# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3274f638-83dd-5e91-b63c-46abb3c331e5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.06.2013 UV 2012/71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-71_2013-06-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/71

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 24.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 24.06.2013
Art. 6 UVG. Art. 18 und 19 Abs. 1 UVG. Frage des Eintritts des 
gesundheitlichen Endzustands bzw. des Behandlungsabschlusses. 
Unfallkausalität von psychischen Beschwerden nach Fingerverletzung. Höhe 
des Invaliditätsgrads (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. 
Gallen vom 24. Juni 2013, UV 2012/71).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 24. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17, 

3074 Muri b. Bern,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ war bei der B.___ AG mit Arbeitsort bei der C.___ GmbH angestellt und 

dadurch bei der Suva unfallversichert, als sie am 27. September 2010 einen 

Arbeitsunfall erlitt. Sie hatte mit der rechten Hand in die von ihr bediente Verpackungs-

Maschine gefasst, um einen eingeklemmten Gegenstand (Patrone) zu entfernen, wobei 

die Drehbewegung des Schweiss- und Schneidbalkens unerwartet einsetzte (vgl. UV-

act. 15, 36, 63). Hierbei zog sie sich Verbrennungen an drei Fingern der rechten Hand 

zu, welche in der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen 

behandelt wurden (UV-act. 5, 11). Dr. med. D.___, FMH Allgemeine Medizin, legte am 

15. Dezember 2010 dar, dass der Verlauf und die aktuellen Hautverhältnisse an einen 

Sudeck erinnern würden. Es bestehe nach wie vor eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-

act. 23). Nach Durchführung von weiteren ärztlichen bzw. ergotherapeutischen 

Behandlungen und Abklärungen gab die Suva der Versicherten am 4. April 2012 

bekannt, dass eine Behandlung nicht mehr notwendig sei. Heilkosten- und 

Taggeldleistungen würden auf den 1. Mai 2012 eingestellt (UV-act. 168).

A.b  Nach Vornahme der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 3. Mai 2012 (UV-act. 

169) eröffnete die Suva der Rechtsschutzversicherung der Versicherten am 5. Juni 

2012 und der Versicherten selbst am 8. Juni 2012 verfügungsweise, dass ein 

adäquater Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem 

Unfall vom 27. September 2010 zu verneinen sei. Ein Anspruch auf Rente sei, bei 

einem Valideneinkommen von Fr. 50'310.-- und einem zumutbaren 

Invalideneinkommen von Fr. 47'310.-- (Erwerbseinbusse von 5.96%), nicht 

ausgewiesen (UV-act. 184-186). Der Krankenversicherer erhob am 6. Juni 2012 

Einsprache (UV-act. 187), zog diese jedoch am 18. Juni 2012 wieder zurück (UV-act. 

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191). Die Versicherte liess am 2. Juli 2012 Einsprache erheben (UV-act. 195). Mit 

Einspracheentscheid vom 19. Juli 2012 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act. 198). 

Mit Verfügung vom 25. Juli 2012 wies sie den Anspruch auf Integritätsentschädigung 

ab (UV-act. 200). Hiergegen liess die Versicherte am 24. August 2012 Einsprache 

erheben (UV-act. 201).

B.

B.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 19. Juli 2012 erhob Rechtsanwalt lic. iur. R. 

Braun, Mels, für die Versicherte am 11. September 2012 Einsprache mit den Anträgen, 

der Einspracheentscheid und die Verfügung vom 5. Juni 2012 seien aufzuheben; der 

Beschwerdeführerin seien ab 1. Mai 2012 weiterhin die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen auszurichten. Zur Begründung legte er unter anderem dar, 

nach den übereinstimmenden ärztlichen Angaben seien die Unfallfolgen noch nicht 

ausgeheilt. Trotzdem habe die Beschwerdegegnerin den Fall per 1. Mai 2012 

abgeschlossen. Die Beurteilung in der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 3. 

April 2012 vermöge nicht zu überzeugen. Wenn der Kreisarzt von einer vollen Arbeits- 

und Vermittlungsfähigkeit ausgehe, so wohl darum, um die Voraussetzungen für einen 

Fallabschluss zu schaffen. Effektiv liege nach wie vor eine erhebliche Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit vor. Aufgrund der laufenden medizinischen Massnahmen werde 

zudem eine Verbesserung angestrebt und als möglich betrachtet. So werde die 

Beschwerdeführerin mittlerweile in der Schmerzsprechstunde des Kantonsspitals St. 

Gallen (UV-act. 205) betreut. Pendent und noch vorzunehmen sei weiter eine 

neurologische Abklärung. Dies, nachdem sowohl der Hausarzt als auch das 

Kantonsspital St. Gallen und der Ergotherapeut auf ein mögliches komplexes 

regionales Schmerzsyndrom (CRPS) hingewiesen hätten. Bei der vom Kantonsspital 

am 20. Januar 2012 bestätigten vollständigen Regredienz des CRPS handle es sich 

lediglich um eine Momentaufnahme. Ebenfalls noch nicht erfolgt sei eine psychiatrische 

Abklärung. Unter diesen Gesichtspunkten seien die Voraussetzungen für den 

Fallabschluss durch die Beschwerdegegnerin (noch) nicht gegeben. Selbst wenn 

letzteres der Fall wäre, was ausdrücklich bestritten werde, so habe die 

Beschwerdegegnerin zu Unrecht die Adäquanz der psychischen Beschwerden 

verneint. Es habe sich um einen Unfall aus dem mittleren Bereich gehandelt, der 

allerdings nicht an der Grenze zu den leichten Fällen einzuordnen sei. Es seien mehrere 

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der in diesem Bereich zu prüfenden Adäquanzkriterien erfüllt. Die psychischen 

Beschwerden könnten daher bei der Rentenprüfung nicht ausgeklammert werden. Die 

Rentenprüfung könne nicht durchgeführt werden, da insbesondere eine Einschätzung 

der Leistungsfähigkeit fehle, welche alle massgeblichen Gesichtspunkte umfasse. Bei 

der Rentenberechnung erscheine ein Leidensabzug von 10% angesichts der 

Einschränkungen an der dominanten Hand als zu tief. Vielmehr wäre ein solcher im 

Bereich von 20% anzusetzen.

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 14. November 2012 beantragte Rechtsanwältin Dr. 

M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwies sie auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid und hielt 

unter anderem fest, der Nachweis, dass weitere medizinische Massnahmen zu einer 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit führen könnten, sei nicht 

erbracht. In keinem Arztbericht werde eine entsprechende Prognose gestellt. Es könne 

nicht mit einer namhaften Besserung gerechnet werden. Es sei davon auszugehen, 

dass die Behandlungsmöglichkeiten der physischen Unfallfolgen ausgeschöpft seien. 

Der Einwand des verfrühten Fallabschlusses gehe somit fehl. Weitere Abklärungen 

seien nicht angezeigt. Dies gelte auch mit Bezug auf zusätzliche psychiatrische 

Abklärungen. Solche seien in der Rehaklinik Bellikon erfolgt. Zudem fehle der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen den geklagten, organisch nicht erklärbaren Störungen 

und dem Unfall, so dass die Frage nach der natürlichen Kausalität nicht weiter 

untersucht werden müsse. An der Zuordnung des Unfalls zum mittleren Bereich im 

Grenzbereich zu den leichteren Fällen sei festzuhalten. Das Kriterium der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit liege nicht in einer solchen Ausprägung vor, dass es als 

einziges Kriterium zu einer Bejahung der Adäquanz führen könnte. Nachdem keine 

physisch bedingte Schmerzursache vorliege, lasse sich der Abzug beim 

Invalideneinkommen von 10% nicht beanstanden. Eine Verletzung des 

Ermessensspielraums sei nicht gegeben.

B.c  Mit Replik vom 30. November 2012 bestätigte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin seinen Standpunkt und reichte weitere Arztberichte ein (act. G 8). 

Am 9. Januar 2013 legte er einen Bericht der Klinik Valens vom 17. Dezember 2012 ins 

Recht (act. G 10). In der Duplik vom 17. Januar 2013 hielt die Rechtsvertreterin der 

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Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest und nahm zu den eingereichten Berichten 

Stellung (act. G 12).

Erwägungen:

1. 

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss mit Prüfung des 

Rentenanspruchs zu Recht auf den 1. Mai 2012 festlegte und die Adäquanz der 

psychischen bzw. organisch nicht objektivierbaren Beschwerden verneinte. Sie legte 

im angefochtenen Entscheid (Erwägungen 2 und 4) die rechtlichen Voraussetzungen 

des Vorliegens eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und 

somatischen/psychischen Störungen sowie des Fallabschlusses und der 

Rentenausrichtung zutreffend dar; darauf kann verwiesen werden.

2.

2.1  Dr. D.___ führte im Bericht vom 11. Februar 2011 mit Bezug auf die beim Unfall 

vom 28. September (richtig: 27. September) 2010 verletzten Finger der rechten Hand 

unter anderem aus, dass sich aktuell eine Besserung abzuzeichnen scheine. Mit einem 

Arbeitsversuch sollte nicht länger zugewartet werden. Ein Teilpensum sei bei 

entsprechend geeigneter Arbeit möglich (UV-act. 39). Im Bericht des Kantonsspitals St. 

Gallen vom 11. Februar 2011 wurde festgehalten, dass aus medizinischer Sicht ein 

Arbeitsversuch für leichte Arbeiten ab 14. Februar 2011 zu 100% möglich sei. Eine 

weitere Kontrolle im Kantonsspital sei nicht geplant (UV-act. 40). Eine kreisärztliche 

Untersuchung durch Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 21. Februar 2011 

ergab unter anderem eine aktuell verbliebene keloid-artige Wunde an der 

Transplantatentnahmestelle und eine Überempfindlichkeit der Finger III und IV mit 

erheblicher Bewegungseinschränkung in den distalen Interphalangealgelenken III/IV 

und Schmerzhaftigkeit. Für eine Alternativtätigkeit im Betrieb sei eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit zu besprechen. Sollte dies nicht möglich sein, sei allenfalls ein 

Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon zu evaluieren. Von Seiten der 

Sensibilitätsstörungen sei mit weiterer Besserung zu rechnen (UV-act. 43). Im 

Nachgang zu einem stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Rehaklinik 

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Bellikon vom 8. Juni bis 27. Juli 2011 wurde im Austrittsbericht vom 28. Juli 2011 unter 

anderem festgehalten, die arbeitsbezogenen relevanten Probleme seien permanente 

Schmerzen in den Fingern III-V der rechten Hand mit Einschränkung der Beweglichkeit 

und ausgeprägter Berührungssensibilität in diesem Bereich. Die angestammte Tätigkeit 

als Produktionsmitarbeiterin sei nicht mehr zumutbar. Für ein Zumutbarkeitsprofil sei es 

noch verfrüht (UV-act. 66). Gestützt auf eine kreisärztliche Untersuchung hielt Dr. med. 

F.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, am 21. September 2011 fest, seit der 

Voruntersuchung vor 7 Monaten habe sich keine wesentliche Verbesserung des 

Zustands ergeben. Die Beschwerdeführerin beklage im Rahmen einer 

Symptomausweitung jetzt Armschmerzen rechts. Die vorgebrachten Beschwerden 

seien so ausgeprägt, dass die rechte Hand auch im Alltag nicht eingesetzt werde und 

bisher berufliche Integrationsmassnahmen nicht ins Auge hätten gefasst werden 

können. Bei der klinischen Untersuchung sei vor allem die erhebliche 

Funktionseinbusse der Langfinger III und IV eindrücklich; dies bei einer ausgeprägten 

Berührungsempfindlichkeit. Insgesamt gehe er eher davon aus, dass der Endzustand 

weitgehend erreicht sei. Aufgrund der derzeitigen Situation bestehe im Bereich der 

rechten Hand eine wesentliche Verminderung der Einsetzbarkeit. Zumutbar sei rein 

somatisch eine Tätigkeit, bei der die rechte Hand nicht für kraftvolles Zupacken 

eingesetzt werden müsse und bei der nur leichte feinmotorische Arbeiten anfallen 

würden, die mit dem Spitzgriff Daumen/Zeigefinger durchgeführt werden könnten 

(leichte Haltetätigkeiten). Für eine derartige sehr leichte Tätigkeit sei die 

Beschwerdeführerin seines Erachtens ganztags einsetzbar. Sofern sich (bei der 

Kontrolluntersuchung im Kantonsspital St. Gallen) keine Therapieoption ergebe, sei der 

Fallabschluss zu prüfen (UV-act. 90).

2.2  Am 17. Oktober 2011 empfahlen die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen, 

Sensibilisierungsübungen am Mittel- und Ringfinger in der Ergotherapie durchzuführen 

(UV-act. 100). Kreisarzt Dr. F.___ befürwortete am 1. November 2011 die Durchführung 

der Ergotherapie (UV-act. 104). Am 22. Dezember 2011 berichteten die Ärzte des 

Kantonsspitals, bei Verdacht auf ein beginnendes CRPS sei nun eine Therapie 

einzuleiten. Die Analgesie und die ergotherapeutischen Massnahmen seien 

fortzusetzen. Zusätzlich werde die Einleitung einer Psychotherapie empfohlen (UV-act. 

119). Im Bericht vom 23. Januar 2012 wurde von Seiten des Kantonsspitals aufgrund 

einer vollständigen Regredienz des CRPS empfohlen, die Therapie abzusetzen (UV-act. 

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140). Am 8. März 2012 verfügte die IV-Stelle den Abschluss der beruflichen 

Massnahmen mit dem Hinweis, die Beschwerdeführerin fühle sich nicht in der Lage, 

einer Erwerbstätigkeit im Rahmen der attestierten Arbeitsfähigkeit nachzugehen (UV-

act. 159; vgl. auch UV-act. 181: Verneinung des Rentenanspruchs). Die Ärzte des 

Kantonsspitals hatten am 5. März 2012 berichtet, aus handchirurgischer Sicht könne 

der Patientin keine Therapie mehr geboten werden. Sie werde dem Schmerzdienst 

vorgestellt (UV-act. 160). Dr. D.___ hielt am 9. April 2012 fest, psychisch sei die 

Beschwerdeführerin sehr angeschlagen. Es sei eine schmerzmodulierende 

Psychotherapie ins Auge gefasst worden (UV-act. 172). Die ärztliche 

Abschlussuntersuchung vom 3. Mai 2012 durch Dr. med. G.___, Facharzt für Chirurgie 

FMH, ergab, dass die von der Patientin beschriebenen massiven Schmerzen am dritten 

und vierten Finger rechts nach Verbrennungsverletzung vom klinischen Befund her 

nicht nachvollziehbar seien. Bereits der Ergotherapeut habe eine Inkonsistenz 

festgestellt. Dies zeige sich auch bei der aktuellen Untersuchung. Speziell auffällig sei 

die Tatsache, dass nach einer Leitungsanästhesie des dritten und vierten Fingers die 

Beschwerdesymptomatik und die Hypersensibilität unverändert vorgelegen hätten. 

Eine Aggravation bzw. Symptomausweitung mit somatoformer Schmerzstörung sei 

deshalb sehr wahrscheinlich. Medizinisch-theoretisch sei für leichte bis mittelschwere 

manuelle Tätigkeit rechts eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben. Eine starke mechanische 

Belastung des dritten und vierten Fingers sei aufgrund der Hauttransplantation zu 

vermeiden. Es sei ein Endzustand erreicht; von weiterer Behandlung sei keine 

Verbesserung des Zustandsbilds zu erwarten. Die Ergotherapie könne sistiert werden. 

Der Fall sei abzuschliessen. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (UV-act. 

169).

2.3  Die Ärzte des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen diagnostizierten am 

3. Mai 2012 ein chronifiziertes Schmerzsyndrom und beschrieben die durchgeführte 

medikamentöse Schmerztherapie (UV-act. 205). Im Bericht des Kantonsspitals St. 

Gallen vom 8. Mai 2012 wurde unter anderem festgehalten, unmittelbar nach einer 

nochmaligen Testinfiltration bestehe nach wie vor Hypersensibilität im Bereich der 

Fingerspitze des Mittelfingers. Der restliche Ringfinger könne ohne Schmerzen berührt 

und bewegt werden. Aus handchirurgischer Sicht könne der Beschwerdeführerin keine 

Therapie angeboten werden, weshalb die Behandlung mit dem heutigen Tag 

abgeschlossen werde. Die Patientin sei im Schmerzzentrum angebunden und werde 

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sich dort nochmals melden (UV-act. 177). Kreisarzt Dr. G.___ wiederholte in der 

Beurteilung vom 20. Juli 2012 seine Darlegungen im früheren Bericht und hielt 

zusätzlich fest, dass die Ausdehnung der Verbrennung am III. und IV. Finger sehr 

gering sei und funktionell keine wesentlichen Einschränkungen bestünden. Es fänden 

sich lokal tadellose Verhältnisse, eine gute periphere Durchblutung und ein absolut 

stabiler Weichteil- und Hautmantel. Auch der Faustschluss mit dem III. und IV. Finger 

sei praktisch vollständig möglich. Aufgrund dessen liege gemäss Suva-Tabelle 18.3 der 

Integritätsschaden unter 5% (UV-act. 199). Im Bericht der Kliniken Valens vom 

17. Dezember 2012 wurden als Diagnosen eine anhaltende Funktionsstörung der 

rechten Hand nach Arbeitsunfall vom 28. September (richtig: 27. September) 2010, 

eine beginnende somatoforme Schmerzstörung, ein chronisches 

zervikospondylogenes und zervikozephales Syndrom rechts sowie eine arterielle 

Hypertonie angeführt. Bezüglich der medikamentösen Therapie dränge sich aus 

psychiatrischer Sicht keine psychopharmakologische Behandlung auf. Aus 

somatischer Sicht könnte allenfalls eine Therapie mit Lyrica versucht werden. Aufgrund 

der somatoformen Schmerzstörung auf Grundlage eines deutlichen Schonverhaltens 

und verstärkter Unsicherheit erscheine eine stationäre muskuloskelettale Rehabilitation 

mit besonderem Fokus auf die Schmerzverarbeitungsstörung wichtig. Bei 

Durchführung in der Klinik Valens werde dabei ein deutlicher Schwerpunkt auf eine 

regelmässige psychotherapeutische Behandlung gelegt. Bezüglich Arbeitsfähigkeit 

seien die Befunde der Basistests der körperlichen Leistungsfähigkeit aufgrund der 

Selbstlimitierung nicht verwertbar (vgl. act. G 10.3 S. 2). Medizinisch-theoretisch 

erscheine eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne starke Belastung der rechten 

Hand mindestens halbtags als realistisch (act. G 10.1).

3. 

3.1  Unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten als belegt zu erachten ist, dass 

die verbliebene Beeinträchtigung aufgrund der Fingerverletzung an der rechten Hand 

der Beschwerdeführerin in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 

zum Unfall vom 27. September 2010 steht. Zu prüfen ist vorab, ob die 

Beschwerdegegnerin auf den 1. Mai 2012 zu Recht von einem Fallabschluss ausging. 

Der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG 

bedingt, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung 

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des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche 

Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. 

November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Es genügt für eine weiterdauernde 

Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine 

unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur 

eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., 

Bern 1989, S. 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann 

auch dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären 

Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern 

vermag (RKUV 2005, 388). 

3.2 

3.2.1  Nachdem in den Berichten von Dr. E.___ vom 21. Februar 2011 und der 

Rehaklinik Bellikon vom 28. Juli 2011 durch Fortsetzung der Behandlung von einer 

weiteren Besserung der Sensibilitätsstörungen, der Fingerbeweglichkeit und der 

Schmerzsymptomatik ausgegangen worden war (UV-act. 43, 66), berichtete Dr. F.___ 

am 21. September 2011, dass durch die Behandlung keine wesentliche Besserung des 

Zustands eingetreten sei; er ging von einer Symptomausweitung aus und erachtete den 

Endzustand als weitgehend erreicht (UV-act. 90). Hierauf befürworteten sowohl die 

Ärzte des Kantonsspitals im Oktober 2011 als auch Dr. F.___ eine Ergotherapie (UV-

act. 100, 104), wobei der Hausarzt Dr. D.___ sich hiervon allerdings keine Besserung 

versprach (UV-act. 105). Bereits am 17. März 2011 hatte der behandelnde 

Ergotherapeut bestätigt, dass Zeichen eines CRPS den Verlauf zusätzlich erschwert 

hätten. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass die Beschwerdeführerin bei 

Beobachtung in der Therapie eine deutlich höhere Berührungsintensität an der 

verletzten Hand ertrage als in einer Testsituation (UV-act. 45). Letzteres bestätigten die 

Ärzte des Kantonsspitals am 22. Dezember 2011 (UV-act. 119 S. 2). Der in jenem 

Bericht ebenfalls geäusserte Verdacht auf ein beginnendes CRPS (UV-act. 119) wurde 

bereits am 23. Januar 2012 ausgeräumt mit dem Hinweis auf eine vollständige 

Regredienz des CRPS und der Empfehlung, die entsprechende Therapie abzusetzen. 

Es werde eine spezielle Narbentherapie empfohlen, um die Hypersensibilisierung der 

Finger und die damit verbundenen Schmerzen zu bessern (UV-act. 140). Die im Verlauf 

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weitergeführte ambulante Ergotherapie führte zu keiner wesentlichen Besserung der 

Beschwerden (vgl. act. G 10.2). Mit E-Mail vom 18. Februar 2012 teilte Dr. D.___ mit, er 

rechne nicht damit, dass sich (mit weiterer Physiotherapie) etwas verbessern werde. Er 

halte Ausschau nach einem albanisch oder serbisch sprechenden Psychiater (UV-act. 

151). Die Ärzte des Kantonsspitals verneinten am 5. März 2012 eine weitere 

Therapiemöglichkeit aus handchirurgischer Sicht mit der Begründung, dass bei nicht 

positivem Ansprechen auf die Testinfiltration nicht von einer lokalen Schmerzursache 

ausgegangen werde (UV-act. 160). Dies bestätigten sie nach einer nochmaligen 

Testinfiltration im Mai 2012 (UV-act. 177). Die späteren Behandlungen betrafen im 

Wesentlichen den nicht-somatischen (psychiatrischen) Bereich und unfallfremde 

Gegebenheiten (vgl. act. G 8.1/4-7, G 10.1). Der Ergonomie-Therapeut der Kliniken 

Valens bestätigte im Bericht vom 30. November 2012 eine schmerzbedingt allgemein 

verminderte Belastbarkeit, welche mit den bestehenden Befunden nicht allein erklärt 

werden könne. Er vermerkte sodann eine erhebliche Symptomausweitung (act. G 10.3). 

Gemäss Bericht der interdisziplinären Schmerzsprechstunde, Psychosomatik, vom 

5. Dezember 2012 erklärte der Ehemann der Beschwerdeführerin, dass aus seiner 

Sicht die Funktionseinschränkung der rechten Hand gar nicht einmal im Vordergrund 

stehen würde. Viel mehr beschäftige ihn der Umstand, dass seine Frau nach einer 

halben Stunde Spaziergang ins Bett falle und gar nichts mehr machen könne (act. G 

10.4 S. 2).

3.2.2  Von einer lediglich momentanen (nicht dauerhaften) Regredienz des CRPS (act. 

G 1 S. 8) kann angesichts der geschilderten Aktenlage nicht ausgegangen werden, 

zumal es an Anhaltspunkten für das Weiterbestehen/Wiederauftreten eines CRPS fehlt. 

Was das vom Schmerzzentrum des Kantonsspitals im Mai 2012 diagnostizierte 

chronifizierte Schmerzsyndrom und die dort angeordnete medikamentöse 

Schmerztherapie betrifft (UV-act. 205), ist festzuhalten, dass 

Schmerzlinderungsmassnahmen allein wie dargelegt den Fallabschluss hinsichtlich der 

organisch objektivierbaren Beschwerden nicht hindern (RKUV 2005, 388). Für die 

Bejahung eines medizinischen Endzustands wird sodann keine vollständige 

Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. A., S. 145). Die Beschwerdegegnerin nahm somit mit Bezug auf 

die somatisch-objektive Situation der rechten Hand zu Recht den Fallabschluss im 

Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Rentenprüfung - auf den 1. 

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Mai 2012 an, zumal in jenem Zeitpunkt keine Eingliederungsmassnahmen der IV mehr 

liefen (UV-act. 159, 181).

3.3 

3.3.1  Zu klären ist sodann die Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Von Seiten der 

Rehaklinik Bellikon wurde Ende Juli 2011 im Austrittsbericht festgehalten, dass der 

Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin nicht mehr 

zumutbar sei. Für ein Zumutbarkeitsprofil sei es jedoch noch verfrüht, da sich die 

Patientin in der medizinischen Phase befinde und (durch ambulante Ergotherapie) von 

einer weiteren Verbesserung der Fingerbeweglichkeit und Schmerzsymptomatik 

auszugehen sei. Ein Arbeitsversuch zu therapeutischen Zwecken für sehr leichte 

Arbeiten mit Einsatz der rechten Hand als Hilfs- bzw. Zudienhand sei zu empfehlen. 

Dies könne zusätzlich eine allmähliche Desensibilisierung unterstützen (UV-act. 66). Im 

Zeitpunkt des Austrittsberichts der Rehaklinik liess sich somit die Frage der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit noch nicht abschliessend beantworten. Am 21. September 

2011 erachtete Kreisarzt Dr. F.___ - bei trotz Weiterbehandlung unveränderter Situation 

an der Unfallhand seit sieben Monaten und Symptomausweitung auf den rechten Arm - 

aus somatischer Sicht einen ganztägigen Einsatz in einer sehr leichten feinmotorischen 

Tätigkeit (leichte Haltetätigkeiten ohne Notwendigkeit des kraftvollen Zupackens mit 

der rechten Hand) als zumutbar (UV-act. 90). Die in der Folge von den Ärzten des 

Kantonsspitals am 22. Dezember 2011 vermerkte volle Arbeitsunfähigkeit wurde zum 

einen vor dem Hintergrund des dort geäusserten Verdachts auf ein beginnendes CRPS 

bestätigt (UV-act. 119). Der CRPS-Verdacht wurde jedoch wie erwähnt kurze Zeit 

später insofern hinfällig, als das CRPS als regredient bezeichnet wurde (UV-act. 140). 

Zum anderen hatten die Ärzte des Kantonsspitals am 22. Dezember 2011 auf einen 

wechselnden klinischen Befund bzw. auf den Umstand hingewiesen, dass je nach 

Ablenkung der Beschwerdeführerin die Hypersensibilität (der Finger der rechten Hand) 

deutlich wechsle. Überdies führten sie augenscheinlich starke Probleme der 

Beschwerdeführerin mit der Unfallverarbeitung an (UV-act. 119). Die in jenem Bericht 

bescheinigte volle Arbeitsunfähigkeit hatte somit zum einen die 

Unfallverarbeitungsprobleme sowie Inkonsistenzen und zum anderen einen später 

ausgeräumten Diagnoseverdacht als Ursache.

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3.3.2  Im späteren Bericht vom 23. Januar 2012 wurde lediglich festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin ihre (angestammte) Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin nicht 

aufnehmen könne; zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Arbeit äusserte sich der 

Bericht nicht bzw. schloss eine solche nicht aus (UV-act. 140). Dr. D.___ begründete 

sodann am 9. April 2012 die von ihm bescheinigte Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen 

mit psychischen Problemen und wies auf die Notwendigkeit einer 

schmerzmodulierenden Psychotherapie hin. Ein somatischer Grund für die 

Arbeitsunfähigkeit findet sich in jenem Bericht und auch in den späteren Berichten 

dieses Arztes nicht (UV-act. 172; act. G 8.1/4-7). Dr. G.___ bestätigte hierauf am 3. Mai 

2012 aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in einer der Handsituation 

adaptierten Tätigkeit ohne starke mechanische Belastung des 3. und 4. Fingers (UV-

act. 169). Konkrete Anhaltspunkte, aufgrund welcher diese Einschätzung anzuzweifeln 

wäre, ergeben sich weder aus den Akten noch aus den Eingaben der 

Beschwerdeführerin. Das vom Schmerzzentrum des Kantonsspitals im Mai 2012 

diagnostizierte chronifizierte Schmerzsyndrom und die dort angeordnete 

medikamentöse Schmerztherapie (UV-act. 205) vermögen keine organisch 

objektivierbaren Beschwerden und eine daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit zu 

belegen. Insbesondere wurde in jenem Bericht auch keine Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit in Aussicht gestellt. Im Bericht der Kliniken Valens vom 30. November 

2012 wurde sodann festgehalten, dass infolge beobachteter erheblicher 

Symptomausweitung die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung 

der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar seien. Dabei sei das Ergebnis 

der psychiatrischen Abklärung zu berücksichtigen. Es sei davon auszugehen, dass bei 

gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests 

gezeigt worden sei (act. G 10.3 S. 2). Der von den Ärzten der Kliniken Valens am 17. 

Dezember 2012 bescheinigten medizinisch-theoretischen mindestens halbtägigen 

Zumutbarkeit einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne starke Belastungen der 

rechten Hand liegen auch unfallfremde Diagnosen und psychiatrische Diagnosen 

zugrunde (act. G 10.1). Eine nochmalige somatische Begutachtung der rechten Hand 

vermöchte in dieser Situation überwiegend wahrscheinlich nicht zu neuen bzw. 

"besseren" Erkenntnissen zu führen. Für die von der Beschwerdeführerin mit Hinweis 

auf ein mögliches CRPS beantragte neurologische Abklärung (act. G 1 S. 7) besteht in 

Anbetracht der am 20. Januar 2012 bestätigten vollständigen Regredienz des CRPS 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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(UV-act. 140) und die nicht lokale, d.h. nicht auf die beim Unfall verletzten Finger 

bezogene, Ursache der Schmerzen (vgl. UV-act. 160, 177) kein zureichender Anlass. 

Zu prüfen bleibt die Frage der adäquaten Unfallkausalität der psychischen bzw. 

organisch nicht objektivierbaren Beschwerden. Mit Bezug auf diese Beschwerden und 

die daraus allenfalls resultierende Arbeitsunfähigkeit kann die Frage der natürlichen 

Unfallkausalität, wie nachstehend zu zeigen ist, offen bleiben (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23, 

68 E. 3c).

4. 

4.1  Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall 

und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung 

der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6; 

SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis auszugehen. Der Voraussetzung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbeschränkung 

zu (BGE 123 V 102 E. 3b; SVR 1999 UV Nr. 10, SVR 2001 UV Nr. 8, je mit Hinweisen). 

Dabei ist auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Hierzu gehören auch 

jene Versicherten, die auf Grund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger 

sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde (BGE 125 V 462 E. 

5c mit Hinweisen). – Zum Unfall vom 27. September 2010 kam es, weil die 

Beschwerdeführerin mit der rechten Hand einen eingeklemmten Gegenstand (Patrone) 

aus der von ihr bedienten Verpackungsmaschine entfernen wollte. Hierbei setzte die 

Drehbewegung des Schweiss- und Schneidbalkens unerwartet ein, wodurch drei 

Finger der rechten Hand eingeklemmt wurden (vgl. UV-act. 15, 36, 63). Daraus 

resultierten, obschon ein Arbeitskollege die Maschine durch das sofortige 

Unterbrechen der Stromzufuhr zum Stehen brachte und die Hand durch manuelles 

Zurückdrehen des Transportbandes befreite (UV-act. 63 S. 2), Verbrennungen an drei 

Fingern der rechten Hand.

4.2  Mit Blick auf die von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid (E. 3) 

dargelegte Rechtsprechung zur Einordnung der Unfallschwere bei Handschäden ist 

aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs vorliegend von einem mittelschweren 

Ereignis auszugehen, welches jedoch nicht im Grenzbereich zu den schweren Unfällen 

liegt, sondern viel eher dem Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zuzuordnen ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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(vgl. insbesondere auch die Kasuistik im Urteil des Bundesgerichts 4. Juni 2009, 

8C_77/2009, E. 4.1). Der Unfall ereignete sich weder unter besonders dramatischen 

Begleitumständen noch war er - objektiv betrachtet - von besonderer Eindrücklichkeit, 

zumal ein Arbeitskollege die Maschine durch das sofortige Unterbrechen der 

Stromzufuhr zum Stehen brachte und die Hand durch manuelles Zurückdrehen des 

Transportbandes befreite (UV-act. 63 S. 2; vgl. Urteil des EVG vom 30. November 

2004, U 300/03, Sachverhalt A. und E. 3.4). Die Beschwerdeführerin erlitt dabei 

Verbrennungen an drei Fingern der rechten Hand. Der von Seiten des Kantonsspitals 

am 22. Dezember 2011 geäusserte Verdacht auf ein beginnendes CRPS (UV-act. 119) 

erhärtete sich nicht. Vielmehr wiesen die Ärzte bereits am 23. Januar 2012 auf eine 

vollständige Regredienz des CRPS und empfahlen, die entsprechende Therapie 

abzusetzen (UV-act. 140). Rechtsprechungsgemäss ist einem CRPS bzw. einer 

Algodystrophie zwar grundsätzlich die Eignung zuzubilligen, eine psychische 

Fehlentwicklung auszulösen (vgl. dazu E. Wehking: Das komplexe regionale 

Schmerzsyndrom [CRPS] in Abgrenzung psychogener Störungen, in: 

Versicherungsmedizin 59 [2007] Heft 1; Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen vom 27. Juli 2007, UV 2006/89, und vom 18. Oktober 2005, UV 2005/28). 

Konkret wurde ein solches Geschehen jedoch nicht nachgewiesen und der geäusserte 

Diagnose-Verdacht wurde innert kürzester Zeit ausgeräumt. Aufgrund von späteren 

Testinfiltrationen konnte eine lokale (d.h. auf die verletzte Stelle bezogene) 

Schmerzursache ausgeschlossen werden (UV-act. 160, 177). Somit lagen im Nachgang 

zum Unfallereignis vom 27. September 2010 keine somatischen Beschwerden vor, die 

erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, weshalb 

das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung nicht als 

erfüllt zu betrachten ist. Das von der Beschwerdeführerin angeführte Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2012, 8C_435/2011 (act. G 8 S. 2), betrifft 

insbesondere auch hinsichtlich der Frage der besonderen Art der Verletzung einen mit 

den vorliegenden Umständen nicht vergleichbaren Sachverhalt (vgl. Urteil, a.a.O., E. 

4.27 und 4.3: Unfall hatte bei einer Versicherten mit kriegsbedingt erhöhter 

Vulnerabilität eine ausgeprägte Phobie vor Hitzequellen zur Folge). Das Gericht hielt in 

jenem Urteil im Übrigen fest, dass Verbrühungen nicht ohne Weiteres geeignet seien, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen (Urteil, a.a.O., E. 4.2.7).

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4.3  Nicht erfüllt ist das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen 

Behandlung (vgl. dazu Urteil des EVG vom 1. April 2005, U 325/04 E. 3.2.2). Von 

somatischer (handchirurgischer) Seite konnte der Beschwerdeführerin im März 2012 

keine Therapie mehr angeboten werden (UV-act. 160); der diesbezügliche 

Behandlungsabschluss erfolgte im Mai 2012 (UV-act. 177) und damit rund ein Jahr und 

acht Monate nach dem Unfall (vgl. auch UV-act. 169). Spätere Behandlungen betrafen 

eine (im Wesentlichen medikamentöse) Schmerztherapie (UV-act. 205), welcher keine 

somatisch-organisch objektivierbare Ursache zugrunde lag. Die ärztlichen 

Konsultationen betrafen zudem zum Teil Untersuchungen und Abklärungen, welche 

nicht mit Behandlungen gleichgesetzt werden können. Anhaltspunkte für eine ärztliche 

Fehlbehandlung liegen nicht vor und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht 

geltend gemacht. Den medizinischen Akten lassen sich zwar gewisse Probleme im 

Heilungsverlauf entnehmen. Allerdings kann nicht von erheblichen Komplikationen oder 

einem besonders schwierigen Heilungsverlauf ausgegangen werden (vgl. Urteil des 

EVG a.a.O., U 325/04, E. 3.2.2 Mitte). Besondere Gründe, welche die Heilung 

beeinträchtigt haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2006, U 79/05), 

sind vorliegend nicht gegeben. Eine Erschwerung der Therapierbarkeit ergab sich 

(einzig) dadurch, dass die Hypersensibilität je nach Situation und Ablenkung der 

Beschwerdeführerin unterschiedlich ausfiel (vgl. UV-act. 45 S. 2, 119 S. 2, 160).

4.4  Der Beschwerdeführerin wurde ab Erstbehandlung am Unfalltag eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert (UV-act. 34). Im Februar 2011 erachtete Dr. E.___ eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit als grundsätzlich realisierbar (UV-

act. 43). Am 21. September 2011 sprach sich Dr. F.___ für eine ganztägige 

Einsatzfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer sehr leichten Tätigkeit aus (UV-act. 

90). Dr. D.___ vermerkte am 9. April 2012 chronifizierte Schmerzen und psychische 

Beschwerden mit der Notwendigkeit einer schmerzmodulierenden Psychotherapie als 

Begründung für die von ihm bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 172). Die 

somatischen Unfallfolgen waren spätestens im März bzw. Mai 2012 abgeheilt (UV-act. 

160, 177). Dr. G.___ bestätigte am 3. Mai 2012 dementsprechend die volle 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Arbeit (UV-act. 169). Das Kriterium des Grads und 

der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit lässt sich bei diesem Sachverhalt 

nicht bejahen. Nach Lage der medizinischen Akten machte die Beschwerdeführerin seit 

dem Unfall dauerhafte Schmerzen geltend, welche allerdings bald von psychischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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bzw. nicht organisch objektivierbaren Problemen überlagert bzw. durch diese 

begründet waren. Aus der Inkonsistenz der Angaben (vgl. IV-act. 119 S. 2) und der 

Tatsache, dass lokale Infiltrationen keine Veränderung der Beschwerdesymptomatik 

brachte (UV-act. 160, 177), schloss Dr. G.___ auf eine Aggravation bzw. 

Symptomausweitung (UV-act. 169 S. 4). Das Kriterium der körperlichen 

Dauerschmerzen kann dementsprechend - wenn überhaupt - höchstens geringgradig 

als erfüllt gelten.

4.5  Da somit höchstens eines der zu berücksichtigenden Kriterien (geringgradig) erfüllt 

ist, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen. Dabei ist darauf 

hinzuweisen, dass gemäss Rechtsprechung für die Bejahung einer Unfallkausalität 

bereits bei mittelschweren Unfällen (Schleudertrauma-Bereich) im engeren Sinn - 

soweit ein solcher entgegen den Darlegungen in E. 4.2 zu bejahen wäre - die Erfüllung 

von mindestens drei Adäquanzkriterien vorausgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5).

5. 

5.1  Zu prüfen bleibt, ausgehend von der in E. 3.3 dargelegten 

Zumutbarkeitsbeurteilung, der Rentenanspruch. Für die Festlegung des 

Valideneinkommens 2012 von Fr. 50'310.-- (Fr. 3'870.-- x 13) ging die 

Beschwerdegegnerin von den Angaben einer Unternehmung aus (Blumer Kunststoffe 

AG) aus, bei welcher die Beschwerdeführerin bis Ende 2008 gearbeitet hatte (UV-act. 

175 Beilage). Sie stellte zu Recht nicht auf das bei einer Temporär-Firma erzielte 

unregelmässige Einkommen auf Stundenlohn-Basis (Fr. 18.03 pro Stunde 

[einschliesslich Gratifikation]; UV-act. 170) ab. Sie erachtete das Einkommen von 

Fr. 50'310.-- – nach Durchführung eines Vergleichs mit dem Durchschnitts-Einkommen 

2012 von Frauen gemäss Lohnstrukturerhebung im Anforderungsniveau 4 von Fr. 

54'258.-- (vgl. zur Berechnung UV-act. 183 S. 2 unten) – als unterdurchschnittlich und 

kam zum Schluss, dass das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung des 

Erheblichkeits-Grenzwerts von 5 % um 2.27 % herabzusetzen sei (E. 5 des 

angefochtenen Entscheids). Dies wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht 

beanstandet.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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5.2  Das zumutbare Invalideneinkommen ist gestützt auf die Lohnstrukturerhebung 

(LSE) zu ermitteln und dabei auf Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und 

repetitive Tätigkeiten) abzustellen. Zugrunde zu legen sind – wie beim 

Valideneinkommen – die Zahlen des Jahres 2012. Die Beschwerdeführerin wäre in der 

Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in sämtlichen Branchen zu verwerten, weshalb vom 

allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen auszugehen ist. Aus der LSE 2008 TA 1 

Niveau 4 ist für Frauen ein Monatssalär von Fr. 4'116.-- ersichtlich. Das hieraus 

errechnete Jahressalär von Fr. 49'392.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die 

betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit (41.7 Stunden) aufzurechnen. Nach 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung resultiert für 2012 ein Betrag von 

Fr. 54'192.--. Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen 

gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte 

Person, die gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, 

ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem 

können weitere persönliche und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 126 V 75). Die 

Beschwerdegegnerin ging von einem Abzug von 10% aus. Bei der Überprüfung dieses 

Abzugs darf das Gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75). Solche triftigen Gründe sind konkret 

nicht ersichtlich, zumal eine durch die somatisch-organische Situation der rechten 

Hand bedingte Schmerzursache nicht ausgewiesen ist. Nach Berücksichtigung des 

10%-Abzugs sowie des Unterdurchschnittlichkeitsabzugs von 2.27% resultiert ein 

zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 47'456.--. Aus dem Vergleich mit dem 

Valideneinkommen von Fr. 50'310.-- ergibt sich kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad.

6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 19. Juli 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.06.2013
	Art. 6 UVG. Art. 18 und 19 Abs. 1 UVG. Frage des Eintritts des gesundheitlichen Endzustands bzw. des Behandlungsabschlusses. Unfallkausalität von psychischen Beschwerden nach Fingerverletzung. Höhe des Invaliditätsgrads (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 24. Juni 2013, UV 2012/71).

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		2025-07-19T10:37:28+0200
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