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**Case Identifier:** 5bfb22e5-3b7b-578a-898c-3c562d086ae9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.10.2021 200 2021 481
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-481_2021-10-11.pdf

## Full Text

200 21 481 IV
KNB/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1990 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 10. September 2019 bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage 
[AB] 12). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin) erwerbliche und medizinische Abklärungen durch und sprach dem Ver-
sicherten ein Belastbarkeitstraining mit anschliessendem Aufbautraining bei 
der Abklärungsstelle D.________ zu (AB 51, 69, 74, 84). Weil sich der Ver-
sicherte in stationäre Behandlung begab, wurden die Eingliederungsmass-
nahmen in der Folge abgebrochen bzw. abgeschlossen (AB 83, 86). Auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 87) hin holte die 
IVB ein psychiatrisches Gutachten ein (Gutachten vom 2. Dezember 2020, 
AB 115.1). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 116, 120) 
stellte sie dem Gutachter Rückfragen zum Gutachten vom 2. Dezember 
2020 (Ergänzung vom 1. April 2021, AB 125). Mit neuerlichem Vorbescheid 
vom 12. April 2021 stellte sie die Abweisung des Rentenbegehrens bei 
einem IV-Grad von 30 % in Aussicht (AB 126). Dagegen erhob der Versi-
cherte, vertreten durch E.________, am 11. Mai 2021 Einwand (AB 131). 
Mit Verfügung vom 25. Mai 2021 wies die IVB das Rentenbegehren dem 
Vorbescheid entsprechend ab (AB 133). 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, nunmehr vertreten durch B.________, 
Rechtsanwalt C.________, mit Eingabe vom 28. Juni 2021, Beschwerde. 
Er stellt die folgenden Anträge:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 25. Mai 2021 sei aufzu-
heben.

2. Dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente zuzusprechen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen 

Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juli 2021 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

   

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. Mai 2021 (AB 133). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-
Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 4

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).  

2.2  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der Beschwerdeführer wurde ab dem 3. Oktober 2019 in der Akut-
tagesklinik des Spitals F.________ regelmässig ambulant betreut. Im Be-
richt vom 21. Oktober 2019 (AB 40) diagnostizierte med. pract. 
G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, einen drin-
genden Verdacht auf eine hebephrene Schizophrenie (ICD-10: F20.1; 
S. 6). Sie führte aus, anamnestisch gehe es dem Beschwerdeführer seit 
vier Jahren schlechter (S. 3). Im Befund zeigten sich deutliche kognitive 
Defizite in Form von Auffassungs- und Konzentrationsstörungen sowie 
ausgeprägter gedanklicher Verlangsamung (S. 4). Der Beschwerdeführer 
sei gelernter … und habe in den letzten Jahren immer wieder seine Ar-
beitsstellen verloren, wobei nicht zu explorieren gewesen sei, woran genau 
es gelegen habe (vermutlich habe bereits das Prodromalstadium der Grun-
derkrankung vorgelegen). Die kognitiven Einschränkungen führten bei jeder 
Tätigkeit zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit und deutlich verminderten 
Effizienz sowie interaktionell zu erhöhtem Konfliktpotential. Derzeit sei kei-
ne Tätigkeit zumutbar (S. 5). 

3.1.2 Am 19. November 2019 erfolgte eine neuropsychologische Ab-
klärung. Im entsprechenden Bericht vom 28. November 2019 (AB 45 S. 3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 6

ff.) legten lic. phil. H.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, 
sowie M. Sc. I.________, Psychologin in Fachausbildung, vom Psychiatri-
schen Ambulatorium des Spitals F.________, dar, insgesamt hätten sich 
testdiagnostisch eine schwer reduzierte Verarbeitungsgeschwindigkeit, bis 
schwer reichende Einschränkungen in Teilbereichen der Exekutivfunktio-
nen (Antrieb, Umstellfähigkeit, Denken und Konzeptbildung, Konfabulatio-
nen und Perseverationen) und leichte Auffälligkeiten in Teilbereichen der 
verbalen Gedächtnisfunktionen gezeigt. Die visuo-konstruktiven Fähigkei-
ten sowie das nonverbale Gedächtnis lägen im Normbereich. Klinisch seien 
neben dem deutlich reduzierten Arbeitstempo Schwierigkeiten in der Kom-
munikation (erhöhte Antwortlatenz, reduziertes Instruktionsverständnis) 
aufgefallen. Zudem hätten sich in ähnlichen Testungen sehr heterogene 
Leistungen gezeigt. Dies lasse auf eine Fluktuation der Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers schliessen. Die Intelligenztestung habe rein formal 
einen weit unterdurchschnittlichen Gesamt-IQ von 69 ergeben. Vor dem 
Hintergrund der deutlichen Einschränkungen durch die psychische Erkran-
kung sei dieser Wert nicht als stabiler IQ zu interpretieren (S. 4 f.). 

3.1.3 Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, sowie M. Sc. K.________, Psychologin in Fachausbildung, des Spitals 
F.________ diagnostizierten im Bericht vom 2. Dezember 2019 (AB 45 S. 1 
f.) eine hebephrene Schizophrenie (ICD-10: F20.1) mit bis schwer reichen-
den neuropsychologischen Teileinschränkungen, differentialdiagnostisch 
(DD) eine Schizophrenia simplex (ICD-10: F20.6), DD Schizophrenie nicht 
näher bezeichnet (ICD-10: F20.9). Der Beschwerdeführer besuche regel-
mässig ihre psychiatrische Akuttagesklinik. Mit therapeutischer Arbeit sowie 
pharmakotherapeutischer Umstellung habe eine für die berufliche Einglie-
derung ausreichende Stabilität erlangt werden können. Eine Anwesenheit 
von 50 % sei zuzumuten. In der Akuttagesklinik habe der Beschwerdefüh-
rer mit diversen Einschränkungen imponiert, welche in der neuropsycholo-
gischen Abklärung vom 19. November 2019 ebenfalls beobachtet worden 
seien. Eine weitere nahtlose Abklärung im geschützten Setting sei dringend 
indiziert (S. 1). 

3.1.4 Dr. med. L.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, und lic. phil. M.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 7

leitende Psychologin des Spitals F.________, diagnostizierten im Austritts-
bericht vom 3. Februar 2020 (AB 54) eine undifferenzierte Schizophrenie 
mit bis schwer reichenden neuropsychologischen Teileinschränkungen, DD 
eine hebephrene Schizophrenie (ICD-10: F20.1), DD Schizophrenia sim-
plex (ICD-10: F20.6, S. 1). Eine leichte Verbesserung der schweren Denk-
blockaden sowie der Negativsymptomatik habe mit der Umstellung der 
neuroleptischen Medikation auf Abilify erreicht werden können. Es bestän-
den im Alltag jedoch nach wie vor diverse und zum Teil bis schwer rei-
chende Einschränkungen, welche in der neuropsychologischen Abklärung 
ebenfalls beobachtet worden seien (S. 2). Im Behandlungsverlauf habe 
eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis erhärtet werden 
können, nicht jedoch der Verdacht auf Hebephrenie. Der Beschwerdeführer 
habe mit formalen und inhaltlichen Denkstörungen sowie starker affektiver 
Verflachung imponiert, sei jedoch von Beginn an gewillt gewesen, Verant-
wortung für sich und seine Familie zu übernehmen. Es seien keine Manie-
rismen oder Ähnliches beobachtet worden. Ebenfalls sei kein bizarres oder 
schwer auffälliges, störendes oder läppisches Verhalten beobachtet wor-
den. Mit Zunahme des Antriebs und der sichtlichen Besserung des affekti-
ven Ausdrucks sowie dem stetigen Ziel vor Augen, wieder Arbeiten gehen 
zu wollen, sei durch sie die Diagnose einer undifferenzierten Schizophrenie 
gestellt worden (S. 3). 

3.1.5 Med. pract. G.________ diagnostizierte im Bericht vom 20. Mai 
2020 (AB 79) eine hebephrene Schizophrenie (ICD-10: F20.1). Der Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich verschlechtert. Er lei-
de weiterhin unter massiven Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen. 
Affektiv sei er verflacht (was er subjektiv bestätige), hänge gedanklich an 
Sorgen und Zukunftsängsten fest und könne sich hieraus selbst kaum her-
ausholen durch z.B. Ablenkung (S. 1). Kürzlich habe er (so habe Frau 
N.________ von der Abklärungsstelle D.________ berichtet) seinen Ein-
satzort bei der Abklärungsstelle D.________ gewechselt, sei dann aber mit 
der Veränderung völlig überfordert gewesen. Es handle sich dabei um eine 
typische Umstellungserschwernis (S. 1 f.). Das derzeitige Pensum von 
50 % bei der Abklärungsstelle D.________ scheine das absolute Maximum 
zu sein, da der Beschwerdeführer nach der Arbeit zu Hause gar nicht mehr 
zu funktionieren scheine (S. 2). Es sei keine Tätigkeit auf dem ersten Ar-

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beitsmarkt zumutbar. Dies vor allem aufgrund der massiven kognitiven Ein-
schränkungen sowie einer deutlich reduzierten Leistungsfähigkeit gemäss 
der täglichen Beobachtungen von Frau N.________, was sich mit der me-
dizinisch-theoretischen Einschätzung decke (S. 3). 

3.1.6 Vom 1. bis am 23. Juli 2020 war der Beschwerdeführer in Behand-
lung in der stationären Psychiatrie des Spitals F.________. Im entspre-
chenden Austrittsbericht vom 20. August 2020 (AB 101) diagnostizierten 
die Ärztinnen eine hebephrene Schizophrenie (ICD-10: F20.1) sowie eine 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.11) im Rahmen der ersten 
Diagnose. Der Beschwerdeführer sei beim Eintritt situativ, zeitlich und ört-
lich orientiert gewesen. Die Orientierung zur eigenen Person sei fraglich. Im 
Gedankengang wirke er blockiert und verlangsamt. Die Auffassung sei 
leichtgradig eingeschränkt. Er habe Angst, nicht mehr richtig arbei-
ten/Leistung erbringen zu können und sei unter Druck, rasch wieder funkti-
onsfähig zu sein, dabei grübelnd und eingeengt. Anzeichen für Wahn oder 
Sinnestäuschungen seien nicht auszuschliessen, deutliche Depersonalisa-
tion. Im Affekt sei er stark verflacht und kaum schwingungsfähig. Der An-
trieb sei deutlich reduziert (S. 2). Es sei eine medikamentöse Um- und Ein-
stellung erfolgt (S. 3). 

3.1.7 Der RAD-Arzt Dr. med. O.________, (nach eigenen Angaben Fach-
arzt für Psychosomatik und Psychotherapie [D]; im Medizinalberuferegister 
ohne anerkannten Facharzttitel verzeichnet [vgl. <https://www.medre
gom.admin.ch/>]) legte in der Beurteilung vom 25. Juli 2020 (AB 89 S. 4) 
dar, nachvollziehbar sei im Krankheitsverlauf dargestellt worden, dass es 
ab 2015 zur Herausbildung eines Prodromalstadiums im Rahmen einer 
schizophrenieformen Erkrankung gekommen sei. Es sei davon auszuge-
hen, dass die kognitiven Beeinträchtigungen nach wie vor wenigstens in 
dem im November 2019 gezeigten Umfang weiterbeständen. Aufgrund der 
Tatsache, dass die schizophrenieforme Störung nicht eindeutig habe zuge-
ordnet werden können und der unklaren prognostischen Einschätzung (bei 
annehmbarer deutlicher Beeinträchtigung seit 2015) sei die Initiierung einer 
psychiatrischen Begutachtung notwendig. 

