# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df312088-ad88-5a4d-af77-e1c8ab87f682
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 31.08.2023 3-RV.2022.138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-138_2023-08-31.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.138       

P 118 
 

 

 

 

Urteil vom 31. August 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Lämmli  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 31. August 2022 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2020 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 24. Januar 2022 wurde A._____ von der Steu-

erkommission Q._____ für das Jahr 2020 zu einem steuerbaren Einkom-

men von CHF 36'300.00 (zum Tarif A) und zu einem steuerbaren Vermö-

gen von CHF 0.00 veranlagt. In Abweichung von der Selbstdeklaration wur-

den unter anderem anstelle der deklarierten CHF 4'475.00 lediglich 

CHF 1'069.00 als Kosten für "Fremdbetreuung von Kindern" zum Abzug 

zugelassen.  

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 24. Januar 2022 erhob A._____ mit Schreiben 

vom 22. Februar 2022 Einsprache und beantragte sinngemäss,  

 

es seien CHF 4'475.00 als Kinderbetreuungskosten zum Abzug zuzulassen.  

 

Zudem teilte A._____ der Abteilung Steuern der Q._____ am 7. Februar 

2022 telefonisch mit, dass sie auch mit der Besteuerung zum Tarif A und 

der Kürzung der Verpflegungsmehrkosten nicht einverstanden sei.      

 

3. 

Mit Vorbericht zur Einsprache vom 6. Mai 2022 teilte die Abteilung Steuern 

der Q._____ A._____ mit, dass die Besteuerung zum Tarif B erfolge, 

Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung für 118 Arbeitstage gewährt 

und Kinderbetreuungskosten von CHF 1'219.00 zum Abzug zugelassen 

würden.  

 

4. 

Mit Schreiben vom 23. Mai 2022 teilte A._____ mit, dass sie betreffend 

Kinderbetreuungskosten an der Einsprache festhalte.  

 

5.  

Mit Entscheid vom 31. August 2022 reduzierte die Steuerkommission 

Q._____ in teilweiser Gutheissung der Einsprache das steuerbare Einkom-

men auf CHF 35'966.00. Dabei wurden CHF 1'219.00 als Kinderbetreu-

ungskosten zum Abzug zugelassen.   

 

6. 

Den Einspracheentscheid vom 31. August 2022 (Zustellung am 27. Sep-

tember 2022) hat A._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 20. Oktober 2022 

(Postaufgabe am 25. Oktober 2022) fristgerecht an das Spezial-

verwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weitergezogen. Sie beantragt sinn-

gemäss,  

 

 - 3 - 

 

 

es seien Kinderbetreuungskosten von CHF 4'475.00 zum Abzug zuzulassen.  

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

7. 

Die Steuerkommission Q._____ und das Kantonale Steueramt beantragen 

die Abweisung des Rekurses. 

 

8. 

A._____ hat eine Replik erstattet. 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2020. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Die Rekurrentin lebt zusammen mit ihrem Sohn B._____ (geb. tt.mm.2011) 

und geht als Servicefachangestellte im C._____ in R._____ einer 

Erwerbstätigkeit nach. Im Jahr 2020 arbeitete die Rekurrentin in den 

Monaten Januar bis Februar sowie Juni bis Dezember 2020 wie folgt: 

 

Januar   16 Arbeitstage, wovon 3 Krankheitstage 

Februar  18 Arbeitstage, wovon 10 Krankheitstage 

Juni  19 Arbeitstage 

Juli  17 Arbeitstage 

August  17 Arbeitstage 

September    15 Arbeitstage 

Oktober   19 Arbeitstage, wovon 2 Krankheitstage 

November 16 Arbeitstage 

Dezember 10 Arbeitstage 

 

Im Zeitraum vom 3. bis 15. März 2020 arbeitete die Rekurrentin an 7 Tagen; 

vom 16. März bis 31. Mai 2020 erhielt sie aufgrund der Covid-19 bedingten 

Betriebsschliessung des C._____ in R._____ Kurzarbeitsentschädigungen. 

 

2.2. 

B._____ besuchte im Jahr 2020 das D._____, in welches er von der 

Schulpflege Q._____ per 7. Februar 2019 eingewiesen worden war.  

 

2.3. 

Die Rekurrentin musste für den Aufenthalt von B._____ im D._____ im Jahr 

2020 einen Elternbeitrag von CHF 25.00 pro Nacht bezahlen. Insgesamt 

wurden der Rekurrentin diesbezüglich CHF 4'475.00 in Rechnung gestellt, 

wobei sich dieser Betrag auf die einzelnen Monate wie folgt aufteilt: 

 

Januar 20 Tage zu CHF 25.00 CHF 500.00 

Februar 10 Tage zu CHF 25.00 CHF 250.00 

März 10 Tage zu CHF 25.00 CHF 250.00 

April 10 Tage zu CHF 25.00 CHF 250.00 

Mai 20 Tage zu CHF 25.00 CHF 500.00 

Juni 22 Tage zu CHF 25.00 CHF 550.00 

 - 5 - 

 

 

Juli 2   Tage zu CHF 25.00 CHF 50.00 

August 17 Tage zu CHF 25.00 CHF 425.00 

September 18 Tage zu CHF 25.00 CHF  450.00 

Oktober 15 Tage zu CHF 25.00 CHF 375.00 

November 22 Tage zu CHF 25.00 CHF 550.00 

Dezember 13 Tage zu CHF 25.00 CHF 325.00 

 

Total   CHF 4'475.00 

 

2.4. 

Die Rekurrentin beantragt, dass sämtliche von ihr bezahlten Elternbeiträge 

von CHF 4'475.00 als Kinderbetreuungskosten zum Abzug zuzulassen 

seien.  

    

2.5. 

Die Steuerkommission Q._____ hat im Einspracheentscheid insgesamt 

Kinderbetreuungskosten von CHF 1'219.00 abgezogen.  

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. m des Bundesgesetzes über die Harmonisierung 

der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 

(Steuerharmonisierungsgesetz, StHG) sind allgemeine Abzüge die nach-

gewiesenen Kosten, bis zu einem nach kantonalem Recht bestimmten Be-

trag, für die Drittbetreuung jedes Kindes, das das 14. Altersjahr noch nicht 

vollendet hat und mit der steuerpflichtigen Person, die für seinen Unterhalt 

sorgt, im gleichen Haushalt lebt, soweit diese Kosten in direktem kausalem 

Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Erwerbsunfä-

higkeit der steuerpflichtigen Person stehen.  

 

3.2. 

Im Sinne der vertikalen und horizontalen Harmonisierung sollte der Abzug 

für die Fremdbetreuungskosten zwingend sowohl im Bundesgesetz über 

die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) als auch im StHG 

verankert und an die gleichen Voraussetzungen geknüpft werden. Die Be-

stimmung gibt neu vor, dass die Kinderbetreuungskosten als anorganischer 

Abzug nicht nur bei Erwerbstätigkeit der Eltern, sondern auch im Fall von 

Erwerbsunfähigkeit oder Ausbildung der Eltern zum Abzug zugelassen 

werden sollen. Die Kantone können wie bisher die Abzugshöhe selbst be-

stimmen (Botschaft vom 20. Mai 2009 zum Bundesgesetz über die steuer-

liche Entlastung von Familien mit Kindern, BBl 2009 4750 und 4767).   

 

3.3. 

Der Kanton Aargau hat die Vorgaben von Art. 9 Abs. 2 lit. m StHG in § 40 

Abs. 1 lit. n StG und § 26a StGV umgesetzt. 

 

 - 6 - 

 

 

Von den Einkünften werden abgezogen die nachgewiesenen Kosten, 

höchstens jedoch CHF 10'000.00, für die Drittbetreuung jedes Kindes, wel-

ches das 14. Altersjahr noch nicht vollendet hat und mit der steuerpflichti-

gen Person, die für seinen Unterhalt sorgt, im gleichen Haushalt lebt, so-

weit diese Kosten in direktem kausalem Zusammenhang mit der Erwerbs-

tätigkeit, der Ausbildung oder der Erwerbsunfähigkeit der steuerpflichtigen 

Person stehen. Der Maximalbetrag gilt für Verhältnisse mit einem Vollzeit-

pensum (§ 40 Abs. 1 lit. n StG). 

 

Lebenshaltungskosten gelten nicht als Kinderbetreuungskosten. Sie wer-

den pauschal mit 25 % der nachgewiesenen Kosten berücksichtigt (§ 26a 

Abs. 1 StGV; Fassung in Kraft bis am 31. Dezember 2021). 

 

Kinderbetreuungskosten sind nur abzugsfähig bei einer tatsächlichen Ver-

hinderung, die Kinder selbst zu betreuen. Bei Ehepaaren liegt eine solche 

vor, wenn beide Elternteile gleichzeitig einer Erwerbstätigkeit nachgehen 

beziehungsweise in Ausbildung stehen oder erwerbsunfähig sind. Dies gilt 

sinngemäss auch für unverheiratete Personen, die mit Kindern zusammen 

in einem Haushalt leben (Konkubinat; § 26a Abs. 2 StGV).  

 

Die betreuende Person muss das 16. Altersjahr vollendet haben (§ 26a 

Abs. 3 StGV). 

 

Im Übrigen gelten die Ausführungsbestimmungen zur direkten Bundes-

steuer (§ 26a Abs. 4 StGV). 

 

3.4. 

Kinderbetreuungskosten sind nur abzugsfähig, soweit sie für die Berufs-

ausübung, Ausbildung oder bei Erwerbsunfähigkeit unmittelbar notwendig 

sind. Zum Abzug zugelassen sind nur die Mehrkosten für die Drittbetreuung 

der Kinder. Abzugsfähig sind daher nur diejenigen Kosten für die Drittbe-

treuung von Kindern, welche nach Abzug der im eigenen Haushalt einge-

sparten privaten Lebenshaltungskosten verbleiben (Merkblatt "Kinderbe-

treuungskosten" des Kantonalen Steueramtes vom 30. September 2001, 

Stand 1. Januar 2015, nachfolgend: Merkblatt "Kinderbetreuungskoten", 

Ziff. 4.1).  Zu den Auslagen für die Drittbetreuung von Kindern zählen ins-

besondere die selbst bezahlten Kosten für die auswärtige Kinderbetreuung 

in Kinderhorten, Spielgruppen und Tagesfamilien, die Auslagen für Mittags-

tische, Tagesstrukturen sowie der Betreuungskostenanteil bei Tagesschu-

len und Internaten (Merkblatt "Kinderbetreuungskosten", Ziff. 4.2). Nicht 

zum Abzug zugelassen werden die privaten Lebenshaltungskosten. Dazu 

zählen insbesondere die Kosten für Miete, Heizung, Strom und Ähnliches 

sowie die Auslagen für Löhne an Hausangestellte, Haushaltshilfen, Reini-

gungsfachpersonen usw. (Merkblatt "Kinderbetreuungskosten", Ziff. 4.4).  

 

 

 - 7 - 

 

 

3.5. 

Abziehbar sind beispielsweise Taggelder für private und öffentliche Orga-

nisationen wie Kinderkrippen oder Kinderhorte. Als abziehbare Kinderdritt-

betreuungskosten kommen auch Vergütungen an Personen, welche die 

Betreuung von Kindern haupt- oder nebenberuflich ausüben, wie etwa Ta-

gesmütter oder Tagesfamilien, in Frage. Fallen im Rahmen der Drittbetreu-

ung auch Kosten für die Verpflegung oder für anderen Unterhalt der Kinder 

an, so sind diese als Lebenshaltungskosten zu qualifizieren und können 

nicht in Abzug gebracht werden. Solche Kosten würden auch entstehen, 

wenn die Kinder nicht durch Dritte betreut würden. Schulgelder sind eben-

falls als nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten zu qualifizieren. Bei den 

Internatskosten gilt es daher zwischen den reinen Schulkosten und den 

Kosten zu unterscheiden, die für die Betreuung der Kinder in Internaten 

anfallen. Somit ist von den Internatskosten ein angemessener Anteil als 

Kinderdrittbetreuungskosten zu berücksichtigen, der bis zum Maximal-

betrag des Abzuges geltend gemacht werden kann. (Kreisschreiben der 

ESTV Nr. 30 vom 21. Dezember 2010 "Ehepaar- und Familienbesteuerung 

nach dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG]", Ziff. 8.5).   

