# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55fe8b27-a57c-5e37-aafb-594bd4c21ed4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2015 C-1452/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1452-2014_2015-05-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1452/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  0 6 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Markus Metz (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richter Daniel Stufetti,    

Gerichtsschreiber Hans-Peter Oeri. 
 

 
 

Parteien 
 C._______,  

vertreten durch Dr. iur. Rolf Schmid, Schwager Schmid 

Giusto, Sonneggstrasse 55, Postfach 1778, 8021 Zürich 1, 

Beschwerdeführerin, 

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, 

Vorinstanz. 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Zeitpunkt Eintritt des 

Versicherungsfalls, Verfügung vom 11. Februar 2014. 

 

 

 

C-1452/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a C._______ (nachfolgend: Versicherte), geb. am 21. Januar 1992, 

Schweizer Staatsangehörige, verbrachte ihre Kindheit in der Schweiz (IV-

act. 1, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 26). Nachdem sie im Oktober 2009 ihre Schul-

ausbildung aus gesundheitlichen Gründen abbrach (IV-act. 29 p. 5), wan-

derte sie mit ihrer Mutter am 15. November 2010 nach Lima (Peru) aus, wo 

sie bis heute wohnt (IV-act. 41 p. 2, 29 p. 2 & 4, 53 p. 2). 

A.b Ab Oktober 1996 wurde die Versicherte von der Invalidenverversiche-

rung aufgrund infantilen Autismus (Nr. 401 der Verordnung über Geburts-

gebrechen vom 09. Dezember 1985 [GgV, SR 831.232.21] in der damals 

gültigen Fassung, später Nr. 405 – Autismus-Spektrum-Störung) durch me-

dizinische Massnahmen und Sonderschulung unterstützt (Massnahmen: 

01. Oktober 1996 bis 31. Januar 2012, tatsächlich aufgrund ihrer Ausreise 

nur bis November 2010, IV-act. 4, 8, 10, 14, 16, 18, 26, 29 p. 4; Sonder-

schulung: 28. August 2000 bis 30. Juni 2005, IV-act. 8 p. 2, 12). 

A.c Seit ihrem Wegzug aus der Schweiz am 1. Dezember 2010 ist die Ver-

sicherte Mitglied der freiwilligen Versicherung der AHV/IV (IV-act. 28, 53, 

59). 

B.  

B.a Am 24. Juni 2013 (Eingang 15. Juli 2013) beantragte die Versicherte 

berufliche Massnahmen/Rente aufgrund der bereits aktenkundigen Behin-

derung (IV-act. 29). Sie legte aktuelle Arztberichte aus Peru bei, wonach 

sie sich dort seit Januar 2011 in Behandlung befinde (IV-act. 34, 37). 

B.b Am 23. Dezember 2013 orientierte die Invalidenversicherungsstelle für 

Versicherte im Ausland (Vorinstanz) die Versicherte mit Vorbescheid über 

ihre Absicht, aufgrund der Unterschreitung der Mindestbeitragszeit von 36 

Monaten bei Eintreten des Versicherungsfalls am 01. Februar 2010 keine 

ordentliche Rente zuzusprechen. Auch eine ausserordentliche Rente 

könne im Ausland nicht zugesprochen werden (IV-act. 45). 

Am 09. Januar 2014 erliess die Vorinstanz nach Konsultation des RAD ei-

nen Vorbescheid, aufgrund der gesundheitlichen Situation der Versicherten 

keine beruflichen Massnahmen zuzusprechen (IV-act. 49, 48). 

C-1452/2014 

Seite 3 

B.c Die Mutter der Versicherten nahm am 16. Januar 2014 (Eingang 

27. Januar 2014) in dem Sinne Stellung, dass sich Diagnose und Medika-

tion seit 2010 geändert hätten; der Eintritt des Versicherungsfalls sei des-

halb zu früh angesetzt worden. Erst im Oktober 2011 sei eine erneute Krise 

aufgetreten und die neue Diagnose, schizo-affektive Störung, gefallen (IV-

act. 52). 

Der im Jahr 2010 behandelnde Dr. S._______ reichte am 20. Januar 2014 

(Eingang unbest.) einen Bericht zuhanden der Vorinstanz ein (IV-act. 50). 

Demnach habe er die Versicherte nach ihrem Spitalaufenthalt vom 07. De-

zember 2009 bis 22. Oktober 2010 aufgrund einer ausgeprägten psychoti-

schen Störung und einer unbestimmten Entwicklungsstörung behandelt. 

Damals habe man von einer sofortigen Anmeldung bei der Invalidenversi-

cherung abgesehen, um die zukünftige Entwicklung zu beobachten. Die 

schlechte Prognose habe sich nun aber leider bestätigt. 

B.d Die Vorinstanz verfügte am 11. Februar 2014 bezüglich der Rente (IV-

act. 53) und am 28. März 2014 bezüglich beruflicher Massnahmen (IV-

act. 58) die Abweisung der Gesuche. Bei Eintritt des Invaliditätsfalles am 

01. Februar 2010 habe die Versicherte nicht während 36 Monaten Beiträge 

an die Versicherung geleistet. 

C.  

C.a Mit Datum vom 19. März 2014 (Eingang 20. März 2014) führte die nun-

mehr vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht gegen die Abweisung der 

Rente, nicht aber bezüglich beruflicher Massnahmen (act. 1). Sie beantragt 

die Aufhebung der Verfügung vom 11. Februar 2014 und die Ausrichtung 

einer ganzen Rente. Eventualiter sei der Zeitpunkt des Eintritts der Be-

schwerdeführerin in die Invalidität gutachterlich bestimmen zu lassen. 

Sie rügt, gemäss dem Bericht des im Jahr 2010 behandelnden Arztes vom 

20. Januar 2014 (IV-act. 50) habe per Februar 2010 eben noch nicht fest-

gestanden, dass sie voraussichtlich bleibend oder längere Zeit erwerbsun-

fähig sei; dies sei erst zum Zeitpunkt der Ausstellung des Arztberichts, also 

per 20. Januar 2014, gegeben. Zu prüfen sei, ob die Beschwerdeführerin 

die Voraussetzungen für eine Rente im Verfügungszeitpunkt, also am 

11. Februar 2014, erfüllt habe. Da sie zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 

die geforderten drei Beitragsjahre geleistet gehabt habe, sei ihr eine or-

dentliche Rente zuzusprechen. 

C-1452/2014 

Seite 4 

C.b Der Kostenvorschuss wurde mit Verfügung vom 21. März 2014 auf 

CHF 400.- festgelegt (act. 2) und am 22. April 2014 einbezahlt (act. 4). 

C.c Die Vorinstanz beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Juni 

2014 (act. 6), die Beschwerde abzuweisen. Sie führt aus, die Erwerbsun-

fähigkeit der Beschwerdeführerin habe bereits lange bestanden. Der Ein-

tritt des Versicherungsfalls sei deshalb gemäss den gesetzlichen Vorschrif-

ten (Art. 29 Abs. 1 IVG) auf den ersten Monat nach Vollendung des 18. Al-

tersjahres, in casu also Februar 2010, festzulegen. 

C.d Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 11. September 2014 

(act. 10) an ihren Anträgen fest. Sie widerspricht der Darstellung der Vo-

rinstanz, dass im Zeitpunkt ihres vollendeten 18. Altersjahres, also am 

21. Januar 2010, bereits Gewissheit über ihre zukünftige Erwerbsunfähig-

keit bestanden habe. Gerade aufgrund dieser Unsicherheit sei sie zu jenem 

Zeitpunkt noch in der École L._______ eingeschrieben gewesen. Der Ver-

sicherungsfall trete aber nicht zum Zeitpunkt der Vollendung des 18. Al-

tersjahres ein, wenn die Versicherte zu diesem Zeitpunkt in Eingliederung 

stehe. Folglich sei der Eintritt des Versicherungsfalls auf das Datum des 

Arztberichts vom 20. Januar 2014 zu terminieren. 

C.e Die Vorinstanz hält in ihrer Duplik vom 01. Oktober 2014 (act. 12) fest, 

es sei zweifelsfrei belegt, dass die schulischen Eingliederungsmassnah-

men materiell im Oktober 2009 beendet worden waren. Sie halte an ihren 

Anträgen fest. 

C.f Der Instruktionsrichter schloss den Schriftenwechsel am 06. Oktober 

2014 (act. 13). 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021, 

C-1452/2014 

Seite 5 

vgl. auch Art. 37 VGG) sowie des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, 

SR 830.1, vgl. auch Art. 3 lit. dbis VwVG). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern – wie 

vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Als Vorinstan-

zen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch 

die IV-Stelle für Versicherte im Ausland, die mit Verfügungen über Leistun-

gen der IV befindet (Art. 33 lit. d VGG, vgl. auch Bundesgesetz vom 

19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20] Art. 69 

Abs. 1 lit. b). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesverwal-

tungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Als Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin durch die angefoch-

tene Verfügung besonders berührt und hat an deren Aufhebung bzw. Än-

derung ein schutzwürdiges Interesse. Sie hat am vorinstanzlichen Verfah-

ren als Partei teilgenommen. Nachdem der Verfahrenskostenvorschuss in-

nert Frist geleistet worden ist (Art. 21 Abs. 3, Art. 63 Abs. 4 VwVG), kann 

auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (52 

Abs. 1 VwVG, Art. 60 ATSG) eingetreten werden. 

1.4 Gemäss Art. 40 Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 17. Januar 1961 über 

die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist bei Versicherten mit aus-

ländischem Wohnsitz die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) für 

die Prüfung von Anmeldungen zuständig. 

Die Beschwerdeführerin hat die Schweiz im Dezember 2010 in Richtung 

Peru verlassen. Die angefochtene Verfügung vom 11. Februar 2014 wurde 

zu Recht von der IVSTA erlassen. 

2.  

2.1 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens können die Verletzung von 

Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung 

C-1452/2014 

Seite 6 

des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sach-

verhalts sowie die Unangemessenheit des Entscheids gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). 

2.2 Das Verfahren ist von der Untersuchungsmaxime beherrscht, weshalb 

das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat. Dieser Grundsatz gilt 

indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungs-

pflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit 

weiteren Hinweisen) und der Rügemaxime, wonach der angefochtene Akt 

nicht auf sämtlich denkbare Mängel hin zu untersuchen ist, sondern das 

Gericht sich nur mit jenen Einwänden auseinandersetzen muss, die in der 

Beschwerde thematisiert wurden (vgl. AUER, in: Auer/Müller/Schindler 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren 

[VwVG], Zürich 2008, Rz. 12 zu Art. 12). 

2.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-

richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 

126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je m.w.H.). 

2.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie einzelne Beweismittel zu wür-

digen sind: für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach hat die Behörde Be-

weise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 

stammen, sind objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die ver-

fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-

anspruches gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a).  

2.5 Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes we-

gen vorzunehmenden Abklärungen bei umfassender, sorgfältiger, objekti-

ver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein be-

stimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 

und es könnten zusätzliche Beweismassnahmen an diesem feststehenden 

Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer 

Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizi-

pierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3, BGE 124 V 90 E. 4b). 

C-1452/2014 

Seite 7 

3.  

3.1 In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene Bestimmungen des IVG, die 

für die Beurteilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in 

Kraft standen. Vorliegend ist strittig, ob der Versicherungsfall am 1. Februar 

2010 oder am 20. Januar 2014 eingetreten ist, weshalb insbesondere das 

IVG in der Fassung vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision; AS 2007 5129) 

sowie vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; AS 

2011 5659) und die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-

versicherung (IVV, SR 831.201; in den entsprechenden Fassungen der 5. 

und 6. IV-Teilrevision) massgebend sind. Ferner sind das ATSG und die 

Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozi-

alversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) anwendbar. 

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali-

dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

3.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, 

die kumulativ: 

– ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 

herstellen, erhalten oder verbessern können; 

– während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und 

– nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) 

sind. 

C-1452/2014 

Seite 8 

Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten 

seit Geltendmachung des Leistungsanspruchs und frühestens im Monat, 

der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). 

3.4 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben zudem nur Versicherte, die 

bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleis-

tet haben (Art. 36 Abs. 1 IVG). Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie 

die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforder-

liche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG), frühestens aber mit 

der Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen (AHI 2001 152). 

Ausserordentliche Renten stehen Schweizern zu, die während der glei-

chen Anzahl an Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang und in der 

Schweiz ihren Wohnsitz aber mangels Beitragszeit keinen Anspruch auf 

eine ordentliche Rente haben (Art. 39 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 42 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 

20. Dezember 1946 [AHVG, SR 831.10]). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin wurde seit 1996 durchgehend und intensiv 

aufgrund schwerwiegender Störungen mithilfe der Invalidenversicherung 

betreut. Neben Sonderschulen (bspw. IV-act. 8, 12) waren in dieser Zeit 

psychotherapeutische Behandlungen mit zwei Stunden pro Woche (bspw. 

IV-act. 4, 10, 18, 26) und gar Hospitalisationen (IV-act. 24) notwendig. Von 

mindestens Oktober 2009 bis 18. August 2010 war jeder Schulbesuch, 

auch in einer Sonderschule, ausgeschlossen (IV-act. 24 p. 2, 50). Dieser 

Zustand hielt gemäss der Mutter der Beschwerdeführerin weiter an und 

war ein Grund für die Verlegung des Wohnsitzes im November 2010 (IV-

act. 41).  

4.2 Auch der RAD sieht in seiner Stellungnahme vom 02. Januar 2014 (IV-

act. 48) betreffend beruflichen Massnahmen einen bis dahin anhaltenden 

Zustand der früheren Prognosen. Unter ziemlich massiver Therapie und 

ständiger Stützung bestehe ein halbwegs stabiler Zustand, der eine beruf-

liche Tätigkeit aber nicht erlaube. Ausbildungen irgendwelcher Art seien in 

keiner Weise sinnvoll (auch IV-act. 50, 51). 

4.3 Entgegen der Ausführungen des Vertreters der Beschwerdeführerin er-

achtete der vom 7. Dezember 2009 bis 22. Oktober 2010 behandelnde 

Dr. S._______ die Prognose zur Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

nicht als unsicher, sondern als schlecht. Auch sagt sein Bericht nicht aus, 

C-1452/2014 

Seite 9 

die Beschwerdeführerin sei (erst) im Januar 2014 vollkommen erwerbsun-

fähig geworden bzw. 2010 noch -fähig gewesen (IV-act. 50). Er hielt die 

Prognose für eine Heilung oder Aufnahme des Unterrichts schon im Jahr 

2009 für düster ("sombre"); die Prognose habe sich bestätigt. 

4.4 Die Akten enthalten keinen Hinweis, dass die Beschwerdeführerin erst 

nach dem 01. Dezember 2013 (dem Begehren der Beschwerdeführerin am 

20. Januar 2014) – und damit nach Erfüllung der Mindestbeitragsdauer von 

drei Jahren (Beginn der freiwilligen Versicherung am 1. Dezember 2010, 

IV-act. 28, 53, 59) – arbeitsunfähig geworden und damit der Versicherungs-

fall eingetreten wäre. 

4.5 Eine umfassende, sorgfältige und objektive Würdigung der Akten (insb. 

IV-act. 4, 8, 10, 12, 18, 24, 26, 41, 50) lässt es als überwiegend wahr-

scheinlich erachten, dass die Beschwerdeführerin bei Vollendung ihres 

18. Altersjahres am 21. Januar 2010 bereits dauernd erwerbsunfähig war. 

Eine weitere gutachterliche Beurteilung, wie sie die Beschwerdeführerin 

beantragt, wird diese Überzeugung nicht umzustossen vermögen, weshalb 

in antizipierter Beweiswürdigung auf eine solche verzichtet wird. 

5.  

5.1 Unbestrittenermassen verfolgte die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt 

der Vollendung ihres 18. Altersjahres, am 21. Januar 2010, keine berufli-

che Eingliederung mehr. Eine Hinderung des Versicherungsfalls lag des-

halb in diesem Zeitpunkt nicht vor (Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG). 

5.2 Die Erwerbsunfähigkeit dauert nach Einschätzung der aktuell behan-

delnden Dr. C._______ (Attest vom 05. Februar 2013, IV-act. 34) und Frau 

V._______ (Attest vom 10. Februar 2013, IV-act. 37) wie auch des in den 

Jahren 2009 und 2010 behandelnden Dr. S._______ (IV-act. 50) lange an. 

5.3 Die gesetzlich vorausgesetzte, einjährige Einschränkung der Arbeitsfä-

higkeit von durchschnittlich 40% vor Eintritt der Rentenberechtigung war 

spätestens ein Jahr nach Hospitalisation im Jahr 2009 (IV-act. 41, 50), also 

im Dezember 2010, erfüllt. Ob sie nicht schon mit der Vollendung des 

18. Altersjahres am 21. Januar 2010 erfüllt gewesen war, kann letztlich of-

fen bleiben. 

5.4 Zum Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität hatte die Beschwerdeführe-

rin, selbst wenn man zu ihren Gunsten das spätestmögliche Datum vom 

Dezember 2010 (E. 5.3) annimmt, noch keine drei Jahre Beiträge geleistet. 

C-1452/2014 

Seite 10 

Sie hatte also die gesetzliche Mindestbeitragszeit für eine ordentliche 

Rente gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG nicht erfüllt. Ihr kann deshalb keine or-

dentliche Invalidenrente zugesprochen werden. 

6.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

ausserordentliche Rente hat (vgl. E. 3.4). Sie wohnt seit dem Dezember 

2010 in Lima (Peru), ist aber auf den 01. Dezember 2010 der freiwilligen 

AHV/IV beigetreten (Sachv. A.b). Solange sie ihren ausländischen Wohn-

sitz oder gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) beibehält, kann ihr nach 

dem klaren Wortlaut des Gesetzes (Art. 39 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 42 Abs. 1 

AHVG) keine ausserordentliche Rente zugesprochen werden. Durch den 

Beitritt zur freiwilligen AHV/IV wahrt sie allerdings zurzeit diesen Anspruch 

für den Fall einer allfälligen Rückkehr in die Schweiz. 

7.  

Der Beschwerdeführerin kann weder eine ordentliche noch eine ausseror-

dentliche Rente zugesprochen werden. Die Beschwerde ist deshalb abzu-

weisen und die angefochtene Verfügung vom 11. Februar 2014 (IV-act. 53) 

zu bestätigen. 

8.  

8.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist 

kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Entsprechend dem Aus-

gang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten zu 

tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf CHF 400.- festzusetzen.  

8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-

hörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Par-

teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist ent-

sprechend dem Verfahrensausgang ebenfalls keine Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

C-1452/2014 

Seite 11 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten werden auf CHF 400.- festgelegt. Sie werden dem 

geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus Metz Hans-Peter Oeri 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

C-1452/2014 

Seite 12 

Versand: