# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9875cfd8-4789-50e2-bf5a-7df3ee78afa3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 26.04.2021 SST.2020.148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2020-148_2021-04-26.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2020.148 
(ST.2019.85) 

 

 

Urteil vom 26. April 2021 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin Saner  

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1979, von Gansingen, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Stefan Semela,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 21. Oktober 2019 

Anklage gegen A._____ (Beschuldigter). Sie wirft ihm eine qualifizierte 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Übertretungen des 

Betäubungsmittelgesetzes und der Verkehrsregelverordnung sowie 

Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung vor.  

 

2. 

2.1. 

Am 10. März 2020 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht 

Brugg mit Befragung des Beschuldigten und der Zeugen B._____ und 

C._____ statt.  

 

2.2. 

Das Bezirksgericht Brugg fällte am 12. Mai 2020 das nachfolgende Urteil:  

 
1. 
Der Beschuldigte ist schuldig  

 
- der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 

Abs. 1 lit. c i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG; 
- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG; 
- der Übertretung der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln gemäss 

Art. 96 VRV; 
- des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB. 

 
2. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 1 erwähnten Bestimmungen sowie 
gestützt auf Art. 47, Art. 49 Abs. 1 und Art. 106 StGB zu einer Freiheitstrafe von 
20 Monaten sowie einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt. 
 
3. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen 
vollzogen. 
 
4. 
Der dem Beschuldigten mit Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 25. April 2016 gewährte 
bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe von sieben Monaten wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 
Satz 1 und 2 StGB widerrufen. Die widerrufene Freiheitsstrafe bildet zusammen mit der 
neuen Strafe die Gesamtstrafe gemäss Ziffer 2 hiervor. 
 
5. 
Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 10. Juni 2015 für 
120 Tagessätze Geldstrafe (abzüglich 2 Tage Untersuchungshaft) zu einem Tagessatz von 
je Fr. 40.00 gewährte bedingte Vollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB 
widerrufen.  
 
 
 
6. 

 - 3 - 

 

 

Auf den Antrag der Anklägerin, es sei der dem Beschuldigten mit Urteil der 
Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 4. Januar 2017 gewährte bedingte Strafvollzug in 
Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB zu widerrufen, wird nicht eingetreten. 
 
7. 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und 
vernichtet: 
 
- 1.3g Kokaingemisch 
- Mobiltelefon Samsung Galaxy A3 + Kabel 
- Miniwaage (gold) 
 
8. 
Die Anklagegebühr gemäss § 15 Abs. 1bis VKD wird auf Fr. 1'950.00 festgesetzt und dem 
Beschuldigten auferlegt. 
 
9. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von  Fr.  3'000.00 
b) den Kosten für die amtliche Verteidigung von  Fr.  9'757.15 
c) der Zeugenentschädigung von  Fr. 32.50 
d) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von  Fr. 150.00 
 
Total Fr.  12'939.65 
 
Dem Beschuldigten werden die Gebühr sowie die Kosten gemäss lit. a und c – d im 
Gesamtbetrag von Fr. 3'182.50 auferlegt. 
 
10. 
10.1. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten ein 
Honorar von Fr. 9'757.15 (inkl. MwSt von Fr. 697.60) zu bezahlen. 
 
10.2. 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

2.3. 

Mit Berufungserklärung vom 3. August 2020 beantragte der Beschuldigte, 

er sei wegen einfacher statt qualifizierter Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz zu verurteilen und mit einer unbedingten 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 500.00 

zu bestrafen. Der ihm mit Urteil des Gerichtspräsidiums Brugg gewährte 

bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe von 7 Monaten und der ihm mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach gewährte bedingte 

Vollzug der Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 40.00 sei nicht zu 

widerrufen. Stattdessen sei die Probezeit um ein Jahr bzw. 6 Monate zu 

verlängern. 

 

2.4. 

Der Beschuldigte reichte am 30. Oktober 2020 vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein.  

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2.5. 

Die Staatsanwaltschaft beantragte mit vorgängiger Berufungsantwort vom 

10. November 2020 die Abweisung der Berufung.  

 

2.6. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme des Beschuldigten und des 

Zeugen B._____ fand am 26. April 2021 statt.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen 

Schuldspruch der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Nicht 

angefochten und deshalb gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO vom Obergericht 

nicht zu überprüfen sind die Schuldsprüche der Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der Übertretung 

der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln gemäss Art. 96 VRV und 

des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB.  

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten gestützt auf den folgenden 

angeklagten Sachverhalt der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 

lit. c BetmG schuldig: 

 

1.1. 
Am 10. August 2018 verkaufte der Beschuldigte beim Bahnhof Q._____ ([…]) wissentlich 
und willentlich um 1752 an D._____ 0.36 g und um 1952 an E._____ 0.11 g 
Kokaingemisch. Der Verkaufspreis betrug mindestens CHF 50.00 (D._____) und 
CHF 10.00 (E._____). 
 
1.2. 
Zwischen 1. September 2018 und 10. Oktober 2018 verkaufte der Beschuldigte beim 
Bahnhof Q._____ und in der Region Q._____ wissentlich und willentlich insgesamt 126 g 
Heroingemisch und 176 g Kokaingemisch an rund 20 unbekannte Abnehmer. Das 
Kokaingemisch kostete CHF 20.00 für eine Portion à 0.15 g, CHF 50.00 für eine Portion à 
0.38 g und CHF 100.00 für eine Portion à CHF 0.75 g. Das Heroingemisch kostete 
CHF 20.00 für eine Portion à 0.2 g, CHF 40.00 für eine Portion à 0.5 g, zwischen 
CHF 120.00 und 140.00 für eine Portion à 2.5 g und zwischen CHF 200.00 und 250.00 für 
eine Portion à 5 g. Der Beschuldigte bezog die Drogen jeweils von B._____, welcher diese 
bei C._____ an der R-Strasse in S._____ bezogen hatte. Die Kaufpreiszahlung der Kunden 
übergab der Beschuldigte jeweils B._____ zu Handen von C._____, während die 
Bestellungen durch den Beschuldigten direkt bei C._____ erfolgten. 
 
1.3. 
Der Beschuldigte veräusserte die vorgenannte, grosse Menge an Drogen an eine Vielzahl 
von Abnehmern, welche selbst die Drogen konsumierten oder an Vierte weitergaben, was 

 - 5 - 

 

 

der Beschuldigte wusste und wollte. Dass dadurch eine unbestimmte Anzahl von Personen 
durch die hohe Menge an Drogen in ihrer Gesundheit erheblich gefährdet werden, war dem 
Beschuldigten bekannt, er rechnete jedoch zumindest damit. 

 

2.2. 

Der Beschuldigte macht mit Berufung geltend, es liege lediglich eine 

einfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vor. Er 

anerkennt den ihm zur Last gelegte Sachverhalt insoweit, als er im Vor- 

und Hauptverfahren zugab, das Kokaingemisch an D._____ und E._____ 

verkauft zu haben (act. 176 ff., 213, 327 f.). Demgegenüber bestreitet er 

den Verkauf von insgesamt 126 g Heroingemisch und 176 g 

Kokaingemisch an rund 20 unbekannte Abnehmer. Er stellt sich auf den 

Standpunkt, dass die vagen, widersprüchlichen und schwankenden 

Aussagen des Zeugen B._____ nicht Grundlage für eine Verurteilung 

wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

sein können (Berufungsbegründung, S. 6). 

 

3. 

Gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG begeht eine 

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und wird 

mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, wer 

Betäubungsmittel unbefugt veräussert und weiss oder annehmen muss, 

dass die Widerhandlung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler 

Menschen in Gefahr bringen kann. Die Rechtsprechung stellt für die 

Annahme einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG auf die Betäubungsmittel-

menge ab. Die Grenzwerte liegen für Kokain bei 18 Gramm und für Heroin 

bei 12 Gramm, wobei sich die Gewichtsangabe auf den reinen 

Drogenwirkstoff bezieht (BGE 145 IV 312). 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz stützte sich bei der Beweiswürdigung in erster Linie auf die 

belastenden Aussagen des Zeugen B._____, der am 14. Februar 2019 von 

der Polizei, am 7. Mai 2019 von der Staatsanwaltschaft und am 

10. März 2020 vom Gericht einvernommen worden war. Die delegierte 

polizeiliche Einvernahme vom 14. Februar 2019 erachtete die Vorinstanz 

allerdings als nicht verwertbar, da dem Beschuldigten das Teilnahmerecht 

nicht gewährt worden sei (vorinstanzliches Urteil, E. 3.4.2).  

 

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sind die Aussagen von B._____ vom 

14. Februar 2019 zulasten des Beschuldigten verwertbar. Die 

Staatsanwaltschaft hat in ihrer Berufungsantwort zu Recht vorgebracht, 

dass dem Beschuldigten an der polizeilichen Einvernahme von B._____ 

gar kein Teilnahmerecht zukam (Berufungsantwort, S. 1). B._____ wurde 

am 14. Februar 2019 in einem separaten Strafverfahren (ST.2018.4205) 

als beschuldigte Person einvernommen. Gemäss der bundesgerichtlichen 

 - 6 - 

 

 

Rechtsprechung gilt das Teilnahmerecht im Sinne von Art. 147 

Abs. 1 StPO in getrennt geführten Verfahren gegen andere beschuldigte 

Personen nicht. Die beschuldigte Person hat gegenüber in anderen 

Verfahren beschuldigten Personen nur, aber immerhin das Recht, 

mindestens einmal Fragen zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.2, BGE 141 IV 

220 E. 4.5). Die Einvernahme vom 14. Februar 2019 darf mithin nur dann 

zulasten des Beschuldigten verwertet werden, wenn er wenigstens einmal 

angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, die belastenden 

Aussagen von B._____ in Zweifel zu ziehen und Fragen an ihn zu stellen. 

An der Einvernahme von B._____ vom 7. Mai 2019 war der Verteidiger des 

Beschuldigten anwesend. Ausserdem wurde B._____ in Anwesenheit des 

Beschuldigten und seines Verteidigers an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung und an der Berufungsverhandlung befragt. Damit wurde 

der Konfrontationsanspruch des Beschuldigten gewahrt und die 

Einvernahme von B._____ vom 14. Februar 2019 ist vollumfänglich 

verwertbar. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Nachfolgend ist in tatsächlicher Hinsicht zu prüfen, ob der Beschuldigte im 

Zeitraum vom 1. September 2018 bis 10. Oktober 2018 am Bahnhof und in 

der Region Q._____ Heroin- und Kokaingemisch verkauft hat. Gemäss der 

Anklageschrift soll der Beschuldigte die Betäubungsmittel über B._____ 

von C._____ bezogen haben.  

 

4.2.2. 

Als Beweismittel liegen dem Obergericht im Wesentlichen die 

vollumfänglich verwertbaren Aussagen von B._____ und die Nachrichten 

auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten vor. Der Beschuldigte (act. 213 f., 

328) und C._____ (act. 224) bestreiten – wie in der Drogenszene üblich – 

eine Beteiligung an der Abwicklung der Drogengeschäfte, weshalb ihre 

Aussagen nachfolgend nicht näher thematisiert werden. Es kann auf die 

Zusammenfassung ihrer Aussagen im vorinstanzlichen Urteil (E. 3.3 und 

E. 3.5) verwiesen werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden 

der Zeuge B._____ und der Beschuldigte erneut einlässlich zum Vorfall 

befragt, so dass das Obergericht einen persönlichen Eindruck des 

Aussageverhaltens gewinnen und Unklarheiten klären konnte (siehe 

Protokoll der Berufungsverhandlung vom 26. April 2021 [nachfolgend: 

Protokoll]). 

 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen 

Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Der 

Grundsatz «in dubio pro reo» besagt als Beweiswürdigungsregel, dass sich 

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das Strafgericht nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen 

Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung 

erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der 

Sachverhalt so verwirklicht hat. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel 

genügen nicht, weil solche immer möglich sind. Der Grundsatz «in dubio 

pro reo» verlangt indes nicht, dass bei sich widersprechenden 

Beweismitteln unbesehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis 

abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst anwendbar, nachdem alle aus 

Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und 

ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel bestehen (BGE 144 IV 345; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3). 

 

4.3. 

B._____ wurde für seine Beteiligung am vorliegend zu beurteilenden 

Sachverhalt bereits rechtskräftig verurteilt und befindet sich derzeit in einer 

stationären therapeutischen Massnahme (Protokoll, S. 2). An der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte er hierzu aus, dass er die 

Massnahme als Möglichkeit ansehe, um mit der Vergangenheit 

abzuschliessen und einen neuen Abschnitt seines Lebens zu beschreiten 

(act. 295). Von Anfang September bis Mitte Oktober 2018 und damit 

während des Tatzeitraums wohnte B._____ bei C._____ in S._____ 

(act. 104, 123, 298, 310, Protokoll, S. 4), wobei dieser selbst bestätigte, 

dass seine Wohnung eine «Drogenhöhle» gewesen sei, in der Drogen 

gelagert, konsumiert und abgepackt worden seien (act. 310 ff.). 

 

Das Obergericht geht gestützt auf die Aussagen von B._____ davon aus, 

dass der Beschuldigte die Betäubungsmittel jeweils über B._____ von 

C._____ bezogen und danach am Bahnhof und in der Region Q._____ 

verkauft hat. An der Einvernahme vor der Polizei vom 14. Februar 2019 

beschrieb B._____ die Abwicklung der Drogengeschäfte im Wesentlichen 

wie folgt: Der Beschuldigte habe die Betäubungsmittel meist telefonisch bei 

C._____ bestellt. Danach sei er (B._____) mit der gewünschten Menge von 

S._____ nach Q._____ gefahren und habe dem Beschuldigten die Drogen 

am Bahnhof abgeliefert. Im Gegenzug habe der Beschuldigte ihm das 

zuvor bei den Kunden eingesammelte Geld übergeben und den Stoff an 

die Leute verteilt (act. 116, 117, 125). B._____ bezeichnete den 

Beschuldigten als Vermittler und sich selbst als Läufer (act. 117). 

Anlässlich der weiteren Einvernahmen, namentlich vor der 

Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz, bestätigte B._____ seine zuvor 

gemachten Aussagen (act. 106, 296 f.). Auch an der 

Berufungsverhandlung bekräftigte B._____ seine bisherigen Aussagen und 

führte erneut aus, dass der Beschuldigte die Drogen per Telefon bei 

C._____ oder bei ihm bestellt habe. Er (B._____) habe die Drogen 

zusammen mit C._____ abgepackt und danach zu Fuss oder mit dem 

Elektroroller an den Bahnhof Q._____ gebracht und dem Beschuldigten 

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übergeben. Der Beschuldigte habe das Geld bei den Kunden 

eingesammelt und ihm am Bahnhof übergeben und danach den Stoff an 

die Leute verteilt. Die Übergaben mit dem Beschuldigten hätten immer gut 

funktioniert (Protokoll, S. 3 ff., S. 7).  

 

Die Aussagen von B._____ sind konstant, in sich stimmig und 

nachvollziehbar. Mit dem von ihm eingestandenen Transport der Drogen 

von S._____ nach Q._____ belastete er sich ausserdem selbst, was die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen als hoch erscheinen lässt. Entgegen der 

Ansicht des Beschuldigten (siehe Berufungsbegründung, S. 4) ist nicht 

ersichtlich, weshalb der Umstand, dass im Verfahren gegen B._____ noch 

weitere Anklagepunkte im Raum standen, seine selbstbelastenden 

Aussagen zum vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt relativieren sollte. 

Das Geständnis der Drogentransporte stellt eine erhebliche 

Selbstbelastung dar. Dies war B._____ bewusst. Selbst wenn die weiteren 

Delikte und die Vorstrafen im Bereich des Betäubungsmittelgesetzes – wie 

dies vom Beschuldigten vorgebracht wird – einen grösseren Einfluss auf 

seine Strafe gehabt hätten, vermag dies seine Aussagen zur Abwicklung 

der Drogengeschäfte mit dem Beschuldigten und C._____ nicht 

abzuschwächen, zumal dies zum Zeitpunkt seiner Aussagen vor der Polizei 

kaum voraussehbar war. Schliesslich ist auch kein Motiv für eine 

Falschbelastung ersichtlich. Weder der Beschuldigte (act. 214, 330 f., 

Protokoll, S. 13) noch C._____ (act. 317) können einen Grund nennen, 

weshalb B._____ die beiden fälschlicherweise belasten sollte.  

 

4.4. 

4.4.1. 

Die Rolle des Beschuldigten bei der Veräusserung der Drogen in der 

Region Q._____ ergibt sich auch aus den Nachrichten auf seinem 

Mobiltelefon. Die Nachrichten in den Akten sprechen – trotz der 

Verwendung von Codewörtern – eine eindeutige Sprache. Nicht zu folgen 

ist dem Vorbringen des Beschuldigten, wonach die Nachrichten bloss einen 

Anfangsverdacht begründen, nicht jedoch Grundlage einer Verurteilung 

sein können (siehe Berufungsbegründung, S. 5). Die Strafprozessordnung 

kennt keinen numerus clausus der Beweismittel. Vielmehr setzen die 

Strafbehörden zur Wahrheitsfindung alle nach dem Stand von 

Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein (Art. 139 

Abs. 1 StPO). Weshalb die Nachrichten auf dem Mobiltelefon des 

Beschuldigten nicht Grundlage einer Verurteilung sein können, erschliesst 

sich deshalb nicht. 

 

Insoweit der Beschuldigte erstmals anlässlich seiner Einvernahme vor 

Obergericht vorbringt, er habe sein Mobiltelefon jeweils auch anderen 

Personen gegeben und daraus ableitet, es könne auch sein, dass die 

Nachrichten gar nicht von ihm seien (Protokoll, S. 12), so handelt es sich 

dabei um eine offensichtliche Schutzbehauptung. Inhalt und Häufigkeit der 

 - 9 - 

 

 

Nachrichten lassen keine Zweifel daran bestehen, dass die betreffenden 

Nachrichten (siehe dazu unten) vom Beschuldigten erstellt worden sind. 

Konkrete Hinweise darauf, dass sie jemand anders geschrieben haben 

könnte, liegen nicht vor. 

 

4.4.2. 

Der Beschuldigte kommunizierte mit C._____ nicht nur telefonisch, sondern 

übermittelte seine Bestellungen auch per SMS, so beispielsweise am 

3. Oktober 2018 mit der folgenden Nachricht: «Moorgä,bruuchä 2 

FEEERTIGI Erwaachsni so schnäll wiä Möögli am Bhf» (act. 102, pdf zum 

UFED Report betreffend C._____, S. 9). Ein Überblick über den SMS-

Verlauf zwischen dem Beschuldigten und C._____ zeigt, dass vor allem 

Änderungswünsche bzw. Nachbestellungen per SMS mitgeteilt wurden 

(siehe act. 102, pdf zum UFED Report betreffend C._____: 

18. September 2018: «Äs Chend me»; 29. September 2018: «Chasch no 

zuäsätzläch än Erwaachsnä metgäh Bittär schön»; 5. Oktober 2018: «No 

än Erwaachsnä+2 Chend me»; 8. Oktober 2018: «Än Erwaachsnä au no»; 

10. Oktober 2018: «Vo dä Corinnä+ehm Bruno Chendär+Bänbys»). Der 

Umstand, dass der Beschuldigte konsequent auf die Nennung von illegalen 

Substanzen verzichtete, spricht für den Betäubungsmittelhandel, bei dem 

die codierte Sprache üblich ist. Dass es effektiv um «Erwachsene» und 

«Kinder» gegangen sein soll, liegt ausserhalb einer vernünftigen 

Betrachtungsweise, zumal keinerlei Hinweise dafür bestehen, dass der 

Beschuldigte im Menschenhandel tätig war. B._____ führte an der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung und an der Berufungsverhandlung 

sodann aus, dass ein «Kind» für ein halbes Gramm und ein «Erwachsener» 

für ein Gramm stehe (act. 301, Protokoll, S. 3). Ebenso entschlüsselte 

B._____ weitere häufig verwendete Codewörter. Gemäss seinen 

schlüssigen und nachvollziehbaren Aussagen stand Corinne, Corina, 

Caroline – Hauptsache mit C – für «Coci» (umgangssprachlich für Kokain) 

und Bruno – aufgrund der braunen Farbe – für Heroin (Protokoll, S. 3 f.). 

Da weder der Beschuldigte (act. 330) noch C._____ (act. 313 ff.) eine 

andere Erklärung für die erwähnten Nachrichten bzw. die Begriffe hatte, ist 

ohne Zweifel davon auszugehen, dass es sich hierbei um Bestellungen für 

Betäubungsmittel handelte. 

 

4.4.3. 

Weiter befindet sich in den Akten die Kommunikation zwischen dem 

Beschuldigten und B._____. Daraus geht hervor, dass der Beschuldigte 

seine Bestellungen auch an B._____ richtete (siehe act. 102, pdf zum 

UFED Report betreffend B._____: 29. September 2018: «Chasch no äs 

fertigs Chend+än 3o gär för dAnnina met brengä»; 3. Oktober 2018: 

«Breng no me met» (13:55 Uhr), «au Dormis» (13:57 Uhr), «Breng no äs 

Baby+än Erwaachsnä me met Fertig» (17:11 Uhr), «+no än 3o gär» 

(17:27 Uhr); 9. Oktober 2018: «3 mol dä Bruno no» (12:24 Uhr), «3 mol 

Bruno» (15:33 Uhr), «Än 3o gär Bruno me» (16:37 Uhr), «2 Erwachsni 1 

 - 10 - 

 

 

fertigs Bäby 3o vom Bruno send no gSuächt am Bhf» (21:47 Uhr); 

10. Oktober 2018: «Än Erwaachsnä chasxh au no brengä» (19:10 Uhr), 

«+äs Chend» (19:10 Uhr), «Dä Bruno esch im Fall emmär no am Waartä» 

(19:33 Uhr). Der Beschuldigte verweigerte konkrete Angaben dazu, um 

was es in den genannten Nachrichten ging und beschränkte sich darauf, 

zu beteuern, dass er ja nichts verkauft habe (act. 215). Die codierte 

Sprache stimmt mit derjenigen überein, die der Beschuldigte auch mit 

C._____ verwendete. Es bestehen deshalb keine vernünftigen Zweifel, 

dass es sich auch bei diesen Nachrichten um Bestellungen für 

Betäubungsmittel handelte. Sodann koordinierten der Beschuldigte und 

B._____ teilweise ihre Treffen am Bahnhof Q._____ per SMS. B._____ 

teilte dem Beschuldigten mit, zu welcher Zeit er am Bahnhof ankommen 

werde (5. Oktober 2018: «Bin am 20ab bh»; 9. Oktober 2018: «OK am 10 

ab BH») und der Beschuldigte liess B._____ wissen, wo er sich gerade 

aufhält (5. Oktober 2018: «Chommä Subway»; 10. Oktober 2018: 

«[Piktogramm für Rollstuhl]» und «WC»). Die Nachrichten stehen damit im 

Einklang mit der Aussage von B._____, dass er die Drogen dem 

Beschuldigten jeweils am Bahnhof Q._____ übergeben habe.  

 

4.4.4. 

Schliesslich sind die Nachrichten des Beschuldigten mit seinen Abnehmern 

aktenkundig (siehe act. 102, pdf zum UFED Report betreffend Abnehmer). 

Insgesamt sind Chatverläufe mit 54 Personen vorhanden, die mit dem 

Beschuldigten in Verbindung traten, um entweder an Betäubungsmittel 

und/oder rezeptpflichtige Medikamente zu gelangen. Der Inhalt der 

Nachrichten mit Dritten weist klar darauf hin, dass der Beschuldigte über 

einen längeren Zeitraum diverse verschiedene illegale Substanzen 

verkauft hat. Vorliegend relevant sind die Anfragen und Bestellungen für 

Heroin und Kokain während des angeklagten Zeitraums vom 

1. September 2018 bis 10. Oktober 2018. Auf dem Mobiltelefon des 

Beschuldigten findet sich beispielsweise eine Nachricht vom 

30. September 2018 von einer unter «BlutEngel» gespeicherten Person, 

die folgendermassen lautet (act. 77): «Morn nim ich gern es biz vom 

Wisse…». Am 6. Oktober 2018 ging folgende Nachricht auf dem 

Mobiltelefon des Beschuldigten von einer Person namens «G._____» ein 

(act. 79): «Hey ich bin ca innere stund bis 1 halb in Q._____ bruche öpis 

wisses». Es ist allgemein bekannt, dass es sich bei Kokain um ein weisses 

Pulver handelt, weshalb das verwendete Codewort – «Weisses» – 

zweifellos dieser Substanz zuzuordnen ist. Bezeichnend für den Verkauf 

von Kokain ist sodann der Chatverlauf mit H._____, der zwischen Mitte 

September und Anfang Oktober 2018 regelmässig bzw. praktisch täglich 

mit dem Beschuldigten in Verbindung trat, um an «Helles» und an «Blaue» 

zu gelangen. Dass es sich hierbei um Kokain und Dormicum handelt, steht 

ausser Frage. Aus der Einvernahme mit B._____ geht zweifellos hervor, 

dass H._____ Abnehmer dieser beiden Substanzen war und seine 

Bestellungen sowohl bei B._____ als auch beim Beschuldigten aufgab 

 - 11 - 

 

 

(act. 119). Eine Übersicht über die Nachrichten zeigt, dass H._____ das 

Kokain zwar für den Eigenkonsum, dennoch aber nicht in geringen Mengen 

bestellte. Regelmässig investierte er Fr. 100.00 oder Fr. 150.00, was 

gemäss der von B._____ angegebenen Preisliste 0.75 g bzw. gut 1 g 

Kokaingemisch entspricht (act. 126). Die relevanten Nachrichten von 

H._____ auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten präsentieren sich wie 

folgt (siehe act. 102, pdf zum UFED Report betreffend H._____):  

 

18.9.2018 Jo super, nehme äu en Stteife und hells, und du 10… 

19.9.2018 Hesch no vom helle? 

21.9.2018 Hey A._____, hets weder guet hells und evt. Blaui? 

22.9.2018 Hey A._____, kannst du mir bitte Bescheid geben wenn du helles 

hast und blau, bitte A._____, ok?! Lg H._____  

Hoi, du lauft med hell? Ok am 16.45 Uhr  

Hey lauft no wass hell? Be am 23.45 Uhr be der? Ok?  

24.9.2018 Gsänd mer eus morn A._____? De nemm ich weder för 100 hell 

und wenns het Blau!! […] 

25.9.2018 Wenn morn vom guets Hells hed de J._____ no hed, wot ich Ich für 

5 Gr nor das beste und zahle machimum 400 deför und es 

Dankeschön, das ich emmer för fasch 100 nemme und da Ned's 

Knapp, ok! Aber top war, o,! H._____?! Soviel wie ich chaufe wenig, 

ok? Mald mi no 

28.9.2018 Ok, be am 12.25 be der. Luegsch för en Stteife Blau und 150 hell. 

Klappt da? 

1.10.2018 Hey A._____, meinsch hesch morn ome Mittag öpe för 150 hells 

und öpe Blau? 

3.10.2018 Besch scho ome? Blau and hell… H._____ 

Blaui hesch äu und hell? Muess zersch of Aarau go 2 Goldvreneli 

verkaufen, wägem Gäld! Oder chasch da in Q._____ äu? 

7.10.2018 Hey A._____, chasch luege morn hell und blau? 

8.10.2018 Du chönne mer eus neume andersch träffe ned ded obe wie 

emmer, ich wot kei überraschige wenn weisch was ich meine! 150 

hell und 50 blau 

9.10.2018 Hey A._____ alles Roger? Esch guet morn ome Mitttag so es hells 

wie gestern und wenns got en blaue Himmel… 

 

Schliesslich ist auf die Chatverläufe des Beschuldigten mit E._____ und 

D._____ hinzuweisen. Der Beschuldigte sagte im Vorverfahren aus, dass 

er beiden bloss einmal Drogen verkauft habe, nämlich gerade an jenem 

Tag, als er von der Polizei erwischt worden sei (act. 176, 177). Die 

Nachrichten auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten sprechen jedoch eine 

andere Sprache. So schickte E._____ beispielsweise am 

30. September 2018 die folgende Nachricht: «Meinsch chasch luege. Wär 

scho zfriede je zeh corina ond bruno…wäri mega», und der Beschuldigte 

bestätigte sogleich mit: «Oky doky» (act. 102, pdf zum UFED Report 

betreffend E._____, S. 11). Gemäss den Aussagen von B._____ an der 

Berufungsverhandlung handelt es sich hierbei um Kokain und Heroin 

 - 12 - 

 

 

(Protokoll, S. 3 f.). Von D._____ gingen ebenfalls mehrere Bestellungen für 

illegale Substanzen ein (siehe act. 102, pdf zum UFED Report betreffend 

D._____: 19. September 2018: «hoi, en chline 17:45 bim bahnhof?»; 

21. September 2018: «chasch kino billett für zwoi erwachsni poste? De film 

fang am 7ni a.»; 3. Oktober 2018: «Sali, häsch guet. Hüt wieder kino. ein 

erwachsne 18:00?»). Es ist nicht ernsthaft davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte Kinoeintritte besorgen sollte. Vielmehr handelt es sich hierbei 

um die gleiche codierte Sprache («Erwachsene» und «Kleine»), die der 

Beschuldigte auch mit B._____ und C._____ verwendete.  

 

4.4.5. 

Insgesamt bestehen keine vernünftigen Zweifel, dass der Beschuldigte 

Betäubungsmittel von C._____ über B._____ angenommen und am 

Bahnhof und in der Region Q._____ an verschiedene Abnehmer verkauft 

hat. Diese Erkenntnis stützt sich einerseits auf die glaubhaften 

Schilderungen von B._____ über die Abwicklung der Drogengeschäfte und 

andererseits auf die damit im Einklang stehenden Nachrichten von 

Lieferanten und Abnehmern auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten. 

 

4.5. 

4.5.1. 

Strittig und nachfolgend zu klären ist die Menge an Betäubungsmitteln, die 

der Beschuldigte von C._____ über B._____ angenommen und 

weiterverkauft hat.  

 

4.5.2.  

Gemäss Anklage soll der Beschuldigte während des angeklagten 

Zeitraums insgesamt 126 g Heroingemisch und 176 g Kokaingemisch 

verkauft haben. Diese Mengenangaben sind auf die Einvernahme von 

B._____ vor der Polizei zurückzuführen. B._____ gab zu Protokoll, dass er 

täglich drei bis vier Mal oder manchmal auch sechs Mal am Tag 

Betäubungsmittel von S._____ nach Q._____ transportiert und pro Fahrt 

schätzungsweise 5 Mal 0.2 g Heroin und 10 Mal 0.14 g Kokain organisiert 

habe (act. 116). Der einvernehmende Polizeibeamte rechnete diese 

Angaben auf sechs Wochen hoch, wobei er von drei Transportfahrten pro 

Tag ausging (Heroin: 5 x 0.2 x 3 x 7 x 6 = 126; Kokain: 10 x 0.14 x 3 x 7 x 

6 = 176.4). B._____ erachtete die Berechnungen als korrekt, wies aber 

darauf hin, dass die Dauer seines Spitalaufenthalts im September 

abzuziehen sei (act. 135). 

 

Das Bundesgericht hat es als zulässig erachtet, eine Hochrechnung 

anzustellen, jedenfalls sofern sie auf verlässlichen Eckwerten basiert 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_118/2019 vom 2. Mai 2019 E. 2.4, 

6P.100/2005 vom 13. Januar 2006 E. 1.2). Ausgangspunkt für die 

Bestimmung der Verkaufsmengen sind vorliegend die Mengenangaben 

bzw. Schätzungen von B._____. Die Hochrechnung basiert auf drei 

 - 13 - 

 

 

Faktoren, nämlich die Anzahl Transporte pro Tag, die Menge an Heroin und 

Kokain pro Lieferung und die Dauer. B._____ sagte mehrfach und konstant 

aus, dass er täglich zwischen drei und sechs Mal von der Wohnung von 

C._____ an den Bahnhof Q._____ gefahren sei (act. 116, 108, 300, 

Protokoll, S. 6). Daran bestehen keine Zweifel und die Hochrechnung mit 

der Mindestangabe von drei Transporten pro Tag ist nicht zu beanstanden. 

Die Frage zur Menge an Betäubungsmittel, die pro Fahrt organisiert worden 

sei, beantwortete B._____ zunächst vage und diffus. Manchmal sei es ein 

bisschen mehr und manchmal ein bisschen weniger gewesen. Er wisse 

nicht genau, wie das gegangen sei (act. 116). Auf Nachfrage konnte er 

jedoch eine präzise Antwort geben: «Manchmal holte ich 5x20er Briefli 

(0.2 Gramm Heroin) und vielleicht noch 10x20er Briefli Kokain 

(0.14 Gramm).» Bei dieser Angabe handelt es sich zwar zweifellos bloss 

um eine Durchschnittsangabe im Sinne einer gewöhnlichen Lieferung. 

Dennoch rechtfertigt es sich, diese Aussage als Grundlage der 

Hochrechnung zu verwenden. B._____ hielt an der darauffolgenden 

Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft an seiner zuvor getätigten 

Aussage fest (act. 108) und vor der Vorinstanz sagte er damit 

übereinstimmend aus, dass er von beidem – Heroin und Kokain – ein paar 

Gramm pro Tag an den Bahnhof Q._____ gebracht habe (act. 298). Dabei 

liess er durchblicken, dass es sich bei den Schätzungen um 

Mindestmengen handelt (act. 135, 304), so dass davon auszugehen ist, 

dass die verkauften Mengen in Wirklichkeit höher gewesen sein dürften. An 

der Berufungsverhandlung hat sich dieser Eindruck nochmals verstärkt. 

B._____ führte aus, dass er täglich drei, vier oder fünf Gramm Kokain 

übergeben habe, an guten Tagen seien auch fünf bis zehn Gramm möglich 

gewesen. Die Maximalmenge für Heroin und Kokain zusammen sei bei 

zehn bis fünfzehn Gramm pro Tag gelegen (Protokoll, S. 6). Dass die 

Mengenangaben pro Tag realistisch sind, ergibt sich sodann auch aus den 

Nachrichten auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten. Einerseits bestellte 

der Beschuldigte häufig einen «Erwachsenen», mithin 1 g nach (siehe oben 

E. 4.4.2 f.) und andererseits kaufte H._____ beinahe täglich rund 1 g 

Kokain, wobei es sich bei ihm unbestritten nicht um den einzigen Abnehmer 

handelte. Bevor der Polizeibeamte die Angaben von B._____ 

hochrechnete, gab dieser sodann zu Protokoll, dass er 10 % des Umsatzes 

aus den an den Bahnhof Q._____ transportierten Betäubungsmittel 

erhalten habe, was täglich ca. Fr. 200.00 gewesen seien (act. 123, 125). 

Ausgehend von einem täglichen Umsatz von Fr. 2'000.00 ergibt sich, dass 

die von B._____ angegebene Menge an Heroin und Kokain an der unteren 

Grenze anzusiedeln ist, selbst wenn noch andere Betäubungsmittel 

verkauft wurden. Insgesamt erscheint es deshalb realistisch, dass B._____ 

pro Tag mindestens 3 g Heroin und 4.2 g Kokain an den Bahnhof Q._____ 

transportiert hat. Schliesslich ist die Dauer des Betäubungsmittelhandels 

zu beurteilen. Der Beschuldigte hat in seiner Berufung zurecht vorgebracht, 

dass die Dauer auf vier Wochen zu begrenzen sei (Berufungsbegründung, 

S. 4). B._____ stellte sich bereits an der Einvernahme vor der Polizei auf 

 - 14 - 

 

 

den Standpunkt, dass bei der Hochrechnung zu berücksichtigen sei, dass 

er im September im Spital gewesen sei und folglich die Dauer des 

Spitalaufenthalts abzuziehen sei (act. 135). Anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung führte er alsdann aus, dass er nicht ganz zwei Wochen 

im Spital gewesen sei (act. 308, siehe auch Protokoll, S. 8). Die 

Betäubungsmittelmengen pro Woche sind daher mit dem Faktor vier zu 

multiplizieren. Daraus resultieren 84 g Heroingemisch und (abgerundet) 

117 g Kokaingemisch.  

 

Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Aussagen von B._____ 

eine verlässliche Grundlage für die Hochrechnung darstellen. Die 

Betäubungsmittelmengen wurden gestützt auf die glaubhaften Aussagen 

von B._____ hochgerechnet, weshalb keine Rede davon sein kann, dass 

sie B._____ in den Mund gelegt worden wären. Anhaltspunkte für eine zu 

hohe Bezifferung der Drogenlieferungen liegen nicht vor, zumal sich 

B._____ mit seinen Aussagen selbst ebenso belastete. Im Ergebnis ist 

deshalb davon auszugehen, dass B._____ insgesamt 84 g Heroingemisch 

und 117 g Kokaingemisch an den Bahnhof Q._____ transportiert hat.  

 

4.5.3. 

Unklar ist, ob B._____ dem Beschuldigten die gesamten Betäubungsmittel 

übergeben hat, die er an den Bahnhof Q._____ transportiert hat. Anlässlich 

der Einvernahme vor der Polizei konnte B._____ die Fragen nach den 

Mengen an Betäubungsmitteln, welche er an den Bahnhof verbracht 

(act. 125) und durchschnittlich dem Beschuldigten übergeben hatte 

(act. 126), nicht beantworten. Mit solchen Erinnerungslücken ist zu 

rechnen. B._____ führte – wie dies für den Drogenhandel üblich ist – keine 

Auflistung über die Drogenverkäufe. Dass er nach mehreren Wochen 

intensiver Drogengeschäfte die Mengen nicht aus dem Stegreif nennen 

konnte, erstaunt nicht, zumal er weder für die Beschaffung der Drogen noch 

für den Vertrieb an die Endabnehmer zuständig war, sondern «bloss» als 

Läufer fungierte. Einer genauen Bezifferung der Mengen wäre mit 

grösserer Skepsis zu begegnen gewesen.  

 

Es ist keine Frage, dass B._____ auch direkte Abnehmer hatte (siehe 

act. 115 ff. betreffend L._____, H._____ und M._____). An der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme gab er dementsprechend zu 

Protokoll, dass er nicht nur dem Beschuldigten Drogen gegeben habe, 

sondern «ab und zu auch anderen» (act. 106) und dass es sich bei seinem 

Kundenstamm für Heroin um acht direkte Abnehmer gehandelt habe 

(act. 107, 117). Nicht einheitlich beantwortete er jedoch die Frage, ob die 

hochgerechnete Betäubungsmittelmenge, die an den Bahnhof verbracht 

wurde, ausschliesslich an den Beschuldigten ging. Während er vor der 

Staatsanwaltschaft angab, die gesamte hochgerechnete Menge an den 

Beschuldigten übergeben zu haben (act. 106), sagte er vor der Vorinstanz 

aus, dass er nicht alles an den Beschuldigten übergeben habe, da die 

 - 15 - 

 

 

Leute auch ihn gekannt hätten (act. 298). Es habe eigentlich keine grosse 

Rolle gespielt, ob er oder der Beschuldigte die Drogen verteilt habe. 

Entscheidend für die direkte Auslieferung sei gewesen, ob er die Leute 

gekannt habe oder nicht (act. 298, 299). Insofern relativierte er die 

Drogenmenge, die der Beschuldigte verkauft haben soll. Im Verlaufe der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung fragte ihn der Gerichtspräsident, ob er 

versuchen könne, die hochgerechneten Betäubungsmittel mengenmässig 

auf sich selbst und den Beschuldigten auszugliedern. Darauf antwortete er 

(act. 303): «Nein, das könnte ich nicht. Sonst würde ich etwas erzählen, 

was ich nicht weiss. Ich kann keine Zahl nennen, die schlussendlich nicht 

stimmt.» B._____ war während des gesamten Strafverfahrens und in allen 

Einvernahmen darauf bedacht, keine falschen Zahlen zu nennen. Häufig 

verweigerte er die Aussage mit der Begründung, nichts sagen zu wollen, 

was nicht stimme (siehe act. 107, 125). Im Rahmen der Ergänzungsfragen 

durch das Gericht kam eine Bezirksrichterin auf die Betäubungs-

mittelmengen zurück und fragte, ob er annähern könne, ob beispielsweise 

die Hälfte oder ein Zehntel über ihn veräussert worden sei. Er antwortete, 

dass es im Grossen und Ganzen sicher etwa Hälfte/Hälfte gewesen sei und 

nicht ein kleinerer Teil (act. 303 f.). Auf die Ergänzungsfrage der 

Verteidigung bestätigte er sodann, dass man die hochgerechnete 

Betäubungsmittelmenge halbieren müsse (act. 307).  

 

Unbestritten ist, dass B._____ an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

die mengenmässige Ausscheidung der Drogen auf ihn selber und den 

Beschuldigten nicht auf Anhieb angeben konnte oder wollte. Entgegen der 

Ansicht des Beschuldigten (siehe Berufungsbegründung, S. 3) ist jedoch 

kein Grund ersichtlich, weshalb die Präzisierungen im Verlaufe der 

Einvernahme nicht Grundlage für eine Verurteilung sein könnten. In der Tat 

relativierte er die durch den Beschuldigten veräusserte Drogenmenge 

insofern, als er angab, dass er und der Beschuldigte das Heroin- und 

Kokaingemisch ungefähr hälftig an die Käufer verteilt hätten. Nachdem er 

zu Beginn der Einvernahme darauf hingewiesen worden war, dass er für 

Aussagen zu seiner Verurteilung nicht nochmals bestraft werden könne 

(act. 294), kann es durchaus eine Strategie von B._____ sein, seine 

Beteiligung an den Drogengeschäften grösser und diejenige des 

Beschuldigten kleiner darzustellen, um allfällige Konsequenzen für den 

Beschuldigten zu begrenzen. Die Rollenverteilung ist allerdings klar: Für 

die Feinverteilung am Bahnhof Q._____ war in erster Linie der 

Beschuldigte zuständig. Dies wurde an den Einvernahmen vor der 

Vorinstanz und dem Obergericht nochmals deutlich (act. 296, 297, 

Protokoll, S. 3, 5). Im Ergebnis ist dennoch zugunsten des Beschuldigten 

davon auszugehen, dass er bloss die Hälfte der hochgerechneten 

Betäubungsmittel, d.h. 42 g Heroingemisch und (abgerundet) 58 g 

Kokaingemisch, verkauft hat. 

 

 - 16 - 

 

 

4.6. 

Die Vorinstanz stützte sich bei der Bestimmung des Reinheitsgrades der 

Betäubungsmittel auf die aus dem Strafverfahren gegen C._____ 

beigezogenen forensisch-chemischen Analysen der in seiner Wohnung 

sichergestellten Betäubungsmittel (vorinstanzliches Urteil, E. 4.2.3). Beim 

Kokaingemisch ergaben die Analysen einen Reinheitswert von 89 % und 

98 % (act. 382), wobei die Vorinstanz zugunsten des Beschuldigten vom 

Minimalwert ausging. Die Analysen des Heroingemischs zeigten grössere 

Schwankungen im Reinheitsgrad (40%, 19 % und 8.8 %; siehe act. 379, 

382). Die Vorinstanz trug diesem Umstand dadurch Rechnung, dass sie 

aus den Analysen einen durchschnittlichen Reinheitswert von 22.6 % 

berechnete. Diese unbestritten gebliebenen Ausführungen sind nicht zu 

beanstanden, weshalb auch das Obergericht von einem Reinheitswert von 

89 % beim Kokaingemisch und 22.6 % beim Heroingemisch ausgeht.  

 

4.7. 

In rechtlicher Hinsicht ist dem Beschuldigten somit eine Veräusserungs-

handlung vorzuwerfen, die sich auf 58 g Kokaingemisch bzw. 51 g reines 

Kokain und auf 42 g Heroingemisch bzw. 9 g reines Heroin bezieht. Die 

Menge des Kokains überschreitet den Grenzwert von 18 g für die Annahme 

eines qualifizierten Falles, weshalb sich der Beschuldigte in objektiver 

Hinsicht der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gemacht hat. 

Keine Rolle spielt, dass der von der Rechtsprechung festgelegte Grenzwert 

für Heroin nicht erreicht wird. Für die Annahme eines qualifizierten Falls 

genügt es bereits, wenn mit dem Verkauf von verschiedenartigen 

Betäubungsmitteln, die für sich separat die Grenzwerte zum schweren Fall 

nicht erreichen, zusammen die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 

gebracht wird (HUG, Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, 2016, 

N. 876 zu Art. 19 BetmG). In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten 

vorzuwerfen, dass er vorsätzlich eine Menge Kokain und Heroin veräussert 

hat, von der er ohne Weiteres annehmen musste, dass sie zu einer 

Gesundheitsgefährdung vieler Personen führen kann. 

 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte der qualifizierten Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

schuldig zu sprechen. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat den mit Urteil des Präsidiums des Bezirksgerichts Brugg 

vom 25. April 2016 gewährten bedingten Strafvollzug für die Freiheitsstrafe 

von 7 Monaten widerrufen und den Beschuldigten – zusammen mit der 

Strafe für die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz – zu einer Gesamtstrafe von 20 Monaten Freiheitsstrafe 

 - 17 - 

 

 

verurteilt. Weiter hat die Vorinstanz den mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Brugg-Zurzach vom 10. Juni 2015 gewährten bedingten 

Vollzug für die Geldstrafe von 120 Tagessätzen widerrufen und für die 

Übertretungen eine Busse von Fr. 500.00 ausgesprochen. 

 

Der Beschuldigte äussert sich für den Fall eines Schuldspruchs der 

qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nicht zur 

Strafe. Er beantragt aber, auf den Widerruf der beiden bedingten Strafen 

zu verzichten und stattdessen die Probezeit zu verlängern (Berufungs-

begründung, S. 6 f.).  

 

5.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach 

Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 145 IV 1; BGE 144 IV 217; 

BGE 142 IV 265; BGE 136 IV 55; je mit Hinweisen). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

5.3. 

Der Beschuldigte ist wegen einer qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG zu verurteilen, 

welche eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe vorsieht. Die 

Aussprechung einer Geldstrafe fällt damit ausser Betracht.  

 

5.4. 

Gemäss Art. 47 StGB ist die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu 

bemessen. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des 

Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach 

bestimmt, wie weit er nach den inneren und äusseren Umständen in der 

Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Grundlage für 

die Bemessung der Schuld bildet demnach die Schwere der Tat 

(BGE 136 IV 55 E. 5.5). Bei Drogendelikten sind im Rahmen der 

Strafzumessung zusätzlich Art und Menge der umgesetzten Drogen zu 

berücksichtigen. Je grösser die Menge und je schädlicher die Art der vom 

Täter gehandelten Betäubungsmittel erscheint, desto gewichtiger erweist 

sich die von ihm mit der Tatverübung geschaffene gesundheitliche 

Gefährdung Dritter.  

 

Der Beschuldigte war vom 1. September 2018 bis 10. Oktober 2018 im 

Betäubungsmittelhandel tätig. Die gesamte ihm anzulastende Betäubungs-

mittelmenge beläuft sich auf rund 58 g Kokaingemisch bzw. 51 g reines 

Kokain und auf 42 g Heroingemisch bzw. 9 g reines Heroin (siehe oben, 

E. 4.7). Den für die Qualifikation als schweren Fall erforderlichen Grenzwert 

von 18 g reinem Kokain wurde damit um beinahe das 3-fache 

überschritten. Der Drogenmenge ist zwar keine vorrangige, aber auch nicht 

eine untergeordnete Bedeutung zuzumessen. Es wäre verfehlt, im Sinne 

 - 18 - 

 

 

eines Tarifs überwiegend oder gar allein auf dieses Kriterium abzustellen. 

Falsch wäre aber auch die Annahme, diesem Strafzumessungselement 

komme eine völlig untergeordnete oder gar keine Bedeutung zu. Eine 

erhebliche Drogenmenge darf bei der Festsetzung der Strafe innerhalb des 

qualifizierten Strafrahmens straferhöhend gewichtet werden 

(BGE 118 IV 342 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6B_286/2011 vom 

29. August 2011 E. 3.4.1). Auch wenn es im Drogenhandel mitunter um 

deutlich grössere Drogenmengen geht, ist eine beinahe 3-fache 

Überschreitung des Grenzwerts für Kokain nicht zu bagatellisieren. Hinzu 

kommt, dass der Beschuldigte auch noch mit 9 g reinem Heroin gehandelt 

hat. 

 

Unter dem Aspekt der Art und Weise der Tatausführung ist zu berück-

sichtigen, dass die Drogengeschäfte insoweit durchdacht vorgenommen 

wurden, als stets darauf geachtet wurde, nur geringe Betäubungs-

mittelmengen auf sich zu tragen, welche bei einer Kontrolle noch unter den 

Eigenkonsum fallen würden. Die Abwicklung der Drogengeschäfte über 

C._____, B._____ und den Beschuldigten ist planmässig und organisiert 

erfolgt. So stand der Beschuldigte mit den Abnehmern in Kontakt und 

bestellte die gewünschten Drogenmengen bei C._____ oder B._____. Sie 

packten die Drogen in der Wohnung von C._____ in S._____ ab und 

B._____ transportierte sie anschliessend mehrmals täglich zum 

Beschuldigten an den Bahnhof Q._____. Daraus, dass in den Nachrichten 

per SMS oder WhatsApp teilweise nicht besonders originelle Codewörter 

benutzt worden sind, kann der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Im Gegenteil weist dies darauf hin, dass sich der Beschuldigte 

seines illegalen Handelns sehr wohl bewusst war und damit zusammen-

hängende Verdunkelungsmassnahmen ergriffen hatte. 

 

Hinsichtlich der Beweggründe ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte während des Tatzeitraums selbst von Betäubungsmitteln 

abhängig war und sich mit dem Betäubungsmittelhandel auch den eigenen 

Konsum finanzierte. Gemäss seinen eigenen Angaben konsumierte er 

immer etwa gleich viel, nämlich zwei bis drei Gramm oder ausnahmsweise 

vier bis fünf Gramm Kokain pro Monat (act. 212). Zu berücksichtigen ist 

jedoch, dass der Beschuldigte im Tatzeitpunkt – nach eigenen Angaben –

eine IV- und SUVA-Rente von beinahe Fr. 6'000.00 erhielt (Protokoll, 

S. 10). Angesichts dieser finanziellen Mittel des Beschuldigten ging der 

Betäubungsmittelhandel deutlich über das hinaus, was für die Finanzierung 

des eigenen Konsums notwendig gewesen wäre. Insofern kann ein 

gewisses monetäres Motiv nicht von der Hand gewiesen werden. Auch 

verfügte er trotz seiner Drogensucht über ein erhebliches Mass an 

Entscheidungsfreiheit. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass er sich 

ernsthaft darum gekümmert hätte, von seiner Drogensucht weg zu kommen 

oder eine legale Substitutionsabgabe beantragt hätte. Mithin hat er mit dem 

Drogenverkauf zur Finanzierung seiner Drogensucht den aus seiner Sicht 

 - 19 - 

 

 

einfachsten Weg gewählt. Eine Strafminderung gestützt auf Art. 19 Abs. 3 

lit. b BetmG kommt unter diesen Umständen nicht infrage. Vielmehr ist zu 

beachten, dass je leichter es für ihn gewesen wäre, die Normen der 

Betäubungsmittelgesetzgebung zu respektieren, desto schwerer die 

Entscheidung gegen sie verschuldensmässig wiegt (vgl. BGE 117 IV 112 

E. 1 mit Hinweisen). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung der von der qualifizierten Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz erfassten Betäubungsmittel, 

Drogenmengen, Handlungsweisen und Hierarchiestufen von einem 

vergleichsweise noch leichten Verschulden und in Relation zum weiten 

Strafrahmen von 1 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe von einer dafür ange-

messenen Strafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

5.5. 

Im Rahmen der Täterkomponenten ist straferhöhend zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte mehrfach und teilweise einschlägig vorbestraft ist. 

Er wurde am 23. Mai 2012 von der Staatsanwaltschaft Baden wegen 

einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Hinderung einer Amtshandlung, 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a BetmG und 

Fahrens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter 

Blutalkoholkonzentration zu einer bedingten Geldstrafe von 

60 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 700.00 verurteilt. Mit Strafbefehl 

vom 10. Juni 2015 widerrief die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach den 

gewährten bedingten Strafvollzug für die zuvor ausgesprochene 

Geldstrafe, sprach den Beschuldigten der mehrfachen Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG, der 

mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss 

Art. 19a BetmG, der harten Pornografie, der Gewaltdarstellungen und der 

unrechtmässigen Aneignung schuldig und bestrafte ihn dafür mit einer 

bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen und einer Busse von 

Fr. 1'000.00. Am 25. April 2016 verurteilte das Präsidium des Bezirks-

gerichts Brugg den Beschuldigten wegen einfacher Körperverletzung und 

Nötigung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten. 

Schliesslich wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Brugg-Zurzach vom 4. Januar 2017 wegen mehrfacher Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 und 

Art. 19a BetmG zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Busse 

von Fr. 500.00 verurteilt (act. 1 ff.). Die Vorstrafen haben den 

Beschuldigten offensichtlich unbeeindruckt gelassen und er hat daraus 

nicht die nötigen Lehren gezogen. Es ist allerdings zu beachten, dass aus 

dem täterbezogenen Strafzumessungskriterium der Vorstrafen nicht 

indirekt ein tatbezogenes Kriterium gemacht wird. Die Vorstrafen dürfen 

deshalb nicht wie eigenständige Delikte gewürdigt werden (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.4).  

 

 - 20 - 

 

 

Der Beschuldigte hat die ihm vorgeworfene Beteiligung am Drogenhandel 

in erheblichem Umfang auch noch im Berufungsverfahren bestritten 

(Protokoll, S. 12). Eine Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

geständigen, nachhaltig einsichtigen und reuigen Täter möglich wäre, 

kommt deshalb nicht infrage.  

 

Weitere Umstände, welche sich straferhöhend oder strafmindernd 

auswirken würden, sind nicht ersichtlich. Insbesondere ist nicht von einer 

erhöhten Strafempfindlichkeit auszugehen. 

 

Insgesamt überwiegen die negativen Faktoren deutlich, weshalb die 

Täterkomponente im Umfang von 2 Monaten straferhöhend zu 

berücksichtigen ist. 

 

5.6. 

Zusammengefasst erweist sich für die vom Beschuldigten begangene 

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine 

Freiheitsstrafe von 20 Monaten als seinem Verschulden und den 

persönlichen Verhältnissen angemessen. 

 

5.7. 

Der Beschuldigte ist innert der letzten fünf Jahre vor der aktuell zu 

beurteilenden Tat zu einer bedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs 

Monaten verurteilt worden (act. 3). Der Strafaufschub ist folglich nur 

zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 

Abs. 2 StGB). Dies ist nicht der Fall. Die vorliegend zu beurteilende 

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz steht zwar 

mit der Verurteilung vom 25. April 2016 wegen einfacher Körperverletzung 

und Nötigung in keinerlei Zusammenhang. Dennoch besteht die 

Befürchtung, dass der Beschuldigte weitere Verbrechen und Vergehen 

begehen könnte. Im Bereich der Betäubungsmitteldelikte ist der 

Beschuldigte bereits mehrfach vorbestraft, was bei der Prognosestellung 

als erheblich ungünstiges Element zu gewichten ist. Eine besonders 

günstige Persönlichkeitsentwicklung ist sodann nicht auszumachen. 

Gemäss seinen Angaben hat sich in seinem Leben in den letzten drei 

Jahren nichts verändert (Protokoll, S. 11). Entsprechend muss von einer 

eigentlichen Schlechtprognose ausgegangen werden und ist die 

Freiheitsstrafe daher unbedingt auszusprechen. 

 

5.8. 

Die Vorinstanz hat für die Schuldsprüche der Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der Übertretung 

der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln gemäss Art. 96 VRV und 

des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB 

eine Busse von Fr. 500.00 ausgesprochen. Diese Busse erscheint unter 

 - 21 - 

 

 

Berücksichtigung, dass die drei Übertretungen keinen Zusammenhang 

aufweisen, als mild. 

 

Die vorliegend zu beurteilenden Übertretungen sind in der Zeit von 

November 2018 bis 12. August 2019 begangen worden. Der Beschuldigte 

wurde seither mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 

2. Dezember 2019 für Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-

gesetz betreffend den Zeitraum vom 23. Januar 2019 bis 2. August 2019 

zu einer Busse von Fr. 300.00 verurteilt. Mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 9. Dezember 2019 wurde er für 

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffend den 

Zeitraum vom 3. August 2019 bis 20. November 2019 zu einer Busse von 

Fr. 300.00 verurteilt. Beide Strafbefehle sind in Rechtskraft erwachsen. Es 

liegt somit in Bezug auf die Übertretungen ein Fall retrospektiver 

Konkurrenz vor. 

 

Auch wenn die neue Busse als Zusatzstrafe zu diesen beiden Strafbefehlen 

auszufällen ist, kommt eine Herabsetzung nicht infrage, zumal die mit 

Strafbefehl abgeurteilten Übertretungen in keinem Zusammenhang zu der 

vorliegend zu beurteilenden Übertretung der Verordnung über die 

Strassenverkehrsregeln und des Ungehorsams gegen amtliche 

Verfügungen stehen. Es bleibt deshalb bei der von der Vorinstanz 

ausgesprochenen Busse von Fr. 500.00, die im Übrigen vom 

Beschuldigten auch nicht angefochten wurde. 

 

Nicht massgebend sind die nach dem erstinstanzlichen Urteil vom 

12. Mai 2020 ergangenen Strafbefehle der Staatsanwaltschaft Brugg-

Zurzach vom 27. Juli 2020, 17. August 2020, 5. Oktober 2020 und 

18. Januar 2021, denn für die Frage, ob das Gericht überhaupt eine 

Zusatzstrafe aussprechen muss, ist auf das Datum des Urteils im ersten 

Verfahren abzustellen (BGE 129 IV 113). 

 

5.9. 

5.9.1. 

Die Vorinstanz hat den mit Urteil des Präsidiums des Bezirksgerichts Brugg 

vom 25. April 2016 gewährten bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe von 

7 Monaten und den mit Strafbefehl vom 10. Juni 2015 gewährten 

bedingten Vollzug der Geldstrafe von 120 Tagessätzen widerrufen.  

 

5.9.2. 

Der Widerruf ist anzuordnen, wenn der Verurteilte während der Probezeit 

ein Verbrechen oder Vergehen begeht und deshalb zu erwarten ist, dass 

er weitere Straftaten verüben wird (Art. 46 Abs. 1 StGB), d.h. wenn 

aufgrund der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose 

besteht. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand 

einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die 

 - 22 - 

 

 

Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das 

Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige 

Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten einer 

Bewährung zulassen. In die Beurteilung der Bewährungsaussichten ist 

alsdann miteinzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt 

ausgesprochen wird. Der unbedingte Vollzug der neu ausgesprochenen 

Strafe kann eine günstige Wirkung auf den Täter haben, so dass sich im 

Rahmen einer Gesamtwürdigung eine Schlechtprognose allenfalls nicht 

mehr begründen lässt (BGE 134 IV 140 E. 4.5, Urteil des Bundesgerichts 

6B_968/2019 vom 14. September 2020 E. 7.2.1). 

 

5.9.3. 

Der Beschuldigte ist mehrfach und teilweise einschlägig vorbestraft. Die 

bisherigen Verurteilungen und Geldstrafen vermochten ihn nicht von 

weiteren einschlägigen Delikten abzuhalten. Seine Delinquenz im Bereich 

der Betäubungsmitteldelikte zieht sich wie ein roter Faden durch die 

vergangenen Jahre und findet mit dem vorliegenden Schuldspruch der 

qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz einen 

neuen Höhepunkt. Die Schwere des neuen Delikts fällt bei der 

Prognosestellung als erheblich ungünstiges Element ins Gewicht. Im 

Übrigen ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte der 

Konsequenzen seines strafbaren Handelns bewusst war und sich während 

der laufenden Probezeiten in einer Bewährungsphase befand. Dies gilt 

umso mehr, als bereits Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 46 

Abs. 2 StGB angeordnet worden waren. Mit Strafbefehl vom 

4. Januar 2017 verlängerte die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach die 

Probezeit für die bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

und sprach eine Verwarnung in Bezug auf die bedingt ausgesprochene 

Freiheitsstrafe von 7 Monaten aus. Ungeachtet dessen war der 

Beschuldigte rund 1 ½ Jahre später im grossen Stil im 

Betäubungsmittelhandel tätig. Unter diesen Umständen ist die Legal-

prognose des Beschuldigten als negativ zu bewerten. Daran ändert auch 

der Umstand nichts, dass die neue Strafe mangels besonders günstiger 

Umstände im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB unbedingt auszusprechen ist, 

zumal auch diesbezüglich eine eigentliche Schlechtprognose vorliegt. Seit 

der Anklageerhebung am 21. Oktober 2019 erliess die Staatsanwaltschaft 

Brugg-Zurzach sechs neue Strafbefehle wegen Betäubungsmitteldelikten 

(siehe Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 11. März 2021). Auch wenn es 

sich hierbei ausschliesslich um Übertretungen handelt, weist das Verhalten 

des Beschuldigten eine erhebliche Gleichgültigkeit gegenüber der Rechts-

ordnung auf. Es ist deshalb nicht anzunehmen, dass der Vollzug der neu 

ausgesprochenen Freiheitsstrafe eine genügende Warnwirkung entfalten 

würde. Entsprechend ist der durch die Vorinstanz angeordnete Widerruf 

der bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 7 Monaten und der 

Widerruf der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

zu bestätigen.  

 - 23 - 

 

 

5.9.4. 

Widerruft das Gericht die bedingte Strafe, bildet es aus der widerrufenen 

und der neuen Strafe eine Gesamtstrafe, sofern diese gleichartig sind 

(Art. 46 Abs. 1 StGB). Bei der Bildung der Gesamtstrafe hat das Gericht die 

neue Strafe als «Einsatzstrafe» in sinngemässer Anwendung des 

Asperationsprinzips durch die widerrufene Vorstrafe angemessen zu 

erhöhen (BGE 145 IV 146 E. 2.4).  

 

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Präsidiums des Bezirksgerichts 

Brugg vom 25. April 2016 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten 

verurteilt. Im vorliegenden Verfahren wird der Beschuldigte für die 

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer 

Freiheitsstrafe von 20 Monaten bestraft. Die widerrufende und die neue 

Strafe sind folglich gleicher Art, weshalb eine Gesamtstrafe zu bilden ist. 

Unter sinngemässer Anwendung des Asperationsprinzips ist die Freiheits-

strafe von 20 Monaten auf 24 Monate zu erhöhen. Da indessen nur der 

Beschuldigte gegen das vorinstanzliche Urteil Berufung erhoben hat, bleibt 

es aufgrund des Verschlechterungsverbots beim vorinstanzlich 

festgesetzten Strafmass von 20 Monaten Freiheitsstrafe (Art. 391 

Abs. 2 StPO). 

 

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 10. Juni 2015 

wurde der Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

120 Tagessätzen zu je Fr. 40.00 verurteilt. Der bedingte Vollzug ist zu 

widerrufen und die Geldstrafe ist kumulativ zur Freiheitsstrafe von 

20 Monaten für vollstreckbar zu erklären.  

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Berufung 

des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist daher abzuweisen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 18 VKD) vollumfänglich dem 

Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren 

gestützt auf die von ihm eingereichte Kostennote und angepasst an die 

effektive Dauer der Berufungsverhandlung mit Fr. 4'215.00 aus der 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

Der Beschuldigte hat zudem dem amtlichen Verteidiger die Differenz 

 - 24 - 

 

 

zwischen der amtlichen Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und 

dem vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00 und darauf berechnete 

Mehrwertsteuer) zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO). 

 

6.3. 

Der Beschuldigte wird vollumfänglich schuldig gesprochen. Die 

erstinstanzliche Kostenregelung bedarf deshalb keiner Änderung (Art. 428 

Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

Die dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für das erstinstanzliche 

Verfahren zugesprochene Entschädigung ist im Berufungsverfahren 

unangefochten geblieben und somit keiner Überprüfung zugänglich (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

Der Beschuldigte hat zudem dem amtlichen Verteidiger die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und 

dem vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00 und darauf berechnete 

Mehrwertsteuer) zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO). 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich 

abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 

17. Januar 2018 E. 4 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig  

- der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG; 

- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG; 

- der Übertretung der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln 

gemäss Art. 96 VRV; 

- des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB. 

 

 - 25 - 

 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziffer 1 erwähnten 

Bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 

2 StGB, Art. 40 StGB, Art. 46 StGB, Art. 42 StGB und Art. 106 StGB  

 

als Gesamtstrafe mit der Widerrufsstrafe gemäss Ziff. 2.2 

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten, 

 

und als Zusatzstrafe zu den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Brugg-

Zurzach vom 2. Dezember 2019 und 9. Dezember 2019 

 

zu einer Busse von Fr. 500.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt.  

 

2.2. 

Der dem Beschuldigten mit Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 

25. April 2016 für die Freiheitsstrafe von 7 Monaten gewährte bedingte 

Strafvollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen. Diese Strafe 

bildet Bestandteil der in Ziff. 2.1 ausgesprochenen Gesamtfreiheitsstrafe. 

 

2.3. 

Der dem Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-

Zurzach vom 10. Juni 2015 für die Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 

Fr. 40.00, abzüglich 2 Tage Untersuchungshaft, d.h. Fr. 4'720.00, 

gewährte bedingte Strafvollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB 

widerrufen. 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgende Gegenstände werden eingezogen: 

 

- 1.3 g Kokaingemisch 

- Mobiltelefon Samsung Galaxy A3 + Kabel 

- Miniwaage (gold) 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

 - 26 - 

 

 

4.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 4'215.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der 

amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar in der Höhe von 

Fr. 409.00 zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

zulassen. 

 

5. 

5.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'132.50 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 1'950.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

5.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen 

Verteidiger des Beschuldigten für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 9'757.15 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der 

amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar in der Höhe von 

Fr. 935.00 zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

zulassen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

 - 27 - 

 

 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 26. April 2021 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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