# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c8e009f-b2dd-53f9-870a-0338fa3abbab
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2025 E-2735/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2735-2021_2025-03-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2735/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richter Yanick Felley,  

Richter David R. Wenger,    

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Advokaturbüro, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch (Mehrfachgesuch)  

und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 26. Mai 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2735/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 6. Juni 2016 in der Schweiz um Asyl 

nach. Mit Verfügung vom 27. Juli 2016 trat das SEM gestützt auf Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf dieses Asylgesuch nicht ein.  

A.b Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom 9. August 

2016 hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-4838/2016 vom 

11. Juli 2017 gut und wies die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurück. 

B.  

Die Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am 25. Oktober 2018 und am 

19. März 2020 einlässlich zu seinen Asylgründen an. 

Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei tami-

lischer Ethnie und stamme aus B._______, Distrikt C._______. Ende (…) 

habe er unfreiwillig eine fünftägige militärische Ausbildung bei den Libera-

tion Tigers of Tamil Eelam (LTTE) durchlaufen. Im Rahmen dieser Ausbil-

dung seien von ihm Fotos an der Waffe gemacht und am (…) in Zeitungen 

veröffentlicht worden. Nach Ende des Waffenstillstands sei er am (…) von 

Soldaten der sri-lankischen (…) festgenommen und für zwei Tage inhaf-

tiert, befragt und auch misshandelt worden. Am (…) sei er aufgefordert 

worden, sich auf dem Stützpunkt der sri-lankischen (…) zu melden, worauf 

er einen Tag festgehalten, befragt und geschlagen worden sei. Danach 

habe er sich aus Angst vor weiteren Repressionen jeweils nur kurz zu-

hause und ansonsten an verschiedenen Orten in der (…) in der Nähe von 

D._______ aufgehalten. Am (…) sei er zuhause in E._______ bei 

F._______ (Ostprovinz) von Beamten des Criminal Investigation Depart-

ment (CID) mitgenommen, befragt und danach ohne weitere Auflagen wie-

der freigelassen worden. Am (…) sei er in der Stadt C._______ durch an-

dere CID-Beamte befragt und mit dem Tod bedroht worden. Sie hätten ihn 

aufgefordert, sich im Camp in C._______ zu melden. Er sei dieser Auffor-

derung jedoch nicht nachgekommen, sondern habe sich aus Furcht vor 

möglichen Repressionen versteckt gehalten, aber heimlich gearbeitet. Am 

(…) sei er mit einem gefälschten Pass aus Sri Lanka ausgereist. 

Seine Ehefrau und seine Tochter sowie seine Eltern und Geschwister wür-

den noch immer in Sri Lanka leben.  

 

E-2735/2021 

Seite 3 

C.  

C.a Mit Verfügung vom 7. April 2020 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.  

C.b Die vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde vom 8. Mai 2020 

wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-2424/2020 vom 2. Juni 

2020 ab. 

In den Erwägungen hielt das Gericht fest, insbesondere den in den Jahren 

20(…) sowie 20(…) durchgeführten Befragungen könne kein klares flücht-

lingsrechtlich relevantes Motiv oder eine flüchtlingsrechtlich relevante In-

tensität entnommen werden. Ferner sei nicht erkennbar, dass diese Vor-

fälle ihre Ursache in den im Jahre 20(…) publizierten Fotos vom Beschwer-

deführer an der Waffe gehabt hätten. Insgesamt könne nicht festgestellt 

werden, die Behörden würden ihm ein separatistisches Profil unterstellen. 

Auch wenn nicht zu verkennen sei, dass er geltend mache, anlässlich der 

Festnahmen teilweise misshandelt worden zu sein, hätten diese jeweils nur 

kurz gedauert und er sei ohne Auflagen wieder entlassen worden. Auch sei 

er keinem Rehabilitationsprogramm zugeführt worden. Insgesamt könne 

nicht festgestellt werden, die Behörden hätten im Zeitpunkt seiner Ausreise 

ein asylrelevantes Interesse am Beschwerdeführer gehabt oder dass für 

ihn aufgrund möglicher Risikofaktoren eine begründete Furcht vor zukünf-

tiger asylrelevanter Verfolgung bestehe.   

D.  

Am 7. Mai 2021 stellte der Beschwerdeführer ein Mehrfachgesuch bei der 

Vorinstanz. Im Wesentlichen machte er dabei – unter anderem unter Ver-

weis auf einen Bericht der Vereinten Nationen (UNO) – geltend, die Men-

schrechtslage in Sri Lanka habe sich wesentlich verschlechtert, weshalb 

die Gefahr vor Verfolgung neu evaluiert werden müsse. Er gelte aufgrund 

seines Hochrisikoprofils im Heimatland als potentieller Terrorist. Akzentu-

iert werde die Verfolgungsgefahr ferner, weil er sich seit längerer Zeit in der 

Schweiz aufhalte, einem Hort des tamilischen Separatismus. Insbesondere 

sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er in 

Rehabilitationshaft genommen würde. Des Weiteren leide er an einer (…) 

sowie an (…), weshalb er in Therapie sei. Es werde daher der Antrag ge-

stellt, dass er in einer ausführlichen Anhörung zu den vorgebrachten 

Fluchtgründen befragt werde.   

E-2735/2021 

Seite 4 

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer diverse Länderberichte sowie 

einen Abklärungsbericht von Dr. Dr. G._______, (…) vom 31. Juli 2020 zu 

den Akten. 

E.  

Auf das am 7. Mai 2021 gestellte Mehrfachgesuch des Beschwerdeführers 

trat das SEM mit Verfügung vom 26. Mai 2021 nicht ein, wies den pro-

zessualen Antrag auf Durchführung einer Anhörung ab, ordnete die Weg-

weisung sowie den Vollzug an und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–. 

F.  

Gegen die Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 10. Juni 2021 Be-

schwerde beim Bundesveraltungsgericht. Er beantragt, es sei unverzüglich 

darzulegen, welche Gerichtspersonen mit der Behandlung der vorliegen-

den Sache betraut worden seien, wobei gleichzeitig bekannt zu geben sei, 

wie diese Gerichtspersonen ausgewählt worden seien. Falls in diese Aus-

wahl eingegriffen worden sei, habe das Gericht die objektiven Kriterien be-

kannt zu geben, nach denen die Auswahl stattgefunden habe. Es sei dazu 

Einsicht in die Dateien der Software des Gerichts zu gewähren, mit welcher 

diese Auswahl kreiert worden sei und es sei offenzulegen, wer diese Aus-

wahl getroffen habe. Weiter beantragt er, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und die Sache zur korrekten Behandlung als neues Asylge-

such an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die angefochtene 

Verfügung wegen Verletzung der Begründungspflicht und der unvollständi-

gen und unrichtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes auf-

zuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeven-

tualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei seine 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es sei ihm Asyl in der Schweiz zu 

gewähren. Sub-subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuhe-

ben und die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs festzustellen. Ferner sei ihm Frist zur Verbesserung 

der unvollständigen Beschwerde anzusetzen. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Juni 2021 gab die Instruktionsrichterin 

dem Beschwerdeführer den Spruchkörper bekannt. 

H.  

Am 5. Juli 2021 reichte der Beschwerdeführer eine als «Verwaltungsbe-

schwerde» bezeichnete ergänzende Rechtschrift zu den Akten, unter Bei-

lage separater Ausführungen zu Entwicklungen in Sri Lanka. In einem 

E-2735/2021 

Seite 5 

gleichdatierten zusätzlichen Schreiben ersucht er um Korrektur der Richt-

erzuteilung und äussert sich zur Spruchkörperbildung am Bundesverwal-

tungsgericht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer 

ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 In der Rechtsmitteleingabe wird Auskunft über die Art und Weise der 

Spruchkörperbildung beantragt. Es ist festzuhalten, dass unter dem Gel-

tungsbereich der alten Fassung des Geschäftsreglements für das Bundes-

veraltungsgericht (VGR; SR 173.320.1) mit Grundsatzurteil BVGE 2022 I/2 

die Praxis eingeführt wurde, auf Anfrage Auskunft darüber zu erteilen, ob 

manuelle Anpassungen bei der EDV-gestützten Spruchkörperbildung er-

folgten. Dies vor dem Hintergrund der damaligen Bestrebungen, im VGR 

die Kriterien der Spruchkörperbildung umfassender beziehungsweise de-

taillierter – auch zum Zwecke des Vertrauens in die Unabhängigkeit der 

Justiz – zu regeln (vgl. a.a.O. E. 4.6.2 f.). Am 1. Juni 2023 traten die neuen 

Bestimmungen des VGR betreffend Spruchkörperbildung in Kraft, welche 

diese neu in ausführlicher Weise regeln (vgl. Art. 31 f. VGR). Vor diesem 

Hintergrund besteht kein Anlass mehr, die vormalige Auskunftspraxis auf-

recht zu erhalten, zumal diese stets unter dem Vorbehalt eingehender und 

umfassender Regelungen im VGR stand (vgl. a.a.O. E. 4.6.2 f.). Festzu-

halten bleibt, dass bereits unter der beschriebenen Praxis Informationser-

suchen, welche über die Auskunft bezüglich manueller Eingriffe hinausgin-

gen, nicht entsprochen wurde. 

Die personelle Zusammensetzung des Spruchkörpers wurde dem Be-

schwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 21. Juni 2021 bekanntgege-

ben. Die weitergehenden Auskunftsersuchen betreffend die Spruchkörper-

bildung werden nach dem vorstehend Ausgeführten abgelehnt. 

E-2735/2021 

Seite 6 

2.2 Mit Schreiben vom 5. Juli 2021 beantragt der Beschwerdeführer die 

Korrektur der vorliegenden Spruchkörperbildung, mit der Begründung, 

diese sei einseitig und nicht gesetzeskonform erfolgt. Dabei legt er nicht 

substantiiert dar, inwiefern der Spruchkörper im vorliegenden Fall nicht 

rechtmässig gebildet worden wäre, auch nicht mittels allgemeiner Ausfüh-

rungen zur Spruchkörperbildungspraxis und parteipolitischen Überlegun-

gen. Der Antrag ist abzuweisen. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

Prüfungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 

Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Mehrfachgesuch vom 7. Mai 

2021 nicht eingetreten ist. Das Bundesverwaltungsgericht enthält sich, so-

fern es den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erachtet, einer ma-

teriellen Prüfung; es hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die 

Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Die Frage der 

Wegweisung des Vollzugs wird materiell geprüft (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 

m.w.H.). 

In der angefochtenen Verfügung hält die Vorinstanz fest, in den vorange-

gangenen Entscheiden sei bereits festgestellt worden, den Fluchtvorbrin-

gen des Beschwerdeführers – namentlich mehrmalige behördliche Fest-

nahmen und Befragungen – sei keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu at-

testieren und dass der Beschwerdeführer keine Risikofaktoren im Sinne 

der Rechtsprechung aufweise. Sodann ergebe sich aus den im Mehrfach-

gesuch enthaltenen Hinweisen auf die jüngsten politischen Entwicklungen 

in Sri Lanka kein persönlicher Bezug zum Beschwerdeführer und dessen 

Situation. Da die diesbezüglichen Vorbringen insofern nicht gehörig be-

gründet seien, sei darauf nicht einzutreten. Die Durchführung einer weite-

ren Anhörung zu den Asylgründen dränge sich nicht auf, zumal Folgever-

fahren grundsätzlich schriftlich durchgeführt würden und auch eine ergän-

zende Feststellung des Sachverhaltes nicht notwendig sei. Auf das Mehr-

fachgesuch sei im Ergebnis gestützt auf Art. 111c AslyG i.V.m. Art. 13 

Abs. 2 VwVG nicht einzutreten. Ferner würden die geltend gemachten psy-

chischen Probleme dem Wegweisungsvollzug nicht entgegenstehen, zu-

mal diese auch im Heimatland behandelt werden könnten. 

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Seite 7 

5.  

In der Rechtsmitteleingabe vom 10. Juni 2021 wird geltend gemacht, die 

angefochtene Verfügung enthalte eine falsche Rechtsmittelbelehrung, zu-

mal die Vorinstanz faktisch keinen Nichteintretensentscheid, sondern einen 

umfangreichen materiellen Entscheid gefällt habe. In der ergänzenden Ein-

gabe vom 5. Juli 2021 führt der Beschwerdeführer ferner im Wesentlichen 

aus, er habe im Rahmen des Mehrfachgesuchs ausführlich, unter Beilage 

zahlreicher Beweismittel sowie Aufzeigung des individuellen Bezugs, dar-

gelegt, weshalb er insbesondere angesichts der Verschärfung der Anti-Ter-

ror-Gesetzgebung im Heimatland erheblich gefährdet sei. Insofern könne 

nicht davon gesprochen werden, das Wiedererwägungsgesuch sei nicht 

gehörig begründet worden. Sodann ergebe sich die Tatsache, dass sich 

die Vorinstanz materiell mit der Sache auseinandergesetzt habe, bereits 

aus dem Umstand, dass sie ohne inhaltliche Beurteilung in der Sache gar 

nicht beurteilen könnte, ob ein individueller Bezug dargelegt sei oder nicht. 

Im angefochtenen Entscheid werde denn auch auf eingereichte Beweis-

mittel verwiesen. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe die ange-

fochtene Verfügung zu Unrecht als Nichteintretensentscheid bezeichnet 

und fälschlicherweise mit einer Rechtsmittelfrist von fünf Arbeitstagen statt 

30 Tagen versehen. 

6.2 Nicht gehörig begründete Folgegesuche können als Ausdruck einer 

mangelnden Mitwirkung gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG in Verbindung mit 

Art. 13 Abs. 2 VwVG mit einem Nichteintretensentscheid erledigt werden 

(vgl. BVGE 2014/39 E. 7.1). 

Es ist festzuhalten, dass die Frage der genügenden beziehungsweise ge-

hörigen Begründung des Mehrfachgesuchs vorliegend sowohl für das Ein-

treten auf das Gesuch sowie für dessen spätere materielle Beurteilung re-

levant ist. Mithin handelt es sich dabei um eine sogenannte doppelrele-

vante Tatsache (vgl. zum Begriff KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsver-

fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 14 f. 

m.H.a. Rechtsprechung), bei welcher bereits im Rahmen der Prüfung der 

Prozessvoraussetzungen materielle Überlegungen ausschlaggebend sein 

können. In der Rechtsmitteleingabe wird in diesem Zusammenhang nicht 

substantiiert dargelegt, inwiefern die Erwägungen der Vorinstanz über das 

hinaus gehen, was zur Begründung des Nichteintretens notwendig wäre 

beziehungsweise inwiefern sich die Vorinstanz darüber hinaus materiell 

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Seite 8 

äussert. Solches ist auch nicht ersichtlich. Insbesondere liegt kein Fall vor, 

in welchem die fehlerhafte Qualifizierung durch die Vorinstanz aufgrund 

eingehender materieller Überlegungen offensichtlich wäre (vgl. z.B. Urteil 

des BVGer E-5758/2019 vom 29. November 2019 E. 7.3). Der Beschwer-

deführer macht ferner zu Recht nicht geltend, die Tatsache, dass sich die 

Vorinstanz zum Wegweisungsvollzug äusserte, ändere etwas an der recht-

lichen Natur des angefochtenen Entscheids (vgl. auch E. 4). 

Aufgrund des Gesagten ist festzustellen, dass die Vorinstanz den erlasse-

nen Entscheid zutreffend als Nichteintretensentscheid qualifizierte und da-

mit auch die Rechtsmittelbelehrung der Verfügung korrekt ist. 

6.3 Soweit in der Rechtsmitteleingabe beantragt wird, für den Fall, dass 

das Gericht die Rechtsmittelbelehrung – das heisst der Hinweis auf die Be-

schwerdefrist von fünf Arbeitstagen – als korrekt erachte, sei eine Frist zur 

Ergänzung der Beschwerde anzusetzen, ist dieser Antrag abzulehnen. Ins-

besondere wird nicht begründet dargelegt, weshalb – wie vorliegend – im 

Falle einer korrekten Rechtsmittelbelehrung mit korrekter Rechtsmittelfrist 

eine zusätzliche Frist zur Ergänzung der Rechtsmitteleingabe angesetzt 

werden müsste. Im Übrigen ist der Antrag ohnehin als gegenstandlos ge-

worden zu betrachten, da im Nachgang zur Beschwerdeerhebung vom 

10. Juni 2021 am 5. Juli 2021 eine ergänzende Rechtsschrift eingereicht 

wurde. Die darin gemachten Ausführungen sind daher vorliegend nur im 

Rahmen von Art. 32 Abs. 2 VwVG zu berücksichtigen.   

7.  

Wie bereits ausgeführt, gelangte das Bundesverwaltungsgericht im Urteil 

E-2424/2020 vom 2. Juni 2020 – in Übereinstimmung mit dem angefoch-

tenen Entscheid des SEM vom 7. April 2020 – zur Auffassung, dass keine 

Hinweise dafür vorliegen würden, die heimatlichen Behörden würden dem 

Beschwerdeführer ein separatistisches Profil unterstellen. Weiter hielt es 

fest, dass aus objektiver Sicht weder Gründe dafür vorgelegen hätten, dass 

seine Ausreise im Jahre 2016 geboten gewesen wäre, um sich vor flücht-

lingsrechtlich relevanter Gefahr zu schützen, noch dass er solche in Zu-

kunft zu befürchten hätte. 

Der Beschwerdeführer stellt sich rund elf Monate später in seinem Mehr-

fachgesuch vom 7. Mai 2021 auf den Standpunkt, durch die Veränderun-

gen der Lage im Heimatland habe sich auch seine Gefährdung vor Verfol-

gung in relevanter Weise akzentuiert. Beilage 1 zum Wiedererwägungsge-

such enthält umfangreiche Ausführungen zu Entwicklungen in Sri Lanka, 

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Seite 9 

insbesondere im Zuge der sogenannte Osteranschläge im Jahre 2019. Es 

ist der Vorinstanz jedoch darin zuzustimmen, dass diese nicht in konkreten 

beziehungsweise erkennbaren Zusammenhang mit der Situation des Be-

schwerdeführers gestellt werden. Namentlich sind auch allgemeine Hin-

weise auf gesetzgeberische Änderung mit möglichen Auswirkungen auf die 

Rehabilitationshaft vorliegend bereits deshalb unbehilflich, da im erwähn-

ten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts festgestellt wurde, dass der Be-

schwerdeführer trotz wiederholter Festhaltung und Befragung nicht in Re-

habilitationshaft gesetzt worden und ihm die Behörden gerade kein sepa-

ratistisches Profil unterstellen würden. Damit zeigt sich auch, dass sich die 

neuen Vorbringen und deren Begründung kaum mit den Erwägungen der 

vorausgegangenen Entscheide auseinandersetzen. Die neue beziehungs-

weise angeblich akzentuierte Gefährdung bleibt dadurch letztendlich unbe-

stimmte Mutmassung. Auch das Vorbringen, die bisherige Praxis der 

Schweizer Asylbehörden zur Gefährdungseinschätzung sei falsch, stellt im 

Kern bloss eine pauschale Behauptung dar, welche auch durch Verweis 

auf einen zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung aktuellen Bericht der Ver-

einten Nationen nicht näher substantiiert wird und noch weniger einen kon-

kreten Bezug zum Beschwerdeführer herzustellen vermag. Trotz der aus-

führlichen länderspezifischen Darlegungen im Mehrfachgesuch erschöpft 

sich die Begründung der neuerdings geltend gemachten Gefährdung letzt-

endlich in hypothetischen Überlegungen, wodurch der Beschwerdeführer 

sein Mehrfachgesuch – auch mit Blick auf die Erkenntnisse der vorausge-

gangenen Verfahren – nicht genügend zu begründen vermag. Ergänzend 

ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer den fraglichen Bezug zwi-

schen den umfangreichen Ausführungen zu den Entwicklungen im Heimat-

land und seiner eigenen Situation auch auf Beschwerdeebene nicht herzu-

stellen vermag. Dabei ist anzumerken, dass vorliegend eigentliches Pro-

zessthema die Frage ist, ob die Vorinstanz zu Recht oder Unrecht nicht auf 

das Mehrfachgesuch eingetreten ist und nicht, ob der Beschwerdeführer 

auf Beschwerdeeben eine genügende Begründung seines Mehrfachgesu-

ches nachzuliefern vermag. Auch auf die in der Eingabe vom 5. Juli 2021 

im Lauftext enthalten prozessualen Rügen und Anträge ist nicht weiter ein-

zugehen beziehungsweise sind diese abzuweisen, da sie unter der Prä-

misse erhoben werden, dass eine materielle Prüfung vorgenommen 

würde. 

Aufgrund des Ausgeführten ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht 

gestützt auf Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG auf das 

Mehrfachgesuch nicht eingetreten ist.  

E-2735/2021 

Seite 10 

8.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch beziehungsweise Mehrfach-

gesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 

Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; 

vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völkerrecht-

liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder 

des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen-

stehen.  

Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das 

flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG auf ihn nicht anwendbar. Die Zulässigkeit 

des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- 

und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, 

SR 0.105]; Art. 3 EMRK).  

Die allgemeine Situation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht 

als unzulässig erscheinen. Auch der Europäische Gerichtshof für Men-

schenrechte (EGMR) hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon 

auszugehen sei, Rückkehrern drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Be-

handlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen 

werden (Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 

E-2735/2021 

Seite 11 

10466/11, Ziff. 37). Weder aus den Beschwerdeausführungen noch aus 

den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwer-

deführer für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtli-

cher Wahrscheinlichkeit einer nach EMRK oder FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. So weist er kein Profil auf, das auf die 

Gefahr hindeutet, zukünftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt zu sein. Es sind auch keine Anhaltspunkte ersichtlich, nach denen der 

Beschwerdeführer Massnahmen zu befürchten hätte, die – wenn über-

haupt – über einen sogenannten background check (Befragung und Über-

prüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgingen oder dass ihm 

persönlich im Falle einer Rückkehr eine Gefährdung drohen könnte. Der 

Vollzug der Wegweisung ist zulässig.  

9.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Nach konstanter Rechtspre-

chung stehen dem Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka grundsätzlich 

keine solchen allgemeinen Umstände entgegen (vgl. bereits das voraus-

gegangene Urteil des BVGer E-2424/2020 vom 2. Juni 2020 E. 9.4.1 sowie 

aus jüngerer Zeit Urteil des BVGer E-4967/2021 vom 13. Januar 2025 

E. 10.5). 

Gemäss dem Arztbericht vom 31. Juli 2020 leidet der Beschwerdeführer 

an einer (…) sowie einer (…). Laut Eingabe vom 5. Juli 2021 befinde er 

sich diesbezüglich in Therapie. Aktuelle Berichte hat der Beschwerdeführer 

im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) seit Einreichung der 

Beschwerde vor dreieinhalb Jahren keine eingereicht. Es kann deshalb da-

von ausgegangen werden, dass er nicht weiter in ärztlicher Behandlung ist 

beziehungsweise einer solchen nicht weiter bedarf. Sodann ist festzuhal-

ten, dass davon auszugehen ist, er werde auch vor dem Hintergrund der 

gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation in Sri Lanka und der aktuellen 

Lage bei der Gesundheitsversorgung mit den ihm zuzumutenden Anstren-

gung das Notwendige – insbesondere Psychopharmaka – erhalten (vgl. 

Urteile des BVGer E-4026/2023 vom 8. Januar 2025 sowie eingehend das 

Urteil des BVGer D-5861/2022 vom 1. März 2023 E. 10.3.4). 

Im Übrigen enthält die Rechtsmitteleingabe keine substantiierten Ausfüh-

rungen zur individuellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges, wes-

halb – um Wiederholungen zu vermeiden – auf die Ausführungen der vor-

E-2735/2021 

Seite 12 

ausgegangenen Entscheide verwiesen werden kann. Der Vollzug der Weg-

weisung erweist sich auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.1  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2735/2021 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor 

 

 

Versand: