# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bf2bcd1-c586-5b84-97e9-1ec95d828d0e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-14
**Language:** de
**Title:** Unfallkausalität der Kniebeschwerden; die kreisärztliche Beurteilung stellt keine ausreichende Entscheidungsgrundlage dar; Rückweisung zwecks Ergänzungsfragen an den Kreisarzt.
**Docket/Reference:** UV.2013.00067
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00067.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00067
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Condamin
Urteil
vom
14. Februar 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube
Anwaltskanzlei
Kieser
Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1992 geborene
X.___
absolvierte bei der
Y.___
eine Lehre als Elektromonteur
und war bei der SUVA obligatorisch versichert. Er zog sich am 15. November 2009 beim Fussballspielen eine Kniedistorsion rechts zu und war danach bis am 4. Januar 2010 arbeitsunfähig (Urk. 9/1-6). Die SUVA er
brachte Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen. Am 24. Februar 2010 wurde der Versicherte an die
Z.___
zur weiteren Behandlung überwiesen (Urk. 9/9-10). Am 16. September 2010 berichtete er der SUVA, dass die Behand
lung abgeschlossen sei (Urk. 9/13).
Am 7. November 2012 liess der Versicherte der SUVA erneute rechtsseitige Knie
schmerzen als Rückfall zum Unfall vom 15. November 2009 melden (Urk. 9/14). Gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
med.
A.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 20. Dezember 2012 (Urk. 9/26) verneinte diese mit Verfügung vom 3. Januar 2013 ihre Leistungspflicht (Urk. 9/27). Der Versicherte und sein Krankenversicherer erhoben dagegen am
8.
und 15. Januar 2013 Ein
sprache (Urk. 9/30, 9/35), wobei der letztere diese wieder zurückzog (Urk. 9/32). Mit
Einspracheentscheid
vom 12. Februar 2013 bestätigte die SUVA
gegenüber dem Versicherten
die Verfügung vom 3. Januar 2013 (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Anwalt des Versicherten
am
7. März 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es seien dem Beschwerdeführer die ge
setzlichen Leistungen gemäss
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
, insbesondere Heilungsko
s
ten und eventuell später eine
Integritätsent
schädigung
zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2). Die SUVA schloss mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Mit der Replik vom 10. Juni 2013 erneuerte der Beschwerdeführer sein Rechtsbegehren und stellte zusätzlich den Eventualantrag, es sei vom Gericht ein unabhängiger Kniespezi
alist zur Begutachtung der Unfallkausalität zu beauftragen (Urk. 12). Die SUVA hielt in der Duplik vom 11. Juli 2013 an ihrem Abweisungsantrag fest (Urk. 16). Davon wurde dem Beschwerdeführer am 23. Juli 2013 Kenntnis gegeben (Urk. 17).
3.
Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Auf die Parteivorbringen und die einge
reichten Akten ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgen
d
en Er
wägungen einzugehen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1).
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversi
cherung
,
UVV
).
1.2
Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psy
chische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Namentlich Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechen
d
können sie eine Leistungspflicht des (damali
gen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 E. 2c).
1.3
Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlag
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebe
nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der
Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, hielt im Arztzeugnis UVG vom
7.
Dezember 2009 einen
inspektorisch
unauffälligen Befund fest und vermerkte: „Kein Erguss,
Appleytest
positiv“. Al
s Röntgenbefund führte er eine i
ntramurale Läsion im lateralen Meniskuskorpus, eine Einblutung innerhalb des Hoffa sowie eine kleine Kontusion im
postero
-lateralen
Tibiaplateau
an (Urk. 9/3). Bei der entsprechenden MRI-Abklärung hatte sich laut Bericht von
Dr.
med.
C.___
vom 19. November 2009 keine mediale/laterale
Meniskus
rissbildung
und keine Kreuzbandruptur nachweisen lassen (Urk. 9/4).
Von Seiten der orthopädischen Kniesprechstunde der
Z.___
, wo sich der Versicherte wegen der seither rezidivierenden, inkonstanten,
belastungsab
hängigen
rechtsseitigen Knieschmerzen am 10. Juni 2010 vorgestellt hatte, wurde im Bericht vom 28. Juni 2010 der Verdacht auf einen traumatisierten Morbus
Osgood
-
Schlatter
im rechten
Knie geäussert bei einem Status nach Kniedistorsionstrauma im November 2009 (Urk. 9/9).
2.2
Laut Patientenblatt der
Z.___
hatte sich der Versicherte am 2. No
vem
ber 2012 wegen Knieschmerzen rechts und aufgrund einer wechselhaften Situation, mit eigentlich geringen Schmerzen, aber wiederholten
Givingaway
-Sensationen bei unkontrollierten Drehungen des Kniegelenkes, Instabilität und einschiessenden Schmerzen in Behandlung begeben. Der Röntgenbefund des rechten Knies „
Notch
partiell durchgebaut“ wurde als mit einer älteren
Kreuz
bandläsion
ve
reinbar bezeichnet (Urk. 9/20).
Die Ärzte äusserten im Bericht vom 5. November 2012 gestützt auf ihre aktuel
len MRI-Untersuchungen den Verdacht auf eine Läsion am
posterolateralen
Bündel des vorderen Kreuzbandes. Der
anteromediale
Anteil sei gut nachweis
bar und intakt. An der Pars
intermedia
des lateralen Meniskus sei ein kleiner Spitzendefekt und im Hoffa-Fettkörper
superior
lateral ein Ödem vorhanden. Nach lateral sei die Patella
dezentriert
. Eine Insuffizienz des vorderen Kreuz
bandes lasse sich MR-tomographisch nicht beurteilen (Urk. 9/19). Anlässlich der Besprechung der MRI-Befunde entnahmen die Ärzte den Bildern vom 19. November 2009 bezüglich des Kreuzbandes eine ähnliche Situation mit einer teil- bis subtotale
n
Ruptur und einem zusätzlichen kleinen Basisriss im medialen Meniskus. Bei den aktuellen Bildern persistiere die Teil- bis
Subtotal
ruptur
des vorderen Kreuzbandes, die Meniskussituation sei in Ordnung. Es
handle sich um eine Folge der alten Verletzung. Es sei ein klarer Achsenknick im Lebenslauf zu finden und im damaligen MRI seien schon Verletzungszeichen vorhanden gewesen. Es werde ein konservativer Versuch durchgeführt. Doch sei angesichts der deutlichen Instabilität mit
Giving-away
Sensationen über Jahre eine Kreuzbandplastik anzudiskutieren (Urk. 9/20).
2.3
In seiner Stellungnahme vom 27. November 2012 verneinte
SUVA-
Kreisarzt
Dr.
A.___
die Un
fall
kausalität der aktuellen Befunde mit der Begründung, eine
„
richtige
“
Traumadiagnose
sei nicht erkennbar und es sei auch keine
„
richtige
“
Therapie notwendi
g gewesen (Urk. 9/22).
In der Beurteilung vom 20. Dezember 2012 führte
Dr.
A.___
aus, nach dem Unfall vom 15. November 2009 hätten die klinischen und bildgebenden Unter
suchungen nur indirekte Befunde für ein Distorsionstrauma am Hoffa-Fettkör
per und am
Tibiaplateau
postero
-lateral ergeben ohne wesentliche Läsionen des vorderen Kreuzbandes oder der Menisken. Die Behandlung sei konservativ er
folgt und am 4. Januar 2010 mit voller Arbeitsfähigkeit abgeschlossen worden. Die orthopädische Beurteilung vom 10. Juni 2010 habe auf konstitutionelle Veränderungen am rechten Kniegelenk bei Morbus
Osgood
-
Schlatter und
Patel
ladysplasie
geschlossen. Wesentliche
Traumaläsionen
seien nicht festgestellt worden. Bei den erneuten Abklärungen ab November 2012 hätten sich Verän
derungen am medialen Meniskus und am vorderen Kreuzband gezeigt, aber ohne eigentliche Kontinuitätsunterbrechung respektive Dislokation und
funkti
onsrelevante
Einschränkungen, so dass richtigerweise konservativ vorgegangen worden sei mit Muskelaufbautraining zur Stabilisation des rechten Kniegelen
kes. Aufgrund des Verlaufes, der pathologisch-anatomischen Befunde und des Unfallmechanismus bei Vorzustand sei ein Zusammenhang zwischen den fest
gestellten Befunden ab der Untersuchung vom 2. November 2012 und dem Er
eignis vom 15. November 2009 höchstens möglich. Der Proband sei Fussballer. Zwischenzeitliche Traumata und Verletzungen seien nicht dokumentiert. Ein wesentlicher Unterschied
zwischen
den direkt nach dem Unfall durchgeführten und den aktuellen bildgebenden Untersuchungen bestehe nicht. Insbesondere sei keine pathologische Entwicklung von traumatischen Läsionen des Unfalles im rechten Kniegelenk nachweisbar. Es seien Anzeichen für degenerative Ver
änderungen in beiden Menisken, konstitutionelle Veränderungen an der Patella und am Ansatz des Ligamentum
patellae
an der Tibia bei Morbus
Osgood
-Schlatter vorhanden, so dass die aufgrund der Veränderungen an sich nachvoll
ziehbaren Beschwerden und Symptome ab November 2012 nicht mit der not
wen
d
igen Wahrscheinlichkeit auf den Unfall von 2009 zurückzuführen seien. Mit dem Erreichen der vollen Arbeitsfähigkeit am 4. Januar 2010 und dem Abschluss der primären orthopädischen Untersuchung vom 10. Juni 2010 sei
der Status quo sine am rechten Kniegelenk zum Ereignis vom 15. November 2009 erreicht worden (Urk. 9/26).
2.4
In seiner Stellungnahme vom 21. Dezember 2012 hielt
Dr.
med.
D.___
,
Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, fest, er sei anderer Ansicht als
Dr.
A.___
, der keine differenzierte Begründung gegeben habe. Denn der Ver
sicherte habe einen dokumentierten Unfall erlitten mit einem entsprechen
den Verletzungsmuster und persistierenden Beschwerden. Inzwischen habe sich kein neuer Unfall ereignet und der Patient habe den Fussball sistiert
(Urk. 9/28).
Am 11. Januar 2013 hielt
Dr.
D.___
fest, der Achsenknick im Verlauf sei mit dem Befund vom 19. November 2009, einer Teilruptur des vorderen Kreuzban
des
,
klar dokumentiert. Durch die Physiotherapie habe sich eine leichte Be
s
se
rung ergeben. Im zweiten Lehrjahr komme für den Patienten aktuell keine Operation in Frage. Diesbezüglich sei der Leidensdruck auch noch zu gering. Bei der Untersuchung in der
Z.___
habe man das Gewicht auf den
Osgood
-Schlatter gelegt, der dazumal schmerzfrei gewesen sei. Der Versicherte habe dort mehrmals die Schmerzen im Gelenk und nicht
anterior
erwähnt. Auf
grund der Unterlagen habe er zu keiner Zeit Be
schwerden von Seiten des
Osgood
-
Schlatter gehabt.
Dr.
A.___
habe mit dem Patienten weder gesprochen noch ihn untersucht. Auch habe er zur aktuellen Behandlung nicht Stellung genommen. Bezüglich der von
Dr.
A.___
erwähnten degen
erativen Meniskus
verletzungen w
i
e
s
Dr.
D.___
darauf hin, dass der Versicherte Jahrgang 1992 habe. Angesichts der diskrepanten Beurteilungen sei eine Drittmeinung einzu
holen (Urk. 9/33).
2.5
Der Beschwerdeführer selber erklärte in seiner Einsprache vom 15. Januar 2013, seit dem Unfall habe er immer Knieschmerzen, die sich beim Belasten verstärk
ten. Er habe seither keinen Sport mehr betrieben und schon gar nicht mehr Fussball gespielt (Urk.
9
/35).
3.
Dr.
D.___
s Kritik an der
kreisärztlichen
Beurteilung
ist insofern berechtigt, als
Dr.
A.___
nicht begründet
,
warum seiner Ansicht nach
die auch von ihm fest
gestellten Veränderungen in beiden Menisken degenerativer und nicht trauma
tischer Art sein sollen
.
Da in
den
vorhandenen medizinischen
Akten
jeweils nur
die im rechten Knie erhobenen Röntgen- beziehungsweise MRI-Befunde erwähnt
und beschrieben werden (Urk. 9/7, Urk. 9/20 S. 1),
und Dr.
A.___
selber im Rahmen seines Aktengutachtens
naturgemäss
keine
klinischen Befunde erhob, die
auch hinsichtlich des linken Knies auf Meniskusschäden hindeuten
könnten
,
fehlen jedenfalls Anhaltspunkte dafür, dass es unabhängig von einer
unfall
mässigen
Einwirkung auch im linken Knie zu gleichartigen
, degenerativ be
dingten
Meniskusveränderungen gekommen ist.
Zudem fällt auf, dass
Dr.
A.___
sich
in erster Linie
auf die orthopädische Beur
teilung vom 10. Juni 2010 beziehungsweise den diesbezüglichen Bericht der
Z.___
vom 28. Juni
2010
beruft, auf dessen Seite 1 -
die zweite Seite
des Berichts
fehlt
in den UV-Akten -
die geklagten Beschwerden und klinischen Befunde ausschliesslich mit einem traumatisierten Morbus
Osgood
-Schlatter im rechten Knie in Verbindung gebracht werden (Urk. 9/9). Wenn er die anlässlich der Abklärung vom 2. November 2012
in der
Z.___
erhobenen
Veränderungen am medialen Meniskus und am vorderen Kreuzband unter Hinweis auf das Fehlen einer eigentlichen Kontinuitätsunterbrechung res
pektive Dislokation und funktionsrelevanten Einschränkungen als überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt und mit den konstitutionellen Veränderun
gen an der Patella und am Ansatz des Ligamentum
patellae
der Tibia bei Morbus
Osgood
-Schlatter zusammenhängend bezeichnet, so leuchtet dies
dem medizinischen Laien
nicht ohne Weiteres ein,
da
di
ese
beim
Beschwerdeführer
offenbar
vorhanden gewesene Wachstumsstörung
ausschliesslich
den Bereich der
Tuberositas
tibiae
betrifft (vgl. etwa:
Engelhardt, Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie, abrufbar auf
www.
lexikon-orthopaedie.com
).
Hinzu kommt, dass
die Ärzte der
Z.___
im Bericht vom 5. November 2012 (Urk. 9/20)
von ihrem ursprünglich
am
28. Juni 2010 geäusserten Ver
dacht eines traumatisierten Morbus
Osgood
-Schlatter im rechten Knie (Urk. 9/9) abrückten und
den aktuellen Röntgenbefund des rechten Knies
nun
als mit einer älteren Kreuzbandläsion vereinbar bezeichne
te
n
. Dementsprechend ent
nahmen sie
bereits
den
unmittelbar nach dem Unfall am 19. November 2009 erstellten
Bildern
-
anders
Dr.
C.___
, der
im damaligen
Abklär
ungsbericht
eine Kreuzbandruptur ausdrücklich verneint hatte
(Urk. 9/4)
-
eine
T
eil- bis subtotale Ruptur
des vorderen Kreuzbandes. Weder setzte sich
Dr.
A.___
mit diesem Befund auseinander noch
äusserte
er
sich zu dessen Zusammenhang zur kurz
zuvor
stattgehabten
Kniedis
torsion
.
Insofern begründet er auch nicht, warum er der im Bericht vom 28. Juni 2010 vertretenen Ansicht der
Z.___
-Ärzte folgt und nicht der derjenigen im aktuellen Bericht vom 5. November 2012 (Urk. 9/20).
4.
D
ie kreisärztliche
Beurteilung bildet demnach
in der vorliegenden Form
keine ausreichende Entscheidungsgrundlage
. Dies gilt auch für
die diskrepanten Beurteilungen der
Z.___
(Urk. 9/9, 9/19-20) sowie für
die Berichte von
Dr.
D.___
(Urk. 9/28, 9/33)
, der sich im Wesentlichen darauf
beschränkt, die formalen Schwachstellen
von
Dr.
A.___
s Beurteilung
aufzuzeigen, und an
sonsten
zur Begründung der Unfallkausalität der Kniebeschwerden rechts in erster Linie deren zeitlichen Zusammenhang zum Unfall
anführt, womit jedoch
rechtspre
ch
ungsgemäss der erforderliche Nachweis nicht erbracht werden kann (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
Bei d
ie
ser Beweislage wäre die
Beschwerdegegnerin gehalten gewesen,
Dr.
A.___
mit
Dr.
D.___
s
Einwänden zu konfrontieren. Auch hätte sie
den Kreisarzt
zwecks Klärung der diskrepanten Beurteilungen der
Z.___
und zwecks Nachvollziehbarkeit seiner Schlussfolgerungen zur Ergänzung sei
ner Beurteilung veranlassen müssen.
Die Sache ist daher an
s
ie zurückzuweisen, damit
s
ie
die Akten, insbesondere Urk. 9/9 (Bericht der
Z.___
vom 28. Juni 2010), vervollständige,
die
zur Frage der Unfallkausalität
der
linksseiti
gen Kniebeschwerden des Versicherten erforderlichen Abklärungen
veranlasse
und
hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.
5.
Entsprechend dem Ausgan
g dieses kostenlosen Verfahrens
, der einem vollstän
digen Obsiegen der Beschwer
deführerin gleichkommt
(BGE 137 V 57 E. 2.2), hat
der
durch einen Anwalt vertretene Beschwerdeführer laut Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
(
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist entspre
chend der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeiten des Prozesses auf Fr.
1‘300.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2013 aufgehoben und die Sache an die
Be
schwerdegegnerin
zurückgewiesen wird, damit
d
ie
se,
nach durchgeführten Abklärun
gen im Sinne der Erwägungen, über ihre Leistungspflicht
im Zusammenhang mit den rechtsseitigen Kniebeschwerden des Beschwerdeführers
ab November 2012 neu ver
füge
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1'300
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Thomas Laube
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubCondamin