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**Case Identifier:** 12f1b1d2-2a28-56a1-b367-8c41dcd0d4e8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.07.2021 IV 2019/249
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-249_2021-07-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/249

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.01.2022

Entscheiddatum: 12.07.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 12.07.2021
Art. 44 und 61 ATSG und Art. 28 IVG. Beweiswert eines Gutachtens. 
Bedeutung der anderslautenden Einschätzung des behandelnden 
Facharztes (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 12. Juli 2021, IV 2019/249).

Entscheid vom 12. Juli 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz), Marie Löhrer und Michaela 

Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2019/249

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M., SwissLegal asg.advocati, 

Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 2. September 2016 wegen 

Beschwerden im rechten Arm von der Schulter bis in die Fingerspitzen, 

Rückenschmerzen und psychischen Problemen zum Bezug von Leistungen bei der 

Invalidenversicherung an. Sie hatte zuletzt bis 30. September 2015 in einem 50%-

Pensum als Kundenberaterin gearbeitet (IV-act. 1 und 9-2). Mit Bericht vom 

1. Dezember 2016 stellte der behandelnde Psychiater Dr. med. B.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven 

Störung, ggw. schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2), seit Jahren 

sowie einer Osteochondrosis intervertebralis (C3-C7) mit Begleitarthrose und 

Gefügelockerung der Spondylolisthese bei Osteoporose, bestehend seit Jahren. 

Obwohl keine Ausprägung eines typischen Symptomkomplexes gegeben sei, werde 

die Prognose durch posttraumatische Teilsymptomatik verschlechtert (IV-act. 15).

A.a. 

Nach Einholung von medizinischen Berichten (vgl. IV-act. 10 ff.) teilte die IV-Stelle 

der Versicherten am 30. Juni 2017 mit, dass sie eine polydisziplinäre Untersuchung 

(Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie) als notwendig erachte (IV-

act. 26). Der Gutachtensauftrag wurde der medexperts AG, St. Gallen, zugeteilt (vgl. IV-

act. 30).

A.b. 

Mit Gutachten vom 10. Oktober 2017 stellten die medexperts-Gutachter folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronische Nackenschmerzen bei 

Osteochondrose und foraminaler Stenose C5/6 und C6/7, Anterolisthesis C3/4 und 

C4/5 sowie ventrale Mikrodiskektomie, Foraminotomie und Bandscheibenprothese 

C5/6 und C6/7 und Cage C3/4 und C4/5 (07/2014). Als Diagnosen ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie insbesondere störende Parästhesien der rechten 

A.c. 

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Hand, vorwiegend Dig. II, weniger Dig. I, III und IV sowie der Handinnenfläche rechts, 

mässigen Alkoholkonsum und depressive Episode (2016), gegenwärtig remittiert (IV-

act. 36-39 f.). Aus neurologischer, psychiatrischer und allgemein-internistischer Sicht 

sei die Arbeitsfähigkeit uneingeschränkt. Aus orthopädischer Sicht bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 80 % in der angestammten und jeglicher adaptierten 

Erwerbstätigkeit (leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Tätigkeiten über Kopf- und 

Schulterhöhe, regelhafte Rotation / Lateralflexion der HWS, ohne Heben und Tragen 

von schweren Gewichten, maximal 5 kg, ohne ständig einseitige Zwangshaltungen und 

ohne repetitiven Einsatz der rechten Hand mit kraftvollem Handeinsatz). Die reduzierte 

Arbeitsfähigkeit begründe sich mit einer Verlangsamung und erhöhtem Pausenbedarf 

aufgrund der orthopädischen Einschränkungen mit Schmerzchronifizierung (IV-

act. 36-44 f.).

Nach Durchführung eines Assessmentgesprächs am 30. November 2017 verneinte 

die IV-Stelle mit Mitteilung vom 4. Januar 2018 einen Anspruch auf berufliche 

Massnahmen, da die Versicherte sich subjektiv nicht vermittlungsfähig fühlte (IV-act. 46 

und 48).

A.d. 

Mit Bericht vom 23. März 2018 hielt Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin 

und Angiologie, fest, er sehe bei der Versicherten farbduplexsonographisch einen 

kompletten Verschluss der Arteria ulnaris rechts, wobei er differenzialdiagnostisch 

davon ausgehe, dass dies wahrscheinlich bereits 1964 im Rahmen einer damaligen 

Schnittverletzung als kleines Mädchen aufgetreten sei. Der gemessene Druck über der 

Arteria ulnaris sei leicht reduziert, was angesichts des Verschlusses nicht verwundere. 

Es dürfte jedoch eine gute Kollateralisierung über den Arcus palmaris superficialis und 

profundus bestehen. Der zeitliche Verlauf, die warmen Hände, die 

Beschwerdecharakteristik wie auch die reguläre und symmetrische Oszillographie 

würden gegen eine arterielle Genese sprechen. Am ehesten könne er sich noch 

alternativmedizinische Massnahmen vorstellen (IV-act. 53).

A.e. 

Mit Schreiben vom 19. April 2018 merkte die Versicherte verschiedene Korrekturen 

am medexperts-Gutachten an und reichte zwei Berichte von Dr. med. D.___, Fachärztin 

für Neurologie, ein (IV-act. 55).

A.f. 

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Mit Bericht vom 25. Juni 2018 hielten Dr. med. Dr. nat. E.___, Fachärztin für 

Neurologie, und Prof. Dr. F.___, Facharzt für Neurologie, Kantonsspital St. Gallen, fest, 

die von der Versicherten berichteten Missempfindungen im Zeigefinger und weniger 

auch im Mittelfinger der Hand rechts seien am ehesten im Rahmen eines 

neuropathischen Schmerzsyndroms zu erklären. Am ehesten handle es sich um eine 

mikrovaskuläre Schädigung des Nervs (IV-act 61). Mit Bericht vom 27. August 2018 

hielten Dr. med. G.___ und Dr. med. H.___, Kantonsspital St. Gallen, Schmerzzentrum, 

unter anderem fest, sie hätten mit der Versicherten mögliche Therapieoptionen 

besprochen und eine Behandlung mit Pregabalin sowie Capsaicinsalbe initiiert (IV-

act. 67).

A.g. 

Mit Stellungnahme vom 20. September 2018 hielt die RAD-Ärztin I.___ fest, die 

nach der Begutachtung eingereichten Berichte würden keine wesentlichen neuen 

Erkenntnisse enthalten. Die Parästhesien an den Fingern seien den Gutachtern 

hinreichend bekannt gewesen und würden schon seit vielen Jahren bestehen (IV-

act. 68).

A.h. 

Nach einer Verlaufskonsultation vom 25. September 2018 empfahlen die Ärzte des 

Schmerzzentrums eine Weiterführung der Therapie mit Pregabalin und Capsaicinsalbe 

sowie die Teilnahme an der PMR Gruppe zum Erlernen der Progressiven 

Muskelrelaxation. Weitere Termine am Schmerzzentrum seien nicht vereinbart worden 

(vgl. IV-act. 69).

A.i. 

Gestützt auf die gutachterlich bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit ermittelte die 

IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 14 % und stellte der Versicherten mit Vorbescheid 

vom 3. Oktober 2018 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 72).

A.j. 

Mit E-Mails vom 1. und 18. November 2018 erhob die Versicherte Einwand gegen 

diesen Vorbescheid und beantragte sinngemäss die Zusprache einer halben 

Invalidenrente (IV-act. 75 f.). Am 10. Januar und 1. Februar 2019 ergänzte die 

Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt B. Bauer, ihren Einwand (IV-act. 83 und 

85).

A.k. 

Auf Nachfrage der IV-Stelle führte Dr. B.___ mit Bericht vom 28. Februar 2019 aus, 

aus medizinischer Sicht stelle sich die Situation weitgehend unverändert dar. 

A.l. 

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B.  

Insbesondere Auseinandersetzungen bzw. Kontakte innerfamiliär und mit Behörden 

würden die Versicherte stark belasten, es gebe aber auch zeitlich begrenzte bessere 

Phasen. Unverändert liege die Grunddiagnose einer rezidivierenden Störung mit 

posttraumatischen Symptomen vor, wobei letztere nicht vollumfänglich die 

Diagnosekriterien einer PTSD erfüllen würden. Es bestehe eine rezidivierende 

depressive Störung, ggw. mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1) seit 

Jahren. Seinen Berichten sei eindeutig die rezidivierende depressive Störung zu 

entnehmen, ebenso die Umstände, welche ihn darin bestärkten, dass posttraumatische 

Teilsymptome bestehen würden. Letzteres zeige sich vor allem in der 

Beziehungsgestaltung der Versicherten. Die Schlussfolgerungen des Gutachtens könne 

er nicht nachvollziehen (IV-act. 88).

Am 30. April 2019 führte die IV-Stelle bei unverändert vorgesehener Abweisung 

des Leistungsgesuchs eine zweite Anhörung durch (IV-act. 91). Die Versicherte erhob 

am 23. Mai 2019 erneut Einwand (IV-act. 92).

A.m. 

Mit Verfügung vom 26. Juli 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen aus, auf das medexperts-Gutachten könne 

abgestellt werden. Die Einschätzungen der Behandler würden nicht zu einer davon 

abweichenden Beurteilung führen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei die 

Versicherte demnach zu 80 % arbeitsfähig. Aus dem Einkommensvergleich resultiere 

ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad (IV-act. 93).

A.n. 

Gegen diese Verfügung erhebt die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Bauer, am 16. September 2019 (Postaufgabe) 

Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung vom 26. Juli 2019 sei aufzuheben und ihr sei 

rückwirkend ab September 2016 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. 

Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zudem 

sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur 

Begründung macht sie im Wesentlichen geltend, das medexperts-Gutachten sei 

fehlerhaft und unvollständig, sodass nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter abgestellt werden könne (act. G1).

B.a. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.  

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2019 beantragt die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

macht sie im Wesentlichen geltend, das medexperts-Gutachten sei beweiskräftig. Die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin vermöchten daran nichts zu ändern (act. G5).

B.b. 

Am 30. Oktober 2019 bewilligt die Verfahrensleitung die unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung; act. G6).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin verzichtet stillschweigend auf eine Replik (act. G7 und 

G8).

B.d. 

Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

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Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 281 E. 3.2; 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist 

zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden können und sich 

auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 418 E. 6). Für 

somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren 

mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 143 V 418 E. 7.2; BGE 141 V 281 E. 3.5 

und E. 4.2). Der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte 

Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der 

massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein 

stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für 

die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 418, E. 6 a.E.).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

1.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Das Gericht hat seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; 

BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

1.5. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in 

1.6. 

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2.  

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

Auf ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten ist 

rechtsprechungsgemäss abzustellen, wenn nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, BGE 135 V 466 E. 4.4; 

Urteile des Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1, und vom 

13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3). Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung entspricht es einer Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im 

Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. Februar 2021, 9C_683/2020, E. 5.1.2, mit Hinweisen). Dabei handelt es sich 

um eine Richtlinie, die als solche mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

(Art. 61 lit. c ATSG) vereinbar ist. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen 

einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen 

Stärken der Berichte behandelnder Ärzte beachtet werden. Der Umstand allein, dass 

eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als 

von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und 

umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse 

hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 

anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich 

eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und 

nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die 

im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Entscheid 

des Bundesgerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2 mit Hinweisen). Zudem ist 

auch dem Umstand, dass die ärztliche Beurteilung von der Natur der Sache her 

unausweichlich Ermessenszüge trägt, Rechnung zu tragen (Entscheid des 

Bundesgerichts vom 23. Januar 2019, 9C_804/2018, E. 2.2 mit Hinweisen).

1.7. 

Die Beschwerdeführerin bringt vor, auf das medexperts-Gutachten könne sowohl 

aus somatischer als auch psychiatrischer Sicht nicht abgestellt werden. Nachfolgend 

wird deshalb geprüft, ob dem Gutachten Beweiswert zukommt.

2.1. 

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Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei aufgrund von Beschwerden in der 

rechten Hand als Rechtshänderin erheblich eingeschränkt. Beispielsweise sei es ihr 

nicht möglich, eine Tasse mit der rechten Hand zu halten oder einen Schreiber oder 

eine PC-Maus mit der rechten Hand zu benutzen. Die medexperts-Gutachter seien 

wegen des Fehlens von Vorakten für den Zeitraum von 2010 bis zum IV-Bericht 2016 

davon ausgegangen, dass die Sensibilitätsstörung der rechten Hand nicht 

alltagsrelevant gewesen sei. Wie sich aber aus den von der Beschwerdeführerin 

nachgereichten Arztberichten Dr. D.___s ergebe, sei sie sehr wohl wegen der 

andauernden Schmerzen in der rechten Hand in Behandlung gewesen (act. G1, S. 4 f.). 

Diese Beschwerden würden nach wie vor bestehen.

2.2. 

Die Beschwerdeführerin wurde internistisch, orthopädisch und neurologisch 

gutachterlich untersucht. Aus internistischer Sicht wurde erhoben, dass weder klinisch 

noch labormässig ein gesundheitliches Problem bestehe. In Bezug auf die strittigen 

Handbeschwerden hielt die orthopädische Gutachterin fest, dass bei der Kraftmessung 

der Hand die Beschwerdeführerin rechts 14 kg, links 10 kg erzielt habe. Bis auf die 

Hyposensibilitätsstörung D I bis III der Hand rechts hätten sich im Bereich der oberen 

Extremitäten keine Auffälligkeiten gefunden. Zum Röntgenbefund der beiden Hände 

schrieb die Gutachterin, dass fortgeschrittene Arthrosen der DIP II beidseits und 

geringer ausgeprägt auch DIP des Mittelfingers rechts mehr als links bestünden, 

ansonsten aber keine höhergradigen degenerativen Veränderungen der Gelenke. 

Weder für eine rheumatische Grunderkrankung, eine Fraktur noch tumoröse oder 

entzündliche Osteodestruktion fänden sich Hinweise (IV-act. 36-19 ff.). 

Zusammengefasst würden im Bereich der rechten Hand leichtgradige Handicaps 

aufgrund der fortgeschrittenen Arthrose DIP beidseits sowie des rechten DIPs des 

Mittelfingers bestehen. Diese könnten allenfalls bei sehr vielen Schreibarbeiten, 

überwiegendem Tippen, Probleme bereiten, weshalb ein repetitiver Einsatz der rechten 

Hand mit kraftvollem Handeinsatz zu vermeiden sei. Die orthopädisch begründete 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter als auch adaptierter Tätigkeit von 

20 % werde durch die persistierenden chronischen Nackenschmerzen bei Status nach 

ventraler Diskektomie, Foraminotomie und Implantation von Bandscheiben-Prothesen 

im Abschnitt HWK 5 bis 7 sowie Cages C3 bis 5 begründet (IV-act. 36-42 f.).

2.3. 

Aus neurologischer Sicht wurde erhoben, der Tonus der oberen Extremitäten sei 

unauffällig, die Muskulatur eutroph, die Motilität allseits intakt. Es würden keine 

Paresen vorliegen. Die Einzelkraftprüfung ergebe allseits einen Kraftgrad M5, 

insbesondere auch in der rechten Hand. Armvorhalteversuch beidseits ohne Absinken, 

Diadochokinese beidseits flüssig. Finger-Nase-Versuch zielsicher und metrisch. Kein 

2.4. 

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lntensions- oder Haltetremor. Muskeleigenreflexe symmetrisch mittellebhaft auslösbar. 

Die Sensibilität sei intakt, bis auf Angabe einer reduzierten Sensibilität auf Berührung 

von Dig. II sowie der Handinnenfläche rechts und in weniger ausgeprägtem Ausmass 

Dig . 1, III und IV an der Innenseite und etwas weniger an der Aussenseite, jedoch ohne 

den Handrücken zu betreffen. Durch passive Bewegung des Arms könne kein 

besonderer Schmerz ausgelöst werden, das Adson-Manöver sei unauffällig mit 

weiterhin palpablem Puls. Was die störenden Parästhesien im Zeigefinger der rechten 

Hand sowie in Dig. 1, III und Dig. IV sowie der Handinnenfläche, nicht aber dem 

Handrücken angehe, könnte eine Neuralgie im Anschluss an die Schädigung eines 

peripheren Nervens ursächlich sein. Am ehesten könnten die störenden Parästhesien 

noch im Rahmen eines Schmerzsyndroms im Anschluss an eine periphere sensible 

Denervation interpretiert werden. Diesbezüglich sei aber überraschend, dass, falls die 

Angaben der Beschwerdeführerin stimmen, über die ganzen zehn Jahre ihres 

angeblichen Leidens noch nie ein Therapieversuch mit einem hierfür geeigneten 

Medikament versucht worden sei. Dies stelle auch in Frage, inwiefern der Leidensdruck 

seitens dieser Parästhesien wirklich über die ganzen zehn Jahre im Vordergrund 

gestanden habe (IV-act. 36-37; vgl. IV-act. 67). Der neurologische Gutachter führte 

weiter aus, die Beschwerdeführerin habe eine ausgeprägte Symptomfixierung auf die 

Beschwerden in der rechten Hand, welche in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zu 

den objektivierbaren Befunden und zu der Krankheitsgeschichte stünden. Die 

Selbsteinschätzung sei deutlich negativer als das, was aus rein neurologischer Sicht zu 

erwarten wäre. Aus neurologischer Sicht würden keine relevanten Einschränkungen 

bestehen. Dass die Beschwerdeführerin eine negative Sicht auf verschiedene Aspekte 

ihres Lebens und ihres Umfelds habe, wirke sich nachteilig auf den weiteren 

Krankheitsverlauf aus. Aus der Sensibilitätsstörung per se würde keine 

Arbeitsunfähigkeit resultieren. Es bedürfe keiner angepassten Tätigkeit. Weniger 

geeignet dürften gegebenenfalls Arbeiten sein, bei welchen die Beschwerdeführerin 

stark mit der rechten Hand körperlich zu arbeiten habe, da dort die störenden 

Parästhesien vielleicht vermehrt in den Vordergrund treten könnten (IV-act. 36-37 ff.).

Im medexperts-Gutachten setzen sich die Gutachter mit den Angaben der 

Beschwerdeführerin wie mit den Vorakten auseinander. Die geklagten Beschwerden 

werden berücksichtigt. Die medizinischen Beurteilungen sind begründet, 

nachvollziehbar und einleuchtend, sodass das Gutachten für die streitigen Belange 

umfassend ist und Beweiswert erlangt.

2.5. 

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3.  

Wie sich nachfolgend zeigt, sprechen weder die Einwände der Beschwerdeführerin 

noch die in den Akten liegenden Behandlerberichte gegen die gutachterlichen 

Feststellungen.

3.1. 

Im Bericht vom 15. Juli 2010 gab Dr. D.___ die Angaben der Beschwerdeführerin 

wieder, wonach diese an einer Taubheit von Zeige- und Mittelfinger sowie Handrücken, 

inzwischen auch Ringfinger rechts leide. Wegen der Gefühlsstörung (Surren / Kribbeln) 

könne sie kaum schreiben und habe bei feinen manuellen Tätigkeiten, z.B. Knöpfe 

schliessen, Mühe. Die neurologische Fachärztin bestätigte das klinisch vermutete 

leichtgradige Karpaltunnelsyndrom rechts (welches am 12. November 2010 operativ 

behandelt wurde, vgl. IV-act. 3-4; IV-act. 56). Mit Bericht vom 23. Juni 2011 hatte 

Dr. D.___ aufgrund der auch nach der Operation des Karpaltunnels fortbestehenden 

Beschwerden der Beschwerdeführerin weitere Untersuchungen der HWS empfohlen 

(IV-act. 57). Der Beschwerdeführerin ist deshalb insofern zuzustimmen, als sie 

nachweislich bereits im Jahr 2010 unter den Parästhesien in der rechten Hand litt. 

Indes ist das Fazit des neurologischen Gutachters, wonach diese Beschwerden nicht 

alltagsrelevant seien, deswegen nicht unzutreffend. Denn den Gutachtern waren die 

von Dr. D.___ bestätigte Diagnose eines leichten Karpaltunnelsyndroms sowie die im 

Zusammenhang damit und mit der HWS erfolgten Abklärungen und Operationen 

bekannt (vgl. IV-act. 36-8 f.).

3.2. 

Die Beschwerdeführerin gab gegenüber den Gutachtern an, die Beschwerden 

würden schon seit 15 Jahren bestehen (IV-act. 36-23; vgl. auch die ähnlichen Angaben 

in IV-act. 32 und 49). Bereits gegenüber Dr. D.___ hatte die Beschwerdeführerin 

geäussert, Schreiben oder feine manuelle Tätigkeiten seien für sie schwierig (IV-

act. 56), machte mithin ähnliche Einschränkungen geltend wie im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren (Tasse halten / PC-Maus bedienen). Trotzdem war sie von März 

2002 bis September 2015 berufstätig (letzter geleisteter Arbeitstag: 26. März 2015; 

danach Freistellung), wobei sie insbesondere Kunden betreute, Bestellungen 

bearbeitete, Tankstellenshops einrichtete, Produkte präsentierte und oft leicht (bis zu 

10 kg), manchmal mittelschwer (bis zu 25 kg), selten auch schwer heben und tragen 

musste (IV-act. 9-2 ff.). Dafür, dass ihre Arbeitsfähigkeit in dieser Zeit – namentlich also 

auch während der Behandlung bei Dr. D.___ bzw. deren Vorgänger – von den 

Beschwerden der rechten Hand beeinträchtigt worden wäre, finden sich in den Akten 

keinerlei Hinweise.

3.3. 

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4.  

Die Kündigung erfolgte mehrere Jahre nach dem letzten Bericht Dr. D.___s aus 

wirtschaftlichen, nicht aus gesundheitlichen Gründen (vgl. IV-act. 9-13). Danach 

meldete die Beschwerdeführerin sich bei der Arbeitslosenkasse an, suchte eine Stelle 

mit 80%-Pensum und gab dementsprechend an, zu 80 % vermittlungsfähig zu sein. 

Erst ab dem 25. Juli 2016 wurde sie zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (vgl. IV-

act. 8). Somit ging die Beschwerdeführerin noch bis zum 25. Juli 2016 selbst davon 

aus, im Umfang von (mindestens) 80 % arbeitsfähig zu sein. Auch anlässlich der 

Begutachtung gab die Beschwerdeführerin nicht an, sie sei bereits vor dem 25. Juli 

2016 arbeitsunfähig gewesen, sondern man habe ihr beim RAV "schlichtweg nicht 

nützlich helfen können" (IV-act. 36-34).

3.4. 

Objektivierbare Befunde, welche eine Verschlechterung der Symptomatik der 

rechten Hand seit 2011 (letzter im Recht liegender Bericht Dr. D.___s), 2015 (Ende des 

letzten Arbeitsverhältnisses) oder 2016 (Krankschreibung nach längerer 

Arbeitslosigkeit) ausweisen würden, liegen nicht im Recht. Seitens des Muskelzentrums 

wurde im Bericht vom 25. Juni 2018 eine (seit unbestimmter Zeit bestehende) 

mikrovaskuläre Schädigung des Nervs als Ursache diskutiert, ein Karpaltunnel-

Syndrom sowie eine zervikogene Problematik als Ursache hingegen ausgeschlossen 

(vgl. IV-act. 61). Im Bericht über die Erstkonsultation des Muskelzentrums vom 

27. August 2018 wurde zwar gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin 

vermerkt, seit Verlust der Arbeitsstelle würden sich die Beschwerden intensivieren. 

Gleichzeitig wurde jedoch auch festgehalten, dass Ablenkung einen positiven Einfluss 

darauf ausüben könne (IV-act. 67-2 f.). Somatische Ursachen für eine Verschlechterung 

der Symptomatik finden sich jedenfalls in den Akten nicht. Dies wird auch von der 

RAD-Ärztin bestätigt (IV-act. 60, 68 und 89).

3.5. 

Hinsichtlich des psychischen Gesundheitsschadens bringt die Beschwerdeführerin 

vor, die Beschwerden in der rechten Hand, die 2015 erfolgte Kündigung sowie die 

Familiengeschichte belasteten sie seit Jahren, was schliesslich in schwere psychische 

Beschwerden gemündet habe. Sie sei seit mehreren Jahren bei Dr. B.___ in 

Behandlung. Dieser stütze seine Erkenntnisse auf langjährige Erfahrungswerte und 

habe seine Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung entgegen der Ansicht 

des psychiatrischen Gutachters sehr wohl begründet. So halte er in seinem Bericht 

vom 1. Dezember 2016 fest, dass ihre Konzentration und Merkfähigkeit reduziert sei, 

sie Ein- und Durchschlafstörungen sowie reduzierten Appetit habe und 

psychomotorisch unruhig, müde und erschöpft sei. Auch in seinem Bericht vom 

28. Februar 2019 halte er fest, dass insbesondere Auseinandersetzungen bzw. 

4.1. 

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Kontakte innerfamiliär und mit Behörden die Beschwerdeführerin sehr stark belasten 

würden. Sie lasse sehr wenig Nähe zu und bevorzuge losen, vorsichtigen Kontakt. Dem 

psychiatrischen Teilgutachten liege lediglich ein 80-minütiges Untersuchungsgespräch 

zugrunde. Dass sich ihre psychischen Beschwerden in dieser kurzen Zeit nicht gleich 

ausgeprägt gezeigt hätten, wie in den Therapiesitzungen mit Dr. B.___, möge auch 

daran liegen, dass zeitlich begrenzte bessere Phasen auftreten könnten (act. G1, S. 6 

f.).

Der psychiatrische Teilgutachter hielt zum von ihm erhobenen Psychostatus fest, 

die Beschwerdeführerin sei im Kontaktverhalten zugewandt und offen gewesen. Auf­

fassungsstörungen seien keine aufgefallen. Ihre Ausführungen seien detailreich 

gewesen. Sie sei mitteilungsbedürftig gewesen. Während des 80-minütigen 

Untersuchungsgesprächs sei sie stets wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert 

gewesen. Aufmerksamkeits-, Konzentrations- oder Merkfähigkeitsstörungen seien zu 

keinem Zeitpunkt aufgetreten. Das formale Denken sei kohärent gewesen. Die von der 

Beschwerdeführerin geäusserten Sorgen seien in Anbetracht der reellen Situation 

adäquat gewesen. Weder anamnestisch noch bei der Untersuchung habe es Hinweise 

auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen gegeben. Affektiv sei sie vital, aber 

die meiste Zeit klagsam. Die Klagsamkeit habe insbesondere ihre Kindheit, ihre Eltern, 

ihre Geschwister, den Staat, die Invalidenversicherung und ihr Schicksal allgemein 

betroffen. Sie sei verbittert und vorwurfsvoll gewesen. Sie sei zu keiner Zeit deprimiert, 

ängstlich, dysphorisch, gereizt, innerlich unruhig, hoffnungslos oder affektlabil 

gewesen. Die gezielte Befragung nach depressiven Symptomen habe einen 

ungewöhnlich tiefen Wert ergeben. Die Analyse der Antworten habe ergeben, dass 

keine Kriterien einer depressiven Episode nach ICD-10 vorhanden gewesen seien 

(keine gedrückte Stimmung, die Sorgen seien realitätskonform gewesen, kein 

Interessenverlust oder Freudlosigkeit, keine Verminderung des Antriebs, keine 

Verminderung der Konzentration oder Aufmerksamkeit, keine Schuldgefühle, kein 

vermindertes Selbstwertgefühl, keine Suizidgedanken, keine vegetativen 

Veränderungen). Insgesamt könne gegenwärtig aus psychiatrischer Sicht nicht von 

einem "Leiden" gesprochen werden (IV-act. 36-22 f.). Dr. B.___ habe die Diagnose 

"rezidivierende depressive Störung, schwere Episode seit Jahren" in seinen Berichten 

nicht diskutiert und nicht begründet. Der Psychostatus (ärztlicher Befund) im Zeugnis 

vom Dezember 2016 entspreche in keiner Weise einer schweren depressiven Episode. 

Warum von einer rezidivierenden depressiven Störung die Rede sei, werde nicht 

erläutert. Die eingeleitete Behandlung (Termine alle vier Wochen) entspreche in keiner 

Weise der Behandlung einer schweren depressiven Störung. Auch wenn im September 

2016 eine depressive Episode vorhanden gewesen wäre, sei nicht anzunehmen, dass 

4.2. 

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diese schwerer als leicht gewesen sei (IV-act. 36-23 f.). Es würden sich überhaupt 

keine Zeichen einer depressiven Störung zeigen. Psychisch bedingte 

Funktionseinschränkungen bestünden nicht (IV-act. 24).

Das psychiatrische Gutachten erfüllt ebenfalls die rechtlichen Anforderungen. Die 

vom Gutachter gemachten Ausführungen hinsichtlich des vom Behandler erhobenen 

Befundes, welcher nicht einer schweren depressiven Episode entsprach, und der 

geringen Intensität der Behandlung während der angeblich schweren depressiven 

Episode sind einleuchtend und schlüssig. Die vom Gutachter erhobenen Befunde sind 

nicht schwergradig, die Alltagsaktivitäten der Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt 

(IV-act. 36-25) und die Behandlung adäquat (IV-act. 36-24). Aus psychiatrischer Sicht 

liegt bei der Beschwerdeführerin kein objektivierbarer die Leistungsfähigkeit 

einschränkender Gesundheitsschaden vor.

4.3. 

Die Beschwerdeführerin zeigte die von ihr gestützt auf Dr. B.___s Berichte geltend 

gemachten Störungen der Konzentration und der Merkfähigkeit anlässlich der 

Begutachtung nicht, ebenso wenig eine psychomotorische Unruhe oder Zurückhaltung 

im Kontakt. Betreffend Müdigkeit bzw. Ein- und Durchschlafstörungen ist darauf 

hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin angab, aufgrund der Missempfindungen in 

der rechten Hand, nicht etwa wegen der depressiven Symptomatik, Mühe zu haben, zu 

schlafen. Durch die Einnahme von Trittico kann Abhilfe geschaffen und ein tiefer Schlaf 

erreicht werden. Zwar steht die Beschwerdeführerin einer dauerhaften 

medikamentösen Behandlung ablehnend gegenüber. Immerhin kennt sie aber 

Entspannungs- und Atemübungen sowie autogenes Training (vgl. IV-act. 36-28 und 

36-33; vgl. auch IV-act. 67-2 f. und 69-2 f.). Nach der Rechtsprechung ist auch die 

Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente in der Regel eine zumutbare Form 

allgemeiner Schadenminderung, selbst wenn die Einnahme fortdauernd erfolgen muss 

und mit Nebenwirkungen behaftet ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 

8C_741/2018, E. 4.1). Selbst wenn die Beschwerdeführerin also unter Schlafstörungen 

leiden sollte und diese entgegen den gutachterlichen Ausführungen eine Auswirkung 

auf ihre Arbeitsfähigkeit hätten, wäre sie gehalten, durch konsequente medikamentöse 

Behandlung eine Besserung herbeizuführen, sofern ihre Entspannungsübungen sowie 

eine korrekte Schlafhygiene allein hierzu nicht ausreichen.

4.4. 

Im Gutachten wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin leicht 

untergewichtig sei (IV-act. 36-40). Gegenüber den Gutachtern erwähnte sie, sie sei in 

der Schule magersüchtig gewesen (IV-act. 36-16). Daraus und aus den Vorakten ist zu 

schliessen, dass die Beschwerdeführerin stets – also schon vor 2016 – schlank war 

und dass dies den Gutachtern nicht entgangen ist. Dass der psychiatrische Gutachter 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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5.  

aufgrund der geltend gemachten Appetitlosigkeit keine depressive Episode 

diagnostiziert hat und dies nicht als Symptom einer Depression in Form eines 

reduzierten Appetits würdigte, ist demnach nicht zu beanstanden.

Die Beschwerdeführerin macht geltend, angesichts der kurzen 

Untersuchungsdauer anlässlich der Begutachtung im Gegensatz zur mehrjährigen 

Therapie beim Behandler sei auf die Erfahrungswerte Dr. B.___s abzustellen. Daraus, 

dass die Beschwerdeführerin bei Dr. B.___ schon seit Jahren in Therapie ist, kann 

jedoch nicht abgeleitet werden, dass seine Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzung 

zutreffender sind als jene eines psychiatrischen Gutachters. Eine Begutachtung ist 

naturgemäss auf einen relativ kurzen Zeitraum begrenzt. Gemäss der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts kommt es jedoch nicht auf die Dauer der persönlichen 

Untersuchung an, sondern darauf, ob das Gutachten inhaltlich vollständig und im 

Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 8C_767/2019, 

E. 3.4 mit Hinweis).

4.6. 

Soweit die Beschwerdeführerin impliziert, zum Zeitpunkt der Begutachtung habe 

sie gerade eine bessere Phase erlebt, ist ihr entgegenzuhalten, dass sie gegenüber den 

Gutachtern nicht geäussert hat, es gehe ihr besser als in der Vergangenheit. Zudem 

beschrieb Dr. B.___ ihren Gesundheitszustand in seinem Bericht vom 28. Februar 2019 

als weitgehend unverändert (IV-act. 88-4).

4.7. 

Aus den von der Beschwerdeführerin nach der Begutachtung eingereichten 

medizinischen Unterlagen, insbesondere aus der Stellungnahme Dr. B.___s vom 

28. Februar 2019 (IV-act. 88) ergeben sich keine wichtigen nicht rein 

ermessensgeprägter ärztlicher Interpretation entspringenden Aspekte, welche im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären (vgl. E. 1.7 

vorstehend). Insgesamt drängt sich eine vom Gutachten abweichende Beurteilung 

folglich nicht auf.

4.8. 

Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, bei der Begutachtung sei ein 

allfälliges Suchtverhalten ausser Acht gelassen worden. In den Akten würden sich 

Hinweise auf ihren Alkoholkonsum finden. Daher sei zu prüfen, inwiefern ihr 

Alkoholkonsum sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (act. G1, S. 8).

5.1. 

Anlässlich der Begutachtung wurde bei der Laboranalyse unter anderem ein CDT-

Wert von 0.8 festgestellt, woraus geschlossen werden konnte, dass in den Wochen vor 

der Untersuchung kein relevanter Alkoholkonsum stattgefunden hat (vgl. IV-act. 36-23 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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6.  

und 37-1). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin erfragte der psychiatrische 

Gutachter im Psychostatus sowohl den Alkoholkonsum als auch den Entzug des 

Führerscheins. Allerdings verneinte er ein Suchtleiden (IV-act. 36-24). Dasselbe wurde 

auch im internistischen Untersuch erhoben. Es wurde kein Foetor (IV-act. 36-26), indes 

ein "gewisser erhöhter C2-Konsum" festgestellt (IV-act. 36-30). Dementsprechend 

wurde auch ein mässiger Alkoholkonsum als Diagnose ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit erwähnt (IV-act. 36-31). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

aufgrund des Alkoholkonsums der Beschwerdeführerin ist demnach nicht ausgewiesen 

und entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin auch nicht näher zu prüfen.

Zusammengefasst kann sowohl aus somatischer Sicht (vgl. E. 2 f. vorstehend) als 

auch aus psychiatrischer Sicht (vgl. E. 4 f. vorstehend) auf das medexperts-Gutachten 

abgestellt werden. Folglich ist die Beschwerdeführerin in der angestammten und in 

einer adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig unter Berücksichtigung folgender 

Adaptionskriterien: leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Tätigkeiten über Kopf- 

und Schulterhöhe, regelhafte Rotation/ Lateralflexion der HWS, ohne Heben und 

Tragen von schweren Gewichten, maximal 5 kg, ohne ständig einseitige 

Zwangshaltungen und ohne repetitiven Einsatz der rechten Hand mit kraftvollem 

Handeinsatz.

5.3. 

Die Beschwerdegegnerin nimmt zur Bestimmung des Invaliditätsgrades einen 

Prozentvergleich vor (siehe IV-act. 70), was von der Beschwerdeführerin nicht 

bestritten wird und auch nicht zu beanstanden ist. Einen Tabellenlohnabzug macht die 

Beschwerdeführerin nicht geltend. Nach summarischer Prüfung erscheint dies korrekt, 

zumal das reduzierte Rendement der Beschwerdeführerin bereits im Rahmen der 

orthopädischen Begutachtung berücksichtigt wurde. Somit hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht 

verneint. Die vorliegende Beschwerde ist somit abzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. Da die Beschwerdeführerin 

vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr ihr aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.

6.2. 

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie 

wird zufolge unentgeltlicher Rechtspflege von der Bezahlung befreit.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt 

und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 

der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote 

eingereicht. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint 

eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer). Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsge­

setzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter pauschal mit Fr. 3'200.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP).

6.4. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.07.2021
	Art. 44 und 61 ATSG und Art. 28 IVG. Beweiswert eines Gutachtens. Bedeutung der anderslautenden Einschätzung des behandelnden Facharztes (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juli 2021, IV 2019/249).

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	"9001 St.Gallen"
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