# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b15efc83-3aae-520b-bd59-52e5a15797b2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 03.10.2018 R 2017 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2017-72_2018-10-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN

DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN

TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 17 72 und R 17 73

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi, Salis und Schnyder

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 3. Oktober 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Schweizerische Greina-Stiftung (SGS),

Beschwerdeführerin im Verfahren R 17 72

Pro Natura, 

Pro Natura Graubünden, 

Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz,

WWF Schweiz, 

alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Maurer,

Beschwerdeführerinnen im Verfahren R 17 73

gegen

Regierung des Kantons Graubünden, 

vertreten durch Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubün-

- 2 -

den,

Beschwerdegegnerin 1

und

Gemeinde Trin,

Beschwerdegegnerin 2

Verein Die Rheinschlucht / Ruinaulta,

Beigeladener

beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel,

betreffend Ortsplanungsrevision

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1. Die Ruinaulta (Rheinschlucht) wird von einem breiten Gästesegment von 

nah und fern besucht und dient unter anderem der nahe liegenden Agglo-

meration Chur und Umgebung als Naherholungsraum. Die betroffenen Ter-

ritorialgemeinden haben sich bereits vor über zehn Jahren dafür entschie-

den, das Gebiet der Ruinaulta als Gesamtgebiet zu erfassen und gemein-

sam durch koordiniertes Vorgehen für dessen Schutz und Nutzung zu sor-

gen. Die Anstrengungen der Gemeinden erfolgten kooperativ. Der Kanton 

hat danach keine (auch keine subsidiäre) Zuständigkeit. Die Bemühungen 

der Gemeinden sind von Beginn an darauf ausgerichtet gewesen, die 

Rheinschlucht für die Fussgänger zugänglich und erlebbar zu machen. 

Hierfür sollte das bisher lückenhaft vorhandene Wegnetz überarbeitet und 

vervollständigt werden. Die Arbeiten konnten in den letzten Jahren weit vor-

angetrieben werden, sodass heute nur noch ein letztes Teilstück auf dem 

Territorium der Gemeinde Trin, mit einer Länge von 2.9 km zwischen Trin 

Station und der Isla Bella-Brücke, fehlt.

2. Am 15. März 2016 genehmigte die Regierung des Kantons Graubünden 

die Änderung des Richtplans "Naturmonument Ruinaulta/Rheinschlucht 

(Objekt Nr. 02.LR.01), Anpassung 2015" und beschloss die Anpassung 

bzw. Fortschreibung des kantonalen Richtplans hinsichtlich dieses regio-

nalen Objektes. Zudem ordnete sie an, dass die Folgerungen aus der Aus-

wertung der Einwendungen aus der öffentlichen Auflage und der Prüfung 

durch die kantonalen Stellen in den Folgeverfahren stufengerecht umzu-

setzen seien. Die Anpassungen des Richtplans beinhalten u.a. die Festle-

gung eines durchgehenden Wegs ab der Isla Bella-Brücke bis Trin Station 

mit Wegegebot und ohne neue Rastplätze mit Begleitmassnahmen zum 

Schutz von Flora und Fauna und zur Gewährleistung der Sicherheit der 

RhB.

Die Regierung erwog insbesondere, dass sie den Verein "Die Rhein-

schlucht/Ruinaulta" beauftragt habe, die Machbarkeit eines durchgehen-

den Weges mit dem Einverständnis aller neun beteiligten Gemeinden 

nochmals abzuklären. In den Jahren 2009 bis 2014 seien umfassende 

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Grundlagen zur Machbarkeit eines durchgehenden Wegs in verschiedenen 

Varianten erstellt worden. Dabei seien insbesondere auch die Auswirkun-

gen auf das Landschaftsbild sowie auf Fauna und Flora detaillierter durch 

die Firma Atragene abgeklärt worden. Die zweimalige Begutachtung durch 

die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) und eine 

detaillierte Gegenüberstellung der Variante "Tunnel lang" zur Variante 

"Umgehung des Ransunfelsens mit Spannbandbrücken und Kurztunnel" 

habe im Februar 2015 zum Schluss geführt, dass im Abschnitt Ransun nur 

durch die Variante "Tunnel lang" die geforderte Schonung des Landschafts-

bildes erfüllt werden könne. Gleichzeitig seien zur Verbesserung von 

Schutz und Nutzung mittels der vorliegenden Richtplananpassung weitere 

Massnahmen zu treffen (Besucherlenkung, Monitoring, Hundeleinen-

zwang, bessere Durchsetzung des Verbots zur Bedeutung der Kiesbänke, 

auf denen Flussuferläufer und Flussregenpfeifer brüteten, Rangerdienst 

u.a.). Die betreffenden Grundsätze und Verantwortungsbereiche würden 

im regionalen Richtplan behördenverbindlich festgelegt. Zur Umsetzung sei 

ein Massnahmenplan zu erarbeiten. Die Arbeiten hierfür seien bereits ge-

startet worden. Aufgrund der gesellschaftlichen Bedeutung für die Erho-

lung, des grossen wirtschaftlichen Potentials für den Sommertourismus 

und die Naherholung, der wesentlichen Verbesserungen für den Schutz 

von Flora und Fauna (Kanalisierung und umfassende Information der Be-

sucherströme) sowie aufgrund der nationalen Bedeutung dieser Wander-

wegroute (Alpenpässe-Weg Nr. 6, Chur-Genfersee) werde der Eingriff für 

den durchgehenden Weg entlang der RhB-Linie mit dem geplanten Fuss-

gängertunnel im Abschnitt Ransun als tragbar erachtet. Er entspreche der 

grösstmöglichen Schonung des Landschaftsbildes im BLN-Objekt Nr. 

1902. 

3. In der Folge wurden zu Handen der Gemeinde Trin ein Planungs- und Mit-

wirkungsbericht inkl. Anhänge und Beilagen (PMB vom 21. August 2016) 

sowie ein Plan (Teilrevision des Zonen- und Generellen Erschliessungs-

plans [ZP/GEP] Naturmonument Ruinaulta/Rheinschlucht) für die Umset-

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zung des im regionalen Richtplan vorgeschlagenen durchgehenden Wan-

derweges entlang des Vorderrheines erarbeitet. Am 3. Februar 2016 wur-

den die Unterlagen zur Vorprüfung an die zuständige kantonale Amtsstelle 

(Amt für Raumentwicklung Graubünden [ARE GR]) übermittelt. Die Vorprü-

fungsergebnisse wurden am 12. April 2016 mitgeteilt. Bericht und Pläne 

der Teilrevision wurden gemäss der Vorprüfung angepasst und ergänzt. 

Die Mitwirkungsauflage der angepassten Planungsmittel fand vom 19. Mai 

2016 bis zum 17. Juni 2016 statt. Eingaben oder Bemerkungen von der 

Bevölkerung gingen keine ein. Die Stimmberechtigten der Gemeinde Trin 

beschlossen an der Gemeindeversammlung vom 21. Juni 2016 die Teilre-

vision der Ortsplanung (OP-Teilrevision). Vom 30. Juni bis 30. Juli 2016 

wurde das Projekt öffentlich aufgelegt (Beschwerdeauflage). 

4. Am 9. September 2016 reichte die Schweizerische Greina-Stiftung (SGS) 

zur Erhaltung der alpinen Fliessgewässer eine Stellungnahme zur vorge-

nannten OP-Teilrevision ein. 

5. Nachdem sich der Schweizer Vogelschutz SVS/Bird Life Schweiz (vertre-

ten durch den Bündner Vogelschutz, BVS), die Pro Natura, Schweizeri-

scher Bund für Naturschutz (vertreten durch Pro Natura Graubünden) so-

wie der World Wide Fund (WWF) for Nature Schweiz (vertreten durch WWF 

Graubünden) (nachfolgend: USO [Umweltschutzorganisationen]) innert der 

Auflagefrist bei der Fachstelle (ARE GR) zur Verfahrensbeteiligung ange-

meldet hatten, reichten sie innert der vom ARE GR angesetzten Frist am 

30. September 2016 eine gemeinsame Stellungnahme mit folgenden 

Rechtsbegehren ein:

" 1. Die Teilrevision sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu genehmigen.

2. Eventualiter sei die Teilrevision zu sistieren, bis mit einem geeigneten Umweltmoni-

toring und einer Pilotphase von mindestens zwei Sommersaisons für einen Ranger-

dienst nachgewiesen werden könne, dass 

A) flankierende Massnahmen in der Ruinaulta umsetzbar und finanzierbar seien und 

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B) die Bestände von Rote Liste-Arten in der Ruinaulta bei heutiger touristischer Nutzung 

stabil oder zunehmend seien, resp. die vorhandenen und potentiellen Lebensräume 

nicht kontinuierlich weiter beeinträchtigt würden. Dazu seien die Bestände der ge-

fährdeten Arten gemäss dem vorliegenden Massnahmenplan zu erheben.

3. Eventualiter seien der Ersatz nach Art. 7 WaG und Art. 18 NHG und die Machbarkeit 

der Ersatzmassnahmen darzulegen für den Fall, dass das Bauvorhaben bewilli-

gungsfähig wäre, was bestritten werde."

6. Die Gemeinde Trin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 31. Oktober 

2016 die Genehmigung der beschlossenen OP-Teilrevision.

7. In ihrer Replik vom 31. Januar 2017 beantragten die USO zusätzlich, die 

von der Regierung mit Regierungsbeschluss vom 15. März 2016 geneh-

migte Richtplananpassung sei akzessorisch auf ihre Rechtmässigkeit hin 

zu überprüfen und diese sei aufzuheben. Zudem sei vor dem Entscheid 

eine abschliessende Begutachtung durch die ENHK vornehmen zu lassen. 

8. In ihrer Duplik vom 17. März 2017 hielt die Gemeinde Trin an ihren Anträ-

gen fest. 

9. Am 8., mitgeteilt am 9. August 2017, beschloss die Regierung Folgendes: 

" 1. Der Zonen- und Generelle Erschliessungsplan 1:5000 Ruinaulta vom 21. Juni 2016 

wird im Sinne der Erwägungen mit folgenden Auflagen, Anweisungen und Hinweisen 

genehmigt:

a) Zur Schonung des BLN-Objektes sind die sichtbaren Bauwerke unauffällig resp. mit 

grösstmöglicher Zurückhaltung zu projektieren.

b) Im Rahmen des BAB-Verfahrens sind die konkreten organisatorischen und bauli-

chen Massnahmen zur Lenkung der Besuchenden und zum Schutz der Natur und 

Landschaft aufzuzeigen.

c) Für die Ausgestaltung des Wanderwegs und insbesondere des Tunnels ist die Fach-

stelle Langsamverkehr beizuziehen.

d) Allfällige Ersatzmassnahmen im Wald oder Massnahmen zum Schutz der Auenwäl-

der sind mit der forstlichen Planung zu koordinieren.

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e) Die Schutz- und Lenkungsmassnahmen gemäss Erläuterungsbericht zum Richtplan 

sind bis zur Inbetriebnahme des neuen Wegabschnitts vollständig umzusetzen, 

resp. es sind die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

f) Sollte sich aus dem Monitoring ein Handlungsbedarf ergeben, hat die Gemeinde 

weitergehende Schutzmassnahmen zugunsten empfindlicher Arten zu ergreifen.

g) Die Bauherrschaft wird angewiesen, die Planung in Absprache mit der Wildhut 

durchzuführen.

h) Die Bauherrschaft wird auf das Merkblatt "Prüfperimeter für chemische Bodenbelas-

tungen" (NM006) des kantonalen Amtes für Natur und Umwelt hingewiesen.

i) Im BAB-Verfahren ist mittels einer Entsorgungserklärung aufzuzeigen, wie mit dem 

Ausbruchmaterial aus dem geplanten Tunnel umgegangen wird.

2. Der Gemeindevorstand Trin wird angewiesen, den wesentlichen Inhalt des Disposi-

tivs des vorliegenden Genehmigungsbeschlusses öffentlich bekannt zu geben. 

Diese Bekanntgabe hat in den gleichen Publikationsorganen wie die Bekanntgabe 

des Gemeindeversammlungsbeschlusses vom 21. Juni 2016 zu erfolgen. Im Publi-

kationstext ist darauf hinzuweisen, dass der Genehmigungsbeschluss bei der Ge-

meinde eingesehen werden kann und dass gegen darin enthaltene Auflagen und 

Anweisungen innert 30 Tagen ab dem Publikationsdatum nach Massgabe des Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) beim Verwaltungsgericht Graubün-

den Beschwerde erhoben werden kann.

3. Für direkte Adressaten des vorliegenden Beschlusses beginnt die 30-tägige Be-

schwerdefrist an das Verwaltungsgericht bereits ab dem Zeitpunkt der Eröffnung des 

vorliegenden Beschlusses.

4. Soweit für die Verwirklichung der Planung Bewilligungen irgendwelcher Art notwen-

dig sind, bleibt der Bewilligungsentscheid der zuständigen Behörde oder Amtsstelle 

vorbehalten. 

5.  Das Amt für Raumentwicklung (ARE) wird beauftragt, die aufgrund dieses Be-

schlusses nötigen Kennzeichnungen in den eingereichten graphischen Auszügen 

vorzunehmen.

6. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteientschädigungen zu-

gesprochen.

7. Der Gemeindevorstand Trin sorgt für die Nachführung der Nutzungsplandaten nach 

den Vorgaben des ARE. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Nutzungsplanfestlegun-

gen erst dann als definitiv rechtskräftig betrachtet werden können, wenn gegen den 

entsprechenden Genehmigungsbeschluss innert 30 Tagen ab dem Publikationsda-

tum keine Verwaltungsgerichtsbeschwerden eingereicht werden bzw. wenn allfällige 

Verwaltungsgerichtsbeschwerden abgewiesen worden sind."

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Die Regierung führte im Wesentlichen aus, im Rahmen des bundesrätli-

chen Genehmigungsverfahrens habe der Bund in einem Beschluss-Ent-

wurf vom 19. April 2017 die Anhörung ausgeführt, dass aus Sicht der ENHK 

mit der neuen Variante einer Tunnel-Lösung dem Gebot der grösstmögli-

chen Schonung des BLN-Objektes genügend Rechnung getragen werde. 

Es seien seitens des Bundes lediglich noch einzelne Auflagen formuliert 

worden, welche in den Folgeverfahren zu beachten seien. Zum einen 

werde eine zurückhaltende Ausgestaltung der sichtbaren Bauwerke ver-

langt, um die grösstmögliche Schonung des BLN-Objektes sicherzustellen. 

Diese Forderung sei berechtigt und werde von der Regierung unterstützt. 

Bei der Ausarbeitung des Bauprojektes sei diese Vorgabe entsprechend zu 

beachten, und im Rahmen des BAB-Verfahrens sei deren Umsetzung auf-

zuzeigen. Zum anderen habe der Bund eine konsequente Umsetzung der 

Massnahmen zur Lenkung der Besuchenden gefordert, wobei eine ver-

bindliche Festlegung der Massnahmen im Rahmen der Nutzungsplanung 

stufengerecht sei. Auch diese Forderung unterstütze die Regierung. 

Die Nutzungsplanungsvorlage sei richtplankonform. Zwar liege die Geneh-

migung der entsprechenden Richtplananpassung durch den Bundesrat for-

mell noch nicht vor. Der Grund für diese Verzögerung bilde indessen nicht 

das Richtplanvorhaben eines durchgehenden Wanderwegs durch die Rui-

naulta, sondern andere Richtplanvorhaben. Es rechtfertige sich daher, der 

vorliegenden Nutzungsplanungsvorlage Richtplankonformität zu attestie-

ren, zumal nicht davon ausgegangen werden müsse, dass der endgültige 

Genehmigungsbeschluss anders ausfalle als der Beschluss-Entwurf vom 

19. April 2017 für die Anhörung.

Der geplante Wanderweg solle auf einer Länge von ca. 400 m in einem 

Tunnel verlaufen. Diese Lösung sei das Ergebnis einer umfassenden Vari-

antenuntersuchung, welche unter anderem die Problematiken des Stein-

schlages, des Schutzes der Fauna sowie des Landschaftsschutzes berück-

sichtige. Für Langsamverkehrswege, besonders aber für Wanderwege, 

seien Tunnels grundsätzlich nicht zu empfehlen und wenn immer möglich 

zu vermeiden. Daher sei bei der Ausarbeitung des Bauprojektes besonders 

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auf eine möglichst benutzerfreundliche und sichere Ausgestaltung der An-

lage zu achten. Zu diesem Zweck werde die Bauherrschaft aufgefordert, 

das Projekt in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Langsamverkehr (FLV) 

des Tiefbauamts Graubünden auszuarbeiten.

Im Hinblick auf das BAB-Verfahren sei zu beachten, dass eine forstrechtli-

che Regelung erforderlich sei, da der Weg und die Tunnelportale teilweise 

Waldareal beanspruchten. Dabei komme es zu Beeinträchtigungen ge-

schützter Auenwälder. Die Bauherrschaft werde darauf hingewiesen, dass 

allfällige Massnahmen zum Schutz dieser Auenwälder sowie Ersatzmass-

nahmen im Wald mit der forstlichen Planung koordiniert werden müssten.

Im Rahmen der Richtplanung seien diverse flankierende Schutzmassnah-

men definiert worden, so unter anderem die Durchsetzung eines Wegege-

botes resp. Zutrittsverbote, Hundeleinenzwang sowie der Einsatz von Ran-

gern. Die Gemeinde Trin werde angewiesen, im Rahmen des BAB-Verfah-

rens aufzuzeigen, welche Massnahmen konkret geplant sind und wie diese 

umgesetzt werden. Zur Absicherung der RhB-Gleise gegenüber den Wan-

dernden seien Zäune vorgesehen. Da ein Wildwechsel den Wanderweg 

quere, seien die baulichen Massnahmen so auszugestalten, dass dieser 

Wildwechsel auch in Zukunft gewährleistet bleibe. Entsprechend werde die 

Bauherrschaft angewiesen, das Projekt in Absprache mit der Wildhut zu 

erarbeiten.

Zu den Eingaben der USO führte die Regierung insbesondere aus, dass 

vorliegend offen bleiben könne, ob die Verfahrensbeteiligung der USO an-

gesichts der langjährigen Planung unter Einbezug der USO stossend und 

treuwidrig sei. Weiter gab die Regierung dem Begehren auf akzessorische 

Überprüfung des Richtplans nicht statt. 

Zudem gelte für das Landschaftsschutzobjekt Nr. 1902 Ruinaulta kein ab-

solutes Bau- oder Veränderungsverbot. Eingriffe seien zulässig, sofern 

diese den Schutzzielen nicht entgegenstünden. Aus dem BLN-Objektblatt 

gehe hervor, dass der Wanderweg nicht grundsätzlich im Widerspruch zu 

den Schutzzielen stehe. Durch den Wanderweg würden zwar die Habitate 

der dort lebenden Tiere tangiert. Mit den im Richtplan vorgesehenen und 

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im BAB-Verfahren zu verankernden Massnahmen würden diese Auswir-

kungen jedoch minimiert. 

Soweit die USO für die Anlegung eines Wanderwegs bergseits des RhB-

Trassees plädierten, könne ihnen die Regierung nicht folgen. In einem jah-

relangen Prozess seien verschiedene Varianten eingehend und sehr sorg-

fältig geprüft worden. Landschaftliche Gründe und Sicherheitsaspekte 

sprächen gegen eine Anlegung des geplanten Wanderwegs bergseitig des 

RhB-Trassees.

Soweit die USO meinten, das Vorhandensein von geschützten Tierarten 

wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer würden gegen einen durchge-

henden Wanderweg sprechen, könne ihnen die Regierung nicht folgen. Mit 

der vorliegenden Planung werde nicht die Erstellung eines Wanderwegs 

mitten durch eine unberührte Landschaft ermöglicht. Vielmehr solle, und 

dafür sei im nachfolgenden BAB-Verfahren zu sorgen, entlang der RhB-

Linie ein schmaler Wanderweg mit der nötigen Sorgfalt angelegt werden. 

Dabei werde auch mit baulichen Anlagen sichergestellt, dass die Benut-

zenden das Wegegebot einhielten. Zudem werde eine Hundeleinenpflicht 

angeordnet. Schliesslich werde ein Rangerdienst für die Einhaltung der 

Schutzmassnahmen sorgen. Endlich seien auch die Wandernden mit Mo-

biltelefonen ausgerüstet; sie können Verfehlungen schnell fotografisch fest-

halten und melden. Bereits mit diesen griffigen Massnahmen könne eine 

nennenswerte Störung der genannten Vögel praktisch ausgeschlossen 

werden. Zudem habe die Anwesenheit des Flussregenpfeifers im Bereich 

des Wanderwegs nicht nachgewiesen werden können und befänden sich 

die Brutplätze des Flussuferläufers auf der gegenüberliegenden Flussseite 

auf der Kiesinsel "Isla Davos". Diese Kiesinseln seien für die Wandernden 

auf dem geplanten Weg nicht erreichbar, müssten sie doch auf die andere 

Rheinseite schwimmen. Das werde kein sich losreissender Hund und 

schon gar nicht eine wandernde Person tun, denn dafür gebe es schlicht 

keinen Grund. Im Übrigen widerlege der WWF seine Argumentationsbasis 

gleich selbst, indem er auf der seiner Meinung nach heiklen Kiesinsel "Isla 

Davos" selber jährlich ein "Flusspiratenlager" für Kinder durchführe. Wenn 

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ein Flussuferläufer trotz jährlich stattfindenden lärmigen Kinderlagern auf 

seiner Kiesinsel sowie trotz Hunderten von Kanu- und Schlauchbootfahrten 

sein Habitat nicht aufgebe, dann wird er es auch wegen den Wandernden 

auf der gegenüberliegenden Flussseite, die sich in der Natur korrekt ver-

hielten, nicht tun.

Soweit die USO die neue Abgrenzung der Naturschutzzone (NSZ) kritisier-

ten, könne ihnen die Regierung ebenfalls nicht folgen. Die NSZ-Abgren-

zung sei nicht, wie von den USO befürchtet, anhand der Pflegemassnah-

men der RhB erfolgt. Vielmehr basiere die NSZ-Abgrenzung auf der 

tatsächlichen Auenvegetation. Damit sei klar, dass der neue Wanderweg – 

welcher unmittelbar an das RhB-Trassee angegliedert werde – das tatsäch-

liche Auenobjekt nicht tangiere. Folglich sei auch unerheblich, ob dem Au-

enobjekt weiterhin regionale oder künftig nationale Bedeutung zukomme. 

Mit der vorliegenden Planung resultiere zudem eine doch massive Vergrös-

serung der NSZ um rund 6.8 ha. Damit betrage die Fläche der NSZ neu 

rund 13.2 ha statt bloss ca. 6.4 ha wie bisher.

Ob für die Anlegung des geplanten Wanderwegs eine NHG-Ersatzpflicht 

bestehe, werde im BAB-Verfahren geprüft werden.

Was schliesslich den beantragten Einbezug der ENHK betreffe, sei die Re-

gierung mit der Gemeinde der Auffassung, dass ein solcher nicht erforder-

lich und von der Kommission auch nicht gewünscht worden sei. Mit der 

vorliegenden Nutzungsplanung würden, wie bereits mit der Richtplanung, 

lediglich die Grundzüge der geplanten Wanderwegerschliessung festge-

legt. Die sicher noch interessanten Detailfragen und -lösungen (z.B. natür-

liche Hindernisse, Wildwechsel etc.) würden erst später im BAB-Verfahren 

geklärt. In diesem Verfahren könnten sich die USO selbstverständlich er-

neut beteiligen und gegebenenfalls konkrete Vorschläge einbringen. Allen-

falls werde sich auch die ENHK im Zuge des BAB-Verfahrens noch äus-

sern, zumal sie sich dies offengelassen habe.

Zusammenfassend seien die Anträge der USO abzulehnen, soweit darauf 

eingetreten werden könne. Dem Antrag der SGS auf Genehmigung der 

Vorlage könne dagegen stattgegeben werden.

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10. Mit als "Beschwerde" bezeichneter Eingabe vom 8. September 2017 erhob 

die SGS (Beschwerdeführerin im Verfahren R 17 72) gegen den Regie-

rungsbeschluss vom 8. August 2017 Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden und beantragte, soweit Beschwerden sei-

tens der USO gegen einen durchgehenden Wanderweg eingereicht wür-

den, so sei darauf wegen Rechtsmissbrauch nicht einzutreten; eventuell 

seien verfahrensleitende Massnahmen und/oder Verfügungen zu erlassen, 

damit der durchgehende Wanderweg Ruinaulta trotz eventueller Be-

schwerden möglichst bald erstellt werde; unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegner. 

11. Am 14. September 2017 erhoben auch die USO (nachfolgend: Beschwer-

deführerinnen; Verfahren R 17 73) Beschwerde mit folgenden Anträgen:

" 1. Der Genehmigungsbeschluss vom 8. August 2017 des Regierungsrates zum Zonen- 
und Generellen Erschliessungsplan 1:5000 Ruinaulta (Protokoll Nr. 669) sei aufzu-

heben.

2. Der Zonen- und Generelle Erschliessungsplan 1:5000 Ruinaulta der Gemeinde Trin 

sei aufzuheben.

3. Die Anpassungen des kantonalen sowie des regionalen Richtplans im Bereich des 

BLN-Objektes 02.LR.01 "Naturmonument Ruinaulta/Rheinschlucht", von der Regie-

rung genehmigt mit Protokoll Nr. 275 am 15. März 2016, seien akzessorisch auf ihre 

Rechtmässigkeit hin zu überprüfen und insoweit aufzuheben, als darin ein durchge-

hender Weg Isla Bella-Brücke bis Trin Station talseitig des RhB-Trassees sowie die 

durch den Weg bedingte Anpassung der Naturschutzzone in der Gemeinde Trin fest-

gelegt wurden.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. "

Die Beschwerdeführerinnen brachten nebst formellen Einwänden im We-

sentlichen vor, der geplante Wanderweg verletze die BLN- und Auen-

schutzziele. Insbesondere werde dadurch der Lebensraum des Flussufer-

läufers gefährdet. Es fehle ein aktuelles ENHK-Gutachten. Zudem sei das 

Koordinationsgebot bezüglich der Rodungsbewilligung und die Bewilligung 

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für die Beseitigung von Ufervegetation verletzt worden. Zusammenfassend 

stehe der Wanderweg im Widerspruch zu zahlreichen Schutzbestimmun-

gen. 

12. Am 6. Oktober 2017 beantragten die Beschwerdeführerinnen in der Ver-

nehmlassung zur Beschwerde R 17 72, auf die als "Beschwerde" bezeich-

nete Eingabe der Beschwerdeführerin im Verfahren R 17 72 sei infolge 

Rechtsmissbrauchs und Nichtlegitimation nicht einzutreten, eventuell seien 

die gestellten Anträge abzuweisen.

13. Mit Beschwerdeergänzung vom 10. Oktober 2017 beantragte die Be-

schwerdeführerin im Verfahren R 17 72, ihre Beschwerde sei mit der Be-

schwerde R 17 73 zu vereinigen; auf die Beschwerde R 17 73 sei wegen 

Rechtsmissbrauch nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen; soweit 

möglich seien verfahrensleitende Massnahmen und/oder Verfügungen ge-

gen Trölerei zu erlassen, damit der durchgehende Wanderweg Ruinaulta 

trotz Beschwerde R 17 73 möglichst bald erstellt werde, eventuell sei die 

früher vorgeschlagene Suonen-Option mit zu berücksichtigen; alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin (Be-

schwerdeführerinnen im Verfahren R 17 73).   

14. Am 11. Oktober 2017 lud der Instruktionsrichter den Verein Die Rhein-

schlucht / Ruinaulta zur Verfahrensteilnahme ein.  

15. Mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2017 beantragte die Regierung 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) die kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde R 17 73 sowie der Beschwerde R 17 72, soweit auf letztere ein-

getreten werden könne. 

16. Am 3. November 2017 genehmigte der Bund den Richtplan des Kantons 

Graubünden "Genehmigungspaket 2016", zu welchem auch die Richtpla-

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nanpassung betreffend das Naturmonument Ruinaulta/Rheinschlucht 

gehört.

17. Am 17. November 2017 beantragten die Gemeinde Trin (nachfolgend: Be-

schwerdegegnerin 2) und der Verein Die Rheinschlucht / Ruinaulta (nach-

folgend: Beigeladener) gemeinsam die kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde R 17 73, soweit darauf eingetreten werden könne. Dagegen ver-

zichteten sie auf eine Stellungnahme zur Beschwerde R 17 72. In formeller 

und beweisrechtlicher Hinsicht beantragten sie die Vereinigung der Verfah-

ren R 17 72 und R 17 73; die Durchführung eines Augenscheins und die 

Erlaubnis um vorzeitigen Baubeginn. In ihren umfangreichen Stellungnah-

men widersprachen die Beschwerdegegnerinnen und der Beigeladene den 

Argumenten der Beschwerdeführerinnen.

18. Am 3. Januar 2018 ging beim Verwaltungsgericht eine weitere als "Ver-

nehmlassung" bezeichnete Eingabe der Beschwerdeführerin im Verfahren 

R 17 72 ein, womit sie unter Festhalten an ihren Anträgen ihre Vorbringen 

erläuterte. 

19. Am 12. Januar 2018 ergänzten die Beschwerdeführerinnen im Verfahren R 

17 73 replicando ihre Anträge durch den prozessualen Antrag, der Be-

schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, und vertieften ihren 

Standpunkt. 

20. Am 18. Januar bzw. 27. Februar 2018 hielten auch die Beschwerdegegne-

rin 1 bzw. die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene duplicando an 

ihren Anträgen fest und vertieften ihre Argumente. 

21. Mit verfahrensleitender Anordnung vom 4. Juli 2018 bzw. 22. August 2018 

stellte der Instruktionsrichter den Genehmigungsentscheid des Bundes 

vom 3. November 2017 samt Prüfungsbericht des Bundesamtes für Rau-

mentwicklung (ARE) zu Handen des eidgenössischen Departement für 

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Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vom 18. Oktober 

2017 den Parteien zu, unter Einräumung einer Frist zur freigestellten Stel-

lungnahme hierzu. Dazu liessen sich die Beschwerdeführerinnen am 13. 

August 2018, die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene am 30. Au-

gust 2018 und die Beschwerdegegnerin 1 am 3. September 2018 verneh-

men. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegenden Beschwerden R 17 72 und R 17 73 richten sich gegen 

den Regierungsbeschluss vom 8., mitgeteilt am 9. August 2017 (Prot. Nr. 

669), womit die Beschwerdegegnerin 1 in Abweisung der Anträge der heu-

tigen Beschwerdeführerinnen (soweit sie darauf eintrat) die OP-Teilrevision 

(ZP/GEP 1:5000 Teilrevision Ruinaulta vom 21. Juni 2016) unter Auflagen, 

Anweisungen und Hinweisen genehmigte.  

1.2. Gemäss Art. 6 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) kann eine Behörde im Interesse einer zweckmässigen Erledi-

gung die Verfahren bei getrennt eingereichten Eingaben zum gleichen Ge-

genstand vereinigen. Gegenstand der beiden Beschwerdeverfahren R 17 

72 und R 17 73 bildet der Genehmigungsbeschluss vom 8. August 2017 

zum ZP/GEP 1:5000 Ruinaulta. Demnach rechtfertigt es sich, die beiden 

Beschwerdeverfahren R 17 72 und 73 zu vereinigen und mit einem Urteil 

zu erledigen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen steht die 

von ihnen behauptete Nichtlegitimation der Beschwerdeführerinnen (dazu 

s. gleich nachstehend) einer Verfahrensvereinigung nicht im Wege. 

- 16 -

1.3. Gemäss Art. 102 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG; BR 801.100) i.V.m. Art. 49 Abs. 1 lit. d des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) können Entscheide 

der Regierung über die Genehmigung von kommunalen Grundordnungen 

sowie über Planungsbeschwerden mit Beschwerde ans Verwaltungsge-

richt weitergezogen werden. Somit ist das angerufene Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit 

örtlich und sachlich zuständig. Über die vorliegende Beschwerde gegen ei-

nen Entscheid der Regierung entscheidet das Verwaltungsgericht gemäss 

Art. 43 Abs. 2 lit. a VRG in Fünferbesetzung.

1.4. Die Beschwerde R 17 73 wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 52 

Abs. 1 und Art. 38 VRG). Während die Legitimation der am Vorverfahren 

beteiligten Beschwerdeführerinnen der Beschwerde  R 17 73 und demnach 

das Eintreten auf dieselbe unstrittig ist, ist das Eintreten auf die Be-

schwerde der ebenfalls am Vorverfahren mitbeteiligten Beschwerdeführe-

rin im Verfahren R 17 72 in Frage zu stellen. 

1.4.1. In ihrer als "Beschwerde" bezeichnete Eingabe vom 8. September 2017 hat 

die Beschwerdeführerin im Verfahren S 17 72 beantragt, soweit Beschwer-

den seitens der USO gegen einen durchgehenden Wanderweg eingereicht 

würden, so sei darauf wegen Rechtsmissbrauch nicht einzutreten; eventu-

ell seien verfahrensleitende Massnahmen und/oder Verfügungen zu erlas-

sen, damit der durchgehende Wanderweg Ruinaulta trotz eventueller Be-

schwerden möglichst bald erstellt werde.

Auf diese an eine Bedingung (Einreichung einer Beschwerde) geknüpften 

Anträge der Beschwerdeführerin im Verfahren R 17 72 kann nach allge-

meingültiger Rechtsauffassung nicht eingetreten werden. Die in der "Er-

gänzung der Beschwerde" vom 10. Oktober 2017 gestellten Anträge stellen 

im Übrigen eine unzulässige Erweiterung der Rechtsbegehren dar, zumal 

die Ergänzung ausserhalb der Beschwerdefrist erfolgte (Urteil des Verwal-

- 17 -

tungsgerichts des Kantons Graubünden U 17 8 und U 16 5 vom 19. April 

2018 E.2.4 m.H.). Darauf kann somit nicht eingetreten werden.

1.4.2. Selbst wenn auf die Anträge der Beschwerdeführerin im Verfahren R 17 

72, insbesondere auf den in der Ergänzung vom 10. Oktober 2017 formu-

lierten Eventualantrag auf Mitberücksichtigung der früher vorgeschlagenen 

"Suonen-Option", eingegangen würde, so wären nachfolgende Überlegun-

gen zu berücksichtigen: Im Rahmen der Richtplananpassung 2015 wurden 

verschiedene Varianten für die Erschliessung der hier zur Diskussion ste-

henden Strecke in der Ruinaulta geprüft (vgl. Studie 2015 [Anhang 1 zum  

BG1-act. 3]). Als beste Lösung kristallisierte sich die Variante mit einem ca. 

400 m langen Fussgängertunnel parallel zum bestehenden RhB-Tunnel 

aus. Diese Lösung gemäss Richtplananpassung 2015 soll nun mit der hier 

angefochtenen OP-Teilrevision umgesetzt werden (vgl. PMB zur OP-Teil-

revision vom 21. August 2016 [BG1-act. 6]). In ihrer am 9. September 2016 

eingereichten Stellungnahme im Planungsbeschwerdeverfahren vor der 

Beschwerdegegnerin 1 (BF-act. 3 Akten R 17 72) führte die Beschwerde-

führerin im Verfahren R 17 72 unter anderem aus, entscheidend im Falle 

eines Tunnels sei, dass dieser über genug Tageslicht verfüge. Das ver-

lange grösstmögliche Tunnelfenster zum Vorderrhein und einen Tunnelver-

lauf nahe am Vorderrhein. Einen Antrag auf Nichtgenehmigung der Vorlage 

bzw. auf Genehmigung einer Wanderweg-Variante mit Steg bzw. ohne 

Fussgängertunnel im Gebiet Ransun hat die Beschwerdeführerin im Ver-

fahren R 17 72 folglich nicht gestellt. Wie die Beschwerdegegnerin 1 im 

angefochtenen Entscheid zutreffend zusammengefasst hat, hat die Be-

schwerdeführerin im Verfahren R 17 72 im Planungsbeschwerdeverfahren 

vielmehr die Genehmigung der Vorlage beantragt. Damit darf sie im Be-

schwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht nun nicht deren Aufhe-

bung verlangen, da ihr die formelle Beschwer fehlt. Zudem ist noch zu er-

wägen, dass beim Fussgängertunnel drei Fensterstollen gegen den Vor-

derrhein hin geplant sind (vgl. PMB zur OP-Teilrevision vom 21. August 

2016 [BG1-act. 6]; Erläuternden Bericht zur Richtplananpassung 2015 vom 

- 18 -

September 2015/12. Februar  2016, S. 16 [BG1-act. 3] und dessen Anhang 

1, Studie 2015, Fussgängertunnel "Ransun", S. 6). Konkrete Einwände ge-

gen den geplanten Fussgängertunnel kann die Beschwerdeführerin im Ver-

fahren R 17 72 allenfalls noch im detaillierten BAB-Verfahren erheben. Auf 

die Beschwerde R 17 72 ist demnach infolge unzulässiger und verspäteter 

Rechtsbegehren und mangels formeller Beschwer nicht einzutreten.

2. Inhalt der strittigen Ortsplanungsvorlage der Beschwerdegegnerin 2 bildet 

die Schaffung der nutzungsplanerischen Grundlagen für die Erstellung ei-

nes neuen Wanderwegabschnitts in der Ruinaulta zwischen der "Isla 

Bella"-Brücke der Rhätischen Bahn (RhB) und deren Bahnstation in Trin 

sowie eine Vergrösserung der Naturschutzzone (NSZ) infolge der Auf-

nahme des bisherigen Auenobjekts A-385 von regionaler Bedeutung als 

Aue von nationaler Bedeutung in das Bundesinventar. Angefochtenes Pla-

nungsmittel ist der genehmigte ZP/GEP 1:5000 Teilrevision Ruinaulta. Mit 

dem geplanten Wanderwegabschnitt soll neu eine durchgehende Wande-

rung durch die ganze Ruinaulta auf Ebene der Talsohle ermöglicht werden. 

Präzisierend ist festzuhalten, dass der Abschnitt zwischen dem Elektrizi-

tätswerk (EW) Pintrun und der Station Trin nicht Gegenstand der Nutzungs-

planungsvorlage bildet. Der betreffende Wegabschnitt ist bereits rechts-

kräftig festgesetzt. Im hier umstrittenen Streckenabschnitt (Isla Bella-Brü-

cke bis EW Pintrun) soll der geplante Wanderweg zwischen der Isla Bella-

Brücke und dem Tunnelportal West auf den ersten 700 m durch Wald-

schlagflächen von ehemaligen Erika-Fichtenwäldern führen. Weiter soll er 

bis zum Tunnelportal West entlang dem RhB-Trassee und teilweise auf 

dem Wuhrdamm verlaufen. Danach soll er durch den 402 m langen Fuss-

gängertunnel parallel und auf gleicher Höhe zum RhB-Tunnel führen und 

vom Tunnelportal Ost bis zum EW Pintrun schliesslich auf dem bereits be-

stehenden, begehbaren Weg bzw. teilweise auf dem Wuhrdamm realisiert 

werden (vgl. Erläuternden Bericht zur Richtplananpassung 2015 vom Sep-

tember 2015/12. Februar  2016, S. 9 ff. [BG1-act. 3]; PMB der Beschwer-

degegnerin zur OP-Teilrevision vom 21. August 2016, S. 3 ff. [BG1-act. 6]; 

- 19 -

Entwurf des Auflageprojekts vom 16. September 2015 [BG2-act. 17, 18 und 

19]). 

3.1. Die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene werfen den Beschwerde-

führerinnen eine rechtsmissbräuchliche Beschwerdeerhebung vor. Der vor-

liegenden Revision der Ortsplanung (OP-Teilrevision) sei ein zehnjähriges 

Vorverfahren vorausgegangen, an welchen sich die Beschwerdeführerin-

nen umfassend beteiligt hätten. Die Beschwerdeführerinnen hätten bei der 

Erfüllung der im Richtplan verbindlich festgelegten Auflagen für die Reali-

sierung eines durchgehenden Wanderwegs aktiv mitgewirkt und zu diesem 

Zweck mit dem Verein und den Trägergemeinden eine Absichtserklärung 

(BG2-act. 5) abgeschlossen. Sie hätten auch an den Sitzungen teilgenom-

men, soweit es um Massnahmen zum Schutz des Flussuferläufers gegan-

gen sei (BG2-act. 11) und um Massnahmen auf dem Wegabschnitt Isla 

Bella-Brücke bis Trin Station (BG2-act. 6). Inputs der USO seien im Einver-

nehmen zwischen allen Beteiligten bereinigt worden. Der Massnahmen-

plan sei ein umfassendes Konzept für die Betriebsphase des Naturmonu-

ments Ruinaulta. Die Arbeitsgruppe habe den Massnahmenplan einver-

nehmlich zuhanden des Vereins verabschiedet und dieser sei vom Verein 

genehmigt worden und werde nun umgesetzt. Die Beschwerdeführerinnen 

hätten das Ergebnis am 20. April 2016 als gelungen bezeichnet (BG2-act. 

23). Auf die Beschwerde sei nach Art. 12d Abs. 3 NHG sowie Art. 55c Abs. 

3 USG, wonach die Rechtsmittelbehörde auf eine Beschwerde nicht eintritt, 

wenn diese rechtsmissbräuchlich sei oder die Organisation unzulässige 

Leistungen im Sinne von Art. 12d Abs. 2 NHG und Art. 55c Abs. 2 USG 

gefordert habe, nicht einzutreten. 

3.2. Wie die Beschwerdegegnerin 1 bereits im angefochtenen Entscheid und in 

ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2017 festgehalten hat, kann die 

Frage, ob das Vorgehen der Beschwerdeführerinnen stossend und treu-

widrig sei, offen gelassen werden. Trotz jahrelanger Gespräche konnte mit 

den heutigen Beschwerdeführerinnen keine Vereinbarung abgeschlossen 

- 20 -

werden, weshalb für alle Beteiligten klar sein musste, dass die Beschwer-

deführerinnen ein Rechtsmittel ergreifen könnten. Somit können die Be-

schwerdegegnerinnen und der Beigeladene aus dem Vorgehen der Be-

schwerdeführerinnen – so stossend dieses auch sein möge – nichts ablei-

ten. 

4. Die Beschwerdeführerinnen beantragen in Ziff. 3 ihrer Anträge, dass die 

Anpassungen des Richtplans im Bereich des in das Bundesinventar der 

Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufgenommenen Landschafts-

schutzobjekts Ruinaulta/Rheinschlucht (BLN Nr. 1902) akzessorisch auf 

ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen und insoweit aufzuheben seien, als 

darin ein durchgehender Weg von der Isla Bella-Brücke bis Trin Station 

talseitig des RhB-Trassees sowie die durch den Weg bedingte Anpassung 

der Naturschutzzone in der Gemeinde Trin festgelegt wurden. Nachfolgend 

zu prüfen ist somit vorab, ob die Beschwerdeführerinnen überhaupt zur ak-

zessorischen Anfechtung des Richtplans berechtigt sind. 

4.1. Der Richtplan unterliegt nicht der abstrakten Normenkontrolle. Die fehlende 

Rechtsverbindlichkeit schliesst aus, dass er durch Private angefochten 

werden kann. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerinnen und 

des Beigeladenen hätten die Beschwerdeführerinnen die Richtplananpas-

sung nicht anfechten können. Hingegen ist eine vorfrageweise Überprü-

fung (konkrete Normenkontrolle) von Richtplänen möglich. Die akzessori-

sche Infragestellung des Richtplanes kann im Rahmen eines Nutzungs-

plan- oder Baubewilligungsverfahrens erfolgen (vgl. AEMISEGGER/REBER, 

in: NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER (Hrsg.), Basler Kommentar BGG, Art. 

82 Rz. 37 m.H.; HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutz-

recht, 6. Auflage, Bern, 2016, S. 139). Im vorliegenden Verfahren kann der 

Richtplan somit grundsätzlich beanstandet werden. 

4.2. Das vorstehend Gesagte gilt allerdings unter der Voraussetzung, dass die 

akzessorische Infragestellung des Richtplans im vorliegenden Ortspla-

- 21 -

nungsverfahren rechtzeitig beantragt wurde. Im Vorverfahren haben die 

Beschwerdeführerinnen nämlich zwar die vorfrageweise Überprüfung des 

Richtplans vom 15. März 2016 verlangt, jedoch erst in ihrer Replik vom 31. 

Januar 2017.

4.3. Im BAB-Baubewilligungsverfahren sowie – wie hier – bei durch den Kanton 

genehmigungspflichtigen Planungen erfolgt der Verfahrenseintritt der USO 

nicht durch förmliche Einsprache- resp. Beschwerdeerhebung, sondern 

durch Anmeldung zur Akteneinsicht mit allfälliger folgender Abgabe einer 

Stellungnahme während des durchzuführenden verwaltungsinternen Mit-

berichtsverfahrens (vgl. Art. 104 Abs. 2 KRG).

4.4. Wie die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene richtig argumentieren, 

muss der Streitgegenstand eines Verwaltungsbeschwerdeverfahrens (hier: 

Planungsbeschwerdeverfahrens gemäss Art. 101 ff. KRG) aufgrund des 

Rechtsbegehrens der jeweiligen Beschwerdeführer festgelegt werden (vgl. 

FLÜCKIGER, in: WALDMANN/WEISSENBERGER, Praxiskommentar VwVG, 2. 

Aufl., Zürich 2016, Art. 7 Rz. 19). In diesem Sinne müssen auch die USO 

im Planungsbeschwerdeverfahren vor der Regierung den Streitgegenstand 

definieren, obschon sie keine förmliche Beschwerde einzureichen haben. 

Andernfalls kann im gerichtlichen Beschwerdeverfahren auf neue, im Vor-

verfahren nicht gestellten Rechtsbegehren nicht eingetreten werden (Ver-

bot der Ausdehnung der Rechtsbegehren im verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahren gegenüber dem vorinstanzlichen Verfahren gemäss 

Art. 51 Abs. 2 VRG; vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden R 07 69 E.2a, vgl. auch R 14 34 E.1c). Alles Andere wäre 

systemwidrig und es ist nicht vorstellbar, dass der Streitgegenstand seitens 

der USO erst später im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht 

festgelegt werden kann. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegne-

rin 1 im angefochtenen Genehmigungsbeschluss zur vorliegenden Ortspla-

nungsrevision zunächst ausgeführt hat, dass, anders als bei einer förmli-

chen Planungsbeschwerde, ein Rechtsbegehren nicht einmal zwingend er-

- 22 -

forderlich sei und ausserdem sich die Regierung (resp. das ARE bei BAB-

Verfahren) bei der Beurteilung der Stellungnahmen der USO relativ kurz 

halten könne und, anders als bei Planungsbeschwerden, nicht zu sämtli-

chen Argumenten im Detail Stellung nehmen müsse. Denn selbst wenn die 

USO keine förmliche Beschwerde bzw. laut der Beschwerdegegnerin 1 

auch gar keine Rechtsbegehren einreichen müssen, so haben sie dennoch 

den Streitgegenstand zu definieren. Ob sie es bloss im Sachverhalt (Kla-

gegrund) tun dürfen, also ohne Rechtsbegehren zu formulieren, kann da-

hingestellt bleiben. 

4.5. Nun fragt es sich, ob der Streitgegenstand im Vorverfahren bereits mit der 

Beschwerde festgelegt werden muss, oder auch später im Rahmen eines 

zweiten Schriftenwechsels erfolgen bzw. erweitert werden kann. Hätte vor-

liegend eine Privatperson förmliche Planungsbeschwerde erhoben, ver-

hielte es sich in einer solchen Konstellation wohl so, dass er an seine An-

träge in der Planungsbeschwerde gebunden bliebe. Zulässig wäre dabei 

eine Erweiterung im zweiten Schriftenwechsel nur insofern, als die Be-

schwerdefrist auch in Bezug auf die zweite Rechtsschrift eingehalten würde 

(vgl. PVG 1975 Nr. 95; Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden A 16 32 vom 31. März 2017 E.2b, S 14 79 vom 18. August 

2015 E.1b, U 14 77 vom 13. Januar 2015 E.1b, U 13 8 vom 6. März 2014 

E.1b). Doch hier sind die in den Genuss lockerer Verfahrensvorschriften 

kommenden USO beteiligt. Indem sie vor der Regierung erst in ihrer Replik 

vom 31. Januar 2017 die vorfrageweise Überprüfung des Richtplans vom 

15. März 2016 verlangt haben, und nicht schon in ihrer Eingabe vom 30. 

September 2016, haben sie das betreffende Rechtsbegehren auf akzesso-

rische Überprüfung des Richtplans nicht zu spät gestellt, zumal die USO im 

Planungsbeschwerdeverfahren vor der Regierung nicht den Formanforde-

rungen einer Beschwerde unterliegen, wie aus Art. 104 Abs. 2 KRG her-

vorgeht. Ob sie allfällige Anträge in einer ersten oder in einer späteren Stel-

lungnahme stellen, darf für sie folglich keine Rolle spielen. 

- 23 -

Auf den Antrag auf akzessorische Überprüfung des Richtplans ist somit ein-

zutreten. 

4.6. Zu ergänzen bleibt, dass es den Beschwerdeführerinnen ohne Weiteres 

möglich sein muss, den vorliegenden Ortsplanungsgenehmigungsent-

scheid bzw. die Ortsplanung selber anzufechten. Die Gegenseite kann sich 

folglich nicht darauf berufen, dass die Behörde bei der Umsetzung der 

Richtplanung in die Nutzungsplanung praktisch kein Ermessen mehr ge-

habt habe. Ansonsten bliebe Beschwerdeführern jede Beschwerde gegen 

richtplankonforme Nutzungsplanungen sowie die akzessorische Richtplan-

prüfung versperrt, was nicht sein kann.

4.7. Der Bund hat am 3. November 2017 den Richtplan des Kantons Graubün-

den "Genehmigungspaket 2016", zu welchem auch die Richtplananpas-

sung betreffend das Naturmonument Ruinaulta/Rheinschlucht (Regionen 

Surselva und Imboden; Objekt Nr. 02.LR.01) gehört, genehmigt (vgl. den 

Genehmigungsentscheid vom 3. November 2017). Der strittige im ange-

fochtenen kommunalen ZP/GEP vorgesehene Fuss- und Wanderweg von 

der Isla Bella-Brücke bis zum EW Pintrun ist im regionalen Richtplan (Na-

turmonument Ruinaulta, Objekt Nr. 02.LR.01 [BG1-act. 2]) festgelegt wor-

den. Bezüglich des Naturmonuments Ruinaulta (Objekt Nr. 02.LR.01) 

wurde der kantonale Richtplan im Übrigen bloss beim Text ergänzt, 

während die Richtplankarte unverändert geblieben ist. 

4.8. Der Richtplan ist behördenverbindlich. Der Beschwerdegegnerin 2 verblieb 

somit bei der allgemeinverbindlichen, nutzungsplanerischen Festlegung 

des strittigen Wegs nur ein geringer Spielraum. Was den zukünftigen Fuss- 

und Wanderweg und das Naturschutzgebiet anbetrifft, stimmt der ange-

fochtene ZP/GEP 1:5000 (BG1-act. 5) mit dem vom Bund genehmigten, 

regionalen Richtplan 1:15000 (BG1-act. 2) somit überein. 

- 24 -

4.9. Die Beschwerdeführerinnen wenden ein, dass die Richtplangenehmigung 

nicht rechtskonform gewesen sei. Sie bringen vor, weder aus dem Geneh-

migungsdokument des UVEK vom 3. November 2017 noch aus dem Prü-

fungsbericht des ARE vom 16. Oktober 2017 gehe hervor, dass sich diese 

mit der durch den Wanderweg ausgelösten Bedrohung des stark gefährde-

ten Flussuferläufers in der Ruinaulta befasst hätten. Ebenso hätten sie die 

schädlichen Auswirkungen des Wanderwegs auf die übrige Fauna und 

Flora in der Ruinaulta geprüft. Ausserdem sei auch nicht die Frage geprüft 

worden, ob der Wanderweg mit dem Schutz der Aue von nationaler Bedeu-

tung Ruinaulta (Objekt 385) vereinbar ist. Der Bundesrat habe diese Aue 

von nationaler Bedeutung am 29. September 2017 – und damit vor dem 

Prüfbericht des ARE vom 16. Oktober 2017 – förmlich unter Schutz gestellt. 

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) habe diese Revision gleichentags öf-

fentlich kommuniziert. Scheinbar seien weder diese Kundmachung noch 

die vorangehenden Abklärungen des BAFU beim ARE angekommen. Nur 

so lasse sich erklären, weshalb das ARE in seinem Prüfungsbericht mit 

keinem Wort auf die neu geschützte Aue von nationaler Bedeutung in der 

Ruinaulta eingehe. In der Folge habe das UVEK den Prüfungsbericht des 

ARE unbedacht und offenbar ohne eigene Abklärungen übernommen. 

Auch die ENHK, auf deren Gutachten sich das ARE berufe, habe diese 

Fragen nie geprüft. Weder das UVEK noch das ARE hätten bei der Geneh-

migung des Richtplans geprüft, ob das ENHK-Gutachten mit der (erst 

später) per 1. Juni 2017 totalrevidierten Verordnung über das Bundesin-

ventar der Landschaften und Naturdenkmäler (VBLN; SR 451.11) inkl. In-

ventarbeschriebe vereinbar sei. Das UVEK und ARE beriefen sich bei der 

Richtplangenehmigung auf einen ungenügenden und rechtlich überholten 

ENHK-Gutachten. 

Es sei nicht einzusehen, weswegen die Revision und Präzisierung des In-

ventarbeschriebs des BLN-Objekts Nr. 1902 keine ergänzende Beurteilung 

der ENHK zur Folge haben müsse. Es verhalte sich hier im Prinzip gleich, 

wie wenn neues Recht in Kraft trete. Auch dann müsse geprüft werden, ob 

ein geplantes Projekt mit dem neuen Recht verträglich sei. 

- 25 -

4.10. Bei der Genehmigung stützte sich der Bundesrat auf den Prüfungsbericht 

des ARE zuhanden des UVEK vom 18. Oktober 2017. Darin verweist das 

ARE auf die Auffassung der ENHK (vgl. Gutachten vom 9. Juli 2013 [BG2-

act. 13] und 1. September 2014 [BG2-act. 16]). Aus Sicht der ENHK werde 

mit der vorgeschlagenen Tunnel-Lösung dem Gebot der grösstmöglichen 

Schonung des BLN-Objekts genügend Rechnung getragen. Die Querstol-

len und insbesondere die Öffnungen zur Rheinschlucht im Querschnitt 

seien klein zu halten und zurückhaltend zu gestalten, ohne ortsfremde Ma-

terialien wie z.B. Glasabschlüsse. Das ARE ordnete deshalb als "Auflage" 

an, in der nachgeordneten Planung sei durch eine zurückhaltende Ausge-

staltung der sichtbaren Bauwerke der grösstmöglichen Schonung des BLN-

Objekts Rechnung zu tragen. Das ARE führte weiter aus, dass mit der Re-

alisierung des durchgehenden Wanderwegs der Nutzungsdruck in dieser 

einzigartigen Landschaft erhöht werde. Das bestehende Schutz- und 

Massnahmenkonzept 2005 (Massnahmenplan) solle deshalb angepasst 

werden.

4.11. Die ENHK hat das betroffene Gebiet bereits umfassend begutachtet. Daran 

vermag die zwischenzeitlich per 1. Juni 2017 vom Bund erfolgte Präzisie-

rung der VBLN inkl. Inventarbeschrieb wie auch die im selben Jahr erfolgte 

Aufnahme des Auenobjekts Nr. 385 im Bundesinventar nichts zu ändern: 

Das BLN-Objektblatt 1902 (Ruinaulta) und dessen Schutzziele wurden von 

der ENHK berücksichtigt; zudem war das Auenobjekt im Zeitpunkt der Er-

stattung der ENHK-Gutachten (am 9. Juli 2013 [BG2-act. 13] und 1. Sep-

tember 2014 [BG2-act. 16]) im der ENHK vorgelegten kantonalen Richtplan 

enthalten, zumal es vor seiner Aufnahme im Bundesinventar bereits als 

Aue von regionaler Bedeutung (unter der Bezeichnung A-1228) bestand.  

Im Übrigen steht der ENHK gemäss Art. 8 NHG frei, im Rahmen des Bau-

bewilligungsverfahrens noch einmal zum strittigen Weg Stellung nehmen, 

falls dies nötig sein sollte. 

- 26 -

4.12. Den Beschwerdeführerinnen ist ferner darin beizustimmen, dass das ARE 

im Prüfungsbericht zuhanden des UVEK vom 18. Oktober 2017 das Aue-

nobjekt Nr. 385 (Ruinaulta) nicht sonderlich thematisiert hat. Indessen wird 

auf das BLN-Objekt Nr. 1902 Ruinaulta eingegangen und damit auf die 

landschaftliche Bedeutung der ganzen Ruinaulta Rücksicht genommen. Im 

BLN-Objektblatt Nr. 1902 wird die Bedeutung der Auenlandschaft und mit-

hin insbesondere auch des Flussuferläufers dargelegt (vgl. Objektblatt S. 3 

f. [BF-act. 5 zur Beschwerde]). Wie in den nachfolgenden Erwägungen 

noch aufgezeigt wird, hält der im angefochtenen ZP/GEP eingezeichnete 

Wanderweg die Ziele des Auenschutzgebiets ein und erweist sich somit als 

rechtmässig. Damit wird auch die Bundesrechtskonformität des inzident 

angefochtenen Richtplans (Anpassung 2015) bestätigt. Die entsprechen-

den Rügen der Beschwerdeführerinnen sind somit unbegründet. 

5. In formeller Hinsicht ist noch auf die Rügen der Beschwerdeführerinnen 
über die behauptete Verletzung des rechtlichen Gehörs einzugehen. 

5.1. Das Vorbringen, der Sachverhalt, insbesondere die Auswirkungen des ge-

planten Wanderwegs auf die Flora und Fauna der Ruinaulta seien nicht 

oder ungenügend ermittelt worden, zielt ins Leere. Bereits die Erwägungen 

im angefochtenen Beschluss und die Aktenlage zeigen, wie die Beschwer-

degegnerin 1 ohne Weiteres eine rechtsgenügende Abklärung des Sach-

verhalts getätigt hat. Zudem wurden bereits auf Stufe Richtplan ein umfas-

sendes Variantenstudium für die Strecke Ransun (d.h. im Bereich des RhB-

Tunnels) vorgenommen sowie die räumlichen Auswirkungen und die zu 

treffenden Massnahmen geprüft (vgl. Erläuternden Bericht zur Richtplanan-

passung 2015 vom September 2015/12. Februar  2016 [BG1-act. 3] und 

dessen Anhänge, insb. Anhang 4 [Umweltbericht der Atragene vom 8. De-

zember 2011] und 5 [Besuchermanagement der zhaw vom 31. Januar 2014 

[Anhang 5 zum BG1-act. 3]). Diese Vorakten dürften den Beschwerdefüh-

rerinnen bekannt sein. Eine Verletzung der Begründungspflicht durch die 

Beschwerdegegnerin 1 ist nicht auszumachen.

