# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0357b61-791c-5f04-a3cc-65c344df1088
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-10-21
**Language:** de
**Title:** Strittig ist das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung; widersprüchliche medizinische Aktenlage; Rückweisung zur ergänzenden medizinischen Abklärung.
**Docket/Reference:** UV.2019.00066
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00066.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00066
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Fonti
Urteil
vom
2
1.
Oktober 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
Advokatur
Glavas
AG, Haus zur alten
Dorfbank
Dorfstrasse 33, 9313
Muolen
gegen
SWICA Versicherungen AG
Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1958, ist bei der
Y.___
AG als Weinhändler und Gastronom angestellt und in dieser Funktion bei der
Swica
Versicherungen AG (nachfolgend:
Swica
)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Unfallmel
dung vom 27. Dezember 2017 machte er geltend, er habe
am 21. Dezember 2017
eine 6 Liter Imperial-Weinflasche (zirka 10 kg) mit der rechten Hand am Fla
schenhals oben gehalten und aus dem Karton hochgezogen und ausgeladen. Dabei sei die Flasche zwischen anderen Kartons beim Abwenden kurz steckenge
blieben und er habe sich verdreht. Daraufhin habe er ein kurzes, fast gleichzeitig ertönendes doppeltes Krachen in der rechten Schulter vorne gehört verbunden mit einem stechenden Schmerz von vorne bis hinten ins Schulterblatt (Urk. 7/1 Ziff. 6).
Mit Schreiben vom 26. Januar 2018 anerkannte die
Swica
ihre Leistungspflicht, stellte
aber gleichzeitig fest,
der Status quo sine sei eine Woche nach dem Ereignis erreicht, weshalb ab 28. Dezember 2017 kein Leistungsanspruch mehr bestehe (Urk. 7/12).
An der Leistungseinstellung hielt die
Swica
mit Verfügung vom 8. Mai 2018 fest (Urk. 7/23). Die dagegen erhobene Einsprache vom 7. Juni 2018 (Urk. 7/26) wies di
e
Swica
mit Entscheid vom 6. Februar 2019 ab (Urk. 7/33 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 7. März 2019 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 6. Februar 2019 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und die
Swica
sei zu verpflichten, die Unfallversicherungsleistungen weiterhin zu er
bringen. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 oben).
Mit Beschwerdeantwort vom
16. April 2019 beantragte die
Swica
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 17. April 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
er
bringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen
sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandlä
sionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV)
per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Än
derung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Septem
ber 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
1.3
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereig
nisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt. Diese Grundsätze gelten auch bezüglich des Nach
weises unfallähnlicher Körperschädigungen (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
davon aus (Urk. 2),
vorliegend sei weder der Unfallbegriff erfüllt (S. 4 f. Ziff. 3.3) noch liege
eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Zwar sei aufgrund der diagnostizier
ten
Supraspinatussehnenruptur
eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG gegeben, gemäss
dem beratenden Arzt
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Chirurgie, sei
aber
die vorliegende Schädigung im gesamten Ursachen
spektrum vorwiegend
(
über 50 %
)
auf Abnützung zurückzuführen (S. 5 Ziff. 3.4).
Daran hielt sie mit Beschwerdeantwort fest (vgl. Urk. 6).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
,
Dr.
Z.___
habe sich auf einen falschen MRI-Bericht abgestützt. Hingegen habe
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ihre Beurteilung, weshalb die Ruptur auf das Ereignis vom 21. Dezember 2017 zurückzuführen sei, wissenschaftlich und anhand ihrer intraoperativ gewonnenen Erkenntnisse begründet (S. 5 Ziff. 5). Der Beschwerde
gegnerin sei der Beweis, dass es sich bei der vorliegenden Körperschädigung über
wiegend wahrscheinlich um Degeneration handle, nicht gelungen. Daher ha
be
sie weiterhin Versicherungsleistungen zu erbringen (Ziff. 6).
