# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e65fc4a5-1274-5374-94ea-594a637533fa
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-12
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 12.09.2023 Z1 2023 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z1-2023-7_2023-09-12.pdf

## Full Text

20230619_134200_ANOM.docx

I. Zivilabteilung Z1 2023 7

Oberrichter A. Staub, Abteilungspräsident i.V.
Oberrichter F. Horber
Oberrichter St. Scherer
Gerichtsschreiberin K. Heidelberger

Urteil vom 12. September 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Klägerin und Berufungsbeklagte,

gegen

C.________,
vertreten durch Rechtsanwältin D.________,
Beklagter und Berufungskläger,

betreffend

Abänderung des Scheidungsurteils
(Berufung gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 10. Januar 2023)

Seite 2/42

Rechtsbegehren

Beklagter und Berufungskläger

1. Es sei der Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 10. Januar 2023 (insb. die 
Ziffern 1.1, 1.2, 2, 3.1, 3.2, 4, 5, 6, 7.1, 7.2 und 7.3 des Dispositivs) vollumfänglich aufzuheben.

2. Es seien die Ziffer 2.4 und Ziffer 3 des Dispositivs des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 
11. September 2020 (A1 2020 20) wie folgt abzuändern:

2.4 Der Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt der Kinder J.________ und K.________ fol-
gende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten 
des Monats:

Ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 31. Oktober 2020:
[…]

Ab 01. November 2020 bis 30. Juni 2022:
• Barunterhalt J.________: CHF 1'300.00 zzgl. Familienzulagen
• Barunterhalt K.________: CHF 870.00 zzgl. Familienzulagen
• Betreuungsunterhalt K.________: CHF 400.00

Ab 01. Juli 2022 bis 31 Juli 2022:
• Barunterhalt J.________: max. CHF 1'490.30 zzgl. Familienzulagen
• Barunterhalt K.________: CHF 1'008.00 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. August 2022 bis 31. Mai 2024:
• Barunterhalt J.________: max. CHF 1'467.30 zzgl. Familienzulagen
• Barunterhalt K.________: CHF 1'008.00 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. Juni 2024 bis 31. Dezember 2025:
• Barunterhalt J.________: max. CHF 595.50 zzgl. Familienzulagen
• Barunterhalt K.________: CHF 1'008.00 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. Januar 2026 bis 31. Dezember 2028 bzw. Abschluss Erstausbildung von 
J.________:
• Barunterhalt J.________: max. CHF 579.60 zzgl. Familienzulagen
• Barunterhalt K.________: CHF 1'008.00 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. Januar 2029 bis Abschluss Erstausbildung (und soweit J.________ sich noch in 
der Erstausbildung befindet):
• Barunterhalt J.________: max. CHF 595.50 zzgl. Familienzulagen
• Barunterhalt K.________: CHF 448.00 zzgl. Familienzulagen

[…]

3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten gestützt auf Art. 125 ZGB folgenden monatli-
chen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats:

Ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis Oktober 2020: CHF 800.00
Ab 01. November 2020 bis 30. Juni 2022: CHF 1'400.00
[aufgehoben]

3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Seite 3/42

4.1 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) inklusive Neuverteilung der Kosten 
des vorinstanzlichen Verfahrens zulasten der Berufungsbeklagten.

4.2 Eventualiter seien sowohl für das erstinstanzliche Verfahren als auch das Berufungsverfahren die Ge-
richtskosten den Parteien je hälftig aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen.

Klägerin und Berufungsbeklagte

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten des Berufungsklägers.

Sachverhalt

1. A.________ (nachfolgend: Klägerin) und C.________ (nachfolgend: Beklagter) heirateten am 
tt.mm.2006 vor dem Zivilstandsamt L.________. Aus ihrer Ehe sind die Kinder J.________, 
geb. tt.mm.2006, und K.________, geb. tt.mm.2010, hervorgegangen. Die Parteien sowie die 
Kinder sind deutsche Staatsangehörige.

2. Mit Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 11. September 2020 wurde eine von den Partei-
en – unter Mitwirkung des Gerichts – geschlossene Vereinbarung genehmigt, die Ehe der 
Parteien geschieden und unter anderem Folgendes geregelt:

" […] 

2.1 Die aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder J.________, geb. tt.mm.2006, und 
K.________, geb. tt.mm.2010, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen.

2.2.1 Die Obhut für das Kind J.________ wird der Mutter zugeteilt.

Auf die ausdrückliche Regelung der Betreuung von J.________ wird – mit Ausnahme der für 
beide Kinder geltenden Feiertagsregelung – mit Rücksicht auf deren Alter verzichtet.

2.2.2 Das Kind K.________ wird unter die alternierende Obhut der Eltern gestellt. Er hat seinen 
Wohnsitz bei der Mutter.

Im Sinne der alternierenden Obhut betreut der Vater K.________ wochenweise während den 
geraden Kalenderwochen von Freitag, 18.00 Uhr, bis Freitag, 18.00 Uhr.

Ausserdem verbringt jeder Elternteil mit K.________ pro Jahr je vier Wochen in den Schulferien, 
alles auf eigene Kosten. […] 

2.3 Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten werden ausschliesslich 
der Mutter angerechnet.

2.4 Der Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt der Kinder J.________ und K.________ folgende 
monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats: 

Ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 31. Oktober 2020:
• Barunterhalt J.________: CHF 1'100.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Barunterhalt K.________: CHF 600.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Betreuungsunterhalt K.________: CHF 2'680.00,

Seite 4/42

Ab 1. November 2020 bis 31. Juli 2022:
• Barunterhalt J.________: CHF 1'300.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Barunterhalt K.________: CHF 870.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Betreuungsunterhalt K.________: CHF 400.00,

Ab 1. August 2022 bis mindestens zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zum ordentli-
chen Abschluss einer angemessenen Ausbildung: 
• Barunterhalt J.________: CHF 1'400.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Barunterhalt K.________: CHF 970.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen.

Die monatlichen Barunterhaltsbeiträge für J.________ reduzieren sich um einen Drittel des Net-
tolehrlings- oder Nettopraktikumslohns (inkl. Anteil 13. Monatslohn) von J.________, die monat-
lichen Barunterhaltsbeiträge für K.________ reduzieren sich um einen Sechstel des Nettolehr-
lings- oder Nettopraktikumslohns (inkl. Anteil 13. Monatslohn) von K.________. Die Parteien 
verpflichten sich, einander allfällige Lehr- oder Praktikumsverträge sowie Lohnausweise unauf-
gefordert in Kopie vorzulegen.

[Indexierung].

2.5 Die Eltern werden verpflichtet, die von ihnen verwalteten Kindsvermögen, namentlich das Wert-
schriftendepot-Nr. xxx (K.________) und das Wertschriftendepot-Nr. xxx (J.________), beide 
bei der E.________ AG (Bank), sorgfältig zu verwalten (Art. 318 ff. ZGB) und dem anderen El-
ternteil unaufgefordert per Ende Januar einen Kontoauszug per Stichtag 31. Dezember des Vor-
jahres über sämtliches Kindsvermögen zuzustellen.

Der Vater wird verpflichtet, zugunsten von K.________ einen Betrag von CHF 15'000.00 zu be-
zahlen, zahlbar in monatlichen Raten à je CHF 500.00 monatlich im Voraus auf den Ersten des 
Monats, die erste Rate zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids.

3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten gestützt auf Art. 125 ZGB folgenden monatlichen Un-
terhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats: 

ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 31. Oktober 2020: CHF 800.00;
ab 1. November 2020 bis 31. Juli 2022: CHF 1'400.00;
ab 1. August 2022 bis 31. Dezember 2025: CHF 900.00.

Dieser Unterhaltsbeitrag ist wie die Kinderunterhaltsbeiträge indexiert (Ziff. 2.4 des Dispositivs).

[…] "

3.1 Am 29. Juli 2021 reichte die Klägerin beim Einzelrichter am Kantonsgericht Zug eine Klage 
ein, mit der im Wesentlichen die Abänderung des Scheidungsentscheids anbegehrt wurde. 
Zu entscheiden war letztlich über folgendes Rechtsbegehren der Klägerin (act. 1 und act. 39a-b; 
Verfahren EO 2021 116):

" 1. In teilweiser Abänderung von Ziff. 2.4 des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 11. Sep-
tember 2020 (A1 2020 20) sei der Beklagte zu verpflichten, an den Unterhalt der Kinder 
J.________ und K.________ folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je 
zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es sich um zukünftige Unterhaltsbeiträge han-
delt:

Ab 1. August 2021 bis 31. Juli 2022:
- Barunterhalt J.________: CHF 1'755.00 zzgl. allfälliger Familienzulagen

Seite 5/42

- Barunterhalt K.________: CHF 830.00 zzgl. allfälliger Familienzulagen
- Betreuungsunterhalt K.________: CHF 400.00

Ab 1. August 2022 bis 31. Dezember 2025:
- Barunterhalt J.________: CHF 1'855.00 zzgl. allfälliger Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 900.00 zzgl. allfälliger Familienzulagen

Ab 1. Januar 2026 bis mindestens zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zum 
ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung:
- Barunterhalt J.________: CHF 2'035.00 zzgl. allfälliger Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 1'010.00 zzgl. allfälliger Familienzulagen

Im Übrigen sei festzustellen, dass die restlichen Bestimmungen von Ziff. 2.4 des Entscheids des 
Kantonsgerichts Zug vom 11. September 2020 (A1 2020 20) unverändert fortgelten.

2. In teilweiser Abänderung von Ziff. 3 des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 11. Septem-
ber 2020 (A1 2020 20) sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin gestützt auf Art. 125 ZGB 
folgende nacheheliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten des 
Monats, soweit es sich um zukünftige Unterhaltsbeiträge handelt:

Ab 1. August 2021 bis 31. Juli 2022: CHF 1'315.00
Ab 1. August 2022 bis 31. Dezember 2025: CHF 900.00

Im Übrigen sei festzustellen, dass die restlichen Bestimmungen von Ziff. 3 des Entscheids des 
Kantonsgerichts Zug vom 11. September 2020 (A1 2020 20) unverändert fortgelten.

3. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ________ des Betreibungsamtes F.________ 
zu beseitigen und der Beklagte zu verpflichten, an die ausserordentlichen Kinderkosten (Zahna-
rztkosten) den Betrag von CHF 1'505.85 zzgl. Zins von 5 % seit dem 4. Juni 2021 zu leisten, 
zahlbar an die Klägerin innert 10 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids in der vorliegenden Sa-
che.

4. Es sei der Beklagte überdies zu verpflichten, an die ausserordentlichen Kinderkosten (Zahnarzt-
kosten sowie Laptop J.________) den Betrag von CHF 2'740.45 zu bezahlen, zahlbar an die 
Klägerin innert 10 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids in der vorliegenden Sache.

5. Sämtliche anderslautenden Anträge des Beklagten seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten 
sei.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zulasten des Beklagten. "

3.2 Der Beklagte stellte im erstinstanzlichen Verfahren seinerseits folgendes Rechtsbegehren 
(act. 34):

" 1. Es seien die Ziff. 2.4 und Ziff. 3 des Dispositivs des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 
11. September 2020 (A1 2020 20) wie folgt abzuändern:

2.4 Der Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt der Kinder J.________ und K.________ fol-
gende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten 
des Monats:

Ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 31. Oktober 2020:
[…]

Ab 01. November 2020 bis 30. Juni 2022:

Seite 6/42

- Barunterhalt J.________: CHF 1'100.00 zzgl. Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 600.00 zzgl. Familienzulagen
- Betreuungsunterhalt K.________: CHF 2'680.00

Ab 01. Juli 2022 bis 31. Juli 2022:
- Barunterhalt J.________: max. CHF 1'490.35 zzgl. Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 729.50 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. August 2022 bis 31. Mai 2024:
- Barunterhalt J.________: max. CHF 1'467.35 zzgl. Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 708.65 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. Juni 2024 bis 31. Dezember 2025:
- Barunterhalt J.________: max. CHF 613.65 zzgl. Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 779.05 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. Januar 2026 bis 31. Dezember 2028 bzw. Abschluss Erstausbildung von 
J.________:

- Barunterhalt J.________: max. CHF 562.85 zzgl. Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 739.75 zzgl. Familienzulagen

Ab 01. Januar 2029 bis Abschluss Erstausbildung (und soweit J.________ sich noch in 
der Erstausbildung befindet):
- Barunterhalt J.________: max. CHF 574.05 zzgl. Familienzulagen
- Barunterhalt K.________: CHF 335.30 zzgl. Familienzulagen
[…]

3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten gestützt auf Art. 125 ZGB folgenden monatli-
chen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats:

ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 31. Oktober 2020: CHF 800.00
ab 01. November 2020 bis 30. Juni 2022: CHF 1'400.00
[aufgehoben]

2. Es seien alle anderen, abweichenden Rechtsbegehren der Klägerin abzuweisen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Klägerin. "

3.3 Das Beweisverfahren umfasste die Befragung der Parteien zur Sache (act. 21) sowie die 
Edition von Urkunden durch die Klägerin (act. 29-30).

3.4 Am 10. Januar 2023 fällte der Einzelrichter am Kantonsgericht Zug folgenden Entscheid 
(act. 42):

" 1.1 Ziffer 2.4 des Dispositivs des Entscheids des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 11. Sep-
tember 2020 (A1 2020 20) wird wie folgt geändert:

'Der Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt der Kinder J.________ und K.________ folgende 
monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, 
soweit es sich um künftige Beiträge handelt: 

Ab 1. August 2021 bis 30. Juni 2022:
• Barunterhalt J.________: CHF 1'860.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Barunterhalt K.________: CHF 900.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;

Seite 7/42

• Betreuungsunterhalt K.________: CHF 400.00.

Ab 1. Juli 2022 bis 31. Juli 2024:
• Barunterhalt J.________: CHF 1'930.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Barunterhalt K.________: CHF 960.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen.

Ab 1. August 2024 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung 
(J.________) bzw. bis mindestens zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zum ordentli-
chen Abschluss einer angemessenen Ausbildung (K.________): 
• Barunterhalt J.________: CHF 1'830.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen;
• Barunterhalt K.________: CHF 960.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen.'

1.2 Im Übrigen gilt Ziffer 2.4 des Dispositivs des Entscheids des Kantonsgerichts des Kantons Zug 
vom 11. September 2020 (A1 2020 20) unverändert weiter.

2. Ziffer 3 des Dispositivs des Entscheids des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 11. Sep-
tember 2020 (A1 2020 20) wird wie folgt geändert:

'Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten gestützt auf Art. 125 ZGB folgenden monatlichen 
Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es 
sich um künftige Beiträge handelt: 

ab 1. August 2021 bis 30. Juni 2022: CHF 1'315.00;
ab 1. Juli 2022 bis 31. Juli 2024: CHF 860.00;
ab 1. August 2024 bis 31. Dezember 2025: CHF 850.00.

Dieser Unterhaltsbeitrag ist wie die Kinderunterhaltsbeiträge indexiert (Ziff. 2.4 des Dispositivs).'

3.1 Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 1'505.84 nebst Zins zu 5 % seit 4. Juni 2021 zu 
bezahlen, zahlbar innert 10 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheids.

3.2 Es wird festgehalten, dass die Klägerin die Betreibung Nr. ________ des Betreibungsamtes 
F.________ im Umfang von CHF 1'505.84 nebst Zins zu 5 % seit 4. Juni 2021 fortsetzen kann.

4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 848.51 zu bezahlen, zahlbar innert 10 Tagen 
nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheids.

5. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen.

6. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt:

CHF 7'500.00Entscheidgebühr

Die Gerichtskosten werden zu einem Fünftel der Klägerin und zu vier Fünftel dem Beklagten 
auferlegt und mit dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 3'000.00 verrech-
net. Der Fehlbetrag von CHF 4'500.00 wird vom Beklagten nachgefordert. Der Beklagte hat der 
Klägerin den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 1'500.00 zu ersetzen.

7.1 Der Beklagte hat RA lic.iur. B.________ eine Parteientschädigung von CHF 10'339.20 (MWST 
inbegriffen) zu bezahlen. 

Für den Fall der Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung wird RA lic.iur. B.________ mit 
CHF 9'378.95 (Honorar CHF 8'210.40 + Auslagen CHF 498.00 + MWST CHF 670.55) aus der 
Gerichtskasse entschädigt. Im Umfang der Zahlung geht die Entschädigungsforderung auf den 
Kanton Zug über. Soweit die Entschädigung aus der Gerichtskasse nicht vom Beklagten erhält-

Seite 8/42

lich gemacht werden kann, ist die Klägerin zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der 
Lage ist.

7.2 Darüber hinaus wird RA lic.iur. B.________ mit CHF 844.75 ([Honorar CHF 2'052.60 + Auslagen 
CHF 124.50 + MWST CHF 167.65] ./. Beteiligung Klägerin CHF 1'500.00) aus der Gerichtskas-
se entschädigt. Die Klägerin ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist.

7.3 Die Klägerin hat dem Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 2'662.35 (MWST inbegrif-
fen) zu bezahlen. 

8. [Rechtsmittelbelehrung]

9. [Mitteilungen] "

4.1 Am 10. Februar 2023 reichte der Beklagte gegen diesen Entscheid Berufung ein (act. 43), 
wobei er mit Eingabe vom 13. Februar 2023 (act. 44) das Rechtsbegehren im eingangs er-
wähnten Sinn korrigierte. In der Berufung machte er zudem geltend, die Oberrichter Huber 
und Staub "sollten / müssen" in den Ausstand treten (act. 43 Rz 13 ff.).

4.2 Mit Präsidialverfügung vom 14. Februar 2023 wurde den Parteien mitgeteilt, dass sich Ober-
richter Huber im Ausstand befindet (act. 45).

4.3 Am 24. Februar 2023 meldete sich Rechtsanwalt G.________ für den Beklagten telefonisch 
beim Obergericht Zug und teilte mit, er habe kein formelles Ausstandsbegehren gegen Ober-
richter Staub stellen wollen. Am 28. März 2023 teilte Rechtsanwalt G.________ telefonisch 
mit, sein Klient habe erklärt, er wolle doch einen Entscheid über das Ausstandsbegehren 
(act. 48 f.).

4.4 Mit Beschluss des Obergerichts vom 12. Mai 2023 wurde das Ausstandsgesuch gegen Ober-
richter Staub abgewiesen (act. 56).

4.5 Am 15. Mai 2023 reichte die Klägerin die Berufungsantwort mit eingangs genanntem Rechts-
begehren ein (act. 57). Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt (act. 58).

4.6 Am 7. Juni 2023 reichte der Beklagte einen Vergleichsvorschlag ein (act. 59), der an die Kläge-
rin weitergeleitet wurde (act. 60) und den diese ablehnte mit der Begründung, der Vorschlag 
erwecke eher den Eindruck eines Versuchs zur Schadensbegrenzung als eines ernstgemein-
ten Friedensangebots (act. 61).

4.7 Eine Berufungsverhandlung wurde nicht durchgeführt.

Erwägungen

1. Die internationale, örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit der angerufenen Gerich-
te ist (unbestrittenermassen) gegeben. In der Sache ist schweizerisches Recht anwendbar. 
Es kann hierzu auf die zutreffenden E. 1 und 2 im angefochtenen Entscheid verwiesen wer-
den (zur Zulässigkeit eines solchen Verweises vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_88/2020 
vom 11. Februar 2021 E. 3.4 m.w.H.).

Seite 9/42

2. Vorab ist in prozessualer Hinsicht sodann Folgendes festzuhalten:

2.1 Neue Vorbringen sind im Berufungsverfahren grundsätzlich nur noch unter den Vorausset-
zungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tatsachen und Beweismittel 
nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht werden 
(Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor-
gebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Art. 296 ZPO statuiert jedoch für Kin-
derbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend mitunter zu beurtei-
len sind – den uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatz und den Offizialgrundsatz, wes-
halb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne 
Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, die der umfassenden Untersu-
chungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsa-
chen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO 
gilt somit nicht für Verfahren, in denen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 
E. 4.2.1).

2.2 Der Untersuchungsgrundsatz entbindet die Parteien indessen nicht davon, durch Hinweise 
zum Sachverhalt oder Bezeichnung von Beweisen am Verfahren mitzuwirken. Sie müssen 
das Gericht über den Sachverhalt orientieren und ihm die verfügbaren Beweismittel nennen 
(Urteile des Bundesgerichts 5A_702/2020 vom 21. Mai 2021 E. 4.4 und 5A_1037/2019 vom 
22. April 2020 E. 2.5, je unter Hinweis auf BGE 128 III 411 E. 3.2.1 und 130 I 180 E. 3.2).

2.3 Ungeachtet der Untersuchungs- und Offizialmaxime ist jedoch zu beachten, dass das Beru-
fungsverfahren als eigenständiges Verfahren ausgestaltet ist. Es dient nicht der Vervollstän-
digung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur des erstin-
stanzlichen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen. Entspre-
chend ist die Berufung nach Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. Dabei muss der 
Berufungskläger aufzeigen, inwiefern und weshalb er den angefochtenen Entscheid in 
tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht als fehlerhaft erachtet bzw. weshalb (zulässige) Noven 
oder neue Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Um diesen Anforderungen nach-
zukommen, genügt es nicht, wenn der Berufungskläger lediglich auf seine Vorbringen vor 
erster Instanz verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedengibt 
oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Vielmehr muss er im Ein-
zelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die er beanstandet, sich mit ihnen ar-
gumentativ auseinandersetzen und die Aktenstücke nennen, auf denen seine Kritik beruht. 
Die Begründung muss hinreichend explizit sein, sodass sie von der Berufungsinstanz einfach 
nachvollzogen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_72/2021 vom 28. September 
2021 E. 7.3.2 m.w.H., insbesondere auf BGE 142 III 413 E. 2.2.2 und 138 III 374 E. 4.3.1).

Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende 
Zulässigkeitsvoraussetzung für die Berufung. Lässt die Berufung insgesamt oder hinsichtlich 
eines bestimmten Streitpunkts eine (hinreichende) Begründung vermissen, so tritt die 
Berufungsinstanz darauf nicht ein. Die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 ZPO entbindet 
nicht von einer gehörigen Begründung der Rechtsmitteleingabe. Ebenso wenig besteht eine 
Pflicht des Berufungsgerichts, die Berufung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei 
handelt es sich nicht um einen verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO 

Seite 10/42

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1 und 
5A_342/2020 vom 4. März 2021 E. 3.3).

3. Zwischen den Parteien ist im Wesentlichen zweierlei umstritten: Die Frage, in welchem Um-
fang der im Scheidungsentscheid vom 11. September 2020 festgelegte Kindesunterhalt und 
der nacheheliche Unterhalt abzuändern sind, und die Frage, ob der Beklagte sich zusätzlich 
zu seiner Pflicht zur Zahlung monatlicher Unterhaltsbeiträge an bestimmten, weiteren Kinder-
kosten zu beteiligen hat. Die rechtlichen Grundlagen zu diesen zwei Fragekomplexen lassen 
sich wie folgt zusammenfassen:

3.1 Für die Abänderung des in einem Scheidungsentscheid festgelegten Kindesunterhaltes ver-
weist Art. 134 Abs. 2 ZGB auf die Bestimmungen über die Wirkungen des Kindesverhältnis-
ses, mithin auf Art. 286 Abs. 2 ZGB. Die Abänderung des nachehelichen Unterhalts ist in 
Art. 129 ZGB geregelt. Gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB setzt das Gericht den Unterhaltsbeitrag 
auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse 
neu fest oder hebt ihn auf. Gemäss Art. 129 Abs. 1 ZGB kann bei erheblicher und dauernder 
Veränderung der Verhältnisse die Rente herabgesetzt, aufgehoben oder für eine bestimmte 
Zeit eingestellt werden; eine Verbesserung der Verhältnisse der berechtigten Person ist da-
bei nur dann zu berücksichtigen, wenn im Scheidungsurteil eine den gebührenden Unterhalt 
deckende Rente festgesetzt werden konnte.

Die materiellrechtliche Prüfung eines Abänderungsantrags erfolgt dreistufig (vgl. auch Urteil 
des Bundesgerichts 5A_762/2020 vom 9. Februar 2021 E. 5 in fine): Auf der ersten Stufe ist 
zu prüfen, ob die Abänderungsvoraussetzungen gegeben sind (sog. Interventionsschwelle). 
Dies ist der Fall, wenn sich der Sachverhalt, so wie er sich aktuell präsentiert, im Vergleich 
zum Sachverhalt, wie er sich gemäss Ursprungsentscheid präsentieren sollte, erheblich und 
dauerhaft verändert hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_468/2017 vom 18. Dezember 
2017 E. 9.1). Dabei genügt es, wenn die Abänderungsvoraussetzungen mit Bezug auf min-
destens eine betroffene Person erfüllt sind. Sowohl die Abänderung des Kindesunterhalts als 
auch die Herabsetzung, Aufhebung oder Einstellung des nachehelichen Unterhalts setzen 
voraus, dass sich die Verhältnisse nachträglich erheblich und dauerhaft verändert haben (Ur-
teil des Bundesgerichts 5A_35/2018 vom 31. Mai 2018 E. 3.1). Die Abänderung ist ausge-
schlossen, wenn den veränderten Verhältnissen bereits im abzuändernden Entscheid (Ur-
sprungsentscheid) Rechnung getragen wurde (Urteil des Bundesgerichts 5A_98/2016 vom 
25. Juni 2018 E. 2.3). Falls die Abänderungsvoraussetzungen gegeben sind, sind auf der 
zweiten Stufe sämtliche Parameter, die dem Ursprungsentscheid zugrunde gelegen haben, 
zu aktualisieren (sog. Aktualisierung). Dabei ist das Gericht grundsätzlich an die dem Ur-
sprungsentscheid zugrunde liegenden Wertungen gebunden (Spycher, in: Spycher/Hausheer 
[Hrsg.], Handbuch des Unterhaltsrechts, 3. A. 2023, N 09.14; Urteil des Obergerichts Zug 
Z2 2022 19 vom 22. Dezember 2022 E. 7.1 m.H.; Urteil des Obergerichts Zürich LY130038 
vom 18. März 2014 E. 3.3). Auf der dritten Stufe hat das Abänderungsgericht abzuwägen, ob 
der neue, aus der Aktualisierung resultierende Unterhaltsbeitrag eine Abänderung des Ur-
sprungsentscheids rechtfertigt (sog. Schlusskontrolle oder "Neunerprobe"). Damit die Abän-
derung vorzunehmen ist, muss feststehen, dass das Festhalten am Ursprungsentscheid un-
zumutbar wäre (Urteile des Bundesgerichts 5A_506/2011 vom 4. Januar 2012 E. 4.1 und 
5A_120/2021 vom 11. Februar 2022 E. 5.3.1).

Seite 11/42

3.2 Mit dem in der Regel als monatliche Rente zugesprochenen Kindesunterhalt sind die ordent-
lichen Bedürfnisse der Kinder wie beispielsweise Nahrung, Alltagskleider, Krankenversiche-
rungsprämien und dergleichen zu bezahlen. Bei nicht vorhergesehenen ausserordentlichen 
Bedürfnissen des Kindes kann das Gericht gemäss Art. 286 Abs. 3 ZGB die Eltern zur Leis-
tung eines besonderen Beitrags verpflichten. Diese Bestimmung ermöglicht es, von einem 
Elternteil einen nachträglichen Beitrag zu Kosten zu verlangen, die zum Zeitpunkt der Fest-
setzung des Unterhalts nicht vorgesehen waren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5C.240/2002 
vom 31. März 2003 E. 5.1; Aeschlimann, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, 4. A. 
2022, Art. 286 ZGB N 20 f.).

3.3 Im Folgenden ist auf die einzelnen Rügen des Beklagten einzugehen. Auf die vorerwähnten 
Bestimmungen ist dabei – soweit erforderlich – zurückzukommen. 

4. Zwischen den Parteien ist unter anderem strittig, ob mit der von J.________ im August 2021 
am H.________, Fachklasse Grafik, begonnenen Ausbildung veränderte Verhältnisse vorlie-
gen.

4.1 Die Vorinstanz führte dazu zusammengefasst aus, gemäss Darstellung der Klägerin sei man 
im Scheidungsverfahren davon ausgegangen, dass J.________ eine Lehre absolvieren wer-
de und daher keine Ausbildungskosten anfallen würden. Der Beklagte bestreite dies. Er be-
gründe die Bestimmung in der Scheidungskonvention, wonach sich der Unterhaltsbeitrag für 
die Kinder in bestimmtem Umfang reduziere, wenn diese einen Lehrlings- oder Praktikums-
lohn erzielen würden, damit, dass eben der Ausbildungsplan der Kinder noch unbekannt ge-
wesen sei. Nehme man mit dem Beklagten an, die Parteien seien nicht von einer Lehre aus-
gegangen, sondern der Ausbildungsplan von J.________ sei beim Abschluss der Vereinba-
rung über die Scheidungsfolgen schlicht noch unbekannt gewesen, so lägen mit der von 
J.________ im August 2021 am H.________, Fachklasse Grafik, begonnenen Ausbildung 
(nachfolgend: Grafikschule) veränderte Verhältnisse vor. Denn, wenn die Parteien im Zeit-
punkt der Vereinbarung noch nicht gewusst hätten, welche Ausbildung J.________ absolvie-
ren werde und welche Ausbildungskosten dabei anfallen würden, hätten konsequenterweise 
auch noch keine solchen Kosten berücksichtigt werden können. Hinzu komme, dass der Be-
klagte seine Zustimmung zur Annahme des Studienplatzes in der Fachklasse Grafik vor-
behältlich der Kostengutsprache des Kantons Zug erteilt habe. Zum selben Ergebnis gelange 
man im Übrigen, wenn die Parteien mit einem Lehrbeginn gerechnet haben sollten: Die bei 
der Grafikschule anfallenden (und von den Parteien zu tragenden) Ausbildungskosten dürf-
ten deutlich höher sein als bei einer "klassischen Lehre", bei welcher der Ausbildungsbetrieb 
in der Regel für einen Grossteil der Ausbildungskosten aufkomme und überdies ein Lehr-
lingslohn bezahlt werde (act. 42 E. 5.1.1).

4.2 Der Beklagte rügt, zum Zeitpunkt, als er das Scheidungsverfahren vor Kantonsgericht Zug 
anhängig gemacht habe, sei für die Klägerin und J.________ deren Ausbildungsplan bereits 
bekannt gewesen. Dem Berufungsbeklagten sei dieser Plan nur nicht kommuniziert worden. 
Die Schulanmeldung müsse bereits vor Abschluss der Scheidungsvereinbarung erfolgt sein 
(act. 43 Rz 39-53 und 55).

4.3 Diese Rüge überzeugt nicht. Eine Abänderung ist zwar ausgeschlossen, wenn eine Verände-
rung (der tatsächlichen Verhältnisse) im Ursprungsentscheid bereits berücksichtigt worden 

Seite 12/42

ist. Entscheidend ist dabei nicht, ob die Veränderung vorhersehbar war, sondern einzig, ob 
die Parteien dieser Tatsache im Ursprungsentscheid bereits Rechnung getragen haben (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018 E. 2.3). Dies setzt sachlogisch 
voraus, dass beide Parteien die Veränderung gekannt und – allenfalls durch bewusstes Weg-
lassen – berücksichtigt haben. Selbst wenn die Klägerin J.________s Ausbildungsplan be-
reits bei Abschluss der Scheidungsvereinbarung gekannt hätte, wäre dem Beklagten daher 
nicht geholfen, da er selber diese Veränderung nicht kannte. Im Übrigen wäre es – mangels 
besonderer hinzutretender Umstände – vorliegend auch nicht rechtsmissbräuchlich, wenn die 
Klägerin diese ihr (allenfalls) bereits damals bekannte Veränderung dem Beklagten ver-
schwiegen hätte; ein solches Verhalten könnte hier höchstens Folgen bei der Verteilung der 
Prozesskosten haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018 E. 2.4 
und 2.5). Nun ist aber ohnehin erstellt, dass die Klägerin den Ausbildungsplan damals noch 
nicht kannte. Wie selbst der Beklagte an der Parteibefragung ausführte, hatte J.________ 
damals noch gar keine konkrete Ausbildung im Sinn (act. 21 Ziff. 7). Folglich konnte auch die 
Klägerin keinen Plan kennen. Wäre zudem der Ausbildungsplan bereits festgestanden, hätte 
es keinen Sinn gemacht, in der Scheidungsvereinbarung festzulegen, dass sich der Barun-
terhaltsbeitrag von J.________ um einen Drittel ihres Nettolehrlings- oder Nettopraktikums-
lohns reduziert (vgl. act. 1/2 S. 8). Einen solchen Lohn erzielen Schülerinnen und Schüler der 
Grafikschule nämlich nicht. Vor allem aber ist auch nicht ersichtlich, welches Interesse die 
anwaltlich vertretene Klägerin am Verschweigen des Ausbildungsplanes gehabt haben könn-
te (vgl. act. 57 Rz 11). Für sie war damit kein Vorteil verbunden. Im Gegenteil fiel der Unter-
haltsbeitrag ohne Berücksichtigung des (angeblich verschwiegenen) Ausbildungsplanes von 
J.________ gerade tiefer aus, weshalb die Klägerin das Abänderungsverfahren einleiten 
musste.

Das Wissen darum, dass ein Kind in der Regel eine Ausbildung absolviert, bedeutet noch 
nicht, dass die Ausbildungskosten in jeder Vereinbarung bereits ohne Weiteres als berück-
sichtigt zu gelten hätten. Denn diese Kosten sind bei einem unbekannten Ausbildungsplan 
offen. Berücksichtigt werden im Ursprungsentscheid muss nicht nur die Veränderung als sol-
che, sondern auch das Ausmass der Veränderung (für die Anpassung von Verträgen an ver-
änderte Verhältnisse vgl. Urteil des Bundesgerichts 4C.49/2004 vom 30. März 2004 E. 2.2). 
Das schliesst zwar nicht aus, dass Eltern in einer Scheidungskonvention bei unbekannten 
Ausbildungsplänen bereits einen Betrag festlegen und sie damit die Unsicherheit über die 
Höhe der dannzumal anfallenden Ausbildungskosten beilegen. Solcherlei ist aber hier gerade 
nicht geschehen, haben doch die Parteien überhaupt keine Ausbildungskosten festgelegt. 
Der Vergleichsvorschlag des Referenten im Scheidungsverfahren, gestützt auf den die Kon-
vention (nach geringfügigen Modifikationen) schliesslich zustande kam, enthielt nämlich bei 
der Bedarfsberechnung von J.________ (und K.________) keine Ausbildungskosten oder 
dergleichen (act. 34/20 S. 9 ff.).

4.4 Dass diese Veränderung (Aufnahme der Grafikschule) sich erheblich auf den Überschuss 
von J.________ bzw. deren Manko auswirkt, bestreitet der Beklagte zu Recht nicht. Damit 
liegt ein Abänderungsgrund vor (dazu E. 10.3). Ob auch andere (umstrittene) Änderungen 
erheblich sind, kann offenbleiben. Die Vorinstanz hat zu Recht die einzelnen Parameter, die 
dem Ursprungsentscheid zugrunde lagen, aktualisiert (zweite Stufe des Abänderungsverfah-
rens).

Seite 13/42

4.5 Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass selbst der Beklagte behauptet, es liege ein 
Abänderungsgrund vor, allerdings wegen des höheren Lohns der Klägerin und nicht wegen 
der Schul- bzw. Ausbildungskosten von J.________. Solange aber bereits bei einer betroffe-
nen Person (Vater, Mutter oder Kind[er]) ein Abänderungsgrund vorliegt, sind sämtliche Pa-
rameter der Unterhaltsberechnung zu aktualisieren. Für die Frage, ob der Unterhaltsbeitrag 
abzuändern ist (Interventionsschwelle), spielt es mit anderen Worten keine Rolle, bei welcher 
Person ein Abänderungsgrund vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_35/2018 vom 
31. Mai 2018 E. 3.1).

5. Der Beklagte stört sich im Weiteren daran, dass die Vorinstanz bei der Anpassung des Un-
terhaltsbeitrages die Schul- bzw. Ausbildungskosten in J.________s Existenzminimum 
berücksichtigte. Aus seiner Sicht handelt es sich bei diesen Kosten um ausserordentliche 
Kinderkosten (act. 43 Rz 54).

5.1 Die Vorinstanz führte dazu aus, dass Schul- bzw. Ausbildungskosten im (betreibungs- und 
familienrechtlichen) Existenzminimum eines Kindes zu berücksichtigen seien und zu dessen 
Barunterhalt gehörten, und dies über die Volljährigkeit hinaus (act. 42 E. 5.1.3).

5.2 Der Beklagte begründet seinen Einwand, bei den Schul- bzw. Ausbildungskosten handle es 
sich um ausserordentliche Kinderkosten, einzig damit, dass die Klägerin selbst von dieser 
Qualifikation ausgegangen sei. Er verweist auf eine E-Mail der Klägerin vom 21. November 
2021 (act. 22/205), worin diese vom Beklagten eine Kostenbeteiligung in der Höhe von drei 
Fünfteln verlangt habe (act. 43 Rz 54).

5.3 Dieser Einwand überzeugt nicht. Schul- und Ausbildungskosten gehören gemäss Ziffer II.6 
der Richtlinien der Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug für die Berechnung 
des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 (nachfolgend: Richt-
linien) zu den ordentlichen Kinderkosten, die im Existenzminimum zu berücksichtigen sind. 
Aus dem Umstand, dass die Klägerin in ihrer E-Mail vom 21. November 2021 vom Beklagten 
eine Kostenbeteiligung von drei Fünfteln forderte, lässt sich nichts zugunsten des Beklagten 
ableiten. Die Klägerin ist eine juristische Laiin. Wenn sie eine solche Kostenbeteiligung for-
derte, darf sie nicht auf der damit einhergehenden rechtlichen Qualifikation behaftet werden. 
Es liesse sich allenfalls argumentieren (wurde vom Beklagten aber nicht behauptet), die Klä-
gerin habe mit ihrer E-Mail ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über die Abänderung 
des Unterhaltsbeitrags unterbreitet. Diesem Argument wäre entgegenzuhalten, dass der Be-
klagte dieses Angebot nicht annahm und folglich die Klägerin auch nicht länger daran ge-
bunden war (vgl. Art. 4 Abs. 1 OR i.V.m. Art. 7 ZGB).

6. Die Vorinstanz legte bei der Aktualisierung der einzelnen Parameter die Schulkosten von 
J.________ fest und berücksichtigte dabei auch Kosten für Studienreisen. Umstritten ist, ob 
bei J.________ Kosten für Studienreisen angefallen sind und ob diese Kosten Schulkosten 
darstellen.

6.1 Nach Darstellung der Vorinstanz würden die "ungefähren" Kosten für Studienreisen pro Jahr 
laut der "Kostenaufstellung Schuljahr 2021/22" zwischen CHF 600.00 und CHF 1'300.00 be-
tragen. Gemäss Lehre und Rechtsprechung gehörten Auslagen für obligatorische Schulaus-
flüge, Lageraufenthalte und dergleichen zum Barbedarf des Kindes. Es handle sich dabei um 

Seite 14/42

eigentliche Schulkosten, mithin nicht um ausserordentliche Kosten im Sinne von Ziff. 1.8 der 
Scheidungsvereinbarung. Es liege in der Natur der Sache, dass die inskünftig tatsächlich an-
fallenden Auslagen für Studienreisen im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschliessend bezif-
fert werden könnten. Eine gewisse Pauschalisierung sei folglich unumgänglich. Aufgrund 
dessen sei es angezeigt, antragsgemäss auf den Mittelwert der in der "Kostenaufstellung 
Schuljahr 2021/22" genannten Bandbreite abzustellen. Damit sei in J.________s Bedarf für 
Studienreisen ein Betrag von jährlich CHF 950.00 bzw. monatlich rund CHF 79.00 anzurech-
nen. Der Beklagte habe zu Recht nicht bestritten, dass es sich bei den Auslagen für Studien-
reisen um für die Ausbildung nötige Kosten handle, zumal die Teilnahme nicht freiwillig sei 
(act. 42 E. 5.1.3.2).

6.2 Der Beklagte rügt unter anderem, Kosten für Studienreisen seien nachweislich nicht angefal-
len. Sowohl die Klägerin wie auch der Beklagte hätten dies entsprechend ausgeführt. Im ers-
ten Schuljahr hätten sich diese Kosten auf CHF 35.20 belaufen. Diese Kosten seien nicht er-
heblich (act. 43 Rz 56).

Dem kann nicht gefolgt werden. Zunächst widerspricht sich der Beklagte selbst, indem er 
einerseits ausführt, Kosten für Studienreisen seien nicht angefallen, und andererseits be-
hauptet, im ersten Schuljahr würden sich die Kosten auf CHF 35.20 belaufen. Sodann legt 
der Beklagte auch nicht dar, an welcher Stelle die Parteien "entsprechend ausgeführt" hät-
ten, es seien keine Kosten für Studienreisen angefallen. Insofern ist auf die Berufung in die-
sem Punkt gar nicht einzutreten. Ob die geltend gemachten Kosten von CHF 35.20 "erheb-
lich" sind oder nicht, spielt zudem für die Aktualisierung ohnehin keine Rolle, sind doch auf 
dieser zweiten Stufe sämtliche Parameter anzupassen, unabhängig davon, ob deren Verän-
derung erheblich ist oder nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_136/2014 vom 5. Novem-
ber 2014 E. 3.2). Schliesslich bleibt anzumerken, dass die Vorinstanz gar nicht festhielt, es 
seien bereits Kosten für Studienreisen angefallen. Sie stellte vielmehr auf den Mittelwert über 
die gesamte Ausbildungsdauer ab. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden.

6.3 Im Weiteren bestreitet der Beklagte generell, dass Studienreisen Teil der Schulkosten sind 
(act. 43 Rz 57).

Damit ist der Beklagte nicht zu hören. Zunächst einmal geht er nicht auf die Begründung der 
Vorinstanz ein, wonach die Studienreisen nicht freiwillig seien und es sich insbesondere des-
halb um notwendige Ausbildungsauslagen handle. Sodann ist dem Beklagten generell zu wi-
dersprechen. Mehrkosten für Anschaffungen (Lehrmittel, Kopien, Büromaterial, Computer 
usw.) und Aktivitäten, die von der Schule oder der Bildungsinstitution verlangt werden, sind 
bei den Schul- bzw. Ausbildungskosten zu berücksichtigen. Zu solchen Aktivitäten gehören 
auch Aufwendungen für Exkursionen und Lager, sofern eine Teilnahmepflicht besteht (Nyf-
feler, Der Volljährigenunterhalt, 2023, N 834 m.H.). Nicht eingeschlossen in den Schulkosten 
sind die Auslagen für Verpflegung während der Reisen, da Verpflegungskosten auch sonst 
anfallen (vgl. dazu auch Erläuterungen zu Ziffer C.6.2 der SKOS-Richtlinien; abrufbar unter 
<https://rl.skos.ch/lexoverview-home/lex-RL_C_6_2?effective-from=20210101>; besucht am 
12. September 2023). Die SKOS-Richtlinien sind zwar für die Berechnung des Unterhaltes 
nicht massgebend (vgl. BGE 147 III 265 E. 6.4). Anhaltspunkte für die Zusammensetzung 
einzelner Bedarfspositionen lassen sich ihnen aber dennoch entnehmen.

Seite 15/42

6.4 Schliesslich rügt der Beklagte, gemäss telefonischer Auskunft der Fachklasse Grafik würden 
im vierten Schuljahr überhaupt keine Studienreisen durchgeführt werden. Die Klägerin prä-
sentiere diesbezüglich den Sachverhalt bewusst falsch, was treuwidrig sei (act. 43 Rz 58).

Diese Rüge ist unbegründet. Die Klägerin legte eine Kostenaufstellung der Grafikschule ins 
Recht. Dass es sich bei der erwähnten "Kostenaufstellung 2021/22" nur um die Kosten für 
das erste Studienjahr handelt, geht aus dem Beleg nicht hervor und wird vom Beklagten 
auch nicht behauptet. In dieser Aufstellung sind die ungefähren Kosten für Schulreisen auf-
geführt. Angegeben wird dabei eine Bandbreite. Das bedeutet, dass in einigen Jahren oder 
Semestern mehr Auslagen für Studienreisen anfallen und in anderen weniger. Dies wieder-
um ist offensichtlich darauf zurückzuführen, dass entweder einzelne Reisen günstiger sind 
oder in gewissen Jahren oder Semestern weniger oder gar keine Reisen stattfinden, eine 
genaue Prognose aber nicht möglich ist. Selbst wenn es also zutreffen würde, dass im vier-
ten Jahr keine Studienreisen stattfinden (einen Beleg – wie etwa eine schriftliche Bestätigung 
der Grafikschule – legt der Beklagte nicht vor), würde dies noch nichts daran ändern, dass 
sich diese Kosten im Durchschnitt auf CHF 79.00 pro Monat belaufen. Gegen das Abstellen 
auf einen Mittelwert hat der Beklagte im Übrigen zu Recht nichts eingewendet. 

7. Umstritten ist weiter, ob oder inwieweit Kosten für bestimmtes Verbrauchsmaterial, für 
Schulbücher und für den Schulweg ebenfalls zu den Schulkosten zählen.

7.1 Die Vorinstanz erwog, Auslagen für Verbrauchsmaterial und Schulbücher seien ebenfalls als 
Ausbildungskosten im Barunterhalt zu berücksichtigen. Die Klägerin mache dafür monatlich 
CHF 35.00 geltend. Entgegen dem Einwand des Beklagten habe sie diesen Betrag nachge-
wiesen. Belegt seien Ausgaben von insgesamt CHF 428.65 für Schulbücher (gemäss Liste 
"Lehrmittelbestellung FMZ für das Schuljahr 2021/22") und Verbrauchsmaterial (gemäss 
act. 8/144 [Sammelbeleg von Quittungen]), was monatlich CHF 35.00 entspreche. Dieser Be-
trag sei angemessen. Ausserdem habe der Beklagte nicht vorgebracht, diese Utensilien sei-
en für die Ausbildung nicht nötig (act. 42 E. 5.1.3.3). Die Kosten für ein Strecken-Abonne-
ment von I.________ ZG (Station M.________) nach N.________ würden jährlich 
CHF 1'134.00 betragen und seien belegt. Dies entspreche rund CHF 95.00 pro Monat 
(act. 42 E. 5.1.5).

7.2 Der Beklagte wendet ein, [Kosten für] Verbrauchsmaterial würden bei jeder Art von Ausbil-
dung anfallen. Dasselbe gelte für die Kosten für Schulbücher und für den Arbeits- bzw. 
Schulweg. Zur Begründung verweist er im Wesentlichen auf Rz 39 ff. seiner Berufung 
(act. 43 Rz 59 f., Rz 65 in fine und Rz 75). 

7.2.1 Auch wenn sich die Ausführungen des Beklagten in Rz 39 ff. auf die Abänderungsvorausset-
zungen (erste Stufe; Interventionsschwelle) beziehen, ist erkennbar, dass der Beklagte mit 
diesem Einwand geltend machen will, die Parteien hätten – unabhängig von der Art der Aus-
bildung, die J.________ wählt – bewusst keine Kosten für Verbrauchsmaterial, Schulbücher 
und den Schulweg im Bedarf berücksichtigt, was bei der Aktualisierung des Unterhaltsbeitra-
ges (zweite Stufe) zu berücksichtigen sei.

7.2.2 Dieser Einwand ist unbegründet. Wie bereits ausgeführt (vorne E. 4.3), wussten die Parteien 
beim Abschluss der Scheidungsvereinbarung noch nicht, welche Ausbildung J.________ 

Seite 16/42

machen wird. Damit bei dieser Ausgangslage von einem bewussten Verzicht auf die Berück-
sichtigung von Kosten für Verbrauchsmaterial, Schulbücher und den Schulweg ausgegangen 
werden könnte, hätten die Parteien beim Abschluss der Scheidungsvereinbarung eine Aus-
legeordnung mit allen erdenklichen Ausbildungswegen von J.________ machen und dabei 
jene Kosten ausscheiden müssen, die bei allen Ausbildungen in gleichem Masse anfallen. 
Ein solches Szenario ist abwegig und wurde vom Beklagten auch nicht behauptet. Es kann 
im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. act. 42 
E. 5.1.1). 

7.3 Im Weiteren wendet der Beklagte ein, mit der Begründung "Untersuchungsgrundsatz" habe 
die Vorinstanz gefolgert, die Kosten seien nachgewiesen. Dies treffe so nicht zu. Die Kläge-
rin habe in Klagebeilage 144 (act. 8/144) unzählige Quittungen eingereicht. Es liege weder 
am Gericht noch am Berufungskläger, diese minutiös aufzuschlüsseln (act. 42 Rz 61 ff.).

7.3.1 Dem Beklagten ist zugutezuhalten, dass Parteibehauptungen grundsätzlich in den Rechts-
schriften erfolgen müssen und die Parteien mit einem pauschalen Verweis auf Beilagen in 
der Regel ihrer Behauptungs- und Substanziierungspflicht nicht genügen. Es ist weder am 
Gericht noch an der Gegenpartei, die Sachdarstellung aus den Beilagen zusammenzusuchen 
und danach zu forschen, ob sich aus den Beilagen etwas zu Gunsten der behauptungsbelas-
teten Partei ableiten lässt. Wird allerdings spezifisch auf eine bestimmte Beilage verwiesen, 
ist diese Beilage selbsterklärend und enthält sie die verlangten Informationen, ist die Partei 
ihren prozessualen Pflichten nachgekommen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_415/2021 
vom 18. März 2022 E. 5.4.1). 

Der Verweis der Klägerin auf die Sammelbeilage act. 8/144 genügt allerdings den erwähnten 
bundesgerichtlichen Anforderungen. Die Beilage enthält auf der ersten Seite eine selbst er-
stellte Übersicht mit sämtlichen Ausgaben für die Monate August, September und Oktober, 
wobei die einzelnen Beträge jeweils tabellarisch aufgeführt und kategorisiert (beispielsweise 
als "Schulbücher" oder "Verbrauchsmaterial") werden. Im Anschluss an diese Übersicht folgt 
die Liste "Lehrmittelbestellung FMZ für das Schuljahr 2021/22" sowie die einzelnen Quittun-
gen. Es war für die Vorinstanz deshalb selbsterklärend, dass die Klägerin damit behauptete, 
die in den Quittungen enthaltenen und in der Übersicht aufgeführten Auslagen (CHF 208.20 
für Schulbücher und CHF 220.45 für Verbrauchsmaterial) seien angefallen und würden von 
der Fachklasse Grafik verlangt. Abgesehen davon gilt in Kinderbelangen ohnehin die unein-
geschränkte Untersuchungsmaxime, weshalb an die Behauptungs- und Substanziierungs-
pflicht nicht dieselben Anforderungen gestellt werden können wie etwa bei Geltung der Ver-
handlungsmaxime.

7.3.2 Wie der Beklagte allerdings zu Recht ausführt (act. 43 Rz 62 f.), ist nicht plausibel, dass es 
sich bei den von ihm in der Berufung herausgegriffenen Ausgaben "Dymo Prägeapparat" 
(CHF 17.90), "Schneidematte Ecobra" (CHF 33.30), "Feinminenstift" (CHF 18.90), "Schnei-
demassstab" (CHF 13.50), "Füllfeder Pilot" (CHF 22.00) und "Taschenrechner" (CHF 26.80), 
total CHF 132.40, um wiederkehrende Auslagen handelt. Weiter ist dem Beklagten bei-
zupflichten (act. 43 Rz 64), dass das Schulbuch vom 25. August 2021 (CHF 16.00) nicht auf 
der Liste "Lehrmittelbestellung FMZ für das Schuljahr 2021/22" aufgeführt ist. Damit verrin-
gert sich der von der Vorinstanz angerechnete Betrag von CHF 428.65 um CHF 148.40 
(CHF 132.40 + CHF 16.00) auf CHF 280.25, ergebend pro Monat CHF 23.35. Da die vorer-

Seite 17/42

wähnten Verbrauchsmaterialien aber über die gesamte Schullaufzeit von vier Jahren immer-
hin einmal anzuschaffen sind, ist ein Viertel davon als jährliche Auslage dennoch zu berück-
sichtigen, entsprechend CHF 2.75 pro Monat (= CHF 132.40 ÷ 4 ÷ 12). Somit belaufen sich 
die Kosten für Schulbücher und Verbrauchsmaterial im Monat auf gerundet CHF 26.00 (an-
statt, wie von der Vorinstanz festgelegt, auf CHF 35.00; zu den Auswirkungen auf die Unter-
haltsberechnung vgl. E. 24). 

7.3.3 Weiter bestreitet der Beklagte, dass die Bücherkosten in allen Schuljahren gleich hoch sind. 
Er wendet ein, die Beschwerdeführerin habe dies nicht behauptet, weshalb sie ihrer Behaup-
tungs- und Substanziierungspflicht nicht nachgekommen sei (act. 43 Rz 64). 

Diesem pauschalen Einwand kann nicht gefolgt werden. Die Klägerin behauptete 
Schulbücherkosten für das Schuljahr 2021/22 in einen bestimmten Betrag und berechnete 
den Unterhalt in der Folge für dieses Jahr und die folgenden Jahre anhand dieses Betrags 
(act. 12 Rz 9 ff.). Damit war der Sachverhalt, dass diese Kosten gleichbleiben, unmissver-
ständlich behauptet. Der Beklagte unterliess es, dies substanziiert zu bestreiten, sodass für 
die Vorinstanz (bereits aus diesem Grund) kein Anlass bestand, dies näher abzuklären. Of-
fenbar holte der Beklagte hierzu – anders als bezüglich der Studienreisen behauptet – keine 
Auskunft bei der Grafikschule ein, oder aber die allenfalls eingeholte Auskunft vermochte 
seine Behauptung nicht zu stützen. Abgesehen davon ist es offenkundig, dass Fachliteratur 
bei einer vierjährigen Ausbildung nicht nur im ersten Jahr angeschafft werden muss und 
Bücherkosten in der Regel im Verlauf der Ausbildung nicht abnehmen, sondern anstelle von 
anfänglich vermehrt anzuschaffenden Grundlagenwerken öfter spezifische Werke zu erwer-
ben sind. 

8. Eine weitere umstrittene Position in J.________s Bedarf sind die Kosten für auswärtige Ver-
pflegung.

8.1 Die Vorinstanz führte aus, gemäss "Informationen über die Fachklasse Grafik" vom 14. Juli 
2021 finde der Unterricht täglich von 08.15 bis 11.45 und von 13.15 bis 16.45 Uhr in 
N.________ statt. J.________ könne sich folglich nicht zuhause verpflegen. In Ziffer II.4.2 
der Richtlinien [für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums] sei vorge-
sehen, dass für jede Hauptmahlzeit CHF 9.00 bis CHF 11.00 im Bedarf zu berücksichtigen 
seien, sofern Mehrlauslagen für auswärtige Verpflegung nachgewiesen seien. Bei einem 
100%-Pensum würden praxisgemäss CHF 220.00 angerechnet. Für September 2021 habe 
die Klägerin Verpflegungskosten über rund CHF 180.00 belegt. Da bei J.________ während 
der Schulferien keine Auslagen für auswärtige Verpflegung anfallen würden, seien 
CHF 150.00 angemessen (act. 42 E. 5.1.4).

8.2 Der Beklagte rügt, der blosse Umstand, dass auswärts Essen eingekauft werde, bedeute 
nicht, dass für die auswärtige Verpflegung Mehrkosten entstünden. Diesen Nachweis bleibe 
die Klägerin bis heute schuldig, was der Beklagte im vorinstanzlichen Verfahren moniert ha-
be. Insbesondere sei zu berücksichtigen, dass rund 50 % des Grundbetrages für Lebensmit-
telkosten dienten (act. 43 Rz 70).

8.3 Zum betreibungsrechtlichen (und familienrechtlichen) Existenzminimum zählt der monatliche 
Grundbetrag. Gemäss Ziffer I.4 der Richtlinien der Justizkommission des Obergerichts des 

Seite 18/42

Kantons Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. De-
zember 2009 (nachfolgend: Richtlinien) beträgt der Grundbetrag für ein Kind über 10 Jahre 
CHF 600.00 pro Monat. In diesem Betrag ist "Nahrung" inbegriffen (vgl. Ziffer I der Richt-
linien), weshalb bei der Position "auswärtige Verpflegung" nur Mehrkosten berücksichtigt 
werden können (vgl. Ziffer II.4.2 der Richtlinien: "Beim Nachweis von Mehrauslagen").

8.4 Die Richtlinien definieren nicht, was "Mehrauslagen" sind und welchen Anteil die "Nahrung" 
im Grundbetrag ausmacht. Wenn, wie offenbar im Kanton Zürich, von einem Anteil von 50 % 
ausgegangen wird (vgl. Beschluss und Urteil des Obergerichts Zürich LE170011 vom 6. Sep-
tember 2017 E. III.B.3.4 mit Hinweis auf das betreffende Kreisschreiben), dann ergibt dies 
bei einem über 10 Jahre alten Kind CHF 300.00 pro Monat für Nahrung, entsprechend un-
gefähr CHF 10.00 pro Tag. Werden davon ermessensweise drei Viertel für Morgenessen, 
Abendessen und Imbiss am Vormittag ("Znüni") und Nachmittag ("Zvieri") abgezogen, ver-
bleibt ein Betrag von CHF 2.50 für das Mittagessen. Zu diesem Preis kann keine vollwertige 
Mittagsverpflegung (Hauptmahlzeit und Getränk) erworben werden. Der Beklagte behauptet 
nicht und es ist auch nicht aktenkundig, dass J.________ sich an der Grafikschule vergüns-
tigt verpflegen oder sie selbst mitgebrachtes Essen aufwärmen könnte. Auch auf der Home-
page (abrufbar unter <https://________/>; besucht am 12. September 2023) finden sich kei-
nerlei Hinweise darauf. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz zu Recht einen Betrag 
für auswärtige Verpflegung im Existenzminimum von J.________ berücksichtigt.

8.5 Gemäss Ziffer II.4.2 der Richtlinien ist für jede Hauptmahlzeit ein Betrag von CHF 9.00 bis 
CHF 11.00 anzurechnen. Das sind im Schnitt CHF 10.00. Bei durchschnittlich 21,75 Arbeits-
tagen im Monat ergibt dies die gemäss Praxis des Kantons- und Obergerichts anzurechnen-
den CHF 220.00 im Monat. Gegen diese Praxis wendet der Beklagte nichts ein. Er moniert 
indessen, im angefochtenen Entscheid fehle die rechnerische Herleitung. Dabei übersieht er, 
dass die Vorinstanz CHF 150.00 für "angemessen" befand, was bedeutet, dass sie bei der 
Festsetzung ihr Ermessen ausgeübt hat. Der Beklagte legt nicht dar, inwiefern die Vorinstanz 
bei dieser Ermessensausübung das Recht unrichtig angewendet haben soll. Falls der Be-
klagte dennoch eine mathematische Herleitung will, kann er mittels eines Dreisatzes ohne 
Weiteres ermitteln, dass eine wegen der Schulferien erfolgte Reduktion von CHF 220.00 auf 
CHF 150.00 der Anrechnung von 20 Ferienwochen entspricht: 47 Wochen (= 1 Jahr mit 5 Fe-
rienwochen] ÷ CHF 220.00 x CHF 150.00 = 32 Wochen (= 1 Jahr mit 20 Ferienwochen). 

Im Übrigen gilt anzumerken, dass das Obergericht in einen wohl durchdachten und vertret-
baren Ermessensentscheid – gemäss ständiger Praxis der Zivilabteilungen und der II. Be-
schwerdeabteilung des Obergerichts – nur mit einer gewissen Zurückhaltung eingreift (vgl. 
etwa Urteile des Obergerichts Z1 2022 21 vom 7. Dezember 2022 E. 10.3.2, Z2 2022 10 vom 
23. Februar 2023 E. 6.2.4 oder BZ 2022 91 vom 21. Februar 2023 E. 1.1.2; Reetz/Theiler, in: 
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 310 ZPO N 36). Auch unter diesem Aspekt besteht kein 
Anlass, von der zutreffenden Erwägung der Vorinstanz abzuweichen.

8.6 Entgegen der Rüge des Beklagten hat die Vorinstanz sodann nicht "unbesehen gestützt auf 
Quittungen eines Monats (September 2021)" darauf geschlossen, dass im Monat Kosten von 
CHF 180.00 für auswärtige Verpflegung anfallen würden. Die Vorinstanz hat die Kosten die-

Seite 19/42

ses einen Monats nur erwähnt, um die CHF 150.00 zu plausibilisieren. Entsprechend ist nicht 
weiter auf diese Rüge des Beklagten einzugehen.

9. Weiter sind sich die Parteien uneins, ob die Schulkosten aus dem Überschuss von 
J.________ zu bezahlen sind.

9.1 Der Beklagte führt aus, selbst wenn die Schulkosten zu berücksichtigen seien, würden diese 
Kosten nicht zu einem Manko bei J.________ führen. Ihre Überschussanteile seien mehr als 
genügend, um die Schulkosten zu decken. Es lägen deshalb keine veränderten Verhältnisse 
vor, die eine Abänderung rechtfertigen würden (act. 43 Rz 77).

9.2 Dieser Einwand verfängt nicht. Definitionsgemäss gehören Schulkosten zum Existenzmini-
mum. Der dem Kind zugesprochene Überschussanteil ist gerade nicht dazu bestimmt, Kos-
ten des Existenzminimums zu decken, sondern soll dem Kind einen den konkreten finanziel-
len Verhältnissen angemessenen, über das blosse Existenzminimum hinausgehenden Le-
bensstandard erlauben (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2 f.). Mithin sind die Mittel aus dem Über-
schussanteil für Ausgaben vorbehalten, die vom Existenzminimum nicht gedeckt sind. Von 
J.________ kann daher – entgegen der Auffassung des Beklagten – nicht verlangt werden, 
dass sie Kosten, die zu ihrem Existenzminimum gehören, aus ihrem Überschussanteil be-
zahlt. 

9.3 Unzutreffend wäre auch die Annahme, die Parteien hätten gewollt und vereinbart, dass jegli-
che Schul- bzw. Ausbildungskosten aus dem Überschuss bezahlt werden sollen. Wie bereits 
ausgeführt (E. 4.3), steht fest, dass die Parteien in der Scheidungsvereinbarung Schulkosten 
überhaupt nicht berücksichtigt haben, mithin auch nicht im Überschuss. Der Beklagte nennt 
auch keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen lassen, die Parteien hätten beabsichtigt, 
dass Schulkosten aus einem Überschuss zu bezahlen seien. Im Übrigen widerspricht sich 
der Beklagte, wenn er an einer Stelle ausführt, Schulkosten seien ausserordentliche Kinder-
kosten, und an anderer Stelle behauptet, Schulkosten seien aus dem Überschuss zu bezah-
len.

10. Der Beklagte moniert (auch an anderer Stelle in der Berufung), die Verhältnisse hätten sich 
nicht erheblich verändert.

10.1 Die Vorinstanz stellte den "Überschuss" von J.________ gemäss Scheidungsvereinbarung 
ihrem "Überschuss", den sie nach Aktualisierung ihres Bedarfs noch erzielt, gegenüber und 
gelangte zum Schluss, dass sich dieser um über -70 % (im 4. Schuljahr) bis über -100 % (bis 
31. Juli 2022) verändert hat. Diese Änderung qualifizierte die Vorinstanz als erheblich im 
Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB (act. 42 E. 5.2).

10.2 Dass eine Veränderung von über 70 oder 100 % erheblich ist oder wäre, bestreitet der Be-
klagte nicht. Er stellt jedoch in der Berufung eine eigene Berechnung an und kommt so auf 
eine Differenz im "Überschuss" von J.________ von 17 %. Diese Differenz bezeichnet er als 
nicht erheblich (act. 43 Rz 82).

Diese Berechnung beruht auf den vom Beklagten behaupteten Bedarfszahlen. Auf diese je-
doch kann, wie vorne ausgeführt (E. 4-9), gerade nicht abgestellt werden, mit Ausnahme der 

Seite 20/42

um monatlich CHF 9.00 tieferen Schulkosten. Folglich erübrigen sich Ausführungen dazu, ob 
die 17 % korrekt berechnet sind oder ob eine solche Differenz eine erhebliche Veränderung 
darstellen würde. Erneut ist der Vollständigkeit halber auf den Widerspruch in der Argumen-
tation des Beklagten hinzuweisen, wenn er die Erheblichkeit der Veränderung bezogen auf 
J.________ bestreitet, aber gleichzeitig eine wesentliche Veränderung in Bezug auf die Klä-
gerin behauptet (dazu E. 2.6).

10.3 Weiter moniert der Beklagte, dass es bei Veränderungen von Kinderkosten nicht angemes-
sen sei, für die Beurteilung der Veränderung und deren Wesentlichkeit einzig auf den ver-
änderten Überschuss (beim Kind) abzustellen. Die Vorinstanz entnehme ihre Begründung 
dem Buch von Oberrichter Staub (Staub, Die Abänderung familienrechtlicher Entscheide, 
2022, N 281 ff.). Diese Betrachtung sei bei Veränderungen von Kinderkosten nicht angemes-
sen. Die im Buch von Oberrichter Staub aufgeführten Beispiele würden von erwachsenen 
Personen handeln und nicht von Kindern. Würde die Veränderung von J.________ in eine 
Gesamtbetrachtung gesetzt, so resultiere eine Differenz von 13 % (act. 43 Rz 82). Unter Ge-
samtbetrachtung versteht der Beklagte die Differenz zwischen dem Familienüberschuss im 
Ursprungsentscheid und dem Familienüberschuss nach Eintritt der veränderten Verhältnisse.

10.3.1 Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass es der Beklagte unterlässt darzutun, weshalb die-
se Betrachtungsweise bei der Veränderung von Kinderkosten nicht angemessen sein soll. 
Bloss weil die Beispiele von erwachsenen Personen handeln, ist eine sinngemässe Anwen-
dung auf Kinder nicht unangemessen. Die Rüge ist mithin nicht hinreichend begründet, so-
dass darauf nicht einzutreten ist. 

10.3.2 Doch selbst wenn auf die Rüge einzutreten wäre, wäre sie unbegründet. Wenn nämlich mit 
der Vorinstanz und unter Berücksichtigung der um CHF 9.00 tieferen Schulkosten (E. 7.3.2) 
davon ausgegangen wird, dass J.________ gemäss Scheidungsentscheid per Scheidungs-
zeitpunkt über einen Überschuss von monatlich CHF 483.00 verfügte und in ihrem Existenz-
minimum zufolge begonnener Grafikschule zusätzliche monatliche Kosten von CHF 510.00 
(im 1. bis 3. Schuljahr) bzw. CHF 458.00 (im 4. Schuljahr) zu berücksichtigen sind (act. 42 
E. 5.1.6), dann würde sogar in ihr Existenzminimum eingegriffen (CHF 483.00 ./. CHF 510.00 
[1. bis 3. Schuljahr]) oder ihr "Überschuss" auf CHF 25.00 geschmälert (CHF 483.00 ./. 
CHF 458.00 [4. Schuljahr]), falls der Unterhaltsbeitrag nicht angepasst würde. Um zum 
Schluss zu gelangen, dass eine solche Veränderung vorliegend eine erhebliche Veränderung 
darstellt, spielt es keine Rolle, welcher Methode gefolgt wird.

10.3.3 Dessen ungeachtet könnte der Meinung des Beklagten, es müsse eine Gesamtbetrachtung 
angestellt werden, auch aus folgenden Gründen nicht gefolgt werden: Eine solche Gesamt-
betrachtung könnte nämlich zu stossenden Ergebnissen führen. So wäre es denkbar, dass 
ein Kind unter das betreibungsrechtliche Existenzminimum fällt, die Abänderung jedoch aus-
geschlossen wäre, weil der Familienüberschuss (beispielsweise "verteilt" auf drei Geschwis-
ter und zwei Eltern) sich noch nicht erheblich verändert hat. Die Erheblichkeit der Verände-
rung misst sich deshalb an den finanziellen Verhältnissen bei einer einzigen Person (vgl. et-
wa Urteil des Bundesgerichts 5C.197/2003 vom 30. April 2004 E. 3), wobei vorliegend, wie 
erwähnt, offenbleiben kann, auf welche Kennzahl bei Kindern abzustellen ist. Im Übrigen ist 
dem Beklagten entgegenzuhalten, dass selbst bei einer Gesamtbetrachtung eine grössere 

Seite 21/42

Differenz als 13 % resultieren würde, da der Beklagte bei dieser Berechnung von falschen 
Zahlen ausgeht (dazu bereits vorne E. 10.2). 

10.3.4 Schliesslich ist erneut anzumerken, dass der Beklagte mit Bezug auf die Klägerin einen 
Abänderungsgrund behauptet, weshalb es ohnehin nicht mehr relevant wäre, ob auch bezüg-
lich J.________ ein Abänderungsgrund gegeben ist (vgl. E. 4.5).

11. An anderer Stelle behauptet der Beklagte (erneut), die Ausbildung von J.________ sei vor-
hersehbar gewesen. 

11.1 Die Vorinstanz legte dar, die Abänderung setze voraus, dass die Veränderung im Ursprungs-
entscheid nicht bereits berücksichtigt worden sei. Dafür trage die Klägerin die Beweislast. Es 
gelte die natürliche Vermutung, dass vorhersehbaren Veränderungen im Ursprungsentscheid 
Rechnung getragen worden sei, wobei eine Veränderung wiederum erst dann als vorherseh-
bar gelte, wenn sie sich aus damaliger Sicht mit Bestimmtheit oder grosser Wahrscheinlich-
keit verwirklichen werde. Die Behauptung des Beklagten, es sei im Zeitpunkt des Abschlus-
ses der Scheidungskonvention vorhersehbar gewesen, dass J.________ eine Ausbildung 
absolvieren und diese Kosten verursachen werde, treffe zu, habe doch J.________ zu die-
sem Zeitpunkt bereits die 2. Klasse der Sekundarstufe besucht. Gleichwohl könne der Be-
klagte daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn, gehe man mit ihm davon aus, dass 
J.________s Ausbildungsplan im Zeitpunkt des Abschlusses der Scheidungskonvention noch 
unklar gewesen sei, hätten konsequenterweise auch noch keine Ausbildungskosten berück-
sichtigt werden können. Sei [hingegen] der Ausbildungsplan bekannt, bleibe offen, ob 
tatsächlich Ausbildungskosten anfallen – und wenn ja – wie hoch sie ausfallen würden. Wer-
de beispielsweise eine Lehre absolviert, würden die vom Kind bzw. seinen Eltern zu tragen-
den Kosten in der Regel (deutlich) tiefer ausfallen, als wenn eine weiterführende Schule be-
sucht oder wenn studiert werde. Sodann sei für ausbildungsbezogene Kosten wie beispiels-
weise Mobilität und auswärtige Verpflegung massgebend, wo die Ausbildung absolviert wer-
de. Demnach könne gerade nicht angenommen werden, die Verwirklichung der Ausbildungs-
kosten in bestimmter Höhe und insbesondere die nun tatsächlich anfallenden Auslagen im 
Zusammenhang mit der Grafikschule seien im Zeitpunkt des Abschlusses der Scheidungs-
konvention bestimmt voraussehbar gewesen oder eine grosse Wahrscheinlichkeit habe dafür 
gesprochen (act. 42 E. 5.3 und 5.3.1).

11.2 Der Beklagte macht geltend, die Vorinstanz gebe ihm diesbezüglich Recht. Für die Klägerin 
und J.________ sei längst klar gewesen, welches der Ausbildungsweg sein würde. Daran 
hätten keine Zweifel bestanden und dass J.________ diesen Weg auch "erreichen" würde, 
sei sehr wahrscheinlich gewesen. Indem die Klägerin dies im Scheidungsverfahren nicht vor-
gebracht habe, könne sie nun aufgrund dieser Tatsache keine Abänderung anbegehren. 
Auch wiederholt der Beklagte seinen Standpunkt, die Vorinstanz verkenne, dass unabhängig 
von der Art der Ausbildung gewisse Auslagen immer anfallen würden. Hätten die Parteien die 
Ausbildungssituation in der Scheidungsvereinbarung gänzlich unberücksichtigt lassen wollen, 
hätte man diesbezüglich einen Vorbehalt angebracht oder mit Hypothesen gearbeitet. So-
dann moniert der Beklagte, die Vorinstanz habe für ihre Begründung BGE 147 III 265 heran-
gezogen, unter Erwägung 6.1.3 aber ausgeführt, die neue Rechtsprechung sei bei der Abän-
derung von Unterhaltsbeiträgen nicht zu berücksichtigen. Die widersprüchliche Argumentati-
on der Vorinstanz setze sich in E. 5.3.3 fort. So habe er im vorinstanzlichen Verfahren vor-

Seite 22/42

gebracht, die Parteien hätten in Ziffer 1.6 der Scheidungsvereinbarung vereinbart, dass die 
Klägerin die Schulkosten und Auslagen für den öffentlichen Verkehr trage. Demgegenüber 
argumentiere die Vorinstanz, dass Ziffer 1.6 lediglich eine Standardklausel sei und beispiel-
haft typische, regelmässig anfallende Kinderkosten aufzähle, die vom Unterhaltsempfänger 
zu bezahlen seien. J.________ sei damals 14-jährig gewesen. Für sie seien keine Hort- oder 
Krippenkosten angefallen. Daher, so die Vorinstanz, könne aus Ziffer 1.6 nicht abgeleitet 
werden, die Ausbildungskosten seien bereits berücksichtigt worden. In E. 5.4 führe die Vor-
instanz unter anderem aus, der Beklagte habe in der Scheidungsvereinbarung ausdrücklich 
akzeptiert, dass er für den Barunterhalt der Kinder alleine aufkommen solle, obwohl die Klä-
gerin insbesondere durch die Zusprechung des nachehelichen Unterhalts einen Überschuss 
ausweise (act. 43 Rz 87 ff.).

11.3 Diese Vorbringen des Beklagten sind allesamt unbegründet. Erstens ist – wie bereits darge-
legt – nicht entscheidend, ob eine Tatsache vorhersehbar war. Entscheidend ist einzig, ob 
dieser Tatsache im Ursprungsentscheid bereits Rechnung getragen wurde (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018 E. 2.3). Eine Abänderung ist mithin auch 
dann denkbar, wenn noch so vorhersehbare Veränderungen im Ursprungsentscheid un-
berücksichtigt geblieben sind. Wie ausgeführt, wurden vorliegend gar keine Ausbildungskos-
ten in der Scheidungsvereinbarung berücksichtigt (E. 4.3). Diese Nicht-Berücksichtigung er-
folgte jedoch nicht deshalb, weil die Parteien davon ausgingen, J.________s Ausbildungs-
kosten seien aus dem Überschuss oder anderweitig zu bezahlen. Vielmehr wurden sie des-
halb nicht berücksichtigt, weil der Ausbildungsweg noch nicht mit genügender Sicherheit 
festgestanden hatte. Zweitens müssen, falls der Ausbildungsweg klar gewesen sein soll, bei-
de Parteien wissen, welches dieser Weg ist. Weiss dies nur eine Partei, kann nicht gesagt 
werden, diese Ausbildung bzw. die damit verbundenen Kosten seien berücksichtigt worden 
(E. 3.1). Drittens ist dem Beklagten entgegenzuhalten, dass – selbst wenn die Klägerin den 
Ausbildungsweg beim Abschluss der Scheidungsvereinbarung gekannt und verschwiegen 
hätte – dies die Abänderung nicht ausschliessen würde (dazu E. 3.1). Viertens legt der Be-
klagte auch nicht dar und ist nicht ersichtlich, dass oder weshalb die Klägerin damals den 
Ausbildungsweg tatsächlich bereits gekannt hat oder hätte gekannt haben sollen (E. 4.3).

11.4 Bezüglich der ausbildungsunabhängig anfallenden Kosten ist dem Beklagten entgegenzuhal-
ten, dass, wie von der Vorinstanz zutreffend dargelegt (act. 42 E. 5.3.1), Mobilitätskosten 
oder Kosten für auswärtige Verpflegung nicht zwingend, jedenfalls nicht zwingend immer im 
selben Umfang, anfallen (vgl. Art. 22 Abs. 2 BBG) oder die von J.________ zu tragenden 
Kosten für überbetriebliche Kurse je nach Art der Ausbildung variieren (vgl. Art. 345a Abs. 2 
OR, Art. 23 Abs. 4 BBG, Art. 21 Abs. 3 BVV). Die Ungewissheit über die tatsächlich anfallen-
den Kosten schliesst selbstverständlich nicht aus, dass sich die Parteien auf eine Pauschale 
hätten einigen können, womit die Unsicherheit über die tatsächliche Entwicklung beseitigt 
worden wäre. Dies haben aber die Parteien gerade nicht gemacht. Wie zudem bereits er-
wähnt, ist nicht erstellt, dass die Parteien bei Abschluss der Vereinbarung eine Auslegeord-
nung solcher Kosten, die bei jeder Art von Ausbildung anfallen, gemacht haben (dazu 
E. 7.2.2). Folglich ist auch nicht ersichtlich, inwiefern diesbezüglich mit Hypothesen hätte ge-
arbeitet werden können oder müssen. Müssten sämtliche Sachverhaltsentwicklungen, die im 
Ursprungsentscheid nicht berücksichtigt worden sind, explizit vorbehalten werden, würde die 
Aufzählung von Vorbehalten endlos. Damit wäre Eltern – insbesondere Eltern, die wie vorlie-
gend über (verhältnismässig) Kleinstbeträge streiten – kaum gedient gewesen.

Seite 23/42

11.5 Soweit der Beklagte kritisiert, die Vorinstanz habe auf BGE 147 III 265 abgestellt, obwohl sie 
erklärt habe, seit dem Ursprungsentscheid ergangene Rechtsprechungsänderungen seien 
nicht zu berücksichtigen, scheint er verschiedene Dinge zu vermengen. Was nämlich zum 
familienrechtlichen Existenzminimum von Kindern gehört(e), war vor BGE 147 III 265, mithin 
beim Abschluss der Scheidungsvereinbarung, nicht anders zu beurteilen als nach diesem Ur-
teil. Die Vorinstanz hätte also genauso ein anderes, älteres Bundesgerichtsurteil zitieren 
können. Dass die Vorinstanz zudem ausgeführt habe, die neue Rechtsprechung sei bei der 
Abänderung nicht zu berücksichtigen, ist aus dem Zusammenhang gerissen. Der Beklagte 
lässt aus, dass sich die Vorinstanz an der zitierten Stelle dazu geäussert hat, ob bei der An-
passung an die veränderten Verhältnisse – nicht jedoch bei der Frage nach dem Vorliegen 
eines Abänderungsgrundes – die Grundsätze der neuen Rechtsprechung zu beachten sind 
(dazu E. 14). Die Vorinstanz begründete einlässlich und überzeugend, weshalb die Schulkos-
ten nicht aus dem Überschuss zu bezahlen sind. Entgegen dem Beklagten versucht die Vor-
instanz nicht "zwanghaft, ein bestimmtes, ihr vorschwebendes Ergebnis zu begründen".

11.6 Worin schliesslich der Widerspruch liegen soll, den der Beklagte in E. 5.3.3 und E. 5.4 des 
angefochtenen Entscheids erkannt haben will, ist nicht nachvollziehbar. Der Beklagte be-
schränkt sich denn auch darauf, aus diesen Erwägungen zu zitieren, ohne argumentativ dar-
auf einzugehen. Insbesondere setzt er sich nicht mit dem Argument auseinander, dass es 
sich bei Ziffer 1.6 der Scheidungsvereinbarung ("Die Mutter verpflichtet sich, die regelmässig 
anfallenden Kinderkosten von J.________ [wie Alltagsbekleidung, Krankenkasse, Gesund-
heitskosten, Sport- und Musikkosten, Freizeitkurse, Sportbekleidung und -ausrüstung, aus-
serschulische Betreuung wie Hort- und/oder Krippenkosten, Schulkosten, Kosten für den öf-
fentlichen Verkehr, Handy, Taschengeld etc.] zu bezahlen") um eine Standardklausel handle, 
die beispielhaft typische regelmässig anfallende Kinderkosten aufzähle, die vom Empfänger 
des Barunterhalts zu bezahlen sind, weshalb daraus nicht abgeleitet werden könne, die Par-
teien hätten allfällige Ausbildungskosten bewusst nicht berücksichtigen wollen. Auf die Beru-
fung ist in diesem Punkt nicht einzutreten. Im Übrigen kann auf E. 4.3 (am Ende) sowie die 
zutreffende Erwägung der Vorinstanz (act. 42 E. 5.3.3) verwiesen werden.

12. Strittig ist weiter, ob im Bedarf der Klägerin Auslagen für auswärtige Verpflegung zu berück-
sichtigen sind.

12.1 Bei der Anpassung der Unterhaltsbeiträge berücksichtigte die Vorinstanz im familienrechtli-
chen Existenzminimum der Klägerin für auswärtige Verpflegung einen Betrag von monatlich 
CHF 220.00 bei einem 100%-Pensum. Die Vorinstanz führte aus, dass die Klägerin keine 
Mehrkosten belegt habe, spiele keine Rolle, weil ihr bereits in der Scheidungsvereinbarung 
nach Pensum abgestufte Auslagen für auswärtige Verpflegung zugestanden worden seien. 
Davon abgesehen sei belegt, dass die Klägerin bei ihrer Arbeitgeberin CHF 10.00 pro Mit-
tagessen bezahlen müsse (act. 42 E. 6.2.4.3).

12.2 Der Beklagte wendet ein, da die Klägerin in einem Hotellerie- und Restaurationsbetrieb arbei-
te, könne sie sich über ihre Arbeitgeberin vergünstigt verpflegen. Aufgrund dessen rechtferti-
ge es sich auch nicht, im familienrechtlichen Existenzminimum Kosten für auswärtige Ver-
pflegung von CHF 110.00 bzw. CHF 176.00 anzurechnen. Die Klägerin weise auch nicht 
nach, dass ihr Mehrkosten für auswärtige Verpflegung anfielen. Auch aus diesem Grund sei-

Seite 24/42

en keine Kosten hierfür zu berücksichtigen (act. 43 Rz 103). An anderer Stelle verweist der 
Beklagte "auf das zu J.________ Geschriebene" und führt ergänzend (erneut) aus, die Klä-
gerin habe nicht nachgewiesen, dass ihr Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung entstün-
den. Wie bereits ausgeführt, enthalte jeder Grundbetrag bereits einen substanziellen Anteil 
für Verpflegungskosten (rund 50 %). Inwiefern die Klägerin diesen Anteil aufbrauche, habe 
sie nicht nachgewiesen. Dementsprechend könnten ihr auch keine Kosten für auswärtige 
Verpflegung angerechnet werden (act. 43 Rz 119 viertes Lemma).

12.3 Der Beklagte setzt sich in der Berufung nur mit einer der Begründungen auseinander, und 
zwar mit den Mehrauslagen. Zur anderen – eigenständigen – Begründung der Vorinstanz, 
wonach der Klägerin in der Scheidungsvereinbarung bereits nach Pensum abgestufte Ausla-
gen zugestanden worden seien, äussert sich der Beklagte nicht. Auch der Verweis "auf das 
zu J.________ Geschriebene" nützt nichts, weil bei J.________ – im Unterschied zur Kläge-
rin – in der Scheidungsvereinbarung gerade keine Auslagen für auswärtige Verpflegung 
berücksichtigt wurden. Stützt sich nun aber ein angefochtener Entscheid auf mehrere 
selbständige Begründungen, die je für sich den Ausgang des Verfahrens bestimmen, so hat 
die Partei, die Berufung erhebt, darzulegen, dass jede dieser Begründungen Recht verletzt. 
Andernfalls kann auf die Berufung nicht eingetreten werden (vgl. BGE 138 III 728 E. 3.4). 
Mithin ist auf diese Rüge nicht einzutreten. Abgesehen davon begründet der Beklagte auch 
nicht substanziiert, weshalb Kosten von Mittagessen in Höhe von CHF 10.00 bei Erwachse-
nen keine Mehrauslagen darstellen sollen.

12.4 Der Ordnung halber bleibt festzuhalten, dass die Vorinstanz zutreffend darauf hinwies, dass 
die Parteien in der Scheidungsvereinbarung auswärtige Verpflegung einzig nach dem Pen-
sum abgestuft bereits angerechnet haben. Mithin hatten sich die Parteien darauf geeinigt, 
diese Kosten im Bedarf unabhängig davon zu berücksichtigen, ob Mehrauslagen anfallen. 
Dafür spricht im Übrigen auch, dass im Bedarf des Beklagten ebenfalls CHF 220.00 für aus-
wärtige Verpflegung einberechnet wurden, ohne dass er – soweit ersichtlich – Mehrauslagen 
nachgewiesen hatte.

13. Umstritten ist schliesslich, ab welchem Zeitpunkt die Unterhaltsbeiträge abzuändern sind.

13.1 Der Beklagte rügt, er habe vorinstanzlich eine rückwirkende Abänderungsklage geltend ge-
macht. Grundsätzlich wirke eine Abänderung von Scheidungsentscheiden ab Rechtshängig-
keit der Abänderungsklage. Eine Rückwirkung vor den Zeitpunkt der Rechtshängigkeit sei je-
doch aus besonderen Gründen zulässig, und zwar zum Beispiel, wenn sich eine Partei treu-
widrig verhalte. Eine solche Treuwidrigkeit sei hier gegeben. Am 24. Mai 2022 habe im vor-
instanzlichen Verfahren die Hauptverhandlung stattgefunden. Zu diesem Zeitpunkt habe die 
Klägerin bereits um ihre neue Anstellung gewusst. Sie habe am 2. Juni 2022 ihren Arbeits-
vertrag mit der O.________ AG unterzeichnet. Gleichentags solle sie auch das Vorstellungs-
gespräch dort gehabt haben. Wenn die Klägerin derart spontan den neuen Arbeitsvertrag un-
terzeichnet habe, hätte sie gar keine Möglichkeit gehabt, ihren Arbeitsvertrag mit der 
P.________ AG zu kündigen, da die Kündigungsfrist gemäss Gesamtarbeitsvertrag im ersten 
Dienstjahr mindestens einen Monat betrage. Es scheine daher nicht glaubhaft, dass sie 
spontan am 2. Juni 2022 den Arbeitsvertrag mit der O.________ AG unterzeichnet habe. 
Vielmehr habe sie schon früher und zwar zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung gewusst, 
dass sie eine neue Anstellung erhalten würde. Sie habe es vorgezogen, der Vorinstanz und 

Seite 25/42

dem Beklagten hievon nichts mitzuteilen. Stattdessen habe sie sich an dem vom Beklagten 
bezahlten Unterhalt bereichert, auf den sie keinen Anspruch mehr gehabt habe. Eine rück-
wirkende Abänderung auf den 1. Juli 2022 sei daher gerechtfertigt (act. 43 Rz 110).

13.2 Was der Beklagte mit seinen Vorbringen zur Rückwirkung meint, ist unverständlich. Insbe-
sondere legt er nicht dar, wo und inwiefern die Vorinstanz diesbezüglich von seinen Anträgen 
im erstinstanzlichen Verfahren abgewichen ist. Die Vorinstanz hat auf das tatsächliche Ein-
kommen der Klägerin der Monate Juli und August 2022 abgestellt (act. 42 E. 6.8.2). Abgese-
hen davon verhielt sich die Klägerin aber ohnehin nicht treuwidrig. Dass die Klägerin nämlich 
am 24. Mai 2022 über ihre neue Anstellung bereits Bescheid gewusst hat, ist unwahrschein-
lich. Wie die Klägerin in der Berufungsantwort nachvollziehbar entgegnet (act. 57 Rz 35), ist 
allgemein bekannt, dass in der Hotel- und Gastronomiebranche (auch) zur fraglichen Zeit 
Personalmangel herrschte. Es ist folglich ohne Weiteres nachvollziehbar und bewiesen, dass 
ein Arbeitsvertrag noch am Tag des Vorstellungsgesprächs (2. Juni 2022) unterzeichnet 
wurde und die Klägerin an der Hauptverhandlung (24. Mai 2022) noch nichts von dieser An-
stellung wusste. Die Klägerin legte sogar eine E-Mail des Chefs de Service des O.________, 
Q.________, vom 15. August 2022 ins Recht, worin dieser bestätigte, dass das Vorstel-
lungsgespräch am 2. Juni 2022 stattgefunden hat. Dass auf der Homepage des O.________ 
am 10. Oktober 2022 ein anderer Chef de Service aufgeführt war (vgl. der Einwand des Be-
klagten vor erster Instanz [act. 34 Rz 23]), ändert an der Echtheit und Richtigkeit dieser E-
Mail selbstverständlich nichts. Dass der Arbeitsvertrag vor Durchführung des Vorstellungsge-
sprächs unterzeichnet wurde, wie der Beklagte suggeriert, ist nicht vorstellbar.

14. Der Beklagte stellt sich sodann auf den Standpunkt, bei der Aktualisierung des Unterhaltsbei-
trages hätte die Vorinstanz auf die seit dem Ursprungsentscheid geänderte Rechtsprechung 
abstellen müssen.

14.1 Die Vorinstanz hielt dazu fest, in der Lehre und Rechtsprechung herrsche Einigkeit darüber, 
dass Änderungen in der bundesgerichtlichen Praxis grundsätzlich keine Abänderungsgründe 
darstellten. Büchler/Raveane würden gestützt auf einen Entscheid des Bundesgerichts aus-
führen, die neue Rechtsprechung (Schulstufenmodell, Aufgabe der 45-Jahr-Regel, Berech-
nungsmethode usw.) finde in allen nach Änderung der Bundesgerichtspraxis rechtshängigen 
Abänderungsverfahren Anwendung, obschon die bundesgerichtliche Praxis keinen Abände-
rungsgrund darstelle; es sei auch dann nicht mehr auf die alten Grundsätze abzustellen, 
wenn diese dem Ursprungsentscheid oder der abgeschlossenen Scheidungskonvention zu-
grunde lägen. Den Parteien stehe es gemäss Büchler/Raveane zwar frei, bewusst von der 
neuen Bundesgerichtspraxis abzuweichen und die altrechtlichen Regeln anzuwenden. Dies 
setze aber voraus, dass sie von der neuen Praxis tatsächlich Kenntnis hätten, was natur-
gemäss nicht der Fall sei, wenn die neue Rechtsprechung im Vereinbarungszeitpunkt noch 
gar nicht ergangen sei. Diese Ansicht, so die Vorinstanz, sei abzulehnen, weil das Abände-
rungsverfahren keine Korrektur oder Revision des Ursprungsentscheids bezwecke, sondern 
dessen Anpassung an die veränderten Verhältnisse. Mit anderen Worten gehe es einzig dar-
um, seit dem Ursprungsentscheid ergangene tatsächliche Veränderungen nachzuvollziehen, 
um zu verhindern, dass zwischen den Betroffenen ein unzumutbares Ungleichgewicht ent-
stehe. Die Anpassung eines früheren Entscheids an die neuste Praxis sei demgegenüber 
nicht Zweck eines Abänderungsverfahrens. Müsste aber – wenn (auf der ersten Stufe) ein 
Abänderungsgrund gegeben sei – automatisch und zwingend auf der zweiten Stufe die neu-

Seite 26/42

este bundesgerichtliche Praxis angewendet werden, so hätte dies regelmässig eine Revision 
des Ursprungsentscheids zur Folge. Es fehle am Kausalzusammenhang zwischen der Ver-
änderung von Tatsachen und der (einzig) in Anwendung der geänderten Rechtsprechung er-
folgten Anpassung des Ursprungsentscheids. Büchler/Raveane würden denn auch selbst an-
fügen, der Umstand, dass eine neue bundesgerichtliche Praxis keinen materiellen Abände-
rungsgrund darstelle, jedoch in einem Abänderungsverfahren zu beachten sei, stehe in ei-
nem scheinbar unauflöslichen Spannungsverhältnis, und es sei zu befürchten, dass benach-
teiligte Ehegatten nach Abänderungsgründen suchen würden, um die neue Rechtsprechung 
doch noch zur Anwendung zu bringen. Gemäss Büchler/Raveane hätten die Gerichte sol-
chen Bestrebungen grundsätzlich einen Riegel zu schieben. Deshalb sei auf die Praxis ab-
zustellen, wie sie im Zeitpunkt des Scheidungsentscheids der Parteien (11. September 2020) 
gegolten habe (act. 42 E. 6.1.3).

14.2 Der Beklagte wendet ein, weder die Vorinstanz noch das Buch von Oberrichter Staub, des-
sen Haltung die Vorinstanz im Wesentlichen übernommen habe, hätten sich – "so schein[e] 
es" – mit dem Urteil des Bundesgerichts 5A_347/2019 vom 9. April 2020 auseinandergesetzt. 
In diesem Urteil führe das Bundesgericht unter E. 3.3.3 aus, dass das Schulstufenmodell 
grundsätzlich sofort und überall anwendbar sei, d.h. es nicht nur für künftige, sondern für al-
le im Zeitpunkt der Änderung hängigen Fälle gelten würde. Dem Beklagten erschliesse sich 
nicht, weshalb dieser Entscheid nicht zur Anwendung gelangen solle. Demzufolge sei die seit 
dem Ursprungsentscheid ergangene bundesgerichtliche Rechtsprechung sehr wohl bei der 
Abänderung des Ursprungsentscheids zu berücksichtigen und umzusetzen (act. 43 Rz 111-
115).

14.3 Diese Kritik genügt den Anforderungen an eine Berufungsbegründung (vgl. vorne E. 2.3) 
nicht. Statt sich mit den einlässlichen Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen, 
verweist der Beklagte bloss pauschal auf ein Bundesgerichtsurteil, das die Vorinstanz ver-
meintlich noch nicht berücksichtigt habe. Weshalb dieses Urteil vorliegend einschlägig sein 
soll und welche Erkenntnis die Vorinstanz daraus hätte gewinnen sollen, legt der Beklagte 
nicht dar. Ein solcher Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung könnte höchstens 
dann als Berufungsbegründung genügen, wenn sich daraus eine klare, dem erstinstanzlichen 
Entscheid entgegenstehende Rechtsprechung ergeben würde. Dies ist vorliegend aber nicht 
der Fall.

14.3.1 Im Bundesgerichtsurteil 5A_347/2019 wird zwar festgehalten, die neue Rechtsprechung zur 
Anwendung des Schulstufenmodells sei grundsätzlich sofort und überall anwendbar, d.h. sie 
gelte nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung hängigen Fälle. Die-
ser Standpunkt wird aber nicht begründet. Es wird bloss auf ein anderes Urteil (5A_830/2018 
vom 21. Mai 2019) verwiesen, wo wiederum auf frühere Urteile verwiesen wird, die ihrerseits 
auf frühere Urteile verweisen. Folgt man den Verweisungen, gelangt man zu Urteilen der öf-
fentlich-rechtlichen Abteilungen (so etwa BGE 132 II 153). Keines der zitierten Urteile handelt 
von Abänderungsverfahren. Die Frage der Anwendung der neuen Rechtsprechung auf 
Abänderungsverfahren ist ausschliesslich im Urteil 5A_347/2019 Thema, das sich mit den 
sich in diesem Zusammenhang stellenden Problemen – und namentlich mit den von der Vor-
instanz angesprochenen Aspekten – nicht befasst. Mithin lässt sich aus diesem Urteil in Be-
zug auf die Grundsatzfrage, ob eine geänderte Rechtsprechung in einem Abänderungsver-
fahren zu berücksichtigen ist oder nicht, keine Erkenntnis gewinnen. Im Übrigen ist zu 

Seite 27/42

berücksichtigen, dass das Bundesgericht in diesem Fall über die besondere Konstellation zu 
urteilen hatte, dass die Rechtsprechung exakt während der laufenden Rechtsmittelfrist geän-
dert hatte und sich die Parteien zuvor im Rahmen eines Vergleichs über die Abänderung ge-
einigt hatten. Da der Entscheid zudem nicht in die amtliche Sammlung der publizierten Ent-
scheide aufgenommen wurde, ist – insbesondere in Kombination mit dem Fehlen einer ein-
lässlichen Begründung – davon auszugehen, dass das Bundesgericht damit keine Praxis be-
gründen wollte, sondern in erster Linie einen Einzelfallentscheid gefällt hat.

14.3.2 Ein Grundsatzentscheid des Bundesgerichts zur Frage, ob eine geänderte Rechtsprechung 
im Verfahren um Abänderung eines Scheidungsurteils zu berücksichtigen ist, fehlt bis heute. 
Das Bundesgericht hat etwa zuletzt in seinem Urteil 5A_378/2021 vom 7. September 2022 
mangels entsprechender Rüge der Parteien die Frage ausdrücklich offengelassen, ob die 
Anwendung der neuen zweistufigen Methode im Abänderungsentscheid zulässig war, nach-
dem im Ursprungsentscheid die einstufige Methode angewendet worden war (a.a.O. E. 5). 
Eine klare Rechtsprechung des Bundesgerichts, die dem angefochtenen Entscheid entge-
gensteht, ist somit nicht erkennbar und ergibt sich insbesondere nicht aus dem vom Beklag-
ten erwähnten Urteil. Vielmehr ist die Rechtslage in dieser Hinsicht unklar. Bei dieser Aus-
gangslage wäre eine eingehende Auseinandersetzung mit der im angefochtenen Entscheid 
dargelegten Rechtsauffassung der Vorinstanz unerlässlich gewesen, was der Beklagte – wie 
erwähnt – versäumt hat. 

14.4 Darüber hinaus geht der Beklagte auch mit keinem Wort darauf ein, worin vorliegend über-
haupt die Relevanz dieser rechtlichen Frage liegt, inwiefern also der angefochtene Entscheid 
anders hätte ausfallen müssen, wenn die Vorinstanz diese Frage anders beantwortet hätte. 
Auf die Berufung ist daher in diesem Punkt nicht einzutreten. 

14.5 Doch selbst wenn auf die Berufung in diesem Punkt einzutreten wäre, wäre ihr diesbezüglich 
kein Erfolg beschieden. Gemäss der erwähnten Passage aus dem Bundesgerichtsurteil ist 
für die Nicht-Berücksichtigung einer Praxisänderung ein "bewusstes Abweichen" der Parteien 
von einer Gerichtspraxis erforderlich, was jedoch gegenüber künftigen Praxisänderungen ge-
rade nicht möglich sei (vgl. Urteil 5A_347/2019 vom 9. April 2020 E. 3.3.3). Diese Passage 
ist auch deshalb nicht verallgemeinerungsfähig, weil es keine (gesetzliche) Grundlage gibt, 
die ein "bewusstes Abweichen" voraussetzen würde.

Zunächst einmal wäre ein solches Kriterium nicht praktikabel, da oft gar nicht eruiert werden 
kann, ob überhaupt von einer Praxis abgewichen wurde (z.B. bei der Festlegung bestimmter 
Betreuungsanteile) und ob dies bewusst geschah. Zudem würde das bewusste Abweichen 
voraussetzen, dass die Parteien die jeweilige Rechtsprechung kennen. Entscheidend ist nun 
aber, dass die Parteien mit dem Abschluss einer Vereinbarung gerade eine Unsicherheit be-
seitigen wollten. Dies setzt gerade nicht voraus, dass die Parteien die Rechtslage und den 
Sachverhalt kennen oder vollständig kennen. Eine solche Vereinbarung wird nicht deshalb 
fehlerhaft oder unangemessen, bloss weil sie später aufgrund geänderter Rechtsprechung – 
womöglich – anders ausgefallen wäre. Das Abänderungsgericht darf und muss dem Ur-
sprungsentscheid unkritisch folgen. Selbst "fehlerhafte" Urteile können nicht mittels Abän-
derung korrigiert werden. Zweck der Abänderung ist nicht die Korrektur des Ursprungsent-
scheids (statt Vieler: BGE 138 III 289 E. 11.1.1). Zu einer Korrektur käme es aber gerade 
dann, wenn die neue Rechtsprechung angewandt würde. Der Grundsatz, dass die Wertun-

Seite 28/42

gen des Ursprungsentscheids zu übernehmen sind, gilt demnach auch punkto (geänderter) 
Rechtsprechung (so auch Spycher, a.a.O., N 09.24 mit Beispielen). Die Aktualisierung ist 
daher – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – nach der Rechtsprechung, wie sie im Zeit-
punkt des Ursprungsentscheids galt, vorzunehmen.

15. Der Beklagte macht weiter geltend, gestützt auf seine "vorstehenden Ausführungen" in der 
Berufungsschrift würden sich andere als die von der Vorinstanz festgelegten Unterhaltsbe-
rechnungsphasen ergeben (act. 43 Rz 116 f.).

Abgesehen davon, dass der Beklagte nicht darlegt, aus welchen "vorstehenden Ausführun-
gen" er konkret welche Schlussfolgerungen für die Phasen der Unterhaltsberechnung zieht, 
ist dazu anzumerken, dass seinen Ausführungen – mit Ausnahme der Rüge in Bezug auf die 
Höhe der Schulkosten – nicht gefolgt werden konnte. Die Schulkosten sind im Hinblick auf 
die Phasenbildung aber offenkundig nicht relevant, sodass diesem Einwand die Grundlage 
entzogen ist. Darauf ist folglich nicht weiter einzugehen.

16. Umstritten ist weiter, ob der Klägerin in ihrem Bedarf für die Fahrt zum Arbeitsplatz Auto- und 
Parkplatzkosten anzurechnen sind. 

16.1 Die Vorinstanz mass dem Auto der Klägerin Kompetenzcharakter zu. Zur Begründung führte 
sie aus, Kompetenzqualität habe das Auto unter anderem, wenn es für die betreffende Partei 
und dessen Familie zur Ausübung des Berufs notwendig sei. Dies sei dann der Fall, wenn 
die Partei entweder verpflichtet sei, einen eigenen Wagen zur Arbeit mitzubringen, oder sie 
wegen des langen Arbeitsweges eines solchen bedürfe. Die blosse Zeitersparnis führe aller-
dings noch nicht dazu, dass einem Auto Kompetenzcharakter zukomme. Vielmehr müsse die 
Benützung öffentlicher Verkehrsmittel unmöglich oder unzumutbar sei, beispielsweise weil 
überhaupt kein öffentlicher Verkehr existiere, weil Anfang und Ende der Arbeit (z.B. Nacht- 
und Schichtarbeit) auf Zeiten fielen, zu denen der öffentliche Verkehr nicht fahre, oder weil 
die Zeitersparnis pro Weg mindestens eine halbe Stunde betrage und morgens und abends 
Betreuungspflichten wahrgenommen werden müssten. Beim Arbeitsweg der Klägerin handle 
es sich um einen Grenzfall. Gemäss Google Maps dauere dieser von Tür zu Tür mit dem Au-
to je nach Tageszeit und Route 22 bis 30 Minuten, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln je 
nach Verbindung zwischen 56 und 65 Minuten. Die Zeitersparnis pro Weg betrage demnach 
zwischen rund 25 und 40 Minuten. Die Klägerin mache [zudem] geltend, an den meisten Ar-
beitstagen stets eine Zimmerstunde von zwei bis zweieinhalb Stunden zu haben. Werde ihr 
ein Auto angerechnet, könne sie während der Zimmerstunden für immerhin gut eine Stunde 
nach Hause. Auf die behauptete Zeitersparnis gehe der Beklagte nicht ein. Sodann gelte es 
zu berücksichtigen, dass die Klägerin gegenüber ihren beiden Kindern Betreuungspflichten 
wahrzunehmen habe. Daran ändere nichts, dass K.________ nur jede zweite Woche von der 
Klägerin betreut werde. Unter diesen Umständen sei es angemessen, dem Auto der Klägerin 
Kompetenzcharakter zuzubilligen (act. 42 E. 6.2.4.1). Die Vorinstanz rechnete der Klägerin 
ab Juli 2022 CHF 300.00 pro Monat an.

16.2 Der Beklagte rügt, Kompetenzcharakter komme einem Privatfahrzeug nur zu, wenn das 
Fahrzeug für den Arbeitsweg, mithin zur Ausübung des Berufs, notwendig sei. Die Klägerin 
sei zur Ausübung ihres Berufs nicht auf ein Fahrzeug angewiesen. Die Vorinstanz führe 

Seite 29/42

selbst aus, dass der Arbeitsort mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sei (act. 43 Rz 119 
zweites Lemma).

16.3 Zu Recht ist unbestritten, dass Autokosten nur berücksichtigt werden können, wenn dem 
Auto Kompetenzqualität zukommt und es zur Ausübung des Berufs notwendig ist (vgl. Art. 92 
Abs. 1 Ziff. 3 SchKG). Dem Beklagten ist aber entgegenzuhalten, dass eine signifikante Zeit-
ersparnis – trotz Erreichbarkeit des Arbeitsortes mit öffentlichen Verkehrsmitteln – den Kom-
petenzcharakter eines Autos ebenfalls begründen kann. Es darf sich lediglich nicht um eine 
blosse Zeitersparnis handeln, sondern sie muss derart sein, dass die Benützung öffentlicher 
Verkehrsmittel geradezu als unzumutbar erscheint (vgl. Vonder Mühll, Basler Kommentar, 
3. A. 2021, Art. 92 SchKG N 23 mit Hinweisen). Der Beklagte bestreitet die Zeitersparnis von 
durchschnittlich über einer halben Stunde pro Weg nicht. Ebenso wenig bestreitet er, dass 
die Klägerin in den Zimmerstunden nach Hause fährt, insbesondere wenn K.________ bei ihr 
ist. Folglich ist erwiesen, dass die Klägerin den Arbeitsweg pro Tag durchschnittlich mehr als 
zweimal zurücklegt, sodass von einer Zeitersparnis von ermessensweise eineinhalb Stunden 
pro Arbeitstag auszugehen ist. Hinzu kommt, dass die Klägerin gegenüber ihren zwei Kin-
dern betreuungspflichtig ist. Daran ändert im Grundsatz nichts, dass J.________ im Juli 2022 
bereits 16 Jahre alt war und der damals 11-jährige K.________ nur jede zweite Woche von 
der Klägerin betreut wird (vgl. act. 1/2 S. 11). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass ein 
Nach-Hause-Gehen während der Zimmerstunde unbestrittenermassen nur mit dem Auto 
möglich ist, da die Zeit bei Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel zu knapp ist. Da nicht 
behauptet wurde und nicht ersichtlich ist, dass die Klägerin an ihrem Arbeitsort über einen 
persönlichen Ruhe- oder Pausenraum bzw. ein Zimmer verfügt, ist es überdies naheliegend, 
dass sie – insbesondere in kälteren Jahreszeiten – ihre Zimmerstunde zuhause verbringt. 

16.4 Gestützt auf diesen Sachverhalt ist die Kompetenzqualität des Autos zu beurteilen. Dabei 
handelt es sich um einen Ermessensentscheid und – wie die Vorinstanz zu Recht ausführte – 
um einen Grenzfall. Vorliegend besteht für das Obergericht keinen Anlass, in diesen Ermes-
sensentscheid der Vorinstanz einzugreifen (dazu E. 8.5), ist doch dieser wohl durchdacht 
und vertretbar: Bei durchschnittlich mehr als zwei Fahrten pro Tag zum bzw. vom Arbeits-
platz, einer Zeitersparnis pro Fahrt von durchschnittlich über einer halben Stunde, Betreu-
ungspflichten gegenüber zwei – zwar bereits älteren – Kindern, einem 100%-Pensum und 
Zimmerstunden ohne Zimmer vor Ort ist es angemessen, den Kompetenzcharakter des Au-
tos zu bejahen.

16.5 Der Beklagte rügt weiter, die Parteien hätten in der abgeschlossenen Scheidungsvereinba-
rung gewusst, dass die Klägerin einer Erwerbstätigkeit werde nachgehen müssen. Dass die 
Klägerin gleich neben oder an ihrem Wohnort eine entsprechende Anstellung finden würde, 
sei zwar nicht ausgeschlossen, doch eher unwahrscheinlich. Die Parteien hätten der Klägerin 
auch keine Kosten für den öffentlichen Verkehr angerechnet. Man sei dementsprechend da-
von ausgegangen, dass die Parteien ihre Kosten für den Arbeitsweg aus dem Überschuss zu 
bezahlen hätten (act. 43 Rz 119 zweites Lemma). 

Diese Rüge geht fehl. Wie die Klägerin zutreffend ausführt (act. 57 Rz 41), war beim Ab-
schluss der Vereinbarung schlicht unklar, ob überhaupt und gegebenenfalls welche Mobi-
litätskosten anfallen würden, wenn die Klägerin wieder arbeitete. Von einer bewussten Ent-
scheidung der Parteien, etwelche (etwaige) Mobilitätskosten aus dem Überschuss zu bezah-

Seite 30/42

len, kann keine Rede sein. Dies ergibt sich auch aus dem Vergleichsvorschlag des Referen-
ten im damaligen Scheidungsverfahren vom 6. Juli 2020. Die Autokosten wurden dort des-
halb nicht separat berücksichtigt und waren aus dem Überschuss zu bezahlen, weil es [da-
mals] an der Kompetenzqualität fehlte ("mangels Kompetenzcharakter"; act. 34/20 S. 8). Die 
Kompetenzqualität war mithin das entscheidende Kriterium.

16.6 Gegen die Höhe der Autokosten wendete der Beklagte nichts ein. Da dem Auto, wie vorste-
hend gezeigt, Kompetenzcharakter zukommt, berücksichtigte die Vorinstanz die – in der 
Höhe ebenfalls unbestritten gebliebenen – Parkplatz- bzw. Garagenkosten von CHF 130.00 
im Monat zu Recht im Bedarf der Klägerin. Der Einwand des Beklagten, es seien keine Park-
platz- bzw. Garagenkosten zu berücksichtigen (act. 43 Rz 119 drittes Lemma), geht somit 
fehl.

17. Weiter wendet der Beklagte ein, sowohl für J.________ und K.________ seien aufgrund der 
neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung Steueranteile auszuscheiden (act. 43 Rz 119 
fünftes Lemma).

17.1 Dieser Einwand ist unbegründet. Die Vorinstanz ging davon aus, dass bei der Aktualisierung 
der einzelnen Bedarfspositionen die mittlerweile geänderte Rechtsprechung nicht zu berück-
sichtigen ist. Auf die dagegen gerichtete Rüge des Beklagten konnte mangels ausreichender 
Begründung nicht eingetreten werden (vorne E. 14), weshalb es damit sein Bewenden hat.

17.2 Doch selbst wenn die Steueranteile für die Kinder ausgeschieden würden, würde dies im Er-
gebnis aus Sicht des Beklagten (für dessen Unterhaltslast) nichts Wesentliches ändern: Der 
Bedarf der Kinder würde sich vergrössern, während ihr Anspruch auf Beteiligung am Über-
schuss abnehmen würde. Der Beklagte legt nicht dar, dass er bei Nicht-Ausscheidung der 
Steueranteile beschwert ist. Eine Beschwer ist denn auch nicht ersichtlich, wie folgende Be-
rechnung zeigt (Werte und Berechnung beruhen auf Zahlen und Berechnungsmethoden 
gemäss vorinstanzlichem Entscheid [act. 42 E. 6.2.2 und 6.8.2], wobei in der zweiten Tabelle 
die Steueranteile von CHF 60.00 für J.________ und CHF 50.00 für K.________ ausge-
schieden wurden und im Bedarf der Parteien je CHF 55.00 weniger berücksichtigt wurde):

Ohne Ausscheiden separater Steueranteile für Kinder:

Klägerin Beklagter J.________ K.________ Total
Bedarf  CHF   4'299  CHF   3'829  CHF   1'618  CHF   1'938  CHF 11'684 
Einkommen  CHF   5'283  CHF 11'900  CHF     304  CHF     300  CHF 17'787 
Überschuss  CHF     984  CHF   8'071  CHF  -1'314  CHF  -1'638  CHF  6'103 
Überschussanteil  CHF   2'034  CHF   2'034  CHF   1'017  CHF   1'017  CHF  6'103 
    beschränkt  CHF   1'840  CHF     920  CHF     920 
Unterhalt  CHF     856  CHF  -3'743  CHF   1'929  CHF     958  CHF         - 

Mit Ausscheiden separater Steueranteile für Kinder:

Klägerin Beklagter J.________ K.________ Total
Bedarf  CHF   4'244  CHF   3'774  CHF   1'678  CHF   1'988  CHF 11'684 
Einkommen  CHF   5'283  CHF 11'900  CHF     304  CHF     300  CHF 17'787 
Überschuss  CHF   1'039  CHF   8'126  CHF  -1'374  CHF  -1'688  CHF  6'103 

Seite 31/42

Überschussanteil  CHF   2'034  CHF   2'034  CHF   1'017  CHF   1'017  CHF  6'103 
    beschränkt  CHF   1'840  CHF     920  CHF     920 
Unterhalt  CHF     801  CHF  -3'798  CHF   1'989  CHF   1'008  CHF         - 

Ohne Ausscheiden der Steueranteile bezahlt der Beklagte einen Unterhalt von insgesamt 
CHF 3'743.00, mit Ausscheiden der Steueranteile sogar einen solchen von CHF 3'798.00, 
mithin CHF 55.00 mehr pro Monat. Wenn die Steueranteile ab Erreichen der Volljährigkeit 
des jeweiligen Kindes entfallen, würde zwar die Unterhaltslast des Beklagten um CHF 55.00 
pro Monat abnehmen (wenn beide Kinder volljährig sind), was sich aber ungefähr aufwiegt 
mit den Mehraufwendungen für die Zeit vor Eintritt der Volljährigkeit. Mithin ist die Berufung 
auch in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

18. Der Beklagte ist der Ansicht, die Vorinstanz habe bei J.________ zu Unrecht bloss auf ein 
Einkommen von CHF 300.00 abgestellt und weitere Einkommensquellen nicht erwogen.

18.1 Die Vorinstanz rechnete J.________ ein Einkommen von CHF 300.00 an (Familienzulagen). 
Die Behauptung des Beklagten, auf J.________s Jugendsparkonto würde Aktienhandel be-
trieben, verwarf die Vorinstanz als unsubstanziiert. Zudem führte sie aus, es könne wohl 
kaum von Aktienhandel die Rede sein, wenn im Zeitraum von einem Jahr gerade einmal zwei 
Gutschriften aus Aktienverkäufen – un