# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f42e1aea-f753-554b-a405-52c7eebaf7ee
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2017 PVG 2017 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2017-19_2017-12-31.pdf

## Full Text

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

183

Raumordnung und Umweltschutz 9
Planisaziun dal territori e protecziun da 
l’ambient
Pianificazione territoriale e protezione 
dell’ambiente

Ortsplanung. Dimensionierung von Wohn-, Misch- und 
Zentrumszonen gemäss dem per 1. Mai 2014 revidierten 
RPG.
– Die Methode zur Bauzonendimensionierung gemäss re- 

vidiertem eidgenössischem Raumplanungsrecht orien- 
tiert sich hinsichtlich Wohn-, Misch- und Zentrumszonen 
insbesondere an der prognostizierten Bevölkerungsent- 
wicklung sowie den mobilisierbaren Nutzungs- bzw. Ka- 
pazitätsreserven; dabei bilden der Stand der Überbauung 
sowie die Gemeindedatenblätter, welche unter anderem 
Aussagen dazu enthalten wie die prognostizierte Bevöl- 
kerungsentwicklung mit den Nutzungs-/Kapazitätsre- 
serven korrespondiert, eine entscheidende Grundlage; der 
Betrachtungsperimeter für die Bauzonendimensio- 
nierung darf dabei nicht zu eng gefasst werden, sondern hat 
sich über die Gemeindegrenzen hinaus zu erstrecken (E.5a – 
e/bb).

– Die Kantone sind in Zusammenarbeit mit den Gemein- den 
verpflichtet, Massnahmen zu ergreifen, um Bauzo- nen 
ihrer Bestimmung zuzuführen (Art. 3 Abs. 3 lit. abis und Art. 
15a RPG); insofern können Bauzonenparzellen nicht 
infolge (gegenwärtiger) Unverfügbarkeit aus der 
Betrachtung der Kapazitätsreserven entlassen werden 
(E.5e/cc).

– Zu berücksichtigende Kriterien für die Bestimmung von 
geeigneten Bauzonen, die sich für eine Reduktion der 
Bauzonengrösse im Falle von überdimensionierten Bau- 
zonen eignen (E.6).

Pianificazione locale. Dimensionamento delle zone per l’a- 
bitazione, miste e centrali giusta la revisione della LPT del
1. maggio 2014.

19

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

184

– Il metodo per dimensionare le zone edilizie giusta la re- 
visione della LPT si orienta – in particolare per quanto 
riguarda le zone per l’abitazione, miste e centrali – allo 
sviluppo demografico pronosticato come pure alle ri- 
serve di utilizzazione e di capacità abitativa; il grado di 
edificazione come pure le schede tecniche comunali che 
contengono dati riguardanti il prevedibile sviluppo della 
popolazione in relazione all’utilizzazione e le riser- ve di 
capacità abitativa sono una base determinante; il 
perimetro di osservazione per il dimensionamento della 
zona edilizia non deve essere troppo ristretto, ma deve 
andare oltre i confini comunali (cons. 5a – e/bb).

– In collaborazione con i comuni, i cantoni sono obbliga- ti 
ad adottare misure affinché le zone edilizie vengano 
utilizzate come tali (art. 3 cpv. 3 lett. abis e art. 15a LPT); 
particelle in zona edilizia non possono pertanto in segui- to 
alla (attuale) mancata disponibilità venire tolte delle riserve 
di capacità abitativa (cons. 5e/cc).

– Criteri da osservare per la determinazione di zone edili- zie 
adatte, che si prestano ad una riduzione della dimen- sione 
della zona edilizia in caso di sovradimensionamen- to (cons. 
6).

Erwägungen:
5. a) Unbestritten richtet sich die vorliegend zu beurteilen- 

de Ortsplanungsrevision nach dem am 1. Mai 2014 in Kraft getre- 
tenen revidierten RPG. Im Rahmen dieser Revision wurden eini-  
ge gewichtige Änderungen betreffend die Siedlungsentwicklung 
eingeführt (AEMISEGGER/KISSLING, in: AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN 
(Hrsg.), Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich/Basel/ 
Genf 2016, Art. 15 Rz. 1). So wurden beispielsweise weitere Vor- 
gaben bezüglich des Inhaltes der Richtpläne im Allgemeinen und 
insbesondere betreffend Siedlung (Art. 8 und 8a RPG; vgl. auch 
das Einzonungsmoratorium gemäss Art. 38a RPG und Art. 52a 
Abs. 2 lit. a RPV), der inneren Verdichtung und der Mobilisierung 
von bestehendem Bauland eingeführt (Art. 3 Abs. 3  lit.  abis und 
Art. 15a RPG) sowie eine Pflicht zur Ausgleichung von Planungs- 
vorteilen statuiert (Art. 5 Abs. 1bis RPG). Weiter wurde auch Art. 15 
RPG, welcher die Bauzone betrifft, stark überarbeitet (AEMISEGGER/ 
KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 2). So enthält der revidierte Art. 15 RPG 
neben dem bisherigen Auftrag, die Bauzonen so festzulegen, dass 
sie dem voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre entsprechen (Art. 15

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

185

Abs. 1 RPG), auch die explizite Anweisung, überdimensionierte 
Bauzonen zu reduzieren (Art. 15 Abs. 2 RPG). Überdimensioniert 
sind Bauzonen, wenn sie nicht mit den Anforderungen von Art. 15 
RPG sowie den übrigen Planungsgrundsätzen in Einklang stehen 
(AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 58). Diese Reduktionspflicht 
für überdimensionierte Bauzone wird im Übrigen auch von der Be- 
schwerdeführerin grundsätzlich nicht bestritten. Diese Rahmenbe- 
dingungen (Planungshorizont für die Bauzonen von 15 Jahren und 
die Pflicht zur Reduktion von überdimensionierten Bauzonen) sind 
zwar an sich nicht neu, aber mit der Revision des RPG per 1. Mai 
2014 (RPG1-Revision) wurden diese Aspekte verdeutlicht (vgl. AE- 
MISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 44 ff. und 57). Daneben wurden 
auch insbesondere die Kriterien für die Neuzuweisung von Land zu 
einer Bauzone angepasst (Art. 15 Abs. 4 RPG). Land kann unter der 
Geltung des revidierten eidgenössischen Raumplanungsrechts der 
Bauzone zugeteilt werden, wenn es sich für die Überbauung eignet 
(lit. a), es auch im Falle konsequenter Mobilisierung der inneren 
Nutzungsreserven in den bestehenden Bauzonen voraussichtlich 
innerhalb von 15 Jahren benötigt, erschlossen und überbaut wird 
(lit. b), Kulturland damit nicht zerstückelt wird (lit. c), seine Verfüg- 
barkeit rechtlich sichergestellt ist (lit. d) und damit die Vorgaben 
des Richtplanes umgesetzt werden (lit. e). Weiter wurde in Art. 15 
Abs. 5 RPG die Erarbeitung von technischen Richtlinien für die Zu- 
weisung von Land zu den Bauzonen, namentlich für die Berech- 
nung des Bedarfs an Bauzonen, vorgesehen. Diese Richtlinien wer- 
den ergänzt durch Art. 30a RPV, welcher die wichtigsten Eckwerte 
zur Bestimmung der Bauzonengrösse im Kanton konkretisiert (AE- 
MISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 126). Damit soll im Verhältnis 
zwischen Bund und Kantonen eine Vereinheitlichung bezüglich der 
Methode zur Bedarfsberechnung für Bauzonen bzw. ihrer Dimen- 
sionierung für die massgebliche Planungsperiode erfolgen, was in 
vielen Fällen eine Abkehr von der bisher weit verbreiteten Trend- 
methode in ihrer bisherigen Form zu Folge haben wird (vgl. AEMI- 
SEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 51 und 119).

Auch der Kanton Graubünden wandte bisher die Trendme- 
thode für die Bemessung des Bauzonenbedarfs an (vgl. BGE 136  
II 204 E.6.2). Die vorstehend angesprochenen Technischen Richtli- 
nien Bauzonen (TRB 2014), beschlossen von der Schweizerischen 
Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz am 7. März 2014 
und vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Ener- 
gie und Kommunikation (UVEK) am 17. März 2014, beschränken, 
formell betrachtet, die Methoden zur Bauzonendimensionierung

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

186

nur auf das Verhältnis zwischen Bund und Kantone (AEMISEGGER/ 
KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 51 ff. und 123). Es wird damit also prinzi- 
piell nur die maximal zulässige Bauzonengrösse für den gesamten 
Kanton bestimmt. Bei der Methodenwahl und der Verteilung der 
Bauzone hinsichtlich der untergeordneten Gebietskörperschaften 
wie Regionen und Gemeinden verfügen die Kantone aus bundes- 
rechtlicher Sicht formell nach wie vor über eine eigene Regelungs- 
kompetenz. Allerdings darf die auf kantonaler Ebene gewählte 
Methode für das Wachstum bzw. den Bedarf nicht dazu führen, 
dass, kantonal betrachtet, ein höheres Wachstum bzw. ein höherer 
Bedarf resultiert (THURNHERR, Überprüfung und Redimensionierung 
bestehender Bauzonen, in: ZUFFEREY/WALDMANN (Hrsg.), Revision 
Raumplanungsgesetz 2014 – Paradigmenwechsel oder alter Wein 
in neuen Schläuchen?, Zürich 2015, S. 226). Die TRB 2014 enthält 
unter anderem eine Methode für die Dimensionierung der Wohn-, 
Misch- und Zentrumszonen (WMZ) eines Kantons sowie die ent- 
sprechenden  statistischen  Grundlagen  dazu  (siehe  TRB  2014,
S. 4 f.). Daneben haben die Kantone im Rahmen der Richtplanung, 
bezogen auf das bundesrechtliche Verhältnis, auch verschiedene 
Parameter (z.B. massgebliche Bauzonenflächenbeanspruchung pro 
Gemeinde für die WMZ; Festlegung eines Wachstumsszenarios für 
Einwohner/-innen und die Beschäftigen nach Art. 5a Abs. 1 und 2 
RPV) festzulegen. Auf Basis der WMZ-Bauzonenflächen (überbaut/ 
unüberbaut) sowie der massgeblichen Bauzonenflächenbeanspru- 
chung wird die kantonale Kapazität ermittelt. Aus dem gewählten 
Bevölkerungsszenario der aktuellen Zahl von Einwohner/-innen 
und Beschäftigten in den WMZ ergibt sich die erwartete Zahl von 
Einwohner/-innen und Beschäftigen nach 15 Jahren in der WMZ. 
Der Quotient aus den erwarteten Einwohner/-innen und Beschäf- 
tigen einerseits und der berechneten kantonalen Kapazität ande- 
rerseits ergibt die kantonale Auslastung (siehe TRB 2014, S. 7 f.; 
vgl. zum Ganzen AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 119 ff.). Aus- 
serdem ist noch daran zu erinnern, dass für die Berechnung des 
Bedarfes alle relevanten Faktoren miteinzubeziehen sind. Neben 
den Nutzungs- bzw. Kapazitätsreserven auf der einen Seite und der 
demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung auf der anderen 
Seite sind beispielsweise auch der Stand und die Entwicklung der 
Verkehrsinfrastruktur zu berücksichtigen (vgl. AEMISEGGER/KISSLING, 
a.a.O., Art. 15 Rz. 54). Zudem ist wie bisher der Bedarf auch nicht 
der einzige Gesichtspunkt bezüglich der Festlegung von Bauzonen. 
Vielmehr unterliegt die Bauzonenausscheidung nach wie vor einer 
umfassenden  Abwägung  und  Abstimmung  aller  räumlichen  we-

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

187

sentlichen Gesichtspunkte und Interessen (vgl. Art. 15 Abs. 3 RPG;
AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 56 und 74 ff.).

