# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54b0f812-6d08-549b-8e96-257625cf15b5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 25.09.2025 WPR.2025.95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-95_2025-09-25.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.95 / JD / as 
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 25. September 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichterin Dambeck  

Gerichtsschreiberin i.V. Schmucki 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau  

vertreten durch Marcel Schneider, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Kolumbien  

z.Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich  

amtlich vertreten durch lic. iur. Dominic Frey, Rechtsanwalt, 

Bachstrasse 57, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Einzelrichterin entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 6. Juli 2023 illegal in die Schweiz ein und 

reichte am darauffolgenden Tag ein Asylgesuch ein (Akten des Amtes für 

Migration und Integration [MI-act.] 9). Dieses wurde durch das Staats-

sekretariat für Migration (SEM) am 2. Oktober 2024 abgelehnt. Gleichzeitig 

wurde der Gesuchsgegner aus der Schweiz weggewiesen und verpflichtet, 

auch den Schengen-Raum bis zum 27. November 2024 zu verlassen (MI-

act. 24 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde ans Bundesverwaltungs-

gericht wurde mit Urteil D-6810/2024 vom 26. März 2025 abgewiesen (MI-

act. 44 ff.). 

 

Infolge des rechtskräftigen Asyl- und Wegweisungsentscheids setzte das 

SEM dem Gesuchsgegner mit Schreiben vom 9. April 2025 eine neue Aus-

reisefrist auf den 30. April 2025 an (MI-act. 56). 

 

Auf die sinngemässen Revisionsgesuche vom 17. April 2025 (MI-

act. 65 ff.) und vom 12. Juli 2025 (MI-act. 119 ff.) trat das Bundesver-

waltungsgericht infolge Nichtleistung des Kostenvorschusses nicht ein 

(Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-2815/2025 vom 12. Juni 2025 

[MI-act. 107 ff.] und D-5216/2025 vom 11. August 2025 [MI-act. 132 ff.]). 

 

Am 14. Juli 2025 gab der Gesuchsgegner anlässlich eines Ausreise-

gesprächs gegenüber dem Amt für Migration und Integration Kanton 

Aargau (MIKA) an, nicht nach Kolumbien zurückkehren zu wollen (MI-

act. 115 f.). 

 

Nachdem das SEM auf den 25. August 2025 einen Flug für eine freiwillige 

Rückkehr nach Bogota, Kolumbien, gebucht hatte, lud das MIKA den 

Gesuchsgegner per 19. August 2025 zwecks Regelung der Ausreise-

modalitäten vor (MI-act. 144). Anlässlich eines am Vormittag des 

19. August 2025 geführten Gesprächs erläuterte das MIKA dem Gesuchs-

gegner, dass er zur Ausreise verpflichtet sei und Zwangsmassnahmen 

angeordnet werden könnten, falls er seiner Ausreisepflicht nicht nach-

komme. Der Gesuchsgegner teilte seinerseits mit, dass er nicht nach 

Kolumbien zurückkehren könne. Falls eine Rückreise überhaupt denkbar 

sei, dann wolle er nach Medellín, Kolumbien, reisen (MI-act. 158 f.). Am 

Nachmittag desselben Tags meldete sich der Gesuchsgegner erneut am 

Schalter des MIKA und reichte ein auf den 19. August 2025 datiertes 

Schreiben mit dem Titel "Widerspruch gegen die Unterzeichnung einer 

„freiwilligen Rückkehr”, fehlende anwaltliche Vertretung und Hinweis auf 

internationale Verantwortlichkeit" ein, das er gleichentags auch ans SEM 

schickte (MI-act. 154 ff.). Zudem erklärte er erneut, dass er nicht nach 

Kolumbien zurückkehren wolle und verweigerte die Entgegennahme der 

 - 3 - 

 

 

Fluginformationen (MI-act. 157 f.). Am 20. August 2025 annullierte das 

MIKA den Flug (MI-act. 160). 

 

Mit Schreiben vom 21. August 2025 teilte das SEM mit, dass das Schreiben 

des Gesuchsgegners vom 19. August 2025 kein neues Gesuch darstelle, 

das SEM daher kein neues Verfahren eröffne und der Gesuchsgegner nach 

wie vor verpflichtet sei, die Schweiz zu verlassen (MI-act. 163). 

 

Im Zusammenhang mit einem Einsatz wurde der Gesuchsgegner am 

22. September 2025, 19.15 Uhr, von der Kantonspolizei Aargau ange-

halten und kontrolliert. Dabei stellten die Polizeibeamten fest, dass der 

Gesuchsgegner vom MIKA zur Festnahme ausgeschrieben worden war 

(MI-act. 166; 168 f.). In der Folge wurde der Gesuchsgegner inhaftiert und 

am 23. September 2025 dem MIKA zugeführt (MI-act. 169; 172). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

23. September 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 172 ff.). Im Anschluss an die Be-

fragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft 

wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 22. September 2025, 19:15 Uhr. Sie wird in An-
wendung von Art. 76 AIG für 3 Monate bis zum 21. Dezember 2025, 
12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut Basel vollzogen. Soweit für die 
Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt 
die Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor der Einzelrichterin des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 5, act. 31). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 5, act. 31): 

 

 - 4 - 

 

 

1. 
Der Antrag auf Anordnung der Ausschaffungshaft sei abzuweisen. Herr 
A._____ sei per sofort aus der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Herrn A._____ sei als amtlicher Rechtsbeistand der Sprechende zu 
bestellen bzw. sei der Sprechende in dieser Funktion zu bestätigen. 
 
3. 
Die Verfahrens- und Vollzugskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 
 
4. 
Dem amtlichen Rechtsvertreter sei eine angemessene Entschädigung 
zuzusprechen. 

 

 
   

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemessen-

heit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund einer 

mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2.b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 22. September 2025, 

19.15 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 

25. September 2025, 14.30 Uhr; das Urteil wurde um 15.15 Uhr eröffnet. 

Die richterliche Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 

96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landes-

verweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist – auch 

bei migrationsamtlichen Wegweisungen und bei Landesverweisungen 

gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von Strafen und 

Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugsverordnung, SMV; 

 - 5 - 

 

 

SAR 253.112) – das MIKA (§ 13 Abs. 1 EGAR). Im vorliegenden Fall wurde 

die Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige 

Behörde erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Die Haftrichterin hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungs-

haft rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstin-

stanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstin-

stanzliche Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG). 

 

Das SEM lehnte das Asylgesuch des Gesuchsgegners mit Entscheid vom 

2. Oktober 2024 ab, wies ihn zugleich aus der Schweiz weg und ordnete 

an, dass der Gesuchsgegner die Schweiz und den Schengen-Raum bis 

zum 27. November 2024 verlassen müsse (MI-act. 24 ff.). Die dagegen 

erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil  

D-6810/2024 vom 26. März 2025 ab (MI-act. 44 ff.), womit der ablehnende 

Asylentscheid in Rechtskraft erwuchs. Auf die zwei Revisionsgesuche des 

Beschwerdegegners trat das Bundesverwaltungsgericht nicht ein (Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts D-2815/2025 vom 12. Juni 2025 [MI-

act. 107 ff.]; D-5216/2025 vom 11. August 2025 [MI-act. 132 ff.]). Damit 

liegt ein rechtsgenüglicher Wegweisungsentscheid vor. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen 

würden. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser 

Gesetzesbestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich 

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eine Person der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen 

bisherigen Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, 

sowie ihrer eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten 

für sich eine Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der 

Gesamtheit der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1). 

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], 

Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE 

SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum 

Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, N. 17 zu Art. 76 

AIG). 

 

3.2. 

Der Gesuchsgegner wurde mit ablehnendem Asylentscheid des SEM vom 

2. Oktober 2024 aus der Schweiz weggewiesen und hätte die Schweiz und 

den Schengen-Raum bis zum 27. November 2024 bzw. – nach Abweisung 

der dagegen erhobenen Beschwerde durch das Bundesverwaltungs-

gericht – bis zum 30. April 2025 verlassen müssen (MI-act. 24 ff.; 56). Dies 

hat er nicht getan. Darüber hinaus gab er mehrfach zu erkennen, dass er 

nicht bereit ist, seiner Ausreiseverpflichtung nachzukommen: Anlässlich 

des Ausreisegesprächs vom 14. Juli 2025 gab er zu Protokoll, er wolle nicht 

nach Kolumbien zurückkehren (MI-act. 115 f.). Am 19. August 2025 

verweigerte er nicht nur die Entgegennahme der Fluginformationen (MI-

act. 157), sondern erklärte darüber hinaus mehrfach, die Rückreise nach 

Kolumbien nicht antreten zu wollen (MI-act. 158), so dass der auf den 

25. August 2025 gebuchte Flug annulliert werden musste (MI-act. 160). 

Zudem reichte er beim MIKA und beim SEM am 19. August 2025 ein 

Schreiben ein, in dem er ausdrücklich erklärte, nicht freiwillig nach 

Kolumbien zurückzureisen und kein entsprechendes Formular unter-

zeichnen zu wollen (MI-act. 154 ff.). Schliesslich erklärte der Gesuchs-

gegner anlässlich der Befragung zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

mehrfach, er könne nicht nach Kolumbien zurückreisen (MI-act. 172 ff.). 

Einzig eine Ausreise in einen Drittstaat, etwa nach Spanien, könne er sich 

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vorstellen (MI-act. 173). In dieser konsequenten Weigerung, seiner Aus-

reisepflicht nachzukommen, ist ein klares Anzeichen dafür zu erkennen, 

dass sich der Gesuchsgegner der Ausschaffung entziehen will und nicht 

bereit ist, sich an behördliche Anweisungen zu halten, wenn sie den Weg-

weisungsvollzug betreffen (vgl. BGE 140 II 1, Erw. 5.3; BGE 130 II 377, 

Erw. 3.2.2). 

 

Daran vermag nichts zu ändern, dass sich der Gesuchsgegner anlässlich 

der heutigen Verhandlung zu einer Ausreise nach Kolumbien bereiterklärte 

(Protokoll S. 3, act. 29). Er konnte dabei nicht glaubhaft darlegen, dass er 

seine Meinung in Bezug auf eine freiwillige Ausreise tatsächlich geändert 

hat. Vielmehr führte er aus, dass ihn die Haft belaste und er daher zur Ko-

operation bereit sei (Protokoll S. 3, act. 29). Damit scheint seine angebliche 

Ausreisebereitschaft eher dem Wunsch zu entspringen, einer Fortdauer der 

Haft zu entgehen, als der effektiven Bereitschaft, die Schweiz eigenständig 

zu verlassen. Es ist demnach von einer reinen Schutzbehauptung auszu-

gehen. 

 

Auch die im Rahmen der Befragung zur Gewährung des rechtlichen 

Gehörs geäusserte angebliche Bereitschaft des Gesuchsgegners, in einen 

Drittstaat auszureisen, ändert nichts an der festgestellten Untertauchens-

gefahr. Zwar kann das MIKA eine ausreisepflichtige ausländische Person, 

die rechtmässig in mehrere Staaten ausreisen kann, gemäss Art. 69 Abs. 2 

AIG in den Staat ihrer Wahl ausschaffen. Der Gesuchsgegner hat vor-

liegend jedoch weder ein gültiges Visum vorgelegt noch belegt, dass er in 

einem Drittstaat über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügt. Damit 

erscheint ein rechtmässiger Vollzug der Wegweisung in einen Drittstaat 

nicht möglich. Eine eigenmächtige Ausreise des Gesuchsgegners würde 

zudem eine unkontrollierte und irreguläre Ausreise darstellen, was wiede-

rum selbst eine konkrete Untertauchensgefahr indiziert.  

 

Hinzu kommt, dass der Gesuchsgegner für einen unbegleiteten Rück-

schaffungsflug am 30. September 2025 angemeldet worden ist (Protokoll 

S. 2, act. 28). Da sich der Ausschaffungsvollzug damit konkretisiert hat, 

wird die Untertauchensgefahr auch nicht dadurch relativiert, dass der 

Gesuchsgegner den Vorladungen des MIKA bislang stets nachgekommen 

ist und sich in der ihm zugewiesenen Unterkunft aufgehalten hat. Am 

19. August 2025 verweigerte der Gesuchsgegner seine Mitwirkung nämlich 

just in jenem Moment, als er vorgeladen wurde, um die Ausreise-

informationen entgegenzunehmen (MI-act. 154 ff.). Im Lichte dieses 

Verhaltens akzentuiert sich die Gefahr eines Untertauchens, nachdem sich 

der Vollzug der Wegweisung konkretisiert hat. 

 

In der Gesamtwürdigung ist von einer konkreten und inzwischen hin-

reichend akzentuierten Untertauchensgefahr auszugehen. Damit ist nach 

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dem Gesagten der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG 

erfüllt. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 5, act. 31). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem Be-

schleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur Sicherstellung 

des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich der familiären 

Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen eine 

Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht auch nicht 

geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig und führt auch sonst nicht aus, 

inwiefern die Haft unverhältnismässig wäre. Hinzu kommt, dass es der 

Gesuchsgegner in der Hand hat, die Haft am 30. September 2025 zu 

beenden, indem er den Rückschaffungsflug antritt (siehe vorne Erw. II/3.2). 

Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft 

als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

 - 9 - 

 

 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftent-

lassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt 

werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 

Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftver-

längerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor 

Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichterin erkennt: 

 

1. 

Die am 23. September 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

21. Dezember 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der Be-

fragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaf-

tierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 26. September 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaf-

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fungshaft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der 

Gesuchsgegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Dominic Frey, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haft-

entlassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzu-

reichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 

[Bundesgerichtsgesetz; BGG; SR 173.110]). 

 

 
   

Aarau, 25. September 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

i.V. 

 

Dambeck Schmucki