# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b592b68c-e07e-518b-aeac-34aa7b54a478
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 21.10.2021 I/1-2020/211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2020-211_2021-10-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2020/211

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 27.01.2022

Entscheiddatum: 21.10.2021

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 21. Oktober 2021
Art. 183 StG (sGS 811.1), Art. 120 DBG (SR 642.11), Art. StHG (SR 642.14). Die 
Vorinstanz wies im Hinblick auf die Fusion zweier Gesellschaften in einem 
Steuerruling (Steuervorbescheid) zusätzlich darauf hin, dass die 
Gewinnsteuerwerte der absorbierten Schwestergesellschaft seit dem 
Geschäftsjahr 2010 noch nicht definitiv seien. Dass die Vorinstanz im 
entsprechenden Schreiben zwei verschiedene Sachverhalte thematisierte 
war deutlich erkennbar, weshalb kein Verstoss gegen die Verwaltungspraxis 
der Nichtvermischung von Veranlagungs- und Rulingverfahren ersichtlich ist, 
und dieses verjährungsunterbrechend wirkte 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 21. Oktober 2021, I/
1-2020/211). Gegen diesen Entscheid wurde beim Verwaltungsgericht 
Beschwerde erhoben (B 2021/253).

Gegen diesen Entscheid wurde beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben (B 

2021/253).

Präsident Urs Gmünder, Richter Markus Frei und Richterin Barbara Steinbacher, 

Gerichtsschreiber Philipp Lenz

F AG, Rekurrentin,

vertreten durch Rechtsanwalt Samuel Ramp, Fischer Ramp Partner AG, 

Hottingerstrasse 21, Postfach, 8024 Zürich,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

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Kantonssteuern aufgrund des Rechnungsabschlusses per 30. Juni 2012

Sachverhalt:

A.- Die F AG wurde am 1. November 2006 ins Handelsregister eingetragen. Sie ist 

hauptsächlich im Immobilienbereich tätig, namentlich in der Verwaltung und 

Vermittlung von Liegenschaften. Die Gesellschaft verlegte ihren Sitz am 9. 

Dezember 2010 von Y nach Z.

B.- Mit Schreiben vom 19. April 2016 informierte die F AG das Kantonale Steueramt 

über die beabsichtigte Fusion mit der O AG, B, die unter anderem Eigentümerin einer in 

W gelegenen Liegenschaft war. Die F AG teilte mit, sie gehe davon aus, dass die 

Fusion hinsichtlich der Kantonssteuern steuerneutral sei und die Gewinn- und 

Kapitalsteuerpflicht der O AG mit der Fusion ende, und bat um eine Stellungnahme. 

Das Kantonale Steueramt bestätigte diese Einschätzung am 12. Mai 2016 im Sinn 

eines Steuerrulings (Steuervorbescheid). Ergänzend hielt es hinsichtlich der 

Einbringung der Liegenschaft in W in die F AG fest, dass die Steuerveranlagungen der 

O AG seit dem Geschäftsjahr 2010 und somit auch die Gewinnsteuerwerte gemäss 

provisorischer Bilanz per 31. Dezember 2015 nicht definitiv seien. Am 20. Juni 2016 

übernahm die F AG die Aktiven und Passiven der O AG durch Absorptionsfusion, und 

zwar gemäss Bilanz vom 31. Dezember 2015. Mit Grundbuchanmeldung vom 7. Juli 

2016 ersuchte sie das Grundbuchamt W um Eintragung als neue Eigentümerin.

C.- Am 23. April 2020 veranlagte das Kantonale Steueramt die F AG (vormals O AG) 

aufgrund des Rechnungsabschlusses per 30. Juni 2012 für die Kantonssteuern mit 

einem steuerbaren Reingewinn von Fr. XXX.– und einem steuerbaren Eigenkapital von 

Fr. XXX.–. Dagegen erhob die F AG als Rechtnachfolgerin der veranlagten Gesellschaft 

am 11. Mai 2020 Einsprache und machte die Veranlagungsverjährung geltend. Das 

Kantonale Steueramt wies die Einsprache mit Entscheid vom 21. September 2020 ab.

D.- Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 23. Oktober 2020 (Datum der Postaufgabe: 

24. Oktober 2020) erhob die F AG Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen (VRK). Sie beantragte, der Einspracheentscheid des Kantonalen 

Steueramts vom 21. September 2020 und die Veranlagungsverfügung vom 23. April 

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2020 seien aufzuheben und die provisorisch bezahlten Steuern zurückzuerstatten, 

eventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Das Kantonale Steueramt beantragte mit 

Vernehmlassung vom 10. Dezember 2020 die Abweisung des Rekurses. Dazu nahm 

die F AG am 25. Januar 2021 nochmals Stellung. Am 8. Juli 2021 reichte das Kantonale 

Steueramt weitere Akten ein, die der F AG in Kopie zugestellt wurden.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum 

Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs 

vom 23. Oktober 2020 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: 

StG; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, 

sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten, soweit er sich gegen den 

Einspracheentscheid vom 21. September 2020 richtet. Nicht einzutreten ist auf den 

Rekurs jedoch, soweit damit die Aufhebung der Veranlagungsverfügung vom 23. April 

2020 beantragt wird. Diese Verfügung ist mit dem Erlass des Einspracheentscheids 

formal weggefallen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 

3. Aufl. 2016, Art. 135 N 4).

2.- Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 21. September 

2020, mit der die Steuerveranlagung 2012 bestätigt wurde. Zu prüfen ist, ob das Recht, 

die Rekurrentin für die Kantonssteuern aufgrund des Rechnungsabschlusses per 

30. Juni 2012 zu veranlagen, verjährt ist.

a) Das Recht, eine Steuer zu veranlagen, verjährt fünf Jahre nach Ablauf der 

Steuerperiode. Vorbehalten bleibt die Erhebung von Nachsteuern und Bussen (Art. 183 

Abs. 1 StG). Die Verjährung beginnt nicht oder steht still während eines Einsprache-, 

Rekurs-, Beschwerde- oder Revisionsverfahrens (Abs. 2 lit. a), solange die 

Steuerforderung sichergestellt oder gestundet ist (b), solange weder der 

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Steuerpflichtige noch der Mithaftende in der Schweiz steuerrechtlichen Wohnsitz oder 

Aufenthalt haben (c). Die Verjährung wird unterbrochen und beginnt neu mit jeder auf 

Feststellung oder Geltendmachung der Steuerforderung gerichteten Amtshandlung, die 

einem Steuerpflichtigen oder Mithaftenden zur Kenntnis gebracht wird (Abs. 3 Ziff. 1), 

jeder ausdrücklichen Anerkennung der Steuerforderung durch den Steuerpflichtigen 

oder den Mithaftenden (Ziff. 2), der Einreichung eines Erlassgesuches (Ziff. 3) oder der 

Einleitung einer Strafverfolgung wegen vollendeter Steuerhinterziehung oder wegen 

Steuervergehens (Ziff. 4). Das Recht, eine Steuer zu veranlagen, ist 15 Jahre nach 

Ablauf der Steuerperiode auf jeden Fall verjährt (Abs. 4). Inhaltlich stimmen diese 

Vorschriften weitgehend mit Art. 120 DBG überein, weshalb nachfolgend auch auf die 

entsprechende Rechtsprechung und Lehre zu den bundesrechtlichen Normen 

verwiesen werden kann.

Zu den auf Feststellung des Steueranspruchs gerichteten und die Verjährungsfrist 

unterbrechenden Amtshandlungen gehören unter anderem die Zustellung des 

Steuererklärungsformulars, die Mitteilung, dass die Veranlagung zu einem späteren 

Zeitpunkt vorgenommen wird, ein Antwortschreiben auf eine Anfrage der 

steuerpflichtigen Person und die dem Steuerpflichtigen zur Kenntnis gebrachten 

Amtshandlungen der ordentlichen Rechtsmittelinstanzen. Dabei muss der 

steuerbegründende Tatbestand bloss im Wesentlichen umrissen sein – der 

Steuerpflichtige muss wissen, worum es geht – und braucht die Steuer noch nicht 

einmal ziffernmässig festgelegt zu sein. Zur Unterbrechung des Laufs der 

Veranlagungsverjährung genügt die schriftliche Mitteilung der Steuerbehörde, worin 

diese die spätere Veranlagung der periodischen Steuer in Aussicht stellt und womit sie 

einstweilen lediglich beabsichtigt, die Verjährung zu unterbrechen (M. Beusch, in: 

Zweifel/Beusch [Hrsg.], 3. Aufl. 2017, Art. 120 DBG N 46 f.; BGE 139 I 64 E. 3.3; 

P. Locher, Kommentar DBG, Basel 2015, Art. 120 N 34). Es ist nicht notwendig, dass 

die steuerpflichtige Person die Unterbrechungshandlungen tatsächlich zur Kenntnis 

nimmt. Es genügt, dass sie ihr in geeigneter Weise zur Kenntnis gebracht werden, 

namentlich indem eindeutig mitgeteilt wird, dass ein Tatbestand der Steuer unterliegt 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 120 N 21; M. Rostetter, Die Verjährung im 

Recht der direkten Bundessteuer und der harmonisierten kantonalen Steuern, Bern 

2019, N 345). Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass für die Unterbrechung der 

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Verjährung keine besondere Form vorgesehen ist (Urteile des Bundesgerichts 

2C_188/2010 und 2C_194/2010 vom 24. Januar 2011 E. 6.3).

b) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, ihr Antwortschreiben hinsichtlich der 

Rulingfragen vom 12. Mai 2016 sei als feststellende Amtshandlung zu verstehen, mit 

der der Steueranspruch geltend gemacht worden sei. Sie habe darin ausdrücklich 

darauf hingewiesen, dass die Steuerveranlagungen seit dem Geschäftsjahr 2010 noch 

nicht definitiv erfolgt seien und um einen Steuerausscheidungsvorschlag gebeten. Es 

verstehe sich von selbst, dass diese Feststellung auch das Jahr 2012 betroffen habe. 

Im Weiteren sei die Zweiteilung des Schreibens leicht erkennbar gewesen. Der erste 

Abschnitt habe das Steuerruling betroffen und der zweite die noch offenen 

Steuerveranlagungen mit den entsprechenden Steuerausscheidungen.

Dem hält die Rekurrentin zusammengefasst entgegen, ein Steuerruling sei nur mit Blick 

auf einen sich in der Zukunft verwirklichenden Sachverhalt verbindlich. Damit grenze es 

sich klar von Auskünften im Rahmen eines Veranlagungsverfahrens ab. Sie habe das 

Schreiben vom 12. Mai 2016 in einem Verfahren erhalten, dass gemäss der St. Galler 

Verwaltungspraxis klar vom Veranlagungsverfahren abzugrenzen sei. Es verstosse 

gegen Treu und Glauben, wenn ein Begleitschreiben in einem Rulingverfahren 

entgegen der im St. Galler Steuerbuch festgehaltenen Verwaltungspraxis Wirkung auf 

ein früheres bzw. laufendes, jedenfalls nicht in der Zukunft liegendes, 

Veranlagungsverfahren haben könne. Das Begleitschreiben könne daher bereits aus 

formellen Gründen keine auf die Feststellung oder Geltendmachung einer 

Steuerforderung gerichtete Amtshandlung sein. Dies sei auch aus materiellen Gründen 

der Fall. Die Vorinstanz habe im Schreiben vom 12. Mai 2016 hauptsächlich 

festgehalten, dass die Gewinnsteuerwerte gemäss provisorischer Bilanz vom 31. 

Dezember 2015 noch nicht definitiv seien. Dass die Steuerveranlagungen der O AG 

noch nicht definitiv gewesen seien, habe lediglich als Hilfstatsache für eine in Bezug 

auf das Ruling relevante Feststellung gedient. Auch dem Hinweis auf die interkantonale 

Steuerausscheidung fehle jeglicher Zusammenhang mit einem laufenden 

Veranlagungsverfahren. Selbst bei einer weiten Auslegung sei darin kein Wille zu 

erblicken, auf die Realisierung der Steuerforderung hinzuarbeiten.

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c) Die Veranlagungsverjährungsfrist von fünf Jahren begann für die Veranlagung der 

Kantonssteuern aufgrund des Rechnungsabschlusses per 30. Juni 2012 am 1. Juli 

2012, mithin am Folgetag, nachdem das Geschäftsjahr geendet hat, zu laufen (Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 120 N 3). Die fünfjährige Verjährungsfrist wurde 

durch das Einreichen der Steuererklärung 2012 am 31. Januar 2014 (Eingang bei der 

Steuerbehörde) zum ersten Mal unterbrochen. Zudem erhielt der Rekurrentin nach 

eigenen Angaben am 10. Februar 2014 die provisorische Steuerrechnung, was die 

Verjährungsfrist erneut unterbrach (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 120 

N 20). Folglich ist aufgrund der Akten und der Angaben der Verfahrensbeteiligten 

davon auszugehen, dass die relative Verjährungsfrist bis Sonntag, 10. Februar 2019, 

dauerte (vgl. Beusch, a.a.O., Art. 120 DBG N 30). Die Veranlagungsverfügung vom 23. 

April 2020 (act. 6/II/02) wäre demnach nach Ablauf der Verjährungsfrist zugestellt 

worden. Zu prüfen ist, ob das anlässlich des von der Rekurrentin beantragten 

Steuerrulings versandte Schreiben der Vorinstanz vom 12. Mai 2016 die 

Veranlagungsverjährung gemäss Art. 183 Abs. 1 StG unterbrach.

d) aa) Das Steuerruling bezweckt die vorgängige schriftliche und verbindliche 

Zusicherung des Steueramts hinsichtlich der Besteuerung eines konkreten, in der 

Zukunft liegenden Sachverhalts. Es grenzt sich damit klar von Auskünften im Rahmen 

eines Veranlagungsverfahrens ab (St. Galler Steuerbuch [StB] 158 Nr. 1, Ziffn. 1.1 und 

1.2, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch und dort unter dem Suchbegriff 

"Steuerbuch"; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 131 N 51).

bb) Mit Schreiben vom 19. April 2016 informierte die Rekurrentin verschiedene 

eidgenössische und kantonale Steuerbehörden sowie Grundbuchämter, namentlich 

auch die Vorinstanz und das Grundbuchamt W, über die geplante Fusion mit der 

Schwestergesellschaft O AG. Im Wesentlichen ging es dabei um die Steuerneutralität 

dieses Zusammenschlusses. Die Empfänger des Schreibens wurden gebeten, den sie 

betreffenden Sachverhalt aus steuerrechtlicher Sicht zu prüfen und ihr Einverständnis 

mit der Beurteilung auf dem Briefdoppel unterschriftlich zu bestätigen (act. 6/III/07). Die 

Vorinstanz tat dies am 12. Mai 2016, wobei sie auf der letzten Seite des Schreibens der 

Rekurrentin nebst der Unterschrift folgenden handschriftlichen Vermerk anbrachte: 

"Einverstanden. Der beiliegende Begleitbrief bildet integralen Bestandteil des Rulings." 

Darin bestätigte die Vorinstanz, dass sie aus Sicht der direkten Steuern im Kanton St. 

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Gallen mit den Schlussfolgerungen der Rekurrentin einverstanden sei. Der Form halber 

erlaube sie sich, noch auf folgende Punkte hinzuweisen:

- Bezüglich Einbringung der Liegenschaft W in die F AG mit anschliessender 

interkantonaler Steuerausscheidung halte sie fest, dass die Steuerveranlagungen der O 

AG seit dem Geschäftsjahr 2010 und somit die Gewinnsteuerwerte gemäss der 

provisorischen Bilanz per 31.12.2015 noch nicht definitiv seien.

- Das Ruling beziehe sich nur auf die Steuerfolgen im Zusammenhang mit der 

wirtschaftlichen Steuerpflicht im Kanton St. Gallen (Ziff. 3.1.3.1.). Allfällige weitere 

Steuerfolgen würden durch das vorliegende Einverständnis nicht gerult. Dieser 

Tatbestand falle in die Kompetenz der Sitzkantone bzw. der zuständigen Steuerämter.

- Im Zusammenhang mit der interkantonalen Steuerausscheidung warte sie gerne auf 

den Vorschlag der Rekurrentin.

cc) Die Vorinstanz gab ihr Einverständnis mit der steuerrechtlichen Würdigung des 

Sachverhalts mittels Unterschrift auf einer Kopie der letzten Seite des Schreibens der 

Rekurrentin vom 19. April 2016. Dadurch wurde das Steuerruling genehmigt, weshalb 

es grundsätzlich gereicht hätte, die unterzeichnete Seite zurückzusenden. Die 

Vorinstanz bestätigte das Steuerruling jedoch zusätzlich im Begleitschreiben vom 12. 

Mai 2016, wobei sie präzisierte, das Ruling beziehe sich nur auf die Steuerfolgen im 

Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Steuerpflicht im Kanton St. Gallen (zweites 

Lemma). Im ersten Lemma wies sie zudem darauf hin, dass die O AG seit dem 

Geschäftsjahr 2010 noch nicht definitiv veranlagt worden sei und die 

Gewinnsteuerwerte der provisorischen Bilanz per 31. Dezember 2015 nicht definitiv 

seien. Diese Information erfolgte hinsichtlich der "Einbringung der Liegenschaft W" und 

sollte die übernehmende Rekurrentin offensichtlich über den Stand der 

Steuerveranlagungen der übernommenen Gesellschaft in Kenntnis setzen. Dass im 

Schreiben vom 12. Mai 2016 zwei unterschiedliche Sachverhalte thematisiert wurden – 

einerseits das die künftige Veranlagung betreffende Steuerruling und andererseits die 

noch offenen Steuerveranlagungen früherer Jahre –, ist deutlich erkennbar. Namentlich 

bezogen sich die Hinweise zum Steuerruling auf künftige Steuerperioden (zweites 

Lemma) und diejenigen auf die noch offenen Veranlagungen auf frühere Steuerperioden 

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(erstes Lemma). Ein unzulässiger Verstoss gegen die Verwaltungspraxis durch 

Vermischung von Veranlagungs- und Rulingverfahren ist daher nicht ersichtlich, und es 

besteht kein Anlass, dem Schreiben der Vorinstanz vom 12. Mai 2016 bereits aus 

formellen Gründen jegliche verjährungsunterbrechende Wirkung abzusprechen.

dd) Die Vorinstanz bezog sich im Schreiben vom 12. Mai 2016 nicht explizit auf die 

offene Veranlagung des Steuerjahres 2012. Sie hielt jedoch fest, dass die O AG "seit" 

dem Geschäftsjahr 2010 nicht definitiv veranlagt und die provisorische Bilanz per 31. 

Dezember 2015 daher ebenfalls noch "nicht definitiv" sei. Inwiefern es sich bei dieser 

Feststellung lediglich um eine Hilfstatsache hinsichtlich des Steuerrulings gehandelt 

haben soll, wie die Rekurrentin vorbrachte, ist nicht ersichtlich. Vielmehr erscheint 

plausibel, dass die Vorinstanz die Rekurrentin als Rechtsnachfolgerin auf die noch 

offenen Steuerveranlagungen – namentlich auch auf diejenige des Jahres 2012 – 

aufmerksam machen wollte. Mit der Formulierung "seit dem Geschäftsjahr (…) noch 

nicht definitiv" brachte sie ausreichend deutlich zum Ausdruck, dass sie auf die 

Veranlagung nicht verzichten wollte und die Realisierung der Steuerforderungen 

anstrebte. Andernfalls hätte sie dies im Schreiben gar nicht erwähnen müssen. Dass 

nicht ausdrücklich auf die spätere Veranlagung hingewiesen und mitgeteilt wurde, das 

Schreiben gellte (auch) als Verjährungsunterbrechung – wie dies in dem von der 

Rekurrentin zitierten Bundesgerichtsurteil geschildert wurde – schadet nicht. Das 

höchste Gericht erwog in diesem Urteil, aus Gründen der Rechtssicherheit und der 

Transparenz erscheine es gerechtfertigt, den Begriff der Einforderungshandlung so weit 

zu fassen, dass er auch Mitteilungen einschliessen könne, die zwar das 

Veranlagungsverfahren nicht konkret weiterführten, aber dem Bürger den Willen der 

Behörden kundtue, weiterhin auf die Realisierung der Steuerforderung hinzuarbeiten 

(BGE 126 II  1 E. 2f). Es unterschied zudem zwischen einer Steuerbehörde, die eine 

Veranlagung schlicht versäumte und derjenigen, die aufgrund äusserer Umstände 

ausserstande war, das Verfahren weiterzuführen (E. 2f), und reduzierte damit den 

Schutz der Veranlagungsverjährung auf Umstände, in denen die Steuerverwaltung die 

Veranlagung schlichtweg vergass (Rostetter, a.a.O., N 362). Letzteres ist der Vorinstanz 

nicht vorzuwerfen. Sie koordinierte ihr Vorgehen hinsichtlich der Steuerausscheidung 

mit den Steuerbehörden der Kantone Y und Z (act. 6/III/05), was die Weiterführung des 

Verfahrens zwar nicht geradezu verunmöglichte, zweifellos aber erschwerte. So stellte 

das Steueramt des Kantons Y den Einschätzungsentscheid für die Staats- und 

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Gemeindesteuern 2012 erst am 2. März 2020 zu, wobei es sich auf die 

Steuerausscheidung des Kantons Z vom 10. Januar 2018 stützte (act. 6/III/02 und 03). 

Am 23. April 2020 erliess die Vorinstanz die definitive Veranlagungsverfügung für die 

Steuerperiode vom 1. Juli 2011 bis 30. Juni 2012.

e) Somit ergibt sich, dass die Verjährung hinsichtlich der Steuerveranlagung 2012 

durch das Schreiben der Vorinstanz vom 12. Mai 2016 unterbrochen und die 

Verjährungsfrist bis 12. Mai 2021 verlängert wurde. Die definitive 

Veranlagungsverfügung vom 23. April 2020 wurde der Rekurrentin folglich vor Eintritt 

der Veranlagungsverjährung zugestellt.

4.- Die O AG wurde aufgrund des Rechnungsabschlusses per 30. Juni 2012 für die 

Kantonssteuern mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. XXX.– und einem 

steuerbaren Eigenkapital von Fr. XXX.– veranlagt. Diese Werte entsprechen der von der 

Veranlagungsbehörde des Kantons Z für die Kantone Z, Y, St. Gallen, W und Q 

vorgenommenen Steuerausscheidung, die von einem steuerbaren Reingewinn von 

Fr. XXX.– und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. XXX.– ausging. Dies entspricht 

den im Jahresabschluss der O AG per 31. Dezember 2012 ausgewiesenen Zahlen 

(act. 6/III/03 und 04). Im Rekurs wurden deshalb zu Recht keine Einwände gegen die 

Steuerfaktoren vorgebracht. Der Rekurs gegen den Einspracheentscheid der 

Vorinstanz vom 21. September 2020 erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

5.- Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens der 

Rekurrentin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.– 

erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1'000.– ist damit zu verrechnen.

Ausseramtliche Kosten sind zufolge Unterliegens im Rekursverfahren nicht zu 

entschädigen (Art. 98  VRP).

Entscheid:

1.

Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

bis

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2.

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'000.– (Entscheidgebühr) 

zu bezahlen, unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

 

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