b) Für die Steuerung der Siedlungsentwicklung im Lichte 
der RPG1-Revision ist der kantonale Richtplan von grosser Bedeu- 
tung (AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 21). In Nachachtung 
der RPG1-Revision, insbesondere der neuen Richtplaninhalte ge- 
mäss Art. 8 und 8a RPG sowie der Übergangsbestimmung Art. 38a 
RPG wird momentan das Kapitel 2 (Raumordnungspolitik) und 
Kapitel 5 (Siedlung) angepasst. Die öffentliche Auflage fand vom
11. November 2016 bis 16. Februar 2017 statt. Im Hinblick auf die- 
se Richtplananpassung wurden neben weiteren raumplanerischen 
Grundlagen insbesondere auch Gemeindedatenblätter erarbeitet 
(siehe Antwort der Regierung vom 20. April 2016 auf die Anfrage 
Caduff betreffend Umsetzung der Raumplanungsgesetzgebung im 
Kanton Graubünden, in: Grossratsprotokoll Kanton Graubünden 
April 2016, S. 956 f.). Darin werden pro Gemeinde insbesondere 
Aussagen zum Überbauungsstand, den Kapazitätsreserven (Quo- 
tient der Geschossflächenreserven in der unüberbauten bzw. un- 
ternutzten Bauzone und dem definierten Geschossflächenbedarf 
pro Einwohner), der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung bis 
ins Jahre 2040 (gestützt auf die Bevölkerungsperspektive GR 2040 
[Spezialszenario], welches auf das Bevölkerungsszenario „hoch“ 
des Bundesamtes für Statistik [BFS] kalibriert ist) sowie eine Ge- 
genüberstellung des prognostizierten Wohnbedarfes zu den mo- 
bilisierbaren Kapazitätsreserven der Wohn-, Misch- und Zentrums- 
zone (WMZ) festgehalten. Aus diesen Gemeindedatenblättern wird 
somit insbesondere ersichtlich, wie die Bevölkerungsentwicklung 
mit den Kapazitätsreserven korrespondiert und ob dementspre- 
chend unterdimensionierte WMZ bestehen, die bestehende, mo- 
bilisierbare Kapazitätsreserve in etwa dem prognostizierten Bedarf 
entspricht oder ob überdimensionierte WMZ bestehen. Der Kanton 
Graubünden gehört aufgrund des aktuellen Kenntnisstandes im 
Übrigen zu denjenigen Kantonen, welche gesamtkantonal gesehen 
eine Auslastung der WMZ von unter 100 % aufweisen. Somit ver- 
fügt der Kanton Graubünden gesamtkantonal betrachtet über zu 
grosse Bauzonen und neue Einzonungen von WMZ sind auch nach 
der Genehmigung des neuen Richtplanes durch den Bundesrat 
grundsätzlich zu kompensieren, auch wenn das generelle Bauzo- 
nenmoratorium gemäss Art. 38a Abs. 2 RPG i.V.m. Art. 52a Abs. 2 
lit. a RPV nicht mehr zur Anwendung gelangt. Die Ausrichtung   
der Bauzonengrösse auf den Bedarf von 15 Jahren war seit jeher 
eine zentrale Vorgabe des eidgenössischen Raumplanungsrechtes

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

188

(vgl. AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 8 und 15; WALDMANN/HÄN-
NI, Handkommentar RPG, Bern 2006 Art. 15 Rz. 27 ff.). Allerdings 
wurden im Rahmen der RPG1-Revison weitere Anforderungen 
bezüglich des planungsrechtlichen Umganges mit Bauzonen ein- 
geführt und Aufträge, insbesondere die Pflicht zur Reduktion von 
überdimensionierten Bauzonen, verdeutlicht (vgl. Art. 15 Abs. 2 
RPG). Insofern diente die RPG1-Revision auch der Einleitung einer 
Korrektur von Vollzugsdefiziten (vgl. THURNHERR, Überprüfung und 
Redimensionierung bestehender Bauzonen, in: ZUFFEREY/WALDMANN 
(Hrsg.), Revision Raumplanungsgesetz 2014 – Paradigmenwech- 
sel oder alter Wein in neuen Schläuchen?, Zürich 2015, S. 221). 
Ausserdem ist noch darauf hinzuweisen, dass bereits der aktuelle 
kantonale Richtplan vom 19. November 2002 (KRIP; genehmigt 
durch den Bundesrat am 19. September 2003 und zwischenzeitlich 
mehrfach angepasst) vorsieht, dass die Siedlungsgrenzen nach 
aussen zu stabilisieren seien und ein beachtlicher Teil des neuen 
Flächenbedarfs durch verbesserte Nutzung und Umstrukturierung 
des Gebäudebestandes zu realisieren sei (vgl. Kapitel 5.3.1 des KRIP 
[Stand: 31. Dezember 2009]; vgl. auch BGE 136 II 204 E.6.2.2). Mit 
anderen Worten sollen in Nachachtung des Konzentrationsprinzips 
und dem Grundsatz der haushälterischen Nutzung des Bodens in 
erster Linie bisher unausgeschöpfte Nutzungsmöglichkeiten im 
überbauten Gebiet berücksichtigt werden.

c) Für die Berechnung des kommunalen Bedarfes an WMZ 
kann also, formell betrachtet, nicht direkt die TRB 2014 herange- 
zogen werden, weil sich diese Richtlinie nur auf das Verhältnis 
Bund–Kanton bezieht. Allerdings scheint die bisher weit verbrei- 
tete Trendmethode unter dem revidierten eidgenössischen Raum- 
planungsrecht nicht mehr vollumfänglich den gestellten Anforde- 
rungen an eine Methode zur Erhebung des Bedarfes an WMZ zu 
genügen, da sie die Gefahr für Erweiterungsautomatismen birgt 
(vgl. AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 51). Denn wenn ein we- 
sentliches Element für die Schätzung des Bedarfes für den Pla- 
nungszeitraum der bisherige Baulandverbrauch darstellt, besteht 
die Gefahr, dass insbesondere die Berücksichtigung der inne- 
ren Nutzungsreserven nur ungenügend erfolgt, was eine weitere 
Ausdehnung des Siedlungsgebietes zur Folge hat und somit dem 
Konzentrationsprinzip sowie dem Grundsatz der haushälterischen 
Nutzung des Bodens zuwiderläuft (vgl. AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., 
Art. 15 Rz. 51; BGE 136 II 204 E. 6.2). Die Regierung stellte im an- 
gefochtenen Beschluss auf die erhobenen Wohnbauzonenreserven 
gemäss Übersicht über den Stand der Überbauung, der Erschlies-

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

189

sung und der Baureife (Übersicht UEB) vom August 2013 ab (vgl. 
Planungs- und Mitwirkungsbericht vom August 2013, Anhang 1;  
gemäss Bg-act. 1). Weiter stützt sie sich für die Ermittlung des 
Bauzonenbedarfs auf das maximale Szenario der Bevölkerungs- 
entwicklungsprognose des BfS, auf welche auch in den TRB 2014 
Bezug genommen wird. Sie berücksichtigt demzufolge die metho- 
dischen Vorgaben gemäss Art. 15 Abs. 5 RPG, Art. 30a RPV und 
der TRB 2014, welche für die kantonale Bauzonendimensionierung 
betreffend WMZ gelten, in angemessener Weise (vgl. THURNHERR, 
Überprüfung und Redimensionierung bestehender Bauzonen, in: 
ZUFFEREY/WALDMANN (Hrsg.), Revision Raumplanungsgesetz 2014 – 
Paradigmenwechsel oder alter Wein in neuen Schläuchen?, Zürich 
2015, S. 226).

Diese Vorgehensweise steht auch im Einklang mit den be- 
absichtigten richtplanerischen Vorgaben, wonach insbesondere  
die Angaben im Gemeindedatenblatt mit ähnlichen Feststellungen 
eine Aussage über den voraussichtlichen Bedarf und sein Verhält- 
nis zu den Nutzungs- bzw. Kapazitätsreserven erlauben. Denn aus 
der geplanten Anpassungen der Kapitel 2 und 5 des Kantonalen 
Richtplanes sowie den dafür geschaffenen Grundlagen wie dem 
Gemeindedatenblatt, lässt sich schliessen, dass sich unter dem per
1. Mai 2014 revidierten eidgenössischen Raumplanungsgesetz die 
Bemessung des voraussichtlichen Bedarfes an WMZ für die nächs- 
ten 15 Jahre insbesondere an der prognostizierten Bevölkerungs- 
entwicklung, dem festgelegten Geschossflächenbedarf bzw. der 
Bauzonenflächenbeanspruchung sowie den Kapazitätsreserven  
(in der unüberbauten und unternutzten WMZ) orientieren wird. Im 
Übrigen hält auch bereits der im Jahre 2003 vom Bundesrat geneh- 
migte und zwischenzeitlich mehrmals angepasste KRIP fest, dass 
die Siedlungsentwicklung nach innen zu lenken und der Bedarfs- 
nachweis anhand von Nutzungsreserven und künftigem Bedarf zu 
erbringen sei. Zur Bestimmung der erwarteten Nachfrage seien 
Perspektivrechnungen für die künftige Bevölkerungsentwicklung 
erarbeitet worden (vgl. zum Ganzen Kapitel 5.3.1 des KRIP [Stand:
31. Dezember 2009]).

d) Bei der Evaluierung des Bedarfes an WMZ auf kommu- 
naler Stufe ist ein gesamtheitlicher Betrachtungswinkel anzuwen- 
den. Art. 15 Abs. 3 RPG legt fest, dass die Lage und Grösse der Bau- 
zonen über die Gemeindegrenzen hinaus abzustimmen sind. Dabei 
seien die Ziele und Grundsätze der Raumplanung (vgl. Art. 1 und 3 
RPG) zu befolgen (AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15 Rz. 69 ff.). So 
kann die ausschliessliche Beschränkung des Blickwinkels auf eine

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

190

Fraktion einer Gemeinde nicht im Sinne des revidierten eidgenössi- 
schen Raumplanungsrechtes liegen. Vielmehr ist grundsätzlich ein 
grösserer  Betrachtungsperimeter  anzuwenden.  Ausgangspunkt 
ist sicherlich das gesamte Gemeindegebiet und allenfalls angren- 
zende Gebiete. Es kann sich unter Umständen auch rechtfertigen, 
beispielsweise die gesamte Region zu berücksichtigen. Der vor- 
aussichtliche Bedarf an WMZ ist also gesamthaft in einem grös- 
seren räumlichen Kontext zu betrachten. Aus diesem Grund kann 
auch dem Einwand der Beschwerdeführerin, wonach der Fraktion 
O.1. im Rahmen der Gesamtrevision der Ortsplanung der (fu- 
sionierten) Gemeinde X.  durch die erfolgte Gemeindefusion  
keine Nachteile erwachsen dürften, in dieser Absolutheit nicht ge- 
folgt werden. Entscheidend muss im Grundsatz sein, in welcher 
Hinsicht sich die gesamte Gemeinde, allenfalls sogar unter Berück- 
sichtigung der Region O.9.   /X.     , bezüglich WMZ entwi-     
ckeln will.

aa) Dafür kann insbesondere der am 17. Februar 2015 von 
der Regierung genehmigte regionale Richtplan X.    herangezo- 
gen werden, auch wenn dieser nach Genehmigung des angepass- 
ten kantonalen Richtplanes, insbesondere im Bereich Siedlung, 
noch weiterzuentwickeln und allenfalls anzupassen ist. Bezüglich 
der vorliegenden Angelegenheit führte die Regierung in Genehmi- 
gungsbeschluss vom 17. Februar 2015 (vgl. Bf-act. 2 und Bg-act. 10) 
aus, dass die Festlegung des Wohngebietes O.3. als wichtiger 
Standort Wohnen nicht zu rechtfertigen  sei.  Das  Gebiet  O.3. 
liege sowohl im Verhältnis der Fraktion O.1.       als auch in Be-   
zug auf das regionale Zentrum peripher. Diese Festlegung stehe 
somit im Widerspruch zur angestrebten Stärkung des regionalen 
Zentrums O.12.       und wie bereits in der damaligen Vorprüfung 
des regionalen Richtplanes erläutert, sei nicht nachvollziehbar, wie 
die Festlegung eines Wohngebietes in O.3. eine Stärkung der 
angestrebten funktionalen Struktur aus gesamtregionaler Sicht zu 
schaffen vermöge. Weiter bestünden im Gebiet O.3. bekann- 
termassen erhebliche Nutzungskonflikte. Unabhängig davon, ob es 
sich bei der Wohnzone 2 im Gebiet O.5. um eine zweite Nut- 
zungsetappe oder eine rechtskräftige Bauzone mit etappierter Er- 
schliessung handle, sei dieses Teilgebiet noch vollständig unüber- 
baut und unerschlossen. In Anbetracht der heutigen materiellen 
Voraussetzungen seien die Bedingungen nicht erfüllt, um als wich- 
tiges Gebiet für das Wohnen aus gesamtregionaler Sicht gelten zu 
können. Weiter wurde der Bedarf auf richtplanerischer Ebene auch 
aufgrund der negativen Bevölkerungsentwicklung, selbst bei Wahl

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

191

des höchstmöglichen Szenarios, in Frage gestellt, wobei auf statis- 
tisch fundierte Annahme der Bevölkerungsentwicklung im Lichte 
der RPG1-Revision abzustellen sei und auch Verdichtungsmöglich- 
keiten miteinzubeziehen seien.

bb) Diese Ausführungen der Regierung im Rahmen der Ge- 
nehmigung  des  regionalen Richtplanes X. sind in An- 
betracht der revidierten raumplanungsrechtlichen Vorgaben zur 
Siedlungsentwicklung nicht zu beanstanden. So wird der Fokus  
auf eine gesamtregionale Sichtweise im Sinne von Art. 15 Abs. 3 
RPG gerichtet, welcher insbesondere auf eine Stärkung des regio- 
nalen Zentrums ausgerichtet sein soll. Die Regierung genehmigte 
den regionalen Richtplan X. dementsprechend auch mit Fest- 
setzungen bzw.  Zwischenergebnissen  hinsichtlich  differenzier- 
ten Entwicklungsschwerpunkten (vgl. Kapitel 5.3 des regionalen 
Richtplanes X. ; genehmigt durch die Regierung des Kantons 
Graubünden am 17. Februar 2015). O.12. soll als Wohn- 
als auch als regionaler Arbeitsstandort weiterentwickelt werden. 
O.1.  hingegen ist als Entwicklungsstandort Tourismus festge- 
setzt worden. Somit ist nicht ersichtlich, wie die Festlegung von 
O.3. als wichtiger Standort Wohnen unter zusätzlicher Be- 
rücksichtigung der peripheren Lagen sowohl bezüglich des Ker- 
nes der Fraktion O.1.           als auch des regionalen Zentrums O.12.
           angezeigt sein und sich in das Gesamtkonzept des regionalen 
Richtplanes X. einfügen soll. Der Verweis der Beschwerde- 
führerin auf die beabsichtigte touristische Entwicklung des Skige- 
bietes O.7.       und der geltend gemachte Wohnbedarf aufgrund 
der zusätzlichen Arbeitsplätze ändert daran nichts. Denn auch auf- 
grund der im regionalen Richtplan X.      festgelegten funktiona- 
len Struktur, welche die Ausstattung mit Infrastrukturen z.B. im Bil- 
dungsbereich tendenziell in der Richtung des regionalen Zentrums 
vorsieht (vgl. Kapitel 5.1  des regionalen Richtplanes X.    ) und  
der vertretbaren Distanzen zu weiteren Wohnbauzonenreserven in 
anderen Fraktionen der Gemeinde X.    , lässt sich auch aus ei- 
ner verstärkten touristischen Entwicklung nicht ohne Weiteres ein 
wichtiger Schwerpunkt Wohnen als richtplanerische Festlegung 
herleiten. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass in der Tou- 
ristikzone gemäss Art. 21 BG im Rahmen des Genehmigungsbe- 
schlusses vom 13. September 2016 (Bf-act. 1 und Bg-act. 13) auch 
Dienstwohnungen im Zusammenhang mit dem Gastgewerbe zu- 
gelassen wurden, womit dort in untergeordneter Weise grundsätz- 
lich auch spezifischer, mit dem Tourismus zusammenhängender 
Wohnraum zonenkonform wäre. Insofern verfängt auch die Argu-

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

192

mentation der Beschwerdeführerin nicht, wonach aufgrund der 
erwarteten touristischen Entwicklung in O.1. und dem damit 
einhergehenden zusätzlichen Bedarf an Wohnraum für die dort an- 
gestellten Personen die Wohnzone 2, Teilgebiet O.5. , im Um- 
fang von knapp 0.9 ha bzw. 16 Parzellen mit einer durchschnittli- 
chen Fläche vom je etwa 550 m2 benötigt werde.

e) Gemäss der, im angefochtenen Beschluss erwähnten 
und bei den Genehmigungsunterlagen befindlichen,  Übersicht  
UEB vom August 2013 (vgl. Planungs- und Mitwirkungsbericht vom 
August 2013, Anhang 1; gemäss Bg-act. 1), sind in der Gemeinde 
X.   Wohnbauzonen von rund 62.1  ha vorhanden. Davon sind  
rund 50.4 ha überbaut, womit etwa 11.7 ha nicht überbaute Wohnzo- 
nen verbleiben. Dabei nicht berücksichtigt, sind die nicht spezifisch 
ausgewiesenen Nutzungsreserven innerhalb des in der Übersicht 
UEB als überbaut dargestellten Gebietes. Der Planungs- und Mit- 
wirkungsbericht vom August 2013 legte bezüglich Bauzonengrösse 
und Bauzonenbedarf dar, dass gemäss der angewandten Trendme- 
thode (geschätzter Landverbrauch: 7.8 ha) und unter Berücksich- 
tigung von zusätzlichem Bedarf nach Wohnbauland aufgrund des 
Umstandes, dass die Gemeinde X.    aus 6 Fraktionen bestehe, 
die (unüberbaute) Wohnbauzonenreserve im Umfang von 11.7 ha 
eine genügende Grösse bzw. einen Bauzonenüberhang aufweise. 
Gemäss der Regierung stehen in der Fraktion O.1. noch insge- 
samt 0.7 ha genehmigte Wohnbaureserven zur Verfügung, welche 
zukünftig immer noch die Erstellung von neun Wohngebäuden in 
der Wohnzone 2, Teilgebiet O.4.    , ermöglichen. In der Dorfzo- 
ne A bestünden ebenfalls noch zwei unüberbaute Bereiche, welche 
die Erstellung von zwei bis drei Wohngebäuden zuliessen. Selbst 
aufgrund der maximalen Bevölkerungsentwicklungsprognose des 
BfS, nehme bis 2040 die Bevölkerung stetig ab, womit auch unter 
Berücksichtigung der gemäss Art. 15 RPG geforderten Mobilisie- 
rung der inneren Nutzungsreserven, die ursprünglich vorgesehe- 
nen Wohnbauzonenreserven deutlich überdimensioniert und nach 
Art. 15 Abs. 2 RPG zu reduzieren seien.

aa) Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Argu- 
mente, wonach aufgrund des stetigen Bevölkerungswachstums in 
der Fraktion O.1. sowie der anstehenden touristischen Ent-  
wicklung die Wohnbauzonenreserven in der  Fraktion  O.1. 
sicherlich nicht überdimensioniert seien, vermögen im Lichte der 
derzeit geltenden bundesrechtlichen Rechtslage nicht zu über- 
zeugen. Dem Stand der Überbauung, der Erschliessung und der 
Baureife (Stand UEB; vgl. Bg-act. 2) sowie der Übersicht UEB (vgl.

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

193

Planungs- und Mitwirkungsbericht vom August 2013, Anhang 1; 
gemäss Bg-act. 1), jeweils vom August 2013, kann entnommen 
werden, dass in der Dorfzone A von O.1. noch zwei Teilflächen 
der Parzellen 2328 und 2379 sowie im Gebiet O.4. die Parzel- 
len 2587, 2588, 2589, 2595, 2600, 2604, 2621 und 2634 noch nicht
überbaut sind (vgl. auch aktuelle Auszüge auf Basis der amtlichen 
Vermessung aus dem Geoportal GeoGR gemäss Bg-act. 3). Auf 
diesen Wohnbauzonen im Umfang von 0.7 ha erscheint die Erstel- 
lung von mindestens elf Wohngebäuden ohne Weiteres möglich. 
Dabei ist ein allfälliges Potential für die Mobilisierung der inneren 
Nutzungsreserven auf bereits überbauten Parzellen noch nicht ein- 
mal spezifisch berücksichtigt worden. Zudem ist aufgrund des vor- 
liegenden Gemeindedatenblattes (Bg-act. 4), auch unter Annahme 
des höchstmöglichen Bevölkerungsszenarios, momentan von einer 
stetigen Abnahme der Bevölkerung in der Gemeinde X. aus- 
zugehen. Ende 2015 wies die Fraktion O.1. 166 Einwohner auf (Bg-
act. 5). Im Jahr 1970 betrug die Bewohnerzahl 127, was somit einer 
Zunahme von 39 Personen in 45 Jahren bzw. 3 Planungsperi- oden 
gemäss Art. 15 RPG entspricht. Die durchschnittliche Zunah- me 
hat somit weniger als eine Person pro Jahr bzw. 13 Personen pro 
fünfzehnjähriger Planungsperiode betragen. Bei einer durch- 
schnittlichen Grösse  der  Privathaushalte  in  der  Gemeinde  X. 
von 2.28 Personen im Jahre 2015 (vgl. vorstehend E.1c), würden 
theoretisch 6 Wohnbauten in der nächsten Planungsperiode von   
15 Jahren ausreichen, um diesen Wohnbedarf zu decken. Dement- 
sprechend sind die 0.7 ha Wohnbauzone in der Fraktion O.1.  , 
unter Berücksichtigung der Planungsziele und grundsätze hinsicht- 
lich der inneren Verdichtung (Art. 1 Abs. 2 lit. abis und b sowie Art. 3 
Abs. 3 lit. abis RPG), sicher als ausreichend zu betrachten. Und dies 
selbst dann, wenn entgegen dem allgemeinen Trend in der gesam- 
ten Gemeinde X.  in der Fraktion O.1.   ein Bevölkerungs- 
wachstum stattfinden sollte, wobei die erwarteten touristischen 
Entwicklungen noch immer mit einigen Unwägbarkeiten behaftet 
sind. Ausserdem ist, wie bereits vorstehend erwähnt (E.5d), die Fo- 
kussierung der Bedarfsfrage auf eine einzelne Fraktion unzulässig, 
sondern die Bauzonen sind gemäss Art. 15 Abs. 3 RPG sogar über 
die Gemeindegrenzen hinaus abzustimmen. In diesem Zusammen- 
hang kann auch noch festgehalten werden, dass in einer ange- 
messenen Distanz zu O.1. in den umliegenden Fraktionen der 
Gemeinde  X.      weitere  Wohnbauzonenreserven  im  Umfang 
von etwa 10 ha zur Verfügung stehen. Wie die Regierung zutref- 
fend darlegt, ergibt sich auch kein gravierendes Ungleichgewicht

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

194

zwischen den verschiedenen Fraktionen bezüglich der Verteilung 
der Wohnbauzonen. Mit einem Anteil von etwa 11 % an der Ge- 
samtbevölkerung der Gemeinde X. (166 Einwohner / 1539 Ein- 
wohner = 10.79 %) liegen in der Fraktion O.1. ca. 7 % (10.5 ha 
genehmigte Wohnbauzonenreserven in der Gemeinde X. /
0.7 ha genehmigte Wohnbauzonenreserve O.1. = 6.67 %) der 
Wohnbauzonenreserven. Unter Einbezug der im regionalen Richt- 
plan festgelegten und genehmigten Entwicklungsstrategie, wobei 
die Nichtgenehmigung der Festlegung des Gebietes O.3. als 
wichtigen Standort Wohnen durch die Regierung  nachvollzieh-  
bar ist (vgl. vorstehend E. 5d), erscheint dieser Anteil der Fraktion 
O.1.      an den gesamten Wohnbauzonenreserven der Gemeinde 
X. als angemessen.

bb) Ausserdem ist nicht ausser Acht zu lassen, dass die 
neue bundesrechtliche Zweitwohnungsregelung die Neuerstellung 
von klassischen, unbewirtschafteten Zweitwohnungen in den im 
Anhang der ZWV aufgeführten Gemeinden untersagt (vgl. Art. 6 
ZWG). Auch wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, dass im 
Gebiet O.3.  überwiegend Erstwohnungen erstellt würden, ist 
davon auszugehen, dass diese Einschränkungen in der Nutzung 
einer Wohnung zu einer gewissen Reduktion der Nachfrage nach 
Bauland in der Wohnzone 2 und der Dorfzone A führt, weil die 
Bewilligung für eine Zweitwohnung insbesondere nur dann erteilt 
werden darf, sofern sie als touristisch bewirtschaftet im Sinne von 
Art. 7 Abs. 2 ZWG gilt. Die Möglichkeit zur Neuerstellung einer 
Wohnung mit klassischer, unbewirtschafteter Zweitwohnungsnut- 
zung fällt weg. Für diesen Zweck war aber das  Gebiet  O.3. 
gemäss einer von der Beschwerdeführerin eingereichten Aktenno- 
tiz (Bf-act. 5), die anscheinend im Rahmen des Ortsplanungsver- 
fahrens erstellt wurde, ursprünglich einmal vorgesehen. Somit ist 
aufgrund der neuen Zweitwohnungsgesetzgebung  im  Vergleich 
zur damaligen Ausgangslage im Jahre 1984 bzw. anlässlich der Ge- 
nehmigung 1994 von einem reduzierten Bedarf bzw. von erheblich 
veränderten Verhältnissen auszugehen (vgl. dazu Urteil des Bun- 
desgerichts 1C_40/2016 vom 5. Oktober 2016 E.3.5).

cc) Dass gemäss der Beschwerdeführerin nur die acht Par- 
zellen im Gebiet O.4. tatsächlich verfügbar seien, weil die 
Parzellen in der Dorfzone A nicht auf dem Markt zur Verfügung 
stünden, kann in der vorliegenden Angelegenheit nicht dazu füh- 
ren, dass solche Parzellen aus der Betrachtung der Nutzungs- bzw. 
Kapazitätsreserven in der WMZ zu entlassen wären. Die per 1. Mai 
2014 neu eingefügte Bestimmung von Art. 3 Abs. 3 lit. abis RPG be-

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

195

sagt, dass Massnahmen zur besseren Nutzung von brachliegenden 
oder ungenügend genutzten Flächen in Bauzonen und der Mög- 
lichkeit zur Verdichtung der Siedlungsfläche zu treffen seien (vgl. 
AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung 
Rz. 40). Dieser Planungsgrundsatz, der insbesondere auch der Hor- 
tung von Bauland entgegenwirken soll, findet sich auch in Art. 15a 
Abs. 1 RPG (vgl. AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art. 15a Rz. 17 ff.). Dem-
nach haben die Kantone und die Gemeinde diejenigen Massnah- 
men zu ergreifen, welche notwendig sind, um die Bauzonen ihrer 
Bestimmung zuzuführen. Art. 15a Abs. 2 RPG bestimmt weiter, dass 
eine kantonale gesetzliche Grundlage für die Bauverpflichtung zu 
schaffen sei. In diese Stossrichtung geht die kommunale Regelung 
zur Sicherung der Baulandverfügbarkeit gemäss Art. 32 BG. Auch 
wenn momentan die Teilflächen auf den Parzellen in der Dorfzone 
A im Zonenplan nicht mit dieser Regelung überlagert sind, ändert 
dies nichts an der Pflicht der Planungsbehörde, verhältnismässi- 
ge Massnahmen gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. abis RPG gegen die Bau- 
landhortung zu ergreifen. Bei gegebenem öffentlichem Interesse 
und unter Beachtung der Verhältnismässigkeit, sind zur gegebenen 
Zeit im gesetzmässigen Verfahren auch die beiden Teilflächen in 
der Dorfzone A mit der kommunalen Verfügbarkeitsregelung zu 
überlagern oder eine andere Massnahme zur Verfügbarmachung 
von Bauland zu treffen. Diese Thematik wird aller Voraussicht 
nach auch Thema der anstehenden Revision des KRG bilden (vgl. 
Art. 15a und Art. 15 Abs. 4 lit. d RPG). Ebenfalls nicht entscheidend 
ist, dass die Beschwerdeführerin geltend macht, die Parzellen in 
der Dorfzone seien ungenügend erschlossen. Sofern nötig, könn- 
ten die geltend gemachten Erschliessungsmängel dieser beiden 
Teilflächen mit einer Festlegung im GEP behoben werden.

f) Als Zwischenergebnis ist also festzuhalten, dass  die 
von der Regierung dargelegte Ermittlung des voraussichtlichen 
Wohnbauzonenbedarfes nicht zu beanstanden ist. Vielmehr legte 
sie im angefochtenen Beschluss und dem vorliegenden Verfahren 
nachvollziehbar und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rah- 
menbedingungen gemäss dem revidierten RPG dar, weshalb die 
genehmigten Wohnbauzonen in der Fraktion O.1. dem vor- 
aussichtlichen Bedarf für die nächsten 15 Jahre genügten. Daran 
ändern weder das erwartete Tourismusprojekt, noch die weiteren 
Einwendungen der Beschwerdeführerin etwas.

6. a) Wenn ein Planungsträger bestehende WMZ dem 
Nichtbaugebiet zuzuweisen hat, fragt sich,  welche  Gebiete  da- 
für in Frage kommen. Bei der Bestimmung dieser Fläche kann

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

196

man sich von den Wertungen in Art. 15 Abs. 3 und 4 RPG leiten 
lassen (THURNHERR, Überprüfung und Redimensionierung beste- 
hender Bauzonen, in: ZUFFEREY/WALDMANN (Hrsg.), Revision Raum- 
planungsgesetz 2014 – Paradigmenwechsel oder alter Wein in 
neuen Schläuchen?, Zürich 2015, S. 226). Es ist der Regierung im 
angefochtenen Beschluss zuzustimmen, dass auch in Anbetracht 
der Ziele und Grundsätze der Raumplanung (vgl. Art. 1 und 3 RPG) 
und insbesondere der Zielsetzung der RPG1-Revison, wonach eine 
kompakte Siedlungsentwicklung mit einer Entwicklung nach innen 
anzustreben ist und überdimensionierte Bauzonen zu reduzieren 
sind, sich prioritär grössere, unüberbaute Parzellen am Siedlungs- 
rand für eine allfällige Zuweisung zum Nichtbaugebiet eignen. Die- 
se Gebiete sollten idealerweise eine Grösse aufweisen, welche die 
Errichtung einer neuen selbständigen Wohnbaute darauf ermög- 
licht. Weiter eignen sich zur Zuweisung zum Nichtbaugebiet im 
Rahmen einer notwendigen Reduktion der Bauzone im Allgemei- 
nen grössere unüberbaute Flächen, welche noch nicht erschlossen 
sind. Weniger geeignet sind hingegen Gebiete im Siedlungsgebiet, 
welche (allseitig) durch bereits überbaute Bauzonen umschlossen 
und erschlossen sind. Für solche Flächen ist eine Zuweisung zum 
Nichtbaugebiet in der Regel unzweckmässig und würde im Wider- 
spruch zur beabsichtigten inneren Verdichtung stehen. Trotz über- 
dimensionierter Bauzone im relevanten Betrachtungsperimeter, 
kann es sich allenfalls rechtfertigen, auf die Zuweisung von sol- 
chem, unüberbautem Gebiet inmitten der Bauzone zum Nichtbau- 
gebiet zu verzichten (vgl. THURNHERR, Überprüfung und Redimen- 
sionierung bestehender Bauzonen, in: ZUFFEREY/WALDMANN (Hrsg.), 
Revision Raumplanungsgesetz 2014 – Paradigmenwechsel oder 
alter Wein in neuen Schläuchen?, Zürich 2015, S. 227).

b) In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit ist die 
Wohnzone 2, Teilgebiet O.5. , weder überbaut, noch liegt sie 
inmitten der Bauzone. Vielmehr liegt sie isoliert und deutlich vom 
restlichen Baugebiet der Fraktion O.1.     abgesetzt in der östli-  
chen Peripherie der Fraktion O.1.     . Zudem weist sie eine Flä-   
che von ca. 0.9 ha auf und ist gemäss den in den Akten liegenden 
Luftbildern (Bg-act. 11) verkehrsmässig nicht erschlossen. Die Be- 
schwerdeführerin bringt vor, dass die bisherigen Erschliessungs- 
anlagen  für  das  gesamte  Gebiet  O.3.       (Teilbereiche  O.4. 
und O.5. ) konzipiert gewesen seien und sich auch alle Ge- 
nossenschafter an den Kosten von ca. Fr. 1.4 Mio. beteiligt hätten. 
Der Kostenanteil des Gebietes O.5. sei dabei auf etwa einen  
Drittel (ca. Fr. 466‘000.–) zu beziffern. Weil jetzt nur noch ein kur-

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

197

zes Teilstück von 90 m inkl. eingelegter Leitungen nötig sei, müsse 
auch das Gebiet O.5. als voll erschlossen gelten. Aufgrund 
dieser Ausführungen der Beschwerdeführerin ist davon auszuge- 
hen, dass auch die Ver und Entsorgungsleitungen noch nicht ins 
Gebiet O.5. verlegt worden sind. Dies umso mehr, als das 
Departement für Volkswirtschaft und Soziales (DVS) die Gemein- 
de X.  mit Schreiben vom 15. September 2011 im Hinblick auf 
die anstehende Gesamtrevision der Ortsplanung darauf hinwies, 
dass eine Erschliessung und Überbauung des Gebiets O.5. im 
jetzigen Zeitpunkt nicht angezeigt sei und allenfalls sogar eine Pla- 
nungszone zu erlassen sei. Ausserdem sind auch im GEP Ver und 
Entsorgung 1:2000 O.1. /Materialabbauzone O.2. vom
7. August 2013 (siehe Bg-act. 1) sowie dem Stand UEB vom August 
2013 (siehe Bg-act. 2) keine Erschliessungsleitungen ausgewiesen 
und der Zeitraum für die Baureife der Parzellen im Gebiet O.5.   
wird sogar auf 5–15 Jahre beziffert. Ausserdem darf nicht ausser 
Acht gelassen werden, dass nicht nur die Strecke zwischen den 
zwei Teilgebieten O.4. und O.5. als noch ausstehende 
Erschliessung zu betrachten ist. Vielmehr ist der Regierung zuzu- 
stimmen, wenn diese vorbringt, dass die Strecken der gesamten 
Erschliessungsanlagen zu betrachten seien. In diesem Fall ist bis zu 
den süd-östlichsten Parzellen des noch vollständig unüberbauten 
Gebietes O.5.      noch eine Strasse von etwa 260–280 m Länge 
zu erstellen. Dementsprechend kann keine Rede davon sein, dass 
das Gebiet O.5.    als voll erschlossen zu gelten habe, weil noch 
ein nicht unerhebliches Stück der Zufahrtsstrasse sowie auch die 
Erschliessungsstrasse innerhalb des Gebietes O.5.      vollstän-  
dig fehlt und auch die Ver und Entsorgungsleitungen vom Gebiet 
O.4.   aus noch zu jeder Parzelle im Gebiet O.5.     geführt   
werden müssten.

Insofern eignet sich das Gebiet O.5. für die Zuweisung 
zum Nichtbaugebiet, wenn aufgrund von überdimensionierten 
Bauzonen eine Reduktion derselben vorzunehmen ist. Gemäss 
den Ausführungen der Regierung im angefochtenen Beschluss, 
konnten in der Gemeinde X.  nur gerade zwei Flächen evalu- 
iert werden, welche die vorstehenden Kriterien erfüllen, nämlich 
neben dem Gebiet O.5.      in der Fraktion O.1.       auch noch 
drei Parzellen in der Dorfzone A in O.8. . Bei den übrigen noch 
nicht überbauten Wohnbauzonen handle es sich überwiegend um 
innerhalb des bestehenden Siedlungsgebietes verstreute Fläche in 
weitgehend überbauten und erschlossenen Arealen bzw. Flächen, 
für welche bereits erhebliche Aufwendungen für die Erschliessung

9/19 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2017

198

getätigt wurden und die bereits teilweise überbaut sind (z.B. die 
Wohnzone 2 im Gebiet O.3. , soweit das Teilgebiet O.4. 
betroffen ist). Dass die Zuweisung von solchen Flächen zum Nicht- 
baugebiet in Hinblick auf die Zielsetzungen des RPG (Kompakter 
Siedlungskörper, Lenkung der Siedlungsentwicklung nach innen), 
auch im Falle von überdimensionierten Bauzonen, nicht zweckmäs- 
sig ist, erweist sich in der vorliegenden Angelegenheit als schlüs- 
sig. Damit war aber die Zuweisung des Gebietes O.5.    sowie 
der drei Parzellen in O.8. zum Nichtbaugebiet die einzige er- 
sichtliche Option, um der expliziten bundesrechtlichen Vorgabe zur 
Reduktion von überdimensionierten Bauzonen nachzukommen.
R 16 68 Urteil vom 8. Juni 2017