# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de3d0453-95b9-5717-895d-5533187b7c3a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 B-3162/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3162-2010_2012-02-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

 

Abteilung II
B­3162/2010

U r t e i l   v om   8 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz),
Richter Francesco Brentani, Richterin Maria Amgwerd, 
Gerichtsschreiberin Sabine Büttler.

Parteien Deichmann SE, Deichmannweg 9, DE­45359 Essen, 
vertreten durch Dr. Thierry Calame und/oder Dr. Saskia 
Eschmann, Lenz & Staehelin, Bleicherweg 58, 8027 Zürich,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Charles Mac Corvick, c/o X._____,
Elsässerstrasse 7, 4056 Basel, 
vertreten durch Advokat Jörg Honegger, 
Liatowitsch & Partner, Elisabethenstr. 28, Postfach 425, 
4010 Basel,
Beschwerdegegner, 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 
Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern, 
Vorinstanz. 

Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 10442 ­ IR Nr. 758'995 
5TH AVENUE (fig.) / Schweizer Marke CH­Nr. 582'842 
AVENUE (fig.).

B­3162/2010

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Sachverhalt:

A. 
Die  Schweizer  Wort­/Bildmarke  CH­Nr. 582'842  "AVENUE"  (fig.)  wurde 
vom  Beschwerdegegner  am  3.  Dezember  2008  bei  der  Vorinstanz 
hinterlegt und am 11. Februar 2009 in Swissreg (http://www.swissreg.ch) 
veröffentlicht. Die Marke sieht wie folgt aus

und ist für die nachstehenden Waren eingetragen: 

Klasse  18:  Leder  und  Lederimitationen  sowie Waren  daraus,  soweit  sie  in 
dieser  Klasse  enthalten  sind;  Häute  und  Felle;  Reisekoffer,  Handkoffer; 
Regenschirme,  Sonnenschirme  und  Spazierstöcke;  Peitschen; 
Pferdegeschirre und Sattlerwaren.

Klasse 25: Bekleidungsstücke, Schuhwaren, Kopfbedeckungen.

B. 
Am  8. Mai  2009  erhob  die  Rechtsvorgängerin  der  Beschwerdeführerin, 
die Heinrich Deichmann­Schuhe GmbH & Co. KG, gegen die Eintragung 
dieser Marke teilweise Widerspruch, nämlich in Klasse 18 für "Leder und 
Lederimitationen  sowie  Waren  daraus,  soweit  sie  in  dieser  Klasse 
enthalten  sind;  Reisekoffer,  Handkoffer;  Regenschirme,  Sonnenschirme 
und Spazierstöcke" sowie allen  in Klasse 25 beanspruchten Waren. Sie 
stützte  sich  dabei  auf  ihre  internationale  Registrierung  IR 758'995  "5TH 
AVENUE"  (fig.),  welche  am  21. Mai  2001  in  das  internationale  Register 
eingetragen  und  der  Schweiz  am  2. August  2001  notifiziert  wurde 
(Gazette 2001/13). Sie hat folgendes Aussehen 

und ist für die nachfolgenden Waren eingetragen:

Klasse  18:  Cuir,  imitations  cuir  et  produits  en  ces matières  (compris  dans 
cette classe); malles et sacs de voyage; parapluies, parasols.

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Klasse 25: Vêtements, chaussures, couvre­chefs.

Zur  Begründung  des Widerspruchs  führte  sie  im Wesentlichen  aus,  die 
von  der  angefochtenen  Marke  beanspruchten  Waren  gegen  welche 
Widerspruch  erhoben  wurde,  seien  mit  denjenigen  der 
Widerspruchsmarke  identisch  bzw.  zumindest  gleichartig,  weshalb  die 
Verwechslungsgefahr  streng  zu  beurteilen  sei.  Die  beiden  Wort­
/Bildmarken würden  im  sie  jeweils  prägenden Wortbestandteil  "Avenue" 
übereinstimmen, was eine Ähnlichkeit in Klang, Schriftbild und Sinngehalt 
bewirke,  sodass  eine  Zeichenähnlichkeit  zu  bejahen  sei.  Die  im 
angefochtenen  Zeichen  enthaltene  Grafik,  würde  nicht  ausreichen,  um 
eine Verwechslungsgefahr mit der Widerspruchsmarke zu bannen.

C. 
Der  Widerspruchsgegner  liess  sich  innert  der  von  der  Vorinstanz 
angesetzten Frist nicht vernehmen.

D. 
Daraufhin verfügte die Vorinstanz am 17. März 2010 die Abweisung des 
Widerspruchs.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  dass  dem  in  beiden 
Marken auftretenden Wortelement "AVENUE" im Zusammenhang mit den 
beanspruchten  Waren  aufgrund  seines  den  Verkaufsort  dieser  Waren 
beschreibenden  Charakters  die  Unterscheidungskraft  fehle,  weshalb 
dieses  in  Alleinstellung  ohne  eine  Grafik  nicht  schutzfähig  sei.  Daher 
könne  sich  der Schutzumfang  der Widerspruchsmarke  nicht  auf  den  im 
angefochtenen  Zeichen  enthaltenen  Ausdruck  "AVENUE"  erstrecken, 
weswegen  aufgrund  der  sich  deutlich  unterscheidbaren  Grafik  im 
angefochtenen Zeichen eine Verwechslungsgefahr zu verneinen sei.

E. 
Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Rechtsnachfolgerin  der 
Widersprechenden,  die  Deichmann  SE,  am  29. April  2010  Beschwerde 
vor Bundesverwaltungsgericht. Die Rechtsbegehren lauten wie folgt: 

"1. Die Verfügung des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum vom 
17.  März  2010  im  Widerspruchsverfahren  10442  sei  aufzuheben.

2. Es sei die Eintragung der Schweizer Marke Nr. 582'842  "AVENUE (fig.), 
eingetragen  am  11.  Februar  2009,  für  "Leder  und  Lederimitationen  sowie 
Waren daraus, soweit sie  in dieser Klasse enthalten sind; Häute und Felle; 
Reisekoffer, Handkoffer; Regenschirme, Sonnenschirme und Spazierstöcke" 
in der Klasse 18 sowie sämtliche eingetragenen Waren in der Klasse 25 zu 
widerrufen.

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Unter Kosten­ und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners."

In prozessualer Hinsicht beantragt sie eine öffentliche Parteiverhandlung 
im Sinne von Art. 40 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021).

Zur  Beschwerdebegründung  macht  sie  geltend,  dass  die  bestrittenen 
Waren  beider  Marken  identisch  bzw.  gleichartig  seien.  Die  Marken 
würden  vom  gemeinsamen  Wortbestandteil  "AVENUE"  geprägt.  Die 
graphischen  Elemente  seien  von  untergeordneter  Bedeutung  und 
vermöchten  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  nicht,  jedem 
Zeichen  –  angesichts  einer  angeblichen  Kennzeichnungsschwäche  des 
Wortbestandteils  –  ein  eigenes  Gepräge  zu  verleihen  und  so  die 
Verwechslungsgefahr  zu  bannen.  Insbesondere  das  abstrakte  Symbol 
vor  dem Wortelement  der  angefochtenen  Marke  sei  nicht  geeignet  die 
Zeichen voneinander abzuheben. Des Weiteren bestreitet sie, dass sich 
der  Schutzumfang  nicht  auf  das  Wortelement  beziehe,  weil  damit  ein 
möglicher Verkaufsort der Waren beschrieben werde. Zahlreiche andere 
Marken enthielten diesen Bestandteil, obwohl sie für Waren beansprucht 
würden,  die  in  Geschäftslokalitäten  an  einer  Strasse  verkauft  werden. 
Selbst  wenn  der  Bestandteil  AVENUE  als  schwach  anzusehen  sei, 
müsse er  trotzdem mitberücksichtigt werden. Zudem handle es  sich bei 
der Widerspruchsmarke um eine verkehrsbekannte Marke.

F. 
Mit Schreiben vom 6. Juli 2010  legitimierte sich der Rechtsvertreter des 
Beschwerdegegners  und  beantragte  Akteneinsicht.  Im  gleichen 
Schreiben ersuchte  er  um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege 
für den Beschwerdegegner und stellte die Zustellung der entsprechenden 
Unterlagen in Aussicht.

G. 
Die Vorinstanz liess sich mit Schreiben vom 9. Juli 2010 vernehmen. Sie 
beantragt,  die  Beschwerde  abzuweisen  und weist  darauf  hin,  dass  das 
Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich der Frage der Verkehrsbekanntheit 
der Widerspruchsmarke volle Kognition habe.

H. 

H.a Der  Beschwerdegegner  reichte  am  5.  August  2010  das  ausgefüllte 
Formular  "Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 

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VwVG" nebst Beilagen beim Bundesverwaltungsgericht ein und ersuchte 
das  Gericht,  ihm  Advokat  Jörg  Honegger  als  amtlich  bestellter 
Rechtsvertreter zu bestellen.

H.b Mit  Verfügung  vom  6.  August  2010  wurde  der  Beschwerdegegner 
aufgefordert, eine Bestätigung der X._____ beziehungsweise der gemäss 
Handelsregister  zu  ihrer  Vertretung  berechtigten  Gesellschafter  bei 
Gericht  einzureichen,  aus  welcher  die  im  laufenden  Geschäftsjahr  zu 
erwartenden Umsätze und Gewinne sowie eine allfällige Beteiligung des 
Beschwerdegegners daran ersichtlich ist. 

H.c  Mit  Eingabe  vom  12.  August  2010  übermittelte  der 
Beschwerdegegner  ein  Schreiben  der  Gesellschafter  der  X._____  vom 
10. August  2010,  wonach  der  Beschwerdegegner  weder  eine 
Lohnerhöhung  noch  eine  Umsatz­  bzw.  Gewinnbeteiligung  zu  erwarten 
habe.

H.d  Mit Zwischenverfügung vom 18. August 2010 wurde das Gesuch des 
Beschwerdegegners  um  unentgeltliche  Rechtspflege  gutgeheissen  und 
Advokat Jörg Honegger als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt.

