# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 301c17b3-3c44-5971-92a3-b9dc238ca54b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 04.01.2023 BK 2022 299
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2022-299_2023-01-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 22 299

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. Januar 2023

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Beldi

Verfahrensbeteiligte unbekannte Täterschaft

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 29. Juni 2022 (EO 21 9815)

2

Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 29. Juni 2022 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Emmen-
tal-Oberaargau (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das im Zusammenhang mit ei-
nem Arbeitsunfall bei der C.________ AG geführte Verfahren gegen unbekannte 
Täterschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung einerseits und gegen den verun-
fallten Arbeitnehmer, A.________, wegen Widerhandlung gegen das Unfallversi-
cherungsgesetz (durch Missachten der Arbeitsanweisungen des Arbeitsgebers be-
züglich Arbeitssicherheit und dadurch Verursachen eines Selbstunfalls) ein. Am 
11. Juli 2022 erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Ober-
gerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) Beschwerde und 
stellte – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – folgende Anträge:

Die Einstellungsverfügung E O21 9815 der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Emmental-
Oberaargau, vom 29.06.2022 sei, soweit das Verfahren gegen unbekannte Täterschaft betreffend, 
aufzuheben, und die Angelegenheit sei zur Beweisergänzung (insbesondere im Sinne der mit Einga-
be an die Staatsanwaltschaft vom 05.05.2022 gestellten Beweisanträge) sowie zur Beweissicherung 
(vgl. den in der Eingabe an die Staatsanwaltschaft vom 05.05.2022 gestellten Verfahrensantrag) an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte am 26. Juli 2022 – unter Verweis auf die 
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung – die kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde. 

2. Einstellungsverfügungen können von den Parteien innert zehn Tagen bei der Be-
schwerdekammer angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 ff. der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts 
[OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer hat als Straf- und Zivilkläger im 
vorliegenden Strafverfahren Parteistellung (Art. 118 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 104 
Abs. 1 Bst. b StPO). Er ist durch die angefochtene Einstellungsverfügung unmittel-
bar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerecht eingereich-
te Beschwerde ist einzutreten. 

3. Am 5. Juli 2021 erlitt der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Arbeitstätigkeit bei 
der C.________ AG in D.________ beim Bedienen einer Käseschneidmaschine 
einen Arbeitsunfall, wobei ihm drei Finger der linken Hand abgetrennt wurden. Die 
Finger konnten in der Folge wieder angenäht werden. Noch vor dem Transport ins 
Inselspital wurde der Beschwerdeführer von der Kantonspolizei Bern nach dem Un-
fallhergang gefragt, wobei er angegeben haben soll, dass er an der Riegel-
schneidmaschine (nachfolgend: Unfallmaschine) Käse geschnitten habe. Das Mes-
ser sei plötzlich, ohne jegliches Dazutun von ihm, nach unten gefahren und habe 
ihm die Verletzung zugefügt (Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 26. Ok-
tober 2021, S. 2). 

3

Am 24. September 2021 erstattete der Beschwerdeführer via seinen damaligen 
Rechtsvertreter eine Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft.

Am 26. Oktober 2021 reichte die Kantonspolizei Bern ihrerseits eine Anzeige ge-
gen den Beschwerdeführer ein. Dem diesbezüglichen Rapport inkl. Beilagen (u.a. 
Schulungs- und Ausbildungsunterlagen, Einvernahmeprotokoll des Beschwerde-
führers vom 27. Juli 2021, Berichtsrapport der Fachstelle Umweltkriminalität – Ar-
beitssicherheit der Abteilung Verkehr, Umwelt und Prävention der Kantonspolizei 
Bern vom 13. Oktober 2021) kann entnommen werden, dass die Unfallmaschine 
gewartet gewesen sei und keine Mängel hätten festgestellt werden können. Der 
Beschwerdeführer habe die Sicherheitsbestimmungen der Unfallmaschine miss-
achtet. Ihm seien anlässlich einer Schulung ausdrücklich die Gefahren erklärt wor-
den und er sei explizit darauf aufmerksam gemacht worden, dass er nie (von hin-
ten/der Seite) in die Unfallmaschine hineingreifen dürfe. Letztlich bleibe es eine un-
geklärte Frage, wie der Prozess/Schneidevorgang ausgelöst worden sei. Am 
15. März 2022 ersuchte die Staatsanwaltschaft die C.________ AG und die SUVA 
um Beantwortung diverser Fragen. Diesem Ersuchen kamen die C.________ AG 
am 28. März 2022 und die SUVA am 30. März 2022 nach. 

Mit Verfügung vom 5. April 2022 lehnte die Staatsanwaltschaft den Beweisantrag 
des Beschwerdeführers um Sicherstellung der Unfallmaschine ab. Dies mit der Be-
gründung, dass diese direkt nach dem Arbeitsunfall von der Polizei und der SUVA 
untersucht worden sei. Die SUVA habe im Schreiben vom 30. März 2022 explizit 
festgehalten, dass bei der Untersuchung der Unfallmaschine keine sicherheitsrele-
vanten Fehlfunktionen hätten gefunden werden können. Die SUVA habe die Ma-
schine abschliessend/genügend nach den geltenden Standards untersucht und ihre 
Feststellungen im Unfallrapport vom 15. November 2021 festgehalten. Somit seien 
keine weitergehenden Erkenntnisse aus einer Sicherstellung der Unfallmaschine 
erkennbar. 

Im Rahmen der Fristansetzung gemäss Art. 318 StPO beantragte der Beschwerde-
führer mit Eingabe vom 5. Mai 2022 Ergänzungsfragen an die SUVA und die 
C.________ AG, insbesondere betreffend Geeignetheit der Unfallmaschine zum 
Schneiden von Emmentaler-Käse, allfällige Massnahmen hinsichtlich der mit der 
Steuerungstechnik/Elektronik/Verdrahtung gemachten Feststellungen der SUVA 
vom 4. November 2021 und den Arbeitsdruck, dem die Arbeitnehmer ausgesetzt 
seien. Ausserdem ersuchte er hinsichtlich der Unfallmaschine um Erlass eines 
Veränderungsverbots. Mit Verfügung vom 16. Juni 2022 lehnte die Staatsanwalt-
schaft die Anträge ab.

Am 29. Juni 2022 erliess die Staatsanwaltschaft die hier angefochtene Einstel-
lungsverfügung. 

4.

4.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. a-e StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Einstel-
lung des Strafverfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt, kein Straftatbestand erfüllt ist, Rechtfertigungsgründe einen Straftatbe-
stand unanwendbar machen, Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden 
können, Prozesshindernisse aufgetreten sind oder nach gesetzlicher Vorschrift auf 

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Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann. Der Entscheid über die 
Einstellung des Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» zu 
richten. Dieser ergibt sich aus dem Legalitätsprinzip und verlangt, dass das Verfah-
ren im Zweifel seinen Fortgang nimmt. Als praktischer Richtwert kann gelten, dass 
– sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt – Anklage er-
hoben werden muss, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein 
Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt 
sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf 
(BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 86 E. 4.1.1; je mit Hinweisen). Dies bedeutet mit 
anderen Worten nichts anderes, als dass einzustellen ist, wenn ein Freispruch 
wahrscheinlicher ist als ein Schuldspruch. Der Staatsanwaltschaft steht in diesem 
Zusammenhang ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Bei der Prüfung der Fra-
ge, ob nach der Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf und muss die 
Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen (vgl. statt vieler: Beschluss des Oberge-
richts des Kantons Bern BK 20 527 vom 5. Februar 2021 E. 6.1 mit weiteren Hin-
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_952/2020 vom 8. Februar 2020 
E. 2.1.1). Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat indes nicht die Staatsan-
waltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, 
sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht (BGE 143 IV 241 
E. 2.2.1 mit Hinweisen). Jedoch müssen Sachverhaltsfeststellungen in Berücksich-
tigung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» auch bei Einstellungen zulässig 
sein, soweit gewisse Tatsachen «klar» beziehungsweise «zweifelsfrei» feststehen, 
so dass im Fall einer Anklage mit grosser Wahrscheinlichkeit keine abweichende 
Würdigung zu erwarten ist. Den Staatsanwaltschaften ist es mithin nur bei unklarer 
Beweislage untersagt, der gerichtlichen Beweiswürdigung vorzugreifen (BGE 143 
IV 241 E. 2.3.2).

4.2

4.2.1 Nach Art. 125 Abs. 1 StGB ist strafbar, wer fahrlässig einen Menschen am Körper 
oder an der Gesundheit schädigt. Ist die Schädigung schwer, wird der Täter von 
Amtes wegen verfolgt (Abs. 2). Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens 
aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht 
nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht be-
achtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen 
verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB).

Eine fahrlässige Körperverletzung kann auch durch pflichtwidriges Untätigbleiben 
begangen werden (vgl. Art. 11 StGB). Voraussetzung ist eine Rechtspflicht zur 
Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstellung) sowie die Möglichkeit, 
diese Handlung vorzunehmen (BGE 148 IV 39 E. 2.3.2; 141 IV 249 E. 1.1 mit Hin-
weisen).

4.2.2 Ein Verhalten ist sorgfaltswidrig, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund 
der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefähr-
dung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er 
zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere, der 
Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten 
gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach 

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diesen Vorschriften. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit 
auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz 
gestützt werden kann (vgl. BGE 145 IV 154 E. 2.1; 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). 

4.2.3 Grundvoraussetzung für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des 
Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten 
Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist also 
zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraus-
sehen bzw. erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt 
der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem 
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung einen Erfolg 
wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens wesentlich zu begünstigen. 
Steht eine Sorgfaltspflichtverletzung durch Unterlassen zur Diskussion, ist anhand 
eines hypothetischen Kausalzusammenhangs zu prüfen, ob bei Vornahme der ge-
botenen Handlung der Erfolg nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Er-
fahrungen des Lebens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit ausgeblieben 
wäre (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.1; 134 IV 255 E. 4.4.1; 117 IV 130 E. 2a; je mit Hin-
weisen). Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Um-
stände, wie das Mitverschulden des Opfers bzw. eines Dritten oder Material- oder 
Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht ge-
rechnet werden musste (BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge-
richts 6B_217/2022 vom 15. August 2022 E. 2.2). Die hinzutretende andere Ursa-
che muss einen derart hohen Wirkungsgrad aufweisen, dass die an sich adäquate 
Ursache nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beachtlich er-
scheint. Entscheidend ist die Intensität der beiden Ursachen (BGE 142 IV 237 
E. 1.5.2; 130 III 182 E. 5.4; je mit Hinweisen). Weitere Voraussetzung der Fahrläs-
sigkeitshaftung ist, dass der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypotheti-
scher Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem 
Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, 
wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrschein-
lichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 140 II 7 E. 3.4; 135 IV 56 E. 2.1 mit 
Hinweisen; ferner zum Ganzen das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bun-
desgerichts 6B_171/2022 vom 29. November 2022 E. 4.3.1).

4.2.4 Die Pflichten zum Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bzw. zur Unfallver-
hütung ergeben sich u.a. aus Art. 328 Abs. 2 des Obligationenrechts (OR; SR 220), 
Art. 82 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) sowie 
der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 
832.30). Nach Art. 328 Abs. 2 OR hat die Arbeitgeberin die zum Schutz von Leben 
und Gesundheit des Arbeitnehmers notwendigen Massnahmen zu treffen. Hierzu 
gehört auch, dass sie vom Arbeitnehmer die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften 
verlangt und dies in angemessener Weise kontrolliert und notfalls durchsetzt (vgl. 
Art. 6 Abs. 3 VUV, siehe auch Art. 28 Abs. 4 VUV; BGE 102 II 18 E. 1; Urteile des 
Bundesgerichts 6B_1334/2019 vom 27. März 2020 E. 2.4.3; 6B_515/2016 vom 
29. Mai 2017 E. 2.4.2; 6B_287/2014 vom 30. März 2015 E. 3.2). 

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5.

5.1 Die hier interessierende Einstellung wegen fahrlässiger Körperverletzung begrün-
dete die Staatsanwaltschaft damit, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall hin-
reichend auf die Gefahren und Arbeitnehmerpflichten aufmerksam gemacht worden 
war. Ihm seien die Gefahren der Maschine bekannt gewesen und er habe sich 
gemäss den Schulungsdokumenten als «sehr sicher» eingestuft. Weisungswidrig 
habe er in die Unfallmaschine hineingegriffen. Aufgrund der getätigten Ermittlungen 
könne nicht nachgewiesen werden, dass die Unfallmaschine zum Unfallzeitpunkt 
eine Fehlfunktion aufgewiesen habe und das Messer von alleine heruntergefallen 
sei. Entsprechende Anhaltspunkte dafür hätten ebenfalls nicht ausgemacht werden 
können. Die Maschine habe ausserdem von der C.________ AG eingesetzt wer-
den dürfen und deren jährliche Wartung sei ordnungsgemäss vorgenommen wor-
den. Eine Sorgfaltspflichtverletzung durch unbekannte Täterschaft resp. die Arbeit-
geberin sei somit nicht ersichtlich, weshalb sich auch kein Tatverdacht habe erhär-
ten lassen.

Weiter hält die Staatsanwaltschaft fest, dass selbst unter der Prämisse einer Fehl-
funktion der Unfallmaschine keine strafrechtliche Verantwortlichkeit eines Dritten 
resp. der Arbeitgeberin vorliegen würde. Es wäre nicht zu einem Unfall gekommen, 
wenn der Beschwerdeführer seine Finger nicht weisungswidrig unter dem Messer 
gehabt hätte. Mit anderen Worten scheitere der Tatbestand der fahrlässigen Kör-
perverletzung an der fehlenden hypothetischen Kausalität.

