# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd7b589c-7446-5327-8b05-f3e3d86c7da3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.10.2016 SB150337
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150337_2016-10-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150337-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und  

lic. iur. Ch. Prinz sowie der Gerichtsschreiber Dr. iur F. Manfrin 
 

Urteil vom 25. Oktober 2016 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Frank,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

 

sowie 

 

A._____,  

Privatkläger und III. Berufungskläger (Rückzug) 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Beschuldigte und II. Berufungsklägerin sowie Anschlussberufungsklägerin 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend  

versuchter Mord 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, 1. Abteilung, vom  

5. Februar 2015 (DG140008) 
 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

22. September 2014 (Urk. 27) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz 
(Urk. 148 S. 58 ff.) 

Es wird beschlossen: 

1. Den Privatklägern 2 und 3 wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und ihnen 

wird ab 2. Februar 2015 RAin lic. iur. Z._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin 

bestellt. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

Sodann wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von 

Art. 111 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 11 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit  

heute 669 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 6. August 

2013 beschlagnahmte Natel der Marke IPhone (IMEI-Nr.: …) mit der SIM-Karte 

079 … wird eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen. 

4. Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

6. August 2013 beschlagnahmten Gegenstände, namentlich 

- 1 Couvert mit handschriftlichen Notizen sowie 

- 1 Couvert beschriftet mit "B._____" und enthaltend einen Brief des Privat-

klägers 1 an die Beschuldigte 

wird der Beschuldigten auf Erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft heraus-

gegeben. 

- 3 - 

5. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Beschuldigte unter solidarischer Haf-

tung mit den beiden Mitbeschuldigten C._____ und D._____ gegenüber dem Pri-

vatkläger 1 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz-

pflichtig ist. 

6. Die Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit den beiden Mitbeschuldigten 

C._____ und D._____ verpflichtet, dem Privatkläger 1 für seine Aufwendungen 

Schadenersatz von Fr. 391.55 zuzüglich 5% Zins ab 20. Januar 2014 zu bezahlen. 

Die Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten  

C._____ verpflichtet, dem Privatkläger 1 für die Aufwendungen zu Gunsten der Pri-

vatkläger 2 und 3 Schadenersatz von Fr. 1'807.80 zuzüglich 5% Zins ab 20. Januar 

2014 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag (Fr. 18'655.45) wird das Schadenersatzbegehren des Privat-

klägers 1 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Beschuldigte unter solidarischer Haf-

tung mit dem Mitbeschuldigten C._____ gegenüber den Privatklägern 2 und 3 aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

8. Die Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten  

C._____ verpflichtet, dem Privatkläger 1 für dessen psychische Tatfolgen 

Fr. 40'000.– zuzüglich 5% Zins ab 15. Januar 2013 als Genugtuung zu bezahlen. 

Die Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit den beiden Mitbeschuldigten 

C._____ und D._____ verpflichtet, dem Privatkläger 1 für dessen physische Tatfol-

gen Fr. 7'000.– zuzüglich 5% Zins ab 15. Januar 2013 als Genugtuung zu bezah-

len. 

Im Mehrbetrag (Fr. 18'000.–) wird das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 

abgewiesen. 

9. Die Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten  

C._____ verpflichtet, den Privatklägern 2 und 3 je Fr. 20'000.– zuzüglich 5% Zins 

ab 15. Januar 2013 als Genugtuung zu bezahlen. 

10. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird angesetzt auf: 
Fr. 12'000.– ; die weiteren Verfahrenskosten betragen: 

- 4 - 

Fr. 7'224.– Kosten der Kantonspolizei Zürich (1/3 der Gesamtkosten), 

Fr. 17'321.–  Auslagen der Untersuchung, 

Fr. 6'000.–  Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 59'222.90  Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Honorarnote vom 
2. Februar 2015 (inkl. Barauslagen, Zuschlag für die Aufwen-
dungen der Verhandlungstage vom 2. und 5. Februar 2015 
sowie 8% Mwst.), 

Fr. 10'848.80  Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privat-
klägers 1 gemäss Honorarnote vom 2. Februar 2015 (inkl. 
Barauslagen und 8% Mwst. [1/3 der Gesamtkosten]), davon 
Fr. 2'535.25 bereits bezahlt, 

Fr. 10'414.80  Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privat-
kläger 2 und 3 gemäss Honorarnote vom 28. Januar 2015 
(Aufwendungen hinsichtlich der Hauptverhandlung, d.h. Auf-
wendungen ab 19. Januar 2015, inkl. Zuschlag für die Auf-
wendungen der Verhandlungstage vom 2. und 5. Februar 
2015 sowie 8% Mwst.). 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-

dung der Privatklägerschaft, werden der Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrie-

ben. 

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsverbei-

ständung der Privatklägerschaft werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

13. (Mitteilungen) 

14. (Rechtsmittel).  

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten und  

Anschlussberufungsklägerin : 

(Urk. 155 S. 1 f. sowie Urk. 226 und Prot. II S. 9 f.) 

1. Es sei die Beschuldigte in Aufhebung des Urteils vom 5.2.15 von 

Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Eventualiter sei die Beschuldigte in Abänderung von Disp.-Ziff. 1 des 

Urteils vom 5.2.15 der einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 

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StGB schuldig zu sprechen und in Abänderung von Disp.-Ziff. 2 ange-

messen zu bestrafen.    

3.  Das beschlagnahmte Natel der Marke IPhone sei ihr in Aufhebung von 

Disp.-Ziff. 3 aus erstes Verlangen herauszugeben. 

4. Im Zivilpunkt sei in Aufhebung der Disp.-Ziff. 5/6 Abs. 2/7/8 und 9 die 

Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit den beiden Mitbeschul-

digten C._____ und D._____ zu verpflichten, dem Privatkläger 1 für 

seine Aufwendungen Schadenersatz von Fr. 391.55 zuzüglich 5% Zins 

ab 20. Januar 2014 zu bezahlen und ihm Mehrbetrag (Fr. 18'655.45) 

sei das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 auf den Weg des 

Zivilprozesses zu verweisen. Weitere oder anderslautende Erkenntnis-

se im Zivilpunkt seien abzuweisen.  

Eventualantrag im Rahmen der Anschlussberufung (Urk. 159): 

Es sei die Beschuldigte mit 4 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

 (Urk. 149 sowie Urk. 222 und Prot. II S. 10) 

1. Es sei die Beschuldigte wegen versuchten Mordes im Sinne von 

Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu spre-

chen. 

2.  Es sei die Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 16 ½ Jahren, unter 

Anrechnung der erstandenen Haft bzw. Vormerknahme des vorzeitigen 

Strafvollzuges zu bestrafen.  

c) Der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1: 

 (Urk. 224 und Prot. II S. 10) 

1. Es seien die Dispositivziffern 5, 6, 7, 8 und 9 des Urteils der Vorinstanz 

gg. die Beschuldigte B._____ vom 5. Februar 2015 (Geschäfts-Nr.: 

DG140008) zu bestätigen. 

2.  Evtl. seien die Verfahren betreffend Zivilforderungen auf den Zivilweg 

zu verweisen. 

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Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschuldigten. 

d) Der unentgeltlichen Vertretungsbeiständin der Privatkläger 2 und 3: 

 (Urk. 225 und Prot. II S. 11) 

1. Es sei die Berufung der Beschuldigten abzuweisen und das Urteil der 

Vorinstanz vollumfänglich zu bestätigen. 

2.  Eventualiter: Für den Fall, dass das Obergericht die Zivilforderungen 

(Schadenersatz und Genugtuung) im Adhäsionsverfahren nicht zu-

sprechen sollte, sei die Zivilforderung auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. Der Privatklägerin 2 und dem Privatläger 3 sei die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren. 

4. Der Vertretung der Privatkläger 2 und 3 sei zuhanden des E._____, … 

[Adresse], eine angemessene Entschädigung für ihre Bemühungen zu-

zusprechen. 
Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 148 S. 7; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 1. Abteilung, vom 5. Februar 2015 

wurde die Beschuldigte B._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Ur-

teilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess sie in-

nert Frist mit Schreiben vom 6. Februar 2015 Berufung anmelden (Urk. 117). 

Ebenfalls mit Schreiben vom 6. Februar 2015 meldete die Anklagebehörde ihre 

Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil an (Urk. 115). Schliesslich liess auch 

der Privatkläger 1 mit Schreiben vom 11. Februar 2015 Berufung gegen das Urteil 

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vom 5. Februar 2015 anmelden (Urk. 123). Das begründete Urteil wurde den Par-

teien in der Folge zwischen dem 5. und dem 12. August 2015 zugestellt 

(Urk. 147/1-4). Die amtliche Verteidigung reichte mit Eingabe vom 31. August 

2015 (Urk. 155) und die Anklagebehörde mit solcher vom 5. August 2015 

(Urk. 149) jeweils fristgerecht ihre Berufungserklärungen beim hiesigen Gericht 

ein. Mit Schreiben vom 21. August 2015 liess schliesslich der Privatkläger 1 den 

Rückzug seiner Berufungserklärung mitteilen (Urk. 153). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 1. September 2015 wurde den jeweiligen Par-

teien Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären, oder begründet ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 157). Daraufhin teilte die amt-

liche Verteidigung der Beschuldigten mit Eingabe vom 22. September 2015 mit, 

die Beschuldigte erhebe mit Bezug auf den Strafpunkt gemäss Dispositiv Ziffer 2 

Anschlussberufung (Urk. 159). Mit Schreiben vom 24. September 2015 verzichte-

te sodann die Vertretungsbeiständin der Privatkläger 2 und 3 in deren Namen auf 

die Erhebung einer Anschlussberufung (Urk. 163). Schliesslich liess auch der Pri-

vatkläger 1 mit Eingabe vom 24. September 2015 mitteilen, dass er auf die Erhe-

bung einer Anschlussberufung verzichte (Urk. 163). 

1.4. Ebenfalls mit der vorgenannten Eingabe liess der Privatkläger 1 den voll-

umfänglichen Ausschluss der Öffentlichkeit von einer allfälligen Gerichtsverhand-

lung und Urteilseröffnung beantragen (Urk. 163). Die Vertretungsbeiständin der 

Privatkläger 2 und 3 stellte mit Eingabe vom 1. Oktober 2015 einen gleichlauten-

den Antrag und begründete diesen ausführlich (Urk. 166). Mit Schreiben vom 

6. Oktober 2015 erfolgte schliesslich auch die schriftliche Begründung des obge-

nannten Antrages des Privatklägers 1 (Urk. 168). Nachdem die übrigen Ver-

fahrensbeteiligten mit Präsidialverfügung vom 7. Oktober 2015 zur freigestellten 

Stellungnahme eingeladen wurden (Urk. 170), gingen innert Frist (Urk. 171) keine 

entsprechenden Stellungnahmen ein. Mit Präsidialverfügung vom 10. November 

2015 wurden sodann in Gutheissung der gestellten Anträge die Publikumsöffent-

lichkeit und die akkreditierten Gerichtsberichterstatterinnen und -erstatter von der 

Berufungsverhandlung und der Urteilseröffnung ausgeschlossen. Weiter wurde 

verfügt, über den Antrag, es sei auch auf eine Medienmitteilung betreffend Aus-

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gang des Berufungsverfahrens zu verzichten, werde nach durchgeführtem Beru-

fungsverfahren entschieden (Urk. 172). 

1.5. Am 24. Oktober 2016 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher 

die Beschuldigte in Begleitung ihres amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt 

lic. iur. Y._____ sowie der Mitbeschuldigte C._____ in Begleitung seines amtli-

chen Verteidigers Fürsprecher lic. iur. F._____ erschienen sind. Weiter wohnten 

der Berufungsverhandlung der Privatkläger 1 in Begleitung von Rechtsanwältin 

lic. iur. X._____ und die Vertretungsbeiständin der Privatkläger 2 und 3, Rechts-

anwältin lic. iur. Z._____ bei (Prot. II S. 9). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 5. August 2015 beschränkte die Anklage-

behörde ihre Berufung auf den Schuldpunkt und auf die Bemessung der Strafe 

(Urk. 149). Die amtliche Verteidigung beschränkte sodann die Berufung der  

Beschuldigten auf den Schuld- und Strafpunkt sowie auf die Einziehung und die 

Zivilpunkte [mit Ausnahme von Dispositiv Ziffer 6 erster und dritter Absatz] 

(Urk. 155).  

2.2. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil in den Dispositiv Ziffern 4 

(Herausgabe beschlagnahmte Gegenstände), 6 erster Absatz (Schadenersatz zu 

Gunsten des Privatklägers 1) und dritter Absatz (Verweisung des Schadener-

satzbegehrens des Privatklägers 1 im Umfang von Fr. 18'655.45 auf den Weg des 

Zivilprozesses), 10 (Kostenfestsetzung), 11 (Kostenauflage) sowie 12 (Kosten-

liquidation) nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit-

tels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

2.3. Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung 

vollumfänglich zur Disposition. 

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II.  Prozessuales 

1. Verwertbarkeit der Einvernahmen der Beschuldigten B._____ und 

Verbot der Fernwirkung 

1.1. Vor Vorinstanz brachte die Verteidigung in prozessualer Hinsicht zusam-

mengefasst dreierlei vor (Urk. 93 S. 2 ff.): 

1.1.1. Zunächst stellte sie sich auf den Standpunkt, die Beschuldigte hätte bereits 

bei ihrer zweiten polizeilichen Einvernahme, ganz bestimmt aber spätestens bei 

ihrer dritten polizeilichen Einvernahme notwendigerweise im Sinne von Art. 130 

StPO verteidigt sein müssen. Diese Notwendigkeit habe sich nur schon aus dem 

Umstand ergeben, dass die Anklagebehörde am Tag nach der dritten polizei-

lichen Einvernahme gleich zu Beginn der Hafteinvernahme vermerkt habe, dass 

die Beschuldigte zwingend verteidigt werden müsse. Damit sei davon auszu-

gehen, dass die Verfahrensrechte der Beschuldigten respektive die Verfahrens-

pflichten der Verfahrensleitung in elementarer Weise verletzt worden seien und 

die Beschuldigte infolgedessen ihre Verfahrensinteressen nicht habe ausreichend 

wahrnehmen können. Gestützt auf Art. 131 Abs. 3 StPO sei die Beweiserhebung 

ungültig und damit nicht verwertbar. Sie bleibe auch ungültig, denn es sei nicht 

Aufgabe der Verteidigung gewesen, im Vorverfahren auf eine Wiederholung hin-

zuwirken. Demnach dürfe auf das Beweismittel im Urteil nicht abgestellt werden.  

1.1.2. Weiter gelte es darauf hinzuweisen, dass bereits am 12. Februar 2012 von 

der Polizei ein Überwachungsantrag und am 13. Februar 2012 ein Gesuch der 

Staatsanwaltschaft an das Obergericht um Genehmigung der Überwachungs-

massnahmen betreffend die Mobiltelefonnummer der Beschuldigten und des 

Hausanschlusses der Familie AB._____ gestellt worden sei. Der betreffende 

Hausanschluss sei dabei ausschliesslich der Beschuldigten zugeordnet worden. 

Zur Begründung sei angeführt worden, dass insgesamt gesehen Grund zur An-

nahme bestünde, der Privatkläger 1 oder allenfalls dessen Ehefrau hätten kurz 

vor oder nach der Tat in telefonischem Kontakt zur Täterschaft gestanden. Es sei 

deshalb davon auszugehen, dass die Beschuldigte bereits zu jenem Zeitpunkt 

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zum Kreis der Verdächtigen gehört habe, womit die Befragung vom 19. Februar 

2013 zumindest mit diesem Hintergedanken und in diese Stossrichtung durchge-

führt worden sei. Ziel sei gewesen, etwas Belastendes gegen die formell noch als 

Opfer bzw. Auskunftsperson bezeichnete "Verdächtige" zu erfahren. Nur schon 

aufgrund der Länge (43 Seiten) und des Inhalts der Befragung (wechselnde Män-

nerbeziehungen) könne eine entsprechende Intention nicht allen Ernstes abge-

stritten werden. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass ein soge-

nannter "unechter Rollenwechsel" stattgefunden habe, sei doch die Beschuldigte 

bereits anlässlich der Einvernahme vom 19. Februar 2013 zumindest in den Köp-

fen der Ermittlungs- und Untersuchungsbehörden konkret tatverdächtig gewesen. 

Damit greife auch hier das absolute Verwertungsverbot von Art. 158 Abs. 2 StPO. 

1.1.3. Schliesslich sei die Beschuldigte durch die Untersuchungsbehörden in un-

zulässiger Art und Weise getäuscht worden, indem man ihr anlässlich der 

Hafteinvernahme erklärt habe, dass der der Tatausführung dringend verdächtigte 

C._____ gestern auf dem gleichen Stuhl wie die Beschuldigte gesessen sei. Der 

durch die Strafverfolgungsbehörde absichtlich hervorgerufene Irrtum habe be-

wirkt, dass die Beschuldigte davon ausgegangen sei, C._____ habe sich gestellt 

und sie mitbeschuldigt. Erst aufgrund dieser unerlaubten List habe die Beschul-

digte ausgeführt, sie wisse, wer die Täter seien. Dieses unzulässige und einer 

Strafverfolgungsbehörde unwürdige Vorgehen verletze den Grundsatz des fair tri-

als. Bei C._____ und D._____ sei die Anklagebehörde zudem gleich vorgegan-

gen. Im Gegensatz zur Beschuldigten habe sie diese beiden jedoch nicht in einen 

unzulässigen Irrtum versetzt, da die Belastungen durch die Beschuldigte allein 

bzw. durch die Beschuldigte und C._____ zum damaligen Zeitpunkt bereits ak-

tenkundig gewesen seien. Die Aussagen der Beschuldigten B._____ seien jeden-

falls nicht verwertbar. Aus dieser Unverwertbarkeit ergebe sich eine Fernwirkung 

und damit die Unverwertbarkeit weiterer Erhebungen. In diesem Zusammenhang 

müsse man sich vor Augen führen, dass die Beschuldigten C._____ und D._____ 

zunächst alles bestritten hätten, obwohl sie von der Verhaftung der Beschuldigten 

gewusst hätten. In diesem Zusammenhang sei darauf hinzuweisen, dass es unzu-

lässig sei, wenn unverwertbare Einvernahmeprotokolle in späteren Einvernahmen 

für Vorhaltungen verwendet würden. Genau das sei jedoch anlässlich der 

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Hafteinvernahme der Beschuldigten getan worden, indem der Vertreter der An-

klagebehörde bei seiner Befragung auf die polizeilichen Aussagen der dritten – 

unverwertbaren – Befragung zurückgegriffen habe.  

1.2. Die Vorinstanz setzte sich mit den Vorbringen der Verteidigung einlässlich 

auseinander und kam im Einzelnen zu den folgenden Schlüssen (Urk. 148 

S. 9 ff.): 

1.2.1. Die Vorinstanz stimmte der Verteidigung insofern zu, als sie zusammenge-

fasst erwog, die Beschuldigte habe zu Beginn der polizeilichen Einvernahme vom 

8. April 2013 als Tatverdächtige eines Tötungsversuches gegolten. Als solche 

hätte ihr bereits für diese Einvernahme eine amtliche Verteidigung bestellt werden 

müssen, was indes nicht der Fall gewesen sei. Aus diesem Grunde seien die 

Aussagen, welche die Beschuldigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

8. April 2013 zu Protokoll gegeben habe, nicht zu ihren Lasten verwertbar. Eine 

seitens der Verteidigung geltend gemachte Fernwirkung der Unverwertbarkeit 

dieser Einvernahme auf weitere während der Untersuchung getätigte Befragun-

gen sei nicht auszumachen. Daher seien alle übrigen, im Untersuchungsverfahren 

erhobenen Ausführungen der Beschuldigten für die nachfolgende Entscheid-

findung verwertbar. 

1.2.2. Der Einwand der Verteidigung hingegen, wonach die Beschuldigte bereits 

anlässlich der Einvernahme vom 19. Februar 2013 konkret als "Verdächtige" be-

fragt worden sein solle, sei unzutreffend. Damals hätten sich die Untersuchungen 

noch im Anfangsstadium befunden und es sei primär darum gegangen, das ge-

samte Umfeld abzuklären. Dass in diesem Zusammenhang im Hinblick auf die 

Aufklärung der Tat auch eingehende Befragungen zur Beziehung der Eheleute 

AB._____ durchgeführt worden seien, sei nicht aussergewöhnlich. Weder aus 

diesem Umstand, noch aufgrund der umfangreichen Befragung der Beschuldigten 

– während welcher unter anderem auch ihre wechselnden Männerbeziehungen 

thematisiert worden seien – lasse sich der Schluss ziehen, die Beschuldigte sei 

bereits damals konkret als "Verdächtige" betrachtet worden. Entsprechend sei die 

Befragung vom 19. Februar 2013 korrekt erfolgt und ohne weiteres verwertbar. 

- 12 - 

1.2.3. Was den Vorwurf der absichtlichen Täuschung anbelange, so sei dieser 

durch die Akten nicht belegt. Inwiefern im genannten Hinweis eine List bzw. eine 

Täuschung zu erkennen sein soll, sei schlicht nicht nachvollziehbar. 

1.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung wei-

testgehend die bereits vor Vorinstanz vorgetragenen Argumente. Ergänzend dazu 

brachte sie in Bezug auf die Frage eines allfälligen Verbots der Fernwirkung vor, 

es sei mit der Vorinstanz zweifellos so, dass das untersuchte Delikt (versuchte) 

Tötung/Mord ein schweres Delikt im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO darstelle. 

Fraglich sei einzig und allein, ob die Einvernahmen unerlässlich zur Aufklärung 

des Deliktes gewesen seien. Sei dies nicht der Fall, dann würden die Einvernah-

men unverwertbar bleiben. Ziehe man nun dafür die vorinstanzlichen Erwägungen 

in Betracht, so müsse ohne Weiteres gesagt werden, dass die Aussagen der Be-

schuldigten nicht unerlässlich für die Aufklärung des Deliktes gewesen seien, da 

gemäss Vorinstanz keine Fernwirkung auszumachen sei. Dieser Ansatz sei je-

doch falsch. Es stelle sich nämlich nicht die Frage, ob eine Fernwirkung aus-

zumachen sei, sondern es sei zunächst zu klären, ob eine absolute oder eine ein-

fache Gültigkeitsvorschrift verletzt worden sei. Habe es sich um eine einfache 

Gültigkeitsvorschrift gehandelt, sei erst in einem zweiten Schritt zu klären, ob der 

fragliche Beweis unerlässlich gewesen sei. Im Falle der Verneinung dieser Frage 

sei schliesslich zu klären, ob eine Fernwirkung anzunehmen sei. Vorliegend ver-

halte es sich so, dass sich die Beweisführung der Anklagebehörde gegen die Be-

schuldigte ausschliesslich auf die Aussagen des Mitbeschuldigten C._____ stüt-

ze. Seine Aussagen seien jedoch aufgrund der durch die Verteidigung aufgezeig-

ten strikten (Art. 141 Abs. 1 StPO) oder mittelbaren (Art. 141 Abs. 4 StPO) Fern-

wirkung der Aussagen der Beschuldigten unverwertbar. Klarerweise seien näm-

lich seine belastenden Anschuldigungen nur auf Grund unverwertbarer Primärbe-

weise ergangen. Aus diesen Gründen sei das Verfahren als Ganzes einzustellen 

respektive es müsse ein Freispruch ergehen, denn die vorhandenen Beweise 

müssten der Beweiswürdigung vollständig entzogen bleiben (Urk. 226 S. 2 ff.). 

1.4. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, wurde der Beschuldigten erstmals 

anlässlich ihrer Einvernahme vom 8. April 2013 eröffnet, dass gegen sie ein Straf-

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verfahren wegen Tötungsversuchs zum Nachteil von A._____ eingeleitet worden 

sei. Ab diesem Zeitpunkt hätte die Beschuldigte zwingend einer anwaltlichen Ver-

beiständung bedurft. Dabei war es vollkommen unerheblich, dass die Beschuldig-

te selbst zu Protokoll gab, es gehe im Moment noch ohne Anwalt (Urk. 5/3 S. 1). 

Die unterlassene respektive verspätete Verbeiständung führt in Anwendung von 

Art. 131 Abs. 3 StPO zur Ungültigkeit der erhobenen Beweise. Damit hat die Vo-

rinstanz zutreffend erwogen, dass die polizeiliche Einvernahme der Beschuldigten 

vom 8. April 2013 nicht zu deren Nachteil verwendet werden darf. Entgegen der 

Auffassung der Verteidigung entfaltet die Ungültigkeit nur für den unmittelbar er-

hobenen Beweis selbst, nicht aber für daraus gewonnene weitere Beweise ihre 

Wirkung. Dass dies explizit dem Willen des Gesetzgebers entspricht, ergibt sich 

namentlich daraus, dass ein Minderheitsantrag der damaligen Zürcher Nationalrä-

tin Vreni Hubmann, welcher expressis verbis festhalten wollte, dass nicht nur der 

ungültig erhobene Beweis, sondern auch die daraus gewonnenen, weiteren Be-

weise nicht verwendet werden dürfen, mit 100 zu 54 Stimmen abgelehnt wurde. 

Der Nationalrat folgte damit im Gesetzgebungsprozess derselben Auffassung, 

welche zuvor bereits im Ständerat vertreten wurde (AB NR 2007 N 954). Im Ver-

hältnis zu dem in Art. 141 Abs. 4 StPO grundsätzlich statuierten Verbot der Fern-

wirkung für Beweise, welche unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben 

wurde, stellt die Regelung in Art. 131 Abs. 3 StPO damit lex specialis dar und 

geht entsprechend vor. Wenn die Vorinstanz also die Auffassung vertrat, eine wie 

seitens der Verteidigung geltend gemachte Fernwirkung der Unverwertbarkeit der 

Einvernahme vom 8. April 2013 auf weitere während der Untersuchung getätigte 

Befragungen sei nicht auszumachen, ist dies im Ergebnis zutreffend und daher zu 

bestätigen. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Hafteinvernahme des Mitbe-

schuldigten C._____ vom 8. April 2013. Zu Beginn seiner Einvernahme wurde 

auch ihm mitgeteilt, dass gegen ihn ein Verfahren wegen versuchter Tötung eröff-

net worden sei und er als beschuldigte Person einvernommen werde. In der Folge 

erklärte der Beschuldigte C._____ zu Protokoll, er sei ausdrücklich damit einver-

standen, dass "jetzt hier bei dieser Einvernahme kein Verteidiger anwesend" sei 

(Urk. 6/1 S. 1 f.). Nachdem er ab diesem Zeitpunkt zwingend hätte anwaltlich ver-

treten sein müssen, vermag auch sein Verzicht nichts daran zu ändern, dass die 

- 14 - 

betreffende Beweiserhebung ungültig erfolgte und die Einvernahme damit nicht zu 

seinem Nachteil verwertet werden darf. Bezüglich des von der Verteidigung auch 

betreffend C._____ geltend gemachten Verbotes der Fernwirkung, kann analog 

auf das zuvor Erwogene verwiesen werden.  

1.5. Was die Vorinstanz zum Einwand der Verteidigung erwägt, wonach die 

Beschuldigte bereits am 19. Februar 2013 konkret als Verdächtige befragt worden 

sei, ist vollständig und in allen Teilen zutreffend. Darauf kann vorab in Anwendung 

von Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen werden. Die betreffende Einvernahme kann 

zwar – mit der Verteidigung – als sehr eingehend und umfangreich bezeichnet 

werden. Indes geht daraus nicht hervor, dass bereits zum damaligen Zeitpunkt mit 

Blick auf die Beschuldigte ein konkreter Tatverdacht bestand. Vielmehr zeugt die 

ausführliche Befragung der Beschuldigten vom Bestreben der untersuchenden 

Polizistin, Licht in die familiären Verhältnisse und das Umfeld der Eheleute 

AB._____ zu bringen, um auf diese Weise mögliche Anhaltspunkte für die Aufklä-

rung des bis dahin unerklärbaren Gewaltverbrechens zu erhalten. Auch den wei-

teren Akten lässt sich nichts entnehmen, was konkret darauf hindeuten würde, 

dass die Beschuldigte seitens der Untersuchungsbehörden bereits am 19. Febru-

ar 2013 als Tatverdächtige betrachtet wurde. Damit ist in keiner Art und Weise zu 

beanstanden, dass sie durch die Polizei als Auskunftsperson einvernommen wur-

de und als solche zum damaligen Zeitpunkt konsequenterweise auch noch nicht 

notwendig verteidigt war. Das Einvernahmeprotokoll vom 19. Februar 2013 ist 

demnach entgegen der unzutreffenden Auffassung der Verteidigung korrekt erho-

ben worden und damit auch vollumfänglich verwertbar.  

1.6. Mit Bezug auf den Vorwurf der Verteidigung, die Anklagebehörde habe die 

Beschuldigte absichtlich getäuscht, indem sie ihr in der Hafteinvernahme vom 

9. April 2013 vorgehalten habe, dass der der Tatausführung dringend verdächtigte 

C._____ am Vortag auf dem selben Stuhl wie sie gesessen sei, gilt es Folgendes 

festzuhalten: Zunächst ist es zutreffend, dass ein entsprechender Vorhalt anläss-

lich der fraglichen Hafteinvernahme erfolgte (Urk. 5/4 S. 3). Insofern ist es unzu-

treffend, wenn die Vorinstanz hierzu erwog, aufgrund des vorliegenden Aktenma-

terials sei dieser Einwand nicht belegt (Urk. 148 S. 11). Wenn die Verteidigung 

- 15 - 

aber ausführt, erst das angebliche Täuschungsmanöver der Anklagebehörde ha-

be die Beschuldigte dazu veranlasst zu sagen, dass C._____ der Täter sei, dann 

erweist sich diese Behauptung als aktenwidrig. Bevor nämlich die hier umstrittene 

Frage seitens der Anklagebehörde gestellt wurde, gab die Beschuldigte wörtlich 

zu Protokoll: "Ich habe bei Frau G._____ schon gesagt, dass mein damaliger 

Freund mir gesagt hat, dass er etwas plane, dass jeder seine gerechte Strafe be-

kommt. Es ist aber nicht so, dass ich ihm gesagt habe, was und dass er tun und 

machen solle" (Urk. 5/4 S. 3 oben). Damit zeigt sich, dass die betreffende Bemer-

kung der Verfahrensleitung zu einem Zeitpunkt erfolgte, in dem die Beschuldigte 

ihren damaligen Freund – sprich C._____ – bereits als Täter bezeichnet hatte. 

Abgesehen davon, dass C._____ tatsächlich am Tag zuvor, nämlich am 8. April 

2013, auf demselben Stuhl – oder zumindest in demselben Raum – sass und da-

mit die betreffende Bemerkung des Staatsanwaltes inhaltlich ohne weiteres zu-

treffend war, ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschuldigte dadurch in irgendeiner 

Art und Weise in die Irre geführt worden wäre. Der betreffende Einwand der Ver-

teidigung zielt daher ins Leere, was die Vorinstanz zutreffend erkannte. 

2. Verletzung des Anklageprinzips 

2.1. Vor Vorinstanz rügte die Verteidigung in prozessualer Hinsicht des weite-

ren eine Verletzung des Anklageprinzips. Zur Begründung brachte sie in diesem 

Zusammenhang vor, aufgrund des Anklagesachverhaltes sei eine Subsumption 

aller objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale nicht möglich. Zudem habe 

die Anklagebehörde lediglich eine von zwei möglichen Sachverhaltsvarianten zur 

Anklage gebracht, was zur Folge habe, dass nur gerade diese Variante einer ge-

richtlichen Überprüfung zugänglich sei (Urk. 93 S. 8 ff.).  

2.2. Die Vorinstanz erwog hierzu, es liege eine umfassende Anklageschrift vor, 

welche die Beschuldigte in jeder Hinsicht ausreichend über den gegen sie er-

hobenen Tatvorwurf in Kenntnis setze und das Prozessthema fixiere. Sie sei über 

Ort, Zeit und Tat nach Massgabe des Untersuchungsergebnisses hinlänglich in 

Kenntnis gesetzt worden, sodass nicht ersichtlich sei, inwiefern vorliegend das 

Anklageprinzip verletzt worden sein sollte (Urk. 148 S. 11 f.).  

- 16 - 

2.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung verlangte die Verteidigung erneut ei-

nen Freispruch "gestützt auf das Anklageprinzip". Zur Begründung nahm sie im 

Wesentlichen eine Aussagewürdigung der Beteiligten vor und kam zum Schluss, 

es seien beide Sachverhaltsvarianten – nämlich jene des Beschuldigten und die-

jenige des Privatklägers A._____ – zumindest ebenbürtig bezüglich ihres Glaub-

haftigkeitsgehaltes. Die Anklage habe nicht ausgeführt, "mit welcher Hand insbe-

sondere der Privatkläger im Hals vorne das zweite Mal geschnitten" worden sei. 

In Bezug auf die ausführende Person und den Zeitpunkt im Ablauf des Gesche-

hens habe sie sich aber festgelegt. Im vorinstanzlichen Urteil werde auf Seite 27 

ausgeführt, es sei davon auszugehen, dass C._____ auch den zweiten Schnitt mit 

der linken Hand ausgeführt habe. Da beides nicht erstellt sei, könne gestützt auf 

die Anklage keine Verurteilung ergehen (Urk. 226 S. 8 ff.). 

2.4. Was die Verteidigung hinsichtlich der vermeintlichen Verletzung des An-

klageprinzipes vorbringt, ist haltlos. Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Anforde-

rungen an die Anklageschrift sowie die einschlägige bundesgerichtliche Recht-

sprechung zutreffend zusammengefasst. Auf diese Erwägungen kann ohne weite-

res verwiesen werden (Urk. 148 S. 11 ff.). Es besteht nicht der geringste Zweifel 

daran, dass die Beschuldigte angesichts der geradezu in optima forma abgefass-

ten Anklageschrift zu jedem Zeitpunkt detailliert darüber Bescheid wusste, was ihr 

in tatsächlicher Hinsicht zum Vorwurf gemacht wird. Eine Verletzung des An-

klageprinzips ist hier nicht ansatzweise auszumachen, was bereits die Vorinstanz 

mit zutreffender Begründung – auf welche zu verweisen ist – festhielt (Urk. 148 

S. 12; Art. 82 Abs. 4 StPO). Was den zweiten Einwand der Verteidigung angeht, 

wonach die Anklagebehörde in Verletzung des Anklageprinzips lediglich einen 

von zwei möglichen Geschehensabläufen zur Anklage gebracht habe, gilt es in 

Ergänzung zu den vorinstanzlichen Erwägungen folgendes festzuhalten: Gestützt 

auf Art. 325 Abs. 2 StPO hat die Anklagebehörde dann die Möglichkeit eine Alter-

nativ- und Eventualanklage zu erheben, wenn sich der von ihr untersuchte Sach-

verhalt trotz Ausschöpfung aller Erkenntnisgrundlagen nicht eindeutig und ab-

schliessend klären lässt (LANDSHUT/BOSSHARD, in: Donatsch/ Hansjakob/ Lieber 

[Hrsg.], StPO Komm., Art. 325 N 30 ff.). Vorliegend vertritt die Anklagebehörde 

indes die Auffassung, aufgrund sämtlicher Erkenntnisse aus der Strafunter-

- 17 - 

suchung stehe fest, dass sich der von ihr in der Anklageschrift umschriebene 

Sachverhalt wie geschildert zugetragen habe. Unter diesen Voraussetzungen be-

steht weder eine Veranlassung für die Anklagebehörde, geschweige denn eine 

Pflicht, dem Gericht einen weiteren, allenfalls hypothetisch ebenfalls denkbaren 

Sachverhalt im Sinne einer Eventualanklage zu unterbreiten. Ob sich der einge-

klagte Sachverhalt anhand der vorhandenen Beweismittel erstellen lässt oder 

nicht, hat das Gericht im Rahmen einer einlässlichen Beweiswürdigung zu klären. 

Lässt sich der Anklagesachverhalt erstellen, so erfolgt gestützt darauf die rechtli-

che Subsumption. Lässt er sich dagegen nicht erstellen, so ergeht ein Freispruch. 

Inwiefern also durch die vorliegende Anklageerhebung eine Verletzung des An-

klageprinzips gegeben sein sollte, lässt sich nach dem Gesagten nicht erschlies-

sen. Der betreffende Einwand der Verteidigung ist daher nicht nur teilweise un-

verständlich, sondern auch unbehelflich. 

III. Sachverhalt  

1. Allgemeines 

1.1. Die Vorinstanz hat sich einleitend zutreffend und umfassend zu den allge-

meinen Prinzipien der Sachverhaltserstellung respektive der Beweiswürdigung 

geäussert. Darauf kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vorab ebenso 

verwiesen werden, wie auf die Erwägungen der Vorinstanz zum Grundsatz "in 

dubio pro reo" (Urk. 148 S. 17 ff.). 

1.2. Weiter hat die Vorinstanz ebenfalls richtig festgehalten, dass zur Erstellung 

des umstrittenen Anklagesachverhaltes im Wesentlichen auf die Aussagen der 

Beschuldigten selbst (Urk. 5/1-2 [Ordner 3], Urk. 5/4-9 [Ordner 3], Urk. 95), der 

Mitbeschuldigten C._____ (Urk. 6/2-9 [Ordner 4], Urk. 95) und D._____ (Urk. 7/1-

7 [Ordner 4], Urk. 95), des Privatklägers 1 A._____ (Urk. 8/1-3 [Ordner 5]) sowie 

diverser Zeugen und Auskunftspersonen (Urk. 9/1-18 [Ordner 5]) und auf die ärzt-

lichen Befunde bzw. Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Privatklägers 

1 vom 4. bzw. 28. Februar 2013 (Urk. 3/5 und Urk. 3/7 [Ordner 2]) abzustellen ist. 

Mit Bezug auf die polizeiliche Einvernahme der Beschuldigten vom 8. April 2013 

- 18 - 

(Urk. 5/3 [Ordner 3]) gilt, was zuvor bereits dargetan wurde. Die betreffende Be-

weiserhebung ist ungültig erfolgt, und die Einvernahme kann damit nicht zu ihrem 

Nachteil verwertet werden. Die übrigen Beweismittel wurden – soweit sie nachfol-

gend zur Beweisführung herangezogen werden – unter Einhaltung der einschlä-

gigen strafprozessualen Erfordernisse erhoben und sind daher ohne Einschrän-

kung verwertbar. 

1.3. Aus Gründen der Übersichtlichkeit, rechtfertigt es sich nachfolgend, der 

Systematik im angefochtenen Entscheid zu folgen.  

2. Zu Vorgeschichte bzw. Ausgangslage  

2.1. Soweit in der Anklageschrift vom 22. September 2014 zunächst geschildert 

wird, wie und unter welchen Umständen die Beschuldigte C._____ kennenlernte 

und unter welchen Umständen sich daraus eine aussereheliche Beziehung entwi-

ckelte, welche über mehrere Monate hinweg andauerte, ist der Sachverhalt auch 

seitens der Beschuldigten unbestritten. Nachdem die Beschuldigte zu Beginn 

noch in Abrede stellte, dass es Probleme, oder gar Fremdbeziehungen in der 

Familie gebe (Urk. 5/1 S. 7 Antwort auf Frage 29; Urk. 5/2 S. 12 Antwort auf Fra-

ge 70 ff.), musste sie auf Vorhalt diverser Ermittlungsergebnisse zunächst sehr 

zögerlich einräumen, dass sie über diverse Internetportale Kontakte – namentlich 

sexueller Natur – zu Männern suchte (Urk. 5/2 S. 14 Antwort auf Frage 85 ff.). 

Nachdem die Beschuldigte mit Auszügen aus dem WhatsApp Chatverlauf zwi-

schen ihr und H._____ konfrontiert wurde, in welchen auch ein gewisser C._____ 

Thema war, bezeichnete sie diesen zunächst als Automechaniker der Familie. 

Später dann musste die Beschuldigte aufgrund weiterer Vorhalte aus dem nämli-

chen Chatprotokoll eingestehen, "dass auch einmal etwas zwischen ihnen gewe-

sen sei" und ihr Ehemann davon Kenntnis habe (Urk. 5/2 S. 30 Antwort auf Frage 

196). In den folgenden Einvernahmen gestand die Beschuldigte dann ein, 

C._____ in der beschriebenen Art kennen gelernt und mit ihm eine mehrmonati-

ge, aussereheliche Beziehung geführt zu haben (Urk. 5/4 S. 3 ff., Urk. 5/5 S. 1 ff., 

Urk. 5/8 S. 11 ff., Prot. I S. 2 ff.).  

- 19 - 

2.2. Hinsichtlich des unter dem Titel "Vorgeschichte" wiedergegebenen Ankla-

gesachverhaltes sind seitens der Beschuldigten die nachfolgenden Schilderungen 

bestritten: 

2.2.1. Zunächst stellte sich die Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung – ebenso wie der Beschuldigte C._____ – auf den Standpunkt, 

das erste Treffen habe ca. 1 bis 1 ½ Wochen nach dem ersten Kontakt, Anfang 

Dezember 2012, stattgefunden (Prot. I S. 3 f.). Die Anklagebehörde datierte da-

gegen das erste Treffen in der Wohnung von I._____ auf Ende Oktober bis An-

fang November 2012 (Urk. 27 S. 2). Im Berufungsverfahren äusserte sich die Be-

schuldigte nicht mehr und auch ihre Verteidigung machte zu dieser Thematik kei-

nerlei Ausführungen (Urk. 226). 

2.2.1.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 19. Februar 2013 gab die 

Beschuldigte an, sie habe mit C._____ im Dezember 2012 "etwas gehabt" 

(Urk. 5/2 S. 30 f. Antwort auf Frage 197). In der Hafteinvernahme vom 9. April 

2013 gab sie zu Protokoll, sie sei sich nicht mehr ganz sicher, glaube aber, dass 

die Beziehung Ende November, Anfang Dezember 2012 begonnen habe (Urk. 5/4 

S. 3). Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 10. Mai 2013 konnte die Be-

schuldigte nicht mehr sagen, wann sie den Beschuldigten das erste Mal persön-

lich getroffen habe. Sie wisse nur noch, dass das Treffen an einem Freitag bei 

"I._____ zuhause" stattgefunden habe (Urk. 5/5 S. 2 Antwort auf Frage 11). 

2.2.1.2. Der Beschuldigte C._____ hingegen gab im Rahmen der Untersuchung 

zu Protokoll, er habe die Beschuldigte B._____ ca. Mitte bis Ende Oktober 2012 

auf der Singleseite … im Internet kennen gelernt. Vom ersten Chat bis zum ersten 

realen Treffen habe es wenige Tage gedauert. Dieses erste Treffen habe ca. An-

fang November in der Wohnung von I._____ stattgefunden (Urk. 6/3 S. 4 Antwort 

auf Frage 16 ff.).  

2.2.1.3. I._____ wurde am 21. August 2013 als Zeugin zur Sache einvernommen. 

Zum Zeitpunkt des ersten Treffens der Beschuldigten in ihrer Wohnung wurde sie 

nicht befragt (Urk. 9/15).  

