# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc69d1a7-c35d-5216-8b7e-b7611fe200ed
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2019 D-1267/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1267-2018_2019-08-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1267/2018 
lan 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter Lorenz Noli, Richter Gérard Scherrer,    

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Ass. iur. Christian Hoffs,  

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 29. Januar 2018. 

 

 

 

D-1267/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin, eine Paschtunin mit letztem Wohnsitz in 

B._______ (Provinz C._______), verliess Afghanistan eigenen Angaben 

gemäss ungefähr Mitte Oktober 2015 und gelangte am 16. November 2015 

in die Schweiz, wo sie unter der Identität D._______ gleichentags um Asyl 

nachsuchte. 

A.b Bei der Befragung zur Person (BzP) im Empfangs- und Verfahrenszen-

trum Kreuzlingen vom 19. November 2015 gab die Beschwerdeführerin an, 

sie sei Soldatin bei der afghanischen Armee gewesen. Ihre Aufgabe sei  

es gewesen, bei militärischen Aktionen festgenommene Frauen zu durch-

suchen und zu befragen. Ihren Ehemann, E._______ (N […]), habe sie 

beim Militär kennengelernt; sie seien vor zirka zwei Monaten religiös ge-

traut worden. Zwecks militärischer Ausbildung sei sie einmal für drei Mo-

nate (…) geschickt worden. Die Taliban hätten erfahren, dass sie beim Mi-

litär gewesen sei. Man habe ihr gesagt, sie sei eine Kafer (eine vom rech-

ten Weg Abgekommene). Ihrem Mann habe man dasselbe vorgeworfen. In 

das Haus ihres Mannes sei ein Drohbrief geworfen worden. Man habe ihr 

auch vorgehalten, dass sie einen Schiiten geheiratet habe. Als sie zu ihrem 

Schwiegervater hätten gehen wollen, habe dieser sie angerufen und ge-

sagt, sie sollten wegen des Drohbriefs nicht kommen. Die Taliban hätten 

Angehörige ihres Mannes und ihren Vater geschlagen.  

A.c Mit Schreiben vom 22. Dezember 2016 reichte die Beschwerdeführerin 

einen Arztbericht der (…), (…), vom 20. Dezember 2016 ein. 

A.d Das SEM hörte die Beschwerdeführerin am 15. März 2017 und 4. Mai 

2017 zu ihren Asylgründen an. Sie machte im Wesentlichen geltend, sie 

habe bis vor vier Jahren in B._______ gelebt, wo sie geboren worden sei. 

Sie habe sich im Alter von 15 oder 16 Jahren verheiratet und sei Mutter 

zweier Kinder. Ihr erster Ehemann sei beim Militär gewesen und getötet 

worden. Danach habe man sie mit ihrem Schwager verheiraten wollen. 

Deshalb sei sie zurück zu ihren Eltern gegangen. Ihre Kinder lebten zurzeit 

bei ihren Eltern. Ihre Eltern hätten ihr gesagt, sie müsse mit den Kindern 

zur Familie ihres verstorbenen Mannes zurückgehen. Mit ihrem jetzigen 

Lebenspartner habe sie drei Jahre beim Militär zusammengearbeitet. Er 

habe versprochen, sie zu heiraten. Sie habe es ihrer Familie gesagt, die 

ihr vorgeworfen habe, sich einen Schiiten „geangelt“ zu haben. Sie sei zum 

Militär gegangen, weil sie dazu gezwungen gewesen sei. Dort seien 

schlechte Leute, die sie beschimpft hätten; zudem hätten Leute, die beim 

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Militär gewesen seien, einen schlechten Ruf. Ihre Eltern hätten nicht ge-

wünscht, dass sie zum Militär gehe. Sie habe zusammen mit ihren Kindern 

auswandern wollen, sei aber von ihrem Bruder erwischt worden. Er habe 

ihr die Kinder weggenommen und sie zusammengeschlagen. Sie sei dann 

eine oder zwei Wochen zuhause geblieben und habe aus einer Truhe Geld 

und wichtige Unterlagen herausgenommen. Dann sei sie nach Kabul ge-

gangen, um sich bei den Sicherheitstruppen einzuschreiben, bei denen sie 

drei Jahre lang gedient habe. Sie sei nach F._______ gebracht worden, wo 

sie trainiert worden sei. Als sie nach etwa einem halben Jahr Kontakt mit 

ihren Eltern aufgenommen habe, habe man ihr Vorwürfe gemacht und ge-

droht, ihre Kinder der Familie ihres verstorbenen Mannes zu übergeben. 

Um zu erreichen, dass dies nicht getan werde, habe sie ihr Gehalt nach 

Hause geschickt. Sie habe sich ihrem jetzigen Lebenspartner anvertraut, 

der sie habe heiraten wollen. Ihrer Mutter habe sie dies nach etwa zwei-

einhalb Jahren Dienst gesagt; diese sei nicht einverstanden damit gewe-

sen. Nachdem die Briten abgezogen seien, hätten die Probleme begon-

nen. Die Paschtunen hätten von ihrem Vorhaben (Heirat eines Hazara; An-

merkung des Gerichts) erfahren und es sei für sie auch unmöglich gewe-

sen, im Dorf ihres Ehemannes zu leben. Ihre Eltern hätten ihr gesagt, sie 

solle nicht mehr nach Hause kommen, und hätten die Familie ihres verstor-

benen Mannes informiert. Diese habe es den Taliban zur Kenntnis ge-

bracht, die ins Dorf ihres Lebenspartners gegangen seien und eine Dro-

hung hinterlassen hätten. Seine Eltern hätten gesagt, er solle nicht mehr 

ins Dorf kommen. Viele der Menschen, die in ihrer Truppe gearbeitet hät-

ten, seien nach dem Abzug der Briten getötet worden. Die Personen, die 

von der Armee festgenommen worden seien, hätten sich rächen wollen. 

Nach ihrer Ausreise aus der Heimat, sei einer ihrer Cousins getötet worden, 

weshalb ihr Bruder geflohen sei. Dieser habe sich inzwischen zu Hause 

gemeldet und gesagt, es gehe ihm gut, er arbeite wieder bei der Staatssi-

cherheit. Im Falle einer Rückkehr nach Afghanistan werde sie getötet. Sie 

fürchte sich vor ihrer Schwiegerfamilie und traue niemandem mehr. Sie sei 

auch von Paschtunen, die beim Militär gearbeitet hätten, bedroht worden. 

Ein Dienstkollege habe gedroht, er werde ihren Lebenspartner töten.  

A.e Am 28. Dezember 2017 setzte die Beschwerdeführerin das SEM da-

von in Kenntnis, dass ihre Mutter zusammen mit ihren Kindern zu einer 

Tante nach G._______ gegangen sei. Die Familie ihres verstorbenen Man-

nes habe die Kinder mitnehmen wollen. Sie sorge sich um ihre Kinder, da 

die Tante diese aufgrund von Familienstreitigkeiten nicht habe aufnehmen 

wollen.  

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A.f Zur Stützung ihrer Vorbringen gab die Beschwerdeführerin beim SEM 

verschiedene Beweismittel zu den Akten (vgl. Ziffern 1 – 13 act. A35).  

B.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 29. Januar 2018 – eröffnet am 31. Ja-

nuar 2018 – fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es ihre Wegwei-

sung aus der Schweiz. Da es den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar 

erachtete, ordnete es die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin an. 

C.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 1. März 2018 bean-

tragte die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter, die Verfügung 

vom 29. Januar 2018 sei in den Dispositivziffern 1 – 3 aufzuheben. Es sei 

die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihr Asyl zu gewähren. Sub-

eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 

1 VwVG und Art. 110a Abs. 1 Bst. a und Abs. 3 AsylG (SR 142.31) zu be-

willigen. Ihr Rechtsvertreter sei als amtlicher Rechtsbeistand zu bestellen 

und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Der Ein-

gabe lagen mehrere Beweismittel bei (vgl. S. 17 derselben). 

D.  

Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege mit Zwischenverfügung vom 8. März 2018 gut, und ver-

zichtete dementsprechend auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Er 

gab der Beschwerdeführerin Ass. iur. Christian Hoffs als amtlichen Rechts-

beistand bei. Die Akten übermittelte er zur Vernehmlassung an das SEM.  

E.  

Das SEM verzichtete am 15. März 2018 auf die Einreichung einer Ver-

nehmlassung und hielt an seinen Erwägungen vollumfänglich fest. Das 

Bundesverwaltungsgericht setzte die Beschwerdeführerin am 20. März 

2018 davon in Kenntnis. 

F.  

Die Beschwerdeführerin wandte sich am 17. Mai 2018 an das Bundesver-

waltungsgericht und teilte mit, sie habe vor ihrer Ausreise mit ihrem Le-

benspartner eine «Sighe-Ehe» (Ehe auf Zeit) geschlossen, um mit ihm zu-

sammen reisen zu können. 

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Seite 5 

G.  

Mit Schreiben vom 22. November 2018 teilte die Beschwerdeführerin mit, 

ihre Mutter habe zusammen mit ihren beiden Kindern ins Heimatdorf zu-

rückkehren müssen. Da ihr Sohn gesundheitlich angeschlagen sei, habe 

die Familie ihres verstorbenen Ehemannes darauf verzichtet, die Kinder 

mitzunehmen. Ihre Eltern hätten sich verpflichten müssen, die Verantwor-

tung für die Kinder zu übernehmen. Sobald der Sohn älter sei, müsse er 

aber zur Schwiegerfamilie der Beschwerdeführerin gehen.   

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM begründet seine Verfügung damit, die Beschwerdeführerin 

habe zu ihrer Identität, zu derjenigen ihrer Kinder und zu ihrem Zivilstand 

unterschiedliche Angaben gemacht. Bei der BzP habe sie angegeben, 

D._______ zu heissen und (…) Jahre alt zu sein, was bedeuten würde, 

dass sie (…) zur Welt gekommen sei. Bei der Anhörung habe sich ange-

sichts der eingereichten Unterlagen herausgestellt, dass sie (…) unter den 

Personalien A._______, geboren (…), für das „(…)“ registriert worden sei. 

Da sie gemäss eigenen Angaben mit ihrem Pass und einem Visum (…) 

gereist sei, müsse es sich bei diesen Personalien um die echten handeln. 

Einer dahingehenden Anpassung der Personalien habe sie zugestimmt. 

Mit einer Eingabe vom 26. September 2017 habe sie mitgeteilt, sie sei (…) 

zur Welt gekommen. Ihr Bruder sei noch nicht 18 Jahre alt gewesen und 

habe zum Militär gehen wollen, weshalb ihr Vater ihn und sie als älter habe 

eintragen lassen. Ihr Einwand werde zur Kenntnis genommen. Bei der BzP 

habe sie erklärt, ihre Kinder hiessen H._______ und J._______. Bei der 

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Anhörung habe sie gesagt, die Kinder trügen den Namen ihres verstorbe-

nen Ehemannes und hiessen H._______ und I._______. Sie wolle mit des-

sen Familie nichts zu tun haben und habe die Namen deshalb nicht er-

wähnt. Während sie bei der BzP gesagt habe, religiös getraut worden zu 

sein und beim Ehemann im Dorf gelebt zu haben, habe sie bei der Anhö-

rung gesagt, nicht geheiratet zu haben und nie im Dorf ihres Mannes ge-

wesen zu sein. Sie hätten sich als religiös getraut ausgegeben, um nicht 

getrennt zu werden. Zu den Möglichkeiten, ihre Tazkira beizubringen, habe 

sie unterschiedliche Angaben gemacht. Das Aussageverhalten lasse auf 

eine Person schliessen, die ihre Personalien verschleiern wolle. 

