# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea8270cd-8cc9-5e80-971c-722f53bb3d24
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 28.03.2022 120 2021 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2021-57_2022-03-28.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 120/2021/57

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 28. März 2022

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

und

Herrn D.________
Beschwerdegegner

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt E.________

sowie

Baupolizeibehörde der Gemeinde Niederbipp, Gemeindeverwaltung, Dorfstrasse 19, 
Postfach 116, 4704 Niederbipp

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Niederbipp vom 10. Juni 2021 
(Baupolizeiverfahren 2020-462; Photovoltaikanlage, Blendwirkung)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdegegner ist Eigentümer des auf der Parzelle Niederbipp Gbbl. 
Nr. G.________ gelegenen Wohnhauses H.________weg Nr. 5. Die Parzelle liegt gemäss dem 
Zonenplan der Gemeinde Niederbipp in der Wohnzone 2 klein (W2k).1 Auf dem Südost- und 
Nordwestdach des Wohnhauses befinden sich über der bestehenden Dacheindeckung Module 
einer Photovoltaikanlage mit einer Gesamtfläche von ca. 87 m2. Am 11. Dezember 2018 meldete 
der Beschwerdegegner die Anlage der Gemeinde mit dem Meldeformular für Solaranlagen (MfS) 
als baubewilligungsfreie Solaranlage. Die Gemeinde prüfte die Unterlagen und beurteilte die 
Anlage als baubewilligungsfrei. Danach wurde die Photovoltaikanlage im April 2019 installiert.

2. Nordwestlich der Liegenschaft des Beschwerdegegners wohnt der Beschwerdeführer 
(I.________strasse Nr. 3). Das zusammengebaute Mehrfamilienhaus mit Balkon und 
Wintergarten, in welchem der Beschwerdeführer und seine Ehefrau wohnen, ist gegen Südosten 

1 Vgl. Zonenplan der Gemeinde Niederbipp vom 11. Juni 2012, genehmigt am 10. Dezember 2012 durch das Amt für 
Gemeinden und Raumordnung (AGR).

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ausgerichtet und befindet sich rund 20 m vom Wohnhaus des Beschwerdegegners entfernt. Auf 
dem zum Beschwerdeführer zugewandten Nordwestdach des Beschwerdegegners sind entlang 
der Firstkante über die ganze Dachlänge 14 Solarmodulen mit einer Fläche von rund 23 m2 
installiert worden. Mit Schreiben vom 16. Juli 2020 beschwerte sich der Beschwerdeführer bei der 
Gemeinde über angeblich störende Sonnenlichtreflexionen, welche die Solarmodule auf dem 
Nordwestdach des Wohnhauses des Beschwerdegegners verursachen. Als Lösung des Problems 
forderte der Beschwerdeführer entweder den Ersatz der Module durch Module mit geeignetem 
Material oder den Verzicht auf die Module. In der Folge eröffnete die Gemeinde ein 
Baupolizeiverfahren. Auf Verlangen der Gemeinde reichte der Beschwerdegegner ein 
Blendgutachten des Ingenieurbüros F.________ ein. Basierend auf dem Blendgutachten vom 
10. April 2021 ordnete die Gemeinde Niederbipp in der Verfügung vom 10. Juni 2021 Folgendes 
an:
«1. Das Baupolizeiverfahren gegen D.________, wegen des Verdachts auf das Betreiben einer 

Photovoltaikanlage mit übermässigen Immissionen (Blendwirkung) wird eingestellt.
2. Das Baupolizeiverfahren Nr. 2020-462 wird infolge Einstellung des Verfahrens vom 

Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.
3. Auf die Erhebung von Gebühren im Baupolizeiverfahren wird verzichtet.
4. Die Photovoltaikanlage darf im bisherigen Rahmen uneingeschränkt weiterbetrieben werden.»

3. Gegen diese Verfügung gelangte der Beschwerdeführer mit einer als Beschwerde betitelten 
Eingabe vom 7. Juli 2021 an die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). Er kritisierte 
das Blendgutachten und die darauf basierenden Ausführungen der Gemeinde in der Verfügung 
vom 10. Juni 2021. Der Beschwerdeführer forderte, die Verfügung der Gemeinde sei zu 
korrigieren, d.h. die Installation zu ersetzen und geeignete Baukomponenten in matt und dunkel 
eingefärbten Materialien zu verwenden.

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet2, führte den 
Schriftenwechsel durch und holte bei der Gemeinde die Vorakten ein. Die Gemeinde beantragte 
in ihrer Vernehmlassung vom 12. Juli 2021 die Abweisung der Beschwerde. Der 
Beschwerdegegner beantragte mit Beschwerdeantwort vom 4. August 2021 ebenfalls, die 
Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten 
sei. Danach führte das Rechtsamt im Beisein der Parteien, eines Vertreters der Gemeinde sowie 
einer Vertretung der Abteilung Immissionsschutz des Amts für Umwelt und Energie (AUE) einen 
Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum 
Protokoll des Augenscheins zu äussern. Mit Schreiben vom 30. September 2021 nahm der 
Beschwerdeführer zum Protokoll des Augenscheins Stellung und reichte weitere Beilagen ein. Mit 
Eingabe vom 27. September 2021 unterbreitete der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer 
einen Vergleichsvorschlag. In der Eingabe vom 12. Oktober 2021 teilte der Beschwerdeführer mit, 
dass er den Vergleichsvorschlag des Beschwerdegegners ablehne.

5. Nach Abschluss des Schriftenwechsels reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
13. November 2021 unaufgefordert eine weitere Stellungnahme ein. Darin machte er sinngemäss 
geltend, beim Parteivertreter des Beschwerdegegners bestehe ein Interessenskonflikt. Im 
Schreiben vom 1. Dezember 2021 nahm der Beschwerdegegner zu diesem Vorwurf Stellung. Auf 
die Rechtsschriften, die vorliegenden Akten sowie auf das Ergebnis des Augenscheins wird, 
soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG3 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD 
ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.

b) Der Beschwerdeführer ist Adressat der Verfügung der Gemeinde und als Anzeigender im 
vorinstanzlichen Baupolizeiverfahren mit seiner Forderung nicht durchgedrungen. Er ist somit 
durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur Beschwerde legitimiert.

c) Strittig ist, ob die Beschwerde dem Antragserfordernis entspricht. Der Beschwerdegegner 
kritisiert, falls der Schlusssatz in der als Beschwerde betitelten Eingabe überhaupt als 
Rechtsbegehren verstanden werden könne, sei es «völlig» unpräzis und genüge den Vorgaben 
an ein rechtsgenügliches Rechtsbegehren nicht. Es sei weder an ihm noch an der 
Rechtsmittelinstanz näher zu klären, was für ein Rechtsbegehren der Beschwerdeführer stelle. 
Dementsprechend sei auf die Beschwerde nicht einzutreten.

d) Nach Art. 32 Abs. 2 VRPG4 muss die Beschwerde einen Antrag, die Angabe von Tatsachen 
und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; greifbare Beweismittel 
sind beizulegen. Unter dem Antrag wird das Rechtsbegehren verstanden. Die Praxis zum 
Antragserfordernis ist nicht streng.5 Ihm ist bereits Genüge getan, wenn sich aus dem 
Zusammenhang und unter Zuhilfenahme der Begründung sinngemäss ergibt, was anbegehrt 
wird.6 Der Beschwerdeführer ist anwaltlich nicht vertreten, weshalb es sich hier um eine 
Laieneingabe handelt. Vorliegend lässt sich der Eingabe des Beschwerdeführers zusammen mit 
der Begründung ohne Weiteres entnehmen, was der Beschwerdeführer anbegehrt: Der 
Beschwerdeführer ersuchte die BVD ausdrücklich um Korrektur, d.h. Änderung, der 
Baupolizeiverfügung. Weiter schlug der Beschwerdeführer vor, die bestehenden Module entweder 
zu entfernen oder durch matt und dunkel eingefärbte Module zu ersetzen. Er hat damit seinen 
Beschwerdewillen unmissverständlich zum Ausdruck gebracht und seine Begehren sind 
hinreichend klar formuliert. Unter Berücksichtigung der Praxis, wonach bei Laieneingaben generell 
keine überhöhten Anforderungen gestellt werden, genügt die Beschwerde fraglos dem 
Antragserfordernis von Art. 32 Abs. 2 VRPG. Dass die Beschwerde keinen förmlichen Antrag 
enthält, schadet somit nicht. Der Auffassung des Beschwerdegegners, wonach auf die 
Beschwerde nicht einzutreten sei, kann nicht gefolgt werden. Auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Rechtsvertretungsbefugnis

a) Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss, der Rechtsanwalt des Beschwerdegegners 
befände sich gegenüber ihm in einem Interessenkonflikt und hätte den Beschwerdegegner nicht 
vertreten dürfen. Zur Begründung führte er aus, der Rechtsanwalt des Beschwerdegegners sei 
früherer Mitarbeiter und Büromitglied seines langjährigen Familienanwalts und Notars gewesen. 
Damit hätte der Rechtsanwalt des Beschwerdegegners all seine Akten gekannt.

3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
5 Vgl. Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 18.
6 Vgl. BVR 2015 S. 468 E. 4.2, 2011 S. 391 E. 3.3.

