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**Case Identifier:** a5057451-3947-563f-9f90-abf0e34356f4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2021 BVGE 2021 VI/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2021-VI-4_2021-11-16.pdf

## Full Text

Revision. Erledigungsart und Ausgestaltung Spruchkörper 2021 VI/4 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 35 

 

2021 VI/4 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung V 
i.S. A. gegen Staatssekretariat für Migration 

E–4607/2019 vom 16. November 2021 

Revisionsverfahren. Erledigungsart und Ausgestaltung des Spruch-

körpers, wenn der angerufene Revisionsgrund bereits im ordentlichen 

Verfahren hätte geltend gemacht werden können und eine drohende 

Verletzung völkerrechtlicher Wegweisungsvollzugshindernisse nicht 

schlüssig nachgewiesen ist. Grundsatzurteil. 

Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG. Art. 23 Abs. 1 VGG. 

1. Tatsachen und Beweismittel, welche die Partei, die um Revision 
nachsucht, bereits im ordentlichen Verfahren hätte geltend ma-

chen können, gelten nicht als Revisionsgründe. Ein entsprechen-

des Revisionsgesuch erweist sich vorbehältlich einer schlüssig 

nachgewiesenen drohenden völkerrechtswidrigen Behandlung als 

unzulässig, womit auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten ist 

(E. 6–9.1). 

2. Die Fragen der fehlenden Entschuldbarkeit von verspätet geltend 
gemachten Revisionsgründen und einer drohenden Verletzung 

völkerrechtlicher Wegweisungsvollzugshindernisse lassen sich 

nicht zweifelsfrei und ohne weitere Abklärungen beantworten. 

Über entsprechend begründete Revisionsgesuche ist in Besetzung 

mit drei Richterinnen und Richtern zu entscheiden (E. 11.2–11.3). 

Procédure de révision. Mode de liquidation et constitution du collège 

des juges lorsque le motif de révision en cause aurait déjà pu être invo-

qué durant la procédure ordinaire et que l'existence d'un obstacle à 

l'exécution du renvoi découlant du droit international public n'a pas 

été établie de manière concluante. Arrêt de principe. 

Art. 123 al. 2 let. a LTF. Art. 23 al. 1 LTAF. 

1. Les faits et moyens de preuve que le requérant aurait déjà pu in-
voquer dans la procédure ordinaire ne sont pas considérés comme 

des motifs de révision. Il n'est pas entré en matière sur la demande 

de révision, sauf si l'exécution du renvoi se révèle illicite en raison 

d'une menace établie de traitement contraire au droit internatio-

nal (consid. 6–9.1). 

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2. Les questions en lien avec le caractère non excusable de l'invoca-
tion tardive des motifs de révision et l'existence d'un obstacle à 

l'exécution du renvoi découlant du droit international public ne 

peuvent être résolues de manière certaine et sans autre clarifica-

tion. Les demandes de révision motivées de la sorte requièrent la 

constitution d'un collège à trois juges (consid. 11.2 et 11.3). 

Procedura di revisione. Modalità di liquidazione e composizione del 

collegio giudicante in presenza di un motivo di revisione che avrebbe 

potuto già essere invocato nella procedura ordinaria e non viene for-

nita la prova decisiva della potenziale violazione di ostacoli all'allon-

tanamento fondati sul diritto internazionale pubblico. Sentenza di 

principio. 

Art. 123 cpv. 2 lett. a LTF. Art. 23 cpv. 1 LTAF. 

1. I fatti e i mezzi di prova che la parte richiedente la revisione avreb-
be già potuto invocare nella procedura ordinaria non configurano 

motivi di revisione. Salvo prova decisiva della potenziale esistenza 

di un trattamento contrario al diritto internazionale pubblico, tali 

motivi risultano inammissibili, e pertanto non occorre entrare nel 

merito della domanda di revisione (consid. 6–9.1). 

2. L'assenza di natura giustificabile dell'invocazione tardiva di un 
motivo di revisione e dell'esistenza di una potenziale violazione di 

ostacoli all'allontanamento fondati sul diritto internazionale pub-

blico sono questioni che non possono essere esaminate in modo 

esaustivo e senza ulteriori accertamenti. Le domande di revisione 

motivate in tal senso devono essere giudicate da un collegio com-

posto da tre giudici (consid. 11.2–11.3). 

 

Der Gesuchsteller suchte am 21. Juli 2015 in der Schweiz um Asyl nach. 

Zu seinen Asylgründen führte er aus, er sei im Jahr 2013 unter dem Ver-

dacht der Anhängerschaft der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 

festgenommen und beschuldigt worden, am Heldengedenktag und an der 

Geburtstagsfeier eines LTTE-Anführers teilgenommen zu haben. Am Tag 

darauf sei er freigelassen worden. Im Jahr 2014 habe er sich an der Orga-

nisation des Heldengedenktages beteiligt und sei im selben Jahr mit einem 

Freund von Mitarbeitern des Criminal Investigation Departments (CID) 

festgenommen worden. Er habe beteuert, kein Anhänger der LTTE zu sein. 

Aus Angst habe er aber zugegeben, am Heldengedenktag teilgenommen 

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zu haben. Mithilfe eines Mitarbeiters des CID seien sie nach Bezahlung 

von Geld freigelassen worden. Nach seiner Ausreise habe seine Familie in 

Sri Lanka Mitte Februar 2015 einen Brief erhalten, in dem er aufgefordert 

worden sei, zu einer Befragung zu erscheinen. 

Mit Verfügung vom 21. Juni 2017 verneinte das Staatssekretariat für Mi-

gration (SEM) die Flüchtlingseigenschaft des Gesuchstellers, lehnte das 

Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den 

Vollzug an. 

Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundesverwal-

tungsgericht mit Urteil E–4073/2017 vom 1. Juli 2019 ab. 

Mit Eingabe vom 28. August 2019 reichte der Gesuchsteller beim SEM 

eine als « qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch, eventualiter Mehrfach-

gesuch, subeventualiter Revisionsgesuch » bezeichnete Eingabe ein. 

Als Beweismittel gab er einen Haftbefehl aus dem Jahr 2018 zu den Akten. 

Mit Schreiben vom 11. September 2019 überwies das SEM die Eingabe 

vom 28. August 2019 zur Prüfung als Revisionsgesuch an das Bundesver-

waltungsgericht. 

Das Bundesverwaltungsgericht tritt auf das Gesuch nicht ein. 

Aus den Erwägungen: 

5.  
In den nachfolgenden Erwägungen wird zunächst die Frage zu beantwor-

ten sein, ob auf ein Revisionsgesuch nicht einzutreten oder dieses abzu-

weisen ist, wenn die vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel bei 

zumutbarer Sorgfalt bereits im ordentlichen Verfahren hätten geltend ge-

macht werden können, mithin verspätet vorgebracht worden sind. In einem 

weiteren Schritt wird zu klären sein, ob in solchen Fällen in einem Spruch-

körper aus drei Richterinnen und Richtern oder als Einzelrichterin bezie-

hungsweise Einzelrichter zu entscheiden ist. In den Asylabteilungen des 

Bundesverwaltungsgerichts hat sich in Bezug auf die Erledigungsart und 

Ausgestaltung des Spruchkörpers in solchen Fallkonstellationen eine di-

vergierende Praxis entwickelt, weshalb ein Koordinationsverfahren einge-

leitet wurde. 

Im Sinne eines Überblicks werden im Folgenden die bundesverwaltungs-

gerichtliche sowie die bundesgerichtliche Rechtsprechung und die Mei-

nungen in der Lehre dargelegt. 

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6.  
6.1 In den Asylabteilungen des Bundesverwaltungsgerichts hat sich 
– wie bereits ausgeführt – in Bezug auf die Erledigungsart eines gestützt 

auf Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG eingereichten Revisionsgesuchs eine 

unterschiedliche Rechtspraxis entwickelt. Einerseits sind Nichteintretens-

entscheide – sowohl im einzelrichterlichen Verfahren (vgl. etwa Urteile 

des BVGer E–4716/2020 vom 30. September 2020; D–6814/2019 vom 

13. Januar 2020) als auch in Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern 

(vgl. etwa Urteile des BVGer D–1688/2020 vom 11. Juni 2020;  

E–3868/2019 vom 6. September 2019) – ergangen, wenn sich die Revisi-

onsgründe als verspätet vorgebracht erwiesen haben und das Vorliegen von 

völkerrechtlichen Wegweisungsvollzugshindernissen gemäss Entschei-

dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

(EMARK) 1995 Nr. 9 nicht schlüssig nachgewiesen wurde. Andererseits 

finden sich ebenso zahlreiche Urteile, in welchen bei gleicher Konstella-

tion auf Abweisung geschlossen wurde (vgl. etwa Urteile des BVGer  

E–3421/2020 vom 22. Juli 2020; D–6191/2018 vom 17. Juni 2020). 

6.2 Die Abteilungen I bis III sowie VI des Bundesverwaltungsge-
richts treten mehrheitlich auf Revisionsgesuche nicht ein, wenn der Ge-

suchsteller die vorgebrachten Revisionsgründe bereits im früheren Ver-

fahren hätte geltend machen können (vgl. etwa Urteile des BVGer  

C–1299/2020 vom 3. August 2020; B–1252/2018 vom 28. Mai 2018;  

F–2139/2018 vom 2. Mai 2018; A–5899/2008 vom 6. Januar 2009). Eine 

Abweisung in einer solchen Konstellation bildet die Ausnahme (vgl. etwa 

Urteil des BVGer A–6457/2017 vom 15. Februar 2018). 

6.3 Auch die Rechtsprechung des Bundesgerichts ist diesbezüglich 
nicht einheitlich. In BGE 121 IV 317 führte das Gericht aus, damit die 

Revision zulässig sei, sei unter anderem erforderlich, dass die Gesuchstel-

lenden die Tatsachen nicht im früheren Verfahren hätten vorbringen kön-

nen. In Übereinstimmung mit diesem Entscheid finden sich einige Urteile, 

in welchen festgehalten wird, der Gesuchsteller hätte die vorgebrachten 

Einwendungen bereits im früheren Verfahren erheben können, weshalb die 

Revision unzulässig und auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten sei 

(vgl. etwa Urteile des BGer 1F_42/2019 vom 28. August 2019 E. 4; 

2F_23/2017 vom 9. Januar 2018 E. 3.2). Hingegen finden sich auch Urtei-

le, in welchen in der gleichen Konstellation auf Abweisung geschlossen 

wurde, wobei teilweise nur beiläufig auf die Erledigungsart eingegangen 

wird (vgl. etwa Urteile des BGer 4A_763/2011 vom 30. April 2012; 

8F_9/2010 vom 10. März 2011). 

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7.  
Nachfolgend werden die Meinungen in der Lehre dargelegt: 

7.1 Nach KARIN SCHERRER REBER (in: Praxiskommentar VwVG, 
2. Aufl. 2016, Art. 66 N. 45) gelten Gründe, welche die Partei, die um Re-

vision nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte 

geltend machen können, nicht als Revisionsgründe. Diese Subsidiarität 

habe zur Folge, dass auf ein Revisionsgesuch nicht einzutreten sei, wenn 

der angerufene Revisionsgrund bereits im ordentlichen Rechtsmittelver-

fahren hätte vorgebracht werden können; sie sei mithin Prozessvorausset-

zung. Das Revisionsverfahren stehe nicht zur Verfügung, wenn Revisions-

kläger ihre Rechte anderweitig hätten wahren können. Folglich sei in 

diesen Fällen die Revision nicht zulässig, womit auf das Revisionsgesuch 

nicht einzutreten sei. 

7.2 Gemäss AUGUST MÄCHLER (in: Kommentar zum Bundesgesetz 
über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019, Art. 66 N. 30–33) stehe das 

Revisionsverfahren nicht zur Verfügung, wenn Revisionskläger ihre Rech-

te anderweitig hätten wahren können. Folglich sei in diesen Fällen die 

Revision nicht zulässig, womit darauf nicht einzutreten sei. Zulässig sei 

dagegen eine Berufung auf einen Revisionsgrund, wenn eine Tatsache 

effektiv nicht bekannt gewesen sei oder aufgrund der herrschenden Um-

stände mit den damals gebotenen Abklärungen auch nicht bekannt gewor-

den wäre. 

7.3 Nach RHINOW et al. (in: Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl. 2014, 
S. 484) trete das Bundesverwaltungsgericht auf ein Revisionsgesuch nicht 

ein, wenn es an einer Verfahrensvoraussetzung mangle, etwa die Frist nicht 

eingehalten sei, die Legitimation abgehe, aber auch wenn der vorgebrachte 

Grund keinen zulässigen Revisionsgrund darstelle. Es weise dieses ab, 

wenn sich der formrichtig geltend gemachte Revisionsgrund als nicht 

rechtserheblich erweise. In diesen Fällen trete es auf das Revisionsgesuch 

ein, fälle aber einen den Vorentscheid bestätigenden Sachentscheid. 

7.4 Gemäss ELISABETH ESCHER (in: Basler Kommentar, Bundesge-
richtsgesetz, 3. Aufl. 2018, Art. 123 N. 8) habe die Beurteilung der Frage, 

ob die Geltendmachung von erheblichen und vorbestandenen Sachver-

haltsumständen oder das Beibringen von Beweismitteln im früheren 

Verfahren in der Tat unmöglich oder unzumutbar gewesen sei, restriktiv 

zu erfolgen. 

7.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass in 
der Lehre Einigkeit darüber besteht, dass die Subsidiarität der Revision 

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eine Prozessvoraussetzung darstellt. Dies hat zur Folge, dass auf ein Revi-

sionsgesuch nicht einzutreten ist, wenn der angerufene Revisionsgrund be-

reits im früheren Verfahren hätte vorgebracht werden können. 

8.  
Für die Unzulässigkeit und damit ein Nichteintreten bei verspäteter Gel-

tendmachung von Revisionsgründen sprechen die Praxis der Abteilungen I 

bis III sowie VI des Bundesverwaltungsgerichts sowie die Einigkeit in der 

Lehre. Mit der Beschränkung der Zulässigkeit der Revision in Art. 123 

Abs. 2 Bst. a BGG trägt das Gesetz dem besonderen Charakter dieses aus-

serordentlichen Rechtsmittels Rechnung. Das Revisionsverfahren steht 

nicht zur Verfügung, wenn Gesuchstellende ihre Rechte anderweitig hätten 

wahren können. Es dient insbesondere nicht dazu, bisherige Unterlassun-

gen in der Beweisführung gutzumachen. Diese Subsidiarität hat zur Folge, 

dass auf ein Revisionsgesuch nicht einzutreten ist, wenn der angerufene 

Revisionsgrund bereits im früheren Verfahren hätte vorgebracht werden 

können. 

9.  
9.1 Revisionsweise Vorbringen, die verspätet sind, können, dessen 
ungeachtet, zur Revision eines rechtskräftigen Urteils führen, wenn auf-

grund dieser Vorbringen offensichtlich wird, dass einem Gesuchsteller 

Verfolgung oder menschenrechtswidrige Behandlung droht und damit ein 

völkerrechtliches Wegweisungsvollzugshindernis besteht (vgl. analog 

EMARK 1995 Nr. 9 E. 7). Aus Gründen der Rechtssicherheit genügt es 

bei solchen Konstellationen praxisgemäss nicht, eine drohende Verletzung 

von Art. 3 EMRK respektive Art. 33 des FK (SR 0.142.30) lediglich zu 

behaupten. Der Gesuchsteller muss die beachtliche Wahrscheinlichkeit 

einer aktuellen und ernsthaften Gefahr vielmehr schlüssig nachweisen. 

9.2–10. (…) 

11.  
In einem weiteren Schritt bleibt die Frage zu beantworten, ob über Revisi-

onsgesuche in Konstellationen wie der vorliegenden im einzelrichterlichen 

Verfahren oder in einer Besetzung von drei Richterinnen und Richtern zu 

entscheiden ist. 

11.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Revisionsge-
suche in einer Besetzung von drei Richterinnen oder Richtern (Art. 21 

Abs. 1 VGG), sofern der Entscheid nicht in die einzelrichterliche Zustän-

digkeit fällt. Gemäss Art. 23 Abs. 1 VGG ist die einzelrichterliche Zustän-

digkeit vorgesehen bei Nichteintreten auf offensichtlich unzulässige 

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Rechtsmittel und Abschreibung von gegenstandslos gewordenen Verfah-

ren. 

11.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts können Rechtsmit-
tel nur dann als offensichtlich unzulässig gelten, « wenn die Sachumstände 

der Rechtsmittelerhebung klar und unbestritten sind, sodass die von Amtes 

wegen zu prüfende Eintretensfrage zweifelsfrei und ohne weitere Abklä-

rungen beantwortet werden kann und insoweit keine Notwendigkeit be-

steht, den Rechtsmittelkläger […] anzuhören » (vgl. etwa Urteile des BGer 

H 181/05 vom 16. März 2006 E. 2.3; 1P.259/1996 vom 8. Juli 1996 E. 2c 

[in: Die Praxis 1996 Nr. 217 S. 837 ff.]). Die Botschaft vom 28. Februar 

2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege (BBl 2001 4202) nennt als 

Gründe für das Nichteintreten auf offensichtlich unzulässige Rechtsmittel 

etwa das Nichtleisten des Kostenvorschusses oder das klar verspätete 

Erheben eines Rechtsmittels (vgl. BBl 2001 4202, 4384). 

11.3 Da die Fragen der fehlenden Entschuldbarkeit von verspätet gel-
tend gemachten Revisionsgründen und einer drohenden Verletzung völ-

kerrechtlicher Wegweisungsvollzugshindernisse nicht ohne Weiteres be-

antwortet werden können, fehlt es an der verlangten Offensichtlichkeit 

gemäss Art. 23 Abs. 1 VGG. Es handelt sich demnach bei der vorliegenden 

Konstellation nicht um ein Revisionsgesuch, dessen Unzulässigkeit ohne 

Weiteres feststellbar ist, womit es nicht in die einzelrichterliche Zustän-

digkeit fällt. 

12.  
Gestützt auf die vorangegangenen Erwägungen ist festzuhalten, dass auf 

ein Revisionsgesuch in einem Spruchkörper aus drei Richterinnen und 

Richtern nicht einzutreten ist, wenn der angerufene Revisionsgrund bereits 

im ordentlichen Verfahren hätte geltend gemacht werden können und 

wenn eine drohende Verletzung völkerrechtlicher Wegweisungsvollzugs-

hindernisse nicht schlüssig nachgewiesen ist.