Die Angaben, welche die Beschwerdeführerin bezüglich der Haltung ihrer 

Familie gemacht habe, stimmten nicht überein. Bei der BzP habe sie an-

gegeben, ihre Familie sei aus finanziellen Gründen damit einverstanden 

gewesen, dass sie sich dem Militär anschliesse. Im Rahmen der Anhörung 

habe sie gesagt, sie habe sich heimlich der Armee angeschlossen und sich 

während den ersten fünf Monaten nicht zu Hause gemeldet. Ihre Familie 

sei dagegen gewesen und habe ihr Vorwürfe gemacht. Auf Vorhalt habe 

sie gesagt, sie habe mit ihrem Bruder darüber gesprochen, der gesagt 

habe, er wäre einverstanden gewesen, wenn sie ein Junge gewesen wäre. 

Darauf aufmerksam gemacht, man habe sie bei der BzP konkret zur Hal-

tung ihrer Familie gefragt, habe sie gesagt, diese habe nichts dagegen ge-

habt, solange sie Geld nach Hause geschickt habe. Ihre Aussagen seien 

unterschiedlich und sie passe sie auf Nachfrage der jeweiligen Situation 

an.  

Bei der BzP habe sie angegeben, sie sei ausgereist, weil die Taliban bei ihr 

zuhause gefragt hätten, weshalb sie einen Schiiten geheiratet habe. Ihr 

Vater sei deshalb geschlagen worden und ihr Mann habe wegen der Heirat 

auch Probleme gehabt. Seine Brüder und er seien ebenfalls geschlagen 

worden und sein Vater habe einen Drohbrief erhalten. Bei einer Rückkehr 

fürchte sie sich vor den Taliban und den Daesh. Dass die beiden Familien 

Probleme gehabt hätten, könne nicht geglaubt werden, da sie bei der An-

hörung erklärt habe, sie sei nie verheiratet gewesen.  

Es könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin beim 

Militär gewesen sei. Ob sie und ihre Familie deswegen Probleme gehabt 

hätten, könne aufgrund ihrer unterschiedlichen Aussagen nicht festgestellt 

werden. Dass die Situation für Militärangehörige in Afghanistan gefährlich 

sein könne, sei unbestritten und teilweise berufsbedingt. Die Aussage ihres 

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Bruders, er sei zum Militärdienst zurückgekehrt, relativiere das Gefähr-

dungspotenzial.  

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, dass in der Schweiz ein Ehe-

vorbereitungsverfahren mit dem Lebensgefährten der Beschwerdeführerin 

im Gang sei. Am 20. Juli 2016 habe sie mit ihm einen Streit gehabt, bei 

dem er tätlich geworden sei. Sie sei anschliessend von ihm getrennt wor-

den und habe eine Fehlgeburt erlitten. Ab Oktober 2016 habe sie sich wie-

der mit ihm getroffen. Nachdem er ohne sie in eine andere Gemeinde trans-

feriert worden sei, habe sie am 1. Dezember 2016 Tabletten geschluckt, 

wonach sie ins Kantonsspital eingeliefert worden sei. Am 22. März 2017 

habe sie bei einer Operation erneut ein Kind verloren. Sie befinde sich im-

mer noch in psychologischer und ärztlicher Behandlung.  

Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Aussagen ihres Lebenspartners 

beim Entscheid nicht berücksichtigt worden seien, deckten sich ihre Aus-

reisegründe doch weitgehend. Die Beschwerdeführerin habe bei der BzP 

falsche Angaben zu ihrem Zivilstand und dem Familiennamen ihrer Kinder 

gemacht, was im Hinblick auf ihre Biographie verständlich sei. Der Famili-

enname ihrer Kinder laute K._______ und nicht L._______. Sie sei im Alter 

von 15 oder 16 Jahren gegen ihren Willen verheiratet worden und habe 

durch ihren Ehemann und dessen Familie schlimme Dinge erlebt. Sie habe 

gesagt, sie wolle diesen Namen nicht mit ihren Kindern in Verbindung brin-

gen, weshalb sie bei der BzP einen Namen erfunden habe. Sie habe bei 

der BzP auch angegeben, mit ihrem Lebenspartner verheiratet zu sein und 

dessen Namen zu tragen. Aufgrund der Probleme, die sich aufgrund ihrer 

Verbindung in Afghanistan ergeben hätten, seien sie ausgereist, um im 

Ausland offiziell zusammen sein zu können. Sie hätten zu Hause versucht, 

eine Nikah durchzuführen, was nicht möglich gewesen sei. Sie habe fälsch-

licherweise angegeben, bereits religiös verheiratet zu sein, weil man ihr 

dazu geraten habe. Zwischen ihr und ihrem Lebenspartner bestehe eine 

enge Verbindung, die trotz Schwierigkeiten Bestand habe. Sie habe schon 

vor der Anhörung erklärt, nicht mit ihm verheiratet zu sein. Bei der BzP 

habe sie angegeben(…) Jahre alt zu sein, was korrekt sei. Bei den afgha-

nischen Behörden sei sie mit Geburtsdatum (…) registriert worden. Da ihr 

minderjähriger Bruder unbedingt ins Militär habe gehen wollen, sei bei der 

Ausstellung der Tazkiras bezüglich ihm und ihr ein früheres Geburtsdatum 

angegeben worden. Sie könne ihr Geburtsdatum nicht beweisen, habe 

aber mit ihrer Eingabe vom 26. Januar 2016 auf diese Umstände hinweisen 

wollen, was ihr nicht entgegengehalten werden könne. Es könne ihr nicht 

vorgehalten werden, sie wolle ihre Identität verschleiern, da sie sämtliche 

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Dokumente vom Militär und von der (…) abgegeben habe. Ihre Tazkira be-

finde sich bei den Militärbehörden, ihre Familie habe eine Kopie davon. Bei 

der BzP habe sie gesagt, sie werde versuchen, diese zu beschaffen. Da 

sie von ihrem Vater keine Unterstützung erhalte, sei es ihr nicht möglich, 

weitere Dokumente zu beschaffen. 

Bei der BzP habe es sich um eine stark verkürzte BzP gemäss Szenario 

5000 gehandelt. Dass es angesichts des Zeitdrucks zu Ungenauigkeiten 

kommen könne, sei offensichtlich. Vorliegend habe die BzP inklusive Rück-

übersetzung 75 Minuten gedauert. Die Beschwerdeführerin sei in einer 

schlechten psychischen und physischen Verfassung gewesen. Zu Beginn 

der Anhörung habe sie erklärt, es gehe ihr nicht gut. Da sie seit Einreise 16 

Monate auf die Anhörung gewartet habe, habe sie diese dennoch durch-

führen wollen. Den Arztberichten sei zu entnehmen, dass sie das Spital vor 

der ersten Anhörung früher als von den Ärzten empfohlen verlassen habe. 

Auch bei der Fortsetzung der Anhörung sei sie gesundheitlich angeschla-

gen gewesen, habe aber dennoch ausführlich und detailliert über ihre Asyl-

gründe berichtet. Die Vorinstanz beziehe sich lediglich auf scheinbare Wi-

dersprüche zwischen BzP und Anhörung. Die Aussage, die sie bei der BzP 

zur Einstellung ihrer Familie bezüglich ihres Militärdienstes gemacht habe, 

sei nicht falsch, aber unvollständig. Sie sei schon als Kind vom Militärdienst 

fasziniert gewesen und ihr Vater habe ihr gesagt, es wäre okay, wenn sie 

zum Militär ginge, da er sie nicht ernst genommen habe. Als sie wieder mit 

ihrer Familie Kontakt aufgenommen habe – sie habe damals bereits sechs 

Monate Dienst geleistet –, sei sie auf Ablehnung gestossen. Solange sie 

ihren Eltern Geld geschickt habe, hätten diese sich aber ruhig verhalten. 

Sie habe im Rahmen der Anhörung ausführlich und schlüssig ausgeführt, 

wie sich ihre Familie verhalten habe und es könne nicht gesagt werden, sie 

würde ihre Aussagen stets anpassen.  

Die Vorinstanz habe die Sachlage verkannt. Die Beschwerdeführerin sei 

mit ihrem Lebenspartner zwar nicht verheiratet gewesen, habe aber den-

noch eine Beziehung mit ihm geführt, was zu Problemen mit den anderen 

Soldaten geführt habe. Sie sei beschimpft und es seien Todesdrohungen 

ausgesprochen worden. Nachdem die Taliban davon erfahren hätten, hät-

ten sie der Familie des Lebenspartners einen Drohbrief geschickt und 

seien zweimal zu dieser gegangen. Ihr Vater sei ebenfalls bedroht und ge-

schlagen worden. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin eine Bezie-

hung mit ihrem Lebenspartner geführt habe, ihnen Geschlechtsverkehr 

nachgesagt worden sei und sie eine Heirat geplant hätten, obwohl sie nach 

Brauch mit ihrem Ex-Schwager hätte verheiratet werden sollen, sei ein 

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Verstoss gegen die islamischen Regeln, was zum Verfolgungsinteresse 

der Taliban geführt habe. Dieses sei dadurch verstärkt worden, dass die 

Taliban Kenntnis davon erlangt hätten, dass sie für die afghanischen Si-

cherheitskräfte gearbeitet habe. Die Einheit der Beschwerdeführerin habe 

den Taliban viel Schaden zugefügt, und diese wollten sich nun rächen. 

Beim Hinweis der Vorinstanz, ihr Bruder sei zum Militär zurückgekehrt, 

werde ausser Acht gelassen, dass sein Leben weiterhin in Gefahr sei. Sie 

habe aus mehreren Gründen Furcht vor Verfolgung und habe diese glaub-

haft gemacht.  

Das Bundesverwaltungsgericht habe im Urteil E-5522/2017 festgehalten, 

dass Personen, die „unmoralischer Verhaltensweisen“ bezichtigt würden, 

über die parallelen Justizstrukturen regierungsfeindlicher Kräfte in Afgha-

nistan zu harten Strafen „verurteilt“ werden könnten. Diesbezüglich seien 

Verstösse gegen die Scharia beziehungsweise deren Auslegung durch die 

Taliban relevant. Schädliche traditionelle Bräuche, die in diskriminierenden 

Ansichten zur Rolle der Frauen in der Gesellschaft wurzelten, beträfen in 

hohem Ausmass Frauen und Mädchen. Dazu gehörten Zwangsheirat, 

Hausarrest und Ehrenmorde. Zwangsverheiratet würden auch Witwen mit 

einem Mann aus der Familie des verstorbenen Ehepartners. Frauen, die 

vermeintlich soziale Normen und Sitten verletzten, würden stigmatisiert 

und diskriminiert. Zudem sei ihre Sicherheit gefährdet. Frauen ohne Unter-

stützung und Schutz seien besonders gefährdet. Inhaftierungen aufgrund 

von Verletzungen des Gewohnheitsrechts oder der Scharia beträfen vor 

allem Frauen. In Gebieten, die unter Kontrolle der Taliban oder anderer 

regierungsfeindlicher Kräfte stünden, bestehe für Personen, die unmorali-

scher Verhaltensweisen bezichtigt würden, das Risiko, hart bestraft zu wer-

den. Die Beschwerdeführerin stamme aus einem Gebiet, dass grössten-

teils von den Taliban kontrolliert werde. Sie habe sich aus Sicht der Taliban 

in mehrfacher Hinsicht «unmoralischer Verhaltensweisen» strafbar ge-

macht. Ihre Vergehen seien den Taliban bekannt und auch die Familie ihres 

verstorbenen Mannes habe ein Interesse an ihrer Verfolgung.  

Aus UNO-Berichten gehe hervor, dass die afghanischen Sicherheitskräfte 

zunehmend angegriffen würden. Die Beschwerdeführerin sei während 

dreier Jahre bei diesen tätig gewesen und habe mehrfach als Frauen ver-

kleidete Kämpfer enttarnt und festgenommen. Ihre Tätigkeit sei den Taliban 

bekannt. Es sei ihr nicht möglich, ins Heimatdorf zurückzukehren oder den 

Schutz ihrer Familie in Anspruch zu nehmen. Bei einer Rückkehr müsste 

sie sich den Sicherheitskräften erneut anschliessen. Es sei von einem ho-

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Seite 11 

hen, von den Taliban ausgehenden Verfolgungsrisiko auszugehen. Ange-

sichts dessen, dass sie bei den Sicherheitskräften gewesen sei und gegen 

die religiösen Grundsätze verstossen habe, bestehe sowohl in subjektiver 

als auch in objektiver Hinsicht Anlass zur Annahme, eine Verfolgung hätte 

sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirk-

licht. Dies sei aufgrund der schlechten Sicherheitslage auch heute noch 

der Fall. Die für Personen einer Risikogruppe mit erheblicher Wahrschein-

lichkeit drohende Verfolgung durch die Taliban stelle eine Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG dar. Ihr stehe keine innerstaatliche Fluchtalternative 

offen.  

Das SEM habe sich in der angefochtenen Verfügung nicht damit auseinan-

dergesetzt, dass der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Afgha-

nistan eine Zwangsverheiratung mit ihrem Ex-Schwager drohe. Dadurch 

habe es seine Begründungspflicht beziehungsweise den Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt.  

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt 

und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen).  

5.2  

5.2.1 Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung berechtigterweise 

darauf hin, dass die Beschwerdeführerin voneinander abweichende Anga-

ben zu ihrer Identität machte. Zur Identität gehören Namen, Vornamen, 

Staatsangehörigkeiten, Ethnie, Geburtsdatum, Geburtsort und Geschlecht 

(Art. 1a Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, 

SR 142.311]). Bei der Asylgesuchstellung gab die Beschwerdeführerin an, 

sie sei im (…) geboren worden (act. A1/2), wogegen sie bei der BzP sagte, 

sie sei (…) geboren worden – sie wisse, dass sie (…) Jahre alt sei, könne 

aber das genaue Geburtsdatum nicht angeben (act. A4/12 S. 2). Bei der 

Anhörung machte die Beschwerdeführerin geltend, sie könne nicht sagen, 

wann sie geboren sei und kenne ihr Geburtsjahr nicht (act. A34/18 S. 5). 

Den von ihr eingereichten Dokumenten (Arbeitsausweis, türkisches Dip-

lom) ist zu entnehmen, dass sie am (…) beziehungsweise am (…) geboren 

worden sei. Es mag zwar zutreffen, dass Geburtsdaten in Afghanistan we-

niger Bedeutung beigemessen wird als in europäischen Ländern, dennoch 

dürfte erwartet werden, dass eine Asylgesuchstellerin dazu übereinstim-

mende Angaben macht. Die Erklärung der Beschwerdeführerin, das Alter 

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Seite 12 

in ihrer Tazkira, das den eingereichten Dokumenten (Arbeitsausweis, türki-

sches Diplom) zugrunde liege, sei falsch aufgenommen worden – sie sei 

älter «gemacht» worden, weil das Alter in der Tazkira ihres Bruders, der ins 

Militär habe gehen wollen, höher angegeben worden sei, vermag nicht zu 

überzeugen. Hätte ihre Familie erreichen wollen, dass ihr Bruder frühzeitig 

ins Militär hätte gehen können, hätte es ausgereicht, dessen Alter in seiner 

Tazkira falsch anzugeben. Die Tazkira der Beschwerdeführerin wurde im 

Rekrutierungsprozess des Bruders nicht benötigt, weshalb eine falsche An-

gabe in derselben keinen Sinn machen würde. Zudem hat die Beschwer-

deführerin bei der BzP und auch im weiteren Verlauf des Verfahrens fal-

sche Angaben zu ihrem Familiennamen gemacht. 

5.2.2 Die Beschwerdeführerin gab bei der BzP an, sie habe mit ihrem ver-

storbenen Ehemann zwei Kinder gehabt. Ihr (…)jähriger Sohn heisse 

H._______ und ihre (…)jährige Tochter heisse J._______ (act. A4/12 S. 6). 

Bei der Anhörung behauptete sie, einen Nachnamen gebe es nicht, die 

Kinder hätten den Namen ihres Vaters – sie möchte weder über ihn noch 

über seine Familie sprechen. Diese Familie habe sie nach dem Tod ihres 

ersten Mannes mit dessen Bruder verheiraten wollen und habe grossen 

Druck auf sie ausgeübt. Sie sei wegen dieser Familie in der Schweiz und 

wolle deren Namen nicht mit ihren Kindern in Verbindung bringen. Ihre 

Tochter sei sechs und ihr Sohn sei vier Jahre alt. Ihr Sohn sei drei Monate 

alt gewesen, als ihr erster Mann während der Leistung des Militärdienstes 

ums Leben gekommen sei. Sie habe nicht zu dieser Familie zurückkehren 

wollen, weshalb diese eine «Jirga» (Versammlung des Ältestenrats) einbe-

rufen habe. Ihre Eltern seien geschlagen worden und hätten gesagt, die 

Schwiegerfamilie sei im Recht, sie müsse mitgehen. Sie habe keine andere 

Wahl gehabt, als die Tazkira ihres Vaters und ihre eigene zu nehmen und 

nach Kabul zu gehen, wo sie sich beim Innenministerium für den Militär-

dienst gemeldet habe (act. A34/18 S. 8). Ihr Sohn sei damals neun Monate 

alt gewesen (act. A41/13 S. 21 [recte: S. 4]). 

Die Erklärung der Beschwerdeführerin, sie habe bei der BzP einen fal-

schen Namen ihrer Kinder angegeben, weil sie nichts mit der Familie deren 

verstorbenen Vaters zu tun haben wolle, erstaunt angesichts der Tatsache, 

dass sie bei der BzP einleitend auf ihre Mitwirkungspflicht hingewiesen 

wurde (act. A4/12 S. 2). Zudem lassen sich ihre Angaben zum Alter ihres 

Sohnes nicht mit ihrem Lebenslauf in Übereinstimmung bringen. Bei der 

BzP vom November 2015 gab sie an, ihr Sohn sei zwei Jahre alt (act. A4/12 

S. 6), bei der Anhörung vom März und Mai 2017 sagte sie, er sei vier Jahre 

alt (act. A34/18 S. 8). Der Sohn müsste aufgrund dieser Aussagen im Jahr 

D-1267/2018 

Seite 13 

2013 zur Welt gekommen sein. Sowohl bei der BzP, als auch bei der An-

hörung machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe insgesamt drei 

Jahre lang Militärdienst geleistet (act. A4/12 S. 4 und A34/18 S. 4 und S. 6); 

da sie Afghanistan eigenen Angaben gemäss Mitte Oktober 2015 verliess, 

müsste sie im Herbst 2012 in den Militärdienst eingetreten sein. Da ihr 

Sohn damals neun Monate alt gewesen sein soll, müsste er Ende 2011/An-

fang 2012 und nicht im Jahr 2013 geboren worden sein.  

Die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren familiären Verhältnissen 

sind in mehrerer Hinsicht ungereimt. 

5.2.3 Die Beschwerdeführerin machte auch zu ihrem Lebenslauf voneinan-

der abweichende Angaben. Bei der BzP brachte sie vor, sie habe nach der 

Heirat ihres zweiten Ehemannes zirka einen Monat lang bei ihm in 

M._______ gelebt (act. A4/12 S. 5). Während der Anhörung sagte sie, sie 

sei noch nie im Dorf gewesen, aus dem ihr Lebenspartner stamme (act. 

A34/18 S. 14). Sie habe bei der BzP falsche Angaben gemacht, damit sie 

mit ihrem Lebenspartner habe zusammenbleiben können (act. A34/18 

S. 15). Es mag zwar nachvollziehbar sein, dass die Beschwerdeführerin 

nach ihrer Ankunft in der Schweiz nicht von ihrem Lebenspartner getrennt 

werden wollte, sie wurde aber einleitend auf ihre Mitwirkungspflicht hinge-

wiesen und es wurde ihr gesagt, dass falsche Angaben sich negativ auf 

den Entscheid auswirkten (act. A4/12 S. 2). 

5.2.4 Bei der BzP behauptete die Beschwerdeführerin, sie sei Analphabe-

tin und habe deshalb beim Ausfüllen des Personalienblatts hinsichtlich ih-

res Geburtsdatums einen Fehler gemacht (act. A4/12 S. 3). Auf Nachfrage, 

wie sich das Analphabetentum mit den Aufgaben, die sie beim Militär ge-

habt habe, vereinbaren lasse, entgegnete sie, sie sei «nicht so ganz Anal-

phabetin», habe aber keine Ausbildung (act. A4/12 S. 8). Bei der Anhörung 

legte sie dar, sie sei drei Jahre lang im Militär gewesen und habe im Jahr 

2015 in der Türkei einen Fortbildungskurs besuchen können. Sie habe Aus-

bildungen für Polizistinnen, in erster Hilfe und bezüglich Einhaltung von 

Menschenrechten erhalten. Sie habe «Computer gelernt» und sich mit «In-

ternet-Technik» befasst (act. A34/18 S. 4). Erneut auf ihre Angabe ange-

sprochen, sie sei Analphabetin, sagte sie, sie habe die Schule nur bis zur 

neunten Klasse besucht und sei sich wie eine Analphabetin vorgekommen, 

eigentlich habe sie die Schule nur bis zur fünften Klasse richtig besucht. 

Als sie zu den Sicherheitstruppen gekommen sei, habe sie einen Alphabe-

tisierungskurs besucht (act. A34/18 S. 5). Aufgrund der Aktenlage steht 

D-1267/2018 

Seite 14 

fest, dass die Angabe der Beschwerdeführerin bei der BzP, sie sei Anal-

phabetin, nicht den Tatsachen entspricht. Aufgrund der zahlreichen, zum 

Teil anspruchsvollen Kurse, die sie besuchte, und ihrer Fertigkeit im Um-

gang mit Computern, ist davon auszugehen, dass sie über eine bessere 

schulische Ausbildung als geltend gemacht verfügt. 

5.2.5 Angesichts der teilweise tatsachenwidrigen und teilweise ungereim-

ten Aussagen der Beschwerdeführerin entstehen Zweifel an ihrer persönli-

chen Glaubwürdigkeit. 

5.3  

5.3.1 Bei der BzP sagte die Beschwerdeführerin, sie sei nach dem Tod ih-

res verstorbenen Ehemannes in einer Zwangssituation gewesen. Ihrer Fa-

milie sei es finanziell nicht gut gegangen und sie sei die Einzige gewesen, 

die etwas habe verdienen können. Deshalb hätten ihre Eltern nichts dage-

gen gehabt, dass sie in den Militärdienst gegangen sei (act. A4/12 S. 4). 

Im Rahmen der Anhörung machte sie geltend, ihre Eltern hätten nicht ge-

wollt, dass sie zum Militär gehe, da sie dies als Schande betrachtet hätten. 

Als sie nach fünf oder sechs Monaten Dienst erstmals Kontakt mit ihren 

Eltern aufgenommen habe, hätte sie mit ihr geschimpft und gedroht, sie 

würden die Kinder der Schwiegerfamilie übergeben. Damit sie dies nicht 

getan hätten, habe sie ihnen ihr Gehalt geschickt (act. A34/18 S. 10). Wenn 

sie nach Hause angerufen habe, habe man ihr gesagt, man werde sie ent-

erben, sie sei tot für die Familie. Nachdem sie ihren Eltern eröffnet habe, 

dass sie nochmals heiraten wolle, hätten diese gesagt, sie solle nicht mehr 

nach Hause kommen und sie habe kein Anrecht mehr auf ihre Kinder (act. 

A34/18 S. 11).  

Diese Angaben sind nicht miteinander in Übereinstimmung zu bringen. Die 

Beschwerdeführerin wurde bei der BzP ausdrücklich gefragt, wie die Ein-

stellung ihrer Eltern zu ihrer Absicht, zum Militär zu gehen, gewesen sei. 

Sie antwortete, ihre Eltern hätten aus wirtschaftlichen Gründen nichts da-

gegen gesagt. Während der Anhörung schilderte sie aber, ihre Eltern hät-

ten sich dagegengestellt, dass sie zum Militär gehe und ihr Vorwürfe ge-

macht, nachdem sie sich erstmals telefonisch gemeldet habe. Auch das 

weitere im Verlauf der Anhörung geschilderte Verhalten ihrer Eltern lässt 

sich nicht mit ihrer bei der der BzP gegebenen Antwort vereinbaren. Die 

Erklärung der Beschwerdeführerin, ihre Eltern hätten sich ruhig verhalten, 

solange sie Geld nach Hause geschickt habe, überzeugt nicht. Gemäss 

den Schilderungen der Beschwerdeführerin soll die Familie ihres verstor-

benen Mannes erheblichen Druck auf ihre Eltern ausgeübt haben, damit 

D-1267/2018 

Seite 15 

diese ihr die Kinder aushändige. Ihre Eltern hätten sich ebenso auf den 

Standpunkt gestellt, sie habe keinen Anspruch mehr auf die Kinder. Nach-

dem die Beschwerdeführerin Afghanistan verliess, konnte sie ihren Eltern 

kein Geld mehr schicken. Trotzdem soll ihre Mutter mit den Kindern ihren 

Wohnort verlassen und während mehreren Monaten bei Verwandten gelebt 

haben, um die Kinder der Schwiegerfamilie nicht aushändigen zu müssen. 

Nachdem die Mutter mit den Kindern zurückgekehrt ist, soll man nun eine 

Einigung mit der Schwiegerfamilie getroffen haben. Wäre das Verhältnis 

zwischen der Beschwerdeführerin und ihren Eltern einerseits und das Ver-

hältnis zwischen ihrer Familie und der Schwiegerfamilie anderseits so be-

lastet beziehungsweise feindselig wie von der Beschwerdeführerin bei der 

Anhörung geltend gemacht, wäre der längerfristige Verbleib der Kinder bei 

ihrer Familie wohl kaum möglich gewesen.  

5.3.2 Die Beschwerdeführerin brachte bei der BzP vor, die Taliban hätten 

sie als Kafer bezeichnet, weil sie Militärdienst geleistet und einen Schiiten 

geheiratet habe. Ihr Mann sei unter denselben Druck geraten; man habe 

einen Drohbrief in sein Haus geworfen. Die Taliban hätten die Angehörigen 

ihres Mannes und ihren Vater geschlagen. Sie fürchte sich im Falle einer 

Rückkehr nach Afghanistan vor den Taliban und den Daesh (act. A4/10 

S. 8). Bei der Anhörung machte die Beschwerdeführerin geltend, sie fühle 

sich vor allem von der Familie ihres ersten Ehemannes bedroht (act. 

A34/18 S. 11 und A41/13 S. 21 ff. [recte: S. 4 ff.]). Das Bundesverwaltungs-

gericht erachtet es als nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin 

vor regierungsfeindlichen Gruppierungen fürchtete, da diese bekannter-

massen Anschläge auf die Sicherheitskräfte verüben und den Angehörigen 

der Sicherheitskräfte auch ausserhalb des Dienstes nachstellen. Dass die 

Situation der afghanischen Soldaten und Soldatinnen nach dem Abzug 

zahlreicher internationaler Kräfte – wie von der Beschwerdeführerin ge-

schildert – kritischer wurde, entspricht den Tatsachen. Das Bundesverwal-

tungsgericht erachtet das erst bei der Anhörung geltend gemachte Vorbrin-

gen, die Feindseligkeit ihrer Schwiegerfamilie sei einer der beiden Haupt-

gründe für ihre Ausreise aus der Heimat gewesen, als nachgeschoben und 

vorliegend unglaubhaft. Wären Drohungen seitens der Schwiegerfamilie 

und eine Zwangsverheiratung mit dem Bruder ihres verstorbenen ersten 

Ehemannes ein wesentlicher Grund für die Ausreise gewesen, hätte sie 

dies bei der BzP zumindest ansatzweise erwähnen müssen. Wie bereits 

vorstehend erwogen, geht das Bundesverwaltungsgericht nicht davon aus, 

dass das Verhältnis der Familie ihres verstorbenen Mannes zu ihrer eige-

nen Familie derart belastet wie bei der Anhörung geltend gemacht ist. 

D-1267/2018 

Seite 16 

5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsge-

richt davon ausgeht, die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer Tätigkeit 

für die afghanische Armee, bei der sie in gemeinsamen Aktionen mit aus-

ländischen Verbänden eingesetzt wurde, seitens der Taliban in allgemeiner 

Hinsicht gefährdet gewesen. An ihrer Darstellung, die Taliban hätten wegen 

ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer Verbindung zu einem Hazara konkrete 

Drohungen ausgestossen, bestehen überwiegende Zweifel. Ebenso wenig 

erachtet das Bundesverwaltungsgericht es als glaubhaft, dass die Be-

schwerdeführerin im Streit mit ihrer Familie steht und von der Schwierger-

familie bedroht wird. 

6.  

6.1 Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft im Sinne 

von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, 

beziehungsweise solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft befürchten muss, sofern ihr die Nachteile gezielt und auf-

grund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive 

zugefügt worden sind respektive zugefügt zu werden drohen. Eine begrün-

dete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn 

ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung hätte sich – aus 

der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger 

Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirk-

lichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete 

Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer 

Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht hervorru-

fen würden. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zu-

künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Aus-

reise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeit-

punkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Anspruch auf Asyl nach 

schweizerischem Recht hat somit nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernst-

haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war (Vorflucht-

gründe) oder aufgrund von äusseren, nach der Ausreise eingetretenen 

Umständen, auf die er keinen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr 

ins Heimatland solche ernsthaften Nachteile befürchten müsste (soge-

nannte objektive Nachfluchtgründe). 

6.2 Wie bereits vorstehend zur Frage der Glaubhaftigkeit ausgeführt 

wurde, erachtet das Bundesverwaltungsgericht das Vorbringen der Be-

schwerdeführerin, sie sei indirekt von den Taliban bedroht worden, als un-

glaubhaft. Der allgemeinen, latenten Gefährdung, welcher sie durch ihre 

D-1267/2018 

Seite 17 

berufliche Tätigkeit für die afghanische Armee ausgesetzt war, kommt 

keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu. Massgebend für die Frage der 

flüchtlingsrechtlichen Relevanz einer Verfolgung ist, ob diese wegen 

äusserer oder innerer Merkmale erfolgt ist beziehungsweise künftig droht, 

die untrennbar mit der Person oder Persönlichkeit des Opfers verbunden 

sind. Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes und der Flüchtlingskonvention 

erfolgt immer wegen des Seins, nicht wegen des Tuns; zwar kann der Ver-

folger gleichzeitig oder sogar vordergründig hauptsächlich auf Handlungs-

weisen einer Person abzielen; bedeutsam für die Flüchtlingseigenschaft 

wird der Eingriff des Verfolgers aber nur, wenn dieser die hinter einer Hand-

lungsweise steckende Eigenart und Gesinnung der entsprechenden Per-

son treffen will (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 32 E. 8.7.1 sowie WALTER 

STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 

2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.11). Die seitens der Taliban bestehende Ge-

fährdung von Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte kann weder 

als politisch, ethnisch, rassistisch, nationalistisch noch aufgrund der sozia-

len Zugehörigkeit motiviert erachtet respektive begründet werden, sondern 

wäre – soweit sich die von der Beschwerdeführerin geäusserten Befürch-

tungen erfüllt hätten – als krimineller Akt der Taliban im Kontext des Afgha-

nistankonflikts zu qualifizieren, dem nach der Schweizer Asylpraxis keine 

flüchtlingsrechtliche Relevanz zukommt. Von Übergriffen der Taliban sind 

zudem sowohl weibliche, als auch männliche Angehörige der afghanischen 

beziehungsweise internationalen Sicherheitskräfte bedroht. Das Bundes-

verwaltungsgericht geht auch nicht davon aus, dass Angehörige der Si-

cherheitskräfte in Afghanistan eine soziale Gruppe repräsentieren, da ihr 

Beruf nicht untrennbar mit der Persönlichkeit verknüpft ist. Es handelt sich 

somit um ein „Tun“ und nicht um ein flüchtlingsrechtlich relevantes „Sein“ 

(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7288/2017 vom 18. Februar 

2019 E. 5.3.). 

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht nicht davon aus, dass der Be-

schwerdeführerin seitens paschtunischer Soldaten in naher Zukunft Über-

griffe gedroht hätten, weil sie mit einem Hazara eine Verbindung eingegan-

gen war. Die ausgestossenen Drohungen sollen sich vor allem gegen ihren 

Lebenspartner gerichtet haben, es kam bis zum Zeitpunkt der Ausreise in-

dessen zu keinen konkreten Auseinandersetzungen oder Angriffen auf ihn. 

Gemäss den Angaben ihres Lebenspartners wusste der Kommandant über 

die Beziehung Bescheid und weder er noch die Beschwerdeführerin sag-

ten aus, sie hätten deshalb mit den Vorgesetzten Schwierigkeiten gehabt. 

Somit ist davon auszugehen, dass es sich bei den Unmutsbezeugungen 

D-1267/2018 

Seite 18 

paschtunischer Soldaten um Anfeindungen von Drittpersonen handeln 

würde, die sich nicht im Einverständnis mit den Vorgesetzten gegen die 

Beschwerdeführerin unbotmässig verhalten hätten. Die von der Beschwer-

deführerin geltend gemachten Probleme mit anderen Soldaten sind dem-

nach asylrechtlich nicht relevant. 

6.4 Der Beschwerdeführerin ist es nicht gelungen, eine erlittene oder ihr 

drohende asylrechtlich relevante Verfolgung zu beweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Das SEM hat zu Recht festgestellt, dass sie die 

Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und das Asylgesuch abgelehnt. Es er-

übrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in den Beschwerdeeingaben 

und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da sie an der 

vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 

7.  

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht vorstehend erwogen hat, dass 

das Vorbringen der Beschwerdeführerin, ihre Familie und sie befänden 

sich im Streit mit ihrer Schwiegerfamilie und würden von dieser bedroht, 

als ebenso unglaubhaft erachtet wie das von der Beschwerdeführerin ge-

schilderte angespannte Verhältnis zu ihrer eigenen Familie, ist nicht davon 

auszugehen, ihr drohe bei einer Rückkehr eine Zwangsverheiratung mit 

dem Bruder ihres vor zirka sieben Jahren verstorbenen Ehemannes. Damit 

bestand für das SEM keine Veranlassung, sich in der angefochtenen Ver-

fügung mit der Frage einer drohenden Zwangsverheiratung auseinander-

zusetzen. Der Antrag, die Sache sei zur Neubeurteilung an das SEM zu-

rückzuweisen, ist deshalb abzuweisen. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt da-

bei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

D-1267/2018 

Seite 19 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihr mit Zwischenverfü-

gung vom 8. März 2018 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, 

sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

11.  

11.1 Nachdem der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung gewährt und Ass. iur. Christian Hoffs als amtlicher Rechtsbei-

stand eingesetzt wurde, ist jenem ein amtliches Honorar auszurichten.  

11.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung in der 

Regel von einem Stundenansatz von Fr. 200.– bis Fr. 220.– für Anwältin-

nen und Anwälte und Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertrete-

rinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m Art. 10 Abs. 2 VGKE). Es wird 

nur der notwendige Aufwand entschädigt.  

11.3 Der Rechtsvertreter hat eine Kostennote vom 1. März 2018 einge-

reicht, in welcher ein zeitlicher Aufwand von 7 Stunden sowie Barauslagen 

(Dolmetscherkosten usw.) von Fr. 70.– aufgeführt werden. Der angeführte 

Stundenansatz von Fr. 200.– ist entsprechend der vorstehenden Erwägung 

11.2 auf Fr. 150.– zu kürzen. Nach dem 1. März 2018 hat der Rechtsbei-

stand noch zwei Eingaben eingereicht, die bei der Festsetzung des Hono-

rars von Amtes wegen zu berücksichtigen sind. Dem Rechtsbeistand ist 

durch das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf die in Betracht zu zie-

henden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) somit ein amtliches Hono-

rar in der Höhe von Fr. 1300.– (inkl. Dolmetscherkosten) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

D-1267/2018 

Seite 20 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Ass. iur. Christian Hoffs wird zulasten des Gerichts ein amtliches Honorar 

von Fr. 1300.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Hans Schürch Christoph Basler 

 

 

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