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b) Demgegenüber vertritt der Rechtsanwalt des Beschwerdegegners die Meinung, die Rüge 
der Interessenkollision stelle eine disziplinarrechtliche Angelegenheit dar, die im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren nicht Streitgegenstand bilde und unbeachtlich bleiben müsse. Es bestehe 
keine Einschränkung in der Rechtsvertretungsbefugnis und die Postulationsfähigkeit sei in keiner 
Weise eingeschränkt. Weiter entgegnet er, der Beschwerdeführer bringe keine konkreten 
Anhaltspunkte vor, inwieweit eine Einschränkung in der Rechtsvertretungsbefugnis vorliege.

c) Verletzt eine Anwältin oder ein Anwalt die Berufsregeln nach Art. 12 BGFA7, sind die Folgen 
nicht auf das Disziplinarrecht beschränkt.8 Vielmehr kann ihr oder ihm die Befugnis zur 
Prozessvertretung im Einzelfall untersagt werden, wobei eine disziplinarische Sanktion zusätzlich 
möglich bleibt. Für ein derartiges Vertretungsverbot ist die mit der Sache befasste Verwaltungs- 
oder Verwaltungsjustizbehörde, mithin die BVD, zuständig.9 Strittig ist, ob die Berufsregel von 
Art. 12 Bst. c BGFA verletzt ist. Danach meiden Anwältinnen und Anwälte jeden Konflikt zwischen 
den Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit denen sie geschäftlich oder privat in 
Beziehung stehen. Diese Treue gegenüber der Klientschaft gilt zeitlich unbeschränkt in Bezug auf 
alle Aspekte des Mandatsverhältnisses, weshalb die Gefahr von Interessenkollisionen bei der 
Übernahme eines Mandats gewissenhaft und sorgfältig zu überprüfen ist und insbesondere 
Doppelvertretungen durch den Anwalt und seine Partner zu vermeiden sind.10 Art. 12 Bst. c BGFA 
verlangt nicht, dass bereits jeder Anschein einer Interessenkollision vermieden wird; auch die 
blosse abstrakte Möglichkeit des Auftretens gegensätzlicher Interessenlagen reicht nicht aus, um 
auf eine unzulässige Vertretung zu schliessen. Vorausgesetzt ist vielmehr ein sich aus den 
gesamten Umständen ergebendes konkretes Risiko eines tatsächlichen Interessenkonflikts.11

d) Unbestritten ist, dass der Anwalt des Beschwerdegegners zu einem früheren Zeitpunkt als 
Bürokollege mit dem Notar des Beschwerdeführers in der gleichen Kanzlei gearbeitet hat. In 
welcher Hinsicht der Anwalt des Beschwerdegegners in einem Interessenkonflikt steht bzw. 
inwiefern das Risiko eines solchen in diesem Beschwerdeverfahren konkret besteht, wird jedoch 
vom Beschwerdeführer nicht substantiiert dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Alleine der 
Umstand, dass der Anwalt des Beschwerdegegners zu einem früheren Zeitpunkt mit dem Notar 
bzw. Anwalt des Beschwerdeführers in der gleichen Kanzlei gearbeitet hat, begründet im 
vorliegenden Fall keinen konkreten Interessenkonflikt. Nötig wäre, dass zwischen den früheren, 
vertraulichen Informationen und der vorliegenden Rechtsstreitigkeit, d.h. der störenden 
Photovoltaikanlage, ein enger Sachzusammenhang besteht. Das ist hier soweit ersichtlich nicht 
der Fall. Aus der Rüge des Beschwerdeführers kann folglich kein Vertretungsverbot abgeleitet 
werden (vgl. Art. 69 Abs. 1 ZPO12). Im Übrigen ist der Parteivertreter des Beschwerdegegners 
gehörig bevollmächtigt und damit ohne Weiteres zur Vertretung seines Klienten berechtigt. Die 
Rüge des Beschwerdeführers, wonach die Tätigkeit des Anwalts des Beschwerdegegners nicht 
rechtens sei, ist nicht stichhaltig.

3. Rechtliches Gehör; Beweisabnahme und Begründungspflicht

a) Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. 
Er rügt, ohne Begehung vor Ort könne nicht von einer objektiven Beurteilung des Sachverhalts 

7 Bundesgesetz vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; 
SR 935.61).
8 Vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6040/2018 vom 2. Mai 2019, E. 1.2.3.
9 Vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 15 N. 31; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6040/2018 vom 2. Mai 2019, 
E. 1.2.3.
10 Michel Daum, a.a.O., Art. 15 N. 28.
11 Vgl. VGE 2020/144 vom 16. August 2021, E. 2.3.
12 Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272).

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gesprochen werden. Er macht geltend, die Gemeinde hätte im vorinstanzlichen Verfahren für die 
Beurteilung des Sachverhalts einen Augenschein vor Ort durchführen müssen. Obwohl er im 
Schreiben vom 23. April 2021 darum gebeten habe, habe die Gemeinde auf die Durchführung 
eines Augenscheins verzichtet. Zudem bringt er vor, es fehle eine sachliche Begründung, weshalb 
für die Anlage ungeeignete Baukomponenten ausgewählt worden seien. Sinngemäss rügt er damit 
die Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör.

b) Die Gemeinde führte dazu aus, die Behörden bestimmten Art und Umfang der Ermittlungen, 
ohne an die Beweisanträge der Parteien gebunden zu sein (Art. 18 Abs. 2 VRPG). Sie habe in der 
angefochtenen Verfügung festgehalten, dass aus ihrer Sicht mit dem Vorliegen des Gutachtens 
der rechtserhebliche Sachverhalt genügend abgeklärt worden sei. Sie stellt sich auf den 
Standpunkt, durch das Einholen eines Fachberichts beim AUE wären zusätzliche Kosten 
angefallen. Weiter ist sie der Meinung, dass auch ein Augenschein am Ergebnis des Verfahrens 
nichts geändert hätte, da Blendwirkungen auf Basis subjektiver Wahrnehmungen unterschiedlich 
wahrgenommen würden und dies keine Grundlage für die Entscheidfindung in der vorliegenden 
Sache sein könne. Ausserdem bemerkte sie, es wäre paradox, eine Begründung zu erbringen, 
weshalb ungeeignetes Material bei der Installation der Photovoltaikanlage verwendet worden sei. 
Insbesondere, weil sie das besagte Material gestützt auf das unabhängige Fachgutachten als 
geeignet und dem RPG-Leitfaden entsprechend als reflexionsarm eingestuft habe.

c) Der Beschwerdegegner bemerkte, der Verzicht der Gemeinde auf das Einholen eines 
Fachberichts beim AUE sowie die Durchführung eines Augenscheins sei begründet und richtig. 
Die Beweismassnahmen hätten zu keinem anderen Beweisergebnis geführt. Zudem erachtet der 
Beschwerdegegner die Behauptung des Beschwerdeführers, die Photovoltaikanlage bestünde 
aus Material, das die Blendwirkung verstärke, als unzutreffend und verweist dazu ebenfalls auf 
das Blendgutachten, welches das verbaute Modul als «reflexionsarm» einstufte.

d) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG gibt den Parteien das Recht, sich 
zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit 
erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise 
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern.

Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest; sie sind nicht an die Beweisanträge 
der Parteien gebunden (Art. 18 VRPG). Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet aber die 
Behörden, die von den Parteien angebotenen Beweise abzunehmen, sofern diese nötig sind für 
die Klärung des Sachverhalts. Wenn die Behörde bei freier, pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung gelangt, die vorhandenen Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung 
des Sachverhalts oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von 
Bedeutung, so kann sie auf das Erheben weiterer Beweise verzichten. Diese sogenannte 
antizipierte Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.13

Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt auch, dass die Behörde die Vorbringen der 
Betroffenen sorgfältig prüft und beim Entscheid berücksichtigt. Daraus ergibt sich die Pflicht der 
Behörde, ihre Verfügung zu begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Begründung muss so 
abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 
und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes Argument der 
Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten 
auseinandergesetzt hat.14

13 BVR 2017 S. 255 E. 5.1, 2012 S. 252 E. 3.3.3, je mit Hinweisen.
14 BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2016 S. 402 E. 6.2; BGE 140 II 262 E. 6.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 52 N. 7.

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Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist ein formeller Anspruch; die Verletzung des rechtlichen 
Gehörs führt deshalb grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Eine 
Gehörsverletzung kann aber dann geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe 
Kognition hat wie die Vorinstanz und der beschwerdeführenden Person aus der Heilung kein 
Nachteil erwächst. Eine Heilung kommt in erster Linie bei nicht besonders schwerwiegenden 
Gehörsverletzungen in Frage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber auch bei 
schwerwiegenden Gehörsverletzungen eine Heilung nicht ausgeschlossen, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 
würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 
nicht zu vereinbaren wären.15 

e) Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Gehörsanspruchs zufolge des 
Verzichts auf den von ihm geforderten Augenschein rügt, ist Folgendes festzuhalten: Die kürzlich 
aktualisierte Vollzugshilfe «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen» des 
Bundesamts für Umwelt (BAFU) widmet sich in einem Kapitel den Begrenzungen der 
Lichtemissionen am Tag.16 Gemäss der Vollzugshilfe muss die Beurteilung, ob eine Reflexion im 
Einzelfall übermässig oder zumutbar ist, weiterhin aufgrund von Begehungen vor Ort und der 
subjektiven Einschätzung von Experten erfolgen, da mangels empirischer Grundlagen über das 
Belästigungspotenzial von reflektiertem Sonnenlicht kein Grenz- oder Richtwert besteht. Zur 
Ermittlung des Sachverhalts, bzw. um sich einen Eindruck von der konkreten Intensität der 
umstrittenen Blendwirkung zu verschaffen, ist demzufolge die Durchführung eines Augenscheins 
unerlässlich. In Konstellationen, in denen wie hier die Intensität von reflektiertem Sonnenlicht 
umstritten ist, scheidet eine antizipierte Beweiswürdigung – anders als die Gemeinde meint – aus. 
In diesen Fällen ist es der Vollzugshilfe des BAFU folgend unumgänglich, das AUE als 
sachverständige und unabhängige Fachbehörde beizuziehen, um zu beurteilen, ob die Blendung 
der Solaranlage störend oder zumutbar ist und ob zur Reduktion der Blendwirkungen 
verhältnismässige Massnahmen anzuordnen sind. Im vorinstanzlichen Verfahren haben weder 
Vertreter der Bauabteilung noch der Gutachter selber sich von der effektiven Blendsituation vor 
Ort einen Eindruck verschafft. Auch wurde das AUE als sachverständige und unabhängige 
Behörde nicht beigezogen. Mit dem Verzicht auf den Beizug des AUE und der Durchführung eines 
Augenscheins hat die Gemeinde den Sachverhalt nicht genügend abgeklärt und damit das 
rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt. Diese Gehörsverletzung hat die BVD, welche 
die gleiche Kognition inne hat wie die Gemeinde, im vorliegenden Beschwerdeverfahren jedoch 
geheilt. Die BVD führte im Beisein der Parteien, einer Vertretung der Gemeinde sowie einer 
Vertretung des AUE zu einem Zeitpunkt, in welchem die Sonnenlichtreflexionen auftraten, einen 
Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Dem Beschwerdeführer sind somit keine 
Nachteile entstanden. Die Heilung des rechtlichen Gehörs ist allenfalls bei der Kostenverlegung 
zu berücksichtigen.17

f) Anders verhält es sich bezüglich der Begründungspflicht: Bezüglich der Materialwahl 
verweist die Gemeinde in der angefochtenen Verfügung auf das Blendgutachten. Laut dem 
Gutachten entspricht das verbaute Modul der Firma «A.________» dem aktuellen Stand der 
Technik bezüglich der Eigenschaft «reflexionsarm». Gestützt darauf lehnte die Gemeinde den 
Vorschlag des Beschwerdeführers, andere Photovoltaikmodule zur Vermeidung der Blendwirkung 
einzusetzen, ab. Eine sachgerechte Anfechtung des Bauentscheids war damit möglich. Die 
Gemeinde war nicht gehalten, noch detaillierter auf die Vorschläge des Beschwerdeführers zur 

15 BGE 142 II 218 E. 2.8.1; Michel Daum, a.a.O., Art. 21 N. 9 bis 11.
16 Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen, des Bundesamts für Umwelt (BAFU), 1. Aufl. 2021, S. 41 ff. 
(abrufbar unter: www.bafu.admin.ch / Themen / Elektrosmog und Licht / Vollzugshilfen).
17 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 21 und 39.

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Materialwahl einzugehen und näher auszuführen, weshalb sie diesen nicht folgt. Der 
angefochtene Entscheid entspricht daher der gesetzlichen Begründungspflicht. Wie die 
Auffassung der Gemeinde zum Blendgutachten rechtlich zu würdigen ist, ist keine Frage des 
rechtlichen Gehörs, sondern eine materiell-rechtliche Frage.

4. Rechtliche Grundlagen zu Lichtemissionen am Tag

a) Das Umweltschutzgesetz (USG18) bezweckt den Schutz von Menschen, Tieren und 
Pflanzen, ihrer Lebensgemeinschaften und Lebensräume vor schädlichen und lästigen 
Einwirkungen (Art. 1 Abs. 1 USG). Als Einwirkungen gelten nach Art. 7 USG unter anderem 
Strahlen, die durch den Bau und Betrieb von Anlagen erzeugt werden. Dazu gehört auch das 
Sonnenlicht, das von einer Solaranlage reflektiert wird.19 Einwirkungen im Sinne von Art. 7 Abs. 1 
USG werden beim Austritt aus Anlagen als Emissionen und am Ort des Einwirkens als 
Immissionen bezeichnet (Art. 7 Abs. 2 USG). Emissionen werden durch Massnahmen an der 
Quelle begrenzt (Art. 11 Abs. 1 USG). Dabei sind Emissionen, unabhängig von der bestehenden 
Umweltbelastung, im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und 
betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Vorsorgeprinzip). Überdies 
sind die Emissionsbegrenzungen zu verschärfen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die 
Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig 
werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Für die Beurteilung der schädlichen oder lästigen Einwirkungen legt 
der Bundesrat nach Art. 13 USG Immissionsgrenzwerte fest. Diese sind bei Luftverunreinigungen 
gemäss Art. 14 USG so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung 
Immissionen unterhalb dieser Werte Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften 
und Lebensräume nicht gefährden (Bst. a) und die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht 
erheblich stören (Bst. b). Die Anforderungen von Art. 14 USG geben allgemeine Regeln wieder, 
so dass sie auch auf die Einwirkung von Strahlen anzuwenden sind, wie sie vorliegend zu 
beurteilen sind.20

b) Für den Schutz vor sichtbarem Licht bestehen keine bundesrechtlich verbindlichen 
Regelungen. Aufgrund dessen haben die rechtsanwendenden Behörden in Beachtung von Art. 12 
Abs. 2 USG unmittelbar Art. 11-14 und Art. 16-18 USG anzuwenden.21 Eine Beschränkung auf die 
Anwendung der Regeln über die Immissionsgrenzwerte ist nur möglich, wenn von vornherein 
feststeht, dass die betreffende Anlage nur bedeutungslose Immissionen verursacht, mithin ein 
umweltschutzrechtlicher Bagatellfall vorliegt, bei dem nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung kein Anlass zu weitergehenden Anordnungen im Sinne der Vorsorge besteht.22 
So sind Emissionsbegrenzungen nach Art. 12 Abs. 2 USG nicht nur zum Schutz gegen schädliche 
oder lästige Emissionen geboten, sondern – gestützt auf das Vorsorgeprinzip – auch zur 
Vermeidung unnötiger Emissionen, d.h. auch wenn die Schädlichkeits- oder Lästigkeitsgrenze 
noch nicht erreicht ist.23 So sollen Produkte mit möglichst niedriger Blendwirkung verwendet und 
dabei der technologische Fortschritt berücksichtigt werden.24 Begrenzt werden die 
Emissionsbegrenzungen insbesondere durch das Verhältnismässigkeitsprinzip, auch können 

18 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01).
19 Vgl. Griffel/Rausch, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 7 N. 11.
20 BGE 124 II 219 E. 7a; BGer 1C_375/2020 vom 5. Mai 2021, E. 3.2.1, 1C_579/2017 vom 18. Juli 2018, E. 5.5, 
1C_177/2011 vom 9. Februar 2012, E. 5.2.
21 Vgl. BGE 140 II 214 E. 3.3, 140 II 33 E. 4.2, 124 II 219 E. 7a; BGer 1C_602/2012 vom 2. April 2014, E. 3.3, 
1C_177/2011 vom 9. Februar 2012 E. 5.2, 1C_105/2009 vom 13. Oktober 2009 E. 3.1.
22 Vgl. BGE 117 Ib 28 E. 6; BGer 1C_216/2010 vom 28. September 2010, E. 5.
23 Vgl. BGE 140 II 33 E. 4.1, 133 II 169 E. 3.1, 126 II 366 E. 2b; BGer 1C_250/2013 vom 12. Dezember 2013, E. 4.1, 
1C_297/2009 vom 18. Januar 2010 E. 2.1.
24 Vgl. BGer 1C_177/2011 vom 9. Februar 2012, E. 6.5.

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(namentlich bei bewilligten Anlagen) Gründe des Vertrauensschutzes der (sofortigen) Herstellung 
des rechtmässigen Zustandes entgegenstehen.25

c) Am Augenschein führte der Vertreter des AUE aus, es bestünden bislang keine Studien, ab 
welcher Expositionsdauer Blendungen als lästig wahrgenommen würden.26 Das AUE 
berücksichtige unter anderem die Richtlinien «Bewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung 
erneuerbarer Energien»27 (nachfolgend: kantonale Richtlinie). Darin würden nebst ästhetischen 
Aspekten auch die Blendwirkung von Solaranlagen thematisiert. Am Augenschein bemerkte der 
Vertreter des AUE ausserdem Folgendes:28
«In der Ziffer 2.4.3 der Richtlinie werde auch die Blendwirkung von Solaranlagen thematisiert. Danach seien 
Lichtreflexionen von Solaranlagen vorsorglich zu begrenzen. Heute seien die meisten Materialen, die bei 
Solaranlagen gewählt würden, reflexionsarm. Es sei jedoch bereits bei der Planung auf die Blendung zu 
achten. Durch einen kleineren Anstellwinkel (kleiner als 60°) könnten Blendwirkungen in der Regel 
vermieden werden. Besonders Beachtung zu schenken seien ausserdem nordseitigen Anlagen. Dabei weist 
Herr J.________ darauf hin, dass erst seit etwa 10-15 Jahren Solaranlagen vermehrt auch nordseitig 
ausgerichtet werden. Da Photovoltaikanlagen viel weniger kosten würden als früher, sei die Belegung der 
gegen Norden ausgerichteten Dachflächen rentabel geworden. Nordseitig sei eine Photovoltaikanlage 
heikler, weil sich die Sonne leicht hinter der Anlage befände. Je nach Winkel könne es dann nach vorne 
blenden. Im Sinne der Vorsorge sei es angezeigt, dass die Planer nebst den ästhetischen Anliegen auch 
den Immissionsschutz beachteten.»

Weiter erklärte der Vertreter des AUE, vor allem in Wohnzonen, wo sich empfindliche Orte 
befänden, könne es empfehlenswert sein, wenn die Planer Berechnungen vornähmen. Dies sei 
vor allem auch dann angezeigt, wenn die Distanz zwischen der PV-Anlage und den sensiblen 
Wohnbereichen relativ kurz sei. Planer müssten sich fragen, was sie machen könnten, um eine 
Blendung möglichst zu vermeiden. Ausserdem erklärte der Vertreter des AUE am Augenschein, 
mangels wissenschaftlicher Erhebungen ziehe das AUE bei der Beurteilung der Blendungen als 
weitere Grundlage die «Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von 
Lichtimmissionen» der deutschen Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft vom 13. September 2012 
(LAI) heran.29 Danach sei eine Blendung von 30 Minuten pro Blendereignis an einem Ort und eine 
kumulierte Blendzeit pro Jahr von maximal 30 Stunden hinnehmbar. Weiter führte der Vertreter 
des AUE aus, der Gutachter habe die Zumutbarkeitsprüfung der Blendung anhand des Leitfadens 
zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen30 (nachfolgend: Leitfaden «Solaranlagen 
EnergieSchweiz») vorgenommen. Dieser stuft – ohne Berücksichtigung der Wolken und der 
Bündelaufweitung – für Wohnzonen folgende Richtwerte als tolerierbar ein:31
«1. maximal 30 Minuten Blenddauer an beliebig vielen Tagen im Jahr
2. maximal 60 Minuten Blenddauer an maximal 60 Tagen im Jahr
3. maximal 120 Minuten Blenddauer an maximal 20 Tagen im Jahr
4. maximal 50 Stunden Blendung im Jahr»

Dazu bemerkte der Vertreter des AUE, verglichen mit dem LAI-Leitfaden sei der Leitfaden 
«Solaranlagen EnergieSchweiz» strukturierter. Bisher hätten sich die meisten Gerichtsurteile aber 

25 Vgl. BGer 1C_250/2013 vom 12. Dezember 2013, E. 4.1, 1C_177/2011 vom 9. Februar 2012, E. 4.2; Griffel/Rausch, 
a.a.O., Art. 16 Rz. 10.
26 Vgl. Votum K.________S. 7 f. im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
27 Richtlinien «Bewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien», genehmigt vom Regierungsrat des 
Kantons Bern am 27. Juni 2012 (Fassung vom Januar 2015).
28 Vgl. Votum L.________S. 7 f. im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
29 Vgl. Votum L.________S. 7 oben im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
30 Leitfaden zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen, EnergieSchweiz, Februar 2021 (abrufbar unter: 
www.bfe.admin.ch / Publikationen, zuletzt besucht am 14. Februar 2022).
31 Vgl. Leitfanden zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen, EnergieSchweiz, Februar 2021, S. 31 
unten.

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am LAI-Leitfaden orientiert, da dieser bis vor Kurzem der einzige Leitfaden gewesen sei. Der 
Vertreter des AUE betonte, dass es sich bei den Richtwerten in den Leitfäden jedoch um keine 
gesetzlichen Grenzwerte handle.32

d) Die Blendungswirkung von spiegelnden Flächen hängt im Wesentlichen von der Intensität 
der Reflexionen und deren Einwirkdauer ab. Die Intensität der Reflexionen ihrerseits ist abhängig 
von der Oberflächenbeschaffenheit des Materials und vom Einstrahlungswinkel der Sonne. Wie 
erwähnt, widmet sich die kürzlich aktualisierte Vollzugshilfe des BAFU in einem Kapitel den 
Begrenzungen der Lichtemissionen am Tag.33 Darin erachtet das BAFU die genannten LAI-
Kriterien, die von den Richtwerten bei der Beurteilung von periodischem Schattenwurf durch 
Windenergieanlagen hergeleitet sind, als ungeeignet. Das BAFU empfiehlt, weiterhin aufgrund 
von Begehungen vor Ort und der subjektiven Einschätzung von Experten zu entscheiden, ob eine 
Reflexion im Einzelfall übermässig oder zumutbar ist.34 Dabei seien die Immissionen nicht auf dem 
gesamten Grundstück zu berücksichtigen, sondern nur an Orten, an denen sich Personen 
während längerer Zeit aufhalten, wie beispielsweise in Wohnräumen, auf Balkonen oder 
Gartensitzplätzen.35 Weiter weist das BAFU darauf hin, dass die Prognose der Blendungswirkung 
von spiegelnden Flächen je nach Situation unterschiedlich aufwändig sein könne. Klare Aussagen 
zur Blendungswirkung seien in gewissen Fällen bereits mit wenig Aufwand möglich, wohingegen 
in anderen Fällen erweiterte Betrachtungen notwendig seien. Zur Ermittlung des 
Blendungspotentials schlägt die Vollzugshilfe ein mehrstufiges Vorgehen vor.

Im Rahmen einer Grobbeurteilung soll in einem ersten Schritt das Blendungspotential anhand der 
Art, Lage, Grösse und Ausrichtung der reflektierenden Fläche ohne Berechnungen abgeschätzt 
werden. Kann mit der Grobbeurteilung eine Blendung nicht ausgeschlossen werden, ist in einem 
zweiten Schritt eine erweiterte oder umfassende Beurteilung nötig. Die erweiterte Beurteilung 
umfasst eine einfache Berechnung, namentlich ob, wann und wie lange ein Immissionspunkt von 
Reflexionen betroffen ist. Werden zur Berechnung der Reflexionen von Sonnenlicht an 
strukturierten Oberflächen Berechnungstools eingesetzt, die nur die direkte Reflexion ohne 
Bündelaufweitung beim reflektierten Sonnenstrahl berücksichtigen, führt dies laut der 
Vollzugshilfe das BAFU zu einer Unterschätzung der Anzahl Blendereignisse und der auftretenden 
Blendungsdauern.36 Die umfassende Beurteilung beinhaltet schliesslich Berechnungen, die die 
Bündelaufweitung und die klimatischen Bedingungen vor Ort (Wetterkorrektur) 
mitberücksichtigen. Die weitergehende Berechnung soll Auskunft zur Intensität des reflektierten 
Sonnenlichts am Immissionsort (Leuchtdichte) und zu den jeweiligen Immissionsdauern geben.

e) Zur Reflexionsintensität kann der Vollzugshilfe des BAFU sodann Folgendes entnommen 
werden:37
«Ist das eintreffende Licht so intensiv, dass sich das Auge nicht mehr an die Lichtverhältnisse anpassen 
kann, spricht man von Absolutblendung. Diese erfolgt ab einer Leuchtdichte von 10 000 bis 160 000 Candela 
pro Quadratmeter (cd/m2). Die Sonne weist je nach Sonnenstand eine Leuchtdichte von 6 Mio. cd/m2 (am 
Horizont) bis zu 1,6 Mia. cd/m2 auf (am Mittag). Selbst wenn nur ein Bruchteil des Sonnenlichts reflektiert 
wird, führt dies zu Intensitäten, die über der Schwelle der Absolutblendung liegen.»

32 Vgl. Votum L.________S. 7 im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
33 Vgl. Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen des Bundesamts für Umwelt (BAFU), 1. Aufl. 2021, S. 41 
ff.
34 Vgl. Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen des Bundesamts für Umwelt (BAFU), 1. Aufl. 2021, S. 42 
Ziffer 6.1.2 Lemma zwei.
35 Vgl. Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen des Bundesamts für Umwelt (BAFU), 1. Aufl. 2021, S. 42 
Ziffer 6.1.2 Lemma drei.
36 Vgl. Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen des Bundesamts für Umwelt (BAFU), 1. Aufl. 2021, S. 45.
37 Vgl. Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen des Bundesamts für Umwelt (BAFU), 1. Aufl. 2021, S. 46.

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f) Diverse Gerichte haben sich bereits mit der Blendungsthematik von Solaranlagen 
auseinandergesetzt. Ein Entscheid des Bundesgerichts betraf Sonnenkollektoren auf einer 
privaten Liegenschaft in Burgdorf, die zu Blendungen auf einem etwas höher gelegenen 
Nachbargrundstück führten, weil sie Sonnenlicht reflektierten.38 Nach den Berechnungen eines 
Fachgutachters dauerten die Blendungen an vier Immissionsorten auf dem Grundstück rund 20-
40 Minuten mit unterschiedlicher Intensität. Das Bundesgericht kam insgesamt zum Schluss, dass 
in diesem Fall keine schädlichen oder lästigen Lichtimmissionen im Sinne des USG vorliegen.39 
In einem anderen Fall erwog das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, dass Blendwirkungen 
aufgrund von Reflexionen des Sonnenlichts auf einer Photovoltaikanlage keinen 
umweltschutzrechtlichen Bagatellfall darstellen, wenn diese während viereinhalb Monaten (13. 
April bis 28. August) zwischen 15.30 und 16.30 Uhr bis zu maximal 50 Minuten mit einer 
Lichtintensität von bis gegen 30 Prozent des Sonnenlichts auftreten. Das Verwaltungsgericht 
Zürich erachtete deshalb Sanierungsmassnahmen zur Reduktion der maximalen täglichen 
Blenddauer auf 20 Minuten als zumutbar.40 Das Verwaltungsgericht Graubünden kam kürzlich 
zum Schluss, dass Lichtreflexionen von über 100 000 cd/m2 und über 50 Minuten pro Tag 
während mehreren Wochen im Jahr nicht mehr zulässig sind.41

5. Zulässigkeit der Blendungen im konkreten Fall

a) Der Beschwerdeführer rügt, die äusserst lästigen Spiegelungen der Photovoltaikanlage 
plagten den Betrachter auf seiner Wohnfrontseite von ca. 11 m Distanz zum Gebäude des 
Beschwerdegegners. Diese Reflexionen würden Ende März beginnen, seien von Mai bis August 
am intensivsten und würden anfangs September wieder nachlassen. Sie träten in dieser Periode 
täglich über Mittag ab ca. 11.30 Uhr bis ca. 14.30 Uhr auf. Er kritisiert weiter den Hinweis im 
privaten Gutachten und in der angefochtenen Verfügung, wonach man den Belästigungen durch 
Verschieben der Sitzplätze ausweichen und sie mit zusätzlichen Sonnenstoren abdecken könne. 
Die natürliche Sonneinstrahlung habe er auf ein gewünschtes Mass begrenzt. Die von 
Menschenhand geschaffenen übermässigen Belästigungen könnten durch die vorgeschlagenen 
Massnahmen (z.B. das Aufstellen von Sonnenschirmen) jedoch nicht beseitigt werden und seien 
auch nicht zumutbar.

b) Die Gemeinde verweist in ihrer Vernehmlassung grundsätzlich auf ihre Ausführungen in der 
angefochtenen Verfügung. Darin habe sie es als unverhältnismässig betrachtet, den 
Beschwerdegegner mit weiteren Kosten für Fachberichte bzw. Massnahmen zur Anpassung der 
Photovoltaikanlage zu belasten, wenn gleichzeitig ein entsprechendes Gutachten vorliege, das 
die Anlage als unproblematisch qualifizierte.

c) Der Beschwerdegegner bringt vor, der Nachweis der nicht übermässigen Reflexionswirkung 
sei durch das Blendgutachten erbracht worden. Bezüglich dieses Gutachtens vermöge der 
Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar darlegen, inwieweit dieses auf unvollständigen oder 
falschen Feststellungen und Berechnungen beruhen würde. Das Gutachten lege anhand der 
Berechnungen der Blendwirkungen und Blenddauer dar, dass sämtliche Blendungen innerhalb 
der tolerierbaren Werte lägen. Die bestehende Blendwirkung sei somit verhältnismässig und trage 
dem Vorsorgeprinzip gemäss Art. 11 Abs. 2 USG genügend Rechnung. Insbesondere verfügten 
die installierten Module der Photovoltaikanlage bereits über eine spezielle «Anti-
Reflexionsbeschichtung». Die verbleibende Blendung liege im sozialadäquaten und tolerierbaren 

38 Vgl. BGer 1C_177/2011 vom 9. Februar 2012.
39 Vgl. BGer 1C_177/2001 vom 9. Februar 2012, E. 5.4 und E. 5.5.
40 VGer ZH VB.2007.00307 vom 7. November 2007, E. 5.2.
41 VGer GR R 20 25 vom 13. Oktober 2021, E. 4.4.

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Ausmass. Das Verhältnismässigkeitsprinzip wie auch die Situation vor Ort verlangten auch vom 
Beschwerdeführer eine gewisse Beweglichkeit, um den Reflexionen, die an jedem Punkt leicht 
differenziert aufträten, einerseits auszuweichen und andererseits durch das Ergreifen von 
Schutzmassnahmen, wie das Aufstellen von Sonnenschirmen oder das Anbringen von qualitativ 
hochwertigen Sonnenstoren, vorzubeugen. Der Beschwerdegegner bemerkt schliesslich, er habe 
eine Photovoltaikanlage nach dem neusten Stand der Technik verbaut und mit der Montagefirma 
im Vorfeld abgeklärt, wie die Blendwirkung der Anlage auf ein Minimum reduziert werden könne.

d) Im vorliegenden Fall liegt ein Blendgutachten vor, das der Beschwerdegegner im 
vorinstanzlichen Verfahren einreichte.42 Im Gutachten sind an der Ostfassade des Wohnhauses 
des Beschwerdeführers folgende vier Beobachtungspunkte (Immissionspunkte) untersucht 
worden:43
- Beobachtungspunkt B12: Ostfassade - Fenster links - stehende Position (EG / vor dem Fenster / 

unter Vordach)
- Beobachtungspunkt B21: Ostfassade - Fenster rechts - sitzende Position (EG / vor dem Fenster / 

unter Vordach)
- Beobachtungspunkt B23: Ostfassade - Fenster rechts - sitzende Position (1. OG / vor dem Fenster / 

unter Vordach)
- Beobachtungspunkt B31: Ostfassade - Wintergarten - sitzende Position (EG / im Innern)

In einem ersten Schritt wurden im Gutachten an den genannten Beobachtungspunkten die Dauer 
und Häufigkeit der Blendungen nach der einfachen Berechnungsmethode ermittelt. Die einfache 
Berechnung basiert rein auf der geometrischen Anordnung zwischen Blendflächen und 
Beobachtungspunkten. Die Oberflächenbeschaffenheit der verbauten Solarmodule, die Reduktion 
der auftretenden Reflexionszeiten infolge des realen Wetters und die Einschränkung des Fern- 
sowie Nahhorizontes sind nicht berücksichtig worden. Aus der Resultattabelle der einfachen 
Berechnung folgt, dass an allen vier Beobachtungspunkten die maximale Blenddauer pro Tag 
unter 30 Minuten liegt.44 Weiter zeigte die vereinfachte Berechnung, dass die kumulierten 
Blendzeiten pro Jahr zwischen knapp 23 (Beobachtungspunkt B12) und rund 78 
(Beobachtungspunkt B31) Stunden betragen.45 Zu den Ergebnissen der vereinfachten 
Berechnung führte der Gutachter aus, alle Blendungen lägen innerhalb der tolerierbaren Werte 
gemäss des Leitfadens Solaranlage «EnergieSchweiz». Zwar bestünden beim Wintergarten 
(Beobachtungspunkt 31) die längsten Blendzeiten. Da der Beobachtungspunkt B31 im Hausinnern 
angenommen worden sei, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass aufgrund der im Juni bereits 
beachtlichen Sonneneinstrahlung ohnehin Massnahmen zum Abschatten getroffen würden, damit 
sich der Wintergarten nicht zu stark aufheize. Der Gutachter kam zum Schluss, dass die PV-
Module zwar Reflexionen in die nähere Umgebung verursachen, doch seien diese zeitlich so 
begrenzt, dass sie in ihrer Gesamtheit gemäss dem Leitfaden «Solaranlagen EnergieSchweiz» 
als tolerierbar eingestuft werden könnten. Da sich die Daten und Zeiten in Abhängigkeit des 
betrachteten Beobachtungspunktes unterscheiden, habe der Beschwerdeführer auch die 
Möglichkeit, in Abhängigkeit der Tages- und Jahreszeit den Aufenthaltsort «etwas den 
Reflexionen anzupassen». Weil schon eine Verschiebung um einige Meter deutliche Unterschiede 
ergebe, scheine das zumutbar zu sein. Zudem liessen sich Blendungen von oben beispielsweise 
mit einem Sonnenschirm oder einer ähnlichen Vorrichtung gut abschirmen. Die Wirkungen 
bewögen sich unterhalb der vom Leitfaden aufgeführten Grenzen bezüglich Blenddauer pro Tag 
und maximale Tage im Jahr.

42 Vgl. Blendgutachten F.________vom 10. April 2021, pag. 6 der Vorakten der Gemeinde Niederbipp.
43 Vgl. Ziffer 3.2 im Blendgutachten F.________vom 10. April 2021, hinter pag. 6 der Vorakten der Gemeinde 
Niederbipp.
44 Vgl. Tabelle auf S. 5 unten im Blendgutachten F.________ vom 10. April 2021, hinter pag. 6 der Vorakten der 
Gemeinde Niederbipp.
45 Vgl. Tabelle auf S. 6 oben im Gutachten F.________vom 10. April 2021, hinter pag. 6 der Vorakten der Gemeinde 
Niederbipp.

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e) Zusätzlich sind im Gutachten die Blendzeiten und Blenddauern nach einer erweiterten 
Berechnung ermittelt worden. Dafür wurde das Ingenieurbüro B.________ beigezogen. 
Berücksichtigt wurde der Einfluss des realen Wetters und der Einfluss der Bündelaufweitung 
aufgrund der strukturierten PV-Module. Der Gutachter führte dazu aus, die Bledzeiten hätten sich 
unter Berücksichtigung der Bündelaufweitung erwartungsgemäss stark verlängert. Die Stärke des 
Reflexionsstrahls (Intensität) liege aber über das ganze Jahr betrachtet grösstenteils unter dem 
im Leitfaden «SolarenergieSchweiz» empfohlenen Richtwert von 30 W/m2. Damit lasse sich die 
gewertete Blenddauer für alle Beobachtungspunkte im Bereich von 30 bis maximal 35 Stunden 
pro Jahr einordnen. Der Wert von 30 W/m2 habe zwar das Potential für ein Nachbild, er liege aber 
deutlich unterhalb des gefährlichen Potentials. Dieses beginne im Bereich ab 120 W/m2, sei aber 
individuell verschieden.

f) Die BVD führte im Beisein der Parteien, einer Vertretung der Gemeinde sowie einer 
Vertretung des AUE einen Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Unbestritten ist, dass 
sich an den untersuchten Immissionsorten über längere Zeit Personen aufhalten können. Im 
Zeitpunkt des Augenscheins waren Blendungen sichtbar. Die festgestellte Reflexion war am 
Beobachtungspunkt B23, B12, B21 zur Mittagszeit nicht sehr intensiv. An einem weiteren Standort 
im Garten war eine deutlich stärkere Blendungswirkung feststellbar. Der Vertreter des AUE führte 
dazu aus, dies sei auf die unterschiedliche Geometrie zu den Modulen zurückzuführen und 
deswegen sei die Intensität der Reflexion im Garten stärker. Der Einfallwinkel der Sonne auf die 
Module sei entscheidend. Die Blendung sei daher abhängig vom Tageslauf der Sonne und des 
sich im Jahr immer wieder veränderten Sonnenstands. Entsprechend verändere sich die Intensität 
der Blendung. Der Vertreter des AUE fügte an, im Vergleich zum Standort im Garten könne man 
beim Beobachtungspunkt B21 ohne Sonnenbrille in das Modul schauen. Die Blendung könne sich 
aber aufgrund der Dauer störend und lästig auswirken. Neben der Blendung der Module komme 
zusätzlich die Reflexion des Rahmens aus Aluminium hinzu. Am Augenschein war am 
Beobachtungspunkt B31 (Wintergarten) die Reflexion ebenfalls deutlich wahrnehmbar. Dabei war 
von diesem Standort aus die Bündelwirkung gut erkennbar, weil eine grössere Modulfläche (ca. 
2-3 Module) betroffen war. Der Vertreter des AUE stellte dazu fest, die Blendung im Wintergarten 
sei unangenehm. Zudem bemerkte er, wegen des wechselnden Sonnenstands sei die Blenddauer 
(Zeitdauer pro Blendereignis) gegen Ende der Blendzeit (Zeitraum, in denen Blendungen während 
des Jahres auftreten können) weniger lang. Schliesslich führte der Vertreter des AUE aus, in 
Anbetracht der Zahlen im Gutachten sei die Dauer der Blendung zu lang. Besonders die 
Richtwerte der kumulierten Blendzeit seien klar überschritten.

g) Für die Beurteilung der Zumutbarkeit der Blendungen ist auf die erweiterten Berechnungen 
des Ingenieurbüros B.________ abzustellen. Diese bilden im vorliegenden Fall im Gegensatz zur 
einfachen Berechnung des Blendstrahls die Dauer und die Häufigkeit der Blendungen 
realitätsnäher ab, weil darin die Bündelaufweitung und das reale Wetter berücksichtigt sind. Das 
deckt sich mit der Auffassung des Vertreters des AUE am Augenschein.46 Im vorliegenden Fall 
präsentiert sich die Situation gestützt auf die erweiterten Berechnungen des Ingenieurbüros 
B.________ wie folgt:47 Am Beobachtungspunkt B12 (Wohnzimmerfenster) beträgt die maximale 
Blenddauer 92 Minuten, wobei an 140 Tagen pro Jahr Blendereignisse auftreten können. Aus den 
Berechnungen zum Immissionspunkt B12 folgt weiter, dass die Blendungen an über 100 Tagen 
zwischen 92 und 60 Minuten dauern können. Ein ähnliches Bild zeigt sich an den 
Immissionspunkten B21 (Sitzplatz), B23 (Balkon) und B31 (Wintergarten). Am Immissionspunkt 
B21 können an 165, am Immissionspunkt B23 an 145 und am Immissionspunkt B31 an 190 Tagen 
pro Jahr Blendereignisse auftreten. Die Blendungen können am Immissionspunkt B21 an über 

46 Vgl. Votum J.________, S. 8 im Augenscheinprotokoll vom 9. September 2021 der BVD.
47 Vgl. Grafiken S. 14 ff. im Gutachten F.________vom 10. April 2021, hinter pag. 6 der Vorakten der Gemeinde 
Niederbipp.

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130 Tagen zwischen 85 und 60 Minuten, am Immissionspunkt B23 an über 100 Tagen zwischen 
85 und 60 Minuten und am Immissionspunkt B31 an über 70 Tagen zwischen 80 und 60 Minuten 
dauern. Weiter ist hier Folgendes zu berücksichtigen: Das Blickfeld zwischen den Immissionsorten 
und den reflektierenden PV-Modulen ist frei. Alle Immissionspunkte sind direkt auf die PV-Module 
auf dem Nordwestdach gerichtet. Die Distanz zwischen den Immissionspunkten und der 
reflektierenden Fläche ist hier überaus gering (ca. 20 m), weshalb die Situation besonders kritisch 
einzustufen ist. Das zeigen auch die Fotos vom Augenschein.48 Die Blendungen treten zudem 
hauptsächlich in der Sommerjahreszeit auf (Mai, Juni, Juli und August), in welcher sich die 
Nutzung der Aussenbereiche (Balkon und Gartensitzplatz) temperaturbedingt anbietet. Ungünstig 
ist auch die Situation auf dem Balkon. An diesem Standort sind die Blickbereiche geradeaus sowie 
nach rechts direkt in die Störung gerichtet, was die Blendungen akzentuiert.49 Aus den Grafiken 
folgt weiter, dass die Blendungen an den untersuchten Immissionsorten nur zu leicht 
differierenden Zeiten auftreten, bzw. sich diese teilweise überlagen. Das ergibt sich aus den 
Reflexionsdiagrammen.50 Den Blendungen kann daher entlang der Südostfassade durch das 
Verändern des Standortes nur bedingt ausgewichen werden.

h) Unter den gegebenen Umständen ist die Beurteilung des Vertreters des AUE am 
Augenschein, wonach die Dauer der Blendungen zu lang sind, gestützt auf die am Augenschein 
gewonnenen Erkenntnisse plausibel und nachvollziehbar. Im vorliegenden Fall können an den 
untersuchten Immissionsorten zwischen Mitte April bis Ende August zur Mittagszeit täglich 
Blendungen bis maximal 80 Minuten auftreten. Sodann können die Blendungen beim 
Wohnzimmerfenster (Beobachtungspunkt B12) sogar über 100 Tage zwischen 92 und 60 Minuten 
pro Tag dauern. Diese Blenddauern liegen fraglos ausserhalb des Richtwertes des LAI-Leitfadens 
und ausserhalb der Richtwerte der Ziffern 1, 2 und 4 des Leitfadens «Solaranlagen 
EnergieSchweiz» (vgl. Erwägung 4c). Auch liegen die Blendungen von ihrer Dauer her um über 
das doppelte über den von der Rechtsprechung noch als tolerierbar eingestuften Werte. So 
wurden vom Bundesgericht wie ausgeführt Einwirkdauern von täglich 20 bis knapp 30 Minuten 
noch als tolerierbar qualifiziert, wohingegen das Verwaltungsgericht Zürich und das 
Verwaltungsgericht Graubünden eine Dauer von 50 Minuten pro Tag über mehrere Wochen als 
nicht mehr zulässig beurteilten (vgl. Erwägung 4f). Daran ändert nichts, dass der 
Beschwerdeführer die Blendungen von oben, beispielsweise mit einem Sonnenschirm oder einer 
ähnlichen Vorrichtung, abschirmen könnte. Denn Emissionen sind gemäss Art. 11 Abs. 1 USG 
durch Massnahmen «bei der Quelle» und nicht beim «Immissionsempfänger» zu begrenzen. Vom 
Grundsatz der Emissionsbegrenzung bei der Quelle ist nur in Ausnahmefällen abzuweichen und 
an deren Stelle den Betroffenen selber zuzumuten, eine Schutzmassnahme zu treffen.51

i) Die Gemeinde und der Gutachter beurteilten die Situation dennoch als zumutbar. Nach der 
Meinung der Gemeinde und des Gutachters darf die Anlage ohne Massnahmen zur 
Emissionsbegrenzung weiter betrieben werden. Der Gutachter argumentierte besonders, die 
Leistungsdichte des Reflexionsstrahls liege über das Jahr betrachtet grösstenteils unter dem Wert 
von 30 W/m2. Zusammen mit der Tatsache, dass der Reflexionsstrahl von oben komme – da wirke 
der natürliche Schutzmechanismus des Wegblickens –, erscheine dieser Wert als tolerierbar. 
Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Zunächst fällt auf, dass im Gutachten eine 
rechnerische Herleitung der Leistungsdichte des Reflexionsstrahls von 30 W/m2 fehlt. Auch liegt 
keine Messung der Intensität der Lichtreflexionen an den Immissionspunkten vor. Der Vertreter 

48 Vgl. Bilder Nrn. 1, 5, 10 und 12 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 9. September 2021 in den 
Beschwerdeakten der BVD.
49 Vgl. Bild Nr. 2 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 9. September 2021 in den Beschwerdeakten 
der BVD.
50 Vgl. Grafiken S. 15 ff. im Gutachten F.________ vom 10. April 2021, hinter pag. 6 der Vorakten der Gemeinde 
Niederbipp.
51 VGer ZH VB.2007.00307 vom 7. November 2007, E. 7.2.

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des AUE bemängelte am Augenschein denn auch, im Gutachten sei die Leistungsdichte des 
Reflexionsstrahls von 30 W/m2 ohne Beachtung der Reflexion an den Aluminiumrahmen geschätzt 
oder berechnet worden. Es ist daher davon auszugehen, dass die Intensität der Blendwirkung in 
der Realität stärker ist als vom Gutachter angenommen. Hinzu kommt, dass der Richtwert der 
Leistungsdichte von 30 W/m2, der im Leitfaden «Solaranlagen EnergieSchweiz» erwähnt ist, stark 
zu relativieren ist.52 Am Augenschein erklärte der Vertreter des AUE, es handle sich um einen 
Wert, der nichts darüber aussage, wann die Reflexionsintensität übermässig sei. Zudem erläuterte 
der Vertreter des AUE, die Umrechnung der Leistungsdichte von 30 W/m2 in die Masseinheit 
Leuchtdichte ergebe einen Wert von 20 400 cd/m2. Dieser Wert liegt bereits im Bereich der 
Absolutblendung, die nach der Vollzugshilfe des BAFU schon ab einer Leuchtdichte von 10 000 
bis 160 000 cd/m2 erfolgt (vgl. Erwägung 4e). In diesen Fällen kann sich das Auge nicht mehr an 
die Lichtverhältnisse anpassen.

j) Unter diesen Umständen ist es sachgerecht, betreffend die Reflexionsintensität auf die 
Feststellungen am Augenschein abzustellen. Das deckt sich mit den Empfehlungen des BAFU in 
der Vollzugshilfe. Auch nach der Auffassung des Vertreters des AUE ist im Rahmen einer 
Zumutbarkeitsprüfung der Blendungen eine Begehung vor Ort grundsätzlich angezeigt.53 Zwar 
konnten im vorliegenden Fall am Augenschein vom 6. September 2021 aufgrund der 
geometrischen bzw. physikalischen Gegebenheiten vor Ort Blendungen nur noch beim 
Wintergarten, das heisst beim Immissionspunkt B31, festgestellt werden. Dabei waren die 
Blendungen im Wintergarten ca. ab 13.14 Uhr intensiv. Sie wurden vom Vertreter des AUE als 
unangenehm beschrieben.54 Der Beschwerdeführer bemerkte dazu, ab Anfang April bis Mitte 
August seien die Blendungen auf dem Balkon (Beobachtungspunkt B23) genauso stark wie jetzt 
im Wintergarten.55 Die Ausführungen des Beschwerdeführers sind glaubhaft. Sie decken sich mit 
der Grafik im Gutachten des Ingenieurbüros B.________ AG sowie mit den Fotos, die der 
Beschwerdeführer auf der Speicherkarte zusammen mit der Beschwerde einreichte.56 Eine starke 
Reflexion konnte am Augenschein sodann im Garten beim «Bäumchen» des Beschwerdeführers 
beobachtet werden. Dabei konnte man ohne Sonnenbrille nicht direkt in das Modul schauen.57 Es 
handelte sich dabei zwar nicht um einen Immissionspunkt, wo sich der Beschwerdeführer und 
seine Ehefrau regelmässig aufhalten. Der Beschwerdeführer hielt am Augenschein jedoch fest, 
im Juni und Juli seien die Blendungen auf dem Gartensitzplatz (Beobachtungspunkt B21) von der 
Intensität her vergleichbar wie jetzt im Garten.58 Es bestehen keine Anhaltspunkt, diese 
Einschätzung des Beschwerdeführers anzuzweifeln, zumal gemäss den Berechnungen im 
Gutachten beim Gartensitzplatz im Juni und Juli Blendungen zur Mittagszeit auftreten. Das 
untermauern auch die Fotos, die der Beschwerdeführer auf der Speicherkarte einreichte.59 
Demzufolge ist hier davon auszugehen, dass die Intensität der Lichtreflexionen während den 
Blendzeiten an den Immissionspunkten zeitweise über der Schwelle der Absolutblendung liegt. 
Das schränkt laut der Vollzugshilfe des BAFU die Sehfähigkeit stark ein oder sie kann 
vorübergehend sogar gänzlich verlorengehen.60

k) Nach dem Gesagten liegt entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners die 
Blendwirkung an den Immissionsorten nicht mehr im sozialadäquaten und tolerierbaren Bereich. 
Die Blendungen liegen teilweise über der Schwelle der Absolutblendung und gehen bezüglich der 

52 Vgl. Leitfaden zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen, EnergieSchweiz, Februar 2021, S. 29.
53 Vgl. Votum J.________, S. 8 oben im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
54 Vgl. Votum J.________, S. 9 im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
55 Vgl. Votum M.________, S. 9 im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
56 Vgl. Grafik S. 16 im Gutachten F.________vom 10. April 2021, hinter pag. 6 der Vorakten der Gemeinde Niederbipp 
und Fotos April 2021, Juni und Mai auf der Speicherkarte (SD-Karte) als Beilage zur Beschwerde vom 7. Juli 2021.
57 Vgl. Votum J.________, S. 4 unten im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
58 Vgl. Votum MM.________, S. 4 im Augenscheinprotokoll der BVD vom 9. September 2021.
59 Vgl. SD-Karte als Beilage zur Beschwerde vom 7. Juli 2021.
60 Vgl. Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen des Bundesamts für Umwelt (BAFU), 1. Aufl. 2021, S. 58.

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Dauer und Häufigkeit deutlich über die Werte hinaus, die von der Rechtsprechung noch als 
tolerierbar eingestuft worden sind. Aufgrund ihrer Dauer, Häufigkeit und Intensität kann hier nicht 
mehr von zulässigen Immissionen im Sinne des USG gesprochen werden. Im Lichte der 
Rechtsprechung und in Übereinstimmung mit der Beurteilung des Vertreters des AUE liegen hier 
die Lichtreflexionen deutlich über dem tolerierbaren Mass und stören insgesamt das Wohlbefinden 
der Bevölkerung bzw. des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau erheblich. Die Lichtreflexionen 
sind folglich als übermässige und lästige Einwirkungen im Sinne von Art. 1 Abs. 1 und Art. 11 
Abs. 3 USG einzustufen. Daran ändert nichts, dass hier Module verbaut worden sind, die speziell 
mit einer hochwertigen Antireflexionsbeschichtung ausgestattet sind. Die Blendstörungen treten 
trotz dieser Eigenschaft der Module auf.

6. Emissionsbegrenzung / Wiederherstellung

a) Aus den Erwägungen folgt, dass ein Teil der Anlage, namentlich die Module auf dem 
Nordwestdach, den umweltschutzrechtlichen Bestimmungen widerspricht. Die Solaranlage wurde 
zwar gestützt auf Art. 18a Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 7a BewD61 im Meldeverfahren 
baubewilligungsfrei erstellt. Die Baubewilligungsfreiheit der Photovoltaikanlage nach Art. 18a Abs. 
1 RPG steht der nachträglichen Beurteilung und Anpassung der Anlage jedoch nicht entgegen. 
Stört – wie hier – eine baubewilligungsfreie Anlage die öffentliche Ordnung, ordnet die 
Baupolizeibehörde gestützt auf Art. 45 Abs. 2 Bst. c BauG unter anderem im Interesse des 
Umweltschutzes die erforderlichen baupolizeilichen Massnahmen an (Art. 1b Abs. 3 BauG). 
Dementsprechend stellen hier Emissionsbegrenzungen im Sinne von Art. 11 und 12 USG auch 
polizeiliche Massnahmen dar.62

b) Als Eigentumsbeschränkung ist die Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands im Sinn von Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG nur zulässig, wenn sie auf einer gesetzlichen 
Grundlage beruht, im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist (Art. 36 BV63). Zudem 
darf auch der Vertrauensgrundsatz nicht verletzt werden (Art. 47 Abs. 6 BewD). Eine 
Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel 
zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen Zustands nötig ist und die 
Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.64 
Analoges gilt mit Blick auf Art. 11 Abs. 3 USG. Danach sind Massnahmen zwar nicht an die 
Schranke der wirtschaftlichen Tragbarkeit gebunden. Dennoch müssen wirtschaftliche 
Überlegungen in die Prüfung der Verhältnismässigkeit verschärfter Emissionsbegrenzungen 
einfliessen. Insbesondere ist auch hier ein angemessenes Verhältnis zwischen dem Nutzen der 
Massnahme für die Umwelt und der Schwere der damit verbundenen Nachteile – was namentlich 
die Höhe der Kosten sein kann – zu wahren.65

c) Die gesetzliche Grundlage zur Anordnung von Massnahmen zur Reduktion oder 
Beseitigung von übermässigen Blendungen ist mit Art. 11 Abs. 3 USG gegeben. Am Schutz der 
Wohnzone vor übermässigen Immissionen besteht zudem ein gewichtiges öffentliches 
Interesse.66 Wie erwähnt, kann hier vom Beschwerdeführer und seiner Ehefrau entgegen der 
Auffassung des Beschwerdegegners nicht verlangt werden, dass sie sich gegen die übermässigen 
Blendungen selber mit Sonnenschirmen, Sonnenbrillen oder dem Versetzen von Stühlen schützen 

61 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
62 Schrade/Loretan, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 1998, Art. 11 N. 18.
63 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101).
64 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 9; BVR 2013 S. 
85 E. 5.1.
65 Schrade/Loretan, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 1998, Art. 11 N. 43a.
66 Vgl. BVR 2013 S. 85 E. 5.2.

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(vgl. Erwägung 5h). Am Augenschein wurden die folgenden vier Massnahmen zur 
Emissionsbegrenzung näher diskutiert:
1. Sichtschutz durch blickdichte Bepflanzung zwischen den reflektierenden PV-Modulen und 

den Immissionspunkten
2. Versetzen der PV-Module auf die südseitige Dachfläche
3. Anhebung des Anstellwinkels zwischen Satteldach und den PV-Modulen
4. Ersatz der bestehenden Module durch rahmenlose dunkle bzw. matt beschichtete PV-

Module

d) Als nicht geeignet erweist sich die erste Massnahme. Eine blickdichte Bepflanzung kann 
hier nach den überzeugenden Ausführungen des Vertreters des AUE aufgrund der engen 
Platzverhältnisse nicht realisiert werden. Auch könnte hier eine Bepflanzung aufgrund der 
begrenzten vertikalen Ausdehnung keine emissionsreduzierende Wirkung entfalten.67 Ebenso 
scheidet die zweite Massnahme, die am Augenschein thematisiert wurde, aus. Die südseitige 
Dachfläche des Wohnhauses des Beschwerdegegners ist bereits vollständig mit PV-Modulen 
belegt, wie die Fotos in den Akten zeigen.68 Die reflektierenden PV-Module auf der 
nordwestseitigen Dachhälfte können somit nicht auf die Südostseite des Daches versetzt werden. 
Als dritte Emissionsbegrenzungsmassnahme wurde die Anhebung des Anstellwinkels der 
verbauten PV-Module diskutiert. Diese Massnahme ist nach den Angaben des 
Beschwerdegegners nicht umsetzbar. Im Schreiben vom 27. September 2021 teilte der 
Beschwerdegegner mit, dass es gemäss Abklärungen bei der Montagefirma keine 
Halterungssysteme für Satteldächer gebe, die eine solche Anhebung der Photovoltaikanlage 
ermöglichten. Ferner könne bei einer solchen Anhebung gerade bei starken Windverhältnissen 
die Anlage instabil werden. Die Aufrichtung bzw. Anhebung der Photovoltaikanlage (um den 
Einfallswinkel der Sonne zu verändern) ist somit technisch nicht realisierbar und fällt als 
Emissionsbegrenzungsmassnahme ebenfalls ausser Betracht.

e) Weiter wurde auf Verlangen des Beschwerdeführers die Auswechslung der bestehenden 
Module durch schwarze, rahmenlose PV-Module besprochen. Der Vertreter des AUE hielt am 
Augenschein zu dieser Massnahme fest, es sei unwahrscheinlich, dass mit der Umsetzung dieser 
Massnahme gar kein Problem bzw. keine Blendungen mehr auftreten würden. Er bemerkte, auch 
bei matten und dunklen Solarmodulen bestünde aufgrund der bestehenden geometrischen 
Konstellation ein Risiko, dass Blendungen entstünden. Stand heute sei, dass auf dem Markt keine 
Solarmodule existieren, die keine Reflexion bzw. Blendungen verursachen. Diesbezüglich sei die 
technische Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen.69 Nach dem Gesagten ist nicht zu 
erwarten, dass sich durch den Ersatz der bestehenden Module durch neue dunkle und rahmenlose 
Module die Blendsituation an den untersuchten Immissionsorten merklich verbessert. Dafür 
spricht auch, dass die verbauten Module der Firma «A.________» schon eine hochwertige 
Antireflexionsbeschichtung aufweisen und nach der Einschätzung des Gutachters bezüglich der 
Eigenschaft «reflexionsarm» dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Reflexionsarmut darf 
daher nicht mit «blendfrei» gleichgesetzt werden. Die vierte Massnahme ist hier somit ebenfalls 
nicht geeignet, um die Blendungen in einem bedeutsamen Umfang zu reduzieren.

f) Zur Reduktion der Blendungen fallen sodann nur noch die Beschattung der reflektierenden 
PV-Module oder der Verzicht bzw. der Rückbau der 14 PV-Module auf dem Nordwestdach in 
Betracht. Mit einer teilweisen oder vollständigen Beschattung liessen sich die lästigen Blendungen 
beim Wohnhaus des Beschwerdeführers zwar beseitigen oder auf ein tolerierbares Niveau 
reduzieren. Bei einer Beschattung müsste allerdings sichergestellt werden, dass die reflektierende 

67 Vgl. Votum J.________ S. 10 oben im Augenscheinprotokoll vom 9. September 2021 der BVD.
68 Vgl. Beilage zum Schreiben des Beschwerdeführers vom 30. September 2021.
69 Vgl. Votum J.________S. 11 unten im Augenscheinprotokoll vom 9. September 2021 der BVD.

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Fläche mit einem Rollladen oder einer ähnlichen Vorrichtung im richtigen Zeitpunkt manuell oder 
automatisch verschattet wird. Nebst der technischen Machbarkeit stellt sich besonders die Frage, 
ob sich diese Massnahme überhaupt sinnvoll durchsetzen liesse. Weiter wäre die Installation einer 
derartigen Beschattungsanlage mit grossen technischen Aufwendungen und zusätzlichen 
baulichen Vorkehrungen verbunden und würde hohe finanzielle Aufwendungen nach sich ziehen. 
Die Nachteile, die dem Beschwerdegegner mit dieser Massnahme auferlegt würden, wiegen daher 
schwer.

g) Die Blendungen lassen sich indessen ebenso gut mit dem Rückbau bzw. dem Verzicht der 
Module auf dem Nordwestdach vermeiden. Diese Auffassung vertrat auch der Beschwerdeführer 
in seiner Stellungnahme zum Augenscheinprotokoll vom 30. September 2021 und seiner Eingabe 
vom 12. Oktober 2021. Er ist der Meinung, mit dem verbleibenden Teil der Photovoltaikanlage, 
d.h. den Solarmodulen auf der südostseitigen Dachhälfte, lasse sich für den Eigenbedarf 
genügend Strom produzieren.

Dass sich die Module auf dem Nordwestdach nicht demontieren lassen, macht der 
Beschwerdegegner nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Der Rückbau der 14 PV-Module 
auf dem Nordwestdach würde den Betrieb der Photovoltaikanlage nicht stark einschränken; er 
stellt bloss eine Reduktion der Anlagegrösse dar. Der Hauptteil der Photovoltaikanlage, 
namentlich die 37 Solarmodule auf der südostseitigen Dachhälfte, kann problemlos 
weiterbetrieben werden. Die Südostseite des Daches eignet sich denn auch «sehr gut» für die 
Nutzung von Sonnenenergie.70 Laut dem Solarrechner von EnergieSchweiz können auf der 
südostseitigen Dachhälfte mit voller Belegung (79 m2) jährlich rund 14 100 Kilowattstunden (kWh) 
Solarstrom produziert werden.71 Im Gegensatz dazu ist die nordwestseitige Dachhälfte, auf 
welcher sich die reflektierenden PV-Module befinden, für die Nutzung von Solarenergie nur mit 
der Eignung «mittel» eingestuft.72 Dementsprechend gering fällt auf dieser Dachhälfte die 
Stromproduktion aus. Sie beträgt nach dem Solarrechner bloss ca. 2400 kWh73 pro Jahr und fällt 
gemessen an der Gesamtstromproduktion der Photovoltaikanlage von rund 16 500 kWh pro Jahr 
nicht stark ins Gewicht. Somit läuft der Rückbau der 14 PV-Module auf dem Nordwestdach dem 
Sinn von Art. 18a PRG und den Zielen der Energiegesetzgebungen des Bundes und des Kantons, 
namentlich den CO2-Ausstoss im Gebäudebereich zu senken und die Energieeffizienz von 
Gebäuden zu steigern, nicht in unzulässiger Art und Weise entgegen.

Der Rückbau der 14 Module auf dem Nordwestdach wird zwar Kosten (Rückbauarbeiten und 
Gerüstmontage) zulasten des Beschwerdegegners nach sich ziehen. Anders als bei einer 
Beschattung können beim Rückbau die intakten Solarmodule an einem anderen, geeigneten Ort 
wiederum für die Stromproduktion verwendet werden. Das wirkt sich kostenmindernd aus. Zu 
beachten ist ausserdem, dass der Beschwerdegegner bzw. dessen Anlageplaner bei zumutbarer 
Aufmerksamkeit hätten erkennen können, dass die Solarmodule auf dem Nordwestdach in der 
umliegenden Nachbarschaft zu kritischen Blendungen führen. Im Leitfaden «Solaranlagen 
EnergieSchweiz» wird auf diese Problematik schon in der Zusammenfassung hingewiesen.74 
Gleiches folgt aus der kantonalen Richtlinie, wie der Vertreter des AUE am Augenschein erklärte 
(vgl. Erwägung 4c). Darin wird ausdrücklich erwähnt, dass nordseitigen Anlagen betreffend 
Blendwirkungen besonders Beachtung zu schenken ist. Dass Orte, welche nördlich der 
Solaranlage liegen, häufig von reflektierten Lichtstrahlen betroffen sind, ist damit hinlänglich 
bekannt. Hätte der Beschwerdegegner die Immissionsprognose wie empfohlen im Rahmen der 
Planung sorgfältig durchgeführt, hätte er aufgrund der negativen Prognose auf den Bau dieser 

70 Vgl. www.bfe.admin.ch / Themen / Geodaten / Solar / Solarenergie / Eignung Hausdach / Links / Sonnendach.ch.
71 Vgl. www.energieschweiz.ch / Gebäude / Solaranlagen / Tools und Rechner.
72 Vgl. www.bfe.admin.ch / Themen / Geodaten / Solar / Solarenergie / Eignung Hausdach / Links / Sonnendach.ch.
73 Vgl. www.energieschweiz.ch / Gebäude / Solaranlagen / Tools und Rechner.
74 Leitfaden zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen, EnergieSchweiz, Februar 2021, S. 4.

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Module verzichten und somit Rückbaukosten vermeiden können. Unter den gegebenen 
Umständen kommen den finanziellen Nachteilen, die dem Beschwerdegegner durch den Rückbau 
entstehen, im Vergleich zum öffentlichen Interesse an der Einhaltung und Durchsetzung der 
umweltrechtlichen Bestimmungen sowie den privaten Interessen des Beschwerdeführers am 
Schutz vor lästigen Blendimmissionen, kein ausschlaggebendes Gewicht zu, selbst wenn die 
Kosten hoch sind. Die privaten Interessen des Beschwerdegegners an der Beibehaltung der 
störenden Module werden hier sowohl von den Interessen des Beschwerdeführers sowie den 
öffentlichen, für die Herstellung des rechtmässigen Zustands sprechenden Interessen, klar 
übertroffen. Es ist daher gerechtfertigt, den Beschwerdegegner zu verpflichten, die 
Photovoltaikanlage nachträglich zu verkleinern, d.h. die 14 Module auf dem Nordwestdach, 
welche die lästigen Blendungen verursachen und deutlich weniger Ertrag liefern als jene auf dem 
Südostdach, bis am 15. Juni 2022 vollständig zurückzubauen. Angesichts der Tatsache, dass im 
vorliegenden Fall lediglich 14 Module zurückgebaut werden müssen, erscheint die angesetzte 
Frist als angemessen. Der Hauptteil der Anlage kann ohne Einschränkungen weiterbetrieben 
werden. Mildere Massnahmen sind wie oben dargelegt entweder nicht geeignet, können aus 
technischen Gründen nicht realisiert werden oder würden unzumutbare Mehrkosten bewirken. Die 
angeordnete Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ist für den Beschwerdeführer nach 
dem Gesagten zumutbar und verhältnismässig.

7. Ergebnis und Kosten

a) Die angefochtene Verfügung hält nach dem Gesagten der Rechtskontrolle nicht stand. Die 
Beschwerde ist gutzuheissen und die angefochtene Verfügung der Gemeinde wird aufgehoben. 
Der Beschwerdegegner hat die 14 Solarmodule dem Nordwestdach bis zum 15. Juni 2022 
zurückzubauen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdegegner. Die 
Gehörsverletzung zulasten des Beschwerdeführers ist vorliegend bei der Kostenverlegung nicht 
zu beachten, da der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen ohnehin obsiegt. Entsprechend hat 
der Beschwerdegegner die Verfahrenskosten allein zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die 
Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere 
Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben werden 
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf CHF 1800.– (Art. 103 Abs. 2 
VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV75). Für den Augenschein vom 6. September 2021 wird in 
Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine zusätzliche Gebühr von CHF 500.– erhoben. Die 
Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit CHF 2300.–.

c) Da der Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertreten ist, werden keine Parteikosten 
gesprochen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

III. Entscheid

1. a) Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Gemeinde Niederbipp vom 
10. Juni 2021 wird aufgehoben.

75 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21).

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b) Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, die Photovoltaikanlage bis zum 15. Juni 2022 
zu verkleinern, d.h., die 14 Solarmodule auf dem Nordwestdach seines Wohnhauses auf 
der Parzelle Niederbipp Gbbl. Nr. G.________ zu entfernen.

c) Wiederhandlungen gegen die Ziffer 1b dieses Entscheids sind strafbar nach Art. 50 BauG 
und nach Art. 292 StGB76.

d) Kommt der Beschwerdegegner der Ziffer 1b dieses Entscheids innert der gesetzten Frist 
nicht vollständig und vorschriftsgemäss nach, hat die Gemeinde Niederbipp ohne weitere 
Verfügung zur Ersatzvornahme zuschreiten, d.h. auf Kosten des Beschwerdegegners die 
Wiederherstellungsverfügung selber ausführen oder durch Dritte ausführen lassen (Art. 47 
BauG).

2. Die Verfahrenskosten von CHF 2300.– werden dem Beschwerdegegner zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn C.________, eingeschrieben
- Herrn Rechtsanwalt E.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Gemeinde Niederbipp, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben
- Amt für Umwelt und Energie (AUE), Abt. Immissionsschutz, z.H. Herrn Stefan J.________, 

zur Kenntnis

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

76 Schweizerisches Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0).

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Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.