# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9cabb07-0872-52b5-82d6-824ad30f9b15
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.06.2024 D-3735/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3735-2024_2024-06-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3735/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Manuel Borla;  

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,   

vertreten durch Dr. iur. Eylem Copur, 

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum Region Zürich,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 4. Juni 2024 / (…). 

 

 

 

D-3735/2024 

Seite 2 

Sachverhalt:  

A.  

Der Beschwerdeführer – ein burundischer Staatsangehöriger, ethnischer 

Tutsi – suchte am 3. November 2022 in der Schweiz um Asyl nach. Er 

wurde zunächst dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Zürich und mit 

Verfügung vom 16. November 2022 dem Kanton Solothurn zugewiesen. 

B.  

Er wurde jeweils im Beisein seiner Rechtsvertretung am 9. November 2022 

summarisch zu seiner Person (PA) befragt und am 24. Mai 2024 zu seinen 

Asylgründen (nach Art. 29 AsylG [SR 142.31]) angehört.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs führte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen aus, seine aus Mudahandwa stammende Familie sei seit seiner 

Kindheit wegen der Verwandtschaft zu seinem Onkel (J.B.) mütterlicher-

seits belästigt worden. Dieser habe als Chef der ehemaligen Armee gegen 

die damaligen Rebellen gekämpft, bevor er unter anderem in einem Hotel 

tätig geworden sei. Am 15. August 2015 sei der Onkel vom Geheimdienst 

getötet worden. Während dieser Zeit habe der Beschwerdeführer bei sei-

nem Vater in Nyakabiga (Bujumbura) gewohnt und im Jahr 2016 sein Stu-

dium infolge der Unruhen (Demonstrationen, Hausdurchsuchungen) unter-

brochen, um zur Familie nach Mudahandwa zurückzukehren. Am 16. Feb-

ruar 2016 sei er von den Imbonerakure angegriffen sowie beschimpft und 

ihm sei die Teilnahme an den Demonstrationen in Nyakabiga unterstellt 

worden. Im Jahr 2017 sei er zwecks Fortführung des Studiums nach 

Bujumbura zurückgekehrt und im März 2021 habe er nach einer abgelehn-

ten Aufforderung zur Zusammenarbeit mit den Imbonerakure befürchtet, 

von ihnen getötet zu werden. Am 19. Juni 2022 hätten mehrere Personen 

eine Handgranate in sein Haus geworfen und er sei durch die Hintertüre in 

den Wald gerannt. Nachdem er sich bei einem Cousin versteckt habe, sei 

er am 24. September 2022 mit einem LKW illegal von Burundi nach 

Uganda gelangt und von dort via Addis Adeba nach Europa geflogen. Als-

dann sei er mit verschiedenen Verkehrsmitteln und zu Fuss über Mailand 

in die Schweiz eingereist. Nach seiner Ausreise seien bei seinem Vater 

Hausdurchsuchungen durchgeführt und nach ihm gefragt worden.   

Zum Nachweis seiner Identität reichte er eine gültige burundische Identi-

tätskarte sowie zur Stützung seiner Vorbringen Kopien der burundischen 

Identitätskarte des Onkels J.B. sowie eine Eheurkunde der Eltern zu den 

Akten.   

D-3735/2024 

Seite 3 

C.  

Mit gleichentags eröffnetem Entscheid vom 4. Juni 2024 lehnte das SEM 

unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers vom 3. November 2022 ab, ordnete seine Wegweisung 

aus der Schweiz und den Vollzug an.  

D.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 12. Juni 2024 erhob der Be-

schwerdeführer gegen den Entscheid des SEM vom 4. Juni 2024 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Es wurde die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

die Gewährung von Asyl und eventualiter die Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz zur vollständigen Sachverhaltsabklärung beantragt. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung unter Verzicht auf das Erheben eines Kostenvor-

schusses. 

E.  

Mit Schreiben vom 13. Juni 2024 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

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Seite 4 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen (Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes, ungenügende Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts, Verletzung der Begründungspflicht) erhoben. Sie sind vorab 

zu beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vo-

rinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

 

4.2 Wie sich auch aus nachstehenden Erwägungen ergibt, hat die Vo-

rinstanz den vorliegenden Sachverhalt insgesamt rechtsgenüglich abge-

klärt und sich hinreichend differenziert mit den zentralen Vorbringen des 

Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Insoweit der Beschwerdeführer 

rügt, der Untersuchungsgrundsatz beziehungsweise die Begründungs-

pflicht sei verletzt, weil die Vorinstanz bei den als unplausibel eingestuften 

Verhaltensweisen weitestgehend auf eine vertiefte Abklärung der Glaub-

haftigkeit der Vorbringen und in der Folge auch eine Auseinandersetzung 

mit deren Asylrelevanz unterlassen habe, handelt es sich um die Würdi-

gung des Sachverhalts, die nicht Gegenstand formeller Rügen sein kann. 

Aufgrund der als unglaubhaft erachteten fluchtauslösenden Vorbringen des 

Beschwerdeführers konnte das SEM auf eine Prüfung der Asylrelevanz 

dieser Vorbringen verzichten.  

 

Im Weiteren hat die Vorinstanz zur Stellungnahme der Rechtsvertretung 

zum Entscheidentwurf zutreffend ausgeführt, weshalb insbesondere der 

medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Verfügung hin-

reichend erstellt war (vorinstanzlicher [vi] Entscheid Ziff. II, S. 8). Wie aus 

nachstehenden Erwägungen (E. 9.3.3) hervorgeht, ergibt sich auch im Zeit-

punkt des vorliegenden Entscheides keine Notwendigkeit, weitere medizi-

nische Abklärungen abzuwarten.  

 

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Seite 5 

Damit beruht die Beurteilung der Vorinstanz vorliegend weder auf einer un-

vollständigen Sachverhaltsfeststellung noch auf einer Verletzung bezie-

hungsweise des Untersuchungsgrundsatzes und liegt auch keine Verlet-

zung der Begründungspflicht vor. 

 

4.3 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM 

zurückzuweisen. Der entsprechende Eventualantrag ist abzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. Art. 3 und 7 AsylG nicht stand. Der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht. 

6.1.1 Betreffend die Glaubhaftigkeit der Kernvorbringen hält die Vorinstanz 

im Wesentlichen fest, die Ausführungen zu den Behelligungen durch die 

Imbonerakure und zum Angriff auf sein Haus mit anschliessender Flucht in 

den Wald seien trotz mehrfacher Möglichkeit zur freien Schilderung sehr 

rudimentär, undifferenziert und besonders hinsichtlich der Flucht substanz-

los gewesen. Bei der ersten Erzählung habe er keinerlei innere Gedanken-

gänge geschildert. Nachdem er zu konkreteren Ausführungen aufgefordert 

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worden sei, habe er lediglich sehr nüchtern angegeben, er habe aufgrund 

dessen, die Handgranate gehört zu haben, nicht klar denken können. Er-

neut zur Flucht befragt, habe er dieselbe Aussage wiederholt und ergänzt, 

er sei wie verrückt gewesen. Die Schilderung, durch die Hintertür hinaus 

gegangen und in den Wald gerannt zu sein, sei sehr vage und unsubstan-

tiiert. Wiederum zur genaueren Beschreibung aufgefordert, habe er die 

Flucht zwar etwas mehr ausgeführt, jedoch einzig bis zum Zeitpunkt im 

Wald. Nochmals zur Ergänzung aufgefordert, habe er erklärt, er sei weg-

gerannt und als er bemerkt habe, nicht mehr verfolgt zu werden, mitten im 

Wald stehen geblieben. Die konkrete Nachfrage der Rechtsvertretung nach 

der Übernachtungssituation im Wald habe der Beschwerdeführer mit den 

kurz angebundenen Ergänzungen, drei Schüsse gehört und Verletzungen 

am rechten Arm und Bein bemerkt sowie nichts mitgenommen zu haben, 

nicht beantwortet. Der Beschwerdeführer habe kein glaubhaftes Bild der 

Ereignisse gezeichnet und ein Umgang mit seiner Situation sei aus seinen 

Schilderungen nicht hervorgegangen. Er sei nicht in der Lage gewesen, 

von diesem intensiven, schicksalhaften Moment in seinem Leben mit einer 

Tiefe und Dichte an Realkennzeichen zu berichten, die von einer Person 

mit seinen individuellen Qualitäten zu erwarten gewesen wäre und die auf 

eigenes Erleben würden schliessen lassen. 

Im Weiteren sei es zwar nicht völlig undenkbar, dass er über längere Zeit 

von den lmbonerakure in Ruhe gelassen worden sei, jedoch scheine es 

unwahrscheinlich, dass er vom März 2021 bis zum September 2022 unge-

stört in Mudahandwa habe leben können, wenn er für diese ein so grosses 

Ärgernis gewesen wäre und sie ihn hätten töten wollen. Selbst wenn er den 

Kontakt gemieden und nur gearbeitet habe, hätten die Imbonerakure ihn 

bei ernsthaftem Interesse dennoch einfach aufsuchen können. Obwohl er 

im Weiteren angegeben habe, seine Geschwister seien ebenfalls nicht in 

Sicherheit gewesen, sei er dennoch der einzige Behelligte gewesen. Seine 

Schwester sei im Rahmen des gescheiterten Putschversuchs nur einmal 

gemeinsam mit vielen anderen Leuten angegriffen worden und den Akten 

könne kein Bezug zum Onkel J.B. entnommen werden. Aus den Akten wür-

den alsdann keine Hinweise darauf hervorgehen, der Vater würde in einer 

anderen Weise, als den seit 2016 regelmässig durchgeführten Hausdurch-

suchungen der Behörde, behelligt. Deshalb sei die mehrmalige Angabe, 

seine Familie werde von der Regierung als feindlich betrachtet und würde 

von den Leuten gehasst, widersprüchlich. Sein Erklärungsversuch, warum 

nur er behelligt worden sei und habe ausreisen müssen, während sein Va-

ter sowie die Geschwister weiterhin in Burundi leben könnten, sei nicht 

überzeugend, weil nicht davon auszugehen sei, die Behörden würden bei 

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als feindlich eingestuften Personen darauf Rücksicht nehmen, dass die 

Geschwister im Gegensatz zum Beschwerdeführer Familien gegründet 

hätten und nicht mehr wie er zu Hause wohnen würden. Es sei alsdann 

nicht plausibel, dass für ihn ein alternativer Wohnort wegen der Kommuni-

kation der Leute und der Abgabe des Ausweises an den jeweiligen Dorf-

vorsteher (Aufenthaltsinformation für die Behörden), nicht in Frage komme. 

So habe er von 2017 bis 2021 bereits in Bwiza bei einem Onkel gelebt und 

damit, wie seine Geschwister, ohne Vorfälle in Burundi leben können. Im 

Weiteren scheine unglaubhaft, dass die Behörden bei einem tatsächlich 

bestehenden Interesse am Beschwerdeführer erst so viel später nach der 

Ausreise beziehungsweise mehr als ein Jahr nach dem angeblichen Angriff 

bei einer Hausdurchsuchung des Vaters nach ihm gefragt hätten. 

Diese Angaben seien insgesamt zu wenig begründet, teilweise nicht nach-

vollziehbar und widersprüchlich, weshalb ihnen nicht geglaubt werde. Die 

Frage der Asylrelevanz müsse nicht geprüft werden und weitere Unglaub-

haftigkeitselemente könnten vor diesem Hintergrund offengelassen wer-

den. 

6.1.2 Entgegen der Behauptung in der Stellungnahme der Rechtsvertre-

tung, die Vorbringen seien glaubhaft, habe es der Beschwerdeführer mit 

den substanzlosen, rudimentären und undifferenzierten Angaben zum An-

griff auf das Haus und zur Flucht nicht geschafft, ein stimmiges Bild der 

Situation zu schildern. Das Argument, die Geschichte sei viel zu komplex, 

um erfunden zu sein, überzeuge nicht. Trotz der individuellen Qualitäten 

des Beschwerdeführers sei er nicht in der Lage gewesen, die Vorbringen 

mit einer Tiefe und Dichte an Realkennzeichen zu berichten, die auf eige-

nes Erleben schliessen lassen würden. Insoweit die Rechtsvertretung aus-

führe, der Beschwerdeführer sei psychisch belastet und habe sich unmit-

telbar nach der Anhörung an einen Arzt gewandt, sei festzuhalten, dass er 

sich bereits seit dem 2. November 2022 in der Schweiz im Asylverfahren 

befinde und damit ausreichend Zeit gehabt habe, um sich wegen allfälliger 

psychischer Erkrankungen in ärztliche Behandlung zu begeben. Es seien 

jedoch bei der Vorinstanz bis anhin keine Arztberichte zur psychischen Ver-

fassung eingegangen. Überdies habe er bei der Anhörung zum medizini-

schen Sachverhalt einzig bis Dezember 2023 medikamentös erfolgreich 

behandelte Schlafprobleme angegeben und die Frage, ob aus gesundheit-

licher Sicht etwas gegen eine Rückkehr nach Burundi sprechen würde, ex-

plizit verneint sowie angefügt, es gehe ihm gesundheitlich gut. Die Rechts-

vertretung habe in der Anhörung überdies auch keine Fragen zum medizi-

nischen Sachverhalt gestellt. Die Abklärungspflicht habe ihre Grenzen in 

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der Mitwirkung des Beschwerdeführers und es seien keine Tatsachen oder 

Beweismittel vorgelegt worden, welche eine Änderung der Einschätzung 

der Vorinstanz rechtfertigen würden. Somit bestehe vorliegend kein Grund, 

mit dem Asylentscheid zuzuwarten und der Gesundheitszustand werde im 

Zeitpunkt der Überstellung geprüft.  

6.1.3 Hinsichtlich der Asylrelevanz der Vorbringen, die Regierung habe den 

Beschwerdeführer und seine Familie aufgrund ihrer Ethnie als feindlich ein-

gestuft, sei eine Kollektivverfolgung von ethnischen Tutsi zu verneinen. Im 

Weiteren sei der Onkel J.B. zwar mutmasslich ein Mitglied der Ex-FAB ge-

wesen und am 15. August 2015 vom Geheimdienst getötet worden. Dieses 

Ereignis liege jedoch schon mehrere Jahre zurück und durch die blosse 

Verwandtschaft zu ihm könne noch nicht von einer begründeten Furcht 

ausgegangen werden. Diese Vorbringen seien daher nicht geeignet, die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG zu begründen. 

6.2 In der Beschwerde wird dem hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Vor-

bringen entgegengehalten, der Beschwerdeführer habe in seinen Aussa-

gen dezidiert und klar deutlich gemacht, vor welchen Bedrohungen er ge-

flohen sei. Seine Schilderungen zur ersten Flucht nach Mudahandwa und 

zu den Ereignissen nach dem Tod des Onkels seien detailliert und nach-

vollziehbar ausgefallen. Er habe auch den Anschlag vom 14. Februar 2016 

widerspruchsfrei dargelegt und über den Onkel genaueste Angaben ge-

macht (Werdegang, Funktion). Es sei eindrücklich, dass der Beschwerde-

führer genaue Strassennamen angegeben und gestikuliert habe, als er die 

Flucht vor der Polizei und die regelmässigen Hausdurchsuchungen ge-

schildert habe. Zudem könne er unter anderem verschiedene Milizen und 

Abteilungen der Regierung beschreiben und er habe die Daten der Angriffe 

gekannt. Seine Schilderungen seien entgegen der vorinstanzlichen Ein-

schätzung mit inneren psychischen Vorgängen verknüpft, wie etwa beim 

Entschluss, die Aufträge der Imbonerakure nicht ausführen zu wollen, wo-

bei er verschiedentlich den exakten Wortlaut wiedergegeben habe. Bei der 

Verwendung der direkten Rede sei von einem hohen Mass an Glaubhaf-

tigkeit auszugehen. Den Angriff auf sein Haus am 19. Juni 2022 habe er 

ebenfalls detailliert beschrieben (Fenster zerbrochen, Handgranate hinein-

geworfen, Uhrzeit) und das Zimmer, in welchem er sich dabei aufgehalten 

habe, genannt. Die Narben von der Flucht am Ellbogen und am Schienbein 

seien Realkennzeichen, die er vorgezeigt habe (Beschwerdebeilage 4), 

und die Verletzungen würden die Umstände seiner Flucht in den Wald be-

legen. In einer Gesamtabwägung seien seine Vorbringen glaubhaft. 

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Betreffend Asylrelevanz sei von einer politisch motivierten Verfolgung des 

Beschwerdeführers auszugehen, da die Verwandtschaft zu einem ehema-

ligen Armeechef beziehungsweise zu Onkel J.B. ausgewiesen und nicht 

bestritten sei.  

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen 

des Beschwerdeführers genügten den Anforderungen an die Flüchtlingsei-

genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 7 AsylG nicht. Auf die betref-

fenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. vorstehend 

E. 6.1) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen werden.  

7.2 Die Vorinstanz erachtete die Schilderungen des Beschwerdeführers 

nebst der fehlenden Plausibilität einer Verfolgung hauptsächlich betreffend 

den – letzten und für die Ausreise im September 2022 vorgeblich aus-

schlaggebenden Vorfall vom 19. Juni 2022 (A21/25, F84) – für unglaubhaft 

(vi-Entscheid, Ziff. II/1). Die Beschwerde bezieht sich hinsichtlich der 

Glaubhaftigkeit nur nebensächlich auf die Aussagequalität zum Hauptvor-

fall und weist überwiegend nur auf andere Darlegungen hin, in denen der 

Beschwerdeführer insbesondere einen Überblick über seine mutmassliche 

Situation in Burundi gibt und die sich unter anderem bereits viele Jahre vor 

der Ausreise und/oder in seiner Kindheit ereignet haben. Unabhängig von 

der allfälligen Glaubhaftigkeit sind diese Vorbringen nicht asylrelevant. So 

bringt er hauptsächlich vor, die Schilderungen zur Rückkehr nach Muda-

handwa infolge der Unruhen (2016) beziehungsweise die Behelligung 

durch die Imbonerakure am 14. Februar 2016 und die Probleme der Fami-

lie (seit der Kindheit) seien detailliert und ohne Widersprüche dargelegt 

worden. Nebst den zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung (vi-Entscheid Ziff. II) geht aus dem Anhörungsprotokoll hervor, dass 

der Beschwerdeführer sowohl die Unterbrechung des Studiums bezie-

hungsweise die Rückkehr (Flucht) nach Mudahandwa wie auch den ein-

maligen Angriff der Imbonerakure auf seine Person vom 14. Februar 2016 

im Zusammenhang mit den damaligen Unruhen schildert. Gemäss eigenen 

Angaben seien dazumal häufig junge Leute inhaftiert worden oder nach 

Hausdurchsuchungen verschwunden (A21/25, F83). Eine konkrete ge-

zielte Verfolgung des Beschwerdeführers beziehungsweise ein Zusam-

menhang mit seinem Onkel J.B. kann aus diesen Vorbringen nicht ohne 

Weiteres abgeleitet werden. Die Probleme der Familie aufgrund der Ver-

wandtschaft zu J.B. wurden vom Beschwerdeführer alsdann hauptsächlich 

so erklärt, dass er als Kind gesehen habe, wie nachts das Haus der Familie 

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mit Steinen beworfen und den Kühen die Füsse amputiert worden seien, 

weshalb sie häufig im Wald übernachtet hätten (A21/25, F83). Angesichts 

des Zeitablaufs (Kindheit), aber auch der fehlenden Intensität im Sinne von 

Art. 3 AsylG, ist daraus weder eine asylrechtlich relevante Verfolgung ab-

zuleiten noch ein Zusammenhang mit der Verwandtschaft ersichtlich. Aus 

den weiteren Argumenten in der Beschwerde, der Beschwerdeführer 

könne die Abteilungen der Regierung und deren anführende Organe, die 

Jugendorganisationen, die Militärs, die Polizei und Parteimitglieder be-

schreiben, kann er ebensowenig etwas zu seinen Gunsten ableiten, wie 

daraus, dass er die Daten der für ihn wohl einschneidenden, mutmassli-

chen Erlebnisse (Angriffe) kennt (Beschwerde, S. 5). Diese Angaben be-

treffen nicht seine Kernvorbringen und ändern nichts Massgebliches an 

den von der Vorinstanz zutreffend als nicht plausibel, unsubstantiiert, vage, 

rudimentär und widersprüchlich erachteten Angaben, insbesondere zum 

hauptsächlichen, ausreisebegründenden Ereignis, nämlich der Flucht aus 

dem mit einer Handgranate angegriffenen Haus am 19. Juni 2022 (A21/25, 

F84; vi-Entscheid Ziff. II). In der Beschwerde wird hinsichtlich der Glaub-

haftigkeitsprüfung zwar auf einzelne Argumente der Vorinstanz eingegan-

gen, indessen werden ihre Erwägungen dazu, insbesondere hinsichtlich 

des Ereignisses vom 19. Juni 2022, entweder ohne nähere Begründung 

oder in bloss pauschaler Weise in Frage gestellt und Gegenbehauptungen 

ohne Substanz aufgestellt (Beschwerde, S. 5 f.). Die eingereichten Foto-

ausdrucke von Körperteilen sowie vom Beschwerdeführer, auf welchen 

seine Narben von der Flucht in den Wald ersichtlich seien (Beschwerde-

beilage 4), vermögen an der Einschätzung der Unglaubhaftigkeit nichts zu 

ändern. Sie sind als Beweis dafür, dass die Verletzungen bei der Flucht 

entstanden sind beziehungsweise, dass die Flucht sich so wie vom Be-

schwerdeführer behauptet ereignet hat, untauglich. Ein anderer Ursprung 

der Narben ist nicht auszuschliessen. Die in der Rechtsmitteleingabe vor-

genommenen allgemeinen Erklärungsversuche sind insgesamt unbehelf-

lich und nicht geeignet, die von der Vorinstanz erkannten und illustrativ dar-

gestellten Unstimmigkeiten, Widersprüche und die offenkundig fehlende 

Substanz im Resultat ernsthaft aufzulösen. 

7.3 Im Sinne vorstehender Erwägungen ist weder aus den Akten noch aus 

den Beschwerdeausführungen (S. 7) aufgrund des im Jahr 2015 mutmass-

lich getöteten Verwandten J.B. eine Behelligung von hinreichender Intensi-

tät im Sinne des Asylgesetzes ersichtlich und zukünftig auch nicht von ei-

ner solchen auszugehen. Zudem lebt die Familie des Beschwerdeführers 

– nebst den behaupteten Hausdurchsuchungen beim Vater – weiterhin 

ohne massgebliche Belästigungen in Burundi. Es erschliesst sich nicht, 

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Seite 11 

weshalb einzig der Beschwerdeführer reflexverfolgt werden sollte. Eine 

Reflexverfolgung ist zu verneinen.  

7.4 Es ist dem Beschwerdeführer gesamthaft nicht gelungen, eine bereits 

erlittene oder eine künftig drohende asylrechtlich relevante Verfolgung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asyl-

gesuch folgerichtig abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt da-

bei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. 

9.2.1 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche 

Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 

AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung 

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Seite 12 

beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrecht-

lichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

9.2.2 Sodann ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass 

der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis 

des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 

des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die in der Beschwerde vorge-

brachten allgemeinen Vorbehalte gegenüber dem burundischen Sicher-

heitsapparat (Beschwerde, S. 7) und die allgemeine Menschenrechtssitu-

ation in Burundi, die zwar als problematisch bezeichnet werden muss (vgl. 

dazu beispielsweise Human Rights Watch, World Report 2023 zu Burundi, 

https://www.hrw.org/world-report/2023/country-chapters/burundi), lassen 

den Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzu-

lässig erscheinen (vgl. dazu auch das Urteil des BVGer D-2770/2024 vom 

21. Mai 2024 E. 9.2).   

9.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht heikel ist (vgl. dazu das Urteil des BVGer D-2770/2024 vom 

21. Mai 2024 E. 9.3.1, m.w.H.).  

D-3735/2024 

Seite 13 

9.3.2 Es sprechen auch keine individuellen Gründe gegen einen Wegwei-

sungsvollzug. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen kinderlo-

sen, alleinstehenden Mann im arbeitsfähigen Alter mit Universitätsab-

schluss in Telekommunikation und Netzwerke, der bereits in selbständiger 

Erwerbstätigkeit (Kartoffelanbau in der Landwirtschaft) gearbeitet hat 

(A21/25, F21, F32 ff.). Er hat im Heimatstaat gemäss eigenen Angaben in 

finanziell durchschnittlichen Verhältnissen gelebt und es kann davon aus-

gegangen werden, dass er bei einer Rückkehr nach Burundi – nötigenfalls 

mit Unterstützung seines Vaters und/oder der dort lebenden sieben von 

acht erwerbstätigen Geschwistern – seinen Lebensunterhalt selbständig 

finanzieren kann. Zudem verfügt er auch über ein grosses soziales Netz-

werk, sollte er weitere Unterstützung benötigen, zumal er bereits vor der 

Ausreise bei einer Tante in Burenza, einem Onkel in Camara und bei einem 

Cousin in Kiremba gelebt hat (A21/25, F19, F21, 42 ff., F51, F55).  

9.3.3 Der Beschwerdeführer beruft sich in individueller Hinsicht auf ge-

sundheitliche Probleme, die in der Schweiz ungenügend abgeklärt worden 

seien und gegen den Wegweisungsvollzug sprechen würden. 

Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann nur dann aus medi-

zinischen Gründen auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ge-

schlossen werden, wenn eine notwendige Behandlung im Heimatland nicht 

zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefähr-

denden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Per-

son führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizinische Be-

handlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer menschen-

würdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls 

nicht bereits dann vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat nicht eine dem 

hohen schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behand-

lung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Um Wiederholungen zu ver-

meiden kann auf die Erwägungen Ziff. II/2 sowie Ziff. III/2 der angefochte-

nen Verfügung (vgl. auch vorstehend E. 6.1.2) verwiesen werden, welche 

die erstmals in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf von der Rechts-

vertretung vorgebrachten gesundheitlichen Probleme des Beschwerdefüh-

rers eingehend würdigen. Ungeachtet der Möglichkeit einer Schutzbehaup-

tung des Beschwerdeführers zur Verhinderung des Wegweisungsvollzugs 

sind vorliegend weitere Abklärungen in der Schweiz beziehungsweise von 

der Rechtsvertretung in Aussicht gestellte Arztberichte nicht abzuwarten. 

Es ist aufgrund der Akten und der Beschwerdeausführungen nicht von der-

art gravierend gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdefüh-

rers auszugehen, die zu einer raschen und lebensgefährdenden Beein-

D-3735/2024 

Seite 14 

trächtigung des Gesundheitszustandes führen würden. Der Beschwerde-

führer ist auf die Möglichkeit, bei der Vorinstanz bei Bedarf einen Antrag 

auf Gewährung medizinischer Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 

Bst. d AsylG), hinzuweisen. Es ist kein unzumutbares Vollzugshindernis für 

den Beschwerdeführer ersichtlich und die Reisefähigkeit wird im Zeitpunkt 

der Überstellung überprüft werden.  

9.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung ins-

gesamt als zumutbar.  

9.4 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über eine gültige Identitäts-

karte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung (Rechtsbegehren Ziff. 4, Beschwerde S. 9). Aufgrund der 

vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichts-

los zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Vorausset-

zungen nicht gegeben, weshalb das Gesuch ungeachtet einer allfälligen 

Mittellosigkeit abzuweisen ist. 

11.2 Das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses ist mit vorliegendem 

Direktentscheid gegenstandslos geworden.  

11.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.–  festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3735/2024 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser