# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25eb5c01-6967-51c6-8dbe-629d0ea52bb8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2023 D-144/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-144-2023_2023-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-144/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3   

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti;   

Gerichtsschreiberin Leslie Werne. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt,  

LBP Rechtsanwälte,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 5. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

 

D-144/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 9. Juni 2015 erstmals in der Schweiz um 

Asyl nach.  

Sein Gesuch begründete er im Wesentlichen damit, aufgrund der Verbin-

dungen seiner Mutter zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sei 

er ab 2012 wiederholt vom Criminal Investigation Department (CID) ge-

sucht und bedroht worden.  

B.  

Mit Verfügung vom 7. Dezember 2017 lehnte die Vorinstanz das Asylge-

such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Voll-

zug an.  

C.  

Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht 

mit Urteil E-241/2018 vom 7. August 2020 ab. 

D.  

Auf ein Mehrfachgesuch des Beschwerdeführers vom 3. Mai 2021 trat das 

SEM mit Verfügung vom 31. Mai 2021 nicht ein. 

E.  

Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht 

mit Urteil E-2658/2021 vom 16. Juli 2021 ab, soweit es darauf eingetreten 

war. 

F.  

Am 29. Oktober 2021 gelangte der Beschwerdeführer durch den rubrizier-

ten Rechtsvertreter mit einer als «Asylgesuch resp. Mehrfachgesuch, 

Eventualiter Wiedererwägungsgesuch, sub-eventualiter qualifiziertes Wie-

dererwägungsgesuch» bezeichneten Eingabe abermals an die Vorinstanz 

und ersuchte (unter anderem) erneut um Asyl. 

Darin brachte er vor, dass seine Teilnahme an einer regierungskritischen 

Demonstration in Sri Lanka für mediales Aufsehen gesorgt habe. Zudem 

sei er durch einen Landsmann, der Verbindungen zu einer paramilitäri-

schen Gruppierung aufweise, auf Facebook bedroht worden und bei seiner 

Mutter in Sri Lanka sei nach ihm gefragt worden. Darüber hinaus habe sich 

auch die Sicherheitslage seit seiner Ausreise massiv verschärft 

D-144/2023 

Seite 3 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er einen Zeitungsartikel in 

singhalesischer Schrift sowie zwei Auszüge aus Facebook zu den Akten. 

G.  

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2022 – eröffnet am 8. Dezember 2022 – 

wies die Vorinstanz das Mehrfachgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnete den Vollzug an.  

H.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung datiert vom 9. Januar 2022 (recte: 

9. Januar 2023) liess der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben.  

Darin beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Fest-

stellung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. Eventualiter 

sei er in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 

Mit der Beschwerdeeingabe reichte der Beschwerdeführer unter anderem 

diverse undatierte Fotografien sowie einen anonymisierten Entscheid des 

SEM betreffend «Einsprache gegen ablehnenden Visumsentscheid» vom 

19. Oktober 2022 zu den Akten.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Januar 2023 forderte der Instruktionsrich-

ter den Beschwerdeführer auf, einen Kostenvorschuss einzubezahlen. 

Dem kam der Beschwerdeführer am 7. Februar 2023 innert Frist nach. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsad-

ressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist nach Leistung des Kostenvor-

schusses einzutreten (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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Seite 4 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin respektive eines zwei-

ten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summari-

scher Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

4.  

4.1 In der Beschwerde wird eine Verletzung der Untersuchungspflicht ge-

rügt, die darin bestehe, dass die Vorinstanz weder die exilpolitischen Tä-

tigkeiten des Beschwerdeführers noch die veränderte Gefährdungslage in 

Sri Lanka richtig gewürdigt habe. So sei sie nicht auf seine Vorbringen ein-

gegangen respektive habe sich damit nicht ernsthaft auseinandergesetzt.  

4.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Die unrichtige  

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Ver-

letzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwer-

degrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfest-

stellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-

verhalt zugrunde gelegt wird, etwa, weil die Rechtserheblichkeit einer Tat-

sache zu Unrecht verneint wird und folglich nicht alle entscheidwesentli-

chen Gesichtspunkte des Sachverhalts geprüft werden oder weil Beweise 

falsch gewürdigt wurden. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, 

wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachumstände berück-

sichtigt wurden (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2).  

4.3 Die Rüge erweist sich als unbegründet. Den Akten sind keinerlei Hin-

weise darauf zu entnehmen, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Be-

schwerdeführers nicht sorgfältig und ernsthaft geprüft und in der Entscheid-

findung berücksichtigt hätte. So hat sie in der angefochtenen Verfügung 

denn auch nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, dass 

sie sich mit sämtlichen seiner zentralen Vorbringen – insbesondere auch 

seinem exilpolitischen Engagement und der aktuellen Lage in Sri Lanka –

auseinandergesetzt hat (vgl. S. 4 ff.). Der blosse Umstand, dass der Be-

schwerdeführer die Beurteilung durch die Vorinstanz nicht teilt, stellt keine 

unrichtige Sachverhaltsfeststellung dar, sondern beschlägt die Frage der 

materiellen Würdigung. 

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Seite 5 

4.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Verfügung aus 

formellen Gründen aufzuheben.  

5.  

5.1 Im Rahmen eines Mehrfachgesuchs gemäss Art. 111c AsylG sind  

Sachumstände materiell zu beurteilen, die nach Abschluss des vorange-

gangenen Verfahrens neu entstanden sind (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.6). Die 

asylsuchende Person macht dabei geltend, es liege ein nachträglich ver-

änderter Sachverhalt vor, der flüchtlingsrechtlich respektive asylrechtlich 

relevant sei. 

5.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

6.  

6.1 Zur Begründung ihrer Verfügung hielt die Vorinstanz im Wesentlichen 

fest, der Beschwerdeführer habe nicht darzulegen vermocht, dass er auf-

grund seines exilpolitischen Engagements in Sri Lanka als separatistisch 

gesinnte Person, gesucht werde und asylrechtlich (recte: flüchtlingsrecht-

lich) relevanten Nachteilen ausgesetzt sei. Zwar vermöge er mit den ein-

gereichten Beweismitteln zu belegen, dass er an einer Demonstration teil-

genommen habe, es sei jedoch nicht anzunehmen, dass er damit das 

ernsthafte Verfolgungsinteresse der heimatlichen Behörden geweckt habe. 

Dass drei lachende Smileys und die Frage, wann er nach Sri Lanka zu-

rückkehren werde, als asylrechtlich (recte: flüchtlingsrechtlich) relevante 

Bedrohung zu qualifizieren sei, sei zweifelhaft, zumal dem Post keine hohe 

Beweiskraft zukomme, da er einfach fingiert werden könne. Damit handle 

es sich bei seinen Vorbringen, er sei auf Facebook bedroht worden und bei 

seiner Mutter in Sri Lanka sei nach ihm gesucht worden um nicht belegte 

Behauptungen. 

6.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen ausgeführt, das Risikoprofil 

des Beschwerdeführers habe sich seit dem Entscheid des Bundes- 

verwaltungsgerichts zwar nicht erheblich verändert, jedoch habe sich das 

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Verhalten der sri-lankischen Behörden gegenüber Personen mit einem 

Profil wie dem seinen akzentuiert. Darüber hinaus gehöre er der 

Rebellenorganisation «STCC» an und sei aufgrund seiner Tätowierung 

durch die heimatlichen Behörden als Unterstützer der LTTE identifizierbar.  

7.   

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Vielmehr ist anhand bestimmter 

Risikofaktoren eine individuelle Prüfung vorzunehmen. Die Lageeinschät-

zung im Referenzurteil E-1866/2015 ist – entgegen der Beschwerdeschrift 

– auch unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen in Sri Lanka 

weiterhin gültig (vgl. etwa Urteil des BVGer D-2782/2021 vom 31. Juli 2023 

E. 9.3). 

7.2 Der Beschwerdeführer vermochte nicht konkret darzutun, inwiefern die 

Situation im Heimatstaat für ihn eine massgebliche Verschärfung des Ver-

folgungsrisikos darstellen sollte. Wie bereits rechtskräftig festgestellt, ver-

mochte er keine Vorverfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft darzu-

tun. Zudem lassen die nunmehr vorgetragenen nachträglichen (allgemei-

nen) Entwicklungen im Heimatstaat nicht darauf schliessen, dass ihm eine 

asylrelevante Verfolgung drohen könnte. Die Ausführungen bezüglich der 

veränderten Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka, die in der 

Beschwerdeschrift zitierten Länderberichte und der auf Beschwerdeebene 

zu den Akten gereichte anonymisierte Entscheid des SEM vom 19. Okto-

ber 2022 (vgl. Beschwerdebeilage 4) weisen keinen konkreten persönli-

chen Bezug zum Beschwerdeführer auf. 

7.3 Auch die neu vom Beschwerdeführer geltend gemachten exilpoliti-

schen Aktivitäten sind nicht geeignet, ein im Sinne der Rechtsprechung 

massgebliches Risikoprofil zu begründen. Sein exilpolitisches Engagement 

beschränkt sich, soweit aus den Akten ersichtlich, auf die blosse Teilnahme 

an Kundgebungen, zumal – abgesehen von der im Mehrfachgesuch auf-

geführten Demonstration im Juli 2021 in Genf – nicht näher ausgeführt 

wird, wo und wann diese Veranstaltungen stattfanden. Aus den behaupte-

ten Tätigkeiten des Beschwerdeführers ergibt sich ohnehin keine hinrei-

chende Exponierung, die zu einer asylrelevanten Gefährdung führen 

könnte. Das blosse Halten einer Fahne respektive eines Banners in einer 

losen Gruppe von Personen (vgl. A1/19 und Beschwerdebeilage 3) ist als 

reine Mitläufertätigkeit von untergeordneter Bedeutung zu qualifizieren, 

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welches das Verfolgungsinteresse des tamilischen Staats nicht auslöst. 

Auch bei der pauschal geltend gemachten Zugehörigkeit zu den «STCC» 

handelt es sich – bei Wahrunterstellung – um eine niederschwellige Posi-

tion, zumal sich die in der Beschwerdeschrift in diesem Zusammenhang 

erwähnten Bestätigungsschreiben (vgl. Beschwerde S. 11) nicht bei den 

Akten befinden. Der dem Mehrfachgesuch beigelegte Zeitungsartikel ver-

mag daran nichts zu ändern, zumal sich daraus nicht ergibt, wann, wo und 

in welchem Zusammenhang der Artikel veröffentlicht wurde. Betreffend den 

Facebook-Post des Beschwerdeführers ist festzustellen, dass es sich bei 

dem Kommentar respektive der Frage, wann der Beschwerdeführer nach 

Sri Lanka zurückkehren werde, objektiv gesehen offensichtlich nicht um 

eine Drohung handelt. Zudem bleibt der Beschwerdeführer eine Erklärung 

schuldig, weshalb ihm überhaupt bekannt sei, dass die kommentierende 

Person «(…)» paramilitärische Verbindungen habe. In diesem Zusammen-

hang fällt denn auch auf, dass der Beschwerdeführer seinen Facebook-

Profilnamen zu keinem Zeitpunkt offenlegte und die eingereichten Auszüge 

weder Aufschluss über den Zeitpunkt noch die Art der Veröffentlichung ge-

ben. Aufgrund der überschaubaren Anzahl von 90 «Likes» ist – entgegen 

der Behauptung in der Beschwerdeschrift – davon auszugehen, dass die 

Fotografien, die sich wiederholen respektive innerhalb weniger Minuten 

aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen worden zu sein scheinen 

und dementsprechend als identisch bezeichnet werden können, lediglich 

«privat», d.h. unter den Facebook-Freunden des Beschwerdeführers, ge-

teilt wurden. Dementsprechend muss es sich bei der kommentierenden 

Person um einen Facebook-Freund des Beschwerdeführers handeln, was 

wiederum gegen die behauptete Verbindung dieser Person zu den heimat-

lichen Behörden respektive die angeblichen LTTE Verbindungen des Be-

schwerdeführers spricht. Auch aus den auf Beschwerdeebene eingereich-

ten Ausdrucken undatierter Fotografien eines Erdhügels, eines Gewehrs, 

eines Paars Stiefel und einer den Schriftzug «Nov 27» zeigenden Tätowie-

rung (vgl. Beschwerdebeilage 3) kann der Beschwerdeführer nichts zu sei-

nen Gunsten ableiten, zumal seine Behauptung in der Beschwerdeschrift, 

er habe sich dieses Tattoo im Heimatland machen lassen, um sich zu sei-

ner Zugehörigkeit zu den LTTE zu bekennen (vgl. Beschwerde S. 10) nicht 

glaubhaft ist, zeigen die betreffenden Fotografien doch eine offensichtlich 

frisch gestochene Tätowierung; der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka 

aber bereits vor gut acht Jahren. Diese Einschätzung des Alters der Täto-

wierung bestätigt sodann auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer 

in keinem seiner vorangegangenen Verfahren die fragliche Tätowierung er-

wähnte. Hinzu kommt schliesslich, dass die Tätowierung nicht als entschei-

dender Risikofaktor angesehen werden kann für die Einschätzung aus 

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Seite 8 

Sicht der sri-lankischen Behörden, beim Beschwerdeführer handle es sich 

um eine Person, die bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder 

aufleben zu lassen.    

7.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was 

geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat das Mehrfachgesuch zu Recht 

abgelehnt. Auch als nachträglich entstandenes Risikolehren vermag es bei 

einer Gesamtwürdigung nicht zu einer anderen Einschätzung seines Risi-

koprofils zu führen.  

8.   

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Weg-

weisung wurde demnach zu Recht angeordnet. 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz – namentlich Art. 3 EMRK – einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das 

Rückschiebungsverbot nach Art. 5 AsylG auf ihn nicht anwendbar. Was 

weitere völkerrechtliche Vollzugshindernisse betrifft, geht das 

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Seite 9 

Bundesverwaltungsgericht gemäss aktueller Praxis unter Berücksichtigung 

der Rechtsprechung des EGMR davon aus, dass aus der Schweiz zurück-

kehrenden Tamilen nicht in genereller Weise eine unmenschliche Behand-

lung droht. Eine Risikoeinschätzung ist im Einzelfall vorzunehmen (vgl. Re-

ferenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3471/2021 vom 15. Dezem-

ber 2022 E. 10.2.4). Aus den Akten ergeben sich, wie oben gesehen, keine 

entsprechenden Anhaltspunkte. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

Der Vollzug der Wegweisung wurde letztmals mit Urteil E-2658/2021 vom 

16. Juli 2021 für zumutbar befunden. Das SEM hat vorliegend richtig fest-

gestellt, dass auf individueller Ebene keine neuen Tatsachen erkennbar 

sind, die an dieser Feststellung etwas zu ändern vermöchten. Insbeson-

dere gilt dies entgegen dem Einwand in der Beschwerde auch in Berück-

sichtigung der zurzeit in Teilen Sri Lankas herrschenden angespannten 

Lage (Polit-, Wirtschafts- und Finanzkrise sowie zeitweise gewaltsame 

Proteste gegen steigende Preise für Verbrauchsgüter und gegen Eng-

pässe vorab bei der Treibstoffversorgung), zumal die Krise die ganze sri-

lankische Bevölkerung betrifft (vgl. u.a. Urteil des BVGer E-458/2021 vom 

8. Juni 2023 E. 7.3).  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Seite 10 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insge-

samt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss von 

Fr. 1'500.– ist zur Begleichung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Leslie Werne 

 

 

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