# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5867be93-8bd7-5359-81e6-d42f8bc227a5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 16.07.2018 BK 2018 287
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2018-287_2018-07-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss 
BK 18 287

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. Juli 2018

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Hubschmid, 
Oberrichter Stucki
Gerichtsschreiberin Lauber 

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Verlängerung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonalen Zwangsmass-
nahmengerichts vom 21. Juni 2018 (KZM 18 889)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) führt ein Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rer) wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die 
Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG; 
SR 812.121). Mit Entscheid vom 25. März 2018 ordnete das Kantonale Zwangs-
massnahmengericht (nachfolgend: Zwangsmassnahmengericht) Untersuchungs-
haft gegen den Beschwerdeführer für eine Dauer von drei Monaten bis zum 21. Ju-
ni 2018 an. Mit Entscheid vom 21. Juni 2018 verlängerte es die Untersuchungshaft 
auf Antrag der Staatsanwaltschaft um weitere zwei Monate, d.h. bis am 21. August 
2018. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 29. Juni 2018 Beschwerde. Er 
beantragte, der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts sei aufzuheben und er 
sei unverzüglich aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Eventualiter seien Er-
satzmassnahmen anzuordnen. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 
3. Juli 2018 auf eine Stellungnahme. Die Generalstaatsanwaltschaft schloss am 
5. Juli 2018 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung, Verlängerung 
und Aufhebung der Untersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwer-
de angefochten werden. Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen 
(Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch 
die Verlängerung der Untersuchungshaft unmittelbar in seinen rechtlich geschütz-
ten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222 und 
Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten. 

3. Die Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO zunächst voraus, dass 
im Sinne eines allgemeinen Haftgrundes ein dringender Tatverdacht der Begehung 
eines Verbrechens oder Vergehens besteht. 

Der Beschwerdeführer wird dringend verdächtigt, über mehrere Monate hinweg mit 
Heroin und Kokain im qualifizierten Bereich gehandelt zu haben. Der Beschwerde-
führer soll das Heroin und Kokain von einem Lieferanten erhalten, portioniert und 
danach weiterverkauft haben. Der dringende Tatverdacht der qualifizierten Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gründet insbesondere auf den an-
lässlich der Hausdurchsuchung vom 22. März 2018 in der Wohnung des Be-
schwerdeführers sichergestellten Drogen (insbesondere 85.6 Gramm Heroin 
[Reinheitsgrad von 11 %; reine Wirkstoffmenge 6.2 Gramm] und 54.8 Gramm Ko-
kain [Reinheitsgrad von 49 %; reine Wirkstoffmenge 23.1 Gramm], Utensilien (ins-
besondere Plastiksack mit Verpackungsmaterial/Minigrips) und Vermögenswerten 
(CHF 12‘000.00; in kleinen Noten gestückelt). Weiter stützt sich der dringende Tat-
verdacht auf die Aussagen des zumindest teilgeständigen Beschwerdeführers 
selbst und seiner Freundin C.________. Nachdem der Beschwerdeführer anläss-
lich der ersten Einvernahme noch abgestritten hatte, etwas mit den sichergestellten 
Betäubungsmitteln zu tun zu haben, gab er anlässlich der Hafteröffnungseinver-

3

nahme vom 23. März 2018 an, dass er die Drogen von einer anderen Person in 
seine Wohnung geliefert erhalte. Diese Person komme ca. einmal pro Woche vor-
bei und bringe je 100 Gramm Heroin und Kokain mit. Er strecke dann die Betäu-
bungsmittel, packe sie in die Minigrips ab und verkaufe sie. Dies mache er schon 
seit ein paar Monaten. Auf Frage, woher der sichergestellte Bargeldbetrag stamme, 
gab der Beschwerdeführer an, dies sei der Gewinn. Der Geldbetrag gehöre einer-
seits ihm und andererseits dem Lieferanten. Der Beschwerdeführer beschrieb den 
Lieferanten, ohne dessen Namen zu nennen. Bei der delegierten Einvernahme 
vom 17. Mai 2018 sowie der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 14. Juni 
2018 verweigerte der Beschwerdeführer wiederum grossmehrheitlich seine Aussa-
gen, wobei er den Besitz und den Handel mit Betäubungsmitteln aber auch nicht 
explizit bestritt. C.________, Freundin und Mitbewohnerin des Beschwerdeführers, 
sagte anlässlich der delegierten Einvernahme vom 22. März 2018 aus, dass der 
Beschwerdeführer mit Drogen handle. Das anlässlich der Hausdurchsuchung si-
chergestellte Heroin und Kokain gehöre dem Beschwerdeführer. Ob ihm das ganze 
sichergestellte Bargeld gehöre, könne sie nicht sagen. Diese Aussagen von 
C.________ stehen im Einklang mit den Ausführungen des Beschwerdeführers, 
welcher zudem anlässlich der polizeilichen Befragung vom 23. März 2018 zu Pro-
tokoll gab, dass seine Freundin nichts mit den Betäubungsmitteln zu tun habe. 

Hinsichtlich der Anzahl der Lieferungen und der nachfolgenden Verkäufen von Ko-
kain und Heroin wird derzeit auf die nach summarischer Prüfung als glaubhaft zu 
beurteilenden Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Hafteröffnung ab-
gestellt (einmal wöchentlich je 100 Gramm Heroin und Kokain seit mehreren Mona-
ten). Auch das beim Beschwerdeführer sichergestellte Bargeld von CHF 12‘000.00 
stellt ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass es sich bei den sichergestellten Betäu-
bungsmitteln nicht um die erste Lieferung gehandelt hat. Der Beschwerdeführer ist 
erwerbslos und erhält seit Ende 2017 keine Sozialhilfeleistungen mehr. Der Be-
schwerdeführer bestreitet den dringenden Tatverdacht nicht. Dass das Zwangs-
massnahmengericht den dringenden Tatverdacht der qualifizierten Widerhandlun-
gen gegen das Betäubungsmittelgesetz bejaht hat, ist gestützt auf das Gesagte 
demnach nicht zu beanstanden.

4.

4.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund im Sinne von Art. 221 Abs. 1 Bst. a-c StPO voraus. Das Zwangsmass-
nahmengericht stützt sich auf den Haftgrund der Wiederholungsgefahr. Diese ist 
gegeben, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person durch 
Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, 
nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat (Art. 221 Abs. 1 Bst. c 
StPO). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügen drohende Verbre-
chen und schwere Vergehen (entgegen dem deutschen und italienischen Wortlaut) 
für die Annahme von Wiederholungsgefahr (BGE 137 IV 84 E. 3.2). Eine Inhaftie-
rung wegen Wiederholungsgefahr kommt nicht nur bei ernsthaft zu befürchtenden 
Delikten gegen Leib und Leben in Betracht, sondern auch bei schweren Wider-
handlungen gegen Nebenstrafgesetze, beispielsweise bei qualifizierten Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Urteile des Bundesgerichts 

4

1B_362/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 3.1; 1B_71/2013 vom 13. März 2013 E. 2.2 
mit Hinweis; HUG/SCHEIDEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl. 2014, N. 34a zu Art. 221 StPO; SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische 
Strafprozessordnung Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 11a zu Art. 221 StPO). 
Die in Art. 221 Abs. 1 Bst. c StPO genannten Delikte müssen ernsthaft drohen, in-
dem sie die Sicherheit anderer erheblich gefährden. Notwendig, aber auch ausrei-
chend ist grundsätzlich eine ungünstige Rückfallprognose (BGE 143 IV 9 E. 2.10 
[Änderung der Rechtsprechung]). 

4.2 Das Gesetz verlangt als weitere Voraussetzung der Präventivhaft wegen Wieder-
holungsgefahr, dass die beschuldigte Person bereits gleichartige Vortaten verübt 
hat. Auch bei den Vortaten muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen 
gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter gehandelt haben. Die früher begange-
nen Straftaten können sich aus rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren er-
geben. Sie können jedoch auch Gegenstand eines noch hängigen Strafverfahrens 
bilden, in dem sich die Frage der Untersuchungshaft stellt, sofern mit an Sicherheit 
grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die beschuldigte Person solche 
Straftaten begangen hat. Der Nachweis, dass die beschuldigte Person eine Straftat 
verübt hat, gilt bei einem glaubhaften Geständnis oder einer erdrückenden Beweis-
lage als erbracht (BGE 143 IV 9 E. 2.3; 137 IV 84 E. 3.2 mit Hinweisen). Gleichar-
tigkeit bedeutet nicht zwingend den gleichen Tatbestand betreffend. Gleichartigkeit 
muss zwischen den früher verübten und den befürchteten neuen Delikten bestehen 
(GOLDSCHMID/MAURER/SOLLBERGER, Kommentierte Textausgabe zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung, 2008, S. 207).

4.3 Bei der Beurteilung der Rückfallgefahr stellen sich ähnliche Fragen wie im Zusam-
menhang mit der Gewährung oder Verweigerung des bedingten Strafvollzugs. 
Massgebliche Kriterien sind die Häufigkeit und Intensität der untersuchten Delikte, 
die einschlägigen Vorstrafen und diesbezüglichen Aggravationstendenzen, ferner 
die finanzielle Situation, die familiäre Verankerung, die Möglichkeit einer Berufs-
tätigkeit und nicht zuletzt der physische und psychische Gesundheitszustand 
(BGE 143 IV 9 E. 2.8; 137 IV 84 E. 3.2).

4.4 Das Zwangsmassnahmengericht verweist betreffend den Haftgrund der Wiederho-
lungsgefahr auf den Haftverlängerungsantrag der Staatsanwaltschaft. Ergänzend 
führt es aus, vorliegend lägen genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Wieder-
holungsgefahr vor. Der Beschwerdeführer weise zahlreiche einschlägige Vorstrafen 
vor. Zudem sprächen die persönlichen Merkmale des Beschwerdeführers, welcher 
regelmässig Heroin und Kokain zu konsumieren und damit zu handeln scheine, 
und seine diesbezügliche Rückfälligkeit kurze Zeit nach dem Strafbefehl vom 
15. Januar 2018 für eine Wiederholungsgefahr. Die ungünstige Prognose gehe 
daraus hervor, dass der Beschwerdeführer unbesehen seiner Vorstrafen einmal 
mehr nicht davor zurückgeschreckt habe, erneut straffällig zu werden. Vor allem die 
kurzfristige Rückfallprognose sei als ungünstig zu qualifizieren. 

4.5 Der Beschwerdeführer bestreitet die Wiederholungsgefahr. Er bringt vor, er habe 
die Suchtbehandlung wieder aufgenommen. Seine Delinquenz stehe in engem Zu-
sammenhang mit seiner Sucht. Sollte ihm der Schritt in ein drogenfreies Leben de-
finitiv gelingen, könne ihm eine positive Prognose gestellt werden. Er habe durch 

5

die Einreichung der E-Mails von Dr. D.________ vom 12. Juni 2018 sowie der Be-
währungshilfe vom 14. Juni 2018 dargelegt, dass im Falle der Haftentlassung 
schnell ein unterstützendes Netz errichtet werden könnte, um ihn in seinem Willen, 
die Drogensucht endlich ganz hinter sich zu lassen, zu unterstützen. Durch seinen 
Willen zur Veränderung der Lebensumstände müsse die ungünstige Prognose ver-
neint werden.

4.6 Gegen den Beschwerdeführer wird im laufenden Strafverfahren wegen Besitzes 
und Handels von Kokain und Heroin im qualifizierten Bereich, festgesellt am 
22. März 2018, ermittelt (Art. 19 Abs. 2 BetmG). Durch den Verkauf der Betäu-
bungsmittel gefährdete der Beschwerdeführer die Sicherheit vieler anderer Men-
schen. Die inkriminierte Straftat stellt eine schwere Tat im Sinne von Art. 221 
Abs. 1 Bst. c StPO dar. Es liegt eine erhebliche Gefährdung der Sicherheitslage 
anderer Personen vor (vgl. E. 4.1 hiervor). Der Beschwerdeführer weist zudem ein-
schlägige Vorstrafen auf. Gemäss Strafregisterauszug vom 22. März 2018 wurde 
er bereits mehrfach wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz zu bedingten und unbedingten Freiheitsstrafen sowie im Jahr 2009 zu ei-
ner ambulanten Behandlung gemäss Art. 63 des Schweizerischen Strafgesetzbu-
ches (StGB; SR 311.0) verurteilt. Das Vortatenerfordernis ist demnach erfüllt. 

Hinsichtlich der Prognosebeurteilung kann vorab auf die zutreffenden Ausführun-
gen des Zwangsmassnahmengerichts (E. 4.2 des Entscheids) sowie der General-
staatsanwaltschaft (E. 3.2 der Stellungnahme) verwiesen werden. Sowohl die mit 
Urteil des Kreisgerichts VIII Bern-Laupen am 11. Januar 2006 bedingt ausgespro-
chen Zuchthausstrafe von 18 Monaten als auch die mit Urteil des Gerichtskreises 
VIII Bern-Laupen am 5. März 2009 ausgesprochene Freiheitsstrafe von 26 Mona-
ten, welche zunächst zugunsten einer ambulanten Behandlung aufgeschoben und 
für welche am 10. April 2013 nachträglich bei der Reststrafe der bedingte Vollzug 
gewährt wurde, mussten zufolge weiterer einschlägiger Straffälligkeit des Be-
schwerdeführers widerrufen werden. Zuletzt wurde der Beschwerdeführer am 
20. September 2016 vorzeitig aus dem Strafvollzug entlassen. Mit Strafbefehl der 
Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 15. Januar 2018 wurde er er-
neut wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am 22. Okto-
ber 2017, verurteilt. Unbesehen dieser zahlreichen Vorstrafen und insbesondere 
einer ambulanten Behandlung gemäss Art. 63 StGB (Aufhebung der ambulanten 
Massnahme am 15. Oktober 2012; vgl. den Strafregisterauszug) schreckte der Be-
schwerdeführer nicht davor zurück, weiterhin Betäubungsmittel zu konsumieren 
und einschlägig zu delinquieren. Er vermochte die Gründe, weshalb er erneut ein-
schlägig straffällig wurde, nicht darzutun. Eine Einsicht des Beschwerdeführers in 
das Unrecht seiner Taten ist nicht erkennbar (vgl. insbesondere sein Aussagever-
halten anlässlich der aktuellen staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 14. Juni 
2018). Es scheint, dass sich der Beschwerdeführer durch die bisherigen Verurtei-
lungen und den Vollzug von Freiheitsstrafen nicht belehren liess. Die Gefahr, dass 
der Beschwerdeführer weitere schwere Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz 
begehen könnte, insbesondere mit Heroin und Kokain im qualifizierten Bereich zu 
handeln, ist daher als hoch einzuschätzen. Auch die persönlichen Umstände prä-
sentieren sich im Hinblick auf die Wiederholungsgefahr gegenwärtig als ungünstig. 
Der Beschwerdeführer hat offenbar bereits eine Suchtbehandlung absolviert oder 

6

mindestens begonnen (vgl. Beschwerde S. 5, wonach die wieder aufgenommene 
Suchtbehandlung positiv zu berücksichtigen sei). Ungeachtet dessen konsumierte 
er gemäss eigenen Aussagen anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 
vom 14. Juni 2018, Z. 29 ff., bis vor seiner Verhaftung Ende März 2018 weiterhin in 
grossen Mengen Heroin und Kokain (täglich ca. 5 Gramm Heroin und 2-3 Gramm 
Kokain). Der Beschwerdeführer hat offenbar nicht ernsthaft versucht, seine Le-
bensführung entscheidend zu ändern. Die Bereitschaft des Beschwerdeführers, 
sich bei Entlassung aus der Untersuchungshaft einer ambulanten Suchtbehandlung 
zu unterziehen mit Begleitung durch die Psychiatrie-Spitex, muss angesichts des-
sen kritisch beurteilt werden (vgl. dazu auch die Ausführungen zu den Ersatzmass-
nahmen in E. 5.2 hiernach). Eine Suchtbehandlung dürfte im Übrigen kaum je ge-
eignet sein, eine erhebliche Wiederholungsgefahr kurzfristig wirksam zu senken, 
muss sich die Behandlung doch zunächst erfolgreich etablieren. Zumeist kann erst 
eine längere Behandlung die Prognose entscheidend verbessern. Der Beschwer-
deführer ist arbeitslos und erhält seit Ende 2017 keine Sozialhilfeleistungen mehr. 
Damit schränkt auch die wirtschaftliche Situation den Spielraum des Beschwerde-
führers, seine Drogenschäfte und damit einhergehend seinen Werdegang im inkri-
minierten Umfeld zu beenden, spürbar ein. Der Beschwerdeführer würde im Falle 
seiner Haftentlassung in ein unverändertes Umfeld zurückkehren, das offensichtlich 
nicht imstande war, ihn von den ihm vorgeworfenen Straftaten abzuhalten. Auch 
dies gilt es bei der Prognosebeurteilung als ungünstigen Faktor zu berücksichtigen. 
Die Wahrscheinlichkeit weiterer gleichartiger Delikte ist angesichts der schwierigen 
Lebenssituation des Beschwerdeführers gross. Dem Beschwerdeführer muss da-
her eine ungünstige Rückfallprognose gestellt werden. 

4.7 Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr (Art. 221 Abs. 1 Bst. c StPO) ist demnach 
– auch unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach 
der Haftgrund der Wiederholungsgefahr restriktiv zu handhaben ist (BGE 137 IV 84 
E. 3.2 mit Hinweisen) – gegeben. Es kann offen bleiben, ob auch der Haftgrund der 
Fluchtgefahr erfüllt wäre.

5.

5.1 Nach Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen 
aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen Ziel 
führen. Darüber hinaus hat eine in Haft gehaltene Person gemäss Art. 5 Ziff. 3 der 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; 
SR 0.101) Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist abgeurteilt oder 
während des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Dass eine an sich 
rechtmässige Haft nicht übermässig lange dauern darf, ergibt sich aus dem Verfas-
sungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine übermässige Haft liegt dann vor, wenn 
die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Strafe übersteigt. Bei der Prü-
fung der Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist der Schwere der untersuchten 
Straftaten Rechnung zu tragen. Die Haft darf nur so lange erstreckt werden, als ih-
re Dauer nicht in grosse Nähe der konkret zu erwartenden Strafe rückt (BGE 133 I 
168 E. 4.1). 

7

5.2 Vorliegend sind angesichts der Rückfallgefahr sowie der Uneinsichtigkeit des Be-
schwerdeführers keine geeigneten Ersatzmassnahmen ersichtlich, mit welchen der 
Wiederholungsgefahr ausreichend begegnet werden könnte. Die Beschwerde-
kammer in Strafsachen teilt die Auffassung des Zwangsmassnahmengerichts, wo-
nach eine ambulante Behandlung mit Begleitung durch die Psychatrie-Spitex auf-
grund der vielen Vorstrafen des Beschwerdeführers einen erneuten Rückfall nicht 
genügend zu verhindern vermöchte. Der Beschwerdeführer hat offenbar bereits ei-
ne Suchtbehandlung absolviert oder zumindest begonnen, welche augenscheinlich 
nicht erfolgreich war. Gemäss eigenen Aussagen hat der Beschwerdeführer kurz 
vor seiner Inhaftierung nach wie vor regelmässig in grösseren Mengen Drogen 
konsumiert (Heroin, Kokain). Eine glaubhafte Einsicht in die Suchtproblematik ist 
nicht erkennbar. Die Bereitschaft, sich einer Suchtbehandlung zu unterziehen und 
weiterhin das Substitutionsmedikament Sevre-Long einzunehmen, dürfte ange-
sichts dessen mehr dem Bedürfnis des Beschwerdeführers, möglichst rasch aus 
der Untersuchungshaft entlassen zu werden sowie der Notwendigkeit, während der 
Untersuchungshaft auf ein Substitutionsmedikament zurückgreifen zu können, ent-
springen, als einer effektiven Einsicht des Beschwerdeführers und einem ernsthaf-
ten Willen, endgültig von der Drogensucht und dem damit verbundenen Betäu-
bungsmittelhandel wegzukommen. Die Wirksamkeit der vom Beschwerdeführer 
vorgeschlagenen Ersatzmassnahme (ambulante Therapie) muss in der vorliegen-
den Konstellation stark bezweifelt werden. Wie bereits vorstehend (E. 4.6 hiervor) 
dargetan wurde, muss sich die Suchtbehandlung zunächst für eine gewisse Zeit 
etablieren, bis mit einem längerfristigen Behandlungserfolg gerechnet werden 
kann. Mindestens zwischenzeitlich ist die ambulante Behandlung daher keine wirk-
same Ersatzmassnahme. Auch mit regelmässigen Drogentests kann die Wiederho-
lungsgefahr angesichts der ausgeprägten Suchtmittelabhängigkeit des Beschwer-
deführers und der Erfolglosigkeit der bisherigen Therapieversuche nicht hinrei-
chend gebannt werden. Dasselbe gilt für die vom Beschwerdeführer vorgeschlage-
nen Überwachungsmassnahmen nach Art. 237 Abs. 3 StPO, vermögen diese doch 
nicht zu verhindern, dass der Beschwerdeführer weiterhin mit Betäubungsmitteln in 
Kontakt kommt.

5.3 Die Staatsanwaltschaft hat anlässlich der Einvernahme vom 14. Juni 2018 ge-
genüber dem Beschwerdeführer ausgeführt «ich werde Sie ohnehin anklagen, ob 
Sie nun Aussagen machen oder nicht. Das andere ist die Haft, die Ihnen droht. Bei 
Aussagen nehme ich in Kauf, dass Sie untertauchen und würde Sie aus der Haft 
entlassen. Sind keine Aussagen da, besteht der Haftgrund der Fluchtgefahr, was 
bedeutet, dass ich einen Antrag auf Haftverlängerung stellen würde» (Z. 194 ff.). 
Diese Ausführungen der Staatsanwaltschaft sind unzulässig. Zwar steht es der 
Staatsanwaltschaft frei, der einvernommenen beschuldigten Person die Rechtslage 
zu erläutern, allerdings geht es nicht an, diese mit der Androhung der Verlängerung 
der Untersuchungshaft zu Aussagen zu bewegen. Die Ausführungen der Staats-
anwaltschaft ändern indes letztlich nichts daran, dass vorliegend der Haftgrund der 
Wiederholungsgefahr gegeben ist und eine sofortige Haftentlassung, eventualiter 
unter Anordnung von Ersatzmassnahmen, aufgrund der damit einhergehenden er-
heblichen Gefährdung der Sicherheit anderer durch die drohenden Delikte, nicht in 
Frage kommt. 

8

5.4 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 22. März 2018 in Haft. Die vom 
Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft 
bis am 21. August 2018 führt zu einer Haftdauer von fünf Monaten. In Anbetracht 
des im Raum stehenden Vorwurfs der qualifizierten Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 BetmG) mit einem Strafrahmen von einer 
Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr sowie der Vorstrafen des Beschwerde-
führers erscheint die Dauer als verhältnismässig. Gemäss Ausführungen der 
Staatsanwaltschaft steht das Verfahren kurz vor dem Abschluss. Noch anstehend 
sind die Anklageerhebung mit Fristansetzung und die Bearbeitung eventueller Be-
weisanträge. Die Dauer der Verlängerung um zwei Monate ist angesichts der noch 
anstehenden Arbeiten angemessen. 

5.5 Nach dem Gesagten ist die Verlängerung der Untersuchungshaft um zwei Monaten 
bis am 21. August 2018 rechtens. Die hiergegen erhobene Beschwerde ist abzu-
weisen. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1‘500.00, dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. 
Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschwerdeführers für seine 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren ist am Ende des Verfahrens das urteilen-
de Gericht festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO).

9

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘500.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch das urteilende Gericht festgesetzt.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwältin B.________
- dem Kantonalen Zwangsmassnahmengericht, Gerichtspräsident E.________

(mit den Akten) 
- der Generalstaatsanwaltschaft 

Mitzuteilen:
- Staatsanwältin F.________, Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland

(mit den Akten)

Bern, 16. Juli 2018 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.