# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0468e69-243b-5e81-b63b-b8d314ac1ba4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.12.2014 200 2014 606
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-606_2014-12-04.pdf

## Full Text

200 14 606 ALV
SCP/BOC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 4. Dezember 2014

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführer

gegen

beco Berner Wirtschaft
Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 28. August 2013 zur Arbeitsvermittlung 
an und stellte am 6. September 2013 einen Antrag auf Arbeitslosenent-
schädigung ab dem 1. August 2013 (Akten der Regionalen Arbeitsvermitt-
lung [RAV] Region … [act. IIb] 5 f.; Akten der Arbeitslosenkasse … [act. IIa] 
12 – 15). 

Im Rahmen des Beratungsgesprächs vom 6. September 2013 mit seiner 
RAV-Beraterin Frau B.________ wurde mündlich vereinbart, dass der Ver-
sicherte pro Monat vier Arbeitsbemühungen vorzunehmen hat (act. IIb 75). 
Am 22. November 2013 schlug die RAV-Beraterin dem Versicherten ein 
Einzelcoaching bei Frau C.________ vor (act. IIb 76), welches am 19. De-
zember 2013 stattfand (vgl. act. IIb 43, 83). 

Mit Schreiben vom 21. Januar 2014 gab die RAV … dem Versicherten Ge-
legenheit, zum Umstand Stellung zu nehmen, dass für den Monat Dezem-
ber 2013 bisher keine Arbeitsbemühungen nachgewiesen worden seien 
(act. IIb 40). Am 23. Januar 2014 ging das Formular „Nachweis der persön-
lichen Arbeitsbemühungen“ für den Monat Dezember 2013 mit einer darauf 
vermerkten Arbeitsbemühung vom 12. Dezember 2013 bei der RAV … ein. 
Mit Schreiben vom 24. Januar 2014 machte der Versicherte geltend, im 
Rahmen des Coachings vom 19. Dezember 2013 habe Frau C.________ 
gesagt, er müsse im Dezember 2013 keine weiteren Arbeitsbemühungen 
mehr machen (act. IIb 43). 

Mit Verfügung vom 4. Februar 2014 stellte die RAV … den Versicherten 
wegen erstmals zu spät eingereichter Arbeitsbemühungen während der 
Arbeitslosigkeit ab dem 1. Januar 2014 für acht Tage in der Anspruchsbe-
rechtigung ein (act. IIb 45 – 47). Die dagegen am 6. Februar 2014 erhobe-
ne Einsprache wies das beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung (nach-
folgend: beco bzw. Beschwerdegegner) mit Entscheid vom 19. Mai 2014 ab 
(act. IIb 67 f., 84 – 87).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 3

B.

Dagegen erhob der Versicherte am 19. Juni 2014 Beschwerde. Er bean-
tragt, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei von der Einstel-
lung in der Anspruchsberechtigung abzusehen.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. August 2014 beantragt der Beschwerde-
gegner die Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. August 2014 ersuchte der Instruk-
tionsrichter den Beschwerdeführer mit Blick auf die vom Beschwerdegeg-
ner im Rahmen des Einspracheverfahrens bei Frau C.________ eingeholte 
Stellungnahme vom 15. Mai 2014 (act. IIb 81, 83) um Mitteilung, ob er an 
der Beschwerde festhalte oder diese zurückziehe. Im ersten Fall sei eine 
Replik inklusive Beweismittel einzureichen.

Mit Replik vom 3. September 2014 hielt der Beschwerdeführer an der Be-
schwerde fest und machte weitere Ausführungen. 

Am 5. September 2014 stellte der Instruktionsrichter mit prozessleitender 
Verfügung fest, es könne aufgrund der Akten der RAV und übereinstim-
mend mit den Angaben des Beschwerdeführers davon ausgegangen wer-
den, dass dieser monatlich vier Arbeitsbemühungen zu leisten gehabt ha-
be. Gleichzeitig erging an den Beschwerdegegner die Aufforderung, eine 
Duplik sowie zusätzliche Akten einzureichen. 

Am 17. Oktober 2014 erstattete der Beschwerdegegner eine Duplik und 
reichte eine Stellungnahme von Frau B.________ und Frau C.________ 
vom 25. September 2014 ein. 

In den Schlussbemerkungen vom 13. November 2014 machte der Be-
schwerdeführer weitere Ausführungen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatori-
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 
31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 19. Mai 2014 (act. IIb 
84 – 87), mit welchem die Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 
acht Tagen wegen erstmals zu spät eingereichter Arbeitsbemühungen 
während der Arbeitslosigkeit bestätigt worden ist. Mit Blick auf die umstrit-
tene Anzahl Einstelltage und bei einem versicherten Verdienst von 
Fr. 10‘888.-- (vgl. act. IIa 46) liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb 
die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt 
(Art. 57 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 5

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu su-
chen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG 
ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn 
sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Bei der 
Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zu-
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die 
Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a S. 231).

2.2 Mit der Verknüpfung von Schadenminderungspflicht und Sanktion 
will das AVIG Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine miss-
bräuchliche Beanspruchung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung bezweckt eine angemessene 
Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch 
ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und 
adäquat kausal verursacht hat (BGE 133 V 89 E. 6.1.1 S. 91). Die Einstel-
lung in der Anspruchsberechtigung unterliegt ausschliesslich den spezifi-
schen Bestimmungen der Arbeitslosenversicherung (nicht Art. 43 Abs. 3 
ATSG). Daraus folgt, dass vorbehältlich eines entschuldbaren Grundes 
eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausgesprochen werden 
kann, wenn die Nachweise der Arbeitsbemühungen nicht innert der Frist 
des Art. 26 Abs. 2 AVIV eingereicht werden, ohne dass eine zusätzliche 
Frist gewährt werden müsste. Unerheblich ist, dass die Nachweise später 
erbracht werden, zum Beispiel in einem Einspracheverfahren (BGE 139 V 
164).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 6

2.3 Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersu-
chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungs-
last begriffsnotwendig aus, da es Sache des Gerichts – und der verfügen-
den Behörde – ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt 
zu sein. Die Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in der Re-
gel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie-
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller-
dings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Beweiswür-
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlich-
keit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 
222).

2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer wurde ab dem 1. Januar 2014 wegen erst-
mals zu spät eingereichter Arbeitsbemühungen während der Arbeitslosig-
keit für acht Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt (act. IIb 47). Es 
ist unbestritten und aufgrund der Akten erstellt, dass das Formular „Nach-
weis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ für den Monat Dezember 2013, 
auf welchem eine Arbeitsbemühung vom 12. Dezember 2013 vermerkt war, 
erst am 23. Januar 2014 und damit nicht innerhalb der in Art. 26 Abs. 2 
AVIV vorgesehenen Frist – spätestens am fünften Tag des der Kontrollpe-
riode folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag 
– eingereicht wurde (vgl. act. IIb 41). Auf die Massgeblichkeit dieser Frist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 7

wurde der Beschwerdeführer bei der RAV-Anmeldung im August 2013 
aufmerksam gemacht (vgl. act. IIb 7). Weiter ist unter den Parteien unbe-
stritten, dass der Beschwerdeführer monatlich vier Arbeitsbemühungen zu 
tätigen hatte (vgl. prozessleitende Verfügung vom 5. September 2014). 

3.2 Der Beschwerdeführer begründet den verspäteten Nachweis der 
Arbeitsbemühungen bzw. den Umstand, dass er im Dezember 2013 nur 
eine Arbeitsbemühung vorgenommen hat, damit, dass er von Frau 
C.________ im Rahmen des Einzelcoachings vom 19. Dezember 2013 von 
der Pflicht zur Vornahme weiterer Bewerbungen im Dezember 2013 ent-
bunden worden sei. Er habe bei Frau C.________ nachgefragt, ob er dies 
noch mit seiner RAV-Beraterin Frau B.________ besprechen müsse, was 
verneint worden sei. Frau C.________ habe erklärt, sie werde das Frau 
B.________ direkt persönlich mitteilen. Damit sei die Sache für ihn erledigt 
gewesen. Hätte er von Frau C.________ diese Information nicht erhalten, 
hätte er im Dezember 2013 sein Dossier an vier Stellenvermittler geschickt, 
was er dann im Januar 2014 gemacht habe (vgl. act. IIb 43, 68; Akten des 
Beschwerdeführers [act. Ia] 3; Beschwerde S. 1; Replik S. 2).

Diese Darstellung wird von Frau C.________ jedoch nicht bestätigt. 
Gemäss Aktennotiz vom 29. Januar 2014 habe Frau C.________ erklärt, 
dass beim Coaching-Termin nie von einer Befreiung (von den Arbeits-
bemühungen) die Rede gewesen sei (vgl. act. IIb 42). Im Rahmen des Ein-
spracheverfahrens hielt Frau C.________ am 15. Mai 2014 weiter fest, es 
sei richtig, dass das Coaching bei ihr informell stattgefunden habe, ohne 
Termin und Protokolleintrag. Sie habe keine Aussage gemacht, dass der 
Beschwerdeführer keine Arbeitsbemühungen tätigen müsse. Es sei aber 
richtig, dass davon gesprochen worden sei, dass die Festtage bevorstün-
den und es für den Beschwerdeführer etwas Zeit gebe, um durchzuatmen. 
Beim Coaching sei über ganz andere Dinge gesprochen worden. Sie habe 
dem Beschwerdeführer klar gesagt, dass sie als Coach auftrete und nicht 
als Personalberaterin, was er schon von seiner Beraterin Frau B.________ 
gewusst habe (act. IIb 83). In einer gemeinsamen Stellungnahme vom 
25. September 2014 hielten Frau B.________ und Frau C.________ zu-
dem fest (Akten des Beschwerdegegners [act. IIc] 1), beim Einzelcoaching 
(vom 19. Dezember 2013) habe es sich nicht um eine offizielle AMM ge-

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handelt. Aus diesem Grund bestünden keine Terminvereinbarung und auch 
kein Protokolleintrag oder sonstige Unterlagen. Trotz des Coachings habe 
sich an der Vereinbarung über die Arbeitsbemühungen gemäss Protokoll 
von Frau B.________ vom 6. September 2013 nichts geändert. Auch habe 
sich Frau C.________ nicht zu den besagten Arbeitsbemühungen geäus-
sert. Das Coaching habe nicht mit der Standortbestimmung und der Be-
werbungsstrategie zu tun gehabt. Es habe ganz klar dazu gedient, die per-
sönliche und familiäre Situation des Beschwerdeführers zu reflektieren. 

3.3 Über das Einzelcoaching vom 19. Dezember 2013 wurde zwar kein 
Protokoll erstellt, jedoch geht aus den übrigen Akten zweifelsfrei hervor, 
dass dieses Gesprächs nicht die Verpflichtung, ob und in welcher Form die 
Arbeitsbemühungen zu tätigen waren, zum Gegenstand hatte. Vielmehr 
sollten an diesem Gespräch im Sinne einer Standortbestimmung die beruf-
lichen Perspektiven des Beschwerdeführers und damit das berufliche Um-
feld geklärt werden, in welchem er sich zu bewerben hatte (act. IIb 76; act. 
Ia 3 S. 2). Zudem war dem Beschwerdeführer nach der Aktenlage bewusst, 
dass Frau C.________ dieses Gespräch nicht als Personalberaterin, son-
dern als Coach führte (vgl. Replik S. 2) und damit nicht zuständig war, ihn 
von der Verpflichtung zur Leistung weiterer Arbeitsbemühungen zu befrei-
en. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er habe bei Frau 
C.________ nachgefragt, ob er das mit der Personalberaterin besprechen 
müsse, was diese verneint habe, weil sie es Frau B.________ direkt mittei-
len werde (act. IIb 43), kann er daraus nichts für sich ableiten. Denn selbst 
wenn das Gespräch so geendet haben sollte, was mit Bezug auf den 
Zweck bzw. den zentralen Inhalt des Gesprächs so auch möglich, jedoch 
hinsichtlich der behaupteten Befreiung von weiteren Stellenbemühungen 
nicht überwiegend wahrscheinlich ist, durfte er – in Kenntnis der aussch-
liesslichen Kompetenz der Personalberaterin, über Änderungen in seinen 
bisherigen Verpflichtungen zu befinden – nicht davon ausgehen, die Sache 
mit den Stellenbemühungen sei für ihn damit erledigt. Vielmehr hätte er 
sich bei der für ihn zuständigen RAV-Beraterin vergewissern müssen, was 
mit Sicherheit zur Klärung des Missverständnisses geführt hätte, welches 
sich beim Beschwerdeführer allenfalls ergeben haben könnte. Kommt hin-
zu, dass die vom Beschwerdeführer behauptete Befreiung von der Leistung 
von Stellenbemühungen ab dem 19. Dezember 2013 nicht gleichzusetzen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 9

ist mit der Entbindung von der gesetzlichen Verpflichtung zur Einhaltung 
der Kontrollvorschriften (insbesondere des Nachweises der bis zur angebli-
chen Befreiung geleisteten Arbeitsbemühungen im Sinne von Art. 17 Abs. 1 
letzter Satz AVIG i.V.m. Art. 26 Abs. 2 AVIV), wegen deren Verletzung die 
vorliegend umstrittene Sanktion denn auch verhängt wurde.

Indem sich der Beschwerdeführer weder vergewissert hat, ob er nun von 
der Verpflichtung zur Leistung weiterer Arbeitsbemühungen befreit bzw. 
vom Nachweis der Arbeitsbemühungen des Monats Dezember entbunden 
sei, noch binnen der gesetzlichen Frist das Formular „Nachweis der per-
sönlichen Arbeitsbemühungen“ für den Monat Dezember 2013, worin er 
zumindest bzw. zwingend die bis zum Zeitpunkt der behaupteten Befreiung 
geleisteten Arbeitsbemühungen, insbesondere diejenige vom 12. Dezem-
ber 2013, aufzuführen gehabt hätte, beim RAV mit der Bemerkung, er habe 
nach dem Gespräch mit Frau C.________ keine weiteren Stellenbemühun-
gen zu leisten gehabt, eingereicht hat, ist der Beschwerdeführer seinen 
gesetzlichen Verpflichtungen, selbst wenn er einem Missverständnis unter-
legen sein sollte, nicht hinreichend nachgekommen, womit er dem Be-
schwerdegegner berechtigten Anlass zur Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung gegeben hat. Zu ergänzen ist, dass er selbst nach erfolgter Ab-
mahnung vom 21. Januar 2014 (vgl. act. IIb 40) auf dem entsprechenden 
Formular keinen solchen Vermerk angebracht hat, so dass sich die erst-
mals im Einspracheverfahren vorgetragene Behauptung, er sei von Frau 
C.________ von der Verpflichtung zur Stellensuche befreit und damit impli-
zit von der Einreichung des Nachweisformulars entbunden worden (act. IIb 
59), als blosse Schutzbehauptung erweisen dürfte.

3.4 Nach dem Ausgeführten ergibt sich, dass kein entschuldbarer 
Grund für die verspätete Einreichung der Arbeitsbemühungen für den Mo-
nat Dezember 2013 vorliegt. Damit war das am 23. Januar 2014 beim RAV 
… eingegangene Formular „Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühun-
gen“ für den Monat Dezember 2013 in Anwendung von Art. 26 Abs. 2 AVIV 
unberücksichtigt zu lassen. 

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4.

Zu prüfen bleibt, ob die Dauer der Einstellung dem Verschulden des Be-
schwerdeführers angemessen ist.

4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 E. 
3.1 f.); sie beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel-
schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 
lit. a - c AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, für die die arbeitslose Per-
son die Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 
Satz 1 AVIG).

Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Kasse nach pflichtgemässem 
Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne 
triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen; die Rekurs-
behörde muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche 
ihre abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen las-
sen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; ARV 2006 S. 230 E. 2.1).

4.2 Vorliegend wurde eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
von acht Tagen verfügt, was im mittleren Bereich des leichten Verschul-
dens liegt (Art. 45 Abs. 3 lit. a AVIV) und sich an dem vom Staatssekre-
tariat für Wirtschaft (SECO) herausgegebenen „Einstellraster“ (vgl. AVIG-
Praxis, ALE, D72, Ziffer 1.E/1) orientiert, welches für erstmals zu spät ein-
gereichte Arbeitsbemühungen von einem leichten Verschulden ausgeht 
und fünf bis neun Einstelltage vorsieht. Mit Blick auf die gesamten Umstän-
de besteht vorliegend keine Veranlassung, in das Ermessen der Verwal-
tung einzugreifen. Der Einspracheentscheid vom 19. Mai 2014 ist somit 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuwei-
sen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, ALV/14/606, Seite 11

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben. 

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung 
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.