# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80977207-01aa-5829-a1a6-4c698fa1f641
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-09
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 09.08.2018 VG.2018.00020 (VG.2018.677)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00020_2018-08-09.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 9. August 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00020

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer
     

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    
	
     

    	 

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin  

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Der am […] geborene A.______ meldete sich am 13.
  November 2012 bei der IV-Stelle Glarus unter Hinweis auf eine HIV-Infektion
  zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. In der Folge holte die
  IV-Stelle ärztliche Berichte der behandelnden Ärzte ein. Gestützt darauf
  stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 26. März 2014 in Aussicht, das
  Leistungsbegehren abzuweisen. Aufgrund der seitens von A.______ dagegen
  erhobenen Einwendungen teilte die IV-Stelle am 18. Juni 2014 mit, dass ein
  Anspruch auf Umschulungsmassnahmen bestehe. 

  
	
   

  
	
  1.2 Der Arbeitgeber von A.______ löste das Arbeitsverhältnis
  mit Schreiben vom 21. Mai 2014 per 31. Mai 2014 auf.

  
	
   

  
	
  1.3 Am 18. August 2014 sprach die IV-Stelle die
  Kostenübernahme für eine Umschulung mit Abschluss Bürofachdiplom gut. Mit
  Verfügung vom 28. Januar 2015 erweiterte die IV-Stelle die
  Kostengutsprache für die Umschulung für den erweiterten kaufmännischen
  Lehrgang, zusammen mit berufsbegleitender Büropraxis. A.______ absolvierte
  die Umschulung erfolgreich und erwarb am 11. September 2015 das
  Handelsdiplom des Verbandes Schweizerischer Handelsschulen. In der Folge
  ordnete die IV-Stelle für den Zeitraum von 1. Januar 2016 bis 30.
  Juni 2016 ein Job-Coaching durch die C.______GmbH an, welches am 16.
  August 2016 bis zum 31. August 2016 verlängert wurde.

  
	
   

  
	
  1.4 Im Rahmen einer Massnahme verpflichtete das Amt für
  Wirtschaft und Arbeit des Kantons Glarus A.______ zu einem Arbeitsversuch bei
  der D.______ mit einem Beschäftigungsgrad von 50 %, dauernd vom 22. Juni 2016
  bis zum 23. September 2016. Dieser Arbeitsversuch musste aufgrund der
  gesundheitlichen Verfassung von A.______ frühzeitig abgebrochen werden,
  woraus die C.______GmbH in ihrem Abschlussbericht vom 31. August 2016,
  ergänzt mit Schreiben vom 6. Dezember 2016, insbesondere schloss, dass
  eine Eingliederung von A.______ im ersten Arbeitsmarkt nicht realistisch sei.

  
	
   

  
	
  1.5 Nach Einholung verschiedener ärztlicher Berichte
  durch die IV-Stelle ordnete diese eine polydisziplinäre medizinische
  Untersuchung an. In der Folge wurde A.______ am 17. Juli 2017 und am 8.
  August 2017 im MEDAS […] in […] polydisziplinär begutachtet.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit Vorbescheid vom 30.
  November 2017 stellte die IV-Stelle A.______ die Ablehnung des
  Leistungsbegehrs bei einem Invaliditätsgrad von 25 % in Aussicht. Trotz
  der am 15. Januar 2018 dagegen erhobenen Einwände hielt die IV-Stelle
  mit Verfügung vom 29. Januar 2018 an ihrem Entscheid fest und wies das
  Leistungsbegehren von A.______ ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gegen die Verfügung der
  IV-Stelle vom 29. Januar 2018 erhob A.______ am 28. Februar 2018 beim
  Verwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung der
  IV-Stelle vom 29. Januar 2018 aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 21.
  Dezember 2012 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter
  sei die Verfügung der IV-Stelle vom 29. Januar 2018 aufzuheben und die
  Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle sowie unter
  Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung und Prozessführung. Die
  IV-Stelle schloss am 16. Mai 2018 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
  Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
  eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
  bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
  Viertelsrente, bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe
  Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens
  70 % auf eine ganze Rente. 

  
	
   

  
	
  2.3 Art und Mass dessen, was einer versicherten Person
  an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann, richtet sich nach ihren
  besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den allgemein
  herrschenden Anschauungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit
  ist letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es
  nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden
  Erwerbstätigkeit durch die versicherte Person ankommt (Ulrich Meyer/Marco
  Reichmuth, in Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung
  des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
  Invalidenversicherung, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 320).

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Art. 43 Abs. 1 ATSG
  statuiert die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen, wobei es grundsätzlich
  im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen
  Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein
  grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit
  von medizinischen Erhebungen zu (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013
  E. 3.2.1, mit Hinweisen). Was den für die Invaliditätsbemessung
  erforderlichen medizinischen Sachverstand angeht, kann die IV-Stelle sich
  hierfür auf den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Art. 59 Abs. 2
  und 2bis IVG), die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte
  (Art. 28 Abs. 3 ATSG) oder auf externe medizinische Sachverständige
  wie die medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) stützen
  (Art. 59 Abs. 3 IVG; vgl. dazu BGE 137 V 210
  E. 1.2.1).

  
	
   

  
	
  3.2 Nach dem für das gesamte
  Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
  Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel
  unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
  entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
  des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
  E.3a).

  
	
   

  
	
  Die Verwaltung als verfügende
  Instanz und – im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann
  als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
  Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat vielmehr
  jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.3 Es ist Aufgabe des Arztes,
  sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls auf den
  Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu
  nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige
  Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
  versicherten Person im Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch
  zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.4 Hinsichtlich
  des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die
  Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
  beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie
  dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei
  psychischen Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls
  in Auseinanderset­zung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob
  es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet,
  ob die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet
  sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie
  ob der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche
  ihm die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.5 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
  bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
  (BGE 137 V 210 E. 1.3.4). 

