# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79857bca-2dd4-520c-9732-00bd22b0c83f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-03-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 10.03.2006 R 2005 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2005-109_2006-03-10.pdf

## Full Text

R 05 109/111
4. Kammer 

URTEIL
vom 10. März 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Quartierplan (Einleitung)

1. Am 6. Oktober 2003 reichten die Eigentümer der Bauparzelle Nr. 2628, … und 

…, ein Gesuch um Einleitung eines öffentlichen Quartierplanverfahrens 

zwecks Erschliessung ihres Grundstücks im Gebiet „…“ in … auf der … 

(Gemeinde …) ein. Das besagte Teilgebiet ist seit zirka 50 Jahren privat 

(mittels Dienstbarkeitsverträgen) erschlossen und verfügt über eine 

Ringstrasse. Ab der Kantonsstrasse im Nordwesten bildet die Strassenparz. 

2605 (Eigentümer …) das Verbindungsstück zur privaten Ringstrasse. Die 

Parz. 2628 mit einer Fläche von 1'181 m2 wurde vor 10 Jahren der Bauzone 

(W2; AZ 0.2) zugewiesen und ist zu 2/3 mit einer Wintersportzone überlagert. 

Eine Überbauung ist damit bloss noch entlang der nordwestlichen 

Grundstücksgrenze (geplant Wohnhaus mit 17.7 m Länge und 10 m Breite; 

verfügbare BGF 200 m2) möglich, wobei heute indes keine direkte Zufahrt 

existiert. Der Anfahrtsweg zur Parz. 2628 gestaltet sich so, dass zunächst das 

Verbindungsstück (Parz. 2605) bis zum nordöstlichen Ende der geteerten 

Ringstrasse befahren werden muss, um danach voraussichtlich via der 

Privatgrundstücke 2888 (StWEG …), 2625 (…) sowie 2863 (…) von Norden 

oder sonst via Parz. 2627 (…) von Westen her auf Parz. 2628 zu gelangen.  

2. Am 28. Juli 2005 beschloss der Gemeindevorstand, ein Quartierplanverfahren 

über das Gebiet „…“ einzuleiten, wobei nachfolgende Parzellen ganz oder 

teilweise davon miterfasst wurden: Strassenparz. 2605 (…), 2606T (StWEG 

…), 2621T1 und T2 (… AG – Verwaltungsratspräsident …), 2625T1 (… AG – 

VR-Präsident …), 2627 (…), 2628 (…), 2863 (…) und 2888 (StWEG …). Der 

Beschluss wurde am 9. September 2005 im Amtsblatt Region Mittelbünden 

(S. 25) öffentlich publiziert, wobei mit jenem Quartierplan insbesondere eine 

sinnvolle Überbauung und Erschliessung der Parz. 2628 bezweckt werden 

sollte. Inhalt des Verfahrens sollten ein Gestaltungs- und Erschliessungsplan, 

ein Plan des Beizugsgebiets im Massstab 1:1000 sowie erforderlichenfalls 

eine Baulandumlegung und eine Nutzungsverlagerung sein. Mit separatem 

Schreiben vom 30. August 2005 hatte die Beschlussbehörde sämtliche 

Eigentümer der an die Ringstrasse angrenzenden Liegenschaften bereits 

vorher darüber in Kenntnis gesetzt. 

3. a) Gegen den Einleitungsbeschluss vom 28.07./09.09.2006 erhoben die 

Eigentümer der Parz. 2605 (…), 2621T1 und T2 (… AG), 2863 (…) und 2888 

(StWEG …) innert Frist gemeinsam Rekurs beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit dem Begehren um kostenfällige Aufhebung des 

missliebigen Beschlusses. Zur Begründung führten sie im Wesentlichen an, 

dass die Erschliessung einer einzelnen Parzelle nicht mit Hilfe des 

öffentlichen Rechts [des Raumplanungsgesetzes des Kantons Graubünden 

(KRG) und des kommunalen Baugesetzes (BG)] erzwungen werden könnte, 

sondern dafür vernünftigerweise nur der private Einkauf in die bestehende 

Ringstrasse sowie die Geltendmachung des privatrechtlichen Notwegrechts 

für die fehlenden 40 Meter ab Ringstrasse bis zur Parz. 2628 in Frage 

kommen könnten. Das öffentliche Recht dürfe nicht für ein klares 

Partikulärinteresse eines einzigen Bauherrn mittels Quartierplanverfahren 

missbraucht werden. Angesichts der Lage und Erschliessungsmöglichkeit 

hätte die Parz. 2628 gar nie als Bauland ausgeschieden werden dürfen. Aus 

demselben Grund sei auch eine Überbauung nach einer Landumlegung 

gestützt auf das öffentliche Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetz 

(WEG; SR 843) nicht denkbar. Falls sich der Bauherr (Parz. 2628) nicht mit 

den Nachbarn über eine Grenzbereinigung oder die Gewährung von Näher- 

und Grenzbaurechten einigen könnte, müsste er sich mit der Situation auf 

seiner Parzelle begnügen und notfalls ein kleineres Wohnhaus bauen. Dies 

gelte umso mehr, als sich heute auf Parz. 2628 der Skischulsammelplatz 

befinde und besagte Parzelle den direkten Zugang zum Skigebiet „…“ 

darstelle. Ferner sei nicht verständlich, weshalb nur jene Grundeigentümer, 

über deren Parzellen die geplante Erschliessung führe (Parz. 2605, 2606T1 

und T2, 2621T1 und T2, 2625T1, 2863 oder sonst allenfalls 2627) vom 

Quartierplanverfahren miterfasst worden seien. Sollten die Eigentümer der 

Parz. 2628 effektiv ein öffentlich-rechtliches Quartierplanverfahren erzwingen 

können, müsste der heute bestehende private Kostenverteilschlüssel für die 

Ringstrasse (inkl. Vorinvestitionen) neu ermittelt bzw. komplett angepasst 

werden, was sodann ebenfalls im Zuge dieses Planverfahrens geschehen 

müsste und wozu alle Anstösser an die Ringstrasse einzubeziehen wären. 

Alle Grundstücke im Gebiet „…“ müssten daher schon ins Einleitungs- und 

Abgrenzungsverfahren (Perimetergebiet) einbezogen und nicht erst in einer 

zweiten Verfahrensstufe (Kostenverteiler) mitberücksichtigt werden.

b) Am 29. Oktober 2005 erhob ausserdem noch die Grundeigentümerin der 

Parz. 2625T1 (… AG) Rekurs beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag auf 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Einleitungsbeschlusses. Ausser 

den Eigentümern der Parz. 2628 habe kein einziger Grundeigentümer und 

Liegenschaftsbesitzer im Gebiet „…“ das Bedürfnis, eine zusätzliche Strasse 

durch das ruhige und besonders im Winter zu Fuss von vielen Skisportlern 

und Feriengästen frequentierte Quartier (markante Zäsur auf Wegstrecke 

zwischen … AG und … AG bzw. Skischulsammelplatz) erstellen zu lassen. 

Ihr sei z.B. untersagt worden, im Bereich der südlichen Wintersportzone ein 

Zelt aufzustellen. Die zu 2/3 in der Wintersportzone liegende Parz. 2628 

könnte darum ebenfalls nicht vernünftig überbaut werden. Es sei auch 

unverhältnismässig, nur wegen eines Kleingrundstücks von 1181 m2 ein 

Quartierplanverfahren durchzuführen. Die für den Wintersport bedeutende 

öffentliche Fusswegerschliessung dulde in jenem Quartier ohnehin keinen 

motorisierten Verkehr. Der Strassenlärm vor der Südfassade ihrer 

Hotelliegenschaft würde die Nachtruhe der Gäste stören. Die … AG habe 

seinerzeit (1972) ihre Liegenschaft darum verkehrsmässig privat und auf 

eigene Kosten von Norden her erschlossen. Eine neue Strassenzufahrt auf 

der Südseite ihres Hotels zwecks Erschliessung der Parz. 2628 inkl. des 

daraus zu erwartenden Mehrverkehrs werde deshalb abgelehnt.

4. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Gemeinde (Rekursgegnerin) dem 

Verwaltungsgericht die kostenfällige Abweisung beider Rekurse. Zur 

Begründung brachte sie zur Hauptsache vor, dass für Baugrundstücke von 

Bundesrechts wegen eine Erschliessungspflicht des Gemeinwesens bestehe 

und daher zu Recht ein öffentliches Quartierplanverfahren zur Regelung und 

Gestaltung der noch unüberbauten, indes stets noch über keine eigene 

Zufahrt verfügenden Parz. 2628, eingeleitet worden sei. Die private 

Ringstrasse verlaufe in unmittelbarer Nähe davon, weshalb eine Anbindung 

daran gesucht und gefunden werden müsste. Damit ein allfälliger Zugang zur 

Parz. 2628 nicht durch andere Bauten versperrt würde, sei mit planerischen 

Mitteln versucht worden, die bestehende „Wegenot“ zu beseitigen und eine 

vernünftige Lösung mittels Baus einer Stichstrasse ab der privaten 

Ringstrasse anzustreben. Die Erschliessung von Bauland sei auch im 

öffentlichen Interesse, da bloss solcher Boden für Wohnzwecke genutzt 

werden dürfe und mit den Baulandreserven haushälterisch umzugehen sei. 

Private Abmachungen, die in zweiter Linie zum Zuge kämen, führten letztlich 

zum selben Ergebnis wie das Quartierplanverfahren. Zudem könne bereits 

heute gesagt werden, dass ein Grossteil der im Gebiet „…“ gelegenen 

Grundstücke gar nicht davon berührt würden; namentlich würde keine neue 

Quartierstrasse erstellt. Anzunehmen sei, dass die bestehende Ringstrasse 

mit einer Wegdienstbarkeit zu Gunsten von Parz. 2628 zusätzlich belastet 

würde, wobei aber nur mit geringem Mehrverkehr zu rechnen wäre. Wo dann 

die kurze Stichstrasse durchführen werde, sei derzeit noch nicht klar und 

müsse auch nicht bereits im hier allein zur Diskussion stehenden 

Einleitungsbeschluss entschieden werden. Zur Nichterfassung der restlichen 

Dienstbarkeitsberechtigten bzw. übrigen Anstösser an die private Ringstrasse 

hielt sie fest, dass dies nicht nötig gewesen sei, da sich für sie überhaupt 

nichts ändern würde. Eine Erweiterung der Dienstbarkeitsberechtigten 

entlaste die Übrigen gar noch finanziell; allein die geringfügige Anpassung des 

privaten Unterhaltskostenverteilers hätte indes nicht ausgereicht, um 

sämtliche Eigentümer bzw. Anstösser entlang der bloss im Norden über eine 

kleine Strecke beanspruchten Ringstrasse ins öffentlich-rechtliche 

Quartierplanverfahren einzubeziehen.

5. Mit Brief vom 9. November 2005 liessen die Eigentümer der Parz. 2628 

mitteilen, dass sie auf eine eigene Stellungnahme – infolge überzeugender 

Begründung der Vorinstanz – verzichteten und die Anordnung eines 

Augenscheins an Ort und Stelle als sinnvoll betrachten würden.   

6. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 11. November 2005 wurden die 

beiden Rekurse (R 05 109 und R 05 111) verfahrensrechtlich vereinigt.

7. In ihren Repliken ergänzten und vertieften beide Rekurrentschaften noch 

einmal ihre früheren Argumente betreffend Aufhebung des 

Einleitungsbeschlusses in Sachen Quartierplanverfahren „…“. 

8. Die Verzichtserklärung auf eine Duplik datiert vom 11. Januar 2006. 

9. Am 10. März 2006 führte die IV. Kammer des Verwaltungsgerichts einen 

Augenschein durch, wobei von Seiten der Rekurrenten (R 05 109) vier 

Grundeigentümer sowie ein StWEG-Verwalter in Begleitung ihres Anwalts 

bzw. seitens der Rekurrentin (R 05 111) der Verwaltungsratspräsident 

zusammen mit ihrem Anwalt anwesend waren. Die Rekursgegnerin war durch 

ihren Baufachchef, ein Vorstandsmitglied und ihren Anwalt vertreten. Für die 

Eigentümer der Parz. 2628 war deren Anwalt präsent. Es wurde dabei zuerst 

im Bereich des Skischulsammelplatzes auf dem nördlichen Teil der Parz. 

2628 und danach noch auf dem öffentlichen Fussgehweg im südlichen Teil 

(nahe der Parz. 1621) allen Beteiligten die Möglichkeiten geboten, sich auch 

noch mündlich zur Sache zu äussern. Im Zuge des Augenscheins wurden 

noch zwei Panoramafotos, ein Brief der Gemeinde an die Rekurrentin vom 

17. März 2003 samt Personaldienstbarkeitsvertrag (Gewährung/Einräumung 

Fusswegrecht) und eine Grundbuchplankopie vom 16. Oktober 2002 

(Planskizze vom geplanten Neubau auf Parz. 2628 mit Gebäudelänge 17.70 

m und Gebäudebreite 10 m) zu den Akten gegeben. Das Gericht erstellte 

zudem selbst vier Fotos, die dem Augenscheinprotokoll beigeheftet wurden.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 19 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) ist 

Land dann erschlossen, wenn namentlich eine für die geplante Nutzung 

hinreichende Zufahrt besteht (Abs. 1). Bauzonen werden durch das 

Gemeinwesen innerhalb der in ihrem Erschliessungsprogramm 

vorgesehenen Frist erschlossen (Abs. 2; in der Regel innert 10-15 Jahren). 

Erschliesst das Gemeinwesen seine Bauzonen nicht fristgerecht, so ist den 

Grundeigentümern zu gestatten, ihr Land nach den vom Gemeinwesen 

genehmigten Plänen selber zu erschliessen oder die Erschliessung durch das 

Gemeinwesen nach den Bestimmungen des kantonalen Rechts zu 

bevorschussen (Abs. 3). Nach gefestigter Rechtsprechung des 

Bundesgerichts gehört zu einer hinreichenden Zufahrt insbesondere auch das 

Verbindungsstück von einer öffentlich bzw. allgemein zugänglichen Strasse 

zum Baugrundstück (BGE 121 I 65 E. 3c S. 69, 116 Ib 159 E. 6b S. 166). Das 

Land für die Erschliessungsanlagen ist indes vorzugsweise mit planerischen 

und baupolizeilichen Mitteln sicherzustellen, womit einer allfälligen Wegenot 

auch in erster Linie mit den aus dem öffentlichen Recht stammenden 

Instrumenten – und nicht etwa mit dem Bundesprivatrecht nach Art. 694 ff. 

ZGB – zu begegnen ist (Pra 84 [1995] Nr. 170 E. 2c S. 543; BGE 120 II 185 

E. 2c S. 187 f., 117 II 35 E. 4b S. 39 f.; und PVG 2002 Nr. 29 E. 3a S. 109). 

Die betreffende Gemeinde war folglich für die Regelung des 

Erschliessungsproblems im Zusammenhang mit der seit 1993 (Einzonung als 

Bauland [W2; AZ 0.2]) unbestritten über keine Zufahrt verfügenden und somit 

gefangenen Bauparz. 2628 im Nordosten der bereits überbauten Parz. 2606T, 

2621T1+T2, 2625T1, 2627, 2863 sowie 2888 sachlich zuständig und sie 

durfte daher auch eine möglichst vernünftige, rasche und einfache 

Konfliktlösung anbieten. Zu prüfen bleibt damit noch, ob die Gemeinde auf 

kommunaler Ebene über ein genügendes Planungsinstrument im Baugesetz 

verfügt, um den angefochtenen Einleitungsbeschluss für das 

Quartierplanverfahren im betroffenen Gebiet auch rechtskonform begründen 

und erlassen zu können. Dies trifft - trotz Fehlens einer Sonderbestimmung 

im Baugesetz (BG) betreffend Möglichkeit der Gewährung eines öffentlichen 

Notwegrechts im Vergleich zum zitierten Fall in PVG 2002 Nr. 29 – gestützt 

auf Art. 82 ff. BG zu. 

b) Nach Art. 82 Abs. 1 BG regelt die Quartierplanung die Gestaltung und 

Erschliessung eines abgegrenzten Baugebietes von mindestens 4'000 m2 in 

allen Bauzonen ausser der Kern-, der Dorf- oder der Dorferweiterungszone, 

womit diese Regelung aktenkundig auch auf die allesamt der W2-4 [AZ 0.2-

0.4] zugewiesenen und korrekt erfassten Grundstücke im 

Einleitungsbeschluss im Halte von unwiderlegt über 4'000 m2 Beizugsfläche 

anwendbar ist. Laut Art. 82 Abs. 2 lit. b beinhaltet und bezweckt der 

Quartierplan (QP) ferner die Regelung und Anordnung der quartiereigenen 

Verkehrs- und Versorgungsanlagen. Im Lichte dieser Vorgaben und 

Ausgangslage war die Gemeinde ohne Zweifel berechtigt, wenn nicht sogar 

laut Art. 19 RPG verpflichtet, innert vernünftiger Frist nun endlich (nach 12 

Jahren) auch für die Erschliessung der als einziges Baugrundstück im 

Plangebiet noch nicht verkehrsmässig erschlossenen Bauparz. 2628 besorgt 

zu sein. Mangels Sondervorschriften war sie somit befugt, selbst durch die 

Einleitung eines QP-Verfahrens (zwecktaugliches/effizientes 

Planungsinstrument auf Stufe Nutzungsplanung) eine allseits praktikable und 

vertretbare Lösung für eine rasche und möglichst unkomplizierte 

Erschliessung auch noch für dieses Grundstück zu finden und auf diese Art 

und Weise zu Gunsten der bauwilligen Eigentümer pragmatisch in die Praxis 

umzusetzen. Aus dem Gesagten erhellt, dass die Vorgehensweise der 

Vorinstanz weder rechtlich noch inhaltlich zu beanstanden ist, da sie über eine 

hinreichende Grundlage im Baugesetz verfügte, um die Erschliessung der 

Parz. 2628 auf dem Weg der Einleitung eines QP-Verfahrens zu schaffen und 

auf Dauer sicherzustellen. 

c) Soweit der Kreis der vom Einleitungsbeschluss miterfassten 

Grundeigentümer (Parz. 2605 [Wegparz.], 2606T, 2621T1+T2, 2625T1, 2627, 

2863, 2888 und eben 2628) als zu klein bzw. aufgrund der privaten 

Ringstrasse als nicht repräsentativ bezeichnet und stattdessen auch noch der 

Beizug sämtlicher Strassenanstösser entlang der schon seit anfangs der 50-

ziger Jahre existierenden Ringstrasse verlangt wurde, kann diesem Einwand 

so nicht gefolgt werden. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Grösse und 

der Notwendigkeit des tatsächlich sinnvoll auszuscheidenden Beizugsgebiets 

muss der Zweck und Inhalt des damit verfolgten Ziels – nämlich eine möglichst 

vernünftige und einfache Erschliessung der Parz. 2628 – sein. Wie aus dem 

bei den Akten liegenden Situationsplan vom 23.10.1993 indes hervorgeht, 

bedarf die Erschliessung der Parz. 2628 aber gerade nur und ausschliesslich 

des Gebrauchs des nördlichsten Streckenabschnitts der privaten Ringstrasse, 

weshalb mangels praktischer Betroffenheit der übrigen Anstösser auch keine 

Ausdehnung auf alle Liegenschaftsbesitzer (im Westen, Süden und Osten) 

entlang der Ringstrasse erfolgen musste. Diese Interpretation des 

Abgrenzungsgebiets deckt sich im Übrigen auch mit den Vorgaben im 

Einleitungsbeschluss laut amtlicher Publikation vom 09.09.2005, worin explizit 

bestimmt wurde, dass damit insbesondere die sinnvolle Überbauung und 

Erschliessung der Parz. 2628 bezweckt werden sollte. Hinzu kommt, dass mit 

Rundschreiben vom 30.08.2005 vorher sogar noch alle Anstösser im Bereich 

der Ringstrasse angeschrieben und über den bevorstehenden 

Einleitungsbeschluss informiert wurden, wobei sich damals niemand der 

übrigen Anstösser zur Wehr setzte, was ebenso darauf schliessen lässt, dass 

sie davon nicht negativ berührt sein würden. 

d) Was die Rechtsnatur der Ringstrasse als private Erschliessung sowie den 

zugehörigen Kostenverteilschlüssel vom 21.05.2001 betrifft, so gilt es 

einzuräumen, dass der Einbezug des Einzelgrundstücks auf Parz. 2628 mit 

einer Grundstücksfläche von 1'181 m2 bzw. einer anrechenbaren 

Bruttogeschossfläche für Wohnzwecke von zirka 200 m2 (BGF) zwar faktisch 

zu einer finanziellen Entlastung für die übrigen Anstösser im Vergleich zu den 

von ihnen bisher bezahlten Strassenbau- und Unterhaltskosten führen dürfte. 

Umgekehrt werden sie lärm- und verkehrsmässig durch die lediglich im 

Norden benötigte Stichstrasse bis zur Parz. 2628 offensichtlich nicht im 

Geringsten berührt oder beschwert. Allein die Tatsache, dass sie auch 

Dienstbarkeitsberechtigte an der privaten Ringstrasse sind, reicht für sich 

betrachtet deshalb auch noch nicht aus, um die Abgrenzung des sachlich 

einwandfrei und vernünftig gezogenen Beizugsgebiets (nur nördlicher 

Strassenabschnitt der Ringstrasse) bloss wegen des bereits existierenden 

Kostenverteilschlüssels als rechtswidrig oder sogar willkürlich einzustufen. 

Vielmehr gilt es zu betonen, dass dieser private Kostenverteiler gar nicht 

Gegenstand des angefochtenen Einleitungsbeschlusses betreffend 

erforderlichen Plangebiets zwecks Erschliessung der Parz. 2628 war und 

folglich allfällige Korrekturen oder Anpassungen des Kostenverteilers zu 

einem späteren Zeitpunkt (nämlich nach der Fertigstellung des Wohnhauses 

auf der Parz. 2628 und dem so tatsächlich verursachten Mehrverkehr auf dem 

Verbindungsstück im Norden) auch nicht in diesem Verfahren bereinigt 

werden müssen. Die neue Kostenregelung kann darum zum vornherein 

keinen Einfluss auf das hier allein interessierende Planverfahren zwecks 

gesetzeskonformer Erschliessung der immerhin seit 1993 ununterbrochen in 

der W2 gelegenen Parz. 2628 haben.

2. a) Der angefochtene Einleitungsbeschluss erweist sich somit gesamthaft – unter 

Berücksichtigung und Abwägung aller Begleitumstände des konkreten 

Einzelfalls – als rechtens und verhältnismässig, was im Ergebnis zur 

Abweisung der beiden Rekurse führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

75 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG, BR 370.100) je zur Hälfte den 

unter sich für ihren Teil solidarisch haftenden Rekurrenten im Verfahren R 05 

109 sowie der Rekurrentin im Verfahren R 05 111 aufzuerlegen. Diese haben 

die obsiegenden, je für sich anwaltlich vertretenen Rekursgegner zudem 

hälftig - die Rekurrenten im Verfahren R 05 109 unter sich für ihren Teil 

solidarisch haftend - aussergerichtlich angemessen zu entschädigen.    

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Rekurse werden abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 247.--

zusammen Fr. 3'247.--

gehen je zur Hälfte zulasten der für ihre Hälfte solidarisch haftenden 

Rekurrenten im Verfahren R 05 109 sowie der Rekurrentin im Verfahren R 05 

111 und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich haben sie – nach dem gleichen Haftungsschlüssel - die 

Rekursgegnerin und die Rekursgegner überdies mit jeweils Fr. 2'000.--, 

zusammen also Fr. 4'000.-- (inkl. MWST), zu entschädigen.