# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 703382f6-6355-5369-b3da-80812426a0d1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.10.2011 D-4531/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4531-2011_2011-10-03.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4531/2011
law/auj

U r t e i l   v om   3 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; 
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

Parteien A._______, geboren am […],
dessen Ehefrau
B._______, geboren am […], 
und deren Töchter 
C._______, geboren am […], und 
D._______, geboren am […],
Armenien, 
[…], 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 9. August 2011 / N […].

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  beschwerdeführenden  Eltern  –  armenische  Staatsangehörige 
aus  Erevan  –  am  25.  Dezember  2010 mit  ihren  beiden  Kindern  in  der 
Schweiz um Asyl nachsuchten,

dass  das  BFM  am  29.  Dezember  2010  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  Vallorbe  die  Personalien  der  Eltern  und  der 
[…]­jährigen Tochter erhob und sie zum Reiseweg sowie – summarisch – 
zu den Asylgründen befragte, 

dass  das Bundesamt  die  Beschwerdeführenden mit  Zwischenverfügung 
vom 30. Dezember 2010  für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton 
Z._______ zuwies,

dass  das BFM die Eltern  und die  […]­jährige Tochter  am 24. Mai  2011 
einlässlich zu den Asylgründen anhörte, 

dass  der  beschwerdeführende  Vater  zur  Begründung  seines 
Asylgesuches  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei  als  Mitarbeiter  des 
Innenministeriums  für  die  Ausstellung  von  Pässen  zuständig  gewesen 
und  habe  im  Februar  2007  auf  einen  Korruptionsskandal  aufmerksam 
gemacht, 

dass  die  anschliessende Untersuchung  zur  disziplinarischen Bestrafung 
seines  Vorgesetzten  geführt  habe,  welcher  einem  einflussreichen  […] 
Geschäftsmann  […]  Herkunft  eigenmächtig  einen  armenischen  Pass 
ausgestellt habe, 

dass  er  in  der  Folge  wiederholt  bedroht  und  zum  Rückzug  seiner 
Aussagen aufgefordert worden sei, 

dass sein Vorgesetzter im Oktober 2008 wieder befördert worden sei und 
ihn zur Kündigung seiner Arbeitsstelle gedrängt habe, 

dass er im März 2009 seine Stelle gekündigt habe, jedoch auch nach der 
Kündigung weiterhin bedroht worden sei, 

dass  der  zuständige  Staatsanwalt  ihn  vor  der  Ausreise  mehrmals 
telefonisch  vorgeladen  habe,  er  diese  Vorladungen  jedoch  jeweils 
ignoriert habe, um sich und seine Familie nicht durch weitere Aussagen 

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zu  kriminellen  Machenschaften  beziehungsweise  Korruption  zu 
gefährden, und sie Armenien schliesslich verlassen hätten, 

dass  seine  Ehefrau  und  die  Tochter  keine  eigenen  Asylgründe  geltend 
machten  und  angaben,  ihren  Heimatstaat  wegen  der  Probleme  ihres 
Ehemannes und Vaters verlassen zu haben, 

dass die Beschwerdeführenden bei der Einreichung ihrer Asylgesuche im 
EVZ  Vallorbe  am  25.  Dezember  2010  zum  Nachweis  ihrer  Identität 
zahlreiche Dokumente abgaben,  so unter anderen einen Militärausweis, 
einen  Führerschein,  eine  Geburtsurkunde  und  Arbeitsbücher  des 
Ehemannes  und  Vaters,  einen  Eheschein  sowie  Schuldiplome 
beziehungsweise           ­zeugnisse (vgl. BFM­act. A8/10 S. 4), 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  9.  August  2011  –  eröffnet  am 
11. August  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug 
der Wegweisung anordnete, 

dass das BFM zur Begründung des Nichteintretens auf die Asylgesuche 
zusammenfassend  festhielt,  die  Beschwerdeführenden  hätten  innert 
48 Stunden nach Gesuchseinreichung ohne entschuldbare Gründe keine 
Reise­  oder  Identitätspapiere  abgegeben  und  ihre  Asylgesuche  mit 
Aussagen  begründet,  die  –  ohne  das  Erfordernis  zusätzlicher 
Abklärungen  –  nicht  auf  eine  flüchtlingsrelevante  Verfolgung  schliessen 
liessen,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  17. August  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  darin  beantragen, 
es sei die Verfügung des BFM vom 9. August 2011 aufzuheben und das 
Verfahren  zwecks  materieller  Prüfung  ans  BFM  zurückzuweisen; 
eventualiter  sei  ihnen  die  vorläufige  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit 
oder  Unzulässigkeit  i.S.v.  Art.  83  Abs.  4  beziehungsweise  Abs. 3  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer (AuG, SR 142.20) zu gewähren, 

dass  die  Beschwerdeführenden  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  darum 
ersuchen, es sei ihnen die Bezahlung des Kostenvorschusses sowie der 
Verfahrenskosten  zu  erlassen  und  eine  angemessene 
Parteientschädigung auszurichten, 

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dass sie mit der Beschwerde Kopien der Pässe der Eltern einreichten, 

dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit 
Zwischenverfügung  vom  24. August  2011  das  Gesuch  um  Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  unter  der  Voraussetzung  des 
Nachreichens  einer  Fürsorgebestätigung  sowie  unter  Vorbehalt  einer 
allfälligen  nachträglichen  Veränderung  der  finanziellen  Verhältnisse  der 
Beschwerdeführenden guthiess, 

dass  die  Beschwerdeführenden mit  Eingabe  vom  29. August  2011  eine 
Fürsorgebestätigung nachreichten, 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 31. August 2011 
die  Beschwerde  der  Vorinstanz  mit  deren  Akten  zur  Vernehmlassung 
überwies  und  diese  einlud,  sich  unter  anderem  auch  zur  Frage  zu 
äussern,  inwiefern  es  sich  beim  eingereichten  Militärausweis  (014265) 
des  beschwerdeführenden  Ehemannes  und  Vaters  um  ein 
Identitätspapier  im  Sinne  von  Art. 1a  Bst. c  der  Asylverordnung  über 
Verfahrensfragen  vom  11.  August  1999  (AsylV 1,  SR 142.311)  handeln 
könnte, 

dass  das  BFM  sich  in  seiner  Vernehmlassung  vom  5. September  2011 
weder  zu  den  Vorbingen  in  der  Beschwerde,  noch  zum  eingereichten 
Militärausweis vernehmen liess, 

dass  das  Bundesamt  lediglich  festhielt,  die  Beschwerdeschrift  enthalte 
keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine 
Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen  könnten,  auf  seine 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwies und die Abweisung 
der Beschwerde beantragte, 

dass  der  Instruktionsrichter  die  Vernehmlassung  des  BFM  den 
Beschwerdeführenden  am  8. September  2011  zur  Kenntnisnahme 
zustellte,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über 

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das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105  AsylG,  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  vorliegend  zu  beurteilende  Beschwerde  sich  gegen  eine 
Verfügung  richtet,  laut  deren  Dispositiv  die  Vorinstanz  auf  die 
Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist (Ziffer 1 des 
Verfügungsdispositivs),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  der  Form  nach  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine 
Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die 
Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die 
Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch 
nicht eingetreten ist,

dass somit im Fall der Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1. 
S. 240 f.), 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters respektive einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 
wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb 

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vorliegend  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen 
Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird  (Art.  32 Abs. 3 Bst.  b AsylG) 
oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  gemäss  der  Rechtsprechung  unter  den  Begriff  “Reise­  oder 
Identitätspapier“  gemäss  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  nur 
fälschungssichere  Dokumente  und  Ausweise  fallen,  welche  von  den 
heimatlichen  Behörden  hauptsächlich  zum  Zwecke  des 
Identitätsnachweises  ausgestellt  worden  sind  und  sowohl  eine 
zweifelsfreie  Feststellung  der  Identität  –  einschliesslich  der 
Staatsangehörigkeit  –  als  auch  den  allfälligen  Vollzug  der Wegweisung 
der  asylsuchenden  Person  ermöglichen  und  diese  Anforderungen 
grundsätzlich nur Reisepässe und Identitätskarten erfüllen, 

dass andere Ausweise wie Führerausweise, Berufs­ und Schulausweise 
sowie  Geburtsurkunden,  die  zwar  Hinweise  auf  die  Identität  geben, 
jedoch in erster Linie einem anderen Zweck dienen, wie die Bestätigung 
namentlich  der  Fahrfähigkeit,  der  Berufsfähigkeit,  des  Schulbesuches 
oder  ­abschlusses oder einer Geburt zu einem bestimmten Zeitpunkt an 
einem  bestimmten  Ort,  keine  Identitätspapiere  im  Sinne  von  Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG darstellen (vgl. BVGE 2007/7 E. 6 S. 70), 

dass  unter  den  Begriff  des  Identitätsausweises  beziehungsweise  des 
Identitätspapiers – welche von den heimatlichen Behörden hauptsächlich 
zum Zwecke des  Identitätsnachweises ausgestellt worden sind – neben 
den  Identitätskarten  auch  andere  Ausweise  fallen  können,  wie  zum 
Beispiel ein Inlandpass (vgl. BVGE 2007/7 E. 6 S. 70), 

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dass  in manchen Staaten  auch militärische Ausweise  zum Zwecke  des 
Identitätsnachweises  ausgestellt  werden,  weshalb  ein  solcher 
militärischer (Identitäts­) Ausweis den gesetzlichen Anforderungen an ein 
Identitätspapier ebenfalls genügen kann,

dass  im  Asylverfahren  –  wie  im  übrigen  Verwaltungsverfahren  –  der 
Untersuchungsgrundsatz  gilt,  das  heisst,  die  Asylbehörde  hat  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  vor  ihrem  Entscheid  von  Amtes  wegen 
vollständig  und  richtig  abzuklären  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 12  VwVG, 
Art. 106  Abs. 1  Bst. b  AsylG),  wobei  sie  die  für  das  Verfahren 
erforderlichen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen,  die  relevanten 
Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen muss, 

dass die Beschwerdeführenden bei der Einreichung ihrer Asylgesuche im 
EVZ Vallorbe am 25. Dezember 2010 zum Nachweis ihrer Identität unter 
anderem  einen  Militärausweis,  einen  Führerschein  und  eine 
Geburtsurkunde des Ehemannes und Vaters sowie einen Eheschein und 
Schuldiplome beziehungsweise ­zeugnisse einreichten, 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend ausführt, beim 
abgegebenen  Führerschein  und  denjenigen  Dokumenten,  welche  mit 
keiner  Fotografie  versehen  seien,  handle  es  sich  nicht  um Reise­  oder 
Identitätspapiere im Sinne von Art. 1a Bst. b und c AsylV 1, 

dass  es  jedoch  ohne  Begründung  weiter  festhält,  der  eingereichte 
Militärausweis  genüge  den  Anforderungen  an  einen  rechtsgenüglichen 
Herkunftsnachweis  nicht  und  daraus  folgert,  die  Beschwerdeführenden 
hätten  innerhalb  der  eingeräumten  Frist  von  48 Stunden  keine  Reise­ 
oder  Identitätspapiere  abgegeben,  weshalb  die  in  Art. 32  Abs. 2  Bst. a 
AsylG  statuierte Grundvoraussetzung  für  einen Nichteintretensentscheid 
wegen fehlender Papiere erfüllt sei, 

dass  der  Ehemann  und  Vater  in  der  Beschwerde  unter  anderem 
vorbringt,  er  sei  davon  ausgegangen,  die  eingereichten  Dokumente 
genügten, um seine eigene sowie die  Identität  seiner Familienmitglieder 
zu bezeugen, 

dass  der  Schlepper  ihnen  die  Pässe  –  auch  den  […]  Pass  seiner  in 
Y._______  geborenen  jüngeren  Tochter  –  abgenommen  habe  und  sie 
nicht mehr habe aushändigen wollen, 

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dass  der  beschwerdeführende  Ehemann  und  Vater  auf 
Beschwerdeebene Kopien  seines Reisepasses  sowie  desjenigen  seiner 
Ehefrau  einreichte  und  erklärte,  die  Kopien  vor  der  Ausreise  aus 
Armenien sicherheitshalber angefertigt und diese am 21. Januar 2011 auf 
elektronischem  Weg  aus  seiner  Heimat  erhalten  zu  haben,  um  in  der 
Schweiz  eine  Prepaid­Sim­Karte  erwerben  und  einen  Internetanschluss 
einrichten zu können, 

dass  das  BFM  sich  in  seiner  Vernehmlassung  vom  5. September  2011 
inhaltlich  zu  den  Beschwerdevorbringen  nicht  äussert  und  –  trotz 
ausdrücklicher  Aufforderung  durch  den  Instruktionsrichter  –  auch  nicht 
zur  Frage  Stellung  nimmt,  inwiefern  es  sich  beim  eingereichten 
Militärausweis  des  beschwerdeführenden  Ehemannes  und  Vaters  um 
eine Identitätspapier im Sinne von Art. 1a Bst. c AsylV 1 handeln könnte,

dass  das  BFM  daher  in  Bezug  auf  die  Frage,  ob  es  sich  beim 
eingereichten Militärausweis des beschwerdeführenden Ehemannes und 
Vaters  um  ein  rechtsgenügliches  Identitätspapier  im  Sinne  von  Art. 1a 
Bst. b  und  c  AsylV 1  handelt  oder  nicht,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt nicht abgeklärt hat,

dass demnach auch nicht erstellt ist, ob der Grundtatbestand von Art. 32 
Abs. 2  Bst. a  AsylG  –  Nichtabgabe  von  Reise­  oder  Identitätspapieren 
innert 48 Stunden ab Gesuchseinreichung – erfüllt ist, 

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen  ist,  soweit  beantragt wird, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und die Sache an das BFM 
zur  vollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und 
zur Neubeurteilung zurückzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen  sind  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG),  womit  das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG gegenstandslos wird,

dass  den  Beschwerdeführenden  trotz  Obsiegens  keine 
Parteientschädigung  auszurichten  ist,  da  sie  im  Beschwerdeverfahren 
nicht  anwaltlich  vertreten  sind  und  ihnen  durch  die  Beschwerdeführung 
keine  notwendigen  Kosten  erwachsen  sind  (vgl.  Art. 64  Abs. 1  VwVG 
i.V.m.  Art. 7  Abs. 1  und  4  sowie  Art. 9  Abs. 1  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

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Seite 9

(Dispositiv nächste Seite) 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  
Die  Verfügung  des  BFM  vom  9. August  2011 wird  aufgehoben  und  die 
Sache  im  Sinne  der  Erwägungen  an  das  BFM  zur  Neubeurteilung 
zurückgewiesen. 

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Jacqueline Augsburger