3.1.8 Am 10. September 2020 erfolgte eine neuropsychologische Ver-
laufsabklärung. Im entsprechenden Bericht vom 16. September 2020 (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 9

107 S. 2 ff.) legten lic. phil. H.________, sowie M. Sc. I.________ vom 
Psychiatrischen Ambulatorium des Spitals F.________, dar, insgesamt 
hätten sich bis mittelschwer reichende neuropsychologische Einschränkun-
gen in Teilbereichen der Aufmerksamkeitsfunktionen (geteilte Aufmerk-
samkeit, Arbeitsgeschwindigkeit), im Textgedächtnis und Teilbereichen der 
Exekutivfunktionen (Ideenproduktion, Umstellfähigkeit, Abstraktion) gezeigt. 
Trotz leichter Verbesserung zur Vortestung im Jahr 2019 persistierten deut-
liche arbeitsrelevante kognitive Einschränkungen. Eine Arbeit im ersten 
Arbeitsmarkt sei nicht realistisch (S. 3). 

3.1.9 Dr. med. P.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 2. Dezember 2020 (AB 
115.1) eine rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und 
gegenwärtig mittelgradiger Episode (ICD-10: F33.0 [richtig wohl: F33.1], S. 
17). Aufgrund der aktuellen gutachterlichen Untersuchung müsse festge-
halten werden, dass sich beim Beschwerdeführer keine akustischen oder 
optischen Halluzinationen, im Speziellen kein Stimmenhören nachweisen 
lasse, zudem auch keine Verfolgungsideen, keine Gedankenstörungen im 
Sinne eines Gedankenentzugs, eines Gedankenabreissens oder eines Ge-
dankenlautwerdens, des Weiteren auch keine Gedankenausbreitung und 
keine Gedankeneingebung. Zudem finde sich kein Kontrollwahn oder Be-
einflussungswahn und kein kulturell unangemessener oder völlig unrealisti-
scher Wahn. Die Diagnose einer Schizophrenie könne nicht bestätigt wer-
den. Im Speziellen lasse sich auch die Diagnose einer undifferenzierten 
Schizophrenie nicht bestätigten. Die Diagnose einer hebephrenen Schizo-
phrenie könne ebenfalls nicht bestätigt werden aus den gleichen Gründen, 
aber auch weil der Beschwerdeführer zwar einen affektiv flachen Eindruck 
hinterlasse, jedoch keinen unpassenden. Im Speziellen liessen sich keine 
Symptome eines Grimassierens, keine Manierismen sowie kein Kichern 
und kein selbstzufriedenes selbstversunkenes Lächeln nachweisen. Zudem 
sei die Sprache weder weitschweifig noch zerfahren. Es könne auch kein 
relevanter Antriebsverlust festgestellt werden. Der Beschwerdeführer neige 
auch nicht dazu, sich zu isolieren. Innerfamiliär pflege er weitgehend intak-
te Beziehungen, vor allem mit seiner Ehefrau, seinem Sohn, aber auch 
seinen beiden Eltern und etwas weniger intensiv auch mit seiner Schwes-
ter. Auch die Diagnose einer Schizophrenia simplex lasse sich nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 10

bestätigen (S. 19). Anamnestisch liessen sich die Symptome der oft be-
drückt-traurigen, manchmal leicht gereizten oder aggressiven Stimmung, 
der schnelleren Ermüdbarkeit, der Vergesslichkeit, der verminderten Kon-
zentrationsfähigkeit sowie des verminderten Selbstvertrauens nachweisen. 
Diese Symptome erfüllten die zur Diagnosestellung einer depressiven Epi-
sode notwendigen Kriterien. Aufgrund der längeren Dauer der Depression 
sei von einer rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlauf 
auszugehen (S. 20). Bezüglich der neuropsychologischen Abklärung vom 
19. November 2019 liessen sich aktuell kein schwer reduzierter Antrieb und 
keine schwer reduzierte Exekutivfunktion bezüglich Denken mehr feststel-
len. Diesbezüglich sei es bis heute zu einer deutlichen Verbesserung ge-
kommen (S. 21). In der zuletzt ausgeübten wie auch in einer angepassten 
Tätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Die maximale Präsenz be-
trage 5.6 Stunden pro Tag. Arbeiten mit hoher kognitiver Beanspruchung 
seien nicht zumutbar. Approximativ sei davon auszugehen, dass eine etwa 
40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit dem Jahre 2015 bestehe. 
Selbstredend habe während der teilstationären und stationären Behand-
lung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 25). 

3.1.10 Med. pract. G.________ nahm am 20. Januar 2021 Stellung zum 
psychiatrischen Gutachten vom 2. Dezember 2020 (AB 120 S. 4 ff.). Sie 
führte aus, nachdem der Beschwerdeführer zu Beginn der Behandlung 
noch unter einer floriden hebephrenen Symptomatik gelitten habe, habe 
unter Gabe von Neuroleptika zumindest der Teil der klinischen Symptoma-
tik mit läppischem Verhalten, inadäquatem Affekt und verbalen Bedrohun-
gen seinem Umfeld gegenüber rasch und deutlich reduziert werden kön-
nen. Seither hätten die kognitiven Defizite im Vordergrund gestanden. Die 
kognitiven Fähigkeiten hätten sich, wie im Bericht vom 16. September 2020 
aufgezeigt, nur geringfügig verbessert (S. 4). Das Arbeitsprogramm verur-
sache eine starke geistige Erschöpfung, so dass der Beschwerdeführer zu 
Hause kaum im Haushalt helfen oder zur Kinderbetreuung beitragen könne 
(konstante Aussagen der Ehefrau), was ihm aber sehr wichtig wäre, da es 
zu seinem angestrebten Selbstbild gehöre (S. 5). Die vor allem zu Beginn 
der Behandlung aufgetretenen Symptome seien nicht mit einem depressi-
ven Syndrom erklärbar. Im Gutachten werde immer wieder vom Fehlen 
typischer schizophrener Symptome gesprochen wie z.B. Halluzinationen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 11

oder Wahnsymptomen, was jedoch bei der Hebephrenie typischerweise 
gar nicht konstant auftrete, schon gar nicht unter adäquater Medikation. 
Dass in der jetzigen gutachterlichen Untersuchung kaum typische hebe-
phrene Kernsymptome zu finden gewesen seien, sei der neuroleptischen 
Medikation geschuldet, nicht einer Fehldiagnose. Im Gutachten werde da-
von gesprochen, dass es bezüglich der Exekutivfunktionen zu einer "deutli-
chen Besserung" gekommen sei. Diese Aussage beziehe sich lediglich auf 
die klinische Untersuchung. Eine rein klinische Beurteilung kognitiver Defi-
zite sei sehr schwierig und ungenau, zumal hier nicht einmal validierte Fra-
gebögen/Tests erwähnt würden (S. 6). Es bestehe keine Arbeitsfähigkeit 
auf dem ersten Arbeitsmarkt (S. 7). 

3.1.11 Dr. med. P.________ beantwortete am 1. April 2021 Rückfragen 
zum Gutachten vom 2. Dezember 2020. Im entsprechenden Bericht (AB 
125) führte er aus, dass das Fehlen von typischen hebephrenen Sympto-
men während der Untersuchung tatsächlich als Ausdruck dafür gewertet 
werden könnte, dass die Psychopharmakotherapie einer allfällig vorliegen-
den Hebephrenie als sehr erfolgreich gewertet werden könnte (S. 1). 
Während der gesamten 1.5 Stunden dauernden Untersuchung seien in 
keiner Art und Weise Hinweise für das Vorliegen einer Verzerrung der 
Selbstwahrnehmung festzustellen gewesen, vor allem auch deswegen 
nicht, weil keine Hinweise für das Vorliegen von psychotischen Symptomen 
erkennbar waren (S. 2). Zu den kognitiven Beeinträchtigungen hielt der 
Gutachter fest, lediglich bei Vorliegen leichtgradiger oder geringgradiger 
kognitiver Beeinträchtigungen liessen sich durch neuropsychologische 
Tests manchmal differenziertere Befunde nachweisen, welche rein klinisch 
manchmal nicht erfasst werden könnten. Mittelgradige oder gar schwere 
Beeinträchtigungen der Kognition liessen sich stets und ausnahmslos 
primär rein klinisch feststellen (S. 3). Tatsache sei, dass sich die kognitiven 
Defizite unter Neuroleptika-Gabe nicht verbessert hätten, während dem 
sich die hebephrene Symptomatik gleichzeitig deutlich verbessert habe. 
Dieser Tatsache dürfte aber bei genauerer Betrachtungsweise für das Vor-
liegen einer depressionsbedingten Beeinträchtigung der Kognition spre-
chen, zumal, nach wie vor, aufgrund der vielfältigen depressiven Sympto-
me, eine Depression diagnostiziert werden müsse (S. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 12

3.1.12 Am 3. Mai 2021 nahm die behandelnde med. pract. G.________ 
erneut Stellung (AB 131 S. 3 ff.). Sie führte aus, die Diagnose einer "einfa-
chen" Depression reiche nicht aus, um den Krankheitshergang zu begrün-
den. Es sei absolut glaubhaft, dass der Beschwerdeführer in der gutachter-
lichen Untersuchungssituation keinen auffälligen Antriebsmangel gezeigt 
habe. Daraus jedoch zu schliessen, dass keine relevante Antriebsstörung 
vorliege, sei zu weit gegriffen. Die Ehefrau des Beschwerdeführers beklage 
regelmässig, dass der Beschwerdeführer nach der Arbeit bei der Ab-
klärungsstelle D.________ meist über Stunden einfach auf dem Sofa liege 
und geistig völlig erschöpft sei (S. 3 f.). Sie habe in ihrer ersten Stellung-
nahme genaue Beispiele aufgeführt, die nicht der Depression zuzuordnen 
seien, sondern im Zusammenhang mit läppischem Verhalten und ina-
däquatem Affekt einhergegangen seien. Eine verzerrte Wahrnehmung ha-
be nicht zwingend etwas mit psychotischen Symptomen zu tun. Gemeint 
habe sie die bereits erwähnte Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremd-
wahrnehmung. Der Beschwerdeführer habe in diesem Zusammenhang den 
Eindruck, er mache zu Hause "ganz gut mit", es "laufe soweit ganz gut", 
seine Ehefrau und Schwester machten indessen genau genteilige Aussa-
gen dazu (S. 4). Der klinische Verlauf der Erkrankung des Beschwerdefüh-
rers sei in ihrer Einrichtung über knapp zwei Jahre verfolgt worden, beson-
ders intensiv in der Akuttagesklinik, wo auch sehr viele unsystematische 
Beobachtungen gemacht worden seien. Mit der dort gestellten Diagnose 
einer undifferenzierten Schizophrenie sei zwar eine Diagnose gestellt wor-
den, die nicht mit der hebephrenen Schizophrenie gleichzusetzen sei, den-
noch aber aus dem gleichen Formenkreis stamme. Viele der anfänglichen 
Symptome (insbesondere das läppische Verhalten und der inadäquate Af-
fekt seien dort bereits unter Medikation nicht mehr beobachtet worden). 
Damit stützten die zuständigen Fachpersonen dort jedoch die Herkunft der 
Symptome im schizophrenen Formenkreis, der als solcher tiefgreifende 
Störungen beschreibe, die in der Regel chronischen Charakter hätten, 
weshalb eine Wiederherstellung der Gesundheit wie vor Erkrankungsbe-
ginn sehr unwahrscheinlich sei (S. 5). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
massgeblich auf das psychiatrische Gutachten vom 2. Dezember 2020 
(AB 115.1) gestützt. Dieses Gutachten erfüllt - wie nachfolgend dargelegt 
wird - die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hier-
vor) jedoch nicht, weshalb dieses für eine abschliessende Beurteilung des 
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht ausreicht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 14

