# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c15f3334-44d6-56d9-8c17-cc0ce6c79d67
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.11.2022 SB220242
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220242_2022-11-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220242-O/U/bs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. Keller und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie 

Gerichtsschreiber MLaw Dharshing 

 

Urteil vom 2. November 2022 

 

in Sachen 

 

A._____, 
  

Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Ch. Meier,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht,  
vom 9. November 2021 (GG210035) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ll vom 9. Juni 2021 (Urk. 17) ist diesem 

Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte, A._____, ist schuldig  

− des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d 
BetmG; 

− der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 70.– und ei-

ner Busse von Fr. 700.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 7 Tagen.  

5. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 

beschlagnahmten Gegenstände/Betäubungsmittel/Betäubungsmittelutensilien (Geschäfts-

Nummer 77469966) werden nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und der 

Kantonspolizei Zürich, Asservatetriage, zur Vernichtung überlassen: 

− 1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'762) 

− 1 Glas mit Marihuana-Resten (Asservat Nr. A013'780'773) 

− 1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'784) 

− 1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'808) 

− 1 Döschen mit Haschisch (Asservat Nr. A013'780'819) 

− 1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'152) 

− 1 Döschen mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'174) 

− 1 Schachtel bzw. Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'196) 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 sicher-

gestellte Datensicherung des Mobiltelefons bzw. der SIM-Karte (Asservat Nr. A013'813'951) 

wird nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und der Kantonspolizei Zürich, Datenforensik, 

zur Vernichtung überlassen. 

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7. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 

beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen herausgeben: 

− 3 Minigrip mit CBD, 4.3 g (Asservat Nr. A013'793'210) 

− 1 Beutel mit CBD, 16.1 g (Asservat Nr. A013'793'221) 

− 1 Tupper mit CBD, 75.1 g (Asservat Nr. A013'793'243) 

− 1 Tabakdose mit CBD, 113.6 g (Asservat Nr. A013'793'254) 

− 1 Tabakdose mit CBD, 129.9 g (Asservat Nr. A013'793'265) 

Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die Heraus-

gabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vatetriage, zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 72.–   Zeugenentschädigung, 

Fr.  1'100.–   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 450.–   Kosten Kantonspolizei Zürich. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheid-

gebühr um einen Drittel.  

9. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden der Beschuldigten auferlegt. 

10. (Mitteilungen.) 

11. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

 (Urk. 77 S. 1 f.) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 9. November 2021 sei bezüg-

lich der Urteilsdispositiv-Ziffern 1 bis 4 und 9 aufzuheben. 

2. Die Beschuldigte sei der mehrfachen Übertretung gegen das Be-

täubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu 

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sprechen und von einer Bestrafung sei gemäss Art. 19a Ziff. 2 BetmG 

Umgang zu nehmen. 

3. Im Übrigen sei die Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen. 

4. Die bis zum erstinstanzlichen Urteil aufgelaufenen Verfahrenskosten 

seien ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen und der Be-

schuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren eine angemessene 

Prozessentschädigung in der Höhe von mindestens CHF 5'923.50 zu 

bezahlen. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu 

nehmen und der Beschuldigten sei für das Berufungsverfahren eine 

angemessene Prozessentschädigung in der Höhe von mindestens 

CHF 4'603.65 zu bezahlen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 53) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I.  Verfahren 

1. Mit Urteil vom 9. November 2021 sprach das Bezirksgericht Uster, Einzel-

gericht in Strafsachen, die Beschuldigte schuldig des Vergehens gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG sowie der mehr-

fachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG und bestrafte sie mit einer bedingten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu Fr. 70.– und einer zu bezahlenden Busse von Fr. 700.–. Die 

sichergestellten Betäubungsmittel wurden eingezogen und die Kosten der 

Beschuldigten auferlegt (Urk. 47 S. 32 ff.). 

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2. Gegen diesen Entscheid meldete die Beschuldigte mit Eingabe vom 

18. November 2021 rechtzeitig die Berufung an (Urk. 41). Nach Erstattung der 

Berufungserklärung vom 9. Mai 2022 (Urk. 49) und anschliessender 

Fristansetzung an die Staatsanwaltschaft beantragte diese mit Schreiben vom 

25. Mai 2022 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und verzichtete auf eine 

Anschlussberufung (Urk. 53). 

3. In der Folge wurde auf den 2. November 2022 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 60). Nachdem die Beschuldigte mit Präsidialverfügung vom 

9. August 2022 vom persönlichen Erscheinen dispensiert wurde, erschien einzig 

deren erbetene Verteidigung zur Berufungsverhandlung (Prot. II S. 7). 

II.  Formelles 

1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die 

Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die 

Beschuldigte hat im Rahmen des Berufungsverfahrens die Dispositiv-Ziffern 5 - 7 

(betreffend Beschlagnahmungen) sowie Dispositiv-Ziffer 8 (betreffend 

Kostenfestsetzung) akzeptiert (vgl. Prot. II S. 7; Urk. 77 S. 1 f.). Die insoweit 

eingetretene Rechtskraft des Urteils des Bezirksgerichtes Uster ist demnach 

vorab mit Beschluss festzustellen. 

2. Seitens der Beschuldigten wurden im Berufungsverfahren keine Beweis-

anträge gestellt. Mit Präsidialverfügung vom 27. Oktober 2022 wurden seitens 

des Gerichts das im Vorverfahren thematisierte Chat-Protokoll zwischen den Teil-

nehmern "B._____" und "C._____" sowie die Informationsabfrage betreffend die 

Telefonnummer von "D._____ [Ortschaft] Frau" zu den Akten beigezogen 

(Urk. 69 - 72). Des Weiteren wurden die Untersuchungsakten des Strafbefehls der 

Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 23. Februar 2022 sowie ein Google-

Maps-Ausdruck betreffend den Wohnort der Beschuldigten und die Volg-Filiale in 

D._____ zu den Akten genommen (Urk. 75 + 76). Weitere Beweiserhebungen 

drängen sich in zweiter Instanz von Amtes wegen nicht auf. Auf die erneute 

Befragung der dispensierten Beschuldigten (vgl. Urk. 66) kann verzichtet werden, 

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nachdem sie im bisherigen Verfahren bereits umfassend zu den Vorwürfen 

Stellung nehmen konnte und im Übrigen im Vorfeld ohnehin die 

Aussageverweigerung an der Berufungsverhandlung in Aussicht gestellt hat, 

zumal der vorliegende Fall in tatsächlicher Hinsicht relativ einfach gelagert ist (vgl. 

Art. 405 Abs. 2 Satz 2 StPO). 

3. 

3.1. Die Verteidigung macht im Berufungsverfahren eine Verletzung des An-

klageprinzips geltend. Aufgrund der vagen Eingrenzung des Tatzeitraums be-

treffend den Kauf von 500 Gramm Marihuana in der Anklageschrift auf drei 

Monate sei es der Beschuldigten nicht möglich, sich gegen den Vorwurf effektiv 

zur Wehr zu setzen. Dies gelte umso mehr, als es um einen einmaligen Vorwurf 

und nicht um mehrmaligen Betäubungsmittelhandel gehe (Urk. 77 S. 2). 

3.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 

Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das 

Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Im-

mutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Ankla-

gebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur 

Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die 

Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Das 

Akkusationsprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der 

beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informa-

tionsfunktion; BGE 141 IV 132, E. 3.4.1.; BGE 140 IV 188, E. 1.3.; BGE 133 IV 

235, E. 6.2. f.; BGE 126 I 19, E. 2.a). Die beschuldigte Person muss unter dem 

Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, wessen 

sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entschei-

dend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher konkreter Handlungen er be-

schuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner 

Verteidigung richtig vorbereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Ge-

richtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (vgl. 

BGE 103 Ia 6, E. 1.b; Urteile 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015, E. 2.2. [nicht 

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publ. in: BGE 141 IV 437], 6B_1073/2014 vom 7. Mai 2015, E. 1.2 und 

6B_344/2011 vom 16. September 2011, E. 3.). 

3.3. In der Anklageschrift wird vorliegend detailliert unter Namensnennung des 

Verkäufers angegeben, an welchem Ort die Beschuldigte welche Menge von 

welchem Betäubungsmittel zu welchem Preis gekauft haben soll. Wenn sich die 

zeitlichen Verhältnisse betreffend einen Drogenhandel nicht exakt rekonstruieren 

lassen, genügt sodann auch die Angabe eines bestimmten Zeitraums, solange für 

die beschuldigte Person kein Zweifel bestehen kann, welches Verhalten ihr in die-

sem Zeitraum vorgeworfen wird (Urteile 6B_676/2013 vom 28. April 2014, 

E. 3.5.5. und 6B_441/2013 vom 4. November 2013, E. 3.2.). Angesichts der prä-

zise genannten übrigen Umstände des Betäubungsmittelhandels muss für die Be-

schuldigte in casu aber auch in zeitlicher Hinsicht klar gewesen sein, welche Tat-

handlung ihr konkret vorgeworfen wird. Dass der Aspekt des Tatzeitraums in der 

Anklage mithin nur relativ grob umschrieben ist, vermag an der Gültigkeit der 

Anklageschrift nichts zu ändern. 

4. Soweit die Verteidigung sodann anlässlich der heutigen Berufungs-

verhandlung erneut die Verwertbarkeit der im vorliegenden Verfahren erhobenen 

Beweise in Frage stellt, wird darauf im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 

zum Sachverhalt näher einzugehen sein (vgl. hinten Ziffer III./3.2.). 

III.  Schuldpunkt 

1. Anklagevorwurf 

 Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des 

Kantons Zürich vom 9. Juni 2021 vorgeworfen, im Zeitraum zwischen dem 

1. September 2019 und dem 28. November 2019 in der Nähe ihres Wohnortes 

500 Gramm Marihuana von E._____ zu einem Preis von Fr. 2'600.– bis 

Fr. 2'800.– erworben zu haben. Zudem sei sie anlässlich der Hausdurchsuchung 

vom 14. Mai 2020 an ihrem Wohnort im Besitz von 18.2 Gramm Marihuana und 

3 Gramm Haschisch gewesen, welches für ihren Eigenkonsum bestimmt gewe-

sen sei. Schliesslich habe sie zwischen Februar 2020 und 14. Mai 2020 täglich 

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bzw. mehrmals wöchentlich ca. 0.3 Gramm Marihuana bzw. Haschisch durch 

Rauchen konsumiert (Urk. 17 S. 2 f.). 

2. Standpunkt der Beschuldigten 

2.1. Die Beschuldigte bestreitet den Sachverhalt betreffend den Erwerb von 

500 Gramm Marihuana, indem sie namentlich in Abrede stellt, E._____ zu kennen 

und Marihuana von ihm erworben zu haben (Urk. 4 S. 2 ff.; Urk. 5 S. 1 ff.). Mit 

Bezug auf den Besitz der anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestellten 

Betäubungsmittel sowie den Konsum von Marihuana bzw. Haschisch ist die 

Beschuldigte grundsätzlich geständig, wobei die Verteidigung betreffend die be-

sessenen bzw. sichergestellten Mengen sowohl vor Vorinstanz als auch in der 

Berufungsverhandlung Einwendungen vorbrachte (vgl. Urk. 37 S. 5 f.; Urk. 77 

S. 12 f.).  

2.2. Der Sachverhalt ist mithin in zweiter Instanz in den bestrittenen Punkten in 

Anwendung der allgemeinen Beweisgrundsätze gestützt auf die relevanten und 

verwertbaren Beweismittel nochmals zu überprüfen. 

3. Beurteilung 

3.1. Beweismittel 

3.1.1. Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Ausführungen zum umstrittenen Sach-

verhalt die ihrer Ansicht nach massgeblichen Beweismittel aufgelistet und die 

Grundsätze der Beweiswürdigung vollständig wiedergegeben (Urk. 45 S. 6 ff.), 

worauf grundsätzlich verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Wenn die 

Vorinstanz in diesem Zusammenhang dem Polizeirapport vom 26. Februar 2020 

Beweiswert zubilligt, ist dies grundsätzlich nicht zu beanstanden, da Strafbehör-

den zur Wahrheitsfindung "alle […] geeigneten Beweismittel einsetzen, die recht-

lich zulässig sind" (Art. 139 Abs. 1 StPO), und als Beweismittel unter anderem 

auch die von den Strafbehörden zusammengetragenen Akten gemäss Art. 100 

Abs. 1 lit. b StPO gelten (vgl. dazu Urteile 6B_1187/2020 vom 13. Juni 2022, E. 3. 

und 6B_1057/2013 vom 19. Mai 2014, E. 2.3.). Problematisch erscheint in diesem 

Zusammenhang jedoch, wenn im Vorverfahren Beweiserhebungen einzig mittel-

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bar im Rahmen von Feststellungen eines Polizeibeamten in einem polizeilichen 

Bericht aktenkundig gemacht werden. Es gehört zu den elementaren Grundsät-

zen des Strafprozesses, dass erhobene Beweise direkt zu den Akten genommen 

werden. Soll der Anspruch auf rechtliches Gehör wirksam wahrgenommen wer-

den können, so ist erforderlich, dass alles zu den Akten genommen wird, was zur 

Sache gehört und entscheidwesentlich sein kann. Damit besteht spiegelbildlich 

zum Recht auf Akteneinsicht eine Aktenführungs- und Dokumentationspflicht der 

Behörden. Diese sind verpflichtet, alle verfahrensrelevanten Vorgänge schriftlich 

festzuhalten und die Akten vollständig und korrekt anzulegen und zu führen. In ei-

nem Strafverfahren bedeutet dies, dass die Beweismittel, jedenfalls soweit sie 

nicht unmittelbar an der gerichtlichen Hauptverhandlung erhoben werden, in den 

Untersuchungsakten vorhanden sein müssen und dass aktenmässig belegt sein 

muss, wie sie produziert wurden, damit die beschuldigte Person prüfen kann, ob 

sie inhaltliche oder formelle Mängel aufweisen und gegebenenfalls Einwände ge-

gen deren Verwertbarkeit erheben kann (Urteil 6B_307/2017 vom 19. Februar 

2018, E. 1.3.1.). 

3.1.2. Diesbezüglich fällt auf, dass im Polizeirapport vom 26. Februar 2020 fest-

gehalten wurde, die Ermittlungen hätten einen WhatsApp-Chat zwischen der 

Beschuldigten und E._____ für die Zeit vom 21. - 22. November 2019 (d.h. na-

mentlich für den Zeitraum, in dem der fragliche Erwerb von Marihuana gemäss 

Anklage stattgefunden hat) hervorgebracht (Urk. 1 S. 3). Des Weiteren wurde 

festgehalten, dass aufgrund des Anrufprotokolls des Mobiltelefons von E._____ 

im Zeitraum zwischen dem 21. und dem 22. November 2019 elf Anrufe zwischen 

ihm und der Beschuldigten getätigt wurden. Weder der Chat zwischen E._____ 

und der Beschuldigten noch das Anrufprotokoll wurden in der Folge aber zu den 

Akten erhoben. Somit bleibt offen, was zwischen den beiden Personen geschrie-

ben wurde und für welche Dauer bzw. zu welchen Zeitpunkten telefoniert wurde, 

zumal die sichergestellten Daten in der Zwischenzeit gelöscht wurden (vgl. 

