# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fce04f80-ca21-53c1-9eb8-f9afb351721a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240139-O1
**Docket/Reference:** SB240139-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240139-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240139-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. M. Langmeier 

und lic. iur. R. Faga sowie der Gerichtsschreiber MLaw J. Stegmann

Urteil vom 20. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Drohung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Affoltern, Einzelgericht,

vom 30. November 2023 (GG230004)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 25. Juli 2023 (Urk. 21) ist diesem 

Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 65 S. 42 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. a StGB.

2.

Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten (wovon zwei Tage 

durch Haft entstanden sind) bestraft.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre 

festgesetzt.

4.

Es wird keine Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils ange-

ordnet.

5.

6.

7.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

Von der Anordnung eines Kontaktverbotes wird abgesehen.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die 

Privatklägerin B._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

8.

Der Antrag auf Zusprechung einer Genugtuung wird auf den Zivilweg verwiesen.

-   3   -

9.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

2'400.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'000.00   Gebühr für das Vorverfahren,

7'710.15   Entschädigung amtliche Verteidigung RA X._____ (inkl. 7.7% 

  MwSt.),

5'249.90

Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privat-
klägerin (inkl. 7.7% MwSt.)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel.

10. Die Gerichtsgebühr sowie die weiteren Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 9, aus-

genommen diejenigen der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten sowie der 

unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten 

auferlegt.

11. Rechtsanwalt lic. iur X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 7'710.15 (inkl. 7.7% MwSt.) ent-

schädigt. Diese Kosten werden einstweilen auf die Staatskasse genommen; vorbe-

halten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

12. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin aus der Gerichtskasse mit Fr. 5'249.90 (inkl. 7.7% MwSt.) ent-

schädigt. Diese Kosten werden einstweilen auf die Staatskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO i.V.m. Art. 138 StPO.

13.

[Mitteilungen]

14.

[Rechtsmittel]"

  
-   4   -

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 78; vgl. aber auch Urk. 67 und Prot. II S. 5 ff.)

1.

2.

3.

4.

5.

Die Ziffern 1, 2, 7, 10, 11 und 12 des Urteils des Bezirksgerichts 
Affoltern,  Einzelgericht  in  Strafsachen,  vom  30. November  2023 
(GG230004-A), seien aufzuheben.

Der  Beschuldigte  und  Berufungskläger  sei  von  dem  mit  Anklage 
vom 25. Juli 2025 erhobenen Vorwurf der mehrfachen Drohung als 
Ehegatte  i.S.v.  Art. 180  Abs. 1  StGB,  in  Verbindung  mit  Art. 180 
Abs. 2 lit. a StGB freizusprechen.

Dem Beschuldigten sei aus der Gerichtskasse eine angemessene 
Entschädigung  von  CHF 8'309.85  für  die  Kosten  der  erbetenen 
Verteidigung  im  Vorverfahren,  von  CHF 3'838.70  (Einkommens-
ausfall)  und  CHF 745.60  (Reisekosten)  für  wirtschaftliche  Ein-
bussen  sowie  eine  Genugtuung  von  CHF 600.00  (3  Tage  Haft) 
und CHF 1'500.00  (Schmerzensgeld  für  Handverletzung)  zuzu-
sprechen.

Die  Kosten  des  erstinstanzlichen  Verfahrens,  einschliesslich  der 
Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechts-
vertreterin  der  Privatklägerin,  seien  auf  die  Staatskasse  zu 
nehmen.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  einschliesslich  der  Kosten 
der amtlichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 72)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der Privatklägerin:

Verzicht auf Anträge.

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Erwägungen:

1.

Verfahrensgang

1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 30. November 2023 sprach die 

Vorinstanz  den  Beschuldigten  anklagegemäss  der  mehrfachen  Drohung  gegen-

über  seiner  Ehefrau  schuldig  und  bestrafte  ihn  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

7 Monaten, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren (Urk. 65). Das 

Urteil wurde den Parteien im Anschluss an die Hauptverhandlung mündlich eröffnet 

(Prot. I S. 9).

1.2. Am  8. Dezember  2023  meldete  der  amtliche  Verteidiger  namens  des  Be-

schuldigten  fristgerecht  Berufung  an  (Urk. 56),  und  nach  Zustellung  des  begrün-

deten  Urteils  am  7. März  2024  (Urk. 63)  reichte  er  dem  Obergericht  unter  dem 

27. März 2024 – ebenfalls fristgerecht – die Berufungserklärung ein (Urk. 67).

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 3. April 2024 wurde der Staatsanwaltschaft und 

der  Privatklägerin  je  ein  Doppel  der  Berufungserklärung  zugestellt  und  Frist 

angesetzt,  um  gegebenenfalls  Anschlussberufung  zu  erheben  oder  ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 70). Am 9. April 2024 teilte der 

zuständige  Staatsanwalt  mit,  auf  eine  Anschlussberufung  zu  verzichten  und  die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu beantragen. Er werde sich am weiteren 

Verfahren  nicht  mehr  aktiv  beteiligen  und  ersuche  um  Dispensation  von  der 

Teilnahme  an  der  Berufungsverhandlung  (Urk. 72).  Die  Privatklägerin  liess  sich 

nicht vernehmen.

1.4. Am  21. November  2024  wurden  die  Parteien  –  die  Staatsanwaltschaft 

antragsgemäss  fakultativ  –  zur  Berufungsverhandlung  auf  den  20. Februar  2025 

vorgeladen  (Urk. 73).  Zur  heutigen  Verhandlung  erschienen  einzig  der  Beschul-

digte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers. Vorfragen waren keine zu ent-

scheiden,  und  abgesehen  von  der  Einvernahme  des  Beschuldigten  waren  auch 

keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 4 ff.).

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2.

Umfang der Berufung

2.1. Gemäss  Art. 402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Rahmen  der  Berufungsanträge  gehemmt,  während  die  von  der  Berufung  nicht 

erfassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-Bähler, Art. 402 N 1 f.).

2.2. Der  Beschuldigte  verlangt  berufungsweise  einen  Freispruch  und  ficht  ent-

sprechend  die  Dispositivziffern  1-3,  7,  10  und  11  des  vorinstanzlichen  Urteils  an 

(Urk. 67;  Prot. II  S. 5  f.).  Nicht  angefochten  sind  damit  dessen  Dispositivziffern 4 

(Verzicht  auf  Abnahme  einer  DNA-Probe),  5  (Absehen  von  einer  Landesverwei-

sung), 6 (Absehen von einem Kontaktverbot), 8 (Verweis der Genugtuungsforde-

rung der Privatklägerin auf den Zivilweg), 9 (Kostenfestsetzung) und 12 (Entschä-

digung Rechtsanwältin lic. iur. Y._____). Der Eintritt der Rechtskraft dieser Punkte 

ist  vorab  festzustellen  (Art. 399  Abs. 3  StPO  in  Verbindung  mit  Art. 402  und  437 

StPO sowie Art. 404 StPO). Daran ändert auch nichts, dass die Verteidigung (erst) 

in ihrem Plädoyer den Antrag stellte, dass auch Dispositivziffer 12 aufzuheben sei 

(Urk. 78 S. 2 und 18). Dies darum, weil die Verteidigung die Dispositivziffer 12 in 

ihrer  Berufungserklärung  nicht  angefochten  hatte  und  anlässlich  der 

Berufungsverhandlung  –  auf  entsprechende  Frage  –  explizit  bestätigte,  dass  die 

Dispositivziffer 12 als rechtskräftig erachtet werde (vgl. Urk. 67 und Prot. II S. 5 f.).

2.3.

In den übrigen Punkten steht der angefochtene Entscheid unter Vorbehalt 

des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) grundsätzlich zur Disposi-

tion.  In  den  angefochtenen  Punkten  überprüft  das  Berufungsgericht  das  erst-

instanzliche Urteil umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

3.

Formelles

3.1. Soweit  für  die  tatsächliche  und  die  rechtliche  Würdigung  des  eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

3.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c 

StPO)  folgt  die  Pflicht  des  Gerichts,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die  Be-

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gründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das 

Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich aber 

auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrück-

lich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan-

dersetzen und diese widerlegen (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 

IV 249  E. 1.3.1;  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_689/2019  vom  25. Oktober  2019 

E. 1.5.2, mit Hinweisen).

4.

Sachverhalt

4.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, ab dem 30. September 

2021 bis zum tt. August 2022 gegenüber der Privatklägerin unbestimmt viele Male, 

beinahe  täglich,  geäussert  zu  haben,  sie,  die  gemeinsamen  Kinder  sowie  die 

Familie der Privatklägerin zu töten, wenn sie – die Privatklägerin – nicht das mache, 

was  er  wolle.  Gleiche  Aussagen  habe  er  auch  telefonisch  unter  anderem  am 

8. März 2022 gegenüber der gemeinsamen Tochter C._____ getätigt. Durch diese 

Drohungen  sei  die  Privatklägerin  in  Angst  versetzt  worden,  wobei  sie  befürchtet 

habe, der Beschuldigte könnte ihr oder ihrer Familie etwas antun bzw. sie alle um-

bringen.  Diese  Furcht  habe  unter  anderem  dazu  geführt,  dass  die  Privatklägerin 

teilweise mehrere Stunden auf dem Balkon ausgeharrt und ein Messer unter ihrem 

Kopfkissen aufbewahrt habe, um sich gegebenenfalls gegen einen Angriff des Be-

schuldigten wehren zu können. Mit seinen Äusserungen habe der Beschuldigte zu-

mindest in Kauf genommen, die Privatklägerin in Angst zu versetzen (Urk. 21 S. 2).

4.2. Die Vorinstanz hat diesen Sachverhalt im Wesentlichen als erstellt erachtet, 

mit  Ausnahme  des  mit  der  Drohung  gemäss  Anklage  verbundenen  Zusatzes, 

"wenn sie nicht mache, was er wolle", der in den Akten keine Stütze finde (Urk. 65 

S. 21).

4.3. Wie bereits im ganzen bisherigen Verfahren bestreitet der Beschuldigte diese 

Vorwürfe auch berufungsweise vollumfänglich. Er habe nie Drohungen ausgespro-

chen. Die anderslautenden Aussagen insbesondere der Privatklägerin seien falsch 

(vgl. Urk. 77 S. 5 ff.).

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4.4. Es  kann  vorweggenommen  werden,  dass  die  Vorinstanz  die  Beweislage 

richtig gewürdigt und den Sachverhalt zutreffend erstellt hat. Entsprechend kann 

auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  zu  den  Grundsätzen  der  Sachverhalts-

erstellung und den Beweiswürdigungsregeln, insbesondere hinsichtlich der Würdi-

gung von Aussagen (Urk. 65 S. 5 f.), ebenso wie auf die Zusammenfassung der im 

Verfahren erhobenen (und allesamt verwertbaren) Beweismittel (Urk. 65 S. 7) ver-

wiesen  werden.  Diese  bestehen  aus  verschiedenen  Einvernahmen  der  Privat-

klägerin und des Beschuldigten sowie den Zeugeneinvernahmen von zwei Kindern 

der Parteien, dem Vermieter- bzw. Nachbarehepaar der Parteien sowie einer frühe-

ren  Arbeitgeberin  der  Privatklägerin.  Weitere,  namentlich  sachliche  Beweismittel 

liegen  keine  vor.  Die  Vorinstanz  hat  die  massgeblichen  Aussagen  ausführlich 

zusammengefasst (Urk. 65 S. 10 bis 19), sodass – um unnötige Wiederholungen 

zu vermeiden – auch darauf zu verweisen ist.

4.5. Sodann ist zwar richtig, dass es sich bei den dem Beschuldigten vorgewor-

fenen Handlungen schwergewichtig um Vier-Augen-Delikte handelt. Dass die Zeu-

gen, insbesondere die Kinder der Parteien, aber rundweg keine Aussagen aufgrund 

von direkten Wahrnehmungen hätten machen können, wie die Vorinstanz erwägt 

(Urk. 65 S. 7), trifft jedoch nicht ganz zu. Es wird an gegebener Stelle darauf zu-

rückzukommen sein.

4.6. Auch bezüglich der Beweiswürdigung können vorab die vorinstanzlichen Er-

wägungen übernommen werden (Urk. 65 S. 19 ff.). Ergänzend und vertiefend dazu 

Folgendes:

4.6.1. Die Anklage basiert ganz schwergewichtig auf den Aussagen der Privatklä-

gerin.  Sie  deponierte  solche  erstmals  am  tt. August  2022  gegenüber  der  Polizei 

(Urk. 5/1). Avisiert worden war die Polizei gleichentags durch den im Kosovo wohn-

haften Sohn D._____ der Parteien, der vorgängig mit seiner Mutter telefoniert hatte 

und anlässlich welchen Telefonats ihm die Privatklägerin sagte, vom Beschuldigten 

bedroht worden zu sein. Offenbar verwendete D._____ gegenüber der Polizei die 

Wendung,  sein  Vater  sei  "am  ausflippen",  worauf  eine  Polizeipatrouille  an  den 

Wohnort der Parteien ausrückte und den Beschuldigten verhaftete (Urk. 1). Der Be-

schuldigte konnte von den Beamten in der Wohnung der Eigentümer der Liegen-

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schaft  und  Wohnungsnachbarn  der  Parteien,  E._____  und  F._____,  angetroffen 

werden. Gemäss deren Aussagen hatten sie sich entschlossen, den Beschuldigten 

zu  sich  zu  bitten  und  mit  ihm  zu  sprechen,  nachdem  die  Privatklägerin  auch 

E._____ gegenüber die Drohungen des Beschuldigten und ihre Angst geschildert 

hatte (vgl. die Aussagen des Ehepaars E._____F._____: Urk. 6/3 S. 3/4; Urk. 6/4 

S. 3/4). Vorgängig hatte F._____ der Privatklägerin die sich in seinem Besitz be-

findlichen Ersatzschlüssel zum Fahrzeug der Privatklägerin gegeben und ihr gera-

ten,  etwas  wegzufahren,  bis  sie  mit  dem  Beschuldigten  gesprochen  hätten.  Ge-

mäss ihren Aussagen fuhr die Privatklägerin daraufhin zum G._____-Parkplatz, von 

wo  sie  später  von  E._____  telefonisch  wieder  zu  ihrem  Wohnort  gerufen  wurde, 

nachdem die Polizeibeamten dort eingetroffen waren (Urk. 5/2 S. 5 und die Aussa-

gen des Ehepaars E._____ und F._____, a.a.O.).

4.6.2. Wie erwähnt, wurde die Privatklägerin dann gleichentags polizeilich befragt. 

Hinsichtlich der schliesslich zur Anklage gebrachten Drohungen erzählte sie, diese 

hätten begonnen, als sie im September 2021 herausgefunden habe, dass der Be-

schuldigte eine Beziehung mit H._____ führe. Die letzte Drohung sei am Tag der 

Befragung erfolgt, am tt. August 2022 und damit an ihrem Geburtstag. Deswegen 

seien ihre Tochter und ein Sohn bei ihr zu Besuch gewesen. Nachdem diese ge-

gangen  seien,  sei  der  Beschuldigte  von  der  Arbeit  nach  Hause  gekommen  und 

habe  sie,  die  Privatklägerin,  zur  Gemeinde  mitgenommen,  um  etwas  zu  unter-

schreiben. Den ganzen Weg habe er mit ihr gestritten und sie bedroht; wieder zu-

hause habe sie sich deshalb nicht mehr getraut, ins Zimmer (d.h. die Wohnung; die 

Parteien hatten eine Einzimmerwohnung) zu gehen. Dann habe sie mit ihrem Sohn 

D._____  telefoniert  (Urk. 5/1  S. 3/4).  Sie  habe  wirkliche,  fürchterliche  Angst  vor 

ihm, dass er sie umbringen könnte (Urk. 5/1 S. 4, 5, 7).

Im Übrigen verlief diese Einvernahme relativ unstrukturiert und brachte die Privat-

klägerin neben den Drohungen auch viele weitere Vorwürfe zulasten des Beschul-

digten zur Sprache – Beschimpfungen, Beleidigungen, Schläge, Packen am Hals, 

allerdings  grösstenteils  nur  schlecht  greifbar,  weit  zurückliegend  und/oder  in 

Deutschland geschehen ("2013", "in Deutschland" [d.h. "vor 12 oder 13 Jahren"]; 

Urk. 5/1 S. 2/3), sodass sie dann jedenfalls von der Staatsanwaltschaft später nicht 

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weiter verfolgt bzw. auch eingestellt werden sollten (Urk. 22). Wie die Privatklägerin 

selbst – zunächst zurückhaltend ("bin ein wenig unter Stress", Urk. 5/1 S. 2) – eben-

falls  angab,  war  sie  in  dieser  Einvernahme  auch  offenkundig  aufgewühlt  und 

äusserte gar Suizidabsichten, sodass der befragende Polizeibeamte einen rechten 

Teil der Einvernahme dafür verwendete abzuklären, ob bei der Privatklägerin von 

einer ernsthaften Selbstgefährdung auszugehen sei. Schliesslich konnte sich der 

Beamte  davon  überzeugen,  dass  keine  solche  Gefährdung  besteht,  wenn  der 

Beschuldigte  durch  Haft  oder  Rayon-/Kontaktverbot  von  der  Privatklägerin  fern-

gehalten  wird  ("Wenn  ich  keine  Angst  habe,  dann  habe  ich  keine  Suizid-

gedanken…", Urk. 5/1 S. 3, 5-7).

4.6.3. Detaillierter und einlässlicher sagte die Privatklägerin dann in der staatsan-

waltschaftlichen,  parteiöffentlichen  Einvernahme  vom  15. November  2022  aus 

(Urk. 5/2;  zusammengefasst  von  der  Vorinstanz  in  Urk. 65  S. 11-14).  Zunächst 

schilderte sie nochmals von sich aus den Ablauf der Geschehnisse am tt. August 

2022 Schritt für Schritt (Urk. 5/2 S. 4/5) und präzisierte, dass sie am 30. September 

2021 eine Nachricht von H._____ an den Beschuldigten gesehen habe, wo diese 

"nimm es Herz" geschrieben und er "ok Schatz" geantwortet sowie ebenfalls ein 

Herz zurückgesandt habe. Seit da – so die Privatklägerin in ihrer freien Erzählung 

– isoliere sie der Beschuldigte von anderen Personen, werfe ihr seinerseits eine 

Liebesbeziehung  mit  einem  deutschen  invaliden  Mann  vor  und  erzähle  den  Kin-

dern, sie – die Privatklägerin – sei eine Hure (a.a.O. S. 6). Es folgte – vom Vertei-

diger  treffend  so  bezeichnet  –  eine  "eigentliche  Abrechnung  des  Ehelebens" 

(Urk. 5/2 S. 6 ff.), die indessen nicht Gegenstand dieses Verfahrens bildet (Urk. 51 

S. 6). Immerhin bestätigte die Privatklägerin aber etwa die Aussage ihrer Tochter 

C._____,  dass  sie  aufgrund  eines  entsprechenden  Verbots  durch  den 

Beschuldigten 12 Jahre lang keinen Kontakt mit dieser habe haben dürfen (Urk. 5/2 

S. 8).

Auf Befragung der Staatsanwältin schilderte die Privatklägerin sodann, dass sie seit 

jenem 30. September 2021 jeweils angezogen, in Jeans und Pullover, schlafe, um 

"immer  bereit"  zu  sein,  wenn  ihr  der  Beschuldigte  etwas  antun  würde.  Wenn  er 

Lärm verursacht habe, habe sie denn auch jeweils Angst bekommen und sich auf 

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den Balkon begeben, in der Absicht, dass jemand allfällige Übergriffe sehen würde 

(Urk. 5/2  S. 9).  Sie  bestätigte  auch  die  Aussage  von  D._____,  wonach  sie  aus 

Angst vor dem Beschuldigten mit einem Messer unter dem Kopfkissen schlafe (vgl. 

Urk. 3 S. 3 oben); das sei ein kleines Messer, welches sie brauche, um Früchte zu 

schälen (Urk. 5/2 S. 20).

4.6.4. Zwar ist es mit der Verteidigung so, dass die Privatklägerin im Zusammen-

hang mit dem 30. September 2021 zunächst nicht von Drohungen des Beschuldig-

ten gesprochen hat (Urk. 51 S. 6/7 und Urk. 78 S. 5 f.). Dass sie aber den Vorwurf 

erst später auf Initiative der befragenden Staatsanwältin entsprechend "erweitert" 

hätte, trifft nicht zu: So ist offensichtlich, dass die Privatklägerin in der betreffenden 

Einvernahme  von  Anfang  an  den  30. September  2021  mit  der  Entdeckung  der 

Nachricht von H._____ an den Beschuldigten und mit dem Beginn der Drohungen 

gleichsetzte. Zunächst sprang sie denn auch nach der Erwähnung der Nachrichten 

sogleich zeitlich ins Jahr 2013 zurück, wo die Privatklägerin wohl ein Schäferstünd-

chen des Beschuldigten mit H._____ vermutete und beschrieb hernach – wie be-

reits erwähnt – die folgende Isolation und die Gegenvorwürfe durch den Beschul-

digten (Urk. 5/2 S. 5/6). Danach folgte die ebenfalls bereits erwähnte "Abrechnung 

des  Ehelebens",  bevor  die  Einvernahme  auf  Fragen  der  Staatsanwältin  wieder 

strukturiertere  Formen  annahm.  Sehr  schnell  antwortete  dann  die  Privatklägerin, 

sie  hätten  seit  dem  30. September  2021  täglich  Auseinandersetzungen  und  es 

seien fast täglich Morddrohungen vom Beschuldigten gegen sie ausgestossen wor-

den  (Urk. 5/2  S. 10).  Von  einer  "Erweiterung"  kann  keine  Rede  sein.  Gegenteils 

sind  die  Aussagen  der  Privatklägerin  konsistent,  stimmig  und  widerspruchslos  – 

ungeachtet  ihres  zeitweiligen  "Hin-  und  Her-Springens"  zwischen  verschiedenen 

Zeitepochen, was indessen auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Staatsan-

wältin die Privatklägerin jeweils sehr lange frei erzählen liess, ohne gewisse "Leit-

planken" zu setzen.

Entgegen der Verteidigung (Urk. 51 S. 8 und Urk. 78 S. 7) ist sodann auszuschlies-

sen, dass erst der Vorhalt der Aussage des Sohnes D._____ die Privatklägerin auf 

die Idee gebracht haben könnte, zu behaupten, ein Messer unter dem Kopfkissen 

aufbewahrt zu haben: Zwar ist richtig, dass die Privatklägerin dies bis zur Nachfrage 

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der Staatsanwältin nicht von sich aus erwähnte, aber dann bestätigte die Privat-

klägerin  den  Vorhalt  und  beschrieb  das  Messer  derart  lebendig,  dass  eine  Lüge 

ausgeschlossen scheint: Das ergibt sich nicht primär aus dem schriftlichen Einver-

nahmeprotokoll (Urk. 5/2 S. 20), sondern aus der elektronischen Aufzeichnung der 

Einvernahme, in welcher man sieht, wie der Privatklägerin das Messer nach dem 

entsprechenden  Vorhalt  durch  die  Staatsanwältin  umgehend  in  den  Sinn  kommt 

und  sie  dieses  schon  fast  etwas  peinlich-berührt/entschuldigend  beschreibt 

(Urk. 5/4 ab 02:16:25).

4.6.5. Was die anklagegegenständlichen Drohungen anbelangt, besteht kein An-

lass, am diesbezüglichen Kerngehalt der Aussagen der Privatklägerin zu zweifeln. 

Die Aussagen sind konstant, lebendig und wirken natürlich erlebt wiedergegeben, 

und insbesondere hinsichtlich des Geschehens am tt. August 2022, welches An-

lass zum vorliegenden Verfahren gab, sind sie über beide Einvernahmen hinweg 

auch  gleichbleibend,  lebensnah  und  detailliert.  Dass  die  Privatklägerin  diese 

Vorwürfe  frei  erfunden  hätte  (wie  der  Beschuldigte  sagt),  kann  ausgeschlossen 

werden.  Nicht  nur  müsste  sie  schon  dem  einvernehmenden  Polizeibeamten  ein 

recht  überzeugendes  "Theater"  vorgespielt  haben,  sondern  sie  müsste  ihre  Vor-

würfe  gegen  den  Beschuldigten  auch  gleichlautend  unzutreffend  und  koordiniert 

gegenüber ihren Nachbarn und Kindern geäussert haben. Zwar verneinten sowohl 

E._____ als auch F._____ ausdrücklich, je selber Drohungen des Beschuldigten 

mitbekommen zu haben (Urk. 6/3 S. 5; Urk. 6/4 S. 4), sie schilderten aber beide, 

wie die Privatklägerin ihnen am tt. August 2022 von den gleichentags erfolgten Dro-

hungen des Beschuldigten erzählt habe und deshalb unruhig bzw. sehr nervös ge-

wesen sei (Urk. 6/3 S. 3/4; Urk. 6/4 S. 3/4). Der Sohn I._____, der an jenem tt. Au-

gust 2022 bei der Privatklägerin zu deren Geburtstag zu Besuch gewesen war, gab 

ebenfalls wieder, wie ihm die Privatklägerin am Telefon erzählt habe, vom Beschul-

digten jenentags bedroht worden zu sein ("Dass er sie umbringt und alles Mögli-

che"; "… zuerst mich und dann meine Mutter umbringen würde"). I._____ bestätigte 

sodann aber auch, öfters selber mitbekommen zu haben, wie der Beschuldigte die 

Privatklägerin  bedroht  habe;  meist  bei  ihnen  zuhause,  er  würde  sie  umbringen, 

wenn sie nicht mache, was er wolle (Urk. 6/1 S. 4). Und auch ihm – I._____ – ge-

genüber  habe  der  Beschuldigte  telefonisch  immer  wieder  gedroht  (a.a.O.  S. 7). 

-   13   -

Weiter  schilderte  er  körperliche  Übergriffe  des  Beschuldigten,  wo  er  – I._____  – 

teilweise dazwischen gegangen sei. Schläge habe er aber nur in Deutschland ge-

sehen, währenddem Drohungen auch in der Schweiz stattgefunden hätten (a.a.O. 

S. 5/6, 7). I._____ beschrieb seinen Vater als sehr besitzergreifend, "eigentlich ein 

guter  Vater",  aber  seine  Art  sei  "Katastrophe"  (a.a.O.  S. 5,  6).  Auch  die  Tochter 

C._____ war am tt. August 2022 bei ihrer Mutter zu Besuch und bekam die nach-

folgenden Drohungen des Beschuldigten nicht selber mit, erhielt diese aber später 

telefonisch von der Privatklägerin geschildert ("Er wird zuerst uns Kinder umbringen 

und dann sie. Danach würde er ins Heimatland gehen und ihren Bruder umbringen, 

danach würde er ins Gefängnis gehen"). Gemäss C._____ habe der Beschuldigte 

das immer wieder so gesagt, unter anderem auch am 8. März 2022 am Telefon ihr 

selbst gegenüber, wo er sie und die Privatklägerin zwei Stunden lang bedroht und 

beleidigt habe (Urk. 6/2 S. 3, 4, 7). Auch sie schilderte körperliche Übergriffe des 

Beschuldigten zu der Zeit, als die Familie noch in Deutschland lebte (a.a.O. S. 5). 

Schliesslich sagte sie aus, sie habe nach ihrer Scheidung auf Geheiss des Beschul-

digten  12 Jahre  lang  keinen  Kontakt  mit  der  Privatklägerin  mehr  haben  dürfen 

(a.a.O. S. 4-6) und beschrieb den Beschuldigten als "Monster", den sie "nie als Va-

ter gesehen" habe, der nie mit ihnen gespielt oder gelächelt habe, aber immer wü-

tend gewesen sei. Sie hätten immer  Angst vor ihm gehabt. Er sei nur freundlich 

gewesen, wenn sie Besuch gehabt hätten; dann sei er ein anderer Mensch gewe-

sen (a.a.O. S. 6).

4.6.6. Mit der Vorinstanz (Urk. 65 S. 21) ergibt sich aus den Aussagen der Privat-

klägerin und der Zeugen, insbesondere der Kinder der Parteien, ein abgerundetes 

Bild. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Privatklägerin die anklage-

gegenständlichen Vorwürfe erfunden und auch Dritten gegenüber unwahr gestreut 

sowie  hernach  "gelernt"  wiedergegeben  haben  könnte.  Mit  der  Entdeckung  der 

– von diesem zugegebenen – Affäre des Beschuldigten begannen die Streitigkeiten 

und damit verbunden dessen Drohungen. Soweit es die Verteidigung als unglaub-

haft erachtet, dass die Privatklägerin fast ein Jahr unter ständigen Todesdrohungen 

mit dem Beschuldigten zusammengewohnt habe und nicht zur Polizei gegangen 

sei (Urk. 78 S. 6 ff.), ist mit der Vorinstanz (a.a.O. S. 20) auf das offenkundig ge-

gebene  Abhängigkeitsverhältnis  der  Privatklägerin  zu  ihrem  Mann  zu  verweisen. 

-   14   -

Es  entsprach  anscheinend  der  Überzeugung  der  Parteien,  dass  sich  die  Privat-

klägerin  dem  Beschuldigten  unterzuordnen  und  ihm  zu  gehorchen  hatte.  Neben 

dem bereits genannten – und vom Beschuldigten im Übrigen ebenfalls nie in Ab-

rede gestellten – Umstand, dass gemäss übereinstimmenden Aussagen der Privat-

klägerin  und  C._____  der  Beschuldigte  über  12 Jahre  hinweg  den  Kontakt  zwi-

schen Mutter und Tochter untersagte, geht diese Anschauung auch aus weiteren 

Schilderungen der Privatklägerin hervor: Der Beschuldigte habe nach dem 30. Sep-

tember 2021 alle ihre Kontakte gelöscht oder blockiert, sie habe zu ihren Freundin-

nen keinen Kontakt mehr haben dürfen (Urk. 5/1 S. 3, 4; Urk. 5/2 S. 5, 12/13), und 

– auf die Frage, weshalb sie ihren Mann nicht einfach verlassen habe – es habe 

der Beschuldigte ihr für diesen Fall sowohl verboten, in der Schweiz zu bleiben als 

auch in den Kosovo zu gehen (Urk. 5/2 S. 11). Die so gelebte Beziehungsstruktur 

wurde sodann verstärkt durch den Umstand, dass sich die Privatklägerin nur sehr 

schlecht auf Deutsch verständigen kann, obwohl sie mit dem Beschuldigten schon 

seit langem im deutschsprachigen Raum lebt (seit 2009/2010 in der Schweiz und 

vorher, seit Beginn der 90-er Jahre, in Deutschland), währenddem der Beschuldigte 

sich – wie heute anlässlich der Berufungsverhandlung gehört – einigermassen gut 

auf Deutsch verständigen kann und in überwiegenden Teilen des Verfahrens kei-

nen  Dolmetscher  benötigte  (vgl.  Urk. 4/1-4).  Den  Aussagen  von  C._____  und 

I._____ ist überdies zu entnehmen, dass die Privatklägerin aus Angst um bzw. we-

gen der Kinder beim Beschuldigten blieb (vgl. Urk. 6/1 F/A 38 und Urk. 6/2 F/A 19). 

Bezeichnend ist schliesslich auch, dass das Verfahren gar nicht auf Initiative der 

Privatklägerin in Gang gesetzt wurde, sondern es aufgrund des Anrufs eines Soh-

nes der Parteien seinen Anfang fand.

4.6.7. Die  Aussagen  des  Beschuldigten  (von  der  Vorinstanz  in  Urk. 65  S. 14-16 

zusammengefasst)  vermögen  das  entstandene  Bild  nicht  zu  erschüttern.  Mit  der 

Vorinstanz (Urk. 65 S. 19) fällt auf, dass der Beschuldigte alle Vorwürfe komplett 

und  pauschal  abstreitet  und  seine  Ehe  mit  der  Privatklägerin  in  höchsten  Tönen 

lobt,  gleichsam  als  perfekte  Ehe  darstellt.  Er  sei  überrascht  gewesen,  als  er  am 

tt. August 2022 von der Polizei verhaftet worden sei, und könne sich nicht erklären, 

weshalb die Privatklägerin gegen ihn falsche Vorwürfe erhebe. Auch seine Kinder 

würden falsch aussagen, und I._____ sei "ein Opfer seiner Mutter, seiner Schwes-

-   15   -

ter und seines älteren Bruders" – womit der Beschuldigte implizit wohl ein richtig-

gehendes  Komplott  gegen  ihn  geltend  machen  will  (ähnlich  auch  anlässlich  der 

heutigen Berufungsverhandlung [vgl. Urk. 77 S. 5 ff]).

Das alles ist äusserst unglaubhaft und lässt die Depositionen des Beschuldigten 

als Schutzbehauptungen erscheinen. Seine Aussagen weisen denn auch viele ge-

radezu typische Lügensignale auf (vgl. dazu die Vorinstanz in Urk. 65 S. 6 und 19).

Zunächst  ist  es  schon  aufgrund  seiner  eigenen  Aussagen  wenig  überzeugend, 

wenn er behauptet, die Ehe mit der Privatklägerin "hätte nicht besser sein können" 

(Prot. I  S. 7;  ähnlich  auch  heute:  "Es  war  super.  Sie  hat  ja  bei  mir  gewohnt.  Wir 

haben auf einem Kopfkissen geschlafen." [vgl. Urk. 77 S. 9]): So räumte er etwa in 

der Hafteinvernahme vom 17. August 2022 immerhin ein, "früher" eine Affäre mit 

H._____ gehabt zu haben (Urk. 4/2 S. 3), was er in der ersten Einvernahme noch 

abgestritten hatte (Urk. 4/1 S. 4; implizit stritt er die Affäre auch anlässlich der heu-

tigen Berufungsverhandlung wieder ab [vgl. Urk. 77 S. 7 f. und S. 10). Es darf da-

von ausgegangen werden, dass auch in den Augen des Beschuldigten eine Ehe, 

die er als "das Beste, was es geben kann" bezeichnet (Prot. I S. 2), eigentlich ohne 

aussereheliche Affären stattfinden sollte. Immerhin hatte er die Affäre – wie gese-

hen – anfänglich denn auch noch und auch heute implizit wieder – im Widerspruch 

zu seinen vorherigen Aussagen – in Abrede gestellt. Sodann erzählte der Beschul-

digte bereits in der ersten Befragung, dass ihn die Privatklägerin am tt. August 2022 

im Auto auf dem Weg zur Gemeindeverwaltung aufgefordert habe, sich ein Bett zu 

kaufen,  da  sie  nicht  mehr  zusammen  mit  ihm  im  Bett  schlafen  wolle.  Wenn  der 

Beschuldigte  dazu  sogleich  anfügt,  "ich  habe  auf  diese  Aussage  nicht  reagiert" 

(Urk. 4/1 S. 2), so deutet das darauf hin, dass ihn der Wunsch der Privatklägerin 

zumindest nicht gross überrascht zu haben scheint – was wiederum nicht dem Ehe-

bild entspricht, welches der Beschuldigte im Verfahren zeichnen möchte. Es ist so-

dann (mit der Vorinstanz "irritiert", Urk. 65 S. 19) festzustellen, dass der Beschul-

digte die Privatklägerin immer wieder als psychisch beeinträchtigt darzustellen bzw. 

dies jedenfalls zu insinuieren versucht: Sie müsse eine Therapie machen, "weil seit 

zwei bis drei Jahren ist sie nicht mehr so, wie sie vorher war", erstens wisse sie 

nicht mehr, was sie sage, und zweitens mache er sich Sorgen um ihren Kreislauf. 

-   16   -

Sie habe auch selbst des Öfteren gesagt, sie sei nicht mehr so gut im Kopf (Urk. 4/1 

S. 5; Urk. 4/2 S. 6). Er wisse nicht, was die Privatklägerin davon habe, ihn falsch 

anzuschuldigen;  er  sei  "kein  Arzt,  kein  Psychiater"  (Urk. 4/2  S. 4).  Und  in  der 

Schlusseinvernahme sagte er dann, die Privatklägerin sei "wirklich krank" (Urk. 4/4 

S. 8; vgl. auch Urk. 77 S. 8).

Freilich  hatte  der  Beschuldigte  bereits  in  der  Hafteinvernahme  vom  17. August 

2022 eingeräumt, er habe im März oder April [wohl 2022] bemerkt, "dass es nicht 

ok ist zwischen uns", worauf er gesagt habe, sie sollten zusammenbleiben bis zu 

ihrer beider Pensionierung, "dann könne sie machen, was sie will" (Urk. 4/2 S. 4). 

Daran schien sich der Beschuldigte in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und 

auch heute offenbar nicht mehr zu erinnern, als er die Ehe der Parteien schlicht als 

"das Beste" bzw. "es war super" lobte.

Verräterisch ist weiter, dass der Beschuldigte in den verschiedenen Einvernahmen 

bei vielen Fragen auswich, sich in Erklärungen ohne Sachzusammenhang verlor 

und vor allem auch nicht selten seinerseits Vorwürfe an die ihn belastenden Perso-

nen  richtete,  womit  er  offensichtlich  Zweifel  am  Wahrheitsgehalt  von  deren  Aus-

sagen  zu  säen  versuchte:  So  kam  er  bereits  in  seiner  allerersten  Aussage  zum 

Tatvorwurf ausführlich darauf zu sprechen, dass sein Sohn D._____ Drogen kon-

sumiere, ihn – den Beschuldigten – in die Schulden getrieben habe, in Deutschland 

im Gefängnis gewesen sei und Probleme mit seiner Schwester gehabt habe. Im 

Zusammenhang mit dem Verfahren gegen D._____ sei sodann auch die Privatklä-

gerin  wegen  Falschaussagen  bestraft  worden.  Sie  habe  nur  deswegen  nicht  ins 

Gefängnis gemusst, weil der Beschuldigte die Strafe bezahlt habe (Urk. 4/1 S. 3, 8, 

9;  ähnlich  der  Beschuldigte  auch  heute  [Urk. 77  S. 5  ff.]  und  die  Verteidigung  in 

Urk. 78 S. 8 und 9; vgl. dazu auch Urk. 18/8-9). Der Sohn I._____ sei – so der Be-

schuldigte  in  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  vom  25. Mai  2023  –  in 

Konkurs gegangen und habe Schulden gehabt; sodann trinke er und habe an Spie-

lautomaten zwei bis drei Mal den ganzen Lohn verspielt. Er – der Beschuldigte – 

habe daraufhin EUR 7'500.– für ihn bezahlt, worauf alles wieder in Ordnung gewe-

sen sei. J._____ – dem dritten Sohn – habe er die Rechnung für eine Garage über 

EUR 1'500.– bezahlt und für EUR 2'500.– ein Auto gekauft (Urk. 4/4 S. 2). C._____ 

-   17   -

habe "wirklich falsche Aussagen gemacht", im Zusammenhang mit einer reichlich 

verworrenen – hier nicht weiter zu vertiefenden – Geschichte, wohl im Zusammen-

hang  mit  dem  Verfahren  gegen  D._____  und  einem  Aufenthalt  von  C._____  im 

Frauenhaus (Urk. 4/4 S. 3; vgl. auch Urk. 77 S. 8 ff.). Und schliesslich hielt der Be-

schuldigte  der  Privatklägerin  seinerseits  vor,  noch  vor  der  Heirat  eine  Affäre  mit 

dem  Mann  einer  Arbeitskollegin  gehabt  zu  haben.  Davon  habe  er  nach  einer 

Schlägerei der Privatklägerin mit dieser Arbeitskollegin erfahren. Er habe das aber 

geschluckt,  weil  die  Privatklägerin  damals  mit  C._____  schwanger  gewesen  sei. 

Wenn er aber gewusst hätte, "was jetzt passiert" [gemeint: das vorliegende Verfah-

ren], hätte er "damals bereits 'tschüss' gesagt" (Urk. 4/4 S. 5/6). Heute brachte der 

Beschuldigte neu vor, dass der Sohn D._____ die Privatklägerin gegen ihn aufge-

hetzt habe. Als er (der Beschuldigte) D._____ nicht mehr mit Fr. 700.– bis Fr. 800.– 

pro Monat unterstützt habe, habe sich dieser gegen ihn gewandt (vgl. Urk. 77 S. 6 

und 11; vgl. auch Urk. 78 S. 9 i.V.m. Prot. II S. 6).

Selbst  wenn  all  diese  Ausführungen  des  Beschuldigten  zu  angeblichen  früheren 

Vorkommnissen im Leben der Genannten zutreffen würden, wäre damit noch nichts 

hinsichtlich der Glaubhaftigkeit von deren Aussagen im vorliegenden Zusammen-

hang abgeleitet. Wie bereits die Vorinstanz richtig festgehalten hat (Urk. 65 S. 8), 

kann zwar das Vorleben der aussagenden Person mit Blick auf deren Glaubwür-

digkeit für die Wahrheitsfindung von gewissem Interesse sein. Inwiefern allerdings 

ein  allfälliger  Gefängnisaufenthalt  bzw.  eine  allfällige  Verurteilung  –  welche 

notabene  bereits  beinahe  15 Jahre  zurückliegen  würden  (vgl.  Urk. 18/8-9)  –,  ein 

Konkurs oder eine mögliche frühere Affäre vorliegend einen Einfluss auf den Wahr-

heitsgehalt der jeweiligen Aussagen haben sollte, tut auch der Beschuldigte oder 

die Verteidigung (Urk. 78 S. 8 und 9) nicht (überzeugend) dar. Viel entscheidender 

ist die Analyse der konkreten Aussagen – was bereits hinlänglich abgehandelt ist.

4.6.8. Mit der Vorinstanz ist damit der Anklagesachverhalt erstellt, mit Ausnahme 

der mit der Drohung verbundenen Bedingung, "wenn sie nicht mache, was er wolle" 

(Urk. 65 S. 21). Dieser Zusatz wurde zwar von I._____ so erwähnt (Urk. 6/1 S. 4), 

jedoch von niemandem sonst, namentlich auch nicht der Privatklägerin selbst. Und 

um  neben  den  Drohungen  allenfalls  selbständig  strafrechtlich  relevant  zu  sein, 

-   18   -

müsste ohnehin noch konkretisiert sein, was mit "was er wolle" gemeint wäre. Es 

ist demnach erstellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin zwischen 

dem 30. September 2021 und dem tt. August 2022 beinahe täglich die in der An-

klage genannten Todesdrohungen ausgestossen hat, ebenso wie am 8. März 2022 

gegenüber der gemeinsamen Tochter C._____. Ebenfalls erstellt ist, dass die Pri-

vatklägerin so in Angst versetzt wurde und befürchtete, der Beschuldigte könnte ihr 

oder  ihrer  Familie  etwas  antun  bzw.  sie  alle  umbringen.  Als  Folge  dieser  Angst 

harrte sie immer wieder einmal teilweise mehrere Stunden auf dem Balkon aus und 

bewahrte  unter  ihrem  Kopfkissen  ein  kleines  Messer  auf,  um  sich  im  Bedarfsfall 

wehren zu können.

5.

Rechtliche Würdigung

5.1. Hinsichtlich  der  rechtlichen  Würdigung  kann  vollumfänglich  auf  die  zutref-

fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 65 S. 21 ff.). Wer so 

handelt wie der Beschuldigte, will das Opfer in Angst versetzen und seines Sicher-

heitsgefühls berauben. Angesichts der überaus grossen Anzahl der Privatklägerin 

gegenüber geäusserten Drohungen (vom 30. September 2021 bis zum tt. August 

2022  sind  es  320  Tage)  nur  von  untergeordneter  Bedeutung  ist,  dass  –  wie  die 

Vorinstanz  auch  das  richtig  festhält  (Urk. 65  S. 22)  –  eine  Drohung  auch  dann 

tatbeständlich ist, wenn sie Dritten gegenüber geäussert wird und dem Opfer zu 

Ohren  kommt  –  was  vorliegend  hinsichtlich  den  telefonischen  Drohungen  des 

Beschuldigten vom 8. März 2022 gegenüber der Tochter C._____ offensichtlich ge-

schehen ist, womit der Beschuldigte rechnen musste.

5.2. Der  Beschuldigte  hat  sich  mithin  der  mehrfachen  Drohung  im  Sinne  von 

Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit – nachdem der Beschuldigte der Ehegatte 

des  Opfers  war  und  die  Drohungen  während  der  Ehe  begangen  worden  sind  – 

Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB schuldig gemacht.

6.

Strafzumessung

6.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer bedingten Freiheits-

strafe von 7 Monaten. Da einzig der Beschuldigte Berufung gegen das vorinstanz-

-   19   -

liche  Urteil  erhoben  hat,  fällt  aufgrund  des  Verschlechterungsverbots  (Art. 391 

Abs. 2 StPO) eine strengere Bestrafung von vornherein ausser Betracht.

6.2. Die Verteidigung verzichtete anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung 

– vor dem Hintergrund des beantragten Freispruchs – darauf, sich kritisch zur vor-

instanzlichen  Sanktion  bzw.  zur  gewählten  Strafart  zu  äussern  (Urk. 78;  Prot. II 

S. 7).

6.3. Die Vorinstanz hat den bei Art. 180 Abs. 1 StGB zur Verfügung stehenden 

Strafrahmen einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe korrekt abge-

steckt. Die mehrfache Tatbegehung ist innerhalb dieses ordentlichen Strafrahmens 

straferhöhend zu berücksichtigen (Urk. 65 S. 24).

6.4. Auch  die  zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  zu  den  allgemeinen 

Strafzumessungsregeln  (Urk. 65  S. 24-26)  brauchen  nicht  wiederholt  zu  werden. 

Nicht näher eingegangen ist die Vorinstanz indessen auf die bundesgerichtlichen 

Grundsätze  zur  Gesamtstrafenbildung  nach  Art. 49  Abs. 1  StGB  bei  mehrfacher 

Delinquenz. Das Bundesgericht hat dazu festgehalten, dass eine Gesamtfreiheits-

strafe nur zulässig ist, wenn für jede einzelne Straftat, unter Berücksichtigung der 

Priorität der Geldstrafe (vgl. dazu Art. 41 StGB), eine Freiheitsstrafe erforderlich ist, 

weil der Täter im Rahmen von Art. 49 Abs. 1 StGB nicht strenger bestraft werden 

darf, als wenn die Straftaten einzeln abgeurteilt worden wären (konkrete Methode; 

BGE 144 IV 313 E. 1.1.1 und E. 1.1.3; BGE 134 IV 97 E. 4.2.1). Namentlich nicht 

zulässig  ist  deshalb,  eine  Gesamtgeldstrafe  in  eine  Gesamtfreiheitsstrafe  umzu-

wandeln, wenn die Asperation von mehreren im Einzelfall angemessenen Gelds-

trafen das zulässige Höchstmass der Geldstrafe von 180 Tagessätzen übersteigt. 

Mit ausführlicher Begründung wandte sich das Bundesgericht im BGE 144 IV 217 

von den von ihm bis dahin diesbezüglich zugelassenen Ausnahmen ab und hielt 

ausdrücklich fest, dass der Gesetzgeber weder eine gesetzliche Grundlage zur Bil-

dung  einer  Gesamtstrafe  aus  Geld-  und  Freiheitsstrafe  geschaffen,  noch  einen 

Wechsel von der Gesamtstrafe aus mehreren Einzelstrafen zu einer Einheitsstrafe 

im Sinne einer Gesamtbetrachtung aller zu beurteilenden Delikte in Erwägung ge-

zogen habe. Dass das insbesondere bei mehrfach begangener leichter Kriminalität 

zu unbilligen Ergebnissen führen werde, sei hinzunehmen (a.a.O. E. 3.6).

-   20   -

6.5. Die  Vorinstanz  hat  sich  nur  teilweise  an  diese  Vorgaben  gehalten  (vgl. 

Urk. 65 S. 26 f.). Zwar legt sie zunächst – für die chronologisch erste Drohung am 

30. September 2021 als "schwerste Straftat" im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB – 

eine  Einsatzstrafe  fest,  lässt  aber  offen,  ob  diese  5 Monate  Freiheitsstrafe  oder 

150 Tagessätze Geldstrafe beträgt. Danach erhöht sie diese Einsatzstrafe in An-

wendung  des  Asperationsprinzips  für  die  wiederholt  und  beinahe  täglich  ausge-

sprochenen weiteren Drohungen um 2 Monate Freiheitsstrafe. Die Wahl der Straf-

art begründet die Vorinstanz entgegen Art. 41 Abs. 2 StGB aber nicht. Es ist anzu-

nehmen, dass sie darum darauf verzichtete, weil die so entstehende Gesamtstrafe 

7 Monate beträgt, was im Geldstrafenäquivalent 210 Tagessätzen entspricht und 

über dem zulässigen Höchstmass von 180 Tagessätzen liegt. Mit andern Worten 

hat  die  Vorinstanz  für  Einsatz-  und  Asperationsstrafen  offensichtlich  jeweils  mit 

"Strafeinheiten"  gerechnet  und  aus  dem  über  180  "Strafeinheiten"  liegenden 

Resultat geschlossen, dass nur eine Freiheitsstrafe möglich sei (vgl. dazu das Fazit 

in  Urk. 65  S. 29).  Das  widerspricht  indessen  –  wie  vorstehend  erwogen  –  der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung.

6.6. Nun  müssen  allerdings  in  Konstellationen  wie  der  vorliegenden  weiterhin 

Ausnahmen vom strikten System der aus Einzelstrafen zusammengesetzten Ge-

samtstrafe möglich sein. Der Beschuldigte wird – wie gesehen – wegen mehrfacher 

Drohung  verurteilt,  weil  er  über  eine  Zeitspanne  von  320 Tagen  anklagegemäss 

unbestimmt viele Male, beinahe täglich, die Beschuldigte und ihre Familie mit dem 

Tode  bedroht  hat.  Die  genaue  Anzahl  der  Einzeldelikte  kann  naturgemäss  nicht 

ermittelt  werden  und  liegt  jedenfalls  in  den  Hunderten.  Es  ist  demnach  gar  nicht 

möglich, für jede Einzeltat eine zu asperierende Einzelstrafe festzulegen.

6.6.1. Das Bundesgericht hat diese Problematik in jüngerer Rechtsprechung auch 

erkannt  und  im  Urteil  6B_432/2020  vom  20. September  2021  unter  bestimmten 

Umständen  die  Festsetzung  einer  hypothetischen  Strafe  für  eine  Tatgruppe 

zugelassen. Diesem Entscheid lag eine Verurteilung wegen mehrfachen sexuellen 

Handlungen  mit  Kindern  zugrunde,  wozu  das  Bundesgericht  erwog:  "Der  Tatbe-

stand  der  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  weist  Züge  eines  Dauerdelikts  auf, 

wenn die Handlungen, wie im vorliegenden Fall, in einer Paarbeziehung erfolgen. 

-   21   -

Mit der Vorinstanz ist daher die Gesamtheit der (einvernehmlichen) Handlungen im 

Blick zu behalten. Die Beschwerdeführerin verlangt zu Recht nicht, dass für jede 

Handlung  gesondert  nach  Art. 49  Abs. 1  StGB  zu  verfahren  und  etwa  für  jeden 

Kuss oder für jede Berührung eine separate Strafe festzusetzen sei. Jeden Kuss 

einzeln zu asperieren wäre auch deswegen gar nicht möglich, weil die Anzahl der 

einschlägigen  Handlungen  nicht  bestimmbar  ist."  Diese  Erwägungen  gelten 

– mutatis  mutandis  –  auch  vorliegend.  Auch  die  über  ein  knappes  Jahr  immer 

wieder, beinahe täglich geäusserten Drohungen weisen Züge eines Dauerdelikts 

auf,  gerade  auch  in  der  vorliegend  ebenfalls  gegebenen  Paarbeziehung.  Es  ist 

deshalb auch hier unerlässlich, die Gesamtheit aller Taten im Blick zu behalten; nur 

so  ist  eine  adäquate,  schuldangemessene  Sanktionierung  möglich.  Die  Bestim-

mung  der  genauen  Anzahl  einschlägiger  Handlungen  ist  auch  vorliegend  nicht 

möglich.

6.6.2. Betreffend die Wahl der Strafart hat das Bundesgericht im Urteil 6B_93/2022 

vom 24. November 2022 ebenfalls erkannt, dass eine "allzu abstrakte Lesart der 

einschlägigen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung"  zur  Gesamtstrafenbildung 

den "Fundamentalsatz des materiellen Strafrechts" tangieren könnte, "das Gericht 

misst die Strafe nach dem Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 StGB)". Zwar bilde 

das Verschulden nicht das entscheidende Kriterium, wenn verschiedene Strafarten 

zur Wahl stehen, es sei aber neben den anderen bestimmenden Kriterien adäquat 

einzuschätzen  ("doit  être  appréciée";  BGE 147  IV  241  E. 3.2).  Nur  wenn  sowohl 

eine Geldstrafe wie eine Freiheitsstrafe in Betracht kämen und beide Strafarten in 

äquivalenter Weise das Verschulden sanktionierten, sei generell dem Verhältnis-

mässigkeitsprinzip  folgend  der  Geldstrafe  die  Priorität  einzuräumen  (a.a.O. 

E. 1.3.8).  Damit  gibt  es  Konstellationen,  bei  welchen  mehrfache  Tatbegehungen 

aufgrund  ihrer  Gesamtheit  eine  Geldstrafe  als  der  Schwere  eines  jeden  der  ein-

zelnen Delikte nicht mehr angemessen erscheinen lassen (vgl. a.a.O. E. 1.4.6).

Eine solche Sachlage ist vorliegend gegeben: Zwar dürfte – mit Blick auf die dies-

bezügliche  Gerichtspraxis  –  gerade  beim  nicht  vorbestraften  Beschuldigten  eine 

einzelne, rein verbale und eher pauschale Todesdrohung mit einer Geldstrafe aus-

reichend  geahndet  sein  (wobei  die  von  der  Vorinstanz  für  die  Drohung  vom 

-   22   -

30. September 2021 festgesetzte Einsatzstrafe von 150 Tagessätzen als sehr hoch 

erscheint). Dasselbe gilt für alle weiteren – anzahlmässig nur grob bestimmbaren – 

einzelnen  Drohungen.  In  einer  Gesamtbetrachtung  muss  aber  klar  festgehalten 

werden, dass für den Beschuldigten, der über fast ein Jahr hinweg die Privatkläge-

rin nahezu täglich mit hunderten von Todesdrohungen gegen sie und ihre Familie 

eingedeckt  hat,  nur  eine  Freiheitsstrafe  verhältnismässig  sein  kann.  Eine  Gelds-

trafe  würde  angesichts  der  Gesamtheit  der  unzähligen  Todesdrohungen  –  der 

schwersten  denkbaren  Drohung  –  der  Schwere  jeder  Einzeltathandlung  nicht 

gerecht.

6.7.

Für die mehrfachen Drohungen – eine "Tatgruppe" im Sinne der vorstehend 

wiedergegebenen Rechtsprechung – ist der Beschuldigte deshalb mit einer (Ein-

heits-)Freiheitsstrafe zu bestrafen. Es ist zu wiederholen, dass in objektiver Hinsicht 

die  grundsätzlich  schwerstmöglichen  Drohungen  –  Todesdrohungen  –  vorliegen, 

wenngleich sie jeweils einzig verbal und relativ unbestimmt geäussert worden sind. 

Namentlich hat der Beschuldigte seinen Drohungen nicht etwa noch durch Gesten 

oder gar mögliche Tatinstrumente Nachdruck verliehen, und er hat auch keine kon-

kreteren  Ausführungen  zu den angedrohten  Taten  gemacht. Die Drohungen des 

Beschuldigten lösten bei der Privatklägerin jedoch beträchtliche Reaktionen aus. 

Aus Angst begab sie sich regelmässig auf den Balkon, um einen Aussenbezug her-

zustellen, sodass allfällige Übergriffe des Beschuldigten in der "Öffentlichkeit" ge-

sehen worden wären. Weiter schlief sie – in Jeans und Pullover – angezogen und 

hatte ein kleines Messer unter dem Kopfkissen, um "immer bereit" zu sein, wenn 

der Beschuldigte ihr etwas angetan hätte. Die Privatklägerin stand in einem erheb-

lichen  Abhängigkeitsverhältnis  zum  Beschuldigten,  und  er  war  jedenfalls  deren 

engste Bezugs- und Vertrauensperson in der Schweiz. In der Gesamtheit der wäh-

rend fast eines Jahres unzählige Male, fortwährend und immer wieder geäusserten 

Drohungen erscheint die objektive Tatschwere damit nicht mehr als leicht. Subjektiv 

fällt der direkte Vorsatz des Beschuldigten ins Gewicht, mit der Vorinstanz (Urk. 65 

S. 26) wohl mit dem Motiv, die Privatklägerin zu dominieren und zu verunsichern, 

möglicherweise auch verärgert darüber, dass diese hinter seine Affäre gekommen 

war. Jedenfalls vermag die subjektive Tatschwere die objektive nicht zu relativie-

ren. Vor diesem Hintergrund erscheint die vorinstanzlich für die Gesamtheit aller 

-   23   -

Drohungen festgesetzte Einsatzstrafe von 7 Monaten Freiheitsstrafe – etwas mehr 

als einem Sechstel der Maximalstrafe – als ganz sicher nicht zu hoch. Da – wie 

sogleich zu zeigen sein wird – die Täterkomponenten strafzumessungsneutral zu 

gewichten  sind,  erübrigen  sich  detailliertere  Erwägungen  dazu;  zufolge  des  Ver-

schlechterungsverbots ist ohnehin keine höhere Strafe möglich.

Hinsichtlich  der  Täterkomponenten  und  deren  Würdigung  ist  zunächst  auf  das 

vorinstanzliche  Urteil  zu  verweisen  (Urk. 65  S. 27  ff.).  Zu  seinen  persönlichen 

Verhältnissen  ergänzte  der  Beschuldigten  anlässlich  der  heutigen  Berufungs-

verhandlung,  dass  er  aktuell  alleine  im  Kosovo  lebe  und  von  Renten  aus  der 

Schweiz  von  Fr. 600.–  und  aus  Deutschland  von  EUR 300.–  lebe  und  keiner 

Erwerbstätigkeit  nachgehe.  Der  Beschuldigte  erklärte  weiter,  dass  er  inskünftig 

aber wieder in der Schweiz leben wolle. Der Beschuldigte ist mittlerweile von der 

Privatklägerin geschieden. Er habe aktuell weder Kontakt zur Privatklägerin noch 

zu seinen Kindern. Er verfüge über Schulden von ca. Fr. 17'000.– (Urk. 77 S. 1 ff; 

vgl. auch Urk. 78/1-2). Der Beschuldigte hat sodann keine Vorstrafen und ist – wie 

gesehen – in keiner Weise geständig. Dass er der Privatklägerin wiederholt alles 

Gute  für  die  Zukunft  wünscht  und  sie  "frei  gibt"  (Urk. 4/3  S. 4;  Urk. 4/4  S. 8,  14; 

Prot. I S. 8; vgl auch Urk. 77 S. 3 und Prot. II S. 7), kann keine Strafminderung zur 

Folge haben.

6.8. Es bleibt damit bei der schon vorinstanzlich ausgefällten Freiheitsstrafe von 

7 Monaten. Davon sind zwei Tage durch die vom Beschuldigten erlittene Haft er-

standen (Art. 51 StGB).

7.

Vollzug

Nur schon aus Gründen des prozessualen Verschlechterungsverbotes kann nicht 

anders entschieden werden, als die Strafe bedingt aufzuschieben, unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren (Urk. 65 S. 30).

8.

Zivilansprüche

Unter  Verweis  auf  die  zutreffenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  ist  eine  grund-

sätzliche Schadenersatzpflicht des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin zu 

-   24   -

bejahen, sie indessen zur genauen Feststellung des Umfangs des Anspruchs auf 

den Weg des Zivilprozesses zu verweisen (Urk. 65 S. 35-37; vgl. auch Urk. 78 S. 2 

und 18).

9.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

Ausgangsgemäss – der Beschuldigte bleibt auch im Berufungsverfahren im Sinne 

des  vorinstanzlichen  Urteils  anklagegemäss  verurteilt  –  ist  die  vorinstanzliche 

Kostenverlegung (Dispositivziffern 10 und 11) zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'600.–  festzusetzen 

(§ 16 Abs. 1 i.V.m. § 14 Abs. 1 GebV OG). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 

Abs. 1  StPO).  Der  Beschuldigte  unterliegt  mit  seinen  Berufungsanträgen  vollum-

fänglich, weshalb ihm ausgangsgemäss die Kosten des Berufungsverfahrens auf-

zuerlegen sind.

Der  amtliche  Verteidiger  des  Beschuldigten  machte  für  das  Berufungsverfahren 

einen  Aufwand  von  Fr. 6'443.45  geltend  (Urk. 76  ).  Da  einzig  der  Beschuldigte 

Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, kam im vorliegenden Verfahren 

"nur" eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer (bedingten) Freiheitsstrafe von 

7 Monaten  in  Betracht.  Auch  über  die  vor  Vorinstanz  noch  beantragte  Landes-

verweisung  musste  im  vorliegenden  Verfahren  aufgrund  des  Verschlechterungs-

verbots nicht mehr entschieden werden. Der Schwierigkeitsgrad des Falles ist als 

eher tief einzustufen: Der Aktenumfang des Verfahrens ist gering. Es stellten sich 

auch keine komplexen formellen oder prozessualen Fragen. Dies gilt auch für die 

Beweiswürdigung  und  Rechtsfragen.  Der  notwendige  Zeitaufwand  für  deren 

Analyse ist deshalb als tief einzustufen. In rechtlicher Hinsicht bot der Fall keine 

besonderen Anforderungen, was sich auch darin wiederspiegelt, dass das Plädoyer 

des  Verteidigers  beinahe  ausschliesslich  aus  Ausführungen  zum  Sachverhalt 

bestand. Die Verteidigung setzte sich in ihrem Plädoyer sodann auch nicht vertieft 

mit der Beweiswürdigung der Vorinstanz auseinander, sondern beschränkte sich 

im Wesentlich darauf, die Aussagen der Privatklägerin, des Beschuldigten und der 

Zeugen – wie bereits vor Vorinstanz gemacht – zu analysieren (vgl. Urk. 78 und 

-   25   -

51). Der amtliche Verteidiger ist nach dem Dargelegten für seine Aufwendungen im 

Berufungsverfahren  –  unter  Berücksichtigung  der  geltend  gemachten  Aufwands-

positionen  (Urk. 76)  und  der  tatsächlichen  Dauer  der  Berufungsverhandlung – 

pauschal mit Fr. 5'000.– (inkl. 8,1 % MwSt. und Barauslagen) zu entschädigen.

Somit sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme 

der  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung,  aufzuerlegen.  Die  Kosten  der  amtlichen 

Verteidigung  sind  einstweilen  auf  die  Gerichtskasse  zu  nehmen.  Die  Rück-

zahlungspflicht  des  Beschuldigten  bleibt  gemäss  Art.  135  aAbs.  4  StPO  vor-

behalten.

Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens besteht schliesslich kein Raum für die von 

der amtlichen Verteidigung für den Beschuldigten gestellte Entschädigungsforde-

rung (vgl. Urk. 78 S. 2 und 18 [mit Verweis]).

-   26   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Affoltern, Einzel-

gericht, vom 30. November 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.-3.

[…]

4.

5.

6.

7.

8.

9.

Es wird keine Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils ange-

ordnet.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

Von der Anordnung eines Kontaktverbotes wird abgesehen.

[…]

Der Antrag auf Zusprechung einer Genugtuung wird auf den Zivilweg verwiesen.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

2'400.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'000.00   Gebühr für das Vorverfahren,

7'710.15

5'249.90

  Entschädigung amtliche Verteidigung RA X._____ (inkl. 7.7% 

MwSt.), 

  Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin 

(inkl. 7.7% MwSt.)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel.

10.-11.

[…]

12.

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin aus der Gerichtskasse mit Fr. 5'249.90 (inkl. 7.7% MwSt.) ent-

schädigt. Diese Kosten werden einstweilen auf die Staatskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO i.V.m. Art. 138 StPO.

13.

[Mitteilungen]

14.

[Rechtsmittelbelehrung]"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

-   27   -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen Drohung im Sinne 

von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. a StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten, 

wovon 2 Tage durch Haft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

zwei Jahre festgesetzt.

4.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

5.

6.

Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 10 und 11) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MwSt.).

7.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

aAbs. 4 StPO vorbehalten.

8.

Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (vorab per IncaMail)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin B._____ im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin (versandt)

-   28   -

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat

die Vertretung der Privatklägerin B._____ im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 
DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"

das Migrationsamt des Kantons Zürich.

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 20. Februar 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Ch. Prinz

MLaw J. Stegmann

-   29   -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.