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**Case Identifier:** ad9a0ab1-7a21-51e3-9a86-d6a606d42ea4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.12.2022 200 2022 538
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-538_2022-12-19.pdf

## Full Text

200 22 538 IV
FUE/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Dezember 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 19. Juli 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1983 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Januar 2020 unter Hinweis auf mehrere Opera-
tionen, chronische Schmerzen, Verlust des Gehörs und eine psychische 
Erkrankung durch den Tod des Sohnes, bestehend seit dem XX.XX.2016, 
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Die IVB nahm 
in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (act. II 8, 24, 28 
f., 34 f., 43 f., 46) und teilte am 28. August 2020 mit (act. II 41), zurzeit 
könnten keine Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg durch-
geführt werden. Weiter liess die IVB die Versicherte durch das D.________ 
(nachfolgend: MEDAS) polydisziplinär in den Fachgebieten Allgemeine 
Innere Medizin, Neurologie, Oto-Rhino-Laryngologie, Rheumatologie und 
Psychiatrie begutachten (Expertise vom 25. August 2021 inklusive Teilgut-
achten [act. II 62.1 - 62.8]). Anschliessend liess die IVB einen Abklärungs-
bericht Haushalt/Erwerb erstellen (Bericht vom 9. März 2022 [act. II 70]). 
Darin wurde ab Juli 2020 ein Status 50 % Erwerb und 50 % Haushalt ermit-
telt mit einer Einschränkung von 30.11 % im erwerblichen Bereich und ei-
ner Einschränkung von 2.1 % im Haushalt, womit ein gewichteter 
Invaliditätsgrad von 16 % resultierte. Ab August 2020 ergaben die Ab-
klärungen einen Status 100 % Erwerb und einen Invaliditätsgrad von 34 %. 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren und der Einholung einer Stel-
lungnahme des Abklärungsdienstes (act. II 71, 73 - 81) verneinte die IVB 
mit Verfügung vom 19. Juli 2022 (act. II 82) wie vorbescheidweise an-
gekündigt den Anspruch auf eine Invalidenrente. 

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 13. September 2022 Beschwerde. Sie beantragt, unter 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei der Beschwerdeführerin ab 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 3

August 2020 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2022 beantragt die Beschwerde-
gegnerin dahingehend die teilweise Gutheissung der Beschwerde, als der 
Beschwerdeführerin ab 1. August 2020 eine Viertelsrente zuzusprechen 
sei. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. 

Der Instruktionsrichter gab der Beschwerdeführerin mit prozessleitender 
Verfügung vom 10. Oktober 2022 Gelegenheit mitzuteilen, ob mit Blick auf 
den in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag ein gemeinsamer Antrag 
vorliege. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2022 hält die Beschwerdeführerin 
am beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren auf Zusprache einer hal-
ben Invalidenrente fest. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Oktober 2022 lud der Instruktions-
richter die C.________ unter Zustellung der relevanten Unterlagen zum 
Verfahren bei und gab ihr Gelegenheit zur Stellungnahme, worauf diese mit 
Eingabe vom 7. November 2022 verzichtete.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 19. Juli 2022 (act. II 82). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 19. Juli 2022 (act. II 82), womit sie nach dem Inkrafttre-
ten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegen der 
frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs sowie der einzige Revisionsgrund (vgl. E. 5.7 hiernach) vor dem 
1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 
831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) 
massgebend sind (Rz. 9100 - 9102 des Kreisschreibens des Bundesamtes 
für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invaliden-

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versicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 
144 V 195 E. 4.2 S. 198). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 

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Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht stützte die Beschwerdegegnerin ihren 
Entscheid auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 25. August 
2021 mit Untersuchungen in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, 
Neurologie, Oto-Rhino-Laryngologie, Rheumatologie und Psychiatrie (act. II 
62.1 - 62.8). Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellt (act. II 62.1/10 f. Ziff. 4.2):

1. Chronische migräniforme rechtshemisphärische Kopfschmerzen mit Hypästhe-
sie und Hypalgesie im sensiblen Versorgungsgebiet des N. occipitalis minor 
und der Nn. auriculotemporalis und auriculus magnus rechts bei:
 St. n. Parazentese und Paukenröhrcheneinlage rechts, Septumplastik, Mu-

schelreduktion und Nasennebenhöhleneingriff 05/2013
 St. n. Tympanoplastik Typ I rechts 08/2013
 St. n. Re-Tympanoplastik rechts 10/2013 bei Perforation ICD-10: G44.2, 

G58.8
2. Leichte Gangataxie mit Unsicherheit im Blindstrichgang unklarer Ätiologie

DD: leichte peripher-vestibuläre Funktionsstörung ICD-10: R26.0
3. Funktionelle Taubheit rechts (ICD-10: H90.8) bei

 Zustand nach Paracentese und Paukenröhrcheneinlage rechts 30. Mai 
2013

 Zustand nach transkanalärer Tympanoplastik Typ I rechts 08/2013
 Zustand nach transkanalärer Re-Tympanoplastik rechts 10/2013 bei Re-

perforation
 Zustand nach retroaurikulärer Conchaknorpel-Temporalisfaszien-

Totalersatz des Trommelfells rechts 13. März 2015
 Verdacht auf cochleäre Otosklerose rechts

4. Kombinierte Schwerhörigkeit links (ICD-10: H90.8) bei
 Zustand nach Tympanoplastik und Meatoplastik links 19. März 2004

5. Tinnitus (ICD-10: H93.1)
 mittelgradig kompensiert
 Zustand nach multiplen operativen Mittelohr-Revisionen

6. Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.0)

Zu den funktionellen Auswirkungen der Befunde und Diagnosen hielten die 
Gutachter in der Konsensbeurteilung fest (act. II 62.1/12 Ziff. 4.3), aufgrund 

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der diskreten Gangataxie mit Unsicherheit im Strichgang sollten Arbeiten 
auf Leitern und Gerüsten bzw. Arbeiten mit Absturzgefahr vermieden wer-
den. Aufgrund der chronischen migräniformen Kopfschmerzen sei von ei-
nem erhöhten Pausenbedarf auszugehen. Im Rahmen der otoneurolo-
gischen Befunde, mit funktioneller Taubheit rechts und kombinierter 
Schwerhörigkeit links, bestünden qualitative Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit, so dass Tätigkeiten, welche ein gutes Sprachverständnis unter 
Störlärm sowie ein intaktes Richtungshören voraussetzten, für die Be-
schwerdeführerin nicht mehr geeignet seien. Des Weiteren sollten Tätigkei-
ten unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel, mit möglicher Zunahme 
der auditiven Schwierigkeiten sowie des Tinnitus, von der Beschwerdefüh-
rerin gemieden werden.

Entsprechend den klinischen Befunden müssten nur bezüglich der TOS-
Symptomatik (Thoracic Outlet Syndrome) Einschränkungen in funktioneller 
Hinsicht gemacht werden. Die Beschwerdeführerin könnte derzeit keine 
repetitiven oder ständigen Arbeiten oberhalb der Schulterhorizontale be-
züglich des rechten Armes durchführen. Dies betreffe jedoch nicht die Ar-
beitstätigkeit der Beschwerdeführerin gemäss ihren Schilderungen. 
Ansonsten müssten keine funktionellen Auswirkungen aufgeführt werden.

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit 
führten die Gutachter aus (act. II 62.1/13 f. Ziff. 4.7 f.), die Beschwerdefüh-
rerin habe angegeben, dass sie seit zirka zehn Jahren zu 50 % im ... tätig 
sei. Sie habe ihr Pensum auf 100 % erhöhen wollen. Dies sei infolge des 
Todes ihres Sohnes, welcher verunglückt sei, nicht gelungen. Infolge der 
chronischen Kopfschmerzsymptomatik, welche anamnestisch seit Mai 2013 
persistiere und sich bis anhin als therapieresistent erwiesen habe, sei von 
einem erhöhten Pausenbedarf von 10 % auszugehen. Infolge der leichten 
Gangataxie mit Unsicherheit im Blindstrichgang bestehe eine qualitative 
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. So sollten Arbeiten auf Leitern und 
Gerüsten sowie Arbeiten mit Absturzgefahr vermieden werden. Bezüglich 
des Zeitpunktes gehe Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie, vom 
ersten operativen Eingriff im Bereich des rechten Ohres vom Mai 2013 aus. 
Seitens der otoneurologischen Befunde bestehe in der bisherigen Tätigkeit, 
unter Berücksichtigung der qualitativen Einschränkungen, im Rahmen der 

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auditiven Situation eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 %. Die 
Beschwerdeführerin gebe an, dass sie sich einerseits bei der Arbeit ablen-
ken könne, andererseits auch unter einer hohen Belastung stehe. Aufgrund 
der psychischen Belastung müsse eine Dauerbelastung angenommen 
werden mit emotional wechselhaften Zuständen, welche sie zeitweise nicht 
genügend kontrollieren könne, weswegen sie Erholungszeit benötige. Es 
könne daher angenommen werden, dass sie nicht in der Lage sei, ganz-
tags eine genügende Leistung zu erbringen und sie Freiraum benötige. 
Eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit könne als Maximum eingestuft werden, es 
sei daher bei einer ganztägigen Arbeit von einer 50 %igen Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im Haushalt verrichte sie weitgehend die 
anfallenden Tätigkeiten, nur sporadisch helfe die Tochter etwas mit, wie sie 
angebe. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe mindestens seit 
Aufnahme der psychiatrischen Behandlung im November 2016, wobei an-
zunehmen sei, dass schon vorgängig seit dem Unfalltod des Sohnes im … 
2016 diese Beeinträchtigung bestanden habe. Nach eingehender Kon-
sensbesprechung sei der Schluss zu ziehen, dass der Beschwerdeführerin 
in der angestammten wie auch jeder anderen adaptierten Tätigkeit seit 
mindestens November 2016 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit bezogen auf 
ein vollschichtiges Arbeitsvolumen attestiert werden müsse. Die Störung 
wirke sich bei jeder Tätigkeit aus, es sei nicht anzunehmen, dass bei einer 
anderen Tätigkeit eine höhere Leistung resultieren würde.

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

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beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 25. August 2021 (act. 
II 62.1 - 62.8) erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen Expertise 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Es ist voll beweiskräftig, da 
es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte umfassend abhandelt 
und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der 
medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfolgerun-
gen werden eingehend begründet. Dies namentlich in Bezug auf die lege 
artis gestellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2 S. 285 ff.) einer Persön-
lichkeitsänderung, die so begründet wurde, dass eine Überprüfung der Ein-
haltung der klassifikatorsichen Vorgaben möglich ist (vgl. BGE 143 V 124 
E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Die Persönlichkeitsänderung 
habe sich aus der PTBS aufgrund des Todes des Sohnes entwickelt und 
führe zu einem dauernden Zustand einer erhöhten Anspannung mit vegeta-
tiven Symptomen, affektiven Schwankungen und Dauerstress. Der dauernd 
vorhandene Anspannungszustand wirkt sich nach der einleuchtenden Be-
urteilung des psychiatrischen Experten wiederum negativ auf die körperli-
chen Symptome aus, indem sich die Kopfschmerzen verstärken, die 
typischerweise bei Anspannung auch stärker vorhanden sind (act. II 
62.4/10 ff. Ziff. 6). Folglich steht in medizinischer Hinsicht gestützt auf die 
beweiskräftige Expertise zu Recht ausser Frage, dass die Beschwerdefüh-
rerin insbesondere aufgrund der Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.0) 
nach dem Unfalltod des Sohnes sowohl in der angestammten Tätigkeit als 
... als auch in einer adaptierten Tätigkeit seit mindestens November 2016 
bezogen auf ein Vollzeitpensum zu 50 % arbeitsunfähig ist (act. II 62.1/14 
Ziff. 4.7 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 10

Hat sich die sachverständige Person bei der Einschätzung des Leistungs-
vermögens an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientiert 
und genügt ihr Gutachten den allgemeinen Anforderungen an den Beweis-
wert ärztlicher Berichte (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232), sind die darin for-
mulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit von den Organen der 
Rechtsanwendung grundsätzlich zu übernehmen. Eine davon losgelöste 
juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweis-
verfahrens (gemäss BGE 141 V 281) soll nicht stattfinden (Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 19. Mai 2020, 8C_213/2020, E. 4.3, vom 
7. Februar 2020, 8C_423/2019, E. 3.2.3, und vom 22. Oktober 2019, 
9C_520/2019, E. 7.1). Vorliegend haben sich die Experten an den normati-
ven Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientiert (vgl. insbesondere act. II 
62.1/12 ff. Ziff. 4.3 ff.; act. II 62.4/10 ff. Ziff. 6 und 7.1 ff.). Namentlich haben 
sie die Anforderungen der Rechtsprechung erfüllt, wonach der Sachver-
ständige substanziiert darzulegen hat, aus welchen medizinisch-
psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle 
Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quanti-
tativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen (vgl. BGE 145 V 361 
E. 4.3 S. 368). Auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS-
Gutachter gemäss Expertise vom 25. August 2021 (act. II 62.1 - 62.8) ist 
somit – auch unter dem Gesichtspunkt der Indikatorenprüfung – vollum-
fänglich abzustellen.

3.4 Folglich ist auf der medizinischen Grundlage gemäss MEDAS-
Gutachten vom 25. August 2021 (act. II 62.1 - 62.8) nachstehend (vgl. E. 4 
und 5 hiernach) die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 
3 IVG). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 

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einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

4.2 Gemäss Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 9. März 2022 (act. 
II 70/6 Ziff. 4.2) gab die Beschwerdeführerin zum Umfang der Erwerbstätig-
keit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung an, sie habe immer das Ziel 
gehabt, das Arbeitspensum von 50 % zu erhöhen, wenn die Kinder älter 
und selbstständiger und soweit seien, dass sie selber zur rechten Zeit zur 
Schule gehen könnten. Als die Tochter dreizehn Jahre alt geworden sei, 
hätte sie ab dem neuen Schuljahr im August 2020 das Arbeitspensum ge-
steigert. Sie hätte das Arbeitspensum aus finanziellen Gründen, aber auch 
aus Freude an der Arbeit und zu ihrer Genugtuung erhöht. Sie hätte auf 
jeden Fall auf ein 100 %-Pensum gesteigert. Sie hätte eine Arbeitsstelle 
bevorzugt im ... oder vielleicht auch in ... gesucht. Sie hätte die Arbeitsstelle 
bei F.________ AG jedoch kündigen müssen, weil sie bei diesem Arbeit-
geber nicht zu 100 % arbeiten könne. Auch im Rahmen der MEDAS-
Begutachtung hatte die Beschwerdeführern gegenüber dem 
psychiatrischen Gutachter erwähnt, sie habe geplant, ihr Arbeitspensum zu 
erhöhen und bis zu 100 % zu arbeiten (act. II 62.4/6). 

4.3 Mit Blick auf diese stimmigen Angaben der Beschwerdeführerin im 
Rahmen der Haushaltabklärung, die im Einklang mit den gegenüber den 
Gutachtern gemachten Aussagen stehen, ist der Status von 50 % Erwerbs-
tätigkeit und 50 % Haushalt bis Ende Juli 2020 bzw. von 100 % Erwerbs-
tätigkeit ab August 2020 zu Recht unbestritten (vgl. Beschwerde S. 3 
III./Art. 1). 

5.

5.1

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 12

5.1.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in 
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie un-
fähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28a Abs. 2 IVG; 
spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 
28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 27bis Abs. 2 
IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätig-
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und Invalidenein-
kommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu 
ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 13

Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV).

5.1.2 Gemäss aArt. 25 Abs. 1 IVV gelten als Erwerbseinkommen im Sin-
ne von Art. 16 ATSG mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, von de-
nen Beiträge gemäss dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1946 über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) erhoben wür-
den. Nicht dazu gehören indessen unter anderem (lit. a) Leistungen des 
Arbeitgebers für den Lohnausfall infolge Unfall oder Krankheit bei ausge-
wiesener Arbeitsunfähigkeit oder (lit. c) Arbeitslosenentschädigungen, Er-
werbsausfallentschädigungen gemäss dem Bundesgesetz vom 
25. September 1952 über den Erwerbsersatz (EOG; SR 834.1) und Tag-
gelder der Invalidenversicherung.

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik 
(BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf 
sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberück-
sichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten 
persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 
E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 14

Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit 
aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben 
sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 
zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt 
grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 
V 295 E. 2.2 S. 296; SVR 2021 IV Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Der tatsächliche 
Verdienst kann nur dann als Grundlage für das Invalideneinkommen die-
nen, sofern er branchenüblich ist (SVR 2018 IV Nr. 24 S. 79 E. 6.1). 

5.3

5.3.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

5.3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent-
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die 
Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann 
gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 15

dung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist 
(BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 
110 E. 3.1).

5.4 Die Beschwerdeführerin ist seit mindestens November 2016 in der 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (vgl. E. 3.3 hiervor) und die Anmeldung bei 
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug erfolgte im Januar 2020 
(act. II 1), so dass in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG 
(vgl. E. 2.6 hiervor) der frühestmögliche Rentenbeginn auf Juli 2020 fällt. 
Auf diesen Zeitpunkt hin ist eine (erste) Invaliditätsbemessung vorzuneh-
men.

5.5

5.5.1 Im erwerblichen Bereich hat die Beschwerdegegnerin für das Vali-
deneinkommen per Juli 2020 zu Recht auf den Verdienst bei der 
F.________ AG abgestellt und auf 100 % aufgerechnet (vgl. act. II 35 
i.V.m. act. II 70/10 Ziff. 5.3; vgl. E. 5.1.1 hiervor), denn die Beschwerdefüh-
rerin hätte auch im Gesundheitsfall im Juli 2020 mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit diese Stelle innegehabt. Dies ergibt ein Valideneinkommen 
von Fr. 47'319.--. 

5.5.2 Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin ebenfalls 
auf das bei der F.________ AG erzielte Erwerbseinkommen abgestellt. 
Dies ist mit Blick auf das langjährige bzw. seit dem 25. Oktober 2011 be-
stehende, mithin stabile Arbeitsverhältnis sowie die Höhe des erzielten Ein-
kommens (vgl. Lohnausweis 2020 [act. II 69/2]: Fr. 33'072.--), gestützt 
worauf erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit 
optimal ausschöpft bzw. keinen Soziallohn bezieht (vgl. act. II 35/5 Ziff. 
5.2), nicht zu beanstanden (der entsprechende LSE-Tabellenlohn betrüge 
im Detailhandel lediglich Fr. 28'163.50 [Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 
47 Detailhandel, Frauen, Kompetenzniveau 1, Fr. 4'425.-- monatlich bzw. 
Fr. 53'100.-- jährlich; indexiert auf das Jahr 2020: Fr. 54'030.65 {Tabelle 
T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, 2016 - 2020; Ziff. 45 - 47 Handel und 
Reparatur von Motorfahrzeugen, Index 2018: 102.7 Punkte, Index 2020: 
104.5 Punkte}; angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 16

im Wirtschaftszweig Ziff. 47 Detailhandel im Jahr 2020 von 41.7 Stunden 
{Fr. 54'030.65 : 40 h x 41.7 h}: Fr. 56'326.95 : 2 = Fr. 28'163.50]).

Hiergegen wendet die Beschwerdeführerin ein, gemäss den Monatsüber-
sichten (act. I 4) müsse sie sehr oft deutlich mehr als vier Stunden pro Tag 
arbeiten, was ihr gemäss gutachterlicher Einschätzung medizinisch unzu-
mutbar sei, womit die Tabellenlöhne heranzuziehen seien (Beschwerde 
S. 7 III./Art. 4/Ziff. 2; Stellungnahme vom 26. Oktober 2022 S. 1). Damit 
dringt sie nicht durch. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte 
(Beschwerdeantwort S. 3 lit. C/Ziff. 8) und was von der Beschwerdeführerin 
explizit anerkannt wird (Beschwerde S. 6 III./Art. 3/Ziff. 4), beträgt das Ar-
beitspensum im Durchschnitt zirka 50 %, was ihr gemäss Zumutbar-
keitsprofil zumutbar ist. Daran ändert nichts, dass sie an gewissen Tagen 
mehr als vier Stunden arbeiten muss, hat sie doch den Tatbeweis erbracht, 
dass sie dies bewältigen kann und bestehen überdies keinerlei fachärztli-
che Berichte, die dies als unzumutbar bezeichneten. Abgesehen davon 
wird in der unbefristeten Vertragsänderung vom 25. Juni 2019 (act. I 6 Ziff. 
3) die wöchentliche Arbeitszeit auf grundsätzlich 21 Stunden bestimmt, 
wobei diese explizit je nach Arbeitsanfall auf 25 Stunden pro Woche erhöht 
werden könne. 

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend (Beschwerde S. 6 f. III./Art. 4 
Ziff. 1), bei der Festsetzung des Invalideneinkommens seien nach aArt. 25 
Abs. 1 lit. a und c IVV Leistungen des Arbeitgebers für den Lohnausfall 
infolge Krankheit bei ausgewiesener Arbeitsunfähigkeit genauso wenig als 
Erwerbseinkommen anzurechnen wie Erwerbsaufallentschädigungen. 

Den Buchungsjournalen des Jahres 2020 (act. I 4; vgl. auch die Lohnab-
rechnungen des Jahres 2020 [act. I 5]) ist zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin im Jahr 2020 die folgenden krankheitsbedingten 
Abwesenheiten aufwies: 11., 13. und 14. Januar 2020 total 18 Stunden; 
17. Februar 2020 5.5 Stunden; 12., 13. und 15. bis 17. Juni 2020 total 22.5 
Stunden. Weiter ergibt sich aus dem Lohnausweis und den Lohnabrech-
nungen für das Jahr 2020 (act II 69/2; act. I 5), dass für das besagte Jahr 
Kurzarbeitsentschädigung im Betrag von Fr. 2'942.45 ausbezahlt wurde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 17

Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, S. 3 lit. C/Ziff. 8, 
zutreffend festgehalten hat, gehören Leistungen des Arbeitgebers für den 
Lohnausfall infolge Unfall oder Krankheit bei ausgewiesener Arbeitsun-
fähigkeit nicht zum Invalideneinkommen (aArt. 25 Abs. 1 lit. a IVV), hinge-
gen kann der Lohnausfall, welcher durch eine bloss vorübergehende (und 
damit keine Invalidität auslösende) Krankheit verursacht ist, bei der Be-
rechnung des Invalideneinkommens nicht abgezogen werden (Rz. 3057 
des Kreisschreibens des BSV über die Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung [KSIH], in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fas-
sung). Mit Blick auf die vorstehend aufgeführten krankheitsbedingten Ab-
senzen im Jahr 2020 von total 46 Stunden ist von lediglich 
vorübergehenden Absenzen auszugehen, womit kein entsprechender Ab-
zug vom Invalideneinkommen vorzunehmen ist.

Was die Kurzarbeitsentschädigung betrifft, ist festzuhalten, dass gemäss 
dem in allen drei Sprachfassungen übereinstimmenden Wortlaut von 
aArt. 25 Abs. 1 lit. c IVV allein die Arbeitslosenentschädigungen ("des in-
demnités de chômage", "le indennità di disoccupazione") erwähnt werden, 
womit die Kurzarbeitsentschädigung nicht erfasst wird. Nichts Anderes ist 
der Kommentierung des per 1. Januar 1988 in Kraft getretenen aArt. 25 
Abs. 1 lit. c IVV durch das BSV zu entnehmen (ZAK 1987 S. 456), wonach 
es sich bei den Arbeitslosenentschädigungen nicht um eigentliche Ein-
kommen, sondern um Ersatzeinkommen handle. In Abgrenzung zu den 
Arbeitslosenentschädigungen spiegelt die Kurzarbeitsentschädigung sehr 
wohl die effektive Leistungsfähigkeit der versicherten Person wider bzw. 
stellt die Kurzarbeitsentschädigung kein blosses Ersatzeinkommen dar, 
woran nichts ändert, dass die Kurzarbeitsentschädigung etwas tiefer aus-
fällt als das ordentliche Einkommen. Ein Abzug der im Jahr 2020 ausge-
richteten Kurzarbeitsentschädigung im Betrag von Fr. 2'942.45 fällt somit 
ausser Betracht.

Schliesslich weist die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin (Be-
schwerdeantwort S. 3 lit. C/Ziff. 8), dass auf den Bruttolohn gemäss 
Lohnausweis 2020 (act. II 69/2) nicht abgestellt werden kann, da im Brutto-
lohn auch die Kinderzulagen enthalten sind, welche nicht zum massgeben-
den Erwerbseinkommen gehören (aArt. 25 Abs. 1 IVV i.V.m. Art. 4 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 18

AHVG und Art. 6 Abs. 2 lit. f der Verordnung vom 31. Oktober 1947 über 
die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Unter 
Auslassung der Kinderzulagen beläuft sich das Invalideneinkommen auf 
Fr. 30'312.-- (Fr. 33'072.-- [Bruttolohn gemäss Lohnausweis 2020] - 
Fr. 2'760.-- [Kinderzulagen; 12 x Fr. 230.--]; act. II 69/2; act. I 5). 

5.5.3 Somit ergibt die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkom-
men per Juli 2020 eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 
35.94 % ([Fr. 47'319.-- - Fr. 30'312.--] / Fr. 47'319.-- x 100), womit eine ge-
wichtete Einschränkung von 17.97 % resultiert (35.94 % x 0.5). 

5.6 Für die Bestimmung der Einschränkung im Haushalt hat die Be-
schwerdegegnerin auf den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
9. März 2022 (act. II 70) abgestellt. 

5.6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

5.6.2 Der Abklärungsbericht vom 9. März 2022 (act. II 70) ist voll beweis-
kräftig, da er von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und 
räumlichen Verhältnisse sowie der medizinischen Situation verfasst wurde. 
Sodann wurden die Angaben der versicherten Person berücksichtigt und 
der Bericht ist bezüglich der einzelnen Einschränkungen angemessen de-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 19

tailliert und plausibel begründet (vgl. E. 5.6.1 hiervor). Zudem bestehen 
keine Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsfachperson. 
Folglich liegt im Haushalt eine Einschränkung von 2.1 % vor (act. II 70/16), 
womit eine gewichtete Einschränkung von 1.05 % resultiert (0.5 x 2.1 %). 

5.6.3 Nach dem Dargelegten ergibt die Invaliditätsbemessung per Juli 
2020 einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad (vgl. E. 2.6 hiervor) 
von gerundet 19 % (17.97 % [Erwerb] + 1.05 % [Haushalt] = 19.02%; zu 
den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 
IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1).

5.7 Mit der Statusänderung per August 2020 zu 100 % Erwerb (vgl. 
E. 4.3 hiervor) liegt ein Revisionsgrund vor (vgl. E. 5.3 2 hiervor), womit auf 
diesen Zeitpunkt hin eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen ist. 

5.7.1 Da die Beschwerdeführerin bei der F.________ AG das Pensum 
unbestrittenermassen nicht auf 100 % hätte erhöhen können (act. II 70/6 
Ziff. 4.2), kann für die Bestimmung des Valideneinkommens das bei dieser 
Arbeitgeberin erzielte Einkommen nicht herangezogen werden. Folglich ist 
auf statistische Daten abzustellen. Auszugehen ist von den LSE 2018, Ta-
belle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 47 Detailhandel, Frauen, Kompetenzni-
veau 1, Fr. 4'425.-- monatlich bzw. Fr. 53'100.-- jährlich. Die Indexierung 
auf das Jahr 2020 ergibt einen Betrag von Fr. 54'030.65 (Tabelle T1.2.15, 
Nominallohnindex, Frauen, 2016 - 2020; Ziff. 45 - 47 Handel und Reparatur 
von Motorfahrzeugen, Index 2018: 102.7 Punkte, Index 2020: 104.5 Punk-
te); angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Wirt-
schaftszweig Ziff. 47 Detailhandel im Jahr 2020 von 41.7 Stunden resultiert 
ein Valideneinkommen von Fr. 56'326.95 (Fr. 54'030.65 : 40 h x 41.7 h). 
Eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen (vgl. dazu BGE 141 V 1 E. 
5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.2) ist, wie 
nunmehr zu Recht unbestritten ist (Beschwerde S. 4 f. III./Art. 2 Ziff. 2; Be-
schwerdeantwort S. 2 lit. C/Ziff. 7), nicht vorzunehmen (Entscheid des 
BGer vom 14. Oktober 2010, 9C_595/2010, E. 3.3.3). 

5.7.2 Hinsichtlich der Bestimmung des Invalideneinkommens kann auf die 
bei der Invaliditätsbemessung per Juli 2020 gemachten Ausführungen ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 20

wiesen werden (vgl. E. 5.5.2 hiervor), womit auch per August 2020 von 
einem Invalideneinkommen im Betrag von Fr. 30'312.-- auszugehen ist.

5.8 Die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt 
einen Invaliditätsgrad von gerundet 46 % ([Fr. 56'326.95 - Fr. 30'312.--] / 
Fr. 56'326.95 x 100) = 46.19 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 
121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), was ab Au-
gust 2020 Anspruch auf eine Viertelsrente gibt (vgl. E. 2.6 hiervor), denn 
die Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV kommt nicht zur Anwen-
dung, wenn die Rentenerhöhung nicht aufgrund einer Veränderung des 
Gesundheitszustandes erfolgt ist, sondern auf einen stabilisierten Kontext – 
hier den Statuswechsel – zurückzuführen ist (Rz. 4008.1 KSIH). 

5.9 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 19. Juli 
2022 (act. II 82) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde insoweit ab-
zuändern, als ab 1. August 2020 Anspruch auf eine Viertelsrente besteht. 
Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Gemäss Beschluss der erweiterten Abteilungskonferenz vom 13. Oktober 
2009 wird beim Verzicht auf eine Kürzung der Parteientschädigung gemäss 
BGE 117 V 401 E. 2c 407 (vgl. dazu E. 6.2 hiernach) auch auf eine Auftei-
lung der Verfahrenskosten nach Massgabe des – an den Parteianträgen 
gemessenen – bloss teilweisen Obsiegens verzichtet.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die teilweise unterliegende Beschwerdegegnerin 
zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 21

Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Ist das Quantitative einer Leistung streitig, rechtfertigt eine "Überklagung" 
eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das Rechtsbegehren 
den Prozessaufwand beeinflusst hat. Bei Streitigkeiten um die Höhe einer 
Invalidenrente darf die Parteientschädigung daher nicht allein deswegen 
reduziert werden, weil der Beschwerde führenden Person nicht die bean-
tragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zuge-
sprochen wird (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407; SVR 2016 IV Nr. 12 S. 38 E. 
5).

Die Beschwerdeführerin beantragte die Ausrichtung einer halben Rente ab 
August 2020, zugesprochen wurde ihr ab August 2020 eine Viertelsrente 
(vgl. E. 5.9 hiervor). Vorliegend war somit das Quantitative der IV-Rente 
streitig und das gestellte Rechtsbegehren hat den Prozessaufwand nicht 
beeinflusst, weshalb hier keine Reduktion der Parteientschädigung vorzu-
nehmen ist.

Mit Kostennote vom 26. Oktober 2022 macht Rechtsanwältin B.________ 
ein Honorar von Fr. 2'190.-- (8.76 h x Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 
5.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 169.05 (7.7 % auf Fr. 2'195.30), total Fr. 
2'364.35, geltend, was nicht zu beanstanden ist. Demnach ist die Parteien-
tschädigung für das vorliegende Verfahren auf Fr. 2'364.35 (inkl. Auslagen 
und MWST) festzusetzen; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Dez. 2022, IV/22/538, Seite 22

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 19. Juli 2022 insoweit abgeändert, als 
ab 1. August 2020 Anspruch auf eine Viertelsrente besteht. Soweit 
weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'364.35 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Ein-

gabe der Beigeladenen vom 7. November 2022)
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beigeladenen vom 7. November

2022)
- C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.