# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e416c1e6-ca7e-5df4-93a5-0298d5bf717c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 05.10.2010 BRKE I Nrn. 0224-0225/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-I-Nrn--0224-022_2010-10-05.pdf

## Full Text

BRKE II Nrn. 0224 und 0225/2010 vom 5. Oktober 2010 in BEZ 2010 Nr. 52 

Gegenstand des Rekursverfahrens bildete die Erstellung eines Wohnhau-
ses auf Landanlagegebiet. Das vollständig unter dem gewachsenen Boden lie-
gende erste Untergeschoss sollte seeseitig durch Abgrabungen freigelegt wer-

den. Dieser Gebäudeteil wies zum Seeufer einen Abstand von 14 - 18 m auf. 
Zu beurteilen war, ob freigelegte unterirdische Gebäudeteile den Mindestge-
wässerabstand gemäss Ziffer I.2. der Richtlinien einzuhalten haben.  

Aus den Erwägungen: 

6.4 Ziffer I.2 der Richtlinie statuiert, dass neue Gebäude auf Konzessions-
land einen Gewässerabstand von mindestens 18 m einzuhalten haben. Ob sich 
diese Abstandspflicht auch auf unterirdische Gebäude bzw. Gebäudeteile er-
streckt, ist der Bestimmung nicht zu entnehmen. Zwar hält die Bestimmung wei-
ter fest, dass der Minimalabstand unter gewissen Voraussetzungen «bei maxi-
mal zweigeschossigen Gebäuden» auf 8 m reduziert werden kann. Entgegen 
der Auffassung des Rekurrenten lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass 
nur «Hochbauten» gewässerabstandspflichtig sind. Vielmehr wird dadurch le-
diglich verdeutlicht, dass für Gebäude, welche mehr als zwei Vollgeschosse 
aufweisen, die vorgesehene Erleichterung von vornherein ausser Betracht fällt.  

Der Sinngehalt der fraglichen Bestimmung ist somit durch Auslegung zu 
ermitteln. Dabei ist vom Sinn und Zweck der in den Richtlinien festgehaltenen 
Baubeschränkungen auszugehen. Diese haben insbesondere dem in § 2 WWG 
verankerten Grundsatz Rechnung tragen, wonach im Rahmen konzessions-
rechtlicher Bewilligungen darauf zu achten ist, dass Uferlandschaften geschont 
und bauliche Veränderungen gut gestaltet werden. Die fraglichen Gebäudeteile 
liegen vollständig unter dem gewachsenen Boden und haben somit als unterir-
disch zu gelten. Durch die Abgrabungen treten diese Bauteile jedoch in Er-
scheinung und vermögen das Landschaftsbild nachhaltig zu beeinflussen. An-
gesichts der erwähnten Zielsetzungen der Richtlinien ist es deshalb sachge-
recht, wenn auch freigelegte unterirdische Gebäudeteile auf Konzessionsland 

unter die fragliche Gewässerabstandspflicht fallen.