# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 584e4806-8264-575d-a0e5-61d0b08a249a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.02.2025 F-911/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-911-2025_2025-02-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-911/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton;   

Gerichtsschreiberin Meike Pauletzki. 

   

Parteien 

 
A._______,  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 4. Februar 2025. 

 

 

 

F-911/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 7. Januar 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Mit Verfügung vom 4. Februar 2025 (eröffnet am selben Tag) trat die 

Vorinstanz auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete 

ihre Überstellung nach Polen an, forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und wies auf die einer allfälligen 

Beschwerde fehlende aufschiebende Wirkung hin.  

B.  

Mit Beschwerde vom 11. Februar 2025 gelangte die Beschwerdeführerin 

ans Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die vorinstanzliche Verfü-

gung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf ihr Asylge-

such einzutreten und ihr Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Sachverhaltsabklärungen 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie 

darum, ihr sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und der Be-

schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.  

Am 13. Februar 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Behandlung der Beschwerde 

zuständig (Art. 105 AsylG [SR 142.31], Art. 31 ff. VGG) und die Sachur-

teilsvoraussetzungen (Art. 48 Abs. 1 VwVG [Legitimation], Art. 108 Abs. 3 

AsylG [Frist] und Art. 52 VwVG [Form]) sind erfüllt, sodass auf die Be-

schwerde einzutreten ist.  

1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG; BVGE 2015/9 E. 6.2 und 8.2.2). 

1.3. Die vorliegende Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegrün-

det, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustim-

mung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin 

(Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und 

mit summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111a AsylG).  

F-911/2025 

Seite 3 

2.  

2.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass die Beschwerdeführerin im 

Dezember 2024 mit einem von Polen ausgestellten, vom (Datum) bis (Da-

tum) gültigen Schengen-Visum in den Dublin-Raum eingereist ist und somit 

grundsätzlich Polen für die Durchführung ihres Asyl- und Wegweisungsver-

fahren zuständig ist (vgl. Art. 12 Abs. 4 der Verordnung [EU] Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist [Dublin-III-VO]), zumal die polnischen Behörden ihre Zuständig-

keit am 24. Januar 2025 explizit anerkannt haben. Weiter hat die Vo-

rinstanz korrekt erwogen, dass das polnische Asyl- und Aufnahmesystem 

rechtsprechungsgemäss keine systemischen Schwachstellen aufweist, 

aufgrund derer die Zuständigkeit auf die Schweiz überginge (vgl. Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO), und vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshin-

dernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt ver-

pflichten würden (vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO). Dabei hat sie insbeson-

dere berücksichtigt, dass die (Nennung Verwandten) der Beschwerdefüh-

rerin in der Schweiz leben, dass diese nicht als Familienangehörige (Art. 2 

Bst. g Dublin-III-VO) gelten und zwischen der Beschwerdeführerin und 

ihnen kein Abhängigkeitsverhältnis (Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO) bestehe, 

was eine Zuständigkeit der Schweiz begründen würde. Überdies hat die 

Vorinstanz die Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin (Durchfall 

und Halsschmerzen) berücksichtigt und korrekt erwogen, dass diese nicht 

derart gravierend ist, dass von einer Überstellung nach Polen abgesehen 

werden müsste. Schliesslich hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Aus-

übung des ihr zustehenden Ermessens von einem freiwilligen Selbsteintritt 

der Schweiz abgesehen (Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Sie ist 

demnach zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein-

getreten (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG) und hat deren Wegweisung nach 

Polen angeordnet (Art. 44 AsylG). Zur näheren Begründung wird auf die 

korrekten vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen.  

2.2. Was die Beschwerdeführerin auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

daran nichts zu ändern. Soweit sie sich auf ein allfällig hängiges Gesuch 

um Familiennachzug beruft, ist sie darauf hinzuweisen, dass ein solches 

Verfahren einem Zuständigkeits- und Überstellungsentscheid nach Dublin-

III-VO nicht entgegensteht, da es sich um unterschiedliche Rechtsinstitute 

handelt und es der nachzuziehenden Person grundsätzlich zugemutet wer-

den kann, den Entscheid betreffend Familiennachzug im Ausland 

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Seite 4 

abzuwarten (vgl. Urteile des BVGer E-7092/2017 vom 25. Januar 2021 

E. 16, F-2157/2018 vom 24. April 2018 S. 8, E-5805/2015 vom 2. Februar 

2016 E. 7.1). Sollte ihre Argumentation als Hinweis auf Art. 9 Dublin-III-VO 

zu verstehen sein, ist darauf hinzuweisen, dass die besagte Bestimmung 

bereits deswegen keine Zuständigkeit der Schweiz zu begründen vermag, 

als die erwachsene Beschwerdeführerin nicht als Familienangehörige ihrer 

in der Schweiz wohnhaften (Nennung Verwandten) – gemäss deren 

Asylakten vorläufig aufgenommene Flüchtlinge – gilt (Art. 9 i.V.m. Art. 2 

Bst. g Dublin-III-VO). 

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass zwischen ihren (Nennung 

Verwandten) und ihr ein starkes Abhängigkeitsverhältnis bestehe, weshalb 

die Schweiz ihr Asylgesuch behandeln müsse. Der Wunsch nach einem 

gemeinsamen Leben in der Schweiz erscheint nachvollziehbar. Die Be-

schwerdeführerin bringt jedoch nicht substantiiert vor und es ist aus den 

Akten nicht ersichtlich, welcher unmittelbaren und wichtigen Unterstützung 

ihre (Nennung Verwandten) bedürfen, die sinnvollerweise nur durch die 

Beschwerdeführerin geleistet werden kann (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8.3.5, 

siehe zuletzt etwa Urteile des BVGer F-3226/2024 vom 30. Januar 2025 

E. 4 f., F-7/2025 vom 13. Januar 2025 E. 2.2, je m.w.H.). Allein die Um-

stände, dass ihre ca. 60-jährigen (Nennung Verwandten) durch die aktuelle 

Situation psychisch belastet sind und der (Nennung Verwandter) offenbar 

gesundheitliche Probleme hat, begründen noch kein derartiges Abhängig-

keitsverhältnis. Daran ändert nichts, dass ihr (Nennung Verwandter) ge-

mäss der Beschwerdeführerin ab dem Sommer 2025 eine Lehre absolvie-

ren und somit weniger Zeit haben wird, um die (Nennung Verwandte) zu 

unterstützen. Der medizinischen Unterstützungsbedürftigkeit der (Nen-

nung Verwandten) kann von den entsprechenden Institutionen in ihrem 

Wohnsitzkanton hinreichend Rechnung getragen werden. Folglich gelingt 

es der Beschwerdeführerin nicht, ein Abhängigkeitsverhältnis glaubhaft zu 

machen und gestützt darauf eine Zuständigkeit der Schweiz zu erwirken 

(vgl. Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO, Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV). 

Überdies macht die Beschwerdeführerin, die selbst noch keinen Kontakt 

mit den polnischen Asyl- und Aufnahmebehörden hatte, geltend, dass asyl-

suchende Personen dort systematisch und oft monatelang in überfüllten 

«Haftzentren» untergebracht, misshandelt und keinen Zugang zu medizi-

nischer Versorgung und rechtlicher Beratung erhalten würden. Gemäss der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weist das polnische Asyl- 

und Aufnahmesystem keine systemischen Schwachstellen auf (vgl. Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zuletzt etwa Urteile des BVGer F-490/2025 vom 

30. Januar 2025 E. 4.1, F-5921/2024 vom 17. Januar 2025 E. 9.2 f., 

F-911/2025 

Seite 5 

F-87/2024 vom 3. Januar 2025 E. 5). Die Ausführungen der Beschwerde-

führerin und die zitierten Berichte (u.a. Newsmeldungen ProAsyl vom 

28. Juli und 16. August 2022, Asylum Information Database [AIDA] Country 

Report: Poland – Update 2022 S. 83 f., Entscheid des Verwaltungsgerichts 

Hannover vom 7. Oktober 2022, der für das Bundesverwaltungsgericht kei-

nesfalls bindend ist [vgl. Urteil des BVGer F-4352/2024 vom 17. Juli 2024 

E. 6.4]) können den der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung 

zugrundeliegenden Informationen zur Situation in Polen keine neue Di-

mension hinzufügen. Hierdurch kann die Beschwerdeführerin auch keine 

konkreten und ernsthaften Hinweise glaubhaft dartun, dass Polen ihre 

Rechte nicht wahren würde respektive sie dort gravierenden Menschen-

rechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt wäre.  

Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin nicht substantiiert vor und es ist 

auch aus den Akten nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz den rechtserheb-

lichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hätte. Dass die 

Beschwerdeführerin den Sachverhalt rechtlich anders würdigt, genügt 

nicht. Folglich ist auch die beantragte Rückweisung an die Vorinstanz zu 

weiteren Sachverhaltsabklärungen abzuweisen.  

3.  

Im Ergebnis ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die 

Beschwerde ist abzuweisen. Mit diesem Urteil fällt der angeordnete Voll-

zugsstopp dahin und das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung wird gegenstandslos.  

4.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Begehren ‒ wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt ‒ von vornherein als aussichtslos zu bezeichnen waren (vgl. Art. 65 

Abs. 1 VwVG). Entsprechend sind die Verfahrenskosten der unterliegen-

den Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf ins-

gesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

5.  

Dieses Urteil ist endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

F-911/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.‒ werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Meike Pauletzki