  
	
   

  
	
  3.6 Die Funktion interner RAD-Berichte besteht
  darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die
  medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den
  Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt
  zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei
  widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu
  beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber
  eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (BGer-Urteil 9C_589/2010 vom
  8. September 2010 E. 2, 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009
  E. 4.4).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er an
  Wirbelsäulebeschwerden leide, was aktenkundig sei, dennoch aber vom
  medizinischen Gutachter nicht abgeklärt worden sei. Daher liege eine
  Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vor, weshalb eine neue, umfassende
  Begutachtung zur Vervollständigung des Sachverhalts durch das Gericht oder
  aber durch die Beschwerdegegnerin einzuholen sei. Weiter werde im Gutachten
  nicht dargelegt, weshalb er in angepasster Tätigkeit voll leistungsfähig sein
  solle, obwohl bei ihm vermehrte Pausenbedürftigkeit und Effizienzeinbussen
  bestehen würden. Der vermehrten Pausenbedürftigkeit und der Effizienzeinbusse
  hätte mit einer Kürzung des Invalideneinkommens Rechnung getragen werden
  müssen. Zwar werde im Gutachten eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % angenommen,
  doch sei nicht klar, ob damit der vermehrten Pausenbedürftigkeit und
  Effizienzeinbusse Rechnung getragen werde oder ob damit auch der
  leidensbedingte Abzug abgegolten sei. Die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
  von 25 % im Gutachten widerspreche überdies der ärztlichen Einschätzung des Spitals
  E.______, welche davon ausgehe, in einer geeigneten Verweistätigkeit bestehe
  eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %. Diese Einschätzung beziehe sich
  überdies auf die Zukunft, woraus folge, dass in der Vergangenheit seit
  Anmeldung zum Leistungsbezug eine grössere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen
  habe. Ebenso sei das Valideneinkommen zu tief festgelegt worden, da er nicht
  nur als Zimmermann, sondern auch als Mitinhaber der Firma erwerbstätig
  gewesen sei, weshalb das Valideneinkommen zu erhöhen sei. Im Gegensatz dazu
  sei das Invalideneinkommen unter Verwendung des Vergleichslohns eines
  Büroassistenten zu hoch festgesetzt worden, denn er sei nicht in der Lage,
  eine kaufmännische Hilfstätigkeit ganztägig auszuführen, was die in der
  Vergangenheit erbrachten Büropraktika gezeigt hätten. Stattdessen sei zur
  Bestimmung des Invalideneinkommens der Tabellenlohn für einfache und
  repetitive Verweisungstätigkeiten heranzuziehen. Schliesslich sei ihm ein
  leidensbedingter Abzug von 25 % zu gewähren, da er insbesondere über eine
  lange Zeit nicht mehr arbeitstätig gewesen sei, nur noch in fremden
  Bereichen, in welchen er über keine Berufserfahrung verfüge, arbeitstätig
  sein könne und aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen im konkreten
  Arbeitsmarkt über Gebühr benachteiligt sei. Einen leidensbedingten Abzug habe
  die Beschwerdeführerin ohne Begründung nicht gewährt, weshalb eine
  Gehörsverletzung vorliege, gestützt worauf der vorinstanzliche Entscheid
  aufzuheben sei. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin bringt hingegen vor, das
  Gutachten vom 18. September 2017 sowie die ergänzenden ärztlichen
  Abklärungen liessen einen eindeutigen und zweifelsfreien Schluss bezüglich
  der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers zu. Liege ein Gutachten
  vor, welches den inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen an eine
  ärztliche Expertise genüge, seien die Abklärungen nicht weiterzuführen.
  Stattdessen habe sie sich insbesondere mit Einholung des polydisziplinären
  Gutachtens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon überzeugt,
  dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung mit IV-relevanten Auswirkungen
  vorliege. Überdies seien gemäss Gutachten auch keine beruflichen Massnahmen
  angezeigt, da diese aufgrund der subjektiven Selbsteinschätzung des
  Beschwerdeführers, nicht mehr arbeiten zu können, kaum erfolgsversprechend
  seien. Stattdessen könne gemäss Gutachten der Gesundheitszustand mit einem
  Wechsel der Medikamentenbehandlung verbessert werden, was auch der RAD
  bestätige. Überdies seien verschiedene ärztliche Berichte eingeholt worden,
  insbesondere auch nach Erstatten des Gutachtens, weshalb sie sämtlichen ihr
  obliegenden Abklärungspflichten nachgekommen sei. Das Valideneinkommen stelle
  das zuletzt vor Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen dar. Aus dem
  Handelsregisterauszug des vormaligen Arbeitgebers des Beschwerdeführers
  ergebe sich, dass dieser nicht als Inhaber tätig gewesen sei, weshalb zu
  Recht auf das vom Beschwerdeführer zuletzt als Zimmermann erzielte Einkommen
  abgestellt worden sei. Da der Beschwerdeführer gemäss Gutachten überdies in
  einer angepassten Tätigkeit zu 75 % vollschichtig arbeitsfähig sei, sei kein
  leidensbedingter Abzug geschuldet, zumal gemäss Ausführungen im Gutachten und
  in der Stellungnahme des RAD ein selbstlimitierendes Verhalten des Beschwerdeführers
  vorliege.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Beschwerdeführer befand sich vom 7. bis zum 18.
  Mai 2012 in stationärer Behandlung im Spital F.______.
  Dr. med. G.______, Oberarzt, diagnostizierte eine akute Hepatitis
  B, Aids im Stadium C3, Panzytopenie sowie eine Niereninsuffizienz. Nach einer
  notfallmässigen Behandlung habe der Beschwerdeführer am 18. Mai 2012 bereits
  zur weiteren ambulanten Behandlung entlassen werden können, da dieser sehr
  gut auf die gewählte medikamentöse Therapie angesprochen habe. Dr. med. H.______,
  Leitender Arzt Infektiologie/Spitalhygiene Spital I.______, diagnostizierte
  im Bericht vom 25. Juni 2012 eine HIV-Infektion im Stadium B3 sowie
  eine akute Hepatitis B. Anlässlich der durchgeführten Kontrolle habe sich
  gezeigt, dass sich die Leuko- und Thrombopenie sowie die Leberwerte in der
  Zwischenzeit aufgrund der gewählten Behandlung weitgehend normalisiert
  hätten. Auch die virologischen Untersuchungen zeigten ein sehr gutes
  Ansprechen auf die Behandlung mit starkem Rückgang der Virämen. Da es aber zu
  einer deutlichen Anämie gekommen sei, sei die medikamentöse Behandlung
  anzupassen. Dr. med. J.______, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
  stellte am 25. Juni 2012 ein ärztliches Zeugnis aus, welches den
  Beschwerdeführer vom 7. Mai 2012 bis auf Weiteres für die bisher
  ausgeübte Tätigkeit arbeitsunfähig schrieb. Mit ärztlichem Zeugnis vom 28. Dezember
  2012 attestierte Dr. J.______ dem Beschwerdeführer von 7. Mai 2012 bis
  5. August 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit für die bisher ausgeübte
  Tätigkeit, ab 6. August 2012 bis auf Weiteres bestehe noch eine
  50%ige Arbeitsunfähigkeit.

  
	
   

  
	
  5.2 Dr. H.______ ergänzte am 19. März 2013 seine
  Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zusätzlich mit depressiven
  Episoden. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden
  Lues II und ein Vitamin D Mangel genannt. Die HI- wie auch die BI-Virämie
  seien nach einigen Monaten unter die Nachweisgrenze gesunken, in den letzten
  Messungen seien die HI-Viren in einem tiefen Bereich aber wieder nachweisbar gewesen.
  Noch kaum erholt habe sich die zelluläre Immunität, was aber im jetzigen
  Zeitpunkt nicht aussergewöhnlich sei. Der Beschwerdeführer sei vom
  7. Mai 2012 bis 5. August 2012 zu 100 % arbeitsunfähig, ab 6.
  August 2012 bis auf Weiteres bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Die
  bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers sei medizinisch noch zumutbar, bei
  leichter körperlicher Anstrengung ganztags und bei strenger Arbeit halbtags,
  da der Beschwerdeführer bei einer körperlich anspruchsvolleren Arbeit nach rund
  fünf Stunden völlig erschöpft sei. Dr. J.______ führte am 2. September
  2013 aus, am Bericht von Dr. H.______ vom 19. März 2013 habe sich nichts
  verändert. 

  
	
   

  
	
  5.3 Im ärztlichen Bericht vom 31. August 2015 hielt
  Dr. H.______ fest, aufgrund der kombinierten medikamentösen Behandlung
  sei seit Sommer 2012 die Virusmenge im Blut vollständig unterdrückt und das
  Immunsystem habe sich recht gut erholt. Dennoch bestehe wegen der
  festgestellten Helferzahlzellen eine gewisse Einschränkung. Der
  Allgemeinzustand habe sich verbessert, eine gewisse Leistungsintoleranz sei
  aber geblieben. Die Arbeitsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf betrage
  seit 6. August 2012 bis auf Weiteres 50 %. Halbtags seien körperlich nicht
  sehr strenge und geistig nicht allzu anspruchsvolle Arbeiten durchführbar.
  Der Beschwerdeführer klage insbesondere über eine vermehrte Müdigkeit und
  Leistungsintoleranz, welche sich namentlich dann bemerkbar mache, wenn er zur
  Schule gehe und nachmittags noch Büroarbeiten zu erledigen habe. Nicht bekannt
  sei ihm, Dr. H.______, wie die Arbeit des Beschwerdeführers in der
  Schule und vor allem nachmittags anlässlich der praktischen Tätigkeit sei.
  Möglicherweise sei eine neuropsychologische Testung sinnvoll, da gestützt auf
  den körperlichen Untersuch sowie labormässig keine Ursache für die
  ausgeprägte Müdigkeit eruiert werden könne. Eine mögliche depressive
  Komponente könne aber durchaus einen Einfluss auf die verminderte
  Arbeitsfähigkeit haben.

  
	
   

  
	
  5.4 Dr. med. K.______, Fachärztin für Neurologie
  FMH, kam in ihrem ärztlichen Bericht vom 14. März 2016 zum Schluss, dass sich
  die Beinbeschwerden des Beschwerdeführers nicht objektivieren liessen. Sie
  finde trotz dem langen Verlauf kein neurologisches Korrelat für die
  beschriebene Symptomatik, zumal auch das am 13. Januar 2016
  durchgeführte MRI keinen Nachweis einer Myelitis/Myelopathie bei kompletter
  Regredienz der vorbeschriebenen Myelonbefunde liefere. Ihrer Auffassung nach
  liege am ehesten eine Dekonditionierung vor, welcher mit einem gezielten
  Muskelaufbau zu begegnen sei. 

  
	
   

  
	
  5.5 Im ärztlichen Bericht vom 11. August 2016 ergänzte
  Dr. H.______ die mit Bericht vom 31. August 2015 ohne Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit gestellte Diagnose mit einer arteriellen Hypertonie. In
  der zuletzt ausgeübten Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit seit
  6. August 2012 bis auf Weiteres 50 %. Weiterhin klage der
  Beschwerdeführer über starke Müdigkeit und Intoleranz bei ausgeprägter
  Schwäche in den Beinen, auch habe er Mühe, sich längere Zeit zu
  konzentrieren. Zur Beantwortung der Frage der Arbeitsfähigkeit sei mit den
  Begleitpersonen aus dem Arbeitsversuch Rücksprache zu nehmen. Aus
  medizinischer Sicht sei eine muskuläre Erkrankung unwahrscheinlich, Hinweise
  auf eine Polyneuropathie hätten die Abklärungen bei Dr. K.______ keine
  gegeben. Eine depressive Komponente könne aber durchaus Einfluss auf die
  verminderte Leistungsfähigkeit haben, weshalb er diesbezüglich weitere
  Abklärungen empfehle.

  
	
   

  
	
  5.6 Dr. med. L.______, Allgemeine Medizin FMH,
  diagnostizierte im ärztlichen Bericht vom 23. August 2016 eine unklare
  belastungsabhängige Schwäche der unteren Extremitäten, eine leichte
  Spinalkanalstenose cervical betont HWK 3-5 sowie eine HIV-Infektion im
  Stadium B3, jeweils mit Status nach akuter Hepatitis B, Lues II sowie einem
  Vitamin B12 und D Mangel. Der Beschwerdeführer sei in seiner zuletzt
  ausgeübten Tätigkeit von 1. Januar 2016 bis 17. August 2016 zu 50 %
  arbeitsunfähig gewesen, ab 18. August 2016 bis auf Weiteres sei er
  vollständig arbeitsunfähig. Es liege eine rasche körperliche und psychische
  Erschöpfbarkeit wie auch eine verminderte Kraft und Sensibilität in den
  Extremitäten, vor allem in den Beinen, vor. Dies wirke sich insofern auf die
  Arbeitsfähigkeit aus, als dass der Beschwerdeführer längere Pausen brauche,
  seine Konzentration und auch sein zeitliches Pensum eingeschränkt seien, er
  weder länger stehen noch gehen könne, keine Arbeiten auf unebenem Grund wie
  auch keine Leiterarbeiten ausführen könne. Die bisher ausgeübte Tätigkeit sei
  nicht mehr zumutbar, stattdessen könne der Beschwerdeführer maximal 50 %
  in angepasster Tätigkeit mit ausreichend, selbstbestimmten Pausen, ohne Heben
  oder Tragen von mittleren Lasten und ohne längeres Stehen oder Gehen tätig
  sein. Geplant sei eine neurologische Zweitmeinung, auch sei die HIV-Therapie
  zu überprüfen.

  
	
   

  
	
  5.7 Dr. med. M.______, Fachärztin FMH für
  Neurologie, diagnostizierte am 10. Oktober 2016 einen Verdacht auf
  eine durch HIV 1 assoziierte Myopatie bei einem Status nach Lues II. Sie wies
  auf die bereits vorgenommene Abklärung der Wirbelsäule sowie des
  Neurokraniums mittels MRI hin und hielt fest, dass kein eindeutiges Korrelat
  für die Beinschwäche gefunden worden sei. Daher bat sie um erneute
  Fallbeurteilung. 

  
	
   

  
	
  5.8

  
	
  5.8.1 Dr. med N.______, Allgemeine Innere Medizin FMH
  und Infektionskrankheiten, und Prof. Dr. med. O.______, leitender
  Arzt der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des Spitals
  E.______, diagnostizierten am 15. September 2016 eine Beinschwäche mit
  unklarer Ätiologie, wobei eine Assoziation mit ART und HIV unwahrscheinlich
  sei, eine HIV-Infektion im Stadium B3 sowie eine leichte Spinalkanalstenose
  zervikal-betont HWK III – IV jeweils bei einem Status nach Lues II. Ein
  Zusammenhang der motorischen Schwäche und Ermüdbarkeit des Beschwerdeführers
  aufgrund der Medikation sei unwahrscheinlich, könne aber nicht ganz
  ausgeschlossen werden, weshalb ein Medikationswechsel nach Ausschluss anderer
  Ursachen probatisch in Erwägung zu ziehen sei. In den kürzlich durchgeführten
  MRI-Untersuchungen seien multiple Protrusionen von Bandscheiben auf
  verschiedenen Höhen erkannt worden. Eine Myositis erscheine als praktisch
  ausgeschlossen. Gewisse Autoimmunerkrankungen seien vorstellbar, bedürften
  aber einer Korrelation von Klinik und Laborbefunden, weshalb der
  Beschwerdeführer für eine Standortbestimmung an die Klinik für Rheumatologie
  des Spitals E.______ verwiesen werde. 

  
	
   

  
	
  5.8.2 Gestützt auf eine ambulante Konsultation
  diagnostizierten Dr. med. P.______, Facharzt für Rheumatologie, und
  Dr. med. Q.______, Assistenzarzt der
  Klinik für Rheumatologie des Spitals E.______, im Bericht vom 18. Oktober
  2016 eine Arm- und Beinschwäche und Parästhesien und Asthenie unklarer
  Ätiologie, eine HIV-Infektion im Stadium B3, Lues II sowie weitere
  Nebendiagnosen. Insbesondere die Ursache der Extremitätenschwäche müsse
  offengelassen werden. Es liessen sich keine anamnestischen und klinischen
  Argumente für das Vorliegen einer Myopatie finden, zumal auch der Verlauf und
  die normwertigen Muskelenzyme dagegen sprächen. Aufgrund des grossen
  Leidensdrucks werde eine neurologische Beurteilung im Spital E.______
  befürwortet.

  
	
   

  
	
  5.8.3 Im ärztlichen Bericht vom 11. Januar 2017
  diagnostizierten Dr. med. R.______, Oberarzt i.V. der Klinik für
  Neurologie des Spitals E.______, und Dr. med. S.______,
  Assistenzärztin, einen Verdacht auf eine Myopathie, einen Verdacht auf distal
  symmetrisch sensibel betonte Neuropathie, einen Verdacht auf das
  Restless-Legs Syndrom, eine HIV-Infektion im Stadium B3, Lues II,
  Arterielle Hypertonie, Hyperurikämie und einen möglichen Folsäuremangel. Es
  werde eine Behandlung mit Lyrica empfohlen und im Hinblick auf die Myopathie
  seien ein Ganzkörper-MRI, eine Elektroneuromyographie sowie eine
  Muskelbiopsie nötig. Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeigten gemäss
  Einschätzung von Dr. S.______ vom 6. Februar 2017 der Verdacht auf
  Myopathie, der Verdacht auf distal symmetrisch sensibel betonte Neuropathie
  sowie der Verdacht auf das Restless-Legs Syndrom. In seiner zuletzt
  ausgeübten Tätigkeit als Zimmermann sei der Beschwerdeführer bis auf Weiteres
  zu 100 % arbeitsunfähig, eine 50%ige Arbeitstätigkeit beispielsweise im
  Büro sei zukünftig gegebenenfalls möglich. 

  
	
   

  
	
  5.8.4 Auf Nachfrage der IV-Stelle hin wiesen Dr.
  med. T.______, Assistenzarzt, und Dr. R.______ am 3. April 2017
  darauf hin, dass die angegebenen Beschwerden schwierig zu objektivieren
  seien, wobei die bislang erhobenen Befunde eine Myopathie nicht ausschliessen
  würden. Die angegebene Ermüdbarkeit der Muskulatur habe aber Auswirkungen auf
  die Dauerleistungsfähigkeit des Beschwerdeführers, wobei von quantitativen
  und nicht von qualitativen Einschränkungen auszugehen sei. 

  
	
   

  
	
  5.8.5 Gemäss ärztlichem Bericht von Dr. R.______ vom
  13. Juni 2017 könnten die Muskelbeschwerden gestützt auf die durchgeführten
  Untersuchungen (insbesondere Muskelbiopsie und Elektroneuromyographie)
  ursächlich nicht gut erklärt werden. Eine HIV-Myopathie oder eine
  medikamentös bedingte Myopathie seien aufgrund der Anamnese und des Verlaufs
  unwahrscheinlich. 

  
	
   

  
	
  5.9 Am 17. Juli 2017 und am 8. August 2017 wurde der Beschwerdeführer
  durch die MEDAS polydisziplinär begutachtet. 

  
	
   

  
	
  5.9.1 Dr. med. U.______, Facharzt Allgemeine Innere
  Medizin FMH, hielt gestützt auf die durchgeführte Untersuchung fest, im
  allgemeininternistischen Status falle ein Übergewicht mit einem BMI von 26
  kg/m2 (ICD-10: E66.9) auf, überdies sei eine arterielle Hypertonie (ICD-10:
  I10) zu diagnostizieren. Der übrige allgemeininternistische Status wie auch
  die Laboruntersuchungen seien weitgehend unauffällig, weshalb der
  Beschwerdeführer aus allgemeininternistischer Sicht voll arbeits- und
  leistungsfähig sei. Es seien keine Hinweise dafür vorhanden, dass die
  Arbeitsfähigkeit aus allgemeininternistischer Sicht längerfristig relevant
  eingeschränkt gewesen sei. Im Rahmen einer Massnahme werde zu einer Gewichtsreduktion
  geraten.

  
	
   

  
	
  5.9.2 Dr. med. V.______, FMH Psychiatrie und
  Psychotherapie, führte in der psychiatrischen Beurteilung aus, der
  Beschwerdeführer leide an einer Dysthymia (ICD-10: F34.1), wobei aus
  psychiatrischer Sicht auf die somatische Arbeitsfähigkeit abzustützen sei.
  Der Beschwerdeführer sei in einer seinen Fähigkeiten entsprechenden und aus
  somatischer Sicht angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, ohne
  Leistungseinschränkung. Auch im Verlauf habe keine psychiatrische Arbeitsunfähigkeit
  bestanden. Die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, nicht mehr arbeiten
  zu können, könne mit den psychiatrischen Befunden nicht bestätigt werden.
  Eine psychiatrisch psychotherapeutische Behandlung sei nicht zwingend nötig,
  da eine solche kaum dazu führen werde, dass der Beschwerdeführer in
  absehbarer Zeit wieder einer Arbeitstätigkeit nachgehen werde. Ebenso seien
  berufliche Massnahmen nicht zu empfehlen. Aufgrund des chronischen Verlaufs
  und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung sei die
  Prognose ungünstig.

  
	
   

  
	
  5.9.3 Gemäss neurologischem Teilgutachten von Dr.
  med. W.______, Facharzt für Neurologie, liegt eine leichte
  Polyneuropathie mit unklarer Ätiologie (ICD-10: G62.9) vor, welche
  Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeige. Keine Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit habe das zu diagnostizierende subjektive Schwäche- und
  Müdigkeitsgefühl mit Verdacht auf Symptomausweitung (ICD-10: R53, F54).
  Mittlere und schwere Arbeiten könne der Beschwerdeführer aufgrund der
  HIV-Infektion wohl nicht mehr erledigen, ebenso falle die ursprüngliche
  Arbeit als Zimmermann ausser Betracht. Körperlich leichte Arbeiten in
  sitzender Stellung und Büroarbeiten, auf welche eine Umschulung erfolgt sei,
  seien aus neurologischer Sicht ganztags möglich. Auch retrospektiv bestünden
  zwar qualitative Einschränkungen, nicht aber quantitative. Diese Einschätzung
  stimme überdies mit den Berichten der Klinik für Neurologie des Spitals
  E.______ wie auch mit dem Bericht von Dr. K.______ überein.

  
	
   

  
	
  5.9.4 Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung
  hielt lic. phil. X.______, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP
  und Neuropsychologe, fest, dass vorbestehend noch keine neuropsychologische
  Untersuchung des Beschwerdeführers bekannt sei. Diagnostisch liege aus neuropsychologischer
  Sicht eine leichte kognitive Beeinträchtigung vor, wobei sich die Beurteilung
  der Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht aus der psychiatrischen
  und infektiologischen Beurteilung ergebe.

  
	
   

  
	
  5.9.5 Die infektiologische Untersuchung führte Prof.
  Dr. med. Y.______, FMH Infektiologie, am 17. Juli 2017 durch.
  Zu diagnostizieren seien eine HIV-Infektion im Stadium B3, eine Beinschwäche
  mit unklarer Ätiologie jeweils bei einem Zustand nach Hepatitis B und Lues
  II. Aufgrund der sehr raschen Ermüdbarkeit und Leistungsintoleranz ergebe
  sich eine Arbeitsunfähigkeit von 25 %. Weiterhin seien regelmässige
  HIV-Kontrollen notwendig. Überdies sei ein medikamentöser Therapiewechsel
  dringend indiziert, da die beschriebene generalisierte Schwäche als eine
  unerwünschte Wirkung des Medikaments Truvada, welches der Beschwerdeführer
  zurzeit einnehme, beschrieben sei. Auch sei die Lues erneut medikamentös zu
  behandeln, da dies gemäss Serologie bisher ungenügend erfolgt sei.

  
	
   

  
	
  5.9.6 In der Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum
  Schluss, dass dem Beschwerdeführer körperlich mittelschwere und schwer
  belastende berufliche Tätigkeiten wie auch die frühere Tätigkeit als
  Zimmermann nicht mehr zuzumuten seien. Für körperlich leichte, angepasste
  Tätigkeiten wie beispielsweise Büroarbeiten bestehe eine Arbeits- und
  Leistungsfähigkeit von 75 %. Das Pensum könne mit einem leicht
  reduzierten Rendement und einem erhöhten Pausenbedarf von 10 bis 15 Minuten
  pro Stunde vollschichtig umgesetzt werden. Die Einschränkung in der
  Arbeitsfähigkeit dürfte retrospektiv seit Mai 2012 angenommen und mit
  Sicherheit ab August 2017 bestätigt werden. Die Selbsteinschätzung des
  Beschwerdeführers, nicht mehr arbeiten zu können, könne durch die erhobenen
  Befunde nicht nachvollzogen werden. Im Übrigen sei das Medikament Lyrica in
  der durchgeführten Serumspiegelmessung nicht nachweisbar gewesen, obwohl der
  Beschwerdeführer angegeben habe, dieses einzunehmen. 

  
	
   

  
	
  5.10 RAD-Ärztin dipl. med. Z.______, Fachärztin für
  Innere Medizin und Fachärztin für Prävention und Gesundheitswesen, hielt am
  20. November 2017 fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht liege ein
  Gesundheitsschaden vor, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit
  in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit auswirke. Seit Mai 2012 sei die
  Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten aus infektiologischer
  Sicht um 25 % eingeschränkt, wobei eine vollschichtige Arbeit möglich
  sei, jedoch Pausen benötigt würden. Für die bisherige Tätigkeit als
  Zimmermann bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Mai 2012.

  
	
   

  
	
  5.11 Dr. med. AA.______, Oberärztin an der Klinik
  für Rheumatologie des Spitals E.______, und Dr. med. BB.______,
  Assistenzarzt, kamen in ihrem Bericht vom 8. Dezember 2017 zum Schluss,
  es seien keine Hinweise für eine systemisch-rheumatische Grunderkrankung
  aufzufinden. Hinweise auf eine Myositis seien ebenfalls keine vorhanden. Auch
  seien keine Anhaltspunkte für ein mitochondriales Leiden auffindbar, eine
  mitochondriale Erkrankung sei zudem aufgrund des durchgeführten SATET-Tests
  unwahrscheinlich. Am ehesten sei von einer HIV-Myopathie auszugehen. Aus
  rheumatologischer Sicht sei keine spezifische Behandlung vorzuschlagen, eine
  gute Kontrolle der HIV-Erkrankung sei aber weiterhin dringend notwendig. Das
  Medikament Truvada wird weiterhin als vom Beschwerdeführer eingenommen
  aufgezählt.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Der Beschwerdeführer macht
  primär geltend, auf das Gutachten der MEDAS könne nicht abgestellt werden,
  weshalb ein neues Gutachten einzuholen sei. 

  
	
   

  
	
  6.1 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
  überzeugt das von der MEDAS erstatte Gutachten hinsichtlich der gestellten
  Diagnosen, der Beurteilung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
  angestammten und der angepassten Tätigkeit wie auch im Zumutbarkeitsprofil
  für Verweisungstätigkeiten.

  
	
   

  
	
  6.1.1 So wurden die vom Beschwerdeführer vorgebrachten
  Leiden von der MEDAS insbesondere internistisch, rheumatologisch,
  psychiatrisch wie auch infektiologisch allseitig untersucht und die
  entsprechenden Diagnosen gestellt. Die erstmals von Dr. L.______
  diagnostizierte leichte Spinalkanalstenose zervikal wird in der Einleitung
  des Gutachten der MEDAS erwähnt, ebenso wird der Bericht des MRT der HWS
  durch das Röntgeninstitut CC.______ vom 13. Januar 2016 bei der Aufzählung
  der wichtigsten Vordokumente genannt, und schliesslich wird die leichte
  zervikale Spinalkanalstenose auch in die medizinische Anamnese miteinbezogen.
  In der Folge werden im internistischen, psychiatrischen, neurologischen und
  infektiologischen Teilgutachten die Spinalkanalstenose und die in diesem
  Zusammenhang vorgenommenen Untersuchungen und Feststellungen erwähnt und in
  die anschliessende Beurteilung des Gesundheitszustands und gestützt darauf
  der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers miteinbezogen.
  Folglich kommen die Gutachter in begründeter Weise zum Schluss, dass die
  Befunde an der Wirbelsäule für die beklagten Beschwerden nicht ursächlich
  sind.

  
	
   

  
	
  6.1.2 Im Bericht von Dr. AA.______ vom 8. Dezember
  2017 werden die Bildgebungen der Wirbelsäule ebenfalls wiedergegeben. Im
  Rahmen der medizinischen Beurteilung werden die diesbezüglich festgestellten
  Befunde aber ebenfalls nicht für die vom Beschwerdeführer beklagten
  Beschwerden als ursächlich eingestuft, stattdessen werden auch im Bericht von
  Dr. AA.______ verschiedene Erkrankungen aufgrund der massgeblich
  durchgeführten Untersuchungen ausgeschlossen. Daher wird am ehesten von einer
  HIV-Myopathie bei möglicherweise medikamentös mitbedingter antiretrovialer
  Therapie mittels Zidovudim ausgegangen. Die Beinbeschwerden werden hingegen
  auch im Bericht von Dr. AA.______ nicht auf die Befunde der Wirbelsäule
  zurückgeführt. Damit äussern sich das MEDAS-Gutachten und der Bericht von
  Dr. AA.______ im gleichen Sinne.

  
	
   

  
	
  6.1.3 Sowohl der vorerwähnte Bericht von Dr. AA.______
  wie auch der Bericht von Dr. R.______ vom 11. Januar 2017 äussern sich
  nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Auf Nachfrage der
  Beschwerdegegnerin hin führten die Neurologen Dr. T.______ und
  Dr. R.______ am 3. April 2017 ausdrücklich aus, die Beurteilung der
  Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei nicht Gegenstand ihrer
  Einschätzung gewesen. Sollte hingegen eine Beurteilung ebensolcher gewünscht
  werden, werde um einen Gutachterauftrag ersucht. Dennoch halten sie
  insbesondere bei der Frage nach einer verminderten Leistungsfähigkeit fest,
  dass die beklagte, ausgesprochene Ermüdbarkeit quantitative, nicht aber
  qualitative Einschränkungen nach sich ziehe. Ebenso ist der infektiologischen
  und der polydisziplinären Begutachtung der MEDAS zu entnehmen, dass
  mittelschwere und schwer belastende Tätigkeiten und damit der bisher
  ausgeübte Beruf als Zimmermann nicht mehr zumutbar seien, hingegen für
  körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten wie beispielsweise Büroarbeiten
  mit leicht reduziertem Rendement eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von
  75 % (vollschichtig realisierbar) bestehe. Damit attestiert das
  Gutachten der MEDAS dem Beschwerdeführer entgegen dessen Ausführungen keine
  volle Leistungsfähigkeit, sondern geht in nachvollziehbarer und begründeter
  Weise sowie in Übereinstimmung mit Dr. T.______ und Dr. R.______
  von einer verminderten Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus.

  
	
   

  
	
  Dr. S.______ teilt
  die Auffassung der MEDAS-Gutachter, die angestammte Tätigkeit als Zimmermann
  sei nicht mehr zumutbar, geht aber von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in
  angepasster Tätigkeit aus. Als Begründung für diese Einschätzung führt sie
  eine körperliche Einschränkung aufgrund der Paresen an, weiter begründet sie
  den festgesetzten Umfang der Arbeitsunfähigkeit nicht. Stattdessen weist sie
  ausdrücklich darauf hin, dass die Befunde der Muskelbiopsie anlässlich ihrer
  Einschätzung noch nicht vorgelegen hätten. Zurzeit der Erstellung des MEDAS-Gutachtens
  lagen hingegen die Resultate der Muskelbiopsie sowie weiterer Abklärungen
  vor, wobei sich gemäss Dr. W.______ trotz diesen intensiven Abklärungen
  kein erklärender Grund für die Beschwerden des Beschwerdeführers ergab. Auch
  bei den aktuellen Untersuchungen der MEDAS-Gutachter habe sich kein
  objektives Defizit ergeben. Damit ist festzuhalten, dass die Einschätzungen
  der MEDAS-Gutachter auf ganzheitlicheren und umfassenderen Abklärungen als
  die Einschätzung von Dr. S.______ beruhen, überdies zeitnaher sind und
  damit dem aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Rechnung tragen.
  Zudem beruhen sie auf einer polydisziplinären Einschätzung, welche
  umfassender ist als die eher knapp begründete rheumatologische Einschätzung
  der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers durch Dr. S.______. Weiter
  ist die attestierte Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im MEDAS-Gutachten
  umfassend begründet, dabei finden sich im MEDAS-Gutachten insbesondere auch
  Ausführungen zum Verhalten des Beschwerdeführers, wobei deutliche Hinweise
  für eine Symptomausweitung festgestellt wurden. 

  
	
   

  
	
  6.2 Zusammengefasst hat das MEDAS-Gutachten in
  überzeugender Weise die medizinische Berichtslage berücksichtigt und diese
  bei seiner Würdigung miteinbezogen. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen,
  berücksichtigt die beklagten Beschwerden, setzt sich mit dem Verhalten des
  Beschwerdeführers auseinander, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung
  mit den Vorakten verfasst, ist in der Darlegung der medizinischen
  Zusammenhänge und Schlussfolgerungen nachvollziehbar und begründet und lässt
  sich von der Rechtsanwenderin nachvollziehen. Das MEDAS-Gutachten genügt
  daher den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungskriterien
  (BGE 137 V 210 E. 1.2.2 ff.), weshalb es einen erhöhten Beweiswert
  geniesst, wovon auch die RAD-Ärzte ausgehen. Somit kann dem Gutachten,
  insbesondere der darin vorgenommenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des
  Beschwerdeführers, gefolgt werden. Dem Beschwerdeführer sind folglich
  körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten wie beispielsweise Büroarbeiten zu
  75 % zumutbar (vollschichtig realisierbar). Dies gilt gemäss Gutachten
  seit Mai 2012 und damit seit Kenntnisnahme der HIV-Infektion, was sachlich
  nachvollziehbar und begründet im Gutachten ausgewiesen wird. Daran ändern die
  vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführungen nichts. Damit ist keine
  weitere Begutachtung des Beschwerdeführers anzuordnen.

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  Weiter ist der von der
  Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich umstritten, wobei der
  Beschwerdeführer zu Recht keine Einwendungen gegen die Berechnung des Invaliditätsgrads
  mittels Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) erhebt.

  
	
   

  
	
  7.1

  
	
  7.1.1 Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist
  entscheidend, was der Versicherte im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem
  Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich
  verdient hätte (BGer-Urteil 9C_128/2014 vom 20. März 2014 E. 2.1).
  Dabei wird in der Regel beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und
  der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
  empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
  fortgesetzt worden wäre. 

  
	
   

  
	
  7.1.2 Der Beschwerdeführer erzielte gemäss der Mitteilung
  seines ehemaligen Arbeitgebers im Jahr 2010 monatlich Fr. 4'970.-, im Jahr
  2011 monatlich Fr. 5'075.- und im Jahr 2012 monatlich Fr. 5'160.-, was
  einem Jahreseinkommen von Fr. 65'975.- im Jahr 2011 entspricht. Weiter
  gab der Arbeitgeber des Beschwerdeführers an, dieser würde bei seiner
  angestammten Tätigkeit als Zimmermann im Jahr 2013 einen monatlichen Lohn von
  Fr. 5'265.- erzielen, was einen Jahreslohn von Fr. 68'445.- ergäbe.
  Kapitalisiert auf das Jahr 2015 ergibt sich somit ein Jahreslohn als
  Zimmermann von Fr. 69'268.53 (Fr. 68'445.- x 1.008 x 1.004). Die
  Beschwerdegegnerin hat dabei die vom ehemaligen Arbeitgeber des
  Beschwerdeführers genannte Lohnangaben zu Recht als Ausgangspunkt für die
  Berechnung des Valideneinkommens verwendet. Denn eine allfällige
  Dividendenausschüttung als allfälliger (stiller) Teilhaber an einer AG stellt
  einen reinen Kapitalertrag dar und ist daher nicht als Lohn zu betrachten
  (BGE 141 V 634 E. 2.2), zumal eine solche Kapitalinvestition auch nach
  Eintritt einer allfälligen Invalidität weiterhin bestehen bleiben kann und
  entsprechend ein Kapitalertrag auch nach Eintritt einer allfälligen
  Invalidität weiterhin anfallen kann. Damit kann offengelassen werden,
  inwiefern der Beschwerdeführer an der DD.______ AG beteiligt war.
  Festzuhalten ist der Vollständigkeit halber aber dennoch, dass entgegen den
  Ausführungen der Beschwerdegegnerin daraus, dass der Beschwerdeführer nicht
  im Handelsregister eingetragen war, nicht ohne Weiteres der Schluss gezogen
  werden kann, der Beschwerdeführer sei an der genannten Gesellschaft nicht
  beteiligt und damit nicht Mitinhaber gewesen. Dies gründet darin, dass eine
  Aktiengesellschaft eine kapitalbezogene Gesellschaft darstellt, deren
  Aktionäre und damit deren Eigenkapitalgeber nicht im Handelsregister
  eingetragen sind. 

  
	
   

  
	
  7.2

  
	
  7.2.1 Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens
  ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher
  die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität
  eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse
  gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende
  Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das
  Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn,
  gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist
  kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil
  die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder
  jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
  so können die Tabellenlöhne gemäss den Lohnstrukturerhebungen (LSE) des
  Bundesamtes für Statistik herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3). 

  
	
   

  
	
  Für
  die Bestimmung des Invalideneinkommens ist der durchschnittliche Lohn für Männer
  in allen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors mit Kompetenzniveau 1 heranzuziehen
  (vgl. dazu BGer-Urteil 8C_622/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.2). Lohnempfehlungen
  wie beispielsweise des kaufmännischen
  Verbandes Schweiz sind grundsätzlich nicht zu verwenden, sondern nur in
  Ausnahmefällen, wenn sie schon Grundlage für die Ermittlung des
  Valideneinkommens bilden (BGer-Urteil 9C_795/2012 vom 9. Juli 2013
  E. 2.2).

  
	
   

  
	
  7.2.2 Soweit die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung
  des Invalideneinkommens auf die Salärempfehlungen des Kaufmännischen
  Verbandes abstellt, ist ihr nicht zu folgen, ist doch das Valideneinkommen
  ebenfalls nicht gestützt auf die Lohnempfehlungen des kaufmännischen
  Verbandes bestimmt worden, weshalb kein Ausnahmefall vorliegt, welcher ein
  ausnahmsweises Abstellen auf die Salärempfehlungen des Kaufmännischen Verbandes
  rechtfertigen würde. Somit ist das Invalideneinkommen praxisgemäss gestützt
  auf die Tabelle TA 1 der LSE 2014 zu bestimmen. 

  
	
   

  
	
  Nach der Tabelle TA 1 der
  LSE 2014 betrug das über alle Branchen ermittelte durchschnittliche Monatseinkommen
  für auf dem Kompetenzniveau 1 tätige Männer Fr. 5'312.-
  bzw. jährlich Fr. 63'744.-. Umgerechnet auf eine durchschnittliche
  Wochenarbeitszeit im Jahr 2014 von 41,7 Stunden ergibt sich ein Tabellenlohn
  von Fr. 66'453.12, indexiert auf das Jahr 2015 resultiert ein Tabellenlohn
  von Fr. 66'718.93 (Fr. 66'453.12 x
  1.004). Bei einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 75 % beträgt das
  Invalideneinkommen demnach Fr. 50'039.20.

  
	
   

  
	
  7.2.3 Der Tabellenlohn umfasst im tiefsten
  Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher
  Art) eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten. Daher ist
  alleine der Umstand, dass nur noch leichte körperliche Tätigkeiten zumutbar
  sind, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug (BGer-Urteil
  8C_99/2013 vom 5. April 2013 E. 4.1.3). Weshalb es beim
  Invalideneinkommen, das auf der Grundlage eines Tabellenlohns, nach Massgabe
  der bestehenden Arbeitsfähigkeit, unter Berücksichtigung eines allfälligen
  Leidensabzugs festzusetzen ist, eines weiteren Korrektivs bedürfen soll, ist
  nicht ersichtlich (vgl. BGer-Urteil 8C_253/2017 vom 29. Juni 2017
  E. 4.3.2). Damit bleibt es beim Beschwerdeführer, welcher für körperlich
  leichte, angepasste Arbeitstätigkeiten zu 75 % arbeitsfähig ist, beim
  Tabellenlohn von Fr. 50'039.20. Entsprechend resultiert bei einem
  Valideneinkommen von Fr. 69'268.53 und bei einem Invalideneinkommen von
  Fr. 50'039.20 ein Invaliditätsgrad von 28 %.

  
	
   

  
	
  7.3 Zu prüfen ist indessen, ob von diesem Tabellenlohn
  ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist und bejahendenfalls wie hoch
  dieser anzusetzen ist.

  
	
   

  
	
  7.3.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von
  statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
  Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich
  berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit
  körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des
  Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt einsatzfähig
  sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder
  Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern
  zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen
  behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung
  trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten
  Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
  Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des
  Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann
  erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale
  ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
  nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung
  der Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf
  das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft
  zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohns zu
  begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  7.3.2 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, ihm sei ein
  Tabellenlohnabzug von 25 % zu gewähren. Geht man aber mit dem MEDAS-Gutachten
  davon aus, dem Beschwerdeführer sei eine körperlich leichte, angepasste
  administrative Tätigkeit wie beispielsweise Büroarbeit bei einer
  vollschichtigen Realisierbarkeit zu 75 % zumutbar, wird damit dem
  erhöhten Pausenbedarf des Beschwerdeführers vollumfänglich Rechnung getragen,
  weshalb kein weiterer Abzug vorzunehmen ist. Weiter trifft es zwar zu, dass
  der Beschwerdeführer seit bald sechs Jahren nicht mehr erwerbstätig ist.
  Diese lange Absenz vom Arbeitsmarkt ist aber nicht invaliditätsbedingt, da
  der Beschwerdeführer grundsätzlich in einer angepassten Tätigkeit zu
  75 % arbeitsfähig war und ist, weshalb sie nicht berücksichtigt werden
  kann (BGer-Urteil 9C_658/2015 vom 9. Juni 2016 E. 5.2.2). Ebenso ist
  sein Alter nicht zu berücksichtigen, da dieses als invaliditätsfremder Faktor
  grundsätzlich unberücksichtigt bleiben muss (vgl. BGer-Urteil 8C_594/2011 vom
  20. Oktober 2011 E. 5). Letztlich könnte sich daher nur ein Abzug
  vom Tabellenlohn aufgrund der beschränkten Einsatzmöglichkeiten des Beschwerdeführers
  rechtfertigen. Dass der Beschwerdeführer aber tatsächlich auf dem
  Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem Mitbewerber ohne Einschränkungen
  benachteiligt ist, ist zumindest fraglich, zumal er im Rahmen einer
  Umschulung Fachkenntnisse im Bürobereich erworben und erste Berufserfahrungen
  gesammelt hat. Ob ein Tabellenlohnabzug überhaupt vorzunehmen ist, kann
  vorliegend aber offengelassen werden. Denn mit einem maximal vertretbaren
  Abzug von 10 % käme der Beschwerdeführer auf ein Invalideneinkommen von
  Fr. 45'035.30, was bei einem Valideneinkommen von Fr. 69'268.53
  einen Invaliditätsgrad von 35 % ergäbe, welcher nicht zu einem Rentenbezug
  berechtigt.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Der Beschwerdeführer rügt
  schliesslich eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs.

  
	
   

  
	
  8.1 Gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG sind Verfügungen zu
  begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Die aus
  dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgende Begründungspflicht soll
  verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und
  die betroffene Person in die Lage versetzen, die Verfügung gegebenenfalls
  sachgerecht anzufechten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sowohl sie wie
  auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild
  machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
  werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie ihre
  Verfügung stützt. Inhalt und Dichte einer rechtsgenüglichen Begründung lassen
  sich nicht allgemein bestimmen, sondern nur in Beziehung zur konkreten
  materiell-, beweis- und verfahrensrechtlichen Lage (vgl. BGer-Urteil
  8C_844/2010 vom 21. März 2011 E. 4.2). Die Behörde muss jedenfalls
  nur die entscheidrelevanten Überlegungen wiedergeben. Sie darf die Begründung
  auf jene Aspekte beschränken, die sie aus sachlich haltbaren Gründen als
  wesentlich erachtet. Nicht erforderlich ist deshalb, dass sich die Begründung
  mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
  ausdrücklich widerlegt (Kaspar Plüss, in Alain Griffel
  [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3.
  A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 10
  N. 24 ff.).

  
	
   

  
	
  8.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass im
  Entscheid der Beschwerdegegnerin begründungslos festgehalten werde, dem
  Beschwerdeführer stehe kein Abzug vom Tabellenlohn zu, was eine
  Gehörsverletzung darstelle. Dem ist nicht zu folgen, da aus der Begründung in
  der Verfügung vom 29. Januar 2018 eindeutig hervorgeht, dass sich die
  Reduktion der Arbeitsfähigkeit aus dem vermehrten Pausenbedarf ergebe, da der
  Beschwerdeführer in der Lage sei, vollschichtig zu arbeiten, weshalb kein
  leidensbedingter Abzug vorzunehmen sei. Alle Einschränkungen des
  Beschwerdeführers seien im Rahmen der Festsetzung der 75%igen
  Erwerbsfähigkeit bereits berücksichtigt. Damit äusserte sich die
  Beschwerdegegnerin zu den Einwendungen des Beschwerdeführers gegen den
  Vorbescheid und führte aus, dass kein leidensbedingter Abzug gewährt und aus
  welchen Gründen so entschieden werde. Damit hat die Beschwerdegegnerin die
  entscheidrelevanten Überlegungen wiedergegeben, gestützt worauf der
  Beschwerdeführer in der Lage war, sich in deren Kenntnis mittels
  Beschwerdeerhebung dagegen zu wehren. Eine Gehörsverletzung liegt daher nicht
  vor.

  
	
   

  
	
  Zusammenfassend ist die
  Beschwerde abzuweisen.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung. Gemäss Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes
  über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die
  Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen um neben dem Lebensunterhalt für
  sich und ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz
  oder teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren
  nicht aussichtslos ist. 

  
	
   

  
	
  1.2 Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers erscheint
  aufgrund der Aktenlage als offensichtlich. Zudem kann das vorliegende
  Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um
  unentgeltliche Prozessführung ist deshalb gutzuheissen. Da der
  Beschwerdeführer auf eine rechtliche Vertretung angewiesen war, ist auch das
  Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihm ist in der
  Person von Rechtsanwalt B.______ ein
  unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Dieser ist mit Fr. 2'000.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im
  Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend
  dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten von pauschal
  Fr. 600.- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist
  indessen zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen zu
  verzichten. Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass eine Partei,
  der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, für den Fall, dass sie
  später in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung der
  Verfahrenskosten verpflichtet werden kann (Art. 139a VRG).
  Ausgangsgemäss ist schliesslich keine Parteientschädigung zuzusprechen
  (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden gutgeheissen. Ihm wird
    in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand
    bestellt.

    
	
    2.

    	
    Der Rechtsbeistand wird zu
    Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 2'000.- (inkl. Auslagen und
    Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    3.

    	
    Die Nachzahlungspflicht gemäss
    Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    4.

    	
    Die
    Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im August 2023 zu prüfen, ob die
    Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2. 

    	
    Dem
    Beschwerdeführer werden die Gerichtskosten von Fr. 600.- auferlegt,
    auf deren Erhebung einstweilen verzichtet wird.

    
	
    3. 

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]