# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61d7e4a1-f07a-5082-9981-7b87d26d8c85
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 28.02.2012 PP110026
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PP110026_2012-02-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: PP110026-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Ge-

richtsschreiberin lic. iur. S. Bohli Roth. 

Urteil vom 28. Februar 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagter und Beschwerdegegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

betreffend Aufhebungsklage nach Art. 85a SchKG 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im vereinfachten 
Verfahren des Bezirkgerichtes Dielsdorf vom 14. September 2011; Proz. 
FV110032 

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Erwägungen: 

 1. Mit Eingabe vom 26. Juni 2011 verlangte der Kläger beim Einzelgericht 

des Bezirksgerichtes Dielsdorf (sinngemäss) die Aufhebung der vom Beklagten 

gegen ihn angehobenen Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes C._____ (act. 

1). Da der Beklagte am 13. September 2011 die genannte Betreibung zurückge-

zogen hatte (act. 10), nahm die Vorinstanz mit Verfügung vom 14. September 

2011 vom Rückzug Vormerk und schrieb das Verfahren als gegenstandslos ab. 

Weiter nahm sie den Parteien die Ladung für die auf den 19. September 2011 an-

gesetzte Verhandlung ab. Schliesslich auferlegte sie die Entscheidgebühr von Fr. 

750.-- dem Beklagten, bezog sie aus dem vom Kläger geleisteten Kostenvor-

schuss und verpflichtete ersteren, dem Kläger die Gebühr vollumfänglich zu er-

setzen und ihm eine Entschädigung von Fr. 400.-- zu bezahlen (act. 20).  

 2. Gegen diese Verfügung erhob der Kläger rechtzeitig Berufung. Zur Be-

gründung führt er im Wesentlichen aus, faktisch werde er durch die Entscheidge-

bühr von Fr. 750.-- belastet. Dispositiv-Ziffer 5, wonach ihm der Beklagte die Ge-

bühr zu ersetzen habe, sei bloss theoretischer Natur, da letzterer bekannt dafür 

sei, solchen Verfügungen der Gerichte nicht nachzukommen. Erst vor wenigen 

Tagen sei der Beklagte von einem … [des Landes E._____] Gericht wegen Be-

trugsdelikten zu einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt worden. 

Es sei ihm (dem Kläger) deshalb nicht zuzumuten, auf den Ersatz der Kosten bis 

in alle Ewigkeit zu warten. Es reiche bereits, dass er auf die ihm zugesprochene 

Entschädigung vergebens werde warten müssen. Deshalb seien die Kosten aus-

schliesslich dem Beklagten aufzuerlegen (act. 18).  

 3. Der Kläger wehrt sich somit einzig gegen die Kostenregelung. Dabei 

bemängelt er weder die Kostenverteilung noch die Kostenauflage, sondern die  

Art und Weise des Inkassos (die Zivilprozessordnung spricht in Art. 111 von der 

Liquidation der Prozesskosten).  

 Die Vorinstanz gab als Rechtsmittel an sich zutreffend die Berufung an, da 

sich der Streitwert damals auf rund Fr. 12'000.-- belief (act. 1) und somit die für 

die Zulässigkeit der Berufung erforderliche Streitwertgrenze von Fr. 10'000.-- er-

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reicht (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Wird nur ein Teil (sei es die Sache selbst oder eine 

andere Anordnung) eines berufungsfähigen Urteils angefochten, hat dies selbst 

dann grundsätzlich mit Berufung zu erfolgen, wenn sich der Streit um Geld dreht 

und eine Änderung um weniger als Fr. 10'000.-- beantragt wird. Für die Anfech-

tung einzig der Kostenregelung sieht das Gesetz jedoch ausschliesslich die Be-

schwerde vor und zwar unabhängig von der Höhe der beanstandeten Kosten 

(Art. 110 ZPO). Das als Berufung bezeichnete Rechtsmittel wurde deshalb als 

Beschwerde entgegen genommen und ist als solche zu behandeln.  

 4.a) Indem die vorinstanzliche Entscheidgebühr aus dem vom Kläger ge-

leisteten Kostenvorschuss bezogen wird und der Kläger selbst um deren Ersatz 

durch den Beklagten besorgt sein muss, riskiert er, weder seinen Vorschuss noch 

die ihm zugesprochene Prozessentschädigung zu erlangen. Durch diese Rege-

lung ist er damit in seiner Rechtsstellung beeinträchtigt und zur Beschwerde legi-

timiert. 

     b) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen-

sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz geltend 

gemacht werden (Art. 320 ZPO). Mit der Beanstandung des Kostenbezugs aus 

seinem Vorschuss rügt der Kläger die unrichtige Rechtsanwendung.  

 Die Aufhebungsklage nach Art. 85a SchKG weist eine Doppelnatur auf. Ei-

nerseits bezweckt sie als materiellrechtliche Klage die Feststellung der Nicht-

schuld bzw. der Stundung, andererseits hat sie auch betreibungsrechtliche Wir-

kung, indem der Richter mit ihrer Gutheissung die Betreibung aufhebt oder ein-

stellt (BSK SchKG I-Bodmer/Bangert, 2. Aufl. 2010, Art. 85a N 3; BGer 4C.180/ 

2005 vom 18. November 2005). Im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht gilt für 

alle gerichtlichen Inzidenzverfahren, ungeachtet der Rechtsnatur der Streitigkeit 

und der Verfahrensart, die Zivilprozessordnung (Art. 1 lit. a und c ZPO, Dominik 

Gasser, DIKE-Komm-ZPO, Art. 1 N 40 ff.). Deshalb kommt vorliegend auch deren 

Kostenrecht zur Anwendung. Art. 111 ZPO enthält eine konkrete Anweisung an 

das Gericht zum Bezug der Prozesskosten. Nach Abs. 1 behält das Gericht die 

Kostenvorschüsse der Parteien und verrechnet damit die Gerichtskosten unab-

hängig davon, welche Partei - die obsiegende oder die unterliegende - die betref-

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fenden Vorschüsse bezahlt hat; ein allfälliger Fehlbetrag wird indes nur von der 

kostenpflichtigen Partei nachgefordert. Letztere hat der anderen Partei nebst der 

zugesprochenen Parteientschädigung auch die geleisteten Vorschüsse zu erset-

zen (Art. 111 Abs. 2 ZPO). Diese Regelung überwälzt damit das Inkassorisiko, 

wie in der vorliegenden Beschwerde zu Recht moniert wird, auf den siegreichen 

Kläger. Dies ist aber vom Gesetzgeber bewusst so gewollt: So hält die Botschaft 

zur Schweizerischen Zivilprozessordnung fest, im Zivilprozess würden rein private 

Streitigkeiten ausgetragen. Deshalb rechtfertige es sich, dass die Parteien und 

nicht die öffentliche Hand das Risiko eines Ausfalls zu tragen haben (Botschaft 

ZPO S. 7299). Ferner ist darauf hinzuweisen, dass im Schuldbetreibungsverfah-

ren ebenfalls der betreibende Gläubiger Vorschüsse zu leisten hat (Art. 68 

SchKG). Die Vorinstanz brachte Art. 111 ZPO demzufolge korrekt zur Anwen-

dung. Da diese Bestimmung dem Gericht kein Ermessen einräumt, kommt ein 

Abweichen nicht in Frage. Zu erwähnen bleibt, dass der Kläger gemäss seiner 

Rechtsmitteleingabe um den angeblich fehlenden Zahlungswillen des Beklagten 

wusste und das vorliegende Verfahren dennoch anstrengte.  

 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

abzuweisen.  

 5. Ausgangsgemäss wird der Kläger für das Beschwerdeverfahren kos-

tenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Dem Beklagten ist mangels erheblicher Um-

triebe keine Prozessentschädigung zuzusprechen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und Dispositiv-Ziffer 5 der Verfügung des 

Einzelgerichtes des Bezirkgerichtes Dielsdorf vom 14. September 2011 wird 

bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 180.-- festgesetzt und 

dem Kläger auferlegt. 

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3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Prozessentschädigungen zu-

gesprochen.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten unter Beilage eines 

Doppels von act. 18, sowie - unter Rücksendung der erstinstanzlichen  

Akten - an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 750.--. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. S. Bohli Roth 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 28. Februar 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und Dispositiv-Ziffer 5 der Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirkgerichtes Dielsdorf vom 14. September 2011 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 180.-- festgesetzt und dem Kläger auferlegt.
	3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten unter Beilage eines Doppels von act. 18, sowie - unter Rücksendung der erstinstanzlichen  Akten - an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...