# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 106afd19-5cad-5bba-bf55-cea55c264370
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 20.08.2019 S 2018 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2018-37_2019-08-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 18 37

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Audétat

Aktuar Gross

URTEIL

vom 20. August 2019

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Volker Pribnow,

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war bei einer Firma in X._____ tätig und durch diese obligatorisch 

gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle bei der Schweizerischen Unfallversi-

cherungsanstalt (SUVA) versichert. Am 18. April 2013 erlitt er beim Ski-

cross einen mehrfragmentären Abriss des Processus lateralis tali mit Im-

pressionsfraktur im lateralen Talus links und gemäss Operationsbericht der 

Klinik B._____ wurde A._____ daher am 1. Mai 2013 osteosynthetisch ver-

sorgt. Die Schadenmeldung des Unfallereignisses datiert vom 24. April 

2013. In der Folge wurde A._____ eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert 

und Physiotherapie verordnet. Die SUVA anerkannte dazu ihre Leistungs-

pflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilungs- 

und Therapiekosten).

2. Nach misslungener beruflicher Umschulung zum technischen Kaufmann 

absolvierte A._____ – initiiert durch die Invalidenversicherung des Kantons 

Graubünden – ein erfolgreiches Praktikum bei einer Werbetechnikfirma in 

X._____, wo er seit dem 11. Oktober 2016 nun vollzeitlich als Werbedru-

cker arbeitet und gemäss unbefristetem Arbeitsvertrag vom 4. Oktober 

2016 ein Monatssalär von brutto Fr. 4'200.-- erzielt.

3. In der Abschlussuntersuchung vom 16. März 2017 diagnostizierte der zu-

ständige Kreisarzt der SUVA A._____ eine Bewegungseinschränkung und 

eine Belastungsinsuffizienz des linken Sprunggelenks bei fortgeschrittener 

USG-Arthrose links als verbleibende Unfallfolge. Er äusserte sich überdies 

zur Zumutbarkeit anderer Tätigkeiten und nahm gleichentags die Beurtei-

lung des Integritätsschadens (einmalige Leistung) vor.

4. Mit Verfügung vom 7. April 2017 lehnte die SUVA einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente ab. Begründend führte sie aus, es liege keine erhebliche un-

fallbedingte Erwerbseinbusse vor. Ausgehend von einer Integritätsein-

busse von 15% sprach die SUVA A._____ hingegen eine Integritätsent-

schädigung von Fr. 18'900.-- zu.

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5. Die gegen die Rentenablehnung erhobene Einsprache vom 22. Mai 2017 

wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 16. Februar 2018 ab.

6. Dagegen erhob A._____ (hiernach Beschwerdeführer) am 21. März 2018 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, mit den 

Begehren, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine 

Rente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von wenigstens 20% zuzu-

sprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwer-

degegnerin. Zur Begründung machte er geltend, die Beschwerdegegnerin 

habe bei der Berechnung des Invalideneinkommens zu Unrecht nicht auf 

den tatsächlich erzielten Verdienst des Beschwerdeführers bei der von der 

Invalidenversicherung (IV) vermittelten Arbeitgeberin von Fr. 54'600.-- pro 

Jahr (13 x Fr. 4'200.-- [inkl. 13. Mt.-Lohn]), sondern fälschlicherweise auf 

die Tabellenlöhne gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundes (LSE 2014) 

abgestellt, was betragsmässig gemäss Verfügung vom 7. April 2017 ein 

anrechenbares Invalideneinkommen von Fr. 64'364.-- ergeben und somit 

zu einer unfallbedingten Lohneinbusse von nur 5,87% bei einem Jahres-

verdienst ohne Gesundheitsschaden von Fr. 68'376.-- geführt habe. Bereits 

in der Einsprache sei gerügt worden, dass es nicht angehe, wenn die Be-

schwerdegegnerin die von der IV finanzierten beruflichen Massnahmen als 

erfolgreich abgeschlossen erachte, für die Bemessung des Invalidenein-

kommens (bezüglich SUVA-Rente) nun aber trotzdem nicht auf den effektiv 

erzielten Jahreslohn, sondern auf die höheren LSE-Werte 2014 abstelle. 

Sofern die Beschwerdegegnerin behaupte, der Beschwerdeführer schöpfe 

die ihm verbleibende Erwerbsfähigkeit mit der gegenwärtigen Tätigkeit 

nicht in zumutbarer Weise voll aus, verkenne sie den Begriff der Zumutbar-

keit. Die Fragestellung laute nicht einzig, ob es für den Beschwerdeführer 

zumutbar sei, eine andere Arbeitsstelle mit einem Verdienst anzunehmen, 

der jenem der LSE entspreche. Vielmehr laute die Frage ebenso, ob es 

dem Beschwerdeführer zumutbar sei, seine Arbeitsstelle, die er tatsächlich 

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innehabe und mit der er tatsächliches Einkommen erziele, aufzugeben für 

eine Arbeitsstelle, die ihm nicht angeboten werde, die höchst ungewiss sei 

und für die er keine Qualifikation und Erfahrung besitze. Dabei sei zwin-

gend zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer die Umschulung zum 

technischen Kaufmann trotz beträchtlichem Nachhilfeunterricht weit ver-

fehlt habe. Der Beschwerdeführer sei erheblich in seiner Gesundheit be-

einträchtigt, was die Stellensuche deutlich erschwere. Die Behauptung der 

Beschwerdegegnerin, wonach sich der Beschwerdeführer mit einem Mo-

natslohn von Fr. 4'200.-- selber unterbezahlt fühle, sei falsch. Dass dieser 

sich unterbezahlt fühle, sei Ausdruck davon, dass er mit seinen gesund-

heitlichen Beschwerden kein Einkommen auf dem bisherigen Niveau erzie-

len könne. Die Bezugnahme auf einen höheren, hypothetischen Verdienst 

würde zudem einen Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben 

darstellen, da der nun tatsächlich erzielte Verdienst auf die Anstrengungen 

und Eingliederungsmassnahmen durch die IV zurückzuführen sei und die 

IV die aktuelle Arbeitsstelle als "angemessen" und die beruflichen Mass-

nahmen sowohl von der IV als auch von der Beschwerdegegnerin als "er-

folgreich abgeschlossen" erachtet worden seien. Letztere habe zu keinem 

Zeitpunkt weitere berufliche Massnahmen verlangt oder die erfolgten 

Massnahmen bemängelt. Die Eingliederungsmassnahmen der IV würden 

desavouiert, falls eine versicherte Person trotz erheblicher gesundheitlicher 

Beeinträchtigungen und gescheiterter Umschulungsversuche in die Ar-

beitswelt integriert werden könne, die Beschwerdegegnerin dann aber den-

noch nicht das hierbei erzielte Einkommen für die Rentenbemessung her-

anziehe. Müsse eine von der IV vermittelte Arbeitgeberin damit rechnen, 

dass der Versicherte sie früher oder später wegen einer bloss theoretisch 

höheren Verdienstmöglichkeit verlasse, bestehe keinerlei Anreiz, mit den 

Sozialversicherungen zusammen zu arbeiten, und seien Eingliederungs-

bemühungen vorweg zum Scheitern verurteilt. Es sei deshalb auf das 

tatsächlich erwirtschaftete Invalideneinkommen von Fr. 54'600.-- abzustel-

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len, woraus ein Rentenanspruch auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit 

von wenigstens 20% resultiere.

7. Mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2018 brachte die SUVA (hiernach Be-

schwerdegegnerin) vor, ein Abstellen bei der Ermittlung des Invalidenein-

kommens auf den tatsächlich erzielten Verdienst setze nach herrschender 

Rechtsprechung u.a. voraus, dass die versicherte Person die ihr verblie-

bene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpfe. Dies sei dann 

nicht der Fall, wenn die versicherte Person auf dem hypothetischen ausge-

glichenen Arbeitsmarkt einen höheren als den tatsächlich erhaltenen Lohn 

erzielen könnte. Auf diesem hypothetischen Arbeitsmarkt sei ein Stellen-

wechsel auch dann zumutbar, wenn es für die versicherte Person auf 

Grund der wirtschaftlichen Gegebenheiten auf dem tatsächlichen Arbeits-

markt sehr schwierig oder gar unmöglich sei, eine entsprechende Stelle zu 

finden. Die Anrechnung dieses hypothetischen höheren Einkommens be-

ruhe dabei weniger auf der Schadenminderungspflicht, sondern auf der 

Überlegung, dass die Unfallversicherung lediglich die durch den unfallkau-

salen Gesundheitsschaden bedingte Lohneinbusse ausgleichen solle. Ent-

sprechend müsse sich eine versicherte Person bei der Invaliditätsbemes-

sung die Einkünfte als Invalideneinkommen anrechnen lassen, die sie auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt an einer zumutbaren Stelle erzielen könnte; 

selbst wenn sie infolge günstiger Aussichten an der bisherigen Stelle von 

einem Berufs- oder Stellenwechsel absehe, könne sie nicht erwarten, dass 

die Unfallversicherung für einen wegen des Verzichts auf zumutbare Ein-

künfte eingetretenen Minderverdienst aufkomme. Folglich erweise sich das 

Vorgehen der Beschwerdegegnerin als korrekt. Gegen die Berechnung 

selbst seien überdies keine Einwände erhoben worden, weshalb die Be-

schwerdegegnerin dafür auf ihren Einspracheentscheid verweise.

8. Mit Replik vom 5. Juni 2018 bekräftigte und vertiefte der Beschwerdeführer 

nochmals seine früheren Argumente in der Beschwerdeschrift.

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9. Am 20. Juli 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung 

einer Duplik unter Verweis auf ihre Beschwerdeantwort.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Laut Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim Versiche-

rungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte 

Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat der 

Beschwerdeführer Wohnsitz im Kanton Graubünden, weshalb die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben 

ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 

57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht als kan-

tonales Versicherungsgericht Beschwerden gegen Einspracheentscheide 

und Verfügungen in Sozialversicherungsstreitsachen beurteilt, die gemäss 

Bundesrecht der Beschwerde unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 

16. Februar 2018, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache 

des heutigen Beschwerdeführers vom 22. Mai 2017 abwies und damit ihre 

Verfügung vom 7. April 2017 betreffend Ablehnung eines Rentenanspruchs 

für das Ereignis vom 18. April 2013 infolge Fehlens einer unfallrelevanten 

Erwerbseinbusse bestätigte, stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt 

für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Als formeller und mate-

rieller Adressat des strittigen Entscheids ist der Beschwerdeführer berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-

rung auf (Art. 59 ATSG). Seine Beschwerdelegitimation ist daher zu beja-

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hen. Auf die überdies frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 

21. März 2018 ist folglich einzutreten. 

2. Strittig und zu klären ist hier die Berechnung des Invalideneinkommens. 

Während der Beschwerdeführer von einem solchen von Fr. 54'600.-- pro 

Jahr anhand seiner tatsächlich ausgeübten Erwerbstätigkeit seit Oktober 

2016 ausgeht, hat die Beschwerdegegnerin dafür im Einspracheentscheid 

vom 16. Februar 2018 auf die LSE 2014 und somit auf ein höheres Invali-

deneinkommen von Fr. 64'429.-- (in der Verfügung vom 7. April 2017 waren 

es noch Fr. 64'364.--) abgestellt. Allseits anerkannt und unbestritten ist 

demgegenüber das anrechenbare Jahreseinkommen ohne Gesundheits-

schaden (sog. Valideneinkommen) von Fr. 68'375.-- (vgl. minimale Abwei-

chung zur Verfügung vom 7. April 2017 mit Fr. 68'376.--) geblieben. Das 

Gericht hat damit bezüglich der Rentenfrage lediglich zu entscheiden, wel-

che Bemessungsgrundlage vorliegend zur Anwendung gelangt, um einen 

allfälligen Rentenanspruch zu bejahen oder, wie die Beschwerdegegnerin 

entschieden hat, zu verneinen.

2.1. Art. 18 Abs. 1 UVG schreibt zur Rentenfrage vor: Ist der Versicherte infolge 

des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat er An-

spruch auf eine Invalidenrente. Nach Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 UVG 

wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage er-

zielen könnte (= mutmassliches Invalideneinkommen), in Beziehung ge-

setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-

valid geworden wäre (= mutmassliches Valideneinkommen). In Anwendung 

und rechnerischer Umsetzung dieser Gesetzesvorschrift hätte der IV-Grad 

nach der Berechnungsart der Beschwerdegegnerin 5.77% (also < 10%; 

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kein Anspruch auf Rente) bzw. derjenigen des Beschwerdeführers wenigs-

tens 20% (also > 10%; Anspruch auf Rente) betragen.

2.2. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der Ermittlung des 

Invalideneinkommens in erster Linie von der beruflich-erwerblichen Situa-

tion auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach 

Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – (1) 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und (2) anzunehmen 

ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft, und (3) erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleis-

tung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der 

tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches Erwerbs-

einkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt 

des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut-

bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können LSE-Tabellen-

Löhne herangezogen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2018 

vom 12. April 2019 E.5.1; BGE 143 V 295 E.2.2; Urteil des Verwaltungsge-

richts des Kantons Graubünden S 17 54 vom 13. März 2018 E.3b inkl. Urteil 

des Bundesgerichts 9C_325/2018 vom 29. Juni 2018 E.3.2.1; sowie RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-

rungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 18, S. 133; KIESER, ATSG-Kommentar, 3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 16 Rz. 46 ff.).

2.3. In Würdigung der vorliegenden Akten erachtet das streitberufene Versiche-

rungsgericht die erforderlichen drei Voraussetzungen für ein Abstellen auf 

die konkrete tatsächliche berufliche Erwerbssituation des Beschwerdefüh-

rers für die Berechnung des Invalideneinkommens als erfüllt. Ein stabiles 

Arbeitsverhältnis ist seit dem 11. Oktober 2016 mit dem Stellenantritt bei 

einer neuen Arbeitgeberin in einem Vollzeitpensum (vgl. beschwerdegeg-

nerische Akten [Bg-act.] 105) und dem unbefristeten Arbeitsvertrag vom 4. 

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Oktober 2016 (Bg-act. 104) mit einem vereinbarten Monatssalär von Fr. 

4'200.-- hinreichend nachgewiesen. Auch die zweite Voraussetzung der zu-

mutbaren und vollständigen Ausschöpfung der verbliebenen Restarbeits-

fähigkeit ist gegeben, da das Vollzeitpensum in der neuen Anstellung mit 

Büro- und Werkstatttätigkeiten (Werbedrucker) nach den beruflichen Mass-

nahmen der IV zustande kam und zusätzliche Abklärungen ergeben hatten, 

dass eine Rückkehr des Beschwerdeführers an seine frühere Arbeitsstelle 

wegen der geschwächten Baubranche nicht mehr möglich war und eine 

Umschulung zum Fahrlehrer ebenso nicht zustande kam (Bg-act. 96). Die 

Beschwerdegegnerin hielt dazu selbst weiter fest, dass der Beschwerde-

führer "im Winter ab und zu auch als Skilehrer mit Kindern tätig sei, mehr 

liege nicht drin" (Bg-act. 110). Unbestritten sind beim Beschwerdeführer 

zahlreiche gesundheitliche Einschränkungen vorhanden, welche die Ver-

wertung seiner Restarbeitsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen erheb-

lich erschweren. So ist der Abschlussuntersuchung des Kreisarztes vom 

16. März 2017 zu entnehmen, dass unter Berücksichtigung der unfallbe-

dingten Zumutbarkeit für das linke Sprunggelenk keine beruflichen Tätig-

keiten mehr in Frage kommen, die mit überwiegendem Stehen oder Gehen 

verbunden sind. Ebenfalls zu vermeiden sind häufiges Gehen in unebenem 

Gelände, häufiges Treppensteigen oder Steigen auf Leitern und Gerüste, 

kauernde Tätigkeiten und Arbeiten in tiefer Knie-Hocke sowie Heben oder 

Tragen schwerer Gewichte. Leichte bis mittelschwere wechselbelastende 

Tätigkeiten mit zeitweisem Gehen und Stehen sind vollständig möglich (Bg-

act. 111 S. 4). Anhand dieses ärztlich attestierten Bewegungs- und Belas-

tungsspektrums ist für das Gericht erstellt, dass die von der IV anlässlich 

der beruflichen Eingliederung vermittelte Arbeitstätigkeit als Werbedrucker 

in einem Vollzeitpensum optimal dem zumutbaren Jobprofil des Beschwer-

deführers entspricht und dieser somit seine verbliebene Restarbeitsfähig-

keit voll ausgeschöpft hat. Dem ist hier umso mehr zuzustimmen, als der 

Beschwerdeführer trotz IV-finanziertem Nachhilfeunterricht die Prüfung 

zum technischen Kaufmann ohne Erfolg beendet hat bzw. sogar "weit ver-

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fehlt" hat (Bg-act. 96, 114 S. 2) und daher die gefundene und ab 2016 aus-

geübte Vollzeitanstellung im Werkstattbereich für ihn offenkundig geeignet 

und passend ist. Im Weiteren liegt auch kein Soziallohn vor, entspricht ein 

Monatsgehalt von Fr. 4'200.-- (x 13 = Fr. 54'600.-- pro Jahr) doch der kon-

kret noch verfügbaren Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Unter 

Soziallohn wird eine Entschädigung verstanden, welche nicht der erbrach-

ten Arbeitsleistung entspricht (KIESER, a.a.O., Art. 16 Rz. 13; vgl. auch 

RUMO-JUNGO/HOLZER a.a.O., Art. 18 S. 134). Die Beschwerdegegnerin hält 

in ihrer Verfügung vom 7. April 2017 selbst fest, dass es sich beim tatsäch-

lich erzielten Verdienst von Fr. 54'600.-- als Werbetechnikmitarbeiter um 

einen uneingeschränkten Leistungslohn handle (Bg-act. 115 S. 1). Für das 

Gericht ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen, dass für 

die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die konkrete berufliche Er-

werbssituation seit der erfolgreich abgeschlossenen Wiedereingliederung 

des Beschwerdeführers in den primären Arbeitsmarkt hätte abgestellt wer-

den müssen. Die Beschwerdegegnerin hat folglich zu Unrecht die höheren 

LSE-Werte 2014 zur Berechnung des Invalideneinkommens herangezo-

gen, weshalb der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. Februar 

2018 aufzuheben ist. Der Beschwerdeführer dringt mit seinem Antrag auf 

Zusprechung einer Rente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von we-

nigstens 20% durch, was die Gutheissung der Beschwerde bedeutet.

2.4. Zum Beginn des Anspruchs wird in Art. 19 Abs. 1 UVG stipuliert: "Der Ren-

tenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 

keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten 

mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal-

len die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin."  Zur Auszahlung 

von Geldleistungen wird unter Art. 19 Abs. 3 ATSG noch präzisiert: "Renten 

[….] werden stets für den ganzen Kalendermonat im Voraus ausbezahlt. 

Eine Leistung, die eine vorangehende ablöst, wird erst für den Folgemonat 

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ausgerichtet." Vorliegend ist dem Schreiben der IV vom 2. November 2016 

an den Beschwerdeführer zu entnehmen, dass zu diesem Zeitpunkt die be-

ruflichen Massnahmen erfolgreich abgeschlossen wurden (Bg-act. 103). 

Die ärztliche Abschlussuntersuchung durch den Kreisarzt über den aktuel-

len Gesundheitszustand und die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers datiert vom 16. März 2017, worin insgesamt keine weite-

ren medizinischen Massnahmen empfohlen wurden, weil sie zu keiner we-

sentlichen Besserung des Zustandes führten (Bg-act. 111 S. 4). Damit ist 

erwiesen, dass von einer ärztlichen Behandlung keine namhafte Besse-

rung des Gesundheitszustands beim Beschwerdeführer mehr erwartet wer-

den konnte, und somit der Fallabschluss zu erfolgen hatte, da der Endzu-

stand erreicht war (Bg-act. 110). Unter Berücksichtigung von Art. 19 Abs. 3 

ATSG fällt der Anspruchsbeginn für die beantragte Rente somit auf den 1. 

April 2017 als Folgemonat der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 

16. März 2017 und des erklärten Fallabschlusses durch die Beschwerde-

gegnerin.

2.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der angefochtene Ein-

spracheentscheid vom 16. Februar 2018 zu Unrecht das Invalideneinkom-

men nach LSE-Tabelle 2014 bestimmt, anstatt auf die konkrete berufliche 

Einkommenssituation des Beschwerdeführers abzustellen, was korrekter-

weise einen Unfallrentenanspruch des Beschwerdeführers begründen 

würde. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. Februar 2018 ist 

demnach in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache ist 

zur Berechnung des Invalideneinkommens gemäss konkreter beruflicher 

Erwerbssituation als Werbedrucker an die Beschwerdegegnerin zurückzu-

weisen, damit diese den Rentenanspruch auf der Basis einer Erwerbsun-

fähigkeit von 20% ab dem 1. April 2017 berechne.

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3.1. Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale Beschwerdever-

fahren – von mutwilliger und leichtsinniger Verfahrensführung abgesehen 

– nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. 

3.2. Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG eine Parteientschädigung zu Lasten der Be-

schwerdegegnerin zu. Ausgangspunkt bildet die Honorarnote des Anwalts 

des Beschwerdeführers vom 5. Juni 2018 (zusammen mit der Replik ein-

gereicht), worin eine Entschädigung bzw. ein Auslagenersatz von insge-

samt Fr. 2'149.20 (bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 7.75 Std. à Fr. 

250.-- zzgl. 3% Kleinspesenpauschale [Fr. 58.13] sowie 7.7% Mehrwert-

steuer [Fr. 153.66]) geltend gemacht wurde. Eine Honorarvereinbarung im 

Sinne von Art. 4 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; BR 

310.250) wurde keine eingereicht, womit praxisgemäss für den Rechtsan-

walt der im Kanton übliche Stundenansatz von Fr. 240.-- nach Art. 3 Abs. 

1 HV zur Anwendung gelangt. Beim entsprechend korrigierten Stundenan-

satz ergibt sich neu eine Honorarforderung von total Fr. 2'063.30 (zusam-

mengesetzt aus: 7.75 Std. à Fr. 240.-- [Fr. 1'860.--] zzgl. 3% Spesenpau-

schale [Fr. 55.80] und 7.7 % MWST [Fr. 147.50]). In diesem Umfang hat 

die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung zu bezahlen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Einspracheent-

scheid vom 16. Februar 2018 wird aufgehoben und die Angelegenheit an 

die SUVA zur Berechnung einer Rentenleistung auf der Basis eines Invali-

ditätsgrads von 20% ab 1. April 2017 zurückgewiesen.

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2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Aussergerichtlich hat die SUVA A._____ mit insgesamt Fr. 2'063.30 (inkl. 

MWST) zu entschädigen.  

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom gutgeheissen 

(BGU-Nr. 8C_631/2019).