 

3.6. 

Beim Merkblatt "Kinderbetreuungskosten" sowie dem ESTV-Kreisschrei-

ben Nr. 30/2010 handelt es sich um Verwaltungsverordnungen. Diese rich-

ten sich an die mit dem Vollzug einer bestimmten öffentlichen Aufgabe be-

trauten Organe, insbesondere also an die Verwaltungsbehörden. Verwal-

tungsverordnungen statuieren keine neuen Rechte und Pflichten für Pri-

vate, sondern bezwecken, Gewähr für eine einheitliche und rechtsgleiche 

Auslegung und Anwendung der Gesetze und Verordnungen durch die Ver-

waltung zu bieten. In Nachachtung dieses Zwecks berücksichtigen auch 

die Gerichte Verwaltungsverordnungen bei der Auslegung des inländi-

schen Rechts, obschon Verwaltungsverordnungen für die Gerichte an sich 

nicht verbindlich sind. Vorausgesetzt wird dabei immerhin, dass die be-

troffene Verwaltungsverordnung eine dem Einzelfall angepasste und ge-

recht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen 

zulässt. Mit anderen Worten weichen die Gerichte nicht ohne triftigen 

Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende 

Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen (BGE 146 I 105 

E. 4.1).  

 

4. 

4.1. 

Umstritten ist, ob die gesamten Elternbeiträge von CHF 4'475.00 Kinder-

betreuungskosten gemäss § 40 Abs. 1 lit. n StG darstellen.  

 

4.2. 

Die Vorinstanz führt im Einspracheentscheid aus, dass die Rekurrentin ge-

mäss den eingereichten Arbeitsrapporten an 65 Tagen Nachtschicht (recte: 

 - 8 - 

 

 

Spätschicht) geleistet habe. Es sei ihr deshalb nicht möglich gewesen, ih-

ren Sohn abzuholen, damit dieser zu Hause habe übernachten können. 

Zudem habe B._____ aufgrund seines Alters von 9 Jahren Betreuung 

benötigt. Angesichts dessen seien 65 Übernachtungen à CHF 25.00, ab-

züglich 25 % Lebenshaltungskosten (§ 26a Abs. 1 StGV), das heisst 

CHF 1'219.00, als Kinderbetreuungskosten abziehbar.   

 

4.3. 

Die Rekurrentin macht geltend, dass es nicht entscheidend sei, ob sie für 

die Betreuung ihres Sohnes verhindert gewesen sei. Vielmehr gehe es vor-

liegend um dessen Beschulung in einem Sonderschulheim mit Wohn- und 

Übernachtungspflicht (mit Ausnahme der Wochenenden und Ferien) und 

darum, dass sie dafür gesetzlich vorgesehene Beiträge habe zahlen müs-

sen (vgl. Rekurs und Replik).  

 

4.4. 

Beim D._____, welches B._____ im Jahr 2020 besuchte, handelt es sich 

um eine stationäre Sonderschule gemäss § 2 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 

