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**Case Identifier:** 1bc17b89-14d1-5195-93c4-f9e846d58a59
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 13.04.2022 VBE.2021.463
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-463_2022-04-13.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2021.463 / lb / ce       

Art. 39 

 

 

Urteil vom 13. April 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiber Birgelen  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch MLaw Andreas Hübscher, Rechtsanwalt, lex go AG,  

Anwaltskanzlei Baden, Bruggerstrasse 69, 5400 Baden  

 

     
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

vertreten durch Dr. iur. Sabine Baumann Wey, Rechtsanwältin, c/o Vetsch 

Rechtsanwälte AG, Pilatusstrasse 26, 6003 Luzern  

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 16. September 2021) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1977 geborene Beschwerdeführer war aufgrund seines Anstellungs-

verhältnisses bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als er am 30. September 2011 ausrutschte, auf den 

Hinterkopf fiel und sich dabei einen Schädelbruch zuzog. Die Beschwerde-

gegnerin anerkannte in der Folge ihre Leistungspflicht im Zusammenhang 

mit dem fraglichen Ereignis und richtete die entsprechenden Versiche-

rungsleistungen (Taggelder, Heilbehandlungskosten) aus. Der Beschwer-

deführer nahm die Arbeit Ende Oktober 2011 wieder zu 100 % auf. 

 

1.2. 

Am 19. Dezember 2017 meldete die neue Arbeitgeberin des Beschwerde-

führers der Beschwerdegegnerin einen am 21. Juli 2017 erlittenen Rückfall 

zum Ereignis vom 30. September 2011. Diese anerkannte daraufhin ihre 

Leistungspflicht auch für den geltend gemachten Rückfall und erbrachte ab 

dem Jahre 2017 erneut Versicherungsleistungen (Taggelder, Heilbehand-

lungskosten). Nach Einholung einer neurologischen Beurteilung ihres 

Kreisarztes verneinte sie mit Schreiben vom 1. Mai 2020 einen Anspruch 

auf Leistungen für die als Rückfall gemeldeten Beschwerden, da diese un-

fallfremd seien. Daraufhin sprach sie dem Beschwerdeführer mit Verfügung 

vom 4. Mai 2020 eine auf einer Integritätseinbusse von 35 % basierende 

Integritätsentschädigung zu; zugleich verneinte sie dessen Anspruch auf 

eine Rente, da "die Restfolgen des Unfalls" die Erwerbsfähigkeit nicht er-

heblich beeinträchtigten. Nach je dagegen erhobener Einsprache des Be-

schwerdeführers und dessen Krankenversicherers sowie Einholung einer 

Stellungnahme ihres Kreisarztes nahm die Beschwerdegegnerin ihre Ver-

fügung vom 4. Mai 2020 mit Verfügung vom 17. Mai 2021 zurück, stellte 

ihre im Zusammenhang mit dem im Jahre 2017 gemeldeten Rückfall er-

brachten Versicherungsleistungen per 1. Mai 2020 ein, weil kein solcher 

vorliege, sprach dem Beschwerdeführer für die Folgen des Unfalls – unver-

ändert – eine Entschädigung für eine Integritätseinbusse von 35 % zu und 

negierte einen Anspruch auf eine Rente mangels einer unfallbedingten Er-

werbseinbusse erneut. Die dagegen erhobene Einsprache des Beschwer-

deführers hiess die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 

16. September 2021 insofern teilweise gut, als sie ihm neu für die Zeit vom 

1. Oktober 2013 bis 4. Mai 2020 einen Verzugszins auf der Integritätsent-

schädigung zusprach. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 16. September 2021 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 18. Oktober 2021 fristgerecht Be-

schwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 - 3 - 

 

 

 

"1. Der Einsprache-Entscheid vom 16. September 2021 sei aufzuheben 
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Ab-
klärungen sowie zur Neuentscheidung zurückzuweisen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 31. Januar 2022 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid vom 16. Sep-

tember 2021 zusammengefasst davon aus, dass die ab 2017 beim Be-

schwerdeführer (neu) aufgetretenen Beschwerden im Rahmen eines Rück-

falls zum Unfallereignis vom 30. September 2011 und nicht im Rahmen des 

Grundfalls zu prüfen seien. Das Unfallereignis vom 30. September 2011 

habe gemäss der voll beweiskräftigen kreisärztlichen Beurteilung eine dia-

gnostisch ausreichend gesicherte komplette Anosmie sowie eine allenfalls 

leichte neuropsychologische Beeinträchtigung aufgrund einer strukturellen 

Hirnschädigung frontobasal verursacht; die im Jahre 2017 zusätzlich auf-

getretenen Beschwerden und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit ab 

dem 21. Juli 2017 seien dagegen nicht mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit unfallkausal. Die (vorübergehenden) Versicherungsleistungen würden 

daher auf den 1. Mai 2020 eingestellt und es sei – aufgrund einer fehlenden 

unfallbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit – ein Rentenanspruch 

zu verneinen. Angesichts des Integritätsschadens von 35 % habe der Be-

schwerdeführer Anspruch auf eine Integritätsentschädigung in entspre-

chendem Umfang, wobei diese, frühestens ab dem 1. Oktober 2013, bis 

zur am 4. Mai 2020 erfolgten Auszahlung zu verzinsen sei (vgl. Vernehm-

lassungsbeilage [VB] 175 S. 6 ff.). 

 

Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den 

Standpunkt, dass die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für seine 

aktuellen Beschwerden im Rahmen des Grundfalls zu prüfen seien und be-

treffend die Frage, ob die als Rückfall gemeldeten Beschwerden in einem 

ursächlichen Zusammenhang zum 2011 erlittenen Unfall stünden, weitere 

Abklärungen erforderlich seien. Die kreisärztliche Beurteilung erachtet er – 

auch in Bezug auf die Bezifferung der unfallbedingten Integritätseinbusse 

– als nicht schlüssig (vgl. Beschwerde, S. 5 ff.). 

 

 - 4 - 

 

 

 

1.2. 

Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin mit ihrem 

Einspracheentscheid vom 16. September 2021 zu Recht ihre vorüberge-

henden Leistungen per 1. Mai 2020 eingestellt, einen Anspruch des Be-

schwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint sowie ihm eine Integri-

tätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von (lediglich) 35 % 

zugesprochen hat. 

 

2. 

2.1. 

Am 1. Januar 2017 sind die Änderungen vom 25. September 2015 des 

UVG bzw. der UVV betreffend Unfallversicherung und Unfallverhütung in 

Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor dem Inkrafttreten der besagten Änderungen ereignet haben, nach 

bisherigem Recht gewährt. Der vorliegend streitige Vorfall ereignete sich 

am 30. September 2011, weshalb die bis 31. Dezember 2016 in Kraft ge-

standenen Bestimmungen massgebend sind. Sie werden im Folgenden 

denn auch in dieser Fassung zitiert. 

 

2.2. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 11 UVV werden die Versi-

cherungsleistungen – mit einem hier nicht interessierenden Vorbehalt – 

auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat 

die versicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, 

so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie 

infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 

Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. 

 

2.3. 

2.3.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

 - 5 - 

 

 

 

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch 

BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.3.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

(vgl. (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge-

nügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Die Sozialversicherungsorgane und das Ge-

richt haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen 

(BGE 126 V 353 E. 5b S. 360). Der Beweis des natürlichen Kausalzusam-

menhangs ist in erster Linie mittels Angaben medizinischer Fachpersonen 

zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_331/2015 vom 21. August 2015 

E. 2.2.3.1; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundes-

gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallver-

sicherung, 4. Aufl. 2012, S. 55). 

 

2.4. 

Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer ver-

meintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, mög-

licherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen 

spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit 

organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem 

anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 

S. 254). Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich somit begrifflich an ein 

bestehendes Unfallereignis (Grundfall) an. Entsprechend können sie eine 

Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn 

zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit 

beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher 

und adäquater Kausalzusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 

8C_382/2018 vom 6. November 2018 E. 2.2; BGE 118 V 293 E. 2c S. 296). 

Der Nachweis dieser Kausalität (mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit) obliegt dem Leistungsansprecher. Bei Beweislosigkeit 

fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RUMO-

JUNGO/HOLZER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 4. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2012, S. 78 f.). Bevor sich aber überhaupt die Frage der 

Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrund-

satzes richtig und vollständig zu klären (Urteil des Bundesgerichts 

 - 6 - 

 

 

 

8C_364/2008 vom 7. November 2008 E. 4.2 mit Hinweis unter anderem auf 

BGE 117 V 261 E. 3b in fine S. 264). 

 

2.5. 

Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Dis-

kussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Per-

son mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine 

Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen 

Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behand-

lungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im 

Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten 

Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bis-

herigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise 

harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während 

relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründete, wird tenden-

ziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein 

als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. Andererseits ist 

der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter 

demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person wäh-

rend der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetrete-

nen Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, 

die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kenn-

zeichnen (Urteile des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4; 

8C_185/2008 vom 17. Dezember 2008 E. 4.3). 

 

2.6. 

Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heil-

behandlung (und allenfalls Taggeld) anerkannte Leistungspflicht mit Wir-

kung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der 

Wiedererwägung oder der prozessualen Revision einzustellen, etwa mit 

dem Argument, bei richtiger Betrachtung liege kein versichertes Ereignis 

vor oder der Kausalzusammenhang zwischen Unfall und leistungsbegrün-

dendem Gesundheitsschaden habe gar nie bestanden oder sei dahingefal-

len. Eine solche Einstellung kann auch rückwirkend erfolgen, sofern der 

Unfallversicherer keine Leistungen zurückfordern will (vgl. etwa Urteil des 

Bundesgerichts 8C_786/2021 vom 11. Februar 2022 E. 2 mit Hinweisen). 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Hinsichtlich der gesundheitlichen Beschwerden nach dem Unfall vom 

30. September 2011 geht aus der Schadenmeldung UVG vom 1. Dezem-

ber 2011 hervor, dass der Beschwerdeführer einen Schädelbruch erlitten 

habe, die Arbeit aufgrund des Unfalls ab dem 13. Oktober 2011 ausgesetzt 

und am 31. Oktober 2011 wieder zu 100 % aufgenommen habe (vgl. VB 1). 

 - 7 - 

 

 

 

Zusätzlich dokumentiert war die Beschwerdegegnerin zum damaligen Zeit-

punkt lediglich mit einem Arztzeugnis des Hausarztes Dr. med. B., Facharzt 

für Allgemeine Innere Medizin, vom 20. Oktober 2011, in welchem dieser 

dem Beschwerdeführer vom 13. Oktober bis am 30. Oktober 2011 eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (vgl. VB 6 f.). In der Folge 

sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer Taggelder zu und 

erteilte ihm Kostengutsprache für die Heilbehandlung (vgl. VB 2 ff.). 

 

3.1.2. 

Den im Zusammenhang mit der Rückfallmeldung vom 19. Dezember 2017 

(vgl. VB 12) nachträglich eingeholten (echtzeitlichen) medizinischen Unter-

lagen ist weiter zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich bei seinem 

Sturz vom 30. September 2011 ein Hämatom im Bereich des Hinterkopfes 

zugezogen und kurz das Bewusstsein verloren habe. Er habe nach dem 

Unfall weitergearbeitet, bis am 12. Oktober 2011 Schwindelanfälle, Un-

wohlsein, Übelkeit sowie Angst- und Panikzustände aufgetreten seien 

(vgl. VB 19 S. 2, VB 24 S. 1, VB 27 S. 1). Der von ihm am Folgetag konsul-

tierte Hausarzt Dr. med. B. veranlasste daraufhin umgehend ein CT des 

Neurocraniums, welches eine undislozierte Occipitobasisfraktur median bis 

links paramedian, ohne epi- oder subdurales Hämatom und ohne Hirn-

ödem, ergab (vgl. VB 22). Dr. med. C., Facharzt für Neurologie, stellte am 

17. November 2011 die Diagnosen eines leichten Schädelhirntraumas mit 

posttraumatischer Anosmie, postcommotionellem Syndrom sowie reaktiver 

Angst- und Panikstörung und eines leichten Duane-Retraktionssyndroms 

Typ 1; letzteres sei entwicklungsbedingt. Das Unwohlsein, die Antriebsstö-

rung, die Konzentrationsprobleme, der leichte, ungerichtete Schwindel und 

die Angststörung seien mittlerweile "deutlich in Rückbildung begriffen" (vgl. 

VB 24). Im Anschluss daran machte Dr. med. B. lediglich noch zwei Ein-

träge in der Krankengeschichte des Beschwerdeführers (31. Oktober 2012: 

Verschreibung eines Antidepressivums; 1. Februar 2013: "Anamnese[:] 

gehe gut, sei aber teilweise sehr aktiv, dann wieder eher träge - Panikatta-

cken sind abgeklungen. Ermüde rel. rasch im Vergleich zur Situation vor 

dem Unfall, vor allem mit vielen visuellen Reizen habe vermehrt Mühe. Be-

fund[:] Geruchsinn weiterhin deutlich vermindert - Geschmacksinn i.O. 

[…]"; vgl. VB 27). 

 

3.1.3. 

Der Beschwerdeführer gab am 6. Februar 2018 gegenüber einem Aussen-

dienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin an, dass die Beschwerden nach 

dem Unfallereignis vom 30. September 2011 mit der Zeit zurückgegangen 

seien, auch wenn er vieles "überspielt" und "verdrängt" habe. Zwar habe 

vor allem sein Kurzzeitgedächtnis gelitten, doch sei seine Arbeitsleistung 

immer sehr gut gewesen, so dass er es gar nicht richtig bemerkt habe. Er 

habe daher auch keine Ärzte mehr aufgesucht. Ab ca. 2014 habe er dann 

fast täglich unter Kopfschmerzen gelitten, die er selbständig gelegentlich 

 - 8 - 

 

 

 

mit Medikamenten behandelt habe. Im Frühling 2017 sei es dann schlim-

mer geworden, es seien verstärkt Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstö-

rungen, Verspannungen im Nacken sowie gelegentlich leichte Panikatta-

cken und Angstzustände aufgetreten, weshalb er im April/Mai 2017 "den 

Notfall" des Kantonsspitals H. aufgesucht habe (vgl. VB 37 S. 1 f.). Der Be-

schwerdeführer befand sich anschliessend ab März 2017 wiederholt, ins-

besondere aufgrund von neu aufgetretenen Kopfschmerzattacken bei Ver-

dacht auf eine Occipitalisneuralgie rechts, in der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals H. in ambulanter Behandlung (vgl. VB 43 ff.). Sein neuer 

Hausarzt Dr. med. D., Praktischer Arzt, attestierte ihm ab dem 21. Juli 2017 

eine 100%ige sowie ab dem 16. Oktober 2017 eine 50%ige Arbeitsunfä-

higkeit (vgl. VB 28). 

 

3.1.4. 

Die Gutachter der asim Begutachtung, Basel (asim), stellten in ihrem von 

der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, in Auftrag 

gegebenen polydisziplinären (internistisch-psychiatrisch-neurologisch-

neuropsychologisch) Gutachten vom 27. Februar 2019 folgende Dia-gno-

sen (vgl. VB 82 S. 8 f.): 

"4.2. Relevante Diagnosen mit und ohne Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit 

 Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

 1. Mittelschwere neurokognitive Störung mit Verhaltensstörung und aus-
geprägten neurokognitiven, vor allem mnestischen Defiziten mit/bei 
- bei Status nach Schädel-Hirn-Trauma mit Occipito-Basisfraktur me-

dian Herbst 2011 
- dd posttraumatisch bei gemäss Selbstbericht langjähriger Aktivität im 

American Football 
- dd primär neurodegenerativ 
- dd äthyltoxisch (mit-)bedingt bei entsprechenden labormedizinischen 

Hinweisen 
- Vitamin-B12 im Graubereich 
- dd multifaktoriell 

 2. Unspezifischer undulierender rechts-temporo-okzipitaler Kopfschmerz 
- DD Okzipitalis-Neuralgie, atypischer Kopfschmerz 

 3. St.n. Schädelhirntrauma mit Okzipito-Basis-Fraktur median Herbst 
2011 

 Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

 1. Leicht ausgeprägte depressive Symptomatik 
- am ehesten im Sinne einer Anpassungsstörung bei Diagnose 4.2.1 

(ICD-10: F43.21) 
- DD depressive Episode, ggfls. höchstens leichtgradig 
- dd i.R.v. Diagnose 4.2.1 

 2. Aktenanamnestisch Synkope am 27.06.2017, am ehesten vasovagal 
nach Hustenstoss 

(…) 

 5. Aktenanamnestisch Angst- bzw. Panikstörung, derzeit nicht nachweis-
bar bzw. evident 

 - 9 - 

 

 

 

  (…)" 

 

Die asim-Gutachter führten aus, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwer-

deführers aufgrund der mittelschweren neurokognitiven Funktionsstörung 

für alle Tätigkeiten "am ersten Arbeitsmarkt" aufgehoben sei. "Gemäss 

Anamnese, insbesondere gemäss Aktenlage, [könne] von einer Ver-

schlechterung des kognitiven Befundes im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit 

spätestens im Verlauf des Jahres 2017 ausgegangen werden" (vgl. VB 82 

S. 9 f.). 

 

3.2. 

Ob zwischen nach einem Unfall aufgetretenen gesundheitlichen Beein-

trächtigungen und nach einem leistungsfreien Intervall erneut geltend ge-

machten Beschwerden Brückensymptome bestanden, ist rechtspre-

chungsgemäss gestützt auf ärztliche Aussagen zu beurteilen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_271/2013 vom 30. Juli 2013 E. 4 mit Hinweisen). Ein 

medizinischer Behandlungsbedarf zwischen dem Abschluss der Behand-

lung im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. September 2011 

spätestens per Ende November 2011 (vgl. die von Dr. med. B. erstellte 

Krankengeschichte [VB 27]) und der im März 2017 aufgenommenen Be-

handlung im Kantonsspital H. (vgl. VB 46) ist in keinen echtzeitlichen ärzt-

lichen Berichten ausgewiesen. Den Schilderungen des Beschwerdeführers 

gegenüber der Beschwerdegegnerin lässt sich denn auch entnehmen, 

dass er sich erst im Frühjahr 2017 aufgrund von Kopfschmerzattacken wie-

der in ärztliche Behandlung begab und bis am 21. Juli 2017 durchgehend 

voll arbeitstätig war (vgl. VB 37). Zwar erwähnte er im Rahmen der neuro-

logischen Begutachtung bei der asim, "er habe eine Therapie bei einer Psy-

chiaterin gemacht, die habe ihm Medikamente gegeben" (vgl. VB 82 S. 51); 

in den Akten finden sich indes lediglich Hinweise auf eine psychiatrische 

Behandlung im November 2011 (vgl. von Dr. med. E., Fachärztin für Psy-

chiatrie und Psychotherapie, ausgestellte Rezepte vom 4. November 2011 

sowie vom 10. November 2011 [VB 23]; siehe auch VB 24 S. 1) sowie eine 

unter dem Titel "Aktenauszug" von den Gutachtern der asim erwähnte – 

offenbar erst nach der Rückfallmeldung aufgenommene – entsprechende 

Therapie ("Bericht I." vom 8. März 2018 gemäss Aktenauszug des asim-

Gutachtens vom 27. Februar 2019 [VB 82 S. 21 f.]). Da sich diese Aussage 

– wie im Übrigen auch andere Aussagen des Beschwerdeführers im Rah-

men der Anamneseerhebung durch die asim – zeitlich nicht genau einord-

nen lässt, kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer zwi-

schenzeitlichen (im Zusammenhang mit dem Unfall vom 30. September 

2011 stehenden) psychiatrischen Behandlung ausgegangen werden. Die 

Aktenlage spricht vielmehr für die Annahme eines – auch unter Berücksich-

tigung der nachträglich eingeholten echtzeitlichen medizinischen Unterla-

gen – zu Recht erfolgten formlosen Abschlusses des (Grund-) Falls seitens 

der Beschwerdegegnerin, handelte es sich doch zumindest zum damaligen 

 - 10 - 

 

 

 

Zeitpunkt insgesamt um keinen Unfall mit kompliziert verlaufenem Hei-

lungsprozess und fortgesetzter Behandlungsbedürftigkeit und Arbeitsunfä-

higkeit (vgl. E. 2.5. hiervor). Es ist mithin nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die ab 2017 beim Beschwer-

deführer aufgetretenen Beschwerden im Rahmen eines Rückfalls zum Un-

fallereignis vom 30. September 2011 prüfte. 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheent-

scheid in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilun-

gen ihres Kreisarztes Dr. med. F., Facharzt für Neurologie. 

 

4.1.1. 

In seiner Beurteilung vom 20. April 2020 führte Dr. med. F. aus, der Be-

schwerdeführer sei nach dem Unfallereignis vom 30. September 2011 be-

reits nach vier Wochen wieder in der Lage gewesen, die zuvor ausgeübte 

anspruchsvolle berufliche Tätigkeit aufzunehmen und diese bis 2017 voll-

schichtig weiterzuführen. Aus diesem Verlauf könne geschlossen werden, 

dass die damalige frontobasale Hirnkontusion allenfalls höchstens eine 

leichte neuropsychologische Beeinträchtigung bedingt habe. Wesentliche, 

mit einer frontobasalen Verletzung einhergehende Exekutivstörungen hät-

ten nicht vorgelegen haben können. Hätte die nun nachgewiesene mittel-

schwere neuropsychologische Beeinträchtigung bereits damals bestanden, 

wäre der berufliche Werdegang des Beschwerdeführers, der nach dem Un-

fall während mehrerer Jahre wieder erfolgreich seiner anspruchsvollen Tä-

tigkeit nachgegangen sei, "definitiv" nicht möglich gewesen. Es fänden sich 

weder in der Klinik noch in der Bildgebung Hinweise, weshalb sich eine 

durch das Trauma von 2011 induzierte Verschlechterung im neuropsycho-

logischen Befund hätte einstellen können. Dafür müsse mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit "eine unfallunabhängige Ursache" vorliegen. Auch die 

2017 erstmals diagnostizierte Occipitalis-Neuralgie, welche laut behan-

delnden Neurologen damals neu aufgetreten sei, könne nach zwischenzeit-

lich sechsjährigem offenbar asymptomatischen Verlauf der Kopfschmerzen 

und mangels einer diese hinreichend erklärenden strukturellen unfallbezo-

genen Läsion nicht überwiegend wahrscheinlich kausal auf den Unfall zu-

rückgeführt werden. 

 

Insgesamt stünden die im Juni 2017 durch den Beschwerdeführer beklag-

ten, ab 21. Juli 2017 eine Arbeitsunfähigkeit begründenden Beschwerden 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis vom 30. September 2011. Letzteres habe (lediglich) eine dia-

gnostisch ausreichend gesicherte komplette Anosmie sowie eine allenfalls 

leichte neuropsychologische Beeinträchtigung aufgrund einer strukturellen 

Hirnschädigung frontobasal hinterlassen, welche einen Integritätsschaden 

von 35 % bedeuteten. Zur weiteren Abklärung seien die im asim-Gutachten 

 - 11 - 

 

 

 

vorgeschlagenen Untersuchungen sinnvoll, "sollten jedoch nicht zu [L]as-

ten der Suva erfolgen" (vgl. VB 121 S. 8 ff., VB 122). 

 

4.1.2. 

In zwei Aktennotizen vom 2. Juni 2020 sowie vom 22. Juni 2020 

(vgl. VB 149, VB 155) hielt der Kreisarzt (erneut) fest, dass weder aus der 

Anamnese noch aus dem klinischen Befund oder aus der Bildgebung 

Gründe für einen Rückfall abgeleitet werden könnten, welcher zu einer nun 

erheblichen und auch progredienten Verschlechterung der bis 2017 kom-

pensierten neuropsychologischen Defizite geführt habe. Die kernspintomo-

graphisch dargestellten strukturellen Traumafolgen reichten nicht aus, um 

eine mittelschwere neuropsychologische Beeinträchtigung zu begründen. 

Überdies wäre bei einer mittelgradigen neuropsychologischen Störung eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit bis sechs Jahre nach dem Unfallereignis nicht 

erklärbar, sei gemäss der entsprechenden Fachliteratur doch bei einem 

solchen Schweregrad von einer Arbeitsunfähigkeit von 50-70 % in Berufen 

mit hohen Anforderungen auszugehen. Es sei nicht seine Aufgabe gewe-

sen, weitere Abklärungen zur Kausalität der neuropsychologischen Stö-

rung vorzunehmen, sondern er habe die Schwere der neuropsychologi-

schen Beeinträchtigungen rekonstruieren müssen, die der Unfall vom 

30. September 2011 hinterlassen habe. Angesichts von bis 2018 fehlenden 

neuropsychologischen Untersuchungen habe er die Schwere aus Indizien 

(MRI-Befund, Arbeitsfähigkeit, Lebensführung) ableiten müssen. Neu-

ropsychologische Folgen eines Schädelhirntraumas würden sich im zeitli-

chen Verlauf nach dem Trauma bessern und nicht – wie vorliegend – nach 

sechs Jahren "plötzlich" verschlechtern. Beim Beschwerdeführer liege 

auch kein "Sonderfall", bspw. in Form eines posttraumatischen Hydroce-

phalus oder einer therapieresistenten posttraumatischen Epilepsie, vor. 

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Beurteilung von Kreisarzt 

Dr. med. F. sowohl hinsichtlich der Unfallkausalität der als Rückfall gemel-

deten Beschwerden als auch hinsichtlich des Schweregrades der neu-

ropsychologischen Beeinträchtigung sowie der Arbeitsfähigkeit nicht zuver-

lässig und schlüssig sei. Weder die Beschwerdegegnerin noch der Kreis-

arzt hätten weitere Abklärungen zur Unfallkausalität der fraglichen Symp-

tomatik vorgenommen, obwohl die Gutachter der asim solche vorgeschla-

gen hätten. Der zur Beurteilung der Unfallkausalität der Beschwerden, de-

rentwegen ihm ab dem 21. Juli 2017 eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt 

worden sei, relevante Sachverhalt stehe noch gar nicht fest; eine reine Ak-

tenbeurteilung erweise sich demnach als ungenügend. Auf die kreisärztli-

chen Einschätzungen könne mithin nicht abgestellt werden (vgl. Be-

schwerde, S. 6 ff.). 

 

 - 12 - 

 

 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 

231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

5.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 

225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 mit Hinweisen; Urteil des Bun-

desgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4). 

 

5.3. 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_674/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.2.1 mit Hinwei-

sen). Eine medizinische Aktenbeurteilung ist als Entscheidungsgrundlage 

zulässig, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Unter-

suchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 

und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sachverständige 

muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenlo-

ses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 

26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweis auf RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95 E. 5d; 

8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2). 

 

6. 

6.1. 

Kreisarzt Dr. med. F. begründete in seiner Aktenbeurteilung nachvollzieh-

bar und schlüssig, weshalb die im Jahre 2017 als Rückfall gemeldeten Be-

 - 13 - 

 

 

 

schwerden nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit auf das Unfallereignis vom 30. September 2011 zurückzuführen seien. 

So zeigte er (auch vor dem Hintergrund des in den medizinischen und wei-

teren Akten dokumentierten Verlaufs) überzeugend auf, dass der Unfall im 

Jahre 2011 – angesichts des vergleichsweise glimpflich ausgegangenen 

Schadenereignisses ohne weiteren medizinischen Behandlungsbedarf und 

mit insgesamt günstigem Heilungsverlauf sowie einer nach einer lediglich 

rund zweiwöchigen Periode der Arbeitsunfähigkeit während Jahren wieder 

im Vollzeitpensum ausgeübten angestammten Tätigkeit und der guten 

Funktionalität im Alltag (vgl. dazu E. 3.1. hiervor; VB 37 S. 1 f.) – überwie-

gend wahrscheinlich höchstens eine leichte neuropsychologische Beein-

trächtigung verursacht hatte (vgl. VB 121 S. 9 f., VB 149 S. 1). Insbeson-

dere die über viele Jahre erhaltene – gemäss eigener Aussage (vgl. VB 37 

S. 2) – sehr gute Arbeitsleistung und volle Leistungsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in seinem anspruchsvollen Beruf als Aussendienstmitar-

beiter liesse sich – wie Dr. med. F. auch mit Verweis auf die entsprechende 

Fachliteratur schlüssig darlegte (vgl. VB 121 S. 9, VB 155 S. 1 f.) – mit ei-

ner durch den Unfall im Jahre 2011 bedingten mittelschweren neuropsy-

chologischen Beeinträchtigung, wie sie (erst) ab dem Jahre 2017 beim Be-

schwerdeführer nachgewiesen wurde, nicht vereinbaren. Entgegen der 

Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde, S. 8 f.) kann über-

dies – auch mangels gegenteiliger fachärztlicher Beurteilungen – auf die 

(nachvollziehbaren) Ausführungen von Dr. med. F. abgestellt werden, wo-

nach sich eine durch ein Schädelhirntrauma erlittene leichte neuropsycho-

logische Beeinträchtigung grundsätzlich im zeitlichen Verlauf höchstens 

verbessern, nicht aber – etwa in Form einer neu mittelschweren neuropsy-

chologischen Beeinträchtigung – plötzlich verschlechtern (vgl. VB 155 S. 2) 

bzw. sich nach so vielen Jahren nicht plötzlich eine progrediente Ver-

schlechterung bisher gut kompensierter neuropsychologischer (unfallkau-

saler) Defizite einstellen könne (vgl. VB 121 S. 9, VB 149 S. 1). 

 

6.2. 

Hinzu kommt, dass sich auch den weiteren medizinischen Unterlagen keine 

Hinweise entnehmen lassen, wonach zwischen dem Unfall vom 30. Sep-

tember 2011 sowie den im Jahre 2017 aufgetretenen Beschwerden über-

wiegend wahrscheinlich ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehen 

würde. So sah sich etwa die Neuropsychologin Dr. phil. G., Klinik für Neu-

rologie, Kantonsspital H., in ihrem neuropsychologischen Untersuchungs-

bericht vom 4. Dezember 2017 ausserstande, die von ihr erhobenen kog-

nitiven und Befunde auf der Verhaltensebene und die damit in Zusammen-

hang stehenden Funktionseinschränkungen ätiologisch zuzuordnen (vgl. 

VB 51 S. 3). Selbst die asim-Gutachter erachteten das im Herbst 2011 er-

littene Schädelhirntrauma mit Occipito-Basisfraktur als nur eine von meh-

reren möglichen Ursachen für die spätestens im Verlauf des Jahres 2017 

aufgetretene und seither fortbestehende, mit einer vollständigen Arbeitsun-

 - 14 - 

 

 

 

fähigkeit verbundene mittelschwere neurokognitive Störung mit Verhaltens-

störung und zogen auch durch die langjährige sportliche Betätigung als 

American Football-Spieler erlittene Traumata, eine neurodegenerative Er-

krankung oder eine durch Alkoholabusus entstandene Schädigung als Ur-

sachen in Betracht (vgl. VB 82 S. 7 ff., S. 45, S. 57, S. 73). Die blosse Mög-

lichkeit eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 30. Sep-

tember 2011 und den als Rückfall gemeldeten Beschwerden genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs indessen nicht (vgl. E. 2.3.2. hier-

vor). 

 

6.3. 

Zwar wiesen die asim-Gutachter in ihrer Konsensbeurteilung ausdrücklich 

darauf hin, dass ihrer Auffassung nach weitere medizinische diagnostische 

Abklärungen zur Ursache der "ätiologisch unklaren neurokognitiven Stö-

rung" und insbesondere zur "Abgrenzung zwischen möglichen unfallbe-

dingten und nicht unfallbedingten ätiologischen Zuordnungen der Störung" 

erforderlich seien, und empfahlen konkret "eine FDG-PET, eine erneute 

Lumbalpunktion mit Bestimmung von Tau, Amyloid-beta und Neurofilamen-

ten zum Ausschluss einer neurodegenerativen Genese" (vgl. VB 82 S. 10; 

siehe auch VB 82 S. 8, S. 45, S. 57, S. 60, S. 73). Solche Abklärungen wür-

den allenfalls für die Diagnosesicherung und die weitere Therapie wichtige 

Erkenntnisse liefern (vgl. VB 82 S. 8, S. 60), nicht aber für die Beurteilung 

einer allfälligen Unfallkausalität. Liesse sich mit diesen eine neurodegene-

rative Erkrankung feststellen, würde damit die (für sich allein bereits nach-

vollziehbare) kreisärztliche Einschätzung einer fehlenden unfallbedingten 

(traumatischen) Genese bloss bestätigt. Könnte eine Krankheit als Ursache 

ausgeschlossen werden, wäre damit aber weiterhin nichts darüber ausge-

sagt, ob das durch das Unfallereignis vom 30. September 2011 erlittene 

Trauma überwiegend wahrscheinlich zumindest eine Teilursache für die im 

Jahre 2017 als Rückfall gemeldeten Beschwerden gesetzt hatte. 

 

6.4. 

Zusammenfassend bestehen mithin keine auch nur geringen Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen Aktenbeurtei-

lungen (vgl. E. 5.2. hiervor). Diese erfüllen die Anforderungen der Recht-

sprechung an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme (vgl. E. 5.1. 

hiervor), weshalb sich die Beschwerdegegnerin darauf stützen durfte. Es 

ist somit zwar möglich, jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt, dass die im Jahre 2017 aufgetretene, seither persistierende und mit 

einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit verbundene mittelschwere neu-

ropsychologische Beeinträchtigung zumindest teilweise auf das Unfaller-

eignis vom 30. September 2011 zurückzuführen ist. Vielmehr ist mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (nebst der Anosmie) 

lediglich von einer leichten neuropsychologischen Störung als Folge des 

fraglichen Unfalls auszugehen, welche indessen – wie bereits in den Jah-

 - 15 - 

 

 

 

ren zuvor – auch ab dem 21. Juli 2017 keine Einschränkung der Arbeitsfä-

higkeit zu begründen vermag. Weitere medizinische Abklärungen vermö-

gen an diesem Ergebnis – entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-

rers (vgl. Beschwerde, S. 7) – nichts zu ändern, so dass darauf in antizi-

pierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann (vgl. SVR 2001 IV Nr. 10 

S. 27 E. 4 sowie BGE 124 V 90 E. 4b S. 94 und 122 V 157 E. 1d S. 162, je 

mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 491 E. 1b S. 494). Dass die Beschwer-

degegnerin die ab etwa Mitte des Jahres 2017 unter dem Titel "Rückfall" 

erneut erbrachten vorübergehenden Leistungen einstellte, ist damit ebenso 

wenig zu beanstanden (vgl. E. 2.6. hiervor) wie die Verneinung eines Ren-

tenanspruchs des Beschwerdeführers. 

 

7. 

7.1. 

Der Beschwerdeführer bemängelt schliesslich, dass ihm die Beschwerde-

gegnerin bloss eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse 

von 35 % zugesprochen habe. Es stehe ihm allein für die neuropsycholo-

gische Beeinträchtigung gestützt auf SUVA-Tabelle 8 eine Integritätsent-

schädigung von 50 % zu, was "gemeinsam mit der Anosmie" eine Integri-

tätsentschädigung von insgesamt 65 % ergebe (vgl. Beschwerde, S. 10 f.). 

 

7.2. 

Dr. med. F. legte in seiner Beurteilung vom 20. April 2020 den Integritäts-

schaden wie folgt fest: Die leichte neuropsychologische Beeinträchtigung 

aufgrund der frontobasalen strukturellen Hirnverletzung ziehe nach SUVA-

Tabelle 8 eine Integritätsentschädigung von 20 % nach sich. Nach "Anhang 

3, Art. 36, Abs. 2 UVG" sei überdies für den Verlust des Geruchs- oder Ge-

schmackssinns eine Integritätsentschädigung von 15 % zuzusprechen, 

was insgesamt "ein[en] Integritätsschaden auf neurologischem Fachge-

biet" von 35 % ergebe (vgl. VB 122). Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 6.4. 

hiervor), ist lediglich eine leichte, nicht aber eine mittelschwere neuropsy-

chologische Beeinträchtigung überwiegend wahrscheinlich auf das Unfall-

ereignis vom 30. September 2011 zurückzuführen, was gemäss der ein-

schlägigen SUVA-Tabelle 8 (Integritätsschaden bei Hirnfunktionsstörungen 

nach Hirnverletzung) (nur) einen Integritätsschaden von 20 % begründet. 

Gemäss Anhang 3 der UVV führt der (unfallbedingte) Verlust des Geruch-

sinns zu einer Integritätseinbusse von 15 %. Die kreisärztliche Schätzung 

des Integritätsschadens auf insgesamt 35 % ist somit nachvollziehbar und 

einleuchtend begründet. Daher ist nicht zu beanstanden, dass die Be-

schwerdegegnerin darauf abgestellt hat. 

 

8. 

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die vorüber-

gehenden Versicherungsleistungen auf den 1. Mai 2020 eingestellt, einen 

Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint und ihm 

 - 16 - 

 

 

 

für die verbleibenden Folgen des Unfalls vom 30. September 2011 eine In-

tegritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 35 % zugespro-

chen. Die gegen den Einspracheentscheid vom 16. September 2021 erho-

bene Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

 

9. 

9.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

9.2. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter; 2-fach) 

die Beschwerdegegnerin 

das Bundesamt für Gesundheit 

 

  

 - 17 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6,  

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 13. April 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Birgelen