# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9973a92b-236a-5c58-a345-b7cda3dd13e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-02-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.02.2016 E-1013/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1013-2016_2016-02-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1013/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  F e b r u a r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler;    

Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

eigenen Angaben zufolge staatenlos,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 2. Februar 2016 / N (…). 

 

 

E-1013/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 22. August 2015 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass sie anlässlich ihrer Befragung zur Person (BzP) am 27. August 2015 

ausführte, sich vor der Einreise in die Schweiz in mehreren europäischen 

Staaten aufgehalten zu haben, wobei sie in Belgien und Österreich im Jahr 

2002 respektive 2004 auch Asylgesuche gestellt habe,  

dass ihr daraufhin das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung 

gemäss Dublin-Abkommen nach den von ihr genannten Ländern – na-

mentlich Österreich, Belgien, Frankreich, Tschechien, Italien und Griechen-

land – gewährt wurde,  

dass sie diesbezüglich äusserte, nach Tschechien sei sie legal eingereist, 

in Österreich und Griechenland habe man sie versucht zu töten, in Italien 

sei sie von Angehörigen des Roten Kreuzes beraubt worden, in Frankreich 

habe sie aufgrund der schlechten Bedingungen nicht um Asyl ersucht und 

in Belgien sei ihr Asylgesuch abgelehnt worden, 

dass sie in gesundheitlicher Hinsicht vorbrachte, sie sei an Lungenkrebs 

erkrankt, was der städtische Gesundheitsdienst in B._______ diagnosti-

ziert habe, 

dass das SEM – nach Rücksprache mit den belgischen, österreichischen 

und französischen Dublin-Offices – die österreichischen Behörden um die 

Übernahme der Beschwerdeführerin gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-

III-VO ersuchte, 

dass die österreichischen Behörden dieses Ersuchen zunächst ablehnten, 

das Rückübernahmebegehren jedoch im Rahmen eines sogenannten  

Remonstrationsverfahrens am 14. Januar 2016 guthiessen,  

dass das SEM mit Verfügung vom 2. Februar 2016 – eröffnet am 12. Feb-

ruar 2016 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Österreich anordnete und die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

E-1013/2016 

Seite 3 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerde-

führerin verfügte, 

dass die Beschwerdeführerin mit handschriftlicher englischsprachiger Ein-

gabe vom 18. Februar 2016 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, es sei das  

Dublin-Verfahren aufzuheben oder auszusetzen, bis zum Entscheid "on 

this subject " im hängigen Verfahren vor dem Bundesstrafgericht, 

dass die Beschwerdeführerin hierzu unter anderem ausführte, sie habe 

das Bundesstrafgericht darum ersucht, ihren Status als Asylsuchende zu 

annullieren, da die hiesigen Migrationsbehörden sie während ihres Ge-

fängnisaufenthaltes in der Schweiz das Asylgesuchsformular hätten unter-

zeichnen lassen und sie sich dabei im Zustand der Angst befunden habe 

(Beschwerdeschrift S. 2), 

dass sie folglich nie eine Asylsuchende in der Schweiz gewesen sei, wes-

halb eine Wegweisung im Rahmen eines Dublin-Verfahrens für sie gar 

nicht in Frage kommen könne (Beschwerdeschrift S. 8), 

dass sie bei Aufhebung des vorliegenden Dublin-Verfahrens die Schweiz 

auf anderem Weg ("by other means than Dublin") verlassen würde (vgl. 

Beschwerdeschrift S. 2), 

dass sie in ihrer Beschwerdeeingabe des Weiteren vorbringt, während ih-

res Aufenthaltes in Österreich am (…) 2005 und (…) 2015 Opfer von Mord-

versuchen durch die "Austria Interior" beziehungsweise "Austria" gewor-

den zu sein, 

dass die Beschwerdeführerin in der Beilage ihres Rechtsmittels mehrere 

Beweismittel zu den Akten reichte (Schreiben an den Europäischen Ge-

richtshof für Menschenrechte [EGMR] "Request for reproduction of 

document from Court's archives" vom 2. Juli 2015, E-Mail-Verkehr  

zwischen dem (…) und dem Bundeskriminalamt B._______ zwischen 

16. Februar und 16. Juli 2015, Röntgenbefunde des Gesundheitsdienstes 

der Stadt B._______ vom 1. September 2014 und 11. Juni 2015, ärztliche 

Terminbestätigung für den 10. September 2015, Bestätigung des Bun-

desstrafgerichts in Bellinzona vom 2. Februar 2016 über den Eingang einer 

Eingabe der Beschwerdeführerin), 

dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Überstellung mit superproviso-

rischer Massnahme vom 19. Februar 2016 vorsorglich stoppte, 

E-1013/2016 

Seite 4 

dass die vorinstanzlichen Akten am 22. Februar 2016 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und (nachdem der Gebrauch der englischen Spra-

che bei Beschwerden in Dublin-Verfahren nicht schadet) formgerecht ein-

gereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl- 

suchende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

E-1013/2016 

Seite 5 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass die Beschwerdeführerin die Aufhebung des Dublin-Verfahrens bean-

tragt und hierzu unter anderem ausführt, sie habe nie ein Asylgesuch in der 

Schweiz einreichen wollen, 

dass entgegen den vorstehenden Aussagen aus den Akten klar hervor-

geht, dass die Beschwerdeführerin eigenhändig ein Asylgesuch in der 

Schweiz einreichte und es ihr jederzeit offen stand, ihr Gesuch zurückzu-

ziehen, was indessen – trotz des schriftlichen Hinweises des SEM auf die 

Möglichkeit des Rückzugs ihres Gesuchs beim Migrationsamt des Kantons 

C._______ – bis zum heutigen Zeitpunkt unterblieben ist (vgl. Aktenstücke 

A26/1 und A27/2), 

dass das SEM demnach zu Recht das Asylverfahren der Beschwerdefüh-

rerin behandelte und in Anwendung des Dublin-Abkommens im Sinne der 

nachfolgenden Erwägungen einem Entscheid zuführte,  

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der  

Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsu-

chende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2; FILZWIESER/SPRUNG,  

Dublin III-Verordnung, Wien 2014, K4 zu Art. 7), 

E-1013/2016 

Seite 6 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO),  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass das SEM die österreichischen Behörden am 16. November 2015 um 

Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. c 

Dublin-III-VO ersuchte, 

dass die österreichischen Behörden das Gesuch um Übernahme mit 

Schreiben vom 7. Dezember 2015 zunächst ablehnten, 

dass das SEM – nachdem es weitere Zuständigkeitsabklärungen getroffen 

hatte – die österreichischen Behörden am 30. Dezember 2015 im Rahmen 

eines sogenannten Remonstrationsverfahrens um Wiederaufnahme der 

Beschwerdeführerin ersuchte und diese dem Gesuch mit Schreiben vom 

14. Januar 2016 zustimmten, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Österreichs somit gegeben ist, 

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Österreich weise systemische 

Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, 

E-1013/2016 

Seite 7 

dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Vorbringen, sie werde in Österreich 

verfolgt (zwei Mordversuche) implizit die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. Au-

gust 1999 (AsylV 1, SR 142.311) fordert,  

dass Österreich Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 

31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völker-

rechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass die Beschwerdeführerin kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die österreichischen Behörden würden sich weigern sie wieder auf-

zunehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung 

der Regeln der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie sei zweimal Opfer eines 

Mordversuchs durch die "Austrian Interior" beziehungsweise "Austria" (vgl. 

Beschwerdeschrift S. 3 und 5) geworden, wirr, unsubstanziiert und lebens-

fremd erscheint,  

dass die Beschwerdeführerin ja überdies auch geltend macht, man habe 

sie in Griechenland zu töten versucht und Angehörige des Roten Kreuzes 

hätten sie in Italien beraubt (vgl. A9/12 S. 8) und die angeblichen Mord-

komplotte – in respektive von europäischen Staaten – gegen die Be-

schwerdeführerin offensichtlich keinen realen Hintergrund haben,  

dass es der Beschwerdeführerin deshalb nicht gelingt, eine Gefährdung 

durch staatliche Stellen in Österreich glaubhaft zu machen, zumal den bei 

den Akten liegenden diversen Schreiben der österreichischen Behörden im 

E-1013/2016 

Seite 8 

Zusammenhang mit ihrem Asylverfahren und ihrer Gesundheitssituation 

ein gegenteiliges Bild zu entnehmen ist,  

dass der Nachbarstaat der Schweiz ein funktionierender Rechtsstaat ist 

und die österreichischen Behörden gewillt und fähig sind, staatlichen 

Schutz zu gewähren, weshalb die Beschwerdeführerin sich bei allfälligen 

Problemen an die Behörden in Österreich wenden und Unterstützung in 

Anspruch nehmen kann, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Österreich werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement miss-

achten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben 

oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 

oder in dem sie Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-

zwungen zu werden, 

dass die Beschwerdeführerin keine konkreten Hinweise für die Annahme 

dargetan hat, Österreich würde ihr dauerhaft die ihr gemäss Aufnahme-

richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und 

sie sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls 

an die österreichischen Behörden wenden und die ihr zustehenden Auf-

nahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 

Aufnahmerichtlinie), 

dass die Beschwerdeführerin ferner auf ihre Krankheit (Lungenkrebs) ver-

weist, die indessen einer Überstellung nicht entgegensteht, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nämlich nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen 

kann, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder ter-

minalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. BVGE 

2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte [EGMR]), was vorliegend zu verneinen ist, 

dass im Übrigen Österreich als EU-Mitgliedstaat Antragstellenden die er-

forderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung 

und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-

ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen muss (Art. 19 

Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), und Antragstellern mit besonderen Bedürfnis-

sen die erforderliche Hilfe zu gewähren hat (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmericht-

linie) sowie über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt, 

E-1013/2016 

Seite 9 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist 

und – weil die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Österreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass es sich bei dieser Aktenlage erübrigt, auf die weiteren Ausführungen 

der Beschwerdeführerin in ihrem Rechtsmittel einzugehen, weil diese am 

Verfahrensausgang  nichts zu ändern vermögen,  

dass auch keine Veranlassung besteht, den Ausgang eines angeblich von 

der Beschwerdeführerin beim Bundesstrafgericht eingeleiteten Verfahrens 

abzuwarten (vgl. Beschwerde S. 1 f.), zumal eine Rücksprache des Instruk-

tionsrichters bei diesem Gericht am 25. Februar 2016 ergeben hat, dass 

dort kein Verfahren der Beschwerdeführerin hängig ist, 

dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–  

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1013/2016 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Markus König Lhazom Pünkang