# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 128b1e9f-17b4-5465-a4b6-8b0537cd06e9
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 19.01.2026 SBK.2025.312
**Docket/Reference:** SBK.2025.312
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-312_2026-01-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.312  
(STA.2025.10139)  

Art. 23 

 

 

Entscheid vom 19. Januar 2026 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Groebli Arioli 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, […]  

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 24. Oktober 2025 

betreffend Abweisung des Gesuchs um amtliche Verteidigung 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führt gegen A._____ (fortan: Be-

schwerdeführer) ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Diebstahls 

eines E-Trottinetts zum Nachteil von B._____ am 24. Juni 2025 in Lenz-

burg.  

 

2. 

2.1. 

Am 23. September 2025 (Datum Poststempel) beantragte der Beschwer-

deführer die Bestellung einer amtlichen Verteidigung sowie die Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege.  

 

2.2. 

Mit Schreiben vom 29. September 2025 forderte die Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau den Beschwerdeführer auf, Belege zu seiner finanziellen 

Situation und zu seiner gesundheitlichen Verfassung einzureichen.  

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2025 (Eingangsdatum) reichte der Beschwer-

deführer verschiedene Unterlagen ein.  

 

2.4. 

Mit Verfügung vom 24. Oktober 2025 wies die Staatsanwaltschaft Lenz-

burg-Aarau das Gesuch um Anordnung einer amtlichen Verteidigung ab.  

 

3. 

3.1. 

Der Beschwerdeführer erhob gegen die ihm am 25. Oktober 2025 zuge-

stellte Verfügung am 3. November 2025 Beschwerde. Er beantragte die 

Aufhebung der Verfügung vom 24. Oktober 2025 und die Gewährung der 

amtlichen Verteidigung. 

 

3.2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. November 2025 beantragte die Staatsan-

waltschaft Lenzburg-Aarau die Abweisung der Beschwerde unter Kosten-

folge.  

 

3.3. 

Der Beschwerdeführer reichte am 3. Dezember 2025 eine Stellungnahme 

ein.  

 

 

  

 - 3 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft sind ge-

mäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit Beschwerde anfechtbar. Nachdem 

keine Beschwerdeausschlussgründe i.S.v. Art. 394 StPO bestehen, ist die 

Beschwerde zulässig. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt 

und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die frist- und formgerecht 

erhobene Beschwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) ist 

somit einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschwerdeführer begründete sein Gesuch um amtliche Verteidigung 

damit, er sei IV-Bezüger und aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung 

nicht in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Aufgrund seiner psychischen 

Verfassung sei es ihm nicht möglich, die erforderlichen rechtlichen Schritte 

eigenständig vorzunehmen. Er verfüge nicht über ausreichende finanzielle 

Mittel, um die Kosten eines Rechtsanwalts zu tragen.  

 

2.2. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wies das Gesuch um amtliche Ver-

teidigung mit der Begründung ab, die Voraussetzungen der notwendigen 

Verteidigung seien vorliegend offensichtlich nicht gegeben. Dem Be-

schwerdeführer drohe eine bedingte Geldstrafe von weniger als 120 Ta-

gessätzen. Damit liege ein Bagatellfall vor. Die vom Beschwerdeführer vor-

gebrachten gesundheitlichen Beschwerden seien nicht derart gravierend, 

dass er nicht in der Lage wäre, seine Verteidigung selbst wahrzunehmen. 

Gemäss der ärztlichen Bescheinigung würden dem Beschwerdeführer le-

diglich Einvernahmen mit mehreren Beamten Schwierigkeiten bereiten. 

Eine solche Einvernahme sei jedoch nicht geplant. Es lägen weder tatsäch-

liche noch rechtliche Schwierigkeiten vor, denen der Beschwerdeführer 

nicht gewachsen wäre. Eine Prüfung der finanziellen Situation erübrige sich 

damit und das Gesuch sei abzuweisen.  

 

2.3. 

Der Beschwerdeführer macht im Beschwerdeverfahren geltend, er leide an 

einer posttraumatischen Belastungsstörung infolge schwerer Misshandlun-

gen durch Polizeibeamte im Ausland. Sein Arzt habe bestätigt, dass er 

Flashbacks erleiden könne, emotional blockiert oder gelähmt reagiere und 

nicht in der Lage sei, sich adäquat zu verteidigen. Eine anwaltliche Beglei-

tung sei damit aus medizinischer Sicht zwingend erforderlich. Die Staats-

anwaltschaft Lenzburg-Aarau sei nicht in der Lage, seine psychischen Be-

schwerden zu beurteilen. Aufgrund seiner Vorerfahrungen mit Polizeige-

walt sei es ihm unmöglich, sich ohne juristischen Beistand in einem 

 - 4 - 

 

 

Strafverfahren zu verteidigen. Im Weiteren macht der Beschwerdeführer 

Ausführungen zur Sache und bestreitet, das Trottinett gestohlen zu haben.  

 

2.4. 

2.4.1. 

Die beschuldigte Person muss unter anderem verteidigt werden, wenn die 

Untersuchungshaft einschliesslich einer vorläufigen Festnahme mehr als 

10 Tage gedauert hat (Art. 130 lit. a StPO), wenn ihr eine Freiheitsstrafe 

von mehr als einem Jahr, eine freiheitsentziehende Massnahme oder eine 

Landesverweisung droht (Art. 130 lit. b StPO) oder wenn sie wegen ihres 

körperlichen oder geistigen Zustandes oder aus anderen Gründen ihre Ver-

fahrensinteressen nicht ausreichend wahren kann und die gesetzliche Ver-

tretung dazu nicht in der Lage ist (Art. 130 lit. c StPO). Sind die Vorausset-

zungen notwendiger Verteidigung bei Einleitung des Vorverfahrens erfüllt, 

so ist die Verteidigung vor der ersten Einvernahme sicherzustellen, welche 

die Staatsanwaltschaft oder in deren Auftrag die Polizei durchführt (Art. 131 

Abs. 2 StPO). 

 

2.4.2. 

Die Voraussetzungen von Art. 130 StPO sind vorliegend nicht erfüllt. Der 

Beschwerdeführer beruft sich denn auch nicht darauf, dass ein Fall notwen-

diger Verteidigung vorläge. Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzu-

weisen, dass die psychischen Probleme des Beschwerdeführers offen-

sichtlich nicht zu einer derartigen Beeinträchtigung führen, dass er seine 

Verfahrensinteressen nicht selbst wahren könnte. Darauf lassen jedenfalls 

seine klar und strukturiert abgefassten Eingaben im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren schliessen.  

 

2.5. 

2.5.1. 

Liegt – wie vorliegend – kein Fall notwendiger Verteidigung gemäss 

Art. 130 StPO vor, ordnet die Verfahrensleitung eine amtliche Verteidigung 

an, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mittel ver-

fügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist 

(Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Zur Wahrung der Interessen der beschuldigten 

Person ist die Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht um ei-

nen Bagatellfall handelt und (kumulativ) der Straffall in tatsächlicher oder 

rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen die beschuldigte Person 

allein nicht gewachsen wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO). Ein Bagatellfall liegt 

jedenfalls dann nicht vor, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als vier Mo-

naten oder eine Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen zu erwarten ist 

(Art. 132 Abs. 3 StPO). 

 

Wie sich aus dem Gesetzeswortlaut ("jedenfalls dann nicht") ergibt, sind 

die Nicht-Bagatellfälle (vom Bundesgericht auch als "relativ schwer" be-

zeichnet, vgl. BGE 143 I 164 E. 3.5) nicht auf die in Art. 132 Abs. 3 StPO 

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beispielhaft genannten Fälle beschränkt. Bei der Prüfung, ob eine amtliche 

Verteidigung sachlich geboten ist, sind die konkreten Umstände des Ein-

zelfalls zu berücksichtigen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung kommt es bei der Frage, welche Sanktion der beschuldigten Person 

droht, nicht auf die abstrakte Strafobergrenze an, sondern auf die konkrete 

Sanktion, mit der die beschuldigte Person im Falle einer Anklageerhebung 

und Verurteilung zu rechnen hat (vgl. BGE 124 I 185 E. 2c). Falls das in 

Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposition der be-

troffenen Person eingreift, ist die Bestellung eines amtlichen Rechtsvertre-

ters grundsätzlich geboten. Droht zwar ein erheblicher, nicht aber ein be-

sonders schwerer Eingriff, müssen zur relativen Schwere des Eingriffs be-

sondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen 

die betroffene Person – auf sich allein gestellt – nicht gewachsen wäre. 

 

2.5.2. 

Gemäss der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau droht dem Beschwerde-

führer eine Strafe von weniger als 120 Tagessätzen Geldstrafe bedingt, 

womit es sich um einen Bagatellfall handelt. Der Fall weist keine tatsächli-

chen Schwierigkeiten auf. Der Sachverhalt (Diebstahl eines E-Trottinetts) 

ist nicht komplex. Auch sind – zumindest beim derzeit nicht weit fortge-

schrittenen Verfahrensstand – noch keine komplexen rechtlichen Frage-

stellungen absehbar. Der Beschwerdeführer führt einzig ins Feld, es wür-

den bei ihm aufgrund seiner psychischen Verfassung besondere Umstände 

vorliegen. Er legt eine ärztliche Bescheinigung von Dr. C._____, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. Oktober 2025, vor. Darin 

wird ausgeführt, der Beschwerdeführer leide an einer posttraumatischen 

Belastungsstörung. Er und seine Partnerin seinen im Jahr 2022 in Ungarn 

durch dortige Polizeikräfte inhaftiert, gefoltert und seine Partnerin verge-

waltigt worden, was traumatisch gewesen sei. Beide seien seither arbeits-

unfähig. Aufgrund dessen könne es vorkommen, dass der Beschwerdefüh-

rer bei einer Vernehmung, in der er allein mehreren Beamten gegenüber-

treten müsse, Flashbacks erlebe. Aus ärztlich-psychiatrischer Sicht sei eine 

anwaltliche Begleitung erforderlich. Wie bereits die Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau zutreffend ausgeführt hat, ist nicht absehbar, dass der Be-

schwerdeführer mehreren Polizeibeamten allein wird gegenübertreten 

müssen. Zudem legt der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an die Be-

schwerdekammer in Strafsachen seine Sicht der Dinge in Bezug auf das 

vorgeworfene Delikt ausführlich und klar dar. Es ist nicht erkennbar, wes-

halb er diese Angaben nicht auch gegenüber der Polizei oder der Staats-

anwaltschaft Lenzburg-Aarau machen könnte. Somit sind auch keine in der 

Person des Beschwerdeführers liegenden Gründe ersichtlich, die eine amt-

liche Verteidigung als geboten erscheinen lassen würden.  

 

2.5.3. 

Zusammengefasst ist eine amtliche Verteidigung zur Wahrung der Interes-

sen des Beschwerdeführers nicht geboten. Die Voraussetzungen für die 

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Bewilligung einer amtlichen Verteidigung sind folglich nicht erfüllt, weshalb 

die Frage der Mittellosigkeit des Beschwerdeführers offenbleiben kann und 

die Beschwerde abzuweisen ist.  

 

3. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem unter-

liegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Eine 

Entschädigung ist ihm nicht auszurichten. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 800.00 und den Auslagen von Fr. 50.00, zusammen 

Fr. 850.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

  

 - 7 - 

 

 

   

Aarau, 19. Januar 2026 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Groebli Arioli