# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9ece60b-b74b-5f8d-914a-04941bbbf922
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.04.2022 715 21 365/84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-21-365-84_2022-04-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 21. April 2022 (715 21 365 / 84) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Formlose Mitteilung betreffend Leistungseinstellung nicht in Rechtskraft erwachsen; Be-

rufskrankheit: Wenn auf Grund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert 

dafür besteht, dass eine berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens von sei-

ner Natur her nicht nachgewiesen werden kann, dann schliesst dies den (positiven) Be-

weis auf qualifizierte Ursächlichkeit im Einzelfall aus. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Martina Somogyi 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Julia Blattner, Rechtsan-
wältin, ThomannFischer, Elisabethenstrasse 30, Postfach, 4010 Ba-
sel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A.1 A.____, geboren 1962, arbeitete von 2. Februar 1990 bis 31. Januar 2021 bei der B.____ 
AG und war dort zuletzt als Leiter der Schlosserei tätig. Über seine Arbeitgeberin war er bei der 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle und Berufskrank-
heiten versichert. Gemäss Schadensmeldung vom 3. Dezember 2020 habe sich A.____ am 
14. April 2020 beim Schwingen eines schweren Vorschlaghammers an der rechten Schulter ver-
letzt. Infolge dieses Ereignisses stellte sich A.____ erstmals am 22. Juni 2020 bei Dr. med. 
C.____ vor, welche eher ein subacrominales Impingement als einen Riss der Rotatorenman-
schette diagnostizierte. Nach dem Erstellen von Röntgen- und Ultraschallbildern am 10. Juli 2020 
und der Durchführung einer Arthrographie sowie einer Arthroskopie am 9. Dezember 2020 wurde 
A.____ am 26. Januar 2021 endoskopisch durch Dr. med. D.____ an der rechten Schulter ope-
riert. Dr. D.____ die Diagnose einer tiefen Teilruptur der Rotatorenmanschette, im Speziellen der 
Supra- und Infraspinatussehne. Darauffolgend klärte die Suva den medizinischen Sachverhalt ab 
und erbrachte gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. E.____, FMH Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 2. März 2021 gesetzliche Ver-
sicherungsleistungen bis Ende September 2020 mit der Begründung, dass spätestens zu diesem 
Zeitpunkt die Folgen aus dem Ereignis vom 14. April 2020 abgeheilt seien. Darüber informierte 
die Suva A.____ anlässlich des Telefongesprächs vom 8. März 2021 und mit Bestätigungsmail 
vom 9. März 2021 formlos. 
 
A.2 Nachdem A.____ die Suva am 8. März 2021 auf den von Dr. D.____ geäusserten Ver-
dacht hingewiesen hatte, die Schulterbeschwerden seien auf seine berufliche Tätigkeit zurückzu-
führen, überprüfte die Suva ihre Leistungspflicht erneut. Mit Verfügung vom 19. Juli 2021 lehnte 
sie einen über September 2020 hinausgehenden Leistungsanspruch von A.____ mit der Begrün-
dung ab, es läge keine Berufskrankheit vor. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 30. Sep-
tember 2021 fest. 
 
B. Gegen den Einspracheentscheid vom 30. September 2021 erhob A.____ am 25. Okto-
ber 2021, vertreten durch die Rechtsanwältin Julia Blattner, Beschwerde beim Kantonsgericht 
Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin oder des Staates die voll-
ständige Aufhebung des Einspracheentscheids vom 30. September 2021 und die Ausrichtung 
der gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung, eventualiter die Einholung eines Gutachtens 
aus dem Fachbereich Arbeitsmedizin, eventualiter aus den Fachbereichen Orthopädische Chi-
rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates zur Abklärung des Vorliegens einer Berufs-
krankheit. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. November 2021 schloss die Suva auf Abweisung der 
Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-ent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zurzeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Abs. 1). Be-
findet sich der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist das Versicherungsgericht 
desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in 
dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat; lässt sich keiner dieser Orte ermitteln, 
so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem das Durchführungsorgan 
seinen Sitz hat (Abs. 2). Der Beschwerdeführer wohnt in X.____, womit für die örtliche Zustän-
digkeit der Wohnsitz des letzten schweizerischen Arbeitgebers massgeblich ist. Der Versicherte 
arbeitete zuletzt bei der B.____ AG in Y.____ (BL). Die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft ist damit zu bejahen. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 
 
1.2.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungs-
leistungen zu Recht per Ende September 2020 einstellte und über diesen Zeitpunkt hinausge-
hende Leistungen verneinte. Vorab gilt es dabei in prozessualer Hinsicht zu beurteilen, ob die 
Beschwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren auf ihre am 8. März 2021 formlos mitgeteilte 
Leistungseinstellung per Ende September 2020 zurückzukommen hat, welche sie gestützt auf 
die kreisärztliche Beurteilung von Dr. E.____ vom 2. März 2021 mit degenerativen Veränderun-
gen der Rotatorenmanschette begründete. 
 
1.2.2 Gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger über Leistungen, Forderun-
gen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstan-
den ist, eine schriftliche Verfügung zu erlassen. Die Verfügungen werden mit einer Rechtsmittel-
belehrung versehen und sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll ent-
sprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter 
Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können in Anwendung von Art. 51 Abs. 1 ATSG in einem formlosen 
Verfahren behandelt werden. Die betroffene Person kann nach Art. 51 Abs. 2 ATSG den Erlass 
einer Verfügung verlangen. Zwar bezieht sich Art. 51 ATSG ausdrücklich nur auf das zulässige 
formlose Verfahren, doch erachtet es die Rechtsprechung – in Analogie zu Art. 51 Abs. 2 ATSG 
– auch dann als angezeigt, dass die versicherte Person einen Entscheid in Form einer Verfügung 
verlangen kann, wenn der Versicherungsträger zu Unrecht formlos und nicht mittels Verfügung 
entschieden hat (BGE 134 V 145 E. 5.1). Die Frist für eine Intervention der betroffenen Person 
gegen den unzulässigerweise formlos mitgeteilten Entscheid beträgt im Regelfall ein Jahr seit der 
Mitteilung. Eine längere Frist kommt allenfalls dann in Frage, wenn die betroffene Person – ins-
besondere wenn sie rechtsunkundig und nicht anwaltlich vertreten ist – in guten Treuen anneh-
men durfte, der Versicherer habe noch keinen abschliessenden Entscheid fällen wollen und sei 
mit weiteren Abklärungen befasst (BGE 134 V 145 E. 5.3). Ohne fristgerechte Intervention erlangt 
der Entscheid rechtliche Wirkung, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von Art. 51 Abs. 1 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ATSG ergangen wäre (BGE 134 V 145 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 2018, 
8C_536/2017, E. 3.4). 
 
1.2.3 Zu prüfen ist somit, ob die formlose Mitteilung vom 8. März 2020 betreffend die Ableh-
nung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 14. April 2020 und 
den Beschwerden an der rechten Schulter über Ende September 2020 hinaus mangels rechtzei-
tiger Intervention des Beschwerdeführers in Rechtskraft erwachsen ist. Dabei ist zu beachten, 
dass dem Beschwerdeführer anlässlich des Telefongesprächs vom 8. März 2021 in Aussicht ge-
stellt wurde, dass die Suva ihre Leistungspflicht weiterhin überprüfe. Mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit ist deshalb davon auszugehen, dass der Versicherte nach Treu und Glauben an-
nahm, die Beschwerdegegnerin habe noch keine abschliessende Entscheidung getroffen, und er 
aufgrund dessen nicht unmittelbar den Erlass einer anfechtbaren Verfügung verlangte. Ausser-
dem war der Versicherte zum Zeitpunkt der formlosen Mitteilung am 8. März 2021 noch nicht 
anwaltlich vertreten. Im Rahmen des Einspracheverfahrens ersuchte der Beschwerdeführer, ver-
treten durch die Rechtsanwältin Julia Blattner, mit Eingabe vom 13. September 2021 sodann um 
die Ausrichtung der «gesetzlichen Leistungen», eventualiter um die Beurteilung des «Unfallbe-
griffes» durch ein Gutachten aus dem Fachbereich Arbeitsmedizin, eventualiter aus den Fachbe-
reichen Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Dass der Be-
schwerdeführer seinen Antrag unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 19. Juli 2021 insbeson-
dere mit einer Berufskrankheit begründete und sich nicht weiter zum Vorliegen von Unfallfolgen 
oder Folgen einer unfallähnlichen Körperschädigung äusserte, schadet ihm im Übrigen nicht. Die 
Einspracheinstanz hat den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen zu beachten und 
ist folglich auch nicht an die Begründung des Einsprechers gebunden (MARCO WEISS, Das Ein-
spracheverfahren nach Art. 52 ATSG, in: Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversiche-
rungsrecht [JaSo] 2020, S. 241), weshalb es genügt, dass der Beschwerdeführer deutlich zum 
Ausdruck brachte, dass er mit der Leistungseinstellung per Ende September 2020 nicht einver-
standen war und er deshalb um Neubeurteilung seines Leistungsanspruchs im Sinne der «ge-
setzlichen Leistungen» ersucht. Im Ergebnis intervenierte der Beschwerdeführer spätestens mit 
der Einsprache vom 13. September 2021, und damit rechtzeitig innert der seit 8. März 2021 lau-
fenden Jahresfrist gegen die Leistungseinstellung per September 2020, weshalb die formlose 
Mitteilung vom 8. März 2021 nicht in Rechtskraft erwachsen ist und der Beurteilung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 14. April 2020 und den Schulterbe-
schwerden über September 2020 hinaus nichts entgegensteht. 
 
1.3 Somit ist auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 25. Ok-
tober 2021 einzutreten. 
 
2. Im Sinne der Ausführungen in E. 1.2 ist die Frage nach der gesetzlichen Leistungspflicht 
der Beschwerdegegnerin (Heilbehandlung und Taggeldleistungen) über September 2020 hinaus 
hinsichtlich sämtlicher in Betracht kommender Anspruchsgrundlagen zu prüfen. 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 6 Abs. 2 UVG verpflichtet 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

den Unfallversicherer zudem zur Leistungserbringung bei Vorliegen einer sog. unfallähnlichen 
Körperschädigung, sofern diese nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzufüh-
ren ist. Nach Art. 9 Abs. 3 UVG sind Berufskrankheiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsun-
fall gleichgestellt, sofern das Gesetz nichts anderes bestimmt. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung von Unfallfolgen und Berufs-
krankheiten (Heilbehandlung), wobei der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu er-
bringen hat, als davon eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden 
kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles oder der Be-
rufskrankheit voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch 
auf ein Taggeld, wobei dieses bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes 
beträgt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag 
nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit, mit 
dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 
 
3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis (Unfall, unfallähnliche Körperschädigung oder Berufs-
krankheit) und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritäts-
schädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg 
nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan-
wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegen-
den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge-
nügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem versi-
cherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. 
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, 
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an 
sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 
Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 456 E. 5a mit 
Hinweisen). 
 

4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG) be-
herrscht. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie dürfen eine Tatsache nur 
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
 
4.2 Das Sozialversicherungsgericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. 
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2). Der Untersu-
chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig 
aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, 
für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess 
tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislo-
sigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich 
als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi-
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirk-
lichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2 mit Hinweisen). 
 
4.3 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau-
salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig 
auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind 
(BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen 
Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweis-
würdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an 
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv 
zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, weshalb es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder 
des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 f.). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte 
und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach alleine ein 
Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger nicht schon auf mangelnde Objek-
tivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt al-
lerdings nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 
Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen 
bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 
 

5.1 Zur Beurteilung des medizinischen und berufsspezifischen Sachverhalts liegen im We-
sentlichen die nachfolgenden Unterlagen vor. 
 
5.2 Nachdem sich der Versicherte infolge des Ereignisses vom 14. April 2020 erstmals am 
22. Juni 2020 bei seiner Hausärztin Dr. C.____ vorgestellt hatte, stellte diese gleichentags fest, 
der Versicherte leide an Schmerzen und einer funktionellen Beeinträchtigung an der rechten 
Schulter. Sie äusserte den Verdacht, die geklagten Beschwerden seien eher auf ein subacromi-
ales Impingement als auf eine Ruptur der Rotatorenmanschette zurückzuführen. 
 
5.3 Im Auftrag von Dr. C.____ führte Dr. med. F.____ am 10. Juli 2020 eine Röntgen- und 
Ultraschalluntersuchung der rechten Schulter des Versicherten durch. Entsprechend seinem Be-
richt habe er anhand der Röntgenbilder keine «tendinopathie calcifiante» der Rotatorenman-
schette feststellen können. Der Ultraschallbefund habe eine «ténosynovite bicipitale» ergeben. 
Es sei ein «nodule de tendinose» zu beobachten, welcher auf eine «rupture partielle non transfi-
xiante de la portion distale ventrale moyenne du susépineux» zurückzuführen sei. 
 
5.4 Dr. C.____ attestierte dem Versichertem erstmals am 7. Oktober 2020 eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit vom 7. Oktober 2020 bis vorerst zum 9. Oktober 2020. In der Folge bestätigte 
ihr Nachfolger, Dr. med. G.____, die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit 30. Oktober 2020 kontinu-
ierlich. 
 
5.5 Das Arbeitsprofil des Versicherten als Leiter Schlosserei umfasste gemäss Zwischen-
zeugnis vom 20. November 2020 folgende Aufgaben: Koordinieren der Mitarbeiter (fünf Schweis-
ser und ein Brennmaschinenbediener), Festlegen von Zusammenbauabfolgen (Heften) grosser 
Bauteile bis 100 Tonnen, Definieren von Zugaben für die Brennschneidmaschine, Optimieren von 
Schweissparametern an den Schweissgeräten, Kranhandling von sehr schweren Bauteilen bis 
100 Tonnen, Festlegen von Schweissfolgen, Bestellen von Schweisszubehör, Instandhalten von 
Schweisszubehör, Kontrollieren der Schweissarbeit, Kommissionieren der Schweissteile, Richten 
von Blechen und Bauteilen mit dem Gasbrenner, Kontrollieren der Schweisszeichnungen auf 
Vollständigkeit, Schweissen von Zylinderböden mit halbautomatischer Schweissvorrichtung, Zu-
sammenbau (Heften) von kleinen bis sehr grossen und schweren Bauteilen. 
 
5.6 Nach Zuweisung durch Dr. D.____ vom 4. August 2020 berichtete Dr. med. H.____ am 
9. Dezember 2020, die beim Versicherten durchgeführten Arthographie und Arthroskopie liessen 
zwar eine mässige akromioklavikuläre Arthropathie und die Entstehung einer «démineralisation 
micro-géodique céphalique humérale supérieure» erkennen, ansonsten sei die Arthro-CT-Bilanz 
unauffällig, insbesondere sei keine Verletzung der Rotatorenmanschette festzustellen. 
 
5.7 Anlässlich des Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 23. Dezember 2021 
schilderte der Versicherte, er habe mit einem Kran am 14. April 2020 einen etwa 800 Kilogramm 
schweren Zylinder auf einen Drehtisch von ca. 40 Zentimeter Höhe gehievt. Danach sei er auf 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

den Drehtisch gestiegen und habe mit einem gut fünf Kilogramm schweren Kunststoffhammer 
auf den Zylinder geschlagen, um diesen zu zentrieren. Während des Schlagens habe er das 
Gleichgewicht verloren. Er sei zuerst mit einem Bein am Boden aufgetreten, habe den Hammer 
fallen lassen und den Sturz nach vorne mit beiden Händen abgefedert. Mit der rechten dominan-
ten Hand habe er sich auf einer Euro-Palette abgestützt. Schlussendlich habe er in seitlicher 
Linkslage am Boden gelegen. Trotz Schmerzen habe er weitergearbeitet. 
 
5.8 Am 18. Januar 2021 teilte Dr. D.____ mit, der Versicherte leide an einer nicht-transifixie-
renden Teilruptur der Rotatorenmanschette der rechten Schulter, wobei 50 % der Sehnen geris-
sen seien. Aufgrund dessen schlage er seinem Patienten eine endoskopische Dekompression in 
Verbindung mit einer endoskopischen Rekonstruktion zur Verstärkung der Supraspinatussehne 
vor. 
 
5.9 Die Beschwerdegegnerin wandte sich darauffolgend an ihre Kreisärztin Dr. med I.____, 
FMH Allgemeine Innere Medizin. Diese konnte gemäss Stellungnahme vom 20. Januar 2021 an-
hand der bisherigen Untersuchungsergebnisse nicht beurteilen, ob das gemeldete Ereignis vom 
14. April 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen ge-
führt habe. Sie empfahl deshalb, eine Magnetresonanztomografie (MRT) der rechten Schulter 
vorzunehmen sowie den zu erwartenden Operationsbericht von Dr. D.____ einzuholen. 
 
5.10 Am 26. Januar 2021 berichtete Dr. D.____ mittels handschriftlich ausgefüllten, kaum les-
baren Formulars über die gleichentags erfolgte Operation. Mit Schreiben vom 3. Februar 2021 
führte er dazu aus, der endoskopische Eingriff habe die Verstärkung der teilweise gerissenen 
Rotatorenmanschette und im Speziellen der Supra- und Infraspinatussehne umfasst. 
 
5.11 Dr. D.____ stellte anlässlich der Nachkontrolle vom 1. März 2021 eine Verbesserung der 
Schulterbeschwerden fest. Einzig in der Aussenrotation und der Antepulsion sei die Schulter noch 
etwas steif, weshalb er dem Versicherten Physiotherapie verordne. 
 
5.12 Mit kreisärztlicher Stellungnahme vom 2. März 2021 kam Dr. E.____ zum Schluss, das 
Ereignis vom 14. April 2020 habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen 
strukturellen Läsionen geführt. Vielmehr handle es sich um degenerative Veränderungen der Ro-
tatorenmanschette. Nach Prellung der Schulter seien die Beschwerden spätestens per Ende Sep-
tember 2020 abgeheilt. Dementsprechend sei der Schaden, welcher am 26. Januar 2021 operiert 
wurde, nicht auf das genannte Ereignis zurückzuführen. 
 
5.13 Nachdem der Versicherte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der formlosen Mitteilung 
vom 8. März 2021 darauf hingewiesen hatte, dass der Operateur Dr. D.____ seine Schulterbe-
schwerden auf die berufliche Tätigkeit zurückführe, gab sie gestützt auf die kreisärztliche Stel-
lungnahme von Dr. med. J.____ und Dr. med. K.____, FMH Innere Medizin, Pneumologie und 
Arbeitsmedizin, vom 22. März 2021 zwecks Abklärung einer die Schulterbeschwerden auslösen-
den Berufskrankheit eine Aussendienstabklärung in Auftrag. Auf kreisärztliche Empfehlung ver-
suchte sie zudem, einen gut leserlichen Operationsbericht von Dr. D.____ erhältlich zu machen 
sowie die durch Dr. F.____ erstellten Röntgen- und Ultraschall-Bilder einzuholen. 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
5.14 In Konkretisierung seiner Angaben vom 23. Dezember 2021 berichtete der Versicherte 
anlässlich der Aussendienstbefragung vom 7. April 2021, er habe den Sturz mit ausgestrecktem 
rechten Arm (nach vorne haltend) aufgefangen. Nach dem Sturz habe er sofort messerstichartige 
Schmerzen verspürt. Die Beweglichkeit sei nur noch bis zur Horizontalen möglich gewesen. Da 
die Schmerzen langsam zurückgegangen seien, habe er normal weitergearbeitet. Bei schnelleren 
und unkontrollierten Bewegungen sei es aber immer wieder zu einschiessenden Schmerzen ge-
kommen. Arbeiten mit dem Hammer oder Überkopfarbeiten seien in der Folge unmöglich gewe-
sen und dennoch habe er sich durchgebissen und versucht, Arbeiten soweit möglich zu delegie-
ren. Im Rahmen der Aussendienstbefragung händigte der Versicherte der Abklärungsperson die 
am 10. Juli 2020 durch Dr. F.____ erstellten Röntgen- und Ultraschallbilder aus. Betreffend seine 
Tätigkeit bei der B.____ AG legte der Versicherte dar, dass er ab 1990 als Mechaniker für das 
Zusammenbauen von Rundbiegemaschinen verantwortlich gewesen sei. Diese Maschinen seien 
sehr gross und würden mehrere Tonnen wiegen – teilweise über 100 Tonnen, weshalb sie ohne 
Hilfsmittel nicht arbeiten könnten. Das Anbringen von Schrauben (500 Gramm bis ca. vier Kilo-
gramm) brauche wegen des Gegendrucks viel Kraft in den Armen und löse zusätzlich grosse 
Vibrationen in den Armen und im Körper aus. Anfangs hätten sie noch mit Bleihämmern gearbei-
tet, welche jeden Schlag in den Körper geleitet hätten. Ab 1994 habe der Versicherte in die 
Schlosserei gewechselt, wo das Chassis für die Maschine gebaut werde. Dabei würden bis zu 
zehn Zentimeter dicke Stahlplatten mit einem Kran abgesenkt, diese dann mithilfe eines Ham-
mers die letzten Millimeter an die richtige Stelle geklopft und anschliessend fürs Schweissen fi-
xiert. Täglich habe der Versicherte im Minimum eine Stunde mit einem zwei oder fünf Kilogramm 
schweren Hammer gehämmert. Beim sog. Flammenrichten (Begradigen von Metallplatten) habe 
er mit einem ein Kilogramm schweren Brenner die Platten erhitzt. Diese Arbeit sei sehr anstren-
gend, da sie infolge 2'000 Grad Celsius heisser Flamme körperfern, mit nach vorne ausgestreck-
tem Arm erfolge. Täglich sei er zwei Stunden damit beschäftigt gewesen. Schliesslich würden die 
Maschinen über Ketten mit einer Zugkraft von etwa 30 Tonnen an den Kran gehängt. Diese Arbeit 
könne nur zu zweit verrichtet werden und erfolge mehrmals am Tag, wobei der Versicherte keine 
Angaben darüber machen konnte, wie viel Zeit er damit verbracht habe. Zuletzt sei er als Leiter 
der Schlosserei für sechs Angestellte verantwortlich gewesen. Administrative Aufgaben habe er 
keine übernommen. Er sei in dieser Funktion vielmehr für die Aufgabenzuteilung und die Ausbil-
dung der Mitarbeitenden zuständig gewesen. Ansonsten habe er voll mitgearbeitet. 
 
5.15 Nachdem die Beschwerdegegnerin das Schadensdossier erneut den Kreisärzten 
Dres. J.____ und K.____ zur Beurteilung vorgelegt hatte, kamen diese am 20. Mai 2021 zum 
Schluss, zur adäquaten Beurteilung der natürlichen Kausalität bedürfe es eines Berichts von 
Dr. D.____ bezüglich der Untersuchungen vom 4. August 2020, vom 18. Januar 2021 und vom 
12. April 2021 sowie eines gut leserlichen Operationsberichts vom 26. Januar 2021. 
 
5.16 Mit Stellungnahme vom 17. Juni 2021 stellte Dr. med. L.____, FMH Arbeitsmedizin und 
Allgemeinmedizin, fest, dass es sich bei der inkompletten Rotatorenmanschettenruptur des Ver-
sicherten nicht um eine sog. Listenerkrankung nach Art. 9 Abs. 1 UVG handle. Es könne davon 
ausgegangen werden, dass der Versicherte seit Beendigung seiner Ausbildung im Jahre 1979 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eine körperlich schwere Tätigkeit ausgeübt habe. Als berufliche Risikofaktoren für die Degenera-
tion von Sehnen der Rotatorenmanschette würden vor allem Überkopfarbeiten, das Heben und 
Tragen von schweren Lasten, Vibrationsbelastungen des Hand-Arm-Systems und repetitive Ar-
beiten mit Kraftanwendung und im Speziellen Kombinationen dieser Belastungen beschrieben. 
Die Tätigkeit des Versicherten könne als Wechseltätigkeit beurteilt werden. Hoch repetitive Tä-
tigkeiten, vergleichbar mit einer Fliessbandarbeit, würden nicht ausgeführt. Langdauernde regel-
mässige Überkopfarbeiten seien bei der Tätigkeit nicht notwendig. Es könne davon ausgegangen 
werden, dass sich beim Hämmern der Hammer beim Schlagen kurzzeitig über Kopfhöhe befinde, 
nicht hingegen der ganze Arm. Die Arbeit sei nicht vergleichbar mit einer Tätigkeit, bei welcher 
regelmässig und langdauernd an der Decke Arbeiten ausgeführt würden. Das Gewicht der Häm-
mer und auch der Schrauben werde mit unter fünf Kilogramm angegeben. Arbeiten mit grösseren 
Gewichten, wie die erwähnten Ketten zum Aufhängen der Maschinen am Kran, würden zu zweit 
ausgeführt. Für grosse Gewichte stünden zudem Hebehilfen und Krane zur Verfügung. Die Tä-
tigkeiten seien weder qualitativ noch quantitativ geeignet, die inkomplette Rotatorenmanschet-
tenruptur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich oder stark überwiegend verur-
sacht zu haben, so dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Anerkennung einer Berufskrank-
heit nach Art. 9 Abs. 2 UVG ebenfalls nicht erfüllt seien. Im Übrigen sei epidemiologisch bekannt, 
dass die allgemeine Prävalenz der Rotatorenmanschettenruptur zwischen 20 und 35 % liege, mit 
zunehmendem Alter deutlich und signifikant ansteige und im sechsten Lebensjahrzehnt je nach 
Literaturquelle 26 oder 33 % betrage. 
 
6.1 Primär zu beurteilen ist, ob die Beschwerdegegnerin vom Nichtvorliegen einer Berufs-
krankheit ausgehen durfte. Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. Septem-
ber 2015 revidierten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Da die Bestimmungen zur Be-
rufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 und Art. 9 UVG) nicht geändert wurden (vgl. dazu Urteil des Bundes-
gerichts vom 12. Oktober 2021, 8C_414/2021, E. 2.3), finden die gleichlautenden bisherigen Ge-
setzesbestimmungen und auch die dazu ergangene Rechtsprechung weiterhin Anwendung. 
 
6.2 Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliess-
lich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind 
(Art. 9 Abs. 1 Satz 1 UVG). Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der 
arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 Satz 2 UVG). Gestützt auf diese Delegationsnorm 
und Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 hat er in 
Anhang 1 zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen 
erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursachung von Krankheiten durch 
schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle 
andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausma-
chen. "Ausschliessliche" Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils 
der schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a 
mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 9. August 2006, U 71/05, E. 4.2). Das Erfordernis 
eines Kausalzusammenhangs ist also erfüllt, wenn die Krankheit zu mehr als 50 % durch 
einen im Anhang 1 zur UVV erwähnten schädigenden Stoff oder eine erwähnte Arbeit verur-
sacht worden ist (BGE 119 V 200 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 2007, U 410/05, 
E. 2 in: SVR 2007 UV Nr. 27 S. 91). Das Bundesgericht hat diesbezüglich sodann festgehalten, 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dass ein vorwiegend beruflicher Ursprung der Erkrankung anzunehmen ist, wenn aufgrund 
epidemiologischer Fakten feststeht, dass für die betroffene Person die berufsbedingte Expo-
sition gegenüber der schädlichen Substanz eine Verdoppelung des Risikos, krank zu werden, 
mit sich bringt (BGE 133 V 421 E. 5.1, Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2005, U 
245/05, E. 3.2). Ob dies im Einzelfall so ist, muss mit der hinreichenden Wahrscheinlichkeit dar-
getan werden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2018, 8C_326/2018, E. 4.3.1 mit Hin-
weis auf: ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversi-
cherung, 4. Aufl. 2012, S. 93). 
 
6.3 Gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG gelten als Berufskrankheiten auch andere Krankheiten, von 
denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tä-
tigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, 
die dadurch entstehen können, dass die bundesrätliche Liste gemäss Anhang 1 zur UVV entwe-
der einen schädlichen Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, 
die durch die Arbeit verursacht wurde. Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des "stark 
überwiegenden" Zusammenhangs erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch 
die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist. Dabei sind an die Annahme einer Berufskrankheit 
relativ strenge Anforderungen zu stellen. Verlangt wird, dass der Versicherte für eine gewisse 
Dauer einem typischen Berufsrisiko ausgesetzt ist. Die einmalige gesundheitliche Schädigung, 
die gleichzeitig mit der Berufsausübung eintritt, genügt nicht. Für die Beurteilung der Exposition 
(oder Arbeitsdauer) ist die gesamte ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen (BGE 
126 V 183 E. 2b mit Hinweisen). Grundsätzlich ist in jedem Einzelfall Beweis darüber zu führen, 
ob die geforderte stark überwiegende (mehr als 75%-ige) bis ausschliessliche berufliche Verur-
sachung vorliegt (BGE 126 V 183 E. 4b). 
 
6.4 Ob eine vorwiegende resp. stark überwiegender Verursachung vorliegt, ist eine Beweis-
frage. Dabei spielt nach der Rechtsprechung eine entscheidende Rolle, ob und inwieweit die Me-
dizin, je nach ihrem Wissensstand in der fraglichen Disziplin, über die Genese einer Krankheit im 
Allgemeinen Auskunft zu geben oder (noch) nicht zu geben vermag. Deshalb ist in zwei Schritten 
vorzugehen: Zunächst wird geprüft, ob aufgrund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfah-
rungswert dafür besteht, dass eine berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens von 
seiner Natur her nicht nachgewiesen werden kann. Ist diese Konstellation gegeben, schliesst dies 
den (positiven) Beweis auf qualifizierte Ursächlichkeit im Einzelfall aus. Oder mit anderen Worten: 
Sofern der Nachweis des erforderlichen Kausalzusammenhangs nach der medizinischen Empirie 
allgemein nicht geleistet werden kann, scheidet die Anerkennung im Einzelfall aus (Urteil des 
Bundesgerichts vom 1. April 2020, 8C_149/2020, E. 1 betreffend Art. 9 Abs. 2 UVG; Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. Januar 2019, 8C_758/2018, E. 3.1 hinsichtlich Art. 9 Abs. 1 UVG). Dies 
trifft etwa dort zu, wo es wegen der weiten Verbreitung einer Krankheit unmöglich nachzuweisen 
ist, dass Personen, die eine bestimmte Berufstätigkeit ausüben, zumindest vier Mal häufiger von 
einem Leiden betroffen sind als die Bevölkerung im Durchschnitt (vgl. BGE 126 V 183 E. 4c). 
Sind dagegen die allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen Erfordernis ei-
ner vorwiegend (Anteil mindestens 50 %) resp. stark überwiegenden (Anteil mindestens 75 %) 
Verursachung des Leidens durch die ausgeübte Tätigkeit vereinbar, besteht (in einem zweiten 
Schritt) Raum für nähere Abklärungen zum Nachweis des qualifizierten Kausalzusammenhangs 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

im Einzelfall (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2012, 8C_746/2012, E. 5; Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. Januar 2019, 8C_758/2018, E. 3.1). 
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Einspracheentscheid vom 30. September 2021 
auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. L.____ vom 17. Juni 2021, wonach epidemiologisch 
bekannt sei, dass die allgemeine Prävalenz der Rotatorenmanschettenruptur zwischen 20 und 
35 % liege, mit zunehmendem Alter deutlich und signifikant ansteige und im sechsten Lebens-
jahrzehnt je nach Literaturquelle 26 oder 33 % betrage. Im Weiteren lägen, so der Einsprache-
entscheid, keine allgemeinen medizinischen Kenntnisse vor, welche zeigen würden, dass mit 
dem Beruf als Schlosser oder Mechaniker eine stark überwiegende Verursachung des gennann-
ten Leidens vereinbar wäre. Aufgrund dessen bestehe kein Raum für nähere Abklärungen 
zwecks Nachweises des qualifizierten Kausalzusammenhangs. Die Ausrichtung von Leistungen 
sei damit von vornhinein ausgeschlossen, weshalb lediglich entgegenkommenderweise die kon-
krete Tätigkeit des Versicherten überprüft werde. 
 
Dementsprechend führte die Beschwerdegegnerin der Argumentation von Dr. L.____ vom 
17. Juni 2021 folgend (vgl. dazu E. 5.16) aus, dass es sich bei der inkompletten Rotatorenman-
schettenruptur des Versicherten weder um eine Listenerkrankung in Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG 
in Verbindung mit dem Anhang 1 zur UVV noch um eine Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG 
handle. Sie hielt fest, dass die Einschätzung von Dr. L.____ für die streitigen Belange umfassend 
sei und insbesondere auch den Aussendienstrapport vom 7. April 2021 sowie das Zwischenzeug-
nis vom 20. November 2020 berücksichtige, welche die Arbeitstätigkeit des Versicherten um-
schreiben. Aufgrund der Beförderungen des Versicherten in den Jahren 1999 und 2008 sei zu-
dem davon auszugehen, die körperlich schwere bzw. Schulter belastende Tätigkeit habe nur ei-
nen Teil seiner Arbeit dargestellt, was auch durch die arbeitgeberische Aussage, der Versicherte 
habe in seiner Tätigkeit als Meister nicht mehr die wirklich belastenden Arbeiten ausführen müs-
sen, untermauert werde. In die gleiche Richtung weise auch der Umstand, dass der Versicherte 
trotz seiner Angabe, seit dem Ereignis im April 2020 keine Überkopfarbeiten und keine Arbeiten 
mit dem Hammer mehr ausüben zu können, in vollem Pensum habe weiterarbeiten können. In 
diesem Sinne könne festgehalten werden, dass die Tätigkeit des Versicherten nicht geeignet sei, 
die inkomplette Rotatorenmanschettenruptur rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus-
schliesslich oder stark überwiegend verursacht zu haben. 
 
7.2 Der Beschwerdeführer bringt gegen den Einspracheentscheid vom 30. September 2021 
im Wesentlichen vor, die suvainterne ärztliche Beurteilung von Dr. L.____ vom 17. Juni 2021 be-
rücksichtige gerade nicht sämtliche Aspekte seines Arbeitsalltages. So müsse er sehr wohl mit 
sehr schweren Bauteilen arbeiten, was durch das Zwischenzeugnis vom 20. November 2020 be-
legt sei. Zudem müsse er regelmässig über Kopf arbeiten, bspw. beim Schwingen eines schwe-
ren Hammers. Hinzu komme, dass er Arbeiten mit Vibrationsbelastungen des Hand-Arm-Sys-
tems ausführen müsse und repetitive Arbeiten mit Kraftanwendung erbringe. Dabei handle es 
sich ausserdem um vom Kreisarzt als berufliche Risikofaktoren bezeichnete Arbeiten. Schliess-
lich sei irrelevant, dass der Arbeitsmediziner von einer Wechseltätigkeit ausgehe, sei doch auch 
eine Kombination der beschriebenen Belastungen als Risikofaktor einzustufen. Darüber hinaus 
mache die körperliche Arbeit trotz der Funktion des Beschwerdeführers einen wesentlichen Teil 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

seines Arbeitsalltages aus. Er habe über Jahrzehnte mindestens sieben Arbeitsstunden mit kör-
perlicher Arbeit verbracht, was wiederum durch das Arbeitszeugnis vom 20. November 2020 be-
legt werde. In einem vollen Pensum habe er trotz des Ereignisses vom April 2020 weiterarbeiten 
können, weil er ab diesem Zeitpunkt häufiger Büroarbeiten durchgeführt habe, sei er zu Arbeiten 
mit dem Hammer und Überkopfarbeiten doch nicht mehr in der Lage gewesen. Dementsprechend 
sei auch die Aussage der Arbeitgeberin vom 23. Dezember 2020 einzuordnen: Es seien Umstruk-
turierungsmassnahmen durchgeführt worden, weshalb davon auszugehen sei, die Beschwerde-
gegnerin habe mit einem Mitarbeiter gesprochen, der den Beschwerdeführer erst seit dem Ereig-
nis vom 14. April 2020 gekannt habe. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer als Rechts-
händer nur an der rechten Schulter eine Rotatorenmanschettenruptur erlitten habe, spreche für 
eine berufliche und gegen eine degenerative Verursachung. Zumindest geringe Zweifel an der 
kreisärztlichen Beurteilung würden schliesslich deshalb bestehen, weil Dr. L.____ die Erklärung 
des Beschwerdeführers vom 13. September 2021 zu seinem Arbeitsalltag (vgl. dazu Beschwer-
debeilage 6) nie vorgelegt worden sei. 
 
7.3 Was der Beschwerdeführer zur Begründung einer Berufskrankheit vorbringt, findet kein 
Gehör. Entsprechend den Ausführungen in E. 6.4, erfolgt die Beurteilung des Vorliegens einer 
Berufskrankheit in zwei Schritten. Primär zu beurteilen ist, ob der Nachweis der natürlichen Kau-
salität zwischen der beruflichen Tätigkeit und den körperlichen Beschwerden überhaupt erbracht 
werden kann. Erst wenn ein solcher Nachweis grundsätzlich möglich ist, erfolgt in einem zweiten 
Schritt die Kausalitätsprüfung im Einzelfall. Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die kreis-
ärztlichen Ausführungen von Dr. L.____ vom 17. Juni 2021 davon aus, dass die Prävalenz bei 
Rotatorenmanschettenrupturen in der Allgemeinbevölkerung zwischen 20 und 35 % liege. Mit 
zunehmendem Alter steige sie sogar deutlich und signifikant an und betrage im sechsten Lebens-
jahrzehnt zwischen 26 und 33 %. Dr. L.____ stützt seine Angaben dabei auf die S2e-Leitlinie 
«Rotatorenmanschette» der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachge-
sellschaften e.V. (AWMG), Version März 2017, der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und 
orthopädische Chirurgie. Zwar befindet sich die genannte Richtlinie zurzeit in Überarbeitung. Die-
ser Umstand allein bietet jedoch keinen Anhaltspunkt dafür, an der kreisärztlichen Darlegung 
auch nur im Geringsten zu zweifeln. Der Beschwerdeführer bringt dagegen auch nichts vor. Dem-
entsprechend ging die Beschwerdegegnerin zur Recht davon aus, die allgemeine Prävalenz der 
Rotatorenmanschettenruptur sei derart hoch, dass der qualifizierte Nachweis des natürlichen 
Kausalzusammenhangs zwischen beruflicher Tätigkeit und körperlichem Leiden nicht erbracht 
werden könne, wird zur Anerkennung einer Berufskrankheit gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung doch vorausgesetzt, die entsprechende Berufsgruppe erkranke vier Mal häufiger als 
die Allgemeinbevölkerung. Bereits bei einer Prävalenz von 25 % müssten im Ergebnis sämtliche 
Schlosser resp. Mechaniker infolge ihrer beruflichen Tätigkeit eine Rotatorenmanschettenruptur 
erleiden, was einerseits schwer vorstellbar ist und wofür andererseits keine empirischen Werte 
bekannt sind. In diesem Sinne kann offengelassen werden, ob sich die partielle Rotatorenman-
schettenruptur unter Ziff. 2 lit. a der vom Bundesrat gestützt auf Art. 9 Abs. 1 UVG als Anhang 1 
zur UVV erstellten Liste subsumieren lässt. Gemäss der genannten Bestimmung gelten als ar-
beitsbedingte Erkrankungen namentlich solche, die durch Vibrationen (nur radiologisch nach-
weisbare Einwirkungen auf Knochen und Gelenke) hervorgerufen worden sind. Nicht weiter zu 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

prüfen ist im Sinne der Ausführungen auch, ob das vom Beschwerdeführer dargelegte Tätigkeits-
profil zumindest stark überwiegend die partielle Rotatorenmanschette verursachte. Zusammen-
fassend ist die Beschwerdegegnerin zu Recht vom Nichtvorliegen einer Berufskrankheit im Sinne 
des UVG ausgegangen. 
 
8. Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch per Ende Sep-
tember 2020 zu Recht infolge Erreichen des Status quo sine vel ante resp. degenerativer Verän-
derungen verneinte. 
 
9.1 Wie in E. 3.1 ausgeführt, erbringt die Unfallversicherung auch Leistungen bei Unfall oder 
unfallähnlicher Körperschädigung. Ein Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG ist die plötzliche, 
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder 
den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 
 
9.2 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst ma-
nifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche 
und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank-
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), 
oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 
Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist 
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b; 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie 
der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa-
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver-
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 
134 V 109 E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich 
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine an-
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis-
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten 
Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 
E. 2; 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b; 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Entscheidend ist dabei allein, ob 
unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 
dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hin-
weisen). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsprozess in der Regel eine Beweis-
last nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus-
fällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisre-
gel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrund-
satzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahr-
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6). 

 
9.3 Als unfallähnliche Körperschädigungen gelten gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG Knochenbrü-
che (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskel-
zerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f.), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h). 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Eine Rotatorenmanschettenruptur fällt unter Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG (Urteil des Bundegerichts vom 
11. Juni 2015, 8C_381/2014). Leistungspflichtig wird der Unfallversicherer, sofern er nicht den 
Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zu-
rückzuführen ist. 
 
9.4 In systematischer Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass das Institut der unfallähnlichen 
Körperschädigung mit der UVG-Revision vom 25. September 2015 (in Kraft seit 1. Januar 2017) 
neu auf Gesetzesstufe in Art.  6 Abs. 2 UVG verankert wurde. Die Gesetzessystematik legt nahe, 
dass Abs. 1 (Unfall) und Abs. 2 (Listenverletzung) unabhängig voneinander sind und grundsätz-
lich jeder Tatbestand einzeln zu prüfen ist (BGE 146 V 51 E. 8.5). Liegt eine Listenverletzung vor, 
so hat der Unfallversicherer nach deren Meldung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist 
die Listenverletzung auf ein Unfallereignis von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallver-
sicherer nach Art. 6 Abs. 1 UVG bis zum nachgewiesenen Erreichen des Status quo sine vel ante 
(vgl. dazu oben E. 9.3) leistungspflichtig. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbe-
griffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 
Abs. 2 UVG unter Vorbehalt des Nachweises, dass die Verletzung vorwiegend abnützungs- oder 
krankheitsbedingt ist, leistungspflichtig (BGE 146 V 51 E. 9.1). 
 
10.1 Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. E.____ 
vom 2. März 2021 davon aus, die Folgen aus dem Ereignis vom 14. April 2020 seien spätestens 
per Ende September 2020 abgeheilt.  
 
10.2 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Entsprechend E. 4.4 genügen bereits ge-
ringe Zweifel, um eine kreisärztliche Beurteilung umzustossen. Solche Zweifel sind vorliegend 
gegeben. Zunächst ist festzustellen, dass Dr. E.____ das Vorliegen von Unfallfolgen über Sep-
tember 2020 hinaus verneint, ohne dies zu begründen. Ausserdem war er zum Zeitpunkt seiner 
Stellungnahme weder im Besitz der durch Dr. F.____ erstellten Röntgen- und Ultraschallbilder 
noch lag ihm ein ausführlicher Operationsbericht von Dr. D.____ vor, andernfalls hätten die Dres. 
J.____ und K.____ am 22. März 2021 zwecks Abklärung einer die Schulterbeschwerden auslö-
senden Berufskrankheit nicht empfohlen, die entsprechenden Unterlagen einzuholen. Es ist des-
halb nicht nachvollziehbar, worauf Dr. E.____ seine Beurteilung stützte. Seine Anmerkung vom 
2. März 2021 «Ereignis von 04/2020 wird 12/2020 gemeldet» erweckt vielmehr den Eindruck, 
dass er alleine aufgrund der späten Anmeldung zum Leistungsbezug eine Kausalität verneinte. 
Bereits diese Umstände begründen für sich ausreichende Zweifel an der kreisärztlichen Einschät-
zung, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. Gegen deren Beweistauglichkeit spricht des 
Weiteren, dass die Kreisärztin Dr. I.____ bereits am 20. Januar 2021 darauf hingewiesen hatte, 
dass anhand der bisherigen Untersuchungsergebnisse nicht beurteilt werden könne, ob das ge-
meldete Ereignis vom 14. April 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen struk-
turellen Läsionen geführt habe. Sie empfahl deshalb eine MRT der rechten Schulter. Eine solche 
wurde von der Beschwerdegegnerin jedoch nie veranlasst, womit sie ihre Abklärungspflicht ver-
letzte. Im Übrigen fällt auf, dass der Beschwerdeführer das Unfallereignis im Rahmen der Aus-
sendienstbefragung vom 7. April 2021 abweichend von seiner Darlegung am 23. Dezember 2020 
schilderte. Während er im Dezember 2020 ausführte, er habe seinen Sturz mit beiden Händen 
abgefangen, berichtete er im April 2021, den Sturz mit ausgestrecktem rechten Arm (nach vorne 

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

haltend) abgefangen zu haben. Eine Nachfrage zur Klärung dieses Widerspruchs und zum ge-
nauen Unfallhergang hat nie stattgefunden. Nicht hinreichend beantwortet ist schliesslich die 
Frage, ob die Beschwerdegegnerin bis Ende September 2020 einen Unfall im Sinne von Art. 4 
ATSG oder eine unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG anerkannte. Im Ergeb-
nis steht fest, dass sie keine genügenden Abklärungen getroffen hat. Diese sind weiterhin möglich 
und im Rahmen der Neubeurteilung nachzuholen. 
 
11.1 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht eine Be-
rufskrankheit gemäss UVG mangels nachweisbarer natürlicher Kausalität verneinte. Im Übrigen 
hat sie ihre Leistungspflicht über September 2020 hinaus ungenügend abgeklärt, weshalb der 
Einspracheentscheid vom 30. September 2021 aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne der 
vorstehenden Erwägung zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen ist. 
 
11.2 Rechtsprechungsgemäss können die Sozialversicherungsgerichte nicht mehr frei ent-
scheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die 
Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie 
einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich ab-
klärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt 
nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an den Unfallversicherer bleibt hingegen möglich, wenn 
sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist 
oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausfüh-
rungen erforderlich ist (BGE 137 V 263 E. 4.4.1). Vorliegend erweist sich die der formlosen Mit-
teilung vom 8. März 2021 zugrunde liegende Beurteilung des Kreisarztes Dr. E.____ als nicht 
beweistauglich. Da es die Suva unterliess, die nötigen Abklärungen zu veranlassen, und es nicht 
die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Ab-
klärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Gestützt auf 
die Aktenergänzung und die neuen Abklärungsergebnisse im Sinne der E. 10.2 wird sie über den 
Leistungsanspruch des Versicherten über September 2020 hinaus erneut zu befinden haben. Die 
vorliegende Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen.  
 
12.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung einer Parteientschädigung für das 
Einspracheverfahren in der Höhe von Fr. 3'090.-- (vgl. Honorarnote vom 29. November 2021). 
Art. 52 Abs. 3 Satz 2 ATSG hält fest, dass im Einspracheverfahren in der Regel keine Parteient-
schädigungen ausgerichtet werden. Es stellt sich deshalb die Frage, unter welchen Vorausset-
zungen von diesem Grundsatz abgewichen werden kann, und ob im vorliegenden Fall ein derar-
tiger Ausnahmetatbestand gegeben ist. Im Entscheid BGE 130 V 570 zeigte das damalige Eid-
genössische Versicherungsgericht anhand der Entstehungsgeschichte dieser Bestimmung auf, 
dass der Gesetzgeber die ausnahmsweise Zusprechung einer Parteientschädigung im Ein-
spracheverfahren unter einer Bedingung als zulässig und geboten erachtete: Der Einsprecher, 
der nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, um die Anwaltskosten selbst zu tragen, und der 
im Falle des Unterliegens die unentgeltliche Verbeiständung (Art. 37 Abs. 4 ATSG) hätte bean-
spruchen können, soll bei Obsiegen vom unterliegenden Versicherungsträger entschädigt wer-
den (BGE 130 V 570 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Frage, ob Art. 52 Abs. 3 ATSG die Zusprechung 

 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

einer Parteientschädigung auch bei Vorliegen besonderer Umstände, etwa besonderer Aufwen-
dungen oder Schwierigkeiten, unabhängig der Bewilligung der unentgeltlichen Vertretung, zu-
lässt, verneinte das Bundesgericht in Bestätigung seiner bisherigen Rechtsprechung (Urteil des 
Bundesgerichts vom 28. Mai 2018, 9C_877/2017, E. 8.2). 
 
12.2 Nachdem der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren nicht um Bewilligung der un-
entgeltlichen Verbeiständung ersuchte und vorliegend ebenfalls nicht geltend machte, er sei da-
mals bedürftig gewesen, verletzt der angefochtene Einsprachenetscheid die Bestimmung von 
Art. 52 Abs. 3 ATSG nicht, wenn er dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung für das 
Einspracheverfahren zuspricht. Der Beschwerdeführer hat seine im Rahmen des Einsprachever-
fahrens entstandenen Parteikosten selbst zu tragen. 
 

13.1 Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das kantonsgerichtliche Beschwerdeverfahren in Sozial-
versicherungssachen vorbehältlich des hier nicht interessierenden Abs. 2bis für die Parteien kos-
tenlos. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
13.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch 
auf Ersatz ihrer Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Praxisgemäss werden Bemühungen zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durch-
schnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- entschädigt. Nach 
ständiger Praxis des Bundesgerichts ist unter Obsiegen im Streit um eine Leistung in der Sozial-
versicherung nicht nur das materielle Obsiegen in dem Sinne zu verstehen, dass die Beschwerde 
führende Person die beantragte Leistung erhält. Vielmehr genügt für den Anspruch auf eine Par-
teientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der beschwerdeführenden 
Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der Sache an 
die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine 
beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 235 E. 6.2).  
 
13.3 In diesem Sinne ist dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren eine Partei-
entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der eingereichten Honorar-
note der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 29. November 2021 zufolge beläuft sich 
ihr für das Beschwerdeverfahren geltend gemachter Aufwand auf 2,8 Stunden à Fr. 300.--, jener 
des Volontärs resp. der Volontärin auf 7,3 Stunden à Fr. 150.--. Es besteht vorliegend kein Anlass 
dafür, vom praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 250.-- für Aufwendungen von Rechtsanwäl-
ten abzuweichen. Das Honorar ist dementsprechend zu kürzen. Der für die Aufwendungen des 
Volontärs bzw. der Volontärin verrechnete Stundenansatz entspricht § 3 Abs. 1 der Tarifordnung 
für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 und ist somit nicht zu beanstanden. Ange-
messen ist vorliegend auch die Kleinkostenpauschale in Höhe von 3 % für Auslagen, wie Porti, 
Fotokopien und Telefonate. Dem Beschwerdeführer ist im Ergebnis eine reduzierte Parteient-
schädigung in Höhe von Fr. 1’991.20 ([2,8 Stunden à Fr. 250.-- + 7,3 Stunden à Fr. 150.-- + Aus-
lagen von Fr. 53.85] zzgl. Mehrwertsteuer von 7,7 %) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzu-
sprechen. 
 

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

14.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn 
sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei 
einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschlies-
sender Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im 
Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine 
materielle Teilfrage beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 
 
14.2 Der vorliegende Entscheid erweist sich als Zwischenentscheid im Sinne des BGG, wes-
halb gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht 
nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig ist und die nachste-
hende Rechtsmittelbelehrung ausdrücklich unter diesem Vorbehalt erfolgt. 
 
 
  

 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 30. September 2021 aufgehoben und die An-
gelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in Höhe 
von Fr. 1'991.20 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. 

 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht