# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8706dd2-f969-529b-9dca-fd64efa775a5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2020 D-4724/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4724-2019_2020-09-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4724/2019 

law/bah 

 

 

  U r t e i l  v o m  9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer; Richter Daniele Cattaneo; 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

und ihre Tochter,   

B._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

beide vertreten durch MLaw Sophie Frühauf,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Nordwestschweiz, 

(…)  

Beschwerdeführerinnen,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 13. August 2019 / N (…). 

 

 

 

D-4724/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin, eine Tamilin mit letztem Wohnsitz in 

C._______ (Westprovinz), verliess eigenen Angaben gemäss zusammen 

mit ihrem Ehemann, C._______ (D-4722/2019), ihr Heimatland am 1. Feb-

ruar 2019 und gelangte am 8. Februar 2019 in die Schweiz, wo sie am 

11. März 2019 um Asyl nachsuchte. 

A.b Am 18. März 2019 fand mit der Beschwerdeführerin die Personalien-

aufnahme (PA), am 27. März 2019 ein persönliches Gespräch gemäss 

Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung)  

(ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO), statt. 

A.c Das SEM führte mit der Beschwerdeführerin am 8. April 2019 die Erst-

befragung durch. Dabei gab sie zu Protokoll, sie sei an ihren Arbeitsstellen 

aus rassistischen Gründen unterdrückt worden. In der letzten Zeit habe sie 

sexuelle Belästigungen erlitten und sich nicht mehr sicher gefühlt. Sie sei 

schwanger und könne in der Heimat kein gesundes Kind haben. Ihr Mann 

habe eine Auseinandersetzung mit einem Militäroffizier gehabt. Er sei vom 

Geheimdienst und von der Armee befragt und geschlagen worden; sie 

nehme an, man habe versucht, ihn zu töten. Ein Verwandter ihres Vaters, 

der bei den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) gewesen sei, habe 

einmal bei ihnen übernachtet. Während sie bei der (…)-Zeitung gearbeitet 

habe, habe sie auch pro-tamilische Nachrichten an die Redaktion weiter-

geleitet. Sie habe einen Anruf erhalten, bei dem man ihr gesagt habe, sie 

solle ihre Arbeit aufgeben, ansonsten sie getötet werde. Während dieser 

Zeit habe bei ihnen ein Verwandter (D._______) übernachtet, der von 

E._______ gekommen sei. Sie habe deshalb Probleme gehabt. Die Polizei 

habe F._______ einmal mitgenommen; sie habe für ihn gebürgt und ihn 

«rausgeholt». Nachdem sie ihre Stelle gekündigt habe, habe sie von der 

Polizei eine Vorladung erhalten. Man habe sie gefragt, wo sich F._______ 

aufhalte, und ihr gesagt, man werde ihr die Schuld geben, für alles, was 

zukünftig in Sri Lanka geschehe. In der Firma, in der sie danach gearbeitet 

habe (…), habe sie immer wieder Auseinandersetzungen mit einem ande-

ren Angestellten gehabt, der sie beschimpft habe. Er habe sie bedroht und 

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Seite 3 

auch vor ihren Kollegen erniedrigt. Ihr Vorgesetzter – ein ehemaliger Ar-

meeoffizier –, mit dem sie gesprochen habe, habe sich nicht für sie einge-

setzt. Sie habe die Stelle gekündigt und mit ihrem Ehemann und ihrem 

Vater über ihre Probleme gesprochen. Ihr Vater habe einen Brief an einen 

Parlamentarier geschrieben, der umgehend geantwortet habe. Vier oder 

fünf Tage später sei sie von ihrem Ex-Chef angerufen worden, der sie be-

schimpft habe. Er sei erbost gewesen und habe gesagt, sie habe seinen 

Ruf geschädigt und er werde sie unter falschen Anschuldigungen ins Ge-

fängnis bringen. Er habe ihr unterstellt, sie beherberge LTTE-Leute und 

bringe diese zu anderen Orten. Da sie geweint habe, habe ihr Mann das 

Telefon ergriffen und sich mit dem Ex-Chef gestritten. Einige Tage später 

sei sie vom CID (Criminal Investigation Department) vorgeladen worden. 

Ihr Vater und sie seien befragt worden. Die Beamten hätten sich nach ei-

nem Mann erkundigt, der bei den Blacktigers gewesen sei und 2005 bei 

ihnen übernachtet habe. Sie hätten sie über ihre Beziehungen zu den LTTE 

und ihre Arbeitsstellen ausgefragt. Sie sei beschuldigt worden, die LTTE 

unterstützt zu haben, und ihr sei eröffnet worden, man werde sie im Auge 

behalten. Danach habe ihr Vater sie nach G._______ geschickt. Dort habe 

sie keine Probleme gehabt, indessen sei ihr Vater nochmals befragt wor-

den. An ihrer neuen Arbeitsstelle sei sie jedoch auch unter Druck gesetzt 

und als tamilische Aktivistin bezeichnet worden. 

A.d Das SEM hörte die Beschwerdeführerin am 25. April 2019 einlässlich 

zu ihren Asylgründen an. Sie machte im Wesentlichen geltend, im Jahr 

2005 sei ein LTTE-Angehöriger zu ihnen gekommen und habe eine Nacht 

bei ihnen verbracht. Das CID habe ihren Vater befragt und ihm gesagt, sie 

sollten weitere Besucher melden. 2007 habe sie begonnen, bei der Zeitung 

(…) zu arbeiten. Im Dezember 2008 sei ihr Cousin F._______ zu ihnen 

gekommen, der bei einer Kontrolle festgenommen worden sei. Nachdem 

sie für ihren Cousin gebürgt habe, sei er freigelassen worden. Sie habe 

Drohanrufe erhalten und sich an ihren Chef gewandt. Ihr Cousin habe nach 

seiner Freilassung bei ihnen gewohnt und später Sri Lanka verlassen. Po-

lizisten seien zu ihnen gekommen und hätten Fragen zu F._______ ge-

stellt. Da sie nichts über ihn habe sagen können, sei sie bedroht worden. 

Da damals mehrere (…) getötet worden seien, habe sie ihre Stelle gekün-

digt. An ihrem neuen Arbeitsort (…) sei sie von einem Hilfsarbeiter be-

schimpft worden. Sie habe mit ihrem Chef gesprochen, der ihr gesagt 

habe, sie könne kündigen, was sie getan habe. 2012 habe sie unter De-

pressionen gelitten und geheiratet. Zusammen mit ihrem Vater habe sie 

einen Brief an ein Parlamentsmitglied geschrieben, das kurz darauf geant-

wortet habe – eine Kopie dieses Schreibens sei an die (…) gegangen. Ihr 

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Ex-Chef habe sie angerufen und ihr gesagt, er werde ihr Probleme ma-

chen. Sie habe eine Panikattacke erlitten, ihr Mann habe das Telefon ge-

nommen und sich mit ihrem Ex-Chef gestritten. CID-Angehörige seien zu 

ihnen gekommen und hätten sie vorgeladen. Sie und ihr Vater seien dorthin 

gegangen und getrennt über H._______ und F._______ befragt worden. 

Man habe sie beschuldigt, Leute der LTTE beherbergt zu haben, und ihr 

vorgeworfen, in der Zeitung falsche Nachrichten über Tamilen publiziert zu 

haben. Sie hätten auch Fragen zu den Problemen in der (…) gestellt (wes-

halb sie gekündigt und falsche Informationen an einen Parlamentarier wei-

tergeleitet habe). Sie sei beschuldigt worden, Informationen an F._______ 

der beim Geheimdienst der LTTE gearbeitet habe, weitergeleitet zu haben. 

Danach habe sie nicht mehr in I._______ leben wollen und sei nach 

G._______ gegangen. Ihr Mann sei von der Polizei vorgeladen und über 

sie befragt worden. 2017 sei ihr Mann nach G._______ gekommen, weil 

sie zusammen an eine Hochzeitsfeier nach J._______ hätten gehen wol-

len. Die Braut habe sie am 5. Februar 2017 gefragt, ob ihr Mann gegen 

2.30 Uhr ihre Verwandten von der Bushaltestelle abholen könne. Um 4 Uhr 

morgens habe sie einen Anruf erhalten; man habe ihr gesagt, ihr Mann sei 

schwer verletzt ins Spital gebracht worden. Sie habe ihren Bruder angeru-

fen, der herbeigeeilt sei. Nach einigen Stunden habe sie ihren Mann, der 

auf der Intensivstation gelegen sei, besuchen können. Er sei bewusstlos 

gewesen und habe innere Blutungen im Kopf gehabt. Unbekannte Perso-

nen seien auf die Intensivstation gekommen und Polizisten hätten ihr ge-

sagt, ihr Mann habe Alkohol konsumiert und sei in einem Van unterwegs 

gewesen, als der Unfall geschehen sei. Fünf Tage später hätten sie ihren 

Mann nach I._______ ins (…) transferiert. Nach seiner Entlassung aus 

dem Spital sei es ihm psychisch nicht gut gegangen und er habe alles ver-

gessen gehabt. Er sei blind gewesen und habe sie erst nach drei Monaten 

wiedererkannt. Er habe ihr erzählt, was in der Nacht zum 6. Februar 2017 

geschehen sei. 2018 sei sie mit ihrem Mann nach K._______ gereist, um 

ihn medizinisch behandeln zu lassen. Kurz nach ihrer Rückkehr seien ei-

nes Abends (wohl Ende März 2018) zwei Männer des CID bei ihr erschie-

nen, die gesagt hätten, sie müssten das Haus durchsuchen. Sie hätten ge-

fragt, wo sie gewesen seien und weshalb sie ihre Abwesenheit nicht ge-

meldet hätten. Dann sei ein Polizist gekommen, der ebenfalls auf Kontroll-

gang gewesen sei. Die Beamten hätten gesagt, sie wollten ihren Mann 

auch befragen. Sie hätten ihn über die medizinische Behandlung und sei-

nen «Unfall» befragt. Sie hätten auch gefragt, ob sie F._______ in 

K._______ besucht hätten. Schliesslich hätten die Beamten gesagt, sie 

wollten sie (die Beschwerdeführerin) allein befragen, und seien mit ihr zum 

Esszimmer gegangen, wo man ihr persönliche Fragen gestellt habe. Die 

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beiden Männer hätten gesagt, ihr Ehemann sei «sexuell nicht fit» und sie 

könnten ihr helfen. Sie habe ihnen geantwortet, man solle sie in Ruhe las-

sen, sie habe genug Probleme. Der dritte Mann sei hinzugekommen und 

sie habe geschrien. Als ihr Mann auch geschrien habe, sei einer der Män-

ner zu ihm gegangen und habe ihn mit einer Pistole bedroht. Er habe ihren 

Mann beschimpft und sie sei von den beiden anderen belästigt worden. Sie 

sei zu ihrem Mann gerannt und die Männer hätten gesagt, sie kämen wie-

der. Danach habe sie keine Ruhe mehr gehabt, denn diese Leute hätten 

ihr Bilder und Videos auf ihr Handy geschickt – nach zwei Monaten habe 

sie diese SIM-Karte nicht mehr benutzt. Sie sei auch beobachtet worden. 

Es sei ihr psychisch schlecht gegangen und sie habe ihrem Mann gesagt, 

sie werde sterben – er habe geantwortet, er werde mit ihr sterben. Sie habe 

ihren Bruder angerufen, der sofort gekommen sei und gesagt habe, er 

werde bei ihnen wohnen. Er habe sie zu einer psychiatrischen Behandlung 

gebracht. Ihr Bruder habe gefragt, ob sie mit ihrem Mann ins Ausland rei-

sen wolle. Im Juni 2018 hätten Männer mit ihrem Bruder gesprochen, denn 

sie sei nicht zu Hause gewesen. Dazwischen habe sie Klingeln und Klopfen 

gehört, aber sie habe die Türe nicht geöffnet. 

A.e Mit Zwischenverfügung vom 3. Mai 2019 teilte das SEM der Beschwer-

deführerin mit, ihr Asylgesuch werde im erweiterten Verfahren weiterbe-

handelt.  

A.f Am 8. Mai 2019 übermittelte die Beschwerdeführerin dem SEM meh-

rere Beweismittel. Mit einem Gerichtsdokument solle belegt werden, dass 

ihr Cousin, M._______, wegen Verdachts auf terroristische Aktivitäten in-

haftiert und gegen Leistung einer Bürgschaft freigelassen worden sei. Des-

sen Anwalt bestätige, dass sie die Bürgschaft geleistet habe. Zudem wur-

den zwei Arbeitsbestätigungen eingereicht.  

B.  

Mit Verfügung vom 13. August 2019 – eröffnet am 15. August 2019 – stellte 

das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es ihre Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

C.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 16. September 2019 erhob die Be-

schwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde. In dieser wird beantragt, die Verfügung des SEM sei auf-

zuheben, die Beschwerdeführerin als Flüchtling anzuerkennen und ihr Asyl 

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Seite 6 

zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an das SEM 

zurückzuweisen. Subeventualiter sei die vorläufige Aufnahme der Be-

schwerdeführerin anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird bean-

tragt, es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren; insbesondere 

sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen.  

Der Beschwerde lag ein Arztbericht des (…) vom Februar 2017 bei. 

D.  

Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung mit Instruktionsverfügung vom 26. September 2019 

gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die Akten 

übermittelte er zur Vernehmlassung an das SEM. 

E.  

Am (…) 2019 kam die Tochter der Beschwerdeführerin, B._______, zur 

Welt 

F.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 8. Oktober 2019 an seinem 

Standpunkt fest. 

G.  

Mit Replik vom 29. Oktober 2019 bekräftigte die Beschwerdeführerin ihre 

Anträge. 

H.  

Die Beschwerdeführerin übermittelte mit Schreiben vom 28. Mai 2020 ei-

nen Abschlussbericht der (…) vom 26. Mai 2020. In diesem wird eine sta-

tionäre psychiatrische Behandlung der Beschwerdeführerin, die vom 4. bis 

zum 22. Mai 2020 dauerte, bestätigt. Des Weiteren wird ausgeführt, die 

psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung sei ambulant wei-

terzuführen.  

  

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor.  

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

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Seite 8 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung aus, einige der von 

der Beschwerdeführerin genannten Asylgründe (Befragung durch Polizei 

wegen F._______, Drohanrufe während der Tätigkeit für die Zeitung (…), 

Probleme mit ihrem Chef bei der (…), Diskriminierung am Arbeitsplatz in 

G._______), die sich in den Jahren 2008 und 2013 zugetragen hätten, wür-

den weder einen zeitlichen und kausalen Zusammenhang mit ihrer Aus-

reise noch die erforderliche Intensität aufweisen, um als asylrelevant taxiert 

werden zu können. Bis zum Februar 2017 habe sie keine Probleme mehr 

mit den Behörden gehabt. Die Schikanen, die sie aufgrund ihrer Ethnie im-

mer wieder erfahren habe, hätten kein asylrelevantes Ausmass angenom-

men.  

Bei der Annahme, es könnte sich beim Unfall ihres Mannes im Februar 

2017 um einen inszenierten Vorfall handeln, mangle es an Nachvollzieh-

barkeit und Logik. Aus ihren Ausführungen gehe nicht hervor, weshalb ihr 

Ex-Chef bei der (…) oder Personen, die mit ihr zusammen bei (…) gear-

beitet hätten, ihrem Mann nach so langer Zeit noch hätten Schaden zufü-

gen wollen. Aufgrund einiger Realkennzeichen, die sich in ihren Schilde-

rungen hinsichtlich ihres Eintreffens im Spital verbunden mit den Hinter-

gründen des Unfalls finden liessen, stelle sich die Frage, ob sich dabei tat-

sächlich etwas nicht mit rechten Dingen zugetragen habe. Gegen diese 

Annahme spreche der Umstand, dass bis zu ihrer Reise nach Indien etwa 

ein Jahr lang nichts geschehen sei. Ihre Antworten auf die Frage, weshalb 

sie davon ausgehe, beobachtet worden zu sein, seien ausweichend und 

undifferenziert ausgefallen. Die tatsächlichen Hintergründe der Erblindung 

ihres Ehemannes blieben unklar.  

Die Schilderung des Vorfalls im Hause der Beschwerdeführerin beinhalte 

eine reine Abfolge äusserer Ereignisse, die mit wenigen Details versehen 

seien, jedoch nahezu ohne erkennbare Anzeichen dafür, dass sie den 

Abend in der von ihr geltend gemachten Form erlebt habe. Dies zeige sich, 

abgesehen von der eigentlichen Bedrängungssituation in der rudimentären 

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Seite 9 

Täterbeschreibung oder den Ausführungen hinsichtlich dessen, was im An-

schluss nach dem Weggang der drei Personen geschehen sei. Nicht ganz 

nachvollziehbar seien ihre Angaben dazu, wie es ihr gelungen sei, ins 

Wohnzimmer zu flüchten, habe sich doch einer der Männer in ihrer Nähe, 

der andere ihr gegenüber befunden. Ihr Ehemann und sie hätten sich hin-

sichtlich der Anzahl der Behördenbesuche nach ihrer Rückkehr aus 

K._______ widersprochen. Im Zusammenhang mit den Belästigungen sei 

anzufügen, dass aufgrund einiger Äusserungen eine Erfahrung sexueller 

Bedrängung nicht ausgeschlossen werden könne, wenn auch nicht in der 

vorgebrachten Form und durch die geltend gemachte Täterschaft. Wäre 

sie tatsächlich so wie geschildert belästigt worden, hätte sie zumindest den 

Versuch unternehmen und einen allfälligen Übergriff anzeigen können. Da 

ihr Vater und ihre Schwester Anwälte seien, hätte sie mit Unterstützung 

rechnen können. Alternativ wäre auch eine innerstaatliche Wohnsitzalter-

native zu prüfen gewesen. Aus den eingereichten ärztlichen Unterlagen 

lasse sich eine sexuelle Belästigung nicht ableiten. Vielmehr deute die Be-

handlungsbestätigung, in der auf eine posttraumatische Belastungsstörung 

(PTBS) – zurückgehend auf das Jahr 2017 – verwiesen werde, darauf hin, 

dass ihre psychischen Probleme auf die Erblindung ihres Mannes zurück-

zuführen sein dürften. Die Beschwerdeführerin habe das Interesse des CID 

an ihr und ihrem Mann nicht überzeugend darlegen können. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin 

habe an beiden Anhörungen chronologisch, detailliert und mit Realkenn-

zeichen versehen von ihren Asylgründen erzählt. Sie habe immer wieder 

geweint und Aussagen von Beteiligten in direkter Rede wiedergegeben. 

Sie habe überzeugend dargelegt, weshalb es sich beim Vorfall vom Feb-

ruar 2017 um einen durch die Behörden inszenierten Vorfall handeln 

müsse. Sie habe gesagt, im Polizeirapport, der ihr vorgelegt worden sei, 

sei gestanden, ihr Mann habe einen Verkehrsunfall erlitten, weshalb sie 

denselben nicht unterschrieben habe. Die Tatsache, dass er schwere Kopf-

verletzungen erlitten habe, ansonsten aber nahezu unversehrt geblieben 

sei, lasse erheblich daran zweifeln, dass die Verletzungen auf einen Ver-

kehrsunfall zurückzuführen seien. Sie habe erwähnt, dass sie auf der In-

tensivstation von ihr Unbekannten beobachtet worden sei und dass die 

CID-Beamten, die sie im März 2018 aufgesucht hätten, über den Vorfall 

vom Februar 2017 Bescheid gewusst hätten.  

 

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Seite 10 

Das SEM habe sich mehrfach mit pauschalen Begründungen zur fehlen-

den Glaubhaftigkeit begnügt. Die Beschwerdeführerin habe den Vorfall 

vom März 2018 bei der Anhörung vom 25. April 2019 in freier Rede aus-

führlich dargelegt. Die anschliessenden Detailfragen habe sie alle beant-

wortet. Hinsichtlich des Zeitpunkts des Behördenbesuchs, bei dem es zu 

sexuellen Übergriffen gekommen sei, stimmten ihre Aussagen mit denjeni-

gen ihres Mannes überein. Trotz der psychischen Ausnahmesituation, in 

der sie sich befunden habe, habe sie diverse äussere Merkmale der Täter 

nennen können. Als sich einer der Männer ausgezogen habe, habe sie ge-

schrien, worauf man von ihr abgelassen habe. Auch ihr Mann habe zu 

schreien begonnen. Die Männer seien vermutlich aufgrund der heftigen 

Gegenwehr gegangen. 

Gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen stehe fest, dass fehler- und 

lückenlose Erinnerungen nicht die Regel, sondern die Ausnahme seien. 

Personen, die traumatisierende Erlebnisse durchlebt hätten, könnten den 

im Asylverfahren geltend Glaubhaftigkeitskriterien nicht immer gerecht 

werden. Gedächtnisleistung sei individuell und situationsabhängig. Das 

SEM habe den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin kaum be-

rücksichtigt, obwohl es Hinweise dafür gebe, dass sie von den Ereignissen 

stark belastet sei. Bei der Anhörung habe sie mehrfach geweint und von 

Depressionen und Suizidgedanken gesprochen. Eine allfällige Traumati-

sierung sei nicht berücksichtigt worden. 

Einem Bericht der SFH (Schweizerischen Flüchtlingshilfe) sei zu entneh-

men, dass es in Sri Lanka wegen mangelnder Strafverfolgung nur wenige 

Anzeigen wegen sexueller Gewalt gebe. Opfer würden gemäss einem Be-

richt der International Crisis Group (ICG) vom Juli 2017 nur selten Gerech-

tigkeit erfahren. Auch Amnesty International (AI) habe im Jahresbericht 

2017 bestätigt, dass Täter nicht bestraft würden. Die Beschwerdeführerin 

habe den sexuellen Übergriff berechtigterweise nicht angezeigt, zumal der 

Übergriff von Behördenmitgliedern erfolgt sei. Eine Verlegung des Wohn-

sitzes hätte sie nicht vor weiteren Übergriffen geschützt, da die Strafverfol-

gung von an Frauen verübten Gewaltdelikten landesweit nicht gewährleis-

tet sei.  

Die Beschwerdeführerin sei durch vermeintliche Verbindungen zu den 

LTTE ins Visier der Behörden geraten. Sie sei einmal Opfer sexueller Über-

griffe geworden und anschliessend über einen längeren Zeitraum mit Kurz-

nachrichten belästigt worden. Sie habe mit ihrem Mann nur oberflächlich 

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Seite 11 

darüber gesprochen und sei unter einem hohen psychischen Druck ge-

standen. Das SEM habe nicht beachtet, dass mehrere Vorfälle zusammen, 

die für sich allein die von Art. 3 AsylG geforderte Intensität nicht erreichten, 

gesamthaft betrachtet das Mass des Erträglichen überschreiten könnten. 

Sie habe über Jahre hinweg Schikanen und Bedrohungen über sich erge-

hen lassen müsse; sie sei seit 2008 immer wieder Verfolgungsmassnah-

men und einem grossen psychischen Druck ausgesetzt gewesen. Ihr Bru-

der sei kürzlich von einer unbekannten Person aufgesucht und gefragt wor-

den, wo sich seine Schwester und sein Schwager aufhielten. Er sei mehr-

mals angerufen worden, wobei gegen Schwester und Schwager Todesdro-

hungen ausgestossen worden seien. Die Beschwerdeführerin habe des-

halb begründete Furcht, in Sri Lanka ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 

4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, das Vorbringen, der Bru-

der der Beschwerdeführerin habe mehrfach Anrufe erhalten, in denen To-

desdrohungen gegen sie und ihren Mann ausgesprochen worden seien, 

beziehe sich auf einen als unglaubhaft taxierten Sachverhalt. Diese Äusse-

rungen seien als reine Parteibehauptung zu qualifizieren. 

4.4 In der Replik wird entgegnet, dem SEM sei der psychische Zustand der 

Beschwerdeführerin bekannt gewesen und es hätte diesbezüglich weitere 

Abklärungen tätigen müssen. Bei Vorliegen psychischer Erkrankungen 

könne nicht ausgeschlossen werden, dass es Asylsuchenden nicht möglich 

sei, ihre Asylgründe schlüssig und nachvollziehbar darzulegen. Aufgrund 

des vorgebrachten Sachverhalts bestünden bei ihr Hinweise auf eine mög-

liche Traumatisierung, was vom SEM nicht angemessen berücksichtigt 

worden sei.  

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

5.2 Die Beschwerdeführerin reiste zusammen mit ihrem Ehemann am 

8. Februar 2019 in die Schweiz ein und hielt sich anschliessend bis zum 

11. März 2019 bei ihrer Cousine auf, ohne sich bei den schweizerischen 

Behörden zu melden und diese um Schutz vor erlittener beziehungsweise 

zukünftig drohender Verfolgung zu ersuchen (vgl. Protokoll der PA S. 5). 

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Seite 12 

Dieses Verhalten lässt erste Zweifel am geltend gemachten Schutzbedürf-

nis aufkommen, ist es doch verfolgten Personen erfahrungsgemäss ein 

dringendes Anliegen, ihr Schutzersuchen so rasch wie möglich zu depo-

nieren. 

5.3 Aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführerin ist durchaus 

möglich, dass sie an verschiedenen Arbeitsstellen von ihren singhalesi-

schen Kollegen wegen ihrer ethnischen Herkunft verspottet und teilweise 

auch beleidigt wurde (vgl. Protokoll der Erstbefragung S. 8 f.). Ebenso re-

alistisch erscheint, dass sie aufgrund ihrer damaligen Tätigkeit für den Zei-

tungsverlag (…) bedroht wurde, weil sie in das Visier von Kreisen geriet, 

denen ihre Tätigkeit (Weitergabe von Meldungen über Benachteiligungen 

von Tamilen) ein Dorn im Auge war (vgl. Protokoll der Erstbefragung S. 8 f., 

Protokoll der Anhörung S. 6). Sie legte des Weiteren dar, sie sei von ihrem 

Ex-Chef bei der (…) am Telefon beschimpft und bedroht worden, weil ihr 

Vater aufgrund der Probleme, die sie an diesem Arbeitsplatz gehabt habe, 

sich schriftlich an einen Minister gewandt habe (vgl. Protokoll der Erstbe-

fragung S. 9, Protokoll der Anhörung S. 6 f.). Durch die Verlegung ihres 

Wohnsitzes nach G._______ im Jahr 2013 und den Antritt einer neuen 

Stelle, konnte sie diesem auf ihr lastenden Druck weitgehend entgehen, 

wenngleich sie auch vorbrachte, dass sie an ihrem letzten Arbeitsort von 

Kollegen aufgrund ihrer Ethnie bezichtigt worden sei, an Aktionen tamili-

scher Aktivisten beteiligt gewesen zu sein. Da sie indessen von den Sicher-

heitsbehörden nie ernsthaft in Zusammenhang mit tamilischen Wider-

standsbewegungen gebracht wurde, lebte sie dort unbehelligt und hatte 

keine grösseren Probleme (vgl. Protokoll der Erstbefragung S. 10, Proto-

koll der Anhörung S. 9).  

5.4 Aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin und der eingereichten 

Unterlagen ist davon auszugehen, dass sie vom CID wegen ihrer Ver-

wandtschaft mit einem ehemaligen LTTE-Mitglied namens F._______ be-

fragt wurde. Da sie mit diesem indessen keine engen Kontakte pflegte und 

vom CID offensichtlich nicht ernsthaft verdächtigt wurde, Verbindungen zu 

den LTTE (gehabt) zu haben, und F._______ Sri Lanka verlassen habe, 

erwuchsen ihr aufgrund des Umstandes, dass dieser kurzzeitig in ihrem 

Haus gewohnt und sie für ihn gebürgt habe, keine über die Befragungen 

hinausgehenden Benachteiligungen (vgl. Protokoll der Erstbefragung 

S. 8 f., Protokoll der Anhörung S. 6 f).   

 

D-4724/2019 

Seite 13 

5.5  

5.5.1 Die Beschwerdeführerin brachte vor, auf ihren Ehemann sei im Feb-

ruar 2017 ein Mordanschlag verübt worden, als sie zusammen mit ihm an 

einer Hochzeitsfeier habe teilnehmen wollen. Sie brachte diesen Vorfall mit 

der telefonischen Auseinandersetzung in Verbindung die ihr Ehemann und 

sie im Jahr 2013 mit ihrem Ex-Chef bei der (…) gehabt hätten (vgl. Proto-

koll der Erstbefragung S. 8, Protokoll der Anhörung S. 7 f.). Wie im Urteil 

vom heutigen Tag bezüglich ihres Ehemannes festgestellt, ist unglaubhaft, 

dass dieser aufgrund eines rund vier Jahre zurückliegenden Disputs mit 

ihrem Ex-Chef Opfer eines gezielten Tötungsversuchs durch Angehörige 

der Sicherheitsdienste wurde. Auf die entsprechenden Erwägungen kann 

hier verwiesen werden (vgl. Urteil D-4722/2019 E. 5.5). Bestätigt werden 

diese Zweifel durch die von den gegenüber den Asylbehörden diametral 

abweichenden Aussagen, welche die Beschwerdeführerin gegenüber den 

sie behandelnden Fachpersonen der (…) machte. Dem entsprechenden 

Abschlussbericht vom 26. Mai 2020 ist zu entnehmen, dass sie angab, ihr 

Mann sei seit dem Jahr 2017 aufgrund einer erlittenen Kriegsverletzung 

blind; sie seien aufgrund ihrer Glaubenszugehörigkeit von der sri-lanki-

schen Armee angegriffen worden. Diese Angaben lassen sich, mit Aus-

nahme der aktenkundigen Erblindung ihres Ehemannes, in keiner Hinsicht 

mit den von ihr bei den beiden Befragungen durch das SEM gemachten 

Aussagen in Einklang bringen. 

5.5.2 Gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin und ihres Eheman-

nes seien sie beide im Februar/März 2018 legal nach Indien gereist, damit 

er sich dort medizinisch habe behandeln lassen können (vgl. Protokoll der 

Anhörung S. 8). Dass sie anschliessend freiwillig und legal wieder nach Sri 

Lanka zurückgekehrt seien (vgl. Protokoll der Anhörung S. 11), bestätigt 

die Zweifel an der vorgebrachten Schilderung des Vorfalls vom Februar 

2017. Hätten die sri-lankischen Behörden damals tatsächlich versucht, ih-

ren Ehemann zu töten, wäre nicht nachvollziehbar, dass sie ihr Heimatland 

erst ein Jahr danach verlassen und sich durch die Rückkehr nach Sri Lanka 

wieder in den Einflussbereich der Verfolger begeben hätten. Auch wenn ihr 

Ehemann aufgrund der erlittenen Verletzungen, die zu seiner Erblindung 

geführt hätten, in den ersten Monaten nach dem Vorfall nicht reisefähig 

gewesen sein mag, hätten sie wohl alles darangesetzt, um nach einem 

Mordanschlag, der von den Sicherheitsbehörden ausgegangen wäre, die 

Heimat so schnell wie möglich definitiv zu verlassen. Durch die geltend ge-

machte Rückkehr nach Sri Lanka stellten sich sowohl die Beschwerdefüh-

rerin als auch ihr Ehemann (wieder) unter den Schutz des Heimatlandes, 

was die Zweifel am Vorliegen einer ernsthaften Furcht vor Nachstellungen 

D-4724/2019 

Seite 14 

durch die heimatlichen Behörden oder mit deren Billigung agierenden Per-

sonen bestärkt, und die geltend gemachte Bedrohungslage als überwie-

gend unwahrscheinlich erscheinen lässt. 

5.6  

5.6.1 Bei der Anhörung brachte die Beschwerdeführerin vor, dass kurze 

Zeit nach ihrer Rückkehr aus Indien zwei Agenten des CID und ein Polizist 

in ihr Haus gekommen seien und dieses kontrolliert hätten. Sie hätten ge-

fragt, wo sie und ihr Ehemann hingegangen seien und weshalb sie die Be-

hörden über die Auslandsreise nicht informiert hätten. Da sie ihren Mann 

auch hätten befragen wollen, habe sie ihn ins Wohnzimmer gebracht. Die 

Agenten des CID hätten ihm auch Fragen bezüglich der Reise nach Indien 

und zum «Unfall» vom Februar 2017 gestellt. Danach sei sie von diesen 

zum Esszimmer geführt worden, wo man ihr persönliche Fragen gestellt 

habe. Sie habe sich verbal zur Wehr gesetzt und nachdem der Polizist auch 

zum Esszimmer gekommen sei, habe sie zu schreien begonnen. Ihr Mann 

habe vom Wohnzimmer aus ebenfalls geschrien und sie sei zu ihm ge-

rannt. Die Männer hätten gesagt, sie würden wiederkommen und seien ge-

gangen (vgl. Protokoll S. 8 f.). 

5.6.2 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgehalten, 

dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann nicht übereinstimmende 

Aussagen zur Anzahl der Besuche des CID nach ihrer Rückkehr aus Indien 

sowie des dabei Vorgefallenen machten. Es ist zwar nicht auszuschliessen, 

dass die Beschwerdeführerin nach der Rückkehr aus Indien von Angehöri-

gen der Sicherheitsdienste aufgesucht und zum Hintergrund der Reise be-

fragt wurde. Unwahrscheinlich ist aber, dass sie von diesen belästigt und 

bedroht wurde. Die Beschwerdeführerin wies zu keinem Zeitpunkt ein Per-

sönlichkeitsprofil auf, welches das von ihr geschilderte gesteigerte Inte-

resse der Sicherheitsdienste an ihrer Person erklären würde. Die sri-lanki-

schen Sicherheitsbehörden verdächtigten sie nicht ernsthaft, Verbindun-

gen zu den LTTE gehabt und diese unterstützt zu haben, ansonsten sie zu 

einem früheren Zeitpunkt Ermittlungen gegen sie eingeleitet hätten. Offen-

sichtlich wird das Desinteresse der Sicherheitsbehörden an ihrer Person 

auch dadurch, dass sie während vier Jahren in G._______ lebte und arbei-

tete und dort seitens der Sicherheitsdienste nie aufgesucht wurde. Gegen 

die geltend gemachte Tragweite der Vorsprache der Agenten des CID 

spricht insbesondere, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann nach 

dem geltend gemachten Vorfall mit der Ausreise aus Sri Lanka noch mo-

natelang zugewartet haben, obschon zum damaligen Zeitpunkt bei ihrem 

D-4724/2019 

Seite 15 

Ehemann keine medizinischen Gründe vorgelegen haben, die gegen ein 

zeitnahes Verlassen der Heimat gesprochen hätten. 

5.6.3 Die Zweifel am Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie sei von An-

gehörigen des CID sexuell verbal und von einem Polizisten durch Vorzei-

gen des Geschlechtsteils belästigt worden, werden durch die von ihren 

Aussagen bei den beiden Befragungen stark abweichenden Angaben be-

stärkt, die sie gegenüber den sie betreuenden Fachpersonen machte, die 

bei der (…) arbeiten. So ist dem eingereichten Abschlussbericht vom 

26. Mai 2020 zu entnehmen, dass sie teilweise täglich von «den Männern» 

aufgesucht worden sei und viel sexuelle Gewalt erlitten habe. Bei der An-

hörung gab sie indessen mehrfach ausdrücklich an, sie sei einmal vor al-

lem verbal sexuell belästigt, jedoch nicht angefasst worden (vgl. Protokoll 

S. 13). Anschliessend sei sie per auf ihr Mobiltelefon gesendeter Nachrich-

ten unter Druck gesetzt worden und habe mehrmals einen Mann gesehen, 

der in der Nähe ihres Hauses gestanden sei (vgl. Protokoll S. 9 und S. 15). 

5.7 Bei der PA vom 18. März 2019 erklärte die Beschwerdeführerin, sie sei 

im (…) Monat schwanger (vgl. Protokoll S. 4), was sich mit dem Geburts-

termin ihrer Tochter, dem (…) 2019, in Einklang bringen lässt. Gemäss ih-

ren Angaben bei der Anhörung vom 25. April 2019 sei sie mit der IUI-Me-

thode (Intrauterine Insemination) schwanger geworden (vgl. Protokoll 

S. 10). Die Insemination müsste demnach Ende (…) durchgeführt worden 

sein. Es befremdet, dass die Beschwerdeführerin sich zu einem Zeitpunkt, 

wo sie wusste, dass sie sich innerhalb kurzer Zeit auf eine Flucht ins Un-

gewisse begeben würde, inseminieren liess. Die Familienplanung der Be-

schwerdeführerin und ihres Ehemannes deutet darauf hin, dass sie sich 

damals nicht vor einer bevorstehenden Flucht, sondern vor einer geplanten 

Migration befanden. 

5.8 Aufgrund des Abschlussberichts der (…) vom 26. Mai 2020 ist davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im damaligen Zeitpunkt unter 

einer postnatalen Depression und einer PTBS litt. Dies lässt sich hinsicht-

lich der PTBS mit ihren Angaben, sie habe sich bereits in ihrer Heimat in 

psychologisch/psychiatrischer Behandlung befunden, vereinbaren. Die Ur-

sache der Traumatisierung der Beschwerdeführerin muss indessen offen-

gelassen werden, da sie die von ihr dazu geltend gemachten Gründe nicht 

glaubhaft machen konnte und diese in mehreren Punkten von den Anga-

ben, die sie den sie betreuenden Fachpersonen gegenüber machte, erheb-

lich abweichen. Aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin bei der 

D-4724/2019 

Seite 16 

Anhörung vom 25. April 2019 ist nicht auszuschliessen, dass sie Opfer se-

xueller Belästigung geworden sein könnte, indessen sind die von ihr gel-

tend gemachten Umstände aufgrund der vorstehenden Erwägungen als 

nicht glaubhaft zu werten.  

5.9 Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Aussagen der Be-

schwerdeführerin, sie sei aufgrund ihrer ethnischen Herkunft an mehreren 

Arbeitsstellen durch abwertende Aussagen von Kollegen psychisch unter 

Druck geraten, als glaubhaft erscheinen. Es ist auch davon auszugehen, 

dass sie wegen ihrer verwandtschaftlichen Bande zu F._______ und des 

Umstandes, dass sie für diesen anstelle ihres Vaters bürgte, als er in 

I._______ inhaftiert wurde, vom CID in der Vergangenheit befragt und un-

ter Druck gesetzt wurde. Als überwiegend unwahrscheinlich und damit un-

glaubhaft ist jedoch das Vorbringen der Beschwerdeführerin zu erachten, 

wonach die sri-lankischen Sicherheitsbehörden ihren Ehemann gezielt hät-

ten töten wollen, weil er vier Jahre zuvor telefonisch einen verbalen Disput 

mit ihrem Ex-Chef gehabt habe. Es ist zudem denkbar, dass die Beschwer-

deführerin in der Vergangenheit sexuell belästigt worden sein könnte, die 

in diesem Zusammenhang geltend gemachten Umstände und den vorge-

brachten Hintergrund ist jedoch als überwiegend unwahrscheinlich zu be-

urteilen.   

6.  

6.1 Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft im Sinne 

von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, 

beziehungsweise solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft befürchten muss, sofern ihr die Nachteile gezielt und auf-

grund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive 

zugefügt worden sind respektive zugefügt zu werden drohen. Eine begrün-

dete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn 

ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung hätte sich – aus 

der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger 

Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirk-

lichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete 

Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer 

Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht hervorru-

fen würden. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zu-

künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Aus-

reise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeit-

punkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Anspruch auf Asyl nach 

D-4724/2019 

Seite 17 

schweizerischem Recht hat somit nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernst-

haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war (Vorflucht-

gründe) oder aufgrund von äusseren, nach der Ausreise eingetretenen 

Umständen, auf die er keinen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr 

ins Heimatland solche ernsthaften Nachteile befürchten müsste (soge-

nannte objektive Nachfluchtgründe).  

6.2 Die Konflikte, welche die Beschwerdeführerin bei der (…) mit Arbeits-

kollegen und nach ihrem Ausscheiden aus der Firma mit ihrem Ex-Chef 

hatte, sowie die Drohungen, die sie während ihrer Tätigkeit bei der Zeitung 

(…) erhielt, lagen zum Zeitpunkt ihrer zweiten Ausreise aus Sri Lanka im 

Februar 2019 mehrere Jahre zurück. Anschliessend arbeitete sie von 2013 

bis im Februar 2017 in G._______, wo sie zwar aufgrund ihrer Ethnie schi-

kaniert, aber nicht ernsthaft benachteiligt oder behelligt wurde. Die Prob-

leme, denen sie bis zum Jahr 2013 begegnete, waren somit weder zeitlich 

noch sachlich kausal für ihre Ausreise. Die herabwertenden Äusserungen, 

denen sie ausgesetzt war, waren für die Beschwerdeführerin zweifellos 

psychisch belastend, sie erreichten indessen kein Ausmass, das als asyl-

rechtlich relevant zu werten wäre. 

6.3 Die Befragungen, denen die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Ver-

wandtschaft mit dem ehemaligen LTTE-Mitglied F._______ unterzogen 

wurde, waren für sie sicherlich belastend und in einem gewissen Mass 

auch beängstigend, indessen erwuchsen ihr darüberhinausgehend keine 

weiteren Benachteiligungen. Die Agenten des CID hatten offensichtlich 

keine Anhaltspunkte dafür – und verdächtigten die Beschwerdeführerin 

auch nicht ernsthaft – Verbindungen zu den LTTE (gehabt) zu haben, an-

sonsten sie weitere Ermittlungen gegen sie eingeleitet hätten. Da 

F._______ Sri Lanka gemäss ihren Angaben verlassen habe und die sri-

lankischen Behörden dies gewusst hätten, musste die Beschwerdeführerin 

nicht befürchten, seinetwegen verfolgt zu werden. Ihren Aussagen gemäss 

wurde sie vom CID während ihres vierjährigen Aufenthalts in G._______ 

nicht aufgesucht. 

6.4 Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie sei zusammen mit ihrem 

Ehemann im Februar/März 2018 während ungefähr eines Monats in Indien 

gewesen (vgl. Protokoll der Erstbefragung S. 6), um ihn alternativ-medizi-

nisch behandeln zu lassen. Danach seien sie gemeinsam nach Sri Lanka 

in das von ihnen gemietete Haus zurückgekehrt. Der Umstand, dass sie 

Sri Lanka legal verlassen hat und ebenso legal wieder in ihr Heimatland 

D-4724/2019 

Seite 18 

zurückgekehrt ist, lässt darauf schliessen, dass sie zum damaligen Zeit-

punkt keine begründete Furcht vor Verfolgung hatte, stellte sie sich doch 

durch ihre Rückkehr (wieder) unter den Schutz ihres Heimatlandes. Allfäl-

lige zuvor erlittene Benachteiligungen wären in asylrechtlicher Hinsicht so-

mit nicht (mehr) relevant. 

6.5 Bezüglich der in der Beschwerde vertretenen Auffassung, die Be-

schwerdeführerin sei in Sri Lanka immer wieder Verfolgungsmassnahmen 

und einem grossen psychischen Druck ausgesetzt gewesen, ist festzuhal-

ten, dass Eingriffe in andere Rechtsgüter als Leib, Leben oder Freiheit 

dann als Verfolgung gelten, wenn daraus ein unerträglicher psychischer 

Druck entsteht, der einen weiteren Verbleib im Heimatstaat für die be-

troffene Person objektiv gesehen unzumutbar macht. Ein unerträglicher 

psychischer Druck im Sinne von Art. 3 AsylG ist dann zu bejahen, wenn 

einzelne Personen oder Teile einer Bevölkerung systematisch schweren 

oder wiederholten Eingriffen in ihre Menschenrechte durch den Staat aus-

gesetzt sind (oder dieser keinen adäquaten Schutz vor Übergriffen Dritter 

zu gewähren im Stande ist) und diese Eingriffe eine derartige Intensität 

erreichen, dass ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich er-

scheint (vgl. BVGE 2014/32 E. 7.2, 2013/21 E. 9.1, 2013/12 E. 6, 2013/11 

E. 5.4.2, 2011/16 E. 5, jeweils m.w.H.). Ausgangspunkt ist dabei immer ein 

konkreter Eingriff, der stattgefunden hat oder mit solcher Wahrscheinlich-

keit droht, dass die Furcht vor ihm als begründet erscheint, wobei dieser 

aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Motive erfolgen muss. Be-

ruht der psychische Druck einzig auf den gesellschaftlichen, wirtschaftli-

chen oder ähnlichen Gegebenheiten in einem Staat beziehungsweise auf 

der psychischen Verfassung eines Asylsuchenden, ist er selbst dann nicht 

flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die Angehörigen bestimmter politischer, 

religiöser oder ähnlicher Gruppen (z.B. Menschen mit psychischen Erkran-

kungen) besonders darunter leiden. Dass die Beschwerdeführerin durch 

die Probleme, die ihr im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeiten erwuchsen, 

und durch die Erblindung ihres Ehemannes psychisch belastet war, wird 

nicht bezweifelt. Da ihre Vorbringen hinsichtlich der Benachteiligungen, die 

sie nach ihrer Rückkehr aus Indien im Frühjahr 2018 ausgesetzt gewesen 

sei, als nicht glaubhaft einzustufen sind, kann jedoch nicht von einem psy-

chischen Druck ausgegangen werden, der objektiv gesehen einen Verbleib 

im Heimatland verunmöglicht hätte. 

 

D-4724/2019 

Seite 19 

6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist, eine im Heimatland erlittene oder ihr dort zum Zeitpunkt 

ihrer Ausreise in absehbarer Zeit drohende asylrechtlich relevante Verfol-

gung zu belegen oder glaubhaft zu machen. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa res-

pektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht gene-

rell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt 

seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung 

des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Ver-

haftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei 

handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeint-

lichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, Teilnahme 

an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und Vorliegen früherer 

Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-

menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE 

(sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1 - 8.4.3). Einem 

gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen 

ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach 

Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt 

werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) 

nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben 

(sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 

8.4.5). Es ist im Einzelfall abzuwägen, ob die konkret glaubhaft gemachten 

Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden 

Person ergeben. Dabei ist in Betracht zu ziehen, dass insbesondere jene 

Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinn von 

Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

schrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wie-

deraufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 

7.2 Wie bereits vorstehend erwogen, ist es der Beschwerdeführerin nicht 

gelungen, ein behördliches Interesse an ihrer Person glaubhaft zu machen. 

Der geltend gemachte Umstand, wonach Verwandte bei den LTTE gewe-

sen seien, war den heimatlichen Behörden ebenso bekannt, wie der Um-

stand, dass F._______ – die Beschwerdeführerin wurde seinetwegen vom 

CID befragt – Sri Lanka vor geraumer verlassen habe. Das CID wusste, 

D-4724/2019 

Seite 20 

dass sie keine Verbindungen zu den LTTE und mit F._______ keinen en-

geren Kontakt hatte. Sie selbst, ihre Geschwister und ihr Vater waren nicht 

Mitglieder der LTTE und sie machte nicht geltend, dass sie von den sri-

lankischen Behörden ernsthaft verdächtigt wurde, sich am Wiederaufbau 

dieser Organisation zu beteiligen. Sie brachte weder bei den Befragungen 

noch zu einem späteren Zeitpunkt vor, sie sei in einer Art und Weise aktiv 

gewesen, die es nahelegen würde, dass ihr seitens der sri-lankischen Be-

hörden ein überzeugter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des 

tamilischen Separatismus zugeschrieben werden könnte. 

7.3 Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nicht im Besitz eines sri-

lankischen Reisepasses sein soll und von der Schweiz aus nach Sri Lanka 

zurückkehren wird, führt nach konstanter Praxis für sich allein gesehen 

nicht zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft. Auch aus den Bomben-

anschlägen in Sri Lanka vom 21. April 2019 und dem ausgerufenen Not-

stand, der am 22. August 2019 wieder aufgehoben wurde, lässt sich in Be-

zug auf die christliche Beschwerdeführerin keine ihr drohende asylrechtlich 

relevante Verfolgung ableiten. 

7.4 Beim in der Beschwerde geltend gemachten Vorbringen, der Bruder 

der Beschwerdeführerin sei kürzlich von einer unbekannten Person aufge-

sucht und nach dem Verbleib seiner Schwester und seines Schwagers ge-

fragt worden beziehungsweise, er habe mehrmals Telefonanrufe erhalten, 

während derer Todesdrohungen gegen diese ausgestossen worden seien, 

handelt es sich um eine durch nichts gestützte Parteibehauptung, die an-

gesichts des Persönlichkeitsprofils der Beschwerdeführerin nicht zu über-

zeugen vermag. Sie machte bei den Anhörungen geltend, sie sei von Agen-

ten des CID und Angehörigen anderer Sicherheitsdienste belästigt worden. 

Da die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann Sri Lanka mit ihren eigenen 

Reisepässen versehen verlassen haben und sie nach ihrer zweiten Aus-

reise nicht in die Heimat zurückgekehrt sind, ist den sri-lankischen Behör-

den bekannt, dass sie ausser Landes sind. Entsprechende Nachfragen bei 

Verwandten und das Ausstossen von Todesdrohungen ergeben somit kei-

nen Sinn und sind angesichts der gesamten Aktenlage als unglaubhaft zu 

werten. 

7.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin we-

der Vor- noch Nachfluchtgründe nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht hat. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der Be-

schwerde und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da 

sie an der Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Das 

D-4724/2019 

Seite 21 

SEM hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch 

abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerinnen verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

D-4724/2019 

Seite 22 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.3  

9.3.1 Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, 

dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen 

schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdefüh-

rerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzu-

weisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte 

Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine An-

wendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter 

nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

9.3.2 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts lassen 

weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch die allgemeine Men-

schenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungsvollzug als unzulässig 

erscheinen (vgl. Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 f. [als Refe-

renzurteil publiziert]). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschen-

rechte (EGMR) hat – wie vom SEM zutreffend erwähnt – wiederholt fest-

gestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Ta-

milen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoein-

schätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des 

EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 

37). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, die 

Beschwerdeführerin hätte bei einer Rückkehr nach Sri Lanka dort mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten, die über einen 

sogenannten «Backgroundcheck» (Befragung und Überprüfung von Tätig-

keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden oder dass sie dadurch per-

sönlich gefährdet wäre. Nach neuesten Erkenntnissen des Bundesverwal-

tungsgerichts lässt auch der Vorfall rund um die Mitarbeiterin der Schwei-

zerischen Botschaft in Sri Lanka im vorliegenden Fall keine andere Ein-

schätzung zu, da kein konkreter Grund zur Annahme besteht, die allgemei-

nen politischen Entwicklungen in Sri Lanka könnten sich zum heutigen Zeit-

punkt auf sie auswirken. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

9.4  

9.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

D-4724/2019 

Seite 23 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.4.2 Das SEM hat die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bejaht. 

Seine Schlussfolgerungen sind im Ergebnis nicht zu beanstanden. Der be-

waffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist 

im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt. An dieser Einschätzung vermögen 

auch die am Ostersonntag 2019 erfolgten Anschläge auf Kirchen und Lu-

xushotels nichts zu ändern. Auch unter Berücksichtigung des Vorfalls im 

Zusammenhang mit der Mitarbeiterin der Schweizerischen Botschaft und 

der aktuellen politischen Situation rund um Präsident Gotabaya Rajapaksa, 

sieht das Bundesverwaltungsgericht keine Veranlassung den Wegwei-

sungsvollzug sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie als gene-

rell unzumutbar einzustufen. 

9.4.3 Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Wegweisungs-

vollzug zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri-

terien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen 

Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und 

Wohnsituation) bejaht werden kann. 

Der Beschwerdeführerin, die über eine gute Schulbildung, eine gute Be-

rufsausbildung sowie über mehrjährige Berufserfahrung in verschiedenen 

Bereichen verfügt (vgl. Protokoll der Erstbefragung S. 5 f.), lebte von Ge-

burt bis zum Jahr 2002 in der Nordprovinz (in den Distrikten N._______ 

und J._______), und danach mit Ausnahme ihres Aufenthalts in G._______ 

(2013 bis 2017) (…) I._______. Gemäss ihren Angaben leben ihr Vater, ihr 

Bruder sowie ihre Schwester weiterhin in I._______. Alle ihre engsten Ver-

wandten sind sehr gut ausgebildet und haben gehobene berufliche Stel-

lungen inne, mit denen sie sich den Lebensunterhalt offenbar gut sichern 

können. Damit verfügen die Beschwerdeführerin und ihre Tochter, die mit 

ihrem Ehemann beziehungsweise Vater nach Sri Lanka zurückkehren wer-

den, in der Heimat über ein Beziehungsnetz, auf dessen Unterstützung sie 

nach einer Rückkehr zurückgreifen können. Da ihre Angehörigen in relativ 

guten Verhältnissen leben und die Beschwerdeführerin und ihren Ehemann 

bereits vor ihrer Ausreise aus Sri Lanka unterstützt haben, ist nicht zu be-

fürchten, dass sie nach einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage gera-

ten. Der Beschwerdeführerin wird es angesichts ihrer guten Ausbildung 

und ihrer Berufserfahrung mittelfristig offenstehen, einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen und den Lebensunterhalt ihrer Familie zu bestreiten. Zudem 

D-4724/2019 

Seite 24 

hat sie die Möglichkeit, bei der zuständigen Behörde ein Gesuch um Ge-

währung von Rückkehrhilfe zu stellen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG), was ihr 

eine Reintegration in Sri Lanka in finanzieller Hinsicht erleichtern würde. 

Dem eingereichten Abschlussbericht der (…) vom 26. Mai 2020 lässt sich 

entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unter einer postnatalen Depres-

sion und einer PTBS litt. Nach ihrem zweieinhalbwöchigen stationären Auf-

enthalt werde sie im Rahmen einer ambulanten psychiatrisch-psychothe-

rapeutischen Behandlung von Frau Dr. phil. O._______, Psychologin, be-

treut. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin, 

unter denen sie zumindest teilweise bereits in ihrer Heimat litt, sind für sie 

mit Sicherheit belastend, lassen aber nicht auf eine medizinische Notlage 

schliessen. Es gibt in Sri Lanka verschiedene Möglichkeiten, psychische 

Erkrankungen in Spitälern oder ambulanten Einrichtungen behandeln zu 

lassen (vgl. Urteil des BVGer E-7137/2018 vom 23. Januar 2019 E. 12.3 

m.H.). Bei einer weiterhin bestehenden PTBS und einer depressiven 

Symptomatik oder im Falle einer Verschlechterung derselben könnten ihre 

psychischen Probleme somit auch im Heimatstaat behandelt werden. All-

fälligen spezifischen Bedürfnissen der Beschwerdeführerin könnte im Rah-

men der medizinischen Rückkehrhilfe Rechnung getragen werden (vgl. 

Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 

1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Sie hat die Möglichkeit, sich in nächster Zeit 

allenfalls mit Unterstützung der sie betreuenden Psychologin auf eine 

Rückkehr in den Heimatstaat vorzubereiten. Einer nicht auszuschliessen-

den vorübergehenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes 

kann im Rahmen der Ausgestaltung der Vollzugsmodalitäten Rechnung 

getragen werden, indem eine sorgfältige Vorbereitung erfolgt und geeig-

nete medizinische Massnahmen getroffen werden sowie eine adäquate 

Betreuung (beispielsweise durch medizinisches Fachpersonal) sicherge-

stellt wird. Es ist deshalb nicht anzunehmen, dass eine Rückkehr nach Sri 

Lanka zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung ihres 

Gesundheitszustandes führen würde. 

Bezüglich der sich derzeit in zahlreichen Ländern ausbreitenden Corona-

Pandemie ist festzuhalten, dass in Sri Lanka gemäss öffentlich zugängli-

chen Quellen der erste Fall einer Covid-19-Erkrankung Ende Januar 2020 

und somit rund einen Monat bevor in der Schweiz der erste Fall gemeldet 

wurde, diagnostiziert wurde. Die Krankheit hat sich in Sri Lanka weit weni-

ger als in der Schweiz ausgebreitet, wobei unter Hinweis auf die Dunkel-

ziffer in beiden Ländern nicht alle Fälle bekannt sein dürften. Jedenfalls 

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Seite 25 

führt die Tatsache, dass auch Sri Lanka von Covid-19-Erkrankungen be-

troffen ist, nicht zur Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs. 

Die Beschwerdeführerin hat in der Schweiz zwar ein Kind geboren, das 

mittlerweile bald (…) alt ist. Auch damit liegen keine Umstände vor, auf-

grund derer bei einer Rückkehr der Beschwerdeführerin und ihres Ehe-

mannes nach Sri Lanka von einer Existenzbedrohung ausgegangen wer-

den müsste. Auch diesbezüglich ist auf die bereits erwähnte berufliche Er-

fahrung der Beschwerdeführerin und das in guten Verhältnissen lebende 

Familiennetz zu verweisen, das der Beschwerdeführerin nach ihrer Rück-

kehr in verschiedener Hinsicht zur Seite stehen wird. Somit spricht auch 

das Kindeswohl nicht gegen eine Rückkehr der Beschwerdeführerin mit ih-

rem Kleinkind in die Heimat. 

9.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nicht 

als unzumutbar.  

9.5  

9.5.1 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich für sich und für 

ihre Tochter bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine 

Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 

AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Weg-

weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5.2 Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn überhaupt – um 

ein bloss temporäres Vollzugshindernis, dem im Rahmen der Vollzugsmo-

dalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem 

etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst 

wird.  

9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Da der rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt zu erachten ist und das 

SEM seinen Standpunkt in der angefochtenen Verfügung entgegen der in 

der Beschwerde vertretenen Auffassung hinreichend begründete, besteht 

keine Veranlassung, die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzu-

weisen, weshalb das entsprechende Eventualbegehren abzuweisen ist. 

D-4724/2019 

Seite 26 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihr mit Zwi-

schenverfügung vom 26. September 2019 die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt wurde (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und sich an den Voraussetzungen 

dazu nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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