# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f71abea-e79f-5d46-ac84-7e1d2c1d2b3f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2008 D-5570/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5570-2008_2008-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5570/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer, 
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
Kosovo,
vertreten durch Hanspeter Bosshard, Rechtskonsulent,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. August 2008 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5570/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der  Beschwerdeführer  –  ethnischer  Albaner  aus  U._______ im 
Kosovo – am 25. Februar 2006 von der Polizei des Kantons Aargau als 
Mitfahrer eines Personenwagens angehalten und kontrolliert wurde, 

dass er sich mit  einem Ausweis der UN-Mission im Kosovo auswies, 
worauf  er  bis  am 27. Februar  2006 inhaftiert  und anschliessend zur 
Stellung  eines  Asylgesuchs  ins  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
V._______  geschickt  wurde,  wo  er  am 28. Februar  2007  ein  erstes 
Asylgesuch einreichte,

dass das BFM mit Verfügung vom 4. April 2007 in Anwendung von Art. 
33 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf 
das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz so-
wie deren Vollzug anordnete,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 17. April 2007 die 
dagegen erhobene Beschwerde abwies,

dass  der  Beschwerdeführer  am 1. Juli  2008 erneut  verhaftet  wurde, 
diesmal von der Kantonspolizei Zürich,

dass  er  nach polizeilicher  Zuführung am 4. Juli  2008  im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) W._______ ein zweites Asylgesuch ein-
reichte, 

dass er anlässlich der Befragung vom 16. Juli 2008 im EVZ W._______ 
sowie  der  direkten Anhörung vom 21. Juli  2008 durch das  BFM zur 
Begründung seines Gesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei 
am 19. oder 20. April 2007 von Basel aufgebrochen, um in seinen Her-
kunftsort U._______ zurückzukehren,

dass er dort 14 Tage lang bei seiner Familie, danach bei seiner Tante 
väterlicherseits  in  X._______  gelebt  und  als  Bauarbeiter  seinen  Le-
bensunterhalt verdient habe,

dass  er  jedoch  umgehend  von  der  Vergangenheit  eingeholt  worden 
sei, habe er doch während seiner Gymnasialzeit im Jahre 1999 über 
ein halbes Jahr einen freundschaftlichen Umgang mit serbischen Poli-

Seite 2

D-5570/2008

zisten gepflegt und diese einmal auch mit Informationen über illegalen 
Waffenbesitz von zwei Dorfbewohnern versorgt,

dass die Behörden diese beiden Personen umgehend festgenommen, 
misshandelt und deren Waffen beschlagnahmt hätten,

dass er dieses Geheimnis damals einem Schulfreund anvertraut habe, 
welcher  im  Mai  2008  in  einer  Bar  in  Y._______  eines  der  Opfer 
getroffen  und  diesem  erzählt  habe,  wer  der  damalige  Denunziant 
gewesen sei,

dass  die  beiden damaligen Opfer  zusammen mit  weiteren Personen 
zweimal  in  U._______  nach  ihm  gesucht  hätten,  allerdings  ohne 
Erfolg,  weil  er  sich  zur  entsprechenden  Zeit  bei  seiner  Tante  in 
X._______ aufgehalten habe,

dass er sich aufgrund der Suchaktionen an die Polizei gewandt habe, 
welche bedauert habe, ihn nicht rund um die Uhr beschützen zu kön-
nen,

dass er in der Folge auf Drängen seiner Familie am 21. Juni 2008 er-
neut  mit  einem Schlepper  aus  dem Heimatstaat  ausgereist  sei  und 
sich  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die  Schweiz  begeben 
habe,

dass  der  Beschwerdeführer  am  4.  Juli  2008  im  EVZ  W._______ 
schriftlich  aufgefordert  wurde,  innert  48  Stunden  rechtsgenügliche 
Identitäts- und Reisepapiere einzureichen,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  18.  August  2008  – eröffnet  am 
26. August 2008 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf 
das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz so-
wie den Vollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. August 2008 (Post-
stempel vom 1. September 2008) gegen diesen Entscheid beim Bun-
desverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  unter  anderem  die 
Kassation der angefochtenen Verfügung und Rückweisung an die Vor-
instanz zu neuem Entscheid beantragen liess, eventualiter sei im Hin-
blick  auf  die  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige 
Aufnahme  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  anzuordnen,  und 
schliesslich sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 

Seite 3

D-5570/2008

65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsge-
richts mit Zwischenverfügung vom 4. September 2008 das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 VwVG abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis zum 
15. September 2008 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu Gunsten 
der Gerichtskasse zu überweisen,

dass der  einverlangte  Kostenvorschuss am 15. September  2008 ge-
leistet wurde,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32  -  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 

Seite 4

D-5570/2008

neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben 
oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Her-
kunftsstaat zurückgekehrt sind,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn es Hin-
weise auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt,  die geeignet 
sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewäh-
rung  vorübergehenden  Schutzes  relevant  sind  (Art. 32  Abs. 2  Bst. e 
AsylG),

dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen in der Schweiz be-
reits ein ordentliches Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat,

dass im Rahmen der Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG Hin-
weise auf in der Zwischenzeit  eingetretene und für die Flüchtlingsei-
genschaft relevante Ereignisses zu prüfen sind, wobei die Anforderun-
gen an das Beweismass tief anzusetzen sind (vgl. EMARK 2005 Nr. 2) 
und gemäss zitierter Praxis diese Prüfung auf Ereignisse beschränkt 
bleibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, und 
nicht in Anwendung des weiten Verfolgungsbegriffs (vgl. dazu EMARK 
2003 Nr. 18) zu erfolgen hat (EMARK 2005 Nr. 2 S. 18 f. E. 4.5.),

Seite 5

D-5570/2008

dass hinsichtlich der zur Begründung des zweiten Asylgesuchs geltend 
gemachten Vorbringen des Beschwerdeführers vorweg auf die im EVZ 
W._______ protokollierten Aussagen vom 16. Juli 2008 und der direk-
ten Anhörung durch das BFM vom 21. Juli 2008 zu verweisen ist,

dass das BFM zur Begründung der angefochtenen Verfügung im We-
sentlichen anführte, der Beschwerdeführer habe für sein zweites Asyl-
gesuch zwar neue Gründe geltend gemacht,

dass  indessen  darauf  hinzuweisen  sei,  seine  von  bemerkenswerter 
Substanzlosigkeit und Detailarmut geprägten Vorbringen gründeten auf 
Vorkommnisse in  den Jahren 1988 und 1989,  widersprächen zudem 
der allgemeinen Erfahrung und entbehrten der Logik des Handelns,

dass das Vorbringen, serbische Polizisten hätten damals monatelang 
Schüler, speziell den damals 16-jährigen Beschwerdeführer, geködert, 
um schliesslich  zwei  Namen von angeblichen Waffenbesitzern  in  Er-
fahrung zu bringen, welche der Beschwerdeführer seinerseits bei Män-
nertreffen erfahren haben wolle, bei denen er Tee serviert habe, nicht 
nachvollziehbar sei,

dass  das  Vorbringen,  die  beiden  Opfer  in  U._______,  wo  erklärter-
massen  jeder  jeden  kenne,  hätten  den  tatsächlichen  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers in X._______ nicht  in Erfahrung bringen können, 
jeglicher Logik entbehre,

dass schliesslich der Beschwerdeführer seine Anzeige bei der Polizei 
unbegreiflicherweise  nicht  in  X._______,  sondern  ausgerechnet  in 
U._______ deponiert haben wolle, wo er angeblich verfolgt werde,

dass diese Vorbringen im Lichte der dürren und widersprüchlichen An-
gaben des Beschwerdeführers zu seinen Reisewegen in den Kosovo 
und zurück in die Schweiz als Konstrukte zu werten seien,

dass  die  angeblichen  Übergriffe  Dritter  im  vorliegenden  Falle  keine 
Asylrelevanz hätten, weil der Kosovo mit dem seit 1999 neu gebildeten 
Kosovo Police Service (KPS) seiner Schutzpflicht – wie auch im Falle 
des  Beschwerdeführers  –  nachkomme,  ohne  indes,  wie  alle  Polizei-
korps dieser Welt, für das Leben eines Schutzsuchenden garantieren 
zu können,

Seite 6

D-5570/2008

dass  das  am  28.  Februar  2007  eingeleitete  Asylverfahren  seit  dem 
17. April 2007 rechtskräftig abgeschlossen sei,

dass sich zudem aus den Akten keine Hinweise auf Ereignisse ergä-
ben, die nach dem Abschluss dieses Verfahrens eingetreten und ge-
eignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die 
Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant seien,

dass sich die Erwägungen des BFM nach einer Prüfung der Akten ins-
gesamt  als  zutreffend  erweisen,  weshalb  darauf  verwiesen  werden 
kann (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG),

dass die Ausführungen auf Beschwerdeebene nichts daran zu ändern 
vermögen,  zumal  sie  sich  im Wesentlichen  darauf  beschränken,  die 
Asylvorbringen zu wiederholen und auf der Gefährdungslage zu behar-
ren,

dass die Frage, wie Interpol die Gefährlichkeit der vom Beschwerde-
führer  genannten Personen einschätzt,  nicht  entscheidwesentlich ist, 
weshalb es seitens des BFM keiner Anfrage bei Interpol bedurfte und 
der Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt ist,

dass  insbesondere  nicht  anzunehmen  ist,  die  von  Substanzlosigkeit 
und  Detailarmut  geprägten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  stün-
den in Zusammenhang mit einer durch Todesangst bedingten Trauma-
tisierung,  sich vielmehr  aufgrund der unsubstanziierten  und wirklich-
keitsfremden Schilderungen der Eindruck aufdrängt, der Beschwerde-
führer habe bei seinen Schilderungen nicht auf Erinnerungen an tat-
sächliche Begebenheiten  zurückgreifen  können,  sondern  die  geltend 
gemachte Verfolgungssituation lediglich erfunden,

dass es – von der gegenteiligen Behauptung des Beschwerdeführers 
abgesehen – nicht den geringsten Hinweis darauf gibt, dass sich der 
Beschwerdeführer  in  der  Zeit  vom  19.  April  2007  bis  1.  Juli  2008 
ausserhalb der Schweiz aufgehalten hätte,

dass es sich nach dem Gesagten erübrigt, näher auf die Ausführungen 
in der Beschwerde einzugehen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern 
vermögen,

dass es sich – im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung - insbe-
sondere erübrigt, den Eingang der in der Beschwerde in Aussicht ge-

Seite 7

D-5570/2008

stellten Beweismittel abzuwarten, zumal in casu  ohne Willkür vorweg 
die Annahme getroffen werden kann, die rechtliche Überzeugung wür-
de durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (vgl. EMARK 2003 
Nr. 13  E. 4c  S. 84,  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren 
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 39, 
Rz. 111 mit Hinweis auf BGE 122 V 162, 119 Ib 505 f.),

dass der  Beschwerdeführer nämlich – selbst  wenn der Inhalt  des in 
Aussicht gestellten Berichts der UNMIK wahr wäre – in den Kosovo zu-
rückkehren und sich dort ausserhalb seiner Heimatregion – beispiels-
weise in Z._______, wo einer seiner Brüder lebt - niederlassen kann,

dass sich aus den Akten nichts ergibt, was auf eine flüchtlingsrechtlich 
relevante Gefährdungslage hindeuten würde, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Seite 8

D-5570/2008

Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdefüh-
rers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle 
einer Rückkehr schliessen lassen, 

dass der Vollzug der Wegweisung nach dem Gesagten als zumutbar 
zu bezeichnen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

Seite 9

D-5570/2008

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG) und mit  dem am 15. September  2008 geleisteten Kostenvor-
schuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-5570/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 15. September 2008 in derselben Höhe ge-
leisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N  (per Kurier; in Kopie)
- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: 

Seite 11