# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b6d7a3a-eb74-5424-a9f5-65d575c2803f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Kammer für Kindes-und Erwachsenenschutz 10.02.2025 XBE.2024.65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_002_XBE-2024-65_2025-02-10.pdf

## Full Text

Obergericht 

Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz 

 

XBE.2024.65 
(KEMN.2024.928)  

 

 

Entscheid vom 10. Februar 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Merkofer, Präsidentin  

Oberrichter Lindner  

Oberrichter Giese  

Gerichtsschreiberin B. Gloor 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,   

[…]   

vertreten durch MLaw Laura Moretti, Rechtsanwältin,  

[…]    

 

    
   

Mutter   B._____,   

[…]   

 

 
   

Beiständin   C._____,   

[…]   

 

 
   

Betroffene 

Person  

 D._____,   

[…]   

 

 

Anfechtungs- 

gegenstand 

 Entscheid des Familiengerichts Baden vom 12. Juli 2024 

 

 

Betreff  Prüfung einer Massnahme/Verfahrensbeistandschaft 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Die Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz entnimmt den 

Akten: 

 

1. 

D._____ (nachfolgend: die Betroffene), geboren am tt.mm.jjjj, ist die Toch-

ter der verheirateten und getrennt lebenden Eltern B._____ (nachfolgend: 

Mutter) und A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer). Die Betroffene und 

ihre jüngere Schwester E._____, geboren am tt.mm.jjjj, stehen unter der 

gemeinsamen elterlichen Sorge. Nach der Trennung der Eltern wurde eine 

alternierende Obhut vereinbart (vgl. Eheschutzentscheid des Präsidiums 

des Familiengerichts Baden vom 3. Mai 2023). 

 

2. 

2.1. 

Nach Eingang einer Gefährdungsmeldung der Beiständin und deren Antrag 

auf superprovisorische Sistierung der Obhut vom 6. September 2023 wurde 

dem Beschwerdeführer mit superprovisorischer Verfügung des Familien-

gerichts Baden vom 8. September 2023 gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB 

das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Betroffene mit sofortiger Wir-

kung bis auf weiteres entzogen (KEMN.2023.1625).  

 

2.2. 

Am 22. September 2023 erstattete auch die Kantonspolizei Aargau eine 

Gefährdungsmeldung, nachdem die Mutter Strafanzeige gegen den Be-

schwerdeführer erstattet hatte (KEMN.2023.1625).  

 

2.3. 

Mit Präsidialentscheid des Familiengerichts Baden vom 13. Dezember 

2023 wurde das Verfahren KEMN.2023.1625 formell beendet und zur ma-

teriellen Entscheidung in das summarische Verfahren betreffend Abände-

rung des Eheschutzentscheids am Bezirksgericht Baden überwiesen 

(KEMN.2023.1625).  

 

2.4. 

Mit Entscheid des Präsidiums des Familiengerichts Baden vom 4. Juni 

2024 betreffend Abänderung des Eheschutzentscheids wurde die Be-

troffene vereinbarungsgemäss für die Dauer des Getrenntlebens unter die 

Obhut der Mutter gestellt und auf die Festlegung eines Besuchs- und Feri-

enrechts zwischen der Betroffenen und dem Beschwerdeführer vorerst ver-

zichtet. Gleichzeitig wurden die Beistandschaftsaufgaben angepasst.  

 

3. 

3.1. 

Mit Eingabe vom 5. Juni 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft Baden 

beim Familiengericht Baden als Kindesschutzbehörde die Prüfung einer 

 - 3 - 

 

 

Beistandschaft i.S.v. Art. 306 Abs. 2 ZGB für die Betroffene im Strafverfah-

ren gegen den Beschwerdeführer wegen Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht und wegen sexueller Belästigung zum Nachteil der Be-

troffenen (act. 1 ff. KEMN.2024.928).  

 

3.2. 

Mit Präsidialentscheid des Familiengerichts Baden vom 12. Juli 2024 wurde 

in der Folge auf die Anordnung einer Vertretung der Betroffenen im Straf-

verfahren der Staatsanwaltschaft Baden (STA3 ST.2023.8017) gegen den 

Beschwerdeführer gemäss Art. 306 Abs. 2 ZGB verzichtet 

(KEMN.2024.928).  

 

4. 

4.1. 

Gegen diesen ihm in begründeter Ausfertigung am 8. Oktober 2024 zuge-

stellten Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Novem-

ber 2024 Beschwerde bei der Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz 

des Obergerichts des Kantons Aargau und beantragte:  

 

" 1. 
Die Ziffer 1 des Entscheids des Bezirksgerichts Baden vom 12.07.2024 sei 
aufzuheben.  
 
2. 
Für die Betroffene sei für das Strafverfahren ST.2023.8017 eine Verfah-
rensbeistandschaft gemäss Art. 306 Abs. 2 ZGB zu errichten.  
 
3. 
3.1. 
Dem Beschwerdeführer sei für das Beschwerdeverfahren eine Entschädi-
gung von CHF 1'803.75 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu Lasten der Mutter 
zuzusprechen.  
 
3.2. 
Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich der Mutter aufzuerlegen." 

 

4.2. 

Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 15. November 2024 auf eine 

Vernehmlassung unter Hinweis auf den begründeten Entscheid.  

 

4.3. 

Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2024 (Postaufgabe) beantragte 

die Mutter die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.  

 

  

 - 4 - 

 

 

 

   

Die Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz zieht in Erwä-

gung: 

 

1. 

1.1. 

Zuständig für Beschwerdeverfahren gegen Entscheide der Kindes- und Er-

wachsenenschutzbehörde wie das vorliegende ist die Kammer für Kindes- 

und Erwachsenenschutz des Obergerichts des Kantons Aargau als einzige 

Beschwerdeinstanz (§ 41 EG ZGB i.V.m. § 10 Abs. 1 lit. c EG ZPO und 

§ 10 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Obergerichts des Kantons Aargau 

vom 21. November 2012 [GKA 155.200.3.101] i.V.m. deren Anhang 1 

Ziff. 5 Abs. 7 lit. b).  

 

1.2. 

Der Beschwerdeführer ist als Vater der Betroffenen gemäss Art. 314 Abs. 1 

ZGB i.V.m. Art. 450 Abs. 2 ZGB zur Beschwerde legitimiert. Auf die form- 

und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 

 

1.3. 

Die Rechtsmittelinstanz prüft den erstinstanzlichen Entscheid von Amtes 

wegen in Anwendung der Untersuchungs- und Offizialmaxime – in der 

Regel beschränkt auf den Umfang der Anfechtung – in rechtlicher und tat-

sächlicher Hinsicht umfassend und beurteilt ihn neu (Art. 446 Abs. 4 ZGB; 

Botschaft zum Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht, nach-

folgend: BBl 2006 7001 ff., S. 7083). 

 

2. 

2.1. 

Es ist zu prüfen, ob die Vorinstanz der Betroffenen für das laufende Straf-

verfahren der Staatsanwaltschaft Baden gegen den Beschwerdeführer zu 

Recht keine Prozessbeistandschaft gemäss Art. 306 Abs. 2 ZGB errichtet 

hat.  

 

2.2. 

Die Vorinstanz bringt zur Begründung des angefochtenen Entscheids vor, 

die Mutter habe mit der Geltendmachung des Genugtuungsanspruchs zu-

handen der Betroffenen als gesetzliche Vertreterin der Betroffenen gehan-

delt. Es lägen keine Hinweise vor, dass die Mutter und die von ihr beauf-

tragte Rechtsanwältin nicht im Sinne und Interesse der Betroffenen han-

deln würden. Die Betroffene habe anlässlich der Einvernahme vom 

28. September 2023 selbst ausgesagt, sie möchte, dass der Beschwerde-

führer für das, was er mit ihr gemacht habe, bestraft werde. Zudem würden 

der Mutter aufgrund der für die Betroffene gestellten Anträge im Strafver-

fahren auch keine Vorteile, insbesondere in finanzieller Hinsicht, erwach-

sen, da eine allfällige Genugtuung direkt der Betroffenen zugehen würde. 

 - 5 - 

 

 

Die Mutter der Betroffenen könne sich als sog. indirektes Opfer i.S.v. 

Art. 116 Abs. 2 StPO selbst als Zivil- und Strafklägerin konstituieren, was 

sie vorliegend auch getan habe. Eine Interessenskollision zwischen der Be-

troffenen und der Mutter bestehe daher nicht und folglich sei auch keine 

Vertretung der Betroffenen im Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Ba-

den gegen den Beschwerdeführer angezeigt. Im Übrigen stünden gemäss 

der Staatsanwaltschaft Baden keine weiteren Ermittlungen an und stehe 

das Verfahren kurz vor dem Abschluss. Eine Vertretung der Betroffenen 

aufgrund weiterer Einvernahmen oder eines langwierigen Prozessverlaufs 

sei somit ebenfalls nicht angezeigt.  

 

2.3. 

Laut Art. 304 Abs. 1 ZGB haben die Eltern von Gesetzes wegen die Ver-

tretung des Kindes gegenüber Drittpersonen im Umfang der ihnen zu-

stehenden elterlichen Sorge. Haben die Eltern in einer Angelegenheit je-

doch Interessen, die denen des Kindes widersprechen, oder sind die Eltern 

am Handeln verhindert, so ernennt die Kindesschutzbehörde einen Bei-

stand oder regelt diese Angelegenheit selber (Art. 306 Abs. 2 ZGB). Die 

Befugnisse der Eltern entfallen bei Interessenkollision in der entsprechen-

den Angelegenheit von Gesetzes wegen (Art. 306 Abs. 3 ZGB).  

 

Ob eine Interessenkollision vorliegt, ist abstrakt und nicht konkret zu be-

stimmen, d.h. es ist nicht darauf abzustellen, wie viel Vertrauen der gesetz-

liche Vertreter im Einzelfall verdient. Entscheidend ist die Frage, ob die 

Möglichkeit besteht, dass der gesetzliche Vertreter zum Nachteil des ver-

tretenen Kindes handelt (vgl. BGE 145 III 393 E. 2.7). Eine Interessenkolli-

sion liegt vor, wenn die Interessen des Kindes denen der Eltern unmittelbar 

widersprechen (direkte Interessenkollision), sowie wenn die Interessen des 

Kindes denen eines Dritten widersprechen, der den Eltern besonders nahe 

steht (indirekte Interessenkollision). In Fällen, in denen es um strafrechtli-

che Delikte innerhalb der Familie geht – insb. bei sexuellem Missbrauch 

von Kindern –, kann eine Interessenkollision nicht von der Hand gewiesen 

werden (vgl. SCHWENZER/COTTIER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetz-

buch I, 7. Aufl. 2022, N. 4 f. zu Art. 306 ZGB). In der Literatur und Recht-

sprechung wird deshalb eine Vertretung des Kindes durch einen Elternteil 

im Strafprozess gegen den anderen Elternteil kritisch gesehen und festge-

halten, dass das Vertretungsrecht in diesen Fällen regelmässig aufgrund 

einer zumindest abstrakten Interessenskollision entfällt (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 5A_30/2024 vom 5. Juli 2024 E. 3.1 und 3.2; HERZIG/JOST, Die 

Kindsvertretung im Strafprozess, in: Jusletter 24. Oktober 2022, N. 3 ff.; 

vgl. SCHWENZER/COTTIER, a.a.O., N. 5 und 7a zu Art. 306 ZGB; AFFOLTER-

FRINGELI/VOGEL, in: Berner Kommentar, Die elterliche Sorge / der Kindes-

schutz, Art. 296-317 ZGB, Bern 2016, N. 41 zu Art. 306 ZGB; HEGNAUER, 

Kann die Mutter das Kind im Strafverfahren gegen den Vater vertreten?, in: 

ZVW 1994, S. 152 ff.; VOGEL, Die Vertretung des Kindes bei Verhinderung 

der Eltern oder aufgrund einer Interessenskollision – Die revidierte 

 - 6 - 

 

 

Bestimmung von Art. 306 Abs. 2 ZGB, in: Rosch/Wider [Hrsg.], Festschrift 

für Professor Christoph Häfeli zum 70. Geburtstag, Bern 2013, S. 180 ff.; 

RIEDO, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. 

Aufl., Basel 2019, N. 34 zu Art. 30 StGB). Derjenige Elternteil, der nicht 

einer Straftat verdächtigt wird, kann bei Vorliegen einer Interessenskollision 

nicht rechtsgültig die Opferrechte und Zivilansprüche des Kindes wahren 

oder rechtsgültig einen Strafantrag stellen (HERZIG/JOST, Die Kindsvertre-

tung im Strafprozess, a.a.O., N. 14). 

 

2.4. 

2.4.1. 

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid das Vorliegen einer Inte-

ressenskollision verneint und insbesondere festgehalten, dass die Mutter 

bisher im Interesse der Betroffenen gehandelt habe, weil Genugtuungsan-

sprüche letzterer nur Vorteile bringen würden. Die Vorinstanz hat somit in 

ihrer Begründung auf das tatsächliche Verhalten der Mutter abgestellt und 

damit das Vorliegen einer Interessenkollision nicht abstrakt, sondern konk-

ret bestimmt. Nach Lehre und Rechtsprechung ist jedoch abstrakt und nicht 

konkret zu bestimmen, ob eine Interessenskollision vorliegt.  

 

2.4.2. 

Die Staatsanwaltschaft Baden führt gegen den Beschwerdeführer ein Straf-

verfahren wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht und we-

gen sexueller Belästigung zum Nachteil der Betroffenen. Gerade in Straf-

verfahren, insbesondere wenn ein Kind Opfer körperlicher und sexueller 

Übergriffe durch die Eltern wurde, erscheint ein strenger Massstab bei der 

Beurteilung, ob eine Interessenskollision besteht, angemessen.  

 

2.4.3. 

Die Eltern leben seit dem tt.mm.jjjj getrennt (Dispositivziffer 2 des Ehe-

schutzentscheids des Präsidiums des Familiengerichts Baden vom 3. Mai 

2023) und haben eine konfliktbehaftete Trennung hinter sich. Mit Ehe-

schutzentscheid des Präsidiums des Familiengerichts Baden vom 3. Mai 

2023 wurde aufgrund des Elternkonflikts für die Betroffene und ihre 

Schwester eine Beistandschaft errichtet, um die Eltern bei der Umsetzung 

des Betreuungsplans zu unterstützen und bei Differenzen zu vermitteln so-

wie die Eltern in Konfliktsituationen und in ihrer Kommunikation bezüglich 

der Kinderbelange zu unterstützen und zwischen ihnen zu vermitteln. Die 

abstrakte Betrachtung der Umstände des vorliegenden Falles deutet auf 

eine mögliche Kollision zwischen den Interessen der Betroffenen und all-

fälligen persönlichen Beweggründen der Mutter hin. So sind die Eltern nach 

wie vor verheiratet und üben die elterliche Sorge über ihre Kinder gemein-

sam aus. Angesichts des angespannten Verhältnisses zwischen den Eltern 

kann daher nicht mit Bestimmtheit ausgeschlossen werden, dass die Mutter 

mit dem Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer (auch) persönliche 

Motive verfolgt, wie z.B. die mögliche Zuteilung der alleinigen elterlichen 

 - 7 - 

 

 

Sorge in einem allfälligen späteren Scheidungsverfahren oder auch eine 

allfällige Änderung der Obhutsregelung betreffend die jüngere Schwester 

der Betroffenen, die derzeit noch unter der alternierenden Obhut ihrer El-

tern steht. In dieser Konstellation liegt somit ein abstrakter Interessenskon-

flikt vor, da aufgrund der vielschichtigen Motivlage bzw. des Beziehungs-

geflechts die Wahrung der Interessen der Betroffenen bei der Mutter nicht 

garantiert ist (vgl. HERZIG/JOST, Die Kindsvertretung im Strafprozess, 

a.a.O., N. 10). Ob der Mutter Vertrauen zu schenken ist oder sie tatsächlich 

die besten Absichten hat, die Interessen der Betroffenen nicht zu verletzen, 

ist nicht massgeblich.  

 

2.4.4. 

Daraus folgt, dass die Mutter in der vorliegenden Angelegenheit nicht zur 

Vertretung der Betroffenen legitimiert ist und gemäss Art. 306 Abs. 3 ZGB 

ihre elterliche Vertretungsbefugnis automatisch entfällt, auch wenn noch 

keine unabhängige Kindsvertretung ernannt wurde.  

 

2.4.5. 

Damit ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache ist zur 

Errichtung einer Prozessbeistandschaft für die Betroffene gemäss Art. 306 

Abs. 2 ZGB für das laufende Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Baden 

gegen ihren Vater (STA3 ST.2023.8017) an das Familiengericht Baden zu-

rückzuweisen. Die Vorinstanz wird der Betroffenen eine qualifizierte und 

unabhängige Rechtsvertretung zu ernennen haben. In diesem Zusammen-

hang ist darauf hinzuweisen, dass die von der Mutter für das Strafverfahren 

mandatierte Anwältin als unabhängige Rechtsvertreterin für die Betroffene 

gemäss Art. 306 Abs. 2 und 3 ZGB nicht mehr in Betracht kommt (vgl. HER-

ZIG/JOST, Die Kindsvertretung im Strafprozess, a.a.O., N. 21).  

 

3. 

3.1. 

Ausgangsgemäss sind die obergerichtlichen Verfahrenskosten auf die 

Staatskasse zu nehmen und dem Beschwerdeführer die Kosten für seine 

anwaltliche Vertretung zu ersetzen. 

 

3.2. 

Praxisgemäss ist bei den Parteikosten für das Beschwerdeverfahren vor 

der Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz von einer Grundentschä-

digung von Fr. 2'700.00 auszugehen (§ 3 Abs. 1 lit. b AnwT). Diese ist we-

gen der im Grundhonorar inbegriffenen und vorliegend wegfallenden Teil-

nahme an einer Verhandlung (§ 6 Abs. 2 AnwT) um 20 % auf Fr. 2'160.00 

zu kürzen. Weil es sich um ein Rechtsmittelverfahren handelt, wird gestützt 

auf § 8 Abs. 1 AnwT ein weiterer Abschlag von 25 % vorgenommen, was 

zu einer Entschädigung in der Höhe von Fr. 1'620.00 führt. Unter Berück-

sichtigung des pauschalen Auslagenersatzes von 3 % (Fr. 48.60; § 13 

 - 8 - 

 

 

Abs. 1 AnwT) und der Mehrwertsteuer von 8.1 % (Fr. 135.15) ergibt sich 

eine Parteientschädigung von gerundet Fr. 1'803.75. 

 

3.3. 

Der Mutter ist keine Parteientschädigung auszurichten.  

 

 
 

   

Die Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz entscheidet: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Familiengerichts 

Baden vom 12. Juli 2024 aufgehoben und die Sache zur Errichtung einer 

Prozessbeistandschaft für die Betroffene gemäss Art. 306 Abs. 2 ZGB für 

das laufende Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Baden gegen den Be-

schwerdeführer (STA3 ST.2023.8017) an das Familiengericht Baden zu-

rückgewiesen. 

 

2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

3. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer die rich-

terlich auf Fr. 1'803.75 (inkl. Auslagen und MwSt.) festgesetzte Parteient-

schädigung für das Beschwerdeverfahren auszurichten. 

 

4. 

Der Mutter wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.