# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 815051de-7419-5861-acd9-16ed480091e3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.04.2024 A-2323/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2323-2023_2024-04-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2323/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard, 

Richter Pierre-Emmanuel Ruedin, 

Gerichtsschreiberin Anna Strässle. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Hauptabteilung Ressourcen, 

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen (RTVG). 

 

 

 

A-2323/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG, mit Sitz in (…) (nachfolgend: Abgabepflichtige), ist seit 

dem 11. April 1990 bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) im 

Mehrwertsteuerregister eingetragen. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 

31. Dezember 2021 deklarierte sie einen Umsatz in der Höhe von 

Fr. 558'867.18. 

B.  

B.a Am 25. Juni 2022 stellte ihr die ESTV als Erhebungsstelle der Unter-

nehmensabgabe für Radio und Fernsehen gestützt auf Art. 70a des Bun-

desgesetzes vom 24. März 2006 über Radio und Fernsehen (RTVG, 

SR 784.40) den Betrag von Fr. 160.-- (Tarifstufe 1), zahlbar bis am 24. Au-

gust 2022, für das Jahr 2022 in Rechnung. 

B.b Mit Schreiben vom 4. Oktober 2022 liess die ESTV der Abgabepflich-

tigen eine erste Zahlungserinnerung für den offenen Betrag von Fr. 160.-- 

zukommen. 

B.c Mit Schreiben vom 15. November 2022 liess die ESTV der Abgabe-

pflichtigen eine zweite Zahlungserinnerung für denselben Betrag zukom-

men. 

B.d In Folge setzte die ESTV den Betrag von Fr. 160.-- in Betreibung (Zah-

lungsbefehl Nr. […] des Betreibungs- und Konkursamt [Ort] vom 27. Ja-

nuar 2023 [zugestellt am 28. Februar 2023]). Die Abgabepflichtige erhob 

dagegen am 28. Februar 2023 Rechtsvorschlag. 

C.  

Mit Verfügung vom 4. April 2023 setzte die ESTV die geschuldete Unter-

nehmensabgabe für Radio und Fernsehen für das Jahr 2022 wiederum auf 

Fr. 160.-- fest (Ziff. 1) und forderte die Abgabepflichtigen auf, Fr. 160.-- 

zzgl. Verzugszins von 5 % seit 25. August 2022 zu bezahlen (Ziff. 2). 

Gleichzeitig hob die ESTV den Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbe-

fehl Nr. (…) im Umfang des geschuldeten Betrages auf (Ziff. 3). 

D.  

Gegen diese Verfügung der ESTV erhob die Abgabepflichtige (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 24. April 2023 Beschwerde 

an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt sinngemäss die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung vom 4. April 2023. Zur Begründung 

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Seite 3 

führt sie zusammengefasst aus, der Bund bzw. das Eidgenössische Fi-

nanzdepartement (EFD) seien nicht zur Erhebung der Unternehmensab-

gabe für Radio und Fernsehen legitimiert. 

E.  

Mit Schreiben vom 20. Juni 2023 teilt die ESTV (nachfolgend auch: Vor- 

instanz) mit, dass sie auf eine Vernehmlassung verzichte, da die Be-

schwerdeführerin keine neuen materiellen Einwände oder Tatsachen vor-

bringe und verweist vollumfänglich auf die Ausführungen in ihrer Verfü-

gung. Diesfalls beantragt sie sinngemäss die vollumfängliche Abweisung 

der Beschwerde zulasten der Beschwerdeführerin. 

Auf die detaillierten Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die einge-

reichten Akten wird, soweit entscheidwesentlich, im Rahmen der folgenden 

Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern in sachlicher Hin-

sicht keine Ausnahme nach Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 

2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist 

(Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt hier nicht vor. Die ESTV ist eine 

Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; vgl. 

auch Art. 70b Abs. 6 RTVG). 

1.3 Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin 

zur Beschwerdeerhebung berechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Üb-

rigen frist- und formgerecht (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG) einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Ver-

letzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder 

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Seite 4 

unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 

1.5  

1.5.1 Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln sind in verfahrens-

rechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zeit-

punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (vgl. BGE 137 II 409 

E. 7.4.5; 130 V 1 E. 3.2); dies unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Über-

gangsbestimmungen. In materieller Hinsicht sind dagegen grundsätzlich 

diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechts-

folgen führenden Sachverhalts Geltung hatten (vgl. BGE 134 V 315 E. 1.2; 

zum Ganzen statt vieler: Urteile des BVGer A-2570/2022 vom 17. Novem-

ber 2023 E. 1.4.1 [Urteil nicht rechtskräftig]; A-1138/2021 vom 27. Januar 

2023 E. 1.5.1, je mit weiteren Hinweisen). 

1.5.2 Der vorliegend umstrittene Sachverhalt betrifft die Erhebung der Un-

ternehmensabgabe für Radio- und Fernsehen für das Jahr 2022 (Sachver-

halt Bst. B.a). Damit kommen das RTVG sowie die dazugehörende Radio- 

und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) in ihrer 

jeweiligen im Jahr 2022 geltenden Fassung zur Anwendung. Insbesondere 

sind die Änderungen der RTVV, die am 1. Januar 2021 in Kraft getreten 

sind (AS 2020 1461) für die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts 

einschlägig. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 93 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) tragen Radio und Fernsehen 

zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung sowie 

zur Unterhaltung bei. Sie berücksichtigen die Besonderheiten des Landes 

und die Bedürfnisse der Kantone. Sie stellen die Ereignisse sachgerecht 

dar und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck 

(Abs. 2). Die Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen sowie die Autono-

mie in der Programmgestaltung sind gewährleistet (Abs. 3). 

2.2 Entsprechend wird in Art. 93 Abs. 1 BV die Gesetzgebung über Radio 

und Fernsehen sowie über andere Formen der öffentlichen fernmeldetech-

nischen Verbreitung von Darbietungen und Informationen zur Sache des 

Bundes erklärt. Art. 93 BV räumt dem Bund nicht nur eine umfassende Ge-

setzgebungskompetenz ein, sondern verpflichtet ihn gleichsam dazu, für 

die Erfüllung des verfassungsmässigen Leistungsauftrags zu sorgen und 

dessen Finanzierung zu gewährleisten (vgl. Botschaft vom 29. Mai 2013 

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Seite 5 

zur Änderung des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio und 

Fernsehen [nachfolgend: Botschaft vom 29. Mai 2013], BBl 2013 

4975, 5040 f. mit weiterem Hinweis; ULRICH HÄFELIN ET AL., Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 2874; zum Ganzen: Urteile des BVGer 

A-2570/2022 vom 17. November 2023 E. 2.1 [Urteil nicht rechtskräftig]; 

A-3116/2022 vom 15. Dezember 2022 E. 2.1 [auf die dagegen erhobene 

Beschwerde trat das BGer mit Urteil 9C_138/2023 vom 27. Februar 2023 

nicht ein]; A-4940/2020 vom 22. Juni 2022 E. 2.1 [auf die dagegen erho-

bene Beschwerde trat das BGer mit Urteil 2C_603/2022 vom 6. August 

2022 nicht ein], je mit weiteren Hinweisen). 

2.3 Gemäss Art. 68 Abs. 1 RTVG erhebt der Bund eine Abgabe zur Finan-

zierung der Erfüllung des verfassungsrechtlichen Leistungsauftrags von 

Radio und Fernsehen (vgl. E. 2.1). 

2.3.1 Die Abgabe ist geräteunabhängig geschuldet, d.h. unabhängig da-

von, ob der Haushalt bzw. das Unternehmen über ein Radio- oder Fern-

sehgerät verfügt. Mit Mobilfunk, Tablet und Computer besitzt nämlich prak-

tisch jeder Haushalt bzw. jedes Unternehmen ein empfangsfähiges Gerät 

(vgl. Urteile des BVGer A-3116/2022 vom 15. Dezember 2022 E. 2.3.1 [auf 

die dagegen erhobene Beschwerde trat das BGer mit Urteil 9C_138/2023 

vom 27. Februar 2023 nicht ein]; A-2902/2019 vom 16. Dezember 2020 

E. 2.2.1; A-2025/2019 vom 24. April 2020 E. 2.2.1; vgl. ausführlich: Bot-

schaft vom 29. Mai 2013, BBl 2013 4975, 4981 f.). Die Abgabe wird pro 

Haushalt und pro Unternehmen erhoben (Art. 68 Abs. 2 RTVG). Gemäss 

Art. 68a Abs. 1 RTVG ist die Bestimmung der genauen Höhe der Abgabe 

für Haushalte und für Unternehmen dem Bundesrat übertragen, wobei in 

dieser Gesetzesbestimmung festgehalten wird, welcher Bedarf für die 

Höhe der Abgabe massgebend ist (vgl. Art. 68a Abs. 1 Bst. a - g RTVG; 

zum Ganzen: Urteile des BVGer A-4741/2021 vom 8. November 2023 

E. 4.2 [Urteil nicht rechtskräftig]; A-3116/2022 vom 15. Dezember 2022 

E. 2.3.1 [auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das BGer mit Urteil 

9C_138/2023 vom 27. Februar 2023 nicht ein]; A-4940/2020 vom 22. Juni 

2022 E. 2.2.1 [auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das BGer mit 

Urteil 2C_603/2022 vom 6. August 2022 nicht ein]). Der Gesetzgeber hat 

bewusst davon abgesehen, die Höhe der Abgabe auf Gesetzesebene zu 

präzisieren, um zu verhindern, dass das Parlament indirekt Einfluss auf die 

Programmgestaltung nehmen kann, gegebenenfalls durch Kürzung der 

Mittel, was die in Art. 93 Abs. 3 BV (vgl. E. 2.1) garantierte Unabhängigkeit 

von Radio und Fernsehen gefährden würde (Urteile des BVGer 

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A-2570/2022 vom 17. November 2023 E. 3.1 [Urteil nicht rechtskräftig]; 

A-1378/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 2.3.1 mit weiteren Hinweisen). 

2.3.2 Gemäss Art. 70 Abs. 2 RTVG gilt als Unternehmen, wer bei der ESTV 

im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen eingetragen ist und 

Sitz, Wohnsitz oder Betriebsstätte in der Schweiz hat. Nicht als Unterneh-

men gilt eine einfache Gesellschaft nach Art. 530 des Bundesgesetzes 

vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivil-

gesetzbuches (OR, SR 220). Nach Art. 70 Abs. 1 RTVG ist ein solches Un-

ternehmen abgabepflichtig, wenn es den vom Bundesrat festgelegten Min-

destumsatz in der im vorangegangenen Kalenderjahr abgeschlossenen 

Steuerperiode nach Art. 34 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über 

die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) erreicht hat. Als Umsatz im 

Sinne von Art. 70 Abs. 1 RTVG gilt der von einem Unternehmen erzielte, 

gemäss MWSTG zu deklarierende Gesamtumsatz ohne Mehrwertsteuer, 

unabhängig von seiner mehrwertsteuerlichen Qualifikation. Bei Anwen-

dung der Gruppenbesteuerung ist der Gesamtumsatz der Mehrwertsteuer-

gruppe massgebend (Art. 70 Abs. 3 RTVG). Gemäss Art. 70 Abs. 4 RTVG 

hat der Bundesrat den Mindestumsatz so festzulegen, dass kleine Unter-

nehmen von der Abgabe befreit sind. Die Höhe der Abgabe richtet sich 

nach dem Umsatz, wobei der Bundesrat mehrere Umsatzstufen mit je ei-

nem Tarif pro Stufe festlegt (Tarifkategorien; Art. 70 Abs. 5 RTVG). 

2.3.3 Laut Art. 70a Abs. 1 RTVG erhebt die ESTV die Abgabe. Sie be-

stimmt jährlich im Rahmen der Erhebung der Mehrwertsteuer für jedes ab-

gabepflichtige Unternehmen dessen Einstufung in eine Tarifkategorie und 

stellt die Abgabe in Rechnung (Art. 70a Abs. 2 RTVG). Liegen für ein Un-

ternehmen keine oder offensichtlich ungenügende Abrechnungen vor, so 

bestimmt die ESTV die Einstufung in eine Tarifkategorie nach Ermessen 

(Art. 70a Abs. 3 RTVG). Die Abgabe wird jeweils 60 Tage nach Rechnungs-

stellung fällig und verjährt innert fünf Jahren nach Fälligkeit. Bei verspäteter 

Zahlung ist ohne Mahnung ein Verzugszins von 5 % pro Jahr geschuldet 

(Art. 70b Abs. 1 RTVG). Erhebt die abgabepflichtige Person Rechtsvor-

schlag, so erlässt die ESTV eine Verfügung über die Höhe der geschulde-

ten Abgabe und beseitigt gleichzeitig den Rechtsvorschlag nach Art. 79 

des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Kon-

kurs (SchKG, SR 281.1; Art. 70b Abs. 2 RTVG). 

2.4 Der Bundesrat hat am 16. April 2020 beschlossen, die Tarifstruktur ge-

mäss Art. 67b Abs. 2 RTVV zu verfeinern, um den Empfehlungen des Bun-

desverwaltungsgerichts gemäss Urteil A-1378/2019 vom 5. Dezember 

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Seite 7 

2019 nachzukommen, wonach die (zu) grobe Schematisierung des Tarifs 

gegen das Rechtsgleichheitsgebot verstosse. Hierzu wurde der Tarif (neu) 

in 18 Tarifstufen unterteilt und weniger degressiv ausgestaltet sowie die 

kleineren Unternehmen entlastet; Unternehmen mit einem Umsatz von we-

niger als Fr. 500'000.-- wurden von der Abgabepflicht ausgenommen 

(Art. 70 Abs. 4 und 5 RTVG i.V.m. Art. 67b Abs. 1 RTVV; vgl. zum Ganzen 

ausführlich: Urteile des BVGer A-4741/2021 vom 8. November 2023 E. 4.5 

[Urteil nicht rechtskräftig]; A-4940/2020 vom 22. Juni 2022 E. 2.4 [auf die 

dagegen erhobene Beschwerde trat das BGer mit Urteil 2C_603/2022 vom 

6. August 2022 nicht ein]; vgl. Erläuternder Bericht des BAKOM zur Teilre-

vision der Radio- und Fernsehverordnung [RTVV], 16. April 2020, Ziff. 2.4).  

Gemäss Art. 67b Abs. 2 RTVV (in der seit 1. Januar 2021 in Kraft stehen-

den Fassung) beträgt die jährliche Abgabe eines Unternehmens pro Jahr: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.5 Jedes in der Schweiz aktive Unternehmen erhält eine einheitliche Un-

ternehmens-Identifikationsnummer (UID). Als eindeutiger und unveränder-

licher Identifikator vereinfacht diese Nummer den Austausch zwischen Un-

ternehmen und Behörden (vgl. Art. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 

2010 über die Unternehmens-Identifikationsnummer [UIDG, SR 431.03]). 

Das Bundesamt für Statistik (BFS) weist jeder UID-Einheit unentgeltlich 

eine einzige UID zu (Art. 4 Abs. 1 UIDG), wobei jede UID nur einmal 

 Umsatz in Franken Abgabe in Franken 

a. Stufe 1           500 000 bis        749 999      160 

b. Stufe 2           750 000 bis     1 199 999      235 

c. Stufe 3        1 200 000 bis     1 699 999      325 

d. Stufe 4        1 700 000 bis     2 499 999      460 

e. Stufe 5        2 500 000 bis     3 599 999      645 

f. Stufe 6        3 600 000 bis     5 099 999      905 

g. Stufe 7        5 100 000 bis     7 299 999   1 270 

h. Stufe 8        7 300 000 bis   10 399 999   1 785 

i. Stufe 9      10 400 000 bis   14 999 999   2 505 

j. Stufe 10      15 000 000 bis   22 999 999   3 315 

k. Stufe 11      23 000 000 bis   32 999 999   4 935 

l. Stufe 12      33 000 000 bis   49 999 999   6 925 

m. Stufe 13      50 000 000 bis   89 999 999   9 725 

n. Stufe 14      90 000 000 bis 179 999 999 13 665 

o. Stufe 15    180 000 000 bis 399 999 999 19 170 

p. Stufe 16    400 000 000 bis 699 999 999 26 915 

q. Stufe 17    700 000 000 bis 999 999 999 37 790 

r. Stufe 18 1 000 000 000 und mehr 49 925 
   

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Seite 8 

zugewiesen wird (Art. 4 Abs. 2 UIDG). Als UID-Einheit gelten gemäss Art. 3 

Abs. 1 Bst. c UIDG alle in der Schweiz aktiven Unternehmen und Instituti-

onen, wobei der Unternehmensbegriff bewusst weit gefasst wird. Hierzu 

gehören unter anderem auch Verwaltungseinheiten des Bundes, die auf-

grund ihrer administrativen Aufgaben oder aus statistischen Gründen iden-

tifiziert werden müssen (Art. 3 Abs. 1 Bst. c Ziff. 7 UIDG). Die Zuweisung 

einer UID erfolgt unabhängig von einem Eintrag ins Handelsregister (vgl. 

Art. 3 Abs. 1 Bst. c Ziff. 2 und 9 UIDG). 

3.  

Im vorliegenden Fall ist unbestritten und ergibt sich aus den Akten, dass 

die Beschwerdeführerin als Unternehmen gemäss Art. 70 Abs. 2 RTVG gilt 

und im massgebenden Referenzjahr einen Umsatz in der Höhe von 

Fr. 558'867.18 ohne Mehrwertsteuer erzielt hat (vgl. Sachverhalt Bst. A). 

Sie erfüllt somit grundsätzlich die Tatbestandsvoraussetzungen für die 

Leistung der Unternehmensabgabe gemäss Art. 70 Abs. 1 RTVG i.V.m. 

Art. 67b Abs. 1 RTVV (vgl. E. 2.4). Auch die von der Vorinstanz vorgenom-

mene Einordnung in die Tarifstufe 1 wird von der Beschwerdeführerin nicht 

beanstandet (vgl. Sachverhalt Bst. B.a; zum Ganzen auch: E. 2.3.2). 

3.1 Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst jedoch geltend, um 

hoheitlich handeln bzw. die Unternehmensabgabe für Radio und Fernse-

hen «eintreiben» zu können, brauche es eine «schriftliche Legitimation». 

Der Beamtenstatus und damit einhergehend die Beamtenausweise seien 

jedoch im Jahr 2000 abgeschafft worden. Eine «schriftliche Legitimation» 

liege somit nicht vor. Der Bund und seine «Tochterfirma» – das Eidgenös-

sische Finanzdepartement (EFD) – seien stillschweigend von Ämtern in 

Firmen «umgewandelt» worden; sie würden nämlich über UID-Nummern 

verfügen, was zeige, dass es sich um Firmen handle. Sie (die Beschwer-

deführerin) habe mit dem EFD jedoch keinen Vertrag abgeschlossen. Das 

EFD sei demnach «illegal unterwegs». 

Die Vorinstanz verweist im Rahmen ihrer Vernehmlassung auf die Verfü-

gung vom 4. April 2023, in welcher sie die rechtlichen Grundlagen für die 

Erhebung und Berechnung aufzählt. 

  

A-2323/2023 

Seite 9 

3.2  

3.2.1 Wie bereits in Erwägung 2.2 ausgeführt, wird in Art. 93 Abs. 1 BV die 

Gesetzgebung über Radio und Fernsehen zur Sache des Bundes erklärt, 

wobei dem Bund nicht nur eine umfassende Gesetzgebungskompetenz 

eingeräumt wird, sondern er gleichsam dazu verpflichtet wird, für die Erfül-

lung des verfassungsmässigen Leistungsauftrags zu sorgen und dessen 

Finanzierung zu gewährleisten. Der Bund erfüllt somit die ihm durch die BV 

übertragene Aufgabe, welche ihn gleichzeitig zum jeweiligen Handeln legi-

timiert. Daraus und auch aus Art. 5 Abs. 2 BV, wonach staatliches Handeln 

im öffentlichen Interesse liegen muss, erhellt, dass der Bund bzw. staatli-

che Organe ausschliesslich der Allgemeinheit dienen und deren Interesse 

wahrnehmen und gerade keine privaten Zwecke verfolgen. Zur Finanzie-

rung der Erfüllung dieses verfassungsrechtlichen Leistungsauftrags erhebt 

der Bund gemäss Art. 68 Abs. 1 RTVG – wie gezeigt (E. 2.3) – eine Unter-

nehmensabgabe. Entgegen den Behauptungen der Beschwerdeführerin – 

wonach keine «schriftliche Legitimation» vorliege (E. 3.1) – ist die ESTV 

aufgrund des Gesetzes (gemäss Art. 70a Abs. 1 RTVG) zur Erhebung der 

Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen legitimiert (E. 2.3.3). 

Wie ebenfalls ausführlich erwähnt, erhält jedes in der Schweiz aktive Un-

ternehmen eine UID, welche den Austausch zwischen Unternehmen und 

Behörden vereinfachen soll. Der Unternehmensbegriff ist bewusst weit ge-

fasst, wobei auch Verwaltungseinheiten des Bundes und somit die ESTV 

dazu zählen. Ein UID-Eintrag bedeutet – entgegen der Beschwerdeführerin 

– somit gerade nicht, dass das Unternehmen eine «Firma» ist (ausführlich 

zum Ganzen: E. 2.5). Der ESTV, welche die Unternehmensabgabe ge-

mäss Art. 70a Abs. 1 RTVG erhebt, ist im UID-Register die Nummer 

CHE-211.403.691 zugewiesen. Hierbei wird unter «weitere Identifikations-

merkmale» gerade die Rechtsform «0220 – Verwaltung des Bundes» an-

gegeben (< https://www.uid.admin.ch > ESTV, abgerufen am 20. März 

2024). Die Beschwerdeführerin vermag folglich aus ihren diesbezüglichen 

Ausführungen nichts für sich abzuleiten. 

3.2.2 Vor dem Hintergrund der jüngsten Rechtsprechung des Bundesver-

waltungsgerichts A-4741/2021 vom 8. November 2023 (das Urteil wurde 

beim Bundesgericht angefochten), wonach sich auch die neue Tarifgestal-

tung als verfassungswidrig erweist (zu beurteilen war die Abgabenhöhe 

von Unternehmen der Tarifkategorie 2, 7, 9 und 14), ist für den vorliegen-

den Fall Folgendes anzumerken: Die Beschwerdeführerin führt ein kleines 

Unternehmen. Ihre relative Steuerbelastung beträgt 0.0286 Prozent 

(Fr. 160.-- * 100 / Fr. 558'867.18) und damit rund das 7.5-fache eines 

A-2323/2023 

Seite 10 

Unternehmens mit einem Gesamtumsatz von Fr. 999'999'999.--, welches 

eine relative Steuerbelastung von 0.0038 Prozent aufweist (Fr. 37'790.-- * 

100 / Fr. 999'999'999.--; Tarifkategorie 17). Auch wenn sich die Regelung 

in Art. 67b Abs. 2 RTVV mit Blick auf das Rechtsgleichheitsgebot bzw. die 

daraus abgeleiteten Grundsätze der Gleichmässigkeit der Besteuerung so-

wie der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vgl. 

hierzu ausführlich: Urteil des BVGer A-4741/2021 vom 8. November 2023 

E. 3.1.2 [Urteil nicht rechtskräftig]) als problematisch erweisen dürfte, so ist 

die Norm aus Gründen der Rechtssicherheit und Verhältnismässigkeit im 

vorliegenden Anwendungsfall anwendbar (vgl. hierzu ausführlich: Urteil 

des BVGer A-4741/2021 vom 8. November 2023 E. 5.3.3-5.3.7 [Urteil nicht 

rechtskräftig]). Der mit Verfügung vom 4. April 2023 festgesetzte Betrag für 

die Unternehmensabgabe 2022 ist demnach geschuldet (vgl. Urteile des 

BVGer A-5955/2020 vom 26. Juni 2022 E. 4.3-4.4; A-6177/2020 vom 

1. Juni 2022 E. 4.3-4.4). 

3.2.3 Mit Bezug auf die Einforderung und Berechnung der Verzugszinsen 

wird die Verfügung vom 4. April 2023 zu Recht nicht beanstandet (vgl. 

Art. 70b Abs. 1 RTVG i.V.m. Art. 67h RTVV; E. 2.3.3). 

3.3 Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

4.  

Ausgangsgemäss hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfah-

renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 300.-- fest-

zusetzen (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]), wobei der einbezahlte Kostenvorschuss in glei-

cher Höhe zur Bezahlung dieser Kosten zu verwenden ist. 

 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

A-2323/2023 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Anna Strässle 

 

  

A-2323/2023 

Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-2323/2023 

Seite 13 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)