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**Case Identifier:** 94276772-1516-56c6-9a1e-d5bf6fabe5c6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2021 100 2020 299
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-299_2021-05-04.pdf

## Full Text

100.2020.299U publiziert in BVR 2021 S. 406
STE/SCA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Mai 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Herzog
Verwaltungsrichterin Meyrat Neuhaus, Verwaltungsrichterin Steinmann 
Gerichtsschreiberin Schnyder Niedermann

1. A.________ und B.________
2. C.________
3. D.________ und E.________
4. F.________ und G.________
5. H.________ AG
alle vertreten durch Rechtsanwältin … 

Beschwerdeführende

gegen

Einwohnergemeinde Bremgarten
handelnd durch den Gemeinderat, Chutzenstrasse 12, 
3047 Bremgarten b. Bern
vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdegegnerin

und

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland
Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

betreffend Gemeindeversammlungsbeschluss Umbau Wärmekollektiv 
Bremgarten (Entscheid des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland 
vom 29. Juni 2020; gbv 7/2019)   

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2021, Nr. 100.2020.299U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ und B.________, C.________, D.________ und E.________, 
F.________ und G.________ sowie die H.________ AG (nachfolgend 
Beschwerdeführende) erhoben am 3. Juli 2019 Beschwerde beim Re-
gierungsstatthalteramt Bern-Mittelland gegen den Beschluss der Gemeinde-
versammlung der Einwohnergemeinde (EG) Bremgarten b. Bern vom 3. Juni 
2019 betreffend Umbau des Wärmekollektivs von einem kalten auf einen 
warmen Wärmeverbund und Revision des Wärmeverbundreglements. Das 
Regierungsstatthalteramt wies die Beschwerde am 29. Juni 2020 ab, soweit 
es darauf eintrat.

B.

Dagegen haben die Beschwerdeführenden am 30. Juli 2020 Verwaltungsge-
richtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, der Entscheid des Regierungs-
statthalteramts vom 29. Juni 2020 sowie der Beschluss der Gemeindever-
sammlung der EG Bremgarten b. Bern vom 3. Juni 2019 betreffend Umbau 
von einem kalten auf einen warmen Wärmeverbund sowie das revidierte 
Wärmeverbundreglement seien aufzuheben, eventuell sei die Sache zur 
neuen Beurteilung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Das Regierungsstatthalteramt hat mit Eingabe vom 17. August 2020 auf 
eine Vernehmlassung verzichtet und beantragt sinngemäss die Abweisung 
der Beschwerde; die EG Bremgarten b. Bern beantragt mit Beschwerdeant-
wort vom 29. September 2020 die Abweisung der Beschwerde, soweit da-
rauf einzutreten sei.

C.

Der angefochtene Entscheid ist weder vom Regierungsstatthalter noch von 
einem seiner beiden Stellvertreter, sondern vom Leiter der Abteilung 
«Recht» unterschrieben. Die Instruktionsrichterin hat deshalb mit prozesslei-

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tender Verfügung vom 25. Januar 2021 die Frage nach der Entscheidbefug-
nis bzw. Unterschriftsberechtigung aufgeworfen und den Regierungsstatthal-
ter aufgefordert, im Licht der einschlägigen Rechtsgrundlagen dazu Stellung 
zu nehmen. Mit Eingabe vom 9. Februar 2021 verweist der Regierungsstatt-
halter auf die Geschäftsordnung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittel-
land vom 11. November 2019. Nach dieser sei der Leiter der Abteilung 
«Recht» befugt gewesen, den angefochtenen Entscheid zu unterschreiben. 
Den übrigen Verfahrensbeteiligten wurde Gelegenheit geboten, sich zur Ein-
gabe des Regierungsstatthalters vom 9. Februar 2021 zu äussern. Die Be-
schwerdeführenden haben davon keinen Gebrauch gemacht; die EG Brem-
garten b. Bern hat dem Verwaltungsgericht am 25. Februar 2021 mitgeteilt, 
sie sehe sich angesichts der ständigen Unterschriftspraxis des Regierungs-
statthalteramts zu keinen Bemerkungen veranlasst und erwarte einen Ent-
scheid in der Sache.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 2 Bst. b und d des Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zu-
ständig. Die Beschwerdeführenden 1-4 haben am vorinstanzlichen Verfah-
ren teilgenommen und sind durch den strittigen Erlass mit hinreichender 
Wahrscheinlichkeit in schutzwürdigen Interessen betroffen bzw. als Stimm-
berechtigte der EG Bremgarten beschwerdelegitimiert, weil der Beschluss 
vom 3. Juni 2019 allgemeine Interessen der Gemeinde betrifft (Art. 79a und 
79c Bst. b VRPG). Auch die Beschwerdeführerin 5 hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen. Als Eigentümerin und Betreiberin der Wärmekol-
lektiv-Heizzentrale H.________ ist sie durch den strittigen Erlass sowie den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung oder Änderung. Damit erfüllt sie die Vorausset-
zungen von Art. 79a und Art. 79c Bst. a i.V.m. Art. 79 Abs. 1 VRPG. Alle Be-

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schwerdeführenden sind somit zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt. 
Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt von E. 1.2 hier-
nach einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt vor dem Verwaltungsgericht bildet der Entscheid 
des Regierungsstatthalteramts vom 29. Juni 2020; dieser ist an die Stelle 
des Beschlusses der Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2019 getreten 
(sog. Devolutiveffekt der Beschwerde; vgl. BVR 2010 S. 411 E. 1.4). Soweit 
die Beschwerdeführenden auch die Aufhebung des Gemeindebeschlusses 
und des Wärmeverbundreglements beantragen (Rechtsbegehren 2 und 3), 
ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten (zum Ganzen Ruth Herzog, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 74 N. 26 i.V.m. Art. 72 N. 18, Art. 84 N. 19).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Die von Amtes wegen 
aufzugreifende Frage nach der Ausübung der vorinstanzlichen Entscheidbe-
fugnis (E. 2 ff. hiernach) ist von grundsätzlicher Bedeutung und rechtfertigt 
eine Beurteilung in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes 
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

2.

Das Verwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 20a 
Abs. 1 VRPG), d.h. es überprüft den angefochtenen Entscheid im Rahmen 
des Streitgegenstands auf seine formelle und materielle Rechtmässigkeit 
und ist nicht an die Rechtsauffassung der Beteiligten gebunden (BVR 2020 
S. 7 E. 2.2; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 2 und N. 38). Es beurteilt etwa unab-
hängig von allfälligen Rügen der Verfahrensbeteiligten, ob der angefochtene 
Entscheid gültig zustande gekommen ist. Dazu gehört namentlich die hier 
vorab zu prüfende Frage, wer im Verwaltungskreis Bern-Mittelland ent-
scheidkompetente Verwaltungsjustizbehörde ist bzw. wer befugt ist, die ent-

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sprechende Entscheidverantwortung wahrzunehmen und Beschwerdeent-
scheide zu unterzeichnen (vgl. vorne Bst. C).

3.

3.1 Der Kanton Bern ist in dezentrale Verwaltungseinheiten gegliedert, 
bezeichnet als Verwaltungsregionen und Verwaltungskreise (Art. 93 Abs. 1 
Satz 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch Art. 39a 
und 39b des Gesetzes vom 20. Juni 1995 über die Organisation des Regie-
rungsrates und der Verwaltung [Organisationsgesetz, OrG; BSG 152.01]). 
Für jeden Verwaltungskreis wählen die Stimmberechtigten eine Regierungs-
statthalterin oder einen Regierungsstatthalter, die oder der Amts- und Wohn-
sitz im jeweiligen Verwaltungskreis hat (Art. 93 Abs. 2 KV; Art. 1 Abs. 2 und 
Art. 3 des Gesetzes vom 28. März 2006 über die Regierungsstatthalterinnen 
und Regierungsstatthalter [RStG; BSG 152.321]). Die Regierungsstatthalte-
rinnen und Regierungsstatthalter sind für eine Amtsdauer von vier Jahren 
gewählt (Art. 2a Abs. 1 Satz 1 RStG). Die ordentliche Stellvertreterin oder 
der ordentliche Stellvertreter ist Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des betreffen-
den Regierungsstatthalteramts; bei Bedarf kann die Stellvertretungsfunktion 
von mehreren Personen wahrgenommen werden. Anstellungsbehörde für 
die Stellvertreterinnen und Stellvertreter ist die Direktion für Inneres und Jus-
tiz (DIJ) des Kantons Bern (Art. 4 RStG i.V.m. Art. 1 Abs. 1-3 und Art. 2 der 
Verordnung vom 18. Februar 2009 über die Stellvertretung der Regierungs-
statthalterinnen und Regierungsstatthalter [RstSV; BSG 152.321.2]). 

3.2 Das Gesetz legt die Aufgaben der Regierungsstatthalterinnen und 
Regierungsstatthalter fest (Art. 93 Abs. 3 KV; Art. 9 ff. RStG). Sie sind Ver-
waltungs- und Verwaltungsjustizbehörde des Verwaltungskreises (Art. 1 
Abs. 1 RStG) und amten namentlich als Aufsichts-, Bewilligungs-, 
Genehmigungs-, Verwaltungsjustiz- und Vollzugsbehörde in den von der 
Gesetzgebung bezeichneten Fällen (Art. 9 Abs. 1 Bst. c RStG). Unter 
anderem beurteilen sie gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b VRPG Beschwerden 
gegen kommunale Akte im Sinn von Art. 60 Abs. 1 Bst. b VRPG (Erlasse, 
Wahl- und Abstimmungssachen sowie weitere Beschlüsse), es sei denn, das 
Gesetz sehe die Beschwerde an eine andere Instanz vor. Für die Erfüllung 

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der Aufgaben stellt der Kanton den Regierungsstatthalterinnen und 
Regierungsstatthaltern unter anderem das erforderliche Personal zur 
Verfügung (Art. 13 RStG). Dessen Aufgaben, Befugnisse und Verantwortung 
regelt die Regierungsstatthalterin oder der Regierungsstatthalter in einer 
Geschäftsordnung, welche durch die DIJ zu genehmigen ist (Art. 14 RStG).

3.3 Christoph Lerch ist seit 2010 der gewählte Regierungsstatthalter des 
Verwaltungskreises Bern-Mittelland. Mit Geschäftsordnung vom 11. Novem-
ber 2019 (nachfolgend: Geschäftsordnung oder GO RSA), welche die dama-
lige Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK; heute: 
DIJ) am 25. November 2019 genehmigt hat, regelt er die Organisation des 
Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland und legt Aufgaben, Befugnisse 
und Verantwortung der Mitarbeitenden fest (GO RSA Ziff. I/1). Gemäss der 
Geschäftsordnung ist das Regierungsstatthalteramt in vier Geschäftsberei-
che bzw. Abteilungen gegliedert: Die Bereiche «Gemeindeaufsicht und Zivile 
Führung» und «Bau, Gastgewerbe und Prostitutionsgewerbe» sowie die Ab-
teilungen «Recht» und «Zentrale Dienste». Die beiden Leiter der Geschäfts-
bereiche «Gemeindeaufsicht und Zivile Führung» sowie «Bau, Gastgewerbe 
und Prostitutionsgewerbe» sind die ordentlichen, von der DIJ ernannten 
Stellvertreter von Christoph Lerch (GO RSA Ziff. IV/3.1; vgl. auch 
<www.jgk.be.ch>, Rubriken «Direktion», «Organisation», «Regierungsstatt-
halterämter», «Bern-Mittelland», «Organigramm»). 

3.4 In Ziff. IV/4 der Geschäftsordnung werden «Fach- und Aufgabenbe-
reiche» umschrieben und die «Hauptaufgaben» aufgelistet, welche «die Re-
gierungsstatthalterämter» gestützt auf Art. 93 KV erfüllen, darunter die «Tä-
tigkeit in den von der Gesetzgebung bezeichneten Fällen als Bewilligungs-, 
Genehmigungs-, Verwaltungsjustiz- und Vollzugsbehörde». Ergänzend wird 
ein «Aufgabenverzeichnis» gepflegt, welches «die Verantwortung für die ein-
zelnen Aufgaben je einer Funktion bzw. einer Abteilung zuweist». Unter 
Ziff. IV/5 der Geschäftsordnung finden sich Bestimmungen zur «Unterschrif-
tenregelung». Die Ziff. 5.1 sieht unter anderem Folgendes vor: 

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«Entscheide im abschliessenden Zuständigkeitsbereich der einzelnen 
Bereiche/Abteilungen werden grundsätzlich durch die verantwortlichen 
Geschäftsbereichs-/Abteilungsleitenden unterzeichnet. Diese verfügen 
in ihren Bereichen/Abteilungen über vollumfängliche Unterschriftskom-
petenz, soweit nachstehend nichts anderes geregelt ist.»

Vorbehalten bleibt namentlich der Fall, in dem «ein Geschäft aufgrund der 
Einschätzung der Abteilungsleitenden politische Relevanz [hat]» oder «po-
tenziell medienträchtig [ist]» und deshalb dem Regierungsstatthalter zur 
Unterschrift vorgelegt wird. Für die Abteilung «Recht» sieht die Geschäfts-
ordnung vor, dass «alle anfechtbaren Zwischen- und Endentscheide/-verfü-
gungen in Verwaltungs- und Verwaltungsjustizverfahren» von der Abtei-
lungsleitung unterschrieben werden (GO RSA Ziff. IV/5.2.4).

4.

4.1 Der Regierungsstatthalter stellt sich auf den Standpunkt, der ange-
fochtene Entscheid vom 29. Juni 2020 sei gestützt auf die Geschäftsordnung 
rechtsgültig vom Leiter der Abteilung «Recht» unterzeichnet worden. Dieser 
sei «wenn auch nicht als formeller ordentlicher Stellvertreter des Regie-
rungsstatthalters im Sinne von Art. 1 Abs. 1 RstSV zu verstehen, jedoch kraft 
der Organisationsbefugnis des Regierungsstatthalters gestützt auf Art. 14 
RStG durch Erlass der entsprechenden Geschäftsordnung zeichnungsbe-
rechtigt» (Stellungnahme vom 9.2.2021 S. 2 [act. 9]).

4.2 Die eigenhändige Unterschrift eines vertretungsbefugten Behörden-
mitglieds gehört zu den Gültigkeitserfordernissen von Verfügungen und Ent-
scheiden (BVR 2012 S. 481 E. 2.4, 2000 S. 145 E. 2; Michel Daum, a.a.O., 
Art. 52 N. 18). Die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter 
müssen ihre Beschwerdeentscheide und Urteile rechtsgültig unterschreiben 
(Art. 72 Abs. 2 und Art. 92 Abs. 4 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 Bst. g VRPG). Das 
Unterschriftserfordernis ist kein formaler Selbstzweck, sondern macht ge-
genüber den Adressatinnen und Adressaten von Verwaltungsakten transpa-
rent, wer dafür verantwortlich zeichnet. Ihm kommt besonderes Gewicht zu, 
wenn es sich – wie hier – um einen Rechtsmittelentscheid handelt (vgl. 
Michel Daum, a.a.O., Art. 52 N. 18). Ausserdem bezeugt die Unterschrift in 
authentischer Weise die tatsächliche Mitwirkung der entscheidbefugten Per-

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son am gefällten Entscheid. Dies ist bei verwaltungsunabhängigen Behörden 
besonders wichtig; es besteht kein Grund, an Rechtsmittelentscheide ver-
waltungsinterner Justizbehörden in diesem Punkt geringere Anforderungen 
zu stellen (vgl. VGE 2009/100 vom 7.9.2009 E. 2.3 f. unter Verweis auf BGE 
131 V 483 E. 2.3.3). Die hier zu prüfende Unterschriftsberechtigung des Ab-
teilungsleiters «Recht» erschöpft sich somit nicht in der Kontrolle einer inter-
nen «Unterschriftenregelung», sondern betrifft die weit bedeutsamere Frage, 
ob und in welchem Umfang der Regierungsstatthalter des Verwaltungskrei-
ses Bern-Mittelland Entscheidverantwortung delegieren darf an Mitarbei-
tende, die nicht seine Stellvertreter im Sinn von Art. 4 RStG sind (vgl. zur 
unterschiedlichen Tragweite von Entscheidverantwortung und Unterschrifts-
berechtigung bereits einlässlich JTA 19994 vom 6.3.1997 betreffend die un-
zulässige Delegation einer Unterschriftsberechtigung durch die verfügungs-
kompetente Direktion an ein ihr untergeordnetes Amt).

5.

Die aufgeworfene Frage hat sich mit Bezug auf das Regierungsstatthalter-
amt Bern-Mittelland (bzw. früher Regierungsstatthalteramt Bern) bereits wie-
derholt gestellt: 

5.1 Noch unter der Geltung des alten Gesetzes vom 16. März 1995 über 
die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter (aRstG [BAG 95-
066], in Kraft bis 31.12.2009 [vgl. BAG 09-090]) hat sich das Verwaltungsge-
richt mit der Frage befasst, ob die Regierungsstatthalterin von Bern gestützt 
auf eine interne Unterschriftenregelung Beschwerdeentscheide an die Leite-
rin des Rechtsdiensts delegieren durfte. Das Verwaltungsgericht hat dies 
verneint und den angefochtenen Beschwerdeentscheid wegen dieses 
Rechtsmangels aufgehoben (VGE 2009/100 vom 7.9.2009). Es hielt insbe-
sondere fest, dass die Leiterin des Rechtsdiensts im fraglichen Zeitraum we-
der als ordentliche noch als ausserordentliche Stellvertreterin der Regie-
rungsstatthalterin eingesetzt war und deshalb – trotz interner Zuweisung 
einer Unterschriftsberechtigung – nicht befugt war, die Regierungsstatthalte-
rin zu vertreten bzw. den angefochtenen Entscheid zu unterschreiben. Die 

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Regierungsstatthalterin wurde angehalten, formgültig über die bei ihr erho-
bene Beschwerde zu entscheiden (E. 2).

5.2 Ebenfalls im Jahr 2009 hat die damalige Rekurskommission für für-
sorgerische Freiheitsentziehungen des Kantons Bern eine unzulässige De-
legationspraxis der Regierungsstatthalterin von Bern festgestellt: Mit Urteil 
vom 22. Juli 2009 kassierte sie die Anordnung eines fürsorgerischen Frei-
heitsentzugs, weil die Regierungsstatthalterin die Anhörung der betroffenen 
Person an eine nicht entscheidbefugte Mitarbeiterin des Regierungsstatthal-
teramts übertragen hatte. Dieses Urteil gab auf politischer Ebene den 
Anstoss zu Revisionsbestrebungen: Der Regierungsrat des Kantons Bern 
beabsichtigte im Jahr 2010, das RStG zu ändern und nicht mehr «die Regie-
rungsstatthalterin» oder «den Regierungsstatthalter», sondern «das Regie-
rungsstatthalteramt» als Verwaltungs- bzw. Verwaltungsjustizbehörde eines 
Verwaltungskreises zu bezeichnen. Mit dieser Vorlage wollte er die Rechts-
grundlage schaffen, um durch Verordnung bestimmte Aufgaben, namentlich 
im Bereich der fürsorgerischen Freiheitsentziehung, «an eine untergeord-
nete Verwaltungseinheit des Regierungsstatthalteramts zur selbständigen 
Erledigung» übertragen zu können (vgl. Vortrag des Regierungsrats zur Än-
derung des RStG [nachfolgend: Vortrag Änderung RStG], in Tagblatt des 
Grossen Rates 2010, Beilage 26, S. 3). Der Grosse Rat trat in der ersten 
Lesung am 15. September 2010 nach kontroverser Diskussion mit 103 ge-
gen 39 Stimmen bei einer Enthaltung nicht auf die Vorlage ein. Eine Mehrheit 
der Grossrätinnen und Grossräte erachtete die Vorlage als verfassungswid-
rig. Sie folgten der Auffassung, wonach Art. 93 KV verbindlich die vom 
Stimmvolk gewählten Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter 
und nicht das Regierungsstatthalteramt oder dessen Organisationseinheiten 
als verantwortliche Behörde bezeichne. Diese verfassungsrechtliche, perso-
nenbezogene Zuweisung hoheitlicher Gewalt könne nicht an eine Abteilung 
oder «Subbehörde» delegiert werden (vgl. Tagblatt des Grossen Rates 2010 
S. 858 ff. [Geschäft Nr. 2010.0411], z.B. Voten Bernasconi [S. 862 f.] und 
Messerli [S. 863]).

5.3 Im Verfahren 100.2011.304, ebenfalls betreffend das Regierungs-
statthalteramt Bern-Mittelland, hatte das Verwaltungsgericht die Rechtsgül-
tigkeit eines Beschwerdeentscheids zu beurteilen, der von der damaligen 

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Leiterin der Rechtsabteilung unterzeichnet worden war. Im Unterschied zum 
in VGE 2009/100 beurteilten Vorgehen (vorne E. 5.1) war die Unterzeich-
nende kraft Regierungsratsbeschlusses für den fraglichen Zeitraum als 
«Stellvertreterin IIa des Regierungsstatthalters von Bern-Mittelland» einge-
setzt. Sie war demzufolge gestützt auf Art. 4 RStG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 RstSV 
befugt, Christoph Lerch zu vertreten und insbesondere den angefochtenen 
Beschwerdeentscheid rechtsgültig zu unterzeichnen (VGE 2011/106/304 
vom 20.4.2012 E. 1.1 [S. 12 f.]).

6.

Aus den einschlägigen Rechtsgrundlagen, den Materialien und der Recht-
sprechung ist für den hier zu beurteilenden Sachverhalt Folgendes zu 
schliessen:

6.1 Regierungsstatthalter Christoph Lerch ist der von den Stimmberech-
tigten des Verwaltungskreises Bern-Mittelland gewählte Amtsträger und die 
hoheitliche Entscheidgewalt ist ihm durch Verfassung und Gesetz «ad per-
sonam» zugewiesen (vorne E. 3.1 f.). Die von ihm erlassene Geschäftsord-
nung verletzt diese verfassungsmässige Zuständigkeitsordnung, wenn sie 
die Rechtspflege mit Ausnahmefällen in die abschliessende Zuständigkeit 
der Abteilung «Recht» verweist und eine umfassende Unterschriftskompe-
tenz der Abteilungsleitung vorsieht (vorne E. 3.4). Zwar liegt auf der Hand, 
dass der Regierungsstatthalter nicht alle ihm zugewiesenen Aufgaben voll-
umfänglich selber wahrnehmen kann. Selbstverständlich darf und muss er 
zur effizienten Aufgabenerfüllung Personal beiziehen und das Regierungs-
statthalteramt mit Blick auf die vielschichtigen Aufgaben strukturieren und 
organisieren (vorne E. 3.2). Dies gilt auch im Bereich der Verwaltungsjustiz: 
Es spricht nichts dagegen, dass unter seiner Verantwortung Mitarbeiterinnen 
oder Mitarbeiter Verwaltungsjustizverfahren instruieren und Entscheide vor-
bereiten. Die ihm als Amtsträger zugewiesene Entscheidbefugnis und die 
damit verbundene Verantwortung, welche durch die Unterzeichnung des Be-
schwerdeentscheids oder Urteils nach aussen sichtbar gemacht wird, kann 
er nach dem Gesagten aber nicht delegieren, es sei denn, der betreffende 
Mitarbeiter sei einer seiner beiden Stellvertreter. 

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6.2 Daran ändert nichts, dass sich die Geschäftsordnung auf Art. 14 
RStG, mithin auf eine Grundlage im formellen Gesetz stützt, und die DIJ das 
Regelwerk genehmigt hat (im Fall, der VGE 2009/100 vom 7.9.2009 zu-
grunde liegt, ergab sich die Unterschriftskompetenz der Leiterin des Rechts-
diensts bloss aus einem «internen Papier» der Regierungsstatthalterin 
[E. 2.4]). Die grundlegenden und wichtigen Rechtssätze des kantonalen 
Rechts, namentlich die Grundzüge der Organisation und der Aufgaben der 
Behörden, müssen in der Form des Gesetzes erlassen werden (Art. 69 
Abs. 4 Bst. d KV; vgl. auch BGE 142 IV 70 E. 3 betreffend die Ermächtigung 
von Mitarbeitenden der Staatsanwaltschaft, selbständig Übertretungsstraf-
befehle zu erlassen). Ob hoheitliche Justizfunktionen überhaupt delegiert 
werden können (vgl. dazu etwa Michel Daum, a.a.O., Art. 3 N. 6), insbeson-
dere wenn sie durch die Verfassung bezeichneten, direktdemokratisch ge-
wählten Amtsträgerinnen und -trägern zugewiesen sind, kann hier mangels 
einer formell-gesetzlichen Regelung dahingestellt bleiben (vgl. aber BGE 
134 I 184 [Pra 97/2008 Nr. 138] betreffend eine als verfassungswidrig beur-
teilte gesetzliche Zuweisung von Rechtsprechungsbefugnissen an einen Ge-
richtsschreiber; zur grundlegenden Tragweite der Konkretisierung und Zu-
weisung von Justizfunktionen und der erforderlichen gesetzlichen Grundlage 
vgl. auch Ruth Herzog, a.a.O., Art. 62 N. 4 [betreffend die verwaltungsin-
terne Rechtspflege]; Christoph Bürki, Verwaltungsjustizbezogene Legalität 
und Prozessökonomie, Diss. Bern 2010, S. 180 f. [betreffend Gerichtsbehör-
den]). 

6.3 Im Übrigen widerspricht die hier interessierende Regelung der Ge-
schäftsordnung nicht nur dem geltenden übergeordneten Recht, sondern 
auch dem politischen Willen: Der Grosse Rat hat es 2010 wie ausgeführt 
ausdrücklich verworfen, die Verantwortlichkeiten in der dezentralen Verwal-
tung von der Person der Regierungsstatthalterin oder des Regierungsstatt-
halters zu lösen und eine substanzielle Aufgabenübertragung auf Abtei-
lungen oder Geschäftsbereiche bzw. Mitarbeitende des Regierungsstatthal-
teramts zuzulassen (vorne E. 5.2). Dies galt im Besonderen für die Justiz-
funktionen: Selbst die damalige Revisionsvorlage zur Änderung des RStG 
sah vor, dass «Rechtspflegeaufgaben» nicht zur selbständigen Erledigung 
übertragen werden dürfen (Art. 1 Abs. 3 Satz 2 des Revisionsentwurfs; Tag-
blatt des Grossen Rates 2010, Beilage 26, S. 9). Der Regierungsrat hielt 

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dazu im Vortrag ausdrücklich fest, Beschwerdeentscheide seien auch künftig 
«immer von den Regierungsstatthaltern selbst» zu fällen; dies entspreche 
dem Rechtspflegesystem in der Zentralverwaltung, das auf dem Grundsatz 
beruhe, dass Verwaltungsjustizentscheide stets von den Direktionen und 
nicht von den ihnen untergeordneten Ämtern oder Abteilungen gefällt wer-
den (Vortrag Änderung RStG, S. 3 und 6 f.). Es ist somit auch vor diesem 
Hintergrund unzulässig, mittels Geschäftsordnung Entscheidkompetenzen 
in Verwaltungsjustizverfahren an Abteilungsleiterinnen oder -leiter zu dele-
gieren, die nicht zur Vertretung der Regierungsstatthalterin oder des Regie-
rungsstatthalters ermächtigt sind. Eine solche Aufgabenübertragung wurde 
im Gesetzgebungsverfahren ausdrücklich verworfen bzw. für verfassungs-
widrig befunden. 

7.

Der Abteilungsleiter «Recht» war demnach nicht befugt, in der vorliegenden, 
beim Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland hängigen Beschwerdesache 
zu entscheiden und den angefochtenen Beschwerdeentscheid zu unter-
schreiben. Es bleibt zu prüfen, welche Konsequenzen dies für die Rechts-
wirkungen des angefochtenen Entscheids hat.

7.1 Verletzt ein Entscheid Verfahrens- und Formvorschriften, liegt ein An-
fechtungsgrund vor und ist der Entscheid in Gutheissung der Beschwerde 
aufzuheben (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 20a N. 44, Art. 52 N. 1). Wiegt 
der Mangel besonders schwer und ist er offensichtlich oder zumindest leicht 
erkennbar, kann der Entscheid sogar nichtig und damit von vornherein recht-
lich unwirksam sein, es sei denn, die Annahme der Nichtigkeit gefährde 
ernsthaft die Rechtssicherheit (sog. Evidenztheorie; vgl. BVR 2016 S. 318 
E. 5.2, 2015 S. 334 E. 2.2; BGE 139 II 243 E. 11.2; Markus Müller, in Her-
zog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 
N. 85 ff.). 

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7.2 Für die hier zu beurteilende Frage lässt sich der verwaltungsgericht-
lichen Rechtsprechung unter anderem Folgendes entnehmen: Mit Urteil vom 
7. September 2009 (vorne E. 5.1) hob das Gericht den von der nicht vertre-
tungs- bzw. zeichnungsberechtigten Rechtsdienstleiterin unterschriebenen 
Beschwerdeentscheid wegen Formmangels auf. Es beurteilte diesen nicht 
als gravierend im Sinn eines Nichtigkeitsgrundes. Dabei würdigte es den 
Umstand, dass die Rechtsdienstleiterin «für das Redigieren der Entscheide 
(mit)verantwortlich und fachkompetent» war. Ausserdem hätte die Annahme 
der Nichtigkeit die Rechtssicherheit ernsthaft gefährdet (VGE 2009/100 vom 
7.9.2009 E. 2.4). – In BVR 2012 S. 481 erwog das Verwaltungsgericht, die 
fehlende Unterschrift einer handlungsbefugten Person könne zwar durchaus 
die Nichtigkeit des Verwaltungsakts zur Folge haben, namentlich dann, wenn 
dieser eine Partei belaste. Es kam im konkreten Fall aber zum Schluss, der 
Mangel wiege nicht derart schwer, dass die von einer unzuständigen Person 
unterzeichnete Verfügung nichtig wäre, zumal die Annahme der Nichtigkeit 
auch in diesem Fall zu einer nicht hinnehmbaren Rechtsunsicherheit geführt 
hätte (E. 2.4 des Urteils). – Mit Urteil vom 21. Oktober 2014 (BVR 2015 
S. 334) schloss das Verwaltungsgericht, das Rechtsamt der damaligen JGK 
habe zu Unrecht eine in die Zuständigkeit der Direktion fallende planungs-
rechtliche Feststellungsverfügung (Teilrechtskraftbescheinigung) erlassen. 
Trotz Unzuständigkeit der verfügenden Behörde hat das Gericht auch hier 
die Nichtigkeit verneint, unter anderem weil der Fehler nicht offensichtlich 
war und die Annahme der Nichtigkeit die Rechtssicherheit in nicht abschätz-
barem Mass gefährdet hätte (E. 2.2 des Urteils). 

7.3 Vergleichbares lässt sich auch hier sagen: Der Abteilungsleiter 
«Recht» nimmt als Kadermitarbeiter eine wichtige Funktion bei der Verwal-
tungsrechtspflege des Regierungsstatthalters wahr und ist trotz fehlender 
Entscheidbefugnis mitverantwortlich und fachkompetent für die Vorbereitung 
und Redaktion der Beschwerdeentscheide. Ausserdem besteht mit der Ge-
schäftsordnung ein Regelwerk, welches von der DIJ genehmigt wurde und 
nach aussen den Anschein vermittelt, der Abteilungsleiter «Recht» sei be-
fugt, selbständig an Stelle des Regierungsstatthalters Verwaltungsjustizent-
scheide zu fällen. Der angefochtene Entscheid ist vor diesem Hintergrund 
jedenfalls nicht offensichtlich fehlerhaft bzw. formungültig zustande gekom-
men. Es besteht somit keine Veranlassung für eine Nichtigkeitsfeststellung, 

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zumal eine solche auch hier die Rechtssicherheit in nicht hinnehmbarer 
Weise gefährden würde. Ausserdem können Rechtmässigkeit und Rechts-
schutz ohne weiteres über die ordentliche Anfechtung und Aufhebung des 
Entscheids verwirklicht werden (vgl. BVR 2015 S. 193 E. 4).

7.4 Eine Heilung des Formmangels kommt hier mit Blick auf die Stellung-
nahme des Regierungsstatthalters vom 9. Februar 2021 (vorne Bst. C) nicht 
in Frage, weshalb der angefochtene Beschwerdeentscheid vom 29. Juni 
2020 aufzuheben und die Sache an den Regierungsstatthalter zurückzuwei-
sen ist, damit er formgültig über die bei ihm erhobene Beschwerde ent-
scheide. 

8.

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gelten die Beschwerdeführen-
den im Kostenpunkt als vollständig obsiegend, denn der Regierungsstatthal-
ter hat noch nicht über die bei ihm anhängig gemachte Beschwerde entschie-
den und der Verfahrensausgang ist deshalb grundsätzlich noch offen (BVR 
2016 S. 222 E. 4.1; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 6). Der unzulässige An-
trag auf Aufhebung des Gemeindebeschlusses bzw. Wärmeverbundregle-
ments (vorne E. 1.2) rechtfertigt es nicht, Kosten auszuscheiden (Ruth Her-
zog, a.a.O., Art. 84 N. 3 und Art. 108 N. 4). Die Gemeinde ist nicht in Vermö-
gensinteressen betroffen und daher trotz Unterliegens von Verfahrenskosten 
befreit. Für das verwaltungsgerichtliche Verfahren sind somit keine Kosten 
zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). Die vorinstanzlichen Verfahrens-
kosten werden durch den Regierungsstatthalter gemäss dem Ausgang des 
Verfahrens zu verlegen sein (Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 7).

8.2 Die Beschwerdeführenden haben Anspruch auf Ersatz ihrer Partei-
kosten für das verwaltungsgerichtliche Verfahren (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die EG Bremgarten ist als unterliegende Beschwer-
degegnerin grundsätzlich kostenpflichtig. Die besonderen Umstände (pro-
zessuale Fehlleistung der Vorinstanz) rechtfertigen es jedoch, den Kanton 
Bern (Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland) zur Bezahlung der Partei-

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kosten zu verpflichten. Über den Parteikostenersatz im vorinstanzlichen Ver-
fahren wird der Regierungsstatthalter zu befinden haben (vgl. E. 8.1 hiervor). 

8.3 Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteiver-
tretung anfallenden Aufwand. Die Bemessung des Parteikostenersatzes 
richtet sich nach den Vorschriften der Anwaltsgesetzgebung (Art. 104 Abs. 1 
VRPG). Danach bemisst sich der Parteikostenersatz innerhalb des anwend-
baren Rahmentarifs nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der Be-
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 des 
Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11] i.V.m. 
Art. 11 ff. der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Par-
teikostenersatzes [PKV; BSG 168.811]). Für verwaltungsrechtliche Be-
schwerdeverfahren beträgt das Honorar pro Instanz Fr. 400.-- bis 
Fr. 11'800.-- (Art. 11 Abs. 1 PKV). Gebotener Zeitaufwand ist der Aufwand, 
den eine fachlich ausgewiesene, gewissenhafte Rechtsvertretung unter Be-
rücksichtigung der Schwierigkeit der tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse und des Aktenumfangs für die korrekte Erledigung des Geschäfts be-
nötigt (vgl. z.B. VGE 2019/34 vom 12.11.2019 E. 6.2; Ruth Herzog, a.a.O., 
Art. 104 N. 14).

8.4 Die Rechtsvertreterinnen der Beschwerdeführenden beziffern mit 
Kostennote vom 13. April 2021 die Parteikosten für das vorinstanzliche und 
das verwaltungsgerichtliche Verfahren auf insgesamt Fr. 70'000.-- bzw. 
Fr. 35'000.-- pro Instanz, zuzüglich Fr. 5'390.-- MWSt. Dies ist nach den Kri-
terien von Art. 41 Abs. 3 KAG massiv überhöht. Die Rechtsvertreterinnen 
machen für das verwaltungsgerichtliche Verfahren einen Aufwand von 108,5 
Stunden geltend (Hälfte des geltend gemachten Gesamtaufwands von 217 
Stunden). Dieser beschränkte sich im Wesentlichen auf das Verfassen der 
Beschwerdeschrift (zur prozessualen Frage der Entscheid- bzw. Zeich-
nungsbefugnis haben sich die Beschwerdeführenden nicht vernehmen las-
sen [vgl. vorne Bst. C]). Ein Aufwand von über 100 Stunden für die Anfech-
tung des 16 Seiten umfassenden vorinstanzlichen Entscheids übersteigt den 
Umfang des Gebotenen bei Weitem, zumal die Rechtsvertreterinnen aus 
dem vorinstanzlichen Verfahren mit dem Prozessstoff vertraut waren. Auch 
unter Berücksichtigung der übrigen massgeblichen Umstände (Bedeutung 
der Streitsache und Schwierigkeit des Prozesses), welche als durchschnitt-

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lich einzustufen sind, rechtfertigt es sich, den Parteikostenersatz für das ver-
waltungsgerichtliche Verfahren auf pauschal Fr. 7'000.-- (inkl. Auslagen und 
MWSt) festzusetzen.

9.

Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) grundsätzlich als Zwischenentscheide, die nur unter einer der 
(zusätzlichen) Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der 
Hauptsache zulässigen Rechtsmittel selbständig angefochten werden kön-
nen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf eingetreten wird, wird die Beschwerde dahin gutgeheissen, 
dass der Entscheid des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 
29. Juni 2020 aufgehoben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens 
im Sinn der Erwägungen an den Regierungsstatthalter des Verwaltungs-
kreises Bern-Mittelland zurückgewiesen wird. 

2. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Kosten er-
hoben.

3. Der Kanton Bern (Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland) hat den Be-
schwerdeführenden die Parteikosten für das Verfahren vor dem Verwal-
tungsgericht, gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 7'000.-- (inkl. Ausla-
gen und MWSt), zu ersetzen.

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Beschwerdegegnerin
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland

und mitzuteilen:
- Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern 

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.