- 27 -

5.2. Die Beschwerdeführerinnen rügen ferner eine Verletzung des Replikrechts. 

Weil die im Vorverfahren eingereichte Duplik der Beschwerdegegnerin 2 

und des Beigeladenen vom 17. März 2017 erst am 5. Oktober 2017 zuge-

stellt worden sei, hätten sie zur Falschbehauptung hinsichtlich des "Kinder-

lager", die eine wichtige Entscheidgrundlage gebildet habe, nicht mehr 

Stellung nehmen können. Dazu ist zunächst zu bemerken, dass die Frage, 

ob die Beschwerdeführerin (WWF) am Vorderrhein ein Kinderlager organi-

siere, keinen Einfluss auf die Entscheidungsbegründung hat und nicht wei-

ter zu vertiefen ist. Das Replikrecht wurde ferner infolge der Nichtzustellung 

im Vorverfahren der Duplik vom 17. März 2017 (BG1-act. 11) zwar klar ver-

letzt, die Gehörsverletzung ist angesichts der im vorliegenden Beschwer-

deverfahren am 5. Oktober 2017 erfolgten Zustellung aber wieder geheilt. 

Eine Berücksichtigung dieser Verletzung im Kostenpunkt drängt sich nicht 

auf, zumal auch angesichts des umfangreichen Schriftenwechsels vor die-

sem Gericht davon auszugehen ist, dass die Vorbringen in der Duplik im 

Vorverfahren für die Entscheidung der Beschwerdeführerinnen zur Be-

schwerdeerhebung an dieses Gericht eine vernachlässigbare Bedeutung 

hatten.

5.3. Die Beschwerdeführerinnen rügen ausserdem, dass ihnen der Beschlus-

sentwurf vom 19. April 2017 über die Anhörung des Bundes zur Anpassung 

des kantonalen Richtplans Naturmonument Ruinaulta/Rheinschlucht vor-

enthalten worden sei. Dazu ist zu sagen, dass sich die Beschwerdeführe-

rinnen gemäss Art. 104 Abs. 2 KRG zur Akteneinsicht anzumelden haben. 

Insoweit besteht für sie kein Recht auf Aktenzustellung, sondern nur auf 

Akteneinsicht. Dies sollte auch für später ergangene, zu erwartende Akten 

gelten. Selbst wenn aber die Beschwerdegegnerin 1 gehalten gewesen 

wäre, den Beschwerdeführerinnen den Entwurf des Bundes zur Richtplan-

genehmigung zur Stellungnahme zuzustellen, hat sich diesen Punkt mit der 

definitiven Genehmigung des Richtplans durch den Bund erübrigt. 

- 28 -

5.4. Abzuweisen ist ferner der Antrag, über die fundamentale Sachverhaltsfrage 

der Gefährdung des Flussuferläufers durch den Wanderweg müsste eine 

unabhängige Expertise erstellt werden, da die Vorinstanz zur Sachverhalts-

abklärung eigene Fachstellen eingesetzt habe. Die zuständigen Ämter sind 

nämlich laut Gesetz zur Stellungnahme verpflichtet. Diese Aufgabe kann 

nicht etwa infolge pauschaler und unsubstantiierter Vorwürfe von angebli-

cher Voreingenommenheit externen Fachpersonen übertragen werden. 

5.5. In beweisrechtlicher Hinsicht sind die Anträge der Beschwerdegegnerin 2 

und des Beigeladenen auf Durchführung eines Augenscheins in antizipier-

ter Beweiswürdigung abzuweisen, zumal über die vorliegende Angelegen-

heit, wie aus den nachfolgenden Erwägungen ersichtlich, auch ohne Au-

genschein entschieden werden kann. Ihr weiterer Antrag auf Erlaubnis um 

vorzeitigen Baubeginn ist mit Erlass dieses Urteils obsolet geworden.   

6. In materieller Hinsicht ist vorab den Einwand der Beschwerdeführerinnen 

zu behandeln, der geplante Wanderweg beintreffe auf einer Fläche von 

4'500 m2 (2.5 m Wegbreite x 1'800 m Weglänge) schutzwürdige Lebens-

räume des BLN-Schutzgebiets Ruinaulta.

6.1. Der geplante Wanderweg von rund 1.8 km neuer Offenstrecke befindet sich 

unbestritten innerhalb des BLN-Objekts 1902 Ruinaulta (vgl. BF-act. 5 zur 

Beschwerde). Dieses Gebiet bietet abwechslungsreiche und einzigartige 

Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Aufgrund der besonderen 

Habitate (Auen, Wälder, ausgedehnte Kiesbänke, steile, brüchige und tro-

ckene Kalkwände) erfolgte die Aufnahme ins BLN bereits 1977. Gleicher-

massen wird die Ruinaulta von einem breiten Gästesegment von nah und 

fern besucht und sie ist durch mehrere Wanderwege bereits erschlossen 

(vgl. PMB zur OP-Teilrevision vom 21. August 2016, S. 1 [BG1-act. 6]). Wie 

die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Beschluss erwähnte, steht die-

ses Schutzobjekt Bauvorhaben nicht entgegen, soweit diese dessen 

Schutzziele nicht verletzen. 

- 29 -

6.2. Laut den Beschwerdeführerinnen seien die Vorgaben der neuen VBLN und 

der neuen Schutzziele nicht geprüft worden. Der neue Art. 6 VBLN verlange 

eine Sachverhaltsermittlung und Interessenabwägung. Indem der Wander-

weg den Lebensraum des Flussuferläufers schwerwiegend beeinträchtige, 

liege ein Anwendungsfall von Art. 6 Abs. 2 VBLN vor (schwerwiegende Be-

einträchtigung). Der geplante Wanderweg würde die Schutzziele 3.1., 3.6., 

3.8., 3.9 und 3.10 des BLN-Objekts beeinträchtigen.

Die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene machen dagegen geltend, 

dass die Schutzziele nicht verletzt seien. Insbesondere werde kein ruhiges, 

natürliches Gebiet tangiert. Auf der Strecke, wo bereits der Pfad bestehe, 

komme es heute oftmals zu gefährlichen Situationen. Seit 1942 bestehe 

eine regelmässig genutzte Werkstrasse zum EW Pintrun. Der Wanderweg 

führe über weite Strecken auf dieser Strasse. Zudem bestehe hier ein reger 

Kanu- und Raftingbetrieb. Der geplante Weg führe zu einer Entlastung des 

Auerhuhnhabitats und zu einer Lenkung der Besucher. Die Beschwerde-

gegnerin 1 weist zudem darauf hin, dass im Rahmen der Richtplanung ver-

schiedene Varianten geprüft worden seien. Es seien nicht zuletzt die 

Schutzziele für die Auerhuhnvorkommen gewesen, welche dazu geführt 

hätten, dass für das fehlende Verbindungsstück zwischen Trin Station und 

Versam eine flussnahe Variante gewählt worden sei.

6.3. In Ziff. 3 des BLN-Objektblatts 1902 (BF-act. 5 zur Beschwerde) sind nach-

folgende Schutzziele aufgeführt:

" 3.1 Die natürliche, ruhige und wenig berührte Schluchtlandschaft der Ruinaulta er-

halten.

3.2 Die Taleinschnitte der seitlichen Zuflüsse der Ruinaulta in ihrer Ursprünglichkeit 

und Unberührtheit erhalten.

3.3 Das vom Bergsturz, vom späteren Flussdurchbruch und von der Schluchteintie-

fung geprägte Relief mit seinen charakteristischen geomorphologischen Ele-

menten erhalten.

- 30 -

3.4 Die beiden Seen, Lag la Cauma und Lag Prau Tuleritg in ihrer Natürlichkeit er-

halten.

3.5 Die Gewässer und ihre Lebensräume in einem natürlichen und naturnahen Zu-

stand erhalten und ihre Dynamik zulassen.

3.6 Die Lebensraumbedingungen für die Avifauna erhalten.

3.7 Die natürliche Dynamik des Vorderrheins/Rein Anteriur zulassen.

3.8 Die Erosions- und Akkumulationsprozesse im Vorderrhein/Rein Anteriur, in den 

Seitenbächen und an den Schluchthängen zulassen.

3.9 Die natürlichen und naturnahen Feucht- und Trockenlebensräume in ihrer Qua-

lität und ökologischen Funktion sowie mit ihren charakteristischen Pflanzen- 

und Tierarten erhalten.

3.10 Das Mosaik aus Wald und Offenland erhalten, insbesondere als Lebensraum 

für das störungsempfindliche Auerwild.

3.11 Die naturnahen, zusammenhängenden Wälder in ihrer standorttypischen Aus-

prägung erhalten.

3.12 Die standortangepasste landwirtschaftliche Nutzung erhalten und ihre Entwick-

lung zulassen.

3.13 Die standorttypischen Strukturelemente der Landschaft wie Wiesen, Weiden, 

Bewässerungskanäle und Ackerterrassen erhalten.

3.14 Die historischen Verkehrswege, namentlich auch die landschaftsprägende 

rechtsrheinische Oberlandstrasse, in ihrer Substanz und ihrer Einbettung in die 

Landschaft erhalten."

Gemäss Art. 6 VBLN stellen Eingriffe, die keine Auswirkungen auf die Er-

reichung der objektspezifischen Schutzziele haben, keine Beeinträchtigung 

der Objekte dar und sind zulässig. Ebenfalls zulässig sind geringfügige Be-

einträchtigungen eines Objektes, wenn sie sich durch ein Interesse recht-

fertigen lassen, das gewichtiger ist als das Interesse am Schutz des Objek-

tes. Laut Abs. 2 sind schwerwiegende Beeinträchtigungen eines Objektes 

im Sinne von Art. 6 Abs. 2 NHG (Abweichung von der ungeschmälerten 

Erhaltung eines im Bundesinventar aufgenommenen Objekts von nationa-

ler Bedeutung) nur zulässig, wenn sie sich durch ein Interesse von natio-

naler Bedeutung rechtfertigen lassen, das gewichtiger ist als das Interesse 

am Schutz des Objektes.

- 31 -

6.4. Im Einklang mit den Ausführungen der Beschwerdegegnerinnen und des 

Beigeladenen ist festzuhalten, dass mit der gewählten Tunnelvariante und 

den im Richtplan festgelegten Schutzmassnahmen die im neuen Objekt-

blatt des BLN-Objektes Nr. 1902 definierten Schutzziele eingehalten wer-

den können. Dass jedenfalls keine schwerwiegenden, sondern keine bis 

vereinzelt geringfügigen Beeinträchtigungen dieses Schutzobjekts beste-

hen, wird anhand der nachfolgenden Erwägungen aufgezeigt. Bezüglich 

allfälliger geringfügiger Beeinträchtigungen ist bereits an dieser Stelle vor-

wegzunehmen, dass das Interesse an einer durchgehenden touristischen 

Erschliessung der Ruinaulta mit dem neuen Wanderweg das Interesse am 

ungestörten Erhalt des BLN-Objekts überwiegt. Die Ruinaulta wird von ei-

nem breiten Gästesegment von nah und fern besucht. Der Wanderweg 

durch die Ruinaulta soll gemäss Richtplan ein optimiertes Teilstück des Al-

penpässe-Wegs von Chur bis Saint-Gingolph werden – der eine der sieben 

nationalen Wanderrouten ist – und hat für den Kanton Graubünden deshalb 

eine hohe Bedeutung (vgl. PMB zur OP-Teilrevision vom 21. August 2016, 

S. 1 [BG1-act. 6]). 

7. Nachfolgend wird überprüft, ob durch den geplanten Wanderweg im BLN-

Gebiet vorhandene, geschützte Lebensräume tangiert werden. 

7.1. Dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten ist durch die Erhal-

tung genügend grosser Lebensräume (Biotope) und andere geeignete 

Massnahmen entgegenzuwirken. Bei diesen Massnahmen ist schutzwürdi-

gen land- und forstwirtschaftlichen Interessen Rechnung zu tragen (Art. 18 

Abs. 1 NHG). Laut Art. 18a NHG bezeichnet der Bundesrat nach Anhören 

der Kantone die Biotope von nationaler Bedeutung. Er bestimmt die Lage 

dieser Biotope und legt die Schutzziele fest (Abs. 1). Die Kantone ordnen 

den Schutz und den Unterhalt der Biotope von nationaler Bedeutung. Sie 

treffen rechtzeitig die zweckmässigen Massnahmen und sorgen für ihre 

Durchführung (Abs. 2). 

- 32 -

7.2. Im hier interessierenden Gebiet zwischen der Isla Bella-Brücke und dem 

Tunnelportal befindet sich das 2017 in das Bundesinventar der Auenge-

biete von nationaler Bedeutung (Aueninventar) im Sinne von Art. 18a Abs. 

1 NHG aufgenommene Auenobjekt Nr. 385 (Ruinaulta; vgl. Art. 1 Abs. 1 

i.V.m. Anhang 1 der Verordnung über den Schutz der Auengebiete von na-

tionaler Bedeutung [Auenverordnung; SR 451.31]). 

7.3. Nach Art. 3 Abs. 1 Auenverordnung legen die Kantone nach Anhörung der 

Grundeigentümer und Bewirtschafter den genauen Grenzverlauf der Ob-

jekte fest. Sie scheiden ökologisch ausreichende Pufferzonen aus und 

berücksichtigen dabei insbesondere weitere angrenzende Biotope.

Der den Kantonen dabei zur Verfügung stehende Spielraum ist aber gering. 

Der Grenzverlauf wird weitgehend durch den im inventarisierten Karten-

ausschnitt (im Massstab 1:25'000) festgelegten Perimeter bestimmt. Die 

Aufgabe der Kantone beschränkt sich darauf, den Perimeter des geschütz-

ten Gebiets parzellenscharf oder in anderer eindeutiger Weise festzulegen 

(vgl. FAHRLÄNDER, in: KELLER/ZUFFEREY/FAHRLÄNDER [Hrsg.], Kommentar 

NHG, Zürich 1997, Art. 18a Rz. 38 ff.).

7.4. Im hier interessierenden Abschnitt (Isla Bella-Brücke bis EW Pintrun) wurde 

der Perimeter der Aue mit einem Massstab von 1:25'000 grösstenteils ent-

lang dem RhB-Trassee ausgeschieden. Eine Ausnahme davon bildet eine 

Teilstrecke ab der Isla Bella-Brücke Richtung Osten (ca. 300 m), wo die 

Grenze nicht am RhB-Trassee, sondern etwas davon entfernter in Richtung 

Vorderrhein verläuft. Die Umsetzung dieses vom Bund bestimmten Auen-

gebiets erfolgt im angefochtenen ZP/GEP mittels der neu bezeichneten Na-

turschutzzone.

7.5. Gemäss den Beschwerdeführerinnen verstosse die neu festgelegte Natur-

schutzzone gegen die Schutzanforderungen von Art. 18 Abs. 1 NHG und 

gegen die Schutz- und Unterhaltsverpflichtung des Kantons nach Art. 18a 

Abs. 2 NHG und nach der Auenverordnung. Der Weg liege zu einem gros-

- 33 -

sen Teil im Auenperimeter des Objekts Nr. 385 Ruinaulta und sei rechts-

widrig. Der Auenperimeter folge im Abschnitt gegenüber der Rabiusamün-

dung bis zum Westportal des RhB-Tunnels den Gleisen der RhB. Hier sei 

der Damm so schmal und abfallend und die Distanz zwischen Gleisen und 

Rhein so klein, dass der Auenperimeter entlang der Gleise verlaufen 

müsse. Somit verlaufe der geplante Wanderwegteil vollumfänglich im Au-

enperimeter. Das Auenschutzgebiet dürfe nicht nach den Erfordernissen 

des Wanderwegs abgegrenzt werden, so dass dieser ausserhalb der 

Schutzzone zu liegen komme.

Darauf erwidern die Beschwerdegegnerin 2 und die Beigeladene, dass die 

fragliche Aue bisher von regionaler Bedeutung gewesen sei (Objekt A-

1228). Mit dem bundesrätlichen Beschluss vom 29. September 2017 sei 

sie unter der Inventarnummer A-385 als Aue von nationaler Bedeutung mit 

einer Ausdehnung von 103 ha ausgeschieden worden. Die Ausdehnung 

sei praktisch unverändert geblieben. Der Auenperimeter sei im Bereich des 

verbauten Prallhangs bzw. der Bahnseite nicht erweitert worden. Insbeson-

dere sei keine Ausdehnung im Bereich des verbauten Prallhangs bzw. der 

Bahnseite angestrebt oder bezweckt worden. Durch die Aufnahme der Aue 

ins Bundesinventar sei der im GEP vorgesehene Wanderweg nicht in den 

Auenperimeter zu liegen gekommen. Die Naturschutzzone werde auf die 

Fläche, wie sie in der Zwischenzeit als Aue von nationaler Bedeutung aus-

geschieden worden sei (soweit das Gemeindegebiet Trin betreffend), er-

weitert. Die heute bestehende Naturschutzzone stimme nicht mit dem in-

ventarisierten Auenperimeter überein, weswegen sie erweitert werden 

müsse. Dies sei bereits im Richtplan 2015 vorgegeben worden. Die Anpas-

sung der kommunalen Naturschutzzone sei deshalb nicht im Hinblick auf 

die Festlegung des Wanderwegs im GEP, sondern im Hinblick auf die Re-

vision des Bundesinventars vorgenommen worden. Dies diene dem besse-

ren Schutz der Aue und schaffe die rechtliche Grundlage für die Begleit-

massnahmen (insbesondere Zutrittsverbote). Für die Umsetzung des Au-

enperimeters sei richtigerweise die Naturschutzzone gewählt worden. Für 

die Detailabgrenzung der Aue sei der Kanton zuständig. Die vorgenom-

- 34 -

mene Abgrenzung entspreche der Auffassung der kantonalen Fach-

behörde, wonach als wahrscheinliche Detailabgrenzung die untere Bö-

schungskante des Bahndamms angenommen werden könne.

7.6. Den Ausführungen der Beschwerdegegnerin 2 und des Beigeladenen kann 

zugestimmt werden. Das RhB-Trassee stellt im Kartenausschnitt des auf 

Bundesebene geschützten Auenobjekts offensichtlich eine künstliche 

Grenze im Gelände dar (vgl. BG1-act.16). Parzellenscharf auf Ortspla-

nungsstufe verläuft die Grenze der Naturschutzzone im hier interessieren-

den Abschnitt gemäss angefochtenen ZP/GEP (BG1-act. 5) – mit Aus-

nahme der ersten 700 m ab der Isla Bella Brücke Richtung Tunnelportal 

West, wo die Grenze ohnehin weiter Richtung Fluss liegt – neben dem  

RhB-Trassee. Dies ist aus folgenden – auch von der Beschwerdegegnerin 

2 und dem Beigeladenen vorgebrachten – Gründen zulässig: Erstens 

räumt  der Planmassstab 1:25000 gemäss Kartenausschnitt des Auenob-

jekts im Bundesinventar dem Kanton bei der Festlegung der konkreten Au-

engrenze aufgrund der Ungenauigkeit der Breite der Perimeterlinien einen 

Spielraum von geschätzten 10 bis 25 m ein. Zweitens ist festzuhalten, dass 

die schützenswerte Auenvegetation nicht beim RhB-Trassee bzw. beim 

Bahndamm beginnen und sich auch nicht auf die Waldschlagflächen er-

strecken kann (vgl. Umweltbericht der Atragene vom 8. Dezember 2011, S. 

18 [Anhang 4 zum BG1-act. 3]). Insoweit erscheint nachvollziehbar, dass 

die Grenze der Naturschutzzone gemäss ZP/GEP im strittigen Bereich ne-

ben dem Bahndamm bzw. Wuhrdamm und nicht entlang des RhB-Tras-

sees verläuft (vgl. Stellungnahme des ARE vom 12. April 2016 zum Vor-

prüfungsbericht der Revision des ZP/GEP [Anhang 1 zum BG1-act. 6]).

7.7. Anzumerken ist, dass die Umsetzung des Auengebiets mittels der neu be-

stimmten Naturschutzzone selbst unter Berücksichtigung des Spielraums 

des Kantons nicht vollumfänglich nachvollziehbar erscheint, und zwar im 

Bereich zwischen der ersten und der zweiten Flusskurve ab der Isla-Bella-

Brücke: Die Grenze der neuen Naturschutzzone verläuft am Flussufer (vgl. 

- 35 -

BG1-act. 5), anstatt, wie auf dem Kartenausschnitt des Auenobjekts (BG1-

act.16) eingezeichnet, ca. 40 bis 50 m vom Flussufer entfernt. Diese Ein-

zeichnung im angefochtenen ZP/GEP entspricht derjenigen im Richtplan 

(vgl. BG1-act. 2), dessen Anpassungen, wie oben erwähnt, vom Bund ge-

nehmigt wurden. Diese Abweichung im Richtplan und im ZP/GEP gegenü-

ber dem Kartenausschnitt des Auenobjekts erscheint aber marginal und 

letztlich irrelevant, zumal der geplanten Weg im genannten Bereich durch 

Waldschlagflächen, die nicht als schützenswerte Lebensraum eingestuft 

werden können (vgl. Umweltbericht der Atragene vom 8. Dezember 2011, 

S. 18 [Anhang 4 zum BG1-act. 3]), führt. Die Grenze der Naturschutzzone 

orientiert sich damit auf die in der Natur tatsächlich vorkommende Auenve-

getation (vgl. PMB zur OP-Teilrevision vom 21. August 2016, S. 6 [BG1-

act. 6]).

Aus diesen Gründen steht fest, dass der Auengrenzverlauf richtig festge-

legt wurde.

7.8. Wie in E.2 bereits erwähnt, soll der geplante Wanderweg im hier umstritte-

nen Streckenabschnitt (Isla Bella-Brücke bis EW Pintrun) zwischen der Isla 

Bella-Brücke und dem Tunnelportal West auf den ersten 700 m durch 

Waldschlagflächen von ehemaligen Erika-Fichtenwäldern, ferner bis zum 

Tunnelportal West entlang dem RhB-Trassee und teilweise auf dem Wuhr-

damm; danach durch den Fussgängertunnel von 402 m parallel zum RhB-

Tunnel und vom Tunnelportal Ost bis zum EW Pintrun schliesslich auf dem 

bereits bestehenden, begehbaren Weg bzw. teilweise auf dem Wuhrdamm 

führen. Damit verläuft der strittige Weg nicht durch Auengebiet. Soweit die 

Beschwerdeführerinnen rügen, dass der Wanderweg nicht konsequent ent-

lang dem Bahntrassee verlaufe, sondern bis zu 14 m in Richtung Vorder-

rhein vom RhB-Trassee abweiche und dadurch Auenwald und Ufervegeta-

tion beanspruche, so ist zu präzisieren, dass solche Abweichungen (im 

Sinne einer Wegführung neben dem RhB-Trassee und nicht gerade unmit-

telbar daran) an einigen Stellen innerhalb der ersten 700 m ab der Isla 

Bella-Brücke vorgesehen sind (vgl. ZP/GEP 1:5000 [BG1-act. 5]), damit in 

- 36 -

einem Abschnitt auf Waldschlagflächen, in dem die Grenze des Auen-

schutzgebiets, wie oben bereits erwähnt, zulässigerweise etwas Richtung 

Fluss verschoben ist. Hinsichtlich des Streckenabschnitts zwischen den 

Waldschlagflächen und ca. 300 m vor dem Tunnelportal West, wo der Weg 

zum Teil am Bahndammfuss bzw. auf dem Wuhrdamm verlaufen soll (vgl. 

Entwurf Auflageprojekt vom 16. September 2015 [BG2-act. 17]), ist darauf 

hinzuweisen, dass am Bahndamm keine geschützten Pflanzenarten vorzu-

finden sind (vgl. Umweltbericht der Atragene vom 8. Dezember 2011, S. 18 

[Anhang 4 zum BG1-act. 3]). Insoweit ist irrelevant, dass im Umweltbericht 

fälschlicherweise angenommen wird, die Teilstrecke nach den Waldschlag-

flächen bis zum Tunnelportal West verlaufe (durchwegs) an der Oberkante 

des Bahndammes unmittelbar neben dem Bahnkörper, zumal im Umwelt-

bericht auch empfohlen wird, am Fuss des Bahndammes – wo zum Teil der 

Weg führen soll – Absperrmassnahmen zu treffen (vgl. Umweltbericht der 

Atragene vom 8. Dezember 2011, S. 18 und 24 f. [Anhang 4 zum BG1-act. 

3]). Somit führt der Weg nicht durch inventarisiertes Auengebiet. Auf die 

behauptete Beanspruchung von Ufervegetation wird unten in E.13 einge-

gangen. 

7.9.1. Die Beschwerdeführerinnen wenden zudem ein, dass, selbst wenn der 

Wanderweg ausserhalb der geschützten Aue erstellt würde, er doch in der 

Pufferzone nach Art. 3 Abs. 1 Auenverordnung läge. Der Wanderweg wi-

derspräche dem Auenschutzziel der Erhaltung und Förderung der auenty-

pischen Tierwelt. Der vorsorgliche Schutz der Aue erstrecke sich so oder 

anders auch auf die Fläche, auf welcher der Wanderweg geplant sei.

Dem entgegnen die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene, Puffer-

zonen brauche es, um Beeinträchtigungen von Biotopen von aussen zu 

verhindern. Das Gebiet, in welchem der schmale Fussweg realisiert werden 

solle, vermöge nicht die Voraussetzungen und Funktionen einer Pufferzone 

zu erfüllen. Der Fussweg werde entlang der RhB-Geleise bzw. auf dem 

Damm erstellt, wo bereits heute der Unterhaltspfad der RhB bestehe. Das 

Gebiet sei mit Gras oder dichtem Gehölz und Gebüschen bestockt, wel-

- 37 -

ches regelmässig zurückgeschnitten werde. Solch ein Gebiet könne keine 

Pufferzone sein. Eine Beeinträchtigung der Aue sei vom Fussgängerweg 

nicht möglich. Es müsse hier gar keine Pufferzone geben.

7.9.2. Gemäss dem oben bereits erwähnten Art. 3 Abs. 1 Auenverordnung schei-

den die Kantone ökologisch ausreichende Pufferzonen aus und berück-

sichtigen dabei insbesondere weitere angrenzende Biotope. Ein Verzicht 

auf Pufferzonen ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bundes-

rechtswidrig (vgl. BGE 124 II 19 E.3b; Urteile des Bundesgerichts 

1A.95/2000, 1A.96/2000, 1A.97/2000 vom 4. April 2001 E.6b/aa, 

1C_489/2011 vom 21. Juni 2012 E.2.1; vgl. aber auch die Relativierung der 

Pflicht zur Ausscheidung einer faunistischen Pufferzone in einem Fall be-

treffend den Bau von Windenergieanlagen, wobei diese in einer Entfernung 

von mehreren hundert Metern zu den vier Mooren von nationaler Bedeu-

tung geplant waren und bei den betroffenen Vogelarten sich nicht um moor-

spezifische Arten handelte, weshalb die Auswirkungen nicht unter dem Titel 

des Moorschutzes, sondern des allgemeinen Arten- und Lebensraum-

schutzes zu beurteilen waren [Urteil des Bundesgerichts 1C_346/2014 vom 

26. Oktober 2016 E.3.5 m.H.]). In den Pufferzonen gilt kein grundsätzliches 

Verbot von Bauten und Anlagen, sofern sie das Schutzziel nicht beeinträch-

tigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_489/2011 vom 21. Juni 2012 E.2.1 

m.H.).

Der vom vormaligen Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BU-

WAL, heute nach der Fusion: BAFU) herausgegebene Pufferzonen-

Schlüssel für Moorbiotope (1997) verweist für die faunistische und floristi-
sche Pufferzone und andere flankierende Massnahmen auf eine Einzelfall-

betrachtung (Ziff. 6 S. 30). Pufferzonen sollen verhindern, dass das Auen-

gebiet durch Nutzungen in der Umgebung gefährdet wird. Die Pufferzonen 

liegen ausserhalb des Perimeters der Auengebiete. Die Breite der ökolo-

gisch ausreichenden Pufferzone kann von Fall zu Fall verschieden sein und 

muss daher für jedes Auenobjekt definiert werden (vgl. Vollzugshilfe zur 

- 38 -

Auenverordnung, BUWAL 1995, S. 10; vgl. auch FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 

18a Rz. 41 ff.).

7.9.3. Laut PMB zur OP-Teilrevision vom 21. August 2016, S. 6 (BG1-act. 6) soll 

entlang der Bahnlinie und somit beim parallel geführten und geplanten Weg 

eine Pufferzone von rund 10 m gebildet werden. Zwischen dem Wander-

weg und der Schutzzone ist somit ein kleiner biologischer Puffer vorgese-

hen. Je nach Streckengebiet übernehmen die mindestens 5 m breite, dichte 

Hecke oder sonstige Hindernisse (z.B. Gehölzriegel aus Dornengebüschen 

oder in Absprache mit dem Amt für Jagd und Fischerei [AJF] allenfalls Lat-

tenzäune; vgl. Entwurf Auflageprojekt vom 16. September 2015 [BG2-act. 

17], Umweltbericht der Atragene vom 8. Dezember 2011, S. 24 f. [Anhang 

4 zum BG1-act. 3], Erläuternden Bericht zur Richtplananpassung 2015 vom 

September 2015/12. Februar  2016, S. 16  [BG1-act. 3]) wohl auch die 

Funktion einer (biologischen) Pufferzone. Im Einzelnen werden die Ab-

sperrmassnahmen noch im BAB-Verfahren darzustellen sein. Überdies ist 

zu berücksichtigen, dass der geplante Wanderweg durch Informations-, 

Lenkungs- und Schutzmassnahmen die Besucher der Ruinaulta kanalisiert 

und die Wanderer damit an den vorgesehenen Pfad gebunden sind. Eine 

weitergehende Pufferzone zur Abschirmung des Auenschutzgebietes 

braucht es somit nicht. Über weitere Pufferzonen (morphodynamische, hy-

drologische oder Nährstoffpufferzonen; vgl. dazu Vollzugshilfe zur Auen-

verordnung, BUWAL 1995, S. 11 ff.) ist hier nicht zu befinden, wobei der 

strittige Wanderweg aus Naturbelag einer allfälligen Ausscheidung solcher 

Pufferzonen wohl nicht im Wege stehen dürfte. Die entsprechenden Ein-

wände der Beschwerdeführerinnen zielen deshalb ins Leere. 

8. Selbst wenn der Wanderweg sich ausserhalb des Auengebiets befindet, 

muss nachfolgend noch geprüft werden, ob dieser die darin lebende Tier-

welt bzw. deren Lebensräume dennoch beeinträchtigt. Die Beschwerdefüh-

rerinnen machen geltend, dass der Lebensraum des Flussuferläufers durch 

den geplanten Wanderweg schwer gefährdet werde.

- 39 -

8.1. Die Auenobjekte sollen nach Art. 4 Abs. 1 Auenverordnung ungeschmälert 

erhalten werden. Zum Schutzziel gehören insbesondere: a) die Erhaltung 

und Förderung der auentypischen einheimischen Pflanzen- und Tierwelt 

und ihrer ökologischen Voraussetzungen; b) die Erhaltung und, soweit es 

sinnvoll und machbar ist, die Wiederherstellung der natürlichen Dynamik 

des Gewässer- und Geschiebehaushalts; c) die Erhaltung der geomorpho-

logischen Eigenart. Gemäss Art. 4 Abs. 2 Auenverordnung ist ein Abwei-

chen vom Schutzziel nur zulässig für unmittelbar standortgebundene Vor-

haben, die dem Schutz des Menschen vor schädlichen Auswirkungen des 

Wassers oder einem andern überwiegenden öffentlichen Interesse von 

ebenfalls nationaler Bedeutung dienen. Ihr Verursacher ist zu bestmögli-

chen Schutz-, Wiederherstellungs- oder ansonst angemessenen Ersatz-

massnahmen zu verpflichten.

8.2. Gemäss Ziff. 3.4 der vom BAFU erlassenen Roten Liste Brutvögel (Modul 

Stand 2010, in: Rote Listen: Gefährdete Arten der Schweiz, 2016) ist der 

Flussuferläufer nach den Gefährdungskategorien gemäss Weltnatur-

schutzunion (IUCN) nicht "vom Aussterben bedroht" (CR), sondern (aber 

immerhin) "stark gefährdet" (EN). Dass seine Lebensräume (Balzplätze, 

besondere Brutstandorte und drgl.) schützenswerte Biotope im Sinne von 

Art. 14 Abs. 3 lit. d NHV sind, steht somit ausser Frage. Der Kanton ist zum 

Schutz des Lebensraums des Flussuferläufers in der Ruinaulta somit auch 

deshalb verpflichtet (vgl. Art. 18b Abs. 1 NHG, MAURER, in: KELLER/ZUFFE-

REY/FAHRLÄNDER [Hrsg.], Kommentar NHG, Zürich 1997, Art. 18b Rz. 17 

ff.).

8.3. Gemäss dem vom BAFU im 2010 herausgegebenen Aktionsplan Fluss-

uferläufer ist der Bestand in Graubünden im Vergleich zu anderen Kanto-

nen stabil, bei 40 bis 43 % des Gesamtbestandes der Schweiz (vgl. S. 13 

des Aktionsplans). 

- 40 -

Die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene weisen darauf hin, dass 

Flussuferläufer Zugvögel und keine Standvögel seien. Sie seien vom Sü-

den bis Westen Europas über ganz Eurasien verbreitet. Die Brutgebiete 

lägen hauptsächlich in den Steppen- und Wüstenzonen. Der europäische 

Bestand betrage ca. 720'000 bis 1'600'000 Brutpaare. Entgegen der Mei-

nung der Beschwerdeführerinnen stimme nicht, dass jedes einzelne Brut-

paar für das Überleben des Flussuferläufers von Bedeutung sei. 

Wie die Beschwerdeführerinnen aber zu Recht vortragen, spielt es keine 

Rolle, ob der Flussuferläufer in anderen Ländern noch häufig ist. Art. 78 

Abs. 4 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BV; SR 101) und Art. 18 NHG verlangen, dass die in der Schweiz bedroh-

ten Arten vor dem Aussterben bewahrt werden müssen.

8.4.1. Die Beschwerdeführer bringen vor, die heutigen Belastungen der Ruinaulta 

durch den Boots- und Kajakverkehr dürften nicht noch durch einen Wan-

derweg für den Massentourismus mit 300‘000 Besuchenden pro Jahr 

(1'400 Besucher pro Tag, zum Teil mit Hunden) vervielfacht werden. Jedes 

einzelne Brutpaar sei für das Überleben der Art von grosser Bedeutung. 

Die Störungen durch die Eisenbahn (38 Störungen pro Tag) seien im Ver-

gleich zu den 1'400 Störungen pro Tag durch Wanderer vernachlässigbar. 

Die Störung eines Wanderers dauere zudem viel länger als die eines Zugs. 

Ausserdem seien die Auswirkungen der RhB auf den Flussuferläufer relativ 

gering, weil Eisenbahnen in der genetisch bedingten Wahrnehmung des 

Flussuferläufers keine natürlichen Feinde sein, Menschen und Hunde aber 

schon.

8.4.2. Die Bedeutung des zur Diskussion stehenden Streckenabschnitts ist für 

den Flussuferläufer zu relativieren. Gestützt auf die zutreffenden Aus-

führungen der Beschwerdegegner und des Beigeladenen ist nämlich fest-

zustellen, dass bereits heute dieser Abschnitt von Wassersportlern (Kanu- 

bzw. Kajakfahrenden; vgl. Besuchermanagement der zhaw vom 31. Januar 

2014, S. 51 [Anhang 5 zum BG1-act. 3]) sowie gemäss unwiderlegten An-

- 41 -

gaben der Beschwerdegegnerin 1 auch von Gleiskontrolleuren der RhB 

und von Fischern begangen wird. Ausserdem verkehrt regelmässig die 

RhB, und zwar sowohl für den Personen- als auch für den Gütertransport. 

Die Lärmimmissionen sind dabei beträchtlich (nach Angaben der Be-

schwerdegegnerin 2 und des Beigeladenen 70 dB(A) bei einem durchfah-

renden Zug; bei Gütertransporten lägen die Werte höher). Das Gebiet ist 

somit schon heute nicht unberührt oder frei von menschlichen Einflüssen.

8.4.3. Unzutreffend ist die Aussage der Beschwerdeführerinnen, dass mit dem 

Wanderweg die Ruinaulta für den Massentourismus erschlossen werden 

solle. Zwar zeigt die Studie der Hanser & Partner AG (Anhang 6 zum BG1-

act. 3), dass nachfrageseitig für das Produkt Ruinaulta langfristig ein Po-

tential von rund 200'000 bis 300'000 Besuchern bestehe. Entscheidend ist 

jedoch, dass sich nicht sämtliche Wanderer im hier umstrittenen Abschnitt 

aufhalten werden, sondern, wie heute, verteilt in der ganzen Rheinschlucht. 

Der Bericht umfasst nämlich auch die Gebiete ausserhalb des Schlucht-

wegs mit den am Schluchtrand liegenden, im Dorf- und Gastronomienähe 

liegenden, oft auch mit dem Auto zugänglichen Aussichtsplattformen. Es 

handelt sich um eine Potenzialschätzung für die ganze Rheinschlucht im 

Sinne einer Maximalbetrachtung. Jedenfalls kann nicht angenommen wer-

den, dass 1'400 Besucher pro Tag im hier umstrittenen Abschnitt angetrof-

fen werden. Mit der Beschwerdegegnerin 1 ist zudem darauf hinzuweisen, 

dass die vorliegende Ortsplanungsrevision einen Wanderweg für Fussgän-

ger betrifft, sodass beispielsweise Radfahrer von der Benützung ausge-

schlossen sind.

Ebenso unbegründet und unbelegt ist die Behauptung, dass ein erheblicher 

Teil der Wanderer mit Hunden unterwegs sei. Für Hundeführer besteht im 

Übrigen sowieso eine Leinenpflicht. 

8.4.4. Des Weiteren behaupten die Beschwerdeführerinnen, dass sich viele Be-

sucher (10 %) nicht an die Regeln hielten und damit zu ca. 140 Verfehlun-

- 42 -

gen pro Tag kommen werde. Die dadurch verursachten Störungen wären 

insbesondere für den Flussuferläufer sehr schädlich. 

Dabei ist mit den Beschwerdegegnern aber zum einen davon auszugehen, 

dass die von den Beschwerdeführerinnen behaupteten, zu erwartenden 

Verfehlungen (140 pro Tag) zu hoch gegriffen sind. Wie die Beschwerde-

gegnerin 2 und der Beigeladene vorbringen, zeigt die Kameraüberwachung 

von 2013, dass bei der Isla Castrisch – dem Gebiet mit dem höchsten Per-

sonenaufkommen auf dem linken Flussufer – im Zeitraum vom 19. Mai bis 

15. Juli 2013, also während der Hauptsaison, insgesamt 31 Betretungen 

stattgefunden haben (vgl. Besuchermanagement der zhaw vom 31. Januar 

2014, S. 24 f. und 46 [Anhang 5 zum BG1-act. 3]). Dies ist etwa ein Prozent 

der Fussgänger, die sich nicht an das Betretungsverbot gehalten haben. 

Zum anderen wird nachfolgend noch dargelegt, dass die von verbotsmiss-

achtenden Wanderern ausgehenden Störungen durch entsprechende Len-

kungs- bzw. Schutzmassnahmen minimiert werden können. 

8.5.1. Die Beschwerdeführerinnen machen ferner geltend, dass die gesamte, par-

allel zum Wanderweg verlaufende Strecke des Vorderrheins ein Nahrungs-

habitat des Flussuferläufers sei, auch für diejenigen, die auf der gegenü-

berliegenden Seite des Vorderrhein brüteten. Komme der Wanderweg bis 

auf wenige Meter an den Vorderrhein heran zu liegen, würden Flussufer-

läufer am Ufer oder in der Ufervegetation offensichtlich gestört. Würde der 

Weg erstellt, würde die Störungsfrequenz stark zunehmen. Die Distanz zwi-

schen Fluss und Wanderweg betrage nur 5 m bis maximal 80 m bei der Isla 

Bella. Der Flussuferläufer brauche aber eine störungsfreie Mindestdistanz 

von 100 m. Der Nahrungshabitatsverlust könne dazu führen, dass aufgrund 

der mangelnden Futterbasis Flussuferläuferbrutreviere in der Ruinaulta 

mehr Fläche beanspruchten und somit weniger Paare brüten könnten. Der 

Flussuferläufer fresse nicht nur im Grenzbereich Wasser-Schlick, also im 

flachen Gelände, sondern fresse auch Landinsekten und Spinnen, die er 

im flussnahen Hinterland finde. Durch die vom Wanderweg ausgehenden 

- 43 -

dauernden Störungen würde er dieses Nahrungshabitat kaum mehr nutzen 

können.

Die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene halten dem entgegen, 

dass der Prallhang kein Nahrungshabitat für Flussuferläufer sei. Der Ab-

stand zu den Bahngleisen sei derart gering, dass der Prallhang kaum für 

Nahrungssuche genutzt werden dürfte. Weder im Abschnitt des Ransun-

tunnels noch auf dem linksseitigen Flussufer des Vorderrheins zwischen 

Trin Station und der Isla Bella-Brücke seien Flussuferläufer festgestellt wor-

den. Die Störungen durch die alle 10 min vorbeifahrenden Züge seien nicht 

zu vernachlässigen. Der Vogel werde seine Nahrung im Bereich der poten-

tiell geeigneten Brutplätze auf den Kiesinseln suchen. Diese Gebiete wür-

den durch den Wanderweg nicht tangiert. Im Bereich der Isla Bella-Brücke 

betrage der Abstand vom geplanten Wanderweg zum Rhein etwa 80 m, 

das Flussufer sei vom Weg durch einen Damm und eine dichte Vegetation 

abgetrennt. Dort könne der Flussuferläufer auch nach Realisierung des 

Wanderwegs Nahrung suchen.

8.5.2. Der stichhaltigen Argumentation der Beschwerdegegnerin 2 und des Bei-

geladenen kann ohne Weiteres beigestimmt werden. Mit dem AJF ist aus-

serdem zu bemerken, dass die Behauptung der Beschwerdeführerinnen, 

Wanderwege müssten eine Distanz von 100 m zum Flussuferläufer haben, 

aufgrund des bestehenden Vorkommens des Flussuferläufers in Graubün-

den nicht nachvollziehbar ist (vgl. Stellungnahme des AJF vom 5. Oktober 

2017 [BG1-act. 15]). 

8.6.1. Die Beschwerdeführerinnen führen ausserdem aus, dass der Kanton nach 

Art. 7 des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender 

Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG; SR 922.0) insbesondere den 

Schutz der Altvögel während der Brutzeit gewährleisten müsse. Die Einhal-

tung dieser Bestimmungen sei nicht geprüft worden.

Zwei Brutplätze lägen in einer Distanz von unter 100 m (50 bis 80 m) vom 

geplanten Wanderweg Isla Bella-Trin Statiun entfernt. Ein weiterer Brut-

- 44 -

platz liege zwar etwas ausserhalb des geplanten Wanderwegs, ca. 60 m 

vom gegenüberliegenden Wanderweg, der von der Station Versam auf den 

Wanderweg Isla Bella-Trin führe, entfernt. Auch dort würden sich aber bei 

einem durchgängigen Wanderweg nach Inbetriebnahme des neuen We-

gabschnittes weit mehr Personen als heute aufhalten. Der Flussuferläufer 

könne nicht einfach auf andere geeignete Bruthabitate ausweichen, weil 

diese schon längst zerstört oder besetzt seien. Die Beschwerdeführerinnen 

sind aber auch der Meinung, dass der Flussuferläufer nicht jedes Jahr am 

selben Ort brüte, sondern einmal da und einmal dort, immerhin aber immer 

in der Nähe des Ufers. Der Brutplatz könne auch gut versteckt in der dich-

ten Vegetation in Ufernähe sein, nicht zwingend im Kies oder einer Kies-

bank. Der Flussuferläufer könne bei der Isla Bella und vor dem Westportal 

des RhB-Tunnels brüten. 

8.6.2. Gemäss Aktionsplan sei über das Ansiedlungsverhalten des Flussuferläu-

fers generell sehr wenig bekannt. Bekannt sei einzig, dass an günstigen 

Flussabschnitten der Brutbestand eine Dichte von etwa einem Brutpaar pro 

Kilometer Flusslänge erreicht und ein Maximum von etwa 2.5 Brutpaaren 

pro Kilometer nachgewiesen habe werden können. Unbeantwortet sei, die 

Frage, wie regelmässig Habitate besiedelt würden, wodurch sich optimale 

Habitate auszeichneten, wie bestehender Lebensraum für eine Besiedlung 

attraktiver gemacht werden könnte und welche Rolle Störungen oder Hoch-

wasser in der Besiedlungsphase spielten (Aktionsplan Flussuferläufer, S. 

31 f.). Die Flussuferläufer bezögen jeweils nach dem 20. April ihre Brut-

plätze in der Schweiz, unter anderem am Rhein, wobei keine genügenden 

Forschungsergebnisse darüber bestünden, nach welchen Kriterien Brut-

plätze ausgesucht würden. Die Eiablage geschehe grossenteils in der ers-

ten Maihälfte, die Küken schlüpften meist Ende Mai und verblieben ca. 26-

28 Tage bei den Eltern. Ende Juni/anfangs Juli seien die Küken unabhän-

gig, die Flussuferläufer verliessen dann Brutplätze wieder. Für die restliche 

Dauer des Jahres würden die Standorte, unter anderem am Rhein, von den 

- 45 -

Zugvögeln nicht mehr aufgesucht. Nahrungsengpässe seien nicht nachge-

wiesen (Aktionsplan Flussuferläufer S. 43 ff.). 

8.6.3. Zwischen der Isla Bella-Brücke und der Station Trin wurden zwei sichere 

und ein möglicher Brutnachweis festgestellt (vgl. Umweltbericht der Atra-

gene vom 8. Dezember 2011, S. 23 [Anhang 4 zum BG1-act. 3). Kanu- und 

Schlauchbootfahrten in unmittelbarer Nähe dürften jedoch viel eher zu 

Störungen für den dort brütenden Flussuferläufer führen als ein Wander-

weg auf der gegenüberliegenden Flussseite entlang der vielbefahrenen 

RhB-Linie. Dies hat nicht zu einer Habitatsaufgabe durch den Flussuferläu-

fer geführt. Zudem fliesst der Rhein in der Schlucht nach unwiderlegten 

Angaben der Beschwerdegegnerin 2 und des Beigeladenen mit einem 

Lärmpegel von 45-55 dB(A). Menschliche Stimmen werden dadurch offen-

bar übertönt und sollten auf der gegenüberliegenden Flussseite, aber auch 

bei den linksseitigen Kiesbänken, gar nicht gehört werden. Eine Störung 

der Brutplätze des Flussuferläufers durch den geplanten Weg erscheint 

ausgeschlossen. Zudem erfolgte in der Ruinaulta trotz bereits bestehender 

Störungen keine Habitatsaufgabe durch den Flussuferläufer. Selbst eine 

Störung stellt deshalb offenbar keine Gefahr für das Überleben des Fluss-

uferläufers dar. Nachfolgend wird dennoch auf die Ausführungen der Par-

teien zu den einzelnen Brutplätzen eingegangen. 

8.6.4. Mit der Beschwerdegegnerin 1 ist zunächst festzuhalten, dass zwei Brut-

plätze (ein sicherer und ein möglicher) an dem Wanderweg gegenüberlie-

genden (orografisch rechten) Flussufer liegen, die für Fussgänger und 

eventuell deren Hunde offenbar nicht erreichbar sind. Der sichere Brutplatz 

der Isla Davos liegt auf Gebiet der Gemeinde Bonaduz und ist das wich-

tigste Habitat in diesem Flussabschnitt. Der geplante Weg liegt ca. 100-150 

m entfernt. Der potentiell geeignete Brutplatz ist bei der Kiesbank Ransun-

tunnelportal West festgestellt worden. Gemäss Angaben der Beschwerde-

gegnerin 2 und des Beigeladenen sei der Zugang vom geplanten Wander-

weg auf diese Kiesbank nicht möglich: Der Auenwald sei sehr dicht, werde 

- 46 -

periodisch überflutet und es befänden sich kleine Wasserläufe im Gebiet. 

Wie die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene ferner ausführen, liegt 

der Brutplatz auf der Kiesinsel Isla Casti ausserhalb der hier zur Diskussion 

stehenden Ortsplanungsrevision auf Territorien der Gemeinden Safiental 

und Flims. Ein bestehender Weg führt in einem Abstand von 100-150 m an 

den Kiesinseln vorbei. Laut unwidersprochenen Angaben der Beschwerde-

gegnerin 2 und der Beigeladene ist die Insel bereits heute zugänglich. Der 

Zugang erfolgt über einen steilen Weg von der Seite Sagogn-Flims und mit 

einer privaten Seilbahn von Versam Station zur Isla Casti. In diesem Rhein-

abschnitt bildet die Kanuschule Versam übrigens seit Jahren Leute aus. 

Trotz Störungen und Wanderern brütet hier regelmässig ein Flussuferläu-

ferpaar. Der letzte Standort liegt oberhalb der Isla Bella-Eisenbahnbrücke, 

wobei in diesem Bereich der geplante Wanderweg unmittelbar entlang der 

RhB-Linie verläuft. Schliesslich gilt noch zu berücksichtigen, dass die Puf-

fermassnahmen den Zugang zur Aue unterbinden (vgl. oben. E.7.9.3). 

8.7. Die von Wanderern zu erwartende Störung erscheint nach dem Gesagten 

nicht derart ausgeprägt, wie die Beschwerdeführerinnen behaupten. Dass 

die von Wanderern verursachten negativen Auswirkungen auf den Fluss-

uferläufer durch Schutz- und Lenkungsmassnahmen behoben bzw. in 

Grenzen gehalten werden können, hat sich im Übrigen bereits an anderen 

Orten gezeigt, wie im Aktionsplan Flussuferläufer dargelegt (vgl. S. 63 ff. 

des Aktionsplans). Darauf wird in den nachfolgenden Erwägungen noch 

näher eingegangen.

8.8. Die Beschwerdeführerinnen monieren des Weiteren, dass weitere, in der 

Roten Liste 2016 des BAFU aufgeführte, gefährdete Lebensräume in der 

Bestandserfassung und Beurteilung nicht berücksichtigt worden seien. 

8.8.1. Die Beschwerdegegnerin 1 hat diese Unterlassung eingeräumt. Sie weist 

darauf hin, dass es sich bei der Roten Liste der gefährdeten Lebensräume 

um eine fachliche Grundlage zur Projektbeurteilung handle. Die Lebens-

- 47 -

raumeinheiten aus der Roten Liste der gefährdeten Lebensräume stimmten 

mit der offiziellen Lebensraumtypologie nach "Delarze" überein, und die 

Vorkommen bzw. die ehemaligen Vorkommen der Biotoptypen seien im 

Umweltbericht der Atragene berücksichtigt. Schon deshalb würde die An-

wendung der Roten Liste der gefährdeten Lebensräume 2016 nicht zu ei-

nem anderen Ergebnis führen. Die Beschwerdegegnerin 1 führt weiter aus, 

dass der Bestand des im Abschnitt 1 ehemals vorkommenden Erika-Fich-

tenwaldes (Erica Pinetum) in der Roten Liste der gefährdeten Lebens-

räume 2016 als verletzlich eingestuft werde. Selbst wenn der Wald noch 

bestehen würde, so wäre es aus Sicht des ANU aber klar, dass ein Wan-

derweg entlang der Bahnlinie den Bestand dieses Biotoptyps nicht ge-

fährde. Die aus ökologischer Sicht empfindlichste Fläche in diesem Ab-

schnitt sei in der Beurteilung des ANU der Auenstandort beim Westportal. 

Der Standort könne dem "Epilobion fleischeri" zugeordnet werden, welcher 

in der Roten Liste der gefährdeten Lebensräume 2016 ebenfalls als ver-

letzlich eingestuft sei. Die Fläche werde durch das Wegbauprojekt jedoch 

nicht direkt tangiert. Die Beschwerdegegnerin 1 betont, hier sei schliesslich 

entscheidend, dass die anthropogenen Störungen vermieden werden.

8.8.2. Auf diese Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1 kann ohne Weiteres 

abgestellt werden. Die Anwendung der Roten Liste der gefährdeten Le-

bensräume 2016 führt nicht zu einem anderen Ergebnis. Die Vorkommen 

der Biotoptypen wurden im Umweltbericht berücksichtigt. Betreffend den 

Abschnitt Isla Bella-Tunnelportal West wird im Umweltbericht Folgendes 

ausgeführt (vgl. Umweltbericht der Atragene vom 8. Dezember 2011, S. 18 

[Anhang 4 zum BG1-act. 3]): 

"Zwischen Isla Bella und dem Tunnelportal Ransun West verläuft der projektierte Wander-

weg auf den ersten 700 m durch Waldschlagflächen von ehemaligen Erika-Fichtenwäl-

dern. Diese Waldschläge sind im heutigen Zustand mit einem vielfältigen Mosaik aus Ge-

büschen und Grasbrachen bewachsen. Auf der zweiten Hälfte der Wegstrecke verläuft 

der Weg an der Oberkante des Bahndammes unmittelbar neben dem Bahnkörper. Die 

steinigen Böschungen des Bahndammes sind im unteren und mittleren Bereich mit Gehöl-

- 48 -

zen bestockt, die vom Unterhaltsdienst der Bahn regelmässig zurückgeschnitten werden. 

Im obersten Teil dominieren Grasbrachen und teilweise eine bunte Flora aus trockenheits-

liebenden Pflanzen (Thymian, Dost, Flockenblumen). In den Waldschlagflächen kommen 
vereinzelt geschützte Pflanzenarten vor. Es handelt sich um die Langspornige Händelwurz 

(Gymnadenia conopsea), das Zweiblättrige Breitkölbchen (Platanthera bifolia), das 

Grosse Zweiblatt (Lister ovata) und den Seidelbast (Daphne mezereum). An wenigen Stel-

len kommt auch die Hirschwurz (Peucedanum cervaria) vor, eine Art der Roten Liste (Sta-

tus VU, verletzlich). Die geschützten Arten sind regional betrachtet nicht selten oder ge-

fährdet und durch das punktuelle Auftreten nur vereinzelt von der Wegführung betroffen. 

Am Bahndamm konnten keine geschützten Pflanzenarten gefunden werden. Die Wald-

schlagflächen und die Bahndammvegetation werden mit Ausnahme der Ufergehölze nicht 

als schützenswerte Lebensräume eingestuft."

Betreffend den Abschnitt Tunnelportal Ost-Station Trin hält die Atragene 

das Folgende fest (vgl. Umweltbericht S. 20): 

"Zwischen Tunnelportal Ransun Ost und EW Pintrun verläuft der Wanderweg entlang dem 

Bahntrassee und zwischen EW Pintrun und Station Trin verläuft die Wegführung auf be-

stehenden Fusswegen. Der Bahndamm ist im unteren und mittleren Bereich mit Ufer-

gehölzen bestockt, im oberen Teil dominieren Grasbrachen. Im Bereich des EW Pintrun 

führt der Weg ein kurzes Stück durch trockene Fettwiesen (Fromentalwiesen). Durch seine 

Lage an der Dammoberkante beansprucht der Wegbau keine Ufergehölze. Schützens-

werte Lebensräume, geschützte oder gefährdete Pflanzenarten sind auf diesem Abschnitt 

keine betroffen."

Gestützt auf die Feststellungen der Atragene und der Beschwerdegegnerin 

1 ist davon auszugehen, dass der Wanderweg keine Konflikte mit schüt-

zenswerten Lebensräumen und nur geringfügige Konflikte mit punktuellen 

Vorkommen geschützter Pflanzenarten verursacht (vgl. Umweltbericht der 

Atragene vom 8. Dezember 2011, S. 21 und 26 [Anhang 4 zum BG1-act. 

3]). Aus der betreffenden Rüge vermögen die Beschwerdeführerinnen so-

mit nichts abzuleiten.

9. Zu überprüfen sind ferner die zu treffenden Schutz-, Informations- und Len-

kungsmassnahmen. 

- 49 -

9.1. Laut Art. 5 Abs. 1 Auenverordnung treffen die Kantone nach Anhören der 

Grundeigentümer und Bewirtschafter die zur Erhaltung der Objekte geeig-

neten Schutz- und Unterhaltsmassnahmen. Dabei kommt der Erhaltung 

und Förderung einer angepassten, nachhaltigen land- und forstwirtschaftli-

chen Nutzung eine besondere Bedeutung zu. Gemäss Abs. 2 sorgen die 

Kantone insbesondere dafür, dass: a) Pläne und Vorschriften, welche die 

zulässige Nutzung des Bodens im Sinne der Raumplanungsgesetzgebung 

regeln, mit dieser Verordnung übereinstimmen; b) Auenbereiche mit einem 

vollständig oder weitgehend intakten Gewässer- und Geschiebehaushalt 

vollumfänglich geschützt werden; c) bestehende und neue Nutzungen, na-

mentlich die Land- und Forstwirtschaft, die Wasserkraft- und Grundwasser-

nutzung, die Kiesgewinnung, die Schifffahrt und die Erholungsnutzung ein-

schliesslich der Fischerei, mit dem Schutzziel in Einklang stehen; d) seltene 

und gefährdete Pflanzen und Tiere sowie ihre Lebensgemeinschaften ge-

zielt gefördert werden; e) die Wasser- und Bodenqualität durch Verminde-

rung des Nähr- und Schadstoffeintrags verbessert wird. 

9.2. Im Umweltbericht wird ausgeführt, dass der strittige Wanderweg zwar 

schützenswerte Lebensräume beanspruche, die Eingriffe aber klein sein 

werden. Mit begleitenden Massnahmen zum Schutz der Auengebiete sei 

ein durchgehender Weg möglich (vgl. Umweltbericht der Atragene vom 8. 

Dezember 2011, S. 24 und 26 [Anhang 4 zum BG1-act. 3]). 

Gemäss den vom Bund genehmigten Vorgaben des Richtplans (Anpas-

sung 2015) sind die Schutz- und Lenkungsmassnahmen – namentlich 

Festlegung eines Hundeleinenzwangs auf bestimmten Strecken, Verbes-

serung der Information und Kontrollen zur Einhaltung der Nutzungsregeln 

und Schaffung gesetzlicher Grundlagen zur Ahndung von Verstössen, Auf-

bau eines Konzepts zur Besucherlenkung und eines Naturmonitorings für 

sensible Gebiete, Errichtung eines Rangerdienstes – in einem Massnah-

menplan festzulegen (vgl. Anpassung Richtplan 2015, S. 2 f. [BG1-act. 1]; 

vgl. auch Erläuternden Bericht zur Richtplananpassung 2015 vom Septem-

- 50 -

ber 2015/12. Februar  2016, S. 15 ff. und 23  [BG1-act. 3]; PMB zur OP-

Teilrevision vom 21. August 2016, S. 7 f. [BG1-act. 6]). Wie im angefochte-

nen Entscheid angeordnet (vgl. Ziff. 1 lit. e Dispositiv) wurde der betref-

fende Massnahmenplan inzwischen in Umsetzung der Richtplanvorgaben 

von den Gemeinden der Ruinaulta in Zusammenarbeit mit den Beschwer-

deführerinnen ausgearbeitet und genehmigt (vgl. BG2-act. 6, 7 und 21). 

Mittlerweile sind laut unstrittigen Angaben der Beschwerdegegnerin zahl-

reiche Massnahmen des Massnahmenplans ber