I. 
Innert erstreckter Frist liess sich der Beschwerdegegner mit Eingabe vom 
15. Oktober 2010 vernehmen. Er beantragt, die Beschwerde abzuweisen 
unter Kosten­ und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin. 
In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  auf  die  Durchführung  einer 
öffentlichen Parteiverhandlung zu verzichten.

In materieller Hinsicht bestreitet er, dass das abstrakte Symbol vor dem 
Wortelement der angefochtenen Marke kennzeichnungsschwach sei. Es 
erinnere  an  eine  lange  Strasse,  welche  bis  an  den  Horizont  reicht  und 
sich  entsprechend  verenge.  Im  Vergleich  mit  der  Widerspruchsmarke 
führt  er  aus,  dass  die  Vergleichszeichen  insbesondere  durch  den 
Bestandteil  "5th"  nicht  über  einen  ähnlichen  Sinngehalt  verfügten.  Die 
Übereinstimmung  der  Marken  erschöpfe  sich  im  gemeinfreien 
Wortbestandteil  AVENUE,  der  für  sich  genommen gar  nicht  schutzfähig 
sei.  Erst  die  graphische  Ausgestaltung  der  Marken,  verleihe  diesen  ihr 
eigenes  Gepräge,  welches  sich  aber  hinreichend  voneinander 
unterscheide.  Des  Weiteren  bestreitet  er  die  Verkehrsbekanntheit  der 
Widerspruchsmarke.

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J. 
Die Beschwerdeführerin erstattete Replik mit Eingabe vom 16. Dezember 
2011.  Sie  hält  ihre  materiellen  Anträge  aufrecht.  Hinsichtlich  der 
Zeichenähnlichkeit macht sie geltend, das Wortelement dominiere beide 
Zeichen.  Beim  Bildelement  der  angefochtenen  Marke  handle  es  sich 
schon  nach  Angaben  des  Beschwerdegegners  um  eine  stilisierte,  zum 
Horizont  führende Strasse, weshalb  sie  den  selben Sinngehalt, welcher 
dem Wortelement  und  der  Widerspruchsmarke  zu  eigen  sei,  aufweise. 
Daher  trage  das  Bildelement  nicht  zur  Unterscheidungskraft  bei.  Im 
Übrigen könne man sich durch das Bildelement der angefochtenen Marke 
auch  an  das  TH  in  5TH  (AVENUE)  erinnert  fühlen,  so  dass  die 
Ähnlichkeit  noch  verstärkt  werde.  Zwischen  geringfügig  verschieden 
ausgestalteten  dekorativen  Umrandungen  könne  der  Konsument  nicht 
unterscheiden. Weiter vertritt sie entgegen der Vorinstanz die Auffassung, 
dass  die  Abnehmer  die  Zahl  "5TH"  nicht,  sondern  vor  allem  das  Wort 
"AVENUE" wahrnähmen. Zudem bewegten sich ihre Waren nicht im selben 
Preis­  und  Kundensegment  wie  die  an  der  5th  Avenue  in  New  York 
verkauften und ihre Abnehmer verstünden, dass mit dem Glamour der 5th 
Avenue  gespielt  werde.  Die  angefochtene  Marke  übernehme  den 
prägenden  Bestandteil  der  Widerspruchsmarke.  Da  dieser  ihrer 
Auffassung nach nicht für die beanspruchten Waren und Dienstleistungen 
beschreibend  sei,  komme  der  Widerspruchsmarke  eine  normale 
Kennzeichnungskraft  zu,  welche  infolge  Benutzung  noch  gesteigert 
worden sei, was sie umfangreich belegte.

K. 
Mit  Duplik  vom  1.  Februar  2011  bestreitet  der  Beschwerdegegner  die 
Dominanz eines der Elemente. Er hält  das  in der angefochtenen Marke 
enthaltene  Bild  für  originell  und  bestreitet,  dass  es  an  die  Buchstaben 
"TH"  erinnere.  Keineswegs  sei  "5TH"  als  untergeordneter  Zusatz 
anzusehen,  das  ergebe  sich  schon  aus  der  Werbung  der 
Beschwerdeführerin. Die Marke habe einen geringen Schutzumfang,  da 
sie  sich  an  Sachbegriffe  anlehne.  Er  bestreitet  eine  durch  Benutzung 
gesteigerte  Kennzeichnungskraft.  Daher  reichten  schon  bescheidene 
Abweichungen, um einen ausreichenden Abstand einzuhalten.

L. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  2.  Februar  2011  erhielt  die 
Beschwerdeführerin Gelegenheit,  sich  dazu  zu  äussern,  ob  sie  ihren  in 
der  Beschwerde  gestellten  in  der  Replik  indessen  nicht  wiederholten 

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Antrag  auf  Durchführung  einer  öffentlichen  Parteiverhandlung  aufrecht 
erhalte.

M. 
Nachdem die Beschwerdeführerin mit Schreiben  vom 21.  Februar  2011 
mitgeteilt  hatte,  dass  sie  an  ihrem  Antrag  auf  Durchführung  einer 
öffentlichen  Parteiverhandlung  festhalte,  fand  diese  am  23. März  2011 
um 9.00 Uhr in den Räumlichkeiten des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern statt. Hierbei reichte die Beschwerdeführerin diverse Unterlagen ein, 
welche  ihrer  Auffassung  nach  die  intensiven,  langjährigen  und 
schweizweiten Werbemassnahmen  der Markeninhaberin  bezüglich  ihrer 
Marke belegen. Der Beschwerdegegner nahm gleich Stellung zu diesen 
Belegen  und  erachtete  sie  als  nicht  geeignet,  um  die  erhöhte 
Verkehrsbekanntheit der hinterlegten Marke in der gesamten Schweiz zu 
belegen. 

N. 
Die am 19. Januar 2012 eingegangene Kostennote  im Sinne von Art. 14 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2)  des  amtlichen  Vertreters,  zu  deren  Einreichung  dieser  vom 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  5. Januar  2012 
aufgefordert worden ist, wurde zu den Akten genommen.

O. 
Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird,  soweit  erforderlich,  im 
Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von  Beschwerden 
gegen  Entscheide  der  Vorinstanz  in  Widerspruchssachen  zuständig 
(Art. 31  und  33  Bst. d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 [VGG, SR 173.32]). 

Die Beschwerde wurde  innerhalb  der  gesetzlichen Frist  von Art. 50  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) am 29. April 2010 form­ und 

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fristgerecht  eingereicht  (Art. 52  Abs. 1  VwVG)  und  der  verlangte 
Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

Als Adressatin der angefochtenen Verfügung  ist die Beschwerdeführerin 
beschwert und hat ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder 
Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 
VwVG). Ebenso  liegen die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen gemäss 
Art. 48 ff. VwVG vor.

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. 

2.1.  Nach  der  Legaldefinition  von  Art. 1  Abs. 1  des 
Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11) ist die 
Marke ein Zeichen zur Unterscheidung von Waren oder Dienstleistungen 
verschiedener Unternehmen voneinander. Das Markenrecht entsteht mit 
der  Eintragung  ins  Register  und  steht  demjenigen  zu,  der  die  Marke 
zuerst  hinterlegt  (Art. 5 f.  MSchG).  Dem  Inhaber  verleiht  es  das 
ausschliessliche  Recht,  die  Marke  zur  Kennzeichnung  der  Waren  und 
Dienstleistungen,  für  die  sie  beansprucht  wird,  zu  gebrauchen  und 
darüber zu verfügen (Art. 13 Abs. 1 MSchG). 

2.2. Gestützt auf Art. 3 Abs. 1 MSchG kann der Inhaber der älteren Marke 
Widerspruch gegen entsprechende jüngere Markeneintragungen erheben 
(Art. 31  Abs. 1  MSchG).  Vorliegend  erhob  die  Rechtsnachfolgerin  der 
Inhaberin  der  älteren  internationalen  Registrierung  IR 758'995 
"5TH AVENUE"  (fig.),  welche  am  21. Mai  2001  in  das  internationale 
Register  eingetragen  wurde,  Widerspruch  gegen  die  am  11. Februar 
2009  auf  www.swissreg.ch  veröffentlichte  und  damit  jüngere 
schweizerische Marke CH­Nr. 582'842 "AVENUE" (fig.). Der am 29. April 
2010 erhobene Widerspruch erfolgte somit rechtzeitig (vgl. Art. 31 Abs. 2 
MSchG).  Erweist  sich  ein  Widerspruch  als  begründet,  so  wird  die 
Eintragung  ganz  oder  teilweise  widerrufen,  andernfalls  wird  der 
Widerspruch abgewiesen (Art. 33 MSchG). 

3. 

3.1. Zeichen sind gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG vom Markenschutz 
ausgeschlossen,  wenn  sie  einer  älteren  Marke  ähnlich  und  für  gleiche 
oder  gleichartige  Waren  oder  Dienstleistungen  registriert  sind,  so  dass 
sich  daraus  eine  Verwechslungsgefahr  ergibt.  Die  Beurteilung  der 
Verwechslungsgefahr  richtet  sich  nach  der  Ähnlichkeit  der  Zeichen  im 

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Erinnerungsbild  des  Letztabnehmers  (BGE  121  III  378  E.  2a 
BOSS/BOKS,  BGE  119  II  473  E.  2d  Radion/Radiomat;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  B­7934/2007  vom  26.  August  2009  E.  2.1 
Fructa/Fructaid,  B­3578/2007  vom  31.  Oktober  2007  E.  2  Focus/Pure 
Focus, B­7492/2006 vom 12. Juli 2007 E. 3 Aromata/Aromathera; siehe 
auch MARBACH, SIWR III/1, N. 867) und nach dem Mass an Gleichartigkeit 
zwischen den geschützten Waren und Dienstleistungen. Zwischen diesen 
beiden Elementen besteht eine Wechselwirkung: An die Verschiedenheit 
der Zeichen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher die 
Waren und/oder Dienstleistungen sind, und umgekehrt (BGE 128 III 441 
E. 3.1  Appenzeller,  126  III  315  E. 6bb  Apiella,  122  III  382  E. 3a 
Kamillosan;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgericht  B­7367/2010  vom 
9. Dezember  2011  E. 4.1  Höfer  Family  Office  (fig.)/Hofer,  B­2380/2010 
vom  7. Dezember  2011  E. 4.1  lawfinder/LexFind.ch  (fig.);  LUCAS DAVID, 
in:  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht, 
Markenschutzgesetz/Muster­  und  Modellgesetz,  2. Aufl.,  Basel  1999, 
MSchG Art. 3 N. 8). 

3.2. Für die Beurteilung der Verwechslungsgefahr gemäss Art. 3 Abs. 1 
MSchG  ist  ausschlaggebend,  ob  aufgrund  der  Ähnlichkeit 
Fehlzurechnungen  zu  befürchten  sind,  welche  das  besser  berechtigte 
Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion gefährden (BGE 127 III 166 
E. 2a Securitas). Eine Verwechslungsgefahr ist anzunehmen, wenn eines 
der  zu  vergleichenden  Zeichen  für  das  andere  gehalten  wird 
("unmittelbare  Verwechslungsgefahr"),  aber  auch  dann,  wenn  die 
massgeblichen  Verkehrskreise  die  Zeichen  zwar  auseinanderhalten, 
dahinter  aber  unrichtige  wirtschaftliche  Zusammenhänge  vermuten  und 
namentlich  annehmen,  dass  beide  gekennzeichneten  Angebote  aus 
demselben  Unternehmen  stammen  ("mittelbare  Verwechslungsgefahr", 
vgl.  BGE  128  III  97  f.  E.  2a  Orfina/Orfina,  BGE  127  III  166  E.  2a 
Securitas, Urteil des Bundesgerichts 4C.171/2001 vom 5. Oktober 2001 
E.  1b Stoxx/StockX  [fig.],  veröffentlicht  in  sic!  2002  S.  99, BGE  122  III 
382 ff. Kamillosan). 

3.3.  Weiter  sind  bei  der  Beurteilung  der  Verwechslungsgefahr  im 
Einzelfall  der  Aufmerksamkeitsgrad,  mit  dem  die  Abnehmer  bestimmte 
Waren oder Dienstleistungen nachfragen, sowie die Kennzeichnungskraft 
der  Zeichen,  da  diese  massgeblich  den  Schutzumfang  einer  Marke 
bestimmt, zu berücksichtigen (GALLUS JOLLER, in: Michael G. Noth/Gregor 
Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG],  Bern 
2009,  Art. 3  N. 45;  siehe  auch  WILLI,  a.a.O.,  Art. 3,  N. 17 ff.).  Für 

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schwächere Marken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für 
starke.  Bei  schwachen  Marken  genügen  daher  schon  bescheidenere 
Abweichungen,  um  eine  hinreichende  Unterscheidbarkeit  zu  schaffen 
(BGE 122 III 382 E. 2a Kamillosan; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
B­6046/2008 vom 3. November 2010 E. 3.3 R Rothmans  [fig.]/Roseman 
Crown Agencies KING SIZE  [fig.], B­2653/2008  vom 1. Dezember  2008 
E.  3.3 monari  c./ANNA  MOLINARI).  Als  schwach  gelten  insbesondere 
Marken,  deren  wesentliche  Bestandteile  sich  eng  an  Sachbegriffe  des 
allgemeinen  Sprachgebrauchs  anlehnen  (BVGE  2010/32  E.  7.3 
Pernaton/Pernadol  400,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007  E.  5  Aromata/Aromathera).  Stark  sind 
demgegenüber  Marken,  die  entweder  aufgrund  ihres  fantasiehaften 
Gehalts  auffallen  oder  aber  aufgrund  ihres  intensiven  Gebrauchs 
überdurchschnittliche  Bekanntheit  geniessen  (BGE  122  III  382  E.  2a 
Kamillosan, mit Hinweisen; Urteil  des Bundesgerichts 4C.258/2004 vom 
6. Oktober 2004 E. 2.2 Yello; MARBACH, SIWR III/1., N. 979 mit Hinweis 
auf  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7475/2006  vom  20.  Juni 
2007 E. 6 und 7 Converse All Stars [fig.]/Army tex [fig.] und Entscheid der 
RKGE  vom  26.  Oktober  2006  E.  7  Red  Bull  [fig.]/Red,  Red  Devil, 
veröffentlicht  in sic! 2007 S. 531). Die Verwechselbarkeit zweier Zeichen 
ist  daher  nicht  aufgrund  eines  abstrakten  Zeichenvergleichs,  sondern 
stets vor dem Hintergrund der gesamten Umstände zu beurteilen  (Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts B­6046/2008 vom 3. November 2010 R 
Rothmans [fig] / Roseman Crown Agencies KING SIZE [fig.]). 

4. 
Als erstes sind die massgeblichen Verkehrskreise für die im Widerspruch 
stehenden Waren zu bestimmen (EUGEN MARBACH, Die Verkehrskreise im 
Markenrecht,  in:  sic!  2007,  S.  1,  6  f.  und  11).  Dabei  ist  das 
Warenverzeichnis der älteren Marke der Ausgangspunkt (JOLLER, a.a.O., 
Art. 3 N. 49), wobei vorliegend die von der Widerspruchsmarke in Klasse 
18  beanspruchten  "Cuir,  imitations  cuir  et  produits  en  ces  matières 
(compris  dans  cette  classe);  malles  et  sacs  de  voyage;  parapluies, 
parasols" sowie die in Klasse 25 beanspruchten "Vêtements, chaussures, 
couvre­chefs"  auch  von  der  angefochtenen Marke  beansprucht werden. 
Diese  Produkte  richten  sich  grundsätzlich  an  das  allgemeine  Publikum. 
Sie  werden  von  den  Abnehmern  zwar  nicht  tagtäglich  am  Markt 
nachgefragt  (JOLLER,  a.a.O.,  Art. 3  N. 54).  Indessen  ist  bei  den 
involvierten Waren der Klassen 18 und 25 davon auszugehen, dass diese 
von  den  Durchschnittskonsumenten  immerhin  mit  einer  gewissen 
Regelmässigkeit  nachgefragt  werden  (Urteile  des 

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Bundesverwaltungsgericht  B­4260/2010  vom  22. Dezember  2011  E. 7 
BALLY/BALU  [fig.],  B­7487/2010  vom  Urteil  vom  28.  Juni  2011  E. 9.2 
sparco  [fig.]/SPARQ,  B­3118/2007  vom  1. November  2007  E. 8 
Swing/Swing  Relaxx  [fig.]).  Schliesslich  gibt  es  im  Registereintrag 
keinerlei Indizien dafür, dass es sich vorliegend um Waren eines höheren 
Preissegments  bzw.  eine  Einschränkung  auf  Luxusgüter  handelt  (Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4260/2010  vom  22. Dezember  2011 
E. 7  BALLY/BALU  [fig.]).  Demnach  ist  von  einer  durchschnittlichen 
Aufmerksamkeit  auszugehen  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 998).  Dies  gilt 
auch  für  die  Ware  "Spazierstöcke"  in  Klasse  18  für  welche  nur  die 
angefochtene  Marke  Schutz  beansprucht,  gegen  welche  sich  der 
Widerspruch aber ebenfalls richtet. Dass diese mit den in Klasse 18 sonst 
beanspruchten Waren zumindest gleichartig sind, wird von keiner Partei 
bestritten. 

5. 
Angesichts der unbestritten Warenidentität bzw. Gleichartigkeit gilt es nun 
zu prüfen, ob eine Zeichenähnlichkeit besteht.

5.1.1. Entscheidend bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zweier Zeichen ist 
der  Gesamteindruck,  den  die  Zeichen  bei  den  massgebenden 
Verkehrskreisen  hinterlassen  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 864).  Beim 
Zeichenvergleich  ist  von  den  Eintragungen  im  Register  auszugehen 
(Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­5325/2007  vom  12. November 
2007 E.  3 Adwista/ad­vista mit  Hinweisen;  siehe  auch MARBACH,  SIWR 
III/1, N. 705),  doch  gilt  es  zu  berücksichtigen,  dass  das  angesprochene 
Publikum die beiden Marken  in der Regel nicht gleichzeitig vor sich hat. 
Deshalb  ist auf das Erinnerungsbild abzustellen, welches die Abnehmer 
von den eingetragenen Marken bewahren (Entscheid der RKGE vom 27. 
April  2006  E.  6  O  [fig.],  veröffentlicht  in  sic!  2006  S.  673  f.).  Diesem 
Erinnerungsbild haftet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit an 
(MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 867 f.),  weshalb  es  wesentlich  durch  das 
Erscheinungsbild  der  kennzeichnungskräftigen Markenelemente  geprägt 
wird  (BGE  122  III  386  E. 2a  Kamillosan).  Schwache  oder  gemeinfreie 
Markenbestandteile  dürfen  jedoch  bei  der  Beurteilung  der 
Markenähnlichkeit  nicht  einfach  ausgeblendet  werden  (MARBACH,  SIWR 
III/1,  N. 866 mit  Hinweis  auf  BGE  122  III  382  E.  5b Kamillosan;  WILLI, 
a.a.O.,  Art.  3,  N. 65).  Vielmehr  ist  im Einzelfall  zu  entscheiden,  ob  und 
inwieweit  dieselben  das  Markenbild  ungeachtet  ihrer 
Kennzeichnungsschwäche  beeinflussen  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 865 
mit Hinweis  auf  das Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  B­1085/2008 

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vom  13.  November  2008 Red  Bull/Stierbräu).  Eine  Differenzierung  und 
damit  eine  Gewichtung  der  Zeichenelemente  ist  zulässig  (MARBACH, 
SIWR III/1, N. 866 mit Hinweis auf BGE 96 II 400 Eden Club).

5.1.2.  Für  Kollisionsfälle  zwischen  komplexen  Marken,  beispielsweise 
kombinierten Wort­/Bildmarken, können keine absoluten Regeln darüber 
aufgestellt werden, welchem Zeichenelement auf der einen oder anderen 
Seite  die  für  den  Gesamteindruck  prägende  Bedeutung  zukommt 
(JOLLER,  a.a.O.,  Art. 3  N. 197).  Enthält  eine  Marke  sowohl 
kennzeichnungskräftige Wort­  als  auch Bildelemente,  können  diese  das 
Erinnerungsbild  gleichermassen  prägen.  Entsprechend  kann  bereits 
angesichts einer hohen Zeichenähnlichkeit  in Bezug auf das Wort­ oder 
das Bildelement eine Verwechslungsgefahr  resultieren  (MARBACH, SIWR 
III/1, N. 930 f.). Sind die Bildelemente einer kombinierten Wort­/Bildmarke 
nur wenig kennzeichnungskräftig, treten sie beim Zeichenvergleich in den 
Hintergrund  (Entscheid  der  RKGE  vom  10.  Februar  2004  E.  10 
SPEEDO/Speed Company [fig.], veröffentlicht in sic! 2004 S. 578 f.).

5.1.3. Die Wortelemente von Wort­/Bildmarken sind nach den  folgenden 
Kriterien miteinander zu vergleichen: Zu beachten sind  ihr Klang und  ihr 
Schriftbild,  gegebenenfalls  auch  ihr  Sinngehalt  (JOLLER,  a.a.O.,  Art. 3 
N. 196  und  130  ff.).  Das  Silbenmass,  die  Aussprachekadenz  und  die 
Aufeinanderfolge  der  Vokale  prägen  insbesondere  den  Klang,  während 
das Schriftbild vor allem durch die Wortlänge und durch die Eigenheiten 
der  verwendeten  Buchstaben  bestimmt  wird  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007  E.  4 
Aromata/Aromathera  mit  Hinweisen).  Ein  klar  erkennbarer, 
unterschiedlicher  Sinngehalt  im  Widerspruch  stehender  Marken  kann 
eine festgestellte visuelle oder akustische Ähnlichkeit jedoch wettmachen. 
Dazu  reicht  es  aber  nicht  aus,  dass  der  Sinngehalt  der  einen  Marke 
demjenigen  der  anderen  nicht  entspricht,  sondern  es  ist  ein  Sinngehalt 
erforderlich,  der  sich  den  Wahrnehmenden  sofort  und  unwillkürlich 
aufdrängt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­7460/2006 vom 6. Juli 
2007 E. 6 Adia/Aida Jobs, Aida Personal, Entscheid der RKGE vom 10. 
März 2006 E. 7 Minergie/Sinnergie mit weiteren Hinweisen, veröffentlicht 
in sic! 2006 S. 413).

5.2.  Im  vorliegenden  Fall  stehen  sich  die  jeweils  kombinierten  Zeichen 
"5TH AVENUE" (fig.) und "AVENUE" (fig.) gegenüber. Während sich bei der 
Widerspruchsmarke "5TH AVENUE" (fig.) die grafischen Elemente  in einer 
etikettenhaften  Umrahmung  sowie  2  kleineren,  daran  anschliessenden 

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Rechtecken  erschöpft,  weist  die  angefochtene  Marke  nebst  einer 
etikettenhaften  Umrandung  auch  ein  dunklerer  Grund  sowie  eine  dem 
Wortelement  vorangestellte  Kleingrafik  auf,  in  welcher  gemäss  dem 
Beschwerdegegner  eine  sich  zum  Horizont  hin  verengende  Strasse 
dargestellt  ist  (Beschwerdeantwort,  S. 4 Rn.  12).  Die Wortelemente  der 
Widerspruchsmarke  sind  in  Kapitälchen  geschrieben,  jene  der 
angefochtenen  Marke  in  Grossbuchstaben.  Inwiefern  sich  aus  dem 
Vergleich  dieser  Elemente  eine  Zeichenähnlichkeit  ergibt,  gilt  es  im 
Folgenden zu untersuchen.

5.3.  Sowohl  die  Widerspruchsmarke  "5TH  AVENUE"  (fig.)  als  auch  die 
angefochtene Marke  "AVENUE"  (fig.)  bestehen  in  ihren Wortelementen 
aus  dem  Wort  "Avenue",  welches  sowohl  in  Englisch  als  auch  in 
Französisch  mit  "Allee"  bzw.  "breite  Strasse"  oder  "Prachtstrasse" 
übersetzt  wird  (Eintrag  zu  "avenue"  in:  Le  Petit  Robert  de  la  langue 
française 2012, édition numérique; Eintrag zu "avenue" in: Oxford English 
Dictionary –  the definitive record of  the English  language, online edition; 
Einträge zu "avenue" in den Lexika D­E und D­F, in: Pons Wörterbücher, 
www.pons.de;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  B­
2642/2008  vom  30. September  2009  E. 3  Park  Avenue).  Die 
angefochtene Marke übernimmt dieses Element der Widerspruchsmarke 
also  vollkommen.  Klanglich  ist  allerdings  zu  berücksichtigen,  dass  die 
Widerspruchsmarke  aufgrund  der  englisch  geschriebenen  Ziffer  "5th" 
auch in dieser Sprache ausgesprochen wird, während das angefochtene 
Zeichen  "Avenue"  keinen  Hinweis  auf  eine  bestimmte  Sprache  enthält 
und  daher  ebenso  auf  Französisch  gelesen  werden  kann.  Die 
Beschwerdeführerin  bringt  zwar  in  ihrer  Beschwerde  vor,  bei  der  Ziffer 
"5th"  handle  es  sich  um  einen  Zusatz,  welcher  in  der  Erinnerung  des 
Abnehmers  rasch  verblasse  und  im  Gesamteindruck  nicht 
mitberücksichtigt  werden  sollte  (vgl.  Beschwerde,  S. 11  Rn. 37).  Doch 
dieser  Einschätzung  kann  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  im 
Einklang  mit  der  Vorinstanz  nicht  anschliessen:  Gerade  im 
Zusammenhang  mit  dem  Wort  "Avenue"  kann  eine  Strassennummer 
nicht  gänzlich  unberücksichtigt  bleiben  (vgl.  dazu  auch  E. 5.4  unten). 
Klanglich  ist  somit  festzustellen,  dass  beide  Zeichen  das 
übereinstimmende  Element  "Avenue"  beinhalten,  und  dieses  sowohl  in 
Englisch  wie  auch  auf  Französisch  ausgesprochen  sehr  ähnlich  klingt 
(nämlich Aveniu vs. Avenü) – zumal auch bezüglich dem angefochtenen 
Zeichen nicht gänzlich auszuschliessen ist, dass dieses zumindest in der 
Deutschschweiz von vorne herein auf Englisch, und damit gleich wie die 
Widerspruchsmarke,  ausgesprochen  wird.  Die  Vokalfolge  der 

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Widerspruchsmarke  ist  die  selbe  wie  jene  der  angefochtenen  Marke, 
nämlich  A­E­U­E.  Zählt  man  die  Ziffer  der  Widerspruchsmarke  dazu, 
unterscheiden  sich  die  beiden Marken  nur  bezüglich  dem ersten Vokal, 
nämlich  I­A­E­U­E.  Die  festgestellten  Unterschiede  im  Wortklang  sind 
demzufolge minim. 

5.4. Bezüglich des Sinngehalts verweisen beide Marken mit dem Element 
"Avenue"  unbestrittenermassen  auf  eine  "Allee"  bzw.  "breite 
(Prachts)Strasse"  (vgl.  E. 5.3  hiervor).  Im  Einklang  mit  der 
Beschwerdeführerin  ist  festzustellen,  dass  daran  auch  die  Ziffer  "5th" 
nichts  ändert.  Allerdings  schliesst  dies  für  die Widerspruchsmarke  nicht 
auch noch einen weiteren Sinngehalt, nämlich den Hinweis auf die wohl 
berühmteste und teuerste Einkaufsstrasse New Yorks, der "5th Avenue", 
aus  (vgl. auch E. 6.3.3 hiernach). Zu Recht gehen daher die Vorinstanz 
und  der  Beschwerdegegner  davon  aus,  dass  der  Abnehmer  das 
Widerspruchszeichen auch als einen Hinweis auf diese Strasse versteht. 
Der  Hinweis  der  Beschwerdeführerin  auf  einen  Entscheid  des 
Harmonisierungsamtes  für  den  Binnenmarkt  (HABM)  verfängt  insoweit 
nicht  (vgl.  Entscheid  vom  27. März  2006  Widerspruchverfahren­Nr. 
B 814'634,  Ziff.  II  1.2 Avenue/5th Avenue),  da  für  die  im  konkreten Fall 
betroffenen  spanischen  Abnehmer  die  "5th  Avenue"  keinen 
Wiedererkennungswert  besitzt,  weil  stattdessen  im  Spanischen  von  der 
"La Quinta Avenida" gesprochen wird. Doch auch wenn "5th Avenue" und 
"Avenue"  miteinander  zu  vergleichen  sind  und  keine  deckungsgleiche 
Sinngehalte vorliegen, sind die Sinngehalte einander – wie die Vorinstanz 
zu Recht befunden hat – so nahe, dass dieser geringfügige Unterschied, 
wonach  die  eine  "Avenue"  definierter  ist  als  die  andere,  für  sich  alleine 
die Zeichenähnlichkeit nicht auszuschliessen vermag. 

5.5. Auch  bei  der  Beurteilung  des  Schriftbildes  und  der Grafik  sind  nur 
wenige Unterschiede erkennbar, wie nachfolgend aufgezeigt wird:

5.5.1. Vergleicht man  das  Schriftbild  der Wortelemente  beider  Zeichen, 
so  fallen einem nur wenige Unterschiede auf. Am augenfälligsten  ist die 
Ziffer  "5th",  welche  im  angefochtenen  Zeichen  vollkommen  fehlt.  Beide 
Zeichen  sind  in  Grossbuchstaben  geschrieben,  wobei  allerdings  die 
Widerspruchsmarke  in Kapitälchen dargestellt wird. Die Schriften beider 
Zeichen  sind  sehr  ähnlich  und  das  hauptsächliche  Wortelement  beider 
Marken,  nämlich  das  Wort  "Avenue",  ist  in  beiden  Zeichen  zentral 
sichtbar. 

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5.5.2. Bei  der Beurteilung der Bildelemente beider Zeichen  ist  zunächst 
auf  die  abstrakte  Kleingrafik  der  angefochtenen  Marke  einzugehen, 
welche  in  der Widerspruchsmarke  kein  grafisches Pendant  findet.  Auch 
wenn  darin,  entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdegegners 
(Beschwerdeantwort,  S. 4  Rn.  12),  nicht  ohne  weiteres  eine  sich  zum 
Horizont hin verengende Strasse zu erkennen ist, so handelt es sich doch 
nicht wie von der Beschwerdeführerin behauptet, um einen kleinen,  rein 
dekorativen  Zusatz,  welcher  im  Erinnerungsvermögen  der  Abnehmer 
untergeht (Beschwerde, S. 10 Rn. 34). Diese Grafik mag zwar klein sein, 
doch  sie  ist  nicht  banal  und  verleiht  dem  angefochtenen  Zeichen  eine, 
wenn auch nicht grosse, Tiefe. 

Die weiteren graphischen Elemente der Zeichen hingegen sind einander 
vom Prinzip her ähnlich, nicht aber identisch in der Ausführung. Gleich ist, 
dass  in  beiden  Marken  die  Wortelemente  von  einer  rechteckigen 
etikettenhaften  Umrandung  umgeben  sind.  Die  Ecken  der  jeweiligen 
Etiketten  unterscheiden  sich  dagegen,  denn  in  der Widerspruchsmarke 
sind  sie  rechtwinklig  und  in  der  angefochtenen  Marke  abgerundet 
gezeichnet. Genau  "spiegelverkehrt"  ist  die  farbliche  Kontrastierung  der 
Zeichen:  Während  beim  Widerspruchszeichen  die  Etikette  selber  hell 
unterlegt und die Umrandung – einem dünnem Strich, welcher oben wie 
unten jeweils in der Mitte breiter ausfällt – sowie die Wortelemente dunkel 
dargestellt sind, werden beim angefochtenen Zeichen sowohl die Schrift 
als  auch  die  Umrandung  in Weiss  auf  dunklerem  Grund  abgebildet.  In 
diesem  Zusammenhang  verweist  die  Beschwerdeführerin  darauf,  dass 
sie  ihre  Marke  ohne  Farbanspruch  hinterlegt  habe,  was  ihrer  Meinung 
nach  dazu  führt,  dass  diese  auch  im  gleichen  Kontrast  wie  die 
angefochtene Marke geschützt sei, was die Ähnlichkeit im Schriftbild und 
der  Grafik  erhöhe  (Beschwerde,  S. 10  Rn. 32).  Indessen  ist  hierzu 
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin dabei verkennt, dass sich das 
Schutzobjekt  einer  Marke  aus  der  Darstellung  im Markenregister  ergibt 
(Art. 10 Markenschutzverordnung  vom  23. Dezember  1992  [MSchV,  SR 
232.111]). Vorliegend sind ein heller Hintergrund mit dunkler Schrift und 
damit nicht die umgekehrte Farbgestaltung registriert. Dies gilt denn auch 
im  gleichen  Mass  für  die  angefochtene  Marke,  welche  ebenfalls  trotz 
fehlendem  Farbanspruch  aufgrund  ihrer  Gestaltung  nicht  in  einer 
umgekehrten Kontrastierung geschützt ist. 

5.5.3.  Doch  auch  wenn  beide  Marken  gerade  einen  umgekehrten 
Kontrast  haben,  ist  festzustellen,  dass  sie  den  selben  Aufbau  und  die 
gleiche  Art  der  Gestaltung  haben,  nämlich  die  Kombination  "Zusatz  + 

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"AVENUE""  und  deren  farblich  kontrastierte  etikettenhaften Umrandung. 
Daraus  ergeben  sich,  trotz  festgestellter Unterschiede,  Ähnlichkeiten  im 
Schriftbild und der grafischen Gestaltung.

5.6. Aus dem Gesagten geht hervor, dass die festgestellten Unterschiede 
in der grafischen Gestaltung und im Sinngehalt nicht derart sind, dass sie 
die  Ähnlichkeiten  im  Wortklang,  dem  Schriftbild  sowie  dem 
Zeichenaufbau zu kompensieren vermögen (vgl. dazu BGE 121 III 377 E. 
2b BOSS/BOKS; JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 168 f. mit Hinweisen; MARBACH, 
a.a.O.,  N.  886).  Eine  Zeichenähnlichkeit  ist  daher,  insbesondere 
bezüglich der Wortelemente, zu bejahen. 

6. 
Abschliessend  ist  in  einer  Gesamtbetrachtung  und  unter 
Berücksichtigung  der  Kennzeichnungskraft  beider  Marken  und  des 
Aufmerksamkeitsgrades,  den  die massgeblichen Verkehrskreise  bei  der 
Nachfrage  der  beanspruchten  Waren  walten  lassen,  über  die 
Verwechslungsgefahr zu urteilen.

6.1.  Vorliegend  kam  die  Vorinstanz  zum  Schluss,  bei  der 
Widerspruchsmarke handle es sich um eine Marke mit einem schwachen 
Schutzumfang (vgl. Titel D, Ziff. 5 der angefochtenen Verfügung). Diesen 
Schluss  zog  sie,  weil  gemäss  ihrer  Beurteilung  das  Zeichenbestandteil 
"Avenue"  der  Widerspruchsmarke  wegen  seines  den  möglichen 
Verkaufsort beschreibenden Charakters  für die beanspruchten Waren  in 
Alleinstellung  schwach  sei.  Da  dieses  Element  auch  bei  der 
angefochtenen Marke  in Alleinstellung schwach gewesen wäre, wies die 
Vorinstanz darauf hin, dass bei beiden Marken die Eintragung einzig und 
allein  aufgrund  ihrer  grafischen  Ausgestaltung  erfolgte.  Für  den 
Zeichenkonflikt  bedeutet  dies,  dass  sich  der  Schutzumfang  der 
Widerspruchsmarke  nicht  auf  den  schwachen  Bestandteil  "Avenue" 
erstrecken  könne  und  daher  die  festgestellten  Unterschiede  in  der 
grafischen  Gestaltung,  insbesondere  die  in  der  angefochtenen  Marke 
enthaltene  Kleingrafik,  eine  Verwechslungsgefahr  ausschliesse  (Titel  D, 
Ziff.  5  der  angefochtenen  Verfügung).  Dieser  Auffassung  schliesst  sich 
der  Beschwerdegegner  an  und  fügt  hinzu,  dass  dem  Bestandteil 
"AVENUE"  im Zusammenhang mit dem Element  "5th" eine anpreisende 
werbemässige  Bedeutung  im  Sinne  eines  Hinweises  auf  die  hohe 
Qualität der beanspruchten Waren – wie an der New Yorker 5th Avenue – 
zukomme und dieses Element deshalb "dem Gemeingut zuzuordnen sei" 
(Beschwerdeantwort, S. 7 Rz. 24).

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6.2. Die Beschwerdeführerin lehnt diese Auffassung ab. Sie legt dar, dass 
eine  Avenue  bzw.  Strassen  im  Allgemeinen  üblicherweise  nicht  als 
Verkaufsort  dienten,  sondern  vielmehr  Boutiquen,  Einkaufshäuser  oder 
andere Ladenlokale. Auch wenn diese an einer Strasse  lägen, seien  für 
den Schluss von "AVENUE" auf den Ort, an dem sich ein Verkaufslokal 
für  die  beanspruchten  Waren  befindet  doch  einige  Gedankenschritte 
vonnöten, weswegen dem Wortbestandteil die Unterscheidungskraft nicht 
abgesprochen  werden  dürfe  (Beschwerde,  S. 15,  Rz. 51).  Um  diese 
Auffassung  zu  belegen,  stützt  sie  sich  auf mehrere  schweizerische  und 
internationale Eintragungen mit dem Bestandteil "AVENUE" für Waren die 
in Geschäften an einer Strasse verkauft würden (Beschwerdebeilagen 7 
und  8).  Schliesslich  macht  sie  geltend,  dass  auch  bei  geringer 
Unterscheidungskraft des Wortelementes von einer Verwechslungsgefahr 
auszugehen  sei,  da  auch  schwache oder  gemeinfreie Elemente  bei  der 
Beurteilung  des  Gesamteindruckes  nicht  von  vornherein  ausgeblendet 
werden dürften. 

6.3. Vorinstanz und Beschwerdegegner gehen zu Recht davon aus, dass 
im  Einzelfall  der  gemeinfreie  Charakter  eines  Markenbestandteils  der 
Widerspruchsmarke  dazu  führen  kann,  dass  sich  die 
Kennzeichnungskraft  nur  aus  den  anderen  unterscheidungskräftigen 
Bestandteilen  ergibt  (BVGE 2010/32 E.  7.2  PERNATON/Pernadol  400). 
Mit  anderen Worten  schenkt  der Konsument  dem gemeinfreien Teil  der 
Marken  kaum  Aufmerksamkeit,  so  dass  die  Verwechslungsgefahr  im 
Wesentlichen  anhand  der  kennzeichnungskräftigen  Bestandteile  beider 
Marken zu prüfen  ist  (Urteil  des BVGer B­7492/2006 vom 12.  Juli  2007 
E. 6 Aromata/Aromathera).  Im  vorliegenden Fall  ist  daher  zu  prüfen,  ob 
der Bestandteil "AVENUE" gemeinfrei ist.

6.3.1.  Dem  Gemeingut  zugehörig  sind  Zeichen,  bzw. 
Zeichenbestandteile,  wenn  es  ihnen  im  Hinblick  auf  die  beanspruchten 
Waren  und Dienstleistungen  an  der  erforderlichen Unterscheidungskraft 
fehlt  oder  von  einem  Freihaltebedürfnis  auszugehen  ist,  wobei  beide 
Fallgruppen  eine  gewisse  Schnittmenge  aufweisen  (BVGE  2010  E.  7.3 
PERNATON/ Pernadol 400).

6.3.2.  Ein  Zeichen  lässt  die  erforderliche  Unterscheidungskraft  unter 
anderem dann vermissen, wenn der Sinngehalt eine besondere Nähe zu 
den  beanspruchten  Waren  aufweist  oder  aber  einen  Begriff  der 
Alltagssprache  enthält,  der  sich  in  einer  anpreisenden  Bedeutung 
erschöpft  (BGE  128  III  457  E.  1.6  Premiere,  129  III  227  f.  E.  5.1 

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Masterpiece, 72 I 276 Fifth Avenue; Urteil des BVGer B­7504/2006 vom 
8. März  2008  E.  4  chic  [fig.]/lip  chic mit  zahlreichen  Hinweisen;  RKGE 
vom 23. Mai 2005 E. 6 5th Avenue  [fig.]/5th Avenue Fashion House [fig.]; 
DAVID ASCHMANN,  in:  Michael  G.  Noth/Gregor  Bühler/Florent  Thouvenin 
[Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG],  Bern  2009,  Art. 2  N. 163 ff; 
JOLLER,  a.a.O.,  Art. 3  N. 88).  Diese  anpreisende  Bedeutung  muss  vom 
Betrachter ohne Zuhilfenahme der Fantasie direkt erkannt werden (DAVID, 
a.a.O., N. 9 f. zu Art. 2 MSchG, BGE 129 III 228 E. 5.1 Masterpiece, 114 
II 373 E. 1 Alta tensione, 91 I 358 E. 4 ever fresh). Allerdings genügt es, 
dass  die  fragliche  Bedeutung  von  einem  Teil  der  Abnehmerkreise  oder 
nur  in  einer  Sprachregion  nicht  als  Hinweis  auf  eine  bestimmte 
betriebliche Herkunft  verstanden wird,  damit  die Marke  zum Gemeingut 
zählt (BGE 128 III 451 E. 1.5 Premiere, 127 III 166 f. E. 2b/aa Securitas, 
97 I 83 Top Set).

6.3.3.  Die  Widerspruchsmarke  enthält  das  Wortelement  "5th  Avenue", 
dessen  Gemeingutcharakter  im  Hinblick  auf  die  vorliegend 
beanspruchten Waren der Klassen 18 und 25 mehrmals bestätigt worden 
ist (vgl. BGE 76 I 238, 241 5th Avenue; RKGE vom 23. Mai 2005 E. 6 5th 
Avenue  [fig.]/5th  Avenue  Fashion  House  [fig.]).  Das  Bundesgericht  hat 
bereits  im  Jahre  1950  hierzu  festgestellt,  dass  die  Bezeichnung  als 
solche nicht geeignet  ist, Luxusgüter zu  individualisieren  (BGE 76  I 241 
5th  Avenue).  Die  Rekurskommission  hat  darauf  aufbauend  in  einem 
Widerspruchsverfahren  entschieden,  dass  im  Zusammenhang  mit  den 
Waren  der  Klassen  18  und  25  "Luxus  und  Lifestyle"  zu  den  begehrten 
Eigenschaften  gehören,  die  insbesondere  in  der  Werbung  intensiv 
hervorgehoben  würden.  Für  diese  Waren  stelle  die  Bezeichnung  "5th 
Avenue" einen Hinweis auf hohe Qualität und damit eine werbemässige 
Aussage  dar. Solche Qualitätshinweise  sind  nach  ständiger Praxis  dem 
Gemeingut zuzurechnen (Entscheid der RKGE vom 23. Mai 2005 E. 6 5th 

Avenue  [fig.]/5th  Avenue  Fashion  House  [fig.]).  Das 
Bundesverwaltungsgericht  kann  seit  diesen  Entscheiden  keine 
Veränderungen  bezüglich  der  Reputation  erkennen,  die  mit  dieser 
Strasse verbunden wird. Für Waren, welche  in  luxuriösen Ausführungen 
denkbar  sind, wie  etwa  diejenigen  der  hier  betroffenen Klassen  18  und 
25,  ist  daher  von  einem  anpreisenden  Charakter  des  Elements  "5th 
Avenue"  und  daher  einem  schwachen  Markenbestandteil  auszugehen. 
Ob  darüber  hinaus  von  einem  beschreibenden  Charakter  des 
Wortbestandteils  ausgegangen  werden  muss,  welcher  den  Verkaufsort 
der  beanspruchten  Waren  bezeichnet,  kann  daher  offen  bleiben. 

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Demnach  genügen  grundsätzlich  schon  geringe  Abweichungen,  um  die 
Verwechslungsgefahr zu bannen. 

6.4.  Indessen kann, wie die Vorinstanz  in der angefochtenen Verfügung 
andeutet, der Schutzumfang einer Marke  trotz schwachen Bestandteilen 
dadurch gestärkt werden, dass sie auf dem Markt eine hohe Bekanntheit 
erlangt  hat  (vgl.  Titel  D,  Ziff. 5  der  angefochtenen  Verfügung;  JOLLER, 
a.a.O.,  Art. 3  N. 98  mit  weiteren  Hinweisen).  Der  Markeninhaber  hat 
hierzu  allerdings  entsprechende  Belege  einzureichen.  Um  eine  erhöhte 
Verkehrsbekanntheit  zu  bejahen,  müssen  die  Belege  in  der  Schweiz 
einen  langjährigen  Gebrauch  der  Marke  und  intensive  Werbung 
ausweisen  (Entscheid  der  RKGE  vom  10.  Oktober  1997,  E. 3  und 6 
Clinique/Unique frisch Kosmetik, veröffentlicht in sic! 1998, S. 50; JOLLER, 
a.a.O., Art. 3 N. 100). Auch Umsatzzahlen (Entscheid der RKGE vom 13. 
Juli 2006 E. 7 Geschwungener Streifen, veröffentlicht in sic! 2006, S. 857) 
und die Höhe des Werbeaufwandes  können einen  intensiven Gebrauch 
dokumentieren (JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 99 f.). 

6.5.  Die  Beschwerdeführerin  macht  erstmals  vor 
Bundesverwaltungsgericht  die  Bekanntheit  der  Widerspruchsmarke 
geltend (Beschwerde, S. 16, Rz. 58). Sie reicht hierzu zahlreiche Belege 
ein,  welche  einen  intensiven  und  langjährigen  Gebrauch  der 
Widerspruchsmarke  im  Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Waren 
dokumentieren  sollen.  Nebst  zweier  Schreiben  bzw.  eidesstattlichen 
Versicherungen  zu  den  Absatzzahlen  der  mit  "5th  Avenue" 
gekennzeichneten Schuhe für die Jahre 2000­2009 (Beschwerdebeilagen 
9  und  10),  verschiedener  Medienmitteilungen  und  Zeitungsartikeln  mit 
Erwähnung  der  Wortelemente  der  Widerspruchsmarke 
(Beschwerdebeilagen  20­21;  Replikbeilagen  5­12),  einem  Werbespot 
(Beschwerdebeilage 16), einem Printinserat in der deutschen Version der 
Zeitschrift  Vogue  (Replikbeilage  13),  einem  Produktionsplan  bezüglich 
Werbespots  für  das  2.  Halbjahr  2010  (anlässlich  der  öffentlichen 
Verhandlung  eingereichte  Beilage  [nachfolgend:  Verhandlungsbeilage] 
Nr. 23), einer Tragtasche  (Beschwerdebeilage 19) sowie Ausdrucke der 
Homepage  der  Markeninhaberin  (Beschwerdebeilage  13;  Replikbeilage 
3)  sind  mehrheitlich  Werbeprospekte  der  Markeninhaberin 
(Beschwerdebeilagen  11­12,  14­15,  17­18;  Verhandlungsbeilagen  1­22 
sowie 24­34) eingereicht worden. 

6.5.1.  Der  Beschwerdegegner  bestreitet,  dass  aus  den  eingereichten 
Belegen  ein  intensiver  und  langjähriger  Gebrauch  der 

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Widerspruchsmarke  hervorgeht  (Replik  des  Beschwerdegegners 
anlässlich der öffentlichen Verhandlung vom 29. März 2010, S. 10 und 11 
des Protokolls; Duplik, S. 6, Rn. 16; Beschwerdeantwort, S. 8 Rn. 26 ff.). 
Dabei ist  im Einklang mit dem Beschwerdegegner festzuhalten, dass die 
Belege  den  Gebrauch  und  die  Bewerbung  der  Marke  so  wie  hinterlegt 
aufzeigen müssen (JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 100), weshalb jene Beilagen, 
in  welchen  nicht  die  hinterlegte  Wort­/Bildmarke  abgebildet  ist, 
unbeachtlich  sind.  Es  sind  dies  zum  Einen  diverse  Werbeprospekte 
(Beschwerdebeilagen  14­15  und  17­19;  Verhandlungsbeilagen  22  und 
24),  die  Tragtaschen  (Beschwerdebeilagen  19)  und  die  Werbespots 
(Beschwerdebeilage  16),  welche  lediglich  das  Zeichen  "CINDY 
CRAWFORD  COLLECTION  BY  5th  AVENUE"  (fig.)  nicht  aber  die 
Widerspruchsmarke  "5TH  AVENUE"  (fig.)  aufführen.  Auch  aus  der 
Pressemitteilung der Beschwerdeführerin  (Beschwerdebeilage 20) sowie 
den  Kurzbeiträgen  in  diversen  Regional­  und  Gratiszeitungen 
(Beschwerdebeilage  21;  Replikbeilagen  5­9)  geht  lediglich  hervor,  dass 
die Markeninhaberin  eine  Zusammenarbeit mit  Cindy Crawford  eingeht. 
Weiter  wird  in  diversen  Kurzbeiträgen  in  der  Migros­Zeitung  vom  29. 
Oktober 2007 (Replikbeilage 12), der Zürichsee­Zeitung vom 18. August 
2009  und  den  Obersee­Nachrichten  vom  13.  August  2009 
(Replikbeilagen  10­11),  der  Zuger  Presse  vom  31.  März  2010 
(Beschwerdebeilage  21),  dem  Bote  der  Urschweiz  vom  7.  April  2010 
(Beschwerdebeilage  21)  zumindest  neutral  auf  die Marke  "5th  Avenue" 
verwiesen, doch handelt es sich auch da nur um die Wortelemente und 
nicht  um  das  hinterlegte  Zeichen.  Auch  in  der  Beschwerdebeilage  11, 
einem Auszug aus dem Magazin "Schuh Fashion" der Firma Dosenbach, 
lässt  sich  die  hinterlegte  Marke  nicht  finden,  sondern  lediglich  der 
Ausdruck  "5th  Avenue",  welcher  zudem  eher  als  Modellbezeichnung 
denn als Marke  erkennbar  ist.  Schliesslich  ist  auch  auf  den  undatierten 
Screenshots  der  schweizerischen  Homepage  der  Beschwerdeführerin 
lediglich  das  Zeichen  "CINDY  CRAWFORD  COLLECTION  BY  5th 
AVENUE"  (fig.)  dargestellt  (Replikbeilage  3).  In  den 
Verhandlungsbeilagen 25­34 ist nur ein Vorgängerzeichen abgebildet und 
im Ausschnitt  aus der Glückspost  (Beschwerdebeilage 21)  ist  gar  keine 
Marke erwähnt oder abgebildet. 

6.5.2. Dass die Widerspruchsmarke hingegen wie hinterlegt zumindest im 
Zusammenhang  mit  den  Waren  "Schuhe"  in  Klasse  25  benutzt  und 
beworben  wird,  belegen  diverse  Ausgaben  in  den  Landessprachen 
Deutsch,  Französisch  und  Italienisch  des  Werbemagazins  der 
Beschwerdeführerin,  welches  den  schweizerischen  Haushalten  pro 

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Saison  gratis  zugestellt  wird  (Beschwerdebeilage  12; 
Verhandlungsbeilagen  1­21).  Diese  Belege  decken  den  Zeitraum  1998 
bis 2009 ab und zeigen eine dauernde Werbepräsenz für die hinterlegte 
Marke  auf  (vgl.  Plädoyer  der  Beschwerdeführerin  anlässlich  der 
öffentlichen  Verhandlung  vom  29. März  2010,  S.  6­9  des  Protokolls; 
Verhandlungsbeilage  35;  Beschwerdebeilage  12).  Auch  der  als 
Beschwerdebeilage  13  eingereichte  Screenshot  vom  29. April  2010  der 
schweizerischen Homepage der Beschwerdeführerin  zeigt  auf,  dass  die 
Widerspruchsmarke  wie  hinterlegt  gebraucht  wird,  und  zwar  offenbar 
parallel  zum  Zeichen  "CINDY  CRAWFORD  COLLECTION  by  5th 
AVENUE".  Aus  all  diesen  Belegen  geht  eine  langjährige  und  intensive 
Werbepräsenz  in  den  Jahren  1998  bis  2010  der  hinterlegten  Wort­
/Bildmarke für Schuhe hervor.

6.5.3.  Bezüglich  den  in  der  Schweiz  unter  dieser  Marke  verkauften 
Schuhe, geht aus der eidesstattlichen Versicherung des schweizerischen 
Geschäftsführers der Beschwerdeführerin vom 15. Januar 2007 und einer 
Erklärung  vom  22. April  2010  hervor,  dass  in  den  Jahren  2002­2003 
sowie 2007­2008 rund 8 Mio CHF, in den Jahren 2004 bis 2006 rund 5,5 
Mio  CHF  sowie  2009  rund  10,5  Mio  CHF  Umsatz  erzielt  wurde 
(Beschwerdebeilagen  9  und  10).  Dabei  wurden  durchschnittlich  rund 
134'000  Anzahl  Schuhpaare  verkauft  (Beschwerdebeilagen  9  und  10). 
Die Benutzung der Marke erfolgte jeweils dadurch, dass die Marke in der 
hinterlegten Form sowohl auf den jeweiligen Schuhen selbst als auch auf 
deren  Verpackung  angebracht  war  (Beschwerdebeilage  9).  Damit  ist 
auch ein langjähriger und intensiver Gebrauch der hinterlegten Marke im 
Zusammenhang mit "Schuhwaren" belegt. 

6.5.4.  Im  Zusammenhang  mit  den  in  Klasse  25  beanspruchten 
"Schuhwaren"  kann  demnach  zusammenfassend  festgehalten  werden, 
dass  die  eingereichten  Werbebeilagen  (Beschwerdebeilage  12; 
Verhandlungsbeilagen 1­21) eine im Zeitraum 1998 bis 2009 langjährige 
und  dauernde  Werbepräsenz  der  Widerspruchsmarke  auf  Deutsch, 
Italienisch  und  Französisch  im  Zusammenhang  mit  der  Ware 
"Schuhwaren" belegen – und zwar in der hinterlegten Form (vgl. E. 6.5.2 
hiervor). Weiter ist aus den Verkaufs­ und Umsatzzahlen der Jahren 2002 
bis 2009 ersichtlich, dass grosse Mengen von Schuhen, welche mit der 
hinterlegten  Widerspruchsmarke  gekennzeichneten  Waren,  verkauft 
wurden.  Die  erhöhte  Verkehrsbekanntheit  der  Widerspruchsmarke  ist 
daher  im  Zusammenhang  mit  den  in  Klasse  25  beanspruchten  Waren 
"Schuhwaren" zu bejahen. Im Zusammenhang mit diesen Waren verfügt 

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die Widerspruchsmarke  über  eine  gesteigerte  Kennzeichnungskraft  und 
daher zumindest über einen normalen Schutzumfang.

6.5.5. Damit ist sogleich auch festzuhalten, dass keiner der eingereichten 
Beilagen  –  auch  jene,  welche  unbeachtlich  blieben  (vgl.  E. 6.5.1)  –  die 
Bewerbung  bzw.  überhaupt  den  Gebrauch  der  Widerspruchsmarke  mit 
den  restlichen  Waren  der  Klassen  18  und  25  belegen.  Entgegen  der 
Meinung  der  Beschwerdeführerin  muss  daher  die  erhöhte 
Verkehrsbekanntheit der Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit den 
Waren "vêtements, couvre­chefs" der Klasse 25 sowie allen in Klasse 18 
beanspruchten Waren, verneint werden. 

6.6.  Im Sinne einer gesamthaften Würdigung kann nach dem Gesagten 
festgestellt werden, dass in Bezug auf die Ware "Schuhwaren" der Klasse 
25  aufgrund  der  Warenidentität,  der  Zeichenähnlichkeit  sowie  des 
erhöhten Schutzumfangs der Widerspruchsmarke für diese Produkte sich 
die  Anforderungen  an  den  Zeichenabstand  erhöhen  und  eine 
Verwechslungsgefahr daher aufgrund der bestehenden Ähnlichkeiten zu 
bejahen  ist.  Hingegen  ist  in  Bezug  auf  die  Waren  "Leder  und 
Lederimitationen  sowie  Waren  daraus,  soweit  sie  in  dieser  Klasse 
enthalten  sind;  Reisekoffer,  Handkoffer;  Regenschirme,  Sonnenschirme 
und  Spazierstöcke"  der  Klasse  18  sowie  "Bekleidungsstücke, 
Kopfbedeckungen"  der Klasse 25 die Verwechslungsgefahr  im Einklang 
mit  der  Vorinstanz  zu  verneinen.  Mangels  erhöhten  Schutzumfang  der 
Widerspruchsmarke  im  Zusammenhang mit  diesen Waren,  ist  aufgrund 
der  Tatsache,  dass  der  Wortbestandteil  "5th  Avenue" 
kennzeichnungsschwach  ist und  insoweit nicht  in den Schutzbereich der 
Widerspruchsmarke  fällt,  davon  auszugehen,  dass  die  Verkehrskreise 
diesem  Markenbestandteil  weniger  Gewicht  beimessen  und  ihre 
Aufmerksamkeit  stattdessen  auf  die  übrigen Markenbestandteile  richten 
werden.  Da  der  Schwerpunkt  der  Kennzeichnungskraft  der 
Widerspruchsmarke  sich  auf  die  grafischen  Bestandteilen  beschränkt, 
und  diese  sich  hinreichend  von  denjenigen  der  angefochtenen  Marke 
unterscheiden,  ist  unter  Berücksichtigung  der  Aufmerksamkeit  der 
Abnehmer  (vgl.  E. 4  hiervor)  eine  Verwechslungsgefahr  der Marken  für 
diese Waren zu verneinen. 

6.7. Die Beschwerde  ist damit  teilweise gutzuheissen, d.h.  in Bezug auf 
die Waren "Schuhwaren" der Klasse 25, und Ziffer 1 der angefochtenen 
Verfügung aufzuheben.

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Seite 23

7. 

7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
anteilsmässig  von der Beschwerdeführerin  und dem Beschwerdegegner 
zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 64 Abs. 1 VwVG), doch da die 
Beschwerdeführerin die erhöhte Verkehrsbekanntheit ihrer Marke erst mit 
der  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  geltend  gemacht  hat, 
konnte die Vorinstanz diese gar nicht von sich aus prüfen und allenfalls 
im  selben  Sinne  entscheiden.  Indessen  ist  zulasten  des 
Beschwerdegegners zu berücksichtigen, dass er auch nach Vorlage der 
Belege durch die Gegenseite an seinen Begehren  festgehalten hat  (vgl. 
dazu  mutatis  mutandis  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  B­
246/2008  vom  26.  September  2008  E.  4  mit  Hinweisen  RED 
BULL/DANCING  BULL).  Demnach  unterliegt  der  Beschwerdegegner  im 
vorliegenden  Verfahren  immerhin  zu  einem  Viertel.  Daher  hat  die 
Beschwerdeführerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens, welche sich 
auf Fr. 4'000.−  belaufen,  in  der Höhe von Fr. 3'000.−  zu  tragen  (Art.  63 
Abs.  1  VwVG  und  Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Weiter  hat  die 
Beschwerdeführerin  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen 
Parteiverhandlung  bestanden.  Sie  hat  diese  Kosten,  d.h.  Fr. 1'000.− 
ebenfalls  zu  tragen.  Entsprechend  ist  der  Beschwerdeführerin  der 
geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  5'000.−  im  Umfang  von  Fr. 1'000.– 
zurückzuerstatten.  Da  dem  Beschwerdegegner  die  unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt wurde,  ist der  ihm aufzuerlegende Kostenanteil  in 
der Höhe von Fr. 1'000.− von der Staatskasse zu tragen. 

7.2. Die  Beschwerdeführerin  hat  aufgrund  des  Verfahrensausgangs  vor 
Bundesverwaltungsgericht mit Bezug auf die vorinstanzlichen Kosten als 
zu  einem  Viertel  obsiegend  zu  gelten,  weshalb  der  Beschwerdegegner 
anzuweisen  ist,  ihr  ein  Viertel  der  gemäss  Ziffer  2  der  angefochtenen 
Verfügung beim IGE verbleibenden Widerspruchsgebühr von Fr. 800.− im 
Umfang  von  Fr. 200.–  zu  erstatten.  Aufgrund  der  ihm  gewährten 
unentgeltlichen  Rechtspflege,  ist  dieser  Betrag  der  Beschwerdeführerin 
aus der Staatskasse zu erstatten. 

7.3. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine 
Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zulasten der 
unterliegenden  Partei  zugesprochen  werden  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  in 
Verbindung  mit  Art. 7  Abs. 1  VGKE).  Die  Parteientschädigung  umfasst 
die  Kosten  der  Vertretung  sowie  allfällige weitere  notwendige  Auslagen 
der Partei (Art. 8 VGKE). 

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7.3.1. Angesichts  des Umstands,  dass  die Beschwerdeführerin  etwa  zu 
einem  Viertel  obsiegt  und  zu  drei  Viertel  unterliegt,  hat  diese  dem 
Beschwerdegegner  eine  entsprechend  ermässigte  Parteientschädigung 
zu  zahlen.  Die  Parteientschädigung  ist  auf  Grund  der  eingereichten 
Kostennote  festzusetzen  (Art. 14  Abs. 2  Satz 2  i.V.m.  Art. 7 
Abs. 1 VGKE).  Vom  Bundesverwaltungsgericht  dazu  aufgefordert  (vgl. 
E. N  hiervor),  hat  der  Beschwerdegegner  am  19.  Januar  2012  eine 
detaillierte  Kostennote  eingereicht,  gemäss  derer  seinem  amtlich 
bestellten  Rechtsvertreter  Kosten  in  der  Höhe  von  Fr. 9'165.−  (exkl. 
MWST)  und  Auslagen  in  der  Höhe  von  Fr. 210.20  entstanden, 
Gesamthaft geht diese Kostennote demnach von einem Totalbetrag von 
Fr. 10'103.10 (inkl. MWST) aus. 

Die Kostennote  erscheint  selbst  unter  Berücksichtigung  des  zweifachen 
Schriftenwechsels,  der  zahlreichen  Belege,  die  die  Beschwerdeführerin 
im  Beschwerdeverfahren  eingereicht  hat,  sowie  der  Durchführung  einer 
von  der  Beschwerdeführerin  beantragten  öffentlichen  Parteiverhandlung 
höher als die effektiv  notwendigen Kosten  (Art. 7 Abs. 1 VGKE). Sie  ist 
daher angemessen herabzusetzen. In Würdigung der Rechtsschriften des 
Beschwerdegegners  und  unter  Berücksichtigung  der  nicht  allzu 
komplexen  Sachlage  erscheint  somit  ein  Honorar  von  Fr.  5'800.−  und 
damit  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 6'345.−  (inkl.  MWST)  zzgl. 
Fr. 210.20  Auslagenersatz  (Art. 13  lit. a  VGKE),  d.h.  gesamthaft 
Fr. 6'555.20,  für  das  Beschwerdeverfahren  als  angemessen.  Bezug 
nehmend  auf  die  Tatsache,  dass  die  Beschwerdeführerin  zu  einem 
Viertel  und  der  Beschwerdegegner  zu  drei  Viertel  obsiegen,  hat  die 
Beschwerdeführerin  den  Beschwerdegegner  demnach  summa 
summarum  im  Umfang  der  Hälfte  der  geltend  gemachten  Parteikosten, 
d.h. mit Fr. 3'277.60, zu entschädigen. 

7.3.2.  Da  dem  Beschwerdegegner  mit  Zwischenverfügung  vom 
18. August  2010  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege 
gutgeheissen wurde,  sind  seinem  amtlich  bestellten  Rechtsvertreter  die 
ihm  im  Zusammenhang  mit  seiner  Mandatserfüllung  entstandenen 
Kosten  und  Auslagen  aus  der  Staatskasse  zu  erstatten.  Wie  unter 
E. 7.3.1  ausgeführt,  sind  die  geltend  gemachten Kosten  auf  gesamthaft 
Fr. 6'555.20 (inkl. MWST und Auslagen) zu reduzieren. Abzüglich der von 
der  Beschwerdeführerin  auszurichtenden  Parteientschädigung,  hat  die 
Staatskasse diese Kosten daher in der Höhe von Fr. 3'277.60 zu tragen.

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Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege garantiert allerdings keine 
definitive Übernahme der Kosten durch den Staat (BGE 122 I 322 E. 2c). 
Gelangt der Beschwerdegegner später zu hinreichenden Mitteln, so ist er 
verpflichtet,  dem Bundesverwaltungsgericht  Honorar  und  Kosten  seines 
amtlich bestellten Rechtsvertreters zu vergüten (Art. 65 Abs. 4 VwVG).

7.4. Gemäss Art. 34 MSchG bestimmt die Vorinstanz in welchem Masse 
die Kosten der obsiegenden Partei im vorinstanzlichen Verfahren von der 
unterliegenden  zu  ersetzen  sind.  Die  Vorinstanz  hatte  dem 
Beschwerdegegner  mangels  Verfahrensbeteiligung  keine 
Parteientschädigung  zugesprochen  (Ziffer  3  der  angefochtenen 
Verfügung). Dem Beschwerdegegner sind  im vorinstanzlichen Verfahren 
keine Kosten entstanden, weshalb ihm hierfür keine Parteientschädigung 
zuzusprechen ist. 

8. 
Gegen  dieses Urteil  steht  keine  Beschwerde  an  das  Bundesgericht  zur 
Verfügung  (Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]). Es ist deshalb rechtskräftig.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Vorinstanz  wird 
angewiesen, die Schweizer Marke CH­Nr. 582'842 AVENUE (fig.) für die 
in  Klasse  25  beanspruchten  Waren  "Schuhwaren"  zu  löschen.  Die 
angefochtene  Marke  bleibt  jedoch  für  alle  in  Klasse  18  sowie  den  in 
Klasse  25  beanspruchten  Waren  "Bekleidung,  Kopfbedeckung" 
rechtsgültig bestehen. 

2. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.− werden der Beschwerdeführerin  in 
der  Höhe  von  Fr. 4'000.−  auferlegt  und  mit  dem  von  ihr  geleisteten 
Kostenvorschuss  verrechnet.  Der  vom  Beschwerdegegner  zu  leistende 
Anteil  in der Höhe von Fr. 1'000.− wird der Beschwerdeführerin aus der 
Gerichtskasse zurückerstattet. Er geht zu Lasten der Staatskasse. 

3. 
Die  von  der  Beschwerdeführerin  geleistete  Widerspruchsgebühr  von 
Fr. 800.− verbleibt dem Institut. Sie wird ihr im Umfang von Fr. 200.− aus 
der Staatskasse zurückerstattet. 

4. 
Ziffer  3  der  vorinstanzlichen  Verfügung  wird  nicht  aufgehoben.  Der 
Beschwerdeführerin  wird  für  das  vorinstanzliche  Verfahren  keine 
Parteientschädigung zugesprochen.

5. 
Für  das  Beschwerdeverfahren  wird  dem  Beschwerdegegner  zu  Lasten 
der  Beschwerdeführerin  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 3'277.60.− 
(inkl. MWST) zugesprochen. 

6. 
Für das Beschwerdeverfahren  ist dem amtlich bestellten Rechtsvertreter 
des Beschwerdegegners  eine Entschädigung  von Fr. 3'277.60.­  aus der 
Staatskasse zu bezahlen. 

7. 
Die  Rückforderung  der  gemäss  den  Ziffern  2  und  6  hiervor  auf  die 
Staatskasse  genommenen  Beträge  gestützt  auf  Art. 65  Abs. 4  VwVG 
bleibt vorbehalten.

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8. 
Dieses Urteil geht an:

– die  Beschwerdeführerin  (Rechtsvertreter;  Einschreiben;  Beilagen: 
Rückerstattungsformular sowie Beschwerdebeilagen retour)

– den  Beschwerdegegner  (Rechtsvertreter;  Einschreiben;  Beilagen: 
Rückerstattungsformular sowie Akten zurück)

– die  Vorinstanz  (Widerspruchsverfahren  Nr. 10442;  Einschreiben; 
Beilagen: Vorakten zurück)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Marc Steiner Sabine Büttler