# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9d0bfc2-00d2-5438-8a0f-8e39bef99814
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2014 E-3334/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3334-2013_2014-03-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3334/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Robert Galliker, Richter Jean-Pierre Monnet,    

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   Parteien 
 

A._______,  

Eritrea,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2012 / N (…). 

 

 

E-3334/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit englischsprachiger Eingabe an die Schweizerische Botschaft in Khar-

tum ersuchte die Beschwerdeführerin am 24. Februar 2011 sinngemäss 

um Asyl und um Bewilligung der Einreise in die Schweiz. 

Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, sie stamme aus 

B._______ (Eritrea) und habe dort die Schule besucht. Nach Abschluss 

der High School sei sie in den Militärdienst eingezogen worden, habe ein 

sechsmonatiges Militärtraining in C._______ absolviert und das verblei-

bende Jahr des obligatorischen Dienstes im (…) gearbeitet. Als sie nach 

Beendigung dieses Jahres darum gebeten habe, entlassen zu werden, 

sei ihr dies verweigert worden, und sie habe weiterhin im (…) für densel-

ben geringen Lohn arbeiten müssen, von welchem sie ihr Leben nicht 

habe finanzieren können. Deshalb habe sie das Land verlassen. Nun sei 

sie zwar ausserhalb Eritreas, aber da der Sudan ein gutes Verhältnis zu 

Eritrea pflege, komme es immer wieder zu sogenannten "round ups" und 

zu Rückführungen. Sie bitte deshalb die Schweiz darum, ihr dabei zu hel-

fen, sich in einem Land niederzulassen, wo die Menschenrechte respek-

tiert würden und sie ohne Angst leben könne.  

Zusammen mit ihrem Asylgesuch reichte die Beschwerdeführerin eine 

Kopie ihrer eritreischen Identitätskarte zu den Akten.  

B.  

Am 13. August 2012 bestätigte die Botschaft den Eingang des Asylge-

suchs und setzte der Beschwerdeführerin Frist, detaillierte Informationen 

bezüglich ihrer Asylgründe sowie allfällig vorhandene Beweismittel einzu-

reichen. 

C.  

Mit Eingabe vom 12. September 2012 legte die Beschwerdeführerin in-

nert Frist dar, ihre Probleme hätten mit dem Tod ihrer Eltern in den Jahren 

2000 und 2003 begonnen. Um sich ihr Leben finanzieren zu können, ha-

be sie die Schule abbrechen müssen. Sie sei danach sofort zum Militär-

dienst eingezogen worden. Nach dem Grundtraining sei sie dem (…) zu-

geteilt worden. Nachdem sie die 18 Monate obligatorischen Militärdienst 

geleistet habe, habe sie darum ersucht, die Schule wieder besuchen zu 

dürfen, was ihr aber nicht erlaubt worden sei. Sie sei gezwungen worden, 

während ungefähr vier Jahren weiterzuarbeiten und habe keinen Lohn, 

sondern lediglich ein Taschengeld erhalten. Im Februar 2009 habe sich 

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ihre Situation verschlimmert, als ihr Vorgesetzter ihr befohlen habe, mit 

ihm ins Bett zu gehen. Weil sie sich geweigert habe, sei es für sie immer 

schwieriger geworden. Sie habe ihrem Vorgesetzten kaum ausweichen 

können und habe jedesmal, wenn sie ihren Wohn- oder Arbeitsort habe 

verlassen wollen, um Erlaubnis fragen müssen. Sie habe keinen Urlaub 

bekommen und keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie pflegen können. 

Auch habe sie kein Taschengeld mehr erhalten. Am 2. März 2009 sei sie 

deshalb in den Sudan ausgereist. Jedoch sei sie, zusammen mit zwei 

Gefährten, in der Stadt D._______ von Menschenhändlern gefangen ge-

nommen worden. Diese hätten sie nach Khartum gebracht und von ihren 

Verwandten ein Lösegeld in der Höhe von 1'000 Dollar gefordert. 

Schliesslich habe ihre Familie, mit der Hilfe ihres Verlobten, diesen Be-

trag aufbringen können, und sie sei freigelassen worden. Sie könne sich 

nun aber nicht im Flüchtlingscamp des Hochkommissariats für Flüchtlinge 

(UNHCR) im Osten des Sudans melden. In Khartum habe sie sich einmal 

beim Sudan's Commissioner for Refugees (COR) gemeldet und um eine 

Identitätskarte für Flüchtlinge gebeten. Dort sei ihr mitgeteilt worden, sie 

müsse sich ins E._______ Flüchtlingscamp begeben. Nachdem sie aber 

bereits einmal von Menschenhändlern entführt worden sei, werde sie sich 

nie wieder in diese Region begeben, ausser sie erhalte eine Schutz-

Garantie des UNHCR. Sie lebe deshalb seit März 2009 mit ihrem Mann in 

Khartum. Dort könne sie jedoch nicht bleiben, da sie im Sudan keine Ar-

beitsbewilligung habe. Ausserdem werde sie immer wieder von sudanesi-

schen Polizisten belästigt und von Sudanesen ausgenützt. Sie habe nicht 

die Möglichkeit, in diesem Land um Schutz zu ersuchen. Sie hoffe des-

halb, in der Schweiz ein neues und sicheres Leben beginnen zu können.  

Zur Untermauerung ihres Asylgesuches reichte die Beschwerdeführerin 

nochmals eine Kopie ihrer Identitätskarte sowie eine Kopie des Flücht-

lingsausweises ihres Ehemannes zu den Akten. 

D.  

Mit Verfügung vom 3. Dezember 2012 (eröffnet am 7. Mai 2013) lehnte 

das BFM das Asylgesuch ab und verweigerte der Beschwerdeführerin die 

Einreise in die Schweiz. In der gleichen Verfügung lehnte es auch ein 

Asylgesuch ihres Ehemannes ab und verweigerte ihm ebenfalls die Ein-

reise. 

E.  

Mit am 30. Mai 2013 bei der Botschaft eingegangener, in Englisch ver-

fasster Beschwerdeschrift vom 25. Mai 2013 ersuchte die Beschwerde-

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Seite 4 

führerin sinngemäss um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und 

um Bewilligung der Einreise in die Schweiz. 

F.  

Am 20. Juni 2013 setzte die Instruktionsrichterin der Vorinstanz Frist zur 

Vernehmlassung und wies darauf hin, dass bei Asylverfahren aus dem 

Ausland ein persönlicher Antrag notwendig sei, da sonst nicht feststehe, 

ob eine Person tatsächlich ein Asylgesuch stellen wolle (BVGE 2011/39) 

und hielt fest, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin im gesamten 

Verfahren nie persönlich aufgetreten sei. 

G.  

Mit Schreiben vom 1. Juli 2013 informierte das BFM die Beschwerdefüh-

rerin über die Aufhebung der Verfügung vom 3. Dezember 2012 und die 

Wiederaufnahme des Verfahrens. Mit internem Abschreibungsbeschluss 

vom 1. Juli 2013 wurde das Asylgesuch des Ehemannes aus dem Aus-

land als gegenstandslos geworden abgeschrieben, da dieser fälschli-

cherweise ins Verfahren aufgenommen worden sei.  

H.  

Am 3. Juli 2013 lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin 

ab und verweigerte ihr die Einreise in die Schweiz. 

I.  

Mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2013 hielt die Vorinstanz fest, dass der 

Ehemann fälschlicherweise ins Verfahren seiner Frau eingeschlossen 

worden sei, da er weder einen Antrag um Einreisebewilligung gemäss 

aArt. 20 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) gestellt 

habe noch sonst persönlich in Erscheinung getreten sei. Sein Verfahren 

sei deshalb am 1. Juli 2013 als gegenstandslos abgeschrieben und die 

fehlerhafte Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2012 am 1. Juli 2013 

aufgehoben worden. Das Asylgesuch der Beschwerdeführerin aus dem 

Ausland sei wieder aufgenommen und am 3. Juli 2013 eine korrekte Ver-

fügung erlassen worden. Weiter führte die Vorinstanz aus, die Beschwer-

deschrift enthalte keine erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche 

eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. 

J.  

Mit Verfügung vom 22. Juli 2013 (eröffnet am 13. November 2013) stellte 

die Instruktionsrichterin fest, das seit Mai 2013 hängige Beschwerdever-

fahren betreffend die Beschwerdeführerin werde weitergeführt, stellte ihr 

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Seite 5 

ein Doppel der Vernehmlassung zu und setzte ihr Frist zur Stellungnah-

me.  

K.  

