# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d441594e-5a5a-59d0-8c3f-67cbecebf2a9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.12.2017 200 2017 472
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-472_2017-12-21.pdf

## Full Text

200 17 472 IV und
200 17 475 IV (2)
SCI/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Dezember 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 29. Juni 2016 und 20. April 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im August 2012 unter Hinweis auf eine depressive Störung 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 2). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) klärte daraufhin die gesundheitlichen sowie erwerbli-
chen Verhältnisse ab und erteilte am 31. Juli 2013 Kostengutsprache für 
ein Belastbarkeitstraining im Rahmen von Integrationsmassnahmen bei der 
C.________ in … vom 6. August bis 5. November 2013 (AB 39). Dieses 
wurde in der Folge bis 8. Dezember 2013 verlängert (AB 42), jedoch aus 
gesundheitlichen Gründen vorzeitig auf den 27. November 2013 beendet 
(AB 44 S. 2). Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD; AB 51 S. 2 ff.) veranlasste die IVB auf dessen Empfehlung eine 
bidisziplinäre Begutachtung durch die Dres. med. D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, und E.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin und Rheumatologie (Gutachten vom 16. bzw. 20. April 
2015; AB 73.1, 74.1; inkl. interdisziplinäre Beurteilung vom 20. April 2015; 
AB 73.2, 74.2). Gestützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebungen 
wies die IVB mit Verfügung vom 29. Juni 2016 (AB 81) – nach durchgeführ-
tem Vorbescheidverfahren (AB 76 f.) – einen Anspruch auf Leistungen der 
IV ab.

B.

Am 18. Juli 2016 wandte sich die Versicherte mit einem als Beschwerde 
gegen die Verfügung vom 29. Juni 2016 bezeichneten Schreiben an die 
IVB und beantragte, verweisend auf eine Verschlechterung des Gesund-
heitszustands, ihre Situation sei neu zu überprüfen (AB 82). Auf entspre-
chenden Hinweis der IVB, dass sie eine massgebliche Änderung seit Er-
lass der vorangegangenen Verfügung glaubhaft machen müsse (AB 83), 
liess die Versicherte medizinische Berichte einreichen (AB 85, 88). Nach-
dem die IVB eine Stellungnahme des RAD eingeholt hatte (AB 89), stellte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 3

sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 23. November 2016 (AB 90) in 
Aussicht, dass auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten werde; es sei 
nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der 
letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Hiergegen erhob die Versi-
cherte Einwand (AB 92) und liess weitere medizinische Berichte einreichen 
(AB 95 S. 1 – 12). Nach erneuter Rücksprache mit dem RAD (AB 97 
S. 2 ff.) trat die IVB mit Verfügung vom 20. April 2017 (AB 98) entspre-
chend dem Vorbescheid auf das Leistungsbegehren nicht ein.

C.

Mit Eingabe vom 18. Mai 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, gegen die Verfügung vom 20. April 2017 (Ver-
fahren IV/2017/472) Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei festzustellen, dass die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern 
vom 20. April 2017 nichtig sei.

Eventuell: Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 20. April 2017 
sei aufzuheben.

2. a) Die IV-Stelle Kanton Bern sei anzuweisen, die bei ihr eingereichte 
Beschwerde vom 18. Juli 2016 gegen die Verfügung der IV-Stelle 
Bern vom 29. Juni 2016 zuständigkeitshalber dem Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern, sozialversicherungsrechtliche Abteilung, 
zur Behandlung weiterzuleiten.

b) Anschliessend sei der Beschwerdeführerin in Anwendung von 
Art. 61 lit. b ATSG eine angemessene Frist zur Verbesserung der 
Beschwerde zu setzen.

3. Es sei der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren das 
Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege, unter Beiordnung des Unter-
zeichnenden als amtlicher Anwalt, zu erteilen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Mai 2017 eröffnete der Instrukti-
onsrichter von Amtes wegen auch hinsichtlich der Verfügung vom 29. Juni 
2016 (AB 81) ein Beschwerdeverfahren (Verfahren IV/2017/475) und verei-
nigte die beiden Verfahren.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Juli 2017 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerden gegen die Verfügungen vom 
29. Juni 2016 und 20. April 2017.

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Mit Replik vom 2. August 2017 änderte die Beschwerdeführerin ihr Rechts-
begehren Ziff. 2 wie folgt:

a) Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 29. Juni 2016 sei 
aufzuheben.

b) Die IV-Stelle Kanton Bern sei zu verurteilen, der Beschwerdeführe-
rin eine angemessene Invalidenrente auszurichten.

Mit Duplik vom 8. September 2017 hielt die Beschwerdegegnerin unter 
Beilage einer RAD-Aktennotiz vom 17. August 2017 (in den Gerichtsakten) 
an ihren gestellten Rechtsbegehren fest.

Bezugnehmend auf die prozessleitende Verfügung vom 13. September 
2017 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die Einreichung von Schluss-
bemerkungen.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. 
a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Be-
schwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vor-
instanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
die angefochtenen Entscheide berührt und hat ein schutzwürdiges Interes-
se an deren Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Auch die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Die Rechtzeitigkeit der Beschwerde hinsichtlich der Verfügung 
vom 20. April 2017 (AB 98) ist nicht fraglich und erstellt. Auf die Beschwer-
de ist somit einzutreten. Dass die Überweisung der als Beschwerde be-
zeichneten und an die Beschwerdegegnerin adressierten Eingabe vom 

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18. Juli 2016 (Postaufgabe am selben Tag; AB 82) gegen die Verfügung 
vom 29. Juni 2016 (AB 81) i.S.v. Art. 58 Abs. 3 ATSG an das Verwaltungs-
gericht unterblieben ist, gereicht der Beschwerdeführerin nicht zum Nach-
teil, da mit der Einreichung bei der unzuständigen Behörde die Rechtsmit-
telfrist ebenfalls als gewahrt gilt (vgl. Art. 60 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 39 
Abs. 2 ATSG). Ob die Beschwerdeführerin sich in der Folge ohne Wider-
spruch auf das Neuanmeldungsverfahren eingelassen hat – immerhin hat 
sie am 22. Dezember 2016 (Posteingang bei der IVB) nochmals Einwand 
gegen die Begutachtung durch die Dres. med. D.________ und 
E.________ erhoben (AB 92) – und das Beschwerderecht damit verwirkt 
hat, kann mit Blick auf das Ergebnis offen bleiben. 

1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 29. Juni 2016 (AB 81) und 
20. April 2017 (AB 98). Die Beschwerdeführerin verlangt in leistungsmässi-
ger Hinsicht die Ausrichtung einer angemessenen Invalidenrente (vgl. Re-
plik vom 2. August 2017 S. 2 I. Rechtsbegehren Ziff. 2 b). Streitig und zu 
prüfen ist damit der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invaliden-
rente.

Die Anfechtung der Verfügung vom 29. Juni 2016 (AB 81) schliesst eine 
parallele Neuanmeldung nicht aus, denn das Sozialversicherungsgericht 
beurteilt die Gesetzmässigkeit eines angefochtenen Entscheides nach dem 
Sachverhalt, der zur Zeit seines Erlasses gegeben war. Tatsachen, die 
jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegen-
stand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1 
S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 
29. Juni 2016 (AB 81) den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistun-
gen der IV zu Recht abgewiesen hat.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch einen invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsscha-
dens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten 

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Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Bei Erlass der Verfügung vom 29. Juni 2016 (AB 81) präsentierte 
sich die (medizinische) Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:

3.1.1 Am 22. August 2012 führte der Hausarzt Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine arterielle Hypertonie, eine hypertensive Gefahren-

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situation (Mai 2012), psychosoziale Belastungsfaktoren (Juni 2012) und 
eine reaktive Depression bei multipler Belastung auf. Ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Adipositas (Mai 2011), eine Hypercho-
lesterinämie, eine diabetogene SW-Lage (Juli 2012), einen Vitamin-D-
Mangel (Juli 2012), anamnestisch ein Asthma bronchiale, den Verdacht auf 
ein Schlafapnoe-Syndrom (Juni 2012; AB 17 S. 7), den Verdacht auf gas-
tro-laryngealen Reflux (Juni 2012) und Gewalt durch Ehemann (26. April 
2012). Die Patientin sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vom 25. Mai bis 
15. Juni 2012 wegen schwerer arterieller Hypertonie und vom 16. Juni bis 
31. Juli 2012 wegen Depression zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (AB 17 
S. 8).

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und –psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 29. August 2012 
(AB 16 S. 7 f.) eine schwere depressive Episode ohne psychotische Sym-
ptome (ICD-10 F32.2) und eine die Depression begleitende Angststörung 
bei multiplen medizinischen Diagnosen (ICD-10 F41.2). Die Versicherte 
leide seit ihrer Jugend an rezidivierenden depressiven Phasen. Als haupt-
sächlicher Belastungsfaktor sei ein regelmässiger inzestuöser Missbrauch 
durch den Vater zu nennen (im 5. – 12. Lebensjahr). Die aktuelle Familien-
situation sei zudem stark belastet.

Am 4. September 2012 diagnostizierte Dr. med. G.________ mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-
10 F32.11) seit 2012 und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
Persönlichkeitsstörung im Sinne von Neigung zur Abhängigkeit (ICD-10 
F60.7) seit der Jugendzeit (AB 16 S. 2). Mittelfristig bestehe eine gute Pro-
gnose (AB 16 S. 3). Die bisherige Tätigkeit sei in einem zeitlichen Rahmen 
von 50 – 80 % zumutbar (AB 16 S. 4).

3.1.3 Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste H.________ vom 
29. Oktober 2012 (AB 25 S. 1 – 3) über die Behandlung in der Akuttages-
klinik vom 23. Juli bis 14. September 2012 wurden als Diagnosen eine An-
passungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21), differen-
zialdiagnostisch (DD) eine rezidivierende Depression, zurzeit mittelgradig 
(ICD-10 F33.2), belastende familiäre Lebensumstände (dysfunktionale Fa-
milie des Sohnes mit Mangelversorgung der Grosskinder, ambivalente Be-

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ziehung zum Ex-Ehemann; ICD-10 Z63.7), Probleme bei sexuellem Miss-
brauch in der Kindheit durch Vater (ICD-10 Z61.4) und eine arterielle Hy-
pertonie (ICD-10 I10) aufgeführt (S. 2). 

In einem Bericht der Psychiatrischen Dienste H.________ vom 19. Dezem-
ber 2012 (AB 29 S. 2 ff.) zuhanden des Krankentaggeldversicherers führten 
Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und 
J.________, Psychologin, in Wiederholung der bereits im vorherigen Aus-
trittsbericht genannten Diagnosen aus, dass alle psychiatrischen Diagno-
sen die Arbeitsfähigkeit beeinflussten (S. 3). Die Patientin sei in ihrer beruf-
lichen Tätigkeit als … zu 100 % arbeitsunfähig. Dies hänge nicht von den 
Rahmenbedingungen eines Arbeitsplatzes, sondern vom aktuellen psychi-
schen Zustand ab (S. 4). Im Verlaufsbericht vom 2. April 2013 (AB 32) er-
wähnten Dr. med. I.________ und die Psychologin J.________, der Ge-
sundheitszustand habe sich seit Dezember 2012 kaum verändert (S. 1). 
Die Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig. Eine Rückkehr in ihre frühere 
berufliche Tätigkeit mit einem Arbeitspensum von 39 % sei nicht zumutbar. 
Es sei davon auszugehen, dass sich der Zustand in den nächsten drei Mo-
naten kaum ändern werde (S. 2).

3.1.4 Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im gutachterlichen Bericht vom 10. Mai 2013 (AB 33 S. 5 –
15) zuhanden des Taggeldversicherers eine rezidivierende depressive 
Störung, ursprünglich schwergradig mit psychotischen Symptomen, ge-
genwärtig teilremittiert mit aktuell leichtgradiger Ausprägung (ICD-10 
F33.8), eine Hypertonie, einen Diabetes mellitus, eine Hypercholesterinä-
mie und ein Asthma bronchiale (S. 12). Für den prognostisch gut wahr-
scheinlichen Wiedereinstieg in die berufliche Tätigkeit wäre eine Aufteilung 
des bisherigen Pensums von 40 % auf viermal Vormittags mit einer stetige-
ren und damit stressfreieren Arbeitsbelastung verbunden (S. 14).

3.1.5 Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste H.________ vom 
2. September 2013 (AB 47 S. 4 ff.) über die teilstationäre Behandlung vom 
18. September 2012 bis 2. August 2013 vermerkten Dr. med. I.________ 
und die Psychologin J.________ als Diagnosen eine rezidivierende de-
pressive Episode, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 
F33.2), belastende familiäre Lebensumstände (ICD-10 Z63.7), DD den 

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Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 
F43.1), Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch den Va-
ter (ICD-10 Z61.4) und eine arterielle Hypertonie (S. 4). 

Am 18. März 2014 (AB 49 S. 2 ff.) bezeichneten Dr. med. I.________ und 
lic. phil. L.________, Psychologin, die im Austrittsbericht vom 2. September 
2013 (AB 47 S. 4) genannten Diagnosen als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit. Die vormals noch als Verdachtsdiagnose bezeichnete 
PTBS führten sie als erstellte Diagnose auf. Zusätzlich diagnostizierten sie 
eine Schlafapnoe und einen Diabetes mellitus Typ II (S. 2). Angesichts der 
häufigen Rezidive sei eine Rückkehr ins Erwerbsleben als unrealistisch zu 
betrachten (S. 3). Es bestehe eine medizinisch begründete Arbeitsunfähig-
keit von 100 % (S. 4). 

3.1.6 PD Dr. med. M.________, Facharzt für Anästhesiologie, listete im 
Bericht vom 5. Februar 2015 (AB 64) als Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei 
ausgeprägten spondylarthrotischen Veränderungen sowie Diskushernie 
L4/5 mit moderater Pellotierung des Kaudalsacks und eine Depression auf. 
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein Asthma bronchiale, 
einen Diabetes mellitus Typ 2, ein obstruktives Schlafapnoe- und Hypo-
pnoesyndrom sowie eine arterielle Hypertonie (S. 1). Für die zuletzt aus-
geübte Tätigkeit als … bestehe seit ca. drei Jahren eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 %. Zu berücksichtigen sei, dass die Versicherte bereits zu einem 
Zeitpunkt krankgeschrieben worden sei, als die Rückenschmerzen noch 
nicht vorhanden gewesen seien. Entsprechend könne nicht festgehalten 
werden, wie sich die Rückenschmerzen bei der Arbeit auswirkten (S. 2).

3.1.7 Basierend auf dem psychiatrischen Fachgutachten von Dr. med. 
D.________ (AB 74.1) und auf der somatisch-rheumatologischen Untersu-
chung von Dr. med. E.________ (AB 73.1) stellten die Gutachter in ihrer 
interdisziplinären Beurteilung vom 20. April 2015 (AB 73.2, 74.2) folgende 
Diagnosen (AB 73.1 S. 7):

Diagnose mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0)

Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

2. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)

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Familiäre Schwierigkeiten (ICD-10 Z63.7)
Sexueller Missbrauch in der Kindheit (ICD-10 Z61.4)
Finanzielle Probleme (ICD-10 Z59)
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)

3. Chronisches lumbospondylogenes Syndrom
4. Diffuse idiopathische skelettale Hyperostose

- Bewegungseinschränkung der Brust- und der Lendenwirbelsäule
5. Chronisches Schmerzsyndrom

- nicht ausreichend somatisch abstützbar
- multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Bauchschmerzen

6. Adipositas mit BMI 35,56 kg/m2
7. Diabetes mellitus Typ 2
8. Arterielle Hypertonie
9. Schlafapnoesyndrom
10. Anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom (S. 7).

Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung vom 20. April 2015 (AB 73.2, 
74.2) führten die Gutachter aus, die Arbeitsfähigkeit sei aus rein somatisch-
rheumatologischer Sicht beurteilt für die von der Versicherten bisher aus-
geübten beruflichen Tätigkeiten zu keinem Zeitpunkt anhaltend einge-
schränkt gewesen. Für Haushaltarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig 
körperlich belastenden Arbeitsprofil könne keine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit formuliert werden. In psychiatrischer Hinsicht bestehe seit 
Sommer 2012 eine durchschnittliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von 20 %. In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die 
sowohl die somatisch-rheumatologische Komponente als auch die psycho-
somatische-psychiatrische Komponente mitberücksichtige, könne für die 
bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten vollumfänglich auf die Einschät-
zung aus psychosomatisch-psychiatrischer Sicht abgestützt werden.

3.1.8 Dr. med. F.________ nannte in der Zusammenfassung der Kran-
kengeschichte vom 20. Januar 2016 (AB 79), zusätzlich zu den bereits von 
ihm sowie in den Austrittsberichten der Psychiatrischen Dienste 
H.________ vom 29. Oktober 2012 (AB 25 S. 2) und 2. September 2013 
(AB 47 S. 4 ff.) und von Dr. med. M.________ (AB 64) genannten Diagno-
sen, einen latenten Vitamin-B12-Mangel (Juni 2013), Kopfschmerzen, DD 
Erstmanifestation einer Migräne (August 2013), Streptokokken, Laryngitis 
(Februar 2013), anamnestisch eine axiale Hypermobiliät, eine Epicondylo-
pathia humeri radialis rechts (August 2015) sowie einen Sturz mit Sakrum-
/Steissbeinkontusion und OSG-Distorsion links (25. Dezember 2013).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 29. Juni 2016 (AB 81) massgeblich auf die interdisziplinäre Begutach-
tung der Dres. med. D.________ und E.________ vom 16. bzw. 20. April 
2015 (AB 73.1 f., 74.1 f.) gestützt. Die Expertisen der beiden Fachärzte 
erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hier-
vor), weshalb ihnen volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben sich in den ärztlichen Beurteilungen 
sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt 
und ihre Schlussfolgerungen in Kenntnis der Vorakten und gestützt auf ihre 
eigenen Untersuchungen getroffen. Insbesondere diskutierten sie auch 
invaliditätsfremde Faktoren und Diskrepanzen mit anderen Arztberichten. 
Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 
sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand nachvollziehbar begründet. Auf die Gutachten der Dres. med. 
D.________ und E.________ ist somit abzustellen.

3.4 Aus den Akten geht hervor, dass auch seitens der behandelnden 
Ärzte zunächst allein depressive Episoden bzw. depressive Reaktionen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 13

attestiert wurden; dies durchaus im Bewusstsein um die schwierige psy-
chosoziale Situation wie auch den von der Beschwerdeführerin geschilder-
ten Missbrauch in der Kindheit. So berichteten die Dres. med. F.________ 
und G.________ im August/September 2012 über eine reaktive Depression 
bzw. depressive Episode, erwähnten als Belastungsfaktor den langjährigen 
Missbrauch durch den Vater als Kind und verwiesen auf die aktuelle fami-
liäre Situation (AB 16 S. 2, 7 f., AB 17 S. 7, 10). Dasselbe ergibt sich aus 
den Berichten der Psychiatrischen Dienste H.________ vom 29. Oktober 
und 19. Dezember 2012 (AB 25 S. 1 – 3, AB 29 S. 2 ff.), worin die behan-
delnden Ärzte als Diagnosen eine Anpassungsstörung, längere depressive 
Reaktion, belastende familiäre Lebensumstände sowie Probleme bei sexu-
ellem Missbrauch in der Kindheit durch den Vater aufführten. Die Diagnose 
der PTBS wurde erst im späteren Verlauf gestellt, vorerst am 2. September 
2013 DD als Verdachtsdiagnose (AB 47 S. 4) und am 18. März 2014 als 
eigene Diagnose (AB 49 S. 2). Sie ist, wie vom psychiatrischen Gutachter 
korrekt dargelegt, nicht überzeugend und entspricht auch nicht den dia-
gnostischen Leitlinien. Die Beschwerdeführerin klagt nicht über eine wie-
derholte unausweichliche Erinnerung oder Wiederinszenierung des Ereig-
nisses in Tagträumen oder Träumen (AB 74.1 S. 6, 8 [Flashbacks], 13 f.), 
was zusätzlich zum Trauma Voraussetzung ist. Sodann soll eine PTBS 
grundsätzlich nur dann diagnostiziert werden, wenn sie innerhalb von 
sechs Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis aufgetreten ist, 
während bei einer längeren Latenzzeit die klinischen Merkmale typisch sein 
müssen und keine andere Diagnose (wie beispielsweise eine depressive 
Episode) gestellt werden kann. Späte, chronifizierte Folgen von extremer 
Belastung, d.h. solche, die noch Jahrzehnte nach der belastenden Erfah-
rung bestehen, sind als andauernde Persönlichkeitsänderung nach Ex-
trembelastung (ICD-10: F62.0) zu klassifizieren (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 208). Eine PTBS, die hier auf dem Missbrauch in der Kindheit vor 
langen Jahren beruhen würde, wäre unmittelbar im Gefolge dieses Miss-
brauchs aufgetreten und hätte inzwischen – wenn sie nicht remittiert wäre – 
in eine Persönlichkeitsänderung übergehen müssen. Diese Erkenntnis der 
psychiatrischen Lehre gilt unbesehen der Tatsache, dass solche kriminel-
len Verfehlungen immer eine massive, nie mehr auslöschbare Belastung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 14

des Opfers sind. Tatsächlich bestehen bei der Beschwerdeführerin An-
haltspunkte für eine Belastungsreaktion in der Kindheit, führte die Be-
schwerdeführerin doch aus, als Kind in psychiatrischer Behandlung gewe-
sen zu sein (AB 25 S. 2, AB 29 S. 2, AB 74.1 S. 4). Daraus nun aber zu 
schliessen, es liege heute noch eine PTBS vor, ist diagnostisch nicht mög-
lich. Die Beschwerdeführerin war während Jahren beruflich eingegliedert 
(AB 2 S. 4; AB 13 S. 4 f., AB 20 S. 2 f.) und konnte ihre Söhne alleinerzie-
hend aufziehen (AB 47 S. 5, AB 33 S. 6). In Anbetracht des während Jahr-
zehnten fast blanden Verlaufs (einzig im Alter von 26 Jahren eine depressi-
ve Reaktion nach psychosozialen Belastungen; AB 74.1 S. 9 f.) verbietet 
sich bei der heute 54-jährigen Versicherten, aus einer früheren Traumati-
sierung eine aktive psychiatrische Diagnose abzuleiten. Dass sowohl die 
behandelnden Ärzte als auch die Gutachter mit Blick auf die Gefahren einer 
Retraumatisierung (nachvollziehbar) auf eine Aufarbeitung dieser früheren 
Zeit verzichten, ändert daran nichts. Hinzu kommt, dass eine Persönlich-
keitsänderung (auch von den behandelnden Ärzten) aufgrund der Befund-
lage nicht diagnostiziert werden konnte. Auch dies überzeugt vor dem Hin-
tergrund der diagnostischen Leitlinien, zumal eine feindliche oder miss-
trauische Haltung der Welt gegenüber, ein sozialer Rückzug, Gefühle der 
Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl von Nervosität wie 
bei ständigem Bedrohtsein und eine Entfremdung nicht festgestellt werden 
konnten (AB 74.1 S. 7 f.; vgl. DILLING, MOMBOUR, SCHMIDT, a.a.O., 
S. 286 f.) und damit auch keine entsprechende Ressourceneinschränkung 
besteht.

Dass die Beschwerdeführerin aufgrund der belastenden psychosozialen 
Situation die Söhne und Grosskinder wie auch ihre finanzielle Situation 
betreffend Reaktionen zeigt, ist keineswegs Zeichen einer psychischen 
Erkrankung, sondern zutiefst menschlich. Wenn die Gutachter daraus über 
die Depressivität hinaus keine invalidenversicherungsrechtlich massgebli-
che Störung ableiten, so überzeugt dies. Schliesslich stellt die gutachterlich 
diagnostizierte leichtgradige depressive Episode (AB 74.1 S. 8) in Bezug 
auf die PTBS, wie erwähnt, eine Ausschlussdiagnose dar.

Mit der Beschwerde vom 18. Juli 2016 (AB 82) hat die Beschwerdeführerin 
keine weiteren ärztlichen Berichte eingereicht. Sie hat allein die gutachterli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 15

che Beurteilung in Zweifel gezogen. Für solche Zweifel besteht (auch unter 
Berücksichtigung der im weiteren Verlauf erstellten ärztlichen Berichte) 
jedoch kein Anlass (vgl. E. 5.3 hiernach).

3.5 Auch wenn die psychiatrische Beurteilung in diagnostischer Hinsicht 
überzeugt, so kann nicht unbesehen auf die angegebene Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit abgestellt werden, wonach aus psychosomatisch-
psychiatrischer Sicht eine Einschränkung von 20 % bestehe (AB 73.2, 
AB 74.1 S. 8, 11 f., AB 74.2). So stellt es eine von der Verwaltung bzw. 
vom Gericht zu prüfende Rechtsfrage dar, ob ein ärztlicherseits diagnosti-
ziertes Leiden den Rechtsbegriff der invalidisierenden Krankheit im Sinne 
von Art. 4 Abs. 1 IVG erfüllt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
29. Juni 2011, 9C_176/2011, E. 4.1). 

Die Prüfung der rechtsprechungsgemäss geltenden Indikatoren (BGE 141 
V 281; vgl. auch Entscheide des BGer vom 30. November 2017, 
8C_130/2017 und 8C_841/2016) spricht gegen das Vorliegen einer invali-
disierenden psychischen Störung:

Im Rahmen der Kategorie funktioneller Schweregrad (BGE 141 V 281 
E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex Gesundheitsschädigung zu prüfen 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Hier ist festzuhalten, dass die Ausprä-
gung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 281 E. 
4.3.1.1 S. 298 f.) nicht übermässig ist. So gibt die Beschwerdeführerin zum 
Tagesablauf an, sie stehe um 08:00 Uhr auf und gehe dann mit ihren Hun-
den spazieren. Sie bastle gerne, höre oft Musik und erledige ihre Einkäufe 
selber (AB 74.1 S. 6). Gestützt auf diese Darlegungen kann nicht von ei-
nem andauernden, schweren und quälenden Schmerz gesprochen werden, 
was jedoch diagnosespezifisch sein müsste (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 
298 i.V.m. E. 2.1.1 S. 286). Betreffend Behandlungserfolg oder -resistenz 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) geht aus den Akten hervor, dass sich 
die Beschwerdeführerin zwar in psychiatrische Behandlung begibt und 
Psychopharmaka einnimmt (AB 74.1 S. 5), jedoch sollten die therapeuti-
schen Massnahmen gemäss dem psychiatrischen Gutachter weitergeführt 
werden (AB 74.1 S. 12). Von einer Behandlungsresistenz kann somit nicht 
ausgegangen werden. Massgeblich sich wechselseitig aufschaukelnde 
psychiatrische Komorbiditäten bestehen mit der allein leichtgradigen de-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 16

pressiven Episode neben der somatoformen Schmerzstörung nicht. Eine 
Persönlichkeitsstörung konnte ausgeschlossen werden (AB 74.1 S. 13). 
Anhaltspunkte, dass in der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin krank-
heitswertige Umstände vorliegen, welche ein Leistungsvermögen aus-
schlössen (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302), sind demnach nicht ersichtlich. 
Die somatischen Beschwerden stehen der Überwindbarkeit nicht entgegen 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.).

Der soziale Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) zeigt, dass ein Bezie-
hungsnetz besteht. Die Beschwerdeführerin gab an, engen Kontakt mit 
einem Sohn und dessen Kind sowie ihrer Schwester und einer Cousine zu 
pflegen (AB 74.1 S. 4, 6). Der Lebenskontext hält der Beschwerdeführerin 
folglich mobilisierbare Ressourcen bereit. Hinzu kommt, dass letztlich vorab 
die Erwerbstätigkeit mit eigenem Einkommen die sich aus der Bedürftigkeit 
für die Beschwerdeführerin ergebende Belastung aufheben würde.

Im Rahmen der Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) ist 
schliesslich festzuhalten, dass keine gleichmässige Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zu erheben 
war. Während die Beschwerdeführerin regelmässige soziale Kontakte 
pflegt und einen aktiven Tagesablauf lebt, kann sie sich nicht vorstellen 
einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen (AB 74.1 S. 1). Dieses Verhalten 
lässt mit Blick auf die gesamten Umstände nicht auf einen krankheitsbe-
dingten Rückzug und auf verminderte Ressourcen schliessen.

Gestützt auf die massgebenden Indikatoren ist erstellt, dass selbst unter 
Prüfung der neuen Rechtsprechung nach BGE 141 V 281 aus sozialversi-
cherungsrechtlicher Sicht den attestierten Störungen keine invalidisierende 
Wirkung zukommt.

Die somatischen Diagnosen zeitigen bereits aus medizinischer Sicht keine 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, weshalb eine 
invalidenversicherungsrechtlich relevante Invalidität diesbezüglich ebenfalls 
ausgeschlossen werden kann.

3.6 Nach dem Dargelegten fehlt es an einem invalidisierenden Gesund-
heitsschaden im Sinne des Gesetzes und der einschlägigen höchstrichterli-
chen Rechtsprechung, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 17

Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin abgewiesen hat. Die angefoch-
tene Verfügung vom 29. Juni 2016 (AB 81) ist nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde vom 18. Juli 2016 abzuweisen.

3.7 Selbst wenn jedoch die gutachterlich attestierte Einschränkung von 
20 % als invalidenversicherungsrechtlich relevant zu betrachten wäre, wür-
de sich am Ergebnis des fehlenden Rentenanspruchs nichts ändern. In der 
bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeit bestände diesfalls eine medizi-
nisch-theoretische Einschränkung von 20 % (AB 72.1 S. 11 f., AB 74.2). 
Bei einer entsprechenden Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit resultiert kein rentenbegründender Inva-
liditätsgrad (vgl. E. 2.3 hiervor), weshalb die hier einzig beantragte Rente 
(vgl. E. 1.2 hiervor und Replik S. 2) selbst bei Berücksichtigung der Ein-
schränkung zu verneinen wäre. 

4.

Zu prüfen bleibt damit, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die als 
Neuanmeldung entgegengenommene Beschwerde vom 18. Juli 2016 
(AB 82), in deren Gefolge eine Verschlechterung des Gesundheitszustands 
geltend gemacht wurde (AB 84 f.), nicht eintrat. Das heisst, ob sie richti-
gerweise davon ausging, die Beschwerdeführerin habe eine seit der Verfü-
gung vom 29. Juni 2016 (AB 81) eingetretene Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustands nicht glaubhaft gemacht.

4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der IV-
Grad in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 
Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, 
wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente 
(oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten 
Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). 
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 18

Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforde-
rungen an den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht nach 
dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend gemach-
ten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte 
bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei 
eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdarstellung 
nicht erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen weni-
ger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss – im Ge-
gensatz zum vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der behaupte-
ten Sachdarstellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht vollständig 
und unter Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

4.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur 
Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt 
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere 
Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu 
berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon 
längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung 
höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein 
gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu re-
spektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung 
ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung (oder dem Revisions-
gesuch) die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen. Der Un-
tersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für die richti-
ge und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sor-
gen hat, spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung (oder dem Revisi-
onsgesuch) kein Eintretenstatbestand geltend gemacht, sondern bloss auf 
ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die 
noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist 
der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 19

weismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergän-
zenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu 
erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gege-
benenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht eine Nichteintretens-
verfügung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das diesen Erforder-
nissen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen 
genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den 
Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 E. 
5.2.5 S. 69).

4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des 
Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung und 
rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der strei-
tigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 
S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

5.

5.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung vom 29. Juni 
2016 (AB 81), wie bereits ausgeführt, massgeblich auf die interdisziplinäre 
Begutachtung der Dres. med. D.________ und E.________ vom 16. bzw. 
20. April 2015 (AB 73.1 f.; 74.1 f.), welcher voller Beweiswert zukommt (vgl. 
E. 3.3 hiervor).

5.2 Für die Zeit nach der Verfügung vom 29. Juni 2016 (AB 81) bis zur 
angefochtenen Nichteintretensverfügung vom 20. April 2017 (AB 98) lassen 
sich in medizinischer Hinsicht den Akten im Wesentlichen die folgenden 
Angaben entnehmen:

5.2.1 Dr. med. I.________ und lic. phil. L.________ führten im Bericht 
vom 17. August 2016 (AB 85) als Diagnosen eine rezidivierende depressi-
ve Störung mit schleichendem Beginn und chronischem Verlauf, aktuell 
nach Klinikaufenthalt teilremittierte schwere Episode (ICD-10 F33.2/3), eine 
PTBS (ICD-10 F43.1), Probleme bei sexueller Gewalt in der Kindheit durch 
den Vater (ICD- 10 F61.4), belastende familiäre Lebensumstände (ICD-10 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 20

Z63.7), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit stark ausgeprägten 
dependenten sowie Borderline-Anteilen (ICD-10 F61) und eine andauernde 
Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit (ICD-10 F62.1) auf 
(S. 1). Trotz Phasen der Besserung habe sich der Zustand insgesamt suk-
zessive verschlimmert, sodass anfangs Juli 2016 erstmals ein stationärer 
Klinikaufenthalt unumgänglich geworden sei (S. 2). 

5.2.2 Im Bericht der Klinik N.________ vom 23. August 2016 (AB 88 
S. 2 ff.) über die Hospitalisation vom 1. Juli bis 13. August 2016 diagnosti-
zierte Dr. med. O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
eine rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelschwer (ICD-10 
F33.1), eine PTBS (ICD-10 F43.1), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 
mit Borderline und dependenten Anteilen (ICD-10 F61.0), Probleme bei 
sexuellem Missbrauch durch den Vater (ICD-10 Z61.4) und eine belasten-
de familiäre Lebenssituation (ICD-10 Z63.7; S. 2). Die Patientin habe in 
einem gebesserten und stabilisierten Zustand entlassen werden können, 
jedoch in eine sehr schwierige psychosoziale Situation (S. 5).

5.2.3 In der Stellungnahme des RAD vom 16. November 2016 (AB 89 
S. 3 f.) legte Dr. med. P.________, Fachärztin für Neurologie und Psychia-
trie und Psychotherapie, dar, dass seit der Begutachtung durch Dr. med. 
D.________ am 27. März 2015 ausser den in seinem Gutachten genannten 
psychiatrischen Diagnosen keine neuen psychiatrischen Diagnosen objek-
tiv ausgewiesen seien. Weder bei Eintritt in die Klinik N.________ noch bei 
Austritt seien die Diagnosekriterien nach ICD-10 einer leistungsrelevanten 
affektiven Störung erfüllt gewesen. Neue Diagnosen im somatischen Fach-
gebiet seien gemäss der Zusammenfassung der Krankengeschichte des 
Dr. med. F.________ seit der Begutachtung durch Dr. med. E.________ 
am 30. März 2015 zwischenzeitlich nicht hinzugekommen. Es könne somit 
weiterhin auf die interdisziplinäre Beurteilung der Dres. med. D.________ 
und E.________ vom 20. April 2015 abgestellt werden (S. 4).

5.2.4 Am 19. Januar 2017 vermerkte Dr. med. F.________ als aktuelle 
relevante Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, chronische 
Kopfschmerzen, eine arterielle Hypertonie, rezidivierende Synkopen unkla-
rer Ätiologie (Herbst 2016), eine Adipositas, Hypercholesterinämie, einen 
Diabetes mellitus Typ 2, ein obstruktives Schlafapnoe- und Hypopnoesyn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 21

drom mittelschwer, ein Asthma bronchiale (AB 95 S. 10), einen Vitamin-D-
Mangel, einen latenten Vitamin-B12 Mangel, den Verdacht auf gastro-
laryngealen Reflux, einen leichten Eisenmangel ohne Anämie, Unterschen-
kelödeme multifaktoriell bedingt, ein chronisches lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom sowie chronifizierte lumbospondylogene und lumboradi-
kuläre Schmerzen L5 links bei Spondylarthrosen L3-S1 mit Spondylolisthe-
se L4/5 und rezessaler Kompression L5 links (AB 95 S. 11). Aus rein soma-
tischer und hausärztlicher Sicht bestehe für leichte körperliche Tätigkeiten 
mit Wechselbelastung eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % (AB 95 S. 12). 
D. h., eine z.B. anhaltend rein sitzende Tätigkeit (z.B. an einer …) von bis 
vier Stunden wäre aufgrund der Rückenproblematik nicht zumutbar. Zudem 
müssten die psychischen Einschränkungen beim Tätigkeitsprofil berück-
sichtigt werden (S. 12).

5.2.5 In ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 2017 (AB 95 S. 1 – 9) führ-
ten Dr. med. I.________ und lic. phil. L.________ aus, anhand eines einzi-
gen Interviews habe Dr. med. D.________ eine über weite Strecken unrich-
tige, oberflächliche und oft auch gar nicht näher begründete Beurteilung 
erstellt, welche in krassem Gegensatz zu ihren langjährigen Beobachtun-
gen der Patientin stehe (S. 1). Die psychotischen Symptome, welche an-
lässlich der zahlreichen schweren depressiven Episoden immer wieder 
aufträten, seien nicht berücksichtigt worden. Im Gegenteil, der Hinweis der 
neueren Berichte auf schwere depressive Episoden werde in Frage ge-
stellt. Dass diese Berichte auf eine Verschlimmerung des Zustands hin 
zustande gekommen seien, bleibe unberücksichtigt (S. 2). Die leichte de-
pressive Episode sei, unterbrochen von mittelschweren bis schweren Epi-
soden, immer vorhanden. Mittelgradige depressive Episoden träten über 
Phasen von Wochen bis Monaten auf. Schwere depressive Episoden ohne 
psychotische Symptome träten ebenfalls immer wieder auf und dauerten in 
der Regel einige Wochen. Psychotische Symptome kämen immer wieder in 
Form von paranoiden Wahnvorstellungen und Halluzinationen vor. Für die 
Diagnose einer PTBS spreche, dass die Patientin gegenüber Unbekannten 
eine starke Fassade zeige, ihre Symptome bagatellisiere und sich nicht 
wirklich mitteilen könne (S. 3). Die Patientin erfülle gemäss ICD-10 sämtli-
che Kriterien einer PTBS (S. 4). Aufgrund der hohen Komorbiditätsrate 
könne sowohl eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 22

lastung (ICD-10 F62.0) als auch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 
mit dependenten und Borderline-Anteilen (ICD-10 F61.0) vorhanden sein 
(S. 7). Die Integrationsmassnahme im 2013 habe gezeigt, dass die Patien-
tin zwar motiviert und interessiert mitgearbeitet habe, durch ein Pensum 
von zwei Stunden täglich jedoch bereits die Grenze der Belastbarkeit er-
reicht habe. Der Zustand der Patientin habe sich seither noch weiter ver-
schlimmert (S. 8). Die rezidivierende depressive Störung und die hochgra-
dige psychische Labilität aufgrund der PTBS und der kombinierten Persön-
lichkeitsstörung, die rasche Ermüdbarkeit und die Konzentrationsprobleme 
würden die erforderliche Konstanz und Stabilität bei einem Einsatz in der 
freien Wirtschaft verhindern. Mehr als allerhöchstens drei Mal wöchentlich 
zwei Stunden Einsatz in einer geschützten Werkstatt sei der Patientin nicht 
zuzumuten (S. 9).

5.2.6 In der Stellungnahme des RAD vom 10. April 2017 (AB 97 S. 2 ff.) 
erläuterte Dr. med. P.________, unter Berücksichtigung der Angaben im 
Schreiben vom 19. Januar 2017 und des Austrittsberichts der Klinik 
N.________ vom 23. August 2016 sei seit dem 13. August 2016 (Austritt 
aus der Klinik N.________) die Psychopharmakotherapie nicht verändert 
worden. Ein aktueller Medikamentenspiegel liege nicht vor. Der am 13. Au-
gust 2016 dokumentierte Psychostatus und das soziale Aktivitätsniveau 
sprächen gesamtheitlich gegen das Vorliegen einer leistungsrelevanten 
affektiven Störung. Sie bestätigten die Leistungseinschätzung im interdiszi-
plinären Gutachten und sprächen gegen die Leistungsbeurteilung im 
Schreiben vom 21. Februar 2017. Im Bericht des Hausarztes würden – 
ausser den bereits zum Zeitpunkt der psychiatrisch-rheumatologischen 
Begutachtung – keine neuen leistungsrelevanten Diagnosen genannt 
(S. 4). Zusammengefasst ergäben sich aus den im Anhörungsverfahren 
vorgelegten Berichten keine neuen leistungsrelevanten Diagnosen und 
somit keine neuen versicherungsmedizinischen Gesichtspunkte in Bezug 
auf das im interdisziplinären Gutachten vom 20. April 2015 genannte Leis-
tungsvermögen der Versicherten. Diese werde auch weiterhin noch für 
fähig erachtet, körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten, wechselbelas-
tend und überwiegend im Sitzen, in Früh- oder Spätschicht, ohne regel-
mässige Nachtschicht, mit den betriebsüblichen Pausen vollumfänglich zu 
verrichten (S. 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 23

5.3 Nachdem die IV-Stelle eine Verbesserung der „Neuanmeldung“ an-
gemahnt hatte (AB 83), wurde zunächst mit E-Mail vom 9. August 2016 
(AB 84) eine Verschlechterung der Situation geltend gemacht. Insoweit 
haben die behandelnden Ärzte in ihrem Bericht vom 17. August 2016 
(AB 85) weitere Diagnosen, hinweisend auf eine Persönlichkeitsstörung, 
gestellt. Dies geschah wohl nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Berichts 
der Klinik N.________ über den stationären Aufenthalt vom 1. Juli bis 
13. August 2016 (AB 88 S. 2 ff.). In der Klinik N.________ erfolgte jedoch 
allein eine Depressionsbehandlung, besuchte die Beschwerdeführerin doch 
das Therapieprogramm zum Thema Depression (AB 88 S. 4 „Therapie und 
Verlauf“), was bei dem von den behandelnden Ärzten inzwischen präsen-
tierten Strauss an Diagnosen, wenn sie denn zuträfen, jedoch nicht ein-
leuchten würde. Dass von der Beschwerdeführerin (AB 88 S. 3) heute nun 
Symptome ähnlich einer PTBS geschildert werden, ändert nichts an der 
Tatsache, dass diese Symptome früher eindeutig weder von den behan-
delnden noch von den gutachtlich tätigen Ärzten zu erheben waren (vgl. 
E. 3.4 hiervor) und nach wie vor auch von den behandelnden Ärzten nicht 
objektiviert wurden. Eine seriöse Auseinandersetzung der behandelnden 
Ärzte mit den diagnostischen Leitlinien (vgl. E. 3.4 hiervor) fehlt. In dieser 
Hinsicht hat die RAD-Ärztin denn auch überzeugend auf die Diskrepanz 
zwischen bei objektiver Betrachtung an sich nach wie vor gleicher Befund-
lage und neu gestellten Diagnosen hingewiesen (AB 89 S. 3 ff.). Aus den 
seit dem 29. Juni 2016 erstellten Berichten ergeben sich keine neuen ge-
sundheitlichen Schädigungen, welche nicht bereits aus früheren Arztberich-
ten bekannt gewesen und bei der ersten Leistungsprüfung berücksichtigt 
worden wären. Mithin sind solche Veränderungen auch nicht glaubhaft im 
hier massgeblichen Sinn.

Wenn die behandelnden Ärzte sich in ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 
2017 (AB 95) nun auf eine advokatorische Kritik am Gutachten verlegen 
und eine ganze Rente verlangen, so verkennen sie ihre Aufgabe und kann 
ihnen nicht gefolgt werden. Auch in medizinischer Hinsicht überzeugt ihre 
Eingabe im Übrigen nicht. Anders als von ihnen angenommen, hat das 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________ wie bereits dargelegt 
durchaus vollen Beweiswert (vgl. E. 3.3 hiervor). Seine Einschätzung be-
wegt sich, entgegen den behandelnden Ärzten, keineswegs fernab der da-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 24

maligen Bewertung der behandelnden Ärzte. Im Gegenteil haben damals 
auch diese Ärzte selbst weit unauffälligere Befunde festgehalten, als sie 
nun auch retrospektiv geltend gemacht werden. Auch die Depressivität 
wurde als reaktiv betrachtet (AB 25 S. 2, AB 29 S. 3). Die nun geschilder-
ten angeblichen Zwangshandlungen (mehrmals tägliches Duschen), das 
Schlagen des Kopfes an die Wand und angebliche Halluzinationen (AB 95 
S. 1) waren echtzeitlich auch bei den (bereits damals seit langer Zeit) be-
handelnden Ärzten (und dann selbst noch in der Klinik N.________) nie 
Thema. Vielmehr wurden etwa Halluzinationen oder Wahnvorstellungen 
wiederholt ausdrücklich ausgeschlossen (AB 74.1 S. 7, AB 49 S. 3, AB 47 
S. 5, AB 33 S. 7, AB 29 S. 3). Diese neue, allein auf der Selbstdarstellung 
der Beschwerdeführerin basierende Einschätzung ist unbeachtlich. Die 
Ärzte haben auch nicht ansatzweise (neue) objektivierte Befunde erhoben 
und festgehalten, die – abgesehen von der sich offenbar weiter zugespitz-
ten psychosozialen Situation (AB 88 S. 5, vgl. Beschwerdebeilage [BB] 4, 
Bemerkungen auf der letzten Seite) – auf eine Verschlechterung hindeuten 
würden. Allein der Umstand einer stationären Behandlung bei gleicher Be-
fundlage macht eine Veränderung nicht glaubhaft.

5.4 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass eine wesentliche 
Veränderung des Gesundheitszustands nicht glaubhaft gemacht ist. Dies 
gilt umso mehr, als zwischen der Verfügung vom 29. Juni 2016 (AB 81) 
einerseits und dem in zeitlicher Hinsicht massgebenden Zeitpunkt der an-
gefochtenen Verfügung vom 20. April 2017 (AB 98) andererseits lediglich 
knapp zehn Monate liegen und dementsprechend an die Glaubhaftma-
chung hohe Anforderungen zu stellen sind (vgl. E. 4.2 hiervor). Damit er-
weist sich die angefochtene Nichteintretensverfügung vom 20. April 2017 
(AB 98) als rechtens und die Beschwerde vom 18. Mai 2017 ist abzuwei-
sen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 25

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten auf Fr. 1‘000.-- festzuset-
zen und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – der unterlie-
genden Beschwerdeführerin zur Bezahlung aufzuerlegen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

6.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann einer Partei überdies ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 61 lit. f 
ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2).

6.3.1 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aktenkundig (Be-
schwerdebeilgage [BB] 4). Zudem kann das Verfahren nicht als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit einer 
Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ ist demnach 
gutzuheissen. Somit ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessord-
nung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrens-
kosten zu befreien. Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechts-
anwalt B.________.

6.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 26

tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den 
gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be-
trägt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 18. September 2017 macht Rechtsanwalt B.________ 
einen Zeitaufwand von 15 Stunden bzw. ein Honorar von 
Fr. 3‘750.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 174.50 sowie die Mehrwertsteuer 
von 8 % (auf Fr. 3‘924.50) im Betrag von Fr. 313.95, total Fr. 4‘238.45, gel-
tend, was nicht zu beanstanden ist. Folglich wird der tarifmässige Partei-
kostenersatz für dieses Verfahren auf Fr. 4‘238.45 festgesetzt. Davon ist 
Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus 
der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 3‘000.-- (15 h x Fr. 200.--) 
zuzüglich Auslagen von Fr. 174.50 und Mehrwertsteuer von Fr. 253.95 
(8 % von Fr. 3‘174.50), total somit eine Entschädigung von Fr. 3‘428.45 
auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerde-
führerin gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Vor-aussetzungen 
von Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde im Verfahren IV/2017/475 betreffend die Verfügung 
vom 29. Juni 2016 wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Beschwerde im Verfahren IV/2017/472 betreffend die Verfügung 
vom 20. April 2017 wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Dez. 2017, IV/17/472, Seite 27

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

4. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

6. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 4‘238.45 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3‘428.45 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

7. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.