# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35c7dd45-e466-58b9-bcb2-b04eb49a5f74
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 20.11.2018 A 2018 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2018-44_2018-11-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 18 44

4. Kammer 

Vorsitz Racioppi
Richter Meisser, von Salis

Aktuarin ad hoc Hemmi

URTEIL

vom 20. November 2018

in der Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Gäste- und Tourismustaxe

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1. A._____ ist Eigentümer der beiden Liegenschaften B._____ 1, B._____ 1A 

und C._____ 45 in der Gemeinde X._____.

2. Am 11. Mai 2017 stellte die Gemeinde X._____ A._____ die Veranlagungs-

verfügung Nr. 40284 und zwei Rechnungen für die Gäste- und Tourismu-

staxen 2016 und 2017 betreffend die beiden Liegenschaften B._____ 1, 

B._____ 1A und C._____ 45 in der Höhe von Fr. 4'886.-- bzw. Fr. 7'124.-- 

zu. 

3. Gegen die Veranlagungsverfügung und Rechnungen vom 11. Mai 2017 er-

hob A._____ beim Gemeindesteueramt X._____ am 10. Juni 2017 per Te-

lefax Einsprache. Begründend führte er im Wesentlichen aus, dass die be-

rechneten Grössen der Wohnflächen zu hoch seien. 

4. Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2018 trat das Gemeindesteuer-

amt X._____ auf die Einsprache von A._____ nicht ein. Begründend wurde 

ausgeführt, gemäss Art. 33 des kommunalen Gesetzes über die Gäste- und 

Tourismustaxen (Tourismusgesetz, TG) könnten Verfügungen der Ge-

meinde innert 30 Tagen seit Mitteilung schriftlich angefochten werden. Zur 

Schriftlichkeit gehöre gemäss gefestigter Praxis der Verwaltungsrechts-

pflege auch die Unterzeichnung durch den Einsprecher oder dessen Ver-

treter. Bei einer Einsprache mittels Telefax fehle es an der eigenhändigen 

Unterschrift, weshalb auf entsprechende Einsprachen grundsätzlich nicht 

einzutreten sei. Die vorliegende Einsprache sei der Gemeinde am 10. Juni 

2017 einzig per Telefax übermittelt worden. Folglich könne auf die Einspra-

che mangels Erfüllung der erforderlichen Formvorschriften nicht eingetre-

ten werden. In einer Eventualbegründung erwog das Gemeindesteueramt, 

dass über Monate versucht worden sei, den Einwand von A._____ gegen 

die veranlagten Nettowohnflächen für die fragliche Periode wie auch für die 

Zukunft zu bereinigen. Hierfür sei der Baufachchefin lediglich Zutritt zu den 

beiden Wohnungen der Liegenschaft B._____ 1 und 1A gewährt worden. 

Die Nettowohnfläche der Liegenschaft C._____ 45 habe bis anhin nicht 

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überprüft werden können und es bleibe auch für die Zukunft bei der Veran-

lagung aufgrund der rechtskräftigen Angaben in der amtlichen Schätzung. 

Die in der Liegenschaft B._____ 1 und 1A gemessenen Flächen könnten 

für die Zukunft berücksichtigt werden, wobei darauf hinzuweisen sei, dass 

diese nur unwesentlichen von den veranlagten Grössen abweichen wür-

den. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 17. Sep-

tember 2018 (Poststempel) Beschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung machte er im We-

sentlichen geltend, dass hinsichtlich der strittigen Flächengrössen zwi-

schenzeitlich Einigkeit erzielt worden sei. Die Gemeinde habe die nunmehr 

festgestellten Grössen einer Veranlagung zu Grunde zu legen. Hierdurch 

ergebe sich eine Verschiebung der Flächen zwischen den Wohnungen 

B._____ 1 und B._____ 1A. Diese Verschiebung sei bisher im angefochte-

nen Entscheid nicht berücksichtigt worden. Die Beschwerde richte sich 

ausdrücklich lediglich gegen die Festsetzung der Gäste- und Tourismu-

staxe für die Wohnung B._____ 1. Diese Wohnung sei gemäss der von der 

Gemeinde vorgenommenen Messung kleiner als in der Veranlagungsver-

fügung angegeben. Zudem sei die Wohnung bis zum 31. Juli 2015 zu fes-

ten Wohnzwecken vermietet gewesen. Eine touristische Nutzung habe 

nicht stattgefunden und sei auch nicht beabsichtigt, weshalb keine Gäste- 

und Tourismusabgaben erhoben werden dürften. Die Gemeinde habe nicht 

dargetan, wieso eine touristische Nutzung unterstellt werde. Schliesslich 

sei der Einwand der Gemeinde, wonach auf der Einsprache die Originalun-

terschrift fehle, dadurch verwirkt, dass sie dennoch auf die Einsprache ein-

getreten sei.

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6. Die Gemeinde X._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ih-

rer Vernehmlassung vom 9. Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde. 

Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Einsprache des 

Beschwerdeführers die Anforderungen an die Schriftlichkeit einer Einspra-

che nicht erfüllt habe, weshalb die Beschwerdegegnerin darauf zu Recht 

nicht eingetreten sei. Im Übrigen nahm die Beschwerdegegnerin zu den 

materiellen Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerde 

Stellung.

7. Mit freigestellter Replik vom 21. Oktober 2018 teilte der Beschwerdeführer 

erstmals mit, dass er die Einsprache per Telefax zugestellt und gleichen-

tags mit Originalunterschrift in den Briefkasten der Beschwerdegegnerin 

eingeworfen habe. Im Übrigen erfolgten materielle Ausführungen.

8. In ihrer Duplik vom 31. Oktober 2018 unterstrich die Beschwerdegegnerin, 

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde bestätigt habe, dass seine 

Einsprache die erforderliche Originalunterschrift nicht enthalten habe. Dar-

auf sei er zu behaften. Der neue Einwand des Beschwerdeführers, wonach 

er die Einsprache mit Originalunterschrift in den Briefkasten der Beschwer-

degegnerin eingeworfen habe, stehe im Widerspruch zu seinen bisherigen 

Aussagen. Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin die materiellen Rü-

gen des Beschwerdeführers nicht behandelt, weil sie auf die Einsprache 

nicht habe eintreten können.

9. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

im angefochtenen Einspracheentscheid vom 31. August 2018 wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteu-

ern (GKStG; BR 720.200) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 lit. a des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen kom-

munale Einspracheentscheide in Steuersachen. Der angefochtene Ein-

spracheentscheid vom 31. August 2018, mit welchem die Beschwerdegeg-

nerin auf die Einsprache des heutigen Beschwerdeführers gegen die in 

Rechnung gestellten Gäste- und Tourismustaxen 2016 und 2017 in der 

Höhe von Fr. 4'886.-- bzw. Fr. 7'124.-- nicht eingetreten ist, bildet demnach 

ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden. Als materieller und formeller Adressat 

des angefochtenen Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer 

berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf 

(Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Streitgegenstand des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahrens bildet einzig die Frage, ob die Beschwerdegegnerin im ange-

fochtenen Einspracheentscheid vom 31. August 2018 zu Recht auf die Ein-

sprache des Beschwerdeführers vom 10. Juni 2017 gegen die Veranla-

gungsverfügung Nr. 40284 vom 11. Mai 2017 betreffend Gäste- und Tou-

rismustaxen nicht eingetreten ist.

3. Zunächst ist zu untersuchen, ob eine per Telefax übermittelte Einsprache 

an die Beschwerdegegnerin rechtsgültig erhoben werden kann. 

3.1. Gemäss Art. 33 Abs. 1 des Gesetzes über Gäste- und Tourismustaxen 

(Tourismusgesetz, TG) können Verfügungen der Gemeinde sowie Verfü-

gungen eines mit dem Vollzug des Gesetzes beauftragten Dritten innert 30 

Tagen seit Mitteilung mit schriftlich begründeter Einsprache bei der Veran-

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lagungsbehörde angefochten werden. Nach dieser gesetzlichen Bestim-

mung wird die Unterschrift des Einsprechers oder seines Vertreters nicht 

ausdrücklich verlangt. Es ist aber klarerweise davon auszugehen, dass 

eine Einsprache mit der eigenhändigen Unterschrift des Einsprechers oder 

seines Vertreters zu versehen ist, um das Formerfordernis der Schriftlich-

keit zu erfüllen (vgl. GRIFFEL, in: GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar zum Verwal-

tungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl., Zürich/Ba-

sel/Genf 2014, § 22 Rz. 6; vgl. auch Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter 

Teil: Obligationenrecht; SR 220], der auch im öffentlichen Recht gilt [vgl. 

BGE 101 III 65 E.3]). Um Manipulationen und Fälschungen möglichst aus-

zuschliessen, muss die Unterschrift im Original vorliegen. Unterschriften in 

Maschinenschrift, als Stempel oder als Fotokopie einer handschriftlichen 

Unterschrift sind keine Originale. Auch bei per Telefax eingereichten 

Rechtsschriften ist die Unterschrift nicht im Original, weshalb das Bundes-

gericht davon ausgeht, dass sie wegen der fehlenden Originalunterschrift 

mit einem formellen Mangel behaftet sind und somit zur Fristwahrung nicht 

genügen (vgl. BGE 121 II 252 E.3 f.; Urteile des Bundesgerichts 

6B_51/2015 vom 28. Oktober 2015 E.2.2; 2C_531/2015 vom 18. Juni 2015 

E.2.1; 1B_160/2013 vom 17. Mai 2013 E.2.1; je mit weiteren Hinweisen). 

3.2. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer die Einsprache, datierend 

vom 9. Juni 2017, am 10. Juni 2017 per Telefax eingereicht (vgl. beschwer-

degegnerische Akten [Bg-act.] 9). Mangels originaler Unterschrift muss 

diese per Telefax erfolgte Eingabe gestützt auf die obigen Ausführungen 

als eine den gesetzlichen Formerfordernissen von Art. 33 Abs. 1 TG 

(Schriftlichkeit) nicht genügende und damit als nicht rechtsgültig erhobene 

Einsprache qualifiziert werden. 

3.3. Der Beschwerdeführer bringt nun allerdings vor, dass er gleichentags das 

Original der eigenhändig unterzeichneten Einspracheschrift in den Brief-

kasten der Beschwerdegegnerin eingeworfen habe. Diese erstmals in der 

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Replik vom 21. Oktober 2018 vorgebrachte Behauptung des Beschwerde-

führers ist als reine Schutzbehauptung und daher als unerheblich zu quali-

fizieren. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die 

Beweislast für die Wahrung der Frist und die Einhaltung der Form trägt (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 2C_704/2014 vom 10. Februar 2014 E.3.4; 

2C_433/2009 vom 7. Juli 2009 E.2.2). Diesen Nachweis hat der Beschwer-

deführer weder vor der Vorinstanz noch im vorliegenden verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahren erbracht. Im Übrigen ist nicht nachvoll-

ziehbar, weshalb der Beschwerdeführer überhaupt mittels Telefax Einspra-

che hätte erheben sollen, wenn er ja  ̶  wie er behauptet  ̶  das Original der 

Einspracheschrift rechtzeitig in den Briefkasten der Beschwerdegegnerin 

eingeworfen haben will. Aus dem Gesagten erhellt, dass der dargelegte 

Einwand des Beschwerdeführers ins Leere zielt. 

4. Zu prüfen bleibt schliesslich, ob dem Beschwerdeführer für die Behebung 

des Mangels  ̶  zur Nachreichung der originalen Unterschrift  ̶  eine Nachfrist 

hätte angesetzt werden müssen. Kommt das streitberufene Gericht zum 

Schluss, eine Nachfristansetzung hätte erfolgen müssen, ist die Be-

schwerde gutzuheissen und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen, damit sie dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Nachrei-

chung der Originalunterschrift gewährt und anschliessend neu über die Ein-

sprache entscheidet. Andernfalls ist die Beschwerde abzuweisen und der 

vorinstanzliche Einspracheentscheid zu bestätigen. 

4.1. Zunächst ist der Frage nachzugehen, ob die Beschwerdegegnerin gestützt 

auf allgemeine Verfahrensgrundsätze verpflichtet gewesen wäre, dem Be-

schwerdeführer eine Nachfrist zur Einspracheverbesserung (Originalunter-

schrift) anzusetzen. Art. 2 Abs. 1 VRG bestimmt zwar, dass die allgemeinen 

Verfahrensgrundsätze auch auf das Verwaltungsverfahren vor Regional- 

und Gemeindebehörden Anwendung finden. Die im entsprechenden Kapi-

tel "Allgemeine Grundsätze des Verfahrens" aufgeführten Bestimmungen 

(Art. 3 bis 25 VRG) stellen jedoch weder formelle Anforderungen an eine 

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Rechtsschrift noch sehen sie die Verpflichtung vor, bei Formmängeln eine 

angemessene Frist zur Verbesserung anzusetzen. Eine solche Regelung 

enthält das VRG einzig in den Art. 33 Abs. 3 und 38 Abs. 3 VRG, welche 

allerdings unter dem Kapitel "Verfahren vor kantonalen Verwaltungsbehör-

den" bzw. "Verfahren vor Verwaltungsgericht" aufgeführt sind. Vor diesem 

Hintergrund ergibt sich, dass im VRG eine ausdrückliche Regelung fehlt, 

nach der Gemeindebehörden bei formell mangelhaften Eingaben einer an-

gemessenen Frist zur Behebung des Mangels gewähren müssen. Nach 

Ansicht des streitberufenen Gerichts besteht auch für eine sinngemässe 

Anwendung von Art. 33 Abs. 3 bzw. Art. 38 Abs. 3 VRG kein Raum, zumal 

aus der Botschaft der Regierung für eine Optimierung der kantonalen Ge-

richtsorganisation [Justizreform] vom 30. Mai 2006 klar hervorgeht, dass 

sich die besagten Bestimmungen bewusst nur auf Beschwerdeverfahren 

vor kantonalen Verwaltungsbehörden bzw. Verfahren vor Verwaltungsge-

richt beziehen, um auf Gemeindeebene (und im erstinstanzlichen Verfah-

ren vor kantonalen Verwaltungsbehörden) den Handlungsspielraum nicht 

generell zu beschränken (vgl. Botschaft der Regierung an den Grossen Rat 

für eine Optimierung der kantonalen Gerichtsorganisation [Justizreform] 

vom 30. Mai 2006 S. 539 und S. 547). Aus dem Gesagten erhellt, dass die 

Beschwerdegegnerin im Hinblick auf das VRG berechtigt war, die Einspra-

che des Beschwerdeführers wegen fehlender Originalunterschrift mit Nicht-

eintreten zu erledigen, ohne eine Nachfrist zur Verbesserung anzusetzen. 

Indem die Beschwerdegegnerin einen Nichteintretensentscheid gefällt hat, 

ist sie  ̶  wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird  ̶  auch nicht in überspitzten 

Formalismus verfallen.

4.2.1. Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft (BV; SR 101) verbietet überspitzten Formalismus als besondere 

Form der Rechtsverweigerung. Eine solche liegt vor, wenn für ein Verfah-

ren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge 

sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde formelle Vorschriften mit 

übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften überspannte An-

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forderungen stellt und den Rechtssuchenden den Rechtsweg in unzulässi-

ger Weise versperrt. Wohl sind im Rechtsgang prozessuale Formen uner-

lässlich, um die ordnungsgemässe und rechtsgleiche Abwicklung des Ver-

fahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten. 

Nicht jede prozessuale Formstrenge steht demnach mit Art. 29 Abs. 1 BV 

im Widerspruch. Überspitzter Formalismus ist nur gegeben, wenn die 

strikte Anwendung der Formvorschriften durch keine schutzwürdigen Inter-

essen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirkli-

chung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhin-

dert (vgl. BGE 142 V 152 E.4.2 mit weiteren Hinweisen).

4.2.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird ein Nichteintreten zum 

überspitzten Formalismus, wenn zur Behebung des Mangels keine kurze, 

allenfalls über die Beschwerdefrist hinausgehende Nachfrist angesetzt wird 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_39/2013 vom 11. März 2013 E.2.3; vgl. 

auch STEINMANN, in: EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VAL-LENDER 

[Hrsg.], Die Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 

Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 29 Rz. 30 mit weiteren Hinweisen). Auf die 

Gewährung einer Nachfrist kann dagegen verzichtet werden, wenn die 

mangelhafte Eingabe gegen das Gebot des Handelns nach Treu und Glau-

ben verstösst und sie bewusst oder gar rechtsmissbräuchlich erfolgte, um 

das Einräumen einer Nachfrist für die Begründung zu erwirken (vgl. BGE 

142 I 10 E.2.4.7 mit weiteren Hinweisen; 121 II 252 E.4b; STEINMANN, 

a.a.O., Art. 29 Rz. 30 mit weiteren Hinweisen). Bei einer per Telefax einge-

reichten Rechtsschrift hat das Bundesgericht eine Heilung durch Nachrei-

chen einer Rechtsschrift mit Originalunterschrift nach Ablauf der Beschwer-

defrist bis anhin abgelehnt (vgl. BGE 121 II 252 E.4; Urteil des Bundesge-

richts 9C_739/2007 vom 28. November 2007 E.1.2). Das Bundesgericht 

geht davon aus, dass die Partei, welche eine Rechtsschrift mit Telefax ein-

reicht, bereits von vornherein weiss (bzw. wissen müsste), dass damit ge-

gen das Unterschrifterfordernis verstossen wird und das Ansetzen einer 

Nachfrist daher nicht in Betracht kommt. Diese Praxis schliesst hingegen 

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nicht aus, dass die Rechtsmittelbehörde den Absender einer per Telefax 

übermittelten Eingabe nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 

BV) innerhalb der laufenden Rechtsmittelfrist auf den Mangel aufmerksam 

zu machen und ihm so die Verbesserung seiner Eingabe bzw. die Beseiti-

gung des Mangels innert noch laufender Frist zu ermöglichen hat, sofern 

dies nach zeitlichen Umständen noch als möglich und sinnvoll erscheint 

(vgl. Urteil des Kantonsgerichts Luzern 7H 15 15 vom 28. Oktober 2015 

E.2.4.1 mit weiteren Hinweisen; Entscheid der Verwaltungsrekurskommis-

sion des Kantons St. Gallen I/1-2009/200 vom 29. Juni 2010 E.3c; Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2006.00312 vom 

24. August 2006 E.3.5; vgl. zum Ganzen auch MERZ, in: NIGGLI/UEBER-

SAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundes-

gerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 42 Rz. 35). 

4.2.3. Vorliegend kann den Akten entnommen werden, dass die vom Beschwer-

deführer per Telefax erhobene Einsprache, datierend vom 9. Juni 2017 (ei-

nem Freitag), am 10. Juni 2017 (einem Samstag) bei der Beschwerdegeg-

nerin eingegangen ist (vgl. Bg-act. 9). Falls davon ausgegangen wird, dass 

die Veranlagungsverfügung Nr. 40284 vom 11. Mai 2017 betreffend Gäste- 

und Tourismustaxen dem Beschwerdeführer am Tag nach dem Versand 

zugestellt wurde, wäre die Einsprachefrist gemäss Art. 33 Abs. 1 TG am 

12. Juni 2017 (einem Montag) abgelaufen (vgl. Art. 7 Abs. 1 und 2 VRG). 

Vor diesem Hintergrund ist klar, dass der Beschwerdeführer die Einsprache 

zwei Tage vor Ablauf der Rechtsmittelfrist eingereicht hat und die Be-

schwerdegegnerin erst am letzten Tag der Einsprachefrist die Einhaltung 

der formellen Anforderungen überprüfen konnte. Unter diesen Umständen 

kann der Beschwerdegegnerin nach dem Grundsatz von Treu und Glauben 

nicht vorgehalten werden, sie hätte den Beschwerdeführer auf den Form-

mangel (Fehlen der Originalunterschrift) hinweisen müssen. Im Übrigen 

wäre es der Beschwerdegegnerin auch nicht mehr möglich gewesen, den 

Beschwerdeführer zu einer Heilung des Mangels innerhalb der Einsprache-

frist zu veranlassen, zumal sie  ̶  wie bereits gesehen  ̶  die ihr am Samstag, 

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10. Juni 2017, übermittelte Einsprache erst am Montag, 12. Juni 2017, und 

damit erst am letzten Tag der Rechtsmittelfrist vorfinden konnte. Somit er-

scheint es als nicht überspitzt formalistisch, wenn die Beschwerdegegnerin 

auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. 

4.3. Demzufolge ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer zu Recht keine Nach-

frist zur Behebung des Mangels bzw. zur Nachreichung der originalen Un-

terschrift angesetzt wurde. 

5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdegeg-

nerin auf die per Telefax erhobene Einsprache des Beschwerdeführers 

vom 10. Juni 2017 zu Recht nicht eingetreten ist. Der angefochtene Ein-

spracheentscheid vom 31. August 2018 erweist sich somit als rechtens, 

was zur vollumfänglichen Bestätigung desselben und zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde führt. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des Beschwerdeführers. Bund, Kanton und 

Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisa-

tionen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschä-

digung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsie-

gen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass, weshalb der Be-

schwerdegegnerin keine Parteientschädigung zusteht. 

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 248.--

zusammen Fr. 2‘248.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]