# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 660656b6-ac8b-51f2-800e-4cb8fbec7d47
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-25
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 25.01.2021 101 2020 355
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_001_101-2020-355_2021-01-25.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

101 2020 355

Urteil vom 25. Januar 2021

I. Zivilappellationshof

Besetzung Präsident: Jérôme Delabays
Richterinnen: Dina Beti, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beklagte und Beschwerdeführerin, vertreten durch 
Rechtsanwalt Remo Gilomen

und

B.________, Beklagte und Beschwerdeführerin, vertreten durch 
Rechtsanwalt Remo Gilomen

gegen

C.________, Kläger und Beschwerdegegner, vertreten durch 
Rechtsanwältin Isabelle Théron

Gegenstand Werkvertrag

Beschwerde vom 9. September 2020 gegen den Entscheid des 
Präsidenten des Zivilgerichts des Seebezirks vom 5. August 2020

Gesuch um aufschiebende Wirkung vom 9. September 2020

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Sachverhalt

A. A.________ und B.________ schlossen mit  C.________, Inhaber der Einzelfirma 
D.________, am 12. Mai 2015 einen Werkvertrag ab. Am 23. März 2016 stellte C.________ 
A.________ und B.________ die Schlussrechnung zu, welche diese bestritten und nur einen Teil 
bezahlten (act. 2/3 ff.). 

Am 2. März 2017 stellte C.________ je ein Betreibungsbegehren gegen A.________ sowie 
B.________ über CHF 6'988.70 zzgl. Zins von 5% seit dem 30. November 2016, woraufhin beide 
am 7./8. März 2017 Rechtsvorschlag erhoben (act. 2/13 ff.). 

Am 25. März 2019 reichte C.________ beim Präsidenten des Zivilgerichts des Seebezirks (nach-
stehend: der Präsident) ein Schlichtungsgesuch gegen A.________ und B.________ ein. Darauf-
hin wurde ihm am 20. Mai 2019 die Klagebewilligung erteilt (10 2019 217, act. 1 und 8).

Am 19. September 2019 reichte C.________ Klage beim Präsidenten ein und beantragte, dass 
A.________ und B.________ unter solidarischer Haftung zu verurteilen seien, ihm den Betrag von 
CHF 6'988.70 zzgl. 5% Zins p.a. seit dem 30. November 2016 sowie die Betreibungskosten in der 
Höhe von CHF 146.60 zu bezahlen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 1).

Mit Klageantwort vom 27. Januar 2020 schlossen A.________ und B.________ auf vollumfängli-
che Klageabweisung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 6).

Die Hauptverhandlung fand am 1. Juli 2020 statt (act. 19). 

B. Mit Entscheid vom 5. August 2020 hiess der Präsident die Klage teilweise gut. B.________ 
und A.________ wurden solidarisch verpflichtet, C.________ einen Betrag von CHF 6‘988.70 
nebst Zins zu 5 % seit 7. März 2017 zu bezahlen. Ausserdem wurden ihnen die Prozesskosten 
(Gerichtskosten von CHF 1'850.- und Parteientschädigung von CHF 6'462.- inkl. 7.7% MwSt.) soli-
darisch auferlegt.

C. Gegen diesen Entscheid erhoben A.________ und B.________ am 9. September 2020 
Beschwerde. Sie beantragen, dass der Entscheid vom 5. August 2020 aufzuheben und die Klage 
vom 19. September 2019 vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der 
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

C.________ beantragt mit Schreiben vom 21. Oktober 2020 sinngemäss die Abweisung der 
Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Für alles Weitere verweist er auf den ange-
fochtenen Entscheid.

Erwägungen

1.

1.1. Mit Beschwerde anfechtbar sind insbesondere erstinstanzliche Endentscheide in vermö-
gensrechtlichen Angelegenheiten, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbe-
gehren nicht mindestens CHF 10'000.- beträgt (Art. 319 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 308 Abs. 2 ZPO). 

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Da vorliegend der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren CHF 10'000.- nicht 
erreicht, ist die Beschwerde zulässig. 

1.2. Die Beschwerde ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit der Zustellung des 
begründeten Entscheids schriftlich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 ZPO). 