Mit Datum vom 5. Dezember 2013 gelangte die Beschwerdeführerin mit 

einer Eingabe an die Schweizerische Botschaft in Khartum, welche von 

dieser ans Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-

lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende 

Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-

nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Mit dringlicher Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 

2012 im Ausland gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (aArt. 12, 

19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung nach wie 

vor anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisheri-

gen Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. Im 

Übrigen richtet sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 

Art. 6 AsylG).  

 

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2.   

2.1 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. 

Auf die Ansetzung einer Frist zur Verbesserung kann indes verzichtet 

werden, da der in Englisch verfassten Eingabe genügend klare, sinnge-

mässe Rechtsbegehren sowie deren Begründung zu entnehmen sind und 

ohne Weiteres darüber befunden werden kann.  

2.2 Die Beschwerde ist frist- und – vom sprachlichen Mangel abgesehen 

– formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor 

der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung be-

sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 

sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG wird ein Ausländer als Flüchtling aner-

kannt, wenn er in seinem Heimatstaat oder im Land, wo er zuletzt wohn-

te, wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer be-

stimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Anschauungen 

ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, sol-

chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 

namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mass-

nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 

Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gemäss aArt. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei 

einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Be-

richt an das BFM überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG), welches über die 

Bewilligung der Einreise zur Abklärung des Sachverhalts entscheidet. 

Nach aArt. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ist die Einreise in die Schweiz zu bewil-

ligen, wenn eine unmittelbare Gefahr aus einem Grund nach Art. 3 AsylG 

glaubhaft gemacht wird oder für die Dauer der näheren Abklärung des 

Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat 

oder die Ausreise in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint.  

Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. 

Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutz-

gewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 

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Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur an-

derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 

Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für 

die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der 

betreffenden Person (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 

S. 128). 

3.3 Kann einer asylsuchenden Person, die sich im Ausland befindet, zu-

gemutet werden, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen, 

so stellt dies einen Asylausschlussgrund dar (aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Hält 

sich eine asylsuchende Person in einem Drittstaat auf, ist im Sinne einer 

Vermutung davon auszugehen, die betreffende Person habe in diesem 

Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort er-

langen, weshalb auch anzunehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu 

verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese 

Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung 

durch den Drittstaat (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-

rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) wie 

auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes im Dritt-

staat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob die asylsu-

chende Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder er-

langen kann, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und zur 

Verweigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Fall sind die Krite-

rien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumut-

bar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnä-

he zur Schweiz abzuwägen. Bei dieser Abwägung bildet die besondere 

Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz ein zentrales, 

wenn auch nicht das einzige Kriterium (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, mit 

weiteren Hinweisen). Zu berücksichtigen sind ausserdem die Bezie-

hungsnähe zum Drittstaat oder zu anderen Staaten sowie die voraus-

sichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in der 

Schweiz beziehungsweise im Drittstaat oder in anderen Staaten. Allein 

die Tatsache, dass die asylsuchende Person keine besondere Bezie-

hungsnähe zur Schweiz hat, ist deshalb für die Ablehnung des Asylgesu-

ches nicht ausschlaggebend (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2 f. S. 131 f.). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheides im Wesentli-

chen aus, die Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts erfordere 

die Anwesenheit der Beschwerdeführerin nicht. Aufgrund des vollständig 

erstellten Sachverhalts könne davon ausgegangen werden, dass keine 

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unmittelbare Gefährdung vorliege, die ihre Einreise in die Schweiz als 

notwendig erscheinen lassen würde. Die Schilderungen in ihrem Asylge-

such und ihrer Stellungnahme liessen aber darauf schliessen, dass sie 

ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden gehabt 

habe. Vorliegend sei jedoch zu prüfen, ob einer allfälligen Asylgewährung 

durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG 

entgegenstehe, wonach einer Person das Asyl verweigert werden könne, 

wenn es ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um 

Aufnahme zu bemühen. Die Beschwerdeführerin habe vorgebracht, ein 

weiterer Verbleib im Sudan sei nicht zumutbar, weil ihr Zugang zum Ar-

beitsmarkt und ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt seien, sie Schika-

nen durch die sudanesischen Behörden oder sogar die Deportation nach 

Eritrea befürchte. Diesbezüglich argumentierte die Vorinstanz, es sei 

nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für Flüchtlinge aus Eritrea nicht 

einfach sei, dennoch würden keine konkreten Anhaltspunkte bestehen, 

wonach ein weiterer Verbleib der Beschwerdeführerin im Sudan nicht 

zumutbar oder möglich wäre. Der Beschwerdeführerin sei es, sofern er-

forderlich, zuzumuten, sich im Flüchtlingslager aufzuhalten und beim 

UNHCR um Schutz zu ersuchen. Vom UNHCR registrierte Flüchtlinge im 

Sudan würden zwar nicht über ein freies Aufenthaltsrecht verfügen. Ge-

mäss gesicherten Erkenntnissen erachtete die Vorinstanz zudem das Ri-

siko einer Deportation oder Verschleppung für Eritreer, die im Sudan vom 

UNHCR als Flüchtlinge anerkannt seien, als gering. Die Beschwerdefüh-

rerin verfüge überdies nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das die Be-

fürchtung einer Verschleppung objektiv begründen könnte. 

Weiter argumentierte das BFM, angesichts des längeren Aufenthalts der 

Beschwerdeführerin und ihrer gelegentlichen Arbeitstätigkeit im Sudan 

könne davon ausgegangen werden, dass für sie die Hürden einer zumut-

baren Existenz nicht unüberwindbar seien. Zudem wohne sie mit ihrem 

Ehemann zusammen und verfüge somit über ein stabiles Beziehungs-

netz. Eine schwierige Lebenssituation und humanitäre Überlegungen 

würden zudem keinen Grund für eine Einreisebewilligung darstellen. Im 

Sudan lebe eine grosse eritreische Diaspora, die für in Not geratene 

Landsleute bereitstehe und Unterstützung bieten könne. Ausserdem ma-

che die Beschwerdeführerin keine Beziehungsnähe zur Schweiz geltend. 

Unter Berücksichtigung aller Umstände sei es ihr zuzumuten, im Sudan 

zu verbleiben. Ihr Asylgesuch und ihr Einreiseantrag seien demzufolge 

abzulehnen.   

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4.2 Dagegen brachte die Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene ins-

besondere vor, in Khartum sei sie nicht sicher und müsse um ihr Leben 

fürchten. Sie sei dem Flüchtlingslager E._______ zugeteilt worden. Von 

dort sei sie aber entführt und nach Khartum gebracht worden, weshalb 

sie nicht in dieses Lager zurückkehren könne. Das Flüchtlingslager 

E._______ sei ein Zentrum für Entführungen sowie Menschenhandel ge-

worden. Es würden dort beinahe täglich Flüchtlinge entführt, zur Erpres-

sung von Lösegeld oder für den illegalen Organhandel. Die Sicherheit 

könne in diesem Lager nicht garantiert werden, und gewisse Sicherheits-

beamte würden sogar mit den "Kriminellen" zusammenarbeiten. Deshalb 

würden sich die meisten Flüchtlinge nach Khartum begeben, wo die Situ-

ation etwas besser sei. Da sie allein nach Khartum gekommen sei, verfü-

ge sie über keine Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung und könne nur Ge-

legenheitsarbeiten verrichten. Ferner würde auch in Khartum die Polizei 

Flüchtlinge erpressen, indem sie von ihnen Geld verlangen und ihnen mit 

der Rückführung nach Eritrea drohen würde. Zwei Bekannten von ihr 

(Beschwerdeführerin) sei dies passiert, nachdem sie das verlangte Geld 

nicht hätten bezahlen können. Trotz der Anstrengungen des UNHCR 

komme es immer wieder zu Rückführungen nach Eritrea.  

Zusätzlich sei es für sie als Christin schwierig, im Sudan zu leben. Seit 

der Unabhängigkeit des christlichen Südsudans gebe es im muslimischen 

Sudan keine religiöse Toleranz mehr, und Christen würden diskriminiert. 

Aufgrund ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation sei sie abhängig von 

Freunden und Familienangehörigen. 

In ihrer letzten Eingabe führte die Beschwerdeführerin zudem aus, dass 

ihr Ehemann verschwunden und ihre Situation seither noch schwieriger 

geworden sei. Ausserdem legte sie zum ersten Mal dar, sie habe ein Kind 

und sei besorgt um dessen Zukunft.  

5.  

5.1 Vorliegend gelangt das Bundesverwaltungsgericht nach eingehender 

Prüfung der Akten in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass 

die geltend gemachten Vorbringen der Beschwerdeführerin darauf 

schliessen lassen, dass sie in Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten 

mit den heimatlichen Behörden gehabt hat. Ob sie bei einer allfälligen 

Rückkehr nach Eritrea einer flüchtlingsrechtliche relevanten Gefährdung 

ausgesetzt sein könnte, kann vorliegend aber offengelassen werden, da 

es ihr trotz der zugestandenermassen nicht einfachen Bedingungen für 

eritreische Flüchtlinge im Sudan zuzumuten ist, dort zu verbleiben und sie 

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Seite 10 

den zusätzlichen Schutz der Schweiz gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht 

benötigt. 

5.2 Die Beschwerdeführerin hält sich seit längerer Zeit in Khartum auf 

und lebte bis zum Verschwinden ihres Ehemannes mit diesem zusam-

men. Wie das BFM zu Recht feststellte, bestehen keine Hinweise dafür, 

dass ihr eine Rückführung nach Eritrea droht. Eine unmittelbare Gefähr-

dung ist daher nicht ersichtlich. In diesem Zusammenhang kann auf die 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, denen sich 

das Bundesverwaltungsgericht vollumfänglich anschliesst. Obschon un-

längst von vorkommenden Deportationen von Eritreern in ihren Heimat-

staat berichtet wurde (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-

1452/2012 vom 15. Juni 2012 m.w.H., sowie Medienmitteilung des 

UNHCR, "UNHCR deeply concerned by deportation of Eritreans from Su-

dan", vom 26. Juli 2011), ist eine diesbezügliche Gefahr für die Be-

schwerdeführerin als gering einzustufen. Den Akten sind keine Hinweise 

zu entnehmen, die auf ein besonderes Profil der Beschwerdeführerin und 

damit auf die Annahme, die eritreische Regierung könnte an ihrer Auslie-

ferung besonders interessiert sein, schliessen liessen. Ihre subjektive 

Furcht erweist sich daher als objektiv unbegründet. Auch der geltend ge-

machte Umstand, sie laufe aufgrund ihres christlichen Glaubens Gefahr, 

Behelligungen zu erleiden, vermag für sich alleine keine Asylrelevanz zu 

entfalten. Die Beschwerdeführerin bestreitet seit längerer Zeit ihren Le-

bensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten, was durch die sudanesischen 

Behörden offensichtlich geduldet wird. Zwar macht sie in ihrer Eingabe 

vom 5. Dezember 2013 erstmals geltend, ihr Mann sei verschwunden und 

sie habe ein Kind. Genauere Angaben dazu fehlen jedoch, was einiger-

massen erstaunt, da sie in derselben Eingabe detaillierter vom Ver-

schwinden des Ehemannes einer Freundin berichtet. Es drängt sich die 

Frage auf, ob der Ehemann der Beschwerdeführerin tatsächlich ver-

schwunden ist und sie wirklich ein Kind hat. Diese unsubstanziierten An-

gaben vermögen deshalb nichts an der Einschätzung ändern, dass sie 

sich nicht in einer existenziellen Notlage befindet. Des Weiteren kann 

aufgrund ihrer Aussagen angenommen werden, dass sie beim UNHCR 

im Sudan als Flüchtling gemeldet ist. Sie vermag daher die Regelvermu-

tung, wonach sie im Sudan Schutz gefunden habe oder diesen, sofern er-

forderlich, erlangen könnte, nicht umzustossen (vgl. E. 4.1). Die auf Be-

schwerdeebene gemachten Einwendungen vermögen an dieser Ein-

schätzung nichts zu ändern. Schliesslich ist festzustellen, dass die Be-

schwerdeführerin über keine in der Schweiz lebenden nahen Angehöri-

gen – wozu die erwähnte Cousine des Ehemanns, welche in Winterthur 

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Seite 11 

wohne, nicht zählt – verfügt. Der Verbleib in Khartum erweist sich deshalb 

als zumutbar. 

5.3 Aufgrund dieser Erwägungen erscheint es für die Beschwerdeführerin 

als objektiv zumutbar, weiterhin im Sudan zu verbleiben. Zusammenfas-

send ergibt sich, dass das BFM mit weitgehend zutreffender Begründung 

feststellte, die Beschwerdeführerin sei nicht schutzbedürftig im Sinne des 

Asylgesetzes und ein Verbleib im Sudan sei ihr zuzumuten (aArt. 52 Abs. 

2 AsylG). Unter diesen Umständen hat es die Erteilung einer Einreisebe-

willigung zu Recht verweigert und das Asylgesuch abgelehnt.   

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) ist indessen auf die Erhebung der Verfahrenskos-

ten zu verzichten.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die Schwei-

zer Botschaft in Khartum.  

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Aglaja Schinzel 

 

 

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