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**Case Identifier:** 7b92fe40-2265-5e16-84d9-48d451cafe96
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-04
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2010
**Docket/Reference:** ST.2012.258
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2012_258_st.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2012.258 

Entscheid 

4. Februar 2014 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A ,    
2.  B ,    

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrenten,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2010 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  der/die  Pflichtige,  zusammen  die  Pflichtigen)  

deklarierten  in  der  Steuererklärung  2010  ein  steuerbares  Gesamteinkommen  von  

Fr. 145'000.-. U.a. machten sie für die früher als Kinderarzthelferin tätige Ehefrau be-

rufliche  Wiedereinstiegskosten  von  Fr.  6'540.-  für  die  Umschulung  zur  musikalischen 

Früherzieherin  geltend.  Mit  Einschätzungsentscheid  vom  8.  Juni 2012  schätzte  das 

kantonale Steueramt die Pflichtigen für die Steuerperiode 2010 mit einem steuerbaren 

Einkommen  von  Fr. 14'500.-  (zum  Satz  von  Fr. 151'500)  und  einem  steuerbaren  Ver-

mögen  von  Fr. 0  ein.  Dabei  würdigte  es  die  geltend  gemachten  Umschulungskosten 

nach  einer  steueramtlichen  Untersuchung  als  Zweitausbildungskosten  und  liess  statt-

dessen nur den Weiterbildungspauschalabzug von Fr. 500.- zum Abzug zu. 

B. Eine dagegen erhobene Einsprache, womit die Pflichtigen den vollumfäng-

lichen Abzug der Umschulungskosten geltend machten, wies das kantonale Steueramt 

am 17. August 2012 ab. 

C.  Mit  Rekurs  vom  30.  August  2012  erneuerten  die  Pflichtigen  ihren  im  Ein-

spracheverfahren  gestellten  Antrag.  Ferner  beanstandeten  sie  den  Einspracheent-

scheid in redaktioneller Hinsicht. Er enthalte lange und komplizierte Satzkonstruktionen 

und sei schwer verständlich. 

Das kantonale Steueramt schloss mit Rekursantwort vom 27. September 2012 

auf kostenfällige Abweisung des Rekurses. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Zur Ermittlung des Reineinkommens werden laut § 25 des Steuergeset-

zes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  von  den  gesamten  steuerbaren  Einkünften  die  zu  ihrer 

Erzielung  notwendigen  Aufwendungen  abgezogen.  Abzugsfähig  im  Bereich  der  un-

selbstständigen  Erwerbstätigkeit  sind  u.a.  die  mit  dem  Beruf  zusammenhängenden 

Kosten  für  Weiterbildung  und  Umschulung  mit  Einschluss  der  Wiedereinstiegskosten 

(§ 26 Abs. 1 lit. d StG). Nicht abzugsfähig sind Ausbildungskosten (§ 33 lit. b StG). 

b) Weiterbildung im Sinn des Gesetzes besteht in denjenigen Bildungsmass-

nahmen, die ein Steuerpflichtiger auf sich nimmt, um in einem Beruf, in dem er tätig ist, 

auf  dem  Laufenden  und  den  steigenden  Anforderungen  seiner  beruflichen  Stellung 

gewachsen zu bleiben (Philip Funk, Der Begriff der Gewinnungskosten nach schweize-

rischem  Einkommenssteuerrecht,  1989,  S. 96  f.;  Felix  Richner,  Bildungskosten, 

ZStP 2002, 189 und 264). Die Ausgaben der Weiterbildung dienen der Erhaltung und 

Verbesserung der für die gegenwärtige Berufsausübung erforderlichen Sachkenntnisse 

oder der Erhaltung/Sicherung der gegenwärtigen Berufsstellung (vgl. Michael Beusch, 

Bildungskosten – Eine  Analyse  der  Abgrenzung  von  Aus-  und  Weiterbildung  anhand 

neuerer  Entwicklungen  in  der  Rechtsprechung,  "zsis",  Zeitschrift  für  Schweizerisches 

und  Internationales  Steuerrecht,  Aufsätze,  www.zsis.ch,  Ziff. 10;  Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  § 26  N 64  und  

71 ff.  StG),  aber  auch  dem  Erwerb  besonderer  Fachkenntnisse  mit  Blick  auf  

eine  Spezialisierung  (RB 2004  Nr. 92).  Abzugsfähige  Weiterbildungskosten  stellen 

auch die sogenannten Berufsaufstiegskosten dar, sofern die getätigten Aufwendungen 

im  Hinblick  auf  den  Aufstieg 

im  angestammten  Beruf  erfolgen 

(Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter,  § 26  N 95 ff.  StG).  Zielen  die  Aufwendungen  aber  auf  einen 

Anstieg in eine von der bisherigen Berufstätigkeit zu unterscheidende höhere Stellung 

oder gar in einen anderen Beruf, so sind die betreffenden Aufwendungen als solche für 

die Ausbildung zu einem neuen Beruf zu würdigen und demzufolge zu den grundsätz-

lich  nicht  abzugsfähigen  privaten  Lebenshaltungskosten  zu  rechnen  (RB 2004  Nr. 92; 

RB 1996  Nr. 34  =  StE 1997  B 27.6  Nr. 12  und  VGr,  23. Februar  2000  =  StE 2000 

B 22.3  Nr. 71  E.  3d;  BGr,  6. Juli  2005  =  StE 2006  B 22.3  Nr. 86  mit  weiteren  Hinwei-

sen; BGE 113 Ib 114 E.3 S. 120 f.). Als Weiterbildungsmassnahmen gelten beispiels-

weise  Sprachkurse,  PC-Kurse,  branchenspezifische  Auffrischungs-  und  Fortbildungs-

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kurse,  Seminare,  Kongresse  etc.,  soweit  ein  Zusammenhang  mit  der  gegenwärtigen 

beruflichen  Tätigkeit  besteht  bzw.  die  Fortbildungsmassnahmen  für  diese  berufliche 

Tätigkeit  nützlich  sind  und  im  Rahmen  des  Üblichen  liegen  (siehe  Beispielkatalog  in 

Ziffer 8 des Merkblattes des kantonalen Steueramts über die Abzugsfähigkeit von Auf-

wendungen  für  Bildungsmassnahmen  vom  11. November  2009,  ZStB  I  Nr. 17/400, 

www.steueramt.zh.ch; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 26 N 74 ff.). 

c)  Unter  nicht  abziehbarer  Ausbildung  im  Sinn  von  § 33  lit. b  StG  sind 

diejenigen  Bildungsvorgänge  zu  verstehen,  die nicht  mit  einer  bereits  ausgeübten  Er-

werbstätigkeit  zusammenhängen,  insbesondere  die  Ausbildung,  die  der  erstmaligen 

Erlangung eines Berufs oder der ersten Erwerbstätigkeit dient (RB 2004 Nr. 92; Funk, 

S. 95; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 26 N 8 StG). Sie bilden mangels eines qualifi-

ziert  engen  und  wesentlichen  Zusammenhangs mit  einer  vorbestehenden,  sogenann-

ten  angestammten  beruflichen  Tätigkeit  keine  Berufskosten  im  Sinn  des  Gesetzes, 

sondern nicht abzugsfähige private Lebenshaltungskosten. Als Kosten der Ausbildung 

gelten aber auch diejenigen einer Zweitausbildung, die im Hinblick auf einen späteren 

Berufswechsel absolviert wird und deren Kosten nur unter bestimmten Voraussetzun-

gen abzugsfähig sind (§ 26 Abs. 1 lit. d StG; Umschulung). Als Ausbildung gelten bei-

spielsweise – unter Vorbehalt des nachfolgenden Absatzes – Lehrgänge zur Erlangung 

der  Matura,  Berufslehren,  mehrjährige  Lehrgänge  an  (Fach)  Hochschulen  etc.  (siehe 

Beispielkatalog  in  Ziffer  8  des  Merkblattes  des  kantonalen  Steueramts  über  die  Ab-

zugsfähigkeit  von  Aufwendungen  für  Bildungsmassnahmen  vom  11.  November  2009, 

ZStB I Nr. 17/400). 

Das Verwaltungsgericht verweist in seiner Rechtsprechung zur Abgrenzung von 

Aus-  und Weiterbildungskosten  auf  Art.  30  lit.  a  und  b  des  Bundesgesetzes  über  die 

Berufsbildung  vom  13.  Dezember  2002  (BBG;  SR  412.10)  und  hält  fest,  die  Bestim-

mung  enthalte  insofern  ein  taugliches  Kriterium  für  den  Weiterbildungsbegriff,  als  die 

berufsorientierte  Weiterbildung  primär  dazu  dient,  "durch  organisiertes  Lernen  beste-

hende  berufliche  Qualitäten  zu  erneuern,  zu  vertiefen  und  zu  erweitern"  (RB  2004  

Nr. 92). Indessen schliesst die in Art. 30 lit. a und b BBG erwähnte Zwecksetzung auch 

Elemente  der  Umschulung  bzw.  Ausbildung  mit  ein  ("neue  berufliche  Qualifikationen" 

bzw.  "berufliche  Flexibilität"),  welche  über  die  steuerlich  abzugsfähige  Weiterbildung 

hinausgehen. Ob die Kosten eines Lehrgangs als abzugsfähige Weiterbildungskosten 

zu  würdigen  sind,  kann  daher  nicht  allgemein  gesagt  werden,  sondern  beurteilt  sich 

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aufgrund der konkreten Umstände, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermit-

telten Stoff einerseits und die berufliche Tätigkeit oder die Grundausbildung des Absol-

venten  andrerseits  ankommt.  Somit  kann  je  nach  beruflicher  Grundausbildung  und 

beruflicher Tätigkeit und der besonderen konkreten Umstände derselbe Bildungsgang 

für einen Steuerpflichtigen Ausbildung und für einen anderen Steuerpflichtigen Weiter-

bildung darstellen. 

d)  Umschulung  ist  –  im  Gegensatz  zur Weiterbildung  –  auf  die  Erlangung  der 

für die Ausübung eines anderen Berufs erforderlichen Kenntnisse gerichtet (Felix Rich-

ner, Bildungskosten [Teil 2], ZStP 2002, 287 f.). Kosten der Umschulung sind demnach 

keine  Gewinnungskosten  im  steuerrechtlichen  Sinn,  sondern  grundsätzlich  nicht  ab-

zugsfähige  Kosten  einer  (Zweit-)  Ausbildung  (vgl.  §  33  Abs.  1  lit.  b  StG).  Aus  Rück-

sichtnahme  auf  Beschäftigungsschwierigkeiten  in  einzelnen  Wirtschaftszweigen  hat  

sie  der  Gesetzgeber  dennoch  für  abzugsfähig  erklärt  (BGr,  12. Februar  2013, 

2C.618/2012,  www.bger.ch).  Die  Abzugsmöglichkeit  besteht  jedoch  nicht  schlechthin, 

sondern nur unter der Voraussetzung, dass der – für alle Berufs- und Bildungskosten 

erforderliche (BGE 113 Ib 114) – Zusammenhang mit einer angestammten Berufstätig-

keit  besteht.  Nach  der  verwaltungsgerichtlichen  Rechtsprechung  (insbesondere  

RB 1996 Nr. 34 = StE 1997 B 27.6 Nr. 12, auch zum Folgenden) ist mit dem "Zusam-

menhang  mit  dem  Beruf"  nicht  ein  fachlicher,  inhaltlicher  gemeint.  Vielmehr  ist  diese 

Rechtsprechung  dahingehend  zusammenzufassen,  dass  der  Grund  für  die  Umschu-

lung  in  der  bisherigen  Tätigkeit  liegen  muss.  Dieser  –  in  der  bisherigen  Tätigkeit  lie-

gende – Grund muss zudem objektiv gewichtig sein, d.h. auch einen Dritten in dersel-

ben  Situation  zu  einer  Umschulung  bewegen.  Der  erforderliche  Zusammenhang  zur 

bisherigen Berufstätigkeit ist danach etwa dann gegeben, wenn dem Steuerpflichtigen 

die körperliche oder geistige Verrichtung der bisherigen Tätigkeit nicht mehr möglich ist 

und  deshalb  ein  Berufswechsel  in  Angriff  genommen  wird.  Dass  eine  eigentliche 

Zwangslage oder äussere Umstände (z.B. Betriebsschliessung) eine Umschulung ver-

anlassen,  ist  indes  nicht  notwendig.  Die  Gründe  müssen  aber  objektiv  erheblich,  d.h. 

auch  für  einen  Dritten  als  sachbezogen  erscheinen.  Liegen  keine  derartigen  Gründe 

vor,  gelten  die  entsprechenden  Kosten  als  solche  der  Lebenshaltung  bzw.  als  nicht 

abzugsfähige Ausbildungskosten, da diesfalls die Umschulung nicht durch den bisheri-

gen Beruf indiziert wird, sondern durch das Bestreben des Steuerpflichtigen, sein wirt-

schaftliches Fortkommen in einem neuen Beruf zu sichern bzw. zu verbessern. Zudem 

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sind nur solche Kosten einer Umschulung abzugsfähig, die im Hinblick auf eine spätere 

hauptberufliche Erwerbstätigkeit aufgewendet werden.  

e)  Zu  den  abzugsfähigen Weiterbildungs-  resp. Umschulungskosten  im  darge-

legten  Sinn  (E.  1b  und  1  d)  gehören  auch  die  Wiedereinstiegskosten.  Darunter  sind 

solche Kosten zu verstehen, die eine steuerpflichtige Person aufwendet, um nach län-

gerer Zeit beruflicher Abstinenz wieder in den angestammten bzw. erlernten Beruf zu-

rückzukehren.  Wiedereinstiegskosten  sind  somit  nicht  schlechthin  abzugsfähig,  

sondern nur dann, wenn der für alle abzugsfähige Weiterbildungs- bzw. Umschulungs-

kosten  erforderliche  Zusammenhang  mit  einer  angestammten  beruflichen  Tätigkeit im 

dargelegten Sinn besteht (vgl. hierzu E. 1b und 1d). Kehrt die steuerpflichtige Person in 

den gleichen Beruf zurück, den sie bereits früher ausgeübt hatte, sind – soweit eigene 

Erwerbseinkünfte in der betreffenden Steuerperiode vorhanden sind –  alle im Rahmen 

des Üblichen liegenden Aufwendungen zur Erneuerung und Erweiterung der für diesen 

Beruf  aktuell  erforderlichen  oder  nützlichen  Kenntnisse  als Wiedereinstiegskosten an-

rechenbar.  Anders  verhält  es  sich,  wenn  die  steuerpflichtige  Person  beim Wiederein-

stieg ins Erwerbsleben einen anderen Beruf auswählt. In diesem Fall sind die zur Aus-

übung  des  neuen  Berufs  ergriffenen  Bildungsmassnahmen  nur  dann  abzugsfähige 

Wiedereinstiegskosten,  wenn  die  besonderen  Voraussetzungen  für  den  Abzug  von 

Umschulungskosten  erfüllt  sind,  d.h.  aufgrund  gewichtiger  objektiver  Umstände  

(Betriebsschliessung,  Aussterben  eines  Berufs,  Krankheit  oder  Unfall)  eine  Rückkehr  

in den früher ausgeübten Beruf unmöglich oder unzumutbar ist (siehe E. 1.d). 

2. a) Die Pflichtige ist ausgebildete Kinderarzthelferin und übte diesen Beruf bis 

in  den  Anfang  der  Kinderphase  (Geburt  des  ersten  Kindes  am  …  …  1996)  aus.  Da-

nach leistete sie hauptsächlich Familienarbeit. Nebenher arbeitete sie in der Arztpraxis 

des Ehemanns mit. Ihre dortige Tätigkeit beschränkte sich allerdings auf Raumpflege, 

Dekoration und organisatorisch-praktische Aufgaben. Im Jahr 2010 begann sie an der 

C in D eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung zur Lehrperson für musikalische 

Früherziehung und Grundschule. Streitig ist im vorliegenden Verfahren ausschliesslich 

die  Abzugsfähigkeit  der  dafür  im  Jahr  2010  aufgewendeten  Ausbildungskosten  von  

Fr.  6'540.-.  Ausserdem  machen  die  Pflichtigen  verfahrensrechtliche  Mängel  geltend, 

weil  der  Einspracheentscheid  aufgrund  langer  und  komplizierter  Satzkonstruktionen 

nur  schwer  verständlich  und  unklar  sei.  Es  fehlten  positive  Beispiele,  aus  denen  er-

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sichtlich  sei,  in  welchen  Fällen  ein  Anspruch  auf  Berücksichtigung  von  Umschulungs-

kosten bestehe. 

b) Was die verfahrensrechtlichen Rügen betrifft, ist anzumerken, dass sich das 

kantonale  Steueramt  bei  der  Redaktion  seines  Einspracheentscheids  weitgehend  an 

die  publizierte  verwaltungsgerichtliche  Rechtsprechung  anlehnte  (RB  1996  Nr.  34  = 

StE 1997 B 27.6 Nr. 12 = ZStP 1996, 208) und dabei die Textblöcke des Verwaltungs-

gerichts  übernahm.  Diese  Form  der  Redaktion  lässt  sich  nicht  beanstanden.  Positive 

oder negative Beispiele, in welchen Fällen abziehbare oder nicht abziehbare Umschu-

lungskosten vorliegen, müssen nicht unbedingt im Entscheid aufgeführt werden. Den-

noch wurden im angefochtenen Entscheid in knapper Form Beispiele erwähnt. So wur-

de  in  E.  2  (Seite  6)  erwähnt,  dass  abzugsfähige  Umschulungskosten  nur  dann 

vorliegen, wenn die steuerpflichtige Person den angestammten Beruf (hier Kinderarzt-

helferin)  aufgrund  objektiv  gewichtiger  Beweggründe  bzw.  aufgrund  eines  äusseren 

Zwangs  (Arbeitslosigkeit,  keine  berufliche  Zukunft  mehr,  Krankheit  oder  Unfall)  nicht 

mehr  ausüben  kann.  Wenn  die  Pflichtigen  dies  nicht  verstehen,  liegt  dies  möglicher-

weise  an  der  Schwerverständlichkeit  der  Materie,  weil  bei  der  Umschulung  stets  eine 

Abgrenzung  zur  nicht  abzugsfähigen  Zweitausbildung  vorzunehmen  ist.  Jedenfalls  ist 

festzuhalten, dass im vorliegenden Fall kein Begründungsmangel besteht.  

c)  Aufgrund  der  Abgrenzungsproblematik  zwischen  abzugsfähigen  Umschu-

lungs-  und  nicht  abzugsfähigen  Zweitausbildungskosten  ist  gemäss  bundesgerichtli-

cher  Rechtsprechung  der  Begriff  der  Umschulung  eng  auszulegen  (BGr.  3.  Novem-

ber 2005,  2A.183/2005,  www.bger.ch).  Die  Auslegung  des  Begriffs  der  Umschulung 

darf  nicht  zu  einer  Umgehung  der  eingeschränkten  Abzugsfähigkeit  der  Ausbildungs-

kosten  führen  (RB  1996  Nr.  34).  Ein  Abzug  von  Bildungskosten  ist  gemäss  der  ver-

ständlicheren bundesgerichtlichen Begriffsbestimmung – auch im Falle von Wiederein-

stiegskosten – nur dann zuzulassen, wenn sich der Steuerpflichtige aufgrund äusserer 

Umstände,  etwa  wegen  einer  Betriebsschliessung,  dem  Aussterben  eines  Berufs, 

Krankheit oder Unfall, umschulen lassen muss. Dabei müssen die Beeinträchtigungen 

infolge Krankheit, Unfall oder aus einem anderen Grund derart sein, dass eine Weiter-

beschäftigung im angestammten Beruf nicht mehr möglich ist. Verlagerungen der per-

sönlichen Fähigkeiten und Interessen, die im Leben einer Person und bei der Berufs-

wahl  ebenfalls  eine  bedeutende  Rolle  spielen,  reichen  allein  nicht  aus,  um  mit  einer 

beruflichen Neuorientierung verbundene Bildungskosten steuerlich in Abzug bringen zu 

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können.  In  diesem  Sinn  anerkannte  das  Bundesgericht  im  Fall  eines  ausgebildeten 

Ökonomen, der bis 2004 als Controller tätig war und danach krank wurde und Renten-

leistungen  bezog,  die  Erkrankung  nicht  als  einen  ausreichenden  Grund  für  eine  Be-

rufsumstellung  zum  Juristen.  Dementsprechend  würdigte  es  das  Rechtsstudium  als 

Zweitausbildung (BGr, 12. Februar 2013, 2C.618/2012, www.bger.ch). In einem weite-

ren Fall  würdigte es eine Betriebsschliessung, aufgrund der ein Bauleiter seine Stelle 

verlor,  nicht  als  einen  genügenden  Grund  für  den  Abzug  der  Kosten  eines  Nachdip-

lomstudiums  zum  Wirtschaftstechniker,  da  der  betreffende  Steuerpflichtige  nach  

10-monatiger Arbeitslosigkeit bereits während des Studiums wieder als Bauleiter arbei-

ten konnte. Schliesslich liess das Bundesgericht im Falle einer ausgebildeten Töpferin, 

die  nach  Abschluss  der Lehre  vier  Jahre  als Töpferin  arbeitete,  und  danach  während 

fünf  Jahre  diverse  Jobs  (Telefonistin,  Aussendienstmitarbeiterin,  Restaurateurin)  aus-

übte,  weitere  12  Jahre  als  Hausfrau  tätig  war,  danach  die  Handelsschule  absolvierte 

und  in  der  Folge  als  Betriebsleiterin  arbeitete  und  zuletzt  mehrere  Kurse  zum  Thema 

psychologische Astrologie und Feng Shui besuchte, die Kosten für die zuletzt besuch-

ten  Kurse  nicht  als  abzugsfähige  Umschulungskosten  zu,  da  die  besonderen  Gründe 

für  die  Berufsumstellung  zur  psychologisch-astronomischen  Beraterin  nicht  gegeben 

waren  (BGr,  8.  August  2002,  2A.130/2002,  www.bger.ch).  Aus  dem  gleichen  Grund 

würdigte das zürcherische Verwaltungsgericht im Falle einer ausgebildeten Laborantin, 

die mehrere Jahre in der Anwaltspraxis ihres Ehemanns und nach der Scheidung zwei 

Jahre am Universitätsspital Zürich arbeitete, einen Lehrgang zur Erlangung der Eidge-

nössischen Maturität, dem später ein Medizinstudium folgte, nicht als steuerlich zu be-

rücksichtigende Umschulung (RB 1996 Nr. 34 = StE 1997 B 27.6 Nr. 12 = ZStP 1996, 

208). Weiter würdigte es Stress und Mobbing am Arbeitsplatz, die einen Bundesbeam-

ten mit  einem  lic.  phil.  1  Titel  (Englisch  und  Französisch)  veranlassten, ein  Psycholo-

giestudium  an  einer  Hochschule  aufzunehmen,  nicht  als  zureichenden  Grund  für  den 

Abzug  der  mit  der  beruflichen  Neuorientierung  zusammenhängenden  Bildungskosten 

(VGr, 28. April 2004, SB.2003.00071).  

Positive Beispiele für abzugsfähige Umschulungskosten sind in der Steuerpra-

xis eher selten anzutreffen, da echte Zwangslagen für eine Berufsumstellung wie etwa 

die  amputierte  Hand  des  Pianisten  kaum  Anlass  zu  Streitfällen  bieten.  Im  Falle  einer 

Wiedereinsteigerin, die vor der 15-jährigen Familienphase als ausgebildete kaufmänni-

sche Angestellte arbeitete, liess das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg mit Ent-

scheid  vom  23.  Juni  2006  (Regeste  publiziert  in  StR  2006,  720)  die  Kosten  der  Um-

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schulung  zur  Ernährungsberaterin  und  Walking-Leiterin  zu,  da  die  Bemühungen,  im 

angestammten  Beruf  wieder  Fuss  zu  fassen,  nachgewiesenermassen  scheiterten 

(23. Juni 2006). Ferner würdigte das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Ent-

scheid vom 24. August 2004 (www.gerichte.lu.ch = LGVE 2004 II Nr. 21) die Aufwen-

dungen einer Handarbeitslehrerin für eine Zusatzausbildung zur Erweiterung der Unter-

richtsbefähigung  als  Primarlehrerin  für  das  3.  und  4.  Schuljahr  als  abzugsfähige 

Umschulungskosten,  da  aufgrund  der  neuen  Lehrer-  und  Lehrerinnenausbildung  der 

Beruf  der  Fachlehrerin  für  Handarbeit  in  Zukunft  in  der  bisherigen  Form  nicht  mehr 

weitergeführt wird. 

d) Die Pflichtige sieht die Notwendigkeit der Umschulung und damit den objektiv 

gewichtigen  Zusammenhang  zwischen  der  Umschulung  und  der  früher  ausgeübten 

Tätigkeit  als  Kinderarzthelferin  (heute  medizinische  Praxisassistentin)  darin,  dass  sie 

aufgrund  der  langen  Familienphase  hinsichtlich  Laborpraktiken,  EDV,  neuer  Abrech-

nungssysteme (Tarmed-Tarif) nicht mehr auf dem Laufenden sei und somit ihren frühe-

ren  Beruf  nicht  mehr  ausüben  könne.  Die  lange  Familienphase  habe  den  Besuch  re-

gelmässiger Weiterbildungsveranstaltungen u.a. aus zeitlichen Gründen verunmöglicht. 

Dies  habe  schliesslich  zu  einer  unüberwindbaren  Distanz  zum  ursprünglichen  Beruf 

geführt. Der Wissensrückstand könne nicht durch wenige Kurse aufgeholt werden. Die 

Entscheidung  zum  Erlernen  eines  neuen  Berufs  sei  aus  dieser  Not getroffen  worden, 

also im engen Bezug zum bisherigen Beruf, und sei deshalb keine "freie" Wahl gewe-

sen. Ob die Distanz zum früheren Beruf durch Unfall, Krankheit oder durch die jahre-

lange  Kinderbetreuung  verursacht  worden  sei,  mache  in  den  Auswirkungen  keinen 

Unterschied.  Entscheidend  sei,  dass  jemand  unverschuldet  in  eine  derartige  Distanz 

geraden sei, die eine Rückkehr in denselben lebenspraktisch nicht mehr zulasse. 

e) Die Distanz zum früher ausgeübten Beruf aufgrund der langen Familienpha-

se stellt allein noch keinen objektiv gewichtigen Grund für eine Berufsumstellung dar, 

da der Beruf als Arzthelferin unter neuer Bezeichnung nach wie vor besteht und sich in 

den letzten 15 Jahren nicht grundlegend verändert hat. Der früher erlangte Fähigkeits-

ausweis  zur  Berufsausübung  ist  immer  noch  gültig.  Ferner  besteht  nach  wie  vor  ein 

Betätigungsfeld, um den erlernten Beruf ausüben zu können. Der Wandel des Arzthel-

ferberufs  und  der  beruflichen  Anforderungen  wie  auch  Wissenslücken  im  medizini-

schen und administrativen Bereich gebieten nicht zwingend eine Umschulung, da eine 

bedürfnisorientierte  Grundausbildung  von  diversen  Lehrinstituten  angeboten  wird  und 

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nicht länger als die Ausbildung zur musikalischen Früherzieherin dauert. Die Pflichtige 

hat nicht dargelegt, dass solche Lehrgänge heute nicht mehr angeboten werden. Kon-

krete  Bemühungen,  um  im  bisherigen  Betätigungsfeld  wieder  eine  Anstellung  zu  fin-

den,  wären  nützlich  gewesen,  um  den  Nachweis  erbringen  zu  können,  dass  eine 

Rückkehr  in  den  früheren  Beruf  unmöglich  war.  Derartige  Bemühungen  wurden  aber 

nicht erwähnt und fanden offenbar auch nicht statt. Damit ist nicht nachvollziehbar dar-

getan und bewiesen, dass die berufliche Neuorientierung aus einem äusseren Anlass 

im  dargelegten  Sinn  erfolgte,  der  auch  eine  Drittperson  in  der  gleichen  Situation  zu 

einer Umschulung veranlasst hätte. Das Fehlen konkreter Bemühungen für eine Rück-

kehr  in  den  angestammten  Beruf  ist  zudem  als  Indiz  zu  werten,  dass  bei  der  berufli-

chen Neuorientierung nicht äussere Umstände, sondern in erster Linie veränderte per-

sönliche  Gründe  den  Ausschlag gaben.  Ein  Abzug  der geltend gemachten  Kosten  ist 

bei dieser Sachlage nicht möglich.  

Somit ist der Rekurs abzuweisen. 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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