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**Case Identifier:** dfb50318-9ee3-5ee3-a64b-756ee24653d5
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.07.2020 720 20 42/186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-42-186_2020-07-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. Juli 2020 (720 20 42 / 186) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung der Arztberichte 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Andreas Noll, Advo-
kat, Falknerstrasse 3, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1972 geborene A.____ meldete sich mit Anmeldeformular datiert vom 15. Februar 
2012 (Eingang bei der IV-Stelle Basel-Landschaft [IV-Stelle] am 2. Oktober 2012) zum Leistungs-
bezug bei der IV-Stelle an unter Hinweis auf Depression, chronisches Burnout, Panikattacken, 
Konzentrationsstörungen und Blackouts. Nach Abklärung der beruflichen, gesundheitlichen und 
erwerblichen Verhältnisse teilte die IV-Stelle A.____ unter anderem gestützt auf ein psychiatri-
sches Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit Vorbescheid 
vom 29. November 2013 mit, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Nachdem die 

 

 
 
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Versicherte, vertreten durch Advokat Nikolaus Tamm, gegen den Vorbescheid Einwand erhoben 
und ein Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. März 
2014 nachgereicht hatte, nahm die IV-Stelle weitere Abklärungen vor und holte zuerst ein psy-
chiatrisches Gutachten bei Prof. Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie und FMH 
Neurologie, vom 3. März 2015 und danach ein neuropsychologisches Gutachten bei lic. phil. 
E.____, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, vom 5. August 2016 ein. In der Folge erliess 
die IV-Stelle am 11. August 2017 einen weiteren Vorbescheid und stellte der Versicherten eine 
halbe IV-Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % in Aussicht. Hiergegen erhob A.____, 
nunmehr vertreten durch Advokat Dr. Andreas Noll, mit Schreiben vom 14. November 2017 Ein-
wand. Mit Schreiben vom 3. Dezember 2018 machte die IV-Stelle die Versicherte auf ihre Scha-
denminderungspflicht aufmerksam und forderte sie auf, eine teilstationäre oder stationäre leitlini-
engerechte Behandlung der Depression in einer nach dem schweizerischen KVG anerkannten 
Institution sowie einen Benzodiazepinentzug durchzuführen. Daraufhin hat sich A.____ vom 
16. September bis 21. Oktober 2019 in der Klinik L.____ stationär behandeln lassen. In der Folge 
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 3. Dezember 2019 ab 1. April 2013 eine 
halbe Invalidenrente zu. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, wiederum vertreten durch Advokat Dr. Andreas Noll, mit 
Schreiben vom 24. Januar 2020 Beschwerde am Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben und es sei ihr rückwirkend ab August 2012 eine ganze IV-Rente zuzüglich Zins von 
5 % mit Wirkung ab Fälligkeit der jeweiligen Renten zu entrichten.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 16. April 2020 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei 
abzuweisen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde der Versicherten ist demnach einzutreten. 
 
2. Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht 
ab 1. April 2013 eine halbe IV-Rente zugesprochen hat. 
 

 

 
 
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2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, 
dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren 
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen 
definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden 
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ande-
rerseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 
281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen 
Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer 
rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person 
die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 3.7.2). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 V 352) eingeholte Gutachten verlie-
ren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Ein-
zelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein 
abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält 
(BGE 141 V 281 E. 8). 

 

 
 
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3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dies ist die 
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten 
des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Me-
thode (BGE 128 V 29). 
 
3.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad zu Recht und unbestritte-
nermassen nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorgenommen.  

 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die 
Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen arbeitsunfähig ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen 
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

 

 
 
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ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 
E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusam-
menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-
tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin liegen im Wesentli-
chen die folgenden ärztlichen Berichte und Gutachten vor: 
 
5.1 Mit Schreiben vom 17. September 2012 führt Prof. Dr. F.____, aus X.____, unter ande-
rem aus, die Patientin sei seit zwei Jahren bei ihm in psychotherapeutischer Behandlung. Erst-
malig sei sie im Oktober 2010 mit ihren Problemen zu ihm gekommen. Es sei damals als eine 
schwere Depression eingeschätzt worden und als ein mögliches chronisches Burnout-Syndrom. 
Die Symptomkonstellation sei jedoch völlig ungewöhnlich und würde eine klare klassische Diag-
nose nicht zulassen. Er sei sich bewusst, dass frühere Diagnose- und Behandlungsversuche 
nicht geholfen hätten, eine Verbesserung ihrer Erkrankung herbeizuführen. 
 
5.2 Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostiziert in seinem zu Han-
den der IV-Stelle erstellten Gutachten vom 5. Juli 2013 bei der Versicherten eine leichte bis mit-
telgradige depressive Episode (F32.0/F32.1) und eine Panikstörung (F41.0). Er gelangt zum 
Schluss, dass die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Consultant und Coach zu 70 %, 
in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei.  
 
5.3 Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Arzt der Klinik Y.____ 
in Z.____, hält in seinem fachpsychiatrischen Parteigutachten vom 18. März 2014 folgende Diag-
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: Wahnhafte Störung (F22.0), eine rezidivie-
rende agitierte Depression mit somatischem Syndrom, im Schweregrad fluktuierend, mittelschwer 
bis schwer (F33.1/F33.2) sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit histrionischen und disso-
ziativen Zügen (F69). Aus den verschiedenen Zuschriften der Versicherten und aus ihren Erzäh-
lungen falle eine intensive Suche nach Deutungen und Einordnungen des Erlebens auf, die ih-
rerseits die Wahl therapeutischer Optionen präge. Es falle auf, dass sie in mindestens zwei bis 
drei Welten parallel suche: Die esoterische Welt, die sie schon prämorbid stark geprägt habe; die 
akademisch anerkannte Welt der medizinisch-psychologischen Experten und nun – praktisch pa-
rallel zur Konsultation von Psychologen – die dämonische Deutung mit dem therapeutischen An-
satz eines Exorzismus. Dr. C.____ führt in Bezug auf das Gutachten von Dr. B.____ aus, beein-
druckend sei, dass dieser anlässlich der einmaligen Untersuchung keine schwere Symptomatik 

 

 
 
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habe feststellen können und diese Einschätzung stellvertretend für den ganzen Verlauf der Er-
krankung zur Basis seiner Beurteilung gemacht habe. Weiter hält er fest, dass sich aus der be-
schreibenden Feststellung einer "leichten bis mittelgradigen" Depression und zeitweiligen Ängs-
ten keine schwere Arbeitsunfähigkeit habe ableiten lassen, sei selbstredend, entspreche aber 
nicht dem Gesamtverlauf des Leidens und stelle seiner Einschätzung nach eine grobe Fehlein-
schätzung dar. Allein schon die Verwendung des Codes F32 sei angesichts des mehrjährigen 
Verlaufs nicht angebracht. Damit werde nämlich eine erste oder einmalige Episode codiert. Meh-
rere Phasen mit intermittierenden besseren Zeiten, wie sie in der Krankengeschichte der Versi-
cherten dokumentiert seien, müssten mit F33 abgebildet werden. Unter dem Druck, der sich bei 
der Beschwerdeführerin über die Jahre aufgebaut habe, sei es ca. 2008 zunehmend zu vegeta-
tiven und psychischen Symptomen eines Burnouts gekommen, die bald auch von wahnhaften 
Elementen kompliziert worden seien. Wie die Entwicklung zeige, sei es ihr bis heute nicht gelun-
gen, wieder eine neue Stabilität zu gewinnen, weil die Erkrankung zur lebens- und alltagsformen-
den Kraft geworden sei, die ihr gesamtes Dasein überschatte. Wende man die sogenannten Förs-
ter-Kriterien an, so erfülle sie praktisch alle diese Punkte. Es bestehe ein komplexes Zustandsbild 
mit einer vielfältigen Komorbidität, die körperlichen Begleiterscheinungen hätten sich offensicht-
lich chronifiziert, sie sei weitgehend aus sozialen Beziehungen herausgefallen und vereinsamt, 
der Verlauf der Erkrankung sei über mehrere Jahre chronifiziert, therapeutische Anstrengungen 
(auch verschiedene "schulmedizinische" Ansätze) hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, 
und es bestehe eine deutlich akzentuierte Persönlichkeit. Dr. C.____ hält weiter fest, es liege in 
der Natur einer wahnhaften Störung, dass sie nicht willentlich beeinflussbar sei und zur Chronifi-
zierung neige. Die chronische Erschöpfung und die Einschränkung der kognitiven Aufnahmefä-
higkeit schliesse eine Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt praktisch aus. Aus seiner klinischen Erfah-
rung gehe er davon aus, dass auch eine konsequente Anwendung von Neuroleptika oder Anti-
depressiva das Grundleiden der wahnhaften Störung nicht ausreichend ansprechen würde. Ins-
besondere sei nicht anzunehmen, dass dadurch ein mentaler Zustand wiederhergestellt werden 
könnte, der eine Arbeitsfähigkeit im freien Markt ermöglichen würde. Es bestehe eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit.  
 
5.4 Mit Bericht vom 25. März 2014 führt Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychothe-
rapie, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), aus, das Parteigutachten von Dr. C.____ 
enthalte eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Diagnose einer wahnhaften Störung, je-
doch keine neuen Aspekte, die im Gutachten von Dr. B.____ nicht berücksichtigt worden seien. 
Es fehle ein klarer psychopathologischer Befund nach AMDP, so dass objektive psychopatholo-
gische Befunde nicht eindeutig feststehen würden. Auch sei die Schwere der Erkrankung mit 
kompletter Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar dargestellt. Da jedoch Zweifel an der Ein-
schätzung von Dr. B.____ bezüglich der Schwere des Krankheitsbildes und der resultierenden 
Arbeitsunfähigkeit aufgekommen seien, sei ein Obergutachten in den Kliniken I.____, explizit bei 
Prof. Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie und FMH Neurologie, zur abschlies-
senden Festlegung der Arbeitsfähigkeit durchzuführen. 
 
5.5 In seinem Gutachten zu Handen der IV-Stelle hält Prof. D.____ folgende Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest: Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit führend histrioni-
schen, dissoziativen und ängstlichen Anteilen (F61.0) sowie intermittierend auftretenden Trance- 

 

 
 
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und Bessenheitszuständen (F44.3); Verdacht auf wahnhafte Störung auf dem Hintergrund oben 
genannter Persönlichkeitsstörung (F22.0); Rezidivierende depressive (zum Teil wohl agitierte) 
Störung, aktuell leicht bis mittelgradig (F33./F33.1) DD Bipolare affektive Störung (F31.3); Ver-
dacht auf schädlichen Gebrauch von Benzodiazepinen (F13.1). Nach einer ausführlichen Schil-
derung der Diagnosebildung, Krankheitsentwicklung und differentialdiagnostischer Überlegungen 
nimmt Dr. D.____ eine Diskrepanzanalyse zu den Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vor.  
 
Zum Gutachten von Dr. B.____ würden erhebliche Diskrepanzen bezüglich der diagnostischen 
Einschätzung und der Einschätzung der Leistungsfähigkeit bestehen. Gegen dessen Diagnosen 
der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode als auch der Panikstörung sei grundsätzlich 
nichts einzuwenden. Unzweifelhaft decke diese diagnostische Einschätzung jedoch nicht annä-
hernd das Krankheitsgeschehen der Explorandin ab. So würden die ja im Vordergrund stehenden 
dissoziativen bis wahnhaft anmutenden Erlebensweisen mit ausgesprochen hoher Dynamik in 
keiner Weise integriert. Er spreche ähnlich wie der Referent von Pseudohalluzinationen, ordne 
diese Halluzinationen aber diagnostisch nicht ein. Der Referent könne sich auch nicht der Ein-
schätzung von Dr. B.____ anschliessen, dass lediglich eine hyperthyme Persönlichkeit vorliege 
ohne Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung. Allein der Hinweis auf die "normale Sozialisation" 
und volle Leistungsfähigkeit vor der Erkrankung Ende 2008 reiche hier nicht aus und sei zudem 
auch kontrovers diskutabel, zumal erhebliche Persönlichkeitsauffälligkeiten vorbestehend seien 
und nicht diskutiert worden seien. Wenn Dr. B.____ eine hohe Arbeitsfähigkeit von 70 - 80 % 
sehe, beziehe er sich sehr wahrscheinlich auf die recht intakte intellektuelle/kognitive Leistungs-
fähigkeit in der Exploration selbst, nicht diskutiert werde jedoch die Frage der Überwindbarkeit. 
Hier hätten aus Sicht des Referenten jedoch die letzten fünf Jahre deutlich gezeigt, dass die 
Einengung der Explorandin im Rahmen ihres schwerst neurotischen Erlebens mit definitionsge-
mäss unbewusst ablaufenden dissoziativen Episoden und wahnhaft anmutenden Haltungen eine 
solche Überwindbarkeit nicht ermöglicht. Einig gehe der Referent mit Dr. B.____ darin, dass die 
Explorandin über erhebliche Ressourcen verfüge, die sie auch partiell nutze, gesamthaft jedoch 
ausgesprochen dysfunktional, krankheitserhaltend. 
 
Im Vergleich unterscheide sich die psychiatrische Einschätzung des Referenten zu derjenigen 
von Dr. C.____ nur in Nuancen. Auch Dr. C.____ gehe letztendlich von einer schweren psychi-
schen Störung aus, die mit einer kontinuierlichen beruflichen Tätigkeit nicht vereinbar sei. Er setze 
dabei diagnostisch den Schwerpunkt auf eine wahnhafte Störung im Gegensatz zum Referenten, 
der eher von einer schwerst neurotischen/dissoziativen Symptomatik ausgehe auf dem Hinter-
grund einer Persönlichkeitsstörung. Dr. C.____ sehe lediglich eine Persönlichkeitsakzentuierung 
mit histrionischen und dissoziativen Zügen. Diese Diskussion sei aber primär akademisch in der 
versicherungsmedizinischen Beurteilung, allenfalls von einer gewissen Relevanz bezüglich der 
therapeutischen Interventionen. Allen Begutachtungen gemein sei der Hinweis auf eine depres-
sive Symptomatik, deren Schwere zu beurteilen jedoch ganz offensichtlich allen Gutachtern Mühe 
bereite, was mit dem histrionischen Ausdrucksverhalten der Explorandin zu begründen sei, zumal 
der Antrieb im Querschnitt uneingeschränkt wirke.  
 

 

 
 
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In seiner Beurteilung hält Prof. D.____ unter anderem fest, dass sich eine 43-jährige, jünger wir-
kende, ledige, aus X.____ abstammende Schweizerin vorgestellt habe, die als führende Be-
schwerdesymptomatik einen etwa seit 2008 anhaltenden schwarzmagischen/dämonischen Be-
setzungszustand angebe mit einschiessenden "Panikattacken" mit dem Gefühl des Kontrollver-
lustes. Aus psychiatrischer Sicht würden Hinweise bestehen, dass die Explorandin bei einem 
frühen Verlusterlebnis (Trennung von der Mutter im Alter von drei Monaten) in der Kindheit seitens 
der Eltern eine gewisse Deprivation erlebt habe mit einem belastenden Verhältnis zum Vater, den 
die Explorandin als psychisch krank und terrorisierend erlebt habe, sowie sie auch in der Jugend 
die streng katholischen Eltern als rigide/restriktiv und erheblich eingrenzend erlebt habe. Den-
noch sei der Explorandin eine von aussen betrachtet recht gute Integration in ihre Altersgruppe 
mit einem qualifizierten Schulabschluss und einem dann sehr engagiert und motiviert vorange-
triebenen Ausbildungscurriculum gelungen. Dagegen beschreibe die Explorandin selbst aus der 
Kindheit heraus eine "dysthyme", "melancholische" Stimmungslage, auffällig dabei sei auch ein 
als gering angegebenes Interesse an Sexualität und Beziehungsgestaltung. Nach dem Abschluss 
der Matura seien erstmalig 1997 depressive Symptome angegeben worden mit dem subjektiven 
Gefühl der Überforderung bei gleichzeitigen Schlafstörungen, Ängsten als auch Existenzängsten. 
Offensichtich ähnlich wie 1997 sei es dann im 2007 nach einer Entlassung im Februar wiederum 
zu psychischen Symptomen gekommen mit Schlafstörungen, dem Gefühl, ausgebrannt zu sein, 
vermehrt traurig, übermüdet etc. Nach einem zufälligen Treffen mit einer fraglich schizophrenen 
früheren Klassenkameradin würden dann erstmalig einschiessende "Visualisierungen" von 
Schlangenkörpern berichtet mit dem plötzlich einsetzenden Gefühl eines völligen Kontrollverlus-
tes, es würden Panikattacken beschrieben, Körpersymptome und das tief erlebte Gefühl der 
Überforderung. In der Folge sei es zu zahlreichen notfallmässigen, ambulanten als auch statio-
nären psychiatrischen Interventionen gekommen. Dabei werde das Geschehen ärztlich wech-
selnd als Angststörung mit Panikattacken oder auch als affektive Störung unterschiedlicher 
Schwere gesehen, während die Explorandin selbst bereits 2009 sehr konkret und rigide das 
Krankheitskonzept einer schwarzmagischen Besetzung verfolgt und ihr gesamtes Leben auf die 
Bekämpfung dieser Besetzung umgestellt habe. Dabei setze die Explorandin führend auf eine 
hochfrequente exorzistische Therapie, die jeweils von katholischen Geistlichen, teilweise auch 
von Heilern u.ä. geleitet würde. Hierunter werde bis heute durch die Explorandin eine leichte 
Verbesserung der "Besetzung" angegeben. 
 
Es müsse aktuell konstatiert werden, dass bei der Explorandin nunmehr über Jahre anhaltend 
eine ausgeprägte psychische Störung vorliege, die im Wesentlichen als eine schwerst neuroti-
sche Reaktionsbildung einzuschätzen sei auf dem Hintergrund einer führend histrionischen, aber 
auch ängstlich-narzisstischen Persönlichkeitsstörung (kombinierte Persönlichkeitsstörung), de-
ren Entwicklung sich aus der Kindheit/Jugend heraus abgezeichnet habe. Eine Symptombildung 
sei seit der Jugend anamnestisch ersichtlich mit Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung 
und einem dominierenden subdepressiven/dysthymen Affekt. Im Verlauf seien immer wieder Epi-
soden mit Angst, Schlafstörungen und dem subjektiven Gefühl des "Ausgebranntseins" aufgetre-
ten und möglicherweise seien bereits damals die Kriterien einer psychischen Störung erfüllt ge-
wesen (erste psychiatrische Behandlung 1997). Katamnestisch sei es auf dem Hintergrund einer 
kombinierten, über Jahre aber gut kompensierten Persönlichkeitsstörung im Rahmen einer Le-

 

 
 
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benskrise (Jobverlust; schwieriger Beginn einer Praxistätigkeit) zu einer ausgeprägten neuro-
tisch/histrionisch-dissoziativen Symptomatik gekommen mit einer Angstsymptomatik (zum Teil 
wohl auch als Panikattacken) sowie gut dokumentierten depressiven Episoden. Aus Sicht des 
Referenten lasse sich eine wahnhafte Störung zwar nicht vollständig ausschliessen, erscheine 
aber als eher unwahrscheinlich. Auszuschliessen sei aber eine Erkrankung aus dem schizophre-
nen Formenkreis. Es würden lediglich Pseudohalluzinationen vorliegen, von denen sich die Ex-
plorandin aktiv distanzieren könne. Ich-Störungen würden zwar angegeben, hätten aber nicht die 
unmittelbare Charakteristik und Dynamik einer für eine Schizophrenie typischen Ich-Störung und 
auch hier sei eine Distanzierung durch die Explorandin möglich. In enger Verbindung zu der Art 
der Persönlichkeitsstörung sei ein geradezu bizarres Krankheitskonzept entwickelt worden, mit 
dem die Explorandin sich von herkömmlichen psychiatrischen Erkrankungen (Schizophrenie, De-
pression etc.) distanziere. Vielmehr folge sie der immer wieder auch hyperthymen Stimmungs-
lage entsprechend einem grandiosen Krankheitskonzept mit der Gewissheit, vom Satan beses-
sen zu sein. Nach Verlust der Tagesstruktur betreibe die Explorandin jetzt mit ähnlicher Vehe-
menz wie in der Vergangenheit nun stattdessen die Koordination ihrer Therapien, in deren Zent-
rum eine hochfrequente exorzistische Behandlung stehe. Die aktuelle Situation sei ausgespro-
chen unbefriedigend, da die Explorandin trotz des spürbaren Leidensdruckes in ihrer Symptom-
bildung auch unbewusst einen Krankheitsgewinn erlebe, der für sie ausgesprochen dysfunktional 
und chronifizierend sei. Besonders eindrücklich sei, dass die Explorandin intellektuell und in ihren 
Ressourcen wenig eingeschränkt agiere, das eigene rigide Krankheitskonzept aber durchaus 
mögliche rehabilitative Massnahmen ersticke. Auch wenn im psychiatrischen Sinne eher kein 
Wahn im psychopathologischen Sinne vorliege, so müsse das neurotische Geschehen auf dem 
Hintergrund der Persönlichkeit als aktuell für die Explorandin nicht überwindbar gelten. Diesbe-
züglich stelle sich die Katamnese der letzten fünf Jahre ausgesprochen konsistent dar. Der Lei-
densdruck der Explorandin sei nachvollziehbar, ihr gesamtes Leben sei auf die Erkrankung ein-
gestellt. Die Symptombildung sei durchaus konsistent einer psychischen Störung zuzuordnen. 
Dass dennoch offensichtlich fachpsychiatrisch in X.____ die Indikation für exorzistische Rituale 
gestellt worden sei, sei für den Referenten nicht nachvollziehbar/befremdlich.  
 
In Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führt Prof. D.____ aus, krankheitsbedingt sei die 
Explorandin völlig auf ein dysfunktionales Krankheitskonzept fokussiert mit erhöhtem Arousal und 
offensichtlich hohem subjektivem Leidensdruck. Das gesamte Umfeld sei auf diese neurotische 
Einengung eingestellt, daneben sei wenig Normalität erkennbar. Die konsistent in der Anamnese 
und in der Exploration sich darstellende hohe Krankheitsdynamik begründe die aktuell fehlende 
Überwindbarkeit gegenüber der Wiederaufnahme einer Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt. 
Aktuell bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (100 %). Bereits die Ausrichtung auf eine 
Berufstätigkeit sei der Explorandin nicht möglich. Wesentlich erschienen dem Referenten die 
nicht gegebene Überwindbarkeit sowie die in den vorgelegten Testungen offensichtlichen Defizite 
in der Ausdauer. Eine Arbeitsfähigkeit sei im angestammten Beruf wie auch in jeder Verweistä-
tigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt nicht gegeben. Nach allen vorliegenden Informationen müsse 
diese Einschränkung im Verlaufe 2009 entstanden sein, möglichweise bereits Ende 2008, diese 
Aussage sei mit Unsicherheiten behaftet. Die therapeutischen/pseudotherapeutischen Massnah-
men seien nicht nur völlig unzureichend, sondern kon-traindiziert. Die Therapieführung liege bei 

 

 
 
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der Explorandin selbst, was aufgrund des pathologischen Krankheitskonzepts ungünstig sei. Me-
dizinisch wäre eine enge psychiatrische Betreuung zu empfehlen, beginnend am ehesten mit 
einem stationären Aufenthalt in einer auf Persönlichkeitsstörungen spezialisierten Abteilung mit 
möglicher Überleitung in ein tagesklinisches Angebot. Solange das "therapeutische Setting" be-
stehe, seien berufliche Massnahmen nicht angezeigt. Die Explorandin sei aktuell krankheitsbe-
dingt nicht in der Lage, sich auf eine berufliche Massnahme einzulassen. 
 
5.6 Am 5. August 2016 ergeht das neuropsychologische Gutachten von lic. phil. E.____, 
Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP zu Handen der IV-Stelle. Er führt aus, auf Grund der 
Verhaltensbeobachtung und der Testresultate würden die Befunde einer mittelschweren neu-
ropsychologischen Störung, erklärbar im Rahmen der psychiatrischen Symptomatik, entspre-
chen. Die neuropsychologischen Befunde seien wahrscheinlich überlagert durch eine unbe-
wusste Symptomverdeutlichung, interpretierbar als Selbstlimitierung im Rahmen des psychiatri-
schen Kontextes. Die beobachtbaren Verhaltensauffälligkeiten und die testpsychologisch objek-
tivierten kognitiven Defizite seien im Rahmen der aktenanamnestisch bekannten psychiatrischen 
Symptomatik schlüssig begründbar. Gemäss den Wertungskriterien nach Slick DJ et al (1999) 
sei die Validität der neuropsychologischen Befunde nicht gegeben. Da jedoch das Kriterium D zu 
verneinen sei, sei nicht von einer bewussten Aggravation auszugehen, wohl aber von einer das 
kognitive Leistungsvermögen überlagernden unbewussten Symptomverdeutlichung. Auf Grund 
der psychiatrischen Symptomatik mit einer unbewussten Selbstlimitierung sei die Explorandin 
nicht in der Lage, ihr effektives kognitives Leistungsvermögen zu nutzen. Gestützt auf die neu-
ropsychologischen Befunde sei die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf nicht mehr gegeben. 
In einer den Beschwerden und Ressourcen angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit 
von 40 %. Bei einer Arbeitspräsenz von 60 % (fünf Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche) 
könne die Explorandin eine Arbeitsleistung von 40 % (bezogen auf ein Vollpensum von 100 %) 
erbringen. Die Minderung der Arbeitspräsenz und die zusätzliche Reduktion der Arbeitsleistung 
begründe sich mit der verminderten Belastbarkeit, der erhöhten Ermüdung und den testpsycho-
logisch objektivierten Defiziten. Die Wiedereingliederung solle als Arbeitstraining ausgehend von 
einer reinen Routinetätigkeit stufenweise erfolgen, indem das Anforderungsniveau hinsichtlich 
Präsenz und Leistung sukzessive gesteigert werde. Zu empfehlen sei ein Beginn mit einer tägli-
chen Arbeitspräsenz von zwei Stunden, was vergleichbar sei mit der Dauer der beiden neuropsy-
chologischen Untersuchungstermine, welche die Explorandin erfolgreich gemeistert habe.  
 
5.7 Der RAD-Arzt pract. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nimmt am 
8. November 2016 Stellung. Das Gutachten von lic. phil. E.____ sei als umfassend in seinem 
Fachgebiet anzusehen. Die Schlussfolgerungen seien bezüglich Diagnosen und Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Hervorzuheben sei, dass eine Teilarbeitsfähigkeit in einer Ver-
weistätigkeit gesehen werde, was vor dem Hintergrund einiger erhaltener Fähigkeiten auch un-
mittelbar nachvollziehbar sei. Vor einer abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit solle 
das neuropsychologische Gutachten Prof. D.____ zur Stellungnahme vorgelegt werden, da lic. 
phil. E.____ eine Teilarbeitsfähigkeit sehe und auch verschiedene Inkonsistenzen beschrieben 
würden. Auch habe Prof. D.____ den Einfluss des Benzodiazepinmissbrauchs zu wenig disku-

 

 
 
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tiert. Aus Sicht des RAD sei nicht nachvollziehbar, warum die Versicherte nicht in einer ange-
passten Tätigkeit (wie von lic. phil. E.____ beschrieben) in einem zumindest 50%-Pensum arbei-
ten können sollte.  
 
5.8 Mit Schreiben vom 27. März 2017 hält Prof. D.____ fest, er habe sehr wohl Bezug auf 
den Benzodiazepingebrauch Bezug genommen. Auch habe er den Verdacht auf einen schädli-
chen Gebrauch von Benzodiazepinen geäussert, retrospektiv wäre es wahrscheinlich adäquater 
gewesen, den "Verdacht" wegzulassen und die Diagnose klar zu stellen. Sogar während der Ex-
ploration habe die Explorandin Temesta eingenommen. Aus seiner Sicht sei der schädliche Ge-
brauch von Benzodiazepinen jedoch versicherungsmedizinisch nicht prioritär, "da der am ehesten 
bezüglich des Grundleidens sekundäre Benzodiazepingebrauch zum einen während der Explo-
ration die Explorandin kognitiv kaum" eingeschränkt habe, "zum andern aber (noch wesentlicher) 
sich die versicherungsmedizinisch relevanten Einschränkungen der Explorandin nur in einem ge-
ringen Masse auf kognitive Einschränkungen" beziehen würden, obwohl die Explorandin selbst 
diese immer wieder anführe. Entsprechend sei in dem Fähigkeitsprofil, das er bezüglich der Ex-
plorandin angefertigt habe, gut zu erkennen, dass die Explorandin weiterhin über erhebliche Res-
sourcen im intellektuellen Bereich verfüge. Man müsse allerdings annehmen, dass diese Fähig-
keiten aufgrund der schweren neurotischen Symptomatik fluktuierend erheblich eingeschränkt 
seien, was sich auch nach den vorliegenden Dokumenten sehr konsistent darstelle. Entspre-
chend formuliere er auch, dass insbesondere die ausgesprochen rigide emotional-kognitive Ein-
engung auf die wahnhaft anmutenden Inhalte die neuropsychologischen Fähigkeiten der Explo-
randin überlagere und zumindest phasenweise im Rahmen der depressiven Problematik auch 
relevant einschränke. 
 
Als die führende Diagnose sei vom Referenten eine schwere Persönlichkeitsstörung angegeben 
worden, die über viele Jahre von aussen betrachtet gut kompensiert gewesen sei, jedoch bereits 
langjährig vorbestehend sich in einem pathologisch-dysfunktionalen Ungleichgewicht gezeigt 
habe. Gutachterlich sei es erforderlich, den sich konsistent und eindrücklich darstellenden Ein-
schnitt im Leben der Explorandin 2007/2008 mit den schweren psychiatrischen Exazerbationen 
(stationäre Aufenthalte etc.) psychiatrisch zuzuordnen. Das Krankheitsbild sei bestimmt durch die 
wahnhaft anmutende rigide Einengung, die aufgrund des gesehenen neurotischen Prozesses mit 
hoher Dynamik wesentlich das Krankheitsbild ausmache. Der Referent gehe weiterhin davon aus, 
dass es sich um eine schwere psychische Störung handle im Sinne einer ausgeprägten neuroti-
schen Symptombildung auf dem Hintergrund einer "frühen Störung". Hierbei stehe weniger der 
Einfluss auf die kognitiven Möglichkeiten der Explorandin im Vordergrund, als vielmehr die fast 
wahnhafte Einengung auf ein dysfunktionales Krankheitskonzept, das der Explorandin einen pri-
mären Krankheitsgewinn ermögliche und somit auch zu einer Entlastung beitrage, aber auch die 
kontinuierliche Umsetzung ihrer theoretischen Fähigkeiten verunmögliche. Das aktuell durchge-
führte neuropsychologische Fachgutachten widerspreche dieser Einschätzung nicht. Der Neu-
ropsychologe sehe entsprechend den Slick-Kriterien das Kriterium D als nicht erfüllt an. Seine 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beziehe sich ganz klar auf die Einschätzung der kognitiven 
Fähigkeiten der Explorandin, die er zwar als eingeschränkt ansehe, aber als ausreichend zur 
Erfüllung einer Teilarbeitsfähigkeit. Er adressiere hier nicht die im Gutachten beschriebene neu-

 

 
 
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rotische Symptomatik mit den ausgeprägten dissoziativen Anteilen, die ja schon definitionsge-
mäss willentlich nicht überwunden werden könnten. Der neuropsychologische Bericht spreche 
zudem lediglich über eine Verdeutlichungstendenz und einer eingeschränkten Leistungsbereit-
schaft, die sich natürlich auch im Zusammenhang zu der dysthym-dysphorischen Grundhaltung 
der Explorandin zum Zeitpunkt der Untersuchung erklären lassen würden. 
 
5.9 Mit Bericht vom 13. Juli 2017 nimmt pract. med. K.____ Stellung und hält fest, auf das 
Gutachten von Prof. D.____ könne nicht abgestützt werden. Dieser stelle als einzige Fachperson 
die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Dies könne nicht plausibel nachvollzogen werden. Im 
Kapitel "Diskrepanzanalyse" werde von Prof. D.____ auf die deutlich unterschiedlichen diagnos-
tischen Einschätzungen der Fachleute aus X.____ nicht eingegangen. Aus Sicht des RAD habe 
die Versicherte in X.____ ein eingeschränktes, aber relativ gutes Funktionsniveau. Der sekundäre 
Krankheitsgewinn sei bei der Versicherten nicht zu übersehen. Sie werde von der Mutter noch 
finanziell unterstützt und sie erfahre von ihrem Umfeld durch ihr besonderes und ungewöhnliches 
Leid viel Aufmerksamkeit. Religiöses magisch gefärbtes Denken sei der Kultur in X.____ nicht 
fremd und somit nicht unbedingt als psychopathologisches Phänomen zu werten. Die kulturellen 
Elemente der Persönlichkeit und des Erlebens seien von den schweizerischen Fachpersonen 
nicht diskutiert worden und es sei auffällig, dass die Fachleute aus X.____ die psychologischen 
Phänomene, die mit dem religiösen und dem magischen Denken bei der Versicherten in Zusam-
menhang stünden, nicht in eine psychiatrische Diagnose pathologisiert und subsumiert hätten. 
Diese Phänomene könnten ebenso gut als kulturelle Angstäquivalente oder Anteile der histrioni-
schen Persönlichkeitsakzentuierung bei der Versicherten angesehen werden. Ein vollständig auf-
gehobenes Funktionsniveau und eine fehlende Arbeitsfähigkeit lasse sich damit aber sicher nicht 
begründen. Aus Sicht des RAD könne eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätig-
keiten bei den gesicherten psychiatrischen Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung 
unterschiedlicher Schwere und einer Angst-/Panikstörung zugestanden werden. Da eine Persön-
lichkeitsstörung diagnostisch höchst unwahrscheinlich sei und folglich diesbezüglich bei der Ver-
sicherten auch kein Störungsbewusstsein vorhanden sein könne, sei eine mehrmonatige tages-
klinische Behandlung aus RAD Sicht nicht indiziert. Indiziert wäre – ggf. auch in stationärem Rah-
men – endlich eine adäquate psychopharmakologische Einstellung auf ein wirksames Antide-
pressivum und ggf. auf ein Phasenprophylaktikum im Sinne eines mood-stabilizers zur Behand-
lung der depressiven und der Angstsymptomatik. 
 
5.10 Im Austrittsbericht vom 16. Dezember 2019 berichtet die Klinik L.____ vom Aufenthalt 
der Versicherten vom 16. September bis 21. Oktober 2019. Als Diagnose werden unter anderem 
eine paranoide Schizophrenie (F20.0) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
schwer (F33.2) aufgeführt. Bei Eintritt habe die Patientin von Transpossession seit 2008 mit so-
genannten Transformationsprozessen berichtet. Sie sei von Dämonen besessen. Ursächlich 
sehe die Patientin dahinter schwarze Magie. Die psychotischen und depressiven Symptome hät-
ten sich regredient gezeigt, sodass die Patientin am 21. Oktober 2019 einvernehmlich in psycho-
pathologisch deutlich stabilisiertem Zustand ohne Hinweis auf Selbst- oder Fremdgefährdung 
nach Hause beziehungsweise mit geplanter Ausreise nach X.____ habe entlassen werden kön-
nen.  
 

 

 
 
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5.11 Im RAD-Bericht vom 9. März 2020 hält pract. med. K.____ fest, es sei festzuhalten, dass 
die Symptomatik der versicherten Person unter stationärer Behandlung in der Klinik L.____ deut-
lich rückläufig gewesen sei. Das Funktionsniveau der versicherten Person könne also alltagsre-
levant nicht hochgradig eingeschränkt gewesen sein, da sie sich nach vierwöchiger stationärer 
Behandlung deutlich stabilisiert habe und nach wie vor selbständig die Reisen von und nach 
X.____ organisiere und in X.____ offenbar ohne fremde Hilfe zurechtkomme, da sie dort alleine 
lebe. Eine vollständige Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeiten lasse sich so nicht begründen und 
unter adäquater Behandlung inklusive medikamentöser Behandlung, wie in der Klinik L.____ er-
folgt, bestehe eine zumindest deutliche Teilremission der Beschwerden.  
 
6.1 Die IV-Stelle bzw. der RAD ist gestützt auf das neuropsychologische Gutachten von lic. 
phil. E.____ davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit 
zu 50 % arbeitsfähig sei. Diesbezüglich ist vorweg festzuhalten, dass lic. phil. E.____ in seinem 
Gutachten vom 5. August 2016 eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 40 % und 
nicht 50 % angibt. Ebenso fällt auf, dass der RAD-Arzt pract. med. K.____ in seinem Bericht vom 
8. November 2016 unter Hinweis auf lic. phil. E.____ die Versicherte in einer angepassten Tätig-
keit, in seinem Bericht vom 13. Juli 2017 jedoch für jegliche Tätigkeit als zu 50 % arbeitsfähig 
erachtet. Auf die Einschätzung der IV-Stelle bzw. des RAD kann folglich bereits aus diesen Grün-
den nicht abgestellt werden. 
 
6.2 Die IV-Stelle handelt in ihrer Verfügung vom 3. Dezember 2019 das Gutachten von Prof. 
D.____ gestützt auf die Stellungnahme des RAD mit den zwei Sätzen ab, Prof. D.____ nenne als 
einziger Facharzt die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung und diese sei in den zahlreichen 
vorgelegten medizinischen Berichten von Psychiatern aus X.____ nie diagnostiziert worden. In 
der Tat wurde die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung lediglich von Prof. D.____ gestellt. Al-
lerdings fällt auf, dass sich aus den Unterlagen keine mehrheitliche und schon gar keine einheit-
liche ärztliche Beurteilung finden lässt. Vielmehr ergibt sich aus den vorliegenden ärztlichen Be-
richten eine Vielzahl von Diagnosen: Dr. B.____ (Gutachten vom 5. Juli 2013) diagnostiziert eine 
leichte bis mittelgradige depressive Episode (F32.0/F32.1) und eine Panikstörung (F41.0), Dr. 
C.____ eine wahnhafte Störung (F22.0), eine rezidivierende agitierte Depression mit somati-
schem Syndrom, im Schweregrad fluktuierend, mittelschwer bis schwer (F33.1/F33.2), sowie eine 
Persönlichkeitsakzentuierung mit histrionischen und dissoziativen Zügen (F69) und Prof. D.____ 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit führend histrionischen, dissoziativen und ängstlichen 
Anteilen (F61.0) sowie intermittierend auftretenden Trance- und Besessenheitszuständen 
(F44.3); Verdacht auf wahnhafte Störung auf dem Hintergrund oben genannter Persönlichkeits-
störung (F22.0); Rezidivierende depressive (zum Teil wohl agitierte) Störung, aktuell leicht bis 
mittelgradig (F33.0 / F33.1) DD Bipolare affektive Störung (F31.3); Verdacht auf schädlichen Ge-
brauch von Benzodiazepinen (F13.1). Im Austrittsbericht der Klinik L.____ werden unter anderem 
eine paranoide Schizophrenie (F20.0) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
schwer (F33.2), diagnostiziert. 
 
Weiter ist auf ältere Berichte hinzuweisen: Prof. F.____ hält am 17. September 2012 fest, dass 
zwar ursprünglich die Probleme als eine schwere Depression und als mögliches chronisches 
Burnout-Syndrom diagnostiziert worden seien; es handle sich aber um eine völlig ungewöhnliche 

 

 
 
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Symptomkonstellation und diese würde eine klare klassische Diagnose nicht zulassen. Dr. med. 
G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hat in einem Bericht vom 6. November 2012 eine 
zunehmende psychische Dekompensation seit 2008 diagnostiziert. Aus therapeutischen Grün-
den verzichte er auf eine differentialdiagnostische Einordnung; es handle sich um ein chronisches 
psychisches Leiden mit hohem Leidensdruck und grosser Angst, als psychiatrischer Fall bzw. als 
paranoid oder psychotisch stigmatisiert zu werden. Deshalb habe sich die Patientin auch lange 
vor einer IV-Anmeldung gescheut.  
 
Die Herleitung der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung durch Prof. D.____ (vgl. dazu den Ab-
schnitt 3. "Diagnosebildung, Krankheitsentwicklung und differentialdiagnostische Überlegungen" 
ab S. 23 des Gutachtens vom 3. März 2015) erscheint überzeugend, auch wenn die Diagnose 
von anderen Ärzten so nicht gestellt wurde. Er erwähnt dabei auch die Berichte der in X.____ 
behandelnden Ärzte, welche von einem chronischen Erschöpfungssyndrom, von Black-outs und 
Panikattacken sprechen würden, dabei aber auch äussern würden, dass die Symptomatik sehr 
untypisch sei. Weiter führt er aus, es würden typische Zeichen einer Schizophrenie auch in Ein-
klang mit den Vorgutachtern fehlen, weshalb sich zwangsläufig die Frage einer wahnhaften Stö-
rung stelle, wie dies auch von Dr. C.____ diskutiert worden sei. Allerdings würde gemäss den 
diagnostischen Kriterien des ICD-10 gerade nicht ein für eine wahnhafte Störung typischer Wahn 
bestehen. Aus seiner Sicht sei insgesamt die Annahme einer ausgeprägten, neurotisch-dissozi-
ativen Störung auf dem Hintergrund der geschilderten Grundpersönlichkeit wahrscheinlicher. 
Dennoch habe er diagnostisch formal den Verdacht auf eine wahnhafte Störung geäussert. Letzt-
endlich sei diese Differenzierung aber eine akademische Frage, wesentlich sei, dass kein Anhalt 
für eine Schizophrenie bestehe und erhebliche Ressourcen der Explorandin weiterhin in der In-
teraktion mit der Explorandin deutlich würden, eine Verflachung in keinem Fall vorliege. In seiner 
Diskrepanzanalyse bezüglich der Gutachten von Dr. B.____ sowie von Dr. C.____ hält Prof. 
D.____ fest, gegen die von Dr. B.____ gestellten Diagnosen der leichten bis mittelgradigen de-
pressiven Episode als auch der Panikstörung sei nichts einzuwenden. Unzweifelhaft decke diese 
diagnostische Einschätzung jedoch nicht annährend das Krankheitsgeschehen der Explorandin 
ab. So würden die ja im Vordergrund stehenden dissoziativen bis wahnhaft anmutenden Erle-
bensweisen mit ausgesprochen hoher Dynamik in keiner Weise integriert. Im Vergleich unter-
scheide sich seine psychiatrische Einschätzung zu der von Dr. C.____ nur in Nuancen. Auch 
dieser gehe letztendlich von einer schweren psychischen Störung aus, die mit einer kontinuierli-
chen Tätigkeit nicht vereinbar sei. Er setze den Schwerpunkt auf eine wahnhafte Störung im Ge-
gensatz zum Referenten, der eher von einer schwerst neurotischen/dissoziativen Symptomatik 
ausgehe auf dem Hintergrund einer Persönlichkeitsstörung. 
 
6.3 Mit Schreiben vom 27. März 2017 nimmt Prof. D.____ zu Handen der IV-Stelle Stellung, 
insbesondere zum neuropsychologischen Gutachten von lic. phil E.____. Zu Recht führt er dies-
bezüglich aus, dieses Gutachten widerspreche seiner Einschätzung nicht und lic. phil. E.____ 
sehe entsprechend den Slick-Kriterien das Kriterium D als nicht erfüllt an. Dessen Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit beziehe sich ganz klar auf die Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten der 
Explorandin. Die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer angepassten Tätigkeit 
aus rein neuropsychologischer Sicht widerspricht somit nicht der von Prof. D.____ festgestellten 
100%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht, da der Neuropsychologe die neurotische 

 

 
 
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Symptomatik mit den ausgeprägten dissoziativen Anteilen nicht berücksichtigt. Prof. D.____ hält 
fest, dass es sich um eine schwere psychische Störung handle im Sinne einer ausgeprägten 
neurotischen Symptombildung auf dem Hintergrund einer frühen Störung. Es stehe weniger der 
Einfluss auf die kognitiven Möglichkeiten im Vordergrund, als vielmehr die fast wahnhafte Einen-
gung auf ein dysfunktionales Krankheitskonzept, das der Explorandin einen primären Krankheits-
gewinn ermögliche und somit zu einer Entlastung beitrage, aber auch die kontinuierliche Umset-
zung ihrer theoretischen Fähigkeiten verunmögliche. 
 
Im Vorbescheid vom 11. August 2017 hat die IV-Stelle ausgeführt, ein religiöses magisch gefärb-
tes Denken sei der Kultur in X.____ nicht fremd und somit nicht unbedingt als pathologisches 
Phänomen zu werten. Aus RAD-Sicht könnten die Phänomene ebenso gut als kulturelle Angst-
äquivalente gewertet werden. Die IV-Stelle scheint daraus abzuleiten, dass bei der Beschwerde-
führerin aufgrund ihrer Herkunft aus X.____ keine wahnhafte Störung vorliege. Eine derart pau-
schalisierende und nicht auf die persönliche Krankheitsgeschichte der Beschwerdeführerin Be-
zug nehmende Einschätzung vermag diesen Schluss nicht zu stützen. Prof. D.____ führt diesbe-
züglich überzeugend aus, das Wahnsystem habe einen pathologischen Ich-Bezug, beeinträch-
tige das Leben der Beschwerdeführerin massiv und sei trotz der religiösen Einbettung kulturell 
unangemessen. An anderer Stelle betont er, die charakteristischen und dauerhaften inneren Er-
fahrungs- und Verhaltensmuster würden deutlich von kulturell erwarteten und akzeptierten Vor-
gaben abweichen.  
 
Auch das Vorbringen der Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin gemäss den Akten über ein 
gutes Funktionsniveau verfüge, ist nicht nachvollziehbar. Prof. D.____ legt plausibel dar, weshalb 
die grundsätzlich zu erkennenden Fähigkeiten aus psychiatrischer Sicht zu relativieren sind. Im 
vorliegenden Fall lege gerade nicht allein das theoretisch zu erreichende und vielleicht auch zu 
erfassende kognitive Niveau Leistungs- und Arbeitsfähigkeit fest. Vielmehr sei das Krankheitsbild 
bestimmt durch die wahnhaft anmutende rigide Einengung, die aufgrund des neurotischen Pro-
zesses mit hoher Dynamik das Krankheitsbild ausmache.  
 
6.4 Wie oben ausgeführt (vgl. oben Ziff. 2.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungs-
verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehen-
der Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Prof. D.____ vom 
3. März 2015 (ergänzt mit der Stellungnahme vom 27. März 2017) weist weder formale noch 
inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. oben Ziff. 4.2) – für 
die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt 
die geklagten Beschwerden und es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet 
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizi-
nischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen ärztlichen Einschätzungen auseinander, 
insbesondere mit den Gutachten von Dr. B.____, Dr. C.____ und lic. phil. E.____. Auch die Be-
richte der Fachpersonen aus X.____, die im Übrigen weder von ihrer Struktur noch von ihrer 
medizinischen Dichte her mit schweizerischen Arztberichten vergleichbar sind, hat Prof. D.____ 

 

 
 
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in seine Überlegungen und Schlüsse einbezogen. Des Weiteren sind die Schlussfolgerungen des 
Gutachtens überzeugend. Die Krankheitsentwicklung und die Diagnosen werden sorgfältig, ver-
ständlich und plausibel hergeleitet. Insgesamt vermögen die RAD-Berichte keine Zweifel an der 
Beurteilung von Prof. D.____ zu begründen.  
 
6.5 Das Gutachten von Prof. D.____ vom 3. März 2015, welches noch gemäss altem Ver-
fahrensstandard (vgl. oben E. 2.3) ergangen ist, äussert sich nicht explizit zu den Standardindi-
katoren. Es ergibt sich jedoch aus dem Gutachten, dass die Beschwerdeführerin ihre vorhandene 
Selbstbehauptungsfähigkeit vor allem dazu nutzt, engagiert und hoch motiviert ihr eigenes Krank-
heitskonzept/Besetzungskonzept zu betreiben, und sämtliche Aktivitäten um diesen zentralen 
Bereich gruppiert. Sie folgt der immer wieder auch hyperthymen Stimmungslage entsprechend 
einem grandiosen Krankheitskonzept mit der Gewissheit, vom Satan besessen zu sein. Nach 
Verlust der Tagesstruktur betreibt die Explorandin jetzt mit ähnlicher Vehemenz wie in der Ver-
gangenheit ihre Ausbildung nun stattdessen die Koordination ihrer Therapien, in deren Zentrum 
eine hochfrequente exorzistische Behandlung steht. Besonders eindrücklich sei, dass die Explo-
randin intellektuell und in ihren Ressourcen wenig eingeschränkt agiere, das eigene rigide Krank-
heitskonzept aber durchaus mögliche rehabilitative Massnahmen ersticke. Auch wenn im psychi-
atrischen Sinne eher kein Wahn im psychopathologischen Sinne vorliege, so müsse das neuro-
tische Geschehen auf dem Hintergrund der Persönlichkeit als aktuell für die Explorandin nicht 
überwindbar gelten. In Beantwortung der Fragen des Auftraggebers führt Prof. D.____ unter dem 
Titel "Beeinträchtigung (qualitativ und quantitativ) aufgrund der festgestellten Störungen" explizit 
aus, wie dies gelegentlich bei schwer neurotischen Störungen in Komorbidität zu einer Persön-
lichkeitsstörung gesehen werde, sei der Explorandin bereits die Ausrichtung auf eine Berufstätig-
keit nicht möglich. Zu sehr sei das innere Erleben eingeengt mit einer seit Jahren hoch patholo-
gischen Tagesstruktur. Intellektuell erscheine die Explorandin im Querschnitt praktisch unbeein-
trächtigt, wobei es Hinweise gebe für eine deutlich eingeschränkte Ausdauer. Wesentlich er-
scheine dem Referenten jedoch die nicht gegebene Überwindbarkeit, als auch die in den vorge-
legten Testungen offensichtlichen Defizite in der Ausdauer. In seinem Schreiben vom 27. März 
2017 zu Handen der IV-Stelle bestätigt Prof. D.____ im Wesentlichen seine im Gutachten getä-
tigten Ausführungen. Ergänzend führt er aus, dass für ihn auch plausibel gewesen sei, dass die 
Explorandin in X.____ ein "minimal life" führe aufgrund der alles dominierenden Wahrnehmung, 
besessen zu sein. Faktisch würden die Partizipationsfähigkeiten doch massiv eingeschränkt er-
scheinen. Sämtliche vorliegenden Berichte würden auch die Annahme einer durchgehend de-
pressiven oder zumindest subdrepressiven Grundsymptomatik mit Hinweisen auf erhebliche 
Angstsymptome stützen.  
 
Gestützt auf diese Ausführungen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht in 
der Lage ist, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Bei der Beschwerdeführerin liegt eine kombi-
nierte Persönlichkeitsstörung vor in Verbindung mit intermittierend auftretenden Trance- und Be-
sessenheitszuständen, während die ebenfalls bestehende rezidivierende depressive Störung le-
diglich, aber immerhin leicht bis mittelgradig ausgeprägt ist. Insgesamt liegt eine schwere psychi-
sche Störung vor. Aufgrund der vorliegenden Persönlichkeitsstörung ist die Beschwerdeführerin 
nicht in der Lage, eine adäquate therapeutische Behandlung zu durchlaufen und dies bei einem 

 

 
 
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nun seit über zehn Jahren chronifizierten Krankheitsgeschehen. Es sind zwar gewisse Ressour-
cen theoretisch vorhanden, allerdings verunmöglicht die schwere neurotische Störung in Komor-
bidität mit der Persönlichkeitsstörung die Nutzung dieser Ressourcen im Hinblick auf die Aus-
übung einer Berufstätigkeit und auch in Bezug auf den sozialten Kontext. Die Beeinträchtigungen 
wirken sich auf alle Lebensbereiche aus, indem der Alltag der Beschwerdeführerin vollständig 
von ihrem Krankheitskonzept beherrscht wird. Der gesamte Alltag ist auf die Inanspruchnahme 
der Therapien ausgerichtet und die Inanspruchnahme dieser Therapien ist Ausdruck ihres hohen 
Leidensdrucks; dass diese Therapien aus fachärztlicher Sicht teilweise als inadäquat zu qualifi-
zieren sind, vermag daran nichts zu ändern, sondern ist letztlich wiederum Folge der schweren 
Störung. Festzuhalten ist weiter, dass von gutachterlicher Seite keine Inkonsistenzen festgestellt 
werden konnten und sich solche auch nicht aus den übrigen Akten ergeben.  
 
Daran ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen intellektuell wenig 
beeinträchtigt erscheint. Dazu passt wiederum, dass der neuropsychologische Gutachter auf-
grund der kognitiven Fähigkeiten der Beschwerdeführerin eine Teilzeitarbeitsfähigkeit aus neu-
ropsychologischer Sicht als möglich erachtet. Er berücksichtigt dabei aber die psychiatrischen 
Einschränkungen nicht. Anzumerken ist ferner, dass die Beurteilung von lic. phil. E.____ insoweit 
widersprüchlich erscheint, als er einerseits von einer möglichen Steigerung der vor allem wegen 
kognitiver Defizite eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgeht, gleichzeitig aber eine namhafte Ver-
besserung der kognitiven Leistungen und damit der Arbeitsfähigkeit von einer Remission der psy-
chiatrischen Symptomatik abhängig macht. 
 
6.6 An dieser Sachlage ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführerin gemäss dem Aus-
trittsbericht der Klinik L.____ vom 16. Dezember 2019 nach einem Aufenthalt vom 16. September 
bis 21. Oktober 2019 in deutlich verbessertem Zustand entlassen werden konnte. Die in der Klinik 
L.____ unter anderem gestellten Diagnosen (paranoide Schizophrenie und rezidivierende de-
pressive, gegenwärtig schwere Störung) weisen ebenfalls auf eine letztendlich schwere psychi-
sche Störung hin, die mit einer kontinuierlichen beruflichen Tätigkeit nicht vereinbar ist. Im Aus-
trittsbericht der Klinik L.____, welcher im Übrigen nicht in Kenntnis aller relevanten Akten, insbe-
sondere der medizinischen Gutachten, erstellt wurde, wird denn auch nicht zur Arbeitsfähigkeit 
Stellung genommen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass sich die Beschwerdeführerin auf 
Aufforderung der IV-Stelle in diesen stationären Aufenthalt begeben hat und damit ihrer Scha-
denminderungspflicht nachgekommen ist.  
 
7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf das Gutachten 
von Prof. D.____ vom 3. März 2015 und seiner Stellungnahme vom 27. März 2017 zu 100 % 
arbeitsunfähig ist, wobei die Arbeitsfähigkeit im Verlaufe des Jahres 2009, eventuell bereits Ende 
2008, eingetreten ist. Demzufolge ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen, die angefoch-
tene Verfügung vom 3. Dezember 2019 aufzuheben und der Beschwerdeführerin ein ganze IV-
Rente ab 1. April 2013 (Eingang der Anmeldung bei der SVA am 2. Oktober 2012) zuzusprechen.  
 
8. Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherungen, sofern die versicherte 
Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, für ihre Leistungen nach Ab-

 

 
 
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lauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach des-
sen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Laut Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 2002 beträgt der Satz für 
den Verzugszins fünf Prozent im Jahr. Der Verzugszins wird monatlich auf dem bis Ende des 
Vormonats aufgelaufenen Leistungsanspruch berechnet (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSV). Da die Be-
schwerdeführerin vorliegend ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, sind die 
Voraussetzungen für eine Verzugszinspflicht der IV-Stelle gegeben. Diese ist deshalb dem An-
trag der Beschwerdeführerin entsprechend zu verpflichten, die rückwirkend nachzuzahlenden 
Rentenleistungen nach Ablauf von 12 Monaten nach der Geltendmachung des Anspruchs, d.h. 
demnach mit Wirkung ab 1. Oktober 2013 zu 5 % pro Jahr zu verzinsen.  
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Vorlie-
gend ist die IV-Stelle unterliegende Partei. Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit 
ihr auferlegt, und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.  
 
9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in sei-
ner Honorarnote vom 25. Mai 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insge-
samt 17,49 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- 
und Rechtsfragen grundsätzlich als angemessen erweist. Von der Beschwerdegegnerin nicht zu 
entschädigen ist jedoch der im Verkehr mit der Rechtsschutzversicherung entstandene Aufwand 
in der Höhe von 0,79 Stunden. Der Beschwerdeführer macht für seine Aufwendungen einen Stun-
denansatz von Fr. 300.-- geltend. Praxisgemäss sind die Bemühungen vorliegend jedoch nach 
dem für durchschnittliche Fälle in Sozialversicherungsprozessen zur Anwendung gelangenden 
Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Weiter macht der Rechtsvertreter Auslagen in der 
Höhe von Fr. 274.15 geltend. Auch diesbezüglich gilt, dass die Auslagen in der Höhe von Fr. 2.25, 
welche im Zusammenhang mit der Rechtsschutzversicherung entstanden sind, nicht zu entschä-
digen sind. Zu berücksichtigen ist weiter, dass für Massenkopien lediglich ein Ansatz von Fr. 0.50 
entschädigt wird. Am 24. Januar 2020 wurden 111 Kopien à Fr. 1.50 geltend gemacht. Dieser 
Betrag ist folglich um Fr. 111.-- zu kürzen. Somit sind insgesamt Auslagen in der Höhe von 
Fr. 160.90 zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführerin ist folglich eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 4'669.75 (16,7 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 160.90 zuzüglich 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfü-
gung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 3. Dezember 2019 insoweit 
geändert, als festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung 
ab 1. April 2013 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 

 2. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat die rückwirkend nachzuzahlenden 
Rentenleistungen mit Wirkung ab 1. Oktober 2013 zu 5 % pro Jahr zu 
verzinsen. 

 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 4. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 4'669.75 (inklusive Auslagen und 7,7 % Mehrwert-
steuer) auszurichten. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
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