# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c883e665-e62d-51ca-9507-328ecf57ff0d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240519-O1
**Docket/Reference:** SB240519-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240519-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240519-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

lic. iur. M. Langmeier sowie der Gerichtsschreiber

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 11. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Exhibitionismus

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, Einzelgericht,

vom 17. Juli 2024 (GG240007)

-   2   -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  vom  4. April  2024 

(Urk. 13) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

(Urk. 33 S. 38 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

2.

Der Beschuldigte ist schuldig des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 aStGB. 

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu Fr. 110.– sowie 

mit einer Busse von Fr. 1'600.–.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Die Busse ist zu bezahlen.

4.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 16 Tagen.

5.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 400.– zuzüglich 5 % Zins ab 28. 

Juli 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen.

6.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr.

Fr.

2'700.–

; die weiteren Kosten betragen:

1'300.–

  Gebühr für das Vorverfahren.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichts-

gebühr um einen Drittel.

7.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt.

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das gesamte Verfahren eine Pro-

zessentschädigung (Wegkosten) von Fr. 107.80 zu bezahlen.

9.

[Mitteilungen]

10.

[Rechtsmittelbelehrung]"

  
-   3   -

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 45; vgl. auch Urk. 35 S. 2)

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Pfäffikon (Verfah-
rensnummer GG240007-H / U2) vom 17. Juli 2024 sei hinsichtlich 
der Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 5, 7 und 8 aufzuheben;

In  Abänderung  der  Dispositiv-Ziffer 1  des  vorinstanzlichen 
Entscheides sei A._____ vom Vorwurf des Exhibitionismus vollum-
fänglich freizusprechen;

In  Abänderung  der  Dispositiv-Ziffern 2-4  des  vorinstanzlichen 
Entscheides sei keine Geldstrafe und keine Busse – und damit zu-
sammenhängend, auch keine Ersatzfreiheitsstrafe – festzusetzen;

In  Abänderung  der  Dispositiv-Ziffer 5  des  vorinstanzlichen 
Entscheids  sei  die  Zivilforderung  der  Privatklägerin  abzuweisen, 
soweit darauf eingetreten werden kann;

In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 7 seien die Kosten der Unter-
suchung und des erstinstanzlichen gerichtlichen Verfahrens auf die 
Staatskasse zu nehmen;

In  Abänderung  der  Dispositiv-Ziffer 8  sei  der  Privatklägerin  keine 
Prozessentschädigung zuzusprechen;

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  seien  vollumfänglich  vom 
Staat zu tragen;

A._____  sei  für  die  Kosten  seiner  privaten  Verteidigung  vor  der 
Vorinstanz als auch vor der Rechtsmittelinstanz gemäss der einge-
reichten Honorarnote (zzgl. MwSt.) zu entschädigen;

Eventualiter  sei  das  Verfahren  an  die  Strafverfolgungsbehörde 
zurückzuweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 8.1 % MwSt.) zu Lasten 
des Staates.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 38)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der Privatklägerin:

Verzicht auf Anträge.

-   4   -

Erwägungen:

I.  Verfahrensgang und Prozessuales

1.

Verfahrensgang

1.1. Mit Eingabe vom 4. April 2024 erhob die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

gegen  A._____  beim  Bezirksgericht  Pfäffikon  Anklage 

(Urk. 13).  Der 

Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem Entscheid vom 

17. Juli 2024 (Urk. 33 E. I/1.1-1.5 S. 4).

1.2. Das  vorstehend  wiedergegebene  Urteil  vom  17. Juli  2024  wurde  den 

Parteien – nachdem die erschienenen Parteien auf eine mündliche Urteilseröffnung 

verzichtet hatten – schriftlich eröffnet (Urk. 25 und Urk. 29/1-3; Prot. I S. 21 ff.). Der 

Beschuldigte liess mit Eingabe vom 23. Juli 2024 innert Frist Berufung anmelden 

(Urk. 26).

1.3. Nach  Zustellung  des  begründeten  Urteils  (Urk. 31  =  Urk. 33;  Urk. 32/1-3) 

liess der Beschuldigte am 22. November 2024 fristgerecht die Berufungserklärung 

einreichen (Urk. 35).

1.4. Mit  Präsidialverfügung  vom  26. November  2024  wurde  der  Privatklägerin 

und der Staatsanwaltschaft ein Doppel der Berufungserklärung des Beschuldigten 

zugestellt und Frist angesetzt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben 

oder  ein  Nichteintreten  auf  die  Berufung  zu  beantragen.  Gleichzeitig  wurde  der 

Beschuldigte unter Hinweis auf sein Aussageverweigerungsrecht aufgefordert, ein 

Datenerfassungsblatt  auszufüllen  und  seine  finanziellen  Verhältnisse  darzulegen 

(Urk. 36). Der Beschuldigte reichte keine weiteren Unterlagen ein.

1.5. Am  2. April  2025  wurde  zur  Berufungsverhandlung  auf  den  11. Juni  2025 

vorgeladen. Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung 

seiner  Verteidigerin.  Vorfragen  waren  keine  zu  entscheiden  und  abgesehen  von 

der  Einvernahme  des  Beschuldigten  waren  auch  keine  Beweise  abzunehmen 

(Prot. II S. 5 f.; Urk. 43).

-   5   -

Das Verfahren ist spruchreif.

2.

Umfang der Berufung

2.1. Gemäss  Art. 402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang  der  Berufungsanträge  gehemmt,  während  die  von  der  Berufung  nicht 

erfassten  Punkte  in  Rechtskraft  erwachsen  (vgl.  BSK  StPO-EUGSTER,  Art. 402 

N 1 f.).

2.2. Der  Beschuldigte  liess  das  vorinstanzliche  Urteil  in  seiner  Berufungser-

klärung  vollumfänglich  anfechten  (Urk. 35  S. 1  [davon  wurde  lediglich  Dispositiv-

ziffer 6,  die  Kostenfestsetzung,  ausgenommen]).  Die  Staatsanwaltschaft  und 

sinngemäss  die  Privatklägerin  beantragen  die  Bestätigung  des  angefochtenen 

Entscheids (Urk. 38).

2.3. Somit  bildet  der  Schuldspruch,  die  Strafe,  der  Vollzug  der  Strafe,  die 

Verpflichtung  des  Beschuldigten  zur  Bezahlung  einer  Genugtuung  an  die  Privat-

klägerin, die Kostenregelung sowie die Verpflichtung des Beschuldigten zur Bezah-

lung einer Prozessentschädigung an die Privatklägerin Berufungsgegenstand.

2.4. Der angefochtene Entscheid steht unter Vorbehalt des Verschlechterungs-

verbotes  (Art. 391  Abs. 2  StPO)  zur  Disposition.  In  den  angefochtenen  Punkten 

überprüft  das  Berufungsgericht  das  erstinstanzliche  Urteil  umfassend  (Art. 398 

Abs. 2 und 3 StPO).

3.

Strafantrag

3.1.

Ist eine Tat gemäss Gesetz nur auf Antrag strafbar, so kann nach Art. 30 StGB 

jede  Person,  die  durch  sie  verletzt  worden  ist,  die  Bestrafung  des  Täters  bean-

tragen. Bei Antragsdelikten ist das Vorliegen eines gültigen Strafantrags Prozess-

voraussetzung und somit von Amtes wegen zu prüfen (Art. 30 f. StGB, Art. 303 und 

304 StPO, vgl. auch Art. 329 Abs. 1 lit. b StPO).

3.2. Art. 194  StGB  ist  ein  Antragsdelikt.  B._____  (die  Privatklägerin)  beantragte 

form- und fristgerecht die Bestrafung des Beschuldigten (Urk. 1 und Urk. 2/2).

-   6   -

4.

Formelles

4.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

4.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 

lit. c  StPO)  folgt  die  Pflicht  des  Gerichts,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die 

Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen,  von  denen  sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus-

einandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in 

der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert 

würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, mit Hinweisen).

II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1.

Ausgangslage

1.1. Verfahrensgegenstand  des  vorliegenden  Berufungsverfahrens  bildet  der 

nachstehend umrissene Tatvorwurf (Urk. 13): Der Beschuldigte habe am 28. Juli 

2023 um 11.30 Uhr im C._____ in D._____ zu seiner sexuellen Befriedigung sein 

Glied durch seine geöffnete Hose in die Hand genommen, masturbiert und dabei 

die  an  ihm  vorbeijoggende  Privatklägerin  angeschaut,  welche  sein  entblösstes 

Glied und den Beschuldigten beim Masturbieren habe sehen können. Bei seinem 

Tun habe der Beschuldigte gewusst, dass dieser Handlung eine sexuelle Bedeu-

tung zukomme und er habe auch gewusst bzw. habe zumindest billigend in Kauf 

genommen, dass die Geschädigte seine Handlung habe wahrnehmen können, zu-

-   7   -

mal er sich zur Strasse gewandt vor das Heck seines Fahrzeugs hingestellt habe, 

sodass Passanten an ihm hätten vorbeigehen müssen.

1.2. Wie auch grossmehrheitlich schon vor Vorinstanz machte der Beschuldigte 

anlässlich  der  Berufungsverhandlung  zur  Sache  von  seinem  Aussageverweige-

rungsrecht Gebrauch (Urk. 43 S. 3 ff.; Prot. I S. 14 ff.). In der Untersuchung bestritt 

der Beschuldigte den Vorwurf vollumfänglich. Zum eigentlichen Vorfall erklärte der 

Beschuldigte, dass er – da er sich noch etwas die Beine habe vertreten wollen – 

ohne Plan in Richtung E._____ gefahren sei. Er sei dann in der Nähe von F._____ 

auf  dem  "Hoger"  Laufen  gegangen,  nachdem  er  sein  Auto  auf  einem  ihm  unbe-

kannten Waldweg parkiert habe. Nach dem Lauf habe er seinen Kofferraumdeckel 

geöffnet  und  habe  sein  (verschwitztes)  T-Shirt  wechseln  und  eine  Zigarette  rau-

chen wollen. Da habe er gehört, dass gleich jemand komme. Da habe er sich ge-

dacht, dass er noch kurz mit dem Wechsel seines T-Shirts zuwarte. Er sei dann 

neben dem Kofferraum seines Fahrzeugs gestanden. Es sei eine Joggerin hinun-

tergekommen, habe ihn kurz angesehen und sei eigentlich an ihm vorbeigejoggt. 

Doch kurz nachdem die Joggerin an ihm vorbeigejoggt gewesen sei, sei sie wieder 

zurückgekehrt. Sie habe dann sein Auto fotografiert. Er habe sie daraufhin ange-

sprochen und gefragt, was sie dort mache. Er habe ihr gesagt, dass er nicht wolle, 

dass  sie  sein  Auto  fotografiere  und  damit  aufhören  solle.  Es  sei  recht  speziell 

gewesen, wie sie ihn ignoriert habe. Die Joggerin sei dabei am Reden gewesen, 

wobei er nicht wisse, ob mit sich selbst oder mit jemandem am Telefon. Dann sei 

sie vom Auto weggekommen und habe ihr Handy auf ihn gerichtet und Fotos von 

ihm gemacht. Im ersten Moment sei er perplex gewesen und habe nicht gewusst, 

was abgegangen sei. Er habe sich auch überlegt, ob er jetzt dieser Frau das Natel 

wegnehmen  solle.  Er  habe  sich  aber  gedacht,  dass  dies  nicht  gut  ankommen 

würde, wenn er dies mit seiner kräftigen Postur machen würde. Alles, was er habe 

tun  können,  sei  gewesen,  ihr  den  Rücken  zuzudrehen.  Danach  sei  sie  ohne 

Kommentar  weggejoggt.  Anschliessend  sei  ihm  aufgefallen,  dass  vorne  auf  der 

rechten Seite des Kontrollschilds eine Stoffmaske gehangen sei, welche er in der 

Folge  entsorgt  habe.  Nach  dem  Vorfall  habe  er  117  angerufen  und  den  Vorfall 

geschildert, weil ihm dieser komisch vorgekommen sei (Urk. 5/1 F/A 16 und 27, 36-

-   8   -

44; Urk. 5/3 F/A 6-51; vgl. auch Urk. 5/5 F/A 3 ff., Prot. I S. 14 ff. und Urk. 43 S. 3 

ff.).

1.3. Die Verteidigung machte hinsichtlich des Anklagesachverhalts geltend, dass 

man – sollte man die Aussagen der Privatklägerin denn als verwertbar erachten – 

die Aussagen des Beschuldigten als gleichwertige Geschichte oder gleichwertige 

Alternative  zu  den  Aussagen  der  Privatklägerin  betrachten  müsse.  Keine  der 

Versionen  geniesse  ex  ante  einen  höheren  Wahrheitsgehalt  als  die  andere.  Der 

Beschuldigte müsse auch nicht erklären, weshalb die Aussagen der Privatklägerin 

unzutreffend seien. Er müsse schon gar nicht seine Unschuld beweisen oder erklä-

ren, weshalb die Privatklägerin ihn zu Unrecht belasten sollte. Die Aussagen des 

Beschuldigten seien in sich stimmig, glaubwürdig und würden durch die objektiven 

Beweismittel  (Fotoaufnahmen  und  getätigter  Notruf)  gestützt  bzw.  von  diesen 

zumindest nicht widerlegt. Die Privatklägerin habe sich, als es zur Begegnung mit 

dem  Beschuldigten  gekommen  sei,  offensichtlich  in  etwas  hineingesteigert.  Vor 

diesem Hintergrund stelle sich generell die Frage nach der individuellen Aussage-

kompetenz der Privatklägerin. Diese Frage sei zu Gunsten des Beschuldigten zu 

werten. Überdies seien die Aussagen der Privatklägerin bezüglich des Kerngesche-

hens widersprüchlich. Die in den Akten vorhandenen Beweise würden mit Blick auf 

den Grundsatz "in dubio pro reo" nicht ausreichen, um dem Beschuldigten den An-

klagesachverhalt  zweifelsfrei  nachzuweisen.  Vor  diesem  Hintergrund  beantragte 

die Verteidigung einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 45 S. 5-10; Urk. 23 S. 2 

und 4-8).

2. Grundsätze der Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung, Beweismittel

2.1. Die  Vorinstanz  legte  die  massgebenden  Grundsätze  der  Sachverhaltser-

stellung  sowie  die  Beweiswürdigungsregeln  (Urk. 33  E. III/A/3.1-3.5/  S. 8-10) 

zutreffend dar.

2.2. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Beweismittel, namentlich







die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 5/1, 5/3 und 5/5; Prot. I S. 11 ff. ff.),

die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 5/2 und 5/4; Prot. I S. 6 ff.) sowie

die Fotodokumentation der Privatklägerin zum Vorfall (Urk. 2/3),

-   9   -

genannt, deren Ergebnisse und den Inhalt umfassend und zutreffend wiedergege-

ben, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 33 

E. III/A/2  und  E. III/B/1.1-1.3  S. 8  und  S. 11-20).  Überdies  befinden  sich  in  den 

Akten auch noch die Polizeirapporte der Kantonspolizei Zürich (Urk. 1 und 3) sowie 

ein E-Mail der Privatklägerin vom 31. Juli 2023 betreffend den Ablauf des Vorfalls 

(Urk. 2/2).

2.3. Die  vorhandenen  Beweismittel  sind  mit  Verweis  auf  die  zutreffenden 

vorinstanzlichen  Erwägungen  uneingeschränkt  verwertbar  (vgl.  Urk. 33  E. II/1-5 

S. 5-7).

3. Würdigung der Beweismittel

3.1. Die  Vorinstanz  erachtete  den  Anklagesachverhalt  gestützt  auf  die 

massgeblichen Beweismittel als erstellt. Es kann vorweggenommen werden, dass 

den  von  der  Vorinstanz  aus  dem  Beweismaterial  gezogenen  Schlüssen  zur 

Sachverhaltserstellung im Ergebnis zu folgen ist (Urk. 33 E. III/B/1.4 S. 20-22). Die 

nachstehenden  Erwägungen  sollen  die  vorinstanzliche  Würdigung  ergänzen, 

präzisieren  und  verdeutlichen,  dass  angesichts  des  Beweisergebnisses  kein 

vernünftiger Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO verbleibt, dass der Sachver-

halt sich so zugetragen hat, wie er angeklagt ist.

3.2. Vorab ist festzuhalten, dass bereits aus den Aussagen des Beschuldigten 

hervorgeht, dass es am fraglichen Vormittag zu einem Aufeinandertreffen zwischen 

ihm und der Privatklägerin an besagter Örtlichkeit im C._____ in D._____ gekom-

men ist (Urk. 5/1 F/A 16, 23-27, 36-44; Urk. 5/3 F/A 6-51; Urk. 5/5 F/A 3 ff., Prot. I 

S. 14 ff.; vgl. auch Urk. 2/3); dies steht somit ausser Frage. Klärungsbedürftig ist 

daher insbesondere, ob der Beschuldigte bei diesem Aufeinandertreffen zu seiner 

sexuellen Befriedigung sein Glied durch seine geöffnete Hose in die Hand nahm, 

masturbierte  und  dabei  die  an  ihm  vorbeijoggende  Privatklägerin  anschaute  und 

diese sodann dessen entblösstes Glied und ihn beim Masturbieren sah.

3.3. Die Aussagen der Privatklägerin sind konsistent und weisen keine verdäch-

tigen  Widersprüche  auf.  Die  Privatklägerin  beschrieb  in  ihren  Einvernahmen 

-   10   -

realitätsnah und überzeugend, dass es an besagtem Vormittag zu diesem in der 

Anklageschrift  umschriebenen  Aufeinandertreffen  und  der  exhibitionistischen 

Handlung des Beschuldigten gekommen sei. Sodann schilderte sie den gesamten 

Ablauf des Vorfalls von sich aus – mit nur wenigen Nachfragen der Befragungs-

person  –  dreimal  grösstenteils  gleichlautend  (Urk. 5/1,  Urk. 5/4;  Prot. I  S. 6  ff.; 

vgl. dazu auch Urk. 2/2). Kleine Abweichungen in den Aussagen der Privatklägerin 

– wie von der Verteidigung vorgebracht (Urk. 23 S. 8; Urk. 45 S. 5-10) – vermögen 

an  diesem  Bild  nichts  zu  ändern,  sondern  sind  im  Gegenteil  völlig  normal  und 

Zeichen glaubhafter Aussagen.

3.4. Die  Schilderungen  der  Privatklägerin  vermitteln  einen  erlebnisbasierten 

Eindruck  –  nie  wirkten  sie  platt  oder  inhaltsleer,  nie  einstudiert  oder  auswendig 

gelernt. Die Aussagen kamen spontan und vertiefend, teilweise auf entsprechende 

Nachfrage  hin.  Es  ist  eine  grosse  Authentizität  von  Situationen,  Gefühlen  und 

Erlebnissen  erkennbar.  Ihre  Aussagen  enthalten  keine  Lügensignale,  sondern 

zahlreiche  Merkmale  reeller,  tatsächlich  erlebter  Ereignisse,  unter  eindrücklicher 

Beschreibung der Umstände und Gefühle des Erlebens. So beschrieb sie anläss-

lich ihrer polizeilichen Einvernahme, dass sie verunsichert sei, ihre Gedanken noch 

oft  beim  Vorfall  seien  und  sie  auch  eine  gewisse  Wut  ob  dieses  Eingriffs  in  ihre 

Privat-  und  Intimsphäre  verspüre.  Weiter  schilderte  sie  eindrücklich,  dass  sie  im 

ersten Moment geschockt gewesen und ihr Puls gerast sei und sie geatmet habe, 

als ob sie schon einen Marathon gerannt sei, obwohl sie erst mit Joggen begonnen 

habe. Sie habe Panik gehabt. Als sie gesehen habe, dass das Kontrollschild des 

Fahrzeugs des Beschuldigten mit einer Hygienemaske abgedeckt gewesen sei, sei 

sie einmal mehr erschrocken. Nach dem Vorfall habe sie das Gefühl gehabt, dass 

er sie jetzt verfolgen würde oder sie packen und in den Kofferraum stecken könnte 

(Urk. 5/2 F/A 4, 22, 33, 36; vgl. auch Urk. 5/4 F/A 17 f., 28, 41 und Prot. I S. 7 f., 

S. 9 f.). Auf Frage, wieso sie – obwohl sie schockiert, entsetzt, angewidert gewesen 

sei und Angst gehabt habe – um das Fahrzeug des Beschuldigten gerannt sei und 

von diesem und dem Beschuldigten selbst Fotos gemacht habe, erklärte die Privat-

klägerin selbstkritisch, reflektiert und glaubhaft, dass es ihr bis heute ein Rätsel sei. 

Selbst danach habe sie noch gedacht "bisch du blöd, jetzt weiss er, dass du Bewiis 

häsch". Sie habe gedacht, dass dies leichtsinnig und naiv gewesen sei. Aber jetzt 

-   11   -

denke sie, dass es gut und sie in diesem Moment mutig gewesen sei. Sie habe in 

diesem Moment die Angst irgendwie überwinden können. (Urk. 5/4 F/A 50). Anläss-

lich der erstinstanzlichen Einvernahme erklärte die Privatklägerin – mit der Aussage 

des  Beschuldigten  konfrontiert,  dass  sie  (die  Privatklägerin)  wie  in  einem  Film 

gewesen sei und sich in etwas hineingesteigert habe –, dass der Schock, welcher 

sie gehabt habe, weil sie im Wald von einem onanierenden Mann überrascht wor-

den sei, sie schon auf ein Programm gesetzt habe. Das Programm sei gewesen 

Angst, Schock und sie müsse wissen, wer das sei, falls ihr etwas passiere, damit 

ihr Mann das melden und man nachvollziehen könne, was passiert sei. Das sei ihr 

Film  gewesen.  Ihr  sei  –  durch  das  Abdecken  der  Autonummer  mit  der  Maske  – 

bewusst  geworden,  dass  der  Beschuldigte  sich  bewusst  sei,  dass  er  etwas 

Falsches mache. Das habe dazu beigetragen, dass sie noch mehr Angst gehabt 

habe  (Prot. I  S. 9  f.).  Im  Gesamtkontext  erwecken  die  Aussagen  eine  grosse 

Betroffenheit – dies ohne dass sie übertrieben wirken.

