# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd2f6ac3-c80b-56cc-99b1-c14857115139
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.05.2013 SK 2012 223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2012-223_2013-05-15.pdf

## Full Text

SK 2012 223 

Urteil der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern,
unter Mitwirkung von Oberrichterin Hubschmid Volz (Präsidentin i.V.), Oberrichter Zihlmann
und Oberrichter Guéra sowie Gerichtsschreiber Knecht

vom 15. Mai 2013

in der Strafsache gegen 

A. 
verteidigt durch Rechtsanwalt X. 

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 
Bern

wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz.

Regeste:
Besteht ein konkretisierter Tatverdacht gegen die zu befragende Person, sind die Protokollie-
rungsvorschriften zu beachten (Art. 76 ff. StPO). Dies gilt auch für die Polizei. Sowohl die 
Kenntnisnahme als auch die Unterzeichnung des Einvernahmeprotokolls durch die befragte 
Person stellen Gültigkeitsvorschriften dar (Art. 78 Abs. 5 StPO). Eine Verletzung derselben 
führt zur Unverwertbarkeit der Einvernahme (Art. 141 Abs. 2 StPO).
Ist die Belehrung der beschuldigten Person nicht gehörig protokolliert und kann sie auch nicht 
anderweitig beweismässig erstellt werden (Art. 158 i. V.m. Art. 143 Abs. 2 StPO), ist ihre 
Aussage bereits deshalb nicht ververwertbar und darf auch nicht mittelbar zum Beweis ge-
macht werden.

Redaktionelle Vorbemerkungen: 
Der Berufungsführer wurde von den Polizisten R. und H. beobachtet, wie er auf der Autobahn 
Al im Baustellenbereich unerlaubt rechts überholte. Bei der anschliessenden Befragung auf 
der Autobahnraststätte hielt Polizist R. die Aussagen des Berufungsführers schriftlich in einer 
Handnotiz fest. Die Handnotiz wurde dem Berufungsführer weder zur Unterzeichnung 
vorgelegt noch wurde ihm der Inhalt der Notiz zur Kenntnis gebracht. Die in der Handnotiz 
festgehaltenen Aussagen des Berufungsführers fanden einerseits mittelbar Ein- 

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gang in den Polizeirapport. Andererseits schilderte Polizist R. als Zeuge die Aussagen des 
Berufungsführers. 

Der Berufungsführer rügte eine Verletzung der Protokollierungsvorschriften sowie eine nicht 
gehörige Belehrung und beantragte, die Handnotiz sei aus den Akten zu entfernen.

Trotz Nichtberücksichtigung der Handnotiz und den weiteren (mittelbaren) Beweismittel betreffend 
die Aussage des Beschuldigten auf der Autobahnraststätte erfolgte gestützt auf die (sonstigen) 
Beobachtungen der Polizei ein Schuldspruch.

Auszug aus den Erwägungen: 

I .  Formel les

[...] 

6. Verwertungsverbot im Besonderen 

6.1. Ergänzend zu den erstinstanzlichen Beweismitteln wurden auf Antrag des Berufungsfüh-
rers von der ersten Strafkammer die Handnotizen des Kantonspolizisten R. vom 20. Au-
gust 2011 in die Akten aufgenommen (pag. 125). In seiner schriftlichen Berufungsbe-
gründung vom 22. November 2012 verlangt der Berufungsführer nun die Nichtberück-
sichtigung der auf seinen Antrag von der Kammer beigezogenen Handnotizen des Kan-
tonspolizisten R.. Dieser ersten Einvernahme fehle es am Hinweis, dass gegen den Be-
rufungsführer ein Vorverfahren eingeleitet worden sei und welche Straftaten ihm vorge-
worfen würden. Zudem genügten die Handnotizen des Polizisten insofern den Anforde-
rungen eines Einvernahmeprotokolls nicht, als keine gestellte Frage protokolliert sowie 
die Notiz dem Berufungsführer nicht vorgelesen und zur Unterzeichnung vorgelegt wor-
den sei. 

6.2. Art. 76 StPO statuiert die Pflicht, alle Verfahrenshandlungen, die nicht schriftlich durch-
geführt werden, zu protokollieren. Diese Pflicht wird in Art. 78 StPO für Einvernahmen 
konkretisiert. Insbesondere wird verlangt, dass entscheidende Fragen und Antworten 
wörtlich zu protokollieren sind und das Protokoll nach Abschluss der Einvernahme der 
einvernommenen Person vorgelesen wird oder ihr zum Lesen vorzulegen ist. Nach 
Kenntnisnahme des Protokolls ist dieses sowohl von der befragten Person als auch vom 
Protokollführer, der Verfahrensleitung und der allenfalls zur Übersetzung beigezogenen 
Person zu unterzeichnen (Art. 76 Abs. 2 sowie Art. 78 Abs. 5 StPO). Diese Vorschriften 
sind grundsätzlich auch von der Polizei bei der Befragung von Tatverdächtigen zu be-
achten. Eine informelle polizeiliche Befragung ist nur solange möglich, als es an einem 
bereits konkretisierten Tatverdacht gegenüber dem Befragten fehlt und die Befragung 
primär zur Gewinnung eines ersten Überblicks über das Vorgefallene dient (vgl. SCHMID, 
Handbuch der schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N 859). Ab 
Bestehen eines Tatverdachts sind informelle Gespräche und Befragungen grundsätzlich 
unzulässig; sie müssen diesfalls protokolliert werden (DAPHINOFF, Das Strafbefehlsver-
fahren in der Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2012, § 9. D) c) gg) Nicht 
protokollierte Gespräche und Befragungen). 

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Die Protokollierungsvorschriften sind aufgrund der auf dem Spiel stehenden gewichtigen 
Interessen der Verfahrensbeteiligten streng zu handhaben (BSK StPO-NÄPFLI, Art.76 
StPO N 11 f. m.w.H. in FN 32). Sowohl die Kenntnisnahme als auch die Unterzeichnung 
des Protokolls durch die befragte Person sind Gültigkeitsvorschriften (vgl. BSK StPO-
NÄPFLI, Art.78 StPO N 20 und 25; HAUSER/SCHWERI/LIEBER, GOG, Kommentar zum zür-
cherischen Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafpro-
zess, Zürich 2012, § 153 N 29; BRÜSCHWEILER in: DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, Kom-
mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO), Zürich 2010, Art. 78 N 8; CR 
CPP-BOMIo, art. 78 N 5). Daneben gelten die Unterzeichnung durch den Verfahrenslei-
ter, den Protokollführer und allenfalls dem Übersetzer ebenfalls als Gültigkeitsvorausset-
zung; können gemäss SCHMID aber nachgebracht werden (SCHMID, a.a.O., N 571 FN 
388 und N 578 Fn 407; a.M. bzgl. nachträglicher Unterzeichnung: BSK StPO-NÄPFLI, 
Art. 76 N 14 m.w.H. in FN 36). Beweise, die Strafbehörden unter Verletzung von Gültig-
keitsvorschriften erhoben haben, dürfen nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Ver-
wertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich (Art. 141 Abs.2 StPO). Ge-
mäss Bundesgericht ist denn auch ein Protokoll, das unbestrittenermassen dem Beru-
fungsführer weder vorgelesen noch ihm zur Durchsicht vorgelegt und von diesem dem-
entsprechend auch nicht unterzeichnet wurde gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO nicht ver-
wertbar (BGer Urteil 6B_492/2012 vom 22. Februar 2013 E 1.5; ebenso: BGer Urteil 
6P.84/2006 vom 10. Juli 2006 E 3 und 1P.399/2005 vom 08. Mai 2006 E 3.1). Die Zu-
rückdrängung des Unmittelbarkeitsprinzips im ordentlichen Strafverfahren (und dessen 
sowieso beschränkte Gültigkeit im Strafbefehlsverfahren) und die damit verbundene 
Tendenz zum Aktenprozess macht aus den aktenkundigen Protokollen „regelmässig das 
entscheidende Beweismaterial`. Umso grössere Sorgfalt ist bei der Einvernahme und der 
Erstellung des Protokolls an den Tag zu legen. Gerade im Strafbefehlsverfahren, welches 
mehrheitlich Massendelikte zum Gegenstand hat, sind die polizeilichen Einver-
nahmeprotokolle von entscheidender Wichtigkeit. Dazu kommt, dass der ersten Einver-
nahme in der Praxis ein erhöhter Stellenwert eingeräumt wird als späteren Aussagen. Die 
erste Einvernahme kann pozessentscheidend sein. Somit sind der Qualität der Ein-
vernahme und den fachlichen Kompetenzen des polizeilichen Einvernehmers bzw. Pro-
tokollführers grösste Bedeutung zuzumessen (DAPHINOFF, a.a.O., § 9. C) h) Die Bedeu-
tung von Einvernahmen, Personalbeweis und Einvernahmeprotokoll). 

6.3. Vorliegend wurde der Berufungsführer von den Polizisten R. und H. beobachtet, wie er 
angeblich auf der Autobahn Al im Baustellenbereich ein unerlaubtes Rechtsüberholen 
durchführte. Bei der anschliessenden Anhaltung auf dem Rastplatz Windrose bestand 
damit bereits ein konkretisierter Tatverdacht gegenüber dem Berufungsführer betreffend 
die Verübung einer Verkehrswidrigkeit. Eine informelle Befragung, die es erlaubt hätte, 
die protokollarischen Vorschriften, insbesondere diejenigen zur Einvernahme, (noch) 
nicht beachten zu müssen, war somit nicht mehr möglich. Der Berufungsführer war als 
Beschuldigter gemäss den Protokollierungsvorschriften zu den Einvernahmen einzuver-
nehmen (Art. 76 ff. StPO). Dass sich der Polizist R. dieser Situation durchaus bewusst 
war, zeigt seine Anmerkung auf der Handnotiz: „BBK belehrt" (Berner Belehrungskarte). 
Anlässlich der Hauptverhandlung sagte der Zeuge R. hierzu aus, er habe sich die Aus-
sagen des Berufungsführers notiert (pag. 57 Z 3). Im Kanton Bern werde direkt vor Ort 
kein schriftliches Protokoll geschrieben. Es reiche die Durchführung der Belehrung nach 
Berner Belehrungskarte. Sie würden sich jeweils Handnotizen machen und den Sach-
verhalt darin festhalten (pag. 57 Z 14 ff.) Damit übereinstimmend schrieb der Beschul- 

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digte in seiner Berufungsbegründung, ihm seien die Notizen zu der Befragung auf der 
Raststätte weder vorgelesen noch zur Durchsicht und Unterzeichnung vorgelegt worden 
(pag. 150). Auf der Handnotiz findet sich weder eine Unterschrift des Polizisten R. noch 
eine Unterschrift des Berufungsführers (pag. 125 f.). Die dem Berufungsführer gestellten 
Fragen wurden nicht festgehalten (pag. 126). Die Handnotizen erfüllen somit die Vo-
raussetzungen an ein Einvernahmeprotokoll gemäss Art. 76 ff. StPO gleich in mehreren 
Punkten nicht. Nach dem klaren Willen des Gesetzgebers sind diese Bestimmungen auch 
von der Polizei einzuhalten (Botschaft 1155). Gründe, inwieweit es der Polizei nicht 
möglich ist, nach Aufzeichnung der Aussage, das Protokoll der befragten Person durch 
Vorlesen oder Vorlegung zur Kenntnis zu bringen und von dieser unterzeichnen zu las-
sen, sind nicht ersichtlich. Werden, wie durch den Zeugen R. ausgeführt, jeweils Hand-
notizen zu den Aussagen der befragten Person angefertigt, stellt es keinen weiteren, 
grösseren Aufwand dar, diese Aufzeichnungen der befragten Person zur Kenntnis zu 
bringen, von ihr unterzeichnen zu lassen und selbst zu signieren. Sowohl die Kenntnis-
nahme als auch die Unterzeichnung des Einvernahmeprotokolls durch den Befragten 
stellen Gültigkeitsvorschriften dar. Eine Verletzung derselben führt zur Unverwertbarkeit 
der Einvernahme, soweit diese nicht zur Aufklärung einer schweren Straftat unerlässlich 
ist (Art. 141 Abs. 2 StPO). Das unerlaubte Rechtsüberholen als Übertretung oder Verge-
hen ist keine schwere Straftat im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO. Die Handnotizen sind 
somit insoweit nicht verwertbar, als sie die Einvernahme des Beschuldigten protokollieren. 
Diese werden aus den Akten entfernt, bis zum rechtskräftigen Abschluss der Verfahrens 
unter separatem Verschluss gehalten und durch eine an den entsprechenden Stellen 
geschwärzten Kopie ersetzt (Art. 141 Abs. 5 StPO). 

6.4. Wie soeben dargelegt, sind die Bestimmungen über die Protokollierung von Einvernahmen 
zwingender Natur. Ihre Beachtung ist Voraussetzung für die Gültigkeit des Protokolls und 
damit gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO Erfordernis für die Verwertbarkeit der Aussage 
(OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Auflage, 2012, N 1274; SCHMID, 
a.a.O., N 571 FN 388 und N 578 FN 407; BSK StPO-NÄPFLI, Art. 76 N 12 und Art. 78 N 
20/25). Sind die Aussagen nicht verwertbar, können diese auch nicht nachträglich durch die 
Erhebung anderweitiger Beweise mittelbar in das Verfahren eingebracht werden. So darf 
gemäss GODENZI der Inhalt einer Beschuldigteneinvernahme, die zufolge unterbliebener 
Belehrung absolut unverwertbar ist (Art. 158 Abs. 2 StPO), auch nicht mittelbar über eine 
Befragung von Personen eingeführt werden, die bei unverwertbaren Einvernahmen 
anwesend waren (GODENZI in: DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 158 N 34). Gemäss DA-PHINOFF 
besteht die Gefahr — teilweise sei sie bereits Praxis geworden —, dass die Polizei 
Aussagen von sog. „informell befragten" Personen nicht protokolliere — in Umgehung der 
einlässlichen Einvernahme- und Hinweisvorschriften —, dafür aber im Polizeirapport 
wiedergebe, sozusagen als Feststellung des Polizeibeamten. Diese Gedächtnisrapporte, 
d.h. Rapporte über oder mit Aussagen von Personen, die vom Polizeibeamten nachträglich 
in einem internen Polizeirapport festgehalten werden, seien ohne vorgenommene 
Orientierung nach Art. 158 Abs. 1 StPO unzulässig und nicht verwertbar. Unzulässig seien 
nicht nur die indirekt rapportierten Aussagen der beschuldigten Person in einem einfachen 
Polizeirapport, sondern auch die späteren Einvernahmen der rapportierenden 
Polizeibeamten als Zeugen, wenn die beschuldigte Person nicht vorgängig über ihre Rechte 
orientiert worden sei. Die Praxis, die rapportierenden Polizeibeamten später im Verfahren 
als Zeugen einzuvernehmen, um die von ihnen im Rapport festgehaltenen 

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„Aussagen” zu bestätigen, sei bedenklich, stelle sie doch gewissermassen eine Umgehung 
der Einvernahme- und Hinweispflichten dar (DAPHINOFF, a.a.O., § 9 D) c) gg) Nicht
protokollierte Gespräche und Befragungen). SCHMID gibt ebenfalls zu bedenken, dass 
der Grundsatz der vorgängigen Orientierung der beschuldigten Person über ihre Rechte 
nicht durch Vorverlagerung der Befragung in eine solche informeller Art umgangen wer-
den dürfe. So sei eine Person, sobald sie als Beschuldigte erkannt und demgemäss nä-
her befragt werde, vorgängig einer Befragung auf ihre Rechte aufmerksam zu machen, 
ansonsten ihre diesbezüglichen Aussagen (in den Akten eingeführt z.B. durch eine Zeu-
geneinvernahme des Polizeibeamten) unverwertbar seien (SCHMID, a.a.O., FN 176). 
Auch RUCKSTUHL erachtet es als nicht zulässig, den Inhalt einer nach Art. 158 Abs. 2 
StPO unverwertbaren Einvernahme mittelbar zum Beweis zu machen, indem Personen 
befragt würden, die bei dieser Einvernahme dabei gewesen seien und somit angeben 
könnten, was die beschuldigte Person ausgesagt habe. Andernfalls würde das Beweis-
verwertungsverbot unterlaufen. Zum selben Resultat gelange man bei der Anwendung 
des Fernwirkungsverbots auf diese Konstellation (BSK StPO-RucKsTuHL, Art. 158 N 
35).

6.5. Diesen Überlegungen ist grundsätzlich zu folgen. Könnte die unverwertbare Aussage der 
befragten Person mittelbar erneut zum Beweis gemacht werden, würde der Zweck, der 
einer Gültigkeitsvorschrift buchstäblich zukommt, umgangen. Die Protokollierung gibt 
Auskunft über die Einhaltung der Verfahrensvorschriften und garantiert ein rechtsstaatlich 
korrektes Verfahren. Fehlt es an einem gesetzmässigen Einvernahmeprotokoll, sind in 
der Regel gleichzeitig auch die weiteren Verfahrensrechte und insbesondere die vor-
gängige Belehrung nicht gehörig protokolliert und beweismässig ausreichend festgestellt. 
Genau dies trifft auf vorliegenden Fall zu. Der Berufungsführer bestreitet, gehörig über 
seine Rechte aufgeklärt worden zu sein. Ob dem Berufungsführer tatsächlich sämtliche 
seiner Rechte gemäss Art. 158 Abs. 1 StPO zur Kenntnis gebracht wurden, lässt sich mit 
der Notiz nicht belegen. Die Handnotizen genügen den Anforderungen an eine 
Protokollierung nicht (vgl. Ziff. I. 6.3 hiervor). Gleiches gilt für das vom Berufungsführer 
unterzeichnete Erhebungsformular betreffend die wirtschaftlichen Verhältnisse. Dort fin-
det sich zwar eine vorgedruckte Bestätigung betreffend die Belehrung (pag. 7). Ob der 
Berufungsführer dieses Formular jedoch bereits vor seiner Einvernahme ausfüllte und 
das Merkblatt für beschuldigte und vorläufig festgenommene Personen im Vorfeld der 
Einvernahme ausgeteilt wurde, geht aus den Akten nicht hervor. Schliesslich erscheinen 
die Aussagen des Zeugen R. zwar insgesamt glaubhaft (vgl. Ziff. II. 4.3. hiernach), sind 
jedoch im Bezug auf die Hinweispflichten unvollständig bzw. ungenau und sind damit 
ebenfalls nicht genügend beweiskräftig (pag. 57 Z 17 ff.). Die mangelhafte Protokollie-
rung der Einvernahme führte somit im vorliegenden Fall dazu, dass die Belehrung des 
Berufungsführers nicht wie in Art. 143 Abs. 2 StPO vorgesehen zu Beginn der Einver-
nahme protokolliert und beweismässig ausreichend festgehalten ist. Die Aussage ist 
nicht verwertbar und darf auch nicht mittelbar zum Beweis gemacht werden. Zum selben 
Ergebnis gelangt man bei der Beurteilung der vorliegenden Frage unter Berücksichtigung 
von Art. 141 Abs. 4 StPO bzw. dem Fernwirkungsverbot. Die Aussage der beschuldigten 
Person ist conditio sine qua non für die Zeugenaussage. D.h. ohne Aussage der 
beschuldigten Person, gäbe es keine Zeugenaussage. Fusst die Aussage des Zeugen 
auf einer unverwertbaren Aussage, ist folglich auch die Zeugenaussage als Folgebeweis 
nicht verwertbar. 

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6.6. Daraus folgend sind ebenfalls der Rapport vom 02. November 2011 und die Aussagen 
des Zeugen R. anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 26. Juni 2012 
unverwertbar, als darin Aussagen über die Einvernahme des Berufungsführers auf der 
Raststätte Windrose getätigt wurden (Art. 141 Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 141 Abs. 5 
StPO sind die Aufzeichnungen über unverwertbare Beweise aus den Strafakten zu ent-
fernen und bis zum rechtskräftigen Abschluss der Verfahrens unter separatem Ver-
schluss zu halten und danach zu vernichten. Die entsprechenden Originaldokumente 
werden aus den Akten entfernt, bis zum rechtskräftigen Abschluss der Verfahrens unter 
separatem Verschluss gehalten und durch an den entsprechenden Stellen geschwärzte 
Kopien ersetzt. 

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