- 20 - 

2.2.1.4. Anhand der vorhandenen Beweismittel lässt sich nicht mit Sicherheit er-

stellen, wann genau die Beschuldigte C._____ kennenlernte und wann das erste 

Treffen der beiden in der Wohnung von I._____ stattgefunden hat. Nachdem auch 

C._____ anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung die Schilderungen der 

Beschuldigten nicht in Abrede stellte, wonach das fragliche Treffen Anfang De-

zember 2012 stattgefunden habe, ist davon auszugehen, dass der erste Kontakt 

via Internet nicht wie in der Anklageschrift geschildert ca. Mitte/Ende Oktober, 

sondern Mitte/Ende November 2012 stattgefunden hat. Der Anklagesachverhalt 

ist daher entsprechend zu korrigieren. Diese marginale zeitliche Abweichung ist 

für die Erstellung des Sachverhaltes indes ohnehin – wenn überhaupt – von 

höchst geringfügiger Bedeutung. 

2.2.2. Weiter stellte die Beschuldigte stets in Abrede, sich dem Beschuldigten 

C._____ gegenüber dahingehend geäussert zu haben, dass sie ihr Ehemann für 

den Fall einer Trennung/Scheidung umbringen wolle, denn er könne auf keinen 

Fall tolerieren, dass sie einem anderen Mann gehöre. Auch hierzu äusserte sich 

die Verteidigung im Berufungsverfahren nicht weiter (Urk. 226). 

2.2.2.1. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 10. Mai 2013 gab die Be-

schuldigte zu Protokoll, sie wisse nicht, ob eine Scheidung respektive Trennung 

eine Option für "A'._____" sei. Er habe sich mal so, mal so verhalten und mache 

die Sachen jeweils mit sich selber aus. In seinen Emotionen sage er so viel, sie 

müsse ehrlicherweise sagen, dass sie ihm auch nicht immer zuhöre. Sie wisse 

nicht, ob sie von "A'._____" unter Druck gesetzt worden sei, weil sie eine Tren-

nung angedeutet habe. Was bei einer Scheidung mit der Eigentumswohnung 

passiert wäre, wisse sie nicht. C._____ habe sie manchmal einfach gesagt, dass 

A'._____ zu viel arbeite und sich zu wenig um seine Familie kümmere. Sie habe 

viel mit C._____ gesprochen und könne deshalb nicht mehr sagen, ob sie ihm er-

zählt habe, wie A'._____ zu einer Trennung/Scheidung stehe. Auf die Frage, ob 

sie C._____ erzählt habe, wie sie von A'._____ behandelt werde, sagte die Be-

schuldigte, das habe dieser selber gesehen. Auf die weitere Frage, ob C._____ 

bei Streitereien zwischen ihr und A'._____ zugegen gewesen sei, führte die Be-

schuldigte aus, das wisse sie nicht. Sie wisse nicht, ob sie C._____ gegenüber 

- 21 - 

geklagt habe, dass A'._____ sie und die Kinder schlecht behandle. Sie wisse 

auch nicht, ob es möglich sei, dass sie dies getan habe. Auf die Frage, ob sie 

C._____ gesagt habe, sie könne jetzt nicht mehr, gab die Beschuldigte an, auch 

dies nicht mehr zu wissen (Urk. 5/5 S. 9 ff.). 

2.2.2.2. Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit C._____ vom 19. Juni 

2013 gab die Beschuldigte zu Protokoll, was C._____ aussage, stimme nicht. Sie 

habe nie zu ihm gesagt, A'._____ werde sie umbringen, wenn sie sich trennen 

wolle. Es stimme auch nicht, dass sie ihm erzählt habe, A'._____ habe gesagt, er 

alleine dürfe sie haben und sonst keiner (Urk. 5/6 S. 13). 

2.2.2.3. Im Rahmen der Befragung vor Vorinstanz führte die Beschuldigte aus, es 

stimme nicht, dass sie zu C._____ gesagt habe, A'._____ werde sie umbringen, 

wenn sie sich scheiden lassen wolle (Prot. I S. 9 f.). 

2.2.2.4. Der Beschuldigte C._____ hingegen sagte gegenüber der Polizei am 

9. April 2013 aus, die Beschuldigte habe ihm gesagt, sie habe ihrem Mann er-

zählt, dass sie sich trennen wolle. Daraufhin habe dieser gesagt, wenn sie das tu-

e, dann werde er sie umbringen, weil nur er sie haben dürfe und sonst niemand 

(Urk. 6/3 S. 26 Antwort auf Frage 221). Anlässlich der polizeilichen Einvernahme 

vom 23. Mai 2013 bestätigte C._____ in der Folge, dass die Beschuldigte ihm ge-

sagt habe, ihr Ehemann wolle mit Gewalt an der Beziehung festhalten (Urk. 6/4 

S. 29 Antwort auf Frage 247).  

2.2.2.5. Ebenso bestätigte C._____ diesen Umstand anlässlich der Konfrontati-

onseinvernahme vom 19. Juni 2013. Dort gab er zu Protokoll, er wisse, dass 

A._____ nicht mit einer Trennung einverstanden gewesen sei. Er habe mit der 

Beschuldigten auch schon über dieses Thema gesprochen, denn sie beide hätten 

über eine gemeinsame Zukunft diskutiert. Die Beschuldigte habe gesagt, sie kön-

ne sich nicht von ihrem Mann trennen, weil dieser nicht damit einverstanden sei. 

Er habe ihr gesagt, dass er sie umbringen werde, wenn sie sich von ihm trennen 

wolle. Er werde dies tun, weil nur er sie haben dürfe und niemand sonst (Urk. 6/5 

S. 12).  

- 22 - 

2.2.2.6. Im Rahmen der Schlusseinvernahme vom 27. August 2014 erklärte  

C._____ zu Protokoll, dass er bei seinen bisherigen Aussagen bleibe (Urk. 6/9 

S. 16).  

2.2.2.7. Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz wurde C._____ die Frage ge-

stellt, ob ihm die Beschuldigte gesagt habe, ihr Mann würde sie umbringen, wenn 

sie sich scheiden lassen wolle. C._____ beantwortete die Frage wörtlich mit "Ich 

habe das so verstanden". Auf die präzisierende Frage der Verfahrensleitung, ob 

das Wort "umbringen" ausdrücklich verwendet worden sei, antwortete er: "Ja, also 

von dieser Seite aus schon". Es sei schwer einzuschätzen gewesen, ob sie die 

Wahrheit sage. Ihr Mann sei sehr explosiv gewesen, das habe er selbst miterlebt. 

Daher habe er schon gedacht, dass er es wahr machen könnte (Prot. I S. 9 f.). 

2.2.2.8. Anlässlich seiner Befragung vor Berufungsgericht bestätigte der Beschul-

digte C._____, dass die Beschuldigte zum ihm gesagt habe, A._____ werde sie 

umbringen, falls sie sich von ihm trennen werde (Urk. 217 S. 7).  

2.2.2.9. Es ist auch seitens der Beschuldigten unbestritten, dass sie und  

C._____ eine Liebesbeziehung führten und man dabei auch konkret über eine 

gemeinsame Zukunft gesprochen hat. Gegenüber der Vorinstanz gab die Be-

schuldigte an, man könne durchaus sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick 

gewesen sei (Prot. I S. 4). Insbesondere gab sie zu Protokoll, man habe gemein-

same Zukunftspläne geschmiedet und sie habe sich von der Beziehung mit 

C._____ erhofft, dass man miteinander Kinder habe und das Leben geniesse 

(Prot. I S. 6). Vor diesem Hintergrund erscheint es ausgesprochen unglaubhaft, 

dass sich die Beschuldigte im Verlaufe der Untersuchung partout nicht mehr da-

ran erinnern konnte, ob und inwiefern sie mit C._____ über ihre Ehe und eine all-

fällige Trennung/Scheidung gesprochen habe. Generell fällt auf, dass sich die Be-

schuldigte in diesem Zusammenhang an praktisch nichts mehr konkret zu erin-

nern vermochte und die an sie gestellten Fragen auch häufig ausweichend und 

widersprüchlich beantwortete. So wurde sie beispielsweise gefragt, ob sie 

C._____ davon erzählt habe, wie sie von ihrem Mann behandelt werde. Die Ant-

wort der Beschuldigten darauf lautete: "Das sah er selbst." Zwei Fragen später 

wurde sie gefragt, ob C._____ bei Streitereien zwischen ihr und ihrem Mann da-

- 23 - 

bei gewesen sei, wobei sie wörtlich zu Protokoll gab: "Ich kann es nicht sagen" 

(Urk. 5/5 S. 10 Antworten auf die Fragen 80 und 82). Die Beschuldigte ging sogar 

soweit, dass sie nicht sagen konnte, ob es möglich sei, dass sie gegenüber ihrem 

Geliebten C._____ geklagt habe, weil ihr Ehemann sie und die Kinder schlecht 

behandle (Urk. 5/5 S. 10 Antworten auf die Fragen 84). Auf die Frage, ob sie 

C._____ irgendwie unter Druck gesetzt habe, endlich etwas gegen A'._____ zu 

tun, gab die Beschuldigte erneut an, sie wisse das nicht. Danach wich sie der Be-

antwortung der Frage aus, indem sie ausführte, sie habe jetzt Anderes im Kopf 

und könne keinen rechten Gedanken mehr fassen, weil sie sich unter Anderem 

um die Zukunft ihrer Tochter kümmern müsse (Urk. 5/5 S. 10 Antworten auf die 

Fragen 86). In den folgenden Einvernahmen macht die Beschuldigte extensiv von 

dem ihr zustehenden Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, oder beschränkte 

sich auf einsilbige Bestreitungen. C._____ hingegen schilderte lebensnah, wider-

spruchsfrei und überzeugend, wie sich die Liebesbeziehung zwischen ihm und 

der Beschuldigten entwickelte. Er gab an, dass man über eine gemeinsame Zu-

kunft geredet und er der Beschuldigten eine Trennung von ihrem Ehemann nahe-

gelegt habe. Auch habe er ihr angeboten, mit den Kindern zu ihm zu ziehen. Er 

sei bereit gewesen in eine grössere Wohnung zu ziehen und er habe auch Bezie-

hungen und Aussicht auf eine günstige Mietwohnung gehabt. Er habe gedacht, 

dass es ohne weiteres möglich gewesen wäre, eine Lösung zu finden (Urk. 6/3 

S. 16; Urk. 217 S. 6 ff.). Die Beschuldigte habe in diesem Zusammenhang er-

wähnt, dass eine Trennung/ Scheidung für ihren Ehemann nicht in Frage komme. 

Er habe gedroht, sie umzubringen, wenn sie eine Trennung verlange. C._____ 

gab weiter an, er habe diese Worte nie von "A'._____" gehört. Er habe diese Dro-

hung aber ernst genommen, als die Beschuldigte ihm davon erzählt habe. Die 

Beschuldigte habe ihm auch gesagt, dass sie ihrem Mann zutraue, dass er sie 

umbringe (Urk. 6/3 S. 30 Antwort auf Frage Nr. 254). Diese Angaben bestätigte 

der Beschuldigte fortan konsequent. Seine Depositionen sind gekennzeichnet von 

erlebnisbasierten Schilderungen, welche logische räumlich-zeitliche Abfolgen 

aufweisen und die sich zwanglos in den restlichen, unbestrittenen Ablauf der sich 

entwickelnden Liebesbeziehung einflechten lassen. Wenngleich nicht zu überse-

hen ist, dass C._____ immer dann, wenn er mit der Beschuldigten konfrontiert 

- 24 - 

wurde, offenkundig bemüht war, diese möglichst nicht ohne Not zu belasten, blieb 

er auch in diesen Situationen bei seinen Schilderungen und bestätigte seine zuvor 

gemachten Depositionen als zutreffend. Allerdings wurde er in diesen Situationen 

– namentlich in den Konfrontationseinvernahmen vom 19. Juni 2013 und vom 

21. März 2014 sowie in der Befragung vor Vorinstanz – auffällig wortkarg und mit-

unter einsilbig. Offenkundig war sich C._____ lange Zeit nicht über seine Gefühls-

lage gegenüber der Beschuldigten im Klaren. So gab er noch am 6. Mai 2013 an, 

er halte "wahrscheinlich nichts mehr" von der Beschuldigten und wolle wohl kei-

nen Kontakt mehr mit ihr (Urk. 6/3 S. 30 Antwort auf Frage Nr. 251), dies obwohl 

ihm bereits Wochen zuvor eröffnet wurde, dass ihn die Beschuldigte gegenüber 

den Untersuchungsbehörden als Täter denunziert hatte (Urk. 6/2 S. 3). Dieses 

gegenüber seiner ehemaligen Geliebten an den Tag gelegte, zurückhaltende 

Aussageverhalten erscheint unter diesem Gesichtspunkt ohne weiteres als nach-

vollziehbar und vermag insbesondere keine Zweifel an den insgesamt sehr 

glaubhaften Depositionen des Beschuldigten C._____ zu wecken. Gestützt darauf 

ist erstellt, dass die Beschuldigte, wie in der Anklageschrift ausgeführt, dem Be-

schuldigten C._____ sagte, dass sie ihr Ehemann für den Fall einer Tren-

nung/Scheidung umbringen wolle, da er keinesfalls tolerieren könne, dass sie ei-

nem anderen Mann gehöre.  

2.2.3. Weiter stellt die Beschuldigte in Abrede, dass sie zu C._____ gesagt habe, 

er solle ihren Ehemann doch mit dem Auto überfahren oder vor den Zug stossen. 

Die Verteidigung brachte hierzu vor, die diesbezüglichen Belastungen durch 

C._____ würden nicht glaubhafter, nur weil dieser sie mehrfach erwähne. Es sei 

auch nicht so, dass die Beschuldigte die betreffenden Vorhalte einfach pauschal 

mit Nichtwissen bestritten habe. Sie habe vielmehr eine SMS bestätigt, nämlich in 

Bezug auf das Anfahren durch ein Auto. Aber nicht sie habe es C._____ ge-

schrieben, sondern dieser habe es ihr zukommen lassen. Dabei habe die Be-

schuldigte C._____ nicht etwa einseitig oder zu stark belastet. Vielmehr habe sie 

angegeben, er habe nicht gesagt, er könne das tun, sondern dies eher als Mög-

lichkeit angegeben (Urk. 226 S. 13 f.). 

- 25 - 

2.2.3.1. Anlässlich der Einvernahme vom 10. Mai 2013 wurde die Beschuldigte 

erstmals mit der betreffenden Aussage von C._____ konfrontiert. Sie wollte sich 

zu diesem Vorwurf nicht äussern und machte von ihrem Aussageverweigerungs-

recht Gebrauch (Urk. 5/5 S. 22 Antwort auf Frage 185 f.). 

2.2.3.2. In der Konfrontationseinvernahme vom 19. Juni 2013 gab die Beschuldig-

te zu Protokoll, sie habe nie etwas Entsprechendes gesagt. Ebenso wenig habe 

sie C._____ jemals unter Druck gesetzt (Urk. 5/6 S. 8). 

2.2.3.3. Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz gab die Beschuldigte auf den 

entsprechenden Vorhalt an, was C._____ behaupte, stimme nicht. Es habe sich 

gerade umgekehrt verhalten. Er habe ihr per SMS geschrieben, er könne ihn 

[gemeint: A._____] mit dem Auto überfahren. Sie habe auf dieses SMS nicht ge-

antwortet. Es sei nicht so wie es C._____ schildere und sie könne sich auch nicht 

erklären, weshalb er die betreffende Anschuldigung gegen sie erhebe (Prot. I 

S. 15 f.). 

2.2.3.4. Am 6. Mai 2013 erklärte C._____ auf die Frage, ob er von der Beschul-

digten dazu aufgefordert worden sei, ihrem Ehemann die schweren Schnittverlet-

zungen zuzufügen, unter anderem, die Beschuldigte habe ihm schon einmal ge-

sagt, er solle etwas tun, ihn vor den Zug werfen oder mit dem Auto überfahren 

(Urk. 6/3 S. 27 Antwort auf Frage 229). 

2.2.3.5. Anlässlich der Befragung vom 23. Mai 2013 bestätigte C._____ seine zu-

vor gemachte Aussage. Demzufolge habe ihm die Beschuldigte im Dezember 

2012 vorgeschlagen, ihren Ehemann vor den Zug zu werfen oder mit dem Auto 

anzufahren. So, wie er es damals verstanden habe, habe es die Beschuldigte mit 

diesen Aufforderungen ernst gemeint (Urk. 6/2 S. 26 Antwort auf Frage 221 ff.). 

2.2.3.6. Auch in der Konfrontationseinvernahme vom 19. Juni 2013 gab C._____ 

zu Protokoll, dass es so gewesen sei, wie er es zuvor bereits mehrfach geschil-

dert habe. Die Beschuldigte habe ganz konkret davon gesprochen, dass er ihren 

Ehemann vor den Zug werfen oder mit dem Auto anfahren solle (Urk. 6/5 S. 8).  

- 26 - 

2.2.3.7. Gegenüber der Vorinstanz gab C._____ anlässlich seiner Befragung zur 

Sache an, die Beschuldigte habe ihm per SMS mitgeteilt, er solle A._____ mit 

dem Auto überfahren oder vor den Zug stossen. Genau genommen seien es zwei 

SMS gewesen. Zunächst habe sie geschrieben, er solle ihren Ehemann mit dem 

Auto überfahren. Daraufhin habe er geantwortet: "Nein, das geht nicht." Dann ha-

be die Beschuldigte vorgeschlagen, er solle ihn vor den Zug stossen. Auf dieses 

SMS habe er geantwortet, dass er so etwas nicht machen könne (Prot. I S. 15). 

2.2.3.8. Anlässlich seiner Befragung im Rahmen der Berufungsverhandlung be-

stätigte der Beschuldigte C._____, die Beschuldigte habe ihm per SMS oder 

Whatsapp-Nachricht mitgeteilt, er solle A._____ mit dem Auto überfahren oder vor 

den Zug stossen. Zuerst habe er gedacht, es sei ein Witz. Dann habe er realisiert, 

dass sie es ernst meine. Er habe ihr darauf geantwortet, dass er so etwas nicht 

tun könne (Urk. 217 S. 7 f.). 

2.2.3.9. Nachdem C._____ noch zu Beginn der polizeilichen Einvernahme vom 

6. Mai 2013 in Abrede stellte, etwas mit dem Überfall auf A._____ zu tun zu ha-

ben, sah er sich angesichts der ihm vorgehaltenen Untersuchungsergebnisse 

veranlasst, seine Beteiligung an der Tat einzugestehen. Von diesem Zeitpunkt an 

gab er in sämtlichen Einvernahmen konstant und widerspruchsfrei zu Protokoll, 

die Beschuldigte habe ihm gesagt, er solle A._____ mit dem Auto überfahren oder 

vor den Zug werfen. Anlässlich der Einvernahme vor Vorinstanz sprach er dann 

davon, dass die betreffende Aufforderung nicht in einem Gespräch, sondern via 

SMS erfolgt sei. Dass zuvor immer von "sagen" und zuletzt von "schreiben" die 

Rede war, mag auf den ersten Blick etwas widersprüchlich anmuten. In Tat und 

Wahrheit hat es sich aber so verhalten, dass die Kommunikation zwischen der 

Beschuldigten und C._____ über weite Teile via Kurznachrichten erfolgte und 

beide in ihren Schilderungen auch dann davon sprachen, man habe etwas ge-

sagt, wenn etwas geschrieben wurde. Im Rahmen der Befragung vor Vorinstanz 

schilderte C._____ detailliert, wie es zu der fraglichen Äusserung kam. Lebens-

nah und nachvollziehbar bestätigte er, was er zuvor bereits konsequent zu Proto-

koll gegeben hatte, wobei er aus eigenem Antrieb präzisierte, dass die Beschul-

digte ihm genau genommen im Dezember 2012 zwei SMS geschickt habe. 

- 27 - 

C._____ stellte diese Aussage in einen zeitlichen Zusammenhang und schilderte 

eine Interaktion zwischen ihm und der Beschuldigten. Auch passen seine diesbe-

züglichen Äusserungen nahtlos in den Gesamtzusammenhang. Auch die Be-

schuldigte bestätigte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, es sei 

schon möglich, dass sie mit C._____ noch im Jahre 2012 allgemein darüber ge-

sprochen habe, dass es gut wäre, wenn ihr Ehemann nicht mehr hier wäre. Aller-

dings hätten diese Gedanken für sie weder Hand noch Fuss gehabt (Prot. I 

S. 14). Im Gegensatz zum Aussageverhalten von C._____ fällt bei der Beschul-

digten auf, dass sie sich zunächst überhaupt nicht zum hier interessierenden 

Vorwurf äussern wollte. In der Konfrontationseinvernahme stellte sie sich dann 

dezidiert auf den Standpunkt, nie etwas Derartiges gesagt zu haben, wobei ihre 

diesbezügliche Bestreitung sehr wortkarg ausfiel. Vor Vorinstanz schliesslich 

drehte sie den Spiess um und gab an, nicht sie, sondern der Beschuldigte sei es 

gewesen, der vorgeschlagen habe, man könne A._____ ja mit dem Auto überfah-

ren. Auf das betreffende SMS habe sie dann überhaupt nicht mehr reagiert. Hätte 

es sich tatsächlich so verhalten, dass der Vorschlag, A._____ mit dem Auto zu 

überfahren respektive vor den Zug zu stossen, von C._____ gekommen wäre, so 

wäre nicht nachvollziehbar, weshalb dies die Beschuldigte erst vor Vorinstanz 

aussagte. Dies umso weniger, als sie es ja war, die C._____ gegenüber den Un-

tersuchungsbehörden als Täter bezeichnete. Was die Beschuldigte hier vorbringt, 

vermag im Gegensatz zu den Depositionen von C._____ nicht zu überzeugen. 

Seine Aussagen hingegen sind glaubhaft, und sie lassen sich wie erwähnt zwang-

los in den von ihm geschilderten Hergang – welcher zumindest teilweise auch von 

der Beschuldigten bestätigt wurde – einfügen. Nach dem Gesagten ist damit er-

stellt, dass es die Beschuldigte war, die C._____ noch im Jahre 2012 mitteilte, er 

solle A._____ doch mit dem Auto überfahren oder vor einen Zug stossen. 

2.3. Den im zweiten Abschnitt des unter dem Titel "Vorgeschichte" zusammen-

gefassten Anklagesachverhalt betreffend die Vorkommnisse am späten Nach-

mittag des 14. Januar 2013 bezeichnete sowohl C._____, als auch die Beschul-

digte als weitestgehend zutreffend geschildert (Prot. I S. 16 ff.). Bestritten wurde 

seitens der Beschuldigten einzig, dass sie C._____ gesagt haben solle, dieser 

müsse etwas unternehmen, ansonsten könne er sie nicht mehr sehen. Zudem 

- 28 - 

stellte die Beschuldigte in Abrede, dass an jenem Abend die Tötung von A._____ 

geplant gewesen sei. Im Detail gaben die Beteiligten folgendes zu Protokoll: 

2.3.1. Im Rahmen ihrer polizeilichen Einvernahme als Auskunftsperson vom 

19. Februar 2013 wurde die Beschuldigte erstmals am Rande zu den Vor-

kommnissen vom 14. Januar 2013 befragt. Damals gab sie zu Protokoll, sie habe 

am fraglichen Abend einen Eishockeymatch ihres Bruders in J._____ besucht. 

A._____ sei nicht mitgekommen. Er habe den Abend im Proberaum der Steel-

band in K._____ verbracht. Er sei oft dorthin gegangen. C._____ sei an jenem 

Abend schnell zum Eisfeld in J._____ gekommen (Urk. 5/2 S. 35 Antwort auf Fra-

ge 234 ff.). 

2.3.2. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 10. Mai 2013 wurde die Be-

schuldigte explizit gefragt, ob sie C._____ irgendwie unter Druck gesetzt habe, 

endlich etwas gegen A._____ zu unternehmen. Die Beschuldigte gab auf diese 

Frage zu Protokoll, es nicht zu wissen. Sie habe jetzt Anderes im Kopf und könne 

sich deshalb keine rechten Gedanken machen. Dies, weil es jetzt unter Anderem 

um die Zukunft ihrer Tochter gehe und die Kinder bei ihr immer zuerst kämen 

(Urk. 5/5 S. 10 Antwort auf Frage 86). Weiter wurde die Beschuldigte dazu be-

fragt, was sich am 14. Januar 2013 zugetragen habe. Die Beschuldigte führte 

hierzu aus, sie habe zu Hause mit den Kindern gegessen und dann noch etwas 

TV geschaut. Um ca. 20.15 Uhr sei sie mit den Kindern nach J._____ gefahren, 

um sich dort den Eishockeymatch anzuschauen. A._____ habe damals gesagt, er 

gehe in den Proberaum. Was er dort tun wolle, habe er nicht gesagt. Sie habe 

auch keine Ahnung, ob er alleine dorthin gegangen sei. Später dann sei C._____ 

auch noch nach J._____ gekommen. Er habe gesagt, er müsse zuerst noch ein 

Mischpult bei A._____ im Bandraum holen. Wie es dazu gekommen sei, dass 

C._____ bei ihrem Mann ein Mischpult habe holen wollen, wisse sie nicht. Sie 

wisse nicht genau, wie die beiden miteinander kommuniziert hätten. Möglicher-

weise hätten sie telefoniert. Auf den Vorhalt, dass C._____ ausgesagt habe, das 

Treffen im Proberaum in K._____ sei von ihr organisiert worden, gab die Beschul-

digte an, dass das nicht wahr sei. Sie habe das Treffen nicht organisiert. Auf 

nochmaliges Nachfragen der polizeilichen Sachbearbeiterin hin sagte die Be-

- 29 - 

schuldigte wörtlich: "Ich sage jetzt gar nichts mehr; das mit meiner Tochter geht 

mir an die Nieren und ich muss mich auf andere Sachen konzentrieren." Auf die 

Frage, wie es denn komme, dass sie bei der letzten Einvernahme mit keinem 

Wort erwähnt habe, dass C._____ mit A._____ zum Proberaum gefahren sei, gab 

die Beschuldigte an, sie wisse, dass sie das genau so gesagt habe. Sie habe ge-

sagt, dass C._____ nach K._____ gefahren sei und danach zu ihr gekommen sei. 

Das habe sie 100%-ig so gesagt. Weiter wurde der Beschuldigten vorgehalten, 

dass sie gemäss den Aussagen von C._____ diesem gesagt haben solle, der 

Proberaum in K._____ befinde sich an einem einsamen Ort. Es handle sich um 

einen Luftschutzraum und die einzigen Personen, die sich dort aufhalten würden, 

seien Drogensüchtige und Alkoholiker. Die Beschuldigte verneinte, etwas derarti-

ges gesagt zu haben. In der Folge verweigerte sie die Aussage zu den weiteren in 

diesem Zusammenhang gestellten Fragen (Urk. 5/5 S. 14 ff.). 

2.3.3. In der Konfrontationseinvernahme vom 19. Juni 2013 bestritt die Be-

schuldigte zunächst kategorisch, C._____ in irgendeiner Art und Weise unter 

Druck gesetzt zu haben. Insbesondere habe sie zu ihm nie gesagt, dass sie sich 

nicht mehr sehen könnten, wenn er nicht etwas gegen A._____ unternehme 

(Urk. 5/6 S. 8). Was den Vorfall vom 14. Januar 2013 anbelangte, gestand die 

Beschuldigte ein, "die Organisation gemacht" zu haben. Sie habe aber von über-

haupt nichts gewusst. Sie habe nicht gewusst, was C._____ vorgehabt habe. Die-

ser habe immer zu ihr gesagt, je weniger sie wisse, desto besser sei das (Urk. 5/6 

S. 17).  

2.3.4. In der Konfrontations- und Schlusseinvernahme vom 27. August 2014 wur-

de der Beschuldigten der Inhalt der Anklage vorgehalten. Sie erklärte daraufhin zu 

Protokoll, es habe "Sachen drin, die nicht stimmen" würden. Sie verweise auf ihre 

schon gemachten Aussagen. Im Übrigen machte die Beschuldigte von ihrem 

Aussageverweigerungsrecht gebrauch (Urk. 5/9 S. 27 ff.). 

2.3.5. Schliesslich wurde die Beschuldigte vor Vorinstanz zum Vorfall vom 

14. Januar 2013 befragt. Anlässlich dieser Befragung gab sie an, sie habe  

C._____ an diesem Tag gesagt, dass sie ihren Ehemann nicht mehr aushalte und 

er etwas unternehmen müsse. Sie habe damit aber nicht das gemeint, was 

- 30 - 

schlussendlich passiert sei. Ob sie so etwas auch schon wenige Tage zuvor ge-

sagt habe, wisse sie nicht mehr. Es sei möglich, dass sie C._____ gegenüber ge-

sagt habe, er müsse etwas unternehmen, weil sie es sonst nicht mehr aushalte. 

Mit "etwas unternehmen" habe sie gemeint, dass "man ihm einmal eines vor den 

Bug knallt, einen Hieb verpasst bzw. die Leviten liest". Es sei zutreffend, dass 

A._____ am Abend des 14. Januar 2013 zusammen mit C._____ im Band-Raum 

in K._____ gewesen sei. Wo sich die beiden Männer getroffen hätten, wisse sie 

nicht. Zum Treffen sei es gekommen, weil sie damals oftmals gedacht habe, sie 

könne nicht mehr. Sie habe darum C._____ gebeten, ihrem Mann die Leviten zu 

lesen. Sie sei es gewesen, die dieses Treffen arrangiert habe. Sie habe ihrem 

Ehemann gesagt, C._____ benötige ein Mischpult für die Geburtstagsfeier seines 

Bruders am Folgetag. Warum sie das gesagt habe, könne sie im Nachhinein nicht 

mehr sagen. Später am Abend habe sie sich noch mit C._____ bei der Kunsteis-

bahn in J._____ getroffen. Sie habe ihn einfach noch sehen wollen. Es sei nicht 

wahr, dass sie enttäuscht darüber gewesen sei, dass er nichts gegen ihren Mann 

unternommen habe. Es stimme ebenso wenig, dass sie zu ihm gesagt habe, 

morgen sei der letzte Tag, an dem er noch etwas unternehme könne. Sonst könn-

ten sie sich nicht mehr sehen. Sie wisse nicht, weshalb C._____ so etwas be-

haupte. Sie habe immer gesagt, dass das nicht wahr sei. Weiter sei an diesem 

Abend nichts mehr besprochen worden, denn der Sohn der Beschuldigten sei 

auch anwesend gewesen und dieser sei sowieso ständig an C._____ geklebt 

(Prot. I S. 16 ff.). 

2.3.6. Die Verteidigung brachte hierzu anlässlich der Berufungsverhandlung zu-

sammengefasst was folgt vor: Betreffend die Begebenheiten am 14. Januar 2013 

sei es nicht richtig, wenn ausgeführt werde, C._____ habe gesagt, die Beschul-

digte habe von ihm erwartet, dass er den Privatkläger aus der Welt schaffe. Er 

habe nämlich nur gesagt, man könne das so sehen. Auf die Frage, wie die Be-

schuldigte das konkret formuliert habe, habe er ausgesagt, er wisse es auch nicht 

mehr. Sehr anschaulich sei in dieser Fragefrequenz zu sehen, wie man die Aus-

sagen für C._____ in der Befragung vorgespurt habe, fange doch der Fragekom-

plex betreffend den 14. Januar damit an, ob er die Absicht gehabt habe, etwas 

gegen den Privatkläger zu unternehmen. Am Schluss ergebe sich dann aus der 

- 31 - 

Aussage "wenn man es so sieht'' die sinngemässe Äusserung, es sei darum ge-

gangen, ihn aus der Welt zu schaffen. Dies nota bene aber ohne Waffen, ohne 

Messer und ohne Armierungseisen. Damit sei wohl die Annahme eher realistisch, 

dass es darum gegangen sei, dem Privatkläger einen Faustschlag zu verpassen. 

Dazu sei es dann aber nicht gekommen, weil der Privatkläger C._____ überlegen 

gewesen sei. Es sei zwar zutreffend, dass C._____ bestätigt habe, dass etwas 

am Tag davor, also am 14. Januar, geplant gewesen sei. Was jedoch genau ge-

plant gewesen sei, müsse offen bleiben. Auf die Frage hin, ob er explizit aufgefor-

dert worden sei, den Privatkläger umzubringen, habe C._____ geantwortet: "Viel-

leicht nicht gerade so wortwörtlich, aber in etwa." Auf die weitere Frage hin, wie 

dieses "in etwa" aussehe, habe er geantwortet, er wisse nicht genau, wie er das 

erklären solle (Urk. 226 S. 14 f.). 

2.3.7. Im Rahmen seiner Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung be-

stätigte C._____, dass er am Abend des 14. Januar 2013 noch die Beschuldigte 

in der Eishalle in J._____ getroffen habe. Er habe ihr erzählt, dass ihn der Mut 

verlassen und er A._____ deshalb nichts angetan habe. Daraufhin habe die Be-

schuldigte zu ihm gesagt, dass morgen der letzte Tag sei, um etwas gegen 

A._____ zu unternehmen. Sonst könnten sie sich nicht mehr sehen (Urk. 217 

S. 11 f.). 

2.3.8. Seit seiner polizeilichen Einvernahme vom 6. Mai 2013 gab C._____ in 

sämtlichen Einvernahmen konstant und widerspruchsfrei zu Protokoll, die Be-

schuldigte habe ihn unter Druck gesetzt und ihm gesagt, wenn er jetzt nichts ge-

gen A._____ unternehme, dann könnten sie sich nicht mehr sehen (Urk. 6/3 S. 26 

Antwort auf Frage 223 ff.; Urk. 6/4 S. 19 Antwort auf Frage 162; Urk. 6/5 S. 6). 

Anlässlich der Schlusseinvernahme bestätigte er, dass er bei seinem Geständnis 

bleibe und es daher aus seiner Sicht keine Änderungen beim Anklagesachverhalt 

gebe (Urk. 6/9 S. 28). Vor Vorinstanz gab C._____ schliesslich zu Protokoll, die 

Beschuldigte habe ihm gegenüber immer wieder gesagt, er müsse etwas unter-

nehmen, sie halte es nicht mehr aus (Prot. I S. 17 und S. 22).  

2.3.9. Die Würdigung der unter diesem Titel zusammengefassten Aussagen der 

Beschuldigten macht geradezu exemplarisch deutlich, wie widersprüchlich, aus-

- 32 - 

weichend und letztlich vollends unglaubhaft sich ihr Aussageverhalten insgesamt 

präsentiert. Zunächst sticht ins Auge, dass die Beschuldigte ihre Aussagen per-

manent nach dem ihr vorgehaltenen Stand der Ermittlungen ausgerichtet und an-

gepasst hat. Suggerierte sie beispielsweise zunächst noch, keine Ahnung zu ha-

ben, warum und mit wem sich ihr Ehemann am Abend des 14. Januar 2013 im 

Band-Raum in K._____ getroffen hatte, so musste sie nach und nach zugeben, 

dass sie sehr wohl detaillierte Kenntnisse von den dortigen Vorkommnissen hatte. 

Letztlich sah sie sich durch die Ermittlungsergebnisse gezwungen, einzugeste-

hen, dass sie es war, die das Treffen arrangierte und ihren Ehemann unter Zuhil-

fenahme eines erfundenen Vorwandes in den verlassenen Proberaum nach 

K._____ bestellte. Ebenso musste die zunächst vermeintlich ahnungslose Be-

schuldigte letztlich sogar einräumen, dass A._____ im Proberaum durch C._____ 

hätte Gewalt angetan werden sollen. Dass es dabei nicht bloss, wie von der Be-

schuldigten ausgeführt, darum gegangen wäre, A._____ "eines vor den Bug zu 

knallen, einen Hieb zu verpassen bzw. die Leviten zu lesen", liegt auf der Hand. 

Pikant ist in diesem Zusammenhang, dass die Beschuldigte am 14. Januar 2013 

bereits um 10.36 Uhr H._____ anfragte, ob dieser am Abend auch um 21.00 Uhr 

nach J._____ komme, um sich den Hockey-Match ihres Bruders anzusehen 

(Urk. 5/2 S. 35 Frage 234). Wie noch zu zeigen sein wird, hat die Beschuldigte 

dann auch am folgenden (Tat-)Tag just diesen H._____ erneut zu sich nach Hau-

se "aufgeboten" und zwar exakt wieder zur zuvor geplanten Tatzeit. Hierauf wird 

an geeigneter Stelle noch zurückzukommen sein (vgl. nachstehend Ziffer 3.7.5).  

C._____ führte in diesem Zusammenhang unmissverständlich aus, dass es da-

rum gegangen sei, A._____ "aus der Welt zu schaffen" (Urk. 6/3 S. 19 Antwort auf 

Frage 166). An anderer Stelle gab er an, es sei darum gegangen, A._____ "etwas 

anzutun" respektive ihn "umzulassen" (Urk. 6/5 S. 7 und Urk. 6/9 S. 29). Dass be-

reits am Abend des 14. Januar 2013 die Tötung von A._____ geplant war und 

C._____ aber letztlich den Mut dazu nicht aufbringen konnte, ist aufgrund seiner 

überzeugenden und glaubhaften Schilderungen erstellt. Daran vermag auch der 

Umstand nichts zu ändern, dass er sich in der Befragung vor Vorinstanz von sei-

nen zuvor deponierten Zugeständnissen teilweise distanzierte. Auf entsprechende 

Frage hin verneinte er nämlich, dass er geplant habe, A._____ am Abend des 

- 33 - 

14. Januar 2013 umzubringen. Es sei bloss darum gegangen, etwas zu machen. 

Er habe ihm nichts sagen, sondern ihn nur schlagen wollen. Auf entsprechende 

Frage hin musste er dann jedoch relativ unbeholfen eingestehen, dass auch er 

nicht wisse, was es denn gebracht hätte, wenn er A._____ sozusagen kommen-

tarlos und aus heiterem Himmel geschlagen hätte. Auch im Berufungsverfahren 

sagte C._____ aus Sicht der Beschuldigten sei es darum gegangen, A._____ am 

Abend des 14. Januar 2013 umzubringen. Er selber habe keine Ahnung gehabt, 

was er konkret machen sollte. Ihn habe damals einfach der Mut verlassen 

(Urk. 217 S. 11). Es ist offenkundig, dass diese Äusserungen von C._____ nichts 

weiter als eine unglaubhafte Schutzbehauptung darstellen. Was er vor Vorinstanz 

und im Berufungsverfahren diesbezüglich vorbrachte, widerspricht nicht nur sei-

nen konstanten und in sich stimmigen Angaben in der Untersuchung, sondern 

macht auch in keiner Art und Weise Sinn. Insbesondere ist nicht einzusehen, 

weshalb der sozusagen über beide Ohren verliebte C._____, der sich nota bene 

nichts mehr als eine gemeinsame Zukunft mit der Beschuldigten wünschte, just 

durch das Zusammenschlagen von A._____ dazu beitragen sollte, dass dieser 

sich wieder der Beschuldigten zuwenden und ihr ein besserer Ehemann werden 

sollte. Nach dem Gesagten kann daher kein vernünftiger Zweifel mehr daran be-

stehen, dass sich auch der umstrittene Sachverhalt so zugetragen hat, wie er in 

der Anlageschrift umschrieben ist. Die in diesem Zusammenhang überzeugenden 

Erwägungen der Vorinstanz können daher im Sinne einer Ergänzung vollumfäng-

lich übernommen werden (Urk. 148 S. 22 ff.).  

3. Zum Vorfall vom 15. Januar 2013 

3.1. Was die eigentliche Tatausführung anbelangt, hat die Beschuldigte diese 

konsequenterweise nicht in Abrede gestellt, behauptet sie doch weder mit einer 

solchen einverstanden gewesen zu sein, noch davon Kenntnis gehabt zu haben. 

Hingegen hat sie sich vehement gegen den Vorwurf zur Wehr gesetzt, wonach sie 

zusammen mit C._____ beschlossen habe, A._____ am Abend des 15. Januar 

2013 zu töten. Es sei lediglich darum gegangen, ihrem Ehemann eine Abreibung 

zu verpassen respektive ihm die Leviten zu lesen. Sie habe nicht gewusst, dass 

C._____ am fraglichen Abend mit seinem Bruder unterwegs gewesen sei. Sie ha-

- 34 - 

be überhaupt nicht gewusst, dass er mit irgendjemandem unterwegs gewesen 

sei. Sie habe keine Ahnung gehabt, wie der Plan von C._____ ausgesehen habe. 

Später in der Befragung räumte sie dann entgegen ihrer zuvor gemachten Äusse-

rungen ein, sie habe sehr wohl gewusst, dass C._____ an jenem Abend noch je-

manden mitnehmen würde (Urk. 5/8 S. 4 ff.; Prot. I S. 18, 32, 34 und 58). 

3.2. Die Verteidigung brachte zusammengefasst vor, die Beschuldigte habe zu-

gegeben, dass sie vom Angriff auf ihren Ehemann gewusst habe. Sie habe sogar 

eingestanden, dass sie diesen mitinitiiert und die Täter gelotst habe. Weiter habe 

sie zugegeben dass sie von C._____ erfahren habe, dass zwei Täter den Angriff 

ausgeführt hätten und sie habe auch eingeräumt, dass sie ein Alibi für die Tatzeit 

vereinbart hätten. Was jedoch die konkrete Tat angehe, so habe die Beschuldigte 

keinerlei Kenntnis davon gehabt. Weder habe sie die Messerstiche mitgeplant, 

noch habe sie einen entsprechenden Tatentschluss konkludent mitgetragen. Sie 

sei stets lediglich davon ausgegangen, dass C._____ und dessen Gehilfe ihrem 

Ehemann eine Abreibung erteilen würden (Urk. 226 S. 12 ff.). 

3.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung verweigerte die Beschuldigte  

generell die Aussage. Stattdessen liess sie ihren Verteidiger eine handschriftlich 

verfasste Stellungnahme verlesen. Abgesehen davon, dass sie sich darin zum 

Untersuchungsverfahren äusserte und dieses als unfair bezeichnete, liess sie zur 

Sache wörtlich folgendes erklären: "Ja, es gab Telefonate zwischen mir und 

C._____ vor der Tat. Ja, ich habe den besagten Montag und den Dienstag orga-

nisiert. Aber die Abmachung war nur, ihm eine Ohrfeige und einen Schlag ins Ge-

sicht zu verpassen. Nie war die Abmachung davon, ihn umzubringen" (Urk. 219).  

3.4. C._____ gab anlässlich der Schlusseinvernahme, bei welcher ihm der 

Wortlaut der Anklage vorgehalten wurde, wörtlich zu Protokoll: "Ich habe ja von 

Anfang an ein Geständnis gemacht und dabei bleibt es auch. Es gibt keine Ände-

rungen. Für was soll ich etwas erzählen, was nicht stimmt, wenn ich mich ja 

schon selber belastet habe." Weiter führte er auf Befragen aus, er gestehe die 

Tat, so wie das alles abgelaufen sei. Ziel der Attacke vom Abend des 15. Januar 

2013 sei es gewesen, A._____ "umzulassen". A._____ hätte an jenem Abend ge-

tötet werden sollen. Die Beschuldigte habe gewusst, dass an jenem Abend 

- 35 - 

A._____ hätte getötet werden sollen (Urk. 5/9 S. 28 f.). Vor Vorinstanz legte 

C._____ ein ambivalentes Aussageverhalten an den Tag. Einerseits erklärte er zu 

Protokoll, dass er nach wie vor vollumfänglich geständig sei und dass sich die At-

tacke auf A._____ genau so zugetragen habe, wie in der Anklageschrift geschil-

dert (Prot. I S. 55). Zuvor aber relativierte er sein Geständnis, namentlich mit Be-

zug auf den Vorfall vom 14. Januar 2013 dahingehend, als er ausführte, er habe 

damals A._____ nur einen Denkzettel verpassen wollen. Auf diesen Widerspruch 

in seinen Aussagen angesprochen, gab er folgendes zu Protokoll: "Ich wollte das 

nie so. Ich habe das vielleicht falsch verstanden, dass B._____ das gerne so ge-

habt hätte, d.h. dass sie will, dass ihr Mann umgebracht wird. Aber ich wollte ihm 

wirklich nur eins schlagen" (Prot. I S. 55). Wenige Antworten später bestätigte er 

von Neuem, dass es das Ziel der Attacke gewesen sei, A._____ zu töten. Die Be-

schuldigte habe das so rüber gebracht, dass er etwas unternehmen solle. Das 

habe für ihn geheissen, dass etwas Grosses passieren sollte. Unter etwas Gros-

sem verstehe er das, was schliesslich auch passiert sei (Prot. I S. 56). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung gab C._____ auf Befragen hin zu Protokoll, die Be-

schuldigte habe gewusst, dass A._____ am Abend des 15. Januar 2013 hätte ge-

tötet werden sollen. Es sei ihr Wille gewesen, dass dies so hätte passieren sollen. 

Er selber habe A._____ nicht töten, sondern ihm bloss einen Denkzettel verpas-

sen wollen (Urk. 217 S. 13 f.). 

3.5. Wie bereits zuvor dargetan, hat C._____ im Verlaufe der Untersuchung ein 

vollumfängliches Geständnis abgelegt und den Sachverhalt so geschildert, wie er 

schliesslich mehr oder weniger zur Anklage erhoben wurde. Der von ihm zu Pro-

tokoll erklärte Gesamtablauf ergibt ein in sich stimmiges und überzeugendes Bild. 

Frei von unerklärbaren Widersprüchen und Strukturbrüchen schilderte er, wie die 

Liebesbeziehung zur Beschuldigten entstand und wie sich aus dieser Beziehung 

zwischen ihm und der Beschuldigten konkrete Pläne für eine gemeinsame Zu-

kunft entwickelten. Ebenso überzeugend schilderte er, dass die verheiratete Be-

schuldigte nicht bereit war, sich von ihrem Ehemann zu trennen und stattdessen 

vorbrachte, dieser würde sie töten, wenn sie ihn verlasse. Vollkommen überzeu-

gend und nachvollziehbar gab C._____ weiter zu Protokoll, wie sie den Druck auf 

ihn fortwährend erhöhte und ihm klar machte, dass A._____ "umgelassen" res-

- 36 - 

pektive aus dem Weg geräumt werden müsse, wenn sie beide eine gemeinsame 

Zukunft haben wollten. In diesem Kontext gab C._____ ohne Not auch freimütig 

zu, dass bereits am Abend des 14. Januar 2013 geplant gewesen sei, A._____ im 

Proberaum seiner Steelband in K._____ zu töten. Er schilderte weiter detailliert 

und konstant, wie das nächtliche Treffen zwischen ihm und A._____ von der Be-

schuldigten geplant und arrangiert wurde und wie ihn letztlich aber der Mut ver-

liess und er unverrichteter Dinge zur Beschuldigten in die Eishalle nach J._____ 

fuhr, um ihr mitzuteilen, dass er es alleine nicht schaffe. Daraufhin habe ihm die 

Beschuldigte geraten, noch jemanden mitzunehmen, was schliesslich dazu ge-

führt habe, dass er seinen Bruder D._____ dazu überredet habe, am kommenden 

Tag mitzukommen. Schliesslich schilderte C._____, wie die Beschuldigte und er 

übereingekommen seien, am Abend des 15. Januar die hier zu beurteilende Atta-

cke auf A._____ auszuführen. Ebenfalls gab er zu, dass er am Tatabend von der 

Beschuldigten darüber informiert wurde, wann das nachmalige Opfer das Haus 

verlassen habe. All diese Zugaben von C._____, die dieser auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung erneut inhaltlich bestätigte (Urk. 217 S. 5 ff.) und die hier 

nur stark zusammengefasst wiedergegeben werden, konnten durch weitere Be-

weismittel, wie etwa die angeordneten Datenerhebungen sowie durch die Aussa-

gen des Mitbeteiligten D._____ und teilweise auch durch Zugeständnisse der Be-

schuldigten selbst erhärtet werden. Insgesamt betrachtet kann daher kein ernst-

hafter Zweifel daran bestehen, dass sich der Anklagesachverhalt so wie geschil-

dert zugetragen hat. Das Geständnis von C._____ ist überzeugend. Er hat sich 

damit nicht nur selbst belastet, sondern beispielsweise bezüglich den Vorfall vom 

14. Januar 2013 auch Details eingeräumt, welche ihm durch die Untersuchungs-

behörden nicht ohne weiteres hätten nachgewiesen werden können. Angesichts 

seiner konstanten und überzeugenden Depositionen während der Strafuntersu-

chung müssen seine anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und der 

Berufungsverhandlung auffällig zögerlich vorgetragenen Ausflüchte und Abwei-

chungen dort, wo es um den eigentlichen Kern des versuchten Tötungsdeliktes 

ging, als Schutzbehauptungen qualifiziert werden. Die Vorinstanz kam in ihren 

Erwägungen mit zutreffender Begründung zum selben Schluss. Auf die betreffen-

- 37 - 

den Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil kann daher ergänzend verwiesen 

werden (Urk. 148 S. 23 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3.6. Soweit die Verteidigung sinngemäss einwendet, C._____ habe unpräzise 

ausgesagt, weil er durch entsprechende Fragetechnik sozusagen geleitet worden 

sei und weil er gemäss psychiatrischem Gutachten eher unterdurchschnittlich in-

telligent und auch im sprachlichen Bereich minderbemittelt sei (Urk. 226 S. 17), 

gilt es folgendes festzuhalten. Anlässlich der Berufungsverhandlung konnte sich 

das Gericht anschaulich davon überzeugen, dass C._____ im Rahmen seiner Be-

fragung durch die Verfahrensleitung durchaus mühelos in der Lage war, die an 

ihn gerichteten Fragen allesamt intellektuell rasch zu erfassen und auch adäquat 

sprachlich darauf zu reagieren. Anhaltspunkte dafür, dass er etwa aus intellektuel-

len oder rhetorischen Gründen unzuverlässig ausgesagt hätte oder gar durch ma-

nipulative Fragetechniken missbräuchlich geleitet worden wäre, bestehen nicht 

einmal ansatzweise. Was die Verteidigung hierzu vorbringt, überzeugt nicht. Mit 

der Verteidigung ist zwar durchaus auch ein mitunter lavierendes Aussageverhal-

ten des C._____ zu konstatieren. Dieses zeigte sich insbesondere dann, wenn es 

um die konkrete Tatausführung – mithin um die Ausführung des zweiten Schnit-
tes – ging. Dieses Aussageverhalten ist aber offenkundig weder auf eine vermin-

derte Denkleistung, noch auf sprachliche Defizite zurück zu führen. Vielmehr zeigt 

sich, dass er offenkundig bemüht war, seinen Tatbeitrag etwas herunter zu spie-

len, was letztlich sein gutes Recht ist.  

3.7. Im Gegensatz zu den Schilderungen von C._____, überzeugen die Deposi-

tionen der Beschuldigten nicht im Ansatz. Die Vorinstanz hat sich einlässlich mit 

dem Aussageverhalten der Beschuldigten auseinandergesetzt. Zutreffend hat sie 

erwogen, dass die Beschuldigte über weite Teile keinerlei plausible Erklärungen 

für ihr ungewöhnliches Verhalten vorzubringen vermochte. Auffällig ist im Aussa-

geverhalten der Beschuldigten zudem, dass sie immer dann, wenn sie mit offen-

kundigen Widersprüchen in ihren Aussagen konfrontiert wurde, entweder die 

Aussage partiell verweigerte, oder sich dann aber in Depositionen flüchtete, wel-

che mit der gestellten Frage in keinem Zusammenhang standen. Bereits zuvor 

wurde darauf hingewiesen, dass die Beschuldigte beispielsweise vorbrachte, sie 

- 38 - 

könne jetzt keine Frage mehr beantworten, weil sie an ihre Kinder denken müsse. 

Was die Vorinstanz im Rahmen ihrer Beweiswürdigung insbesondere zur Glaub-

haftigkeit der Aussagen der Beschuldigten erwägt, ist im Ergebnis nicht zu bean-

standen und kann daher grundsätzlich übernommen werden (Urk. 148 S. 32 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erörterungen verstehen sich daher in 

erster Linie als Ergänzungen respektive Präzisierungen hierzu: 

3.7.1. Zunächst ist mit der Vorinstanz noch einmal auf das sehr auffällige und 

letztlich vollends unglaubhafte Aussageverhalten der Beschuldigten hinzuweisen. 

In ihrer ersten polizeilichen Einvernahme vom 16. Januar 2013 – damals noch 

als Auskunftsperson befragt – gab die Beschuldigte die nichtsahnende und  

schockierte Ehefrau. Während sie einerseits bemüht war, gegenüber der Polizei 

das Bild einer durchschnittlichen und im Grossen und Ganzen intakten Familie zu 

zeichnen, schilderte sie auch verschiedene Konfliktsituationen mit Dritten und 

versuchte damit offenkundig die Aufmerksamkeit der Ermittler auf falsche Spuren 

zu lenken. Einerseits gab sie an, ihr Sohn sei in der Schule von Ausländern zu-

sammengeschlagen worden, woraufhin der Sohn anscheinend gesagt haben sol-

le, er werde es zu Hause seinem Vater erzählen (Urk. 5/1 S. 3). Die betreffenden 

polizeilichen Abklärungen förderten – wenig überraschend – nichts Entspre-

chendes zu Tage (Urk. 1/8). Wenige Fragen später gab sie an, es sei bei einem 

früheren Abendspaziergang mit dem Hund zu einem Vorfall bei einer Sitzbank 

gekommen. Eine Gruppe von Jugendlichen hätten sich dort aufgehalten und ge-

trunken. Es sei zu Beschädigungen und Littering gekommen. Sie habe vor den 

Jugendlichen Angst gehabt und diesbezüglich auch schon die Stadtpolizei 

J._____ informiert. Schliesslich berichtete sie von anonymen Anrufen, welche sie 

im Mai/Juni 2012 erhalten habe. Ein unbekannter Anrufer mit männlicher Stimme 

habe damals eine Sprachnachricht mit folgendem Inhalt hinterlassen: "Ich mach 

eu alli fertig. Ihr gänd alli druf". Sie sei sehr beunruhigt gewesen und habe ihrem 

Mann von den Anrufen erzählt. Dieser habe sie aber beschwichtigt und gesagt, 

sie solle sich keine Sorgen machen. Auf Anraten des Telefonanbieters hätten sie 

dann eine neue Telefonnummer beantragt (Urk. 5/1 S. 8 Antwort auf Frage 37 ff.). 

Interessanterweise wusste A._____ weder etwas von anonymen Anrufen zu be-

richten, noch war ihm bekannt, dass die Beschuldigte deswegen eine neue Tele-

- 39 - 

fonnummer beantragt habe (Urk. 8/1 S. 13 Antwort auf Frage 74 f.). Bereits diese 

offenkundigen Bemühungen der Beschuldigten, mögliche Erklärungen für den 

Überfall zu liefern, lassen aufhorchen. Dies natürlich um so mehr, nachdem sich 

im Nachhinein zeigte, dass sie sehr wohl wusste, wer Urheber des Angriffs auf ih-

ren Ehemann war. Damit liegt auf der Hand, dass die Beschuldigte bereits in der 

ersten Einvernahme geradezu planmässig vorging und den zuständigen Ermitt-

lern in überzeugender und geradezu abgebrühter Manier Lügengeschichten auf-

tischte. Im weiteren Verlauf der Untersuchung sah sie sich ständig gezwungen, ih-

re Aussagen an den neuesten Stand der Ermittlungen anzupassen. So kamen 

peu à peu pikante Details über ihre ausserehelichen Beziehungen ans Tageslicht 

und damit einhergehend musste sie letztlich ihre Liebesbeziehung zu C._____ 

gestehen. Gerade auch in Bezug auf diese Liebesbeziehung fallen die Aussagen 

der Beschuldigten sehr widersprüchlich aus, wobei sie mitunter gerade sinnent-

leerte und schlicht nicht nachvollziehbare Aussagen machte. Einerseits gab sie 

beispielsweise an, zwischen ihr und C._____ sei von Anfang an "etwas" gewesen. 

Was "es" gewesen sei, könne sie aber nicht sagen. Gleichzeitig gab sie an, in 

C._____ verliebt gewesen zu sein. Sie habe zwar Zukunftspläne mit ihm gehabt, 

sie könne aber nicht sagen welche, weil man solche noch schnell mache und am 

Anfang sowieso alles rosarot sehe. Auf die Frage, ob man von der Gründung ei-

ner neuen Familie gesprochen habe, gab die Beschuldigte die ausweichende 

Antwort, als Frau träume man sich noch schnell einmal in irgend etwas Anderes 

hinein. Sie wisse auch nicht, ob C._____ dazu bereit gewesen sei, mit ihr eine 

neue Familie zu gründen. Im nächsten Satz führte sie dann aber aus, es sei da-

von gesprochen worden, miteinander Kinder zu haben (Urk. 5/5 S. 7 ff.). Gegen-

über der Vorinstanz gab die Beschuldigte dann ohne Umschweife zu Protokoll, 

das zwischen ihr und C._____ sei Liebe auf den ersten Blick gewesen (Prot. I 

S. 4). Was sich im Übrigen auch mit der Aussage der Zeugin I._____ deckt, wel-

che auf entsprechende Frage hin zu Protokoll gab, die Beschuldigte habe 

C._____ als ihre grosse Liebe bezeichnet. Allerdings habe sie in dem Jahr, seit 

sie die Beschuldige kenne, schon etwa drei grosse Lieben gehabt (Urk. 9/15 

S. 8). 

- 40 - 

3.7.2. Im Zusammenhang mit dem Verhalten der Beschuldigten im Rahmen der 

Strafuntersuchung ist zudem darauf hinzuweisen, dass sie auf ihrem Mobiltelefon 

sämtliche SMS-Konversationen, welche vor dem 16. Januar 2013 stattfanden, 

namentlich jene mit C._____, löschte. In diesem Zusammenhang wurde die Be-

schuldigte in der Einvernahme vom 21. März 2014 gefragt, ob es denn ein reiner 

Zufall gewesen sei, dass sie die entsprechenden Daten auf ihrem iPhone ausge-

rechnet am 16. Januar 2013 gelöscht habe, also unmittelbar nach dem Anschlag 

auf ihren Mann? Die Beschuldigte antwortete hierauf wörtlich: "Nein. Ich habe ja 

schon gesagt, dass an jenem Abend das mit der iTunes-Karte nicht funktionierte. 

H._____ sagte mir, dass wir alles löschen und es dann nochmals versuchen soll-

ten" (Urk. 5/8 S. 8 f.). Dass die Beschuldigte bei der Beantwortung dieser Frage 

offenkundig gelogen hat, ergibt sich aus folgenden Überlegungen: Zunächst fällt 

auf, dass die Beschuldigte anlässlich ihrer allerersten Einvernahme am Tag nach 

dem Vorfall zu Protokoll gegeben hat, H._____ sei am Tatabend um ca. 21.30 

Uhr zu ihr gekommen, um ihr am Computer bei einem Problem mit einer iTunes-

Karte zu helfen. Sie sei mit H._____ im Wohnzimmer am Computer gesessen. Es 

habe sich dabei um ein Tablet gehandelt (Urk. 5/1 S. 5 Antwort auf Frage 20). 

H._____ gab an, er sei am fraglichen Abend mit der Beschuldigten und dem Tab-

let-PC an den Couchtisch auf eines der beiden Sofas im Wohnzimmer gesessen 

und habe versucht, die Probleme mit ihrer iTunes-Karte zu lösen (Urk. 9/1 S. 4 

Antwort auf Frage 18). Auch anlässlich der zweiten polizeilichen Befragung vom 

1. Februar 2013 sprach H._____ davon, dass er das Problem "am Tablet von 

A'._____" versucht habe zu lösen (Urk. 9/11 S. 11 Antwort auf Frage 70). Davon, 

dass am Handy der Beschuldigten ein Problem bestanden hätte, war zunächst 

weder von Seiten der Beschuldigten, noch von H._____ die Rede. Erst als die 

Beschuldigte mit den Erkenntnissen aus der Datenauswertung konfrontiert wurde, 

stellte sie das vermeintlich zufällige Löschen sämtlicher Kommunikationsdaten in 

den Zusammenhang mit dem behaupteten Problem mit der iTunes-Karte. Es er-

staunt wenig, dass der Zeuge H._____ in seiner Befragung vom 21. August 2013 

ausführte, er wisse nicht, warum die Beschuldigte sämtliche Daten wie Anruflis-

ten, WhatsApp-Chats und SMS von vor dem 16. Januar 2013 gelöscht habe. Da-

von, dass er ihr dazu wegen dem Speicherplatz geraten habe, wisse er nichts. 

- 41 - 

Beim betreffenden Gerät habe es sich ja um ihr iPhone gehandelt und mit dem 

habe er ohnehin nichts zu tun gehabt (Urk. 9/14 S. 9). Hinzu kommt, dass 

H._____ ja bekanntlich am Abend des 15. Januar 2013 versucht haben soll, das 

Problem mit der scheinbar fehlerhaften iTunes-Karte zu lösen. Nach Angaben der 

Beschuldigten soll er beim Versuch, das Problem zu beheben, vorgeschlagen ha-

ben, alles zu löschen und es nochmals zu versuchen. Mit anderen Worten hätten 

die Daten bis und mit 15. Januar 2013 ca. 22.00 gelöscht sein sollen. In Tat und 

Wahrheit waren aber sämtliche Daten bis und mit 16. Januar 2013 Mittags ge-

löscht. Auch hier zeigt sich, dass die Beschuldigte schlicht die Unwahrheit, sagte, 

um zu vertuschen, dass sie die betreffenden Daten ganz bewusst löschte, um 

diese vor den Untersuchungsbehörden zu verheimlichen. Komplettiert wird diese 

Erkenntnis dadurch, dass die Beschuldigte, welche nach eigenen Angaben immer 

wieder die Daten auf ihrem Handy löschte, um so zu verhindern, dass es sich 

"aufhängte", nach dem 16. Januar 2013 nachweislich keine Komplettlöschung 

mehr vorgenommen hat. 

3.7.3. Mit Blick auf das Löschen der Mobilfunkdaten ist zudem auf folgendes hin-

zuweisen: H._____ wurde am Ende seiner ersten polizeilichen Einvernahme vom 

17. Januar 2013 angefragt, ob er den Untersuchungsbehörden den 

SMS/WhatsApp-Verkehr mit der Beschuldigten der letzten Tage zur Verfügung 

stellen würde. Er erklärte daraufhin, dass das kein Problem sei. Er werde der Po-

lizei den jeweils betreffenden Verlauf via Mail schicken (Urk. 9/1 S. 10 Antwort auf 

Frage 59). Tatsächlich schickte er in der Folge den Chatverlauf via E-Mail an die 

Polizei, welche einen Ausdruck erstellte und diesen als Urk. 1/11 zu den Akten 

nahm. Am 1. Februar 2013 wurde H._____ dann neuerlich durch die Polizei als 

Auskunftsperson befragt. Zu Beginn dieser Einvernahme wurde er gefragt, ob er 

vor der Einreichung des Chatverlaufes Gesprächspassagen mit B._____ (der Be-

schuldigten) herausgelöscht habe. H._____ verneinte diese Frage und gab an, 

das weder er, noch andere Personen Teile aus dem Verlauf herausgelöscht hät-

ten (Urk. 9/11 S. 2 Antwort auf Frage 11 ff.). Mit keinem Wort erwähnte er jedoch, 

dass ihn die Beschuldigte dazu aufgefordert habe, den Chat respektive Passagen 

daraus zu löschen, bevor er ihn der Polizei überlasse. Die Zeugin L._____ dage-

gen führte aus, sie habe mitbekommen, dass H._____ der Beschuldigten erzählt 

- 42 - 

habe, dass die Polizei den Chat-Verlauf wolle. Die Beschuldigte habe daraufhin 

gesagt, er solle vorher noch bei ihr vorbei kommen, sie wolle noch etwas löschen. 

Sie – also L._____ – habe dann H._____ geraten, das nicht zu tun. Er habe ja 

schliesslich keine Schuld und nichts gemacht. Sie habe ihm gesagt, er solle den 

gesamten Chat-Verlauf ohne jede Löschung an die Polizei weiterleiten. Das gan-

ze habe sie mitbekommen, als sie und H._____ vor der Haustüre gestanden sei-

en und er ihr das gesagt habe. Er habe es ihr dann per SMS geschrieben. Die 

Beschuldigte habe ihm dann zurückgeschrieben, ob sie sich mit ihm treffen kön-

ne, um das noch zu richten. Sie glaube nicht, dass H._____ etwas gelöscht habe. 

Er sei nicht der Typ, der so etwas mache. Wenn er "nein" sage, dann mache er es 

auch nicht (Urk. 9/17 S. 5). Diese Schilderungen erscheinen nur schon deshalb 

glaubhaft, weil die Beschuldigte im Verlauf der Untersuchung eingestehen muss-

te, dass sie auch C._____ aufforderte, den Verlauf in seinem Mobilfunkgerät voll-

ständig zu löschen. Auf die Frage, warum sie dies getan habe, antwortete sie la-

pidar "einfach so" (Urk. 16/8 S. 10). Auch hier zeigt sich, dass die Beschuldigte 

nichts unversucht liess, um Spuren zu vertuschen respektive sie belastendes Be-

weismaterial zu beseitigen. 

3.7.4. Die Verteidigung moniert in diesem Zusammenhang sinngemäss, dass das 

Aussageverhalten der Beschuldigten durch die Vorinstanz als nicht plausibel be-

zeichnet werde. Die Vorinstanz habe unzutreffende Wertungen vorgenommen 

und Hypothesen aufgestellt. So sei z.B. unklar, ob die Beschuldigte durch das Lö-

schen ihrer Daten Datenmaterial beseitigt habe, welches sie belastet hätte. Wenn 

die Vorinstanz etwas Derartiges behaupte, dann handle es sich dabei um reine 

Mutmassungen, die durch nichts belegt seien (Urk. 226 S. 20. f.). Diese Aus-

führungen der Verteidigung vermögen im Lichte der vorstehenden Erwägungen 

nicht zu überzeugen. Namentlich was die gelöschten Daten angeht, so ist zu-

nächst unbestritten, dass die Beschuldigte am 16. Januar 2013 sämtliche Kom-

munikationsdaten auf ihrem Handy löschte und dass sie zur Begründung dafür ei-

ne äusserst fadenscheinige Ausrede vorbrachte, welche durch die Zeugenaus-

sage H._____ widerlegt werden kann. Des weiteren ist durch das Beweisergebnis 

erstellt, dass sie C._____ dazu aufforderte, auch seine Daten zu löschen, was 

dieser bekanntlich dann auch tat. Zudem hat die Beschuldigte gemäss den glaub-

- 43 - 

haften Aussagen der Zeugin L._____ auch versucht, den Zeugen H._____ zur 

(Teil-)Löschung seiner Daten zu veranlassen, was dieser indes dank der Interven-

tion von L._____ nicht tat. Aus dem Whatsapp-Chat zwischen H._____ und der 

Beschuldigten lassen sich durchaus auch Informationen ableiten, welche für die 

Ermittlung der Täterschaft von C._____ von grossem Interesse waren. Aufgrund 

all dieser Umstände drängt sich also der Schluss auf, dass die Beschuldigte ganz 

bewusst sie belastendes Datenmaterial aus der Welt schaffte. Wenn die Vo-

rinstanz dies so feststellte, so ist dies entgegen der Auffassung der Verteidigung 

nicht zu beanstanden.  

3.7.5. Im Zusammenhang mit H._____ ist zudem auf eine weitere Auffälligkeit 

hinzuweisen, welche zuvor bereits unter Ziffer 2.3.8./2.3.9 angesprochen wurde. 

Bereits am 14. Januar 2013, als gegen 21.00 Uhr die erste Attacke auf A._____ 

im Band-Raum in K._____ geplant war, hat die Beschuldigte H._____ angerufen 

und ihn gefragt, ob er nicht um 21.00 Uhr nach J._____ an den Eishockey-Match 

ihres Bruders kommen wolle. Obwohl H._____ zusagte, noch vorbeizukommen, 

kam er schliesslich aber doch nicht an den Match (Urk. 5/2 S. 35 Antwort auf Fra-

ge 234). Am Folgetag liess die Beschuldigte den nämlichen H._____ interessan-

terweise erneut zur geplanten Tatzeit zu sich nach Hause kommen. Nach Aussa-

gen der Beschuldigten hätte er ein Problem mit einer iTunes-Karte lösen sollen, 

welche die Beschuldigte zu Weihnachten geschenkt erhalten habe. Es bestand 

also keinerlei Notwendigkeit, das angebliche Problem nachts um 22.00 Uhr zu lö-

sen, nota bene just zu dem Zeitpunkt, zu welchem die Beschuldigte ihren Ehe-

mann A._____ mehrfach ungehalten aufforderte, endlich mit dem Hund raus zu 

gehen (Urk. 9/11 S. 15 Antwort auf Frage 94). Angesichts der gesamten Umstän-

de kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Beschuldigte H._____ 

an beiden Abenden als Alibizeugen zu sich bestellte. Interessanterweise äusserte 

sich auch die Zeugin L._____ in diesem Sinne. Sie gab anlässlich ihrer Zeugen-

einvernahme vom 8. Oktober 2013 an, soviel sie wisse, sei die Kommunikation 

damals über Facebook gelaufen. Ihr sei aufgefallen, dass die Beschuldigte un-

bedingt von H._____ habe wissen wollen, wann er komme. Sie habe das merk-

würdig gefunden. Wenn man jemanden einlade, dann wolle man ja nicht die Zeit 

wissen, wann er komme. Ihr sei es so vorgekommen, als ob sich H._____ hätte 

- 44 - 

beeilen müssen. Im Nachhinein sei es ihr so vorgekommen, als hätte er hetzen 

müssen, damit der Plan aufgehe. Das habe sie damals ja nicht so gewusst. Für 

sie sei es so, dass H._____ damals zu ihr – sprich zur Beschuldigten – habe ge-

hen müssen, um ihr ein Alibi zu geben (Urk. 9/17 S. 8). 

3.7.6. In Anbetracht der gesamten Umstände, namentlich der glaubhaften und 

stimmigen Zugeständnisse von C._____ sowie des äusserst auffälligen Verhal-

tens der Beschuldigten und ihrer über weite Teile vollends unglaubhaften Deposi-

tionen steht mit der Vorinstanz ausser Frage, dass A._____ nach dem gemein-

sam gefassten Entschluss der Beschuldigten und von C._____, am Abend des 

13. Januar 2013 hätte getötet werden sollen. Für diese klare Tötungsabsicht 

spricht insbesondere auch die konkrete Vorgehensweise. Die Vorinstanz hat ein-

lässlich und mit überzeugender Begründung dargetan, dass sich die konkrete 

Tatausführung so zugetragen haben muss, wie sie in der Anklageschrift geschil-

dert wurde. Dafür sprechen einerseits sowohl die detaillierten und widerspruchs-

freien Aussagen des Geschädigten A._____ (Urk. 8/1-2) sowie andererseits die 

Ergebnisse der am 12. Dezember 2013 durchgeführten Tatrekonstruktionen und 

die medizinischen Erkenntnisse (Ärztlicher Befund vom 4. Februar 2013 

[Urk. 3/5]; Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 28. Februar 2013 

[Urk. 3/7]). Der Sachverhalt bis zum ersten Nackenschnitt war denn auch weder in 

der Untersuchung noch vor Vorinstanz durch die beiden Brüder C._____ und 

D._____ in Abrede gestellt worden (Prot. I S. 36 ff.). Differenzen gab es einzig in 

Bezug auf den zweiten Schnitt, mit welchem A._____ der Hals von vorne, quer 

zur Körperachse durchgeschnitten wurde. Auch diesbezüglich hat sich die Vo-

rinstanz sorgfältig mit den Aussagen der drei Beteiligten auseinander gesetzt und 

schliesslich mit einleuchtender Begründung dargetan, weshalb keine Zweifel da-

ran bestünden, dass sich der Sachverhalt so zugetragen habe, wie ihn die Ankla-

gebehörde schilderte. Diese gründlichen und in allen Teilen nachvollziehbaren 

Erwägungen der Vorinstanz bedürfen keiner Ergänzungen mehr. Sie können voll-

umfänglich übernommen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.7.7. Soweit sich die Beschuldigte und teilweise auch C._____ auf