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**Case Identifier:** 101e6e70-fd9a-59b7-b52d-af104e3ff85c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.06.2010 UV 2009/68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-68_2010-06-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/68

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.04.2020

Entscheiddatum: 22.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 22.06.2010
Art. 6 UVG: Leistungseinstellung zweieinhalb Jahre nach einem HWS-
Schleudertrauma (Auffahrunfall). Abklärung der natürlichen und adäquaten 
Unfallkausalität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 22. Juni 2010, UV 2009/68).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 22. Juni 2010

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

A.a   M.___ war als Maschinenbedienerin bei der A.___ tätig und dadurch bei der Suva 

unfallversichert, als sie am 3. Oktober 2005 als Beifahrerin in einem Personenwagen 

bei einem Auffahrunfall ein HWS-Distorsionstrauma erlitt. Die Erstbehandlung erfolgte 

am Unfalltag bei N.___, prakt. Arzt, (UV-act. 1, 2). Die anschliessende Behandlung 

führte Dr. med. B.___, Fachärztin für Neurologie FMH, durch. Sie bestätigte die 

Diagnose einer HWS-Distorsion (UV-act. 5). In der Folge wurden umfassende 

medizinische Behandlungen und Abklärungen vorgenommen. Die 

Invalidenversicherung lehnte Rentenleistungen im Vorbescheid vom 19. Juli 2007 mit 

Hinweis auf eine 25%ige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit ab (UV-act. 132). Nach 

Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen (UV-act. 136, 140, 143) stellte die 

Suva mit Verfügung vom 28. März 2008 sämtliche Versicherungsleistungen auf den 31. 

März 2008 ein mit der Begründung, dass aufgrund der Akten die natürliche 

Unfallkausalität der aktuell bestehenden Beschwerden nicht gegeben und die 

Adäquanz in Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung zu verneinen sei (UV-

act. 147).

A.b   Die gegen diese Verfügung von Fürsprecher Marco Büchel, LL.M, Uzwil, erhobene 

Einsprache vom 28. April 2008 (UV-act. 155) wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 12. Mai 2009 ab (UV-act. 175). Eine vorsorglich erhobene Einsprache hatte der 

Krankenversicherer der Versicherten wieder zurückgezogen (UV-act. 148f).

B.       

B.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 12. Mai 2009 erhob Fürsprecher Büchel für 

die Versicherte mit Eingabe vom 12. Juni 2009 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, 

die Verfügung vom 28. März 2008 und der Einspracheentscheid seien aufzuheben. Die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auch nach dem 31. März 2008 die 

gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Es sei ein polydisziplinäres Gutachten zu 

erstellen und es sei gestützt auf dieses Gutachten die Rentenfrage zu prüfen. Der 

Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das vorliegende 

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Verfahren zu erteilen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, 

das Ereignis vom 3. Oktober 2005 sei als mittlerer Unfall im Sinn der Rechtsprechung 

zu qualifizieren. Das biomechanische Gutachten beruhe auf ungesicherten Angaben 

und Spekulationen. Die Beschwerdegegnerin bejahe den natürlichen 

Kausalzusammenhang, nicht jedoch die Adäquanz. Bei Beschwerden, die wie hier 

länger und ohne deutliche Besserungstendenz bestehen würden, sei eine 

interdisziplinäre Abklärung und die Beurteilung durch Fachärzte angezeigt. Auch wenn 

davon ausgegangen werde, dass die von der Beschwerdegegnerin getroffenen 

Abklärungen genügen würden, so gehe doch aus keinem Bericht hervor, dass die 

Beschwerden nicht wenigstens eine wesentliche Teilursache des erlittenen Unfalls 

seien. Es seien mindestens drei der im Bereich der mittleren Unfälle verlangten 

Adäquanzkriterien erfüllt, was dazu führe, dass die Adäquanz zu bejahen sei.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 17. August 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Entscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen 

Entscheid und führte unter anderem aus, darin seien sowohl der natürliche wie auch 

der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem 

Unfall vom 3. Oktober 2005 verneint worden. Die Berichte des Kreisarztes Dr. med. 

C.___, Facharzt FMH für Chirurgie (UV-act. 143) und des Suva-Arztes Dr. med. D.___, 

Facharzt für Neurologie FMH (UV-act. 173), würden die beweismässigen 

Anforderungen erfüllen; auf sie sei abzustellen. Der von der Beschwerdeführerin 

geklagte Tinnitus stehe nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit in kausalem 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Es fehle an einem unfallbedingten organischen 

Substrat im Sinn einer strukturellen Veränderung. Selbst wenn davon ausgegangen 

würde, dass die aktuell geklagten, für eine HWS-Distorsion typischen Beschwerden in 

einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen würden, sei die 

Leistungseinstellung aufgrund der fehlenden Adäquanz gerechtfertigt. Die 

Beschwerdeführerin sei umfassend untersucht und abgeklärt worden. Von weiteren 

Abklärungen seien in unfallversicherungsrechtlicher Sicht keine neuen Erkenntnisse zu 

erwarten. Ausgehend von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten 

Ereignissen sei lediglich das Adäquanzkriterium der erheblichen Beschwerden, jedoch 

nicht in ausgeprägter Form, erfüllt.

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B.c   Mit Replik vom 29. September 2009 und Duplik vom 20. Oktober 2009 bestätigten 

die Parteien ihre Anträge und Ausführungen.

C.      Am 21. Oktober 2009 bewilligte der Versicherungsgerichtspräsident die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung der Beschwerdeführerin für das vorliegende 

Verfahren (act. G 12).

Erwägungen:

1.        

Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an 

das Unfallereignis vom 3. Oktober 2005 ausgerichtet wurden, auf den 31. März 2008 

eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts) kann ein nach einem versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur 

dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit es sicher oder doch 

zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; 

BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung des Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 

V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V 289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der 

Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal 

zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Während es Aufgabe des Arztes oder 

der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem 

Gericht, die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 

123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn 

von nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit 

bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 

Erw. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) 

fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie 

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folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma 

bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).

2.        

2.1    Im Bericht vom 5. Oktober 2005 vermerkte Dr. B.___, dass bei der 

Beschwerdeführerin im Sommer 2004 (vor dem streitigen Unfall) Abklärungen wegen 

einer "über Nacht blockierten HWS" stattgefunden hätten. Die Nackenbeschwerden 

seien seither trotz durchgeführter Manualtherapie nicht vollständig verschwunden. 

Hinsichtlich des am 3. Oktober 2005 erlittenen HWS-Distorsionstraumas hätten sich 

weder klinisch noch radiologisch Hinweise für eine Verletzung neuraler oder ossärer 

Strukturen ergeben (UV-act. 5f). Dr. med. E.___, FMH für Chirurgie, berichtete am 7. 

November 2005, die Patientin habe sich am 11. Oktober 2004 mit Schmerzen im 

Bereich der HWS, seit ca. einer Woche bestehend, gemeldet. Diese seien ohne Trauma 

aufgetreten und hätten sich an Intensität nicht geändert. Die angefertigten 

Röntgenaufnahmen hätten eine beginnende Arthrose vor allem bei C5/6 und C6/7 

gezeigt. Nach der manuellen Therapie am 11. Oktober 2004 habe die Patientin weniger 

Beschwerden gehabt. Am 14. Oktober 2004 sei die Therapie ein zweites Mal 

durchgeführt worden. Mit der zweiten Behandlung sei die damalige Therapie 

abgeschlossen worden (UV-act. 10). Im Bericht vom 12. Dezember 2005 hielt Suva-

Kreisarzt Dr. med. F.___ als Angabe der Beschwerdeführerin eine Zustandsbesserung 

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fest. Sie habe immer noch Nackenbeschwerden und Kopfschmerzen, jedoch keinen 

Trümmel mehr. Die Sinnesorgane (Augen, Gehör, Geruchssinn) seien in Ordnung. Zwei 

bis dreimal wöchentlich mache sie Physiotherapie. Von Seiten der Unfallfolgen bestehe 

wieder eine Arbeitsfähigkeit, im Sinn einer Angewöhnung halbtags 50 % ab 15. 

Dezember 2005, 75 % ab 2. Januar 2006 und 100 % ab 30. Januar 2006 (UV-act. 23). 

Im Bericht vom 23. Januar 2006 hielt Dr. B.___ unter anderem fest, die 

Schmerzsymptomatik habe sich in den letzten dreieinhalb Monaten noch verstärkt. Die 

Beschwerdeführerin klage neben Schmerzen im Nacken auch über solche im 

Handgelenk, im Ellbogen und beiden Armen sowie in der BWS mit Ausstrahlung in die 

LWS, in die Hüfte und ins linke Bein. Sie (die Ärztin) habe den Eindruck, dass die 

Beschwerdeführerin schon vor dem Unfallereignis die Doppelbelastung als Hausfrau/

Mutter und eine 100 %ige Berufstätigkeit nur knapp habe bewältigen können. Der 

Unfall und die nachfolgenden Schmerzen hätten wahrscheinlich zu einer vollständigen 

Dekompensation geführt. Sie (die Ärztin) halte einen vorübergehend noch auf 50 % 

reduzierten Einsatz für sinnvoll. Diese Teilarbeitsunfähigkeit sei auch durch 

unfallfremde Faktoren mit bedingt (UV-act. 36). Am 5. und 25. April 2006 gab die 

Beschwerdeführerin der Suva-Mitarbeiterin bekannt, sie habe Schmerzen im linken 

Ellbogen (unfallfremd) und seit einiger Zeit auch ein Pfeifen in den Ohren (UV-act. 50, 

51). Der Neurologe Dr. med. G.___ berichtete am 1. Mai 2006, die neurologische 

Untersuchung und das EEG würden einen unauffälligen Befund zeigen (UV-act. 58).

2.2    Eine Vestibulärabklärung im Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Bericht vom 

21. Juni 2006 einen subtotalen Ausfall des linken Vestibulärorgans (mit 

Schwankschwindel und Schwarzwerden vor den Augen). Ein Zusammenhang mit dem 

Unfall sei nicht erkennbar, da ein akuter Drehschwindel in der Anamnese nicht 

eruierbar sei (UV-act. 72). Im Nachgang zu einem Aufenthalt in der Klinik Valens vom 

10. Juli bis 10. August 2006 wurde in den Austrittsberichten vom 8. und 22. August 

2006 festgehalten, die Patientin habe sich mittelmässig engagiert gezeigt und habe 

ergotherapeutische Verhaltensweisen nur schwer annehmen und umsetzen können. Es 

sei eine psychosomatische Vorstellung mit der Diagnose einer angedeuteten 

leichtgradigen depressiven Symptomatik erfolgt, welche jedoch im Zusammenhang 

des anhaltenden Beschwerdebildes bei tendenziell maladaptivem 

Schmerzbewältigungsverhalten gesehen werden müsse. Die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit sei halbtags zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende 

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Tätigkeit sei ganztags mit zusätzlichen Pausen, insgesamt ca. zwei Stunden pro Tag 

aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit, zumutbar (UV-act. 81, 84). Die Arbeitgeberin löste 

das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführerin auf den 31. Oktober 2006 auf (UV-

act. 80, 95). In der Folge anerkannte die Beschwerdegegnerin bis Ende Oktober 2006 

(Ende des Arbeitsverhältnisses) eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 88). Der Suva-

Arzt Dr. med. O.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, kam im 

Bericht vom 5. Dezember 2006 zum Schluss, anlässlich der neurologischen 

Untersuchung bei Dr. B.___ am 5. Oktober 2005 habe die Beschwerdeführerin weder 

über Ohrbeschwerden noch über Tinnitus geklagt. Sie verfüge über ein 

altersentsprechend praktisch normales Gehör. Der geklagte Tinnitus stehe nicht mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit dem Unfall (UV-act. 

102). Die Beschwerdegegnerin erklärte sich dennoch bereit, die Kosten für die von Dr. 

med. H.___, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, 

verordnete Bogduk-Therapie zu übernehmen (UV-act. 113f). Im Bericht vom 4. 

Dezember 2006 hatte Dr. H.___ unter anderem festgehalten, die beim Unfall vom 3. 

Oktober 2005 wirkenden Kräfte im Bereich der HWS und des cervico-cranialen 

Übergangs hätten genügend Relevanz gehabt, eine HWS-Distorsion bzw. 

multisegmentale Läsionen der cervicalen Facettengelenke zu verursachen. Die 

Kollegen der ORL-Klinik des Kantonsspitals St. Gallen seien apparativ nicht der Lage, 

eine komplette neuro-otologische und aequilibriometrische Untersuchung mit 

notwendigen modifizierten Testverfahren durchzuführen. Deren Beurteilung, dass der 

Vestibulärausfall möglicherweise die Folge des Sturzes vor 27 Jahren sei, könne er 

nicht nachvollziehen (vgl. UV-act. 105). Im Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 

5. Januar 2007 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin fest, letztere habe auf 

eigene Initiative per 4. Dezember 2006 eine Praktikumsstelle beim I.___ gefunden. Dort 

sei sie unter grösster Anstrengung zu 75 % tätig (UV-act. 106). Am 15. Februar 2007 

berichtete Dr. med. J.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, es lasse 

sich keine eigenständige depressive Krankheit feststellen. Es handle sich um eine 

depressive Reaktion auf den Unfall bzw. die dauernden Schmerzen als Unfallfolge. Eine 

maladaptive Schmerzbewältigung lasse sich nicht bestätigen (UV-act. 116). Im Bericht 

vom 2. Mai 2007 hielt Dr. H.___ fest, in Bezug auf die (durch die Behandlung erreichte) 

praktische Schwindelfreiheit der Patientin sei die Durchführung eines visuo-

vestibulären Trainings nicht mehr notwendig (UV-act. 121). Hierauf liess die 

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Beschwerdeführerin mitteilen, durch die Bogduk-Therapie habe es nur eine 

vorübergehende Besserung gegeben (UV-act. 123).

2.3    Dr. med. K.___, Leitender Arzt Anästhesie, Spital Wattwil, hielt im Bericht vom 18. 

August 2007 als neue Diagnose einen Verdacht auf ein komplexes regionales 

Schmerzsyndrom (CRPS) Typ I des linken Armes fest. Als Auslöser des CRPS müsse 

die HWS-Problematik angesehen werden; andere Läsionen seien anamnestisch nicht 

zu erheben (UV-act. 135). Frau Dr. J.___ bestätigte am 25. August 2007 die Diagnose 

einer depressiven Anpassungsstörung im Zusammenhang mit anhaltenden starken 

Schmerzen und Schwindel nach Schleudertrauma (UV-act. 136). Eine neurologische 

Abklärung im Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Berichten vom 21. Dezember 

2007 und 30. Januar 2008 einen elektrophysiologischen Normalbefund ohne Hinweise 

für das Vorliegen einer Neuropathie im Bereich der oberen Extremitäten und 

untersuchten Nerven. Die Beschwerden (aufgrund welcher ein CRPS diagnostiziert 

wurde) seien nach dem Unfall vom 3. Oktober 2005 mit einer Latenz von sieben 

Wochen aufgetreten. Daher würden die aktuell gültigen Diagnosekriterien für ein 

Beschleunigungstrauma der HWS (beschwerdefreies Intervall von maximal 48 Stunden) 

nicht erfüllt. Die morgendliche Betonung der Beschwerden mit Gelenksschmerzen 

sowie Gelenkschwellungen lasse ohne peripher nachweisbares neurologisches Defizit 

an eine rheumatologische Grunderkrankung denken. Es werde eine weiterführende 

rheumatologische Abklärung empfohlen. Bezüglich des teils unsystematischen und 

teils drehenden Schwindels habe man keine Hinweise auf ein periphere vestibuläre 

Störung, eine Durchblutungsstörung und auch keine anderen Störungsbilder gefunden. 

Ein Zusammenhang der Schwindelsymptomatik mit der Bewegungseinschränkung und 

der muskulären Dysbalance im Bereich der HWS sei denkbar. Es werde eine 

regelmässige Physiotherapie auf neurophysiologischer Basis empfohlen. Zur 

Behandlung der rezidivierenden Kopfschmerzen, welche am ehesten im Sinn eines 

Spannungskopfschmerzes zu interpretieren seien, seien unter anderem ein 

Nikotinstopp und physikalische Massnahmen zu empfehlen. Differentialdiagnostisch 

sei bei prolongiertem Heilungsverlauf, depressiver Episode und Angststörung auch an 

eine somatoforme Störung zu denken (UV-act. 140). Suva-Kreisarzt Dr. C.___ erachtete 

die Diagnose eines CRPS Typ 1 als nicht nachgewiesen. Es würden diesbezüglich die 

entscheidenden Kriterien im klinischen Bild fehlen. Lediglich bezüglich 

Vestibularissituation sei eine strukturelle Läsion nachweisbar; alle übrigen Abklärungen 

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hätten keine organisch nachweisbare strukturelle Läsion gezeigt. Bezüglich der 

Vestibulärsituation bestehe jedoch kein Zusammenhang zum Unfallereignis des Jahres 

2005. Es liege kein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesener natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem sich heute 

präsentierenden klinischen Bild und den geäusserten Schmerzen vor, würden doch die 

Nachweise organischer posttraumatischer Veränderungen bzw. neurologisch 

identifizierte andere Ausfallerscheinungen fehlen. Der Status quo sine sei damit 

erreicht. Aus diesem Grund stelle sich die Frage nach dem Erreichen des Endzustands 

in diesem Zusammenhang nicht. Es bestünden nach wie vor unfallfremde Probleme, 

welche behandlungsbedürftig seien (Bericht vom 28. Februar 2008; UV-act. 143).

2.4    Suva-Arzt Dr. D.___ legte in der Beurteilung vom 4. Mai 2009 unter anderem dar, 

die Beschwerdeführerin habe infolge des Unfalls vom 3. Februar (richtig: Oktober) 2005 

eine leichte HWS-Distorsion WAD Grad 2 mit muskuloskelettalen Zeichen ohne 

neurologisches Defizit und ohne strukturelle Läsion erlitten. Mit zeitlicher Latenz zum 

Unfallzeitpunkt habe sie Beschwerden beklagt, welche aus neurologischer Sicht 

aufgrund der Latenz nicht kausal auf diesen zurückgeführt werden könnten. Die ORL-

Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen hätten keine Unfallfolgen feststellen können; dies 

sei von ORL-Arzt Dr. O.___ bestätigt worden. Dr. H.___ habe dagegen festgehalten, 

dass die Beschwerdeführerin multisegmentale Läsionen der zervikalen 

Facettengelenke durch den Unfall erlitten habe. Einen objektiven Nachweis hierfür habe 

er aus neurologischer Sicht nicht erbringen können. Die von ihm empfohlene Therapie 

nach Bogduk (zur Behandlung der Schwindelbeschwerden) sei durchgeführt worden. 

Ein langfristiger Erfolg habe sich jedoch nicht eingestellt. Gemäss Bericht von Dr. J.___ 

vom 25. August 2007 habe die Beschwerdeführerin wieder über Schwindel und 

Schmerzen im linken Arm geklagt. Dieser Verlauf spreche gegen die Hypothese von Dr. 

H.___. Anlässlich der Untersuchung in der Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen am 

20. Dezember 2007 habe kein neurologisches Defizit festgestellt werden können. Eine 

Magnetresonanztomographie der HWS vom 11. Januar 2008 habe leichte degenerative 

Veränderungen mit einer leichten Vorwölbung der Bandscheibe C5/C6 bei sonst 

unauffälligem Befund gezeigt. Vergleiche man diese Bilder mit der Voruntersuchung 

vom 22. November 2005, zeige sich keine über die Erwartung hinausgehende Zunahme 

degenerativer Veränderungen. Eine richtunggebende Verschlimmerung könne 

demzufolge nicht festgestellt werden. Die heute bestehenden Beschwerden seien nicht 

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mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. 

Oktober 2005 zurückzuführen. Aufgrund der Unfallfolgen seien keine weiteren 

Abklärungen oder Therapien erforderlich (UV-act. 173). Am 8. Juni 2009 bescheinigte 

Dr. J.___, dass die Beschwerdeführerin vom 21. August 2006 bis 12. Dezember 2008 

bei ihr in Behandlung gestanden sei (act. G 1.2/2). Dr. E.___ berichtete am 6. Juni 2009 

über die von ihm vorgenommenen Behandlungsmassnahmen (act. G 1.2/4).

3.        

3.1    Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, 

nicht aber somatisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Bei letzteren handelt es sich um 

Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den 

Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer 

Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat 

namhaft gemacht. Folglich kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 

erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/

bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 

Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). So sind beispielsweise ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), 

myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als 

organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen 

und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie 

Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, 

sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Im vorliegenden Fall 

ergaben die medizinischen Abklärungen keine durch den Unfall bedingten organisch-

strukturellen Befunde (vgl. UV-act. 5f, 21).

3.2    Zu den von Dr. H.___ festgestellten Befunden ist festzuhalten, dass es sich nach 

der Rechtsprechung bei der Posturographie um eine in Fachkreisen zwar nicht 

unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit 

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längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode handelt, deren Wissenschaftlichkeit 

nach dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu 

gewinnenden Erkenntnisse sind indessen beschränkt. Die Posturographie liefert zwar 

zusätzliche Informationen, und es lassen sich damit sonst nicht fassbare 

Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur 

Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt 

sich daraus nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung 

vestibulärer Störungen. Daraus folgt, dass sich aus der Beurteilung des medizinischen 

Sachverhalts durch Dr. H.___ direkt verwertbare Aussagen zur Unfallkausalität nicht 

ableiten lassen (vgl. Urteil des EVG vom 29. März 2006 i/S J. [U 254/04] Erw. 2.3.2), 

zumal auch diese erst über ein Jahr nach dem Unfall erfolgte und Dr. H.___ den bei der 

Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bestehenden Unfallvorzustand an der HWS 

(vgl. UV-act. 5f, 10) nicht in seine Würdigung einbezog (UV-act. 105). Wenn aufgrund 

der Vestibulärabklärung im Kantonsspital St. Gallen ein Zusammenhang der 

Schwindelbeschwerden mit dem in Frage stehenden Unfall als nicht erkennbar erachtet 

wurde (UV-act. 72) bzw. die Schwindelursache in einer späteren neurologischen 

Untersuchung als unklar bezeichnet wurde (UV-act. 140), so ist jedenfalls ein 

überwiegend wahrscheinlicher Unfallkausalzusammenhang der Schwindelbeschwerden 

nicht belegt. Was die von der Beschwerdeführerin erstmals im April 2006 - über ein 

halbes Jahr nach dem Unfall - vorgebrachten Tinnitus-Beschwerden betrifft (UV-act. 

50, 51), so ist festzuhalten, dass diese sich angesichts des verzögerten Auftretens der 

Symptomatik nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 3. Oktober 

2005 zurückführen lassen (vgl. UV-act. 102); ebenso wahrscheinlich ist eine vollständig 

unfallfremde Ursache. Dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin noch anlässlich der 

Kreisarzt-Untersuchung vom 12. Dezember 2005 angegeben hatte, dass ihr Gehör in 

Ordnung sei (vgl. UV-act. 23 S. 2 oben) und sie auch am 23. Januar 2006 gegenüber 

Frau Dr. B.___ keinen Tinnitus erwähnt hatte (UV-act. 36).

3.3    Betreffend die von Dr. K.___ im Bericht vom 18. August 2007 neu erhobene 

Verdachtsdiagnose eines CRPS Typ I des linken Arms, welches nach Meinung dieses 

Arztes durch die HWS-Problematik ausgelöst wurde (UV-act. 135), ist festzuhalten, 

dass auch hier eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität nicht als belegt 

gelten kann. Mit den Begriffen CRPS, komplexes regionales Schmerzsyndrom, 

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Algodystrophie oder Morbus Sudeck wird in der Medizin ein posttraumatisches 

Krankheitsbild beschrieben, das sich, von einem blanden Trauma ausgelöst, schnell zu 

heftigen Schmerzen von brennendem und invalidisierendem Charakter wandelt, dem 

sich motorische, trophische und sensomotorische Funktionseinschränkungen 

zugesellen; typisch ist, dass eine ganze Extremität oder eine grosse Körperregion 

betroffen ist. Auslösende Ursachen können unter anderem Gelenksdistorsionen aber 

auch beispielsweise ein Herzinfarkt sein (vgl. NIX/VAN HOUDENHOVE, Komplexes 

regionales Schmerzsyndrom, in: Egle/Hoffmann/Lehmann/ Nix [Hrsg], Handbuch 

Chronischer Schmerz, Stuttgart/New York 2003, S. 588 f.; vgl. auch HEIERLI/MEYER/

RADZIWILL, Nosologischer Rahmen und Terminologie, in: Bär/Felder/Kiener [Hrsg.], 

Algodystrophie [complex regional pain syndrom I], SUVA Luzern 1998, S. 7). Ätiologie 

und Pathogenese der CRPS sind unklar, weshalb gemäss KIENER/KISSLING, 

Begutachtungsfragen der Algodystrophie, in: Algodystrophie [complex regional pain 

syndrom I], a.a.O., S. 90 zur Qualifikation des Beschwerdebilds als Folge eines Unfalls 

die folgenden drei Kriterien erfüllt sein sollten: a) Nachweis eines Körperschadens nach 

einem Unfall (beispielsweise in Form eines Hämatoms oder einer Schwellung) oder das 

Auftreten einer Algodystrophie nach einer wegen einer Unfallverletzung durchgeführten 

Operation, b) Ausschluss anderer nicht traumatischer, ursächlicher Faktoren (wie z.B. 

Zustand nach Myokardinfarkt, nach Apoplexie, nach/bei Barbiturat-Einnahme, bei 

Tumoren, bei Schwangerschaften etc.) sowie c) Kurze Latenzzeit zwischen dem Unfall 

und dem Auftreten der Algodystrophie (bis maximal sechs bis acht Wochen; Urteil des 

Bundesgerichts vom 5. Januar 2010 i/S P.S. [8C_384/2009]). Im Bericht des 

Kantonsspitals St. Gallen wurde festgehalten, dass sich bei der Patientin, welche sich 

mit einem komplexen Schmerzsyndrom vorgestellt habe, klinisch-neurologisch 

erschwerte Untersuchungsbedingungen mit schmerzbedingter Schonhaltung und 

generalisierter Minderinnervation des linken Armes ergeben hätten. 

Elektrophysiologisch habe sich ein Normalbefund ohne Hinweise für eine Neuropathie 

im Bereich der oberen Extremitäten und der untersuchten Nerven gezeigt. Die Ärzte 

vermuteten eine rheumatologische Grunderkrankung (vgl. UV-act. 140). Angesichts 

dieser Verhältnisse (Nichtvorliegen eines äusserlich sichtbaren Körperschadens am 

linken Arm nach dem Unfall; nicht erhärtete Verdachtsdiagnose und weitere Diagnose-

Vermutungen; fehlender Ausschluss anderer, krankheitsbedingter Ursachen) kann nicht 

von einer überwiegend wahrscheinlichen Unfallverursachung ausgegangen werden. Im 

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ausführlichen Bericht von Dr. H.___ vom 4. Dezember 2006 wurden zudem 

Beschwerden der erwähnten Art sowohl in der Anamnese als auch im Bericht selbst 

überhaupt nicht mehr vermerkt (UV-act. 105). Zum Vorbringen des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin, ein Kreisarzt, der sich zur Frage der natürlichen Kausalität 

äussere, sei nicht mehr objektiv (act. G 9 S. 3), ist festzuhalten, dass die Abklärung der 

natürlichen Unfallkausalität zweifellos zum Aufgabenbereich des Kreisarztes gehört 

bzw. eine seiner Kerntätigkeiten darstellt. Auch den Berichten versicherungsinterner 

Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 

V 353 f. E. 3b/ee mit Hinweis). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen formellen 

Anspruch auf eine versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche 

streitig sind. Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte vor, aufgrund welcher die 

begründeten Schlussfolgerungen der Suva-Ärzte Dr. C.___ und Dr. D.___ in Frage zu 

stellen wären.

3.4    Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) 

Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen 

Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie 

diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, 

Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, 

Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch 

BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild 

mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden 

Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. 

Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder 

an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T. 

[U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 Erw. 

5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. 

November 2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um 

von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.

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3.5    Gemäss Bericht von pract. med. Edelmann vom 6. November 2005 bestanden im 

Nachgang zum streitigen HWS-Distorsionstrauma linksbetonte Nackenschmerzen, 

Übelkeit und Trümmelgefühl (UV-act. 2). Im Dokumentationsbogen für Erstkonsulta­

tionen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma gab die Beschwerdeführerin 

gemäss den Einträgen von Dr. B.___ vom 10. Oktober 2005 an, nach dem Unfall an 

Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwindel und Übelkeit gelitten zu haben. Es habe 

ein Kopfanprall an der Kopfstütze stattgefunden. Eine Bewusstlosigkeit und eine 

Gedächtnislücke verneinte sie, bejahte jedoch eine Angst- und Schreckreaktion. Vor 

dem Unfall hätten (seit einem Jahr) behandlungsbedürftige Beschwerden im Nacken 

bestanden (UV-act. 4). Im Erhebungsblatt der Beschwerdegegnerin für die Abklärung 

von HWS-Fällen bestätigte die Beschwerdeführerin diese Angaben (UV-act. 15). 

Angesichts dieser Aktenlage kann vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds 

unmittelbar nach dem Unfall gesprochen werden, das mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten 

ist. Entsprechend anerkannte die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch der 

Beschwerdeführerin bis zum 31. März 2008.

4.        

4.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es 

sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht 

etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein 

nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der 

Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde 

Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. 

Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre 

kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 

329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die 

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versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 

2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 

2001 i/S O. [U 285/00] ).

4.2    Aufgrund der in der Erw. 2.1 bis 2.4 dargelegten medizinischen Akten können die 

nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (31. März 2008) weiter bestehenden 

Gesundheitsstörungen an der HWS nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 

natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls angesehen werden. Aber selbst wenn 

dies zweifelhaft wäre, würde sich eine Rückweisung der Sache zwecks weiterer 

Abklärung des natürlichen Zusammenhangs erübrigen, weil es - wie nachstehend zu 

zeigen sein wird - an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehlt. Angesichts der 

geschilderten medizinischen Gegebenheiten ist die Adäquanz nach Massgabe der in 

BGE 117 V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten 

Kriterien zu beurteilen und dabei auf eine Differenzierung zwischen psychischen und 

physischen Komponenten zu verzichten, kann doch nach Lage der Akten - bei 

weiterhin bestehendem vielschichtigen Beschwerdebild - eine eindeutige Dominanz 

psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a) nicht als nachgewiesen gelten.

4.3    Zu prüfen ist sodann, ob per 31. März 2008 noch eine unfallbedingte 

Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19 

Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109 Erw. 4) - 

ausgegangen werden durfte oder nicht. Der Abschluss des Falls durch den 

Unfallversicherer bedingt dabei lediglich, dass von weiteren medizinischen 

Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet 

werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008 i /S G. [8C_467/2008], Erw. 

5.2.2.2.). Die bei der Beschwerdeführerin im Jahr 2007 durchgeführte Therapie nach 

Bogduk (vestibuläres Training) bewirkte nach Lage der Akten keine dauerhafte 

gesundheitliche Verbesserung (vgl. UV-act. 121, 123, 136, 140 S. 2f), wobei allerdings 

im November 2007 von Seiten des behandelnden Arztes festgehalten wurde, 

postinterventionell seien die Schmerzen verschwunden; die Beschwerdeführerin könne 

den Kopf wieder in alle Richtungen bewegen (UV-act. 139). Für die Annahme einer 

Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme genügt es nicht, dass eine Therapie 

lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte 

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Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, 

Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des 

Gesundheitszustandes kann auch dann nicht gesprochen werden, wenn eine 

therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus 

einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte 

Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen 

Endzustandes wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-

Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). Im Nachgang zu einer 

neurologischen Abklärung im Kantonsspital St. Gallen wurde im Bericht vom 30. 

Januar 2008 - bei Fehlen eines neurologischen Defizits und Erwägung einer allfälligen 

rheumatologischen Grunderkrankung - eine regelmässige Physiotherapie auf 

neurophysiologischer Basis empfohlen (UV-act. 140). Hierbei ist allerdings der bereits 

vor dem Unfall vom 3. Oktober 2005 bestehende krankheitsbedingte Zustand der HWS 

mit Behandlungsbedürftigkeit mit einzubeziehen (vgl. UV-act. 5f, 10), so dass eine 

Unfallbedingtheit der Behandlung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen erscheint. Am 28. Februar 2008 erklärte die Beschwerdeführerin 

gegenüber der Case Managerin, sie könne nicht sagen, ob die Osteopathie etwas 

bringe; es sei eine komische Therapie (UV-act. 144). Dr. E.___ vermerkte im Bericht 

vom 6. Juni 2009 lediglich die Verabreichung von schmerzlindernden Spritzen seit dem 

1. April 2008 und führte im Übrigen aus, ihm seien keine weiteren Therapien seit dem 1. 

April 2008 bekannt (act. G 1.2/4). Damit kann nicht als belegt gelten, dass mit den 

vorgenommenen Behandlungen nach März 2008, welche auch eine Psychotherapie bis 

Ende 2008 beinhaltete (vgl. act. G 1.2/2), eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands erwartet werden konnte. Die geschilderte tatsächliche und 

rechtliche Situation spricht bei ausgebliebenem Erfolg der bisherigen Therapien dafür, 

dass auf Ende März 2008 von den Unfallfolgen her zu Recht von einem 

Behandlungsabschluss im vorerwähnten Sinn ausgegangen wurde (vgl. UV-act. 143, 

173). Aber selbst wenn von einer unfallbedingten Notwendigkeit einer therapeutischen 

Weiterbetreuung über das erwähnte Datum hinaus auszugehen wäre, müsste - wie 

nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz verneint werden. Von einer 

interdisziplinären Begutachtung im Sinn einer Gesamtschau (vgl. dazu BGE 134 V 109 

Erw. 10.2.4) kann vor diesem Hintergrund abgesehen werden, zumal die 

Beschwerdeführerin neurologisch (UV-act. 5, 36, 58, 140), otoneurologisch (UV-act. 72, 

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105) und psychiatrisch (UV-act. 116) umfassend abgeklärt wurde. Zudem sind 

rechtsprechungsgemäss weitere Abklärungen bezüglich der natürlichen Unfallkausalität 

dann nicht erforderlich, wenn der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2008 i/S P. [8C_217/2008], Erw. 7.3). Sodann 

bedarf es eines poly-/interdisziplinären Gutachtens für die Klärung von bei der Prüfung 

einzelner Adäquanzkriterien zuweilen auftauchenden Problemen nicht zwingend, wenn 

- wie hier - Berichte von Ärzten verschiedener in Betracht fallender Fachrichtungen 

vorliegen, welche eine schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. November 2008 i/S M. [8C_527/2008] Erw. 3.2.2).

5.        

5.1    Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 4. Januar 2006 lag die 

kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs, in welchem die 

Beschwerdeführerin als Beifahrerin sass, innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h. An 

biomechanischen Besonderheiten seien degenerative Veränderungen der HWS mit 

vorbestehenden Nackenbeschwerden zu berücksichtigen; es liege eine Abweichung 

vom Normalfall vor. Die anschliessend an das Ereignis bei der Beschwerdeführerin 

festgestellten Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung bereits 

im Normalfall eher erklärbar; bei Berücksichtigung der erwähnten Abweichungen 

würden sie besser erklärbar (UV-act. 30). Bei der in Frage stehenden Auffahrkollision ist 

- auch angesichts der Sachschäden am Fahrzeug, in welchem die Beschwerdeführerin 

sass (UV-act. 20) - praxisgemäss von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich 

zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Hieran vermag 

nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin, welche ebenfalls ein mittelschweres 

Ereignis unterstellt, die Delta-V-Berechnung bestreiten lässt (act. G 1 S. 4), zumal diese 

Berechnung lediglich ein Indiz darstellt und für sich allein keine Beweiskraft hat. Der 

aus dem Unfall resultierende Totalschaden (UV-act. 20) ergab sich ausschliesslich aus 

der Tatsache, dass der voraussichtliche Reparaturaufwand den mit Fr. 3'500.-- 

geschätzten Fahrzeug-Restwert überstieg. Aus der Qualifizierung als Totalschaden 

lässt sich für die Unfallschwere nichts ableiten. Die Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs ist - ausgehend von einem mittelschweren Unfall im 

Grenzbereich zu den leichten Ereignissen - zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die 

Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt oder 

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die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind 

(BGE 117 V 359 Erw. 6b). Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls kann konkret nicht gesprochen werden. 

Sodann vermag die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas die Schwere oder 

besondere Art der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer 

besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder 

besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese 

können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den 

dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier nicht 

gegeben. Von der Beschwerdeführerin wurde lediglich ein Anprall des Kopfes an der 

(weichen) Kopfstütze angegeben (UV-act. 4). Es liegt auch keine besondere Schwere 

der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 

10.2.2 mit Hinweisen).

5.2    Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin nach Lage der Akten nach dem Unfall in ärztlicher/

physiotherapeutischer Behandlung stand, ohne dass damit eine länger andauernde 

Besserung eingetreten wäre. Die Physiotherapie brach sie im Februar 2006 ab (UV-act. 

39). Während zwei Monaten ging sie in die Nazarov-Therapie (UV-act. 42, 46, 50, 53). 

Vom 10. Juli bis 10. August 2006 erfolgte ein Aufenthalt in der Klinik Valens (UV-act. 

82, 84). Im Weiteren wurde eine MTT-Behandlung (UV-act. 110, 118), die Therapie 

nach Bogduk (UV-act. 121, 123) und eine psychotherapeutische Behandlung (UV-act. 

116) durchgeführt. In Anbetracht der Aktenlage lässt sich eine fortgesetzt spezifische, 

die Beschwerdeführerin belastende ärztliche Behandlung nicht ohne weiteres in Abrede 

stellen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 i/S S. [8C_331/2007], 

Erw. 4.2.3). Die durchgeführten Behandlungen bewegten sich jedoch in einem nach 

HWS-Distorsionen üblichen Umfang, bei welchem die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung das Kriterium in der Regel verneint (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

vom 16. Mai 2008 i/S D. [8C_500/2007] Erw. 5.4, vom 8. August 2008 i/S H. 

[8C_144/2008] Erw. 7.3, vom 22. August 2008 i/S E. [8C_266/2008] Erw. 4.2.4, und 

vom 30. Oktober 2009 i/S G. [8C_488/2009] Erw. 5.2.2). Zu beachten ist dabei auch 

der krankheitsbedingte Vorzustand an der HWS. Das Vorliegen des erwähnten 

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Kriteriums könnte somit - wenn überhaupt - höchstens in nicht sehr ausgeprägtem 

Umfang - bejaht werden.

5.3    Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Die 

Beschwerdeführerin schilderte gegenüber dem Suva-Kreisarzt Schmerzen im Nacken, 

praktisch tägliche Kopfschmerzen und Schwindel. Sobald sie arbeite, schwelle der 

linke Arm an. Auch der gesamte Rücken sei schmerzhaft. Sie spüre jeden einzelnen 

Knochen (UV-act. 143 S. 4). Dazu ist festzuhalten, dass nach Lage der Akten im 

Rücken und im linken Arm (vgl. UV-act. 36 und vorstehende Erw. 3.3) Unfallfolgen nicht 

zur Diskussion standen bzw. als nicht nachgewiesen gelten können. Sodann 

bestanden unfallfremde Schmerzen im linken Ellbogen (UV-act. 50, 51). Zu 

berücksichtigen ist auch hier, dass HWS-Beschwerden bereits vor dem streitigen 

Unfall ärztliche Behandlungen erforderlich machten (UV-act. 5f, 10). Sodann ist die 

überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität der nach wie vor bestehenden 

Schwindelbeschwerden wie dargelegt nicht belegt (vorstehende Erw. 3.2). Bei dieser 

Aktenlage kann das Kriterium von dauerhaften und erheblichen (unfallbedingten) 

Beschwerden höchstens mit geringer Ausprägung angenommen werden. Sodann 

lassen sich ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen nicht schon 

dann bejahen, wenn eine Vielzahl von verschiedenen Therapien zu keinem 

Heilungserfolg führt. Diese Kriterien können nicht als erfüllt gelten. Auch kann von einer 

ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, nicht 

gesprochen werden.

5.4    Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 

134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer 

oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt 

aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher 

massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden 

die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille 

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erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den 

Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können 

sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Seit dem 16. Dezember 

2005 arbeitete die Beschwerdeführerin wieder zu 50 % und seit dem 2. Januar 2006 zu 

75 % (UV-act. 28f). Im Bericht vom 23. Januar 2006 schilderte Frau Dr. B.___ den 

Eindruck, dass die Beschwerdeführerin schon vor dem Unfallereignis die 

Doppelbelastung als Hausfrau/Mutter und einer 100%igen Berufstätigkeit nur knapp 

habe bewältigen können. Sie erachtete einen (auch durch unfallfremde Faktoren 

bedingten) vorübergehend noch 50%igen Einsatz als sinnvoll (UV-act. 36). Seit 

30. Januar 2006 setzte die Beschwerdeführerin die Arbeit wieder aus (UV-act. 37, 40). 

Nach einem weiteren Arbeitsversuch (UV-act. 41, 43) wurde sie ab 29. März 2006 

wegen einer (unfallfremden) Sehnenscheidenentzündung voll arbeitsunfähig (UV-act. 

47-49, 51). Aufgrund der Unfallfolgen bestand nach wie vor eine 75%ige 

Arbeitsfähigkeit (UV-act. 49, 53). Einen erneuten Arbeitsversuch im Juni 2006 brach die 

Beschwerdeführerin beschwerdebedingt ab (UV-act. 70f). Obschon die Klinik Valens im 

Nachgang zum stationären Aufenthalt eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit attestierte (UV-act. 

84), nahm die Beschwerdeführerin die Arbeit nicht mehr auf, was schliesslich zur 

Kündigung auf Ende Oktober 2006 führte (UV-act. 80, 82, 87f). Rein aufgrund der 

Unfallfolgen wurde nach dem Klinikaufenthalt nach wie vor von einer Arbeitsfähigkeit 

von 75 % ausgegangen (UV-act. 88). Von Dezember 2006 bis Ende Mai 2007 war die 

Beschwerdeführerin im Rahmen eines RAV-Einsatzprogramms zu 75 % tätig (UV-

act. 106, 123). Vom 14. April bis 30. Juni 2008 arbeitete sie nach den Darlegungen in 

der Beschwerde (act. G 1 S. 11) bei der L.___ zu 100 %, wobei dieses Pensum für sie 

zu hoch gewesen sei. Rund eineinviertel Jahre nach dem hier zur Diskussion stehenden 

Einstellungszeitpunkt bescheinigte Dr. E.___, dass die körperlich bedingte 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zur Zeit 20 % betrage (act. G 9.1/8); hierbei 

unterschied er nicht zwischen unfallbedingten und unfallfremden Gegebenheiten. 

Angesichts dieser Arbeitsfähigkeits-Entwicklung sowie der geschilderten unfallfremden 

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gesundheitlichen Gegebenheiten und des krankheitsbedingten Vorzustandes an der 

HWS lässt sich - bei unstreitig gegebenen Wiedereingliederungs-Bemühungen der 

Beschwerdeführerin - eine erhebliche (rein unfallbedingte) Arbeitsunfähigkeit im 

Einstellungszeitpunkt (31. März 2008) nicht bejahen.

5.5    Unter diesen Umständen können - mit geringer Ausprägung - lediglich das 

Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden Therapien und dasjenige der 

erheblichen Beschwerden als erfüllt gelten, womit dem streitigen Unfall keine 

adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 31. März 2008 hinaus 

andauernden Beschwerden zukommt. Selbst bei drei geringgradig erfüllten Kriterien 

wird die Adäquanz praxisgemäss vom Bundesgericht verneint (Urteil vom 31. Juli 2009 

i/S X. [8C_172/2009]). Die Einstellung der Leistungen auf den 31. März 2008 erweist 

sich demgemäss als rechtmässig.

6.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 12. Mai 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist zufolge 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch den Staat zu 

entschädigen. Es rechtfertigt sich, die Entschädigung, ausgehend von der üblichen 

Entschädigung von Fr. 4'000.-- und unter Berücksichtigung einer Reduktion um einen 

Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]), auf Fr. 3'200.-- festzulegen (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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3.       Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin mit Fr. 

3'200.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.06.2010
	Art. 6 UVG: Leistungseinstellung zweieinhalb Jahre nach einem HWS-Schleudertrauma (Auffahrunfall). Abklärung der natürlichen und adäquaten Unfallkausalität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Juni 2010, UV 2009/68).

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		2025-07-19T13:41:09+0200
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