# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d04cd9b-7fa0-5947-adea-78624d5e42da
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2010 C-793/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-793-2010_2010-09-01.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-793/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  0 1 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richterin Madeleine Hirsig, Richter Vito Valenti, 
Gerichtsschreiberin Sabine Uhlmann.

X._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Rentengesuch, Verfügung vom 8. Januar 2010.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-793/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  IVSTA  nach 
Durchführung  des  Vorbescheidverfahrens  das  am  1. Mai  2009 
eingegangene  Gesuch  von  X._______  (Beschwerdeführerin)  um 
Leistungen der  schweizerischen Invalidenversicherung mit  Verfügung 
vom 8. Januar 2010 abgewiesen hat (act. 52),

dass die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 
8. Februar  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein-
gereicht und beantragt hat, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durch-
zuführen  und  ihr  sei  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren,  
dass sie zudem die Beibringung ärztlicher Unterlagen in Aussicht ge-
stellt hat (BVGer act. 1),

dass  sie  mit  Eingabe  vom 8. März  2010  verschiedene  medizinische 
Unterlagen eingereicht hat (BVGer act. 4),

dass Dr. med. H._______,  IV-Stellenarzt,  insbesondere zum Befund-
bericht  von Dr. L._______  vom 22. Februar  2010 und zu zwei  MRI-
Aufnahmen zur Stellungnahme aufgefordert, in seiner Beurteilung vom 
24. Juni 2010 festgehalten hat, angesichts der Tatsache, dass sich Dr. 
L._______  nicht  zur  Leistungsfähigkeit  geäussert  habe,  dass  die 
aktenkundigen Dokumente (hausärztlichen Zeugnisse und Fragebogen 
für  den  Arbeitgeber)  neun  Monate  oder  älter  seien,  und  die 
Beschwerdeführerin an einer progredienten Krankheit leide, sei es an-
gebracht, vor einem definitiven Entscheid die aktuelle Arbeitsfähigkeit  
sowie die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl bei ihrem 
Arbeitgeber als auch bei den behandelnden Ärzten abzuklären,

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2010 mit Verweis 
auf  die  Stellungnahme  ihres  ärztlichen  Dienstes  beantragt  hat,  die 
Beschwerde  sei  gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfügung  sei 
aufzuheben und die Sache sei im Sinne der erwähnten Stellungnahme 
an die Verwaltung zurückzuweisen (BVGer act. 16),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  Art.  31  des  Bundes-
gesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) in Verbindung mit  Art. 
69  Abs.  1  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom 19. Juni  1959  über  die 
Invalidenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  Beschwerden gegen 

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C-793/2010

Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  beurteilt, 
sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die  IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33  Bst. d  VGG ist  und 
vorliegend keine Ausnahme von der  Zuständigkeit  auszumachen ist, 
und  das  Bundesverwaltungsgericht  somit  zur  Behandlung  der  Be-
schwerde zuständig ist,

dass die  Beschwerdeführerin  im Sinn von Art. 48 Abs. 1 VwVG und 
Art.  59  des  Bundesgesetzes  vom  6. Oktober  2000  über  den 
Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR  830.1) 
beschwerdelegitimiert  ist, und dass die Beschwerde im Übrigen frist- 
und  formgerecht  eingereicht  worden  ist  (vgl.  Track  &  Trace  BVGer 
act. 1,  Art.  50  Abs.  1  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG,  vgl.  auch  Art.  60 
ATSG), weshalb darauf einzutreten ist,

dass Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt, 

dass  die  angefochtene  Verfügung  vom 8. Januar  2010  gemäss  Ver-
nehmlassung der Vorinstanz vom 7. Juli 2010 auf einer unvollständigen 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts beruht,

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der vorliegenden Akten 
zum Schluss kommt, zur Beurteilung des Rentenanspruchs seien zu-
sätzliche Abklärungen erforderlich, und es sich nicht veranlasst sieht,  
vom dahingehenden Antrag der Vorinstanz abzuweichen,

dass die  Beschwerde demnach gutzuheissen,  die angefochtene Ver-
fügung aufzuheben und die Sache gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG an 
die Vorinstanz zurückzuweisen ist,  verbunden mit  der Anweisung die 
aktuelle Arbeitsfähigkeit sowie die Leistungsfähigkeit der Beschwerde-
führerin  bei  ihrem Arbeitgeber  und  den  behandelnden  Ärzten  abzu-
klären und anschliessend in der Sache neu zu verfügen,

dass  bei  diesem  Verfahrensausgang  der  obsiegenden  Beschwerde-
führerin  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG e contrario), 

dass  der  obsiegenden Beschwerdeführerin,  die  sich  nicht  anwaltlich 
vertreten liess und der auch sonst keine notwendigen und verhältnis-

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mässig  hohen  Kosten  entstanden  sind,  keine  Parteientschädigung 
zugesprochen  wird  (Art.  64  VwVG e  contrario,  vgl.  auch  Art.  7  des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]),

dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege somit gegenstands-
los geworden ist. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die angefochtene Verfügung 
vom 8. Januar 2010 wird aufgehoben. 

2.
Die Sache wird zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Partei-
entschädigung ausgerichtet.

4.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ist 
gegenstandslos geworden. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Sabine Uhlmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) erfüllt 
sind. Die Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache abzufassen und hat 
die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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