5.2 Der Beschwerdeführer rügt eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts und infolge dessen eine Rechtsverletzung sowie eine Ermessens-
überschreitung. Zusammengefasst hält er fest, dass die von der Staatsanwaltschaft 
vertretene Auffassung zu kurz greife. Es seien diverse ungeklärte Fragen offenge-
blieben, die wesentlich für die Beantwortung der Frage seien, ob eine Sorgfalts-
pflichtverletzung vorliege. Diese beträfen zum einen die Unfallmaschine, zum ande-
ren die Arbeitsbedingungen und die Kontrolle. 

Betreffend die Unfallmaschine sei zwar erstellt, dass die Polizei diese noch am Un-
falltag auf offensichtliche Mängel überprüft und hierbei keine technische Störung 
habe feststellen können. Indes treffe die von ihr gemachte Feststellung im Anzeige- 
und im Berichtsrapport nicht zu, wonach auch die beigezogene SUVA keine Unre-
gelmässigkeiten bzw. keine technischen Mängel bemerkt hätte. Abgesehen davon, 
dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb die SUVA ohne vorhandene Konformitäts-
erklärung zum Schluss gelangt sei, dass die Maschine im Baujahr (1982) und im 
Zeitpunkt ihres Umbaus (1996) dem damals jeweils geltenden Stand der Technik 
entsprochen habe, habe die SUVA entgegen den polizeilichen Feststellungen im 
Dokument «Kontrolle/Checkliste für Produkte» vermerkt, dass drei offensichtliche 
Mängel hätten festgestellt werden können, die je für sich genommen der zweit-
höchsten (von fünf) Gefahrenkategorien («dringender Fall») angehört hätten, wor-
aufhin sie gegenüber C.________ Schweiz Massnahmen angeordnet habe, um 
künftige Unfälle mit dieser Maschine zu verhüten. Gemäss Schreiben der SUVA 
vom 30. März 2022 hätte die Maschine, wenn sie denn nicht von C.________ 
Schweiz ausser Betrieb genommen worden wäre, ohne Anpassung auf den aktuel-
len Stand der Technik nicht weiterverwendet werden dürfen. Ausserdem habe die 

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SUVA festgehalten, dass eine elektronische Fehlfunktion nicht ausgeschlossen 
werden könne, da das vorhandene Elektroschema nicht mit der Anlage überein-
stimme, die Programmierung nicht bekannt sei und die vorhandene Verdrahtung es 
nicht zulasse, dass eine Fehlfunktion ausgeschlossen werden könne. Insoweit 
drängten sich weitere Massnahmen resp. Ergänzungsfragen an die SUVA auf. 
Ausserdem müsse auch die Frage geklärt werden, ob die Unfallmaschine, die im 
Übrigen nicht nur einmal jährlich, sondern wöchentlich zu warten gewesen wäre, 
überhaupt zum Schneiden von Emmentaler-Käse geeignet gewesen sei. Die SUVA 
habe ihre Untersuchung nur mit Greyerzer-Käse vorgenommen. Im Gegensatz zum 
Emmentaler-Käse wiesen die Käseriemen des Greyerzer-Käses viel geringere 
Ausmasse und ein viel geringeres Gewicht auf. Beim Positionieren von (vier!) grös-
seren Emmentaler-Käseriemen sei ein seitliches Anprallen gegen das Messer der 
Unfallmaschine möglich und es frage sich, ob dies (ungewollt) einen Schneidevor-
gang auslösen könnte. Betreffend eine allfällige Fehlfunktion erstaune im Übrigen 
die Auskunft der C.________ AG, wonach in der Vergangenheit keine Unregel-
mässigkeiten festgestellt worden seien, sei ihm (dem Beschwerdeführer) doch be-
kannt, dass die Unfallmaschine ca. fünf Monate vor dem Unfall durch den internen 
technischen Dienst wegen einer solchen habe repariert werden müssen. Auch sei-
en ihm zwei weitere Vorfälle bekannt, bei denen es zu Fehlfunktionen der Auslöse-
taster gekommen sei. Weshalb die C.________ AG das unerwähnt lasse und die 
Staatsanwaltschaft dem nicht nachgehen wolle, sei nicht nachvollziehbar, zumal 
sich der Vorfall in der Vergangenheit offenbar nicht nur an der gleichen Maschine 
(bei einem anderen Mitarbeiter, aber ohne Verletzungen) zugetragen habe, son-
dern auch das Messer derjenigen Maschine, welche die Unfallmaschine ersetzt 
habe, einmal plötzlich heruntergeschnellt sei. Dies lasse generell Zweifel an der Si-
cherheit der von der C.________ AG eingesetzten Schneidmaschinen aufkommen. 
Und schliesslich werfe auch die ihm zugetragene Beobachtung Fragen auf, wonach 
die C.________ AG die Unfallmaschine kurz nach dem Unfall und vor der ersten 
SUVA-Kontrolle gereinigt, auseinandergenommen, repariert und wieder zusam-
mengesetzt haben soll.

Weiter sei zu berücksichtigen, dass die – mit Blick auf das Positionieren von Em-
mentaler-Käseriemen – eng bemessenen Platzverhältnisse auf dem Schneidetisch 
ein weisungswidriges Bedienen begünstigten. Ein Hantieren im Gefahrenbereich 
stelle regelmässig die praktikabelste Vorgehensweise dar und zwar nicht nur für 
ihn, sondern auch für die anderen Mitarbeiter, zumal bei der Unfallmaschine resp. 
der «Linie 12» betriebsnotorisch ein permanenter Zeitdruck herrsche. Die übrigen 
Linien würden von den C.________-Angestellten spasseshalber als «Hawaii-
Linien» bezeichnet, weil die dortige Tätigkeit vergleichsweise stressfrei möglich sei. 
Beim Schneiden der fraglichen Emmentaler-Käsesorte sei es für ihn kaum möglich 
gewesen, die von der C.________ AG geforderten Quantitäten zu erreichen, ohne 
die Maschine weisungswidrig zu bedienen. Er wisse von anderen Mitarbeitern, 
dass sich diese mit der gleichen Problematik konfrontiert sähen. Kritisch zu würdi-
gen sei in diesem Zusammenhang auch der ihm von einem Vorgesetzten beige-
brachte «Trick», dass zwecks Zeitgewinns der Schneidetisch statt mit den Händen 
mit den Hüften bewegt werden könne, wodurch sich der Bediener mit seinen Hän-
den zwangsläufig im Gefahrenbereich aufhalte. Die Arbeitsbedingungen, einsch-

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liesslich der bei der C.________ AG vorherrschenden Praxis der allmorgendlich 
vorgelegten individuellen Arbeitseffizienzstatistik und des Erklärungsbedarfs, wenn 
die internen Zielvorgaben nicht erreicht würden, seien klärungsbedürftig.

6.

6.1 Unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer die Handverletzung beim Positio-
nieren von vier Käseriemen einer Emmentaler-Sorte auf dem von ihm bedienten 
(seitlich hin und her schiebbaren) Tisch zuzog, als sich der Schneidevorgang löste 
und das Messer herunterschnellte. Die Unfallmaschine ist so konzipiert, dass sich 
der Schneidevorgang dann auslöst, wenn der Bediener mit seiner linken Hand den 
linken Auslösetaster und gleichzeitig mit seiner rechten Hand den rechten Auslöse-
taster drückt. Der Beschwerdeführer fühlte sich im Umgang mit der Unfallmaschine 
sicher. Es war ihm bekannt, dass die Sicherheitsvorschriften ein seitliches Hinein-
greifen in den Gefahrenbereich untersagten. Weiter ist aktenkundig, dass die SU-
VA anlässlich ihrer Untersuchung drei offensichtliche Mängel (ungeschützte be-
wegte Maschinenteile, ungenügende Sicherheitsabstände und einfach umgehbare 
oder manipulierbare Schutzeinrichtungen) feststellte, diese als «dringender Fall» 
einstufte und Massnahmen/Anpassungen anordnete. Mit Schreiben vom 30. März 
2022 bestätige sie überdies, dass beim Untersuchen der Unfallmaschine am 6. Juli 
2021 und am 4. November 2021 keine sicherheitsrelevanten Fehlfunktionen gefun-
den werden konnten und die mechanischen Komponenten kein «Herunterfallen» 
des Messers zugelassen hatte. Zutreffend ist ebenfalls, dass sich der Auslöseeffekt 
des Schneidevorgangs bis dato nicht feststellen liess und sich der Beschwerdefüh-
rer die Verletzungen nicht zugezogen hätte, wenn er mit seiner linken Hand nicht 
im Gefahrenbereich gewesen wäre. 

6.2 Ungeachtet des unter E. 6.1 Ausgeführten ist die Schlussfolgerung der Staatsan-
waltschaft, wonach sich hinsichtlich einer allfälligen strafrechtlichen Verantwortlich-
keit einer Drittperson kein Tatverdacht habe erhärten lassen resp. eine allfällige 
strafrechtliche Verantwortlichkeit einer Drittperson wegen groben Selbstverschul-
dens des Beschwerdeführers entfiele, als derzeit verfrüht zu bezeichnen. Der Vor-
wurf des Beschwerdeführers, wonach der Sachverhalt noch nicht hinreichend ab-
geklärt sei, erweist sich als begründet. So lässt sich der aktenkundigen Fotodoku-
mentation der SUVA entnehmen, dass diese ihre Abklärungen unter Beizug von 
Greyerzer-Käseriemen vorgenommen hat. Trifft zu, dass die vom Beschwerdefüh-
rer im Unfallzeitpunkt verwendeten vier Emmentaler-Käseriemen in Ausmass und 
Gewicht tatsächlich grösser waren und ein seitliches Anprallen an das Messer er-
möglicht haben, stellt sich die berechtigte Frage, ob so ein unbeabsichtigtes Auslö-
sen des Schneidevorgangs möglich gewesen ist. Dies wurde bisher nicht geprüft. 
Für die Beschwerdekammer erschliesst sich nicht, weshalb die Untersuchung der 
Unfallmaschine nicht (auch noch) mit der im Unfallzeitpunkt geschnittenen Emmen-
taler-Käsesorte vorgenommen worden ist, zumal die SUVA in ihrem Besuchsproto-
koll vom 8. September 2021 vermerkt hat, dass die Situation beim Schneiden der 
Emmentalerblöcke im Speziellen auch noch zu betrachten sei. Gestützt auf die Ak-
ten lässt sich zudem nicht nachvollziehen, wie die SUVA ohne Vorliegen einer Kon-
formitätsbescheinigung zum Ergebnis gelangt ist, dass die Unfallmaschine dem 
Stand der Technik in den Jahren 1982 und 1996 entsprochen hat, und ob die Ma-

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schine zum Schneiden der vom Beschwerdeführer verwendeten Emmentaler-
Käsesorte mit Blick auf die Grössen- und Platzverhältnisse von Käse und 
Schneidmaschine überhaupt geeignet gewesen ist. Wäre ein Auslösen des 
Schneidevorgangs mittels Anprallen des Käses an das Messer (oder allenfalls an-
dere Maschinenteile) möglich und/oder die Maschine zum Schneiden von Emmen-
taler-Käseriemen per se ungeeignet, wäre eine strafrechtliche Verantwortlichkeit 
von Drittperson näher zu prüfen und entfiele nicht von vornherein aufgrund Selbst-
verschuldens des Beschwerdeführers (vgl. dazu auch nachfolgend E. 6.3). Dassel-
be gilt, wenn der Unfallmaschine zwar nicht in jedem Fall die Eignung abgespro-
chen werden müsste, sondern nur dann, wenn keine zusätzlichen Sicherheitsvor-
kehrungen vorgenommen worden wären.

Ebenso ungeklärt ist die Frage, ob sich die bisherige Schlussfolgerung der SUVA 
halten lässt, wenn in der Vergangenheit tatsächlich – und entgegen der Auskunft 
der C.________ AG – Fehlfunktionen an der Unfallmaschine aufgetreten sein soll-
ten. Gleiches gilt, soweit sich bestätigen sollte, dass einerseits die Unfallmaschine 
vor Eintreffen der SUVA durch Angestellte der C.________ AG gereinigt und repa-
riert worden ist und andererseits der Tisch sich entgegen der Betriebsanleitung 
auch beim Schneideprozess verschieben lässt und dies zwecks Zeitgewinns vom 
Bediener mit der Hüfte – im Sinne eines Tricks – getan wird. 

Entsprechend sind bezüglich der Unfallmaschine und der möglichen Unfallursache 
weitere Abklärungen möglich und zu tätigen. Ebenso zu klären sein wird, ob bzw. 
wem allfällige unfallrelevante Probleme/Fehlfunktionen resp. eine allfällige Unge-
eignetheit der Käseschneidmaschine bekannt gewesen sind, wenn sich solche 
denn im Rahmen weiterer Ermittlungen herausstellen sollten. 

Die vom Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 5. Mai 2022 beantragten Ergän-
zungsfragen an die SUVA und die C.________ AG Schweiz sind mit Blick auf das 
Ausgeführte somit berechtigt (insbesondere die Fragen 1a und 1b [betreffend den 
von der SUVA bei der Untersuchung verwendeten Greyerzer-Käse und die mögli-
chen Folgen bei Verwendung einer Emmentaler-Käsesorte], 1d [betreffend Stand 
der Technik], 1f [betreffend das gemäss Betriebsanleitung vorgesehene wöchentli-
che Wartungsintervall], 1g [Möglichkeit des gleichzeitigen Verschiebens des Ti-
sches und des Schneidevorgangs sowie mögliche Auswirkungen auf den Unfall-
hergang] sowie die Fragen 2a-f betreffend verwendete Emmentaler-Käsesorte, die 
der Unfallmaschine vorgelagerte Maschine resp. Besonderheiten bei Übergang 
zwischen Förderband und Unfallmaschine, angebliche Unregelmässigkei-
ten/Fehlfunktionen der Unfall- und anderer Maschinen, Vornahme von Reini-
gung/Reparatur etc. der Unfallmaschine vor Eintreffen der SUVA-Verantwortlichen 
sowie Datenerhebung und Information der Mitarbeiter an der «Linie 12» [vgl. dazu 
nachfolgend auch E. 6.3]). Inwiefern die Frage nach Kriterien und Grund des Ver-
zichts eines Verfahrens nach Produktesicherheitsgesetz (sog. PrSG-Verfahren 
[Frage 1e der Eingabe des Beschwerdeführers vom 5. Mai 2022]) entscheidrele-
vant sein soll, erschliesst sich der Kammer (zumindest derzeit) nicht. Dem Be-
schwerdeführer ist es jedoch unbenommen, den Antrag mit Begründung der Rele-
vanz bei der Staatsanwaltschaft erneut vorzubringen. Gleich verhält es sich mit der 
Ergänzungsfrage 1c betreffend die elektronischen Feststellungen der SUVA bzw. 

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die Frage, ob diese zu Anordnung von Massnahmen geführt hätten, wenn die Ma-
schine nicht ohnehin ausser Betrieb gesetzt worden wäre. 

6.3 Eine Einstellung rechtfertigt sich aber auch aus anderen Gründen – zumindest der-
zeit – nicht. 

Dem Arbeitgeber obliegt – wie bereits in E. 4.2.4 hiervor erwähnt – nicht nur die 
Ausbildung und Instruktion des Arbeitnehmers, sondern auch die Überwachung 
und Kontrolle der Einhaltung der für die Arbeitsplatzsicherheit wesentlichen Regeln 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_958/2020 vom 22. März 2021 E. 3.3.3 und 3.4; vgl. 
ferner Urteil des Bundesgerichts 6B_1334/2019 vom 27. März 2020 E. 2.5). Selbst 
wenn ein Arbeitnehmer seine Tätigkeit relativ autonom ausübt, entbindet dies den 
Arbeitgeber nicht von sämtlichen Pflichten (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1016/2017 vom 9. Mai 2018 E. 2.4). Die bisher getätigten Untersuchungen be-
schränkten sich vorliegend auf die Fragen nach ausreichender Ausbildung, Instruk-
tion und dem zur Verfügung gestellten Material. Inwiefern die C.________ AG ihrer 
Kontrollaufgabe nachgekommen ist – d.h. die Einhaltung der Sicherheitsvorschrif-
ten durch ihre Mitarbeiter konkret überprüft und sichergestellt hat –, ist nicht abge-
klärt worden. 

Sollten weitere Abklärungen die Behauptungen des Beschwerdeführers bestätigen, 
dass einerseits an der fraglichen «Linie 12», anders als bei anderen Linien, ein an-
haltender Zeitdruck besteht und andererseits aufgrund allmorgendlicher Vorlage 
einer individuellen Statistik ein gewisser Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt wird, ist 
tatsächlich fraglich, ob der Bediener der Unfallmaschine den in quantitativer Hin-
sicht gestellten Anforderungen des Betriebs ohne Verletzung der Sicherheitsvor-
schriften nachkommen kann oder ob die an ihn gestellten Anforderungen zumin-
dest ein weisungswidriges Verhalten begünstigen, zumal beim Schnitt von Emmen-
taler-Käse die Platzverhältnisse auf dem Tisch eng bemessen sein sollen. Der Be-
schwerdeführer macht geltend, dass sich andere Mitarbeiter ebenfalls mit diesen 
Problemen konfrontiert sähen. Allein mit dem Hinweis, dass das Zwischenlager am 
Unfalltag sehr gut gefüllt und der Beschwerdeführer bereits am Bearbeiten des 
nächsten Auftrags gewesen sei, kann eine an der «Linie 12» existierende Stresssi-
tuation nicht von vornherein verneint werden. Die Arbeitssituation an der «Linie 12» 
(und insoweit die Frage, ob die Arbeitgeberin eine Gefahrenlage geschaffen haben 
könnte) bedarf – ebenso wie die grundsätzlich erforderliche Überwachungs- und 
Kontrollpflicht der Arbeitgeberin – näherer Abklärung, vermöchte doch ein Selbst-
verschulden des Verunfallten nicht von vornherein die Adäquanz zu unterbrechen. 
Ohnehin bedürfte es für die Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
eines groben Verschuldens des Beschwerdeführers. Ob von einem solchen auszu-
gehen wäre, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Jedenfalls scheint die Annahme ei-
nes groben Selbstverschuldens dann fraglich, wenn die Arbeitgeberin das (an sich 
weisungswidrige) Verhalten ihrer Arbeitnehmer toleriert haben sollte (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_132/2016 vom 16. August 2016 E. 3.4.2 mit Hinweis). Die 
Staatsanwaltschaft wird nach Vorliegen der weiteren Ermittlungsergebnisse (d.h. 
nach Einholung eines Berichts bei der C.________ AG resp. nach Einvernahme 
der verantwortlichen Personen und nach Befragung des Beschwerdeführers und 

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der von ihm genannten Zeugen sowie allenfalls weiterer Personen) die Frage nach 
der strafrechtlichen Verantwortlichkeit erneut zu prüfen haben.

Selbst wenn die Unfallmaschine als «mängelfrei» bezeichnet werden müsste resp. 
auch für das Zuschneiden der vom Beschwerdeführer verwendeten Emmentaler-
Käsesorte geeignet wäre, ist eine (allfällige) Sorgfaltspflichtverletzung der Arbeit-
geberin derzeit nicht ausgeschlossen. 

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt noch nicht entscheidli-
quid ist. Es liegt mindestens zurzeit aufgrund des noch nicht spruchreifen Bewei-
sergebnisses kein Einstellungsgrund im Sinne von Art. 319 StPO vor, sondern es 
sind noch weitere sachdienliche Beweismöglichkeiten vorhanden, welche zunächst 
ausgeschöpft werden müssen. Die Staatsanwaltschaft hat weiter dafür besorgt zu 
sein, dass sichergestellt wird, dass die Unfallmaschine nicht verändert wird. Nach 
Vorliegen der entsprechenden Ermittlungsergebnisse wird sie erneut darüber zu 
befinden haben, ob das Verfahren unter Berücksichtigung des Grundsatzes «in du-
bio pro duriore» einzustellen oder Anklage zu erheben ist. 

8. Die Beschwerde erweist sich demzufolge als begründet und ist gutzuheissen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton gestützt auf Art. 428 Abs. 4 
StPO die Verfahrenskosten. Diese werden bestimmt auf CHF 2'000.00.

Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO, wo-
nach die Parteien im Falle einer Kassation Anspruch auf eine angemessene Ent-
schädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren haben. Diese Be-
stimmung verweist zwar einzig auf Art. 409 StPO (Kassation im Berufungsverfah-
ren), muss aber nach einhelliger Lehrmeinung auch im Beschwerdeverfahren an-
wendbar sein, wenn eine Rückweisung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt (GRIES-
SER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 4 
zu Art. 436 StPO; WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 14 zu Art. 436 StPO mit weiteren Hinweisen 
sowie GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 
2011, N. 580). Der Anwalt des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt B.________, hat 
sich mit Beschwerde vom 11. Juli 2022 die Einreichung einer Kostennote vorbehal-
ten und nach Einholung derselben durch die Beschwerdekammer am 23. Dezem-
ber 2022 einen Aufwand von CHF 4'058.80 (15 Stunden à CHF 250.00 zzgl. Aus-
lagen à CHF 18.60 und MWST) geltend gemacht. Die geltend gemachte Entschä-
digung wird als angemessen erachtet. Dem Beschwerdeführer ist demnach für sei-
ne Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von CHF 4'058.80 
(inkl. Auslagen und MWST) auszurichten.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 29. Juni 2022 (EO 21 9815) wird betreffend das 
Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannte Täterschaft aufge-
hoben.

Die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau wird angewiesen, die Stra-
funtersuchung gegen unbekannte Täterschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung im 
Sinne der Erwägungen fortzusetzen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00, trägt der Kanton.

3. Dem Beschwerdeführer wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren vom 
Kanton Bern eine Entschädigung von CHF 4058.80 (inkl. Auslagen und MWST) aus-
gerichtet.

4. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt B.________

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwältin 

E.________
(mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 4. Januar 2023 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Beldi
i.V. Gerichtsschreiber Kuratle

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-

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zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.