# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae77d279-9453-584f-ac47-b082a7ca32b2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 21.02.2022 KSK 2021 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_KSK-2021-92_2022-02-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 21. Februar 2022

Referenz KSK 21 92

Instanz Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 

Besetzung Bergamin, Vorsitzender
Eckstein, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

B._____
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Aquasanastrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand definitive Rechtsöffnung

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Viamala, Einzelrichterin SchKG, 
vom 01.12.2021, mitgeteilt am 13.12.2021 (Proz. Nr. 335-2021-46)

Mitteilung 24. Februar 2022

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Sachverhalt

A. Mit Zahlungsbefehl vom _____ 2021 setzte B._____ beim Betreibungs- und 
Konkursamt der Region Viamala gegen A._____ Forderungen von CHF 3'551.00 
("1/2 variabler Lohnanteil 2019, Restbetrag"), CHF 1'880.70 ("1/2 Anteil 
Erneuerungsarbeiten und Gebäudeversicherung C._____") und CHF 400.00 
("Gerichtskosten Proz Nr. 335-2017-77") in Betreibung (Betreibung Nr. D._____). 
A._____ erhob am 20. Juli 2021 in der Höhe von CHF 5'431.70 Rechtsvorschlag.

C. Mit Gesuch vom 28. bzw. 30. Juli 2021 ersuchte B._____ das 
Regionalgericht Viamala, ihr in der betreffenden Betreibung definitive 
Rechtsöffnung für den Betrag von CHF 3'551.00 zu erteilen. A._____ schloss mit 
Stellungnahme vom 10. August 2021 auf kostenfällige Abweisung des Gesuchs. 
Es folgten weitere Stellungnahmen der Parteien am 23. September und 
3. November 2021 (B._____) bzw. am 21. Oktober und 15. November 2021 
(A._____).

D. Die Einzelrichterin SchKG am Regionalgericht Viamala erkannte mit 
Rechtsöffnungsentscheid vom 1. Dezember 2021 Folgendes:

1. Das Gesuch wird teilweise gutgeheissen und in der Betreibung 
Nr. D._____ des Betreibungsamtes Viamala für CHF 2'051.00 die 
definitive Rechtsöffnung erteilt.

2. a. Die Gerichtskosten von CHF 250.00 gehen im Umfang von 2/5 
zulasten B._____ und im Umfang von 3/5 zulasten von A._____. Sie 
werden zur Gänze aus dem von B._____ in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss bezogen. A._____ ist verpflichtet, B._____ daran 
den Betrag von CHF 150.00 zu ersetzen.

b. A._____ ist verpflichtet, B._____ eine reduzierte 
Parteientschädigung von CHF 300.00 (Barauslagen und MWST 
eingeschlossen) zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]

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A._____ ersuchte mit Schreiben vom 6. Dezember 2021 um schriftliche 
Begründung des Entscheids, welche die Einzelrichterin SchKG am 
Regionalgericht Viamala am 13. Dezember 2021 nachlieferte.

E. Gegen den Rechtsöffnungsentscheid vom 1. Dezember 2021 erhob 
A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 16. Dezember 2021 
fristgerecht Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden. Er liess folgendes 
Rechtsbegehren stellen:

1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; das 
Rechtsöffnungsbegehren der Frau B._____ sei voll umfänglich 
abzuweisen.

2. Die Kosten der Einzelrichterin SchKG seien der Gesuchstellerin zu 
überbinden, welche zu verpflichten sei, den Gesuchsgegner für das 
erstinstanzliche Verfahren aussergerichtlich mit CHF 1'500.00 zu 
entschädigen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin für das Berufungsverfahren.

4. Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen.

F. Am 17. Dezember 2021 forderte der Vorsitzende der Schuldbetreibungs- 
und Konkurskammer den Beschwerdeführer zur Leistung eines 
Kostenvorschusses von CHF 450.00 auf, welcher innert Frist einging. Die 
vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. B._____ (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 
2021 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eingetreten 
werden könne. Am 4. Januar 2021 wies der Vorsitzende den Antrag des 
Beschwerdeführers auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab. Weitere 
prozessuale Anordnungen oder Eingaben sind nicht erfolgt. Das Verfahren ist 
spruchreif.

Erwägungen

1. Gegen den im summarischen Verfahren gefällten Rechtsöffnungsentscheid 
ist die Beschwerde zulässig (Art. 309 lit. b Ziff. 3 i.V.m. Art. 319 lit. a ZPO). Mit 
Beschwerde kann unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich falsche 
Sachverhaltsfeststellung gerügt werden (Art. 320 ZPO). Da der Streitwert der 
Beschwerde unter CHF 5'000.00 liegt, ergeht das Urteil in einzelrichterlicher 
Kompetenz (Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO [BR 320.100]).

2. Die Vorinstanz hiess das Rechtsöffnungsgesuch im Teilumfang von 
CHF 2'051.00 gut. 

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Zur Begründung führte sie aus, die Parteien hätten in einem 2018 durchgeführten 
Eheschutzverfahren eine Trennungsvereinbarung geschlossen, die als definitiver 
Rechtsöffnungstitel qualifiziere. Nach Ziffer 6.9 dieser Trennungsvereinbarung 
stehe der Beschwerdegegnerin die Hälfte des nominal ausbezahlten variablen 
Lohnanteils zu. Der variable Lohnanteil im Jahr 2019 im Sinne der 
Trennungsvereinbarung betrage total CHF 11'618.00, wovon folglich die Hälfte, 
also CHF 5'809.00, der Beschwerdegegnerin zustehe. Nachdem der 
Beschwerdeführer am 30. April 2019 CHF 3'758.00 bezahlt habe, sei ein 
Restbetrag von CHF 2'051.00 offen geblieben. 

Der Beschwerdeführer mache zwar geltend, er habe diesen Betrag am 
30. Dezember 2019 getilgt, nachdem er ein erstes Mal betrieben und 
Rechtsöffnung erteilt worden sei. Das erscheine aber schon aufgrund der 
abweichenden Beträge von CHF 2'051.00 und CHF 2'000.00 alles andere als 
nachvollziehbar und urkundlich bewiesen. Die erste Betreibung habe sich 
ausserdem nicht auf den variablen Lohnanteil 2019, sondern ausdrücklich auf die 
"ausstehende Unterhaltszahlung von Mai 2019 gemäss Entscheid des 
Regionalgerichts Viamala vom 09.10.2018" bezogen. Der Beschwerdeführer habe 
die Zahlung in der Überweisungsanzeige der Bank selber als "Alimente und 
Betreibung" bezeichnet. Die Tilgungseinwendung liege auch zeitlich schief. Die 
Zahlung vom 30. Dezember 2019 habe den variablen Lohnanteil nicht betreffen 
können, denn der variable Lohnanteil 2019 sei erst am 12. Juli 2021 in Betreibung 
gesetzt worden. 

Im Ergebnis, so die Vorinstanz abschliessend, sei die Tatsachendarstellung des 
Beschwerdeführers zur Tilgung des offenen Teilbetrags widersprüchlich und durch 
seine eigenen Urkundeneinlagen widerlegt. Eine Tilgung des offenen Teilbetrags 
von CHF 2'051.00 am variablen Lohnanteil 2019 sei unbewiesen und dafür sei die 
definitive Rechtsöffnung zu erteilen (act. B.1 E. 3).

3. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie habe fälschlicherweise 
seine Einrede der Tilgung unberücksichtigt gelassen. 

3.1. Wie bereits vor der Vorinstanz bringt der Beschwerdeführer erneut vor, er 
habe den Betrag über CHF 2'051.00 getilgt. Am 30. April 2019 habe er der 
Beschwerdegegnerin einen Betrag in Höhe von CHF 8'378.00 überwiesen. Dieser 
Betrag habe sich wie folgt zusammengesetzt:

Alimente gemäss Trennungsvereinbarung CHF 4'620.00

½ variabler Lohnanteil von CHF 11'618.00 CHF 5'809.00

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Abzügl. ungerechtfertigte Barbezüge ab dem Konto des 
Beschwerdeführers in Höhe von CHF 2'000.00 zzgl. 
Mahngebühren in Höhe von CHF 51.00

- CHF 2'051.00

Total CHF 8'378.00

Die Beschwerdegegnerin habe, so der Beschwerdeführer weiter, den Abzug von 
CHF 2'000.00 als ungerechtfertigt erachtet und in der Folge ihn – den 
Beschwerdeführer – für diesen Betrag im Mai 2019 ein erstes Mal betreiben 
lassen (Betreibung Nr. 20191544). Im Anschluss, am 13. November 2019, habe 
die Einzelrichterin SchKG am Regionalgericht Viamala für diesen Betrag definitive 
Rechtsöffnung erteilt (Proz. Nr. 335-2019-77). Daraufhin, am 30. Dezember 2019, 
habe er der Beschwerdegegnerin den Betrag von CHF 5'300.00 überwiesen, 
welcher sich wie folgt zusammengesetzt habe:

Nachehelicher Unterhalt CHF 600.00

Alimente für 2 Kinder CHF 2'000.00

Ausbildungszulage für 2 Kinder CHF 640.00

Nachzahlung nach Betreibung CHF 2'000.00

Total CHF 5'300.00

Die Beschwerdegegnerin mache nun genau diese CHF 2'000.00, inklusive 
Mahngebühr von CHF 51.00, nochmals geltend, obwohl sie diesen Betrag bereits 
erhalten habe. Er habe ursprünglich den Betrag von CHF 2'051.00 abgezogen. 
Das Regionalgericht habe in der Folge für die Mahnspesen von CHF 51.00 keine 
Rechtsöffnung erteilt, sondern lediglich für den Betrag von CHF 2'000.00. 
Ausserdem handle es sich bei der Verpflichtung, den hälftigen variablen 
Lohnanteil zu überweisen, ganz klar um eine Unterhaltszahlung bzw. um Alimente. 
Vorliegend lasse die Beschwerdegegnerin ihn nochmals betreiben, obschon er die 
Forderung nach der ersten Betreibung bezahlt habe (act. A.1 S. 3 ff.).

3.2. Die Beschwerdegegnerin schliesst sich in ihrer Beschwerdeantwort den 
vorinstanzlichen Erwägungen an und bringt ergänzend vor, dass der 
Beschwerdeführer seine klaren Widersprüche auch mit seinen neuen Vorbringen 
nicht auflösen könne. Die ursprüngliche Betreibung habe einen anderen 
Rechtsgrund betroffen, nämlich die Alimente Mai 2019, was sich bereits aus den 
divergierenden Beträgen von CHF 2'051.00 und CHF 2'000.00 ergebe. Darüber 
schweige sich der Beschwerdeführer erneut aus (act. A.2 S. 2 ff.).

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4. Es ist unbestritten und urkundlich belegt, dass die Beschwerdeführerin den 
Beschwerdegegner am 17. Mai 2019 für den Betrag von CHF 2'000.00 nebst Zins 
betreiben liess, wobei sie als Forderungsgrund "Ausstehende Unterhaltszahlung 
von Mai 2019 gemäss Entscheid des Regionalgerichts Viamala vom 09.10.2018" 
angab (vgl. RG act. IV.3). Mit Entscheid (ohne schriftliche Begründung) vom 
13. November 2019 erteilte das Regionalgericht Viamala der Beschwerdeführerin 
in diesem Umfang definitive Rechtsöffnung (vgl. RG act. IV.4). Der 
Beschwerdeführer zahlte der Beschwerdegegnerin am 30. Dezember 2019 den 
Betrag von CHF 5'300.00 mit dem Vermerk "Alimente plus Betreibung" (vgl. RG 
act. IV.5). In dieser Zahlung war unter anderem ein Teilbetrag von CHF 2'000.00 
enthalten, welcher auf die zuvor in Betreibung gesetzte Forderung anzurechnen 
war. Am 12. Juli 2021 erhob die Beschwerdegegnerin sodann erneut Betreibung 
für eine Forderung von CHF 3'551.00 mit dem Forderungsgrund "1/2 variabler 
Lohnanteil 2019, Restbetrag" (RG act. III.2). 

Streitig ist vor diesem Hintergrund, ob die von der Beschwerdegegnerin im Mai 
2019 angehobene Betreibung im Umfang von CHF 2'000.00 und die vom 
Beschwerdeführer Ende Dezember 2019 in derselben Höhe geleistete Zahlung 
den variablen Lohnanteil 2019 (Version Beschwerdeführer) oder die Alimente für 
Mai 2019 (Version Beschwerdegegnerin) betraf. Es ist mit anderen Worten zu 
prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, im Jahr 2019 sei eine andere 
Forderung betrieben und bezahlt worden, als nun Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens ist.

5. Die Argumentation der Vorinstanz, weshalb der Beschwerdeführer mit 
seiner Zahlung von Ende Dezember 2019 nicht die vorliegend zur Diskussion 
stehende Forderung tilgte, überzeugt zum Vornherein nicht. 

5.1. Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der ersten 
Betreibung bloss CHF 2'000.00 forderte, während sie jetzt einen Betrag von 
CHF 2'051.00 geltend macht, ist lediglich ein Indiz dafür, dass es sich um 
verschiedene Forderungen handelt. Der Beschwerdeführer deutete zudem bereits 
in seiner Gesuchsantwort an, dass der Differenzbetrag von CHF 51.00 auf eine 
Mahngebühr zurückzuführen sei (vgl. RG act. II.3 Ziff. 4). Darauf ging die 
Beschwerdegegnerin in ihren weiteren Stellungnahmen nicht näher ein (vgl. RG 
act. II.5 Ziff. 2; RG act. II.7 Ziff. 3). Die Forderungshöhe spricht vor diesem 
Hintergrund sogar eher dafür, dass es sich um die gleiche Forderung handelt. 

5.2. Sodann ist die Umschreibung des Forderungsgrunds in der ersten 
Betreibung als "Ausstehende Unterhaltszahlung von Mai 2019 gemäss Entscheid 

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des Regionalgerichts Viamala vom 09.10.2018" für die vorliegende Fragestellung 
wenig aussagekräftig, weil in der Trennungsvereinbarung der Anspruch auf die 
Hälfte des variablen Lohnanteils ebenfalls unter dem Titel "Unterhaltszahlungen" 
eingeordnet ist (RG act. III.3 Ziff. 6). Möglicherweise orientierte sich die 
Beschwerdegegnerin bei der Formulierung des Forderungsgrundes im ersten 
Betreibungsbegehren an dieser Systematik. 

5.3. Und schliesslich ist auch ohne Weiteres möglich, dass eine Gläubigerin 
eine bereits betriebene und getilgte Forderung ein weiteres Mal in Betreibung 
setzt. Der Umstand, dass eine Betreibung zeitlich erst nach einer bestimmten 
Zahlung erfolgt, lässt also entgegen der Vorinstanz nicht darauf schliessen, dass 
die Zahlung einer anderen Forderung gewidmet war.

6. Aus dem angefochtenen Entscheid geht implizit hervor, dass die Vorinstanz 
die Beweislast im Zusammenhang mit der Tilgung einzig dem Beschwerdeführer 
auferlegte. Dies ist im Grundsatz richtig, bedarf in der vorliegenden Konstellation 
aber der Differenzierung:

6.1. Die Beweislast für das Vorliegen einer Einwendung i.S.v. Art. 81 Abs. 1 
SchKG wie jener der Tilgung liegt beim Schuldner (BGE 124 III 501 E. 3a). Kann 
er die Tilgung nicht durch Urkunden beweisen, so hat das Gericht definitive 
Rechtsöffnung zu erteilen. Blosses Glaubhaftmachen der Tilgung durch den 
Schuldner genügt nicht, er hat den strikten Beweis zu erbringen (BGE 136 III 624 
E. 4.2.3). Bei mehreren Forderungen obliegt dem Schuldner auch der Nachweis, 
dass die Zahlung die in Betreibung gesetzte Forderung betroffen hat (PKG 2002 
Nr. 19 E. 4a; Daniel Staehelin, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler 
Kommentar SchKG I, 3. Aufl., Basel 2021, N 9 zu Art. 81 SchKG). Dies entspricht 
den allgemeinen Anrechnungsregeln der Art. 85 ff. OR, welche auch in der 
definitiven Rechtsöffnung zu beachten sind (Dominik Vock/Martina Aepli-Wirz, in: 
Kren Kostkiewicz/Vock, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung 
und Konkurs, 4. Aufl., Zürich 2017, N 6 zu Art. 81 SchKG). Weil grundsätzlich der 
Schuldner den Nachweis der Erfüllung zu erbringen hat, muss er – wenn mehrere 
Forderungen feststehen – darlegen, dass seine Leistung aufgrund seiner 
Bestimmung i.S.v. Art. 86 Abs. 1 OR oder nach den Anordnungen des Art. 87 OR 
auf die fragliche Forderung anzurechnen ist (Rolf H. Weber, Berner Kommentar, 
Das Obligationenrecht, Artikel 68–96, 2. Aufl., Bern 2005, N 45 zu Art. 86 OR). 

6.2. Die Beweislast des Schuldners nach den allgemeinen Anrechnungsregeln 
greift indessen erst, wenn feststeht, dass mehrere Forderungen vorliegen. Sofern 
die Leistung des Schuldners unstreitig ist, liegt es an der Gläubigerin zu beweisen, 

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dass ihr mehrere Forderungen zustehen (Weber, a.a.O., N 45 zu Art. 86 OR; 
Ulrich G. Schroeter, in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Obligationenrecht I, 7. Aufl., Basel 2020, N 18 zu Art. 86 OR). Ist also – wie hier – 
die Zahlung des Schuldners unbestritten, macht die Gläubigerin aber geltend, 
diese Zahlung sei auf eine andere Forderung anzurechnen als die von ihr konkret 
geltend gemachte, so liegt es an ihr, diese weitere Forderung zu beweisen. 

6.3. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb diese allgemeinen Beweislastregeln 
nicht auch im vorliegenden Rechtsöffnungsverfahren zur Anwendung kommen 
sollten. Für deren Anwendung spricht bereits der Umstand, dass im Verfahren um 
definitive Rechtsöffnung der Betriebene nicht über die Möglichkeit verfügt, sich mit 
der Aberkennungsklage zur Wehr zu setzen. Im vorliegenden Fall kommt sodann 
die Besonderheit hinzu, dass der definitive Rechtsöffnungstitel in einer 
Trennungsvereinbarung besteht, die verschiedene Forderungen tituliert, die 
teilweise bedingt und sogar unbeziffert sind wie die vorliegend geltend gemachte 
Forderung auf die Hälfte des variablen Lohnanteils gemäss Ziffer 6.9. Will die 
Gläubigerin in einer solchen Situation das Vollstreckungsprivileg der definitiven 
Rechtsöffnung in Anspruch nehmen und die vom Schuldner erhobene 
Einwendung der Tilgung mit dem Argument abwehren, die Zahlung betreffe eine 
andere Forderung als die nun betriebene, so kann von ihr verlangt werden, dass 
sie diese andere Forderung näher darlegt. Indem die Vorinstanz diese Pflicht der 
Gläubigerin in ihrem Entscheid unberücksichtigt liess, verletzte sie die Regeln 
über die Beweislast. 

7. Die Beschwerdegegnerin wies nicht nach, dass es sich bei der im Mai 2019 
in Betreibung gesetzten Forderung um eine andere Forderung handelt als jene, 
die sie im vorliegenden Verfahren geltend macht. 

7.1. Nach Ziffer 6.17 der Trennungsvereinbarung war der Beschwerdeführer ab 
Januar 2019 verpflichtet, jeweils monatlich im Voraus der Beschwerdegegnerin 
einen Unterhaltsbeitrag von CHF 660.00 und für jedes Kind einen solchen von 
CHF 1'000.00 zuzüglich Kinder- bzw. Ausbildungszulage zu überweisen (RG 
act. III.3 Ziff. 6.17). Betreffend den variablen Lohnanteil einigten sich die Parteien 
in Ziffer 6.9 darauf, dass der Beschwerdeführer die Hälfte des nominal 
ausbezahlten Betrages zu Beginn des auf die Auszahlung folgenden Monats an 
die Beschwerdegegnerin überweist (RG act. III.3 Ziff. 6.9).

7.2. Auf dieser Grundlage führte die Beschwerdegegnerin in ihrem 
(verbesserten) Rechtsöffnungsgesuch vom 30. Juli 2021 aus, dass ihr der 
Beschwerdeführer am 30. April 2019 den Betrag von CHF 8'378.00 überwiesen 

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habe. Davon rechnete sie den Betrag von CHF 4'620.00 an Alimenten an, 
entsprechend der Summe von CHF 3'000.00 Unterhalt für die drei Kinder (= 3 x 
CHF 1'000.00), CHF 960.00 Kinderzulagen (= 3 x CHF 320.00) und CHF 660.00 
eigener Unterhalt. Anschliessend zog die Beschwerdegegnerin den Betrag von 
CHF 4'620.00 vom bezahlten Betrag von CHF 8'378.00 ab, um zu folgern, der 
Überschuss von CHF 3'758.00 sei auf den variablen Lohnanteil anzurechnen, 
womit als variabler Lohnanteil im Ergebnis noch ein Betrag von CHF 3'551.00 
(einschliesslich Top-Prämie) ausstehend sei. Offensichtlich ging die 
Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer mit der Zahlung vom 
30. April 2019 sämtliche damals fälligen Alimenten tilgte. Da gemäss Ziffer 6.17 
der Trennungsvereinbarung die Unterhaltsbeiträge jeweils monatlich im Voraus zu 
bezahlen waren, ist davon auszugehen, dass die Zahlung vom 30. April 2019 die 
Unterhaltsbeiträge des Folgemonats Mai 2019 betraf. 

7.3. Wie erwähnt (oben E. 4), setzte die Beschwerdegegnerin am 17. Mai 2019 
unter dem Vermerk "Ausstehende Unterhaltszahlung von Mai 2019 gemäss 
Entscheid des Regionalgerichts Viamala vom 09.10.2018" eine Forderung von 
CHF 2'000.00 in Betreibung, welche der Beschwerdeführer am 30. Dezember 
2019 bezahlte. Nachdem der Beschwerdeführer in seiner Gesuchsantwort die 
Einwendung der Tilgung erhoben hatte, brachte die nunmehr anwaltlich vertretene 
Beschwerdegegnerin in der Replik plötzlich vor, bei der ersten Betreibung von Mai 
2019 habe es sich "um Unterhaltsausstände von Mai 2019" gehandelt (RG act. II.5 
S. 2). Um welche Unterhaltsbeiträge es dabei ging – um Kinderunterhalt, Kinder- 
oder Ausbildungszulagen oder dann Ehegattenunterhalt – und wie sich diese 
zusammensetzen, liess sie dabei offen. Auch in ihrer Triplik beschränkte er sich 
auf die pauschale Feststellung, bei der Tilgungseinrede handle es sich "nicht um 
dieselbe Angelegenheit" (RG act. II.7). Dabei wäre es für die Beschwerdegegnerin 
ohne Weiteres möglich und zumutbar gewesen aufzuzeigen, welche 
Unterhaltsbeträge des Monats Mai 2019 ausstehend waren und entsprechend 
bereits am 17. Mai 2019 in Betreibung gesetzt wurden, zumal sie bereits damals 
anwaltlich vertreten war und die Forderung später in einem ersten 
Rechtsöffnungsverfahren geltend machte. Mit ihrem neuen Einwand, die erste 
Betreibung habe eine andere Forderung, nämlich eine Alimentenforderung für Mai 
2019, betroffen, setzte sich die Beschwerdegegnerin folglich nicht nur in 
Widerspruch zu ihrem eigenen Rechtsöffnungsgesuch, sondern liess auch ihre 
Pflicht zur Substantiierung, welche im Zivilprozess allgemein gilt, unerfüllt. Der 
Einwand kann daher nicht berücksichtigt werden.

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8. Zusammengefasst ist nicht bewiesen, dass im Mai 2019 noch eine andere 
Alimentenforderung bestand, auf die die vom Beschwerdeführer unstreitig 
getätigte Zahlung von Ende 2019 angerechnet werden könnte. Als Folge davon ist 
Zahlung auf die vorliegend geltend gemachte Forderung auf die Hälfte des 
variablen Lohnanteils 2019 anzurechnen. Die Einwendung der Tilgung, die der 
Beschwerdeführer erhoben hat, ist somit zu schützen. Der angefochtene 
Entscheid ist aufzuheben und das Rechtsöffnungsgesuch vollumfänglich 
abzuweisen.

9. Bei diesem Ergebnis gehen die Prozesskosten sowohl des 
erstinstanzlichen Verfahrens als auch des Beschwerdeverfahrens zulasten der 
Beschwerdegegnerin (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

9.1. Für das erstinstanzlich Verfahren beträgt die Spruchgebühr CHF 250.00 
(Art. 48 GebV SchKG). Die Parteientschädigung wird, da der Beschwerdeführer 
weder eine Honorarnote noch eine Honorarvereinbarung eingereicht hat, nach 
Ermessen festgesetzt (vgl. Art. 2 ff. HV [BR 310.250]). Angesichts der sich 
stellenden Fragen und der eingereichten Rechtsschriften scheint ein Aufwand von 
rund sechs Stunden angemessen, was multipliziert mit dem üblichen 
Stundenansatz von CHF 240.00 eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von 
CHF 1'500.00 (inkl. Spesen und MwSt.) ergibt, wie das der Beschwerdeführer 
verlangt (vgl. act. A.1 Antrag Ziff. 2).

9.2. Für das Beschwerdeverfahren ist die Spruchgebühr beim vorliegenden 
Streitwert von CHF 2'051.00 und angesichts des verursachten Aufwands mit 
CHF 450.00 zu bemessen (vgl. Art. 48 i.V.m. Art. 61 GebV SchKG). Die 
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers hat auch im Beschwerdeverfahren keine 
Honorarnote und keine Honorarvereinbarung eingereicht. Ausgehend von einem 
Aufwand von rund drei Stunden und einem Stundenansatz von CHF 240.00 
scheint hier eine Parteientschädigung von CHF 800.00 (inkl. Spesen und MwSt.) 
angemessen.

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Demnach wird erkannt:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositiv-Ziffern 1–2 des 
Entscheids der Einzelrichterin SchKG am Regionalgericht Viamala vom 
1. Dezember 2021 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:

"1. Das Rechtsöffnungsgesuch wird abgewiesen. 

2.a. Die Gerichtskosten von CHF 250.00 gehen zulasten von B._____. Sie 
werden zur Gänze aus dem von B._____ in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss bezogen.

2.b. B._____ ist verpflichtet, A._____ eine Parteientschädigung von 
CHF 1'500.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen."

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 450.00 gehen 
zulasten von B._____ und werden mit dem von A._____ geleisteten 
Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 450.00 verrechnet. B._____ hat 
A._____ den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 450.00 direkt zu 
ersetzen.

3. B._____ hat A._____ für das Beschwerdeverfahren mit CHF 800.00 (inkl. 
Spesen und MwSt.) ausseramtlich zu entschädigen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG 
Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 
grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden 
Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 
113 ff. BGG.

5. Mitteilung an: