# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c485e5e-e646-5943-90c3-5761114e4c4d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 10.07.2008 VB080017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VB080017_2008-07-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich

Geschäfts-Nr. VB080017/U

Verwaltungskommission

Mitwirkend: Obergerichtsvizepräsident lic. iur. R. Naef, Oberrichterin

Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. M. Burger

sowie Obergerichtssekretärin lic. iur. V. Girsberger

Beschluss vom 10. Juli 2008

in Sachen

P., Rechtsanwalt,
Insolvenzverwalter über das Vermögen der F. GmbH & Co. KG (Deutschland)

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwältin X.

gegen

Bezirksgericht Meilen, ER im summarischen Verfahren, Untere
Bruech 139, Postfach 881, 8706 Meilen,

Beschwerdegegner

betreffend Kostenbeschwerde gegen die Verfügung vom 14. Februar
2008 im Verfahren EU08... (Vollstreckbarerklärung eines Arrestbefehls)

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Die Verwaltungskommission erwägt:

I.

1. Mit Eingabe vom 11. Februar 2008 stellte der Beschwerdeführer dem

Einzelrichter im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen den

folgenden Antrag:

"1. Es sei der deutsche Arrestbeschluss der Einzelrichterin der 3. Zivilkammer
des Landgerichts Hof vom 28. Januar 2008 vollstreckbar zu erklären.

2. Der Antrag um Vollstreckbarerklärung sei dringlich zu behandeln und späte-
stens bis zum 28. Februar 2008 zu entscheiden.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten."

Mit Verfügung vom 14. Februar 2008 erklärte der Einzelrichter die Voll-

streckbarkeit des Arrestbeschlusses. Die Gerichtsgebühr wurde auf

Fr. 65'000.– festgesetzt. In Anwendung von § 64 Abs. 2 ZPO und § 67

Abs. 4 ZPO wurde sodann angeordnet, dass die Kosten vom Kläger be-

zogen würden, ihm aber vom Beklagten zu ersetzen seien. Der Beklagte

wurde verpflichtet, dem Kläger eine Prozessentschädigung von

Fr. 25'000.– zu bezahlen.

2. Mit Kostenbeschwerde vom 25. Februar 2008 beantragte der Kläger der

Verwaltungskommission des Obergerichts, es sei die mit der angefoch-

tenen Verfügung auf Fr. 65'000.– festgesetzte Gerichtsgebühr ange-

messen herabzusetzen und maximal auf Fr. 5'000.– festzusetzen, unter

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners.

3. Der Beschwerdegegner nahm am 7. März 2008 zur Kostenbeschwerde

schriftlich Stellung.

4. Der Beschwerdeführer hielt in seiner abschliessenden Stellungnahme

(sinngemäss) an seinen Anträgen fest.

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II.

1. Die Festsetzung der Gebühren ist ein Akt der Justizverwaltung, welcher

der aufsichtsrechtlichen Überprüfung unterliegt: Nach § 206 Satz 1 GVG

kann gegen die Kostenansätze der Gerichte (Gebühr und Kosten) ge-

mäss §§ 108 ff. GVG Beschwerde geführt werden (HAUSER/SCHWERI,

Kommentar zum zürcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich

2002, N 4 zu § 108 GVG). Aufsichtsbehörde über die Bezirksgerichte ist

das Obergericht (§ 106 GVG), das diese Aufgabe in § 21 lit. a i.V.m.

§ 19 Abs. 3 der Organisationsverordnung vom 22. Juni 2005 (in Kraft

seit 1. Januar 2006; LS 212.51) der Verwaltungskommission übertragen

hat. Diese hat den angefochtenen Verwaltungsakt gemäss § 108 Abs. 1

GVG auf Rechtsverweigerung, Rechtsverzögerung oder andere Verlet-

zungen der Amtspflichten zu überprüfen. Dabei übt sie grundsätzlich Zu-

rückhaltung und greift in die Ermessensausübung der ihr untergeordne-

ten Verwaltungsbehörde nur ein, wenn eine Ermessensüberschreitung

oder eine klare Rechtsverletzung vorliegt (vgl. KÖLZ/BOSSHART/RÖHL,

Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich,

2. A. Zürich 1999, N 39 zu Vorbem. zu §§ 19-28 VRG). Die Beschwerde

ist innert zehn Tagen seit der Mitteilung des angefochtenen Entscheids

bzw. Kenntnisnahme einer angefochtenen Verwaltungshandlung einzu-

reichen (§ 109 Abs. 1 GVG).

Auf die rechtzeitig erhobene Kostenbeschwerde ist einzutreten.

5. Zur Begründung der Kostenbeschwerde wird vorgetragen, der Be-

schwerdeführer habe beim Einzelrichter mit seiner Eingabe vom

11. Februar 2008 gestützt auf Art. 31 ff. LugÜ eine Vollstreckbarerklä-

rung gegen T., wohnhaft in (Deutschland), beantragt (vorne E. I.1) und

gleichzeitig ein Arrestbegehren als Sicherungsmassnahme i.S. von

Art. 39 LugÜ gestellt, welches mit Arrestbefehl vom 14. Februar 2008

ebenfalls gutgeheissen worden sei. Der Beschwerdeführer sei zur Erhe-

bung der Kostenbeschwerde legitimiert, da das Bezirksgericht Meilen in

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der angefochtenen Verfügung vom 14. Februar 2008 angeordnet habe,

den Betrag von Fr. 65'000.– bei ihm zu beziehen, womit er vom Ko-

stenentscheid unmittelbar betroffen sei (m. Hinw. auf HAUSER/SCHWERI,

Kommentar zum zürcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich

2002, N 7, N 16 zu § 206 GVG). (...) Nach Art. III des Protokolls Nr. 1
zum LugÜ dürften im Verfahren betreffend Vollstreckbarerklärung keine

nach dem Streitwert abgestuften Gerichtsgebühren erhoben werden. Die

Gebühr für die Vollstreckbarerklärung ausländischer Titel betrage in

Deutschland gemäss Nr. 1510 des Kostenverzeichnisses zum Gerichts-

kostengesetz pauschal EUR 200.–. Das Audienzrichteramt des Bezirks-

gerichts Zürich setze die Gerichtsgebühr bei Vollstreckbarerklärungen

nach Art. 31 ff. LugÜ nach ständiger Praxis gestützt auf Art. III des Pro-

tokolls Nr. 1 zum LugÜ fest. Aufgrund der Höhe der angefochtenen Ge-

bühr (Fr. 65'000.–) sei offensichtlich, dass die Vorinstanz auf den Streit-

wert abgestellt und die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1

i.V.m. § 7 GerGebV festgesetzt habe. (...) Zudem entspreche der zu-

grunde gelegte Streitwert von Fr. 7,6 Mio. nicht dem tatsächlichen Strei-

tinteresse, da die Verarrestierung der Aktien der Y. AG ergeben habe,

dass diese wegen Überschuldung der Gesellschaft nicht werthaltig sei-

en. (...) Als Kausalabgaben müssten die Gerichtsgebühren dem Äqui-

valenzprinzip genügen (m. Hinw. auf BGE 124 I 241 E. 4a; 106 Ia 249

E. 3a). Auszugehen sei vom Mass der Arbeit, die der Prozess verursacht

habe. Im vorliegenden Fall habe der Arbeitsaufwand höchstens dreiein-

halb Arbeitstage beansprucht (vgl. vorne E. I.1). Die Akten des Verfah-

rens seien aufgrund der 15-seitigen Rechtsschrift und der 23 Beilagen,

die grösstenteils Auszüge der deutschen ZPO enthielten, nicht sehr

umfangreich gewesen. Eine Anhörung des Schuldners habe gestützt auf

Art. 34 Abs. 1 LugÜ nicht stattgefunden. Im Verfahren betreffend Voll-

streckbarerklärung des deutschen Arrests sei lediglich die Glaubhaftma-

chung von Vermögenswerten in der Schweiz sowie die Anerkennungs-

fähigkeit bzw. Vollstreckbarkeit des deutschen Arrestentscheids zu prü-

fen gewesen. Soweit für die Beurteilung des Antrags deutsches Recht

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relevant gewesen sei, habe der Beschwerdeführer sämtliche Gesetzes-

bestimmungen samt Kommentarauszügen beigelegt. Für die offensicht-

liche Unverhältnismässigkeit der angefochtenen Gerichtsgebühr spreche

auch die zugesprochene Parteientschädigung in Höhe von Fr. 25'000.–,

mithin nur rund 40% der Gerichtsgebühr von Fr. 65'000.–. Das Audienz-

richteramt Zürich habe in einem vergleichbaren Fall die Gerichtsgebühr

auf Fr. 1'600.– angesetzt.

6. In der Beschwerdeantwort wird entgegnet, es habe sich nicht um eine

übliche Vollstreckung im Rahmen eines Rechtsöffnungsverfahrens ge-

handelt, sondern um eine Vollstreckbarerklärung im Zusammenhang mit

einer Arrestlegung. Die dadurch bedingte hohe Dringlichkeit des Verfah-

rens, das Studium der umfangreichen Akten und das nicht unerhebliche

Haftungsrisiko des Staates rechtfertigten die Ansetzung einer höheren

Gerichtsgebühr - auch im ausgefällten Umfang - durchaus. Im weiteren

werde auf Stellungnahme verzichtet.

7. Der Beschwerdeführer trägt dazu in seiner Stellungnahme abschlie-

ssend vor, die Verletzung von Art. III des Protokolls Nr. 1 des LugÜ wer-

de durch die Argumente des Beschwerdegegners nicht widerlegt. Die

erforderliche prioritäre Bearbeitung des Gesuchs widerlege auch nicht

die Tatsache, dass diese höchstens dreieinhalb Tage in Anspruch ge-

nommen habe. Die Akten könnten - wie gezeigt - nicht als umfangreich

bezeichnet werden. Das Prozessthema sei beschränkt gewesen und in

der detaillierten Rechtsschrift eingehend abgehandelt worden. Auch ein

allfälliges Staatshaftungsrisiko für eine ungerechtfertigte Arrestlegung

vermöge die überhöhte Gebühr nicht zu begründen. Für diesen Tatbe-

stand hafte gegenüber dem Schuldner und Dritten in erster Linie der

Gläubiger, sofern ein Schaden widerrechtlich und kausal verursacht

worden sei (m. Hinw. auf STAEHELIN/BAUER/STAEHELIN, Kommentar zum

SchKG, Art. 273 N 6 ff.). Der Richter könne den Gläubiger daher ge-

mäss Art. 273 SchKG auch zu einer entsprechenden Sicherheitsleistung

verpflichten. Der Kanton Zürich sei gemäss § 6 Abs. 2 Haftungsgesetz

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nur haftbar, wenn er arglistig gehandelt habe (m. Hinw. auf TOBIAS JAAG,

Verwaltungsrecht des Kantons Zürich, 2.A. 1999, § 21 N 2118). Das Ri-

siko für ein derartiges Verschulden könne nicht mittels Gerichtsgebühr

auf die Parteien überwälzt werden. Gegen eine Berücksichtigung des

Staatshaftungsrisikos bei der Gebührenfestsetzung spreche weiter, dass

die Kosten selbst für ein schweizerisches Arrestbewilligungsverfahren

nach Art. 271 ff. SchKG gemäss Art. 48 GebV SchKG maximal

Fr. 2'000.-- betrügen. Im vorliegenden Verfahren sei es aber bloss um

eine Vollstreckbarerklärung eines deutschen Arrests und nicht um die

eigentliche Arrestlegung gegangen.

III.

1. Nach Auffassung der Lehre ist zur Einreichung einer Kostenbeschwerde

i.S. von § 206 GVG jede Person legitimiert, die vom Kostenentscheid

"unmittelbar betroffen" ist, d.h. nicht nur die kostenpflichtig erklärte Per-

son, sondern auch jene, die für die Kosten mithaftbar erklärt wurde, ins-

besondere auch der Dritte, der i.S. von § 76 ZPO eine für die Kosten-

deckung herangezogene Kaution geleistet hat (HAUSER/SCHWERI, a.a.O.,

Zürich 2002, N 16 f. zu § 206 GVG). Nach § 67 Abs. 4 ZPO werden die

Kosten der ersten Instanz im summarischen Verfahren in der Regel vom

Kläger bezogen, unter Einräumung des Rückgriffs auf den unterliegen-

den Beklagten. Es rechtfertigt sich, den derart (nach Prozessende) mit

der Zahlung der Gerichtskosten belasteten Kläger, welcher dem Staat

direkt für die Prozesskosten haften soll (vgl. Marginalie zu § 67 ZPO)

ebenfalls zur Kostenbeschwerde zuzulassen, haben doch sowohl § 76

ZPO wie § 67 Abs. 4 ZPO zum Zweck, das Inkassorisiko des Staates

gegenüber dem Beklagten auf den Kläger zu überwälzen. Die Be-

schwerdelegitimation ist daher zu bejahen.

2. Der Beschwerdeführer trägt zu Recht vor, dass Art. III des Protokolls

Nr. 1 zum LugÜ (SR.0.257.11) für die Gebührenfestsetzung im Verfah-

ren betreffend Vollstreckbarerklärung eines ausländischen Arrestbefehls

zur Anwendung gelangt, was vom Beschwerdegegner denn auch nicht

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bestritten wird. Die Arrestforderung wurde vom Kläger im Arrestbegeh-

ren nach Art. 39 LugÜ vom 11. Februar 2008 mit EUR 4'646'281.45 bzw.

mit Fr. 7'448'361.– (Wert per 8. Februar 2008) beziffert. Bei einer Ge-

bührenfestsetzung nach dem Streitwert ergäbe dies nach kantonalem

Recht eine Grundgebühr gemäss § 4 Abs. 1 GerGebV von

Fr. 95'233.61, die im summarischen Verfahren gemäss § 7 GerGebV auf

mindestens 2/3 dieses Betrags, mithin auf mindestens Fr. 63'489.– fest-

gesetzt werden könnte. Soweit die Vorinstanz diese Gebührenberech-

nung vorgenommen hat, widerspricht sie übergeordnetem Recht, denn

Art. III des Protokolls Nr. 1 zum LugÜ lautet: "In dem Vollstreckungsstaat

dürfen in dem Verfahren auf Erteilung der Vollstreckungsklausel keine

nach dem Streitwert abgestuften Stempelabgaben oder Gebühren erho-

ben werden." Demnach darf die Gerichtsgebühr in Vollstreckungsverfah-

ren nach dem LugÜ in Anwendung der Kriterien von § 2 Abs. 1 Ger-

GebV nur nach der Verantwortung und der Schwierigkeit des Falls be-

messen werden.

3. Der Beschwerdegegner schätzt die Verantwortung des Einzelrichters im

vorliegenden Verfahren wegen des Haftungsrisikos des Staates als ent-

sprechend hoch ein (vorne E. II.3), während der Beschwerdeführer die-

ses Bemessungselement ausschliessen will (vorne E. II.4). Die von ihm

erwähnte Sicherheitsleistung gemäss Art. 273 Abs. 1 Satz 2 SchKG zu-

lasten des Gläubigers bezweckt die Deckung eines durch die Arrestie-

rung allfällig entstehenden Schadens, der vom Gläubiger verursacht

wurde (SchKG-Stoffel, Art. 273 N 10). Der Arrest ist i.S. von Art. 273

Abs. 1 Satz 1 SchKG namentlich dann "ungerechtfertigt", d.h. wider-

rechtlich, wenn keine gültige und fällige Forderung bestand oder kein Ar-

restgrund gemäss Art. 271 Ziff. 1 bis 5 SchKG gegeben war (SchKG-

Stoffel, a.a.O., N 1 m. Hinw. auf FRITZSCHE/WALDER, Schuldbetreibung

und Konkurs, Bd. II, 3.A. Zürich 1993, S. 502 und GILLIÉRON, Poursuite

pour dettes, faillite et concordat, 3.A. Lausanne 1993, S. 393; N 13-16).

Die Gläubigerhaftung nach Art. 273 SchKG schliesst die Haftung des

Staats für widerrechtliches Handeln des Richters im Verfahren betref-

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fend Vollstreckbarerklärung eines ausländischen Arrests indessen nicht

aus: Der Beschwerdeführer trägt diesbezüglich selbst vor, der Einzel-

richter habe (lediglich) die Glaubhaftmachung von Vermögenswerten in

der Schweiz sowie die Anerkennungsfähigkeit bzw. Vollstreckbarkeit des

deutschen Arrestentscheids zu prüfen gehabt (vorne E. II.2). Die Haf-

tungstatbestände sind nicht identisch. Die Staatshaftung ist im Kanton

Zürich grundsätzlich als reine Kausalhaftung ausgestaltet, d.h. ein Ver-

schulden bildet nicht Haftungsvoraussetzung. Als ausdrückliche Aus-

nahme nennt das Haftungsgesetz allerdings die Änderung eines Ent-

scheids im Rechtsmittelverfahren gemäss § 6 Abs. 2 HG: "Wird ein Ent-

scheid im Rechtsmittelverfahren geändert, haftet der Staat nur, wenn ein

Beamter einer Vorinstanz arglistig gehandelt hat." Ist ein Entscheid oder

ein Urteil hingegen formell in Rechtskraft erwachsen, so ist eine Über-

prüfung auf Gesetzmässigkeit im Rahmen eines Haftungsverfahrens

gänzlich ausgeschlossen (§ 21 Abs. 1 HG). Diese Regelung erfährt ge-

stützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK dann eine Ausnahme, wenn rechtlich oder

tatsächlich keine Möglichkeit bestand, den in Rechtskraft erwachsenen

Entscheid gerichtlich anzufechten (TOBIAS JAAG, Staats- und Verwal-

tungsrecht des Kantons Zürich, 3.A. 2005, § 31 N 3123 f.; N 3126 m.

Hinw. auf BGE 126 I 144 ff., 150 ff.). Die hier angefochtene Verfügung

war jedenfalls mit Rekurs anfechtbar. Das Haftungsrisiko des Staates für

gerichtliche Fehlentscheide wird mit dieser Regelung derart stark einge-

schränkt, dass es bei der Festsetzung der Gerichtsgebühr kaum ins

Gewicht fallen kann.

4. Die Verantwortung des Einzelrichters im Verfahren betreffend Voll-

streckbarerklärung ist insofern dennoch nicht als gering einzustufen, als

dem Schuldner gemäss Art. 34 Abs. 1 LugÜ in diesem Verfahrensstadi-

um das rechtliche Gehör nicht zu gewähren ist. Die Schwierigkeit des

Falls lässt sich sodann aus der Vielzahl der notwendigen Begründungs-

elemente der angefochtenen, mehrseitigen Verfügung ableiten, was den

nicht streitigen für eine Vollstreckbarerklärung doch erheblichen Zeitauf-

wand nachvollziehbar macht. Die Festsetzung der Gerichtsgebühr auf

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Fr. 5'000.– erweist sich als angemessen. Damit ist die Kostenbeschwer-

de gutzuheissen.

8. Bei diesem Verfahrensausgang ist die Staatsgebühr auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. Mangels einer Rechtsgrundlage kann dem Be-

schwerdeführer zulasten des Staates keine Prozessentschädigung zu-

gesprochen werden (FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcheri-

schen Zivilprozessordnung, 3.A. 1997, N 5 zu § 66 Abs. 2 ZPO, N 14a

zu § 68 ZPO).