# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69449950-ba83-5c6c-ac98-085f7639adb7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2008 D-6366/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6366-2006_2008-11-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6366/2006/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Richter Gérard Scherrer, 
Richter Bendicht Tellenbach , 
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______, dessen Ehefrau B._______, und deren ge-
meinsame Kinder C._______, D._______, und 
E._______, 
Kosovo,
vertreten durch Haki Feratti, Feratti Beratungen, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung 
vom 8. Juli 2003 / (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6366/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführer ersuchten am 26. Mai 1999 in der Schweiz um 
Asyl. Sie machten insbesondere geltend, sie seien albanischer Ethnie, 
kämen  aus  F._______,  Kosovo,  und  hätten  ihre  Heimat  wegen  des 
Krieges verlassen. Da die Beschwerdeführerin gesundheitliche Proble-
me geltend machte, wurde sie aufgefordert, ärztliche Berichte bezüg-
lich ihrer medizinischen Vorbringen einzureichen. In den eingereichten 
Arztzeugnissen  der  behandelnden  Ärzte  vom  Sommer/Herbst  1999 
und vom 5. Oktober 2000 wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin 
leide seit ihrer Kindheit am Maffucci-Syndrom. Dieses äussere sich in 
flachen  Hämangiomen  am  linken  Arm.  Die  Beschwerdeführerin  sei 
deshalb bereits im Kosovo zweimal operiert worden. Die rezidivieren-
den Tumore hätten in der Schweiz zwei weitere Operationen nötig ge-
macht, die im Jahr 1999 durchgeführt  worden seien. Zurzeit gebe es 
keine  Anhaltspunkte  für  weitere  Rezidive,  diese  seien  jedoch  nicht 
auszuschliessen und müssten unter  Umständen erneut  operiert  wer-
den. Die Reisefähigkeit  der Beschwerdeführerin sei  gegeben, aktuell 
sei keine Behandlung erforderlich.

B.
Mit Verfügung vom 8. Januar 2001 wies das Bundesamt  das Asylge-
such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und den Voll-
zug an. Es wurde insbesondere festgehalten, der Wegweisungsvollzug 
sei  zumutbar. Die  Krankheit  der  Beschwerdeführerin  bedürfe  derzeit 
keiner Behandlung mehr und im Falle eines Rezidivs existierten im Ko-
sovo  Kliniken,  in  denen  die  Beschwerdeführerin  behandelt  werden 
könne. Der Wegweisungsvollzug sei mithin zumutbar.

C.
Eine  am  7.  Februar  2001  dagegen  erhobene  Beschwerde  wies  die 
Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) mit  Urteil  vom 30. April 
2003 ab. Im Wesentlichen stellte die ARK fest, aus dem ärztlichen Be-
richt vom 5. Oktober 2000 gehe hervor, dass keine Nachbehandlung 
der Beschwerdeführerin nötig sei. In Berücksichtigung, dass jene be-
reits  seit  Geburt  an dieser Krankheit  (Venentumor)  leide und bereits 
einmal  in  G._______  deswegen  operiert  worden  sei,  erscheine  der 
Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführer nicht als unzumutbar, 
zumal  auch  künftige  Kontrolluntersuchungen  in  G._______  durchge-
führt werden können. 

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D.
Mit  Eingabe  vom 3.  Juni  2003  ersuchten  die  Beschwerdeführer  um 
Wiedererwägung des ablehnenden Asylentscheides. Zur Begründung 
führten sie aus, die Tumorerkrankung der Beschwerdeführerin sei wie-
der aufgetreten und nur eine erneute Operation könne ihr Leben ret-
ten. Im Kosovo wäre eine solche nicht möglich. Die erforderlichen Me-
dikamente seien nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich und daher für 
die Beschwerdeführerin aus finanziellen Gründen nicht zugänglich. Zu-
dem existiere im Kosovo kein Gesundheitsministerium, das die dorti-
gen  Medikamente  überprüfe. Der  Beschwerdeführer  habe  ferner  vor 
zwei  Monaten einen Verkehrsunfall  erlitten,  bei  dem der mit  ihm be-
freundete Lenker ums Leben gekommen sei. Er selber habe sich für 
einige Tage in Spitalpflege begeben müssen und leide seither unter ei-
nem depressiven Zustand, habe Persönlichkeitsstörungen und Proble-
me beim Gehen und Denken. Weiter baten die Beschwerdeführer um 
eine  Frist  von  zwei  Wochen,  um  entsprechende  ärztliche  Berichte 
nachzureichen.

E.
Das Bundesamt forderte die Beschwerdeführer am 16. Juni 2003 auf 
ärztliche Berichte  einzureichen. Die  Beschwerdeführer  kamen dieser 
Aufforderung nicht nach. 

F.
Mit Verfügung vom 8. Juli 2003, eröffnet am 9. Juli 2003, wies das Bun-
desamt  das  Wiedererwägungsgesuch  ab,  erklärte  seine  Verfügung 
vom 8. Januar 2001 als rechtskräftig und vollstreckbar und stellte fest, 
einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  die angekündig-
ten ärztlichen Berichte seien nicht eingereicht worden, womit die neu-
en  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  nicht  als  er-
stellt betrachtet werden könnten. Die vom Beschwerdeführer benötig-
ten Medikamente könne dieser für  die erste Zeit  nach der Rückkehr 
aus der Schweiz in die Heimat mitnehmen. Die Behandlungsmöglich-
keiten psychisch kranker Menschen im Kosovo hätten sich stark ver-
bessert; entsprechende Medikamente seien erhältlich. Es treffe nicht 
zu, dass der Kosovo über kein Gesundheitsministerium verfüge. Viel-
mehr sei dieses eines von zehn Ministerien, das gemäss Rahmenab-
kommen mit der UNMIK und unter Oberaufsicht derselben, von der ko-
sovarischen Regierung selbst geführt werde.

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G.
Mit Eingabe vom 9. Juli 2003 (Poststempel: 10. Juli) erhoben die Be-
schwerdeführer gegen den Entscheid des Bundesamtes Beschwerde 
bei der ARK und beantragten die Wiederherstellung der aufschieben-
den Wirkung. In der Hauptsache sei ihnen „Asyl zu gewähren“ und es 
sei  der  gesundheitliche  Zustand  der  Beschwerdeführerin  mit  zu  be-
rücksichtigen.  Als  Beweismittel  wurde  ein  Arztzeugnis  vom  26.  Mai 
2003 eingereicht, in dem der behandelnde Facharzt für Gefässchirur-
gie bestätigte, die Beschwerdeführerin  leide an einem semimalignen 
(halbbösartigen) Gefässtumor, der zu Lokalrezidiven neige. Da die Pa-
tientin bereits wieder über starke Armschmerzen klage, sei mit weite-
ren Rezidiven zu rechnen. Die Behandlung derselben sei nur in einem 
spezialisierten Zentrum möglich, das im Kosovo „eher“ nicht bestehe.

H.
Ebenfalls am 10. Juli 2003 (Poststempel) reichten die Beschwerdefüh-
rer  bei  der  Vorinstanz  ein  mit  dem  Titel  „Wiedererwägungsge-
such/Fristenerstreckung“  versehenes Gesuch ein  und einen den Be-
schwerdeführer  betreffenden  Arztbericht  vom  21. März  2003.  Sie 
machten geltend, er (der Beschwerdeführer) sei im März 2003 bei ei-
nem Verkehrsunfall schwer verletzt worden, so dass er über mehrere 
Tage im Koma gelegen habe und seither schwer depressiv sei. Zudem 
habe er sonstige psychische Beschwerden und müsse sich in der psy-
chiatrischen  Poliklinik  Zürich  einer  Behandlung  unterziehen  lassen. 
Aus ärztlicher Sicht könne er unmöglich aus der Schweiz weggewie-
sen werden. 

I.
Mit  Zwischenverfügung  vom 7. August  2003  gab  der  zuständige  In-
struktionsrichter der Beschwerde aufschiebende Wirkung bei und teilte 
den Beschwerdeführern  mit,  ihre  als  „Wiedererwägungsgesuch/Frist-
enerstreckung“ bezeichnete Eingabe vom 10. Juli  2003 ans Bundes-
amt  werde  als  Ergänzung  zu  der  bei  der  ARK  eingegangenen  Be-
schwerde entgegengenommen. Er ordnete die Bezahlung eines Kos-
tenvorschusses in der Höhe von Fr. 1200.– bis zum 22. August 2003 
an. 

J.
Das Gesuch der Beschwerdeführer vom 22. August 2003 um Redukti-
on oder Ratenzahlung des Kostenvorschusses lehnte der Instruktions-

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richter  mit  Zwischenverfügung  vom 25. August  2003 ab. Der  einver-
langte Kostenvorschuss wurde innert der gewährten Nachfrist bezahlt.

K.
Mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2003 stellte das Bundesamt fest, 
das Arztzeugnis vom 26. Mai 2003 habe zum Zeitpunkt des Wiederer-
wägungsgesuchs vom 3. Juni  2003 bereits  bestanden,  sei  aber,  ob-
wohl der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer dazu aufgefordert wor-
den sei (vgl. Bst. E), nicht eingereicht worden. Der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführer behaupte in seiner Beschwerdeschrift,  bei der Be-
schwerdeführerin  seien  die  Tumore wieder  aufgetreten und müssten 
operiert werden. Dies entspreche nicht dem Inhalt des Arztzeugnisses 
vom 26. Mai 2003.

L.
Mit  Zwischenverfügung vom 7. Oktober 2003 brachte der zuständige 
Instruktionsrichter den Beschwerdeführern den Inhalt der Vernehmlas-
sung zur Kenntnis und setzte ihnen Frist zur Stellungnahme bis zum 
22. Oktober 2003 an. Die Beschwerdeführer machten von ihrem Re-
plikrecht keinen Gebrauch.

M.
Am 11. Mai 2004 kam der Sohn der Beschwerdeführer, D._______, zur 
Welt.

N.
Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2006 forderte der zuständige In-
struktionsrichter den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer zur Einrei-
chung aktueller Arztberichte auf. Auf entsprechendes Gesuch hin wur-
de eine Fristverlängerung bis zum 3. August 2006 gewährt. Bis heute 
gingen keine entsprechenden Arztberichte ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 

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ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1  und  50 ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht 
geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende 
Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender 
Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird  jedoch  aus 
Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Vorausset-
zungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abge-
leitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf 
ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebli-
che Sachverhalt seit  dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise 
seit  dem Urteil  der mit  Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz 
in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (feh-
lerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen  der 
Sachlage  anzupassen ist. Sodann können auch Revisionsgründe ei-
nen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf 
eine  in  materielle  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die 
entweder unangefochten geblieben oder  deren Beschwerdeverfahren 
mit einem formellen Prozessurteil abgeschlosssen worden ist. Ein sol-
chermassen  als  qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  zu  bezeich-
nendes Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisions-

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verfahrens  zu  behandeln  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr. 17  E. 2a 
S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 

4.
Obwohl der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer formell den Antrag 
auf  wiedererwägungsweise Asylgewährung stellt,  macht  er  in  seinen 
Eingaben keine Gründe dafür geltend. Es sind mithin keine zwischen-
zeitlich eingetretene Ereignisse ersichtlich, welche geeignet wären, die 
Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführer zu  begründen (vgl. Art. 
32 Abs. 2 Bst. e AsylG). Es kann deshalb diesbezüglich auf die Erwä-
gungen des Bundesamtes in seiner Verfügung vom 8. Januar 2001, so-
wie auf das Urteil der ARK vom 30. April 2003 verwiesen werden.

4.1 Im  vorliegenden  Fall  geht  aus  den  Akten  hervor,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  ihre gesundheitlichen Probleme bereits im ordentli-
chen Asylverfahren geltend gemacht hat.  Die Frage der Zulässigkeit, 
der Zumutbarkeit und der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs wurde 
in der Verfügung des Bundesamtes vom 8. Januar 2001 sowie im Urteil 
der ARK vom 30. April 2003 geprüft. Im Zusammenhang mit dem Weg-
weisungsvollzug  wurde  festgestellt,  die  Beschwerdeführerin  bedürfe 
laut  Arztberichten  zurzeit  keiner  Therapie,  im  Falle  eines  erneuten 
Ausbrechens ihrer Krankheit stünden im Kosovo jedoch medizinische 
Kliniken zur Verfügung.

4.2 Im  Wiedererwägungsgesuch  vermögen  die  Beschwerdeführer 
diesbezüglich keine neuen Tatsachen, die sie nicht bereits im ordentli-
chen Verfahren hätten vorbringen können, geltend zu machen. 

Es wird zwar angeführt, die Krankheit der Beschwerdeführerin sei wie-
der ausgebrochen, ohne dass dies durch ein Arztzeugnis belegt wor-
den wäre. Vielmehr besagt das aus unersichtlichen Gründen erst auf 
Beschwerdeebene  eingereichte  Arztzeugnis  von  H._______  vom 
26. Mai  2003,  dass  bis  anhin  kein  Rezidiv  aufgetreten  ist.  In  ihrer 
Rechtsmitteleingabe werden  keine  Gründe  geltend  gemacht,  die  die 
vorinstanzlichen Erwägungen zu entkräften vermöchten. Damit ist da-
von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Krankheit, an der 
sie aktenkundig seit  ihrer Geburt  leidet,  im Falle eines Wiederauftre-
tens auch im Kosovo behandeln lassen könnte, dies umso mehr, als 
dort bereits zwei Operationen durchgeführt wurden (vgl. diesbezüglich 
auch  fact-sheet  Kosovo der  International  Organization  for  Migration, 
April  2008,  S. 5 Nr. 3.3). Das bei  der Beschwerdeführerin  diagnosti-

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zierte Maffucci-Syndrom steht somit einem Wegweisungsvollzug wei-
terhin nicht entgegen.

Der Beschwerdeführer hat im März 2003 – also rund drei Monate be-
vor das Wiedererwägungsgesuch gestellt wurde – als Beifahrer einen 
Autounfall erlitten, bei dem der Lenker, sein Freund, ums Leben kam 
und  er  selbst  verletzt  wurde.  Der  Bericht  des  Kantonsspitals  Aarau 
vom 21. März 2003 gibt darüber Auskunft, dass er eine Hirnerschütte-
rung  mit  Commotio,  Schnittwunden  im  Gesicht,  Quetschungen  im 
Brustbereich, am Unterarm und am Knie, sowie Nasenverletzungen er-
litt. Ein weiterer Arztbericht von I._______ vom 2. Juni 2003 beschreibt 
den  Beschwerdeführer  als  angespannt,  nervös,  depressiv,  unruhig, 
schlafgestört,  und  aufgrund  des  psychischen  Zustands  nur  einge-
schränkt reisefähig; er sei  auf Medikamente angewiesen. Ein Bericht 
der integrierten Psychiatrie Winterthur vom 25. Juli 2003 attestiert dem 
Beschwerdeführer aufgrund des Unfalls eine posttraumatische Belas-
tungsstörung und stellt  fest,  regelmässige psychiatrische Gespräche 
und eine Fortführung der medikamentösen Therapie seien notwendig. 
Die Reisefähigkeit wird als gegeben beurteilt. Immerhin könnten in der 
Regel nach einer mehr als halbjährigen Behandlung wesentliche The-
rapieerfolge erzielt werden, namentlich wenn diese – wie im vorliegen-
den Fall – rasch nach dem auslösenden Ereignis einsetzten. Wie die 
Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt  hat, 
können im Kosovo leichte bis mittelschwere psycho-soziale Krankhei-
ten behandelt  werden und die entsprechenden Medikamente  stehen 
zur Verfügung. Im Rahmen der Rückkehrhilfe, um die der Beschwerde-
führer beim BFM nachsuchen kann (Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG i.V.m. 
Art.  75  AsylV  2),  ist  sodann  neben  einer  finanziellen  Unterstützung 
auch die Mitgabe der erforderlichen Medikamente möglich.

4.3 Schliesslich  lässt  die Tatsache,  dass die Beschwerdeführer trotz 
entsprechender  Aufforderung  bis  heute  keine  aktuellen  Arztberichte 
eingereicht haben, darauf schliessen, dass sie keine gravierenden ge-
sundheitlichen Probleme (mehr) haben. Hinsichtlich des Beschwerde-
führers  ist  sodann darauf  hinzuweisen,  dass  dieser  seit  über  einem 
Jahr als Maurer tätig ist, was diese Schlussfolgerung zusätzlich unter-
mauert. Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzu-
ges  ist  grundsätzlich  das  Kindeswohl  zu  berücksichtigen  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 6). Auch wenn die  zwei  älteren Kinder  inzwischen 
zwischen 11- und 7 jährig sind und das zweite Kind dieses Jahr einge-
schult  worden ist,  lassen diese Umstände die Wegweisung nicht  als 

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unzumutbar erscheinen, zumal die Kinder noch in einem Alter sind, in 
welchem ihre persönliche Entwicklung noch stark an die Beziehung zu 
ihren Eltern gebunden ist. Die gemeinsame Rückkehr und das Zusam-
menleben mit den engsten Bezugspersonen dürfte ihnen die (Re-)Inte-
gration  in  ihrem  Heimatland  nach  anfänglichen  Schwierigkeiten  er-
leichtern. Von einer  übermässigen Härte  und damit  einer  relevanten 
Beeinträchtigung des Kindeswohls gemäss Art. 3 Abs. 1 des Überein-
kommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des  Kindes 
(SR 0.107) kann im vorliegenden Fall nicht ausgegangen werden (vgl. 
diesbezüglich  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-2799/2007 
vom  26.  Februar  2008  E.  6.4  und  C-378/2006  vom  12. September 
2008  E.6.2.3;  6.2.4;  6.3).  Ferner  verfügen  die  Beschwerdeführer  im 
Heimatstaat über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz (vgl. Urteil 
der ARK vom 30. April 2003 E. 5 aa; kantonale Protokolle S. 4 und 5) 
und dem Beschwerdeführer wird seine hier in der Schweiz erworbene 
Berufserfahrung  als  Maurer  auch  im  Heimatland  von  Nutzen  sein. 
Insgesamt ist eine Rückkehr in den Kosovo daher zumutbar.

4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Wiedererwägungs-
gründe vorliegen. Das Bundesamt hat somit das Wiedererwägungsge-
such zu Recht abgelehnt.

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1'200.– 
den  Beschwerdeführern  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG  i.V.  m. 
Art. 1-3  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21. Februar  2008  [VGKE])  und 
mit dem am 1. September 2003 einbezahlten Kostenvorschuss zu ver-
rechnen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr.1'200.– werden den Beschwerdeführern 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. (...) (per Kurier; in Kopie)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich ad 1 431 472 (in Kopie, Bei-

lage: Kopie Identitätskarte (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Stella Boleki

Versand: 

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