# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a4efcb2-8ed2-5360-92a0-dea8cbdf4728
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-07-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.07.2011 SK.2011.6
**Docket/Reference:** SK.2011.6
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2011-6_2011-07-22

## Full Text

Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB). Unbefugter Verkehr (Einfuhr) mit Sprengmitteln (Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV). Strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung (Art. 260bis Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB).;;Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB). Unbefugter Verkehr (Einfuhr) mit Sprengmitteln (Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV). Strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung (Art. 260bis Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB).;;Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB). Unbefugter Verkehr (Einfuhr) mit Sprengmitteln (Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV). Strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung (Art. 260bis Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB).;;Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB). Unbefugter Verkehr (Einfuhr) mit Sprengmitteln (Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV). Strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung (Art. 260bis Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB).

Urteil vom 22. Juli 2011 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Walter Wüthrich, Vorsitz, 
Giuseppe Muschietti und David Glassey, 
Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch  
Hansjörg Stadler, Staatsanwalt des Bundes,  
 

 gegen 

 
 

1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Christian 
Meier, 

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Marcel 
Bosonnet,  

3. C., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Claude 
Hentz, 

 

Gegenstand 
 

Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen, 
unbefugter Verkehr (Einfuhr) mit Sprengmitteln und 
strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2011.6 
 

 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

„1.  Der Beschuldigte B. sei schuldig zu sprechen: 

–  des Verbergens und Weiterschaffens von Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 
StGB am 15.4.2010 von Italien nach dem Tessin Richtung Raum Zürich; 

– der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung gemäss Art. 260bis 

Abs. 1 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB, wenige Tage vor dem und am 15.4.2010, in 
Italien und in der Schweiz; 

– der unbefugten Einfuhr von Sprengmitteln gemäss Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. 
Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV am 15.4.2010 in W. 

2.  Der Beschuldigte B. sei zu bestrafen mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 
3 ½ Jahren. 

3. Die erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 15.4.2010 bis heute, ins-
gesamt 461 Tage, sei auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzurechnen. 

4. Die Beschuldigte C. sei schuldig zu sprechen: 

–  des Verbergens und Weiterschaffens von Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 
StGB am 15.4.2010 von Italien nach dem Tessin Richtung Raum Zürich; 

– der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung gemäss Art. 260bis 
Abs. 1 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB, wenige Tage vor dem und am 15.4.2010, in 
Italien und in der Schweiz; 

– der unbefugten Einfuhr von Sprengmitteln gemäss Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. 
Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV am 15.4.2010 in W. 

5.  Die Beschuldigte C. sei zu bestrafen mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 
3 Jahren. 

6. Die erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 15.4.2010 bis heute, ins-
gesamt 461 Tage, sei auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzurechnen. 

7. Der Beschuldigte A. sei schuldig zu sprechen: 

–  des Verbergens und Weiterschaffens von Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 
StGB am 15.4.2010 von Italien nach dem Tessin Richtung Raum Zürich; 

– der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung gemäss Art. 260bis 
Abs. 1 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB, wenige Tage vor dem und am 15.4.2010, in 
Italien und in der Schweiz; 

– der unbefugten Einfuhr von Sprengmitteln gemäss Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. 
Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV am 15.4.2010 in W. 

- 3 - 

8. Der Beschuldigte A. sei zu bestrafen mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 
3 Jahren, 3 Monaten und 22 Tagen im Sinne einer Gesamtstrafe. 

9. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft in Lugano vom 
15.11.2005 und 23.7.2009 gegen A. ausgesprochenen 7 Tagen Gefängnisstrafe 
und 15 Tagessätzen à 40 Franken Geldstrafe sei zu widerrufen. 

10.  Die erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 15.4.2010 bis heute, ins-
gesamt 461 Tage, sei auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzurechnen. 

11. Die Kosten des Vorverfahrens seien den drei Beschuldigten wie folgt aufzuerlegen: 

– B.:  
Gebühren  CHF 5'000.–  
Barauslagen  CHF 6'545.25 und CHF 1'204.85 (Anteil Arztkosten) 

– C.:   
Gebühren  CHF 5'000.–  
Barauslagen  CHF 6'545.25 und CHF 466.05 (Anteil Arztkosten) 

– A.: 
Gebühren  CHF 5'000.–  
Barauslagen  CHF 6'545.25 und CHF 275.60 (Anteil Arztkosten) 

12. Die Kosten des erstinstanzlichen Hauptverfahrens seien durch das Gericht fest- und 
den Beschuldigten zu gleichen Teilen aufzuerlegen. 

13. Es sei durch das Gericht über die Entschädigung der notwendigen Verteidigung der 
Beschuldigten zu befinden. 

14. Die in der Anklageschrift vom 6.5.2011 (S. 6 Ziff. 3) aufgeführten beschlagnahmten 
Gegenstände seien gemäss Art. 69 Abs. 1 StGB einzuziehen. Die dort aufgeführten 
Sprengmittel seien gestützt auf Abs. 2 dieser Bestimmung zu vernichten. 

15. Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände seien den Beschuldigten zurückzuge-
ben.“ 

 

Anträge der Verteidigung von A.: 

„1. A. sei vollumfänglich freizusprechen; 

2.  eventualiter sei er anklagegemäss für strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brand-
stiftung im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB schuldig zu 
sprechen; 

- 4 - 

3. diesfalls sei er mit einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe von 21 Monaten zu bestra-
fen; 

4. A. sei umgehend aus der Haft zu entlassen; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“ 

 

Anträge der Verteidigung von B.: 

„Die durch die geheime Überwachung gewonnenen Erkenntnisse, die letztlich zur Ver-
haftung der Beschuldigten führten, unterliegen einem absoluten Verwertungsverbot.  
 
B. sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen von der Anklage vollumfänglich freizu-
sprechen.  

B. sei aus der Haft zu entlassen.“ 

 

Anträge der Verteidigung von C.: 

„1. C. sei der angeklagten strafbaren Handlungen nicht schuldig zu erklären und vollum-
fänglich freizusprechen. 

2. C. sei unverzüglich aus der Sicherheitshaft zu entlassen und auf freien Fuss zu set-
zen. 

3. Für die erlittene Untersuchungs- und Sicherheitshaft sei C. angemessen zu entschä-
digen. 

4. Die Kosten des Untersuchungs- und Gerichtsverfahrens inkl. der Kosten der amtli-
chen Verteidigung seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.“ 

 

Prozessgeschichte: 

A. Infolge Übernahme des von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis eingeleiteten 
Verfahrens eröffnete die Bundesanwaltschaft am 19. April 2010 ein gerichtspoli-
zeiliches Ermittlungsverfahren gegen A., B. und C. wegen Verdachts des Sich-
Verschaffens, Verbergens und Weiterschaffens von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 
2 StGB) und der versuchten Gefährdung durch Sprengstoffe (Art. 224 Abs. 1 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) (cl. 1 pag. 1.1.1, 2.1.16, 2.1.18 f.). 

- 5 - 

B. Mit Verfügung vom 19. Mai 2010 (cl. 1 pag. 1.1.2) dehnte die Bundesanwalt-
schaft das Verfahren auf den Verdacht der strafbaren Vorbereitungshandlungen 
zu Brandstiftung i.S.v. Art. 260bis Abs. 1 und 3 StGB aus. 

 Mit Ausdehnungs- und Vereinigungsverfügung vom 20. April 2011 dehnte die 
Bundesanwaltschaft das Verfahren auf den Tatbestand der unbewilligten Einfuhr 
von Sprengstoffen i.S.v. Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 4 des Bundesgesetzes vom 
25. März 1977 über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz, SprstG; 
SR 941.41) und Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 27. November 2000 über 
explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffverordnung, SprstV; SR 941.411) aus 
und vereinigte es zugleich in der Hand der Bundesbehörden (cl. 1 pag. 1.1.3 ff.). 

Mit selbem Datum verfügte die Bundesanwaltschaft die Einstellung des Verfah-
rens wegen versuchter Gefährdung durch Sprengstoffe (cl. 1 pag. 3.1.1 ff.). Da-
bei schied sie keine Verfahrenskosten aus und sprach weder Entschädigungen 
noch Genugtuungen zu (cl. 1 pag. 3.1.2). Diese Verfügung blieb unangefochten. 

C. Die Bundesanwaltschaft erhob am 6. Mai 2011 beim Bundesstrafgericht Anklage 
gegen A., B. und C. wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung 
(Art. 260bis Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB), Verbergens und Weiter-
schaffens von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB) sowie unbefugten Verkehrs 
(Einfuhr) mit Sprengmitteln (Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 4 SprstG, Art. 31 Abs. 1 
SprstV; cl. 13 pag. 13.100.1 ff.). 

D. Die beschuldigten Personen befinden sich seit dem 15. April 2010 in Untersu-
chungs- bzw. seit dem 13. Mai 2011 in Sicherheitshaft. 

E. Die Hauptverhandlung fand am 19., 20. und 22. Juli 2011 in Anwesenheit der 
Parteien vor der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts statt. 

 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Zuständigkeit 

 Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet unter 
anderem auf Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 
StGB). Sowohl gemäss Art. 35 Abs. 1 StBOG i.V.m. Art. 23 Abs. 1 lit. d StPO wie 
auch gemäss Art. 449 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 336 Abs. 1 lit. d aStGB unterste-
hen der Bundesgerichtsbarkeit die Verbrechen und Vergehen der Art. 224-226ter 

- 6 - 

StGB; das obgenannte Delikt des Verbergens und Weiterschaffens von Spreng-
stoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB) fällt somit in die Zuständigkeit des Bundes (Art. 23 
Abs. 1 lit. d StPO bzw. Art. 336 Abs. 1 lit. d aStGB). Für die Verfolgung der weite-
ren angeklagten Delikte (strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung 
gemäss Art. 260bis Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB und unbefugter Ver-
kehr mit Sprengmitteln gemäss Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 4 SprstG und Art. 31 
Abs. 1 SprstV) sind die Kantone zuständig (Art. 22 StPO bzw. Art. 338 aStGB). 
Ist in einer Strafsache sowohl Bundes- als auch kantonale Zuständigkeit gege-
ben, kann der Staatsanwalt des Bundes die Vereinigung der Verfahren in der 
Hand der Bundesbehörde oder der kantonalen Behörden anordnen (Art. 26 
Abs. 2 StPO bzw. Art. 18 Abs. 2 aBStP). Die Bundesanwaltschaft hat die Verfah-
ren, welche Anklagepunkte kantonaler Zuständigkeit betreffen, mit Verfügungen 
vom 19. Mai 2010 und 20. April 2011 in Anwendung von Art. 18 Abs. 2 aBStP 
bzw. Art. 26 Abs. 2 StPO gültig mit dem in ihre genuine Zuständigkeit fallenden 
Verfahren vereinigt (cl. 1 pag. 1.1.2, 1.1.3 ff.). Die Zuständigkeit des Bundes-
strafgerichts für die Beurteilung aller Anklagepunkte ist demnach gegeben. 

2. Prozessuales 

2.1 Gemäss Art. 448 Abs. 1 StPO werden Verfahren, die am 1. Januar 2011 hängig 
sind, nach dem neuen prozessualen Recht fortgeführt, soweit nichts anderes 
vorgesehen ist. In casu war das Verfahren am 1. Januar 2011 noch bei der Bun-
desanwaltschaft hängig, so dass die Schweizerische Strafprozessordnung vom 
5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) ohne weiteres zur Anwendung gelangt. Ge-
mäss Art. 448 Abs. 2 StPO behalten die unter Geltung der Bundesstrafprozess-
ordnung (BStP) bzw. der kantonalen Strafprozessordnung des Kantons Zürich 
angeordneten und durchgeführten Verfahrenshandlungen ihre Gültigkeit.  

2.2  

2.2.1 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 
Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage-
schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens. Gegenstand des gerichtlichen 
Verfahrens können nur Sachverhalte sein, die dem Beschuldigten in der Ankla-
geschrift vorgeworfen werden (Umgrenzungsfunktion; Immutabilitätsprinzip). 
Letztere muss die Person des Beschuldigten sowie die ihm zur Last gelegten De-
likte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im objekti-
ven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind. Das Anklageprinzip be-
zweckt damit zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte des Beschuldigten 
und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). In der An-
klageschrift sind im Übrigen namentlich die Umstände aufzuführen, welche zum 

- 7 - 

gesetzlichen Tatbestand gehören (Urteil des Bundesgerichts 6B_225/2008 vom 
7. Oktober 2008 E. 1.1 mit Hinweisen; BGE 126 I 19 E. 2a). Das Gericht ist an 
den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden, nicht aber an des-
sen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Urteil des Bundesgerichts 
6B_390/2009 vom 14. Januar 2010 E. 1.8; BGE 126 I 19 E. 2a; je mit Hinwei-
sen). Die Charakterisierung als Mittäter betrifft nicht eine Sachverhaltsfrage, son-
dern eine Rechtsfrage, die vom Gericht losgelöst von der jeweiligen Darstellung 
in der Anklageschrift zu entscheiden ist. Aus dem Umstand, dass die Mittäter-
schaft in der Anklageschrift nicht explizit erwähnt wird, kann daher keine Verlet-
zung des Anklagegrundsatzes abgeleitet werden, zumal sich diese aus der 
Sachverhaltsdarstellung in der Anklageschrift als reale Möglichkeit aufdrängt 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom. 2. Dezember 2010 E. 3.3). 

2.2.2 Obwohl die Anklageschrift vom 6. Mai 2011 schlicht auf „gemeinschaftlich“ be-
gangene Straftaten hinweist (cl. 13 pag. 13.100.2), liegt darin keine Verletzung 
des Anklageprinzips, da es sich bei der Charakterisierung der Teilnahme um eine 
Rechtsfrage und nicht um eine Sachverhaltsfrage handelt (vorne E. 2.2.1). 

2.2.3 Die Folgen der Nichtbewährung eines Verurteilten im Sinne von Art. 46 StGB 
werden in der Regel als nachträgliche richterliche Entscheidung i.S.v. Art. 81 
Abs. 4 lit. d StPO zusammen mit dem Urteil über die neuen Straftaten behandelt. 
Diesbezüglich kommt das Anklageprinzip nicht zum Tragen (SCHMID, Schweizeri-
sche Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, Art. 9 N. 6 
i.V.m. Art. 363 N. 1). Das ergibt sich schon aus dem Wortlaut von Art. 9 Abs. 1 
StPO, der nur von der vom Gericht zu beurteilenden Straftat und den diese um-
schreibenden Sachverhalt spricht (vgl. auch Art. 325 Abs. 1 StPO). Auch die Fra-
ge der Einziehung gemäss Art. 69 ff. StGB ist im Übrigen nicht dem Anklageprin-
zip unterworfen (SCHMID, a.a.O., Art. 9 StPO N. 6). Unterlässt das zuständige 
Gericht den Entscheid über den Widerruf des bedingten Strafvollzugs eines frü-
heren Urteils, so muss es diesen nach seinem Urteil fällen (SCHNEIDER/GARRÉ, 
Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 46 StGB N. 48). Im Widerrufsverfah-
ren hat der Betroffene Anspruch auf rechtliches Gehör (BGE 106 IV 330 E. 3).   
 
Die Frage des Widerrufs des bedingten Strafvollzugs stellt sich einzig in Bezug 
auf A. (hinten E. 7). In der Anklageschrift fehlt zwar ein diesbezüglicher Hinweis, 
doch wird der Anklagegrundsatz dadurch – entgegen der Ansicht der Verteidi-
gung (cl. 13 pag. 13.920.173 f.) – nicht verletzt. Der Beschuldigte wurde mit 
Schreiben vom 8. Juni 2011 darauf hingewiesen, dass das Gericht die Frage des 
Widerrufs des bedingten Strafvollzugs in Bezug auf zwei Strafbefehle zum Ge-
genstand seines Urteils machen werde (cl. 13 pag. 13.410.2). Er erhielt an der 
Hauptverhandlung Gelegenheit, sich dazu zu äussern (cl. 13 pag. 13.920.3), wo-
von er Gebrauch gemacht hat (cl. 13 pag. 13.920.173 f.). 

- 8 - 

2.3 Alle drei Beschuldigten sind italienischer Muttersprache und haben keine Kennt-
nisse des Deutschen (cl. 3 pag. 10.1.1 ff.; cl. 6 pag. 13.1.1, 13.2.1, 13.3.1). Sie 
erklärten in der Hauptverhandlung, dass sie die Anklageschrift vom 6. Mai 2011 
verstanden haben (cl. 13 pag. 13.920.3). Die Befragungen der Beschuldigten er-
folgten im Vorverfahren unter Beizug von Dolmetschern (cl. 6 pag. 13.1.1 ff., 
13.2.1 ff., 13.3.1 ff.), in der Hauptverhandlung durch ein Mitglied des Gerichts in 
italienischer Sprache (cl. 13 pag. 13.930.21 ff., 13.930.25 ff., 13.930.29 ff., 
13.930.33 ff.), wobei eine Dolmetscherin anwesend war (cl. 13 pag. 13.920.2). 
Die für das Verständnis der Anklage wesentlichen Verfahrenshandlungen in der 
Hauptverhandlung, namentlich die Befragung der Zeugen sowie der Beweisbe-
schluss, wurden auf Italienisch übersetzt (cl. 13 pag. 13.920.10 ff.). Im Übrigen 
hatten die Beschuldigten Gelegenheit, eine Übersetzung zu verlangen (cl. 13 
pag. 13.920.2 f.). Die Rechte der Beschuldigten hinsichtlich der Verfahrensspra-
che sind damit gewahrt (Art. 68 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und e EMRK; 
Art. 14 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und lit. f UNO-Pakt II [SR 0.103.2]); Urteil des Bun-
desgerichts 6B_108/2010 vom 22. Februar 2011 E. 5.4.2; TPF 2009 3 E. 1.4.1 
mit Hinweisen [vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_693/2009 vom 22. Ap-
ril 2010 E. 2]). Ein Anspruch auf Übersetzung auch des Strafurteils in die eigene 
Muttersprache besteht nicht; dies ist Sache des Verteidigers (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_108/2010 vom 22. Februar 2011 E. 5.5.2; BGE 118 Ia 462 E. 3a 
S. 467 f.; 115 Ia 64 E. 6b, 6c S. 65; TPF 2009 3 E. 1.4.1 mit Hinweisen). 

2.4 Der Beschuldigte ist nicht zur Aussage verpflichtet, doch wird das Verfahren oh-
ne Rücksicht auf seine Aussageverweigerung fortgesetzt (Art. 41 Abs. 2 aBStP, 
in Kraft bis 31. Dezember 2010). Auch nach der neuen Strafprozessordnung hat 
der Beschuldigte ein Aussageverweigerungsrecht (Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO).   
 
Die Beschuldigten wurden – unter Beizug eines Dolmetschers – in den Einver-
nahmen vom 17. April 2010 (durch die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis) und 
20. April 2010 (durch die Bundesanwaltschaft) auf das Recht zur Aussagever-
weigerung hingewiesen; in der Folge machten sie davon in der Befragung zur 
Sache Gebrauch (cl. 6 pag. 13.1.4 ff., 13.1.9 ff. [Einvernahmeprotokoll A.]; 
pag. 13.2.4 ff., 13.2.10 ff. [Einvernahmeprotokoll B.]; pag. 13.3.4 ff., 13.3.9 ff. 
[Einvernahmeprotokoll C.]). Die Beschuldigten wie auch ihre Verteidiger wurden 
mit Schreiben vom 26. April 2010 darüber orientiert, dass sämtliche Post mit Aus-
nahme des Verkehrs mit dem Verteidiger von der Ermittlungsbehörde gelesen 
und wo nötig übersetzt werde (cl. 1 pag. 6.0.13, 6.0.14, 6.0.15). Soweit die Be-
schuldigten in der Folge in ihrer privaten Korrespondenz sachdienliche Angaben 
gemacht haben, ist insoweit von einem Verzicht auf das Aussageverweigerungs-
recht auszugehen. Die nach Kenntnisnahme der Belehrung vom 26. April 2010 
von den Beschuldigten verfassten Briefe können daher ohne weiteres als Be-
weismittel verwertet werden. 

- 9 - 

2.5  

2.5.1 Die Verteidigung von B. stellte in der Hauptverhandlung folgende Beweisanträge: 
1. Sämtliche Berichte der Direzione Centrale della Polizia di Prevenzione, insbe-
sondere jene vom 15. April 2010 und 13. Mai 2010, sowie der Bericht des 
Raggruppamento Operativo Speciale Carabinieri vom 25. Juni 2010 seien beizu-
ziehen; 2. D. und E. seien als Zeugen zu befragen (cl. 13 pag. 13.920.5 f., 
13.920.25 ff.). Die Verteidigung von A. schloss sich diesen Anträgen an (cl. 13 
pag. 13.920.9). Zur Begründung des ersten Antrags wird im wesentlichen vorge-
bracht, die Berichte würden von der Anklagebehörde in den Akten in direktem 
Zusammenhang mit den Beschuldigten zitiert. Die Berichte befänden sich jedoch 
nicht in den Akten des Strafverfahrens, wohl aber in jenen der Bundeskriminalpo-
lizei (nachfolgend: BKP), welche sie bei der Abfassung eines Analyseberichts 
verwendet habe. Es könne daher nicht festgestellt werden, ob diese Rapporte 
richtig zitiert worden seien und ob es darin entlastende Momente habe. Es sei 
davon auszugehen, dass den Berichten entnommen werden könne, ob gegen die 
Beschuldigten in Italien Überwachungsmassnahmen angeordnet worden seien 
und ob eine Zusammenarbeit zwischen den schweizerischen und italienischen 
Behörden stattgefunden habe. Die Berichte dürften den Beschuldigten nicht vor-
enthalten werden; es gelte das Verbot von Geheimakten. Zur Begründung des 
zweiten Antrags wird im wesentlichen vorgebracht, die genannten Personen hät-
ten sich in diversen Medien direkt oder indirekt zum vorliegenden Verfahren ge-
äussert, und zwar auf eine Art, dass daraus zu schliessen sei, der Polizeikontrol-
le auf dem XX.-Pass seien Ermittlungen vorausgegangen und die Verhaftung der 
Beschuldigten sei von den Behörden von langer Hand vorbereitet gewesen.  

2.5.2 Der Schlussbericht der BKP vom 29. Dezember 2010 (cl. 4 pag. 10.1.321 ff.) 
äussert sich unter anderem zu Organisation und Struktur der „F.“ und verweist 
auf einen diesbezüglichen Analysebericht vom August 2010, der eine Beilage zu 
diesem Schlussbericht ist (cl. 4 pag. 10.1.356 ff.). Der Analysebericht wurde von 
der BKP (in französischer und deutscher Sprache) erstellt, um die Rollen der Be-
schuldigten untereinander sowie deren Bezug zur vorgenannten Organisation 
aufzuzeigen, da anlässlich der Durchsuchung der im angehaltenen Fahrzeug 
mitgeführten Gegenstände 31 Kopien eines Bekennerschreibens vorgefunden 
worden seien, welches mit „G.“ und unmittelbar darunter mit „F.“ unterzeichnet 
sei (cl. 4 pag. 10.1.326). Im Analysebericht der BKP wird ausgeführt: „Des Weite-
ren manifestieren sich Merkmale des Grünen Anarchismus (oder Öko-
Anarchismus) in verschiedenen Artikeln der italienischen Zeitschrift H., die von 
der Anarchistengruppe I. herausgegeben wird. Zwei der Attentäter von V., B. und 
C., gehören I. an und sind Redakteure der Zeitschrift, die 1999 erstmals erschien 
und bald das Sprachorgan der (gewalt-) extremistischen Umwelt- und Tierschüt-
zer in Italien wurde“. In der diesbezüglichen Fussnote wird Bezug genommen auf 

- 10 - 

„Direzione Centrale della Polizia di Prevenzione, Arresto di militanti anarco-
insurrezionalisti, Zürich, 15. April 2010“, ausserdem auf Fundstellen im Internet 
zu H. und I. (cl. 4 pag. 10.1.375). Der Analysebericht verweist sodann in weiteren 
Fussnoten auf „Direzione Centrale della Polizia di Prevenzione, Arresto di militan-
ti anarco-insurrezionalisti, Bericht vom 15. April 2010“ (cl. 4 pag. 10.1.376, 
10.1.381), sowie auf „Direzione Centrale della Polizia di Prevenzione, Nachricht 
der PWGT vom 13. Mai 2010“, und auf „Raggruppamento Operativo Speciale 
Carabinieri, Bericht vom 25. Juni 2010“ (cl. 4 pag. 10.1.381). Im Bericht wird aus-
geführt, die Beschuldigten seien anerkannte Aktivisten „in der öko-
anarchistischen Szene Italiens“ (B. und C.) bzw. „im Kanton Tessin in der Szene 
der Tierschützer, Linksextremen und Anarchisten aktiv“ (A.). 

 Aufgrund der Vorstrafen von A. (hinten E. 6.5.2) und B. (hinten E. 6.6.2) mit zum 
Teil ähnlich gelagertem Inhalt wie bei den Vorwürfen im vorliegenden Verfahren 
sowie in Anbetracht dessen, dass B. und C. in Italien mit dem Verdacht eines am 
5. März 2007 in einem Turiner Stadtviertel erfolgten Sprengstoffanschlags kon-
frontiert worden sind (cl. 4 pag. 10.1.381), erscheint es naheliegend, dass alle 
drei in Italien wohnhaften Beschuldigten in dortigen Polizeiakten bzw. Akten von 
Spezialeinheiten verzeichnet sind. Im Rahmen der internationalen Amtshilfe kön-
nen zudem grundsätzlich Informationen der Polizei und der Ermittlungsbehörden 
auf freiwilliger Basis, d.h. ohne formelles Ersuchen eines ausländischen Staates, 
ausgetauscht werden. Eine diesbezügliche, generelle Zusammenarbeit zwischen 
der Schweiz und Italien drängt sich auch aufgrund der gemeinsamen Grenze auf. 
Aus dem Umstand, dass der Analysebericht der BKP auf italienische Polizeibe-
richte Bezug nimmt, kann daher nicht geschlossen werden, dass in Italien lau-
fende Ermittlungen oder geheime Überwachungsmassnahmen gegen die Be-
schuldigten durchgeführt worden seien und diese zu deren Verhaftung in der 
Schweiz geführt hätten. Eine solche Annahme drängt sich auch nicht aufgrund 
des engen zeitlichen Zusammenhangs der erwähnten Berichte mit der Festnah-
me vom 15. April 2010 auf. Dem Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 16. Ap-
ril 2010 lässt sich nämlich entnehmen, dass nach der polizeilichen Kontrolle um-
gehend Abklärungen im RIPOL und im AFIS erfolgten; Letztere fiel mit Bezug auf 
A. denn auch positiv aus (cl. 3 pag. 10.1.7). Aufgrund der Schwere des Tatver-
dachts ist zudem als naheliegend zu vermuten, dass die italienischen Behörden 
im Rahmen der internationalen Amtshilfe und der Kriminalitätsbekämpfung über 
die Festnahmen umgehend informiert worden sind. Jedenfalls erhielten sie davon 
spätestens im Rahmen des Rechtshilfeersuchens der Bundesanwaltschaft vom 
23. April 2010 Kenntnis (cl. 8 pag. 18.1.1 ff.). Ob beim erstgenannten Bericht der 
Direzione Centrale della Polizia di Prevenzione das Datum vom 15. April 2010 
auf die Festnahme oder auf das Verfassen des Berichts Bezug nimmt, kann da-
her dahin gestellt bleiben. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Polizei im 
Rahmen der Prävention auch ohne Anwendung bewilligungspflichtiger Mittel 

- 11 - 

Gruppierungen „überwachen“ kann. Die Verteidigung bringt denn auch zu Recht 
nicht vor, dass der Analysebericht der BKP oder die darin zitierten Berichte in un-
zulässiger Weise erstellt worden seien.   
 
Die von der Verteidigung zu den Akten verlangten ausländischen Polizeiberichte 
sind nach dem Gesagten weder hinsichtlich des angeklagten Sachverhalts noch 
des Verfahrens von Relevanz. Der Beweisantrag ist deshalb abzuweisen. 

2.5.3 Gemäss Darstellung der Verteidigung habe sich der italienische Vizestaatssekre-
tär D. in italienischen Medien am 24. Dezember 2010 dahingehend geäussert, 
dass die Schweiz vor kurzem durch intensive Zusammenarbeit mit den italieni-
schen Behörden mehrere Anarchisten verhaften habe (cl. 13 pag. 13.920.32, 
13.920.46 f., 13.920.54). D. sei Mitglied der Kommission „Affari costituzionali“ 
und des „Comitato parlamentare per i servizi di informazione e sicurezza e per il 
segreto di Stato“ und offensichtlich über den Staatssicherheitsbereich bestens in-
formiert (cl. 13 pag. 13.920.33, 13.920.49).   
 
Die internationale Zusammenarbeit zwischen Ermittlungsbehörden ist nicht nur 
grundsätzlich zulässig, sondern auch generell eine Aufgabe dieser Behörden. Die 
drei am XX.-Pass kontrollierten Personen konnten sich über ihre Identität sofort 
ausweisen. In Anbetracht der verdächtigen gefährlichen Gegenstände in deren 
Fahrzeug ist eine sofortige Kontaktnahme der Zürcher Polizei zu italienischen 
Polizeiorganen zwischen der Kontrolle und der Verhaftung nicht bloss möglich, 
sondern sehr wahrscheinlich. Dass ein Staatssekretär die Verhaftung von Perso-
nen im Ausland, gegen welche die eigenen Ermittlungsbehörden bereits in ande-
rem Zusammenhang ein Strafverfahren führen (vgl. cl. 8 pag. 18.1.3), als Erfolg 
eben dieser internationalen Zusammenarbeit bezeichnet, ist daher naheliegend. 
Im Lichte des vorstehend Ausgeführten kann aus den von der Verteidigung zitier-
ten Äusserungen von D. deshalb nicht geschlossen werden, die Verhaftung der 
Beschuldigten sei aufgrund konkreter Hinweise seitens der italienischen Behör-
den erfolgt. Für eine dahingehende Annahme der Verteidigung bestehen in den 
Akten keinerlei Anhaltspunkte. Vielmehr ergibt sich aus dem erwähnten Bericht 
der Kantonspolizei Zürich vom 16. April 2010, dass die Kontrolle des Fahrzeugs 
und die anschliessende Festnahme der Fahrzeuginsassen im Rahmen einer rou-
tinemässigen Verkehrskontrolle erfolgt ist (cl. 3 pag. 10.1.3). Dies wird auch 
durch den Umstand gestützt, dass die Kontrolle beim XX.-Pass in Fahrtrichtung 
Süden und nicht in Richtung Norden erfolgt ist (cl. 3 pag. 10.1.5).  

 Der Antrag, D. sei als Zeuge zur konkreten Zusammenarbeit zwischen den italie-
nischen und schweizerischen Behörden hinsichtlich der Verhaftung der Beschul-
digten zu befragen, ist daher mangels Relevanz abzuweisen. 

- 12 - 

2.5.4 Im gleichen Sinne ist über den Antrag auf Einvernahme von E. als Zeuge zu ent-
scheiden. Dieser soll sich gemäss Darstellung der Verteidigung in einem Online-
Medienartikel vom 25. April 2010 in einer Art und Weise geäussert haben, die 
Rückschlüsse auf den Erhalt von Informationen aus dem Strafverfahren selbst 
bzw. von den Behörden zulasse (cl. 13 pag. 13.920.35 ff.). Wie sich der betref-
fende Journalist die publizierten Inhalte zum hier angeklagten Sachverhalt be-
schafft hat, bildet nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Schon aus 
dem zitierten Medienbericht lässt sich jedenfalls entnehmen, dass er sich unter 
anderem (auch) auf Angaben einer der italienischen Anarchistenszene zuzu-
rechnenden Internetseite gestützt hat (cl. 13 pag. 13.920.55 f.). Daher ist nicht 
auszuschliessen, dass er Kontakte zu Bezugspersonen der Beschuldigten her-
stellen und sich so Informationen zum Vorgefallenen beschaffen konnte. Die An-
nahme des Journalisten, die drei Beschuldigten seien „in Wirklichkeit […] in eine 
Polizeifalle gefahren“ und nicht im Rahmen einer normalen Verkehrskontrolle an-
gehalten worden, ist jedenfalls durch nichts belegt. Dass es sich um eine routi-
nemässige Kontrolle gehandelt hat, ergibt sich – wie erwähnt (E. 2.5.3) – nicht 
nur aus dem Polizeibericht selbst (cl. 3 pag. 10.1.3), sondern wird durch den Um-
stand gestützt, dass die Kontrolle beim XX.-Pass in Fahrtrichtung Süden und 
nicht in Richtung Norden erfolgt ist (cl. 3 pag. 10.1.5). Aus Sicht eines in negati-
ver Weise „überraschten“ Verkehrsteilnehmers kann im Übrigen durchaus von 
einer „Falle“ gesprochen werden, werden doch auch standardmässig durchge-
führte Geschwindigkeitskontrollen landläufig als „Radarfallen“ bezeichnet. Der 
Antrag der Verteidigung ist nach dem Gesagten mangels Relevanz abzuweisen. 

2.5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine in rechtswidriger Weise erhobe-
nen Beweise in den Akten sind. Die von der Verteidigung aufgeworfene Frage 
nach einem Beweisverwertungsverbot stellt sich deshalb nicht (Art. 141 StPO).  

3. Strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung (Art. 260bis Abs. 1 
und 3 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 StGB) 

3.1 Die Bundesanwaltschaft wirft A., B. und C. vor, sie hätten sich in den Wochen vor 
dem 15. April 2010 und bis zur ihrer Festnahme am 15. April 2010 wegen straf-
barer Vorbereitungshandlungen schuldig gemacht, indem sie sowohl in Italien 
wie auch in der Schweiz planmässig konkrete technische oder organisatorische 
Vorkehrungen getroffen hätten, deren Art und Umfang zeigten, dass sie sich an-
geschickt hätten, eine Brandstiftung am sich damals im Bau befindenden Zent-
rum J. der Firma K. in V. zu verüben. Zusammenfassend hätten sich A. und B. 
am 14. April 2010 von X. (Italien) aus zunächst mit dem Zug und dann mit dem 
Schiff, via U. (Italien) und ZZ. (Italien) reisend, in die Schweiz begeben. Sie seien 
dann nach YY. weitergefahren, um dort ein Fahrzeug zu mieten und in der Ge-
gend einen Airspray und einen Schraubenzieher zu kaufen. Am 15. April 2010 sei 

- 13 - 

C., ebenfalls von X. her via ZZ. per Schiff in die Schweiz einreisend, nach W. ge-
fahren, wo sie von A. und B. mit einem Mietwagen abgeholt worden sei. Die drei 
Beschuldigten seien dann in den Raum Zürich gefahren, wo sie in der Nähe des 
XX.-Passes von der Polizei angehalten worden sind. Laut Anklageschrift hätten 
sich im Kofferraum des Mietwagens fünf Flaschen Propangas, zwei Kanister mit 
zwölf Litern Benzin und zwei Litern Motorenöl sowie in einer Tasche im Fussbe-
reich des Beifahrersitzes zwei Schachteln Anzündwürfel, eine Schachtel Mü-
ckenspiralen, acht Schachteln Zündhölzer, drei Feuerzeuge, zwei Roger-Staub-
Mützen, ein Bolzenschneider, drei Funkgeräte, ein Fernglas, eine Stabtaschen-
lampe und eine Klappsäge befunden. C. habe zwei Päckchen Sprengstoff, eine 
Sicherheitsanzündschnur und zwei Aluminiumsprengkapseln auf sich gehabt. Die 
Bundesanwaltschaft wirft den drei Beschuldigten vor, gemeinsam über alle Kom-
ponenten zum Bau einer unkonventionellen Spreng-/Brandvorrichtung (soge-
nannte „USBV“) verfügt zu haben, mit denen sie die Verursachung einer Feuers-
brunst beabsichtigt hätten. Die Brandstiftung hätte in den Stunden nach der 
Festnahme und in der Nähe verübt werden sollen, und zwar am im Bau befindli-
chen Zentrum J. der Firma K. in V. (Anklageschrift Ziff. 1.1.1; cl. 13 
pag. 13.100.2-4). 

3.2 Diesbezüglich machten A., B. und C. von ihrem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch und leisteten zu keinem Zeitpunkt einen Beitrag zur Klärung des ange-
klagten Sachverhalts, weder im Vorverfahren noch in der Hauptverhandlung (vgl. 
Protokoll der Schlusseinvernahme vom 9. Februar 2011 mit A. [cl. 6 
pag. 13.1.76 ff.] und B. [cl. 6 pag. 13.2.89 ff.] sowie vom 2. Februar 2011 mit C. 
[cl. 6 pag. 13.3.93 ff.]; Einvernahme der Beschuldigten zur Sache anlässlich der 
Hauptverhandlung [cl. 13 pag. 13.930.33 ff.]). 

3.3  

3.3.1 Gemäss Art. 260bis Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer planmässig konkrete technische oder organisatorische 
Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine 
Brandstiftung i.S.v. Art. 221 StGB auszuführen. Gemäss Art. 260bis Abs. 3 StGB 
strafbar ist auch, wer die Vorbereitungshandlungen im Ausland begeht, wenn die 
beabsichtigten strafbaren Handlungen in der Schweiz verübt werden sollen. 

3.3.2 Der objektive Tatbestand erfordert zunächst das Vorhandensein von Vorberei-
tungshandlungen, welche sich vor dem Erreichen der Schwelle zum Versuch zu 
verwirklichen haben (CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Band II, 3. Aufl., 
Bern 2010, Art. 260bis StGB N. 5; BGE 117 IV 396 E. 3). Beim Versuch erfüllt der 
Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale, ohne dass alle objektiven 
Merkmale verwirklicht wären. Die Frage, wo die Grenze zwischen dem strafbaren 

- 14 - 

Beginn der Tatausführung und der Vorbereitung verläuft, ist eine heikle Abgren-
zungsfrage. Fest steht, dass der blosse Entschluss, eine strafbare Handlung zu 
begehen, für sich allein straflos bleibt, solange er nicht in Handlungen umgesetzt 
wird. Auf der anderen Seite ist die Schwelle zum Versuch jedenfalls dann über-
schritten, wenn der Täter mit Tatentschluss ein objektives Tatbestandsmerkmal 
erfüllt hat (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1). Nach der Rechtsprechung gehört zur Aus-
führung der Tat im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB jede Tätigkeit, die nach dem 
Plan, den sich der Täter gemacht hat, auf dem Weg zur Tatbestandsverwirkli-
chung den letzten entscheidenden Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein 
Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterverfol-
gung der Absicht erschweren oder verunmöglichen. Diese Formulierung bringt 
zum Ausdruck, dass sich der Beginn des Versuchs nur über eine Kombination 
objektiver und subjektiver Gesichtspunkte bestimmen lässt. Der Einbezug der 
Vorstellung des Täters von der Tat ist daher für die Bestimmung des Versuchs 
genauso unabdingbar wie die Berücksichtigung objektiver Kriterien für die Ent-
scheidung der Frage, mit welcher Tätigkeit der Täter nach seinem Tatplan bereits 
zur Verwirklichung des Tatbestands unmittelbar ansetzt. Bei Mittäterschaft be-
ginnt der Versuch für alle Mittäter in dem Zeitpunkt, in dem einer von ihnen un-
mittelbar zur Verwirklichung des Tatbestands ansetzt (Urteile des Bundesgerichts 
6B_553/2009 vom 26. Oktober 2009 E. 3.3.2 und 6B_55/2011 vom 26. Ap-
ril 2011 E. 2.2.3; BGE 131 IV 100 E. 7.2.1). Die Schwelle, bei welcher ein Ver-
such bereits anzunehmen ist und keine Vorbereitungshandlungen mehr vorlie-
gen, darf der eigentlichen Tatbegehung zeitlich allerdings nicht zu weit voraus-
gehen. Das unmittelbare Ansetzen zur Tatbestandsverwirklichung erfordert 
m.a.W. ein sowohl in räumlich/örtlicher als auch in zeitlicher Hinsicht tatnahes 
Handeln (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1). Die unmittelbare räumliche und zeitliche Nä-
he des Handelns zur eigentlichen Tatbegehung, und somit die letzte Teilhand-
lung vor der eigentlichen Ausführung der Tat, ist insoweit bereits ersichtlich, 
wenn der Täter zur Verwirklichung des Tatbestands angesetzt hat, indem er die 
tätige Beziehung zur fremden Rechtssphäre bereits geschaffen hat. Damit über-
schreitet er die Grenze der Vorbereitungshandlungen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_553/2009 vom 26. Oktober 2009 E. 3.3.3). In dieser Hinsicht hat das Bun-
desgericht mit Bezug auf Brandstiftung zum Ausdruck gebracht, dass das Stadi-
um des strafbaren Versuchs regelmässig schon mit der Brandlegung erreicht 
wird, selbst wenn diese zu keiner Feuersbrunst führt (BGE 117 IV 285 E. 2a; vgl. 
auch BGE 115 IV 221 E. 1).  

Wo das Gesetz Vorbereitungshandlungen als strafbar erklärt, ist Strafbarkeit al-
lerdings nur vorgesehen, wenn äussere Akte des Täters auf eine solche Intensi-
tät des deliktischen Willens schliessen lassen, dass eine Ausführung der Straftat 
normalerweise bevorsteht (BGE 111 IV 157 E. 2a). Die Vorkehrungen müssen 
planmässig und konkret sein, d.h. es müssen mehrere überlegt ausgeführte 

- 15 - 

Handlungen gegeben sein, die im Rahmen eines deliktischen Vorhabens eine 
bestimmte Vorbereitungsfunktion haben (BGE 111 IV 150 E. 4b; 111 IV 158 
E. 2b). Das Vorliegen eines Plans muss aus einer Mehrzahl von auf dasselbe 
Ziel gerichteten Handlungen ersichtlich sein (TRECHSEL/VEST, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 260bis StGB 
N. 3). Die konkreten Vorbereitungen müssen so weit gediehen sein, dass objektiv 
die verbrecherische Absicht eindeutig erkennbar ist, und sich das Verhalten nicht 
anders deuten lässt, als auf eine der in Art. 260bis StGB aufgelisteten Taten aus-
gerichtet (TRECHSEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 5). Das Gesetz verlangt 
hingegen nicht, dass die Vorkehrungen auf ein nach Ort, Zeit und Begehungs-
weise bereits hinreichend konkretisiertes Delikt Bezug haben (BGE 111 IV 158 
E. 2b). 

Die Vorkehrungen müssen technischer oder organisatorischer Art sein. Vorkeh-
rungen technischer Art sind das Beschaffen und Bereitstellen von Deliktswerk-
zeugen und anderen Hilfsmitteln zur Tatausführung, wie beispielsweise das Her-
stellen von Brandsätzen für Brandstiftungen (STRATENWERTH/WOHLERS, Schwei-
zerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, Bern 2009, Art. 260bis StGB N. 2; 
CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 14). Im Falle von gewöhnlichen Vorkehrun-
gen, wie Kauf von Handschuhen oder eines Rucksackes, ist das Vorhandensein 
zusätzlicher Elemente nötig, die diese als im Sinne von Art. 260bis StGB zu wer-
tende technische Vorkehrungen erscheinen lassen (CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis 
StGB N. 14 in fine). Die Beschaffung von Informationen wird als technische Vor-
kehr betrachtet (TRECHSEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 2). Organisatorische 
Vorkehrungen sind demgegenüber alle Vorkehren nicht technischer Art, die den 
reibungslosen Ablauf der beabsichtigten Straftat ermöglichen sollen, wie bei-
spielsweise die Rollenverteilung zwischen Mittätern (BGE 111 IV 150; 118 IV 
367 f.; STRATENWERTH/WOHLERS, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 2). Im Allgemeinen 
geht es bei den organisatorischen Vorkehrungen um die Planung des Ablaufs 
(TRECHSEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 2). Darunter fallen auch Augen-
scheinnahmen (CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 15).  

In subjektiver Hinsicht ist direkter Vorsatz erforderlich, nicht nur bezüglich der 
Vorbereitung selber, sondern auch hinsichtlich der geplanten Tat (TRECH-
SEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 6); Eventualvorsatz genügt nicht (CORBOZ, 
a.a.O., Art. 260bis StGB N. 22; FAVRE/PELLET/STOUDMANN, Code pénal annoté, 
Lausanne 2011, Art. 260bis StGB N. 1.3). 

3.3.3 Die hier in Frage stehenden Delikte werden nicht selten von organisierten Grup-
pen begangen, die über die Landesgrenzen hinweg agieren. Art. 260bis Abs. 3 
StGB bezieht deshalb auch Vorbereitungshandlungen ein, die im Ausland getä-
tigt werden, sofern nur die Tat selbst in der Schweiz verübt werden soll (STRA-

- 16 - 

TENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafecht, Besonderer Teil II: Straftaten 
gegen Gemeininteressen, 6. Aufl., Bern 2008, S. 231 N. 16). Damit wird für die 
Bestimmung des Begehungsortes im wesentlichen die Regelung für Versuch 
(Art. 8 Abs. 2 StGB) auf Vorbereitungshandlungen übertragen (TRECHSEL/VEST, 
a.a.O., Art. 260bis StGB N. 10). Art. 260bis Abs. 3 StGB ist anwendbar auf Fälle, in 
denen sämtliche Vorbereitungshandlungen im Ausland begangen worden sind, 
um schweizerische Gerichtsbarkeit zu begründen (CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis 
StGB N. 33). 

3.3.4 Brandstiftung im Sinne von Art. 221 Abs. 1 StGB, als eine der in Art. 260bis Abs. 1 
StGB aufgelisteten Taten, ist in ihrer vollendeten Form durch folgende Tatbe-
standselemente gekennzeichnet: 

In objektiver Hinsicht ist erforderlich, dass der Täter mit irgendeinem Mittel eine 
Feuersbrunst verursacht, sei es durch aktives Tun oder Unterlassen (CORBOZ, 
a.a.O., Art. 221 StGB N. 4 f.; STRATENWERTH/WOHLERS, a.a.O., Art. 221 StGB 
N. 2; ROELLI/FLEISCHANDERL, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 221 
StGB N. 7 f.; FAVRE/PELLET/STOUDMANN, a.a.O., Art. 221 StGB N. 1.1). Als Tat-
objekt kommen alle brennbaren Objekte in Betracht, somit auch ein Gebäude 
(vgl. BGE 117 IV 285). Die Feuersbrunst ist als ein Brand zu verstehen, der eine 
Intensität oder Ausdehnung erreicht, aufgrund derer er vom Urheber selber nicht 
mehr bezwungen werden kann und deswegen eine gewisse Erheblichkeit auf-
weist (BGE 117 IV 285 E. 2a; ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., Art. 221 StGB 
N. 7). Es muss ein Kausalzusammenhang zwischen dem aktiven Verhalten bzw. 
dem Unterlassen des Täters und der Feuersbrunst bestehen (CORBOZ, a.a.O., 
Art. 221 StGB N. 13). Als Folge der Feuersbrunst muss entweder ein anderer ge-
schädigt werden oder eine Gemeingefahr entstehen. Die Rechtsprechung fordert 
einen Vermögensschaden (BGE 107 IV 182 E. 2a; CORBOZ, a.a.O., Art. 221 
StGB N. 18).  

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, der darauf gerichtet sein muss, ei-
ne Feuersbrunst zu entfachen und dadurch entweder einen anderen zu schädi-
gen oder eine konkrete Gemeingefahr hervorzurufen (BGE 117 IV 286 E. 2b). 

3.4 

3.4.1 Bei einer Polizeikontrolle am späten Nachmittag des 15. April 2010 wurde das 
Fahrzeug Skoda Oktavia, Kontrollschild-Nr. 4, beim XX.-Pass, Fahrtrichtung 
WW., von der Kantonspolizei Zürich angehalten. A. sass am Steuer, begleitet von 
C., als Beifahrerin vorne, und B., als Mitfahrer hinten. Die drei Fahrzeuginsassen 
sowie der Wagen wurden vor Ort einer Kontrolle unterzogen (cl. 1 pag. 6.1.1 ff., 
6.2.1 ff., 6.3.1 ff.). C. trug im Bereich des Hosengurts einen sich als Spreng-

- 17 - 

schnur präsentierenden Gegenstand, in welchen zwei Aluminiumsprengkapseln 
eingewickelt waren. In ihren Stiefeln wurden ausserdem zwei Päckchen mit un-
bekanntem Inhalt gefunden (cl. 5 pag. 11.1.53; cl. 3 pag. 10.1.22; cl. 1 
pag. 6.1.40). Die Polizisten wurden von B. darauf hingewiesen, dass es sich bei 
den Päckchen nicht um Betäubungsmittel, sondern um Sprengstoff handle (cl. 1 
pag. 6.2.2). Im Kofferraum fand die Polizei mehrere in Abfallsäcke eingepackte 
Gasflaschen. Eine Anzahl unverschlossener, mit Briefmarke und Adresse verse-
hener Couverts fand sie zudem in einer Tasche im Fussraum des Beifahrersit-
zes; diese enthielten je ein fotokopiertes, dreiseitiges Bekennerschreiben der 
Gruppierung „G.“ (cl. 5 pag. 11.1.15, 49, 64 ff.; cl. 1 pag. 2.1.9). A., B. und C. 
wurden umgehend festgenommen (cl. 3 pag. 10.1.3; cl. 1 pag. 6.1.1 ff., 6.2.1 ff., 
6.3.1 ff.). Kurz danach wurden die entsprechenden Verzeichnisse der Effekten 
erstellt (cl. 1 pag. 6.1.5, 6.2.5, 6.3.5). 

3.4.2 Zur Spurensicherung am Wagen, an den sichergestellten Gegenständen sowie 
an Kleidern und Schuhen wurde der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei 
Zürich (in der Folge: WFD) aufgeboten (cl. 5 pag. 11.1.1 ff.). Unter den sicherge-
stellten Gegenständen befinden sich insbesondere folgende (cl. 5 pag 11.1.9 ff.): 

- ein Kassenzettel L. vom 15. April 2010 (Asservat-Nummer: 5 [cl. 5 
pag. 11.1.9]); 

- 31 unverschlossene, frankierte und mit Adresse versehene Couverts (Asser-
vat-Nummer: 6 [cl. 5 pag. 11.1.15]); 

- ein Fernglas (Asservat-Nummer: 7 [cl. 5 pag. 11.1.16]); 
- zwei Funkgeräte „M.“, mit Ohrhörern, bestückt mit je 4 Batterien des Typs 

AAA, eingestellter Kanal „1“ (Asservat-Nummer: 8 [cl. 5 pag. 11.1.17]); 
- ein Funkgerät „N.“, mit Kopfhörer, bestückt mit 4 Batterien des Typs AAA, ein-

gestellter Kanal „2“ (Asservat-Nummer: 9 [cl. 5 pag. 11.1.17]); 
- eine Klappsäge (Asservat-Nummer: 10 [cl. 5 pag. 11.1.18]); 
- eine Schere (Asservat-Nummer: 11 [cl. 5 pag. 11.1.18]); 
- eine Stirn-, eine Taschen- und zwei Stabtaschenlampen (Asservat-

Nummer: 12 und 13 [cl. 5 pag. 11.1.18]; 14 [cl. 5 pag. 11.1.21]; 15 [cl. 5 
pag. 11.1.33]); 

- zwei Roger-Staub-Mützen (Asservat-Nummer: 16, 17 [cl. 5 pag. 11.1.19]); 
- vier Paar Handschuhe sowie eine Verpackungseinheit mit Haushaltshand-

schuhen (ein Paar baumwollgefütterte Handschuhe) (Asservat-Nummer: 18, 
19 [cl. 5 pag. 11.1.19 f.]; 20 [cl. 5 pag. 11.1.21]; 21 [cl. 5 pag. 11.1.25]); 22 
[cl. 5 pag. 11.1.28]); 

- diverse Land- und Strassenkarten (Tessin, Zürich und Schweiz) (Asservat-
Nummer: 23 [cl. 5 pag. 11.1.21]; 24 [cl. 5 pag. 11.1.22]; 

- 4 Latex-, 2 Baumwollhandschuhe sowie 2 medizinale Mundschütze (Asser-
vat-Nummer: 25 [cl. 5 pag. 11.1.21]); 

- 18 - 

- diverse Werkzeuge wie Geissfuss, Schraubendreher und Zange (Asservat-
Nummer: 26, 27, 28 [cl. 5 pag. 11.1.35]. 

 Der WFD wurde ebenfalls zur Sicherung der einschlägigen Materialien beigezo-
gen, wie dem entsprechenden Materialzusammenstellungsbericht vom 18. Ju-
ni 2010 zu entnehmen ist (cl. 5 pag. 11.1.47 ff.). Unter dem sichergestellten Ma-
terial befinden sich insbesondere folgende Gegenstände (cl. 5 pag 11.1.51 ff.): 

- 4 eingepackte halbe Sprengstoffpatronen (Asservat-Nummer: 29 [cl. 5 
pag 11.1.4]; 30 [cl. 5 pag 11.1.6]) mit 476 g Nettogewicht (217,5 g + 258,5 g) 
der Marke O., hergestellt von der Firma P., die als Gelatine-Sprengstoff auf 
der Basis von Nitroglykol und Ammoniumnitrat bzw. als gewerblicher Gelati-
ne-Sprengstoff beschrieben werden (cl. 5 pag. 11.1.51 f., 11.1.116); 

- 2 Aluminiumsprengkapseln (Asservat-Nummer: 31 [cl. 5 pag. 11.1.7]) der 
Marke Q., hergestellt von der Firma P., die als Zündmittel zum Zünden von 
Sprengstoff beschrieben werden (cl. 5, pag. 11.1.116); 

- eine Sicherheitsanzündschnur (Asservat-Nummer: 31 [cl. 5 pag. 11.1.7]) von 
303,5 cm Länge der Marke R., Hersteller S., die als Anzünd- und Zeitverzö-
gerungsmittel im Verhältnis zu Sprengstoff beschrieben wird (cl. 5, 
pag. 11.1.116); 

- 5 Gasflaschen à je 5 kg (wobei eine 5,25 kg enthielt [cl. 5 pag. 11.1.55]) Pro-
pangas (cl. 5 pag. 11.1.108), insgesamt 25,25 kg Propangas (Asservat-
Nummer: 32 [cl. 5 pag. 11.1.9]; 33 [cl. 5 pag. 11.1.10]; 34 [cl. 5 pag. 11.1.10]; 
35 [cl. 5 pag. 11.1.11]; 36 [cl. 5 pag. 11.1.11]); 

- ein 10-Liter-Kanister aus Kunststoff, Treibstoffbenzin enthaltend (Asservat-
Nummer: 37 [cl. 5 pag. 11.1.12]; cl. 5 pag. 11.1.108), und ein Doppelkanister 
mit Volumina à 5 bzw. 3 Liter (Asservat-Nummer: 38 [cl. 5 pag. 11.1.13]; cl. 5 
pag. 11.1.108), wobei der grössere Teil mit Treibstoffbenzin und der kleinere 
Teil mit Öl gefüllt waren, insgesamt ca. 12 Liter Benzin und ca. 2 Liter Öl (cl. 5 
pag. 11.1.108); 

- 2 Schachteln Anzündwürfel (Asservat-Nummer: 39 [cl. 5 pag. 11.1.16]); 
- eine Schachtel Mückenspiralen (Asservat-Nummer: 40 [cl. 5 pag. 11.1.16]); 
- 8 Schachteln Zündhölzer (Asservat-Nummer: 41 [cl. 5 pag. 11.1.17]); 
- 3 Feuerzeuge (Asservat-Nummer: 42 [cl. 5 pag. 11.1.18]); 
- eine Rolle Kunststoffklebeband (Asservat-Nummer: 43 [cl. 5 pag. 11.1.18]); 
- eine Rolle Malerklebeband (Asservat-Nummer: 44 [cl. 5 pag. 11.1.34]); 
- 2 Packungen mit je 4 Batterien des Typs AAA (Asservat-Nummer: 45 [cl. 5 

pag. 11.1.28]). 

Bei der Überprüfung der gesammelten Asservate konnten im Rahmen der Spu-
rensicherung folgende auswertbare DNA-Profile gesichert werden: 

- 19 - 

- von C. (persönliche Prozesskontrollnummer [PCN] 46 [cl. 3 pag. 10.1.203, 
10.1.317; cl. 5 pag. 11.1.45]) wurden insbesondere folgende DNA-Spuren 
ausfindig gemacht: 
-- PCN 47 aus Asservat-Nummer 48 (cl. 3 pag. 10.1.317; cl. 5 pag. 11.1.43, 

11.1.45), stammend von einem Stieltupfer ab Paket mit Sprengstoff (cl. 5 
pag. 11.1.6); 

-- PCN 49 aus Asservat-Nummer 50 (cl. 3 pag. 10.1.317; cl. 5 pag. 11.1.43, 
11.1.45), stammend von einem Stieltupfer ab Sprengstoff Stangen Papier 
(cl. 5 pag. 11.1.6); 

-- PCN 51 aus Asservat-Nummer 52 (cl. 3 pag. 10.1.317; cl. 5 pag. 11.1.43, 
11.1.45), stammend von einem Stieltupfer ab der die Sicherheitsanzünd-
schnur einwickelnden Haushaltsfolie (cl. 5 pag. 11.1.7); 

- von B. (persönliche Prozesskontrollnummer [PCN] 53 [cl. 3 pag. 10.1.317]) 
wurde folgende DNA-Spur ausfindig gemacht: 
-- PCN 54 aus Asservat-Nummer 55 (cl. 3 pag. 10.1.317; cl. 5 pag. 11.1.44, 

11.1.45), stammend von einem Stieltupfer ab beiden Verschlussdeckeln 
und Traggriff Kanister (cl. 5 pag. 11.1.13). 

Ausserdem wurde eine daktyloskopische Spur von A. auf dem Kassenzettel „L.“ 
identifiziert (cl. 3 pag. 10.1.83, 93, 102, 136; cl. 5 pag. 11.1.9). 

Das im Fahrzeug vorgefundene Bekennerschreiben (cl. 1 pag. 2.1.9 ff.) gibt unter 
anderem das Ziel eines beabsichtigten Anschlags bekannt, indem es auf das sich 
im Bau befindliche Zentrum J. der Firma K. in V. hinweist. In diesem Schreiben 
steht auch, dass mit dem Anschlag auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet wur-
de, „bis die Arbeiten genug fortgeschritten, die Anlagen aufgebaut und die La-
bours gefüllt waren“, damit sich der Anschlag „so zerstörerisch wie möglich“ aus-
wirke (cl. 1 pag. 2.1.10). Im Bekennerschreiben ist sodann erwähnt, dass es not-
wendig sei, „Einrichtung und Forschungszentrum anzugreifen“ (cl. 1 pag. 2.1.11). 
Ausserdem werden darin Angaben über die technische Durchführung des beab-
sichtigten Anschlags gemacht (cl. 1 pag. 2.1.11; vgl. E. 3.4.7). 

3.4.3 In objektiver Hinsicht ist zunächst erforderlich, dass sich die als Vorbereitungs-
handlungen zu Brandstiftung vorgeworfenen Vorkehren vor der Schwelle zum 
Versuch verwirklicht haben. A., B. und C. wurden am Nachmittag des 15. Ap-
ril 2010, um 18.30 Uhr, von der Polizei in VV. in der Nähe des XX.-Passes, kurz 
nach der Passhöhe, angehalten, als sie auf der UU.-Strasse in Richtung WW. 
fuhren (cl. 3 pag. 10.1.1, 10.1.5). Sie waren mit einem Mietfahrzeug unterwegs 
und befanden sich unweit des sich damals im Bau befindenden Zentrum J. der 
Firma K. in V., aber immerhin einige Kilometer davon entfernt. Dieses Zentrum ist 
gemäss dem im Fahrzeug vorgefundenen Bekennerschreiben als Ziel eines ge-

- 20 - 

planten Anschlags zu identifizieren (cl. 1 pag. 6.1.33, 2.1.10; cl. 5 pag. 11.1.122). 
Aus dem Umstand, dass die drei Beschuldigten in Richtung WW. – d.h. von V. 
weg – unterwegs waren, können diese nichts zu ihren Gunsten ableiten, da der 
Anschlag gemäss Bekennerschreiben erst für den „frühen Movgen“ geplant war 
(cl. 3 pag. 10.1.15). Mithin ist noch keine unmittelbare räumliche und zeitliche 
Nähe des Handelns zur eigentlichen Tatbegehung zu erkennen, die erst ersicht-
lich gewesen wäre, wenn die Beschuldigten die tätige Beziehung zur fremden 
Rechtssphäre bereits hergestellt gehabt hätten. Der Anschlag war höchstwahr-
scheinlich für die folgenden Stunden geplant, da sich die Beschuldigten nur we-
nige Kilometer vom Ziel entfernt befanden und das Mietfahrzeug vereinbarungs-
gemäss am nächsten Tag, d.h. am 16. April 2010 (bis 17.30 Uhr), in YY. hätte 
zurückgegeben werden müssen (cl. 5 pag. 12.1.2, 12.2.9). Dass das – ange-
sichts der fehlenden Deutschkenntnisse der Beschuldigten – offenbar von Dritten 
auf Deutsch vorbereitete, von Hand geschriebene Bekennerschreiben noch kein 
festes Datum trug, indessen in seiner Einleitung hierfür eine Aussparung aufweist 
(„Am frühen Movgen des …… wurde eine direckte Aktion gegen das Europäische 
Zentrum J. durchgeführt“ [cl. 3 pag. 10.1.15]), ist wohl auf die beim Verfassen 
noch relative Ungewissheit über den genauen Zeitpunkt des Anschlags zurückzu-
führen. Das Datum hätten die beschuldigten Personen darin ohne weiteres selber 
einsetzen können. Tatsache ist, dass A., B. und C. die Grenze zwischen Vorbe-
reitungshandlungen und versuchter Brandstiftung noch nicht überschritten hatten. 

3.4.4 Im Vorhandensein von zum Teil versteckten Spreng- und Brandmitteln im Inne-
ren des Mietwagens sowie von weiteren Gegenständen – insbesondere Fern-
glas, Funkgeräte, Taschenlampen, Werkzeuge, Roger-Staub-Mützen, Hand-
schuhe, Klebebänder – sind äussere Akte einer starken Intensität eines delikti-
schen Willens in Bezug auf eine bevorstehende Straftat zu erkennen. Das in 
31 Exemplaren mitgeführte Bekennerschreiben (cl. 3 pag. 10.1.7, 10.1.152, 
10.1.314), welches von einem zerstörerischen Angriff spricht (cl. 3 pag. 10.1.16), 
samt frankierten, adressierten und versandbereiten Couverts (cl. 3 pag. 10.1.7, 
10.1.152 ff.), lässt ebenfalls auf einen starken deliktischen Willen der drei Be-
schuldigten schliessen. All diese Umstände bekräftigen das Gericht in der Über-
zeugung, dass die Ausführung einer Straftat kurzum bevorstand, wären die be-
schuldigten Personen von der Polizei nicht rechtzeitig angehalten worden. 

3.4.5 In objektiver Hinsicht sind sodann Vorkehrungen erforderlich, die planmässig und 
konkret sein müssen, d.h. mehrere überlegt ausgeführte Handlungen, die im 
Rahmen eines deliktischen Vorhabens eine bestimmte – sei es organisatorisch 
oder technisch betrachtet – Vorbereitungsfunktion haben (vgl. vorne E. 3.3.2). 
Derartige Vorkehrungen sind im vorliegenden Fall ohne weiteres erkennbar. 

- 21 - 

Das Vorliegen eines Plans ergibt sich aus einer Mehrzahl von auf dasselbe Ziel 
gerichteten Handlungen, die ab der Abreise von A. und B. aus X. ersichtlich sind. 
Die beiden sind am 14. April 2010 gemeinsam mit den öffentlichen Verkehrsmit-
teln von X. über U. in die Schweiz gefahren (cl. 8 pag. 18.1.118 ff.). Am späten 
Nachmittag des gleichen Tages ist A. bei der Autovermietung T. in YY. erschie-
nen, um dort einen von einer jungen Frau zuvor per Telefon vorbestellten Miet-
wagen in Empfang zu nehmen (cl. 5 pag. 12.1.2, 12.2.9 f.). Die als Auskunftsper-
sonen befragten Mitarbeiterinnen der Autovermietung, AA. und BB., haben A. im 
Rahmen einer Fotokonfrontation zweifelsfrei erkannt (cl. 5 pag. 12.1.4, 12.2.5). A. 
hat sich mit seinem schweizerischen Fahrausweis ausgewiesen und die Beglei-
tung seiner Grossmutter als Grund der Miete angegeben, wobei er sich eher ei-
nen Minivan statt einen Kombi gewünscht hätte (cl. 5 pag. 12.1.2 ff.). Die Rück-
gabe des Mietwagens war für den 16. April 2010 vereinbart (cl. 5 pag. 12.1.2, 
pag. 12.2.9). Am Vormittag des 15. April 2010 haben sich A. und B. nach ZZZ. 
begeben, wo sie im dortigen Laden „L.“ u.a. einen Schraubenzieher gekauft ha-
ben (cl. 3 pag. 10.1.127 ff., 10.1.80; cl. 5 pag. 11.1.35). Am selben Tag ist so-
dann C. mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von X. über U. in die Schweiz ge-
fahren (cl. 8 pag. 18.1.118 ff.). Danach sind die drei beschuldigten Personen of-
fensichtlich zusammengetroffen, sind doch alle drei am späten Nachmittag im 
gleichen Wagen in der Nahe des XX.-Passes angehalten worden. Das Vorliegen 
eines Plans ist bei solchen, auf dasselbe Ziel gerichteten Handlungen bereits hin-
reichend erkennbar; dies wird zudem durch das im Auto vorgefundene Beken-
nerschreiben zusätzlich erhärtet. Solche Handlungen stellen organisatorische 
bzw. technische Vorkehrungen dar. 

Das Mieten eines Fahrzeugs zum Befördern von Material und Tatbeteiligten ist 
im Rahmen der Rollenzuteilung erfolgt, denn einzig A. hat sich mit diesem Ge-
schäft befasst. Organisatorische Vorkehrungen und zum Teil auch Rollenvertei-
lungen sind sodann auch aufgrund der sichergestellten Gegenstände erkennbar: 
insbesondere das Vorhandensein von drei einsatzbereiten Funkgeräten mit Ohr- 
bzw. Kopfhörern (vorne E. 3.4.2) ist ein Indiz organisatorischer Tätigkeit und deu-
tet zugleich auf eine Rollenverteilung zwischen den Tatbeteiligten hin. Die Land- 
und Strassenkarten (Tessin, Zürich und Schweiz; vorne E. 3.4.2) lassen auf eine 
genaue Vorbereitung der Anfahrt mit dem Mietwagen schliessen und sollten of-
fensichtlich einen reibungslosen Ablauf der beabsichtigten Straftat erleichtern. Es 
handelt sich hierbei um organisatorische Vorkehrungen.  

Als technische Vorkehrungen können folgende angesehen werden: Das Anmie-
ten eines Fahrzeugs zum Transport der Täter, der Brandmittel und der übrigen 
Deliktswerkzeuge; das Beschaffen von brennbaren Flüssigkeiten – zwei Kanister 
mit insgesamt ca. 12 Litern Benzin und ca. 2 Litern Öl – wie auch von zahlreichen 
Gegenständen, die ohne weiteres als Deliktswerkzeuge bzw. als andere Hilfsmit-

- 22 - 

tel zur Tatausführung betrachtet werden können. Im Einzelnen handelt es sich 
hierbei insbesondere um ein Fernglas, eine Klappsäge, einen Geissfuss, einen 
Schraubenzieher, eine Zange, eine Schere, eine Stirn-, eine Taschen- und zwei 
Stabtaschenlampen, zwei Roger-Staub-Mützen, vier Paar Handschuhe, eine 
Verpackungseinheit mit Haushaltshandschuhen, vier Latex- und zwei Baumwoll-
handschuhe, zwei medizinale Mundschütze, zwei Schachteln Anzündwürfel, eine 
Schachtel Mückenspiralen, Zündhölzer, Feuerzeuge, Kunststoff- und Malerkle-
beband sowie Sätze von Batterien (vorne E. 3.4.2). Es wurde mithin eine Vielzahl 
von Tatmitteln und Tathilfsmitteln bereit gestellt und in Richtung Zielort befördert. 

Zusammenfassend ist eine Mehrzahl von planmässig und konkret auf dasselbe 
Ziel gerichteten Handlungen nachgewiesen, die als Vorkehrungen technischer 
bzw. organisatorischer Art einzustufen sind.  

3.4.6 Da diese Handlungen zumindest teilweise in der Schweiz vorgenommen worden 
sind, fällt eine Anwendung von Art. 260bis Abs. 3 StGB nicht in Betracht (E. 3.3.3). 
Die schweizerische Gerichtsbarkeit ergibt sich bereits aus Art. 3 Abs. 1 StGB.  

3.4.7 Das Gericht erkennt auf das Vorhandensein von konkreten Vorbereitungen, die 
so weit gediehen waren, dass objektiv die verbrecherische Absicht eindeutig er-
kennbar ist und sich das Verhalten nicht anders deuten lässt als auf eine der in 
Art. 260bis StGB aufgelisteten Taten ausgerichtet: A., B. und C. haben Vorkeh-
rungen getroffen, die auf die Begehung einer Brandstiftung im Sinne von Art. 221 
StGB gerichtet waren. 

Anhand der vorgefundenen Spreng- und Brandmittel, der Gasflaschen wie auch 
des restlichen Materials (vgl. Materialzusammenstellung: cl. 5 pag. 11.1.47 ff.) 
hat der WFD in seinem Rapport vom 20. Oktober 2010 (cl. 5 pag. 11.1.115 ff.) zu 
den von der Bundesanwaltschaft aufgeworfenen Fragen (cl. 5 pag. 11.1.62 f.) 
Bericht erstattet. Der WFD hat unter anderem festgehalten, dass die sicherge-
stellten Sprengmittel, die Propangasflaschen sowie das Treibstoffbenzin zusam-
men mit dem restlichen Material eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten zulies-
sen, und dass es daher nicht möglich sei, den genau vorgesehenen Verwen-
dungszweck der sichergestellten Materialien zu eruieren (cl. 5 pag. 11.1.119). 
Das Bekennerschreiben, das in unverschlossenen Couverts in einer Tasche im 
Fussraum des Beifahrersitzes gefunden wurde (cl. 5 pag. 11.1.15, 49, 64 ff.; cl. 1 
pag. 2.1.9), deutet jedoch mit hinreichender Klarheit auf das von den beschuldig-
ten Personen geplante Vorgehen hin, indem Folgendes festgehalten wird (cl. 3 
pag. 10.1.17; cl. 5 pag. 11.1.66): „Wir haben in mehren Stockwerken Gasfla-
schen mit einem Zeitzünder und mit Sprenghövspern und bvennbaver Füssigkeit 
plaziert. Wir haben in mehren Etagen Zünder, die mit Benzinhanistern verbunden 
wurden, plaziert.“ Dem Schreiben ist mithin zu entnehmen, dass die Benzin- und 

- 23 - 

Ölkanister unabhängig von den Sprengmitteln und den Gasflaschen Anwendung 
gefunden hätten, und zwar auf mehreren Stockwerken und mittels einer Zün-
dungsvorrichtung, wie z.B. den sichergestellten Anzündwürfeln, Mückenspiralen, 
Zündhölzern bzw. Feuerzeugen. A. nahm in der Korrespondenz mit Dritten vom 
12./13. Mai 2010 auf das Bekennerschreiben Bezug und führte aus, dass ge-
mäss jenem Schreiben Sachschaden – nicht Personenschaden – beabsichtigt 
gewesen sei, durch Sabotage einer Baustelle mit Maschinen; dabei sprach er 
ausdrücklich von verbrannten Maschinen und elektrischen Kabeln (cl. 3 
pag. 8.1.27, 8.1.30, 8.1.38). Die Absicht, gleichzeitig in verschiedenen, von ein-
ander getrennten Räumlichkeiten des Zielortes aktiv zu werden, ist nicht nur auf-
grund des Bekennerschreibens zu bejahen, sondern auch aufgrund der vorge-
fundenen Hilfsmittel zur Tatausführung anzunehmen. In dieser Hinsicht sind die 
drei Funkgeräte zu erwähnen, wovon zwei auf Kanal „1“ und eines auf Kanal „2“ 
eingestellt waren (vgl. vorne E. 3.4.2). Wie CC., Leiter des Wissenschaftlichen 
Forschungsdienstes bei der Stadtpolizei Zürich, in der Hauptverhandlung als 
Zeuge ausgeführt hat, führt das Zünden des in den Kanistern enthaltenen Treib-
stoffbenzins mittels einer Zündvorrichtung nicht in erster Linie zu einer Explosion, 
sondern zur Entwicklung eines Brandes, und zwar auch dann, wenn das Benzin 
bis zum Zünden bereits teilweise aus dem geöffneten Kanister verdunstet wäre 
oder wenn es vor dem Zünden ganz oder teilweise vergossen worden wäre. Bei-
gemischtes Öl bremst dabei die Verbrennung des Benzins, d.h. es gibt eine län-
ger andauernde Verbrennung. Je nach Menge des im Zeitpunkt der Zündung be-
reits verdunsteten Benzins und je nach den räumlichen Verhältnissen kann zwar 
grundsätzlich ein explosionsfähiges Gasgemisch entstehen und es kann zu einer 
Explosion kommen, doch verbrennt auch in diesem Fall das restliche Benzin. Ein 
Brand anschliessend an eine Explosion mit Benzindämpfen ist überdies die Re-
gel (cl. 13 pag. 13.930.5 ff.). Der Zeuge bestätigte damit insbesondere die Anga-
ben im von ihm mitunterzeichneten Bericht des WFD vom 20. Oktober 2010, wo-
nach in der Beimengung von Öl zu Treibstoffbenzin ein lang anhaltend brennen-
des Brandlegungsmittel besteht (cl. 5 pag. 11.1.118 f.). Aus diesem Bericht ergibt 
sich ausserdem, dass alle Komponenten vorhanden waren, um zwei funktionsfä-
hige unkonventionelle Spreng-/Brandvorrichtungen (USBV) herzustellen, und 
dass das sichergestellte Material daneben noch für zusätzliche unkonventionelle 
Brandvorrichtungen gereicht hätte (cl. 5 pag. 11.1.116). Die gemäss Bekenner-
schreiben vorgesehene Ausführung des Anschlags auf das Zentrum J. hätte so-
mit jedenfalls zu mehreren Bränden geführt. 

Aus der am 15. April/18. Mai 2010 erstellten Fotodokumentation zum Neubau 
des Zentrum J. der Firma K. (cl. 5 pag. 11.1.121 ff.) sowie aus der Einvernahme 
des Zeugen DD. (cl. 13 pag. 13.930.14 ff.), der seitens der Totalunternehmerin 
EE. AG als Projektgesamtverantwortlicher für den Neubau zuständig war, ergibt 
sich, dass am 15. April 2010 am vorgesehenen Objekt des Anschlags genügend 

- 24 - 

brennbare Einrichtungen vorhanden waren. Es ist daher davon auszugehen, 
dass die auf mehreren Stockwerken zu zündenden Brandsätze zu einer Feuers-
brunst geführt hätten. Hinzu kommt, dass der Neubau auf einer Seite auf einer 
Länge von 20 m an einem bestehenden Gebäude der Firma K. angebaut und mit 
diesem auch mit einem Durchgang verbunden war, wodurch ein Übergreifen des 
Brandes im Rohbau auf Anlagen im Altbau möglich war. Aufgrund der Bausum-
me von rund Fr. 54 Mio. (ohne Mehrwertsteuer), wovon Ende April 2010 bereits 
rund die Hälfte verbaut und die restliche Summe für Laborausbauten bestimmt 
war (cl. 13 pag. 13.930.16, 13.930.19), ist davon auszugehen, dass durch die 
Feuersbrunst ein erheblicher Schaden zum Nachteil der Bauherrschaft entstan-
den wäre (cl. 5 pag. 11.1.119). Damit ist gleichzeitig gesagt, dass aus objektiven 
Gründen – aufgrund des Baufortschritts – ein untauglicher Versuch (am untaugli-
chen Objekt) nicht in Frage steht (Art. 22 Abs. 2 StGB). Alle für die Annahme 
strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung erforderlichen objektiven 
Tatbestandsmerkmale sind mithin gegeben.  

Das Gericht ist aufgrund des Ausgeführten zur Überzeugung gelangt, dass A., B. 
und C. Vorkehrungen getroffen haben, die (auch) auf das Begehen einer Brand-
stiftung gerichtet waren. 

3.4.8 Das Gericht erachtet sowohl für A. als auch für B. und C. den subjektiven Tatbe-
stand als erfüllt. Der direkte Vorsatz jeder einzelnen beschuldigten Person ist 
nicht nur bezüglich der Vorbereitungshandlungen selber, sondern auch bezüglich 
der geplanten Tat erwiesen. Die Art und Weise des Aufbaus der Brandsätze – 
zwei mit Benzin und teilweise mit Öl gefüllte Kanister waren als solche schon 
einsatzbereit –, das Vorhandensein von Material zum Anzünden und zur Zeitver-
zögerung des Abbrennens, aber auch von Tarnkleidung, Funkgeräten, Taschen-
lampen und Werkzeugen, sowie das Bekennerschreiben über das anvisierte Ziel 
deuten schon für sich allein genommen auf eine sorgfältige Vorbereitung der ge-
planten Tat hin. Die Tatsache, dass all diese Gegenstände im Mietwagen sicher-
gestellt wurden, mit dem sich die Beschuldigten in die Nähe des Ziels begeben 
hatten, deutet zudem auf eine bereits hohe Stufe der Einsatzbereitschaft hin, die 
sowohl die Vorbereitung selber wie auch die geplante Tat erfasst. Die festgestell-
te technische und organisatorische Einsatzbereitschaft von A., B. und C. hat 
nämlich als zusätzliches Indiz für die Bejahung ihres direkten Vorsatzes zu gel-
ten. Der subjektive Tatbestand wird überdies durch das in der ersten Person Plu-
ral verfasste Bekennerschreiben gestützt („An alle Informationsoogane: Presse, 
Fernesen, Radio, alternative Medien teilen wir wie folgot mit: […] Wir können nich 
weiter abwarten, sonst wird es zu spät sein […] Verhinder wir, das die Nanotech-
nologien Realität, zur einzigen Realität, werden. Wir haben in mehren Stockwer-
ken Gasflaschen mit einem Zeitzünder und mit Sprenghövspern und bvennbaver 
Füssigkeit plaziert. Wir haben in mehren Etagen Zünder, die mit Benzinhanistern 

- 25 - 

verbunden wurden, plaziert“; cl. 3 pag. 10.1.15 ff.; cl. 5 pag. 11.1.64 ff.). Einem 
Brief von A. vom 12. Mai 2010 ist ausserdem zu entnehmen, dass dieser die ge-
mäss Bekennerschreiben geplante Tat – von ihm in der Gefangenenkorrespon-
denz mehrmals als Sabotage einer Baustelle bezeichnet (vorne E. 3.4.7) – als il-
legalen Akt betrachtet (cl. 3 pag. 8.1.30). Dieses Wissen ist aufgrund der ge-
meinsamen Vorgehensweise (hinten E. 3.4.9) auch den Mitbeschuldigten B. und 
C. anzurechnen. Aufgrund des Bekennerschreibens, das von Investitionen im 
Umfang von USD 100 Millionen allein seitens der Firma K. spricht, und wonach 
hinsichtlich des Baufortschritts auf den günstigsten Moment gewartet worden sei, 
um den Angriff so zerstörerisch wie möglich zu gestalten (cl. 3 pag. 10.1.15 f.), ist 
davon auszugehen, dass allen drei Beschuldigten auch das Schadenspotential 
der geplanten Feuersbrunst bewusst war. Nach dem Gesagten ist der subjektive 
Tatbestand bei allen drei Beschuldigten zu bejahen. 

3.4.9 Zu prüfen ist im Folgenden die Frage der Teilnahme. Nach der Rechtsprechung 
ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes 
vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so 
dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es darauf an, ob der Tatbei-
trag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausfüh-
rung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse 
Wollen der Tat, der subjektive Wille allein genügt zur Begründung von Mittäter-
schaft nicht. Der Mittäter muss vielmehr bei der Entschliessung, Planung oder 
Ausführung der Tat auch tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mit-
täter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beein-
flussen vermag. Dass der Mittäter bei der Fassung des gemeinsamen Tatent-
schlusses mitwirkt, ist nicht erforderlich; es genügt, dass er sich später den Vor-
satz seiner Mittäter zu eigen macht (Urteil des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 
2. Dezember 2010 E. 5.3.3; BGE 135 IV 155 E. 2.3.1 mit Hinweisen).  
 
A., B. und C. sind als Mittäter zu betrachten, da sie bei der Entschliessung, Pla-
nung oder Ausführung der angeklagten Vorbereitungshandlungen vorsätzlich und 
in massgebender Weise zusammen wirkten, so dass sie als gleichwertige Haupt-
beteiligte dastehen. Jeder von ihnen hat einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet. 
Alle drei haben sich zu teilweise unterschiedlichen, aber nahe beieinander lie-
genden Zeitpunkten von X. aus in die Schweiz begeben, wo A. zunächst am 
14. April 2010 einen Wagen gemietet hat, um sich am Tag darauf zusammen mit 
B. und C. zu treffen und die gemeinsame Fahrt zum Zielort hin zu unternehmen. 
A. und B. beschafften zusammen ein Werkzeug in ZZZ., und Letzterer hantierte 
mit einem der Benzinkanister, was durch das Auffinden seines DNA-Profils bes-
tätigt wird (vorne E. 3.4.2). C. trug die Sprengmittel auf sich und sass als Beifah-
rerin vorne im Wagen, wo sich im Bereich des Fussraums in einer Tasche die 
unverschlossenen Couverts mit dem dreiseitigen Bekennerschreiben, signiert mit 

- 26 - 

„G.“, befanden (vorne E. 3.4.2). Die Hilfsmittel zur Tatausführung – wie Funkge-
räte, Taschenlampen, Roger-Staub-Mützen, Mundschütze und Handschuhe 
(vgl. E. 3.4.2) – sind ein weiterer Hinweis für ein vorsätzliches Mittragen der Tat 
durch alle drei Beschuldigten, da sie in ihrer Anzahl auf ein arbeitsteiliges Vorge-
hen abgestimmt waren. Auch der Umstand, dass gemäss Bekennerschreiben auf 
verschiedenen Etagen mehrere Brandsätze gelegt werden sollten, spricht für ei-
ne arbeitsteilige Vorgehensweise. 

3.5 Zusammenfassend sind A., B. und C. der strafbaren Vorbereitungshandlungen 
zu Brandstiftung gemäss Art. 260bis Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

4. Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 2 StGB) 

4.1 Die Bundesanwaltschaft wirft A., B. und C. vor, sie hätten am 15. April 2010 im 
Tessin, in der Zentralschweiz sowie im Kanton Zürich Sprengstoffe verborgen 
und weitergeschafft, indem sie, wie sich bei der Festnahme durch die Kantonspo-
lizei Zürich ergeben habe, im Mietwagen zwei Päckchen Sprengstoff der Marke 
O. (total 476 g), eine Sicherheitsanzündschnur und zwei Aluminiumsprengkap-
seln transportiert hätten, die zugleich auf der Person von C. verborgen gewesen 
seien: die zwei Päckchen Sprengstoff in ihren Stiefeln und die Sicherheitsan-
zündschnur sowie die zwei Aluminiumsprengkapseln um ihre Taille, unter der 
Kleidung. Die beschuldigten Personen hätten die Absicht gehabt, einen Anschlag 
zum Nachteil des sich im Bau befindenden Zentrum J. der Firma K. in V. zu ver-
üben (Anklageschrift Ziff. 1.1.2; cl. 13 pag. 13.100.4 f.). 

4.2 Diesbezüglich machten A., B. und C. von ihrem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch und leisteten zu keinem Zeitpunkt einen Beitrag zur Klärung des ange-
klagten Sachverhalts, weder im Vorverfahren noch in der Hauptverhandlung 
(vgl. Protokoll der Schlusseinvernahme vom 9. Februar 2011 mit A. [cl. 6 
pag. 13.1.76 ff.] und B. [cl. 6 pag. 13.2.89 ff.] sowie vom 2. Februar 2011 mit C. 
[cl. 6 pag. 13.3.93 ff.]; Einvernahme der Beschuldigten zur Sache anlässlich der 
Hauptverhandlung [cl. 13 pag. 13.930.33 ff.]). 

4.3  

4.3.1 Gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe nicht unter 30 Tagessätzen bestraft, wer Sprengstoffe, giftige Gase 
oder Stoffe, die zu deren Herstellung geeignet sind, sich verschafft, einem an-
dern übergibt, von einem andern übernimmt, aufbewahrt, verbirgt oder weiter-
schafft, wenn er weiss oder annehmen muss, dass sie zu verbrecherischem 
Gebrauche bestimmt sind. 

- 27 - 

4.3.2 Der objektive Tatbestand erfordert zunächst das Vorhandensein von Sprengstoff 
oder giftigen Gasen – bzw. von Grund- oder Ausgangsstoffen, die zu deren Her-
stellung geeignet sind – im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB, wobei Sprengmittel 
praxisgemäss in Anlehnung an Art. 4 bis Art. 7 des Bundesgesetzes über explo-
sionsgefährliche Stoffe (SprstG) zu definieren sind (BGE 104 IV 232 E. 1a; COR-
BOZ, a.a.O, Art. 226 StGB N. 2; ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., Art. 226 StGB 
N. 5). Gemäss Art. 4 SprstG sind unter Sprengmitteln Sprengstoffe und Zündmit-
tel zu verstehen. Gemäss Art. 5 Abs. 1 SprstG sind Sprengstoffe einheitliche 
chemische Verbindungen oder Gemische solcher Verbindungen, die durch Zün-
dung, mechanische Einwirkung oder auf andere Weise zur Explosion gebracht 
werden können und die wegen ihrer zerstörenden Kraft, sei es in freier oder ver-
dämmter Ladung, schon in verhältnismässig geringer Menge gefährlich sind. 
Gemäss Art. 5 Abs. 2 lit. a SprstG gelten nicht als Sprenstoffe explosionsfähige 
Gase, Dämpfe von flüssigen Brennstoffen sowie andere Stoffe, die erst nach ei-
ner Vermischung mit Luft explodieren. Als Sprengstoffe gelten insbesondere ein-
heitliche Stoffe, wie Nitropenta, Trinitrotoluol und Hexogen; Mischungen, wie 
Schwarzpulver zu Sprengzwecken (Sprengpulver), nitroglycerin- oder nitroglykol-
haltige Sprengstoffe, Ammoniumnitrat-Sprengstoffe, Sprengschlämme und Emul-
sionssprengstoffe; Initialsprengstoffe, wie Bleiazid und Bleitrizinat; ebenso 
Sprengschnüre (Art. 2 SprstV). Gemäss Art. 6 SprstG enthalten Zündmittel exp-
losive Stoffe und dienen zur Zündung eines Sprengstoffes. Als Zündmittel gelten 
insbesondere Sprengkapseln, Sprengzünder (wie elektrische, elektronische und 
nichtelektrische), Sprengverzögerer, Sicherheitsanzündschnüre und Zündschläu-
che; Sprengschnüre dürfen auch als Zündmittel verwendet werden (Art. 3 
SprstV). Mit Bezug auf Grundstoffe ist anzumerken, dass ein einziger Bestandteil 
als ein zur Herstellung von Sprengmitteln tauglicher Stoff in Betracht kommen 
kann, auch wenn er allein als harmlos einzustufen ist. Wichtig ist in einem sol-
chen Fall, dass sein Verwendungszweck genügend bestimmbar ist (CORBOZ, 
a.a.O, Art. 226 StGB N. 7). 

Der objektive Tatbestand erfordert sodann das Verschaffen, Übergeben, Über-
nehmen, Aufbewahren, Verbergen oder Weiterschaffen von Sprengstoffen 
(STRATENWERTH/WOHLERS, a.a.O., Art. 226 StGB N. 1). Solche Vorgänge gehö-
ren zu einer Reihe von Handlungen vorbereitenden Charakters, die zu selbstän-
digen Delikten erhoben wurden. Bei Art. 226 StGB geht es nämlich im Wesentli-
chen um Vorbereitungshandlungen (STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., S. 59 
N. 13, S. 63 N. 29). 

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt 
(BGE 118 IV 410). Der Täter muss hierzu über eine verbrecherische Verwendung 
wissen oder eine solche zumindest in Kauf nehmen, wobei eine genaue Vorstel-
lung des verbrecherischen Gebrauchs nicht erforderlich ist (BGE 103 IV 244).  

- 28 - 

4.4 

4.4.1 Unter dem sichergestellten Material sind folgende Gegenstände zu finden (cl. 5 
pag 11.1.51 ff.): 

- 4 eingepackte halbe Sprengstoffpatronen (Asservat-Nummer: 29 [cl. 5 
pag 11.1.4]; 30 [cl. 5 pag 11.1.6]) mit 476 g Nettogewicht (217,5 g + 258,5 g) 
der Marke O., hergestellt von der Firma P., die als Gelatine-Sprengstoff auf 
der Basis von Nitroglykol und Ammoniumnitrat bzw. als gewerblicher Gelati-
ne-Sprengstoff beschrieben werden (cl. 5 pag. 11.1.51 f., 11.1.116); 

- 2 Aluminiumsprengkapseln (Asservat-Nummer: 31 [cl. 5 pag. 11.1.7]) der 
Marke Q, hergestellt von der Firma P., die als Zündmittel zum Zünden von 
Sprengstoff beschrieben werden (cl. 5, pag. 11.1.116); 

- eine Sicherheitsanzündschnur (Asservat-Nummer: 31 [cl. 5 pag. 11.1.7]) von 
303,5 cm Länge der Marke R., des Herstellers S., die als Anzünd- und Zeit-
verzögerungsmittel im Verhältnis zu Sprengstoff beschrieben wird (cl. 5, 
pag. 11.1.116). 

Die vier eingepackten halben Sprengstoffpatronen – als Gelatine-Sprengstoff auf 
der Basis von Nitroglykol und Ammoniumnitrat bezeichnet – sind Sprengmittel 
i.S.v. Art. 4 und 5 Abs. 1 SprstG, da es sich um nitroglykolhaltige bzw. Ammoni-
umnitrat-Sprengstoffe gemäss Art. 2 lit. b SprstV handelt. Die zwei zum Zünden 
von Sprengstoff dienenden Aluminiumsprengkapseln sind Zündmittel und somit 
Sprengmittel i.S.v. Art. 4 und 6 SprstG sowie Art. 3 Abs. 1 SprstV, da sie explosi-
ve Stoffe enthalten, die bestimmt sind, als Zündmittel für Sprengstoff zu dienen. 
Die Sicherheitsanzündschnur, die als Anzünd- und Zeitverzögerungsmittel im 
Verhältnis zu Sprengstoff beschrieben wird, ist kein Sprengstoff, da sie nicht ex-
plodieren kann, aber ein Zündmittel und damit Sprengmittel i.S.v. Art. 4 und 6 
SprstG sowie Art. 3 Abs. 1 SprstV (vgl. Zeugenaussage CC.; cl. 13 
pag. 13.930.3 f.). Im Umfang des vorstehend beschriebenen Materials ist 
Sprengstoff im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB und damit auch im Sinne von 
Art. 226 Abs. 2 StGB gegeben. 

4.4.2 Der objektive Tatbestand erfordert gemäss angeklagter Variante sodann das 
Verbergen oder Weiterschaffen von Sprengstoff. Im vorliegenden Fall wurde der 
Sprengstoff mittels eines Fahrzeugs weitergeschafft, indem die beschuldigten 
Personen die Sprengstoffpatronen, die Aluminiumsprengkapseln und die Sicher-
heitsanzündschnur im Mietwagen transportierten, bis sie von der Polizei angehal-
ten wurden. Ausserdem waren die Sprengmittel äusserlich unsichtbar auf einer 
Person verborgen, um die Chancen des Gelingens eines Anschlags zu steigern: 
in den Stiefeln von C. waren die Sprengstoffpatronen versteckt, während sich die 
Aluminiumsprengkapseln und die Sicherheitsanzündschnur im Bereich ihres Ho-

- 29 - 

sengurts befanden, verdeckt unter ihrer Bekleidung (cl. 5 pag. 11.1.53; cl. 3 
pag. 10.1.22; cl. 1 pag. 6.1.40).   
 
Nach dem Gesagten ist in objektiver Hinsicht das Verbergen und Weiterschaffen 
von Sprengstoffen im Sinne von Art. 226 Abs. 2 StGB zu bejahen. 

4.4.3 Das Gericht erachtet den subjektiven Tatbestand sowohl für A. als auch für B. 
und C. als erfüllt. Aufgrund der Art und Weise, wie die Sprengmittel auf ihrer Per-
son verteilt und verborgen waren und wie diese transportiert wurden, musste C. 
davon ausgehen, dass es sich um schon in relativ geringer Menge potentiell ge-
fährliche Sprengstoffe handelte. Hinzu kommt, dass B. bei der Polizeikontrolle 
die Polizisten bei der Durchsuchung des Materials darauf hinwies, dass sich in 
den Päckchen Sprengstoff befindet (cl. 1 pag. 6.2.2). Diese Warnung hätte er 
nicht machen können, wenn er nicht gewusst hätte, dass sich explosionsgefährli-
che Stoffe darin befanden. Aufgrund der gemeinsamen Reise zum Zielort hin und 
des von Sprengkörpern und Zeitzündern sprechenden Bekennerschreibens ist 
davon auszugehen, dass A. ebenfalls vom Vorhandensein von Sprengmitteln im 
Mietwagen wusste. Dies wird überdies durch seine Angaben in der Gefangenen-
korrespondenz bekräftigt (vgl. cl. 3 pag. 8.1.27, 8.1.30).   
 
Alle drei Beschuldigten haben dabei mit direktem Vorsatz gehandelt: sie waren 
genau im Bilde, dass es sich bei den mitgeführten, verborgenen Gegenständen 
um Sprengmittel handelte, die zum Zweck eines gemäss Bekennerschreiben „in 
V. – Z.“ beabsichtigten Anschlags zu transportieren und zu verbergen waren. 
Sinn und Zweck des Verbergens und Weiterschaffens der Sprengmittel war es 
gerade, einen gemäss Bekennerschreiben auf das sich im Bau befindende For-
schungszentrum der Firma K. geplanten Sprengstoffanschlag zu verüben (cl. 3 
pag. 10.1.15). Das Wissen um die vorgesehene verbrecherische Verwendung 
der Sprengmittel ist demnach bei allen drei Beschuldigten zu bejahen. Die sub-
jektiven Tatbestandsmerkmale sind bei allen drei Beschuldigten erfüllt. 

4.4.4 Vorliegend ist auf Mittäterschaft zu erkennen, da A., B. und C. als Hauptbeteiligte 
dastehen. Jeder von ihnen hat in massgebender Weise mit den anderen zusam-
mengewirkt; jeder war an der Entschliessung, an der Planung und an der eigent-
lichen Tatausführung beteiligt.  

 C., deren DNA-Profil auf einzelnen Sprengmitteln und auf Verpackungsmaterial 
aufgefunden worden ist (vorne E. 3.4.2), hat in massgeblicher Weise mitgewirkt, 
indem sie sich selber für das Verbergen wie auch für das Weiterschaffen zur Ver-
fügung stellte. Der Umstand, dass B. die Polizeibeamten auf die Natur bzw. die 
Gefährlichkeit der sich auf C. befindenden verborgenen Gegenstände hinwies, 
beweist, dass er über das Weiterschaffen und Verbergen von Sprengmitteln im 

- 30 - 

Klaren und damit auch einverstanden war (cl. 1 pag. 6.2.2). A. hat als Hauptbe-
teiligter mitgewirkt, indem er den Wagen in YY. gemietet hat und ihn im Zeitpunkt 
der polizeilichen Kontrolle gefahren ist, wobei auch er über die transportierten 
Sprengmittel im Bilde war (vgl. cl. 3 pag. 8.1.27, 8.1.30). Gemäss dem Beken-
nerschreiben war (auch) ein Sprengstoffanschlag geplant (vgl. vorne E. 3.4.7). 
Der Transport und das Verstecken der hierzu nötigen Sprengmittel als Vorberei-
tung zur geplanten gemeinsamen Tat sind folglich allen drei beschuldigten Per-
sonen in gleicher Weise zuzurechnen. A., B. und C. sind als Mittäter zu betrach-
ten. 

4.5 Zusammenfassend sind A., B. und C. des Verbergens und Weiterschaffens von 
Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

5. Unbefugter Verkehr (Einfuhr) mit Sprengmitteln (Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. 
Art. 4 SprstG und Art. 31 Abs. 1 SprstV) 

5.1 Die Bundesanwaltschaft wirft A., B. und C. vor, sie hätten am 15. April 2010 
in W., ohne über die entsprechende Bewilligung zu verfügen, Sprengmittel in die 
Schweiz eingeführt, indem C. mit zwei Päckchen Sprengstoff der Marke O. (to-
tal 476 g), einer Sicherheitsanzündschnur und zwei Aluminiumsprengkapseln von 
Italien herkommend in die Schweiz eingereist sei, wo A. und B. bereits auf sie 
gewartet hätten, um zusammen ab W. Richtung Norden zu fahren (Anklageschrift 
Ziff. 1.1.3; cl. 13 pag. 13.100.5). 

5.2 Diesbezüglich machten A., B. und C. von ihrem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch und leisteten zu keinem Zeitpunkt einen Beitrag zur Klärung des ange-
klagten Sachverhalts, weder im Vorverfahren noch in der Hauptverhandlung 
(vgl. Protokoll der Schlusseinvernahme vom 9. Februar 2011 mit A. [cl. 6 
pag. 13.1.76 ff.] und B. [cl. 6 pag. 13.2.89 ff.] sowie vom 2. Februar 2011 mit C. 
[cl. 6 pag. 13.3.93 ff.]; Einvernahme der Beschuldigten zur Sache anlässlich der 
Hauptverhandlung [cl. 13 pag. 13.930.33 ff.]).  

5.3  

5.3.1 Gemäss Art. 37 Ziff. 1 SprstG i.V.m. Art. 333 Abs. 2 lit b und Abs. 5 StGB wird 
mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich 
ohne Bewilligung oder entgegen Verboten des Sprengstoffgesetzes mit Spreng-
mitteln oder pyrotechnischen Gegenständen verkehrt, insbesondere solche her-
stellt, lagert, besitzt, einführt, abgibt, bezieht, verwendet oder vernichtet, wer un-
richtige oder unvollständige Angaben macht, die für die Erteilung einer Bewilli-
gung gemäss dem Sprengstoffgesetz von Bedeutung sind, oder wer eine mit sol-
chen Angaben erwirkte Bewilligung verwendet. Gemäss Art. 31 Abs. 1 SprstV 

- 31 - 

werden Bewilligungen zur Einfuhr von Sprengmitteln, pyrotechnischen Gegen-
ständen für zivile Zwecke sowie von Schiesspulver von der Zentralstelle für 
Sprengstoff und Pyrotechnik (ZSP) erteilt. Die Art. 224-226 StGB schliessen Stra-
fen nach dem Sprengstoffgesetz nur aus, wenn sie die Tat nach dem Unrechts-
gehalt und dem Verschulden allseitig abgelten (Art. 40 Abs. 1 SprstG). 

5.3.2 Die Frage der gemäss Art. 40 Abs. 1 SprstG möglichen echten Konkurrenz zwi-
schen Art. 37 Ziff. 1 SprstG und Art. 226 Abs. 2 StGB kann offen gelassen wer-
den, da das Gericht – wie der nachfolgenden Erwägung zu entnehmen ist – den 
Vorwurf des unbefugten Verkehrs mit Sprengmitteln nicht als erstellt erachtet. 

5.3.3 Mit den von der italienischen Polizei gemachten Abklärungen sind die Einreise in 
die Schweiz von A., B. und C. sowie deren Umstände genügend geklärt worden. 
Es ist erstellt, dass alle drei Beschuldigten am 14. April 2010 – A. und B. – bzw. 
am nächsten Tag – C. – aus Norditalien kommend in das Tessin einreisten (cl. 4 
pag. 10.1.345 f., 10.1.439 ff.; cl. 8 pag. 18.1.118 ff.). Ebenfalls erstellt ist, dass 
eine Bewilligung zur Einfuhr von Sprengmitteln seitens der zuständigen inländi-
schen Amtsstelle nicht erteilt wurde, sowie die Tatsache, dass weder Sprengstoff 
„O.“ noch Sicherheitsanzündschnüre des Herstellers S. je in der Schweiz in Ver-
kehr gebracht worden sind (cl. 8 pag. 18.3.1 f.). Aus den Akten ergibt sich jedoch 
nicht, dass die Sprengmittel, die anlässlich der Polizeikontrolle beim XX.-Pass 
vorgefunden worden sind, gerade von A., B. und C., allein oder gemeinschaftlich, 
in die Schweiz eingeführt worden sind und nicht etwa von unbekannten Dritten zu 
einem unbekannten Zeitpunkt. Die vorgeworfene Einfuhr kann nicht allein da-
durch bewiesen werden, dass die Beschuldigten in die Schweiz einreisten und 
dass sie anlässlich ihrer Festnahme über die Sprengmittel verfügen konnten. Ein 
klarer Beweis oder zumindest schlüssige Indizien über eine erfolgte Einfuhr sei-
tens der Beschuldigten fehlen in den Akten. 

5.4 A., B. und C. sind somit vom Vorwurf des unbefugten Verkehrs (Einfuhr) mit 
Sprengmitteln freizusprechen. 

6. Strafzumessung 

6.1 Die Anwendung von Art. 49 StGB setzt voraus, dass echte Konkurrenz bzw. eine 
Konkurrenzsituation vorliegt. Eine solche entfällt, wenn wegen Handlungseinheit 
gar kein Konkurrenzverhältnis auftritt oder wenn unechte Konkurrenz angenom-
men wird (ACKERMANN, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 49 StGB 
N. 10 f.). Die Unterscheidung von Idealkonkurrenz und Realkonkurrenz ist bei der 
Anwendung dieser Bestimmung ohne Bedeutung (STRATENWERTH, Schweizeri-
sches Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. Aufl., Bern 2011, S.531 N. 2). 
Art. 49 Abs. 1 StGB greift indes nicht, wenn unechte Konkurrenz vorliegt, d.h. 

- 32 - 

wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen zwar mehrere Straftatbe-
stände erfüllt, aber der Tatbestand, der den deliktischen Gehalt der Tat erschöp-
fend erfasst und abgilt, den oder die anderen verdrängt, weshalb nur ersterer 
anwendbar ist. Unechte Konkurrenz wird gewöhnlich bei Spezialität, Konsumpti-
on, Subsidiarität, Alternativität oder bei mitbestrafter Vor-, Begleit- oder Nachtat 
angenommen (ACKERMANN, a.a.O., Art. 49 StGB N. 18 ff. mit Hinweisen; STRA-
TENWERTH, a.a.O., S. 520 ff. N. 1 ff.). Erfüllt der Täter durch sein Verhalten ver-
schiedene Tatbestände, die nicht im Ausschlussverhältnis zueinander stehen, 
liegt hingegen echte Konkurrenz vor. Ob dies der Fall ist, ist nur durch eine Ge-
samtbewertung der in Frage stehenden Tatbestände festzustellen. Eine Ausle-
gungshilfe ist dabei die Strafdrohung (BGE 124 IV 157 f.). Als Ausgangspunkt gilt 
folgende Regel: Schützen verschiedene Tatbestände unterschiedliche Rechtsgü-
ter, liegt ein Fall echter Konkurrenz vor. Diese kann allerdings auch in Fällen vor-
liegen, in welchen keine unterschiedlichen Rechtsgüter verletzt werden, bei-
spielsweise wenn durch eine Handlung (Idealkonkurrenz) dasselbe Rechtsgut 
mehrerer Rechtsgutträger bzw. durch mehrere Handlungen (Realkonkurrenz) 
dasselbe Rechtsgut desselben Rechtsgutträgers mehrfach verletzt wird. Von letz-
terer Hypothese sind jedoch Fälle auszuklammern, in denen eine rechtliche 
Handlungseinheit zu erkennen ist (zum Ganzen: ACKERMANN, a.a.O., Art. 49 
StGB N. 30 mit Hinweisen; vgl. auch STRATENWERTH, a.a.O., S. 533 N. 6, 7). Ei-
ne solche ist dort zu erkennen, wo alternativ tatbestandliche Handlungseinheit, 
gewerbsmässiges, gewohnheitsmässiges oder fortgesetztes Delikt und natürliche 
Handlungseinheit zum Zuge kommen (ACKERMANN, a.a.O., Art. 49 StGB N. 12).  

 Zur tatbestandlichen bzw. natürlichen Handlungseinheit kann Folgendes fest-
gehalten werden: Eine tatbestandliche Handlungseinheit liegt vor, wenn ein Straf-
tatbestand mehrere Einzelakte zu einer rechtlich-sozialen Bewertungseinheit ver-
bindet. In diesen Fällen besteht i.d.R. kein Konkurrenzverhältnis zwischen den 
Einzelakten. In erster Linie ist hier an tatbestandsmässige Verhalten zu denken, 
die begrifflich, faktisch oder doch typischerweise mehrere Einzelhandlungen vor-
aussetzen, wie z.B. bei mehraktigen oder zusammengesetzten Delikten oder bei 
Tatbeständen, welche die Tathandlung offen, pauschalisiert umschreiben (wie 
„Vereitelungshandlungen“ i.S.v. Art. 305bis StGB oder „Misswirtschaft“ bei Art. 165 
StGB). Ein Anwendungsfall tatbestandlicher Handlungseinheit liegt auch bei ite-
rativer Tatbestandserfüllung vor, d.h. in Fällen, in welchen trotz Wiederholung 
von Einzelakten der Tatbestand bereits durch jeden Einzelakt vollständig erfüllt 
ist (wie bei Tötung durch mehrere tödliche Messerstiche oder bei einer Gesamt-
heit von in einem beschränkten Zeitraum vorgenommenen sexuellen Handlungen 
an demselben Opfer) (zum Ganzen: ACKERMANN, a.a.O., Art. 49 StGB N. 13 mit 
Hinweisen; STRATENWERTH, a.a.O., S. 533 ff. N. 8 ff.). Eine natürliche Hand-
lungseinheit wird in der Rechtsprechung angenommen, „wenn das gesamte, auf 
einem einheitlichen Willensakt beruhende Tätigwerden des Täters kraft eines en-

- 33 - 

gen räumlichen und zeitlichen Zusammenhanges der Einzelakte bei natürlicher 
Betrachtungsweise objektiv noch als einheitliches, zusammengehörendes Ge-
schehen erscheint, indem in diesen Fällen durch mehrere Einzelhandlungen ein 
einheitlicher Deliktserfolg herbeigeführt wird“, wobei die natürliche Handlungsein-
heit als selbstständige Kategorie in der Doktrin kritisiert wird (ACKERMANN, a.a.O., 
Art. 49 StGB N. 17 mit Hinweisen; vgl. STRATENWERTH, a.a.O., S. 535 N. 12).  

6.2  

6.2.1 Vorliegend steht nicht in Frage, ob das Vorhandensein von mehreren planmässig 
und konkret getroffenen Vorkehrungen, welche über das objektive Tatbestands-
merkmal „mehrere Vorkehrungen“ des Art. 260bis StGB hinausgehen, als eine 
mehrfache Begehung dieser Straftat anzusehen ist. Die Annahme einer mehrfa-
chen Begehung des Tatbestands der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu 
Brandstiftung fällt in casu nicht in Betracht, da die festgestellte Mehrzahl der Vor-
kehrungen im Rahmen einer iterativen Tatbestandserfüllung anzusehen sind. Die 
Frage ist auch nicht, ob das gleichzeitige Weiterschaffen und Verbergen von 
Sprengstoffen als mehrfache Begehung von Art. 226 Abs. 2 StGB gilt, was im 
vorliegenden Fall ebenfalls auszuschliessen ist. Auch die Anklagebehörde spricht 
insoweit nicht von einer je mehrfachen Tatbegehung eines jeden Tatbestands 
bzw. vom Vorliegen von Konkurrenzsituationen (cl. 13 pag. 13.100.2-5).   
 
Hingegen stellt sich die Frage, ob strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brand-
stiftung mit den zum selbständigen Delikt erhobenen Vorbereitungshandlungen 
zu Sprengstoffdelikten in echter oder unechter Konkurrenz stehen. Beide Tatbe-
stände haben in ihrer vollendeten Form gemeingefährliche Verbrechen zum Ge-
genstand und setzen das Schaffen einer kollektiven Gefahr im Sinne des siebten 
Titels des zweiten Buches des StGB unter Strafe (zur Rechtsnatur der Gemein-
gefahr vgl. ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., vor Art. 221 StGB N. 4 ff.). Das gleich-
zeitige Schaffen von mehreren kollektiven Gefahrenlagen führt aber nicht 
zwangsweise zum Schluss, dass unechte Konkurrenz zum Zuge kommen muss, 
weil ein und dasselbe Rechtsgut tangiert wird, und zwar auch nicht dann, wenn – 
wie im vorliegenden Fall – beide Vorbereitungshandlungsarten die Gefährdung 
ein und desselben fremden Eigentums bezweckten. Zwischen manchen Gefähr-
dungsdelikten desselben Titels des StGB, wie zwischen Art. 221 und Art. 224 
StGB – auf welche Delikte die Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung ge-
mäss Art. 260bis Abs. 1 StGB bzw. das Weiterschaffen und Verbergen von 
Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB in casu gerade abzielten –, ist doch 
echte Idealkonkurrenz möglich (DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Schweize-
risches Strafgesetzbuch, Kommentar, Zürich 2010, Art. 224 StGB N. 11; ROEL-
LI/FLEISCHANDERL, a.a.O., Art. 221 StGB N. 27; TRECHSEL/FINGERHUTH, Schwei-
zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 221 

- 34 - 

StGB N. 12), sodann auch zwischen einer Gefährdung durch Kernenergie, Ra-
dioaktivität oder ionisierende Strahlen gemäss Art. 226bis StGB einerseits und 
den Gefährdungen gemäss Art. 221 StGB sowie Art. 224 StGB andererseits 
(ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., Art. 226bis StGB N. 27). Ferner besteht zwischen 
strafbaren Vorbereitungshandlungen gemäss Art. 226ter StGB und Widerhand-
lung gegen Art. 34 des Kriegsmaterialgesetzes vom 13. Dezember 1996 (KMG, 
SR 514.51), welche Bestimmung Vorbereitungs- und Beihilfehandlungen zur 
Entwicklung von Kernwaffen unter Strafe stellt, wegen der Verschiedenartigkeit 
der geschützten Rechtsgüter echte Konkurrenz (ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., 
Art. 226bis StGB N. 17). Wenn aber Art. 221 und Art. 224 StGB in echter Konkur-
renz stehen können, wäre es nicht nachvollziehbar, für die entsprechenden Vor-
bereitungshandlungen unechte Konkurrenz anzunehmen. 

 Die Gemeingefahr wird – namentlich bei Feuersbrunst und Sprengstoff – auf-
grund der Besonderheit des gefährdenden Tatmittels auch als Entfesselung von 
Naturkräften mit unberechenbarer Wirkung charakterisiert, womit der Täter einen 
Zustand herbeiführt, der die Verletzung von Rechtsgütern in einem nicht zum 
voraus bestimmten und abgegrenzten Umfange wahrscheinlich macht (vgl. 
STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., S. 43 f.; ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., vor 
Art. 221 StGB N. 6). Massgebend für die Beurteilung der Gefährdung ist das ent-
sprechende Erfahrungswissen, das unter Berücksichtigung des Einzelfalles eine 
Prognose darüber ermöglicht, ob der Eintritt der Verletzung des Rechtsguts nahe 
liegt oder nicht (ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., vor Art. 221 StGB N. 5). 

6.2.2 Es ist vorliegend leicht ersichtlich und wird überdies durch den Bericht des WFD 
vom 20. Oktober 2010 (cl. 5 pag. 11.1.115 ff., 11.1.119) sowie die Aussagen der 
Zeugen CC. (cl. 13 pag. 13.930.4 ff.) und DD. (cl. 13 pag. 13.930.17 ff.) erhärtet, 
dass das separate, aber gleichzeitige Verwenden von Sprengmitteln und Gasfla-
schen einerseits und von Brandsätzen (den Benzin- und Ölkanistern) anderer-
seits zu einer Kumulierung von Naturkräften geführt hätte, deren Entfesselung 
gesteigerte unberechenbare Wirkungen gehabt hätte und am Bauobjekt einen 
um so grösseren Sachschaden bewirkt hätte. Auch eine Verletzung oder Tötung 
von Personen wäre durchaus möglich gewesen, wurde doch die Baustelle – wel-
che zur Nachtzeit nicht in Betrieb war – temporär von Sicherheitspersonal über-
wacht (Zeuge DD.; cl. 13 pag. 13.930.17 f.). Das Verhalten der Beschuldigten 
hätte also grössere Auswirkungen auf fremde Rechtsgüter haben können als bei 
alleiniger Anwendung nur des einen oder des anderen Tatmittels. Dabei fällt auf, 
dass das eine Tatmittel im Verhältnis zum anderen nicht in einer Art und Menge 
vorhanden war, dass seine Auswirkungen bloss als marginal im Verhältnis zu 
den Auswirkungen des andern bezeichnet werden könnten. Dass der kombinierte 
bzw. gleichzeitige Einsatz des sichergestellten Materials im Übrigen auch der 
Absicht der Beschuldigten entsprach, ergibt sich aus dem Bekennerschreiben, 

- 35 - 

wonach „unser Angriff nicht symbolisch, sondern so zerstöverisch wie möglich“ 
sein sollte und sowohl die Spreng- als auch die Brandvorrichtungen auf mehreren 
Etagen hätten eingesetzt werden sollen (cl. 3 pag. 10.1.16 f.). Wie bereits ausge-
führt (vorne E. 3.4.7), waren alle Komponenten vorhanden, um zwei funktionsfä-
hige unkonventionelle Spreng-/Brandvorrichtungen (USBV) und zusätzliche un-
konventionelle Brandvorrichtungen herzustellen (cl. 5 pag. 11.1.116).  
  
Nach dem Gesagten treten die einen Vorbereitungshandlungen nicht hinter die 
anderen zurück. Dies lässt den Schluss ziehen, dass vorliegend auf echte Kon-
kurrenz zwischen Art. 226 Abs. 2 und Art. 260bis Abs. 1 StGB zu erkennen ist. 

6.3 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat – d.h. derjenigen Tat, die mit der schwersten Strafe bedroht 
ist – und erhöht sie angemessen (Asperationsprinzip). Es darf jedoch das 
Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 
ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 
StGB). Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist nach der 
Rechtsprechung vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen 
und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrah-
mens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen 
Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. Das 
Gericht hat mithin in einem ersten Schritt, unter Einbezug aller straferhöhenden 
und strafmindernden Umstände, gedanklich die Einsatzstrafe für das schwerste 
Delikt festzulegen. In einem zweiten Schritt hat es diese Einsatzstrafe unter Ein-
bezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es eben-
falls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat (Urteile des Bundesge-
richts 6B_1048/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.1; 6B_865/2009 vom 25. März 2010 
E. 1.2.2; 6B_297/2009 vom 14. August 2009 E. 3.3.1; 6B_579/2008 vom 27. De-
zember 2008 E. 4.2.2, je m.w.H.). 

6.4 Die beschuldigten Personen sind je des Verbergens und Weiterschaffens von 
Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB (E. 4.5) sowie der strafbaren Vorbe-
reitungshandlungen zu Brandstiftung gemäss Art. 260bis Abs. 1 StGB (E. 3.5) 
schuldig zu befinden. Beide Tatbestände drohen zwar die gleiche Höchststrafe 
(Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren), aber eine unterschiedliche Mindeststrafe an. 
Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet das Verbergen und Weiterschaffen 
von Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 2 StGB, da dieser Tatbestand die höhe-
re Mindeststrafe – Geldstrafe nicht unter 30 Tagessätzen – androht (ACKERMANN, 
a.a.O., Art. 49 StGB N. 47). Die obere Grenze des Strafrahmens liegt damit bei 
einer Freiheitsstrafe von 7 1/2 Jahren (Art. 49 Abs. 1 Satz 2 StGB); das gesetzli-
che Höchstmass dieser Strafart wird nicht erreicht (Art. 40 StGB i.V.m. Art. 49 

- 36 - 

Abs. 1 Satz 3 StGB). Die untere Grenze des Strafrahmens liegt bei 30 Tages-
sätzen Geldstrafe, wobei diese verwirkte Mindeststrafe im Rahmen der Strafzu-
messung zwingend zu erhöhen ist (TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 49 StGB 
N. 9; ACKERMANN, a.a.O., Art. 49 StGB N. 49).   
 
Innerhalb dieses Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen 
Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 
Abs. 1 StGB). Das Verschulden bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung 
oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Han-
delns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Tä-
ter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Tat zu ver-
meiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Das Gesetz führt – wie schon in Art. 63 aStGB – 
weder alle in Betracht zu ziehenden Elemente detailliert und abschliessend auf, 
noch regelt es deren exakte Auswirkungen bei der Bemessung der Strafe. Es 
liegt im Ermessen des Gerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Straf-
zumessungsfaktoren berücksichtigt (BGE 134 IV 17 E. 2.1; Urteil des Bundesge-
richts 6B_650/2007 vom 2. Mai 2008 E. 10.1). 

6.5 In Bezug auf A.: 

6.5.1 A. sass am 15. April 2010 am Steuer eines von ihm besorgten Mietwagens, mit 
dem er die auf C. getragenen Sprengstoffe weitergeschafft hat. Die Sprengmittel 
waren auf einer Person verborgen, um die Chancen eines erfolgreichen Trans-
ports zu erhöhen. Zwischen den in Art. 226 Abs. 2 StGB erwähnten Verhaltens-
weisen besteht zwar keine echte Konkurrenz, doch kann dieser Umstand bei der 
Strafzumessung von Bedeutung sein (ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., Art. 226 
StGB N. 9 i.f. mit Hinweisen). Die Art und Weise des Verbergens der Sprengstof-
fe ist hier im Verhältnis zum Weiterschaffen im Auto straferhöhend zu berücksich-
tigen. Es handelte sich dabei um wichtiges Material, ohne das das zerstörerische 
Potenzial der Gasflaschen nicht optimal hätte eingesetzt werden können. Das 
Sprengpotenzial der Sprengmittel hätte mithin wirkungsvoll mit den Gasflaschen 
kombiniert werden können (cl. 13 pag. 13.930.3-5). A. wusste um das Vorhan-
densein sowohl der Gasflaschen als auch der Sprengmittel und hat letztere, ge-
meinsam mit B. und C., mit direktem Vorsatz transportiert und versteckt. Der ge-
plante Anschlag hätte durch die Kombination von Sprengstoff und Gas, worin ein 
gesteigertes zerstörerisches Potenzial liegt, grössere Schäden am im Bau ste-
henden Gebäude angerichtet. Die Absicht, die Sprengstoffe zur Nachtzeit einzu-
setzen, ist zusätzlicher Ausdruck der mit dem Weiterschaffen und Verbergen von 
Sprengmitteln zweckbezogenen kriminellen Energie: Die Ausführung des An-
schlags wäre einfacher und Erfolg versprechender gewesen, da die Baustelle 

- 37 - 

nachts nicht in Betrieb war und nur temporär überwacht wurde (cl. 13 
pag. 13.930.17 f.); ausserdem wäre die Reaktionszeit von Feuerwehr und Si-
cherheitskräften länger gewesen, da nicht mit einer sofor