# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95676102-410a-56cb-96e1-9c5d2e832cac
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 29.09.2021 810 21 68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-68_2021-09-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 29. September 2021 (810 21 68) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Ausländerrecht 
 
 
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz / Un-
verhältnismässigkeit 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl,  

Markus Clausen, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess, Gerichts-
schreiberin Stephanie Schlecht 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 1,  
 
B.____ Beschwerdeführerin 2,  
gesetzlich vertreten durch die Beschwerdeführerin 1, 
 
beide vertreten durch Ferhat Kizilkaya, Advokat 
 

 gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der 

Schweiz (RRB Nr. 262 vom 2. März 2021) 
 
 
 
 

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A. A.____, geboren 1987, ist türkische Staatsangehörige. In ihrer Heimat heiratete sie am 
22. September 2014 den in der Schweiz aufenthaltsberechtigten deutschen Staatsangehörigen 
C.____, geboren 1981. Am 29. November 2014 reiste sie gemeinsam mit ihrer Tochter aus ers-
ter Ehe, B.____, geboren am 10. Dezember 2010, in die Schweiz ein, worauf beide eine Auf-
enthaltsbewilligung (gültig bis 6. August 2018) erhielten. 
 
B. Anfang Januar 2015 – noch bevor die Ausländerausweise zugestellt wurden – verliess 
A.____ mit ihrer Tochter den ehelichen Haushalt und hielt sich zunächst bei ihrer Schwester in 
D.____, anschliessend im Frauenhaus und danach über Jahre in der Institution E.____ auf. Am 
20. Januar 2015 erstattete sie gegen ihren Ehemann Strafanzeige wegen mehrfacher sexueller 
Nötigung, eventualiter Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, mehrfacher Nötigung, Drohung und 
einfacher Körperverletzung, mehrfacher Tätlichkeit und Beschimpfung sowie sämtlicher in Fra-
ge kommender Delikte. Seit dem 1. Februar 2015 ist sie von der Sozialhilfe abhängig und be-
zog bis April 2020 Leistungen in der Höhe von Fr. 452'437.35.  
 
C. Mit Schreiben vom 14. September 2015 sistierte das Amt für Migration (AfM, heute: 
Amt für Migration und Bürgerrechte [AfMB]) das Verfahren um Erteilung der Aufenthaltsbewilli-
gung bis zum Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens.  
 
D. C.____ reiste am 27. Oktober 2015 nach Frankreich aus. Am 8. Mai 2017 heiratete er 
in der Türkei erneut. 
 
E. Am 1. Juni 2018 erhob die Staatsanwaltschaft gegen C.____ Anklage wegen mehrfa-
cher Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher Freiheitsberaubung, Drohung, 
mehrfacher Nötigung und mehrfacher Beschimpfung zum Nachteil von A.____ und deren Toch-
ter B.____. Das gegen ihn eröffnete Verfahren wegen Tätlichkeiten und sexueller Handlungen 
mit Kindern zum Nachteil von B.____ wurde eingestellt (Einstellungsverfügung der Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft vom 1. Juni 2018). Das Verfahren wegen mehrfacher Ehe wurde 
mit einer Nichtanhandnahmeverfügung beendet (Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft vom 1. Juni 2018).  
 
F. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (Strafgericht) vom 10. Mai 2019 wurde 
C.____ von der Anklage der mehrfachen Vergewaltigung, der mehrfachen sexuellen Nötigung, 
der mehrfachen Freiheitsberaubung, der Drohung und der mehrfachen Nötigung freigesprochen 
und das Verfahren betreffend mehrfache Beschimpfung wurde aufgrund des Eintritts der Ver-
jährung eingestellt. Dieses Urteil ist in Rechtskraft erwachsen, nachdem A.____ ihre dagegen 
erhobene Berufung zurückgezogen hatte.  
 
G. Am 2. Januar 2020 gewährte das AfMB A.____ das rechtliche Gehör zur beabsichtig-
ten Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung. A.____, vertreten durch 
Metin Dogan, Advokat in Nijmen (Niederlande), nahm mit Schreiben vom 22. Januar 2020 Stel-
lung.  
 

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H. Mit Verfügung vom 27. April 2020 lehnte es das AfMB ab, die Aufenthaltsbewilligung 
von A.____ und B.____ zu verlängern, und wies diese aus der Schweiz weg.  
 
I. Die dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Basel-
Landschaft (Regierungsrat) mit Beschluss Nr. 262 vom 2. März 2021 ab und ordnete die Weg-
weisung von A.____ und B.____ aus der Schweiz an. Zur Begründung führte er aus, dass 
C.____ nach Frankreich ausgereist sei und damit ein auf das FZA gestütztes abgeleitetes An-
wesenheitsrecht von A.____ ausser Betracht falle. Die minderjährige Tochter teile das auslän-
derrechtliche Schicksal der sorgeberechtigten Mutter. Aufgrund der Ausreise des Ehemannes 
aus der Schweiz könne sie sich nicht auf Art. 2 FZA und damit auch nicht auf Art. 50 AIG beru-
fen. Ebenso wenig komme ein Anspruch auf weiteren Aufenthalt gemäss Art. 8 EMRK in Frage. 
Eine auf Art. 44 AIG i.V.m. Art. 77 VZAE gestützte Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
entfalle, da die Ehegemeinschaft weniger als die vom Gesetz geforderten drei Jahre gedauert 
habe. Von einem anspruchsbegründenden nachehelichen Härtefall könne nicht ausgegangen 
werden, weil es der Beschwerdeführerin nicht gelungen sei, die behauptete häusliche Gewalt 
nachvollziehbar und glaubhaft darzustellen. Auch erweise sich eine Rückkehr in die Türkei als 
zumutbar und die Wegweisung sei damit gesamthaft verhältnismässig. 
 
J. A.____ und B.____, nunmehr vertreten durch Ferhat Kizilkaya, Advokat in Basel, erhe-
ben mit Eingabe vom 15. März 2021 Beschwerde an das Kantonsgericht, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und stellen folgende Rechtsbegehren: 1. Es sei 
ihnen in Aufhebung des angefochtenen Beschlusses vom 2. März 2021 eine Aufenthaltsbewilli-
gung zu erteilen bzw. diese zu verlängern; 2. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen 
Beschlusses die Sache zur Neubeurteilung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen; 
3. Ihnen sei im vorliegenden Beschwerdeverfahren das Recht zur unentgeltlichen Prozessfüh-
rung zu erteilen und der unterzeichnende Anwalt amtlich beizuordnen. Von der Bezahlung eines 
Kostenvorschusses sei abzusehen; 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Staatskasse. In ihrer Beschwerdebegründung lassen die Beschwerdeführerinnen ausführen, 
dass sie Opfer ehelicher bzw. häuslicher Gewalt geworden seien und sie die eheliche Gewalt 
und deren Schwere glaubhaft gemacht und belegt hätten. Hierzu verweisen sie auf die einge-
reichten Arztberichte sowie insbesondere auf den kinderpsychiatrischen Befund der Universitä-
ren Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) vom 22. Januar 2020, in welchem festgestellt worden 
sei, dass B.____ aufgrund der häuslichen Gewalt unter psychischen Beschwerden leide. Ferner 
begründen sie ihren Standpunkt damit, dass der Freispruch von C.____ gestützt auf das Prinzip 
"in dubio pro reo" ergangen sei. Es sei überdies zu beachten, dass die Aussagen von C.____s 
Ex-Ehefrau, welche ihn massiv belastet hätten, aufgrund des Beweisverwertungsverbots im 
strafrechtlichen Verfahren nicht eingeflossen seien. Schliesslich habe das aussagepsychologi-
sche Gutachten der UPK bestätigt, dass ihre Aussagen stimmen könnten. Weiter machen sie 
geltend, dass es ihnen nicht zuzumuten sei, in die Türkei zurückzukehren, weil sie aufgrund der 
Drohungen durch den Bruder ihres verstorbenen Ex-Ehemannes einer Gefährdung von Leib 
und Leben ausgesetzt wären. Zudem könne die seelische Gesundheit der Tochter in der Türkei 
nicht gewährleistet werden. Sie hätten sich in der Schweiz gut integriert, weshalb sich die 
Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligungen und Wegweisung aus der Schweiz als nicht 
verhältnismässig erweise. 

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K. Der Regierungsrat schliesst in seiner Vernehmlassung vom 8. April 2021 auf kostenfäl-
lige Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Ausführungen im ange-
fochtenen Entscheid.  
 
L. Mit Verfügung vom 27. April 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung im Rah-
men einer Parteiverhandlung überwiesen und den Beschwerdeführerinnen die unentgeltliche 
Prozessführung und Verbeiständung für das vorliegende Verfahren bewilligt. Der Beweisantrag 
auf Beizug des Einvernahmeprotokolls der Ex-Ehefrau von C.____ wurde abgewiesen. 
 
M. Mit Eingabe vom 22. September 2021 reichen die Beschwerdeführerinnen einen The-
rapiebericht von F.____ vom 16. September 2021 sowie eine Kursbestätigung der ECAP Basel 
vom 30. Januar 2021 ein. Die Honorarnote des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerinnen 
datiert ebenfalls vom 22. September 2021.  
 
N. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen die Beschwerdeführerin 1 mit ihrem 
Rechtsvertreter und ein Vertreter des Regierungsrats sowie eine Dolmetscherin teil. Die Partei-
en halten an ihren gestellten Rechtsbegehren fest. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien 
ist – soweit erforderlich – in den Erwägungen einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Demnach ist 
das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zustän-
dig. Die Beschwerdeführerinnen sind vom angefochtenen Entscheid berührt und haben ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen 
sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von 
hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Nichtverlängerung der Aufent-
haltsbewilligungen der Beschwerdeführerinnen und deren Wegweisung aus der Schweiz zu 
Recht erfolgten. 
 
4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie 
eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf 
(Art. 10 und Art. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 
Integration [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 

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AIG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet in den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. 
AIG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem 
Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen 
Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person so-
mit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AIG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies 
vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; PETER UEBERSAX, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Aus-
länderrecht, 2. Auflage, Basel 2009, § 7, Rz. 7.84 ff.). Gemäss Art. 3 Abs. 2 AIG wird Auslände-
rinnen und Ausländern der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt, wenn völkerrechtliche Verpflich-
tungen, humanitäre Gründe oder die Vereinigung der Familie es erfordern. 
 
4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und der Türkei keine staatsver-
tragliche Vereinbarung besteht, welche den Beschwerdeführerinnen einen Anspruch auf Auf-
enthalt in der Schweiz einräumen würde. 
 
4.3 Es ist unbestritten, dass eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf das 
Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits 
und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügig-
keit (FZA) im vorliegenden Fall aufgrund des Wegzugs des Ehemannes aus der Schweiz aus-
ser Betracht fällt.  
 
4.4 Die Erteilung bzw. Verlängerung von Aufenthaltsbewilligungen richtet sich somit nach 
dem Ausländer- und Integrationsgesetz. Die Beschwerdeführerin 1 erhielt eine bis am 6. August 
2018 gültige Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann, welcher über eine Aufent-
haltsbewilligung EU/EFTA verfügte. Nach Art. 33 AIG wird eine Aufenthaltsbewilligung für einen 
bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit weiteren Bedingungen verbunden werden 
(Abs. 2). Sie ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 
AIG vorliegen (Abs. 3). Es handelt sich somit um eine Ermessens- und keine Anspruchsbewilli-
gung. Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. d AuG kann eine Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, 
wenn die ausländische Person eine mit der Aufenthaltsbewilligung verbundene Bedingung nicht 
einhält. Die Widerrufsgründe sind nicht nur für Widerrufe, sondern insbesondere auch bei 
Nichtverlängerungen von Bedeutung (SILVIA HUNZIKER, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, AuG], Bern 2010, N 5 
zu Art. 62 AuG). Der Beschwerdeführerin 1 wurde die Aufenthaltsbewilligung zum Zweck des 
Verbleibs bei ihrem Ehemann erteilt. Da die Ehe unbestrittenermassen gescheitert und der 
Ehemann aus der Schweiz ausgereist ist, kann die Beschwerdeführerin 1 die Bedingung des 
Verbleibs beim Ehemann nicht mehr erfüllen und demzufolge liegt ein Widerrufsgrund vor.  
 
4.5 Gemäss Art. 77 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
(VZAE) vom 24. Oktober 2007 kann nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft die 
im Rahmen des Familiennachzugs gemäss Art. 44 AIG erteilte Aufenthaltsbewilligung des Ehe-
gatten und der Kinder verlängert werden, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre 
bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (lit. a); oder wichtige persönliche Grün-
de einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Wichtige persönliche 
Gründe nach Abs. 1 lit. b können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte 

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Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder wenn 
die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Abs. 2). Nach 
Art. 77 Abs. 4 VZAE liegt eine erfolgreiche Integration nach Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE vor, wenn 
die Ausländerin oder der Ausländer namentlich: die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der 
Bundesverfassung respektiert (lit. a); den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum 
Erwerb der am Wohnort gesprochenen Landessprache bekundet (lit. b). Da eine auf Art. 44 AIG 
gestützte Aufenthaltsbewilligung keinen Rechtsanspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung bein-
haltet, verschafft auch Art. 77 VZAE keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung. Dabei ist irrelevant, dass Art. 77 VZAE die Verlängerung einer Bewilligung analog 
zu den Kriterien von Art. 50 AIG ermöglicht (Urteile des Bundesgerichts 2C_254/2015 vom 
24. März 2015 E. 2.2; 2C_5/2015 vom 7. Januar 2015 E. 2.2; 2C_306/2013 vom 7. April 2013 
E. 2.2). Da aber Art. 77 VZAE die Verlängerung einer Bewilligung nach den Kriterien von Art. 50 
AIG ermöglicht, ist Art. 77 VZAE immerhin in Analogie zu Art. 50 AIG anzuwenden, weshalb die 
dortige Rechtsprechung ebenfalls zu berücksichtigen ist.  
 
4.6 Die Beschwerdeführerin 1 beruft sich zu Recht nicht auf Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE. Die 
für die Anwendbarkeit dieser Bestimmung erforderliche Dauer einer ehelichen Gemeinschaft 
von drei Jahren ist offensichtlich nicht erfüllt, nachdem sie nach einer in der Schweiz gelebten 
Ehedauer von knapp 5 Wochen die gemeinsame Wohnung verlassen hat und nicht mehr dort-
hin zurückgekehrt ist. Streitig ist somit nur, ob die Voraussetzungen eines nachehelichen Härte-
falls im Sinne von Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE erfüllt sind. 
 
5.1 Ein wichtiger persönlicher Grund kann vorliegen, wenn die soziale Wiedereingliederung 
der ausländischen Person bei einer Rückkehr in ihr Heimatland stark gefährdet wäre. Dabei ist 
entscheidend, ob die persönliche, berufliche und familiäre Eingliederung der betroffenen aus-
ländischen Person bei einer Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte, und 
nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre und – aus welchen Gründen auch immer – 
vorgezogen würde. Ein persönlicher, nachehelicher Härtefall setzt aufgrund der gesamten Um-
stände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben voraus, 
die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 
verbunden sein muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_451/2014 vom 24. Dezember 2014 
E. 6.3). Besonderes Augenmerk ist Kindern zu widmen. Das Übereinkommen vom 
20. November 1989 über die Rechte des Kindes (UNO-Kinderrechtskonvention, KRK) zielt da-
rauf ab, dem Kind tatsächlich und rechtlich einen besseren Schutz zu garantieren. Gemäss 
Art. 3 Abs. 1 KRK ist das Kindeswohl bei allen Massnahmen, die Minderjährige betreffen, ein 
Aspekt von vorrangiger Bedeutung. Dem wird in der Praxis insofern Rechnung getragen, als der 
fortgeschrittenen sozialen und schulischen Integration von Kindern in der Schweiz regelmässig 
besonderes Gewicht beigemessen wird (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer]  
F-3332/2015 vom 13. Februar 2018 E. 4.4). Bei einem Kind, das bereits die Schule besucht und 
sich somit selbstständig in den Schweizer Alltag integriert hat, kann die erzwungene Rückkehr 
eine echte Entwurzelung darstellen (vgl. BGE 123 II 125 E. 4.b). 
 
5.2 Die Beschwerdeführerinnen sind am 29. November 2014 in die Schweiz eingereist. 
Bereits am 20. Januar 2015 haben beide eine Strafanzeige resp. einen Strafantrag wegen 

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mehrfacher sexueller Nötigung eventualiter Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, mehrfacher 
Nötigung, Drohung und einfacher Körperverletzung sowie sämtlicher in Frage kommender De-
likte eingereicht. Die beanzeigten strafbaren Handlungen umfassten somit auch Handlungen, 
welche der Stiefvater gegenüber seiner Stieftochter verübt haben soll. Zu diesem Zeitpunkt be-
fanden sich die Beschwerdeführerinnen bereits im Frauenhaus. Das gegen C.____ eröffnete 
Verfahren wegen Tätlichkeiten und sexueller Handlungen mit Kindern zum Nachteil der Be-
schwerdeführerin 2 wurde mit Verfügung vom 1. Juni 2018 eingestellt. In Bezug auf den Tatbe-
stand der sexuellen Handlungen mit Kindern habe ein Tatverdacht nicht erhärtet werden kön-
nen, weshalb in diesem Punkt keine Anklage erhoben worden sei. Die beanzeigten Tätlichkei-
ten wurden zufolge Verjährung eingestellt (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 10. Mai 2019 S. 7). 
 
5.3 Den Akten kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin 2 seit dem 8. Mai 
2015 in den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, Klinik für Kinder und Jugendliche 
(UPKKJ) in psychotherapeutischer Behandlung ist. Gemäss dem kinderpsychiatrischen Befund 
vom 22. Januar 2020 erfolgte die Anmeldung im März 2015 über das Frauenhaus aufgrund von 
akuten Belastungssymptomen zufolge der durch C.____ erlebten häuslichen Gewalt gegenüber 
der Kindsmutter und ihr selbst. Gesamthaft sei bei der Beschwerdeführerin 2 aufgrund der 
anamnestisch berichteten traumatischen Erfahrungen als Opfer und Zeugin von häuslicher Ge-
walt, gewaltsamen Tods und Verlusts des Kindsvaters sowie der Migrationsgeschichte zusam-
men mit der akuten Belastungssymptomatik zu Beginn der Behandlung von einer komplexen 
Traumaentwicklungsstörung auszugehen gewesen. Die Beschwerdeführerin 2 habe aufgrund 
ihres kindgerechten Milieus in der Schule, in der Therapie, in der Entlastungsfamilie und im 
Mutter-Kind-Haus bereits viele Anpassungsleistungen vollbracht. Die ursächlichen Traumata 
hätten jedoch aufgrund der immer wiederkehrenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit 
dem Aufenthaltsstatus und der Sorge um den psychischen Zustand der Kindsmutter erst unzu-
reichend bearbeitet werden können. Dabei sei aus entwicklungspsychologischer Sicht zu be-
denken, dass sich die Beschwerdeführerin 2 erst sicher fühlen kann, wenn auch ihre Mutter 
äussere Sicherheit erlebe. Das aktuelle Platzierungssetting in der Institution E.____ gewährleis-
te diesen sicheren Rahmen, sodass sich auch die Ressourcen und das Entwicklungspotential 
der Beschwerdeführerin 2 entfalten könnten. Ihr Störungsbild im Zusammenspiel mit ihren 
schwierigen psychosozialen Umständen sei gekennzeichnet von einer ausserordentlich hohen 
Chronifizierungsgefahr mit auch mittel- und längerfristig weitreichenden Konsequenzen bis hin 
zu Invalidität. Damit die Beschwerdeführerin 1 psychisch stabiler werden könne, um an ihrer 
elterlichen Erziehungs- und Beziehungsfähigkeit arbeiten zu können, bedürfe es eines sicheren 
Rahmens. Ein solcher sei aufgrund ihres unsicheren Aufenthaltsstatus nicht gegeben. Dies wir-
ke sich sowohl auf die Beschwerdeführerin 1 als auch auf die Beschwerdeführerin 2 und deren 
weitere Entwicklung aus. Die aktuelle Destabilisierung von Mutter und Tochter und insbesonde-
re die psychische Verfassung der Kindsmutter im Falle einer Rückschaffung der Familie in die 
Türkei würden sich mit grosser Wahrscheinlichkeit weiter verstärken. Zudem sei eine Kinds-
wohlgefährdung aufgrund des Gewaltpotentials der Familie des Kindsvaters als wahrscheinlich 
einzuschätzen. Aus diesen Gründen sei aus ärztlicher und kinderpsychiatrischer Sicht die wei-
tere seelische Entwicklung der Beschwerdeführerin 2 im Falle einer Wegweisung aus der 
Schweiz in hohem Masse gefährdet und deshalb aus humanitärer Sicht und aus Kinderschutz-
sicht nicht verantwortbar (psychiatrischer Befund der UPKKJ vom 22. Januar 2020).  

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5.4 Die Beschwerdeführerin 2 ist im Alter von vier Jahren in die Schweiz eingereist und 
befindet sich zwischenzeitlich seit sieben Jahren in der Schweiz. Hier leben zwei Onkel und 
zwei Tanten sowie ihre Pflegeeltern. Die Beschwerdeführerin 2 lebt aktuell nicht mehr bei ihren 
Pflegeeltern, es findet aber noch ein intensiver Kontakt inklusive Übernachtungen statt 
(vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 29. September 2021 S. 3; Schreiben der Pflegeeltern 
G.____ und H.____ vom 26. Januar 2020). Die Beschwerdeführerin 2 hat hier den Kindergarten 
besucht und wurde in der Schweiz eingeschult. Zunächst erfolgte eine Einschulung im Raum 
I.____; seit Sommer 2020 besucht sie eine deutschsprachige Schule in J.____. Sie erbringt 
gute schulische Leistungen. Die Beschwerdeführerin 2 hat sowohl im Raum I.____ als auch in 
J.____ Freundschaften geschlossen. Seit ihrer Ausreise war sie nicht mehr in der Türkei und 
demzufolge hat sie dort keine wesentliche Sozialisierung erfahren. Sie spricht gestützt auf die 
Akten sehr gut Deutsch. In Bezug auf die sprachlichen Kompetenzen der Beschwerdeführerin 2 
hat die Beschwerdeführerin 1 anlässlich der heutigen Parteiverhandlung ausgesagt, dass ihre 
Tochter nur über beschränkte Türkischkenntnisse verfüge. So sei es ihr kaum möglich, einen 
ganzen Satz auf Türkisch zu bilden, sondern ein solcher würde meistens aus Türkisch und 
Deutsch bestehen; zudem könne sie weder Türkisch schreiben noch lesen. Im Alter von elf Jah-
ren befindet sich die Beschwerdeführerin 2 in der frühen Pubertät und in diesem Lebensab-
schnitt gewinnen soziale Beziehungen ausserhalb der Familie erheblich an Bedeutung. Damit 
findet auch eine von den Eltern unabhängige Integration statt (vgl. auch Urteil des BVGer  
F-5147/2018 E. 6.5.1). Die Beschwerdeführerin 2 ist sowohl sprachlich als auch sozial sehr gut 
integriert und durch das hiesige soziokulturelle Umfeld geprägt (vgl. Protokoll der Parteiver-
handlung vom 29. September 2021 S. 3). Es sind überdies keine negativen Vorkommnisse ak-
tenkundig. Die Integration in wirtschaftlicher Hinsicht kann bei einem Kind in ihrem Alter keine 
Rolle spielen. Insbesondere kann ihr nicht entgegengehalten werden, dass ihre Mutter die So-
zialhilfe in Anspruch nehmen musste (vgl. Urteil des BVGer F-5147/2018 E. 6.5.1). Zu beachten 
ist ferner ihre gesundheitliche Situation: Gemäss kinderpsychiatrischem Befund ist bei der Be-
schwerdeführerin 2 von einer komplexen Traumaentwicklungsstörung auszugehen, welche auf 
die erlebte häusliche Gewalt – als Opfer und als Zeugin – zurückzuführen ist. Es wird weiter 
ausgeführt, dass ihr Störungsbild im Zusammenspiel mit ihren schwierigen psychosozialen Um-
ständen von einer ausserordentlich hohen Chronifizierungsgefahr mit auch mittel- bis längerfris-
tig weitreichenden Konsequenzen bis hin zu Invalidität gekennzeichnet sei. Mittlerweile befindet 
sich die Beschwerdeführerin 2 seit sechs Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, was 
angesichts ihres Alters eine sehr lange Zeit ist. Dennoch hätten die ursächlichen Traumata erst 
unzureichend behandelt werden können (psychiatrischer Befund der UPKKJ vom 22. Januar 
2020). Sie leide insbesondere unter Angststörungen (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 
29. September 2021 S. 3). Wie der fachärztlichen Einschätzung entnommen werden kann, er-
weist sich ein sicheres Umfeld für die Beschwerdeführerin 2 als zentral, ansonsten eine Desta-
bilisierung mit weitreichenden Konsequenzen drohen würde. In der Schweiz ist dieses sichere 
Umfeld gewährleistet. Eine Wegweisung würde nicht nur einen Schulwechsel bedeuten, son-
dern auch einen Abbruch aller familiärer und freundschaftlicher Beziehungen. Hinzu kommt, 
dass sich eine Weiterführung der Therapie in der Türkei als schwierig gestalten würde, weil die 
Türkischkenntnisse der Beschwerdeführerin 2 begrenzt sind. Es ist deshalb davon auszugehen, 
dass mit einer Wegweisung der Beschwerdeführerin 2 aus der Schweiz eine solche Destabili-
sierung einhergehen könnte, was nicht mit den überzuordnenden Kindesinteressen vereinbar 

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wäre. Eine Rückkehr in die Türkei erweist sich vor dem geschilderten Hintergrund im vorliegen-
den Fall trotz der vorinstanzlichen zutreffenden Feststellung, dass grundsätzlich auch in der 
Türkei psychiatrische Behandlungen möglich seien, als unzumutbar. Nach dem Gesagten muss 
vielmehr festgehalten werden, dass sich die Beschwerdeführerin 2 erfolgreich integriert hat und 
eine Wegweisung für sie eine Entwurzelung bedeuten würde. 
 
5.5 In Bezug auf die Beschwerdeführerin 1 fällt ihre frühere Sozialhilfeabhängigkeit negativ 
ins Gewicht, welche allerdings in erster Linie auf ihren beeinträchtigten Gesundheitszustand 
und in deren Höhe insbesondere auf die damit verbundene ambulante Wohnbegleitung zurück-
zuführen ist, welche ausserordentlich lange erforderlich war. Die Beschwerdeführerin 1 konnte 
sich zwischenzeitlich von der Sozialhilfe ablösen (vgl. Beilage 8 zur Beschwerde vom 7. Mai 
2020). Aufgrund ihres Gesundheitszustands ist sie zunächst einer Teilzeitbeschäftigung nach-
gegangen. Seit dem 8. Mai 2020 arbeitet sie in einem unbefristeten Vollzeitpensum im Restau-
rant ihres Bruders in J.____. Sie hat einen Deutschkurs absolviert und verfügt über Sprach-
kenntnisse auf dem Niveau B1. Wie bereits ausgeführt, leben ihre Brüder und Schwestern 
ebenfalls in der Schweiz. In der Türkei leben ausser ihrer 70-jährigen Mutter keine Verwandten 
mehr. Im Zusammenhang mit einer möglichen Rückkehr in die Türkei macht die Beschwerde-
führerin 1 insbesondere geltend, dass sie in der Türkei an Leib und Leben gefährdet wäre, weil 
der Bruder ihres Ex-Ehemannes Morddrohungen gegen sie ausgesprochen und damit gedroht 
habe, ihr die Beschwerdeführerin 2 wegzunehmen (vgl. Beilagen 13 und 14 der Eingabe der 
Beschwerdeführerinnen vom 1. Februar 2021). Zur Vorgeschichte führte sie aus, dass sie sich 
von ihrem ersten Ehemann aufgrund von Gewalttätigkeit und Drogensucht habe scheiden las-
sen. Er habe ihr gegenüber Morddrohungen ausgesprochen gehabt und deshalb habe eine 
Fernhalteverfügung bestanden. Ende 2016 habe sie erfahren, dass ihr Ex-Ehemann bei einer 
Schlägerei erschossen worden sei. Mit den eingereichten Belegen bestehen zumindest Indi-
zien, welche für die dargelegte Version der Beschwerdeführerin 1 sprechen. Soweit die Dro-
hungen des Ex-Schwagers tatsächlich ausgesprochen worden sind, kann festgehalten werden, 
dass ein weiterer (möglicherweise gewalttätiger) Familienkonflikt für die physische und psychi-
sche Integrität der Beschwerdeführerin 2 keineswegs förderlich wäre. So hielt der psychiatri-
sche Befund der UPKKJ vom 22. Januar 2020 diesbezüglich fest, dass die weitere seelische 
Entwicklung der Beschwerdeführerin 2 auch aus diesem Grund in hohem Masse gefährdet und 
deshalb aus humanitärer Sicht nicht verantwortbar wäre.  
 
5.6 Gestützt auf die vorstehenden Schilderungen ist davon auszugehen, dass die physi-
sche und psychische Integrität der Beschwerdeführerin 2 bei einer Rückkehr in die Türkei stark 
gefährdet wäre. Wie dargelegt, hat das Kindeswohl eine besondere Berücksichtigung zu finden 
und ist im vorliegenden Fall ausschlaggebend für die Unzumutbarkeit einer Rückkehr in die 
Türkei. Die Beschwerdeführerin 2 hat in ihrem jungen Alter bereits sehr viel Negatives erleben 
müssen. Gestützt auf die Akten und die vorstehenden Ausführungen ist erstellt, dass sie auf 
eine Psychotherapie angewiesen und eine solche in der Schweiz gewährleistet ist. Zusammen-
fassend ist unter Berücksichtigung des Kindeswohls, der fortgeschrittenen Integration der Be-
schwerdeführerin 2 in der Schweiz und ihrer Integrationsschwierigkeiten, welche sie in der Tür-
kei zu gewärtigen hätte, ein wichtiger persönlicher Grund, welcher einen weiteren Aufenthalt in 
der Schweiz erforderlich macht, zu erblicken. Mit anderen Worten gebieten es im hier zu beur-

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

teilenden Einzelfall die zu schützenden Kindesinteressen, dass den Beschwerdeführerinnen ein 
Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen ist. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde. Bei 
dieser Sachlage kann das Vorliegen eines nachehelichen Härtefalls gestützt auf die von der 
Beschwerdeführerin 1 geltend gemachte eheliche Gewalt offengelassen werden.  
 
6.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 
Abs. 1 VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und werden in der Regel der unterlie-
genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Demzufolge sind die 
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- dem unterliegenden Regierungsrat aufzuerlegen.  
 
6.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. 
einer Anwältin eine angemessene Entschädigung zugesprochen werden. Gestützt darauf hat 
der Regierungsrat den Beschwerdeführerinnen für das Verfahren vor dem Kantonsgericht eine 
Parteientschädigung auszurichten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen macht in 
seiner Honorarnote vom 22. September 2021 einen Aufwand von 13.4 Stunden à Fr. 200.-- und 
Auslagen in der Höhe von Fr. 53.90 geltend, was nicht zu beanstanden ist. Für die heutige Par-
teiverhandlung und deren Vorbereitung ist noch ein Zeitaufwand von 3.6 Stunden hinzuzurech-
nen. Der Regierungsrat hat den Beschwerdeführerinnen demzufolge eine Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 3'719.85 (inkl. Auslagen und 7.7 % MwST) auszurichten.  
 
6.3 Zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens ist die Angelegenheit an 
den Regierungsrat zurückzuweisen.   
 
 
 

Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbeschluss des 

Kantons Basel-Landschaft Nr. 262 vom 2. März 2021 aufgehoben und 
das Amt für Migration und Bürgerrecht angewiesen, die Aufenthaltsbewil-
ligungen der Beschwerdeführerinnen zur verlängern.  

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen.  

   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden dem Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt.  
 
 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat den Beschwerde-

führerinnen eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'719.85 
(inkl. Auslagen und 7.7 % MwST) zu bezahlen. 
 

 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin