# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d5741d0-6fcf-5c4b-a80e-1a436167771d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2008 E-5376/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5376-2008_2008-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5376/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Markus König (Vorsitz),
Richterin Nina Spälti Giannakitsas,
Richterin Marianne Teuscher,
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

A._______,
Kongo (Kinshasa),
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung);
Verfügung des BFM vom 18. Juli 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5376/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der  Beschwerdeführer  am am 5. Oktober  2004  um Asyl  nach-
suchte, das BFM dessen Asylgesuch mit Verfügung vom 1. Juli 2005 
im Wesentlichen unter Hinweis auf die Unglaubhaftigkeit der Asylvor-
bringen  ablehnte  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete,

dass die gegen diese Verfügung des BFM am 27. Juli 2005 erhobene 
Beschwerde von der damals zuständigen  Schweizerische Asylrekurs-
kommission (ARK) mit Urteil vom 9. September 2005 im vereinfachten 
Verfahren als offensichtlich unbegründet abgewiesen wurde,

dass die ARK mit  Urteil  vom 26. Oktober 2005 auf ein Revisionsge-
such des Beschwerdeführers vom 29. September 2005 nicht eintrat,

dass der Beschwerdeführer am 3. Juli 2008 beim BFM ein auf die Fra-
ge der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs beschränktes Wie-
dererwägungsgesuch  einreichte,  dieses  im  Wesentlichen  mit  einer 
deutlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes begründe-
te und seinem Gesuch zwei Arztberichte beilegte,

dass das BFM mit Verfügung vom 18. Juli 2008 - eröffnet am 24. Juli 
2008 - das Wiedererwägungsgesuch abwies und feststellte, seine Ver-
fügung vom 1. Juli 2005 sei rechtskräftig sowie vollstreckbar und einer 
allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. August 2008 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 
und die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 18. Juli 2008, die Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie den Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  die  Zuerkennung  der  aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde respektive den Erlass vollzugshem-
mender vorsorglicher Massnahmen beantragte,

dass mit  der Beschwerde eine Fürsorgebestätigung, die Kopie eines 
bereits bei den Akten liegenden Arztberichts sowie mehrere Fotografi-
en eingereicht wurden,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
21. August 2008 den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer vorsorgli-
chen  Massnahme  gestützt  auf  Art.  56  des  Bundesgesetzes  vom 

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20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021)  bis  zum  definitiven  Entscheid  über  die  aufschiebende 
Wirkung der Beschwerde aussetzte,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM entscheidet  (Art. 105  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass nach Lehre und Praxis Wiedererwägungsentscheide grundsätz-
lich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmit-
telweg weitergezogen werden können und das Bundesverwaltungsge-
richt auch zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
ist,

dass das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sich nach dem 
VwVG richtet,  soweit  das  VGG oder  das  AsylG  nichts  anderes  be-
stimmt (vgl. Art. 73 VGG und Art. 6 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ein gesetzlich nicht 
geregelter  Rechtsbehelf  darstellt,  auf  dessen  Behandlung  durch  die 
verfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht,

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dass  jedoch  gemäss  herrschender  Lehre  und  ständiger  Praxis  des 
Bundesgerichts  aus  Art.  29  der  Bundesverfassung  der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter be-
stimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf 
Wiedererwägung abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren 
Hinweisen)  und  demnach  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  unter 
anderem einzutreten ist,  wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt 
seit dem ursprünglichen Entscheid in wesentlicher Weise verändert hat 
und  mithin  die  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich 
eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist,

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung im Wesent-
lichen  auf  seinen  Gesundheitszustand  sowie  in  diesem Zusammen-
hang auf  den mit  seinem Wiedererwägungsgesuch vom 3. Juli  2008 
eingereichten ärztlichen Bericht vom 21. Mai 2008 verweist, wonach er 
unter anderem an einer mittelgradigen depressiven Episode mit soma-
tischem Syndrom, an Bluthochdruck, schwerem Übergewicht,  Venen-
schwäche, verminderten Blutplättchen, und diversen Schmerzen leide 
(vgl. Beschwerde S. 2 f.),

dass nach Durchsicht  der Akten die vom BFM in der angefochtenen 
Verfügung vom 18. Juli  2008 vorgetragenen Argumente als nachvoll-
ziehbar und überzeugend zu qualifizieren sind und die Abweisung des 
Wiedererwägungsgesuchs vom 4. Juli  2008 praxiskonform und ange-
messen erscheint,

dass  die  gesundheitlichen Beschwerden  des Beschwerdeführers  be-
reits im Rahmen des ordentlichen Asylverfahrens thematisiert und von 
BFM und ARK als  dem Wegweisungsvollzug nicht  entgegenstehend 
qualifiziert worden sind,

dass beide Behörden zum Schluss gekommen sind, die unbestrittenen 
Gesundheitsbeschwerden  seien  im  Heimatland  des  Beschwerdefüh-
rers behandelbar (vgl. BFM-Verfügung vom 1. Juli 2005, S. 5; ARK-Ur-
teil vom 9. September 2005, S. 11, mit Hinweis auf die Verfügung des 
Instruktionsrichters vom 8. August 2005, mit der ein Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung wegen Aussichtslosigkeit 
der Beschwerdebegehren abgewiesen worden war),

dass der Beschwerdeführer im Übrigen in seinem Rechtsmittel selber 
ausführte, es möge "wohl zutreffen, dass die einzelnen Erkrankungen 

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für sich alleine genommen in B._______ mehr oder weniger angemes-
sen behandelt werden könnten" (vgl Beschwerde, S. 4),

dass unter Würdigung der gesamten Akten auch nach Auffassung des 
Bundesverwaltungsgerichts kein wiedererwägungsrechtlich erheblicher 
Sachverhalt dargetan worden ist,

dass aufgrund der vorstehenden Erwägungen davon abgesehen wer-
den kann, auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers im 
Einzelnen einzugehen, weil diese am Ergebnis nichts zu ändern ver-
mögen,

dass das BFM das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers 
zu Recht abgewiesen hat und demzufolge die Verfügung des BFM vom 
1. Juli 2005 rechtskräftig und vollstreckbar bleibt,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
hingegen gutzuheissen ist, nachdem die prozessuale Bedürftigkeit des 
Beschwerdeführers ausgewiesen ist  und seine Beschwerde nicht  als 
aussichtslos gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG qualifiziert werden musste, 
weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind,

dass die Gesuche um Anerkennung der aufschiebenden Wirkung und 
um  Befreiung  von  der  Vorschusspflicht  mit  dem  vorliegenden  Ent-
scheid in der Sache gegenstandslos geworden sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
In  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werden keine Verfah-
renskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- das C._______ ad _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

Versand: 

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