# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 363a1e79-5eb6-544f-989c-d839dc1b66b5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 24.06.2021 3-RV.2019.24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2019-24_2021-06-24.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2019.24       
PP 111 

 

 

 

Urteil vom 24. Juni 2021 
 
 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Lämmli  

Richter Hess  

Gerichtsschreiberin Bernhard          

 

 

 
 

   

Rekurrentin  A._____   

 

vertreten durch Urs Vögele, Schützenhausstrasse 18, 5314 Kleindöttingen   

 

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 6. Dezember 2018 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2010 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 22. Mai 2018 wurden B. und A. von der 

Steuerkommission Q. für das Jahr 2010 zu einem steuerbaren Einkommen 

von CHF 1'612'000.00 und zu einem steuerbaren Vermögen von 

CHF 2'079'000.00 veranlagt. Dabei wurde ein Gewinn aus dem Verkauf 

von Baulandgrundstücken von CHF 1'548'786.00 zu den Einkünften aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit von B. gerechnet. Beim steuerbaren 

Vermögen wurden aufgrund dieser Aufrechnung zusätzliche Schulden 

"AHV-Beiträge 2010" von CHF 159'734.00 und "Steuern 2010" von 

CHF 577'000.00 berücksichtigt. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 22. Mai 2018 liessen B. und A. mit Schreiben 

vom 18. Juni 2018 Einsprache erheben. Sie stellten die Anträge: 

 

"1) Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen 
 
2) Reduktion des steuerpflichtigen Einkommens um Fr. 1'545'536.00 
 
3) Allfällige Abrechnung eines Kapitalgewinnes nach Art. 45 Abs. 1 lit. f 
 
4) Beurteilung nach Bundesgerichtsurteil 2C-708/2010 
 
5) Vorladung und Besprechung" 

 

3. 

Am 6. Dezember 2018 fand eine Einspracheverhandlung statt. 

 

4. 

Mit Entscheid vom 6. Dezember 2018 wies die Steuerkommission Q. die 

Einsprache ab. 

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2018 (Zustellung am 19. De-

zember 2018) haben B. und A. mit Rekurs vom 23. Januar 2019 

(Postaufgabe am 24. Januar 2019) an das Spezialverwaltungsgericht, 

Abteilung Steuern, weiterziehen lassen. Sie stellen folgende 

 
"ANTRÄGE 
 
1) Es sei das steuerpflichtige Einkommen um Fr. 1'545'536.00 

herabzusetzen. 
 
2) Es sei in Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen § 27, Absatz 4 

des kantonalen Steuergesetzes, Artikel 8, Abs. 2 StHG und gestützt 
auf das Bundesgerichtsurteil 2 C-708 / 2010 zu urteilen. 

 - 3 - 

 

 

 
3) Es sei von Amtes wegen die Verjährung abzuklären. 
 
4) Ein allfälliger Kapitalgewinn (zwischen Einbringungswert im Jahre 

2008 und Verkaufserlös im Jahre 2010) wäre nach vorbehältlich der 
Verjährung zu besteuern. 

 
5) Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse." 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

6. 

Das Gemeindesteueramt Q. und dass Kantonale Steueramt beantragen die 

Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

B. und A. haben eine Replik erstatten lassen. 

 

8. 

B. ist am 20. Dezember 2020 verstorben. 

 

9. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Akten der Verfahren 3-RV.2015. 

115, 3-BB.2019.7 in Sachen B. sel. und A. und 3-RV.2019.25 in Sachen A. 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2008 sowie direkte 

Bundessteuer 2008 und Kantons- und Gemeindesteuern 2011 beigezogen.  

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2010. 

Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG).  

 

2. 

2.1. 

Stirbt ein Steuerpflichtiger, so hat dies zur Folge, dass – unter Vorbehalt 

der Ausschlagung – dessen Erben kraft Gesamtrechtsnachfolge Vermögen 

und Schulden des Erblassers übernehmen. Gemäss § 10 Abs. 1 StG treten 

die Erben auch die Steuernachfolge des Erblassers an. Die sogenannte 

Steuernachfolge umfasst den Eintritt der Erben in die aus dem Steuer-

rechtsverhältnis fliessenden Rechte und Pflichten, d.h. sie treten in die Ver-

fahrensrechte und Verfahrenspflichten und in die Steuerzahlungspflicht ein 

(Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 10 

StG N 11, § 175 StG N 19; Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Auflage, Basel 2017, 

Art. 12 DBG N 1 ff.). Die Veranlagung erfolgt so, wie sie gegenüber dem 

Erblasser zutreffend gewesen wäre (VGE vom 17. Mai 2001 [BE.2000. 

00330]). Beim Versterben eines Ehegatten bleibt es bei der gemeinsamen 

Veranlagung. Es findet nur ein Parteiwechsel statt, indem anstelle des ver-

storbenen Steuerpflichtigen die Mitglieder der Erbengemeinschaft in das 

Verfahren einbezogen werden. 

 

2.2. 

B. ist am 20. Dezember 2020 verstorben. Einzige Erbin ist seine Ehefrau 

A.. Sie ist in die Rechtsstellung des verstorbenen B. eingetreten und damit 

im Rekursverfahren einzige Rekurrentin.  

 

3. 

Die Rekurrentin lässt beantragen, es "sei in Einhaltung der gesetzlichen 

Bestimmungen § 27, Absatz 4 des kantonalen Steuergesetzes, Art. 8, 

Abs. 2 StHG und gestützt auf das Bundesgerichtsurteil 2 C – 708 / 2010 zu 

urteilen." Dabei handelt es sich nicht um einen selbständigen Antrag, son-

dern um eine Zusammenfassung der Begründung von Antrag 1. Insofern 

ist darauf nicht separat einzugehen (vgl. auch VGE vom 3. Oktober 2017 

[WBE.2017.117], bestätigt durch Bundesgerichtsurteil vom 29. März 2018 

[2C_959/2017]).  

 

 - 5 - 

 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Die Rekurrentin lässt die Verjährung der Veranlagung geltend machen. Da-

rauf ist vorab einzugehen. Ist die Verjährung eingetreten, ist der Rekurs aus 

formellen Gründen gutzuheissen. Andernfalls sind die materiellen Ein-

wände zu prüfen. 

 

4.1.2. 

Nach § 177 Abs. 1 StG verjährt das Recht, eine Steuer zu veranlagen, fünf 

Jahre nach Ablauf der Steuerperiode (relative Verjährung). Die Verjährung 

beginnt nicht oder steht still während eines Einsprache-, Rekurs-, Be-

schwerde- oder Revisionsverfahrens (§ 177 Abs. 2 lit. a StG). Die Verjäh-

rung wird unterbrochen und beginnt neu mit jeder auf Feststellung oder 

Geltendmachung der Steuerforderung gerichteten Amtshandlung, die einer 

steuerpflichtigen oder einer mithaftenden Person zur Kenntnis gebracht 

wird (§ 177 Abs. 3 lit. a StG; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 

a.a.O., § 177 StG N 29 ff.). Ebenso wird der Lauf der relativen Verjährungs-

frist unterbrochen bei jeder ausdrücklichen Anerkennung der Steuerforde-

rung durch die steuerpflichtige oder mithaftende Person (§ 177 Abs. 3 lit. b 

StG). Das Recht, eine Steuer zu veranlagen, ist 15 Jahre nach Ablauf der 

Steuerperiode auf jeden Fall verjährt (§ 177 Abs. 4 StG; absolute Verjäh-

rung). 

 

4.1.3. 

Zu den auf Feststellung oder Geltendmachung der Steuerforderung gerich-

teten Einforderungshandlungen gehören einerseits Einforderungshandlun-

gen im engeren Sinn (Zahlungsaufforderungen, Mahnungen, Betreibungs-

begehren), aber auch alle auf die Feststellung des Steueranspruches ge-

richteten und dem Steuerpflichtigen zur Kenntnis gebrachten Amtshandlun-

gen der (zuständigen) Steuerbehörden (Zustellung des Steuererklärungs-

formulars, Mahnung zur Einreichung der Steuererklärung, Beweisauflagen, 

Vorladungen, Eröffnung der [definitiven oder provisorischen] Veranlagung, 

Aufforderung oder Mahnung zur Zahlung etc.). Nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zur direkten Bundessteuer ist der Begriff der Einforde-

rungshandlung weit zu fassen; es genügt auch eine amtliche Mitteilung, die 

lediglich eine spätere Veranlagung in Aussicht stellt und deren Zweck sich 

in der Unterbrechung des Verjährungsablaufs erschöpft (vgl. BGE 126 II 1 

= StE 2000 B 92.9 Nr. 5; Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 

2009 [2C_155/2009]; VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009.295]). Diese 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zur direkten Bundessteuer ist auch bei 

den kantonalen Steuern anzuwenden, da die Umschreibung "jeder auf 

Feststellung oder Geltendmachung der Steuerforderung gerichteten Amts-

handlung" in § 177 Abs. 3 lit. a StG nicht enger gemeint sein kann als der 

Begriff "Einforderungshandlung", welcher der dargelegten bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung zugrunde liegt (vgl. SGE vom 25. August 2016 

 - 6 - 

 

 

[3-RV.2016.30]; RGE vom 21. Juni 2012 [3-RV.2011.191]; RGE vom 

26. Februar 2009 [3-RV.2008.27] betreffend Grundstückgewinnsteuern; 

vgl. auch VGE vom 21. Januar 1998 [BE.97.00268], in welchem das aar-

gauische Verwaltungsgericht festhielt, es sei bei der Auslegung des Be-

griffs "auf Geltendmachung der Steuerforderung gerichtete Amtshandlun-

gen" angezeigt, auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 128 

des Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 zurückzugreifen). 

 

4.1.4. 

Nach aargauischer Lehre und Rechtsprechung (zuletzt VGE vom 24. Ja-

nuar 2018 [WBE.2017.268], bestätigt durch Bundesgerichtsurteil vom 

7. Januar 2019 [2C_222/2018]) bewirkt insbesondere die Zustellung der 

provisorischen Steuerrechnung (§ 225 Abs. 1 und 2 StG) die Unterbre-

chung der Veranlagungsverjährung. Gleiches gilt für provisorische Rech-

nungen der direkten Bundessteuer (Art. 162 Abs. 1 und 2 des Bundesge-

setzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG]). Das 

Verwaltungsgericht hat in Anlehnung an die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung entschieden, dass auf die Verfolgung eines bestimmten Steueran-

spruchs gerichtete verjährungsunterbrechende Handlungen selbst dann 

eine Verjährungsunterbrechung bewirken, wenn sie im unzutreffenden Ver-

fahren (ordentliches Verfahren statt Jahressteuerverfahren oder umge-

kehrt) erfolgt sind (statt vieler AGVE 1991, S. 225 f.; VGE vom 10. Februar 

2017 [WBE.2016.462], Erw. 1.3). Voraussetzung ist, dass die beiden Steu-

ern in einem so engen Verhältnis zueinanderstehen, dass Einforderungs-

handlungen im einen Verfahren auch als Einforderungshandlungen im an-

deren Verfahren gelten (VGE vom 10. Februar 2017 [WBE.2016.462], 

Erw. 1.3). Die Unterbrechungshandlung muss zudem von einer Behörde 

vorgenommen werden, die zur Feststellung und Geltendmachung der Steu-

erforderung zuständig ist (AGVE 1993, S. 294, Erw. 4b = StE 1994 B 92.9 

Nr. 4; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 177 StG N 37). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Die Rekurrentin lässt im Rekurs geltend machen, die Veranlagung sei am 

22. Mai 2018 und damit mehr als fünf Jahre nach Ablauf der Steuerperiode 

2010 zugestellt worden. Die relative Verjährung sei damit eingetreten. 

 

4.2.2. 

Die Vorinstanz verweist in der Vernehmlassung auf die folgenden verjäh-

rungsunterbrechenden Handlungen: 

 

"- 05.02.2010 prov. Rechnung 2010 
- 10.09.2010 Verfallsanzeige prov. Rechnung 2010 
- 09.08.2011 Eingang der Steuererklärung 2010 
- 23.06.2015 Eröffnung angepasste prov. Rechnung 2010 
- 08.07.2015 Einsprache gegen prov. Rechnung 2010 
- 13.07.2015  Schreiben betr. Einsprache gegen prov. Rechnung 

 - 7 - 

 

 

- 17.08.2015 Schreiben betr. prov. Rechnung 
- 21.12.2015 Schreiben Unterbrechung Verjährungsfrist 
- 21.06.2017 Mahnung prov. Rechnung 2010 
- 22.05.2018 definitive Steuerveranlagung 2010 
- 20.07.2018 Mahnung definitive Steuerrechnung 2010" 

 

4.2.3. 

In der Replik liess die Rekurrentin ausführen, die angegebenen Daten hät-

ten keinen Einfluss auf die Unterbrechung der Verjährung. Es sei am 

11. Januar 2010 eine Steuererklärung Grundstückgewinne und am 

31. März 2011 der Fragebogen Kapitalgewinn eingereicht worden. Im Fra-

gebogen Kapitalgewinn sei die Überführung ins Privatvermögen per 2008 

deklariert worden. 

 

4.3. 

Die Besteuerung der Baulandverkäufe betrifft die Steuerperiode 2010. Die 

relative fünfjährige Verjährungsfrist begann somit am 1. Januar 2011 zu 

laufen. Sie wurde insbesondere mit der Zustellung einer angepassten pro-

visorischen Steuerrechnung 2010 unterbrochen. Dass diese den Steuer-

pflichtigen zugegangen ist, ergibt sich aus der "Einsprache gegen die pro-

visorischen Steuerrechnungen 2010 und 2011" von B. sel. und der 

Rekurrentin vom 8. Juli 2015. Damit begann eine neue fünfjährige relative 

Verjährungsfrist zu laufen, welche ein weiteres Mal mit Schreiben vom 

21. Dezember 2015 unterbrochen wurde und ab dem Zeitpunkt der 

Einspracheerhebung mit Schreiben vom 18. Juni 2018, der Steuerkommis-

sion Q. am 19. Juni 2018 zugegangen, stillstand. 

 

4.4. 

Weder die relative noch die absolute Verjährung ist damit im Veranlagungs-

verfahren eingetreten. Der Antrag der Verjährung ist dementsprechend ab-

zuweisen und eine materielle Prüfung der Einwendungen der Rekurrentin 

vorzunehmen. 

 

5. 

5.1. 

Die Rekurrentin und B. sel. deklarierten mit der Steuererklärung 2010 ein 

steuerbares Einkommen von CHF 48'411.00 (Einkünfte aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 1'670.00, Renteneinkünfte von 

CHF 40'068.00, Wertschriftenertrag CHF 20'923.00, Nettoertrag aus Lie-

genschaften -CHF 1'507.00 und Abzüge von total CHF 14'850.00 zuzüglich 

Selbstbehalt Krankheitskosten von CHF 2'107.00).  

 

5.2. 

5.2.1. 

In Abweichung von der Selbstdeklaration wurden die Rekurrentin und B. 

sel. von der Steuerkommission Q. für das Jahr 2010 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 1'612'000.00 und zu einem steuerbaren Vermögen 

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von CHF 2'079'000.00 veranlagt. Dabei wurde ein Gewinn aus dem 

Verkauf der Baulandgrundstücke Parzellen Nr. aaa, bbb, ccc, ddd, eee und 

fff von CHF 1'548'786.00 zu den Einkünften aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit von B. sel. gerechnet. Beim steuerbaren Vermögen 

wurden aufgrund dieser Aufrechnung zusätzliche Schulden "AHV-Beiträge" 

von CHF 159'734.00 und "Steuern 2010" von CHF 577'000.00 

berücksichtigt. 

 

5.2.2. 

Der Veranlagungsverfügung liegt die Berechnung vom 20. Juni 2013 zu 

Grunde: 

 

"Verkaufspreis Bauland CHF 1'996'800 
./. Buchwert CHF 1'980 
./. Verkaufskosten CHF 286'300 
realisierter Liquidationsgewinn CHF 1'708'520 
./. pers. AHV-Beitrag  
(Basis: realisierter Liquidationsgewinn dir. Bundessteuer) CHF 159'734 
Steuerbarer Liquidationsgewinn,  
massgebend für die Kantonssteuer CHF 1'548'786" 

 

5.2.3. 

Mit dem Einspracheentscheid hielt die Steuerkommission Q., insbesondere 

auch gestützt auf den Bericht des leitenden Landwirtschaftsexperten (LE) 

des KStA vom 10. August 2018, daran fest. Ausgeführt wurde weiter, dass 

eine Besteuerung nicht nach § 45 Abs. 1 lit. f StG erfolgen könne, da keine 

Totalliquidation vorliege. 

 

5.3. 

5.3.1. 

Mit Einsprache, Rekurs und Replik lässt die Rekurrentin ausführen, B. sel. 

habe bis und mit dem Jahr 2007 ein Einkommen aus landwirtschaftlicher 

Tätigkeit ausgewiesen. Er habe per 31. Dezember 2007 die selbständige 

Erwerbstätigkeit als Landwirt aufgegeben. Die Liegenschaften und 

insbesondere die Hofparzelle Nr. ggg im Halte von 19'998 m2 hätten 

dementsprechend landwirtschaftliches Geschäftsvermögen dargestellt. Die 

Parzelle Nr. ggg sei dem Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht 

vom 4. Oktober 1991 (BGBB) unterstellt gewesen. Im Jahr 2008 sei eine 

nichtlandwirtschaftliche Tätigkeit aufgenommen worden, indem am 

11. Januar 2008 ein Baugesuch für die Erschliessung der Parzelle Nr. ggg 

eingereicht worden sei. Das Baugesuch sei am 10. März 2008 bewilligt 

worden. Anschliessend seien die Erschliessungsanlagen gebaut worden. 

Die Parzelle Nr. ggg habe erst mit der Erstellung der notwendigen Er-

schliessungsanlagen zur Bebauung freigegeben werden können. Bis dahin 

sei das Grundstück nicht baureif gewesen. Somit stehe ganz klar fest, dass 

B. sel. in einem bestimmten Zeitpunkt eine Nutzungsänderung beschlossen 

und vollzogen habe. "Diese Rechtsauffassung ist nachträglich im 

Bundesgerichtsurteil 2 C – 708/2010 als Zweiphasensystem festgehalten 

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und ist im Urteil 2C – 11/2011 bestätigt worden". Das Bundesgericht habe 

klar festgehalten, dass der Zeitpunkt der Einzonung in den Baubereich für 

die Besteuerung massgebend sei. Die Abteilung Planung und Bau der 

Gemeinde Q. habe mit Schreiben vom 21. Oktober 2014 festgehalten, dass 

die Parzelle Nr. ggg vor dem Jahr 2008 nicht in den Baubereich eingebracht 

worden sei. B. sel. habe seine bis 2007 dem BGBB unterstellte Hofparzelle 

Nr. ggg in "anderes Geschäftsvermögen" überführt. Mit der Beplanung, 

Erschliessung, Parzellierung und dem Verkauf habe B. sel. 

geschäftsmässig gehandelt. Aufgrund des zwingend anzuwendenden 

Zweiphasensystems sei die Abrechnung über die kumulierten 

Abschreibungen zwingend im Jahr 2008 vorzunehmen gewesen. Für eine 

logische Sekunde seien die Grundstücke zu Privatvermögen geworden, um 

anschliessend in nichtlandwirtschaftliches Geschäftsvermögen 

eingebracht zu werden. Aus diesem Grund sei auf dem Kapitalgewinn 

zwischen Einbringungswert 2008 und Veräusserungserlös 2010 die 

Grundstückgewinnsteuer zu erheben. Es wurde dazu auch auf die Bundes-

gerichturteile 2C_846/2012 und 2C_948/2017 verwiesen. 

 

Ein allfälliger Kapitalgewinn im Jahr 2010 in der Differenz zwischen Ver-

kaufserlös 2008 und Verkaufserlös 2010 unterliege nicht der privilegierten 

Abrechnung (privilegiert mit der Einkommenssteuer zu erfassender Liqui-

dationsgewinn). Das Urteil 2C_708/2010 sei nicht überholt. "Einzonung in 

den Baubereich heisst Erreichen der Überbaubarkeit, was ab 2008 gesche-

hen ist." 

 

 

6. 

6.1. 

B. sel. war selbständig erwerbender Landwirt. Ab den Jahr 2008 

parzellierte er fortlaufend Baulandparzellen von der Parz. ggg und der 

Parz. hhh ab, so auch die sechs Parzellen Nrn. aaa (702 m²), bbb (841 m²), 

ccc (790 m²), ddd (759 m²), eee (790 m²) und fff (885 m²).  

 

Am 17. Januar 2010 wurde die Parzelle Nr. aaa für CHF 295'800.00, am 

18./22. Januar 2010 die Parzelle Nr. bbb für CHF 351'400.00, am 10 Juni 

2010 die Parzelle Nr. ccc für CHF 331'000.00, am 25. August 2010 die 

Parzelle Nr. ddd für CHF 318'600.00, am 25. August 2010 die Parzelle 

Nr. eee für CHF 331'000.00 und am 13. September 2010 die Parzelle Nr. fff 

für CHF 369'000.00 verkauft.  

 

Die Parz. ggg und die Parz. iii (Verkauf am 21. Dezember 2016) verblieben 

im Eigentum von B. sel. 

 

 - 10 - 

 

 

6.2. 

Gemäss § 27 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus einem Landwirtschaftsbe-

trieb steuerbar. Zu den Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit zäh-

len auch alle Kapitalgewinne aus Veräusserung, Verwertung oder buch-

mässiger Aufwertung von Geschäftsvermögen (§ 27 Abs. 2 StG).  

 

Bei Gewinnen aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen 

Grundstücken des Geschäftsvermögens wird nur die Differenz zwischen 

Anlagekosten und steuerlich massgebendem Buchwert den Einkünften aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit zugerechnet. Für die Abgrenzung gegen-

über der Grundstückgewinnsteuer gilt § 106 StG (§ 27 Abs. 4 StG).  

 

6.3. 

Mit Urteil vom 2. Dezember 2011 (2C_11/2011 = BGE 138 II 32 = StE 2012 

B 23.47.2 Nr. 14 = StR 2012 S. 137) entschied das Bundesgericht, dass 

zur Beurteilung, ob ein land- und forstwirtschaftliches Grundstück im Sinne 

von § 27 Abs. 4 StG gegeben ist, auf die Regelung gemäss Art. 2 BGBB 

abzustellen sei. Von einem steuerlich privilegierten Grundstück könne nur 

gesprochen werden, wenn die für die Anwendung des BGBB gültigen Vo-

raussetzungen erfüllt seien.  

 

Mit dieser Lösung wurde die zuvor gängige Praxis, wonach für die Frage, 

ob ein landwirtschaftliches Grundstück im Sinne von § 27 Abs. 4 StG ge-

geben ist, einzig auf dessen tatsächliche Nutzung abgestellt wurde, geän-

dert. 

 

6.4. 

Das Bundesgericht führt im erwähnten Entscheid vom 2. Dezember 2011 

(2C_11/2011 = BGE 138 II 32 = StE 2012 B 23.47.2 Nr. 14 = StR 2012 

S. 137) weiter aus: 

 
"Dementsprechend kann von einem steuerlich privilegierten Grundstück 
nur dann gesprochen werden, wenn die für die Anwendung des BGBB gül-
tigen Voraussetzungen erfüllt sind. Das ist nach Massgabe von Art. 2 
Abs. 1 BGBB hauptsächlich dann der Fall, wenn es sich um einzelne  
oder zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe gehörende Grundstücke han-
delt, die ausserhalb einer Bauzone nach Art. 15 RPG liegen und für welche 
die landwirtschaftliche Nutzung zulässig ist. Darüber hinaus gilt die Anwen-
dung des BGBB (und somit auch die besagte steuerliche Ausnahmerege-
lung) für vier weitere, spezifisch in Art. 2 Abs. 2 BGBB genannte Fälle, 
nämlich: 
 
a)  Grundstücke und Grundstücksteile mit landwirtschaftlichen Gebäuden 

und Anlagen, einschliesslich angemessenem Umschwung, die in einer 
Bauzone liegen und zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe gehören; 

b) Waldgrundstücke, die zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe gehören; 
c) Grundstücke, die teilweise innerhalb einer Bauzone liegen, solange sie 

nicht entsprechend den Nutzungszonen aufgeteilt sind; 
d) Grundstücke mit gemischter Nutzung, die nicht in einen landwirtschaft-

lichen und einen nichtlandwirtschaftlichen Teil aufgeteilt sind." 

 - 11 - 

 

 

6.5. 

Weiter wurde vom Bundesgericht in Bezug auf die Umzonung von Grund-

stücken des landwirtschaftlichen Geschäftsvermögens in die Bauzone, da-

bei insbesondere bezugnehmend auf das Urteil des Bundesgerichts vom 

28. Januar 2011 (2C_708/2010), das Folgende ausgeführt: 

 

"2.4 In steuersystematischer Hinsicht ist jedoch noch kurz auf das in 
StE 2011 B 42.25 Nr. 2 veröffentlichte Urteil 2C_708/2010 vom 28. Januar 
2011 einzugehen, das ebenfalls den Kanton Aargau und dessen dualisti-
sches System (vgl. oben E. 2.1 eingangs) betraf. Das Bundesgericht hielt 
fest, dass die Zuführung eines landwirtschaftlich genutzten Grundstücks in 
eine geschäftliche Nutzung (z.B. Liegenschaftenhandel) nicht ohne steu-
ersystematische Realisation erfolgen darf. Es handelt sich um einen ver-
äusserungsähnlichen Vorgang im Sinne von § 96 Abs. 2 lit. b StG/AG. Vor-
her unterliegt das Land der Grundstückgewinnsteuer, unter Berücksichti-
gung der maximalen Haltezeit. Einzig der seitherige Wertzuwachs darf ein-
kommenssteuerlich erfasst werden. Dazwischen findet ein Systemwechsel 
statt, welcher im dualistischen System der Grundstückgewinnbesteuerung 
zwingend berücksichtigt werden muss. Nur auf diese Weise wird der vor 
dem Übergang aufgelaufene und der danach eingetretene Mehrwert je der 
sachlich richtigen Steuer zugeführt (vgl. dort insb. E. 2.5 u. 2.6).  
 
Auch vorliegend kann allenfalls auf den Zeitpunkt der Einzonung in den 
Baubereich hin ein solcher Übergang von einem landwirtschaftlichen zu 
einem 'normalen' Geschäftsvermögen angenommen werden. Im Fall 
2C_708/2010 beruhte der Systemwechsel darauf, dass die Pflichtigen sel-
ber für ihr(e) Grundstück(e) in einem bestimmten Zeitpunkt eine Nutzungs-
änderung beschlossen und dann auch vollzogen. In einem Fall wie dem 
hier zu beurteilenden ergäbe sich der Übergang hingegen nicht aus einer 
kurz vor der streitigen (End-)Abrechnung getroffenen Entscheidung der 
Pflichtigen, sondern aus den rechtlichen Auswirkungen der gegebenenfalls 
lange zurückliegenden Umzonung.  
 
Dieser Unterschied zum Fall 2C_708/2010 würde zwar auch hier nicht 
zwingend ausschliessen, dass übliches (und steuerlich nicht privilegiertes) 
Geschäftsvermögen bloss für die Zeitspanne zwischen Umzonung und 
nachmaliger Privatentnahme angenommen wird. Für die Zeit vor der Um-
zonung könnte an sich die privilegierte Ausnahmeregelung zum Zuge kom-
men. Das würde jedoch in einem Fall wie dem vorliegenden bedeuten, 
dass bei der Überführung ins Privatvermögen im Nachhinein noch für die 
Zeit bis zur Umzonung die Grundstückgewinnsteuer zu erheben wäre. Das 
brächte in zahlreichen Fällen kaum hinzunehmende Praktikabilitäts- und 
Umsetzungsprobleme mit sich, insbesondere angesichts der im bäuerli-
chen Bereich oft (sehr) langen Haltedauer der Grundstücke und bei lange 
zurückliegenden Umzonungen. Solche Probleme könnten sich u.a. dann 
ergeben, wenn für die frühere Grundstückbesteuerung nicht das jetzige 
Steuergesetz, sondern die bis Ende 2000 geltende und von der heutigen 
Rechtslage teilweise abweichende Regelung (vgl. dazu das Urteil 
2C_380/2011 vom 1. November 2011, insb. E. 2.1, mit weiteren Hinwei-
sen) anwendbar wäre. Zu bedeutend würden die Probleme auf jeden Fall 
dann, wenn die Umzonung noch vor dem Inkrafttreten des BGBB erfolgte.  
 
Diese Probleme sind in dem hier wesentlichen Gesamtrahmen zu sehen, 
wonach eine fragwürdige Ausnahmeregelung angemessen eingegrenzt 
werden muss. Die Notwendigkeit einer solchen Eingrenzung ist nicht nur 
für das allgemeine Verhältnis zwischen § 27 Abs. 2 und 4 StG/AG von 

 - 12 - 

 

 

Belang, sondern auch im Zusammenhang mit der vorliegend massgebli-
chen spezifischen Frage, inwieweit eine steuersystematisch wünschbare, 
aber unter dem (hier zumindest ebenso bedeutenden) Gesichtspunkt der 
Koordination verschiedener Rechtsbereiche problematische Differenzie-
rung doch noch berücksichtigt werden kann. In Anbetracht sämtlicher Ge-
sichtspunkte drängt sich eine zwischen zwei Phasen unterscheidende 
steuerliche Erfassung (mit der Grundstückgewinnsteuer bis zur Umzo-
nung, mit der Einkommenssteuer für den danach entstandenen Wertzu-
wachs) nur insoweit auf, als sie nicht erst im Nachhinein, z.B. hier im Zeit-
punkt der Überführung ins Privatvermögen, zu geschehen hat, sondern 
schon im Zeitpunkt der Umzonung erfolgt (namentlich auf Verlangen des 
Pflichtigen). Das war vorliegend nicht der Fall. Deshalb erweist es sich 
auch in Anbetracht des Urteils 2C_708/2010 als zutreffend, dass die Vo-
rinstanz ihre Beurteilung ausschliesslich auf § 27 Abs. 2 StG/AG gestützt 
hat." 

 

6.6. 

6.6.1. 

Das Bundegericht hat den identischen Sachverhalt in Sachen der Rekur-

rentin und B. sel. mit Urteil vom 28. März 2018 (2C_959/2017) in Bezug auf 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2008 wie folgt beurteilt: 

 

"3.   
Die Steuerpflichtigen haben in der Steuerperiode 2008 vier Grundstücke 
aus ihrem Geschäftsvermögen verkauft.  
  
3.1. Die Beschwerdeführer rügen, sie hätten sich genau gleich wie die 
Steuerpflichtigen im Urteil 2C_708/2010 verhalten, weshalb ihre Be-
schwerde auch gutgeheissen werden müsse. Zudem hätten sie sich im 
Jahr 2008 zielbewusst unternehmerisch verhalten und eine Nutzungsän-
derung der Grundstücke für den Liegenschaftenhandel beschlossen; weil 
eine solche Nutzungsänderung nicht ohne steuersystematische Realisa-
tion erfolgen könne, sei auch für sie eine Abrechnung nach dem Zweipha-
sensystem vorzunehmen.   
  
3.2. Im Rahmen des Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit 
werden Gewinne aus dem Verkauf von land- und forstwirtschaftlichen 
Grundstücken auf Bundesebene nur bis zur Höhe der Anlagekosten der 
Einkommenssteuer unterworfen (Art. 18 Abs. 1 und Abs. 4 DBG); der Wert-
zuwachsgewinn bleibt – wie bei Kapitalgewinnen des Privatvermögens 
(Art. 16 Abs. 3 DBG) – steuerfrei (FELIX RICHNER, Landwirtschaftliche 
Grundstücke im Recht der harmonisierten Steuern, ZStP 4/2012 S. 295). 
Auf Kantonsebene werden die Gewinne ebenfalls bis zur Höhe der An-
lagekosten mit der Einkommenssteuer besteuert (Art. 8 Abs. 1 StHG); der 
Wertzuwachsgewinn wird wie bei natürlichen Personen ohne Geschäfts-
vermögen von der Grundstückgewinnsteuer erfasst (Art. 12 Abs. 1 StHG; 
RICHNER, a.a.O., S. 294 f.; Botschaft des Bundesrates über die Besteue-
rung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke vom 11. März 2016 [zit. 
Botschaft land- und forstwirtschaftliche Grundstücke], BBl 2016 1823 f.).   
  
3.3. Der Begriff des land- oder forstwirtschaftlichen Grundstückes wird im 
harmonisierten Recht nicht definiert. Das Bundesgericht hat in freier Prü-
fung dieses harmonisierten Begriffs erkannt, dass er nicht isoliert aus dem 
Steuerrecht heraus, sondern in gesetzessystematischer Hinsicht unter Be-
rücksichtigung der Zwecksetzung des BGBB, des Bundesgesetzes vom 

 - 13 - 

 

 

22. Juni 1979 über die Raumplanung (RPG; SR 700) und des 
Bundesgesetzes über die Landwirtschaft vom 29. April 1998 (LwG; 910.1) 
auszulegen sei (BGE 138 II 32 E. 2.2.1 S. 36; Urteile 2C_502/2016 vom 
24. Mai 2017 E. 2.2; 2C_873/2011 vom 22. Oktober 2012 E. 5.1; 
2C_539/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 3.2; vgl. zur Kritik an dieser 
Rechtsprechung RICHNER, a.a.O., S. 288). Die steuerliche Privilegierung 
von landwirtschaftlichen Grundstücken im Sinne von Art. 12 Abs. 1 StHG 
rechtfertigt sich grundsätzlich nur, wenn die für die Anwendbarkeit des 
BGBB aufgestellten Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 138 II 32 E. 2.2.1 
S. 36, E. 2.3.1 S. 38 f.; Urteile 2C_502/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2.2; 
2C_873/2011 vom 22. Oktober 2012 E. 5.1; 2C_539/2010 vom 15. 
Dezember 2010 E. 3.2). Dies ist hauptsächlich der Fall, wenn das 
Grundstück ausserhalb der Bauzone im Sinne von Art. 15 RPG liegt und 
eine landwirtschaftliche Nutzung zulässig ist (Art. 2 Abs. 1 BGBB) oder 
wenn einer der vier weiteren, spezifisch in Art. 2 Abs. 2 BGBB genannten 
Fälle vorliegt (BGE 138 II 32 E. 2.2.1 S. 37, E. 2.3.2 S. 39; WERNER 
SALZMANN, BGE 2C_11/2011: Urteil des Bundesgerichts vom 2. 
Dezember 2011 i.S. Besteuerung von Kapitalgewinn aus der 
Veräusserung von Bauland im Geschäftsvermögen von Landwirten, 
Blätter für Agrarrecht, 2015 [Heft 1/3], S. 8). Die herrschende 
bundesgerichtliche Praxis führt dazu, dass die Liegenschaften im 
Geschäftsvermögen eines Landwirtschaftsbetriebs in land- und forstwirt-
schaftliche und nicht land- und forstwirtschaftliche Grundstücke zu unter-
teilen sind (Urteil 2C_502/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2.2; SALZMANN, 
a.a.O., S. 9).   
  
4.   
4.1. Das Grundstück GB S. Parzelle Nr. ggg lag im Zeitpunkt der 
Abparzellierung von fünf Parzellen am 7. Juli bzw. am 14. Juli 2008 unbe-
strittenermassen seit über sechs Jahren in der Bauzone. Im Jahr 2008 ver-
kauften die Beschwerdeführer vier abparzellierte Grundstücke, worauf 
ihnen der aus dem Verkauf resultierende Gewinn von Fr. 1'137'600.-- steu-
erlich als Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit aufgerechnet wurde. 
Die vier verkauften, vollständig in der Bauzone gelegenen Parzellen wür-
den nur dem sachlichen Anwendungsbereich des BGBB unterstehen und 
als land- und forstwirtschaftlich im Sinne von Art. 12 Abs. 1 StHG qualifi-
zieren (vgl. dazu oben, E. 3.3), wenn sie im massgeblichen Zeitpunkt der 
Veräusserung mit landwirtschaftlichen Gebäuden und Anlagen über-
baut gewesen wären und zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe (im 
Sinne von Art. 7 BGBB) gehört hätten (Art. 2 Abs. 2 lit. a BGBB), was nicht 
der Fall ist. Gründe dafür, weshalb trotz fehlendem sachlichen Anwen-
dungsbereich des BGBB die verkauften Grundstücke ausnahmsweise als 
land- und forstwirtschaftlich zu qualifizieren wären (vgl. dazu Urteil 
2C_561/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2), bestehen nicht. Die Parzellen sind 
somit nicht privilegiert (Art. 12 Abs. 1 StHG; § 27 Abs. 4, § 106 StG/AG) 
zu besteuern; der Wertzuwachsgewinn unterliegt der Einkommensbesteu-
erung (siehe Urteil 2C_502/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2.4).   
  
4.2. Das aargauische Steuergesetz folgt im Grundsatz dem dualistischen 
System der Grundstückgewinnbesteuerung. Im dualistischen System wird 
der gesamte Kapitalgewinn auf Geschäftsvermögen mit der Einkommens-
steuer belastet, dies in Abgrenzung zu monistischen Systemen, in welchen 
die wieder eingebrachten Abschreibungen mit der Einkommenssteuer, der 
Wertzuwachsgewinn hingegen mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst 
werden (Urteil 2C_502/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2.5; RICHNER, a.a.O., 
S. 304 f.; Botschaft land- und forstwirtschaftliche Grundstücke, BBl 2016 
1825). Gemäss § 27 Abs. 2 StG/AG unterliegen insbesondere Gewinne 

 - 14 - 

 

 

aus der Veräusserung von Geschäftsliegenschaften der Einkommens-
steuer; von der Grundstückgewinnsteuer erfasst würden solche Veräusse-
rungsgewinne nur, wenn sie nicht unter die Einkommens- oder Gewinn-
steuer fielen (§ 95 Abs. 2 StG/AG; BGE 138 II 32 E. 2.1.1 S. 35; Urteil 
2C_502/2016 vom 24. Mai 2017 E. 2.5). Die Besteuerung des Verkaufs-
erlöses als Einkunft aus selbstständiger landwirtschaftlicher Erwerbstätig-
keit (§27 Abs. 2 StG/AG) erweist sich somit als zutreffend. Auch eine nach-
trägliche Erfassung eines Teils des Gewinns mit der Grundstückgewinn-
steuer, wie sie die Beschwerdeführer offenbar nach den Grundsätzen des 
Urteils 2C_708/2010 vom 28. Januar 2011 E. 2 vorschwebt, ist nicht am 
Platz. Nach der bundesgerichtlichen Praxis drängt sich wegen kaum hin-
zunehmender Praktikabilitäts- und Umsetzungsproblemen eine zwischen 
zwei Phasen unterscheidende steuerliche Erfassung bei Umzonungen (mit 
der Grundstückgewinnsteuer bis zur Umzonung, mit der Einkommens-
steuer für den danach entstandenen Wertzuwachs) nur auf, sofern sie 
nicht im Nachhinein, sondern (namentlich auf Verlangen des Pflichtigen) 
schon im Zeitpunkt der Umzonung erfolgt (ausdrücklich BGE 138 II 32 
E.2.4 S. 41; ebenso Urteil 2C_846/2016 vom 24. Mai 2017 E. 3.3); dass 
die Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Umzonung der massgeblichen Par-
zelle, von welcher im Jahr 2008 fünf Parzellen zwecks Verkaufs abparzel-
liert worden sind, eine solche Abrechnung verlangte, ist weder dargelegt 
noch ersichtlich. Dass die Beschwerdeführer, wie sie vorbringen, ziel- 
bewusst eine Nutzungsänderung angestrebt und durchgeführt hätten, ge-
nügt dafür nicht. Anders als in dem von ihnen zitierten Urteil 2C_846/2016 
vom 24. Mai 2017 E. 3.4 ist hier die Nichtmehr-Unterstellung unter das 
BGBB nicht auf eine von den Steuerpflichtigen nicht beeinflussbare Ände-
rung des Gesetzes (wie eine Änderung der für die Anwendbarkeit des 
BGBB erforderlichen Standardarbeitskraft) zurückzuführen, sondern auf 
die Umzonung. Die Tatsache, dass das betreffende Grundstück umgezont 
wurde, musste den Beschwerdeführern im Zeitpunkt der Umzonung be-
kannt und bewusst gewesen sein, weshalb in Übereinstimmung mit 
BGE 138 II 32 E. 2.4 S. 41 die Sonderreglung der zweistufigen Abrech-
nung nicht nachträglich zur Anwendung gebracht werden kann." 

 

6.6.2. 

Es ist kein Grund ersichtlich, für die Kantons- und Gemeindesteuern 2010 

von diesen Erwägungen abzuweichen, zumal diese Rechtsprechung vom 

Bundesgericht wiederholt bestätigt wurde (zuletzt: Bundesgerichtsurteile 

vom 8. Juli 2020 [2C_155/2020] und 14. Februar 2020 [2C_317/2018], 

beide dem Vertreter der Rekurrentin bekannt).  

 

7. 

7.1. 

Die Parzellen Nr. ggg bzw. hhh lagen seit 2002 und im Zeitpunkt der Par-

zellierung in der Bauzone. Es handelte sich demnach bei den sechs ver-

kauften Parzellen nicht um Landwirtschaftsland, das unter dem Schutzbe-

reich des BGBB stand.  

 

7.2. 

Der Hinweis der Rekurrentin auf den Umstand, dass die Parzellen erst im 

Jahr 2008 erschlossen wurden, vermag daran nichts zu ändern. Für die 

Qualifikation eines Grundstücks gemäss BGBB wird nicht unterschieden 

 - 15 - 

 

 

zwischen "erschlossenem Land in der Bauzone" und "unerschlossener 

Baulandreserve in der Bauzone". Ebensowenig spielt es eine Rolle, ob ein 

Grundstück in der Bauzone bereits baureif oder noch nicht baureif ist. Ent-

scheidend ist einzig, ob das Grundstück in der Bauzone liegt oder nicht.  

 

 

 

7.3. 

Die Parzellen Nrn. aaa, bbb, ccc, ddd, eee und fff standen somit im 

Zeitpunkt der Verkäufe im Jahr 2010 nicht im Schutzbereich des BGBB und 

es lagen keine landwirtschaftlichen Grundstücke im Sinne von § 27 Abs. 4 

StG vor. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist entgegen der 

Ansicht des Vertreters der Rekurrentin weder im Jahr 2008, noch im Jahr 

2010 eine (vor den Verkäufen erfolgte) Überführung von landwirtschaftli-

chem Geschäftsvermögen in das Privatvermögen mit direkt anschliessen-

der Wiedereinbringung in das übrige Geschäftsvermögen abzurechnen. 

Eine solche Überführung hätte im Zeitpunkt der Entlassung der Parzellen 

Nr. ggg bzw. hhh als (Stamm-)Grundstück aus dem Schutzbereich des 

BGBB (vor dem Jahr 2002) erfolgen müssen.  

 

Vielmehr wurden sechs nicht in den Anwendungsbereich von § 27 Abs. 4 

StG fallende Grundstücke des Geschäftsvermögens veräussert. Der Ge-

winn unterliegt damit gestützt auf § 27 Abs. 2 StG der Einkommenssteuer. 

Die Steuerkommission Q. hat die Gewinne also zu Recht als Einkünfte aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit erfasst. Insofern erweist sich der Rekurs als 

unbegründet. 

 

Offenbleiben kann dabei, ob B. sel. als gewerbsmässiger Lie-

genschaftenhändler zu qualifizieren gewesen ist oder nicht. Da B. sel. so 

oder anders nicht landwirtschaftliche Grundstücke des Ge-

schäftsvermögens veräussert hat und eine vorgängige Überführung wie ge-

sehen nicht zu erfolgen hat, spielt dies für die Beurteilung des Rekurses 

keine Rolle. 

 

7.4. 

Die Rekurrentin hat sich nicht zur Höhe des von der Steuerkommission Q. 

erfassten Gewinnes aus den Verkäufen der sechs Baulandgrundstücke 

und den angerechneten gewinnmindernden Aufwendungen äussern 

lassen. Es sind keine offensichtlichen Fehler der Berechnung erkennbar. 

Der Rekurs ist insoweit abzuweisen. 

 

8. 

Eine mögliche Totalliquidation wurde zwar im Bericht des LE KStA vom 

10. August 2018 aufgezeigt, vom Vertreter der Rekurrentin und B. sel. aber 

mit Schreiben vom 27. September 2018 verworfen. Mangels 

Totalliquidation ist keine solche abzurechnen. 

 - 16 - 

 

 

 

9. 

Der Rekurs erweist sich demnach in allen Punkten als unbegründet. Er ist 

abzuweisen. 

 

10. 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens von 

den Rekurrenten zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteientschä-

digung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

  

 - 17 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 10'000.00, der Kanzleigebühr von CHF 235.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, insgesamt CHF 10'335.00, zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Vertreter der Rekurrentin (2) 

die Rekurrentin 

das Kantonale Steueramt 

das Gemeindesteueramt Q. 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 18 - 

 

 

 
   

Aarau, 24. Juni 2021 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Bernhard