# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92194cb9-6a3b-55bd-8ef6-c1adf45d669f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-02-22
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung, Würdigung polydisziplinäres Gutachten und Arztberichte, keine Verschlechterung des Gesundheitszustands in einer für den Anspruch erheblichen Weise; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2015.00631
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00631.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00631
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber P. Sager
Urteil
vom
22. Februar 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Rechtsanw
ä
lt
in
Irena Bogdanovic
, Leistungen und Services Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1974, meldete sich am 1
4.
Juli 2011
unter Hinweis auf
starke Schulterbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Züric
h, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom
2.
Mai 201
2
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/21).
1.2
Die Versicherte meldete sich am 2
7.
Juni 2013 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/24), worauf die
se
unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten einholte, das am 2
1.
Oktober 2014 erstattet wurde
(
Urk.
6/59)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/66
;
Urk.
6/68
) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom
1
2.
Mai
2015
erneut
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/7
1
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Juni 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
2.
Mai 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die Angelegen
heit zur weiteren medizinischen Abklärung beziehungsweise Rentenprüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2
oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
Juni 2015
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde
. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
5.
August 201
6
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Nach Aufforderung des Gerichts (
Urk.
8) reichte die Beschwerdegegnerin
mit Schreiben vom 2
0.
Oktober 2016 (
Urk.
10)
die von den Gutachtern eigenständig eingeholten Berichte
(
Urk.
11/1-24)
zur Ergänzung der Akten ein.
Mit Schreiben vom 2
8.
November 2016 (
Urk.
15) ver
zichtete die Beschwerdeführerin auf eine diesbezügliche Stellungnahme, dies wurde der Beschwerdegegnerin am
5.
Dezember 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu verge
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu be
schliess
en. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das polydisziplinäre Gutach
ten vom 2
1.
Oktober 2014 (
Urk.
6/59), davon aus,
dass die Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht sowohl in der angestammten Tätigkeit als Sekretärin als auch in jeder anderen leichten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig sei
. Die psy
chiatrische Diagnose der leichten depressiven Erkrankung sei ein vorübergehen
des Leiden, sei überwindbar und begründe keine Invalidität im Sinne des Geset
zes
(S.
2 Mitte).
2.2
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beurteilung
im
Gutachten sei nicht einleuchtend.
M
ed.
pract
.
Y.___
zeige auf, dass
insbesondere die psychiatrische Diagnosestellung und Beurteilung falsch sei
en
und es widersprüchliche Aussagen im Gutachten
gebe
(S.
4 oben).
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin liege nicht
einfach nur eine andere Beurteilung des Sachverhalts vor (S.
3 unten).
Zu
sammenfassend sei ersichtlich, dass auf die psychiatrische Beurteilung im Gut
achten nicht abgestellt werden könne, womit der vorliegende Prozess auf
grund einander widersprechender
Berichte nicht erledigt werden könne (S. 4 Mitte).
Im Übrigen seien Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Beschwerden nicht gewürdigt worden (S. 4 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob und allenfalls in welchem Ausmass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom
2.
Mai 201
2
(
Urk.
6/21) verändert haben
und ob gestützt auf die vorliegenden Akten der Rentenanspruch beurteilt werden kann
.
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom
2.
Mai
201
2
(
Urk.
6/21) stellte sich
im Wesentlichen
wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für
Physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
Oberarzt
Klinik A.___
,
stellte im Bericht vom 1
5.
Februar 2012 (
Urk.
6/1
6) als Diagnose
n
eine
Frozen
s
houlder
rechts,
adominant
,
bei
eine
m
Status nach
Skisturz
Schulter rechts 2007, eine
m
Status nach offener AC-Resek
tion rechts 2007, eine
m
Status nach
arthroskopischer
Acromioplastik
und AC-Nachresektion 2008, eine
m
Sta
tus nach
arthroskopischem
Débridement
SLAP, AC-Resektion,
Bursektomie
, la
teral öffnende
Acromioplastik
rechts am
1.
April 2011 sowie eine Voltaren-Un
verträglichkeit (S. 2 unten). Dazu führte er aus, es
bestünden persistierende Schulterschmerzen nach einem
Skisturz
im Jahr 200
7
.
Gemäss Akten habe sich eine therapieresistente
F
rozen
shoulder
rechts entwickelt. Seit der letzten Schulter-Arthroskopie
Anfang
April 2011 sei es zu einer gewissen Besserung gekommen. Aktuell klage die Beschwerdeführerin unter anhaltenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen in der rechten Schulter. Die Beschwerden wür
den vor allem bei Bewegung und Belastung auf
treten, jedoch auch in Ruhe. Im Rahmen auswärts durchgeführter Physiotherapie
würden
vor allem
Mobilisatio
nen
und Weichteilbehandlungen durchgeführt. Es bestehe ein hoher
Leidens
druck
. Diverse Medikamente hätten keine substanzielle Besserung gebracht. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei die Prognose als ungünstig zu erachten (S. 3
Ziff.
1.4).
Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar (S. 3
Ziff.
1.7).
3.3
M
ed.
pract
.
B.___
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in der Stellungnahme vom 1
0.
Februar 2012 (
Urk.
6/17/2-3) aus, a
us medizini
scher Sicht seien bei vorgeschädigter Schulter Tätigkeiten mit häufigen Schläge
n und Vibrationsein
wirkungen auf die rechte Schulter sowie
Ü
berkopfarbeiten und Arbeiten in ständiger Armvorhalteposition, insbesondere repetitive Tätigkeiten mit Belastung der Arme
,
nicht mehr
zumutbar
. Das Heben, Tragen und Tr
ansportieren von Lasten über 5-
8 kg unter ungünstigen Hebeln, in günstiger Belastungsposition (körpernah, bis Lendenhöhe) über 20 kg sollte vermieden werden.
Leichte (angepasste) Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportie
ren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalteposition und
Ü
berkopfarbeiten
seien
medizinisch-theoretisch
voll
schichtig
zumutbar
(S. 2 unten)
.
Für die angestammte Tätigkeit als Sekretä
rin
und für jede angepasste Tätigkeit mit dem dargestellten Belastungsprofil
ergebe
sich medizinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(ange
stammt=
ange
passt
)
ab Mai 20
11
(S. 3 oben)
.
3.4
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Bericht vom 1
3.
Februar 2012 (
Urk.
6/26/145-146) aus, d
ie Beschwerden der
Beschwerdeführerin
bez
ögen
sich vor allem auf die Schmerzen im Bereiche der Schulter als Folge der Unfälle. Von der Psyche her berichte die
Beschwerdefüh
rerin
von einer gewissen
Dünnhäutigkeit
, Stressanf
ä
lligkeit und verminderter Belastbarkeit als Folge des protrahierten Verlaufes mit keiner
wirklichen
Besse
rung de
r
Symptomatik, was für sie ziemlich zermürbend und frustrierend
sei
.
Eine psychiatrische Diagnose
könne
im eigentlichen Sinn nicht
ge
stell
t werden
. Die psychische Beeinträchtigung
sei
eigentlich eine normale Reaktion auf die
momentane
Situation in Bezug auf die körperliche Symptomatik. Vorbestehende psychische Beschwerden
seien
nicht bekannt. Der bisherige Verlauf
sei
von der Ursache,
das heisse
von den Schmerzen abhängig und solange sich diese nicht besser
ten
,
werde
sich auch der Verlauf nicht wesentlich ändern
(S. 1)
.
Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bestehe nicht (S. 2).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom
2.
Mai 201
2
(
Urk.
6/21)
finden sich in den Akten im Wesentlichen die folgenden Berichte:
4.
2
PD
Dr.
Z.___
, Chefarzt
Klinik A.___
,
führte in seinem Bericht vom
2
5.
Juli 2013 (
Urk.
6/31)
aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit
Dezember 2011
(
Ziff.
1.2)
,
und
nannte
die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
Frozen
shoulder
rechts,
adominant
, bei einem
-
Status
Schulterarthroskopie rechts,
Bizepstenotomie
, intraartikuläres
D
é
bridement
,
Kapsulotomie
,
subacromiales
D
é
bridement
, sparsame laterale
Acromioplastik
vom
2.
Oktober
2012
-
Status nach
Schulterarthroskopie,
D
é
bridement
SLAP, AC-Re-Resek
tion,
Bursectomie
, laterale öffnende
Acromioplastik
rechts am
1.
April
2011
-
Status
nach Schulterarthroskopie und
subacromiale
Dekompression 2008
-
Status
nach AC-Gelenksresektion 2007
-
Voltaren-Unverträglichkeit
(Atemnot)
-
Opiat-Unverträglichkeit
Dazu führte er aus, n
ach einem
Skisturz
2007 leide die
Beschwerdeführer
in
an persistierenden Schulterschmerzen recht
s
,
adominant
. Im Verlauf
habe
sich eine hartnäckige
Frozen
s
houlder
entwickelt
. Insgesamt 3-ma
l
ige operative Eingriffe, intensive Physiotherapie und eine
Schmerzkatheterbehandlung
hätten
die Be
schwerden nicht längerfristig beeinflussen
können
. Durch die aktuell durchge
führte Physiotherapie
könne
der Zustand einigermassen erhalten werden. Die Patientin
sei
jedoch schmerz- und funktionsbedingt im Alltag
massivst
einge
schränkt
.
Die Befunderhebung zur aktiven Beweglichkeit der rechten Schulter habe eine Flexion
von
90° sowie eine Aussenrotation von 20° ergeben. G
enerell be
steh
e
im Rahmen einer
Frozen
s
houlder
eine günstige Prognose. Aufgrund des bisherigen Verlaufes
sei
im vorliegenden Fall mittel- bis
l
ängerfristig nicht mit einer substantiellen Besserung des Zustandes zu rechnen
(
Ziff.
1.4)
.
Seit dem 2
4.
September 2012 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Dabei würden Schmerzen und Funktionseinschränkungen bestehen (
Ziff.
1.7).
4.
3
Im Bericht der beruflichen Grundabklärung der
Klinik D.___
vom 1
2.
Dezember 2013 (
Urk.
11/23-24)
berichteten die Fachleute von einer vierwöchigen beruflichen Abklärung hi
nsichtlich Stellenvermittlung. Die Beschwerdeführerin sei als sehr zuverlässige, motivierte und engagierte Person aufgetreten. Sie habe von den vereinbarten 20 an 16 Tagen gearbeitet und an den anwesenden Tagen eine effektive Arbeitszeit von zwei bis zweieinhalb bei einer Präsenz von vier Stunden erreicht. Die Beschwerdeführerin
habe die ihr gestellten Aufgaben mit
Fleiss
gelöst. Bei den Abklärungsaufgaben habe sie gute bis sehr gute Resultate erreicht. Unsicherheiten und Fehler seien auf mangelnde Konzentration und fehlende kaufmännische Routine zurückzuführen
gewesen
(S.
1).
Die Beschwerdeführerin habe während der ganzen Abklärungszeit signalisiert, dass sie sehr gerne im Arbeitsmarkt wieder
Fuss
fassen möchte, jedoch das
Arbeits
pensum
mit vier Stunden im Moment noch zu hoch sei (S. 1 unten).
Ausserdem
führten die Fachleute aus, dass d
er Beschwerdeführerin
in der Grundabklärung
sitzende Tätigkeiten zugewiesen worden
seien
(S. 3
oben
)
.
Bei
täglichen Gesprä
chen habe die Beschwerdeführer
in
meist über ihren Gesundheits
zustand respek
tive ihre Schulterschmerzen berichtet und dass die Schmerzen seit
?
eginn
der Abklärung stark zugenommen hätten.
Dabei habe s
ie das Sitz-/
Stehpult benutzt, jedoch nur sehr selten stehend gearbeitet.
Das Leistungsverhalten bei den zuge
wiesenen Arbeiten sei unter Berücksichtigung der Beeinträchtigung konstant gewesen (S. 3 unten).
4.
4
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
4.
Januar 2014 (
Urk.
11/12-15) aus, die Beschwerdeführerin
gebe
seit vielen Monaten
ein unverändertes Schmer
zsyndrom im Bereich
der rechten
Schulter an
.
Bewegungen und Belastungen des
adominanten
rechten Armes würden zu
Schmerzexazerbat
i
onen
führen
.
B
ei verstärkten Schmerzen br
a
uche sie jeweils eine längere Ruhephase. Die Behandlung
i
n der Schultersprechstunde de
r
Klinik A.___
sei abgeschlossen, die zuletzt vorgeschlagene Steroidinfiltration
habe
sie
ab
gelehnt
, diese Massn
a
hme
hätte
schon früher
repetiert
keinen Erfolg gezeigt. In der Rheumatologie
der
Klinik A.___
würden
noch Kontrollen
i
m Abstand von drei Monaten statt
finden
, neue Aspekte
würden sich nicht ergeben (S. 4 Mitte).
Bei der heutigen kreisärztl
i
chen Untersuchung zeig
e
sich eine Einschränkung
der Schulterbeweglichkeit bis knapp über die Horizontale, anhand der nur diskret
eingeschränkten Rotat
i
onsbeweglichke
i
t
könne
eine eigentliche schwerere Form einer
F
ro
zen
shoulder
aber ausgeschlossen
werden. Die muskuläre Hypotrophie am
adominanten
linken Arm
sei
diskret
, die Um
fangmasse spreche
gegen eine massive Einschr
ä
nkung der Belastbarkeit de
r
rechten Hand. Medizinisch nicht erklärbar bei normaler Innervat
i
on und normaler Entwick
lung
der
Un
t
erarm
muskul
a
tur
rechts
sei
di
e
stark herabgesetzte Faustschlusskraft rechts, Werte
unter 10 kg würden dabei als beweisend für ein dysfunktionales Verhalten gelten
(S. 4 unten f.).
Rein aufgrund der somatischen Pathologie sei eine Belastungseinschränkung de
s
adominanten
rec
hten Armes anzunehmen, es ergebe
sich dabei folgendes
Zu
mutbarke
i
tsprofil
:
Eine
manuell leichte Tätigkeit bis
Schulterhöhe
und
körper
nahe
sei vollzeitig
zumutbar, unter der Bedingung, dass nicht repetierte grössere
Bewegungsausschläge
in der rechten Schulter gefordert
seien
. Ungünstig
seien
Tätigkeiten mit längerem Einsatz der rechten Hand
körperfern
, nicht zumutbar
seien
Tätigkeiten über
Schulterhöhe
oder
Tätigkeiten
, die mit starken Schlägen und Erschütterungen des
adominanten
rechten Armes verbunden
seien
. Die Tätigkeit im
Büro
/als Sekretärin
mit gemischter Arbeit erscheine
entsprechend
vollzeitig
zumutbar
.
Ungünstig wäre hingegen eine Tätigkeit mit überwiegen
dem Einsatz an einer Tastatur, eine gemischte Tätigkeit wäre zu fordern.
4.
5
Med.
pract
.
Y.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Oberarzt
am
F.___
,
nannte im Bericht vom 2
6.
Mai 2014 (
Urk.
11 S.
18 Rückseite bis 22) als Diagnosen ein
Frozen
s
houlder
Syndrome
(rechts), eine schwere Depression (ICD-10 F33.2), eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine akute Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0) sowie ein
en
sexuelle
n
Missbrauch in der Kindheit (S. 1).
Die Beschwerdeführerin sei in Gutachtersituationen stets darum bemüht, einen bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen. Offensichtlich sei es einigen Gutachtern nicht gelungen, hinter diese Fassade zu blicken. Statt zu
aggravie
ren
, wie es möglicherweise in einer Gutachtersituation denkbar wäre, neige die Patientin dazu
,
Beschwerden zu bagatellisieren. In den aktuellen Sitzungen
seien
eine depressive
Verarbeitungsstruktur unter
somatisierender
Einbeziehung deutlich
geworden.
Die
Beschwerdeführerin
ha
be
gelernt, negative Gefühle nicht mehr zu spüren, da sie als Tochter, Sekretärin und Mutter stets
habe
funktionieren
müssen
. Für andere da zu sein
sei
wichtiger
gewesen
als die
eigene Befindlichkeit. Eine somatische Ausprägung in Form massiver Schmerzen
sei
erfahrungsgemäss die konsequente Symptombildung.
Ein Blick auf die aktuelle Medikation
lasse
auch den Laien erahnen, wie gross die Schmerzen sein müssen. Darüber hinaus
sei
die Medikation aber nicht geeignet, die Schmerzen komplett unter Kontrolle zu halten, so dass die
Beschwerdeführerin
, gerade nach belastungsreichen Situationen, lange Ruhepausen einlegen
müsse
, damit die Schmerzen überhaupt erträglich bl
ie
ben.
Als klassische Zeichen der Depression
fänden sich
Durchschlafstörungen, Morgentief, Antriebslosigkeit, gedrückter Affekt, der
hypoman
abgewehrt
werde
, und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit.
Die Beschwerdeführerin sei
allein aufgrund der psych
ischen Symptome dauerhaft nicht mehr arbeitsfähig. Eine Berentung
sei
empfohlen
worden (S. 2).
4.
6
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, med.
pract
.
H.___
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
Dr.
med.
I.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, sowie
Dr.
med.
J.___
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, nannten im Gutachten
des
K.___
vom 2
1.
Oktober 2014 (
Urk.
6/59) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 27 unten f.)
:
-
c
hronische Schulterschmerzen rechts mit m
ä
ssiger
schmerzhafter
Beweg
lichkeitsein
sc
hränkung
/Schultersteife
ohne muskel
trophische Störungen und mit in
konstantem leichtem
Schonungsverhalten
in der
Untersu
chungssituation
-
Status nach
Schulterkontusion rechts am 3
0.
Dezember
2006 (Sturz beim Skifahren) und am 1
8.
Januar
2011 (Sturz auf Eis)
-
Status nach
mehrfachen diagnostischen und operativen
Schulterein
griffen
rechts
-
2
9.
Mai
2007
arthroskopische
subakromiale
Dekompression,
Akromioplastik
, offene AC-Gelenksresektion bei
Impingement
-Symptomatik
-
8.
Juli 2008
arthroskopische
subakromiale
Bursektomie
,
Re-Akro
mioplastik
und AC
-
Gelenksresektion bei AC-Gelenksschmerzen
-
1.
April
2011
arthroskopische
Bursektomie
,
l
ateral öffnende
Akromioplastik
, AC
-
Gelenksresektion,
D
é
bridement
einer SLAP-Läsion
-
2.
Oktober
2012
arthroskopische
Bizeps-Tenotomie, intraartikulä
res und
subakromiales
D
é
bridement
,
Kapsulotomie
, laterale Re-
Akromioplastik
-
aktuell klinischer Verdacht auf adhäsive
Kapsulitis
im Ablauf,
Beweg
lichkeitseinschränkung
etwas in Besserung seit anfang
s
2014
-
musku
läre Nackenverspannungen rechts
-
leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.00)
-
nach Anpassungsstörung 2012 nach Operation und Kündigung
-
bei
Verdacht auf
akzentuierte
Persönlichkeit
-
unter spezifischer Psycho- und Psychopharmakotherapie
-
bestehend seit 2012
Gesamtmedizinisch
liege
ein Mischbild von unfall
bedingten, rechtsseitigen Schul
terbeschwerden und einer
leichtgradig
ausgeprägten affektiven Erkran
kung mit somatischem Syndrom
vor
.
Das Fortbestehen rechtsseitiger
Schulter
schmerzen
könne rheumatologisch und orthopädisch unter Berücksichtigung der
Vorakten
, der Anamnese, der Untersuchungsbefunde und dem aktuell durch
geführten MRI der rechten Schulter nachvollzogen werden. Die Persistenz von Beschwerden
sei
nach gutachterlicher Einschätzung als überwiegend wahr
scheinlich unfa
l
lkausal anzusehen.
Nicht gänzlich nachvo
l
lziehbar
sei
hingegen das berichtete, invalidisierende Ausmass der Beschwerden, passend dazu
könne
eine für diesen Fall zu erwartende, deutliche Atrophie der Schultermuskulatur und Inaktivitätsosteoporose nicht bestätigt werden
(S. 28 unten)
.
In der psychiatrischen Begutachtung
gebe
die
Beschwerdeführerin
an, unter einer Depression zu leiden. Entsprechende Symptome
würden
sich in Form einer deprimierten Stimmung, einer Schwankung der Grundstimmung, einem leicht ausgeprägten Grübeln und einer gewissen Reizbarkeit und
Frustrationsintole
ranz
zeigen
, andererseits
zeige
sich
auch eine spontane und kontext
bezogene Aufhellbarkeit. Auch die täglichen Aktivitäten mit Spaziergängen, dem Ausü
ben von Hobbys, einem einigermassen geregelten Tagesablauf und einer ange
messeneren Körperpflege
spr
ä
chen für
(richtig wohl gegen)
einen schwereren Ausprägungsgrad der affektiven Erkrankung
(S.
28 unten
; vgl. auch S.
18 f.)
. Obwohl die
Explorandin Gedächtnisstörungen und eine Reduktion der Konzen
trationsfähigkeit
beklage
,
liessen
sich diese in keinem der Gutachten klinisch erfassen, so dass sich die
Beschwerdeführerin in die
sem Punkt zu unterschätzen
scheine
. Die Kriterien für die Zusatzdiagnose eines somatischen Syndroms
seien
erfüllt. Eine Kausalität zwischen den psychischen Beschwerden und den
Unfall
ereignissen
lasse
sich nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit postulieren. Vielmehr
sei davon auszugehen
, dass es im Rahmen einer Konfliktsituation am Arbei
tsplatz und der erfolgten Kündi
gung zu einer
An
passungsstörung
gekommen sei
, welche in die leichte depressive Erkrankung
übergegangen sei
. Zusätzlich zu dem bisher Aufgeführten
bestehe
der Verdacht
auf eine
migränoide
Kopfschmerzerkrankung mit Auftreten in grösseren Ab
stän
den
von 6-8 Wochen, welche bei Bedarf medikamentös, beispielsweise
mit
Tryptane
n
behandelt werden könne. Aus internistischer Sicht
werde
eine Kon
trolle des Blutdrucks sowie der unspezifischen, leicht erhöhten
Entzündungs
faktoren
empfohlen
, welche in ihrer Konstellation am ehesten für einen zum Zeitpunkt der Begutachtung asymptomatischen Infekt sprechen
würde
n
(S. 29 oben)
.
Sowohl für die erlernte Tätigkeit als Floristin wie auch für die zuletzt ausgeübte Arbeit als Sekretärin
besteh
e
eine Gesamtarbeitsfähigkeit in Höhe von 70
%
be
zogen auf ein volles Arbeitspen
sum von 100
%
.
Ausschlaggebend für die Höhe der Arbeitsunfähigkeit
sei
in erster Linie die af
f
ektive Erkrankung, welche zu einem erhöhten Erholungsbedarf und einem verlangsamten Ar
beitstempo führe.
In
dieser Einschränkung
sei
bereits die auf Grund der Schulterschmerzen not
wendige, zusätzliche Erholungszeit eingeschlossen
(S.
29
Ziff.
7.2)
. Die Beschwer
deführerin sei für sämtliche körperlich leichten, nicht-schulterbelastenden Tätigkeiten in dem genannten Umfang arbeitsfähig
(S. 29
Ziff.
7.3)
.
Die Gutachter führten weiter aus
, dass sich i
n der Beurteilung
der
Arbeitsfähig
keit eine Diskrepanz zur beruflichen Abklärung der
Klinik D.___
zeige
, gemäss derer die
Beschwerdeführerin
lediglich in einem Umfang von
zwei bis zweieinhalb
Stunden pro Tag und im Rahmen eines Arbeitsversuches als arbeits
fähig erachtet wurde. Hierzu
sei
zu bemerken, dass im Rahmen einer solchen Abklärung auf das Verhalten und die soziale Interaktion abgestellt
werde
, während die Diagnosen und die resultierenden
Funktionseinschränkung
en
in der Regel nicht bekannt
seien
. Eine solche Verhaltensbeobachtung
könne
sinnvoll sein, beispielsweise
um
die Compliance und Arbeitsmotivation zu be
werten, ersetze jedoch nicht eine ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unt
er Kenntnis der medizinischen Vorgeschichte
(S. 31 oben)
.
Zum zeitlichen Verlauf hielten die Gutachter fest, i
m Dezember 2011
habe
sich die Situation durch die Ausbildung einer sekundären
Frozen
s
houlder
ver
schlechtert, was eine Reduktion der
Arbeitsfähigkeit
auf 50
% nach sich
ge
zogen ha
b
e. Nach der vierten Operation am
2.
Oktober
2012
sei
für drei Monate eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit
anzunehmen. Üblicherweise
könne
dann meist
eine Aufstockung des Arbeitspensums erfolgen. V
orliegend
würden in den
Folge
monaten
jedoch über unveränderte Schmerzen und Bewegungseinschränkungen berichtet, was eine weitere 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit
erklärbar
gemacht habe
. Ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom
3.
Juni
2013
könne
jedoch eine 50
%
ige
Arbeitsfähigkeit
angenommen werden. Aktuell zeig
e
sich
die Beweglichkeit gegenüber den Vorbefunden gebessert, weshalb
von somati
scher Seite her
eine stufenweise Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit auf 80
%
möglich
sein müsste
(S. 31
Ziff.
2 sowie S. 18
Ziff.
2 des orthopädischen Teilgutachtens)
.
4.
7
M
ed.
pract
.
Y.___
(vorstehend E.
4.5)
führte in seiner Stellungnah
m
e vom 2
5.
März 2015 (
Urk.
6/67) aus, im Gesamtgutachten verringere sich die von den Gutachtern bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von Seite 29 zu Seite 30 ohne jeg
liche Angaben von Gründen von 30 auf 20
%
. Darüber hinaus falle auch ein ausgesprochen ungenauer Umgang mit den persönlichen Daten der Beschwer
deführerin
im Gutachten und den verschiedenen Teilgutachten auf. Je nach Gutachter würden die Personendaten erheblich variieren.
Im orthopädischen Teilgutachten
würden die Befunde des Gutachters massiv von
den durchgehend und über einen längeren Zeitraum vom behandelnden Ortho
päden erhobenen Befunden abweichen. Trotz
V
orliegen neuerer Befunde zum Zeitpunkt der Begutachtung beziehe sich der Gutachter nur auf länger zurück
liegende Untersuchungsbefunde (S. 1 unten). Ausgehend von den bei der Begut
achtung gemessenen Werten, komme der Gutachter zur fehlerhaften Einschätz
ung, dass sich die Beweglichkeit der Beschwerdeführerin massiv gebessert habe und eine weitere Verbesserung zu erwarten sei. Darüber hinaus bemerke der Gutachter, dass er selbst „aufgrund der Bewegungseinschränkungen und der Schmerzempfindlichkeit“ die Begutachtung nur eingeschränkt habe durchführen können. Die fortlaufend vom behandelnden Orthopäden gemessenen Werte würden eindeutig einen gleichbleibenden Zustand, zuletzt sogar eine deutliche Verschlechterung zeigen (S. 2 oben).
Zum psychiatrischen Teilgutachten führte er aus, der Gutachter komme abwei
chend von seinen eigenen Befunden zum Ergebnis, dass nur eine „leichte de
pressive Episode“ vorliege und begründe dies damit, dass „soziale und häusliche Aktivitäten fortgesetzt werden“. In
den B
efunden schreibe
der Gutachter
jedoch von „Schwierigkeiten, die beruflichen und häuslichen Aktivitä
ten fortzusetzen“ (S. 3 unten).
Weiter begründe
der Gutachter
die
Diagnose damit, dass der Hamilton- und MADRS-Test im Ergebnis eine leichte depressive Episode
zeigen würde
n
. Beide Tests
enthielten jedoch
ausschliesslich
die
subjekti
ven Eindrücke des Begutachters, ohne eine Selbstbeurteilu
ng durch die Probandin zu ermög
lichen.
Beide Tests
würden
hier eine Objektivität vor
gaukeln
, die aber gar nicht vorhanden
sei
. Diese Tests
seien
entwickelt
worden
, um eine Verlaufskontrolle von depressiven Patienten zu ermöglichen. Keinesfalls jedoch
seien
sie geeignet, eine objektive Beurteilung oder Einstufung eines Schweregrades einer Depres
sion in einer Begutachtungssituation durchzuführen
.
Korrekt wäre gewesen, zumindest eine Selbstbeurteilung der Probandin hinzuzufügen oder den behan
delnden Psychiater zu bitten, den Hamilton- und MADRS-Tes
t
auszufüllen, um Diskrepanzen auszuschliessen oder aufzuzeigen
(S. 4 oben)
.
Weiter führe der Gutachter auf
„
d
ie Kriterien für die Zusatzdiagnose des somati
schen Syndroms
seien
knapp erfüllt"
.
Wahrscheinlich
meine
er damit die Diag
nose
einer a
nhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
(ICD-10 F45.40). Warum er diese dann unter den p
sychiatrischen Diagnosen
unterschlage
,
sei nicht
nach
vollziehbar.
D
er Gutachter
stelle
die Diagnose leichte depressive Episode bei
Persönlichkeitsänderungen und führe
dazu
aus, dass eine Persönlichkeitsstörung
erst nach mehreren Konsultationen gestellt werden
könne
. Auch dies
unterlasse der Gutachter
fahrlässig
, da d
ie Diagnose einer Persönlichkeitsstörung relevant für die Höhe des Rentenanspruchs
sei
. Als Gutachter wäre er lege
artis
ver
pflichtet
gewesen
, diese Diagnose
durch
mehre
re Explorationen an verschiede
nen Terminen zu bestätigen oder auszuräumen
(S. 4 Mitte)
.
Weiter führe der
Gutachter
aus
, dass
im Jahr
2012 bei einer vorangegangenen psychiatrischen Untersuchung durch
Dr.
C.___
keine psychi
atri
sche Diagnose
gestellt worden sei
. In den Originalunterlagen
beschreibe
Dr.
C.___
aber genau die Symptome einer Depression, eines chronischen Schmerzsyndroms und einer akuten Belastungsreaktion. Diese Unterlagen
seien auch
dem Gutachter vor
ge
legen
.
Spätestens ab
2012
könne
jeder aussenstehende Psychiater anhand der
Befunde das Vorliegen einer schweren Depression diagnostizieren. Trotzdem urteile
d
er Gutachter
dahingehend, dass zum Verlauf der psychischen Erkran
kung keine sicheren Angaben gemacht werden könne (S. 4 unten).
5.
5.1
Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat, beurteilt sich durch einen Vergleich des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der rentenablehnenden Ver
fügung vom
2.
Mai 2012
mit dem Gesundheitszustand im Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung (
Urk.
2).
5.2
Für die Beantwortung der Frage, ob eine
Veränderung
des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin in einer für den Anspruch relevanten Weise eingetreten ist, kann auf das
K.___
-Gutachten vom 2
1.
Oktober 2014
abgestellt werden (
vor
stehend
E.
4.
6
):
Das
Gutachten entspricht den erforderlichen Kriterien an den Beweiswert einer Expertise (
vgl.
E. 1.
4
). Die Beschwerdeführerin wurde ih
ren geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf
internistischen, rheumatologischen, orthopädischen und psy
chiatrischen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurd
e in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. Sodann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet. Die Gutachter kamen in ihrer Gesamtbeurteilung zum Schluss, dass
der
Beschwer
deführerin sämtliche körperlich leichten, nicht-schulterbelastenden Tätigkeiten
, wozu die erlernte Tätigkeit als Floristin wie auch die zuletzt ausgeübte Arbeit als Sekretärin zu zählen sei
en
,
im Umfang von 70
%
zumutbar sei
en
.
5.3
Die von der Beschwerdeführerin beschwerdeweise vorgebrachten Aspekte
(vgl.
Urk.
1)
betreffen
im Wesentlichen den Beweiswert des von der
Beschwerdegeg
nerin
in Auftrag gegebenen Gutachtens
und beziehen sich vorwiegend auf die psychiatrische Beurteilung
.
Dabei
stützt
sie sich weitestgehend auf
die Stellung
nahme des behandelnden Psychiaters zum
vorliegenden
Gutachten
(vorstehend E. 4.
7
).
5.4
Einerseits liegt es in der Natur der Sache, dass einer psychiatrischen Einschät
zung notwendigerweise ein erheblicher Beurteilungs- und Ermessensspielraum inhärent ist.
Es zeigt sich zudem, dass behandelnde und begutachtende Psychi
ater, mit der gleichen Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und Situationen konfrontiert, zu ganz unterschiedlichen Beurtei
lungen der psychischen Beeinträchtigungen und -
invalidenversicherungsrecht
lich
entscheidend - deren Schweregrades mitsamt den sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gelangen können. Diese in der Natur der Sache begründete weitgehend fehlende Validierbarkeit ("Reliabilität") psychiat
rischer Diagnosen, namentlich im depressiven Formenkreis sowie bei den neu
rotischen, Belastungs- und
somatoformen
Störungen gemäss ICD-10, kann nicht
automatisch zu Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen Berichten und Expertisen führen (Urteil des Bundesgerichts 9C_661/2009 vom 2
9.
September 2009
E. 3.2
).
Wegen der
unterschiedlichen Natur von Behand
lungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten medizinischen Experten
ist es
rechtsprechungsgemäss
da
her
nicht geboten, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln
den Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.4).
Dies ist
wie in den nachfolgenden Erwägungen aufgezeigt
vorliegend nicht der Fall
, berücksichtigt
das Gutachten
doch sämtliche von der Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchungen geklagten Beschwerden sowie die von den be
handelnden Ärzten erhobenen Befunde.
5.5
Soweit
die Beschwerdeführerin
die Ansicht vertritt, dass anhand der vom Gut
achter beschriebenen Symptome die Diagnose einer schweren depressiven Episo
de gestellt werden müsse (
Urk.
1 S.
3
f.
Ziff.
2.3
), kann
ihr
nicht gefolgt werden.
Bei
ihrer
Schlussfolgerung
verkennt
sie
, dass die Differenzierung
zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer depressiver Episode auf einer komplexen klinischen Beurteilung beruht, die nicht nur die Anzahl, sondern auch die Art und Schwere der vorliegenden Symptome berücksichtigt
(vgl.
Welt
ge
sundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störung
en, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dil
ling
/
Mombour
/
Schmidt [Hrsg.],
9.
Auflage 2014, S.
171
)
.
Wie der b
ehandelnde Psychiater
zunächst
richtigerweise
festhält
, werden die von ihm genannten Symptome im Gutachten aufgeführt,
im Hinblick auf das eben Gesagte
unterscheiden
sie
sich jedoch
(teilweise deutlich) in i
hrer Art und vor allem Schwere.
So sprechen die Gutachter von gelegentlichen pessimistischen Zukunftsgedanken, von einem eher leicht ausgeprägte
n
Grübeln und nur von einer gewissen Reizbarkeit und Frustrationsintoleranz. Trotz der von der Beschwerdeführerin subjektiv
g
eklag
ten Gedächtnisstörungen und Reduktion der Konzentrationsfä
higkeit
sei im Rahmen der Untersuchung kein Abfall der Aufmerksamkeit beobachtbar gewe
sen.
Der subjektive Ausprägungsgrad widerspiegle sich in der von der Be
schwerdeführerin beschriebenen Fähigkeit, Auto
fahren zu können. Es würden leichte Konzentrationsstörungen mit nur
mässigen
Auswirkungen aufs Lesen und ohne Auswirkung aufs Autofahren und Filmeanschauen bestehen. Weiter gehen die Gutachter lediglich von einem eher
geringgradig
gestörten Schlaf aus. Trotz der zweifelsfrei bestehenden Schmerz- und Depressionssymptomatik be
schrieben die Gutachter einen noch
einigermassen
geregelten Tagesablauf und sprachen von angemessener körperliche
r
Pflege.
Bei Anzeichen eines Lebens
überdrusses verneinten die Gutachte
r
aktuell wie auch rückblickend des Weite
ren eine Suizidalität
(vgl. zum Ganzen
Urk.
6/59 S. 18 unten f.)
.
Inwiefern die Beschwerdeführerin
weiter
aus der Aussage
im Gutachten
,
wo
nach
ihr
e sozialen und häuslichen Aktivitäten fortgesetzt w
ü
rden
und daraus die
leichtgradigen
Symptome begründet worden seien
(
Urk.
1 S. 4 Mitte)
, i
n
den
Befunden jedoch von „Schwierigkeiten, die beruflichen und häuslichen Aktivi
täten fortzusetzen“
die Rede sei
, sinngemäss eine Diskrepanz herzuleiten ver
sucht, kann ihr nicht gefolgt werden.
Dazu ist aus rechtlicher Sicht zu bemerken,
dass die Schweregradbeurteilung klinisch erhobener psychiatrischer Befunde nicht allein auf den subjektiven Eindruck des Untersuchers abgestützt werden
können
, sondern anhand überprüfbarer Informationen über die
Alltagsbewälti
gung
zu validieren
sind
.
Nichts anderes haben vorliegend die Gutachter getan, indem sie die von der Beschwerdeführerin subjektiv geklagten Einschränkungen anhand ihrer Alltagsbewältigung validiert haben und zum Schluss gekommen sind, dass zwar Schwierigkeiten bestü
n
den, die beruflichen und häuslichen Akti
vitäten fortzusetzen, die Beschwerdeführerin jedoch
die sozialen und häus
lichen Aktivitäten dennoch fortsetz
e
. Nichts Gegenteiliges lässt sich
hierzu
im
Übrigen den
d
iagnostischen Leitlinien des ICD-10 entnehmen. Darin wird im Zusammenhang mit der leichten depres
siven Episode ausgeführt, dass „Betref
fen
de Schwierigkeiten hätten, ihre nor
male Berufstätigkeit und ihre sozialen Aktivitäten fortzusetzen, die alltäglichen Aktivitäten jedoch nicht vollständig aufgeben würden“ (vgl.
Weltgesundheitsor
ganisation, Internationale Klassifika
tion psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leit
linien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
9.
Auflage 2014, S.
172 unten)
. Dies lässt sich im Hinblick auf die
(Schweregrad-)Beurteilung
auf das
vorliegende Gutachten
ü
bertragen. Die Gutachter halten diesbezüglich sogar fest, dass die
sozialen Aktivitäten der Beschwerdeführerin kaum betroffen seien
(vgl.
Urk.
6
/59 S. 19 oben)
.
Dass d
ie
Gutachter daher von insgesamt leichteren Symptomen ausgingen, er
scheint im Hinblick auf die Tagesaktivitäten der Beschwerdeführerin nachvoll
ziehbar.
5.
6
Nicht
s
anders
ergibt sich
aus
de
n
übrigen
Vorbringen hinsichtlich
der
Z
uverlässigkeit und Schlüssigkeit des Gutachtens.
Nach dem Gesagten vermag die Beschwerdeführerin nicht darzulegen, weshalb die von den Gutachtern vor
genommene
Schweregradbeurteilung
nach eingehender klinischen Untersuchung
, der Berücksichtigung der geklagten Beschwerden
und Kenntnis der
Vorakten
, der zusätzlich durchgeführten Testdiagnostik und Berücksichtigung der
Alltags
bewältigung
nicht zu einer objektiven Beurteilung geführt haben soll.
Die Be
schwerdeführerin verkennt, dass
es
invalidenversicherungsrechtlich nicht auf die
Diagnose, sondern einzig darauf an
kommt
, welche Auswirkungen eine Erkran
kung auf die Arbeitsfähigkeit hat (BGE 136 V 279 E. 3.2.1).
Massgebend
ist in erster Linie der lege
artis
erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 mit Hinweisen).
Der behandelnde Psychiater
(vorstehend E. 4.
5
und
E. 4.7
)
vermag
demgegenüber
keine
wichtige
n
, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte
zu
benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge
würdigt geblieben sind
(vgl. vorstehend E. 5.4).
Soweit
der behandelnde Psychiater
vorbringt, dass mit den gemäss Gutachten
knapp erfüllten Kriterien für die Zusatzdiagnose des somatischen Syndroms wo
hl die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung gemeint und es
daher
nicht nachvollziehbar sei, warum diese
schliesslich
in den Diagnosen unter
schlagen werde
(vorstehend E. 4.
7
)
, ist
darauf hinzuweisen, dass es sich
dabei um Symptome handelt, die zusätzlich zu einer Depression auftreten kön
nen
und entsprechend in der Kodierung mit der fünften Stelle gekennzeich
net w
e
rd
en
(vgl.
Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
9.
Auflage 2014, S.
170 unten, S. 172 unten)
.
Weshalb vorliegend von keiner
somatoformen
Schmerzstörung, sondern viel
mehr von einer allfälligen Schmerzverarbeitungsstörung auszugehen ist, wird im psychiatrischen Teilgutachten überdies nachvollziehbar ausgeführt (vgl.
Urk.
6/59/19 unten).
Nachdem nicht einmal der behandelnde Psychiater eine Persönlichkeitsstörung attestierte
(vgl. vorstehend E. 4.5)
, die Gutachter diesbezüglich eingehend aus
führten, dass die
dazugehörigen
Eingangskriterien nicht eindeutig erfüllt seien und sich
auch
in der bisherigen Erwerbsbiographie keine entsprechenden Be
einträchtigungen zeigten
, ist
auf die diesbezüglich vorgebrachte
Kritik
(vgl. vorstehend E.
4.
7
)
nicht weiter einzugehen.
Nicht zu hören ist ebenfalls die Kritik hinsichtlich des Verlaufs der psychiatrischen Erkrankung und der dies
be
züglichen Nichtberücksichtigung der
im Jahr 2012
vom
früheren
behandeln
den Psychiater
festge
haltenen Symptomatik
(vgl. vorstehend E.
4.7
)
, da aus diesem Bericht eindeutig hervorgeht, dass weder eine psychiatrische Diagnose noch eine Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen besteht (vgl.
vorstehend E. 3.4
)
.
5.
7
Zu berücksichtigen bleibt
schliesslich
, dass sich
di
e unterschiedliche
B
eur
teilung einer Symptomatik durch Gutachter und behandelnde Ärzte aus deren unter
schiedlicher auftragsrechtlicher Situation
ergibt
. Denn bei behandelnden Ärzten gehört die Beurteilung der Auswirkungen von Krankheitssymptomen auf die Arbeits
fähigkeit zum therapeutischen Auftrag. Sie müssen daher ihre Beur
tei
lung - soweit medizinisch vertretbar - mit der Selbsteinschätzung des Patienten in Einklang bringen
,
(ihn überzeugen) können und gegebenenfalls - aus Rück
sicht auf das für den Therapieerfolg wichtige Vertrauensverhältnis - bei der Be
wertung der krankheitsbedingten Funktionseinschränkungen dessen Einschätz
ung folgen. Demgegenüber hat der von einem Sozial
versicherungsträger oder von einem Gericht beauftragte Gutachter die Krankheits- bzw.
Behinderungs
überzeugung
des Exploranden zwar auch in seine Be
urteilung einzubeziehen, ist aber verpflichtet, die Schwere der (von ihm selbst klinisch festgestellten oder von anderen - insbesondere behandelnden - Ärzten berichteten) Symptomatik aufgrund aller aktenkundigen Informationen über Defizite und Ressourcen des Exploranden zu validieren. Die mitunter schwierige Abgrenzung von
invalidi
tätsfremden
Faktoren sowie die auf die IV-spezifischen Tatfragen zugeschnitte
nen Schlussfolgerungen verschaffen dem polydisziplinären Gutachten daher einen
entscheidenden Vorteil gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte, welche aus therapeutischen Zusammenhängen erstattet wurden (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen).
5.
8
Unbehelflich
ist letztlich die Kritik der Beschwerdeführerin, wonach die im Gut
achten bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von Seite 29 zu Seite 30 ohne jegliche Angaben von Gründen von 30 auf 20
%
reduziert werde (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2.2, so auch der behandelnde Psychiater vgl. vorstehend E. 4.
7
). Bei genauem Betrach
ten
ist ersichtlich
, dass es sich bei der Arbeitsunfäh
igkeitseinschätzung auf Seite
30
um die bescheinigte Arbeitsfähigkeit von somatischer Seite
her
handelt,
wo
gegen diejenige auf Seite 29
der Gesamtarbeitsfähigkeit entspricht.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass es nicht verständlich sei, warum die in den Teilgutachten festgehaltenen Arbeitsunfähigkeiten gesamthaft dann nur eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
ergeben würden und die diesbezüglichen Wechselwirkungen nicht gewürdigt worden seien (
Urk. 1.
S. 4
Ziff.
3),
verkennt sie, dass
sich die einzelnen fachbereichsbezogenen Arbeitsunfähigkeiten
in der Regel
nicht additiv
verhalten
, sondern
sich
teilweise oder sogar ganz
decken (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_425/2013
vom 1
6.
September 2013, E. 4.3.1 mit Hinweis).
Zweck einer interdisziplinären Begutachtung ist es gerade,
alle relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erfassen und die sich daraus je einzeln
erhobenen
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in ein Gesamter
gebnis zu fassen
. Folglich kommt einer solchen
abschliessenden
, gesamthaften Be
urteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit insbesondere dann
grosse
s
Gewicht zu, wenn sie auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der an der Begutachtung mitwirkenden Fachärzte erfolgt
ist
(
vgl.
Urteil 9C_262/2013
vom
5.
Juni 2013 E.
1.2 mit Hinweisen), was auf das vorliegende
K.___
-Gutach
te
n zutrifft.
5.
9
Die Würdigung der medizinischen Akten
in somatischer Hinsicht
ergibt
sodann
, dass
sich der somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im rele
vanten Zeitraum gestützt auf das vorliegende Gutachten
insofern verschlechtert hat, dass sie in ihrer angestammten Tätigkeit als Sekretärin, das
heisst
in einer leichten nicht-schulterbelastenden Tätigkeit, nur noch zu 80
%
arbeitsfähig ist.
Die dagegen vom behandelnden Psychiater
geäusserte
Kritik
(vgl. vorstehend E.
4.7
)
erweist sich als
fachfremd
und vermag nicht zu überzeugen.
Der Vergleich
der im orthopädischen Teilgutachten erhobenen
Beweglichkeitsmess
werte
mit den vom behandelnden Orthopäden gemessenen Werten
ergibt gerade keine massive Abweichung
, wie dies der behandelnde Psychiater aufzuzeigen ver
sucht
. Der
behandelnde Orthopäde
erhob
i
m Bericht der
Klinik A.___
vom 2
5.
Juli 2013 (vorstehend E. 4.2) bei der aktiven Beweglichkeit der rechten Schulter eine Flexion von 90°.
Dagegen wurde im orthopädischen Teilgutachten eine
aktive
Flexion von 100°
erhoben
(vgl.
Urk.
6/59/88)
.
Der
vom behandeln
den Psychiater
angegebene Wert
von 160°
entspricht demjenigen der passiven
und nicht der aktiven Flexion, wodurch sich die von ihm postulierte massive Abweichung erklären lässt.
Wie bereits ausgeführt
,
sind
für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungsfähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend.
So ist e
s Aufgabe des Arztes, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4).
Die Berichte der
Klinik A.___
bieten hierfür keine genügende Grundlage,
lässt sich beispielsweise dem Bericht der
Klinik A.___
vom 2
5.
Juli 2013 (vgl. vorstehend E. 4.2) einzig entnehmen, dass die Beschwerdeführerin schmerz- und funktionsbedingt derart in ihren Alltagsaktivitäten eingeschränkt sei, dass keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, wobei keine Angaben zu
funktionellen Einschränkungen
gemacht wurden. Weiter lassen sich dem Bericht keine Aussagen zu möglichen adaptierten Tätigkeiten entnehmen re
spektive
bleibt
unklar, ob sich die Einschätzung
auch auf eine allfällige nicht-schulterbelastende (Verweis-)Tätigkeit bezog.
Hier
bei zeigt sich
wiederum (vgl. auch vorstehend E.
5.7)
, dass die in ständiger Rechtsprechung anerkannte Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutach
tungsauftrag (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen) von erheblicher Be
deutung ist, haben doch die Berichte der behandelnden Ärzte
rechtsprechungs
gemäss
nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versi
cherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustan
des und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anforderungen an ein Gutachten.
In dieser Hinsicht
hielt der rheumatologische Gutachter
nachvollziehbar
fest
(vgl.
Urk.
6/59/
24
Mitte
)
,
dass e
ine volle Arbeitsunfähigkeit in der
nicht-schul
terbe
l
astenden
Tätigkei
t in einem Sekretariat mit Tele
fonbedienung und PC-Ar
beit mittelfristig kaum zuzuerkennen
sei
. Die Diskrepanz zur vollen
Arbeitsun
fähigkeitsattestierung
durch die K
l
inik
A.___
sei
damit zu erklären, dass di
e damalige Attestierung aus the
rapeutisch-rehabilitativer Sicht und zu einem anderen Zeitpunkt im natürlicherweise zu erwartenden Verlauf dieser Erkrankung erfolgt
sei
und dass funktionelle und versicherungsmedizinis
c
he Zumutbarkeitsaspekte damals
wohl
noch keine Rolle gespielt
hätten
.
Gegen die Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit spricht schliesslich auch, dass
im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung
vom 1
4.
Januar 2014
(vgl. vorstehend E. 4.4),
bei beinahe identi
schen Messwerten der Schulterbeweglichkeit
im Vergleich zum Bericht der
Klinik A.___
(vgl. vorstehend E. 4.2), trotz Belastungseinschränkung des
ado
minanten
rechten Armes eine leidensangepasste leichte Tätigkeit
als
vollzeitig zumutbar erachtet wurde.
5.10
Da den
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung re
chtmässig eingeholten Gutachten Beweiskraft zuzuerkennen
ist
, solange nicht
konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E.
3b/
bb
), steht
nach dem Gesagten
einem Abstellen auf das
vorliegend
von der Beschwerdegegnerin eingeholte polydisziplinäre Gutachten nichts entgegen.
Die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist aufgrund der gestellten Diagnosen nach
vollziehbar, so dass darauf abgestellt werden kan
n.
Daran vermögen auch die Ergebnisse der beruflichen Abklärung der
Klinik D.___
(vgl. vorstehend E. 4.3),
welche
-
wie im Gutachten richtigerweise festgehalten wurde - nicht auf einer ärztlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beruhen,
nichts zu ändern (vgl. dazu
vorstehend E. 4.6).
6.
6.1
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1).
Infolge Neuanmeldung im Juni 2013 ist vor
liegend in Anwendung von
Art.
29
Abs.
1 IVG ein Leistungsanspruch somit frühestens ab Dezember 2013 möglich.
Da die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erst ab
Untersuchungs
zeitpunkt
im Juni 2014 gilt, stellt sich vorliegend die Frage, wie der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin davor zu beurteilen ist.
Die Gutachter führte
n
dazu aus, dass der medizinische Verlauf komplex sei, was sich daran zeige, dass die Beschwerdeführerin eine Zweit- und Drittmeinung
zu
ihrer Schulter einholen
liess
(vgl. vorstehend E. 4.6).
Zum Verlauf hielten die Gutach
ter unter anderem fest,
das sich die Situation im Dezember 2011 durch die Ausbildung einer sekundären
F
rozen
s
houlder
verschlechtert habe, was eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
nach sich gezogen habe. N
ach der vierten Operation am
2.
Oktober 2012
sei
für eine Dauer von zwei bis drei Monaten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Üblicherweise könne dann meist eine schrittweise Erhöhung des Arbeitspensums erfolgen. Im vorlie
genden Fall werde in den Folgemonaten jedoch über unveränderte
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen berichtet. Ab dem Zeitpunkt der ersten
kreis
ärztlichen
Untersuchung vom
3.
Juni 2013 (vgl.
Urk.
6/26/22-26) könne jedoch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist vorliegend davon auszugehen, dass d
ie im Juni 2014 attestierte Arbeitsfähigkeit
bereits im Dezember 2013 bestanden hatte. Dafür spricht auch, dass
den Gutachtern die
im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
4.
Januar 2014
(vgl. vorstehend E. 4.4)
angenommene volle Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem Sekretariat etwas abstrakt hoch gegriffen
erschien
und
die Schwierigkeiten des Schmerz-
Copings
und die möglichen leistungsmindernden Nebenwirkungen einer adäquaten Anal
gesie
respektive sonstigen Medikation und eine schmerzbedingte
Leistungsge
schwindigkeitsminderung
nach nun langjährigem Verlauf wahrscheinlich nicht genügend
berücksichtigt
worden sei
en
(vgl.
Urk.
6/59/24 Mitte
)
.
6.2
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der rentenablehnenden Verfügung vom
2.
Mai
201
2 (
Urk.
6/21) zwar verändert (vgl. vorstehend E.
5.2)
,
jedoch nicht in
einer
an
spruchsbegründenden
Weise verschlechtert ha
t
.
A
uch in erwerblicher Hinsicht
ist
keine wesentliche Änderung eingetreten, welche den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen vermag.
Vor diesem Hintergrund kann die vorliegend unbestritten
gebliebene
, hinsicht
lich der geltenden Rechtsprechung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E. 4.2)
wohl aber zu bejahende
Nichtberücksichtigung der
aufgrund einer leichten depressiven Episode
gutachterlich attestierten psy
chiatrischen Arbeitsunfähigkeit durch die Beschwerdegegnerin offen bleiben, da auch unter Berücksichtigung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit - gegenüber der von der Beschwerdegegnerin aufgrund der somatischen Beschwerde
n
berück
sichtigten 20%igen Arbeitsunfähigkeit - kein rentenbegründender
Invaliditäts
grad
resultieren würde.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzuführen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung ver
zichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und insbesondere die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin sind aufgrund der medizinisch
en Akten hinreichend abgeklärt.
Der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkun
gen
vorgenommene Einkommensvergleich
ist
nach Lage der Akten
nicht zu be
an
standen und wird durch die Beschwerdeführerin
auch nicht
gerügt
. Unbestritt
e
n blieb auch die Qualifikation der Beschwerdeführerin mit einem Anteil im Erwerbsbereich von 80
%
und im Haushaltsbereich von 20
%
(vgl. Urk.
2 S. 3)
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich
damit
als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, unter Beilage des Doppels von
Urk.
5
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannP. Sager