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**Case Identifier:** 513bf8c4-35e8-5600-8dcd-b3ab240d174d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.06.2020 200 2019 798
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-798_2020-06-03.pdf

## Full Text

200 19 798 UV
FUE/SCM/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Juni 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
Postfach, 8010 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. September 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2020, UV/2019/798, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war ab 1. August 2015 beim ... mit einem Teilzeitpensum angestellt und 
dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (Allianz 
bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen 
und Berufskrankheiten versichert (vgl. Akten der Allianz, Antwortbeilage 
[AB] 1-4, 13-14). Am 25. August 2015 unterzog sich die Versicherte einer 
ventralen Diskektomie und foraminalen Dekompression C7/Th1 und einer 
Implantation eines zero-P-Cages 7mm konvex, gefüllt mit 0,5cc Grafton 
(AB 16), wobei gemäss Unfallmeldung UVG vom 7. September 2015 
(AB 3) der Rückennerv mit einem Instrument verletzt worden sei. Die Alli-
anz tätigte medizinische Abklärungen, holte ein Aktengutachten ihres bera-
tenden Arztes Dr. med.  C.________, Facharzt für Chirurgie, vom 1. Mai 
2017 ein (AB 54) und verneinte mit Verfügung vom 22. Juni 2018 (AB 58) 
den Leistungsanspruch, weil das Ereignis vom 25. August 2015 den Unfall-
begriff nicht erfülle und auch keine Listenverletzung vorliege. Die dagegen 
erhobene Einsprache der Versicherten (AB 65) wies die Allianz mit Ent-
scheid vom 20. September 2019 ab (AB 74).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 22. Oktober 2019 Beschwerde und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 20.9.2019 
sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführe-
rin im Zusammenhang mit dem Unfall vom 25.8.2015 (Verletzung im 
Rahmen einer Operation) die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG 
zu erbringen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2020, UV/2019/798, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2019 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutre-
ten sei.

Mit Replik vom 5. Dezember 2019 und Duplik vom 21. Januar 2020 hielten 
die Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest.

Am 3. Februar 2020 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht eine weitere 
Eingabe zukommen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. Sep-
tember 2019 (AB 74). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 25. August 2015.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie hier 
(AB 3) – vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt 
ausgebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie 
eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem 
Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 
3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.4 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der äussere Fak-
tor ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – nicht mehr 
im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich 
und üblich ist (BGE 142 V 219 E. 4.3.1 S. 221; 134 V 72 E. 4.1 S. 76; 

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118 V 283 E. 2a S. 284). Dies gilt auch, wenn zu beurteilen ist, ob ein ärzt-
licher Eingriff den gesetzlichen Unfallbegriff erfüllt (BGE 118 V 283 E. 2b 
S. 284). Es ist indessen nach der Praxis mit dem Erfordernis der Ausser-
gewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine medizinische Massnahme in 
Frage steht (BGE 121 V 35 E. 1b S. 38; 118 V 283 E. 2b S. 284). Die Vor-
nahme des medizinischen Eingriffs muss unter den jeweils gegebenen 
Umständen vom medizinisch Üblichen ganz erheblich abweichen und zu-
dem, objektiv betrachtet, entsprechend grosse Risiken in sich schliessen. 
Im Rahmen einer Krankheitsbehandlung, für welche der Unfallversicherer 
nicht leistungspflichtig ist, kann ein Behandlungsfehler ausnahmsweise den 
Unfallbegriff erfüllen, wenn es sich um grobe und ausserordentliche Ver-
wechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schä-
digungen handelt, mit denen niemand rechnet noch zu rechnen braucht. 
Ob ein Unfall im Sinne des obligatorischen Unfallversicherungsrechts vor-
liegt, beurteilt sich unabhängig davon, ob der beteiligte Mediziner einen 
Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder öffentlich-rechtliche) Haf-
tung begründet. Ebenso wenig besteht eine Bindung an eine allfällige straf-
rechtliche Beurteilung des ärztlichen Verhaltens (BGE 121 V 35 E. 1b 
S. 38 f.; 118 V 283 E. 2b S. 284; zum Ganzen: Entscheide des Bundesge-
richts [BGer] vom 6. Juni 2018, 8C_813/2017, E. 3.1, und vom 16. April 
2019, 8C_235/2018, E. 5.2; vgl. auch IRENE HOFER, in FRÉSARD-
FELLAY/KLETT/LEUZINGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des 
Sozialversicherungsrechts, 2020, Art. 4 N. 50, sowie in FRÉSARD-
FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar, Unfallversicherungs-
gesetz, 2019, Art. 6 N. 47; UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 
2020, Art. 4 N. 76 f.; FRÉSARD/MOSER-SZELESS, in ULRICH MEYER [Hrsg.], 
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Si-
cherheit, 3. Aufl. 2016, S. 923 N. 97; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz 
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 31 f.). 

Die Praxis zur Ungewöhnlichkeit von medizinischen Massnahmen kann nur 
zur Anwendung gelangen, wenn ein Behandlungsfehler seitens des Arztes 
bzw. der die medizinische Massnahme durchführenden Person zu beurtei-
len ist. Liegt gar kein fehlerhaftes Verhalten vor, welches als schädigende 
Einwirkung im Sinne von Art. 4 ATSG zu betrachten wäre, hat die Prüfung 
der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nach Massgabe der üblichen 

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zum Unfallbegriff entwickelten Kriterien zu erfolgen (vgl. RKUV 1992 U 153 
S. 204 E. lb; KIESER, a.a.O., Art. 4 N. 80 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 
S. 32).

2.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Operationsbericht des Spitals D.________ vom 25. August 2015 
(AB 16) wurde zur vorgenommenen ventralen Diskektomie und foraminalen 
Dekompression C7/Th1 und Implantation eines zero-P-Cages 7mm kon-
vex, gefüllt mit 0.5cc Grafton, insbesondere Folgendes festgehalten: „Ent-
fernen der Bandscheibe und Curettage der Deck- und Bodenplatten unter 
Sicht. Leichtes Aufspreizen des eher engen Fachs mit der HWS-
Spreizzange. Akzidentiell kommt man mit dem feinsten Rongeur dorsal 
offensichtlich über die Hinterkante und es kommt plötzlich Liquor. Man ent-
fernt jetzt vorsichtig den dorsalen Anulus und das hintere Längsband. Man 
kann einen Riss sehen in der Dura ziemlich median. Es kommt nur wenig 
Liquor, weshalb man hier gut foraminal beidseits dekomprimieren kann.“

3.1.2 Im Operationsbericht des Spitals D.________ vom 2. September 
2015 (AB 17) wurde eine Revision mit Duraverschluss C7/Th1 dokumen-
tiert, nachdem es am achten postoperativen Tag (bezogen auf die Operati-
on vom 25. August 2015) zu einer zunehmenden Schwellung im Bereich 
des anterolateralen Halsdreieckes rechts gekommen war und die MRI-

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Kontrolluntersuchung eine Liquoransammlung im Zugangsbereich gezeigt 
hatte.  

3.1.3 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. C.________, 
führte in der Stellungnahme vom 25. November 2015 (AB 21) aus, es liege 
eine iatrogene Verletzung vor, welche der Arzt bei seiner Haftpflichtversi-
cherung anmelden müsse. Der Vorfall betreffe nicht den Unfallversicherer. 
Diese Auffassung bestätigte er am 16. März 2016 (AB 46/2).

3.1.4 Die Ärzte des Spitals D.________ hielten im Bericht vom 1. Februar 
2016 (AB 42) fest, im Rahmen der Operation von Ende August 2015 sei es 
zur akzidentiellen Kontusion des Myelons gekommen. Postoperativ habe 
bei der Beschwerdeführerin eine inkomplette Paraparese mit Prä- und Se-
kundärsymptomatik mit dislozierter Sensibilitätsstörung sub Th2 und Plegie 
(M0) des rechten Beines bestanden. 

3.1.5 Dr. med. C.________ hielt im Bericht vom 1. Mai 2017 (AB 54) fest, 
bei der Operation vom 25. August 2015 sei eine iatrogene Verletzung mit 
akzidentieller Myelonkontusion entstanden, wobei ein Behandlungsfehler 
und/oder ein Unfallereignis nicht postuliert werden könne. Bei der Entfer-
nung der dorsalen Anteile der degenerativ veränderten Zwischenwirbel-
scheibe sei mit dem scharfen Rongeur die Dura mater eröffnet worden und 
es sei Liquor ausgetreten (S. 5 Ziff. 3). Die Indikation zur Operation sei si-
cherlich dringend erfüllt gewesen. Ein weiteres Zuwarten hätte zu forts-
chreitenden neurologischen Schäden geführt (S. 4 Ziff. 2/1a). Zudem sei 
der Operationsbericht ausreichend und die perioperativen Befunde sowie 
die nach der Erkennung der Verletzung getroffenen Massnahmen seien 
korrekt. Es sei durchaus möglich, dass mit dem scharfen kleinen Rongeur, 
insbesondere bei engen Verhältnissen, wie sie vorgelegen hätten, die be-
schriebene akzidentielle Verletzung der Dura entstehen könne. Dass der 
Rongeur eindeutig am falschen Ort platziert worden sei (vgl. AB 51/2), sei 
nicht nachvollziehbar, da die dorsalen Anteile der degenerativ veränderten 
Zwischenwirbelscheibe möglichst vollständig hätten entfernt werden müs-
sen um die Implantation des Cages zu erlauben. Beim Diskus interverte-
bralis handle es sich um ein zähes, faseriges Gewebe, wobei es erfah-
rungsgemäss notwendig sei, dieses mit einem gewissen Kraftaufwand zur 
Entfernung dieser Anteile zu führen. Dass das Instrument falsch eingesetzt 

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worden sei (vgl. AB 51/2), sei ebenso wenig nachvollziehbar, auch eine 
Unsorgfältigkeit könne nicht postuliert werden, da gerade wegen der Kon-
sistenz der zu entfernenden Anteile des Diskus intervertebralis ein gewis-
ser Kraftaufwand notwendig sei (S. 5 Ziff. 2/2a-d). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Beratende Ärzte und Vertrauensärzte sind, was den Beweiswert ihrer ärzt-
lichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen. 
Deren Berichten und Gutachten wird nach der Rechtsprechung Beweiswert 
zugemessen, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün-
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu-
verlässigkeit bestehen. Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt 
den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis-
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutach-
ten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-

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lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin-
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen. Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser 
Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung 
eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Entscheid 
des BGer vom 6. März 2020, 8C_646/2019, E. 4.3; vgl. auch BGE 
135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469, 125 V 351 E. 3b ee S. 353 f.; RKUV 2006 
U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3

3.3.1 Der beratende Chirurge Dr. med. C.________ äusserte sich erst-
mals am 25. November 2015 (AB 21) und alsdann am 16. März 2016 
(AB 46/2) zum Ereignis vom 25. August 2015, wobei er jeweils die Auffas-
sung vertrat, die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer sei für die „ia-
trogene Verletzung" nicht zuständig. Zu der hier entscheidenden Frage, ob 
beim Eingriff ein Behandlungsfehler auftrat, der den Unfallbegriff erfüllte, 
mithin ob (namentlich) eine grobe Ungeschicklichkeit von Seiten des Ope-
rateurs vorlag, nahm er zunächst nicht Stellung. Er bemerkte jedoch, der 
Operateur müsse sich an seine Haftpflichtversicherung wenden (AB 21). 
Dies kann einzig dahingehend verstanden werden, dass er offenbar von 
einem unzutreffenden Verständnis der Rechtslage ausging, wonach ein 
Behandlungsfehler das Vorliegen eines Unfalles per se ausschliesse (vgl. 
AB 54/1: „Dies kann nicht als UVG Schaden angesehen werden, da es sich 
per Definitionem um eine iatrogene Schädigung handelt"). Erst in der Ak-
tenbeurteilung vom 1. Mai 2017 äusserte sich Dr. med. C.________ zur 
Operation, wobei er – in teilweiser Abweichung seiner früheren Beurteilung 
(AB 54/1: „… haben sie meine damalige Ansicht übernommen und festge-
stellt, es handle sich nicht um einen Unfall, sondern eine iatrogene Verlet-
zung (Arztfehler).") – einen „Behandlungsfehler und/oder ein Unfallereignis" 
ausschloss (AB 54/5 Ziff. 3./1). Diese Einschätzung ist – was unter den 
Parteien zu Recht unbestritten ist (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 5 und S. 7 
Ziff. 7; Beschwerdeantwort S. 5 Rz. 23; AB 74/10 Ziff. 33) – widersprüch-
lich, wobei der beratende Arzt diesen Widerspruch in der Folge nicht auf-

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löste. Damit bleibt letztlich unklar, ob er von einem Behandlungsfehler aus-
ging oder einen solchen verneinte. In der Folge ist für den Rechtsanwender 
nicht klar, ob hier die Praxis zur Ungewöhnlichkeit von medizinischen 
Massnahmen zur Anwendung gelangt oder aber die Prüfung der Unge-
wöhnlichkeit des äusseren Faktors nach Massgabe der üblichen zum Un-
fallbegriff entwickelten Kriterien zu erfolgen hat (vgl. E. 2.4 hiervor).

3.3.2 Zwar ist die Beurteilung des Dr. med. C.________, wonach eine 
Verletzung der Dura bei engen Verhältnissen, wie sie vorgelegen hätten, 
(sinngemäss) auch bei Wahrung der objektiv gebotenen Sorgfalt durchaus 
eintreten könne (AB 54/5 Ziff. 2b), ohne dass der Rongeur am falschen Ort 
platziert worden sei und wonach es sich beim Diskus intervertebralis um 
ein zähes, faseriges Gewebe handle, womit auch notwendig sei, dass der 
Rongeur mit einem gewissen Kraftaufwand geführt werden müsse, mithin 
eine Unsorgfältigkeit (des Operateurs) nicht postuliert werden könne 
(AB 54/5 Ziff. 2d), nachvollziehbar. Allein deswegen lässt sich jedoch nicht 
ausschliessen, dass der Unfallbegriff erfüllt wurde:

Die Beschwerdeführerin weist zutreffend darauf hin, dass sich Dr. med. 
C.________ in seinen Ausführungen auf die „akzidentielle Verletzung der 
Dura" bezog, womit nicht erhellt, ob seine Beurteilung auf die Duraverlet-
zung beschränkt ist oder diese – wie die Beschwerdegegnerin geltend 
macht (Beschwerdeantwort S. 6 Rz. 34) – aufgrund der Anatomie („Dura 
und Liquor umgeben das Myelon") gleichzeitig auch für die Myelonkontusi-
on herangezogen werden kann (vgl. Beschwerde S. 7-9 Ziff. 9-10; Replik 
S. 7). Eine klärende Stellungnahme des beratenden Arztes wurde von der 
Beschwerdegegnerin nicht eingeholt, womit bereits in diesem Punkt zumin-
dest geringe Zweifel an der Aktenbeurteilung bestehen. Weiter macht die 
Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf die Aktenbeurteilung des Dr. 
med. C.________ replikweise geltend, ein Kraftaufwand sei für die Aus-
räumung des Bandscheibenfachs allenfalls erforderlich, doch nur in die 
dem Spinalkanal mit Dura und Myelon exakt entgegengesetzte Richtung. 
Wenn der Operateur über die Hinterkante, also exakt entgegen seines ei-
gentlichen Kraftvektors, abrutsche und dabei Dura und Myelon verletze, 
stelle dies eine ausserordentliche Ungeschicklichkeit dar. Zur Begründung 
für die beschriebenen intraoperativen Vorgänge beruft sie sich auf das In-

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struktionsvideo „Anterior Cervical Discectomy & Fusion at C5-6 - Medical 
Animation" der Certified Medical Illustrations (Replik S. 6; abrufbar u.a. un-
ter www.certifiedmedicalillustrations.com). Die Beschwerdegegnerin wen-
det dagegen ein, der Kraftaufwand werde nicht benötigt, um das faserige 
Gewebe nach aussen zu ziehen, sondern um dieses abzutragen. Die 
Kraftrichtung könne deshalb sehr wohl zum Rücken gerichtet sein, weil 
man zur Ausräumung des dorsalen Anulus zuerst in Richtung Rücken drü-
cken müsse und erst dann mit einer Schaufelbewegung nach vorne ziehe 
(Duplik S. 4 Rz. 23-26). Selbst wenn die Ausführungen der Verwaltung zu 
den Abläufen beim Ausräumen des Bandscheibenfachs an sich plausibel 
erscheinen, fehlt zu dieser Thematik letztlich eine fachärztliche Stellung-
nahme, welche die Sachlage medizinisch klärt. Folglich bestehen auch 
diesbezüglich zumindest geringe Zweifel an der Aktenbeurteilung. Schliess-
lich macht die Beschwerdeführerin geltend, die direkte Verletzung des Rü-
ckenmarks (und nicht nur der Dura) durch den Arzt im Rahmen der Wir-
belsäulenoperation sei eine extrem seltene Komplikation, weshalb dies 
eine ausserordentliche Ungeschicklichkeit darstelle, mit der niemand habe 
rechnen müssen (Beschwerde S. 10 Ziff. 12). Nach der höchstrichterlichen 
Praxis kann die Komplikationshäufigkeit zwar nicht alleiniges, ausschlag-
gebendes Kriterium zur Bejahung der Aussergewöhnlichkeit des äusseren 
Faktors bilden, doch ist sie bei der zu beantwortenden Frage nach dem 
Vorliegen eines Unfalls mitzuberücksichtigen (Entscheid des BGer vom 
2. September 2014, 8C_283/2014, E. 3.5). Auch hierzu fehlt eine fachärzt-
liche Stellungnahme, wobei das Fehlen einer solchen nicht durch die von 
den Parteien jeweils ins Feld geführten, nicht übereinstimmenden und teil-
weise unterschiedliche Operationen bzw. Komplikationen betreffenden 
Zahlen ersetzt werden kann (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. 9; Beschwerdeant-
wort S. 6 Rz. 32-33; Replik S. 8; Duplik S. 5 Rz. 30-36; Eingabe der Be-
schwerdeführerin vom 3. Februar 2020 S. 3-5). 

3.4 Zusammenfassend bestehen zumindest geringe Zweifel an der Ak-
tenbeurteilung des beratenden Dr. med. C.________, womit die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese in Nachachtung 
der Untersuchungsmaxime (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) ein externes (Akten-) 
Gutachten einhole, welches die hier massgebenden Fragen, namentlich 
jene nach einem allfälligen Behandlungsfehler bei der Operation vom 

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25. August 2015, beantwortet und Stellung nimmt zu den Einwänden der 
Beschwerdeführerin (insbesondere: es stelle eine ausserordentliche Unge-
schicklichkeit dar, wenn der Operateur über die Hinterkante, also exakt 
entgegen seines eigentlichen Kraftvektors, abrutsche und dabei Dura und 
Myelon verletze) sowie zur Komplikationshäufigkeit der durchgeführten 
Operation insbesondere in Bezug auf die Kontusion des Myelons.

4.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 20. September 2019 (AB 74) auf-
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist 
zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der vorstehenden Erwägun-
gen und zum Erlass eines neuen Entscheids. Soweit weitergehend ist die 
Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Die obsiegende (vgl. BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61; SVR 2017 KV 
Nr. 9 S. 43 E. 9.1) Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und 
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

Mit Kostennote vom 3. Februar 2020 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 5‘872.50 (21.75h x Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 94.50 und Mehrwertsteuer von Fr. 459.45 (Fr. 5‘967.-- x 7.7 %), ausma-
chend total Fr. 6‘426.45, geltend. Mit Blick auf andere, bezüglich des objek-
tiv erforderlichen Prozessaufwands, der Bedeutung der Streitsache und der 
Schwierigkeit des Prozesses vergleichbare Verfahren und die dafür vom 
angerufenen Gericht zugesprochenen Parteientschädigungen erscheint 
dieser Betrag als übersetzt. Unter Berücksichtigung des lediglich geringen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2020, UV/2019/798, Seite 13

Aktenumfangs (die amtlichen Akten umfassen bloss 77 Aktenstücke), der 
sehr eingegrenzten Frage, ob der Unfallbegriff erfüllt ist, der materiellrecht-
lich höchstens durchschnittlichen Schwierigkeiten (bei beratenden Ärzten 
genügen bereits geringe Zweifel, um die Verwaltung zur Vornahme ergän-
zender Abklärungen anzuhalten [E. 3.2 hiervor]) in diesem vom Untersu-
chungsgrundsatz beherrschten Verfahren (vgl. Art. 61 lit. c ATSG; BGE 
144 V 427 E. 3.2 S. 429, 122 V 157 E. 1a S. 158) sowie der Tatsache, dass 
der Rechtsanwalt die Beschwerdeführerin auch im invalidenversicherungs-
rechtlichen Verfahren (IV/2019/627) vertreten und damit bereits Kenntnis 
zumindest eines Teils des (medizinischen) Sachverhalts hatte und er 
schliesslich mit der unaufgefordert eingereichten (dritten) Eingabe vom 
3. Februar 2020 nichts Entscheidwesentliches mehr zum Verfahren beitrug, 
ist die Parteientschädigung ermessensweise auf pauschal Fr. 4‘500.-- (inkl. 
Auslagen und MWSt.) festzusetzen. Diesen Betrag hat die Beschwerde-
gegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
vom 20. September 2019 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. Im Übrigen wird 
die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘500.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2020, UV/2019/798, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.