# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9cafc01-fa32-596d-8b2d-6e2384617bfd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.08.2023 200 2023 215
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-215_2023-08-24.pdf

## Full Text

200 23 215 IV
SCI/ISD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. August 2023

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Februar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im März 2009 bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 1). Nach entsprechenden Abklärungen sprach ihr die 
IVB mit Verfügung vom 12. April 2011 (AB 67) in Anwendung der gemisch-
ten Methode (Status: 90 % Erwerbstätigkeit, 10 % Aufgabenbereich) ab 
dem 1. September 2009 eine Viertelsrente zu. 

Per 1. März 2013 nahm die Versicherte eine Stelle in einem 80 %-Pensum 
an (AB 76). In der Folge wurde die Rente mit Verfügung vom 26. Septem-
ber 2013 (AB 85) bei einem nunmehr rentenausschliessenden Invaliditäts-
grad per 31. Oktober 2013 eingestellt (AB 86).

Im Juli 2015 meldete sich die Versicherte erneut an und teilte mit, dass sie 
seit Januar 2015 krankgemeldet sei (AB 88; vgl. auch AB 97/2-5). Nach 
entsprechenden Abklärungen und wiederholt durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren (vgl. dazu AB 141, 145, 150, 152, 154, 156, 163, 166, 170/1, 
172, 177 f.) sprach die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 27. Juli 
2018 (AB 187) in Anwendung der gemischten Methode (Status: 90 % Er-
werbstätigkeit, 10 % Aufgabenbereich) vom 1. Januar 2016 bis 30. Juni 
2017 eine befristete Viertelsrente und ab dem 1. Januar 2018 eine halbe 
Rente zu. Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Am 16. März 2020 teilte die Versicherte mit, dass sie ihre letzte Stelle als 
… (50 %, seit 1. September 2018 [vgl. AB 188/2 f.]) per 31. Mai 2020 ohne 
Anschlusslösung gekündigt habe (AB 209; vgl. auch AB 233.5). Am 29. Mai 
2020 meldete die Versicherte sodann, sie habe am 20. Mai 2020 einen 
Verkehrsunfall erlitten (AB 210). Diese Meldung nahm die IVB als Revisi-
onsgesuch entgegen (vgl. AB 211, 215) und holte die Akten der 

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B.________ (AB 220.1-220.23, 236.1-236.49, 237.1 f., 251.1-251.48, 
262.1-262.28, 276.1-276.41, 286.1-286.14, 300.1-300.230, 309.1-309.13), 
eine versicherungsmedizinische Beurteilung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 11. Februar 2022 (AB 290) sowie einen Abklärungs-
bericht Erwerb vom 5. September 2022 (AB 317) ein. Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (vgl. AB 322, 325) sowie diesbezüglicher Stellung-
nahme des Bereichs Abklärungen vom 7. November 2022 (AB 328) sprach 
die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 27. Februar 2023 (AB 341) – 
nun in Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs – 
für den Zeitraum vom 1. August 2020 bis 31. Oktober 2021 eine ganze und 
anschliessend ab 1. November 2021 wiederum eine halbe Rente zu. 

C.

Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 27. März 2023 Beschwer-
de und beantragte sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei mit Blick 
auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung dahingehend anzupassen, als 
lediglich bis 31. Juli 2021 eine ganze Invalidenrente und anschliessend ab 
1. August 2021 Arbeitslosentaggelder zuzusprechen seien. Weiter bean-
standete die Beschwerdeführerin das ermittelte Invalideneinkommen.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 22. August 2023 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung bzw. Korrektur, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Dies gilt sowohl für die von der Beschwerdeführerin verlangte An-
rechnung eines tieferen Invalideneinkommens, würde ein solches doch 
automatisch zu einem höheren IV-Grad führen, als auch für die beantragte 
frühere Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Rente. Letzteres steht in 
direktem Zusammenhang mit der Frage nach der bei der Arbeitslosenversi-
cherung zur Diskussion stehenden Vermittlungsfähigkeit und damit zu-
sammenhängenden koordinationsrechtlichen Diskussion der Rückerstat-
tung ausgerichteter Taggelder. Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. Februar 2023 
(AB 341). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente, 
wobei in anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht betreffend die 
befristete bzw. abgestufte Rentenzusprache ein Rechtsverhältnis vorliegt 
(BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 
E. 1a). Der Rentenanspruch ist daher insgesamt, das heisst unter Einbezug 
der für den Zeitraum vom 1. August 2020 bis 31. Oktober 2021 zugespro-
chenen ganzen Rente und der anschliessend ab 1. November 2021 wieder 
ausgerichteten halben Rente, zu prüfen. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar erging die angefoch-
tene Verfügung vom 27. Februar 2023 (AB 341) nach dem Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Jedoch liegen sämtliche Revisionsgrün-
de vor dem 1. Januar 2022 (vgl. dazu hinten E. 5.1), weshalb die Bestim-
mungen des IVG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis zum 31. Dezember 2021 
gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

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anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begrün-
den, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikato-
rischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5

2.5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

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2.5.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5.3 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV 
Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-

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te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.6.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.6.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.

3.1 Vorab ist zu klären, ob ein Revisionsgrund, das heisst eine zwi-
schenzeitlich eingetretene für den Leistungsanspruch potentiell relevante 
Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse mit Auswirkung auf den Invali-
ditätsgrad (vgl. vorne E. 2.6.1), besteht. Die hierfür massgebenden Ver-
gleichszeitpunkte (vgl. vorne E. 2.6.3) bilden die Verfügung vom 27. Juli 
2018 (AB 187) und die hier angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2023 
(AB 341). Die Beschwerdeführerin erlitt am 20. Mai 2020 als Autolenkerin 
bei einem Selbstunfall (vgl. AB 220.17) multiple Verletzungen (vgl. 
AB 225/3 ff.), aufgrund derer wiederholte Operationen erforderlich waren 
(vgl. AB 218, 251.35, 251.7) und die eine längere Rekonvaleszenz zur Fol-
ge hatten (vgl. etwa AB 220.23/2 ff., 227/4 ff., 251.16). Von den behan-
delnden Ärzten wurde entsprechend ab dem 20. Mai 2020 unter anderem 

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bis zum 31. März 2021 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. 
AB 223/2, 224/2, 236.7/2 [im Papierdossier nicht lesbar], 244/2, 245/2, 
247/2, 252/2, 256/2, 261/2). Damit besteht unbestritten ein medizinischer 
Revisionsgrund, sodass nachfolgend der Rentenanspruch allseitig neu zu 
prüfen ist (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11).

3.2 Die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2023 (AB 341) ba-
siert in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf der versicherungsmedi-
zinischen Aktenbeurteilung der RAD-Ärztin MUDr. C.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Anästhesiologie, vom 11. Fe-
bruar 2022 (AB 290). Darin diagnostizierte die RAD-Ärztin mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende schizoaffektive Störung, gegen-
wärtig depressiv (ICD-10 F25.1), gegenwärtig remittiert. Seit der letzten 
Diagnosestellung des Behandlers habe sich keine Änderung ergeben. In 
somatischer Hinsicht bestehe ein Zustand nach Polytrauma vom 21. (recte: 
20.) Mai 2020 mit Schenkelhalsbruch rechts, operativ behandelt. Aufgrund 
der postoperativen Komplikationen sei im Dezember 2020 eine Hüfttotal-
prothesenimplantation erfolgt; dies mit komplikationslosem postoperativem 
Verlauf (AB 290/5 f.).

Bei der Beschwerdeführerin bestehe seit Jahren eine rezidivierende schizo-
affektive Störung, die anfangs 2020 exazerbiert sei, möglicherweise als 
Folge der Reduktion und Umstellung der Medikation (Zyprexa), aufgrund 
der Nebenwirkungen und der nicht ausreichenden Dosierung der neu eta-
blierten Medikation mit Solian. Unter Aufdosierung der Medikation im Rah-
men der ambulanten Behandlung habe sich der Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin stabilisiert und seitens des ambulanten Psychiaters sei 
eine Verbesserung von Stimmung und Antrieb beschrieben worden. Die 
somatischen Beschwerden im Zusammenhang mit dem Polytrauma vom 
21. (recte: 20.) Mai 2020 hätten sich zwischen Mai 2020 und April 2021 
zusätzlich negativ auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus-
gewirkt. Laut Einschätzung des behandelnden Psychiaters vom 16. De-
zember 2021 (vgl. dazu AB 287) hätten die Resilienz und Belastungsfähig-
keit der Beschwerdeführerin abgenommen; dies nicht wegen eines Diagno-
sewechsels, sondern aufgrund des erlittenen Autounfalls und der Reopera-
tion im laufenden Jahr sowie der anhaltenden Arbeitslosigkeit. Aus RAD-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 10

psychiatrischer Sicht sei diese letzte Einschätzung des behandelnden 
Psychiaters über eine reduzierte Belastbarkeit der Beschwerdeführerin 
rückblickend im Zeitraum von Mai 2020 bis April 2021 und vorübergehend 
in den anschliessenden drei Monaten, das heisse ab Mai 2021 bis Ende 
Juli 2021, medizinisch begründet. Im Verlauf habe der behandelnde Psych-
iater über eine Stabilisierung und Besserung der Stimmung und des An-
triebs der Beschwerdeführerin berichtet (vgl. AB 282.2). Sie hätte allmäh-
lich ihren Hobbys nachgehen können und im Rahmen der Stellensuche 
habe sie anfangs 2022 einen Schnuppereinsatz organisiert. Gemäss den 
Angaben der Beschwerdeführerin vom 31. Januar 2022 (vgl. dazu AB 289) 
werde sie vom 21. Februar bis 29. April 2022 einen Arbeitsversuch absol-
vieren (vgl. dazu AB 291/3-5). Die Motivation der Beschwerdeführerin, ei-
ner beruflichen Tätigkeit nachzugehen, sowie eine Besserung des Ge-
sundheitszustandes nach der medikamentösen Umstellung im September 
2020 sprächen für eine gute Prognose für die berufliche Eingliederung im 
bisherigen Arbeitspensum (AB 290/5 f.). 

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielt die RAD-Ärztin fest, das provisorische 
Zumutbarkeitsprofil aus orthopädischer Sicht sei von (der Ärztin der 
B.________) Dr. med. D.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, bereits im Bericht vom 
8. April 2021 (vgl. dazu AB 262.2/3), definiert worden: Möglich seien wech-
selnd sitzende, gehende und stehende Tätigkeiten, ganztags. Einschrän-
kungen bestünden für das Besteigen von Leitern und Gerüsten, längeres 
Abwärtsgehen und Hinunterspringen. Eventuell brauche es eine Stuhlan-
passung beim Sitzen. Gemäss dem Abschlussschreiben der B.________ 
vom 7. Dezember 2021 (vgl. dazu AB 286.7) sei gestützt auf die fachärztli-
che Kontrolluntersuchung des behandelnden Orthopäden, Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vom 1. Dezember 2021 (vgl. dazu AB 286.8/2) die 
nächste orthopädische Kontrolle in vier Jahren geplant und die Beschwer-
deführerin sei seit dem 1. Mai 2021 in der Tätigkeit als … aus orthopädi-
scher Sicht wieder voll arbeitsfähig. Es könne damit medizinisch-
theoretisch, unter Berücksichtigung der zusätzlich belastenden somati-
schen Situation zwischen dem 20. Mai 2020 und dem 30. April 2021 und 
des Verlaufs der Erkrankung sowie der Einschätzung des behandelnden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 11

Psychiaters im Verlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zeitraum vom 
20. Mai 2020 bis 30. April 2021 und anschliessend ab dem 1. Mai 2021 für 
weitere drei Monate bis Ende Juli 2021 von einer reduzierten Belastbarkeit 
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit aus-
gegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht sei nach der erfolgreichen 
somatischen Behandlung im Mai 2021 mit vollständiger Rückbildung der 
somatischen Beschwerden/Schmerzen und unter Fortsetzung der psychia-
trisch-psychotherapeutischen Behandlung bei der vom behandelnden 
Psychiater beschriebenen Besserung der Symptomatik mit hoher Wahr-
scheinlichkeit seit August 2021 von einer Stabilisierung des psychischen 
Zustandes und der vormaligen Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Me-
dizinisch-theoretisch sei der Beschwerdeführerin daher ab August 2021 die 
angestammte Tätigkeit mit einem 50 %-Pensum zumutbar (AB 290/6). 

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 
E. 3.2). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 12

S. 134 E. 4.3). Trotz der grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be-
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss 
nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten un-
abhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung 
eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis-
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d 
S. 162).

