# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a916dec7-a214-506f-bedb-f1ab2459454c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.12.2023 SB210606
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210606_2023-12-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB210606-O/U/jv

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Kümin Grell 

Urteil vom 12. Dezember 2023

sowie

Nachtragsurteil vom 5. Februar 2024

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. C. Kauf, 

Anklägerin und I. Berufungsklägerin

sowie

1. A._____, 
2. B._____, 
Privatkläger und III. Berufungskläger (PK 2 Rückzug)

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, 

2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, 

gegen

1. C._____, 
2. D._____, 
Beschuldigte und II. Berufungskläger

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y1._____, 

-   2   -

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____, 

betreffend mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 
vom 14. Juli 2021 (DG200247)

sowie

C._____, 
Beschuldigter und Beschwerdeführer 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y1._____, 

betreffend Kostenauflage aus dem Beschwerdeverfahren UB200046-O

Beschwerde gegen die Präsidialverfügung des Bezirksgerichts Zürich, 
4. Abteilung, vom 19. November 2021 (DG200247)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Dezem-

ber 2020 (Urk. 20/5) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 172 S. 107 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte C._____ ist schuldig 

 der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB,

 der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht im Sinne von Art. 219 
Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB,
 der Verletzung des Geheimbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von 

Art. 179quater Abs. 1 und Abs. 3 StGB.

2. Der Beschuldigte C._____ wird freigesprochen von den Vorwürfen

 der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB, 
 der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, 
 der Unterlassung der Nothilfe im Sinne von Art. 128 Abs. 1 StGB und
 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB

3. Die Beschuldigte D._____ ist schuldig 

 der Gehilfenschaft zu mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne 
von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 25 StGB,

 der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht im Sinne von Art. 219 
Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB,
 der Verletzung des Geheimbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von 

Art. 179quater Abs. 1 und Abs. 3 StGB.

4. Die Beschuldigte D._____ wird freigesprochen von den Vorwürfen

 der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB, 
 der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, 
 der Unterlassung der Nothilfe im Sinne von Art. 128 Abs. 1 StGB und
 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

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5. Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 594 Tage durch Haft erstanden sind.

6. Die Beschuldigte D._____ wird bestraft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 594 Tage durch Haft erstanden sind.

7. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten C._____ wird im Umfang von 

18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen 

(18 Monate, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe der Beschuldigten D._____ wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

9. Der Beschuldigte C._____ wird im Sinne von Art. 66a lit. h StGB für 8 Jahre des Lan-

des verwiesen.

10. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

betreffend den Beschuldigten C._____ angeordnet. 

11. Dem Beschuldigten C._____ wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 StGB erteilt.

12. Der Beschuldigten D._____ wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 StGB erteilt. 

13. Es wird für beide Beschuldigte kein Kontakt- und Rayonverbot angeordnet.

14. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich I des Kantons Zürich vom 11. De-

zember 2020 einzig als Beweismittel beim Beschuldigten C._____ beschlagnahmte 

Mobiltelefon Apple iPhone X, weiss (Asservat-Nr. A013'271'346) wird ihm innert 

30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen hin 

herausgegeben, ansonsten hernach der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwen-

dung beziehungsweise Vernichtung überlassen.

15. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich I des Kantons 

Zürich vom 11. Dezember 2020 einzig als Beweismittel bei der Beschuldigten 

D._____ beschlagnahmten Gegenstände werden ihr innert 30 Tagen nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen hin herausgegeben, an-

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sonsten hernach der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung beziehungs-

weise Vernichtung überlassen:

 1 Computer Apple iPad 6 (Asservat-Nr. A013'271'448);
 1 Mobiltelefon Apple iPhone 7 Plus, goldfarben (Asservat-Nr. A013'271'471).

16. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich I des Kantons 

Zürich vom 11. Dezember 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegen-

stände werden den Beschuldigten innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Entscheides auf erstes Verlangen hin herausgegeben, ansonsten hernach der 

Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung beziehungsweise Vernichtung über-

lassen:

 1 Mobiltelefon, Apple iPhone, silberfarben (Asservat-Nr. A013'271'517);
 1 Laptop (tragbar), silberfarben (Asservat-Nr. A013'271'539);
 3 CDs (Asservat-Nr. A013'271'540);
 1 USB Stick (Asservat-Nr. A013'271'551).

17. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich I des Kantons 

Zürich vom 11. Dezember 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegen-

stände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

 1 Kerze, weiss, einzeln (Asservat-Nr. A013'271'993);
 Kerzen, 1x weiss / 2x orange (Asservat-Nr. A013'272'032);
 Kerzen, 10x weiss (Asservat-Nr. A013'272'098).

18. Die nachfolgenden, sichergestellten Spurenträger werden eingezogen und sind nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides durch die zuständige Lagerbehörde zu 

vernichten: 

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A013'350'408);
 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A013'350'419);
 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A013'350'420);
 Vergleichs-WSA (Asservat-Nr. A013'387'661).

19. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin A._____ wird auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

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20. Die Beschuldigten werden solidarisch verpflichtet, der Privatklägerin A._____ 

Fr. 12'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 19. November 2019 als Genugtuung zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

21. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen.

22. Rechtsanwalt MLaw Y1._____ wird zusätzlich zu den bereits erfolgten Akontozah-

lungen von Fr. 16'448.80 und Fr. 15'490.75 für die amtliche Verteidigung des Be-

schuldigten C._____ mit Fr. 24'316.95 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 

entschädigt.

23. Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ wird zusätzlich zu den bereits erfolgten Akontozah-

lungen von Fr. 12'447.–, Fr. 11'264.35 und Fr. 10'000.– für die amtliche Verteidigung 

der Beschuldigten D._____ mit Fr. 31'826.75 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt.

24. Rechtsanwältin lic. iur. X3._____ wird für die unentgeltliche Vertretung der Privatklä-

gerin A._____ mit Fr. 29'922.15 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. 

25. Rechtsanwältin Dr. iur. X4._____ (substituiert durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____) 

wird für die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers B._____ mit Fr. 18'856.75 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

26. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 12'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 16'000.–   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 39'106.80 Gutachten/Expertisen

Fr. 86.80 Zeugenentschädigung

Fr. 4'097.– Auslagen Untersuchung 

Fr. 56'256.50   Entschädigung amtliche Verteidigung C._____ 

Fr. 65'538.10 Entschädigung amtliche Verteidigung D._____ 

Fr. 29'922.15 Entschädigung unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 

Fr. 18'856.75 Entschädigung unentgeltliche Vertretung Privatkläger 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

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27. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung beider Beschuldigten sowie der unentgeltlichen 

Vertretung beider Privatkläger, werden den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt.

28. Die Kosten der amtlichen Verteidigung beider Beschuldigten sowie der unentgelt-

lichen Vertretung beider Privatkläger werden auf die Gerichtskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

29. (Mitteilungen)

30. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 182 S. 2, 246 S. 1 und 273 S. 1)

1. Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 14.07.2021 sei 

aufzuheben und der Beschuldigte C._____ sei schuldig zu sprechen: 

- der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB

- der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB

- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB

2. Dispositivziffer 3, Spiegelstrich 1, sei aufzuheben und die Beschuldigte 

D._____ sei der Mittäterschaft zu mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kin-

dern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

3. Dispositivziffer 4 sei aufzuheben und die Beschuldigte D._____ sei schuldig 

zu sprechen:

- der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB

- der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB

- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB

4. Dispositivziffer 5 des Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte C._____ 

sei mit einer Freiheitsstrafe von 7.5 Jahren zu bestrafen. 

-   8   -

5. Dispositivziffer 6 des Urteils sei aufzuheben und die Beschuldigte D._____ sei 

mit einer Freiheitsstrafe von 7.5 Jahren zu bestrafen.

6. Dispositivziffern 7 und 8 des Urteils seien aufzuheben und die Freiheitsstrafen 

seien zu vollziehen.

7. Dispositivziffern 9 des Urteils sei aufzuheben und es sei für C._____ eine Lan-

desverweisung von 12 Jahren auszusprechen.

8. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.

b) Der Verteidigung des Beschuldigten 1:

(Urk. 247 S. 2 f. und 274 S. 2)

1. Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen und es sei 

Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils vollumfänglich aufzuheben. Der Beru-

fungskläger sei somit vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

Kindern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht i.S.v. Art. 219 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Drohung i.S.v. 

Art. 180 Abs. 1 StGB und der Verletzung des Geheimbereichs durch Auf-

nahmegeräte i.S.v. Art. 179quater Abs. 1 und Abs. 3 StGB freizusprechen.

2. Es seien Ziffer 5 und 7 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und es sei 

von einer Bestrafung abzusehen. 

3. Es seien Ziffer 9 und 10 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und es sei 

von einer Landesverweisung und deren Ausschreibung im SIS abzusehen.

4. Es sei Ziffer 11 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und es sei von einem 

lebenslänglichen Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 StGB abzu-

sehen.

5. Es seien die Ziffern 19 und 20 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und 

es seien die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 

A._____ abzuweisen. 

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Eventualiter seien die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses zu verweisen.

6. Es seien die Ziffern 27 und 28 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und 

die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens auf die Staats-

kasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien definitiv auf 

die Staatskasse zu nehmen.

7. Es sei dem Berufungskläger für die unrechtmässig erlittene Untersuchungs- 

bzw. Sicherheitshaft von 600 Tagen eine Genugtuungszahlung in der Höhe 

von CHF 120'000.00 zzgl. 5% Zins seit dem 23. September 2020, zu be-

zahlen.

8. Es seien die Berufungsanträge der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin 

abzuweisen.

9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwert-

steuerzusatz zulasten des Staates.

c) Der Verteidigung der Beschuldigten 2:

(Urk. 248 S. 1 f. und 275 S. 1)

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Juli 2021 sei betreffend Dis-

positiv-Ziffern 3, 6, 12, 20 und 27 aufzuheben.

2. Die Beschuldigte sei in Bezug auf sämtliche Anklagevorwürfe vollumfänglich 

freizusprechen.

3. Eventualiter sei die Beschuldigte in Bezug auf Anklageziffer 1.2 lediglich der 

Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht i.S.v. Art. 219 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen und mit einer bedingten Freiheitsstrafe von max. 

6 Monaten zu bestrafen, dies unter Anrechnung der bereits erstandenen 

Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie unter Anordnung einer 

Probezeit von 2 Jahren.

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4. Es sei der Beschuldigten D._____ eine Prozessentschädigung im Betrag von 

Fr. 119'800.– auszurichten. Eventualtier sei ihr eine angemessene Prozes-

sentschädigung für die erlittene Überhaft auszurichten.

5. Es seien die von der Privatklägerin geltend gemachten Schadenersatz- und 

Genugtuungsbegehren abzuweisen. Eventualtier sei die Privatklägerin mit 

ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg zu verweisen und die vor-

instanzlich zugesprochene Genugtuungssumme angemessen zu reduzieren.

6. Es sei auf die Anordnung eines Tätigkeitsverbots i.S.v. Art. 67 StGB zu ver-

zichten.

7. Alles unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolgen.

d) Der Vertretung der Privatklägerin 1:

(Urk. 249 S. 1 f. und 277 S. 1)

1. Dispositiv-Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteils sei zu bestätigen.

2. Dispositiv-Ziff. 2 des Urteils des BG Zürich vom 24.07.2021 sei aufzuheben 

und der Beschuldigte 1 C._____ sei schuldig zu sprechen auch:

- der schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 Abs. 3 StGB

- der mehrfachen sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB

- der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB

3. Dispositiv-Ziff. 3 Spiegelstrich 1 sei aufzuheben und die Beschuldigte 2 

D._____ sei der Mittäterschaft zur mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kin-

dern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Im Übrigen sei 

Dispositiv-Ziff. 3 zu bestätigen.

4. Dispositiv-Ziff. 4 sei aufzuheben und die Beschuldigte 2 D._____ sei schuldig 

zu sprechen auch:

- der schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 Abs. 3 StGB

- der mehrfachen sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB

- der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB

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5. Dispositiv-Ziff. 5-8 seien aufzuheben und die Beschuldigten 1 und 2 entspre-

chend den beantragten Schuldsprüchen angemessen zu bestrafen.

6. Dispositiv-Ziff. 9-12 seien zu bestätigen.

7. Dispositiv-Ziff. 13 sei aufzuheben und es sei für die Beschuldigten 1 und 2 ein 

5-jähriges Kontakt- und Annäherungsverbot (bis auf 200m) zur Privatkläge-

rin 1 A._____ i.S.v. Art. 67b Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. a StGB anzuordnen.

8. Dispositiv-Ziff. 14-18 seien zu bestätigen.

9. Dispositiv-Ziff. 19 sei aufzuheben und die Beschuldigten seien im Grundsatz 

zu verpflichten, gegenüber der Privatklägerin 1 für Schaden, welcher im 

Zusammenhang mit dem eingeklagten Sachverhalt steht, solidarisch aufzu-

kommen.

10. Dispositiv-Ziff. 20 sei aufzuheben und die Beklagten 1 und 2 seien solidarisch 

zu verpflichten, der Privatklägerin 1 Fr. 50'000.– als Genugtuung zu bezahlen, 

zuzüglich 5% Zins seit 1. Januar 2019.

11. Die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Verfahrens und des Be-

rufungsverfahrens seien ausgangsgemäss den Beschuldigten 1 und 2 aufzu-

erlegen.

12. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 1 im 

gesamten Verfahren und über beide Instanzen seien auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. Von einer Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO gegen-

über der Privatklägerin 1 sei abzusehen.

e) Der Vertretung des Privatklägers 2: 

(Urk. 217)

Rückzug der Berufung

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Beschwerdeantrag des Beschuldigten 1:
(Urk. 176 S. 3 f. und 247 S. 3 f.)

1. Es sei Ziffer 1 der Präsidialverfügung vom 19. November 2021 aufzuheben 

und es seien die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Obergericht des 

Kantons Zürich, III. Strafkammer (Geschäfts-Nr. UB200046-O) vollumfänglich 

auf die Staatskasse zu nehmen.

2. Es sei die vorliegende Beschwerde der Berufungskammer zu überweisen.

3. Eventualtier sei das vorgenannte Rechtsbegehren als Berufungsantrag im 

Berufungsantrag anzusehen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwert-

steuerzusatz zulasten des Staates.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils kann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Urk. 172 S. 7-10). 

