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**Case Identifier:** aae99e43-3336-5a01-948d-64462853ce82
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2019 A-4144/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4144-2018_2019-05-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4144/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Sonja Bossart Meier (Vorsitz), 

Richter Daniel Riedo, Richter Raphaël Gani, 

Gerichtsschreiberin Anna Strässle. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, (…), 

2. B._______ GmbH, 

(…), 

 

beide vertreten durch 

Dr. Hubertus Ludwig und Pascal Straub, Advokat, 

Ludwig + Partner AG, 

(…), 

Beschwerdeführende, 

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern, 

Vorinstanz, 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA CH-FR), 

 

 

 

A-4144/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am (…) und am (…) richtete die französische Steuerbehörde, die Direction 

Générale des Finances Publiques (nachfolgend: DGFP oder ersuchende 

Behörde), gestützt auf Art. 28 des Abkommens vom 9. September 1966 

zwischen der Schweiz und Frankreich zur Vermeidung der Doppelbesteu-

erung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen 

und zur Vermeidung von Steuerbetrug und Steuerflucht (SR 0.672.934.91, 

DBA CH-FR) insgesamt (mehrere) Amtshilfeersuchen an die Eidgenössi-

sche Steuerverwaltung (ESTV). Als betroffene Person in Frankreich ist vor-

liegend A._______ und als «betroffene Person im Ausland» sind die 

B._______ GmbH mit Sitz in (Ort) und die Bank C._______, genannt. 

Die DGFP führte in ihren Ersuchen aus, es werde vermutet, dass 

A._______ aufgrund seiner engen Beziehung zu Frankreich über einen 

dortigen steuerlichen Wohnsitz verfügt habe. Die ersuchten Informationen 

würden für die Erhebung der französischen Einkommenssteuer («impôt sur 

le revenu») und die Solidaritätssteuer auf Vermögen («impôt de solidarité 

sur la fortune») benötigt und seien für die Besteuerung von A._______ in 

Frankreich voraussichtlich erheblich. A._______ habe von der zu 100 % 

kontrollierten B._______ GmbH Geldbeträge erhalten. Die DGFP verlangte 

in ihren Ersuchen Informationen über die Art und Höhe der von der 

B._______ GmbH an A._______ ausgerichteten Vergütungen, die ausge-

führten Funktionen und Kapitalbeteiligungen von A._______ innerhalb der 

B._______ GmbH und eine Kopie der Kontokorrent-Konti von A._______; 

und zwar insgesamt für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezem-

ber 2015. Ausserdem habe A._______ drei Konten (Nr. […], Nr. […] und 

Nr. […]) bei der Bank C._______ nicht deklariert bzw. die Informationen 

den französischen Steuerbehörden nicht kundgetan. Diesbezüglich bittet 

die DGFP um Übermittlung folgender Informationen in Bezug auf die drei 

nicht deklarierten und allfällige andere Konten: 

(a) Veuillez communiquer: 

1. Les états de fortune au 1 er janvier des années 2010 à 2013; 

2. Les relevés sur la période du 01/01/2010 au 31/12/2013, précisant les ap-

ports et les prélèvements enregistrés sur cette période ainsi que les gains 

financiers générés. Veuillez indiquer la date, le montant et la nature des 

revenus perçus (intérêts, dividendes, plus-values); 

3. La copie du formulaire A, I, S, T ou tout document analogue; 

4. En cas de clôture du compte, veuillez indiquer la date du transfert des 

avoirs ainsi que la banque, le compte de destination et le territoire con-

cerné; 

A-4144/2018 

Seite 3 

(b) Veuillez indiquer les références des autres comptes bancaires dont le con-

tribuable serait directement ou indirectement titulaire, quelles que soient 

les structures interposées, ou ayant-droit économique au sein de cette 

banque ainsi que ceux pour lesquels il disposerait d'une procuration; 

(c) Veuillez communiquer les éléments demandés au point a) pour les 

comptes visés au point b). 

B.  

B.a Am 19. Dezember 2017 und 27. Februar 2018 erliess die ESTV ge-

genüber der B._______ GmbH eine Editionsverfügung und bat sie, die be-

troffene Person über das Amtshilfeverfahren zu informieren. Am 10. Januar 

2018 kam die B._______ GmbH der Aufforderung zur Aktenedition nach. 

Die betroffene Person wurde zwischenzeitlich über das Amtshilfeverfahren 

informiert. 

B.b Am 12. Februar 2018 erliess die ESTV gegenüber der Bank 

C._______ und der Bank D._______ eine Editionsverfügung, welcher 

diese beiden fristgerecht nachgekommen waren. 

C.  

Am 24. Januar 2018 beantragte der Vertreter von A._______ Aktenein-

sicht. Die ESTV ging – laut Schlussverfügung – sodann davon aus, dass 

diese Vertretungsvollmacht implizit auch für die B._______ GmbH als gül-

tig zu bezeichnen sei, weil diese in «vollständigem Besitz» von A._______ 

stehe. 

D.  

Mit Schreiben vom 30. Januar 2018 und vom 9. April 2018 gewährte die 

ESTV dem Vertreter Akteneinsicht und setzte eine Frist von zehn Tagen 

zur Einreichung einer Stellungnahme an. 

E.  

Am 15. Februar 2018, 12. März 2018 und 30. April 2018 reichte der Vertre-

ter von A._______ und der B._______ GmbH Stellungnahmen ein. Er 

wehrte sich gegen die Leistung von Amtshilfe insbesondere mit den Argu-

menten, die verlangten Informationen seien voraussichtlich nicht erheblich, 

da sie keine Relevanz für die Frage eines (allfälligen) Wohnsitzes von 

A._______ in Frankreich aufweisen würden. Es handle sich um eine unzu-

lässige «fishing expedition». Das Ehepaar A._______ hätte Wohnsitz in der 

Schweiz; in Frankreich hätten sie bloss ein Ferienhaus. Zudem habe die 

ersuchende Behörde gegen das Subsidiaritätsprinzip verstossen. 

A-4144/2018 

Seite 4 

F.  

Am 15. Juni 2018 erliess die ESTV eine Schlussverfügung betreffend 

A._______ als betroffene Person und der B._______ GmbH als beschwer-

deberechtigte Personen. Die ESTV kam darin zum Schluss, der DGFP sei 

betreffend A._______ Amtshilfe zu leisten. Die Informationen, die sie der 

DGFP übermitteln will, sind die Folgenden: 

(…) (Wiedergabe Fragen und Antworten) 

 

Die ESTV begründete ihren Entschluss, Amtshilfe zu leisten damit, die er-

suchende Behörde gehe davon aus, dass die betroffene Person im ersuch-

ten Zeitraum Wohnsitz in Frankreich hatte. Zwecks Ermittlung der globalen 

steuerlichen Bemessungsgrundlagen, welche Voraussetzung für eine voll-

ständige Besteuerung in Frankreich seien, würden die erfragten Informati-

onen dienen. Letztere würden insbesondere Auskunft über Vermögens-

werte und Einkommen geben, welche die betroffene Person den französi-

schen Behörden nicht kundgetan habe; folglich seien diese Informationen 

voraussichtlich erheblich für die französische Steuerprüfung von 

A._______; von einer verpönten «fishing expedition» könne nicht ausge-

gangen werden. Die DGFP ersuche gerade um Informationen, die die glo-

bale einkommens- und vermögenssteuerliche Bemessungsgrundlage 

zwecks unbeschränkter Besteuerung in Frankreich zum Gegenstand hät-

ten; die Eruierung eines steuerrechtlichen Wohnsitzes der betroffenen Per-

son sei nicht Gegenstand des Amtshilfeersuchens. Weiter sei die Frage 

eines steuerrechtlichen Wohnsitzes nicht im Rahmen der internationalen 

Amtshilfe in Steuersachen abzuhandeln. Ausserdem sei das Subsidiari-

tätsprinzip nicht verletzt. 

Am gleichen Tag erliess die ESTV eine separate Schlussverfügung gegen-

über E._______ als beschwerdeberechtigte Person (Verfahren 

A-4143/2018). 

G.  

Gegen diese Schlussverfügung erhoben A._______ und die B._______ 

GmbH (nachfolgend: die Beschwerdeführenden) am 16. Juli 2018 Be-

schwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen, die Schlussver-

fügung der ESTV vom 15. Juni 2018 sei aufzuheben und es sei festzustel-

len, dass der in Frage stehende Informationsaustausch gegen die voraus-

sichtliche Erheblichkeit und Subsidiarität verstosse und insoweit unzuläs-

sig sei; dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. Mehrwert-

steuern zu Lasten der ESTV. Die Beschwerdeführenden bringen unter an-

A-4144/2018 

Seite 5 

derem vor, insgesamt sei zweifelhaft, ob die sehr oberflächlichen Erklärun-

gen des ersuchenden Staates zur angeblichen Ansässigkeit in Frankreich 

dem «Erheblichkeitserfordernis» genügen würden. Zudem hätten die in 

den Amtshilfeersuchen gestellten Fragen keinerlei Relevanz für die Frage 

eines (allfälligen) Wohnsitzes des Beschwerdeführers 1 in Frankreich bzw. 

würden nicht der Feststellung eines französischen Wohnsitzes dienen. In-

wiefern nämlich die Stellung als Aktionär respektive Geschäftsführer einer 

schweizerischen Gesellschaft oder allfällige Bezüge als Lohnempfänger  

oder Darlehensnehmer einen Bezug zur Wohnsitzbegründung in Frank-

reich aufweisen würden, bleibe offen; Gleiches würde für Vermögenswerte 

auf einer Schweizer Bank gelten. Vielmehr würden diese für einen Wohn-

sitz in der Schweiz sprechen. Sodann handle es sich bei dem Ersuchen 

um zusätzliche Bankunterlagen und weitere unbekannte Bankbeziehungen 

um eine unzulässige Beweisausforschung. Letztlich sei auch der Grund-

satz der Subsidiarität nicht eingehalten worden. 

Gleichentags erhob auch E._______ Beschwerde ans Bundesverwal-

tungsgericht (Verfahren A-4143/2018). 

H.  

Die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) beantragt in ihrer Vernehmlas-

sung vom 27. August 2018, die Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen. In 

prozessualer Hinsicht beantragt sie, das Beschwerdeverfahren mit dem 

Verfahren A-4143/2018 zu vereinigen. Materiell hält sie dagegen, die Amts-

hilfeersuchen seien bzgl. der konkreten Sachverhaltsangaben detailliert 

umschrieben. Aus dem dargelegten Sachverhalt gehe genügend klar her-

vor, dass die französische Steuerbehörde eine Steuerprüfung hinsichtlich 

des Beschwerdeführers 1 durchführe und die erfragten Informationen für 

dessen Besteuerung relevant seien. In den Amtshilfeersuchen lägen somit 

keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprüche vor. Eine Ansäs-

sigkeit der betroffenen Person sei nicht Voraussetzung dafür, dass Infor-

mationen übermittelt werden dürften bzw. spiele keine Rolle, in welchem 

Staat die betroffene Person ansässig sei. Den steuerlichen Anknüpfungs-

punkt – ein steuerlicher Wohnsitz in Frankreich im Zeitraum 1. Januar 2010 

bis 31. Dezember 2015 – habe die ersuchende Behörde vorliegend glaub-

haft und nachvollziehbar geltend gemacht; durch eine (allfällige) Ansässig-

keit dieser Person in einem anderen Staat werde dieser nicht entkräftet. Im 

Rahmen des Amtshilfeverfahrens sei auch nicht darüber zu befinden, wo 

sich der Wohnsitz des Beschwerdeführers 1 in einem konkreten Zeitraum 

befunden habe; relevant sei einzig, ob die gelieferten Anhaltspunkte für 

A-4144/2018 

Seite 6 

eine Einkommenssteuerpflicht im ersuchenden Staat von vornherein ent-

kräftet werden könnten. Solche Nachweise lieferten die Beschwerdefüh-

renden nicht, weshalb vollumfänglich auf die Sachverhaltsdarstellungen in 

den Amtshilfeersuchen abzustützen sei. Die ersuchten Informationen seien 

für die Ermittlung der globalen steuerlichen Bemessungsgrundlage des Be-

schwerdeführers 1 voraussichtlich erheblich und würden nicht der Ermitt-

lung einer steuerlichen Ansässigkeit in Frankreich dienen. 

I.  

Auf die weiteren Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – sofern sie 

entscheidwesentlich sind – im Rahmen der folgenden Erwägungen einge-

gangen. 

  

A-4144/2018 

Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die Verfahren A-4143/2018 und A-4144/2018 betreffen zwar dieselben 

Amtshilfeersuchen. Die ESTV hat jedoch gänzlich unterschiedliche 

Schlussverfügungen erlassen, indem sie in der Schlussverfügung an die 

Beschwerdeführerin im Verfahren A-4143/2018 einzig die diese betreffen-

den Punkte behandelt hat und ihr gegenüber keine weiteren Informationen 

betreffend die Beschwerdeführenden des vorliegenden Verfahrens offen-

gelegt hat. Auch die – zwar durch den gleichen Rechtsanwalt – verfassten 

Rechtsschriften stimmen weder in Begehren noch in Begründung überein. 

Es bestehen denn auch möglicherweise Geheimhaltungsinteressen der 

Beschwerdeführenden des vorliegenden Verfahrens gegenüber der Be-

schwerdeführerin im Verfahren A-4143/2018. Vor diesem Hintergrund 

rechtfertigt es sich nicht, die beiden Verfahren zu vereinigen (vgl. e contra-

rio: Urteile des BVGer A-5652/2017, A-5659/2017 vom 19. Juli 2018 E. 1.1 

und A-197/2018, A-200/2018 vom 2. Mai 2018 E. 1.1 sowie A-4016/2017, 

A-4022/2017 vom 8. März 2018 E. 1.2, je mit Hinweisen). 

1.2 Dem vorliegenden Verfahren liegen (mehrere) Amtshilfeersuchen der 

DGFP gestützt auf Art. 28 DBA CH-FR zugrunde, welche am (…) und (…) 

eingereicht wurden. Der Vollzug der Amtshilfe wird durch das StAhiG gere-

gelt (Art. 1 Abs. 1 Bst. a StAhiG). Demnach gelten im Beschwerdeverfah-

ren die Bestimmungen über die Bundesrechtspflege, soweit das StAhiG 

nichts anderes bestimmt (Art. 19 Abs. 5 StAhiG). Gemäss Art. 31 VGG be-

urteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 VwVG. Zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren 

Verfügungen gehört damit auch die Schlussverfügung der ESTV im Be-

reich der internationalen Amtshilfe in Steuersachen (Art. 32 VGG e contra-

rio und Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG). Die Zuständigkeit des Bundesverwal-

tungsgerichts zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ist somit ge-

geben. 

1.3 Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren teil-

genommen und sind mit Blick auf die sie betreffenden, nach der angefoch-

tenen Schlussverfügung an die DGFP zu übermittelnden Informationen 

materiell beschwert. Sie sind damit und als Adressaten der angefochtenen 

Verfügung zur Beschwerdeführung berechtigt (vgl. Art. 19 Abs. 2 StAhiG 

i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die form- und fristgerecht (vgl. Art. 50 

A-4144/2018 

Seite 8 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG, je in Verbindung mit Art. 19 Abs. 5 StA-

hiG) eingereichte Beschwerde ist somit grundsätzlich – mit Ausnahme von 

Erwägung 1.4 – einzutreten. 

1.4  

1.4.1 Die Beschwerdeführenden stellen u.a. das Begehren, es sei festzu-

stellen, dass der in Frage stehende Informationsaustausch gegen die Prin-

zipien der voraussichtlichen Erheblichkeit und Subsidiarität bzw. gegen das 

StAhiG verstosse und insoweit unzulässig sei. 

1.4.2 Gemäss Art. 25 Abs. 1 VwVG kann die in der Sache zuständige Be-

hörde über den Bestand, den Nichtbestand oder den Umfang öffentlich-

rechtlicher Rechte oder Pflichten auf Begehren oder von Amtes wegen eine 

Feststellungsverfügung treffen. Einem derartigen Begehren ist nur zu ent-

sprechen, wenn die Beschwerdeführenden hierfür ein schutzwürdiges In-

teresse nachweisen (Art. 25 Abs. 2 VwVG). Dabei gilt es zu beachten, dass 

der Anspruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung subsidiär gegenüber 

Leistungs- oder Gestaltungsverfügungen ist (statt vieler: BGE 137 II 199 

E. 6.5; BVGE 2010/12 E. 2.3; Urteil des BVGer A-1488/2018 vom 18. Mai 

2018 E. 1.3, mit weiteren Hinweisen). 

1.4.3 Vorliegend haben die Beschwerdeführenden bereits den Antrag auf 

Aufhebung der Schlussverfügungen vom 15. Juni 2018 gestellt; u.a. mit 

der Begründung der fehlenden voraussichtlichen Erheblichkeit der Infor-

mationen und Unterlagen sowie der Verletzung des Subsidiaritätsprinzips. 

Das Feststellungsbegehren geht im rechtsgestaltenden Aufhebungsbe-

gehren der Beschwerdeführenden auf und hat damit keine selbständige 

Bedeutung. Den Beschwerdeführenden fehlt insofern ein schutzwürdiges 

Interesse an der Behandlung ihres Feststellungsbegehrens, weshalb auf 

Letzteres nicht einzutreten ist. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführenden können neben der 

Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen  

oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

(Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c 

VwVG; ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.149 ff.; ULRICH HÄFELIN et al., Allgemeines Ver-

waltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 1146 ff.). 

  

A-4144/2018 

Seite 9 

2.  

2.1 Gemäss Art. 28 DBA CH-FR tauschen die zuständigen Behörden der 

beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen aus, «die zur 

Durchführung dieses Abkommens oder zur Anwendung oder Durchset-

zung des innerstaatlichen Rechts betreffend Steuern jeder Art und Be-

zeichnung, die für Rechnung der Vertragsstaaten oder ihrer politischen Un-

terabteilungen oder lokalen Körperschaften erhoben werden, voraussicht-

lich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung 

nicht dem Abkommen widerspricht» (Art. 28 Abs. 1 Satz 1 DBA CH-FR; zu 

hier nicht relevanten Einschränkungen dieser Amtshilfeverpflichtung vgl. 

Art. 28 Abs. 3 und 5 DBA CH-FR). Der Informationsaustausch ist durch 

Art. 1 DBA CH-FR (persönlicher Anwendungsbereich) und Art. 2 DBA 

CH-FR (sachlicher Anwendungsbereich) nicht eingeschränkt (Art. 28 

Abs. 1 Satz 2 DBA CH-FR). 

2.1.1 Vorliegend ist weiter Ziff. XI des Zusatzprotokolls, welches integrie-

render Bestandteil des DBA CH-FR ist, relevant. Gemäss Ziff. XI Abs. 1 

des Zusatzprotokolls zum DBA CH-FR stellt die zuständige Behörde des 

ersuchenden Staates ein Amtshilfebegehren im Sinne von Art. 28 

DBA CH-FR «erst dann, wenn alle in seinem innerstaatlichen Steuerver-

fahren vorgesehenen üblichen Mittel zur Beschaffung der Information aus-

geschöpft sind» (sog. Subsidiaritätsprinzip; vgl. Art. 6 Abs. 2 Bst. g StA-

hiG). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist 

dann, wenn die Frist zur Abgabe der Steuererklärung im ersuchenden 

Staat abgelaufen ist und Zweifel an der Selbstdeklaration bestehen, das 

Subsidiaritätsprinzip nicht verletzt (sofern sich die Informationen im ersuch-

ten und nicht im ersuchenden Staat befinden). Auch steht der Einhaltung 

des Subsidiaritätsprinzips nicht entgegen, dass ein ersuchender Staat in 

der Phase der Überprüfung der Selbstdeklaration des Steuerpflichtigen – 

selbst wenn bereits ein Amtshilfeersuchen gestellt worden ist – mit diesem 

in Kontakt bleibt bzw. diesen befragt (Urteile des BVGer A-197/2018, 

A-200/2018 vom 2. Mai 2018 E. 2.6, mit Hinweis, A-6394/2016 vom 

16. Februar 2017 E. 2.2.1 und A-4232/2013 vom 17. Dezember 2013 

E. 6.3.2.2). 

Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (nachfolgend: E. 2.2) 

besteht kein Anlass, an einer von der ersuchenden Behörde abgegebenen 

Erklärung der Ausschöpfung aller üblichen, nicht mit unverhältnismässigen 

Schwierigkeiten verbundenen innerstaatlichen Mittel zu zweifeln, es sei 

denn, es liege ein gegen die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips spre-

chendes, ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung begründendes 

A-4144/2018 

Seite 10 

konkretes Element vor (vgl. Urteil des BGer 2C_904/2015 vom 8. Dezem-

ber 2016 E. 7.2; Urteil des BVGer A-3791/2017 vom 5. Januar 2018 E. 6.2, 

mit weiteren Hinweisen). 

2.1.2 Ziff. XI Abs. 3 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-FR führt die Infor-

mationen auf, welche die Steuerbehörden des ersuchenden Staates bei 

der Stellung eines Amtshilfeersuchens zu liefern haben. Diese Anforderun-

gen gehen den ähnlichen Bestimmungen in Art. 6 Abs. 2 StAhiG vor (so 

auch Art. 1 Abs. 2 StAhiG; Urteil des BVGer A-1488/2018 vom 30. Juli 

2018 E. 2.7). 

2.1.3 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts 

«voraussichtlich erheblich» gelten Informationen, die für den ersuchenden 

Staat notwendig sind, damit eine in diesem Staat steuerpflichtige Person 

korrekt besteuert werden kann (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.1 und BGE 141 

II 436 E. 4.4.3; Urteile des BVGer A-2830/2018 vom 17. September 2018 

E. 2.1.1 und A-272/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 2.2, je mit weiteren 

Hinweisen). 

2.1.4 Gemäss Ziff. XI Abs. 2 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-FR soll der 

Verweis auf «voraussichtlich erhebliche» Informationen in Art. 28 Abs. 1 

DBA CH-FR «einen möglichst breiten Informationsaustausch in Steuersa-

chen gewährleisten, ohne dass die Vertragsstaaten ‹fishing expeditions› 

durchführen oder Informationen verlangen können, deren Erheblichkeit für 

die Aufklärung der Steuerangelegenheiten bestimmter Steuerpflichtiger 

wenig wahrscheinlich ist». In Ziff. XI Abs. 4 des Zusatzprotokolls zum DBA 

CH-FR wird bestimmt, dass die erforderlichen Informationen gemäss 

Ziff. XI Abs. 3 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-FR (bereits: E. 2.1.2) so 

auszulegen seien, dass sie einen wirksamen Informationsaustausch nicht 

behindern. 

2.1.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass keine «fishing 

expedition» vorliegt, wenn einer ersuchenden Behörde eine Kontonummer 

vorliegt und diese Behörde auch nach anderen Konten fragt, die die be-

troffene Person bei der Bank, bei der das Konto mit der vorgenannten Num-

mer gehalten wird, hält bzw. an denen sie berechtigt ist. Es handelt sich 

gerade nicht um eine grundlose Anfrage «ins Blaue», sondern um eine 

konkrete Frage, in Bezug auf eine identifizierte (bzw. identifizierbare) Per-

son im Zusammenhang mit einer laufenden Untersuchung. In einem sol-

chen Fall kann von einer «fishing expedition» keine Rede sein (Urteile des 

A-4144/2018 

Seite 11 

BVGer A-7622/2016 vom 23. Mai 2017 E. 2.5 und A-1230/2016 vom 

10. November 2016 E. 4.2.1). 

2.1.6 Die «voraussichtliche Erheblichkeit» von geforderten Informationen 

muss sich bereits aus dem Amtshilfeersuchen ergeben. Würde dies nicht 

verlangt, könnten Ersuchen aufs Geratewohl gestellt werden und die er-

suchte Behörde müsste die Unterlagen auch dann zur Verfügung stellen, 

wenn sie erst nach deren Erhebung deren voraussichtliche Erheblichkeit 

feststellen würde. Auch nach der Edition der verlangten Unterlagen hat die 

Steuerverwaltung des ersuchten Staates zu prüfen, ob die betreffenden In-

formationen für die Erhebung der Steuer voraussichtlich erheblich sind (vgl. 

zum Ganzen: BGE 143 II 185 E. 3.3.2). Dem «voraussichtlich» kommt so-

mit eine doppelte Bedeutung zu: Zum einen bezieht es sich darauf, dass 

der ersuchende Staat die Erheblichkeit voraussehen und diese dem Amts-

hilfeersuchen zu entnehmen sein muss (wobei im Einklang mit dem völker-

rechtlichen Vertrauensprinzip [E. 2.2] vermutet wird, dass der ersuchende 

Staat nach Treu und Glauben handelt). Zum anderen sind nur solche Infor-

mationen zu übermitteln, die tatsächlich voraussichtlich erheblich sind (vgl. 

BGE 143 II 185 E. 3.3.2; Urteile des BVGer A-2830/2018 vom 17. Septem-

ber 2018 E. 2.1.2 und A-4331/2017 vom 16. November 2017 E. 4.1, mit 

weiteren Hinweisen). 

Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im 

Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünftige Mög-

lichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheblich erwei-

sen werden (BGE 143 II 185 E. 3.3.2). Keine Rolle spielt, ob sich diese 

Informationen nach deren Übermittlung für den ersuchenden Staat letzten 

Endes als nicht erheblich herausstellen (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1). Ob 

eine Information tatsächlich erheblich ist, kann in der Regel nur der ersu-

chende Staat abschliessend feststellen (BGE 142 II 161 E. 2.1.1 f.; BGE 

139 II 404 E. 7.2.2; statt vieler: Urteil des BVGer A-4218/2017 vom 28. Mai 

2018 E. 2.3.1). Die Rolle des ersuchten Staates bei der Beurteilung der 

voraussichtlichen Erheblichkeit beschränkt sich somit darauf, zu überprü-

fen, ob die vom ersuchenden Staat verlangten Informationen und Doku-

mente mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt zusammenhängen 

und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfah-

ren verwendet zu werden (BGE 142 II 161 E. 2.1.1; vgl. Urteile des BVGer 

A-4218/2017 vom 28. Mai 2018 E. 2.3.1 und A-197/2018, A-200/2018 vom 

2. Mai 2018 E. 2.3, je mit weiteren Hinweisen). Vor diesem Hintergrund darf 

der ersuchte Staat Auskünfte – mit der Begründung, die verlangten Infor-

mationen seien nicht «voraussichtlich erheblich» im Sinne von Art. 28 

A-4144/2018 

Seite 12 

Abs. 1 Satz 1 DBA CH-FR – nur verweigern, wenn ein Zusammenhang 

zwischen den verlangten Angaben und der im ersuchenden Staat durch-

geführten Untersuchung wenig wahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich er-

scheint (E. 2.1.4; vgl. Ziff. XI Abs. 2 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-FR; 

BGE 143 II 185 E. 3.3.2 und BGE 141 II 436 E. 4.4.3; vgl. Urteile des 

BVGer A-4218/2017 vom 28. Mai 2018 E. 2.3.1 und A-4353/2016 vom 

27. Februar 2017 E. 2.2.2; vgl. auch die vereinzelt uneinheitliche – [v.a.] 

französischsprachige – Rechtsprechung des Bundesgerichts, welche ver-

langt, dass ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und der 

Untersuchung mit Sicherheit [«avec certitude»] nicht besteht: BGE 144 II 

29 E. 4.2.2 und BGE 142 II 161 E. 2.1.1; vgl. dazu Urteil des BVGer 

A-2830/2018 vom 17. September 2018 E. 2.1.3, mit weiterem Hinweis). In 

letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG zu verstehen, wonach Infor-

mationen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt 

werden dürfen und von der ESTV auszusondern oder unkenntlich zu ma-

chen sind (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-2830/2018 vom 17. Septem-

ber 2018 E. 2.1.3, mit weiterem Hinweis). 

2.1.7 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den 

massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet 

werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. 

Dies wäre mit dem Sinn und Zweck der Amtshilfe (wie mit jenem der 

Rechtshilfe) nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und 

Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln ge-

bliebene Punkte erst noch geklärt werden (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1; 

BVGE 2011/14 E. 2; statt vieler: Urteil des BVGer A-7596/2016 vom 

23. Februar 2018 E. 2.7). Daher verlangt die Rechtsprechung von der er-

suchenden Behörde nicht den strikten Beweis des Sachverhalts, sondern 

sie muss nur (aber immerhin) hinreichende Verdachtsmomente für dessen 

Vorliegen dartun (BGE 139 II 451 E. 2.1 und E. 2.2.1 sowie BGE 139 II 404 

E. 7.2.2; Urteil des BVGer A-6102/2016 vom 15. März 2017 E. 2.5). 

2.2 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit 

bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch 

oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit den in Art. 7 StAhiG 

genannten Konstellationen – prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachver-

haltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völ-

kerrechtliches Vertrauensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4, BGE 142 II 218 

E. 3.3, BGE 142 II 161 E. 2.1.3 f.; Urteil des BVGer A-4992/2016 vom 

29. November 2016 E. 4.3). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das 

A-4144/2018 

Seite 13 

ganze Amtshilfeverfahren. Dementsprechend ist die ESTV an die Darstel-

lung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht we-

gen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet 

werden kann (vgl. statt vieler: BGE 128 II 407 E. 5.2.1; Urteile des BVGer 

A-381/2018 vom 21. November 2018 E. 4.2 und A-7622/2016 vom 23. Mai 

2017 E. 2.3, mit weiteren Hinweisen). Gleiches gilt für die vom ersuchen-

den Staat abgegebenen Erklärungen. Werden diese sofort entkräftet, kann 

der ersuchte Staat ihnen nicht mehr vertrauen (Urteil des BVGer 

A-3716/2015 vom 16. Februar 2016 E. 3.5). 

2.3  

2.3.1 Der Umstand, dass eine Person in einem Staat als steuerlich ansäs-

sig gilt, schliesst nicht aus, dass auch ein anderer Staat eine Ansässigkeit 

beansprucht oder dass in anderen Staaten eine beschränkte Steuerpflicht 

gegeben ist (Urteil des BVGer A-2548/2016 vom 15. September 2016 

E. 2.2 und E. 3.3.3). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung hat der 

ersuchte Staat aufgrund des Vertrauensprinzips nur zu prüfen, ob dem Er-

suchen Kriterien dafür zu entnehmen sind, dass im ersuchenden Staat ge-

mäss Abkommen eine Steuerpflicht bestehen könnte. Ein möglicher An-

sässigkeitskonflikt ist nicht im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens, sondern 

eines Verständigungsverfahrens zu lösen. Ein Amtshilfeersuchen kann 

dem ersuchenden Staat auch dazu dienen, Argumente für die Lösung des 

Ansässigkeitskonflikts zu erhalten (BGE 142 II 218 E. 3.1 und E. 3.6 f., 

BGE 142 II 161 E. 2.2.2 und E. 2.4; Urteile des BVGer A-7622/2016 vom 

23. Mai 2017 E. 2.4.1 und A-4157/2016 vom 15. März 2017 E. 3.5.3.1 f.). 

Damit nicht davon ausgegangen wird, ein Amtshilfeersuchen sei willkürlich 

gestellt worden, genügt also bereits, dass der ersuchende Staat Anhalts-

punkte nennt, die eine (je nachdem beschränkte oder unbeschränkte) 

Steuerpflicht der betroffenen Person in diesem Staat begründen könnten; 

es müssen «steuerliche Anknüpfungspunkte» im ersuchenden Staat von 

diesem dargetan sein (Urteil des BVGer A-7622/2016 vom 23. Mai 2017 

E. 2.4.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-3275/2018, A-3276/2018 vom 

28. November 2018 E. 2.3.1). 

2.3.2 Somit genügt es, wenn der ersuchende Staat erklärt, warum er davon 

ausgeht, die betroffene Person könne auf seinem Staatsgebiet ansässig 

sein. Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips ist der ersuchte 

Staat an diese Ausführungen des ersuchenden Staats gebunden. Das all-

gemein zum Amtshilfeersuchen Ausgeführte (E. 2.2) gilt auch hier: Solange 

der Sachverhalt nicht offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche 

A-4144/2018 

Seite 14 

enthält bzw. die betroffene Person sofort beweisen kann, dass die Vorbrin-

gen des ersuchenden Staats falsch sind, ist auf den im Ersuchen darge-

stellten Sachverhalt abzustellen, auch in Bezug auf die Frage der Ansäs-

sigkeit. Es genügt bei der Frage der Ansässigkeit bzw. der Steuerpflicht 

nicht, wenn eine betroffene Person nachzuweisen versucht, dass sie in ei-

nem anderen Staat ansässig ist, damit von einer unrichtigen Sachverhalts-

darstellung ausgegangen werden kann (Urteile des BVGer A-3275/2018, 

A-3276/2018 vom 28. November 2018 E. 2.3.2 sowie A-7622/2016 vom 

23. Mai 2017 E. 2.4.2). 

2.4  

2.4.1 Rechtsprechungsgemäss ist der Begriff der «nicht betroffenen Per-

son» nach Art. 4 Abs. 3 StAhiG restriktiv zu verstehen (vgl. BGE 142 II 161 

E. 4.6.1 f.). Damit sollen in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips 

Personen geschützt werden, die nichts mit dem im Amtshilfeersuchen ge-

schilderten Sachverhalt zu tun haben, deren Namen also rein zufällig in 

den weiterzuleitenden Dokumenten auftauchen («fruit d’un pur hasard»; 

Botschaft des Bundesrates vom 5. Juni 2015 zur Genehmigung des Über-

einkommens des Europarats und der OECD über die gegenseitige Amts-

hilfe in Steuersachen und zu seiner Umsetzung [Änderung des StAhiG], 

BBl 2015 5585 ff., 5623; statt vieler: Urteil des BVGer A-3791/2017 vom 

5. Januar 2018 E. 5.2.2, mit Hinweisen). In gewissen Konstellationen ist es 

unumgänglich, auch über Personen Informationen zu erteilen, deren Steu-

erpflicht im ersuchenden Staat nicht geltend gemacht wird. Können die er-

suchten Informationen für die Steuerpflicht der im ersuchenden Staat zu 

besteuernden Person voraussichtlich erheblich sein und ist ihre Übermitt-

lung unter Verhältnismässigkeitsgesichtspunkten erforderlich, d.h. wenn 

die Aussonderung, Schwärzung oder anderweitige Unkenntlichmachung 

der Informationen den Zweck des Amtshilfeersuchens vereiteln würde, so 

sind sie dem ersuchenden Staat zu übermitteln (vgl. ausführlich mit Bei-

spielen: BGE 144 II 29 E. 4.2.2 ff.; BGE 141 II 436 E. 4.4.3 f., BGE 143 II 

506 E. 5.2.1 in Bezug auf Daten von Bankangestellten; jüngst: Urteil des 

BGer 2C_615/2018 vom 26. März 2019 E. 3.1; Urteil des BVGer 

A-4819/2016 vom 4. April 2018 E. 3.4 und 3.5). 

2.4.2 In seinem Urteil 2C_963/2014 vom 24. September 2015 (teilweise 

publiziert in: BGE 141 II 436) erklärt das Bundesgericht im Zusammenhang 

mit einem Ersuchen um internationale Amtshilfe in Steuersachen, die Iden-

tität der Inhaber einer Vollmacht (in diesem Fall die Ehefrau und Töchter) 

an den direkt gehaltenen Bankkonten einer von dem Amtshilfeersuchen 

betroffenen Person stelle ein wesentliches Element bei der Überprüfung 

A-4144/2018 

Seite 15 

der Geldflüsse dar. Es liege keine Konstellation vor, in der Personen nur 

zufällig in den Bankunterlagen auftauchen würden. Aus diesem Grund 

seien diese Informationen voraussichtlich erheblich (E. 6.2 des Urteils, wel-

che nicht in BGE 141 II 436 publiziert wurde). 

Im Urteil 2C_216/2015 vom 8. November 2015 erachtete das Bundesge-

richt die Informationen zu Konten einer juristischen Person als voraussicht-

lich erheblich, weil die steuerpflichtige natürliche Person an der juristischen 

Person beteiligt gewesen sei und zusammen mit seiner Ehefrau über eine 

Vollmacht an diesen Konten verfügt habe (E. 4.2 des Urteils). 

2.5 Gemäss Art. 7 StAhiG ist auf ein Amtshilfeersuchen nicht einzutreten, 

wenn es zum Zwecke der Beweisausforschung gestellt worden ist (Bst. a), 

wenn Informationen verlangt werden, die von den Amtshilfebestimmungen 

des anwendbaren Abkommens nicht erfasst sind (Bst. b), oder wenn es 

den Grundsatz von Treu und Glauben verletzt (Bst. c). 

3.  

Im vorliegenden Verfahren ist aufgrund der Vorbringen der Beschwerde-

führenden darauf einzugehen, ob die ersuchende Behörde gegen den 

Grundsatz der Subsidiarität verstossen hat (E. 3.1), ob A._______ daraus, 

dass er geltend macht, in Frankreich keinen steuerlichen Wohnsitz zu ha-

ben, etwas für sich ableiten kann (E. 3.2), ob es sich beim Ersuchen der 

DGFP um eine «fishing expedition» handelt (E. 3.3) und ob die Unterlagen, 

die die ESTV der DGFP übermitteln möchte, voraussichtlich erheblich sind 

(E. 3.4). 

Vorab stellt das Gericht fest, dass die Voraussetzungen gemäss Ziff. XI 

Abs. 3 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-FR (vgl. E. 2.1.2) beim vorlie-

genden Amtshilfeersuchen erfüllt sind. 

3.1  

3.1.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend, der Grundsatz der Sub-

sidiarität sei nicht eingehalten worden (Beschwerde, Rz. 25 ff.). Einerseits 

sei ein Verfahren betreffend die steuerliche Ansässigkeitsfrage in Frank-

reich hängig, wobei die französische Behörde noch keinen definitiven Ent-

scheid über den steuerlichen Wohnsitz getroffen hätte. Es fehle somit an 

einer rechtlich verbindlichen Grundlage, welche den Beschwerdeführer 1 

nach französischem Recht der Steuerhoheit Frankreichs unterwerfe. Da-

her handle es sich bei allen Ausführungen der Steuerbehörde um Behaup-

A-4144/2018 

Seite 16 

tungen und nicht um «gesicherte und definitiv rechtlich festgestellte Fak-

ten». Andererseits habe der Beschwerdeführer 1 die relevanten Bankkon-

tounterlagen in der Schweiz, welche in Beziehung zur Beschwerdeführe-

rin 2 stünden, im Rahmen des französischen Steuerverfahrens bereits zur 

Verfügung gestellt. Eine zusätzliche Informationsanfrage ins Ausland sei 

somit nicht erforderlich bzw. würde sich eine solche mit Blick auf die Sub-

sidiarität als unzulässig erweisen. 

Die Vorinstanz entgegnet in ihrer Schlussverfügung, aufgrund des völker-

rechtlichen Vertrauensprinzips bestehe kein Anlass, an der von der ersu-

chenden Behörde abgegebenen Bestätigung, wonach alle innerstaatlich 

vorgesehenen üblichen Mittel ausgeschöpft worden seien, zu zweifeln. Zu-

dem habe der Beschwerdeführer 1 der DGFP die ersuchten Informationen 

gerade nicht zur Kenntnis gebracht und die Frist zur ordentlichen Selbst-

deklaration bzw. Offenlegung der ersuchten Jahre sei im Zeitpunkt der ers-

ten «Gesuchstellung» mit Sicherheit abgelaufen. Das Subsidiaritätsprinzip 

sei somit nicht verletzt. Sie hält in ihrer Vernehmlassung weiterhin dafür, 

bei dem Verfahren betreffend die steuerliche Ansässigkeitsfrage in Frank-

reich handle es sich um ein ausländisches Erkenntnisverfahren, wobei der 

massgebliche Sachverhalt nicht lückenlos und völlig widerspruchsfrei dar-

gelegt werden müsse. Der ersuchte Staat habe auch keine Fragen der Aus-

legung und Anwendung des Steuer- und Steuerverfahrensrechts des ersu-

chenden Staates zu klären. Zudem seien Informationen auch dann voraus-

sichtlich erheblich, wenn sie zwecks Überprüfung schon vorhandener, aber 

nicht völlig zweifelsfreier Erkenntnisse der Behörden des ersuchenden 

Staates verlangt würden. 

3.1.2 Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass aufgrund des völkerrechtli-

chen Vertrauensprinzips für die ESTV unter den gegebenen Umständen 

keine Veranlassung bestand, an der Erklärung der DGFP, alle innerstaatli-

chen Massnahmen seien ausgeschöpft worden, zu zweifeln. Vorliegend 

gelingt es den Beschwerdeführenden hingegen nicht, diese Erklärung so-

fort zu entkräften, sodass nicht mehr von deren Richtigkeit ausgegangen 

werden könnte (E. 2.2) und die Folgen dieser Erkenntnis auf das Amtshil-

feverfahren zu prüfen wären. 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist den Beschwerdeführenden so-

dann entgegenzuhalten, dass das Verfahren betreffend die steuerliche An-

sässigkeitsfrage in Frankreich noch nicht entschieden sein muss, bevor die 

DGFP ein Amtshilfeersuchen in Bezug auf die Besteuerung stellt. 

A-4144/2018 

Seite 17 

Zur Behauptung des Beschwerdeführers 1, er habe den französischen 

Steuerbehörden bereits die notwendigen Informationen zu den Schweizer 

Bankkonten zur Verfügung gestellt, ist zu erwähnen, dass aus dem Ersu-

chen einzig hervorgeht, dass der Beschwerdeführer 1 in Frankreich sein 

eigenes Konto bei der Bank C._______ angegeben habe. Dass er auch 

weitere Konten, für welche er zeichnungsberechtigt bzw. bevollmächtigt ist, 

angegeben hat, ist jedoch nicht belegt. Im Ersuchen wird zumindest er-

wähnt, der Beschwerdeführer 1 habe seine Konten nur teilweise offenge-

legt. Unabhängig davon hat die ersuchende Behörde das Amtshilfeersu-

chen ja gerade deshalb gestellt, weil Zweifel an der Selbstdeklaration in 

den betroffenen Jahren durch den Beschwerdeführer 1 bestehen. Informa-

tionen sind auch dann zu übermitteln, wenn sie zwecks Überprüfung schon 

vorhandener, aber nicht völlig zweifelsfreier Erkenntnisse der Behörden 

des ersuchenden Staates verlangt werden (sog. Verifikationszweck; Urteile 

des BVGer A-6091/2017 vom 29. Juni 2018 E. 6.4.2 und A-3791/2017 vom 

5. Januar 2018 E. 9.2.3.2, je mit weiterem Hinweis). Somit können auch 

die bereits innerhalb des französischen Steuerverfahrens durch den Be-

schwerdeführer 1 der ersuchenden Behörde zur Verfügung gestellten Un-

terlagen/Informationen übermittelt werden, sofern sie des Weiteren auch 

die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit erfüllen. 

Da vorliegend tatsächlich davon auszugehen ist, dass die Frist zur ordentli-

chen Selbstdeklaration bzw. Offenlegung für den Beschwerdeführer 1 in 

Frankreich im Zeitpunkt der Einreichung des (ersten) Amtshilfeersuchens 

am (…) bereits abgelaufen war, kann der blosse Umstand, dass die DGFP 

die streitbetroffenen Informationen in der Schweiz zu beschaffen sucht, 

rechtsprechungsgemäss keine Verletzung des Subsidiaritätsprinzips be-

gründen (vgl. E. 2.1.1). 

3.2  

3.2.1 Der Beschwerdeführer 1 versucht sodann, die Anknüpfungspunkte, 

welche die DGFP für den von ihr angenommenen steuerlichen Wohnsitz in 

Frankreich nennt (vgl. dazu unten: E. 3.2.2), zu entkräften. Er bringt dies-

bezüglich vor, er und seine Familie hätten Wohnsitz in der Schweiz, da sie 

die meiste Zeit des Jahres am Schweizer Wohnsitz verbringen würden. Zu-

dem erwähne die ersuchende Behörde im Amtshilfeersuchen lediglich in 

wenigen und sehr generell formulierten Sätzen, weshalb von einer Ansäs-

sigkeit in Frankreich ausgegangen werde. Es seien aber keine Erörterun-

gen über den genauen Zeitpunkt des Aufenthalts unterbreitet worden, noch 

sei transparent dargelegt worden, weshalb die aufgezählten Kriterien – 

welche selbst noch keinen steuermässigen Wohnsitz begründen würden 

A-4144/2018 

Seite 18 

und lediglich einen Ferienaufenthalt zeigten – für einen Lebensmittelpunkt 

in Frankreich sprächen. Insgesamt sei zweifelhaft, ob die sehr oberflächli-

chen Erklärungen des ersuchenden Staates dem «Erheblichkeitserforder-

nis» genügend würden (vgl. Sachverhalt Bst. E und Bst. G). 

3.2.2 Es ist erneut festzuhalten, dass die Frage eines möglichen Ansässig-

keitskonflikts nicht im Amtshilfeverfahren zu klären ist, sondern allenfalls in 

einem Verständigungsverfahren unter den vorliegend direkt beteiligten 

Ländern (vgl. hierzu bereits: E. 2.3.1). 

Im vorliegenden Verfahren nennt die DGFP verschiedene relevante An-

knüpfungspunkte, die nach ihrer Auffassung einen steuerlichen Wohnsitz 

in Frankreich begründen würden. Dazu erklärt sie in ihren (…) (nicht ganz 

identischen) Ersuchen Folgendes: Der Beschwerdeführer 1 besitze ein An-

wesen («détient une propriété») in Frankreich, für welches er eine Haus-

ratsversicherung unterzeichnet habe. Er habe einen Vertrag für die Ab-

fallentsorgung abgeschlossen und verzeichne einen konstanten Ver-

brauch. Sodann bestehe ein Vertrag mit dem dortigen Elektrizitätswerk und 

an der dort befindlichen Adresse bestünde eine Telefonleitung und es be-

stehe ein konstanter Wasserverbrauch. Sodann halte er mehrere französi-

sche Bankkonten. Die Tochter des Beschwerdeführers 1 sei in (Ort) gebo-

ren und in Frankreich eingeschult worden. 

Dem Ersuchen sind somit genügend Kriterien zu entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer 1 im ersuchenden Staat einen steuerlichen Wohnsitz ha-

ben könnte. Nach der Rechtsprechung genügt dies (E. 2.3.1). 

3.2.3 Aufgrund des im Völkerrecht geltenden Vertrauensprinzips kann der 

Beschwerdeführer 1 diese Hinweise nur widerlegen, indem er sofort be-

legt, dass die Sachverhaltsdarstellung der DGFP offensichtlich fehler-, lü-

ckenhaft oder widersprüchlich ist (E. 2.2 und E. 2.3.2). Hierzu bringt er in 

seiner Beschwerde und in seinen Stellungnahmen (vgl. Sachverhalt Bst. E) 

Folgendes vor: 

3.2.3.1 Was die Einschulung seiner Tochter in Frankreich betrifft, entgeg-

net der Beschwerdeführer 1, dass es sich lediglich um einen temporären 

schulischen Aufenthalt handle. In den beiden Eingaben der französischen 

Rechtsvertreter vom (…) und (…) wird ausgeführt, dass der Beschwerde-

führer 1 nicht bestreite, dass seine Tochter in den Jahren 2014 und 2015 

die Krippe und die Schule in Frankreich – zwar sehr unregelmässig – be-

A-4144/2018 

Seite 19 

sucht habe. Seine Tochter sei aber erst im August 2016 schulpflichtig ge-

worden und sei seit diesem Datum nur noch in der Schweiz eingeschult 

gewesen. Zwischen März 2013 und Juli 2016 habe seine Tochter zweimal 

wöchentlich eine Krippe in der Schweiz besucht (Beschwerdebeilagen 6 

und 7, S. 11 bzw. S. 7 f.). 

Mit seiner nicht belegten Parteibehauptung in der Beschwerde und seinen 

Stellungnahmen sowie den weitergeleiteten Eingaben vom (…) sowie vom 

(…) der französischen Rechtsvertreter gelingt es dem Beschwerdeführer 1 

nicht, den Hinweis der DGFP zu widerlegen bzw. sofort zu belegen, dass 

die Sachverhaltsdarstellung der DGFP offensichtlich fehler-, lückenhaft o-

der widersprüchlich ist. Vielmehr bestätigt er gerade den – seiner Ansicht 

nach unregelmässigen – Schulbesuch seiner Tochter in Frankreich und 

zeigt auf, dass er und seine Familie sich dort wiederholt aufgehalten haben. 

3.2.3.2 Weiter führt der Beschwerdeführer 1 Folgendes aus: Sein Lebens-

mittelpunkt bzw. derjenige seiner Familie (Familie, Verwandtschaft, Haus-

halt, Unterhalt, Versicherungen, Fahrzeuge) befände sich am Schweizer 

Wohnsitz. Der Umstand, dass er und seine Familie ein Ferienhaus in 

Frankreich zur Miete während der Ferien bewohnten und insofern auch 

Strom/Wasser bei ihrer Anwesenheit gebrauchen würden, begründe kei-

nen französischen Wohnsitz. Dies gelte auch für ein lokales Bankkonto, 

welches für die Kosten des Miethauses verwendet werde. Zu all diesen 

Fragen habe er gegenüber den französischen Steuerbehörden im Rahmen 

des internen französischen Veranlagungsverfahrens – welches noch nicht 

abgeschlossen sei – bereits detailliert Stellung genommen und aufgezeigt, 

dass der steuerliche Wohnsitz (für die Jahre 2014 und 2015) in der Schweiz 

sei. 

Wie bereits dargetan (E. 2.3.2), genügt es bei der Frage der Ansässigkeit 

bzw. der Steuerpflicht nicht, wenn eine betroffene Person nachzuweisen 

versucht, dass sie in einem anderen Staat ansässig ist, damit von einer 

unrichtigen Sachverhaltsdarstellung ausgegangen werden kann. Die bei-

den Eingaben der französischen Rechtsvertreter vom (…) und (…) (Be-

schwerdebeilagen 6 und 7) vermögen – als blosse Parteibehauptungen – 

nicht sofort zu belegen, dass der durch die DGFP dargestellte Sachverhalt 

offensichtlich fehler-, lückenhaft oder widersprüchlich ist. Zudem beziehen 

sie sich lediglich auf die Jahre 2014 und 2015. Vielmehr bestätigt der Be-

schwerdeführer 1 gerade, während des relevanten Zeitraums eine Woh-

nung in Frankreich (zur Miete) bewohnt, sich wiederholt dort aufgehalten, 

eine Hausratsversicherung abgeschlossen, in Frankreich ein Bankkonto 

A-4144/2018 

Seite 20 

und Autos besessen sowie Wasser/Strom/Internet und Elektrizität bezogen 

zu haben. Insgesamt gelingt es dem Beschwerdeführer 1 nicht, die vorlie-

gend relevanten Anknüpfungspunkte, die eine Steuerpflicht in Frankreich 

begründen können, sofort zu widerlegen. 

3.2.4 Folglich gelingt es dem Beschwerdeführer 1 nicht, die Darstellung 

des Sachverhalts im Ersuchen wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder 

Widersprüche sofort zu entkräften oder nur schon ernsthafte Zweifel an der 

rechtserheblichen Sachverhaltsdarstellung der DGFP insgesamt zu we-

cken. 

3.3 Vorliegend schadet auch nicht, dass die DGFP nicht nur Informationen 

zu drei mit Kontonummer genau benannten Bankkonten, sondern auch zu 

anderen Konten, welche der Beschwerdeführer 1 bei der Bank C._______ 

hält, erhalten möchte. Wie aufgezeigt stellt dies alleine gemäss der Recht-

sprechung keine «fishing expedition» dar (E. 2.1.5). 

3.4 Damit ist schliesslich auf die voraussichtliche Erheblichkeit der zur 

Übermittlung vorgesehenen Informationen und Unterlagen einzugehen. 

Diesbezüglich ist vorwegzunehmen, dass es grundsätzlich Sache des er-

suchenden Staates ist zu bestimmen, welche Informationen für die Besteu-

erung voraussichtlich erheblich sind. 

3.4.1 Wie bereits ausgeführt, ist die abschliessende Eruierung des steuer-

rechtlichen Wohnsitzes des Beschwerdeführers 1 (hierzu bereits: E. 3.2.2) 

nicht Gegenstand des Amtshilfeersuchens. Wenn die Beschwerdeführen-

den ausführen, die Stellung als Aktionär respektive Geschäftsführer einer 

schweizerischen Gesellschaft oder allfällige Bezüge als Lohnempfänger  

oder Darlehensnehmer sowie Vermögenswerte bei einer Schweizer Bank 

würden «keinen Bezug zur Wohnsitzbegründung in Frankreich aufwei-

sen», so geht dies folglich an der Sache vorbei. 

3.4.2 Zweck der vorliegenden Ersuchen ist vielmehr die Ermittlung der glo-

balen einkommens- und vermögenssteuerlichen Bemessungsgrundlage. 

Was die von der Bank C._______ erhaltenen Auskünfte anbelangt, so ent-

halten Bankauszüge über das durch den Beschwerdeführer 1 gehaltene 

Konto jedenfalls Informationen, die für dessen Besteuerung erheblich sind 

(vgl. Urteile des BVGer A-3275/2018, A-3276/2018 vom 28. November 

2018 E. 3.4 sowie A-7622/2016 vom 23. Mai 2017 E. 3.4.1). Das Gleiche 

gilt auch für ein von der Beschwerdeführerin 2 gehaltenes Konto, für wel-

ches der Beschwerdeführer 1 zeichnungsberechtigt war (vgl. E. 2.4.2, 

A-4144/2018 

Seite 21 

2. Absatz). Sodann besitzt der Beschwerdeführer 1 eine Vollmacht für das 

Konto seiner (verwandt mit A._______), auch diesbezüglich ist von einer 

voraussichtlichen Erheblichkeit auszugehen (vgl. dazu auch das Verfahren 

A-4143/2018). In der Beschwerde fehlt eine weitere Begründung, weswe-

gen es diesen Daten an der voraussichtlichen Erheblichkeit mangle. Da-

rauf ist somit nicht näher einzugehen. 

Auch Lohnausweise sowie die weiteren betreffend die Beschwerdeführe-

rin 2 verlangten Informationen, bei welchen es um ein allfälliges Einkom-

men des Beschwerdeführers 1 geht, enthalten Informationen, die für die 

Besteuerung des Beschwerdeführers 1 erheblich sind. 

Die Lohnausweise, Kontoinformationen und weiteren betreffend die Be-

schwerdeführerin 2 verlangten Informationen sind demnach der DGFP zu 

übermitteln. 

3.5  

Im vorliegenden Verfahren sind somit die Informationen an die DGFP, wie 

von der ESTV in der Schlussverfügung vom 15. Juni 2018 vorgesehen, zu 

übermitteln und die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten 

ist. 

4.  

Ausgangsgemäss haben die unterliegenden Beschwerdeführenden die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf 

Fr. 5‘000.-- festzusetzen (vgl. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in Höhe 

von Fr. 7‘500.-- ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden; der 

Restbetrag von Fr. 2‘500.-- ist den Beschwerdeführenden nach Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 

Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG 

e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

5.  

Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-

sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h BGG innerhalb von 10 Tagen nur dann 

mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-

gericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätz-

licher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

A-4144/2018 

Seite 22 

(Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet 

das Bundesgericht. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 5‘000.-- werden den Beschwerde-

führenden auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in Höhe von 

Fr. 7‘500.-- wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet; der Rest-

betrag von Fr. 2‘500.-- wird den Beschwerdeführenden nach Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sonja Bossart Meier Anna Strässle 

 

(Die Rechtsmittelbelehrung befindet sich auf der nächsten Seite.) 

A-4144/2018 

Seite 23 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung 

erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen 

und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 

die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-

mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, bei-

zulegen (Art. 42 BGG). 

 

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