# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2f021a4-2a3e-52fe-b984-14b0aa3a6453
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.04.2022 100 2021 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-5_2022-04-27.pdf

## Full Text

100.2021.5U
STE/MAL/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. April 2022

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Steinmann, Verwaltungsrichter Stohner 
Gerichtsschreiberin Marti

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern
Rechtsabteilung, Münsterplatz 3a, Postfach, 3000 Bern 8

betreffend Massnahmen Hundehaltung (Entscheid der Wirtschafts-, 
Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern vom 7. Dezember 2020; 
L2020-013)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ist Halterin des Hundes B.________, eines Labrador-Boxer-
Mischlings (geb. …). Sie hat den Hund, der damals noch C.________ hiess, 
im März 2018 aus dem Tierheim D.________ übernommen. Aufgrund der 
problematischen Vorgeschichte, die zu Verhaltensauffälligkeiten des Tieres 
geführt hatten, verpflichtete der Veterinärdienst des Kantons Bern (VeD; 
heute Amt für Veterinärwesen [AVET]) A.________ mit Verfügung vom 
23. Juli 2018 u.a., ein Hundetraining zu besuchen, den Hund ausserhalb des 
privaten Wohnbereichs an der Leine zu führen und zu Hause von Drittperso-
nen fernzuhalten. Am 19. November 2018 hob der VeD die Massnahmen 
auf, weil sie nicht mehr erforderlich schienen. 

Nachdem der VeD Kenntnis von zwei Bissvorfällen erlangt hatte, ordnete er 
mit Verfügung vom 23. Oktober 2019 vorsorglich an, dass der Hund 
B.________ ausserhalb des Wohnbereichs an einer kurzen Leine geführt 
werden, einen gut sitzenden Maulkorb tragen und bei Besuch von 
Drittpersonen in der Wohnung weggesperrt werden müsse. Diese Verfügung 
blieb unangefochten. Mit Verfügung vom 21. Februar 2020 ordnete der VeD 
die folgenden definitiven Massnahmen an: 

«1. Der Hund ‹B.________› […] von A.________ muss ausserhalb des 
privaten Wohnbereiches generell an der Leine geführt werden. In be-
wohntem Gebiet muss die Leine kurzgehalten werden. In übersichtli-
chem, weitläufigem Gelände ohne grosses Personenaufkommen, 
kann der Hund an einer Schleppleine geführt werden. 

2. ‹B.________› muss ausserhalb des privaten Wohnbereiches 
generell einen gut sitzenden Maulkorb tragen. 

3. Mit ‹B.________› muss eine Verhaltenstherapie unter fachkundiger 
Anleitung besucht werden. Die Angaben zur Trainerin oder zum 
Trainer sowie zum Beginn des Trainings sind dem Veterinärdienst bis 
zum 13. März 2020 schriftlich mitzuteilen […]. 

4. Die Anordnungen unter Ziffer 1 und 2 erfolgen unter Androhung der 
Ersatzvornahme oder der Beschlagnahmung des Hundes (Art. 12 
Abs. 2 Bst. i des Hundegesetzes). 

5. Einer allfälligen Beschwerde gegen die Anordnungen unter Ziffer 1 
und 2 wird die aufschiebende Wirkung entzogen. 

6. [Kosten]

7. [Strafandrohung]»

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, Seite 3

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 21. März 2020 Beschwerde 
bei der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern (WEU). 
Diese wies mit Zwischenverfügung vom 21. April 2020 das Gesuch um 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab. Mit Entscheid vom 
7. Dezember 2020 wies die WEU die Beschwerde ab. 

C.

Hiergegen hat A.________ am 5. Januar 2021 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben mit folgenden Anträgen («zusammenfassend»): 

«I. Der Beschwerdeentscheid […] vom 7. Dezember 2020 sei vollum-
fänglich aufzuheben; dies unabhängig von allen anderen Eingaben.

II. Sämtliche Massnahmen, zwingend damit zusammenhängend, seien 
ebenfalls vollumfänglich aufzuheben; ebenfalls unabhängig von den 
übrigen Eingaben. 

III. Das Vorgehen von VED/WEU und Tierheim seien in unabhängigen 
Verfahren zu überprüfen. 

IV.Wegen Verstosses gegen Persönlichkeitsrecht gem. ZGB, Perso-
nenrecht, Art. 28; in anderen Belangen aber auch gegen Art. 27; sei 
vom Gericht Anzeige gegen WEU/VED einzuleiten und diese 
Verstösse in geeigneter Art gegenüber der Beschwerdeführerin zu 
heilen. 

V. Gegen das Tierheim D.________ sei eine Offizial-Untersuchung zu 
schweren Verstössen gegen das TSchG, insbes. Art. 4, Abs. 2, ein-
zuleiten.»

Die WEU beantragt mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2021 die Abwei-
sung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Mit Eingabe vom 
28. Februar 2021 hat sich A.________ erneut zur Sache geäussert. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG).

1.2 Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist auf den Streitgegen-
stand beschränkt. Ausgangspunkt für dessen Bestimmung bildet der ange-
fochtene Entscheid, das sog. Anfechtungsobjekt. Dieses gibt den Rahmen 
des Streitgegenstands vor, d.h. der Streitgegenstand kann nicht über das 
hinausgehen, was die Vorinstanz geregelt hat (Ruth Herzog, in Her-
zog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 
N. 12, Art. 84 N. 5; zum Begriff des Streitgegenstands vgl. BVR 2011 S. 391 
E. 2.1; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 5 ff.). – Anfechtungsobjekt vor der Vorin-
stanz waren die mit Verfügung des VeD angeordneten definitiven Massnah-
men für die Haltung des Hundes B.________ (vorne Bst. A). Gegenstand 
des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens bildet einzig die Frage, ob die WEU 
die Verfügung des VeD zu Recht bestätigt hat. Insoweit ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.3 Nicht einzutreten ist demgegenüber auf Folgendes: 

1.3.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert das Vorgehen des VeD und des 
Tierheims D.________ und wirft letzterem betreffend Hundehaltung 
Verstösse gegen das Tierschutzgesetz vor. Sie verlangt, die Vorkommnisse 
seien «in unabhängigen Verfahren zu überprüfen» und gegen das Tierheim 
sei eine «Offizialuntersuchung» einzuleiten (Rechtsbegehren III und V, 
vorne Bst. C; vgl. Rechtsbegehren 12 und 15b, Beschwerde S. 41, 51). – Für 
solche Untersuchungen ist das Verwaltungsgericht sachlich nicht zuständig. 

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Die Beschwerdeführerin wurde bereits von der Vorinstanz darauf hingewie-
sen, dass allfällige Straf- und Disziplinaranzeigen direkt bei den zuständigen 
Behörden einzureichen sind (vgl. Verfügung vom 28.7.2020, Akten WEU 
pag. 119 ff.). Dasselbe gilt für ihr Begehren, es sei «eine polizeiliche und 
staatsanwaltschaftliche […] Überprüfung und Abklärung» bezüglich des Vor-
falls vom 10. September 2019 einzuleiten (Rechtsbegehren 13b, Be-
schwerde S. 46). Ebenfalls nicht zuständig ist das Verwaltungsgericht, so-
weit die Beschwerdeführerin geltend macht, der angefochtene Entscheid 
enthalte persönlichkeits- und ehrverletzende Unterstellungen des VeD und 
des Tierheims (Rechtsbegehren IV; Beschwerde S. 10 f.). Die Beurteilung 
solcher Vorwürfe fällt in die Zuständigkeit der Ziviljustiz (vgl. Art. 28 des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210] i.V.m. Art. 20 Abs. 1 
Bst. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
[Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]) und nicht in diejenige der Verwaltungs-
gerichtsbarkeit. Folglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit die 
Beschwerdeführerin beantragt, die Persönlichkeitsverletzung sei «zur An-
zeige zu bringen» und der Beschwerdeführerin zur Heilung «eine angemes-
sene Entschädigungs- und Wiedergutmachungssumme zu sprechen» 
(Rechtsbegehren IV, vorne Bst. C; Rechtsbegehren 1a und 1b, Beschwerde 
S. 12; vgl. auch Beschwerde S. 6). Dasselbe gilt für den Antrag, es sei über 
das «[bewusste] Quälen der Tierhalterin» eine Untersuchung anzuordnen 
(Rechtsbegehren 8, Beschwerde S. 32).  

1.3.2 Die Beschwerdeführerin verlangt weiter, es sei dem VeD zu verbie-
ten, die Beschlagnahmung ihres Hundes anzudrohen (Rechtsbegehren 4 
und 11a, Beschwerde S. 14 und 32) Die wiederholte Androhung der Be-
schlagnahmung komme einer Todesdrohung für ihren Hund gleich; sie sei 
tierschutzwidrig und stelle eine «seelische Grausamkeit seitens der Amts-
stelle» dar (vgl. Beschwerde S. 21 und 32). – Die Verfügung des VeD enthält 
einerseits eine Androhung der Ersatzvornahme oder der Beschlagnahmung 
des Hundes (Ziff. 4) und andererseits einen Hinweis auf die Bestrafung der 
Beschwerdeführerin nach Art. 292 StGB im Fall des Ungehorsams (Ziff. 7). 
Zweck einer solchen Androhung ist, auf die betroffene Person in der Weise 
einzuwirken, dass sie sich freiwillig wie erwünscht verhält (Herzog/Sieber, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 116 N. 3). Es ist verständlich, dass die Vorstellung, B.________ könnte 

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beschlagnahmt werden, der Beschwerdeführerin Sorgen bereitet. Die Be-
schwerdeführerin geht jedoch fehl in der Annahme, das Verwaltungsgericht 
sei dazu berufen, dem VeD die Androhung von Zwangsmitteln generell zu 
untersagen. 

1.3.3 Die Beschwerdeführerin beantragt weiter, die handelnde Amtstierärz-
tin, die im Verfahren involvierten Mitarbeitenden der WEU sowie die «betref-
fenden Amtsstellen insgesamt» hätten in allen die Beschwerdeführerin und 
ihre Hunde betreffenden Verfahren «ab sofort und in Zukunft als befangen 
zu gelten» (Rechtsbegehren 3 und 9, Beschwerde S. 14 und 32). – Ableh-
nungsbegehren können nur hinsichtlich eines bestimmten Verfahrens und 
nicht auf Vorrat gestellt werden. Es wäre an der Beschwerdeführerin, allen-
falls in einem künftigen Verfahren einzelne Personen als befangen abzu-
lehnen und der Behörde unverzüglich ein entsprechendes Gesuch zu stel-
len, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis erhalten hat (Art. 9 Abs. 5 
VRPG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 ZPO). Die Ausstandspflicht trifft zudem nur Per-
sonen, nicht ganze Behörden. Wer den Ausstand sämtlicher Mitglieder einer 
Behörde verlangt, muss gegen jedes einzelne Mitglied spezifische Aus-
standsgründe geltend machen, die über die pauschale Kritik hinausgehen, 
die Behörde als solche sei befangen (BGE 139 I 121 E. 4.3; BVR 2002 
S. 426 E. 1b/bb; Lucie von Büren, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum 
bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 9 N. 9). Die Beschwerdeführerin macht 
zum einen nicht substantiiert geltend, inwiefern die zuständige Amtstierärztin 
oder einzelne Mitarbeitende der WEU befangen gewesen wären. Zum ande-
ren wäre eine solche Rüge ohnehin verspätet. 

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Im Rahmen der 
Rechtskontrolle auferlegt sich das Gericht eine gewisse Zurückhaltung, so-
weit für die Beurteilung besondere Sach- oder Fachkenntnisse erforderlich 
sind, über die es nicht gleichermassen verfügt wie die Verwaltungsbehörde 
mit ihren Fachleuten und -stellen (BVR 2016 S. 507 E. 1.4, 2014 S. 451 
E. 1.3; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 66 N. 18). 

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2.

In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des recht-
lichen Gehörs (Beschwerde S. 12 f., 54 ff., 59). 

2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 21 ff. VRPG sowie 
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 Abs. 2 der 
Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) verlangt, dass die Behörde 
die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung Betroffenen tat-
sächlich hört, prüft und bei der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt 
die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (vgl. auch 
Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG), wobei sie sich auf die für den Entscheid we-
sentlichen Punkte beschränken kann (vgl. etwa BGE 143 III 65 E. 5.2; BVR 
2018 S. 341 E. 3.4.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 21 N. 15 und 28, Art. 52 
N. 6 f.). 

2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Entscheid der WEU sei 
von der für den VeD handelnden Amtstierärztin vorbereitet worden und die 
WEU habe es demzufolge unterlassen, die ursprüngliche Verfügung objektiv 
zu überprüfen (vgl. Beschwerde S. 12). Dies belege «eine nur schon ober-
flächliche linguistische Analyse» bezüglich Stil, Wortwahl, Satzbau und In-
halt (Beschwerde S. 8 ff.). Überdies enthalte der angefochtene Entscheid 
keine «Querverweise» bzw. Quellenangaben und sei bereits aus diesem 
Grund aufzuheben (Rechtsbegehren 2, Beschwerde S. 13). – Aus dem Um-
stand, dass der angefochtene Entscheid einzelne Passagen der ursprüngli-
chen Verfügung wörtlich wiederholt, kann nicht geschlossen werden, dass 
der vorgegebene Instanzenzug nicht gewahrt worden ist. Dass die WEU sich 
der Beurteilung des VeD angeschlossen hat, bildet ebenfalls kein Indiz dafür, 
dass sie eine inhaltliche Überprüfung der angeordneten Massnahmen unter-
lassen hat. Weiter trifft zwar zu, dass der angefochtene Entscheid Bezug auf 
die amtlichen Akten nimmt, ohne die genaue Fundstelle zu bezeichnen. Dies 
hat die Beschwerdeführerin jedoch nicht daran gehindert, den Entscheid der 
WEU sachgerecht anzufechten. Eine Gehörsverletzung ist insoweit nicht er-
kennbar. Ob die vorinstanzliche Würdigung der aktenkundigen Tatsachen 
und Beweismittel der Rechtskontrolle standhält, ist nicht eine Frage des 
rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung (vgl. Michel Daum, 
a.a.O., Art. 21 N. 28 mit Hinweisen). Unbegründet ist schliesslich der Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, Seite 8

wurf, es seien nicht alle Akten «zum Verhalten von Hund und Hundehalterin» 
beigezogen worden (Beschwerde S. 53). Die Beschwerdeführerin benennt 
keine konkreten Unterlagen, welche fehlen würden. Indem die Vorinstanz 
nicht auf alle in den Akten dokumentierten Einzelheiten eingegangen ist, son-
dern sich auf die für den Entscheid erheblichen Punkte beschränkt hat, hat 
sie keine Gehörsverletzung begangen. 

3.

In der Sache strittig sind die Anordnung einer Leinen- und einer Maulkorb-
pflicht ausserhalb des privaten Wohnbereichs sowie die Verpflichtung, mit 
B.________ eine Verhaltenstherapie zu besuchen. 

3.1 Während die Tierschutzgesetzgebung des Bundes auf die Würde 
und das Wohlergehen der Tiere ausgerichtet ist (Art. 1 des Tierschutzgeset-
zes vom 16. Dezember 2005 [TSchG; SR 455]), bezweckt das kantonale 
Hundegesetz vom 27. März 2012 (nachfolgend: HunG; BSG 916.31) den si-
cheren und verantwortungsbewussten Umgang mit Hunden (Art. 1 Abs. 1 
HunG). Es befasst sich mit den Anforderungen an die Hundehaltung aus der 
Optik der Gesellschaft, d.h. der Mitmenschen der Hundehalterinnen und 
Hundehalter (Vortrag des Regierungsrats zum Hundegesetz, in Tagblatt des 
Grossen Rates 2012, Beilage 10 [nachfolgend: Vortrag], S. 5). Das Gesetz 
regelt gemäss Art. 1 Abs. 2 HunG nebst der allgemeinen Prävention gegen 
Konflikte mit Hunden (Bst. b) namentlich die Pflichten der Hundehalterinnen 
und Hundehalter sowie die Massnahmen zur Einschränkung der Hundehal-
tung im Einzelfall (Bst. c und d). Hunde sind gemäss Art. 5 HunG so zu hal-
ten, dass sie Menschen und Tiere nicht belästigen oder gefährden (Abs. 1). 
Sie dürfen im öffentlichen Raum nicht unbeaufsichtigt laufen gelassen wer-
den und sind jederzeit wirksam unter Kontrolle zu halten (Abs. 2). Die zu-
ständige Stelle der WEU ordnet nach Art. 12 Abs. 1 HunG die erforderlichen 
Einschränkungen der Hundehaltung im Einzelfall an, wenn ein Hund Men-
schen oder Tiere verletzt hat (Bst. a), übermässiges Aggressionsverhalten 
oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt (Bst. b) oder wenn die Halterin 
oder der Halter nicht genügende Gewähr für eine sichere und verantwor-
tungsbewusste Hundehaltung bietet (Bst. c). In Frage kommen gemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, Seite 9

Art. 2 Abs. 2 HunG Massnahmen wie die Verpflichtung der Halterin oder des 
Halters zum Besuch von Ausbildungskursen mit oder ohne Hund (Bst. b), 
zum Besuch einer Verhaltenstherapie mit dem Hund (Bst. c) oder die Ver-
pflichtung der Halterin oder des Halters, den Hund auf öffentlichem Grund 
an der Leine zu führen oder ihm einen Maulkorb anzulegen oder beides zu 
tun (Bst. e). Die Aufzählung in Art. 12 Abs. 2 HunG ist nicht abschliessend. 
Welche Massnahmen im Einzelfall erforderlich sind, wird aufgrund der Sach-
verhaltsabklärung und in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips 
festgelegt. Die Massnahmen können einzeln oder kumulativ angeordnet wer-
den (Vortrag S. 12).

3.2 Das HunG verfolgt ausdrücklich auch präventive Zwecke (Art. 1 
Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b; Art. 4; vgl. Vortrag S. 3, 5). Nach der gesetzlichen 
Konzeption sollen vertiefte Abklärungen und Einschränkungen nicht nur 
nach erheblichen Verletzungen oder bei übermässigem Aggressionsverhal-
ten eines Hundes erfolgen können, die der Meldepflicht nach Art. 78 der Tier-
schutzverordnung vom 23. April 2008 (TSchV; SR 455.1) unterliegen, son-
dern auch bei weniger gravierenden Beanstandungen, die ein behördliches 
Einschreiten gebieten (Vortrag S. 6 und 12).  

4.

Zur Vorgeschichte von B.________ lässt sich den Akten Folgendes 
entnehmen: 

4.1 Der Hund kam am … im Ausland zur Welt und ist als Labrador-Boxer-
Mischling registriert (Beschwerdebeilage «BSI-A», act. 1C1). 
Vermutungsweise hat er auch Anteile eines American Staffordshire oder 
eines Pitbull-Terries (Akten VeD pag. 77). Er wurde zu früh von seiner Mutter 
getrennt und entwickelte in der Folge Defizite, die durch die Unerfahrenheit 
seiner früheren Besitzerfamilie, die ihn schliesslich wegen Überforderung 
und Zeitmangel im März 2017 im Tierheim D.________ abgab, wohl noch 
verstärkt wurden. Der Hund reagierte nach Angaben der für ihn zuständigen 
Tierpflegerin auf viele Reize sehr negativ. In der Hundeschule erzielte er 
zwar Fortschritte, zeigte aber weiterhin ein auffälliges Verhalten (dazu 

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Seite 10

sogleich E. 4.2). Zudem hat der Hund unter dem rund einjährigen Aufenthalt 
im Tierheim gelitten: In der Zwingerhaltung entwickelte er Stereotypien mit 
der Folge, dass Gelenke belastet wurden und er nicht mehr richtig laufen 
konnte (vgl. Akten VeD pag. 49 f., 58; vgl. auch Akten VeD pag. 93, 96). 

4.2 Am 22. März 2018 übernahm die Beschwerdeführerin den Hund pro-
beweise. Der gleichentags ausgehändigte Probezeitvertrag weist, soweit 
hier interessierend, auf folgende besonderen Eigenschaften des Hundes hin 
(«wichtige Informationen zu C.________ vom 21.3.2018»; Akten VeD 
pag. 3 f.). 

«– C.________ reagiert an der Strasse zum Teil mit grosser 
Anspannung auf Autos (fixiert sie und möchte ihnen hinterher 
springen).

– Hektik und Lärm machen ihn sehr nervös und er dreht dann auf (fängt 
an zu bellen und zu knurren und springt in Leine und beisst in Leine, 
will zum Teil auch gegen Mensch klemmen). Er reagiert oft extrem 
auf Geräusche und Bewegungen. 

– mit anderen Hunden nur bedingt verträglich [es folgen Ausführungen 
zu seinem Verhalten bei Begegnungen mit anderen Hunden].

– Da C.________ auch Tendenz zum Klemmen hat, auch wenn man 
mit ihm schmust, muss er zum Teil auch einen Maulkorb tragen. Auch 
bei Besuch und Kennenlernen von anderen Menschen muss 
C.________ den Maulkorb tragen. 

– C.________ hat zum Teil Probleme mit fremden Menschen (versteift 
sich dann, beginnt zu knurren und bellen […]). Wenn er bedrängt 
wird, könnte es auch passieren, dass er gegen Menschen schnappt 
oder auch beisst, da C.________ eine niedrige Frustrationstoleranz 
und niedrige Impulskontrolle hat. Auf schreiende oder spielende 
Kinder kann er zum grossen Teil sehr extrem reagieren. Hier ist ganz 
besondere Vorsicht geboten! Er möchte ihnen hinterher […]. 

 – C.________ hat Jagdtrieb. Wenn er im Jagdmodus ist, dann ist er 
nicht mehr abrufbar und er würde, frei von der Leine, jagen gehen 
[…].

– Begegnungen mit Ross, Joggern, Velofahrern sind zum Teil kritisch. 
Er wird steif, stellt [die] Haare [auf], knurrt und will drauf losgehen. 

[Es folgen weitere Ausführungen zum Verhalten des Hundes sowie 
zu dessen Vorlieben]» 

Das Tierheim überliess der Beschwerdeführerin den Hund namentlich unter 
der Auflage, dass dieser während der Probezeit nicht von der Leine gelassen 
werden dürfe. Weiter sei der Hund von Besuch in der Wohnung zu separie-
ren oder mit Maulkorb und Leine zu sichern. Zudem wurde die Beschwerde-
führerin verpflichtet, mindestens einmal wöchentlich ein Hundetraining zu 
absolvieren (Probezeitvertrag vom 22.3.2018, Akten VeD pag. 2).

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4.3 Am 12. April 2018 nahm der VeD eine unangemeldete Kontrolle der 
Hundehaltung am Wohnsitz der Beschwerdeführerin vor. Auslöser war eine 
Meldung seitens des Tierheims, wonach der Hund gefährlich sei, die Be-
schwerdeführerin die im Probezeitvertrag vereinbarten Abmachungen (Hun-
detraining) nicht eingehalten und sich geweigert habe, die mit eingeschrie-
bener Post zugestellte Vertragsauflösung entgegenzunehmen. In ihrer Ak-
tennotiz hielt die Amtstierärztin fest, die Beschwerdeführerin habe Zutritt 
gewährt, nachdem sie den Hund auf den Balkon gesperrt hatte. Der Hund 
sei durch die Anwesenheit der beiden Kontrollpersonen sichtlich gestresst 
gewesen und habe gebellt. Die Wohnung der Beschwerdeführerin sei hun-
degerecht eingerichtet und verfüge über Utensilien für den Hund. Der Garten 
und die Terrasse seien ausbruchsicher eingezäunt. Die Beschwerdeführerin 
habe im Gespräch angegeben, dass sie nur mit Leine und situativ mit Maul-
korb nach draussen gehe. Nach Ansicht der Amtstierärztin war die Haltung 
nicht zu beanstanden; der Hund scheine sich bei der Beschwerdeführerin 
wohlzufühlen. Eine Rückgabe wäre nicht im Sinn des Hundes oder des Tier-
schutzes (Aktennotiz vom 13.4.2018, Akten VeD pag. 14 f.). 

4.4 Am 30. Mai 2018 stellte der VeD in Aussicht, ein Training mit dem 
Hund bei einer anerkannten Fachperson anzuordnen, nachdem sich die Be-
schwerdeführerin nicht zum Hundetraining gemäss Probezeitvertrag gemel-
det und nicht auf Anrufe des Tierheims reagiert habe. Am 23. Juli 2018 
erging die entsprechende Verfügung. Danach hatte die Beschwerdeführerin 
mit dem Hund bis spätestens zum 15. August 2018 ein Training unter fach-
kundiger Anleitung zu absolvieren, dem VeD einen Trainingsplan einzu-
reichen sowie monatlich Bericht über die Fortschritte mit dem Hund zu er-
statten. Der VeD ordnete zudem an, dass der Hund ausserhalb des privaten 
Wohnbereichs an der Leine geführt sowie zu Hause von Drittpersonen fern-
gehalten werden müsse (Verfügung vom 23.7.2018, Akten VeD pag. 73 ff.).  

4.5 Die Verhaltensbiologin Dr. phil. nat. E.________ führte ab Mitte Juni 
2018 regelmässige Hundetrainings mit B.________ durch (Akten VeD 
pag. 80). Laut ihrem Bericht vom 1. August 2018 zeigte der Hund bei Spa-
ziergängen an der Aare an der Seite der Beschwerdeführerin kein auffälliges 
Verhalten. Die Beschwerdeführerin habe vorausschauend gehandelt und 
dem Hund einen Maulkorb angelegt, wenn es für diesen zu viele Eindrücke 

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gab (Akten VeD pag. 88). Die Trainerin begleitete den Hund auf Wunsch der 
Beschwerdeführerin auch zur Tierärztin und informierte die Praxis vorab dar-
über, dass dieser im direkten Kontakt offensiv reagieren könne und deshalb 
einen Maulkorb tragen werde. Bei der Übergabe der Papiere habe der Hund 
versucht, nach der Hand der Praxisassistentin zu schnappen. Bei der an-
schliessenden Behandlung sei der Hund immer noch verunsichert gewesen 
und habe die Beschwerdeführerin ihm nicht die nötige Sicherheit übertragen 
können (Bericht vom 2.9.2018, Akten VeD pag. 90). Beim knapp einwöchi-
gen Ferienaufenthalt im Spätsommer 2018 bei der Hundetrainerin habe sich 
der Hund tagsüber im Garten und Haus mehrheitlich frei bewegen können, 
bei den Spaziergängen habe er einen Maulkorb getragen; das Kreuzen von 
Personen sei problemlos verlaufen (Akten VeD pag. 91 f.). Die Hundetraine-
rin beobachtete weiter, dass der Hund aus Unsicherheit offensiv auf Perso-
nen reagiert, wenn diese direkt auf ihn zugehen. Dabei drohe er kurz defen-
siv und reagiere danach offensiv. Sie geht davon aus, dass er ungesichert 
(ohne Maulkorb und Leine) nach Personen schnappen würde. Da Menschen 
Hunde oft direkt anschauen und auf sie zugehen, empfahl sie, in solchen 
Situationen immer zuerst mit Maulkorb zu arbeiten (Akten VeD pag. 92). Im 
Bericht vom 1. November 2018 befürwortete die Hundetrainerin dann die von 
der Beschwerdeführerin beantragte Aufhebung der Massnahmen. Das 
«Team» habe grosse Fortschritte gemacht; die Entwicklung sei gut sichtbar. 
Die Beschwerdeführerin beobachte den Hund sehr aufmerksam, agiere vo-
rausschauend und rufe ihn bei jeder Begegnung in ihre Nähe. B.________ 
habe sich bei ihr sehr gut eingelebt; er sei viel ruhiger und entspannter 
geworden (Akten VeD pag. 99).

4.6 Die zuständige Amtstierärztin begleitete die Beschwerdeführerin und 
ihren Hund am 10. November 2018 nochmals auf einem Spaziergang. Sie 
notierte, dass die Beschwerdeführerin ihren Hund «sehr verantwortungsbe-
wusst» führe. Der Maulkorb störe den Hund sichtlich und mache ihn «duch». 
Die Begegnungen mit anderen Hunden und Personen seien problemlos ver-
laufen. Bei der Amtstierärztin sei der Hund hochgesprungen, jedoch ohne 
weitere Absichten. Als Fazit wies die Tierärztin darauf hin, dass die Be-
schwerdeführerin die Massnahmen bzw. Auflagen für ihre Hundehaltung um-
gesetzt habe. Das Training sei erfolgreich gewesen und die Beschwerdefüh-
rerin müsse nicht mehr per Verfügung auf ihre Pflichten hingewiesen werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 13

Sie führe ihren Hund «rücksichts- und verantwortungsvoll» und biete Gewähr 
für eine sichere Hundehaltung (Aktennotiz vom 10.11.2018, Akten VeD 
pag. 103). Mit Verfügung vom 19. November 2018 hob der VeD die Mass-
nahmen in der Folge auf (Akten VeD pag. 104 ff.).  

5.

Die neuerlichen Massnahmen gemäss Verfügung vom 21. Februar 2020 be-
gründete der VeD mit zwei Vorfällen, bei welchen B.________ je einen 
Menschen mit einem Biss verletzt haben soll. Die Beschwerdeführerin rügt 
diesbezüglich eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts (vgl. 
Beschwerde S. 7, 18, 42 ff., 52 ff.). 

5.1 Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde 
nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände und Beweismittel 
erhoben hat. Unrichtig ist sie, wenn die Behörde die Beweismittel falsch ge-
würdigt oder einen rechtserheblichen Sachumstand nicht in das Beweisver-
fahren einbezogen hat (BVR 2008 S. 352 E. 3.2; Ruth Herzog, a.a.O., 
Art.  66 N. 31 f.). Die Ermittlung des Sachverhalts und die Beschaffung der 
Beweismittel erfolgen gemäss Art. 19 Abs. 2 VRPG grundsätzlich nach den 
Vorschriften der ZPO. Diese sieht für die Bewertung der Beweise den Grund-
satz der freien Beweiswürdigung vor (Art. 157 ZPO). Danach haben die Be-
hörden und Gerichte die Beweise frei, ohne Bindung an förmliche Beweisre-
geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-
deverfahren bedeutet dies, dass die Beschwerdeinstanz alle Beweismittel, 
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen hat (BGE 137 II 266 
E. 3.2, 130 II 482 E. 3.2; BVR 2014 S. 508 E. 5.3.2, 2009 S. 481 E. 2.1; zum 
Ganzen BVR 2022 S. 139 E. 5.1). 

5.2 Der (erste) Vorfall vom 3. August 2019 bei einem Restaurant an der 
Aare in … ist im Wesentlichen unbestritten: Die Beschwerdeführerin sass mit 
ihrem angeleinten Hund draussen auf einer Sitzbank, als eine Frau sich 
ihnen näherte und B.________ ihre Hand entgegenstreckte. B.________ 
biss die Frau unvermittelt in die Hand (vgl. Akten VeD pag. 108, 112 f., 122, 
128). Die Geschädigte erlitt tiefe Wunden auf dem Handrücken, die teilweise 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 14

bis auf die Knochenhaut gingen und operiert werden mussten; Sehnen 
wurden keine verletzt (Akten VeD pag. 143). Sie verzichtete ausdrücklich auf 
eine Strafanzeige. Gegenüber dem VeD gab sie an, sie habe den Hund 
beruhigen wollen und ihm die Hand entgegengestreckt, damit er daran 
schnüffeln könne. Er habe einen wilden und ungestümen Eindruck gemacht, 
ob aus Angst oder Freude, könne sie nicht beurteilen (Akten VeD pag. 113). 
Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, die eine Meldung der Polizei 
erhalten hatte, erwog, dass die im Umgang mit Hunden erfahrene 
Geschädigte ohne jegliche Veranlassung auf den Hund zugegangen sei und 
in Kauf genommen habe, diesen zu erschrecken. Sie kam zum Schluss, dass 
die Beschwerdeführerin ihre gesetzliche Aufsichtspflicht als Hundehalterin 
nicht verletzt hat, da sie ihren Hund an kurzer Leine hielt, mit genügend 
Abstand auf einer Sitzbank sass und sich aktiv mit ihrem Hund beschäftigte. 
Da sie ein strafbares Verhalten der Beschwerdeführerin ausschloss, nahm 
die Staatsanwaltschaft das Verfahren nicht an die Hand (Akten VeD 
pag. 141 ff.). 

5.3 Hinsichtlich des zweiten Bissvorfalls vom 10. September 2019 ist un-
strittig, dass F.________ bei der Beschwerdeführerin als Haushaltshilfe tätig 
war und im Verlauf des Nachmittags von einem Hund gebissen wurde (vgl. 
Akten VeD pag. 198, 200 f., 203). Indes bestreitet die Beschwerdeführerin, 
dass B.________ die Bissverletzung verursacht hat und macht eine Fehlan-
schuldigung geltend. Die Haushaltshilfe wolle nämlich über ein arbeitsrecht-
liches Verfahren Geld von ihr «erzwingen» (Beschwerde S. 45).  

5.4 Zum Vorfall vom 10. September 2019 lässt sich den Akten Folgendes 
entnehmen:   

– Dr. med. G.________ hat F.________ am 11. September 2019 in seiner 
Praxis wegen eines Hundebisses behandelt. Der Biss habe sich am Vor-
tag gegen 17 Uhr ereignet. Einerseits seien am rechten Oberschenkel 
beim Übergang zum Gesäss ein Hämatom und andererseits vier Bissver-
letzungen sichtbar gewesen. Bei der Nachkontrolle vom 16. September 
2019 sei die Bisswunde bereits verschorft gewesen; das Hämatom habe 
sich aber ausgebreitet (Arztzeugnis vom 19.9.2019, Akten VeD pag. 203). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 15

– F.________ sandte der Beschwerdeführerin (offenbar nach dem 
Arztbesuch am 11.9.2019) eine Handyaufnahme der Bisswunde, welche 
zwei Einstichstellen zeigt. Gemäss den Metadaten wurde das Foto am 
10. September 2019 um 17.10 Uhr in … aufgenommen (vgl. Akten WEU 
pag. 99 und 102). 

– Am 14. September 2019 war F.________ bei der Beschwerdeführerin, die 
die Bisswunde fotografierte und vermass. Die Fotodokumentation der 
Beschwerdeführerin zeigt eine grössere bläulich verfärbte Fläche am 
Oberschenkel/Gesäss mit vier Einstichstellen (Akten VeD pag. 185). Die 
Beschwerdeführerin beschreibt die Bisswunde gegenüber der Vorinstanz 
selber als «ziemlich tief, umgeben von einem riesigen blaugrün angelau-
fenen Bluterguss rundherum» (Akten WEU pag. 39).

– Am 8. Oktober 2019 meldete der behandelnde Arzt dem VeD, dass 
F.________ am 10. September 2019 vom schwarzen kurzhaarigen Hund 
der Beschwerdeführerin gebissen worden sei. Die Geschädigte habe sich 
am Gesäss und den unteren Gliedmassen eine leicht- bis mittelgradige 
Verletzung zugezogen (Akten VeD pag. 145). Auf Aufforderung des VeD 
hin gab F.________ im «Fragebogen Geschädigte» an, der Bissvorfall 
habe sich am 10. September 2019 um 16.30 Uhr in der Küche der 
Beschwerdeführerin ereignet (Akten VeD pag. 149). 

– Auf Nachfrage des VeD führte F.________ aus, der Hund habe sich von 
hinten angeschlichen und sie ohne Vorwarnung durch die Hose in ihren 
rechten Oberschenkel gebissen. Sie sei sehr erschrocken und habe vor 
Schmerzen und Schreck laut geschrien (Akten VeD pag. 178). Sie legte 
ihrer Antwort zahlreiche Fotos bei, welche die Bissverletzung doku-
mentieren und zwischen dem 10. und 13. September 2019 aufgenommen 
wurden (vgl. Akten VeD pag. 180). 

– Gegenüber dem VeD bestätigte der behandelnde Arzt am 15. Januar 
2020, dass er die Patientin am 11. September 2019 um 9.45 behandelt 
habe. Sie habe ihm angegeben, sie sei am Vorabend gegen 17 Uhr ge-
bissen worden. Die Verletzung sei denn auch nicht frisch gewesen, son-
dern vom Vortag. Dass er den Hundebiss erst am 8. Oktober 2019 gemel-
det hatte, begründete der Arzt damit, dass seine Patientin zunächst keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 16

Meldung gewünscht habe. Zudem sei seine Praxis während zweier Wo-
chen geschlossen gewesen. Laut seiner Patientin habe sich die Hunde-
halterin uneinsichtig gezeigt, habe ihr gedroht und abgestritten, dass ihr 
Hund sie gebissen habe. Aus diesem Grund sei seine Patientin schliess-
lich einverstanden gewesen, dem VeD Meldung zu erstatten (Akten VeD 
pag. 198). 

– Auf Nachfrage der zuständigen Amtstierärztin gab F.________ am 
20. Januar 2020 telefonisch an, sie habe das Haus der Beschwerdefüh-
rerin gegen 16 Uhr verlassen und danach ihren Sohn in der Krippe abge-
holt, wo sie sich die Verletzung erstmals angesehen habe. Ihr Arzt sei um 
17 Uhr nicht mehr erreichbar gewesen, weshalb sie erst am nächsten Tag 
einen Termin für 10 Uhr erhalten habe (Aktennotiz vom 20.1.2020, Akten 
VeD pag. 200).

– Im vorinstanzlichen Verfahren legte die Beschwerdeführerin ein auf den 
18. September 2019 datiertes Schreiben von F.________ vor. Darin 
wehrt sich diese gegen die Kündigung, welche die Beschwerdeführerin 
offenbar am 14. September 2019 mündlich ausgesprochen hat. 
F.________ schildert den Bissvorfall vom 10. September 2019 
dahingehend, dass der Hund sie nach der Pause um 16 Uhr in der Küche 
plötzlich in den rechten Oberschenkel gebissen habe. Sie habe die 
Beschwerdeführerin sofort informiert, die Wunde sei jedoch nicht so gross 
gewesen. In der Nacht seien die Schmerzen unerträglich geworden, 
weshalb sie am Tag darauf zum Arzt gegangen sei. Aufgrund des guten 
Verhältnisses zur Beschwerdeführerin habe sie den Hundebiss nicht 
melden wollen. Sie forderte die Beschwerdeführerin hingegen auf, den 
Unfall bei ihrer Versicherung anzugeben (Akten WEU pag. 58). 

5.5 Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, dass die Aussagen von 
F.________ glaubhafter sind als jene der Beschwerdeführerin und folglich 
trotz gewisser Unstimmigkeiten keine vernünftigen Zweifel daran bestehen, 
dass B.________ am 10. September 2019 zwischen 16 und 17 Uhr die Biss-
verletzung verursacht hat (angefochtener Entscheid E. 3.5 S. 11). Hiervon 
geht auch das Verwaltungsgericht aus: Es spricht nicht gegen die Glaubwür-
digkeit der Haushaltshilfe, dass sie nach dem Hundebiss nicht auf dem 
schnellsten Weg eine (Notfall-)Praxis aufsuchte. Vielmehr legen ihre Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 17

schreibungen, das Arztzeugnis und die Fotos nahe, dass die Wunde unmit-
telbar nach dem Biss nicht stark geblutet und sich das schmerzhafte Häma-
tom erst später gebildet hat. Die Praxis ihres Hausarztes war zudem bereits 
geschlossen. Es ist folglich nachvollziehbar, dass F.________ ihren Arzt erst 
am folgenden Morgen aufgesucht hat. Wie die Vorinstanz zutreffend 
ausführt, ist weiter nicht von entscheidender Bedeutung, zu welchem exak-
ten Zeitpunkt F.________ am 10. September 2019 das Haus der Be-
schwerdeführerin verlassen hat. Soweit die Beschwerdeführerin in ihren 
weitschweifigen und grösstenteils sachfremden Ausführungen vorbringt, der 
Biss könne unmöglich von ihrem Hund stammen und ihre Haushaltshilfe 
habe die Geschichte frei erfunden (vgl. Akten WEU pag. 18, 21, 39 f.; Akten 
VeD pag. 185), kann ihr nicht gefolgt werden: Nach den einleuchtenden Er-
klärungen des VeD kann ein Hund seinen Kopf mit offenem Maul im Sprung 
drehen und auch in der Höhe von 90 cm einen waagrechten Biss verursa-
chen (vgl. Akten WEU pag. 82). Dass B.________ problemlos fähig ist, auf 
eine «volle Körpergrösse, also mindestens 1 m 80 [cm]» zu springen, hat die 
Beschwerdeführerin im Übrigen selbst beobachtet (Akten VeD pag. 32). Die 
Spekulation, die Haushaltshilfe habe den (von der Beschwerdeführerin un-
bestritten wahrgenommenen) Schrei in der Küche nur inszeniert und sich 
gleichentags (freiwillig) einen Biss von einem anderen Hund «beschafft», er-
scheint völlig abwegig (vgl. Akten VeD pag. 169). Die arbeitsrechtliche Strei-
tigkeit entstand wegen der Kündigung, welche die Beschwerdeführerin nach 
dem Bissvorfall aussprach; zuvor hatten die beiden Frauen ein gutes Ver-
hältnis. Es besteht kein Anlass, die Akten bezüglich dieses Vorfalls «auszu-
gliedern»; der entsprechende Antrag wird abgewiesen (vgl. Rechtsbegeh-
ren 14; Beschwerde S. 47).

5.6 Zusammenfassend steht in sachverhaltlicher Hinsicht fest, dass 
B.________ am 3. August und 10. September 2019 jeweils unvermittelt 
einen Menschen gebissen hat; beide Verletzungen mussten ärztlich versorgt 
werden. Die Vorinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt weder 
ungenügend noch willkürlich festgestellt, um zu diesem Schluss zu 
gelangen. Die entsprechenden Rügen der Beschwerdeführerin sind 
unbegründet (vgl. Beschwerde S. 18, 52; «Rechtsbegehren 6»). Der 
entscheidwesentliche Sachverhalt ergibt sich gestützt auf die 
vorhergehenden Feststellungen mit hinreichender Klarheit aus den Akten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 18

Von einer Befragung der Beschwerdeführerin und weiterer Personen sind 
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (vgl. Beweisanträge 1 bis 4; 
Beschwerde S. 10, 39, 46, 51, 53, 57). Die dahingehenden Beweisanträge 
werden daher in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen (vgl. dazu statt 
vieler BVR 2021 S. 239 E. 5.6; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27). 

6.

Die Beschwerdeführerin kritisiert weiter die Würdigung der Vorinstanz (vgl. 
Beschwerde S. 7, 14 f., 26 f.), wonach B.________ Verhaltensauffälligkeiten 
aufweise sowie ein überdurchschnittliches Aggressionsverhalten gegenüber 
Menschen zeige (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.1 S. 7 und E. 3.5 
S. 11 ff.). – Es ist zu anerkennen, dass die Beschwerdeführerin für ihren 
Hund einen beachtlichen Aufwand betreibt und sich intensiv und liebevoll um 
ihn kümmert (vgl. Beschwerde S. 9 f., 20). Auch mag zutreffen, dass 
B.________ deutliche Fortschritte gemacht hat, seit er in der Obhut der 
Beschwerdeführerin ist, und gleichzeitig die Beschwerdeführerin den Hund 
in der Regel im Griff hat (vgl. Beschwerde S. 15 f., 26, 29; vorne E. 4.5). Dies 
darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass B.________ als Welpe eine 
Traumatisierung erlitt und die lange Unterbringung im Tierheim 
– rückblickend gesehen – für sein Wohl nicht optimal war (vorne E. 4.1). Sein 
Verhalten war vor der Übernahme durch die Beschwerdeführerin in vielen 
Situationen höchst auffällig. Er war weit davon entfernt, als gut sozialisierter 
und gesellschaftstauglicher Hund zu gelten. Das Tierheim stufte seine 
Frustrationstoleranz und Impulskontrolle als niedrig ein und wies 
ausdrücklich darauf hin, dass der Hund gegen Menschen schnappen oder 
beissen kann, wenn er bedrängt wird (vorne E. 4.2). Deutliche 
Verhaltensaufälligkeiten beobachtete auch die Beschwerdeführerin; sie gab 
im Juni 2018 gegenüber dem VeD an, die «Liste der Auffälligkeiten» sei lang 
und werde täglich noch länger; der Hund reagiere in neuen Situationen zu 
einem grossen Teil «komplett panisch» (Akten VeD pag. 32). Es liegt auf der 
Hand, dass aufgrund dieser schwierigen Vorgeschichte trotz einer 
zwischenzeitlich guten Entwicklung weiterhin heikle Situationen auftreten 
können. Die Verhaltensbiologin stellte in ihrem Training im Herbst 2018 zwar 
bemerkenswerte Fortschritte fest (vorne E. 4.5). Ihren Ausführungen lässt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 19

sich entnehmen, dass B.________ an einer stark befahrenen Strasse 
gelassen blieb und beim Kreuzen mit Kindern, Erwachsenen, Radfahrenden 
sowie fremden Hunden kein auffälliges Verhalten zeigte (vgl. Akten VeD 
pag. 88, 92). Sie beobachtete allerdings auch mehrmals ein offensives 
Verhalten; es handelte sich stets um Situationen, in welchen eine Person 
direkt auf B.________ zuging. Die Hundetrainerin hielt es aufgrund ihrer Be-
obachtungen für möglich, dass B.________ in ungesichertem Zustand 
zubeissen würde, und empfahl deshalb den Einsatz eines Maulkorbs (vorne 
E. 4.5). Beim Vorfall vom 3. August 2019 handelt es sich – entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht um ein normales 
Sozialverhalten, selbst wenn sich die Geschädigte rasch genähert und den 
Hund erschreckt haben sollte. Ein normal sozialisierter Hund würde unter 
Umständen ebenfalls eine Reaktion zeigen, eine solche würde aber nicht 
derart heftig ausfallen (angefochtener Entscheid E. 4.4 S. 17). Bei beiden 
Vorfällen wird weder behauptet noch ergibt sich aus den Akten, dass der 
Hund vor dem Zubeissen wahrnehmbare Drohsignale (wie Fixieren, 
Haaresträuben, Knurren, Zähnefletschen; vgl. hierzu Dorit Urd Feddersen-
Petersen, Ausdrucksverhalten beim Hund, 2008, S. 296, 301 ff.) gezeigt hat. 
Ferner kann es nicht darauf ankommen, dass die vom zweiten Vorfall 
betroffene Haushaltshilfe allenfalls «verbotenerweise» eine mit Riegel 
gesicherte Türe geöffnet und damit das strenge Sicherheitskonzept ihrer 
Arbeitgeberin missachtet hat (vgl. Akten WEU pag. 8, 37 f.). Es spricht 
vielmehr für die Gefährlichkeit von B.________, dass ein Sicherheitskonzept 
auch nach Auffassung der Beschwerdeführerin nötig ist und der Hund, als 
dieses Konzept – aus welchen Gründen auch immer – versagte, blitzartig 
und heftig zugebissen hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.5 S. 11). 

Die Würdigung der Vorinstanz, dass B.________ ein übermässiges 
Aggressionsverhalten gegenüber Menschen aufweist, ist nach dem 
Gesagten nicht zu beanstanden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 20

7.

Die Beschwerdeführerin bestreitet weiter die Rechtsmässigkeit und Verhält-
nismässigkeit der Massnahmen des VeD, nach welchen sie verpflichtet wird, 
ihren Hund B.________ ausserhalb des privaten Wohnbereichs generell an 
der Leine zu führen und ihm einen gut sitzenden Maulkorb anzulegen sowie 
mit ihm eine Verhaltenstherapie zu besuchen (vgl. Beschwerde S. 6, 24, 28 
[«Rechtsbegehren 7»], 44, 53). 

7.1 Entgegen der Beschwerdeführerin sind die Anordnungen des VeD 
nicht widerrechtlich, weil sie auch mit dem ersten Vorfall vom 3. August 2019 
begründet wurden (vgl. Beschwerde S. 42 ff. und 52). Es trifft zu, dass die 
Staatsanwaltschaft das Strafverfahren nicht an die Hand genommen hat, 
weil keine Straftatbestände erfüllt waren (vorne E. 5.2). Als Halterin von 
B.________ kann der Beschwerdeführerin somit in strafrechtlicher Hinsicht 
keine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen werden. Die Massnahmen 
des HunG haben indessen nicht die Bestrafung der Hundehalterin bzw. des 
Hundehalters zum Ziel, sondern den Schutz der öffentlichen Sicherheit 
(vorne E. 3.1). Wenn ein Hund Menschen oder Tiere verletzt hat oder 
Verhaltensauffälligkeiten zeigt, ist ein schuldhaftes Verhalten der Halterin 
oder des Halters nicht Voraussetzung, um Einschränkungen in der 
Hundehaltung nach Art. 12 HunG anzuordnen. B.________ hat innert kurzer 
Zeit zwei verschiedene Menschen in gänzlich unterschiedlichen Situationen 
gebissen; beide Verletzungen mussten medizinisch versorgt werden (vorne 
E. 5.6). Eine Verletzung aufgrund eines Hundebisses gilt als erheblich, wenn 
diese ärztlich oder tierärztlich versorgt werden muss (vgl. <www.weu.be.ch>, 
Rubriken «Veterinärwesen/Hunde im Kanton Bern/Vorfälle mit Hunden 
melden»). Beiden Vorfällen ist gemeinsam, dass B.________ ohne 
vorgängige Drohsignale zugebissen hat (vorne E. 5.2 und E. 5.4 fünftes und 
achtes Lemma; E. 6). Damit hat er ein übermässiges Aggressionsverhalten 
an den Tag gelegt. Wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat (angefochtener 
Entscheid E. 4.4 S. 18), sind damit die Voraussetzungen nach Art. 12 Abs. 1 
HunG in mehrfacher Hinsicht erfüllt.  

7.2 Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit besagt, dass eine staatliche 
Massnahme geeignet und erforderlich sein muss, um das im öffentlichen In-
teresse angestrebte Ziel zu erreichen. Zudem muss sie zumutbar sein, d.h. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 21

es ist ein vernünftiges Verhältnis zu wahren zwischen dem angestrebten Ziel 
und allfälligen Einschränkungen, welche sie für die Betroffenen bewirkt (BGE 
142 I 49 E. 9.1, 140 II 194 E. 5.8.2; BVR 2016 S. 318 E. 4.5 und 7, 2010 
S. 157 E. 4.5.1, 2008 S. 360 E. 4.4). 

7.2.1  Mit der Vorinstanz ist hinsichtlich der generellen Leinenpflicht davon 
auszugehen, dass diese geeignet ist, den Bewegungsspielraum von 
B.________ einzuschränken und damit mögliche weitere Vorfälle zu 
verhindern. Wohl kann die Leinenpflicht nicht in jeder Situation einen Biss 
verhindern, dennoch ist sie ein anerkannt taugliches Mittel, um den Hund 
unter Kontrolle zu halten. Sie ist auch erforderlich, da keine mildere 
Massnahme ersichtlich ist, welche die gleiche Wirkung zeitigt. Im Übrigen 
hat der VeD im Sinn der Verhältnismässigkeit eine differenzierte 
Leinenpflicht angeordnet: In weitem, übersichtlichem und wenig 
frequentiertem Gebiet kann der Hund an der langen Leine geführt werden. 
Die Anordnung erscheint denn auch zumutbar, da die Beschwerdeführerin 
ihren Hund im Garten freilassen kann, wo dieser mit der anderen Hündin 
spielen kann (angefochtener Entscheid E. 4.4. S. 18). 

7.2.2  Auch die Maulkorbpflicht ist – wie die Vorinstanz zutreffend ausführt 
– zweifellos geeignet, um Bissvorfälle wie denjenigen vom 3. August 2019 
zu verhindern, da – wie sich gezeigt hat – in gewissen Situationen eine kurze 
Leine allein ein Zubeissen von B.________ selbst dann nicht verhindern 
kann, wenn die Halterin ihrer Aufsichtspflicht genügend nachkommt. Für eine 
Maulkorbpflicht spricht weiter, dass es sich bei B.________ um einen 
mittelgrossen Mischlingshund handelt, der – wie ebenfalls feststeht – kräftig 
genug ist, mit seinem Biss eine mittelgradige Verletzung zu verursachen (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 4.4 S. 18). Entgegen der Beschwerdeführerin 
genügt ein bloss situativer und freiwilliger Einsatz eines Maulkorbs nicht, 
zumal gefährliche Situationen jederzeit und unvorhersehbar auftreten 
können. Es trifft zu, dass die Maulkorbpflicht den Hund und die Halterin 
einschränkt. Mit Blick auf das dargelegte Aggressionsverhalten ist die 
Gewährleistung der Sicherheit für Menschen und andere Tiere jedoch höher 
zu gewichten als das private Interesse der Beschwerdeführerin, den 
Maulkorb nach ihrem Gutdünken einzusetzen (vgl. Beschwerde S. 44). Auch 
soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, der Hund werde durch den 

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«Dauermaulkorbzwang» schwer traumatisiert (vgl. Beschwerde S. 29, 44, 
58; act. 10 S. 3), kann ihr nicht gefolgt werden. Wie der VeD schlüssig 
dargelegt hat, kann ein Maulkorb an die individuellen anatomischen 
Besonderheiten der meisten Hunde angepasst werden und muss die 
Halterin oder der Halter dafür sorgen, dass der Maulkorb weder scheuert 
noch den Hund am Hecheln, Schnüffeln oder an der Wasseraufnahme 
hindert. Das «Maulband», eine sogenannte Maulschlaufe, welches die 
Beschwerdeführerin offenbar einsetzt (vgl. act. 10 S. 4 f.), dürfte diese 
Voraussetzungen allerdings nicht erfüllen, da es nur für den kurzfristigen 
Einsatz gedacht ist; es ist zu eng für den Hund und hindert ihn daran zu 
hecheln, zu fressen und zu trinken (vgl. Brenda Aloff, Der aggressive Hund, 
2011, S. 200). Auch die Beschwerdeführerin ist sich darüber im Klaren, dass 
ein Maulband nach längerer Zeit stört, da ihr schwarzhaariger Hund rasch 
überhitzt und mit einem Maulband nicht stark hecheln kann (vgl. act. 10 
S. 4 f.). 

7.2.3 Die Vorinstanz hat weiter auch die Anordnung des VeD, mit 
B.________ eine Verhaltenstherapie unter fachkundiger Anleitung zu 
besuchen, zu Recht als verhältnismässig beurteilt. Es ist zwar unbestritten, 
dass die Beschwerdeführerin sich stark für das Wohlergehen ihres Hundes 
einsetzt und dessen Bedürfnissen Rechnung trägt (vorne E. 6). Gleichwohl 
steht ausser Frage, dass B.________ aufgrund seiner problematischen 
Vorgeschichte weiterhin erhebliche Verhaltensdefizite aufweist; selbst die 
Beschwerdeführerin spricht von einem schwer traumatisierten Hund (vgl. 
Beschwerde S. 28 f.). Vom früheren Verhaltenstraining hat B.________ 
profitiert und die damals erzielten Fortschritte führten dazu, dass die im Juli 
2018 verfügten Massnahmen des VeD aufgehoben werden konnten (vgl. 
vorne E. 4.6). Eine Fortsetzung des Trainings ist damit nicht aussichtslos und 
mit Blick auf die neueren Vorkommnisse angezeigt. Sie soll letztlich auch zu 
einem Verhalten führen, welches die Maulkorb- und Leinenpflicht entbehrlich 
macht. 

7.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Anordnungen 
des VeD zu Recht bestätigt hat. Von Willkür kann keine Rede sein («Rechts-
begehren 11b»; Beschwerde S. 32, 44, 49, 50). Wie die Vorinstanz zutref-
fend ausgeführt hat (angefochtener Entscheid E. 4.5), handelt es sich bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
Seite 23

den verfügten Massnahmen um Dauerverfügungen, welche bei einer Ände-
rung der tatsächlichen Verhältnisse angepasst werden können. Es steht der 
Beschwerdeführerin frei, eine Lockerung oder Aufhebung der Massnahmen 
zu beantragen, wenn die Therapie erfolgreich verläuft und das Verhalten ih-
res Hundes dies zulässt. 

8.

Nach dem Erwogenen hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Die Beschwerde erweist sich in allen Teilen als unbegründet und ist 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorne E. 1.2 f.).

9.

Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die Verfahrens-
kosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind 
keine angefallen (Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ500.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2022, Nr. 100.2021.5U, 
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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin 
- Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern
- Eidgenössisches Departement des Innern

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.