2. Die Vorinstanz fällte am 14. Juli 2021 das eingangs im Dispositiv wieder-

gegebene Urteil, welches gleichentags mündlich eröffnet wurde (Prot. I S. 77 ff.). 

Im Anschluss daran beschloss sie die Entlassung der beiden Beschuldigten aus 

der Sicherheitshaft (Prot. I S. 83 ff.). Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

(nachfolgend "Staatsanwaltschaft") meldete noch vor Schranken Berufung an 

und  beantragte die Fortsetzung der Sicherheitshaft der beiden Beschuldigten 

(Urk. 158/1+2; Prot. I S. 83 f.). In der Folge beschloss die Vorinstanz, die beiden 

Beschuldigten bis zum Entscheid der Verfahrensleitung des Obergerichts in Sicher-

heitshaft zu belassen, längstens bis zum 19. Juli 2021, 18:05 Uhr (Prot. I S. 85; 

Urk. 148 f.). Mit Präsidialverfügungen der II. Strafkammer des Obergerichts vom 

19. Juli 2021 wurde der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Fortsetzung der Sicher-

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heitshaft in Bezug auf beide Beschuldigten abgewiesen und deren sofortige Ent-

lassung angeordnet (Urk. 163 f.). 

Die beiden Beschuldigten und die beiden Privatkläger liessen innert Frist ebenfalls 

Berufung anmelden (Urk. 157, 159, 160 und 161). Nach Zustellung des begründe-

ten Urteils reichten sämtliche Parteien wiederum fristgerecht ihre Berufungserklä-

rungen ein (Urk. 171/1-5, 176, 178, 180, 182 und 184). Der Beschuldigte 1 erhob 

gleichzeitig eine Kostenbeschwerde (Urk. 176 S. 3). Mit Präsidialverfügung vom 

20. November 2021 wurden den Parteien die Berufungserklärungen der jeweiligen 

anderen Parteien zugestellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschluss-

berufung erhoben oder ob begründet ein Nichteintreten auf die Berufung(en) be-

antragt wird (Urk. 186). Der Privatklägerin 1 wurde zudem Frist angesetzt, um zu 

erklären, ob sie beantragt, dass dem Gericht eine Person gleichen Geschlechts 

angehört, ob sie für den Fall einer Befragung verlangt, von einer Person gleichen 

Geschlechts einvernommen zu werden, und ob für die Übersetzung ihrer Befra-

gung eine Person gleichen Geschlechts beigezogen werden soll (ebd.). Die Staats-

anwaltschaft und die Privatkläger verzichteten ausdrücklich auf Anschlussberufung 

(Urk. 190, 192, 194), die Beschuldigten liessen sich diesbezüglich nicht mehr ver-

nehmen. Die Privatklägerin 1 beantragte mit Eingabe vom 10. Januar 2022, dass 

dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Geschlechts angehöre. Auf den Bei-

zug einer befragenden oder übersetzenden Person gleichen Geschlechts verzich-

tet sie (Urk. 192). Mit Präsidialverfügung vom 9. August 2022 wurde die Publikums-

öffentlichkeit von der Berufungsverhandlung ausgeschlossen, unter Zulassung 

der  akkreditierten Gerichtsberichterstatter nur unter Auflagen (Urk. 209, 211). Am 

14. Oktober 2022 wurden die Parteien auf den 23. Februar 2023 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 212).

3. Der Privatkläger 2 teilte mit Eingabe vom 6. Januar 2023 den Rückzug seiner 

Berufung mit (Urk. 217), wovon Vormerk zu nehmen ist. 

4. Mit Eingabe vom 5. Januar 2023 liess der Beschuldigte 1 diverse Beweisanträge 

stellen (Urk. 215), zu welchen sämtliche Parteien nach angesetzter Frist (Urk. 219) 

Stellung nahmen (Urk. 222, 223, 226, 228). Die Beschuldigte 2 liess mit Eingabe 

-   14   -

vom 17. Januar 2023 ihrerseits Beweisanträge stellen (Urk. 223). Mit Präsidial-

verfügung vom 6. Februar 2023 wurden in Gutheissung der Beweisanträge des Be-

schuldigten 1 der Beizug der Verfahrensakten betreffend das Strafverfahren gegen 

den Privatkläger 2 angeordnet, das Gutachten der PUK über die Erziehungsfähig-

keit des Beschuldigten 1 zu den Akten genommen, jedoch den Privatklägern nicht 

zur Kenntnis gebracht, und ein Gutachten zur Schuldfähigkeit des Beschuldigten 1 

angeordnet. Die weiteren Beweisanträge des Beschuldigten (erneute Einvernahme 

von E._____, Auswertung und Übersetzung von Audiodateien, Verweigerung der 

Zustellung des neu zu erstellenden Gutachtens über den Beschuldigten an die Pri-

vatkläger) wurden abgewiesen. Schliesslich wurde den Parteien mit besagter Prä-

sidialverfügung Frist angesetzt, um Gutachtervorschläge zu unterbreiten, sowie zur 

Stellungnahme zu den Beweisanträgen der Beschuldigten 2, das Gutachten der 

PUK über die Erziehungsfähigkeit der Beschuldigten 2 sei zu den Akten zu neh-

men, jedoch den Privatklägern nicht zur Kenntnis zu bringen (Urk. 230). Gleichzei-

tig wurde darauf hingewiesen, dass die Berufungsverhandlung vom 23. Fe-

bruar 2023 stattfinde mit Beweisverfahren und ersten Parteivorträgen (Urk. 230 

S. 5). Die Staatsanwaltschaft liess sich am 13. Februar 2023 (Urk. 232), der Privat-

kläger 2 – unter Übermittlung der Honorarnote – am 14. Februar 2023, die Privat-

klägerin 1 am 16. Februar 2023 und der Beschuldigte 1 am 20. Februar 2023 zu 

den Beweisanträgen der Beschuldigten 2 vernehmen (Urk. 234-235, 239-240). 

5. Am 15. Februar 2023 wurden über die Beschuldigten neue Strafregisterauszüge 

eingeholt (Urk. 236-237). 

6. Am 23. Februar 2023 wurde der erste Teil der Berufungsverhandlung durchge-

führt, zu welcher die Beschuldigten 1 und 2 je mit ihren amtlichen Verteidigern, die 

Staatsanwältin, die damalige unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin 1 sowie 

der Privatkläger 2 erschienen sind (Prot. II S. 10). Im Rahmen des Beweisver-

fahrens wurden die Beschuldigten zu ihren persönlichen Verhältnissen sowie zur 

Sache befragt (Urk. 242 und 243). Zudem stellten die Parteien weitere Beweis-

anträge und sie erstatteten teilweise ihre ersten Parteivorträge (Urk. 244, 246-249; 

Prot. II S. 17 ff.). 

-   15   -

7. Im Nachgang zur Berufungsverhandlung wurde mit Präsidialverfügung vom 

8. März 2023 den beiden amtlichen Verteidigern je eine Akonto-Honorarzahlung 

aus der Gerichtskasse von Fr. 15'000.– zugesprochen (Urk. 253). Mit Beschluss 

vom 4. April 2023 wurden die vom Beschuldigten eingereichten Unterlagen (Kopien 

von Pass und Bewilligungskopie) zu den Akten genommen; im Übrigen wurden die 

Beweisanträge des Beschuldigten 1 vom 23. Februar 2023 abgewiesen. Die Origi-

nale der Urk. 245/1-2 (neu eingereichte Datenträger inkl. Übersetzungen) wurden 

aus den Akten gewiesen und der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 1 re-

tourniert. Zudem wurde das Gutachten der PUK vom 27. Oktober 2022 (Urk. 224) 

über die Erziehungsfähigkeit der Beschuldigten 2 zu den Akten genommen und 

beschlossen, dass dieses der Rechtsvertreterin der Privatklägerin 1 zur Kenntnis 

gebracht werde, nicht jedoch der Privatklägerin 1 persönlich, dem Privatkläger 2 

oder dessen Vertretung. Das Gutachten der PUK vom 7. November 2022 be-

treffend den Beschuldigten 1 (Urk. 216/3) wurde in teilweiser Wiedererwägung der 

Präsidialverfügung vom 6. Februar 2023 der Rechtsvertreterin der Privatklägerin 1 

zur Einsicht zugelassen, nicht jedoch der Privatklägerin 1 persönlich, dem Privat-

kläger 2 oder dessen Vertretung. Weiter wurde in Wiedererwägung der Präsidial-

verfügung vom 6. Februar 2023, Dispositiv-Ziffer 6, von einer Begutachtung des 

Beschuldigten 1 über dessen Schuldfähigkeit abgesehen. Schliesslich wurde die 

mündliche Fortsetzung des Berufungsverfahrens beschlossen und die entspre-

chende Vorladung in Aussicht gestellt (Urk. 255). 

8. Zur Fortsetzung der Berufungsverhandlung am 22. November 2023 erschienen 

sind die Beschuldigten 1 und 2 je mit ihren amtlichen Verteidigern, die Staats-

anwältin, die Privatklägerin 1 mit ihrer neuen unentgeltlichen Vertreterin sowie der 

Privatkläger 2 (Prot. II S. 34). Die Parteien vervollständigten ihre ersten Partei-

vorträge (Urk. 273-275, 277; Prot. II S.  40) und der Verteidiger des Beschuldigten 1 

erstattete einen zweiten Vortrag (Prot. II S. 41). Über das Urteil wurde gleichentags 

sowie am 12. Dezember 2023 beraten. Die Urteilseröffnung fand am 22. Dezem-

ber 2023 statt (Prot. II S. 43 ff.). 

-   16   -

II. Prozessuales

1. Aufgrund der gestellten Anträge der Parteien gelten Dispositiv-Ziff. 2, 3. Spiegel-

strich, und 4, 3. Spiegelstrich (Freisprüche betreffend Unterlassung der Nothilfe), 

Dispositiv-Ziff. 14 - 18 (Herausgabe bzw. Vernichtung von Gegenständen), Dis-

positiv-Ziff. 21 (Abweisung Genugtuung Privatkläger 2), Dispositiv-Ziff. 22 - 25 

(Entschädigungen amtliche Verteidiger und unentgeltliche Rechtsvertretungen) 

und Dispositiv-Ziff. 26 (Kostenfestsetzung) als unangefochten. Sie erwachsen da-

mit in Rechtskraft, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 

StPO). Im übrigen Umfang steht der angefochtene Entscheid im Rahmen des 

Berufungsverfahrens zur Disposition.

2. Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes ein-

zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsin-

stanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken.

3. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sach-

verhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung 

findet.

4. Mit seiner Berufungserklärung hat der Beschuldigte 1 gleichzeitig Beschwerde 
gegen die Präsidialverfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 19. November 2021 

(Geschäfts-Nr.: DG200247) betreffend nachträgliche Kostenauflage für das Be-

schwerdeverfahren UB200046 (betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft) 

erhoben und diese kurz begründet (Urk. 176 S. 3). Er beantragt u.a. auch die Über-

weisung der Beschwerde an die Berufungskammer, eventualiter "sei das vorge-

nannte Rechtsbegehren als Berufungsantrag im Berufungsantrag anzusehen" 

(Urk. 176 S. 4, Antrag Nr. 2 und 3). Darauf ist unter Erw. XIII. einzugehen. Das 

Rubrum ist entsprechend anzupassen.

-   17   -

III. Sachverhalt

A. Ausgangslage 

1. Vorliegend ist in Bezug auf sämtliche eingeklagten Sachverhalte – mit Ausnahme 

der Unterlassung der Nothilfe, von der die Beschuldigten bereits rechtskräftig frei-

gesprochen sind – zu prüfen, ob sich diese erstellen lassen, da die Beschuldigten 

die erstinstanzlichen Schuldsprüche und die Staatsanwaltschaft sowie die Privat-

klägerin 1 die erfolgten Freisprüche mit erwähnter Ausnahme angefochten haben. 

2. Die hierzu zur Verfügung stehenden Beweismittel wurden im vorinstanzlichen 

Entscheid aufgeführt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 172 S. 14). Ebenso sind 

die zutreffenden Erwägungen betreffend die Unverwertbarkeit diverser polizeilicher 

Einvernahmen mangels Wahrung der Teilnahmerechte (Urk. D1 6/1-, Urk. D1 6/10, 

Urk. D1 6/15-18, Urk. D1 6/20, Urk. D1 6/26-29) und der Schluss, dass alle übrigen 

Einvernahmen verwertbar seien, zu übernehmen (Urk. 172 S. 12 f.). 

3. Die Vorinstanz legte die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweiswür-

digung zutreffend dar, worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen ebenfalls 

zu verweisen ist (Urk. 172 S. 14 f.). 

4. Die korrekten Erwägungen der Vorinstanz betreffend die Glaubwürdigkeit der 

einvernommenen Personen sind zu übernehmen (Urk. 172 S. 15-17), wenn auch 

zu beachten ist, dass die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten 

Aussagen für die Wahrheitsfindung weitaus bedeutender ist als die allgemeine 

Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen, welcher im Sinne einer dauerhaften 

personalen Eigenschaft nach heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von Aus-

sagen  kaum mehr relevante Bedeutung zukommt (BGE 133 I 33 E. 4.3; BGer 

6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 5.4.3; BGer 5A_550/2019 vom 1. September 

2020 E. 9.1.3.1; je mit Hinweisen). 

5. Psychiatrisch-aussagepsychologisches Gutachten

5.1. Bevor die Vorinstanz auf die eigentliche Sachverhaltserstellung der einzelnen 

Vorwürfe einging, unterzog sie das durch die Staatsanwaltschaft in Auftrag ge-

gebene psychiatrisch-aussagepsychologische Gutachten über die Privatklägerin 1/ 

-   18   -

Geschädigte (A._____, meist "A'._____" genannt, nachfolgend "Privatklägerin 1") 

vom 15. Juni 2020 (Urk. D1 8/30) einer näheren Betrachtung, auf welche einlässli-

chen Ausführungen grundsätzlich verwiesen werden kann (Urk. 172 S. 17-27). Die 

folgenden Erwägungen sind lediglich wiederholender bzw. zusammenfassender 

Natur. 

