# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2df4db5-bf84-595c-8027-e3369e6a38ee
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-02-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.02.2007 A-2012/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2012-2006_2007-02-23.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-2012/2006
{T 0/2}

Urteil vom 23. Februar 2007 

Mitwirkung: Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz); Richter Beat For-
ster; Richter Christoph Bandli; Gerichtsschreiberin Michelle 
Eichenberger.

A._______,
B._______, 
C._______,
D._______,
Beschwerdeführende, vertreten durch C._______,

gegen

ATEL Netz AG,
Beschwerdegegnerin,

Bundesamt für Energie (BFE),
Vorinstanz,

Swisscom Mobile AG,
Sunrise, TDC Switzerland AG,
Beigeladene 1, vertreten durch Alexander Rey,

Orange Communications AG,
Beigeladene 2,

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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betreffend
Mobilfunkanlage auf dem Hochspannungsmast Nr. 303 der 380 kV-Leitung 
Gösgen-Mettlen; Verfügung des BFE vom 10. Juni 2005.

Das Bundesverwaltungsgericht hat nach Einsicht in
die Verfügung des Bundesamtes für Energie (BFE) vom 10. Juni 2005, mit wel-
cher es das Plangenehmigungsgesuch der ATEL Netz AG vom 29. Januar 2004 
für  den Einbau  einer  Gemeinschaftsantennenanlage  der  Orange  Communica-
tions SA (Orange), der Sunrise TDC Switzerland AG (Sunrise) und der Swiss-
com Mobile AG (Swisscom) auf dem Hochspannungsmast Nr. 303 auf der 380 
kV-Leitung Gösgen-Mettlen in der Gemeinde Bottenwil AG mit Auflagen geneh-
migt hat,

die  Beschwerde  von  A_______,  B._______,  C._______  und  D._______  (Be-
schwerdeführende) vom 11. Juli 2005 an die Eidgenössischen Rekurskommissi-
on für Infrastruktur und Umwelt (REKO/INUM) als die in der Rechtsmittelbeleh-
rung der Verfügung angegebene Beschwerdeinstanz, in der sie sinngemäss die 
Aufhebung der Plangenehmigungsverfügung vom 10.  Juni  2005 und eventuell 
die Rückweisung zur Neubeurteilung ans BFE (Vorinstanz) beantragen,

die Verfügung der REKO/IMUM vom 14. September 2005, mit welcher sie den 
Einbezug von Orange, Sunrise und Swisscom in das Beschwerdeverfahren als 
Beigeladene ankündigt hat,

den Zwischenentscheid der REKO/INUM vom 15. März 2006, mit dem sie das 
vorliegende Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen des Urteils des Bundesge-
richts im dort hängigen Verfahren 1A.12/2006 sistiert hat,

das Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2007 (1A.12/2006) betreffend Er-
richtung einer Antennenanlage auf einem Hochspannungsmast ausserhalb der 
Bauzone,

in Erwägung gezogen, dass
vorliegend  ein  Plangenehmigungsentscheid  der  Vorinstanz  gestützt  auf 
Art. 16 ff. des Bundesgesetzes betreffend die elektrischen Schwach- und Stark-
stromanlagen  vom  24. Juni  1902  (Elektrizitätsgesetz,  EleG,  SR 734.0)  ange-
fochten ist,

das Bundesverwaltungsgericht zur Behandlung von Beschwerden gegen Verfü-
gungen  der  Vorinstanz  und zur  Übernahme des vorliegenden  Verfahrens  von 
der REKO/INUM zuständig ist (Art. 23 EleG i.V.m. Art. 53 Abs. 2 des Bundesge-
setzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  [VGG, 
SR 173.32]),

die  Beschwerdelegitimation  (Art. 48  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  sowie  die  übrigen 
Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 52 und 63 Abs. 4 VwVG) erfüllt sind, so dass 
auf die Beschwerde einzutreten ist,

das vorliegende Beschwerdeverfahren mit Zwischenentscheid der REKO/INUM 
vom 15. März 2006 bis zum Vorliegen des Urteils des Bundesgerichts im dort 
hängigen Verfahren 1A.12/2006 sistiert worden ist,

3

das Bundesgericht das Urteil  im Verfahren 1A.12/2006 am 5. Januar 2007 ge-
fällt hat und damit der Sistierungsgrund für das vorliegende Beschwerdeverfah-
ren dahingefallen und das Verfahren wieder aufzunehmen ist,

das Bundesgericht im Urteil vom 5. Januar 2007 in Änderung seiner bisherigen 
Rechtsprechung festgestellt hat, die Errichtung einer Mobilfunkanlage auf einem 
Hochspannungsleitungsmast  sei  nicht  mehr  (nur)  als  Änderung  einer  elek-
trischen Anlage, sondern als Erstellung einer Fernmeldeanlage auf einer elek-
trischen Anlage zu betrachten,

im genannten Urteil der Bau und die Änderung von Mobilfunkantennen auf Mas-
ten von elektrischen Leitungen oder auf anderen Starkstromanlagen in oder au-
sserhalb der Bauzone neu dem kantonalen (Baubewilligungs-)Recht unterstellt 
wird,

gestützt  auf  die  soeben  dargelegte  Änderung  der  bundesgerichtlichen  Recht-
sprechung die vorliegend angefochtene,  am 10. Juni 2005 von der Vorinstanz 
erteilte Plangenehmigung von einer unzuständigen Behörde erteilt worden ist,

sich die Frage, ob der Plangenehmigungsentscheid nichtig ist, nicht stellt, weil 
er nicht von einer offensichtlich unzuständigen, sondern von einer gestützt auf 
die  alte  Praxis  seinerzeit  zuständigen  Behörde  erlassen  worden  ist  (vgl.  zur 
Nichtigkeit und Evidenztheorie: ULRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER / FELIX UHLMANN, All-
gemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, Rz. 956 ff. mit Hinweisen),

die  Verwaltungsbeschwerde  der  Beschwerdeführenden  demzufolge  gutzuheis-
sen und die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 10. Juni 2005 aufzu-
heben ist (vgl. auch BGE 1A.12/2006 vom 5. Januar 2007),

des weiteren festzustellen ist, dass die Vorinstanz zur Beurteilung des eingerei-
chten  Plangenehmigungsgesuches  der  ATEL  Netz  AG  (Beschwerdegegnerin) 
vom 29. Januar 2004 nicht zuständig ist, es aber Swisscom und Sunrise (Beige-
ladene 1) sowie Orange (Beigeladene 2) freigestellt ist, bei der zuständigen kan-
tonalen  Behörde  ein  neues  Baugesuch  für  die  Gemeinschaftsantennenanlage 
einzureichen,

die Beschwerdegegnerin und die Beigeladenen 1 und 2 gestützt auf den Aus-
gang des Verfahrens als unterliegende Parteien die Verfahrenskosten zu tragen 
hätten (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

es jedoch vorliegend nicht gerechtfertigt wäre, der Beschwerdegegnerin und den 
Beigeladenen 1 und 2 Verfahrenskosten aufzuerlegen, da ihr Unterliegen in ei-
ner Änderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gründet und nicht in ei-
nem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts in der Sache,

demnach  auf  die  Erhebung  von  Verfahrenskosten  zu  verzichten  ist 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 Bst. b des Reglements über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht  vom 11. Dezem-
ber 2006 [VGKE, SR 173.320.2]) und den Beschwerdeführenden der von ihnen 
geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.- zurückzuerstatten ist,

den  obsiegenden  Beschwerdeführenden  keine  Parteientschädigung  zuzuspre-
chen ist, da sie nicht anwaltlich vertreten sind und ihnen auch sonst keine unver-
hältnismässig  hohen  Kosten  entstanden  sind  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  i.V.m. 
Art. 7 ff.VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung des 

Bundesamtes für Energie (BFE) vom 10. Juni 2005 wird aufgehoben.

2. Es wird festgestellt, dass

a)  das  BFE nicht  zuständig  ist,  über  das  Plangenehmigungsgesuch  der 
ATEL Netz AG vom 29. Januar 2004 für den Einbau einer Gemeinschafts-
mobilfunkantenne auf dem Hochspannungsmast Nr. 303 auf der 380 kV-
Leitung Gösgen-Mettlen in der Gemeinde Bottenwil AG zu befinden,

b) es Orange, Sunrise und Swisscom freigestellt  ist, bei der zuständigen 
kantonalen  Behörde  ein  neues  Baugesuch  für  die  Gemeinschaftsanten-
nenanlage einzureichen.

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. Den Beschwerdeführenden wird der von ihnen geleistete Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 1'500.- zurückerstattet. Hierzu haben sie dem Bundes-
verwaltungsgericht ihre Kontonummer anzugeben.

5. Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen.

6. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- den Beschwerdeführenden (mit Gerichtsurkunde)

- der Beschwerdegegnerin (mit Gerichtsurkunde)

- den Beigeladenen 1 und 2 (mit Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 148.0054; eingeschrieben)

- dem GS UVEK (mit Gerichtsurkunde)

7. Dieses Urteil geht zur Kenntnis an:

- das BAFU

- das ARE

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Marianne Ryter Sauvant Michelle Eichenberger

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen  dieses  Urteil  kann  innert  30  Tagen  seit  Eröffnung  beim  Bundesgericht  in 
Lausanne Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  erhoben werden.  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begrün-
dung mit  Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu enthalten. Sie muss späte-
stens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen 
der  Schweizerischen  Post  oder  einer  schweizerischen  diplomatischen  oder  konsula-
rischen Vertretung übergeben werden (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 des Bundesgesetzes 
über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]).

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