# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc3e4f15-b5ab-5d1e-a4e1-35b68dbafcc3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.12.2008 B-5196/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5196-2008_2008-12-11.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-5196/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans-Jacob Heitz (Vorsitz), 
Richterin Eva Schneeberger, Richter Frank Seethaler
Gerichtsschreiber Stefan Wyler.

W._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB,
Vorinstanz.

Zulassung als Revisor.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-5196/2008

Sachverhalt:

A.
W._______ (Beschwerdeführer) stellte am 25. März 2008 ein Gesuch 
um Zulassung als Revisor. Dieses wies die Eidgenössische Revisions-
aufsichtsbehörde  (Vorinstanz)  am  31. Juli 2008  mit  der  Begründung 
ab, der Beschwerdeführer könne keine einjährige beaufsichtigte Fach-
praxis vorweisen. Bis zum Inkrafttreten des neuen Revisionsaufsichts-
gesetzes am 1. September 2007 könne dem Beschwerdeführer  zwar 
unbeaufsichtigte Praxis im Umfang von zehn Jahren angerechnet wer-
den, jedoch reiche auch dies für eine Zulassung nicht aus. Notwendig 
sei unbeaufsichtigte Fachpraxis von mindestens zwölf Jahren. Die vor 
dem Jahr 1997 erworbene unbeaufsichtigte Fachpraxis (Tätigkeit  als 
Revisor seit  1989,  Beginn eines Jusstudiums 1989 und Ablegen der 
Prüfung im Handels-  und Wirtschaftsrecht  1995)  sei  nicht  anrechen-
bar, da diese nur in einem Zeitraum von höchstens drei Jahren vor ei-
nem ordentlichen  Ausbildungsabschluss  angerechnet  werden könne. 
Im Fall des Beschwerdeführers sei dies der im Jahr 2000 erworbene 
Titel als Treuhänder mit Eidgenössischem Fachausweis.

B.
Gegen  diesen  Entscheid  führte  der  Beschwerdeführer  am  11. Au-
gust 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantrag-
te unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz 
die Zulassung als Revisor. Für die Dauer des Verfahrens verlangte er 
zudem eine provisorische Zulassung. Zur Begründung machte er gel-
tend, auch die vor dem Jahr 1997 erlangte Fachpraxis sei ihm anzu-
rechnen.  Dass  unbeaufsichtigte  Fachpraxis  nur  im  Umfang  von  drei 
Jahren vor dem Ausbildungsabschluss anerkannt würde, sei unverhält-
nismässig. Überhaupt liege die Beurteilung von Härtefällen im Ermes-
sen der Vorinstanz, weshalb sie die besonderen Umstände seines Ein-
zelfalls speziell zu berücksichtigen habe.

C.
Mit  Vernehmlassung  vom  12. September 2008  beantragte  die  Vor-
instanz die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 
Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die Härtefallklausel 
sei restriktiv zu handhaben und in erster Linie auf Fälle von Beweis-
notstand zu beschränken. Sie habe den Einzelfall des Beschwerdefüh-
rers genügend geprüft und sei zu Recht zum Schluss gekommen, die 
vor  dem  ordentlichen  Abschluss  im  Jahr  2000  erlangte  Fachpraxis 

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könne nicht angerechnet werden. Für den Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen bestünde zudem kein Anlass, da kein dringlicher Fall vorliege, 
in  der  Nichtzulassung  kein  schwerer,  nicht  wieder  gutzumachender 
Nachteil zu erblicken sei und das Verfahren mit einem Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen nicht präjudiziert werden dürfe.

D.
Mit Schreiben vom 22. September 2008 reichte der Beschwerdeführer 
dem Bundesverwaltungsgericht seine abschliessenden Bemerkungen 
ein. Er betonte dabei die wirtschaftliche Bedeutung der Zulassung als 
Revisor  und  machte  weitere  Ausführungen  über  die  undifferenzierte 
Anwendung der Härtefallregel durch die Vorinstanz.

E.
Das Schreiben des Beschwerdeführers ging am 25. September 2008 
zur Kenntnis an die Vorinstanz.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  i.V.m.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zuständig für die Beurteilung 
der Beschwerde gegen den Entscheid der Eidgenössischen Revisions-
aufsichtsbehörde (Art. 33 Bst. e VGG i.V.m Art. 28 Abs. 2 des Revisi-
onsaufsichtsgesetzes  vom  16. Dezember 2005  [RAG,  SR  221.302]). 
Der  Beschwerdeführer  hat  den Kostenvorschuss rechtzeitig  geleistet 
(Art. 63 Abs. 4 VwVG). Er ist  im Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG zur 
Beschwerde legitimiert und es ist auf die form- und fristgerecht erho-
bene Beschwerde einzutreten (Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).

2.
Der Beschwerdeführer beantragte als vorsorgliche Massnahme, er sei 
für die Dauer des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungs-
gericht provisorisch als Revisor zuzulassen.

Da der Beschwerdeführer sein Gesuch um Zulassung als Revisor am 
25. März 2008 und somit beträchtlich lange Zeit nach dem Inkrafttreten 
des neuen Revisionsaufsichtsgesetzes am 1. September 2007 einge-
reicht hatte, und mithin auch die Frist zur Gesuchstellung um provisori-

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sche  Zulassung  innerhalb  der  ersten  vier  Monate  nach  Inkrafttreten 
des neuen Gesetzes bereits abgelaufen war (vgl. Art. 43 Abs. 3 RAG), 
ist nicht ersichtlich, inwiefern sich hier eine vorsorgliche, provisorische 
Zulassung aufgedrängt hätte. Zum einen liegt offensichtlich – impliziert 
durch die erst spät erfolgte Gesuchseinreichung durch den Beschwer-
deführer  –  keine  Dringlichkeit  vor.  Zum  anderen  erwächst  dem  Be-
schwerdeführer  aus  der  momentanen Nichtzulassung kein schwerer, 
nicht wieder gutzumachender Nachteil,  da er nach eigenen Angaben 
derzeit unter Beaufsichtigung eines zugelassenen Revisors seiner Be-
rufstätigkeit  nachgehen kann (vgl. pag. 117 der  vorinstanzlichen Ak-
ten). Für die Dauer des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht 
ist  der  Beschwerdeführer  damit  nicht  provisorisch  zuzulassen.  Sein 
Antrag ist abzuweisen, soweit dieser mit dem vorliegenden Urteil nicht 
ohnehin obsolet geworden ist.

3.
Das  Revisionsaufsichtsgesetz  (RAG)  ist  am  1. September 2007  in 
Kraft  getreten. Es regelt  die  Zulassung und die Beaufsichtigung von 
Personen, die Revisionsdienstleistungen erbringen und dient der ord-
nungsgemässen Erfüllung und Sicherstellung der Qualität von Revisi-
onsdienstleistungen (Art. 1 Abs. 1 und 2 RAG).

3.1 Natürliche Personen, die Revisionsdienstleistungen erbringen, be-
dürfen  einer  Zulassung  durch  die  Aufsichtsbehörde  (Art. 3  Abs. 1 
RAG). Nach Art. 28 Abs. 1 RAG obliegt  die Aufsicht  der Eidgenössi-
schen  Revisionsaufsichtsbehörde  (RAB).  Sie  entscheidet  gemäss 
Art. 15 Abs. 1 Bst. a RAG auf Gesuch hin über die Zulassung von Re-
visorinnen und Revisoren.

3.2 Nach Art. 5 RAG kann eine natürliche Person als Revisorin oder 
Revisor zugelassen werden, wenn sie über einen unbescholtenen Leu-
mund verfügt, eine Ausbildung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 RAG abge-
schlossen  hat  und  beaufsichtigte  Fachpraxis  von  einem  Jahr  nach-
weist. Der nötige Sachverstand muss somit durch einen Ausbildungs-
abschluss und die entsprechende Fachpraxis belegt werden (Botschaft 
zur  Änderung  des  Obligationenrechts  [Revisionspflicht  im  Gesell-
schaftsrecht] sowie zum Bundesgesetz über die Zulassung und Beauf-
sichtigung der Revisorinnen und Revisoren vom 23. Juni 2004 [nach-
folgend: Botschaft], BBl 2004 3998, 4007).

3.3 Gemäss Art. 5 Abs. 2 RAG muss die Fachpraxis vorwiegend auf 
den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision er-

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worben worden sein. Dies unter Beaufsichtigung durch eine zugelas-
sene Revisorin oder einen zugelassenen Revisor oder durch eine aus-
ländische  Fachperson  mit  vergleichbarer  Qualifikation.  Fachpraxis 
während der Ausbildung wird angerechnet, wenn diese Voraussetzun-
gen  erfüllt  sind.  Revisorinnen  und  Revisoren  haben  im  Allgemeinen 
eine deutlich kürzere Fachpraxis nachzuweisen als dies bei Revisions-
expertinnen und Revisionsexperten erforderlich ist  (vgl. Art. 4 Abs. 2 
und Art. 5 Abs. 1 Bst. c RAG).

3.4 Unbestritten  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  über  eine  abge-
schlossene  Ausbildung  (Treuhänder  mit  Eidgenössischem  Fachaus-
weis  vom  30. Oktober 2000)  im  Sinne  von  Art. 4  Abs. 2  RAG  und 
ebenso über einen unbescholtenen Leumund verfügt. Ebenfalls unbe-
stritten ist, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Gesuchsein-
reichung nicht über die verlangte einjährige beaufsichtigte Fachpraxis 
verfügt hat.

4.

4.1 Hingegen ist strittig, ob der Beschwerdeführer aufgrund unbeauf-
sichtigter Fachpraxis einen Härtefall im Sinne von Art. 43 Abs. 6 RAG 
geltend machen kann und deshalb ausnahmsweise als Revisor zuzu-
lassen ist. Art. 43 Abs. 6 RAG lautet:

„Die Aufsichtsbehörde kann in Härtefällen auch Fachpraxis anerkennen, die 
den gesetzlichen Anforderungen nicht  genügt,  sofern  eine einwandfreie  Er-
bringung von Revisionsdienstleistungen auf  Grund einer langjährigen prakti-
schen Erfahrung nachgewiesen wird.“

4.1.1 Die Vorinstanz stützt sich an erster Stelle auf das Argument, um 
als Revisor zugelassen werden zu können, müsse der Beschwerdefüh-
rer eine langjährige praktische Erfahrung und damit eine unbeaufsich-
tigte Fachpraxis von mindestens zwölf Jahren nachweisen können. Er 
verfüge aber über lediglich zehn Jahre (1997 – 2007) unbeaufsichtigte 
Fachpraxis. Die vor dem Jahr 1997 vom Beschwerdeführer geltend ge-
machte Berufspraxis könne nicht angerechnet werden.

4.1.2 Der  Beschwerdeführer  bringt  insbesondere  vor,  die  absolute 
Grenze von zwölf Jahren unbeaufsichtigter Fachpraxis lasse keine Be-
trachtung des Einzelfalles zu, sei unflexibel und könne nicht sachge-
recht angewandt werden. Ferner sehe weder das Gesetz noch die Ver-
ordnung diese Grenze explizit vor, weshalb die Vorinstanz in geeigne-
ter Weise die Härtefallbestimmung anzuwenden habe. Im Widerspruch 

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zur  Vorinstanz  macht  der  Beschwerdeführer  zudem  geltend,  auch 
wenn  die  erforderliche  Fachpraxis  zwölf  Jahre  betragen  müsste,  sei 
diese Voraussetzung in  seinem Fall  erfüllt,  da er  seit  1989 auf  dem 
Gebiet  des  Rechnungswesens  und  der  Rechnungsrevision  tätig  sei 
und im Rahmen seines Jusstudiums bereits im Jahre 1995 die Prüfung 
im Handels- und Wirtschaftsrecht abgelegt und bestanden habe.

4.2 Das Gesetz spricht in Art. 43 RAG einerseits von Härtefällen und 
andererseits von langjähriger Erfahrung in Verbindung mit einwandfrei-
er Dienstleistungserbringung (vgl. E. 4.1). Einen fest bestimmten Zeit-
raum, über welchen hinweg eine Tätigkeit ausgeübt worden sein muss, 
enthält das Gesetz – wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt – 
nicht. Ebenso wenig enthält  die  Verordnung über die Zulassung und 
Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren vom 22. August 2007 
(Revisionsaufsichtsverordnung, RAV, SR 221.302.3) Hinweise auf die 
zur  Zulassung notwendige Dauer  der  unbeaufsichtigten Tätigkeit  als 
Revisorin  oder  Revisor.  Soweit  die  Vorinstanz  in  Art. 50  RAV  eine 
Grundlage hierfür  erblickt,  ist  ihr  nicht  zu folgen. Art. 50 RAV richtet 
sich an altrechtlich zugelassene, besonders befähigte Revisoren (vgl. 
AS 1992 1210 ff.),  welche am 1. Juli 1992  die  Voraussetzungen  von 
Art. 50 Abs. 1 Bst. a und b RAV erfüllt haben und nunmehr nach dem 
neuen RAG als Revisionsexpertinnen oder -experten resp. als Reviso-
rinnen oder  Revisoren  zugelassen  werden wollen. Der  Beschwerde-
führer verfügt jedoch weder über eine altrechtliche Zulassung im Sinne 
des vorgenannten Artikels noch ist  seine Situation mit  derjenigen zu 
vergleichen, wie sie der in Art. 50 RAV angesprochene Personenkreis 
betrifft.  Es  liegen  damit  unterschiedliche  Voraussetzungen  vor,  wes-
halb  aus  Art. 50  RAV nichts  im Hinblick  auf  die  Zulassung des Be-
schwerdeführers als Revisor abgeleitet werden kann.

Für die von der Vorinstanz verlangte zwölfjährige Fachpraxis besteht 
somit keine gesetzliche Grundlage. Massgebend ist einzig, ob der Be-
schwerdeführer unter die Härtefallklausel von Art. 43 Abs. 6 RAG fällt, 
und  die  Vorinstanz  im  Rahmen dieser  Bestimmung zu  Recht  davon 
ausgeht, ein Gesuchsteller habe Fachpraxis von zwölf Jahren nachzu-
weisen. Die Härtefallklausel schreibt in offener Form vor, dass die Vor-
instanz über Härtefälle befindet und bei ihrem Entscheid die langjähri-
ge Fachpraxis eines Gesuchstellers und dessen einwandfreie Dienst-
leistungserbringung in Betracht zu ziehen hat.

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4.3 Art. 43 Abs. 6 RAG räumt der Verwaltungsbehörde einerseits Er-
messen ein („Die Aufsichtsbehörde kann...“) und enthält andererseits 
unbestimmte Rechtsbegriffe (wie „einwandfreie Erbringung“ und „lang-
jährige  praktische  Erfahrung“).  Beides  –  Ermessen  wie  auch  unbe-
stimmte Rechtsbegriffe – dienen der Einzelfallgerechtigkeit. Das Bun-
desverwaltungsgericht kann sowohl Ermessenskontrollen durchführen 
als  auch  die  Auslegung  von  unbestimmten  Gesetzesbegriffen  durch 
eine Verwaltungsbehörde überprüfen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 Bst. a 
VwVG). Bei missbräuchlichen und ermessensunterschreitenden oder -
überschreitenden Entscheiden und bei der fehlerhaften Auslegung von 
unbestimmten Rechtsbegriffen liegt immer eine Rechtsverletzung vor, 
welche  das  Bundesverwaltungsgericht  frei  überprüft.  Die  Behörde, 
welche  einen  Ermessensentscheid  zu  treffen  hat,  ist  gehalten,  ihre 
Entscheidkompetenz  insbesondere  pflichtgemäss,  d.h.  verfassungs- 
und gesetzeskonform, auszuüben. Ihren Entscheid hat  sie daher vor 
dem Hintergrund von Verfassungsgrundsätzen wie  der  Rechtsgleich-
heit, der Verhältnismässigkeit, der Pflicht zur Wahrung öffentlicher In-
teressen und dem Willkürverbot  auszufällen. Daneben ist  auch Sinn 
und  Zweck  der  gesetzlichen  Ordnung  zu  beachten  (zum  Ganzen: 
PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
2. Aufl.,  Bern  2005,  § 26 Rz. 11 ff.;  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 
2006,  Rz. 441,  445 ff.,  1938;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel 
2008, Rz. 2.149 ff.;  ANDRÉ GRISEL,  Traité de droit  administratif,  Neuen-
burg 1984, Bd. I S. 333).

Es ist somit zu prüfen, ob die Vorinstanz ihren Entscheid im Rahmen 
des ihr zugestandenen Ermessens gefällt und dabei insbesondere die 
hierzu vorgegebenen Beurteilungskriterien (wie „einwandfreie Erbrin-
gung“ und „langjährige praktische Erfahrung“) in genügend konkreter 
Weise gewürdigt hat.

4.4 Gemäss  der  Botschaft  kann die  Aufsichtsbehörde  in  Härtefällen 
auch Fachpraxis  anerkennen, die nicht  der gesetzlichen Regelung – 
vorliegend einer beaufsichtigten einjährigen Tätigkeit – entspricht, falls 
eine einwandfreie Erbringung von Revisionsdienstleistungen aufgrund 
einer langjährigen praktischen Erfahrung nachgewiesen wird. So kön-
ne es sich unter bestimmten Umständen als schwierig erweisen, die 
notwendigen Nachweise für  die  erworbene Fachpraxis  zu  erbringen. 
Denkbar sei,  dass die Fachpraxis bei Personen erworben wurde, die 

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verstorben seien und deren Fachdiplome nicht mehr beigebracht wer-
den könnten. Für entsprechende Fälle enthalte der Entwurf die vorlie-
gende  Härteklausel.  Unter  Berücksichtigung  des  Normzwecks  habe 
die Aufsichtsbehörde jedoch nur restriktiv Gebrauch von dieser Son-
dervorschrift  zu  machen: Die  Ausnahmeregelung solle  insbesondere 
nicht ermöglichen, Praktikerinnen und Praktiker ohne eine abgeschlos-
sene Ausbildung nach Art. 4 Abs. 2 RAG oder ohne qualifizierte Be-
rufserfahrung als Revisionsexpertinnen, Revisionsexperten, Revisorin-
nen oder Revisoren zuzulassen. Sie müsse auf Personen beschränkt 
bleiben, die über ein Diplom und eine langjährige praktische Erfahrung 
verfügen (dies gilt  auch für Revisorinnen und Revisoren); andernfalls 
wäre die Durchsetzung der Neuordnung nicht gewährleistet  (vgl. Bot-
schaft, BBl 2004 4093 f.).

Nach den vorstehenden Ausführungen sind demnach eine abgeschlos-
sene Ausbildung sowie eine langjährige Berufserfahrung massgeben-
de Voraussetzungen für eine Zulassung gemäss der Härtefallregelung. 
Wie  lange  diese  Praxiserfahrung  auf  den  Einzelfall  bezogen  jedoch 
sein  muss,  um als  ausreichend  eingestuft  werden  zu  können,  lässt 
sich  dem Botschaftstext  nicht  entnehmen. Entgegen der  Ansicht  der 
Vorinstanz findet sich hierin denn auch keine Stütze für die von ihr un-
abhängig von anderen Kriterien verlangte, zwölfjährige unbeaufsichtig-
te Fachpraxis  für  Revisorinnen und Revisoren. Vielmehr  sollen nach 
dem Gesetzeswortlaut diejenigen Personen zugelassen werden, wel-
che über lange praktische Erfahrung verfügen und für eine tadellose 
Dienstleistung  garantieren  können. Eine  Grössenordnung,  wie  lange 
die auf den konkreten Fall anrechenbare unbeaufsichtigte Fachpraxis 
zu sein hat, wird vom Gesetzgeber nicht vorgegeben, sondern ist von 
der Bewilligungsbehörde zu eruieren. Die Feststellung darüber, ob die-
se  Fachpraxis  im  Einzelfall  für  eine  ausnahmsweise  Zulassung  im 
Rahmen eines Härtefalls ausreicht, ist hernach allein dem Ermessen 
der Behörde anheim gestellt.

4.5 Mit Blick auf die Härtefallklausel ist daran zu denken, dass diese 
als  Generalklausel  zum einen für  Revisorinnen  und Revisoren,  zum 
anderen  aber  auch  für  Revisionsexpertinnen  und  Revisionsexperten 
gilt. Dies bedeutet, dass Härtefälle in Bezug auf die notwendige Fach-
praxis von Revisorinnen und Revisoren auf der einen, aber auch von 
Revsionsexpertinnen und Revisionsexperten auf der anderen Seite zu 
beurteilen sind. Für diese beiden Kategorien verlangt das Gesetz zu-
nächst je eine unterschiedlich lange Dauer an beaufsichtigter Fachpra-

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xis, welche zwischen einem Jahr für Revisorinnen und Revisoren (vgl. 
Art. 5 Abs. 1 Bst. c RAG) und maximal zwölf Jahren für Revisionsex-
pertinnen und -experten je nach abgeschlossener Ausbildung variiert 
(vgl. Art. 4  Abs. 2  Bst. a-c  und).  Revisorinnen  und  Revisoren  haben 
demnach im Allgemeinen eine kürzere beaufsichtigte Fachpraxis nach-
zuweisen.

Werden  nun die  vorstehenden  gesetzlichen  Vorgaben  betreffend  die 
Dauer von beaufsichtigter Fachpraxis der von der Vorinstanz geforder-
ten unbeaufsichtigten Fachpraxis von zwölf Jahren gegenübergestellt, 
erscheint der Nachweis von unbeaufsichtigter Fachpraxis von absolut 
zwölf Jahren als zu lange. Es ist zudem nicht nachvollziehbar, inwie-
fern  die  von der  Vorinstanz  unbestritten  vorhandene Fachpraxis  des 
Beschwerdeführers von zehn Jahren nicht auch als langjährige prakti-
sche Erfahrung gelten könnte, zumal bei ihrem Entscheid jeglicher Be-
zug zur Qualität  der durch den Beschwerdeführer erbrachten Dienst-
leistungen fehlt, noch irgendwelche andere Aspekte in Bezug auf die 
Bedeutung der offenen Formulierung „langjährige Berufserfahrung“ in 
Betracht gezogen wurden.

Dass  die  Vorinstanz  über  einen  Ermessensspielraum  im  gesetzlich 
festgelegten Rahmen von Art. 43 Abs. 6 RAG verfügt, hält sie im Übri-
gen auch selber in einem Artikel im „Der Schweizer Treuhänder“ fest 
(vgl.  RETO SANWALD/MANUS WIDMER,  in:  Der  Schweizer  Trauhänder 
10/2008, Bundesverwaltungsgericht  stützt  Zulassungspraxis der RAB 
– Grundsatzurteile zum Revisionsaufsichtsgesetz, Ziff. 3). Die zwar re-
striktiv anzuwendende Härtefallbestimmung wird vorliegend jedoch all-
zu eng verstanden,  resp. durch die Anwendung der Zwölfjahresregel 
zu stark  in ihrem Anwendungsbereich eingeschränkt,  da das Gesetz 
zum einen  die  „einwandfreie  Erbringung  von  Revisionsdienstleistun-
gen“ und zum anderen die „langjährige praktische Erfahrung“ als Beur-
teilungskriterien zur Verfügung stellt. Zudem liegt Sinn und Zweck von 
Art. 43 Abs. 6 RAG darin, die Leistung resp. deren Qualität über einen 
längeren  Zeitraum  hinweg  betrachtet  zu  analysieren,  um  einen  Ge-
suchsteller auch ohne beaufsichtigte Fachpraxis zulassen zu können. 
Daraus folgt unzweifelhaft, dass allein eine bestimmte Dauer einer Tä-
tigkeit nicht auch deren Qualität wiederspiegeln kann. Hierzu hat sich 
die Vorinstanz, da ihre starre und einseitige Auslegung in Bezug auf 
die Berufserfahrung nicht zu überzeugen vermag, folglich auch zu äus-
sern. Die Vorinstanz hat demnach bei ihrem Entscheid differenzierte, 
auf  den  Einzelfall  bezogene  Erwägungen  anzustellen  und  den  vom 

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Gesetz vorgegebenen Beurteilungskriterien gesamthaft  Rechnung zu 
tragen.

Wird deshalb allein gestützt auf die angeblich zu kurze Fachpraxis hin-
gewiesen, ohne dass andere Aspekte (Qualität, haupt- oder nebenbe-
rufliche Tätigkeit usw.) in Betracht gezogen werden, um die Zulassung 
des Beschwerdeführers  als  Revisor  zu  verweigern,  macht  die  Vorin-
stanz von ihrem Ermessen nicht  ausreichend Gebrauch und verletzt 
damit Bundesrecht.

4.6 Hinzu kommt, dass gemäss der angefochtenen Verfügung und den 
eigenen Angaben des Beschwerdeführers er seit Anfang diesen Jah-
res unter  Beaufsichtigung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 RAG steht. Ob 
diese Beaufsichtigung den gesetzlichen Vorgaben entspricht, wird je-
doch offen gelassen, und braucht hier auch nicht beantwortet zu wer-
den, da es lediglich darum geht, die Dauer von beaufsichtigter und un-
beaufsichtigter  Fachpraxis  einander  gegenüber  zu stellen. Jedenfalls 
würde der Beschwerdeführer Ende 2008 über beaufsichtigte Fachpra-
xis  von einem Jahr verfügen,  sofern die hierzu notwendigen (Beauf-
sichtigungs-)Bedingungen  erfüllt  waren.  Der  Beschwerdeführer  wäre 
demnach anfangs 2009 als Revisor mit beaufsichtigter Fachpraxis zu-
zulassen (vgl. Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 43 Abs. 5 RAG). Entspräche es 
nun tatsächlich der  Realität,  dass der Beschwerdeführer in  ein paar 
Wochen ohnehin  zugelassen werden müsste,  da er  dannzumal  sein 
beaufsichtigtes  Praxisjahr  absolviert  haben  wird,  ist  vorliegend  das 
Festhalten  an der  12-Jahres-Regel  umso unverständlicher  und wirkt 
wenig sachgerecht.

5.
Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  der Sache selbst  oder 
weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an die Vorin-
stanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Als reformatorisches Rechtsmittel 
gestattet die Beschwerde der Rechtsmittelinstanz, über die Kassation 
hinaus, in der Sache selbst  abschliessend zu entscheiden,  also das 
streitige  Rechtsverhältnis  zu  regeln.  Damit  wird  prozessökonomisch 
das Verfahren abgekürzt, indem sich nicht nochmals die Vorinstanzen 
und allenfalls erneut die Rechtsmittelinstanz mit der Sache befassen 
muss  (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern 
1983,  S. 232,  mit  Verweis  auf  BGE 102 V 184). Ein  reformatorischer 
Entscheid ist jedoch unzulässig, wenn Fragen erstmals zu entscheiden 
sind, bezüglich derer ein Beurteilungs- oder ein Ermessensspielraum 

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einer  Vorinstanz  zu  respektieren  ist  (Entscheid  des  Bundesverwal-
tungsgerichts B-7084/2007 vom 20. Mai 2008 E. 4).

Im vorliegenden Fall erscheint die Sache insofern als nicht genügend 
entscheidreif, als unklar ist, inwiefern der Beschwerdeführer in Anbe-
tracht  der  Gesamtumstände die  Kriterien  „langjährige  praktische  Er-
fahrung“  sowie  „einwandfreie  Erbringung  von Revisionsdienstleistun-
gen“ erfüllt. Dies hat die Vorinstanz vertieft abzuklären und hernach er-
neut über die Zulassung des Beschwerdeführers zu befinden.

Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz ist daher aufzuheben und 
die Sache ist im Sinne der Erwägungen zum neuen Entscheid an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer keine 
Kosten aufzuerlegen. Unterliegende Vorinstanzen haben keine Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der Beschwerde-
führer liess sich nicht  anwaltlich vertreten und macht  keine weiteren 
notwendigen Auslagen geltend, weshalb auf die Ausrichtung einer Par-
teientschädigung  zu  verzichten  ist  (Art. 7  Abs. 1  und  Art. 8  i.V.m. 
Art. 13  des  Reglements  vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

7.
Bei  der  Beurteilung der  erforderlichen Dauer  der  zu  absolvierenden 
Fachpraxis handelt  es sich nicht um eine rein formelle, rechnerische 
Voraussetzung,  sondern es muss die erworbene Fachpraxis des Be-
schwerdeführers unter qualitativen Gesichtspunkten gewürdigt werden. 
Im Ergebnis geht es um die Bewertung der Eignung des Beschwerde-
führers aufgrund seiner praktischen Fachtätigkeit, deren Überprüfung 
dem  Bundesgericht  entzogen  ist  (vgl.  Art. 83  Bst. t  des  Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Dieses Urteil 
kann deshalb nicht  ans Bundesgericht  weitergezogen werden (Urteil 
des Bundesgerichts 2C_438/2008 vom 16. Oktober 2008 E. 2.3). Die-
ses Urteil ist somit endgültig.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Sache wird zum 
neuen Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück-
gewiesen.

2.
Der Antrag auf provisorische Zulassung für die Dauer des Beschwer-
deverfahrens wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 1'200.- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. Gesuch Nr. 106'755; Einschreiben; Vorakten 

zurück)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans-Jacob Heitz Stefan Wyler

Versand: 15. Dezember 2008

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