5.2. Das Gutachten wurde von einem Psychiater und drei Psychologinnen erstellt. 

Dabei wurde bei der Privatklägerin eine (komplexe) posttraumatische Belastungs-

störung (DSM-5 / ICD-10: F43.1) diagnostiziert (Urk. D1 8/30 S. 217). Gestützt auf 

die bei der Privatklägerin vorgenommenen Analysen (Kompetenzanalyse, Fehler-

quellenanalyse und Realkennzeichenanalyse resp. Glaubhaftigkeitsprüfung) fol-

gerten die Gutachter, die Aussagen der Privatklägerin seien aus aussagepsycho-

logischer Sicht "mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubhaft" (Urk. D1 8/30 S. 219). 

5.3. Die Verteidigung des Beschuldigten 1 monierte vor Vorinstanz, das Gutachten 

sei ohne Bezug auf Wortprotokolle der Einvernahmen erstellt worden, was als gro-

ber Kunstfehler zu betrachten sei und wodurch das ganze Gutachten an Wert ver-

liere; auf das Gutachten könne nicht abgestellt werden (Urk. 133 S. 29). Aus dem 

220 Seiten umfassenden Gutachten geht hervor, dass sich die Sachverständigen 

eingehend mit den ihnen zur Verfügung gestellten Akten auseinandergesetzt ha-

ben. Bei den Autoren handelt es sich um ausgewiesene Experten in Bezug auf die 

Erstellung von Gutachten (PD Dr. med. F._____ und lic. phil I G._____) resp. um 

Psychologinnen mit CAS Forensische Psychiatrie und Psychologie (MSc H._____ 

und I._____; Urk. D1 8/30 S. 220). Als Grundlage für die Begutachtung dienten die 

drei audiovisuellen Einvernahmen der Privatklägerin 1, die weiteren von der Staats-

anwaltschaft zur Verfügung gestellten Untersuchungsakten sowie die persönliche 

Untersuchung der Privatklägerin durch den Gutachter PD Dr. med. F._____ vom 

8. April 2020 in Anwesenheit der Therapeutin der Privatklägerin 1, Frau J._____ 

(Urk. D1 8/30 S. 8). Die Gutachter erhielten somit einen umfassenden Einblick in 

die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Aussagen und in die Grundlagen 

der polizeilichen Ermittlungen (so auch Urk. 172 S. 19). Zu beachten ist weiter, 

dass bei der gesamten Begutachtung zur Qualitätssicherung das Mehraugenprin-

zip angewendet wurde und Ergebnisse der Analysen und Befunde gemäss Gut-

-   19   -

achten mit allen beteiligten Gutachterinnen und Hilfspersonen besprochen resp. 

Unstimmigkeiten thematisiert wurden (Urk. D1 8/30 S. 157). Die Sichtung der drei 

audiovisuellen Einvernahmen wurde gemäss Gutachten mehrfach zu unterschied-

lichen Zeitpunkten und unter Berücksichtigung verschiedener Fragestellungen und 

Aspekte durchgeführt (ebd.). Die Vorinstanz erwog zurecht, dass die Qualität der 

Videoaufnahmen und der Blickwinkel, aus dem die Privatklägerin 1 jeweils gefilmt 

wurde, es den Fachpersonen ermöglichten, die Mimik und Gestik sowie die Sprech-

weise der Privatklägerin 1 mitzuverfolgen, womit die Videoaufzeichnungen einen 

ausreichenden persönlichen Eindruck vom Aussageverhalten der Privatklägerin 1 

zu vermitteln vermochten (Urk. 172 S. 19). Ebenso zutreffend wurde im vorinstanz-

lichen Entscheid darauf hingewiesen, dass die relevanten Sequenzen der audiovi-

suellen Einvernahmen, aus denen sich die gewonnenen Erkenntnisse ergäben, im 

Gutachten ausdrücklich vermerkt worden seien (Urk. 172 S. 19, Urk. D1 8/30 

S. 204 ff.). Aus dem Gesagten ergibt sich angesichts der geschilderten Vorgehens-

weise der Sachverständigen, dass eine seriöse Aussageanalyse vorgenommen 

wurde. Entgegen der Auffassung der Verteidigung des Beschuldigten 1 kann auf-

grund des Ausgeführten auch nicht von unsystematisch vorgehenden und schlecht 

ausgebildeten Sachverständigen gesprochen werden (vgl. Urk. 133 S. 29 f.). Das 

besagte Gutachten kann somit nachfolgend berücksichtigt werden, allerdings unter 

Beachtung, dass das Gericht den Wahrheitsgehalt einer Aussage selbst zu beur-

teilen hat (BGE 129 I 49 Erw. 4 ff.). 

5.4. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die durch dieselben Sachverständigen be-

antworteten Rückfragen der Verteidigung der Beschuldigten 2 (Urk. D1 8/37). 

5.5. In Bezug auf das psychiatrische Gutachten ist mit der Vorinstanz zusammen-

fassend darauf hinzuweisen, dass der Experte Dr. med. F._____ bei der 

Privatklägerin 1 keine Bewusstseins-, Orientierungs-, Aufmerksamkeits- oder 

Gedächtnisstörungen sowie keine Konzentrationsstörungen ausmachen konnte 

(Urk. D1 8/30 S. 118 f.). Ebenso wurden formale Denkstörungen und Wahnvor-

stellungen der Privatklägerin 1 verneint (Urk. D1 8/30 S. 127). Der Gutachter führt 

die Wahrnehmung von Gestalten nicht auf eine psychotische Störung der Privat-

klägerin 1 zurück, zumal sich diese bewusst sei, dass nur sie die Gestalten sehe 

-   20   -

(Urk. D1 8/30 S. 129 f.). In Beantwortung von Rückfragen der Verteidigung der 

Beschuldigten 2 hielt der Gutachter fest, dass die gemäss Privatklägerin 1 ständig 

korrigierenden Gestalten eher im Zusammenhang mit Kritik und Strafe und nicht 

als imperative Stimmen zur Ausführung komplexer Handlungen zu sehen seien 

(Urk. D1 8/37 Antwort 3.1.). Gemäss Vorinstanz hat der Gutachter ausführlich und 

überzeugend dargelegt, dass die von der Privatklägerin 1 wahrgenommenen 

Stimmen deren Aussagen nicht beeinflusst haben, was zu übernehmen ist 

(Urk. 172 S. 20). 

5.6. Gemäss zusammenfassender Beurteilung des aussagepsychologischen Gut-

achtens zeichnete sich das Aussageverhalten der Privatklägerin 1 durch einen 

hohen Erklärungs- und Präzisierungsanspruch aus. Die Privatklägerin 1 habe die 

Antworten detailreich ausgeführt und mehr beschrieben, als sie eigentlich gefragt 

worden sei. Sie habe die mutmasslichen Vorfälle zeitlich mit anderen Ereignissen 

verknüpft, nachgefragt, wenn sie etwas nicht verstanden hatte, überlegt, bevor sie 

geantwortet habe und die Befragende verbessert, wenn diese etwas nicht richtig 

wiedergegeben habe. Sie habe Wissenslücken zugegeben und ihre eigenen Aus-

sagen verbessert, wenn die Aussage für sie noch nicht stimmig gewesen sei. Die 

Privatklägerin sei trotz den stetigen Blicken nach hinten konzentriert und auf-

merksam geblieben und habe prompt auf die Fragen geantwortet. Die Privat-

klägerin 1 habe insgesamt betrachtet wenig Suggestibilität gezeigt (Urk. D1 8/30 

S. 194). Die weiteren wesentlichen Erkenntnisse des aussagepsychologischen 

Gutachtens wurden im vorinstanzlichen Entscheid ausführlich und korrekt wieder-

gegeben (Urk. 172 S. 21-24), worauf zur Vermeidung von Wiederholungen ver-

wiesen wird. 

5.7. Die Vorinstanz ging zudem auf Ergänzungsfragen der Verteidigung der Be-

schuldigten 2 resp. auf deren Beantwortung durch die Sachverständigen ein (vgl. 

Urk. 172 S. 24).

Entgegen den geäusserten Bedenken der Verteidigung erachtete die Vorinstanz 

die Ausführungen des Gutachters als überzeugend und nachvollziehbar, wonach 

aufgrund einer möglichen Aggravation oder Verdeutlichung des selbstverletzenden 

Verhaltens nicht auch eine Aggravations- oder Verdeutlichungstendenz im Hinblick 

-   21   -

auf eine andere Handlung oder generell im Aussageverhalten geschlossen werden 

könne (Urk. 172 S. 24 f., Urk. D1 8/37 Antwort 1.1). Dies ist grundsätzlich zu über-

nehmen, wenn auch bei der nachfolgenden Prüfung nicht ausser Acht zu las-

sen.  

Weiter nimmt die Vorinstanz Bezug auf die Rückfrage der Verteidigung, ob die 

Schlüsse der Gutachter unter Berücksichtigung der noch nicht mit in die Beurteilung 

eingeflossenen Aussagen der polizeilichen Auskunftspersonen und Zeugen, insbe-

sondere der verschiedenen Lehrpersonen, aufrecht erhalten werden können 

(Urk. D1 8/37 Frage 2.3) resp. die Antwort des Gutachters, die von diesen Perso-

nen angeführten möglichen Lügen der Privatklägerin 1 seien eher unspezifisch 

bzw. beträfen den schulischen Bereich. Diese stellten damit keine neuen Informa-

tionen dar, die einen Einfluss auf die im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung 

erhobenen psychopathologischen Symptome und Diagnosen sowie deren Konsis-

tenz- und Validitätsprüfung hätten. Diese Drittaussagen seien bei der Analyse der 

Aussagetüchtigkeit sowie der Motivanalyse berücksichtigt worden. Die Aussage-

tüchtigkeit sei bejaht worden und Falschaussagemotive hätten entkräftet werden 

können (Urk. D1 8/37 Antwort 2.3). Die Vorinstanz weist diesbezüglich zutreffend 

darauf hin, dass die von der Verteidigung gestellte Rückfrage darauf abziele, ins-

besondere die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 1 in Zweifel zu ziehen, was aber 

nicht Gegenstand der Glaubhaftigkeitsbegutachtung gebildet habe. Zudem sei den 

vorgebrachten Zweifeln der Verteidigung an der Glaubhaftigkeit der Privatkläge-

rin 1 aufgrund der angeblichen Lügengeschichten in der Schule etc. entgegenzu-

halten, dass ihr auffälliges Verhalten auch gerade ein Hinweis dafür sei, dass es in 

der Familie Probleme gegeben habe. So hätten mehrere Lehrpersonen den Ver-

dacht geäussert, dass mit der Privatklägerin 1 zu Hause etwas nicht in Ordnung 

gewesen sei, sie zu Hause nicht richtig betreut werde etc. Diese vorinstanzlichen 

Erwägungen überzeugen wie auch die Konklusion, dass die Verteidigung die gut-

achterlichen Schlussfolgerungen nicht zu entkräften vermochte (Urk. 172 S. 25 f.). 

5.8. Schliesslich ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die 

Gutachter die von der Staatsanwaltschaft und der amtlichen Verteidigung der Be-

schuldigten 2 formulierten Fragen ausführlich und zuverlässig beantwortet haben 

-   22   -

und dass die Schlussfolgerungen des Gutachtens schlüssig und nachvollziehbar 

begründet und dargetan wurden (Urk. 172 S. 27). 

B. Anklage Ziff. 1.1. (mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind)

1. Anklagevorwurf

1.1. Unter dem Titel der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind wirft die 

Anklagebehörde dem Beschuldigten 1 zusammengefasst vor, er habe die damals 

14-jährige Privatklägerin 1 im Zeitraum von 1. April 2019 bis 13. November 2019 

insgesamt viermal mit einem Stück Seife im Vaginal- und Analbereich gewaschen. 

Bei zwei Vorfällen habe der Beschuldigte 1 versucht, das Stück Seife in die Scheide 

der Privatklägerin 1 einzuführen, was der Privatklägerin 1 Schmerzen bereitet habe 

(Urk. 20/5 S. 3). Ferner habe der Beschuldigte 1 im Zeitraum von 1. Juli 2019 bis 

13. November 2019, als er zusammen mit der Privatklägerin 1 auf Matratzen im 

Wohnzimmer geschlafen und jeweils neben ihr gelegen habe, die Privatklägerin 1 

jeden Abend an den Brüsten berührt und sie im Vaginalbereich gestreichelt. Ein- 

bis zweimal wöchentlich habe er zusätzlich zwei Finger in die Scheide der Privat-

klägerin 1 eingeführt. Zweimal habe er sie auf die Lippen geküsst. Weiter habe er 

sie angewiesen, zwei seiner Finger in den Mund zu nehmen. Als die Privatkläge-

rin 1 die Toilette habe aufsuchen wollen, habe der Beschuldigte 1 sie zu sich gezo-

gen, so dass er das Gesäss der Privatklägerin 1 mit seinem erigierten Penis berührt 

habe. Schliesslich soll der Beschuldigte 1 der Privatklägerin 1 zu einem nicht genau 

bekannten Zeitpunkt, ca. Ende August 2019, im Gartenhäuschen seines Schreber-

gartens deren Trainerhose und Unterhose ausgezogen und sie im Vaginalbereich 

gekrault haben. Anschliessend habe der Beschuldigte 1 für ca. zwei bis drei Minu-

ten eine Kerze in den Anus der Privatklägerin 1 eingeführt, was ihr Schmerzen ver-

ursacht habe (vgl. im Einzelnen Urk. 20/5 S. 3 f.)

1.2. Die Staatsanwaltschaft unterstellt der Beschuldigten 2, sie habe gewusst, dass 

der Beschuldigte 1 sexuelle Handlungen an der Privatklägerin 1 vorgenommen 

habe, da die Privatklägerin 1 sich nahezu wöchentlich hilfesuchend an die Beschul-

digte 2 gewandt habe. Die Beschuldigte 2 habe sich gegenüber der Privatklägerin 1 

dahingehend geäussert, dass sie dies zulassen müsse, da der Beschuldigte 1 ihr 

-   23   -

Vater sei. Die Beschuldigte 2 habe den Beschuldigten 1 angewiesen, die Privat-

klägerin 1 weiterhin mit Seife zu waschen. Die Beschuldigte 2 sei als Inhaberin der 

elterlichen Sorge verpflichtet gewesen, sexuelle Übergriffe an der Privatklägerin 1 

durch den Beschuldigten 1 zu unterbinden und die Privatklägerin 1 entsprechend 

zu schützen, was die Beschuldigte 2 jedoch wissentlich und willentlich unterlassen 

habe (vgl. im Einzelnen Urk. 20/5 S. 4). 

1.3. Der Beschuldigte 1 habe jeweils mit der Absicht gehandelt, seine sexuellen 

Bedürfnisse zu befriedigen. Beide Beschuldigten sollen gewusst haben, dass die 

Privatklägerin 1 sich aufgrund ihres kindlichen Alters sowie aufgrund ihres Abhän-

gigkeitsverhältnisses zu beiden Beschuldigten gegen die sexuellen Übergriffe nicht 

werde zur Wehr setzen können. Die Beschuldigten sollen die körperliche und geis-

tige Unterlegenheit sowie das bestehende Abhängigkeitsverhältnis der zum Wider-

stand unfähigen Privatklägerin 1 dadurch gezielt ausgenutzt haben (Urk. 20/5 S. 4).

2.1. Aussagen der Privatklägerin 1 

2.1.1. In Bezug auf die eingeklagten Vorfälle in der Dusche schilderte die Privat-

klägerin 1 in den ersten beiden Einvernahmen konstant und widerspruchsfrei, dass 

ihr Stiefvater ins Badezimmer gekommen sei, als sie geduscht habe, und sie mit 

der Seife gewaschen habe. Er habe oben angefangen und sei dann ganz hinunter 

gekommen. Ihre Mutter habe zu ihr gesagt, sie solle es zulassen, er sei ihr Vater 

(Urk. 91 S. 7, Urk. 92 S. 4). Die Privatklägerin 1 gab hinsichtlich der Häufigkeit 

übereinstimmend an, dass sich diese Vorfälle vier bzw. vier bis fünf Mal in der 

Dusche ereignet hätten (Urk. 91 S. 7, Urk. 92 S. 5). Die Vorinstanz hielt zutreffend 

fest, dass die Privatklägerin 1 durchgehend aussagte, der Beschuldigte 1 habe 

auch versucht, die Seife in ihre Vagina einzuführen (Urk. 172 S. 29, Urk. 91 S. 7, 

Urk. 92 S. 5). Den im Gutachten erwähnten Widerspruch in den Aussagen bezüg-

lich der Häufigkeit des Eindringens mit der Seife konnte die Vorinstanz überzeu-

gend auflösen (vgl. Urk. 172 S. 29 f.). Demgemäss ist die Privatklägerin 1 dahin-

gehend zu verstehen, dass der Beschuldigte 1 vier oder fünf Mal in die Dusche 

eingestiegen sei und dabei zweimal versucht habe, mit der Seife in sie einzudringen 

(ebd.). Mit der Verteidigung des Beschuldigten 1 ist bezüglich der beiden von der 

Privatklägerin 1 geschilderten Versuche des Beschuldigten 1, bei ihr eine Seife ein-

-   24   -

zuführen, festzuhalten, dass sich der zweite Vorfall gemäss Privatklägerin 1 in der 

Türkei ereignet hatte (Urk. 91 S. 13, Urk. 247 S. 12). Angesichts des Territorialitäts-

prinzips hat dieser zweite Versuch mit der Seife im vorliegenden Verfahren unbe-

rücksichtigt zu bleiben (Art. 3 Abs. 1 StGB). Die Vorinstanz führte ferner zutreffend 

aus, weshalb die Behauptung der beiden Beschuldigten an der Hauptverhandlung, 

sie seien zu Hause nie mit einer festen Seife ausgestattet gewesen, unzutreffend 

sein muss. Die Privatklägerin 1 habe angegeben, der Stiefvater habe die Seife 

"angeschlagen" und es habe sich um eine feste Seife gehandelt. Auch hätten die 

Beschuldigten ihren eigenen, im Rahmen der Untersuchung gemachten Aussagen 

widersprochen. Diese hätten zu keinem Zeitpunkt erwähnt, dass sie keine feste 

Seife zu Hause gehabt hätten, obwohl dieser Umstand von entscheidender Bedeu-

tung gewesen wäre. Die besagten Aussagen an der Hauptverhandlung wertete die 

Vorinstanz demzufolge korrekt als reine Schutzbehauptungen. Unter Hinweis auf 

die glaubhafte Schilderung der Privatklägerin 1 und die mangelnden gegenteiligen 

überzeugenden Anhaltspunkte ging die Vorinstanz sodann zutreffend von einer 

festen Seife im Sinne der Anklageschrift aus (Urk. 172 S. 30 m.w.H.). Ferner wies 

die Vorinstanz auf kleinere Unstimmigkeiten bei den zeitlichen Angaben hin, führte 

diese jedoch auf die verstrichene Zeit bis zu den Einvernahmen zurück (ebd.). 

Zudem hob die Vorinstanz zutreffend hervor, dass die Privatklägerin 1 transparent 

angab, sich nicht genau erinnern zu können, und dass ihre Aussagen trotz Erinne-

rungslücken keine übermässigen Widersprüche enthielten (Urk. 172 S. 30 f.). Die 

Privatklägerin 1 machte insgesamt glaubhafte und überzeugende Aussagen zum 

Kerngeschehen. Auch sind mit der Vorinstanz keine übermässigen Belastungen 

der Beschuldigten erkennbar. Im Gegenteil erklärte sie, dass der Stiefvater nicht 

jedes Mal in die Dusche eingetreten sei und sie gewaschen habe (Urk. 172 S. 31). 

2.1.2. Auch die folgenden vorinstanzlichen Erwägungen bezüglich der vorgeworfe-

nen Vorfälle im Wohnzimmer sind überzeugend und zu übernehmen. Die Privatklä-

gerin 1 habe in nachvollziehbarer und deliktstypischer Weise ein abgestuftes Vor-

gehen des Beschuldigten 1 geschildert: Sie habe konstant ausgesagt, dass er zu-

nächst ihren Rücken und Bauch "gekrault" habe und dann "abe gange" sei. Er habe 

sie im Intimbereich berührt und sei mit zwei Fingern in ihre Scheide eingedrungen. 

Die Privatklägerin 1 habe bildhaft und plausibel darlegen können, weshalb sie 

-   25   -

immer zusätzliche Kleidung als Schutzwall übereinander angezogen habe. Sie 

habe gemeint, ihn auf diese Weise davon abhalten zu können und dass er denke: 

"mein Gott was hat die an ich komme fast nicht einmal heran". Eine solche Aussage 

wirke nicht erfunden, sondern sei gekennzeichnet durch eine individuell geprägte, 

lebensnahe Schilderung, die von tatsächlich Erlebtem zeuge und glaubhaft wirke 

(Urk. 172 S. 31 m.w.H.). Die Vorinstanz zeigte auf, dass die Angaben der Privat-

klägerin 1 bezüglich der Kadenz gleichbleibend und stimmig waren (Urk. 172 

S. 31 f.). Schlüssig und einleuchtend erscheinen mit der Vorinstanz ferner die Aus-

sagen, der Suizidversuch sei zuerst erfolgt, infolgedessen sie im Wohnzimmer ne-

ben dem Stiefvater habe schlafen müssen, weil die Mutter mit dem Baby im Schlaf-

zimmer geschlafen habe (Urk. 172 S. 32). Hierzu ist mit der Verteidigung des Be-

schuldigten 1 (Urk. 247 S. 13 ff.) allerdings festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 

den Zeitpunkt des Suizidversuchs in ihrer zweiten Einvernahme mit Ende August 

oder Anfang September bezeichnete (Urk. 92 S. 6), resp. mit dem 13. Geburtstag 

ihrer Schwester (dem 24. August 2019) verknüpfte, wobei sie angab, den Suizid-

versuch eine oder zwei Wochen später gemacht zu haben (Urk. 92 S. 16). Wenn 

die Privatklägerin in der ersten Einvernahme erklärt hatte, die Antidepressiva vier-

einhalb Monate zuvor, d.h. ca. Mitte Juli 2019, geschluckt zu haben, ist darin kein 

Widerspruch in ihren Aussagen zu sehen, hat es sich dabei doch offensichtlich um 

eine spontane Schätzung gehandelt (vgl. Urk. 91 S. 4 f.). Nach Angaben der Pri-

vatklägerin 1 begann der Beschuldigte 1 in der zweiten Woche, nachdem sie mit 

ihm im Wohnzimmer zu übernachten begann, sie im Intimbereich zu berühren 

(Urk. 92 S. 13). Zugunsten des Beschuldigten 1 ist demzufolge von einem Beginn 

der Übergriffe im Wohnzimmer ab frühestens Mitte September 2019 auszugehen 

und nicht wie in der Anklage festgehalten ab ca. 1. Juli 2019. In Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz ist sodann hervorzuheben, dass die Privatklägerin 1 mehrfach 

die Vorgehensweise des Beschuldigten 1 schilderte, im Nachhinein so zu tun, als 

sei nichts geschehen bzw. als habe er nichts getan. Die Privatklägerin 1 gab in der 

ersten Einvernahme an, der Beschuldigte 1 habe ihr Gesicht berührt und dann ge-

sagt, dass dies gar nicht er gewesen sei (Urk. 172 S. 32 m.H.). Auch diesbezüglich 

finden sich in den Aussagen der Privatklägerin 1 keine Übertreibungen. Sie belas-

tete den Beschuldigten 1 nicht übermässig resp. relativierte, dieser sei nicht täglich 

-   26   -

mit den Fingern in ihre Vagina eingedrungen (vgl. Urk. 172 S. 32). Ebenso glaub-

haft wirken ihre Aussagen betreffend den Vorwurf, der Beschuldigte 1 habe sie zu 

sich gezogen, so dass er mit seinem erigierten Penis ihr Gesäss berührt habe. 

Wenn sie auch merklich Mühe hatte, die Umstände zu benennen, so sagte sie doch 

klar aus, dass er sie, als sie auf die Toilette habe gehen wollen, mit den Armen an 

ihrem Bauch (zurück)gezogen habe und sie hinten beim Po gespürt habe, dass er 

"einen Steifen hatte" (Urk. 91 S. 10). Wiederum relativierte sie, indem sie anfügte, 

der Beschuldigte 1 sei nicht nackt gewesen, er habe Pyjamas angehabt (ebd.), was 

für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. 

2.1.3. Auch bezüglich der Schilderungen betreffend den mutmasslichen Vorfall im 

Schrebergarten attestierte die Vorinstanz der Privatklägerin 1 zu Recht ein kon-

stantes und widerspruchsfreies Aussageverhalten. Die Privatklägerin 1 versuchte 

einen ofenähnlichen Gegenstand zu beschreiben, von wo her der Stiefvater die 

weisse Kerze genommen habe (Urk. 93 S. 3). Wenn die Privatklägerin 1 einfach 

eine Geschichte erfunden hätte, hätte sie wohl Möbel oder Gegenstände gewählt, 

deren Bezeichnung sie kennt. Zudem ist mit der Vorinstanz auf den Untersuchungs-

bericht der Stadtpolizei Zürich hinzuweisen, woraus hervorgeht, dass sich tatsäch-

lich Kerzen auf dem Vorbau des Ofens befanden (Urk. 172 S. 33, Urk. D1 9/13 

Foto 16). Dass die Privatklägerin 1 ihre Aussage betreffend die getragene Trainer-

hose mitten in der darauffolgenden Frage der Befragenden korrigierte und erklärte, 

es habe sich nicht um eine pinkfarbene, sondern um eine blaue Adidas-Trainerhose 

und einen Kenzo-Pullover gehandelt, ist mit der Vorinstanz ebenfalls als Real-

kennzeichen zu deuten (Urk. 172 S. 33, Urk. 93 S. 5 f.). Die Privatklägerin 1 konnte 

diesen Vorfall zeitlich einordnen, wobei sie angab, sie hätte an diesem Tag eine 

Projektaufgabe abgeben müssen, sei jedoch krankgeschrieben gewesen und sie 

habe sich vorher die Haare geschnitten (so auch Vorinstanz Urk. 172 S. 33, Urk. 91 

S. 20 f., Urk. 93 S. 2). Schliesslich sind die vorinstanzlichen Erwägungen zu über-

nehmen, wonach die Privatklägerin 1 auf nachvollziehbare Weise den empfunde-

nen Schmerz beschrieben und erklärt habe, es sei etwas Unbekanntes gewesen, 

das sie noch nie zuvor gespürt habe (Urk. 93 S. 6). Die Privatklägerin 1 habe wie-

derholt angegeben, dass der Stiefvater dann so getan habe, als sei dies nichts 

gewesen resp. es sei ein Versehen gewesen, als er gerade aus dem Schlaf aufge-

-   27   -

wacht sei (vgl. Urk. 91 S. 19, S. 21). Mit der Vorinstanz erscheint aufgrund dessen 

realistisch, dass der Beschuldigte 1 die Situation zu bagatellisieren versuchte, um 

zu verhindern, dass etwas Ungewöhnliches, Verbotenes darin gesehen werden 

könnte. Die Aussagen der Privatklägerin 1 wirken aufgrund des Ausgeführten 

authentisch (so auch Urk. 172 S. 34). 

Mit der Vorinstanz ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass die DNA-Spurenaus-

wertung ab einer Kerze aus dem Schrebergarten die Privatklägerin 1 als Spuren-

geberin anteilig nicht ausschliessen konnte (Urk. D1 7/2). Dies lässt sich mit den 

Angaben der Privatklägerin 1 in Einklang bringen. Jedoch waren weiterführende 

Interpretationen oder eine Beweiswertberechnung nicht möglich. Die weiteren 

sichergestellten Kerzen haben kein verwertbares Ergebnis geliefert (Urk. 172 

S. 34, Urk. D1/7/2). 

2.1.4. In Bezug auf die Ausführungen der Privatklägerin 1, der Stiefvater habe sie 

zweimal auf die Lippen geküsst und ihr gesagt, sie solle seinen Zeige- und Mittel-

finger in ihren Mund nehmen (Urk. 91 S. 25, Urk. 92 S. 17 f.), ist mit der Vorinstanz 

festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 die Ereignisse wiederum zeitlich einzuord-

nen vermochte (Urk. 172 S. 34). An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

16. Dezember 2019 gab sie an, dass es zweieinhalb Monate zuvor passiert sei, als 

sie im Wohnzimmer YouTube-Videos geschaut, er sich neben sie gelegt und die 

Mutter mit dem Baby im Schlafzimmer geschlafen habe. Dann habe er ihr gesagt, 

sie solle seine Finger in den Mund nehmen und habe sie "irgendwie e Halbstund" 

drin gelassen, während sie die ganze Zeit versucht habe, sie rauszunehmen 

(Urk. 92 S. 17). Die Privatklägerin 1 gab weiter an, der Beschuldigte 1 habe gesagt, 

sie müsse das tun, damit sie "wenigstens chli Usfluss" bekomme. Sie wisse nicht, 

was er damit gemeint habe ("Nachher er so, das muesch immer mache, damit we-

nigstens chli Usfluss bechunsch… ja… ich weiss sälber nöd, was er demit gmeint 

hät, aber er häts genau eso gseit uf Türkisch", Urk. 92 S. 17 f.). Es scheint nicht 

naheliegend, dass sich die damals 14-jährige Geschädigte diese Begründung 

selber ausgedacht hat. Zum Vorfall betreffend Küsse auf die Lippen gab die Privat-

klägerin 1 an, der Beschuldigte 1 habe ihr gesagt, er habe das "aus Versehen" 

gemacht (Urk. 91 S. 25). Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass dies dem 

allgemeinen Reaktionsmuster des Beschuldigten entspreche (vgl. vorstehend bzgl. 

-   28   -

Vorfall betr. Kerze; Urk. 172 S. 34). Schliesslich ist in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass die Ausführungen der Privatklägerin 1 betreffend die 

Küsse und das Finger-in-den-Mund-nehmen widerspruchsfrei sind und glaubhaft 

erscheinen. Anhaltspunkte dafür, dass die Privatklägerin 1 den Beschuldigten 1 

ungerechtfertigterweise belasten würde, liegen nicht vor. Im Gegenteil wird auch 

hier wieder klar, dass die Privatklägerin 1 den Beschuldigten 1 nicht übermässig 

belastet, sprach sie doch "lediglich" von zweimaligem Küssen auf die Lippen (so 

auch Vorinstanz Urk. 172 S. 34). 

2.1.5. Zum Wissen der Beschuldigten 2 erklärte die Privatklägerin 1 wiederholt und 

eindrücklich, dass ihre Mutter von den sexuellen Handlungen des Beschuldigten 1 

gewusst habe, aber nichts dagegen unternommen habe (Urk. 91 S. 3, Urk. 92 S. 4, 

15, 36 f.). Sie betonte diesen Umstand ungefragt und bereits zu Beginn der ersten 

Einvernahme (Urk. 91 S. 3). Als sie zur Mutter gegangen sei, habe diese gesagt, 

sie solle nicht übertreiben und selbst wenn er es getan hätte, sei er ihr Vater und 

wolle nur das Gute für sie (Urk. 92 S. 4, 20), resp. sie solle ihn doch lassen, er sei 

ihr Vater (Urk. 91 S. 5 und 7, Urk. 92 S. 4). Diese Aussagen wiederholte die Privat-

klägerin 1 mehrmals (ebd.). Ferner erklärte die Privatklägerin 1, sie sei "10 Mal, 

11 Mal", "irgendwie fascht jedi Wuche" (Urk. 92 S. 21) zur Beschuldigten 2 gegan-

gen und habe versucht, es ihr zu erklären. Die Frage, ob es etwas genützt habe, 

verneinte die Privatklägerin 1. Es sei immer noch schlimmer geworden, weil der 

Beschuldigte 1 gemerkt habe, dass die Beschuldigte 2 nichts dagegen habe, dass 

er das mache (Urk. 92 S. 21). Dieser Gedankengang erscheint realistisch und nicht 

ausgedacht. Wenn die Vorinstanz die Aussagen der Privatklägerin 1, die Beschul-

digte 2 habe auch vom Beschuldigten 1 selber von Übergriffen erfahren, als lebens-

fremd und unglaubhaft taxierte, ist dies zu relativieren. Die Privatklägerin 1 gab wie-

derholt an, der Beschuldigte 1 habe der Beschuldigten 2 mehrmals im Streit ange-

deutet, dass er die Privatklägerin 1 an der Vagina kraule ("zum Bispil wo sie gstritte 

händ, hät er gseit, ja ich tuen dinere Tochter immer alles mache, sie chraule, au ihri 

Vagina chraule, was wotsch no vor mir", Urk. 92 S. 15). Dass der Beschuldigte dies 

zur Provokation oder zur übertriebenen Rechtfertigung auf die Forderung der Be-

schuldigten 2, sich um die Privatklägerin 1 zu kümmern, sagte, ist nicht undenkbar, 

zumal er gemäss der Privatklägerin 1 wusste, dass sein Tun von der Beschuldigten 

-   29   -

2 toleriert wurde. Wie die Vorinstanz jedoch zurecht festhielt, fand dieser Umstand 

keinen Eingang in die Anklageschrift und ist damit nicht zu erstellen (Urk. 172 

S. 35). Die Schilderungen der Privatklägerin 1 betreffend das Wissen der Beschul-

digten 2 wirken entgegen den Ausführungen der Verteidigung der Beschuldigten 2 

(Urk. 248 S. 8 ff.) glaubhaft. Gerade wenn die Privatklägerin 1 spontan vorbrachte, 

ihre Mutter hätte zum Beschuldigten 1 sagen können, "stopp, isch immerno mini 

Tochter und nöd dini Frau", erscheint dies eindrücklich und echt. Die Vorinstanz 

erwog aber auch zutreffend, dass entgegen der Anklage nicht erstellt werden 

könne, dass die Beschuldigte 2 den Beschuldigten 1 angewiesen haben soll, die 

Privatklägerin 1 mit der Seife zu waschen (Urk. 172 S. 35). Die Privatklägerin 1 

sagte lediglich – jedoch wiederholt und glaubhaft – aus, dass die Beschuldigte 2 ihr 

gesagt habe, sie solle ihn lassen, er sei ihr Vater (Urk. 91 S. 5 und 7, Urk. 92 S. 4). 

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz lässt sich angesichts dessen aber nicht nur 

ein vages, sondern ein klares Wissen der Beschuldigten 2 über die sexuellen Hand-

lungen des Beschuldigten 1, zumindest bezüglich des Waschens mit Seife im In-

timbereich und der Berührungen an Vagina und Po, erstellen (vgl. Urk. 172 S. 35).

2.2. Aussagen von K._____

Zu den Aussagen der Zeugin K._____, einer Bekannten der Familie (vgl. Urk. 91 

S. 16 f., Urk. D1 6/7), hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass diese keine eigenen 

Wahrnehmungen wiedergeben konnte. Sie habe nur aussagen können, was die 

Privatklägerin 1 ihr erzählt habe. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach es sich 

bei K._____ zwar um eine Zeugin vom Hörensagen handle, die Sachdarstellung 

der Privatklägerin 1 aber durch die Aussagen von K._____ gestützt würden 

(Urk. 172 S. 35), ist zu übernehmen. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, 

wird auf die korrekt zusammengefassten Aussagen der Zeugin K._____ im 

vorinstanzlichen Entscheid verwiesen (Urk. 172 S. 35 f.). 

2.3. Aussagen des Privatklägers 2

Auch beim Privatkläger 2, dem leiblichen Vater der Privatklägerin 1, handelt es sich 

um eine Auskunftsperson vom Hörensagen. Seine Aussagen wurden im vorin-

stanzlichen Entscheid zutreffend zusammengefasst, worauf verwiesen wird 

-   30   -

(Urk. 172 S. 37, Urk. D1 6/8). In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhal-

ten, dass die Aussagen des Privatklägers 2 im Wesentlichen mit denen seiner 

Tochter, d.h. der Privatklägerin 1, übereinstimmen und damit zur Glaubhaftigkeit 

von deren Aussagen beitragen (ebd.). 

2.4. Aussagen von L._____

Die ehemalige Nachbarin der Familie, L._____, konnte ebenfalls nur vom Hören-

sagen berichten, wobei ihr sowohl die Privatklägerin 1 als auch die Beschuldigte 2 

von gewissen Vorfällen berichtet hätten. Von der Beschuldigten 2 habe sie er-

fahren, dass die Privatklägerin 1 Antidepressiva geschluckt habe (Urk. D1 6/3 S. 9, 

Urk. D1 6/32 S. 4 ff.). Die Aussagen der Zeugin L._____ fielen gleichlautend aus 

und erscheinen glaubhaft (so auch Vorinstanz, Urk. 172 S. 38). 

2.5. Aussagen von E._____

E._____, die um ein Jahr jüngere Schwester der Privatklägerin 1, bestätigte, dass 

die Privatklägerin 1 nach dem Suizidversuch mit dem Beschuldigten 1 im Wohn-

zimmer geschlafen habe. Die Privatklägerin 1 habe manchmal auf dem Sofa und 

manchmal auf der Matratze geschlafen, der Beschuldigte 1 manchmal auf dem Bo-

den auf einer Decke (Urk. 128 S. 28 ff., so auch Urk. 172 S. 38). Diese Aussagen 

stellen die letzte Version der Beschuldigten 2, sie habe den Beschuldigten 1 nie 

neben der Privatklägerin 1 liegen gesehen, in Frage (vgl. hierzu nachfolgend). 

2.6. Aussagen der Beschuldigten 2

2.6.1. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass die Beschuldigte 2 gleich zu 

Beginn der polizeilichen Einvernahme die Privatklägerin 1 in einem sehr schlechten 

Licht dargestellt und sie schlechtgeredet hat. Auf die wiedergegebenen diesbezüg-

lichen Aussagen der Beschuldigten 2 wird verwiesen (Urk. 172 S. 38 f. mit Verweis 

auf Urk. D1 5/1 S. 3 und 9). Die Beschuldigte 2 bestritt sämtliche Vorwürfe, auch 

jene den Beschuldigten 1 betreffend (Urk. D1 5/1). Mit der Vorinstanz erscheinen 

diese Bestreitungen angesichts ihrer Haltung als Mutter, die angeblich zum ersten 

Mal von Vorwürfen betreffend sexuelle Handlungen mit ihrer Tochter gehört haben 

wollte, wenig überzeugend. Sie vermochte keine plausible Erklärung für die 

-   31   -

falschen Anschuldigungen zu liefern (Urk. 172 S. 39). Ebenfalls zutreffend wies die 

Vorinstanz darauf hin, dass sich die Beschuldigte 2 in seltsame Erklärungs-

versuche verstrickte; so mit der Aussage, die Privatklägerin 1 habe nach ihrem 

Heimaufenthalt nicht mehr nach Hause kommen wollen, sie habe frei leben und tun 

wollen, was sie wollte, deshalb lüge sie (Urk. 172 S. 39, Urk. D1 5/1 S. 6). Festzu-

halten ist weiter, dass die Beschuldigte 2 den Vorwurf, sie habe der Privatklägerin 1 

gesagt, sie solle sich vom Beschuldigten 1 waschen lassen, bestritt, und zwar mit 

dem Zusatz, die Privatklägerin 1 hätte aber in der Wohnung nicht nur mit einer 

Unterhose und oben nur mit einem leichten T-Shirt rumlaufen sollen (Urk. D1 5/1 

S. 10). Dies könnte als Rechtfertigung für das Tun des Beschuldigten 1 verstanden 

werden, indem er die Aufmachung der Privatklägerin 1 als eine Einladung für die 

sexuellen Übergriffe hätte verstehen dürfen (vgl. auch Urk. 172 S. 40). Auf den Vor-

wurf, der Beschuldigte 1 habe die Privatklägerin 1 gezwungen, zwei Finger in den 

Mund zu nehmen, führte die Beschuldigte 2 an, sie sei ja immer zuhause gewesen, 

der Beschuldigte 1 hätte ja alleine zuhause gewesen sein müssen, damit er so 

etwas hätte machen können, was er aber nicht gewesen sei (Urk. D1 5/1 S. 11). 

Auch diese Erklärung hält selbst ihren eigenen Aussagen nicht stand, da die Be-

schuldigte 2 zuvor selber eingeräumt hatte, dass sie mit dem Baby im Eltern-

schlafzimmer und der Beschuldigte 1 im Wohnzimmer übernachtet habe (Urk. D1 

5/1 S. 8). Weiter ist darauf hinzuweisen, dass die Beschuldigte 2 auf den Vorhalt 

betreffend Kerze im Schrebergarten behauptete, der Beschuldigte 1 sei nie alleine 

in den Garten gegangen, allgemein gehe er nie zum Garten, sie gingen mit 

der  ganzen Familie zum Garten (Urk. D1 5/1 S. 10). Demgegenüber gab E._____ 

an, der Beschuldigte 1 sei jeweils im Garten gewesen, wenn sie zuhause den 

Haushalt gemacht hätten, da sonst zu viele Leute in der Wohnung gewesen wären 

(Urk. 128 S. 62). Ebenso bestätigte die ehemalige Nachbarin L._____, dass der 

Beschuldigte im Schrebergarten gewesen sei, wenn er nicht zuhause gewesen sei 

(Urk. D1 6/3 S. 2). Wenn die Vorinstanz diesbezüglich erwog, es ergebe keinen 

Sinn, dass die Beschuldigte 2 als Mutter, die diesen Vorwurf zum ersten Mal höre, 

derart alles abstreite, ist dies zu übernehmen (Urk. 172 S. 40). 

2.6.2. Die wesentlichen in der Hafteinvernahme deponierten Aussagen der Be-

schuldigten 2 hielt die Vorinstanz korrekt fest, worauf verwiesen wird (Urk. 172 

-   32   -

S. 39). Insbesondere erklärte die Beschuldigte 2, die Privatklägerin 1 habe ihrer 

Tante in der Türkei erklärt, sie wolle beiden Beschuldigten grossen Schaden zu-

fügen. Als Grund dafür habe die Privatklägerin 1 ihr, der Beschuldigten 2, ange-

geben, sie lasse sie in der Nacht nicht ausgehen und sie wolle ihre totale Freiheit. 

Die Privatklägerin 1 sei von ihrem leiblichen Vater sehr oft geschlagen und auch 

bedroht worden. Sie bekomme von ihrem leiblichen Vater nicht genügend Liebe. 

Deshalb erzähle sie solche Sachen. Die Privatklägerin 1 habe ein Rachegefühl 

(Urk. D1 5/3 S. 3). Erneut lieferte die Beschuldigte 2 damit keine plausiblen Er-

klärungen für eine falsche Anschuldigung, zumal diese Vorbringen nichts mit den 

Beschuldigten, sondern mit dem Privatkläger 2 zu tun haben. Im Gegenteil führte 

die Beschuldigte 2 an, dass die Privatklägerin 1 ihr alles erzählen würde und dass 

die Privatklägerin 1 den Beschuldigten 1 mehr möge als sie und ihn als Vater be-

zeichne (so auch die Vorinstanz, Urk. 172 m.w.H.). Einen plausiblen Grund für eine 

Falschbelastung konnte sie damit nicht liefern. 

2.6.3. Die Aussagen der Beschuldigten 2 zur Schlafsituation fielen in den Einver-

nahmen leicht unterschiedlich aus. Insbesondere gab sie in der Hafteinvernahme 

an, gesehen zu haben, dass die Privatklägerin 1 zusammen mit dem Beschuldig-

ten 1 im Wohnzimmer, sie auf der Matratze und er nebendran auf dem Teppich, 

geschlafen habe (Urk. D1 5/3 S. 12). An der Hauptverhandlung erklärte sie dann 

aber, die Privatklägerin 1 und den Beschuldigten 1 nie nebeneinanderliegen ge-

sehen zu haben (Prot. I S. 43). Die Beschuldigte 2 gab an, die Privatklägerin 1 sei 

mehrmals aus Angst zum Beschuldigten 1 schlafen gegangen, nachdem sie 

Horrorfilme geschaut habe (Urk. D1 5/1 S. 8, Urk. D1 5/3 S. 12). An der Berufungs-

verhandlung erklärte sie, dass entweder der Beschuldigte 1 oder die Privatkläge-

rin 1 auf der Matratze im Wohnzimmer geschlafen hätten. In derselben Einver-

nahme und entgegen ihrer früheren Aussagen gab sie an, der Beschuldigte 2 sei 

auch im Ehebett gewesen, sie habe das Baby alle zwei Stunden stillen müssen, 

der Beschuldigte sei immer bei ihr (der Beschuldigten 2) gewesen. Wenn der 

Beschuldigte mal rauchen gegangen sei, sei er vielleicht mal im Wohnzimmer ge-

blieben. Er und die Privatklägerin 1 seien jedoch in zwei verschiedenen Sesseln 

gewesen (Urk. 243 S. 17). 

-   33   -

2.6.4. Das bisweilen pauschale Abstreiten der Beschuldigten 2 spricht für die An-

gaben der Privatklägerin 1, dass ihre Mutter ihr keinen Glauben geschenkt habe. 

Mit der Vorinstanz entsteht der Eindruck, dass diese ihren Ehemann um jeden Preis 

verteidigen will (Urk. 172 S. 40). So gab sie an der Hauptverhandlung auch an, 

dass sie volles Vertrauen in den Beschuldigten 1 habe (Prot. I S. 38; Urk. 172 

S. 40). Als Zwischenfazit hielt die Vorinstanz fest, dass die Aussagen der Beschul-

digten 2 über weite Strecken nicht nachvollziehbar, wenig plastisch, in wesentli-

chen Punkten widersprüchlich erschienen und vom Bestreben getragen seien, den 

Beschuldigten 1 nicht zu belasten. Ihre Aussagen widersprächen teilweise nicht nur 

bloss den glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1, sondern auch jenen des Be-

schuldigten 1 (vgl. nachfolgend) und ihrer jüngeren Tochter E._____. Dies ist zu 

übernehmen, wie auch die Erwägung, dass ihre Aussagen daher als wenig glaub-

haft einzustufen seien und dass darauf nicht abgestellt werden könne (Urk. 172 S. 

41). 

2.7. Aussagen des Beschuldigten 1

2.7.1. Zu den Aussagen des Beschuldigten 1 führte die Vorinstanz zutreffend aus, 

dass dieser sich bei grundsätzlich noch unverfänglichen Fragen zur tatsächlichen 

Schlafsituation in Widersprüche verstrickt und ein ausweichendes Verhalten ge-

zeigt habe, das Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Angaben aufkommen lasse. 

So habe er bestritten, dass die Privatklägerin 1 nach dem Suizidversuch neben ihm 

im Wohnzimmer auf der Matratze geschlafen habe, und habe angegeben, dass sie 

zu der Beschuldigten 2 und ihm ins Bett gekommen sei, wenn sie Angst gehabt 

habe. Auffällig sei in diesem Zusammenhang, dass er sehr darauf bedacht gewe-

sen sei, generell abzutun, dass man auf dieser fraglichen Matratze überhaupt 

schlafen könne. Auch die Nachfrage der Einvernehmenden, ob er denn nie alleine 

mit der Privatklägerin 1 im Wohnzimmer gewesen sei, als sie auf der Matratze ein-

geschlafen sei, habe er verneint und angefügt, dass die Beschuldigte 2 und die 

Kinder die ganze Zeit über anwesend gewesen seien. Konfrontiert mit den Aus-

sagen der Beschuldigten 2, wonach er sehr wohl die Nacht mit der Privatklägerin 1 

im Wohnzimmer verbracht habe, habe er dann plötzlich erklärt, es könne sein, dass 

er vielleicht dort geschlafen habe. Auch der Hinweis des Dolmetschers, er habe 

-   34   -

den Beschuldigten 1 nicht mehr verstanden, weil er von einem Thema zum anderen 

gesprungen sei, zeige, wie der Beschuldigte 1 in Bedrängnis geraten sei. Konfron-

tiert mit der Aussage der Beschuldigten 2, wonach die Privatklägerin 1 auf der 

Matratze geschlafen habe und er daneben, habe er schliesslich eingeräumt, dass 

die Beschuldigte 2 Recht haben könnte. Er sei nach dem Suizidversuch fünf Tage 

lang sehr oft mit ihr allein gewesen. Er habe sie beaufsichtigt, damit sie keine 

Medikamente nehme (Urk. 172 S. 41 mit Verweisen auf Urk. D1 5/2 S. 7 ff. und 

Urk. D1 5/4 S. 12, 14). Die Erwägungen der Vorinstanz sind korrekt und zu über-

nehmen. 

2.7.2. Mit den Vorwürfen betreffend die sexuellen Handlungen konfrontiert, bestritt 

der Beschuldigte 1 diese vehement (Urk. D1 5/2 S. 9 und 11 ff., Urk. D1 5/4 S. 2, 

so auch an der Berufungsverhandlung Urk. 242 S. 16 ff.). Er entgegnete, die Pri-

vatklägerin 1 lüge, sie könne sehr schön lügen, und sie räche sich an ihrer Mutter 

(Urk. D1 5/2 S. 9). Ausweichend führte er aus, dass der leibliche Vater die Privat-

klägerin 1 geschlagen und ihr keine Liebe gezeigt habe (ebd.). Ein Eindringen mit 

den Fingern in die Vagina verneinte er mit der Begründung, sie seien Türken, die 

von den Sitten und Bräuchen her sehr ihren Kindern und der Ehe zugeneigt seien, 

so etwas würde nie passieren (ebd.). Auf die Frage, weshalb die Privatklägerin 1 

lügen und ihn absichtlich solch schlimmer Straftaten beschuldigen sollte, lieferte 

der Beschuldigte keine überzeugende Antwort. Er bestritt, "diese Sachen" gemacht 

zu haben, er könne darauf sogar einen Eid ablegen etc. Die Privatklägerin 1 lüge 

immer. Sie habe ihrer Tante in der Türkei erzählt, dass sie nach der Rückkehr in 

die Schweiz ihm und der Beschuldigten 2 grossen Schaden zuführen werde 

(Urk. D1 5/4 S. 4). Die Vorinstanz wies darauf hin, dass sich der Beschuldigte ver-

schiedentlich als Gutmensch dargestellt habe, und führte Beispiele auf, auf welche 

vorliegend verwiesen wird (Urk. 172 S. 42 m.H.). Mit der Vorinstanz ist festzu-

halten, dass die Erklärungsversuche des Beschuldigten wenig zu überzeugen ver-

mögen und als reine Schutzbehauptungen erscheinen. 

2.7.3. Weitere Ungereimtheiten machte die Vorinstanz zutreffend insofern aus, als 

der Beschuldigte 1 an der Hauptverhandlung angegeben habe, die Kerzen seien 

sehr dick gewesen, so dass ein anales Einführen gar nicht möglich gewesen sei. 

-   35   -

Auf dem Fotobogen der Stadtpolizei Zürich betreffend die Hausdurchsuchung im 

Schrebergarten sei jedoch ersichtlich, dass es sich um dünne weisse Kerzen ge-

handelt habe (Urk. 172 S. 42 mit Verweis auf Urk. D1 9/13 Foto 16). Auffällig sei 

auch, dass der Beschuldigte 1 zunächst angegeben habe, nicht gewusst zu haben, 

dass gegen ihn eine Strafanzeige erstattet worden sei, und sich dann auf die Aus-

sage der Beschuldigten 2 hin korrigierte, man habe doch so etwas vermutet (ebd. 

mit Verweis auf Urk. D1 5/4 S. 14). Die Vorinstanz erachtete die Aussagen des Be-

schuldigten 1 in ihrer Glaubhaftigkeit als deutlich getrübt. Diese stellten keine zu-

verlässige Grundlage zur Erstellung des strittigen Sachverhalts dar. Die Aussagen 

des Beschuldigten 1 wiesen erhebliche Diskrepanzen auf, liessen sich auch nicht 

mit der objektiven Beweislage in Einklang bringen und seien als unglaubhafte 

Schutzbehauptungen einzuordnen (Urk. 172 S. 42). Dem ist beizupflichten. 

3. Zusammenfassend kann mit der Vorinstanz gefolgert werden, dass die Ein-

bettung der durch die Privatklägerin 1 geschilderten Ereignisse ein passendes 

Gesamtbild ergeben (Urk. 172 S. 43): Zunächst ereigneten sich die Vorfälle in der 

Dusche, dann sei es ihr wegen der erlittenen häuslichen Gewalt und der ihr auf-

erlegten Hausarbeit zu viel geworden, weshalb sie den Selbstmordversuch unter-

nommen habe (Urk. 91 S. 17). Um einen weiteren Versuch zu verhindern, habe sie 

danach beim Beschuldigten 1 im Wohnzimmer schlafen müssen. Dazu passt auch 

– wie die Vorinstanz zutreffend erwog (ebd.) –, dass die Beschuldigte 2 in dieser 

Zeit mit ihrem neugeborenen Kind absorbiert war (Urk. 91 S. 4). Insbesondere er-

gibt sich gemäss den zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen auch ein nach-

vollziehbares Bild davon, wie es dazu kam, dass die Vorwürfe zutage traten. Die 

Privatklägerin 1 schilderte diesbezüglich realitätsnah, dass K._____ zu ihr nach 

Hause gekommen sei, woraufhin die Beschuldigte 2 der Privatklägerin 1 gesagt 

habe, sie müsse die Wäsche machen, Tee kochen und auf das Baby aufpassen. 

Sie habe alles erledigt und sei mit dem Baby in ihr Zimmer gegangen. K._____ sei 

dann in ihr Zimmer gekommen und habe sie gefragt, ob sie Hilfe brauche, um von 

zu Hause wegzukommen oder ein besseres Leben zu haben. Das sei das erste 

Mal in ihrem Leben gewesen, dass sie zu jemanden "ja" gesagt habe. Am nächsten 

Tag sei sie unter dem Vorwand, Bewerbungen für eine Lehrstelle zu schreiben, zu 

K._____ nach Hause gegangen und habe sich dann ihr gegenüber geöffnet und 

-   36   -

alles erzählt (Urk. 91 S. 16 f., Urk. 172 S. 43). Diese Abfolge der Ereignisse wurde 

auch von K._____ beschrieben (Urk. D1 6/7 S. 3 ff.). Wenn die Vorinstanz aufgrund 

der Darstellung der Privatklägerin 1 und in Anbetracht des auffallenden 

Detailreichtums und der Erzählweise auf einen realen Erlebnishintergrund schliesst 

(Urk. 172 S. 43), ist dies zu übernehmen. Auf die Aussagen der Privatklägerin 1 ist 

abzustellen. 

Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 das 

Geschehen konstant, detailliert, plastisch und ohne Übertreibungen schilderte 

(Urk. 172 S. 43). Demgegenüber fielen die Aussagen der beiden Beschuldigten 

ausweichend und widersprüchlich aus. Überzeugende Gründe für eine Falsch-

belastung durch die Privatklägerin 1 konnten sie nicht liefern und sind auch nicht 

ersichtlich. Die von den Beschuldigten bestrittenen Umstände betreffend die 

Schlafsituation wurden von E._____ und L._____ widerlegt. Auch weitere Aussa-

gen der Privatklägerin 1 werden durch jene von Auskunftspersonen und Zeugen 

bestätigt. Aufgrund der insgesamt glaubhaften und überzeugenden Aussagen der 

Privatklägerin 1 bestehen in Übereinstimmung mit der Vorinstanz keine ernsthaften 

Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt so wie in der Anklage umschrieben ereig-

net hat (Urk. 172 S. 44). Der Sachverhalt betreffend sexuelle Handlungen mit ei-

nem Kind gemäss Anklage Ziff. 1.1. ist somit als erstellt zu erachten mit den er-

wähnten Ausnahmen, nämlich dass 1. nicht von einer Anweisung des Beschuldig-

ten 1 durch die Beschuldigte 2 hinsichtlich des Waschens mit Seife ausgegangen 

werden kann, dass 2. nur ein Versuch betreffend Eindringen mit der Seife und somit 

zugunsten des Beschuldigten insgesamt drei Vorfälle in der Dusche als erstellt 

gelten und dass 3. bezüglich der Vorfälle im Wohnzimmer von einem kürzeren 

Zeitraum, nämlich ab frühestens Mitte September 2019 bis 13. November 2019, 

auszugehen ist. 

C. Anklageziffer 1.2. (schwere Körperverletzung)

1. Anklagevorwurf

1.1. Unter diesem Titel wirft die Anklagebehörde dem Beschuldigten 1 zusammen-

gefasst vor, in der Zeit von etwa Dezember 2017 bis zum 13. November 2019 die 

-   37   -

Privatklägerin 1 mehrmals täglich geschlagen zu haben, nämlich mit der flachen 

Hand oder mit der Faust ins Gesicht. Ausserdem habe er die Privatklägerin 1 an 

den Haaren gezogen und mit dem Fuss gegen ihr Bein getreten, wodurch sie auf 

das Knie gefallen sei und sich ein Hämatom zugezogen habe (Urk. 20/5 S. 5, Prot. I 

S. 20).

1.2. Die Beschuldigte 2 habe die Privatklägerin 1 in dem genannten Zeitraum mehr-

mals täglich geschlagen, indem sie ihr Ohrfeigen oder Faustschläge ins Gesicht 

erteilt, sie an den Haaren gezogen, ihren Kopf gegen die Wand geschlagen oder 

auf die am Boden liegende Geschädigte gestanden habe. Ausserdem habe die 

Beschuldigte 2 mit dem Fuss gegen den Körper der Privatklägerin 1 getreten und 

mit einem Staubsaugerrohr sowie mit einem Stuhl auf sie eingeschlagen. Mit dem 

Staubsaugerrohr habe sie derart heftig auf den Bauch der Privatklägerin 1 geschla-

gen, dass diese sich habe erbrechen müssen (Urk. 20/5 S. 5 f.).

1.3. Gemäss Anklage soll die Privatklägerin 1 durch die Schläge der beiden Be-

schuldigten regelmässig Hämatome, Kratzspuren sowie einmal auch eine blutige 

Lippe erlitten haben. Zudem habe die Privatklägerin 1 aufgrund der ständigen 

Schläge im vorgenannten Zeitraum unter starken Angstzuständen gelitten, sodass 

sie sich im Sommer 2018 ins "M._____" begeben habe, um von zu Hause 

wegzukommen. Am 13. November 2019 habe die Privatklägerin 1 sodann notfall-

mässig mit schweren psychischen Symptomen in die psychiatrische Universitäts-

klinik Zürich eingeliefert werden müssen. Die Privatklägerin 1 habe aufgrund der 

wiederholten physischen Gewalterfahrungen sowie der wiederholten sexuellen 

Gewalterfahrungen durch die Beschuldigten eine komplexe posttraumatische Be-

lastungsstörung entwickelt. Diese psychische Störung zeige sich darin, dass die 

Privatklägerin 1 seit mehreren Jahren regelmässig Sinnestäuschungen erlebe, bei 

denen sie bedrohliche Gestalten um sich herum wahrnehme. Darüber hinaus leide 

die Privatklägerin 1 ca. einmal wöchentlich unter Flashbacks, in denen sie Teile der 

ihr zugefügten Straftaten vor ihrem geistigen Auge nochmals realitätsnah durch-

spiele. Die Privatklägerin 1 leide zudem unter Konzentrations- und Schlafstörungen 

aufgrund der posttraumatischen Albträume. Die Privatklägerin 1 müsste sich einer 

langfristigen psychotherapeutischen Behandlung unterziehen, wobei bedeutsame 

-   38   -

Behandlungsfortschritte erst nach einer Behandlungsdauer von mehreren Jahren 

überhaupt zu erwarten wären (Urk. 20/5 S. 6).

1.4. Beide Beschuldigten sollen gewusst haben, dass die Privatklägerin 1 infolge 

der jahrelangen körperlichen Misshandlungen unter starken Angstzuständen ge-

litten habe, resp. hätten dies zumindest in Kauf genommen. Ferner sollen die Be-

schuldigten gewusst haben, dass sie durch ihr Verhalten die seelische Entwicklung 

der Privatklägerin 1 gefährden und ihr gravierende psychische Schäden der einge-

tretenen Art zufügen könnten und dies zumindest in Kauf genommen (Urk. 20/5 

S. 6).

2.1. Aussagen der Privatklägerin 1 

2.1.1. Die Privatklägerin 1 erwähnte bereits in der ersten Einvernahme vom 28. No-

vember 2019 im Zusammenhang mit dem Suizidversuch, dass die Beschuldigte 2 

sie mit dem Staubsaugerbesen geschlagen und dass diese ihr "eine getätscht" 

habe. Das sei nichts gewesen, sie habe zuhause so viel Gewalt erlebt (Urk. 91 

S. 18). Auch an der zweiten Einvernahme vom 16. Dezember 2019 schilderte die 

Privatklägerin 1 gewalttätige Übergriffe. So sei sie von den Beschuldigten, als sie 

unerlaubterweise die Türe abgeschlossen habe, angeschrien worden und der Be-

schuldigte 1 habe sie mit dem Bein geschlagen, "ineginggt" (Urk. 92 S. 34). Nicht 

in diesem Zusammenhang habe er ihren Kopf manchmal an eine Wand geschlagen 

und sie an ihren Haaren gezogen. Wenn die Beschuldigte 2 sie fest geschlagen 

habe, habe der Beschuldigte 1 so helfen wollen. Seit sie ihre Haare geschnitten 

habe, hätten es die Beschuldigten fast nicht mehr geschafft, sie an den Haaren zu 

ziehen (ebd.; vgl. auch Vorinstanz Urk. 172 S. 46). Schliesslich wurde die Privat-

klägerin 1 am 13. Februar 2020 eingehend zu den Gewaltvorwürfen befragt 

(Urk. 93 S. 10 ff.). Die Privatklägerin 1 schilderte dabei detailliert und lebensnah, 

wie sie von den Beschuldigten mit Händen, Fäusten, dem vorderen Teil des Staub-

saugers und Stühlen geschlagen, an den Haaren gezogen, getreten und an die 

Wand "getätscht" worden sei (ebd.). Die Privatklägerin 1 brachte einzelne Ereig-

nisse auch mit konkreten Geschichten in Verbindung, welche Beispiele die Vor-

instanz zutreffend aufführte und worauf verwiesen werden kann (Urk. 172 S. 46 f.). 

Die Privatklägerin 1 schilderte auch ihr Empfinden eindrucksvoll, beispielsweise 

-   39   -

indem sie angab, sie habe kaum noch atmen können und das Gefühl gehabt, dass 

ihr die Organe aus dem Mund kämen, als die Beschuldigte 2 ihr auf die Brüste und 

den Unterleib getreten sei (Urk. 93 S. 35). Nachdem die Beschuldigte 2 dreimal hin-

tereinander mit dem Staubsauger in ihren Bauch geschlagen habe, habe sie sich 

übergeben müssen, es sei so ein schlimmes Gefühl gewesen (Urk. 93 S. 45). Mit 

der Zeit hätten die Schläge der Beschuldigten 2 nicht mehr so weh getan wie am 

Anfang, irgendwie habe sie sich daran gewöhnt (Urk. 93 S. 45 f.). 

2.1.2. Die Vorinstanz wies weiter zutreffend darauf hin, dass aus dem Chatverlauf 

mit N._____ hervorgehe, dass die Privatklägerin 1 ihrer Freundin geschrieben 

habe, dass die Beschuldigte 2 sie wieder geschlagen habe wie damals, als sie sich 

die blaue Lippe zugezogen habe (Urk. D1 6/14 S. 3 f.).

2.1.3. Die Vorinstanz erwog zutreffend, dass gewisse Übertreibungstendenzen in 

den Schilderungen zu den Gewaltvorkommnissen feststellbar seien. Hinsichtlich 

der Häufigkeit dieser Ereignisse seien die Aussagen der Privatklägerin 1 nicht voll-

ständig überzeugend. So habe sie angegeben, dass ihre Mutter zehn bis zwölf Mal, 

der Stiefvater höchstens fünf Mal am Tag geschlagen habe (Urk. 172 S. 48 mit Ver-

weis auf Urk. 93 S. 30). Es bleibe unklar, ob die Privatklägerin 1 die Schläge den 

einzelnen Vorfällen habe zuordnen können oder ob sie diese auch etwas durch-

einander gebracht habe (ebd.). Hierzu ist jedoch festzuhalten, dass häufige gleich-

gelagerte Gewalttaten schwierig auseinanderzuhalten sind. Die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen wird dadurch nicht relativiert. Allerdings ist mit der Vorinstanz darauf hin-

zuweisen, dass die Aussage der Privatklägerin 1, wonach ihr Sportlehrer sie wie-

derholt gefragt habe, warum sie so viele blaue Flecken habe (Urk. 93 S. 31 f.), 

durch die Aussagen der beiden Sportlehrer widerlegt worden ist. Diese konnten 

nicht bestätigen, jemals blaue Flecken oder eine blutige Lippe bei der Privatkläge-

rin 1 gesehen zu haben (Urk. 172 S. 48 mit Verweis auf Urk. D1/6/16 S. 2 f. und 

Urk. D1/6/20 S. 2 f.). Auch andere befragte Lehrpersonen konnten gemäss Vorin-

stanz nicht bezeugen, irgendwelche Verletzungen oder blaue Flecken bei der Pri-

vatklägerin 1 gesehen zu haben (Urk. 172 S. 48 m.w.H.). Ebenso wenig können 

alle von der Privatklägerin 1 genannten Freunde, die mehrfach Verletzungen an ihr 

gesehen haben sollen, solche Verletzungen bestätigen (ebd. m.w.H.). 

-   40   -

2.2. Aussagen von E._____

E._____, die Schwester der Privatklägerin 1, bestätigt deren Aussagen, wenn auch 

nur in geringem Umfang. An der Einvernahme vom 6. Februar 2020 gab sie an, 

dass auch sie zwei bis drei Ohrfeigen am Tag von der Beschuldigten 2 erhalten 

habe, manchmal auch nur eine, manchmal aber auch vier (Urk. 128 S. 13 f.). Der 

Beschuldigte 1 habe sie aber nie geschlagen (Urk. 128 S. 7). Sie habe auch mal 

gesehen, dass die Privatklägerin 1 geschlagen worden sei (Urk. 128 S. 19). Einmal 

habe sie einen roten Fleck an ihr gesehen, aber sie habe nicht mit ihr darüber ge-

sprochen (Urk. 128 S. 21). Die Aussagen von E._____ sind in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz angesichts des nicht von der Hand zu weisenden Loyalitätskon-

flikts mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen, denn es drängt sich auch der Ein-

druck auf, dass sie die Schläge der Beschuldigten 2 stellenweise herunterspielt. So 

gab sie an, die Beschuldigte 2 habe ein legitimes Recht, sie zu schlagen, wenn sie 

etwas falsch gemacht habe (Urk. 128 S. 9, 54). Sie erklärte, die traurigen Dinge 

schneller zu vergessen als die glücklichen Sachen ("Ich erinnere mich halt nur a 

die Täg, wo mer halt glücklich gsi sind, nöd wo halt Sache passiert, wo eus ganz 

Familie truig machet", Urk. 128 S. 14; "Und suschtt erinnere ich mich nöd so oft, 

will ich vergiss die trurige Sache schnäller als glücklichi Sache", Urk. 128 S. 21). 

Dagegen ist mit der Vorinstanz ihren Aussagen zu entnehmen, dass gelegentlich 

mehr passierte, als nur eine "Flätterä" (Urk. 172 S. 49). Sie beschrieb einen Vorfall, 

bei dem die Privatklägerin 1 mit einem kaputten Handy zu spät nach Hause gekom-

men sei, woraufhin die Privatklägerin 1 an verschiedenen Stellen am Körper ge-

schlagen worden sei (Urk. 128 S. 20). Zudem gab sie mehrfach an, erst im Nach-

hinein und beim Nachhausekommen bemerkt zu haben, dass sich ihre Schwester 

und Mutter gestritten haben (Urk. 128 S. 44, S. 48, S. 50). Mit der Vorinstanz ist 

sodann festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 zur generellen Glaubwürdigkeit ihrer 

Schwester E._____ im Rahmen der Einvernahme vom 5. Februar 2020 angab, 

dass ihre Schwester niemals die Wahrheit sagen würde, dass ihre Mutter sie ge-

schlagen habe. Sie wolle ohnehin, dass ihre Mutter sofort wieder aus dem Gefäng-

nis komme. Und das wisse ihre Mutter sehr wohl (Urk. 172 S. 49 mit Verweis auf 

Urk. 93 S. 21). 

-   41   -

2.3. L._____

Die ehemalige Nachbarin L._____ bestätigt die Aussagen der Privatklägerin 1 in-

sofern, als sie konstant aussagte, dass die Privatklägerin 1 ihr erzählt habe, dass 

die Beschuldigte 2 sie geschlagen habe. Sie habe ihr aber keinen Glauben ge-

schenkt, weil sie die Beschuldigte 2 nie so erlebt habe. Die Beschuldigte 2 habe so 

etwas nie in ihrer Gegenwart getan (Urk. D1/6/3 S. 8, Urk. D1/6/32 S. 4, so auch 

Urk. 172 S. 49). 

2.4. Gutachten über die körperliche Untersuchung der Privatklägerin 1 

Die Vorinstanz wies zutreffend auf die Erkenntnisse im Gutachten über die körper-

liche Untersuchung der Privatklägerin 1 vom 20. Januar 2020 hin, insbesondere 

dass eine Gewalteinwirkung durch stumpfe Gewalt nicht ausgeschlossen werde 

(vgl. Urk. 172 S. 49 f. und Urk. D1 8/3). 

2.5. Aussagen der Beschuldigten 2

Die Beschuldigte 2 verstrickte sich auch bezüglich des vorliegend relevanten Sach-

verhalts in Widersprüche. In der Hafteinvernahme erklärte sie, die Privatklägerin 1 

nie geschlagen zu haben (Urk. D1 5/3 S. 6). An der Konfrontationseinvernahme 

vom 19. Oktober 2020 räumte sie dann ein, der Privatklägerin 1 zweimal eine Ohr-

feige verpasst zu haben (Urk. D1 5/5 S. 11). An der Hauptverhandlung erklärte sie, 

dass sie die Privatklägerin 1 nur einmal aus Angst geohrfeigt habe, als diese zu 

spät nach Hause gekommen sei. Sie habe sie zwei weitere Male geohrfeigt und 

einmal an ihrem Ohrläppchen gezwickt (Prot. I S. 45 f.). An der Berufungsverhand-

lung gab sie an, die Privatklägerin 1 geohrfeigt zu haben, wenn diese beispiels-

weise das Handy kaputt gemacht habe oder spät nachhause gekommen sei. Ge-

gen die Wand geschmissen oder mit dem Staubsaugerstock geschlagen habe sie 

die Privatklägerin 1 jedoch nicht (Urk. 243 S. 13). Dabei führte sie an, dass wenn 

dies so wäre, es irgendwelche Spuren geben müsste. Solche gebe es aber nicht 

(ebd.). 

Die Vorinstanz wies zudem zutreffend darauf hin, dass die Beschuldigte 2 den leib-

lichen Vater für die psychischen Spuren, die er bei der Privatklägerin 1 hinterlassen 

-   42   -

habe, verantwortlich machen will. Dieser habe sie – die Beschuldigte 2 – vor den 

Kindern geschlagen, sie bedroht und mit einem Messer angegriffen (Urk. D1 5/5 

S. 13, Urk. 172 S. 50, vgl. auch Urk. 243 S. 18). 

2.6. Aussagen des Beschuldigten 1 

Bezüglich der Aussagen des Beschuldigten 1 fällt in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz auf, dass dieser häufig ausweichend geantwortet, jegliche Schuld in 

Abrede gestellt und den Privatkläger 2 für die psychischen Probleme der Privat-

klägerin 1 verantwortlich gemacht hat (Urk. 172 S. 50 mit Verweis auf Urk. D1 5/4 

S. 6 ff., Urk. D1 5/5 S. 9, S. 12). Wenn die Verteidigung geltend macht, das Aus-

sageverhalten des Beschuldigten 1 in den staatsanwaltschaftlichen und gericht-

lichen Befragungen sei nicht Ausdruck von unglaubhaften Aussagen, sondern wi-

derspiegelten die Minderintelligenz des Beschuldigten 1 (Urk. 274 S. 6), ist dem 

entgegenzuhalten, dass der Beschuldigte 1 sehr wohl konkret antworten konnte, 

wenn er sich durch entsprechende Fragen nicht gerade offensichtlich in die Enge 

getrieben fühlte. Widersprüche im Aussageverhalten des Beschuldigten 1 finden 

sich selbst bei einfachen Fragen, welche ihn intelligenzmässig nicht überfordert 

haben dürften. So sagte er zu Beginn der Untersuchung aus, er habe nie im Wohn-

zimmer geschlafen, bis er mit den Aussagen der Beschuldigten 2 konfrontiert 

wurde und er darauf seine Aussagen den ihrigen anpasste (Urk. D1 5/2 S. 7 f. und 

S. 10, Urk. D1 5/4 S. 12). Dies spricht für einen gewissen Verstand. Wenn die Ver-

teidigung vorbringt, der Beschuldigte 1 sei des Alphabets nicht mächtig (Urk. 274 

S. 7), so überzeugt dies nicht angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte 1 

selbst angab, der türkischen Armee als Protokollführer gedient zu haben (Urk. 242 

S. 6). Zur Einschätzung der Denkfähigkeit des Beschuldigten 1 ist zudem auf den 

Beschluss der Kammer vom 4. April 2023 zu verweisen, in dessen Begründung das 

Aussageverhalten des Beschuldigten unter anderem als vernetzt und unauffällig 

wahrgenommen beschrieben wird (Urk. 255 S. 8). Widersprüche in den Aussagen 

des Beschuldigten 1 können demzufolge nicht mit einer Minderintelligenz be-

gründet werden, sondern sind vielmehr als Schutzbehauptungen zu qualifizieren. 

2.7. Zwischenfazit

-   43   -

Vor diesem Hintergrund ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich die Aussagen 

der beiden Beschuldigten insgesamt als wenig glaubhaft erweisen und daher 

unüberwindbare Zweifel an ihrer Version der Geschehnisse aufkommen lassen 

(ebd.). Wenn die Vorinstanz im Rahmen eines Zwischenfazits den Anklage-

sachverhalt aufgrund der dargelegten Beweise insofern als erstellbar erachtet, als 

die Beschuldigte 2 die Privatklägerin 1 fast täglich geschlagen hat, indem sie ihr 

Ohrfeigen oder Faustschläge ins Gesicht erteilt oder an den Haaren gezogen hat 

(Urk. 172 S. 51), ist dem beizupflichten. Auch ist davon auszugehen, dass der Pri-

vatklägerin 1 der Kopf gegen die Wand geschlagen, diese mit dem Staubsauger-

besen geschlagen und auf die am Boden liegende Privatklägerin 1 getreten wurde. 

Hingegen lässt sich zwar keine tägliche Gewalteinwirkung durch den Beschuldig-

ten 1 erstellen, indes ist erstellt, dass er mehrfach wöchentlich gewalttätig gegen 

die Privatklägerin 1 vorging.

3. Vereinbarkeit zwischen den Schlägen und der komplexen posttraumatischen 

Belastungsstörung der Privatklägerin 1

3.1. Gemäss Anklage entwickelte die Privatklägerin 1 aufgrund der wiederholten 

physischen Gewalterfahrungen durch die beiden Beschuldigten gemäss Anklage-

ziffer 1 eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (DSM-5 / ICD-10: 

F43.1). Zu prüfen ist daher, ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen 

den Schlägen und der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung besteht. 

3.2. Die Vorinstanz gab die diesbezügliche Einschätzung gemäss psychiatrisch-

aussagepsychologischem Gutachten über die Privatklägerin 1 vom 15. Juni 2020 

zutreffend wieder: Demgemäss bestehe eine überwiegende theoretische Ver-

einbarkeit zwischen der aktuell vorliegenden psychiatrischen Störung und den be-

richteten physischen und sexuellen Gewalterfahrungen. Aus psychiatrischer Sicht 

sei es unwahrscheinlich und es stehe im Widerspruch zu den vorhandenen em-

pirischen Erkenntnissen, dass die von der Schwester geschilderten Schläge durch 

den leiblichen Vater hauptverantwortlich für die bei der Privatklägerin 1 vorliegende 

komplexe posttraumatische Belastungsstörung seien. Gegen diese Hypothese 

spreche auch die von der Privatklägerin 1 angegebene Spezifität der Wieder-

erlebenssymptome und deren Auslöser. Die Flashbacks und die wiedererlebten Si-

-   44   -

tuationen stünden meist im Zusammenhang mit psychischem Druck und sexueller 

Gewalt. Albträume würden sich auch auf die beiden Beschuldigten beziehen. Ob 

und wie die mutmassliche physische Misshandlung durch den leiblichen Vater 

(Privatkläger 2) in der Aussage der Schwester zu bewerten sei, könne aus aus-

sagepsychologischer Sicht nicht beurteilt werden, ohne die genannten Aussagen 

zu analysieren (Urk. 172 S. 52 mit Verweis auf Urk. D1 8/37 Antwort 2.5). 

Ebenso sind im vorinstanzlichen Entscheid weitere Erwägungen des Gutachters 

aufgeführt: Sollte die Privatklägerin 1 Zeuge schwerer physischer Gewalt des leib-

lichen Vaters gegenüber der Mutter geworden sein, z.B. eines Angriffs mit einem 

Messer, würde dies das Traumakriterium nach DSM-5 erfüllen. Solche Ereignisse 

könnten die Ursache für eine posttraumatische Belastungsstörung sein. Gegen die 

Hypothese, dass die posttraumatische Belastungsstörung in erster Linie die Folge 

solcher erlebten Gewalterfahrungen des leiblichen Vaters (Privatkläger 2) gegen 

die Mutter (Beschuldigte 2) ist, sei angemerkt, dass die beschriebenen Wieder-

erlebenssymptome spezifisch auf die selbst erlebte Gewalt durch die beiden 

Beschuldigten zurückzuführen seien. Auch wenn aufgrund dieses spezifischen Zu-

sammenhangs zwischen den posttraumatischen Symptomen und den geschilder-

ten Gewalterfahrungen durch die Mutter (Beschuldigte 2) und den Stiefvater (Be-

schuldigter 1) diese als Hauptursache der vorliegenden posttraumatischen Belas-

tungsstörung angenommen werden müssen, wäre es dennoch möglich, dass auch 

Gewalterfahrungen des leiblichen Vaters gegenüber der Mutter (Beschuldigte 2) 

zur Entwicklung der posttraumatischen Belastungsstörung beigetragen haben 

könnten. Denn die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigten eindeutig, dass das Ri-

siko einer posttraumatischen Belastungsstörung als Folge von Gewalterfahrungen 

in der Kindheit umso höher sei, je mehr solche Gewalterfahrungen erlebt worden 

seien. Vor diesem Hintergrund könnte von einer geringfügigen bis teilweisen 

Vereinbarkeit der beschriebenen Erlebnisse mit dem aktuell vorliegenden psy-

chiatrischen Störungsbild ausgegangen werden (Urk. 172 S. 52 f. mit Verweis auf 

D1 8/37 Antwort 8). 

Weiter ist von der Vorinstanz aus dem Gutachten zu übernehmen, dass falls eine 

fundierte Basis für die behaupteten körperlichen Misshandlungen durch den leib-

lichen Vater (Privatkläger 2) der Privatklägerin 1 vorliege, dies ein Indiz für die 

-   45   -

Untersuchungshypothese 3 sein könnte (Der geschilderte Sachverhalt ist zwar er-

lebnisfundiert, bezieht sich aber auf eine andere Person als die des Beschuldigten, 

Urk. D1 8/37 Antwort 2.6). Schliesslich habe der Gutachter auf Ergänzungsfrage 

erklärt, dass die Untersuchungshypothese 2 (Der Aussage der Privatklägerin 1 liegt 

zwar ein realer Wahrnehmungs-, aber kein ich-naher Erlebnisbezug zugrunde) ver-

worfen werde, weil die Aussagengenese, die Konstanz, die Qualität der Aussage, 

die entkräftete Motivlage, die uneingeschränkte Aussagetüchtigkeit und die Be-

fragungsresistenz auf ein erlebnisbasiertes, ich-nahes Ereignis hinweisen würden 

(Urk. 172 S. 53, Urk. D1 8/37 Antwort 2.7). 

Zu prüfen ist nachfolgend – dem Vorgehen der Vorinstanz folgend –, ob Hinweise 

für die Untersuchungshypothese 3 (Der geschilderte Sachverhalt ist zwar erlebnis-

fundiert, bezieht sich aber auf eine andere Person als die des Beschuldigten) vor-

liegen.

3.3. Erkenntnisse aus dem Verfahren gegen den Privatkläger 2

3.3.1. Im Verfahren der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich gegen den Privat-

kläger 2 als Beschuldigter (A-5/2020/10027549), in welchem die Beschuldigte 2 als 

Privatklägerin auftrat, warf die Beschuldigte 2 ihrem Ex-Ehemann u.a. vor, er habe 

ihr ein Messer an die Brust gehalten, wobei sie sich an der Brust und an den Hän-

den Schnittverletzungen zugezogen habe (vgl. Beizugsakten SB210557, Urk. 16 

S. 3 lit. C). Die (heutige) Privatklägerin 1 sei dann nach Hause gekommen und 

habe gesehen, wie er ihr das Messer an die Brust gesetzt habe (Beizugsakten 

SB210557, Urk. 6/2 F/A 10). Ein weiteres Mal habe er sie – die Beschuldigte 2 – 

mit einer Porzellanscherbe verletzt, worauf die Privatklägerin 1 mit ihr ins Spital 

gefahren sei, weil die Wunde nicht zu bluten aufgehört habe (Beizugsakten 

SB210557, Urk. 6/2, F/a 39). Zudem habe die Privatklägerin 1 in einem Türkei-

Urlaub eingegriffen, als der Privatkläger 2 sie – die Beschuldigte 2 – mit Geh-

stöcken geschlagen habe. Die Privatklägerin sei darauf ebenfalls geschlagen wor-

den, jedoch mit den Händen (Beizugsakten SB210557, Urk. 6/2, F/A 47). Die Be-

schuldigte 2 gab in jenem Verfahren an, dass sie mit ihrer Anzeige lediglich bewei-

sen möchte, dass die Privatklägerin 1 wegen all dem, was ihr leiblicher Vater (der 

Privatkläger 2) ihr angetan habe, so traumatisiert sei (Beizugsakten SB210557, 

-   46   -

Urk. 6/3, F/A 33). Auf den Vorhalt der Staatsanwaltschaft, dass die Beschuldigte 2 

mit ihren Vorwürfen in keiner Art eine allfällige Gewalttat von B._____ (Privatklä-

ger 2) gegenüber A'._____ (Privatklägerin 1) beweise, sagte sie: "A'._____ erzählt 

alles, was ich an meinem Körper erlebt habe so, als hätte sie es selbst erlebt. Das 

macht mich fertig. Im Jahre 2018 hat B._____ ganz ruhig A'._____ angerufen, sie 

sagte ihm, er sei nicht ihr Vater. Er hätte sie und mich immer wieder verprügelt. Das 

habe ich aufgenommen" (Beizugsakten SB 210557, Urk. 6/4, F/A 76). 

3.3.2. Die Privatklägerin 1 gab in jenem Verfahren als Zeugin zu Protokoll, wie sie 

Gewalt von der Beschuldigten 2 gegenüber dem Privatkläger 2 gesehen habe ("Ein 

oder zwei Mal nahm meine Mutter einen Schuhlöffel aus Metall und schlug meinen 

Vater auf Schulter und Oberarm"; Beizugsakten SB210557, Urk. 72, F/A 14). Um-

gekehrt habe sie das nie miterlebt, "[…] aber meine Mutter hat auch schon gesagt, 

B._____ sein ein Arschloch und eine Missgeburt und würde sie immer schlagen. 

Selbst gesehen habe ich das aber nicht" (a.a.O., F/A 15). Sie habe aber gesehen, 

wie sich die Beschuldigte 2 selbst mit einer Porzellanscheibe geschnitten habe. Sie 

selber habe sie dann ins Spital begleitet. Die Mutter (die Beschuldigte 2) habe im 

Spital gesagt, sie habe sich beim Spinatschneiden geschnitten (a.a.O., F/A 16 f.). 

An einen speziellen Vorfall in der Türkei im Sommer 2015 vermochte sie sich nicht 

zu erinnern (a.a.O., F/A 19 ff.). Ebenso wenig vermochte sich die Privatklägerin 1 

daran zu erinnern, einer Bekannten ihrer Eltern, Frau O._____, erzählt zu haben, 

dass sie und ihre Schwester vom Privatkläger 2 regelmässig mit einem Schuhlöffel 

geschlagen worden seien, denn "[…] es wäre auch nicht richtig, denn es stimmt 

nicht" (a.a.O., F/A 24 ff.). Die Privatklägerin 1 sagte zusammenfassend, dass es 

eher die Beschuldigte 2 gewesen sei, die den Privatkläger 2 geschlagen habe, und 

wenn es andersherum passiert wäre, sei sie nicht dabei gewesen (a.a.O., F/A 30). 

3.3.3. Die jüngere Schwester der Privatklägerin 1, E._____, gab im Verfahren ge-

gen den Privatkläger 2 (altersbedingt als Auskunftsperson) an, dieser habe d