# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2298fe6a-d04f-5bd6-aca8-5530b75f74c7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.10.2014 RT140130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT140130_2014-10-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: RT140130-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende,  

Oberrichter Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Subotic 

Urteil vom 8. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Rechtsöffnung   
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts Audienz am Bezirksgericht 
Zürich vom 8. Juli 2014 (EB140628-L) 

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Erwägungen: 

1.1. Mit Urteil vom 8. Juli 2014 (Urk. 15) wies die Vorinstanz das Rechtsöff-

nungsbegehren der Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin (fortan Gesuchstel-

lerin) in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes Zürich … (Zahlungsbefehl 

vom 19. März 2014) unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ge-

suchstellerin ab. 

1.2. Hiergegen erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 11. September 2014 

(Urk. 14) rechtzeitig (vgl. Urk. 13a) Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren: 

" 1. In Aufhebung des Urteils des Einzelgerichts Audienz am Bezirks-
gericht Zürich vom 8. Juli 2014 (Geschäfts-Nr. EB140628 sei der 
Gesuchstellerin in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes 
Zürich … (Zahlungsbefehl vom 19. März 2014) für den Betrag von 
CHF 80'000.-- nebst Zins zu 5 % seit 15. August 2013 provisori-
sche Rechtsöffnung zu erteilen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren." 

2. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. 

3. Da sich die Beschwerde der Gesuchstellerin - wie sogleich zu zeigen sein 

wird - als offensichtlich unbegründet erweist, erübrigt sich das Einholen einer Be-

schwerdeantwort (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

4.1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 

Die Beschwerdeführerin hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln (un-

richtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver-

halts) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. Werden keine oder 

ungenügende Rügen erhoben, stellt dies einen nicht behebbaren Mangel dar (vgl. 

Art. 132 ZPO), d.h. ist nicht eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung anzuset-

zen, sondern ist die Beschwerde abzuweisen oder darauf nicht einzutreten. 

4.2. Überdies gilt im Beschwerdeverfahren ein Novenverbot, weshalb neue An-

träge ebenso wie neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausge-

schlossen sind (Art. 326 Abs. 1 ZPO). 

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5.1. Die Gesuchstellerin hatte vor Vorinstanz gestützt auf ein unterzeichnetes 

Protokoll der Generalversammlung der Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegne-

rin (fortan Gesuchsgegnerin) vom 10. Mai 2013 (Urk. 4/1) Rechtsöffnung verlangt, 

welche ihr die Vorinstanz mit der Begründung verweigerte, es handle sich hierbei 

nicht um einen provisorischen Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 82 SchKG, 

da es sich nicht um eine an die Aktionäre oder Dritte gerichtete Willenserklärung 

seitens der Gesellschaft handle. Selbst wenn dem Protokoll der Generalversamm-

lung jedoch die grundsätzliche Tauglichkeit als Rechtsöffnungstitel zugesprochen 

worden wäre - so die Vorinstanz weiter -, wäre die Rechtsöffnung zu verweigern, 

da das Protokoll nicht von einer einzelzeichnungsberechtigten Person unterzeich-

net worden sei. Die Gesuchstellerin habe zwar anlässlich der Verhandlung vom 

8. Juli 2014 behauptet, C._____, welcher das Protokoll unterzeichnet habe, sei 

zum Zeitpunkt der Unterzeichnung zur Vertretung der Gesuchsgegnerin speziell 

bevollmächtigt gewesen, könne jedoch keinen entsprechenden Beleg beibringen 

(Urk. 14 S. 3). 

5.2. In ihrer Beschwerde bringt die Gesuchstellerin nun im Wesentlichen vor, 

beim Protokoll der Generalversammlung handle es sich um eine private Urkunde, 

aus welcher der unmissverständliche und bedingungslose Wille der Betriebenen 

hervorgehe, dem Betreibenden eine bestimmte oder leicht bestimmbare und fälli-

ge Geldsumme zu zahlen. Es enthalte deshalb eine durch Unterschrift bekräftigte 

Schuldanerkennung der Gesuchsgegnerin an Dritte, hier die Aktionäre. Die Aus-

führung des Beschlusses der Generalversammlung habe durch den Verwaltungs-

rat zu erfolgen und sei auch an ihn gerichtet. Indem sie das GV-Protokoll als blos-

ses Beweisstück für die interne Willensbildung einer AG bzw. eines Organs defi-

niere, gehe die Vorinstanz fehl und verletze Art. 82 SchKG. Ebenfalls unzutref-

fend sei die Eventualbegründung der Vorinstanz, wonach das eingereichte Proto-

koll lediglich von C._____ unterzeichnet sei, welcher gemäss Handelsregister 

nicht einzelzeichnungsberechtigt gewesen sei. Diese Feststellung sei zwar an 

sich unbestritten korrekt, doch komme es nicht darauf an und habe die Gesuch-

stellerin ihr Rechtsöffnungsbegehren nie so begründet. Vielmehr habe sie geltend 

gemacht, dass C._____ als Vorsitzender und Protokollführer jener Generalver-

sammlung vom 10. Mai 2013 gewählt und bestimmt gewesen sei. Die für die Ge-

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suchstellerin verbindliche Unterschrift durch C._____ beruhe deshalb auf keiner 

handelsregisterlichen Eintragung, sondern auf der konkreten Bevollmächtigung 

seitens der Generalversammlung am 10. Mai 2013 nach Massgabe der Statuten 

der Gesuchsgegnerin. Mit ihrer Rechtsauffassung verletze die Vorinstanz Art. 626 

f. OR. Ausserdem habe die Gesuchstellerin - entgegen der Auffassung der Vo-

rinstanz - die spezielle Bevollmächtigung von C._____ bereits im Rechtsöff-

nungsgesuch vom 7. Mai 2014 und nicht erst anlässlich der Verhandlung vom 8. 

Juli 2014 dargestellt und den Beleg für diese Behauptung ebenfalls bereits mit 

dem Rechtsöffnungsgesuch zu den Akten gegeben. Im Protokoll der Generalver-

sammlung sei schon eingangs die Funktion von C._____ belegt ("Vorsitz und Pro-

tokoll"), in welcher er dieses auch unterschrieben habe, womit seiner Unterschrift 

rechtsverbindliche Wirkung zukomme. Ohnehin sei dieses Vorbringen von der 

Gesuchsgegnerin nicht bestritten worden, weshalb es gar keines Urkundenbewei-

ses bedurft hätte (Urk. 14 S. 2 ff.).  

5.3. Es ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass es sich beim Protokoll der 

Generalversammlung nicht um einen provisorischen Rechtsöffnungstitel im Sinne 

von Art. 82 SchKG handelt. Im Protokoll wird lediglich die Willensbildung der Akti-

engesellschaft als juristische Person verurkundet, nicht jedoch der entsprechend 

gebildete Wille gegen aussen hin verbindlich erklärt. Zwar war C._____ als Vor-

sitzender und Protokollführer legitimiert, das Protokoll zu führen und zu unter-

zeichnen, jedoch bedeutet das nicht, dass diese Legitimation auch die Anerken-

nung der Schuld im Namen der Gesuchsgegnerin gegenüber Dritten umfasst hät-

te. Er verfügte unbestrittenermassen nicht über eine Einzelzeichnungsberechti-

gung für die Gesuchsgegnerin. Soweit der Schuldner - wie vorliegend - im Han-

delsregister eingetragen ist, sind die im Zeitpunkt der Unterschrift publizierten Ein-

tragungen für die Vertretungsmacht massgebend (Stücheli, Die Rechtsöffnung, 

Zürich 2000, S. 331 f.). Nur eine im Handelsregister eingetragene Zeichnungsbe-

rechtigte Person hätte die Gesuchsgegnerin somit im Sinne einer Schuldanerken-

nung gemäss Art. 82 SchKG nach aussen wirksam binden können. Die General-

versammlung ermächtigte C._____ vorliegend lediglich, den Vorsitz zu überneh-

men und das Protokoll zu führen, erteilte ihm indes keine Zeichnungsberechti-

gung. 

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5.4. Die Gesuchstellerin bringt nichts vor, was die Rechtsanwendung der Vor-

instanz unrichtig oder ihre Sachverhaltsfeststellung gar offensichtlich unrichtig er-

scheinen lassen würde, weshalb die Beschwerde als offensichtlich unbegründet 

abzuweisen ist. 

6.1. Die Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 48 und Art. 61 GebV 

SchKG auf Fr. 500.– festzusetzen und gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO aus-

gangsgemäss der Gesuchstellerin aufzuerlegen.  

6.2. Der Gesuchsgegnerin ist für das Beschwerdeverfahren mangels erheblicher 

Aufwendungen keine Entschädigung zuzusprechen. 

 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchstellerin 

auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsgegnerin unter Beila-

ge eines Doppels von Urk. 14, sowie an das Bezirksgericht Zürich, Einzelge-

richt Audienz, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

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schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 80'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
Zürich, 8. Oktober 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Subotic 
 
 
versandt am: 
se 

	Urteil vom 8. Oktober 2014
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchstellerin auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsgegnerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 14, sowie an das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Audienz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...