# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fcc6a20-2758-5e0e-aaa2-375a688a9dfe
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-01-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 23.01.2003 SB 2002 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2002-45_2003-01-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 23. Januar 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 02 45 (nicht mündlich eröffnet)

(Die gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde vom 
Bundesgericht mit Urteil vom 26. September 2003 gutgeheissen und die 
staatsrechtliche Beschwerde wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 26. 
September 2003 gegenstandslos geworden abgeschrieben.)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Schäfer und Vital, Aktuarin ad hoc Honeg-
ger Droll.

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In der strafrechtlichen Berufung

des K., Berufungskläger, vertreten durch lic. iur. Petra Thöny, c/o Anwaltsbüro 
Schnyder, Hauptstrasse 94, 7220 Schiers,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 7. November 
2002, mitgeteilt am 18. November 2002, in Sachen der Staatsanwaltschaft 
Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, gegen den Berufungskläger,

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

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hat sich ergeben:

A. K. wurde am Z. in N. geboren. Am 25. Oktober 1991 zog er von den 
USA nach O., wo er bis am 23. Juli 2001 als Oberarzt an der Klinik O. angestellt 
war. Seither lebt und arbeitet er in P.. K. ist mit L. geborene M. verheiratet und hat 
zwei Kinder.

Im Jahre 2000 versteuerte er ein Einkommen in der Höhe von Fr. 181'300.-- 
und ein Vermögen über Fr. 389'000.--. Im Jahre 2001 erzielte er bis zu seinem Weg-
zug aus der Schweiz ein steuerbares Einkommen von Fr. 110'000.--.

Gemäss Leumundsbericht der Stadtpolizei O. vom 24. Juni 2002 ist nichts 
Nachteiliges über K. bekannt. Im Schweizerischen Strafregister und im SVG-Mass-
nahmeregister ist er nicht verzeichnet.

B. Mit Strafmandat vom 22. Februar 2001, mitgeteilt am 23. Februar 
2001, erkannte der Kreispräsident Klosters:

"1. K. ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln im 
Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG.

2. Dafür wird er bestraft mit einer Busse von Fr. 4'000.--.

3. Der Eintrag der Busse im Strafregister wird nach Ablauf einer Pro-
bezeit von 1 Jahr vorzeitig gelöscht.

4. (Kosten)

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)"

Gegen dieses Strafmandat liess K. fristgerecht Einsprache erheben, worauf 
das ordentliche Verfahren durchgeführt wurde (Art. 175 StPO).

C. Mit Verfügung vom 17. Juli 2002 wurde K. wegen grober Verletzung 
von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt 
nach der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. Juli 2002 der 
folgende Sachverhalt zu Grunde:

"Am Morgen des 7. Dezember 2000 fuhr K. als Lenker des Personen-
wagens Mercedes, Kontrollschild E., auf der Hauptstrasse Nr. 28 von 
C. in Richtung D. hinter einem VW Golf und einem Lastwagen, Kon-

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trollschild X., her. Um zirka 08.45 Uhr erreichte die nun mit einer Ge-
schwindigkeit von zirka 33 km/h fahrende Kolonne die Örtlichkeit "B.", 
Gemeinde C.. Die Strasse kann an dieser Stelle gut 300 Meter über-
blickt werden, worauf zuerst der Lenker des VW Golf und danach der 
Angeklagte zum Überholen des Lastwagens ansetzte. Gleichzeitig 
näherte sich aus der Gegenrichtung ein VW Käfer, Kontrollschild Y., 
welcher von Zeugin A. gelenkt wurde und ungefähr mit der gesetzlich 
zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h talwärts fuhr. Als Zeu-
gin A. den überholenden VW Golf erkannte, verzögerte sie ihre Fahrt 
während rund 1.6 Sekunden auf zirka 60 km/h. K. nahm das aus der 
folgenden unübersichtlichen Kurve herannahende Fahrzeug erst 
wahr, als er sich neben dem zu überholenden Lastwagen befand. Er 
entschloss sich daher, das Manöver trotz des Gegenverkehrs abzu-
schliessen. Als er mit seinem Fahrzeug nach dem Überholvorgang mit 
einer Geschwindigkeit von zirka 80 km/h brüsk wieder auf die rechte 
Fahrbahnspur gewechselt hatte, betrug der Abstand zum entgegen-
kommenden VW Käfer lediglich noch zirka 45 Meter. Rund 1.2 Sekun-
den nach Beendigung des Überholmanövers kreuzten sich die beiden 
Personenwagen. Für den Überholvorgang, welcher sich auf mindes-
tens 100 Meter erstreckte, benötigte der Angeklagte zirka 6 Sekun-
den."

D. Mit Urteil vom 7. November 2002, mitgeteilt am 18. November 2002, 
erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos:

"1. K. ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln im 
Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG.

2. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 4'000.-- bestraft.

3. Nach Ablauf einer Probezeit von einem Jahr wird der Strafregis-
tereintrag vorzeitig gelöscht.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus der Untersuchungs-
gebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1'400.--, den 
Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 3'666.30, der Gebühr 
des Kreisamtes Klosters von Fr. 200.--, der Gerichtsgebühr von 
Fr. 1'500.--, total somit Fr. 6'766.30 gehen zulasten des K. und 
sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils, zusammen mit 
der Busse, d.h. total also Fr. 10'766.30, mittels beigeschlossenem 
Einzahlungsschein der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu 
überweisen.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)"

E. Gegen dieses Urteil erhob K. am 6. Dezember 2002 beim Kantonsge-
richtsausschuss Graubünden mit folgenden Anträgen Berufung:

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"1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. K. sei wegen leichter Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG 
schuldig zu sprechen.

3. Dafür sei er mit einer Busse von maximal Fr. 500.-- zu bestrafen.

4. Für das erstinstanzliche Verfahren sei K. eine ausseramtliche Ent-
schädigung nach richterlichem Ermessen zuzusprechen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6% MWSt) zu 
Lasten der Vorinstanz bzw. des Kantons Graubünden."

Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 11. De-
zember 2002 ausdrücklich auf die Einreichung einer Vernehmlassung. Mit Schrei-
ben vom 17. Dezember 2002 verzichtete der Bezirksgerichtsausschuss Prätti-
gau/Davos ebenfalls darauf, sich vernehmen zu lassen.

Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, so weit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen:

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichts-
ausschuss innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Ent-
scheides Berufung einreichen. Diese ist zu begründen und hat darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden 
und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 141 ff. 
StPO). Diesen Anforderungen vermag die im übrigen form- sowie fristgerecht ein-
gereichte Berufung des K. vom 6. Dezember 2002 zu genügen, weshalb auf sie 
einzutreten ist.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz eine umfassende, uneingeschränkte Kogni-
tion - auch mit Bezug auf Ermessensfehler, bei deren Prüfung er sich aber eine 
gewisse Zurückhaltung auferlegt - zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO), er jedoch das 
vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im Rahmen der in der Berufung oder An-
schlussberufung gestellten Anträge überprüft (Willy Padrutt, Kommentar zur Straf-

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prozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 375 mit Hin-
weisen).

Die Vorinstanz hat K. der groben Verletzung von Verkehrsvorschriften 
gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. 2 SVG schuldig gesprochen. Gegen das vorinstanzliche Urteil hat allein K. Be-
rufung eingelegt. Er verlangt, er sei der leichten Verletzung von Verkehrsvorschrif-
ten gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig 
zu sprechen. Dafür sei er mit einer Busse von maximal Fr. 500.-- zu bestrafen. Ge-
stützt auf den Berufungsantrag hat der Kantonsgerichtsausschuss somit zu beurtei-
len, ob der Berufungskläger mit seinem Überholmanöver auch gegen die Verkehrs-
regel von Art. 34 Abs. 4 SVG verstossen hat und er sich im übrigen der leichten 
oder groben Verkehrsregelverletzung schuldig gemacht hat. Zu überprüfen ist fer-
ner die ausgesprochene Strafe.

3. Wird im Berufungsverfahren eine Änderung des vorinstanzlichen Ur-
teils zu Ungunsten des Verurteilten oder Freigesprochenen beantragt, so kann die-
ser die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung verlangen. In den 
übrigen Fällen kann der Kantonsgerichtspräsident eine solche von sich aus oder auf 
Antrag der Parteien anordnen (Art. 144 Abs. 1 StPO). Findet keine mündliche Be-
rufungsverhandlung statt, so trifft der Kantonsgerichtsausschuss seinen Entscheid 
ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte 
in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der kantonalen Verfahrensord-
nung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK einen Anspruch darauf, dass seine Sache in 
billiger Weise und öffentlich gehört wird. Dieser Anspruch ist Teilgehalt der umfas-
senden Garantie auf ein faires Verfahren. Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit 
gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern 
erstreckt sich auf die Gesamtheit eines korrekten Strafverfahrens inklusive des ge-
samten Rechtsmittelweges, somit auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 
141 ff. StPO. Die Art der Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK auf ein Verfahren vor 
einer Rechtsmittelinstanz hängt von deren Besonderheiten ab. Von einer mündli-
chen Verhandlung vor der Rechtsmittelinstanz kann etwa abgesehen werden, so-
weit die erste Instanz tatsächlich mündlich verhandelt hat, wenn nur Rechtsfragen 
oder Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den Akten beurteilen las-
sen, ferner wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen oder die Sache von ge-
ringer Tragweite ist und sich keine Fragen zur Person und deren Charakter stellen 
(vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b; ZGRG 2/99, S. 46). Zudem darf einem nicht-öffentlichen 
Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegenstehen. Der Betroffene 

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kann auch von sich aus auf eine mündliche Verhandlung verzichten. Voraussetzung 
eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem 
Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt. Der Berufungskläger liess keinen 
Antrag auf Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung stellen. Es stellt 
sich daher im folgenden die Frage, ob auch die weiteren Voraussetzungen für einen 
Verzicht auf eine mündliche Berufungsverhandlung erfüllt sind.

Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos 
vom 7. November 2002 wurde im Anschluss an eine mündliche Hauptverhandlung 
erlassen. Im anstehenden Rechtsmittelverfahren stellt sich primär die Frage, ob der 
Berufungskläger mit seinem Überholmanöver auch Art. 34 Abs. 4 SVG verletzt hat 
und er wegen der zugestandenen Verletzung von Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG nur der 
leichten oder aber der groben Verkehrsregelverletzung schuldig zu sprechen ist. 
Der Kantonsgerichtsausschuss hat sich daher zur Hauptsache mit Rechtsfragen 
auseinanderzusetzen. Diese können auf Grund der Akten beantwortet werden. Die 
Frage der reformatio in peius (Art. 146 Abs. 1 StPO) stellt sich vorliegend nicht, da 
lediglich der Berufungskläger gegen das vorinstanzliche Urteil Berufung erhoben 
hat und der Kantonsgerichtsausschuss - wiewohl er nach Art. 146 Abs. 1 StPO das 
erstinstanzliche Urteil grundsätzlich frei überprüfen kann - mithin die Strafe oder 
Massnahme nicht verschärfen darf. Auch steht im vorliegenden Fall einem nicht-
öffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegen. Der Kantons-
gerichtsausschuss kommt daher zum Schluss, dass die streitige Strafsache gestützt 
auf die vorliegenden Akten sachlich gerecht entschieden werden kann. Ein persön-
liches Vortreten des Berufungsklägers vor Gericht ist folglich nicht notwendig.

4. a) Gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG ist das Überholen und Vorbeifahren an 
Hindernissen nur gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der 
Gegenverkehr nicht behindert wird. Der vom Gesetz als übersichtlich und frei gefor-
derte "nötige Raum" ist unter einem doppelten Gesichtspunkt zu verstehen, nämlich 
im Sinne einer genügenden Breite wie auch einer genügenden Länge der Überhol-
spur. Daher muss nicht nur die für den Überholvorgang benötigte Weglänge über-
sichtlich und frei sein, sondern zusätzlich jene, die ein entgegenkommendes Fahr-
zeug bis zu jenem Punkt zurücklegt, wo der Überholende die linke Strassenseite 
wieder freigibt. Es genügt daher nicht, dass der Überholende danach trachtet, den 
Überholvorgang kurz vor der unübersichtlichen Stelle abzuschliessen, sondern er 
muss ihn so weit vor diesem Punkt beendet haben, dass ein während des Überho-
lens auf der Gegenfahrbahn auftauchendes Fahrzeug seinen Weg unter Einhaltung 
einer angemessenen Geschwindigkeit fortsetzen kann, ohne gefährdet zu werden 

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(BGE 121 IV 238, BGE 109 IV 134 E. 2). Im weiteren ist nach Art. 34 Abs. 4 SVG 
gegenüber allen Strassenbenützern ausreichender Abstand zu wahren, namentlich 
beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Wer 
überholt, hat vom zu überholenden und von einem allenfalls entgegenkommenden 
Strassenbenützer ausreichend Abstand zu wahren. Nur wo letzteres möglich ist, ist 
der zum Überholen nötige Raum in Sinne von Art. 35 Abs. 2 SVG "frei" und das 
Überholen - Übersicht vorausgesetzt - gestattet. Der Fahrzeugführer hat ebenso 
beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er 
auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig hal-
ten kann (Art. 12 Abs. 1 VRV). 

b) Der Berufungskläger argumentiert, dass sich bei einem Überholmanöver 
lediglich der seitliche Abstand zum überholenden Verkehrsteilnehmer nach Art. 34 
Abs. 4 SVG richten würde. Anwendbar sei Art. 34 Abs. 4 SVG jedoch nicht auf den 
Abstand des Überholenden zu einem auf der Überholspur entgegenkommenden 
Lenker. Ob der Überholende zum entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer einen 
ausreichenden Abstand aufweise, beurteile sich einzig nach der Sonderregelung 
von Art. 35 Abs. 2 SVG. Wie gross dieser Abstand sein müsse, lasse sich nicht 
generell festlegen, sondern hänge von den konkreten Umständen ab. Vorliegend 
habe der Abstand beim Wiedereinbiegen 45 Meter betragen. Selbst wenn die Len-
kerin des entgegenkommenden VW Käfers nicht abgebremst hätte, wären die bei-
den Fahrzeuge zum Zeitpunkt des Wiedereinbiegens immer noch 27 Meter vonein-
ander entfernt gewesen, woraus der Berufungskläger zu schliessen scheint, dass 
der Abstand ausreichend gewesen sei. 

In konstanter Praxis wendet der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden Art. 
34 Abs. 4 SVG neben Art. 35 SVG an, sofern die einzelnen Voraussetzungen der 
jeweiligen Bestimmungen erfüllt sind (vgl. in diesem Sinne BGE 100 IV 76). Art. 34 
Abs. 4 SVG ist so formuliert, dass er ausnahmslos gilt: Der genügende Abstand ist 
immer einzuhalten. Der ausreichende Abstand ist damit auch beim Überholen, was 
in Art. 34 Abs. 4 SVG ausdrücklich erwähnt wird, zu wahren. Der Sicherheitsabstand 
ist dabei gegenüber allen Verkehrsteilnehmern, also gegenüber einem allfällig vor-
ausfahrenden Fahrzeug, gegenüber dem zu überholenden und auch gegenüber 
dem entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer einzuhalten. Die Einhaltung dieses 
Sicherheitsabstandes hat nun der Berufungskläger verletzt. Wie die Einsichtnahme 
in das Videoband zeigt und sich aus dem Beilagendossier zum Gutachten des 
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes St. Gallen vom 26. April 2002 ergibt 
(Massskizze Nr. 12, act. 3.19), hat der Berufungskläger beim Überholen keinen 

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genügenden Abstand zum vorausfahrenden VW Golf eingehalten. Ausreichend ist 
der Abstand gemäss Art. 12 Abs. 1 VRV dann, wenn er es dem Lenker erlaubt, sein 
Fahrzeug auch bei einer Notbremsung des vorausfahrenden Fahrzeugs ohne Kolli-
sion und Gefährdung anderer nötigenfalls anhalten zu können (Schaffhauser, 
Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrecht, Band I, Verkehrszulassung 
und Verkehrsregeln, N. 529; Giger, Kommentar zum SVG, 6. Auflage, O. 2002, Art. 
34 SVG, S. 107; PKG 1995 Nr. 46). Der Abstand, der dieser Anforderung entspricht 
und deshalb vom Fahrzeuglenker einzuhalten ist, hängt von der Geschwindigkeit 
der beteiligten Fahrzeuge, aber auch den Strassen- und Sichtverhältnissen ab. Bei 
Tag und auf trockener, ebener Strasse wird regelmässig im Verhältnis zwischen 
Personenwagen ein Abstand von halb so viel Metern als die Geschwindigkeit be-
trägt, genügen. Diese im Sinne einer Faustregel zu berücksichtigende Distanz ent-
spricht ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzlichem ordnungsgemässen Bremsen 
und Anhalten des vorausfahrenden Wagens (BGE 104 IV 194; (vgl. auch Giger, 
a.a.O., Art. 34 SVG, S. 107). In Gefällen von 5% ist dabei aufwärts von einem um 
6% reduzierten Bremsweg auszugehen (PKG 1995 Nr. 46). Den sehr guten und 
detaillierten Massskizzen Nr. 10 bis 12, Massstab 1 : 500, kann entnommen werden, 
dass der Berufungskläger zum vorausfahrenden unbekannten Fahrzeuglenker kon-
stant lediglich einen Abstand von gegen 20 Metern einhielt. Die Geschwindigkeit 
seines Fahrzeuges betrug auf der Höhe des Lastwagens aber bereits zirka 70 km/h 
(vgl. Gutachten des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt St. Gallen, S. 8, act. 
3.18), womit er bei Berücksichtigung der Reduktion des Bremsweges um 6% einen 
Abstand von rund 33 Metern hätte einhalten müssen. In der Endphase des Über-
holmanövers und nach dem Wiedereinbiegen auf seine Fahrspur hat der Berufungs-
kläger zu dem vor ihm Überholenden folglich keinen genügenden Abstand einge-
halten, wie auch die Einsichtnahme in das Videoband deutlich zeigt. Aus der Mass-
skizze Nr. 11 ist sodann ersichtlich, dass er etwa 14 Meter vor dem Lastwagen wie-
der eingeschwenkt ist. Der Lastwagen war mit einer durchschnittlichen Geschwin-
digkeit von 36 km/h unterwegs. Berücksichtigt man die Reduktion des Bremsweges 
um 6% infolge der Steigung und die Tatsache, dass ein Lastwagen auf Grund seiner 
Masse einen kürzeren Bremsweg als ein Personenwagen aufweist, dürfte der Ab-
stand von 14 Metern knapp genügt haben. Hingegen genügte, wie die Vorinstanz 
zutreffend darlegte, die beim Wiedereinbiegen zum entgegenfahrenden VW Käfer 
innegehabte Distanz nicht. Der Gutachter des Strassenverkehrs- und Schifffahrts-
amtes St. Gallen hat festgestellt, dass es vom Zeitpunkt an, als der Berufungskläger 
wiederum komplett auf der rechten Fahrbahnspur war, zirka 1.2 Sekunden dauerte, 
bis der Kreuzvorgang mit dem VW Käfer erfolgte (act. 3.18, S. 8). Der Überholweg 
darf nun nicht so kurz bemessen sein, dass der Überholende bei einem allfällig ent-

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gegenkommenden Fahrzeug noch haarscharf vor diesem und dem Überholten wie-
der einbiegen kann. Die beiden Fahrzeuge fahren schliesslich mit der Summe ihrer 
Geschwindigkeiten aufeinander zu. Ein Fahrzeuglenker, welcher einen ungenügen-
den Sicherheitsabstand einhält, schafft die hohe Gefahr, dass der Lenker eines all-
fällig entgegenkommenden Fahrzeuges durch das frontal auf ihn zukommende 
Fahrzeug erschrickt oder zumindest vorsichtshalber, wenn er nicht sicher ist, ob es 
noch reicht, eine Vollbremsung vornimmt. Bei einer Vollbremsung aus Tempo 80 
km/h besteht bei vielen wenig routinierten Lenkern die Gefahr, dass sie die Herr-
schaft über ihr Fahrzeug verlieren können. Zwischen dem Wiedereinbiegen des 
überholenden Fahrzeuges und dem Kreuzen mit einem entgegenkommenden Fahr-
zeug muss daher ein Sicherheitsabstand von mindestens 2 Sekunden bestehen 
(Jürg Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Verlag Bauzi 1999, S. 83f.). Vorliegend 
dauerte es 1.2 Sekunden bis zum Kreuzen der beiden Fahrzeuge. Als der Beru-
fungskläger nach dem Überholvorgang brüsk auf die rechte Fahrspur gewechselt  
hatte, betrug der Abstand zum VW Käfer lediglich rund 45 Meter. Wie knapp die 
Angelegenheit war, zeigt auch das Videoband. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass 
die entgegenkommende Lenkerin zuvor ihr Fahrzeug von zirka 80 km/h auf 60 km/h 
abgebremst hat. Hätte die Lenkerin des entgegenkommenden VW Käfers nicht ihre 
Geschwindigkeit reduziert und wäre unvermindert mit 80 km/h weitergefahren, dann 
hätte die Distanz zwischen den beiden Fahrzeugen im Moment des Wiedereinbie-
gens des Berufungsklägers gerade nur noch 26 bis 27 Meter betragen und bis zum 
Kreuzen wären gerade nur einige Hundertstel, genau 0.69 bis 0.7 Sekunden ver-
gangen. Zum Zeitpunkt des Wiedereinbiegens hatte der Berufungskläger bereits 
eine Geschwindigkeit von über 70 km/h erreicht (vgl. Gutachten des Strassenver-
kehrs- und Schifffahrtsamt St. Gallen, S. 8, act. 3.18). Der VW Käfer dürfte auch 
wieder etwa 70 km/h innegehabt haben. Bei zwei Fahrzeugen, die mit rund 70 km/h 
aufeinanderzufahren, genügt ein Sicherheitsabstand von knapp einer Sekunde 
nicht, um eine Gefährdung des entgegenkommenden Fahrzeuglenkers auszusch-
liessen. Hätten die beiden Fahrzeuge nämlich unmittelbar vor dem vollständigen 
Wiedereinbiegen des Berufungsklägers eine Notbremsung einleiten müssen, hätten 
sie zusammen einen Bremsweg von rund 71 Metern benötigt, womit offensichtlich 
wird, dass eine Sicherheitsdistanz von 45 respektive 27 Metern nicht ausreichend 
ist. Der Berufungskläger hat zusammenfassend weder einen genügenden Abstand 
zum vorausfahrenden noch zum entgegenfahrenden Fahrzeug eingehalten, womit 
die Vorinstanz zu recht auch auf eine Verletzung von Art. 34 Abs. 4 SVG erkannt 
hat.

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5. Zu prüfen ist in einem weiteren Schritt, ob sich der Berufungskläger 
entsprechend seiner Vorbringen einer einfachen Verletzung von Verkehrsregeln  
gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. 1 SVG schuldig gemacht hat, oder ob gemäss dem vorinstanzlichen Urteil Art. 
90 Ziff. 2 SVG zum Tragen kommt. Eine Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 
90 Ziff. 1 SVG erfüllt dann den qualifizierten Tatbestand von Ziff. 2, wenn sie grob 
ist und - kumulativ - der Täter dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit an-
derer hervorruft oder in Kauf nimmt (PKG 1999 Nr. 24). Ob eine Verkehrsregelver-
letzung grob ist, bestimmt sich sowohl nach objektiven als auch subjektiven Krite-
rien.

a) Objektiv grob ist ein Verstoss gegen die Verkehrsregeln dann, wenn eine 
wichtige Verkehrsvorschrift in gravierender Weise betroffen ist, das heisst, wenn der 
Verstoss nach den konkreten Umständen als schwerwiegend bezeichnet werden 
muss, der Täter die Verkehrssicherheit abstrakt und konkret gefährdet hat und die 
Regelwidrigkeit oft zu Unfällen führt (PKG 1999 Nr. 24, PKG 1989 Nr. 39 mit Hin-
weisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Das Erfordernis der ernstli-
chen Gefährdung der Sicherheit anderer setzt nicht voraus, dass jemand konkret 
gefährdet wird oder es gar zu einem Unfall kommt. Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung ist eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von 
Art. 90 Ziff. 2 SVG bereits beim Vorliegen einer erhöhten abstrakten Gefährdung 
gegeben. Ob eine konkrete, eine erhöhte abstrakte oder nur eine abstrakte Gefahr 
geschaffen wird, hängt nicht von der übertretenen Verkehrsregel, sondern von der 
Situation ab, in welcher die Übertretung geschieht. Wesentliches Kriterium für die 
Annahme einer ernstlichen oder erhöhten abstrakten Gefahr nach Art. 90 Ziff. 2 
SVG ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung 
einer Gefahr genügt demnach nur dann zur Erfüllung des Tatbestandes von Art. 90 
Ziff. 2 SVG, wenn aufgrund besonderer Umstände - Tageszeit, Verkehrsdichte, 
Sichtverhältnisse - der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung 
naheliegt. Die erhöhte abstrakte Gefahr setzt damit eine naheliegende Möglichkeit 
einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus (BGE 123 IV 91 f.).

Dass Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG wichtige Verkehrs-
regelungen beinhalten, bestreitet der Berufungskläger zu Recht nicht. Ungenügen-
der Abstand ist eine sehr häufige Erscheinung; oft wird mit unzureichendem Ab-
stand zum vorausfahrenden oder entgegenkommenden Fahrzeug gefahren. Sol-
ches Verhalten ist äusserst gefährlich; es ist wohl oft als konkrete Verkehrsgefähr-
dung zu qualifizieren (René Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Stras-

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senverkehrsrechts, Band I, 2. Auflage, N 691). Die Zahl der Verkehrsunfälle, die auf 
fahrlässige Überholvorgänge zurückzuführen sind, spricht ebenfalls eine deutliche 
Sprache für die Notwendigkeit einer strengen Anwendung der gesetzlichen Vor-
schriften. Wer sich über diese Normen hinwegsetzt, handelt den Verkehrsvorschrif-
ten grundsätzlich in grober Weise zuwider. Das Überholen gehört zu den unfall-
trächtigsten Verhaltensweisen im Strassenverkehr und erfordert deshalb erhöhte 
Vorsicht und Rücksichtnahme. Der Überholende muss von Anfang an die Gewiss-
heit haben, sein Überholmanöver sicher und ohne Gefährdung Dritter abschliessen 
zu können. Er muss berücksichtigen, dass bis zum Abschluss seines Unternehmens 
ein Fahrzeug auftauchen und sich ihm nähern könnte. Nicht nur die für den Über-
holvorgang benötigte Strecke muss übersichtlich und frei sein, sondern zusätzlich 
auch jene, die ein entgegenkommendes Fahrzeug bis zu jenem Punkte zurücklegt, 
wo der Überholende die linke Strassenseite freigegeben haben wird. Der Überho-
lende muss sein Überholmanöver so rechtzeitig beendet haben, dass auch ein 
während des Überholvorganges auf der Gegenfahrbahn auftauchendes Fahrzeug 
seinen Weg fortsetzen kann, ohne gefährdet zu werden (vgl. BGE 121 IV 237 f.). 
Wie die Vorinstanz richtig feststellte, handelte der Berufungskläger bei dem hier zur 
Diskussion stehenden Überholmanöver nicht nach diesen Grundsätzen. Das Über-
holen ist nicht unzulässig, weil weiter vorne bereits ein anderes Fahrzeug im Über-
holen begriffen ist. Der Führer des zweiten Fahrzeugs muss dann aber einen genü-
genden Abstand einhalten und sich vergewissern, dass er gefahrlos überholen 
kann. Der Berufungskläger setzte indes zum Überholen an, obwohl er keinen Ein-
blick in die nötige Überholstrecke hatte. Die Sicht wurde ihm vom vorausfahrenden 
VW Golf genommen. Der Berufungskläger hängte sich an den vorausfahrenden VW 
Golf zwar nicht gerade "blindlings" an, wie die Vorinstanz ausführte. Gleichwohl 
konnte er, als er unmittelbar nach dem VW Golf, ohne Einhaltung des notwendigen 
Abstandes, ebenfalls zum Überholen des Lastwagens ansetzte, nicht erkennen, ob 
die Strecke ein bis zum Abschluss des Überholmanövers gefahrloses Überholen 
zuliess, weil die Sicht durch den VW Golf beeinträchtigt war. Der Berufungskläger 
hat anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 10. Mai 2001 
selbst zugestanden, dass ihm nach Einleitung des Überholmanövers "im Moment" 
die Sicht verdeckt war (act. 3.9 S.1 unten). Als er den Volkswagen erblickt habe, 
habe er keine Möglichkeit mehr gesehen, das Überholmanöver abzubrechen. Diese 
Aussage zeigt mit aller wünschbaren Deutlichkeit auf, dass der Berufungskläger den 
VW Käfer zunächst nicht sehen konnte, als dieser aus der Kurve gefahren kam. Er 
sah diesen erst, als es offenbar bereits zu spät war, um das Überholmanöver noch 
abzubrechen. Das Zugeständnis des Berufungsklägers erhellt, dass er die von Art. 
35 Abs. 2 SVG geforderte Übersicht nicht hatte, als er zu überholen begann. Ein-

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blick in die Überholstrecke hatte er erst, als er bereits am Überholen war. Nach dem 
Gutachten des Strassenverkehrs- und Schiffahrtsamtes St. Gallen vom 26. April 
2002 konnte der Berufungskläger den entgegenfahrenden VW Käfer erst erkennen, 
als der ihm vorausfahrende Fahrzeuglenker wieder nach rechts auf seine Fahrspur 
einbog (Gutachten des Strassenverkehrs- und Schiffahrtsamtes St. Gallen, S. 8, 
act. 3.18; Beilagendossier, Massskizze Nr. 12, act. 3.19). Zu diesem Zeitpunkt be-
fand sich der Berufungskläger etwa auf der Höhe der Führerkabine des Lastwa-
gens. Die Entfernung zwischen den beiden entgegenfahrenden Fahrzeugen betrug 
alsdann nur noch 110 Meter. Dank des von der entgegenfahrenden Automobilistin 
zuvor eingeleiteten Bremsmanövers, mit welchem sie ihre Geschwindigkeit von 80 
km/h auf 60 km/h reduzierte, und welches 1.5 bis 1.6 Sekunden dauerte, betrug ihre 
Distanz zum entgegenfahrenden Berufungskläger 45 Meter, als dieser wieder auf 
seine Fahrspur wechselte (vgl. Gutachten des Strassenverkehrs- und Schiffahrt-
samtes St. Gallen, S. 3 und 7, act. 3.18). 1.2 Sekunden nach dem Wiedereinbiegen 
kreuzten sich die beiden Fahrzeuge (Gutachten des Strassenverkehrs- und Schif-
fahrtsamtes St. Gallen, S. 8, act. 3.18). Der Sicherheitsabstand von 2 Sekunden 
wurde demnach nicht eingehalten. Hätte die Lenkerin des VW Käfers nicht ange-
messen reagiert und wäre sie mit unverminderter Geschwindigkeit weitergefahren, 
hätte die Distanz zwischen den beiden Fahrzeugen im Moment des Wiedereinbie-
gens des Berufungsklägers gerade nur noch 27 Meter betragen und bis zum Kreu-
zen wären gerade nur einige Hundertstel vergangen. Damit der entgegenkom-
mende Fahrzeuglenker nicht gefährdet worden wäre, wären deutlich mehr als 27 
Meter Abstand von Nöten gewesen, den der Berufungskläger hätte in Betracht zie-
hen müssen. Entgegen seiner Auffassung wären 27 Meter Abstand zum entgegen-
kommenden Fahrzeug keinesfalls genügend gewesen, um eine Gefährdung auszu-
schliessen. Selbstredend wäre ein solch geringer Abstand viel zu knapp und höchst 
gefährlich. Wie erwähnt, beträgt der Sicherheitsabstand 2 Sekunden und folglich 
sind einige Hundertstel-Sekunden völlig unzureichend. Die Lenkerin des entgegen-
kommenden VW Käfers war nicht allein nach ihrem subjektiven Empfinden behin-
dert und gefährdet. Zu recht hat die Vorinstanz das Überholmanöver des Berufungs-
klägers als äusserst gefährlich und unfallträchtig qualifiziert. An dieser Qualifikation 
ändert nichts, dass die Strasse entgegen den Feststellungen der Vorinstanz zum 
Zeitpunkt des Überholmanövers schneefrei und trocken war (vgl. Polizeirapport vom 
26. Dezember 2000, act. 3.1), sowie, ob das Bremsmanöver der entgegenkommen-
den Lenkerin als brüsk zu bezeichnen ist, wie es die Vorinstanz in Beachtung der 
Feststellung des Gutachters tat (Gutachten des Strassenverkehrs- und Schiffahrt-
samtes St. Gallen, S. 4, act. 3.18), oder nicht. Entscheidend für die Beurteilung ist, 
dass der Berufungskläger völlig unverantwortlich dem vorausfahrenden VW Golf 

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ohne Einhaltung des Sicherheitsabstandes hinterhergefahren ist, als dieser den 
Lastwagen überholte. Er selbst konnte dabei infolge der beeinträchtigten Sicht 
durch das vorausfahrende Fahrzeug nicht beurteilen, ob er das Überholmanöver 
ohne Gefährdung Dritter durchführen konnte. Gleichwohl setzte er zum Überholen 
an. Der gegenüber der entgegenkommenden Lenkerin zu wahrende Sicherheitsab-
stand wurde ebenfalls nicht eingehalten. Die entgegenfahrende Lenkerin wurde 
zwar nicht konkret gefährdet. Indes setzte der Berufungskläger eine erhöhte abs-
trakte Gefahr und somit die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung. 
Der Berufungskläger setzte zum Überholen an, obwohl er keinen Einblick in die 
nötige Überholstrecke hatte. Er konnte allfälligen Gegenverkehr erst erkennen, als 
der ihm vorausfahrende Fahrzeuglenker wieder auf seine Fahrspur einbog. Mit Ge-
genverkehr war angesichts der Tageszeit jederzeit zu rechnen. Zutreffend führte die 
Vorinstanz aus, dass unter diesen Umständen die Verwirklichung einer konkreten 
Gefahr nahe lag. Dabei ist gleichermassen an die direkten und an die indirekten 
Unfallgefahren zu denken, die eine Missachtung des Überholverbots vor unüber-
sichtlichen Kurven in Gang setzen kann. So ist solches Fehlverhalten grundsätzlich 
geeignet, andere Verkehrsteilnehmer zu gefahrträchtigen (Fehl-)Reaktionen wie 
brüskes Bremsen und unvermitteltes Ausweichen zu veranlassen, und dadurch eine 
einzelne Gefährdungssituation oder unter Umständen gar eine ganze Gefahren-
kette auszulösen. Die aus der Kurve dem Berufungskläger entgegenfahrende Len-
kerin des VW Käfers musste nicht mit einem auf ihrer Fahrbahn auftauchenden 
Fahrzeug rechnen. Sie hätte leicht erschrecken und zu einer Fehlreaktion verleitet 
werden können, welche die konkrete Gefahr einer Kollision heraufbeschwören oder 
gar zu einer Kollision hätte führen können. Dem Berufungskläger vermag auch die 
Behauptung nicht zu helfen, dass die entgegenkommende Lenkerin hätte auswei-
chen können. Der Berufungskläger scheint wohl der Auffassung zu sein, die Lenke-
rin des VW Käfers hätte auf den aus ihrer Fahrtrichtung gesehenen rechtsseitigen 
Ausstellplatz ausweichen können (act. 3.3). Wie die Fotos dokumentieren (act. 3.2), 
ist der fragliche Ausstellplatz unübersichtlich angelegt; er war zur Strasse mit Leit- 
und Schneepfosten begrenzt sowie ungefähr in der Mitte mit einer grossen Bautafel 
zweigeteilt. Für ein talwärts fahrendes Fahrzeug, welches bei einem Gefälle von 
rund 5% mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h unterwegs ist, ist der fragliche 
Ausstellplatz offensichtlich nicht als gefahrlose Ausweichmöglichkeit geeignet. Wie 
erwähnt, darf ohnehin nicht damit gerechnet werden, dass ein anderer Verkehrsteil-
nehmer auf das eigene Fehlverhalten richtig reagiert. Im Ergebnis ist eine erhöhte 
abstrakte Gefährdung zu bejahen. Wie oben dargelegt, setzt die Anwendung von 
Art. 90 Ziff. 2 SVG nicht voraus, dass es zu einer Kollision gekommen ist, wie der 
Berufungskläger zu glauben scheint. Es genügt, dass die Möglichkeit einer konkre-

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ten Gefährdung oder gar einer Verletzung nahe liegt. Eine bloss allgemeine, abs-
trakte Möglichkeit einer Gefährdung wäre nur dann mit Sicherheit anzunehmen, 
wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten des Berufungsklägers 
hätten betroffen werden können. Dies trifft indes im zu beurteilenden Fall nicht zu. 
Das Fahrverhalten des Berufungsklägers hat eine ernstliche Gefahr geschaffen, die 
bei einer allfälligen Fehlreaktion der beteiligten Verkehrsteilnehmer, oder falls die 
entgegenfahrende Lenkerin nur einen Moment früher aus der Kurve gefahren wäre, 
leicht zu einer folgenschweren Kollision hätte führen können. Der Berufungskläger 
hat durch sein Überholmanöver in Missachtung von für die Gewährleistung der Si-
cherheit des Strassenverkehrs wichtigen Bestimmungen eindeutig eine erheblich 
erhöhte abstrakte Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere für die ent-
gegenfahrende Lenkerin geschaffen, weshalb die objektiven Voraussetzungen ei-
ner groben Verkehrsregelverletzung gegeben sind.

b) Eine objektiv schwerwiegende Verletzung von Verkehrsregeln allein 
genügt aber nicht, um den Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 SVG als erfüllt zu betrach-
ten. Vielmehr ist erforderlich, dass sich die grobe Verletzung von Verkehrsregeln 
auch subjektiv manifestiert, indem dem Fahrzeuglenker aufgrund seines rücksichts-
losen oder sonstwie schwerwiegend regelwidrigen Verhaltens zumindest eine grobe 
Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann (BGE 123 IV 91, BGE 118 IV 86, BGE 106 
IV 390, BGE 95 IV 2). Grobe Fahrlässigkeit liegt immer dann vor, wenn sich der 
Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner krass verkehrswidrigen Fahrweise be-
wusst ist, unter Umständen aber auch, wenn er die Gefährdung anderer pflichtwidrig 
gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. In solchen Fällen be-
darf jedoch die Annahme grober Fahrlässigkeit einer sorgfältigen Prüfung (BGE 123 
IV 93).

Der Berufungskläger war bereits zu Beginn des Überholmanövers nicht in 
der Lage, mit Gewissheit zu sagen, dass er das fragliche Überholmanöver ohne 
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer wird abschliessen können. Wer wie der 
Berufungskläger unbekümmert darum, dass er selbst keinen Einblick in die nötige 
Überholstrecke hat und damit gar nicht in der Lage ist, zu beurteilen, ob die Distanz 
für ein Überholmanöver ausreicht, und unbekümmert darum, dass ein entgegen-
kommender Automobilist auf Grund des Gefälles einen längeren Bremsweg 
benötigt und allenfalls sogar zu falschen und daher gefährlichen Reaktionen veran-
lasst wird, ein Überholmanöver einleitet, handelt ganz klar grobfahrlässig. Ob sich 
der Berufungskläger der potentiellen Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer 
tatsächlich bewusst war, ist unbeachtlich, da jeder Verkehrsteilnehmer, welcher die 

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Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, 
strafbar ist. Er hätte in der vorliegenden Situation das fragliche Überholmanöver nie 
ausführen dürfen. Der Berufungskläger ist daher von der Vorinstanz zu Recht der 
groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig gespro-
chen worden.

6. Gemäss Art. 63 StGB bemisst der Richter die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters. Er berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Der Bemessung der Schuld ist immer 
die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Man unterscheidet beim Verschulden Tat- 
und Täterkomponenten. Bei der Tatkomponente betrachtet man das Ausmass des 
verschuldeten Erfolges, die Willensrichtung mit welcher der Täter handelte und 
seine Beweggründe. Die Täterkomponente hingegen umfasst Vorleben und persön-
liche Verhältnisse des Täters sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafver-
fahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 117 IV 112 
ff. mit Hinweisen). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmin-
dernd oder straferhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Über-
legungen des Richters nachvollziehbar sein müssen (BGE 118 IV 14). Im weiteren 
ist der Betrag einer Busse so zu bemessen, dass der Schuldige die seinem Ver-
schulden angemessene Einbusse erleidet. Es müssen insbesondere das Einkom-
men, das Vermögen und die Familienpflichten berücksichtigt werden (Art. 48 Ziff. 2 
StGB). Damit wird nicht von der allgemeinen Strafzumessungsregel des Art. 63 
StGB abgewichen, sondern diese wird im Hinblick auf die Besonderheiten der 
Busse verdeutlicht. Auch bei der Bemessung der Busse ist also zunächst das Ver-
schulden des Täters zu ermitteln. Alsdann ist die Busse in Beachtung der in Art. 48 
Ziff. 2 Abs. 2 StGB genannten Kriterien festzusetzen (BGE 120 IV 71, BGE 119 IV 
13, BGE 116 IV 6).

Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt nicht leicht, muss er sich doch 
den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit bei der Verletzung von Art. 34 Abs. 4 SVG 
und Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG gefallen lassen. 
Durch sein rücksichtsloses Verhalten hat er die Gefährdung der anderen Verkehrs-
teilnehmer zumindest grob pflichtwidrig nicht bedacht. Sein Verschulden wiegt um 
so schwerer, als es ihm ein Leichtes gewesen wäre, die Verkehrsregelverletzung 
zu vermeiden, und er zudem ohne nachvollziehbare Beweggründe handelte. Straf-
milderungsgründe liegen keine vor. Strafmindernd sind die Vorstrafenlosigkeit so-
wie der einwandfreie automobilistische und zivile Leumund zu veranschlagen. Straf-
schärfend fällt der Umstand ins Gewicht, dass der Berufungskläger gegen mehrere 

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durch Art. 90 Ziff. 2 SVG sanktionierte Verkehrsregeln verstossen hat (Art. 68 StGB; 
Giger, a.a.O., S. 251; Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 
2. Auflage, N. 2 zu Art. 68 StGB; BGE 91 IV 95). Der Berufungskläger beanstandet, 
dass die Vorinstanz seine angebliche Uneinsichtigkeit straferhöhend wertete. Das 
Recht zur Verteidigung und auf das Ergreifen von Rechtsmitteln ist gesetzlich ge-
geben. Die Uneinsichtigkeit müsste, damit sie straferhöhend gewertet werden 
könnte, über das Wahrnehmen von gesetzlichen Rechten hinausgehen. Die Unein-
sichtigkeit des Berufungsklägers über die Gefährlichkeit seines Überholmanövers 
darf daher nicht straferhöhend berücksichtigt werden, denn sie äussert sich einzig 
darin, dass er von den ihm zustehenden Verteidigungsrechten Gebrauch macht. 
Allerdings kann er nicht mit besonderer Milde rechnen (vgl. Günter Stratenwerth, 
Allgemeiner Teil, Bern 1989, S. 241). Das monatliche Einkommen des Berufungs-
klägers betrug im Jahre 2001 im Durchschnitt Fr. 9'166.--. An Vermögen versteuerte 
er über Fr. 389'000.--. Die Vorinstanz hat auf eine Busse von Fr. 4'000.-- erkannt. 
Dem Kantonsgerichtsausschuss erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene 
Busse von Fr. 4'000.-- im Verhältnis zum Verschulden und auch der Einkommens-
situation als zu hoch. Es darf sicher nicht übersehen werden, dass das Fahrverhal-
ten des Berufungsklägers in der gegebenen Situation und auf einer solchen Strecke 
ein hohes Unfallrisiko beinhaltet. Eine konkrete Gefährdung liegt jedoch nicht vor. 
Im weiteren verfügt der Berufungskläger über einen tadellosen automobilistischen 
Leumund. Der Kantonsgerichtsausschuss kommt in Würdigung und unter Berück-
sichtigung der vorstehend ausgeführten, für die Strafzumessung ausschlaggeben-
den Merkmale zum Schluss, dass eine Busse von Fr. 2'500.-- dem Verschulden des 
Berufungsklägers angemessen ist. Nicht zu beanstanden ist die von der Vorinstanz 
verhängte Probezeit von einem Jahr, nach dessen Ablauf der Eintrag der Busse bei 
Wohlverhalten gelöscht werden kann.

7. Nach Art. 160 StPO entscheidet das Gericht über die Kostenverteilung 
zwischen dem Einleger, dem Staat und der ersten Instanz, wenn ein Rechtsmittel 
gutgeheissen wird.

Vorliegend ist die Berufung teilweise gutzuheissen, wobei aber der Beru-
fungskläger nur eine gewisse Strafreduktion erreicht hat. Der Schuldspruch der Vor-
instanz ist vollumfänglich bestätigt worden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
sind die erstinstanzlichen Kosten vom Verurteilten zu tragen und dementsprechend 
ist der vorinstanzliche Kostenspruch zu schützen (Willy Padrutt, a.a.O., S. 411 mit 
weiteren Hinweisen). Die Kosten des Berufungsverfahrens hingegen gehen ent-
sprechend dem Verfahrensausgang zu drei Vierteln zu Lasten des Berufungsklä-

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gers und zu einem Viertel zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher den Beru-
fungskläger ausseramtlich angemessen mit Fr. 300.-- zu entschädigen hat.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, und die Ziffer 2 des angefochtenen 
Urteils wird aufgehoben.

2. K. wird mit einer Busse von Fr. 2'500.-- bestraft.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'600.-- gehen zu 3/4 zu Lasten 
von K. und zu 1/4 zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher zudem K. 
ausseramtlich mit Fr. 300.-- zu entschädigen hat.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin ad hoc