über die Einrichtungen für Menschen mit besonderen Be-

treuungsbedürfnissen vom 2. Mai 2006 (Betreuungsgesetz, BeG). Dieses 

Schulheim ist Teil der Aargauer Volksschule und umfasst Unterricht, Erzie-

hung, Betreuung, therapeutische Massnahmen, Verpflegung, notwendige 

Transporte sowie Unterkunft (§ 28 Abs. 2 des Schulgesetzes vom 17. März 

1981). Die Kosten dafür haben hauptsächlich der Kanton sowie zu 40 % 

die Wohnsitzgemeinde von B._____ (Q._____) zu tragen (§ 24 und § 25 

BeG). § 27 Abs. 2 BeG sieht vor, dass die Eltern den stationären Son-

derschulen für den Aufenthalt ihrer Kinder eine vom Regierungsrat auf ma-

ximal CHF 30.00 pro Kind und Nacht festgesetzte Pauschale zu bezahlen 

haben. Der Regierungsrat hat diesen Elternbeitrag auf CHF 25.00 pro Kind 

und Übernachtung festgesetzt (§ 54 Abs. 1 der Verordnung über die Ein-

richtungen für Menschen mit besonderen Betreuungsbedürfnissen vom 

8. November 2006 [Betreuungsverordnung, BeV]; Fassung in Kraft bis am 

31. Dezember 2021). Diesen Beitrag haben die Eltern im Rahmen ihrer 

Unterhaltspflicht für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung im 

Schulheim zu bezahlen (vgl. www.ag.ch/de/verwaltung/bks/sonderschulen-

behindertenbetreuung/kinder-und-jugendliche/wohnen-und-entlastung).   

 

4.5. 

Die Rekurrentin weist nach, dass sie im Jahr 2020 Elternbeiträge von 

CHF 4'475.00 bezahlte (vgl. Rechnungen der Q._____). 

 

4.6. 

Der Rekurrentin ist insofern beizupflichten, als dass sie zur Zahlung der 

Elternbeiträge in Höhe von CHF 4'475.00 gesetzlich verpflichtet war, und 

dass ihr Sohn ausserhalb der Ferien von Montag bis Freitag im D._____ 

übernachten musste (vgl. E. 4.4. sowie Schlüsselvorgaben des D._____). 

 - 9 - 

 

 

Dies allein vermag eine Berücksichtigung als Kinderbetreuungskosten 

hingegen nicht zu rechtfertigen, muss doch ein direkter kausaler 

Zusammenhang zwischen den Kinderbetreuungskosten zum einen und der 

Erwerbstätigkeit, der Ausbildung oder der Erwerbsunfähigkeit der 

Rekurrentin zum anderen bestehen (§ 40 Abs. 1 lit. n StG). Die Qualifikation 

von Elternbeiträgen als Kinderbetreuungskosten setzt daher voraus, dass 

sie für Tage geleistet wurden, an denen die Rekurrentin ihrer 

Erwerbstätigkeit als Servicefachangestellte nachging oder infolge Krank-

heit daran gehindert bzw. erwerbsunfähig war und aufgrund ihrer Beein-

trächtigung auch nicht in der Lage war, die Betreuung von B._____ selber 

wahrzunehmen (vgl. ESTV-Kreisschreiben Nr. 30/2010, Ziff. 8.3; SGE vom 

25. Mai 2022 [3-RV.2021.38]).     

 

4.7. 

Entgegen den sinngemässen Ausführungen der Vorinstanz bezieht sich 

der Elternbeitrag von CHF 25.00 pro Nacht als Pauschale nicht nur auf die 

Übernachtung und Betreuung während der Nacht, sondern auch auf die 

ganztägige Betreuung ausserhalb der Schulzeiten sowie die Kosten aller 

Mahlzeiten. Dies ergibt sich nebst den Ausführungen unter E. 4.4. auch aus 

§ 27 Abs. 1 BeG sowie § 54 Abs. 1 BeV (Fassung in Kraft bis am 31. De-

zember 2021), gemäss welchen Bestimmungen die Eltern den Tagesson-

derschulen für den Aufenthalt ihrer Kinder über Mittag als Pauschale einen 

Elternbeitrag von CHF 10.00 pro Kind und Mittag zu bezahlen haben. An-

gesichts dessen rechtfertigt sich eine Berücksichtigung von Kinderbetreu-

ungskosten auch für Elternbeiträge, welche sich auf Tage beziehen, an de-

nen die Rekurrentin über Mittag arbeiten musste.    

 

4.8. 

Der von der Rekurrentin geleistete Elternbeitrag von CHF 25.00 pro Tag 

umfasst nicht nur Betreuung, sondern auch Verpflegung und Übernachtung 

(E. 4.4.). Bei letzteren zwei Positionen handelt es sich um nicht abziehbare 

Lebenshaltungskosten (E. 3.4. f.). Angesichts dessen können höchstens 

75 % des Elternbeitrages als Betreuungskosten berücksichtigt werden 

(§ 26a Abs. 1 StGV; Fassung in Kraft bis am 31. Dezember 2021). Vorlie-

gend erscheint es angemessen, für Tage, an denen die Rekurrentin Mit-

tags- und Spätschicht arbeiten musste, Kinderbetreuungskosten von 

CHF 18.75 (75 % von CHF 25.00) pro Tag zu berücksichtigen. Für Tage, 

an denen die Rekurrentin nur Mittagsdienst leistete, erscheinen CHF 7.50 

(75 % von CHF 10.00; E. 4.7.) pro Tag sachgerecht, da sie am Abend und 

in der Nacht B._____ hätte betreuen können und Fremdbetreuung nur über 

Mittag benötigte. Für Tage mit Spätschicht sind CHF 11.25 (75 % von 

CHF 15.00) pro Tag angemessen, weil die Rekurrentin ihren Sohn dann 

am Abend und in der Nacht nicht betreuen konnte. Für Arbeitstage, an de-

nen die Rekurrentin krank war, wird zu deren Gunsten davon ausgegan-

gen, dass sie ganztägig nicht in der Lage war, die Betreuung von B._____ 

selber wahrzunehmen. Dementsprechend werden für diese Tage 

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Kinderbetreuungskosten zufolge Erwerbsunfähigkeit von CHF 18.75 (75 % 

von CHF 25.00) pro Tag berücksichtigt.  

 

4.9. 

Die Rekurrentin erhielt vom 16. März bis 31. Mai 2020 aufgrund der Covid-

19 bedingten Betriebsschliessung des C._____ in R._____ Kurz-

arbeitsentschädigungen. Gemäss Infoblatt des Steueramtes des Kantons 

Aargau vom 8. Dezember 2020 / update 28. Januar 2021 "INFORMATION 

COVID-19-Massnahmen und deren Folgen für die Einkommenssteuer 

2020 und 2021", dessen Ausführungen für die Steuerperioden 2020 und 

2021 Gültigkeit haben, sind die während Kurzarbeit effektiv angefallenen 

Kinderbetreuungskosten abzugsfähig, sofern diese tatsächlich entstanden 

und nachgewiesen sind (Ziff. 1.6). Angesichts dessen sind die während der 

Kurzarbeit der Rekurrentin angefallenen Elternbeiträge mit CHF 18.75 

(75 % von CHF 25.00) pro Tag abzugsfähig.      

 

4.10. 

Die übrigen Voraussetzungen, damit die von der Rekurrentin bezahlten 

Elternbeiträge – unter Berücksichtigung der vorstehenden Erwägungen – 

als Kinderbetreuungskosten berücksichtigt werden können, sind unstreitig 

erfüllt. So hat B._____ das 14. Altersjahr noch nicht vollendet und lebt mit 

der Rekurrentin, welche für seinen Unterhalt sorgt, im gleichen Haushalt. 

Sodann waren die Betreuungspersonen im D._____ älter als 16 Jahre, und 

der Maximalbetrag von CHF 10'000.00 pro Kind wird nicht überschritten.  

 

4.11. 

Aufgrund der vorgenannten Erwägungen sind Kinderbetreuungskosten von 

insgesamt CHF 2'306.00 (Total der Kinderbetreuungskosten für die nach-

folgend einzeln aufgeführten Monate; abgerundet von CHF 2'306.25) ab-

zugsfähig: 

 

Januar 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 20 

Arbeitstage 16  

Arbeitstage mit beiden Schichten 5 

Arbeitstage mit Spätschicht 1 

Arbeitstage mit Mittagsschicht 7 

Arbeitstage mit Krankheit 3 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 213.75 

(8 Tage zu CHF 18.75: CHF 150.00; 1 Tag zu CHF 11.25: CHF 11.25; 

7 Tage zu CHF 7.50: CHF 52.50) 

 

 

 

 - 11 - 

 

 

Februar 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 10 

Arbeitstage 18 

Arbeitstage mit Krankheit 10 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 187.50 

(10 Tage zu CHF 18.75: CHF 187.50) 

 

März 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 10 

Tage mit Kurzarbeit 10  (mindestens) 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 187.50 

(10 Tage zu CHF 18.75: CHF 187.50) 

 

April 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 10 

Tage mit Kurzarbeit 10  (mindestens) 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 187.50 

(10 Tage zu CHF 18.75: CHF 187.50) 

 

Mai 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 20 

Tage mit Kurzarbeit 20 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 375.00 

(20 Tage zu CHF 18.75: CHF 187.50) 

 

Juni 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 22 

Arbeitstage 19  

Arbeitstage mit Spätschicht 9 

Arbeitstage mit Mittagsschicht 10 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 176.25   

(9 Tage zu CHF 11.25: CHF 101.25; 10 Tage zu CHF 7.50: CHF 75.00) 

 

 

 

 

 - 12 - 

 

 

Juli 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 2 

Arbeitstage 17  

Arbeitstage mit beiden Schichten 3 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 37.50   

(2 Tage zu CHF 18.75: CHF 37.50) 

 

August 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 17 

Arbeitstage 17  

Arbeitstage mit beiden Schichten 5 

Arbeitstage mit Spätschicht 3 

Arbeitstage mit Mittagsschicht 9 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 195.00   

(5 Tage zu CHF 18.75: CHF 93.75; 3 Tage zu CHF 11.25: CHF 33.75; 

9 Tage zu CHF 7.50: CHF 67.50) 

 

September 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 18 

Arbeitstage 15  

Arbeitstage mit beiden Schichten 7 

Arbeitstage mit Mittagsschicht 8 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 191.25   

(7 Tage zu CHF 18.75: CHF 131.25; 8 Tage zu CHF 7.50: CHF 60.00) 

 

Oktober 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 15 

Arbeitstage 19  

Arbeitstage mit beiden Schichten 8 

Arbeitstage mit Spätschicht 2 

Arbeitstage mit Mittagsschicht 7 

Arbeitstage mit Krankheit 2 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 232.50   

 

(10 Tage zu CHF 18.75: CHF 187.50; 2 Tage zu CHF 11.25: CHF 22.50; 

3 Tage zu CHF 7.50: CHF 22.50) 

 

 

 - 13 - 

 

 

November 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 22 

Arbeitstage 16  

Arbeitstage mit beiden Schichten 5 

Arbeitstage mit Spätschicht 3 

Arbeitstage mit Mittagsschicht 8 

 

Kinderbetreuungskosten: CHF 187.50   

 

(5 Tage zu CHF 18.75: CHF 93.75; 3 Tage zu CHF 11.25: CHF 33.75; 

8 Tage zu CHF 7.50: CHF 60.00) 

 

Dezember 2020 

 

Tage mit Elternbeiträgen 13 

Arbeitstage: 10  

Arbeitstage mit beiden Schichten 5 

Arbeitstage mit Spätschicht 1 

Arbeitstage mit Mittagsschicht 4 

 

Kinderbetreuungskosten CHF 135.00   

 

(5 Tage zu CHF 18.75: CHF 93.75; 1 Tag zu CHF 11.25: CHF 11.25; 

4 Tage zu CHF 7.50: CHF 30.00) 

 

5. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses ist somit das steuerbare Einkom-

men gemäss Einspracheentscheid vom 31. August 2022 von 

CHF 35'966.00 um CHF 1'087.00 (CHF 2'306.00 – bereits gewährte 

CHF 1'219.00) auf CHF 34'879.00 herabzusetzen.  

 

6. 

6.1. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt die Rekurrentin zu rund 35 %. Sie 

hat daher 65 % der Kosten des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 2 

StG).  

 

6.2. 

Der nicht vertretenen Rekurrentin ist keine Parteikostenentschädigung aus-

zurichten (§ 189 Abs. 2 StG).  

 

 

 

 

  

 - 14 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen 

auf CHF 34'800.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 300.00, der Kanzleigebühr von CHF 175.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 575.00, zu 65 % mit 

CHF 373.75 zu bezahlen. Der Rest wird auf die Staatskasse genommen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrentin 

das Kantonale Steueramt  

das Regionalsteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 15 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 31. August 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs