# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 251e6a12-7164-5c22-95e5-904cc22358ea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.04.2025 F-1204/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1204-2025_2025-04-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1204/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiberin Selina Schmid. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch MLaw Benjamin Reist, Rechtsschutz für 

Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region Zürich,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone; Verfügung 

des SEM vom 13. Februar 2025 / (…). 

 

 

 

F-1204/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (afghanischer Staatsangehöriger, geb. […]) er-

suchte am 16. Dezember 2024 in der Schweiz um Asyl. Anlässlich der An-

hörung zu den Asylgründen (Art. 29 AsylG [SR 142.31]) vom 4. Februar 

2025 äusserte er betreffend Kantonszuteilung den Wunsch, im gleichen 

Kanton wie sein Cousin A.E. ([…]; fortan: Cousin) zugeteilt zu werden (Kan-

ton B._______).  

B.  

Mit Verfügung vom 13. Februar 2025 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers (Dispositivziffer 1), lehnte sein 

Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2) und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz an (Dispositivziffer 3), verfügte jedoch zufolge der Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs eine vorläufige Aufnahme (Dispositivziffern 4 

und 5). Gleichzeitig wies sie ihn dem Kanton C._______ zu, der mit der 

Umsetzung der vorläufigen Aufnahme beauftragt wurde (Dispositivziffer 6). 

Ferner hielt die Vorinstanz fest, eine allfällige Beschwerde gegen die Kan-

tonszuweisung habe keine aufschiebende Wirkung (Dispositivziffer 7). 

C.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 24. Februar 2025 gelangte der Beschwerde-

führer an das Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die Dispositiv-

ziffern 6 und 7 der Verfügung der Vorinstanz seien aufzuheben und die 

Vorinstanz sei anzuweisen, ihn dem Kanton B._______ zuzuweisen. Even-

tualiter sei die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. Er ersuchte um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde. Eventualiter sei als vorsorgliche Massnahme die Vorinstanz 

superprovisorisch, allenfalls provisorisch, anzuweisen, ihn bereits für die 

Dauer des vorliegenden Beschwerdeverfahrens dem Kanton B._______ 

zuzuweisen. Ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und 

von der Erhebung eines Kostenvorschuss sei abzusehen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM betreffend Kantonszuweisung unterliegen der 

Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 ff. VGG). 

F-1204/2025 

Seite 3 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Entscheide über die Zuweisung einer asylsuchenden Person an einen 

Kanton können gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG – diese Bestimmung geht als 

spezielle Bestimmung der allgemeinen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vor 

(Art. 106 Abs. 2 AsylG) – nur mit der Begründung angefochten werden, sie 

verletzten den Grundsatz der Einheit der Familie. Formelle Rügen sind in-

soweit zulässig, als sie im Zusammenhang mit dem erwähnten Grundsatz 

stehen (vgl. BVGE 2008/47 E. 1.2 und 1.3.2). Der Beschwerdeführer rügt 

in vertretbarer Weise eine Verletzung dieses Grundsatzes. 

1.4 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

1.5 Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, erweist sich die 

Beschwerde als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren ein-

zelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters be-

ziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-

führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu 

behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Prüfungs- und Begrün-

dungspflicht. Er bringt vor, die Vorinstanz habe lediglich seine Aussagen 

zusammengefasst, die Zuweisung in den Kanton C._______ sei jedoch 

ohne Bezugnahme auf seine Vorbringen erfolgt. Eine Auseinandersetzung 

mit dem konkret zu beurteilenden Sachverhalt – namentlich mit seiner fa-

miliären Situation – fehle gänzlich.  

2.2 Die Vorinstanz hat zunächst die einschlägigen rechtlichen Bestimmun-

gen, insbesondere das Erfordernis eines besonderen Abhängigkeitsver-

hältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Cousin (vgl. nach-

folgend E. 3.2), wiedergegeben und ausführlich dargelegt, wie sich der Be-

schwerdeführer zu seiner familiären Beziehung zu seinem Cousin geäus-

sert hat. Auch wenn die Vorinstanz daraus nicht explizit eine Schlussfolge-

rung gezogen hat, wird hinreichend ersichtlich, dass sie den Beschwerde-

führer aufgrund des fehlenden Abhängigkeitsverhältnisses zu seinem 

Cousin dem Kanton C._______– und nicht dem Kanton B._______ – 

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zugewiesen hat. Eine Verletzung der Prüfungs- und Begründungspflicht 

(Art. 32 Abs. 1 und 35 Abs. 1 VwVG) ist zu verneinen. 

2.3 Die formellen Rügen erweisen sich als unbegründet. Es besteht keine 

Veranlassung, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Das entsprechende Eventualbegehren ist abzuweisen. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG weist das SEM die Asylsuchenden den 

Kantonen zu und trägt dabei den schützenswerten Interessen der Kantone 

und der Asylsuchenden Rechnung. Die Verteilung erfolgt nach einem 

Schlüssel gemäss Art. 21 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311), wobei das SEM bei der Verteilung bereits in der 

Schweiz lebende Familienangehörige, die Staatsangehörigkeit der Asylsu-

chenden und besonders betreuungsintensive Fälle berücksichtigt (Art. 22 

Abs. 1 AsylV 1). Einer minderjährigen Person, die allein in die Schweiz 

kommt, kann auch gestattet werden, sich mehr oder weniger nahen Ange-

hörigen, die sich bereits in der Schweiz befinden, anzuschliessen (vgl. 

Handbuch Asyl und Rückkehr, Artikel C9, Unbegleitete minderjährige Asyl-

suchende [UMA], Ziff. 2.4.7). 

3.2 Der Begriff der «Einheit der Familie» gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG wird 

im Asylgesetz einheitlich verwendet und entspricht dem Schutzbereich von 

Art. 8 EMRK (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1). Er umfasst in erster Linie die 

Kernfamilie, das heisst die Ehegatten, eingetragene Partnerinnen und 

Partner und in dauernder eheähnlicher Gemeinschaft zusammenlebende 

Personen sowie deren minderjährige Kinder (vgl. Art. 1a Bst. e AsylV 1). 

Andere familiäre Verhältnisse fallen in den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 

EMRK, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Bezie-

hung besteht. Hinweise für solche Beziehungen sind das Zusammenleben 

in einem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell 

enge familiäre Bande, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von 

Verantwortung für eine andere Person. Bei hinreichender Intensität sind 

auch Beziehungen zwischen nahen Verwandten wesentlich. In diesem Fall 

setzt die Berufung auf Art. 8 EMRK aber ein über die üblichen familiären 

Beziehungen beziehungsweise emotionalen Bindungen hinausgehendes, 

besonderes Abhängigkeitsverhältnis voraus (BGE 147 I 268 E. 1.2.3; 

144 II 1 E. 6.1; 137 I 154 E. 3.4.2). 

3.3 Ein solches Abhängigkeitsverhältnis kann sich – unabhängig vom Alter 

– namentlich aus besonderen Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen wie 

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bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden 

Krankheiten ergeben (vgl. BGE 145 I 227 E. 3.1; 120 Ib 257 E. 1e). Die 

betroffene Person muss für die Bewältigung des täglichen Lebens auf 

fremde Hilfe angewiesen sein, die sinnvollerweise nur von einem nahen 

Angehörigen geleistet werden kann (vgl. Urteile des BVGer F-1649/2022 

vom 29. August 2024 E. 4.3; F-2651/2020 vom 4. April 2023 E. 4.3). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Grundsatzes der Ein-

heit der Familie und beantragt eine Zuweisung in den Kanton B._______. 

Er macht geltend, der Begriff der Einheit der Familie sei im Rahmen von 

Art. 3 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes vom 20. Novem-

ber 1989 (Kinderrechtskonvention, SR 0.107, KRK) extensiv auszulegen. 

Er habe seinen Cousin nach Kenntnisnahme von dessen Aufenthalt in der 

Schweiz kontaktiert. Seither habe ihr Kontakt an Intensität zugenommen 

und sich gefestigt. Sein Cousin sei eine sehr wichtige Bezugsperson ge-

worden. Sie verbinde eine spezielle familiäre Beziehung. 

4.2 Der Beschwerdeführer und sein Cousin bilden keine Kernfamilie. Zu 

prüfen ist, ob ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der zitierten Rechtspre-

chung vorliegt. Gestützt auf die Ausführungen des Beschwerdeführers, wo-

nach er in Afghanistan keinen intensiven Kontakt zu seinem Cousin gehabt 

habe, er erst in der Schweiz von dessen Anwesenheit erfahren habe, da-

nach den Kontakt zu ihm gesucht und sich in der Zwischenzeit eine inten-

sive Beziehung zwischen ihnen entwickelt habe, kann nicht von einer na-

hen, echten und tatsächlich gelebten Beziehung zwischen dem Beschwer-

deführer und seinem Cousin ausgegangen werden, welche über die übli-

chen familiären Beziehungen hinausgeht. Sodann wurde nicht dargelegt, 

inwiefern der Beschwerdeführer von seinem Cousin abhängig sein soll und 

es ist nicht ersichtlich, inwiefern der selbst erst (…)-jährige Cousin für die 

Betreuung und Erziehung des Beschwerdeführers aufzukommen vermag. 

Besondere Betreuungs- oder Pflegebedürfnisse macht er nicht geltend. Bei 

Gesamtbetrachtung der vorliegenden Umstände ist in Berücksichtigung 

des übergeordneten Kindsinteresses des (…)-jährigen Beschwerdeführers 

weder davon auszugehen, dass er für die Betreuung und Erziehung, derer 

er noch bedarf, darauf angewiesen wäre, bei seinem Cousin zu leben, noch 

dass sein Cousin tatsächlich in der Lage wäre, ihm die notwendige Unter-

stützung zu leisten und Verantwortung über ihn zu übernehmen. Somit ist 

ein Abhängigkeitsverhältnis zu verneinen.  

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Seite 6 

5.  

Die Zuweisung des Beschwerdeführers an den Kanton C._______ verletzt 

damit den Grundsatz der Einheit der Familie gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG 

nicht. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

6.  

Die Gesuche um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde sowie um superprovisorische beziehungsweise allenfalls provi-

sorische Anweisung, den Beschwerdeführer bereits für die Dauer des Be-

schwerdeverfahrens dem Kanton B._______ zuzuweisen, sind mit vorlie-

gendem Urteil gegenstandslos geworden. 

7.  

7.1 Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen ist (Art. 65 

Abs. 1 VwVG). 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens würde der Beschwerdeführer 

grundsätzlich kostenpflichtig. Angesichts seiner Minderjährigkeit ist jedoch 

von der Auferlegung von Verfahrenskosten abzusehen (vgl. Art. 63 Abs. 1 

in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

8.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Selina Schmid 

 

 

 

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