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**Case Identifier:** 1afa2078-35db-5c22-b406-e9593ae19d62
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.05.2019 200 2019 193
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-193_2019-05-22.pdf

## Full Text

200 19 193 IV
SCI/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Mai 2019

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Februar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2019, IV/2019/193, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1962 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 24. November 2016 unter Hinweis auf ein Morbus 
Hodgkin und einen chronischen depressiven Zustand bei der Invalidenver-
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage 
[AB] 1). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Ferner holte sie einen 
Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb (AB 70) ein. Mit Vorbescheid vom 
6. November 2018 (AB 71) stellte die IVB bei einem in Anwendung der ge-
mischten Methode (21% Erwerbstätigkeit und 79% Haushalt) ermittelten 
Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 21% die Abweisung des Rentenbegehrens in 
Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden und liess 
Einwand erheben (AB 73). Nach Einholung einer Stellungnahme des Ab-
klärungsdienstes (AB 79) verfügte die IVB am 5. Februar 2019 wie im Vor-
bescheid angekündigt und wies das Rentenbegehren ab (AB 83). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, am 8. März 
2019 Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Februar 2019 sei 
aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin 
den Sachverhalt unrichtig abgeklärt hat. Die Sache sei zur Ab-
klärung des vollständigen und richtigen Sachverhalts und zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Anschliessend sei 
über das Leistungsbegehren neu zu verfügen.

2. Eventuell sei unter Aufhebung der Verfügung der Beschwerdegeg-
nerin vom 5. Februar 2019 über das Leistungsbegehren zu ent-
scheiden.

3. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2019, IV/2019/193, Seite 3

4. Es sei von einem Kostenvorschuss abzusehen.

Der Aufforderung des Instruktionsrichters (Verfügung vom 11. März 2019), 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu begründen, kam die Be-
schwerdeführerin nicht nach, weshalb das besagte Gesuch als zurückge-
zogen gilt und als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wurde 
(Verfügung vom 4. April 2019). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht 
geleistet.

In der Beschwerdeantwort vom 9. April 2019 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. Februar 2019 
(AB 83). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin.

Nicht Streitgegenstand ist die von der Beschwerdegegnerin mit der Be-
schwerdeantwort eingereichte Verfügung vom 9. April 2019 betreffend die 
Hilflosenentschädigung und es kann damit offen bleiben, weshalb diese 
Verfügung im Widerspruch zu den gleichzeitig eingereichten Akten als Do-
kument 78 ausgewiesen wird. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-

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telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga-
benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird 
für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf 
abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; 
BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.3.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

Die gemischte Methode bezweckt eine möglichst wirklichkeitsgerechte Be-
messung des IV-Grades. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der 
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet 
werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne 
Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

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2.3.3 Der Anteil der Erwerbstätigkeit bestimmt sich nach dem zeitlichen 
Umfang der von der versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträch-
tigung ausgeübten Beschäftigung im Verhältnis zu der im betreffenden Be-
ruf üblichen (Normal-)Arbeitszeit (BGE 131 V 51 E. 5.1.1 S. 53, 125 V 146 
E. 2b S. 149). 

Im Rahmen der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) sind Erwerbs-
tätigkeit und nichterwerblicher Aufgabenbereich grundsätzlich in dem Sinne 
komplementär, als was nicht Erwerbstätigkeit ist, unter die Besorgung des 
Haushaltes fällt. Mit anderen Worten geben die beiden Bereiche zusam-
men im Regelfall einen Wert von 100 %. Der Haushaltsanteil darf somit 
nicht in Abhängigkeit vom Umfang der im Aufgabenbereich anfallenden 
Arbeiten festgesetzt werden. Auch ist nicht entscheidend, wie viel Zeit sich 
die versicherte Person für die Haushaltsarbeiten nimmt. Dass die Haus-
haltsgrösse kein massgebendes Kriterium ist, trifft auch auf die aussch-
liesslich im Haushalt tätigen Versicherten zu, deren Aufgabenbereich 
rechtsprechungsgemäss in jedem Fall mit 100 % zu veranschlagen ist 
(BGE 141 V 15 E. 4.5 S. 22).

Erfolgt die Reduktion des zumutbaren erwerblichen Arbeitspensums, ohne 
dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbe-
reich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, ist dies für die Methode der 
Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine ohne Ge-
sundheitsschaden bloss teilzeitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit sind für die 
Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofern von Interesse, als sie in 
Zusammenhang stehen mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach 
Art. 5 Abs. 1 IVG (und Art. 8 Abs. 3 ATSG). Ist im konkreten Fall von einer 
Teilzeiterwerbstätigkeit ohne Aufgabenbereich auszugehen, so gelangt die 
gemischte Methode nicht zur Anwendung (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 
und E. 5.2 S. 54).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

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ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

3.

Aus somatischer Sicht wurde bei der Beschwerdeführerin insbesondere ein 
Morbus Hodgkin diagnostiziert und ab August 2016 eine 100%-ige Arbeits-
unfähigkeit attestiert (vgl. u.a. AB 12 S. 1 Ziff. 1.1 und S. 4 Ziff. 1.6, 38, 41). 
Zudem wurde eine depressive Symptomatik attestiert, aufgrund welcher ab 
November 2016 ebenfalls eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (AB 28 
S. 1 f. Ziff. 1.1 und 1.6, 48 S. 2 f. Ziff. 3 und 11, 65 S. 2 f., 67 S. 3 f.). Eine 
gesamtmedizinische Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit, 
insbesondere auch im Verlauf mit allfälligen Verbesserungen und Ver-
schlechterungen, liegt jedoch nicht vor, weshalb sich der medizinische 
Sachverhalt grundsätzlich als ungenügend abgeklärt erweist. Auf deshalb 
grundsätzlich nötige weitere medizinische Abklärungen kann nur dann ver-
zichtet werden, wenn selbst bei Annahme einer vollständigen Arbeits- und 
Leistungsunfähigkeit ab August 2016 kein rentenbegründender IV-Grad 
resultiert.

4.

Umstritten ist vorliegend zunächst der Status der Beschwerdeführerin resp. 
der Umfang, in welchem sie als Gesunde erwerbstätig wäre. 

Im Abklärungsbericht Haushalt vom 15. Oktober 2018 (AB 70) wurde die 
Beschwerdeführerin als Erwerbstätige zu 21% und als Hausfrau zu 79% 
eingestuft (S. 4 Ziff. 3.4). Damit zeigt sich die Beschwerdeführerin nicht 
einverstanden und macht beschwerdeweise geltend, dass sie als Gesunde 
zu ca. 50% arbeiten würde, weshalb der Status auf 50% Erwerbstätigkeit 
und 50% Haushalt festzulegen sei (Beschwerde S. 4). Dies widerspricht 
jedoch den Angaben, die die Beschwerdeführerin gegenüber der Ab-

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klärungsperson anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 4. Oktober 2018 
gemacht hat. Damals gab sie an, dass sie bei guter Gesundheit, wie bis 
anhin, in einem 21% Pensum bei der C.________ AG als … arbeiten wür-
de (S. 4 Ziff. 3.4). Diese sogenannte spontane „Aussage der ersten Stun-
de“ ist in der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellun-
gen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versi-
cherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 
168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), weshalb sie höher zu gewichten 
ist als die späteren Vorbringen. Darüber hinaus entspricht das während der 
Haushaltsabklärung deklarierte Arbeitspensum demjenigen, das die Be-
schwerdeführerin vor Eintritt ihres Gesundheitsschadens inne hatte (AB 23 
S. 3 Ziff. 2.3, 76). Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, dass sie resp. 
ihre Tochter, die anlässlich der Haushaltsabklärung als Übersetzerin ge-
dient hatte, die Statusfrage nicht richtig verstanden habe, da sie damals 
emotional angeschlagen gewesen sei (Beschwerde S. 3), findet dies in den 
vorliegenden Akten keinen Rückhalt. Insbesondere wurde eine solche Ein-
schränkung anlässlich der Abklärung weder von der Tochter noch von dem 
ebenfalls anwesenden Ehemann geltend gemacht. Damit erweist sich der 
Einwand der Beschwerdeführerin als blosse Schutzbehauptung. 

Dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 – und somit vor der ab August 
2016 attestierten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit (AB 12 S. 4 Ziff. 1.6, 28 S. 2 
Ziff. 1.6, 35 S. 1, 65 S. 3 Ziff. 11, 67 S. 4) – zu ihrer Tätigkeit bei der 
C.________ AG (im Rahmen von 21%) noch zwei weitere Tätigkeiten im 
… zu einem Pensum von zusammen 16% und damit ein Gesamtpensum 
von 37% ausgeübt hatte (AB 79 S. 2 f.), ändert vorliegend nichts. Denn sie 
hat nach dem Verlust dieser beiden (zusätzlichen) Arbeitsstellen – gemäss 
Aktenlage – nichts unternommen, um wieder eine Tätigkeit in zeitlich äqui-
valentem Ausmass aufzunehmen und so ihren Erwerbsanteil wieder zu 
erhöhen, obwohl ihr dies ohne weiteres möglich und zumutbar gewesen 
wäre. Entsprechendes wird denn auch nicht geltend gemacht. Damit ist 
auch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin 
– entsprechend ihrer Darlegung in der Beschwerde (S. 4) – ihr Arbeitspen-
sum auf gar 50% erhöht hätte. Dies gilt mit Bezug auf den Zeitpunkt des 
frühest möglichen Rentenbeginns ab August 2017 umso weniger, als die 
Schwiegertochter, mit welcher sie gemäss ihren Angaben die Aufgaben im 

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Haushalt gemeinsam erledigt hat, ab November 2017 ihrerseits eine Er-
werbstätigkeit aufgenommen hat (Beschwerde S. 4; Beschwerdebeilage 
[BB] 3, 4). 

Nach dem Dargelegten ist von einem Status 21% Erwerbstätigkeit auszu-
gehen. Ob die Beschwerdeführerin in Anbetracht des Umstands, dass sie 
und ihre Schwiegertochter die Haushaltsarbeiten je hälftig verrichtet haben 
wollen (Beschwere S. 4), daneben tatsächlich im vollen Umfang des ver-
bleibenden möglichen Status-Anteils von 79% im Haushalt, d.h. im Aufga-
benbereich, tätig war (vgl. E. 2.3.3), kann vorliegend offen bleiben. Selbst 
wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin auf diese Annahme der Be-
schwerdegegnerin abgestellt wird, entsteht kein rentenbegründender 
IV-Grad.

5.

Wenn von einer 100%-igen Arbeits- und Leistungsunfähigkeit ausgegangen 
wird (vgl. E. 3 hiervor), ist der IV-Grad im Erwerbsbereich unter Berücksich-
tigung des Wartejahres und der Anmeldung im November 2016 (AB 1) in 
Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG ab August 2017 
auf 100% resp. gewichtet auf 21% (100% x 0.21 [Status]) festzusetzen. 
Auch mit Blick auf Art. 27bis Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201), in Kraft seit Januar 
2018, ändert sich nichts am Ergebnis. Dies ergibt für den Erwerbsbereich 
ebenfalls einen gewichteten IV-Grad von 21%. 

6.

Sodann sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen und der 
IV-Grad in diesem Bereich zu ermitteln (vgl. E. 2.3 hiervor). 

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-

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benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

6.2 Der Abklärungsbericht vom 15. Oktober 2018 (AB 70) samt Stel-
lungnahme vom 19. Dezember 2018 (AB 79) wurde vom spezialisierten 
Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin aufgrund einer Erhebung vor 
Ort (vom 4. Oktober 2018) verfasst. Die Feststellungen der fachkundigen 
Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der 
Beschwerdeführerin, deren Ehemann und der gemeinsamen Tochter 
durchgeführten Erhebungen. Dabei kam die Abklärungsperson zum 
Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin aufgrund der bestehenden 
Einschränkungen nicht mehr durchführbaren Haushaltsaufgaben vollstän-
dig durch die Familienangehörigen zu übernehmen sind, weshalb im Be-
reich Haushalt keine invaliditätsbedingten Einschränkungen bestünden 
(AB 70 S. 6 ff. Ziff. 7.2). Damit zeigt sich die Beschwerdeführerin nicht ein-
verstanden.

6.2.1 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die Schaden-
minderungspflicht der Familienangehörigen „unrichtig, unrealistisch und 
unkorrekt ermittelt“ worden sei (Beschwerde S. 4), kann ihr nicht gefolgt 
werden. Es ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nicht nur 
mit ihrem pensionierten (vormals Bezüger einer IV-Rente; BB 5) Ehemann, 
sondern auch mit ihrem Sohn, der Schwiegertochter sowie deren drei Kin-
dern gemeinsam in einer 5.5 Zimmerwohnung lebt (AB 70 S. 3 Ziff. 2.1). 
Damit war resp. ist der Sohn und dessen Familie originär für den wesentli-
chen Teil der Haushaltsaufgaben – unabhängig von einer gesundheitlichen 

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Einschränkung der Beschwerdeführerin – zuständig. Berechnet nach Per-
sonen und unbesehen des Umstands, dass Kinder zuweilen verhältnis-
mässig grösseren Aufwand verursachen, beträgt dieser Anteil 5/7 an der 
Haushaltung. Dass die Beschwerdeführerin im Gegenzug für eine Erwerbs-
tätigkeit der Schwiegertochter deren Familienbetreuung und Haushaltung 
übernommen hätte, geht aus den Akten nicht hervor und wird im Übrigen 
auch nicht geltend gemacht. Vielmehr führte die Beschwerdeführerin aus, 
sie hätte die Haushaltung gemeinsam mit der (nicht erwerbstätigen) 
Schwiegertochter je hälftig zu gleichen Teilen erledigt (Beschwerde S. 4). 
Daran ändert nichts, dass die Schwiegertochter seit November 2017 zu 
10% resp. seit Januar 2019 zu 18% einer Erwerbstätigkeit nachgeht (BB 3 
und 4), da diese Erwerbstätigkeit quantitativ gering ist und zudem auch erst 
nach der Erkrankung der Beschwerdeführerin im August 2016 (AB 12 S. 4 
Ziff. 1.6, 28 S. 2 Ziff. 1.6, 35 S. 1, 65 S. 3 Ziff. 11, 67 S. 4) aufgenommen 
wurde. Sie erreicht in zeitlicher Hinsicht schliesslich auch nur knapp den 
Umfang der vormaligen Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin. 

Die Arbeiten für den wesentlichen Anteil des gemeinsamen Haushalts ha-
ben damit der Sohn und die Schwiegertochter selbst zu übernehmen, ohne 
dass sich mit der Ausführung dieser Aufgaben die Frage einer Schaden-
minderungspflicht zu Gunsten der Beschwerdeführerin stellen würde.

6.2.2 Im Zusammenhang mit dem Aufgabenbereich der Beschwerdefüh-
rerin wurde von der Beschwerdegegnerin zu Recht berücksichtigt, dass im 
Rahmen der Schadenminderungspflicht die Mithilfe der Familienangehöri-
gen in Anspruch zu nehmen ist, welche weitergeht, als die ohne Gesund-
heitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 
504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5). Insbesondere der 
zunächst noch IV-berentete (BB 5) und seit dem 1. Februar 2018 pensio-
nierte Ehemann der Beschwerdeführerin hat im Aufgabenbereich mitzuhel-
fen. Zumindest die leichten Tätigkeiten sind ihm dabei zweifelsfrei ohne 
Einschränkung zumutbar (vgl. die entsprechenden Ausführungen zum Ge-
sundheitszustand des Ehemanns in der Verfügung der Beschwerdegegne-
rin vom 27. Juni 2014; BB 5 S. 4 f.). Damit wird er durch die vermehrte Hilfe 
im Aufgabenbereich weder unverhältnismässig belastet noch erleidet er 
eine Erwerbseinbusse (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2019, IV/2019/193, Seite 12

S. 30 E. 5.5). Ferner kann ebenfalls von der im gleichen Haushalt lebenden 
Familie des Sohnes über den wesentlichen eigenen Anteil am Haushalt 
hinaus eine gewisse Hilfestellung, insbesondere für die schweren Tätigkei-
ten (teilweise auch im Austausch mit leichten Aufgaben durch den Ehe-
mann der Beschwerdeführerin), welche nicht vom Ehemann übernommen 
werden können, erwartet werden. Dabei kann offen bleiben, ob und in wel-
cher Weise bereits die Grosskinder einen Beitrag leisten können und müs-
sen, denn für die Grosskinder und deren Aufwand sind so oder anders 
nicht die Beschwerdeführerin als Grossmutter, sondern der Sohn und die 
Schwiegertochter zuständig (vgl. E. 6.2.1 vorstehend). 

Dementsprechend sind im vorliegend konkret zur Diskussion stehenden 
Aufgabenbereich keine invaliditätsbedingten Einschränkungen ausgewie-
sen.

6.3 Nach dem vorstehend Dargelegten kann der gewichtete IV-Grad im 
erwerblichen Bereich höchstens 21% betragen. Im Bereich Haushalt 
beläuft er sich auf 0%, sodass ein Gesamtinvaliditätsgrad von maximal 
21% resultiert. Es besteht folglich kein Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. 
E. 2.2 hiervor). 

Die Beschwerde ist damit abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen. 

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7.2 Die Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.