Urk. 72). Vor dem Hintergrund, dass es um die Kommunikation zwischen den bei-

den am vorgeworfenen Betäubungsmittelhandel beteiligten Personen geht, von 

denen die eine Person jeglichen Kontakt mit der anderen Person stets bestritt, 

wäre es aber auf jeden Fall geboten gewesen, die entsprechenden Daten im Sin-

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ne der Aktenführungs- und Dokumentationspflicht gemäss Art. 100 StPO zu den 

Akten zu nehmen, damit die Parteien und das Gericht hätten nachvollziehen kön-

nen, wie die Feststellungen im Polizeirapport zustande gekommen sind. Ist dies 

jedoch unterblieben und kann dieser Mangel infolge Löschung der Daten auch 

nachträglich nicht mehr korrigiert werden, so können entsprechende Anhaltspunk-

te im Polizeibericht nicht zu Ungunsten der Beschuldigten berücksichtigt werden, 

zumal sie sich im Verfahren weder zu den (angeblichen) Anrufen noch zu den 

(angeblichen) Whatsapp-Nachrichten äussern konnte.  

 In casu wurde auch die Tatsache, dass auf dem Mobiltelefon von E._____ 

ein Kontakt mit der Bezeichnung "D._____ Frau" mit der Telefonnummer 07… 

gespeichert war, einzig im Rapport festgehalten, ohne dass der Kontakt "D._____ 

Frau" sowie die verknüpfte Telefonnummer anderweitig aus den Akten hervorge-

hen. Dem "Bericht Datensicherung" in den Beizugsakten betreffend das Strafver-

fahren gegen E._____ lässt sich aber immerhin entnehmen, dass die Daten ab 

dem betreffenden Mobiltelefon sowie der SIM-Karte von E._____  mittels ein-

schlägiger Software sichergestellt wurden (vgl. Beizugsakten Unt.-Nr. 2018/ 

13957, Urk. 5/13 S. 4). Die entsprechenden Feststellungen im Polizeirapport sind 

somit genügend nachvollziehbar, um als Beweis für den fraglichen Kontakt dienen 

zu können, (vgl. Urteil d. Obergerichts d. Kantons Zürich vom 12. März 2018, Ge-

schäfts-Nr. SB170407, E. 3.12.). 

3.1.3. Weitergehend ergab sich im Berufungsverfahren, dass auch der im Vorver-

fahren mehrfach vorgehaltene Chat-Verlauf zwischen den Gesprächsteilnehmern 

"C._____" (E._____) und einem nicht näher bekannten "B._____" nicht zu den 

Akten genommen wurde und die Beweiserhebung betreffend die Identifikation der 

Telefonnummer 07… ebenfalls nicht aktenkundig gemacht wurde. Im Berufungs-

verfahren wurden die entsprechenden Dokumente von der Kantonspolizei Zürich 

beigezogen und den Parteien vor der Berufungsverhandlung zugestellt 

(vgl. Urk. 69 - 71), so dass sie nunmehr als Beweismittel verwertbar sind. 

-   11   - 

3.2. Verwertbarkeit der polizeilichen Einvernahme von E._____ 

3.2.1. Das angefochtene Urteil befasst sich sodann mit der Verwertbarkeit der 

polizeilichen Einvernahme von E._____, nachdem die Verteidigung in der Haupt-

verhandlung deren Gültigkeit in Frage gestellt hat. Die Verteidigung führte dazu –

 auch heute – zusammengefasst aus, dass E._____ seine Aussagen vom 

5. Februar 2020 in den parteiöffentlichen Einvernahmen weder bestätigen noch 

wiederholen konnte. Damit sei es der Beschuldigten aber nicht möglich gewesen, 

ihre Verteidigungsrechte hinreichend auszuüben. Namentlich hätten weder die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten überprüft noch deren Beweis-

wert in kontradiktorischer Weise auf die Probe gestellt werden können (vgl. 

Urk. 37 S. 6 f.; Urk. 77 S. 4 ff.). 

3.2.2. Auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zum aus 

Art. 6 Abs. 3 lit. d EMRK fliessenden Konfrontationsrecht kann diesbezüglich 

vorweg verwiesen werden. Als zentraler Gesichtspunkt erweist sich danach die 

Frage, dass eine beschuldigte Person zumindest bei einer Gelegenheit im Verlauf 

des Verfahrens anlässlich einer direkten Konfrontation die Glaubhaftigkeit einer 

belastenden Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise in 

Frage stellen kann (vgl. auch Art. 147 Abs. 1 StPO). Insoweit sich die 

konfrontierten Aussagen der Belastungsperson auf formale Bestätigungen der 

früheren Aussagen beschränken oder die Aussageperson dannzumal gar von 

ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, wird der beschuldigten 

Person indes verunmöglicht, ihre Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen, 

was die Verwertbarkeit der belastenden Aussagen in Frage stellt (vgl. Urteile 

6B_14/2021 vom 28. Juli 2021, E. 1.3.4. und 6B_1219/2019 vom 24. April 2020, 

E. 2.1.). Zu ergänzen sind die erstinstanzlichen Erwägungen aber dahingehend, 

dass der neueren Rechtsprechung zu Art. 6 Abs. 3 lit. d EMRK zufolge selbst 

streitige Zeugnisse von ausschlaggebender Bedeutung ohne (wirksame) Konfron-

tation mit dem Belastungszeugen verwertbar sein können (Aufgabe der sog. "sole 

or decisive"-Regel), wenn ausreichende kompensatorische Faktoren gegeben 

sind, um die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels zu gewährleisten 

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(Urteil 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013, E. 3.3. m.H.a. Urteil des EGMR i.S. Al-

Khawaja und Tahery gegen Grossbritannien vom 15. Dezember 2011, § 118 ff.).  

3.2.3. Anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme vom 5. Februar 2020 

äusserte sich E._____ einlässlich zum vorgeworfenen Betäubungsmittelhandel 

mit der Beschuldigten (vgl. Urk. 3, insb. S. 6). Demgegenüber machte er 

im  Rahmen der parteiöffentlichen Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft am 

21. Mai 2020 sowie im Rahmen der Hauptverhandlung am 9. November 2021 

nahezu durchwegs Erinnerungslücken geltend bzw. von seinem Aussagever-

weigerungsrecht Gebrauch. Insbesondere wusste er nicht mehr, wie der Verkauf 

von Marihuana an die "D._____ Frau" abgelaufen war, ob es sich bei der 

"D._____ Frau" um die Beschuldigte handelte, woher er die Telefonnummer der 

Beschuldigten hatte und wo er ihr das Marihuana übergeben hatte (vgl. Urk. 6 

S. 2 ff.; Urk. 34 S. 4 ff.). Auf Ergänzungsfrage der Verteidigung anlässlich der 

Hauptverhandlung gab E._____ an, sich nicht an einen Verkauf von einem halben 

Kilogramm Marihuana zwischen dem 1. September 2019 und dem 

28. November 2019 erinnern zu können (Urk. 34 S. 6). Der Schluss der 

Vorinstanz, wonach E._____ "bei einzelnen Fragen von seinem 

Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und bei einigen Fragen Erinnerungslücken 

geltend machte", demgegenüber aber "wesentliche Aussagen bestätigte" (Urk. 45 

S. 10), erscheint bei Betrachtung seines Aussageverhaltens mithin in dieser Form 

nicht haltbar. Zwar bestätigte E._____ anlässlich der Hauptverhandlung auf 

entsprechende Nachfrage, im Rahmen des abgekürzten Verfahrens anerkannt zu 

haben, dass er unter anderem ein halbes Kilogramm Marihuana an die 

Beschuldigte verkauft habe (Urk. 34 S. 4: "Ja, ich habe anerkannt, dass ich 

verkauft habe."), wobei es sich aber einzig um eine formale Bestätigung eines 

Vorgangs in seinem abgekürzten Verfahren handelt. Wenn die Vorinstanz mithin 

in diesem Zusammenhang festhält, dass der Beschuldigte anlässlich der 

Einvernahme in der Hauptverhandlung seine Aussage aus der polizeilichen 

Einvernahme bestätigt habe, wonach er der "D._____ Frau" ein halbes Kilogramm 

Marihuana verkauft habe (vgl. Urk. 45 S. 10), so ist darauf hinzuweisen, dass sich 

bei Einbezug der gesamten Antwort des Beschuldigten zur betreffenden Frage 

erschliesst, dass er sich an seine Aussagen bei der Polizei nicht mehr zu erinnern 

-   13   - 

vermochte und er bei seiner Bestätigung einfach darauf abstützte, dass er das 

Protokoll so unterzeichnet hatte (Urk. 34 S. 5: "Ja, ich bestätige es, dass ich es so 

gesagt habe. Ich nehme mal an, ich habe es so unterschrieben. Ich erinnere mich 

aber heute nicht mehr daran, was ich gesagt habe."). In dieser Hinsicht kann 

demnach mangels Vorliegen von substanziellen Angaben der Auskunftsperson in 

ihren weiteren Befragungen nicht von einer hinreichenden Bestätigung der 

früheren Aussagen ausgegangen werden, welche es der Beschuldigten 

ermöglicht hätte, dessen Depositionen in einem kontradiktorischen Prozess auf 

die Probe zu stellen. Entgegen der Vorinstanz ist demzufolge zu konstatieren, 

dass der Anspruch der Beschuldigten auf Konfrontation verletzt wurde und sie 

ihre Verteidigungsrechte in dieser Hinsicht nicht wirksam wahrnehmen konnte. 

Von einer weiteren Befragung von E._____ im Rahmen des Berufungsverfahrens 

wäre in dieser Hinsicht kaum Abhilfe zu erwarten, da nicht davon auszugehen ist, 

dieser könnte sich im heutigen Stadium plötzlich an gewisse Vorkommnisse vom 

Herbst 2019 besser erinnern bzw. wäre plötzlich zu konkreten Aussagen 

betreffend den inkriminierten Handel bereit. Da mithin eine erneute Einvernahme 

dieses Zeugen weder in formeller noch in materieller Hinsicht wesentliche 

Erkenntnisse zu bringen vermöchte, ist auch der entsprechende Beweisantrag der 

Verteidigung definitiv abzuweisen (vgl. Urk. 49 S. 2). 

3.2.4. Nachdem feststeht, dass der Konfrontationsanspruch der Beschuldigten 

nicht hinreichend gewahrt wurde, stellt sich gemäss der einschlägigen Recht-

sprechung die Frage, ob ein sachlicher Grund für die unterbliebene Konfrontation 

vorliegt und die unkonfrontierte Einvernahme das alleinige bzw. entscheidende 

Beweismittel darstellt. Sofern dies zutrifft, ist weiter zu prüfen, ob ausreichende 

kompensatorische Faktoren vorliegen, um im Rahmen einer Gesamtbetrachtung 

gleichwohl die Verlässlichkeit des fraglichen Beweismittels zu garantieren (vgl. 

Urteil des EGMR i.S. Al-Khawaja und Tahery gegen Grossbritannien vom 

15. Dezember 2011, § 118 ff.). 

 Die unwirksame gebliebene Konfrontation lag im vorliegenden Fall nicht in 

der Verantwortung der Behörden. Im Vordergrund steht stattdessen aufgrund des 

Erinnerungsverlustes bzw. der Aussageverweigerung von E._____ eine tat-

-   14   - 

sächliche Unmöglichkeit der Konfrontation (vgl. MEYER, Die "sole or decisive" -

 Regel zur Würdigung nicht konfrontierter Zeugenaussagen - not so decisive 

anymore, HRRS 3/2012 S. 118; ANTJE DU BOIS-PEDAIN, Art. 6 Abs. 3 lit. d EMRK 

und der nicht verfügbare Zeuge: Weist der modifizierte Lucà-Test den Weg aus 

der  Sackgasse?, HRRS 3/2012 S. 124). Mit der tatsächlichen Unmöglichkeit der 

Konfrontation, welcher nicht durch die Behörden verschuldet war, lag mithin ein 

sachlicher Grund für die Einschränkung des Konfrontationsrechts vor. Des Wei-

teren ist festzuhalten, dass selbst bei einer restriktiven Auslegung des Begriffs 

"decisive" (vgl. Urteil des EGMR i.S. Al-Khawaja und Tahery gegen 

Grossbritannien vom 15. Dezember 2011, § 131: "[…] the word “decisive” should 

be narrowly understood as indicating evidence of such significance or importance 

as is likely to be determinative of the outcome of the case") davon auszugehen 

ist, dass es sich bei den Aussagen von E._____ um ein entscheidendes Beweis-

mittel handelt. Zwar weisen eine Reihe von weiteren Indizien auf die Täterschaft 

der Beschuldigten hin, indes stellen diese Aussagen den einzigen unmittelbaren 

Beweis dar. 

  Kompensatorische Faktoren, welche bei dieser Ausgangslage die unter-

bliebene Konfrontation auszugleichen vermögen, können gemäss der Rechtspre-

chung sowohl in prozessualen Massnahmen als auch im Vorliegen von (weiteren) 

Beweismitteln gegeben sein, sofern sie die Verlässlichkeit unkonfrontierter Aus-

sagen erhöhen (vgl. Urteil 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013, E. 3.3. sowie Urteil des 

EGMR  i.S. Al-Khawaja und Tahery gegen Grossbritannien vom 15. Dezember 

2011, § 156; vgl. auch Urteile 6B_1493/2021 vom 20. Juni 2022, E. 1.1. sowie 

6B_1403/2021 vom 9. Juni 2022, E. 2.3.). Wie noch zu zeigen sein wird, liegen 

im vorliegenden Fall liegen indes in mehrfacher Hinsicht unabhängige Indizien 

vor, welche als kompensatorische Faktoren ausreichend Gewähr für die Verläss-

lichkeit der Angaben von E._____ bieten (vgl. nachfolgend Ziffer 3.3.2.). Folglich 

erweisen sich die Aussagen von E._____ als verwertbar, auch wenn dieser im 

Verfahren nicht einwandfrei mit der Beschuldigten konfrontiert worden ist. Auf die-

se Aussagen kann mithin im Rahmen der nachfolgenden Würdigung der Vorfälle 

grundsätzlich abgestellt werden. 

-   15   - 

3.3. Erwerb von 500 Gramm Marihuana 

3.3.1. Hinsichtlich des Sachverhalts betreffend den Erwerb von 500 Gramm 

Marihuana hat die Vorinstanz – nach umfassender und korrekter Rezitation der im 

Recht liegenden Aussagen von E._____ und der Beschuldigten – eine ausführli-

che materielle Würdigung der Ausführungen der beiden befragten Personen vor-

genommen (vgl. Urk. 45 S. 14 ff.), worauf in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

vorweg verwiesen werden kann. Nachdem die polizeilichen Aussagen von 

E._____ gemäss den vorstehenden Erwägungen zur Verwertbarkeit mangelhaft 

konfrontiert blieben, ist bei deren Würdigung ein strenger Massstab anzulegen 

(Urteil des EGMR i.S. Al-Khawaja und Tahery gegen Grossbritannien vom 15. 

Dezember 2011, § 118 ff). Im Einklang mit der Vorinstanz ist das Aussageverhal-

ten von E._____ indessen als detailliert, konsistent und widerspruchsfrei sowie 

angesichts der verschiedenen Indizien, welche seine Aussagen stützen, auch in 

seiner Gesamtheit als glaubhaft zu werten, während die Aussagen der Beschul-

digten ausweichend und lückenhaft anmuten. 

3.3.2. Hervorzuheben ist zunächst hinsichtlich der Belastungen von E._____ ge-

genüber der Beschuldigten die Tatsache, dass dieser bestätigte, dass es sich bei 

der Abnehmerin der 500 Gramm Marihuana um dieselbe Person handelt, welche 

in seinem Mobiltelefon als "D._____ Frau" gespeichert sei (Urk. 3 S. 6). An der 

Verlässlichkeit dieser Angaben bestehen keine vernünftigen Zweifel, zumal sich 

aus dem Polizeirapport mit hinreichender Zuverlässigkeit ergibt, dass auf dem 

Mobiltelefon von E._____ tatsächlich Kontaktdaten mit der Bezeichnung "D._____ 

Frau" vorhanden waren (vgl. Urk. 70). Des Weiteren wirkt sich für die Beschuldig-

te belastend aus, dass E._____ den Übergabeort der Drogen in der Nähe der 

Volg-Filiale genau bezeichnen konnte und dieser gemäss "Google Maps" lediglich 

ca. 200 Meter vom Wohnort der Beschuldigten entfernt liegt (vgl. Urk. 3 S. 6; 

Urk. 76). Die Abnehmerin beschrieb er als gross, dünn und mit langen, geraden, 

braunen Haaren, etwa im selben Alter wie er. Die Beschuldigte anerkennt, dass 

diese Beschreibung auf sie zutrifft, was sich auch aus dem Polizeifoto anlässlich 

der Verhaftung der Beschuldigten ergibt (Urk. 5 S. 2; vgl. Urk. 8/2). Hinsichtlich 

des von der Beschuldigten diesbezüglich implizierten Zufallstreffers ist zu beach-

-   16   - 

ten, dass ein solcher exponentiell unwahrscheinlicher wird, je mehr unabhängige 

Merkmale genannt werden, wobei vorliegend immerhin gleich sechs körperliche 

Merkmale (Haarfarbe, Haarlänge, Haartyp, Körpergrösse, Konstitution, Alter) auf 

die Person der Beschuldigten zutreffen. Ein Zufall ist dabei umso eher auszu-

schliessen, als die Beschuldigte für eine weibliche Person auffallend gross ist 

(vgl. Urk. 8/2: ca. 1.83 Meter) und E._____ dieses prägnante Merkmal zutreffend 

zu nennen vermochte. Als weiteres Indiz für die Tatsache, dass die Aussagen von 

E._____ als verlässlich zu werten sind, ist die Erwähnung einer "Frau aus 

D._____", welche "ein halbes" übernehmen wolle, durch einen offensichtlich 

ebenfalls im Betäubungsmittelhandel involvierten "B._____" im Rahmen des 

Threema-Chats mit E._____ (alias "C._____") zu nennen (vgl. Urk. 69 S. 1). 

Ebenfalls aus diesem Threema-Chat mit "B._____" kann geschlossen werden, 

dass der Betäubungsmittelhandel betreffend ein halbes Kilogramm Marihuana 

zwischen E._____ und der Beschuldigten am 21. November 2019 bereits verein-

bart war, die Übergabe aber noch bevorstand (Urk. 69 S. 1: B._____: "die frau us 

D._____ wo es halbs wett. chani die etz übernäh oder gaht das nöd?", C._____: 

"isch nonig cho."). Der Einwand der Verteidigung, dass sich die Tatbegehung im 

angeklagten Zeitraum zwischen dem 1. September 2019 und dem 

28. November 2019 nicht erstellen lasse (Urk. 77 S. 3), erweist sich vor diesem 

Hintergrund mithin als nicht stichhaltig. Mit Blick auf die detaillierten Aussagen 

von E._____, welche im Einklang mit der erwähnten Reihe von Indizien (Kontakt-

speicherung der Beschuldigten, Übergabeort der Drogen, äusseres Erschei-

nungsbild der Beschuldigten, Erwähnung der Beschuldigten im Chat zwischen 

E._____ und "B._____") stehen, vermögen auch die Bestreitungen der Beschul-

digten und ihre Behauptungen, wonach andere Personen ihr Mobiltelefon 

ebenfalls benutzt haben könnten bzw. ihr Ex-Freund über eine identische SIM-

Karte verfügte, keine Zweifel an der Verwirklichung des Anklagesachverhaltes zu 

begründen.  

3.4. Besitz von 18.2 Gramm Marihuana und 3 Gramm Haschisch 

3.4.1. Der Sachverhalt betreffend den Besitz von 18.2 Gramm Marihuana und 

3 Gramm Haschisch wurde von der Vorinstanz ebenfalls unter Einbezug sämtli-

-   17   - 

cher Standpunkte ausführlich ausgeleuchtet und im Endeffekt auch hinsichtlich 

der angeklagten Menge als erstellt erachtet (Urk. 45 S. 11 ff.). Mit der Vorinstanz 

lassen die handschriftlichen Notizen in der Sicherstellungsliste des 

Durchsuchungsprotokolls neben den als CBD-Hanf bezeichneten Sicherstellun-

gen ("gem. A._____", vgl. Urk. 9/2 S. 2) den Schluss zu, dass die Beschuldigte 

anlässlich der Hausdurchsuchung selber darauf hinwies, welche Behältnisse 

CBD-Hanf und welche THC-Hanf enthielten. Ebenfalls ist darauf hinzuweisen, 

dass die Beschuldigte diese Liste, in der ausdrücklich zwischen "Marihuana" bzw. 

"Haschisch" und "CBD" unterschieden wird, unterzeichnet hat (vgl. Urk. 9/2 S. 2 

unten), was rechtsgenügend impliziert, dass sie den THC-Gehalt der nicht mit 

dem Begriff "CBD" bezeichneten Positionen anerkannt hat. In ihrer polizeilichen 

Einvernahme gab die Beschuldigte dann ohne Weiteres zu, dass die Sicherstel-

lungen anlässlich der Hausdurchsuchung, namentlich "div. Behältnisse mit klei-

nen Mengen Marihuana sowie Haschisch", ihr gehörten (Urk. 4 S. 6). 

3.4.2. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschuldigte 

die Positionen gemäss der Asservatenliste (vgl. Urk. 9/4), welche sich mit den 

Angaben gemäss der von ihr anerkannten Sicherstellungsliste ohne Weiteres in 

Einklang bringen lassen, hinsichtlich des THC-Gehalts und der Menge bestreiten 

lässt. Dass sie anlässlich der Schlusseinvernahme und der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung, als sie erneut betreffend die Sicherstellungen und erstmals 

betreffend die konkrete Menge Marihuana bzw. Haschisch befragt wurde, die 

Aussage verweigerte, vermag die in der Asservatenliste vermerkten Angaben zur 

Drogenart und zum Gewicht des bei der Beschuldigten sichergestellten Stoffes 

jedenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. Angesichts dieser genügend klaren Aus-

gangslage besteht kein Anlass, die sichergestellten Betäubungsmittel auf ihren 

THC-Gehalt bzw. ihre genaue Menge zu untersuchen, zumal ein solcher Beweis-

antrag von der Verteidigung zu Recht auch nicht gestellt wurde. Aufgrund der Zu-

geständnisse der Beschuldigten sowie den Angaben in der Asservatenliste, wel-

che vom fallführenden Polizeibeamten im Sinne eines Rapportes unterzeichnet 

wurde (vgl. Urk. 9/4 S. 3), ist mithin auch der Anklagesachverhalt betreffend den 

Besitz von 18.2 Gramm Marihuana sowie 3 Gramm Haschisch erstellt. 

-   18   - 

3.5. Konsum von Marihuana und Haschisch 

 Der Anklagevorwurf betreffend den mehrfachen wöchentlichen Konsum 

von Marihuana bzw. Haschisch im Zeitraum von Februar 2020 bis 14. Mai 2020 

wurde von der Vorinstanz im Rahmen ihrer Sachverhaltserstellung nicht explizit 

behandelt. Der Vorwurf gründet indessen in den Zugeständnissen der 

Beschuldigten (vgl. Urk. 4 S. 2) und ist gestützt auf diese Zugaben denn auch 

ohne Weiteres als erstellt zu erachten. 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Die rechtliche Qualifikation des Erwerbes von 500 Gramm Marihuana als 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. d BetmG bietet keine grundlegenden Probleme, dasselbe gilt bei erstelltem 

Sachverhalt betreffend den THC-Gehalt und die Menge für die Qualifikation des 

Besitzes von 18.2 Gramm Marihuana und 3 Gramm Haschisch zwecks Eigen-

konsum als Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG. 

4.2. In Bezug auf den Konsum von Marihuana und Haschisch macht die Vertei-

digung einen leichten Fall gemäss Art. 19a Ziff. 2 BetmG geltend. Im Wesentli-

chen begründet sie dies damit, dass der Tatverdacht alleine auf dem Zugeständ-

nis der Beschuldigten beruhe, sie mit der Tat einen legitimen Zweck – nämlich die 

Bekämpfung ihrer Schlafstörungen – verfolgt habe, die konsumierte Menge äus-

serst gering gewesen sei und durch den Konsum auch keine Rechtsgüter Dritter 

gefährdet worden seien (Urk. 77 S. 11 f.).  

 Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang die theoretischen Grundla-

gen betreffend die Bestimmung von Art. 19a Ziff. 2 BetmG zutreffend dargelegt 

(Urk. 45 S. 28 f.). Wenn sie anschliessend folgert, dass die Voraussetzungen für 

die Einstellung des Verfahrens bzw. das Absehen von einer Bestrafung nicht er-

füllt sind, so kann dieser Feststellung vollumfänglich gefolgt werden. Bei der vor-

liegenden mehrfachen Tatbegehung kann weder in objektiver noch in subjektiver 

Hinsicht von einem leichten Fall gesprochen werden. Art. 19a Ziff. 2 BetmG stellt 

-   19   - 

eine Ausnahmebestimmung dar und ist als solche restriktiv zu interpretieren. Ein 

intensives Konsumverhalten, wie es die Beschuldigte mit ihrem täglichen Konsum 

über einen nicht unbeträchtlichen Zeitraum von dreieinhalb Monaten an den Tag 

legte, lässt sich bereits in objektiver Hinsicht nicht als leichter Fall einordnen, wo-

ran die jeweils im Einzelfall konsumierte geringe Menge – entgegen der Ansicht 

der Verteidigung – nichts zu ändern vermag. Nachdem für das Vorliegen eines 

leichten Falles in subjektiver Hinsicht unter anderem zu prüfen ist, ob der Drogen-

konsument seinen Konsum unter Kontrolle hat (vgl. HUG-BEELI, BetmG-

Kommentar, N 527 zu Art. 19a BetmG), ist ferner zu berücksichtigen, dass auch 

Konsumenten, welche nicht die Absicht zeigen, ihr Verhalten zu ändern, von der 

Annahme des leichten Falles ausgeschlossen sind (BGE 124 IV 44, E. 2). Aus 

dem Strafbefehl vom 23. Februar 2022 geht diesbezüglich hervor, dass die Be-

schuldigte entgegen ihren diesbezüglichen Bekundungen in der Untersuchung 

(vgl. Urk. 5 S. 3) im Oktober 2021 noch immer an ihrem Marihuana-Konsum fest-

hielt (vgl. Urk. 44 S. 1), was als deutliches Zeichen für ihren Unwillen, ihr Kon-

sumverhalten zu ändern, zu werten ist. Als unbehelflich erweist sich dabei die Ar-

gumentation der Verteidigung, wonach Marihuana eine "weiche Droge" darstelle, 

deren Legalisierung bereits mehrfach thematisiert worden sei, wobei auch keine 

Drittpersonen gefährdet würden, denn all dies trifft auf jeglichen Marihuana-

Konsum zu und ist als Abgrenzungskriterium für den leichten Fall untauglich. 

Schliesslich ist ihr Geständnis in Bezug auf den Konsum als Strafminderungs- 

und nicht als Strafbefreiungsgrund zu berücksichtigen. Zusammengefasst liegt 

mithin mit der Vorinstanz kein leichter Fall im Sinne von Art. 19a Ziff. 2 BetmG 

vor, weshalb sich daraus weder eine Verfahrenseinstellung noch eine Strafbefrei-

ung ergibt. 

4.3. Die Beschuldigte ist damit auch in zweiter Instanz der Widerhandlung ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG sowie 

der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen. 

-   20   - 

IV.  Strafe 

1. Strafrahmen / Strafart 

1.1. Was die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung anbelangt, so hat 

sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt mit den methodischen Grundsätzen 

der Festlegung der Strafe befasst und dabei insbesondere auch den vorliegend 

massgeblichen Strafrahmen betreffend die Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Freiheitstrafe 

bis zu drei Jahren bzw. Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen) sowie die Übertretung 

des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Busse bis 

Fr. 10'000.–) zutreffend wiedergegeben (vgl. Urk. 45 S. 22 ff.), so dass 

vollumfänglich auf diese Ausführungen verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

1.2. Der Vorinstanz kann aufgrund der relativen Geringfügigkeit der Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz auch betreffend die Wahl der 

Strafart vorbehaltlos gefolgt werden. Die neu erwirkte Verurteilung wegen eines 

Verkehrsdeliktes sowie des erneuten Konsums von Marihuana vermag die 

spezialpräventive Wirksamkeit einer Geldstrafe in casu nicht in Frage zu stellen, 

da dieser Umstand nichts daran ändert, dass die Beschuldigte im Zeitpunkt der 

vorliegend zu beurteilenden Taten noch nie eine Geldstrafe zu gewärtigen hatte 

und sich diese Sanktion für diese Delikte mithin nicht von vornherein als 

unzweckmässig erweist. 

2. Strafzumessung 

2.1. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

2.1.1. Was die Tatschwere der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz anbelangt, so ist das Verschulden betreffend den Handel mit 500 Gramm 

Marihuana in Anbetracht des Vorliegens einer nicht besonders grossen Menge 

einer weichen Droge sowie einer einzigen Erwerbshandlung im Einklang mit der 

Vorinstanz im untersten Bereich des massgeblichen Strafrahmens anzusiedeln. 

Hinweise auf die Eingliederung in eine Betäubungsmittelorganisation bestehen 

-   21   - 

nicht. Im Gegenteil weisen der Übergabeort in unmittelbarer Nähe des Wohnor-

tes, die persönliche Abholung und insbesondere die Benutzung einer persönlich 

registrierten SIM-Karte auf eine relativ geringe kriminelle Energie der Beschuldig-

ten hin, zumal unklar bleibt, was mit dem erworbenen Stoff hätte geschehen sol-

len. Schliesslich kann bei einem drei Jahre andauernden beinahe täglichen Kon-

sum auf eine gewisse Suchtproblematik geschlossen werden, was sich in subjek-

tiver Hinsicht leicht strafmindernd auswirkt. Die von der Vorinstanz festgelegte 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen ist damit ohne Weiteres zu bestätigen. 

2.1.2. Betreffend die Täterkomponente kann auf die Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden. Die Lebensgeschichte und die aktuellen Lebensumstände der 

Beschuldigten wirken sich strafzumessungsneutral aus. Dies gilt auch betreffend 

die übrigen Aspekte der täterbezogenen Kriterien, da die Beschuldigte im Rah-

men der vorliegenden Beurteilung als vorstrafenlos anzusehen ist (vgl. Urk. 68), 

jedoch im Verfahren auch keinerlei Zugeständnisse bezüglich des Vorwurfes des 

Erwerbes von Marihuana machte. 

2.1.3. Nach dem Gesagten erscheint es unter Berücksichtigung der Tat- und 

Täterkomponente mithin angemessen, die Beschuldigte betreffend die Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d 

BetmG mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu bestrafen. 

2.1.4. Mit Bezug auf die Tagessatzhöhe ist festzuhalten, dass die Beschuldigte 

gemäss den im Berufungsverfahren eingereichten Belegen ein monatliches Ein-

kommen von ca. Fr. 4'330.– (inkl. 13. Monatslohn, vgl. Urk. 59) erzielt. Sie verfügt 

weder über Schulden noch über finanzielle Unterstützungspflichten (Urk. 59). Die 

von der Vorinstanz festgelegte Tagessatzhöhe von Fr. 70.– ist angesichts dieser 

finanziellen Verhältnisse zu bestätigen.  

2.1.5. Die heute festzusetzende Geldstrafe ist als Zusatzstrafe zur mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach ausgesprochenen Geldstrafe von 

30 Tagessätzen auszufällen, wobei infolge der identischen Strafen von der aktu-

ellen Geldstrafe von 30 Tagessätzen auszugehen und diese um die mit dem 

früheren Strafbefehl verhängte Geldstrafe wegen Fahrens in fahrunfähigem Zu-

-   22   - 

stand angemessen zu erhöhen ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die 

Straftaten unterschiedliche Rechtsgüter betreffen und auch anderweitig keinen 

Zusammenhang aufweisen. Die aktuelle Geldstrafe von 30 Tagessätzen ist 

demzufolge auf eine Gesamtgeldstrafe von 50 Tagessätzen zu schärfen, so dass 

sich nach Abzug der mit dem früheren Strafbefehl ausgesprochenen Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen im Ergebnis für die heute zu beurteilende Tat eine Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu Fr. 70.– als Zusatzstrafe zum erwähnten Strafbefehl 

ergibt. 

2.2. Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes 

2.2.1. In Bezug auf den Besitz von 18.2 Gramm Marihuana und 3 Gramm 

Haschisch wurde die Grenze zur geringfügigen Menge im Sinne von Art. 19b 

Abs. 1 BetmG nicht erheblich überschritten. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz 

vermag sich indes der Beweggrund der Beschuldigten, dass sie mittels Mari-

huanakonsum besser schlafen könne, nicht zu ihren Gunsten auszuwirken, da 

hierfür eine Vielzahl von legalen und einfach verfügbaren Möglichkeiten offenste-

hen und ein besonderer Leidensdruck bzw. eine Alternativlosigkeit nicht weiter 

substanziiert wurde. Währenddessen ist die Suchtproblematik der Beschuldigten 

mit der Vorinstanz auch in dieser Hinsicht strafmindernd in Anschlag zu bringen. 

Bezüglich des Nachtatverhaltens blieb das frühe Geständnis der Beschuldigten in 

Bezug auf den Besitz von der Vorinstanz unerwähnt, wobei sich eine Bestreitung 

angesichts der klaren Beweislage aber ohnehin als wenig aussichtsreich präsen-

tiert hätte und das Geständnis die Untersuchung auch nicht massgeblich erleich-

terte. Die von der Vorinstanz im Sinne einer Einsatzstrafe festgelegte Busse von 

Fr. 400.– erweist sich mithin im Ergebnis noch als angemessen. 

2.2.2. In Berücksichtigung des täglichen Konsums von Marihuana über einen 

Zeitraum von dreieinhalb Monaten, das frühe diesbezügliche Geständnis sowie 

die aktuellen finanziellen Verhältnisse erscheint diesbezüglich als Einzelstrafe ei-

ne Busse in der Höhe von Fr. 300.– gerechtfertigt, so dass sich angesichts des 

engen sachlichen, zeitlichen und funktionalen Zusammenhanges mit dem vorer-

wähnten Besitz von Marihuana bzw. Haschisch eine Asperation der Einsatzbusse 

um Fr. 150.– auf eine Gesamtbusse von Fr. 550.– rechtfertigt. 

-   23   - 

2.2.3. Die heute definitiv festzusetzenden Busse ist im Sinne einer Zusatzstrafe 

zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 23. Februar 2022 

ausgesprochenen Busse von Fr. 700.– auszufällen (vgl. Urk. 44), da die heute zu 

beurteilenden Taten vor dieser Verurteilung begangen worden sind (Art. 49 Abs. 2 

StGB, welche Bestimmung auch für Bussen gilt). Dabei ist von der früher festge-

setzten Busse auszugehen und diese angemessen zu erhöhen. Angesichts der 

nahezu identischen Delikte ist in diesem Zusammenhang grundsätzlich eine nicht 

allzu starke Asperation angezeigt, wobei aber gleichzeitig zu berücksichtigten ist, 

dass bei bereits erfolgter Asperation innerhalb der neuen Sanktion die erneute 

Asperation infolge der Zusatzstrafenbildung nicht allzu mild ausfallen darf (vgl. 

BGE 145 IV 146, E. 2.4.2.). In Beachtung dieser Aspekte ist eine Verschärfung 

auf eine Gesamtbusse Fr. 1'100.– gerechtfertigt. Nach Abzug der mit dem Straf-

befehl vom 23. Februar 2022 ausgefällten Sanktion in der Höhe von Fr. 700.– re-

sultiert betreffend die heutigen Übertretungen mithin eine Busse von Fr. 400.– als 

Zusatzstrafe zum erwähnten Strafbefehl. 

2.3. Vollzug 

2.3.1. Für die Frage des Vollzugs der Geldstrafe gelten die allgemeinen Grund-

sätze von Art. 42 StGB, wonach die Strafe bei Fehlen einer schlechten Prognose 

grundsätzlich aufzuschieben ist, sofern auch die übrigen Voraussetzungen des 

bedingten Vollzuges gegeben sind. Vorliegend hat sich die Sachlage gegenüber 

dem erstinstanzlichen Verfahren dahingehend geändert, dass die Beschuldigte 

mit Strafbefehl vom 23. Februar 2022 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand 

sowie Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes verurteilt wurde (Urk. 44), wo-

bei die Beschuldigte die dem Strafbefehl zu Grunde liegende Straftaten während 

des Verfahrens in der vorliegenden Sache beging. An der grundsätzlich günstigen 

Legalprognose vermag dieser Umstand indes nichts zu ändern. Soweit die Be-

währungsaussichten aufgrund dieser erneuten Delinquenz kritisch einzuschätzen 

sind, betrifft dies insbesondere die Möglichkeit der erneuten Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG, welche in Bezug auf 

die Prognose betreffend die Geldstrafe nicht von entscheidender Bedeutung ist 

(SCHNEIDER/GARRÉ, BSK StGB I, 4. Aufl., N 43 zu Art. 42 StGB). Auch hinsichtlich 

-   24   - 

der Lebenssituation ist festzuhalten, dass mit der abgeschlossenen Ausbildung 

und der Erwerbstätigkeit im Grunde günstige Umstände vorliegen, während nega-

tive Umstände – abgesehen vom fortgesetzten Marihuanakonsum – nicht augen-

fällig sind. Der Vollzug der ausgesprochenen Geldstrafe ist mithin aufzuschieben, 

wobei es sich in zweiter Instanz angesichts der grundsätzlich günstigen Aussich-

ten trotz Vorliegens neuer Tatsachen (vgl. Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO) nicht 

rechtfertigt, die Probezeit über die Minimaldauer von 2 Jahren hinaus festzuset-

zen.  

2.3.2. Die Busse ist gemäss den zwingenden Vorgaben des Gesetzgebers zu be-

zahlen (vgl. Art. 105 Abs. 1 StGB). Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von insgesamt 4 Tagen 

(Art. 106 Abs. 2 StGB). 

V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Beschuldigte ist auch in zweiter Instanz anklagegemäss schuldig zu 

sprechen. Insofern ergibt sich kein Anlass, die erstinstanzliche Kostenregelung 

gemäss Dispositiv-Ziffer 9 zu korrigieren. Die Beschuldigte hat demnach in Be-

stätigung des Urteils des Bezirksgerichtes die Kosten für die Untersuchung und 

das erstinstanzliche Verfahren vollumfänglich selber zu bestreiten (vgl. Art. 426 

Abs. 1 StPO). 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern eine Partei im 

Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem 

Ausmass ihre in zweiter Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden (Urteil 

6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.). 