3.3.1 Der Gutachter hat vorab die neuropsychologischen Testergebnisse 
unzureichend gewürdigt. Er hat lediglich darauf hingewiesen, dass während 
der Untersuchung kein schwer reduzierter Antrieb und keine schwer redu-
zierte Exekutivfunktion feststellbar gewesen seien (AB 115.1 S. 21) und in 
seiner Stellungnahme vom 1. April 2021 führte er ergänzend aus, dass sich 
mittelgradige oder gar schwere Beeinträchtigungen der Kognition aus-
nahmslos primär rein klinisch feststellen liessen (AB 125 S. 3). Im Novem-
ber 2019 wurden von lic. phil. H.________ schwere Einschränkungen der 
Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie in Teilbereichen der Exekutivfunktio-
nen attestiert (AB 45 S. 4). Im September 2020 noch mittelgradige Ein-
schränkungen in Teilbereichen der Aufmerksamkeitsfunktionen, im Textge-
dächtnis und Teilbereichen der Exekutivfunktionen (AB 107 S. 3). Auch 
anlässlich des Belastbarkeits- und Aufbautrainings in der Abklärungsstelle 
D.________ fiel die kognitive Beurteilung überwiegend als mangelhaft und 
ungenügend aus (AB 69 S. 7, 84 S. 6). Hierzu wäre demnach eine vertiefte 
sowie begründete gutachterliche Auseinandersetzung notwendig gewesen.  

3.3.2 Überdies vermag das psychiatrische Gutachten aus folgenden 
Gründen nicht zu überzeugen: Anders als Dr. med. P.________, der eine 
rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwär-
tig mittelgradiger Episode diagnostizierte (AB 115.1 S. 17), haben sämtli-
che behandelnden Ärzte durchgehend eine Diagnose aus dem schizophre-
nen Formenkreis gestellt (AB 40, 45 S. 1 f., 54, 79, 101) und auch der 
RAD-Arzt legte dar, dass im Krankheitsverlauf nachvollziehbar dargestellt 
worden sei, dass es ab 2015 zur Herausbildung eines Prodromalstadiums 
im Rahmen einer schizophrenieformen Erkrankung gekommen sei (AB 87). 
In diesem Zusammenhang verwies die behandelnde Psychiaterin darauf, 
dass die zu Beginn aufgetretenen Symptome nicht mit einem depressiven 
Syndrom erklärbar gewesen (AB 120 S. 6) und insbesondere die kognitiven 
Einschränkungen auf die von ihr diagnostizierte Grunderkrankung zurück-
zuführen seien (AB 120 S. 5). Aufgrund der gesamten Aktenlage bestehen 
deshalb berechtigte Zweifel an der diagnostischen Einschätzung des 
psychiatrischen Gutachters, die sogar der Gutachter selbst in seiner Stel-
lungnahme vom 1. April 2021 (auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin zum 
Gutachten) zum Ausdruck bringt, indem er im Zusammenhang mit der Psy-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 15

chopharmakotherapie von einer "allfällig vorliegenden Hebephrenie" 
schreibt (vgl. E. 3.1.11 hiervor). 

3.3.3 Des Weiteren ist unklar, inwiefern eine Diskrepanz zwischen den 
eigenen Angaben des Beschwerdeführers anlässlich des Gesprächs mit 
dem psychiatrischen Gutachter und der Aussenwahrnehmung besteht. Dr. 
med. P.________ kam gestützt auf die anamnestischen Angaben des Be-
schwerdeführers zum Schluss, dass dieser nicht dazu neige, sich zu isolie-
ren und innerfamiliär intakte Beziehungen pflege (AB 115.1 S. 13, 19). Dies 
divergiert klar zu der Einschätzung der behandelnden Ärzte und den übri-
gen Vorakten. Med. pract. G.________ wies mehrfach darauf hin, dass die 
Ehefrau des Beschwerdeführers berichtet habe, ihr Ehemann ziehe sich 
sozial stark zurück und auch im Alltag sowie in der Kindesbetreuung sei er 
deutlich reduziert (AB 79 S. 1, 120 S. 6). Die Schwester des Beschwerde-
führers gab im April 2020 gegenüber der Eingliederungsfachperson an, 
nach der Arbeit in der Abklärungsstelle D.________ isoliere sich der Be-
schwerdeführer zu Hause, spreche kaum und verhalte sich destruktiv, die 
Ehefrau sei verzweifelt (Protokoll per 22. Juli 2021, S. 5 [in den Gerichtsak-
ten]). 

3.3.4 Ausserdem erscheint die funktionelle Leistungsfähigkeit, vorab auf-
grund der bestehenden Zweifel an der gutachterlichen Diagnose, nicht 
rechtsgenüglich geklärt.  

3.4 Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt, namentlich 
hinsichtlich der neuropsychologischen Defizite, der Diagnose und der funk-
tionellen Leistungsfähigkeit bisher unzureichend abgeklärt. Unter diesen 
Umständen kann vorliegend keine abschliessende Beurteilung der medizi-
nischen Situation bzw. deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorge-
nommen werden. Im Übrigen steht zwar versicherungsmedizinisch nicht die 
genaue diagnostische Zuordnung der Beschwerdesymptomatik, sondern 
deren Auswirkung auf die funktionelle Leistungsfähigkeit im Vordergrund 
(vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; Entscheid des Bundesgerichts vom 
31. Januar 2020, 8C_647/2019, E. 4.1). Mit Blick auf das strukturierte Be-
weisverfahren i.S.v. BGE 141 V 281 ist hier jedoch entscheidend, ob eine 
affektive Störung oder ein Gesundheitsschaden aus dem schizophrenen 
Formenkreis vorliegt (BGE 143 V 418 E. 7.1 S. 429). In der Folge ist die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 16

angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Verwaltung 
zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt vollständig ab-
kläre. Dabei wird sie ein Gutachten bei einer bislang nicht damit befassten 
Gutachterstelle in den Disziplinen Neuropsychologie und Psychiatrie einzu-
holen haben. Eine Rückweisung an die Verwaltung ist ohne weiteres gebo-
ten und zulässig, wurde doch in der ergänzenden Fachdisziplin Neuropsy-
chologie der Sachverhalt noch gar nicht gutachterlich abgeklärt (BGE 139 
V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264; SVR 2016 IV Nr. 4 S. 12 
E. 3.1), wobei dies anschliessend durch einen psychiatrischen Gutachter 
zu validieren ist. 

4. Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen, die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt abklärt. An-
schliessend hat sie über den Rentenanspruch neu zu verfügen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. 

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

5.2.1 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikosten-
ersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 17

schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

5.2.2 Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
C.________ von B.________ vom 5. August 2021 wird die Parteientschä-
digung festgesetzt auf Fr. 1'820.15 (inkl. Mehrwertsteuer). Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 25. Mai 2021 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2021, IV/21/481, Seite 18

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'820.15 (inkl. MWST), zu ersetzen. 

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.