Der angefochtene Entscheid wurde den Beschwerdeführerinnen am 13. August 2020 zugestellt 
(act. 22.1). Die am 9. September 2020 eingereichte Beschwerde ist damit rechtzeitig erfolgt. Sie 
enthält eine rechtsgenügliche Begründung. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

1.3. Mit der Beschwerde kann einerseits eine unrichtige Rechtsanwendung gerügt werden 
(Art. 320 Bst. a ZPO). Diesbezüglich entscheidet das Kantonsgericht mit voller Kognition. Anderer-
seits kommt als Beschwerdegrund die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts in 
Frage (Art. 320 Bst. b ZPO). In tatsächlicher Hinsicht ist somit lediglich eine Willkürprüfung vorge-
sehen.

1.4. Im Beschwerdeverfahren sind neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue 
Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Die Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 
ZPO) und die Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO) sind anwendbar.

1.5. Die Rechtsmittelinstanz kann aufgrund der Akten entscheiden. Sie eröffnet ihren Entscheid 
mit einer schriftlichen Begründung (Art. 327 Abs. 2 und 5 ZPO). 

1.6. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerdeführerinnen wird 
mit dem vorliegenden Entscheid als gegenstandslos abgeschrieben. 

2.

2.1. Die Beschwerdeführerinnen bringen zunächst vor, dass das Einzelunternehmen 
D.________ mit Sacheinlage vom 26. Juni 2019 in die D.________ SA übergegangen sei. 
Dennoch sei mit Klage vom 19. September 2019 weiterhin C.________ als Inhaber der Einzelfirma 
als aktivlegitimierte Person ausgewiesen worden. Dieser sei nicht partei- bzw. prozessfähig. Die 
Prozessvoraussetzungen seien von Amtes wegen zu prüfen. Auf die Klage wäre daher gar nicht 
erst einzutreten gewesen. 

2.2. Die Beschwerdeführerinnen vermischen verschiedene Begriffe miteinander. Die Partei- und 
Prozessfähigkeit sind die prozessualen Gegenstücke zur Rechts- und Handlungsfähigkeit (Art. 66 
und 67 Abs. 1 ZPO). Die Beschwerdeführerinnen legen weder dar, dass C.________ nicht rechts- 
und handlungsfähig ist, noch wäre dies ersichtlich.

Die Ausführungen der Beschwerdeführerinnen sprechen vielmehr die Aktivlegitimation an. Dabei 
geht es aber nicht um eine von Amtes wegen zu prüfende Prozessvoraussetzung (Art. 59 f. ZPO), 
sondern um die materielle Begründetheit des eingeklagten Anspruchs. Entsprechend erübrigt sich 
eine amtswegige Tatsachenforschung (Urteil BGer 4A_212/2018 vom 22. Mai 2018 E. 2.1 m.H.). 
Die Beschwerdeführerinnen hätten daher bereits im erstinstanzlichen Verfahren die angeblich 
mangelnde Aktivlegitimation geltend machen müssen. Dies haben sie aber nicht getan, obwohl 
das Einzelunternehmen bereits vor Einreichung der Klage in eine AG umgewandelt wurde. Im 
Beschwerdeverfahren sind keine Noven zulässig (Art. 326 Abs. 1 ZPO), womit nicht weiter darauf 
einzugehen ist.

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3.

3.1. Die Vorinstanz erachtete es insbesondere als erwiesen, dass die Parteien einen Werkver-
trag mit einem Kostendach von CHF 251'584.30 abgeschlossen haben, welches gemäss der 
Rechnung vom 23. März 2016 des Beschwerdegegners nicht erreicht worden sei. Diese Schluss-
abrechnung sei bestritten worden. In der Folge hätten sich die Parteien nicht auf einen Abzug von 
der Schlussrechnung einigen können. Die Beschwerdeführerinnen würden sinngemäss einen 
Mangel geltend machen, der gemäss Art. 368 Abs. 2 OR einen Abzug rechtfertigen soll. Dabei 
tragen sie die Beweislast. Allein mit der Auflistung von Leistungen und dem entsprechenden 
Hinweis, dass diese nicht in das Leistungsverzeichnis aufgenommen worden seien und deshalb 
auch nicht Teil der Festkostenabrechnung sein könnten, sowie der Auflistung von Leistungen, die 
gar nicht oder nicht im verrechneten Umfang erbracht worden seien, gelinge ihnen jedoch der 
Beweis, dass tatsächlich ein Mangel vorliegt bzw. dass diese Leistungen tatsächlich nicht erbracht 
worden seien, nicht. Nicht gefolgt werden könne dem Einwand, dass sie aufgrund der fehlenden 
Schlussrechnung nicht in der Lage gewesen seien, diese substanziell zu rügen, zumal sie in der 
Klageantwort ausführlich einzelne Positionen im Umfang von total CHF 9'381.71 auflisten konnten, 
die ihrer Ansicht nach nicht korrekt seien. Zudem würden die Beschwerdeführerinnen selber darauf 
hinweisen, dass an der Richtigkeit der Schlussrechnung nicht gezweifelt werden könne; es 
erscheine somit widersprüchlich, wenn nun darauf hingewiesen werde, dass eine eigentliche 
Schlussrechnung gar nicht zugestellt worden sei (vgl. act. 6, S. 5 f.).

Die Beschwerdeführerinnen rügen einerseits eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sach-
verhalts, soweit die Vorinstanz davon ausging, dass die Schlussrechnung vorgelegen habe und 
man sich einzig nicht auf einen Abzug habe einigen können. Die Schlussrechnung sei erst dann 
vollständig und komplett, wenn die Ausmasse vorliegen. Diese habe der Beschwerdegegner nicht 
eingereicht. Andererseits rügen sie eine falsche Verteilung der Beweislast (unter Berücksichtigung 
der SIA-Norm 118). Die Beweislast betreffend die Schlussrechnung (mit Ausmass) liege beim 
Beschwerdegegner. Da sich die Parteien gemäss der Vorinstanz nicht über einen Abzug haben 
einigen können, wäre zu verlangen gewesen, dass der Beschwerdegegner die komplette, detail-
lierte Schlussrechnung mit dem Ausmass ins Recht legt, damit sie sich überhaupt damit auseinan-
dersetzen können. Die Ausführungen der Vorinstanz betreffend den Beweis eines Mangels sties-
sen somit ins Leere. Im Übrigen hätten sie auch gar nicht sinngemäss einen Mangel geltend 
gemacht, sondern dass sie mangels detaillierter Schlussrechnung gar nicht ordnungsgemäss 
bestreiten können, weshalb sie nicht willens seien, den geltend gemachten Betrag zu bezahlen.

3.2. Zunächst stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerinnen die Schlussrechnung des 
Beschwerdegegners vom 23. März 2016 anerkannt haben, da sie gemäss der Vorinstanz ausge-
führt haben, dass an der Richtigkeit der Schlussrechnung nicht gezweifelt werden könne. Die 
Beschwerdeführerinnen rügen jedoch einerseits eine offensichtlich unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts im Zusammenhang mit dem Vorliegen einer Schlussrechnung. Andererseits geht aus 
E. 3.3 des angefochtenen Entscheids hervor, dass sich die Äusserung der Beschwerdeführerinnen 
auf eine Schlussrechnung vom 29. Februar 2016 und nicht auf diejenige vom 23. März 2016 des 
Beschwerdegegners bezog. Darüber hinaus ging die Vorinstanz keineswegs von einer Anerken-
nung der Schlussrechnung vom 23. März 2016 des Beschwerdegegners durch die Beschwerde-
führerinnen aus. Vielmehr hielt sie fest, dass keine Einigung betreffend die Schlussrechnung vom 
23. März 2016 zustande kam (E. 4). Es kann somit nicht davon ausgegangen werden, dass die 
Beschwerdeführerinnen die Schlussrechnung vom 23. März 2016 des Beschwerdegegners aner-
kannt haben. 

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3.3. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz haben die Beschwerdeführerinnen sodann nicht sinn-
gemäss einen Werkmangel geltend gemacht. Vielmehr betrifft die vorliegende Streitigkeit die 
Vergütung des Unternehmers. Zu prüfen ist, ob sich diese nach der SIA-Norm 118 oder nach Art. 
373 f. OR richtet, da die Beschwerdeführerinnen ausführen, dass der Werkvertrag die SIA-Norm 
118 zum Inhalt habe. 

Bei den SIA-Normen handelt es sich um ein Regelwerk einer privaten Organisation. Sie gehören 
nicht zum Recht, das der Richter kennen sollte. Von privaten Verbänden aufgestellte Bestimmun-
gen stehen vielmehr grundsätzlich zu den staatlichen Gesetzen in einem Subordinationsverhältnis 
und können nur Beachtung finden, so weit das staatliche Recht für eine autonome Regelung 
Raum lässt (BGE 132 III 285 E. 1.3 m.H.; Urteil BGer 4A_582/2016 vom 6. Juli 2017 E. 4.4). Das 
Bundesgericht hat bisher offengelassen, ob es sich bei der SIA-Norm 118 um eine notorische 
Tatsache handelt. Allerdings hat es dies unter Anwendung des kantonalen Prozessrechtes als 
nicht willkürlich beurteilt (Urteile BGer 4A_423/2019 vom 20. Januar 2020 E. 4.2; 4A_582/2016 
vom 6. Juli 2017 E. 4.4 ff.; 4P.209/2001 vom 4. Dezember 2001 E. 3; je m.H.). Als überspitzt 
formalistisch beurteilte es sodann, wenn auf ein juristisches Argument, welches sich ausdrücklich 
auf Art. 172 der SIA-Norm 118 stützt und wobei die Vereinbarung der SIA-Norm 118 anerkannt 
war, unter dem Vorwand nicht eingegangen wird, dass der Inhalt dieser Bestimmung nicht gemäss 
dem kantonalen Prozessrecht formell behauptet und belegt worden sei. Der Inhalt und die Trag-
weite von Art. 172 der SIA-Norm 118 können leicht durch Konsultation der entsprechenden Publi-
kationen überprüft werden (Urteile BGer 4A_156/2018 vom 24. April 2019 E. 3; 4A_582/2016 vom 
6. Juli 2017 E. 4.6).

Dem angefochtenen Entscheid kann entnommen werden, dass sich die Beschwerdeführerinnen 
bereits im erstinstanzlichen Verfahren auf die SIA-Norm 118 beriefen. Dabei blieb unbestritten, 
dass die Parteien diese Norm vereinbart haben. Die Beschwerdeführerinnen machen in ihrer 
Beschwerde sodann insbesondere eine Verletzung der SIA-Norm 118 und der Beweisregeln 
geltend. Ausdrücklich zitiert wird dabei lediglich Art. 8 der SIA-Norm 118, ohne dass dessen Wort-
laut wiedergegeben würde. Dieser kann allerdings ohne Weiteres nachgeschlagen werden. Die 
Beschwerdeführerinnen scheinen sodann in ihrer Beschwerde noch weitere Bestimmungen der 
SIA-Norm 118 anzusprechen, ohne jedoch die genauen Bestimmungen zu nennen. Ob dies 
genügt, kann offenbleiben. Auch wenn der vorliegende Sachverhalt nach Art. 373 f. OR beurteilt 
würde, ändert dies nichts am Ausgang des Verfahrens. 

3.4. Gemäss Art. 38 Abs. 1 SIA-Norm 118 sollen für die Vergütung der Leistungen des Unter-
nehmers nach Möglichkeit entweder Einheitspreise, Globalpreise oder Pauschalpreise vereinbart 
werden. Diese Preise sind grundsätzlich feste Preise. Dabei bestimmt der Einheitspreis die Vergü-
tung für eine einzelne Leistung, die im Leistungsverzeichnis (Art. 8) als separate Position vorgese-
hen ist. Er wird je Mengeneinheit festgesetzt, so dass sich die für die Leistung geschuldete Vergü-
tung nach der gemäss Art. 141 festgestellten Menge ergibt. Im Leistungsverzeichnis ist die zu 
jeder Leistung gehörende Menge aufgeführt, wie sie der Bauherr zur Zeit der Ausschreibung 
erwartet (Art. 8 Abs. 2; Art. 39 Abs. 1 SIA-Norm 118). Wurde in einem Werkvertrag für alle oder für 
einen Teil der Leistungen Einheitspreise vereinbart, handelt es sich um einen Einheitspreisvertrag 
(Art. 42 Abs. 2 Satz 1 SIA-Norm 118). In einem solchen Fall ist die Vergütung aufgrund der endgül-
tigen Ausmasse festzustellen (Art. 153 Abs. 1 SIA-Norm 118), welche entweder tatsächlich (durch 
Messen, Wägen oder Zählen) oder nach dem plangemässen theoretischen Ausmass bestimmt 
werden (Art. 141 Abs. 1 und Art. 143 SIA-Norm 118). Nicht auszumessen sind hingegen Regiear-
beiten. Dabei handelt es sich um Arbeiten, die nach Aufwand vergütet werden und von einem 
Pauschalpreis oder einer Vergütung nach Ausmass und Einheitspreisen nicht erfasst werden (Art. 

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44 Abs. 1 und Art. 48 SIA-Norm 118; Urteil BGer 4C.227/2002 vom 24. Januar 2003 E. 4; 
SPIESS/HUSER, Norm SIA 118, 2014, Art. 141 N. 14).

Käme die SIA-Norm 118 nicht zur Anwendung, so würde sich die Vergütung nach Art. 373 f. OR 
richten. Dabei sieht Art. 373 Abs. 1 OR vor, dass wenn die Vergütung zum voraus genau bestimmt 
wurde, der Unternehmer verpflichtet ist, das Werk um diese Summe fertigzustellen, und keine 
Erhöhung fordern darf, selbst wenn er mehr Arbeit oder grössere Auslagen gehabt hat, als vorge-
sehen war. Als vorgängige genaue Bestimmung der Vergütung kommt neben dem Pauschalpreis 
auch der Einheitspreis in Betracht, da vorgängige Bestimmbarkeit genügt. Wird die Vergütung 
nach Einheitspreisen berechnet, sind nur diejenigen tatsächlich geleisteten Einheiten, welche bei 
sorgfältigem Vorgehen zur vertragsgemässen Herstellung des Werkes genügt hätten, vergütungs-
pflichtig (ZINDEL/SCHOTT, in Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 7. Aufl. 2020, Art. 373 N. 5, 
13; GAUCH, Der Werkvertrag, 6. Aufl. 2019, Rz. 915, 928). Die sog. Regiearbeiten sind in Art. 374 
OR geregelt. Demnach wird der Preis nach Massgabe des Wertes der Arbeit und der Aufwendun-
gen des Unternehmers festgesetzt, wenn er zum Voraus entweder gar nicht oder nur ungefähr 
bestimmt worden ist. Zu vergüten ist der bei sorgfältigem Vorgehen notwendige Aufwand, wofür es 
auf die Umstände des Einzelfalles ankommt (GAUCH, Rz. 965). 

Sowohl bei der SIA-Norm 118 als auch nach Art. 373 OR bestimmt sich somit bei Einheitspreisen 
die Vergütung nach der Menge der geleisteten Einheiten. Dabei ist das endgültige Ausmass nicht 
mit dem Vorausmass zu verwechseln, das die bei Vertragsabschluss (allenfalls bei Offerteinho-
lung) zu erwartende (voraussichtliche) Leistungsmenge angibt. Ob die Angaben des Vorausmas-
ses vom Besteller oder Unternehmer stammen, ändert nichts daran, dass es für die Vergütung 
nach Einheitspreisen auf die zur Erfüllung des Vertrages geleistete Menge von Leistungseinheiten, 
nicht auf die voraussichtliche Leistungsmenge des Vorausmasses ankommt. Das gilt auch dann, 
wenn das Leistungsverzeichnis mit der voraussichtlichen Leistungsmenge als Vertragsbestandteil 
eingegliedert wurde (GAUCH, Rz. 917, 927a; SPIESS/HUSER, Art. 141 N. 11; vgl. Urteil BGer 
4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 2). Die Vergütung der Regiearbeiten richtet sich sodann 
sowohl nach der SIA-Norm 118 als auch nach Art. 374 OR nach dem geleisteten Aufwand. Ledi-
glich die Ansätze sind unterschiedlich geregelt (vgl. Art. 49 Abs. 1 und 2 SIA-Norm 118; GAUCH, 
Rz. 947 f.), was vorliegend jedoch nicht relevant ist, da nicht einmal der Aufwand bewiesen ist. 

Was die Beweislast anbelangt, gelten die folgenden Regeln: Wer behauptet, eine Arbeit unterliege 
einem Festpreis, trägt hierfür die Beweislast (GAUCH, Rz. 1014). Waren Einheitspreise vereinbart, 
hat der Unternehmer die Menge der unter den jeweiligen Positionen des Leistungsverzeichnisses 
geleisteten Arbeiten sowie den dafür jeweils vereinbarten Einheitspreis zu behaupten und – sofern 
die Behauptungen bestritten sind – zu beweisen (Urteil BGer 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 
E. 2; GAUCH, Rz. 917; SPIESS/HUSER, Art. 141 N. 18; Art. 155 N. 15). Bei Regiearbeiten hat der 
Unternehmer den geleisteten Aufwand zu beweisen (GAUCH, Rz. 1019, 1023 ff.).

Inwieweit schliesslich unter Geltung der Verhandlungsmaxime Tatsachen zu behaupten und zu 
substanziieren sind, ergibt sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm 
und anderseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei. Eine Tatsachenbehauptung hat 
nicht alle Einzelheiten zu enthalten; es genügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren 
stützenden Normen zu subsumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden 
Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet werden. Ein solchermassen vollstän-
diger Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den 
Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Die Behauptungs- und Substanziierungslast 
zwingt die damit belastete Partei nicht, sämtliche möglichen Einwände der Gegenpartei vorweg zu 

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entkräften. Nur soweit der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungs-
belasteten Partei bestreitet, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substanziie-
rungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen 
zergliedert so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen 
der Gegenbeweis angetreten werden kann (Urteil BGer 4A_9/2018 vom 31. Oktober 2018 E. 2 mit 
Hinweisen).

3.5. Vorliegend kann dem angefochtenen Entscheid entnommen werden, dass die Beschwerde-
führerinnen bereits im erstinstanzlichen Verfahren sinngemäss geltend machten, dass ein Einheits-
preisvertrag vorliegt und die Schlussrechnung aufgrund der endgültigen Ausmasse zu erstellen 
sei. Die Schlussrechnung enthalte einerseits Leistungen, welche nicht oder nicht im verrechneten 
Umfang erbracht wurden, und andererseits solche, die nicht ins Leistungsverzeichnis aufgenom-
men wurden und deshalb auch nicht Teil der Festkostenabrechnung sein können. Sofern der 
Beschwerdegegner geltend mache, diese Arbeiten seien allesamt im Leistungsverzeichnis aufge-
führt und diesem entsprechend ausgeführt worden, habe er dies zu beweisen. 

Der Beschwerdegegner bestritt weder, dass ein Einheitspreisvertrag vorliegt (vgl. auch act. 19/9), 
noch, dass es sich bei einem Teil der in Rechnung gestellten Arbeiten um Regiearbeiten handelt. 
Obwohl von den Beschwerdeführerinnen moniert, reichte er auch nicht die endgültigen Ausmasse 
ein. Ohne diese kann aber bei einem Einheitspreisvertrag die dem Unternehmer zustehende 
Vergütung gar nicht bestimmt werden. Die Beweislast für die endgültigen Ausmasse trägt der 
Beschwerdegegner. Dies gilt ebenfalls betreffend den Aufwand für die Regiearbeiten. Auch hierzu 
hat er sich jedoch nicht geäussert. Das Einreichen einer Schlussrechnung ohne die entsprechen-
den Angaben genügt diesbezüglich offensichtlich nicht. Mangels Behauptungen zu den endgülti-
gen Ausmassen sowie des Aufwandes und der Ansätze für die Regiearbeiten, waren die 
Beschwerdeführerinnen auch nicht verpflichtet, sich vertiefter mit den von ihnen bestrittenen Leis-
tungen auseinanderzusetzen. Vielmehr wäre es nach den Bestreitungen der Beschwerdeführerin-
nen zunächst am Beschwerdegegner gelegen, seinen Anspruch zu substanziieren, was er jedoch 
nicht getan hat. Es liegt auch nicht am Gericht die fehlenden Angaben aus den zahlreichen 
Schlussrechnungen der Parteien herauszusuchen, sofern dies überhaupt möglich wäre. Die Vorin-
stanz hat demnach die Beweislast falsch verteilt, indem sie von den Beschwerdeführerinnen den 
Beweis eines Mangels verlangte. Schliesslich ist unbestritten, dass nach Abzug der von den 
Beschwerdeführerinnen bestrittenen Leistungen der Beschwerdegegner keine offene Forderung 
mehr gegen diese hat. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die Klage vom 19. September 
2019 abzuweisen.

4.

4.1. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei, d.h. 
dem Beschwerdegegner, auferlegt. 

Die Verfahrenskosten werden pauschal auf CHF 1'000.- festgesetzt (Art. 96 ZPO i.V.m. Art. 19 des 
Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]) und vom geleisteten Vorschuss 
bezogen. Der Beschwerdegegner hat den Beschwerdeführerinnen CHF 1'000.- zu erstatten.

Nach Art. 105 Abs. 2 ZPO spricht das Gericht die Parteientschädigung nach den Tarifen, d.h. nach 
dem Justizreglement zu. Bei globaler Festsetzung – wie vorliegend – berücksichtigt die Behörde 
namentlich Art, Schwierigkeit und Umfang des Verfahrens sowie die notwendige Arbeit der Anwäl-
tin oder des Anwalts, das Interesse und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien (Art. 63 
Abs. 2 JR). Bei Beschwerden gegen Urteile in vereinfachten Verfahren, ist der Höchstbetrag 

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CHF 6'000.-, welcher bis auf das Doppelte erhöht werden kann, wenn besondere Umstände es 
rechtfertigen; die gesamte Entschädigung darf aber nicht höher als die Entschädigung sein, die bei 
detaillierter Festsetzung zugesprochen würde (Art. 64 Abs. 1 Bst. b und f und Abs. 2 JR).

Nach den erwähnten Kriterien kann die Entschädigung der Beschwerdeführerinnen auf CHF 
1'500.- inkl. Auslagen festgesetzt werden. Hinzu kommen 7.7% MwSt., d.h. CHF 115.50. Die 
Entschädigung beläuft sich somit auf CHF 1'615.50.

4.2. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die 
Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (in Analogie zu Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

Da die Klage des Beschwerdegegners abgewiesen wurde, hat er die Prozesskosten zu tragen. Die 
Gerichtskosten von CHF 1'850.- werden vom geleisteten Vorschuss bezogen. Die Differenz ist 
dem Beschwerdegegner nach Rechtskraft zurückzuerstatten.

Die Entschädigung der Beschwerdeführerinnen wird nach den bereits erwähnten Kriterien global 
auf CHF 5'000.- inkl. Auslagen festgesetzt. Hinzu kommen 7.7% MwSt., d.h. CHF 385.-. 

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Der Entscheid des Präsidenten des Zivilgerichts des Seebezirks vom 5. August 2020 lautet 
neu wie folgt:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. [entfällt]

3. Die Prozesskosten (Gerichtskosten und Parteientschädigung) werden C.________ 
auferlegt. Die dem Staat geschuldeten Gerichtskosten (Entscheidgebühr inkl. Schlich-
tungsgebühr und Auslagen) werden auf CHF 1'850.- festgesetzt und vom geleisteten 
Kostenvorschuss bezogen. Die Differenz wird C.________ nach Rechtskraft des vorlie-
genden Entscheids zurückerstattet. 

4. C.________ wird verpflichtet, B.________ und A.________ eine Parteientschädigung 
von CHF 5'000.- zzgl. MwSt. von 7,7%, total CHF 5'385.-, zu bezahlen.

II. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird als gegenstandslos abgeschrie-
ben.

III. 1. Die Prozesskosten werden C.________ auferlegt.

2. Die Gerichtskosten werden pauschal auf CHF 1'000.- festgesetzt und vom geleisteten 
Vorschuss bezogen. C.________ hat B.________ und A.________ CHF 1'000.- zu 
erstatten.

3. Die von C.________ an B.________ und A.________ geschuldete Parteientschädigung 
wird auf CHF 1'500.-, zzgl. MwSt. von CHF 115.50, festgesetzt.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Verfassungsbeschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 113–119 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 25. Januar 2021/sig

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: