# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f664489-50dd-5ed9-bc83-3de091f875f2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2018 D-5050/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5050-2017_2018-05-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5050/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 

Richter William Waeber, Richter Thomas Wespi,  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Syrien,  

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl;  

Verfügung des SEM vom 7. August 2017 

 

 

 

D-5050/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie 

mit letztem Wohnsitz in der Stadt Aleppo. Gemäss Eintragung in seinem 

Reisepass verliess er seinen Heimatstaat am 13. August 2012 auf legalem 

Weg in Richtung Türkei. Von hier gelangte er nach Erbil im Irak, wo er sich 

bis Juli 2015 aufhielten. Am 2. August 2015 reiste er illegal in die Schweiz 

ein und stellte gleichentags beim Empfangs- und Verfahrenszentrum 

Kreuzlingen ein Asylgesuch. Am 12. August 2015 wurde er durch das 

Staatssekretariat für Migration (SEM) summarisch befragt und am 19. Mai 

2017 eingehend zu den Gründen seines Asylgesuchs angehört. Zwischen-

zeitlich wurde er für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton B._______ 

zugewiesen. 

B.  

Die Mutter des Beschwerdeführers, C._______, und sein minderjähriger 

Bruder D._______ sowie sein volljähriger Bruder E._______ suchten eben-

falls jeweils am 2. August 2015 um Asyl in der Schweiz nach. Der Vater des 

Beschwerdeführers, F._______, stellte am 9. August 2015 in der Schweiz 

ein Asylgesuch.  

C.  

Der Beschwerdeführer machte anlässlich seiner Befragungen im Wesent-

lichen geltend, er habe Syrien wegen des dortigen Kriegs verlassen. Ein-

mal sei in der Nähe des Hauses seiner Familie geschossen worden, und 

als er habe wegrennen wollen, sei er auf eine Metallstange gefallen und 

habe sich am Bein verletzt. Ansonsten sei ihm trotz der allgemeinen Gefahr 

persönlich nichts zugestossen. Sein Vater habe jedoch Angst um seine Kin-

der gehabt und schliesslich entschieden, die Familie müsse das Land ver-

lassen. Im Übrigen sei er mittlerweile ‒ zum Zeitpunkt der Anhörung ‒ voll-

jährig geworden, weshalb ihm bei einer allfälligen Rückkehr nach Syrien 

die Einberufung in den Militärdienst drohe.  

D.  

Mit Verfügung vom 7. August 2017 (Datum der Eröffnung: 14. August 2017) 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab. Gleichzeitig 

ordnete es wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung die vor-

läufige Aufnahme in der Schweiz an. Zur Begründung der Ablehnung des 

Asylgesuchs führte das Staatssekretariat im Wesentlichen aus, die betref-

fenden Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht asylrelevant. 

D-5050/2017 

Seite 3 

E.  

Mit jeweiligen Verfügungen gleichen Datums lehnte das SEM auch die 

Asylgesuche der Eltern des Beschwerdeführers, F._______ und 

C._______, und des minderjährigen Bruders D._______ sowie das Asyl-

gesuch des volljährigen Bruders E._______ ab, jeweils verbunden mit der 

vorläufigen Aufnahme in der Schweiz wegen Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs. 

F.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 7. September 2017 focht der Be-

schwerdeführer den Asylentscheid des SEM beim Bundesverwaltungsge-

richt an. Dabei beantragte er hauptsächlich die Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung, soweit die Ablehnung des Asylgesuchs und die Anord-

nung der Wegweisung betreffend, und die Rückweisung der Sache zur voll-

ständigen Abklärung des Sachverhalts und zur erneuten Beurteilung an 

das Staatssekretariat. Eventualiter beantragte er die Gewährung des Asyls 

beziehungsweise die vorläufige Aufnahme als Flüchtling. In prozessualer 

Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer zum einen, es sei ihm die un-

entgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewäh-

ren. Zum anderen ersuchte er darum, es sei ihm vollständige Einsicht in 

die Akten des erstinstanzlichen Asylverfahrens zu gewähren, verbunden 

mit der Ansetzung einer Frist zur Ergänzung der Beschwerde. Mit der Ein-

gabe wurde als Beweismittel eine Fürsorgebestätigung eingereicht. Auf die 

Begründung der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 

den Erwägungen eingegangen. 

G.  

Mit Zwischenverfügung der Instruktionsrichterin vom 13. September 2017 

wurde das Gesuch um Akteneinsicht gutgeheissen und das SEM angewie-

sen, dem Beschwerdeführer die entsprechende Akteneinsicht zu gewäh-

ren.  

H.  

Mit Schreiben an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom 

22. September 2017 erteilte das SEM die angeordnete Akteneinsicht. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. September 2017 wurde dem Beschwer-

deführer Gelegenheit gegeben, seine Beschwerde mit Frist bis zum 

16. Oktober 2017 zu ergänzen. 

D-5050/2017 

Seite 4 

J.  

Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 16. Oktober 2017 wurde eine Er-

gänzung der Beschwerde eingereicht. Auf die Ausführungen in der Eingabe 

wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegan-

gen. 

K.  

Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 20. Oktober 2017 wurden Kopien 

verschiedener Schriftstücke mitsamt summarischen Übersetzungen als 

Beweismittel eingereicht. 

L.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. November 2017 wurde das Gesuch um un-

entgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abgewie-

sen. Zugleich wurde der Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvor-

schusses von Fr. 750.‒ mit Frist bis zum 16. November 2017 aufgefordert, 

unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. 

M.  

Mit Einzahlung vom 14. November 2017 leistete der Beschwerdeführer 

fristgerecht den verlangten Kostenvorschuss. 

N.  

Mit Vernehmlassung vom 1. Dezember 2017 hielt das SEM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. Hiervon wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

6. Dezember 2017 Kenntnis gegeben. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) 

durch das SEM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Perso-

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Seite 5 

nen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor wel-

chem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.  

Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). 

3.  

Die Beschwerdeeingabe richtet sich ausschliesslich gegen die Ablehnung 

des Asylgesuchs, die Feststellung des SEM, der Beschwerdeführer erfülle 

die Flüchtlingseigenschaft nicht, sowie die Anordnung der Wegweisung. 

Die Frage des Vollzugs der Wegweisung bildet damit nicht Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens. 

4.  

Im vorliegenden Fall ist zunächst auf die mit der Beschwerdeschrift vorge-

brachte Rüge einzugehen, der Anspruch des Beschwerdeführers auf recht-

liches Gehör sei in verschiedener Hinsicht verletzt worden. 

4.1  

4.1.1 In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer zunächst 

geltend, das rechtliche Gehör sei dadurch verletzt worden, dass ihm durch 

das SEM keine vollständige Einsicht in die Akten des erstinstanzlichen 

Asylverfahrens gewährt worden sei. Nicht nur sei ihm die Akteneinsicht zu 

Unrecht verweigert worden, sondern es sei ein Beweismittel, das er bei der 

Vorinstanz eingereicht habe ‒ nämlich sein Reisepass ‒, nicht im Akten-

verzeichnis aufgeführt worden. Im Aktenverzeichnis sei zudem auch kein 

sogenanntes Beweismittelcouvert aufgeführt. Gemäss Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichts setze der Anspruch auf Akteneinsicht eine geordnete, 

übersichtliche und vollständige Aktenführung voraus.  

4.1.2 Im vorliegenden Fall ist das Aktenverzeichnis lediglich insofern un-

vollständig, als es das SEM unterlassen hat, darin den vom Beschwerde-

führer abgegebenen Reisepass zu erfassen. Dieser Mangel ist als gering 

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zu bezeichnen und hatte für den Beschwerdeführer offensichtlich keine 

konkreten Rechtsnachteile zur Folge. Gleiches gilt auch für den Umstand, 

dass ihm durch die Vorinstanz ‒ vor der entsprechenden Anweisung durch 

das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 13. Septem-

ber 2017 ‒ keine vollständige Akteneinsicht erteilt wurde. Die drei fragli-

chen Aktenstücke betreffen ausschliesslich die rechtswidrige Einreise des 

Beschwerdeführers in die Schweiz und hatten offensichtlich für den Asyl-

entscheid des SEM keinerlei entscheidwesentliche Bedeutung. Nachdem 

ihm im Rahmen des Beschwerdeverfahrens mit Schreiben des SEM vom 

18. September 2017 Kopien jener Aktenstücke zugestellt worden waren, 

äusserte sich der Beschwerdeführer in der Beschwerdeergänzung vom 

16. Oktober 2017 denn auch in keiner Weise inhaltlich zu den ihm nach-

träglich zugestellten Dokumenten, sondern wiederholte lediglich, es sei 

sein Anspruch auf Akteneinsicht verletzt worden. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs, aus der sich weitergehende Ansprüche des Beschwer-

deführers ergeben könnten, ist in diesem Zusammenhang jedoch nicht zu 

erkennen.  

4.2 Des Weiteren wird geltend gemacht, der Anspruch auf das rechtliche 

Gehör sei verletzt worden, indem in der angefochtenen Verfügung ver-

schiedene Elemente des in den durchgeführten Befragungen erhobenen 

Sachverhalts nicht erwähnt worden seien. Diesbezüglich ist zwar festzu-

halten, dass die zuständige Behörde verpflichtet ist, die Vorbringen der Be-

troffenen sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu 

berücksichtigen. Jedoch muss sich die verfügende Behörde nicht aus-

drücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen 

Einwand auseinandersetzen, sondern darf sich auf die wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). Es ist denn auch fest-

zustellen, dass in der angefochtenen Verfügung die wesentlichen Vorbrin-

gen der Beschwerdeführenden in Bezug auf ihre Asylgründe aufgeführt 

und auch, soweit dies als angezeigt erscheint, bei der Begründung des 

Entscheids berücksichtigt worden sind. Der blosse Umstand, dass die Vo-

rinstanz nicht jedes einzelne Detail der Asylvorbringen in der Verfügung 

festgehalten und in ihrer Begründung erwähnt hat, ist nicht als Verletzung 

des rechtlichen Gehörs zu werten. Dies gilt im vorliegenden Fall insbeson-

dere auch für das Vorbringen des Beschwerdeführers, nachdem er mittler-

weile volljährig geworden sei, würde ihm bei einer Rückkehr nach Syrien 

die Einberufung in den Militärdienst drohen. Da der Beschwerdeführer zum 

Zeitpunkt der Ausreise aus Syrien erst dreizehn Jahre alt war, bildete das 

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genannte Vorbringen in Bezug auf die Beurteilung einer asylrelevanten Ge-

fährdung offensichtlich keinen entscheidwesentlichen Aspekt (vgl. auch 

nachfolgend, E. 6.3). 

4.3 Schliesslich wird mit der Beschwerdeschrift behauptet, das rechtliche 

Gehör sei verletzt worden, weil das SEM in der angefochtenen Verfügung 

überhaupt nicht beachtet habe, dass der Beschwerdeführer auch wegen 

der politischen Aktivitäten seiner Eltern aus Syrien geflohen sei. Auch diese 

Rüge ist offensichtlich unbegründet, erwähnte der Beschwerdeführer doch 

die politischen Aktivitäten seiner Eltern anlässlich seiner Befragungen im 

vorinstanzlichen Verfahren mit keinem Wort.  

4.4 Zusammenfassend erweist sich somit, dass die Rüge des Beschwer-

deführers, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch die Vorinstanz 

verletzt worden, nicht gerechtfertigt ist.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausge-

setzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.3 Gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG sind keine Flüchtlinge Personen, die we-

gen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt 

zu werden. Vorbehalten bleibt die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30). 

 

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6.  

6.1 Die Ablehnung des Asylgesuchs wurde durch die Vorinstanz damit be-

gründet, die Ausreise des Beschwerdeführers aus Syrien sei aus-schliess-

lich auf den dort herrschenden Bürgerkrieg zurückzuführen, während er 

selbst keine asylrelevanten Probleme gehabt habe. 

6.2 Dieser Einschätzung ist zu folgen. Der Beschwerdeführer machte im 

Rahmen seiner Befragungen im vorinstanzlichen Verfahren keine asyl-

rechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG geltend, die gegen 

ihn selbst als individuelle Personen gerichtet wäre. Soweit er vorbrachte, 

er habe sich am Bein verletzt, als in der Nähe des Hauses seiner Familie 

geschossen worden sei und er habe wegrennen wollen, ergeben sich aus 

seinen Aussagen keinerlei Hinweise darauf, dass es sich dabei um einen 

spezifisch gegen seine eigene Person gerichteten Angriff gehandelt haben 

könnte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich um einen Zwischen-

fall handelte, der in der damals in Aleppo herrschenden Kriegssituation 

jede(n) beliebige(n) Einwohnerin oder Einwohner der Stadt hätte treffen 

können.  

6.3 Mit der Beschwerdeschrift wird darüber hinaus vorgebracht, dem Be-

schwerdeführer drohe bei einer allfälligen Rückkehr nach Syrien eine ge-

zielte und somit asylrelevante Verfolgung, da er sich dem Miliärdienst in 

der syrischen Armee bislang durch Flucht entzogen habe. Diesbezüglich 

ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bereits im Alter von dreizehn 

Jahren aus seinem Heimatstaat ausreiste und sich in der Folge während 

fast drei Jahren in der Stadt Erbil im Irak aufhielt, bevor er schliesslich von 

dort in die Schweiz gelangte. Gemäss vorliegenden Erkenntnissen zum 

Ablauf der Rekrutierung zum Militärdienst in der staatlichen Armee in Sy-

rien (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], Syrien: Rekrutierung 

durch die syrische Armee, 30. Juli 2014, S. 5; Ministerie van Buitenlandse 

Zaken [Niederländisches Ministerium für auswärtige Angelegenheiten], 

Thematisch ambtsbericht dienstplicht in Syrië, 23. Dezember 2016) haben 

sich syrische Staatsbürger, die das Alter von achtzehn Jahren erreicht ha-

ben, bei den staatlichen Rekrutierungsbüros zu melden, beziehungsweise 

sie werden von der lokalen Polizeibehörde dazu vorgeladen. Beim Rekru-

tierungsbüro erhalten sie ihr Militärbüchlein, und anschliessend werden sie 

ärztlich untersucht. Im Falle ihrer ärztlich attestierten Militärdiensttauglich-

keit werden sie schliesslich innert drei bis sechs Monaten zur Leistung ih-

res Militärdiensts eingezogen. Somit wurde der Beschwerdeführer offen-

sichtlich in Syrien mangels Erreichens des diesbezüglich vorgesehenen Al-

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ters vor seiner Ausreise gar nicht militärisch ausgehoben, und seine ent-

sprechende Dienstpflicht steht noch gar nicht fest. Selbst wenn der Be-

schwerdeführer mittlerweile in Abwesenheit eine Aufforderung der syri-

schen Militärbehörden erhalten hätte, sich zur militärischen Aushebung zu 

melden ‒ was von ihm aber gar nicht behauptet wird ‒, so bestünde nach 

den vorliegenden Erkenntnissen kein Grund zur Annahme, die blosse 

Nichtbefolgung dieser Aufforderung werde durch die syrischen Behörden 

mit einer Wehrdienstverweigerung gleichgesetzt, welche wegen vermute-

ter Regimefeindlichkeit die Gefahr einer politisch motivierten Bestrafung 

und mithin einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von 

Art. 3 AsylG mit sich bringen würde (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.7.2 f.). Somit 

besteht kein Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer werde zum heu-

tigen Zeitpunkt aus diesem Grund in Syrien gesucht.  

6.4 Des Weiteren ist mit Blick auf das Vorbringen in der Beschwerdeschrift, 

der Beschwerdeführer habe seinen Heimatstaat unter anderem auch we-

gen der dortigen Verfolgungssituation seines Vaters verlassen müssen, 

festzuhalten, dass sich aus seinen Befragungen im vorinstanzlichen Ver-

fahren keine Hinweise auf eine mögliche Reflexverfolgung ergeben. Wie 

an anderer Stelle bereits erwähnt (E. 4.3), hat der Beschwerdeführer selbst 

die Verfolgungssituation seiner Eltern bei der Begründung seines Asylge-

suchs im vorinstanzlichen Verfahren gar nicht geltend gemacht. Ergänzend 

ist in diesem Zusammenhang schliesslich festzuhalten, dass mit Urteil  

D-5027/2017 vom 28. Mai 2018 die Asylgründe der Eltern des Beschwer-

deführers ebenfalls als unglaubhaft erachtet worden sind, mit der Folge der 

Abweisung der betreffenden Beschwerde. Weder den Asylverfahrensakten 

der Eltern des Beschwerdeführers noch jenen des volljährigen Bruders 

E._______ sind irgendwelche konkrete Hinweise zu entnehmen, die für 

das vorliegende Verfahren von entscheidwesentlicher Bedeutung sein 

könnten. 

6.5 Schliesslich ist festzustellen, dass den Beweismitteln, die im Be-

schwerdeverfahren mit Eingabe vom 20. Oktober 2017 eingereicht wurden, 

mit Blick auf die behaupteten Asylgründe keine Beweistauglichkeit zu-

kommt. Es handelt sich dabei um Dokumente im Zusammenhang mit der 

beruflichen Tätigkeit des Vaters des Beschwerdeführers als Zahnarzt be-

ziehungsweise Universitätsdozent. Diesen Beweismitteln ist offensichtlich 

nichts zu entnehmen, was auf eine konkrete asylrelevante Gefährdung des 

Beschwerdeführers schliessen liesse.  

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Seite 10 

6.6 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das SEM zutreffenderweise zur 

Einschätzung gelangt ist, der Beschwerdeführer habe keine asylrechtlich 

relevante Gefährdung glaubhaft gemacht. Die Vorinstanz hat folglich das 

Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

7.  

7.1 Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asyl-

gesuch hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 

(Art. 44 AsylG). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung er-

teilt und zudem besteht kein Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte Wegweisung 

steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und wurde 

demnach von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

7.2 Im vorliegenden Fall ist im Übrigen anzumerken, dass sich aus den 

angestellten Erwägungen nicht der Schluss ergibt, der Beschwerdeführer 

sei zum heutigen Zeitpunkt in seinem Heimatstaat nicht gefährdet. Indes-

sen ist die Gefährdungslage im Falle des Beschwerdeführers ausschliess-

lich auf die allgemeine in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurück-

zuführen, welche durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 7. August 2017 

gestützt auf Art. 83 Abs. 4 des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) im 

Rahmen der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit 

des Vollzugs der Wegweisung berücksichtigt wurde. 

8.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der – einzig in den 

Punkten 1‒3 des Dispositivs angefochtene – Asylentscheid des SEM das 

Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten sind auf 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Dabei ist zur Be-

gleichung der Verfahrenskosten der in selber Höhe geleistete Kostenvor-

schuss zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Zur Begleichung wird der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss 

verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli 

 

 

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