# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a524e4e-c5a2-5bc3-9b4f-3822ac200279
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2010 D-5856/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5856-2010_2010-08-27.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5856/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

A._______, geboren [...], Ägypten,
vertreten durch 
Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin-Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 11. August 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5856/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  am  10.  April 
2010  mit  einem  gültigen  tschechischen  Schengen-Visum  von  Kairo 
nach Prag flog und von dort mit dem Bus in die Schweiz fuhr, wo er 
am 11. April 2010 eintraf und am 13. April 2010 um Asyl nachsuchte, 

dass er anlässlich der Erstbefragung am 27. April  2010 zur Begrün-
dung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, als koptischer 
Christ sei er Übergriffen von Muslimen ausgesetzt gewesen, weil [...],

dass er deswegen auch Verfolgungsmassnahmen von Seiten der Be-
hörden  ausgesetzt  gewesen  sei,  die  ihn  missionarischer  Aktivitäten 
beschuldigt und gefoltert hätten, 

dass er  von Anfang an in  der  Schweiz ein  Asylgesuch habe stellen 
wollen, er aber die Tschechische Republik als Transitland und zur Täu-
schung der ägyptischen Behörden über sein Reiseziel  benutzt  habe, 
weil der ägyptische Sicherheitsdienst ihn am Flughafen verhaftet hätte, 
wenn er ein Visum für die Schweiz gehabt hätte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 11. August 2010 – eröffnet am fol-
genden Tag – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf  das Asylgesuch nicht 
eintrat und die Wegweisung in die Tschechische Republik sowie den 
Vollzug anordnete,

dass  es  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die  Schweiz 
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und 
festhielt, einer Beschwerde gegen diese Verfügung komme keine auf-
schiebende Wirkung zu,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer sei nach eigenen Angaben über die Tschechische Re-
publik in die Schweiz gereist und habe einen Reisepass eingereicht, 
welcher ein vom 10. bis 19. April 2010 gültiges tschechisches Schen-
gen-Visum enthalte, 

dass  die  Tschechische  Republik gestützt  auf  das  Abkommen  vom 
26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren 
zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in ei-

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nem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-
Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) und auf das Über-
einkommen vom 17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwe-
gen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-
Besitzstands und von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder 
in Norwegen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezem-
ber 2004, SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig sei,

dass das BFM gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers bei 
der Erstbefragung und den eingereichten Reisepass am 9. Juni 2010 
an die Tschechische Republik ein Ersuchen um Übernahme des Be-
schwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  9  Abs.  4  der  Verordnung  [EG] 
Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 [Dublin-II-VO] zur Fest-
legung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, 
der für die Prüfung eines von einem  Drittstaatsangehörigen in einem 
Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist, gestellt habe, 

dass die tschechischen Behörden am 19. Juli 2010 einer Übernahme 
des Beschwerdeführers zugestimmt hätten und die Zuständigkeit  ge-
stützt auf Art. 9 Abs. 2 der Dublin-II-VO deshalb auf diesen Staat über-
gegangen sei, 

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
oder Verlängerung (Art. 19 f. Dublin-II-VO) – bis spätestens am 19. Ja-
nuar 2011 zu erfolgen habe, 

dass im Rahmen des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführer erklärt 
habe, er sei auch in Tschechien Übergriffen von Seiten seiner Verfol-
ger  ausgesetzt  und könne in diesem Staat  keinen Schutz  durch die 
koptische Kirche erhalten, weil es dort keine koptisch-orthodoxe Kirche 
gebe, 

dass Personen, welchen im Rahmen des Dublin-Verfahrens eine Weg-
weisung in einen der Mitgliedstaaten drohe, oftmals geltend machen 
würden, sie seien nicht nur in ihrem Heimatland verfolgt, sondern auch 
in jenem Drittstaat, um eine Wegweisung dorthin zu verhindern, 

dass es sich im vorliegenden Fall jedoch erübrige, die Glaubwürdigkeit 
(recte: Glaubhaftigkeit) der im Drittstaat geltend gemachten Verfolgung 

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abschliessend abzuklären, da davon auszugehen sei, dass die Behör-
den der  Tschechischen Republik  –  einem Mitgliedstaat  der  Europäi -
schen Union und Rechtsstaat – die notwendigen Schutzmassnahmen 
treffen würden, und deshalb auch der fehlende Schutz durch die kopti-
sche Kirche kein Wegweisungshindernis darstelle, 

dass sich demzufolge keine Gründe für einen Selbsteintritt  durch die 
schweizerischen Asylbehörden im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO 
ergäben, 

dass auf das Asylgesuch daher nicht einzutreten sei, 

dass der Beschwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er 
Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde und 
deshalb das Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Her-
kunftsstaates nicht zu prüfen sei, 

dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konven-
tion  vom 4. November  1950  zum Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  im  Falle  einer  Rückkehr  in  die 
Tschechische Republik bestünden, 

dass die Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und Möglichkeit  des Vollzugs zu 
bejahen seien,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 
18. August 2010 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde erhob,

dass er die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung beantragte so-
wie eventualiter die Aufhebung der Verfügung verbunden mit der  An-
weisung  an  die  Vorinstanz,  das  Selbsteintrittsrecht  auszuüben  und 
sich für das vorliegende Asylverfahren für zuständig zu erklären,

dass er subeventualiter um die Aufhebung der den Vollzug betreffen-
den Punkte der vorinstanzlichen Verfügung vom 11. August 2010 er-
suchte, 

dass die Vorinstanz ferner anzuweisen sei, dem Beschwerdeführer aus 
medizinischen  Gründen eine  neue  angemessene  Ausreisefrist  anzu-
setzen, 

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dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um den Erlass vorsorglicher 
Massnahmen beziehungsweise um die Erteilung der aufschiebenden 
Wirkung der Beschwerde sowie um die unentgeltliche Prozessführung 
samt  Entbindung  von  der  Vorschusspflicht  und  die  unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 des Verwaltungsver-
fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) sowie 
um Parteikostenentschädigung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG er-
suchte, 

dass auf die Beschwerdebegründung – soweit  entscheidrelevant – in 
den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung mit 
Zwischenverfügung vom 19. August 2010 provisorisch aussetzte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 20. August 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter li-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters respektive 
einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und 

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es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 
der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a 
Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass mit  dem vorliegenden Entscheid in  der Hauptsache der Antrag 
auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde im Sinne 
von Art. 107a AsylG gegenstandslos wird,

dass für das Gesuch um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschus-
ses dasselbe gilt, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs indes 
materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbe-
züglich grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fra-
gen – namentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von Vollzugs-
hindernissen (Durchführbarkeit  der  Überstellung an den zuständigen 
Mitgliedstaat) – in den Dublin-Verfahren bereits vor Erlass des Nicht-
eintretensentscheides stellen,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass der vorgängige Transitaufenthalt des Beschwerdeführers in Prag 
und die  Zustimmung Tschechiens  zur  Rückübernahme aufgrund der 

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Aktenlage feststehen  (Befragungsprotokoll vom 27. April  2010, A1/15 
S. 11; A20/7 S. 4),

dass  die  in  der  Schweiz  geltend  gemachten  Asylgründe  daher  in 
Tschechien, das sich staatsvertraglich zuständig erklärt hat, zu prüfen 
sein werden, 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe die grundsätz-
liche  Zuständigkeit  der  Tschechischen  Republik  für  die  Behandlung 
seines Asylgesuchs anerkennt, 

dass  jedoch  seiner  Ansicht  nach  Hinweise  bestünden,  wonach  das 
tschechische Asylverfahren EMRK-Bestimmungen verletze, weil Asyl-
suchende in Tschechien Gefahr laufen würden, während des Verfah-
rens monatelang in ungesetzlicher Haft unter EMRK-widrigen Haftbe-
dingungen festgehalten zu werden, 

dass er zudem davon ausgeht, in Tschechien als Ägypter kein faires 
Asylverfahren zu erhalten, und dies mit zahlreichen mit der Beschwer-
de eingereichten Beweismitteln zu untermauern sucht, 

dass gemäss dem im Mai 2007 aktualisierten "Country Report: Czech 
Republic" des "European Refugee Fund" von 422 Asylgesuchen ägyp-
tischer  Staatsangehöriger  in  der  Tschechischen  Republik  (im  Jahr 
2006) kein einziges gutgeheissen worden sei, 

dass  der  Europäische  Gerichtshof  für  Menschenrechte  (EGMR)  die 
Tschechische  Republik  im Jahre  2008  aufgrund  der  EMRK-widrigen 
Behandlung eines ägyptischen Asylsuchenden verurteilt habe, 

dass zahlreiche ägyptische Staatsangehörige es im Jahre 2006 vorge-
zogen hätten, die geschlossenen tschechischen Asylstrukturen zu ver-
lassen und sich Schleppern anzuvertrauen, 

dass die Familie des Beschwerdeführers in Ägypten untergetaucht sei 
und auf eine Gelegenheit warte, in das Land zu reisen, von welchem 
ein Visum erhältlich sei, und deshalb weitere Dublin-Verfahren und ei-
ne Trennung der Familie vorprogrammiert seien, 

dass sich der Beschwerdeführer nur in einem Land sicher fühle, wel -
ches nicht schon aufgrund seiner Flugkarte bestimmt werden könne, 

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dass der Beschwerdeführer als tiefgläubiger Kopte auf die Unterstüt-
zung durch eine koptische Gemeinschaft  existenziell  angewiesen sei 
und das Fehlen einer solchen Gemeinschaft in Tschechien für ihn eine 
extreme Belastung darstelle, 

dass er aus diesen Gründen den Verzicht auf die Wegweisung und die 
Ausübung des Selbsteintrittsrechts durch das BFM beantragt, 

dass das mit dem schlechten psychischen und körperlichen Gesund-
heitszustand  des  Beschwerdeführers  begründete  Eventualbegehren 
auf Ansetzung einer neuen angemessenen Ausreisefrist mit drei Arzt -
berichten untermauert und weitere,  ausführliche Arztberichte in Aus-
sicht gestellt werden, 

dass  der  Beschwerderührer  gemäss  dem  Aufnahmebericht  der  [...] 
vom 28. beziehungsweise 30. Juli 2010 sowie dem fachärztlichen Be-
richt derselben Stelle vom 16. August 2010 an einer posttraumatischen 
Belastungsstörung  mit  längerer  depressiver  Reaktion  leide  und eine 
Rückschaffung – auch in einen sicheren Drittstaat – aus medizinischen 
Gründen nicht vertretbar sei, weil mit einer Symptomverschlimmerung 
bis hin zur akuten Suizidalität zu rechnen sei, 

dass der hausärztliche Bericht vom 17. August 2010 dem Beschwerde-
führer  Diabetes  mellitus,  arterielle  Hypertonie,  eine  Knieschwellung 
und Dickdarmpolypen diagnostiziert,  wobei der Diabetes mit Medika-
menten gut eingestellt  sei und beim ebenfalls eingestellten Bluthoch-
druck noch medikamentöse Anpassungen erforderlich seien, 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, die Tschechische 
Republik  werde sich  als  Signatarstaat  des  Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30)  und 
der  EMRK  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Ver-
pflichtungen, insbesondere an das Rückschiebungsverbot, halten, 

dass die eingereichten Beweismittel älteren Datums sind, kaum die ak-
tuelle Situation der tschechischen Asylverfahren widerspiegeln und in 
keinem konkreten und persönlichen Bezug zum Beschwerdeführer ste-
hen, 

dass  sich  die  geltend  gemachte  hohe  Ablehnungsrate  ägyptischer 
Asylsuchender  unter  anderem  mit  der  Tatsache  begründen  lassen 
dürfte,  dass  die  Asylgesuche  häufig  wirtschaftlich  motiviert  sind 

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(vgl. Beschwerdebeilage  5),  und  ökonomische  Motive  weder  nach 
tschechischem noch nach Schweizer Recht asylrelevant sind, 

dass nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb der  Beschwerdeführer  einer-
seits vom ägyptischen Sicherheitsdienst bei der Ausreise am Flugha-
fen verhaftet worden wäre, wenn sein Pass ein Visum für die Schweiz 
enthalten hätte, andererseits aber die ägyptische Regierung Agenten 
nach Tschechien, nicht jedoch in die Schweiz schicken sollte, um ihn 
zu vernichten (vgl. A1/15 S. 12), 

dass in Tschechien diverse christliche (einschliesslich orthodoxe) Kir -
chen mit einer entsprechenden Glaubensgemeinschaft existieren, wel-
che dem Beschwerdeführer aufgrund seiner koptisch-christlichen Tra-
dition und seiner aus [...] stammenden Ehefrau nicht völlig fremd sein 
dürften, 

dass  auch kein  Grund zur  Annahme besteht,  Personen,  die  sich  im 
Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Tschechien  aufhalten,  würden  auf-
grund der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notla-
ge versetzt, 

dass ebensowenig Hinweise dafür bestehen, Tschechien würde seinen 
Verpflichtungen im Rahmen der Dublin-II-VO in medizinischer Hinsicht 
nicht nachkommen,

dass vielmehr davon auszugehen ist, die notwendigen medizinischen 
Institutionen und Medikamente zur  Behandlung der gesundheitlichen 
Beschwerden des Beschwerdeführers und zur Fortsetzung der in der 
Schweiz begonnenen Therapien seien in Tschechien vorhanden,

dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Gründe für eine Wei-
terführung der Behandlungen in der Schweiz und die diesbezüglich auf 
Beschwerdeebene  eingereichten  Arztberichte  vom  28.  bzw.  30.  Juli 
2010 sowie vom 16. und 18. August 2010 nicht gegen eine Rückfüh-
rung nach Tschechien sprechen,  zumal  davon ausgegangen werden 
kann,  dass  in  Tschechien  entsprechendes  Fachpersonal  vorhanden 
ist,  insbesondere  zur  Behandlung  von  Diabetes  mellitus,  Bluthoch-
druck,  Gicht  und Dickdarmpolypen sowie von posttraumatischen Be-
lastungsstörungen, 

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dass entgegen der Beschwerdevorbringen somit nicht davon auszuge-
hen  ist,  das  BFM hätte  Veranlassung  zu  einem Selbsteintritt  (Art. 3 
Abs. 2 Dublin-II-VO) gehabt, und auch heute keine solche besteht,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Anordnung der Wegweisung nach Tschechien der Systematik 
des Dublin-Verfahrens – bei dem es sich um ein Überstellungsverfah-
ren in den für die Prüfung des Asylgesuchs zuständigen Staat handelt  
– entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art.  44 Abs. 1 
AsylG steht,  wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheids ist, und hier nicht mehr zu prüfen ist, 

dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in einem Dublin-Verfahren nicht unter dem Aspekt von Art.  83 Abs. 1 
und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  stellt,  sondern  eine  ent-
sprechende Prüfung soweit notwendig vielmehr bereits im Rahmen der 
Entscheidfindung  hinsichtlich  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts 
stattfinden muss (vgl. vorstehende Erwägungen), 

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts  (Art. 3  Abs. 2  Dublin-II-VO)  besteht,  weshalb  in 
diesem Sinne der vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu be-
stätigen ist,

dass  auf  den Antrag,  dem Beschwerdeführer  sei  aus  medizinischen 
Gründen eine neue  angemessene  Ausreisefrist  anzusetzen  mangels 
Zuständigkeit  nicht  einzutreten  ist  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  27  E.  5b 
S. 177),

dass das BFM der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers 
jedoch im Rahmen von dessen Überstellung nach Tschechien Rech-
nung zu tragen haben wird,

dass der Beschwerdeführer demnach nicht darzutun vermag, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzen, den rechtserhebli-
chen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellen oder unange-

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messen sein sollte  (Art. 106 AsylG),  weshalb die Beschwerde abzu-
weisen ist, soweit darauf einzutreten ist, 

dass  aufgrund  der  Aussichtslosigkeit  der  Beschwerde  trotz  belegter 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  die  Gesuche  im  Sinne  von 
Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG abzuweisen sind, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben:  Bei-
lage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  Dublin-Office,  Ref.-Nr. N  [...]  (per 
Telefax, mit dem Hinweis auf die Erwägungen S. 10 in fine [medizi-
nische Situation des Beschwerdeführers])

- [die zuständige kantonale Behörde] (per Telefax, mit dem Hinweis 
auf die Erwägungen S. 10 in fine [medizinische Situation des Be-
schwerdeführers])

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Jacqueline Augsburger

Versand: 

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