# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6eed9e39-518b-5b28-9ec3-ba7a59212242
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 16.05.2008 R 2008 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2008-4_2008-05-16.pdf

## Full Text

R 08 4

4. Kammer 

URTEIL
vom 16. Mai 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baugesuch

1. … stellte mit Schreiben vom 10. September 2007 beim Gemeinderat … das 

Gesuch, seinen in Hanglage oberhalb des Dorfes … stehenden Stall neu mit 

Faserzementplatten einzudecken. Dieses Gesuch wurde unter Hinweis auf 

das im kommunalen Baugesetz verankerte Obligatorium der Dacheindeckung 

mit Steinplatten am 27. Dezember 2007 abgelehnt, wogegen der 

Gesuchsteller am 10. Januar 2008 frist- und formgerecht Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht erhob. 

2. a) Gemäss Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) kann das Verwaltungsgericht ein Urteil im Dispositiv ohne 

Begründung oder mit einer Kurzbegründung mitteilen. Bei Verzicht auf ein 

vollständig begründetes Urteil wird die Staatsgebühr angemessen reduziert 

(Art. 75 Abs. 2 letzter Satz VRG).

b) Im vorliegenden Fall wird auf eine ausführliche Begründung des Urteils 

verzichtet. Art. 32 Abs. 2 des Baugesetzes der Gemeinde … (BauG), wonach 

Steinplatten als Deckmaterial grundsätzlich obligatorisch sind, ist in seinem 

Wortlaut eindeutig. Wie von den Gemeindevertretern anlässlich des 

durchgeführten Augenscheins nochmals ausgeführt wurde, wird die 

Gewährung von Ausnahmebewilligungen gemäss Art. 32 Abs. 3 BauG sehr 

restriktiv gehandhabt; nur wo beispielsweise aus konstruktiven oder ähnlichen 

Gründen eine Eindeckung mit Steinplatten nicht in Frage kommt, werden 

solche Ausnahmen bewilligt. 

c) Wie der Augenschein ergeben hat, wäre der Transport der Steinplatten zum 

Stallgebäude in tatsächlicher Hinsicht ohne weiteres zu bewerkstelligen. Im 

Übrigen macht der Beschwerdeführer ausschliesslich finanzielle Aspekte 

geltend, legt jedoch nicht dar, dass diese ihn mehr als andere Stall- bzw. 

Liegenschaftseigentümer treffen würden. Dies entspräche auch nicht den 

Tatsachen, sind doch mit wenigen - noch in Zeiten einer weniger strengen 

Bewilligungspraxis genehmigten - Ausnahmen alle vergleichbaren Ställe im 

Gemeindegebiet … mit Steinplatten eingedeckt und hatten deren Eigentümer 

die entsprechenden Mehrkosten ebenfalls zu tragen. Es wäre nicht 

einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer diesen gegenüber besser gestellt 

werden sollte. Andere Gründe, warum im hier zu beurteilenden Fall ein 

Anspruch auf eine Ausnahmebewilligung bestehen sollte, sind nicht 

ersichtlich. Der Entscheid der Gemeinde ist unter Berücksichtigung des 

öffentlichen Interesses des Ortsbildschutzes offensichtlich verhältnismässig 

und daher vollumfänglich zu schützen, weshalb die Beschwerde abzuweisen 

ist. 

3. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Gerichtskosten zulasten des 

Beschwerdeführers. Die reduzierte Staatsgebühr für diesen Kurzentscheid 

wird auf Fr. 1'000.--, die volle Staatsgebühr für den Fall, dass ein ausführlich 

begründetes Urteil verlangt wird, auf Fr. 2'000.-- festgesetzt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 104.--

zusammen Fr. 1'104.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. a) Jede Partei kann innert 30 Tagen seit der Mitteilung schriftlich ein vollständig 

begründetes Urteil verlangen. Verlangt keine Partei innert Frist eine 

Begründung, erwächst das Urteil in Rechtskraft.

b) Verlangt eine Partei eine Begründung, wird der Entscheid schriftlich 

begründet und den Parteien in vollständiger Ausfertigung mitgeteilt. Die 

Rechtsmittelfristen beginnen mit dieser Zustellung zu laufen. Mit dem 

begründeten Urteil wird auch die vollumfängliche Staatsgebühr von Fr. 2'000.-

- erhoben.