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**Case Identifier:** 74ffe0cb-b97a-50e5-bfc0-2d194bd04593
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.02.2021 720 20 310/30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-310-30_2021-02-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 4. Februar 2021 (720 20 310 / 30) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat, 
Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1964 geborene, zuletzt als Betriebsangestellter bei der B.____ AG tätig gewesene 
A._____ hatte sich am 4. November 2015 (Eingang) unter Hinweis auf eine psychische Erkran-
kung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemel-
det. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-
Stelle Basel-Landschaft mit Verfügung vom 24. März 2017 einen Anspruch des Versicherten 
auf eine IV-Rente ab (Invaliditätsgrad: 0 %).  
 

 

 
 
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Am 21. September 2018 (Eingang) meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine Verschlechte-
rung seines Gesundheitszustands erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an, worauf die-
se weitere Abklärungen - insbesondere zur aktuellen gesundheitlichen Situation des Versicher-
ten - vornahm. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärungen ermittelte die IV-Stelle wiede-
rum einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 0 %. Sie lehnte deshalb - nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 22. Juni 2020 einen Anspruch von A.____ auf eine 
IV-Rente erneut ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Erik Wassmer und 
substitutionsweise vertreten durch MLaw Christian Furler, am 27. August 2020 Beschwerde 
beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, 
es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 29. Mai 2016 
eine unbefristete ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter o/e- Kostenfolge, wobei ihm die 
unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung für das Beschwerdever-
fahren vor dem Kantonsgericht zu gewähren seien.  
 
C. Mit Verfügung vom 7. September 2020 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwer-
deführer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Erik 
Wassmer als Rechtsvertreter.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Oktober 2020 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde des Versicherten vom 
27. August 2020 ist demnach einzutreten.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 

 

 
 
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2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

 

 
 
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invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4. Der Versicherte beantragt in der vorliegenden Beschwerde, es sei ihm mit Wirkung ab 
29. Mai 2016 eine unbefristete ganze IV-Rente zuzusprechen. In diesem Zusammenhang ist er 
jedoch auf die Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 IVG hinzuweisen, wonach der Rentenanspruch 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
entstehen kann. Wie dem Sachverhalt zu entnehmen ist, hatte sich der Versicherte zwar bereits 
am 4. November 2015 (Eingang) bei der IV-Stelle zum Bezug einer Rente angemeldet. Dieses 
Verfahren fand allerdings mit dem Erlass der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Ver-
fügung vom 24. März 2017, mit der die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten ab-
lehnte, seinen Abschluss. Am 21. September 2018 (Eingang) meldete sich der Versicherte 
dann unter Hinweis auf eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands wiederum bei der 
IV-Stelle zum Rentenbezug an. Dieses neue Leistungsbegehren bildet den Ausgangspunkt des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Auch wenn die Neuanmeldung bereits knapp 1 ½ Jahre 
nach Abschluss des ersten Verfahrens erfolgte, gelangt im Zusammenhang mit der zweiten 
Anmeldung die erwähnte Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 IVG (erneut) zur Anwendung. Da die 
Leistungsanmeldung am 21. September 2018 (Eingang) erfolgte, könnte demnach der Renten-
anspruch des Versicherten frühestens ab 1. März 2019 entstehen. 
 
5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem 
Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsun-
fähig ist. 
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 

 

 
 
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Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 
vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2).  
 
6.1 Vorliegend gab die IV-Stelle im Hinblick auf die Beurteilung des aktuellen Gesund-
heitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten bei der GA eins GmbH ein polydiszipli-
näres Gutachten in Auftrag, das am 12. August 2019 erstattet wurde. Darin erhob das involvier-
te Ärzteteam folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: (1) eine koronare 
2-Gefäss-Erkrankung mit/bei Status nach PTCA/DES D2, RCX prox. und M2 (2016), Status 
nach PTCA/DES RCX dist. (2016), Status nach NSTEMI, PTCA/DES M1 (12/2016), Status 
nach NSTEMI, PTCA/DCB M1 bei Instent-Thrombose (9/2017) und kardiovaskulären Risikofak-
toren (positive Familienanamnese, arterielle Hypertonie, Adipositas, fortgesetzter Nikotinkon-
sum; (2) chronische Schulterbeschwerden der adominanten linken Seite (ICD-10 M79.61/ 
M75.1/M19.01/T92.1) mit/bei aktenanamnestisch Status nach mittels Osteosynthese behandel-
ter lateraler Klavikulafraktur 1997, aktenanamnestisch Status nach Mobilisation in Narkose bei 
Schultersteife 1997, radiologisch Partialläsion der Supraspinatus- und Subskapularissehne und 
hypertropher Arthrose des Akromioklavikulargelenks (MRI 03/16, Röntgen 02/16 und 05/19) 
sowie klinisch erschwerter Untersuchbarkeit; (3) eine Coxarthrose rechts (ICD-10 M16.1) mit/bei 
klinisch klaren Zeichen der Coxarthrose und radiologisch klaren Zeichen der Coxarthrose 
(Röntgen 05/19). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine Störung 
durch Alkohol, ständiger Gebrauch (ICD-10 F10.25), chronische Beschwerden am adominanten 
linken Handgelenk (ICD-10 T92.2/Z98.8) und eine leichte Mitralinsuffizienz erhoben. Zur Frage 
der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, dem Versicherten könne in körperlich leichten, 
wechselbelastenden Tätigkeiten ohne wiederholte Belastung der linken oberen Extremität und 
unter Vermeidung von längerem Gehen und Stehen eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert 
werden. Einzig nach der am 4. Mai 2017 erlittenen Radiusfraktur und den am 25. Mai 2018 und 
18. Januar 2019 erfolgten Eingriffen sowie während der Behandlung der koronaren Herzkrank-

 

 
 
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heit und der damit verbundenen stationären Aufenthalte im September und Oktober 2017 habe 
jeweils eine vorübergehende volle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen.  
 
6.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2020 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die Ergeb-
nisse, zu denen die Gutachter der GA eins GmbH in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 
12. August 2019 gelangten. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten lediglich 
nach der am 4. Mai 2017 erlittenen Radiusfraktur und den am 25. Mai 2018 und 18. Januar 
2019 erfolgten Eingriffen sowie während der Behandlung der koronaren Herzkrankheit und der 
damit verbundenen stationären Aufenthalte im September und Oktober 2017 vorübergehend 
eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne. Ansonsten seien ihm jedoch gemäss den 
gutachterlichen Feststellungen körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne wieder-
holte Belastung der linken oberen Extremität und unter Vermeidung von längerem Gehen und 
Stehen ohne Einschränkungen ganztags zumutbar. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist 
nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwal-
tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund ein-
gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat-
ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis-
würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-
lässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das polydisziplinäre 
Gutachten der GA eins GmbH vom 12. August 2019 weist weder formale noch inhaltliche Män-
gel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) - für die streitigen 
Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten 
Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation 
ein, es setzt sich ausreichend mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen 
auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend.  
 

7. Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Be-
weiskraft des Gutachtens der GA eins GmbH vom 12. August 2019 in Frage zu stellen.  
 
7.1 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass er aufgrund seiner zahlreichen ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen lediglich noch zu 30 % arbeitsfähig sei. Verschiedene dieser 
Leiden würden seine Leistungsfähigkeit deutlich stärker einschränken, als die Gutachter an-
nehmen würden. Andere Diagnosen wiederum hätten die Gutachter bei der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit ganz ausser Acht gelassen. Zudem hätten sie auch einzelne Leiden - wie etwa 
das von den behandelnden Ärzten diagnostizierte lumbospondylogene Syndrom - gar nicht er-
hoben. Sodann habe sich der psychiatrische Gutachter nicht mit den Berichten aus den Jahren 
2015 und 2016 auseinandergesetzt, weshalb seine Beurteilung weder schlüssig noch vollstän-
dig sei. Schliesslich bleibe aufgrund seiner zahlreichen Einschränkungen offen, welche konkre-
te Verweistätigkeit ihm noch zugemutet werden könne. Auf diese Einwände des Beschwerde-
führers ist im Folgenden näher einzugehen. 
 

 

 
 
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7.2.1 Der Versicherte macht unter Hinweis auf Berichte seines Hausarztes Dr. med. C.____, 
Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 29. November 2018 und des Radiologen Dr. med. 
D.____ vom 17. Juli 2018 geltend, dass er an einem lumbospondylogenen Syndrom leide. Die-
ses verursache starke Schmerzen im Kreuzbereich, die ihn in seiner Arbeitsfähigkeit einschrän-
ken würden. Im Zusammenhang mit diesem Einwand ist vorab festzuhalten, dass es sich beim 
Hausarzt Dr. C.____ - im Gegensatz zum orthopädischen Gutachter der GA eins GmbH - nicht 
um einen Facharzt für Orthopädie handelt, was es im Rahmen der Beweiswürdigung entspre-
chend zu berücksichtigen gilt. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass im erwähnten Bericht des 
Radiologen Dr. D.____ lediglich diskrete Diskopathien in den Segmenten L3/4, L4/5 und L5/S1, 
eine mögliche Irritation der Nervenwurzeln L4 und L5 sowie eine leichte Facettengelenksarthro-
se und eine leichte Höhenminderung des Wirbelkörpers L5 beschrieben werden. Der orthopädi-
sche Gutachter der GA eins GmbH listete diesen Bericht von Dr. D.____ vom 17. Juli 2018 in 
den zu berücksichtigenden bildgebenden Berichten auf und er bezog ihn in seine Beurteilung 
mit ein. Er wies diesbezüglich darauf hin, dass nur leichtgradige degenerative Veränderungen 
ohne klare Hinweise für eine Neurokompression bestehen würden. Somit ist aber nicht an sei-
ner Beurteilung zu zweifeln, wonach lediglich mässiggradige degenerative Veränderungen vor-
liegen würden, die keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. 
 
7.2.2 Der Versicherte führt im Weiteren aus, er leide seit der 2017 erlittenen Radiusfraktur 
und den nachfolgenden operativen Eingriffen unter starken Handgelenksschmerzen, die den 
Gebrauch der linken Hand erheblich beeinträchtigen würden. Dies würden die beiden von 
Dr. med. E.____ bzw. von Dr. med. F.____ verfassten Berichte des Spitals G.____ vom 
14. November 2018 und 6. Dezember 2018 bestätigen. Diese beiden Berichte sind jedoch ent-
gegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht geeignet, die Schlüssigkeit des Gutachtens 
der GA eins GmbH in Frage zu stellen. Dr. E.____ hielt lediglich fest, was der Versicherte ihr 
berichtete, und sie stellte - abgesehen von den geklagten Schmerzen und einer Druckdolenz - 
keine objektiven Befunde hierfür fest. Dr. F.____ wiederum erachtete ein lmpingement für mög-
lich, ebenso eine radioskaphoidale Arthrose mit Sklerosierung im Bereich des distalen Radius. 
Er empfahl deshalb eine CT-Bildgebung, die denn auch am 10. Januar 2019 vorgenommen 
wurde, und nach deren Vorliegen eine Handgelenksarthroskopie. Im vorliegenden Zusammen-
hang ist von Bedeutung, dass der orthopädische Gutachter der GA eins GmbH die betreffenden 
Bilder und den Bericht über die am 18. Januar 2019 erfolgte Handgelenksarthroskopie in seine 
Beurteilung miteinbeziehen konnte. Diese Unterlagen würden, so der Experte, nur eine leicht-
gradige Chondropathie radioskaphoidal sowie am Capitatumpol zeigen. Bildgebend und klinisch 
würden höhergradige Veränderungen fehlen. 
 
7.2.3 Der Beschwerdeführer weist sodann darauf hin, dass auch die Gutachter zahlreiche 
gesundheitliche Beeinträchtigungen im Schulterbereich bestätigt hätten. Die daraus resultieren-
den chronischen Schulterbeschwerden würden ihn jedoch deutlich stärker in der Arbeitsfähig-
keit beeinträchtigen, als die Gutachter annehmen würden. Dieser Einschätzung des Versicher-
ten kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Der orthopädische Facharzt der GA eins GmbH setzte 
sich im Gutachten mit den einzelnen Befunden auseinander und anerkannte, dass der Zustand 
nach Klavikulafraktur und möglicher beginnender Omarthrose die Belastbarkeit der Schulter 
vermindern würden. Dem Versicherten sei deshalb die Verrichtung von körperlich schweren 

 

 
 
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Arbeiten oder von Tätigkeiten mit wiederholter Belastung der linken oberen Extremität nicht 
mehr zumutbar. Die im Schulterbereich vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
wurden somit bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durchaus und in nicht zu beanstandender 
Weise berücksichtigt. 
 
7.2.4 Ebenfalls unbegründet ist der weitere Einwand des Beschwerdeführers, bei der Beur-
teilung der Leistungsfähigkeit sei seinem Herzleiden nur unzureichend Rechnung getragen 
worden. Der kardiologische Gutachter der GA eins GmbH zeigte vielmehr schlüssig auf, dass 
dem Versicherten lediglich schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien und dass 
aus kardiologischer Sicht keine Einschränkungen für eine körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeit bestünden. Es liegen denn auch keine abweichenden fachärztlichen Stellungnahmen 
vor, die geeignet wären, diese gutachterliche Einschätzung in Zweifel zu ziehen.  
 
7.2.5 Der Beschwerdeführer kritisiert auch die psychiatrische Beurteilung im Gutachten der 
GA eins GmbH. Auch wenn dieser Fachteil der Expertise eher kurz und oberflächlich ausgefal-
len ist, kann letztlich darauf abgestellt werden. Insbesondere kann den Einwänden, die der Be-
schwerdeführer hiergegen erhebt, nicht gefolgt werden. So macht er unter Hinweis auf den Be-
richt der Klinik H.____ vom 7. Juni 2017 geltend, dass er durch seine psychischen Gesund-
heitsbeeinträchtigungen (Depression mit Alkoholabhängigkeit, Schlafstörungen, Ängste) signifi-
kant in seinem Alltag eingeschränkt sei. Zudem habe sich der psychiatrische Gutachter der GA 
eins GmbH nicht mit den fachärztlichen Berichten von Dr. med. I.____, Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, vom 3. Dezember 2015 und der Klinik H.____ vom 7. März 2016 auseinander-
gesetzt, in denen ihm eine vollständige bzw. eine rund 70 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
worden sei. Die psychiatrische Beurteilung der GA eins GmbH sei deshalb weder schlüssig 
noch vollständig. Diesen Argumenten des Beschwerdeführers ist entgegenzuhalten, dass die 
behandelnden Ärzte der Klinik H.____ selber im Bericht vom 7. Juni 2017 die depressive Stö-
rung als gegenwärtig remittiert bezeichnet hatten. Zudem hielten sie fest, dass es dem Versi-
cherten grundsätzlich möglich sei, einer niederschwelligen - den körperlichen Einschränkungen 
angepassten - Arbeit nachzugehen. Der Versicherte wurde damals denn auch in verbessertem 
Zustand aus der Klinik entlassen. Was die früheren Berichte von Dr. I.____und der Klinik 
H.____ aus den Jahren 2015 und 2016 betrifft, übersieht der Beschwerdeführer, dass diese 
Schreiben bereits im vorausgegangenen, mit der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen, 
rentenablehnenden Verfügung vom 24. März 2017 erledigten Verfahren berücksichtigt und ge-
würdigt worden waren. Sie stellten nach unbestritten gebliebener Auffassung der IV-Stelle be-
reits damals keine verwertbaren Entscheidgrundlagen dar, was heute - mehr als 4 ½ Jahre spä-
ter - umso mehr gelten muss.  
 
7.2.6 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, es bleibe in Anbetracht seiner zahlreichen 
gesundheitlich bedingten Einschränkungen offen, welche konkrete Verweistätigkeit ihm noch 
zugemutet werden könne. Seines Erachtens komme eine Bedien- oder Sortierarbeit, bei der er 
über längere Zeit sitzen oder stehen müsse, aufgrund der Hüftarthrose und der Rückenbe-
schwerden nicht in Frage. Komplexe Sortierarbeiten mit beiden Händen bzw. Armen könne er 
aufgrund der Mobilitätseinschränkungen des linken Arms und des linken Handgelenks nicht 
ausführen. Monotone Arbeiten seien ihm unzumutbar, da seine Konzentrationsfähigkeit stark 

 

 
 
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eingeschränkt sei. Eine Tätigkeit als Putzkraft sei aufgrund der starken Einschränkung der lin-
ken oberen Extremität und der Rückenbeschwerden undenkbar. Eine Arbeit am Computer 
schliesslich scheitere an seinen mangelhaften Deutsch- und den fehelenden Computerkennt-
nissen. Dieser Betrachtungsweise des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden. Es ist ihm 
entgegenzuhalten, dass er in seiner Auflistung der zahlreichen Tätigkeiten, die ihm nicht mehr 
möglich sein sollen, von deutlich erheblicheren gesundheitlichen Einschränkungen ausgeht, als 
sie effektiv vorliegen. Zudem lässt er auch invaliditätsfremde Aspekte wie mangelhafte Deutsch- 
oder fehlenden Computerkenntnisse in seine Einschätzung miteinfliessen. Entgegen der Dar-
stellung des Beschwerdeführers sind ihm laut den schlüssigen gutachterlichen Ausführungen, 
auf die abgestellt werden kann (vgl. E. 6.2 hiervor), sämtliche körperlich leichten, wechselbelas-
tenden Tätigkeiten ohne wiederholte Belastung der linken oberen Extremität und unter Vermei-
dung von längerem Gehen und Stehen ohne Einschränkungen ganztags zumutbar. Bei der 
Frage, welche Tätigkeiten der Versicherte noch verrichten kann, ist ausschliesslich von dieser 
gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung und nicht von seiner "Selbsteinschätzung" auszuge-
hen. Vor diesem Hintergrund kann ohne Weiteres festgehalten werden, dass die von den Gut-
achtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 100 % zu hoch und das von ihnen formulierte Anforde-
rungsprofil zu wenig eingeschränkt ist, als dass von einer praktischen Unverwertbarkeit der 
(Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgegangen werden müsste.  
 
8.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der 
Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be-
stimmen. Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2020 den erforderli-
chen Einkommensvergleich vor. Da der Versicherte bereits im Zeitpunkt der (Neu-) Anmeldung 
zum Leistungsbezug keiner Erwerbstätigkeit nachging und er auch aktuell keine solche ausübt, 
ermittelte die IV-Stelle sowohl das Validen- als auch Invalideneinkommen zu Recht unter Bei-
zug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 
Statistik (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Dabei er-
rechnete sie anhand der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 67'071.-- und des 
zumutbaren Invalideneinkommens in gleicher Höhe einen Invaliditätsgrad von 0 %.  
 
8.2 Der vorinstanzliche Einkommensvergleich als solcher wird vom Versicherten lediglich 
in einem Punkt beanstandet. Er macht geltend, dass ihm bei der Bemessung des zumutbaren 
Invalideneinkommens ein Abzug von 25 % vom Tabellenlohn zu gewähren sei. 
 
8.3.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti-
schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Per-
sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt 
des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch beschränkt einsatzfähig sind, in 
der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei-
chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Fol-
ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Um-
stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten 
Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

 

 
 
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Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll 
aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be-
stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund-
heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch-
schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der 
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der 
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabel-
lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 80 
E. 5b/bb und cc).  
 
8.3.2 Vorliegend nahm die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung keinen Abzug vom Ta-
bellenlohn vor. Demgegenüber erachtet der Beschwerdeführer die Gewährung eines 25 %-igen 
Abzugs als angezeigt. Entgegen der Auffassung des Versicherten lässt sich in seinem Fall ein 
Abzug im geforderten Umfang klarerweise nicht rechtfertigen. Nach dem oben Gesagten kann 
der Versicherte verschiedenste leidensadaptierte Verweistätigkeiten ohne Einschränkungen 
ganztags ausüben. Sodann nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejenige der 
Dienstjahre der Versicherten ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb diese Faktoren 
bei Tätigkeiten, die dem Kompetenzniveau 1 der Tätigkeit gemäss LSE 2016 (“einfache Tätig-
keiten körperlicher oder handwerklicher Art“) entsprechen, in der Regel keinen Anlass zu einem 
(weiteren) Abzug vom Tabellenlohn geben (vgl. BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Dasselbe gilt im ge-
nannten Kompetenzniveau 1 für die Faktoren der fehlenden Ausbildung und der mangelhaften 
Deutschkenntnisse. Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber offen bleiben, denn vorliegend 
würde selbst bei Vornahme des geltend gemachten Maximalabzugs vom Tabellenlohn kein ren-
tenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.  
 
9. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die IV-Stelle in der angefochtenen 
Verfügung vom 22. Juni 2020 einen Rentenanspruch des Versicherten zu Recht abgelehnt hat. 
Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen 
werden muss. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun 
allerdings mit Verfügung vom 7. September 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt 
worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse ge-
nommen.  
 

 

 
 
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10.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-
gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. In der Verfügung vom 7. September 2020 ist ihm 
jedoch die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden, weshalb 
dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Gemäss § 3 Abs. 2 
der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das 
Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Für die Bemühungen von 
Substitutinnen oder Substituten gemäss § 6 des Anwaltsgesetzes Basel-Landschaft (AnwG) 
vom 25. Oktober 2001 sind 1/3 bis 2/3 des für den konkreten Fall massgebenden Stundenan-
satzes einer Anwältin oder eines Anwaltes zu berechnen (§ 3 Abs. 3 TO). Gestützt auf diese 
Bestimmung entschädigt das Kantonsgericht die von Substitutinnen oder Substituten erbrach-
ten Bemühungen bei unentgeltlicher Verbeiständung praxisgemäss zu einem Stundenansatz 
von Fr. 120.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 
27. August 2020 einen Zeitaufwand von 34 Stunden und 50 Minuten geltend gemacht, die sein 
Substitut erbracht hat. Wie der detaillierten Abrechnung zu entnehmen ist, beinhaltet dieser 
Gesamtaufwand nun allerdings auch Bemühungen von 24 Stunden, die im Rahmen des Ver-
waltungsverfahrens bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung erbracht wurden. Bei der 
Bemessung des Honorars des Rechtsbeistands für das versicherungsgerichtliche Verfahren 
kann aber nur der im Rahmen des eigentlichen Beschwerdeverfahrens, d.h. der nach der Zu-
stellung der Verfügung entstandene Aufwand berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass vor-
liegend aus der Honorarnote vom 27. August 2020 lediglich der für den Zeitraum ab 8. Juli 2020 
("Sichtung der Verfügung") ausgewiesene Aufwand von 10 Stunden und 50 Minuten, der sich 
umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemes-
sen erweist, und die ab diesem Zeitpunkt entstandenen Auslagen von Fr. 140.30 entschädigt 
werden können. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘551.20 
(10 Stunden und 50 Minuten à Fr. 120.-- + Auslagen von Fr. 140.30 zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 1‘551.20 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet. 

 

 

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