# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9774c85-aba1-5b83-8b58-502bd24ae4d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2009 C-5563/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5563-2008_2009-09-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5563/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9  

Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richter Antonio Imoberdorf,
Richter Bernard Vaudan,
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5563/2008

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Kosovo stammende Q._______, geboren 1990 (im Fol-
genden: Gesuchsteller), beantragte am 2. Juli 2008 bei der Schweize-
rischen Vertretung in  Pristina  ein  Visum für  einen einmonatigen Be-
suchsaufenthalt bei seinem Cousin (recte: Onkel) A._______ (im Fol-
genden: Gastgeber  bzw. Beschwerdeführer)  in  W._______ (AG). Die 
Schweizer Vertretung weigerte sich, ein Visum in eigener Kompetenz 
zu erteilen, und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an 
die Vorinstanz weiter.

B.
Zum Antrag  begrüsst,  holte  das  Migrationsamt  des  Kantons  Aargau 
beim Gastgeber ergänzende Auskünfte ein und leitete sie an die Vorin-
stanz  weiter. Letztere  lehnte  es  in  einer  Verfügung  vom 12.  August 
2008 ab, das beantragte Besuchsvisum zu erteilen. Dies im Wesentli-
chen mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wieder-
ausreise nach einem Besuchsaufenthalt könne nicht als gesichert be-
trachtet werden. Der Gesuchsteller lebe in einer Region, aus der als 
Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Ver-
hältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. 
Bei ihm selbst seien weder berufliche noch gesellschaftliche Verpflich-
tungen, aber auch keine familiären Verantwortlichkeiten erkennbar, die 
trotz  dieser  Verhältnisse besondere Gewähr  für  eine  Wiederausreise 
bieten könnten.

C.
Mit  Beschwerde  vom 28. August  2008  beantragt  der  Gastgeber  die 
Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des Be-
suchsvisums. Zur Begründung bringt er sinngemäss vor, die Vorinstanz 
gehe zu Unrecht davon aus, dass die Wiederausreise des Gesuchstel-
lers nach einem Besuchsaufenthalt nicht gesichert wäre. Dieser gehe 
zur Schule und sei stark mit seinem Heimatland verbunden, sodass er 
keinerlei  Interesse habe, in ein anderes Land zu emigrieren. Er (der 
Beschwerdeführer) habe seinen Neffen vor allem deshalb eingeladen, 
weil dessen Vater (sein Bruder) gestorben sei. Er übernehme die volle 
Verantwortung  für  den  Besuch  und  garantiere  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise des Gesuchstellers. In formeller Hinsicht rügt der Be-
schwerdeführer, die angefochtene Verfügung genüge den Anforderun-
gen an eine Begründung nicht.

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D.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 18. November 2008 
an der angefochtenen Verfügung fest und schliesst auf Abweisung der 
Beschwerde. 

E.
Der Beschwerdeführer machte von dem ihm eingeräumten Recht auf 
Replik keinen Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a. Verfügungen des BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines  Vi-
sums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Materie urteilt das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 

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gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Der  Beschwerdeführer  rügt  in  formeller  Hinsicht  eine  Verletzung 
der Begründungspflicht. Die Vorinstanz habe ihren Entscheid ungenü-
gend bzw. zu wenig "handfest" begründet.

3.2 Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG sind schriftliche Verfügungen zu be-
gründen.  Die  Begründungspflicht  soll  unter  anderem  sicherstellen, 
dass der Entscheid von der betroffenen Partei sachgerecht angefoch-
ten und von der Rechtsmittelinstanz umfassend beurteilt werden kann. 
Die verfügende Behörde muss daher kurz die Überlegungen nennen, 
von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt 
(vgl.  PIERRE TSCHANNEN / ULRICH ZIMMERLI /  MARKUS MÜLLER, Allgemeines 
Verwaltungsrecht,  3.  Aufl.,  Bern  2009,  §  29  Rz.  13;  ALFRED KÖLZ / 
ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 
Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 128).

3.3 Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz 
in  der  angefochtenen  Verfügung  die  Gründe  für  einen  ablehnenden 
Entscheid in rechtsgenüglicher Weise angeführt. So hat sie einerseits 
auf die im Kosovo herrschenden prekären ökonomischen Verhältnisse 
und den dadurch bewirkten Migrationsdruck hingewiesen, andererseits 
aber auch die individuellen Verhältnisse des Gesuchstellers als Grund 
für eine Visumsverweigerung angeführt. Die betreffenden Erwägungen 
lassen erkennen, welche Massstäbe die Vorinstanz im Zusammenhang 
mit der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise setzt und erlaub-
ten  dem Beschwerdeführer,  sachgerecht  Einwände  zu  erheben.  Die 
Rüge,  die  Vorinstanz  habe  die  Begründungspflicht  verletzt,  erweist 
sich somit als haltlos.

4.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-

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schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

5.
5.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20],  Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung 
[VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung 
[EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, 
SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

5.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu anstelle vieler Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und 
E. 5.3  sowie  C-3013/2008  vom 14. Februar  2009 E. 5.2  und E. 5.3). 
Hinsichtlich der in Frage kommenden Belege zur  Glaubhaftmachung 
des Aufenthaltszwecks verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. 
Art. 5 Abs. 3 SGK sowie Art. 2 Abs. 2 und Art. 7–11 VEV regeln aus-
führlich das Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

6.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt der Ge-
suchsteller der Visumspflicht. 

7.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 

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Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der  Umset-
zung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, 
SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden nach neuem Recht fortgeführt 
(Art. 57 VEV).

8.
8.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, son-
dern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, 
Einreisegesuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Re-
gionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen 
Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die 
persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel 
und Zweck einer befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

8.2 Der Gesuchsteller lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-
meinschaften  in  Gang  gekommen.  Aus  wirtschaftlicher  Sicht  ist  es 
aber trotz grosser internationaler Unterstützung bisher nicht gelungen, 
eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht wirtschaft-
liche  Stagnation  und  die  Arbeitslosigkeit  bleibt  hartnäckig  hoch.  So 
sind  mehr  als  die  Hälfte  der  Erwerbsfähigen  ohne  oder  zumindest 
ohne regelmässiges Einkommen. Der Armutsanteil der Bevölkerung im 
Kosovo lag im Jahr 2008 bei 45%; 15% der Staatsbürger leben sogar 
in extremer Armut (vgl. <http://      www.worldbank.org      >, Countries > Euro-
pe and Central Asia > Kosovo > Overview > Country Brief 2009 [upda-
ted April 2009], besucht im September 2009). Der Zuwanderungsdruck 
aus dieser  Region ist  dementsprechend hoch,  was sich auch in  der 
schweizerischen  Asylstatistik  widerspiegelt.  So  stammten  im  Jahr 
2008 7.8% der Asylsuchenden aus dem Gebiet von Serbien und Koso-
vo. Diese Region stand damit  in  der  Statistik  der Asylgesuche nach 
Nationen an vierter Stelle (vgl. kommentierte BFM-Asylstatistik 2008, 
S. 9). Seit dem 1. April 2009 gelten Serbien und Kosovo zwar als ver-
folgungssichere Staaten (so genannte Safe Countries),  dies gestützt 
auf einen Beschluss des Bundesrats vom 6. März 2009. Es wird sich 

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http://www.worldbank.org/
http://www.worldbank.org/

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aber zeigen müssen, ob und falls ja welchen Einfluss dies auf künftige 
Asylbewerberzahlen haben wird. Immerhin stellten im 2. Quartal 2009 
noch 142 Personen aus dem Kosovo hier ein Asylgesuch. Kosovo liegt 
damit  in  der  Quartalsstatistik  der  Asylgesuche  nach  Nationen  an 
sechster  Stelle  (vgl.  kommentierte  Asylstatistik  des  BFM  2.  Quartal 
2009, S. 2).

8.3 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller 
oder einer Gesuchstellerin im Heimatland beispielsweise eine beson-
dere  berufliche,  gesellschaftliche oder  familiäre  Verantwortung,  kann 
dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wieder-
ausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern, die in ih-
rer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein 
fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässes Verhalten (nach bewillig-
ter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 

9.
9.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen bald 19-jährigen, un-
verheirateten und kinderlosen Mann. Gemäss einer im Gesuchsverfah-
ren  eingereichten  UNMIK-Bestätigung  lebt  er  zusammen  mit  seiner 
Mutter und seinem Grossvater in häuslicher Gemeinschaft. Sein Vater 
ist  gemäss den Angaben des Beschwerdeführers bereits verstorben. 
Damit hat der Gesuchsteller zwar familiäre Bindungen vor Ort. Eigentli-
che familiäre oder persönliche Verpflichtungen, welche die Prognose 
einer  fristgerechten  Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt 
begünstigen könnten, sind daraus aber nicht abzuleiten und ergeben 
sich auch sonst nicht aus den Akten.

9.2 Der Gesuchsteller geht noch keiner Erwerbstätigkeit nach. Im Zeit-
punkt des Visumsantrags besuchte er eine technische Mittelschule in 
Prizren (dies gemäss einer im Gesuchsverfahren edierten Schulbestä-
tigung, datiert vom 2. Juni 2008). Die betreffende Schule attestierte al-
lerdings  lediglich  eine  Immatrikulation  des  Gesuchstellers  für  das 
Schuljahr 2007/2008. Wie es sich seither verhält, hat der Beschwerde-
führer  trotz  eines  entsprechenden  Hinweises  der  Vorinstanz  in  ihrer 
Vernehmlassung nicht offengelegt. Darüber hinaus ist  auch nicht be-
kannt, in welchen wirtschaftlichen Verhältnissen der Gesuchsteller und 
seine nächsten Angehörigen leben. Demnach sind bei ihm in berufli-

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cher bzw. wirtschaftlicher Hinsicht ebenfalls keine Umstände erkenn-
bar, die von einer Emigration abhalten könnten.

9.3 Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz daher davon ausge-
hen,  dass keine hinreichende Gewähr für  eine fristgerechte und an-
standslose Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchs-
aufenthalt  besteht.  An  dieser  Beurteilung  vermögen  die  vom  Be-
schwerdeführer im Rechtsmittelverfahren erneuerten persönlichen Zu-
sicherungen  nichts  zu  ändern. Diese  sind  rechtlich  nicht  verbindlich 
und wären faktisch auch nicht durchsetzbar. Als Gastgeber kann der 
Beschwerdeführer zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammen-
hang mit  dem Besuchsaufenthalt,  aus nahe liegenden Gründen aber 
nicht für ein bestimmtes Verhalten seines Gastes garantieren (anstelle 
vieler  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-204/2008  vom 
5. März  2009  E.  8.4).  Ebenfalls  nichts  zu  ändern  an  der  Risikoein-
schätzung vermag die Bereitschaft des Beschwerdeführers, eine Kau-
tion zu hinterlegen. Eine solche Sicherheitsleistung (über die Garantie 
für ungedeckte Kosten hinaus) war im erstinstanzlichen Verfahren kein 
Thema. Kommt hinzu, dass auch diese Sicherheit einseitig den Gast-
geber  verpflichten  würde  und  sie  sich  nach  dem  bereits  Gesagten 
kaum als taugliches Mittel erweisen könnte, wenn es darum geht, das 
Verhalten des Gastes selbst zu beeinflussen. 

10.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 9

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. ZEMIS 15273802.5 retour)
- das Migrationsamt des Kantons Aargau.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand:

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