# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16579e31-c008-5e02-a3af-4aaa0612adb4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2018 E-3702/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3702-2018_2018-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3702/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richterin Mia Fuchs,  

Richterin Gabriela Freihofer, 

Gerichtsschreiberin Kinza Attou. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 24. Mai 2018 / N (…). 

 

 

 

E-3702/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reichte am 21. Dezember 2015 in der Schweiz 

ein Asylgesuch ein. Am 29. Dezember 2015 wurde er zu seiner Person be-

fragt (BzP). Am 24. August 2017 wurde er vertieft zu den Asylgründen 

durch das SEM angehört. 

 

B.  

Zur Begründung des Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen geltend, er sei ethnischer Tamile aus B._______, Distrikt 

C._______, Nordprovinz. Er sei dort aufgewachsen und habe die Schule 

bis zum A-Level besucht. Danach habe er eine Ausbildung als Bankange-

stellter absolviert. Bis zu seiner Ausreise habe er in einer Telekom-Firma 

als Verkäufer gearbeitet und gemeinsam mit seiner Familie in D._______, 

Distrikt C._______, Nordprovinz gelebt. Seine Familie lebe nach wie vor 

dort. Seine ältere Schwester sei während des Krieges im Jahr 2008 von 

der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zwangsrekrutiert worden. Sie 

habe seither unter starken Depressionen gelitten. Er selbst sei nicht Mit-

glied der LTTE gewesen. Gegen Ende des Krieges habe er sich gemein-

sam mit seinen beiden Brüdern und seiner Tante am 22. März 2009 der 

Armee ergeben. Danach seien sie in ein Flüchtlingscamp namens (…) ge-

langt, das von der sri-lankischen Armee bewacht worden sei. Seine Mutter 

sei im LTTE-Gebiet zurückgeblieben und habe dort auf die Befreiung seiner 

Schwester gewartet. Nach einigen Monaten (etwa im September 2009) 

seien er und seine Familie aus dem Flüchtlingscamp entlassen worden. 

Seine Schwester habe nach der Freilassung in einer Psychiatrie in 

E._______ behandelt werden müssen, da sie aufgrund des Krieges an 

schweren Depressionen gelitten habe. Zu dieser Zeit hätten die sri-lanki-

schen Behörden erfolglos versucht, seine Schwester zu verhaften und in 

ein Rehabilitierungscamp zu bringen. Seither hätten er und seine Familie 

keine Ruhe mehr gehabt und die sri-lankischen Behörden hätten damit be-

gonnen, ihn und seinen Vater zu verhören. Es sei jeweils zu keinen Tätlich-

keiten gekommen. Seine Schwester sei nach ihrem psychiatrischen Auf-

enthalt zwar wieder nach Hause gekommen, danach aber zwei Mal von sri-

lankischen Behörden verhaftet und befragt worden. Während der zweiten 

Haft vom 3. September bis 4. September 2013 sei seine Schwester vom 

sri-lankischen Geheimdienst (Criminal Investigation Department [CID]) an 

einen unbekannten Ort gebracht worden und verhört sowie vergewaltigt 

worden, weshalb sie sich einen Tag nach ihrer Freilassung am 5. Septem-

ber 2013 das Leben genommen habe. Dass die Schwester Opfer einer 

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Vergewaltigung geworden sei, habe die Autopsie ihrer Leiche ergeben. Ein 

Freund der Mutter, welcher Arzt sei, habe dies seiner Mutter persönlich und 

im Vertrauen mitgeteilt. Der Beerdigung hätten Parlamentsmitglieder bei-

gewohnt. 

Nach dem Tod seiner Schwester sei er bis zu seiner Ausreise insgesamt 

vier Mal von den sri-lankischen Sicherheitsbehörden festgenommen und 

befragt worden, zweimal davon mit seinem Vater. Während der Befragun-

gen sei es zum einen um seine eigenen Verbindungen zur LTTE, zum an-

deren um die Verbindungen seines Onkels und seiner Schwester zur LTTE 

gegangen. Zudem sei er jeweils unter Drohungen aufgefordert worden, 

über die Umstände des Todes seiner Schwester Stillschweigen zu wahren. 

Letztmals sei er im April beziehungsweise Mai 2015 befragt und bedroht 

worden. Die Familie habe aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet, die Tat 

zur Anzeige zu bringen. Seine Eltern hätten aufgrund der gesamten Um-

stände jedoch entschieden, ihn ausser Landes zu bringen.  

Der Beschwerdeführer machte im Zusammenhang mit den Behelligungen 

durch die Sicherheitsbehörden sodann geltend, anfangs 2014 habe er 

während des Wahlkampfes für einen Kandidaten (F._______) der Tamil 

National Alliance (TNA) Flyer verteilt und Plakate aufgehängt sowie Haus-

besuche gemacht. Der Kandidat sei ins Parlament gewählt worden, wes-

halb die Behörden auch aus diesem Grund Angst gehabt hätten, dass er 

die Umstände die zum Tod seiner Schwester geführt hätten, öffentlich ma-

che.  

Sein Vater habe seine Ausreise aus Sri Lanka organisiert. Am 

15. Juni 2015 sei er mit seinem Pass von Colombo nach Singapur geflogen 

und mit dem Bus nach Malaysia gereist. Von dort sei er via Dubai in die 

Türkei und nach Moskau geflogen. Auf dem Landweg sei er schliesslich 

am 21. Dezember 2015 in die Schweiz gereist. Der Schlepper habe die 

Beamten bei seiner Ausreise in Sri Lanka bestochen.  

Ferner trug der Beschwerdeführer vor, sich nach seiner Einreise in die 

Schweiz exilpolitisch betätigt zu haben, indem er im Sommer 2016 an ei-

nem Cricket-Spiel anlässlich des Heldengedenktages teilgenommen und 

anschliessend ein Foto von sich mit dem Pokal auf Facebook veröffentlicht 

habe. Daraufhin hätten die Behörden in Sri Lanka seine Familie aufgesucht 

und diese nach seinem Verbleib befragt. Seither habe er keine Aktivitäten 

in der Schweiz mehr vorgenommen. Er habe Angst, dass er nach seiner 

Rückkehr erneut ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten werde.  

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Zum Nachweis seiner Identität und zur Untermauerung seiner Vorbringen 

reichte der Beschwerdeführer seine Identitätskarte, eine Familienkarte, 

seinen Geburtsschein sowie eine Bestätigung über seinen Aufenthalt im 

Flüchtlingscamp zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 24. Mai 2018 stellte das SEM fest, dass der Beschwer-

deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, lehnte sein Asylgesuch ab 

und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

D.  

Die Beschwerde wurde dem Beschwerdeführer am 28. Mai 2018 per Post 

zugestellt. 

E.  

Mit Eingabe vom 26. Juni 2018 erhob der Beschwerdeführer – handelnd 

durch die bevollmächtigte Rechtsvertreterin – gegen diesen Entscheid 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben, und ihm sei in der Schweiz Asyl zu 

gewähren. Eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

festzustellen und er vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. In formeller 

Hinsicht wurde die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie die Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 und 3 AsylG [SR 

142.31] in der Person der bereits bevollmächtigten Rechtsvertreterin MLaw 

Cora Dubach beantragt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Zuer-

kennung der aufschiebenden Wirkung beantragt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

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Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die an-

gefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG, 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. Im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Da der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu-

kommt, ist auf den Antrag um Feststellung der aufschiebenden Wirkung 

nicht weiter einzugehen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte wegen ihrer Rasse, 

Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausge-

setzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

5.2 Nach Lehre und Rechtsprechung ist für die Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte 

Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche 

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im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen 

der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungs-

motive drohen oder zugefügt worden sein. Weiter ist massgeblich, dass die 

geltend gemachte Gefährdungslage noch aktuell ist. Das heisst, dass die 

erlittene Verfolgung sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem 

Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asy-

lentscheides noch aktuell sein muss.  

5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).  

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an 

die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG standhalten. 

6.1.1 Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, ungeachtet der 

Tatsache, ob die Schwester des Beschwerdeführers tatsächlich vor ihrem 

Selbstmord im Jahr 2013 befragt und vergewaltigt worden sei, könne nicht 

nachvollzogen werden, weshalb der Beschwerdeführer im Juni 2015 aus 

Sri Lanka hätte fliehen müssen. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb die sri-

lankischen Behörden aufgrund der Teilnahme von Parlamentariern an der 

Beerdigung der Schwester eine Anzeige der Familie befürchtet hätten. Zu-

dem sei davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden, hätten sie 

tatsächlich und fortwährend das Einreichen einer Anzeige befürchtet, sich 

bereits zu einem früheren Zeitpunkt ernsthaft der Familie angenommen 

hätten. Ferner würden die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweis-

mittel im Zusammenhang mit dem Suizid seiner Schwester Zweifel am 

Wahrheitsgehalt erwecken, da aus diesen hervorgehe, dass seine 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/3
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/3

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Schwester sich zum Todeszeitpunkt in ärztlicher Behandlung in C._______ 

befunden habe und sich nicht, wie vom Beschwerdeführer vorgebracht, zu 

Hause aufgehalten habe. Die Vorbringen, wonach er wegen seiner Mithilfe 

im Spital im Jahr 2008 ebenfalls in ein Rehabilitationszentrum habe gehen 

sollen, seien sodann wenig detailliert und konkret und könnten ein behörd-

liches Interesse am Beschwerdeführer nicht glaubhaft machen. Als wider-

sprüchlich erachtete das SEM, dass er als ältester Sohn Sri Lanka habe 

verlassen müssen, seine Familie aber nach wie vor unbehelligt in der Nord-

provinz lebe. Letztlich merkte das SEM an, dass er problemlos und mit 

seinem eigenen Reisepass aus Sri Lanka habe ausreisen können.  

6.1.2 Das SEM hielt weiter fest, es seien im vorliegenden Fall auch keine 

Risikofaktoren ersichtlich, aufgrund welcher das Vorliegen einer begründe-

ten Furcht vor künftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu bejahen 

sei. Was die einmalige Teilnahme an einem Cricket-Spiel in der Schweiz 

betreffe, sei er als Teilnehmer einer Massenveranstaltung zu betrachten, 

mithin weise er ein sehr geringes politisches Profil auf.  

6.2 Hinsichtlich der Wegweisung aus der Schweiz kam das SEM zum 

Schluss, es sei dem Beschwerdeführer zuzumuten, nach D._______ Ost, 

Distrikt C._______, wo er vor seiner Ausreise aus Sri Lanka gelebt habe, 

zurückzukehren. Er verfüge über berufliche Erfahrung und könne in seinem 

Heimatdorf bei seinen Eltern Wohnsitz nehmen. Ferner sei er grundsätzlich 

bei guter Gesundheit. 

6.3 Der Beschwerdeführer rügt in der Rechtsmitteleingabe, die Vorinstanz 

habe einerseits den Massstab des Glaubhaftmachens gemäss Art. 7 AsylG 

nicht richtig angewendet, andererseits ihn zu Unrecht nicht als Flüchtling 

gemäss Art. 3 AsylG anerkannt. Damit verletze sie Bundesrecht. 

6.3.1 Der Beschwerdeführer bringt zunächst – neben einer grossmehrheit-

lichen Wiederholung des bereits geschilderten Sachverhalts – vor, dass die 

Vorinstanz die aktuelle Situation in Sri Lanka ausser Acht lasse und dem-

nach seine Verfolgung zu Unrecht als unglaubhaft beurteilt worden sei. Die 

Behörden hätten ihn in unregelmässigen Abständen zum Verhör mitge-

nommen und ihm zu verstehen gegeben, dass er nicht unbeobachtet und 

frei leben könne, sondern, dass der Staat ihn und seine Familie beobachte 

und jederzeit auf ihn zugreifen könne. Demnach könne nicht gesagt wer-

den, dass seine Ausreise nicht im Zusammenhang mit den geltend ge-

machten Nachteilen stehe und unlogisch sei. Die alltägliche Repression 

von Tamilen, denen eine Verbindung zur LTTE zugeschrieben wird sei nach 

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wie vor an der Tagesordnung. Dies zeige sich insbesondere in aktuellen 

Berichten über Sri Lanka, aus welchen hervorgehen würde, dass sich die 

Militarisierung des Nordens und Ostens Sri Lankas unvermindert fortsetze 

und für die Bevölkerung ein zentrales Hindernis für die Rückkehr zu einem 

normalen Leben bleibe. Dazu komme, dass die vom Staat ausgeübte Ge-

walt und Folter meist unbestraft bleibe. Seine Schwester habe sich zum 

Zeitpunkt des Suizides zu Hause befunden. Aus den eingereichten Beweis-

mitteln ergebe sich nicht etwas anderes. Unter Berücksichtigung des kul-

turellen Hintergrundes sei es insbesondere auch nachvollziehbar, dass le-

diglich der Vater und er als ältester Sohn ins Visier der sri-lankischen Be-

hörden geraten seien. Schliesslich habe seine Mutter während des Bürger-

krieges als Krankenschwester in einem staatlichen Krankenhaus in 

C._______ gearbeitet. Dabei habe es sich um ein medizinisches Lager der 

LTTE gehandelt, wo er als Junge einfache Hilfstätigkeiten im Büro verrich-

tet habe. Auch sein Onkel habe dort als Arzt gearbeitet. Die sri-lankischen 

Behörden hätten ihm deshalb jeweils mit Rehabilitationshaft gedroht, weil 

er aus einer Familie mit Beziehungen zur LTTE stamme. Da es sich hierbei 

jeweils um Drohungen handelte, habe er auch keine weiteren Angaben zu 

dieser angedrohten Rehabilitationshaft geben können. Die Vorinstanz 

habe seine Ausführungen hierzu zu Unrecht als nicht glaubhaft erachtet. 

6.3.2 Zwar habe er mit dem eigenen Pass aus Sri Lanka ausreisen können, 

er habe aber zusammen mit dem Schlepper den Beamten bei der Pass-

kontrolle bestechen müssen. Das Bestechungsgeld sei nur nötig gewesen, 

weil er staatlich gesucht und als Mitglied einer „Bewegungsfamilie“ ange-

sehen werde. Er habe den Pass dem Schlepper abgeben müssen. 

Schliesslich sei er auf seiner Flucht gänzlich von diesem abhängig gewe-

sen und habe auch keinen Widerstand leisten können. Daraus ergebe sich 

somit kein Widerspruch. 

6.3.3 Die Vorinstanz habe sich nicht zur Frage geäussert, ob die von ihm 

erlittenen Verfolgungen die für die Asylgewährung erforderliche Intensität 

erreicht haben. Bezüglich der Voraussetzungen zur Anerkennung als 

Flüchtling halte er weiter daran fest, er erfülle die erforderliche Intensität. 

Seine Ausführungen hinsichtlich der erlebten Nachteile seien nicht wider-

sprüchlich gewesen. In Anbetracht des individuell Erlebten sei demzufolge 

eine begründete Furcht der Verfolgung zu bejahen. 

6.3.4 Was den Wegweisungsvollzug anbelange, sei ein solcher unzulässig 

aufgrund der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass zurückkehrende ta-

milische Asylsuchende jederzeit Opfer von Inhaftierung und Folter werden 

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könnten. Er sei gefährdet, Opfer einer Festnahme, Verschleppung oder Tö-

tung durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte zu werden, insbesondere 

da er aus einer Bewegungsfamilie stamme. Mit Verweis auf verschiedene 

Berichte, sowie unter Berücksichtigung seiner Erlebnisse, sei ein Vollzug 

auch unzumutbar. 

7.  

7.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzliche Verfügung aus 

den nachfolgenden Gründen zu bestätigen ist, soweit die Flüchtlingseigen-

schaft verneint und das Asylgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt 

wird.  

7.1.1 Es ist zunächst festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer ange-

führten Gründe, die zum Tod, namentlich dem Suizid seiner Schwester ge-

führt haben sollen, entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht unglaubhaft 

erscheinen. Dies vor allem, weil er die gesundheitliche Situation der 

Schwester nach der Entlassung aus der Zwangsrekrutierung und die Um-

stände des Todes seiner Schwester in sich schlüssig und emotional schil-

derte (vgl. act. A13/17 F.53 ff.). Sodann lässt sich aus den eingereichten 

medizinischen Unterlagen, welche auf die im Heimatstaat erfolge Behand-

lung der Schwester Bezug nehmen und deren Authentizität auch von der 

Vorinstanz nicht in Zweifel gezogen wird, nicht der Schluss ziehen, dass 

sich die Schwester zum Zeitpunkt ihres Todes in einer stationären Behand-

lung befand und ihr Suizid im Elternhaus daher nicht möglich gewesen sei. 

Eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Vorbringen des Be-

schwerdeführers und den vorinstanzlichen Erwägungen kann aber aus den 

nachfolgenden Gründen unterbleiben.  

7.1.2 Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, dass seine Schwester 

am 5. September 2013 verstorben sei und er nach deren Tod mehrfach 

vom CID aus den genannten Gründen mitgenommen, befragt und bedroht 

worden sei (act. A3/12 F.7.01). Er schilderte zunächst ein Ereignis, welches 

sich 45 Tage nach der Beerdigung seiner Schwester zugetragen haben 

soll. Demgemäss seien er und der Vater festgenommen und während eines 

Tages inhaftiert gewesen. Während der Haft hätten Angehörige des CID 

ihm nahegelegt, die durch Angehörige der Sicherheitsbehörden began-

gene Vergewaltigung der Schwester nicht öffentlich zu machen. Die Eltern 

hätten zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden, damit nicht an die Öffent-

lichkeit zu gehen, dies zum einen aus Scham, zum anderen aus Angst vor 

den Sicherheitsbehörden, die mit Konsequenzen gedroht hätten. Die Schil-

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derung dieses Vorgehens ist in sich schlüssig und er beschreibt nachvoll-

ziehbar seine eigenen Emotionen, namentlich seine Wut über den Ent-

scheid der Familie, dieses Ereignis totzuschweigen, und seine eigenen 

Schuldgefühle der Schwester gegenüber, der er nicht habe helfen können 

(act. A13/17 F.53-F.55). Diese Behelligungen und Drohungen reichen aber 

auch bei angenommener Glaubhaftigkeit für sich gesehen nicht, eine staat-

liche Verfolgung oder die objektive Furcht vor einer solchen Verfolgungs-

handlung im Zeitpunkt der Ausreise – die zwei Jahre später im Juni 2015 

erfolgte – zu bejahen. Dem Beschwerdeführer gelingt es weder substanzi-

iert noch widerspruchsfrei darzulegen, dass er abgesehen von diesem Er-

eignis im Herbst 2013 auch später noch tatsächlich im Fokus der sri-lanki-

schen Sicherheitsbehörden gestanden hat. So führte er nämlich weiter 

aus, seit dem Tod der Schwester bis zu seiner Ausreise noch mehrmals 

von den Sicherheitsbehörden befragt beziehungsweise bedroht worden zu 

sein. Sein Vorbringen ist aber weder substanziiert noch widerspruchsfrei. 

Anlässlich der BzP gab er in diesem Zusammenhang an, drei Mal seien er 

und sein Vater gemeinsam mitgenommen und befragt worden, einmal sei 

er hingegen allein inhaftiert worden (act. A3/12 F.7.02). Demgegenüber 

machte er anlässlich der Anhörung geltend, er sei vier Mal mitgenommen 

worden, davon zweimal gemeinsam mit dem Vater und zweimal allein (act. 

A13/17 F.57). Widersprüchlich schildert er auch eine dieser Festnahmen, 

welche sich kurz vor der Ausreise ereignet haben und zum Ausreiseent-

schluss geführt haben soll. So trug er in der BzP vor, er sei im April 2015 

für eineinhalb Tage in einem CID-Camp in G._______ festgehalten und 

verhört worden, ohne dass man ihn misshandelt habe (act. A3/12 S.8). 

Demgegenüber führte er in der Anhörung aus, die Festnahme habe sich im 

Mai 2015 ereignet, wobei er in das CID-Camp H._______ verbracht wor-

den sei (act.  A13/17 F.72/F.73, F.77). Widersprüchlich zu seinen ursprüng-

lichen Angaben machte er in der Anhörung sodann geltend, es sei ihm ge-

genüber auch Gewalt ausgeübt worden. Auf Vorhalt der aufgeführten Wi-

dersprüche vermochte der Beschwerdeführer diese nicht aufzulösen (vgl. 

act. A13/17 F.101-F.114). Der Beschwerdeführer war sodann auch nicht in 

der Lage, die im April oder Mai 2015 erfolgte Befragung zu substanziieren 

(act. A13/17 F.80-F.82, F.84). Auch diesbezüglich versuchte er zunächst die 

Befragung in einen Kontext mit der Angst der Behörden zu setzen, die Fa-

milie könne ihr Schweigen über die Umstände des Todes der Schwester 

brechen (act. A13/17 F. 84). Dies gelingt ihm letztlich nicht, zumal der Vo-

rinstanz insofern zuzustimmen ist, als es unplausibel scheint, dass die Be-

hörden zwei Jahre später nach dem Tod wieder aktiv werden. 

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Seite 11 

Sodann konnte er auch auf Aufforderung hin keine weiteren Inhaftierungen 

durch die Sicherheitsbehörden substanziiert geltend machen, obwohl er 

anlässlich der Befragungen von vier Inhaftierungen seit dem Tod der 

Schwester gesprochen hat. Vielmehr führte er aus, er könne sich nicht ge-

nau an diese Ereignisse erinnern (act. A13/17 F.72). Dass Ereignisse in 

ihrer zeitlichen Einordnung nicht mehr präsent sind, kann für sich allein be-

trachtet nicht per se gegen die Glaubhaftigkeit sprechen. Jedoch blieb er 

vorliegend auch inhaltlich eine Schilderung der Ereignisse schuldig, welche 

seinen Entschluss zur Ausreise aus dem Heimatstaat massgeblich beein-

flusst haben sollen. Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass er weitere ein-

schneidende Ereignisse mit den Sicherheitsbehörden gar nicht erlebt hat. 

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang, dass es ihm an anderer Stelle, 

nämlich als es um die Ereignisse rund um seine Schwester ging, sehr wohl 

möglich war, diese in sich schlüssig und dezidiert zu schildern. Insgesamt 

ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft machen 

konnte, zum Zeitpunkt seiner Ausreise von asylrelevanten Verfolgungs-

handlungen der sri-lankischen Sicherheitsbehörden betroffen gewesen zu 

sein. Er führte sodann in der Anhörung mehrfach aus, er habe Sri Lanka 

nicht verlassen wollen, sondern sei der Bitte seiner Eltern nachgekommen, 

die sich nach dem Tod der Schwester um ihn gesorgt hätten (act. A13/17 

F.55 ff.). 

7.1.3 Weiter verweist der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift auf 

seine familiären Verbindungen zur LTTE. Gemäss seinen Angaben war so-

wohl seine Schwester (obschon zwangsrekrutiert) als auch sein Onkel Mit-

glied der LTTE, womit der Beschwerdeführer über gewisse Verbindungen 

zur Organisation verfügt. Eine Gefährdung im Sinne einer Reflexverfolgung 

aufgrund der Tätigkeiten seiner Familie für die LTTE bringt der Beschwer-

deführer in den Befragungen nicht vor und wird in der Beschwerde nicht 

weiter substanziiert. Demnach ist nicht zu erwarten, dass die sri-lankische 

Regierung dem Beschwerdeführer alleine aufgrund dieser Familienange-

hörigen zuschreibt, er sei bestrebt, den ethnischen Konflikt im Land wieder 

aufflammen zu lassen. 

7.1.4 Ebenso vermögen die vom Beschwerdeführer vorgebrachten kurz-

zeitigen Unterstützungsleistungen für den Wahlkampf eines TNA-Parla-

mentariers im Jahr 2014 keine begründete Furcht vor Verfolgung durch die 

sri-lankischen Behörden zu begründen. Der Beschwerdeführer brachte 

keine konkreten, substantiierten Behelligungen oder Bedrohungen auf-

grund dieser Tätigkeiten für die TNA vor. Insbesondere lassen die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers nicht darauf schliessen, dass er wegen seiner 

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Seite 12 

Tätigkeit für diese Partei in der Vergangenheit asylrechtlich relevante 

Nachteile erlitten hat. Allein aufgrund dieses Engagements des Beschwer-

deführers ist nicht auf ein politisches Profil zu schliessen, welches ein 

ernsthaftes Interesse der heimatlichen Behörden an seiner Person erwe-

cken könnte. Sofern er auch diesbezüglich einen Bezug zum Tod seiner 

Schwester herstellt und ausführt, die sri-lankischen Behörden könnten 

durch seine Verbindungen zum besagten Parlamentarier noch mehr be-

fürchten, dass er und seine Familie sich öffentlich zu den Umständen 

äusseren würde, lässt sich ein solcher Bezug nicht herstellen. Weder die 

Beschwerdevorbringen noch die eingereichten Beweismittel sind geeignet, 

zu einer anderen Einschätzung zu führen. 

7.2 Zutreffend hat die Vorinstanz sodann ausgeführt, dass der Beschwer-

deführer in seiner Person auch kein Risikoprofil erfüllt, welches eine Furcht 

vor Verfolgung im Falle seiner Rückkehr in den Heimatsaat begründet. 

7.2.1 Aus der Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie, der Landesabwesen-

heit von zweieinhalb Jahren und der ursprünglichen Herkunft aus der Nord-

provinz leitet sich keine aktuelle Gefährdung ab (vgl. etwa die Urteile des 

BVGer E-3262/2017 vom 5. Oktober 2017 E. 4.6; BVGer E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016). Der Beschwerdeführer war (auch aufgrund seines Alters 

zum Zeitpunkt der relevanten Kriegsjahre) nicht Mitglied der LTTE. Er gibt 

an, auch später nicht Mitglied der Bewegung gewesen zu sein. Dass ihm 

einzig aufgrund seiner familiären Verbindungen zu einem der Bewegung 

angehörenden Onkel und zu seiner verstorbenen Schwester, welche 

zwangsrekrutiert worden sei, eine ernstzunehmende Verbindung zur LTTE 

nachgesagt würde, ist zu verneinen. Zudem wurde er weder einer Straftat 

angeklagt noch gar verurteilt und verfügt somit auch nicht über einen 

Strafeintrag. Es bestehen keine Hinweise dafür, dass er auf einer Stop-List 

aufgeführt wäre. Darüber hinaus ist aufgrund der Aktenlage nicht davon 

auszugehen, dass er sich mit dem von ihm geschilderten, niederschwelli-

gen Engagement für die TNA exponiert hat. 

7.2.2 Was das exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers betrifft, 

umfasst dies die einmalige Teilnahme an einem Cricket-Spiel zur Feier des 

Heldentags. Damit ist die exilpolitische Tätigkeit des Beschwerdeführers in 

jeder Hinsicht als niederschwellig einzustufen, zumal aufgrund der vorste-

henden Erwägungen nicht davon auszugehen ist, dass er zum Zeitpunkt 

der Ausreise aus Sri Lanka im Jahr 2015 seitens der Behörden in asylrele-

vanter Weise verfolgt wurde. Deshalb besteht auch kein Grund zur An-

E-3702/2018 

Seite 13 

nahme, dass er deswegen im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka in ab-

sehbarer Zukunft mit gezielten Verfolgungsmassnahmen durch die staatli-

chen Sicherheitskräfte oder die Armee zu rechnen hat.  

7.2.3 Unter Würdigung der gesamten Umstände kommt das Bundesver-

waltungsgericht zum Schluss, dass der Beschwerdeführer von der sri-lan-

kischen Regierung offensichtlich nicht zu jener kleinen Gruppe gezählt 

wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu las-

sen, und so eine Gefahr für den sri-lankischen Einheitsstaat darstellen 

könnte. 

7.3 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer keine asylrechtlich rele-

vanten Vor- oder Nachfluchtgründe nachgewiesen oder glaubhaft ge-

macht. Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft ver-

neint und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung 

aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf ein-

tritt.  

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht 

angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je 

m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft. Das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

 

 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/50
http://links.weblaw.ch/BVGE-2013/37

E-3702/2018 

Seite 14 

9.2  

9.2.1 Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 

Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Hei-

mat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG)So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124-127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in 

Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts 

nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil BVGer E-1866/2015, a.a.O.,      

E. 12.2). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick 

auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem 

europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt be-

fasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, 

E-3702/2018 

Seite 15 

Beschwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, a.a.O.; T.N. gegen 

Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. 

gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08). 

Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon 

auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-

handlung.  

9.2.4 Es ergeben sich vorliegend keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen 

so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tä-

tigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er sonst per-

sönlich gefährdet wäre. 

9.2.5 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch in-

dividuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers las-

sen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzu-

lässig erscheinen. 

9.3  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

 

9.3.1 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner 

Gewalt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung 

und der LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Im Referenzurteil             

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 ist das Gericht nach einer eingehenden 

Analyse der Sicherheitslage in Sri Lanka zum Schluss gekommen, dass 

der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz grundsätzlich zumutbar ist, 

wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere 

Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes 

sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) 

bejaht werden kann (vgl. a.a.O. E. 13.2). 

9.3.2 Der junge Beschwerdeführer stammt aus D._______, Distrikt 

C._______, wo er über ein familiäres Beziehungsnetz (Eltern, Geschwister, 

Tanten, Onkel) verfügt, auf dessen Unterstützung er mutmasslich zählen 

kann. Er hat die Schule bis zum A-Level besucht und die Ausbildung als 

E-3702/2018 

Seite 16 

Bankangestellter bei der (…) abgeschlossen und später als Verkäufer bei 

der (…) gearbeitet. Es kann daher insgesamt davon ausgegangen werden, 

dass der Beschwerdeführer, der keine familiären Verpflichtungen hat, sich 

im Heimatstaat eine wirtschaftliche Existenz wird aufbauen können. 

Ebenso ist aufgrund des Gesagten anzunehmen, dass seine Wohnsitua-

tion gewährleistet sein wird. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, 

dass ihm die persönliche und wirtschaftliche Reintegration möglich sein 

wird. Es besteht folglich kein Grund zur Annahme, er werde bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka (D._______, Distrikt C._______) in eine existenzielle 

Notlage geraten. 

9.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

in individueller Hinsicht als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

11.  

Der Antrag auf Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit vorliegendem 

Entscheid gegenstandslos.  

11.1 Der Beschwerdeführer ersucht um die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Danach kann die 

Beschwerdeinstanz eine bedürftige Partei, deren Begehren nicht aus-

sichtslos erscheinen, auf Antrag davon befreien, Verfahrenskosten zu be-

zahlen. Der Beschwerdeführer ist als bedürftig zu erachten. Seine Begeh-

ren waren bei Einreichung der Beschwerde nicht als aussichtslos zu be-

zeichnen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

E-3702/2018 

Seite 17 

ist somit gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 

sind. 

11.2 Ebenso gutzuheissen ist das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 110a AsylG. Dem Beschwerdeführer ist 

die bevollmächtigte Rechtsvertreterin MLaw Cora Dubach als amtliche 

Rechtsbeiständin beizuordnen, da sie die in Art. 110a Abs. 3 AsylG nor-

mierten Voraussetzungen erfüllt. 

Amtlichen Rechtsbeiständen ist ein amtliches Honorar für ihre notwendi-

gen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Das Bundes-

verwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung in der Regel von einem 

Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nichtanwaltliche Vertreterin-

nen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Nur der 

notwendige Aufwand wird entschädigt (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Seitens 

der Rechtsvertretung liegt eine Kostennote über den Gesamtbetrag von 

Fr. 1942.– vor, welche von einem Stundenansatz in der Höhe von Fr. 150.– 

ausgeht und damit angemessen ist. Hingegen scheint der in Ansatz ge-

brachte zeitliche Aufwand für die Vorbefassung mit dem Verfahren und das 

Verfassen der in den Akten befindlichen Beschwerde (insgesamt 11.5 Stun-

den) als zu hoch und ist entsprechend zu kürzen. Die in Ansatz gebrachte 

Dossiereröffnungspauschale von Fr. 50.– kann überdies nicht entschädigt 

werden. Unter Berücksichtigung der Bemessungsfaktoren ist der Rechts-

vertreterin, MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, deshalb zulasten 

des BVGer ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 1200.– (inkl. Ausla-

gen) zuzusprechen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3702/2018 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der 

amtlichen Verbeiständung werden gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das amtliche Honorar für die als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzte 

Rechtsvertreterin MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, beträgt 

Fr. 1200.– und geht zulasten des Gerichtes.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Kinza Attou