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**Case Identifier:** 069a8582-1996-56ed-ab32-c3199b3cc3e5
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2V-21-1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_O2V-21-1_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A. 

 

 

 

Vorinstanz Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden,  

Gutenberg-Zentrum, 9102 Herisau 

 

 

 

Gegenstand Staats- und Gemeindesteuern 2019  

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der kantonalen 

Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden vom 7. Januar 2021 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
2. Abteilung 

 

Urteil vom 24. August 2021 
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser 

Oberrichterin J. Lanker 

Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger 

Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer 

 

 

Verfahren Nr. O2V 21 1 

 

 

Sitzungsort 

 

Trogen 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 

 1. Die eingereichte Beschwerde ist gültig und es sei darauf einzutreten. 

 

 2. Der Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung AR vom 7. Januar 2021 sei 

zu korrigieren und die gemachte Corona-Rückstellung im Umfang von Fr. 10‘000.-- sei 

zu akzeptieren. 

 

 3. Die Berechnungsmitteilungen für die Staats- und Gemeindesteuern 2019 seien entspre-

chend zu korrigieren. 

 

 4. Die Bewertung der Titelpapiere der Firma A. mit Sitz in B. sei entsprechend anzupassen. 

 

 5. Die Kosten dieses Verfahrens seien vollumfänglich der kantonalen Steuerverwaltung AR 

aufzuerlegen. 

 

 

 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 

 1. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

 2. Unter Kostenfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin.  

 

  

Seite 3 

Sachverhalt 

 

A. Die A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Sitz in B. reichte ihre Steuererklärung für die 

Steuerperiode 2019 innert der ihr angesetzten Frist am 17. April 2020 bei der kantonalen 

Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend: Vorinstanz) ein. Sie deklarierte bei 

den Staats- und Gemeindesteuern gemäss Bilanz und Saldo der Erfolgsrechnung des 

Geschäftsjahres 2019 einen Reingewinn von Fr. [xxx] und ein steuerbares Eigenkapital von 

Fr. [xxx]. In der als Beilage zur Steuererklärung eingereichten Erfolgsrechnung 2019 war bei 

den zu Lasten des Erfolgs verbuchten Rückstellungen als „Rückstellung Corona“ pauschal 

der Betrag von Fr. 10‘000.-- verbucht worden (siehe dazu die Unterlagen in KStV.AR.act. 2). 

 

 

B. Am 8. Dezember 2020 nahm die Vorinstanz die Steuerveranlagung vor und erliess die Ver-

anlagungsverfügungen und Schlussrechnungen zu den Staats- und Gemeindesteuern und 

der direkten Bundessteuer 2019 (siehe dazu die Unterlagen in KStV.AR.act. 2). Die Vorin-

stanz nahm sowohl zum deklarierten steuerbaren Gewinn als auch zum deklarierten steuer-

baren Kapital - der von der Beschwerdeführerin erfolgsmindernd verbuchten Corona-Rück-

stellung entsprechend - eine Aufrechnung von Fr. 10‘000.-- vor und erhob Steuern basierend 

auf einem steuerbaren Gewinn von Fr. [xxx] und einem steuerbaren Kapital von Fr. [xxx]. In 

der Berechnungsmitteilung wurde die Aufrechnung damit begründet, Rückstellungen 

könnten steuerrechtlich nur gebildet werden, wenn in der laufenden Steuerperiode tat-

sächlich oder zumindest wahrscheinlich Kosten verursacht wurden, die jedoch in der Höhe 

noch unbestimmt seien und sich erst in einer späteren Steuerperiode geldmässig auswirkten. 

Bei der Steuerdeklaration von Gewinn und Kapital habe die Beschwerdeführerin eine in der 

Buchhaltung ausgewiesene Rückstellung von Fr. 10‘000.-- im Zusammenhang mit der 

Corona-Pandemie berücksichtigt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie 

seien aber im Jahr 2019 noch gar nicht absehbar gewesen. Entsprechende Rückstellungen 

seien nach geltendem Steuerrecht daher nicht begründet und die Vorinstanz lasse aus 

diesem Grund keine Rückstellungen wegen der Corona-Pandemie für Jahresabschlüsse 

2019 zu. 

 

 

C. Am 18. Dezember 2020 erhob die Beschwerdeführerin Einsprache gegen die Steuerveran-

lagung 2019 (KStV.AR.act. 3) und erklärte sich mit der vorgenommenen Aufrechnung nicht 

einverstanden. Die Corona-Rückstellung sei im Hinblick auf das wirtschaftlich schwierige 

Jahr 2020 gemacht worden, in welchem die Beschwerdeführerin aufgrund behördlicher 

Massnahmen Kurzarbeit habe anmelden müssen und der Geschäftsgang stark rückläufig 

gewesen sei. Gemäss den gesetzlichen Grundlagen im Obligationenrecht seien steuerliche 

Seite 4 

Rückstellungen ein legitimes Mittel zur Sicherung des dauernden Gedeihens eines Unter-

nehmens. Covid-19 sei schon der Bezeichnung nach ein Ereignis, das im Jahr 2019 seinen 

Anfang genommen habe und es sei daher nicht einzusehen, weshalb diese Rückstellung 

steuerlich nicht akzeptiert werde. In anderen Kantonen würden solche Corona-Rückstellung-

en akzeptiert. Der Bundesrat habe ausserdem im März 2020 davon abgeraten, Dividenden 

für das Jahr 2019 auszuzahlen, um die Liquidität in den Firmen zu halten - die Beschwer-

deführerin habe sich an diese Empfehlung gehalten, was nun aber bei Nichtakzeptanz der 

Corona-Rückstellung durch die Vorinstanz einfach zu einem Liquiditätsabfluss in die 

Steuerkasse des Kantons führe. 

 

 

D. Mit Einspracheentscheid vom 7. Januar 2021 (KStV.AR.act. 4) hielt die Vorinstanz an der 

vorgenommenen Aufrechnung fest und wies die Einsprache ab. Es wurde an der bereits in 

der Veranlagung angegebenen Begründung festgehalten, wonach eine pauschale Corona-

Rückstellung nach geltendem Steuerrecht nicht begründet und daher aufzurechnen sei.  

 

 

E. Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 11. Ja-

nuar 2021 beim Obergericht eingereichte Beschwerde, welche sich sowohl gegen die Ver-

anlagung der Staats- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundessteuer 2019 rich-

tete.  

 

Aufgrund der im Bundessteuerrecht einerseits und im kantonalen Steuerrecht andererseits 

unterschiedlichen Rechtsgrundlagen eröffnete das Obergericht auf diese Beschwerde hin 

zwei Verfahren: Das Verfahren O2V 21 1 betreffend Staats- und Gemeindesteuern und das 

Verfahren O2V 21 3 betreffend direkte Bundessteuer.  

