# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d1cda4e-cd79-5e2e-b925-2b0490c4708e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.06.2024 UE240117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE240117_2024-06-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE240117-O/U/HON

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, und lic. iur. B. Stie-

fel, Oberrichterin lic. iur. C. Gerwig sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. U. Siegl

Verfügung und Beschluss vom 19. Juni 2024

in Sachen

A._____,
Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X._____,

gegen

1. B._____,
2. Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
Beschwerdegegner

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft I des 
Kantons Zürich vom 4. März 2024, B-7/2022/10040480 (Dossier 4)

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Erwägungen:

I.

1. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) 
führt ein Strafverfahren gegen B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner) wegen 

sexueller Handlungen mit Kindern zum Nachteil seiner heute viereinhalbjährigen 

Tochter C._____ (nachfolgend: Geschädigte) (vgl. Urk. 8).

2. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde mit Beschluss der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich (nachfolgend: KESB) vom 12. Oktober 

2023 für die Geschädigte eine Beistandschaft nach Art. 306 Abs. 2 ZGB angeord-

net, um diese im Strafverfahren gegen ihren Vater und in einem allfälligen Opfer-

hilfeverfahren zu vertreten (Urk. 8/1.9.4 und Urk. 8/1.9.5).

3. Mit Verfügung vom 4. März 2024 stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfah-
ren gegen den Beschwerdegegner ein (Urk. 5).

4. Die Einstellungsverfügung wurde A._____, der Mutter der Geschädigten (nach-
folgend: Beschwerdeführerin) am 2. April 2024 (nachträglich) zugestellt (vgl. 

Urk. 8/5; Urk. 9; Urk. 2 Rz 2 ff.). Mit Eingabe vom 12. April 2024 liess diese dage-

gen fristgerecht Beschwerde erheben und folgende Anträge bzw. folgendes Ge-

such stellen (Urk. 2):

«1. Es sei die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin 1 
[Staatsanwaltschaft] betreffend Sexuelle Handlungen mit Kindern 
(Verfahrensnummer: B-7/2022/10040480) vom 4. März 2024 auf-
zuheben.

2. Es sei die Beschwerdegegnerin 1 [Staatsanwaltschaft] anzuwei-
sen, die Strafuntersuchung betreffend Sexuelle Handlungen mit 
Kindern wieder an die Hand zu nehmen sowie weiterzuführen.
Weiter sei die Beschwerdegegnerin 1 [Staatsanwaltschaft] anzu-
weisen, die eingereichten Audioaufnahmen zu transkribieren und 
zu übersetzen.
Eventualiter sei die Einstellungsverfügung aufzuheben und zur 
neuen Begründung und Entscheidung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.

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3. Der Privatklägerschaft sei die unentgeltliche Rechtspflege für das 
Beschwerdeverfahren zu bewilligen und ihr die Unterzeichnerin 
als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu-
lasten des Staates.»

5. Mit Schreiben vom 16. April 2024 bzw. Telefonat vom 28. Mai 2024 wurden die 
Akten der Staatsanwaltschaft beigezogen (vgl. Urk. 6 und Urk. 10). Da auf die Be-

schwerde sogleich nicht einzutreten ist, kann auf die Einholung von Stellungnah-

men verzichtet werden (Art. 390 Abs. 2 StPO).

II.

1. 
1.1. Zur Anfechtung der Einstellungsverfügung sind die Parteien befugt (Art. 322 
Abs. 2 StPO), mithin insbesondere die beschuldigte Person und die Privatkläger-

schaft (Art. 104 Abs. 1 lit. a und lit. b StPO). Entgegen dem Wortlaut von Art. 322 

Abs. 2 StPO sind jedoch nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfah-

rensbeteiligten nach Art. 105 StPO legitimiert, soweit sie ein rechtlich geschütztes 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids haben, d. h. soweit 

sie durch die Einstellungsverfügung beschwert sind. Geschädigte, die sich nicht 

als Privatkläger konstituiert haben, können die Einstellungsverfügung nicht an-

fechten (vgl. HEINIGER/RICKLI in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-

tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Auflage 2023, Art. 322 N 6; vgl. auch 

Art. 382 Abs. 1 StPO und Art. 105 Abs. 2 StPO). 

1.2. Als geschädigt gilt die durch eine Straftat in ihren Rechten unmittelbar ver-
letzte Person (Art. 115 Abs. 1 StPO). Die geschädigte Person ist dann ein Opfer 

im Sinne von Art. 116 Abs. 1 StPO, wenn sie durch die Straftat in ihrer körperli-

chen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurde. 

Beim Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 

StGB kommt als geschädigte Person beziehungsweise Opfer nur das Kind selbst, 

nicht hingegen der Inhaber der elterlichen Sorge in Betracht, schützt der Tatbe-

stand doch einzig die sexuelle Entwicklung des Kindes (vgl. zum Ganzen 

MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 

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Schweizerische Strafprozessordnung, a. a. O., Art. 115 N 6 und N 67, Art. 116 

N 8; LIEBER, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 2020, Art. 115 N 1; 

TRECHSEL/BERTOSSA, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch 

Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich/St. Gallen 2021, Art. 187 N 1 f.).

1.3. Die Angehörigen des Opfers werden in Art. 116 Abs. 2 StPO definiert. Es 
handelt sich unter anderem um dessen Eltern. Kraft Art. 117 Abs. 3 StPO stehen 

den Angehörigen des Opfers die gleichen Rechte wie diesem zu, wenn sie Zivil-

ansprüche gegen die beschuldigte Person geltend machen. Unter «die gleichen 

Rechte» muss namentlich das Recht des Angehörigen verstanden werden, sich 

als Privatklägerschaft bzw. als Zivilkläger, gegebenenfalls auch als Strafkläger, zu 

konstituieren. Das Recht des Angehörigen, sich als Privatklägerschaft zu konstitu-

ieren, setzt voraus, was die Kombination der Art. 117 Abs. 3 und Art. 122 Abs. 2 

StPO bestätigt, dass er im Strafverfahren eigene Zivilansprüche geltend macht. 

Mit anderen Worten kann der Angehörige des Opfers sich nur als Privatkläger 

konstituieren, wenn er im Strafverfahren eigene Zivilansprüche geltend macht. 

Der Angehörige kommt in den Genuss der strafprozessualen Rechte, wenn die 

Ansprüche, die er geltend macht, angesichts seiner Behauptungen glaubhaft er-

scheinen. Es muss kein strikter Beweis verlangt werden, der richtigerweise Ge-

genstand des Prozesses in der Sache ist. Es genügt indessen nicht, ohne jegliche 

Begründung, das heisst aus der Luft gegriffene Zivilansprüche vorzubringen, um 

in den Genuss der prozessualen Rechte zu kommen. Es bedarf einer gewissen 

Wahrscheinlichkeit, dass die geltend gemachten Ansprüche begründet sind 

(vgl. BGE 139 IV 89 Erw. 2.2 f. = Pra 103 [2014] Nr. 50 mit zahlreichen Hinweisen 

sowie ZBJV 152/2016 S. 868, 887 und recht 2015 S. 183, 188; Urteil 1B_512/

2022 vom 17. November 2022 Erw. 3.1).

2. Im vorliegenden Fall hat die Geschädigte als Opfer im Sinne von Art. 116 
Abs. 1 StPO zu gelten. Entsprechend ist die Beschwerdeführerin eine Angehörige 

gemäss Art. 116 Abs. 2 StPO. Die Beschwerdeführerin hat mit Eingabe vom 

22. November 2023 gegenüber der Staatsanwaltschaft erklären lassen, am Ver-

fahren als Straf- und Zivilklägerin teilnehmen zu wollen. Zur Begründung ihrer Zi-

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vilklage liess sie vorbringen, als Mutter der Geschädigten habe sie im Falle einer 

Verurteilung des Beschwerdegegners zumindest Anspruch auf eine Genugtuung 

(Urk. 8/1.8.10). Zudem liess sie in ihrer Beschwerdeschrift geltend machen, sie 

habe aufgrund der Tat seelisches Leid erlitten. Die ständige Sorge um ihre Toch-

ter belaste sie in der Art und Weise, dass sich eine Entschädigung der Unbill 

rechtfertige. Zu denken sei auch an allfällige Schadenersatzforderungen (medizi-

nische Kosten, Transportkosten; Urk. 2 Rz 13).

3. 
3.1. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts in Bezug auf die Zusprechung einer 
Genugtuung an die Eltern eines sexuell missbrauchten Kindes ist restriktiv. Dem-

nach kann der Anspruch von Eltern von Opfern sexuellen Missbrauchs auf eine 

Genugtuung nicht von vornherein ausgeschlossen werden, aber nur ausserge-

wöhnlich schwere Beeinträchtigungen können eine Entschädigung rechtfertigen. 

Es wird verlangt, dass die Eltern mit gleicher Intensität getroffen werden wie beim 

Tod des Kindes (vgl. dazu BGE 139 IV 89 Erw. 2.4.1 = Pra 103 [2014] Nr. 50 

m. w. H.; Urteil 6B_44/2020 vom 16. September 2020 Erw. 10.1 m. w. H.; Urteil 

1B_512/2022 vom 17. November 2022 Erw. 3.1).

3.2. Die Vorwürfe gegen den Beschwerdegegner beruhen zur Hauptsache auf 
den Aussagen der Geschädigten gegenüber der Beschwerdeführerin. Die Be-

schwerdeführerin hat diese Aussagen aufgenommen und der Polizei im Rahmen 

der Anzeigeerstattung in Form von Video- bzw. Audiodateien zukommen lassen 

(vgl. Urk. 8/4.1.1 S. 2; Urk. 8/4.2.1; Urk. 8/4.3.1 F/A 8, 26; Urk. 8/1.4.2 F/A 29 ff.).

Die Beschwerdeführerin sagte im Rahmen der Einvernahmen vom 5. September 

2023 bzw. vom 18. Dezember 2023 zusammengefasst aus, die Geschädigte habe 

am 28. August 2023 von sich aus erzählt, dass der Beschwerdegegner sie an ih-

ren intimen Stellen berührt habe. Sie (die Beschwerdeführerin) habe angefangen 

nachzufragen und Tonaufnahmen von den Gesprächen erstellt. Auf Nachfrage 

habe die Geschädigte ausgeführt, dass sie jeweils – wenn sie beim Beschwerde-

gegner übernachte und nachts wach werde – zu diesem ins Bett gehe, wo diese 

Berührungen stattfänden. Der Beschwerdegegner gehe – gemäss Erzählungen 

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der Geschädigten – mit der flachen Hand in ihre Unterwäsche und streichle sie an 

der Vagina (Urk. 8/4.3.1 F/A 8 ff.; Urk. 8/1.4.2 F/A 27 ff.). 

Soweit aus den Akten ersichtlich, machte der Beschwerdegegner zu den Vorwür-

fen keine Aussagen (Urk. 8/1.3.2 F/A 13 ff.).

Die Staatsanwaltschaft kam zusammengefasst zum Schluss, dass die Aussagen 

der dreijährigen Geschädigten keinen Beweiswert hätten, da diese in einem Alter 

sei, in dem sie nicht zwischen Fakt und Fantasie unterscheiden könne. Es sei 

durchaus denkbar, dass die Geschädigte durch Nachfragen ungewollt beeinflusst 

worden sei und bemerkt habe, welche Antworten besonders Gehör und Bestäti-

gung gefunden hätten. Es lägen keine Beweismittel vor, welche die Erstellung ei-

nes anklagegenügenden Sachverhalts zuliessen (Urk. 5 S. 2).

3.3. Selbst wenn sich die eben aufgezeigten Vorwürfe gegen den Beschwerde-
gegner entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft vollumfänglich bewahrheitet 

hätten bzw. bewahrheiten würden, ist nicht davon auszugehen, dass in diesen 

Umständen sowie den von der Beschwerdeführerin geschilderten Folgen eine 

aussergewöhnlich schwere Beeinträchtigung der Persönlichkeit der Beschwerde-

führerin selbst gesehen werden kann, die mit derjenigen im Falle der Tötung ei-

nes Angehörigen vergleichbar wäre. Es besteht daher keine genügende Wahr-

scheinlichkeit dafür, dass der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Ge-

nugtuungsanspruch begründet ist.

4. Ihre Schadenersatzforderungen lässt die Beschwerdeführerin gänzlich unbe-
gründet. Mit dem Hinweis auf «allfällige Schadenersatzforderungen» (Urk. 2 

Rz 13) fehlt es bereits an einer bedingungslosen Behauptung des Schadens. Die 

Beschwerdeführerin beschränkt sich darauf, hypothetische Schadenspositionen 

(«medizinische Kosten, Kosten für Transport» [Urk. 2 Rz 13]) in den Raum zu 

stellen, wobei sie sich weder zur Grundlage noch zum Bestand äussert. Eine Be-

urteilung der Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin ist vor diesem Hin-

tergrund schlichtweg unmöglich. Mangels Substantiierung fehlt es damit an der 

geforderten Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Schadenersatzforderungen. 

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5. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten und für eine Legitimierung 
als Privatklägerschaft erforderlichen zivilrechtlichen Ansprüche (Art. 122 Abs. 2 

StPO) erweisen sich somit gesamthaft als nicht mit genügender Wahrscheinlich-

keit begründet. Eine anderweitige unmittelbare Betroffenheit in ihren Rechten im 

Sinne von Art. 105 Abs. 2 StPO bzw. ein rechtlich geschütztes Interesse im Sinne 

von Art. 322 Abs. 2 i. V. m. Art. 382 Abs. 1 StPO ist nicht ersichtlich. Entspre-

chend mangelt es der Beschwerdeführerin an der Beschwerdelegitimation. Auf 

die Beschwerde ist nicht einzutreten.

6. Gemäss Art. 318 Abs. 1 StPO erlässt die Staatsanwaltschaft, wenn sie die Un-
tersuchung als vollständig erachtet, einen Strafbefehl oder kündigt den Parteien 

mit bekanntem Wohnsitz schriftlich den bevorstehenden Abschluss an und teilt ih-

nen mit, ob sie Anklage erheben oder das Verfahren einstellen will. Gleichzeitig 

setzt sie den Parteien Frist an, um Beweisanträge zu stellen. Der Erlass einer sol-

chen Schlussverfügung ist Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör und bei 

beabsichtigter Verfahrenserledigung durch Anklage oder Einstellung zwingend 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_208/2015 vom 24. August 2015 Erw. 5.3 und 

6B_98/2016 vom 9. September 2016 Erw. 3.3; WIPRÄCHTIGER/HANS/STEINER, in: 

Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK StPO, 3. Aufl., Basel 2023, N 19 zu Art. 318 

StPO). Die entsprechende Mitteilung erfolgt an die Parteien, also gemäss Art. 104 

Abs. 1 lit. a und lit. b StPO an die beschuldigte Person und die Privatklägerschaft. 

Gemäss den obigen Erwägungen ist die Beschwerdeführerin nicht Privatklägerin 

und damit nicht Partei, weshalb ihr die Staatsanwaltschaft die beabsichtigte Ein-

stellung zu Recht nicht angezeigt hat. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

liegt damit – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 2 Rz 48 ff.) – 

nicht vor.

7. Dem Einwand der Beschwerdeführerin, die Staatsanwaltschaft hätte das Straf-
verfahren bis zur Rechtskraft des Beschlusses der KESB betr. Anordnung Bei-

standschaft vom 12. Oktober 2023 (Urk. 8/1.9.5 = Urk. 3/6) sistieren müssen 

(vgl. Urk. 2 Rz 45 ff.), ist Folgendes entgegenzusetzen: Im genannten Beschluss 

wurde für die Geschädigte wegen Interessenkonflikts zwischen ihr und den Eltern 

eine Beistandschaft nach Art. 306 Abs. 2 ZGB angeordnet mit den Aufgaben, die 

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Geschädigte u. a. im Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner zu vertreten 

(Urk. 8/1.9.5, Dispositiv-Ziff. 1). Zum Beistand wurde Rechtsanwalt 

lic. iur. D._____ ernannt (Urk. 8/1.9.5, Dispositiv-Ziff. 2). Einer allfälligen Be-

schwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Urk. 8/1.9.5, Dispositiv-

Ziff. 5). Die Beschwerdeführerin hat zwar Beschwerde erhoben gegen diesen Ent-

scheid, allerdings hat sie nicht um Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung 

ersucht (vgl. Urk. 3/7). Auch geht aus den übrigen Akten nicht hervor, dass der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung wieder erteilt worden wäre. Damit ver-

fügte die Geschädigte ab Erlass des Beschlusses, d. h. ab dem 12. Oktober 2023, 

und somit auch im Zeitpunkt des Erlasses der Einstellungsverfügung am 4. März 

2024, in der Person von Rechtsanwalt D._____ rechtswirksam über einen Bei-

stand (vgl. Urk. 8/1.9.5 S. 2), womit – Entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-

rerin – keine Unklarheit über das diesbezügliche Vertretungsverhältnis vorlag. 

Erst mit Entscheid des Bezirksrates vom 14. März 2024, mithin nach Erlass der 

Einstellungsverfügung, wurde die Ernennung von RA D._____ zum Beistand der 

Geschädigten aufgehoben und die Sache zur Neuentscheidung an die KESB zu-

rückgewiesen (Urk. 3/9, Dispositiv-Ziff. II des Urteils). Mit Beschluss der KESB 

vom 25. April 2024 wurde RA D._____ aus seinem Amt entlassen und an seiner 

Stelle Rechtsanwältin E._____ als Beiständin für die Geschädigte ernannt (Urk. 8/

6). Für die Staatsanwaltschaft bestand in Anbetracht dieser Umstände keine Not-

wendigkeit, den Entscheid des Bezirksrates abzuwarten.

III.

1. Die Beschwerdeführerin liess ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung für das Beschwerdeverfahren sowie um Bestellung einer unent-

geltlichen Rechtsbeiständin stellen. Art. 29 Abs. 3 BV hält den verfassungsrechtli-

chen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege fest. Die Voraussetzungen der un-

entgeltlichen Rechtspflege für die Privatklägerschaft im Strafverfahren kon-

kretisiert Art. 136 StPO. Danach gewährt die Verfahrensleitung der Privatkläger-

schaft für die Durchsetzung ihrer Zivilansprüche ganz oder teilweise die unentgelt-

liche Rechtspflege, wenn die Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen Mittel 

verfügt und die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint. Wie sich indessen aus den 

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Erwägungen des vorliegenden Beschwerdeentscheids ergibt, hat die Beschwer-

deführerin ihre zivilrechtlichen Ansprüche nicht im erforderlichen Masse dargetan 

und es mangelt ihr entsprechend an der Beschwerdelegitimation, weshalb die Be-

schwerde als (von Anfang an) aussichtslos einzustufen ist. 

Somit ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzu-

weisen.

2. Bei diesem Ausgang hat die Beschwerdeführerin die Kosten des Rechtsmittel-
verfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Angesichts der Bedeutung und 

Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitaufwands des Gerichts ist die Gerichtsge-

bühr auf CHF 1'200.– festzusetzen (§ 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebV OG). Dem 

Beschwerdegegner 1 ist mangels wesentlicher Umtriebe und Aufwendungen im 

vorliegenden Verfahren keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. D. Oehninger)

1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin für 

das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Be-

schluss.

Es wird beschlossen:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 1'200.– festgesetzt.

3. Die Kosten werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4. Es werden keine Entschädigungen für das Beschwerdeverfahren zugespro-

chen. 

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5. Schriftliche Mitteilung an:

 Rechtsanwältin MLaw X._____, zweifach, für sich und zuhanden der 
Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde);

 Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, zweifach, für sich und zuhanden des 
Beschwerdegegners 1 sowie unter Beilage der Doppel von Urk. 2 und 
3/1-23 (per Gerichtsurkunde);

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ad B-7/2022/10040480 
(Dossier 4) unter Beilage der Doppel von Urk. 2 und 3/1-23 (gegen 
Empfangsbestätigung);

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:

 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 

6. Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 
Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

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Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 19. Juni 2024

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident:

lic. iur. D. Oehninger

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. U. Siegl