# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7f1c30c-c4ca-57c9-8310-16e3ecd1521e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.11.2014 200 2014 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-2_2014-11-21.pdf

## Full Text

200 14 2 SH
FUR/TOZ/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 21. November 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Tomic

Einwohnergemeinde A.________ 
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

C.________, verstorben
vertreten durch Konkursamt Bern-Mittelland, Dienststelle Mittelland, 
Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen
Beschwerdegegner

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland 
Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen
Vorinstanz

betreffend Entscheid des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 15. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2014, SH/14/2, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1966 geborene C.________ (Sozialhilfebezüger bzw. Beschwerdegeg-
ner) wurde seit Juli 2011 von den Sozialdiensten der Einwohnergemeinde 
A.________ (Gemeinde bzw. Beschwerdeführerin) wirtschaftlich unterstützt 
(unpaginierte Akten der Gemeinde [act. IIB], Register 2). Mit Abrechnung 
vom 15. Juni 2012 richtete die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt 
(SUVA) der Gemeinde für den vom Sozialhilfebezüger am 3. Mai 2011 erlit-
tenen Unfall rückwirkend für die Zeit vom 6. Mai bis 5. Juni 2011 Taggeld-
leistungen in der Höhe von Fr. 5‘111.90 aus (act. IIB, Register 2). Mit Ver-
fügung vom 18. Juli 2012 (act. IIB, Register 2) hielt die Gemeinde fest, 
dass die Taggeldleistungen der SUVA von Fr. 5‘111.90 dem Sozialhilfebe-
züger überwiesen (Ziff. 1) und ihm ab August 2012 in der laufenden Sozial-
hilfe als Ersatzeinkommen angerechnet würden (Ziff. 2). Die Bedürftigkeit 
des Sozialhilfebezügers sei ab dem 1. August 2012 im Umfang des Er-
satzeinkommens nicht mehr gegeben (Ziff. 3). 

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Sozialhilfebezüger am 10. August 2012 
Beschwerde beim Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland (Vorinstanz). 
Mit Entscheid vom 15. Mai 2013 (shbv 83/2012) hiess die Vorinstanz die 
Beschwerde in dem Sinne teilweise gut, dass Ziff. 2 und 3 der Verfügung 
vom 18. Juli 2012 aufgehoben wurden und die Sache an die Vorinstanz zur 
Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen wurde. Sie er-
wog hauptsächlich, dass die dem Sozialhilfebezüger am 19. Juli 2012 aus-
gezahlten Taggeldleistungen der SUVA allein dem Monat August 2012 und 
nicht „ab August 2012“ - d.h. bei einem allfälligen Überschuss auch an die 
Folgemonate - als Ersatzeinkommen anzurechnen seien. Ein allfälliger 
Überschuss sei dem Sozialhilfebezüger zu überlassen, sofern dessen 
Vermögen den Vermögensfreibetrag von Fr. 4‘000.-- nicht übersteige. Nur 
bei Übersteigen des Vermögensfreibetrages wäre eine Anrechnung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2014, SH/14/2, Seite 3

Taggeldleistungen an weitere Monate zulässig (unpaginierte Akten der 
Vorinstanz [act. II]).

C.

Hiergegen erhob die Gemeinde, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 14. Juni 2013 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des ange-
fochtenen Entscheides. 

Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 18. Juni 2013 auf eine Be-
schwerdevernehmlassung und teilte mit Zuschrift vom 27. August 2013 mit, 
dass der Sozialhilfebezüger im 2013 verstorben sei. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 10. September 2013 hielt der damals 
zuständige Instruktionsrichter unter anderem fest, dass mit dem Tod des 
Erblassers die Erbschaft mit sämtlichen Rechten und Pflichten von Geset-
zes wegen auf die Erben übergehe. Er sistierte das Verfahren bis zum Ab-
lauf der Ausschlagungsfrist der Erben. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Dezember 2013 stellte der Instruk-
tionsrichter fest, dass gemäss Auskunft der Einwohnergemeinde 
D.________ die Erbschaft des verstorbenen Beschwerdegegners von allen 
nächsten gesetzlichen Erben ausgeschlagen worden sei und deshalb zur 
Liquidation durch das Konkursamt gelange. Das Konkursamt Bern-
Mittelland sei anzufragen, ob die konkursamtliche Liquidation angeordnet 
worden sei bzw. welches der Stand des Konkursverfahrens sei und der 
Konkursverwaltung als Vertreterin der Konkursmasse sei Gelegenheit zu 
geben, zur Fortsetzung des Beschwerdeverfahrens Stellung zu nehmen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Dezember 2013 wurde die Be-
schwerdesache infolge einer Änderung des Organisationsreglements des 
Verwaltungsgerichts vom 22. September 2010 (OrR VG; BSG 162.621) von 
der Verwaltungsrechtlichen Abteilung an die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung übertragen (vgl. auch Verfügung vom 6. Januar 2014).

Mit Eingabe vom 7. Januar 2014 teilte das Konkursamt Bern-Mittelland, 
Dienststelle Mittelland, mit, dass über den Nachlass des verstorbenen Be-

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schwerdegegners der Konkursrichter des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
am 31. Oktober 2013 die konkursamtliche Liquidation angeordnet habe. 
Das Konkursamt trete mit der Eröffnung der konkursamtlichen Liquidation 
automatisch als Vertreter des Beschwerdegegners ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) und Art. 54 
Abs. 2 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 18 
Abs. 2 OrR VG zuständig (vgl. auch Art. 52 Abs. 3 des Gesetzes über die 
öffentliche Sozialhilfe vom 11. Juni 2001 [Sozialhilfegesetz, SHG; 
BSG 860.1]). Die Gemeinde hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men, ist durch den angefochtenen Entscheid in ihren finanziellen Interes-
sen und damit besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; BVR 2006 S. 408 
E. 1). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutre-
ten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG).

1.2 Angefochten ist der Entscheid der Vorinstanz vom 15. Mai 2013 
(act. II). Streitig und zu prüfen ist, ob die Taggeldleistungen der SUVA für 
die Zeit vom 6. Mai bis 5. Juni 2011 in der Höhe von Fr. 5‘111.90 ab August 
2012 in der laufenden Sozialhilfe als Ersatzeinkommen anzurechnen sind. 

1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der 
Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

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1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzung hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, 
hat nach Art. 12 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 29 Abs. 1 
der Kantonsverfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) - dieser geht 
nicht über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (BVR 2005 
S. 400 E. 5.2) - Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für 
ein menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der verfassungsrechtli-
che Anspruch ist beschränkt auf ein absolutes Minimum im Sinn einer 
„Überlebenshilfe“, was Ausdruck des Subsidiaritätsgrundsatzes ist und zu-
gleich bedeutet, dass Schutzbereich und Kerngehalt bei diesem Grund-
recht zusammenfallen (BGE 130 I 71 E. 4.1 S. 74, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; 
vgl. auch BGE 134 I 65 E. 3.1 S. 69; BVR 2005 S. 400 E. 5.2). 

Der kantonal-gesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet jeder be-
dürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 Abs. 1 SHG). 
Als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder 
nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 23 Abs. 2 
SHG). Auch die gesetzlichen Sozialhilfeleistungen unterliegen demnach 
dem Grundsatz der Subsidiarität (vgl. auch Art. 9 Abs. 1 SHG); sie werden 
nur gewährt, wenn die bedürftige Person sich nicht selbst helfen kann oder 
Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist (Art. 9 Abs. 2 
und Art. 23 Abs. 2 SHG). Die betroffene Person hat namentlich vorhande-
nes Einkommen und Vermögen sowie die eigene Arbeitskraft einzusetzen, 
um die drohende oder bestehende Notlage abzuwenden oder zu beheben 
(BVR 2011 S. 368 E. 4.1). 

2.2 Für die Ausrichtung und Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe sind 
gemäss Art. 31 SHG i.V.m. Art. 8 der Verordnung über die öffentliche So-
zialhilfe vom 24. Oktober 2001 (Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111) 
die Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der 
Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) verbindlich, 
soweit das SHG und die SHV keine abweichende Regelung vorsehen. 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2012&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-I-71%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page71

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Art. 8 SHV enthält einen statischen Verweis: Der Regierungsrat muss eine 
Änderung der SKOS-Richtlinien jeweils nach Prüfung der Auswirkungen 
auf den Kanton Bern durch Anpassung der Verweisung in Art. 8 SHV als 
anwendbar erklären (vgl. BVR 2009 S. 232 E. 3). Das Normverständnis legt 
somit nahe, dass jene Fassung der Richtlinien Anwendung findet, welche 
für die Zeit des sich ereignenden Sachverhalts Geltung hat. Diese Lösung 
steht auch im Einklang mit den allgemeinen Regeln des intertemporalen 
Rechts (vgl. TSCHANNEN/ZIMMERLI/ MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
3. Aufl. 2009, § 24 N. 9). Am 1. Januar 2012 ist im Rahmen der vom Regie-
rungsrat am 2. November 2011 beschlossenen Teilrevision der SHV (vgl. 
BAG 11-132, BAG 12-9) eine geänderte Fassung von Art. 8 SHV in Kraft 
getreten. Gemäss revidiertem Art. 8 SHV sind die SKOS-Richtlinien in der 
Fassung der vierten überarbeiteten Ausgabe vom April 2005 mit den Er-
gänzungen 12/05, 12/07, 12/08 und neu 12/10 verbindlich. 

2.3 Nach dem im Sozialhilferecht geltenden Bedarfsdeckungsprinzip ist 
in jedem individuellen Fall der Bedarf für die konkrete und aktuelle Notlage 
auszurichten. Die Bedürftigkeit ist gleichzeitig auch die Begrenzung in Be-
zug auf die Höhe der Hilfeleistung (CHRISTOPH RÜEGG, Das Recht auf Hilfe 
in Notlagen, in CHRISTOPH HÄFELI [Hrsg.], Das Schweizerische Sozialhilfe-
recht, 2008, S. 23 ff., 47). Das heisst, dass die einer um Hilfe suchenden 
Person auszurichtenden Sozialhilfeleistungen gestützt auf die anrechenba-
ren Einnahmen und Ausgaben des jeweiligen Monats zu berechnen sind.

2.3.1 Nach Art. 30 Abs. 3 SHG werden die eigenen Mittel und die Leis-
tungsansprüche gegenüber Dritten bei der Bemessung der Hilfe in ange-
messener Weise angerechnet. Es wird prinzipiell das ganze verfügbare 
Einkommen einbezogen (Ziff. E.1.1 der SKOS-Richtlinien). 

2.3.2 Zu den sozialhilferechtlich relevanten Einkünften zählen nebst dem 
Erwerbseinkommen auch laufend eingehende Leistungen wie AHV- und IV-
Renten, Arbeitslosenunterstützung oder andere Versicherungstaggelder 
(CLAUDIA HÄNZI, Die Richtlinien der schweizerischen Konferenz für Sozial-
hilfe, Diss. Basel 2011, S. 388 f.).

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3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest, dass die SUVA am 15. Juni 2012 der 
Beschwerdeführerin für den vom Beschwerdegegner am 3. Mai 2011 erlit-
tenen Unfall rückwirkend für die Zeit vom 6. Mai bis 5. Juni 2011 Taggeld-
leistungen in der Höhe von Fr. 5‘111.90 ausgerichtet hat. Diese wurden in 
der Folge am 19. Juli 2012 dem Beschwerdegegner überwiesen und ihm 
ab August 2012 in der laufenden Sozialhilfe als Ersatzeinkommen ange-
rechnet (act. IIB, Register 2). 

3.2 Hiergegen brachte der Beschwerdegegner vor, die Rückvergütung 
der SUVA beziehe sich auf den Unfall vom 3. Mai 2011. Zu dieser Zeit sei 
er noch nicht von der Beschwerdeführerin sozialhilferechtlich unterstützt 
worden, weshalb die Taggeldleistungen der SUVA an die Sozialhilfe nicht 
anzurechnen seien (vgl. Beschwerde vom 10. August 2012; act. II). 

3.3 Die Vorinstanz bestätigte die Zulässigkeit der Anrechnung der Tag-
geldleistungen als Ersatzeinkommen, dies jedoch nur bei der Bedarfsbe-
rechnung des Monats August 2012; ein allfälliger Überschuss sei dem Be-
schwerdegegner zu überlassen, sofern dessen Vermögen den Vermögens-
freibetrag von Fr. 4‘000.-- nicht übersteige (vgl. Entscheid vom 15. Mai 
2013; act. II).

4.

4.1 Bei den dem Beschwerdegegner am 19. Juli 2012, also während 
der Zeit des Sozialhilfebezugs, überwiesenen Taggeldleistungen der SUVA 
in der Höhe von Fr. 5‘111.90 handelt es sich um ein rückwirkend zuge-
sprochenes Ersatzeinkommen. Denn der Zweck der Taggelder einer Un-
fallversicherung besteht darin, den Ausfall von Lohneinnahmen durch Ver-
sicherungsleistungen zu kompensieren, um die laufenden Lebenskosten zu 
decken (vgl. Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversiche-
rung vom 20. März 1981 [UVG; SR 832.20]; vgl. auch Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 25. Februar 2010, 8C_731/2009, E. 3.1). Hierbei 
spielt es keine Rolle, dass die Leistungen rückwirkend in Form einer einma-
ligen Nachzahlung ausgerichtet wurden. Denn ob die Zahlungen monatlich 

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und rechtzeitig erfolgen oder der berechtigten Person erst zeitlich verzögert 
in Form einer einmaligen Nachzahlung zufliessen, hat im Ergebnis auf die 
Qualifikation dieser Leistungen als Ersatzeinkommen keinen Einfluss. Die 
nachträglich ausbezahlten Sozialversicherungsleistungen stellen somit eine 
sozialhilferechtlich relevante Einkunft dar (vgl. E. 2.3.2 hiervor) und sind bei 
der Berechnung des Unterstützungsbedarfs als Einnahmen zu berücksich-
tigen (vgl. E. 2.3.1 hiervor). Entgegen der Auffassung des Beschwerdegeg-
ners (vgl. E. 3.2 hiervor) ist dabei unerheblich, dass mit dem Geldzufluss 
Ansprüche aus einer Zeit vor dem Bezug von Sozialhilfegeldern abgegolten 
wurden. Entscheidend ist allein, dass Geld zugeflossen ist, das der Bestrei-
tung des laufenden Lebensunterhalts dienen kann (Entscheid des BGer 
vom 10. Mai 2012, 8C_79/2012, E. 2.2). Die Anrechnung dieser Leistungen 
ist Folge des Subsidiaritätsprinzips. Danach wird Hilfe nur gewährt, wenn 
und soweit sich eine bedürftige Person nicht selber helfen kann oder wenn 
Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist (vgl. E. 2.1 
hiervor). Mithin hat die Beschwerdeführerin die dem Beschwerdegegner am 
19. Juli 2012 überwiesenen Taggeldleistungen somit zu Recht bei der Be-
rechnung des Unterstützungsbedarfs für den Monat August 2012 als Ein-
nahmen angerechnet (act. IIB, Register 2). 

An dieser Stelle ist anzufügen, dass entgegen den Ausführungen der 
Vorinstanz im Entscheid vom 15. Mai 2013 (act. II) im hier zu beurteilenden 
Fall keine Verrechnung vorliegt. Mangels Zeitidentität zwischen dem An-
spruch auf die Taggelder der SUVA und der Ausrichtung von Sozialhilfe-
leistungen besteht keine Rückerstattungsforderung im Sinne von Art. 40 
Abs. 3 SHG, welche zur Verrechnung gebracht werden könnte. 

Zu prüfen bleibt im Folgenden, ob bei der Ermittlung des Unterstützungs-
bedarfs die Anrechnung der Taggelder von Fr. 5‘111.90 in vollem Umfang 
bzw. ohne Abzug eines Freibetrags vorzunehmen ist. 

4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass zu Recht von keiner Seite behauptet 
wird, dass die am 19. Juli 2012 überwiesenen Taggeldleistungen ganz oder 
teilweise als Einkommensfreibetrag im Sinne der SKOS-Richtlinien zu 
berücksichtigen seien. So ist die Geldüberweisung nicht im Zusammen-
hang mit dem Ziel gestanden, die Erwerbsaufnahme oder die Erhöhung 
des Arbeitspensums des Beschwerdegegners zu erleichtern bzw. seine 

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Integrationschancen zu verbessern (vgl. Ziff. E. 1.1 f. der SKOS-
Richtlinien). Die Vorinstanz macht hingegen die Berücksichtigung eines 
Vermögensfreibetrages von Fr. 4‘000.-- geltend (vgl. E. 3.3 hiervor). 

4.2.1 Nach Ziff. E. 2.1 der SKOS-Richtlinien wird zur Stärkung der Eigen-
verantwortung und zur Förderung des Willens zur Selbsthilfe zu Beginn der 
Unterstützung oder wenn eine laufende Unterstützung abgelöst werden 
kann, der unterstützten Person ein Vermögensfreibetrag zugestanden. Der 
empfohlene Vermögensfreibetrag beträgt bei einer Einzelperson 
Fr. 4‘000.--. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegeg-
ner die fraglichen Taggelder am 19. Juli 2012, also während der Zeit des 
Sozialhilfebezugs, überwiesen (vgl. E. 4.1 hiervor). Somit handelt es sich 
nicht um eine Forderung, die vor Beginn des Sozialhilfebezugs zum Ver-
mögen des Beschwerdegegners gehört hat (zum Vermögen: Ziff. E. 2.1 der 
SKOS-Richtlinien), weshalb ein Vermögensfreibetrag nicht zu gewähren ist. 
Aber selbst wenn die überwiesenen Taggelder als Vermögen zu qualifizie-
ren wären, könnte ein Vermögensfreibetrag dennoch nicht berücksichtigt 
werden. Denn nach Ziff. E. 2.1 der SKOS-Richtlinien wird ein Vermögens-
freibetrag nur zu Beginn der Unterstützung oder wenn eine laufende Unter-
stützung abgelöst werden kann, gewährt, was vorliegend klarerweise nicht 
der Fall wäre. Ausserdem wäre der Vermögensfreibetrag auch nicht zu 
gewähren bzw. wäre das Vermögen voll im Budget anzurechnen, weil der 
Beschwerdegegner während der Unterstützung in den Genuss von Vermö-
gen gekommen wäre (vgl. Handbuch Sozialhilfe der Berner Konferenz für 
Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz [BKSE; abrufbar unter: 
www.bernerkonferenz.ch], Stichwort „Vermögen“, Ziff. 2.1). 

4.2.2 Damit sind bei der Ermittlung des Unterstützungsbedarfs für den 
Monat August 2012 die Taggelder von Fr. 5‘111.90 in vollem Umfang bzw. 
ohne Abzug eines Freibetrags als Einnahmen anzurechnen. Allfällige 
Überschüsse dieses Monats sind bei laufender Unterstützung in das Bud-
get des Folgemonats zu übertragen (Handbuch BKSE, Stichwort „Einnah-
men“, Ziff. 1). Dies steht auch im Einklang mit dem Rechtsgleichheitsgebot 
(Art. 8 Abs. 1 BV). Es ist eine Gleichbehandlung anzustreben zwischen 
denjenigen Sozialhilfeempfängern, die in den Genuss einer Nachzahlung 
für periodische Sozialversicherungsleistungen kommen und denjenigen, 

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welche die gleiche periodische Leistung rechtzeitig empfangen und sich 
diese bei der Bemessung der laufenden wirtschaftlichen Hilfe vollumfäng-
lich als Einkommen anrechnen lassen müssen (Handbuch BKSE, Stichwort 
„Einnahmen“, Ziff. 1).

5.

Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde der angefoch-
tene Entscheid der Vorinstanz vom 15. Mai 2013 (act. II) aufzuheben. Die 
Taggeldleistungen der SUVA in der Höhe von Fr. 5‘111.90 sind vollumfäng-
lich als Einnahmen dem Sozialhilfebudget ab August 2012 anzurechnen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 53 SHG werden in Verfahren vor den Sozialdiensten 
und den Beschwerdeinstanzen vorbehältlich mutwilliger oder leichtfertiger 
Prozessführung keine Verfahrenskosten erhoben.

6.2 Nach Art. 104 Abs. 4 VRPG haben Behörden im Sinne von Art. 2 
Abs. 1 lit. b VRPG in der Regel keinen Anspruch auf Parteikostenersatz. 
Mit dieser Bestimmung soll dem Umstand Rechnung getragen werden, 
dass eine Gemeinde, die in Erfüllung einer ihr übertragenen öffentlichen 
Aufgabe verfügt hat, in der Regel in der Lage ist, ihren Standpunkt in einem 
späteren Beschwerdeverfahren gegen die eigene Verfügung selbst (d.h. 
ohne Rechtsvertreter oder Rechtsvertreterin) zu wahren. Der Beizug einer 
Rechtsbeiständin oder eines Rechtsbeistands und der Ersatz der diesbe-
züglichen Aufwendungen können allerdings etwa dann geboten erschei-
nen, wenn eine besonders komplexe Angelegenheit vorliegt (VGE 
2009/205 vom 18. Februar 2011, E. 12.3.1). Letzteres ist nicht der Fall, so 
dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Par-
teientschädigung hat.

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Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Entscheid des 
Regierungsstatthalteramtes Bern-Mittelland vom 15. Mai 2013 aufge-
hoben. Die Taggeldleistungen der SUVA in der Höhe von Fr. 5‘111.90 
werden vollumfänglich als Einnahmen dem Sozialhilfebudget ab August 
2012 im Sinne der Erwägungen angerechnet. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten ge-
sprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Konkursamt Bern-Mittelland 
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.