 

Nachdem für beide Verfahren ein Kostenvorschuss angefordert worden war, teilte die Be-

schwerdeführerin dem Obergericht mit Schreiben vom 15. Januar 2021 mit, sie werde, zumal 

der Streitwert für beide Verfahren zusammen maximal Fr. 1‘500.-- betrage, aus Kostengrün-

den nur das vorliegende Verfahren O2V 21 1 weiterführen und ersuchte darum, das Verfah-

ren O2V 21 3 betreffend die direkte Bundessteuer wieder abzuschreiben.  

 

Mit Einzelrichterverfügung vom 20. Januar 2021 im Verfahren O2V 21 3 wurde deshalb das 

Bundessteuerverfahren zufolge Rückzugs als erledigt am Gerichtsprotokoll abgeschrieben. 

Das vorliegende Verfahren O2V 20 1 mit den eingangs erwähnten Anträgen betrifft einzig die 

Veranlagung der Staats- und Gemeindesteuern 2019. 

 

Nach fristgemässem Eingang des im Verfahren O2V 20 1 angeforderten Kostenvorschusses 

wurde der Vorinstanz Gelegenheit eingeräumt, Stellung zur Beschwerde zu nehmen. Mit 

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Vernehmlassung vom 4. Februar 2021 beantragte die Steuerverwaltung Appenzell Ausser-

rhoden Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen für die Beschwerdeführerin. Zur Be-

gründung verwies die Vorinstanz unter anderem auf ein Schreiben der Konferenz der Kanto-

nalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren vom 6. April 2020 sowie auf das in dessen 

Anhang enthaltene Memorandum der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 29. März 2020, 

wonach in der Steuerperiode 2019 keine Sonderrückstellungen im Zusammenhang mit der 

Corona-Pandemie zuzulassen seien. Auf den Antrag der Beschwerdeführerin betreffend die 

Bewertung der Titelpapiere sei zudem gar nicht einzutreten.  

 

Am 11. Februar 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ein und hielt an ihren Be-

schwerdeanträgen fest. Sie wies insbesondere darauf hin, dass das Steuergesetz keinen 

verlangten Wissens- oder Unwissensstand per Bilanztag voraussetze und machte geltend, 

für eine steuerlich akzeptierte Rückstellung gelte einzig und allein, ob die Ursache für eine 

Rückstellung in der besagten Steuerperiode liege oder nicht. Darauf habe sich die Vorinstanz 

selber in einer Aussage vom Februar 2015 berufen, wie sich aus den beigelegten Unterlagen 

(act. 11.1-3) ergebe. Auch am Antrag im Zusammenhang mit der Bewertung der Titelpapiere 

hielt die Beschwerdeführerin ausdrücklich fest und erklärte, die Bewertung ihrer Titelpapiere 

basiere zu einem grossen Teil auf den erzielten Gewinnen, weshalb eine entsprechende 

Neubeurteilung Einfluss auf die Vermögenssteuer der Titelinhaber und damit auf weitere 

laufende Einspracheverfahren habe; somit sei auch auf diesen Antrag einzutreten. 

 

Die Vorinstanz verzichtete stillschweigend auf die Einreichung einer Duplik, woraufhin der 

Schriftenwechsel abgeschlossen war.  

 

Die Streitsache wurde, nachdem Beratungen und Verhandlungen beim Obergericht infolge 

der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2021 nur vereinzelt durchgeführt werden konnten, 

nach der im August 2021 erfolgten Wiederaufnahme des ordentlichen Verhandlungs- und 

Sitzungsbetriebs vor Ort auf die erste ordentliche Sitzung der zweiten Abteilung traktandiert, 

an welcher die Richterin und die Richter der zweiten Abteilung des Obergerichts mit vorlie-

gendem Urteil über die Beschwerde im Verfahren O2V 21 1 entschieden. 

  

Seite 6 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1 Einspracheentscheide der Vorinstanz können innert 30 Tagen nach Eröffnung schriftlich mit 

Beschwerde beim Obergericht angefochten werden (Art. 188 Abs. 1 Steuergesetz [StG, bGS 

621.11] i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. a Justizgesetz [JG, bGS 145.31]). Angefochten ist der mittels 

Einschreibebrief verschickte Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 7. Januar 2021, 

welcher frühestens tags darauf bei der Beschwerdeführerin einging. Die am 11. Januar 2021 

beim Obergericht eingereichte Beschwerde erfolgte somit rechtzeitig. Da die Beschwer-

deführerin vom angefochtenen Einspracheentscheid direkt betroffen ist, kommt ihr nach Art. 

59 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) 

ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids zu. Nachdem 

die Beschwerdeschrift die formellen Anforderungen grundsätzlich erfüllt und auch der bei der 

Beschwerdeführerin angeforderte Kostenvorschuss rechtzeitig innert der ihr angesetzten 

Frist bei der Gerichtskasse einging, ist auf die Beschwerde - unter Vorbehalt von E. 1.3 

nachfolgend - einzutreten.  

 

 

1.2 Der Entscheid über Steuerstreitsachen fällt unabhängig vom Streitwert in die Zuständigkeit 

der Abteilungen des Obergerichts (Art. 29 Abs. 1 lit. a JG e contrario). Das Gesamtgericht 

hat Beschwerden in Steuerstreitsachen der 2. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so 

publiziert im aktuellen Staatskalender des Kantons Appenzell Ausserrhoden 

[https://staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur Behandlung 

der Beschwerde zuständig ist.  

 

 

1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt unter Ziff. 4 ihrer Rechtsbegehren eine Anpassung der 

Bewertung ihrer Titelpapiere. Dazu ist vorweg Folgendes in Erwägung zu ziehen:  

 

a. Aus den von der Beschwerdeführerin mit der Replik eingereichten Beilagen (act. 11.3) ist 

ersichtlich, dass die Vorinstanz der Geschäftsführung der Beschwerdeführerin mit Schreiben 

vom 18. November 2020 mitgeteilt hatte, dass sie per Ende 2019 für die Namenstamm-

einlagen der Beschwerdeführerin (2 x Stammanteil à Fr. 10‘000.--) einen Bruttosteuerwert 

von rund 1‘567% (entsprechend einem Unternehmenswert von Fr. [xxx]) ermittelt habe, 

wobei dieser Bruttosteuerwert basierend auf dem Ertrags- und Substanzwert 2019 berechnet 

worden und dabei die im Jahr 2019 von der Beschwerdeführerin verbuchte Corona-

Rückstellung mit der Begründung „Aufrechnung überhöhte Steuerrückstellung“ korrigiert 

worden war.   

Seite 7 

b. Die Aufrechnung der Corona-Rückstellung spielte somit auch eine Rolle bei der Bewertung 

der Titelpapiere der Beschwerdeführerin. Ob sich aber das Obergericht im Rahmen des vor-

liegenden Verfahrens mit dieser Bewertung der Titelpapiere zu befassen hat (bzw. überhaupt 

befassen kann), hängt davon ab, ob die Bewertung der Titelpapiere formell gesehen zum 

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens gehört oder nicht.  

 

c. Das Verfahren O2V 21 1 hat ausschliesslich die Gewinn- und Kapitalsteuern 2019 der Be-

schwerdeführerin selber zum Gegenstand: Angefochten ist die Festlegung der steuerbaren 

Faktoren (konkret: des steuerbaren Kapitals und des steuerbaren Gewinns) im Einsprache-

entscheid vom 7. Januar 2021. Gemäss diesem Einspracheentscheid hat die Vorinstanz die 

von der Beschwerdeführerin verbuchte Corona-Rückstellung von Fr. 10‘000.-- sowohl beim 

steuerbaren Gewinn für die von der Beschwerdeführerin zu entrichtende Gewinnsteuer (als 

nicht geschäftsmässig begründete Abschreibung) als auch beim steuerbaren Kapital für die 

von der Beschwerdeführerin zu entrichtende Kapitalsteuer (als Gewinn versteuerte stille Re-

serven) aufgerechnet.  

 

d. Bei der Bewertung der Titelpapiere der Beschwerdeführerin stellen sich zwar zum Teil - ge-

rade auch mit Bezug auf die Aufrechnung der Corona-Rückstellung - dieselben Fragen wie 

bei der Festlegung der steuerbaren Faktoren für die bei der Beschwerdeführerin zu erhe-

benden Steuern. Die Bewertung der Titelpapiere hat aber auf die Festlegung der steuerbaren 

Faktoren der von der Beschwerdeführerin zu entrichtenden Staats- und Gemeindesteuern 

(sowie auch der hier nicht betroffenen direkten Bundessteuer) keinen direkten Einfluss. Die 

steuerliche Bewertung der Titelpapiere spielt dann eine Rolle, wenn es um die konkrete Fest-

legung der steuerbaren Faktoren für die Besteuerung der Titelinhaber persönlich geht.  

 

e. Wie sich aus den vorinstanzlichen Akten ergibt (vgl. KStV.AR.act. 3), haben die Titelinhaber 

der Stammanteile der Beschwerdeführerin gegen die ihnen mitgeteilte Bewertung der Titel-

papiere offenbar ebenfalls Rechtsmittel ergriffen und sich, wie dies die Beschwerdeführerin 

im vorliegenden Verfahren mit Bezug auf die Festlegung der bei ihr steuerbaren Faktoren 

tut, gegen die auch dort von der Vorinstanz vorgenommene Aufrechnung der Corona-

Rückstellung ausgesprochen.  

 

 Es ist davon auszugehen, dass jene Verfahren derzeit noch nicht abgeschlossen sind. Die 

Vorinstanz wird eingeladen, die im vorliegenden Verfahren im Zusammenhang mit der 

Corona-Rückstellung angeführten obergerichtlichen Erwägungen miteinzubeziehen, wenn 

sie zu gegebener Zeit über die gegen die Bewertung der Titelpapiere erhobenen Einsprachen 

entscheiden wird. Da aber die umstrittene Bewertung der Titelpapiere formell betrachtet nicht 

zum Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens gehört und auch keinen direkten Einfluss 

Seite 8 

auf die Festlegung der steuerbaren Faktoren für die Gewinn- und Kapitalsteuern der 

Beschwerdeführerin hat, kann im vorliegenden Verfahren auf das Rechtsbegehren gemäss 

Ziff. 4 der Anträge der Beschwerdeführerin, wie die Vorinstanz zu Recht geltend macht, nicht 

eingetreten werden. 

 

 

 

2. Materielles 

 

2.1 Die Beschwerdeführerin ist aufgrund ihres Sitzes in B. im Kanton Appenzell Ausserrhoden 

gewinn- und kapitalsteuerpflichtig, was zwischen den Parteien unbestritten ist.  

 

a. Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn (Art. 68 StG). Der bei den hier interessie-

renden kantonalen Steuern steuerbare Reingewinn setzt sich gemäss Art. 69 StG zusammen 

aus: 

 dem Saldo der Erfolgsrechnung;  

 allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des Ge-

schäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand 

verwendet werden (wie insbesondere Kosten für die Anschaffung, Herstellung oder Wert-

vermehrung von Gegenständen des Anlagevermögens; geschäftsmässig nicht be-

gründete Abschreibungen, Wertberichtigungen, Rücklagen für Forschung und Entwick-

lung sowie Rückstellungen; Einlagen in die Reserven; Einzahlungen auf das Eigenkapital 

aus eigenen Mitteln, soweit diese nicht versteuerten Reserven entnommen werden und 

offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und geschäftsmässig nicht begründete 

Zuwendungen an Dritte); 

 den der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträgen, mit Einschluss der Kapital-, 

Aufwertungs- und Liquidationsgewinne;  

 sowie den Zinsen auf verdecktem Eigenkapital gemäss Art. 88 StG.  

 

b. Gegenstand der Kapitalsteuer ist das Eigenkapital (Art. 86 StG). Das steuerbare Eigenkapital 

besteht bei Kapitalgesellschaften und Genossenschaften aus dem einbezahlten Aktien-, 

Grund- oder Stammkapital, dem Partizipationskapital, den in der Handelsbilanz ausgewiese-

nen Einlagen, Aufgeldern und Zuschüssen im Sinn von Art. 23b StG, sowie den offenen und 

den aus versteuertem Gewinn gebildeten stillen Reserven (Art. 87 Abs. 1 StG). Letztere 

beinhalten namentlich die handelsrechtlich vorgenommenen Abschreibungen, Rückstel-

lungen und Wertberichtigungen, welche steuerlich aufgerechnet wurden und deshalb dem 

steuerbaren Eigenkapital hinzuzurechnen sind.  

  

Seite 9 

2.2 Die meisten Unternehmungen schliessen ihr Geschäftsjahr jeweils per 31. Dezember ab. 

Das trifft auch auf die Beschwerdeführerin zu. Infolge der - wie sich inzwischen gezeigt hat, 

länger andauernden und weitreichende wirtschaftliche Folgen nach sich ziehenden - Corona-

Pandemie stellte sich für die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Einreichung der Steuer-

erklärung 2019 im April 2020 die Frage, ob es sinnvoll oder allenfalls sogar geboten sei, 

bereits im Abschluss per 31. Dezember 2019 zu Lasten des Reingewinns eine Corona-Rück-

stellung zu verbuchen.  

 

a. Rückstellungen können steuerrechtlich zum Vornherein nur dann berücksichtigt werden, 

wenn sie in der handelsrechtlichen Jahresrechnung verbucht sind. Dass das Rechnungsle-

gungsrecht die Verbuchung einer Corona-Rückstellung im Abschluss 2019 jedenfalls nicht 

ausschliesst, ist in der Praxis grundsätzlich anerkannt: Eine pauschale Corona-Rückstellung 

kann einerseits gestützt auf Art. 960e Abs. 3 Ziff. 4 Obligationenrecht (OR, SR 220; „Rück-

stellungen dürfen insbesondere gebildet werden für die Sicherung des dauernden Gedeihens 

des Unternehmens“) erfolgen; in bestimmten Fällen ist sogar eine Qualifikation als 

Rückstellung gestützt auf Art. 960e Abs. 2 OR („Lassen vergangene Ereignisse einen Mittel-

abfluss in künftigen Geschäftsjahren erwarten, so müssen die voraussichtlich erforderlichen 

Rückstellungen zulasten der Erfolgsrechnung gebildet werden“) denkbar (vgl. zur ganzen 

Thematik insbesondere auch die Abhandlung von FABIAN DUSS, in: StR 75/2020, S. 478 ff.; 

Informationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus des Schweizerischen Instituts für die 

Eingeschränkte Revision SIFER1). Dass die Beschwerdeführerin in ihrem Jahresabschluss 

2019 eine Corona-Rückstellung von Fr. 10‘000.-- verbucht hat, ist aus handelsrechtlicher 

Sicht nicht weiter zu beanstanden. Dies ist zwischen den Parteien soweit auch unbestritten.  

 

b. Allerdings stellt sich die Frage, ob die im Einklang mit dem Rechnungslegungsrecht gebildete 

Corona-Rückstellung von pauschal Fr. 10‘000.-- auch steuerlich abzugsfähig ist, was die 

Vorinstanz im Gegensatz zur Beschwerdeführerin verneint. In diesem Zusammenhang ist zu 

beachten, dass der nach kaufmännischen Vorschriften ermittelte Reingewinn gemäss 

Erfolgsrechnung zwar Ausgangspunkt für die Festlegung der steuerbaren Faktoren (Gewinn 

und Kapital) einer Unternehmung ist, d.h. auch im Steuerrecht ist zunächst auf die han-

delsrechtskonform erstellte Jahresrechnung abzustellen (sog. Massgeblichkeitsprinzip, vgl. 

Art. 69 Abs. 1 Ziff. 1 und Art. 87 Abs. 1 StG). Eine absolute Anlehnung an die handelsrecht-

liche Rechnungslegung ist allerdings im Steuerrecht nicht vorgesehen: Da der Zweck von 

Handels- und Steuerbilanz nicht gesamthaft übereinstimmt, besteht Bedarf nach gewissen 

steuerrechtlichen Anpassungen. So zielt das Steuerrecht namentlich auf die Erfassung des 

tatsächlich erzielten Periodengewinns einer Unternehmung als Ausdruck deren wirtschaft-

                                                
1 https://www.treuhandsuisse.ch/publikationen/aktuelle-infos-zum-coronavirus 

Seite 10 

licher Leistungsfähigkeit ab und gibt infolgedessen Tiefstwerte vor, wohingegen das Han-

delsrecht, bei welchem auch das Vorsichtsprinzip zum Tragen kommt, Höchstwerte festlegt. 

Für die Ermittlung der Steuerwerte ist daher ein handelsrechtskonformer Saldo der Erfolgs-

rechnung gegebenenfalls um die steuerlichen Korrekturvorschriften zu bereinigen (vgl. dazu 

auch MICHAEL BERTSCHINGER, Die handelsrechtliche und steuerrechtliche Gewinnermittlung 

unter dem revidierten Rechnungslegungsrecht, Bern 2020, S. 85 ff., Rz. 118 ff. zu §3). 

 

 

2.3 Die Vorinstanz hat die Aufrechnung der von der Beschwerdeführerin in ihrer Handelsbilanz 

verbuchten und auch steuerlich geltend gemachten Corona-Rückstellung damit begründet, 

dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie Ende 2019 noch gar nicht ab-

sehbar gewesen seien. Entsprechende Rückstellungen seien daher nicht begründet und für 

die Festlegung des steuerbaren Gewinns und Kapitals aufzurechnen. 

 

 Die entscheidende im vorliegenden Verfahren zu klärende Frage ist somit, ob die von der 

Beschwerdeführerin verbuchte Corona-Rückstellung aus steuerrechtlicher Sicht als ge-

schäftsmässig begründet anzusehen ist oder nicht. Geschäftsmässig begründete Rückstel-

lungen vermindern den steuerbaren Gewinn und das steuerbare Kapital; geschäftsmässig 

nicht begründete Rückstellungen gehören dagegen sowohl zu dem bei den Staats- und Ge-

meindesteuern steuerbaren Reingewinn (Art. 69 Abs. 1 Ziff. 2 lit. b StG) als auch - in Form 

von stillen Reserven, die aus versteuertem Gewinn gebildeten wurden - zum steuerbaren 

Kapital (Art. 87 Abs. 1 StG).  

 

 

2.4 Als geschäftsmässig begründet gelten gemäss kantonalem Steuergesetz „Rückstellungen, 

die dem Ausgleich drohender Verluste oder von Verpflichtungen dienen, die im Bestand oder 

dem Umfang nach noch unbestimmt sind“ (Art. 73 Abs. 1 lit. b StG).  

 

a. Bei einer Rückstellung handelt es sich nach allgemeiner Definition um eine durch eine nicht 

bargeldwirksame Aufwandbuchung gebildete Fremdkapitalposition, mit welcher einem tat-

sächlich oder zumindest wahrscheinlich verursachten, in seiner Höhe aber noch nicht genau 

bekannten Aufwand oder Verlust Rechnung getragen wird, der erwartungsgemäss erst in 

einer späteren Periode geldmässig verwirklicht wird und dem kein zurechenbarer Gegenwert 

gegenüber steht. Im Gegensatz zu Schulden besteht bei Rückstellungen also Ungewissheit 

hinsichtlich des Zeitpunkt des Mittelabflusses und / oder des zu leistenden Betrags. Eine 

Rückstellung hängt immer mit einer Verpflichtung zusammen, die bis zum Bilanzstichtag 

eingetreten sein muss; erst künftig erwartete oder in der Zukunft geplante Geschäftsvorfälle 

scheiden als Ursache für die Bildung einer Rückstellung grundsätzlich aus, ebenso wie 

„Generalrückstellungen für allgemeine Unternehmensrisiken“, weil damit rein fiktive 

Seite 11 

Verpflichtungen in die Bilanz aufgenommen würden (PETER BRÜLISAUER/OLIVER KRUMMEN-

ACHER, in: Zweifel/Beusch, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden, 3. Auflage 2017, N. 86 ff. zu Art. 24 StHG; Urteil des Bun-

desgerichts 2C_787/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2.5; je m.w.H.). Typischerweise sind unter 

die Bestimmung von Art. 73 Abs. 1 lit. b StG etwa Gewährleistungs- und Schadenersatz-

verpflichtungen zu subsumieren wie zum Beispiel Aufwendungen im Zusammenhang mit 

laufenden Rechtsmittelverfahren. 

 

b. Das Steuerrecht kennt einen eigenen Rückstellungsbegriff, der teilweise von demjenigen des 

Rechnungslegungsrechts abweicht; so müssen gemäss Rechnungslegungsrecht etwa nicht 

mehr begründete Rückstellungen explizit nicht zwingend aufgelöst werden (Art. 960e Abs. 4 

OR), was im Steuerrecht ausgeschlossen ist. Zentraler Massstab für eine rechtsgleiche und 

willkürfreie Besteuerung ist nämlich das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit, welches in Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV, SR 101) verankert 

ist und verlangt, dass jeder Steuerpflichtige im Verhältnis der ihm zur Verfügung stehenden 

Mittel an die gesamten Lasten des Gemeinwesens beiträgt. Während das Handelsrecht im 

Rahmen des dort im Vordergrund stehenden Gläubigerschutz- und Vorsichtsprinzips die 

Bildung und Beibehaltung von stillen Reserven grosszügiger zulässt, ist im Steuerrecht zur 

Wahrung des Prinzips der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit keine 

beliebige Tieferbewertung möglich. Eine zulässige handelsrechtliche Verbuchung allein 

vermag also die steuerliche Abzugsfähigkeit nicht per se zu rechtfertigen, sondern bedarf 

zusätzlich der Voraussetzung der geschäftsmässigen Begründetheit (vgl. auch MICHAEL 

BERTSCHINGER, a.a.O., S. 308, Rz. 436)  

 

c. In zeitlicher Hinsicht ist das im Steuerrecht geltende Leistungsfähigkeitsprinzip wie folgt prä-

zisiert: Die Steuern vom Reingewinn und vom Eigenkapital werden für jede Steuerperiode 

festgesetzt und erhoben (Art. 92 Abs. 1 StG). Als Steuerperiode gilt das Geschäftsjahr (Art. 

92 Abs. 2 StG), welches im Fall der Beschwerdeführerin mit dem Kalenderjahr - hier betroffen 

ist das Jahr 2019 - übereinstimmt. Der steuerbare Reingewinn bemisst sich nach dem Er-

gebnis der Steuerperiode und das steuerbare Eigenkapital nach dem Stand am Ende der 

Steuerperiode (Art. 93 Abs. 1 und Art. 94 Abs. 1 StG).  

 

 Diese Regeln im kantonalen Steuerrecht basieren auf dem in Art. 24 ff. des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (Steuerharmo-

nisierungsgesetz [StHG, SR 642.14]) verankerten Periodizitätsprinzip, wonach ein Unter-

nehmen im Steuerjahr X grundsätzlich denjenigen Gewinn versteuern soll, den es in der ent-

sprechenden Steuerperiode (hier konkret: Steuerperiode und Geschäftsjahr 2019) erzielt hat. 

Aufgrund des Periodizitätsprinzips sind Aufwand und Ertrag periodengerecht zuzuweisen. 

Seite 12 

Mit dem Periodizitätsprinzip nicht vereinbar ist die (handelsrechtlich in gewissem Mass zu-

lässige) übermässige Bildung stiller Reserven durch steuerlich übersetzte Abschreibungen 

oder Rückstellungen, die zu einer zeitlichen Verschiebung des Gewinnausweises (Steuer-

aufschub) und zu entsprechenden Zins- und Liquiditätsvorteilen führen. Die zeitliche Zuord-

nung eines Gewinns in der Steuerbilanz steht nicht im Belieben des Steuersubjekts (PETER 

BRÜLISAUER/OLIVER KRUMMENACHER, a.a.O., N. 160 ff. zu Art. 24 StHG, m.w.H.).  

 

d. Dass die Beschwerdeführerin im Geschäftsjahr 2019 eine Corona-Rückstellung von Fr. 

10‘000.-- verbucht hat, ist zwar handelsrechtlich gesehen nicht weiter zu beanstanden, be-

deutet aber nicht, dass eine solche Rückstellung automatisch auch steuerrechtlich zu akzep-

tieren ist. Wie die Beschwerdeführerin selbst einräumt, diente die Rückstellung - samt an-

deren Massnahmen wie etwa dem Verzicht auf Auszahlung von Dividenden - insbesondere 

dazu, möglichst viel Liquidität in der Firma zu halten (vgl. Beschwerde, act. 1). Aus unter-

nehmerischer Sicht das Augenmerk auf die Sicherung genügender Liquidität zu richten, mag 

in der ausserordentlichen Pandemielage ohne weiteres angezeigt und sinnvoll gewesen sein. 

Dennoch drängt es sich aus dem Blickwinkel des Steuerrechts aber auf, zu prüfen, ob durch 

die Verbuchung einer Corona-Rückstellung keine - gemessen am Leistungsfähigkeits- und 

Periodizitätsprinzip - ungerechtfertigte Steuerersparnis für das Steuersubjekt resultiert 

(PETER BRÜLISAUER/OLIVER KRUMMENACHER, a.a.O., N. 174 zu Art. 24 StHG).  

 

 Dabei ist Folgendes in Erwägung zu ziehen: 

 

 Gemäss Angaben in der von der Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz eingereichten 

Jahresrechnung soll die Corona-Rückstellung, die in der Erfolgsrechnung 2019 mit pau-

schal Fr. 10‘000.-- verbucht wurde, bereits im Laufe des Geschäftsjahres 2020 wieder 

aufgelöst werden (vgl. die entsprechende Anmerkung im Anhang zur mit der Steuererklä-

rung 2019 eingereichten Jahresrechnung 2019: „Infolge massivem Umsatzeinbruch auf-

grund der Coronakrise wurde eine pauschale Rückstellung gebildet. Diese wird im Laufe 

des Geschäftsjahres 2020 wieder aufgelöst“ [siehe Unterlagen in KStV.AR.act. 2]). Es 

geht im konkreten Fall der Beschwerdeführerin also um eine relativ kurze Periodenver-

schiebung, indem der Gewinn 2019 um Fr. 10‘000.-- gekürzt wird, was aber bereits in der 

folgenden Steuerperiode 2020 durch Auflösung der Reserve wieder ausgeglichen werden 

soll. 

 

 Da auch Appenzell Ausserrhoden - wie die meisten Kantone - bei den kantonalen Steuern 

einen Pränumerandobezug praktiziert (vgl. dazu auch das von der Vorinstanz vorgelegte 

Memorandum der Schweizerischen Steuerkonferenz SSK vom 29. März 2020, 

KStV.AR.act. 7), erfolgte im Fall der Beschwerdeführerin der provisorische Steuerbezug 

für die Steuerperiode 2019 noch vor Abschluss der Steuerperiode 2019. Das bedeutet, 

Seite 13 

dass die provisorischen Steuern 2019 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 ohnehin 

bereits bezahlt worden waren und eine Corona-Rückstellung im Jahresabschluss 2019 

deshalb jedenfalls keine direkten Auswirkungen mehr auf den bereits erfolgten provisori-

schen Bezug der Steuern für die Steuerperiode 2019 hatte; der provisorische Steuerbezug 

2019 hatte die Liquidität der Gesellschaft während des Geschäftsjahres 2019 bereits 

belastet (siehe dazu auch die Schlussrechnung bei den Unterlagen in KStV.AR.act. 2: 

Demnach waren bis zur Veranlagung bereits Fr. 1‘699.50 bezahlt worden und es wurde 

bezüglich Staats- und Gemeindesteuern 2019 lediglich der noch offene Betrag von Fr. 

527.80 in Rechnung gestellt). Im Resultat entstanden daher durch die Verbuchung einer 

Corona-Rückstellung im Steuerjahr 2019, die im Steuerjahr 2020 bereits wieder aufgelöst 

werden sollte, jedenfalls keine wesentlichen Effekte auf die tatsächliche Liquiditäts-

situation. Insoweit sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abseh-

bar im Geschäftsergebnis 2020 niederschlagen würden - was sich wohl bereits im Zeit-

punkt der Einreichung der Steuererklärung im April 2020, sicher aber vor Ende 2020 ab-

zeichnete - stand es der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer laufenden Liquiditätspla-

nung für das Geschäftsjahr 2020 zudem frei, rechtzeitig eine Anpassung des provisori-

schen Bezugs der kantonalen Steuern für die laufende Steuerperiode 2020 zu verlangen, 

was sich direkt auf die Liquiditätsplanung im Zusammenhang mit den für die Steuerpe-

riode 2020 geschuldeten Steuern auswirkte.  

 

 Im Lichte des für die steuerrechtliche Betrachtung im Vordergrund stehenden Leistungs- 

und Periodizitätsprinzips müssen sich Rückstellungen grundsätzlich auf Sachverhalte 

beziehen, die ihre Ursache in der jeweiligen Rechnungsperiode haben. Die Frage, ob eine 

Rückstellung in steuerrechtlicher Hinsicht als geschäftsmässig begründet gelten kann, 

muss demzufolge im konkreten Fall anhand der Sachumstände per Ende 2019 beurteilt 

werden.  

 

 Nur für den Fall, dass die von der Beschwerdeführerin im Abschluss 2019 verbuchte 

Corona-Rückstellung rechnungslegungsrechtlich geboten gewesen wäre, müsste sie kon-

sequenterweise auch in steuerrechtlicher Hinsicht akzeptiert werden, da diesfalls dem 

Massgeblichkeitsprinzip Vorrang einzuräumen wäre und Rückstellungen, die aus han-

delsrechtlicher Sicht zwingend zu verbuchen sind, steuerlich nicht aufgerechnet werden 

können, da deren geschäftsmässige Begründetheit ohne weiteres als ausgewiesen gelten 

würde. Ein solcher Fall würde namentlich vorliegen bei einer Rückstellung, die gestützt 

auf Art. 960e Abs. 2 OR gebildet wird („Lassen vergangene Ereignisse einen Mittelabfluss 

in künftigen Geschäftsjahren erwarten, so müssen die voraussichtlich erforderlichen 

Rückstellungen zulasten der Erfolgsrechnung gebildet werden“). Die Corona-

Rückstellung der Beschwerdeführerin im Abschluss 2019 lässt sich aber gerade nicht auf 

die Bestimmung von Art. 960e Abs. 2 OR abstützen: Der Betriebsertrag 2019 lag gemäss 

Seite 14 

den vorliegenden Buchhaltungsunterlagen mit Fr. [xxx] über dem Vorjahreswert von Fr. 

[xxx], so dass Ende 2019 noch keine Auswirkungen einer Pandemie auf die Geschäfte 

der Beschwerdeführerin ersichtlich waren, geschweige denn gar deren Unterneh-

mensfortführung in Frage gestellt war. Ebenso wenig existieren andere konkrete Anhalts-

punkte, welche der Beschwerdeführerin nachweislich bereits bis zum Bilanzstichtag be-

kannt gewesen wären und sie veranlasst hätten, schon Ende 2019 wegen der Corona-

Pandemie von einem bevorstehenden Umsatzeinbruch im Jahr 2020 auszugehen. Zwar 

trat die Krankheit COVID-19, wie die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift 

argumentiert, tatsächlich bereits im Jahr 2019 auf bzw. nahm somit vor Ende der 

Steuerperiode 2019 ihren Anfang, bereits absehbare Auswirkungen einer weltweiten 

Pandemie auf den Geschäftsgang der Beschwerdeführerin waren aber bis Ende 2019 

noch nicht vorhanden und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht konkret belegt. 

Tatsächlich dürfte sich für die Beschwerdeführerin (wie auch für beliebige andere Unter-

nehmungen im Kanton bzw. überhaupt in der ganzen Schweiz) erst im Verlauf des ersten 

Drittels des Geschäftsjahres 2020 herausgestellt haben, dass im laufenden Geschäftsjahr 

2020 coronabedingt mit Umsatzeinbussen zu rechnen war. Deshalb bleibt letztlich auch 

der von der Beschwerdeführerin in der Replik angebrachte Verweis auf die Ausführungen 

der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die 

SNB (vgl. dazu act. 11.1, Mitteilung der Vorinstanz vom Februar 2015) unbehelflich: Zwar 

hat die Vorinstanz dort ausdrücklich festgehalten, dass wenn die Ursache für ein Ereignis 

bereits am Bilanzstichtag bestehe, dieses Ereignis in der Jahresrechnung des 

abgelaufenen Geschäftsjahres buchungspflichtig - und damit sinngemäss auch steuerlich 

zu berücksichtigen - sei. Die Pandemielage (aufgrund welcher die Rückstellung verbucht 

wurde) wurde allerdings erst Ende Januar 2020 von der WHO ausgerufen; in der Schweiz 

hat der Bundesrat die Situation schliesslich am 28. Februar 2020 als besondere Lage 

gemäss Art. 6 Epidemiegesetz (EpG, SR 818.101) eingestuft und erste ausserordentliche 

Massnahmen angeordnet.2 

 

 Die Beschwerdeführerin sieht die handelsrechtliche Grundlage der Corona-Rückstellung 

letztlich auch selber gar nicht in der Bestimmung von Art. 960e Abs. 2 OR (und macht 

somit - zu Recht - auch nicht geltend, eine Corona-Rückstellung sei aus handelsrechtli-

cher Sicht nicht nur möglich, sondern zwingend vorgeschrieben gewesen), sondern sie 

stützt die verbuchte Corona-Rückstellung vielmehr explizit auf Art. 960e Abs. 3 Ziff. 4 OR 

(vgl. Einsprache vom 18. Dezember 2020 [KStV.AR.act. 3] und Beschwerde vom 11. Ja-

nuar 2021 [act. 1]). Art. 960e Abs. 3 Ziff. 4 OR lässt Rückstellungen zu „für die Sicherung 

des dauernden Gedeihens des Unternehmens.“ Solche - handelsrechtlich zulässigen - 

Rückstellungen für das dauernde Gedeihen eines Unternehmens sind aber notabene gar 

                                                
2 https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-78289.html 

Seite 15 

keine echten Verbindlichkeiten, sondern deren Bildung stellt vielmehr eine Aufwandvor-

wegnahme dar und führt somit zur Verzerrung der echten Ertragslage des Unternehmens. 

Derartige Rückstellungen gestützt auf Art. 960e Abs. 3 Ziff. 4 OR für Ertragseinbussen, 

die sich erst in Zukunft realisieren, sich aber am Ende des Geschäftsjahres noch gar nicht 

konkret abgezeichnet haben, sind steuerrechtlich grundsätzlich nicht zuzulassen, es sei 

denn, dafür bestünde eine konkrete Sonderregelung oder -praxis, welche rechtsgleich für 

alle Steuersubjekte zur Anwendung gelangt (FABIAN DUSS, a.a.O., S. 478 ff., S. 485). 

 

 Zur aktuellen Rechtspraxis aus Sicht der mit den Jahresabschlüssen 2019 befassten 

Treuhänder und Rechnungsprüfer enthält namentlich die Internetseite von Treuhand 

Suisse diverse Informationen zum Coronavirus.3 Demnach vertritt das Schweizerische 

Institut für die Eingeschränkte Revision (SIFER) die Meinung, dass sich im Zusammen-

hang mit der Corona-Pandemie grundsätzlich keine buchhalterischen Anpassungen auf-

grund des Coronavirus für die Jahresabschlüsse per 31.12.2019 ergeben (vgl. Unterlagen 

Treuhand Suisse: SIFER, Informationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, 

abgerufen am 12. Mai 2021; ferner auch ROBERTO DI NINO, COVID-19-Pandemie und 

Jahresabschlüsse 2020, in: TREX 2020, S. 332 ff.). Zwar wird nicht generell ausgeschlos-

sen, dass Unternehmungen im Rahmen der Möglichkeiten des Rechnungslegungsrechts 

Rückstellungen in der Jahresrechnung 2019 vornehmen, allerdings wird die Pandemie 

grundsätzlich als Ereignis 2020 betrachtet und für Verluste, deren Ursache nach dem 

Bilanzstichtag eingetreten ist, besteht jedenfalls keine Rückstellungspflicht. Werden 

trotzdem Rückstellungen in der Handelsbilanz 2019 aufgrund der dortigen Zulässigkeit 

von stillen Reserven gebildet, müssen diese entsprechend im Bestand der stillen 

Reserven aufgeführt werden (vgl. Unterlagen Treuhand Suisse: Fragen und Antworten 

zur Eingeschränkten Revision, Stand 15. April 2020). Auch gemäss der vom Institut 

Steuern von Treuhand Suisse zusammengestellten Übersicht über die steuerlichen 

Folgen von COVID-19 sind in der Steuerbilanz 2019 im Grundsatz keine Corona-Rück-

stellungen möglich, sondern die gegebenenfalls zulässigerweise in der Handelsbilanz ver-

buchten Rückstellungen sind steuerlich als nicht abzugsfähige Rücklagen zu qualifizieren, 

da die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie bis zum Jahresabschluss 

2019 noch nicht voraussehbar waren bzw. die wirtschaftlichen Folgen erst ab 2020 

eingetreten sind. Das heisst, auch aus steuerrechtlicher Sicht der Praktiker sind somit 

pauschale Corona-Rückstellungen im Jahresabschluss 2019, welche nicht handelsrecht-

lich vorgeschrieben waren, aufgrund des im Steuerrecht geltenden Leistungsfähigkeits- 

und Periodizitätsprinzips nicht zu akzeptieren. 

 

                                                
3 https://www.treuhandsuisse.ch/de/publikationen-medien/aktuelle-infos-zum-coronavirus/ (wird laufend 
aktualisiert; abgerufen am 12. Mai 2021) 

Seite 16 

 Die Beschwerdeführerin macht (zu Recht) nicht geltend, die von ihr verbuchte Corona-

Rückstellung sei handelsrechtlich vorgeschrieben gewesen: Auch bei vertiefter Prüfung 

lassen sich im konkreten Fall nämlich keine Umstände erkennen, wonach die Verbuchung 

der Corona-Rückstellung im Jahresabschluss 2019 der Beschwerdeführerin rechnungs-

legungsrechtlich (namentlich gestützt auf Art. 960e Abs. 2 OR) zwingend geboten ge-

wesen sein könnte, weil ein hinreichender Konnex zum Geschäftsjahr 2019 bestand. Mit 

Bezug auf die Bildung von Rückstellungen sieht das Handelsrecht wie bereits angeführt 

deutlich weitreichendere Möglichkeiten vor als das Steuerrecht; für die Akzeptanz einer 

Rückstellung aus steuerlicher Sicht genügt die blosse Erkenntnis, dass gegebenenfalls 

ein künftiger Mittelabfluss bzw. Minderzufluss resultiert, für sich alleine noch nicht. Bei der 

hier in Frage stehenden Corona-Rückstellung handelt es sich um eine pauschale, am 

Ende des Geschäftsjahres allerdings noch nicht konkretisierbare Rückstellung für 

erwartete Mindereinnahmen infolge der Corona-Pandemie im Geschäftsjahr 2020; solche 

Rückstellungen sind in der Steuerbilanz 2019 grundsätzlich nicht zulässig (vgl. in diesem 

Zusammenhang auch die Erwägungen im Urteil des Bundesgerichts 2C_1059/2019 vom 

1. Dezember 2020 [auszugweise publiziert in BGE 147 II 209]; FABIAN DUSS, a.a.O., S. 

477 f.).  

 

 

2.5 Zusammengefasst ist somit festzuhalten, dass Corona-Rückstellungen im Jahresabschluss 

2019, die nach den handelsrechtlichen Bestimmungen nicht zwingend geboten sind, unter 

dem Titel von Art. 960e Abs. 3 Ziff. 4 OR aber dennoch gebildet werden, weder im - vom 

vorliegenden Verfahren nicht betroffenen - Bundessteuerbereich (vgl. dazu insbesondere 

das Schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung EStV vom 8. April 2020 an die Vor-

steherinnen und Vorsteher der kantonalen Steuerverwaltungen, KStV.AR.act. 6) noch von 

den meisten kantonalen Steuerbehörden für die Veranlagung der kantonalen Steuern akzep-

tiert werden. Nur vereinzelte Kantone haben beschlossen, bei den kantonalen Steuern 

solche Corona-Rückstellungen für die Steuerperiode 2019 zuzulassen, dies allerdings in der 

Regel in Abhängigkeit vom Ergebnis und teils betragsmässig begrenzt, vgl. dazu die von 

EXPERTsuisse zusammengestellte Übersicht, Corona-Pandemie in der Steuerbilanz, Stand 

30. April 20204: Demnach akzeptieren die Kantone AG, TG, VS und ZG unter bestimmten 

Voraussetzungen Corona-Rückstellungen in der Steuerbilanz, wobei es sich um eine 

offensichtlich finanz- und sozialpolitisch motivierte Billigkeitslösung handelt, die harmonisie-

rungsrechtlich nicht unbedenklich erscheint (FABIAN DUSS, a.a.O, S. 485 und S. 487, je in 

fine). In der Mehrheit der Kantone gehen die Steuerbehörden dagegen davon aus, dass 

                                                
4 https://www.expertsuisse.ch/coronavirus_steuern#dsarticle_5056079 

Seite 17 

Corona-Rückstellungen im Geschäftsjahr 2019 nicht geschäftsmässig begründet und daher 

steuerlich nicht abzugsfähig sind, selbst wenn sie handelsrechtlich verbucht wurden.  

 

 Die Beschwerdeführerin kann weder aus den im Kanton Appenzell Ausserrhoden geltenden 

Rechtsgrundlagen noch aus der Veranlagungspraxis der Vorinstanz einen Anspruch ablei-

ten, wonach ihre im Jahresabschluss 2019 gestützt auf Art. 960e Abs. 3 Ziff. 4 OR pauschal 

verbuchte Corona-Rückstellung von Fr. 10‘000.-- für die Steuerbilanz zu berücksichtigen 

wäre. Die Bildung der betreffenden Rückstellung in der Handelsbilanz ist zwar aus unter-

nehmerischer Sicht durchaus nachvollziehbar, vermag aber angesichts des im Steuerrecht 

geltenden Leistungs- und Periodizitätsprinzips und namentlich auch unter Berücksichtigung 

der Tatsache, dass selbst aus Praktiker-Sicht weitgehend einhellig davon ausgegangen wird, 

dass im Rahmen der von der Handelsbilanz zu unterscheidenden Steuerbilanz grundsätzlich 

kein Anspruch auf Berücksichtigung einer Corona-Rückstellung für das Jahr 2019 besteht, 

nicht dafür genügen, die von der Vorinstanz für alle Steuersubjekte rechtsgleich angewandte 

Veranlagungspraxis, wonach in den Steuerbilanzen 2019 keine Corona-Rückstellungen 

akzeptiert werden können, zu korrigieren.  

 

 Angesichts der vorstehenden Erwägungen ist die von der Vorinstanz vorgenommene und 

von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren angefochtene Aufrechnung der 

Corona-Rückstellung von Fr. 10‘000.-- in der Steuerbilanz nicht zu beanstanden. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

 

 Bezüglich der Festlegung des steuerbaren Kapitals durch die Vorinstanz bleibt abschlies-

send anzumerken, dass die Gesamtsteuer für das Kapital im Kanton Appenzell Ausser-

rhoden ohnehin mindestens Fr. 900.-- beträgt (Art. 90 Abs. 2 StG). Bei dieser sog. Mindest-

steuer handelt es sich um eine Steuer, welche als gesetzlich festgelegter Betrag erhoben 

wird, wenn die ordentliche Steuerleistung diesen Betrag unterschreitet (vgl. zum Begriff der 

Mindeststeuer auch MICHAEL FELBER/FABIAN DUSS, in: Zweifel/Beusch, Bundesgesetz über 

die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, a.a.O., N. 9 ff. zu Art. 

27 StHG, m.w.H. sowie Urteil des Bundesgerichts 2C_114/2017 vom 14. Februar 2018 E. 

3.2.1). Im Fall der Beschwerdeführerin ist daher letztlich unabhängig davon, ob von einem 

steuerbaren Kapital gemäss Deklaration von Fr. [xxx] oder von einem um die Corona-

Rückstellung korrigierten Kapital von (abgerundet) Fr. [xxx] ausgegangen wird, so oder so 

die gesetzlich vorgesehene Mindestkapitalsteuer von Fr. 900.-- geschuldet: Die bei der im 

konkreten Fall zur Anwendung gelangenden Steuereinheit von 7.30 resultierende Kapital-

steuer 2019 gemäss Art. 90 Abs. 1 StG (0.065 Promille des steuerbaren Eigenkapitals) liegt 

nämlich in beiden Fällen deutlich unter Fr. 900.--, so dass gestützt auf die Ausnahmebestim-

mung von Art. 90 Abs. 2 StG die zu erhebende Kapitalsteuer im Resultat in beiden Fällen 

dem Mindestbetrag von Fr. 900.-- entspricht.   

Seite 18 

3. Kosten und Entschädigung 

 

3.1 Die 2. Abteilung des Obergerichts hat in der vorliegenden Sache als Verwaltungsgericht ent-

schieden. Vor Verwaltungsgericht betragen die Verfahrenskosten gemäss Art. 4a des 

Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2) grundsätzlich bis zu Fr. 

5‘000.--. Innerhalb des Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und Arbeits-

aufwand, der Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit der Gebührenpflichtigen zu bemessen (Art. 20 VRPG). Unter Berücksich-

tigung, dass im Rahmen des vorliegenden Verfahrens eine vom Obergericht in seiner bis-

herigen Rechtsprechung noch nicht behandelte Grundsatzfrage zu klären war, erscheint es 

nicht angezeigt, den Kostenrahmen nach oben auszuschöpfen. Angesichts des im konkreten 

Fall zudem geringen Aktenumfangs und insbesondere des geringen Streitwerts sowie dem 

nachvollziehbaren Anliegen der Beschwerdeführerin zur gerichtlichen Klärung der sich im 

Verfahren O2V 21 1 erstmals stellenden Fragen wird die Gerichtsgebühr im Verfahren O2V 

21 1 auf Fr. 500.-- festgesetzt.  

 

 Im Rechtsmittelverfahren ist gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt 

oder auf dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 3 

VRPG). Beim vorliegenden Verfahrensausgang sind die Kosten des Verfahrens der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr kann mit dem von ihr bereits geleisteten 

Kostenvorschuss verrechnet werden. 

 

 

3.2 Eine Entschädigung ist der Beschwerdeführerin beim vorliegenden Verfahrensausgang nicht 

zuzusprechen (Art. 53 Abs. 3 VRPG e contrario). 

 

 

3.3 Der Vorinstanz werden unabhängig vom Verfahrensausgang weder Kosten auferlegt (Art. 53 

Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 VRPG) noch Entschädigungen zugesprochen (Art. 53 Abs. 3 

i.V.m. Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG).  

  

Seite 19 

Demgemäss erkennt das Obergericht: 

 

1. Die Beschwerde der A. wird abgewiesen. 
 
 
2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, unter Verrech-

nung mit dem von ihr einbezahlten Kostenvorschuss. Die Gerichtskasse wird angewiesen, 
der Beschwerdeführerin Fr. 300.-- vom einbezahlten Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 

 
 
3. Entschädigungen werden keine zugesprochen. 
 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet 
sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, 
schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid 
sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 
42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz, sowie nach Rechtskraft an die 

Gerichtskasse (im Dispositiv). 
 
 
 

Im Namen der 2. Abteilung des Obergerichts 
 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident:  

 

 

Dr. iur. Manuel Hüsser 

Die Gerichtsschreiberin:   

 

 

lic. iur. Annika Mauerhofer 

 
 
 

versandt am: 30. August 2021