# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aeee07cb-ca73-5f0e-a3f3-fc16a855e75c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.05.2015 200 2015 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-8_2015-05-29.pdf

## Full Text

200 15 8 IV
ACT/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Mai 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 20. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2015, IV/15/8, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1951 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Oktober und im November 2009 wegen Multipler Sklerose 
(MS) bzw. einer Hörbehinderung bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 1, 9). Die 
IVB tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen, gewährte Beratung 
und Unterstützung bei der Stellensuche (AB 21) und erteilte Kostengut-
sprache für zwei Hörgeräte (AB 48). Im Juni 2011 wurden die beruflichen 
Massnahmen abgeschlossen, da die Versicherte eine Anstellung gefunden 
hatte (AB 75). Nach einer Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) und einer Haushaltsabklärung (AB 83, 88) verneinte die IVB 
am 15. Februar 2012 (AB 103) einen Rentenanspruch (Invaliditätsgrad: 
19%). Nachdem diese Verfügung beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern angefochten worden war, hob sie die IVB wiedererwägungsweise auf 
(AB 111), worauf das Beschwerdeverfahren (IV/2012/259) abgeschrieben 
wurde (AB 113). In der Folge wurden weitere Abklärungen durchgeführt 
(AB 115 ff.). Am 25. Februar 2013 verfügte die IVB erneut die Rentenab-
lehnung (AB 130 [Invaliditätsgrad: 35%]). Auch diese Verfügung hob sie lite 
pendente auf (AB 132), worauf das entsprechende Beschwerdeverfahren 
(IV/2013/266) abgeschrieben wurde (AB 135). Daraufhin veranlasste die 
IVB insbesondere eine neurologisch-psychiatrische Expertise vom 19. Ok-
tober 2013 (AB 142.1) und eine neue Haushaltsabklärung (Bericht vom 27. 
März 2014 [AB 149/2]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 
150 ff.) sprach sie mit zwei Verfügungen vom 20. November 2014 (AB 
160/2, 160/7) eine Viertelsrente ab dem 1. Oktober 2013 zu
(Invaliditätsgrad: 43%).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 5. Januar 2015 Beschwerde mit dem Antrag, ihr sei ab Januar 2012 
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ihr ab Januar 

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2012 eine Viertels- und ab Januar 2013 eine Dreiviertelsrente zuzuspre-
chen; je zuzüglich Verzugszins und unter Entschädigungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Februar 2015 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.3 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 20. November 
2014 (AB 160/2, 160/7). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

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1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Im Rahmen einer Prüfung des Rentenanspruchs stellt sich unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). 
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestände (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen 
analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rente 
ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheits-
zustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 
Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Auf-
gabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes er-
heblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen 
auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität 
zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs einge-
treten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199).

2.5.2 Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich 
im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne 
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; 
SR 831.201]).

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3.

3.1 Die angefochtenen Verfügungen (AB 160/2, 160/7) basieren in me-
dizinischer Hinsicht massgeblich auf der Expertise der Dres. med. 
C.________, Facharzt für Neurologie FMH, und D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 19. Oktober 2013 (AB 142.1).

3.1.1 Im neurologischen Gutachten (S. 9 ff.) wurde folgende Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: Encephalomyelitis dissemina-
ta mit primär schubförmigem Verlauf und möglichem Übergang in eine 
chronisch progrediente Verlaufsform mit im Vordergrund stehender
Fatigue, kognitiver Störung und Gangataxie. Keine Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit habe eine beidseitige hörgeräteversorgte Innenohrschwerhö-
rigkeit (S. 14). Die klinisch-neurologische Untersuchung zeige eine diskrete 
Befundlage. Die verhaltensneurologische/neuropsychologische Untersu-
chung weise bei teils reduziertem Arbeitstempo ein normales Testleis-
tungsniveau auf. Es falle eine leichte Konfabulations- und Perseverations-
tendenz auf. Die einfache Aufmerksamkeit bei Sequenzabruf sei leicht 
vermindert, dasselbe gelte auch für die Konzentrationsleistung über einen 
längeren Zeitraum, wobei die Explorandin über eine ausgeprägte Müdigkeit 
klage. Die Untersuchungen hätten keine Hinweise auf eine Verdeutli-
chungstendenz oder Aggravation ergeben. Die Angabe einer schweren 
Fatigue als Folge der MS sei als sehr wahrscheinlich anzusehen; entspre-
chend finde sich auch im FSMC (Fatigue Skala für Motorik und Kognition) 
einen auf eine schwere Fatigue hinweisenden Score (S. 16). In den Vorak-
ten werde an der Diagnose einer MS gezweifelt; es lasse sich heute aller-
dings mit Sicherheit sagen, dass die Explorandin unter dieser Erkrankung 
leide. Hierfür sprächen der positive Liquorbefund, die pathologisch evozier-
ten Potentiale, der mehrphasige zeitliche Verlauf und die eindeutige Be-
fundlage anhand diverser MR-Untersuchungen. Es bestehe eine Beein-
trächtigung der Arbeitsfähigkeit insbesondere als Folge der Fatigue mit 
vermehrter Ermüdbarkeit und verminderter Belastbarkeit. Ab Januar 2011 
sei von einer 30%-igen, ab Januar 2012 von einer 40%-igen und ab Januar 
2013 von einer 60%-igen Beeinträchtigung auszugehen. Diese betreffe 
sowohl die Tätigkeit im … und als … als auch die Tätigkeit im Haushalt (S. 
17).

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3.1.2 Im psychiatrischen Gutachten (S. 17 ff.) wurden folgende Diagno-
sen genannt: Rezidivierende depressive Episode leichten bis mittleren 
Grades, zurzeit leichten Grades (ICD-10 F33.0), und Verdacht auf Fatigue-
Symptomatik bei Multipler Sklerose (S. 20). Unter der medikamentösen 
Therapie habe sich die Symptomatik insoweit zurückgebildet, dass allein 
noch von einer leichten depressiven Episode auszugehen sei. Die Explo-
randin habe Schuld- und Insuffizienzgefühle, ihre Affektivität sei nicht stabil, 
sie habe immer wieder Phasen der Bedrücktheit, der Niedergeschlagenheit 
und sie habe sich sozial etwas zurückgezogen. Die depressive Symptoma-
tik behindere sie in der Ausübung ihrer alltäglichen Arbeiten nicht wesent-
lich, aber sie habe im Zusammenhang mit der Fatigue-Symtomatik einen 
negativen Einfluss auf die Copingmechanismen hinsichtlich kognitiver
Störungen und auch im Hinblick auf die psychischen Ressourcen zur Be-
wältigung der somatischen Erkrankungssymptomatik (S. 21). Die neurolo-
gische und die depressive Symptomatik würden sich gegenseitig beeinflus-
sen; je stärker Erstere sei, desto ausgeprägter sei auch Letztere. Aus der 
leichten depressiven Episode resultiere eine 20%-ige Beeinträchtigung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf oder in jeglicher 
anderer Tätigkeit. Die Explorandin brauche mehr Pausen und Erholungs-
zeit als eine gesunde Person, ihre Selbstbehauptung und Kontakt- sowie 
Gruppenfähigkeit seien aufgrund der depressiven Symptomatik nicht immer 
gleich gut vorhanden und die psychischen Ressourcen zur Krankheitsbe-
wältigung eingeschränkt (S. 22).

3.1.3 In der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Schluss, die 
in den jeweiligen Fachgebieten festgelegten Arbeitsunfähigkeiten könnten 
nicht additiv verrechnet werden. Mit einer insgesamt 60%-igen Beeinträch-
tigung werde sowohl der neurologischen als auch der psychiatrischen 
Symptomatik genügend Rechnung getragen. Der Explorandin sei es zuzu-
muten, die 40%-ige Restarbeitsfähigkeit in ihrem Beruf als … zu realisieren 
(S. 23).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdi-
gung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objek-
tiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach 
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das 
Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 
die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 
S. 113 E. 3a).

3.3 Die Expertise vom 19. Oktober 2013 (AB 142.1) erfüllt die Anforde-
rungen der Rechtsprechung (E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Sie beruht auf 
einlässlichen Untersuchungen und wurde unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden sowie in Kenntnis der Vorakten erstattet. In der Dar-
legung der medizinischen Situation ist sie widerspruchsfrei und die 
Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. auch AB 155/2). 
Es finden sich weder Hinweise für eine Unrichtigkeit des Gutachtens noch 
Anhaltspunkte, die gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung sprechen. 
Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 253). Dies ist denn auch zu Recht unbestritten. Ob die vom 
psychiatrischen Gutachter angenommene Einschränkung von 20% (S. 22) 
effektiv mitzuberücksichtigen ist, kann offen bleiben. Er hat in psychischer 
Hinsicht allein eine leichte depressive Episode festgestellt (S. 22), die in 
der Regel keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden darstellt (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Januar 2010, 9C_260/2009, E. 
2.3), selbst wenn diese im Rahmen einer rezidivierenden depressiven 
Störung (ICD-10 F33.0; vgl. AB 142.1/20) diagnostiziert worden ist (Ent-
scheid des BGer vom 13. April 2012, 8C_213/2012, E. 3.2). Gemäss über-
zeugender Auffassung der Experten sind die Einschränkungen neurologi-

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scher und psychiatrischer Natur nicht zu addieren (S. 23), so dass es mit 
den vom Neurologen festgestellten Beeinträchtigungen (30% ab Januar 
2011; 40% ab Januar 2012; 60% ab Januar 2013 [S. 17]) sein Bewenden 
hat. Auf die interdisziplinär attestierte Beeinträchtigung von generell 60% 
(S. 23) ist dagegen nicht abzustellen, da sie – im Gegensatz zur neurologi-
schen Beurteilung – in zeitlicher Hinsicht undifferenziert ist. 

3.4 Entgegen der in der Beschwerde (S. 4 ff.) vertretenen Auffassung 
ist diese Arbeitsfähigkeit auf dem hier massgebenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (vgl. E. 2.1 hiervor) verwertbar. Für die Frage der Verwertbarkeit 
ist nicht allein das Alter entscheidend, wobei massgeblicher Stichtag nicht 
das Verfügungsdatum, sondern der Zeitpunkt bildet, ab dem die medizini-
sche Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststeht (BGE 138 V 457 
E. 3.3 f. S. 462). Zu berücksichtigen sind vielmehr auch Art und Beschaf-
fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Um-
stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch 
Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbil-
dung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus 
dem angestammten Bereich (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460). Klarheit über 
die Arbeitsfähigkeit bestand im Oktober 2013 (AB 142.1); damals war die 
Beschwerdeführerin 62 Jahre und 1 Monat alt (AB 10). Ein Berufswechsel 
steht nicht zur Diskussion; sie kann in einem Teilzeitpensum im ange-
stammten Berufsfeld arbeiten, ohne dass eine – über die an jedem neuen 
Arbeitsplatz hinausgehende – Einarbeitung erforderlich ist. Die Einschrän-
kungen sind im Rahmen des reduzierten Pensums berücksichtigt. Die in 
der Beschwerde (S. 6) erwähnten Schübe kamen seit 2008 nicht mehr vor 
(AB 142.1/9), weshalb der neurologische Gutachter denn auch eine MS mit 
primär schubförmigem Verlauf und möglichem Übergang in eine chronisch 
progrediente Verlaufsform diagnostiziert hat (AB 142.1/14). Bei diesen Ge-
gebenheiten kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie 
geltend macht, es sei „trotz der vorhandenen Restarbeitsfähigkeit eine 
vollständige Erwerbsunfähigkeit anzunehmen“ (Beschwerde, S. 6). Viel-
mehr ist ihr die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit trotz Alters zumutbar, 
weshalb auf dieser Basis eine Invaliditätsbemessung durchzuführen ist.

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4.

Weiter ist der Status der Beschwerdeführerin resp. der Umfang, in welchem 
sie als Gesunde erwerbstätig wäre, zu prüfen (vgl. E. 2.2 hiervor). Während 
die Beschwerdegegnerin sie zu 80% erwerbstätig und zu 20% als Hausfrau 
einstuft (AB 160/4, 160/9), macht die Beschwerdeführerin geltend, sie wäre 
im Gesundheitsfall voll erwerbstätig (Beschwerde, S. 6 f.).

4.1 Im Haushaltabklärungsbericht vom 27. März 2014 (AB 149/2) wurde 
zur Begründung für den angenommenen Status auf den Abklärungsbericht 
vom 3. September 2012 (AB 120/2) verwiesen resp. der entsprechende 
Wortlaut wiedergegeben. Bereits jener Abklärungsbericht enthielt hinsicht-
lich der Statusfrage den gleichen Text wie der ursprüngliche Abklärungsbe-
richt vom 16. November 2011 (AB 88/2). Anlässlich der damaligen Erhe-
bung vom 12. Mai 2011 hatte die Beschwerdeführerin zunächst angege-
ben, dass sie bei guter Gesundheit 100% erwerbstätig wäre. Angesprochen 
auf den IK-Auszug, woraus hervorging, dass nie Einkommen von 100% 
abgerechnet worden waren, hatte die Beschwerdeführerin erklärt, dass sie 
mindestens zu 80% erwerbstätig wäre. Es wurde darauf hingewiesen, dass 
sie sich stetig weiter gebildet hatte und neben diversen Anstellungen auch 
politisch und gemeinnützig tätig gewesen war. Für die Verwaltung war eine 
80%-ige Erwerbstätigkeit im … nachvollziehbar (AB 88/5).

4.2 Wenn die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als hypothe-
tisch zu 80% erwerbstätig einstuft mit dem Hauptargument, gemäss IK-
Auszug (AB 115) sei nie ein 100%-Einkommen abgerechnet worden und 
auf entsprechenden Vorhalt hin habe die Beschwerdeführerin (nachträg-
lich) denn auch angegeben, sie wäre mindestens zu 80% erwerbstätig, 
vermag dies nicht zu überzeugen. Vielmehr hat die Beschwerdeführerin 
bereits anlässlich der ersten Haushaltabklärung zunächst geltend gemacht, 
sie würde im Gesundheitsfall 100% arbeiten (AB 88/5). Dass sie den ange-
nommenen Status (80% Erwerbs- und 20% Haushaltstätigkeit) anlässlich 
der letzten Erhebung vom 25. November 2013 (explizit) bestätigt habe, wie 
der Abklärungsdienst in der Stellungnahme vom 10. September 2014 vor-
bringt (AB 156/4), geht aus dem entsprechenden Bericht nicht hervor (AB 
149/4). Weiter ist – was das Pensum vor Eintritt des Gesundheitsschadens 
anbelangt – entgegen der Ansicht der Verwaltung (AB 149/4, Ziff. 3.5) kei-

