# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d606fb3-0292-5415-8bbb-55eb68908bfa
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.02.2023 SB220435
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220435_2023-02-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 

Geschäfts-Nr.: SB220435-O/U/bs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. Keller und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie 

Gerichtsschreiber MLaw Dharshing 
 

Urteil vom 15. Februar 2023 
 

in Sachen 
 

A._____,  
Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 

B._____,  
Privatkläger und II. Berufungskläger (Rückzug) 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Y._____ 
 

sowie 
 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin Dr. iur. I. Meier,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

betreffend versuchte vorsätzliche Tötung  
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung,  
vom 31. März 2022 (DG220024) 
 
 
 
 
 
 

-   2   - 

Antrag auf Anordnung Massnahme: 

Der Antrag auf Anordnung Massnahme der Staatsanwaltschaft l vom 25. Januar 

2022 (Urk. 21) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

"Es wird erkannt: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte den Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbstverschul-

deten Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB erfüllt hat. 

2. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Behandlung 

psychischer Störungen) angeordnet. 

Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit 5. April 2021 in Haft befindet. 

3. Die Zivilansprüche des Privatklägers werden abgewiesen. 

4. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten 

mit pauschal Fr. 15'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

5. Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Vertreter der Pri-

vatklägerschaft mit pauschal Fr. 11'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse 

entschädigt. 

6. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive diejenigen der amtlichen Ver-

teidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse 

genommen. 

7. (Mitteilungen.) 

8. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 98 S. 1) 

1. Herr A._____ sei vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung 

freizusprechen. 

-   3   - 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens inkl. diejenigen der amtlichen 

Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

3. Dem Beschuldigten sei eine vom Gericht zu bestimmende Genugtuung 

aus der Staatskasse zuzusprechen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 100 S. 1) 

1. Die Berufung sei abzuweisen. 

2. Das Urteil der Vorinstanz sei zu bestätigen. 

3. Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

Erwägungen: 

I.  Verfahren 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 31. März 2022 wur-

de entsprechend dem eingangs ausgeführten Dispositiv festgestellt, dass der Be-

schuldigte den Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbst-

verschuldeten Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB erfüllt hat. So-

dann wurde eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

Abs. 1 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet. Ferner wurden die 

Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche des Privatklägers geregelt und die 

Kosten- und Entschädigungsfolgen festgesetzt (Urk. 53 bzw. 57 S. 34 ff.). 

2. Mit Eingabe vom 6. April 2022 bzw. 8. April 2022 haben der Beschuldigte 

und der Privatkläger gegen das erstinstanzliche Urteil rechtzeitig die Berufung 

angemeldet (Urk. 46 + 47). Mit Eingabe vom 5. September 2022 zog der Privat-

kläger seine Berufung zurück (Urk. 62). Nach Erstattung der Berufungserklärung 

des Beschuldigten vom 12. August 2022 (Urk. 58) und anschliessender Fristan-

setzung an den Privatkläger und die Staatsanwaltschaft (Urk. 70) erklärte die 

-   4   - 

Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 6. Oktober 2022 den Verzicht auf eine An-

schlussberufung (Urk. 76). Der Privatkläger liess sich innert Frist nicht verneh-

men, womit er implizit auf eine Anschlussberufung verzichtet hat. 

3. In der Folge wurden die Parteien auf den 15. Februar 2023 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 79). Zu dieser erschienen die Vertretung der 

Staatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Vertei-

digers (Prot. II S. 4).  

II.  Formelles 

1. Der Privatkläger hat seine Berufung mit Eingabe vom 5. September 2022 

zurückgezogen (Urk. 62), was vorab mit Beschluss vorzumerken ist. 

2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die 

Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Der 

Beschuldigte hat seine Berufung auf die Ziffern 1 (Tatbestandserfüllung im 

Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit) und 2 (Anordnung einer 

stationären therapeutischen Massnahme) des vorinstanzlichen Dispositivs 

beschränkt. Damit ist das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 

31. März 2022 bezüglich der Dispositiv-Ziffern 3 (Zivilpunkt) sowie 4 - 6 

(Kostenregelung inkl. Entschädigung der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft) in Rechtskraft erwachsen, was 

ebenfalls vorab mit Beschluss festzustellen ist. In den angefochtenen Punkten 

(Dispositiv-Ziffern 1 + 2) ist der erstinstanzliche Entscheid hingegen im Sinne von 

Art. 398 Abs. 2 StPO umfassend zu überprüfen. 

3. Der Beschuldigte hat im Berufungsverfahren keine Beweisanträge gestellt 

(vgl. Urk. 58 S. 2; Prot. II S. 7). Im Vorfeld der Berufungsverhandlung wurde von 

Amtes wegen ein Führungsbericht des Gefängnis Zürich über den Beschuldigten 

beigezogen und den Parteien zur Kenntnis gebracht (Urk. 95+96). Weitere Be-

weiserhebungen drängen sich – abgesehen von der erneuten Befragung des Be-

schuldigten – in zweiter Instanz im Übrigen nicht auf. 

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III.  Sachverhalt 

1. In der Antragsschrift vom 25. Januar 2022 wird dem Beschuldigten vorge-

worfen, er habe am 5. April 2021 um ca. 21.45 Uhr dem Privatkläger B._____ von 

hinten mit der linken Hand an den Kiefer gegriffen und mit der rechten Hand, in 

welcher er ein Taschenmesser mit einer Klingenlänge von rund 7 cm gehalten 

habe, von links nach rechts in den Hals geschnitten. Der Geschädigte habe 

infolgedessen an der Halsvorderseite mittig ca. 3 cm kopfwärts der Drosselgrube 

eine ca. 10 cm lange und 1 - 2 cm tiefe Schnittverletzung mit kleiner venöser 

Blutung aus dem tief gelegenen durchtrennten Halsmuskel erlitten. Die Blutung 

sei in einer Notoperation operativ mittels Elektrokauter gestillt und die Wunde mit 

10 Stichen verschlossen worden. Bei der Zufügung des Schnittes in den Hals 

habe der Beschuldigte gewollt bzw. zumindest in Kauf genommen, dass aufgrund 

der Nähe zu lebenswichtigen Strukturen (grosse Blutleiter, Rückenmark, 

Luftröhre, etc.) der Tod des Privatklägers eintreten könnte. Insbesondere habe die 

nahe Gefahr einer Eröffnung der Halsschlagader, einer Verletzung der 

oberflächlichen resp. grossen Halsvenen mit der Gefahr einer Luftembolie, einer 

Verletzung des Rückenmarks mit der Möglichkeit eines sogenannten spinalen 

Schocks oder von Blutungen in die Luftröhre, die zu einem Ersticken hätte führen 

können, bestanden (vgl. zum Ganzen Urk. 21 S. 2 f.). 

2. Der Beschuldigte hat die Darstellung der Staatsanwaltschaft in der Unter-

suchung und an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vollumfänglich bestritten 

(Urk. 4/1-5; Prot. I S. 13 ff.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der 

Beschuldigte den Antragsvorwurf in Abrede und machte erneut geltend, er habe 

mit dem angeklagten Vorfall nichts zu tun (Urk. 97A S. 5 ff.).  

3. Nachdem der Sachverhalt mithin auch in zweiter Instanz bestritten blieb, ist 

im Folgenden nochmals zu prüfen, inwiefern sich die Vorwürfe der Staatsanwalt-

schaft dem Beschuldigten gestützt auf die im Recht liegenden und verwertbaren 

Beweismittel rechtsgenügend nachweisen lassen. 

-   6   - 

4. Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Ausführungen zum Sachverhalt die 

Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt wiedergegeben und die massgeblichen 

Beweismittel vollständig aufgelistet (Urk. 57 S. 8). In zweiter Instanz wurde – wie 

erwähnt – ein Führungsbericht des Gefängnis Zürich über den Beschuldigten 

eingeholt, welcher sich dahingehend äusserte, dass sich der Beschuldigte seit 

seinem Eintrittstag als anspruchsvolle und auffällige Persönlichkeit präsentierte 

und aufgrund teilweise gravierender Regelverstösse (u.a. Tätlichkeiten, Sach-

beschädigungen und eine Brandstiftung) mehrfach diszipliniert werden musste, so 

dass er sich nicht mehr als führbar erwies und in die Sicherheitsabteilung des 

Gefängnisses Pfäffikon verlegt werden musste. Im Führungsbericht wird betont, 

dass seitens der begutachtenden Ärzte eine Indikation für eine Medikation 

gegeben war, welche vom Beschuldigten indessen verweigert wurde. Trotz allem 

konnte der Beschuldigte jedoch insgesamt ein gepflegtes Erscheinungsbild 

aufrechterhalten und zeigte Interesse am angebotenen Deutschunterricht, 

welchen er mit einer gewissen Regelmässigkeit besuchte (Urk. 95). 

5. Betreffend die Verwertbarkeit der im Recht liegenden Beweismittel drängen 

sich keine Ergänzungen des angefochtenen Urteils auf, welches sich insbesonde-

re zur beschränkten Zulässigkeit der Aussagen jener Auskunftspersonen, die 

nicht mit dem Beschuldigten konfrontiert wurden, sowie der informellen polizeili-

chen Befragung des Privatklägers vom 6. April 2021 korrekt geäussert hat 

(Urk. 57 S. 5). Weitere Aspekte, welche gegen die Zulässigkeit der im vorliegen-

den Verfahren relevanten Beweise sprechen, sind in zweiter Instanz nicht ersicht-

lich. 

6. 

6.1. Die Vorinstanz erachtet den Antragssachverhalt betreffend den Vorfall vom 

5. April 2021 als vollumfänglich erstellt (Urk. 57 S. 21). Diesem Befund kann in 

zweiter Instanz ohne Weiteres gefolgt werden: Die Beweislage ist insofern ein-

deutig, als der Beschuldigte die Tat im Beisein seiner erweiterten Verwandtschaft 

beging, welche ihn eindeutig als Täter identifizierte. 

6.2. Schwer belastet wird der Beschuldigte insbesondere durch seinen Cousin 

C._____, der sich in unmittelbarer Nähe von ihm befand, als sich die Tat ereigne-

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te, und das Verhalten des Beschuldigten vor und während der Tat im Einzelnen 

beobachtet hat. C._____ schilderte in der Untersuchung, wie er den Beschuldig-

ten sah, der beim Hauseingang stand und ein Tuch über das Gesicht zog, an-

schliessend ein Messer aus der Jackentasche entnahm, hinter den Privatkläger 

(den Vater von C._____) trat und diesem mit dem Messer, welches er in der rech-

ten Hand führte, quer über den Hals schnitt (Urk. 6/1 S. 2; Urk. 6/2 S. 6). Nichts 

an der Glaubhaftigkeit der eindeutigen und hinsichtlich des Kerngeschehens kon-

stanten Aussagen von C._____ vermag das Vorbringen der Verteidigung zu än-

dern (vgl. Urk. 39 S. 3; Urk. 98 S. 2), wonach sich dieser bei der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme nicht mehr daran zu erinnern vermochte, ob der Be-

schuldigte das Messer bereits in geöffnetem Zustand aus der Jackentasche zog 

oder dieses vor dem Schnitt noch öffnen musste, denn dabei handelt es sich – 

ebenso wie bei der Frage, ob das Messer an einem Schlüsselanhänger befestigt 

war oder nicht – um nebensächliche Begebenheiten, welche in der Dynamik des 

Kerngeschehens leicht aus der primären Wahrnehmung geraten und deshalb no-

torischerweise schlechter in Erinnerung behalten werden können. Der Umstand, 

dass es sich bei C._____ um den Sohn des Opfers handelte, vermag den Wahr-

heitsgehalt von dessen Depositionen ebenfalls nicht zu belasten, da nicht ersicht-

lich ist, weshalb er in dieser Sache gerade den Beschuldigten zu Unrecht belas-

ten sollte, um seinen Vater zu sühnen.  

6.3. Eine weitere klare Belastung erfährt der Beschuldigte durch das über-

lebende Opfer, den Privatkläger B._____. Dieser führte aus, wie ihm hinterrücks 

und ohne erkennbaren Anlass in den Hals geschnitten worden sei, als er vor dem 

Hauseingang gestanden sei. Als er sich umgedreht habe, habe er gesehen, wie 

der Beschuldigte weggerannt sei (Urk. 5/2 S. 7). Aufgrund der räumlichen Position 

der umstehenden Personen bestanden für den Privatkläger keine Zweifel, dass 

alleine der Beschuldigte, welcher sich kurz zuvor noch hinter ihm befand, als 

Täter in Frage kam. Der Schwager des Privatklägers (D._____) stand gemäss 

den Depositionen des Privatklägers zum Tatzeitpunkt auf dessen linker Seite ca. 

einen Meter von ihm entfernt und kam für den Schnitt, bei dem das Messer von 

hinten rechtsseitig ausgeführt wurde, ebenso wenig als Täter in Frage, wie die 

Frau und der Sohn des Opfers (E._____ und C._____), die bereits ein bisschen 

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weiter entfernt vor ihm standen, während sich die übrigen Familienmitglieder 

ohnehin nicht in unmittelbarer Nähe des Geschehens befanden (vgl. Urk. 5/2 

S. 7), wobei diese Angaben mit denjenigen von C._____ ohne Weiteres 

übereinstimmen (vgl. Urk. 6/2 S. 5 + Anhang 1). Weitere Personen befanden sich 

nicht am Tatort. Insbesondere wurde die Gruppe von Jugendlichen, deren 

Anwesenheit der Beschuldigte erstmals anlässlich seiner dritten Einvernahme 

behauptete (Urk. 4/4 S. 3), von keiner anderen befragten Person wahrgenommen. 

In Anbetracht des erwähnten Umstandes, dass der Beschuldigte bei der 

Tatbegehung hinter dem Privatkläger stand, während der Schnitt an der 

Vorderseite des Halses ausgeführt wurde, schliesst – entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (vgl. Urk. 98 S. 3) – sodann auch das Fehlen von Blutspuren beim 

Beschuldigten dessen Täterschaft nicht aus. 

6.4. Im Übrigen ist aktenkundig, dass der Beschuldigte bereits bei einem frühe-

ren Vorfall rund einen Monat vor der Tat ein Messer gegen Personen richtete (vgl. 

Urk. 3/2; Urk. 6/7 S. 6) und dabei – wie gemäss den übereinstimmenden 

Aussagen der Anwesenden kurz vor der Tat – wirre Äusserungen von sich gab 

(Urk. 6/6 S. 5; Urk. 6/7 S. 9). Vom Privatkläger, von der Zeugin und Mutter des 

Beschuldigten und vom Zeugen C._____ gleichsam erwähnt wurden sodann die 

gewaltverherrlichenden Äusserungen, welche der Beschuldigte im Vorfeld seiner 

Tat von sich gab. Insbesondere ging der Beschuldigte dabei auf konkrete 

Modalitäten betreffend das Zustechen mit einem Messer gegen eine Person ein, 

wie er es dann im Nachgang seiner Äusserungen auch tatsächlich praktizierte 

(vgl. Urk. 6/2 S. 4; Urk. 6/6 S. 3). Ebenfalls fiel den Anwesenden beim 

Beschuldigten kurz vor der Tat eine äusserlich feststellbare Wesensveränderung 

auf, indem sich sein Gesichtsausdruck veränderte, er die Gäste seltsam anstarrte 

und Äusserungen über das Ende der Welt tätigte (Urk. 5/2 S. 5 f.; Urk. 6/2 S. 4; 

Urk. 6/7 S. 5). Damit fügt sich das Verhalten des Beschuldigten im Zeitraum vor 

der Tat stimmig in das spätere Tatgeschehen ein.  

 Aus einer rückblickenden Warte vermag zu erstaunen oder gar wider-

sprüchlich erscheinen, dass die Zeugen von grenzwertigen Äusserungen des Be-

schuldigten berichten, diesen aber wenig entgegensetzten. Aus den Aussagen 

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des Umfeldes des Beschuldigten geht aber hervor, dass der Beschuldigte bereits 

seit seinen Kindesjahren Gewaltfantasien äusserte und man diesen im Laufe der 

Jahre offenbar keine weitergehende Bedeutung mehr zumass (vgl. Urk. 6/2 S. 9; 

Urk. 6/6 S. 3; Urk. 6/7 S. 8) oder gar darüber lachte (vgl. Urk. 6/7 S. 5; Urk. 6/7 

S. 9). Vor diesem Hintergrund bestehen keine Zweifel an den übereinstimmenden 

Schilderungen, wonach der Beschuldigte die genannten Äusserungen hinsichtlich 

des Zustechens mit einem Messer unmittelbar vor der Tat von sich gab. Gemäss 

den Beteiligten hantierte der Beschuldigte dabei mit einem Victorinox-

Taschenmesser mit einer Grösse 8 - 10 cm (Urk. 5/2 S. 8; Urk. 6/2 S. 5) bzw. 10 - 

12 cm in zusammengeklappten Zustand (Urk. 6/7 S. 13). Mit diesem von den 

Zeugen angegebenen Verhalten in Übereinstimmung zu bringen sind die 

Videobilder vom Vorfall einen Monat vor der Tat, in dessen Rahmen der 

Beschuldigte ein dieser Beschreibung entsprechendes, geöffnetes 

Taschenmesser in der Hand hält und dieses gegen zwei Personen richtet (vgl. 

Urk. 3/2). Dass die Tatwaffe letztlich nicht aufgefunden werden konnte, vermag 

entgegen der Ansicht der Verteidigung nichts am klaren Beweisfundament zu 

ändern, zumal der Beschuldigte zwischen der Tat und seiner Verhaftung rund 

zwei Stunden Zeit hatte, um sich des Messers zu entledigen. Es darf zwanglos 

angenommen werden, dass dem Beschuldigten das Sackmesser, welches er 

einen Monat zuvor gegen andere Personen richtete und mit welchem er kurz vor 

der Tat hantierte, als Tatwaffe diente. Dass sich der Beschuldigte im Nachgang 

zum Vorfall nicht überzeugend über den Verbleib seines Taschenmessers 

äussern konnte, wirkt sich ebenfalls belastend aus, wobei zu erwähnen ist, dass 

auch eine Hausdurchsuchung beim Beschuldigten das Taschenmesser nicht 

zutage förderte (vgl. Urk. 12/3). Angesichts der überzeugenden Aussagen der 

Belastungspersonen sowie der erstellten Begleitumstände der Tat vermag den 

Beschuldigten im Gegensatz zur Meinung der Verteidigung (vgl. Urk. 98 S. 3) 

auch nicht zu entlasten, dass die Tatwaffe letztlich nicht gefunden wurde und 

keine weiteren objektiven Beweismittel hinsichtlich seiner Täterschaft vorliegen. 

6.5. Wenn die Vorinstanz das Aussageverhalten des Beschuldigten in allge-

meiner Hinsicht als wirr und widersprüchlich bezeichnet, so kann dem ebenfalls 

ohne Weiteres beigepflichtet werden. Die Aussagen des Beschuldigten präsentie-

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ren sich in verschiedenen Passagen sprunghaft und inkohärent, ohne dass sich 

daraus klare Gedankengänge ergeben (vgl. Urk. 4/1 F/A 37: F: "Wie tragen Sie 

das Messer auf sich?" B._____: "Ich habe in der Schule gelernt wie andere das 

Messer auf sich haben. In der Schule habe ich von anderen Mitschülern gehört, 

dass es besser sei, wenn man in den Wald geht, ein Messer dabei zu haben."; 

Urk. 4/1 F/A 39: F: "Haben Sie das Messer an diesem Schlüsselbund getragen?" 

B._____: "Es war schon an einem Tag daran, aber an einem Tag darauf habe ich 

es weggenommen. In der Schule hatte ich das Messer auf den Tisch gelegt und 

der Lehrer sagte, dies sei nicht gut, ich solle es wegnehmen."; Urk. 4/4 F/A 28: F: 

"Wo im Zimmer [befindet sich das Messer]?" B._____: "Ich weiss es nicht. Es ist 

in der Nähe der Playstation. Mit der Schulklasse sind wir in den Wald gegangen 

und nun ist es auch dort."). Es ergeben sich daraus Tendenzen einer Verwi-

schung des real Vorgefallenen, was nicht zuletzt auch mit der psychischen Er-

krankung erklärbar ist.  

6.6. Für den Ausbruch eines Streites zwischen den Anwesenden, wie er nach 

den Mutmassungen des Beschuldigten stattgefunden haben könnte, sind keine 

Hinweise ersichtlich: Niemand, der anwesend war, erwähnte auch nur ansatzwei-

se einen Konflikt unter der Verwandtschaft, der in einem Messerangriff hätte 

münden können, im Gegenteil wird die Stimmung anlässlich des Festes und auch 

der Verabschiedung – abgesehen vom Verhalten des Beschuldigten – von allen 

Seiten als friedlich beschrieben und selbst der Beschuldigte berichtete von einer 

"lustigen Stimmung" in der Wohnung (Urk. 17/8 S. 4). Wenn er sich im Übrigen 

auf den Standpunkt stellt, die Belastungspersonen hätten sich vereint, um ihn zu 

Unrecht zu bezichtigen, erscheint dies insofern nicht als folgerichtig, als er auch 

vom überlebenden Opfer belastet wird, was mit einem geplanten Komplott nur 

schwer zu vereinbaren ist. Ohnehin erschiene es bei einer Verschwörung reichlich 

weltfremd, auf dem ohne Weiteres einsehbaren Vorplatz eines Wohnblocks an-

statt in der Wohnung zur Tat zu schreiten. Ebenfalls nur schwer mit dieser Theo-

rie des Beschuldigten in Einklang zu bringen ist schliesslich die Tatsache, dass 

ein Teil der umstehenden Personen deponierte, den Tatvorgang gar nicht gese-

hen zu haben. Hinweise auf ein Motiv, den Beschuldigten wahrheitswidrig einer 

Straftat zu bezichtigen, sind denn auch nicht ersichtlich. Der Beschuldigte fiel der 

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(erweiterten) Verwandtschaft zwar durch sein zeitweise aggressives Verhalten 

auf, doch scheint bis zum fraglichen Vorfall keineswegs ein zerrüttetes Verhältnis 

geherrscht zu haben, welches eine derart schwere Anschuldigung erklären könn-

te. 

6.7. Was im Übrigen die von der Verteidigung angesprochene Motivlage an-

belangt (vgl. Urk. 39 S. 7 f.; Urk. 98 S. 4), so ist ihr mit der Vorinstanz (Urk. 57 

S. 20) zu entgegnen, dass gerade bei psychisch stark beeinträchtigten Tätern ein 

konkretes Motiv oft nur schwer eruierbar ist, da sich eigene Gedankengänge ent-

wickeln, welche rational bisweilen nur schwerlich zu erschliessen sind. Darüber 

hinaus ist aber für den vorliegenden Fall auch darauf hinzuweisen, dass der 

Beschuldigte anlässlich seiner Anwesenheit am besagten Familienfest (und auch 

bereits früher) ob seinen eigentümlichen Aussagen belächelt, wenn nicht gar aus-

gelacht wurde (vgl. Urk. 6/7 S. 5.), was für ihn gerade in diesem Umfeld eine 

erhebliche Kränkung bedeutet haben dürfte, welche seine besonderen Zustand 

noch befeuerte. Der Ansicht des Verteidigers, mangels eines Streites mit dem 

Privatkläger oder einer schlechten Beziehung zu seiner Verwandtschaft sei kein 

Bewegrund für das Handeln des Beschuldigten an jenem Abend ersichtlich 

(Urk. 39 S. 7), kann damit in dieser Form nicht gefolgt werden. 

6.8. Der Vollständigkeit halber zu erwähnen ist schliesslich, dass auch die in 

der Antragsschrift erwähnten Verletzungen des Privatklägers aufgrund der 

Krankenakten und des darauf basierenden Gutachtens zur körperlichen 

Untersuchung (Urk. 7/6) ohne Weiteres erstellt sind, was im Übrigen auch die 

Verteidigung nicht in Frage stellt (vgl. Urk. 39 S. 2). 

7. Es ist nach dem Gesagten in tatsächlicher Hinsicht vollumfänglich vom 

in der Antragsschrift dargelegten Sachverhalt auszugehen, welcher der nachfol-

genden rechtlichen Würdigung zu Grunde zu legen ist. 

IV.  Rechtliche Würdigung 

1. 

1.1. Den Tatbestand von Art. 111 StGB erfüllt in subjektiver Hinsicht, wer mit 

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Vorsatz einen Menschen tötet. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, 

wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt oder die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Eventualvorsatz, welcher 

zur Erfüllung des subjektiven Tatbestandes von Art. 111 StGB genügt, ist nach 

ständiger Rechtsprechung gegeben, wenn der Täter die 

Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den 

Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm 

auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1, E. 4.2.3; Urteil 6B_531/2017 vom 

11. Juli 2017, E. 1.3.). Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang im 

Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung zu Recht darauf hin, dass die Frage, ob der 

Beschuldigte mit Wissen und Willen im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB gehandelt 

hat, von der Frage der Schuldfähigkeit zu unterscheiden ist. Selbst der völlig 

Schuldunfähige kann nämlich einen tatbestandsmässigen Vorsatz bilden und in 

diesem Sinne wissentlich und willentlich handeln (BGE 115 IV 223, E. 1.). 

1.2. Die innere Einstellung des Täters zur Tat – namentlich das Wissen, das 

Wollen oder die Inkaufnahme betreffend die einzelnen Tatbestandsmerkmale – 

beschlägt den inneren Sachverhalt und gestaltet sich damit insofern als Tatfrage 

(BGE 137 IV 1, E. 4.2.3.). Als innerer Vorgang lässt sich der subjektive 

Tatbestand häufig und speziell in Konstellationen wie der vorliegenden nur 

anhand einer eingehenden Würdigung des äusseren Verhaltens sowie allenfalls 

weiterer objektiver Umstände erschliessen. Grundsätzlich kann dabei in Fällen, in 

welchen die äusseren Umstände angesichts der allgemeinen Lebenserfahrung 

das Vorliegen eines Vorsatzes nahelegen, auch eine indirekte Beweisführung für 

eine Verurteilung genügen (Urteile 6B_186/2010 vom 23. April 2010, E. 3.4. bzw. 

6S.127/2007 vom 6. Juli 2007, E. 2.6.).  

1.3. Ob bei einem bestimmten Sachverhalt auf den Willen des Täters ge-

schlossen werden darf, ist dagegen eine Rechtsfrage. Dabei darf das Gericht vom 

Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich diesem die 

Verwirklichung der Gefahr unter den gesamten Umständen als so wahrscheinlich 

aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise 

nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1, 

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E. 4.2.3.). Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist 

und je schwerer die Rechtsgutverletzung wiegt, desto näher liegt die 

Schlussfolgerung, der Täter habe die Erfüllung des in Frage stehenden 

Tatbestandes in Kauf genommen (BGE 135 IV 12, E. 2.3.2. f.; Urteil 6B_531/2017 

vom 11. Juli 2017, E. 1.3.). 

1.4. Ein Tötungsvorsatz ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu 

verneinen, wenn der Täter trotz der erkannten möglichen Lebensgefahr handelt, 

aber mit guten Gründen darauf vertraut, die Todesgefahr werde sich nicht realisie-

ren. Das Bundesgericht verlangt in diesem Zusammenhang, dass angesichts der 

hohen Mindeststrafe bei Straftaten gegen Leib und Leben bzw. des gravierenden 

Schuldvorwurfs bei Kapitaldelikten ein entsprechender Vorsatz nur angenommen 

werden darf, wenn zum Wissenselement weitere Umstände hinzukommen, wel-

che zumindest ein eventualvorsätzliches Handeln nahelegen (Urteil 6B_531/2017 

vom 11. Juli 2017, E. 1.3.). Solche Umstände liegen namentlich vor, wenn der Tä-

ter das ihm bekannte Risiko in keiner Weise kalkulieren und dosieren kann und 

der Geschädigte über keinerlei realistische Abwehrchancen verfügt (vgl. BGE 133 

IV 1, E. 4.5.; BGE 131 IV 1, E. 2.2.). 

2. 

2.1. Der Beschuldigte hat den objektiven Tatbestand der vorsätzlichen Tötung 

im Sinne von Art. 111 StGB nicht erfüllt. Gemäss dem Gutachten zur körperlichen 

Untersuchung erlitt der Privatkläger ca. 3 cm kopfwärts der Drosselgrube eine 

rund 10 cm messende Schnittwunde an der Halsvorderseite (Urk. 7/6 S. 5). Die 

diagnostizierten Schnittwunde, welche operativ mittels Elektrokauter gestillt 

wurde, ansonsten aber ausser einer Narbe keine bleibenden Folgen hinterliess 

(vgl. Urk. 7/6), ist somit noch als einfache Körperverletzung zu qualifizieren, zumal 

zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Beeinträchtigungen von lebenswichtigen 

Gefässen oder Organen vorlagen. 

2.2. In subjektiver Hinsicht ist zu prüfen, inwiefern der Beschuldigte aufgrund 

seines Vorgehens ernsthaft mit weitergehenden Folgen bis zum Tod des Opfers 

rechnen musste und er einen solchen Erfolg somit zumindest billigend in Kauf 

nahm. In diesem Zusammenhang deutet bereits die konkrete Vorgehensweise 

-   14   - 

des Beschuldigten, welcher sich mittels eines Schnittes im Kehlbereich eines 

geradezu typischen Tötungsvorgehens bediente, augenscheinlich darauf hin, 

dass der Beschuldigte mit weitergehenden Folgen für Leib und Leben seines 

Opfers rechnen musste. Im Weiteren belegen die aktenkundigen Fotoaufnahmen, 

welche während der operativen Behandlung der Schnittwunde aufgenommen 

wurden (vgl. Urk. 7/4 S. 5 + 6), die Tiefe des Schnittes, welche im 

Operationsbericht mit 1 - 2 cm angegeben wird (vgl. Urk. 7/6 Anhang 2), woraus 

geschlossen werden kann, dass der Beschuldigte das Messer zumindest mit 

einigem Druck gegen den Hals seines Opfers führte. Bei einem derart forschen 

Vorgehen mit einem Messer gegen den Halsbereich einer Person hängt es aber 

letztlich nur vom Zufall ab, ob lebenswichtige Strukturen (wie namentlich die 

Blutgefässe oder die Luftröhre) verletzt werden oder gerade noch verschont 

bleiben, selbst wenn es sich in casu nicht um ein besonders gefährliches Messer 

handelte. So geht denn auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung konstant 

davon aus, dass Messerstiche in der Halsgegend selbst in Fällen, in denen eine 

Berührung bzw. ein Schnitt letztlich ausbleibt, mit einem hohen unkalkulierbaren 

Risiko der Todesgefahr einhergehen (Urteile 6B_935/2017 vom 9. Februar 2018, 

E. 1.3. und 6B_234/2016 vom 5. August 2016, E. 3.3.). Dieses Todesrisiko gehört 

zum Allgemeinwissen und es muss auch dem Beschuldigten klar gewesen sein, 

dass das Risiko einer tödlichen Verletzung unter den gegebenen Umständen für 

ihn nicht kalkulierbar war, zumal er mit einigem Tempo von hinten auf den 

Privatkläger losging. Dabei war sich der Beschuldigte bei seiner hinterhältigen 

Vorgehensweise auch durchaus darüber im Klaren, dass sich der Privatkläger 

nicht würde zur Wehr setzen können. Indem der Beschuldigte aber trotzdem 

handelte, obwohl sich ihm das Risiko einer tödlichen Verletzung aufgrund den 

vorstehenden Ausführungen geradezu aufdrängen musste, kann sein Handeln 

nicht anders als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden, zumal auch aus 

dem psychiatrischen Gutachten keinerlei Hinweise ersichtlich sind, wonach der 

Beschuldigte krankheitsbedingt nicht in der Lage gewesen wäre, die objektive 

Gefährlichkeit seines Tuns zu erkennen.  

2.3. Ein vollendeter Versuch liegt vor, wenn die strafbare Tätigkeit aus Sicht 

des Täters zu Ende geführt wird, der tatbestandsmässige Erfolg aber nicht eintritt 

-   15   - 

(Art. 22 Abs. 1 StGB). Die Abgrenzung des vollendeten vom unvollendeten Ver-

such ist dabei auf der Grundlage des konkreten Tatplans vorzunehmen, wobei 

danach zu fragen ist, ob der Täter alle Voraussetzungen geschaffen hat, die nach 

seinem Plan zum Eintritt des Erfolges hätten führen sollen (Urteil 6S.46/2005 vom 

2. Februar 2006, E. 10.4.2.). Nachdem aber der Beschuldigte den Privatkläger 

quer über den Hals schnitt und vom Tatort floh, bevor die umstehenden 

Drittpersonen intervenierten, ist davon auszugehen, dass mit dem Schnitt gegen 

den Hals des Privatklägers die eigentliche Tathandlung aus seiner Sicht zu Ende 

war und er somit alles Notwendige dafür getan hatte, dass der Taterfolg eintreten 

konnte. Der Beschuldigte hat damit den Tatbestand der (vollendet) versuchten 

Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt, 

was auch die Verteidigung in ihrem Eventualstandpunkt nicht in Abrede stellt 

(Urk. 98 S. 5). 

2.4. Gemäss den Erwägungen des Gutachtens von Prof. Dr. med. F._____ vom 

9. Dezember 2021 war beim Beschuldigten infolge des akut psychotischen 

Zustandes, indem sich dieser befunden habe, die adäquate 

Realitätswahrnehmung und -einschätzung nicht gegeben, was die Wirksamkeit 

rationaler Kontrollmechanismen aufhob. Obwohl der Beschuldigte nur 

bruchstückhaft Einblick in seine Handlungsmotive gewährt habe, seien die 

Voraussetzungen für die Annahme einer aufgehobenen Einsichtsfähigkeit mit 

hoher Wahrscheinlichkeit gegeben. Selbst wenn man aber von einer bestehenden 

Einsichtsfähigkeit ausgehen wolle, habe jedenfalls eine Aufhebung der 

Steuerungsfähigkeit vorgelegen, denn durch die psychotische Symptomatik habe 

der Beschuldigte die Realität im Tatzeitraum nicht adäquat wahrnehmen und 

bewerten können, was konkrete Auswirkungen auf seine Fähigkeit, angemessen 

zu handeln und zu reagieren gezeitigt habe. Der unruhig-angespannte, wahnhafte 

und unter Einfluss von Sinnestäuschungen handelnde Beschuldigte sei zum 

Tatzeitpunkt nicht mehr in der Lage gewesen, alternative Handlungsoptionen zu 

nutzen (Urk. 10/18 S. 35, S. 39 f.). 

 Entsprechend den überzeugenden und mit der diagnostizierten schweren 

psychischen Beeinträchtigung des Beschuldigten ohne Weiteres in Einklang zu 

-   16   - 

bringenden Erwägungen des Gutachters war beim Beschuldigten im Zeitpunkt der 

Taten zumindest die Steuerungsfähigkeit aufgehoben, weshalb selbst eine er-

haltene Einsichtsfähigkeit, welche nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, 

an der Schuldunfähigkeit des Beschuldigten nichts zu ändern vermöchte. Mit 

Verweis auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 53 S. 22 f.) 

sind denn auch keine Gründe für ein Abweichen vom gutachterlichen Befund 

ersichtlich. Der Beschuldigte war somit im Tatzeitpunkt schuldunfähig, weshalb 

die Strafbarkeit seiner Tat gemäss Art. 19 Abs. 1 StGB definitiv entfällt, was auch 

die Staatsanwaltschaft mit ihrer Antragsschrift nicht in Frage stellt (Urk. 21; 

Urk. 34 S. 3). 

2.5. Es ist demzufolge auch in zweiter Instanz festzuhalten, dass der Be-

schuldigte den Tatbestand der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbst verschuldeten 

Schuldunfähigkeit erfüllt hat. 

V.  Massnahme 

1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze für die Anordnung einer 

therapeutischen Massnahme gemäss Art. 56 StGB korrekt zusammengefasst. Es 

kann diesbezüglich mithin ohne Weiteres auf ihre entsprechenden Erwägungen 

verwiesen werden, wo namentlich auch festgehalten wird, dass für die Anordnung 

der Behandlung von psychischen Störung im gerichtlichen Verfahren zwingend 

ein psychiatrisches Gutachten einer forensisch ausgebildeten Fachperson voraus-

gesetzt ist (vgl. Urk. 53 S. 23 f.). 

2. 

2.1. Vorliegend steht dem Gericht das sachverständige Gutachten von 

Prof. Dr. med. F._____ vom 9. Dezember 2021 zur Verfügung, welches dieser un-

ter Mithilfe von Dr. med. G._____ gestützt auf Ermittlungsakten, zwei vor-

bereitende Untersuchungen und eine Exploration des Beschuldigten für das 

Gericht erarbeitet hat (Urk. 10/18). 

-   17   - 

2.2. Der Gutachter hält in seiner Expertise unmissverständlich fest, dass der 

Beschuldigte – nebst einem Verdacht auf Cannabis- (ICD-10: F12.1) und Alkohol-

missbrauch (ICD-10: F10.1) – als Hauptdiagnose an einer paranoiden Schizo-

phrenie (ICD-10: F20.0) leidet. Die Krankheit zeige sich beim Beschuldigten in 

Form von religiösem Wahn (Bestimmung, ein Prophet zu sein mit Wahrnehmung 

des Weltunterganges, Familienmitglieder als Teil von Selbstgeisselungen und 

Riten), kommentierenden oder dialogischen Stimmen (Beschreibung, Stimmen 

eines Geistes zu hören), Halluzinationen anderer Modalitäten (Angabe, einen 

Geist zu sehen), formalen Denkstörungen (Eingeengtsein im Gedankengang), 

katatonen Symptomen (Erregungszustände mit aggressivem Verhalten), 

Negativsymptomen (sozialer Rückzug, Affektarmut und Gleichgültigkeit) sowie 

sehr eindeutigen und durchgängigen Veränderungen des Verhaltens, welches die 

gesamte Lebensweise des Beschuldigten betreffe. Der Verdacht auf Cannabis- 

und Alkoholmissbrauch basiere auf fremdanamnestischen Feststellungen von 

Seiten der Familie, welche dem Beschuldigten einen problematischen Umgang 

mit jenen Substanzen zuschreibe. Obwohl der Beschuldigte bei der 

rechtsmedizinischen Untersuchung angegeben habe, Cannabis zu konsumieren, 

sei aber das pharmakologisch-toxikologische Gutachten unauffällig geblieben, 

weshalb das Vorliegen eines schädlichen Gebrauchs oder gar eine Abhängigkeit 

von Alkohol oder Cannabis zum aktuellen Zeitpunkt nicht bestätigt werden könne, 

zumal die ausgeprägte psychotische Symptomatik mit ihren Veränderungen auf 

den Affekt, den Antrieb und das gesamte Verhalten des Beschuldigten als 

Zustand unter Drogeneinfluss gedeutet und so verkannt worden sein könne. Auch 

anlässlich der Exploration im Rahmen der Begutachtung habe der Beschuldigte 

eine florid psychotische Symptomatik in geschützter, abstinenter Umgebung 

gezeigt, was folglich die Differentialdiagnose einer drogeninduzierten Psychose 

ausschliesse (vgl. zum Ganzen Urk. 10/18 S. 32 f.). 

2.3. Zum Thema der Ursächlichkeit der psychischen Störung für das vorge-

worfene Delikt hält der Gutachter fest, dass die Erkrankung in unmittelbarem 

Zusammenhang mit der vorgeworfenen Tat stehe, welche sich unter dem direkten 

Einfluss von Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen sowie formalen Denk-

störungen ereignet habe (Urk. 10/18 S. 41). 

-   18   - 

2.4. Zu den weiteren Massnahmevoraussetzungen äussert sich das Gutachten 

dahingehend, dass dem Beschuldigten aufgrund der ausgeprägten psychotischen 

Symptomatik eine ungünstige Prognose zu stellen und die Wahrscheinlichkeit 

für zukünftige Gewaltdelikte als hoch einzustufen sei. In diesem Zusammenhang 

könne es auch zum Einsatz von Waffen und zu massiver Gefährdung Dritter 

kommen, wobei das familiäre Umfeld besonders gefährdet sei (Urk. 10/18 

S. 36 f.). Zur Verbesserung der Legalprognose bedürfe es einer intensiven, kon-

sequenten und individuell ausgerichteten Behandlung der Schizophrenie des Be-

schuldigten, wobei die Basis in einer langfristig angelegten Pharmakotherapie mit 

Antipsychotika bestehe. Parallel seien psychoedukative, milieu- und psychothera-

peutische Interventionen sowie soziale Hilfsmassnahmen erforderlich. Weiter 

konstatiert der Gutachter, dass die Massnahmefähigkeit des Beschuldigten ge-

geben sei und der Beschuldigte von einer langfristigen Behandlung auf jeden Fall 

profitieren könne, doch liege zum aktuellen Zeitpunkt keine Massnahme-

bereitschaft beim Beschuldigten vor, da er weder über ein Krankheitsgefühl noch 

über eine Krankheitseinsicht verfüge. Diese Haltung sei allerdings bei Menschen 

mit einer Schizophrenie nicht ungewöhnlich, da im Rahmen der ausgeprägten 

Symptomatik eine betroffene Person unbehandelt und bei Erstdiagnose ihre ei-

genen Einbussen und die Konsequenzen ihrer Erkrankung nicht erkennen könne. 

In dieser akuten Phase sei die Behandlung mit Psychopharmaka essenziell. Nach 

Rückgang der Symptomatik vermöge die betroffene Person ihre Situation in der 

Regel zu reflektieren und sich auf die Behandlung einzulassen, wobei in der Folge 

das Krankheitskonzept vermittelt und Schritt für Schritt an Krankheits- und 

Behandlungseinsicht gearbeitet werden könne. Eine initiale Behandlung sei mithin 

auch gegen den Willen eines schizophrenen Patienten möglich. Mit Blick auf die 

Schwere der Erkrankung bei fehlender Krankheits- und Behandlungseinsicht, der 

isolierten sozialen Situation und dem bei ausbleibender adäquater Behandlung 

hohen Risiko gewalttätiger Straftaten des Beschuldigten sei dabei eine 

kontrollierte und kontinuierliche Massnahme im stationären Rahmen erforderlich, 

wobei hierfür auch geeignete psychiatrische Einrichtungen zur Verfügung ständen 

(vgl. Urk. 10/18 S. 38 f.). 

-   19   - 

3. 

3.1. Gemäss den nachvollziehbaren Feststellungen des Gutachters leidet der 

Beschuldigte an einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10:F20.0). Der Befund des 

Gutachters betreffend die Schwere der Beeinträchtigung fällt eindeutig aus 

(Urk. 10/18 S. 34: "selbst im Vergleich zu anderen psychisch auffälligen Personen 

[…] schwer beeinträchtigt"), so dass aufgrund der in sich schlüssigen 

Darlegungen keine Zweifel am Vorliegen einer schweren psychischen Störung im 

Sinne von Art. 59 StGB bestehen, welche in unmittelbarem Zusammenhang mit 

der vorliegend zu beurteilenden Anlasstat steht und einer entsprechenden 

therapeutischen Behandlung bedarf. Auch das Verhalten des Beschuldigten im 

Haftregime, für welches zahlreiche disziplinarischen Vorfälle aktenkundig sind, 

zeugt von der nach wie vor imponierenden Schwere seiner psychischen 

Beeinträchtigung, welche auch gemäss der den Beschuldigten in der Haft 

visitierenden PUK-Ärzteschaft einer medikamentösen Behandlung bedarf (vgl. 

Urk. 95). 

3.2. Was die Behandlungsfähigkeit des Beschuldigten anbelangt, so ist darauf 

hinzuweisen, dass die psychische Störung des Beschuldigten bisher unbehandelt 

blieb. Es bestehen vor dem Hintergrund bisher unterbliebener Behandlungsver-

suche keine Anzeichen, dass eine Therapie beim Beschuldigten von vornherein 

nicht erfolgsversprechend wäre. Das Gutachten weist in diesem Zusammenhang 

auf die empirisch "nicht ungünstige Befundlage zur Therapie chronisch schizo-

phrener Psychosen" hin, legt die erforderlichen Behandlungsschritte dar und hält 

schliesslich fest, dass akute Symptome "oft gut auf die medikamentöse Be-

handlung" ansprechen und das junge Alter des bis anhin nicht therapierten Be-

schuldigten sich günstig auf die Prognose auswirken würde (vgl. Urk. 10/18 

S. 37). Aufgrund dieser Überlegungen ist entsprechend dem gutachterlichen 

Befund vom Grundsatz der Massnahmefähigkeit des Beschuldigten auszugehen  

3.3. Mit Bezug auf die fehlende Behandlungswilligkeit des Beschuldigten weist 

der Gutachter darauf hin, dass die mangelnde Krankheitseinsicht bei der vorlie-

genden Diagnose einer Schizophrenie nicht ungewöhnlich sei (Urk. 10/18 S. 41), 

was ohne Weiteres nachvollziehbar ist. Die Vorinstanz wies in zutreffender Weise 

-   20   - 

darauf hin, dass in der Rechtsprechung anerkannt ist, dass fehlende Motivation 

gerade zum Krankheitsbild gehören kann und sich ein möglicher Erfolg erst durch 

eine (zunächst) unfreiwillige Therapie gewährleisten lässt (vgl. Urteile 

6B_543/2015 vom 10. Dezember 2015, E. 4.2.3., 6B_487/2011 vom 

30. Januar 2012, E. 3.7.3. und 6B_373/2010 vom 13. Juli 2010, E. 5.5.). Entspre-

chend wird auch für den vorliegenden Fall gutachterlich bestätigt, dass eine initia-

le Behandlung mittels Psychopharmaka selbst gegen den Willen der betroffenen 

Person möglich sei, womit begründete Aussicht bestehe, dass der Beschuldigte in 

der Folge – nach Rückgang der Symptomatik – in der Lage sei, seine Situation zu 

reflektieren und sich auf eine weitere Behandlung einzulassen (Urk. 10/18 S. 38). 

Die primär krankheitsbedingte Verweigerung der Massnahme steht einer entspre-

chenden Behandlung des Beschuldigten mithin nicht entgegen. 

4. Hinsichtlich der Angemessenheit der Massnahme kann auf die 

zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (vgl. Urk. 57 

S. 28 f.). Nachdem der Beschuldigte vorliegend wegen eines versuchten 

Tötungsdeliktes zu therapieren ist und weiterhin eine ungünstige Legalprognose 

hinsichtlich schwerer Gewaltdelikte vorliegt, haben die Freiheitsrechte des 

Beschuldigten gegenüber den öffentlichen Sicherheitsinteressen zurückzutreten, 

womit insbesondere auch die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne gewahrt 

bleibt.  

5. Für den Beschuldigten ist nach dem Gesagten eine stationäre thera-

peutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung psychischer 

Störungen) anzuordnen, welcher Ansicht sich in ihrem Eventualstandpunkt auch 

die Verteidigung anschloss (vgl. Urk. 98 S. 5).  

6. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 5. April 2021 in Untersuchungs- 

und Sicherheitshaft. Die vom Beschuldigten bis und mit heute erstandene Haft 

von insgesamt 682 Tagen ist an die stationäre Massnahme anzurechnen (Art. 51 

StGB; BGE 141 IV 236, E. 3.). 

-   21   - 

VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. 

1.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern eine Partei im 

Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem 

Ausmass ihre in zweiter Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden (Urteil 

6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.). 

1.2. Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich, womit er im 

Rechtsmittelverfahren grundsätzlich kostenpflichtig wird, zumal der frühe Be-

rufungsrückzug der Privatklägerschaft keine Kostenfolgen zu deren Lasten recht-

fertigt. Zu beachten ist allerdings, dass einer schuldunfähigen Person, wenn sie 

freigesprochen oder das Verfahren gegen sie eingestellt wird, nur dann Kosten 

auferlegt werden können, wenn dies nach den gesamten Umständen billig er-

scheint (Art. 419 StPO). Über den zu engen Wortlaut des Gesetzestextes hinaus 

gilt dies entsprechend der von der Vorinstanz vertretenen Ansicht auch, wenn die 

beschuldigte Person nicht freigesprochen, sondern wenn – wie vorliegend – im 

Verfahren gemäss Art. 374 f. StPO eine therapeutische Massnahme angeordnet 

wird (vgl. BOMMER, BSK StPO, 2. Aufl., N 22 ff. zu Art. 375 StPO; RIKLIN, OFK 

StPO, 2. Aufl., N 685 zu Art. 419 StPO; SCHMID/JOSITSCH, PK StPO, 3. Aufl., N 6 

zu Art. 375 StPO und N 13 zu Art. 426 StPO). 

1.3. Eine Kostentragung aus Billigkeitsgründen fällt aufgrund der knappen 

finanziellen Verhältnisse und der angesichts der schweren psychischen 

Erkrankung unklaren Zukunftsaussichten des Beschuldigten indessen ausser 

Betracht. Bei dieser Ausgangslage fällt die Gerichtsgebühr für das 

zweitinstanzliche Verfahren ausser Ansatz und sind die übrigen Kosten des 

Verfahrens – insbesondere auch jene der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers – definitiv auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. 

2. 

2.1. Die Verteidigung des Beschuldigten macht im Berufungsverfahren einen 

-   22   - 

Zeitaufwand von 13.5 Stunden und Barauslagen von Fr. 76.40 geltend (Urk. 99), 

welche Aufwendungen ausgewiesen sind. Unter Berücksichtigung des weiteren 

Aufwandes für die Berufungsverhandlung (inkl. Nachbesprechung mit dem Klien-

ten) erscheint es mithin angemessen, den amtlichen Verteidiger in Anwendung 

des Regelsatzes von Fr. 220.– pro Stunde mit insgesamt Fr. 3'600.– (inkl. MwSt) 

aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

2.2. Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft machte für ihre Be-

mühungen und Barauslagen im Berufungsverfahren im Vorfeld der Verhandlung 

den Betrag von Fr. 289.80 (inkl. MwSt) geltend, was ihr unter Hinweis auf dessen 

Auszahlung mit dem Endentscheid bewilligt wurde (Urk. 64). Mit Eingabe vom 

14. Februar 2023 wurden weitere Aufwendungen in der Höhe von Fr. 333.10 (inkl. 

MwSt) ausgewiesen (Urk. 97), welche trotz lediglich noch passiver Beteiligung am 

Verfahren angemessen erscheinen, so dass die unentgeltliche Vertretung letztlich 

mit Fr. 622.90 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Berufung des Privatklägers wird Vormerk genommen. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 

7. Abteilung, vom 31. März 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt:             

 1. (…) 

 2. (…) 

 3. Die Zivilansprüche des Privatklägers werden abgewiesen. 

 4. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Be-

schuldigten mit pauschal Fr. 15'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse 

entschädigt. 

 5. Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Vertreter 

der Privatklägerschaft mit pauschal Fr. 11'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. 

-   23   - 

 6. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive diejenigen der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden auf die Ge-

richtskasse genommen. 

 7. (Mitteilung) 

 8. (Rechtsmittel)" 

3. Schriftliche Eröffnung und Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ den Tatbestand der 

versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit 

erfüllt hat. 

2. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.  

Die bis und mit heute erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 

682 Tagen wird an die stationäre Massnahme angerechnet. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kos-

ten betragen: 

Fr. 3'600.00   amtliche Verteidigung 

Fr. 622.90   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft 

Fr. 660.15   Transport Inselspital Bern vom 30.11.2022 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich jener der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, wer-

den definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Schriftliche Eröffnung und Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

-   24   - 

− die Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel für sich und die Privat-
klägerschaft 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste (unter Beilage einer Kopie der Haftverfügung) 

jeweils vorab per IncaMail, 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die Privat-

klägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten. 

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

-   25   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 15. Februar 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Wenker 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Dharshing 
 

 

	Urteil vom 15. Februar 2023
	Urteil der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte den Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 ...
	2. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
	Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit 5. April 2021 in Haft befindet.
	3. Die Zivilansprüche des Privatklägers werden abgewiesen.
	4. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit pauschal Fr. 15'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	5. Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Vertreter der Privatklägerschaft mit pauschal Fr. 11'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	6. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	8. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	1. Herr A._____ sei vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung freizusprechen.
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	3. Dem Beschuldigten sei eine vom Gericht zu bestimmende Genugtuung aus der Staatskasse zuzusprechen.
	1. Die Berufung sei abzuweisen.
	2. Das Urteil der Vorinstanz sei zu bestätigen.
	3. Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahren
	Es wird beschlossen:
	1. Vom Rückzug der Berufung des Privatklägers wird Vormerk genommen.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 31. März 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. (…)
	2. (…)
	3. Die Zivilansprüche des Privatklägers werden abgewiesen.
	4. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit pauschal Fr. 15'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	5. Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Vertreter der Privatklägerschaft mit pauschal Fr. 11'300.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	6. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	7. (Mitteilung)
	8. (Rechtsmittel)"
	3. Schriftliche Eröffnung und Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ den Tatbestand der versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt hat.
	2. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.
	Die bis und mit heute erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 682 Tagen wird an die stationäre Massnahme angerechnet.

	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich jener der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Schriftliche Eröffnung und Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (unter Beilage einer Kopie der Haftverfügung)
	jeweils vorab per IncaMail,
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

	6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.