3.4 Die Aktenbeurteilung des RAD vom 11. Februar 2022 (AB 290) er-
füllt die Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert einer versi-
cherungsinternen medizinischen Beurteilung (vgl. dazu E. 3.2 hiervor) und 
erbringt vollen Beweis. Die Beurteilung erfasst den gesamten massgeben-
den medizinischen Sachverhalt. Die RAD-Ärztin Dr. med. C.________ 
stützte sich auf einen lückenlosen fachärztlichen Befund, namentlich den 
vollständigen orthopädisch-traumatologischen Behandlungsverlauf sowie 
die Dokumentation zur stationären bzw. ambulanten psychiatrischen Be-
handlung (vgl. etwa AB 251.48, 287, 300.191/8 ff.). Damit sind die Voraus-
setzungen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht erfüllt (vgl. E. 3.2 hier-
vor), weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die RAD-Ärztin implizit auf 
eine zusätzliche persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin ver-
zichtete. Die RAD-Ärztin legte sodann nachvollziehbar und überzeugend 
begründet sowie in Übereinstimmung mit den übrigen medizinischen Akten 
dar, dass im Nachgang zu dem mit der psychischen Erkrankung zusam-
menhängenden Verkehrsunfall vom 20. Mai 2020 bis zum 30. April 2021 
respektive unter Berücksichtigung einer psychisch begründeten Überg-
angszeit bis Ende Juli 2021 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtli-
che Tätigkeiten bestand. Anschliessend lag ab August 2021 aufgrund der 
bereits im Mai 2021 abgeschlossenen somatischen Behandlung und der 
Stabilisierung des psychischen Gesundheitszustandes eine Arbeitsfähigkeit 
von 50 % vor (vgl. AB 290/6). Hierzu bestehen keine massgeblichen Dis-
krepanzen in den medizinischen Akten. Die am 22. November 2022 (ohne 
Bezug zum Unfall [vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 13

vom 17. Januar 2023, UV/2022/697]) erfolgte Operation der rechten Schul-
ter vermag keine anspruchsrelevante nachträgliche Veränderung des Ge-
sundheitszustandes zu begründen. Denn sie hatte lediglich eine vorüber-
gehende Arbeitsunfähigkeit vom 22. November 2022 bis zum 31. Januar 
2023 zur Folge (AB 333/3) – eine Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit wur-
de (auch von den behandelnden Ärzten) nicht bescheinigt (vgl. AB 335) – 
und die Beschwerdeführerin trat per 1. Februar 2023 eine Stelle als … in 
einem 40 %-Pensum an (vgl. AB 336/2 f.). Mangels einer Verschlechterung 
des (somatischen) Gesundheitszustandes von mindestens drei Monaten 
(vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV [siehe dazu vorne E. 2.6.2]), kommt der Schulter-
operation – wie auch der zuvor erfolgten Operation vom 12. Mai 2022 mit 
konsekutiver vollständiger Arbeitsunfähigkeit bis zum 13. Juli 2022 (vgl. 
AB 301/3 f., 302/1 f.) mit anschliessender Reduktion wieder auf 50 % 
(AB 311/1) – für den hier zu beurteilenden Rentenanspruch keine massge-
bende Bedeutung zu. Sie ist demzufolge auch nicht geeignet, die RAD-
ärztliche Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (AB 290/6) in Fra-
ge zu stellen. Die Beweiskraft der verwaltungsinternen versicherungsmedi-
zinischen Beurteilung ist zwischen den Parteien denn auch zu Recht unbe-
stritten geblieben. 

3.5 Dem Voranstehenden zufolge bestand – nach vormals bereits 
50%iger Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht – zwischen dem 
20. Mai 2020 und dem 31. Juli 2021 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für 
sämtliche Tätigkeit respektive ab dem 1. August 2021 wiederum eine Ar-
beitsfähigkeit von 50 % im Rahmen des medizinischen Zumutbarkeitsprofils 
(vgl. AB 290/6). 

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 
27. Februar 2023 (AB 341) gestützt auf die Beurteilung im Abklärungsbe-
richt Haushalt/Erwerb vom 5. September 2022 (AB 317/3 Ziff. 3.2) – anders 
als im Rahmen der erstmaligen (vgl. dazu AB 67/7) respektive der letztma-
ligen (vgl. AB 187) Rentenzusprache, welche jeweils auf einem Staus von 
90 % Erwerbstätigkeit und 10 % Aufgabenbereich und damit der gemisch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 14

ten Methode (vgl. vorne E. 2.5.2) basierten – von einer nunmehr vollschich-
tigen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall und der Anwendung der allge-
meine Methode des Einkommensvergleichs (vgl. vorne E. 2.5.1) aus. Dem 
kann nicht gefolgt werden.

4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1). Die Frage nach der anwendba-
ren Methode beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie 
sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für 
die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)
Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

4.3 Die Beschwerdeführerin arbeitete vor dem Eintritt des Gesundheits-
schadens jeweils in einem Pensum von 80 % bis maximal 90 % (vgl. 
AB 1/5 f. Ziff. 5.4, 40.1/2 Ziff. 9, 41/3 Ziff. 9); eine vollzeitliche Beschäfti-
gung ist nicht erstellt. Entsprechend ging die Beschwerdegegnerin anläss-
lich der erstmaligen Rentenzusprache mit Verfügung vom 12. April 2011 
(AB 67/7) von einem Status 90 % Erwerbstätigkeit und 10 % Aufgabenbe-
reich bzw. Haushalt aus. Nach einer Erhöhung des Erwerbspensums auf 
80 % (vgl. dazu AB 78) hob die Beschwerdegegnerin die Rente – nach wie 
vor in Anwendung der gemischten Methode bei einem unveränderten Sta-
tus – mit Verfügung vom 26. September 2013 (AB 85) auf. Im Rahmen der 
Wiederanmeldung zum Leistungsbezug im Juli 2015 (AB 88) teilte die Be-
schwerdeführerin anlässlich der Abklärung Haushalt/Erwerb vom 8. März 
2017 mit, bei guter Gesundheit würde sie je nach Stellenangebot zwischen 
80 % und 90 % arbeiten (AB 140/4 Ziff. 3.4), woraufhin die Abklärungsper-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 15

son von einem Status 85 % Erwerbstätigkeit und 15 % ausging (vgl. 
AB 140/4 Ziff. 3.6). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. dazu 
AB 141, 145) wurde weiterhin auf einen Status 90 % Erwerbstätigkeit und 
10 % Aufgabenbereich abgestellt (vgl. AB 149/2 fünftes Lemma bzw. 
AB 148/4 Ziff. 3.4). Die Beschwerdeführerin machte danach im Rahmen 
einer weiteren Anhörung – nachdem sie zuvor die Anwendung der ge-
mischten Methode bzw. den Status nochmals sinngemäss bestätigt hatte 
(vgl. AB 152/1, 154/1) – am 4. November 2017 erstmals geltend, im Ge-
sundheitsfall wäre sie vollschichtig Erwerbstätig gewesen, weshalb die In-
validitätsbemessung anhand der allgemeinen Methode des Einkommens-
vergleichs zu erfolgen habe (AB 172/1 f., 178/1 f.). Die Beschwerdegegne-
rin hielt mit Verfügung vom 27. Juli 2018 (AB 187, vgl. auch AB 195/1) an 
einem Status 90 % Erwerbstätigkeit und 10 % Aufgabenbereich fest. Diese 
wurde von der Beschwerdeführerin nicht angefochten. 

4.4 Dem Voranstehenden zufolge entsprach bzw. entspricht der Status 
einer 90%igen Erwerbstätigkeit und dem dazu komplementären Aufgaben-
bereich (vgl. BGE 141 V 15 E. 4.5 S. 22) von 10 % – wie er auch der erst-
maligen Rentenzusprache und der Neuzusprache zugrunde lag – sowohl 
den erwerblichen Gegebenheiten vor Eintritt des Gesundheitsschadens als 
auch den wiederholten ursprünglichen Angaben der Beschwerdeführerin 
zum gewünschten Erwerbspensum im Gesundheitsfall. Diesen Aussagen 
ist nach der im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismaxime, wo-
nach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Re-
gel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die 
bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs-
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 
E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), besonderes Gewicht beizumessen. 
Dies hat hier umso mehr zu gelten, als die Beschwerdeführerin ihre Aussa-
gen wiederholte und sie überdies mit der Erwerbsbiografie übereinstimmt. 
Es sind keine Veränderungen in den persönlichen Rahmenbedingungen 
auszumachen, die im Gesundheitsfall nunmehr die Aufnahme einer vollzeit-
lichen Erwerbstätigkeit als überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen. 
In gesamthafter Würdigung der Angaben der Beschwerdeführerin, der amt-
lichen Akten und der weiteren Umstände ist daher – entgegen dem Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 5. September 2022 (AB 317) bzw. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 16

der angefochtenen Verfügung – davon auszugehen, dass die Beschwerde-
führerin im hypothetischen Gesundheitsfall weiterhin und unverändert einer 
teilzeitlichen ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit im Umfang von 90 % nach-
gegangen wäre bzw. nachgehen würde. Die Invaliditätsbemessung hat 
demnach nicht anhand der allgemeinen Methode des Einkommensver-
gleichs, sondern weiterhin gemäss der gemischten Methode mit einem Sta-
tus 90 % Erwerbstätigkeit und 10 % Aufgabenbereich zu erfolgen. 

5.

5.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Zufolge der ab dem 20. Mai 2020 erstellten vollständi-
gen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (vgl. vorne E. 3.4) besteht 
unter Berücksichtigung der Übergangsfrist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV (vgl. 
vorne E. 2.6.2) unbestritten (vgl. auch AB 341/4) ab dem 1. August 2020 
Anspruch auf eine ganze Rente, unabhängig davon, wie hoch die Ein-
schränkung im Aufgabenbereich ausfällt (vgl. dazu hinten E. 5.6). 

Mit der ab August 2021 wiederhergestellten Arbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. 
AB 290/6) besteht ein medizinischer Revisionsgrund (vgl. vorne E. 2.6.1), 
sodass auf diesen Zeitpunkt hin erneut ein Einkommensvergleich vorzu-
nehmen ist (vgl. auch AB 341/4).

5.2 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert 
(aArt. 27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf 
die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- 
und Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeit-
tätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse 
wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 17

wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV). 
Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV). 

5.3

5.3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

5.3.2 Die Ermittlung des Valideneinkommens hat – anders als in der an-
gefochtenen Verfügung bzw. im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
5. September 2022 (AB 317/3 Ziff. 4.1) vorgenommen – nicht anhand der 
Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausgegebenen Lohnstrukturerhe-
bungen (LSE), sondern, wie auch anlässlich der ersten leistungszuspre-
chenden Verfügung vom 12. April 2011 (AB 67/6), gestützt auf das zuletzt 
vor Eintritt des (psychischen) Gesundheitsschadens erzielte Erwerbsein-
kommen als … bei der F.________ zu erfolgen. Denn es bestehen keine 
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin diese Stelle im Gesund-
heitsfall zwischenzeitlich aufgegeben hätte. Das massgebliche Pensum von 
90 % in einer anspruchsvollen Tätigkeit hat sie zudem bei im Grundsatz 
durchgehend vorhandener psychischer Beeinträchtigung nie mehr erreicht. 
Daran ändert nichts, dass die Rente zwischenzeitlich aufgehoben worden 
war. Nach den Berechnungen der Beschwerdegegnerin betrug das Vali-
deneinkommen im Jahr 2010 Fr. 103'114.-- (vgl. AB 67/6). Diese Berech-
nung basiert auf den Angaben der vormaligen Arbeitgeberin, gemäss der 
im Jahr 2007 bei einem 90 %-Pensum ein Monatslohn von Fr. 7'484.85, 
zzgl. 13. Monatslohn, respektive ein Jahresgehalt von Fr. 97'303.05 
(Fr. 7'484.85 x 13) bestand. Indexiert auf das Jahr 2021 (Bundesamt für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 18

Statistik [BFS], Nominallohnindex, Frauen, 2006-2010, T1.2.05, Abschnitt L 
[Öffentliche Verwaltung; Landesverteidigung; Sozialversicherung]: 103.0 
[2007] bzw. 109.2 [2010]; BFS, Nominallohnindex, Frauen, 2011-2022, 
Bst. O Ziff. 84 [Öffentliche Verwaltung]: 100.0 [2010] bzw. 107.2 [2021]) 
sowie hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum (vgl. dazu vorne E. 5.2) resul-
tiert ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 122'875.15 
(Fr. 97'303.05 / 103.0 x 109.2 / 100 x 107.2 / 9 x 10).

5.4

5.4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne der 
LSE herangezogen werden. Dabei wird in der Regel der Totalwert ange-
wendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Ein-
kommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte Brut-
tolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind 
grundsätzlich immer die im Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes 
bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten 
statistischen Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 
2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 und 6.2.2).

5.4.2 Da die Beschwerdeführerin die medizinisch-theoretisch attestierte 
Restarbeitsfähigkeit (zumindest seit der von ihr per 31. Mai 2020 vorge-
nommen Kündigung) nicht vollumfänglich umsetzt, ist das Invalidenein-
kommen praxisgemäss gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE zu erheben 
(vgl. auch AB 341/4 f. bzw. 317/2 Ziff. 2.1). Dabei ist jedoch – wie von der 
Beschwerdeführerin zu Recht vorgebracht (vgl. Beschwerde S. 2) – entge-
gen der Berechnung im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 5. Sep-
tember 2022 (AB 317/4) nicht auf den Lohn für Führungskräfte im kauf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 19

männischen Bereich (BFS, LSE 2020, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] 
nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, T17, Ziff. 12 [Führungs-
kräfte im kaufmännischen Bereich], Frauen, Total) abzustellen. Denn ange-
sichts der reduzierten Belastbarkeit sowie des fortbestehenden psychi-
schen Gesundheitsschadens und des dabei lediglich noch zumutbaren 
50 %-Pensums (vgl. AB 290/6 i.V.m. AB 138/4 f.) ist nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
weiterhin entsprechende Führungsaufgaben ausüben konnte respektive 
kann. Damit übereinstimmend hatte der Bereich Abklärung bereits im 
Rahmen des Abklärungsberichts vom 12. Mai 2017 (AB 148/5) für das In-
valideneinkommen ab August 2016 nicht (mehr) auf die Tabellenlöhne für 
Führungskräfte, sondern diejenigen qualifizierter Mitarbeitenden abgestellt. 
Gleichwohl gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin über 
eine gute Ausbildung und diverse qualifizierende Weiterbildungen verfügt 
sowie beruflich weitreichende Fähigkeiten und Kenntnisse im … und … 
erworben hat (vgl. dazu AB 92/2 f.), worauf sie auch in einer angepassten 
Tätigkeit zurückgreifen kann. Es ist daher vorliegend für das Invalidenein-
kommen auf die spezifischen Tabellenlöhne im Bereich Finanz-
dienstleistungen (BFS, LSE 2020, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] 
nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 64, 66 [Finanzdienstl.; mit Finanz- u. Versiche-
rungsdienstl. verb. Tätigk.], Frauen) im Kompetenzniveau 3 von monatlich 
Fr. 8'359.-- abzustellen. Hochgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die 
wöchentliche Normalarbeitszeit von 41.6 Stunden (BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, lit. K Ziff. 64 [Erbringung von Fi-
nanzdienstleistungen], 2021), indexiert auf das Jahr 2021 (vgl. BFS, Nomi-
nallohnindex, Frauen 2011-2022, T1.2.10, lit. K Ziff. 64-66 [Finanz- und 
Versicherungsdienstleistungen]: 2020 [110.1] bzw. 2021 [110.6]) und an-
gepasst an das der Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch zumutbare 
Pensum von 50 % (vgl. vorne E. 3.4) beträgt das Invalideneinkommen 
Fr. 52'397.05 (Fr. 8'359.-- x 12 / 40.0 x 41.6 / 110.1 x 110.6 x 0.5). An der 
Massgeblichkeit dieses Invalideneinkommens ändert die am 1. Februar 
2023 angetretene Stelle in einem Pensum von lediglich 40 % und einem 
tieferen Lohn als auf statistischer Basis errechnet nichts (vgl. AB 336/2). 
Denn die Beschwerdeführerin hat sich praxisgemäss in Nachachtung der 
ihr obliegenden Schadenminderungspflicht diejenige Tätigkeit anrechnen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 20

zu lassen, bei der der geringste Invaliditätsgrad resultiert (Entscheid des 
BGer vom 2. August 2021, 8C_124/2021, E. 4.4.3.1 mit Hinweisen).

5.4.3 Ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 48) ist im vorliegenden Fall – wie von der 
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zumindest implizit 
festgehalten (vgl. AB 341/4) – mit Blick auf das medizinische Zumutbar-
keitsprofil nicht angezeigt, da die entsprechenden Einschränkungen (vgl. 
dazu AB 290/6) im Rahmen der RAD-ärztlich beschriebenen reduzierten 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit bereits umfassend berücksichtigt wurden. 
Ein Abzug würde zu einer unzulässigen doppelten Anrechnung derselben 
Gesichtspunkte führen (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 
S. 20). Weitere Umstände, die einen Abzug zu rechtfertigen vermöchten, 
sind nicht ersichtlich. Insbesondere ist mit dem Abstellen auf das Kompe-
tenzniveau 3 beim Invalideneinkommen den Einschränkungen hinreichend 
Rechnung getragen. Schliesslich wäre auch aufgrund einer allfällig erfor-
derlichen verstärkten Rücksichtnahme vonseiten von Vorgesetzten oder 
Arbeitskollegen – soweit dies nicht ohnehin bereits durch die medizinisch-
theoretisch reduzierte Arbeitsfähigkeit abgebildet sein sollte – kein Abzug 
vom Tabellenlohn gerechtfertigt (vgl. Entscheid des BGer vom 21. Septem-
ber 2020, 8C_393/2020, E. 3.1 mit Hinweisen). Damit hat es beim Invali-
deneinkommen von Fr. 52'397.05 sein Bewenden.

5.5 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 70'478.10 (Fr. 122'875.15 - Fr. 52'397.05) 
respektive ein gewichteter (vgl. aArt. 27bis Abs. 3 IVV) erwerblicher Invali-
ditätsgrad von 51.62 % (Fr. 70'478.10 / Fr. 122'875.15 x 100 x 0.9).

5.6 Da die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung bzw. 
der Bereich Abklärungen im aktuellen Abklärungsbericht von einem vollzeit-
lichen Erwerbsstatus ausgingen (vgl. AB 341/4; 317/3 Ziff. 3.2; zum Er-
werbsstatus bzw. zur Methodenwahl siehe vorne E. 4), finden sich in den 
Akten keine weitergehenden Angaben zu einer allfälligen Einschränkung im 
Aufgabenbereich. Hierzu sind jedoch keine weiteren Beweisvorkehrungen 
erforderlich. Denn bereits im Rahmen der letztmaligen Überprüfung des 
Rentenanspruchs mit Verfügung vom 27. Juli 2018 (AB 187) verzichtete 
der Bereich Abklärungen – trotz Anwendung der gemischten Methode bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 21

einem Status 90 % Erwerbstätigkeit und 10 % Aufgabenbereich (vgl. 
AB 175/5 Ziff. 3.4) – ausdrücklich auf die Erhebung der detaillierten Ver-
hältnisse im Haushalt, nachdem die Beschwerdeführerin angegeben hatte, 
den Haushalt selbstständig zu führen und nicht auf Hilfe Dritter angewiesen 
zu sein (vgl. AB 175/8 Ziff. 5). Daran hat sich nichts geändert. Aufgrund des 
aktuellen medizinischen Zumutbarkeitsprofils (vgl. dazu AB 290/6), bei dem 
für körperlich leicht- bis mittelschwere Tätigkeiten keine massgeblichen 
somatischen Einschränkungen bestehen, und nach erfolgter Stabilisierung 
des psychischen Gesundheitszustandes liegt eine mit dem Vorzustand 
vergleichbare Situation vor. Es ist daher ohne weiteres davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführerin weiterhin bzw. wiederum nicht auf massgebli-
che Dritthilfe im Aufgabenbereich respektive im Haushalt angewiesen ist. 
Anderweitige Anhaltspunkte sind nicht ersichtlich und werden von der Be-
schwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Selbst wenn zugunsten der 
Beschwerdeführerin von einer – in dieser Höhe jedoch zweifellos nicht be-
stehenden – Einschränkung im Aufgabenbereich von ebenfalls 50 % bzw. 
einer gewichteten Invalidität im von 5 % (50 % x 0.1; vgl. aArt. 27bis Abs. 4 
IVV) ausgegangen würde, änderte dies nichts an der Höhe des Rentenan-
spruchs (vgl. E. 5.7 hiernach). 

5.7 Zusammenfassend ergibt sich in Anwendung der gemischten Me-
thode, bei einem Status 90 % Erwerbstätigkeit und 10 % Aufgabenbereich, 
per 1. August 2021 (vgl. vorne E. 5.1) eine Gesamtinvalidität von höchstens 
57 % (51.62 % + 5 %; zur Rundungspraxis siehe BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123), was einem Anspruch auf eine halbe Rente entspricht (vgl. 
vorne E. 2.4). Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Karenzfrist 
gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. vorne E. 2.6.2) ist die ganze Rente somit 
per 1. November 2021 auf eine halbe Rente herabzusetzen (vgl. dazu 
AB 341/4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 22

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 
2023 (AB 341) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe zu entnehmen.

7.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2023, IV/23/215, Seite 23

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.