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**Case Identifier:** 22fd6e0f-7b0e-572b-bd45-e41396343111
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2016 200 2015 184
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-184_2016-05-11.pdf

## Full Text

200 15 184 IV
SCP/IMD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Advokatin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/184, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1988 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im April 2011 unter Hinweis auf „Depressionen mit 
bipolaren Störungen“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung, Antwortbeilage 
[AB] 2). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor. Insbe-
sondere liess sie die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn neuropsychologisch und 
psychiatrisch untersuchen (Berichte vom 14. [AB 44] bzw. 20. August 2014 
[AB 47]); des Weiteren beauftragte sie ihren Abklärungsdienst mit einer 
Haushaltsabklärung (Bericht vom 12. September 2014 [AB 48]). Mit Vorbe-
scheid vom 4. November 2014 (AB 49) stellte die IVB der Versicherten die 
Abweisung des Leistungsbegehrens mangels invalidisierenden Gesund-
heitsschadens in Aussicht. Nach dagegen vorgebrachten Einwänden (AB 
50, 56) verfügte die IVB am 29. Januar 2015 (AB 64) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokatin B.________, 
mit Eingabe vom 23. Februar 2016 Beschwerde. Sie beantragt die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer ganzen 
Invalidenrente mindestens ab Februar 2012. Im Weiteren ersucht sie um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Advo-
katin B.________ als amtliche Anwältin. Sie rügt im Wesentlichen die feh-
lende Beweiskraft der Beurteilungen des RAD, welche sämtlichen anderen 
Beurteilungen in den Akten widersprächen und nicht schlüssig seien. Für 
die Beurteilung des Rentenanspruchs sei auf die echtzeitlichen Angaben 
der behandelnden Ärzte abzustellen, welche für die umfassende Beurtei-
lung ihres Gesundheitszustandes kompetenter seien, da diese sie über 
längere Zeit hätten beobachten können.

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Mit Beschwerdeantwort vom 27. März 2016 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, auf die Beurteilungen 
des RAD könne abgestellt werden, diese erfüllten die Anforderungen an 
den Beweiswert von medizinischen Gutachten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Januar 2015 
(AB 64). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 
Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-
dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-

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werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Ausgangspunkt der An-
spruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn 
sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwand-
frei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285).

2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht 
klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können 
solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen 
im Sinne des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invali-
ditätsbegriff selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des 
(invalidisierenden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten 
Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische 
Störungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden und bei 
Wegfall der Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente be-
rechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen 
Krankheit der invalidisierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf 
eine bestehende psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. 
Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in 
den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto aus-
geprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 
Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV 
Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokultu-
relle Faktoren einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden auf-
rechterhalten oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Ele-
menten bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar 
invaliditätsbegründend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 
2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen 

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zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen und 
der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark 
als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheits-
modell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-

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ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Den medizinischen Akten ist – soweit entscheidwesentlich – das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH und behandelnde Psychiaterin, diagnostizierte im Bericht vom 
31. Oktober 2011 (AB 10) eine Borderline-Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 
F60.31) und attestierte bis auf Weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
mit Beginn am 23. Februar 2011. In Folge von Stimmungsschwankungen, 
innerer Anspannung, Reizbarkeit und eingeschränkter emotionaler Kontrol-
le sei die bisherige Arbeit mit nahem Kundenkontakt nicht mehr zumutbar. 
Zusätzlich sei eine Arbeit im Team durch erhöhtes Konfliktpotential er-
schwert. 

3.1.2 Im Bericht des Spitals (D.________) vom 14. März 2012 (AB 15) 
bezüglich eines vom 7. November 2011 bis 6. März 2012 dauernden teil-
stationären Aufenthaltes wurden eine mittelgradige depressive Episode 
(ICD-10: F32.1), eine emotionale instabile Persönlichkeitsstörung vom Bor-
derline-Typus (ICD-10: F60.31) sowie Störungen durch Alkohol, schädli-
cher Gebrauch (ICD-10: F10.1), gegenwärtig abstinent in beschützender 
Umgebung, diagnostiziert. Dem Bericht lässt sich entnehmen, im Vorder-
grund stehe nach wie vor eine deutliche emotionale Instabilität verbunden 
mit innerer Unruhe sowie Anspannungszuständen. In neuen Situationen 
fühle sich die Patientin immer noch schnell überfordert und sie reagiere mit 
Gereiztheit, Erschöpfung und Spannungszuständen. Eine Vollremission sei 
kurz- und mittelfristig unwahrscheinlich. Es bestünden Einschränkungen 
aufgrund der psychischen Erkrankungen, wie Konzentrations- Aufmerk-
samkeits- und Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen und innere 
Unruhe, die zu rascher Erschöpfung, verminderter Belastbarkeit und zu 
Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit führten. Ab wann mit einer Wie-

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deraufnahme der beruflichen Tätigkeit im Rahmen von 40 - 50 % gerechnet 
werden könne, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar.

3.1.3 Im Verlaufsbericht vom 14. Dezember 2012 (AB 28) hielt Dr. med. 
C.________ fest, der Gesundheitszustand ihrer Patientin sei stationär. Ak-
tuell bestehe eine Schwangerschaft (ca. 11. Woche). Nach Austritt aus der 
Tagesklinik im März 2012 habe ohne Arbeitsbelastung ein relativ stabiler 
Verlauf bestanden. Die Patientin sei eine partnerschaftliche Beziehung ein-
gegangen und lebe seit Sommer 2012 mit ihrem Partner zusammen. Es sei 
ihr gelungen, eine regelmässige Tagesstruktur aufzubauen und sich um 
den Haushalt zu kümmern. Bei privaten Belastungen komme es jedoch 
nach wie vor rasch zu starker Anspannung mit Mühe, die Emotionen zu 
regulieren, so dass sie jeweils an ihre psychischen sowie körperlichen 
Grenzen stosse. Es sei davon auszugehen, dass die Patientin nach der 
Geburt mit der Betreuung des Kindes infolge der Erkrankung an ihre Be-
lastbarkeitsgrenze stossen werde. 

In einem weiteren Verlaufsbericht vom 8. November 2013 (AB 33) führte 
die behandelnde Psychiaterin aus, ihre Patientin sei bei der Betreuung ih-
res am 5. Juli 2013 geborenen Sohnes auf die Mitbetreuung ihrer Eltern 
angewiesen, da sie nach wie vor rasch an ihre Belastbarkeitsgrenze stosse 
und mit Stressintoleranz, Stimmungsschwankungen und Rückzugstendenz 
reagiere. Eine Erwerbsfähigkeit sei zurzeit nicht gegeben.

In Beantwortung einer Anfrage der Beschwerdegegnerin hielt Dr. med. 
C.________ im Bericht vom 23. Mai 2014 (AB 37) fest, der im Rahmen der 
Haushaltsabklärung beschriebene Zwang, fortwährend zu putzen, stehe im 
Zusammenhang mit der Grundstörung (Borderline-Persönlichkeitsstörung). 
Aufgrund der inneren Anspannung, der Angst vor einem Impulskontrollver-
lust und der inneren Unruhe bestehe die Notwendigkeit zur Beruhigung und 
zum Spannungsabbau, was die Patientin durch intensives Putzen bewirken 
könne, um eine psychische Destabilisierung zu verhindern und destruktive 
Handlungen wie z.B. Selbstverletzungen zu vermeiden.

3.1.4 Dr. phil. E.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, 
führte im Untersuchungsbericht vom 14. August 2014 (AB 44) aus, bei der 
Versicherten habe in der Testung ein äusserst unruhiges, affektiv impulsi-

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ves und teils auch exaltiertes und demonstratives Verhalten dominiert. Sie 
habe zu Beginn der Untersuchung eine exzessive psychomotorische und 
mentale Unruhe gezeigt. Im Verlauf habe die Unruhe zwar abgenommen, 
sei aber bei Stress und Frustrationen während der Testung rasch wieder 
aufgeflammt. Auf den Untersucher hätten die Aufregung und die Unruhe 
etwas forciert gewirkt. Aufgrund der teils schillernden Verhaltensauffällig-
keiten sei es nicht möglich gewesen, eine aussagekräftige und valide Un-
tersuchung der kognitiven Funktionen durchzuführen. Im Rahmen der Be-
schwerdevalidierungsverfahren seien die kritischen Werte klar unterschrit-
ten worden. Die Versicherte habe schlechtere Leistungen als Personen mit 
schweren Hirnverletzungen oder mit einer Demenz erbracht. Ein derartiges 
Ausmass an Beeinträchtigungen sei mit der faktischen Alltagskompetenz 
der Explorandin als Hausfrau und Mutter und mit der absolvierten schuli-
schen und beruflichen Laufbahn nicht vereinbar. Zudem hätten sich die 
Befunde rein logisch widersprochen, da innerhalb desselben Funktionsbe-
reiches einfache Aufgaben schlechter bearbeitet worden seien als schwie-
rige Aufgaben. Unplausibel sei auch der tiefe IQ von 63. Da die von der 
Explorandin produzierten Befunde aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit und 
Inkonsistenz für eine neuropsychologische Interpretation nicht verwertbar 
seien, seien keine verlässlichen Aussagen über den effektiven Zustand der 
kognitiven Funktionen möglich. Es müsse davon ausgegangen werden, 
dass die Explorandin in der Testung nicht ihre wahren Leistungsmöglichkei-
ten ausgeschöpft und sich teilweise schlechter dargestellt habe, als sie 
tatsächlich sei. Neuropsychologisch könne lediglich festgestellt werden, 
dass die in der Testung produzierten kognitiven Leistungsbeeinträchtigun-
gen nicht im Rahmen einer zerebralen Dysfunktion interpretiert werden 
könnten, sondern funktioneller Natur seien.

3.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, diagnostizierte im Untersuchungsbericht vom 
20. August 2014 (AB 47) rezidivierende depressive Episoden (ICD-10: 
F33), derzeit remittiert, und akzentuierte Persönlichkeitszüge (histrionisch, 
manipulativ, Borderlineanteile; ICD-10: Z73). Aktuell bestehe keine psych-
iatrische Diagnose, welche dauerhaft die Leistungsfähigkeit zu 100 % auf-
heben würde. Anamnestisch seien depressive Episoden vorhanden gewe-
sen, derzeit nicht mehr. Auf der Persönlichkeitsebene seien akzentuierte 

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Züge möglich, jedoch ergäben sich sowohl aus der psychiatrischen wie 
auch der neuropsychologischen Untersuchung Hinweise, dass ein sekun-
därer Krankheitsgewinn nicht unwesentlich mitwirke. Die Versicherte besit-
ze geistige und psychische Ressourcen, so dass sie sich in Situationen, in 
welchen sie erhebliche unangenehme Konsequenzen befürchten müsse 
(wie z.B. eine Betreibung), korrekt und der Situation entsprechend verhal-
ten könne. Sie habe auch entsprechendes Verantwortungsbewusstsein und 
Ich-Stärke gezeigt, um wegen der Schwangerschaft abstinent werden zu 
können. Es sei zumutbar, dass sich die Versicherte in eine berufliche Akti-
vität integrieren lasse. Dies treffe auf alle ihrer Ausbildung entsprechenden 
Tätigkeiten zu. Wegen der Auffälligkeiten auf der Persönlichkeitsebene und 
auch, um das Verhältnis zwischen Unterstützung und Fordern in einem 
Ausmass zu halten, das einen sekundären Krankheitsgewinn abbaut und 
nicht fördert, sei eine regelmässige Psychotherapie nötig. Ebenso weiterhin 
nötig sei Abstinenz.

3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei Erlass der vorliegend ange-
fochtenen Verfügung vom 29. Januar 2015 (AB 64) massgeblich auf die 
Untersuchungsberichte von Dr. phil. E.________ und Dr. med. F.________ 
(AB 44, 47) gestützt. Diese erfüllen die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines derartigen Berichts gestellten Anforde-
rungen (vgl. E. 2.6 hiervor). Sie sind für die streitigen Belange umfassend, 
berücksichtigen die geklagten Beschwerden sowie die erhobenen Befunde 
und wurden in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben. Im Weiteren 
leuchten sie in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und 
die Schlussfolgerungen sind begründet. Den RAD-Berichten kommt somit 
voller Beweiswert zu. Soweit die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, 
die von den behandelnden Fachärzten abweichende Beurteilung durch die 
RAD-Psychiaterin sei nicht schlüssig, kann ihr nicht gefolgt werden.

3.2.1 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. C.________ stellt bei ihren 
Berichten – aus therapeutischer Sicht einem gesamtheitlichen Behand-
lungsansatz folgend – ausschliesslich auf die subjektiven Angaben der Be-
schwerdeführerin ab. Sie hat diese weder aufgrund der biografischen Fak-
ten (wie etwa dem unauffälligen und üblichen Schul- und Ausbildungsver-
lauf) noch mittels entsprechender neuropsychologischer Untersuchungen 

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und Testverfahren validiert. So zeigte die Beschwerdeführerin anlässlich 
der neuropsychologischen Untersuchung durch Dr. phil. E.________ eine 
Leistung, welche einem IQ von 63 und damit einer Hirnleistungsschwäche 
entspricht, welche eigenverantwortliches und vernunftgemässes Handeln 
nicht mehr zuliesse (AB 44 S. 6). Soweit die Beschwerdeführerin dagegen 
anführt, diese Hirnleistungsschwäche lasse sich durchaus mit suchtbeding-
ten Schädigungen vereinbaren (Beschwerde S. 8 Rz. 14), bleibt sie die 
Erklärung dafür schuldig, weshalb es ihr dann möglich war, nach Eintritt der 
Schwangerschaft die Handlungseinsicht zu erlangen und fortan die Wil-
lenskräfte aufzubringen, abstinent zu leben. Weiter erklärt sie auch nicht, 
weshalb es ihr dennoch möglich ist, in geordneten häuslichen Verhältnis-
sen zu leben und ihren finanziellen Verpflichtungen, wenn auch mit Mitteln 
der Sozialhilfe, selbstständig nachzukommen. Dass die Beschwerdeführe-
rin namentlich unter Leistungsdruck, wie es auch für die Untersuchungssi-
tuation zutrifft, emotional-instabile Reaktionen zeigt, ist auch der Psychiate-
rin des RAD nicht entgangen (AB 47 S. 8). Allerdings legt diese mit nach-
vollziehbarer Begründung dar, dass dieses Ausdrucksverhalten den 
Schweregrad der von den behandelnden Ärzten diagnostizierten Persön-
lichkeitsstörung nicht erreicht und die Beschwerdeführerin durchaus über 
die Fähigkeit und die Willenskräfte verfügt, ihre Impulse zu kontrollieren 
und vernunftgemäss zu handeln. Namentlich wird im Untersuchungsbericht 
nachvollziehbar und überzeugend aufgezeigt, dass die Beschwerdeführerin 
in Situationen, welche für sie unangenehme Konsequenzen haben könn-
ten, über die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie über 
die hierzu erforderliche Entscheidungs-, Umstellungs- und Durchhaltefähig-
keit verfügt (AB 47 S. 6). Weiter ergibt sich aus dem Abklärungsbericht 
Haushalt, dass es der Beschwerdeführerin auch nicht an der Fähigkeit 
mangelt, ihre Aufgaben im Haushalt prinzipienorientiert zu planen und zu 
organisieren (AB 48 S. 6 Ziff. 5). Sie hat anlässlich der Haushaltsabklärung 
auch eindrücklich aufgezeigt, dass sie durchaus in der Lage ist, sich abzu-
grenzen (AB 48 S. 4 Ziff. 3.4: „dass der Hund dem Partner gehöre, und 
dieser zum Hund zu schauen hat“).

Insoweit ist auch nachvollziehbar, dass das behandelnde und familiäre Um-
feld, soweit es die Beschwerdeführerin von der unliebsamen und ungele-
genen Aufgabe der Kinderbetreuung entlastet (vgl. AB 47 S. 3 unten sowie 

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AB 48 S. 6 Ziff. 5; Putztätigkeiten werden dagegen nicht abdelegiert), zu 
dem von der Beschwerdeführerin mit ihrem teils auch manipulativ anmu-
tenden Verhalten erwünschten Krankheitsgewinn beiträgt. Die RAD-Ärztin 
zeigt denn auch auf, dass die Beschwerdeführerin über die entsprechen-
den Ressourcen verfügt. Indessen bedarf sie zur beruflichen Wiederein-
gliederung im Sinne einer Neu-Ausrichtung der bis anhin auf tiefer Fre-
quenz gehaltenen therapeutischen Bemühungen begleitend einer intensi-
veren und regelmässigeren Psychotherapie, welche das Verhältnis zwi-
schen dem Unterstützen und dem Fordern so ausrichtet, dass der von der 
Beschwerdeführerin mit ihrem Verhalten bislang erzielte sekundäre Krank-
heitsgewinn abgebaut und nicht weiter gefördert wird (AB 47 S. 9).

3.2.2 Im psychiatrischen Untersuchungsbericht wird schliesslich auch 
schlüssig dargelegt und begründet, weshalb die früheren depressiven Ent-
gleisungen im Sinne eines jeweils reaktiven und damit bloss vorüberge-
henden Geschehens zu betrachten sind (nicht bestandene Lehrabschluss-
prüfung, Hausumbau, Trennung vom Partner [AB 47 S. 7]), mithin im Zeit-
punkt der Untersuchung von einer vollständigen Remission ausgegangen 
werden konnte. So geht denn auch aus dem Austrittsbericht des Spitals 
D.________ hervor, dass die Beschwerdeführerin sich einerseits ablenken 
lässt und in eine starke Anspannung kommt, wenn es im Privaten sehr 
schwierig wird und sie andererseits aufgrund einer neuen Beziehung ruhi-
ger und auch wieder aktiver geworden ist und es infolge der Entspannung 
im familiären Umfeld zu einer klaren emotionalen und körperlichen Zu-
standsverbesserung gekommen ist (AB 19 S. 4 f.). Insoweit ist ein invalidi-
sierender Gesundheitsschaden weder aktuell noch für die Vergangenheit 
ausgewiesen.

3.3 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin mit Verfügung vom 29. Januar 2015 (AB 64) einen Leis-
tungsanspruch verneint hat. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbe-
gründet und abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/184, Seite 14

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). Diese Voraussetzungen sind 
vorliegend erfüllt, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung von Advokatin B.________ als amtliche Anwältin gutzuheissen 
ist.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Vorliegend werden die Verfahrens-
kosten auf Fr. 700.-- festgesetzt und der unterliegenden Beschwerdeführe-
rin auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird sie 
– unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – 
jedoch von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung; auch die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen 
Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 VR-
PG).

4.4 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Bei-
ordnung von Advokatin B.________ bleibt deren amtliches Honorar festzu-
legen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/184, Seite 15

tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 22. April 2016 macht Advokatin B.________ einen 
Zeitaufwand von 12.5833 Stunden à Fr. 250.-- und 0.1667 Stunden à Fr. 
200.-- bzw. ein Honorar von insgesamt Fr. 3‘179.15 zuzüglich Auslagen 
von Fr. 145.-- sowie Mehrwertsteuer von 8 % (von Fr. 3‘324.15) im Betrag 
von Fr. 265.95, total Fr. 3‘590.10, geltend, was nicht zu beanstanden ist. 
Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz für dieses Verfahren auf 
Fr. 3‘590.10 festgesetzt. Davon ist Advokatin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 
Fr. 2‘550.-- (12.75 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 145.-- und 
Mehrwertsteuer von Fr. 215.60 (8 % von Fr. 2‘695.--), total somit eine Ent-
schädigung von Fr. 2‘910.60, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nach-
zahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern ent-
sprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Ad-
vokatin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/184, Seite 16

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘590.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Advokatin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘910.60 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Advokatin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.