# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c3c8711-bfd0-55fe-90ac-cf709f647bf2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2011 D-4354/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4354-2011_2011-08-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4354/2011

U r t e i l   v om   1 7 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis,
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;  
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

Parteien A._______, geboren (…),
sowie deren Tochter
B._______, geboren (…),
Kosovo, 
(…),
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren);
Verfügung des BFM vom 3. August 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  den  Kosovo  im 
Juli 2009 verliess und mit ihrer Tochter am 27. April 2011 in die Schweiz 
gelangte, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchten,

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der summarischen Befragung im 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ vom 9. Mai 2011 im 
Wesentlichen geltend machte, sie habe  in die Schweiz kommen wollen, 
sei  aber  an  der  ungarischen  Grenze  festgenommen  und  für  sechs 
Wochen in ein Asylantenheim gebracht worden (Eurodac­Treffer vom 14. 
und 27. Juli 2009),

dass sie von dort nach Deutschland gegangen sei, wo sie sich bloss zwei 
Tage  aufgehalten  habe,  um  weiter  nach  Belgien  zu  reisen,  wo  sie  ein 
Asylgesuch gestellt habe (Eurodac­Treffer vom 1. September 2009), 

dass  sie  schliesslich  von  Belgien  nach  Deutschland  zurückgekehrt  sei, 
wo sie in der Folge ebenfalls ein Asylgesuch gestellt habe, 

dass die deutschen Behörden von ihrer Schwangerschaft erfahren hätten 
und  ihr  aufgetragen  hätten,  nach  der  Geburt  des  Kindes  Deutschland 
verlassen zu müssen, 

dass sie nach der Geburt der Tochter einen negativen Entscheid erhalten 
habe und Deutschland Richtung Kosovo hätte verlassen sollen,

dass  sie  sich  daraufhin  nach  Belgien  begeben  habe,  wo  sie  sich  bei 
Bekannten ungefähr ein Jahr illegal aufgehalten habe,

dass sie von Belgien aus in die Schweiz gekommen sei,

dass  der  Beschwerdeführerin  in  der  gleichen  Anhörung  das  rechtliche 
Gehör  zu  einem  bevorstehenden  Nichteintretensentscheid  gewährt 
wurde, da aufgrund ihrer Vorbringen, der Eurodac­Treffer, der Unterlagen 
des D._______ und der Dublin­Verordnung mutmasslich Ungarn, Belgien 
oder  Deutschland  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens als zuständig erachtet wurde,

dass sie  vorbrachte,  sie möchte nicht mehr nach Ungarn zurückkehren, 
weil es dort eine Katastrophe sei, sie geschlagen und schlecht behandelt 
worden sei und die Bedingungen schlecht seien,

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dass  sie  in  Belgien  einen  negativen  Entscheid  erhalten  habe  und  nicht 
glaube, dass Belgien sie zurücknehmen würde,

dass sie auch nicht wüsste, was gegen eine Wegweisung nach Belgien 
sprechen  könnte,  ausser  dass  sie  von  dort  wohl  in  den  Kosovo 
ausgeschafft werde,

dass  es  sich  gleichermassen  in  Bezug  auf  eine  Rückkehr  nach 
Deutschland  verhalte,  weil  sie  dort  auch  schon  einmal  einen 
Abschiebungsentscheid  erhalten  habe  und  deshalb  die  Abschiebung  in 
den Kosovo befürchte,

dass sie – hätte sie in Deutschland bleiben können – nicht nach Ungarn 
oder Belgien gegangen wäre,

dass  die  Beschwerdeführerinnen  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem 
Kanton E._______ zugewiesen wurden,

dass  das  BFM  am  25.  Mai  2011  ein  Informationsersuchen  an  die 
deutschen  Behörden  richtete,  worin  es  im  Wesentlichen  die  von  der 
Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Anhörung  im  EVZ  gemachten 
Angaben aufführte,

dass die deutschen Behörden mit Schreiben vom 29. Juni 2011 die von 
der  Beschwerdeführerin  gemachten Angaben  bestätigten  und mitteilten, 
dass  Ungarn  ihrem  Ersuchen  um  Wiederaufnahme  der 
Beschwerdeführerinnen am 10. Dezember 2009 zugestimmt habe, 

dass das BFM am 7. Juli 2011 die ungarischen Behörden um Übernahme 
der Beschwerdeführerinnen ersuchte,

dass das Übernahmeersuchen des BFM von den ungarischen Behörden 
am  11.  Juli  2011  mit  der  Begründung  abgelehnt  wurde,  dass  die 
deutschen  Behörden  die  Beschwerdeführerinnen  nicht  innert  der 
sechsmonatigen  Frist  überstellt  und  auch  nicht  um  Erstreckung  der 
Überstellungsfrist nachgesucht hätten,

dass  das  BFM  am  18.  und  26.  Juli  2011  die  deutschen  Behörden  um 
Übernahme der Beschwerdeführerinnen ersuchte,

dass  das  Übernahmeersuchen  von  den  deutschen  Behörden  am  2. 
August 2011 gutgeheissen wurde,

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dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  3.  August  2011  –  eröffnet  am  9. 
August 2011 – gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführerinnen  nicht  eintrat  und  im  Rahmen  eines  Dublin­
Verfahrens  die  Wegweisung  nach  Deutschland  sowie  den  Vollzug 
anordnete,

dass es die Beschwerdeführerinnen  gleichzeitig aufforderte, die Schweiz 
spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  und 
festhielt,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  habe  keine 
aufschiebende Wirkung,

dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Beschwerdeführerin  habe  zu  Protokoll  gegeben,  nach  Einreichung  der 
Asylanträge in Ungarn und Belgien nach Deutschland gereist zu sein, wo 
sie ihre Tochter geboren habe,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  ihrer  Tochter  vor  der  geplanten 
Ausschaffung in den Kosovo wieder nach Belgien zurückgekehrt sei, was 
durch die Antwort der deutschen Behörden auf das Informationsersuchen 
des BFM bestätigt worden sei,

dass  die  deutschen  Behörden  das  Ersuchen  um  Übernahme  der 
Beschwerdeführerinnen gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c  (recte: Art. 20 
Abs. 2)  der Verordnung  (EG) Nr.  343/2003  des Rates  vom 18.  Februar 
2003  (Dublin­II­VO)  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist, gutgeheissen haben, 

dass  somit  gemäss  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR  0.142.392.68])  die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­ 
und Wegweisungsverfahrens an Deutschland übergegangen sei,

dass  die  Überstellung  an  Deutschland  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung oder Verlängerung der Frist (Art. 19 f. Dublin­II­VO) – bis 
spätestens am 2. Februar 2012 zu erfolgen habe, 

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dass auf die Asylgesuche nicht einzutreten sei,

dass  die  Beschwerdeführerinnen  in  einen  Drittstaat  reisen  könnten,  in 
dem  sie  Schutz  vor  Rückschiebung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs.  1  AsylG 
fänden und deshalb das Non­Refoulement­Gebot bezüglich des Heimat­ 
oder Herkunftsstaates nicht zu prüfen sei,

dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention 
vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  im  Falle  einer  Rückkehr  nach 
Deutschland bestünden,

dass  hinsichtlich  der  Begründung  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen 
der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  im  EVZ  am  9.  Mai  2011  (vgl. 
oben) festzuhalten sei, dass Deutschland gestützt auf die Dublin­II­VO für 
die  Durchführung  des  Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  zuständig  sei 
und gegebenenfalls eine Wegweisung ins Heimatland anordnen könne,

dass  Deutschland  zudem  sowohl  Signatarstaat  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), 
der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen 
Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) sei,

dass es vorliegend keine konkreten Anhaltspunkte dafür gäbe, dass sich 
Deutschland  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen 
Verpflichtungen halten würde,

dass  weder  die  in  Deutschland  herrschende  Situation  noch  andere 
Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  nach  Deutschland 
sprechen würden,

dass der Vollzug der Wegweisung nach Deutschland  technisch möglich 
und praktisch durchführbar sei, 

dass die Beschwerdeführerinnen am 12. August 2011 Beschwerde beim 
Bundesverwaltungsgericht  erhoben  und  unter  Kosten­  und 
Entschädigungsfolge  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl 
beantragten,

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dass  festzustellen  sei,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig, 
unzumutbar  und  unmöglich  sei  und  dass  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen sei,

dass  die  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  und  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei,

dass eventualiter die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen sei,

dass  die  zuständige  Behörde  vorsorglich  anzuweisen  sei,  die 
Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimat­  oder  Herkunftsstaats 
sowie jegliche Weitergabe von Daten an dieselben zu unterlassen,

dass  eventualiter  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  die 
beschwerdeführende  Person  darüber  in  einer  separaten  Verfügung  zu 
informieren sei,

dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidrelevant – in 
den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 15. August 2011 beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

und erwägt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  Asylgesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG 
sowie Art. 6 und Art. 105 AsylG), 

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dass  die  Beschwerdeführerinnen  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  der  in  einer  Fremdsprache  abgefassten  Beschwerde  die 
Übersetzung der Beschwerdebegründung eingereicht wurde,

dass  der  Rest  der  Beschwerde  eine  dem  Gericht  bekannte 
Formularbeschwerde  ist,  weshalb  auf  eine  Übersetzung  der 
Beschwerdebegehren verzichtet werden kann (Art. 33 Abs. 4 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer 
zweiten Richterin  entschieden wird  (Art.  111 Bst.  e AsylG)  und es  sich, 
wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der 
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
praxisgemäss  auf  die  Überprüfung  der  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass  sich  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  somit 
darauf beschränkt, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die 
Vorinstanz  zurückzuweisen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  34  E.  2.1 
S. 240 f.),

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dass  nach  dem  Gesagten  auf  die  Begehren  um  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  sowie  um Gewährung  von  Asyl  nicht  einzutreten 
ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel unter anderem dann nicht eingetreten 
wird, wenn Asylsuchende  in  einen Drittstaat  ausreisen  können, welcher 
für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens 
staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass  der  Aufenthalt  respektive  die  Asylgesuchstellung  der 
Beschwerdeführerinnen in Deutschland unbestritten ist,

dass  die  deutschen  Behörden  am  2.  August  2011  gestützt  auf  Art.  20 
Abs. 2  Dublin­II­VO  in  Beantwortung  einer  Anfrage  des  BFM  vom  18.  
respektive  26.  Juli  2011  der  Übernahme  der  Beschwerdeführerinnen 
zustimmten,

dass die Beschwerdeführerinnen somit ohne Weiteres nach Deutschland 
ausreisen  können  und  der  allfällige  Vollzug  der  Wegweisung  dorthin 
möglich ist,

dass  gemäss  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  das  in  Deutschland 
gestellte Asylgesuch abgelehnt worden ist, 

dass  die  Prüfung  eines  Asylantrags  die  Gesamtheit  der 
Prüfungsvorgänge,  der  Entscheidungen  beziehungsweise  Urteile  der 
zuständigen  Stellen  in  Bezug  auf  einen  Asylantrag  gemäss  dem 
einzelstaatlichen  Recht,  mit  Ausnahme  der  Verfahren  zur  Bestimmung 
des  zuständigen  Staates,  beinhaltet  (vgl.  Art.  2  Bst.  e  Dublin­II­VO), 
mithin  auch  die  Prüfung  eines  allfälligen  Wegweisungsvollzugs  in  den 
Heimatstaat betrifft, 

dass  gemäss Art.  3 Abs.  3 Dublin­II­VO  sodann  jeder Mitgliedstaat  das 
Recht  behält,  einen  Asylbewerber  nach  seinen  innerstaatlichen 
Rechtsvorschriften  unter  Wahrung  der  Bestimmungen  der  Genfer 
Flüchtlingskonvention in einen Drittstaat zurück­ oder auszuweisen,

dass  vorliegend  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  wonach 
Deutschland als Signatarstaat der FK, der EMRK und FoK sich nicht an 
die daraus resultierenden Verpflichtungen halten würde, 

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dass  vor  dem  Hintergrund  des  abgeschlossenen  Asylverfahrens  in 
Deutschland  die  Beschwerdeführerinnen  nichts  zu  ihren  Gunsten 
abzuleiten  vermögen,  was  einen  allfälligen  Wegweisungsvollzug  nach 
Deutschland verhindern könnte, 

dass  es  in  casu  einzig  um  die  Feststellung  der  Zuständigkeit  für  die 
Behandlung  des  Asylverfahrens  geht  und  nach  dem  Gesagten 
(abgeschlossenes  Asylverfahren)  das  BFM  auf  die  Beurteilung  der  von 
der  Beschwerdeführerin  im  vorinstanzlichen  Verfahren  geltend 
gemachten Asylgründe nicht einzugehen brauchte, 

dass die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe nicht geeignet sind, eine 
Änderung der angefochtenen Verfügung herbeizuführen,

dass  mit  der  Berufung  auf  die  grundsätzlich  gleichen,  bereits  im 
vorinstanzlichen  Verfahren  angeführten  Gründe  (Probleme  mit  der 
eigenen  Familie  und  derjenigen  des  Mannes/Vaters  ihres  Kindes  im 
Kosovo),  welche  sich  durch  die  Geburt  der  Tochter  für  die 
alleinerziehende Beschwerdeführerin noch verstärkter darstellen, lediglich 
nochmals der festgestellte Sachverhalt wiederholt wird, 

dass sich angesichts dieser Sachlage weitere Erörterungen erübrigen,

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführerinnen  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001 Nr.  21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
zu bestätigen ist, 

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Mitgliedstaat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art.  44  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83 
Abs. 1­4  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

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dass  die  Prüfung  von  allfälligen  Wegweisungshindernissen  vielmehr 
bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  selber  stattzufinden 
hat (vgl. vorgehende Erwägungen), namentlich unter dem Blickwinkel der 
Souveränitätsklausel von Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO, zu deren Anwendung 
jedoch vorliegend keine Veranlassung besteht, 

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  nach 
Deutschland demnach zu bestätigen ist,

dass  es  den  Beschwerdeführerinnen  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzen,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellen 
oder  unangemessen  sein  sollte  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die 
Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen 
ist, weshalb sich der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung als 
gegenstandslos erweist,

dass mit  dem vorliegenden  letztinstanzlichen Endentscheid das Gesuch 
der Beschwerdeführerinnen, die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, die 
Kontaktaufnahme  mit  den  Heimat­  oder  Herkunftsbehörden  sowie  jede 
Weitergabe  von  Daten  an  dieselben  zu  unterlassen,  ebenfalls 
gegenstandslos geworden ist,

dass  es  sich  schliesslich  gleichermassen  in Bezug  auf  das Gesuch  um 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verhält,

dass  aus  den  dargelegten  Gründen  den  Beschwerdebegehren  keine 
ernsthaften  Erfolgsaussichten  beschieden  waren,  weshalb  das  Gesuch 
um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  unabhängig  von  der 
Frage  der  prozessualen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerinnen 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  demnach den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen sind 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG).

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Seite 11

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (65 Abs. 1 
VwVG) wird abgewiesen.

3.  
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführerinnen 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerinnen,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Contessina Theis Alfred Weber

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