2.3
Vorliegend ist unbestritten, dass der Unfallbegriff gemäss Art. 4
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
nicht er
füllt ist
(vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. III.2)
.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht ab 28. Dezember 2017 einstellte infolge Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung, die vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen ist.
3.
3.1
Am 29. Dezember 2017 wurde ein
Arthro
-MRI des rechten Schultergelenkes des Beschwerdeführers durchgeführt (Urk. 7/4). Aufgrund des bildgebenden Befundes wurde folgende Beurteilung abgegeben:
-
traumatisierte AC-Gelenkarthrose mit deutlich intraartikulärer Ergussbil
dung
-
leichte Bursitis
subacromialis
-
grössere
footprint
-Läsion der
Supraspinatussehne
im Ansatz zum
Tuber
culum
majus
-
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
im
Rotatorenintervall
Der Ra
diologe merkte ausserdem an, der
Abriss der
Supraspinatussehne
respek
tive die
footprint
-Läsion sei relativ ausgedehnt, so dass möglicherweise eine kon
servative Therapie nicht zum Erfolg führen werde
. Es werde die Vorstellung bei einem Schulter-Orthopäden empfohlen.
3.2
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
C.___
AG, diagnostizierte im Bericht vom 9. Januar 2018 (Urk. 7/5) eine ausgeprägte
Supraspinatusläsion
(Ziff. 5) bei Status nach vorübergehenden Schulterschmerzen vor drei bis vier Jahren (Ziff. 3).
3.3
Am 20. Januar 2018 erfolgte eine Aktenbeurteilung durch den beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
Z.___
(Urk.
7/11
). Er stellte folgende Diagnose (Ziff. 1):
-
Verhebetrauma
vom 21. Dezember 2017 mit/bei:
-
AC-Gelenksarthrose
-
Osteophyten
laterale Clavicula
-
Supraspinatussehnenruptur
im Ansatz zum
Tuberculum
majus
ohne signifikante Sehnenretraktion
-
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
Dr.
Z.___
führte aus, die AC-Gelenksarthrose, die
Bizepssehnentendinopathie
und die
Supraspinatussehnen
ruptur
seien vorbestehend gewesen zum Ereignis vom 21. Dezember 201
7.
Dieses Ereignis sei nicht geeignet gewesen, eine
Supra
spinatussehne
zu zerreissen (Ziff. 4.1).
Hingegen sei es für eine Woche danach als eine überwiegend wahrscheinliche Mitursache der festgestellten gesundheitlichen Störung anzusehen. Es handle sich um ein minimales Distorsionstrauma. Im MRI würden keine frischen Verletzungen beschrieben (Ziff. 4.2 f.). Der Status quo sine sei nach einer Woche jedoch wieder erreicht
gewesen
, da mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit früher oder später die Be
schwerden auch ohne diesen Unfall im heutigen Ausmass aufgetreten wären (Ziff. 4.5).
Der Sehnenriss (Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG) sei im gesamten Ur
sachenspektrum vorwiegend (über 50 %) auf Abnützung zurückzuführen. Dies begründe sich wie folgt
(Ziff. 6)
:
Das MRI zeige schon eine Sehnenretraktion und eine ausgedehnte Rissbildung der
Supraspinatussehne
am Ansatz. Eine Sehnenretraktion bedürfe einer gewissen Zeit. Beispielsweise sei für eine solche bis 12 Uhr am
Humeruskopf
ein Dreivier
teljahr notwendig. Das MRI sei schon acht Tage nach dem Ereignis erfolgt und habe die Retraktion gezeigt. Ausserdem beschreibe der Hausarzt (vorstehend E. 3.2), dass schon vor drei bis vier Jahren Schu
lterschmerzen bestanden hätten.
An der lateralen Clavicula im Bereich des AC-Gelenks würden sich
Osteophyten
zeigen und dies begünstige eine Rissbildung im Bereich der
Supraspinatussehne
.
Der Beschwerdeführer sei 60 Jahre alt. Gut 50 % der männlichen Bevölkerung hätten ohne jegliches Trauma in diesem Alter Veränderungen im Bereich der
Ro
tatorenmanschette
.
Das angeschuldigte Ereignis sei per se nicht geeignet, eine
Rotatorenmanschette
zu zerreissen. Bei einer willentlichen Handlung sei dies nicht möglich. Ausserdem sei der traumatische Riss der
Supraspinatussehne
als einzige Verletzung bei einem Trauma der Schulter nicht vorstellbar.
3.4
Im Auftrag des Beschwerdeführers nahm
Dr.
A.___
am 22. Februar 2018 Stellung zur Beurteilung
durch
Dr.
Z.___
(Urk.
7/16
).
Entgegen der radiologischen Beurteilung habe sie nach Durchsicht der MRI-Bilder
auch eine
SLAP
-Läsion am
Bizepssehnen
anker
feststellen können, welche in den allermeisten F
ällen traumatisch bedingt sei
und mit dem Unfallhergang durchaus ausgelöst werden
könne (S. 1 Ziff. 1).
Richtig sei, dass die
AC-Gelenksarthrose und
Bizepstendinopathie
vorbest
ehend seien. Hingegen könne
man nicht mit Sicherheit sagen, dass die
Supraspinatus
sehnenruptur
auch schon vor
dem Ereignis vo
rgelegen habe. Die schwere Wein
fla
sche an einem ausgestreckten
Arm ver
ursache ein Vielfaches an Belas
tung im Schul
tergelenk, so dass bei einem
Verdrehen der Schulter es hier zu einer Schä
di
gung kommen könne. Zudem sei
die SLAP
-Läsion, die im ra
diologischen Be
richt nicht e
rwähnt sei, aber deutlich zu sehen sei, in der Re
gel durch ein Trauma ausgelöst
(S. 1 f. Ziff. 4.1)
.
Im
MRI würden tatsächlich keine frischen Ver
letzungen beschrieben, da die SLAP-Läsio
n nicht erwähnt werde. Zudem
könne auch ein MRI nicht mit Sicher
heit sagen, ob ei
ne
Supraspinatussehnenruptur
traumatisch oder degenerativ be
dingt sei
(S. 2 Ziff. 4.2)
.
Die Einschätzung
durch
Dr.
Z.___
, dass eine
Schul
terdistorison
nur eine
Woche Schmerzen
verursache, teile sie nicht. Eine
solche könne ohne Nachweis von Pa
thologien unter Umständen bis zu
drei Monaten schmerzhaft sein (Ziff. 4.3)
.
Es sei unwahrscheinlich,
dass es ohne Unfall zu einer
SLAP-
Läsion komme (Ziff. 4.5).
Sodann hielt
Dr.
A.___
fest,
Dr.
Z.___
beurteile das MRI fals
ch
.
Es sei keine Seh
nenretraktion sichtbar, da es sich nicht um eine ausgedehnte Rissbildung der
Supraspinatussehne
am Ansatz handle, sondern um eine ausgedehnte, auf die
Artikulärseite
begrenzte Ruptur der
Supraspinatussehne
. Die
bursaseitigen
An
teile seien intakt. Ebenso sei keine Atrophie des
Supraspinatusmuskels
vorhan
den, welche bei einer chronischen Läsion immer vorliege. Die Zeiteinschätzung, dass die Sehnenretraktion ein Dreivierteljahr benötige, sei ihr gänzlich unbe
kannt. Im Falle einer kompletten Ruptur der
Supraspinatussehne
, welche hier nicht vorliege, könne es auch innerhalb von vier Wochen zu einer deutlichen Retraktion kommen (persönliche Erfahrung mit mehreren Patienten).
Das Ereig
nis
vom 21. Dezember 2017
könne sehr wohl eine Partialruptur der
Supraspinat
us
sehne
verursa
chen.
Der Sehnenriss sei auch nicht die einzige Verletzung, sondern es sei zu einer
SLAP-Läsion
gekommen und zudem sei eine
Pulley
-Läsion be
schrieben, welche
in das Gesamtverletzungsschema passe
(Ziff. 6)
.
3.5
In der Aktenbeurteilung vom 9. März 2018 (Urk.
7/18
) zitiert
e
Dr.
Z.___
diverse Literaturstellen im Zusammenhang mit dem Unfallmechanismus einer
Rotatoren
manschettenruptur
(S. 2 unten) sowie zur Degeneration der
Supraspinatussehne
(S. 3 Mitte) und w
ie
s auf Studien hin zur Häufigkeit von
Rotatorenmanschetten
rupturen
im Alter im Hinblick auf vorbestehende Degeneration (S. 3 oben).
Der geschilderte Hergang des Ereignisses vom 21. Dezember 2017 sei nicht ge
eignet gewesen, eine
Supraspinatussehne
zu schädigen. Das Ereignis habe keine übermässige Belastung des Schultergelenkes dargestellt. Eine 6 Liter-Flasche wiege maximal 8 kg
und
stelle für den Arm eines gesunden Mannes keine über
mässige Gewichtsbelastung dar. Eine Retraktion der Sehne trete nicht unmittelbar nach dem angeschuldigten Ereignis auf. Die
Osteophyten
sowie die
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
im
Rotatorenintervall
seien weitere Zeichen der Degene
ration.
Eine SLAP-Läsion entstehe nur durch einen plötzlichen und vor allem unerwarteten Zug auf die bereits vorgespannte
Bizepssehne
, was hier ebenfalls nicht der Fall gewesen sei.
Der geforderte Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass es sich hier um eine traumatische Ruptur der
Supraspinatussehne
sowie um eine SLAP-Läsion handle, sei nicht gegeben. Es würden wesentlich mehr Argumente für eine degenerative Veränderung als für eine traumatisch bedingte Schädigung sprechen (S. 4).
3.6
Unter Hinweis auf medizinische Literatur widerspr
a
ch
Dr.
A.___
de
n
Ausführun
gen von
Dr.
Z.___
(Bericht vom 9. April 2018, Urk.
7/20/2-3
). Die Annahme, bei einem gestreckten Arm würde kein Zug auf der langen
Bizepssehne
beziehungs
weise dem
Musculus
biceps
vorliegen, sei
nicht zutreffend
. Ebenfalls sei die Aus
sage falsch, eine isolierte, ausschliesslich traumatische
Supraspinatussehnen
ruptur
gebe es nicht (S. 1 Ziff. 1
).
Die Diskussion der Sehnenretraktion sei bei
Vorliegen einer Partialruptur hinfällig, da überwiegende Anteile der Sehne noch mit dem
Tuberculum
majus
verwachsen seien (S. 2 Ziff. 2).
3.7
In einer weiteren
Stellungnahme
vom 5. Mai 2018 hielt
Dr.
Z.___
weiterhin an seinem Standpunkt fest (Urk.
7/22
).
Dr.
A.___
gehe weiterhin von Annahmen aus, die eher unwahrscheinlich seien
. Der Beschwerdeführer habe aktiv versucht, eine Weinflasche anzuheben. Das heisse, es sei ausreichend Vorspannung auf der Mus
kulatur gewesen und er sei nicht durch ein plötzlich von aussen einwirkendes Geschehen überrascht worden. Auch das angebliche Hängenbleiben der Flasche stelle keinen Mechanismus dar, um Sehnen zu zerreissen.
Dr.
A.___
gehe weiter
hin von einer traumatisch bedingten SLAP-Läsion aus. Dies fordere definitions
gemäss eine Läsion des
Pulleys
. Dies werde jedoch im MRI nicht beschrieben (S. 3 «Beurteilung»).
3.8
Im Bericht vom 26. Juni 2018 (Urk.
7/29/4-5
) bemerkt
e
Dr.
A.___
,
Dr.
Z.___
zi
tiere nur den schriftlichen Befund des MRIs, der nicht korrekt sei. Der Radiologe habe die SLAP-Läsion nicht gesehen und beschreibe eine Retraktion der
Supra
spinatussehne
, die nicht vorliege - auch keine beginnende.
Die
Supraspinatussehne
sei nicht
retrahiert
, sie sei
artikulärseitig
angerissen,
bursaseitig
vollständig erhalten und mit dem
Tuberculum
majus
verwachsen, weshalb es nicht zur Retraktion kommen könne.
4.
4.1
Vorliegend führen sowohl
Dr.
A.___
als auch
Dr.
Z.___
jeweils gestützt auf me
dizinische Literatur und ihre eigene Erfahrung Argumente gegen beziehungsweise für das Vorliegen einer vorwiegend auf Abnutzung herrührenden Körperschädi
gung an.
Insbesondere beurteilen die b
eide
n
Ärzte
jedoch das
MRI
vom 29. De
zember 2017
unterschiedlich
.
Gemäss
Dr.
A.___
beinhalte der Bericht zu den MRI-Bildern einen Fehler, da eine vorhandene SLAP-Läsion nicht erwähnt worden sei
, sie eine
solche aber nach eigener Ansicht
der MRI-Bilder
habe erkennen können
(vorstehend E. 3.4).
Wei
terungen dazu erübrigen sich
allerdings
, da eine SLAP-Läsion ohnehin keine Lis
tenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG darstellt
,
was
der Beschwerdeführer
an
erkannte
(vgl. Urk. 1 S. 3 f. Ziff. III.2).
4.2
Sodann besteht Uneinigkeit bezüglich dem Vorliegen einer Sehnenretraktion.
Dr.
Z.___
stellt
e
sich auf den Standpunkt, das MRI zeige eine Sehnenretraktion und eine solche bedürfe einer gewissen Zeit, um zu entstehen, weshalb diese nicht auf das Ereignis vom 21. Dezember 2017 zurückzuführen sei (vorstehend E. 3.3).
Demgegenüber macht
e
Dr.
A.___
geltend, diese Beurteilung
durch
Dr.
Z.___
sei falsch. Auf den MRI-Bildern sei keine Sehnenretraktion sichtbar
.
Dr.
A.___
macht
e
weitere Ausführungen dazu (vorstehend E. 3.4).
Aus dem vom Radiologen beschriebenen Befund geht hervor, es liege eine «breite
Delaminierung
der
Supraspinatussehne
im Ansatz zum
Tuberculum
majus
ohne signifikante Sehnen
retraktion» vor (Urk. 7/4 Mitte).
4.3
Bei der vorliegenden
,
sich widersprechenden medizinischen Aktenlage wäre die Beschwerdegegnerin gehalten gewesen, eine Drittbeurteilung zu veranlassen, die sich zum MRI vom
29. Dezember 2017
und zur strittigen Frage, ob eine Körper
schädigung vorliegt, welche vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen ist, aber insbesondere auch zu den divergierenden fachärztlichen Einschätzungen
(vor allem auch bezüglich dem vorliegenden Befund)
äussert.
Dementsprechend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die Beurteilung der strittigen Frage als ungenügend, weshalb der
Einspracheentscheid
vom 6. Februar 2019 aufzuheben und die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass des Obsiegens bemes
sen (§
34 Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2
)
.
In Anwendung obiger Kriterien ist die Parteie
ntschädigung vorliegend auf Fr. 1'500.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene
Einsprache
entscheid
vom
6. Februar 2019 aufgeho
ben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessentschä
digung von
Fr.
1'500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
-
SWICA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannFonti