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**Case Identifier:** 2b474ef3-75d8-5e22-a75b-71a93d2e2f0c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.09.2020 200 2019 944
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-944_2020-09-15.pdf

## Full Text

200 19 944 IV
FUE/PRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. September 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

D.________
vertreten durch E.________ AG
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 13. November 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1986 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte ..., zuletzt von 1. Januar bis 30. Juni 2015 auf diesem Beruf er-
werbstätig (vgl. Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 3, S. 2; 21, S. 2 ff.), meldete sich im März 2014 unter 
Hinweis auf ein Burnout bei der IVB zum Bezug von Leistungen der Invali-
denversicherung (IV) an (AB 1). In der Folge holte die IVB erwerbliche und 
medizinische Unterlagen ein – insbesondere ein Gutachten von Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Februar 
2014 (AB 10.2). Am 25. September 2014 verneinte sie den Anspruch auf 
Leistungen der IV mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens 
(AB 18). Auf eine Neuanmeldung vom April 2015 (AB 19) trat die IVB mit 
Verfügung vom 29. Oktober 2015 nicht ein (AB 39).

Am 15. Juli 2016 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an (AB 45, S. 13). Daraufhin veranlasste die IVB unter anderem eine neu-
ropsychologische Untersuchung durch Dr. phil. G.________, Fachpsycho-
loge FSP, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; Bericht vom 6. Okto-
ber 2016, AB 56) und nahm Rücksprache mit der RAD-Ärztin Dr. med. 
H.________, Fachärztin für Neurologie (Bericht vom 24. Oktober 2016, 
AB 59, S. 3 ff.). Am 21. Dezember 2016 teilte die IVB der Versicherten mit, 
dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden, da sie aus ge-
sundheitlichen Gründen nicht in der Lage sei, an Eingliederungsmassnah-
men teilzunehmen (AB 65). Weiter veranlasste sie eine psychiatrische Be-
gutachtung durch Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie (Expertise vom 5. April 2019 [AB 114.1] samt Ergänzung vom 
6. Juni 2019 [AB 116]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 117) verneinte die IVB mit Verfügung vom 13. November 2019 den 
Anspruch auf Leistungen der IV mangels einer revisionsrechtlich relevanten 
Veränderung (AB 122).

B.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 3

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsanwalt 
C.________, am 16. Dezember 2019 beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 13. November 2019 
sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführerin sei mit Wirkung ab 1. Januar 2017 eine 
Invalidenrente zuzusprechen.

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu 
bewilligen und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheits-
leistungen zu befreien. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechts-
verbeiständung durch den Unterzeichnenden zu gewähren.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzli-
chen Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, es sei im Rahmen des 
stationären Aufenthaltes in der psychiatrischen Klinik J.________ im März 
2016 eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt und eine leich-
te Intelligenzminderung festgestellt worden. Diese Intelligenzminderung sei 
bei der Untersuchung durch Dr. med. F.________ im Jahr 2014 unerkannt 
geblieben. Der Grund für die damals diagnostizierte Erschöpfungsdepres-
sion, die berufliche Überlastung sowie die akzentuierte Persönlichkeitss-
törung sei nicht korrekt abgeklärt worden. Heute stehe fest, dass die Intelli-
genzminderung (vermutlich seit Geburt), welche über längere Zeit durch 
erhebliche Unterstützung eines umfangreichen Helfernetzes kompensiert 
werden konnte, infolge chronischer Überbeanspruchung zur vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit geführt habe.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2020 beantragte die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Februar 2020 hiess der Instruktions-
richter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt gut.

Mit Eingabe vom 17. Februar 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 
Anträgen fest und führte ergänzend aus, dass im vorliegenden Fall eine 
prozessuale Revision nach Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-

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tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) hätte geprüft werden müssen. Zudem lägen auch Revi-
sionsgründe nach Art. 17 ATSG vor.

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Mai 2020 wurde die E.________ 
AG zum Verfahren beigeladen, wobei diese als rückdeckende Versiche-
rungsgesellschaft für die zuständige D.________ am 8. Juni 2020 auf eine 
Stellungnahme verzichtete.

Am 15. September 2020 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 
lit. a GSOG Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführe-
rin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrun-
gen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdi-
ges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt 
ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. 
a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung 
[IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) einge-
halten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

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1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 13. November 2019 
(AB 122). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen – insbe-
sondere eine Rente – der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). 

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-

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mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-

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gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

2.5

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 

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wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegan-
gener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme 
beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Erheblich 
ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der An-
spruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls 
sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 
2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, 
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Ren-
tengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 9

Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5)

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest, dass die Beschwerdegegnerin auf die 
Neuanmeldung vom 15. Juli 2016 (AB 45, S. 13 f.) eingetreten ist und den 
Leistungsanspruch materiell geprüft hat. Folglich ist die Eintretensfrage 
vom Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen 
ist indes, ob im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der leistungs-
abweisenden Verfügung vom 25. September 2014 (AB 18; im Zusammen-
hang mit der Nichteintretensverfügung vom 29. Oktober 2015 [AB 39] er-
folgte keine materielle Prüfung) und der hier angefochtenen Verfügung vom 
13. November 2019 (AB 122) eine wesentliche Veränderung in medizini-
scher bzw. erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, die geeignet ist, den Inva-
liditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.3 
hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte die leistungsabweisende Verfü-
gung vom 25. September 2014 (AB 18) massgeblich auf das zu Handen 
der Krankentaggeldversicherung erstellte psychiatrische Gutachten von Dr. 
med. F.________ vom 20. Februar 2014 (AB 10.2). Dieser diagnostizierte 
eine Erschöpfungsdepression (ICD-10: F48.0), eine berufliche Überlastung 
(ICD-10: Z56) und akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1; 
AB 10.2, S. 4). Laut dem Gutachter könne aktuell noch von einer aufgeho-
benen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin soll-
te fähig sein, ab 1. März 2014 zu 40% bis 50% zu arbeiten, zumindest an 
einer geeigneten Arbeitsstelle. Innerhalb von einem bis zwei Monaten sollte 
sie fähig sein, im angestammten Beruf voll arbeitsfähig zu sein. Diese 
Tätigkeit sei angepasst (AB 10.2, S. 7).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 25. September 2014 (AB 18) lässt sich den Akten das 
Folgende entnehmen:

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 10

3.3.1 Vom 15. März bis 14. Juni 2016 (91 Tage) war die Beschwerdefüh-
rerin in stationärer Behandlung in der psychiatrischen Klinik J.________ 
(vgl. auch AB 45 und 54, S. 2 f.). Im Austrittsbericht vom 27. Juni 2016 
wurde als Eintrittsdiagnose eine akute Belastungsreaktion (ICD-10: F43.0) 
nach Trennung bei Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 
mit abhängigen und ängstlichen Anteilen (ICD-10: F61) genannt. Als Aus-
trittsdiagnose wurde eine leichte Intelligenzminderung: deutliche Verhal-
tensstörung, die Beobachtung oder Behandlung erfordert (ICD-10: F70.1) 
und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstli-
chen Anteilen (ICD-10: F61) festgehalten (AB 74, S. 2). Vom 15. März bis 
14. Juni 2016 wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Be-
schwerdeführerin komme ab 15. Juni 2016 voraussichtlich einen Monat 
lang als teilstationäre Patientin auf die Psychotherapiestation in der psych-
iatrischen Klinik J.________ (AB 74, S. 4).

3.3.2 Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 6. Oktober 
2016 diagnostizierte Dr. phil. G.________, RAD, mittelschwere bis schwere 
neuropsychologische Dysfunktionen, wahrscheinlich kongenitaler Ätiologie 
mit leichter Intelligenzminderung bei IQ 62 (ICD-10: F70.1), assoziiert mit 
ausgeprägten exekutiven und attentativen Minderfunktionen sowie psychi-
scher Vulnerabilität mit Stressintoleranz und schweren verbalen und figura-
len Gedächtnisstörungen mit amnestischem Charakter (AB 56, S. 10). Der 
Fachpsychologe gelangte zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin trotz 
ihrer Beeinträchtigung eine Ausbildung zur ... habe abschliessen können, 
könne nur durch die Nachsicht und Wohlwollen von Seiten des Ausbild-
ners, die massive Unterstützung der Eltern und weiterer Personen und 
nicht zuletzt durch die enorme Anstrengungsbereitschaft und Verausga-
bung der Explorandin bis hin zur Dekompensation erklärt werden. Es sei 
offensichtlich, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr als ... arbeiten kön-
ne. Ihr berufliches Spektrum sei begrenzt auf einfach strukturierte, gleich-
förmige Tätigkeiten, wie sie bei Personen mit einer leichten Intelligenzmin-
derung üblich seien. Berufliche Massnahmen (d.h. Ausbildungen oder Um-
schulungen) und Arbeitstätigkeiten, bei denen das Erlernen von theoreti-
schem Wissen oder die Speicherung von immer wieder neuen oder wech-
selnden Fakten oder Informationen erforderlich sei, seien nicht mehr zu-
mutbar. Zumutbar seien hingegen Tätigkeiten, die durch Vorzeigen, prakti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 11

sches Handeln und Einüben erlernbar seien. Die erhöhte psychische Vul-
nerabilität mit ausgeprägten Stress- und Angstreaktionen bei Überforde-
rung erfordere ein schonendes Arbeitsumfeld, in welchem einerseits poten-
tielle Stressoren wie Zeit- oder Leistungsdruck gering seien und anderer-
seits ein wohlwollendes und verständnisvolles Klima herrsche (AB 56, 
S. 9 f.).

3.3.3 Im Bericht vom 24. Oktober 2016 diagnostizierte die RAD-Ärztin Dr. 
med. H.________ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte 
Intelligenzminderung (ICD-10: F70.1) bei mittelschwerer bis schwerer neu-
ropsychologischer Dysfunktion und eine Persönlichkeitsstörung mit vermei-
denden und abhängigen Anteilen sowie eine erhöhte psychische Vulnerabi-
lität. In ihrer bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr 
einsetzbar. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin in 
der Lage, körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten auszuüben. Die 
körperliche Belastbarkeit sowie die Gebrauchsfähigkeit der Hände seien 
nicht eingeschränkt. Die Wegefähigkeit sei gegeben. Auf Grund der Intelli-
genzminderung sei sie jedoch nur in der Lage, einfache praktische Tätig-
keiten mit immer wiederkehrenden Anforderungen, welche dementspre-
chend geringe Ansprüche an das Aufnehmen und Umsetzen von Instrukti-
onen, an die Handlungsplanung und das Problemlösen stellten, auszu-
führen. Somit seien z.B. auch Tätigkeiten mit Überwachungs- und Steue-
rungsfunktionen nicht möglich. In einer angepassten Tätigkeit liege keine 
zeitliche Einschränkung vor. Die geltend gemachte Veränderung des Ge-
sundheitszustandes sei glaubwürdig; die Befunde seien schlüssig und um-
fassend. Die Untersuchung durch den RAD bestätige zudem die gestellten 
Diagnosen und die daraus resultierenden Einschränkungen der Leistungs-
fähigkeit (AB 59, S. 4). Die geltend gemachte Veränderung sei geeignet, 
eine mindestens drei Monate dauernde Verschlechterung der Arbeitsfähig-
keit zu begründen (AB 59, S. 4 f.). 

3.3.4 Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 5. März 2017 mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine leichte Intelligenzminderung: deutliche Verhaltens-
störung, die Beobachtung und Behandlung erfordert, eine kombinierte Per-
sönlichkeitsstörung mit abhängigen und vermeidbaren Anteilen (ICD-10: 

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F61) und eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2; AB 78, S. 1). Die bishe-
rige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (AB 78, S. 2). Mit einer Wiederauf-
nahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (AB 78, S. 
3).

3.3.5 Vom 5. September 2016 bis 31. März 2017 (119 Präsenztage) war 
die Beschwerdeführerin in teilstationärer Behandlung in der Tagesklinik der 
L.________ (vgl. auch AB 70). Im Austrittsbericht vom 9. Mai 2017 wurde 
ein Erschöpfungssyndrom nach jahrelanger traumatischer intellektueller 
Überforderung (ICD-10: F48.0), ein Verdacht auf eine kombinierte Persön-
lichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlichen Anteilen (ICD-10: F61.0) 
und eine leichte Intelligenzminderung, deutliche Verhaltensstörung, welche 
Beobachtung oder Behandlung erfordert (ICD-10: F70.1), diagnostiziert 
(AB 81, S. 2).

3.3.6 Vom 4. April bis 2. Juni 2017 (59 Tage) war die Beschwerdeführerin 
erneut in stationärer Behandlung in der psychiatrischen Klinik J.________. 
Im Austrittsbericht vom 2. Juni 2017 wurde eine leichte Intelligenzminde-
rung: deutliche Verhaltensstörung, die Beobachtung oder Behandlung er-
fordert (ICD-10: F70.1), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ab-
hängigen und vermeidenden Anteilen (ICD-10: F61) und ein Erschöpfungs-
syndrom nach jahrelanger, traumatisierender, intellektueller Überforderung 
(ICD-10: F48.0) diagnostiziert (AB 84, S. 2). Die Patientin beginne ab 
6. Juni 2017 eine Beschäftigung im ambulanten Tageszentrum der psychia-
trischen Klinik J.________ (AB 84, S. 4). Es wurde eine 100%-ige Arbeits-
unfähigkeit vom 4. April bis 2. Juni 2017 attestiert (AB 84, S. 5).

3.3.7 Dr. med. I.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten 
vom 5. April 2019 mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit eine leichte Intel-
ligenzminderung (ICD-10: F70.1) und eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1; 
AB 114.1, S. 18). In der bisherigen Tätigkeit als ... bestehe eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit (AB 114.1, S. 22 Ziff. 7.1). Zum jetzigen Zeitpunkt sei 
keine angepasste Tätigkeit möglich. Allerdings sei nach einer erfolgreichen 
Therapie durchaus denkbar, dass die Beschwerdeführerin in einer ihrer 
Intelligenzminderung angepassten Tätigkeit wieder arbeiten könne; z.B. in 
einem geschützten Arbeitsplatz mit klaren Vorgaben und einfachen, um-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 13

schriebenen Tätigkeiten im Rahmen einer Wiedereingliederung. Möglich 
wäre diesbezüglich eine Hilfstätigkeit nach entsprechender Einarbeitung 
oder einem Praktikum, beispielsweise im Bereich der Hauswirtschaft oder 
Gartenarbeit unter Anleitung und ständiger Supervision. Das Arbeitspen-
sum sollte dabei zunächst eingeschränkt sein und im Rahmen einer lang-
samen Steigerung erfolgen (AB 114.1, S. 24 Ziff. 7.2). Der Gesundheitszu-
stand habe sich seit 2015 wesentlich verändert. Inzwischen sei unzweifel-
haft festgestellt worden, dass bei der Beschwerdeführerin eine seit der Ge-
burt bestehende Intelligenzminderung vorliege. Diese konnte aufgrund der 
in der Anamnese geschilderten Umstände bisher nicht zur Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt werden. Durch das Vorliegen der Intelli-
genzminderung sei die Arbeitstätigkeit in der bisherigen Tätigkeit dauerhaft 
nicht möglich (AB 114.1, S. 25 Ziff. 7.4.1).

Am 6. Juni 2019 führte Dr. med. I.________ ergänzend aus, die rückwir-
kend aufgehobene Arbeitsfähigkeit bezogen auf die Tätigkeit als ... bestehe 
seit Beginn der Ausbildung, d.h. seit August 2003. Bis 30. Juni 2015 habe 
eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Seither sei die Arbeitsfähigkeit 
vollständig eingeschränkt (AB 116).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 14

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5

3.5.1 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. I.________ vom 5. April 
2019 (AB 114.1) samt Ergänzungen vom 6. Juni 2019 (AB 116) erfüllt 
grundsätzlich (vgl. E. 3.5.2 hiernach) die Anforderungen an eine beweis-
kräftige Expertise (vgl. E. 3.4 hiervor). Die Feststellungen des Experten 
beruhen auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen (samt Fremdanamne-
se; AB 114.1, S. 17 Ziff. 4.2.5) und sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerun-
gen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend 
begründet, weshalb darauf abgestellt werden kann. Gestützt darauf ist er-
stellt, dass die Beschwerdeführerin an einer leichten Intelligenzminderung 
(ICD-10: F70.1), vermutlich seit der Geburt, und einer rezidivierenden de-
pressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 
F33.1) leidet (AB 114.1, S. 18). In diagnostischer Hinsicht bestehen keine 
unauflösbaren Widersprüche, da Dr. med. I.________ die Divergenz zum 
Gutachten des Dr. med. F.________ sowie zur Diagnose einer Persönlich-
keitsstörung – gestellt durch die behandelnden Ärzte (vgl. E. 3.3.4-3.3.6) – 
einleuchtend auflöste bzw. erklärte (AB 114.1, S. 18 ff. Ziff. 5). Aus der In-
telligenzminderung sowie der rezidivierenden depressiven Störung leitete 
der psychiatrische Experte bis 30. Juni 2015 eine Arbeits(un)fähigkeit von 
50% (Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses auf dem angestammten 
Beruf als ...) und seither eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in jedweder 
Tätigkeit ab (AB 114.1, S. 24 Ziff. 7.2; 116).

3.5.2 Soweit Dr. med. I.________ ausführte, der Gesundheitszustand 
habe sich seit 2015 (den unzutreffenden Vergleichszeitpunkt hat die IVB 
vorgegeben [AB 112, S. 5]; vgl. E. 3.1 hiervor) wesentlich verändert, weil 
festgestellt worden sei, dass die Beschwerdeführerin an einer seit der Ge-
burt bestehenden Intelligenzminderung leide (AB 114.1, S. 25 Ziff. 7.4.1), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 15

kann ihm jedoch nicht gefolgt werden. Diese neu gestellte Diagnose allein 
stellt offensichtlich – weil als kongenital qualifiziert – keine Veränderung 
des Gesundheitszustandes seit dem 25. September 2014 dar, sondern 
lediglich eine andere (in concreto fundiertere) Beurteilung desselben Sach-
verhalts. Dieser Mangel in Bezug auf die im Neuanmeldungskontext ent-
scheidende Frage nach einer Gesundheitsveränderung schadet in concreto 
jedoch nicht, wie nachfolgend gezeigt wird:

Aus den Akten erhellt, dass die Beschwerdeführerin vom 15. März bis 
16. Juni 2016, mithin 91 Tage, in stationärer Behandlung in der psychiatri-
schen Klinik J.________ war und unmittelbar anschliessend in derselben 
Institution teilstationär weiterbehandelt wurde (AB 74, S. 2 und 4). Weiter 
war die Beschwerdeführerin vom 5. September 2016 bis 31. März 2017, 
d.h. während 119 Präsenztagen, in einer tagesklinischen Behandlung in 
der L.________ (AB 81) und anschliessend vom 4. April bis 2. Juni 2017, 
d.h. 59 Tage, nochmals in stationärer Behandlung in der psychiatrischen 
Klinik J.________ (AB 84). Während den beiden jeweils mehr als drei Mo-
nate dauernden stationären bzw. tagesklinischen Behandlungen bestand 
offenkundig eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (bzw. im teilstationären 
Rahmen zumindest eine teilweise Arbeitsunfähigkeit), so dass eine länger-
dauernde Gesundheitsverschlechterung i.S.v. Art. 88a Abs. 2 IVV (vgl. da-
zu SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1; vgl. auch Ziff. 5006 erstes Lemma e 
contrario des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in 
der Invalidenversicherung [KSIH]) evident ist. 

Ferner stellt auch die gutachterlich attestierte Verminderung der Arbeits-
fähigkeit von 50% auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit per 1. Juli 2015 
(Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses) einen Revisionsgrund dar. Ent-
gegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin handelte es sich bei der 
zuletzt ausgeübten, sechsmonatigen Tätigkeit als ... in der M.________ 
keineswegs „lediglich um eine tagesstrukturierte Massnahme“ (Beschwer-
deantwort, S. 2 f. Ziff. 3 f.). So haben die ...inhaber in der Begründung für 
die Nichtverlängerung des befristeten Arbeitsvertrages vom 21. März 2015 
zwar ausgeführt, dass sich „im ...“, im Büro und bei der Terminvergabe 
Mängel gezeigt hätten. Gleichzeitig hielten sie jedoch fest, die Beschwerde-
führerin habe bei der direkten Assistenz ... „gute Arbeit“ geleistet (AB 21, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 16

S. 2; 120, S. 13). Zwar genügt es für die Anerkennung eines verschlechter-
ten Gesundheitszustandes im Sinne eines Revisionsgrundes nicht, dass im 
Vergleich zum Referenzzeitpunkt allein eine höhere Arbeitsunfähigkeit at-
testiert wird, vorliegend ist aber zudem auch eine veränderte Befundlage 
ersichtlich (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 27. Juni 2019, 
9C_27/2019, E. 4.2). Insbesondere bildet sich die von Dr. med. I.________ 
beschriebene Verschlechterung des Gesundheitszustandes in Form eines 
Zusammenbruchs nach einem Zustand der anhaltenden Überforderung 
(AB 114.1, S. 20 f.) auch im Resultat des Mini-ICF-APP Ratings ab, ergab 
sich doch eine erhebliche Beeinträchtigung in acht und eine mässige Be-
einträchtigung in drei (von insgesamt 13) Bereichen (AB 114.1, S. 23), wo-
mit auch von einer verschlechterten Befundlage seit dem 25. September 
2014 auszugehen ist (zum Schluss auf eine veränderte Befundlage anhand 
der im Mini-ICF-APP festgestellten Beeinträchtigungen: Entscheid des 
BGer vom 8. April 2020, 8C_664/2019, E. 4.3).

Somit sind entgegen der Verwaltung mehrere medizinische Revisionsgrün-
de erstellt und der Rentenanspruch ist allseitig zu prüfen (vgl. E. 2.5.4 hier-
vor).

3.6 Zu prüfen bleibt damit anhand des strukturierten Beweisverfahrens 
nach BGE 141 V 281 (vgl. dazu E. 2.2.2 ff. hiervor), ob der psychiatrisch 
attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rechtlicher Sicht gefolgt 
werden kann, wobei hierfür die Beschwerdeführerin die materielle Beweis-
last zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416).

4.

4.1 Der psychiatrische Gutachter zeigte keine Diskrepanzen bzw. In-
konsistenzen im Sinne eines Ausschlussgrundes auf, insbesondere stellte 
er keinen Hinweis für eine bewusste Aggravation oder gar Simulation fest 
(vgl. AB 114.1, S. 14 Ziff. 3.2.11 und S. 22 Ziff. 6.3). Auch der RAD-
Fachpsychologe konstatierte nach Durchführung von Beschwerdevalidie-
rungsverfahren, die von ihm erhobenen Befunde seien als authentischer 
Ausdruck der kognitiven Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu wer-
ten (AB 56 S. 8). Die Prüfung auf der ersten Ebene schliesst damit einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 17

invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht aus, womit auf der zweiten 
Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetrische 
Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen 
hat (vgl. E. 2.2.4 hiervor).

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Gemäss Dr. med. I.________ leidet die Beschwerdeführerin an 
einer leichten Intelligenzminderung und einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (AB 114.1, S. 18). 
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung fielen die Befunde bis auf 
die starke Anspannung mit unruhiger Psychomotorik, wobei die Beschwer-
deführerin unter Druck „explodierte“, die Schwierigkeit, detaillierte Fragen 
und Abläufe zu beantworten und zu schildern sowie biographische Anga-
ben zeitlich zuzuordnen, und die leichte Bedrücktheit weitgehend unauffäl-
lig aus (AB 114.1, S. 15 f. Ziff. 4.2.2). Eine schwere Ausprägung der dia-
gnoserelevanten Befunde ist unter diesen Umständen nicht erkennbar, 
wobei relativierend festzustellen ist, dass der Gutachter auch bemerkte, die 
Versicherte habe gelernt, eine fassadäre Funktionalität zu erhalten 
(AB 114.1, S. 19 Ziff. 5). Ebenfalls zu beachten ist, dass der RAD-
Fachpsychologe die von ihm festgestellten neuropsychologischen Dysfunk-
tionen als mittelschwer bis schwer beurteilte (AB 56 S. 10). 

4.2.1.2 Sodann ist auf Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Zur Behandlung führte der 
Experte aus, die Beschwerdeführerin habe in den Jahren 2016 und 2017 je 
eine stationäre Behandlung in der psychiatrischen Klinik J.________ in 
Anspruch genommen. Zwischen den beiden stationären Aufenthalten sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 18

sie mehrere Monate in tagesklinischer Behandlung gewesen. Zwischenzeit-
lich seien auch Psychopharmaka eingesetzt worden. Nun habe sie 
wöchentliche Termine bei einer Psychologin, bei welcher eine unterstüt-
zende Psychotherapie stattfinde (AB 114.1, S. 13 f. Ziff. 3.2.9; vgl. auch AB 
110). Zur Medikation bemerkte der psychiatrische Gutachter, in Bezug auf 
die anhaltend depressive Symptomatik seien die Möglichkeiten noch nicht 
vollständig ausgeschöpft, sei doch bisher keine adäquate Behandlung mit 
einer antidepressiven Pharmakotherapie versucht worden (AB 114.1, S. 21 
Ziff. 6.2). Insoweit kann zur Zeit noch nicht von einer Behandlungsresistenz 
gesprochen werden. In Bezug auf die Eingliederung hielt der Experte fest, 
die nach der Tagesklinik durchgeführte Wiedereingliederung sei aufgrund 
der geringen Belastbarkeit gescheitert (AB 114.1, S. 21 Ziff. 6.2). Eine 
Wiedereingliederung erachtete der Gutachter – nach einer erfolgreichen 
Therapie – in einer Tätigkeit z.B. im geschützten Rahmen als denkbar 
(AB 114.1, S. 24). 

4.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 f., 
141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt, diagnostizierte der psychiatri-
sche Experte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nebst 
der Depression eine leichte Intelligenzminderung (AB 114.1, S. 18). Der 
Gutachter äusserte sich nicht explizit zu allfälligen Wechselwirkungen zwi-
schen diesen Diagnosen, doch hielt er fest, aufgrund der Intelligenzminde-
rung seien die Fähigkeiten und Ressourcen zur Bewältigung des depressi-
ven Geschehens (z.B. kognitive Umstrukturierung und Neubewertung) nur 
sehr eingeschränkt vorhanden (AB 114.1, S. 20 Ziff. 6.1). Damit bestehen 
offenkundig Wechselwirkungen zwischen den gestellten Diagnosen derge-
stalt, dass der Intelligenzminderung in Bezug auf die Depression ressour-
cenhemmende Wirkung beizumessen ist. 

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) legte der Experte dar, es bestehe zwar keine Persönlichkeitss-
törung, hingegen eine Persönlichkeitsakzentuierung im Sinne einer ängst-
lich-vermeidenden Persönlichkeitsstruktur. In diesem Zusammenhang er-
wähnte er insbesondere die Abhängigkeit von anderen und die Unselbst-
ständigkeit der Beschwerdeführerin, welche über die Einschränkungen hin-
ausgingen, die alleine durch die bestehende Intelligenzminderung zu er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 19

klären seien (AB 114.1, S. 19 f. und 22 Ziff. 6.4). Ferner ist der Beurteilung 
des Dr. phil. G.________ zu entnehmen, dass sich bei der Beschwerdefüh-
rerin neben umfassenden kognitiven Einschränkungen eine erhöhte psy-
chische Vulnerabilität mit ausgeprägten Stress- und Angstreaktionen bei 
Überforderung zeige (AB 56, S. 10; beispielsweise geriet die Beschwerde-
führerin beim Bearbeiten von Aufgaben sofort in Stress bis hin zu Tränen in 
den Augen, wenn eine Aufgabe sie überforderte; AB 56 S. 4 Ziff. 5).

4.2.3 Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung an, dass sie 
bewusst alleine lebe, räumlich weit weg von den Eltern, um den Kontakt auf 
ein Minimum einzuschränken. Die sozialen Kontakte, welche sie im 
N.________ habe, seien für sie momentan ausreichend. Kollegen habe sie 
wenige und habe nur selten Kontakt mit ihnen. Die Beschwerdeführerin 
lebe seit mehreren Jahren allein. Zurzeit habe sie keinen Wunsch nach 
einer festen Partnerschaft. Ihr wichtigster Bezugspunkt sei ihr Hund 
(AB 114.1, S. 12 f. Ziff. 3.2.6). Der Gutachter führte dazu aus, dass das 
soziale Umfeld aus Familie und Freunden, welches einen dysfunktionalen 
Anteil an der Entwicklung hatte, nicht uneingeschränkt als Ressource an-
gesehen werden könne (AB 114.1, S. 22 Ziff. 6.4). Vielmehr müsse die bis 
zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs als Ressource angesehene Unter-
stützung des sozialen Umfelds im Nachhinein als Belastungsfaktor gewer-
tet werden (AB 114.1, S. 20 Ziff. 6.1). Mithin hält das soziale Umfeld insge-
samt kaum Ressourcen bereit. 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303).

4.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenni-
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) bemerkte der Experte keine Diskrepanzen (AB 114.1, S. 22 
Ziff. 6.3). Gegenüber dem Gutachter gab die Beschwerdeführerin zum Ta-
gesablauf an, dass sie gegen 06.00 Uhr morgens aufstehe, gegen 07.40 
Uhr mit ihrem Hund spazieren gehe, danach den Bus nach ... nehme und 
sich von 08.15 bis ca. 16.00 Uhr im N.________ in ... aufhalte, wo sie 
selbstständig ... Arbeit ausführe, anschliessend manchmal einkaufen gehe 
und den Haushalt mache und am Abend fernsehe, bis sie gegen 22.00 Uhr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 20

zu Bett gehe (AB 114.1, S. 13 Ziff. 3.2.8). Diese Aktivitäten sind mit der 
attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit vereinbar, zumal die Be-
schwerdeführerin gemäss dem Gutachter lediglich – aber immerhin – zu 
tagesstrukturierenden Massnahmen fähig ist, wogegen sie auf erhöhte An-
forderungen oder Druck von aussen mit Rückzug und zunehmender De-
pressivität reagiert (AB 114.1, S. 21).

4.3.2 In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
ausgewiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inan-
spruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) ist festzuhalten, dass dieser angesichts der längerdauernden stati-
onären und tagesklinischen sowie ambulanten Behandlungen ausgewiesen 
ist. Es bestehen jedoch insoweit gewisse Zweifel an dessen Erheblichkeit, 
als die Beschwerdeführerin bisher lediglich zeitweise eine antidepressive 
Medikation eingenommen hat; der Versuch einer adäquaten Behandlung 
mit einer antidepressiven Pharmakotherapie wurde vom Gutachter ent-
sprechend verneint (AB 114.1, S. 14 Ziff. 3.2.9 und S. 21 Ziff. 6.2). Dazu ist 
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin gegenüber pharmakologischen 
Medikamenten kritisch eingestellt ist, jedoch immerhin pflanzliche Präpara-
te (Relaxane und Deprivita) einnimmt (AB 114.1, S. 11, 14).

4.4 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung 
anhand der Standardindikatoren überwiegend wahrscheinlich erstellt, wes-
halb das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu beja-
hen ist. Vor diesem Hintergrund ist auf die ärztlicherseits attestierte Ar-
beitsunfähigkeit von 50% bis 30. Juni 2015 und von 100% seit 1. Juli 2015 
auch aus rechtlicher Optik abzustellen.

4.5 Ausgehend von der Neuanmeldung im Juli 2016 (AB 45, S. 13 f.) 
fällt der frühest mögliche Rentenbeginn auf Januar 2017 (Art. 29 Abs. 1 
IVG). Da bis 30. Juni 2015 eine 50%-ige und ab 1. Juli 2015 eine volle Ar-
beitsunfähigkeit für jedwede Tätigkeit bestand, besteht seit Januar 2017 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. auch Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 
sowie E. 2.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 21

Es bleibt festzuhalten, dass Dr. med. I.________ die Fortführung der be-
stehenden Psychotherapie sowie die Aufnahme einer adäquaten, mehrmo-
natigen antidepressiven Medikation samt Spiegelkontrollen empfahl. Der 
Erfolg dieser Therapie sollte in einem Jahr erfolgen (AB 114.1, S. 24 
Ziff. 7.3). Angesichts dieser gutachterlichen Empfehlung bleibt es der Be-
schwerdegegnerin anheimgestellt, die Beschwerdeführerin zur Befolgung 
dieser Therapie anzuhalten (Aufforderung zur Schadenminderungspflicht) 
und nach einem Jahr eine Verlaufsbegutachtung durchzuführen.

4.6 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
13. November 2019 (AB 122) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben 
und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. Januar 2017 eine gan-
ze Invalidenrente zuzusprechen.

4.7 Mit Eingabe vom 17. Februar 2020 macht die Beschwerdeführerin 
geltend, die Beschwerdegegnerin hätte mit der Entdeckung der Intelli-
genzminderung (vgl. Eingabe vom 7. Juli 2016 samt Bericht der psychiatri-
schen Klinik J.________ vom 7. Juli 2016 und psychologischer Abklärung 
vom 22. April 2016, AB 45; 54, S. 2 f.) eine prozessuale Revision (Art. 53 
Abs. 1 ATSG) prüfen müssen (S. 1 f.). Hierüber hat die IVB mit der ange-
fochtenen Verfügung nicht befunden (vgl. E. 1.2 hiervor). Die Sache ist 
deshalb – weil bei Bejahung der Voraussetzungen der prozessualen Revi-
sion allenfalls bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein Leistungsanspruch 
bestehen könnte – an die IVB zu überweisen, damit sie über das mit Ein-
gabe vom 7. Juli 2016 sinngemäss gestellte Gesuch um prozessuale Revi-
sion befinde.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 22

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Entsprechend der angemessenen 
Honorarnote von Rechtsanwalt C.________ vom 17. Februar 2020 (in den 
Gerichtsakten) sind die von der Beschwerdegegnerin der Beschwerdefüh-
rerin zu ersetzenden Parteikosten auf Fr. 1'845.85 (inkl. Auslagen und 
MWSt.) festzusetzen.

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang kommt die mit Verfügung vom 
4. Februar 2020 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht zum Tragen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 13. November 2019 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit 
Wirkung ab dem 1. Januar 2017 eine ganze Invalidenrente zugespro-
chen.

2. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle Bern über-
wiesen, damit sie über das Gesuch um prozessuale Revision verfüge.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'845.85 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2020, IV/19/944, Seite 23

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Eingabe der 

E.________ AG vom 8. Juni 2020)
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der E.________ AG vom 8. Juni 2020)
- E.________ AG z.H. der Beigeladenen
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.