3. Die Gerichtsgebühr betreffend den zweitinstanzlichen Prozess ist auf 

Fr. 3'000.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 

und § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG). 

-   25   - 

4. Das Urteil der Vorinstanz wird im Berufungsverfahren in allen Punkten 

bestätigt. Es erscheint demnach ohne Weiteres geboten, die Beschuldigte auch 

die in diesem Zusammenhang entstandenen Kosten vollumfänglich selber tragen 

zu lassen. 

5. Ausgangsgemäss ist der Beschuldigten auch keine Entschädigung für ihre 

erbetene Verteidigung in erster und zweiter Instanz zuzusprechen, weshalb die 

entsprechenden Anträge der Beschuldigten abzuweisen sind. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht 

in Strafsachen, vom 9. November 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen 

ist:  

"Es wird erkannt:          

 1. (…) 

 2. (…) 

 3. (…) 

 4. (…) 

5. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

21. Mai 2021 beschlagnahmten Gegenstän-

de/Betäubungsmittel/Betäubungsmittelutensilien (Geschäfts-Nummer 

77469966) werden nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und der Kantons-

polizei Zürich, Asservatetriage, zur Vernichtung überlassen: 

−   1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'762) 

−   1 Glas mit Marihuana-Resten (Asservat Nr. A013'780'773) 

−   1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'784) 

−   1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'808) 

−   1 Döschen mit Haschisch (Asservat Nr. A013'780'819) 

−   1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'152) 

−   1 Döschen mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'174) 

−   1 Schachtel bzw. Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'196) 

-   26   - 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 

2021 sichergestellte Datensicherung des Mobiltelefons bzw. der SIM-Karte 

(Asservat Nr. A013'813'951) wird nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und 

der Kantonspolizei Zürich, Datenforensik, zur Vernichtung überlassen. 

7. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

21. Mai 2021 beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach 

Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben: 

− 3 Minigrip mit CBD, 4.3 g (Asservat Nr. A013'793'210) 

− 1 Beutel mit CBD, 16.1 g (Asservat Nr. A013'793'221) 

− 1 Tupper mit CBD, 75.1 g (Asservat Nr. A013'793'243) 

− 1 Tabakdose mit CBD, 113.6 g (Asservat Nr. A013'793'254) 

− 1 Tabakdose mit CBD, 129.9 g (Asservat Nr. A013'793'265) 

 Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände der 

Kantonspolizei Zürich, Asservatetriage, zur gutscheinenden Verwendung über-

lassen. 

 8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

  Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen: 

  Fr.       72.–  Zeugenentschädigung 

  Fr. 1'100.–  Gebühr für das Vorverfahren, 

  Fr.    450.–  Kosten Kantonspolizei Zürich 

 9. (…) 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel)" 

2. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG sowie 

-   27   - 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 

Fr. 70.– sowie mit einer Busse von Fr. 400.– als Zusatzstrafen zur mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 23. Februar 2022 ausge-

fällten Geldstrafe und Busse. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5. Die erstinstanzliche Kostenregelung (Ziff. 9) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.  

8. Die Anträge der Beschuldigten auf Zusprechung einer Entschädigung für die 

Verfahren vor beiden gerichtlichen Instanzen werden abgewiesen. 

9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

und in vollständiger Ausfertigung an 

− die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  

sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

-   28   - 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials". 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 2. November 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Wenker 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Dharshing 
 

 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe 

definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 2. November 2022
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte, A._____, ist schuldig
	 des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG;
	 der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 70.– und einer Busse von Fr. 700.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.
	5. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 beschlagnahmten Gegenstände/Betäubungsmittel/Betäubungsmittelutensilien (Geschäfts-Nummer 77469966) werden nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und der Kantons...
	 1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'762)
	 1 Glas mit Marihuana-Resten (Asservat Nr. A013'780'773)
	 1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'784)
	 1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'808)
	 1 Döschen mit Haschisch (Asservat Nr. A013'780'819)
	 1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'152)
	 1 Döschen mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'174)
	 1 Schachtel bzw. Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'196)

	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 sichergestellte Datensicherung des Mobiltelefons bzw. der SIM-Karte (Asservat Nr. A013'813'951) wird nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und der Kantonspolizei Zür...
	7. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben:
	 3 Minigrip mit CBD, 4.3 g (Asservat Nr. A013'793'210)
	 1 Beutel mit CBD, 16.1 g (Asservat Nr. A013'793'221)
	 1 Tupper mit CBD, 75.1 g (Asservat Nr. A013'793'243)
	 1 Tabakdose mit CBD, 113.6 g (Asservat Nr. A013'793'254)
	 1 Tabakdose mit CBD, 129.9 g (Asservat Nr. A013'793'265)

	Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände der Kantonspolizei Zürich, Asservatetriage, zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.
	9. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden der Beschuldigten auferlegt.
	10. (Mitteilungen.)
	11. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 9. November 2021 sei bezüglich der Urteilsdispositiv-Ziffern 1 bis 4 und 9 aufzuheben.
	2. Die Beschuldigte sei der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen und von einer Bestrafung sei gemäss Art. 19a Ziff. 2 BetmG Umgang zu nehmen.
	3. Im Übrigen sei die Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen.
	4. Die bis zum erstinstanzlichen Urteil aufgelaufenen Verfahrenskosten seien ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen und der Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren eine angemessene Prozessentschädigung in der Höhe von mindestens CHF...
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und der Beschuldigten sei für das Berufungsverfahren eine angemessene Prozessentschädigung in der Höhe von mindestens CHF 4'603.65 zu bezahlen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahren
	II.  Formelles
	III.  Schuldpunkt
	IV.  Strafe
	V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 9. November 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. (…)
	2. (…)
	3. (…)
	4. (…)
	5. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 beschlagnahmten Gegenstände/Betäubungsmittel/Betäubungsmittelutensilien (Geschäfts-Nummer 77469966) werden nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und der Kantons...
	   1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'762)
	   1 Glas mit Marihuana-Resten (Asservat Nr. A013'780'773)
	   1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'784)
	   1 Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'780'808)
	   1 Döschen mit Haschisch (Asservat Nr. A013'780'819)
	   1 Glas mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'152)
	   1 Döschen mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'174)
	   1 Schachtel bzw. Minigrip mit Marihuana (Asservat Nr. A013'793'196)

	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 sichergestellte Datensicherung des Mobiltelefons bzw. der SIM-Karte (Asservat Nr. A013'813'951) wird nach Eintritt der Rechtskraft eingezogen und der Kantonspolizei Zür...
	7. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 21. Mai 2021 beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben:
	 3 Minigrip mit CBD, 4.3 g (Asservat Nr. A013'793'210)
	 1 Beutel mit CBD, 16.1 g (Asservat Nr. A013'793'221)
	 1 Tupper mit CBD, 75.1 g (Asservat Nr. A013'793'243)
	 1 Tabakdose mit CBD, 113.6 g (Asservat Nr. A013'793'254)
	 1 Tabakdose mit CBD, 129.9 g (Asservat Nr. A013'793'265)

	Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände der Kantonspolizei Zürich, Asservatetriage, zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen:
	Fr.       72.–  Zeugenentschädigung
	Fr. 1'100.–  Gebühr für das Vorverfahren,
	Fr.    450.–  Kosten Kantonspolizei Zürich
	9. (…)
	10. (Mitteilungen)
	11. (Rechtsmittel)"
	2. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG sowie
	 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 70.– sowie mit einer Busse von Fr. 400.– als Zusatzstrafen zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 23. Februar 2022 ausgefällten Geldstrafe und Busse.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	5. Die erstinstanzliche Kostenregelung (Ziff. 9) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	8. Die Anträge der Beschuldigten auf Zusprechung einer Entschädigung für die Verfahren vor beiden gerichtlichen Instanzen werden abgewiesen.
	9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	und in vollständiger Ausfertigung an
	 die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.