# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbac3615-a947-520d-a826-952bb5a64157
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2017 E-3874/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3874-2015_2017-10-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3874/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richterin Andrea Berger-Fehr;    

Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Ruedy Bollack,  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flüchtlingseigenschaft und Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 5. Juni 2015 / N (...). 

 

 

 

E-3874/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu-

folge im [Kindesalter] und verbrachte die darauffolgenden (…) Jahre im 

Iran. Mittels eines gefälschten iranischen Passes gelang ihm die Weiter-

reise auf dem Landweg über die Türkei, Griechenland und weitere ihm un-

bekannte Länder, bis er am 6. November 2012 die Schweiz erreichte. Am 

7. November 2012 – damals seinen Angaben gemäss [noch minderjährig]-

jährig – stellte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen 

sein Asylgesuch. Anlässlich der Kurzbefragung zur Person vom 28. No-

vember 2012 sowie der Anhörung zu seinen Asylgründen nach Art. 29 Abs. 

1 AsylG (SR 142.31) vom 12. Juni 2014 brachte der Beschwerdeführer zur 

Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen Folgendes vor: 

Er stamme aus B._______, einem kleinen Dorf in Afghanistan in der Nähe 

der Stadt C._______, wo er zuletzt mit seiner Mutter, seiner Schwester so-

wie seinen Grosseltern gelebt habe. Er habe eine Zeit lang an zwei Wo-

chentagen eine Koranschule, jedoch nie eine richtige Schule besuchen 

können. Mit acht Jahren habe er in einem Teehaus als  (…)gehilfe zu ar-

beiten begonnen. Er sei dabei nicht entlöhnt worden, sondern habe bloss 

gelegentlich Brotresten für sich und seine Familie erhalten. Während sei-

ner Beschäftigung im Teehaus sei er zweimal Opfer sexueller Gewalt durch 

seinen Arbeitgeber geworden. Der Beschwerdeführer habe sich nach der 

zweiten Vergewaltigung geweigert, wieder zur Arbeit zu gehen und seiner 

Mutter über die beiden Vorfälle berichtet. Sie habe sich daraufhin beim Ar-

beitgeber über diese Gewaltakte beklagt und deren Unterlassung gefor-

dert, was den Arbeitgeber indes unbeeindruckt gelassen habe. Dieser 

habe ihr vielmehr angedroht, den Beschwerdeführer des Diebstahls zu be-

zichtigen, falls sie seine Taten an andere Dorfbewohner weitererzählen 

sollte. 

Aufgrund dieser Notsituation sei der Mutter nichts anderes übrig geblieben, 

als die Ausreise des (…) Beschwerdeführers zu organisieren. Weiter hät-

ten wirtschaftliche Faktoren wie die prekären Lebensbedingungen, die feh-

lende Schulbildung und der harte Arbeitsalltag den Entschluss seiner Aus-

reise begünstigt. Der Beschwerdeführer sei sodann einer fremden Familie 

anvertraut worden, um ihm die Ausreise mit dieser Familie in den Iran zu 

ermöglichen. Im Iran habe er zunächst zur Begleichung der Reisekosten 

während zweier Jahre als Hausangestellter dieser Familie gearbeitet. An-

schliessend habe er während etwa vier Jahren verschiedene Arbeiten als 

E-3874/2015 

Seite 3 

Tagelöhner verrichtet, bis er sich mit dem verdienten Geld seine Weiter-

reise in den Westen habe finanzieren können. Im Iran sei er wegen seines 

illegalen Status und seiner afghanischen Herkunft von seinen Arbeitgebern 

diskriminiert und von den Behörden wiederholt willkürlich verhaftet worden.  

B.  

Mit Verfügung vom 5. Juni 2015 – am 9. Juni 2015 eröffnet − stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

an. Demgegenüber wurde wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zuges die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers verfügt. 

Zur Begründung des ablehnenden Entscheids hielt das SEM fest, der Be-

schwerdeführer habe einige Vorbringen an der Kurzbefragung unerwähnt 

gelassen und erst an der Anhörung geltend gemacht, weshalb sie nachge-

schoben seien. Namentlich habe er an der Kurzbefragung vorgebracht, Af-

ghanistan wegen der dortigen Probleme verlassen zu haben und um seine 

Mutter und Schwester zu unterstützen. Weiter habe er angegeben, im Iran 

nie inhaftiert worden zu sein. An der Anhörung habe er dagegen plötzlich 

vom sexuellen Missbrauch durch den damaligen Besitzer des Teehauses 

und von der Haft im Iran erzählt. Diese Tatsachen seien ohne zwingenden 

Grund erst im späteren Verlauf des Verfahrens vorgebracht worden und in 

grossen Teilen nicht nachvollziehbar, weshalb es sich hier um konstruierte 

Sachverhalte handeln müsse. Die Darstellungen zu den sexuellen Über-

griffen seien zudem sehr vage ausgefallen. Die Vorbringen würden den an 

die Glaubhaftigkeit gestellten Anforderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht ge-

nügen. Ferner seien die Vorbringen, die seine Situation im Iran betreffen, 

nicht asylbeachtlich, da sie sich auf einen Drittstaat bezögen. 

C.  

Mit Beschwerdeeingabe vom 18. Juni 2015 focht die damalige Rechtsver-

treterin des Beschwerdeführers – lic. iur. Patricia Müller, Rechtsberatungs-

stelle für Asylsuchende (…) – den Entscheid des SEM an und beantragte, 

die Verfügung des SEM sei in den Dispositivpunkten 1 bis 3 aufzuheben, 

es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewäh-

ren; eventualiter sei die Sache zwecks weiterer Abklärungen und zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht 

wurde um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um die Beiordnung eines 

unentgeltlichen Rechtsbeistandes ersucht. 

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Seite 4 

In der Beschwerdebegründung wurde ausgeführt, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers würden entgegen der Auffassung der Vorinstanz die An-

forderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG erfüllen. Der Be-

schwerdeführer habe heute noch grosse Mühe, über die in seiner Heimat 

erlebten sexuellen Übergriffe zu sprechen. Er schaue dabei ständig auf den 

Boden, werde rot und beginne zu zittern. Er klage über Schlaflosigkeit und 

Traurigkeit und sage, sein Peiniger habe sein Leben zerstört, er habe den 

Beschwerdeführer von seiner Mutter und seiner Schwester getrennt. Ent-

gegen der Betrachtungsweise der Vorinstanz sei die Schilderung des se-

xuellen Übergriffs durch den Beschwerdeführer substantiiert gewesen. Die 

psychisch labile Verfassung des Beschwerdeführers und das noch nicht 

vorhandene Vertrauensverhältnis habe seine Rechtsvertreterin davon ab-

gehalten, sich den Vorfall nochmals zu schildern lassen. Der Beschwerde-

führer müsse dringend psychologisch behandelt werden. 

Der Beschwerdeführer sei in Afghanistan Opfer sexueller Gewalt gewor-

den. Der sexuelle Missbrauch von Kindern sei in Afghanistan weit verbrei-

tet. Die Polizei sei oft selbst Täter. Eine strafrechtliche Verfolgung finde 

nicht statt. Mit Verweis auf einen Internet-Link (www.humanium.org/de/) 

brachte die Rechtsvertreterin vor, es würden ungefähr 1500 Fälle von Op-

fern sexueller Gewalt jährlich registriert, jedoch sprächen viele von ihnen 

nie über diese Gewaltakte. In den meisten Fällen würden die Täter nicht 

strafrechtlich verfolgt. Die Schilderung des Beschwerdeführers, dass die 

Mutter ihn ausser Landes habe bringen müssen, um ihn vor weiteren Über-

griffen zu schützen, werde gestützt in internationalen Länderberichten, die 

über Kindsmissbrauch berichteten. Der Beschwerdeführer habe schwere 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erlitten. Der staatliche Schutzwille und 

die staatliche Schutzfähigkeit seien nicht gegeben, weshalb der Beschwer-

deführer die Flüchtlingseigenschaft erfülle. Die Tatsache, dass zwischen 

den erlittenen Vergewaltigungen und der Entscheidfällung durch das SEM 

elf Jahre liegen, ändere nichts an der anhaltenden Bedrohungslage in Af-

ghanistan. Der Beschwerdeführer fürchte sich davor, von seinem Peiniger 

umgebracht zu werden, weil dieser dadurch einer Rache durch den Be-

schwerdeführer zuvorkommen wolle. 

D.  

Mit Verfügung vom 23. Juni 2015 bestätigte die Instruktionsrichterin den 

Eingang der Beschwerde und hielt fest, über die Verfahrensanträge werde 

zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. 

http://www.humanium.org/de/

E-3874/2015 

Seite 5 

E.  

Mit Instruktionsverfügung vom 8. September 2015 teilte das Gericht dem 

Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, wobei er ohnehin über eine Berechtigung zum Aufent-

halt verfüge. Weiter hiess es das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. Der damaligen Rechtsvertreterin wurde Gelegenheit einge-

räumt, sich zu den Bedingungen für die Einsetzung als unentgeltliche 

Rechtsbeiständin zu äussern; ferner wurde darauf hingewiesen, dass sie 

unaufgefordert eine Kostennote einzureichen habe, da das Gericht im Zeit-

punkt des Entscheids keine solche einholen werde. 

F.  

Mit Eingabe vom 30. September 2015 (Datum Poststempel) erklärte die 

damalige Rechtsvertreterin sich mit den vom Gericht genannten Bedingun-

gen für die Einsetzung als unentgeltliche Rechtsbeiständin einverstanden. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung vom 2. Oktober 2015 wurde das Gesuch um amt-

liche Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Die damalige Rechtsvertreterin 

wurde dem Beschwerdeführer als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet. 

Des Weiteren wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen. 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 8. Oktober 2015 hielt die Vorinstanz fest, dass 

die Beschwerde keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel 

enthalte, die eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen würden. Das 

Argument, der Beschwerdeführer habe aus Scham die sexuellen Übergriffe 

in Afghanistan nicht bereits zu Beginn des Verfahrens erwähnt, überzeuge 

nicht. Die Schilderungen des Beschwerdeführers würden keine Realitäts-

kennzeichen, wie Detailreichtum, freie assoziative Erzählungen, Interakti-

onsschilderungen sowie inhaltliche Besonderheiten aufweisen. Zusammen 

mit der Tatsache, dass sie erst im späteren Verlauf vorgebracht worden 

seien, lasse dies darauf schliessen, dass es sich dabei um einen erfunde-

nen Sachverhalt handle. Das in der Beschwerde vorgebrachte „Erröten“ 

des Beschwerdeführers bei der Schilderung dieser Vorfälle sei kein Indiz 

für deren Glaubhaftigkeit. Ebenso könnte ein Erröten auf ein bewusstes 

Lügen hindeuten; Umkehrschlüsse daraus zu ziehen, wäre aber ebenso 

falsch.  

E-3874/2015 

Seite 6 

Des Weiteren werde in der Beschwerde nicht begründet, wie es dem Be-

schwerdeführer gelungen sei, das nötige Vertrauen in die an der Bundes-

anhörung Anwesenden aufzubringen, jedoch nicht in jene an der BzP, zu-

mal an der Bundesanhörung insgesamt mehr Leute und ausserdem 

Frauen anwesend gewesen seien. 

I.  

Mit Instruktionsverfügung vom 12. Oktober 2015 bot das Gericht dem Be-

schwerdeführer Gelegenheit, eine Replik zur Vernehmlassung einzu-

reichen. 

J.  

Mit Replik vom 27. Oktober 2015 wurde insbesondere darauf hingewiesen, 

dass es Missbrauchsopfern bekanntermassen schwerfalle, über das Vor-

gefallene zu sprechen. Es sei umstritten, wie weit eine Befragung gehen 

dürfe, welche Details das Opfer einer Vergewaltigung preisgeben müsse, 

um glaubwürdig zu sein. In casu sei der Beschwerdeführer im Zeitpunkt 

der Übergriffe noch ein Kind gewesen und die Übergriffe würden schon 

Jahre zurückliegen. Seine Darstellungen würden durchaus Realkennzei-

chen beinhalten. Es sei bedeutend wahrscheinlicher, dass seine Aussagen 

wahr seien, als dass es sich um Erfundenes handle.  

K.  

Mit Eingabe vom 11. Juli 2016 teilte die damalige amtliche Rechtsbeistän-

din dem Gericht die Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses mit dem Hilfs-

werk der Evangelischen Kirche Schweiz (HEKS) beziehungsweise mit der 

Rechtsberatungsstelle der HEKS mit und ersuchte um Entlassung als amt-

liche Rechtsbeiständin im vorliegenden Verfahren und um Einsetzung des 

rubrizierten Rechtsvertreters, ebenfalls Mitarbeiter der HEKS beziehungs-

weise der entsprechenden Rechtsberatungsstelle, als amtlichen Rechts-

beistand. 

L.  

Mit Instruktionsverfügung vom 13. Juli 2016 wurde die damalige Rechts-

vertreterin aus ihren Verpflichtungen als amtliche Rechtsbeiständin entlas-

sen. Der rubrizierte Rechtsvertreter wurde aufgefordert, eine an ihn erteilte 

Vollmacht seitens des Beschwerdeführers nachzureichen. 

M.  

Mit Eingabe vom 25. Juli 2016 reichte der neue Rechtsvertreter eine auf 

ihn lautende Vollmacht des Beschwerdeführers nach. 

E-3874/2015 

Seite 7 

N.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. August 2016 wurde dem Beschwerdeführer 

der rubrizierte Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

E-3874/2015 

Seite 8 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). Die erlittene Verfolgung oder die 

begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und 

zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und 

grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. 

3.2 Aus dem Wortlaut von Art. 3 AsylG könnte man irrtümlicherweise ablei-

ten, Flüchtling sei nicht nur, wer in seinem Heimatstaat verfolgt ist, sondern 

auch, wer an seinem ausländischen Wohnsitz Verfolgung erleidet. Legt 

man Art. 3 AsylG indes im Lichte von Art. 1 Bst. A Abs. 1 Ziff. 2 und Abs. 2 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) aus, wird klar, dass eine Person, die über eine Staats-

angehörigkeit verfügt – das heisst nicht staatenlos ist – nur als Flüchtling 

anerkannt wird, wenn sie im Heimatstaat, das heisst im Staat, dessen Na-

tionalität sie besitzt, verfolgt ist. Solange sich ihre Furcht vor Verfolgung 

nicht auf das Land bezieht, dessen Staatsbürger sie ist, kann sie den 

Schutz dieses Landes in Anspruch nehmen und sich auch dorthin bege-

ben. Sie bedarf dann keines internationalen Schutzes und ist daher auch 

kein Flüchtling. Wegen Verfolgung am ausländischen Wohnsitz als Flücht-

ling anerkannt werden kann somit nur, wer staatenlos ist respektive im Hei-

matstaat wegen Furcht vor Verfolgung im flüchtlingsrechtlichen Sinn keine 

Zuflucht finden kann. Mit anderen Worten ist die Flüchtlingseigenschaft ei-

ner Person mit Bezug zu jenem Staat zu prüfen, deren Staatsangehörigkeit 

sie besitzt, und nicht mit Bezug zum Land, in dem sie ihren ausländischen 

Wohnsitz hat (vgl. WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, 1990, S. 

34 ff.; UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung 

der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1993, Ziff. 87 ff.).   

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG).  

Glaubhaft sind die Vorbringen einer asylsuchenden Person grundsätzlich 

dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 

sind, sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punk-

ten nicht widersprüchlich sind oder der inneren Logik entbehren und auch 

nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Dar-

über hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig er-

scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin-

gen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

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Seite 9 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz 

zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-

stellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die 

Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der asylsuchen-

den Person sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objekti-

vierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142, BVGE 

2010/57 E. 2.3 S. 826 f).  

4.  

4.1 Vorab ist hinsichtlich der Ereignisse im Iran in Übereinstimmung mit 

dem SEM festzuhalten, dass sich diese nicht auf den Heimatstaat bezie-

hen und deshalb nicht relevant für die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers sind. Das SEM hat zwar grundsätzlich zutreffend 

Ungereimtheiten in den Vorbringen bezüglich des Aufenthalts im Iran fest-

gestellt. So habe der Beschwerdeführer sich betreffend die Inhaftierung im 

Iran widersprüchlich geäussert, wenn er an der BzP die Frage nach seiner 

Inhaftierung verneint habe, hingegen an der Anhörung die Rede von seinen 

ständigen Verhaftungen gewesen sei. Darin hat die Vorinstanz zu Recht 

einen Widerspruch festgestellt, welchen der Beschwerdeführer auf ent-

sprechenden Hinweis hin auch nicht logisch aufzulösen vermochte (vgl. 

A16/19 S. 14 F124, S. 16 F147). Da sich der fragliche Widerspruch jedoch 

auf die Ereignisse seines Aufenthalts im Iran bezieht und in keinem Zusam-

menhang mit den Verfolgungsvorbringen in Afghanistan steht, können wei-

tere Ausführungen hierzu ausbleiben. Im Übrigen ist dieser Widerspruch 

alleine nicht geeignet, die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers in ge-

nereller Hinsicht in Frage zu stellen, um daraus auf die Unglaubhaftigkeit 

anderer Vorbringen des Beschwerdeführers schliessen zu können. 

4.2 Weiter bezeichnete das SEM das Kernvorbringen des Beschwerdefüh-

rers, er sei im Kindesalter durch seinen Arbeitgeber sexuell missbraucht 

worden, als unglaubhaft. Das Bundesverwaltungsgericht teilt diese Auffas-

sung nicht und erachtet die Aussagen des Beschwerdeführers, wie in den 

nachfolgenden Erwägungen dargelegt, als glaubhaft.  

4.2.1 Die Durchsicht der Protokolle ergibt, dass die Schilderung der Ereig-

nisse den oben dargestellten Kriterien der Glaubhaftmachung durchaus zu 

genügen vermag. Hinsichtlich des Vorwurfes der Vorinstanz, die Vorbrin-

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Seite 10 

gen seien nachgeschoben, weil der Beschwerdeführer sie erst an der An-

hörung erwähnt habe, hält die Rechtsvertreterin in ihrer Beschwerdebe-

gründung überzeugend entgegen, dass vom Beschwerdeführer bei einem 

derart einschneidenden und traumatisierenden Erlebnis nicht dessen 

prompte Offenlegung erwartet werden könne (siehe Beschwerde vom 18. 

Juni 2015 S. 4 f.). Es fordert in der Tat eine hohe Überwindung für Miss-

brauchsopfer, über die erlebte Gewalt zu sprechen.  

4.2.2 Dass der Beschwerdeführer Mühe hatte, offen über diese Erlebnisse 

zu berichten, wird in der ausführlichen Anhörung deutlich. Auch hier führte 

er zu Beginn lediglich wiederholt an, er sei wegen Problemen, wegen feh-

lendem Schulbesuch ausgereist (vgl. A16/19 S. 7 F52 ff.). Erst auf mehrere 

Nachfragen hin nannte er ein „Problem“, über das zu sprechen ihm peinlich 

sei. Ebenfalls fällt auf, dass er bei diesem Thema – wie dies im Protokoll 

wiederholt vermerkt wurde – zu Boden schaute und errötete (vgl. A16/19 

S. 8 F67 und S. 9 F74). Auch im Bericht der Hilfswerksvertretung wurde 

bestätigt, der Beschwerdeführer habe grosse Mühe gehabt, über das Er-

lebte zu berichten. So habe er während dem zweiten Teil der Anhörung, 

nachdem die Belästigungen und Übergriffe angesprochen worden seien, 

nur noch auf den Boden geschaut. Er scheine grosse Scham empfunden 

zu haben, über die Ereignisse zu berichten (vgl. Zusatzblatt zu A16/19). 

Die Reaktion des Beschwerdeführers ist in psychologischer Hinsicht als 

Ausdruck der Scham oder der Verdrängung aufzufassen und somit ohne 

weiteres nachvollziehbar. 

4.2.3 Das Gericht teilt ferner die Einschätzung des SEM nicht, dass die 

Aussagen zu wenig detailliert und substantiiert sind. Die Schilderungen, 

wie er vom Arbeitgeber missbraucht worden ist, was er dabei empfunden 

und wie er danach reagiert hat (vgl. A16/19 S. 8 F67 ff.), sind ausreichend 

substantiiert, zumal es sich um Ereignisse handelt, die den Beschwerde-

führer, damals im Kindesalter, offenkundig traumatisiert haben, die zu der 

ebenfalls traumatisierenden Trennung von seiner Familie geführt haben, 

und die nunmehr viele Jahre zurückliegen. 

4.3 Im Übrigen überzeugt das Argument des SEM nicht, dass der Be-

schwerdeführer nicht habe erklären können, weshalb er mit der afghani-

schen Familie – die gleichzeitig Arbeitgeberin seiner Mutter gewesen sei – 

alleine in den Iran gezogen sei, während seine Mutter es offenbar bevor-

zugt habe, alleine mit ihrer Tochter in Afghanistan zu bleiben. Der Be-

schwerdeführer hat deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er aufgrund sei-

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Seite 11 

ner Notlage („kein Geld“) keine andere Wahl gehabt habe, als dieser Fa-

milie zu folgen (vgl. A16/19 F85 ff., insbesondere F100). Dass die Familie, 

die ihn mitnahm, mit dem Teehausbetreiber verwandt gewesen sei, mag 

zwar erstaunen, indes vermag diese Tatsache alleine nicht die Glaubhaf-

tigkeit der gesamten Verfolgungssituation umzustossen. Im Übrigen hat 

das SEM dem Beschwerdeführer an der Anhörung auch keine Gelegenheit 

geboten, sich zu diesem Vorwurf zu äussern. 

 

4.4 Nach den vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzustel-

len, dass genügend Hinweise dafür vorhanden sind, dass der Beschwer-

deführer als Kind traumatisierende sexuelle Gewalthandlungen erlebt hat. 

Die Vorbringen des Beschwerdeführers erweisen sich als überwiegend 

glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG. 

5.  

5.1 Da das Bundesverwaltungsgericht an die rechtliche Begründung der 

vorinstanzlichen Verfügung nicht gebunden ist (vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG), 

kann es eine angefochtene Verfügung im Ergebnis gleich belassen, dieser 

aber eine andere Begründung zu Grunde legen. Die Möglichkeit einer sol-

chen Motivsubstitution ist im Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes 

wegen begründet (vgl. MOSER / BEUSCH / KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 2008, S. 181 Rz. 3.197).  

5.2 Von der Glaubhaftigkeit der Vorbringen ausgehend, ist im vorliegenden 

Fall zu prüfen, inwiefern diese von flüchtlingsrechtlicher Relevanz sind. 

Das Bundesverwaltungsgericht nimmt somit bezüglich des Kerns der Ent-

scheidbegründung des SEM eine Motivsubstitution vor und würdigt die Ver-

folgungsvorbringen des Beschwerdeführers nachfolgend unter dem Ge-

sichtspunkt der flüchtlingsrechtlichen Relevanz. Eine vorgängige Anhörung 

zur beabsichtigten Motivsubstitution im Sinne der Gewährung des rechtli-

chen Gehörs drängte sich vorliegend nicht auf, da der Beschwerdeführer 

mit einer Subsumtion seiner Vorbringen unter Art. 3 AsylG ohne weiteres 

rechnen musste und sich denn auch in seiner Beschwerdeeingabe bereits 

zur Asylrelevanz seiner Vorbringen geäussert hat. 

5.3 Vorliegend ist insbesondere das Erfordernis der Aktualität der Verfol-

gung nicht erfüllt. Das Asylrecht dient nicht dem Ausgleich von früher erlit-

tenem Unrecht, sondern dem Schutz vor aktueller oder drohender Verfol-

gung. Eine Verfolgung muss noch aktuell sein, namentlich muss eine wei-

terhin begründete Furcht vor asylrelevanten Nachteilen drohen, um Art. 3 

AsylG zu genügen. Der Beschwerdeführer ist als (…) Kind missbraucht 

E-3874/2015 

Seite 12 

worden und zwischenzeitlich zu einem jungen, erwachsenen Mann heran-

gewachsen. Aufgrund seines Erwachsenenalters und seiner körperlichen 

Reife ist zum heutigen Zeitpunkt nicht zu erwarten, dass er bei seiner Rück-

kehr erneut seinem früheren Peiniger zum Opfer fallen würde. Die Befürch-

tung des Beschwerdeführers, er würde bei einer (theoretischen) heutigen 

Rückkehr nach Afghanistan durch seinen früheren Vergewaltiger verfolgt 

oder gar umgebracht, erscheint nach dem Gesagten als objektiv nicht 

nachvollziehbar und realitätsfern (vgl. Beschwerde S. 7 und A16/19, S. 15 

F142). Überdies hat sein früherer Peiniger gegenüber der Mutter und 

Schwester des Beschwerdeführers, die seit seiner Ausreise weiterhin im 

Dorf gelebt hätten, offenbar nie eine Verfolgung wahrgemacht. Ferner han-

delt es sich bei dieser Person keineswegs um eine landesweit bedeutende 

Persönlichkeit, sondern um einen privaten Teehausbesitzer in B._______; 

der Beschwerdeführer könnte sich offenkundig allein mit einer Rückkehr an 

einen andern Ort als nach B._______ zukünftigen Behelligungen oder Be-

gegnungen ohne weiteres entziehen. 

5.4 Nebst der Aktualität der Verfolgung ist zudem auch das Vorliegen eines 

Verfolgungsmotivs zu verneinen. Damit eine Verfolgung flüchtlingsrelevant 

ist, muss sie in kausaler Weise an eines der fünf abschliessend aufgezähl-

ten Motive (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe oder politische Anschauungen) anknüpfen. Der Be-

schwerdeführer wurde im Alter von (…) Jahren durch seinen Arbeitgeber 

zweimal sexuell missbraucht. Die vom Beschwerdeführer geschilderten se-

xuellen Misshandlungen sind zwar zutiefst bedauernswert und scharf zu 

verurteilen, indes liegt ihnen kein Verfolgungsmotiv im Sinne von Art. 3 

AsylG zugrunde. Namentlich geht aus den geschilderten Vorbringen nicht 

hervor, dass der Beschwerdeführer wegen eines der vorstehend aufge-

zählten Verfolgungsgründe oder eines Merkmals, das ihn als andersartig 

kennzeichnet und das untrennbar mit ihm oder seiner Persönlichkeit ver-

bunden ist, verfolgt wurde (vgl. EMARK 2006 Nr. 32 E. 8.71). 

5.5 Bei dieser Sachlage erübrigt es sich schliesslich auf die in der Be-

schwerdeeingabe aufgeworfene Frage des staatlichen Schutzwillens und 

der Schutzfähigkeit der afghanischen Behörden einzugehen, da die Beant-

wortung dieser Frage an der fehlenden Asylrelevanz nichts ändern kann.   

 

5.6 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und das SEM das Asylgesuch zu Recht 

abgewiesen hat. Die Beschwerde ist somit abzuweisen und der vorinstanz-

liche Entscheid im Ergebnis zu bestätigen. 

E-3874/2015 

Seite 13 

6.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 

Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.   

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

7.2 Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 5. Juni 2015 die vorläufige 

Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet hat, erübri-

gen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbar-

keit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. Die vorläufige Aufnahme 

tritt mit dem vorliegenden Entscheid formell in Kraft. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenver-

fügung vom 8. September und 2. Oktober 2015 wurden die Gesuche um 

unentgeltliche Prozessführung sowie um unentgeltliche Rechtsverbeistän-

dung gutgeheissen. Dem Beschwerdeführer sind dementsprechend keine 

Verfahrenskosten aufzuerlegen und dem amtlich bestellten Rechtsbei-

stand ist zulasten der Gerichtskasse ein Honorar für seine Bemühungen 

(respektive die Bemühungen der Vorgängerin) auszurichten.  

E-3874/2015 

Seite 14 

9.2 Der Rechtsbeistand respektive seine Vorgängerin haben keine Kosten-

note eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann indes verzich-

tet werden, da der Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren zu-

verlässig abgeschätzt werden kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In An-

wendung der genannten Bestimmung, der massgeblichen Bemessungs-

faktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) und unter Berücksichtigung der vom Gericht 

festgelegten und mit Instruktionsverfügung vom 29. April 2016 kommuni-

zierten Bedingungen für die Entschädigung amtlich bestellter Rechtsbei-

stände ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein amtliches Ho-

norar in der Höhe von Fr. 750. (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuern) aus-

zurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3874/2015 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird ein Honorar in Höhe von Fr. 750.– 

durch die Gerichtskasse vergütet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Lhazom Pünkang 

 

 

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