# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be1fac81-23fb-5a56-9d22-c3e9c524aa59
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 14.10.2008 ZF 2008 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-51_2008-10-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 14./15. Oktober 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 08 51
ZF 08 52

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Riesen-Bienz, Hubert, Zinsli und Michael Dürst 
Aktuar Blöchlinger

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In den zivilrechtlichen Berufungen 

der A.X., Klägerin, Beklagte, Berufungsklägerin und Berufungsbeklagte, 
vertreten durch lic. iur. Werner Rechsteiner, Unterer Graben 1, 9001 St. Gallen,

und

des B.X., Kläger, Beklagter, Berufungskläger und Berufungsbeklagter, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 
7000 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Imboden vom 15. Januar 2008, mitgeteilt am 19. 
Mai 2008, 

betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen,

hat sich ergeben:

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A.1. B.X., geboren am ……… 1939, und A.X., geboren am …….. 1946, 
heirateten am …………1994 in …………. Das Paar hatte bereits seit Herbst 
1986 im Konkubinat gelebt. B.X. war zuvor mit P.X. verheiratet. Aus dieser Ehe 
ist B.X. Vater einer Tochter und eines Sohnes. Diese Ehe wurde am ………… 
geschieden. A.X. war in erster Ehe mit ………… und in zweiter Ehe mit U. 
verheiratet. Ihre Ehe mit U. wurde am ………… 1994 geschieden. 

2. B.X. war - dies schon vor Eingehung des Konkubinats mit A.X. - 
Mitinhaber des Architekturbüros B.X. und ………… Architekten in N. mit einer 
Zweigniederlassung in O. Im Jahre 1987 wurde dieses Architekturbüro 
aufgeteilt. B.X. setzte seine Tätigkeit unter seiner Firma Architekturbüro B.X. 
fort. Ab 1988 wurde das Architekturbüro als Aktiengesellschaft betrieben. 
Nachdem A.X. zu B.X. gezogen war, nahm auch sie eine Tätigkeit im 
Architekturbüro auf. Auf die Entwicklung des Architekturbüros und die Tätigkeit 
der Parteien für das Büro wird in den nachstehenden Erwägungen detaillierter 
eingegangen. 

Alsdann erwarb und verkaufte das Paar vor und nach der Heirat ver-
schiedene Liegenschaften. Bereits seit ………… ist B.X. Eigentümer eines 
Terrassenhauses in D., in dem er heute noch lebt. Am ………… 1989 sowie am 
………… 1990 erwarb er zwei Stockwerkeigentumseinheiten in E., welche er 
zu einer 6-Zimmerwohnung zusammenlegte. Diese Wohnung wurde im 
November 2004 - zu diesem Zeitpunkt war bereits richterlich die Gütertrennung 
angeordnet - verkauft. In der Folge kaufte er sich eine andere Liegenschaft in 
E.. A.X. erwarb am 17. März 1989 eine 4 1/2 -Zimmerwohnung in F.. Die 4 ½-
Zimmerwohnungen veräusserte A.X. im Jahre 2006. Am ………… 1994 kaufte 
sie von B.X. eine ebenfalls in F. gelegene 2-Zimmerwohnung. Im Weiteren 
erwarb sie am …………1998 eine Dreizimmer-Ferienwohnung in G.. Am 
………… 2006 kaufte A.X. eine 3 ½-Zimmerwohnung in E., in welcher sie heute 
lebt. Daneben verfügt das Ehepaar über ein erhebliches 
Wertschriftenvermögen.

B.1. Am 2. März 2004 erwirkte A.X. beim Kreisamt H. eine 
superprovisorisch angeordnete Grundbuchsperre über die ihrem Ehemann 
gehörende Ferienwohnung in E.. Alsdann reichte sie am 5. März 2004 beim 
Kreisgericht SG ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen ein. Mit 
Entscheid vom 25. Februar 2005 stellte die Eheschutzrichterin des 
Kreisgerichts SG fest, dass die Parteien zur Aufhebung des gemeinsamen 

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Haushalts berechtigt sind und seit dem 19. Februar 2004 getrennt leben. Das 
Begehren von A.X. um Zuweisung der Wohnung in E. wurde als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben. B.X. wurde bis zum Auszug von 
A.X. verboten, die Wohnung in E. zu betreten. Alsdann verpflichtete die 
Eheschutzrichterin B.X. zur Übernahme der Wohnkosten für die Wohnung in E. 
bis Ende November 2004. Schliesslich wurde B.X. verpflichtet, A.X. ab. 1. 
Dezember 2004 bis 31. März 2005 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 
3'600.-- und ab 1. April 2005 einen solchen von Fr. 2'000.-- zu bezahlen. In 
Bezug auf das Güterrecht wurde richterlich die Gütertrennung ab dem 1. Januar 
2004 angeordnet. 

2. Gegen diesen Entscheid erhoben sowohl B.X. als auch A.X. 
Rekurs an das Kantonsgericht St. Gallen. Während B.X. zur Hauptsache die 
Aufhebung seiner Unterhaltspflicht verlangte, forderte A.X. einen 
Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'600.-- von Januar bis September 2004, dann von 
Oktober 2004 bis November 2004 einen solchen von Fr. 5'100.-- und danach 
von Fr. 8'600.--. 

3. Mit Entscheid vom 31. Mai 2005, mitgeteilt am 2. Juni 2005, ver-
pflichtete der Einzelrichter im Familienrecht des Kantonsgerichts St. Gallen 
B.X., A.X. monatlich und im Voraus Unterhaltsbeiträge von Januar 2004 bis 
November 2004 in Höhe von Fr. 1'150.--, ab Dezember 2004 bis März 2005 von 
Fr. 4'650.-- und ab April 2005 von Fr. 6'750.-- zu bezahlen.

C.1. Am 20./29. April 2005 reichten die Parteien beim Bezirksgericht 
Imboden ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. In der Folge wurden sie 
angehört. Alsdann bestätigten die Parteien nach Ablauf der Bedenkfrist ihren 
Scheidungswillen. Da bezüglich der Nebenfolgen keine Einigung vorlag, über-
wies der Bezirksgerichtspräsident Imboden mit Verfügung vom 10. August 2005 
die strittigen Nebenfolgen der Ehescheidung an das Bezirksgericht zur 
Beurteilung im gerichtlichen Verfahren. Gleichzeitig wurde das Verfahren ge-
mäss Art. 111 ZGB (Ehescheidung auf gemeinsames Begehren mit umfas-
sender Einigung; Proz. Nr. 130-2005-71) infolge fehlender Prozessvorausset-
zung abgeschrieben.

2. Am 10. August 2005 setzte der Bezirksgerichtspräsident Imboden 
den Parteien Frist bis zum 5. September 2005 an, um ihre Anträge zu den stritti-
gen Nebenfolgen zu stellen. Nachstehend werden vorerst nur die einzelnen 

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Eingaben erwähnt und die darin gestellten Rechtsbegehren der Parteien 
aufgeführt (Art. 121 Abs. 1 Ziff. 2 ZPO). Den Inhalt der Rechtsschriften bereits 
an dieser Stelle zusammenfassend wiederzugeben, macht hingegen wenig 
Sinn, nachdem ein grosser Teil des massgeblichen Sachverhalts umstritten 
blieb und auf die Ausführungen der Parteien ohnehin ausführlich in den Erwä-
gungen - dies jeweils im Zusammenhang mit den im Berufungsverfahren 
strittigen Punkten - eingegangen werden muss. 

3. In seiner Prozesseingabe vom 31. Oktober 2005 liess B.X. 
folgende Anträge stellen: 

1. Scheidung der Ehe.

2 Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

4. Nach mehrfacher Erstreckung der Frist reichte der Rechtsvertre-
ter von A.X. am 6. Januar 2006 seine Prozesseingabe ein. Darin stellte er 
namens seiner Mandantin folgende Anträge:

1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. B.X. sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Ehefrau ab 
Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlichen und 
monatlich im Voraus zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag von Fr. 
9'000.00 zu bezahlen.

3. Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziff. 2 vorstehend sei gerichtsüblich 
zu indexieren. 

4. B.X. sei zu verpflichten, der Ehefrau gestützt auf Art. 124 Abs. 1 
ZGB eine angemessene Entschädigung, jedoch mindestens Fr. 
300'000.00 zu bezahlen.

5. B.X. sei zu verpflichten, A.X. aus Güterrecht einen Betrag gemäss 
Beweisergebnis, jedoch mindestens Fr. 1'500'000.00 zu bezahlen.

6. B.X. sei zu verpflichten, A.X. aus der Liegenschaft D. die 
Gegenstände gemäss Liste (Beilage 57) innert zehn Tagen nach 
Rechtskraft des Scheidungsurteils herauszugeben.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Eheman-
nes.

5. In der Folge erhielten beide Parteien Gelegenheit, sich zu der Ein-
gabe der Gegenpartei zu äussern. Beide Parteien hielten in ihren Stellung-
nahmen vom 22. Februar 2006 an den gestellten Anträgen fest. 

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6.a) Am 24. April 2006 erliess der Bezirksgerichtspräsident Imboden 
die Beweisverfügung. Darin forderte er die Parteien zur Edition verschiedener 
Urkunden betreffend ihre Vermögensverhältnisse auf. Soweit die Ehegatten 
Editionsanträge für die Konkubinatszeit (1987 bis zum Eheschluss im Dezem-
ber 1994) beantragt hatten, wurden diese abgewiesen. Darüber hinaus ordnete 
der Bezirksgerichtspräsident die Einholung einer Expertise betreffend die 
Bewertung der B.X. AG an. Mit Verfügung vom 21. September 2006, mitgeteilt 
am 25. September 2006, wurde Dr. iur. V.V. (….…Treuhand AG), mit der 
Ausarbeitung des Gutachtens betraut. Gestützt auf eine Eingabe von B.X. 
erliess der Bezirksgerichtspräsidenten Imboden am 31. Oktober 2006, 
mitgeteilt am 2. November 2006, eine Ergänzung zur Beweisverfügung vom 24. 
April 2006. 

b) Am 5. März 2007 stellte Dr. iur. V.V. (….… Treuhand AG) dem 
Bezirksgerichtspräsidenten Imboden das ausgefertigte Gutachten über die 
Bewertung der B.X. AG zu. Am 7. März 2007 räumte der 
Bezirksgerichtspräsident den Parteien die Gelegenheit ein, sich bis zum 28. 
März 2007 zur Expertise vernehmen zu lassen. 

c) Auf die Beweisverfügungen, die damit einhergehenden Eingaben 
der Parteien sowie das Ergebnis der Expertise wird - soweit erforderlich - 
ausführlicher in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

7. Parallel zum Hauptverfahren kam es wiederholt zu vorsorglichen 
Massnahmeverfahren. 

a) Mit Eingabe vom 31. August 2005 ersuchte B.X. das Bezirksge-
richtspräsidium Imboden um Feststellung, dass er in Abänderung des 
Entscheids des Einzelrichters im Familienrecht des Kantonsgerichts St. Gallen 
vom 31. Mai 2005 ab 1. August 2005 allenfalls ab 1. September 2005 keine 
Unterhaltsbeiträge an A.X. mehr zu bezahlen habe. Mit Verfügung vom 3. 
Oktober 2005, mitgeteilt am 6. Oktober 2005, wies der Bezirksgerichtspräsident 
Imboden das Gesuch ab. Gegen diesen Entscheid reichte B.X. am 27. Oktober 
2005 beim Bezirksgerichtsausschuss Imboden Beschwerde ein. Mit Urteil vom 
7. Dezember 2005, mitgeteilt am 9. Januar 2006, wies der Bezirksgerichtsaus-
schuss Imboden die Beschwerde ab.

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b) Mit Verfügung vom 3. Januar 2007 wies der Bezirksgerichtspräsi-
dent Imboden ein Gesuch von A.X., das die Aushändigung von Mobiliar zum 
Gegenstand hatte, ab. 

c) Am 10. April 2007 liess B.X. beim Bezirksgerichtspräsidenten 
Imboden ein weiteres Gesuch einreichen, in welchem er beantragte, es sei 
festzustellen dass er in Abänderung des Entscheids des Einzelrichters im 
Familienrecht des Kantonsgerichts St. Gallen vom 31. Mai 2005 ab 1. April 2007 
keine Unterhaltszahlungen an A.X. mehr zu leisten habe. Der 
Bezirksgerichtspräsident Imboden hiess das Gesuch mit Verfügung vom 23. 
Mai 2007 teilweise gut. Er verpflichtete B.X., seiner Ehefrau ab 1. April 2007 
einen monatlichen, im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'156.-- zu 
leisten. Gegen diese Verfügung liess A.X. am 12. Juni 2007 und B.X. am 13. 
Juni 2007 Beschwerde beim Bezirksgerichtsausschuss Imboden erheben. 
Dieses wies die Beschwerden mit Beiurteil vom 28. August 2007, mitgeteilt am 
24. September 2007, ab. Die von A.X. gegen den Entscheid des 
Bezirksgerichtsausschusses erhobene zivilrechtliche Beschwerde vom 25. 
Oktober 2007 wies das Bundesgericht mit Urteil vom 15. Februar 2008, mit-
geteilt am 13. Mai 2008, ab. 

8. Am 15./16. Januar 2008 fand vor Bezirksgericht Imboden die 
Hauptverhandlung statt. 

a) Rechtsanwalt Fryberg begründete den Antrag, es sei A.X. zu 
verpflichten, B.X. total Fr. 611'550'91.-- zu bezahlen. In diesem Betrag 
enthalten ist eine Beteiligung am Vorschlag der Ehefrau in Höhe von Fr. 
410'191.36. Des Weiteren umfasst der Betrag eine Forderung von Fr. 45'000.-
- aus der Amortisation einer Hypothek von A.X. während der Konkubinatszeit, 
eine Forderung für zu Unrecht bezogene Steuern von Fr. 124'425.55 sowie eine 
Forderung für ungerechtfertigte Bezüge nach Auflösung des Güterstands in 
Höhe von Fr. 31'944.--. Alsdann verlangte B.X. die Abweisung der von seiner 
Ehefrau gestellten Anträge auf Leistung einer Entschädigung nach Art. 124 
ZGB und auf Bezahlung eines Unterhaltsbeitrags. 

b) A.X. liess folgende Anträge stellen und begründen:

1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. B.X. sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Ehefrau ab 
Rechtskraft des Scheidungsurteils eine Kapitalabfindung von 

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mindestens Fr. 1'100'000.00 innert zehn Tagen nach Rechtskraft 
des Scheidungsurteils zu bezahlen.

Eventualiter sei B.X. zu verpflichten, an den Unterhalt seiner 
Ehefrau ab Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlichen 
und monatlich im Voraus zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag von Fr. 
8'000.00 zu bezahlen.

Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 2 Abs. 2 vorstehend sei 
gerichtsüblich zu indexieren.

3. B.X. sei zu verpflichten, der Ehefrau gestützt auf Art. 124 Abs. 1 
ZGB eine angemessene Entschädigung, jedoch mindestens Fr. 
250'000.00, zahlbar innert 10 Tagen nach Rechtskraft des 
Scheidungsurteils zu bezahlen.

B.X. sei zu verpflichten, der Ehefrau aus Güterrecht einen Betrag 
gemäss Beweisergebnis, jedoch mindestens Fr. 950'000.00 zu 
bezahlen, zahlbar innert 10 Tagen nach Rechtskraft des 
Scheidungsurteils

B.X. sei zu verpflichten, folgende Gegenstände innert 20 Tagen 
nach Rechtskraft des Scheidungsurteils in E. abzuholen:

- 1 Buffet

- 2 Geschirrschränke

- 2 Doppelschlafzimmer

- 1 Holzregal 

- 1 Dreiersofa

- 1 Zweiersofa 

- 1 Fauteuil

- 1 Nachttisch

Im Übrigen sei festzustellen, dass die Parteien mobiliarmässig aus-
einandergesetzt sind.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Eheman-
nes.

D. Mit Urteil vom 15. Januar 2008, mitgeteilt am 19. Mai 2008, 
erkannte das Bezirksgericht Imboden:

1. Die am ……….. 1994 geschlossene Ehe der A.X. und des B.X. wird 
gestützt auf das gemeinsame Scheidungsbegehren gemäss Art. 
112 ZGB geschieden. 

2. B.X. wird verpflichtet, A.X. monatlich und im Voraus folgende 
Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:

- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. November 2010 Fr. 
2'718.00

- ab 1. Dezember 2010 und auf unbefristete Zeit Fr. 1'726.00.

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3. In Nachachtung von Art. 143 ZGB wurde den Unterhaltsbeiträgen 
gemäss Ziffer 3 hiervor ein Einkommen von B.X. von Fr. 14'159.00 
beziehungsweise Fr. 13'161.00 ab 1. Dezember 2010 zugrunde 
gelegt. Das Vermögen beträgt Fr. 2'485'002.00.

Das Einkommen von A.X. beträgt Fr. 4'823.00 beziehungsweise Fr. 
5'813.00 ab 1. Dezember 2010. Das Vermögen beläuft sich auf Fr. 
715'214.00 (inkl. güterrechtliche Ausgleichszahlung).

4. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 3 werden an den Landesin-
dex der Konsumentenpreise, Basis bei Rechtskraft des Schei-
dungsurteils, gebunden. Sie werden jährlich jeweils per 1. Januar 
aufgrund des Indexstandes des Monats November des Vorjahres 
dem veränderten Indexstand angepasst.

5. Der Antrag auf Ausrichtung einer Entschädigung im Sinne von Art. 
124 Abs. 1 ZGB an A.X. wird abgelehnt.

6. B.X. wird verpflichtet, A.X. innert 30 Tagen nach Rechtskraft des 
Scheidungsurteils eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 
432'324.50 zu entrichten.

7. In Gutheissung des von A.X. anlässlich der Hauptverhandlung 
gestellten Antrags wird B.X. verpflichtet, folgendes Mobiliar innert 
30 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils in E. abzuholen 
oder abholen zulassen:

Ein Buffet, zwei Geschirrschränke, zwei Doppelschlafzimmer, ein 
Holzregal, ein Dreiersofa, ein Zweiersofa, ein Fauteuil und ein 
Nachttisch.

8. Die Kosten des Bezirksgerichts Imboden, bestehend aus:

-  einer Gerichtsgebühr von Fr. 20'000.00

- einer Schreibgebühr von Fr. 2'308.00

- Barauslagen (inkl. Gutachten von 
Fr. 22'337.75) von Fr. 22'692.00

- einem Streitwertzuschlag von Fr. 58'000.00

total somit Fr. 103'000.00

gehen zu 2/3 zu Lasten von A.X. und zu 1/3 zu Lasten von B.X..

A.X. wird verpflichtet, B.X. ausseramtlich mit Fr. 33'000.00 (inkl. 
7.6% Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

9. (Mitteilung.)

E.1. Gegen dieses Urteil liess A.X. am 5. Juni 2008 Berufung an das 
Kantonsgericht Graubünden erheben, wobei folgende Anträge gestellt wurden:

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Imboden vom 15. Januar 2008, mit-
geteilt am 19. Mai 2008, sei, mit Ausnahme von Ziffer 7, aufzuhe-
ben.

2. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

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3. B.X. sei zu verpflichten, an den Unterhalt von A.X. ab Rechtskraft 
des Scheidungsurteils eine Kapitalabfindung von Fr. 800'000.00 
innert zehn Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils zu 
bezahlen.

Eventualiter sei B.X. zu verpflichten, an den Unterhalt von A.X. 
monatliche und monatlich im Voraus zu bezahlende 
Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:

- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. November 2010 Fr. 
6'000.00 

- ab 1. Dezember 2010 und auf unbefristete Zeit Fr. 5'000.00.

Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 3. Abs. 2 vorstehend sei 
gerichtsüblich zu indexieren.

4. B.X. sei zu verpflichten, der Ehefrau aus Güterrecht einen Betrag 
von Fr. 500'000.00 zu bezahlen, zahlbar innert 10 Tagen nach 
Rechtskraft des Scheidungsurteils.

5. Die Kosten des Bezirksgerichts Imboden seien den Parteien je zur 
Hälfte aufzuerlegen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers 
und Berufungsbeklagten.

Alsdann wurde unter Ziffer 5. der Berufungserklärung wörtlich folgender 
Beweisantrag gestellt: 

Die im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Beweisanträge werden 
hiermit erneuert.

Beweis: Beizug der Prozessakten Nr. 110-2005-25

2. Am 9. Juni 2008 liess auch B.X. gegen das Urteil des 
Bezirksgerichts Imboden Berufung an das Kantonsgericht Graubünden 
erheben. Dabei wurden folgende Begehren gestellt: 

I. ANTRÄGE

1. Die Ziff. 2, 3, 4, 6, 7 und 8 des Dispositivs des angefochtenen 
Urteils seien aufzuheben.

2. Das Begehren der Ehefrau um Zusprechung eines nachehelichen 
Unterhaltsbeitrages sei vollumfänglich abzuweisen.

a) Die Beklagte und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Klä-
ger und Berufungskläger aus Güterrecht Fr. 455'191.36 nebst 5 % 
Zins seit 1. Januar 2004 zu bezahlen.

b) Die Ehefrau sei des weiteren zu verpflichten, dem Ehemanne fol-
gende Gegenstände herauszugeben:

- 1 Salontisch, "…………", Alt-Holz Fr. 1'200.00

- 1 Wandbuffet, "…………", Alt-Holz Fr. 10'000.00

- 1 Bodensee-Wandschrank, als Bar benutzt Fr. 4'000.00

10

- 1 Teppich unter Salontisch Fr. 3'000.00

- 2 "…………"-Bilder mit Goldrahmen Fr. 8'000.00

- Teppich unter Esstisch Fr. 8'000.00

- Weinkeller mit ca. 250 bis 300 Flaschen Wein,
Spirituosen und dergleichen Fr. 7'500.00

Total Fr. 41'700.00

Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger als Ersatz 
für die Gegenstände, welche sie nicht zurückgibt, den 
angegebenen Betrag, insgesamt somit Fr. 41'700.00, zu bezahlen.

4. Die Beklagte sei des weiteren zu verpflichten, dem Kläger Fr. 
156'369.55, nebst 5% Zins seit 1. April 2004 zu bezahlen.

5. Die Kosten des Bezirksgerichtes Imboden seien der Beklagten auf-
zuerlegen, welche zudem zu verpflichten sei, den Ehemann 
ausseramtlich Fr. 100'000.00 zu entschädigen.

6. Eventualbegehren

Für den Fall, dass dem Antrag der Beklagten auf Ausrichtung einer 
Entschädigung im Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZGB entsprochen 
werden sollte, sei die Angelegenheit an das Verwaltungsgericht 
des Kantons Graubünden zu überweisen, damit dieses die BVG-
Personalvorsorge der Ehefrau anweist, die während der Ehe 
erworbene Freizügigkeitsleistung hälftig auf ein Konto des Ehe-
mannes zu überweisen.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfah-
ren zulasten der Berufungsbeklagten.

II. BEWEISMITTEL

Wir legen noch folgende Urkunden ins Recht:

1. Schreiben B.X. an Krankenkasse "…………" St. Gallen, betr. 
Leistungsabrechnung 2007

2. Schreiben B.X. an Krankenkasse "…………" vom 22.5.2008, ber. 
Leistungsabrechnung 2008

3. Entwicklung Kontokorrent Endbestand 2001 und Endbestand 2006 
samt den entsprechenden Auszügen für 2001, 2002, 2003, 2004, 
2005 und 2006

4. Unterlagen betreffend Alimentenzahlungen an C.X., insbesondere 
Bankbelege/Daueraufträge etc.

5. Zusammenstellung der von B.X. zur Herausgabe beanspruchten 
Mobiliar- und Inventargegenstände mit Preisangabe

6. Von Frau A.X. erstellte Inventarliste betr. Wohnung E. vom 
September 1992

7. Scheck über Fr. 3'955.00, betreffend Bild

8. Rechnung "…………" Möbel vom 22.1.1990 mit Vermerk „Bezahlt 
16.2.1990" 

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9. Offerte "…………", E., vom 12.3.1990

10. Auftragsbestätigung "…………"

11. Rechnung Orientteppiche "…………" mit Zertifikat 

12. Kaufvertrag "…………"

13. Rechnung "…………"

14. Öffentliche Urkunde über die Gründung der Architekturbüro B.X. 
AG mit Beilagen

15. Berechnung zur Steuerveranlagung der politischen Gemeinde D. 
für die Steuerperiode 1.1.1993 bis 31.12.1994

16. Verzeichnis über nicht versteuerte Vermögen/Einkommen vom 
17.6.2003 samt Kontoauszügen der Liechtensteinischen H-Bank 
und der I-Bank 

17. Unterlagen betreffend Oldtimer 1 "…………", 

18. Unterlagen betreffend Oldtimer 2 "…………" 

19. Unterlagen betreffend Mercedes 500 SL 

20. Unterlagen betreffend Mercedes 420 SL 

21. Unterlagen betreffend Motor-Boot "…………" und "…………" 

22. Unterlagen betreffend Segeljacht "…………" 

23. Bewertung und Bilanzierung der Verkäufe von Fahrzeugen

Die Relevanz der Beweismittel wurde in der Berufungserklärung im Ein-
zelnen begründet. 

3. Am 24. Juni 2008 erliess das Kantonsgerichtspräsidium Graubün-
den die Beweisverfügung. Der Beweisantrag von A.X. gemäss Ziffer II der 
Berufungserklärung wurde abgewiesen. Dem Beweisantrag von B.X. wurde 
entsprochen und die gemäss Ziffer II der Berufungserklärung eingelegten 
Urkunden zu den Akten genommen. Die Parteien wurden alsdann darauf 
hingewiesen, dass abgelehnte Beweisanträge an der mündlichen 
Berufungsverhandlung erneut vorgebracht werden können und diesfalls das in 
der Sache zuständige Gericht darüber befinde. 

F.1. Die vom Kantonsgerichtspräsidium Graubünden auf den 14. Okto-
ber 2008 angesetzte mündliche Hauptverhandlung wurde um 14.15 Uhr 
eröffnet. Anwesend waren die Parteien und ihre Rechtsvertreter. Es wurden 
keine Einwände bezüglich der Zusammensetzung und der Zuständigkeit 
gemacht. Beide Parteivertreter erklärten sich damit einverstanden, dass das 

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Gericht im Rahmen der gerichtlichen Beratung in der Hauptsache auch über 
allfällige (erneuerte) Beweisanträge entscheidet. 

2. Alsdann erhielt Rechtanwalt Rechsteiner Gelegenheit, seine 
Berufungsanträge zu begründen. Die eigenen Anträge gemäss Berufungser-
klärung blieben dabei unverändert. Die bereits gestellten Beweisanträge wur-
den generell erneuert. In der Berufung von B.X. erklärte der Rechtsvertreter, 
A.X. anerkenne die Herausgabe von zwei Gegenständen des 
Berufungsklägers. Diese zwei Gegenstände sollten allerdings an die Stelle von 
zwei anderen treten, deren Herausgabe die Vorinstanz angeordnet hatte. Im 
Übrigen beantragte der Rechtsvertreter von A.X. die kostenfällige Abweisung 
der Berufung von B.X.. 

3. Im Anschluss folgte das Plädoyer von Rechtsanwalt Fryberg. Er 
beantragte die Abweisung des vom Gegenanwalt erneuerten Beweisbegeh-
rens. Alsdann beantragte er die Abweisung der Berufung von A.X. und die 
Gutheissung der eigenen Berufungsanträge. 

4. Beide Rechtsvertreter gaben ihre Ausführungen schriftlich zu den 
Akten. 

5. Unter Hinweis auf den praktisch gleich hohen Streitwert der 
Forderungen empfahl der Vorsitzende, sich in Bezug auf den Schmuck 
(behauptetes Eigengut von A.X.) und die Herausgabe von Ein-
richtungsgegenständen (behauptetes Eigengut von B.X.) vergleichsweise zu 
einigen. Dieser Vergleich kam schliesslich zustande. 

6. Es folgten die Ausführungen von Rechtsanwalt Rechsteiner im 
Rahmen der Replik. Rechtsanwalt Fryberg erklärt den Verzicht auf eine Duplik. 
Daraufhin wurde die Hauptverhandlung geschlossen. 

7. Auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil, die Begründung 
der Parteianträge im Berufungsverfahren sowie den erwähnten Vergleich wird 
- soweit erforderlich - in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

13

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Die Parteien bezeichnen sich in ihren Parteianträgen unter ande-
rem auch als Kläger und Beklagte. Das vorliegende Verfahren beruht auf einer 
Scheidung auf gemeinsames Begehren ohne Einigung in den Nebenfolgen (Art. 
112 ZGB). Im vorinstanzlichen Verfahren wurde beiden Parteien gleichzeitig 
Gelegenheit eingeräumt, Anträge zu stellen. Auf eine Festlegung der 
Parteirollen wurde - was durchaus möglich ist (vgl. Urs Gloor, Basler Kom-
mentar, 3. Auflage, N. 10 zu Art. 112 ZGB) - verzichtet. Da somit nicht von einer 
ausschliesslich klägerischen und einer nur beklagtischen Partei gesprochen 
werden kann, ist im Berufungsverfahren gleichfalls von einer solchen 
Parteibenennung abzusehen. Der Verfahrensstellung im Rechtsmittelverfahren 
entsprechend wird A.X. nachstehend auch als Berufungsklägerin, B.X. als 
Berufungskläger bezeichnet. 

2. A.X. hielt in ihrer Berufungserklärung fest, sie erneuere ihre im 
vorinstanzlichen Verfahren gestellten Beweisanträge. Dabei verwies sie auf die 
Akten des Hauptverfahrens. Das Kantonsgerichtspräsidium Graubünden hat 
dieses Begehren mit Beweisverfügung vom 24. Juni 2008 abgewiesen. Die 
Abweisung ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht insofern bedeutungslos, als das 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden die Parteien in seiner Verfügung 
ausdrücklich darauf hinwies, dass sie Beweismittel, die nicht als erheblich 
erklärt oder aus anderen Gründen nicht abgenommen wurden, an der 
mündlichen Berufungsverhandlung erneut vorbringen könnten und diesfalls das 
in der Sache zuständige Gericht darüber befinden werde. Von diesem Recht 
hat die Berufungsklägerin Gebrauch gemacht. Anlässlich der mündlichen 
Berufungsverhandlung erklärte ihr Rechtsvertreter unter Hinweis auf seine 
Ausführungen im Eheschutzverfahren, den Verfahren betreffend Abänderung 
des Eheschutzentscheids sowie jene im Hauptverfahren, die (dort) gestellten 
Beweisanträge würden "generell erneuert". 

a) Unter der Marginalie "neue Anträge" bestimmt Art. 138 Abs. 1 
ZGB, dass im Scheidungsverfahren in der oberen kantonalen Instanz neue 
Tatsachen und Beweismittel vorgebracht werden können; neue Rechtsbegeh-
ren müssen zugelassen werden, sofern sie durch neue Tatsachen oder 
Beweismittel veranlasst worden sind. Mit der zitierten Bestimmung enthält das 
Scheidungsrecht eine Vorschrift, die eine allfällige kantonalrechtliche Eventu-
almaxime im Sinne eines bundesrechtlichen Minimalstandards einschränkt (vgl. 

14

Christoph Leuenberger, Basler Kommentar, 3. Auflage, N. 1 zu Art. 138 ZGB). 
Die Modalitäten des Rechtsmittelverfahrens richten sich jedoch grundsätzlich 
nach kantonalem Recht. Dies gilt auch für die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt 
innerhalb des Rechtsmittelverfahrens neue Tatsachen, neue Beweismittel und 
neue Rechtsbegehren geltend gemacht werden können (vgl. Sutter / Freiburg-
haus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, N. 21 zu Art. 138 ZGB; 
Leuenberger, a.a.O., N. 6 zu Art. 138 ZGB). Art. 5d Abs. 2 EGzZGB verlangt in 
dieser Hinsicht, dass - so wörtliche - "die Anträge" in der Berufungserklärung 
kurz zu begründen sind. Der Begriff "Anträge" bezieht sich, wie sich aus dem 
vorangehenden Abs. 1 der Bestimmung ergibt, auf die neuen Anträge nach Art. 
138 Abs. 1 ZGB. Schliesst dort der Begriff auch die neuen Beweise ein, folgt 
daraus, dass Letztere nach kantonalem Recht - gleich wie neue Behauptungen 
und neue Anträge - in der Berufungserklärung vorzubringen und zu begründen 
sind. 

b) Diese Verpflichtung bezieht sich dabei sowohl auf neue Beweise 
wie auch die Abnahme von bereits vor erster Instanz angemeldeter, dort aber 
nicht abgenommener Beweise. Art. 5d EGzZGB macht diesbezüglich keine 
Unterscheidung (PKG 2004 Nr. 1). Im Übrigen ergibt sich die Antrags- und 
Begründungspflicht in der Berufungserklärung auch aus Art. 226 Abs. 1 ZPO. 
Gemäss dieser Bestimmung können die Parteien im Berufungsverfahren wohl 
verlangen, dass Beweismittel, welche vor erster Instanz fristgemäss angemel-
det, aber nicht abgenommen wurden, im Berufungsverfahren erhoben werden. 
Die betreffenden Anträge sind jedoch in der Berufungserklärung zu stellen. 
Geschieht dies nicht, verwirkt der Anspruch (PKG 1991 Nr. 12 E. 1). Alsdann 
sind Anträge auf Abnahme von im vorinstanzlichen Verfahren angemeldeten, 
dort aber nicht abgenommenen Beweisen auch zu begründen. Denn die 
Beweise sind nicht vorbehaltlos abzunehmen, sondern nur dann, wenn sie - wie 
in Art. 226 Abs. 1 ZPO ausdrücklich festgehalten wird - "für die Beurteilung der 
Streitfrage von wesentlicher Bedeutung" sind. Damit eine solche Prüfung 
erfolgen und im Hinblick auf die mündliche Berufungsverhandlung über die 
Abnahme von zusätzlichen Beweisen entschieden werden kann, hat die Partei 
folglich in der Berufungserklärung darzulegen, inwiefern die nachträgliche 
Abnahme für den Prozessausgang wichtig ist. Dies umso mehr, als die Vorin-
stanz ein Urteil in der Sache erlassen hat, in welchem den nicht abgenomme-
nen Beweisen eben gerade keine Bedeutung beigemessen wurde. 

15

c) Vorliegend hat der Rechtsvertreter von A.X. in der 
Berufungserklärung als auch anlässlich der Berufungsverhandlung generelle 
Anträge auf Beweisabnahmen gestellt. Dabei wurde der in der Beru-
fungserklärung enthaltene Antrag anlässlich der Berufungsverhandlung noch 
erweitert. Denn gemäss Berufungserklärung bezog sich die beantragte Erneu-
erung von Beweisbegehren nur auf das Hauptverfahren. An der Berufungsver-
handlung wurde demgegenüber ein generelles Begehren gestellt, das sich 
zusätzlich auch auf die Eheschutz- und Massnahmeverfahren bezog. Diese 
Erweiterung erweist sich vorweg als unzulässig, nachdem Beweisbegehren 
bereits in der Berufungserklärung vorzubringen sind. 

d) Darüber hinaus ist der Beweisantrag aber auch insoweit abzuwei-
sen, als nur der in der Berufungserklärung gestellte Antrag erneuert wurde. Mit 
dem generellen Beweisantrag ist die Berufungsklägerin weder der 
vorerwähnten Begründungspflicht nachgekommen, noch hat sie überhaupt ein 
ausreichend substantiiertes Begehren auf Abnahme konkreter Beweise 
gestellt. Nachgerade in einer dermassen komplexen Streitsache mit einem 
doppelten Schriftenwechsel, vielen anderen Eingaben und zahllosen Beweis-
anträgen ist zu verlangen, dass sich eine Partei in ihrer Berufungserklärung klar 
darüber äussert, welche konkreten Beweise ihrer Auffassung nach noch 
abzunehmen sind und welche Relevanz daraus im Verfahren zu erwarten ist. 
Es ist - wie bereits in der Beweisverfügung vom 24. Juni 2008 zu Recht aus-
geführt wurde - nicht Sache des Richters, Nachforschungen darüber zu 
machen, welche Beweise im vorinstanzlichen Verfahren abgenommen wurden 
und welche allenfalls noch abgenommen werden könnten, um anschliessend 
zu prüfen, ob Letzteren in Bezug auf die beantragte Abänderung des vor-
instanzlichen Entscheids eine Relevanz zukommen könnte. So bezog sich - wie 
sich aus den Ausführungen des Rechtsvertreters von A.X. anlässlich der 
mündlichen Berufungsverhandlung ergibt - der generelle 
Beweisabnahmeantrag im Ergebnis gerade einmal auf die Befragung von zwei 
Zeugen. Diese Zeugen fanden in der Berufungserklärung nicht einmal dem 
Namen nach Erwähnung. Dem Begehren ist folglich nicht stattzugeben. 

3. In Ziffer 1 ihrer Berufungserklärung stellt A.X. den Antrag, es sei 
das Urteil des Bezirksgerichts Imboden mit Ausnahme von Ziffer 7 aufzuheben. 
Damit verlangt sie auch die Aufhebung von Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils, 
wonach die Ehe der Parteien gestützt auf das gemeinsame 
Scheidungsbegehren gemäss Art. 112 ZGB geschieden wird. In Ziffer 2 ihres 

16

Rechtsbegehrens beantragt die Berufungsklägerin jedoch, es sei die Ehe der 
Parteien zu scheiden. Das Kantonsgerichtspräsidium ersuchte den 
Rechtsvertreter der Berufungsklägerin mit Schreiben vom 14. Juli 2008 um eine 
Stellungnahme zu diesen an sich widersprüchlichen Rechtsbegehren. In 
seinem Antwortschreiben vom 20. August 2008 teilte Rechtsanwalt Rechstei-
ner dem Kantonsgerichtspräsidium Graubünden in der Folge mit, dass die 
Begehren im Zusammenhang mit den Scheidungsfolgen und dem 
Gesundheitszustand von B.X. gesehen werden müssten. Wie sich aus Ziffer 
III/2. der Berufungserklärung von B.X. ergebe, sei dieser im Verlauf des 
Verfahrens schwer erkrankt. Bei einem Rückzug des Antrags gemäss Ziffer 1 
der Berufungserklärung und einem Versterben von B.X. würde die 
Berufungsklägerin einerseits ihre erbrechtlichen Ansprüche als Ehefrau 
verlieren. Andererseits sei davon auszugehen, dass die Erbengemeinschaft 
von B.X. auch nicht mehr zur Ausrichtung einer Kapitalabfindung, wie sie von 
A.X. verlangt werde, verpflichtet werden könnte. Auch die Unterhaltsrente, 
welche die Vorinstanz seiner Mandantin zugesprochen habe, sei zumindest 
gefährdet. 

a) Gemäss Art. 149 Abs. 1 ZGB kann bei einer Scheidung auf 
gemeinsames Begehren die Auflösung der Ehe mit einem ordentlichen 
Rechtsmittel wegen Willensmängel oder Verletzung bundesrechtlicher Verfah-
rensvorschriften über die Scheidung auf gemeinsames Begehren angefochten 
werden. Die Bestimmung räumt einer Partei demnach nur in beschränktem 
Mass die Möglichkeit ein, sich im Rechtsmittelverfahren gegen eine ursprüng-
lich gewollte Scheidung zur Wehr zu setzen. Eine Anfechtung wegen Wil-
lensmängel fällt dann in Betracht, wenn der Scheidungsentschluss eines Ehe-
gatten mit einem Mangel in der Willensbildung behaftet ist. Ein solcher Wil-
lensmangel kann auf Irrtum (Art. 24 Abs. 1 OR), absichtliche Täuschung (Art. 
28 OR) oder Furchterregung (Art. 29 OR) beruhen. Die Verfahrensregeln, 
welche eine korrekte Bildung des Scheidungsentschlusses ermöglichen wollen, 
sind Teil des Scheidungsgrundes. Folglich darf bei einer Missachtung der 
Regeln auch keine Scheidung erfolgen. Die Anfechtung wegen Verletzung 
bundesrechtlicher Verfahrensvorschriften leitet sich demnach aus der Bedeu-
tung der Regeln über die Scheidung auf gemeinsames Begehren ab (vgl. zum 
Ganzen Daniel Steck, Basler Kommentar, N. 14 und 18 zu Art. 149 ZGB mit 
Hinweisen).

17

b) Dass sie bei ihrem Entscheid, sich vom Berufungskläger nach Art. 
112 ZGB scheiden zu lassen, einem Irrtum unterlegen ist, behauptet A.X. nicht. 
Verlangt die Berufungsklägerin, das vorinstanzliche Urteil sei im 
Scheidungspunkt aufzuheben und beantragt sie gleichzeitig die Scheidung, 
geht es ihr offenkundig auch nicht um die Aufrechterhaltung der Ehe. 
Ebensowenig setzt sie die Rechtmässigkeit des Verfahrensablaufs in Zweifel. 
Diesfalls gibt ihr Art. 149 Abs. 1 ZGB, welcher die Anfechtung mit einem 
ordentlichen Rechtsmittel abschliessend regelt (vgl. Roland Fankhauser, 
FamKomm Scheidung, N. 41 zu Art. 149 ZGB) aber auch kein Anspruch, die 
Ehescheidung anzufechten. Bereits aus diesem Grund ist auf Ziffer 1 und 2 des 
Begehrens von A.X. nicht einzutreten. Es ist deshalb auch nicht weiter von 
Belang, dass es der Berufungsklägerin für eine solche Anfechtung von 
vornherein an der erforderlichen Beschwer fehlt. Die Vorinstanz hat die Ehe 
gestützt auf das gemeinsame Scheidungsbegehren geschieden; nichts 
anderes als diese Scheidung verlangt A.X. auch im Berufungsverfahren. Sie ist 
demnach formell nicht beschwert. Dass die Scheidung für sie im Vergleich zur 
Witwenstellung wirtschaftliche Nachteile hätte, mag zutreffend sein. Als 
rechtliche Folge der Gutheissung eines von der Berufungsklägerin selbst 
gestellten Antrags hat sie diese Nachteile jedoch selbstverständlich in Kauf zu 
nehmen. 

4. Streitgegenstand der beiden Berufungsverfahren bilden sowohl 
das Güterrecht als auch die Frage der Unterhaltsverpflichtung. Das Ergebnis 
der güterrechtlichen Auseinandersetzung ist bei der Prüfung der Unterhaltsbe-
rechtigung mit zu berücksichtigen (vgl. Ingeborg Schwenzer, FamKomm 
Scheidung, N. 57 zu Art. 125 ZGB). Als Erstes ist demnach auf das Güterrecht 
einzugehen. Diesbezüglich gilt festzustellen, dass die Vorinstanz darauf ver-
zichtet hat, ihre güterrechtliche Beurteilung in einer alle Punkte umfassenden 
Aufstellung (vgl. dazu auch Art. 97 Ziff. 7 ZPO) wiederzugeben. Das Güterrecht 
der Parteien erweist sich jedoch als ein sehr komplexer Streitpunkt. Alsdann 
haben die Parteien das vorinstanzliche Urteil in zahlreichen Punkten 
angefochten und die teilweise Gutheissung ihrer Berufungen führt zu erhebli-
chen Korrekturen. Es erscheint deshalb zur besseren Übersicht angezeigt, 
einleitend die vorinstanzlichen Erwägungen rechnerisch in einer Aufstellung 
nachzuvollziehen. Anschliessend sind die Einwände zu prüfen und die güter-
rechtlichen Ansprüche auf Basis dieser Zusammenstellung neu festzulegen. 

18

5. In Berücksichtigung der vorinstanzlichen Erwägungen in Ziff. 3 bis 
5 des angefochtenen Urteils (S. 10 bis 33) präsentiert sich die güterrechtliche 
Auseinandersetzung der Parteien rechnerisch zusammengestellt wie folgt: 

Position Ehemann Ehefrau

Aktiven

Wertschriften gemäss Wertschriftenverzeichnis 2006 
ohne Aktien B.X. AG 

1'820'002.00

Wertschriftenvermögen gemäss definitiver Veranla-
gungsverfügung 2006

288'965.00

Aktien B.X. AG gemäss Expertise 2'524'000.00
Mercedes 10'200.00
Wohnwagen 7'600.00
Segelboot 14'400.00
Schmuck 126'175.00
Wohnung G. inkl. Investitionen 420'369.00
Inventar G. 15'000.00
Haus D. (Eigengut)
Casa J. in E. (Eigengut)
4 ½ Zimmerwohnung F. (Eigengut)
2 ½ Zimmerwohnung F. (Eigengut)

Total Aktiven 4'376'202.00 850'509.00

Passiven

Hypothek G. 5'000.00

Total Passiven 0 5'000.00

Eigengüter: 

190 Aktien B.X. AG, Eigentum vor Eheschliessung 2'397'800.00
50 Aktien K. AG, Eigentum vor Eheschliessung 75'000.00
vorhandenes Kontoguthaben bei Eheschliessung 6'075.00
Investitionen aus Kapitalauszahlung L.-Versicherung, 
Kauf von 2 Kassenobligationen von je Fr. 100'000.00, In-
vestkonto Fr. 150'489.53, Sparkonto Fr. 93'601.47 (im 
Unterhalt berücksichtigt) 

444'091.00

Schmuck 126'175.00
Ersatzforderung aus Erbe M. gegenüber Errungenschaft 160'000.00

19

Zwischentotal 2'916'891.00 292'250.00

abzüglich Ersatzforderungen der Errungenschaften 
gegenüber den Eigengütern 

Investition Casa J. -12'224.60
Investition Haus D. -3'233.00
Anschaffung von Schmuck durch Errungenschaftsmittel -46'860.00
Abzahlung Hypothek F. aus Mitteln der Errungenschaft -10'000.00

Schuldbereinigtes Total Eigengut 2'901'433.40 235'390.00

Bestimmung der Vorschläge

Aktiven 4'376'202.00 850'509.00
Passiven 0 -5'000
Eigengut -2'901'433.40 -235'390.00

Errungenschaft (auf Franken gerundet) 1'474'768.00 610'119.00

Differenzbetrag 864'649.00

güterrechtliche Beteiligungsforderung der Ehefrau 432'324.50

6. Im vorinstanzlichen Verfahren verlangte die Berufungsklägerin die 
vollumfängliche Zuweisung ihres Schmucks zu Eigengut. Die Vorinstanz 
entsprach dem Begehren im Umfang von Schmuckgegenständen im Wert von 
Fr. 79'315.--. Im Umfang von weiteren Fr. 46'860.-- erkannte sie auf eine Er-
satzforderung der Errungenschaft gegenüber ihrem Eigengut. Im Berufungs-
verfahren beantragte A.X. erneut, es sei ihr der ganze Schmuck als Eigengut 
zuzuweisen. Der Berufungskläger wiederum stellte im Berufungsverfahren den 
Antrag, A.X. sei zu verpflichten, ihm einen Salontisch ("…………., Alt-Holz Fr. 
1'200.00"), ein Wandbuffet ("………….., Alt-Holz Fr. 10'000.00"), einen 
Bodensee-Wandschrank ("als Bar benutzt Fr. 4'000.00"), einen Teppich ("unter 
Salontisch Fr. 3'000.00"), zwei ……..-Bilder ("mit Goldrahmen Fr. 8'000.00"), 
einen weiteren Teppich ("unter Esstisch Fr. 8'000.00") und den Weinkeller ("mit 
ca. 250 bis 300 Flaschen Wein, Spirituosen und dergleichen Fr. 7'500.00") 
auszuhändigen. Eventualiter verlangte er, A.X. habe ihm als Ersatz für die Ge-
genstände, welche sie nicht zurückgebe, den angegebenen Betrag, insgesamt 
somit Fr. 41'700.--, zu bezahlen.

20

Wie vorstehend in Ziffer F.5. dargelegt wurde, haben sich die Parteien 
anlässlich der Berufungsverhandlung in Bezug auf die von A.X. geforderte 
Anrechnung ihres Schmucks als Eigengut und die von B.X. verlangte 
Herausgabe von Gegenständen geeinigt. Der Vereinbarung entsprechend ist 
A.X. demnach ihr ganzer Schmuck als Eigengut zu belassen. Im Gegenzug 
besteht für sie die Verpflichtung, B.X. die vorstehend aufgezählten 
Einrichtungsgegenstände sowie den noch vorhandenen Bestand des 
Weinkellers herauszugeben. Gestützt auf die getroffene Vereinbarung sind die 
Berufungen demnach in diesen Punkten als durch gerichtlichen Vergleich 
erledigt abzuschreiben (Art. 231 ZPO in Verbindung mit Art. 114 ZPO). Der 
Vergleich wird dabei in den relevanten Punkten in das Dispositiv aufgenommen 
und hat die Wirkung eines rechtskräftigen Urteils (Art. 231 ZPO in Verbindung 
mit Art. 114 Abs. 2 ZPO). 

7. Verschiedene wesentliche Streitpunkte stehen im Zusammen-
hang mit der Tätigkeit der Parteien im gleichen Architekturbüro. 

a) Unbestritten ist, dass der Berufungskläger bis 1986 Mitinhaber 
des Architekturbüros B.X. und ………… Architekten, einer einfachen 
Gesellschaft in N. (vgl. I act. 2 S. 9), war. Die einfache Gesellschaft unterhielt 
offenbar ein Zweigbüro in O., das B.X. leitete. Im Jahre 1987 kam es zur 
Aufteilung der Gesellschaft. Der Berufungskläger führte nun als Alleininhaber 
das Architekturbüro B.X. in O.. In diesem Geschäft nahm auch A.X. Anfang 
1987 eine Tätigkeit auf, nachdem sie mit dem Berufungskläger 
zusammengezogen war (vgl. I act. 5 S. 12). In welchem Mass und mit welcher 
Bedeutung, ist zwischen den Parteien freilich umstritten. B.X. macht geltend, 
seine Ehefrau sei im Rahmen einer Teilzeitstelle in die Bearbeitung der 
Stunden- und Ferienkontrolle, das Personal-, Versicherungs- und 
Rechnungswesen eingeführt worden, da sie keine Kenntnisse vom Baufach 
gehabt habe und auch im Sekretariat nicht einsetzbar gewesen sei. Im Weiteren 
habe sie Übersetzungsdienste geleistet. Später seien noch die 
Angebotsvergleiche und Vorgespräche für Auftragsverhandlungen 
dazugekommen. Mit Unterstützung der Treuhandstelle habe sie die einfache 
Buchhaltung geführt und sei für das Lohnwesen sowie sämtliche 
Bankgeschäfte besorgt gewesen (vgl. I act. 7 S. 11). Die Berufungsklägerin 
wiederum behauptet, sie sei von Anfang gleichberechtigte Partnerin gewesen 
und habe wesentlich zum Erfolg des Architekturbüros beigetragen (vgl. I act. 5 
S. 13). 

21

aa) Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die unterschiedlichen 
Auffassungen nur eine prozessbedingte, bewusst einseitig gehaltene Gewich-
tung einer an sich unbestrittenen Tätigkeit widerspiegeln. Für eine Tätigkeit im 
Planungs- und Baubereich hatte A.X. offensichtlich nicht die erforderliche 
Ausbildung. Es kann deshalb als erwiesen gelten, dass ihre Tätigkeit 
vornehmlich im administrativen Bereich lag. Dabei kann der Berufungskläger 
wohl nicht einerseits behaupten, er habe seiner Frau die Verantwortung für die 
finanziellen Belange übertragen, anderseits dann aber ausführen, ihre Tätigkeit 
sei eher untergeordneter Natur gewesen. Aus den Ausführungen von B.X. ist 
alsdann zu schliessen, dass sie auch zu Vertragsverhandlungen beigezogen 
wurde. Fraglos dürfte es bei diesen Verhandlungen regelmässig um 
Bauprojekte gegangen sein, an deren Ausarbeitung A.X. nichts beizutragen 
vermochte. Das ändert jedoch nichts am Umstand, dass Vorverhandlungen im 
Hinblick auf den Abschluss eines Geschäfts wesentlich sind. 

ab) Dass die Berufungsklägerin in den vorgenannten Bereichen ihre 
Kompetenzen hatte und zum Aufbau des Geschäfts beitrug, steht denn auch 
ausser Frage. Das ergibt sich nicht zuletzt auch daraus, dass sie Mitglied des 
Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung der Gesellschaft war. Der planeri-
sche und bauliche Bereich, der ja als Leistung der Unternehmung verkauft 
wurde und insofern den eigentlichen finanziellen Erfolg brachte, oblag jedoch 
dem Berufungskläger. Allerdings ist dieser Erfolg wiederum nicht ihm allein 
zuzuschreiben. So hatte die Firma auch Mitarbeiter, die in diesem Bereich 
ebenfalls ihren Teil dazu beitrugen. Zu erwähnen sind namentlich die Herren R. 
und S., die offenbar beide zumindest anfangs/Mitte der Neunzigerjahre 
ebenfalls Mitglieder der Geschäftsleitung waren und eine wesentliche 
Bedeutung für die Gesellschaft hatten (vgl. dazu die Ausführungen unter Ziffer 
18. a) und 20. e). In diesem Sinn geht es einerseits nicht an, die Tätigkeit von 
A.X. als unwesentlich darzustellen. Andererseits besteht aber auch kein Grund 
zur Annahme, die Parteien hätten den Erfolg allein erwirtschaftet und ihre 
Tätigkeiten seien von ihrer Art und von ihrem Umfang her beim Aufbau des 
Unternehmens gleichwertig bzw. gleichbedeutend gewesen. 

b) Unbestritten ist wiederum, dass im Jahre 1988 aus dem Architek-
turbüro B.X. in O. die Architekturbüro B.X. AG hervorging. Gemäss 
Sacheinlagevertrag und Gründungsurkunde vom 18. Mai 1988 übertrug B.X. 
der Architekturbüro B.X. AG die Aktiven in Höhe von Fr. 1'349'876.30 und 
Passiven von Fr. 47'987.20 seines Architekturbüros. Der Übernahmepreis 

22

betrug Fr. 1'301'889.10 (vgl. Einlage von B.X. im Berufungsverfahren act. 
01/15). Die Tilgung erfolgte durch Übergabe von 190 Aktien der Übernehmerin 
zu nominell Fr. 1'000.-- an B.X., durch Übergabe von 9 Aktien der 
Übernehmerin zu nominell Fr. 1'000.-- an A.X. (damals noch A.U.) und durch 
Übergabe von einer Aktie zu nominell Fr. 1'000.-- an V.. Im Weiteren wurden 
B.X. Fr. 1'101'889.10 im Kontokorrent der Übernehmerin gutgeschrieben. Im 
Jahre 1996 erfolgte eine Firmenänderung in B.X. Architekten AG. 1998 wurde 
die Firma schliesslich in B.X. AG umbenannt. Aus der Entstehung und der 
Geschäftstätigkeit dieser Gesellschaft, die auch heute noch existiert, ergeben 
sich auch die Auseinandersetzungen der Parteien. Diese Präzisierung erfolgt 
im Hinblick darauf, dass A.X. in ihrer Prozesseingabe (I act. 5 S. 15) unter 
anderem ausführt, ihre Stellung in der Unternehmung habe sich nach der Heirat 
nicht verändert. Sie sei nach wie vor Mitglied des Verwaltungsrats gewesen und 
habe über die Einzelunterschrift verfügt. Sie habe regelmässig an den Sitzun-
gen der Gesellschaftsorgane teilgenommen, wo die wichtigen Entscheide 
gemeinsam gefällt worden seien. Dabei verweist sie auf einen Handelsregis-
terauszug vom 23. November 1998 der B.X. Architekten AG und ein Protokoll 
über die erste ordentliche Generalversammlung dieser Gesellschaft vom 6. Juni 
2000 (vgl. III act. 42 und act. 43). Dabei handelt es sich jedoch nicht um die 
Gesellschaft, deren Entstehung und Entwicklung vorstehend dargelegt wurde 
und welche ebenfalls für eine gewisse Zeit die Firma B.X. Architekten AG trug. 
Vielmehr beziehen sich diese Ausführungen offenbar auf eine neu, am 11. 
August 1998 gegründete AG. Dies ergibt sich aus dem von A.X. eingelegten 
Handelsregisterauszug (III act. 42). An dieser Gesellschaft ist keine Partei zum 
heutigen Zeitpunkt noch beteiligt. So führt der Berufungskläger - dies nicht in 
den Rechtsschriften, sondern in einem an den Bezirksgerichtspräsidenten 
Imboden gerichteten Schreiben vom 18. Mai 2006 (vgl. Expertise IX act. 9) - 
aus, die im Jahre 1998 neu gegründete Firma B.X. Architekten AG sei von einer 
Drittperson übernommen und alsdann im Jahre 2002 in W. Architekten AG 
umbenannt worden. Auf diese Übernahme scheint wohl auch die 
Berufungsklägerin Bezug zu nehmen, wenn sie in ihrer Eingabe vom 22. 
Dezember 2006 (I act. 14 S. 7) ausführt, die Eheleute hätten "bekanntlich" das 
Architekturbüro verkauft und seither habe sie die Geschäftsräume in O. nie 
wieder betreten. Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Gegenstand des 
Rechtsstreits bilden ausschliesslich die güterrechtlichen Folgen der Tätigkeit 
der Parteien für die heute noch existierende B.X. AG, welche aus einer 
einfachen Gesellschaft hervorging. Auf diese Gesellschaft beziehen sich die 
Erwägungen der Vorinstanz und auf die diesbezüglichen Feststellungen 

23

beziehen sich auch die von den Parteien im Berufungsverfahren erhobenen 
Rügen. Keine Ausführungen wurden im Berufungsverfahren zur neu 
gegründeten und noch vor Auflösung des Güterstands veräusserten 
Gesellschaft B.X. Architekten AG gemacht, für welche die Berufungsklägerin 
eigenen Behauptungen zufolge ebenfalls tätig gewesen sein soll. Nachdem das 
Güterrecht der Dispositionsmaxime unterliegt und die Zivilkammer das 
angefochtene Urteil nur im Rahmen der von den Parteien vorgebrachten Rügen 
zu prüfen hat, ist auf die Beziehungen der Parteien zur veräusserten 
Gesellschaft B.X. Architekten AG und allfälligen damit verbundenen Folgen für 
die güterrechtliche Auseinandersetzung nicht weiter einzugehen. 

8. Nach Auffassung von A.X. muss die Zeit, in welcher die Parteien 
im Konkubinat lebten und für das Architekturbüro arbeiteten, in die 
güterrechtliche Auseinandersetzung mit einbezogen werden. Zur Begründung 
verweist sie darauf, dass sie wesentlich zur Entwicklung des Geschäfts 
beigetragen habe. Alsdann trifft sie verschiedene Annahmen in Bezug auf die 
finanziellen Verhältnisse der Parteien vor Eingehung des Konkubinats und stellt 
diese Situation jener bei Auflösung des Güterstands gegenüber. Konkret bringt 
sie im Berufungsverfahren vor, gemäss Scheidungsurteil des Bezirksgerichtes 
……….. vom 10. Juli 1986 in Sachen B.X. / P.X. habe B.X. seiner ersten Ehe-
frau aus Güterrecht Fr. 170'000.00 bezahlen müssen. 1986 habe B.X. ein 
Einfamilienhaus am See sowie eine kleine Ferienwohnung in E. besessen. 
Anzunehmen sei, dass diese Liegenschaften hypothekarisch belastet gewesen 
seien, beziehungsweise zur Bezahlung der Güterrechtsforderung 
hypothekarisch zusätzlich hätten belastet werden müssen. Anzunehmen sei 
sodann, dass das Vermögen von B.X. zu Beginn des Konkubinates mit rund Fr. 
170'000.-- zu bewerten sei. Die Ehefrau habe rund Fr. 100'000.-- und weitere 
Eigengüter von rund Fr. 400'000.--, total somit Fr. 500'000.-- nachgewiesen. 
Demgegenüber habe der Ehemann keine weiteren Eigengüter belegt. Tatsache 
sei, dass die Parteien in der Zeit von 1986 bis Ende 1994 sehr gut verdienten 
hätten. Ende 2003 sei ein Vermögen von 3,2 Millionen Schweizer Franken 
deklariert worden. Dazu kämen noch die nicht deklarierten Vermögenswerte 
von rund 1,3 Millionen Schweizer Franken, was ein Vermögen von 4,5 Millionen 
Franken ergebe. Die Aktien der B.X. AG seien mit Fr. 1'216'000.-- deklariert 
worden; der tatsächliche Wert betrage gemäss Expertise jedoch 2 Millionen 
Franken, so dass eine Aufwertung um rund 1,3 Millionen vorzunehmen sei. 
Selbst wenn die Liegenschaften und die übrigen Sachwerte zu Steuerwerten 
eingesetzt würden, verfügten die Parteien per Stichtag Gütertrennung über ein 

24

Vermögen von rund 5,8 Millionen. Dazu kämen die im Jahre 2004 ausbezahlten 
Versicherungsleistungen von rund Fr. 500'000.00, so dass die Parteien über 
ein Vermögen von rund 6,3 Millionen verfügten. Mit Ausnahme der Eigengüter 
von Fr. 170'000.-- (Ehemann) und Fr. 500'000.-- (Ehefrau) betrage der Vor-
schlag der Parteien während des gemeinsamen Wirkens rund 5,6 Millionen. 
Eine gerechte und faire Aufteilung resultiere dann, wenn die Ehefrau ihr 
Eigengut von Fr. 500'000.-- sowie den Vorschlag von 2,8 Millionen, total somit 
3,3 Millionen, erhalten würde. Unter allen Titeln sei es fair, wenn ihr der Ehe-
mann rund 2 Millionen bezahle. Die Ehefrau verlange gemäss Berufungserklä-
rung total 1,3 Millionen aus Güterrecht und Unterhalt. Nur wenn die Konkubi-
natsphase und die Ehephase als Gesamtes beurteilt würden, könne eine 
gerechte Lösung gefunden werden. Die Vorinstanz sei ersucht worden, in 
Beachtung des Grundsatzes ex aequo et bono zu entscheiden und damit die 
Konkubinatsphase mit zu berücksichtigen. Das Bezirksgericht Imboden habe 
sich damit jedoch nicht auseinandergesetzt und deshalb kein gerechtes Urteil 
gefällt. Das Urteil sei zu korrigieren, weil es nicht angehe, der MS-kranken 
Ehefrau den bisher gelebten Lebensstandard zu verweigern, obwohl die Mittel 
dafür vorhanden seien.

a) Diese Ausführungen der Berufungsklägerin zur vorehelichen ver-
mögensrechtlichen Situation geben den tatsächlichen Sachverhalt krass ver-
zerrt wider. Namentlich wird versucht, die Situation so darzustellen, als ob A.X. 
als bereits recht wohlhabende Frau das Konkubinat einging, währenddem der 
Berufungskläger sich zu diesem Zeitpunkt gerade hypothekarisch verschulden 
musste, um eine güterrechtliche Forderung von Fr. 170'000.-- aus seiner ersten 
Ehe bezahlen zu können. Die Behauptung, A.X. habe damals - also bei 
Eingehung des Konkubinats - rund Fr. 100'000.-- und weitere Eigengüter von 
rund Fr. 400'000.--, total somit Fr. 500'000.--, besessen, entbehrt jeder 
Grundlage. Über ähnlich hohe Mittel verfügte die Berufungsklägerin - wie noch 
darzulegen sein wird - nach 7 Jahren im Konkubinat mit dem Berufungskläger. 
Selbst die von A.X. behaupteten, allerdings - wie die Vorinstanz feststellte - nur 
zum Teil nachgewiesenen eigenen Mittel flossen ihr grösstenteils erst während 
oder gar nach der Konkubinatsphase zu (vgl. zu der Erbschaft die 
Ausführungen unter Ziffer 21.). Es kann also gar nicht sein, dass die 
Berufungsklägerin bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme des Konkubinats über 
solch hohe Mittel verfügte. So beschränkte sich A.X. in den Rechtsschriften 
denn auch noch auf die Behauptung, sie habe anfangs 1987 - also kurz nach 

25

Beginn des Konkubinats - über ein Vermögen von rund Fr. 100'000.-- verfügt 
(vgl. I act. 5 S. 16). 

b) Unzutreffend ist alsdann auch die Behauptung, die Vorinstanz 
habe sich einer gerechten Lösung versagt, indem sie nicht unter Beachtung des 
Grundsatzes "ex aequo et bono" entschieden habe und bei der güterrechtlichen 
Auseinandersetzung zu Unrecht die Konkubinatsphase unberücksichtigt liess. 
Dass es bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht darum geht, die 7 
Jahre vor der Ehe und die am Ende der Ehe vorhandenen Werte als Circa-
Beträge zu ermitteln, um die Differenz "ex aequo et bono" ohne Berück-
sichtigung der Schulden und ohne Zuweisung der Vermögenswerte zu den 
einzelnen Gütermassen hälftig aufzuteilen, dürfte klar sein. Schliesslich kann 
die Berufungsklägerin unter dem Aspekt der Fairness auch nicht verlangen, 
dass ihr sowohl über das Güterrecht wie über den Unterhalt Mittel, welche für 
sich allein den bisherigen Lebensstandard gewährleisten sollen, zugesprochen 
werden. Dazu erübrigen sich jegliche weitergehenden Ausführungen. 

9. Im Weiteren hat die Vorinstanz im angefochtenen Urteil durchaus 
dargelegt, weshalb die Konkubinatsphase nicht in die güterrechtliche Ausei-
nandersetzung mit einzubeziehen ist (vgl. Urteil des Bezirksgerichts Imboden 
S. 11 f.). Auf diese Erwägungen wurde seitens der Berufungsklägerin nicht 
weiter eingegangen. Ebensowenig wurde an der Berufungsverhandlung dar-
gelegt, welche rechtlichen Grundlagen es denn konkret überhaupt ermöglichen 
sollen, eine Forderung aus der Konkubinatszeit in das Scheidungsverfahren 
einzubringen. Nachdem der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin ausführt, es 
sei nur fair, wenn das Konkubinat in der güterrechtlichen Auseinandersetzung 
berücksichtigt werde, folgt daraus zumindest zweierlei. Verweist er auf das 
Konkubinat, macht er gleichsam einen gesellschaftsrechtlichen Anspruch 
geltend. Beruft er sich auf das Güterrecht, soll der gesellschaftsrechtliche 
Anspruch folglich über die Bestimmungen der Errungenschaftsbeteilung bei der 
güterrechtlichen Auseinandersetzung Berücksichtigung finden. Beides lässt 
sich rechtlich nicht begründen. 

a) Zwar ist es nicht ausgeschlossen, dass in die Regelung der finan-
ziellen Folgen der Ehescheidung auch vorehelich eingegangene Verein-
barungen einbezogen werden. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Zusam-
menhang mit der ehelichen Gemeinschaft. Berücksichtigung können demnach 
Vereinbarungen finden, welche im Hinblick auf die Ehe geschlossen wurden 

26

(Urteil 5A_329/2008 des Bundesgerichts vom 6. August 2008 E. 3.2.1. mit 
Hinweis auf BGE 109 II 92; Hausheer / Reusser / Geiser, Berner Kommentar, 
Band II/1.3.1., N. 64 zu Art. 206 ZGB). Während praktisch der ganzen Zeit des 
Konkubinats war A.X. jedoch noch verheiratet. Ihre Ehe wurde erst am ……… 
1994 geschieden (vgl. Editionsurkunden A.X. IV act. 2). Eigenen Angaben 
zufolge hat sie den Berufungskläger überhaupt erst auf dessen Drängen hin 
geheiratet (I act. 6 S. 3). B.X. erklärte, es habe während der Konkubinatszeit 
immer die Möglichkeit bestanden, dass A.X. zu ihrem damaligen Ehemann 
zurückkehre (vgl. I act. act. 7 S. 12). Weder war ein gemeinsam beabsichtigter 
Eheschluss demnach das Motiv zur Aufnahme des Konkubinats, noch war eine 
geplante Heirat für die Berufungsklägerin Grund für die Aufnahme und 
Beibehaltung ihrer Tätigkeit im Geschäft des Berufungsklägers. Ob unter sol-
chen Umständen der erforderliche Zusammenhang zwischen der Tätigkeit der 
Parteien für das Architekturbüro und dem späteren Eheschluss noch gegeben 
ist, kann dahingestellt bleiben. Selbst wenn ein Konnex zu bejahen wäre, 
bestände keine Rechtfertigung, die Konkubinatszeit in die Regelung der 
Nebenfolgen der Ehescheidung mit einzubeziehen. 

aa) Als Konkubinat gilt eine auf längere Zeit angelegte umfassende 
Lebensgemeinschaft von zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts mit 
grundsätzlichem Ausschliesslichkeitscharakter, die in der Regel sowohl eine 
geistig-seelische, als auch eine körperliche und eine wirtschaftliche Kompo-
nente aufweist (BGE 108 II 204 E. 2 S. 206). Das Konkubinat erfährt in der 
schweizerischen Rechtsordnung keine eigenständige Regelung. Muss bei der 
Auflösung der Gemeinschaft eine vermögensrechtliche Auseinandersetzung 
erfolgen, ist die Berufung auf Rechtsregeln jedoch nicht ausgeschlossen. Als 
Rechtsgrundlage fallen die Bestimmungen über die einfache Gesellschaft in 
Betracht. Die einfache Gesellschaft versteht sich als vertragsmässige Verbin-
dung von zwei oder mehreren Personen zur Erreichung eines gemeinsamen 
Zweckes mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln (Art. 530 Abs. 1 OR). Ob eine 
einfache Gesellschaft zustande gekommen ist, beurteilt sich nach den allge-
meinen Vertragsregeln (BGE 124 III 363 E. II/2a S. 365; BGE 108 II 204 E. 4, 
je mit Hinweisen). Beim Zusammenleben von zwei Personen muss jedoch in 
jedem einzelnen Fall näher geprüft werden, ob und inwieweit die konkreten 
Umstände die Anwendung der Regeln über die einfache Gesellschaft erlauben 
(vgl. zum Ganzen BGE 108 II 204 E. 3 f. S. 206 f.; Urteil 4C.24/2000 des Bun-
desgerichts vom 28. März 2000 E. 3a, mit Hinweisen; Urteil 4C.195/2006 des 
Bundesgerichts vom 12. Oktober 2006 E. 2.4.1 mit Hinweisen). Dass die Par-

27

teien in einer Wohngemeinschaft lebten und in Bezug auf ihre Lebenshaltung 
eine einfache Gesellschaft bildeten, besagt folglich nicht, dass dies auch in 
Bezug auf ihre Tätigkeit im gleichen Geschäft der Fall war. Entscheidend ist, ob 
auch diesbezüglich ein solcher Wille bestanden hat. 

ab) Tatsächlich hat die Berufungsklägerin weder behauptet noch 
bewiesen, dass sie Gesellschafterin der einfachen Gesellschaft "Architektur-
büro B.X." war. Dass keine einfache Gesellschaft vorlag und die Parteien 
insofern in der Konkubinatsphase auch nicht Geschäftspartner waren, wird im 
Übrigen schon allein dadurch belegt, dass die Berufungsklägerin für eine 
Teilzeitarbeit auf Basis von entsprechenden Stundenabrechnungen Lohn nach 
Abzug der Sozialversicherungsbeiträge erhielt. Sie war mit anderen Worten 
Arbeitnehmerin des Berufungsklägers (vgl. II act. 58 und 59 sowie die 
nachstehenden Erwägungen in Ziffer 9. ca). Dagegen spricht schliesslich auch 
der Umstand, dass bei der Gründung der AG als Sacheinleger und Eigentümer 
des Architekturbüros einzig B.X. aufgeführt wurde (vgl. Einlage im 
Berufungsverfahren act. 01/15). Die Berufungsklägerin hat diesen Sach-
einlagevertrag in ihrer Eigenschaft als Übernehmerin mit unterzeichnet und 
damit klar zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht (einfache) Gesellschafterin 
der übernommenen Gesellschaft war und auch nicht anderweitig am Wert der 
eingebrachten Firma partizipierte. Von einer gleichberechtigten geschäftlichen 
Partnerschaft oder gar einer gleich grossen wirtschaftlichen Beteiligung an der 
Einzelfirma oder der ihr nachfolgenden AG kann unter diesen Umständen nicht 
die Rede sein. Wenn A.X. behauptet, sie sei die Geschäftspartnerin ihres 
damaligen Freundes gewesen, entspricht dies allenfalls einem Empfinden, das 
vor allem auf der Überzeugung, wesentlich zum Erfolg beigetragen zu haben, 
beruht. Der Erfolg allein begründet jedoch keine Gesellschafterstellung noch 
setzt er eine solche voraus. 

ac) Abgesehen davon ist in keiner Weise erstellt und ist auch nicht 
davon auszugehen, dass die Tätigkeit der Berufungsklägerin überhaupt erst 
Voraussetzung dafür war, dass das Architekturbüro prosperierte. Wohl hat sie 
zum geschäftlichen Erfolg beigetragen. Tatsache ist jedoch auch, dass B.X. 
schon vor dem Konkubinat über Jahre als Architekt arbeitete. Wenn er im Jahre 
1987 - also kurz nach Beginn der Tätigkeit von A.X. - den Alleingang wagte, 
dann wohl weniger deshalb, weil er zuvor wenig erfolgreich war, sondern eher 
weil er sich vorher eine Basis für den geschäftlichen Erfolg geschaffen hatte. 
So kann es sich wohl auch schwerlich so verhalten, dass die Firma im Januar 

28

1987 gewissermassen am Boden lag und man dann ein Jahr später - weil die 
Berufungsklägerin sich nun teilzeitig im Bereich der Administration und der 
Finanzen betätigte - bereits einen Geschäftswert von Fr. 1'349'867.30 
bilanzieren konnte. 

ad) Nicht ersichtlich ist, inwiefern sich der Einschluss der 
Konkubinatszeit rein über die eherechtlichen Bestimmungen, namentlich die 
Regeln über die güterrechtliche Auseinandersetzung, rechtfertigen soll. Die 
Unterscheidung zwischen Errungenschaft und Eigengut und damit die Vor-
schlagbeteiligung setzt zwangsläufig die Überzeugung der Parteien voraus, 
unter dem eherechtlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung zusam-
menwirken zu wollen. Vor der Heirat und der damit verbundenen Begründung 
des Güterstands kann sich ein solches bewusstes Zusammenwirken gar nicht 
ergeben. Eine rückwirkende Anwendung der Regeln der Errungenschaftsbe-
teiligung ist ausgeschlossen (Hausheer / Reusser / Geiser, a.a.O., N. 22 zu Art. 
209 ZGB mit Hinweisen). In Betracht fiele höchstens eine Berücksichtigung der 
Tätigkeit der Berufungsklägerin in analoger Anwendung von Art. 165 ZGB auf 
die Konkubinatszeit. Demgemäss hat ein Ehegatte, der im Beruf oder Gewerbe 
des andern erheblich mehr mitgearbeitet hat, als sein Beitrag an den Unterhalt 
der Familie es verlangt, Anspruch auf eine angemessene Entschädigung. Dass 
dies vorliegend der Fall war, wurde von der Berufungsklägerin in keiner Weise 
dargelegt. Eine Entschädigung scheidet schliesslich schon deshalb aus, weil 
die Berufungsklägerin sich gar nicht auf einen ausserordentlichen, nicht 
abgegoltenen Arbeitseinsatz beruft, sondern lediglich über den bereits 
erhaltenen Lohn hinaus eine hälftige Beteiligung am geschäftlichen Erfolg ihres 
Ehegatten fordert. Anspruch auf eine Entschädigung besteht im übrigen nur 
dann, wenn der Ehegatte seinen ausserordentlichen Beitrag nicht aufgrund 
eines Arbeits- Darlehens- oder Gesellschaftsvertrages oder eines anderen 
Rechtsverhältnisses geleistet hat (Art. 165 Abs. 3 ZGB). Das hat auch dann zu 
gelten, wenn der Anspruch nach Art. 165 ZGB im Rahmen der güterrechtlichen 
Auseinandersetzung zu beurteilen ist (vgl. Hausheer / Reusser / Geiser, a.a.O., 
N. 45 zu Art. 165 ZGB). Diese Voraussetzung ist vorliegend offenkundig nicht 
gegeben. So beruft sich die Berufungsklägerin an anderer Stelle (vgl. dazu die 
Ausführungen in Ziffer 20. der Erwägungen) nachgerade auf ihren 
Lohnanspruch aus Arbeitsvertrag. 

c) Ungeachtet der fehlenden rechtlichen Möglichkeit besteht auch 
keine sachliche Rechtfertigung für die Mitberücksichtung der Konkubinatszeit. 

29

ca) Wie die Vorinstanz zu Recht feststellt, wurde A.X. für ihre Tätigkeit 
im Architekturbüro ihres späteren Ehemanns leistungsgerecht entlöhnt. B.X. 
hat für die Jahre 1987 bis und mit 1994 die Arbeitsstundenkontroll- und 
Lohnblätter ins Recht gelegt (vgl. II act. 58 und 59). Darin werden für das Jahr 
1987 873.25 Arbeitstunden, für 1988 1'363.25 Arbeitsstunden, für 1989 1'477 
Arbeitsstunden, für das Jahr 1990 1'806 Arbeitsstunden, für das Jahr 1991 
1'278.25 Arbeitstunden, für das Jahr 1992 1'276.25 Arbeitsstunden und für das 
Jahr 1993 1305.50 Arbeitsstunden aufgeführt. Im Jahre 1994 wurde lediglich 
noch bis zum Monat Juni eine Arbeitszeitkontrolle geführt. Demgemäss hat die 
Berufungsklägerin in den ersten sechs Monaten 767.50 Stunden gearbeitet. 
Geht man von einer Jahresarbeitszeit von 1'800 Stunden aus, hatte ihr 
durchschnittliches Arbeitspensum - berücksichtigt man die vollständig belegten 
Jahre 1987 bis 1993 - einen Umfang von rund 75%. In den Jahren 1987 bis 
1994 soll A.X. dafür insgesamt - nach Abzug der Sozialleistungen - ein Lohn 
inklusive Gratifikationen von Fr. 455'291.90 ausbezahlt worden sein. Das 
entspricht einem jährlichen Durchschnittslohn von rund Fr. 56'911.--. Darin nicht 
eingeschlossen sind weitere Gewinnbeteiligungen in Höhe von Fr. 154'625.--, 
die gemäss Zusammenstellung von B.X. der Berufungsklägerin in den Jahren 
1992-1994 entrichtet worden sein sollen. Zwar wurde vom Berufungskläger 
nicht in allen Teilen nachgewiesen, dass die in den Unterlagen aufgeführten 
Zahlungen tatsächlich erfolgt sind. Desgleichen macht A.X. geltend (vgl. I 
Stellungnahme vom 4. April 2006, act. 9 S. 5), bei der Zusammenstellung des 
Berufungsklägers (act. 58) handle es sich um eine Parteibehauptung. Diese 
Zusammenstellung basiert jedoch nachgerade auf diesen 
Arbeitsstundenkontroll- und Lohnblätter und die Richtigkeit dieser Urkunden 
wurde von der Berufungsklägerin nie bestritten. So beruft sich A.X. an anderer 
Stelle selbst auf diese Zusammenstellung, um ihrerseits einen Anspruch zu 
begründen (vgl. die Ausführungen in der Stellungnahme von A.X. I act. 6 S. 5 
f. sowie die nachstehenden Erwägungen in Ziffer 20.). Schliesslich wurde 
nachträglich noch mittels der Steuererklärung der Berufungsklägerin zumindest 
die Richtigkeit der für die Jahre 1989 und 1990 ausgewiesenen Zahlungen 
bewiesen (vgl. Einlagen von B.X. im Berufungsverfahren act. 01/15). Unter 
diesen Umständen darf davon ausgegangen werden, dass sämtliche 
Zahlungen den Tatsachen entsprechen. 

cb) Wenn A.X. nun geltend macht, fairerweise müsste sie hälftig an 
der Veränderung des Geschäftswerts beteiligt werden, lässt sie zum einen 
ausser acht, dass es ihr Ehemann war, der eine Sacheinlage von über 1.3 

30

Millionen Schweizer Franken machte. Er trug im übrigen während der Zeit des 
Architekturbüros auch das Risiko. Später war das in erster Linie die 
Gesellschaft, in zweiter Linie wiederum der Berufungskläger als deren 
Hauptaktionär. Zum anderen beurteilt sich die Frage der leistungsgerechten 
Entlöhnung im vorliegenden Kontext auch nicht nach der Frage, ob mit dem 
Lohn der Geschäftswert genügend abgeschöpft wurde. Entspricht die 
Entlöhnung derjenigen eines Dritten und ist sie markgerecht, ist sie auch der 
erbrachten Leistung angemessen (vgl. BGE 131 III 559 E. 3.3. ff. S. 563 ff.). 
Dass ihr Lohn nach arbeitsrechtlichen Grundsätzen zu tief war, wurde von A.X. 
weder behauptet noch nachgewiesen. Solches ist auch nicht anzunehmen, 
nachdem die Leistung an die Berufungsklägerin - dies wohlgemerkt Ende der 
Achtziger-/ anfangs der Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts - bei einem 
Vollpensum einem Nettolohn von Fr. 76'000.-- jährlich entspricht (vgl. dazu 
auch die Feststellungen in der Expertise IX act. 9 S. 16 Ziff. 13). Für die Jahre 
1992 bis 1994 ist unter Einbezug der Gewinnanteile sogar von einem Nettolohn 
von weit über Fr. 100'000.-- auszugehen. 

cc) Nur mit diesen Lohnzahlungen ist denn auch der Umstand zu 
erklären, dass die Berufungsklägerin in der Lage war, noch in der Konkubi-
natsphase zwei Wohnungen zu kaufen. Am 17. März 1989 erwarb sie eine 4 
1/2 Zimmerwohnung für Fr. 504'000.-- (vgl. Editionsurkunden von A.X. act. 3). 
Am 23. August 1994 kaufte sie ihrem Ehemann eine 2 1/2 Zimmerwohnung für 
Fr. 265'000.-- ab. Die ursprünglich auf der 4 1/2 Zimmerwohnung lastende 
Hypothek von Fr. 450'000.-- wurde bis zum Zeitpunkt des Eheschlusses auf Fr. 
5'000.-- abgetragen. Bei der 2 1/2 Zimmerwohnung wurde die Hypothek von Fr. 
230'000.-- bis zum Eheschluss - mithin innert 3 1/2 Monaten nach dem Kauf - 
auf Fr. 15'000.-- reduziert. Zieht man vom Kaufpreis die verbleibenden 
Hypotheken von CHF 20'000.-- ab, ergibt sich eine Reininvestition von eigenen 
Mitteln in Höhe von Fr. 749'000.--. Freilich hatte die Berufungsklägerin dabei in 
der Zeit des Konkubinats nebst den Lohnzahlungen noch andere Einnahmen. 
Gemäss eigenen Angaben (vgl. II act. 36) sollen sich die Vermögenswerte, über 
welche sie vor dem Konkubinat verfügte und ihr während des Konkubinats 
zuflossen, auf Fr. 253'864.-- belaufen. Zieht man den vollen Betrag - mithin 
ohne Prüfung der darin enthaltenen Positionen - von der Investition von Fr. 
749'000.-- ab, verbleiben Fr. 491'135.--. Damit ist nicht nur gesagt, dass selbst 
nach den Behauptungen der Berufungsklägerin der grösste Teil ihrer ersparten 
Mittel auf den ihr ausgerichteten Lohn und die zusätzlich ausbezahlten 
Gewinnbeteiligungen zurückzuführen sind. Desgleichen resultiert daraus die 

31

Feststellung, dass A.X. nur deshalb solch hohe Ersparnisse bilden konnte, weil 
der Berufungskläger - wie dieser denn auch behauptet - weitgehend allein für 
die Kosten der gemeinsamen Lebenshaltung aufgekommen ist. Von nicht abge-
goltenen Mehrleistungen für die Gemeinschaft kann sachlich nicht die Rede 
sein. Im Gegenteil. Wäre das Konkubinat mit einzubeziehen, müssten ja wohl 
auch die von der Berufungsklägerin erworbenen Liegenschaften Teil der güter-
rechtlichen Auseinandersetzung bilden. 

10. Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin führt aus, selbst wenn 
bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung die Konkubinatsphase nicht 
berücksichtigt werde, sei das Urteil der Vorinstanz zu korrigieren. Zur Begrün-
dung wird ausgeführt, die Vorinstanz verkenne, dass A.X. anerkanntermassen 
nicht nur Angestellte des Ehemannes sondern Geschäftspartnerin gewesen sei 
und voll mitgearbeitet habe. Der Ehemann sei immerhin in der Lage gewesen, 
Schwarzgeld in Höhe von einer Million Schweizer Franken zu generieren. 
Daneben habe sich der Unternehmenswert um über 3 Millionen erhöht. Dazu 
habe insbesondere der Auftrag "…………." beigetragen, an welchem sie 
massgeblich beteiligt gewesen sei. Die unzulässige und einseitige Sichtweise 
der Vorinstanz sei offensichtlich und müsse korrigiert werden. 

a) Die vorerwähnten Rügen werden zwar als Argumente dafür ins 
Feld geführt, dass selbst bei Ausserachtlassung der Konkubinatsphase der 
Beitrag der Berufungsklägerin stärker zu gewichten sei und sie deshalb am 
Geschäftserfolg teilhaben müsse. Tatsächlich beziehen sich die Ausführungen 
aber gleichsam wieder auf die Konkubinatsphase. Schwarzgeld in Höhe von 
rund Fr. 938'000.-- hatte B.X. nämlich bereits vor dem Eheschluss (vgl. die 
nachstehenden Ausführungen in den Erwägungen unter Ziffer 25. b). Auch der 
Auftrag "………….", von dem in den Rechtsschriften im Übrigen nicht einmal 
konkret die Rede ist, wurde vor der Eheschliessung ausgeführt (vgl. 
vorinstanzliches Plädoyer des Rechtsvertreters von A.X. S. 10 1.3; 
Expertenfragen IX act. 6). Desgleichen erhöhte sich der Unternehmenswert 
schon in der Konkubinatsphase von rund Fr. 1'301'889.10 (gemäss 
Sacheinlagevertrag) auf Fr. 3'535'000.-- (Wert der Gesellschaft per 31. 
Dezember 2004). 

b) Desgleichen wird letztlich wieder allein damit argumentiert, die 
Berufungsklägerin sei Geschäftspartnerin gewesen. Damit sie als solche am 
Erfolg beteiligt wäre, müsste aber - ob nun in Bezug auf die Lebenshaltung ein 

32

Konkubinat besteht oder nicht - auch in Bezug auf die Tätigkeit im Architektur-
büro ein Verhältnis in Form einer einfachen Gesellschaft bejaht werden oder 
aber ein ausserhalb eines Arbeitsverhältnisses liegender Beitrag im Sinne von 
Art. 165 ZGB vorliegen. Dass dies eben gerade nicht der Fall ist, wurde vor-
stehend dargelegt. Im Grund genommen beruhen die Ausführungen der 
Berufungsklägerin wiederum allein auf der nicht zutreffenden Auffassung, dass 
ein Paar, das zusammenlebt und in demselben Geschäft arbeitet, zwangsläufig 
auch denselben Anteil am geschäftlichen Erfolg haben muss. 

11. In all den vorstehenden Einwänden nicht enthalten ist die Rüge, 
die Vorinstanz habe dem Einsatz der Parteien für das Geschäft nach Wegfall 
des Konkubinats, mithin im Zeitraum der Ehe bzw. dem Güterstand der Errun-
genschaftsbeteiligung nicht ausreichend Rechnung getragen. Namentlich 
wurde auch zu keinem Zeitpunkt behauptet, der Berufungskläger habe zu 
Lasten der Berufungsklägerin Mehrwerte in der Firma belassen. Solches lässt 
sich denn nur schon allein deshalb ausschliessen, weil sich der Wert des 
Unternehmens während der Ehe bis zur Auflösung des Güterstands deutlich 
reduzierte. Betrug der Unternehmenswert per 31. Dezember 1994 noch Fr. 
3'535'000.--, waren es per 31. Dezember 2003 noch Fr. 2'524'000.--. Dabei 
wurde von keiner der Parteien behauptet, der Erfolg sei trotz entsprechendem 
Einsatz ausgeblieben. Das lässt darauf schliessen, dass die Bezüge letztlich 
höher waren als es dem Engagement der Parteien für die Gesellschaft ent-
sprach. So zogen sich die Parteien denn auch schon vor Jahren - nach Angabe 
der Berufungsklägerin per 31. Dezember 2000 - aus dem aktiven 
Geschäftsleben zurück (I, Stellungnahme vom 4. April 2006 act. 9 S. 4). 
Gleichwohl wurden weiterhin Saläre ausbezahlt. Nachdem die von A.X. 
geforderte güterrechtliche Auseinandersetzung mit oder ohne Einbezug der 
Konkubinatszeit "ex aequo et bono" ausser Betracht fällt, ist in einem nächsten 
Schritt auf jene Rügen einzugehen, welche die Parteien konkret gegen die 
vorinstanzliche Berechnung der güterrechtlichen Ansprüche vorbringen. 

12. Bezüglich der von den Parteien gehaltenen Wertschriften und 
Barvermögen stellte die Vorinstanz beim Berufungskläger auf dessen Steuer-
erklärung des Jahres 2006 ab. Bei der Berufungsklägerin fand die Steuerver-
anlagungsverfügung 2006 Berücksichtigung (vgl. vorinstanzliches Urteil S. 22 
und 32). Diese Urkunden, welche beide im Dossier Prozedur-Nr. 130-2007-60 
betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen (II act. 1 und III act. 8) abgelegt 
sind, beinhalten Angaben der Parteien zu ihren Vermögenswerten per 31. 

33

Dezember 2006. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, dass diese Steu-
erunterlagen zum einen eine vollständige Auflistung der massgeblichen Vermö-
genswerte enthielten. Zum anderen erhalte man damit auch die nach Art. 214 
Abs. 1 ZGB beachtlichen, dem Urteilszeitpunkt am nächsten liegenden Werte. 
Der Berufungskläger wendet ein, gestützt auf Art. 204 Abs. 2 ZGB sei die 
Auflösung des Güterstands vorliegend auf den 1. Januar 2004 zurückzubezie-
hen. Die Vorinstanz habe damit auf einen falschen Zeitpunkt abgestellt. 

a) Für die güterrechtliche Auseinandersetzung im Rahmen des 
Scheidungsverfahrens verweist Art. 120 Abs. 1 ZGB auf die besonderen 
Bestimmungen über das Güterrecht (Art. 204 ff. ZGB). Die Ehegatten stehen 
unter dem gesetzlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Nach Art. 
215 ZGB steht jedem Ehegatten die Hälfte des Vorschlages des andern zu 
(Abs. 1), wobei diese Forderungen miteinander verrechnet werden (Abs. 2). 
Vorschlag bildet gemäss Art. 210 Abs. 1 ZGB, was vom Gesamtwert der 
Errungenschaft, einschliesslich der hinzugerechneten Vermögenswerte und 
Ersatzforderungen, nach Abzug der auf ihr lastenden Schulden gegenüber dem 
andern Ehegatten und Dritten übrig bleibt. Zur Errungenschaft schliesslich 
gehören all jene Teile des Vermögens eines Ehegatten, die nicht Eigengut sind 
(vgl. die Aufzählung in Art. 197 Abs. 2 ZGB (Errungenschaft) und Art. 198 ZGB 
(Eigengut)). Errungenschaft und Eigengut jedes Ehegatten werden nach ihrem 
Bestand bei der Auflösung des Güterstandes ausgeschieden. Was die 
Ehegatten an diesem Moment an Vermögen aufweisen, ist somit der einen oder 
anderen Masse zuzuordnen (Art. 207 Abs. 1 ZGB; BGE 121 II 154). Als 
Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes gilt vorliegend der Tag der ange-
ordneten Gütertrennung, mithin der 1. Januar 2004 (vgl. Art. 204 Abs. 2 ZGB). 

b) Damit erweist es sich wohl als richtig, wenn der Berufungskläger 
verlangt, dass für die Auflösung des Güterstands bzw. den Bestand von 
Errungenschaft und Eigengut jedes Ehegatten nicht auf die Veranlagungsver-
fügung bzw. die Steuererklärung der Parteien für das Jahr 2006 abgestellt wird. 
Diese Auffassung vertritt letztlich auch die Berufungsklägerin, die ebenfalls von 
anderen Werten als die Vorinstanz ausgeht. Das heisst indes nicht, dass auch 
in Bezug auf die Bewertung auf den Zeitpunkt der Auflösung abzustellen wäre. 
Massgebend für den Wert der bei der Auflösung des Güterstandes noch 
vorhandenen Errungenschaft ist der Zeitpunkt der Auseinandersetzung (Art. 
214 Abs. 1 ZGB). Erfolgt sie im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens, ist dies 
der Tag der Urteilsfällung (Art. 214 Abs. 1 ZGB; BGE 121 III 152 E. 3a S. 154). 

34

Im Berufungsverfahren ist somit ebenfalls auf den Zeitpunkt der Urteilsfällung 
abzustellen, zumal Art. 138 ZGB zu beachten ist (vgl. Daniel Steck, FamKomm 
Scheidung, N 6 zu Art. 214 ZGB). Nach Massgabe der Dispositions- und 
Eventualmaxime ist es jedoch Sache der Parteien, allfällige 
Wertveränderungen seit Auflösung des Güterstands zu behaupten und nach-
zuweisen. 

13. Der Rechtsvertreter von A.X. beziffert die Vermögenswerte seiner 
Mandantin in Form von Bargeld und Wertschriften (ohne Aktien der B.X. AG, 
vgl. dazu die nachstehenden Erwägungen in Ziffer 18. und 19) per 31. 
Dezember 2003 auf Fr. 310'827.--. In diesem Betrag enthalten sind die Mittel 
der steuerlich nicht deklarierten Konti bei der Bank 1 im Fürstentum 
Liechtenstein (Fr. 68'480.--) und der Bank 2 (Fr. 36'000.--) sowie steuerlich 
deklarierte Wertschriften im Umfang von Fr. 206'347.--. Dieselben Beträge 
werden auch als massgebliche Verkehrswerte bei der Ausscheidung der 
Gütermassen und Berechnung des Vorschlags geltend gemacht. Die Beträge, 
welche gesamthaft über den von der Vorinstanz berücksichtigten Fr. 288'965.-
- liegen, werden vom Berufungskläger weitgehend anerkannt. Er verlangt 
lediglich die Berücksichtigung eines leicht höheren Betrags von Fr. 312'625.--. 
Zur Begründung bringt er vor, dass der Ehefrau für das Konto bei der Bank 2 
statt eines Betrags von Fr. 36'000.-- ein solcher von Fr. 38'618.-- angerechnet 
werden müsse. Wie den von der Berufungsklägerin eingelegten Belegen zu 
entnehmen ist (vgl. VI act. 152) betrug der Saldo ihres Kontos bei der Bank 2 
per 31. Dezember 2003 Fr. effektiv 38'618.--. Eine Wertveränderung wird von 
der Berufungsklägerin nicht substantiiert dargelegt. Entsprechend sind ihr für 
dieses Konto demnach Fr. 38'618.-- anzurechnen. Im Übrigen ist bei der 
Berechnung der Vorschläge auf die von den Parteien unbestritten gebliebenen 
Werte abzustellen. Demzufolge ist bei der Berufungsklägerin per 31. Dezember 
2003 von einem Vermögen in Form von Bargeld und Wertschriften in Höhe von 
Fr. 312'625.-- auszugehen. 

14. Zum Vermögen der Berufungsklägerin gehört unbestrittenermas-
sen auch eine Dreizimmer-Ferienwohnung in G.. Diese Liegenschaft wurde von 
ihr am 22. Juni 1998 zum Preis von Fr. 390'000.-- erworben und alsdann - was 
an sich unbestritten ist - noch umgebaut und möbliert. Gemäss 
Zusammenstellung von A.X. beliefen sich die Kosten der Umbauarbeiten auf 
Fr. 30'369.20, jene des Mobiliars auf Fr. 58'023.--. Nachdem sie in ihrer 
Prozesseingabe vom 6. Januar 2006 noch die Einholung einer 

35

Verkehrswertschätzung von Amtes wegen beantragt hatte (vgl. I act. 5 S. 20), 
verlangte A.X. in ihrer Stellungnahme vom 22. Februar 2006 (I act. 6 S. 14), es 
sei für die Liegenschaft inklusive Mobiliar ein Verkehrwert von Fr. 400'000.-- zu 
berücksichtigen. Anderenfalls wurde wiederum die Einholung einer Schätzung 
verlangt. 

a) Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Urteil fest, dass die Lie-
genschaft einerseits im Umfang von Fr. 160'000.-- mit Eigengut finanziert wor-
den ist. Diese Mittel sollen A.X. eigenen Angaben zufolge aus einer Erbschaft 
zugeflossen sein. Der Rest des Kaufpreises - so die Vorinstanz - sei durch Mittel 
der Errungenschaft, insbesondere durch Aufnahme einer Hypothek in Höhe von 
Fr. 200'000.-- finanziert worden. Diese Hypothekarlast habe A.X. bis auf einen 
Restbetrag von Fr. 5'000.-- reduziert. In der Folge ordnete die Vorinstanz die 
Liegenschaft der Errungenschaft von A.X. zu. Bei der Bewertung verwies die 
Vorinstanz zum einen darauf, dass der Nachweis des Verkehrswerts Sache der 
Partei sei und nicht von Amtes wegen durch Einholung einer Schätzung zu 
ermitteln sei. Zum anderen hätten die Umbauarbeiten - so die Vorinstanz - 
zweifelsohne zu einem Mehrwert geführt. Nachdem A.X. auch ihre Liegenschaft 
in F. über dem damaligen Kaufpreis veräussert habe, sei der Wert der 
Liegenschaft in G. auf Fr. 420'369.-- zu veranschlagen. Das Mobiliar wies die 
Vorinstanz ebenfalls der Errungenschaft zu, wobei angesichts des mit dem 
Zeitablauf verbundenen Minderwerts ein Betrag von Fr. 15'000.-- berücksichtigt 
wurde. Im Umfang der Erbschaft in Höhe von Fr. 160'000.-- erkannte die 
Vorinstanz schliesslich auf eine Ersatzforderung des Eigenguts von A.X. 
gegenüber ihrer Errungenschaft (vgl. vorinstanzliches Urteil S. 29 ff.). 

Die Berufungsklägerin wirft der Vorinstanz im Zusammenhang mit der 
Bewertung der Liegenschaft eine Missachtung der Verhandlungsmaxime vor. 
Zur Begründung lässt sie ausführen, B.X. habe in seiner Eingabe vom 3. März 
2006 (I act. 8 S. 4) einen Verkehrswert von Fr. 400'000.-- anerkannt. 
Entsprechend sei der von der Vorinstanz angenommene Wert von Fr. 420'369.-
- auf Fr. 400'000.-- zu korrigieren. Der Berufungskläger wehrt sich gegen die 
Behauptung der Ehefrau mit der Begründung, er habe stets dargelegt, ein Wert 
von Fr. 400'000.-- dürfe nur dann Berücksichtigung finden, wenn gleichzeitig 
darauf erkannt werde, dass Fr. 100'000.--, welche die Ehefrau aus Erbschaft 
erhalten habe, für Umbauarbeiten respektive das Mobiliar und Inventar sowie 
die Gebühren verwendet worden seien. Anderenfalls müsse eben von einem 
höheren Wert ausgegangen werden. 

36

b) Ob ein Eingeständnis einer Tatasche vorliegt, hat der Richter 
unter Berücksichtigung des gesamten Vorbringens und des Verhaltens der 
Partei im Prozess zu beurteilen (Art. 156 Abs. 3 ZPO). Die Berufungsklägerin 
verweist zum Beweis ihrer Behauptung, ihr Ehemann habe einen Verkehrswert 
von Fr. 400'000.-- anerkannt, auf dessen Ausführungen in seiner Eingabe vom 
3. März 2006 (I act. 8 S. 4). Dort wird seitens von B.X wörtlich folgendes 
ausgeführt: 

In der Prozesseingabe haben wir ausgeführt, der Kaufpreis für die 
Wohnung in G. habe Fr. 390'000.-- zuzüglich der Kosten der öffentlichen 
Beurkundung, Grundbuchgebühren und Handänderungssteuern 
betragen. Zudem seien Umbauarbeiten in Höhe von Fr. 50'000.-- 
ausgeführt worden. Die Ehefrau habe zudem Möbel und Apparate, 
Leuchten und Lampen, Bilder und Spiegel im Gesamtwert von beinahe 
Fr. 100'000.-- gekauft.

Die Ehefrau lässt ausführen, diese Wohnung habe heute einen Werte 
von ca. Fr. 400'000.--. Damit können wir uns einverstanden erklären. In 
diesem Betrag ist indessen das Mobiliar und Inventar nicht mitenthal-
ten.

In ihrer Eingabe vom 6. Januar 2006 lässt die Ehefrau ausführen, sie 
habe von Frau M. eine Erbschaft in Höhe von Fr. 160'000.-- erhalten. 
Mit diesem Betrag hat sie das Mobiliar und Inventar gekauft. Sofern 
dieser Sachverhalt von der Ehefrau anerkannt wird, stellt das Mobiliar 
und Inventar Eigengut der Ehefrau dar, weshalb auf eine Bewertung 
verzichtet werden kann. Andernfalls hat sie nachzuweisen, wie sie den 
Kauf des Mobiliars und Inventars finanzierte.

Beweis: Wir begehren zur Edition:

Aus Händen der Ehefrau:

- Nachweis darüber, wie das Mobiliar und Inventar finanziert wurde

Aus diesen Ausführungen geht klar hervor, dass B.X. mit der 
Berücksichtigung eines Verkehrswerts der Liegenschaft von Fr. 400'000.-- ohne 
Mobiliar einverstanden war. Seine Behauptung, er sei dazu stets nur unter der 
Bedingung bereit gewesen, dass Fr. 100'000.--, welche die Ehefrau aus 
Erbschaft erhalten hat, für die Umbauarbeiten, das Mobiliar und Inventar sowie 
die Gebühren berücksichtigt würden, ist unzutreffend. Die Anerkennung des 
Verkehrswerts erfolgte separat und ohne Vorbehalt. Einen Konnex zwischen 
der Verwendung von Eigengut und Anerkennung der von A.X. geltend 
gemachten Werte stellte B.X. nur in Bezug auf das Mobiliar und das Inventar 
her. Wie aus Art. 156 Abs. 1 Satz 2 ZPO folgt, gilt als unbestritten, was 
ausdrücklich zugestanden wird. Hat der Berufungskläger einen Verkehrswert 
von Fr. 400'000.-- ohne Mobiliar anerkannt, lag in Bezug auf diese Frage 
gleichsam ein Zugeständnis vor. Zugestandene Tatsachen müssen nicht 

37

bewiesen werden (Art. 156 Abs. 2 ZPO) und sind nach der 
Verhandlungsmaxime vom Richter ohne weitere Prüfung als richtig 
hinzunehmen (vgl. Frank / Sträuli / Messmer, Kommentar zur zürcherischen 
Zivilprozessordnung, § 54 N. 2, Max Guldener, Schweizerisches Zivil-
prozessrecht, S. 160). Legte die Vorinstanz im vorliegenden Fall den Ver-
kehrswert - statt vom zugestanden Wert auszugehen - über diesem fest, ver-
stiess sie damit gegen die Verhandlungsmaxime. Die Berufung von A.X. erweist 
sich demnach in diesem Punkt als begründet. Als Folge davon ist der 
Verkehrswert der Liegenschaft G. nicht mit Fr. 420'369.--, sondern mit Fr. 
400'000.-- zu veranschlagen. 

15. Der Berufungskläger verlangt, es sei der Berufungsklägerin 
gestützt auf Art. 208 ZGB ein Betrag von Fr. 45'000.-- an die Errungenschaft 
hinzuzurechnen. Zur Begründung bringt er vor, A.X. habe am 20. Januar 2001 
einen Barbezug von Fr. 45'000.-- ab ihrem Sparkonto Nr. …………. gemacht. 
Sie habe bis heute nicht erklären können, wofür sie dieses Geld verwendet 
habe (Plädoyer S. 10, Stellungnahme vom 13. Oktober 2006 I act. 12 S. 1 und 
2). 

a) Zutreffend ist, dass die Berufungsklägerin einen solchen Barbe-
zug ab ihrem Sparkonto Nr. …………. gemacht hat. Dies allerdings nicht am 
20. Januar 2001, sondern am 20. Januar 2000 (vgl. VI act. 116 Unterlagen zum 
Sparkonto Nr. ………….). In ihrer Eingabe vom 22. Dezember 2006 (I act. 14 
S. 12) führte ihr Rechtsvertreter dazu aus, seine Mandantin sei sich bezüglich 
des Betrags nicht mehr ganz sicher. Ihrer Erinnerung nach habe sie den Betrag 
nur wenige Monate auf dem Konto angelegt gehabt. Die Unterlagen für das 
Jahr 2001 würden in ihrem Ordner, den ihr der Berufungskläger erst am 13. Mai 
1006 ausgehändigt habe, fehlen. Es sei deshalb davon auszugehen, dass der 
Berufungskläger die betreffenden Unterlagen bewusst entfernt habe. Im 
vorinstanzlichen Urteil fand die von B.X. geltend gemachte Hinzurechnung 
keine Berücksichtigung. 

b) Gemäss Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB sind unentgeltliche 
Zuwendungen, die ein Ehegatte während der letzten fünf Jahre vor Auflösung 
des Güterstandes ohne Zustimmung des andern Ehegatten gemacht hat, zur 
Errungenschaft hinzuzurechen. Ausgenommen sind die üblichen Gelegen-
heitsgeschenke (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Unter den Begriff der unentgeltli-
chen Zuwendungen fallen alle Handlungen, durch welche eine andere Person 

38

ein Vermögensvorteil erhält (Hausheer / Reusser / Geiser, a.a.O., N. 20 zu Art. 
208 ZGB). Der Hinzurechnung unterliegen alsdann auch Vermögensentäusse-
rungen, die ein Ehegatte während der Dauer des Güterstandes vorgenommen 
hat, um den Beteiligungsanspruch des andern zu schmälern (Art. 208 Abs. 1 
Ziff. 2 ZGB). Vermögensentäusserungen sind unvorteilhafte entgeltliche 
Geschäfte, die bereits erwähnten unentgeltlichen Zuwendungen sowie Real-
akte wie Zerstörung, Beschädigung oder Dereliktion (Hausheer / Reusser / 
Geiser, a.a.O., N. 37 zu Art. 208 ZGB). 

ba) Die Berufungsklägerin war aufgrund eines entsprechenden 
Antrags des Berufungsklägers gehalten, über sämtliche ihrer Konten Auf-
schluss zu geben und die entsprechenden Kontounterlagen zu edieren. Wes-
halb der Berufungskläger Belege zum Verschwinden gebracht haben soll, die 
er nachgerade zur Edition verlangt und die von der Berufungsklägerin auch 
nachträglich noch von der Bank einverlangt werden können, ist schlicht nicht 
ersichtlich. Desgleichen gibt die Berufungsklägerin mit der Behauptung, der 
Betrag sei vermutlich nur während kurzer Zeit auf dem besagten Konto angelegt 
gewesen, offenkundig auch kein Aufschluss über die weitere Verwendung des 
bar abgehobenen Betrags. Eine Hinzurechnung nach Art. 208 rechtfertigt sich 
aber gleichwohl nicht. Wer eine güterrechtliche Beteiligungsforderung geltend 
macht, hat zu beweisen, dass die von ihm behaupteten Vermögenswerte im 
Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes vorhanden gewesen sind. Insofern 
reicht es auch nicht aus, einfach zu behaupten, der Verbleib eines Vermö-
genswerts der Errungenschaft - wie vorliegend die Fr. 45'000.-- - sei ungewiss 
(Urteil 5C.66/2002 des Bundsgerichts vom 15. Mai 2003 E. 2.4.2.). Dieselbe 
Beweislastverteilung gilt für behauptete Zuwendungen und Vermögensentäus-
serungen. Wer die Hinzurechnung nach Art. 208 ZGB geltend macht, hat 
nachzuweisen, dass der andere Ehegatte eine unentgeltliche Zuwendung in 
den letzten fünf Jahren vor Auflösung des Güterstandes gemacht hat oder die 
Vermögensentäusserung erfolgt ist, um den Beteiligungsanspruch des andern 
Ehegatten zu schmälern (BGE 118 II 27 E. 3.b S. 29 f. unter Hinweis auf 
Hausheer / Reusser / Geiser, a.a.O., N 66 zu Art. 208 ZGB; Urteil 5C.66/2002 
des Bundesgerichts vom 15. Mai 200 E. 2.4.2.) Der Berufungskläger legt jedoch 
nicht einmal konkret dar, was seiner Ehefrau im Zusammenhang mit den Fr. 
45'000.-- genau vorzuwerfen ist. Allein der Umstand, dass ein Vermögenswert 
einmal zur Errungenschaft gehört hat, rechtfertigt keine Hinzurechnung. 
Anhaltspunkte dafür, dass sie mit den Fr. 45'000.-- eine unentgeltliche 
Zuwendung an eine Drittperson machte, bestehen nicht. 

39

bb) Ebensowenig bestehen Indizien dafür, dass sie in 
Schmälerungsabsicht eine Vermögensentäusserung vorgenommen hat. Bei 
beiden Parteien kam es im Verlaufe der Ehe zu derart vielen Vermögensver-
schiebungen in vergleichbarem Umfang, dass sich allein aus dem Vorgang an 
sich nichts ableiten lässt. Alsdann war die Ehe der Parteien anfangs des Jah-
res 2000 zumindest noch derart intakt, dass nicht mit einer Scheidung oder 
Trennung zu rechnen war. Der Berufungskläger gibt jedenfalls vor, noch im 
März 2004 von der "von langer Hand" vorbereiteten Ehescheidung völlig über-
rascht worden zu sein (vgl. Prozesseingabe II act. 2 S. 7). Die Berufungsklä-
gerin selbst gibt an, dass sie erst Ende 2000 Veränderungen bei ihrem Ehe-
mann feststellte (I act. 5 S. 9). Bis zur Trennung vergingen nochmals mehr als 
zwei Jahre. Solchermassen lässt sich auch nicht auf die Absicht der Beru-
fungsklägerin schliessen, sie habe den Beteiligungsanspruch von B.X. 
schmälern wollen. 

bc) Hinzu kommt, dass ein Ehegatte auch nicht verpflichtet ist, Errun-
genschaft zu bilden. Er ist grundsätzlich berechtigt, ersparte Errungenschaft zu 
verbrauchen, solange er dadurch nicht seine Pflicht verletzt, an den Unterhalt 
der Familie beizutragen (BGE 118 II 27 E. 4 S. 30 f. mit Hinweis). Mangels 
Nachweis eines Anspruchs ist die Forderung demnach abzuweisen. 

16. In Bezug auf die Eigengüter unbestritten ist, dass A.X. zum 
Zeitpunkt der Auflösung des Güterstands Eigentümerin von zwei Wohnungen 
in F. war, die sie mit in die Ehe einbrachte. Einziger Streitpunkt bildet hier eine 
vom Berufungskläger geltend gemachte Ersatzforderung. 

a) Der Berufungskläger führt im Berufungsverfahren aus, bereits in 
den Rechtsschriften sei dargelegt worden, dass die Berufungsklägerin kurz vor 
der Heirat - am 8. Dezember 1994 - die Hypothekarschuld um Fr. 45'000.-- 
amortisiert habe. Hierbei sei auf Beilage 123 zu verweisen. Dieses Geld 
stamme vom Berufungskläger. Die Berufungsklägerin sei gar nicht in der Lage 
wesen, einen solchen Betrag aufzubringen. Schliesslich sei auch nicht anzu-
nehmen, dass der Berufungskläger der Berufungsklägerin den Betrag damals 
geschenkt habe. 

b) In den "Rechtsschriften" - davon gibt es vorliegend viele - ist wohl 
von Amortisationsleistungen für die Liegenschaften F. die Rede (vgl. etwa I act. 
2 S. 14, I act. 7 S. 15, I act. 6 S. 5, I act. 8 S. 1). Keine näheren Ausführungen 

40

lassen sich jedoch zur Behauptung des Berufungsklägers finden, die 
Berufungsbeklagte habe kurz vor der Heirat die Hypothekarschuld ihrer 
Liegenschaften in F. um Fr. 45'000.-- reduziert. Solches behauptete der 
Berufungskläger erstmals in seinem vor der Vorinstanz gehaltenen Plädoyer. 
Ebensowenig lässt sich in den Akten eine "Beilage 123" finden noch ist eine 
solche im Aktenverzeichnis des Bezirksgerichts Imboden überhaupt aufgeführt. 
Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Der geltend gemachte Anspruch 
erweist sich als offensichtlich unbegründet. Weshalb die Berufungsklägerin 
schlicht nicht in der Lage gewesen sein soll, die Amortisation aus eigenen 
Mitteln leisten zu können, ist nicht ersichtlich. Sie verdiente - wie ebenfalls 
bereits dargelegt wurde - in den vorangegangen Jahren gut. Namentlich wurde 
ihr auch im Jahre 1994 eine beträchtliche Gewinnbeteiligung ausgeschüttet. Als 
ein Anspruch, der im Ergebnis nur auf unbewiesenen Behauptungen beruht, ist 
die Forderung abzuweisen. 

17. Gemäss Ausführungen im angefochtenen Urteil (S.32) stellte die 
Vorinstanz bei der Ermittlung des von A.X. vor Eheschluss in Form von 
Wertschriften und Barguthaben gehaltene Eigenguts auf die Steuererklärung 
1993/94 der Parteien ab (II act. 70). Gestützt darauf bezifferte die Vorinstanz 
das von A.X. als Eigengut gehaltene Vermögen auf total Fr. 6'075.--. In diesem 
Betrag Berücksichtigung fanden ein Privatkonto bei der Bank 3 mit Fr. 965.-- 
(Kto. Nr. ……, VI act. 62 S. 5 f.), ein Anlagesparkonto bei der Bank 3 mit Fr. 
765.-- (Kto. Nr. ………, VI act. 62 S. 3) und einem Sparkonto bei der Bank 4 mit 
Fr. 4'345.-- (Kto Nr. ………., VI act. 37 S. 4). Dass A.X. diese Mittel als Eigengut 
anzurechnen sind, ist unbestritten. Die Berufungsklägerin macht jedoch 
geltend, sie habe zum Zeitpunkt des Eheschlusses über ein weiteres Konto bei 
der Bank 3 mit Fr. 1'023.-- verfügt. Alsdann habe sie 60 Aktien der Bank 3 mit 
einem Wert von Fr. 18'600.-- in die Ehe eingebracht. Unberücksichtigt 
geblieben sei alsdann ihr Kontoguthaben bei der liechtensteinischen Bank 1, 
das im Umfang von Fr. 60'000.-- ebenfalls in die Ehe eingebrachtes Gut 
darstelle. Das Geld bei der Bank 1 soll gemäss Angaben der Berufungsklägerin 
aus einer Zahlung von U. stammen. Im nämlichen Zusammenhang macht A.X. 
zusätzlich auch eine Ersatzforderung von Fr. 20'000.-- ihres Eigenguts geltend.

a) Dass die Vorinstanz bei der Ausscheidung des vorehelichen 
Eigenguts von der ersten gemeinsamen Steuererklärung der Parteien ausging, 
erweist sich fraglos als richtig. Als einziges Dokument gibt die Steuererklärung 
einen etwas umfassenderen Überblick über die damaligen Verhältnisse, wird 

41

doch in ihr der Vermögensstand der Parteien unmittelbar nach der Heirat - per 
1. Januar 1995 - wiedergegeben. Anzumerken gilt lediglich, dass es sich hier-
bei nicht - wie im angefochtenen Urteil vermerkt wurde - um die Steuererklä-
rung 1993/1994, sondern um jene der Jahre 1995/1996 handelt (II act. 70; V 
act. 17). Allerdings haben beide Parteien auch Konten geführt, die steuerlich 
nicht deklariert wurden. Diese Schwarzgeldkonten wurden von der Vorinstanz 
- was die Ausscheidung zu Eigengut und Errungenschaft betrifft - praktisch voll-
umfänglich ausser acht gelassen. 

Als Zusammenstellung der Vermögensverhältnisse hat die Steuererklä-
rung schliesslich auch eine erhebliche Beweisfunktion. Denn das Dokument 
wurde während intakter Ehe zu Steuerzwecken und damit ohne irgendwelche 
Überlegungen im Hinblick auf eine scheidungsbedingte Auseinandersetzung 
angefertigt. Der Berufungskläger hat denn auch immer wieder auf diese Steu-
ererklärung als Beweis für sein Eigengut hingewiesen. Anders die Berufungs-
klägerin. Im Grund genommen machte sie - was ihr Vermögen in Form von 
Kontoguthaben oder Wertschriften zum Zeitpunkt der Heirat betrifft - überhaupt 
keine konkreten Angaben. Mit den in der vorerwähnten Steuererklärung 
deklarierten Werten setzte sie sich in den Rechtsschriften überhaupt nicht erst 
auseinander. Sie beschränkte sich darauf, das vom Berufungskläger gestützt 
auf die Steuererklärung für den Zeitpunkt des Eheschlusses behauptete 
Eigengut an Wertschriften und Bankguthaben zu bestreiten und von ihm den 
belegmässigen Nachweis zu verlangen. Anderenfalls - so die Berufungskläge-
rin - falle alles in dessen Errungenschaft (I act. 6 S. 11 und 14). Aus diesem 
Verhalten ergibt sich zwangsläufig der Schluss, dass A.X. - was das deklarierte 
Vermögen betrifft - keine zusätzlichen Werte in die Ehe einbrachte als jene, die 
in der Steuererklärung ausdrücklich mit "F" - mithin als Werte der Ehefrau - 
schon bereits speziell gekennzeichnet wurden. Namentlich besteht kein Anlass, 
ihrer Behauptung Folge zu leisten, sie habe die in der Steuererklärung 
aufgeführten 60 Aktien der Bank 3 mit einem Wert von Fr. 18'600.-- in die Ehe 
eingebracht. Solches hat die Berufungsklägerin im Rahmen des 
Rechtsschriftenwechsels nie behauptet und auch aus der von ihr als Beweis 
angebotenen eigene Steuererklärung für die frühere Periode 1993/ 1994 (III act. 
58) ergibt sich schlicht kein Hinweis auf ein solches Aktieneigentum. Auch in 
ihren eigenen Zusammenstellungen (vgl. IV act. 54) blieben diese Aktien 
unerwähnt. Entsprechend ist der geltend gemachte Anspruch aus Eigengut 
abzuweisen. 

42

b) Bei dem weiteren Konto, das die Berufungsklägerin bei der Bank 
3 gehalten haben will, handelt es sich - wie ihrem vorinstanzlichen Plädoyer 
entnommen werden kann - um das Konto Nr. ………… bei der Bank 3. Gemäss 
Auszug wies das Konto per 31. Dezember 1994 - mithin zum Zeitpunkt des 
Eheschlusses einen Saldo von Fr. 1'023.-- aus (vgl. VI act. 62). Der Einwand 
von A.X., das Konto sei von der Vorinstanz zu Unrecht nicht berücksichtigt 
worden, trifft zu. Der Grund dafür liegt offenkundig darin, dass die Vorinstanz 
bei der Ausscheidung der (vorehelich begründeten) Eigengüter lediglich auf die 
Steuererklärung 1995 / 1996 abstellte, in welchem dieses Konto nicht 
aufgeführt war. Gemäss Schreiben der Bank 3 an den 
Bezirksgerichtspräsidenten Imboden vom 6. Juni 2007 (VIII act. 4 Pli 1) wurde 
das Konto Nr. …………..  in der Folge in die Bankverbindung Nr. ……….. 
umgewandelt. Das Konto Nr. ………. wurde dann am 16. Oktober 2003 von 
A.X. saldiert und der Saldo von Fr. 51'117.50 auf das Konto …………. bei der 
Bank 4 in D. überwiesen (vgl. VIII act. 4 Pli 5). Dieses Konto wurde zwar in der 
Folge auch nicht steuerlich deklariert, fand aber bei der Ermittlung des 
Vermögensstands per 31. Dezember 2003 beziehungsweise in dem von den 
Parteien auf diesen Zeitpunkt ermittelten Vermögen Berücksichtigung. 
Demgemäss sind die Fr. 1'023.-- - ohne dass eine Anpassung des 
Vermögensstands per 31. Dezember 2003 erforderlich wäre - ebenfalls als 
Eigengut der Berufungsklägerin auszuscheiden. 

c) In ihrer Prozesseingabe führte A.X. aus, sie habe nach der 
Scheidung von U. eine Zahlung von Fr. 80'000.-- erhalten. Vorgesehen sei 
ursprünglich eine Zahlung von Fr. 800'000.-- gewesen. Für diesen teilweisen 
Forderungsverzicht sei B.X. verantwortlich, sodass nicht nur Fr. 80'000.--, 
sondern Fr. 800'000.-- als Eigengut zu berücksichtigen seien (vgl. 
Prozesseingabe I act. 5 S. 16). Der Berufungskläger bestritt sowohl die Zahlung 
von Fr. 80'000.-- als auch die geltend gemachte Ersatzforderung in Höhe von 
Fr. 800'000.--. Erstmals anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 
führte der Rechtsvertreter von A.X. aus, seine Mandantin habe Fr. 60'000.-- der 
von U. erhaltenen Fr. 80'000.-- auf ein Konto bei der Bank 1 einbezahlt. Im 
Umfang von Fr. 20'000.-- habe A.X. eine Ersatzforderung aus Eigengut. Die 
Vorinstanz hielt im angefochtenen Urteil fest, gemäss Aktenlage habe U. im 
Jahr 1993 zwar verschiedene Zahlungen geleistet. Eine Zahlung über den 
Betrag von Fr. 80'000.-- sei indessen nicht ersichtlich. Ins Recht gelegt worden 
sei lediglich ein am 27. April 1986 unterzeichnetes Sch