# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 345b06f0-81fa-552e-ae39-6f0571b82567
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-10
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 10.09.2015 VG.2015.00036 (VG.2015.282)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00036_2015-09-10.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 10. September 2015

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00036

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  vertreten durch Rechtsanwalt B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    AXA Versicherungen AG

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1. 

  
	
  Die am [...] geborene
  A.______ war bei C.______ als Haushaltshilfe und Kinderbetreuerin angestellt
  und in dieser Funktion bei der AXA Winterthur (nachfolgend: AXA) obligatorisch
  unfallversichert. Gemäss Unfallmeldung vom 2. August 2010 erlitt A.______ am
  16. Juli 2010 einen Berufsunfall, bei welchem sie von einem Hund in die
  rechte Hand gebissen wurde. Die AXA erbrachte im Anschluss daran die
  gesetzlichen Leistungen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 In invalidenversicherungsrechtlicher Hinsicht meldete
  sich A.______ am 31. Januar 2011 bei der IV-Stelle Glarus zum Bezug von
  Leistungen an. Mit Vorbescheid vom 9. August 2011 stellte die IV-Stelle
  eine Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, woran sie mit Verfügung
  vom 29. September 2011 festhielt.

  
	
   

  
	
  2.2 Dagegen erhob A.______ am 14. Oktober 2011 beim
  Verwaltungsgericht Beschwerde. Letzteres hiess die Beschwerde gut, hob die
  angefochtene Verfügung der IV-Stelle auf und wies die Sache im Sinne der
  Erwägungen an diese zurück (VGer-Urteil VG.2011.00103 vom 30. Mai 2012).

  
	
   

  
	
  2.3 Nach medizinischen Abklärungen sprach die IV-Stelle
  mit Verfügung vom 17. März 2015 A.______ rückwirkend ab 1. August 2011 eine
  bis 31. Dezember 2013 befristete halbe Invalidenrente zu. 

  
	
   

  
	
  2.4 Am 14. April 2015 gelangte A.______ erneut mit
  Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte insbesondere die Aufhebung
  der Verfügung vom 17. März 2015 sowie die Gewährung einer halben Invalidenrente
  über den 30. November 2013 hinaus (Verfahren VG.2015.00048).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 In unfallrechtlicher Hinsicht verfügte die AXA am
  24. Oktober 2011 die Einstellung ihrer Versicherungsleistungen per 30.
  November 2011. Zudem sprach sie A.______ - basierend auf einer
  Beeinträchtigung von 20 % - eine Integritätsentschädigung in der Höhe
  von insgesamt Fr. 25'200.- zu.

  
	
   

  
	
  3.2 Gegen die Verfügung vom 24. Oktober 2011 erhob die
  D.______ Versicherungen AG am 2. November 2011 vorsorglich Einsprache,
  welche sie mit Schreiben vom 7. November 2011 zurückzog. In der Folge
  erhob A.______ am 9. November 2011 selbst Einsprache, welche die AXA am
  9. Februar 2015 abwies.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Am 10. März 2015 gelangte
  A.______ mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung
  des Einspracheentscheids vom 9. Februar 2015 sowie die Weiterausrichtung der
  gesetzlichen Leistungen durch die AXA im Zusammenhang mit dem Unfall vom 16.
  Juli 2010 auch nach dem 30. November 2011. Eventualiter sei der Einspracheentscheid
  vom 9. Februar 2015 aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen
  an die AXA zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  der AXA.

  
	
   

  
	
  Die AXA schloss am 27. Mai
  2015 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom
  20. März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom
  6. Oktober 2000 (ATSG) sowie Art. 1 des Einführungsgesetzes zum
  Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die
  Beschwerdegegnerin habe die Unfallfolgen nur ungenügend abgeklärt. Sie habe
  ihren Entscheid zu Unrecht auf die vertrauensärztliche Stellungnahme von Dr.
  med. E.______, Facharzt FMH für Chirurgie, gestützt. Dieser habe nur die Beschwerden
  in der linken Hand geprüft und sich nicht zu denjenigen in der rechten Hand
  über den 30. November 2011 hinaus geäussert. Zudem sei gestützt auf das
  Gutachten von Dr. med. F.______, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie FMH,
  davon auszugehen, dass das Unfallereignis in Bezug auf die rechte Hand zu
  einer medizinisch-theoretischen Invalidität von 20 % geführt und eine
  Beeinträchtigung des funktionellen Leistungsvermögens zur Folge gehabt habe,
  was die Beschwerdegegnerin verkannt habe. Des Weiteren sei die
  Beeinträchtigung des funktionellen Leistungsvermögens in Bezug auf die linke
  Hand nicht durch einen neutralen Mediziner abgeklärt worden. Die
  diesbezüglichen Ausführungen von Dr. E.______ seien nämlich nicht als
  neutral, sondern lediglich als Parteibehauptung zu werten, weshalb das
  Gericht ein Gutachten einzuholen habe. Ferner habe die IV-Stelle in ihrem
  Vorbescheid eine befristete halbe Invalidenrente in Aussicht gestellt. Die
  Beschwerdegegnerin hätte deshalb mindestens ebenfalls eine solche zusprechen
  müssen. Gestützt auf das Gutachten von Dr. F.______ bestehe ein solcher
  Anspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin im Übrigen über den 30. November
  2013 hinaus.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin bringt demgegenüber vor, sie
  habe die Beeinträchtigung des funktionellen Leistungsvermögens bezüglich der
  rechten Hand hinreichend abgeklärt. Sie sei gestützt auf die medizinischen
  Akten zum Schluss gelangt, dass ab dem Zeitpunkt des Untersuchungstermins bei
  Dr. E.______ mit keiner namhaften Verbesserung des Gesundheitszustands mehr
  habe gerechnet werden können. Damit habe sie den Fall zu Recht per 30.
  November 2011 abgeschlossen. Sodann seien keine Anhaltspunkte dafür gegeben,
  dass die Beschwerden in der linken Hand auf das Unfallereignis vom
  16. Juli 2010 zurückzuführen seien. Die natürliche Kausalität sei deshalb
  zu verneinen. Ferner bestehe nur eine minime Wahrscheinlichkeit, mittels weiterer
  Abklärungen auf neue medizinische Erkenntnisse zu stossen, weshalb darauf zu
  verzichten sei. Der vertrauensärztlichen Beurteilung durch Dr. E.______ komme
  im Übrigen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin Beweiswert zu.
  Schliesslich könne aus dem Umstand, dass die IV-Stelle in ihrem Vorbescheid
  der Beschwerdeführerin eine befristete Invalidenrente in Aussicht gestellt
  habe, noch nicht darauf geschlossen werden, dass ein entsprechender Anspruch
  auch gegenüber der Unfallversicherung bestehe. Die Invalidenversicherung habe
  bei ihrem Entscheid nämlich auch eine beginnende Rhizarthrose berücksichtigt,
  welche als unfallfremd zu qualifizieren sei. Gestützt auf die medizinische
  Meinung von Dr. E.______ sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in
  angepasster Tätigkeit ausgehen, womit sie ihre Leistungspflicht im Ergebnis
  zu Recht verneint habe.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden bei Unfällen
  die gesetzlichen Leistungen aus obligatorischer Unfallversicherung gewährt.
  Ist ein Versicherter nach einem Unfall voll oder teilweise arbeitsunfähig,
  hat er nach Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch auf Übernahme der Kosten der
  zweckmässigen Behandlung der Unfallfolgen. Überdies besteht zunächst Anspruch
  auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 

  
	
   

  
	
  3.2 Nach Art. 11 der Verordnung über
  die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV) werden
  Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Ein Rückfall liegt vor, wenn eine scheinbar geheilte
  Schädigung erneut eine ärztliche Behandlung erforderlich macht und
  gegebenenfalls sogar eine Arbeitsunfähigkeit verursacht. Als Spätfolge gilt,
  wenn eine scheinbar geheilte Verletzung im Verlauf der Zeit zu einem oftmals
  völlig anders gearteten Krankheitsbild führt, das eine ärztliche Behandlung
  erforderlich macht und möglicherweise die Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt
  (Schweizerischer Versicherungsverband SSV, Wegleitung zur obligatorischen Unfallversicherung
  UVG, 3. A., Zürich 2004, S. 32). Rückfälle und Spätfolgen können eine
  Leistungspflicht des Unfallversicherers aber auch nur dann auslösen, wenn zwischen
  den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit unfallbedingten
  Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
  besteht (BGE 118 V 293 E. 2c).

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Ursachen
  im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
  Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
  der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden
  kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
  unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das
  schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
  geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit
  andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene
  gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und
  einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht,
  ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter
  im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht
  üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
  blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
  Leistungsanspruchs nicht (vgl. zum Ganzen BGE 129 V 177 E. 3.1 mit
  Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.3.2 Bei
  der Geltendmachung eines Rückfalls oder einer Spätfolge trägt der Leistungsansprecher
  hinsichtlich der Tatsachen, von denen das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges
  zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall abhängt, die Beweislast. Nur
  wenn die Tatsachengrundlage, auf welcher die Unfallkausalität beruht, mit
  überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht
  des Unfallversicherers. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu
  Lasten des Versicherten aus, der aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen
  Kausalzusammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten wollte
  (vgl. etwa BGer-Urteil 8C_66/2008 vom 4. Juli 2008 E. 3.1).

  
	
   

  
	
  3.4

  
	
  3.4.1 Sowohl die Heilbehandlung als auch die
  Taggelder sind vom Versicherer nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung
  des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist
  der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger
  Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine
  Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. BGE 133 V 57 E. 6.6.2).

  
	
   

  
	
  3.4.2 Ob eine namhafte Besserung (noch) möglich
  ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung
  oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt
  beeinträchtigt ist (BGE 134 V 109 E. 4.3). Die Verwendung des Begriffes
  "namhaft" verdeutlicht zudem, dass die durch weitere Heilbehandlung
  im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss.
  Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung
  der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu erwartender
  geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren
  Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der
  versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver
  Feststellungen beurteilt werden (BGer-Urteil 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E.
  4.1). 

  
	
   

  
	
  3.5 Erfolgt der Fallabschluss zu Recht, so hat die
  versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge
  des Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist. Mit dem
  Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art.
  19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine
  dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
  Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG überdies Anspruch auf eine
  angemessene Integritätsentschädigung, welche mit der Invalidenrente
  festgesetzt oder – falls kein Rentenanspruch besteht – bei der Beendigung der
  ärztlichen Behandlung gewährt wird (Art. 24 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  3.6 Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der rechtlichen
  Folgen sind Versicherungsträger und Gerichte auf Angaben ärztlicher
  Expertinnen und Experten angewiesen. Diese Angaben bilden die
  ausschlaggebenden Beweismittel. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
  (Art. 61 lit. c ATSG) haben die kantonalen Versicherungsgerichte die Beweise
  ohne Bindung an förmliche Beweisregeln umfassend und pflichtgemäss zu
  würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen
  eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Anspruchs gestatten (BGE 125 V
  351 E. 3a). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und
  Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
  begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
  Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder
  die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger
  steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit
  schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in
  die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen
  lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
  Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters
  oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 122 V
  157 E. 1c).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Von der
  Beschwerdegegnerin wird nicht bestritten, dass zwischen dem Unfallereignis
  vom 16. Juli 2010 und den Beschwerden in der rechten Hand ein
  natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Dagegen bringt sie gestützt auf die
  Stellungnahme von Dr. E.______ vor, dass die Beschwerden in der
  linken Hand nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit natürlich kausal zum
  Unfallereignis seien.

  
	
   

  
	
  4.2 

  
	
  4.2.1 Im Schreiben vom 6. Mai 2011 erwähnte Dr. med. G.______, FMH Allgemeine Medizin,
  erstmals Beschwerden in der linken Hand. Es handle sich um ein schmerzhaftes
  Ganglion am linken Handgelenk, weshalb sie die Beschwerdeführerin an Dr. med.
  H.______, Belegarzt Handchirurgie des Spitals I.______, zur Beurteilung und einer
  allfälligen Operation überweise.

  
	
   

  
	
  4.2.2 Am 9. Juni 2011 fand eine
  versicherungsmedizinische Untersuchung bei Dr. E.______ statt. In der
  persönlichen Anamnese führte dieser aus, dass bei der Beschwerdeführerin
  bereits im Jahr 1989 ein Ganglion am beugeseitigen Handgelenk links entfernt
  worden sei. Vor kurzem habe erneut eine Resektion eines beugeseitigen, ausgedehnten
  Handgelenkganglions stattgefunden. Aufgrund der darauffolgenden Gipsruhigstellung,
  sei jedoch keine schlüssige Untersuchung möglich, weshalb diesbezüglich auf
  vergleichende Befunde verzichtet werden müsse. In der angestammten Tätigkeit
  als Haushaltshilfe seien beidhändig belastende Tätigkeiten nicht möglich. In
  einer vorwiegend linkshändigen angepassten Tätigkeit bestehe aber eine volle
  Arbeitsfähigkeit, wobei die rechte Hand mit Ausnahme von repetitiven Bewegungen
  als leicht zu belastende Hilfshand verwendet werden könne.

  
	
   

  
	
  4.2.3 Am 31. August 2011, kurz nach einer
  Operation am linken Handgelenk, berichtete Dr. H.______, dass die
  Beschwerdeführerin sich über stichartige Schmerzen bei der Daumenbewegung
  sowie über einen starken Juckreiz beklage. Nach Entfernung der Gipsschiene
  habe er ein minimales Hämatom vorgefunden. Die Operationswunde sei aber
  reizlos, die perifokale Sensibilität regelrecht und das Handgelenk in der Beweglichkeit
  unauffällig.

  
	
   

  
	
  4.2.4 In der Stellungnahme vom 4. Oktober 2011
  führte Dr. E.______ aus, dass die natürliche Kausalität der Beschwerden
  der linken Hand zum Unfallereignis nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  anzunehmen, lediglich möglich sei. Handgelenksganglien,
  Sehnenscheidenganglien sowie Sehnenscheidenentzündungen würden meist aus
  unspezifischen Gründen auch bei Normalbelastung der Hände entstehen. Es sei
  allerdings denkbar, dass die linksseitigen Beschwerden auf eine einseitige Belastung
  zurückzuführen seien.

  
	
   

  
	
  4.2.5 Am 5. November 2012 führte Dr. H.______
  aus, dass im Jahr 1988 im Bereich des Handgelenks ein Ganglion reseziert
  worden sei. Am 9. August 2011 sei erneut ein Ganglion am linken Vorderarm
  diagnostiziert worden, worauf eine Operation stattgefunden habe. In der Folge
  habe die Beschwerdeführerin in stark verbessertem Zustand entlassen werden
  können, so dass keine weiteren Behandlungen mehr nötig gewesen seien. Sie sei
  zufrieden gewesen, habe eine volle Funktionstüchtigkeit gezeigt und es sei
  keine Belastungseinschränkung ersichtlich gewesen. Für die zuletzt ausgeübte
  Tätigkeit habe ab dem 31. Oktober 2011 wieder eine volle
  Arbeitsfähigkeit bestanden.

  
	
   

  
	
  4.2.6 Dem Gutachten von Dr. F.______ vom 30.
  September 2013 lässt sich sodann entnehmen, dass beim linken Vorderarm der
  Beschwerdeführerin ein Ganglion exzidiert worden sei. Am 26. März 2014
  ergänzte Dr. F.______, dass die Operationsnarben völlig reizlos
  abgeheilt und indolent seien. Die von der Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden
  links ordne er eher einer Überbelastung des Handgelenks zu, wobei kein potentiell
  invalidisierender Gesundheitszustand vorliege.

  
	
   

  
	
  4.2.7 Dr.
  med. J.______, Facharzt FMH für Rheumatologie, Facharzt FMH und UEMS für
  Physikalische Medizin und Rehabilitation des Regionalärztlichen Dienstes
  (RAD), hielt im Mai 2014 schliesslich fest, Dr. F.______ lege nachvollziehbar
  dar, dass von Seiten des postoperativen Zustandes im Bereich der linken Hand
  keine IV-relevante funktionelle Einschränkung hervorgerufen werde. Der
  Gesundheitsschaden in diesem Bereich habe keine funktionelle Relevanz.

  
	
   

  
	
  4.3 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt,
  dem Gutachten von Dr. E.______ komme nur die Qualität einer Parteibehauptung
  und damit kaum Beweiswert zu, ist ihr nicht zu folgen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sind die
  Berichte von Dr. E.______ für die Beantwortung der gestellten und
  vorliegend interessierenden Fragen umfassend, berücksichtigen die geklagten
  Beschwerden und setzen sich mit Letzteren auseinander. Sie wurden auch in
  Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und leuchten in der Darlegung der
  medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein, weshalb sie für die zu
  prüfenden Belange als nachvollziehbar und in sich schlüssig erscheinen. Zwar trifft es zu, dass Dr. E.______
  anlässlich der versicherungsmedizinischen Untersuchung vom 9. Juni 2011 die
  Beschwerden am linken Handgelenk aufgrund der Gipsruhigstellung nicht
  beurteilen konnte, wie er auch selbst ausführte. Hingegen konnte er sich
  ergänzend in seiner Stellungnahme vom 4. Oktober 2011 dazu äussern.
  Aufgrund der Anamnese und dem Umstand, dass Handgelenksganglien zumeist aus
  unspezifischen Gründen auch bei Normalbelastung der Hände entstünden, kam er
  zum Schluss, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden
  links und dem Unfallereignis nicht überwiegend wahrscheinlich sei, was
  nachvollziehbar und in sich schlüssig erscheint. 

  
	
   

  
	
  Dem widerspricht auch Dr.
  F.______ in seinem Bericht vom 26. März 2014 nicht. Zwar ordnete er die
  Beschwerden links eher einer Überlastung zu, weil die Beschwerdeführerin die
  meisten Verrichtungen mit der linken Hand ausführe. Jedoch konnte er nicht bestätigen,
  dass die Beschwerden links im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
  16. Juli 2010 stehen. Des Weiteren führte auch Dr. J.______ im Mai
  2014 lediglich aus, dass der Gesundheitsschaden keine funktionelle Relevanz
  habe. Ferner ergibt sich aus den Akten, dass - unabhängig von einem
  Unfallereignis - bereits im Jahr 1988 oder 1989 ein Ganglion am linken
  Handgelenk entfernt werden musste, was ebenfalls gegen einen natürlichen
  Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den linksseitigen
  Beschwerden spricht. Vielmehr deutet dies auf die Ansicht von Dr. E.______
  hin, dass ein Ganglion auch bei Normalbelastung auftreten kann. Schliesslich
  gilt zu berücksichtigen, dass zwischen dem Unfallereignis und dem Bericht von
  Dr. G.______ vom 6. Mai 2011, in welchem die linksseitige gesundheitliche
  Beeinträchtigung erstmals aktenkundig ist, doch beinahe ein Jahr liegt.
  Hieraus folgt, dass aufgrund der längeren Zeitspanne an den
  Wahrscheinlichkeitsbeweis (vgl. vorstehende E. II/3.3.1) umso
  strengere Anforderungen zu stellen sind (vgl. dazu BGer-Urteil 8C_24/2013 vom
  18. Juni 2013 E. 2.2).

  
	
   

  
	
  Damit ist es nicht
  zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, es bestehe nicht
  mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang
  zwischen dem Hundebiss und der Beschwerden an der linken Hand. Folglich sind
  diese Beschwerden nicht als Spätfolge der erlittenen Hundebissverletzung zu
  werten.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Hinsichtlich der rechtsseitigen Beschwerden
  geht die Beschwerdeführerin fehl in der Annahme, die Beschwerdegegnerin habe
  diese als nicht unfallkausal erachtet. So bemerkte der Versicherungsmediziner
  Dr. E.______, dass die Beschwerden der rechten Hand mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit kausal zum Unfallereignis seien, wovon schliesslich auch
  die Beschwerdegegnerin ausging. Letztere stellte ihre Versicherungsleistungen
  aber deshalb ein, weil sie keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
  mehr feststellen konnte und den Fall abschloss (vgl. dazu vorstehende
  E. II/3.4). Ob der Fallabschluss zu Recht erfolgte, ist vorliegend zu prüfen.

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Dem Austrittsbericht des Spitals I.______
  vom 21. Juli 2010 lässt sich entnehmen, dass sich nach der Operation an der
  rechten Hand eine klinische Besserung gezeigt habe. Die Beschwerdeführerin
  habe unter Analgesie wenig Schmerzen und Kribbelparästhesien verspürt. Sowohl
  bei der ersten klinischen Kontrolle im Spital I.______ vom 23. Juli 2010
  als auch bei der ambulanten Behandlung vom 25. Juli 2010 seien in Bezug auf
  die Wundheilung Besserungen festgestellt worden.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Dr. G.______ verordnete der
  Beschwerdeführerin zur Verbesserung der Gelenks- und Muskelfunktion in der
  Folge physiotherapeutische Massnahmen. Am 10. September 2010 führte sie
  gegenüber Dr. H.______ aus, die Hand der Beschwerdeführerin sei bei den
  Kontrollen immer angeschwollen gewesen und die Wunden würden nur langsam
  abheilen. Die Handfunktion sei deutlich eingeschränkt gewesen und sie
  verspüre nach wie vor ausgeprägte, stechende Schmerzen. Unter physiotherapeutischer
  Behandlung habe sich der Faustschluss etwas verbessert, ebenso sei die
  Schwellung regredient. Die Beschwerdeführerin wünsche eine fachärztliche
  Beurteilung.

  
	
   

  
	
  5.2.3 Dr. H.______ diagnostizierte in seinem
  Bericht vom 6. Oktober 2010 eine Hundebissverletzung an der rechten Hohlhand
  sowie am rechten Kleinfinger mit konsekutiver Handphlegmone. Es bleibe bei
  einer mündlichen Aufklärung der Beschwerdeführerin, einer leichten
  Schmerzmittelapplikation, einem Handschmeichler, welchen sie selbst besorgen
  könne, zwei Magneten mit Aufklärung und Merkblatt sowie der Verordnung von
  Ergotherapie im Spital I.______. Falls keine Besserung erreicht werden könne,
  sei ein Cortisonschub vorzunehmen. Anfangs November 2010 erfolge eine
  Nachkontrolle. Am 3. November 2010 bemerkte Dr. H.______, dass eine
  zunehmende Besserung der Symptomatik zu verzeichnen sei. Die Behandlung bei
  ihm sei abgeschlossen, weshalb er die Beschwerdeführerin zur weiteren
  Behandlung an Dr. G.______ überweise. Die Ergotherapie sei vermutlich
  bis Ende Jahr weiterzuführen und die Beschwerdeführerin sei wohl ab Anfang
  2011 wieder arbeitsfähig.

  
	
   

  
	
  5.2.4 Am 20. Dezember 2010 führte Dr. G.______
  aus, dass trotz intensiver Ergotherapie beim Faustschluss der Beschwerdeführerin
  noch ein Flexionsdefizit beim rechten Ring- und Kleinfinger bestehe.
  Zusätzlich habe sie nach wie vor stark ziehende Schmerzen mit Krämpfen in der
  rechten Hand. Da ihr Zustand trotz klassischen Therapiemethoden nach wie vor
  unbefriedigend sei, bitte sie die Beschwerdegegnerin zu prüfen, ob sie sich
  an den Kosten für eine Akkupunkturbehandlung beteilige. Im Arztbericht vom
  15. Februar 2011 stellte Dr. G.______ der Beschwerdeführerin eine ungewisse
  Prognose. Die rechte Hand könne nach wie vor nicht vollumfänglich eingesetzt
  werden.

  
	
   

  
	
  5.2.5 Dr. med. K.______, Oberarzt der
  Handchirurgie der Klinik L.______, berichtete am 23. Februar 2011, dass sich
  anlässlich seiner Untersuchung ein erfreuliches Resultat zeige. Die aktuellen
  Schmerzen seien auf die Mittelgelenke der rechten Hand fokussiert. Er
  interpretiere die aktuellen Beschwerden als eine beginnende Finger-Arthrose,
  weshalb er der Beschwerdeführerin eine Therapie mit nichtsteroidalem Antirheumatika (NSAR) verordnet habe. Bei einer weiteren Anschwellung
  sowie einer Zunahme der Schmerzen solle sich die Beschwerdeführerin wieder
  melden. Während eine Steroid-Infiltration evaluiert werden könne, sei mit
  einer chirurgischen Intervention im Sinne einer Silikon-Arthroplastik noch
  zuzuwarten.

  
	
   

  
	
  5.2.6 Am 15. April 2011 äusserte sich Dr.
  G.______ gegenüber der Beschwerdegegnerin dahingehend, dass bei der
  Beschwerdeführerin nach wie vor ziehende Schmerzen rechten Ring- und
  Kleinfinger bestünden, Sie schlage sich bei den alltäglichen Verrichtungen im
  Haushalt immer wieder den Kleinfinger an oder bleibe damit hängen. Mittels
  NSAR-Therapie seien keine Fortschritte erzielt worden. Es müsse davon ausgegangen
  werden, dass der Istzustand nicht mehr verbessert werden könne und eine eingeschränkte
  Funktion der rechten Hand bestehen bleibe.

  
	
   

  
	
  Dr. J.______ erachtete die
  Berichte von Dr. G.______ gemäss Stellungnahme vom 29. April 2011 als
  plausibel, weshalb darauf abgestützt werden könne. Es sei davon auszugehen,
  dass die Hundebissverletzung weitgehend abgeheilt sei und die Beschwerden in
  der rechten, dominanten Hand vor allem durch eine beginnende Fingergelenksarthrose
  bedingt seien. 

  
	
   

  
	
  Am 20. Mai 2011
  ergänzte Dr. G.______, dass nun nach zehn Monaten von einem Endzustand
  ausgegangen werden könne, welcher nicht mehr wesentlich beeinflusst werden
  könne.

  
	
   

  
	
  5.2.7 Im versicherungsmedizinischen
  Untersuchungsbericht vom 9. Juni 2011 diagnostizierte Dr. E.______ ebenfalls
  eine eingeschränkte Funktion der rechten Hand bei Status nach einer
  Hundebissverletzung in der rechten Hohlhand sowie am Kleinfinger mit
  konsekutiver Handphlegmone und bei Status nach einem Morbus Sudeck. Hinzu
  komme eine Bouchard-Arthrose der Fingermittelgelenke mit aktuell geringer
  Symptomatik des rechten Mittel-, Ring und Kleinfingers. Klinisch seien keine
  Hinweise auf Verklebungen von Sehnen und Nerven zu finden, welche die
  Bewegungseinschränkungen und die Bewegungsschmerzen erklären könnten. Auch
  seien keine fixierten Gelenkskontrakturen zu finden. Die von Dr. K.______
  diagnostizierten Fingergelenksarthrosen seien bei der heutigen Untersuchung
  im Wesentlichen asymptomatisch und würden nicht relevant zum Beschwerdebild
  beitragen. Leider stünden ihm hierzu keine Röntgenbilder zur Verfügung.
  Aufgrund der aktuell geringen pathologischen Befunde an den betroffenen
  Fingergelenken erstaune die von Dr. K.______ erwähnte mögliche Behandlungsoption
  mittels Silikonprothesen, weshalb die von der Beschwerdeführerin diesbezüglich
  geäusserte Skepsis mehr als gerechtfertigt sei. Die seit mehreren Monaten unveränderte
  Beschwerdesymptomatik sei überwiegend wahrscheinlich als Residuum des Morbus
  Sudeck zu beurteilen, ohne dass eine pathologisch veränderte anatomische
  Struktur klar zugeordnet werden könne. Die schmerzhaften Bewegungseinschränkungen
  des rechten Mittel-, Ring und Kleinfingers seien mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit natürlich kausal zur Hundebissverletzung. Der zum
  Unfallereignis überwiegend wahrscheinliche Vorzustand einer
  Fingermittelgelenksarthrose spiele für die Art und Ausprägung des
  Beschwerdebildes keine relevante Rolle. Eine vorübergehende Verschlimmerung
  der durch die Fingerarthrose bedingten Schmerzen durch einen Morbus Sudeck
  sei denkbar, wobei er diesbezüglich keine wissenschaftliche Literatur kenne.
  Bei einem nicht bewiesenen Zusammenhang lasse sich zumindest kein status quo
  sine festlegen. Seit Monaten seien die Beschwerden trotz Durchführung
  adäquater Therapien in unveränderter Art und Weise vorhanden, weshalb nicht
  mehr mit einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes und einer
  Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei.

  
	
   

  
	
  5.2.8 Im Gutachten vom 30. September 2013
  diagnostizierte Dr. F.______ unter anderem eine beginnende Rhizarthrose,
  wobei der Entstehungszeitpunkt unklar sei. Die Arbeitsfähigkeit könne in
  Zukunft noch gesteigert werden. Insbesondere sei die Frage zu klären, wie
  gross die zusätzlichen Einschränkungen seitens der klinisch bestehenden
  Rhizarthrose zu werten seien und ob dabei eine Mitverantwortlichkeit der Handschwäche
  sowie der eingeschränkten Beweglichkeit bejaht werden könne. Seitens der verbliebenen
  Bewegungseinschränkungen am Kleinfinger sehe er keine weiteren erfolgsversprechenden
  medizinischen Massnahmen. Im Bericht vom 26. März 2014 ergänzte Dr.
  F.______, dass er eine Kompressionsneuropathie des nervus ulnaris vermute, weshalb
  er diesbezüglich eine neurologische Abklärung mittels Elektromyografie (EMG)
  empfehle.

  
	
   

  
	
  5.2.9 Dr. J.______ gelangte im Mai 2014 zum Schluss,
  dass das Gutachten von Dr. F.______ nachvollziehbar sei. Eine vorzeitige
  medizinische Reevaluation könne nicht empfohlen werden, da bei der
  Beschwerdeführerin kein Potential für eine wesentliche Verbesserung vorhanden
  sei.

  
	
   

  
	
  5.3 Insgesamt gelangten die Ärzte damit
  übereinstimmend zum Schluss, dass bezüglich der rechtsseitigen Beschwerden
  keine Besserung mehr erreicht werden könne, welche ins Gewicht falle. So
  berichtete Dr. H.______ bereits im November 2010, dass aufgrund der
  verbesserten Symptomatik keine Behandlung mehr bei ihm indiziert sei. Daraufhin
  gelangte selbst die Hausärztin Dr. G.______ am 15. April 2011 zur Ansicht,
  dass die NSAR-Therapie nicht weiter erfolgsversprechend sei und sowohl der
  Istzustand als auch die Arbeitsfähigkeit nicht mehr verbessert werden
  könnten. Am 20. Mai 2011 ergänzte sie sodann, dass nach zehn Monaten nunmehr
  von einem Endzustand gesprochen werden könne. Dieser Ansicht schloss sich
  Dr. J.______ an und führte dazu aus, dass die Hundebissverletzung
  weitgehend abgeheilt sei bzw. die noch vorhandenen rechtsseitigen Beschwerden
  weitgehend durch eine Fingergelenksarthrose bedingt seien. Auch Dr. E.______
  bemerkte daraufhin, dass die Beschwerden trotz Durchführung adäquater
  Therapien seit Monaten unverändert seien, weshalb nicht mehr mit einer
  namhaften Besserung des Gesundheitszustands und einer Steigerung der
  Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne. Einzig Dr. F.______ erwähnte, dass
  hinsichtlich der Rhizarthrose noch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
  möglich sei. Einerseits gilt es hierbei zu beachten, dass es sich nur um eine
  mögliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit handelt, welche Dr. F.______ nicht
  substantiiert darlegt. Andererseits ist Dr. E.______ darin zu folgen,
  dass die Arthroseproblematik nicht als unfallkausal einzustufen sei, womit
  die Beschwerdegegnerin diesbezüglich nicht leistungspflichtig ist. In Bezug
  auf die unfallkausalen Beschwerden führte Dr. F.______ sodann ausschliesslich
  an, dass er bezüglich der verbliebenen Bewegungseinschränkungen am
  Kleinfinger keine weiteren erfolgsversprechenden medizinischen Massnahmen
  sehe. 

  
	
   

  
	
  Aus dem Gesagten ergibt
  sich, dass durch eine medizinische Weiterbehandlung kein Potential für eine
  namhafte Verbesserung besteht, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin
  den Fall per 30. November 2011 abschloss.

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  Schliesslich ist die Frage zu klären, ob
  die Beschwerdeführerin gestützt auf das UVG einen Anspruch auf eine
  Invalidenrente hat.

  
	
   

  
	
  6.1 Die Zusprechung einer
  Invalidenrente gestützt auf das UVG setzt eine unfallbedingte
  Arbeitsunfähigkeit voraus. Wer nicht mindestens teilweise unfallbedingt
  arbeitsfähig ist, kann nicht invalid im Sinne von Art. 18 Abs. 1
  UVG sein (vgl. BGE 115 V 133 E. 2). Vorliegend ist zu
  prüfen, ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Beschwerden, welche sie
  geltend macht, in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dabei gilt zu beachten,
  dass sich die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nur auf die durch den
  Unfall verursachte Invalidität beschränkt, weshalb die nicht unfallkausalen,
  linksseitigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der nachstehenden
  Beurteilung nicht zu berücksichtigen sind (vgl.
  Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 8
  N. 40). Aus dem Gesagten folgt, dass bei der vorliegenden Bemessung
  nicht ohne Weiteres auf den von der Invalidenversicherung festgestellten
  Invaliditätsgrad verwiesen werden darf.

  
	
   

  
	
  6.2 Bei
  der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann der Beschwerdegegnerin darin gefolgt
  werden, dass nicht ohne Weiteres auf das Gutachten von Dr. F.______
  abgestellt werden kann. Zu Recht führt sie aus, dass Dr. F.______ seine
  Einschätzung insbesondere auf die beginnende Rhizarthrose gestützt hat. Diese
  Diagnose ist gemäss Dr. E.______ als unfallfremd zu qualifizieren, was
  aufgrund seiner Darlegungen als nachvollziehbar und schlüssig erscheint. Eine
  unfallfremde Beeinträchtigung ist bei der vorliegenden Beurteilung wie oben
  erwähnt nicht zu berücksichtigen (vgl. vorstehende E. II/6.1).
  Demgegenüber stützt sich die Einschätzung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit
  durch Dr. E.______ einzig auf die unfallkausalen gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
  Gemäss seinen Ausführungen ist die Beschwerdeführerin in einer adaptierten
  Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Dem entspricht insbesondere auch die
  Auffassung von Dr. H.______ und im Grundsatz auch diejenige von Dr. G.______,
  welche vor der diagnostizierten Fingergelenksarthrose von einer
  Arbeitsfähigkeit von 100 % ausging. Im Ergebnis sind der Beschwerdeführerin
  damit nur noch vorwiegend linkshändige Tätigkeiten zumutbar, wobei die rechte
  Hand als leicht belastete Hilfshand ohne repetitive Bewegungen verwendet
  werden kann. In einer solchen Tätigkeit ist die Beschwerdeführerin vollkommen
  arbeitsfähig.

  
	
   

  
	
  6.3 Im Hinblick auf den vorzunehmenden
  Einkommensvergleich ging die Beschwerdegegnerin sodann zu Recht davon aus,
  dass für die Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens auf den
  Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten gemäss
  Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik abzustellen ist. So
  führt die Beschwerdegegnerin bezüglich des Valideneinkommens richtig aus,
  dass sie ohne Gesundheitsschaden heute wohl einer einfachen repetitiven
  Tätigkeit nachgehen würde. Dies erscheint nicht zuletzt aufgrund der
  beruflichen Vorgeschichte als überwiegend wahrscheinlich. Bezüglich des
  Invalideneinkommens gilt zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin
  offenbar eine Anstellung bei der Spitex hat. Diese beruht aber auf
  Stundenlohnbasis und die Einsätze erfolgen nur sporadisch. Eine solche Erwerbsmöglichkeit
  kann damit nicht mit der an sich zumutbaren Erwerbsmöglichkeit gleichgesetzt
  werden, weshalb auch in Bezug auf das Invalideneinkommen der
  Durchschnittslohn gemäss LSE Anwendung findet. Daraus folgt, dass das
  Invaliden- und Valideneinkommen im vorliegenden Fall gleich hoch sind,
  wodurch grundsätzlich keine Invalidität resultieren würde.

  
	
   

  
	
  6.4

  
	
  6.4.1 Wird das Invalideneinkommen auf
  der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der
  entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem Abzug wurde
  ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer
  letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des
  Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten beschränkt einsatzfähig sind,
  in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder
  Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern
  zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen
  behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung
  trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten
  Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
  Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des
  Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann
  erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte
  Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte
  Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
  Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der
  Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen
  unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und
  insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen
  BGE 134 V 322 E. 5.2). Die Höhe des Abzugs
  vom Tabellenlohn ist zudem eine Ermessensfrage, in welche das Verwaltungsgericht
  nicht ohne Not eingreift (BGer-Urteil 8C_546/2011 vom 14. November 2011
  E. 4.3).

  
	
   

  
	
  6.4.2 Vorliegend verzichtete die Beschwerdegegnerin
  vollständig auf einen Abzug vom Tabellenlohn, was nicht angehen kann. So
  ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführerin nur noch adaptierte,
  leichte Tätigkeiten ohne repetitive fein- und grobmanuelle Belastung der
  rechten Hand zumutbar sind. In der angestammten Tätigkeit weist sie eine
  Arbeitsunfähigkeit von 100 % auf. Bereits aus diesem Umstand folgt, dass ihr
  ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist.

  
	
   

  
	
  6.4.3 Im parallel hängigen invalidenrechtlichen Verfahren
  wurde ein Abzug von 10 % gewährt (vgl. Verfahren VG.2015.00048). Da die noch
  zumutbaren Tätigkeiten in beiden Verfahren gleichartig sind, rechtfertigt es
  sich vorliegend, denselben Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen.

  
	
   

  
	
  Wie dargelegt, ist dabei
  insbesondere dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Beschwerdeführerin nur
  noch adaptierte Tätigkeiten mit der linken Hand (und der rechten Hand als
  Hilfshand) zumutbar sind. Die am […] geborene Beschwerdeführerin ist zudem
  […] Jahre alt. Mit Blick auf dieses fortgeschrittene Alter ist zusätzlich
  davon auszugehen, dass sie nicht mehr zu denselben Konditionen angestellt
  würde wie eine jüngere Mitarbeiterin. Weitere Umstände, die einen Abzug
  rechtfertigen würden, liegen jedoch keine vor und werden von der
  Beschwerdeführerin auch nicht vorgebracht. Insgesamt erweist sich daher ein
  Abzug von 10 % als angemessen. Unter Berücksichtigung dieses Abzugs
  resultiert somit ein Invaliditätsgrad in der Höhe von 10 %. Damit hat
  die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der Einspracheentscheid der
  Beschwerdegegnerin vom 9. Februar 2015 und deren Verfügung vom 24. Oktober
  2011 sind aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
  welche der Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2011 eine auf einem Invaliditätsgrad
  von 10 % basierende Invalidenrente auszurichten hat.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Die Gerichtskosten sind von
  Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. a ATSG). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die
  teilweise obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung.
  Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
  und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).
  Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine
  Parteientschädigung von Fr. 500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin
    vom 9. Februar 2015 und deren Verfügung vom 24. Oktober 2011 werden
    aufgehoben und sie wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente
    basierend auf einem Invaliditätsgrad von 10 % mit Wirkung ab dem
    1. Dezember 2011 auszurichten.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert 30
    Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von
    Fr. 500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]