# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8950df36-4fb2-5a96-b8eb-c48197f39bf7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 14.04.2010 A 2010 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2010-19_2010-04-14.pdf

## Full Text

A 10 19

URTEIL
vom 14. April 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Zweitwohnungspauschale

1. Die Eheleute … besitzen in der Gemeinde … ein Wohnhaus, das nach 

amtlicher Grundstückschätzung eine 11/2-Zimmerwohnung im Erdgeschoss 

sowie acht weitere Zimmer umfasst. Das Wohnhaus steht je zur Hälfte im 

Eigentum der Ehegatten. Seit dem Tod ihrer Mutter beziehungsweise 

Schwiegermutter führen die Eheleute … das Wohnhaus als Pension weiter. 

Dabei haben die Eheleute in den vergangenen Jahren ihren Wohnsitz immer 

wieder zwischen … und … gewechselt. Mit dem am 10. Dezember 2008 

erfolgten Wegzug aus … fand erneut eine Wohnsitzverlegung nach … statt.

2. Am 29. April 2009 stellte die Gemeinde … eine obligatorische 

Zweitwohnungspauschale (Steuerperiode vom 1. Januar bis 30. April 2009) 

für eine 4-Zimmerwohnung von Fr. 197.-- in Rechnung, die in der Folge nicht 

beanstandet wurde. Die Gemeinde … schloss sich per 1. Mai 2009 dem 

Touristischen Gemeindezweckverband … an, weshalb dieser die 

Zweitwohnungspauschale für den Zeitraum vom 1. Mai 2009 bis am 30. April 

2010 veranlagte. Mit Rechnung vom 27. Oktober 2009 forderte er von den 

Eheleuten … eine Zweitwohnungspauschale für eine  4 - 41/2-

Zimmerwohnung von Fr. 610.-- ein. 

3. Dagegen erhoben die Eheleute … Einsprache beim Gemeindesteueramt, 

welche mit Einspracheentscheid vom 28. Januar 2010 abgewiesen wurde. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass gemäss dem Gesetz 

des Touristischen Gemeindezweckverbandes … über die Gäste- und 

Tourismustaxen diejenigen Personen eine obligatorische 

Zweitwohnungspauschale zu entrichten hätten, deren zivil- und 

steuerrechtlicher Wohnsitz ausserhalb des Gebiets des Touristischen 

Gemeindezweckverbandes liege. Daher könne dem Antrag auf Befreiung von 

der Kurtaxenpauschale nicht entsprochen werden. 

4. Dagegen erhoben … am 19. Februar 2010 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Einspracheentscheid 

aufzuheben. Zur Begründung brachten sie vor, dass die Beschwerdegegnerin 

ihre in der Einsprache gemachten Ausführungen bezüglich der finanziellen 

und logistischen Situation ihres Ferienhauses im Einspracheentscheid nicht 

berücksichtigt habe. Des Weiteren fühlten sie sich durch die 

Zweitwohnungspauschale doppelt besteuert und sie würden nicht einsehen, 

weshalb sie, obwohl sie der Region durch die Vermietung ihrer 

Räumlichkeiten eine Wertschöpfung bringen würden, eine gleich hohe 

Zweitwohnungspauschale leisten müssten wie jemand, der seine Wohnung 

nur für sich selbst beanspruche. Eine Zweitwohnungspauschale sei daher 

verfehlt, zumal sie durch die Vermietung des Wohnhauses zusätzlich zur 

Tourismustaxe zirka Fr. 1'900.-- an Einzelgästetaxen erwirtschaften würden. 

Während der Vermietungszeit sei es ihnen nur möglich die Stube, die ihnen 

auch als Schlafzimmer diene sowie die Küche zu verwenden. Somit hätte die 

Beschwerdegegnerin zumindest eine Umklassierung von einer 4-

Zimmerwohnung in eine 1-Zimmerwohnung vornehmen können.

5. In der Vernehmlassung vom 12. März 2010 hielt die Gemeinde … am 

Einspracheentscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Sie 

brachte zusammenfassend vor, dass die Wohnungsgrösse aufgrund der 

tatsächlichen Verhältnisse und unter Berücksichtigung der familiären 

Verhältnisse der Beschwerdeführer festgelegt wurde. Die Erhebung einer 

obligatorischen Zweitwohnungspauschale für ein Ferienhaus mit 91/2 Zimmern 

auf der Basis einer 4-Zimmerwohnung habe daher als angemessen zu gelten. 

6. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne wesentliche neue Argumente vorzubringen. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Thema im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die Frage, ob die von der 

Beschwerdegegnerin in Rechnung gestellte obligatorische 

Zweitwohnungspauschale (Steuerperiode vom 1. Mai 2009 bis 30. April 2010) 

von Fr. 610.-- zu Recht erhoben wurde. Anfechtungsobjekt bildet der 

Einspracheentscheid vom 28. Januar 2010 samt der ihm zugrunde liegenden 

Veranlagung vom 27. Oktober 2010. 

2. a) Die Beschwerdeführer machen geltend, dass im Einspracheentscheid nicht 

auf die in der Einsprache vollumfänglich dargelegte finanzielle und logistische 

Situation des Wohnhauses eingegangen worden sei. Damit rügen sie 

sinngemäss die Verletzung des rechtlichen Gehörs. Gemäss Art. 29 Abs. 2 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus dem Grundsatz des 

rechtlichen Gehörs leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die 

Pflicht der Behörden ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen 

(BGE 126 I 97 E. 2b S. 102; zu Art. 4 aBV grundlegend BGE 112 Ia 107 E. 2b 

S. 109f.; vgl. auch Botschaft des Bundesrates über eine neue 

Bundesverfassung vom 20. November 1996, BBl 1997 I 182 zu Art. 25). Der 

Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom 

Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, 

sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. 

Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu 

begründen. Der Bürger soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem 

Antrag entschieden hat. Die Begründung eines Entscheids muss deshalb so 

abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht 

anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die 

Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen 

können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr 

Entscheid stützte (BGE 126 I 97 E. 2b mit Hinweisen). Es ist jedoch nicht 

nötig, dass sich die Behörde mit jeder tatbeständlichen Behauptung und 

jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt. Vielmehr kann sie sich auf die 

für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 117 Ib 

492). 

b) Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin die 

erwähnten Grundsätze nicht verletzt. Wohl ist die Begründung des 

angefochtenen Entscheids nicht sehr ausführlich ausgefallen. Die 

Beschwerdegegnerin hat mit Einspracheentscheid vom 28. Januar 2010 

jedoch deutlich gemacht, dass sie an der Veranlagung vom 27. Oktober 2009, 

worin die Zweitwohnungspauschale basierend auf einer 4 – 41/2-

Zimmerwohnung berechnet wurde, festhalte. Zudem hielt sie mit Verweis auf 

Art. 5 des Gesetzes des Touristischen Gemeindezweckverbandes … über die 

Gäste- und Tourismustaxen (GTT) fest, weshalb das im Eigentum der 

Beschwerdeführer stehende Wohnhaus in … nicht als „Einheimisches Haus“ 

zu qualifizieren und eine Zweitwohnungspauschale zu erheben sei. Damit hat 

sie zumindest implizit die Einwände der Beschwerdeführer verworfen. Die 

Begründung erweist sich damit zwar als knapp, aber als den 

verfassungsrechtlichen Anforderungen genügend. Die Beschwerdeführer 

waren denn auch ohne Weiteres in der Lage, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sachgerecht anzufechten, wie die Ausführungen in den 

Rechtschriften zeigen. 

3. a) Die für die Beurteilung der vorliegenden Streitfrage massgebende 

Bestimmung von Art. 5 GTT hat folgenden Wortlaut:

„1) Eigentümer, Nutzniesser und Dauermieter von Zweitwohnungen, haben die 

Gästetaxe für sich, ihre Familienmitglieder (Ehegatten, wirtschaftlich 

abhängige Kinder, alle ständig im Haushalt lebenden Personen) sowie für ihre 

unentgeltlich beherbergten Angehörigen (Eltern, Grosseltern, 

Schwiegereltern, Geschwister, und deren Ehegatten, Kinder und Enkelkinder) 

und Gäste unabhängig von Dauer und Häufigkeit des Aufenthalts in Form 

einer Jahrespauschale zu entrichten, welche auf einer durchschnittlichen 

Anzahl Übernachtungen in einer Wohnung pro Jahr beruht.

 
2) Als Zweitwohnungen gelten all jene Wohneinheiten, die nicht von Personen 

mit zivil- und steuerrechtlichem Wohnsitz (Lebensmittelpunkt) in einer dem 

Touristischen Gemeindezweckverband … angeschlossenen Gemeinde 

bewohnt werden. […]“

b) Das anwendbare Gesetz gehört dem autonomen Gemeinderecht an, weshalb 

die Gemeinde eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit besitzt und sie 

diesbezüglich den Schutz der Gemeindeautonomie geniesst. Letztere bezieht 

sich nicht nur auf die Rechtssetzung, sondern auch auf die Rechtsanwendung 

und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem selbständigen 

Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich dann bei der 

Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung aufzuerlegen, 

wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder in besonderem 

Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Den Gemeinden steht in 

solchen Fällen ein geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in 

welchen das Verwaltungsgericht nur eingreifen kann, sofern die Gemeinde 

diesen Bereich missbraucht oder überschritten hat. Die Kognition des 

Verwaltungsgerichtes beschränkt sich damit praktisch auf eine 

Willkürprüfung, d.h. das Verwaltungsgericht kann nur dann eingreifen, wenn 

sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene Entscheid als 

sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine Rechtsgrundsätze 

verstösst (vgl. statt vieler: VGU R 05 62).

4. Neben den klassischen allgemeinen Steuern zur Deckung seines 

Finanzbedarfes erhebt der Staat auch noch Zwecksteuern als echte Steuern 

im Sinne einer voraussetzungslosen Abgabe mit allerdings enger 

sachaufgabenbezogener Zweckbindung des Steueraufkommens (Böckli, 

Innovation und Mimikry im Abgaberecht, in: ASA 58 S. 189). Bei den 

Zwecksteuern ist zu unterscheiden zwischen solchen, die bestimmte 

allgemeine öffentliche Aufgaben im Interesse der Gesamtheit finanzieren 

(Spitäler, Strassen), und solchen, die der Finanzierung spezieller 

Aufwendungen im Interesse bestimmter Personen dienen, den so genannten 

Kostenanlastungssteuern (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Bd. I, 9. Auflage, 

S. 6). Unter diesen Begriff fallen nach heutiger Terminologie Sondersteuern, 

welche einer bestimmten Gruppe von Pflichtigen auferlegt werden, weil diese 

Personen zu bestimmten Aufwendungen des Gemeinwesens eine nähere 

Beziehung haben als die Gesamtheit der Steuerpflichtigen (Peter Böckli, 

Indirekte Steuern und Lenkungssteuern, Basel und Stuttgart 1975, S. 52f.; 

Kathrin Klett, Der Gleichheitssatz im Steuerrecht, in: ZSR 111/1992 S. 80; 

Adriano Marantelli, Grundprobleme des schweizerischen 

Tourismusabgaberechts, Bern 1991, S. 20ff; BGE 124 I 291 f., 122 I 309). 

Solche Abgaben haben eine gewisse Verwandtschaft zur Vorzugslast 

(Beiträgen), doch unterscheiden sie sich von dieser dadurch, dass kein 

individueller, dem einzelnen Pflichtigen zurechenbarer Sondervorteil 

vorliegen muss, der die Erhebung der Abgabe rechtfertigt. Es genügt, dass 

die betreffenden Aufwendungen des Gemeinwesens dem abgabepflichtig 

erklärten Personenkreis eher anzulasten sind als der Allgemeinheit, sei es, 

weil diese Gruppe von den Leistungen generell (abstrakt) stärker profitiert als 

andere oder weil sie - abstrakt - als hauptsächlicher Verursacher dieser 

Aufwendungen angesehen werden kann. Die Kostenanlastungsabgabe stellt, 

da sie voraussetzungslos, d.h. unabhängig vom konkreten Nutzen oder vom 

konkreten Verursacheranteil des Pflichtigen erhoben wird, eine Steuer dar. 

Sie steht nach dem Gesagten aber in einem Spannungsverhältnis zum 

Grundsatz der Allgemeinheit der Besteuerung (Art. 127 BV). Eine derartige 

Sondersteuer setzt voraus, dass sachlich haltbare Gründe bestehen, die 

betreffenden staatlichen Aufwendungen der erfassten Personengruppe 

anzulasten. Zudem muss die allfällige Abgrenzung nach haltbaren Kriterien 

erfolgen; andernfalls verletzt die Abgabe das in Art. 8 BV enthaltene 

Gleichheitsgebot (vgl. dazu BGE 122 I 305). Der Kreis der Schuldner einer 

Zwecksteuer, die für die Deckung von gewissen bestimmten Ausgaben 

vorgesehen sind, umfasst somit die Personen, denen die öffentliche 

Körperschaft aus objektiven und vernünftigen Gründen vorrangig die 

fraglichen Ausgaben auferlegen kann, anstatt diese der Gesamtheit der 

Steuerpflichtigen zu belasten; diese Steuer wird jedoch unabhängig von der 

Verwendung oder von dem einzeln durch den Steuerpflichtigen erzielten 

Vorteil oder von der durch diesen verursachten Ausgabe geschuldet. Der 

Zusammenhang zwischen den fraglichen Ausgaben und den pflichtigen 

Personen ist somit abstrakt und lockerer als im Falle einer Vorzugslast; diese 

Ausgaben werden in einem weiten Sinne verstanden, ohne dass es nötig 

wäre, dass eine solche Steuer der sofortigen Finanzierung einer bestimmten 

Massnahme diente (vgl. BGE 122 I 67 sowie zit. Hinweise; vgl. auch Böckli, 

a.a.O., S 52f.). Als Kostenanlastungssteuer eingestuft werden in der Doktrin 

etwa Kurtaxen (Zweitwohnungspauschale [vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts 
vom 25. April 2006, VGU A 05 94]), Tourismusförderungsabgaben, 

Motorfahrzeugsteuern, Schiffssteuern, Hundesteuern, Treibstoffzuschläge, 

Feuerschutzabgaben, wobei die betreffenden Einnahmen auch meist einer 

entsprechenden gesetzlichen Zweckbindung unterworfen sind (vgl. 

Marantelli, a.a.O., S. 25; BGE 124 I 292, 122 I 311; PVG 2003 Nr. 32).

5. a) Bei der von der Beschwerdegegnerin erhobenen obligatorischen 

Zweitwohnungspauschale handelt es sich unbestritten um eine 

Kostenanlastungssteuer im obigen Sinne. Die Beschwerdeführer bestreiten 

auch nicht die Zulässigkeit der Zweitwohnungspauschale im Sinne von Art. 5 

GTT. Diesbezüglich kann auf PVG 1997 Nr. 42 verwiesen werden, worin sich 

das Verwaltungsgericht eingehend mit der Rechtmässigkeit solcher 

Eigentümer- und Angehörigenpauschalen auseinandergesetzt hat. Die 

Beschwerdeführer erachten es letztlich als verfassungswidrig, dass neben der 

individuellen Gästetaxe noch eine Zweitwohnungspauschale erhoben wird. 

Ihres Erachtens würde dies zu einer unzulässigen Doppelbesteuerung führen. 

Auf dieses Vorbringen ist im Folgenden einzugehen.

b) Die Beschwerdeführer sehen bei Eigentümern, die ihre Wohnung nicht nur 

selbst nutzen, sondern auch an Gäste vermieten, für welche die individuelle 

Gästetaxe eingezogen wird, eine unzulässige Doppelbesteuerung durch die 

Erhebung der Zweitwohnungspauschale. Eine Doppelbesteuerung liegt vor, 

wenn die nämliche Person für die das gleiche Steuerobjekt und für die gleiche 

Zeit der nämlichen Steuer unterworfen sind (Blumenstein/Locher, System des 

Steuerrechts, Zürich 1992, S. 78). Grundsätzlich ist festzuhalten, dass bei 

Kurtaxen das Steuersubjekt der Kurgast und das Steuerobjekt die tatsächliche 

Übernachtung ist (PVG 1997 Nr. 42     E. 4). Gemäss Art. 2 Abs. 3 in 

Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 GTT hat der Grundeigentümer für sich, seine 

Familienmitglieder (Ehegatte, wirtschaftlich abhängige Kinder, alle ständig im 

Haushalt lebenden Personen) sowie für seine unentgeltlich beherbergten 

Angehörigen (Eltern, Grosseltern, Schweigereltern, Geschwister, und deren 

Ehegatten, Kinder und Enkelkinder) eine Zweitwohnungspauschale zu 

entrichten. Als Eigentümer des Wohnhauses haben die Beschwerdeführer 

sogleich als Steuersubjekte zu gelten. Bei den angeblich durch die 

Vermietung der Räumlichkeiten erwirtschafteten individuellen Gästetaxen von 

Fr. 1'900.-- verkennen die Beschwerdeführer, dass nicht sie selbst, sondern 

der entgeltlich in der Pension übernachtende Gast, für diese 

Kostenanlastungssteuer aufzukommen hat. Der Beherberger, welcher die 

individuelle Gästetaxe beim Gast einverlangt und an den Kur-/Verkehrsverein 

abliefert, ist blosser Steuersubstitut des Gastes respektive Hilfsperson des 

Bezugsorgans (Marantelli, a.a.O., S. 252). Daraus erhellt, dass bezüglich der 

individuellen Gästetaxe nicht die Beschwerdeführer, sondern die entgeltlich 

übernachtenden Gäste als Steuersubjekte zu qualifizieren sind. Davon, dass 

durch die Zweitwohnungspauschale und die individuelle Gästetaxe dasselbe 

Subjekt besteuert wird, kann vorliegend keine Rede sein. Es liegt demnach 

schon mangels Vorliegen desselben Steuersubjekts keine unzulässige 

Doppelbesteuerung vor. 

c) Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich die Beschwerdeführer allenfalls von der 

Bezahlung der Zweitwohnungspauschale befreien können. In diesem 

Zusammenhang ist zu beachten, dass die Pauschalierung deshalb eingeführt 

wurde, weil die Feststellung der tatsächlichen Aufenthaltsdauer des Inhabers 

der Liegenschaft und seiner Familie, im Gegensatz zu Hotelgästen (allg. 

entgeltlich übernachtende Gäste), mit einem grossen administrativen 

Aufwand verbunden und ausserdem schwierig, wenn nicht fast unmöglich zu 

kontrollieren ist. Zur Berechnung des Steuerbetrags wird daher bewusst auf 

die Abklärung der genauen Bemessungsgrundlagen verzichtet und 

stattdessen auf Durchschnittsverhältnisse (vermutete Anzahl 

Übernachtungen pro Zeitperiode) abgestellt. Es handelt sich hierbei um eine 

Fiktion, das heisst die durchschnittliche Aufenthaltsdauer (Steuerobjekt) stellt 

eine unwiderlegbare Vermutung dar. Andererseits wird bezüglich des 

Zweitwohnungspauschalepflichtigen (Steuersubjekt) die widerlegbare 

Vermutung aufgestellt, dass er das zur Verfügung stehende Ferienobjekt auch 

tatsächlich aufgesucht hat. Mit anderen Worten wird für die Bemessung der 

Pauschale davon ausgegangen, dass sich der 

Zweitwohnungspauschalepflichtige während einer - vermuteten – Zeit in 

seiner Zweitwohnung aufhält (PVG 1997 Nr. 42 E. 4). Nachfolgend ist somit 

zu prüfen, ob die Beschwerdeführer diese Vermutung widerlegen können. In 

der Einsprache brachten die Beschwerdeführer sinngemäss vor, dass sie 

aufgrund des Platzmangels während der Vermietungszeit (Ferienzeit, 

Sportwochen, Weihnachten, Ostern) lediglich im Erdgeschoss wohnen und 

übernachten könnten. Damit wird jedoch nicht belegt, dass sie, ihre Kinder 

und Enkelkinder ausserhalb der Saison keine Zeit im Wohnhaus in … 

verbringen. Vielmehr impliziert der in der Einsprache zusätzlich von den 

Beschwerdeführern vorgebrachte Passus, wonach ihre Kinder während der 

Vermietungszeit nicht im Wohnhaus weilen würden, dass sie sich in der 

übrigen Zeit sehr wohl dort aufhalten. Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts 

wird damit die widerlegbare Vermutung, wonach sich die Beschwerdeführer, 

ihre Kinder und Enkelkinder in der Steuerperiode vom 1. Mai 2009 bis am 30. 

April 2010 im Wohnhaus in … aufgehalten haben beziehungsweise aufhalten 

werden, noch bestätigt. Nach dem oben Dargelegten ist festzuhalten, dass 

die Beschwerdeführer die besagte Vermutung nicht zu widerlegen vermögen 

und somit nicht von der Entrichtung der Zweitwohnungspauschale entbunden 

werden können. 

6. In der Replik brachten die Beschwerdeführer ferner vor, dass zwei 

Enkelkinder bereits kindergarten- und schulpflichtig seien. Damit machten sie 

sinngemäss einen Befreiungs-/Ermässigungsgrund gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. d 

beziehungsweise Abs. 2 GTT geltend. Damit verkennen sie jedoch, dass sich 

die erwähnten Bestimmungen nur auf die individuelle Gästetaxe und nicht auf 

die Zweitwohnungspauschale beziehen. Die Berechnung der Höhe der 

Jahrespauschale gemäss Art. 5 Abs. 2 GTT erfolgt lediglich nach der 

Wohnungsgrösse, weshalb die in Art. 6 GTT vorgesehenen Kriterien keine 

Auswirkungen auf den Steuerbetrag haben können. Das von den 

Beschwerdeführern vorgebrachte Argument ist demnach nicht zu hören.

7. a) Ferner machen die Beschwerdeführer geltend, dass die 

Zweitwohnungspauschale nicht basierend auf einer 4 – 41/2-Zimmerwohnung, 

sondern auf einer 1-Zimmerwohnung (recte: 1 - 11/2-Zimmerwohnung; vgl. Art. 

5 Abs. 2 GTT) hätte berechnet werden sollen. So könnten sie während der 

Vermietungszeit (Ferienzeit, Sportwochen, Weihnachten, Ostern) lediglich ein 

14 m2 grosses Zimmer im Erdgeschoss benutzen. Zur Verfügung stünden 

ihnen zudem eine Erdgeschossküche sowie ein Heizungsraum. Da wie die 

Beschwerdegegnerin zu Recht erkannte, die Berechnungsgrundlage 

(Wohnungsgrösse) der Zweitwohnungspauschale nicht direkt Gegenstand 

des Einspracheverfahrens gewesen war, stellt sich vorliegend die Frage, ob 

dieser Antrag dennoch zu berücksichtigen ist. Diesbezüglich ist festzuhalten, 

dass die Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren die vollständige 

Aufhebung der Zweitwohnungspauschale beantragten. Der von ihnen in der 

Beschwerde gestellte Antrag um Umklassierung bewegt sich somit im 

Rahmen des vorinstanzlichen Rechtsbegehrens. Folglich handelt es sich 

dabei nicht um eine Ausdehnung des Rechtsbegehrens im Sinne von Art. 51 

Abs. 2 VRG, weshalb auf den Antrag um Umklassierung einzutreten ist. 

b) Müssten sich die Beschwerdeführer aufgrund einer dauernden Vermietung 

ihrer restlichen Zimmer lediglich in der sich im Erdgeschoss befindenden 11/2-

Zimmerwohnung (vgl. Ertragswertschätzung, act. 3) aufhalten, würde ihnen 

die Widerlegung der Vermutung, wonach sie das Wohnhaus in … auch 

tatsächlich vollumfänglich genutzt haben, gelingen. In der Folge wäre die 

Zweitwohnungspauschale tatsächlich auf der Basis einer 1 - 11/2-

Zimmerwohnung zu berechnen. Wie in Erwägung 5.c indessen ausgeführt 

wurde, können die Beschwerdeführer gerade nicht beweisen, dass sie, ihre 

Kinder und Enkelkinder ausserhalb der Vermietungszeit nicht im Wohnhaus 

in … weilen. Von einer dauernden im Sinne einer ganzjährigen Vermietung 

der Pension kann folglich keine Rede sein. Daher ist davon auszugehen, dass 

sie ausserhalb der Vermietungszeit neben der 11/2-Zimmerwohnung im 

Erdgeschoss noch weitere Räume des Wohnhauses benützen. Dies hat die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Veranlagung vom 27. Oktober 2009 auch 

entsprechend berücksichtigt, indem sie die Zweitwohnungspauschale auf 

Basis einer 4 - 41/2-Zimmerwohnung (gesamthaft 91/2 Zimmer; vgl. 

Ertragswertschätzung, act. 3) berechnete. Die von der Beschwerdegegnerin 

basierend auf einer 4 - 41/2-Zimmerwohnung erlassene Veranlagung ist 

demnach nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist somit als unbegründet 

abzuweisen.  

8. Bei diesem Ausgang gehen die Gerichtskosten zulasten der 

Beschwerdeführer. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der nicht 

anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin nicht zu. 

Demnach erkennt der Einzelrichter

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 300.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 284.--

zusammen Fr. 584.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten von … und sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.