# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44ddac7f-840d-5b4c-9f29-a6818cb379f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.05.2015 BVGE 2015/44
**Docket/Reference:** BVGE-2015-44
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGE_001_BVGE-2015-44_2015-05-22

## Full Text

Akteneinsicht | 
Akteneinsicht. Dispositionsmaxime. Einschränkung des Aktenein­sichtsrechts.
Strafandrohung.
Art.&#160;26 Abs.&#160;1 und Art.&#160;27 VwVG. Art.&#160;292 StGB.
1.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Die Parteien können über einen prozessualen Anspruch nicht ohne Weiteres durch blosse
Übereinkunft bestimmen. Dies gilt nament­lich für das Akteneinsichtsrecht, soweit öffentliche
oder Drittin­teressen tangiert sind (E.&#160;4.2).
2.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Eine Partei kann von sich aus auf die Ausübung ihres Aktenein­sichtsrechts verzichten,
nicht jedoch auf Letzteres selbst (E.&#160;5.1). Das Gericht kann im Einzelfall die Nutzung der aus der
Ausübung des Akteneinsichtsrechts gewonnenen Erkenntnisse auf die Ver­wendung in einem bestimmten
Verfahren beschränken (E.&#160;5.2). Eine anderslautende zivilrechtliche Parteivereinbarung mit
einem nicht am Verfahren beteiligten Dritten steht der Gewährung des Akteneinsichtsrechts nicht
entgegen (E.&#160;6).
3.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Die Androhung einer Bestrafung im Sinne von Art.&#160;292 StGB muss verhältnismässig
sein. Allfällige Interessen der von der Strafand­rohung betroffenen Person
sind bereits bei der Prüfung der An­ordnungen zu berücksichtigen, welchen mit der Strafandrohung
Nachachtung verschafft werden soll (E.&#160;5.5.1). Ob die Voraus­setzungen für eine Strafandrohung
erfüllt sind, hat die verfügende Behörde von Amtes wegen zu prüfen, selbst wenn die
betroffene Partei der Massnahme zugestimmt hat (E.&#160;5.5.2).

2016-09-19T16:11:59Z