# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf041403-36b9-5428-9121-0d2ae97dd93d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2021 E-871/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-871-2020_2021-12-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-871/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  D e z e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, Richter Lorenz Noli,    

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

amtlich verbeiständet durch MLaw Cora Dubach,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 14. Januar 2020 / N (…). 

 

 

 

E-871/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reiste gemäss ihren Angaben am (…) April 2015  

legal mit einem Visum in die Schweiz ein und stellte am 22. Juni 2015 im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch. Am 

30. Juni 2015 fand die Kurzbefragung der Beschwerdeführerin zur Person 

(BzP) im EVZ und am 21. Oktober 2015 ihre Anhörung zu den Asylgründen 

gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) statt. 

B.  

B.a Die Beschwerdeführerin brachte in der BzP zur Begründung ihres Asyl-

gesuchs vor, sie sei tamilischer Ethnie und stamme ursprünglich aus 

C._______, Distrikt Jaffna. Nach einem kurzen Aufenthalt im Vanni-Gebiet 

im Jahr 1988 habe sie sich zusammen mit ihrer Familie schliesslich im Dorf 

D._______, Nordwestprovinz, niedergelassen. Ihr Ehemann, ein Fischer, 

und ihr ältester Sohn seien im Jahr 2000 der Unterstützung der LTTE (Libe-

ration Tigers of Tamil Eelam) beschuldigt und festgenommen worden; sie 

seien seither verschollen. Viele Fischer hätten die LTTE unterstützt, wes-

halb auch ihre Familie unter entsprechenden Verdacht geraten sei. Im Jahr 

2008 sei ihr jüngerer Sohn E._______, der ebenfalls als Fischer gearbeitet 

habe, von der sri-lankischen Marine aufgrund des Verdachts der Unterstüt-

zung der LTTE während 14 Tagen festgehalten und misshandelt worden. 

Gegen Bezahlung einer Geldsumme sei er wieder freigelassen worden. Im 

Jahr 2009 hätten die Behörden E._______ erneut gesucht, weil er mit sei-

nem Boot eine Person transportiert habe, die, wie sich später herausge-

stellt habe, ein Mitglied der LTTE gewesen sei. Aus diesem Grund hätten 

die Soldaten ihr Haus umstellt und durchsucht. E._______ sei zu diesem 

Zeitpunkt im Tempel gewesen und sie habe ihn gewarnt, dass er nicht nach 

Hause kommen solle. Aufgrund dieses Vorfalls sowie weil eine ihrer Töch-

ter früher schon vergewaltigt worden sei, habe sie im (…) 2009 die Aus-

reise ihrer Kinder sowie eines Schwiegersohnes nach Thailand in die Wege 

geleitet. In der Folge hätten die Behörden sie immer wieder aufgesucht, 

geschlagen und von ihr die Adresse ihrer Kinder verlangt. Bei einem sol-

chen Vorfall am (…) November 2011 hätten sie ihr Haus niedergebrannt, 

ebenso wie später ein neues Haus, dass sie nach dem ersten Brand erstellt 

habe. Nach dem letzten Vorfall im Jahr 2013, bei welchem sie auf die Hüfte 

geschlagen und ihr ein Zahn herausgeschlagen worden sei, habe sie sich 

zur Ausreise entschlossen. 

E-871/2020 

Seite 3 

B.b Im Rahmen der Anhörung brachte die Beschwerdeführerin vor, ihr 

Ehemann und ihr älterer Sohn seien beide im Jahr 2000 von der sri- 

lankischen Armee aufgrund des Verdachts, die LTTE bei Waffentranspor-

ten unterstützt zu haben (Ehemann), respektive Anhänger der LTTE zu 

sein (Sohn), festgenommen worden. Sie habe bis heute keine Informatio-

nen über ihren Verbleib, obwohl sie bis ins Jahr 2009 intensiv nach ihnen 

gesucht habe. Sie habe bei der Polizei und dem Militär Anzeigen einge-

reicht und sei auch zum Dorfvorsteher gegangen. Ihr jüngerer Sohn,  

E._______, habe ab 2009 auch Probleme gehabt. Er sei mehrmals festge-

nommen worden. Einmal sei er während (…) Tagen von der Polizei und ein 

anderes Mal nach einer Bombenexplosion während (…) Tagen von der Ma-

rine festgehalten worden. Er sei in der Haft auch gefoltert worden und habe 

Platzwunden davongetragen und Schmerzen erleiden müssen. Aus der 

zweiten Haft sei E._______ wieder freigelassen worden, nachdem sie eine 

Kaution von 50000 Rupien bezahlt habe. Im Jahr 2009 habe er auf See 

eine Person von einem anderen Boot übernommen und an Land gebracht. 

Es habe sich dann herausgestellt, dass es sich bei diesem Mann um ein 

Mitglied der "Black Tiger" der LTTE gehandelt habe. Dieser sei später von 

der sri-lankischen Armee, ebenso wie die übrigen Personen, die sich auf 

dem Boot befunden hätten, festgenommen worden. Armeeangehörige hät-

ten auch E._______, der an diesem Tag im Tempel gewesen sei, gesucht 

und deshalb ihr Haus umstellt und durchsucht. Sie hätten ihre Töchter ver-

gewaltigt. Sie habe deshalb ihren Sohn aufgefordert, nicht mehr nach 

Hause zurückzukehren. Nach der Ausreise ihrer Kinder seien Angehörige 

des CID (Criminal Investigation Department) der Marine wiederholt zu ihr 

nach Hause gekommen und habe nach ihnen gesucht. Sie hätten sie be-

schuldigt, ihre Kinder zu verstecken und die LTTE unterstützt zu haben. Sie 

sei von diesen Leuten einige Male geschlagen und gestossen worden. Das 

letzte Mal sei sie am (…) Juli 2013 von Angehörigen der Armee gefesselt 

und geschlagen worden, Sie hätten ihr die Augen verbunden, zwei Zehen-

nägel ausgerissen und sie auch auf die Hüfte geschlagen. Bereits im (…) 

habe sie sich einen Reisepass ausstellen lassen, auch weil sie ihre Identi-

tätskarte und den Geburtsschein verloren gehabt habe und ein Identitäts-

dokument benötigt habe, um sich bei Strassenkontrollen ausweisen zu 

können. Weil sie die Situation nicht mehr ertragen habe, sei sie am (…) 

2013 nach Thailand ausgereist, wo sie vom Amt des Hohen Flüchtlings-

kommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) als Flüchtling anerkannt 

worden sei. Am 1. April 2015 sie sei legal mit einem Visum in die Schweiz 

weitergereist, welches ihr zum Zwecke einer Stammzellenspende für ihre 

hier wohnhafte, erkrankte Schwester ausgestellt worden sei.  

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Seite 4 

B.c Zum Beleg ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin nament-

lich eine Bestätigung ihrer UNHCR-Flüchtlingsanerkennung vom 30. März 

2015, Unterlagen betreffend ihr Visumsgesuch für die Einreise in die 

Schweiz sowie eine Bussenquittung der "Royal Thai Police" vom (…)  April 

2015 wegen unerlaubten Aufenthalts zu den Akten. 

C.  

Mit Verfügung vom 14. Januar 2020 (eröffnet am 16. Januar 2020) stellte 

das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, wies ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz an, wobei es den Vollzug der Wegweisung wegen Unzumutbarkeit 

zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufschob. 

D.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung an das Bundesverwaltungsgericht vom 

14. Februar 2020 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die 

Verfügung der Vorinstanz und beantragte, diese der Asylentscheid sei auf-

zuheben und es sei ihr Asyl zu gewähren. In einem Eventualbegehren 

wurde beantragt, es sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihr als Folge davon die vorläu-

fige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht beantragte die Beschwerdeführerin die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung, die Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als unentgelt-

liche Rechtsbeiständin sowie die Befreiung von der Kostenvorschuss-

pflicht. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Februar 2020 forderte die damalige In-

struktionsrichterin die Beschwerdeführerin zur Einreichung einer Fürsorge-

bestätigung auf.  

Die Beschwerdeführerin reichte mit fristgerechter Eingabe vom 26. Februar 

2020 eine Bestätigung des Regionalen Sozialdiensts F._______ vom 

12. Februar 2020 zu den Akten. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. März 2020 wurden die Gesuche der Be-

schwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung 

gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG sowie 

um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses unter Verweis auf 

die nicht belegte Bedürftigkeit abgewiesen und sie wurde zur Einzahlung 

eines Kostenvorschusses aufgefordert. 

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Seite 5 

G.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 19. März 2020 wies die Beschwer-

deführerin darauf hin, dass die eingereichte Bedürftigkeitsbestätigung vom 

12. Februar 2020 irreführend gewesen sein. Sie sei tatsächlich nicht  

erwerbstätig und werde vom kantonalen Sozialdienst des Kantons 

G._______ unterstützt. Es wurde eine entsprechende Fürsorgebestätigung 

in Aussicht gestellt. 

Mit Eingabe vom 25. März 2020 wurde eine Unterstützungsbedürftigkeits-

erklärung des Kantonalen Sozialdienstes gleichen Datums nachgereicht. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 30. März 2020 hob die Instruktionsrichterin die 

Zwischenverfügung vom 5. März 2020 wiedererwägungsweise auf, hiess 

die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG sowie um unentgeltliche Verbeiständung gemäss aArt. 110a AsylG 

gut, setzte MLaw Cora Dubach als unentgeltliche Rechtsbeiständin ein und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner wurde die 

Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. 

I.  

In ihrer Vernehmlassung vom 3. April 2020 hielt die Vorinstanz an ihrer Ver-

fügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Die Vernehmlassung wurde der Beschwerdeführerin am 14. April 2020 zur 

Kenntnis gebracht. 

J.  

Aus organisatorischen Gründen übertrug die Leitung der Abteilung V das 

Beschwerdeverfahren im Februar 2021 dem vorsitzenden Richter zur wei-

teren Behandlung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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Seite 6 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz stellte sich auf den Standpunkt, die Aussagen der  

Beschwerdeführerin zu ihren Asylgründen würden erhebliche inhaltliche 

Widersprüche aufweisen, die wesentliche Elemente ihrer Asylbegründung 

betreffen würden, namentlich den Beginn der Probleme ihres Sohnes  

E._______ sowie die Dauer seiner Inhaftierung und die Umstände seiner 

Freilassung. Ebenso habe sie divergierende Angaben dazu gemacht, wann 

und wie oft sie selber durch die sri-lankischen Behörden misshandelt wor-

den sei, sowie zur Anzahl der ebenfalls festgenommenen Begleitpersonen 

ihres Sohnes auf dem Boot. Ihre Aussagen zu den Geschehnissen zwi-

schen der Freilassung von E._______ sowie der Ausreise von diesem und 

seinen Geschwistern nach Thailand seien verwirrend und widersprüchlich. 

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Seite 7 

Im Weiteren habe die Beschwerdeführerin nicht plausibel zu erklären ver-

mocht, weshalb sie sich im (…), mithin vor dem letzten Übergriff vom (…) 

Juli 2013, der angeblich Anlass für ihre Ausreise gewesen sei, einen Rei-

sepass habe ausstellen lassen. Es sei davon auszugehen, dass sie ihre 

Ausreise bereits im (…) geplant habe und dem geschilderten Vorfall vom 

Juli 2013 sei die glaubhafte Grundlage entzogen. Diese Folgerung werde 

dadurch gestützt, dass die Aussage der Beschwerdeführerin, sie sei einen 

Monat nach dem besagten Vorfall ausgereist, nicht in Einklang mit dem im 

Reisepass vermerkten Ausreisedatum ([…] August 2013) zu bringen sei. 

Aus diesen Gründen sei die von der Beschwerdeführerin behauptete Re-

flexverfolgung als unglaubhaft zu qualifizieren. 

Es würden auch keine weiteren Faktoren vorliegen, die begründeten An-

lass zur Annahme geben würden, dass die Beschwerdeführerin in abseh-

barer Zukunft mit asylrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen zu 

rechnen hätte. Ihre Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie sowie die Landes-

abwesenheit würden praxisgemäss nicht ausreichen, um von einer begrün-

deten Verfolgungsfurcht auszugehen. Die zu erwartende Befragung am 

Flughafen sowie eine allfällige Eröffnung eines Strafverfahrens wegen ille-

galer Ausreise oder Kontrollmassnahmen am Herkunftsort wären nicht als 

asylrelevante Verfolgungsmassnahmen einzustufen. Es sei nicht davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin allein wegen ihrer Ethnie sowie 

ihrer Herkunft aus Jaffna und dem Berufsstand ihrer Familienangehörigen 

als Fischer in den Augen der sri-lankischen Sicherheitsbehörden als Per-

son mit besonders engen Beziehungen zu den LTTE gelten würde. 

Schliesslich gebe es auch unter Berücksichtigung des Regierungswech-

sels in Sri Lanka nach der Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 

keinen Anlass zur Annahme einer Kollektivverfolgung ganzer Volksgrup-

pen. Ein persönlicher Bezug der Beschwerdeführerin zu den Präsident-

schaftswahlen sei nicht gegeben. Demnach würden die Asylvorbringen der 

Beschwerdeführerin weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-

mäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG standhalten.  

3.2 In der Beschwerdeschrift wurde zunächst festgehalten, es sei nicht le-

gitim, Widersprüche zwischen den Aussagen an der BzP sowie der Anhö-

rung derart stark zu gewichten, wie das SEM dies tue. Gemäss der Recht-

sprechung seien entsprechende Divergenzen nur dann relevant, wenn 

klare Aussagen diametral voneinander abweichen oder zentrale Asyl-

gründe bei der BzP nicht einmal ansatzweise erwähnt würden. Die Be-

schwerdeführerin habe ihre Asylgründe sehr wohl plausibel, substanziiert 

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Seite 8 

und nachvollziehbar dargelegt. Die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, 

dass sie mehrmals explizit erwähnt habe, sie sei seit den geschilderten 

Ereignissen sehr verwirrt und vergesslich. Es sei auch in den Befragungen 

deutlich geworden, dass ihr ein strukturiertes und klares Erzählen schwer-

falle. Sie habe in den Jahren 2000 bis 2015 sehr viele traumatische Vorfälle 

erlebt. Die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführerin werde 

auch durch ihre mehrmaligen protokollierten Gefühlsausbrüche und ihre 

andauernden Schmerzen untermauert. Diese vom SEM nicht berücksich-

tigten Faktoren seien alleine schon ein Beleg für die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen. Im Vorfeld der Ausreise ihrer Kinder hätten mehrere für diese 

ausschlaggebenden Ereignisse stattgefunden, welche sie in den Befragun-

gen vermischt habe. Ihr Sohn E._______ sei erstmals im Jahr 2008 nach 

einer Bombenexplosion festgenommen worden, und im drauffolgenden 

Jahr sei im Zusammenhang mit dem Transport eines LTTE-Mitgliedes er-

neut nach ihm gesucht worden. Da in der Folge die Behörden mehrmals 

nach ihm gefragt hätten, sei sie nicht mehr imstande gewesen, diese Be-

suche zeitlich und inhaltlich genau zu unterscheiden. Sie könne die einzel-

nen einschneidenden Erlebniesse weder zeitlich genau zuordnen, noch die 

Rahmenbedingungen darum herum erklären. Sie habe aber in den beiden 

Befragungen alle wesentlichen Elemente erwähnt. Es müsse auch berück-

sichtigt werden, dass diese Ereignisse mehr als zehn Jahre zurückliegen 

würden. Sie habe sich den Reisepass im (…) nicht nur ausstellen lassen, 

um sich bei Strassenkontrollen ausweisen zu können, sondern auch, um 

im Falle weiterer Vorfälle für eine Ausreise bereit zu sein. Ihre Schilderun-

gen seien durchwegs äusserst lebhaft und emotional, und ihre Verwirrung 

sei in Anbetracht ihrer Erlebnisse nachvollziehbar.  

Die Begründetheit einer Verfolgungsfurcht sei bei Personen, die schon vor 

ihrer Ausreise ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen seien, praxis-

gemäss ohne Weiteres anzunehmen. Sie sei bis unmittelbar vor ihrer 

Flucht mehrfach befragt und dabei zum Teil auch geschlagen und gefoltert 

worden. Zudem sei sie bedroht und ihr Haus sei abgebrannt worden. Zu 

beachten sei auch, dass ihr Ehemann und ihr anderer Sohn seit dem Jahr 

2000 verschollen seien. Demnach sei die von ihr empfundene Verfolgungs-

furcht auch objektiv klar nachvollziehbar. Es drohe ihr weiterhin Verfolgung, 

solange E._______ sich den sri-lankischen Behörden nicht stelle. Durch 

die bereits erlebten Verfolgungsmassnahmen sei belegt, dass sie nicht län-

ger in ihrer Heimat leben könne. Somit seien sämtliche Voraussetzungen 

der Flüchtlingseigenschaft gegeben, weshalb ihr Asyl zu erteilen sei. 

  

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Seite 9 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie ge-

nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich 

nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht 

widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen  

oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Vorbringen sind substan-

ziiert, wenn sie sich auf detaillierte, präzise und konkrete Schilderungen 

stützen. Als schlüssig gelten Vorbringen, wenn sie innerhalb einer Anhö-

rung, zwischen Anhörungen oder im Vergleich zu Aussagen Dritter keine 

Widersprüche aufweisen. Allerdings sollten kleine, marginale Widersprü-

che sowie solche, die nicht die zentralen Asylvorbringen betreffen, zwar in 

die Gesamtbetrachtung einfliessen, jedoch nicht die alleinige Begründung 

für die Verneinung der Glaubhaftigkeit darstellen. Darüber hinaus muss die 

gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbe-

sondere dann nicht der Fall ist, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt 

oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen aus-

wechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nötige Mitwir-

kung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachen bedeutet ferner – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 

gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche für die 

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Seite 10 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. 

Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 

E. 2.2 und 2010/57 E. 2.2 f.; Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.; 

ANNE KNEER und LINUS SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung im Asyl-

verfahren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts, in: ASYL 2/2015 S. 5). 

Aussagewidersprüche zwischen den Protokollen der summarischen ersten 

Befragung und der einlässlichen Anhörung dürfen für die Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit herangezogen werden, wenn klare Angaben bei der Befra-

gung zur Person in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von späte-

ren Aussagen in der Anhörung zu den Asylgründen diametral abweichen, 

oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als 

zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits bei der Erstbefragung 

zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. EMARK 1993 Nr. 3). 

5.2 Nach Auffassung des Gerichts vermögen die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin zu den Geschehnissen vor ihrer Ausreise aus Sri Lanka 

diesen Anforderungen insgesamt zu genügen: 

5.2.1 Zwar enthalten ihre Ausführungen, wie die Vorinstanz zutreffend fest-

stellte, einige Widersprüche und Ungereimtheiten, vorab hinsichtlich der 

zeitlichen Einordnung der von ihr geschilderten Ereignisse. Andererseits 

hat sie alle Kernelemente ihrer Asylvorbringen (Inhaftierung des Sohnes 

E._______ wegen Verdachts der Unterstützung der LTTE, Ausreise von 

E._______ nach dessen Freilassung gegen Kaution zusammen mit zwei 

Töchtern und einem Schwiegersohn der Beschwerdeführerin, Misshand-

lungen der Beschwerdeführerin durch CID-Beamte im Zusammenhang mit 

der Suche nach ihren Kindern) in beiden Befragungen übereinstimmend 

vorgebracht. Ihre diesbezüglichen Aussagen weichen jedenfalls nicht 

grundlegend voneinander ab und weisen insgesamt eine zu erwartende 

Substanziiertheit auf. Die recht unstrukturiert wirkenden Äusserungen der 

Beschwerdeführerin lassen auf ihre Mühe schliessen, die verschiedenen 

behördlichen Übergriffe auf sie und ihre Angehörigen im Vorfeld ihrer Aus-

reise korrekt einzuordnen und auseinanderzuhalten; dies ist allerdings 

durch den Umstand, dass die genannten Ereignisse im Zeitpunkt der Be-

fragungen bereits bis zu sieben Jahren zurücklagen, durchaus erklärbar. 

Entsprechend gab die Beschwerdeführerin mehrmals spontan an, sie sei 

vergesslich geworden und könne sich an manche Sachen nicht mehr erin-

nern (vgl. Protokoll BzP A6 S. 9 Ziff. 9.01, Protokoll Anhörung A16 F25, 

E-871/2020 

Seite 11 

F39, F108). Dieses Eingeständnis von Erinnerungslücken kann im Übrigen 

als Realkennzeichen bewertet werden, ebenso wie ihre wiederholten Schil-

derungen von Sachverhaltsdetails (und aussagekräftiger Sinneswahrneh-

mungen), die sich ihr aber offenbar besonders einprägten (vgl. etwa Proto-

koll Anhörung A16 F41, F77, F86 f; vgl. dazu: LUDEWIG/TAVOR/BAUMER: 

Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwäl-

ten und Anwälten helfen?, Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 11/2011 

S. 1424 ff.).  

5.2.2 Dass die Beschwerdeführerin sich bereits vor dem letzten von ihr ge-

schilderten Übergriff einen Reisepass ausstellen liess, rechtfertigt entge-

gen der vom SEM vertretenen Auffassung, keine Zweifel an der Glaubhaf-

tigkeit ihrer Vorbringen: Es erscheint durchaus nachvollziehbar, dass sie 

zur Zeitpunkt des Passantrags noch keine konkreten Ausreisepläne hegte, 

aber für den Fall einer Zunahme der Repression vorbereitet sein wollte. 

Aufgrund der Akten lässt sich zwar nicht ohne Weiteres nachvollziehen, 

weshalb die Familie der Beschwerdeführerin in Verdacht geriet, die LTTE 

unterstützt zu haben. Dass sich dieser Verdacht aufgrund der Ausreise  

ihrer Kinder erhärtete und sie als einziges im Heimatstaat verbliebenes  

Familienmitglied unter verstärkten Druck der Sicherheitskräfte geriet,  

erscheint aber im sri-lankischen Länderkontext plausibel.   

5.2.3 Nach einer Gesamtwürdigung aller aktenkundigen Umstände gelangt 

das Gericht, unter Berücksichtigung des reduzierten Beweismassstabs der 

Glaubhaftmachung, zum Schluss, dass die Asylvorbringen der Beschwer-

deführerin als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit glaubhaft zu qualifi-

zieren sind.  

5.3  

5.3.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person 

die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, so-

fern ihr die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 

AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, respektive 

zugefügt zu werden drohen, und vor denen sie keinen ausreichenden staat-

lichen Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. und 2008/4 E. 5.2, 

je m.w.H.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft 

ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung 

oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des 

Asylentscheids ist jedoch im Rahmen der Prüfung der Aktualität der Verfol-

gungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation 

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Seite 12 

im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zuguns-

ten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2011/51 E. 6 S. 1016 f. oder 2011/50 E. 3.1.1 und 

3.1.2 S. 996 ff., m.w.H.). 

5.3.2 Die Beschwerdeführerin hat glaubhaft dargelegt, dass sie vor ihrer 

Ausreise von Angehörigen des sri-lankischen CID wiederholt bedroht und 

körperlich misshandelt wurde, um den Aufenthaltsort ihrer ausgereisten 

Kinder in Erfahrung zu bringen. Sowohl sie als auch ihre Kinder seien be-

schuldigt worden, die LTTE unterstützt zu haben. Diese ihr gezielt zuge-

fügten Verfolgungsmassnahmen erfüllen hinsichtlich des Motivs, der Inten-

sität sowie der betroffenen Rechtsgüter die Anforderungen, um als ernst-

hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG qualifiziert zu werden. Demnach 

ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt seiner 

Ausreise begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung hatte.  

5.3.3 Praxisgemäss besteht die Regelvermutung, dass von erlittener, mit 

der Ausreise in Kausalzusammenhang stehender Vorverfolgung ohne  

Weiteres auf das Bestehen einer begründeten Furcht vor weiterer, zukünf-

tiger Verfolgung zu schliessen ist (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5 m.w.H.; 

WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, 

S. 126 ff.). Dabei ist auch zu beachten, dass eine Person, die bereits ein-

mal staatlicher Verfolgung ausgesetzt war, objektive Gründe für eine aus-

geprägtere (subjektive) Furcht hat als jemand, der erstmals in Kontakt mit 

staatlichen Sicherheitskräften kommt (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2, 2011/50 

E. 3.1.1 und 2010/57 E. 2, jeweils m.w.H.). Vorliegend besteht kein Grund, 

von dieser Regelvermutung abzuweichen. In Anbetracht der allgemeinen 

Situation in Sri Lanka ist offensichtlich nicht davon auszugehen, dass sich 

die Verfolgungssituation, wie sie sich im Zeitpunkt der Ausreise der Be-

schwerdeführerin präsentierte, ernsthaft und dauerhaft in dem Sinne ver-

bessert hat, dass sie im heutigen Zeitpunkt nicht mehr mit Verfolgungs-

massnahmen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu rechnen hat.  

5.3.4 Im Übrigen lassen die glaubhaft gemachten Behelligungen und Miss-

handlungen durch das CID wegen des Vorwurfs, sie beziehungsweise ihre 

Angehörigen hätten die LTTE unterstützt, darauf schliessen, dass ihr von 

den sri-lankischen Behörden eine oppositionelle Gesinnung unterstellt 

wird. Vom Vorliegen einer innerstaatlichen Fluchtalternative ist nicht aus-

zugehen, da die geltend gemachte Verfolgung vom sri-lankischen Staat 

ausgeht. Vor diesem Hintergrund ist die begründete subjektive Furcht der 

Beschwerdeführerin im vorliegenden Einzelfall auch objektiv als nachvoll-

ziehbar zu bezeichnen. 

E-871/2020 

Seite 13 

5.3.5 Die Voraussetzungen für die Zuerkennung der originären Flüchtlings-

eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG sind demnach auch im heutigen Zeit-

punkt erfüllt. 

5.4 Aus den Akten sind sodann auch keine Hinweise ersichtlich, die auf 

das Bestehen von Asylausschlussgründen (insbesondere im Sinne von 

Art. 53 AsylG) hindeuten würden.  

6.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen. Die Verfügung des 

SEM vom 14. Januar 2020 ist aufzuheben und die Vorinstanz ist anzuwei-

sen, der Beschwerdeführerin in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) 

8.  

Der Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in Anwendung von 

Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr notwendigerweise 

erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der ausgewiesene Aufwand in 

der mit der Beschwerdeeingabe eingereichten Kostennote ist als ange-

messen zu erachten. Indes werden generelle Dossiereröffnungspauscha-

len praxisgemäss nicht vergütet, sondern nur effektiv ausgewiesene Kos-

ten entschädigt. Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädi-

gung wird deshalb, unter Berücksichtigung des Aufwands für die nachträg-

lichen Eingaben vom 26. Februar 2020, 19. März 2020 und 25. März 2020 

auf insgesamt Fr. 1600.– (inkl. Auslagen) festgelegt. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-871/2020 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 14. Januar 2020 wird aufgehoben. Die  

Vorinstanz wird angewiesen, der Beschwerdeführerin in der Schweiz Asyl 

zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1600.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

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