# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e37a098-982b-575d-a42c-3ad1a79a28c4
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-30
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2016 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2016
**Docket/Reference:** DB.2018.198
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2018.198--2-st.2018.238-1588772417.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2018.198 
2 ST.2018.238 

Entscheid 

 30. August 2019 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Barbara Collet und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A,    
2.  B,   

Nr. 1 vertreten durch C GmbH,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2016 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2016 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  der/die  Pflichtige,  zusammen  die  Pflichtigen) 

deklarierten in der Steuererklärung 2016 ein steuerbares Einkommen von Fr. 60’900.- 

(direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr.  61’800.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  und  ein 

steuerbares  Vermögen  von  Fr.  1’286’000.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern).  Nebst 

Einkünften aus unselbstständigem Haupterwerb des Pflichtigen aus seiner Tätigkeit für 

die  ihm  und  seiner  Ehefrau  gehörenden  D  GmbH  mit  Sitz  an  der  ...strasse  53  in  der 

zürcherischen Gemeinde E machten die Pflichtigen – soweit hier noch interessierend – 

einen  Verlust  aus  selbstständigem  Haupterwerb  des  Pflichtigen  in  der  Höhe  von  Fr. 

67’919.- geltend. Dieser resultierte aus der Tätigkeit des Pflichtigen für die Einzelfirma 

F mit Sitz in G. Sowohl die Einzelfirma als auch die D GmbH sind dabei im Bereich des 

Handels  und  Betriebs  von  Werbeartikeln  tätig.  Weiter  verzeichneten  die  Pflichtigen 

einen Liegenschaftenertrag in der Höhe von Fr. 112'793.- aus ihrer Liegenschaft an der 

...strasse 53 in E.  

Mit  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsvorschlag  vom  27.  Juni  2018  machte 

der  Steuerkommissär  die  Pflichtigen  darauf  aufmerksam,  dass  er  die  Tätigkeit  des 

Pflichtigen 

im  Rahmen  der  Einzelfirma  F  nicht 

(mehr)  als  selbstständige 

Erwerbstätigkeit  betrachte,  weshalb  der  daraus  resultierende  Verlust  den  nicht 

abzugsfähigen  Lebenshaltungskosten  zuzuweisen  sei.  Die  Pflichtigen  liessen  die 

Vorschläge  abschlägig  beantworten  und  trugen  vor,  dass  von  Hobby  und  fehlender 

Gewinnstrebigkeit  keine  Rede  sein  könne.  Nichts  desto  trotz  hätten  die  Maschinen 

verkauft und der Betrieb per Ende 2017 liquidiert werden müssen. 

Daraufhin  forderte  der  Steuerkommissär  die  Pflichtigen  mittels  Auflage  auf, 

pro  2016  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  die  Voraussetzungen  –  insbesondere 

diejenige  der  Gewinnerzielungsabsicht  –  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  des 

Pflichtigen erfüllt seien. Zudem seien – sofern bereits vorhanden – der Abschluss 2017 

sowie eine Kopie der Maschinenverkaufsverträge einzureichen. Daraufhin reichten die 

Pflichtigen per E-Mail Unterlagen ein.  

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  3.  Septem- 

ber  2018  setzte  der  Steuerkommissär  das  steuerbare  Einkommen  auf  Fr.  128’800.- 

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(direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr.  129’700.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  und  das 

steuerbare  Vermögen  auf  Fr.  1’537’000.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  fest.  Den 

vom  Pflichtigen  deklarierten  Verlust  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  wies  das 

kantonale Steueramt den nicht abzugsfähigen Lebenshaltungskosten zu. 

B.  Hiergegen  liessen  die  Pflichtigen  am  4.  September  2018  Einsprache 

erheben  und  sinngemäss  die  steuermindernde  Berücksichtigung  des  geltend 

gemachten  Verlustes  beantragen.  Die  Begründung  und  die  relevanten  Unterlagen 

befänden sich bereits bei den Akten. Mit Einspracheentscheiden vom 15. Oktober 2018 

wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab.  

C.  Mit  Rekurs  vom  7.  November  2018  hielten  die  Pflichtigen  an  ihrer 

Auffassung fest und reichten weitere Unterlagen ein. Das kantonale Steueramt schloss 

mit  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort  vom  6.  Dezember  2018  auf  kostenfällige 

Abweisung der Rechtsmittel.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Strittig ist, ob die Tätigkeit des Pflichtigen im Rahmen der Einzelfirma F eine 

selbständige Erwerbstätigkeit darstellt und der in diesem Rahmen entstandene Verlust 

mit den übrigen Einkünften der Pflichtigen verrechnet werden kann.  

a)  Nach  Art.  18  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer 

vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  18  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Ju-

ni 1997 (StG) sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und 

Forstwirtschaftsbetrieb, aus  einem freien  Beruf sowie aus  jeder  anderen selbstständi-

gen Erwerbstätigkeit steuerbar. Von diesen Einkünften werden gemäss Art. 27 Abs. 1 

DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten ab-

gezogen. 

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Verluste aus einer solchen Tätigkeit können mit übrigen Einkünften verrechnet 

werden  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016, 

Art. 27 N 21 bzw. Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 27 N 21). In 

jedem  Fall  erfordert  der  Abzug,  dass  die  Tätigkeit,  welcher  der  betreffende  Aufwand 

zuzurechnen  ist,  überhaupt  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  im  Sinn  von  Art. 18 

DBG bzw. § 18 StG darstellt (StRK I, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108). 

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ist  auf-

grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert 

(BGE 125 II 113 E. 5, S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei 

der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer 

frei gewählten Organisation  und mit  der  Absicht der Gewinnerzielung  am Wirtschafts-

verkehr teilnimmt (vgl. BGr, 1. Dezember 2015, 2C_375/2015, E. 2.2.; BGE 121 I 259, 

E. 3  c;  BGE  121  II  113  E.  5b;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  18  N  6  DBG  bzw. 

§ 18 N 8 StG auch zum Folgenden). Ob eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, 

ist  stets  nach  den  gesamten  Umständen  des  Einzelfalls  zu  beurteilen;  die  einzelnen 

Merkmale dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unterschiedlicher 

Intensität auftreten. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist selbstständige Erwerbstätig-

keit  unter  Umständen  bereits  aufgrund  eines  einzigen  Kriteriums  zu  bejahen 

(BGr, 1. Dezember 2015, 2C_375/2015, E. 2.2.; BGE 125 II 113). 

c)  Abzugrenzen  ist  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  insbesondere  von  der 

Liebhaberei  bzw.  vom  Hobby.  Die  steuerrechtliche  Qualifikation  einer  Tätigkeit  als 

selbstständiger  Erwerb  im  dargelegten  Sinn  oder  als  Liebhaberei  hängt  grundsätzlich 

davon  ab,  ob  sie  ausschliesslich  oder  vorwiegend im  Hinblick  auf  die Erzielung  eines 

Erwerbseinkommens  ausgeübt  wird  (BGr,  14.  Juli  2015,  2C_1064/2014,  E.  2.2.1; 

Markus  Reich,  Steuerrecht,  2.  A.,  2012,  369 f.).  Unterscheidungskriterium  ist  also  der 

Beweggrund für die Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um ein subjektives 

Kriterium, auf dessen Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstän-

de) geschlossen werden kann (StRK IV, 8. April 1998 = StE 1999 B 23.1 Nr. 42). Eine 

zusätzliche Erschwernis liegt darin, dass es Grenzfälle gibt, bei denen sich Liebhaberei 

und  Erwerbstätigkeit  verbinden,  wobei  das  Schwergewicht  auf  der  einen  oder  ande- 

ren  Seite  liegen  kann.  Allgemein  muss  die  Tätigkeit  zur  nachhaltigen  Gewinnerzie- 

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lung  geeignet  sein  (objektives  Kriterium;  BGr,  4. September 2014,  2C_186/2014  und 

2C_187/2014, E. 2).  

Indiz  für  die  Qualifikation  als  Liebhaberei  kann  eine  fehlende  Gewinnstrebig-

keit sein. Diese kann sich zum einen aus der betreffenden Tätigkeit als solchen erge-

ben,  weil  diese  als  Basis  für  eine  rentable  Erwerbsquelle  ungeeignet  erscheint,  zum 

anderen kann sie aus der Art des Vorgehens abgeleitet werden, indem dieses nicht auf 

kommerzieller  Methode  beruht  (VGr,  31.  Mai  2005  =  StE  2006  B  23.1  Nr.  61).  Jede 

Geschäftstätigkeit  kann  sowohl  gewinnstrebig  als  auch  nach  dem  Konzept  "koste  es 

was  es  wolle"  betrieben  werden.  Die  generell  jedem  geschäftenden  Menschen  zuzu-

schreibende innere  Absicht, grundsätzlich  lieber einen Gewinn  erzielen  zu wollen,  als 

einen Verlust erleiden zu müssen, reicht als Erkennungsmerkmal einer selbstständigen 

Erwerbstätigkeit nicht aus, zumal sie auch gar nicht überprüfbar wäre. Die im Rahmen 

der  Qualifikation  einer  Tätigkeit  als  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  geforderte  Ge-

winnstrebigkeit  muss  sich  deshalb  –  wie  ausgeführt  –  anhand  objektiv  feststellbarer 

Tatsachen nach aussen hin manifestieren. 

Bringt die Tätigkeit auf die Dauer nichts ein, ist dies als deutliches Indiz dafür 

zu  werten,  dass  es  an  der  subjektiven  oder  objektiven  Gewinnstrebigkeit  fehlt  und 

diese  nicht  als  Erwerbstätigkeit,  sondern  als  Liebhaberei  oder  als  Hobby  betrieben 

wird.  Denn  wer  eine  unrentable  Aktivität  wirklich  als  Erwerbstätigkeit  ausübt,  wird 

sich  in  der  Regel  durch  das  andauernde  Fehlen  eines  finanziellen  Erfolgs  von  der 

Zwecklosigkeit  seiner  Tätigkeit  überzeugen  lassen  und  diese  aufgeben  (BGr,  1.  De-

zember 2015, 2C_375/2015, E. 7.4.1; vgl. VGr, 15. September 2016 = StE 2017 B 23.1 

Nr. 88, E. 2.3). Allerdings muss nicht jedes einzelne mit einem Verlust abgeschlossene 

Jahr  oder  selbst  eine  mehrjährige  Verlusterzielung  zwingend  auf  eine  Liebhaberei 

schliessen  lassen  (BGr,  31.  August  2005,  2A.46/2005,  E.  2.2.2,  mit  weiteren  Hinwei-

sen).  Ob  sich  nämlich  eine  Tätigkeit  lohnt,  lässt  sich  methodisch  richtig nur  nach  Be-

trachtung des Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu 

ihrer Beendigung beurteilen (sog. Totalgewinn, vgl. Manuel René Theisen, Die Liebha-

berei –  ein  Problem  des  Steuerrechts  und  der  betriebswirtschaftlichen  Steuerlehre, 

Steuer  und  Wirtschaft  [StuW],  1999,  259;  StRK  II,  17. Februar  2000,  2 ST.1999.419, 

E. 6a).  Der  Entscheid  über  den  steuerlichen  Charakter  einer  Tätigkeit  hängt  deshalb 

von einer Prognose über den zu erwartenden Totalgewinn ab (vgl. auch Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter,  §  18  N  38).  Ergibt  die  Prognose  ein  positives Gesamtergebnis,  ist 

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dies  ein  gewichtiges  Indiz  für  die  Gewinnstrebigkeit.  Anderseits  liegt  bei  negativer 

Prognose die Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um 

die Erzielung eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aussicht 

stehenden finanziellen Misserfolgs von der Weiterführung des Betriebs abbringen las-

sen würde.  

Die  steuerrechtliche  Qualifikation  der  Tätigkeit  ist  eine  Frage,  die  grundsätz-

lich für jede Veranlagungsperiode neu überprüft werden kann, wobei unter Umständen 

die Verhältnisse in den Vorjahren bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren ge-

wisse  Anhaltspunkte  liefern  können  (BGr,  31. August  2005,  2A.46/2005,  E. 2.2.2,  mit 

Hinweisen  zum  Ganzen;  VGr,  25.  Mai  2011,  SB.2011.00011  =  ZStP  2012,  211).  Wie 

lange  die  wirtschaftliche  Betätigung  verlustreich  sein  darf,  bis  eine  natürliche  Vermu-

tung  dafür  spricht,  dass  der  finanzielle  Erfolg  auf  Dauer  ausbleiben  wird,  kann  nicht 

allgemein gesagt werden. Im Sinn einer Faustregel wird in der Literatur die Auffassung 

vertreten,  der  Umstand,  dass  innerhalb  von  fünf  bis  zehn  Jahren  kein  nennenswerter 

Gewinn erzielt werde, bilde ein gewichtiges Indiz für das Fehlen der Gewinnstrebigkeit. 

Dem  Steuerpflichtigen  steht  aber  der  Gegenbeweis  offen,  dass  auch  in  diesem  Fall 

eine Gewinnstrebigkeit vorliegt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 18 N 48 DBG bzw. 

§ 18  N  38  StG).  Im  Einzelfall  kommt  es  namentlich  auf  die  Art  der  Tätigkeit  und  die 

konkreten  Verhältnisse  an  (RB  2000  Nr. 118).  Ein  weiteres  Indiz  für  das  Fehlen  der 

Gewinnstrebigkeit  stellt  der  Umstand  dar,  dass  ein  Steuerpflichtiger  wegen  generell 

guter Einkommens- oder Vermögensverhältnisse nicht auf Einkünfte aus der fraglichen 

Tätigkeit angewiesen ist (VGr, 31. Mai 2005 = StE 2006 B 23.1 Nr. 61).  

Qualifiziert sich die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten 

Kriterien  vorzunehmenden  Prüfung  als  Liebhaberei  oder  produziert  sie  reine  Lebens-

haltungskosten (vgl. Art. 34 lit. a DBG bzw. § 33 lit. a StG), können die entstandenen 

Verluste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden. 

d) Nach Art. 123 Abs. 2 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehör-

den zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteu-

erung  massgebenden  tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  fest.  Die  Einschät-

zungsbehörde hat im Einschätzungsverfahren gestützt auf den gesetzlich verankerten 

Untersuchungsgrundsatz von sich aus den materiell wahren Sachverhalt zu erforschen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  123  N  7  und  §  132  N  8  StG,  auch  zum  Folgen-

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den).  Die  Untersuchungspflicht  besteht  dabei  nicht  nur  hinsichtlich  steuerbegründen-

der/-erhöhender  Tatsachen,  sondern  auch  bezüglich  steueraufhebender/-mindernder 

Tatsachen.  Das  Verfahren  vor  Steuerrekursgericht  zeichnet  sich  durch  eine  Erweite-

rung der Mitwirkung in dem Sinn aus, dass der Steuerpflichtige den Nachweis für das 

Bestehen von steuermindernden oder steueraufhebenden Tatsachen, für welche er die 

Beweislast trägt, in der Beschwerde- und Rekursschrift mit einer substanziierten Sach-

darstellung  und  durch  Beschaffung  oder  Bezeichnung  von  Beweismitteln  anzutreten 

hat.  Substanziiert  ist  die  Sachdarstellung  dann,  wenn  aus  ihr  Art,  Motiv  und  Rechts-

grund der geltend gemachten  Aufwendungen  in der Weise hervorgehen,  dass  bereits 

gestützt  darauf,  aber  unter  Vorbehalt  der  Beweiserhebung,  die  rechtliche  Beurteilung 

möglich ist. Fehlt es daran, trifft das Steuerrekursgericht keine weitere Untersuchungs-

pflicht. Alsdann wird zu Ungunsten des Steuerpflichtigen angenommen, der betreffen-

de  Sachverhalt  habe  sich  nicht  verwirklicht 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 140 N 55 DBG und § 147 N 53 StG).  

Der  Nachweis,  dass  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  vorliegt,  obliegt 

grundsätzlich  der  Steuerbehörde.  Ist  dagegen  streitig,  ob  eine  bestimmte  verlustbrin-

gende Betätigung (überhaupt) eine selbstständige Erwerbstätigkeit darstellt, ist hierfür 

der  Steuerpflichtige  beweispflichtig  (vgl.  StRK  I,  18. März  1993  =  StE 1995  B 23.1 

Nr. 30).  Denn  er  leitet  hieraus  die  steuermindernde  Verrechnung  dieses  Verlusts  mit 

übrigen Einkünften ab. 

2. a) Hintergrund der selbstständigen Erwerbstätigkeit des Pflichtigen ist, dass 

er (offenbar) mit Wirkung per ... 2008 von H die Einzelfirma I zum Preis von Fr. 87'500.- 

kaufte.  Bei  den  Akten  liegt  diesbezüglich  ein  Kaufvertrag,  welcher  jedoch  nicht 

unterschrieben  ist.  Der  Pflichtige  führte  die  Firma  fortan  unter  dem  Namen  F,  weiter 

und  trug  die  Gesellschaft  mit  Sitz  in  G  ins  Handelsregister  ein.  Die  Einzelfirma 

bezweckte die Herstellung und Bedruckung von und den Handel mit Werbeträgern. Am 

... 2018 wurde sie infolge Geschäftsaufgabe im Handelsregister gelöscht. 

Seit der Übernahme der Firma liefen folgende Verluste auf:  

2008:  

2009:  

- Fr. 28'692.- 

- Fr. 23'881.- 

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2010:  

2011:  

2012:  

2013:  

2014:  

2015:  

2016:  

- Fr. 43'957.- 

  Fr.      273.- 

- Fr. 43'957.- 

- Fr. 37'497.- 

- Fr. 34'295.- 

- Fr. 81'929.- 

- Fr. 67'919.-. 

Nebst  der  Tätigkeit  für  die  F  war  der  Pflichtige  zunächst  noch  (zumindest 

teilweise) für die J AG tätig, bevor die Pflichtigen 2014 zusammen 100% der Anteile an 

der  zuvor  ausserkantonal  domizilierten  D  GmbH  mit  Sitz  in  E  erwarben.  Letztere 

bezweckt  insbesondere  die  Herstellung,  den  Vertrieb  und  die  Veredelung,  sowie  den 

Import und den Export von Werbeartikeln, Verlagsprodukten und Geschenkartikeln. Sie 

ist damit im nämlichen Bereich, wie die F es war, tätig. Bereits 2013 fiel dem Pflichtigen 

ein  Erbvorbezug  zu,  welchen  er  für  den  Erwerb  des  Mehrfamilienhauses  an  der 

...strasse 53 in E verwendete, wo auch der Sitz der D GmbH zu liegen kam.  

b)  Den  hier  streitbetroffenen  Verlust  pro  2016  aus  seiner  Tätigkeit  für  die 

F  im  Umfang  von  Fr.  67'919.-  verrechnete  der  Pflichtige  mit  Einkünften  aus 

unselbstständigem  Haupterwerb 

im  Betrag 

von  Fr.  23'145.- 

sowie  mit 

Liegenschaftenertrag 

im  Total  von  Fr.  138'393.-.  Bei  den  Einkünften  aus 

unselbstständigem Erwerb handelt es sich dabei um Lohn von seiner D GmbH. Für die 

Beantwortung  der  Frage,  ob  dieser  Verlust  mit  den  übrigen  Einkünften  nach  Art.  27 

Abs.  1  DBG  bzw.  §  27  Abs.  1  StG  verrechnet  werden  kann,  ist  zu  prüfen,  ob  die 

Tätigkeit für die F pro 2016 eine selbstständige Erwerbstätigkeit darstellt im Sinne der 

vorstehenden E. 1c.  

Während  es  unbestritten  ist,  dass  der  Pflichtige  auf  eigene  Rechnung  und 

Gefahr für die F tätig war, ist strittig, ob im streitbetroffenen neunten Geschäftsjahr eine 

Gewinnerzielungsabsicht  objektiv  vorliegt  und  als  solche  nachgewiesen  ist.  Der 

Geschäftsverlauf,  welcher  ab  2008  bis  2016  aufgelaufene  Verluste  im  Total  von 

Fr. 362'127.-  aufweist  (vgl.  vorstehende  E. 2.a),  spricht  dagegen.  Ein  einziges 

Geschäftsjahr  schloss  geringfügig  positiv  ab  (Fr. 273.-  pro  2011),  was  indessen 

angesichts der ansonsten fünfstelligen jährlichen Verluste nicht ins Gewicht fällt. Eine 

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Kehrtwende  war  für  den  in  der  streitbetroffenen  Steuerperiode  62-jährigen  Pflichtigen 

ausser Reichweite und entsprechend wurde der Betrieb per Ende 2017 eingestellt.  

Eine  Strategie,  welche  einen  anderen  Ausgang  hätte  herbeiführen  sollen, 

wurde  bis  heute  nicht  vorgelegt.  Im  Rekurs  machen  die  Pflichtigen  einzig  darauf 

aufmerksam, dass man sich durch die Übernahme der D GmbH 2014 Synergieeffekte 

erhofft habe, welche jedoch ausblieben. Welcher Gestalt diese positiven Effekte hätten 

sein 

sollen,  erklären  die  Pflichtigen  nicht. 

Immerhin 

lässt 

sich  dem 

Handelsregistereintrag  entnehmen,  dass  ein  überschneidendes  Geschäftsfeld  der  D 

GmbH und der F gegeben war. Konkrete Auswirkung der Übernahme der D GmbH war 

schliesslich,  dass  die  Verluste  2015  und  2016  die  vorangehenden  noch  deutlich 

überstiegen.  Auch  hierzu  fehlen  –  mit  Ausnahme  des  Hinweises  auf  die  grosse 

Konkurrenz durch das Internet – jegliche Ausführungen.  

aa) Betrachtet man das Konto ..., Erlöse aus Lieferungen und Leistungen, so 

ist  ersichtlich,  dass  Aufträge  grundsätzlich  vorhanden  waren.  Die  Ertragslage 

entwickelte sich wie folgt:  

Fr. 104'337.61 (2008),  

Fr. 156'778.95 (2009),  

Fr. 243'197.72 (2010),  

Fr. 336'002.09 (2011),  

Fr. 275'384.26 (2012), 

Fr. 253'244.23 (2013),  

Fr. 154'950.72 (2014),  

Fr. 149'098.78 (2015) und  

Fr. 125'323.82 (2016).  

Zwar  ging  ein  Volumen  von  Fr.  24'443.-  und  damit  knapp  1/5  der  Erträge 

pro 2016 auf Aufträge von der D GmbH zurück. Insgesamt lässt sich indessen weder 

auf  der  Ertrags-  noch  auf  der  Aufwandseite  ein  positiver  Effekt  der  Übernahme  der 

besagten GmbH erkennen. Die Aufträge gingen insgesamt ab 2014 jedenfalls bei der F 

deutlich  zurück.  Dies  bei  einer  Entwicklung  des  Lohnaufwands,  welcher  von 

Fr. 54'660.-  (2013)  sprunghaft  auf  Fr. 80'235.-  (2014)  angestiegen  war,  daraufhin  auf 

Fr. 105'984.- (2015) anwuchs und 2016 bei Fr. 63'328.- lag.  

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Zahlreiche  Fragen  bleiben  offen,  so  z.B.,  ob  der  Pflichtige  allenfalls  sein 

Pensum  als  Selbstständigerwerbender  (allenfalls  zugunsten  der  Tätigkeit  bei  seiner 

GmbH)  reduzierte,  ob  er  unterpreisliche  Leistungen  gegenüber  der  GmbH  erbrachte 

und  ganz  allgemein,  ob  er  durch  den  Zukauf  der  GmbH  nicht  sich  als 

Selbstständigerwerbenden  konkurrenzierte.  Aufgrund  dessen,  dass  sowohl  seine 

Einzelfirma,  als  auch  die  D  GmbH  im  Bereich  von  Herstellung  und  Vertrieb  von 

Werbeartikeln tätig  waren,  ist  Letzteres  –  ohne  über  detaillierte Grundlagen hierzu  zu 

verfügen  –  an  sich  ohne  Weiteres  zu  bejahen.  Zwar  gilt  das  Gesellschaftern  oder 

Geschäftsführern  auferlegte  Treugebot  und  Konkurrenzverbot  nicht  absolut  (Art.  803 

Abs.  3  und  812  Abs. 3  OR).  Dennoch  ist  aus  objektiver  Warte  nicht  erkennbar, 

inwiefern  der  Zukauf  einer  konkurrenzierenden  Gesellschaft  der  Einzelfirma  hätte 

helfen sollen. Naheliegender wäre – gerade, um sich der persönlichen Verlusttragung 

zu  entledigen  –  eine  Integration  der  Einzelfirma  in  die  Gesellschaft  gewesen.  Somit 

muss offenbleiben, ob die Übernahme überhaupt im Ansinnen auf eine Verbesserung 

der Lage der F erfolgte oder die Einzelfirma nicht vielmehr ihrem Schicksal überlassen 

wurde, während die Sorge ab 2014 in erster Linie nur mehr der GmbH galt.  

bb)  Anzuführen  ist  sodann,  dass  das  Ergebnis  nach  Abzug  von  Waren-, 

Personal-  sowie  Raumaufwand  regelmässig  bereits  negativ  war,  weshalb 

in 

Übereinstimmung  mit  dem  kantonalen  Steueramt  unter  diesen  Voraussetzungen  gar 

kein  Gewinn  erzielt  werden  konnte.  2015  vermochte  der  Ertrag  nicht  einmal  den 

Lohnaufwand  zu  decken.  Eine  positive  Totalgewinnprognose  kann  daher  –  auch  bei 

Annahme eines längeren Zeithorizontes – nicht gestellt werden.  

cc) Zwar ist den Pflichtigen beizupflichten, dass die monatliche Miete für den 

Raumbedarf  der  F  mit  Fr.  1'830.- für  einen "Hobbyraum"  tatsächlich überrissen  wäre. 

Indessen geht es im vorliegenden Verfahren nicht um die Frage, ob die Tätigkeit einst 

mit der Absicht der Gewinnerzielung begonnen wurde, sondern, ob das Vorgehen des 

Pflichtigen  aus  objektiver  Sicht  tatsächlich  geeignet  war,  im  Laufe  der  Jahre  eine 

positive  Rechnung  zu  erzielen  und  mithin,  ob  der  Pflichtige  im  Zuge  seiner  Tätigkeit 

auch  dieser  Zielsetzung  entsprechende  Massnahmen  ergriff.  Wieso  der  Pflichtige 

beispielsweise am Standort in G und an der "Zweigleisigkeit" festhielt, während er die 

D  GmbH  in  seiner  Liegenschaft  in  E  ansiedelte,  muss  mangels  entsprechender 

Ausführungen ebenfalls offenbleiben.  

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dd) Nicht zuletzt ist in Erwägung zu ziehen, dass die Pflichtigen spätestens ab 

2013  ihren  Lebensunterhalt  grossteils  aus  dem  Mietertrag  des  Mehrfamilienhauses 

sowie ab 2014 zusätzlich aus Einkünften aus der GmbH finanzieren konnten, weshalb 

sie  auf  Einkünfte  aus  der  behaupteten  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  auch  nicht 

angewiesen waren.  

c) Der  Nachweis  der  Gewinnstrebigkeit  der  Einzelfirma  des  Pflichtigen  und

des  Vorliegens  einer  selbstständigen  Tätigkeit  pro  2016  ist  daher  den  Pflichtigen 

aufgrund  des  Gesagten  nicht  gelungen,  weshalb  ihnen  die  Verrechnung  des  Verlusts 

mit  den  übrigen  Einkünften  verwehrt  bleiben  muss.  Dies  führt  zur  Abweisung  von 

Beschwerde und Rekurs.  

3. Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  den  Be-

schwerdeführern/Rekurrenten  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs.  1  DBG;  §  151  Abs.  1  StG) 

und  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  entfällt  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m. 

Art. 64  Abs. 1 - 3  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  De-

zember 1968  sowie  § 152 StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes vom 24. Mai 1959/6. September 1997).  

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Rekurs wird abgewiesen.

[…] 

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