# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45dd7021-fbae-5f31-9117-aad792d17f35
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-17
**Language:** de
**Title:** Rentenanspruch, Viertelsrente. Prüfung der Standardindikatoren nach BGE 141 V 281 aufgrund depressiver Erkrankung erlaubt Abstellen auf MEDAS-Gutachten. Einkommensvergleich, leidensbedingter Abzug wegen Teilzeitpensum bei Männern nach LSE 2014.
**Docket/Reference:** IV.2017.00182
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00182.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00182
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Hartmann
Urteil
vom
17. Juli 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Grimmer
Peyer Partner Rechtsanwälte
Löwenstrasse 17, Postfach, 8021 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1958 geborene
X.___
war
mit temporärem Einsatzvertrag
als Kundenmaurer über das Stellen
vermittlungsbüro
Y.___
AG tätig
(
Urk.
8/20/86)
, als er sich am 2
6.
September 2013 bei einem Sturz ein
e
Kontusion
der Lenden
wirbelsäule (LWS) und des Steissbeines zuzog
(
Urk. 8/20/74,
Urk.
8/20/104
). In der Folge litt er an lumbalen Rückenschmerzen
(
Urk.
8/
20/21
).
Im Oktober
/No
vember
2013
traten
transitorische ischämische Attacke
n
(TIA)
auf und
es wurde ein
thrombosiertes
Aneurysma
festgestellt (
Urk.
8/15/23). Der Ver
sicherte leidet ausserdem an
Schulter-, Knie- und Fersen
beschwerden
, Tinnitus
und
psychischen Beschwerden (
Urk.
8/
20/21,
Urk.
8/34-35, Urk. 8/66/51
).
Die Unfallversicherung Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 2
6.
September 2013, welche sie
gestützt auf die stationäre Ab
klärung in der Rehaklinik
Z.___
(
Urk.
8/20/21-27) per
1.
April 2014 ein
stellte (
Urk.
8/20/11).
1.2
Am
4.
September 2014
meldete
sich
der Versicherte
bei der Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle),
wegen Rücken
schmerzen mit Bewegungseinschränkungen
zum Leistungs
bezug an (Urk.
8
/
3
). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse ab
. Mit Vor
bescheid vom 3
0.
Juni 2015 kündigte sie die Abweisung des Leistungs
begehrens bei einem Invaliditätsgrad von 19
%
an (
Urk.
8/33).
Dagegen erhob der Versi
cherte mit undatiertem Schreiben Einwände (
Urk.
8/38).
Die IV-Stelle holte darauf
hin
das Gutachten des
A.___
vom
24. August 2016 ein (
Urk.
8/66). Mit Verfügung vom 11. Januar 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie angekündigt ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Be
schwerdeführer mit Eingabe vom 9
.
Februar
2017 Be
schwerde und beantragte,
es seien ihm in Aufhebung der
Verfügung vom
11. Ja
nuar 2017
die gesetzlichen Leistungen
zu erbringen und es sei ihm insbe
sondere eine Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerde
geg
nerin schloss in der Beschwerde
antwort vom
15
. März 2017 auf Ab
weisung der Be
schwerde (Urk. 7
).
Der Beschwerdeführer hielt in der Replik vom 7. Juni 2017 an seinen Anträgen fest und beantragte präzisierend, es sei ihm insbesondere ab März 2015 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen
, eventualiter sei die Sache zur weiteren Sach
verhaltsabklärung zurückzuweisen
(
Urk.
12 S. 2).
Mit Eingabe vom 22. Juni 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine weitere Stellung
nahme (
Urk.
15). Mit Verfügung vom
6.
Februar 2018 wurde den Parteien Gele
genheit gegeben,
zur Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts gemäss BGE 143 V 409 und 143 V 418 Stellung zu nehmen (Urk. 17 S. 2). Die Be
schwerde
gegnerin nahm dazu mit Eingabe vom
5.
März 2018 (
Urk.
20), der Be
schwerdeführer mit Eingabe vom
5.
April 2018 Stellung (
Urk.
21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbs
einkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
ab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie aus
gewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Per
son zu
mutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2.2
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
ma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
säch
liche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person in einem struk
turierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpas
sungen hinsicht
lich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklä
rungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztli
chen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
erheblichen Indika
toren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (E. 7).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der In
validi
täts
grad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich in der
angefochtene
n
Ver
fügung
auf den Standpunkt
, dass
dem Beschwerdeführer ab dem
frühest
möglichen
Anspruchs
beginn im März 2015 eine behinde
rungsangepasste
Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei.
Die angestammte körperlich schwere Tätigkeit als Maurer sei ihm nicht mehr zumutbar.
Zumutbar sei aber eine leichte wechselbelastende Arbeit mit einem speziellen Tätigkeitsprofil (Ausschluss ungünstige Wetterbedingungen, gelegent
liches Heben und Tragen von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne verhar
ren in Zwangshaltungen), was eine Hilfsarbeit ermögliche.
Der Ein
kommensver
gleich ergebe eine
n Invaliditätsgrad von 19
%,
weshalb
kein An
spruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung bestehe
(Urk. 2 S. 1 f.).
In der Stellungnahme vom
5.
März 2018 erklärte die Beschwerdegegnerin zudem, auch nach neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu den leichten und mittel
schweren Depressionen sei ein besonderes Augenmerk auf die Frage der Thera
pierbarkeit zu legen (gemäss BGE 143 V 409 in Verbindung mit BGE 141 V 281). Verlauf und Ausgang von Therapien seien wichtige Schweregrad
indika
toren. Da beim Beschwerdeführer noch Möglichkeiten zur Therapieoptimierung bestünden
, sei auf einen fehlenden Leidensdruck zu schliessen. Der vorliegende Schweregrad der Störung erreiche somit nicht das erforderliche Ausmass, welche für einen in
validisierenden Gesundheitsschaden vorausgesetzt wäre. Ausser
dem würden di
verse invaliditätsfremde Faktoren vorliegen, welche sich auf den Gesundheitszu
stand auswirken würden (
Urk.
20).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
,
er sei auch in einer optimal leidens
angepassten Tätigkeit nicht zu 100
%
arbeitsfähig. Selbst die
A.___
-Gutachter hätten für die Zeit ab Januar 2014 aufgrund seiner psychischen Beschwerden lediglich eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit attestiert
.
Dabei hätten di
e Gutachter
allerdings
nicht begründet, weshalb sie die Einschätzung von
pract
. med.
B.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht nach
vollziehbar
sei
und weshalb
der
von Prof.
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Neurologie,
diag
nostizierte chronische Spannungskopfschmerz psychogen respektive medika
menten
induziert
s
ein solle, zumal die psychogene Über
lagerung
vom neurologischen Gutachter
nur vermutet
worden sei
. Zudem sei trotz seiner schlechten Deutschkenntnisse
kein Dol
met
scher zur Begutachtung beigezogen worden.
Die angefochtene Verfügung lasse ausserdem eine Auseinandersetzung mit den von den Gutachtern geprüften Indi
katoren und eine Ressourcenprüfung vermissen.
Jedenfalls sei ent
sprechend der
Beurteilung der Gutachter von einer maximal 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Beim Einkom
mensvergleich sei von einem hö
heren
Valideneinkommen
auszugehen und vom Invalideneinkommen sei ein lei
densbedingter Abzug von 25
%
vorzunehmen, so dass ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
ab März 2015 resultiere (Urk. 1 S. 3
, Urk.
12 S. 5 ff.
).
In der weiteren Stellungnahme vom
5.
April 2018 machte der Beschwerdeführer geltend, dass die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge
stellten ge
sundheitlichen Anspruchsgrundlage anhand der
geprüften
Standardindikatoren (gemäss BGE 141 V 281 und 143 V 418)
schlüssig und widerspruchsfrei mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen zu gelten hätten (
Urk.
21).
2.3
2.3.1
D
ie Parteien
sind sich zu Recht
darin
einig
, dass
der früheste mögliche allfällige
Rentenbeginn
aufgrund der Anmeldung vom
4.
September 2014 (Urk. 8/3) in An
wendung von
Art.
29
Abs.
1 IVG der
1.
März 2015 ist.
Ausserdem bildet d
ie an
gefoch
tene Ver
fügung
vom 1
1.
Januar 2017 (
Urk.
2)
recht
sp
re
chungsgemäss die zeit
liche Grenze der richter
lichen Über
prüfungs
be
fugnis (BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
ge
richts
8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
Nicht strittig und ausgewiesen ist sodann, dass der Beschwerdeführer in der an
ge
stammten Tätigkeit als Kundenmaurer seit dem Unfall vom 26. Sep
tember 2013 zufolge somatischer Befunde zu 100
%
arbeitsunfähig ist. Und zwar hielten die
A.___
-Gutachter im Gutachten vom 2
4.
August
2016 nach
vollziehbar fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund der verminderten Belastbarkeit seiner dege
nera
tiv veränderten Lendenwirbelsäule (LWS) mit Spinalkanalstenose L4/L5, leichte
ren Grades auch L2/3 und L3/4, sowie aufgrund seiner radiologisch be
ginnenden
Coxarthrose
und den
Haglund-Exostosen
beidseits für schwere kör
perliche Arbeit auf dem Bau nicht mehr geeignet sei. Für diesen Beruf und alle schweren oder mittelschweren Tätigkeiten bestehe aus rheumatologischer Sicht eine dauerhafte 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/66/54-55). Hiervon ist auszu
gehen.
2.3.2
Strittig und
zu prüfe
n ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
den Anspruch des Beschwerde
führers auf Leistungen der Invalidenver
siche
rung
ausgehend von ei
ner 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab März 2015
mit
einem Invaliditätsgrad von 19
%
verneint hat
.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde von den
A.___
-Gutachtern
umfassend poly
diszipli
när
aus inter
nistischer, rheumatologischer, neuro
logischer und psychia
trischer Sicht
be
gutachtet
(
Urk.
8/66/1)
.
Der Beschwerdeführer gab gegenüber den Gut
achtern an, er leide hauptsächlich unter seinen Kopf- und Rückenschmerzen
so
wie Fuss
schmerzen. Er könne nicht länger sitzen und nicht lange stehen. Seit seinem Hirnschlag leide er an permanenten Kopfschmerzen und an einem rechts
seitigen Tinnitus, der ihn in den Wahnsinn treibe. Beim Laufen
seien
die Schmer
zen etwas besser, dann verspüre er
jedoch
Schwindelbeschwerden.
Meistens schlafe er nur zwei Stunden, er sei häufig sehr traurig, komme sich wertlos vor und es gehe ihm richtig schlecht. Auch habe er (im Zusam
menhang mit dem Hirninfarkt) sehr grosse Angst, dass ihm eine Seite einschlafen würde und er dann in die Klinik müsse. Er wisse nicht, wie er mit der Angst umgehen solle.
Aufgrund seiner Probleme könne er nicht mehr arbeiten (
Urk. 8/66/37-38,
Urk. 8/66/41,
Urk.
8/66/51
).
Die
Gutachter
stellten die folgenden
Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeits
fähig
keit: Chronisches
Lumbo
vertebralsyndrom
mit gelegentlich
spondylogener
Aus
strah
lung beidseits mit/bei Status nach Sturz mit Kontusion der LWS im Septem
ber 2013, degenerativen LWS-Veränderungen
und
Spinalkanalstenose L4/5, leich
teren Grades L2/3 und L3/4;
Haglund-Exostosen
beidseits, links asymp
to
matisch
;
Präcoxarthrose
beid
seits, rechtsbetont (asymptomatisch); mittel
gradige depres
sive Erkrankung mit Anteilen einer schweren depressiven Erkrankung und soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11).
Die folgenden Diag
nosen beurteilten die Gutachter als solche ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkei
t
: Verdacht auf tran
sient ischämische Attacke (TIA) im Okto
ber/November 2013 mit/bei
teil
thrombo
siertem
Aneurysma der
Arteria
basilaris
; metabolisches Syn
drom mit/bei Adipo
sitas Grad I nach WHO (BMI von 32.8 kg/m
2
)
, arterieller Hypertonie, unge
nügend ein
gestellt, ge
mischter
Hyper
lipidämie
; beginnende
Heberden
arthrosen
beidseits, chronische tägliche Kopf
schmerzen, überwiegend
Medi
kamentenüber
gebrauch
k
opfschmerz
, fraglich über
lagerter chronischer Span
nungs
kopf
schmerz; Klaus
tropho
b
ie (ICD-10 F40.2
; Urk. 8/66/46
).
Aus allge
mein-internistischer Sicht sei
die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
D
er neurologische Gutachter kam zum Schluss, dass die angegebene Minderung des oberflächigen Berührungsempfin
dens der rechten Körperhälfte als funktionell einzuordnen sei und dass die ge
klagten Beschwerden am Rücken mit Aus
strahlung in die Oberschenkelaussen
seite nicht von
radikulären
Ausfällen be
gleitet sei. Die Kopfschmerzsymptomatik könne auf einen chronischen Span
nungskopfschmerz und medikamentenindu
zierte
n Kopfschmerz
zurückge
führt werden
.
Aus fach
neuro
logische
r
Sicht
bestehe keine Diagnose, die eine Reduk
tion der Arbeits
fähigkeit in quantitativem Mass
einschränken würde
. Es sei aber plausibel, dass die angestammte Tätigkeit als Maurer eingeschränkt sei
.
Aufgrund der vom rheumato
logischen Gutachter fest
gehaltenen objektivierbaren Be
schwerde
bilder
n
an der LWS und den Fersen sowie an den Hüften sei die Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar. In einer leidens
angepassten, vorwiegend sitzen
den, weniger stehenden und gehenden Tätigkeit ohne repe
titives Heben von Ge
wichten über 5 Kilogramm, einmalig über 8 Kilo
gramm, sei
aus rein rheuma
tolo
gischer Sicht
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren.
Der psychiatrische Experte
habe
auf eine 40%ige Arbeits
un
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit aufgrund der mittel- bis
schwergradig
ausge
prägten depres
siven Erkran
kung mit soma
tischem Syndrom gemäss ICD-10 F32.11
geschlossen
.
Aus i
nterdisziplinär
er Sicht
bestehe
insgesamt in einer den Leiden optimal ange
passten Verweistätigkeit ab Januar 2014 eine Restarbeitsfähigkeit von 60
%
(
Urk.
8/66/51-55
).
3.2
3.2.1
Mit dem
A.___
-Gutachten vom
2
4.
Juni 2016
liegt eine
medizinische Ein
schät
zung
vor, die
alle rechtsprechungsgemäss erfo
rderlichen Kriterien für be
weis
k
räf
tige ärztliche Entscheidungs
grundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c) erfüllt.
Darauf ist
in medizinischer Hinsicht
abzustellen.
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag den Beweiswert des Gut
achtens nicht in Zweifel zu ziehen, zumal der Beschwerdeführer
in der Replik letztlich
selbst
ausführte, er sei entsprechend der Beurteilung der Gutachter in einer leidensangepassten Tätigkeit maximal zu 60
%
arbeitsfähig (
Urk.
12 S. 7).
3.2.2
Insbesondere
wird der Beweiswert des Gutachtens dadurch
, dass die Begutach
tung
des
Beschwerde
führers
ohne Dolmetscher stattfand
,
nicht in Frage gestellt,
auch wenn
dessen
Muttersprache Italienisch ist
.
Nach der Rechtsprechung ist bei psychiatrischen Begutachtungen eine Über
setzungshilfe beizuziehen, sofern sprachliche Schwierigkeiten bestehen
. Dies jedoch nur, sofern
das Unter
su
chungs
gespräch nicht in der Muttersprache des Exploranden geführt werden
kann
(
BGE 140 V 260
E. 3.2.1).
Dem
A.___
-
Gutachten ist dazu zu entnehmen,
e
s bestehe
eine
(aufgrund des tiefen Bildungsniveaus)
mangelnde Sprach
kompetenz und in
nerhalb der gutach
terlichen Untersuchung
habe
immer wieder auf Italienisch zu
rückgegriffen werden müssen (
Urk.
8/66/58). Somit ist von genügend
en
Sprach
kenntnissen der Gutachter in der Muttersprache des Be
schwerde
führers auszuge
hen.
Auch
lebt
der Beschwerdeführer
schon seit mehr als 30 Jahren in der Schweiz und war im Berufsleben sowie sozial integriert (Urk. 8/3/3,
Urk.
8/20/25, Urk. 8/62)
, so dass auch beim Beschwerdeführer von gewissen Deutschkenntnis
sen auszugehen ist
.
I
m Austrittsbericht der Rehaklinik
Z.___
vom 2
7.
Februar 2014
war zumindest
von mässig guten Deutsch
kenntnissen die Rede (Urk. 8/20/25)
.
Zudem
sind
im Gutachten detaillierte An
gaben des Be
schwerde
führers aufgeführt, welche bei erheblichen Verstän
digungs
schwierig
keiten so nicht möglich gewesen wären. Dass das Gutachten falsche Ausfüh
rungen ent
halte, wurde vom Be
schwerdeführer nicht geltend gemacht;
auch
sind dem Gut
achten keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass die Sprach
kenntnisse des Be
schwerdeführers respektive der Gutachter für die Begutach
tung nicht ausreichend gewesen
wären
oder dass zufolge Ver
stän
digungs
schwierig
keiten falsche oder un
vollständige Tatsachen aufgeführt worden wären.
3.2.3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(
Urk.
12 S. 6)
steht auch
die
Ein
schätzung des be
handelnden Psychiaters
pract
. med.
B.___
einer 100%igen Arbeitsun
fähig
keit
(
Urk.
8/47
)
dem Beweiswert des
A.___
-Gutachtens nicht ent
gegen. Zum einen begründete
pract
. med.
B.___
, bei dem der Beschwerde
führer seit Anfang September 2015 in Behandlung ist,
die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in erster Linie mit "diversen schweren chronischen soma
ti
schen Krankheiten" (
Bericht vom 3
0.
November 2015;
Urk.
8/47). Zum
anderen bezog
er
sein Attest im Bericht vom 2
0.
Dezember 2015 nur auf die angestammte Tätigkeit
als Kundenmaurer
(
Urk.
8/49/2-3), weshalb
seine
Ein
schätzung mit je
ner der Gutachter
letztlich
übereinstimmt.
Sodann stimmt auch die
von
pract
. med.
B.___
gestellte
Diagnose einer
chronischen
depressiven Störung mitt
leren Grades mit soma
tischem Syndrom
(ICD-10 F32.11; Urk. 8/47) mit
jener des psychiatrischen Gutachters
(
mittel
gradig
e
depres
sive Erkrankung mit Anteilen einer schweren depressiven Erkrankung und soma
tischem Syndrom
(ICD-10 F32.
11) im Wesentlichen überein
(
Urk. 8/66/45
).
Auch bezüglich der neurologischen Einschätzung ist die
gutachterliche
Würdi
gung der
Vorakten
nicht zu beanstanden. So wurde im neurologischen Teilgut
achten ausgeführt, dass
die Kopfschmerzsymptomatik
in Übereinstim
mung mit dem Bericht von Prof.
Dr.
C.___
vom 2
5.
November 2015 (Urk. 8/
8/46
)
auf einen chro
nischen Spannungskopfschmerz und medikamenten
induzierte
n
Kopf
schmerz
zurückgeführt werden
könne
, wobei die eingenommene Schmerz
mittelanzahl pro Monat derzeit einen
Medikamentenübergebrauch
kopfschmerz
wahrscheinlich mache. Die fehlende Schmerz
modu
lation und das Ausbleiben nonverbaler Schmerz
kommunikation in der gutach
terlichen Unter
suchungssitu
ation trotz Angabe hoher Schmerzinten
sitäten wür
den eine wesent
liche p
sycho
gene Über
lagerung vermuten
(
Urk.
8/66/52-53). Damit
wurde
hin
reichend und
überzeugend
begründet,
inwiefern und weshalb
die
A.___
-Gutachte
r
von der Ein
schätzung des Neurologen Prof.
Dr.
C.___
abwichen und insbesondere weshalb auch von einer
psychogenen Überlagerung auszugehen ist
. Im Übrigen beurteilte
auch
Prof.
Dr.
C.___
den
Kopf
schmerz
nicht nur
als solchen
vom Spannungstyp
,
sondern auch als zusätzlich medika
mentenind
uziert (
Urk.
8/46/5);
die diagnostische Einschätzung
weicht mithin
nicht erheblich
ab
.
Die von Prof.
Dr.
C.___
attestierte 80 bis 90%ige Arbeitsunfähigkeit in einer admi
nistrativen Tätigkeit bezog dieser zudem nicht nur auf die neurolo
gischen Be
schwerden, sondern
fachübergreifend
auch auf die Einschränkungen aufgrund der
lumbospondylogenen
und depressiven Sympto
matik (
Urk.
8/46/6
), weshalb darauf nicht
abzustellen ist
.
Ferner
hätte der Beschwerdeführer
(
Urk.
12 S. 6)
nichts zu seinen Gunsten ge
wonnen, wenn es sich bei seinem Kopfschmerz
ausschliesslich
um einen solchen
vom Spannungskopfschmerz handeln würde.
Mass
geblich ist letztlich nicht die Genese, sondern die objektivierbare, medizinisch nachvollziehbare funktionelle Auswirkung im Erwerbsbereich. Auch rechtfertigt der Span
nungs
kopfschmerz nicht
die Annahme einer
anhaltenden
erheblichen
Arbeitsun
fähigkeit
, wie der neuro
logische Gutachter nachvollziehbar erklärte
(Urk.
8/66/53)
,
welche überdies die polydisziplinär attestierte
40%igen Arbeitsun
fähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit
übersteigen würde
.
3.2.4
Es ist nach dem Gesagten in medizinischer Hinsicht somit vo
m
gemäss dem
A.___
-Gutachten
(
Urk.
8/66/55)
beschriebenen Tätigkeitsprofil, nämlich
einer
lei
dens
angepassten, vorwiegend sitzen
den, weniger stehenden und gehenden Tätig
keit ohne repe
titives Heben von Ge
wichten über 5 Kilogramm, einmalig über 8 Kilogramm,
auszugehen. Sämtliche weitere Vorbringen des Beschwerde
führers führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
4.
4.1
Zu beurteilen bleibt im Folgenden die Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen der Gutachter
zu den psychischen Beschwerden mit Prüfung der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Standardindikatoren
auf Ar
beitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG schliessen lassen (
BGE 143 V 418
E. 7). Dabei obliegt es den Rechtsanwendern, mithin hier dem Gericht, im Rahmen der Beweiswürdigung zu überprüfen, ob ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Ein
schätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbe
urteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141
V 281 E.
5.2.2;
Art.
7
Abs.
2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medi
zinisch anhand der Indika
toren schlüssig und wider
spruchs
frei festgestellt sind und somit den ver
siche
rungsmedizinischen Vorgaben Rech
nung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6
; Urteil des Bundes
gerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2
).
4.2
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem Prüfungs
ras
ter
gemäss
BGE 141 V 218
erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn Aus
schlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erschei
nung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1).
Dies ist hier unstrittig nicht der Fall.
Zwar war während der stationären Abklärung in der Rehaklin
i
k
Z.___
vom 22.
Januar
bis 1
9.
Februar
2014
ge
mäss
dem Austrittsbericht vom 2
7.
Februar
2014
die Schmerzproblematik von
eine
r
erhebliche
n
Symptom
ausweitung
über
lagert (
Urk.
8/20/22). Aggravation wurde indes nicht angenommen, dafür aber bereits damals ein depressives Zustandsbild von erheblicher Ausprägung (
Urk.
8/20/23).
Die
A.___
-Gutachter
beurteilten
die geklagten Beschwerden
im Bereich der Fersen und der LWS sowie die
Kopfschmerzen und die
depressive Symptomatik
im Sinne selb
ständiger Gesundheitsschädigungen
zudem
mit über
zeugender Begründung
als
nachvoll
ziehbar (Urk. 8/66/56-58
)
und stellten eben
falls keine Aggravation oder Simulation fest
, sondern lediglich eine Ve
r
deutli
chung der Symptome (Urk.
8/66/59
, Urk. 8/66/63
)
.
4.3
Der Prüfungsraster gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 141
V 281) beinhaltet die folgenden zu prüfenden Standardindikatoren: Unter die Kate
gorie
„funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
fällt zunächst der K
omplex „Gesund
heitsschädigung" (E. 4.3.1)
mit der Frage nach der
Ausprä
gung der diagnoserele
vanten Befunde (E. 4.3.1.1)
, nach dem B
ehandlungs- und Eingliede
rungserfolg oder
der Behand
lungs
resistenz (E. 4.3.1.2)
und mit der Frage nach den
Komorbi
ditäten (E. 4.3.1.3)
. Weiter sind der K
omplex „Per
sönlichkeit" (Persönlichkeitsdi
agnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
und der K
omplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
zu erfassen. Unter der Kategorie
„Konsistenz" (Ge
sichtspunkte des Ver
haltens; E. 4.4)
sind die g
leich
mässige Ein
schränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebens
bereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und ein
gliederungsanam
nestisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
Das vorliegende
A.___
-Gutachten erlaubt die Beurteilung der Standar
dindi
kato
ren aus rechtlicher Sicht, zumal die Gutachter
zu
diesen
nachvollziehbar Stellung
genommen haben (
Urk.
8/66/56-64).
5
.
5
.1
5
.1.1
Hinsichtlich
des Indikators der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde
und Symptome
im Sinne der Schwere des Krankheits
geschehens
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1)
führte das Bundesgericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, dass eine Diagnose i
n grundsätzlicher Hinsicht
selbst bereits ein Schweregradindikator sein
könne,
soweit darin ein Bezug zum Sc
hweregrad der Erkrankung bestehe;
insbe
sondere dann, wenn die Begründung der Diagnose einen ausreichenden Bezug zur funktionserheblichen Befundlage aufweis
e
.
Fehle
in der Diagnose aber die
se Schweregradbezogenheit, zeige
sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funk
tionellen Auswirkungen
.
Ein Leiden als leicht ein
zu
stufen, weil diagnostisch kein Bezug zum Schweregrad desselben gefordert
sei
und ihm bereits deshalb eine ver
sicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arb
eitsfähigkeit abzu
sprechen, gehe
daher fehl
(E. 5.2.2). Entscheidend bleibe
letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung
(E. 6)
.
Bei der
diesbezüglich relevanten,
vom psychiatrischen
A.___
-
Gutachter
gestellten Diag
nose
einer
mittelgradigen depressiven Erkrankung
mit Anteilen einer schwe
ren depressiven Erkrankung und somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11; Urk. 8/66/
45-46
)
handelt es sich um
eine
solche, welche einen
Bezug zum Schwe
regrad aufweist
.
Und zwar weist
sie
auf eine mittelschwere
psychische Störung
mit schweren Anteilen
hin
,
die
grundsätzlich invali
disierend sein kann (BGE 143 V 418 E. 5.2.2).
Entscheidend aber ist rechtsprechungsgemäss und daher im Folgenden zusätzlich zu prüfen, ob nach den übrigen Standardin
dikatoren auf einen
funk
tionelle
n
Schweregrad
der p
sychischen Stö
rung
zu schliessen ist,
der sich nach
dessen
kon
kreten funk
tionellen Auswir
kungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die ver
sicherte Person in sozialen, be
ruf
lichen oder anderen wichtigen Funk
tions
be
reichen
dadurch bedingt
beein
trächtigt ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 5.2.3).
5.1.2
Betreffend den Indikator
des Behandlungserfolges oder der Behandlungsre
sis
tenz (Verlauf und Ausgang von Therapien; BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2) geht aus den Akten hervor, dass
erst seit September 2015
eine psychiatrisch-psycho
thera
peu
tische Behandlung
durchgeführt
wurde
(Urk. 8/
47
)
.
E
ine erhebliche depressive Entwicklung
wurde indes bereits in der Rehaklinik
Z.___
Anfang 2014
festge
stellt (
Urk.
8/20/21-23)
.
Gemäss der Einschätzung der
A.___
-Gutachter besteht beim Beschwerdeführer
zudem
keine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Thera
pie (
Urk.
8/66/64).
Zur Opti
mierung der Behandlung könnte g
emäss dem
A.___
-Gutachten
ein
Wechsel ver
schiedene
r
Anti
depres
siva
versucht werden, da bisher nur ein Antidepressivum
gegeben
worden sei. Auch könne
zusätzlich
wegen der begrenzten kognitiven Möglich
keiten
eine
Psychotherapie
vom ver
haltensthera
peutischen, struktu
rierten Typ
in der Sprache des Be
schwerde
führ
ers initialisiert werden
(Urk. 8/66/61).
Anderer
seits vermerkten die Gutachter
auch
, dass der Be
schwerdeführer bei der ver
schriebenen und durchgeführten psychia
trischen The
rapie kooperiere
, jedoch selber aufgrund der geringen kognitiven Leistungsfähig
keit keine Eigeninitiative aufbringe. Auch
kooperiere
er
bei der angebotenen Psychopharmakotherapie
maximal
(
Urk.
8/66/62)
.
Vor diesem Hinter
grund kann trotz des
länger
andauernden Krank
heits
ge
sche
hens nicht auf ein defi
nitives Scheitern der Behandlung und einer
abschlies
sen
den
Be
handlungs
resistenz
der depressiven Symptomatik
ge
schlos
sen werden. Aus
den noch nicht ausgeschöpften
Be
hand
lung
soptionen
kann für den Schwere
grad der Störung somit nichts zugunsten des Beschwerde
führers abge
leitet werden.
Nach neuer bundes
gerichtlicher Rechtsprechung (BGE 143 V 409) rechtfertigt
das Argument, (leichte bis mittelgradige) depressive Leiden seien grundsätzlich be
handelbar,
allerdings entgegen der Ansicht der Beschwerde
gegnerin im ange
fochtenen Entscheid (
Urk.
2 S. 3)
nicht
allein und
ungeachtet der Prüfung sämt
licher Standardindikatoren eine Abweichung von der gutachterlich atte
stierten 40%igen Arbeitsunfähigkeit.
Dies gilt hier umso mehr, als die gutachterlich diag
nostizierte depressive Störung des Beschwerdeführers mittel
schwer- bis teilweise
schwergradig
ist (
Urk.
8/66/45-46).
5.1.3
Zum Indikator der Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) führte das Bun
des
gericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, d
as strukturierte Beweisverfahren
stehe
einer Aufteilung von Einbussen auf einzelne Leiden entgegen, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in Be
rücksichtig
ung der Wechselwir
kungen basiere
. Fortan
sei
E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 so zu verstehen, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose be
reits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hem
mende Wirkung beizumessen
sei
.
So werde
beispielsweise eine
Dysthymie
für sich
allein betrachtet keine Invalidität be
wirken. Eine
dysthyme
Störung
könne
die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall jedoch erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusam
men mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeits
störung -
auftrete (E. 8; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2.3).
Hier
sind
die festgestellte
n
somatischen
Befunde und objektivierbaren Be
schwer
den
(LWS, Fersen, Hüften
, TIA mit Aneurysma
)
als
ressourcenhemmende Fakto
r
en
beachtlich
, z
um einen aufgrund der Schmerzen zum anderen aufgrund der psychischen Folgen der somatischen Beschwerden. Die
A.___
-Gutachter führten
zu letzterem
nach
vollziehbar aus, dass
der
Be
schwerde
führer aufgrund der wie
derholten soma
tischen Erkrankungen
ein Gefühl der Ohnmacht und das Gefühl der Selbst
wertlosigkeit erlernt habe. Die soma
tischen Traumatisierungen hätten die depressive Erkrankung verschlechtert und die
Copingstrategien
des Be
schwer
deführers vermindert (
Urk.
8/66/61).
Es ist daher davon auszu
gehen, dass
zusätz
lich zur
depressive
n
Symptomatik
die somatisch bedingten
Beschwerden
dem Be
schwerdeführer
Ressourcen rauben
.
5.1.4
In Bezug auf die im
Komplex Persönlichkeit (
BGE 141 V 281
E. 4.3.2) zu prüfen
den Merkmale
(Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychi
sche Funktionen) ist dem
A.___
-
Gutachten zu entnehmen, dass eine eigentliche Persö
nlichkeitsstörung nicht besteht.
A
uch sonst
liegen
keine auf
fälligen Persön
lichkeitsaspekte
vor
, die bei diesem Indikator, etwa im Sinne einer persönlich
keits
bedingten Ein
schränkung der Antriebs-, Reaktions- und Anpas
sungsfähig
keit, ins Gewicht fallen könnten.
5.1.5
D
er soziale Lebenskontext (
BGE 141 V 281
E. 4.3.3
)
begründet
allein durch die
im Januar
2015 gewonnene Lebenspartnerin eine gewisse Unterstützung und Sta
bilität
(Urk. 8/66/42,
Urk.
8/66/59-60), wobei
sie
dem Beschwerdeführer nach sei
nen Angaben
teilweise betreut und ihn (etwa durch Spaziergänge) zu einer ge
wissen Tagesstruktur motiviert (
Urk.
8/66/42).
Dies ist als
be
stätigende
r
, sich po
tenziell günstig auf die Ressourcen aus
wir
kende
r Faktor zu beurteilen.
Allfällige direkt negative funktionelle Folgen durch soziale Belastungen
sind
rechtsprechungsgemäss auszuklammern.
Dazu gehören
die Trennung von seiner ehemaligen Ehefrau und der Abbruch des Kontaktes von Seiten seiner Kinder,
geringe
r
Kontakt zur Ursprungsfamilie,
die Erwerbslosigkeit und finanziellen Probleme (
Urk. 8/66/24-25,
Urk. 8/66/58-60), aber auch das sehr niedrige Bil
dungsniveau mit fehlender Sozialkompetenz, mangelnder Sprach
kompetenz und (gemäss den
A.___
-Gutachtern) gewissen ko
gnitiven Ein
schränkungen (Urk.
8/66/58).
5.1.6
Es zeigt sich somit, dass der funktionelle Schweregrad mittel
gradig
eingeschränkt ist durch die
depressive Symptomatik
an sich und durch die ressourcenhemmende Wechselwirkung der
somatischen Befunde
, wobei der so
ziale Lebenskontext als eine die Leistungsfähigkeit begünstigende Ressource in Gewicht fällt. Die von
den
A.___
-Gutachtern
attestierte
6
0%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit ist
in der Gesamtbetrachtung
nach
vollziehbar.
5.2
5.2.1
Beweisrechtlich
relevant ist sodann
der
Aspekt
der Kon
sis
tenz mit den verhal
tensbezogenen Kategorien
(BGE 141 V 281
E. 4.4)
im Sinne einer Konsistenz
prü
fung der Folgenabschätzung aus dem festge
stellten funktio
nellen Schwere
grad der psychischen Störung
(
en
)
(BGE 141 281 E. 4.3).
5.2.2
In Bezug auf den Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des
Akti
vitäten
niveaus
in allen ver
gleich
baren Lebens
berei
chen
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1)
wurde im
A.___
-Gutachten ausgeführt, der
Beschwerdeführer
sei in allen Lebens
berei
chen stark eingeschränkt. Freizeit und Sozialaktivitäten seien aufgrund des An
triebes und der Freudunfähigkeit vollständig eingestellt
. Auch habe der
Be
schwerdeführer
angegeben, im Haushalt nichts mehr zu tun, dies erledige alles die Lebenspartnerin. Es fänden sich somit konsistent erhebliche Einschränkungen aller Lebensbereiche (Haushalt, Freizeit und Beruf). Vor Eintritt der depressiven Erkrankung
hab
e
sich ein besseres
Aktivitätenniveau
gefunden. Der
Beschwerde
führer
ziehe sich noch mehr zurück
und es fehle an Antrieb und kognitiven
Co
pingstrategien
(
Urk.
8/66/63).
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde festge
halten,
der
Beschwerdeführer
habe angegeben, sehr viel zuhause zu sein und die Wohnung kaum zu verlassen.
Die Spaziergänge seien kurz, nur 10 bis 15 Minuten (
Urk.
8/66/32-33).
Dem Gutachten ist allerdings auch zu entnehmen, dass der
Be
schwerdeführer
mit seiner Lebenspartnerin täglich Spazier
gänge unternimmt
, mit ihr im Auto unterwegs ist, zuweilen
das Mittagessen
zubereitet
, fernsieht
und
die Lebenspartnerin beim Einkaufen begleitet
, und zwar nach Angaben des
Be
schwerdeführer
s
häufig
auch nach Süddeutschland
(Ur
k.
8/66/25).
Die absolute Aussage, Freizeit und Sozialaktivitäten seien voll
ständig eingestellt, ist somit in
sofern zu relativieren
, was auch mit der gutachterlich attestierten Teilerwerbsfä
higkeit korreliert
.
5.2.3
Die
Inanspruchnahme von therapeutischen Op
tionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2)
wurde teilweise erfüllt, wobei - wie hiervor ausgeführt (E.
5.1.2
) -
aus psychia
t
rischer Sicht
noch weitere
respektive andere
Behandlungsoptionen
und Behand
lungsversuche
in Frage kommen wür
den.
Wie die Gutachter ausführten, ist
von
der Kooperation des
Beschwerdeführer
s bei einer leitliniengerechten psychia
tri
schen Behandlung auszugehen;
an Eigeninitiative
mangelt
es
aufgrund der ge
ringen
- teilweise krankheitsbedingt eingeschränkten
(
Urk.
8/66/58)
-
kog
nitiven Leistungs
fähigkeit
(
Urk.
8/66/62).
Dabei ist auch zu beachten, dass nicht nur eine leicht bis mittelsc
hwer, sondern eine mittelschwer
bis schwer
ausge
prägte
depres
sive Symptomatik vorliegt (
Urk.
8/66/62).
Vor diesem Hinter
grund
ist entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
20 S. 2) nicht bereits auf einen gänz
lich fehlenden Leidens
druck zu
schliessen
und angesichts der übrigen
Indikato
renprüfung
auch nicht das Vorliegen eines invalidisierenden Gesund
heitsscha
dens schlechthin zu verneinen. Vielmehr ist
von einem Leidensdruck auszugehen, welcher
mit der von
den Gutachtern attestierte
n
40%ige
Arbeits
unfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
vereinbar ist.
5.3
Der festgestellte insgesamt mittelgradige funktio
nelle Schweregrad der Gesund
heitsbeein
träch
tigung hält damit auc
h der Kon
sistenz
prüfung stand
.
Die
Indikatorenprüfung
ergibt
damit
insgesamt
, dass
die
funktionelle
n
Aus
wir
kungen
der Gesund
heits
beeinträchtigungen
medi
zinisch
-gutachter
lich
schlüs
sig und wider
spruchs
frei festgestellt
wurden.
Es ist daher
die
gutachterlich
be
urteilte
40%ige
Ein
schränkung der Arbeits
fähig
keit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus rechtlicher Sicht zu be
stätigen.
6.
6.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Einkommensvergleichs von
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben (vgl. BGE 129 V 22
3 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174), und zwar auf den Zeitpunkt des
frühest
mög
li
chen Rentenbeginns ab März 2015.
6.2
6.2.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person
in diesem Zeitpunkt
nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wick
lung angepassten Ver
dienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig
keit ohne Gesundheits
schaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müs
sen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134
V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1).
Der Beschwerdeführer
war zuletzt kurz vor seinem Unfall vom 2
6.
September 2013 temporär
im Stundenlohn
von der
Y.___
AG angestellt
worden
, und zwar befristet vom
2.
September bis längstens
8.
November 2013 (
Einsatzvertrag vom 10. September 2013,
Urk.
8/20/86).
Die Parteien ermittelten das
Validenein
kom
men
je ausgehend von diesem Einkommen (
Urk.
2 S. 2, Urk. 12 S
. 7).
Aufgrund der Befristung der Anstellung mit Vermittlung über ein
Temporärbüro
ist
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer auch noch im März 2015 in
derselben
Anstellung erwerbstätig gewesen wär
e. Dem
Auszug aus dem indi
viduellen Konto
ist ausserdem zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
in den letzten Jahren
stets ein sehr unregelmässiges
Jahrese
in
kommen
mit ein
zelnen Einsätzen von lediglich einigen Monaten hatte (
Urk.
8/62).
Es recht
fertigt sich daher auf das statistische Durchschnittseinkommen im Bauge
werbe gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) abzustellen.
6.2.2
Und zwar lag das durchschnittliche Einkommen bei Männern im Jahr 2014 ge
mäss der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level,
im Baugewerbe
, Kompe
tenz
niveau 1, bei Fr.
5'507
.-- pro Monat respektive Fr.
66'084
.-- pro Jahr.
Angepasst an eine branchenübliche wöchentliche Arbeits
zeit im Jahr 2014 von
41,5
Stunden
(
Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen in Stun
den pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abteilung
41-43
,
Baugewerbe/Bau
)
ergibt dies ein Ein
kommen
von
Fr.
68'562.15
(2014). Unter Berück
sichtigung der
Nominallohn
entwicklung (NLE) von 2014 bis 2015
(Bundes
amt für Statistik [BFS]
, Schweize
rischer Lohnindex nach Wirt
schaftszweigen, Nominal
lohnindex (NLI) Männer, 2011-2016, [2010 = 100, Tabelle T1.1.10],
Bau
gewerbe
/Bau
, 20
14
: 10
2.8
, 201
5
:
102.5
)
resultiert ei
n
Validenein
kommen
im Jahr 2015
von Fr.
68'362.05
(
Fr.
68'562.
15
:
102.8
x
102.5
).
6.
3
6.3.1
Das Invalideneinkommen ist ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 2014, Tabelle TA1
_tirage_skill_level
(Kompetenz
niveau 1, Männer, Total), von Fr. 5'312.-- pro Monat respektive Fr. 63'744.-- pro Jahr zu ermitteln. Unter Be
rücksichtigung einer durch
schnitt
lichen (vom BFS erhobenen) wöchent
lichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2014 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen in Stun
den pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt A-S, To
tal) und der al
lge
meinen NLE von 2014 bis 2015
(
BFS
, Schweizerischer Lohnindex nach Wirt
schaftszweigen, NLI Männer [2010 = 100, Tabelle T1
.1.10], Total, 2014: 103.2, 2015
:
103.5
)
be
trug das massgebliche Durch
schnittseinkom
men im Jahr 201
5
Fr.
66'646.30
(Fr. 63'744.-- : 40 x 41,7; : 103.2 x
103.5
), was bei einem Pensum von
6
0 % den Betrag von Fr.
39'987.80
ergibt.
6.
3.2
Dieser Betrag ist recht
sprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und be
ruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Um
stände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermes
sen ge
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über
steigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bun
desgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin nahm
aufgrund der körperlichen Schwerarbeit in der angestammten Tätigkeit
einen Abzug von 10
%
vom Tabellenlohn vor (
Urk.
2
S. 2
).
Dieser
Be
gründung
ist
nicht
zu folgen
.
D
enn
die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des hypothetischen Invalidenlohns, da der Ta
bellenlohn gemäss der LSE-Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteile
des Bun
desgerichts
9C_
830/2017 vom 1
6.
März 2018 E. 5,
8C_381/2017 vom 7.
August 2017 E. 4.2.2
,
9C_833/2017
vom 20.
April 2018 E. 5.1
und 8C_805/2016 2
2.
März 2017 E. 3.4.2
).
Es ist hier
davon auszugehen, dass dem Anforderungs- und Belas
tungsprofil des
Be
schwerdeführers
(
vorwiegend sitzen
den, weniger stehenden und gehenden Tätig
keit ohne repe
titives Heben von Ge
wichten üb
er 5 Kilogramm, einmalig über 8
Kilogramm
) entsprechende Ver
weistätigkeiten (etwa leichte
Kon
troll
-,
Über
wachungs
- oder administrative
[Hilfs-]
Tätigkeiten
ohne Anforderun
gen an die kognitiven Fähigkeiten und Eigeninitiative
) auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt angeboten werden.
Zu berücksichtigen ist indes, dass Teilzeitarbeit bei Männern
statistisch gesehen vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Voll
zeit
tätigkeit (vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_482/2016
vom 1
5.
September 2016 E. 5.4.3 und
9C_721/2010 vom 1
5.
November 201
0 E. 4.2.2, in: SVR 2011 IV Nr.
37 S. 109).
Bei Versicherten, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein können, ist unter dem Titel "Beschäftigungsgrad" ein Abzug vom Ta
bellenlohn
aber nur dann
vorzunehmen, wenn Teilzeitarbeit nach der im konkre
ten Fall anwendbaren Tabelle vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeittätigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. Sep
tember 2017 E. 2.1.1, mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2). Dies ist hier bei gegebenem 60%igen Pen
sum in einer Tä
tigkeit
auf der untersten Stufe der berufliche
n Stellung (ohne Kaderfunktion) be
zogen auf die LSE-Tabellen 2014 der Fall. Denn nach der Tabelle
Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Ge
schlecht
,
Privater und öffentlicher Sektor (Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden,
Körperschaften) zusammen
, T18, Schweiz 2014, beläuft sich
die Differenz
bei
e
i
nem Teilzeitpensum von 50-74
%
auf
Fr.
355.- (
Fr.
5'714.- [Teilzeitpensum
50-74
%
] und
Fr.
6'069.- [Vollz
eitpensum]), mithin auf
5,85
%
. Dies rechtfertigt ei
nen Abzug von 5
%
.
Die vom Beschwerdeführer zur Begründung des beantragten Abzuges von 25
%
aufgeführten Umstände, nämlich eine fehlende Berufsausbildung, eingeschränkte Deutschkenntnisse sowie das Alter von 57 Jahren (Urk. 12 S. 7 f.), fallen beim
konkreten
statistischen Tabellenlohn
dagegen
nicht negativ ins Gewicht. So
wirkt sich der Faktor Alter nicht (zwingend) lohnsenkend aus. Denn Hilfsarbeiten wer
den auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) altersun
abhängig nachgefragt (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. Au
gust 2017 E. 4.4.1 und 8
C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.4.3
).
Dies gilt ins
besondere auch mit Bezug auf die statistischen Daten im Jahr 2014 (vgl. LSD-Tabelle,
Monat
licher Bruttolohn (Zentralwert) nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschle
cht, p
r
ivater und öffentlicher Sektor [
Bund, Kantone, Bezirke, Ge
me
inden, Körperschaften] zusammen, Tabelle T17, Schweiz 2014).
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditäts
fremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bun
desgerichts 8C_312/2017
vom 22.
November 2017 E.
3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.3).
Auch
lässt sich ein Abzug
vom Tabellenlohn infolge sprachlicher Schwierig
keiten im Hinblick auf die
dem Beschwerdeführer zumutbare Tätigkeit
im
Kompetenzniveau 1
(einfache Tätigkeiten
körperlicher und handwerklicher Art
), auf dem keine eigentlichen sprachlichen Anfor
derungen gestellt werden, nicht rechtfertigen, zumal der Be
schwerdeführer seit Jahr
zehnten in der Schweiz lebt und
arbeitete
. Mangelnde Be
rufsbildung geben (ins
besondere auf diesem
Kompetenz
niveau
)
ebenfalls kei
nen Anlass zu einem leidensbedingten Abzug. Es stehen ihm genügend Stellenprofile offen, welche den medizinischen Anfor
de
rungen an eine leidensangepasste, körperlich leichte,
vorwiegend sitzende
Tätig
keit gerecht werden, ohne dass sie deswegen mit höheren Erfordernissen bezüg
lich Ausbil
dung und Sprachkenntnisse ver
bunden wären (vgl. Urteil des Bundes
gerichts vom 15. Mai 2009 8C_83/2009
E
. 4.2.4.2).
Auch die weiteren Kategorien (Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthalts
kate
go
rie und Beschäftigungsgrad) geben hier keinen Anlass für einen Abzug vom Ta
bellenlohn, weshalb es bei einem Abzug von 5
%
bleibt.
6.3.3
Der
Abzug von
5
%
ergibt
ein Invalideneinkommen
im Jahr 2015 von Fr.
37'988.40
(Fr. 39'987.80 x 0.
9
5)
. Im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von
Fr. 68'362.05 ent
spricht dies einer Erwerbseinbusse von Fr.
30'373.65
(Fr. 68'362.05 - Fr.
37'988.40
)
.
Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet
44
%
, was in Anwendung von
Art.
28
Abs.
2
IVG einen Anspruch auf eine
V
ier
telsrente
begründet.
6.4
Die angefochtene Verfügung vom 1
1.
Januar 2017
(
Urk.
2)
ist somit aufzuheben und es ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde festzustellen, dass der Be
schwerde
führer Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab März 2015 hat.
Die Beschwerdegegnerin hat nach Rechtskraft dieses Entscheides zudem
über
all
fällige berufliche
Eingliederungsmassnahmen
zu
befinden
.
7.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Ge
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermesse
nsweise auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen
.
Dem
Beschwerdeführer
ist
nach
Massgabe
von
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der
Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen
eine Prozessentschädigung von
mit Fr.
2'800.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
zuzusprechen
.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 11. Januar 2017 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer An
spruch auf eine
Viertelsrente
ab März 2015 hat.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
900
.-- werden
der Beschwerde
gegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schä
digung von
Fr.
2'800
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Michael Grimmer
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
(im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigHartmann