# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79b1c984-c9fa-558b-834a-68be1e2cecaf
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.11.2018 725 18 182 / 308
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-18-182---308_2018-11-08.html

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 8. November 2018 (725 18 182 / 308)
 
Unfallversicherung  

Würdigung der Arztberichte in Bezug auf eine Integritätsentschädigung  

	
Besetzung  
	

Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller  
  

	
Parteien  
	
A.____, Beschwerdeführer  

	

	

gegen  

	

	
Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerdegegnerin  

	

	

	

	

	
Betreff  
	
Leistungen  

A. Der 1978 geborene A.____ arbeitet seit Januar 2014 als Bauarbeiter bei der B.____ AG und war im Rahmen dieser Tätigkeit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 13. Februar 2015 erlitt A.____ einen Arbeitsunfall. Gemäss Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 16. Februar 2015 sei am 13. Februar 2015 auf einer Baustelle ein 12 kg schwerer Backstein aus einer Höhe von 6 oder 7 Metern auf den Beschwerdeführer gefallen. Gemäss Bericht der Notfallstation des C.____-Spitals erlitt A.____ eine 10 cm lange Riss-, Quetschwunde von der Stirn bis über die Nasenwurzel sowie eine Prellung am linken Kniegelenk ohne ossäre Läsion. Zur Zeit des Unfalls habe A.____ einen Schutzhelm getragen. In der Folge wurde eine Commotio cochleae et labyrinthi diagnostiziert. Ab 16. Dezember 2015 nahm er seine Tätigkeit nach und nach wieder auf, bis er am 12. September 2016 wieder zu 100% arbeitstätig war. Mit Verfügung vom 16. November 2017 sprach die Suva A.____ eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 15% zu. Eine dagegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 30. April 2018 ab.  
  
B. Mit Schreiben vom 29. Mai 2018 erhob A.____ Beschwerde am Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte sinngemäss die Ausrichtung einer höheren Integritätsentschädigung.  
  
C. Mit Vernehmlassung vom 23. August 2018 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde.  
   
Das Kantonsgericht zieht in Erwägung:  

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in D.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten ist demnach einzutreten.  

2.1 Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend der Einspracheentscheid der Suva vom 30. April 2018, mit welchem die Zusprache einer Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15% bestätigt wurde. Streitig und zu prüfen bleibt demnach, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung hat.  

2.2 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang gegeben ist.  

3.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2).  

3.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 2a; Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet.  

3.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a mit Hinweis).  

3.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).  

4. Die Suva sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. November 2017 eine Integritätsentschädigung von 15% und damit den Betrag von Fr. 18‘900.-- zu. Mit Einspracheentscheid vom 30. April 2018 hat die Suva ihre Verfügung vom 16. November 2017 bestätigt und eine dagegen erhobene Einsprache abgewiesen. Sie stützte sich dabei auf folgende ärztlichen Berichte:  

4.1 Mit Bericht vom 22. Februar 2016 hält dipl. psych. E.____ als Diagnose eine Anpassungsstörung mit Angst- und depressiver Reaktion gemischt fest. Sie führt aus, dass der Beschwerdeführer nach dem Arbeitsunfall Angst, Depression, Ärger, Anspannung und Schlafstörungen entwickelt habe, die aus medizinischer Sicht, Tinnitus, Kopfschmerzen und Schwindel erzeugt hätten. Im Weiteren führte sie aus, dass der Beschwerdeführer mit seiner Familie vor kurzem aus Italien in die Schweiz umgezogen sei und die Integrationsfrage für die ganze Familie, Ehefrau und drei Kinder, immer noch eine grosse Belastung sei. Die Situation bezüglich Schlafprobleme und Ärger wie auch das emotionale Klima in der Familie habe sich zwischenzeitlich verbessert. Der Beschwerdeführer gehe motiviert seiner Arbeit nach, wobei wegen des Schwindels sein Einsatz auf der Baustelle nicht unproblematisch sei.  

4.2 Mit Arztbericht vom 6. September 2017 erhob die Suva-Arbeitsmedizinerin Dr. med. F.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, als Befund eine peripher vestibulo-choleäre Funktionsstörung rechts als Folge eines Unfallereignisses am 13. Februar 2015 mit commotio choleäre et labyrinthi. Sie schätze den Integritätsschaden auf 5% bei Tinnitus rechts und 10% bei Störung des Gleichgewichtssystems rechts, gesamthaft 15%.  

Nach einer Untersuchung am 9. Januar 2018 berichtet Dr. F.____, dass der Beschwerdeführer ihr mitgeteilt habe, dass er sein 100%-Arbeitspensum in seinem angestammten Beruf als Bauarbeiter wieder aufgenommen habe. Er beklage nach wie vor ein rechtsseitiges Ohrgeräusch, welches vor allem in Ruhe als störend empfunden werde und ihn öfters am Einschlafen hindere. Auch seine Konzentration sei dadurch gestört. Drehschwindelbeschwerden würden nur noch selten auftreten und wenn ja, dann bei Dunkelheit. Die neuro-othologische Untersuchung vom 6. September 2017 habe eine Hörminderung rechts entsprechend einem Hörverlust von 38% dokumentiert. Gemäss Tabelle TA12 der Suva resultiere daraus kein unfallbedingter entschädigungspflichtiger Gehörsschaden. Es bestehe ein schwerer Tinnitus seit dem Unfallereignis, weshalb entsprechend Tabelle TA13 dafür eine Integritätsentschädigung von 5% empfohlen werde. Des Weiteren bestehe eine peripher vestibulo-chochleäre Funktionsstörung rechts, welche zentral jedoch vollständig kompensiert sei. Gestützt auf Tabelle TA14 der Suva werde deshalb eine Integritätsentschädigung von 10% empfohlen. Insgesamt ergebe dies einen unfallbedingten entschädigungspflichtigen Integritätsschaden von 15%. Aus fachärztlicher Sicht werde die Fortsetzung der Arbeitstätigkeit in einem 100%-Pensum im angestammten Beruf als Bauarbeiter weiterhin als zumutbar erachtet. Bei jeweils subjektivem Auftreten von Schwindelbeschwerden sollten jedoch Arbeiten mit Absturzgefahr unterbleiben.  
  
4.3 Der Suva-Versicherungsmediziner PD Dr. med. G.____, FMH Neurologie, hält mit Arztbericht vom 20. März 2018 fest, dass eine strukturelle Hirnschädigung bilddiagnostisch nicht vorliege, neurologische Beschwerden könnten auf organischer Grundlage über die ORL- bzw. HNO-Fachgebiete hinaus objektivierte Hörminderung mit Tinnitus-Beschwerdeangaben nicht erklärt bzw. nachvollzogen werden. Aus neurologischer Sicht bestehe deshalb kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.  

4.4 Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, führt mit ärztlicher Beurteilung vom 2. April 2018 aus, dass der Tinnitus und auch der chronische Schwindel das soziale Leben und den Schlaf des Beschwerdeführers erheblich beeinträchtigen würden. Hinzu komme zweifellos eine depressive Störung als Folge der chronischen Beschwerden.  

4.5 Am 11. April 2018 nimmt dipl. psych. E.____ Stellung und hält als Diagnose eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion fest. Sie erwähnt, dass sich im November 2017 ein leichter Unfall ereignet habe, durch den Schwindel bedingt. Dieser Unfall habe die Ängste des Beschwerdeführers wieder erweckt und verschlimmert.  

5. Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, dass die Suva im Rahmen des Integritätsschadens die Narbe auf dem Gesicht, das Problem auf der Höhe des Kiefers sowie seine psychischen Probleme nicht berücksichtigt habe.  

5.1 Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Narbe auf dem Gesicht wurde in den neueren ärztlichen Unterlagen nicht thematisiert. Auch der Beschwerdeführer selbst legt nicht näher dar, inwiefern sich die Narbe - allenfalls kosmetisch - auswirkt. Zudem reicht er dem Gericht diesbezüglich auch keine Beweismittel ein. Somit liegen keine Anhaltspunkte vor, dem Beschwerdeführer unter diesem Aspekt eine Integritätsentschädigung zuzusprechen.  

5.2 In Bezug auf das geltend gemachte Problem des Beschwerdeführers auf der Höhe des Kiefers ist aus den Akten lediglich zu entnehmen, dass Zahnschäden vorlagen und behoben wurden. Es ist ersichtlich, dass Dr. med. dent. I.____ am 25. Februar 2015 eine Kieferorthopädiebehandlung durch den Unfall nicht als notwendig erachtet hat, sondern lediglich angekreuzt hat, dass die Situation während mindestens fünf Jahren beobachtet werden solle. Damit sind aber auch bezüglich der geltend gemachten Kieferproblematik keine Anhaltspunkte gegeben, welche die Zusprechung einer Integritätsentschädigung rechtfertigen würden.  

5.3 Weiter ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer angeführten psychischen Probleme zu Unrecht bei der Bemessung des Integritätsschadens nicht berücksichtigt worden sind.  

5.3.1 Die Tabelle TA19 der Suva hält unter der Rubrik Integritätsschaden bei psychischen Folgen von Unfällen die Voraussetzungen fest, unter denen eine psychische Beeinträchtigung als Integritätsschaden berücksichtigt werden kann. Demnach muss zunächst der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden und die psychiatrische Diagnose muss durch einen Facharzt oder eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie erhoben worden sein und sie muss gegebenenfalls mit den Befunden eines Neurologen abgeglichen werden. Im Weiteren muss die notwendige Erheblichkeit der psychischen Beeinträchtigung vorhanden sein und insbesondere auch deren Dauerhaftigkeit. Was die Dauerhaftigkeit betrifft, so wird in der Tabelle festgehalten, dass üblicherweise zur Dauerhaftigkeit von psychischen Störungen erst 5 - 6 Jahre nach dem Unfallereignis Stellung bezogen werden kann. In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass die Schwierigkeiten bezüglich psychischer Unfallfolgen als Integritätsschaden darauf beruhen, dass diese grundsätzlich als reversibel betrachtet würden (Marc Hürzeler/Ueli Kieser, Kommentar zum Sozialversicherungsrecht, Bern 2018, Art. 24 UVG, N 18). Aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt sich sodann, dass die Adäquanz bei banalen bzw. leichten Unfällen in der Regel ohne weiteres verneint und bei schweren Unfällen bejaht wird. Im mittleren Bereich bedarf es besonderer, objektiv fassbarer Umstände, damit die Adäquanz bejaht wird. Demgemäss ist der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bei banalen bzw. leichten Unfällen regelmässig zu verneinen, selbst wenn die Adäquanz der Unfallfolgen ausnahmsweise bejaht wird. Auch bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Dauerhaftigkeit des Integritätsschadens in der Regel verneinen, ohne dass in jedem Einzelfall eine nähere Abklärung von Art und Dauerhaftigkeit des psychischen Schadens vorzunehmen wäre. Etwas anderes gilt nur ausnahmsweise, namentlich im Grenzbereich zu den schweren Unfällen, wenn aufgrund der Akten erhebliche Anhaltspunkte für eine besonders schwerwiegende Beeinträchtigung der psychischen Integrität bestehen, die einer Besserung nicht mehr zugänglich ist. Solche Indizien können in den weiteren unfallbezogenen Kriterien erblickt werden, wie sie bei der Adäquanzbeurteilung zu berücksichtigen sind, sofern sie besonders ausgeprägt oder gehäuft gegeben sind und die Annahme nahelegen, sie könnten als Stressoren eine lebenslang chronifizierende Auswirkung begünstigt haben (BGE 124 V 29 E. 5c mit Hinweisen, 115 V 133 ff.). Das Bundesgericht führt in BGE 115 V 140 E. 6c/aa folgende Kriterien an: Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.  

5.3.2 Zu Recht führt die Suva im Einspracheentscheid aus, bei der Adäquanzprüfung sei der Unfall dem mittelschweren Bereich zuzuordnen. Damit müssten aber weitere besonders gehäufte oder ausgeprägte unfallbezogene Kriterien vorliegen. Anzuerkennen ist, dass der verbleibende Tinnitus vorliegend als körperlicher Dauerschmerz zu berücksichtigen ist. Hingegen sind ansonsten keine weiteren Kriterien ersichtlich, die eine besonders schwerwiegende Beeinträchtigung der psychischen Integrität bewirken könnten. Insgesamt reicht dies nicht aus, um die Adäquanz zwischen den psychischen Beeinträchtigungen und dem Unfall zu bejahen. Zusätzlich ist festzuhalten, dass die psychiatrische Diagnose von einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie gestellt werden muss. Vorliegend wurde die Diagnose von einer Eidgenössisch diplomierten Psychologin, jedoch nicht von einer Fachärztin bzw. einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie gestellt.  

5.3.3 Damit ergibt sich, dass die Voraussetzungen zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs der psychischen Beeinträchtigungen zum Unfallereignis nicht gegeben sind, weshalb die Suva diese zu Recht nicht als Integritätsschaden berücksichtigt hat.  

6. Die Festlegung des Integritätsschadens durch die Suva auf 15% ist gestützt auf die vorliegenden Unterlagen nicht zu beanstanden. Aufgrund der Abklärungen und Ausführungen von Dr. F.____ ist der für den anerkannten schweren Tinnitus eingesetzte Wert von 5% nachvollziehbar und entspricht der Wertung in der Tabelle TA13 für einen schweren Tinnitus. Gleiches gilt für den festgesetzten Wert von 10% für die Störung des Gleichgewichtssystems; dies entspricht dem Mittelwert einer leichten Gleichgewichtsfunktionsstörung gemäss Tabelle TA14. Dass schliesslich die Suva aufgrund der festgehaltenen Hörminderung rechts von 38% keine zusätzliche Integritätsentschädigung zugesprochen hat, ist gestützt auf die Tabelle TA12 ebenfalls nachvollziehbar, da für solche Beeinträchtigungen die Erheblichkeitsschwelle bei 50% liegt.  

7. Gestützt auf die obigen Ausführungen ergibt sich, dass die Suva dem Beschwerdeführer zu Recht eine Integritätsentschädigung von 15%, also Fr. 18‘900.--, zugesprochen hat, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist.  

8. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen.  

Demgemäss wird erkannt:  
	
://:  
	
1.  
	
Die Beschwerde wird abgewiesen.  

	

	
2.  
	
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

	

	
3.  
	

Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.