# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba34619f-1d42-5632-b202-2f59e2b68109
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 17.03.2004 BK 2004 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2004-7_2004-03-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 17. März 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 04 7

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer und Rehli
Aktuarin ad hoc Thöny

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In der strafrechtlichen Beschwerde

der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Be-
schwerdeführerin, 

gegen

die Einstellungsverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Plessur vom 6. Januar 
2004, mitgeteilt am 8. Januar 2004, in Sachen gegen X., Beschwerdegegner, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, Postfach 545, Gäug-
gelistrasse 16, 7002 Chur,

betreffend Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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A. Am Mittag des 15. Juli 2003 um ca. 13.40 Uhr fuhr X. mit seinem 
Personenwagen der Marke Opel mit dem Kontrollschild Kennzeichen A., auf der 
Kantonsstrasse von C. in Richtung D.. Bei der Einfahrt in die Rechtskurve unter-
halb der E. auf dem Gemeindegebiet F. kam es zu einer Streifkollision mit dem 
entgegenkommenden Postauto mit dem Kontrollschild Kennzeichen B., welches 
von G. gelenkt wurde. Da das Postauto beim Befahren der Kurve mit dem hinte-
ren Teil über die Strassenmitte hinauskam, erfolgte die Kollision auf der Fahrspur 
von X.. Als die Polizei an der Unfallstelle eintraf, befanden sich die beiden betei-
ligten Fahrzeuge nicht mehr in der Endlage. Auf der Fahrspur konnten keine Spu-
ren ermittelt werden, welche der Polizei ermöglicht hätten, den Kollisionsort und 
-ablauf zuverlässig zu ermitteln. Die Angaben der Zeugen und Beteiligten wider-
sprechen sich. Am Personenwagen von X. entstanden Farbschäden am Aussen-
rückspiegel links und am Kotflügel/Radkasten vorne links. Am Postauto wurden 
beide Kofferraumdeckel links verkratzt. Verletzt wurde niemand. 

B. Mit Kompetenzentscheid vom 29. August 2003 stellte die Staatsan-
waltschaft Graubünden fest, dass für X. die Übertretungstatbestände im Sinne 
von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 34 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 
SVG in Betracht fallen, für G. derjenige des Art. 45 Abs. 1 SVG in Verbindung mit 
Art. 90 Ziff. 1 SVG. Mit deren Verfolgung im Strafmandatsverfahren wurde die 
Kreispräsidentin F. betraut. 

C. Mit Strafmandat vom 3. Dezember 2003, mitgeteilt am 3. Dezember 
2003, sprach die Kreispräsidentin F. X. schuldig der Verletzung von Verkehrsre-
geln gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG und be-
strafte ihn mit einer Busse von Fr. 170.--. Zudem wurden ihm Verfahrenskosten 
im Betrage von Fr. 579.60 auferlegt. G. wurde gleichentags der Verletzung von 
Verkehrsregeln gemäss Art. 45 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG 
schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 140.-- bestraft. G. wurden Ver-
fahrenskosten in der Höhe von Fr. 517.-- auferlegt. 

D. Mit Eingabe vom 4. Dezember 2003 liess X. gegen das ihn betref-
fende Strafmandat der Kreispräsidentin F. Einsprache erheben. Mit Schreiben 
vom 17. Dezember 2003 überwies die Kreispräsidentin F. die Strafsache zur wei-
teren Behandlung an den Bezirksgerichtspräsidenten Plessur. 

E. Mit Verfügung vom 6. Januar 2004, mitgeteilt am 8. Januar 2004, 
stellte der Bezirksgerichtspräsident Plessur das Strafverfahren gegen X. ein. Die 

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Kollision der beiden Fahrzeuge habe unbestrittenermassen auf der Fahrbahn-
hälfte von X. stattgefunden, welche er grundsätzlich für sich beanspruchen 
durfte. Insbesondere ergebe sich aus der Pflicht zum Rechtsfahren nach Art. 34 
SVG keine Verpflichtung gegenüber dem Gegenverkehr, diesem die Beanspru-
chung der eigenen Fahrspur einzuräumen. Aufgrund der Kenntnisse der Örtlich-
keit erscheine es zudem wenig glaubwürdig, dass ein Postauto diese Kurve be-
fahre, ohne die Gegenfahrbahn zu beanspruchen. Aus diesen Gründen sei das 
Verfahren gegen X. einzustellen. Die Verfahrenskosten wurden der Staatskasse 
überbunden. 

F. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob die Staatsanwaltschaft 
Graubünden bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Die Einstellungsverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Plessur 
vom 8. Januar 2004 in Sachen X. sei aufzuheben.

2. Der Bezirksgerichtspräsident sei anzuweisen, das Verfahren gemäss 
Art. 175 StPO durchzuführen.

3. Gesetzliche Kostenfolge.“

G. Mit Schreiben vom 5. Februar 2004 verzichtete der Bezirksgerichts-
präsident Plessur auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einge-
gangen. 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 176a StPO kann gegen Untersuchungshandlungen 
und gegen Ablehnungs- und Einstellungsverfügungen des Kreispräsidenten und 
des Bezirksgerichtspräsidenten bei der Beschwerdekammer des Kantonsge-
richts Beschwerde im Sinne von Art. 138 und 139 StPO geführt werden. Dabei 
ist nach Art. 139 Abs. 1 StPO zur Beschwerdeführung berechtigt, wer durch den 
angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner 
Aufhebung oder Änderung geltend macht. Die Legitimationsvoraussetzungen 
des Berührtseins und des schutzwürdigen Interesses an der Aufhebung oder Än-
derung der Verfügung müssen kumulativ erfüllt sein. Mit dem schutzwürdigen In-
teresse einher geht das Erfordernis der Beschwer. Nur wer beschwert ist, d.h. 

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ein aktuelles Rechtsschutzbedürfnis hat, ist beschwerdelegitimiert (PKG 1980 Nr. 
41). 

Der Staatsanwalt ist als Organ der Strafrechtspflege zur Erforschung der 
materiellen Wahrheit und zur Durchsetzung des richtigen Rechts in den gegebe-
nen prozessualen Formen verpflichtet. Entsprechend liegt bei ihm eine Be-
schwernis vor, wenn eine Verletzung des materiellen oder formellen Rechts gel-
tend gemacht werden kann, soweit sich diese auf das Urteil auswirkt (Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden StPO, 2. Auf-
lage 1996, S. 355). Die Staatsanwaltschaft Graubünden macht geltend, dass die 
Regel von Art. 34 Abs. 1 SVG, wonach auf breiten Strassen innerhalb der rechten 
Fahrbahnhälfte zu fahren sei, entgegen der Auffassung des Bezirksgerichtsprä-
sidenten Plessur auszulegen sei. Sie verlangt daher die Durchführung eines ge-
setzmässigen Verfahrens im Sinne von Art. 175 StPO. Die Staatsanwaltschaft 
wendet sich damit gegen einen Akt in der Strafrechtspflege, welcher zu einer 
uneinheitlichen Praxis im Kanton führen würde. Aus diesen Gründen ist sie zur 
Beschwerde legitimiert. Auf die rechtzeitig und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist daher einzutreten.

2. Gemäss Art. 175 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 82 Abs. 1 StPO 
ist eine Untersuchung dann einzustellen, wenn aufgrund der Erhebungen darauf 
zu schliessen ist, dass das Vorliegen eines Straftatbestandes nicht genügend 
dargetan ist. Dies ist der Fall, wenn eine Gesamtwürdigung der Beweise zur 
nachvollziehbaren Schlussfolgerung führt, dass eine Verurteilung unwahrschein-
lich ist, somit ein Freispruch erwartet werden müsste, wenn keine konkret zu er-
hebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen 
Sinn beeinflussen könnten. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die 
Beweisregel „in dubio pro reo“ nur im Gerichtsverfahren, nicht aber bei Einstel-
lungen gilt. Im Zweifel ist deshalb Anklage zu erheben (Padrutt, a.a.O., S. 164). 
Eine angefochtene Einstellungsverfügung kann gemäss Art. 176a StPO in Ver-
bindung mit Art. 138 StPO nicht nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf Un-
angemessenheit überprüft werden. Bei der Überprüfung der Angemessenheit ei-
nes Entscheides soll aber die Beschwerdekammer ihr Ermessen nur dort an die 
Stelle desjenigen der Vorinstanz setzen, wo sich deren Verfügung nicht mit trifti-
gen Gründen vertreten lässt. Eine Einstellungsverfügung ist dann angemessen 
und hält der umschriebenen Kontrolle stand, wenn aufgrund des Untersuchungs-
ergebnisses objektiv und subjektiv nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorlie-
gen einer strafbaren und verfolgbaren Handlung gegeben sind und somit bei ge-

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richtlicher Beurteilung ein Freispruch erwartet werden müsste, und wenn keine 
neuen Beweismittel ersichtlich sind, die das Beweisergebnis massgeblich beein-
flussen könnten (PKG 1997 Nr. 36; PKG 1975 Nr. 58). Es ist nun im Folgenden 
zu prüfen, ob die Vorinstanz rechtswidrig oder unangemessen entschieden hat. 

3. Die am Unfall beteiligten Fahrzeuglenker sowie mehrere Zeugen 
wurden von der Kantonspolizei Graubünden zum Unfallhergang befragt. Bezüg-
lich des genauen Unfallherganges widersprechen sich ihre Aussagen in verschie-
denen Punkten. Im vorliegenden Verfahren ist jedoch einzig das Fahrverhalten 
von X. zu beurteilen. Da das Strafrecht keine Schuldkompensation kennt, ist im 
Rahmen dieser Beschwerde unbeachtlich, ob der an der Streifkollision beteiligte 
G. ein Mitverschulden trägt und seinerseits gegen Verkehrsregeln verstossen 
hat. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet damit einzig die Frage, ob 
es konkrete Anhaltspunkte dafür gibt, dass X. am 15. Juli 2003 mit einer im 
rechtskritischen Bereich liegenden Fahrweise auf der Kantonsstrasse in Richtung 
D. gefahren ist. 

4.a) Die Vorinstanz hielt in der Einstellungsverfügung vom 6. Januar 
2004, mitgeteilt am 8. Januar 2004, fest, dass sich die Kollision unbestrittener-
massen auf der Fahrbahnhälfte von X. ereignete, welche er grundsätzlich für sich 
beanspruchen durfte. Insbesondere ergebe sich aus der Pflicht zum Rechtsfah-
ren nach Art. 34 SVG keine Verpflichtung gegenüber dem Gegenverkehr, diesem 
die Beanspruchung der eigenen Fahrspur einzuräumen. Die Tatsache, dass an-
dere Verkehrsteilnehmer am Postauto vorbeifahren konnten, werde dadurch re-
lativiert, dass die kollisionsbeteiligten Fahrzeuge nicht in der Endlage belassen 
worden seien. Aufgrund der Kenntnisse der Örtlichkeit erscheine zudem wenig 
glaubwürdig, dass ein Postauto diese Kurve befahre, ohne die Gegenfahrbahn 
zu beanspruchen. Aus diesen Gründen sei das Verfahren gegen X. einzustellen. 

Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, dass Fahrzeuge 
gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG und Art. 7 Abs. 1 VRV rechts fahren müssten. Sie 
hätten sich möglichst an den rechten Strassenrand zu halten. Dieses Gebot gelte 
grundsätzlich immer, soweit es nicht durch besondere Bestimmungen gelockert 
oder aufgehoben sei. Wo gemäss Rechtsprechung nicht besondere Umstände 
das Fahren am äussersten Strassenrand erforderten, dürfe der Fahrzeugführer 
schon im eigenen Interesse und mit Rücksicht auf Hindernisse, die in seiner Fahr-
bahn auftauchen könnten, vom rechten Strassenrand einen angemessenen Ab-
stand einhalten. Möglichst nahe an den Strassenrand habe sich der Fahrzeug-

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führer unter anderem auf unübersichtlichen Strecken zu halten, um damit die Kol-
lisionsgefahr mit entgegenkommenden Fahrzeugen zu vermindern. In engen 
Kurven auf Strassen, wo jederzeit mit dem Auftauchen von Postautos, Cars und 
grossen Lastwagen zu rechnen sei, habe sich der Fahrzeugführer möglichst an 
den rechten Fahrbahnrand zu halten und könne sich nicht auf Art. 7 Abs. 2 VRV 
berufen. 

b) Nach Art. 34 Abs. 1 SVG müssen Fahrzeuge rechts, auf breiten 
Strassen innerhalb der rechten Fahrbahnhälfte fahren (Satz 1); sie haben sich 
möglichst an den rechten Strassenrand zu halten, namentlich bei langsamer 
Fahrt und auf unübersichtlichen Strecken (Satz 2). Das Rechtsfahrgebot gilt al-
lerdings nicht absolut. Dessen Einhaltung ist nach den Verkehrs- und Sichtver-
hältnissen der konkreten Situation zu beurteilen. Der Fahrzeugführer kann auf 
gewölbten oder sonst schwer zu befahrenden Strassen und in Linkskurven von 
der Regel abweichen, wenn die Strecke übersichtlich ist und weder der Gegen-
verkehr noch nachfolgende Fahrzeuge behindert werden (Art. 7 Abs. 1 der Ver-
kehrsregelnverordnung [VRV; SR 741.11]). Laut der Rechtsprechung zum 
Rechtsfahrgebot ist auf unübersichtlichen Strassen oder auf solchen, in welche 
unübersichtliche Strassen oder Wege einmünden, das Rechtsfahrgebot strikt ein-
zuhalten. Der Fahrzeuglenker muss sich immer an diese Vorschrift halten, wenn 
wegen besonderer Verhältnisse jede Abweichung von der Regel den Verkehr un-
mittelbar gefährden müsste (BGE 129 IV 44 mit Hinweisen). 

X. führte in seiner polizeilichen Einvernahme vom 15. Juli 2003 (act. 3) 
aus, es könne sein, dass er nicht ganz rechts gefahren sei. Er sei jedoch immer 
auf seiner Fahrbahnhälfte geblieben. Das entgegenkommende Postauto sei teil-
weise auf seine Fahrbahnseite gekommen. Auch G., der Lenker des Postautos, 
gab anlässlich der polizeilichen Befragung vom 16. Juli 2003 (act. 4) zu Protokoll, 
dass der Lenker des entgegenkommenden Personenwagens nicht ganz rechts 
gefahren sei, da dieser ansonsten ungehindert an seinem Postauto vorbeige-
kommen wäre. Diese Aussagen werden vom Zeugen H., der zum Zeitpunkt der 
Streifkollision hinter dem Fahrzeug von X. fuhr und dessen Aussagen als unbe-
fangenen Dritten erhöhtes Gewicht zukommt, bestätigt. Dieser sagte aus, dass 
der vor ihm befindliche blaue Personenwagen nicht ganz rechts am Fahrbahn-
rand, sondern ca. einen Meter davon entfernt in die Kurve eingefahren sei (act. 
7). Wie aus der polizeilichen Unfallskizze (act. 9) hervorgeht, weist die Strasse 
im Bereich der Kollisionsstelle eine Breite von insgesamt 8.10m auf, wovon 4.70 
m auf die Fahrbahnhälfte von X. entfallen. Es wäre daher X. ohne weiteres mög-

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lich gewesen, zur Fahrbahnmitte einen grösseren als den von ihm eingehaltenen 
Abstand zu wahren bzw. sein Fahrzeug näher an den rechten Strassenrand zu 
halten. Dazu war er umso mehr verpflichtet, als es sich bei der befahrenen 
Strasse um eine Kantonsstrasse handelt und er daher grundsätzlich auch mit 
breiten Fahrzeugen, wie Lastwagen und Postautos, rechnen musste. Hätte sich 
X. mit seinem Fahrzeug stärker an den rechten Strassenrand gehalten, wozu 
nach dem Gesagten genügend Raum verblieb, wäre ein gefahrloses Kreuzen 
zweifellos möglich gewesen. Gründe, um vorliegend vom Rechtsfahrgebot abzu-
weichen, werden weder behauptet noch sind solche ersichtlich.

Zusammenfassend bleibt somit festzuhalten, dass zum einen die wider-
sprüchlichen Aussagen über den genauen Ablauf der Streifkollision den Ausgang 
dieses Verfahrens nicht relevant zu beeinflussen vermögen und zum anderen 
gewichtige Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine Verkehrsregelverletzung von X. 
hindeuten. Jedenfalls kann bei einer Gesamtwürdigung nicht davon ausgegan-
gen werden, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist und damit ein Frei-
spruch erwartet werden müsste. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die an-
gefochtene Einstellungsverfügung aufzuheben und die Sache an den Bezirksge-
richtspräsidenten Plessur zurückzuweisen.

5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfü-
gung aufgehoben und die Sache an den Bezirksgerichtspräsidenten Ples-
sur zurückgewiesen. 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: