# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2557977-108d-59b4-90c4-6ea92d83c283
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 17.01.2023 SB220093
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220093_2023-01-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB220093-O/U/hb 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castro-

villi und Ersatzoberrichter lic. iur. Vogel sowie die Gerichtsschrei-

berin MLaw Wolter 

 

Urteil vom 17. Januar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfachen Betrug etc. und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, 
vom 12. Oktober 2021 (GG210020) 
 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 5. März 

2021 (Urk. 17) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 48, S. 53 ff.) 

«Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie 
− des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG  

i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG. 

2. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 15. Juli 2019 (Geschäfts-

Nr. GG190014-I) für eine Freiheitsstrafe von 5 Monaten sowie für eine Geld-

strafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 60.– (entsprechend Fr. 3'600.–) unter  

Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren gewährte bedingte Strafvollzug wird 

widerrufen und es werden die Strafen für vollziehbar erklärt. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der vorstehend gemäss Dispositiv-

Ziffer 2 widerrufenen bedingten Geldstrafe bestraft mit einer Geldstrafe von 

180 Tagessätzen zu je Fr. 60.– (entsprechend Fr. 10'800.–) als Gesamtstrafe 

und teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 

15. Juli 2019 (Geschäfts-Nr. GG190014-I). 

4. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

5. Die Zivilansprüche der Privatkläger 1 und 2 werden auf den Zivilweg verwie-

sen. 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'200.00  die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'000.00   Gebühr für die Strafuntersuchung 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

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7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

8. (Mitteilung) 

9. (Rechtsmittel)» 

Berufungsanträge: 

a) Des Beschuldigten: 

(Urk. 52/1; Prot. II S. 4) 

«1. Mit Ausnahme des Schuldpunkts bezüglich des Fahrens oh-
ne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG 
i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG wird das Urteil des Bezirksgerichts 
Bülach vom 12. Oktober 2021 vollumfänglich angefochten. 

 2. Der Berufungskläger sei in Bezug auf den Tatbestand des 
mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB frei-
zusprechen. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Las-
ten Staates.» 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 55, schriftlich) 

  Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

  

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Erwägungen: 

I.  Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröff-

nete Urteil (Prot. I S. 43, Urk. 33) liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 

19. Oktober 2021 und damit rechtzeitig durch seine erbetene Verteidigung 

Berufung anmelden (Urk. 38; Art. 399 Abs. 1 StPO).  

1.2. Mit Verfügung vom 25. Januar 2022 berichtigte die Vorinstanz ihr Ur-

teil vom 12. Oktober 2021 in Anwendung von Art. 83 Abs. 1 StPO, indem sie 

das Urteilsdispositiv um die bis dahin versehentlich nicht festgehaltene Kos-

tenauflage ergänzte, welche ausgangsgemäss zu Lasten des Beschuldigten 

ausgefallen war (Art. 426 Abs. 1 StPO; Urk. 42). 

Am 8. Februar 2022 versandte die Vorinstanz das eingangs im Dispositiv 

wiedergegebene, nun begründete Urteil (in der berichtigten Fassung; Urk. 44 

= Urk. 48) an die Parteien, bei welchen es am 9. Februar 2022 einging 

(Urk. 46).  

1.3. Die Berufungserklärung namens des Beschuldigten erfolgte am 

28. Februar 2022 (Datum Poststempel) und damit innert der zwanzigtägigen 

Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO (Urk. 52/1). Gleichzeitig teilte die erbetene 

Verteidigung mit, das Mandat werde mit der Zustellung der Berufungserklä-

rung niedergelegt (Urk. 52/1). 

Mit Präsidialverfügung vom 2. März 2022 (Urk. 53) wurde die Berufungser-

klärung den Privatklägern und der Staatsanwaltschaft zugestellt und Frist 

angesetzt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Ausserdem wurde der Be-

schuldigte unter Hinweis auf sein Aussageverweigerungsrecht aufgefordert, 

ein Datenerfassungsblatt auszufüllen und seine finanziellen Verhältnisse zu 

belegen.  

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Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils (Urk. 55). Die Privatkläger liessen sich innert der Frist nicht vernehmen 

(vgl. Urk. 54/2 und 54/3).  

Am 22. März 2022 ging das vom Beschuldigten eingereichte Datenerfas-

sungsblatt über seine persönlichen und finanziellen Verhältnisse ein (Urk. 

56, ohne Beilage von Belegen).  

In einer Eingabe vom 20. Juni 2022 (Datum Poststempel, eingegangen am 

Folgetag) legte der Beschuldigte schriftlich die Gründe für seine Berufung 

dar (Urk. 58). 

Am 8. Juli 2022 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 17. Januar 2023 

vorgeladen. Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt der Beschuldigte an 

seinen bisherigen Anträgen fest (Prot. II S. 3).  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Insoweit wird die Rechtskraft gehemmt. Demge-

genüber erwachsen die nicht von der Berufung erfassten Punkte in Rechts-

kraft (Art. 437 StPO). 

2.2. Von der Berufung explizit ausgenommen ist laut der Berufungserklä-

rung vom 28. Februar 2022 der Schuldspruch wegen Fahrens ohne Berech-

tigung (Dispositiv-Ziffer 1, 2. Lemma). Ansonsten focht der Beschuldigte das 

vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an (Urk. 52/1).  

Der Beschuldigte bestätigte anlässlich der Berufungsverhandlung, an seiner 

Berufungserklärung vom 20. Juni 2022 und der darin gemachten Beschrän-

kung (Urk. 58) festzuhalten. Eine Ausdehnung des Berufungsgegenstands 

wäre ohnehin nicht mehr möglich gewesen. Die Frist von Art. 399 Abs. 3 

StPO ist verbindlich; nach Ablauf der Rechtsmittelfrist kann der Umfang der 

Berufung nicht mehr ausgedehnt werden (vgl. BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 

2014, Art. 399 N 3 und 6). 

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2.3. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen Fahrens ohne Berechtigung 

im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG (Dispositiv-

Ziffer 1, 1. Lemma) ist somit in Rechtskraft erwachsen, wovon vorab Vor-

merk zu nehmen ist (Art. 399 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 402 und 

437 StPO sowie Art. 404 StPO). 

II.  Schuldpunkt 

1. Ausgangslage 

1.1. Soweit im Berufungsverfahren noch verfahrensgegenständlich, wirft 

die Anklage dem Beschuldigten zwei Internet-Bestellbetrüge vor, wobei es in 

beiden Fällen um Verkäufe je eines Mobiltelefons «iPhone XS» gegen Vor-

kasse über die Verkaufsplattform B._____.ch geht (vgl. Urk. 17 S. 2–5; kor-

rekt zusammengefasst bereits von der Vorinstanz in Urk. 48 E. II/1 f. S. 4 ff.).  

Dossier 1: 

Beim einen Vorfall (Dossier 1) soll der Beschuldigte unter Verwendung 
des Verkäuferaccounts «C._____» [dem Account seiner damaligen Le-
benspartnerin] ein neues und originalverpacktes Mobiltelefon «iPhone 
XS, Space Gray, 256 GB» (belegt mit Fotografien und einer Kaufquittung) 
für Fr. 1'011.– zuzüglich Fr. 9.– Lieferkosten zum Verkauf inseriert haben. 
Tatsächlich soll der Beschuldigte aber – so der Vorwurf – gar keinen 
Leistungswillen gehabt haben. In der Folge habe der Geschädigte 
D._____ am 9. Juli 2019 das inserierte Mobiltelefon ersteigert und den 
Kaufpreis von Fr. 1'020.– noch gleichentags per Kreditkarte bezahlt. Via 
die Verkaufsplattform soll der Kaufbetrag ca. 1–2 Wochen später auf das 
Konto des Beschuldigten geflossen sein. Noch am Tag der Ersteigerung 
soll der Geschädigte den Beschuldigten kontaktiert haben hinsichtlich der 
Lieferung. Der Beschuldigte soll ihm beschieden haben, er könne das 
Mobiltelefon erst nach seiner Rückkehr aus dem Ausland zukommen las-
sen. Nach mehrmaligem Nachfragen des Geschädigten und seiner Mittei-
lung, das Telefon spätestens am 25. Juli 2019 zu benötigen, soll der Be-
schuldigte am 22. Juli 2019 mitgeteilt haben, er könne diese Frist (entge-
gen dem zuvor erweckten Eindruck) nicht einhalten und werde daher den 
Kaufbetrag zurückerstatten. Dies habe der Beschuldigte mit einem 
Printscreen seiner Zahlungsanweisung an die E._____ [Bank] (mit Valuta 

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23. Juli 2019) dokumentiert. Mit E-Mail vom 24. Juli 2019 habe er den 
Geschädigten erneut für die Rückzahlung auf den nächsten Tag vertrös-
tet. Effektiv sei die Zahlungsanweisung mangels Deckung auf dem Konto 
nicht ausgeführt worden; eine Rückzahlung sei nie erfolgt. 

Stattdessen soll der Beschuldigte am 12. August 2019 – mithin weit nach 
der vereinbarten Lieferfrist und auch nach der inzwischen vereinbarten 
Geldrückerstattung – ein zuvor in der Postfiliale F._____ zu Werbezwe-
cken ausgestelltes Fotobuch eingepackt und das Paket dem Geschädig-
ten gesandt haben, nur um in der Folge unter Beibringung der Paketauf-
gabebestätigung zu erklären, er habe das Kaufsobjekt nun ordnungsge-
mäss geliefert. 

All dies habe der Beschuldigte in der Absicht getan, den vom Geschädig-
ten im Voraus entrichteten Kaufpreis für sich zu verwenden, ohne dafür 
die angebotene Ware zu leisten (Urk. 17 S. 2 f., zusammengefasst). 

Dossier 2: 

Beim andern, zweiten Vorfall soll der Beschuldigte unter Benutzung des 
Verkäuferaccounts «G._____» ein Mobiltelefon «iPhone XS, 512 GB, sil-
ver» (wiederum belegt mit Fotografien und einer Kaufquittung) für 
Fr. 955.80 zum Verkauf inseriert haben. Tatsächlich aber soll der Be-
schuldigte – so der Vorwurf – auch hier gar keinen Leistungswillen ge-
habt haben. In der Folge habe der Geschädigte H._____ am 16. Sep-
tember 2019 das inserierte Mobiltelefon ersteigert und den Kaufpreis von 
Fr. 955.80 tags darauf vereinbarungsgemäss auf ein Bankkonto des Be-
schuldigten bezahlt.  

Der Beschuldigte habe daraufhin aber das Mobiltelefon nicht geliefert, 
sondern den Geschädigten hingehalten mit der Begründung, er liege we-
gen eines Unfalls im Spital – er werde ihm jedoch umgehend den Kauf-
preis zurückerstatten. Als der Geschädigte auf die Lieferung des iPhones 
bestanden habe, habe ihm der Beschuldigte beschieden, er könne das 
iPhone nicht mehr liefern und werde den Kaufbetrag zurückerstatten. Und 
am 27. November 2019 habe er dem Geschädigten eine schriftliche 
Schuldanerkennung ausgestellt, wonach er nicht nur den Kaufpreis von 
Fr. 955.80, sondern darüber hinaus Fr. 75.– für die lange Wartezeit ent-
richten werde, dies bis am 1. Dezember 2019. Zu einer Zahlung sei es 
indes nie gekommen, und am 26. Januar 2020 habe der Beschuldigte 
dem Geschädigten mitgeteilt, er sei nach Kanada ausgewandert. 

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All dies habe der Beschuldigte in der Absicht getan, den vom Geschädig-
ten im Voraus entrichteten Kaufpreis für sich zu verwenden, ohne dafür 
die angebotene Ware zu leisten (Urk. 17 S. 2 f., zusammengefasst). 

In rechtlicher Hinsicht erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des mehr-

fachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB. 

1.2. Wegen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist strafbar, wer 

in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jeman-

den durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irre-

führt  

oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem 

Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Ver-

mögen schädigt. 

Was die Vorinstanz zu den allgemeinen Voraussetzungen zur Erfüllung des 

Betrugstatbestandes ausführte (Urk. 48 E. IV/1.2 S. 21–24), ist nicht zu be-

anstanden, und es kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.3. Vom Beschuldigten nicht bestritten (und durch das Untersuchungser-

gebnis klar gedeckt) ist zunächst, dass es überhaupt zu den beiden in die 

Anklage aufgenommenen Verkaufsgeschäften kam (Prot. II S. 11, Prot. I 

S. 13 f., Urk. D1/5/1-2; Prot. I S. 29 f.). Unbestritten ist sodann auch die 

Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und den Käufern nach dem 

Online-Vertragsschluss (Prot. I S. 17 ff. und S. 32 ff.), weitgehend ist sie 

denn auch dokumentiert (Urk. D1/5/3-5; Urk. D2/3/1-3, D2/5/6).   

In Abrede gestellt wird vom Beschuldigten aber, und zwar in beiden Fällen, 

dass er die Käufer absichtlich darüber täuschte, dass er jeweils von Beginn 

weg gar keinen Leistungswillen gehabt, sondern vielmehr in der Absicht ge-

handelt habe, sich unrechtmässig zu bereichern. Bestritten sind vom Be-

schuldigten noch weitere Elemente des in die Anklage aufgenommenen Tat-

sachenfundaments – allen voran beim Dossier 1, dass er dem Käufer im 

späteren Verlauf der Geschäftsabwicklung anstelle des verkauften iPhones 

ein Fotobuch sandte. Der Beschuldigte weist allgemein von sich, in diesen 

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beiden Verkaufsfällen je unredliche Beweggründe gehabt zu haben, auch 

wenn sein Verhalten wohl diesen Anschein erweckt habe (Prot. I S. 25, 29 

und 41; Prot. II S. 11). 

An der Berufungsverhandlung hielt der Beschuldigte abermals fest, dass er 

zwar anerkenne, Fehler gemacht zu haben; es seien aber keine bösen Ab-

sichten dahinter gestanden. Er habe in jener Zeit unter gesundheitlichen 

Problemen gelitten (Prot. II S. 11, 14 f., 17). Er monierte zudem, dass der 

Grundsatz «in dubio pro reo» nicht angewandt worden sei (Prot. II S. 16). 

1.4. Die Argumentation der Verteidigung vor Vorinstanz ging dahin, dass 

es an der für die Tatbestandserfüllung erforderlichen Arglist, am Vorsatz und 

an der Absicht der unrechtmässigen Bereicherung in beiden Fällen fehle.  

Beim ersten Vorfall (Dossier 1) habe der Beschuldigte dem Geschädigten 

angeboten, den Kaufpreis zurückzuvergüten, weshalb bloss eine Gefähr-

dung des Vermögens vorgelegen habe, was zur Erfüllung des Betrugstatbe-

stands nicht ausreiche. Nachdem sich der Geschädigte einer Stornierung 

des Geschäfts aber entgegengesetzt habe und nicht nur den Kaufgegen-

stand, sondern überdies die Rückerstattung des Kaufpreises verlangt und 

auch noch den Käuferschutz von B._____ aktiviert habe, habe es dem Be-

schuldigten nicht mehr klar sein können, wie er sich zu verhalten habe (wo-

bei er in der Lage gewesen wäre, den Kaufpreis zurückzuerstatten). Es liege 

daher eine die Arglist ausschliessende Opfermitverantwortung vor. Darüber 

hinaus könne – zumindest in dubio pro reo – nicht davon ausgegangen wer-

den, dass der Beschuldigte vorsätzlich getäuscht habe und sich unrecht-

mässig bereichern habe wollen. Der Beschuldigte habe glaubhaft darlegen 

können, wie es auf seiner Seite allenfalls zu Fehlern habe kommen können, 

wie es schon früh zu Unstimmigkeiten zwischen den Vertragsparteien ge-

kommen sei und wie er dann möglicherweise den Überblick verloren habe 

(Urk. 34 N 7–10). 

Ähnlich lautete vor Vorinstanz die Argumentation bezogen auf den zweiten 

Vorfall (Dossier 2): Wiederum sei es bloss zu einer Vermögensgefährdung 

gekommen, da der Beschuldigte im fraglichen Zeitpunkt zur Rückerstattung 

- 10 - 

fähig und willens gewesen sei, was insbesondere mit der unterzeichneten 

Schuldanerkennung untermauert sei. Ausserdem habe der Beschuldigte 

aufgrund des vom Geschädigten aktivierten Käuferschutzes davon ausge-

hen können, dass allenfalls der gesamte Kaufpreis zurückerstattet würde. In 

subjektiver Hinsicht liege kein Täuschungsvorsatz vor; der Beschuldigte sei 

im Besitz des verkauften Mobiltelefons und auch willens sowie in der Lage 

gewesen, dieses zu liefern. Zudem habe der Beschuldigte mit der Ausstel-

lung der Schuldanerkennung die Absicht kundgetan, den Kaufpreis zurück-

zuerstatten, wodurch die fehlende Bereicherungsabsicht zusätzlich verifiziert 

worden sei. Nach Meinung des Beschuldigten sei der Kaufpreis letztlich zu-

rückerstattet worden; sollte dem tatsächlich nicht so sein, wäre dies – so die 

Verteidigung – auf ein unvorsätzliches Versäumnis aufgrund der damals be-

lasteten Lebenssituation des Beschuldigten zurückzuführen (Urk. 34 N 13 f.).  

2. Grundsätze der Sachverhaltserstellung 

Was die Vorinstanz allgemein zu den Grundsätzen der Sachverhaltserstel-

lung (inkl. Methodik bezüglich äusserer und innerer Sachverhaltselemente; 

Urk. 48 E. III/1.1.1 S. 7 f.) sowie zu den Anforderungen an einen rechtsge-

nügenden Schuldbeweis und den Beweiswürdigungsregeln (dabei insbe-

sondere zur Aussagewürdigung; Urk. 48 E. III/2 S. 11 f.) aufführt, ist nicht zu 

beanstanden.  

Der Beschuldigte rügt eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo». 

Nach ihm wurde diesem Grundsatz im gesamten bisherigen Strafverfahren 

nicht nachgelebt. Vielmehr habe man von Anfang an «nichts anderes ge-

macht», als Indizien gegen ihn «zu finden und im Sinne einer Verurteilung 

anzuwenden» (Urk. 58 S. 1). Die Erwägungen der Vorinstanz vertiefend wird 

der besagte Grundsatz und der Indizienbeweis nachfolgend näher beleuch-

tet: 

Gemäss der in Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Maxime «in dubio pro reo» 

ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der ei-

ner strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO; 

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BGE 138 V 74 E. 7, BGE 127 I 38 E. 2a). Aus der Unschuldsvermutung – als 

Beweislastregel – ergibt sich, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die 

Schuld des Beschuldigten zu beweisen, und dass nicht dieser seine Un-

schuld nachweisen muss (ZK StPO-WOHLERS, 3. Aufl. 2020, Art. 10 N 6; 

SCHMID/JOSITSCH, Handbuch StPO, 3. Aufl., 2017, N 216 f.; BSK StPO-

TOPHINKE, Art. 10 N 19, 80; BGE 127 I 40; BGE 120 Ia 37). Der Grundsatz 

«in dubio pro reo» ist verletzt, wenn das Strafgericht einen Beschuldigten 

(einzig) mit der Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nach-

gewiesen (BGE 127 I 38 E. 2a mit Hinweis). 

Als Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz «in dubio pro reo» aus-

serdem, dass sich das Strafgericht nicht von einem für den Angeklagten un-

günstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrach-

tung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der 

Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_1168/2020 

vom 11. Oktober 2022 E. 1.1 mit Hinweisen).  

Wenn, wie hier, für verschiedene unmittelbar rechtserhebliche Punkte keine 

direkten Beweise vorliegen, ist der Nachweis der Tat mit Indizien, das heisst 

mit indirekten, mittelbaren Beweisen, zu führen. Der Indizienbeweis ist dem 

direkten Beweis gleichwertig, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indizien, 

deren «Mosaik», zu würdigen ist. Da ein Indiz immer nur mit einer gewissen 

Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, ein-

zeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält es daher 

auch den Zweifel. Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschie-

denen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen 

Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten 

und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis 

von Tat und/ oder Täter zu schliessen. Der Indizienprozess als solcher ver-

letzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr abgeleiteten Teilrech-

te. Der Grundsatz «in dubio pro reo» findet auf das einzelne Indiz keine An-

wendung (Urteile des Bundesgerichts 6B_1168/2020 vom 11. Oktober 2022 

E. 1.1 und 1.3; 6B_360/ 2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in BGE 

143 IV 361; 6B_605/ 2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 und 

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6B_1021/2016 vom 20. September 2017 E. 4.1 mit Hinweisen); der Grund-

satz entfaltet seine Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes. Massge-

bend ist nicht eine isolierte Betrachtung der einzelnen Beweise, welche für 

sich allein betrachtet nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit begründen und 

insofern Zweifel offenlassen, sondern deren gesamthafte Würdigung (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 2.3.2; ZK StPO-

WOHLERS, Art. 10 N 27; OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. 

Aufl. 2020, Rz. 1090). 

3. Massgebliche Beweismittel zum bestrittenen Sachverhalt 

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel genannt, deren Verwert-

barkeit und deren Inhalt umfassend und richtig wiedergegeben, worauf  ver-

wiesen werden kann (Urk. 48 E. III/3.1–3.3 S. 12–15 sowie E. III/4.1–4.3 S. 

18 f.).  

4. Beweiswürdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete die beiden zu beurteilenden Sachverhalte gestützt 

auf die massgeblichen Beweismittel im Wesentlichen als erstellt, und zwar 

sowohl vom äusseren Ablauf her (Urk. 48 E. III/3.4 S. 16 ff.; E. III/4.4 S. 19 

ff.), als auch was die subjektiven Elemente betrifft (Urk. 48 E. IV/1.4 S. 31; 

E. IV/2.3 S. 37). Es kann vorweggenommen werden, dass den von der Vor-

instanz aus dem Beweismaterial gezogenen Schlüssen im Ergebnis zu fol-

gen ist. Ausführlich, sehr sorgfältig und zutreffend hat die Vorinstanz die 

Beweismittel gewürdigt, indem sie die einzelnen Indizien differenziert ab-

handelte und einzeln und schliesslich in ihrer Gesamtheit würdigte. 

Die nachstehenden Erwägungen sollen die wesentlichsten Punkte nochmals 

aufgreifen; sie verstehen sich insofern als Verdeutlichung der vor-

instanzlichen Beweiswürdigung. Ferner sollen sie auch erläutern, warum 

trotz der vom Beschuldigten vorgebrachten Kritik angesichts der Beweislage 

keine unüberwindlichen Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO verblei-

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ben, dass sich die beiden Sachverhalte so zugetragen haben, wie es schon 

die Vorinstanz ihrer rechtlichen Würdigung zugrunde gelegt hat. 

5. Anklagevorwurf Dossier 1: Verkauf an D._____ 

5.1. Bestrittene Falschsendung eines Fotobuchs  

Der Beschuldigte hält es für eine Unterstellung resp. für unbewiesen, dass er 

dem Privatkläger 1 statt das verkaufte Mobiltelefon ein Fotobuch ins Postpa-

ket tat (vgl. Urk. 58 S. 2). Sinngemäss moniert er, dass nicht überprüft wor-

den sei, ob das Paket während des Transports durch jemanden geöffnet und 

der Inhalt ausgetauscht wurde (Urk. 58 S. 2). Nach ihm hätte ausserdem der 

Käufer zuerst zur Poststelle gehen und einen Rapport erstellen lassen müs-

sen, damit die Post den Sachverhalt hätte prüfen können (Urk. 58 S. 2, Prot. 

II S. 13).  

Für sich betrachtet ist tatsächlich nicht von vornherein ausgeschlossen, dass 

eine unbekannte Person, beispielsweise in der Paketdistribution, den Paket-

inhalt ausgewechselt hat, um sich das iPhone anzueignen. Angesichts der 

Vorgeschichte mit dem Hin und Her in der Kommunikation zwischen dem 

Beschuldigten und dem Privatkläger 1 über die verzögerte Lieferung des 

Kaufgegenstands bzw. Rückerstattung (vgl. Urk. D1/5/4) wäre dies zwar ein 

eher sonderbarer Zufall; es könnte aber sein. Die allgemeine Lebenserfah-

rung spricht indes eher gegen einen Zufall; wahrscheinlicher scheint ange-

sichts der Vorgeschichte, dass der Beschuldigte in jener Situation dachte, er 

könnte sich mit einem solchen Trick aus einer empfundenen Drucksituation, 

vor allem gegenüber B._____, befreien.  

Wenngleich die Motivlage für sich betrachtet noch nicht als Beweis genügt, 

spricht dieser Aspekt als Indiz gegen die Version des Beschuldigten. Wie 

gesagt, findet der Grundsatz «in dubio pro reo» auf das einzelne Indiz keine 

Anwendung; die Möglichkeit des Andersseins bleibt noch offen. Und viel-

leicht wäre das Indiz noch etwas stärker, wenn der Privatkläger 1 das Paket 

vor den Augen des Paketboten geöffnet hätte und dieser womöglich den 

Vorgang noch zu Beweiszwecken gefilmt hätte, damit dem Privatkläger 1 

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nicht vorgeworfen werden kann, er habe sich den Rückerstattungsanspruch 

erhalten wollen, weil er inzwischen keine Verwendung mehr für das iPhone 

gehabt habe (so der Beschuldigte in Urk. D1/2/4 F/A 67). Selbst wenn man 

den Akt der Empfangnahme des Pakets aber lückenlos dokumentieren 

könnte, wäre noch immer nicht völlig ausgeschlossen, dass schon vorher, 

während des Sortiervorgangs im Paketzentrum, der Paketinhalt ausgewech-

selt worden wäre.  

Laut Urk. D1/6/3 erfolgte die Zustellung des Pakets, indem das Paket ins Ab-

lagefach (Milchkasten) gelegt wurde. Es könnte theoretisch also auch sein, 

dass das Paket dort eine Weile lang unbeaufsichtigt lag und sich irgend-

jemand daran zu schaffen machte. Bei der Post sogleich einen Rapport zu 

verlangen, hätte jedenfalls nichts daran geändert, dass es – rein theoretisch 

– gleich mehrere Möglichkeiten gab, wie es theoretisch auch noch hätte sein 

können. Im Übrigen wurden Abklärungen der Post in die Strafuntersuchung 

einbezogen (vgl. Urk. D1/10). Zum Vorbringen des Beschuldigten anlässlich 

der Berufungsverhandlung, wonach er irritiert sei, dass der Privatkläger 1 

den Erhalt des nicht bestellten Fotobuches erst so spät gemeldet hätte (Prot. 

II. S. 13), ist festzuhalten, dass zwischen der Paketzustellung und der Mel-

dung nur wenige Stunden vergingen (Urk. D1/6/4).  

Diese Denkvarianten illustrieren, dass man sich häufig weitere theoretische 

Möglichkeiten ausdenken kann, wie es auch hätte sein können. Dass es sol-

che alternativen Möglichkeiten gibt, muss noch nicht zum Freispruch führen. 

Wie schon erwogen, ist entscheidend die Gesamtheit der Indizien, deren 

«Mosaik» (vgl. oben E. II/2).  

Zum vorstehend besprochenen Indiz kommen noch weitere hinzu: Allen vo-

ran das Gewicht der Sendung bei der Aufgabe. Dieses passt mit 0,44 kg zur 

Sendung mit einem Fotobuch (Urk. D1/6/2–3), aber nicht zum Gewicht des 

verkauften iPhones in dessen Originalverpackung (Urk. D1/6/1 in Verbin-

dung mit Urk. D1/ 6/2, Foto 3). Wiederum wäre – rein theoretisch – möglich, 

dass der Beschuldigte, wie er vorbringt, das iPhone XS entgegen seiner 

Ausschreibung ohne Zubehör gesandt hatte – versehentlich oder weil seine 

- 15 - 

damalige Partnerin Zubehörteile ansichgenommen hatte (Prot. I S. 25). Rein 

theoretisch hätte das Gewicht der Sendung mit dem iPhone XS auf diese 

Weise dezimiert sein können und just jenem entsprochen haben, wie es 

auch mit dem Fotobuch resultiert (0,44 kg). Der Beschuldigte wird hier aber 

auch selbst erkennen, dass ein solcher Zufall äusserst unwahrscheinlich ist. 

Weiter als starkes Indiz hinzu kommt, dass nach den glaubhaften Angaben 

der als Zeugin befragten Postangestellten I._____ genau ein solches Foto-

buch über Malaysia, wie es vom Privatkläger 1 als empfangen gemeldet 

wurde (Urk. D1/ 6/4), zuvor in der Poststelle der Sendungsaufgabe als un-

verkäufliches Muster für Fotobücher ausgestellt war (Urk. D1/4 F/A 24 f.). 

Auch dies dürfte kein Zufall sein. 

Und schliesslich sind auch die vom Beschuldigten geschilderten Umstände 

der Paketaufgabe, wonach er am Postschalter das Verpackungsmaterial ge-

kauft habe und das iPhone sogleich direkt vor den Augen der Schalterper-

son verpackt habe (Prot. I S. 24), widerlegt. Einerseits wäre ein solches Vor-

gehen eher ungewöhnlich, weil man auf diese Weise über unnötig lange Zeit 

den Schalter blockieren würde (vgl. auch Urk. D1/4 F/A 21 f.); andererseits 

divergieren die bei der Post edierten Journalangaben (Urk. D1/10/2-5) und 

die Zeugenaussagen der das Paket in Empfang genommenen Postmitarbei-

terin (I._____, nicht die vom Beschuldigten in Urk. D1/2/4 F/A 72 zunächst 

genannte Frau J._____; Urk. D1/4 F/A 19 ff.) auffällig stark von den Anga-

ben des Beschuldigten. Frau J._____ auch noch als Zeugin zu befragen 

(wie es der Beschuldigte implizit verlangt [Urk. 58 S. 2, vgl. aber auch Urk. 

D1/2/5 F/A 9 ff., Prot. II S. 14]), hätte da keinen weiteren Erkenntniswert 

bringen können. Dies gilt umso mehr, nachdem der Beschuldigte in der Be-

rufungsverhandlung – im Widerspruch zu seiner früheren Aussage – selbst 

ausführte, das Paket bei Frau J._____ gekauft und bei Frau I._____ aufge-

geben zu haben (Prot. II S. 14). 

Es besteht nach dem Erwogenen eine für die vorgeworfenen Machenschaf-

ten des Beschuldigten überzeugend sprechende Indizienlage, für die dieser 

letztlich keine plausiblen Erklärungen zu liefern vermag. Der Beschuldigte 

- 16 - 

räumte denn auch anlässlich der Berufungsverhandlung selbst ein, dass es 

sehr selten sei, dass der Inhalt eines Pakets nach dessen Aufgabe 

ausgetauscht werde (Prot. II S. 13). Fehlen Anhaltspunkte für die Richtigkeit 

seiner entlastenden Behauptungen, darf das Gericht in freier Beweiswürdi-

gung zum Schluss kommen, seine Vorbringen seien unglaubhaft (vgl. hierzu 

Urteile des Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4 

[nicht publ. in BGE 147 IV 176]; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4; 

6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 1.6 [nicht publ. in BGE 138 IV 47]; 

6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 4.1 mit Hinweisen; 1P.641/2000 vom 

24. April 2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110, E. 3; SCHMID/JOSITSCH, Hand-

buch StPO, 3. Aufl., 2017, N 231; Entscheid des EGMR vom 

8. Februar 1996, Murray gegen Vereinigtes Königreich, in: EuGRZ 1996, 

S. 587, Nr. 47; MEYER-LADEWIG/HARRENDORF/KÖNIG, EMRK, Handkommen-

tar, 4. Aufl., 2017, Art. 6 N 138 mit Hinweisen).  

In ihrer Gesamtheit führen die referierten Indizien unweigerlich zum Schluss, 

dass es der Beschuldigte gewesen sein muss, der bei der Post ein Paket an 

den Privatkläger 1 aufgab, in welchem sich nicht etwa ein iPhone XS, son-

dern ein Malaysia-Fotobuch befand. Daran bestehen keine unüberwindli-

chen Zweifel. Der diesbezügliche Sachverhalt ist damit erstellt. 

5.2. Arglistige Täuschung 

5.2.1. Zutreffend zeigt die Vorinstanz die Widersprüche in den Angaben des 

Beschuldigten zum Verkaufsgeschäft auf (Urk. 48 E. IV/1.3.1.2 S. 24 ff.). Sie 

verfiel dabei – entgegen der Wahrnehmung des Beschuldigten (Urk. 58 S. 1) 

– nicht in Einseitigkeit, hielt sie doch vielmehr auch fest, wenn einzelne der 

vom Beschuldigten vorgebrachten Erklärungen für sich betrachtet möglich 

wären resp. nicht unglaubhaft wirken.  

Wenn man die Aussagen des Beschuldigten wiederum in ihrer Gesamtheit 

und unter Einbezug der Sachbeweismittel würdigt, bleiben aber – mit der  

Vorinstanz – zu viele Unstimmigkeiten und Widersprüche zurück, als dass 

- 17 - 

dies Erinnerungsfehlern, Missverständnissen, blossen Versehen oder un-

glücklichen Zufällen geschuldet sein könnte. 

5.2.2. Im Zusammenhang mit der vom Beschuldigten geltend gemachten 

Verwirrung aufgrund der Drucksituation ist das Folgende hervorzuheben: 

Erstellt ist, dass am 9. Juli 2019 die Kaufpreiszahlung bei B._____ einge-

gangen war (vgl. Urk. D1/5/1) und es zum ersten Telefonkontakt zwischen 

dem Privatkläger 1 und dem Beschuldigten kam (unstrittig, vgl. auch 

Urk. D1/3 Zeilen 20 ff.). Zehn Tage später, am 19. Juli 2019 meldete sich der 

Beschuldigte per E-Mail beim Privatkläger 1 und gab an, er sitze in Italien 

fest, wo ihm alles entwendet worden sei, auch das Portemonnaie und das 

Mobiltelefon – er habe ihn daher nicht früher kontaktieren können. Sein 

Rückflug sei für den Folgetag (ein Samstag) geplant (Urk. D1/5/3). Der Pri-

vatkläger 1 schrieb gut zwei Stunden später zurück, äusserte Bedauern und 

schlug als Handlungs-alternativen vor, «am Montag» (es musste der 22. Juli 

2019 gemeint sein) entweder das iPhone per Express zu senden (damit er 

es seiner Tochter noch vor deren Abreise übergeben könne) oder den Kauf-

preis zurückzuerstatten (Urk. D1/5/3). Eigentlichen Druck seitens des Privat-

klägers 1, welchem der Beschuldigte vom ersten Moment an ausgesetzt ge-

wesen sein will (Prot. I S. 17), geht aus dieser Korrespondenz nicht hervor.  

Nicht im Einklang mit der in freundlichem Ton gehaltenen E-Mail steht auch 

die Aussage des Beschuldigten vor der Staatsanwaltschaft am 16. Oktober 

2020, welche wie folgt protokolliert wurde (Urk. D1/2/4 F/A 11):  
«Er [gemeint der Privatkläger 1] warf mir von Beginn an Betrug vor.  
Ich sagte ihm dann, ich hätte das Geld noch nicht erhalten und ich würde 
das Telefon erst schicken, wenn ich das Geld auf dem Konto hätte.»  

Davon war in der erwähnten E-Mail (Urk. D1/5/3) keine Rede. 

An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte als Grund, 

warum es schon zu Beginn der Verkaufsabwicklung zu Problemen gekom-

men sei, an, dies habe am Missverständnis bezüglich der Lieferfrist gelegen. 

Der Käufer habe das iPhone innerhalb von zwei Tagen erwartet, was auf-

grund der Kaufabwicklung nicht möglich gewesen sei. Ausserdem habe er 

(der Beschuldigte) im Inserat eine Lieferfrist angegeben und sei im Ausland 

- 18 - 

gewesen (Prot. I S. 13). Bezüglich Letzterem, der Auslandabwesenheit, prä-

zisierte der Beschuldigte seine Angabe kurz darauf und gab nun an, dass er 

damals entgegen seiner Angabe eigentlich noch nicht im Ausland gewesen 

sei; er sei erst in der zweiten Julihälfte für ein paar Tage nach Italien gereist. 

Er habe sich den Privatkläger 1 damals mit seiner Angabe wohl einfach vom 

Hals schaffen (recte wohl: halten) wollen (Prot. I S. 17). 

Darauf angesprochen, warum er nicht die (naheliegende) Handlungsalterna-

tive einer schnellstmöglichen Postsendung gewählt habe, gab der Beschul-

digte zu Protokoll, der Privatkläger 1 habe extremen Druck ausgeübt – er  

habe versucht, diesem das iPhone auszureden, da er ja auch das Geld noch 

nicht erhalten habe (Prot. I S. 18). 

Wiederum widerlegt die bereits erwähnte E-Mail-Korrespondenz (dokumen-

tiert Urk. D1/5/3-4) den vom Beschuldigten behaupteten Kommunikations-

verlauf. Vom noch nicht erhaltenen Entgelt, das laut ihm der Grund für die 

zurückbehaltene Lieferung gewesen sein soll, geht nichts aus der E-Mail-

Korrespondenz hervor. Wäre das ein Thema gewesen, wäre es dort zweifel-

los zumindest angeklungen. 

Vor allem aber ergibt es keinen Sinn, dass der Beschuldigte zwar die Liefe-

rung des Kaufgegenstandes zurückbehalten haben will, aus der Befürchtung 

heraus, der Kaufpreis könnte noch nicht entrichtet sein, stattdessen aber be-

reits eine Rücküberweisung des Kaufpreises veranlasst oder dies zu tun 

vorgibt. 

Auch die Angaben des Beschuldigten im Zusammenhang mit der übermittel-

ten Überweisungsbestätigung (Urk. D1/5/3-5) und dem daraufhin nicht aus-

geführten Zahlungsauftrag an E._____ (Urk. D1/2/4 F/A 41 ff., Prot. I S. 19 

ff.) lassen sich nicht in Einklang bringen mit den Sachbeweismitteln dazu, 

den dokumentierten Abläufen bei E._____ (Urk. D1/9/2-10).  

5.2.3. Der Vollständigkeit halber und um das vom Aussageverhalten des Be-

schuldigten gewonnene Bild abzurunden, ist kurz auf die Angaben zu sei-

nem Online-Handel mit Telefonen einzugehen: Nachdem er in der Einver-

nahme bei der Polizei am 25. Oktober 2019, also rund dreieinhalb Monate 

- 19 - 

nach dem fraglichen Verkauf, noch verneinte hatte, in letzter Zeit mehrere 

iPhones XS über B._____ verkauft zu haben, und bloss angab, er habe 

«mal noch ein iPhone 5 verkauft» (Urk. D1/2/2 F/A 5), sprach er bei der 

Staatsanwaltschaft am 16. Oktober 2020 davon, dass er in jener Zeit hob-

bymässig Telefone vertrieben habe, sodass es bei den vielen Inseraten wohl 

zu Verwechslungen gekommen sei und erklärte zudem, auch neue Telefone 

verkauft zu haben (Urk. D1/2/4 F/A 11, 14, 16, 20 ff.). An der erstinstanzli-

chen Hauptverhandlung auf diesen Widerspruch hingewiesen, gab er an, er 

könne sich nicht an die Aussage bei der Polizei erinnern, aber er habe zuvor 

schon viele iPhones verkauft (Prot. I S. 14; vgl. auch Urk. 48 S. 26). Anläss-

lich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte, dass es ein Hobby 

von ihm gewesen sei, Mobiltelefone zu verkaufen. Meist habe es sich um 

beschädigte Exemplare gehandelt, die er repariert und dann weiterverkauft 

habe. Es habe sich um mindestens 20 Telefone gehandelt (Prot. II S. 12). 

Seine diesbezüglichen Aussagen sind inkonsistent und in sich nicht schlüs-

sig, da er zeitweise von hobbymässigem Verkauf, vom Verkauf reparierter 

und vom Verkauf neuer Mobiltelefone sprach. Solche Anpassungen der ei-

genen Angaben an die jeweilige Befragungssituation ziehen sich wie ein ro-

ter Faden durch die Aussagen (einlässlich dazu bereits die Vorinstanz in 

Urk. 48 S. 28). 

- 20 - 

5.2.4. Die Summe der den Beschuldigten belastenden Indizien und das Feh-

len einer glaubhaften Erklärung dafür lassen – mit der Vorinstanz (Urk. 48 

E. IV/1.3.1.2 S. 29) – auch hier keine vernünftigen Zweifel daran aufkom-

men, dass der Beschuldigte von Anfang an gar nicht den Willen hatte, nach 

Erhalt des Kaufpreises das von ihm zum Verkauf angebotene iPhone XS zu 

liefern. 

Ob er über dieses überhaupt je verfügte, wie er beteuert (Urk. 58 S. 2), ist 

angesichts der publizierten, nicht lückenlos zusammenpassenden Bilder 

(vgl. Urk. D1/2/2 F/A 40, Prot. I S. 14) und seines hinhaltenden Verhaltens 

bei der Geschäftsabwicklung eher fraglich, kann letztlich aber offenbleiben.  

5.2.5. Wie aus der Kommunikation mit dem Privatkläger 1 hervorgeht, 

täuschte er diesen über den fehlenden Leistungswillen, was sich deutlich 

zeigt einerseits in seiner Kommunikation (E-Mail-Korrespondenz vom 19. bis 

24. Juli 2019, Urk. D1/5/4), worin er zunächst schnellstmöglichen Versand 

und später unverzügliche Rückvergütung in Aussicht stellte, andererseits 

aber auch, indem er später statt des Kaufgegenstandes einen willkürlich 

ausgewählten anderen Gegenstand, ein Fotobuch, sandte, was eine täu-

schende Machenschaft darstellt. 

5.2.6. Ein arglistiges Verhalten des Beschuldigten ist mit der Vorinstanz 

(vgl. Urk. 48 E. IV/1.2.1 und IV/1.3.1) zu bejahen, wobei deren Erwägungen 

ergänzend noch folgendes hinzuzufügen ist: Zur Untermauerung seiner Leis-

tungsfähigkeit beschrieb der Beschuldigte auf der allgemein bekannten In-

ternet-Verkaufsplattform B._____ die Beschaffenheit des Kaufobjekts. Er 

veranschaulichte dieses mit Bildern der Verpackung, Angaben zur Serien-

nummer, der Kaufquittung und gab überdies Informationen zum seinerzeiti-

gen Erwerb an. Bei den Verkäuferangaben war ausserdem angegeben, 

dass es sich um ein verifiziertes, geübtes B._____-Mitglied handle (vgl. Urk. 

D1/5/2). Der Beschuldigte hat damit seinen Leistungswillen betreffend die 

Mobiltelefone vorgetäuscht, im Wissen darum, diese nie zu liefern. Die Täu-

schung bezieht sich auf eine innere Tatsache, welche vom Privatkläger 1 

nicht überprüft werden konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_147/2009 

- 21 - 

vom 9. Juli 2009 E. 1.6.1). Dass vor diesem Hintergrund der Privatkläger 1 

grundlegendste (Arglist ausschliessende) Vorsichtsmassnahmen nicht be-

achtet hätte, lässt sich nicht sagen. 

Allgemein ist dem Privatkläger 1 kein Fehlverhalten vorzuwerfen. Dass er 

trotz der im Inserat angegebenen Versandfrist von 10 Tagen ab Zahlungs-

eingang (vgl. D1/5/2) um eine unverzügliche Lieferung bat, ist im Übrigen le-

gitim. Dafür, dass er dabei (oder allgemein) ungebührlichen Druck aufge-

setzt hätte, bestehen keinerlei Anhaltspunkte (vgl. dazu namentlich seine E-

Mail vom 19. Juli 2019, 12:18 Uhr [Urk. D1/5/4]).  

Von einer Opfermitverantwortung kann damit keine Rede sein. 

5.3. Irrtum, Vermögensdisposition und Schaden 

Es liegt (mit der Vorinstanz, Urk. 48 E. IV/1.3.2 und IV/1.3.3) auf der Hand, 

dass sich der Privatkläger 1 aufgrund des ohne wirkliche Leistungsabsicht 

vom Beschuldigten geschalteten Inserates im Irrtum befand und nur deshalb 

den Kaufpreis von insgesamt Fr. 1'020.– entrichtete. Mit der Zahlung ent-

stand dem Privatkläger 1 unmittelbar ein Schaden, selbst wenn ihm später 

ein Teil oder allenfalls sogar der ganze Kaufpreis zurückerstattet worden 

sein sollte. Der Schaden war zumindest vorübergehend, was zur Erfüllung 

des Tatbestandes ausreicht (vgl. nachfolgend E. II.6.2.). 

5.4. Innerer Sachverhalt, subjektiver Tatbestand 

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass dem Beschuldigten bewusst 

war, dass sein Inserat und die Aussicht auf das angepriesene iPhone der 

Grund sein würde, wenn ein Käufer den verlangten Kaufpreis überweisen 

würde. Der Beschuldigte war geübt mit Online-Verkäufen und wusste genau, 

worauf Kaufinteressenten besonders achten (vgl. etwa Prot. I S. 20 und 26). 

Als er einen Kaufpreis verlangte und via B._____ auch einkassierte, muss es 

ihm um eine wirtschaftliche Besserstellung gegangen sein. Er musste auch 

wissen, dass er auf den Kaufpreis nur Anspruch haben würde, wenn er auch 

den Kaufgegenstand liefern würde. 

- 22 - 

Die Vorinstanz knüpft die Absicht unrechtmässiger Bereicherung an den 

Versand eines Fotobuchs statt des Kaufgegenstands an (Urk. 48 E. IV/1.3.4 

S. 31). Richtig daran ist, dass sich diese Absicht dort erneut manifestierte. 

Genau genommen muss die Absicht aber bereits beim Aufschalten des frag-

lichen Inserates ohne wirklichen Leistungswillen bestanden haben, denn ein 

anderes Motiv ist nicht ersichtlich. 

5.5. Zwischenfazit in Bezug auf den Anklagevorwurf Dossier 1 

Abschliessend hierzu ist festzuhalten, dass der Beschuldigte den objektiven 

und subjektiven Tatbestand des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB er-

füllt hat. Mangels Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe hat er 

sich schuldig gemacht. 

6. Anklagevorwurf Dossier 2: Verkauf an H._____ 

6.1. Arglistige Täuschung 

6.1.1. Dieser Vorwurf betrifft wiederum ein Verkaufsangebot auf B._____ 

über ein iPhone XS (typenähnlich zum Gerät im Dossier 1), wobei unbestrit-

ten und belegt ist, dass der Privatkläger 2 das Gerät am 16. September 

2019 ersteigerte und den Kaufpreis mit Valutadatum auf das Konto des Be-

schuldigten bei der K._____ [Bank] überwies (Prot. I S. 29 f.; Urk. D2/7/7, 

D2/3/1, D2/5/7).  

Von der Grundkonstellation her (Kauf eines iPhones XS gegen Vorauskasse 

über B._____) ist dieser Vorwurf dem gemäss Dossier 1 sehr ähnlich. Wie-

derum fragt sich, ob der Beschuldigte von Anfang an gar keinen Leistungs-

willen hatte. Auch was diesen Vorwurf betrifft, hat sich bereits die Vorinstanz 

gründlich und zutreffend mit den Erklärungen des Beschuldigten auseinan-

dergesetzt (Urk. 48 E. IV/2.2.1.2 S. 32 ff.); wiederum kann vorab darauf ver-

wiesen werden.  

Wenn man die Aussagen des Beschuldigten wiederum in ihrer Gesamtheit 

und unter Einbezug der Sachbeweismittel würdigt, bleiben auch hier – mit 

- 23 - 

der Vorinstanz – zu viele Unstimmigkeiten und Widersprüche zurück, als 

dass dem Beschuldigten geglaubt werden könnte. 

6.1.2. Nachfolgend wird nochmals auf den (an sich nicht bestrittenen und 

überdies dokumentierten) Geschehensablauf unmittelbar nach der Ersteige-

rung eingegangen: 

Der Privatkläger 2 meldete seinen Kauf dem Beschuldigten kurz nach seiner 

Ersteigerung, am 16. September 2019 um 22:17 Uhr per iMessage. Am 

20. September 2019 schrieb er erneut, diesmal per E-Mail, und erkundigte 

sich mit der Bitte um Rückmeldung, ob der Beschuldigte das Gerät schon 

auf die Post gebracht habe. Darauf meldete sich der Beschuldigte am 22. 

September 2019 und schrieb folgende Antwortmail (Urk. D2/3/1): 
«Guten Tag Herr H._____ 
Bitte entschuldigen Sie die späte Rückmeldung. Ich hatte leider einen  
Unfall und liege noch im Spital. Leider konnte ich das Gerät noch nicht  
auf die Post bringen und weiss noch nicht wann ich aus dem Spital kann. 
Sollte Ihnen dies zu lange gehen, kann ich Ihnen gerne den Betrag gerne 
umgehend zurück überweisen. 
Bitte um Rückmeldung, wie Sie gerne fortfahren möchten. 
Freundliche Grüsse 
A._____» 

Es fällt bereits hier auf, dass der Beschuldigte erneut (ähnlich wie bei Dossi-

er 1) an der Vertragserfüllung unverhofft verhindert sein will und sogleich ei-

ne Rückabwicklung vorschlägt, noch bevor er weiss, ob dem Käufer über-

haupt am baldigen Erhalt des Kaufobjekts gelegen ist. Der Privatkläger 2 

antwortete kurz darauf, dass er auf das iPhone warte, bis der Beschuldigte 

aus dem Spital sei; er wünsche gute Besserung (Urk. D2/3/1). 

Wie aus den Angaben des Beschuldigten hervorgeht, kann es sich nur um 

einen kurzen Spitalaufenthalt gehandelt haben – nach der Version des Be-

schuldigten bei der Staatsanwaltschaft am 16. Oktober 2020 war es «grund-

sätzlich ein Tagesaufenthalt im Spital mit anschliessender Ruhe zu Hause 

während vier Tagen» (Urk. D1/2/4 F/A 87), nach der Version an der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung sollen es mehrere Spitaltage, er glaube drei, 

gewesen sein, wobei er sich nicht mehr erinnern könne (Prot. I S. 30).  

- 24 - 

Gefragt, warum er denn dem Privatkläger 2 so rasch eine Rückzahlung an-

geboten habe, wollte sich der Beschuldigte an der erstinstanzlichen Haupt-

verhandlung nicht mehr erinnern (Prot. I S. 31); bei der Staatsanwaltschaft 

hatte er noch die Vermutung geäussert, es sei wohl der damals unklare 

Zeitpunkt der Heimreise gewesen (Urk. D1/2/4 F/A 88).  

Laut dem Beschuldigten fand die Heimreise schliesslich «noch im Septem-

ber 2019» statt (Prot. I S. 31). 

Auf die Rückfragen des Privatklägers vom 30. September 2019, 4. Oktober 

2019 und vom 17. Oktober 2019, antwortete der Beschuldigte mit einiger 

Verzögerung, am 25. Oktober 2019 (Urk. D2/3/1-2): 
«Guten Tag Herr H._____, 
Leider konnte ich auf Ihre Nachricht nicht früher antworten.  
Gerne würde ich Ihnen den Kaufbetrag komplett rückerstatten.  
Ein Versand ist leider nicht mehr möglich. Ich hoffe Sie sind  
damit einverstanden. Vielen Dank und ich bitte um Entschuldigung. 
Freundliche Grüsse 
A._____» 

Warum der Versand nun nicht mehr möglich sein soll, blieb offen. Unmittel-

bar darauf gab der Privatkläger 2 seine Kontoangaben an, worauf ihm drei 

Tage später vom Beschuldigten ein finanzieller Engpass aufgrund Krankheit 

und Jobverlust gemeldet wurde und er ihn ein erstes Mal um einen Zah-

lungsaufschub nachsuchte (Urk. D2/3/2; zur folgenden längeren Auseinan-

dersetzung vgl. Urk. D2/5/3 und D2/5/4). 

Führt man sich nur schon diese Kommunikation vor Augen, fragt man sich 

unweigerlich, warum der Beschuldigte nicht einfach den Kaufvertrag erfüllte 

und das inserierte iPhone sandte, kaum war er zu Hause angekommen. Da-

zu an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung befragt, antwortete er zu-

nächst, dass er damals mit dem Verkaufen aufgehört habe, es sei ihm nicht 

gut gegangen, er sei zu nichts mehr im Stande gewesen (Prot. I S. 32). 

Es kann zwar sein, dass der Beschuldigte in jener Zeit eine persönliche Kri-

se durchlief, was er auch anlässlich der Berufungsverhandlung nochmals 

geltend machte (Prot. II S. 17). Dass er als geübter B._____-Verkäufer aber 

völlig blockiert gewesen sein soll, gleichzeitig aber die Energie aufbrachte, 

- 25 - 

sich lange über Rückzahlungsmodalitäten mit dem ihm zuvor unbekannten 

Privatkläger 2 auszutauschen und diesem sogar noch eine Schuldanerken-

nung sandte, ist wenig plausibel. Umso weniger macht dies Sinn, als die fi-

nanzielle Situation des Beschuldigten (wie die Vorinstanz Urk. 48 E. 

IV/2.2.1.2 S. 34 zutreffend aufzeigte) nicht derart prekär war, dass er gleich-

sam vor dem Ruin gestanden wäre. Viel näher hätte gelegen, das iPhone 

(so er es denn überhaupt besass) zu senden. Mit überzeugender Begrün-

dung verwarf die Vorinstanz die erstmals an der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung gegebene Erklärung (seine damalige Partnerin habe eines Tages 

seine Wohnung verwüstet, wobei auch ein iPhone demoliert worden sei) als 

Schutzbehauptung (Urk. 48 E. IV/2.2.1.2 S. 33, vgl. dazu ferner auch Urk. 

D1/2/4 F/A 101).   

Allgemein hinterlässt das ungewöhnlich selektive Erinnerungsvermögen des 

Beschuldigten Zweifel. Nur um ein Beispiel zu nennen: Bei einem nicht allzu 

weit zurückliegenden Spitalaufenthalt erinnert man sich rückblickend noch 

recht zuverlässig daran, ob es ein mehrtägiger oder ein Tagesaufenthalt war 

– umso mehr, wenn es in einem anderen Land (wie hier in Südfrankreich) 

war. 

6.1.3. Wie schon beim Vorwurf Dossier 1 lassen auch hier die Summe der 

den Beschuldigten belastenden Indizien und das Fehlen einer glaubhaften 

Erklärung dafür – mit der Vorinstanz (Urk. 48 E. IV/2.2.1.2 S. 35) – keine 

vernünftigen Zweifel daran aufkommen, dass der Beschuldigte von Anfang 

an gar nicht den Willen hatte, nach Erhalt des Kaufpreises das von ihm zum 

Verkauf angebotene iPhone XS zu liefern. 

Wiederum kann offenbleiben, ob der Beschuldigte überhaupt je über das 

zum Verkauf angebotene iPhone XS verfügte, wie er angab (Urk. 58 S. 2, 

Prot. I S. 32). Es darf dies aber bezweifelt werden angesichts seines hinhal-

tenden Verhaltens bei der Geschäftsabwicklung.  

6.1.4. Eine arglistige Täuschung ist analog zu vorn bezüglich Dossier 1 zu 

bejahen (vgl. E. II/5.2.6). Auch hier kann festgehalten werden, dass dem Pri-

- 26 - 

vatkläger 2 keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Von einer Opfermitver-

antwortung kann keine Rede sein. 

6.2. Irrtum, Vermögensdisposition und Schaden 

6.3. Es liegt (mit der Vorinstanz, Urk. 48 E. IV/2.2.2 und IV/2.2.3) auch 

hier auf der Hand, dass sich der Privatkläger 2 aufgrund dessen, dass dem 

vom Beschuldigten geschalteten Inserat kein effektiver Leistungswille zu-

grunde lag, im Irrtum befand und nur deshalb den Kaufpreis von Fr. 955.80 

entrichtete. Mit der Zahlung entstand dem Privatkläger 2 unmittelbar ein 

Schaden, auch wenn der Beschuldigte objektiv gesehen rückzahlungsfähig 

gewesen wäre (diesbezüglich kann zustimmend auf die Vorinstanz verwie-

sen werden: Urk. 48 E. IV/ 2.2.3 S. 37). Ob der erhaltene Kaufbetrag inzwi-

schen, nach langer Zeit vom Beschuldigten doch noch retourniert wurde, wie 

er glaubt (Prot. I S. 34), wofür er aber auch anlässlich der Berufungsver-

handlung keinen Beleg vorlegen konnte (Prot. II S. 14), ist für die Frage der 

Tatbestandserfüllung irrelevant, zumal eine vorübergehende Vermögens-

verminderung ausreichend ist (BGE 120 IV 122 E. 6b). Innerer Sachverhalt, 

subjektiver Tatbestand 

Was die subjektiven Elemente angeht, kann angesichts der gleichen Grund-

konstellation und des ähnlichen Tatvorgehens des Beschuldigten (Online-

Inserat schalten, Kaufpreis einkassieren, Hinhalten/Nichtleistung) kein Zwei-

fel bestehen, dass es sich gleich verhielt, wie bei Dossier 1 ausgeführt. Es 

kann daher auf vorn E. II/5.4 verwiesen werden, welchen Erwägungen ana-

log auch hier Geltung zukommt. 

6.4. Fazit 

Abschliessend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte beim Dossier 2, wie 

schon beim Dossier 1, damit mehrfach den objektiven und subjektiven Tat-

bestand des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt hat. Mangels 

Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe hat er sich in diesem 

Sinne schuldig gemacht. 

- 27 - 

III.  Widerruf 

1. Grundlagen 

Hinsichtlich der Ausgangslage (Vorstrafe, erneute Delinquenz, Anträge), der 

rechtlichen Grundlagen betreffend die Nichtbewährung des Täters innerhalb 

der Probezeit und der damit einhergehenden Frage des Widerrufs einer Vor-

strafe kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (vgl. Urk. 48 E. V/1 und V/2 S. 38 f.). 

2. Beurteilung 

Den erstinstanzlichen Überlegungen zum Widerruf der Vorstrafe kann auch 

hinsichtlich der Beurteilung des konkreten Falles gefolgt werden (Urk. 48 

E. V/3 S. 39 f.). Die Vorinstanz ist zu bestätigen; dem Beschuldigten kann 

betreffend die Frage des Widerrufs angesichts dessen, dass er sich unbe-

lehrbar zeigte und schon kurz nach Ansetzung der vierjährigen Probezeit 

(Urteil Nr. GG190014-I/U vom 15. Juli 2019 des Einzelgerichts am Bezirks-

gericht Uster) erneut straffällig wurde (Dossier 2, etwas später mit der Wi-

derhandlung gegen das SVG [Dossier 3] auch einschlägig), keine günstige 

Prognose gestellt werden. Zwar erklärte er anlässlich der Berufungsverhand-

lung, dass es ihm wieder besser gehe (Prot. II S. 17). Seine aktuellen Le-

bensumstände erscheinen mit der erneuten Arbeitslosigkeit jedoch noch 

nicht vollständig gefestigt (Prot. II S. 7 f.; anders noch die Vorinstanz in 

Urk. 48 E. V/3 S. 40 unter Verweis auf Prot. I S. 10 f.). Hinzu kommt der vom 

Beschuldigten erwähnte Privatkonkurs (Prot. II S. 6). Die wirtschaftlichen 

Verhältnisse erscheinen daher nach wie vor problembelastet. Ausserdem 

zeigt der Beschuldigte wenig Einsicht in sein Fehlverhalten, sondern sieht 

sich selber als Opfer (vgl. Urk. 58 S. 2 f., Prot. II S. 11). Nicht gefolgt werden 

kann ihm, wenn er rückblickend die Rechtsmässigkeit in Zweifel zieht, wie er 

wegen des Vorfalls im Strassenverkehr vom 20. August 2018 abgeurteilt 

wurde (vgl. Urk. 58 S. 1 f., Prot. II S. 15 f.). Das entsprechende Urteil ist 

rechtskräftig. Im vorliegenden Zusammenhang kommt entscheidend hinzu, 

dass die neuerliche Delinquenz des Beschuldigten eher noch schwerer aus-

gefallen ist als die Vortaten. In einem solchen Fall kann die frühere bedingte 

- 28 - 

Strafe in aller Regel nicht nochmals aufgeschoben werden (vgl. BGE 134 IV 

140 E. 4.5; Urteile des Bundesgerichts 6B_1449/2021 vom 22. September 

2022 E. 2.2.2 sowie 6B_971/2009 vom 22. März 2010 E. 2). 

3. Fazit 

Der mit Urteil Nr. GG190014-I/U vom 15. Juli 2019 des Einzelgerichts des 

Bezirksgerichts Uster bedingte Aufschub der Freiheitsstrafe von 5 Monaten 

und der Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 60.– ist demnach zu widerru-

fen, und die Strafen sind für vollziehbar zu erklären. 

IV.  Sanktion 

1. Allgemeines, Grundsätze der Strafzumessung, Strafrahmen 

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten unter Einbezug der wider-

rufenen bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen mit einer unbedingten 

Geldstrafe (im Sinne einer Gesamtstrafe, teilweise als Zusatzstrafe) von 180 

Tagessätzen zu je Fr. 60.– (zusätzlich zur widerrufenen bedingten Freiheits-

strafe).  

Da einzig der Beschuldigte Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, 

fällt aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) eine 

strengere Bestrafung von vornherein ausser Betracht. Vorweggenommen 

werden kann damit auch, dass für die mehreren zu beurteilenden Delikte 

einzig Geldstrafen in Frage kommen. Die eingriffsintensivere Strafart der 

Freiheitsstrafe kommt nicht in Frage. 

1.2. Die Vorinstanz ist auf die vorliegend zu beurteilende Konstellation mit 

mehreren Delikten eingegangen (Urk. 48 E. VI/1.1 S. 40 f.). Sie hat die 

Strafzumessungskriterien dargelegt (Urk. 48 E. VI/1.2 S. 41 f.); ebenfalls hat 

sie den Strafrahmen der vom Beschuldigten begangenen Delikte korrekt ab-

gesteckt (sub Urk. 48 E. VI/2 S. 42). All dies braucht hier nicht wiederholt zu 

werden. Was das methodische Vorgehen betrifft, wo es um Delikte geht, die 

teils vor und teils nach früher festgesetzten Strafen begangen wurden (retro-

- 29 - 

spektive Konkurrenz, siehe sogleich), ist die Vorinstanz jedoch nicht der 

neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung gemäss BGE 145 IV 1 E. 1.2 

und 1.3 gefolgt, was somit zu korrigieren ist. 

1.3. Die zur Anklage gebrachten Taten wurden teilweise vor und teilweise 

nach einem früheren Strafurteil begangen (vgl. Urk. 51). Die Anklagebehör-

de beantragt daher zu Recht die Bestrafung teilweise als Zusatzstrafe zum 

Urteil Nr. GG190014-I/U vom 15. Juli 2019 des Einzelgerichts am Bezirks-

gericht Uster (Urk. 17 S. 7). 

Ein Fall der sogenannten retrospektiven Konkurrenz gemäss Art. 49 Abs. 2 

StGB liegt vor, wenn wie hier das Gericht eine Tat zu beurteilen hat, die der 

Täter begangen hat, bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt worden ist. 

Massgeblicher Zeitpunkt für die frühere Verurteilung ist die Ausfällung des 

Entscheides, mithin das Datum der ersten Verurteilung (BGE 138 IV 113 

E. 3.4.2). Es sind Straftaten vom 9. Juli 2019 (Dossier 1), vom 

16. September 2019 (Dossier 2) und vom 21. September 2020 (Dossier 3) 

zu beurteilen (vgl. Urk. 17). Das erwähnte Urteil des Einzelgerichts am Be-

zirksgericht Uster wurde am 15. Juli 2019 gefällt. Folglich liegt retrospektive 

Konkurrenz einzig mit Bezug auf den Betrug vom 9. Juli 2019 (Dossier 1) 

vor. 

Hat das Gericht mehrere Taten zu beurteilen, die teils vor, teils nach einer 

rechtskräftigen früheren Verurteilung begangen wurden, so bildet diese erste 

Verurteilung eine Zäsur in dem Sinne, als dass für die Straftaten, die vor und 

nach dem Ersturteil begangen wurden, zu unterscheiden ist. Das Gericht 

prüft in einem ersten Schritt, ob für die vor dem Ersturteil begangenen Taten 

mit Blick auf die gewählte Strafart Art. 49 Abs. 2 StGB anzuwenden ist, wäh-

rend in einem zweiten Schritt für die späteren Taten, allenfalls in Anwendung 

von Art. 49 Abs. 1 StGB, eine unabhängige Gesamt- oder Einzelstrafe fest-

gesetzt werden muss. In einem dritten Schritt wird die für die vor dem Erstur-

teil begangenen Straftaten festgelegte Zusatzstrafe oder zu kumulierende 

Strafe zu derjenigen für die neuen Taten festgesetzte hinzugezählt (BGE 

145 IV 1 E. 1.3). 

- 30 - 

1.4. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat das Gericht zu 

prüfen, ob mit Blick auf die Art der vorgesehenen Strafe die Anwendung von 

Art. 49 Abs. 2 StGB in Betracht kommt. Ist das der Fall, hat es unter Berück-

sichtigung des sich aus Art. 49 Abs. 1 StGB ergebenden Schärfungsgrund-

satzes eine Zusatzstrafe zur Grundstrafe festzulegen. Kann dagegen Art. 49 

Abs. 2 StGB nicht angewendet werden, weil die Strafart, die für die vor dem 

Urteil begangenen Straftaten vorgesehen ist, von derjenigen der bereits ver-

hängten Strafe abweicht, so muss das Gericht eine kumulierende Strafe 

verhängen (BGE 145 IV 1 E. 1.3). Dem Gericht ist es nicht erlaubt, im Rah-

men der retrospektiven Konkurrenz die rechtskräftige Grundstrafe abzuän-

dern (BGE 142 IV 265 E. 2.4.2 S. 269 f. m. w. H.). 

Mit überzeugender Argumentation kam die Vorinstanz zum Schluss, dass es 

angesichts des Widerrufs der bedingten Freiheitsstrafe und deren nun zu er-

folgenden Vollzugs nicht notwendig erscheine, den Beschuldigten für die 

nun zu beurteilenden Taten wiederum mit einer Freiheitsstrafe zu belegen; 

vielmehr sei hierfür nun eine Geldstrafe auseichend (Urk. 48 E. VI/3.2.3.2 S. 

46). 

2. Strafzumessung für die Straftat vor dem Ersturteil 

2.1. Wie erwähnt, wurde der Beschuldigte mit Urteil des Einzelgerichts am 

Bezirksgericht Uster vom 15. Juli 2019 mit einer Geldstrafe von 60 Tagess-

ätzen belegt. Folglich ist hinsichtlich der Geldstrafe für den Betrug Dossier 1 

heute unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine Zusatzstrafe im 

Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB auszufällen. 

2.2. Tatkomponente des Betruges (Dossier 1) 

Hinsichtlich der objektiven Tatschwere des Hauptdelikts ist festzuhalten, 

dass der Beschuldigte mit einem iPhone XS einen beliebten und damit ein-

fach handelbaren Gegenstand zum Verkauf anbot. Zur Untermauerung sei-

ner Leistungsfähigkeit beschrieb er detailliert die Beschaffenheit des Kaufob-

jekts und veranschaulichte es mit Bildern. Nachdem der Käufer das Objekt 

ersteigert und den Kaufpreis entrichtet hatte, gaukelte der Beschuldigte ihm 

- 31 - 

zunächst vor, er sei gerade verhindert (und das Kaufentgelt sei noch nicht 

eingetroffen), er werde den Gegenstand aber so bald als möglich liefern. 

Kurz darauf wurde das Geschäft Richtung Rückabwicklung gelenkt, wobei 

dann die versprochene Rückzahlung ausblieb. In Bedrängnis (nicht zuletzt 

seitens des Käuferschutzes von B._____) liess sich der Beschuldigte noch 

dazu hinreissen, dem Käufer statt des Kaufgegenstands ein Fotobuch zu-

kommen zu lassen, womit er diesen vermutlich in die Defensive zu drängen 

suchte. Der Deliktsbetrag ist mit Fr. 1'020.– nicht hoch im Vergleich zu ande-

ren Betrugsfällen. Insgesamt ging es nicht um einen massiven Vertrauens-

missbrauch; beim Betroffenen dürfte aber einige Wut aufgekommen sein. 

Das Verhalten des Beschuldigten zeugt von einer nicht unerheblichen krimi-

nellen Energie, wenngleich nicht von einer besonderen tatsächlichen oder 

intellektuellen Komplexität bezüglich der Täuschungshandlungen die Rede 

sein kann. 

Bei der subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte di-

rektvorsätzlich und offensichtlich aus finanziellen Motiven handelte. Letzte-

res Kriterium kann ihm indessen nicht als verschuldenserhöhend angelastet 

werden, da dies bereits Merkmal des gesetzlichen Tatbestands ist (Urteil 

des Bundesgerichts 6S.44/2007 vom 6. Juni 2007 E. 4.3.2). Zu erwähnen ist 

aber doch, dass der Beschuldigte nicht aus einer besonderen finanziellen 

Notlage heraus handelte. Abgesehen davon würden selbst finanziell knappe 

Verhältnisse allein sein Tun weder rechtfertigen noch entschuldigen. Die 

subjektive Tatschwere vermag damit die objektive Tatschwere in keiner 

Weise in einem milderen Licht erscheinen zu lassen. 

Mit Blick auf das gesamte Spektrum möglicher Betrugshandlungen ist das 

Tatverschulden als leicht zu gewichten. Als hypothetische Einsatzstrafe für 

sich betrachtet, wären 60 Tagessätzen angemessen. 

2.3. Täterkomponente/Zwischenergebnis betreffend den Betrug (Dossier 

1) 

2.3.1. Zu den persönlichen Verhältnissen ist aus dem bisherigen Verfahren 

und der Berufungsverhandlung bekannt, dass der Beschuldigte in L._____ 

- 32 - 

aufgewachsen ist und dort seine Schulzeit verbracht hat. Danach absolvierte 

er eine Ausbildung bei M._____ in N._____. Anschliessend hat er verschie-

dene Weiterbildungen gemacht und auch Führungspositionen bekleidet, 

grösstenteils in der Automobilindustrie, in der er aber wegen des Entzugs 

des Führerausweises nicht mehr tätig ist. Seit Februar 2022 ist der Beschul-

digte arbeitslos und auf Stellensuche (Prot. II S. 8). Er erhält eine Arbeitslo-

senentschädigung in der Höhe von Fr. 5'600.– bis 6'000.– pro Monat (Prot. II 

S. 9). Der Beschuldigte lebt getrennt von seiner Ehefrau. Er lebt mit seiner 

Lebenspartnerin zusammen und teilt sich mit dieser die Miete für die ge-

meinsame Wohnung, wobei sein Mietanteil Fr. 1'150.– beträgt (Prot. II S. 5). 

Über den Beschuldigten wurde der Privatkonkurs eröffnet (Prot. II S. 6, 10). 

Er wies anlässlich der Berufungsverhandlung zudem darauf hin, seiner kran-

ken Mutter finanziell mit mehreren Hundert Franken pro Monat unter die Ar-

me zu greifen (Prot. II S. 9). 

Eine gesteigerte Strafempfindlichkeit weist der Beschuldigte nicht auf, und 

entgegen der Vorinstanz (Urk. 48 E. VI/3.2.2.2 S. 45 f.) ist nicht ersichtlich, 

weshalb die geltend gemachte (gegebenenfalls bedauerliche) berufliche und 

private Krise oder eine durchlebte Depression Auswirkungen auf die Straf-

zumessung zeitigen sollte.  

Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lassen sich keine 

strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten. 

2.3.2. Den Vorstrafen kommt bei der Strafzumessung allgemein eine wichti-

ge Rolle zu (BSK StGB I-WIPRÄCHTIGER/KELLER, Art. 47 N 130). Weist ein 

Täter Vorstrafen auf, wird dies grundsätzlich straferhöhend gewichtet (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_325/2013 vom 13. Juni 2013 E. 3.2.3; BGE 136 IV 1 

E. 2.6.2 ff.). Die Vorstrafen des Beschuldigten (vgl. Urk. 51) stammen 

grossmehrheitlich aus SVG-Verstössen und sind damit nicht einschlägig; bei 

der Urkundenfälschung (2018) und dem Vergehen gegen das AVIG (2016) 

geht es aber um verwandte Straftatbestände (welche u.a. auf den Vertrau-

ensschutz zielen).  

- 33 - 

Ausserdem delinquierte der Beschuldigte während eines laufenden Strafver-

fahrens, nämlich des erwähnten vor dem Bezirksgericht Uster.  

All das lässt auf eine ausgeprägte Einsichtslosigkeit schliessen, und es ist 

angemessen, die Strafe um 10 Tagessätze auf 70 Tagessätze zu erhöhen.  

2.4. Zusatzstrafe für Straftat vor Ersturteil: Betrug Dossier 1 

Mit dem erwähnten Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster vom 

15. Juli 2019 wurde der Beschuldigte (u.a.) mit einer Geldstrafe von 60 Ta-

gessätzen bestraft. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist von 

einer Gesamtstrafe von 120 Tagessätzen (60 + 70 = 130 => 120), mithin von 

einer Zusatzstrafe zum Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster in 

der Höhe von 60 Tagessätzen (120 - 60 = 60) Geldstrafe auszugehen. 

3. Strafzumessung für die Straftaten nach dem Ersturteil 

3.1. Gesonderte Strafzumessung 

Bei teilweiser retrospektiver Konkurrenz ist für Straftaten nach dem Ersturteil 

gegebenenfalls unter Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB eine unabhängi-

ge Strafe festzusetzen (BGE 145 IV 1 E. 1.3). Bei gleichartigen Strafen ist 

eine Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB zu bilden. Ungleicharti-

ge Strafen wären hingegen unabhängig voneinander kumulativ zu verhän-

gen.  

3.2. Tatkomponente des Betruges (Dossier 2) 

3.2.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere kann auf bereits oben Erwoge-

nes verwiesen werden (vgl. E. IV/2.2): Wiederum bot der Beschuldigte ein 

gut beschriebenes iPhone XS zum Verkauf an. Nachdem der Käufer das 

Objekt ersteigert und den Kaufpreis entrichtet hatte, gaukelte der Beschul-

digte wieder zunächst vor, er sei am Versenden noch verhindert, woraufhin 

bald schon auf eine Rückabwicklung gelenkt und Ausnahmesituati-

on/finanziellen Engpass, zuletzt noch Emigration nach Kanada vorgescho-

ben wurde, wobei es sich um für den Privatkläger 2 unüberprüfbare und da-

mit arglistige Lügen handelte. Der Deliktsbetrag ist mit Fr. 955.80 wiederum 

- 34 - 

nicht hoch. Insgesamt ging es auch hier nicht um einen massiven Vertrau-

ensmissbrauch; beim Betroffenen ist aber verständlicherweise Wut und Un-

verständnis aufgekommen (vgl. Urk. D2/5/3 a.E.).  

Betreffend kriminelle Energie und subjektive Tatschwere kann auf vorste-

hende Erwägungen (E. IV/ 2.2) verwiesen werden. 

Mit Blick auf das gesamte Spektrum möglicher Betrugshandlungen ist das 

Tatverschulden als leicht zu gewichten. Als hypothetische Einsatzstrafe für 

sich betrachtet wären 30 Tagessätzen angemessen. 

3.2.2. Täterkomponente/Zwischenergebnis betreffend den Betrug (Dossi-

er 2) 

Diesbezüglich kann auf das oben in E. IV/2.3 Ausgeführte verwiesen wer-

den, wobei die Delinquenz hier nicht während laufendem Verfahren, indes 

während kürzlich angesetzter Probezeit erfolgte. 

Auch hier scheint angemessen, die Strafe um 10 Tagessätze zu erhöhen, 

sodass sie 40 Tagessätze zu stehen kommt.  

3.3. Tatverschulden betreffend das Fahren ohne Berechtigung (Dossier 3) 

Hinsichtlich der objektiven Tatschwere kann mit der Vorinstanz (Urk. 48 

E. IV/ 5.1 S. 48 f.) festgehalten werden, dass der Beschuldigte mit seinem 

Verhalten zwar keine erhöhte abstrakte Gefährdung der anderen Verkehrs-

teilnehmer geschaffen hat. Dennoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, 

dass ihm der Führerausweis nicht ohne Grund, sondern wegen seiner zahl-

reichen früheren Strassenverkehrsdelikte entzogen worden war. Dennoch 

setzte er sich wieder unerlaubt hinter das Steuer.  

Bei der subjektiven Tatschwere, ist festzuhalten, dass der Beschuldigte kei-

nen triftigen Grund hatte, unerlaubt ein Fahrzeug zu lenken. Sein Vorgehen 

war mithin direktvorsätzlich. Er hat die behördliche Anordnung ignoriert. Falls 

effektiv seine Partnerin krankheitshalber ihn für einmal nicht hat fahren kön-

nen (vgl. Prot. S. 38), so hätte er jemand andern z.B. ein Taxi oder die öf-

fentlichen Verkehrsmittel dafür suchen müssen, sich mithin ohne Weiteres 

- 35 - 

korrekt verhalten können. Insgesamt betrachtet erscheint das Verschulden 

des Beschuldigten noch als leicht, weshalb hierfür die Einsatzstrafe mit der 

Vorinstanz auf 30 Tagessätze festzusetzen ist.  

3.4. Täterkomponente/Zwischenergebnis betr. Fahren ohne Berechtigung 

(Dossier 3) 

Diesbezüglich kann vorab auf das oben in E. IV/2.3 Erwogene verwiesen 

werden, wobei dieses Delikt hier nicht während laufendem Verfahren, indes 

während der Probezeit erfolgte und die Vorstrafen zudem mehrheitlich ein-

schlägig sind. 

Es scheint angemessen, die Strafe um 10 Tagessätze zu erhöhen, sodass 

sie auf 40 Tagessätze zustehenkommt.  

3.5. Gesamtstrafe für die Straftaten nach dem Ersturteil 

Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips erscheint eine Gesamtstrafe 

von 60 Tagessätzen (40 + 40 = 80 => 60) als angemessen. 

4. Angemessene Strafe 

Wie bereits erwogen, wird die Zusatzstrafe, welche für die vor dem Ersturteil 

begangene Straftat festgelegt wurde, zu derjenigen für die neuen Taten hin-

zugezählt (BGE 145 IV 1 E. 1.3). Folglich ist der Beschuldigte mit einer 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster vom 15. Juli 2019 zu bestrafen. 

5. Tagessatzhöhe 

Die zur Bestimmung der Tagessatzhöhe rechtlich relevanten Grundlagen 

sowie tatsächlich massgebenden finanziellen Verhältnisse legte die Vo-

rinstanz zutreffend dar (Urk. 48 E. VI/3.2.4 S. 46 f.). Dies braucht nicht wie-

derholt zu werden. Eine Tagessatzhöhe von Fr. 60.– erscheint angesichts 

der aktuellen finanziellen Verhältnisse (vgl. vorne E. IV.2.3.1.) angemessen.  

- 36 - 

6. Vollzug  

Die Vorinstanz hat die anwendbaren Grundsätze bei der Prüfung eines 

bedingten Strafvollzugs korrekt wiedergegeben (Urk. 48 E. VII/1 S. 50 f.). Bei 

der Subsumption erwog sie, dass zwar von der Vermutung einer günstigen 

Prognose (Art. 42 Abs. 1 StGB) auszugehen sei, dass aber aufgrund der 

Umstände – angesprochen wurden die mehreren Vorstrafen, wobei die bei-

den Betrugsdelikte während laufendem Verfahren bzw. kurz dem Ansetzen 

einer Probezeit verübt wurden – keine günstige Prognose im Sinne von 

Art. 42 Abs. 1 StGB gestellt werden könne (Urk. 48 E. VII/2 S. 51). Dem ist 

beizupflichten. In der Tat ist nicht zu erwarten, dass sich der Beschuldigte 

von einer bedingten Geldstrafe nachhaltig beeindrucken liesse. Deshalb ist 

der Vollzug der Geldstrafe anzuordnen.  

V.  Zivilansprüche 

Die allgemeinen Voraussetzungen und gesetzlichen Grundlagen für die Be-

urteilung von Zivilansprüchen wurden durch die Vorinstanz korrekt wieder-

gegeben, und es wurde zuvor zutreffend festgehalten, dass die beiden Pri-

vatkläger ihre Zivilansprüche (insoweit sie denn überhaupt noch solche stel-

len) weder vorab schriftlich noch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

mündlich begründeten, weshalb die Ansprüche in Anwendung von Art. 126 

Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen seien (Urk. 48 E. VIII S. 52 

f.). Die Zivilansprüche sind damit auch im Berufungsverfahren gleich zu ent-

scheiden. 

VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kostendisposi-

tiv (Dispositivziffern 6 und 7) zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).  

- 37 - 

2. Kosten des Berufungsverfahrens 

Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-

terliegt mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich, weshalb ihm die Kos-

ten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Ein-

zelgericht, vom 12. Oktober 2021 bezüglich der Dispositivziffer 1, 

2. Lemma (Schuldspruch wegen Fahrens ohne Berechtigung) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des mehrfachen Betrugs 

im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB. 

2. Der mit Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Uster vom 

15. Juli 2019 für eine Freiheitsstrafe von 5 Monaten sowie für eine 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 60.– unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von 4 Jahren gewährte bedingte Strafvollzug wird widerrufen, 

und es werden die Strafen für vollziehbar erklärt. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der vorstehend gemäss Disposi-

tiv-Ziffer 2 widerrufenen bedingten Geldstrafe bestraft mit einer Geld-

strafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 60.– als Gesamtstrafe, teilweise als 

Zusatzstrafe zum Urteil des Einzelgerichtes am Bezirksgericht Uster 

vom 15. Juli 2019. 

4. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

- 38 - 

5. Die Zivilansprüche der Privatkläger 1 und 2 werden auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

6. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 6 und 7) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'500.–.  

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten aufer-

legt. 

9. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
− die Privatkläger 1 und 2 

 
(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO 
wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 
Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− den Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− die Privatkläger 1 und 2 (auf Verlangen) 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 

Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich 
− das Bezirksgericht Uster, Geschäfts-Nr. GG190014-I gemäss 

Disp.-Ziff. 2 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B.  

10. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. 

- 39 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständi-
gen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen 

Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 

des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzu-

reichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevorausset-

zungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bun-

desgerichtsgesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 17. Januar 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Stiefel 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Wolter 
 

 
 

	Urteil vom 17. Januar 2023
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 48, S. 53 ff.)
	«Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie
	 des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG  i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG.

	2. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 15. Juli 2019 (Geschäfts-Nr. GG190014-I) für eine Freiheitsstrafe von 5 Monaten sowie für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 60.– (entsprechend Fr. 3'600.–) unter  Ansetzung einer Probezeit von...
	3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der vorstehend gemäss Dispositiv-Ziffer 2 widerrufenen bedingten Geldstrafe bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 60.– (entsprechend Fr. 10'800.–) als Gesamtstrafe und teilweise als Zusatzs...
	4. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	5. Die Zivilansprüche der Privatkläger 1 und 2 werden auf den Zivilweg verwiesen.
	6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. (Mitteilung)
	9. (Rechtsmittel)»
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang und Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 43, Urk. 33) liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 19. Oktober 2021 und damit rechtzeitig durch seine erbetene Verteidigung Berufung anmelden (Urk. 38; Art. 3...
	1.2. Mit Verfügung vom 25. Januar 2022 berichtigte die Vorinstanz ihr Urteil vom 12. Oktober 2021 in Anwendung von Art. 83 Abs. 1 StPO, indem sie das Urteilsdispositiv um die bis dahin versehentlich nicht festgehaltene Kostenauflage ergänzte, welche ...
	1.3. Die Berufungserklärung namens des Beschuldigten erfolgte am 28. Februar 2022 (Datum Poststempel) und damit innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO (Urk. 52/1). Gleichzeitig teilte die erbetene Verteidigung mit, das Mandat werd...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung. Insoweit wird die Rechtskraft gehemmt. Demgegenüber erwachsen die nicht von der Berufung erfassten Punkte in Rechtskraft (Art. 437 StPO).
	2.2. Von der Berufung explizit ausgenommen ist laut der Berufungserklärung vom 28. Februar 2022 der Schuldspruch wegen Fahrens ohne Berechtigung (Dispositiv-Ziffer 1, 2. Lemma). Ansonsten focht der Beschuldigte das vorinstanzliche Urteil vollumfängli...
	Der Beschuldigte bestätigte anlässlich der Berufungsverhandlung, an seiner Berufungserklärung vom 20. Juni 2022 und der darin gemachten Beschränkung (Urk. 58) festzuhalten. Eine Ausdehnung des Berufungsgegenstands wäre ohnehin nicht mehr möglich gewes...
	2.3. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG (Dispositiv-Ziffer 1, 1. Lemma) ist somit in Rechtskraft erwachsen, wovon vorab Vormerk zu nehmen ist (Art. 399 Abs...

	II.  Schuldpunkt
	1. Ausgangslage
	1.1. Soweit im Berufungsverfahren noch verfahrensgegenständlich, wirft die Anklage dem Beschuldigten zwei Internet-Bestellbetrüge vor, wobei es in beiden Fällen um Verkäufe je eines Mobiltelefons «iPhone XS» gegen Vorkasse über die Verkaufsplattform B...
	Dossier 1:
	Beim einen Vorfall (Dossier 1) soll der Beschuldigte unter Verwendung des Verkäuferaccounts «C._____» [dem Account seiner damaligen Lebenspartnerin] ein neues und originalverpacktes Mobiltelefon «iPhone XS, Space Gray, 256 GB» (belegt mit Fotografien...
	Stattdessen soll der Beschuldigte am 12. August 2019 – mithin weit nach der vereinbarten Lieferfrist und auch nach der inzwischen vereinbarten Geldrückerstattung – ein zuvor in der Postfiliale F._____ zu Werbezwecken ausgestelltes Fotobuch eingepackt ...
	All dies habe der Beschuldigte in der Absicht getan, den vom Geschädigten im Voraus entrichteten Kaufpreis für sich zu verwenden, ohne dafür die angebotene Ware zu leisten (Urk. 17 S. 2 f., zusammengefasst).
	Dossier 2:
	Beim andern, zweiten Vorfall soll der Beschuldigte unter Benutzung des Verkäuferaccounts «G._____» ein Mobiltelefon «iPhone XS, 512 GB, silver» (wiederum belegt mit Fotografien und einer Kaufquittung) für Fr. 955.80 zum Verkauf inseriert haben. Tatsäc...
	Der Beschuldigte habe daraufhin aber das Mobiltelefon nicht geliefert, sondern den Geschädigten hingehalten mit der Begründung, er liege wegen eines Unfalls im Spital – er werde ihm jedoch umgehend den Kaufpreis zurückerstatten. Als der Geschädigte au...
	All dies habe der Beschuldigte in der Absicht getan, den vom Geschädigten im Voraus entrichteten Kaufpreis für sich zu verwenden, ohne dafür die angebotene Ware zu leisten (Urk. 17 S. 2 f., zusammengefasst).
	In rechtlicher Hinsicht erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des mehr-fachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB.
	1.2. Wegen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist strafbar, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt  oder ihn in einem Irrtum arg...
	Was die Vorinstanz zu den allgemeinen Voraussetzungen zur Erfüllung des Betrugstatbestandes ausführte (Urk. 48 E. IV/1.2 S. 21–24), ist nicht zu beanstanden, und es kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
	1.3. Vom Beschuldigten nicht bestritten (und durch das Untersuchungsergebnis klar gedeckt) ist zunächst, dass es überhaupt zu den beiden in die Anklage aufgenommenen Verkaufsgeschäften kam (Prot. II S. 11, Prot. I S. 13 f., Urk. D1/5/1-2; Prot. I S. ...
	1.4. Die Argumentation der Verteidigung vor Vorinstanz ging dahin, dass es an der für die Tatbestandserfüllung erforderlichen Arglist, am Vorsatz und an der Absicht der unrechtmässigen Bereicherung in beiden Fällen fehle.
	Beim ersten Vorfall (Dossier 1) habe der Beschuldigte dem Geschädigten angeboten, den Kaufpreis zurückzuvergüten, weshalb bloss eine Gefährdung des Vermögens vorgelegen habe, was zur Erfüllung des Betrugstatbestands nicht ausreiche. Nachdem sich der G...
	Ähnlich lautete vor Vorinstanz die Argumentation bezogen auf den zweiten Vorfall (Dossier 2): Wiederum sei es bloss zu einer Vermögensgefährdung gekommen, da der Beschuldigte im fraglichen Zeitpunkt zur Rückerstattung fähig und willens gewesen sei, wa...

	2. Grundsätze der Sachverhaltserstellung
	3. Massgebliche Beweismittel zum bestrittenen Sachverhalt
	4. Beweiswürdigung der Vorinstanz
	Die Vorinstanz erachtete die beiden zu beurteilenden Sachverhalte gestützt auf die massgeblichen Beweismittel im Wesentlichen als erstellt, und zwar sowohl vom äusseren Ablauf her (Urk. 48 E. III/3.4 S. 16 ff.; E. III/4.4 S. 19 ff.), als auch was die...
	Die nachstehenden Erwägungen sollen die wesentlichsten Punkte nochmals aufgreifen; sie verstehen sich insofern als Verdeutlichung der vorinstanzlichen Beweiswürdigung. Ferner sollen sie auch erläutern, warum trotz der vom Beschuldigten vorgebrachten ...

	5. Anklagevorwurf Dossier 1: Verkauf an D._____
	5.1. Bestrittene Falschsendung eines Fotobuchs
	Der Beschuldigte hält es für eine Unterstellung resp. für unbewiesen, dass er dem Privatkläger 1 statt das verkaufte Mobiltelefon ein Fotobuch ins Postpaket tat (vgl. Urk. 58 S. 2). Sinngemäss moniert er, dass nicht überprüft worden sei, ob das Paket ...
	Für sich betrachtet ist tatsächlich nicht von vornherein ausgeschlossen, dass eine unbekannte Person, beispielsweise in der Paketdistribution, den Paketinhalt ausgewechselt hat, um sich das iPhone anzueignen. Angesichts der Vorgeschichte mit dem Hin ...
	Wenngleich die Motivlage für sich betrachtet noch nicht als Beweis genügt, spricht dieser Aspekt als Indiz gegen die Version des Beschuldigten. Wie gesagt, findet der Grundsatz «in dubio pro reo» auf das einzelne Indiz keine Anwendung; die Möglichkeit...
	Laut Urk. D1/6/3 erfolgte die Zustellung des Pakets, indem das Paket ins Ablagefach (Milchkasten) gelegt wurde. Es könnte theoretisch also auch sein, dass das Paket dort eine Weile lang unbeaufsichtigt lag und sich irgendjemand daran zu schaffen mach...
	Diese Denkvarianten illustrieren, dass man sich häufig weitere theoretische Möglichkeiten ausdenken kann, wie es auch hätte sein können. Dass es solche alternativen Möglichkeiten gibt, muss noch nicht zum Freispruch führen. Wie schon erwogen, ist ents...
	Zum vorstehend besprochenen Indiz kommen noch weitere hinzu: Allen voran das Gewicht der Sendung bei der Aufgabe. Dieses passt mit 0,44 kg zur Sendung mit einem Fotobuch (Urk. D1/6/2–3), aber nicht zum Gewicht des verkauften iPhones in dessen Original...
	Weiter als starkes Indiz hinzu kommt, dass nach den glaubhaften Angaben der als Zeugin befragten Postangestellten I._____ genau ein solches Fotobuch über Malaysia, wie es vom Privatkläger 1 als empfangen gemeldet wurde (Urk. D1/ 6/4), zuvor in der Pos...
	Und schliesslich sind auch die vom Beschuldigten geschilderten Umstände der Paketaufgabe, wonach er am Postschalter das Verpackungsmaterial gekauft habe und das iPhone sogleich direkt vor den Augen der Schalterperson verpackt habe (Prot. I S. 24), wid...
	Es besteht nach dem Erwogenen eine für die vorgeworfenen Machenschaften des Beschuldigten überzeugend sprechende Indizienlage, für die dieser letztlich keine plausiblen Erklärungen zu liefern vermag. Der Beschuldigte räumte denn auch anlässlich der B...
	In ihrer Gesamtheit führen die referierten Indizien unweigerlich zum Schluss, dass es der Beschuldigte gewesen sein muss, der bei der Post ein Paket an den Privatkläger 1 aufgab, in welchem sich nicht etwa ein iPhone XS, sondern ein Malaysia-Fotobuch ...
	5.2. Arglistige Täuschung
	5.2.1. Zutreffend zeigt die Vorinstanz die Widersprüche in den Angaben des Beschuldigten zum Verkaufsgeschäft auf (Urk. 48 E. IV/1.3.1.2 S. 24 ff.). Sie verfiel dabei – entgegen der Wahrnehmung des Beschuldigten (Urk. 58 S. 1) – nicht in Einseitigkeit...
	Wenn man die Aussagen des Beschuldigten wiederum in ihrer Gesamtheit und unter Einbezug der Sachbeweismittel würdigt, bleiben aber – mit der  Vorinstanz – zu viele Unstimmigkeiten und Widersprüche zurück, als dass dies Erinnerungsfehlern, Missverstä...
	5.2.2. Im Zusammenhang mit der vom Beschuldigten geltend gemachten Verwirrung aufgrund der Drucksituation ist das Folgende hervorzuheben:
	Erstellt ist, dass am 9. Juli 2019 die Kaufpreiszahlung bei B._____ eingegangen war (vgl. Urk. D1/5/1) und es zum ersten Telefonkontakt zwischen dem Privatkläger 1 und dem Beschuldigten kam (unstrittig, vgl. auch Urk. D1/3 Zeilen 20 ff.). Zehn Tage sp...
	Nicht im Einklang mit der in freundlichem Ton gehaltenen E-Mail steht auch die Aussage des Beschuldigten vor der Staatsanwaltschaft am 16. Oktober 2020, welche wie folgt protokolliert wurde (Urk. D1/2/4 F/A 11):
	Davon war in der erwähnten E-Mail (Urk. D1/5/3) keine Rede.
	An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte als Grund, warum es schon zu Beginn der Verkaufsabwicklung zu Problemen gekommen sei, an, dies habe am Missverständnis bezüglich der Lieferfrist gelegen. Der Käufer habe das iPhone innerha...
	Darauf angesprochen, warum er nicht die (naheliegende) Handlungsalternative einer schnellstmöglichen Postsendung gewählt habe, gab der Beschuldigte zu Protokoll, der Privatkläger 1 habe extremen Druck ausgeübt – er  habe versucht, diesem das iPhone au...
	Wiederum widerlegt die bereits erwähnte E-Mail-Korrespondenz (dokumentiert Urk. D1/5/3-4) den vom Beschuldigten behaupteten Kommunikationsverlauf. Vom noch nicht erhaltenen Entgelt, das laut ihm der Grund für die zurückbehaltene Lieferung gewesen sein...
	Vor allem aber ergibt es keinen Sinn, dass der Beschuldigte zwar die Lieferung des Kaufgegenstandes zurückbehalten haben will, aus der Befürchtung heraus, der Kaufpreis könnte noch nicht entrichtet sein, stattdessen aber bereits eine Rücküberweisung d...
	Auch die Angaben des Beschuldigten im Zusammenhang mit der übermittelten Überweisungsbestätigung (Urk. D1/5/3-5) und dem daraufhin nicht ausgeführten Zahlungsauftrag an E._____ (Urk. D1/2/4 F/A 41 ff., Prot. I S. 19 ff.) lassen sich nicht in Einklang ...
	5.2.3. Der Vollständigkeit halber und um das vom Aussageverhalten des Beschuldigten gewonnene Bild abzurunden, ist kurz auf die Angaben zu seinem Online-Handel mit Telefonen einzugehen: Nachdem er in der Einvernahme bei der Polizei am 25. Oktober 2019...
	5.2.4. Die Summe der den Beschuldigten belastenden Indizien und das Fehlen einer glaubhaften Erklärung dafür lassen – mit der Vorinstanz (Urk. 48 E. IV/1.3.1.2 S. 29) – auch hier keine vernünftigen Zweifel daran aufkommen, dass der Beschuldigte von An...
	Ob er über dieses überhaupt je verfügte, wie er beteuert (Urk. 58 S. 2), ist angesichts der publizierten, nicht lückenlos zusammenpassenden Bilder (vgl. Urk. D1/2/2 F/A 40, Prot. I S. 14) und seines hinhaltenden Verhaltens bei der Geschäftsabwicklung ...
	5.2.5. Wie aus der Kommunikation mit dem Privatkläger 1 hervorgeht, täuschte er diesen über den fehlenden Leistungswillen, was sich deutlich zeigt einerseits in seiner Kommunikation (E-Mail-Korrespondenz vom 19. bis 24. Juli 2019, Urk. D1/5/4), worin ...
	5.2.6. Ein arglistiges Verhalten des Beschuldigten ist mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 48 E. IV/1.2.1 und IV/1.3.1) zu bejahen, wobei deren Erwägungen ergänzend noch folgendes hinzuzufügen ist: Zur Untermauerung seiner Leistungsfähigkeit beschrieb der B...
	Allgemein ist dem Privatkläger 1 kein Fehlverhalten vorzuwerfen. Dass er trotz der im Inserat angegebenen Versandfrist von 10 Tagen ab Zahlungseingang (vgl. D1/5/2) um eine unverzügliche Lieferung bat, ist im Übrigen legitim. Dafür, dass er dabei (ode...
	Von einer Opfermitverantwortung kann damit keine Rede sein.
	5.3. Irrtum, Vermögensdisposition und Schaden
	Es liegt (mit der Vorinstanz, Urk. 48 E. IV/1.3.2 und IV/1.3.3) auf der Hand, dass sich der Privatkläger 1 aufgrund des ohne wirkliche Leistungsabsicht vom Beschuldigten geschalteten Inserates im Irrtum befand und nur deshalb den Kaufpreis von insgesa...
	5.4. Innerer Sachverhalt, subjektiver Tatbestand
	Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass dem Beschuldigten bewusst war, dass sein Inserat und die Aussicht auf das angepriesene iPhone der Grund sein würde, wenn ein Käufer den verlangten Kaufpreis überweisen würde. Der Beschuldigte war geübt mit O...
	Die Vorinstanz knüpft die Absicht unrechtmässiger Bereicherung an den Versand eines Fotobuchs statt des Kaufgegenstands an (Urk. 48 E. IV/1.3.4 S. 31). Richtig daran ist, dass sich diese Absicht dort erneut manifestierte. Genau genommen muss die Absic...
	5.5. Zwischenfazit in Bezug auf den Anklagevorwurf Dossier 1
	Abschliessend hierzu ist festzuhalten, dass der Beschuldigte den objektiven und subjektiven Tatbestand des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt hat. Mangels Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe hat er sich schuldig gemacht.

	6. Anklagevorwurf Dossier 2: Verkauf an H._____
	6.1. Arglistige Täuschung
	6.1.1. Dieser Vorwurf betrifft wiederum ein Verkaufsangebot auf B._____ über ein iPhone XS (typenähnlich zum Gerät im Dossier 1), wobei unbestritten und belegt ist, dass der Privatkläger 2 das Gerät am 16. September 2019 ersteigerte und den Kaufpreis ...
	Von der Grundkonstellation her (Kauf eines iPhones XS gegen Vorauskasse über B._____) ist dieser Vorwurf dem gemäss Dossier 1 sehr ähnlich. Wiederum fragt sich, ob der Beschuldigte von Anfang an gar keinen Leistungswillen hatte. Auch was diesen Vorwur...
	Wenn man die Aussagen des Beschuldigten wiederum in ihrer Gesamtheit und unter Einbezug der Sachbeweismittel würdigt, bleiben auch hier – mit der Vorinstanz – zu viele Unstimmigkeiten und Widersprüche zurück, als dass dem Beschuldigten geglaubt wer...
	6.1.2. Nachfolgend wird nochmals auf den (an sich nicht bestrittenen und überdies dokumentierten) Geschehensablauf unmittelbar nach der Ersteigerung eingegangen:
	Der Privatkläger 2 meldete seinen Kauf dem Beschuldigten kurz nach seiner Ersteigerung, am 16. September 2019 um 22:17 Uhr per iMessage. Am 20. September 2019 schrieb er erneut, diesmal per E-Mail, und erkundigte sich mit der Bitte um Rückmeldung, ob ...
	Es fällt bereits hier auf, dass der Beschuldigte erneut (ähnlich wie bei Dossier 1) an der Vertragserfüllung unverhofft verhindert sein will und sogleich eine Rückabwicklung vorschlägt, noch bevor er weiss, ob dem Käufer überhaupt am baldigen Erhalt ...
	Wie aus den Angaben des Beschuldigten hervorgeht, kann es sich nur um einen kurzen Spitalaufenthalt gehandelt haben – nach der Version des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft am 16. Oktober 2020 war es «grundsätzlich ein Tagesaufenthalt im Spi...
	Gefragt, warum er denn dem Privatkläger 2 so rasch eine Rückzahlung angeboten habe, wollte sich der Beschuldigte an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht mehr erinnern (Prot. I S. 31); bei der Staatsanwaltschaft hatte er noch die Vermutung geäu...
	Laut dem Beschuldigten fand die Heimreise schliesslich «noch im September 2019» statt (Prot. I S. 31).
	Auf die Rückfragen des Privatklägers vom 30. September 2019, 4. Oktober 2019 und vom 17. Oktober 2019, antwortete der Beschuldigte mit einiger Verzögerung, am 25. Oktober 2019 (Urk. D2/3/1-2):
	Warum der Versand nun nicht mehr möglich sein soll, blieb offen. Unmittelbar darauf gab der Privatkläger 2 seine Kontoangaben an, worauf ihm drei Tage später vom Beschuldigten ein finanzieller Engpass aufgrund Krankheit und Jobverlust gemeldet wurde u...
	Führt man sich nur schon diese Kommunikation vor Augen, fragt man sich unweigerlich, warum der Beschuldigte nicht einfach den Kaufvertrag erfüllte und das inserierte iPhone sandte, kaum war er zu Hause angekommen. Dazu an der erstinstanzlichen Hauptve...
	Es kann zwar sein, dass der Beschuldigte in jener Zeit eine persönliche Krise durchlief, was er auch anlässlich der Berufungsverhandlung nochmals geltend machte (Prot. II S. 17). Dass er als geübter B._____-Verkäufer aber völlig blockiert gewesen sein...
	Allgemein hinterlässt das ungewöhnlich selektive Erinnerungsvermögen des Beschuldigten Zweifel. Nur um ein Beispiel zu nennen: Bei einem nicht allzu weit zurückliegenden Spitalaufenthalt erinnert man sich rückblickend noch recht zuverlässig daran, ob...
	6.1.3. Wie schon beim Vorwurf Dossier 1 lassen auch hier die Summe der den Beschuldigten belastenden Indizien und das Fehlen einer glaubhaften Erklärung dafür – mit der Vorinstanz (Urk. 48 E. IV/2.2.1.2 S. 35) – keine vernünftigen Zweifel daran aufkom...
	Wiederum kann offenbleiben, ob der Beschuldigte überhaupt je über das zum Verkauf angebotene iPhone XS verfügte, wie er angab (Urk. 58 S. 2, Prot. I S. 32). Es darf dies aber bezweifelt werden angesichts seines hinhaltenden Verhaltens bei der Geschäft...
	6.1.4. Eine arglistige Täuschung ist analog zu vorn bezüglich Dossier 1 zu bejahen (vgl. E. II/5.2.6). Auch hier kann festgehalten werden, dass dem Privatkläger 2 keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Von einer Opfermitverantwortung kann keine Rede...
	6.2. Irrtum, Vermögensdisposition und Schaden
	6.3. Es liegt (mit der Vorinstanz, Urk. 48 E. IV/2.2.2 und IV/2.2.3) auch hier auf der Hand, dass sich der Privatkläger 2 aufgrund dessen, dass dem vom Beschuldigten geschalteten Inserat kein effektiver Leistungswille zugrunde lag, im Irrtum befand un...
	Was die subjektiven Elemente angeht, kann angesichts der gleichen Grundkonstellation und des ähnlichen Tatvorgehens des Beschuldigten (Online-Inserat schalten, Kaufpreis einkassieren, Hinhalten/Nichtleistung) kein Zweifel bestehen, dass es sich gleich...
	6.4. Fazit
	Abschliessend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte beim Dossier 2, wie schon beim Dossier 1, damit mehrfach den objektiven und subjektiven Tatbestand des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt hat. Mangels Rechtfertigungs- und/oder Schuldau...

	III.  Widerruf
	1. Grundlagen
	2. Beurteilung
	3. Fazit
	Der mit Urteil Nr. GG190014-I/U vom 15. Juli 2019 des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Uster bedingte Aufschub der Freiheitsstrafe von 5 Monaten und der Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 60.– ist demnach zu widerrufen, und die Strafen sind für vo...
	IV.  Sanktion
	1. Allgemeines, Grundsätze der Strafzumessung, Strafrahmen
	1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten unter Einbezug der widerrufenen bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen mit einer unbedingten Geldstrafe (im Sinne einer Gesamtstrafe, teilweise als Zusatzstrafe) von 180 Tagessätzen zu je Fr. 60.– (zusä...
	Da einzig der Beschuldigte Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, fällt aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) eine strengere Bestrafung von vornherein ausser Betracht. Vorweggenommen werden kann damit auch, dass für di...
	1.2. Die Vorinstanz ist auf die vorliegend zu beurteilende Konstellation mit mehreren Delikten eingegangen (Urk. 48 E. VI/1.1 S. 40 f.). Sie hat die Strafzumessungskriterien dargelegt (Urk. 48 E. VI/1.2 S. 41 f.); ebenfalls hat sie den Strafrahmen der...
	1.3. Die zur Anklage gebrachten Taten wurden teilweise vor und teilweise nach einem früheren Strafurteil begangen (vgl. Urk. 51). Die Anklagebehörde beantragt daher zu Recht die Bestrafung teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil Nr. GG190014-I/U vom 15....
	Ein Fall der sogenannten retrospektiven Konkurrenz gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB liegt vor, wenn wie hier das Gericht eine Tat zu beurteilen hat, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt worden ist. Massgeblicher Zeitpunkt ...
	Hat das Gericht mehrere Taten zu beurteilen, die teils vor, teils nach einer rechtskräftigen früheren Verurteilung begangen wurden, so bildet diese erste Verurteilung eine Zäsur in dem Sinne, als dass für die Straftaten, die vor und nach dem Ersturtei...
	1.4. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat das Gericht zu prüfen, ob mit Blick auf die Art der vorgesehenen Strafe die Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB in Betracht kommt. Ist das der Fall, hat es unter Berücksichtigung des sich aus Art. 49 A...
	Mit überzeugender Argumentation kam die Vorinstanz zum Schluss, dass es angesichts des Widerrufs der bedingten Freiheitsstrafe und deren nun zu erfolgenden Vollzugs nicht notwendig erscheine, den Beschuldigten für die nun zu beurteilenden Taten wieder...

	2. Strafzumessung für die Straftat vor dem Ersturteil
	2.1. Wie erwähnt, wurde der Beschuldigte mit Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster vom 15. Juli 2019 mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen belegt. Folglich ist hinsichtlich der Geldstrafe für den Betrug Dossier 1 heute unter Berücksichti...
	2.2. Tatkomponente des Betruges (Dossier 1)
	Hinsichtlich der objektiven Tatschwere des Hauptdelikts ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit einem iPhone XS einen beliebten und damit einfach handelbaren Gegenstand zum Verkauf anbot. Zur Untermauerung seiner Leistungsfähigkeit beschrieb er de...
	Bei der subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich und offensichtlich aus finanziellen Motiven handelte. Letzteres Kriterium kann ihm indessen nicht als verschuldenserhöhend angelastet werden, da dies bereits Merk...
	Mit Blick auf das gesamte Spektrum möglicher Betrugshandlungen ist das Tatverschulden als leicht zu gewichten. Als hypothetische Einsatzstrafe für sich betrachtet, wären 60 Tagessätzen angemessen.
	2.3. Täterkomponente/Zwischenergebnis betreffend den Betrug (Dossier 1)
	2.3.1. Zu den persönlichen Verhältnissen ist aus dem bisherigen Verfahren und der Berufungsverhandlung bekannt, dass der Beschuldigte in L._____ aufgewachsen ist und dort seine Schulzeit verbracht hat. Danach absolvierte er eine Ausbildung bei M._____...
	2.3.2. Den Vorstrafen kommt bei der Strafzumessung allgemein eine wichtige Rolle zu (BSK StGB I-Wiprächtiger/Keller, Art. 47 N 130). Weist ein Täter Vorstrafen auf, wird dies grundsätzlich straferhöhend gewichtet (Urteil des Bundesgerichts 6B_325/2013...
	Ausserdem delinquierte der Beschuldigte während eines laufenden Strafverfahrens, nämlich des erwähnten vor dem Bezirksgericht Uster.
	All das lässt auf eine ausgeprägte Einsichtslosigkeit schliessen, und es ist angemessen, die Strafe um 10 Tagessätze auf 70 Tagessätze zu erhöhen.
	2.4. Zusatzstrafe für Straftat vor Ersturteil: Betrug Dossier 1
	Mit dem erwähnten Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster vom 15. Juli 2019 wurde der Beschuldigte (u.a.) mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen bestraft. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist von einer Gesamtstrafe von 120 Tag...

	3. Strafzumessung für die Straftaten nach dem Ersturteil
	3.1. Gesonderte Strafzumessung
	Bei teilweiser retrospektiver Konkurrenz ist für Straftaten nach dem Ersturteil gegebenenfalls unter Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB eine unabhängige Strafe festzusetzen (BGE 145 IV 1 E. 1.3). Bei gleichartigen Strafen ist eine Gesamtstrafe im Sinne...
	3.2. Tatkomponente des Betruges (Dossier 2)
	3.2.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere kann auf bereits oben Erwogenes verwiesen werden (vgl. E. IV/2.2): Wiederum bot der Beschuldigte ein gut beschriebenes iPhone XS zum Verkauf an. Nachdem der Käufer das Objekt ersteigert und den Kaufpreis e...
	Betreffend kriminelle Energie und subjektive Tatschwere kann auf vorstehende Erwägungen (E. IV/ 2.2) verwiesen werden.
	Mit Blick auf das gesamte Spektrum möglicher Betrugshandlungen ist das Tatverschulden als leicht zu gewichten. Als hypothetische Einsatzstrafe für sich betrachtet wären 30 Tagessätzen angemessen.
	3.2.2. Täterkomponente/Zwischenergebnis betreffend den Betrug (Dossier 2)
	Auch hier scheint angemessen, die Strafe um 10 Tagessätze zu erhöhen, sodass sie 40 Tagessätze zu stehen kommt.
	3.3. Tatverschulden betreffend das Fahren ohne Berechtigung (Dossier 3)
	Hinsichtlich der objektiven Tatschwere kann mit der Vorinstanz (Urk. 48 E. IV/ 5.1 S. 48 f.) festgehalten werden, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten zwar keine erhöhte abstrakte Gefährdung der anderen Verkehrsteiln