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**Case Identifier:** ae3b1fe8-607a-5e05-83e7-4a4d396d5468
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.06.2014 200 2013 739
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-739_2014-06-13.pdf

## Full Text

200 13 739 IV
MAW/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Juni 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch B.________,
Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Juni 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2014, IV/13/739, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ arbeitete nach dem Abschluss einer Be-
rufslehre zum ... (Akten der IVB [act. II] 77 S. 23) zunächst im Rahmen von 
Temporäreinsätzen in verschiedenen Tätigkeiten. Von 1996 an war er als 
... in der ... angestellt (act. II 77 S. 3, Lebenslauf), zuletzt seit 2003 bei der 
...; dieses Arbeitsverhältnis kündigte die Arbeitgeberin mit Wirkung auf den 
31. Juli 2006 (act. II 17).

Infolge einer psychischen Erkrankung, derentwegen er sich im November 
2005 bei Dr. med. D.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in 
Behandlung begeben und der eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 
22. Februar 2006 attestiert hatte (act. II 9, 16 S. 32 Ziff. 5), meldete sich der 
Versicherte am 25. April 2006 bei der IV-Stelle Bern (IVB) zum Leistungs-
bezug an (act. II 2). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen 
(act. II 6 ff.) veranlasste die IVB eine berufliche Grundabklärung sowie ein 
zweimonatiges Arbeitstraining bei der ... im Bereich ... (act. II 22, 28, 30, 
33) und bewilligte gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärung eine Um-
schulung des Versicherten zum ... (act. II 32, 38 – 42, 48), welche dieser im 
Mai 2010 erfolgreich abschloss (act. II 77 S. 6). 

Die anschliessend gewährte Unterstützung bei der Arbeitssuche durch die 
IVB verlief erfolglos (act. II 56, 70 f., 75 f.), worauf die Akten dem Regiona-
len Ärztliche Dienst (RAD) unterbreitet wurden. Die zuständige Ärztin 
Dr. med. E.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 
18. November 2010 dahingehend Stellung, dass sich das Zumutbar-
keitsprofil aus dem Schlussbericht der ... vom 16. Juli 2010 (act. II 72) er-
gebe, wonach der Versicherte dort ein Pensum von durchschnittlich 70% 
geleistet habe. 

Gestützt auf diese Abklärungen ermittelte die IVB einen Invaliditätsgrad von 
22% und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 6. September 2011 
die Ablehnung des Rentenanspruchs in Aussicht (act. II 78). Nach Einwan-
derhebung durch Fürsprecherin F.________, B.________ (act. II 81, 84) 
und Vorlage eines Abklärungsberichtes der Psychiatrischen Dienste 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2014, IV/13/739, Seite 3

I.________ vom 10. Mai 2012 betreffend ein Aufmerksamkeits- und Hyper-
aktivitäts-Syndrom (ADHS; act. II 89), verfügte die IVB am 18. Mai 2012 
entsprechend dem Vorbescheid (act. II 90).

Die hiergegen am 19. Juni 2012 erhobene Beschwerde (act. II 93 S. 3 – 7) 
hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, sozialversicherungsrecht-
liche Abteilung, mit Entscheid vom 20. September 2012 (VGE IV/2012/598) 
gut und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IVB 
zurück. Das Gericht gelangte zum Schluss, dass das im Abschlussbericht 
der ... vom 16. Juli 2010 formulierte Leistungsprofil (act. II 72) medizinisch 
nicht ausreichend begründet sei, um als Grundlage für die Bemessung des 
Invalideneinkommens zu dienen; zudem sei die Entwicklung der Arbeits-
fähigkeit in der Zeit vom 16. Juli 2010 (Abschlussbericht ...) bis zum Erlass 
der Verfügung vom 18. Mai 2012 medizinisch ungenügend dokumentiert 
(act. II 96). 

B.

In der Folge holte die IVB Unterlagen betreffend die Allergie des Versicher-
ten ein (act. II 104) und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung bei 
Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie; das Gutach-
ten wurde am 2. April 2013 erstattet (act. II 112.1). 

Aufgrund dieser Abklärungen stellte die IVB mit Vorbescheid vom 15. April 
2013 die Ablehnung des Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversiche-
rung mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aussicht 
(act. II 113). Nachdem die Vertreterin des Versicherten Einwand erhoben 
(act. II 118) sowie verschiedene Arztberichte (act. II 116 S. 4 ff., 118 S. 3 f.) 
eingereicht hatte und die IVB den RAD hierzu hatte Stellung nehmen las-
sen, verfügte sie am 26. Juni 2013 entsprechend dem Vorbescheid; zum 
erhobenen Einwand nahm sie in der Verfügung Stellung (act. II 120). 

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C.

Mit Eingabe vom 28. August 2013 erhob der Versicherte, weiterhin vertre-
ten durch B.________, Fürsprecherin F.________, Beschwerde und bean-
tragte, die Verfügung vom 26. Juni 2013 sei aufzuheben und es sei festzu-
stellen, dass der Beschwerdeführer unter einer invalidisierenden gesund-
heitlichen Beeinträchtigung leide; die Beschwerdegegnerin sei daher zu 
verpflichten, die Leistungsansprüche näher zu prüfen. Die der angefochte-
nen Verfügung zu Grunde liegende Feststellung der Gutachterin Dr. med. 
G.________, es bestünden weder relevante körperliche noch geistige Ein-
schränkungen, stehe in klarem Widerspruch zu den übrigen – früheren und 
der Beschwerde beigelegten aktuellen – psychiatrischen Beurteilungen, 
namentlich denjenigen der Dres. med. D.________, H.________ und 
I.________. 

Ferner wird um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nachgesucht. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2013 beantragt die IVB die 
Abweisung der Beschwerde. 

Die mit der Beschwerdeantwort eingereichten Unterlagen (Stellungnahme 
von Dr. med. G.________ vom 20. September 2013 sowie die SUVA-
Akten) wurden dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht; von der ge-
botenen Gelegenheit hierzu Stellung zu nehmen, machte der Beschwerde-
führer am 2. April 2014 Gebrauch.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 
lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden 

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und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Be-
schwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vor-
instanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 
155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Juni 
2013. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für 
die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das 
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

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gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

3.1 Zur medizinischen Situation, wie sie sich im Zeitpunkt des Erlasses 
der – im Verfahren IV 598/2012 aufgehobenen – Verfügung vom 18. Mai 
2012 präsentierte, sei auf die Zusammenfassung der Berichte im Urteil vom 
20. September 2012 (E. 3.2 S. 8 ff.) verwiesen.

3.2 Zwischenzeitlich haben folgende Arztberichte in die Akten Eingang 
gefunden:

3.2.1 Den am 13. November 2012 eingereichten ärztlichen Unterlagen 
betreffend die beim Beschwerdeführer während der Erstausbildung zum ... 
aufgetretene Allergie ist zu entnehmen, dass Tätigkeiten, die mit der Expo-
sition durch verschiedene Allergene verbunden sind, nicht ausgeübt wer-
den sollten (act. II 104); eine Nichteignungsverfügung wurde angesichts der 
vom Versicherten selber an die Hand genommenen beruflichen Umorientie-
rung nicht erlassen (act. II 131.1).

3.2.2 In ihrem Gutachten vom 2. April 2013 hielt Dr. med. G.________ als 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymie ICD-10 
F34.1 DD Status nach Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchti-
gung von anderen Gefühlen ICD-10 F42.23 DD Verbitterungsstörung sowie 
akzentuierte Persönlichkeitszüge ICD-10 F73.1 fest; als Diagnosen ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie Arbeitslosigkeit ICD-10 
Z56.0 und einen Status nach Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten und Ar-
beitskollegen ICD-10 Z56.4. Zum Zeitpunkt der Untersuchung seien weder 
die Kriterien einer leichten noch einer mittelgradigen depressiven Episode 
erfüllt gewesen; es sei davon auszugehen, dass dies schon lange so sei. 
Differentialdiagnostisch sei abzuwägen, ob es bei der depressiven Reakti-
on um eine länger anhaltende Dysthymie gehe, für welche die anamnesti-

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schen Angaben, die Ausprägung der Symptomatik und der Verlauf der Er-
krankung sprächen. Es könne von einer Grundstörung ausgegangen wer-
den, die anhaltend sei und sich in Belastungssituationen verstärke; bei ei-
ner Dysthymie könne es zu kurzfristigen Episoden kommen. Wenn der re-
aktive Anteil der Störung hervorgehoben werde, müsste von einer Anpas-
sungsstörung ausgegangen werden. Vorliegend gehe es um eine emotio-
nal gefärbte Reaktion auf belastende, jedoch lebensübliche Ereignisse. Der 
Versicherte habe sich bisher von den am ehemaligen Arbeitsplatz als unge-
recht und demütigend erlebten Ereignissen nicht distanzieren können. 

Die – von den behandelnden Ärzten gestellte – Diagnose eines ADHS kön-
ne nicht bestätigt werden; der Methylphenidatspiegel sei im Zeitpunkt der 
Untersuchung minimal gewesen. In der ... habe der Versicherte vor der 
Therapie Aufgaben mit hoher Anforderung an die Konzentrationsfähigkeit 
überdurchschnittlich gut lösen können, ebenso wie eine monotone Aufgabe 
anlässlich der aktuellen Untersuchung. 

Zusammenfassend und in Beantwortung der von der IVB gestellten konkre-
ten Fragen hielt die Gutachterin fest, der Versicherte leide weder an rele-
vanten körperlichen noch geistigen Einschränkungen; die kognitiven Funk-
tionen seien intakt. Einschränkungen bestünden auf Seiten seines Verhal-
tens: seine sehr direkte Kommunikation trage in Konfliktsituationen zur Es-
kalation bei und er habe eine gewisse Sturheit, sei dahinter verletzlich und 
neige in Konfliktsituationen zu depressiven Reaktionen und Verbitterung. 
Aufgrund seiner Persönlichkeitseigenschaften sei er auf einen verständnis-
vollen Arbeitgeber angewiesen. Er verfüge über gute intellektuelle Fähig-
keiten, habe gute fachliche Qualifikationen, sei lernwillig und interessiere 
sich für Veränderung in der Technologie, engagiere sich für die Arbeit, 
könne diese planen, strukturieren, arbeite selbstständig und sei dabei kon-
zentriert und durchhaltefähig. 

In der seinen Neigungen entsprechenden Tätigkeit als ... und ... lasse sich 
keine Einschränkung der Präsenzzeiten (8,5 Stunden) formulieren; es 
bestünden minimale Leistungsverminderungen (wegen Einhaltung der Ar-
beitszeit sowie der Neigung, sich bei der Arbeit in Details zu verlieren) von 
maximal 20%. Seit Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der ... könne 

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in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden 
(act. II 112.1). 

3.2.3 In seinem Bericht vom 13. Mai 2013 zuhanden der Rechtsvertreterin 
des Beschwerdeführers, in welchem er zum Gutachten von Dr. med. 
G.________ Stellung nimmt, hielt Dr. med. D.________ an der Diagnose 
einer „rezidivierenden depressiven Stimmung“ fest, wie dies auch von Prof. 
H.________ und von der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ festgestellt 
worden sei. Er macht sodann Ausführungen zur finanziellen Situation des 
Beschwerdeführers, zur Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Umschulung in der 
... sowie zu den anschliessenden Bemühungen um eine Anstellung (act. II 
116 S. 3 ff.).

3.2.4 Ebenfalls zuhanden der Rechtsvertreterin hielt Prof. Dr. med. 
J.________, Chefarzt der Psychiatrischen Dienste I.________, am 10. Juni 
2013 fest, dass anlässlich einer Untersuchung vom 5. April 2012 eine sog. 
Double Depression diagnostiziert worden sei, d.h. eine rezidivierende de-
pressive Störung mit im Intervall vorliegender Dysthymie. Zudem habe sich 
ein leichtes bis mittelgradiges ADHS-Syndrom gezeigt. Entgegen den Aus-
führungen im IV-Gutachten sei es geradezu der Kern eine Double Depres-
sion, dass es zu rezidivierenden eigentlichen depressiven Episoden kom-
men könne, dazwischen jedoch keine vollständige Remission auftreten 
könne. Insofern sei dies eine schwerere Verlaufsform, nachdem es eben 
nicht gelinge, im Intervall eine vollständige Remission herbeizuführen. Aus 
dieser Sicht sei die Diagnose einer reinen Dysthymie nicht zu stellen. 

Ferner habe kein Hinweis darauf bestanden, dass die Methylphenidat-
Therapie nicht wirken solle; dass die Blutspiegel minimal gewesen seien, 
sei kein Beweis dafür, dass keine Wirkung oder keine Notwendigkeit für 
eine Behandlung vorliege (act. II 118).

3.2.5 In ihrer Stellungnahme vom 19. Juni 2013 erachtete die RAD-Ärztin 
Dr. med. E.________ das Gutachten sowie das darin definierte Zumutbar-
keitsprofil als schlüssig (act. II 119 S. 2).

3.2.6 Am 27. Juli 2013 bestätigte Dr. med. D.________ zuhanden der 
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers seine im vorangegangenen Be-
richt abgegebene Beurteilung und machte kritische Bemerkungen zur Ein-

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schätzung der Gutachterin; trotz adäquater Behandlung habe bis heute 
kein völlige Remission zwischen den depressiven Episoden erreicht wer-
den können, weshalb die Poliklinik der Psychiatrischen Dienste I.________ 
2012 die Diagnose einer Double Depression gestellt habe (act. II 125 S. 16 
f.).

3.2.7 In der von der IVB eingeholten Stellungnahme vom 20. September 
2013 zu den im Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Berich-
ten legte Dr. med. G.________ dar, dass und warum die Kriterien einer 
depressiven Episode gemäss ICD-10 im Zeitpunkt der Begutachtung nicht 
erfüllt gewesen seien und es ihr auch nicht möglich gewesen sei, aufgrund 
der Aktenlage die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode 
nachzuvollziehen. Einigkeit bestehe darüber, dass die Erkrankung, die zu 
einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe, reaktiv ausgelöst worden sei; Hin-
weise auf ein endogenes Geschehen hätte weder bei der Untersuchung 
noch aktenanamnestisch erfasst werden können. Beim Konzept der „Dou-
ble Depression“ gehe es – wie von Prof. J.________ festgehalten – um 
eine chronische depressive Verstimmung im Sinne einer Dysthymie, auf die 
sich eine depressive Episode aufpfropfe; in der ICD-10 sei dieses Be-
schwerdebild der Dysthymie untergeordnet. Sollte es nach der Kündigung 
des Arbeitsverhältnisses bei der ... zu einer mittelgradigen Episode ge-
kommen sein, sei diese remittiert.

Bei der klinischen Untersuchung hätten ohne die Einwirkung von Methyl-
phenidat keine Zeichen eines Aufmerksamkeitssyndroms erfasst werden 
können. Zudem habe der Versicherte während der Abklärung in der ... bei 
Aufgaben, die eine hohe Konzentrationsfähigkeit voraussetzten, beste Leis-
tungen erbracht. 

Die Gutachterin hielt schliesslich noch fest, dass das Zumutbarkeitsprofil, 
um welches es im vorliegenden Verfahren letztlich gehe, in den verschie-
denen Schreiben nicht bemängelt worden sei. Es sei daran festzuhalten, 
dass dem Versicherten bei einer beruflichen Tätigkeit eine volle Präsenz-
zeit zumutbar sei (act. II 127).

3.3 In Nachachtung des Urteils dieses Gerichts vom 20. September 
2012 hat die IVB medizinische Berichte eingeholt und den Beschwerdefüh-

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rer namentlich psychiatrisch begutachten lassen. Das von Dr. med. 
G.________ am 2. April 2013 erstattete Gutachten erfüllt die von der 
Rechtsprechung an eine Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 
hiervor). Insbesondere hat sich die Gutachterin einlässlich mit den Vorak-
ten sowie den medizinischen Unterlagen auseinandergesetzt, den Be-
schwerdeführer eingehend untersucht und ihre Beurteilung gestützt auf 
diese Grundlagen abgegeben. Sie ist dabei zum Schluss gelangt, dass der 
Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit krankheitsbedingt nicht einge-
schränkt ist; einzig aufgrund der akzentuierten Persönlichkeit bzw. seines 
Verhaltens (direkte Kommunikation mit Eskalationstendenz) bestehe eine 
Leistungsverminderung von sicher nicht über 20%.

Das Gericht hat keinen Anlass, an der Schlüssigkeit dieses Gutachtens zu 
zweifeln; ihm kommt voller Beweiswert zu (vgl. E. 2.4 hiervor). Daran ver-
mögen die Stellungnahmen von Dr. med. D.________ vom 13. Mai bzw. 
27. Juli 2013 (act. II 116 S. 3) sowie der Psychiatrischen Dienste 
I.________ vom 10. Juni 2013 nichts zu ändern. Diesbezüglich hat Dr. 
med. G.________ in ihrer Stellungnahme vom 20. September 2013 ausge-
führt, es bestehe Einigkeit darüber, dass die Erkrankung, die eine Arbeits-
unfähigkeit bewirkt habe, reaktiv (durch die Kündigung der Anstellung bei 
der ...), dagegen nicht endogen ausgelöst worden sei. Eine allfällige de-
pressive Episode nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sei zwischen-
zeitlich remittiert.

Die von der Psychiatrischen Dienste I.________, Prof. Dr. med. 
J.________, diagnostizierte „Double Depression“ (die dadurch gekenn-
zeichnet ist, dass sich auf eine chronische depressive Verstimmung [Dys-
thymie] eine depressive Verstimmung aufpfropft) wird – wie Dr. med. 
G.________ bemerkt hat (act. II 127 S. 3) – im Rahmen der Klassifikation 
nach ICD-10 der Dysthymie (F34.1) zugeordnet. Der „Double Depression“ 
kommt schon unter diesem Aspekt nicht die von der Psychiatrischen Diens-
te I.________ beigemessene Schwere zu. Dr. med. G.________ hat im 
Gutachten vom 2. April 2013 zudem festgestellt und nachvollziehbar be-
gründet, dass im Zeitpunkt der Begutachtung keine Depression bestanden 
hat. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich der 
Psychiatrischen Dienste I.________ in seiner Stellungnahme vom 10. Juni 

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2013 (act. II 118) nicht auf eine aktuelle Untersuchung, sondern auf ältere 
Bericht und Unterlagen stützt. Insofern verfängt auch die Argumentation 
des Beschwerdeführers in der Stellungnahme vom 2. April 2014 nicht, 
wenn dort ausgeführt wird, die Feststellungen der Gutachterin stünden im 
Widerspruch zu diversen zeitnahen fachspezifischen Arztberichten und 
auch zu den Feststellungen der ... zur Arbeitsfähigkeit. Mangels Beteiligung 
eines Mediziners kann, wie im Urteil vom 20. September 2012 festgehalten, 
auf die Beurteilung der ... nicht abgestellt werden.

Gegen das Vorliegen einer Depression spricht ferner, dass der Beschwer-
deführer gegenüber der Gutachterin weder Selbstvorwürfe noch Schuldge-
fühle geäussert hat, diese auch keinen Antriebs- oder Interessenverlust 
feststellen konnte und zutreffend darauf hingewiesen hat, dass dem Versi-
cherten wiederholt – so z.B. auch während der Umschulung in der ... – gute 
kognitive Fähigkeiten attestiert worden sind. Vielmehr zeigte sich der Be-
schwerdeführer verärgert und verbittert über frühere Geschehnisse, insbe-
sondere im Zusammenhang mit der per Ende Juli 2006 beendeten Anstel-
lung bei der .... 

Mit Bezug auf das von den behandelnden Ärzten diagnostizierte ADH-
Syndrom hat Dr. med. G.________ anlässlich der Begutachtung, nament-
lich bei der dabei erfolgten Kontrolle des Medikamentenspiegels, festge-
stellt, dass der Beschwerdeführer das einschlägige Medikament nicht ein-
genommen hatte. Nachdem dies indessen bei der Begutachtung keinen 
Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hatte und der Beschwerdeführer im 
Rahmen seiner Berufsausbildung sowie der früheren beruflichen Tätigkeit 
ohne ADHS-Medikamente ausreichende bzw. rein fachlich gute Leistungen 
zu erbringen vermochte, kann daraus geschlossen werden, dass, selbst 
wenn er tatsächlich unter einem ADHS leiden sollte, dies keinen Einfluss 
auf seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit hat. 

Dass der Beschwerdeführer lediglich über einen Primarschulabschluss 
verfügt, lässt sich – entgegen der in der Stellungnahme vom 2. April 2014 
vertretenen Auffassung – nicht allein durch das Vorliegen eines ADHS er-
klären; hierfür können vielerlei andere Gründe ausschlaggebend (gewesen) 
sein.

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Zu Recht weist die Gutachterin in ihrer Stellungnahme vom 20. September 
2013 schliesslich darauf hin, dass die mit dem Beschwerdeführer untersu-
chend oder therapeutisch befassten Ärzte das von ihr definierte Zumutbar-
keitsprofil – welches für die invalidenversicherungsrechtlichen Belange 
letztlich entscheidend ist – in keiner Weise in Frage gestellt haben.

Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die IVB davon ausgegangen ist, 
dass beim Beschwerdeführer keine Einschränkung mit Krankheitswert be-
steht, die ihn hindern würde, im Rahmen der Tätigkeit, in die er zu Lasten 
der Invalidenversicherung umgeschult worden ist, eine volle Leistung – mit 
nur geringfügigen, auf die akzentuierte Persönlichkeitsstruktur zurückzu-
führenden Einschränkungen und gewissen Anforderungen an den Arbeits-
platz – zu erbringen. 

Eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der bei der beruflichen 
Erstausbildung aufgetretenen Allergien bzw. mit einer allfälligen beruflichen 
Nichteignung erübrigt sich, da eine Tätigkeit in einem Bereich, in dem er 
einschlägigen Noxen ausgesetzt wäre, offensichtlich für den Beschwerde-
führer ohnehin nicht in Frage kommt, da seine Neigungen in der – für ihn 
optimal geeigneten – … liegen und auch in der Beschwerde keine auf die 
bekannten allergischen Reaktionen zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit 
geltend gemacht wird. 

Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 
dementsprechend abzuweisen.

4.

4.1 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hin-
sichtlich der Verfahrenskosten.

Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die 
Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint. (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2014, IV/13/739, Seite 14

Der Prozess erscheint vorliegend nicht als aussichtslos. Da der Beschwer-
deführer zudem Sozialhilfeempfänger ist (Beschwerdebeilage [act. I] 6), ist 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht be-
freit (Art. 113 VRPG). 

4.3 Infolge seines Unterliegens hat der Beschwerdeführer keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2014, IV/13/739, Seite 15

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334,
  3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.