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ne hinreichend aussagekräftige Zeitspanne vorhanden. Denn nachdem die 
Beschwerdeführerin 1971 die Berufslehre abgeschlossen hatte (AB 59/1), 
bereiste sie während mehreren Monaten … (AB 142.1 [S. 11, 19]); 1975 
absolvierte sie eine Sprachschule in … (AB 31/1, 59/20) und im Juli 1976 
gebar sie ihr erstes Kind (AB 1/2). Die Jahre 1972 bis 1974 sind nicht 
genügend repräsentativ und liegen zu weit zurück, um daraus für das hypo-
thetische Arbeitspensum ab 2013 etwas abzuleiten. Ausserdem ist der ers-
te Hörsturz schon 1996 und der erste MS-Schub bereits im April 2001 auf-
getreten (AB 14/9, 15/2 f.), womit auch aus den Beschäftigungsgraden in 
der Zeit nachdem das zweite Kind (geb. 1981 [AB 1/2]) keiner umfassen-
den Betreuung mehr bedurfte, wegen allenfalls bereits subjektiv empfunde-
ner gesundheitlicher Einschränkungen nicht auf den aktuellen Status ge-
schlossen werden kann. Die Beschwerdeführerin hat bereits im Jahr 2008 
im Rahmen des Einzelcoachings des RAV angegeben, am liebsten 100% 
arbeiten zu wollen (AB 31/5). Dass sie im Gesundheitsfall eine vollzeitliche 
Erwerbstätigkeit ausüben würde, erscheint ohne weiteres plausibel. An-
haltspunkte, die dem entgegenstehen würden, sind nicht auszumachen: Zu 
Recht wird in den angefochtenen Verfügungen nicht mehr vorgebracht, der 
Aufwand für die Unterstützung der Mutter würde eine ganztägige ausser-
häusliche Arbeit verunmöglichen (vgl. demgegenüber noch AB 130/4). 
Nach dem Dargelegten ist überwiegend wahrscheinlich (BGE 138 V 218 E. 
6 S. 221), dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine 100%-ige 
Erwerbstätigkeit ausüben würde. Insoweit ist in das diesbezügliche Ermes-
sen der Verwaltung einzugreifen. Die Invaliditätsbemessung ist folglich al-
lein mittels Einkommensvergleich vorzunehmen.

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Ver-
hältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Ein-
kommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durch-
schnittswerte gemäss Tabellenlohn abzustellen (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 
30; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute 
Bundesgericht] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593).

5.2 Es ist überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin 
als Gesunde weiterhin als … tätig wäre. Mangels angestammter Tätigkeit 
ist das Valideneinkommen aufgrund statistischer Zahlen im … Sektor fest-
zulegen. Dass die Beschwerdegegnerin dabei auf das Anforderungsniveau 
3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) der LSE abgestellt hat (AB 
149/5), erweist sich mit Blick auf die abgeschlossene Lehre (AB 59) und die 
einschlägigen Berufserfahrungen (AB 31/2) als sachgerecht. Die Tätigkeit 
im … ist nach wie vor zumutbar (AB 142.1/23). Mangels Umsetzung der 
Restarbeitsfähigkeit ist deshalb auch das Invalideneinkommen auf der Ba-
sis der entsprechenden Tabellenlöhne zu bestimmen. Entgegen der Auf-
fassung in der Beschwerde (S. 8, unten) ist dabei nicht auf das Anforde-
rungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen, da den 
gesundheitlichen Einschränkungen bereits im Rahmen des reduzierten 
Pensums genügend Rechnung getragen wird (vgl. AB 142.1/23).

Damit sind Validen- und Invalideneinkommen vom gleichen Tabellenlohn 
ausgehend zu berechnen, wobei sich die genaue Ermittlung erübrigt: Der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2015, IV/15/8, Seite 13

Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück-
sichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer 
vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4). Ein Abzug vom Tabellenlohn für das 
Invalideneinkommen (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327) rechtfertigt sich 
vorliegend nicht, da den gesundheitsbedingten Einschränkungen mit der 
reduzierten Arbeitsfähigkeit genügend Rechnung getragen wurde. Invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie) müssen sodann ausser Betracht fallen, weil sie bei beiden Ver-
gleichseinkommen zu berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. 
Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Schliesslich rechtfertigt auch der zumut-
bare (reduzierte) Beschäftigungsgrad kein Abzug: Dieses Kriterium fällt 
insbesondere bei Frauen rechtsprechungsgemäss kaum je ins Gewicht, 
kann sich doch eine bloss teilzeitlich ausgeübte Beschäftigung im Vergleich 
zu einer Vollzeitbeschäftigung bei Frauen sogar eher lohnerhöhend auswir-
ken (Entscheid des BGer vom 26. August 2011, 8C_379/2011, E. 4.2.2.2). 
Somit entsprechen die in der beweiskräftigen Expertise attestierten Ar-
beitsunfähigkeitsgrade (30% ab Januar 2011; 40% ab Januar 2012; 60% 
ab Januar 2013 [AB 142.1/17]) jeweils dem Invaliditätsgrad. 

5.3 Zu prüfen bleibt der Beginn des Rentenanspruchs. Die nach Art. 28 
Abs. 1 lit. b IVG erforderliche mindestens 40%-ige Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit ist ab Januar 2012 erstellt (AB 142.1/17). In der 
Beschwerde (S. 6, Art. 2) wird verkannt, dass jene nach der genannten 
Bestimmung „während eines Jahres“ vorgelegen haben muss. Dieses sog. 
Wartejahr ist im Januar 2013 abgelaufen, womit die Beschwerdegegnerin 
den Rentenanspruch zu Recht auf den 1. Januar 2013 festgesetzt hat (AB 
160/7). Bei einem Invaliditätsgrad von zunächst 40% (E. 5.2 hiervor) ist 
auch die Zusprechung einer Viertelsrente nicht zu beanstanden (E. 2.3 
hiervor). Die Abnahme der Restarbeitsfähigkeit ab Januar 2013 resp. Er-
höhung der Einschränkung auf 60% (AB 142.1/17) stellt einen Revisions-
grund dar. Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 IVV besteht bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 60% ab April 2013 Anspruch auf eine Dreiviertels-
rente; ein eigenes Wartejahr für den höheren Rentenanspruch muss nicht 
erfüllt sein (Entscheid des BGer vom 2. Dezember 2008, 9C_718/2008, E. 
4.1.2). Schliesslich besteht auf den nachzuzahlenden Leistungen Anspruch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2015, IV/15/8, Seite 14

auf Verzugszins (Art. 26 Abs. 2 ATSG) ab Januar 2015 (BGE 133 V 9 E. 
3.6 S. 13).

5.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin von Januar bis 
März 2013 Anspruch auf eine Viertelsrente und ab April 2013 auf eine 
Dreiviertelsrente, zuzüglich Verzugszins. In diesem Sinne ist die 
Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtenen Verfügungen 
vom 20. November 2014 sind aufzuheben. Soweit ein früherer Rentenbe-
ginn sowie die Zusprechung einer ganzen Rente beantragt werden, ist die 
Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Eine Aufteilung der Verfahrenskosten 
nach Massgabe des – an den Parteianträgen gemessenen – bloss teilwei-
sen Obsiegens ist nicht vorzunehmen (vgl. E. 6.2 hiernach; Beschluss der 
erweiterten Abteilungskonferenz vom 13. Oktober 2009), womit die
Beschwerdegegnerin die Verfahrenskosten, bestimmt auf Fr. 700.--, zu 
tragen hat (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der 
Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist ihr 
nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die teilweise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdefüh-
rerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die sich nach der Bedeu-
tung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemisst 
(Art. 61 lit. g ATSG). Ist – wie hier – das Quantitative einer Leistung streitig, 
rechtfertigt ein „Überklagen“ eine Reduktion der Parteientschädigung nur, 
wenn das Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat (BGE 117 
V 401 E. 2c S. 407). Dies war vorliegend nicht der Fall, weshalb die Ent-
schädigung nicht zu reduzieren ist. Entsprechend der angemessenen Kos-
tennote von Rechtsanwalt B.________ vom 13. Februar 2015 wird die Par-
teientschädigung festgesetzt auf Fr. 2‘933.80 (bestehend aus einem Hono-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2015, IV/15/8, Seite 15

rar von Fr. 2‘625.-- [10.5 Stunden à Fr. 250.--], Auslagen von Fr. 91.50 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 217.30 [8% auf Fr. 2‘716.50]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die Verfügungen 
der IV-Stelle Bern vom 20. November 2014 aufgehoben und der Be-
schwerdeführerin wird von Januar bis März 2013 eine Viertelsrente 
und ab April 2013 eine Dreiviertelsrente nebst Verzugszins zugespro-
chen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘933.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.