# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cd0dce1-480a-5685-8594-d6cce3e73601
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 26.06.2018 LC170036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC170036_2018-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

eschäfts-Nr.: LC170036-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende,  

 Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichter lic. iur. M. Spahn  

 sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. N.A. Gerber 

Beschluss und Urteil vom 26. Juni 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 18. September 2017 (FE150643-L)  
 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Klägerin: 
(zusammengefasst aus: Urk. 1, Urk. 29, Urk. 49 und Urk. 70) 

1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden. 
2. Die beiden Töchter der Parteien, C._____, geboren am 

tt.mm.2008, und D._____, geboren am tt.mm.2015, seien un-
ter die Obhut der Klägerin zu stellen. 
C._____ sei entweder im Rahmen vorsorglicher Massnahmen 
unter die Obhut der Klägerin zu stellen, oder einer allfälligen 
Berufung gegen diesen Punkt sei die aufschiebende Wirkung 
zu entziehen.  

3. Dem Beklagten sei folgendes Besuchsrecht zuzugestehen: 
- Bezüglich C._____ an jedem zweiten Wochenende von 

Freitagabend bis Sonntagabend, verlängert um die schul-
freien Tage, wenn solche wegen Feiertagen an das Va-
terwochenende angrenzen; zudem jährlich während der 
Hälfte der Schulferien.  

- Gegenüber D._____ bis zu deren Eintritt in den Kinder-
garten an jedem zweiten Samstag, den C._____ beim 
Beklagten verbringt, während sechs Stunden, ab Kinder-
gartenbeginn von D._____ im gleichen Masse wie 
C._____. 

4. Die Beistandschaft für C._____ sei beizubehalten.  
5. Es sei eine Besuchsbeistandschaft bezüglich D._____ zu er-

richten.  
6. Die Aufgaben des Beistandes seien analog zu Ziffer 8 des Ur-

teils des Obergerichts vom 27. Mai 2015 beizubehalten.  
7. Den Parteien sei die Weisung zu erteilen, soweit von der the-

rapeutischen Fachperson empfohlen an der Therapie von  
C._____ teilzunehmen.  

8. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin folgendermas-
sen Unterhaltsbeiträge für die beiden Kinder zu bezahlen, 
zahlbar jeweils monatlich zum Voraus zuzüglich allfälliger ge-
setzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen: 
- je Fr. 2'200.- pro Kind (davon Fr. 950.- Barunterhalt und 

Fr. 1'250.- Betreuungsunterhalt) bis zum Erreichen des 
zehnten Altersjahres eines jeden Kindes; 

- je Fr. 2'000.- pro Kind (davon Fr. 1'400.- Barunterhalt und 
Fr. 600.- Betreuungsunterhalt) ab dem vollendeten zehn-
ten Altersjahr eines jeden Kindes; 

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 Fr. 1'150.- für D._____ (nur Barunterhalt), sobald C._____ 
ihre Ausbildung abgeschlossen haben wird.  

Diese Unterhaltsbeiträge seien zahlbar bis zum Erreichen der 
jeweiligen Volljährigkeit eines jeden Kindes und darüber hin-
aus, sollte dann noch keine angemessene Ausbildung abge-
schlossen sein. Ab der Volljährigkeit eines jeden Kindes seien 
die Unterhaltsbeiträge weiterhin an die Klägerin zu bezahlen, 
sofern das betreffende Kind dann noch bei ihr wohnt und kei-
ne eigenen Ansprüche stellt.  

9. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien sich ge-
genseitig keinen nachehelichen Unterhalt schulden. 

10. Es sei der Pensionskassenausgleich vorzunehmen. 
11. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen. 
12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 

Beklagten.  
 

Es sei der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege, inkl. Bestel-
lung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin, zu gewähren.  

 
Rechtsbegehren des Beklagten: 

(Urk. 7, Urk. 37) 

1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden. 
2. Die elterliche Sorge über die Töchter C._____, geboren am 

tt.mm.2008, und D._____, geboren am tt.mm.2015, sei bei-
den Eltern gemeinsamen zu belassen. 

3. Die Obhut bzw. das Aufenthaltsbestimmungsrecht über  
C._____ sei dem Beklagten zuzuteilen. Die Obhut bzw. das 
Aufenthaltsbestimmungsrecht über D._____ sei der Klägerin 
zuzuteilen. 

4. Es sei eine angemessene Besuchs- und Ferienregelung im 
Sinne der nachfolgenden Ausführungen zu installieren.  

5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien wegen 
fehlender Mittel weder Ehegattenunterhalt noch Kinderunter-
halt zu leisten in der Lage sind.  

6. Es sei der Vorsorgeausgleich vorzunehmen.  
7. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich ausei-

nandergesetzt sind.  
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Kläge-

rin. 

- 4 - 

Dem Beklagten sei die unentgeltliche Rechtspflege, inkl. Bestel-
lung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters zu gewähren.  
 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 18. September 2017: 
(Urk. 111 = Urk. 121)  

1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden. 

2. Die Töchter C._____, geboren am tt.mm.2008, und D._____, geboren am 

tt.mm.2015, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien 

belassen. 

3. Die Obhut für die Tochter C._____, geboren am tt.mm.2008, wird beiden 
Parteien gemeinsam mit wechselnder Betreuung übertragen. 

Der zivilrechtliche Wohnsitz der Tochter C._____ bleibt bis Ende des Schul-

jahres 2017/2018 am Wohnort des Vaters. Ab Beginn des neuen Schuljah-

res 2018/2019 ist der zivilrechtliche Wohnsitz am Wohnort der Mutter.  

4. Die Betreuungsregelung für die Tochter C._____ wird wie folgt festgelegt: 

a) Der Vater betreut die Tochter C._____ jeweils am Sonntagabend, 18.00 Uhr, 
bis und mit Mittwoch/Schulbeginn sowie an jedem zweiten Wochenende ab 
Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Mittwoch der folgenden Woche (bis Schulbe-
ginn). 

b) Die Mutter betreut die Tochter C._____ jeweils ab Mittwochmittag nach 
Schulschluss bis Freitagabend, 18.00 Uhr, bzw. alternierend zum Vater an je-
dem zweiten Wochenende bis Sonntagabend, 18.00 Uhr.  

Ab Beginn des Schuljahres 2018/2019 verlängert sich die Wochenendbetreu-
ung der Mutter jeweils bis Montag, Schulbeginn.  

c) Ferien:  
Jeder Elternteil betreut C._____ pro Schuljahr im Umfang der Hälfte der 
Schulferien.  

Die Eltern werden verpflichtet, sich über die Aufteilung der Ferien jeweils 
frühzeitig abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater 
in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Auf-
teilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.  

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Die Eltern werden verpflichtet, die Aufteilung der Ferien in jedem Fall dem 
Beistand mitzuteilen. Sie sind berechtigt, für die Aufteilung der Ferien die 
Vermittlung bzw. Hilfe durch den Beistand in Anspruch zu nehmen.  

d) Feiertagsregelung Ostern/Pfingsten: 
Die Eltern werden für berechtigt erklärt, pro Jahr entweder die Osterfeiertage 
(beginnend ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr, endend am Dienstag Schulbeginn 
in Bezug auf die Mutter, in Bezug auf den Vater am Mittwoch Schulbeginn) 
oder die Pfingstfeiertage mit der Tochter C._____ zu verbringen. Fallen die 
Osterfeiertage in die Ferien des einen Elternteils, ist der andere berechtigt, 
die Pfingstfeiertage bis Dienstag Schulbeginn (Mutter) bzw. bis Mittwoch 
Schulbeginn (Vater) zu verbringen. Können sich die Eltern nicht über die Auf-
teilung einigen, entscheidet der Beistand. Bei der Aufteilung der Oster- bzw. 
Pfingstfeiertage ist im Streitfall zu beachten, dass diese jährlich alternierend 
auf die Parteien verteilt werden.  

e) Feiertagsregelung Weihnachten/Neujahr:  
 In Jahren mit ungerader Jahreszahl verbringt C._____ diese Feiertage wie 

folgt: vom 24. Dezember, ab 12.00 Uhr, bis und mit 25. Dezember, 12.00 Uhr, 
bei der Mutter und vom 25. Dezember, 12.00 Uhr, bis und mit 26. Dezember, 
18.00 Uhr, beim Vater, sowie vom 31. Dezember, 12.00 Uhr, bis und mit 1. 
Januar, 12.00 Uhr, bei der Mutter und anschliessend vom 1. Januar, 12.00 
Uhr, bis 2. Januar, 12.00 Uhr, beim Vater. In Jahren mit  
gerader Jahreszahl ist die Feiertagsregelung umgekehrt: vom 24. Dezember, 
ab 12.00 Uhr, bis und mit 25. Dezember, 12.00 Uhr, ist C._____ beim Vater 
und vom 25. Dezember, 12.00 Uhr, bis und mit 26. Dezember, 18.00 Uhr, bei 
der Mutter, sowie vom 31. Dezember, 12.00 Uhr, bis und mit 1. Januar, 12.00 
Uhr, beim Vater und anschliessend vom 1. Januar, 12.00 Uhr, bis 2. Januar, 
12.00 Uhr, bei der Mutter.  

Die Tage zwischen diesen Feiertagen haben die Parteien im Rahmen der Fe-
rienregelung aufzuteilen.  

5. Die Obhut für die Tochter D._____, geboren am tt.mm.2015, wird der Kläge-
rin übertragen.  

6. Der Beklagte wird für berechtigt erklärt, die Tochter D._____ wie folgt auf ei-
gene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch bzw. in die Ferien zu neh-
men: 

a) an jedem zweiten Samstag, an welchem C._____ das Wochenende bei ihm 
verbringt, ab 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr,  

b) entweder am Ostersonntag oder am Pfingstsonntag, ab 12.00 Uhr bis 
18.00 Uhr, entsprechend der Feiertagsregelung für C._____, 

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c) an einem der Weihnachts- und Neujahresfeiertagen, ab 12.00 Uhr bis 
18.00 Uhr, wobei es sich um einen Tag handeln muss, an welchem C._____ 
bei ihm ist; die Parteien sprechen sich über den genauen Tag der Weih-
nachts- und Neujahrsfeiertage, an welchem D._____ beim Vater ist, spätes-
tens bis zum 1. Dezember ab, können sie sich darüber nicht einigen, ent-
scheidet der Beistand, 

d) ab Beginn des Schuljahres 2018/2019 an jedem zweiten Wochenende ab 
Samstag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, und zwar jeweils an dem Wo-
chenende, an welchem C._____ bei ihm ist, 

e) ab Beginn des Schuljahres 2018/2019 an den Weihnachts- und Neujahrsfei-
ertagen sowie über Ostern oder Pfingsten entsprechend der Betreuungsrege-
lung für C._____, wobei der Beklagte D._____ jeweils am Ostermontag, 
18.00 Uhr, bzw. am Pfingstmontag, 18.00 Uhr, zurück zur Klägerin zu bringen 
hat, 

f) ab Eintritt in den Kindergarten an jedem zweiten Wochenende von Freitag-
abend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, und zwar an denjenigen 
Wochenenden, an welchen C._____ gestützt auf die Betreuungsregelung bei 
ihm ist,  

g) Ferien: 
ab den Sommerferien im Jahr 2019 jeweils drei Wochen Ferien pro Jahr, wo-
bei bis zu ihrem fünften Geburtstag jeweils nicht mehr als eine Woche Ferien 
am Stück bezogen werden darf, 

ab Eintritt in den Kindergarten jeweils vier Wochen Ferien pro Jahr. 

Die Eltern werden verpflichtet, sich über die Aufteilung der Ferien jeweils 
frühzeitig abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater 
in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Auf-
teilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.  

Die Eltern werden verpflichtet, die Aufteilung der Ferien in jedem Fall dem 
Beistand mitzuteilen. Sie sind berechtigt, für die Aufteilung der Ferien die 
Vermittlung bzw. Hilfe durch den Beistand in Anspruch zu nehmen.  

7. Die mit Beschluss der damals zuständigen Behörde vom 22. September 

2010 für C._____, geboren am tt.mm.2008, angeordnete und mit Beschluss 
der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich vom 17. Ok-

tober 2013 übernommene und mit Urteil und Beschluss des Obergerichts 

des Kantons Zürich vom 27. Mai 2015 (Geschäfts-Nr. LE140067-O) bestä-

tigte Beistandschaft wird weitergeführt. Dem Beistand werden in Abände-
rung der bisherigen Anordnungen die folgenden Aufgaben übertragen:  

− die Eltern in ihrer Sorge um C._____ mit Rat und Tat zu unterstützen, 

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− Vermittlung zwischen den Eltern bei Schwierigkeiten C._____ betreffend, 

− die Ferien- und Feiertagsplanung mit den Eltern auszuarbeiten, sollten die El-
tern ihn um Vermittlung ersuchen,  

− die Wiederaufnahme der Therapie von C._____ bei E._____ in die Wege zu 
leiten, 

− in regelmässigen Abständen (einmal jährlich, bei Bedarf mehr) mit E._____ 
zu klären, ob die Weiterführung der Therapie aus ihrer Sicht nach wie vor 
sinnvoll erscheint, und danach in Absprache mit den Eltern über die Weiter-
führung der Therapie zu entscheiden,  

− in regelmässigen Abständen (einmal jährlich, bei Bedarf mehr) mit der Schule 
in Kontakt zu treten, um zu klären, ob in Bezug auf Entwicklungsmassnahmen 
von C._____ in schulischen Belangen und/oder in Bezug auf Verhaltensauf-
fälligkeiten Handlungsbedarf besteht und bei Bedarf mit den Eltern die Um-
setzung in die Wege zu leiten sowie die Umsetzung zu überwachen, 

− der Behörde Antrag zu stellen, falls sich weitergehende Aufgaben als not-
wendig erweisen sollten oder die Massnahme veränderten Verhältnissen an-
zupassen oder aufzuheben ist.  

Der Beistand von C._____ wird ausdrücklich ermächtigt:  

− den ersten Termin für C._____ für die Wiederaufnahme der Therapie gestützt 
auf den neuen Stundenplan von C._____ und in Absprache mit Frau E._____ 
für die Eltern verbindlich festzulegen, 

− falls sich die Eltern in Bezug auf die Ferien- und Feiertagsaufteilung nicht ei-
nigen können, die Aufteilung für die Eltern verbindlich festzulegen. 

8. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wird angewiesen, dem Bei-

stand von C._____ die veränderten Aufgaben gemäss vorstehend Dispositiv 

Ziffer 7 zu übertragen.  

9. Für die Tochter D._____, geboren am tt.mm.2015, wird eine Beistand-
schaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet. Dem Beistand 
werden die folgenden Aufgaben übertragen:  

− die Eltern in ihrer Sorge um D._____ mit Rat und Tat zu unterstützen, 

− Vermittlung zwischen den Eltern bei Schwierigkeiten D._____ betreffend, 

− die Ausübung des Besuchsrechts zwischen D._____ und dem Beklagten in-
sofern sicherzustellen und zu überwachen, als er bei Schwierigkeiten diesbe-
züglich mit den Eltern die Modalitäten zu klären und bei Bedarf die geeigne-
ten Massnahmen bei der Behörde in die Wege zu leiten hat,  

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− die Ferien- und Feiertagsplanung mit den Eltern auszuarbeiten, sollten die El-
tern ihn um Vermittlung ersuchen,  

− der Behörde Antrag zu stellen, falls sich weitergehende Aufgaben als not-
wendig erweisen sollten oder die Massnahme veränderten Verhältnissen an-
zupassen oder aufzuheben ist.  

Der Beistand von D._____ wird ausdrücklich ermächtigt:  

− falls sich die Eltern in Bezug auf die Feiertagsplanung und später in Bezug 
auf die Ferien- und Feiertagsaufteilung nicht einigen können, die Aufteilung 
für die Eltern verbindlich festzulegen. 

10. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wird angewiesen, einen Bei-

stand gemäss vorstehend Dispositiv Ziffer 9 für D._____ zu ernennen.  

11. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die beiden Töchter C._____ 

und D._____ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen:  

a) Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit Oktober 2018: 

− für C._____ Fr. 565.- pro Monat  
(davon Fr. 165.- als Betreuungsunterhalt) 

− für D._____ Fr. 755.- pro Monat 
(davon Fr. 165.- als Betreuungsunterhalt). 

In dieser Phase fehlen zur Deckung des gebührenden Betreuungsunterhaltes: 

− für C._____ Fr. 780.- pro Monat 
− für D._____ Fr. 1'550.- pro Monat.  

b) Ab November 2018 bis und mit August 2021: 

− für C._____ Fr. 565.- pro Monat  
(davon Fr. 65.- als Betreuungsunterhalt) 

− für D._____ Fr. 655.- pro Monat 
(davon Fr. 65.- als Betreuungsunterhalt). 

In dieser Phase fehlen zur Deckung des gebührenden Betreuungsunterhaltes: 

− für C._____ Fr. 840.- pro Monat 
− für D._____ Fr. 1'690.- pro Monat.  

c) Ab September 2021 bis und mit Juli 2025: 

− für C._____ Fr. 500.- pro Monat  
− für D._____ Fr. 960.- pro Monat 

(davon Fr. 60.- als Betreuungsunterhalt). 

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In dieser Phase fehlen zur Deckung des gebührenden Betreuungsunterhaltes: 
− für D._____ Fr. 725.- pro Monat.  

d) Ab August 2025 bis und mit August 2027: 

− für C._____ Fr. 500.- pro Monat (über die Volljährigkeit hinaus, sofern 
C._____ noch keine angemessene Ausbildung abgeschlossen hat und 
teilweise noch im Haushalt der Mutter lebt und keine eigenen Ansprüche 
gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger 
bezeichnet) 

− für D._____ Fr. 1'080.- pro Monat. 

In dieser Phase fehlen zur Deckung des gebührenden Betreuungsunterhaltes: 
− für D._____ Fr. 785.- pro Monat.  

 
Für den Fall, dass C._____ im Verlaufe dieser Phase eine angemessene 
Ausbildung abschliesst, wird der Beklagte verpflichtet, ab dem auf den Aus-
bildungsabschluss folgenden Monat zusätzlich Fr. 785.- pro Monat als Be-
treuungsunterhalt für D._____ an die Klägerin zu bezahlen.  

e) Ab September 2027 bis und mit August 2031: 
− für D._____ Fr. 1'590.- pro Monat 

(davon Fr. 470.- als Betreuungsunterhalt). 

f) Ab September 2031 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung von 
D._____ auch über ihre Volljährigkeit hinaus: Fr. 1'200.- pro Monat für 
D._____. 

Zusätzlich zu den vorstehend festgesetzten Kinderunterhaltsbeiträgen wird 

der Beklagte verpflichtet, die Hälfte der Familienzulagen für C._____ und die 

gesamte Familienzulage für D._____ an die Klägerin zu bezahlen. 

Die Kinderunterhaltsbeiträge und Familienzulagen sind an die Klägerin zahl-

bar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.  

 Die Zahlungsmodalitäten gelten in Bezug auf die Unterhaltsbeiträge und die 

Familienzulage für D._____ bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss ei-

ner angemessenen Ausbildung auch über die Volljährigkeit von D._____ 

hinaus, solange D._____ im Haushalt der Klägerin lebt und keine eigenen 

Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungs-

empfänger bezeichnet. 

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12. Der Beklagte wird verpflichtet, für die Hort- bzw. sonstigen Fremdbetreu-

ungskosten für C._____ sowie für ihre Krankenkassenprämie und Gesund-

heitskosten aufzukommen.  

13. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv Ziffer 11 basieren auf dem Lan-

desindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand En-

de August 2017 von 100.6 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). 

Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 

1. Januar 2019, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres 
anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

100.6 

Fällt der Index unter den Stand von Ende August 2017 berechtigt dies nicht 
zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 

14. Es wird festgehalten, dass keine der Parteien nachehelichen Unterhalt ver-

langt hat.  

15. Die F._____, … [Adresse], wird angewiesen, mit Rechtskraft des Schei-

dungsurteils vom Freizügigkeitskonto des Beklagten (Konto Nr. …, AHV-Nr. 

…) den Betrag von Fr. 4'245.–, zuzüglich Zins ab 1. Januar 2017, auf das 
Freizügigkeitskonto der Klägerin (Konto Nr. …, AHV-Nr. …) bei der Stiftung 

Auffangeinrichtung BVG, zu überweisen. 

16. Es wird festgestellt, dass die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht auseinan-

dergesetzt sind. 

17. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 9'000.- die weiteren Gerichtskosten betragen  

Fr. 1'668.75 Dolmetscher 

Fr. 1'437.50 Fachperson Kinderanhörung 

 
18. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse 

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genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss 

Art. 123 ZPO hingewiesen. 

19. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

20. Schriftliche Mitteilung an 

− die Parteien (je als Gerichtsurkunde), unter Zustellung einer Kopie von 
act. 109, 

− den Beistand, G._____, … [Adresse], gegen Empfangsschein, 

sowie nach Eintritt der Rechtskraft  

− mit Formular an das für Zürich zuständige Zivilstandsamt, 
− mit Formular an das Personenmeldeamt der Stadt Zürich  
− an das Migrationsamt des Kantons Zürich,  
− an die Kindesschutzbehörde der Stadt Zürich,  
− an die F._____, … [Adresse] (im Auszug gemäss Dispositiv-Ziffern 1 und 

15 des Urteils), 
je gegen Empfangsschein.  

21. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht 

des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In 

der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige 

Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Berufungsanträge: 

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 120): 
 
"1. Ziff. 3 Abs. 2 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben. 
 
2. Ziff. 6 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, und es sei das Besuchs- 

und Ferienrecht des Berufungsklägers im Sinne der nachfolgenden Ausfüh-
rungen auszugestalten. 

 
3. Ziff. 11 des vorinstanzlichen Urteils sei wie folgt abzuändern: 

  Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten 
für die beiden Töchter C._____ und D._____ die folgenden monat-
lichen Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen: 

  1. Phase: Rechtskraft bis November 2018 

- 12 - 

   C._____: Fr. 390.-, D._____: Fr. 265.-. 
  2. Phase: November 2018 bis September 2021 
   C._____: Fr. 355.-, D._____: Fr. 300.-. 
  3. Phase: September 2021 bis August 2025 
   C._____: Fr. 520.-, D._____: Fr. 290.-. 
  4. Phase: August 2025 bis September 2027 
   C._____: Fr. 610.-, D._____: Fr. 277.-. 
  5. Phase: September 2027 bis September 2031 
   D._____: Fr. 1'020.-. 
  6. Phase: September 2031 bis zum Abschluss der Erstausbildung 

von D._____ 
   D._____: Fr. 1'020.-. 
  alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beru-

fungsbeklagten." 
 

 
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 135): 
 
"Die Berufung des Berufungsklägers sei vollumfänglich abzuweisen, 
 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten des 
Berufungsklägers." 
 
 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Parteien heirateten am tt. Juni 2007. Sie sind die Eltern von C._____, 

geboren am tt.mm.2008, und D._____, geboren am tt.mm.2015. Mit Beschluss 

der Vormundschaftsbehörde Oberengstringen vom 28. Juli 2011 wurde den Par-

teien die Obhut über C._____ entzogen und die Tochter fremdplatziert (Urk. 

10/3/3/31). Mit Urteil vom 30. Oktober 2014 nahm das Bezirksgericht Zürich vom 

Getrenntleben der Parteien per 1. September 2013 Vormerk und regelte die wei-

teren Folgen, wobei der Antrag der Parteien auf jeweilige Obhutszuteilung abge-

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wiesen und die Fremdplatzierung von C._____ aufrechterhalten wurde (Urk. 

10/83). Diesen Entscheid fochten beide Parteien an. Mit Urteil vom 27. Mai 2015 

hob die Kammer die Fremdplatzierung auf und stellte C._____ ab Beginn der 

Sommerschulferien 2015 unter die Obhut des Beklagten (Urk. 3/2 = Urk. 10/88).  

 2. Mit Eingabe vom 27. August 2015 (Poststempel: 28. August 2015) machte 

die Klägerin die Scheidungsklage anhängig (Urk. 1). Für den Verlauf des erstin-

stanzlichen Verfahrens kann auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 121 S. 4 ff.). Die am tt.mm.2015 geborene D._____ wurde mit Verfügung 

vom 2. Dezember 2015 im Sinne einer vorsorglichen Massnahme unter die Obhut 

der Klägerin gestellt. Zugleich wurde das Begehren der Klägerin auf Zuteilung der 

Obhut über C._____ abgewiesen (Urk. 22). Am 18. September 2017 fällte die Vo-

rinstanz das eingangs im Dispositiv aufgeführte Urteil, mit dem sie die Scheidung 

aussprach, die beiden Töchter unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Par-

teien beliess, die Obhut über C._____ beiden Parteien gemeinsam mit wechseln-

der Betreuung übertrug, D._____ unter die alleinige Obhut der Klägerin stellte und 

den Beklagten zur Zahlung von Kinderunterhaltsbeiträgen an die Klägerin ver-

pflichtete. Zugleich bestimmte sie, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz von 

C._____ bis Ende des Schuljahres 2017/2018 beim Vater und ab Beginn des 

neuen Schuljahres 2018/2019 am Wohnort der Mutter befindet (Urk. 121). Mit 

Verfügung vom gleichen Tag setzte die Vorinstanz die nicht vermögensrechtli-

chen Kinderbelange (Obhuts-, Wohnsitz- und Betreuungsregelung betreffend 

C._____, Besuchsregelung betreffend D._____, Beistandschaften) auch als vor-

sorgliche Massnahmen in Kraft (Urk. 121 S. 34 f., S. 70 f.).   

 3. Gegen das Urteil der Vorinstanz erhob der Beklagte mit Eingabe vom 19. 

Oktober 2017, gleichentags zur Post gegeben, Berufung mit den eingangs aufge-

führten Anträgen (Urk. 120). Mit Beschluss vom 18. Dezember 2017 wurde über 

die klägerischen Anträge vom 24. Oktober 2017 auf Entzug der aufschiebenden 

Wirkung und Erlass vorsorglicher Massnahmen entschieden (Urk. 134). Die Beru-

fungsantwort ging am 9. Januar 2018 ein (Urk. 135). Mit Beschluss vom 13. Feb-

ruar 2018 wurden die in Teilrechtskraft erwachsenen Punkte vorgemerkt und auf 

die Anschlussberufung der Klägerin nicht eingetreten; zugleich wurde der Beklag-

- 14 - 

te aufgefordert, zu neuen Vorbringen in der Berufungsantwort Stellung zu nehmen 

und ergänzende Auskünfte über seine finanziellen Verhältnisse zu erteilen (Urk. 

141). Dieser Aufforderung kam der Beklagte mit Eingabe vom 12. März 2018 

nach (Urk. 156). Am 14. März 2018 erfolgte die Anhörung von C._____ durch den 

Referenten und die Gerichtsschreiberin (Urk. 149, Prot. I S. 19 ff.). Am 18. April 

2018 nahm der Beklagte zur Kinderanhörung Stellung (Urk. 160). Die Stellung-

nahme der Klägerin zur Kinderanhörung und zu neuen Vorbringen des Beklagten 

erfolgte nicht fristgerecht am 8. Mai 2018 (Urk. 162). Am 9. Mai 2018 folgte eine 

Noveneingabe der Klägerin (Urk. 163). Mit Verfügung vom 15. Mai 2018 wurde 

den Parteien angezeigt, dass die Sache in die Phase der Urteilsberatung überge-

he (Urk. 165). 

 4. Die Verfügung der Vorinstanz vom 18. September 2017 betreffend vor-

sorgliche Massnahmen wurde nicht angefochten und erwuchs demzufolge in 

Rechtskraft.  

II.  

 1. Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben. Sie richtet sich gegen 

einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer nicht vermögensrechtlichen Ange-

legenheit. Auf die Berufung ist – unter dem Vorbehalt hinreichender Begründung 

– einzutreten (Art. 308 und Art. 311 ZPO).  

 2. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung oder gar Wiederholung 

des erstinstanzlichen Verfahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzep-

tion als eigenständiges Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 S. 414 

m.Hinw. auf die Botschaft zur Schweizerischen ZPO, BBl 2006 S. 7374). Es 

zeichnet sich dadurch aus, dass bereits eine richterliche Beurteilung des Rechts-

streits vorliegt, und sein Gegenstand wird durch die Berufungsanträge und die Be-

rufungsbegründung umrissen. 

3. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrich-

tige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO); die 

- 15 - 

Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streit-

sache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen. In 

der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist im Sinne einer 

Eintretensvoraussetzung hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-

stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

ist, d.h. an einem der genannten Mängel leidet. Die Begründung muss ausrei-

chend explizit sein, damit die Berufungsinstanz sie einfach verstehen kann. Dies 

setzt voraus, dass der Berufungskläger im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwä-

gungen bezeichnet, die er anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen seine 

Kritik beruht (BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375; 141 III 569 E. 2.3.3 S. 576). Diese 

Begründungsanforderungen gelten sinngemäss auch für die Berufungsantwort, 

wenn und soweit der vorinstanzliche Entscheid (auch) darin beanstandet wird 

(BGer 5A_660/2014 vom 17. Juni 2015, E. 4.2 m.w.Hinw.; 4A_258/2015 vom 21. 

Oktober 2015, E. 2.4.2; 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2); auch in deren 

Rahmen geht es daher nicht an, frühere Ausführungen einfach zu wiederholen 

oder zum integrierenden Bestandteil der Eingabe zu erklären. Die Berufungs-

instanz hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf 

die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift 

(oder in der Berufungsantwort) in rechtsgenügender Weise erhoben werden (vgl. 

BGE 142 III 413 E. 2.2.4 S. 417 m.w.Hinw.; BGer 5A_111/2016 vom 6. Septem-

ber 2016, E. 5.3; 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3; 4A_290/2014 

vom 1. September 2014, E. 3.1 und E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura no-

vit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-

Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). In diesem 

Rahmen ist auf die Parteivorbringen einzugehen, soweit sie für die Entscheidfin-

dung relevant sind (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 m.w.Hinw.). 

4. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsverfah-

ren nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt wer-

den, d.h. wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht wurden (lit. a) und trotz 

zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten 

(lit. b). Dabei hat, wer sich auf (unechte) Noven beruft, deren Zulässigkeit darzu-

tun und ihre Voraussetzungen notwendigenfalls zu beweisen (BGE 143 III 42 

- 16 - 

E. 4.1 S. 43; BGer 5A_86/2016 vom 5. September 2016, E. 2.1, je m.w.Hinw.). 

Diese Regelung gilt im Prinzip auch in Verfahren, die der Untersuchungsmaxime 

unterstehen (BGE 138 III 625 E. 2.2 S. 626 ff.). Die Parteien müssen das Gericht 

auch im Anwendungsbereich von Art. 296 ZPO aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht 

sofort über jede neue Tatsache informieren, die geeignet ist, den zu fällenden 

Entscheid zu beeinflussen (BGer 5A_541/2015 vom 14. Januar 2016 E. 5.2 und 

5.3).  

5. Die Beanstandungen am angefochtenen Entscheid haben die Parteien in 

der Berufungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen; ein allfälliger 

zweiter Schriftenwechsel oder die Ausübung des Replikrechts dienen nicht dazu, 

die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar neue vorzutragen (BGE 142 III 

413 E. 2.2.4 S. 417 mit weiteren Verweisen). Zulässig sind nur Vorbringen, zu de-

nen erst die Ausführungen in der Berufungsantwort Anlass gaben oder die echte 

Noven darstellen. 

- 17 - 

III. 

 A. Wohnsitz von C._____ 

 1. Die Vorinstanz regelte die Betreuung von C._____ während der Woche 

wie folgt (Urk. 121 S. 63):  

Der Vater betreut die Tochter C._____ jeweils am Sonntagabend, 
18.00 Uhr, bis und mit Mittwoch/Schulbeginn sowie an jedem zweiten Wo-
chenende ab Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Mittwoch der folgenden Woche 
(bis Schulbeginn). 

Die Mutter betreut die Tochter C._____ jeweils ab Mittwochmittag nach 
Schulschluss bis Freitagabend, 18.00 Uhr, bzw. alternierend zum Vater an 
jedem zweiten Wochenende bis Sonntagabend, 18.00 Uhr.  

Ab Beginn des Schuljahres 2018/2019 verlängert sich die Wochenendbe-
treuung der Mutter jeweils bis Montag, Schulbeginn.  

 Diese Regelung ist am 9. Januar 2018 in Rechtskraft erwachsen (Urk. 141 

S. 6 f.). Mit Bezug auf den Wohnsitz und Schulort erwog die Vorinstanz, C._____ 

solle die dritte Klasse in ihrem angestammten Schulhaus beenden können, was 

dazu führe, dass der Wohnsitz bis Ende der dritten Klasse beim Beklagten bleibe. 

Beim Übertritt in die 4. Klasse – d.h. ab Schuljahr 2018/2019 – solle der Wohnsitz 

jedoch an den Wohnort der Mutter verlegt werden, weil der Beklagte mobiler sei 

als die Klägerin und sie die Tochter D._____ nicht alleine lassen könne, um 

C._____ zur Schule zu begleiten. Bisher sei dies für die Klägerin verständlicher-

weise mühsam gewesen und die gemeinsame Obhut werde dazu führen, dass die 

Tochter öfter als bisher vom Wohnort der Mutter in die Schule müsse. Da jedoch 

C._____ nicht zuzumuten sei, vor Abschluss der 3. Klasse die Schule und ihr 

diesbezüglich vertrautes Umfeld zu wechseln, solle der Wohnsitzwechsel erst da-

nach stattfinden (Urk. 121 S. 26). In Dispositiv Ziffer 3 Absatz 2 bestimmte die Vo-

rinstanz bis Ende des Schuljahres 2017/2018 den Wohnort des Vaters (in 

H._____) und ab Beginn des neuen Schuljahres 2018/2019 den Wohnort der Mut-

ter (in I._____) als zivilrechtlichen Wohnsitz der Tochter (Urk. 121 S. 62).  

- 18 - 

 2.1 Der Beklagte stellt den Antrag, Dispositiv Ziffer 3 Absatz 2 sei ersatzlos 

aufzuheben (Urk. 120 S. 2). Aus der Begründung geht hervor, dass die Berufung 

darauf abzielt, den zivilrechtlichen Wohnsitz über den Schulbeginn des Schuljah-

res 2018/2019 hinaus beim Vater zu belassen (Urk. 120 S. 11).  

 2.2 Bei der gemeinsamen Sorge mit alternierender Obhut stellt sich die Fra-

ge des zivilrechtlichen Wohnsitzes des Kindes, weil sich dieser Wohnsitz nicht 

mehr vom Inhaber der elterlichen Sorge oder der Obhut ableiten lässt. Können 

sich die Eltern im Falle einer paritätischen, je hälftigen Betreuung (Pendellmodell) 

nicht einigen, wo der Wohnsitz des Kindes liegen soll, so hat das Gericht den 

Aufenthaltsort bzw. den zivilrechtlichen Wohnsitz aufgrund der engsten Bindun-

gen des Kindes zu einem Ort festzulegen (BK Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 298 

ZGB N 51; FamKomm Scheidung/Büchler/Clausen, Art. 298 ZGB N 12).  

 3.1 Der Beklagte macht geltend, der per Sommer 2018 angeordnete Schul-

wechsel liege nicht im Kindeswohl und stehe im Widerspruch zu den eigenen 

Ausführungen der Vorinstanz. So führe diese gestützt auf verschiedene, durch-

wegs positive Rückmeldungen und Berichte aus, dass es C._____ in der Obhut 

des Vaters gut gehe. Die Zeit beim Vater betrage inzwischen mehr als zwei Jahre 

und umfasse auch die Einschulung und die Zeit in der nahegelegenen Schule am 

Wohnort des Vaters. Es sei nicht verständlich, weshalb ein Mädchen, das jahre-

lang fremdplatziert gewesen sei und dessen Wunsch, beim Vater leben zu kön-

nen, vom Obergericht endlich erfüllt worden sei, mit knapp zehn Jahren zu einem 

Schulwechsel gezwungen werde. Die Vorinstanz verliere damit das Kriterium der 

Stabilität und Kontinuität, auf das sie im Zusammenhang mit der jüngeren Tochter 

D._____ explizit verweise, mit Bezug auf den zivilrechtlichen Wohnsitz von 

C._____ aus den Augen. Dabei sei absolut entscheidend, dass das Mädchen nun 

endlich eine Phase der Stabilität erfahre und es in die Lage versetzt werde, mit ih-

rem Umfeld stabile und tragfähige Beziehungen einzugehen, wobei die Vorinstanz 

im Zusammenhang mit D._____ selbst erwähnt habe, dass C._____ sich mit zu-

nehmendem Alter an ihren Altersgenossen orientiere. Der erneute Wechsel von 

Schule und Freunden stehe dazu im Widerspruch und entspreche mit Sicherheit 

nicht dem Wunsch des Kindes (Urk. 120 S. 9 f.).  

- 19 - 

 Die von der Vorinstanz angeführten Schwierigkeiten der Mutter, C._____ zu 

ihrer bisherigen Schule zu begleiten, könnten das Interesse des Kindes an der 

Beibehaltung der bisherigen Situation, seines schulischen Umfeldes und seines 

Freundeskreises nicht aufwiegen, zumal die von der Vorinstanz als mühsam be-

zeichnete Begleitung der momentanen Situation entspreche und auch noch ein 

Jahr lang (bis Ende des Schuljahres im Sommer 2018) praktiziert werden müsse. 

Aus welchen Gründen die Begleitung von C._____ durch die Mutter – notabene 

mit der heute zweijährigen Tochter D._____ – noch ein Jahr lang möglich, danach 

aber mühsam sein solle, leuchte nicht ein. Nur mit Rücksicht auf die Mutter könne 

dem Mädchen mit seiner ganzen Vorgeschichte nun nicht auch noch ein Schul-

wechsel zugemutet werden. Vielmehr sei hier dem Interesse von C._____ an 

stabilen Verhältnissen mit einer gewissen Verlässlichkeit der Vorzug zu geben. 

Auch das Argument, der Beklagte sei mobiler als die Klägerin, verfange nicht, 

auch wenn er über ein Fahrzeug verfüge und die zweijährige D._____ nicht be-

treue. Aufgrund seiner Arbeitstätigkeit bereite ihm der Schulbeginn in der Stadt 

Zürich um 8.20 Uhr nicht weniger Unannehmlichkeiten als der nicht arbeitstätigen 

Klägerin. Es sei nicht richtig, dass die arbeitslose Mutter mit der noch nicht einge-

schulten und nicht fremdbetreuten D._____ weniger mobil sei (Urk. 102 S. 10 f.).  

 3.2 Die Klägerin führt in ihrer Berufungsantwort aus, die Vorinstanz habe mit 

der Wohnsitzregelung einen Kompromiss getroffen, mit dem sie nicht nur die Be-

dürfnisse von C._____ sondern der ganzen Familie berücksichtigt habe. Dieser 

Kompromiss belaste und beeinträchtige niemanden in der Familie allzu sehr und 

verlange von allen zu verschiedenen Zeiten einen Mehraufwand. Damit habe die 

Vorinstanz aus den gegebenen Umständen das Beste zu machen versucht. Da 

C._____ den Weg zwischen den Wohnorten der Parteien nicht alleine zurückle-

gen könne, müsse sie ihre Tochter auf dem Weg zur und von der Schule beglei-

ten. Für sie und D._____ wäre es nicht nur einfacher, wenn C._____ von ihr aus 

die Schule besuchen könnte. Ab dem Kindergarteneintritt von D._____ wäre es 

fast nicht mehr zu bewältigen, das eine Kind (D._____) am eigenen Wohnort und 

das andere (C._____) in H._____ in die Schule zu schicken. Dass die Vorinstanz 

den Schulwechsel auf das Ende der 3. Klasse gelegt habe, stelle einen Kompro-

miss dar. Die aktuelle Regelung bedeute auch, dass C._____ immer dann, wenn 

- 20 - 

sie am Nachmittag Schule habe, an ihren Betreuungstagen das Mittagessen nicht 

zu Hause einnehmen könne, da der Weg dafür zu weit sei. Für den Beklagten gel-

te an seinen Betreuungstagen zwar das Gleiche, doch sei C._____ an diesen Ta-

gen über Mittag im Hort. Auswärtige Verpflegung aber liege nicht wirklich in ihrem 

Budget und entspreche auch nicht ihren Ansprüchen an eine gesunde Ernährung. 

Dagegen stelle es für den Beklagten, der mit dem Auto unterwegs sei, nur einen 

kleinen Aufwand dar, wenn er C._____ in I._____ abholen oder morgens dorthin 

bringen müsse, was ungefähr zehn Minuten in Anspruch nehme. Der Beklagte sei 

auch nicht mit D._____ belastet, die er an einem anderen Ort in den Kindergarten 

schicken müsse (Urk. 135 S. 2 ff.).  

 C._____ habe am Wohnort der Klägerin bereits jetzt Freunde und Freundin-

nen. Dies nehme laufend zu, weil sie seit Sommer 2015 nicht nur jedes zweite 

Wochenende, sondern ebenfalls den schulfreien Mittwochnachmittag bei ihr ver-

bringe und sich auf Spielplätzen rund um die Wohnung aufhalte. Mit dem Eintritt 

in die 4. Klasse würden die Lehrpersonen ohnehin wechseln und es komme auch 

oft zu einer neuen Zusammensetzung der Schülerinnen und Schüler innerhalb der 

einzelnen Klassen. Ein Wechsel sei für C._____ also ohnehin angesagt. Zudem 

würden sich Freundschaften auch mit dem Alter verändern (Urk. 135 S. 4).  

 3.3 In seiner Stellungnahme zur Berufungsantwort verweist der Beklagte da-

rauf, dass C._____ bereits jetzt problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 

zwischen den Parteien hin- und herpendle, wenn sie nicht von einem Elternteil 

begleitet werde. Die beiden Wohnorte seien gut erschlossen und C._____ kenne 

den Weg bestens. Ein Verpflegungsproblem bestehe nicht und sei bis anhin auch 

nicht geltend gemacht worden. Die Klägerin habe einen Mittagstisch oder Hort nie 

erwogen, obwohl eine solche Lösung naheliegend wäre und wohl auch dem 

Wunsch von C._____ entspreche. Ein Schulwechsel wäre für ihn auch nicht we-

niger einschneidend. Die Klägerin lasse die Frage offen, wie er C._____ ohne 

Einbusse in Bezug auf Arbeitszeit und Auftragserledigung um 8.20 Uhr in der 

Schule am Wohnort der Klägerin abliefern, dann nach Basel zur Arbeit fahren und 

seine Tochter zeitig wieder abholen könne; dabei solle er auch noch Fr. 6'000.– 

pro Monat verdienen. Ein Schulwechsel sei weder sachlich zwingend noch für ihn 

- 21 - 

weniger einschneidend. Auch wünsche C._____, die sich dazu nicht habe äus-

sern können, keinen solchen (Urk. 156 S. 6 f.).  

 3.4 In ihrer Eingabe vom 8. Mai 2018 räumte die Klägerin ein, dass C._____ 

derzeit ein bis zwei Mal pro Woche von ihrem Wohnort aus selbständig mit dem 

Bus in die Schule fahre. Dies sei dann der Fall, wenn D._____ morgens noch 

nicht wach oder krank sei. Sie habe mit C._____ den Schulweg von ihrer Woh-

nung aus geübt, und C._____ könne den Weg auch bewältigen (Urk. 162 S. 3 f.).  

 4.1 Im Scheidungsfall regelt das Gericht die Elternrechte und -pflichten (ins-

besondere die elterliche Sorge und Obhut, den persönlichen Verkehr bzw. die Be-

treuungsanteile und den Unterhaltsbeitrag) nach den Bestimmungen über die 

Wirkungen des Kindesverhältnisses. Dabei beachtet es alle für das Kindeswohl 

wichtigen Umstände und berücksichtigt, soweit tunlich, die Meinung des Kindes 

(Art. 133 Abs. 1 und 2 ZGB).  

 4.2 Die Vorinstanz ordnete den Wohnsitzwechsel an, weil sie davon aus-

ging, die Klägerin müsse bei geteilter Obhut ihre Tochter öfter als bisher von ih-

rem Wohnort in die Schule begleiten und sei weniger mobil als der Beklagte. Im 

Berufungsverfahren ergab sich aber, dass C._____ diesen Weg (von der Klägerin 

in die Schule bzw. von der Schule zur Klägerin) bereits heute ohne Begleitung zu-

rücklegen kann. Dies wurde von C._____ anlässlich ihrer Anhörung bestätigt, wo-

bei es ihr nichts ausmacht, alleine mit dem Bus zu fahren. Dabei weiss C._____ 

genau, welchen Bus sie zu welcher Zeit nehmen muss, um am morgen vom 

Wohnort ihrer Mutter in die Schule zu gelangen (Prot. II S. 20). Selbst wenn 

C._____ den Weg von einem Elternteil zum anderen gegenwärtig noch nicht al-

leine zurücklegen könnte, würde mit zunehmenden Alter und grösserer Selbstän-

digkeit die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für einen Mittelstufenschüler 

kein Problem mehr darstellen. Damit entfällt aber das von der Vorinstanz genann-

te Hauptargument für die auf Sommer 2018 geplante Wohnsitzverlegung.  

 4.3 Vor Vorinstanz war C._____, die gegenwärtig die dritte Klasse im Schul-

haus J._____ besucht, zu einem allfälligen Schulwechsel nicht befragt worden. 

Sie erklärte damals lediglich, sie gehe sehr gerne in die Schule (Urk. 66 S. 4). An-

- 22 - 

lässlich der zweitinstanzlichen Anhörung sprach sich C._____ gegen einen 

Wechsel der Schule aus. Sie besuche mit ihren Freundinnen K._____, L._____, 

M._____, N._____ und O._____ die gleiche Klasse. Sie seien auch zusammen 

auf dem Schulweg. Sie wisse, dass sie im Sommer in eine neue Klasse komme, 

wolle aber weiterhin ins Schulhaus J._____ gehen. Sie habe im Schulhaus 

J._____ auch Freundinnen aus der 2. Klasse, mit denen sie spielen könne. Bei ih-

rer Mutter habe sie keine Freundinnen (Prot. II S. 19 f.).  

 Aus diesen Aussagen ergibt sich, dass C._____ am Wohnort des Vaters 

stärker verwurzelt ist als am Wohnort der Mutter. Die Vorinstanz sprach denn 

auch davon, ein Wechsel des ihr vertrauten Umfeldes sei C._____ vor dem Ab-

schluss der 3. Klasse nicht zuzumuten (Urk. 121 S. 26). Festzuhalten ist sodann, 

dass C._____ mit dem Übertritt in die 4. Klasse zwar in eine neu zusammenge-

setzte Klasse kommt. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass zumindest einige ihrer 

Freundinnen mit ihr in die gleiche Klasse eingeteilt würden, wenn sie im Schul-

haus J._____ verbliebe. Nachdem es hier lediglich um die Frage des Schulortes 

geht, nicht aber um die Frage der elterlichen Sorge oder Obhut, kann der Wunsch 

C._____s auch nicht einfach mit dem Verweis auf ihr Alter übergangen werden. 

Im Zusammenhang mit der Zuteilung der elterlichen Sorge wird die Fähigkeit zur 

autonomen Willensbildung zwar erst ungefähr ab dem 12. Altersjahr anzunehmen 

sein (FamKomm Scheidung/Büchler/Clausen, Art. 133 ZGB N 13, mit Verweis auf 

die Rechtsprechung). Eine Sorgerechtsentscheidung mit all ihren rechtlichen und 

tatsächlichen Implikationen ist hier aber nicht zu treffen. Der Wunsch von C._____ 

nach Beibehaltung des Schulortes kann unter dem Aspekt der kindlichen Selbst-

bestimmung in der Gesamtabwägung mitentscheidend berücksichtigt werden, 

weil darin auch die Intensität ihrer Beziehung zu einem Ort zum Ausdruck kommt. 

Das will freilich nicht heissen, dass es nur auf den Wunsch der Kinder, in der bis-

herigen Schule zu bleiben, ankommen kann.   

 4.4 Die Vorinstanz hat den Beklagten mobiler eingestuft als die Klägerin. Die 

Klägerin argumentiert ähnlich und macht geltend, für den Beklagten stelle es ei-

nen kleinen Aufwand dar, C._____ mit dem Auto in I._____ abzuholen oder mor-

gens dorthin zu bringen (Urk. 135 S. 4). Die Vorinstanz hat dem Beklagten ein 

- 23 - 

hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 6'000.– angerechnet und ist dabei 

implizit von einem vollen Arbeitspensum ausgegangen. In der Berufungsantwort 

äusserte sich die Klägerin dahingehend, der Beklagte habe trotz seiner Kinderbe-

treuungsaufgaben nicht nur im Raume Zürich sondern immer wieder in Basel und 

in der Innerschweiz Arbeit angenommen. Auch vermutete die Klägerin, der Be-

klagte übe gegenwärtig eine Erwerbstätigkeit in Basel aus (Urk. 135 S. 7). In der 

Stellungnahme vom 12. März 2018 bestätigte der Beklagte, er führe gegenwärtig 

einen Auftrag in Basel aus (Urk. 156 S. 4). Zu Recht wirft der Beklagte die Frage 

auf, wie er seine Tochter morgens rechtzeitig um 8.20 Uhr in die Schule am Woh-

nort der Klägerin bringen und sie abends von dort rechtzeitig abholen soll, ohne 

mit Bezug auf Arbeitszeit, Auftragserledigung und Einkommen eine Einbusse zu 

erleiden (Urk. 156 S. 7). Insofern besteht die von der Vorinstanz mit Bezug auf die 

Klägerin festgestellte Komplikation auch für den Beklagten, wenn man davon 

ausginge, C._____ müsse (wenn auch nur noch vereinzelt) auf ihrem Schulweg 

von einem Elternteil begleitet werden.  

 4.5 Bestehen die von der Vorinstanz für die Klägerin festgestellten Schwie-

rigkeiten bei der Ausübung der geteilten Obhut nicht bzw. bestehen sie für beide 

Parteien in gleicher Weise und hat C._____ ihren Lebensmittelpunkt seit der 

Rückplatzierung im Sommer 2015 beim Beklagten, besteht kein Anlass, den 

Schulort von C._____ an den Wohnort der Klägerin zu verlegen, zumal dies auch 

nicht dem Wunsch des Kindes entspricht.  

 4.6.1 Nach Ablauf der mit Verfügung vom 29. März 2018 angesetzten zehn-

tägigen Frist (der Klägerin zugestellt am 10. April 2018) nahm die Klägerin mit 

Eingabe vom 8. Mai 2018 zur Kindesanhörung Stellung (Urk. 162). Die Klägerin 

widerspricht darin der von C._____ gemachten Aussage, sie halte sich am Mon-

tag, Dienstag, Donnerstag und Freitag bei ihrem Vater und nur am Mittwoch bei 

ihrer Mutter auf und habe nur am Wohnort ihres Vaters Freundinnen (vgl. Prot. II 

S. 20). Die Klägerin legt dar, dass sie C._____ seit Dezember 2017 infolge der 

Arbeitstätigkeit des Beklagten in Basel (wobei er frühmorgens das Haus verlasse 

und erst nach 19 Uhr wieder nach Hause komme) auch während der Zeiten des 

Beklagten am späteren Montagnachmittag und am Dienstagnachmittag bis zu 

- 24 - 

dessen Heimkehr am Abend betreue, wobei sie C._____ von der Schule abhole. 

Obwohl sie die Betreuung ihrer Tochter sehr gerne während der ganzen Woche 

übernehme und dies bereits immer wieder der Fall gewesen sei, bevor das erstin-

stanzliche Urteil ergangen sei, habe sie davon abgesehen, die Obhutsregelung 

anzufechten. Einerseits könne es durchaus sein, dass der Beklagte bald wieder 

einer anderen Beschäftigung an einem anderen Arbeitsort nachgehe und es ihm 

dann wieder möglich sein werde, sich mehr um C._____ zu kümmern und sie 

wieder etwa zur Hälfte (egal an welchen Tagen) zu betreuen. Andererseits be-

fürchte sie, der Beklagte würde ihr die Obhut während seiner berufsbedingten 

Abwesenheiten nicht mehr überlassen und C._____ erneut (wie vor rund zwei 

Jahren) viel alleine lassen, falls sie an der gerichtlich angeordneten je hälftigen 

Obhutszuteilung etwas zu ändern versuche (Urk. 162 S. 1 ff.).  

 Als nicht zutreffend erachtet die Klägerin die Angabe von C._____, einzig 

Freundinnen in der Schule nicht jedoch bei ihr zuhause zu haben. Erstens besu-

che C._____ am Montag nach der Schule im Gemeinschaftszentrum I._____ ei-

nen Sportkurs, wo sie sich mit verschiedenen Kindern angefreundet habe. Ande-

rerseits halte sich C._____ nicht erst seit Ende des letzten Jahres generell weit-

aus mehr (v.a. auch tagsüber) bei der Mutter auf als beim Vater. Sie schliesse 

daher in der Umgebung der Mutter auch zunehmend Freundschaften. Angesichts 

der langen Arbeitszeiten halte sich C._____ beim Vater im Wesentlichen nur zum 

Schlafen und am Wochenende auf. Aus diesem Grund könne C._____ beim Vater 

geschlossene Bekanntschaften nicht zu Freundschaften vertiefen. Weil C._____ 

bei ihr einen Grossteil ihrer ausserschulischen Zeit verbringe, gehe die Entwick-

lung dahin, dass sich die Freundschaften und Bekanntschaften an ihrem Wohnort 

verstärken würden (Urk. 162 S. 3 f.).  

 Die Klägerin hält in ihrer Stellungnahme weiter dafür, dass Kinder im Alter 

von C._____ in aller Regel dort die Schule besuchten, wo sie sich mehrheitlich 

aufhielten, denn an diesem Ort würden Freundschaften geschlossen, die mit zu-

nehmenden Alter immer wichtiger würden. Während sich C._____ beim Beklagten 

an jedem zweiten Wochenende und während der Woche praktisch nur zum 

Schlafen aufhalte, verbringe sie die übrige Zeit bei der Klägerin, wo sie zuneh-

- 25 - 

mend verwurzelter sei. Auch wenn die Klägerin C._____ auf dem Schulweg nicht 

mehr täglich begleiten müsse, zerreisse es C._____ doch immer mehr, wenn sie 

Freundschaften und Bekanntschaften, die sie in der Schule und im Hort pflege, in 

der Freizeit nicht weiterleben könne (Urk. 162 S. 4). 

 Die Klägerin macht weiter geltend, wenn ihre beiden Kinder nicht am glei-

chen Ort zur Schule gehen würden, fehle der Rumpffamilie der gemeinsame Le-

bensmittelpunkt. Ihre Probleme würden letztlich auf die Kinder zurückfallen. Sie 

werde bald wieder berufstätig sein müssen; die zur Verfügung stehende Zeit dürfe 

nicht durch zwei verschiedene Lebensmittelpunkte verschleudert werden, was 

aber der Fall sei, wenn Elternabende, Elterngespräche, Schulbesuche, Hortbesu-

che und Schulfeste etc. allenfalls auf den gleichen Tag fallen würden (Urk. 162 S. 

4).  

 Die Klägerin kommt in ihrer Stellungnahme zum Schluss, dass die Argumen-

te, die für einen Wohnsitzwechsel von C._____ sprechen würden, weiterhin ihre 

Gültigkeit hätten. Sie hält es zwar für verständlich, dass C._____ die Schule nicht 

wechseln wolle, da Kinder an Veränderungen im Allgemeinen wenig interessiert 

seien. Doch sei C._____ kognitiv noch nicht in der Lage, grössere Zusammen-

hänge und weiterdauernde Auswirkungen zu erkennen und entsprechende Ent-

scheide zu fällen, weshalb ihr Wunsch nicht über alle weiteren Argumente gestellt 

werden dürfe (Urk. 162 S. 4).  

 4.6.2 Innert der ihr mit Verfügung vom 29. März 2018 angesetzten Frist rea-

gierte die Klägerin zunächst nicht. Erst als ihr die Stellungnahme des Beklagten 

zur Kinderanhörung vom 18. April 2018 am 4. Mai 2018 zugestellt worden war 

(Urk. 160, Urk. 161), sah sie sich veranlasst, am 8. Mai 2018 ihrerseits eine Ein-

gabe (Stellungnahme zur Kinderanhörung und zur finanziellen Situation des Be-

klagten) zu verfassen (Urk. 162). Dadurch hat die Klägerin ihre Mitwirkungspflicht 

verletzt (vgl. E. II/4), zumal sie in der Verfügung vom 29. März 2018 darauf hin-

gewiesen worden war, bei Säumnis werde das Verfahren gemäss Art. 147 Abs. 2 

ZPO ohne Stellungnahme weitergeführt (Urk. 159 S. 2). Die Ausführungen in der 

Eingabe vom 8. Mai 2018 können daher nicht mehr berücksichtigt werden.  

- 26 - 

 Die Eingabe der Klägerin vom 8. Mai 2018 geht zudem über eine Stellung-

nahme zur Kinderanhörung hinaus, indem die Klägerin im Sinne einer eigentli-

chen ergänzenden Berufungsantwort geltend macht,  

− sie betreue C._____ "seit Dezember 2017" "unter der Woche auch 
während den Zeiten des Berufungsklägers" bzw. "während der 
ganzen Woche" (Urk. 162 S. 1 f.); 

− C._____ halte sich "nicht erst seit Ende letzten Jahres" generell 
weitaus mehr bei der Mutter auf als beim Vater (Urk. 162 S. 3); 

− C._____ besuche "seit Anfang dieses Jahres" bzw. "seit diesem 
Jahr" am Wohnort der Klägerin (Gemeinschaftszentrum I._____) 
zweimal wöchentlich einen Sportkurs, in dessen Rahmen sie sich 
bereits mit verschiedenen Kindern angefreundet habe (Urk. 162 S. 
1, S. 3); 

− C._____ halte sich praktisch nur zum Schlafen beim Beklagten auf 
und verbringe die übrige Zeit bei der Klägerin, weshalb sie am 
Wohnort der Klägerin zunehmend verwurzelter sei (Urk. 162 S. 4); 

− sie habe die geteilte Obhut nur deshalb nicht angefochten, weil sie 
befürchte, der Beklagte würde ihr aus Angst vor einem Verlust der 
hälftigen Obhut die Betreuung während seinen berufsbedingten 
Abwesenheiten nicht überlassen, sondern C._____ erneut viel al-
leine lassen (Urk. 162 S. 3 f.); 

− sie sei besser als der Beklagte in der Lage, C._____ am Morgen 
auf die Schule vorzubereiten und am Nachmittag in Empfang zu 
nehmen (Urk. 162 S. 2 f.); 

− die Argumente, die für einen Wohnsitzwechsel von C._____ spre-
chen würden, hätten somit weiterhin ihre Gültigkeit (Urk. 162 S. 4).  

 Vorliegend hat die Klägerin die seit Ende 2017 angeblich bestehende Be-

treuungssituation weder in der Berufungsantwort vom 8. Januar 2018 (Urk. 135), 

noch anderweitig umgehend ins Verfahren eingeführt. In der Berufungsantwort 

und bis zur Eingabe vom 8. Mai 2018 erwähnte die Klägerin mit keinem Wort, 

dass die Parteien einvernehmlich von einer hälftigen Betreuung abweichen wür-

den (Urk. 135 S. 2 ff.). Auch im Bereich der Untersuchungsmaxime wird von einer 

Partei verlangt, dass sie ihre Beanstandungen am angefochtenen Entscheid in 

der Berufungsschrift bzw. Berufungsantwort vollständig vorträgt und die Beru-

fungsinstanz über neue Tatsachen, die geeignet sind, den zu fällenden Entscheid 

zu beeinflussen, umgehend informiert (E. II/4+5). Die Ausführungen der Klägerin 

in der Eingabe vom 8. Mai 2018, die darauf abzielen, den Aufenthaltsort bzw. Ort 

- 27 - 

der engsten Bindung von C._____ anhand ihres eigenen Wohnortes zu bestim-

men, erweisen sich als verspätet und unbeachtlich. 

 4.6.3 Aber auch wenn die klägerischen Vorbringen zu den jüngsten Entwick-

lungen berücksichtigt würden, besteht für eine Änderung des Schulortes keine 

Veranlassung. C._____ lebte vom Sommer 2011 bis Sommer 2015 im P._____. 

Mit Beschluss der Kammer vom 27. Mai 2015 wurde sie ab Sommer 2015 unter 

die Obhut des Beklagten gestellt (Urk. 3/2). Seither besucht C._____ das Schul-

haus J._____ in H._____ (Urk. 44). Sie hat demnach die gesamte Unterstufe im 

Schulhaus J._____ durchlaufen und steht nun vor ihrem Übertritt in die Mittelstu-

fe, die sie im gleichen Schulhaus absolvieren kann. Ihre Freundinnen K._____ 

(mit der sie zuweilen auch den Schulweg teilt), L._____, M._____, N._____ und 

O._____ besuchen die gleiche Schule. Zudem hat sie Freundinnen aus der 2. 

Klasse (Prot. II S. 20 f.). C._____ erklärte, bei ihrer Mutter keine Freundinnen zu 

haben (Prot. I S. 19) und auch die Klägerin konnte in I._____ keine Freundin von 

C._____ namentlich bezeichnen, auch wenn sie geltend machte, sie habe sich im 

Sportkurs im Gemeinschaftszentrum I._____ mit verschiedenen anderen Kindern 

angefreundet (Urk. 162 S. 3). Die Klägerin geht denn auch lediglich davon aus, 

dass C._____ bei ihr "zunehmend" Freundschaften schliesse und sich an ihrem 

Wohnort Freundschaften und Bekanntschaften "verstärken" würden, wozu die 

Stunden nach der Schule im Sommer eine gute Gelegenheit bieten würden (Urk. 

162 S. 3). In der Anhörung brachte C._____ zum Ausdruck, dass es ihr in der 

Schule J._____ gut gefällt und sie dort auch die Mittelstufe absolvieren möchte. 

Die seit drei Jahren aufgebauten Beziehungen von C._____ zu ihren namentlich 

genannten Freundinnen gilt es – gerade auch vor dem Hintergrund der turbulen-

ten Familiengeschichte (Urk. 121 S. 12 ff.) – zu respektieren, auch wenn ein Kind 

in der Lage ist, an einem neuen Ort relativ schnell wieder Wurzeln zu schlagen. 

Eine engere Bindung besteht demnach nach wie vor zum Wohnort des Vaters, 

auch wenn die Klägerin C._____ seit Dezember 2017 zusätzlich am Montag und 

Dienstag nach der Schule bis zum Abend betreuen und C._____ in I._____ einen 

Sportkurs besuchen sollte. Mit Blick auf die Zukunft fällt einerseits in Betracht, 

dass es die Klägerin als möglich erachtet, dass der Beklagte in Zukunft wieder 

mehr Zeit haben wird, um seine Tochter zur Hälfte zu betreuen (Urk. 162 S. 2). 

- 28 - 

Andererseits äusserte sich die Klägerin dahingehend, bald selbst wieder berufstä-

tig sein zu müssen (Urk. 162 S. 4). Ob sich die Möglichkeiten der Eltern zur per-

sönlichen Betreuung nicht wieder verändern, ist insofern ungewiss.  

 4.6.4 Wenn die Klägerin geltend macht, durch die verschiedenen Schulorte 

ihrer Töchter fehle der Rumpffamilie dereinst der gemeinsame Lebensmittelpunkt 

(Urk. 162 S. 4), verkennt sie, dass dies primär Folge des Pendelmodells ist, durch 

das C._____ in den Alltag beider Eltern einbezogen wird. Die alternierende Obhut 

verlangt von beiden Parteien ein hohes Mass an Flexibilität (BK-Affolter-

Fringeli/Vogel, Art. 298 ZGB N 48, N 50). Aus zwei verschiedenen Schulorten 

kann die Beklagte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Aufgrund der nahe beieinan-

der gelegenen Wohn- bzw. Schulorte erscheint es nicht unzumutbar, wenn die 

Klägerin die von ihr genannten Termine (Elternabende, Elterngespräche, Be-

suchstage, Schulfeste) in zwei verschiedenen Schulhäusern wahrnehmen und 

soweit möglich vorausplanen muss. Das Interesse des Kindes an der Beibehal-

tung seiner Bindungen überwiegt insofern das Interesse der Klägerin an möglichst 

wenig zeitlichem Aufwand.  

 5. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die von der Vorinstanz als 

Grund für den Wohnsitzwechsel genannte Schulbegleitung als nicht notwendig 

erweist und die Bindungen von C._____ am Wohnort des Beklagten intensiver er-

scheinen als am Wohnort der Klägerin. Eine blosse Aufhebung von Dispositiv Zif-

fer 3 Abs. 2 des vorinstanzlichen Urteils kommt nicht in Betracht (vgl. E. III/2.2). In 

Gutheissung der Berufung ist vielmehr festzulegen, dass sich der zivilrechtliche 

Wohnsitz von C._____ am Wohnort des Beklagten befindet. C._____ wird damit 

die 4. Klasse am Wohnort des Beklagten zu besuchen haben. 

 B. Besuchsrecht des Beklagten gegenüber D._____  

 1. Die Vorinstanz sah eine stufenweise Ausdehnung des Besuchsrechts des 

Beklagten vor. Sie erwog, die zweijährige Tochter D._____ habe noch nie beim 

Beklagten übernachtet. Ein gemeinsames Zusammenleben ihrer Eltern habe sie 

nie erlebt. Ein Besuchsrecht mit einer Übernachtung und ein Ferienbesuchsrecht 

erscheine derzeit noch zu früh. Angemessen sei, dem Beklagten vorerst ein Be-

- 29 - 

suchsrecht an jedem zweiten Samstag, von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr, einzuräu-

men, und zwar an denjenigen Samstagen, an denen C._____ bei ihm sei. Zusätz-

lich sei dem Beklagten ein Besuchsrecht am Ostersonntag oder Pfingstsonntag 

und an Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen zuzugestehen. Ab Beginn des Schul-

jahres 2018/2019 sei dem Beklagten ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wo-

chenende ab Samstag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, und an Ostern, Pfings-

ten, Weihnachten und Neujahr einzuräumen, und zwar jeweils an dem Wochen-

ende bzw. an den Feiertagen, an welchem bzw. an welchen C._____ bei ihm sei. 

Ab Eintritt in den Kindergarten sei der Beklagte zu berechtigen, D._____ an jedem 

zweiten Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 

Uhr, auf Besuch zu nehmen, und zwar wiederum an den Wochenenden, an de-

nen C._____ gestützt auf die Betreuungsregelung bei ihm sei. Schliesslich seien 

dem Beklagten ab den Sommerferien 2019 drei Wochen Ferien (nicht mehr als 

eine Woche am Stück) und ab Eintritt in den Kindergarten vier Wochen Ferien pro 

Jahr mit D._____ zuzubilligen (Urk. 121 S. 29 f.). Diese Besuchsregelung wurde 

von der Vorinstanz auch vorsorglich für den weiteren Verlauf des Verfahrens an-

geordnet, was unangefochten blieb (Urk. 121 S. 34 f., S. 70).  

 2. Der Beklagte ist der Auffassung, die Vorinstanz habe ihm ein zu wenig 

ausgedehntes Besuchsrecht zugestanden und ihre Anordnungen nicht bzw. nur 

mangelhaft begründet. Die Vorinstanz erkläre nicht, inwiefern ein gemeinsames 

Zusammenleben der Eltern für ein Übernachtungsrecht relevant und es dafür 

noch zu früh sei. Weitere Argumente würden nicht genannt. So führe die Vor-

instanz nicht aus, er könne sich nicht adäquat um D._____ kümmern. Wie sich 

aus den Eheschutzakten ergebe, habe er sich bei der Geburt von C._____ zur 

Hauptsache um deren körperlichen Bedürfnisse gekümmert. Was ihm an Empha-

tie und Erziehungsfähigkeit in Bezug auf C._____ seitens der Behörden beschie-

den worden sei, könne problemlos auf D._____ übertragen werden und es beste-

he kein Hinweis, dass er mit D._____ in irgendeiner Weise nicht zurechtkommen 

würde, zumal auch C._____ an den entsprechenden Wochenenden bei ihm weile. 

Am 8. Februar 2017 habe die Vorinstanz den Parteien noch folgende Betreuungs-

regelung für D._____ vorgeschlagen:  

- 30 - 

"Der Vater ist berechtigt und verpflichtet, die Betreuungsverantwortung für 
D._____ auf eigene Kosten wie folgt zu übernehmen:  

− an jeden zweiten Wochenende, an welchem C._____ beim Vater ist, 
jeweils von Samstag, 13.00 Uhr, bis 19.00 Uhr und am darauf folgen-
den Sonntag ebenfalls von 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr,  

− ab dem 2. Geburtstag von D._____ (d.h. ab tt.mm.2017) an jedem 
zweiten Wochenende, an welchem C._____ beim Vater ist, jeweils von 
Freitagabend bis Sonntagabend. 

Ab 22. August 2017 gilt für die Oster- und Pfingstfeiertage dasselbe wie für 
C._____ und zwar wie folgt:  
Fällt das Betreuungswochenende das Vaters auf Ostern, ist der Vater zusätz-
lich berechtigt und verpflichtet, D._____ bereits ab Gründonnerstag bis Os-
termontag, 19.00 Uhr, zu betreuen.  
Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Pfingsten, verlängert sich 
die Betreuungsverantwortung des Vaters bis Pfingstmontag, 19.00 Uhr. 
Ab Januar 2018 ist der Vater berechtigt und verpflichtet, mit D._____ eine 
Woche Ferien zu verbringen. Ab Ende August 2018 steht dem Vater ein Feri-
enrecht von 2 Wochen und ab Januar 2019 ein Ferienrecht von 3 Wochen pro 
Jahr zu." 

 Der Meinungsumschwung der Vorinstanz bleibe unerklärt und verfange – 

zusammen mit den Argumenten zu seiner väterlichen Kompetenz – nicht. Umso 

jünger das Kind sei, umso einfacher sei es, eine tragfähige Beziehung zwischen 

Vater und Kind zu etablieren. Dem Beklagten biete sich jetzt eine Gelegenheit, zu 

D._____ eine innige und noch kleinkindliche Beziehung aufzubauen, und es sei 

nicht einzusehen, weshalb der Kontakt "künstlich" limitiert werden sollte. Von der 

Klägerin werde nichts vorgebracht, was gegen das obgenannte Besuchs- und Fe-

rienrecht sprechen würde. In diesem Sinne werde es denn auch beantragt (Urk. 

120 S. 12 f.).  

 3. Die Klägerin erachtet den von der Vorinstanz vorgesehenen stufenweisen 

Ausbau des Besuchsrechts als üblich und angemessen, wobei allenfalls die erste 

Ausbaustufe mit ersten Übernachtungen je nach Dauer des Berufungsverfahrens 

noch verschoben werden müsse, weshalb diesbezüglich vorsichtshalber An-

schlussberufung erhoben werde. Entscheidend sei nicht das damalige Verhältnis 

des Beklagten zu C._____, sondern die enge Bindung D._____s an die Klägerin 

bzw. ihre fehlende Nähe zum Beklagten. D._____, die noch nie beim Beklagten 

übernachtet habe, solle die Möglichkeit haben, sich allmählich und sukzessive 

beim Beklagten einzuleben. Erst recht erscheine es angezeigt, erst 2019 mit Feri-

- 31 - 

en und einzelnen Ferienwochen zu beginnen, nachdem der Beklagte in den Feri-

en gern nach Mauritius fliege, was es verunmögliche, bei starkem Heimweh von 

D._____ zu reagieren (Urk. 135 S. 5 ff.).  

 4.1 Auf den Anschlussberufungsantrag Ziffer 1 der Klägerin wurde bereits 

mit Beschluss vom 13. Februar 2018 nicht eingetreten. Die Kammer erwog, der 

Antrag, die zweite Stufe des Besuchsrechts (mit Übernachtungen) sei je nach 

Dauer des Berufungsverfahrens auf einen späteren Zeitpunkt zu legen, sei zu un-

bestimmt, als dass darauf eingetreten werden könnte. Da die für die erste Phase 

(Dispositiv-Ziffer 6.a) und die weiteren Phasen (Dispositiv-Ziffer 6.d und f) vorge-

sehene Besuchsrechtsregelung aufgrund des gleichlautenden und nicht ange-

fochtenen Massnahmeentscheides vom 18. September 2017 sofort vollstreckbar 

geworden sei (Urk. 121 S. 70 f.), sei auch kein Grund ersichtlich, die "erste Aus-

baustufe" (zweite Phase) mit Übernachtungen aufgrund des Berufungsverfahrens 

auf später zu verschieben. Der von der Vorinstanz vorgesehene stufenweise Auf-

bau des Besuchsrechts bleibe aufgrund des Massnahmeentscheides trotz Beru-

fung gewährleistet. Ein Interesse der Klägerin an der Verschiebung der ersten 

Phase sei weder dargetan noch sonstwie ersichtlich (Urk. 141 S. 3).  

 4.2 Die Hauptkritik des Beklagten gilt dem Umstand, dass die Vorinstanz bis 

zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 (d.h. bis 20. August 2018) keine Übernach-

tungen vorsah. Nachdem nun der Übergang in die zweite Phase der Besuche (mit 

Übernachtungen von Samstag auf den Sonntag) unmittelbar bevorsteht, würden 

sich Erörterungen, ob die Vorinstanz bis zum Beginn des Schuljahres 2018/2019 

Übernachtungen hätte vorsehen müssen, an sich erübrigen. Unzutreffend ist je-

denfalls der Hinweis des Beklagten, die Vorinstanz habe – abgesehen davon, 

dass D._____ nicht im gemeinsamen Haushalt der Parteien gelebt habe – keine 

Argumente dafür geliefert, dass sie zunächst von Übernachtungen absah. Die 

Vor-instanz hat nämlich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass D._____ erst zwei 

Jahre alt sei und noch nie beim Beklagten übernachtet habe, weshalb es für 

Übernachtungen derzeit noch zu früh sei. Damit, das heisst mit der Notwendigkeit 

einer Angewöhnungsphase ohne Übernachtungen, setzt sich der Beklagte nicht 

auseinander. Ob das Kind beim Besuchsberechtigten übernachtet, hängt neben 

- 32 - 

dem Alter v.a. auch von der Qualität der Beziehung zwischen dem Besuchsbe-

rechtigten und dem Kind ab (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 273 ZGB N 23). Auch 

der Beklagte ist der Ansicht, eine innige und kleinkindliche Beziehung zu D._____ 

müsse aufgebaut werden (Urk. 120 S. 3). Die Emphatie und Erziehungsfähigkeit 

des Beklagten in Bezug auf C._____ lässt diesen Beziehungsaufbau nicht ent-

behrlich erscheinen. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den 

Sachverhalt unrichtig feststellte oder das Recht unrichtig anwandte. Dies gilt auch 

für die Oster- und Pfingstfeiertage ab Sommer 2018, für die der Beklagte – ohne 

nähere Begründung – einen früheren Beginn (Gründonnerstag) und ein etwas 

späteres Ende (Oster- bzw. Pfingstmontag 19.00 Uhr statt 18.00 Uhr) beantragt.  

 4.3 Der Beklagte fordert freilich unter Hinweis auf den von der Vorinstanz im 

Februar 2017 vorgelegten "Vergleichsvorschlag" ab sofort ein Wochenendbe-

suchsrecht, das von Freitagabend bis Sonntagabend dauert. Ein solches Be-

suchsrecht sah die Vorinstanz erst ab Eintritt D._____s in den Kindergarten (vo-

raussichtlich ab Sommer 2020) vor. Aus einem im Februar 2017 von der Vo-

rinstanz den Parteien gemachten Vorschlag kann der Beklagte indes nichts zu 

seinen Gunsten ableiten. Üblich ist in der Praxis vielmehr, dass im Vorschulalter 

lediglich einzelne Tage bzw. Halbtage gewährt werden; Wochenenden (ein oder 

zwei pro Monat) werden erst bei schulpflichtigen Kindern vorgesehen (FamKomm 

Scheidung/Büchler, Art. 273 ZGB N 23; BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 273 N 15). 

Wenn die Vorinstanz dem Beklagten ab Sommer 2018 bis zum Eintritt in den Kin-

dergarten (und damit bereits im Vorschulalter) zwei Besuchswochenenden pro 

Monat von Samstag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr einräumte, hat sie sein 

Besuchsrecht nicht zu knapp bemessen. Auch insofern ist die Berufung des Be-

klagten unbegründet.  

 4.4 Zutreffend ist, dass die Vorinstanz nicht explizit begründete, aus wel-

chem Grund sie ein Ferienbesuchsrecht ab den Sommerferien 2019 von drei Wo-

chen (davon nicht mehr als eine Woche am Stück) und ab dem Eintritt in den Kin-

dergarten von vier Wochen vorsah (Urk. 121 S. 30). Sie beliess es beim Hinweis, 

es sei gegenwärtig (September 2017) auch für Ferienbesuche noch früh (Urk. 121 

S. 29). Der Beklagte beantragt, ihm sei ein Ferienbesuchsrecht von einer Woche 

- 33 - 

(ab Januar 2018), von zwei Wochen (ab Ende August 2018) und von drei Wochen 

(ab Januar 2019) zuzusprechen. Nach dem vorstehend Ausgeführten werden 

Übernachtungen im Rahmen des Wochenendbesuchsrechts erstmals ab Beginn 

des Schuljahres 2018/2019 erfolgen. Üblicherweise werden Ferienbesuche (zwei 

bis drei Ferienwochen) erst ab Eintritt in die Schulpflicht eingeräumt (CHK-

Breitschmid, Art. 273 ZGB N 5; FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 273 ZGB N 

23). Die Vorinstanz gestattete solche Besuche bereits ab dem Sommer 2019, d.h. 

ab dem vollendeten 4. Altersjahr von D._____. Nicht zu beanstanden ist, dass die 

Vorinstanz Ferienbesuche erst ein Jahr nach Aufnahme der Wochenendbesuche 

(mit Übernachtungen) anordnete. Inwiefern das Wohl von D._____ im konkreten 

Einzelfall noch frühere Ferien mit dem Beklagten erheischt, ist nicht ersichtlich. 

Von einer "künstlichen Limitierung" des Kontaktes des Beklagten kann keine Re-

de sein.  

 4.5 Die Berufung des Beklagten ist bezüglich des Besuchsrechts von 

D._____ abzuweisen. Dispositiv Ziffer 6 des angefochtenen Urteils ist zu bestäti-

gen.  

 C. Kinderunterhaltsbeiträge 

 1. Die Vorinstanz sprach der Klägerin für sechs verschiedene Phasen Kin-

derunterhaltsbeiträge zu. Sie ging für alle Phasen von einem hypothetischen Er-

werbseinkommen des Beklagten von Fr. 6'000.– netto aus. Der Klägerin rechnete 

die Vorinstanz folgende Erwerbseinkommen an: Fr. 2'000.– netto ab 1. Septem-

ber 2021 (3. Phase), Fr. 3'200.– netto ab 1. September 2027 (5. Phase) und Fr. 

4'000.– netto ab 1. September 2031 (6. Phase).  

 2. Mit seiner Berufung ficht der Beklagte ausschliesslich sein auf Fr. 6'000.– 

veranschlagtes hypothetisches Einkommen an. Das Einkommen der Klägerin und 

die Bedarfe blieben unangefochten. Die Vorinstanz erwog, der Beklagte arbeite 

als Informatiker, wobei er nicht über eine entsprechende Ausbildung verfüge, 

sondern sich das notwendige Fachwissen autodidaktisch angeeignet habe. Zu 

Beginn der Ehe sei er im Angestelltenverhältnis tätig gewesen und habe bei der 

Q._____ rund Fr. 4'000.– pro Monat und später bei der R._____ monatlich rund 

- 34 - 

Fr. 6'000.– verdient. Danach habe der Beklagte bis Herbst 2014 als selbstständig 

erwerbender Informatiker ein Einzelunternehmen geführt. Ab November 2014 ha-

be er für die von ihm allein beherrschte und mittlerweile konkursite S._____-

Group (S._____ Group) GmbH gearbeitet und Dienstleistungen im IT-Bereich an-

geboten. Dabei habe der Beklagte als Freelancer jeweils im Auftragsverhältnis 

gearbeitet. Daneben habe er versucht, seine Einnahmen mit Dienstleistungen für 

das Geldtransferunternehmen T._____ zu steigern. Das dabei erzielte Einkom-

men lasse sich nicht genau eruieren, da auch der gesamte Zahlungsverkehr im 

Zusammenhang mit seiner T._____-Lizenz über das Geschäftskonto gelaufen sei. 

Hinzu komme, dass er wegen eines Anfangs 2015 erlittenen Herzinfarkts wäh-

rend eines Jahres Krankentaggelder der U._____ bezogen habe. In der Zeit von 

Juni 2016 bis Dezember 2016 seien auf dem V._____-Konto des Beklagten Gut-

schriften von insgesamt Fr. 63'600.– erfolgt. Davon seien drei grössere Banko-

matbezüge von insgesamt Fr. 11'500.– in Abzug zu bringen, welche mit der Tä-

tigkeit für T._____ im Zusammenhang stünden. Somit sei noch von Einnahmen 

von Fr. 52'100.– auszugehen, was auf den Monat umgerechnet durchschnittliche 

Bruttoeinnahmen von Fr. 7'440.– ergebe. Abzuziehen seien die notwendigen be-

trieblichen Kosten von insgesamt Fr. 1'400.–, so dass von einem monatlichen 

Nettoeinkommen des Beklagten von rund Fr. 6'000.– auszugehen sei. Aus den 

Kontoauszügen gehe allerdings hervor, dass der Beklagte für seine Dienstleistun-

gen nur unregelmässig Einkünfte erzielt habe, weshalb die vorerwähnte Zeitspan-

ne von sieben Monaten die tatsächliche Einkommenssituation nicht wiederzuge-

ben vermöge und daher das von ihm in der Beweisaussage angegebene Netto-

einkommen von Fr. 4'300.– pro Monat durchaus dem Jahresdurchschnitt entspre-

chen könne. Praxisgemäss wäre das durchschnittliche Einkommen während der 

letzten drei Jahre zu ermitteln gewesen, was vorliegend aber aufgrund der langen 

Arbeitsunfähigkeit des Beklagten nicht möglich sei. Der Beklagte sei verpflichtet, 

dasjenige Einkommen zu erzielen, welches er unter Einsatz seiner Fähigkeiten 

und Ressourcen zu erzielen in der Lage sei. Bei gutem Willen und unter Berück-

sichtigung der nunmehr hälftigen Betreuungsverantwortung für C._____ könne er 

ein Einkommen von mindestens Fr. 6'000.– erzielen. Der Konkurs seiner GmbH 

ändere grundsätzlich nichts an der Möglichkeit, weiterhin als Freelancer im IT-

- 35 - 

Bereich tätig zu sein, zumal er in seiner GmbH allein und ohne weitere Mitarbeiter 

tätig gewesen sei. Ein solches Einkommen könne er zudem auch als Angestellter 

verdienen, denn bei seiner letzten Anstellung bei der R._____ habe er mit Zula-

gen für Abendschichten Fr. 6'000.– verdient. Gestützt auf seine Erfahrung als 

Freelancer bei namhaften Firmen, z.B. W._____ und AA._____, sei ohne Weite-

res davon auszugehen, dass er auch ohne Ausbildung den Anteil, den er früher 

durch Abendschichten generiert habe, nun mit Referenzen seiner Auftraggeber 

wettmachen könne. Aus diesen Gründen sei beim Beklagten von einem hypothe-

tischen Nettoeinkommen von Fr. 6'000.– (inkl. Anteil 13. Monatslohn, zzgl. Famili-

enzulagen) auszugehen (Urk. 121 S. 41 ff.). 

 3. Der Beklagte bringt dagegen vor, er sei bloss als IT-Supporter und nicht 

etwa als Projektmanager tätig. Zwar habe er früher in den besten Zeiten tatsäch-

lich ein Einkommen von bis zu Fr. 6'000.– netto pro Monat erzielt. Diese Phase 

liege allerdings mehr als zehn Jahre zurück. Seit der Heirat am tt. Juni 2007 habe 

er durchwegs deutlich weniger verdient. Die Vorinstanz habe sodann übersehen, 

dass von den von ihr aufgeführten Vergütungen (von Fr. 63'600.–) auf dem 

V._____-Konto ab Juni 2016 Fr. 40'241.10 auf Taggeldleistungen der U._____ 

entfielen. Nach Abzug dieser Taggeldleistungen, der Bezüge im Zusammenhang 

mit der Tätigkeit für T._____ (Fr. 11'500.–) sowie der Betriebskosten von monat-

lich Fr. 1'400.– resultiere ein durchschnittliches Erwerbseinkommen von bloss 

Fr. 294.– pro Monat. Damit erweise sich die Berechnung der Vorinstanz für die 

Monate Juni 2016 bis Dezember 2016, anhand derer letztlich das hypothetische 

Einkommen errechnet worden sei, als falsch. Das früher akzeptierte hypotheti-

sche Nettoeinkommen von monatlich Fr. 5'000.–, basierend auf den Einkünften im 

September und Oktober 2016 für seine Tätigkeit in AB._____ (Urk. 73/2), lasse er 

sich aber weiterhin anrechnen. Ein höheres Einkommen sei angesichts der bishe-

rigen Einkommen, seiner Ausbildung, seines gesundheitlichen Zustands und der 

Konjunkturlage schlicht unrealistisch. Denn zu berücksichtigen sei auch, dass er 

vorbestraft sei, hohe Betreibungen aufweise und immer wieder von Lohnpfändun-

gen betroffen sei, was die Stellensuche stark erschwere, da potentielle Arbeitge-

ber häufig Betreibungs- und Strafregisterauszüge verlangten. Mittlerweile habe er 

sich sogar beim Sozialamt anmelden müssen, da er wegen fehlender Arbeitstage 

- 36 - 

kein Arbeitslosengeld beziehen könne (Urk. 120 S. 13 ff.). Ausgehend von einem 

Einkommen von Fr. 5'000.– berechnete der Beklagte die beantragten Unterhalts-

beiträge mit Hilfe des neuen Unterhaltsrechners, wobei er die Berechnungsblätter 

als Beilagen seiner Berufung beilegte (Urk. 124/7).  

 4. Die Klägerin hält in der Berufungsantwort mit Rücksicht auf das vom Be-

klagten bei Q._____ von 2001 bis 2006 erzielte Einkommen (im Schnitt Fr. 

6'047.– netto), die von der U._____ in den Jahren 2015 und 2016 ausbezahlten 

Taggeldleistungen und den Lohnrechner 2014 des Bundesamtes für Statistik ein 

hypothetisches Einkommen in der Höhe von Fr. 6'000.– netto als zumutbar und 

realistisch. Sie weist sodann darauf hin, dass der Beklagte seit Frühsommer 2017 

während rund eines halben Jahres bei der AC._____ angestellt gewesen sei, wo 

er gemäss Lohnabrechnung für den August 2017 (Urk. 137/3) ein Einkommen von 

Fr. 6'500.– brutto oder Fr. 5'630.65 netto erzielt habe. Unter Berücksichtigung ei-

nes allfälligen 13. Monatslohnes würde sich sogar ein Nettoeinkommen von Fr. 

6'137.– ergeben. Diese Stelle habe der Beklagte trotz seiner Vorstrafe erhalten. 

Mittlerweise solle der Beklagte freigestellt worden sein und diese Anstellung verlo-

ren haben. Dafür solle er eine andere Stelle in Basel haben, wobei sie über die 

Höhe des dort erzielten Verdienstes keine Kenntnis habe. Der Unterhaltsberech-

nung sei ein das hypothetische Einkommen allenfalls übersteigender Verdienst 

zugrunde zu legen (Urk. 135 S. 7 ff.).  

 5. Am 9. Februar 2018 wurde ein Handelsregisterauszug der AD._____ 

Group GmbH zu den Akten genommen (Urk. 138, Urk. 139). Daraus ergibt sich, 

dass der Beklagte seit 5. Dezember 2017 als Gesellschafter und Geschäftsführer 

mit Einzelunterschrift der genannten Gesellschaft fungiert. Mit Beschluss vom 13. 

Februar 2018 wurde der Beklagte im Rahmen der Untersuchungsmaxime unter 

Hinweis auf die Folgen der unberechtigten Mitwirkungsverweigerung (Art. 164 

ZPO) aufgefordert (Urk. 141 S. 10),  

− sämtliche seit 1. Januar 2017 abgeschlossenen Arbeitsverträge, sämt-

liche Lohnabrechnungen (einschliesslich Abrechnungen von Arbeitslo-

senkassen) seit 1. Januar 2017, sämtliche Jahreslohnausweise 2017 

- 37 - 

und allfällige Kündigungsschreiben einzureichen und dazu Stellung zu 

nehmen.  

− die Ertrags- und Vermögenslage der AD._____ Group GmbH vollstän-

dig und klar darzustellen und soweit möglich durch Urkunden (Bank- 

und Postauszüge, Quittungen etc.) zu belegen. 

 6. Mit Eingabe vom 12. März 2018 reichte der Beklagte diverse Unterlagen 

und eine Stellungnahme ein (Urk. 156). Darin führt er aus, er habe sich Ende 

2016 über Monate hinweg bemüht, eine Anstellung zu finden. Im Frühjahr 2017 

sei er nicht mehr Gesellschafter einer von ihm beherrschten GmbH gewesen und 

habe sich als natürliche Person auf die Suche gemacht. Im März 2017 sei es ihm 

gelungen, mit der AC._____, … [Adresse], (fortan AC._____) einen Anstellungs-

vertrag per 23. März 2017 abzuschliessen. Der Vertrag sehe eine Entlöhnung von 

Fr. 78'000.– brutto im Jahr ohne 13. Monatslohn und einen eingehenden Back-

groundcheck vor. Darin sei insbesondere die Vorstrafenlosigkeit des Angestellten 

enthalten. Er habe die Stelle Ende März 2017 angetreten und in der Folge den 

Backgroundcheck verzögert. Er habe versucht, durch gute Arbeit und seinen Ein-

satz zu überzeugen, im Wissen, dass er – sollte ein Strafregisterauszug verlangt 

werden – keinen tadellosen Leumund werde vorweisen können. Im Sommer 2017 

sei ihm bei der Ausführung eines Auftrags ein Fehler unterlaufen. Bei der Einrich-

tung eines neuen Accounts bzw. eines neuen Nutzerprofils eines Board-Members 

habe er ein Passwort zurückgesetzt, was in der Folge dazu geführt habe, dass 

das betreffende Vorstandsmitglied an einer Sitzung wichtige Dokumente nicht ha-

be abfragen können. Dies habe zu erheblichen Umständen und Unannehmlichkei-

ten geführt. Er sei in der Folge zu seinem Chef zitiert worden, der sowohl den 

Vorfall als auch die durch ihn verursachten Verzögerungen beim Background-

check angesprochen habe, weil er es versäumt habe, Unterlagen einzureichen. 

Als Konsequenz sei ihm am 15. August 2017 per Ende September 2017 or-

dentlich gekündigt worden. Ihm sei nicht zuletzt der hinausgezögerte Back-

groundcheck zum Verhängnis geworden. Das Salär der AC._____ sei im Übrigen 

nach einer Lohnpfändung nur noch im Umfang des vom Betreibungsamt errech-

neten Existenzminimums eingetroffen (Urk. 156 S. 2 f., S. 5).  

- 38 - 

 In der Folge habe er sich über einen IT-Vermittler erneut um eine Anstellung 

bemüht. Über die AE._____ (…) habe er sich für einen Auftrag bei der AF._____ 

beworben. Nach einem erfolgreichen Erstgespräch seien ihm am 15. November 

2017 die Vertragsunterlagen zugestellt worden. In § 5 dieses Vertrags sei aller-

dings erneut eine Klausel enthalten, wonach ein "sauberer" Strafregisterauszug 

gefordert werde. Nach der Vorgeschichte mit der Firma AC._____ habe er in der 

Folge Abstand von der Vertragsunterzeichnung genommen. Diese Episoden zeig-

ten beispielhaft, dass der Vorstrafenbericht die Stellensuche ungemein erschwere 

(Urk. 156 S. 3).  

 Angesichts dieser Schwierigkeiten habe er sich für ein anderes Vorgehen 

entschlossen. Er habe einen Gesellschaftsmantel erworben, diesen zur AD._____ 

Group GmbH umfirmiert und fortan versucht, IT-Aufträge als Gesellschaft an Land 

zu ziehen. Ein Auftrag mit der AG._____ GmbH sei nicht zustande gekommen 

und es seien ihm nur die Spesen vergütet worden. Im Dezember 2017 sei es ihm 

bzw. der AD._____ Group GmbH gelungen, einen vorerst befristeten Auftrag zu 

erhalten. Dieser Auftrag werde in Basel ausgeführt und im Stundenlohn entschä-

digt. Da es sich um einen grossen Auftrag handle, der auch Arbeit an Randzeiten 

bedinge, habe er per 1. Januar 2018 eine Hilfskraft angestellt, um das Arbeitsvo-

lumen überhaupt bewältigen zu können, zumal er auch C._____ betreuen müsse. 

Zudem habe er an der AH._____-strasse eine Büroräumlichkeit gemietet. Die ers-

te Auftragszahlung sei für ihn und seinen Angestellten im Februar 2018 erfolgt. 

Ob der Vertrag für diesen Auftrag verlängert werde (derzeit werde er weiterge-

führt), sei noch unklar. Falls dies nicht der Fall wäre, müsse er unter Umständen 

wieder einen auftragsfreien Zeitraum überstehen, bis er wieder zu einem Auftrag 

komme. Diese Ausführungen würden zeigen, dass er sich ernsthaft und zielge-

richtet trotz seiner Vorstrafen bemühe und alles unternehme, um finanziell auf die 

Beine zu kommen und den von ihm angestrebten Lohn von Fr. 5'000.– zu errei-

chen. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass er unter den gegebenen Vorzei-

chen Aufträge über seine GmbH erhalte, es aber auch immer wieder zu Leerzei-

ten komme, in denen er Wochen oder gar Monate keinen Auftrag habe. Die An-

meldung beim Sozialamt am 6. Oktober 2017 sei nach dem Wegfall des Lohnes 

- 39 - 

der AC._____ und vor der Gründung der AD._____ Group GmbH erfolgt (Urk. 156 

S. 2 ff.).  

 7. Die Klägerin nahm nach Ablauf der ihr mit Verfügung vom 29. März 2018 

angesetzten Frist mit Eingabe vom 8. Mai 2018 Stellung (Urk. 162 S. 5 f.); Zufolge 

Verspätung und Verletzung der Mitwirkungspflicht (vgl. E. II/4) können auch diese 

Ausführungen zur finanziellen Situation des Beklagten nicht mehr beachtet wer-

den, zumal die Klägerin auf die Säumnisfolgen gemäss Art. 147 Abs. 2 ZPO auf-

merksam gemacht worden war (Urk. 159 S. 2).  

 8. Im Beschluss vom 18. Dezember 2017 betreffend Entzug der aufschie-

benden Wirkung und vorsorgliche Massnahmen wurde von einem hypothetischen 

Einkommen von Fr. 5'000.– ausgegangen, aus folgenden Erwägungen (Urk. 134 

S. 14 ff.):  

 Aus dem beigebrachten Auszug aus dem individuellen Konto der AHV-

Ausgleichskasse vom 10. Oktober 2017 gehe hervor, dass der Beklagte in den 

Jahren 2000 bis 2006 jeweils ein (Brutto-) Jahreseinkommen von Fr. 75'019.– bis 

Fr. 89'840.– erzielt habe. Für 2007 sei ein Jahreseinkommen von Fr. 39'317.– und 

für 2008 ein solches von Fr. 56'755.– vermerkt. Ab 2009 bis 2013 würden nur 

noch sehr geringe Jahreseinkommen (unter Fr. 3'000.–) aufgeführt (Urk. 124/3 S. 

2 ff.). Aus der ebenfalls im Berufungsverfahren neu beigebrachten Übersicht über 

die Taggeldleistungen der U._____ vom 19. Oktober 2017 ergebe sich sodann, 

dass die von der Vorinstanz erwähnten Gutschriften in der Höhe von rund Fr. 

63'600.– auf dem Geschäftskonto der S._____ (…) GmbH in der Zeit von Juni bis 

Dezember 2016 (vgl. Urk. 80/2 S. 12) im vom Beklagten behaupteten Umfang von 

Fr. 40'241.10 Taggeldzahlungen der U._____ betroffen hätten. Vor diesem Hin-

tergrund erweise sich das dem Beklagten von der Vorinstanz angerechnete hypo-

thetische Einkommen als zu hoch.  

 Für die Berechnung des dem Beklagten anzurechnenden hypothetischen 

Einkommens sei auf den individuellen Lohnrechner 2014 des Bundesamtes für 

Statistik (www.salarium.ch) abzustellen. Gemäss diesem betrage der Medianlohn 

- 40 - 

für einen Schweizer mit dem nachfolgenden Profil Fr. 6'349.–, wobei 25% über Fr. 

7'138.– und 25% weniger als Fr. 5'625.– verdienen würden:  

Region:   Zürich (ZH) 
 Branche:   62. Dienstleistungen der Informationstechnologie 
 Tätigkeit:   35. Informations- und Kommunikationstechniker/innen 

Stellung:   ohne Kaderfunktion 
Arbeitszeit (Stunden): 42 
Ausbildung:    ohne abgeschlossene Berufsausbildung 
Alter:    47 
Dienstjahre:   8 
Unternehmensgrösse: 50 und mehr Beschäftigte 

 Auszahlung:   12 Monatslöhne 
Sonderzahlungen:  Nein 
Stunden / Monatslohn: Monatslohn 

 Soweit nicht selbsterklärend sei zu den Kriterien anzufügen, dass dem Be-

klagten als Berufserfahrung näherungsweise die wirtschaftlich erfolgreiche Tätig-

keit in den Jahren 2000-2006 sowie 2008 (vgl. Urk. 124/3) anzurechnen sei. Zu 

berücksichtigen sei weiter, dass das Feld der potentiellen Arbeitgeber aufgrund 

des Umstands, dass der Beklagte mit Strafbefehl vom 25. Mai 2016 von der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat wegen mehrfacher Urkundenfälschung mit ei-

ner Geldstrafe von 120 Tagessätzen bestraft worden sei (Urk. 76), reduziert sei. 

Vor diesem Hintergrund rechtfertige es sich vorliegend, nicht vom Medianlohn 

auszugehen. Vielmehr sei zu erwarten, dass der Beklagte mit zumutbaren An-

strengungen eine Anstellung mit einem Einkommen im Bereich des unteren Quar-

tils (Fr. 5'652.– brutto) finden könnte. Abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge 

von Fr. 622.– (AHV, IV, EO, ALV: 6.225%; PK: Fr. 270.– [= (Fr. 5'652.– x 12 - 

Fr. 24'675.– [Koordinationsabzug, Art. 8 Abs. 1 BVG]) / 12 x 7.5% [Art. 16 BVG 

und Art. 331 Abs. 3 OR]) resultiere ein anrechenbares hypothetisches Nettoein-

kommen von rund Fr. 5'000.– pro Monat, wofür dem Beklagten keine Übergangs-

frist gewährt zu werden brauche, da er ein hypothetisches Einkommen in dieser 

Höhe bereits im Februar 2017 akzeptiert habe.  

 Die von der Klägerin mit Eingabe vom 18. Dezember 2017 eingereichte und 

am 19. Dezember 2017 eingegangene Lohnabrechnung für den August 2017 

konnte im Beschluss vom 18. Dezember 2017 nicht mehr berücksichtigt werden 

(Urk. 131, Urk. 132). 

- 41 - 

 9. Die Klägerin beantragte in der Berufungsantwort, der Beklagte sei zu an-

gemessen erhöhten Kinderunterhaltsbeiträgen zu verpflichten, falls er mehr als 

Fr. 6'000.– netto monatlich verdiene (Urk. 135 S. 2, S. 10 f.). Auf den Anschluss-

berufungsantrag (Ziffer 2) wurde bereits mit Beschluss der Kammer vom 13. Feb-

ruar 2018 nicht eingetreten (Urk. 141 S. 3 f., S. 10).  

 10. Am 3. Januar / 16. Februar 2018 schlossen die AD._____ Group GmbH 

und die AI._____ AG eine Vereinbarung über die Betreibung einer Service Desk 

ab 12. Dezember 2017 beim "Client" AC._____ mit Einsatzort Basel. Die Vergü-

tung beträgt Fr. 55.– pro Stunde bzw. für Überzeit (mehr als acht Arbeitsstunden 

pro Tag, an Wochenenden oder in den Ferien) Fr. 80.– pro Stunde. Der Tagesan-

satz "is based on 8.4 hrs professional working day as specified by the client com-

pany". Dabei ist monatlich Rechnung zu stellen (Urk. 158/7). Die Zusammenarbeit 

dauert nach Darstellung des Beklagten an.  

 Die aktuelle finanzielle Situation des Beklagten bzw. der von ihm beherrsch-

ten GmbH wird aufgrund seiner Darstellung und der eingereichten Unterlagen 

nicht hinreichend fassbar: 

 10.1 Der Beklagte behauptet, er habe eine Hilfskraft einstellen müssen, um 

das grosse Arbeitsvolumen überhaupt bewältigen zu können, zumal er auch 

C._____ betreuen müsse. Der eingereichte Arbeitsvertrag zwischen der 

AD._____ Group GmbH und AJ._____ datiert vom 1. Januar 2018 (Urk. 158/8). 

Laut den Lohnabrechnungen der AD._____ Group GmbH wurden dem Beklagten 

per 30. Januar 2018 94 Stunden à Fr. 55.– und per 26. Februar 2018 97 Stunden 

à Fr. 50.– gutgeschrieben, was ein Bruttoeinkommen von Fr. 5'200.– bzw. Fr. 

4'850.– ergab (Urk. 158/10). In der gleichen Periode kam der von ihm angestellte 

AJ._____ auf 70 bzw. 122 Stunden à Fr. 45.–, was einem Bruttolohn von Fr. 

3'150.– bzw. Fr. 5'500.– entsprach (Urk. 158/10). Die Stunden des Beklagten ent-

sprechen einem Beschäftigungsumfang von lediglich etwas über 50%. Hätte der 

Beklagte bereits im Dezember 2017 Arbeit geleistet (vgl. Urk. 158/7: "Start Date: 

12th Dec 2017"), wäre der Beschäftigungsgrad noch tiefer. Die Vorinstanz ging in 

ihrem Urteil implizite von einem zumutbaren Beschäftigungsgrad von 100% aus. 

Der Beklagte brachte in der Berufung nicht vor, er könne lediglich Teilzeit arbei-

- 42 - 

ten. Der mit der AC._____ Arbeitsvertrag sah denn auch eine Arbeitsverpflichtung 

von 40 Stunden pro Woche vor (Urk. 158/1 [Ziffer 6 Annexure 4]). Auch der (nicht 

zustande gekommene) Einsatzvertrag mit der AG._____ GmbH hätte ein Auf-

tragspensum von 80-100% vorgesehen, wobei die Aufgaben durch den Beklagten 

persönlich hätten ausgeführt werden müssen (Urk. 158/6). Bereits aus diesem 

Grund kann nicht auf das in den Lohnabrechnungen ausgewiesene "Net salary" 

abgestellt werden.  

 10.2 Abrechnungen der AD._____ Group GmbH gegenüber der AI._____ 

AG wurden vom Beklagten nicht eingereicht. Gemäss Kontoauszug der AK._____ 

vom 1. Januar 2018 bis 28. Februar 2018 wurden dem Geschäftskonto der 

AD._____ Group GmbH aufgrund von zwei Überweisungen der AI._____ AG am 

6. Februar 2018 ("2018002") Fr. 9'200.– und am 15. Februar 2018 ("INVOICE 

NUMBER 2018004") Fr. 11'560.– gutgeschrieben (Urk. 158/11). Die Frage, ob 

zusätzlich Rechnungen mit den Nummern … und … existieren, drängt sich zu-

mindest auf. Von den gutgeschriebenen Beträgen wurden dem Beklagten gemäss 

den Lohnabrechnungen aber bloss Fr. 7'939.95 "ausbezahlt" (Urk. 158/10: "Wage 

Paid"). Fr. 9'650.92 sollen gemäss den Lohnabrechnungen an den Angestellten 

AJ._____ gegangen sein, was sich indes nicht überprüfen lässt. Lohnüberwei-

sungen an AJ._____ sind aus dem Geschäftskontoauszug der AD._____ Group 

GmbH bei der AK._____ sowenig ersichtlich wie die Zahlung des Mietzinses des 

von der AD._____ Group GmbH ab 1. Dezember 2017 gemieteten Geschäftsloka-

les (Urk. 158/7). Dafür bezog der Beklagte von diesem Konto vom 6. Februar bis 

24. Februar 2018 Fr. 14'500.– in bar. Zudem nahm er von diesem Konto am 6. 

Februar 2018 eine Einzahlung von Fr. 4'710.– und am 7. Februar 2018 eine Ein-

zahlung von Fr. 290.– vor, ohne dass ersichtlich wird, wofür bzw. auf wessen 

Konto diese Einzahlungen erfolgten. Auf den Lohnabrechnungen von AJ._____ ist 

auch nicht vermerkt, wie der Lohn ausbezahlt wird (Urk. 158/10). Nachdem der 

Einsatz für die AI._____ AG bei der AC._____ am 12. Dezember 2017 begann 

(Urk. 158/4: "Start Date: 12th Dec 2017"), wäre "für eine vollständige und klare 

Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage der AD._____ Group GmbH" (Urk. 

141 S. 10) auch der Kontoauszug für den Dezember 2017 erheblich gewesen.  

- 43 - 

 10.3 Die vom Beklagten gemachten Angaben und eingereichten Belege sind 

daher nur beschränkt aussagekräftig. Ohnehin ist bei schwankendem Einkom-

men, das heisst bei Selbständigerwerbenden, wozu auch Einmann-Gesell-

schaften zählen, der Durchschnittswert mehrerer – in der Regel der letzten drei – 

Jahre massgebend. Die vom Beklagten eingereichten Unterlagen betreffen aber 

lediglich einige wenige Monate. Das vom Beklagten bisher tatsächlich erzielte 

Einkommen zu bestimmen, ist insofern schwierig.  

 11.1 Im Zeitpunkt des Beschlusses vom 18. Dezember 2017 war der Kam-

mer die Lohnabrechnung der AC._____ für den August 2017 (Urk. 133/1) noch 

nicht bekannt. Der Beklagte führte aus, das von ihm am 23. März 2017 angetrete-

ne Arbeitsverhältnis sei von der Arbeitgeberin wegen eines von ihm zu vertrete-

nen Missgeschicks und wegen des verzögerten Backgroundchecks per Ende 

September 2017 gekündigt worden. Gleichzeitig verfügte der Beklagte auch über 

eine Lohnpfändung. 

 11.2 Der Beklagte wurde bei der AC._____ als "SENIOR SPECIALIST" zu 

einem Lohn von Fr. 6'500.– brutto bzw. Fr. 5'630.– netto angestellt (Urk. 158/1, 

Urk. 158/3). Dem Kündigungsschreiben der AC._____ vom 15. August 2017 lässt 

sich lediglich entnehmen, dass die Kündigung aus "den ihnen ausführlich in unse-

rem Gespräch am 15.08.2017 dargelegten Gründen" erfolgte (Urk. 158/2). Ob der 

vom Beklagten verzögerte Backgroundcheck allein zur Kündigung geführt hätte, 

ist demnach ungewiss. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang, 

dass der Beklagte mit seiner AD._____ Group GmbH bereits wieder bei 

"AC._____" in Basel tätig ist (Urk. 158/7).  

 11.3 Zutreffend ist, dass sowohl AC._____ als auch AE._____ (Schweiz) AG 

von ihren (zukünftigen) Arbeitnehmern fordern, dass sie im Strafregister nicht ver-

zeichnet sind (Urk. 158/1 [Annexure 1]), Urk. 158/5).  

 Gemäss Auszug aus dem Strafregister vom 10. August 2015 wurde der Be-

klagte mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 8. September 2013 wegen Ge-

fährdung des Lebens und einfacher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 

22 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren verurteilt 

- 44 - 

(Urk. 16/2, Urk. 16/1). Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde er mit Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich vom 19. April 2016 freigesprochen (Urk. 52/3). Mit Strafbe-

fehl vom 25. Mai 2016 wurde der Beklagte sodann der mehrfachen Urkundenfäl-

schung schuldig gesprochen und mit einer unbedingten Geldstrafe von 120 Ta-

gessätzen zu je Fr. 90.– bestraft. Gleichzeitig wurde auf einen Widerruf der be-

dingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 22 Monaten verzichtet, hingegen die 

Probezeit von drei Jahren um 1 ½ Jahre verlängert (Urk. 76). Gemäss Art. 371 

Abs. 3bis StGB dürfte die Verurteilung vom 8. September 2013 auf dem Strafregis-

terauszug für Privatpersonen nicht mehr erscheinen, nachdem die verlängerte 

Probezeit (4 ½ Jahre) am 8. April 2018 abgelaufen ist. Demgegenüber bleibt der 

Strafbefehl vom 25. Mai 2016 bzw. die unbedingte Geldstrafe noch während län-

gerer Zeit im Strafregister eingetragen (Art. 371 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 369 

Abs. 3 StGB). Der Eintrag wegen mehrfacher Urkundenfälschung stellt bei der 

Stellensuche ein erschwerender Umstand dar.  

 12.1 Mit Blick auf ein hypothetisch erzielbares Einkommen kann gestützt auf 

den Vertrag mit der AI._____ AG aber jedenfalls als gesichert gelten, dass der 

Beklagte seine Arbeitskraft über seine GmbH mit Fr. 55.– pro Stunde in Rech-

nung stellen kann (Urk. 158/7). Weshalb der Beklagte per 30. Januar 2018 ledig-

lich für 94 Stunden und per 26. Februar 2018 lediglich für 97 Stunden entlöhnt 

wurde, obwohl er eine Hilfskraft anstellen musste, "um das Arbeitsvolumen über-

haupt bewältigen zu können", ist nicht nachvollziehbar. Hätte der Beklagte ledig-

lich Hilfe in den Randzeiten benötigt (Urk. 156 S. 4), hätte er mehr Arbeitsstunden 

aufweisen müssen. Die hypothetischen Einnahmen sind jedenfalls auf der Basis 

eines Pensums von 100% zu bestimmen (vgl. oben E. III/10.1). Der Beklagte 

bringt in der Stellungnahme vom 12. März 2018 zwar vor, er habe eine Hilfskraft 

anstellen müssen, um das Arbeitsvolumen und die Arbeit an Randzeiten über-

haupt bewältigen zu können, schliesslich müsse er auch C._____ betreuen. Was 

das mit Bezug auf sein Arbeitspensum genau bedeutet, führt der Beklagte aber 

nicht näher aus. Zudem wäre ein aufgrund von Betreuungspflichten eingeschränk-

tes Arbeitspensum bereits in der Berufungsschrift und nicht erst in der Stellung-

nahme vom 12. März 2018 substantiiert zu behaupten gewesen.  

- 45 - 

 12.2 Die Vereinbarung mit der AI._____ AG (Urk. 158/7 [Schedule A - As-

signment Schedule]) bzw. die darin vereinbarten Stundenansätze basieren auf ei-

nem Arbeitspensum von 8.4 Stunden pro Arbeitstag. Bei durchschnittlich 21.7 Ar-

beitstagen im Monat à 8.4 Stunden resultieren monatliche Einkünfte von Fr. 

10'025.– (21.7 x 8.4 x Fr. 55). Dabei wird nicht berücksichtigt, dass im konkreten 

Auftragsverhältnis der Stundenansatz ab 8 Stunden pro Tag, an Wochenenden 

und Ferien Fr. 80.– beträgt (Urk. 158/7). Einkünfte von Fr. 10'025.– fallen aber le-

diglich während 11 Monaten pro Jahr an, da der Beklagte Anspruch auf einen 

Monat Ferien hat. Die auf 11 Monate umgerechneten Einkünfte betragen dem-

nach gerundet Fr. 9'190.– brutto.  

 12.3 Im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Beklagten als Free-

lancer im IT-Bereich und Dienstleister für "T._____" nahm die Vorinstanz Abzüge 

für die notwendigen betrieblichen Kosten in der Höhe von Fr. 1'400.– pro Monat 

vor, die sie von den geschätzten Einnahmen von Fr. 7'440.– in Abzug brachte, 

nämlich:  

− Fr. 1'000.– für Miete (Fr. 700.–), Versicherungsprämien für die U._____ (Fr. 
225.–) und Versicherung für das Fahrzeug (Fr. 82.–) 

− Fr. 400.– für sonstige, vom Beklagten nicht näher substantiierte Auslagen 
wie Telefon, Benzin, Verbrauchsmaterial, da solche Auslagen gerichtsnoto-
risch anfallen würden 

 Daraus resultierte ein Einkommen von Fr. 6'000.–, welches die Vorinstanz 

der Unterhaltsberechnung zugrunde legte (Urk. 121 S. 44, S. 41). Weder in der 

Berufung noch in der Stellungnahme vom 12. März 2018 macht der Beklagte gel-

tend, seine betrieblichen Kosten (Geschäftsauslagen) lägen höher. Vielmehr 

nimmt er von den ihm richtig erscheinenden Einkünften (Fr. 11'860.– im Zeitraum 

Juni 2016 bis Dezember 2016) wiederum Abzüge von Fr. 1'400.– vor und errech-

net für die sieben Monate ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 294.– pro 

Monat (Urk. 120 S. 16 f.). Es ist offensichtlich, dass bei Einkünften von Fr. 9'190.– 

und betrieblichen Kosten von Fr. 1'400.– ein Einkommen verbleibt, dass erheblich 

über den von der Vorinstanz angenommenen Fr. 6'000.– liegt. Dies wäre selbst 

dann noch der Fall, wenn es in Zukunft zu gewissen "Leerzeiten" kommen könnte, 

wie der Beklagte bemerkt (Urk. 156 S. 4 f.).  

- 46 - 

 12.4 Das von der Vorinstanz ermittelte hypothetische Einkommen ist damit 

im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Berufung des Beklagten gegen die Höhe 

der Kinderunterhaltsbeiträge (Dispositiv Ziffer 11) muss bereits aus diesem Grun-

de abgewiesen werden.  

 13. Der Beklagte dringt mit seiner Berufung aber auch nicht durch, wenn in 

Anwendung der Untersuchungsmaxime mit Blick auf die AD._____ Group GmbH 

gewisse Korrekturen vorgenommen und dabei insbesondere auch die gesetzli-

chen Sozialabgaben einbezogen werden:  

 13.1 Abgesehen von der Miete einer Büroräumlichkeit behauptet der Beklag-

te keine Aufwände der AD._____ Group GmbH, obwohl er zur vollständigen und 

klaren Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage aufgefordert worden war un-

ter der Androhung, dass die Mitwirkungsverweigerung bei der Beweiswürdigung 

berücksichtigt würde (Urk. 141 S. 10). Hinsichtlich der Miete führt der Beklagte 

aus, er habe an der AH._____-strasse … (Domiziladresse der AD._____ Group 

GmbH) Büroräumlichkeiten gemietet (Urk. 156 S. 4). Laut dem eingereichten Un-

termietvertrag beträgt der Mietzins ab 1. Dezember 2017 Fr. 500.– pro Monat 

(Urk. 158/9). Nebst der AD._____ Group GmbH fungiert aber auch noch eine 

AL._____ GmbH als Untermieter. Diese hat den Vertrag zwar nicht unterzeichnet. 

Trotzdem ist unklar, ob diese Firma die Mieträumlichkeiten mitbenutzt, zumal der 

Verwendungszweck des Mietobjekts mit "Büro, IT-Consulting, Buchhaltung, Mo-

ney Transfer, Ticketing, Transport etc." umschrieben ist. Für die Bezahlung des 

Mietz