Täters in rechtlicher 

Hinsicht eingeschränkt ist und wie sich dies insgesamt auf die Einschätzung des 

Tatverschuldens auswirkt (BGE 136 IV 55 E. 5.7). 

5.4. Tatkomponente 

5.4.1. Als Ausgangskriterium für die Verschuldensbewertung ist die objektive  

Tatschwere festzulegen und zu bemessen. Im Falle eines Versuchs im Sinne von 

Art. 22 Abs. 1 StGB ist diese Bewertung zunächst für das mutmasslich vollendete 

Delikt vorzunehmen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.7). Es gilt zu prüfen, wie stark das 

strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist bzw.  

wäre. Darunter fallen etwa das Ausmass des Erfolges, wie insbesondere der  

Deliktsbetrag, die Gefährdung, das Risiko und der Sachschaden etc., sowie  

die Art und Weise des Vorgehens. Von Bedeutung ist auch die kriminelle Energie, 

wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart wird. Auch die Grösse  

des Tatbeitrages bei mehreren Tätern und die hierarchische Stellung sind von 

Bedeutung (BSK StGB I - Wiprächtiger, 3. Auflage, Basel 2013, Art. 47 N 91 ff.;  

Trechsel/Affolter-Eijsten, StGB Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 

2013, Art. 47 N 18 f.). 

-   21   - 

In objektiver Hinsicht fällt – mit der Vorinstanz (Urk. 49 S. 34) – in Betracht, dass 

der Beschuldigte seine Tat gegenüber einer Person verübte, die zunächst bereit 

war, ihm freiwillig etwas Geld zu schenken. Der Beschuldigte hat den Privatkläger 

nicht nur verbal unter Druck gesetzt, um Geld von diesem zu erhalten. Vielmehr 

versetzte er dem Privatkläger schliesslich einen Schlag bzw. einen Kick ins  

Gesicht und fügte ihm dadurch eine 3 cm lange Wunde an der Oberlippe  

und Mundschleimhaut zu, die genäht werden musste (Urk. 11/7). Der mögliche  

Deliktsbetrag wäre zwar durch eine übliche Bezugslimite am Bankomat  

beschränkt und damit nicht erheblich gross gewesen. Für eine Privatperson wäre 

der mögliche Schaden aber doch jedenfalls empfindlich spürbar gewesen. 

Das objektive Tatverschulden für das mutmasslich vollendete Delikt wiegt – mit 

der Vorinstanz (Urk. 49 S. 35) – nicht mehr leicht. 

5.4.2. Sodann ist eine Bewertung des subjektiven Verschuldens vorzunehmen.  

Es stellt sich hier die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich 

anzurechnen ist. Zum subjektiven Verschulden gehören etwa die Frage der  

Zurechnungs- bzw. der Schuldfähigkeit sowie das Motiv. Ferner sind die weiteren 

subjektiven Verschuldenskomponenten, wie beispielsweise einige der in Art. 48 

StGB aufgeführten Gründe, zu berücksichtigen. 

In subjektiver Hinsicht ist zunächst eine Verminderung der Schuldfähigkeit im 

Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB aufgrund des Alkoholkonsums vor der Tat zu prü-

fen. Die Vorinstanz hielt hierzu im Wesentlichen fest, dass unter Berücksichtigung 

der Vorgehensweise bei der Tatbegehung höchstens von einer leichten Herab-

setzung der Schuldfähigkeit ausgegangen werden könne (Urk. 49 S. 35-36). Die-

sen Ausführungen kann so nicht gefolgt werden. Wie vorstehend ausgeführt, ist 

aufgrund der konsumierten Alkoholmenge vor der Tat (eine Flasche Jägermeister 

à 0.7 Liter) davon auszugehen, dass der Beschuldigte im Deliktszeitpunkt eine 

Blutalkoholkonzentration von rund 3.86 Promille aufgewiesen haben muss. Eine 

derart massive Alkoholisierung spricht – gemäss vorstehend zitierter Rechtspre-

chung des Bundesgerichts – grundsätzlich für eine massive Einschränkung der 

Schuldfähigkeit bzw. für eine Schuldunfähigkeit. Ausgehend von dieser Alkoholi-

sierung erscheint es denn auch durchaus nachvollziehbar und plausibel, wenn der 

-   22   - 

Beschuldigte seit Beginn der Strafuntersuchung konstant und in Übereinstimmung 

mit C._____ und D._____ geltend macht, er sei sehr stark betrunken gewesen 

und er habe nicht mehr normal gehen können. Zu berücksichtigen  

ist aber, dass der Beschuldigte gemäss seinen eigenen Angaben gelegentlich und 

im Herbst 2011, mithin im Zeitpunkt der Tat, öfter Alkohol konsumierte und er  

damit an die entsprechende Wirkung in gewissem Masse durchaus gewohnt war. 

Zu beachten ist sodann, dass die konkrete Tatausführung darauf schliessen lässt, 

dass der Beschuldigte die Geschehnisse aufnehmen und sein Verhalten der je-

weiligen Situation anpassen konnte. Entsprechend ist von einem gewissen Reali-

tätsbezug im Tatzeitpunkt auszugehen. Zudem fiel dem Privatkläger ein massiver 

Rauschzustand des Beschuldigten nicht auf. Selbst C._____ führte aus, der Be-

schuldigte habe noch klar reden können. Schliesslich kann der Beschuldigte aus 

den Aussagen des unbeteiligten E._____, wonach der Beschuldigte sehr schnell 

an ihm vorbei gerannt sei, nichts für sich ableiten. Entsprechend ist – wie vorste-

hend dargelegt – zwar davon auszugehen, dass der Beschuldigte im Tatzeitpunkt 

nicht schuldunfähig war. Aufgrund sämtlicher Umstände muss aber davon ausge-

gangen werden, dass der Beschuldigte aufgrund des Alkoholkonsums nicht mehr 

fähig war, vollumfänglich das Unrecht seiner Tat einzusehen bzw. gemäss dieser 

Einsicht zu handeln. Vorliegend ist aufgrund des Gesagten von einer im mittleren 

Masse verminderten Schuldfähigkeit auszugehen. Diese Einschränkung der 

Schuldfähigkeit ist bei der Strafzumessung erheblich strafmindernd zu berücksich-

tigen. 

Sodann ist in Betracht zu ziehen, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz 

handelte. Er hat diese Tat aus finanziellen Beweggründen begangen, ohne in  

einer finanziellen Notlage gewesen zu sein. Das Motiv erweist sich daher als rein 

egoistisch.  

Das objektive Verschulden wird damit durch die subjektive Tatkomponente  

erheblich relativiert. 

5.4.3. Unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatschwere für  

den mutmasslich vollendeten Raub erscheint eine Einsatzstrafe von rund  

240 Tagessätzen Geldstrafe oder 8 Monaten Freiheitsstrafe als gerechtfertigt.  

-   23   - 

5.4.4. Bei einem Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht  

die Strafe mildern. Das Mass der zulässigen Reduktion der Strafe bei einem  

– wie vorliegend – vollendeten Versuch hängt unter anderem von der Nähe des 

tatbestandsmässigen Erfolgs und den tatsächlichen Folgen der Tat ab (BGE 121 

IV 55 E. 1).  

Mit der Vorinstanz ist zu berücksichtigen, dass es zwar bei einer versuchten Tat-

begehung blieb. Dies ist dem Beschuldigten allerdings nicht gross zuzurechnen. 

Vielmehr gelang es dem Privatkläger, Dritte auf die Situation aufmerksam zu  

machen, was den Beschuldigten und seine beiden Begleiter schliesslich  

veranlasste, die Flucht zu ergreifen. 

Der Umstand, dass es bei der versuchten Tat blieb, rechtfertigt daher lediglich  

eine leichte Reduktion der Strafe.  

5.5. Täterkomponente 

5.5.1. Persönliche Verhältnisse 

Die Vorinstanz hat den Werdegang und die persönlichen Verhältnisse des  

Beschuldigten ausführlich angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 49 S. 36-37).  

Die Vorinstanz hat hierzu erwogen, die schwierigen persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten während seiner Kindheit und Jugend seien leicht strafmindernd zu 

berücksichtigen (Urk. 49 S. 37). Es wurde allerdings nicht begründet, inwiefern 

sich die schwierige Kindheit und Jugend des Beschuldigten in Bezug auf das  

vorliegend zu beurteilende Delikt strafmindernd auswirken sollte. Entsprechende 

Gründe für eine Strafreduktion sind auch nicht ersichtlich. Die persönlichen  

Verhältnisse wirken sich damit bei der Strafzumessung neutral aus.  

5.5.2. Vorstrafen 

Der Beschuldigte weist gemäss Strafregisterauszug zwei Vorstrafen auf (Urk. 52). 

So wurde der Beschuldigte mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 21. Februar 

2008 wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Geldstrafe 

von 5 Tagessätzen zu Fr. 30.– verurteilt, wobei die Strafe unter Ansetzung einer 

-   24   - 

Probezeit von 2 Jahren bedingt aufgeschoben wurde. Zudem wurde der Beschul-

digte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 10. August 2009 

der Hehlerei, des Diebstahls, der Sachbeschädigung, der Hinderung einer  

Amtshandlung sowie der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes 

zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– verurteilt, wobei die Strafe  

unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren bedingt aufgeschoben wurde.  

Dieser bedingte Strafvollzug wurde dann später mit einem weiteren Strafbefehl 

vom 22. November 2011 widerrufen (s. dazu auch später). 

Diese beiden Vorstrafen sind zwar nicht direkt einschlägig. Es ist aber zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte bei letztgenannter Vorstrafe unter anderem  

wegen Diebstahls verurteilt wurde. Dies stellt – wie der vorliegend zu beurteilende 

Raub – ebenfalls ein Delikt gegen das Vermögen dar. Die beiden Vorstrafen fallen 

insgesamt – mit der Vorinstanz (Urk. 49 S. 38) – leicht straferhöhend ins Gewicht.  

5.5.3. Nachtatverhalten 

Der Beschuldigte war seit Beginn der Strafuntersuchung bezüglich des objektiven 

Sachverhalts grundsätzlich geständig. Dass er demgegenüber den subjektiven 

Sachverhalt insofern nicht anerkannte, als er geltend machte, er könne sich  

an die Tat nicht mehr erinnern und sei schuldunfähig gewesen, kann dem  

Beschuldigten in diesem Zusammenhang nicht zum Nachteil gereichen.  

Sodann sind – mit der Vorinstanz (Urk. 49 S. 38-39) – die Bekundungen des  

Beschuldigten, wonach es ihm leid tue, es unverzeihbar sei und er sich schäme 

(Urk. 3/2 S. 12), zu einem rechten Teil als Selbstmitleid zu werten. Gegen  

tatsächliche Einsicht und Reue spricht auch die Aussage des Beschuldigten vor 

Vorinstanz, wonach er Wichtigeres zu tun habe, als an diesen Vorfall zu denken 

(Urk. 39 S. 9). Auch das unentschuldigte Fernbleiben von der Berufungsverhand-

lung ändert an diesem Eindruck nichts. 

Das Nachtatverhalten ist aufgrund des Geständnisses aber gleichwohl merklich 

strafmindernd zu berücksichtigen. 

-   25   - 

5.5.4. Fazit Täterkomponente 

Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass sich die Täterkomponente 

insgesamt spürbar strafmindernd auswirkt. 

5.6. Vorläufige Würdigung 

5.6.1. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich  

eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen als dem Verschulden und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. Eine Freiheitsstrafe ist damit nicht 

in Betracht zu ziehen (vgl. Art. 40 StGB), weshalb sich weitere Ausführungen 

hierzu erübrigen. 

5.6.2. Diese Strafe liegt damit unterhalb des ordentlichen Strafrahmens gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Der ordentliche Strafrahmen darf aber nur dann ver-

lassen werden, wenn ausserordentliche Umstände vorliegen und die für die be-

treffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint. 

Dies ist vorliegend der Fall: Zunächst ist zu berücksichtigen, dass schon die  

objektive Tatschwere allein – im Vergleich zu allen möglichen Tatbegehungen  

eines Raubes – lediglich eine Sanktion am untersten Rand des möglichen  

Strafrahmens rechtfertigt. Entsprechend hat denn auch die Staatsanwaltschaft in 

ihrer Anklage nur eine Strafe von 8 Monaten beantragt. Sodann liegen gleich 

mehrere Strafmilderungsgründe (erheblich verminderte Schuldfähigkeit; Versuch) 

und ein Strafminderungsgrund (Geständnis) vor. Aus diesen Gründen ist  

vorliegend von ausserordentlichen Umständen auszugehen, die es rechtfertigen, 

den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten: Ausgehend von dem zwar nicht 

mehr leichten, aber gleichwohl noch im untersten Bereich des Möglichen  

liegenden objektiven Tatverschulden widerspräche es angesichts der sich  

insgesamt sehr deutlich verschuldens- und strafreduzierend auswirkenden  

weiteren Faktoren dem Rechtsempfinden, eine Strafe von mehr als 180 Tages-

sätzen Geldstrafe bzw. 6 Monaten Freiheitsstrafe auszufällen. 

-   26   - 

6. Höhe des Tagessatzes 

6.1. Bei der Geldstrafe richtet sich die Höhe des Tagessatzes nach den persönli-

chen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils,  

namentlich nach Einkommen und – soweit er davon lebt – Vermögen, ferner nach 

seinem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten und 

nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Tages-

satzberechnung ist das Einkommen, welches dem Täter durchschnittlich an  

einem Tag zufliesst. Abzuziehen ist, was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter 

wirtschaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden Steuern und die obligatori-

schen Versicherungsbeiträge. Ausserdem ist das Nettoeinkommen um die Unter-

halts- und Unterstützungsbeiträge zu reduzieren, soweit der Verurteilte ihnen  

tatsächlich nachkommt. Nicht zu berücksichtigen sind Schulden und in der Regel 

auch nicht die Wohnkosten (BGE 134 IV 68 ff.). 

6.2. Der Beschuldigte erhält – gemäss seinen Angaben vor Vorinstanz – vom 

Sozialamt monatlich Fr. 930.– sowie zusätzlich eine Integrationszulage von  

monatlich Fr. 300.–. Die Kosten für die Wohnung, die Krankenkasse und die  

Betreuung werden vom Sozialamt bezahlt (Urk. 39 S. 3). 

6.3. Angesichts dieser finanziellen Verhältnisse erscheint ein Tagessatz in der 

Höhe von Fr. 30.– angemessen.  

7. Zusatzstrafe 

7.1. Die Vorinstanz führte aus, es sei nicht möglich, vorliegend eine Zusatzstrafe 

zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 22. November 2011 

ausgesprochenen bedingten Strafe von 400 Stunden gemeinnützige Arbeit auszu-

fällen, da keine gleichartigen Strafen (gemeinnützige Arbeit und Freiheitsstrafe) 

vorliegen würden (Urk. 49 S. 31-32). Diese Ausführungen sind zutreffend. Es 

kann darauf vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). An diesem 

Ergebnis ändert nichts, dass heute – im Unterschied zur Vorinstanz – eine Geld-

strafe ausgefällt wird: auch das ist eine im Verhältnis zur am 22. November 2011 

angeordneten gemeinnützigen Arbeit andersartige Strafe. 

-   27   - 

7.2. Wie dem Strafregisterauszug entnommen werden kann, wurde der Beschul-

digte schliesslich mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

5. Januar 2013 wegen versuchten Diebstahls sowie Übertretung des Betäu-

bungsmittelgesetzes zu einer (unbedingten) Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 200.– verurteilt (Urk. 52). Dem vorliegenden 

Urteil liegt ein Delikt zugrunde, welches der Beschuldigte vor dem vorstehend ge-

nannten Strafbefehl begangen hat. Es liegt damit eine Konstellation retrospektiver 

Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB vor.  

7.3. Gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB bestimmt das Gericht, wenn es eine Tat zu  

beurteilen hat, die der Täter beging, bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt 

wurde, die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, 

als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären. Somit 

soll das Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleistet  

werden. Der Täter soll durch die getrennte Beurteilung von Straftaten, über  

die zeitlich zusammen hätte befunden werden können, nicht benachteiligt und 

soweit als möglich auch nicht besser gestellt werden. Die Zusatzstrafe gleicht  

dementsprechend die Differenz zwischen der ersten Einsatz- oder Grundstrafe 

und der hypothetischen Gesamtstrafe aus, die nach Auffassung des Richters bei 

Kenntnis der später beurteilten Straftat ausgefällt worden wäre. Eine Zusatzstrafe 

kann aber nur dann ausgefällt werden, wenn eine zur Grundstrafe gleichartige 

Strafe gegeben ist (BGE 137 IV 57). 

7.4. Die vorliegend auszusprechende Geldstrafe hat somit als Zusatzstrafe zur 

am 5. Januar 2013 angesprochenen Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

zu ergehen. 

7.5. Damals hatte der Beschuldigte versucht, im Fahrzeug der Geschädigten  

deren Handtasche samt Inhalt im Gesamtwert von ca. Fr. 350.– zu behändigen 

(Urk. 61; Urk. 62). Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips wäre deshalb 

für sämtliche massgeblichen Delikte eine hypothetische Gesamtstrafe von 

210 Tagessätzen Geldstrafe ausgesprochen worden.  

-   28   - 

Damit ist vorliegend – nach Abzug der Grundstrafe (Geldstrafe von 80 Tages-

sätzen) – eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen als Zusatzstrafe zur Geldstrafe 

gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 5. Januar 2013 

auszusprechen. 

8. Gesamtwürdigung 

8.1. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit einer  

Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu Fr. 30.–, als Zusatzstrafe zur Geldstrafe  

gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 5. Januar 2013, 

zu bestrafen ist. 

8.2. An diese Geldstrafe sind die durch Untersuchungshaft erstandenen 82 Tage 

– entgegen der Vorinstanz nicht nur 81 Tage (Urk. 49 S. 39) – anzurechnen 

(Art. 51 StGB; Urk. 20 S. 1; Urk. 14/1, Urk. 14/18). 

9. Strafvollzug 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug gewährt 

(Urk. 49 S. 24). Von dieser Regelung kann bereits aus prozessualen Gründen 

nicht abgewichen werden (Verschlechterungsverbot, Art. 391 Abs. 2 StPO). Der 

bedingte Strafvollzug ist damit zu bestätigen.  

Angesichts der beiden Vorstrafen, der beiden weiteren inzwischen ergangenen 

Verurteilungen sowie des neusten gegen den Beschuldigten geführten Verfahrens 

wegen Raub (Untersuchung C-4/2013/4279 bei der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland, in welchem der Beschuldigte zumindest in Bezug auf den objekti-

ven, ihm vorgeworfenen Sachverhalt geständig ist; vgl. Urk. 60, Urk. 63, Urk. 64) 

erscheint die von der Vorinstanz angesetzte Probezeit von 4 Jahren durchaus  

gerechtfertigt und ist zu übernehmen. Der Vollzug der Strafe scheitert jedenfalls 

am Verschlechterungsverbot. 

Entsprechend ist der Vollzug der auszusprechenden Geldstrafe aufzuschieben 

und eine Probezeit von 4 Jahren anzusetzen. 

-   29   - 

10. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen  

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

Ausgangsgemäss – der Beschuldigte unterliegt zwar mit seinem Antrag auf  

Freispruch, obsiegt aber in Bezug auf die Strafhöhe und Strafart – sind die Kosten 

des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, 

zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen und zur Hälfte dem Beschuldigten 

aufzuerlegen.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 2'827.45 (Urk. 67;  

abzüglich der nicht stattgefundenen Besprechung mit dem Beschuldigten vom 

15. Januar 2014 von 60 Minuten, zuzüglich der Entschädigung für die Berufungs-

verhandlung von 30 Minuten, sowie unter Berücksichtigung des üblichen  

Ansatzes für amtliche Verteidigungen von Fr. 200.– pro Stunde) sind zur Hälfte 

einstweilen und zur Hälfte definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei im 

Umfang einer Hälfte die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 vorbehalten 

bleibt. 
 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung - 

Einzelgericht, vom 4. März 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. ... 

2. ... 

3. ... 

4. Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 22. November 2011 ausgefällten bedingten 

Strafanteils von 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit wird abgewiesen. 

5. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatz- bzw. Genugtuungsbegeh-

ren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

-   30   - 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr.  1'600.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 57.99   Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 13'762.65   amtliche Verteidigung 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe 

der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat entschieden. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittelbelehrung) 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des versuchten Raubes im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen  

zu Fr. 30.–, als Zusatzstrafe zur Geldstrafe gemäss Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Zürich-Limmat vom 5. Januar 2013, wovon 82 Tagessätze als 

durch Untersuchungshaft geleistet gelten.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre 

festgesetzt. 

-   31   - 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'827.45   amtliche Verteidigung 

   

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und 

zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zur Hälfte einstweilen und 

zur Hälfte definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

pflicht für die einstweilen auf die Gerichtskasse genommene Hälfte bleibt 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  
− den Privatkläger B._____   

 
(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die KOST Zürich mittels Formular „Löschung des DNA-Profils und  

Vernichtung des ED-Materials“ zwecks Löschung des DNA-Profils 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in die Akten C-3/2013/156 

-   32   - 

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 16. Januar 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Hauser 
 

 

	Urteil vom 16. Januar 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 49)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 11 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 81 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre  festgesetzt.
	4. Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 22. November 2011 ausgefällten bedingten Strafanteils von 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit wird abgewiesen.
	5. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatz- bzw. Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat entschieden.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittelbelehrung)"
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	2. Umfang der Berufung / Prozessuales
	3. Sachverhalt
	4. Rechtliche Würdigung
	5. Strafzumessung
	6. Höhe des Tagessatzes
	7. Zusatzstrafe
	8. Gesamtwürdigung
	9. Strafvollzug
	10. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung - Einzelgericht, vom 4. März 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	1. ...
	2. ...
	3. ...
	4. Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 22. November 2011 ausgefällten bedingten Strafanteils von 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit wird abgewiesen.
	5. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatz- bzw. Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat entschieden.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittelbelehrung)
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen  zu Fr. 30.–, als Zusatzstrafe zur Geldstrafe gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 5. Januar 2013, wovon 82 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleis...
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zur Hälfte einstweilen und zur Hälfte definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht für die einstweilen auf die Gerichtskasse genommene Hälfte bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbeha...
	6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 den Privatkläger B._____    (Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mittels Formular „Löschung des DNA-Profils und  Vernichtung des ED-Materials“ zwecks Löschung des DNA-Profils
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in die Akten C-3/2013/156

	7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.