# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbbe4272-9b5c-5e10-8327-dd779456c641
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.07.2020 E-7115/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7115-2018_2020-07-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7115/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter Jürg Marcel Tiefenthal,  

Richterin Christa Luterbacher,    

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Nordmazedonien,   

vertreten durch Matthias Rysler, Solidaritätsnetz Bern, (…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist);  

Verfügung des SEM vom 5. Dezember 2018 / N (…). 

 

 

 

E-7115/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin – eine aus B._______, Kumanovo, stammende 

Staatsangehörige aus Nordmazedonien (vormals Mazedonien; neue Lan-

desbezeichnung seit 12. Februar 2019) albanischer Ethnie – suchte am 

13. August 2018 in der Schweiz um Asyl nach. Dabei machte sie geltend, 

sie habe seit 2014 in Gjilan, Kosovo, gelebt und sei im Sommer 2018 von 

dort mit einem Bus direkt in die Schweiz eingereist. Am 24. August 2018 

fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Am 14. September 2018 wurde 

sie ausführlich zu ihren Asylgründen angehört.  

Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch im Wesentlichen da-

mit, sie sei bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter aufgewachsen, nachdem 

ihre Mutter sie im Kleinkindalter verlassen habe. Ihre Stiefmutter habe sie 

malträtiert und geschlagen. Im Alter von 14 oder 15 Jahren sei sie zum 

ersten Mal gegen ihren Willen mit einem Mann verheiratet worden, mit dem 

sie in der Folge während sieben Jahren in Kumanovo zusammengelebt 

habe. Weil sie keine Kinder zur Welt gebracht habe, habe ihr Mann sie 

verlassen. In der Folge sei sie zu ihrem Vater zurückgekehrt und habe im 

Jahre 2014 während drei Monaten in der Schweiz in der (…) gearbeitet. 

Nach ihrer Rückkehr zum Vater habe dieser sie mit einem Kosovaren ver-

heiratet, mit dem sie in Gijlan gelebt habe. Sie habe diesen wegen dessen 

Spielsucht, und weil er sie geschlagen habe, verlassen. Ihr Vater habe sie 

deshalb mit dem Tod bedroht. Sie habe sich nie an die Behörden gewandt. 

Aus diesen Gründen habe sie sich zur Ausreise entschlossen.  

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.  

Die Beschwerdeführerin reichte einen Nationalitätenausweis zu den Akten, 

der im Juni 2018 in Kumanovo ausgestellt und angeblich von einem Onkel 

mütterlicherseits beschafft wurde. 

Schliesslich kann dem in den Akten liegenden ärztlichen Bericht vom (…) 

2018 der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) entnommen wer-

den, dass die Beschwerdeführerin wegen einer posttraumatischen Belas-

tungsstörung und weiterer psychischen Leiden stationär behandelt worden 

war. Zudem wurden ihr Remeron, Truxal und Dafalgan verschrieben. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2018 stellte das SEM fest, die Beschwer-

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Seite 3 

deführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylge-

such ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete den Vollzug an. Es begründete seine Verfügung im Wesentlichen 

damit, die Vorbringen der Beschwerdeführerin würden den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. 

C.  

Mit Eingabe vom 14. Dezember 2018 erhob die Beschwerdeführerin durch 

ihren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht dagegen Be-

schwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung von Vollzugs-

hindernissen und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme, subeventuali-

ter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks Neubeurteilung. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und um Beiordnung von Rechtsanwältin Laura Rossi als 

amtliche Rechtsbeiständin ersucht.  

Gleichzeitig wurden unter anderem eine Bestätigung der Fürsorgeabhän-

gigkeit vom 10. Dezember 2018, ein ärztliches Zeugnis UPK C._______ 

vom (…) 2018 und ein Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH; 

Schnellrecherche vom 29. Juli 2016 zu Mazedonien: Schutzmöglichkeiten 

für Opfer häuslicher Gewalt) zu den Akten gereicht. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2018 wies die zuständige In-

struktionsrichterin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege ab und forderte die Beschwerdeführerin zur Bezahlung eines 

Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 750.– auf. 

Dieser wurde am 7. Januar 2019 fristgerecht einbezahlt. 

E.  

Mit Eingabe vom 20. Februar 2019 wurden verschiedene Beweismittel (ein 

ärztlicher Bericht von Dr. med. D._______, Psychiatrie und Psychothera-

pie, vom (…) 2019 sowie verschiedene Berichte von Nichtregierungsorga-

nisationen zu häuslicher Gewalt in Nordmazedonien) sowie eine Stellung-

nahme dazu eingereicht. 

F.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 11. März 2019 die 

Abweisung der Beschwerde. 

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Seite 4 

G.  

Die Beschwerdeführerin nahm dazu in ihrer Replik vom 20. Februar 2019 

(Eingang Bundesverwaltungsgericht: 1. April 2019) Stellung und reichte ei-

nen Bericht der Hilfswerksvertretung zur Anhörung vom 14. September 

2018 ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1-7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG ins 

AIG übernommen worden. Das Gericht verwendet nachfolgend die neue 

Gesetzesbezeichnung.  

1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt.  108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, der 

Bundesrat habe Nordmazedonien mit Beschluss vom 1. August 2003 als 

verfolgungssicheren Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG be-

zeichnet. Damit bestehe die gesetzliche Regelvermutung, dass asylrele-

vante staatliche Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor nichtstaatlicher 

Verfolgung gewährleistet sei. Die Beschwerdeführerin habe sich mit ihren 

Problemen an niemanden – weder an die Polizei noch an ein Frauenhaus 

– gewendet. Angesichts des Umstandes, dass sie selber nie Probleme mit 

den Behörden gehabt habe und ein Onkel bei der Polizei tätig sei, sei es 

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ihr zuzumuten, bei den nordmazedonischen Behörden um Schutz nachzu-

suchen. Die nordmazedonischen Behörden seien schutzwillig und weitge-

hend schutzfähig. Zudem existierten sowohl staatliche als auch NGO-

Schutzinfrastrukturen, welche den Angehörigen aller Ethnien offenstehen 

würden. Daher sei die geltend gemachte Bedrohung durch ihren Vater asyl-

rechtlich nicht relevant. Folglich könne darauf verzichtet werden, auf allfäl-

lige Unglaubhaftigkeitselemente in ihren Aussagen einzugehen.  

4.2 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, sie habe an-

lässlich der Anhörung nicht alle Asylgründe genannt. Die Vorinstanz habe 

den Sachverhalt nicht vollständig erstellt und damit die Untersuchungs-

pflicht verletzt. Insbesondere moniert sie, der Befragerin sei es anlässlich 

der Anhörung nicht gelungen, eine Atmosphäre des Vertrauens herzustel-

len. Zudem kritisiert sie die Fragetechnik der Befragerin und deren Reak-

tion auf ihre Antworten (der Beschwerdeführerin). Sie habe sich deshalb 

nicht zu allen Ungereimtheiten und Unklarheiten äussern können. Sie habe 

einen längeren Lebensabschnitt anlässlich der Anhörung nicht erwähnt. 

Sie sei über einen längeren Zeitraum Opfer häuslicher Gewalt gewesen. 

Entgegen ihren Aussagen in der BzP habe sie ihren Onkel, der Polizist ge-

wesen sei, gar nicht gekannt. Dieser habe für sie den Nationalitätenaus-

weis ausgestellt, den ihr eine Bekannte dann übermittelt habe. Sie habe – 

entgegen ihren Aussagen anlässlich der Anhörung – im Zeitraum zwischen 

ihrer Trennung (vom zweiten Ehemann) und ihrem Asylgesuch im August 

2018 – noch anderes erlebt. Nachdem sie ihrem Vater erklärt habe, dass 

sie sich von ihrem zweiten Ehemann trennen wolle, habe er sie mit dem 

Tod bedroht. Sie sei zu ihrem Ehemann zurückgekehrt, der sie ebenfalls 

weggeschickt habe. Daraufhin sei sie mit ihrem Reisepass nach 

Presevo/Serbien gegangen, wo sie ein Taxi bestiegen habe, in dem vier 

Männer offenbar bereits auf sie gewartet hätten. Diese hätten sie an einen 

ihr unbekannten Ort – wohl im Kosovo – gefahren und sie in der Folge in 

einem alten Haus über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen festge-

halten. Sie sei schweren sexuellen, physischen und psychischen Übergrif-

fen ausgesetzt gewesen und auch vergewaltigt worden. Nachdem ihr die 

Flucht gelungen sei, indem sie den Männern Schlafmittel ins Wasser ge-

mischt habe, sei sie zu ihrer Kollegin in E._______/Serbien gegangen, die 

ihr zur Ausreise verholfen habe. Sie sei vermutlich anfangs 2016 in 

F._______ angekommen, wo sie einen Jungen – G._______ – kennenge-

lernt habe und bis im August 2018 bei dessen Eltern gewohnt habe. Da es 

keine Lösung für sie gegeben habe, habe sie im August 2018 ein Asylge-

such gestellt.  

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Seite 7 

4.3 Die Vorinstanz nahm in ihrer Vernehmlassung dazu Stellung und führte 

dabei aus, die Beschwerdeführerin habe neue Argumente nachgeschoben. 

Zudem habe sich der erstmals erwähnte sexuelle Übergriff in Kosovo nicht 

in Nordmazedonien ereignet, weshalb er asylrechtlich nicht zu prüfen sei. 

Die eingereichten Beweismittel würden am Asylentscheid nichts ändern.  

4.4 In der Replik wendete die Beschwerdeführerin dazu ein, der Umstand, 

dass es in ihrer Verwandtschaft einen Polizisten gebe, bedeute nicht, dass 

dieser gegen häusliche Gewalt tätig werde. Vielmehr entspreche es der 

Mentalität von Polizisten in Nordmazedonien, derartigen Taten nicht nach-

zugehen, wenn sie sich in der eigenen Verwandtschaft zutragen würden. 

Weiter sei es der Vorinstanz bezüglich der von ihr (der Beschwerdeführe-

rin) vorgetragenen erlittenen Gewalt in Kosovo nicht gelungen, den Sach-

verhalt vollständig abzuklären. Bekanntlich würden traumatisierte Asylsu-

chende von sexueller Gewalt nicht von Anfang an über das Erlebte berich-

ten. Die Beschwerdeführerin sei offensichtlich nicht in der Lage gewesen, 

in Nordmazedonien um Schutz vor der immer wieder erlebten Gewalt durch 

Männer zu suchen. Die Vorinstanz habe zudem keine Organisationen in 

Nordmazedonien nennen können, die ihr tatsächlich und für einen gewis-

sen Zeitraum Unterstützung und Aufnahme hätten bieten können. Überdies 

könne dem Bericht der Hilfswerksvertretung entnommen werden, dass sie 

(die Beschwerdeführerin) die Geschehnisse detailliert und erlebnisbasiert 

habe beschreiben können und geweint habe. Sie habe zudem keinen Beruf 

erlernt, verfüge über kein soziales Netz in ihrem Heimatstaat und wäre auf 

sich alleine gestellt. Ihr Gesundheitszustand spreche ebenfalls gegen die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

5.  

5.1 Vorab ist auf die von der Beschwerdeführerin gerügte Verletzung der 

Untersuchungspflicht und den diesbezüglichen Eventualantrag um Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung an die Vorinstanz 

zwecks Neubeurteilung einzugehen. Diese formelle Rüge ist vorab zu prü-

fen, da sie allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen 

Verfügung zu bewirken. 

5.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-

listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an 

der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG).  

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen 

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Seite 8 

Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-

haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-

verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; 

unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen 

Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver-

waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2013, Rz. 1043). 

5.3 Die Beschwerdeführerin kritisiert vorab die Umstände der Anhörung, 

welche es ihr nicht erlaubt hätten, Ungereimtheiten und Unklarheiten in ih-

ren Vorbringen zu klären. Insbesondere moniert sie, es sei der Befragerin 

anlässlich der Anhörung nicht gelungen, eine Atmosphäre des Vertrauens 

herzustellen. Zudem kritisiert sie die Fragetechnik der Befragerin und de-

ren Reaktion auf ihre Antworten. Sie habe einen längeren Lebensabschnitt 

nicht erwähnt. Zudem verweist sie auf den Bericht der Hilfswerksvertre-

tung, der zur Anhörung angefertigt worden sei. 

5.4 Dazu ist festzuhalten, dass dem Protokoll der Anhörung vom 14. Sep-

tember 2018 keine Anhaltspunkte dafür entnommen werden können, dass 

die Umstände der Beschwerdeführerin nicht ermöglicht hätten, ihre Asyl-

gründe umfassend zu schildern. Die Befragerin ging sehr wohl auf ihre Be-

dürfnisse ein, fragte sie zu Beginn nach ihrem Befinden und ihrem gesund-

heitlichen Zustand und gab ihr Gelegenheit, sich näher dazu zu äussern, 

was zu einer guten Atmosphäre beigetragen haben dürfte (vgl. A11 F3 ff.). 

Auf die anschliessenden Fragen zu den Aufenthaltsorten der Beschwerde-

führerin gab diese mehrmals keine Antwort, sondern konzentrierte sich be-

reits auf ihre Asylgründe. Dass die Befragerin sie deshalb mehrmals dazu 

aufforderte, eine Antwort auf ihre Fragen (nach den bisherigen Aufenthalts-

orten) zu geben, war daher berechtigt und lässt nicht auf eine ungeduldige 

und bereits vorgefasste Haltung schliessen. Es kann auch gestützt auf den 

weiteren Verlauf der Anhörung davon ausgegangen werden, dass die Be-

schwerdeführerin sämtliche Asylgründe hätte vortragen können. Überdies 

erhielt sie mehrmals Gelegenheit, sich in freier Weise dazu zu äussern res-

pektive ihre Vorbringen zu konkretisieren (vgl. F43, F56 ff.). Ferner machte 

sie zu den Umständen ihrer Ausreise (Zeitpunkt, Ankunft, etc.) sehr genaue 

Angaben (vgl. F61 ff.), welche betreffend Zeitpunkt anders ausgefallen sind 

als in der BzP (vgl. A7 Ziff. 5.01) und ebenfalls anders als auf Beschwer-

deebene, was nicht auf die Befragungsumstände zurückgeführt werden 

kann. Auch die Bemerkungen der Hilfswerksvertretung im Anschluss an die 

Anhörung sowie in ihrem Bericht lassen nicht den Schluss zu, dass die 

Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen wäre, ihre Asylvorbringen 

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umfassend und korrekt vorzutragen (vgl. A11 und Anhang zur Replik). Da-

bei wäre es der Beschwerdeführerin auch möglich gewesen, die erstmals 

auf Beschwerdeebene vorgebrachte Gewalt in Kosovo bereits damals vor-

zutragen. Der in der Replik erhobene Vorwurf, die Vorinstanz habe diesbe-

züglich den Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt, geht daher fehl. Insge-

samt ist die Anhörung vom 14. September 2018 nicht zu beanstanden, 

weshalb diese eine ausreichende Grundlage für den vorinstanzlichen Ent-

scheid dargestellt hat. Es besteht somit kein Grund für die Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz zwecks Neubeurteilung. Der diesbezügliche 

Eventualantrag ist folglich abzuweisen. 

6.  

6.1 In materieller Hinsicht ist vorab darauf hinzuweisen, dass die erstmals 

auf Beschwerdeebene erwähnte Verfolgungssituation unbesehen ihrer 

Glaubhaftigkeit die Kriterien der im Gesetz definierten Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfüllt, da sich die geltend gemachten Nachteile – die Festhal-

tung der Beschwerdeführerin und die sexuellen, physischen und psychi-

schen Übergriffe durch vier Männer in Kosovo – nicht in ihrem Heimatstaat 

Nordmazedonien – betreffend welchen die Verfolgungssituation bei allfälli-

ger Rückkehr dorthin zu prüfen ist – abgespielt haben. Zudem ist – bezüg-

lich der geltend gemachten, in Nordmazedonien erlittenen Nachteile – vor-

liegend festzustellen, dass das Flüchtlingsrecht subsidiär ausgestaltet ist. 

Demnach wird eine Bedürftigkeit nach internationalem Schutz dann aner-

kannt, wenn der Heimatstaat den Betroffenen keinen Schutz bieten will o-

der kann (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-

rekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 10.1 S. 201). Der Schutz gilt 

als ausreichend, wenn im Heimatstaat eine funktionierende und effiziente 

Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, also in erster Linie polizeiliche Auf-

gaben wahrnehmende Organe und ein Rechts- und Justizsystem, das eine 

effektive Strafverfolgung ermöglicht; diese Struktur muss dem Betroffenen 

darüber hinaus zugänglich sein (vgl. zu dieser sogenannten Schutztheorie 

BVGE 2011/51 E. 7.1 – 7.4 m.w.H.; zudem beispielsweise Urteil des BVGer 

D-3064/2019 vom 11. Juli 2019). 

6.2 Der Bundesrat hat Nordmazedonien per 1. August 2003 als verfol-

gungssicheren Staat ("Safe Country") im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a 

AsylG bezeichnet. Damit besteht die gesetzliche Regelvermutung, dass 

asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfindet und Schutz vor nicht-

staatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Die Regelvermutung kann im Ein-

zelfall widerlegt werden.  

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Seite 10 

6.3  

6.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei im Alter von 14 Jah-

ren gegen ihren Willen verheiratet worden und seitens ihrer Ehemänner, 

ihres Vaters sowie ihrer Stiefmutter immer wieder Übergriffen und Drohun-

gen ausgesetzt gewesen.  

6.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass häusliche Ge-

walt in Nordmazedonien, von der besonders Frauen betroffen sind, weit 

verbreitet ist. Nordmazedonien hat in den letzten Jahren Anstrengungen 

unternommen, Gewaltopfern Schutzmöglichkeiten, Hilfe und Beratung zu 

bieten. Im Jahr 2008 ist eine Nationale Strategie zum Schutz vor häuslicher 

Gewalt verabschiedet worden. Zudem wurde im Herbst 2014 ein neues 

Gesetz zu häuslicher Gewalt verabschiedet. Ferner gibt es mehrere 

Schutzeinrichtungen für Opfer familiärer Gewalt in Nordmazedonien, die 

gesetzlich zur Hilfe verpflichtet sind. Darüber hinaus finden sich weitere 

Anlauf- und Rechtsberatungsstellen, welche unter anderem kostenlose 

Rechts- und psychische Beratung für Opfer häuslicher Gewalt anbieten. 

Zwar wird das bestehende Gesetz durch Polizeibeamte in Polizeistationen, 

Angestellte in Social Work Centers und Mitarbeitende in Gerichten oftmals 

nur ungenügend umgesetzt. Die betreffenden Behördenvertreterinnen und 

-vertreter verfügen oft über nur ungenügende oder keinerlei Kenntnisse 

des Gesetzes. Oft benötigen die Gerichte für Schutzmassnahmen äusserst 

lange Bearbeitungszeiten (vgl. SFH, Schnellrecherche vom 29. Juli 2016 

zu Mazedonien). Obwohl die vorhandenen Gesetze längst nicht alle Opfer 

häuslicher Gewalt schützen können und die bestehenden Schutzmassnah-

men nicht genügen, um den tatsächlichen Schutzbedarf zu decken, ist 

doch zu berücksichtigen, dass dies selbst für Staaten wie etwa die Schweiz 

nicht vollumfänglich gewährleistet werden kann. Im vorliegenden Fall 

machte die Beschwerdeführerin überdies geltend, sie habe sich wegen der 

geltend gemachten Übergriffe und Drohungen nie an die Behörden gewen-

det und die Schutzmöglichkeiten in Nordmazedonien gar nicht in Anspruch 

genommen, weshalb sie auch nicht Schutz erhalten konnte. Dies entspricht 

weder dem Verhalten einer Person, die sich von asylrelevanter Verfolgung 

bedroht fühlt, noch ist dies dem nordmazedonischen Staat anzulasten. Es 

kann der Beschwerdeführerin daher zugemutet werden, bei den in Nord-

mazedonien bestehenden Strukturen um Hilfe zu ersuchen, sollte sie er-

neut von Gewalt betroffen sein. Dabei kann von ihr erwartet werden, dass 

sie bei Bedarf Bekannte, beispielsweise diejenigen, die sie bei der Be-

schaffung eines Nationalitätenausweises unterstützt haben (vgl. A11), oder 

ihren Onkel, der bei der Polizei arbeite, um Unterstützung ersucht. Entge-

gen ihren auf Beschwerdeebene gemachten Angaben ist nämlich davon 

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Seite 11 

auszugehen, dass sie mit diesem Onkel persönlich Kontakt gehabt hat, gab 

sie doch in der BzP an, diesen (offenbar selber) nach ihrer Mutter gefragt 

zu haben (vgl. A7 S. 7). 

Schliesslich ist zu beachten, dass kein Staat eine faktische Garantie für 

langfristigen individuellen Schutz gewährleistet, weil es keinem Staat ge-

lingen kann, die absolute Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger jeder-

zeit und überall zu garantieren. Insofern ist vom bestehenden Schutzwillen 

und von der weitgehenden Schutzfähigkeit der nordmazedonischen Si-

cherheitsbehörden auszugehen.  

6.3.3 Nach dem Gesagten ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, 

die Regelvermutung zugunsten der Schutzbereitschaft und -fähigkeit des 

nordmazedonischen Staates gegenüber Gewalt an ihrer Person umzustos-

sen. 

6.4 Im Übrigen ist vorliegend nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdefüh-

rerin, welche gemäss ihren Angaben auf Beschwerdeebene bereits an-

fangs 2016 in die Schweiz eingereist sein will, bis am 13. August 2018 und 

damit zweieinhalb Jahre mit dem Stellen eines Asylgesuchs zugewartet 

hat, obwohl sie sich seither bei einer Familie aufgehalten habe, die ihr 

schliesslich dazu geraten habe.  

6.5 Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin nichts vorgebracht, 

was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumin-

dest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr Asylgesuch daher zu 

Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

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Seite 12 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

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Seite 13 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Dies ist ihr unter Hinweis auf die vorangehenden Erwägungen 

(vgl. insbesondere E. 6.3.3) nicht gelungen. Auch die allgemeine Men-

schenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Betreffend die Todes-

drohung seitens ihres Vaters kann sie sich an die Behörden wenden bezie-

hungsweise eine innerstaatliche Wohnsitzalternative suchen. Nach dem 

Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 

auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug der Wegweisung für Aus-

länderinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder 

Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei-

ner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Art. 83 

Abs. 4 AIG findet insbesondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer 

Rückkehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver 

Sicht wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrschein-

lichkeit in völlige und andauernde Armut gestossen würden, dem Hunger 

und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustan-

des, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (BVGE 2014/26 

E. 7.5, 2011/24 E. 11.1 m.w.H.). Aus medizinischen Gründen kann nur 

dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden, 

wenn eine notwendige Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung 

steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beein-

trächtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt. Da-

bei wird diejenige allgemeine und dringende medizinische Behandlung als 

relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Exis-

tenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls nicht bereits 

dann vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat nicht eine dem hohen 

schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung mög-

E-7115/2018 

Seite 14 

lich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Wird eine konkrete Gefährdung fest-

gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. 

8.4.1 In Nordmazedonien herrscht aktuell weder Krieg noch eine Situation 

allgemeiner Gewalt.  

8.4.2  

8.4.2.1 Auch lassen keine individuellen Gründe auf eine konkrete Gefähr-

dung der Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr schliessen. Die Be-

schwerdeführerin machte zwar geltend, sie habe acht Jahre die Schule be-

sucht und nie gearbeitet, und sei mit 15 Jahren verheiratet worden. Immer-

hin gab sie an, im Jahre 2014 einmal für drei Monate in der Schweiz in der 

(…) gearbeitet zu haben (vgl. A7 S. 4 f., A11 F26 ff., F41). Auch ist davon 

auszugehen, dass sie in Nordmazedonien über Angehörige sowie Be-

kannte und damit soziale Anknüpfungspunkte verfügt (A7 S. 6), die ihr bei 

der Reintegration in Nordmazedonien behilflich sein können. Ferner ist sie 

bei fehlender Unterstützung durch diese Angehörigen und Bekannten auf 

die Möglichkeit der staatlichen Sozialhilfe zu verweisen. Diese kann es ihr 

ermöglichen, – wenngleich in allenfalls bescheidenen Verhältnissen – für 

sich zu sorgen (vgl. SFH, Sorgerecht und Sozialhilfe in Mazedonien, vom 

21. Mai 2013). An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Unterstüt-

zung für schutzbedürftige Personen und Gruppen in den Zuständigkeitsbe-

reich des Ministeriums für Arbeit und Sozialpolitik fällt. Zusammen mit den 

Zentren für Sozialarbeit und anderen öffentlichen Einrichtungen werden 

zahlreiche Programme für besonders vulnerable Gruppen angeboten. Bür-

ger und Bürgerinnen können sich für Sozialhilfe an ein solches Zentrum für 

Sozialarbeit wenden, welches in jeder grösseren Gemeinde zu finden ist. 

Dort werden allgemein soziale Anliegen und soziale Probleme ermittelt und 

geprüft. Schutzbedürftige Personen können nach einer Prüfung finanzielle 

und andere Formen von Unterstützung bekommen. Verschiedene Nichtre-

gierungsorganisationen (NGO) engagieren sich ebenfalls in verschiedenen 

Bereichen, darunter zum Beispiel betreffend kostenfreie Rechtshilfe, Un-

terkünfte für Opfer von Menschenhandel, grundlegende Direkthilfe, psy-

chosoziale Beratung sowie kostenfreie medizinische Grundversorgung für 

vulnerable Personen (vgl. International Organization for Migration [IOM], 

Länderinformationsblatt Republik Nordmazedonien, 2019, <https://files.re-

turningfromgermany.de/files/CFS%202019 

%20Nordmazedonien%20DE.pdf>, abgerufen am 18. Juni 2020). 

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Seite 15 

8.4.2.2 Schliesslich spricht auch aus medizinischer Sicht nichts gegen eine 

Rückkehr der Beschwerdeführerin. Gemäss den ärztlichen Berichten der 

UPK C._______ vom (…) 2018 und (…) 2018 sowie von Dr. med. 

D._______, Psychiatrie und Psychotherapie, vom (…) 2019, wurden ihr 

eine Posttraumatische Belastungsstörung und andere psychische Leiden 

attestiert. Deshalb sei sie während neun Tagen in der UPK hospitalisiert 

gewesen. Seit dem 13. November 2018 sei sie in einer ambulanten psy-

chiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung. Die Beschwerdefüh-

rerin wies in der Anhörung darauf hin, dass ihr bereits in ihrem Heimatstaat 

durch einen Arzt respektive im Spital Medikamente verschrieben und Infu-

sionen verabreicht worden waren (A11 F11 ff., F85).  

Das Gesundheitssystem in Nordmazedonien ist dreistufig aufgebaut. Ne-

ben dem Netz der primären Gesundheitsversorgung sind ambulant spezi-

alisierte Dienstleistungen mit umfassender Reichweite vorhanden. Die am-

bulante Grundversorgung wird hauptsächlich von privaten Trägern und 

34 öffentlichen Gesundheitszentren sowie einigen privaten Zentren, die 

ambulanten Fachdienste auf sekundärer Stufe werden im Wesentlichen 

von staatlichen Gesundheitsdienstleistern erbracht. Im Bereich der tertiä-

ren Gesundheitsversorgung werden Leistungen des Universitätsklinikums 

in Skopje angeboten. Wie IOM schreibt, werden medizinische Leistungen 

für krankenversicherte Patienten und Patientinnen von der Krankenkasse 

(HIF) übernommen. Die Krankenkasse übernimmt Leistungen der Gesund-

heitsfürsorge auf der primären und der fachärztlichen Ebene, sowie die Be-

handlung im Krankenhaus. Medikamente, die nicht in der festgelegten 

Liste der Krankenversicherung aufgeführt sind, werden jedoch nicht über-

nommen. Die Versicherten sind zudem verpflichtet, sich an den Behand-

lungskosten zu beteiligen, wobei der Maximalbetrag von 20 Prozent in der 

Praxis kaum erreicht wird. Gewisse Bevölkerungsgruppen, abhängig vom 

sozialen oder gesundheitlichen Status, sind von einer Kostenbeteiligung 

vollständig befreit (IOM, Länderinformationsblatt Republik Nordmazedo-

nien 2019; Parnardjieva, Maja et al. [Finance Think], Policy study 10: Uni-

versal Health Insurance in the Republic of Macedonia and Effects from the 

Implementation of the Project "Health Insurance for All", 10.2017, 

<http://www.financethink.mk/wp-content/uploads/2018/01/Universal-

health-coverage_Final_EN.pdf>, abgerufen am 18. Juni 2020).  

Hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen hat 

die Regierung der Republik Nordmazedonien 2019 ein Programm zum 

Schutz der Gesundheit von Menschen mit psychischen Störungen verab-

schiedet. Zuvor war im September 2018 vom Gesundheitsministerium eine 

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Seite 16 

nationale "Strategie für psychische Gesundheit 2018 – 2025" vorgestellt 

worden. Die Strategie basiert auf der Verfassung Nordmazedoniens, die 

das Recht aller Bürger/innen auf Gesundheitsversorgung garantiert (vgl. 

Education and Youth Policy Analysis Unit [European Commission (EC)], 

Republic of North Macedonia – Mental Health, letzte Aktualisierung am 

29.12.2019, <https://eacea.ec.europa.eu/national-policies/en/content/y-

outhwiki/75-mental-health-former-yugoslav-republic-macedonia>, abgeru-

fen am 18. Juni 2020). Jedoch sind bezüglich der psychiatrischen Versor-

gung in gewissen Bereichen substanzielle Anstrengungen notwendig (vgl. 

European Commission (EC), North Macedonia 2019 Report, 29.05.2019, 

<https://ec.europa.eu/neighbourhood-enlargement/sites/near/files/ 

20190529-north-macedonia-report.pdf>, abgerufen am 18. Juni 2020). 

Nordmazedonien verfügt über verschiedene psychiatrische Behandlungs-

möglichkeiten, sei es an der Universitätsklinik in der Hauptstadt Skopje o-

der im Herkunftsort der Beschwerdeführerin Kumanovo. Das Regionalspi-

tal von Kumanovo hat eine Abteilung Psychiatrie, wo eine Medikamenten-

therapie und stützende Gespräche durchgeführt werden können. Das von 

der Beschwerdeführerin benötigte Medikament Remeron ist vorhanden. 

Weitere Medikamente müssten allenfalls durch andere in Nordmazedonien 

verfügbare ersetzt werden (vgl. Akte A18 und A19).  

Insgesamt spricht somit nichts dagegen, dass die Beschwerdeführerin für 

die Behandlung ihrer psychischen Beschwerden die in Nordmazedonien 

vorhandene Versorgung in Anspruch nehmen kann. Dass diese möglicher-

weise nicht in gleicher Qualität wie in der Schweiz möglich sein könnte, ist 

für die Frage der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs unerheblich. 

Damit ist die notwendige medizinische Versorgung der Beschwerdeführe-

rin in Nordmazedonien (weiterhin) gesichert.  

Aufgrund dieser Feststellungen kann vorliegend nicht auf eine konkrete 

Gefährdung in Form einer medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 

4 AIG geschlossen werden. Für eine medizinische Weiterbehandlung der 

Beschwerdeführerin ist ferner auf die Möglichkeit einer individuellen medi-

zinischen Rückkehrhilfe, die nicht nur in der Form der Mitgabe von Medi-

kamenten, sondern beispielsweise auch in der Organisation und Über-

nahme von Kosten für notwendige Therapien bestehen kann, zu verweisen 

(Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 

1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). 

8.4.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung somit 

auch als zumutbar. 

E-7115/2018 

Seite 17 

8.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 7. Januar 2019 einbezahlte Kos-

tenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

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