3.5. Die  Privatklägerin  war  zudem  spürbar  darauf  bedacht,  den  Beschuldigten 

nicht übermässig zu belasten, und erklärte mehrmals, wenn sie etwas nicht (mehr) 

wusste  oder  sie  sich  nicht  mehr  ganz  sicher  war.  Obwohl  die  Privatklägerin 

überzeugend ihre in der Situation empfunden Angst schilderte – dass sie in diesem 

Moment,  insbesondere  aufgrund  des  offenen  Kofferraums  und  des  abgedeckten 

Kontrollschilds,  befürchtet  habe,  dass  der  Beschuldigte  sie  verfolgen  oder  sie 

packen  und  in  den  Kofferraum  hätte  stecken  können  (Urk. 5/2  F/A 34;  Urk. 5/4 

F/A 18, 28, 41; vgl. dazu auch Urk. 2/2) –, erklärte sie, dass der Beschuldigte sich 

eigentlich  ruhig  verhalten  habe  und  sie  rückblickend  davon  ausgehe,  dass  der 

Beschuldigte den Kofferraum geöffnet habe, damit man das Kontrollschild seines 

Fahrzeugs nicht habe sehen können (Urk. 5/2 F/A 19; Urk. 5/4 F/A 28).

3.6. Auch  die  Aussagen  der  Privatklägerin  zum  eigentlichen  Kerngeschehen 

überzeugen. So geht aus ihren Aussagen klar hervor, dass der Beschuldigte sein 

Glied  in  der  Hand  gehalten  und  onaniert  habe.  Auch  ergibt  sich  aus  ihren  Aus-

sagen,  dass  der  Beschuldigte  sie  währenddessen  beobachtet  bzw.  angesehen 

habe (Urk. 5/2 F/A 13: "Er hatte sein Glied in der Hand und onanierte. Während-

dessen beobachtete er mich.", F/A 15: "[…] ich sah die Eichel und er hatte ihn wirk-

-   12   -

lich in der Hand. Das war eindeutig."; Urk. 5/4 F/A 18, F/A 30: "Der Herr A._____ 

hatte seine Hand am Glied und machte für mich eine eindeutige Handbewegung 

rauf und runter.", F/A 31-32, 42; vgl. auch Urk. 2/2). Auch die Reaktion der Privat-

klägerin – konfrontiert mit der Aussage des Beschuldigten, dass er nicht masturbiert 

habe  –  wirken  keineswegs  einstudiert,  sondern  überzeugen  in  ihrer  Spontanität 

überaus (Urk. 5/4 F/A 58: Frage: "Herr A._____ sagte zudem, er habe nicht ma-

sturbiert",  Antwort:  "Sondern?",  F/A 59:  Frage:  "Was  sagen  Sie  dazu?",  Antwort: 

"Was hat er dann sonst gemacht mit seiner Hand. Die Geste war so eindeutig. Also 

so pinkelt man auch nicht. Keine Ahnung was er sonst hätte machen sollen."). Ein 

Irrtum  seitens  der  Privatklägerin  ist  angesichts  dieser  klaren  Aussagen  ausge-

schlossen. Die von der Verteidigung diesbezüglich erblickten Widersprüche in den 

Aussagen der Privatklägerin (Urk. 23 S. 8; Urk. 45 S. 5 ff.) sind nicht als solche zu 

werten.  Vielmehr  ist  in  denjenigen  Aussagen  der  Privatklägerin  ihr  vorsichtiges 

bzw.  zurückhaltendes  Aussageverhalten  zu  erkennen,  was  vielmehr  für  die  Aus-

sagequalität  ihrer  Aussagen  und  deren  Glaubhaftigkeit  spricht.  Von  Anfang  an 

erklärte  die  Privatklägerin  auch,  dass  sie  während  ihrer  Joggingrunde  –  auch 

bereits vor dem Aufeinandertreffen mit dem Beschuldigten – mit ihrem Ehemann 

telefoniert habe und, als sie den Beschuldigten gesehen habe, habe sie etwas im 

Sinne von "Do stoht eine und de onaniert und starrt mich ah" zu ihrem Ehemann 

gesagt  (Urk. 5/2  F/A 21;  Urk. 5/4  F/A 18;  Prot. I  S. 7;  vgl.  auch  Urk. 2/2  und  5/5 

F/A 25). Mit dieser Aussage stellte die Privatklägerin einen Aussenbezug her und 

machte ihre Aussagen so – ohne Not – der Überprüfbarkeit zugänglich, was bei 

einer Falschbelastung nicht zu erwarten wäre.

3.7. Als  besonders  plastisch,  lebensnah  und  überzeugend  ist  sodann  die 

Reaktion der Privatklägerin – konfrontiert mit den Aussagen des Beschuldigten zur 

schwarzen  Hygienemaske,  welche  am  Kontrollschild  des  Personenwagens  des 

Beschuldigten  gehangen  hat  (vgl.  auch  Urk. 2/3  S. 4)  –  zu  bewerten  (Urk. 5/4 

F/A 61: Frage: "Herr A._____ gab zu Protokoll, er habe nach dem Vorfall kontrol-

lieren wollen, ob Sie etwas am Fahrzeug verändert hätten. Dabei sei ihm aufgefal-

len, dass vorne auf der rechten Seite des Kontrollschildes eine Stoffmaske hing. 

Was sagen Sie dazu?", Protokollnotiz: "Die Geschädigte lacht und sagt 'oh Gott, ja 

genau'."  Antwort:  "Muss  ich  mich  dazu  äussern?  Ich  gehe  sicher  nicht  mit  einer 

-   13   -

Stoffmaske im Sack joggen. Am besten schreiben Sie einfach 'Keinen Kommentar', 

das  ist  einfach  haltlos";  F/A 62:  Frage:  "Er  [der  Beschuldigte]  habe  keine  Stoff-

maske  an  seinem  Kennzeichen  angebracht.  Was  sagen  Sie  dazu?",  Antwort: 

"Unverfroren, unglaublich! Unglaublich! Also jeder Zweifel, auch wenn ich Mitleid 

hatte wegen diesem Trieb. Aber jetzt! Nein wirklich, jetzt reichts, so nicht! Mich noch 

beschuldigen wollen, das ist das Letzte!", Protokollnotiz: "Die Geschädigte schlägt 

mit der Hand auf den Tisch."). Diese Aussagen der Privatklägerin und ihre Reaktion 

zeigen  einerseits,  dass  sie  keine  Zweifel  an  ihren  eigenen  Aussagen  hegt  und 

andererseits ist eine Empörung spürbar, welche keineswegs übertrieben wirkt. Viel-

mehr passt diese in das von ihr Geschilderte und spricht für real Erlebtes, was die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nochmals untermalt.

3.8.

Insgesamt  sind  die  Aussagen  der  Privatklägerin  als  äusserst  glaubhaft  zu 

qualifizieren.

3.9. Die Aussagen des Beschuldigten vermögen die überzeugenden Aussagen 

der Privatklägerin nicht in Zweifel zu ziehen. Wie gesehen, geht bereits aus den 

Aussagen des Beschuldigten hervor, dass es in besagtem Waldstück zu einem Auf-

einandertreffen  zwischen  ihm  und  der  Privatklägerin  gekommen  sei  und  die 

Privatklägerin in der Folge ihn bzw. seinen Personenwagen zu fotografieren begon-

nen habe, er in der Folge auch eine schwarze Stoffmaske am Kontrollschild an der 

Front seines Personenwagens gefunden habe (vgl. Urk. 2/3 S. 4). Insofern validiert 

der Beschuldigte die Aussagen der Privatklägerin.

3.10. Gemäss Aussagen des Beschuldigten soll die ihm bis dahin unbekannte und 

joggende Privatklägerin ohne erkennbaren Grund – ohne dass es davor zu irgend-

einem Vorfall oder nur zu Worten zwischen ihnen gekommen sei – Fotos von ihm 

und  seinem  Personenwagen  gemacht  und  ihn  in  der  Folge  falsch  beschuldigt 

haben. Die Aussagen des Beschuldigten wirken nicht plausibel, insgesamt platt und 

vermögen  letztlich  nicht  zu  überzeugen  (vgl.  dazu  auch  Urk. 5/5  F/A 21).  Der 

Beschuldigte beschreibt einen völlig lebensfremden Vorgang.

3.11. Die Aussagen des Beschuldigten – er sei, als die Privatklägerin weggegan-

gen  sei,  vorne  beim  Auto  schauen  gegangen,  ob  sie  vielleicht  etwas  verändert 

-   14   -

habe, wobei er gesehen habe, dass vorne auf der rechten Seite des Kontrollschil-

des eine Stoffmaske gehangen sei, und er habe in der Folge noch den Notruf "117" 

über  den  Vorfall  informiert,  weil  dieser  ihm  komisch  vorgekommen  sei  (Urk. 5/1 

F/A 38,  F/A 40  ff.,  46-47;  Urk. 5/3  F/A 11-13,  37,  48-50  sowie  die  Beilage  zu 

Urk. 5/3; Urk. 5/5 F/A 11 ff.) – implizieren, dass der Beschuldigte bereits von Anfang 

an  davon  ausging,  dass  die  Privatklägerin  ihm  etwas  unterstellen  könnte.  Die 

(implizit vorgetragene) Version des Beschuldigten, dass die Privatklägerin allenfalls 

die Stoffmaske dort platziert hätte, um ihn (falsch) zu belasten oder ihre Falschbe-

lastung  zu  untermalen  bzw.  eine  Falschbelastung  per  se,  finden  in  den  Akten 

keinerlei  Stütze.  Es  wäre  denn  auch  nicht  plausibel,  dass  die  Privatklägerin  bei 

diesem ungeplanten und spontanen Aufeinandertreffen zweier Personen, die sich 

im Leben noch nie gesehen haben, beim Joggen einerseits spontan eine schwarze 

Maske  dabei  gehabt  hätte  und  diese  auch  noch  am  Auto  des  Beschuldigten 

platziert  hätte,  um  ihrer  vermeintlichen  Falschbelastung  Gewicht  zu  verleihen 

(vgl. dazu auch Urk. 5/5 F/A 22). Das ist völlig lebensfremd. Auch eine Platzierung 

der schwarzen Maske am Kontrollschild des Beschuldigten durch Dritte erscheint 

vorliegend nicht plausibel, da diese Zufälligkeit auch noch mit der geltend gemach-

ten  Falschbelastung  der  Privatklägerin  (bei  ihrem  zufälligen  Aufeinandertreffen) 

zusammengekommen wäre. Eine Platzierung der Maske durch die Privatklägerin 

oder auch durch Dritte ist daher vernünftigerweise auszuschliessen. Viel plausibler 

erscheint,  dass  die  Maske  durch  den  Beschuldigten  selbst  montiert  wurde  und 

– nebst  der  geöffneten  Heckklappe  des  Personenwagens  des  Beschuldigten  – 

(erfolglos) dazu diente, Hinweise auf seine Identität zu verbergen (vgl. dazu auch 

vorstehend E. II/3.7).

Anlässlich der letzten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erklärte der Beschul-

digte sodann, dass er aus den Aussagen der Privatklägerin das Gefühl habe, dass 

sie wie in einem Film gewesen sei und sie sich in etwas hineingesteigert habe. Er 

wisse nicht, ob sie erschrocken sei, dass es dort ein Auto und eine Person gehabt 

habe. Vielleicht habe er eine unglückliche Bewegung gemacht, sich an der Hand 

gekratzt und die Privatklägerin habe dabei gedacht, sie sehe sein entblösstes Glied. 

Er  fände  es  schon  recht  speziell,  dass  die  Privatklägerin  sich  so  in  etwas  –  von 

wegen  Entführung  und  so  –  hineingesteigert  habe.  Anhand  der  Aussagen  der 

-   15   -

Privatklägerin vermute er, dass sie sich das eingebildet oder etwas gesehen habe, 

was nicht so gewesen sei. Sie habe sich einfach in etwas reingesteigert (Urk. 5/5 

F/A 4, 6 und 11). Aufgrund der überzeugenden und zuverlässigen Aussagen der 

Privatklägerin wird indessen klar, dass diese sich nicht – wie vom Beschuldigten 

geltend  gemacht  –  über  die  Bewegungen  des  Beschuldigten  geirrt  hat  und  der 

Beschuldigte somit nicht einfach eine "unglückliche Bewegung" machte. Dass die 

Privatklägerin  –  eine  50-jährige,  verheiratete  Frau  und  nicht  etwa  ein  Kind  –  ein 

Kratzen des Beschuldigten an seiner Hand mit einem gut sichtbaren Masturbieren 

verwechselt haben könnte, ist auszuschliessen. Auch ist zwar zu sehen und wird 

von der Privatklägerin in diesem Umfang auch anerkannt, dass sie sich bezüglich 

einer  allfälligen  Verfolgung  bzw.  einem  Einsperren  im  Kofferraum  durch  den 

Beschuldigten in etwas hineinsteigert habe, da sie den offenen Kofferraum und das 

durch die Maske verdeckte Kontrollschild in der Situation anders interpretierte. Zu 

dieser  Einschätzung  seitens  der  Privatklägerin  kam  es  jedoch  –  wie  von  dieser 

schlüssig  und  glaubhaft  vorgetragen  –  erst,  als  sie  im  Wald  vom  onanierenden 

Beschuldigten  überrascht  worden  war,  demnach  zeitlich  nachgelagert  und  auf-

grund dieses aussergewöhnlichen Aufeinandertreffens und der exhibitionistischen 

Handlung bzw. des sexuell konnotierten Verhaltens des Beschuldigten (vgl. Prot. I 

S. 9  f.  und  vorstehend  E. II/3.4  f.;  vgl.  auch  Urk. 5/5  F/A 19-20).  Auch  wäre  bei 

dieser  geltend  gemachten  spontanen  Überreaktion  seitens  der  Privatklägerin 

unklar,  wie  die  schwarze  Stoffmaske  in  dieser  Version  unterzubringen  wäre 

(vgl. dazu auch vorstehend E. II/3.11). Nach dem Dargelegten und mit Verweis auf 

die  glaubhaften  Aussagen  der  Privatklägerin  überzeugen  die  Aussagen  des 

Beschuldigten – die Privatklägerin habe sich so in etwas hineingesteigert, dass sie 

etwas gesehen oder sich eingebildet hätte, das so nicht gewesen sei – nicht und 

sind als Schutzbehauptungen zu taxieren (vgl. dazu auch vorstehend E. II/3.3-3.8).

3.12. Schliesslich  kann  der  Beschuldigte  auch  nichts  Entlastendes  daraus 

ableiten,  dass  er  kurz  nach  dem  Vorfall  den  Notruf  "117"  wählte  und  ein  über 

dreiminütiges Gespräch mit der Polizei führte (Urk. 5/1 F/A 40-42; Urk. 5/3 F/A 48-

50 und Beilage; vgl. auch Urk. 5/5 F/A 12, Urk. 6/7/1-6 und Urk. 43 S. 5 f.).

-   16   -

3.13. Der Verteidigung ist jedoch insofern zuzustimmen, als dass die Erwägung 

der Vorinstanz – "Im Übrigen ist anzumerken, dass auch der Umstand, dass dem 

Beschuldigten bereits mehrfach ähnliche Vorgehensweisen zur Last gelegt wurden 

(vgl.  act. 6/1-6  –  wovon  er  stets  freigesprochen  wurde  –  nicht  zur  Verbesserung 

seiner Glaubwürdigkeit beiträgt." (Urk. 33 E. III/1.4 S. 22) – nicht angeht (Urk. 45 

S. 3 ff. [insb. S. 4]). Aus diesen vergangenen Verfahren (rechtskräftige Verfahrens-

einstellung und Freispruch) kann nichts für den Beschuldigten Belastendes abge-

leitet werden. Dies ändert bei der vorliegenden Beweislage aber nichts an der so-

eben dargelegten Beurteilung.

3.14.

Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten somit als unglaubhaft zu 

qualifizieren.

3.15. Letztlich  bestehen  keine  relevanten  Zweifel  daran,  dass  sich  der  in  der 

Anklage umschriebene Sachverhalt so wie dort beschrieben zugetragen hat. Er ist 

damit erstellt.

4.

Rechtliche Würdigung

4.1. Anwendbares Recht

4.1.1. Der  Beschuldigte  hat  das  ihm  vorgeworfene  Delikt  am  28. Juli  2023 

begangen.  Per  1. Juli  2024  wurde  das  Bundesgesetz  über  eine  Revision  des 

Sexualstrafrechts vom 16. Juni 2023 (AS 2024 27) in Kraft gesetzt. Die revidierten 

Bestimmungen  des  Strafgesetzbuches  kommen  auch  auf  Straftaten  zur  Anwen-

dung,  die  vor  ihrem  Inkrafttreten  begangen  wurden,  aber  erst  nachher  beurteilt 

werden, sofern das neue Recht das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB).

4.1.2. Im Rahmen der seit 1. Juli 2024 geltenden Revision des Sexualstrafrechts 

haben sich hinsichtlich des Exhibitionismus' im Sinne von Art. 194 StGB Änderun-

gen in Bezug auf die Absätze 1 und 2 ergeben. Während früher Exhibitionismus mit 

Geldstrafe bedroht war, sieht das neue Recht grundsätzlich bei exhibitionistischen 

Handlungen eine Bestrafung mit Busse vor (Abs. 1). Nur in schweren Fällen ist die 

Strafe Geldstrafe (Abs. 2). Vorliegend ist aufgrund des Vorgehens des Beschuldig-

ten indessen nicht von einem Fall im Sinne von Art. 194 Abs. 1 nStGB auszugehen. 

-   17   -

Ein schwerer Fall des Exhibitionismus liegt nämlich etwa vor, wenn ein Täter vor 

einer Zielperson onaniert (BBl 2022 687 S. 50; vgl. auch Urteil des Obergerichts 

des  Kantons  Solothurn  STBER.2023.70  vom  4. September  2024  E. VI/2.2.2). 

Genau dieses Verhalten wird dem Beschuldigten gemäss Anklageschrift vorgewor-

fen und kann ihm gemäss erstelltem Sachverhalt nachgewiesen werden (vgl. dazu 

auch  vorstehend  E. II/3).  Deshalb  läge  nach  neuem  Recht  ein  schwerer  Fall  im 

Sinne von Art. 194 Abs. 2 StGB – und mithin ein Vergehen – vor. Im Übrigen sind 

das alte Recht (Art. 194 aAbs. 1 StGB) und das neue Recht (Art. 194 Abs. 2 StGB) 

in  Bezug  auf  die  Strafandrohung  und  die  Ausgestaltung  gleich  geblieben,  wes-

wegen  sich  die  Gesetzesänderung  –  entgegen  der  Ansicht  der  Verteidigung 

(Urk. 45 S. 10) – für den Beschuldigten nicht milder auswirkt und das alte Recht 

(Art. 194 aAbs. 1 StGB) anzuwenden ist (zutreffend auch die Vorinstanz in Urk. 33 

E. III/C/1 S. 23).

4.2. Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 aAbs. 1 StGB

4.2.1. Die  ausführliche  rechtliche  Würdigung  der  Vorinstanz  (Urk. 33  E. III/C/2.1-

2.4 S. 24 f.) ist in allen Teilen zutreffend, worauf zur Vermeidung unnötiger Wieder-

holungen vorab verwiesen werden kann. Teilweise rekapitulierend bzw. ergänzend 

kann noch das Nachfolgende angeführt werden:

4.2.2. Indem  der  Beschuldigte  vor  der  Privatklägerin  masturbierte,  diese  dabei 

anschaute  und  sie  ihn  beim  Masturbieren  sehen  konnte,  hat  der  Beschuldigte 

bewusst sein Sexualorgan aus sexuellen Beweggründen zur Schau gestellt. Das 

Zurschaustellen des Sexualorgans wies bei der Vorgehensweise des Beschuldig-

ten – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 23 S. 9; Urk. 45 S. 10) – auch 

klarerweise  die  erforderliche  Eindringlichkeit  auf  (vgl.  dazu  auch  vorstehend 

E. II/4.1.2  zum  schweren  Fall  des  Exhibitionismus).  Dass  die  Privatklägerin  das 

Glied  des  Beschuldigten  und  auch  seine  expliziten  Masturbationsbewegungen 

– von  der  Verteidigung  hinsichtlich  der  rechtlichen  Würdigung  gerügt  (Urk. 23 

S. 9) – sehen konnte, steht ausser Zweifel, wurde überdies bereits vorstehend bei 

der Sachverhaltserstellung abgehandelt und bedarf keiner weiteren Erläuterungen 

(vgl. dazu vorstehend E. II/3.6).

-   18   -

4.2.3. Der Beschuldigte wusste, dass er eine exhibitionistische Handlung im Sinne 

des  Entblössens  seines  Geschlechtsorgans  vor  der  Privatklägerin  –  als  Ziel-

person – vornahm. Indem der Beschuldigte nicht nur sein Glied entblösste, sondern 

auch  noch  masturbierte,  wird  auch  die  sexuelle  Motivation  der  Handlung  des 

Beschuldigten offenkundig. Da der Beschuldigte dies vor seinem Personenwagen 

hin  zum  Waldweg  gerichtet  vornahm  und  die  Privatklägerin  beim  Masturbieren 

ansah, wollte der Beschuldigte klarerweise von der Privatklägerin gesehen werden. 

Es darf als das geradezu Typische am Exhibitionisten bezeichnet werden, dass es 

ihm gerade darum geht, einen visuellen Kontakt bzw. eine optische Beziehung zum 

anvisierten Opfer herzustellen (vgl. dazu auch BSK StGB-ISENRING, Art. 194 N 24). 

Zutreffend hob die Vorinstanz auch hervor, dass der Beschuldigte hörte, wie sich 

jemand  (die  Privatklägerin)  näherte  (Urk. 33  E. III/C/2.3  S. 25  mit  Verweis  auf 

Urk. 5/1 F/A 36), weswegen auch deshalb eine Zufälligkeit ausgeschlossen werden 

kann,  zumal  diesfalls  entsprechende  Aussagen  des  Beschuldigten  zu  erwarten 

gewesen  wären.  Auch  aus  dem  Umstand,  dass  der  Beschuldigte  das  vordere 

Kontrollschild seines Personenwagens abdeckte, ist abzuleiten, dass der Beschul-

digte seine Identität verbergen wollte, was wiederum auf bewusstes und gewolltes 

Handeln schliessen lässt. Der direkte Vorsatz des Beschuldigten ist damit – entge-

gen  der  Ansicht  der  Verteidigung  (Urk. 23  S. 9-11;  Urk. 45  S. 11  f.)  –  ebenfalls 

fraglos gegeben.

4.2.4. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich.

4.3. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte des Exhibitionismus im Sinne von 

Art. 194 aAbs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

1.

Ausgangslage, Strafrahmen, Grundsätze der Strafzumessung

III.  Sanktion

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer (bedingten) Geldstrafe 

von  75 Tagessätzen  zu  Fr. 110.–  sowie  mit  einer  Verbindungsbusse  von 

Fr. 1'600.– (Urk. 33 S. 38).

-   19   -

Da einzig der Beschuldigte Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, fällt 

aufgrund  des  Verschlechterungsverbots  (Art. 391  Abs. 2  StPO)  eine  strengere 

Bestrafung von vornherein ausser Betracht.

1.2. Die  Verteidigung  verzichtete  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  –  vor 

dem Hintergrund des beantragten Freispruchs des Beschuldigten – darauf, sich zur 

vorinstanzlichen Strafzumessung zu äussern (vgl. Urk. 45; Prot. II S. 4 ff.).

1.3. Die Vorinstanz hat den für Art. 194 aAbs. 1 StGB angedrohten Strafrahmen 

von 3 bis zu 180 Tagessätzen Geldstrafe korrekt abgesteckt (Urk. 33 E. IV/1 S. 25 

f.;  Art. 194  aAbs. 1  StGB  i.V.m.  Art. 34  Abs. 1  StGB).  Vorliegend  besteht  kein 

Anlass, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen.

1.4. Auch  die  zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  zu  den  allgemeinen 

Strafzumessungsregeln  (Urk. 33  E. IV/2.1-2.2  S. 26  f.)  brauchen  nicht  wiederholt 

zu werden.

2.

Tatverschulden

2.1. Objektive Tatschwere

Der  Beschuldigte  beging  seine  Tat  zwar  im  öffentlichen  Raum,  aber  auf  einem 

abgelegenen Waldsträsschen. Dementsprechend konnte die Privatklägerin andere 

Personen  nicht  leicht  um  Hilfe  bitten.  Die  exhibitionistische  Handlung  an  diesem 

abgelegenen Ort, der offene Kofferraum des Personenwagens des Beschuldigten 

und das abgedeckte Kontrollschild lösten bei der Privatklägerin neben der tatbe-

standsimmanenten Betroffenheit in ihrer sexuellen Integrität eine Entführungs-/Ver-

folgungsangst aus und haben ihr Sicherheitsempfinden nachhaltig zerrüttet. Diese 

Umstände fallen erschwerend ins Gewicht. Der Beschuldigte verhielt sich während 

des Vorfalls aber ruhig, wandte sich von Privatklägerin ab, als diese ihn zu Foto-

grafieren begann, folgte ihr nicht nach, liess sie in Ruhe und es kam zu keinerlei 

Berührungen; er schürte damit die Ängste der Privatklägerin nicht noch zusätzlich. 

Mit  der  Vorinstanz  ist  aufgrund  des  abgedeckten  Kontrollschilds,  des  geöffneten 

Kofferraums  und  der  Wahl  eines  abgelegenen  Waldsträsschens  zumindest  von 

einem  gewissen  Grad  an  vorangegangener  Planung  seitens  des  Beschuldigten 

-   20   -

auszugehen. Die Privatklägerin war der eigentlichen Tat des Beschuldigten jedoch 

lediglich  eine  kurze  Zeit  ausgesetzt.  In  Anbetracht  des  gesamten  Spektrums 

möglicher  exhibitionistischer  Handlungen  wiegt  das  Verschulden  in  objektiver 

Hinsicht nicht mehr leicht.

2.2. Subjektive Tatschwere

Bezüglich  der  subjektiven  Tatschwere  fällt  ins  Gewicht,  dass  der  Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte und mit seiner exhibitionistischen Handlung einzig seine 

eigenen  sexuellen  Interessen  rücksichtslos  verfolgte.  Insgesamt  relativieren  die 

subjektiven Verschuldensaspekte das objektive Tatverschulden nicht.

2.3. Einsatzstrafe

Das Tatverschulden ist damit als nicht mehr leicht zu qualifizieren. Eine Einsatz-

strafe von 75 Tagessätzen Geldstrafe erscheint vorliegend als angemessen.

3.

Täterkomponenten

3.1. Was die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten anbelangt, kann auf 

die  Ausführungen  der  Vorinstanz  (Urk. 33  E. IV/41  S. 27  f.)  verwiesen  werden. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich noch, dass er eine neue Arbeits-

stelle  –  noch  immer  als  Schreiner  –  habe  und  ungefähr  gleich  viel  wie  zuvor 

verdiene (Urk. 43 S. 1 f.). Eine gesteigerte Strafempfindlichkeit weist der Beschul-

digte  nicht  auf.  Es  ist  nicht  ersichtlich,  weshalb  die  Lebensgeschichte  oder  der 

Werdegang  des  Beschuldigten  Auswirkungen  auf  die  Strafzumessung  zeitigen 

sollten. Aus der Biografie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lassen sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten.

3.2. Auch  die  Vorstrafenlosigkeit  des  Beschuldigten  (Urk. 34)  ist  mit  der 

Vorinstanz (Urk. 33 E. IV/42 S. 28) als strafzumessungsneutral zu bewerten.

3.3. Nachdem  auch  kein  Geständnis  vorliegt,  fällt  unter  dem  Titel  Nachtatver-

halten keine Strafminderung in Betracht.

-   21   -

4.

Zwischenfazit

In  Anbetracht  aller 

relevanten  Strafzumessungsgründe  erscheint 

für  die 

exhibitionistische Handlung eine Geldstrafe von 75 Tagessätzen angemessen.

5.

Tagessatzhöhe

Auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz zu  den rechtlichen  Grundlagen 

hinsichtlich der Bemessung der Tagessatzhöhe kann verwiesen werden (Urk. 33 

E. IV/5.2  S. 28).  Die  Vorinstanz  setzte  den  Tagessatz  auf  Fr. 110.–  fest,  unter 

Berücksichtigung der zuletzt bekannten Einkommens- und Vermögensverhältnis-

sen des Beschuldigten sowie dessen Lebensaufwand (vgl. Urk. 33 E. IV/5.2 S. 28 

mit  Verweis  auf  E. IV/4.1  S. 27  f.;  Einkommen  von  etwas  unter  Fr. 5'000.–,  zzgl. 

13. Monatslohn;  Schulden  von  unter  Fr. 20'000.–;  kein  relevantes  Vermögen; 

Unterstützungspflichten  von  monatlich  Fr. 900.–  für  sein  zweijähriges  Kind). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte – wie bereits aus-

geführt –, dass er noch immer ca. gleich viel verdiene (Urk. 43 S. 1). Somit erweist 

sich die von der Vorinstanz festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 110.– noch immer 

als angemessen.

6.

Vollzug der Geldstrafe

Der bedingte Vollzug der Geldstrafe steht nicht zur Diskussion – nur schon wegen 

des  Verschlechterungsverbots,  aber  auch  wegen  des  Fehlens  einer  Schlecht-

prognose im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB. Unter diesen Umständen kann dem 

Beschuldigten  eine  gute  Prognose  gestellt  werden,  weshalb  eine  Probezeit  von 

2 Jahren als angemessen erscheint.

7.

Verbindungsbusse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten – auf Antrag der Staatsanwaltschaft 

hin  (Urk. 13  S. 3)  –  zusätzlich  zur  Geldstrafe  zu  einer  Verbindungsbusse  in  der 

Höhe von Fr. 1'600.– (Urk. 33 E. V/2 S. 30, vgl. auch S. 38). Gemäss Art. 42 Abs. 4 

StGB  kann  eine  bedingte  Strafe  mit  einer  Busse  nach  Art. 106  StGB  verbunden 

werden. Dadurch soll im Bereich der Massendelinquenz die Möglichkeit geschaffen 

-   22   -

werden, eine spürbare Sanktion zu verhängen. Die Bestimmung dient in erster Linie 

dazu,  die  Schnittstellenproblematik  zwischen  der  Busse  (für  Übertretungen)  und 

der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen. Die unbedingte Verbind-

ungsgeldstrafe bzw. Busse trägt ferner dazu bei, das unter spezial- und general-

präventiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der bedingten Geldstrafe 

zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denkzettel verpasst werden können, um ihm 

(und  soweit  nötig  allen  anderen)  den  Ernst  der  Lage  vor  Augen  zu  führen  und 

zugleich  zu  demonstrieren,  was  bei  Nichtbewährung  droht  (vgl.  BGE 134  IV 60 

E. 7.3.1).  Nebst  dem,  dass  die  Vorinstanz  bei  der  Festsetzung  der  Verbindung-

busse  methodisch  nicht  richtig  vorgegangen  ist,  weil  sie  die  Verbindungsbusse 

zusätzlich  zur  von  ihr  bereits  als  schuldangemessen  bezeichneten  Geldstrafe 

ausgefällt hat, ist vorliegend (jedenfalls unter dem anwendbaren alten Recht) weder 

eine  Schnittstellenproblematik  zu  entschärfen,  noch  ist  das  Drohpotential  der 

bedingten  Geldstrafe  –  für  den  nicht  vorbestraften  Beschuldigten  –  durch  eine 

Verbindungsbusse  zu  erhöhen.  Es  ist  anzunehmen,  dass  sich  der  Beschuldigte 

durch die bedingte Strafe und die weiteren Konsequenzen dieses Strafverfahrens, 

namentlich auch die Kostenfolgen, genügend beeindrucken lassen wird, um sich 

künftig  wohl  zu  verhalten.  Die  Ausfällung  einer  Verbindungsbusse  ist  vorliegend 

nicht angezeigt.

8.

Fazit

Im  Ergebnis  ist  der  Beschuldigte  mit  einer  Geldstrafe  von  75 Tagessätzen  zu 

Fr. 110.– zu bestrafen, deren Vollzug bedingt aufzuschieben ist bei einer Probezeit 

von 2 Jahren.

IV.  Tätigkeitsverbot / DNA-Profil

Die Vorinstanz sah (in ihren Erwägungen) sowohl von der Anordnung eines lebens-

länglichen Tätigkeitsverbots im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. c StGB als auch von 

der Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe und der Erstellung eines DNA-Pro-

fils im Sinne von Art. 257 StPO ab (Urk. 33 E. VI und VII S. 31-33). Beides war von 

der Staatsanwaltschaft beantragt worden. Dieses Absehen von den entsprechen-

den Anordnungen wurde von keiner Seite angefochten, weshalb ein anderslauten-

-   23   -

der  Entscheid  von  vornherein  ausgeschlossen  ist  (Art. 391  Abs. 2  StPO).  Die 

entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz haben jedoch keinen Eingang in das 

Urteilsdispositiv  gefunden,  weshalb  dies  im  Berufungsverfahren  entsprechend 

nachzuholen ist.

1.

Allgemeines

V.  Zivilansprüche

Die allgemeinen Voraussetzungen und gesetzlichen Grundlagen für die Beurteilung 

der  Genugtuungsforderung  wurde  durch  die  Vorinstanz  korrekt  wiedergegeben 

(Urk. 33 E. VII S. 33 ff.).

2. Genugtuung

Die  Vorinstanz  hat  die  Genugtuungsforderung  der  Privatklägerin  von  Fr. 600.– 

(zzgl. Zins) mit der Zusprechung von Fr. 400.– (zzgl. Zins) teilweise gutgeheissen 

(Urk. 33 E. VII S. 33 ff.).

Die Privatklägerin sah davon ab, gegen den erstinstanzlichen Entscheid in Beru-

fung zu gehen, sei dies selbstständig oder im Rahmen einer Anschlussberufung. 

Demzufolge scheidet aufgrund des Verschlechterungsverbots nach Art. 391 Abs. 2 

StPO zum vornherein aus, der Privatklägerin eine höhere Genugtuung zuzuspre-

chen, als es die Vorinstanz tat.

Dass  der  Privatklägerin  angesichts  der  durch  den  Beschuldigten  verursachten 

Unbill grundsätzlich eine Genugtuung zuzusprechen ist, erscheint vorliegend klar, 

nachdem  die  Privatklägerin  ihre  psychische  Beeinträchtigung  durch  das  Delikt 

glaubhaft und nachvollziehbar dargelegt hat und auch die besonderen Umstände 

der Deliktsverübung – Delikt in einem unbelebten Waldstück, keine Ortskenntnisse 

der Privatklägerin, der geöffnete Kofferraum sowie die verdeckten bzw. nicht ein-

sehbaren  Nummernschildern  des  Fahrzeugs  des  Beschuldigten  –  auch  objektiv 

dazu  geeignet  waren,  eine  erhöhte  psychische  Beeinträchtigung  herbeizuführen. 

Bezüglich  ihres  schlüssig  begründeten  Entscheids  kann  der  Vorinstanz  gefolgt 

werden, und es ist der Privatklägerin mit Blick auf die Art und Schwere der Verlet-

-   24   -

zung, die Intensität und die Dauer der Auswirkungen auf ihre Persönlichkeit sowie 

das  Verschulden  des  Beschuldigten  eine  Genugtuung  von  Fr. 400.–  (zzgl.  Zins) 

zuzusprechen (Urk. 33 E. VIII S. 33-36).

VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  ist  das  erstinstanzliche  Kostendispositiv 

(Ziff. 6, 7 und 8) zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).

2.

Kosten des Berufungsverfahrens / Entschädigung der Verteidigung

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'600.–  festzusetzen 

(§ 16 Abs. 1 i.V.m. § 14 Abs. 1 GebV OG). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 

Abs. 1 StPO). Erwirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie 

günstigeren Entscheid, so können ihr die Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn 

der  angefochtene  Entscheid  nur  unwesentlich  abgeändert  wird  (Art. 428  Abs. 2 

lit. b  StPO).  Der  Beschuldigte  unterliegt  beinahe  vollumfänglich,  wobei  der  Ent-

scheid  nur  unwesentlich  abgeändert  wurde,  weshalb  ihm  ausgangsgemäss  die 

Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind.

Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschuldigte sodann auch nicht – wie von 

der Verteidigung beantragt (Urk. 45 S. 2 und 13; vgl. auch Urk. 44/1-2) – für die ihm 

entstandenen Kosten der Verteidigung zu entschädigen. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Exhibitionismus im Sinne von 

Art. 194 Abs. 1 aStGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu 

Fr. 110.–.

-   25   -

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4.

Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. c 

StGB wird abgesehen.

5.

Von der Anordnung einer Abnahme einer DNA-Probe und der Erstellung 

eines DNA-Profils im Sinne von Art. 257 StPO wird abgesehen.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 400.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 28. Juli 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

7.

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6, 7 und 8) 

wird bestätigt.

8.

9.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'600.– festgesetzt.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)

die Privatklägerin B._____ (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft See/Oberland

die Privatklägerin B._____

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an





die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

-   26   -

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 11. Juni 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw J. Stegmann

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht bezahlt werden. 

Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 

StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.