# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25dc5ea2-d800-52ca-acbd-33ab2e8772e9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.08.2015 200 2014 830
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-830_2015-08-18.pdf

## Full Text

200 14 830 IV
SCP/ABE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. August 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Oktober 2012 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zur Früherfassung und im April 2013 zum Leistungsbezug an 
(Antwortbeilage [AB] 1, 5). Die IVB tätigte diverse Abklärungen (AB 9 ff.); 
eine arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung (AMA) in der C.________ 
wurde am Eintrittstag abgebrochen (AB 39/3), worauf die IVB eine Begut-
achtung in einer Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) veranlasste 
(Expertise vom 23. April 2014 [AB 48.1]). Nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (AB 50 ff.) verneinte sie mit Verfügung vom 31. Juli 2014 
(AB 60) einen Rentenanspruch (IV-Grad: 19%). 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 11. September 2014 Beschwerde. Er beantragt die kos-
tenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zusprechung der 
gesetzlichen Leistungen und die Anordnung einer AMA.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2014 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Weitere Unterlagen zur Beschwerde gingen am 28. Oktober 2014 ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 3

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Juli 2014 (AB 60). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Renten-
leistungen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers lässt 
sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen: 

3.1.1 Im Austrittsbericht der Klinik D.________ vom 3. Juli 2012 (AB 9/10) 
wurden psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (Abhängig-
keitssyndrom) diagnostiziert. Im Vorfeld der Behandlung sei der Patient in 
stark angetrunkenem Zustand angefahren worden. Gegenüber therapeuti-
schen Interventionen in Bezug auf die Alkoholabhängigkeit habe sich eine 
passiv-ablehnende Haltung gezeigt; es bestehe auch eine bedingte Krank-
heitseinsicht, die zu grossen Teilen auch auf das wenig vorhandene kultu-
relle Verständnis zurückzuführen sei.

3.1.2 Im Austrittsbericht vom 9. April 2013 des Spitals E.________ (AB 
9/7) wurden als Diagnosen festgehalten: Nicht konklusive epileptische Akti-
vität, Alkoholabhängigkeitssyndrom, Diabetes mellitus Typ 2, aetyltoxische 
Leberzirrhose, Dyslipidämie. Der Patient sei auf dem Notfall vorstellig ge-
worden mit einer fraglichen kurzen Absenz im Tram. Gemäss der Ehefrau 

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komme es immer wieder zu kurzen Episoden von leichter Bewusstseinstrü-
bung mit Sprachschwierigkeiten. Im Schädel-CT (AB 30/2) hätten sich kei-
ne Auffälligkeiten gezeigt.

3.1.3 Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, nannte im Bericht vom 3. Mai 2013 (AB 9/2) folgende Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: St. n. Alkoholabhängigkeiten, Verdacht 
auf neurodegenerative Erkrankung. Seit Mai 2012 bestehe eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit. Der Patient könne sich nicht konzentrieren. Eventuell 
sei eine geschützte Beschäftigung in einer … möglich.

3.1.4 Im MEDAS-Gutachten vom 23. April 2014 (AB 48.1) wurden inter-
disziplinär folgende Diagnosen festgehalten (S. 45): 

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Epilepsie, wahrscheinlich sekundär generalisiert
• DD posttraumatisch / bei Alkoholabusus / familiär

2. St. n. Commotio cerebri 08.04.2012
• mögliche posttraumatische Cephalea mit möglicher migräniformer Teilkom-

ponente
3. Chronisches Schmerzsyndrom rechte Schulter

• Peritendinose mit intermittierendem Impingement
• Status nach Schulterkontusion 2012 nach Sturz
• endgradig eingeschränkte Funktion

4. Schmerzsyndrom linkes Knie
• beginnende Gonarthrose
• Status nach Arthroskopie mit medialer und lateraler Meniscusglättung, parti-

elle Synovectomie, Glättung von femoralen und patellären Knorpeldegene-
rationen, Pridie-Microfrakturierung femoral-medial (18.10.2012)

• klinisch zufriedenstellendes Ergebnis ohne Funktionsstörung
5. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom

• keine Funktionsstörungen und keine Radikulopathien

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

6. Schuppiges, grossflächiges Exanthem linker lateraler Unterschenkel (DD 
Neurodermitis)

7. Intermittierendes HWS-betontes myofasziales Schmerzsyndrom
• schulter-nackenmuskuläre Dysbalance

8. Klinisch beginnende Femoro-Patellararthrose rechts
• Status nach Kniearthroskopie links mit Meniskusglättung medial und lateral, 

partieller Synovektomie und Hoffa Resektion, Entfernung einer Plica media-
lis und freier Gelenkkörper sowie Glättung der femoralen und patellären 
Knorpeldegenerationen und Mikrofrakturierungen femoral medial am 
18.10.2012 wegen Gonarthrose und Retropatellararthrose mit ostechondra-
len Läsionen links

9. Status nach Alkoholabusus (ICD-10 F10.20)
10. Bildmorphologisch mässige Grosshirnatrophie unklarer Aetiologie 

(CT 23.04.2012 / MRT 07.05.2012)
• im Verlauf bisher ohne Progression (CT 03.04.2013)

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Im psychiatrischen Teilgutachten vom 25. März 2014 (AB 48.4) hielt Dr. 
med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, fest, 
der Explorand wirke kognitiv nicht wesentlich beeinträchtigt. Hinweise auf 
eine psychiatrische Störung würden sich nicht finden lassen, insbesondere 
nicht auf eine affektive oder eine Angststörung. Es zeigten sich auch keine 
Hinweise auf eine sekundäre Wesensveränderung oder weitere gravieren-
de sekundäre Persönlichkeitsauffälligkeiten durch den Alkoholüberkonsum. 
Es könne somit aus rein psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit begründet werden. Eine einfach strukturierte Tätigkeit sei in 
vollem Umfang möglich (S. 6). 

Im neurologischen Teilgutachten vom 26. März 2014 (AB 48.3) legte 
Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie FMH, dar, es bestehe ein 
Zustand nach Schädelhirntrauma mit Commotio cerebri vom 8. April 2012, 
eine wahrscheinlich posttraumatische Epilepsie (differentialdiagnostisch 
zusätzlich alkoholtoxische Genese) sowie ein Zustand nach übermässigem 
Alkoholgebrauch. Die Epilepsie sei unter Keppra zurzeit gut eingestellt. Der 
Alkoholmissbrauch sei – soweit man dies aus den Akten und den Angaben 
des Exploranden entnehmen könne – zurzeit sistiert (S. 11). Die im An-
schluss an das Schädelhirntrauma vorgelegene Gang- und Extremitäten-
ataxie könne heute nicht mehr nachgewiesen werden. Auch anderweitige 
Alkoholfolgeerscheinungen (Polyneuropathie, cerebelläre Funktionsstörung 
oder Störungen der Blickmotorik) könnten nicht objektiviert werden. Wegen 
der Epilepsie seien Arbeiten zu vermeiden, die mit einer potentiellen 
Selbst- und/oder Fremdgefährdung einhergehen (insbesondere Arbeiten 
mit Chauffeurtätigkeit, an potentiell gefährdenden Maschinen, mit Absturz-
gefahr oder unregelmässigem Schlaf-Wach-Rhythmus). Die angestammte 
Tätigkeit als … müsse teilweise als ungünstig bezeichnet werden (Ver-
brühungsgefahr bei epileptischem Anfall; S. 12). Für alle anderweitig ange-
passten Tätigkeiten bestehe aus rein somatisch-neurologischer Sicht keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die beklagten Kopfschmerzen und 
damit einhergehenden Schwindelbeschwerden würden aufgrund der Akten-
lage und der eigenen Untersuchung keine relevante Einschränkung be-
gründen. Da differentialdiagnostisch aufgrund der Anamnese eine 
posttraumatische Cephalea möglich sei, könne im Zweifelsfall eine diesbe-
zügliche Leistungseinschränkung von 10% eingeräumt werden (S. 13). 

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Im orthopädischen Teilgutachten vom 26. März 2014 (AB 48.5) kam Dr. 
med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, zum Schluss, aufgrund der Impingement-
Problematik der rechten Schulter, der Kniegelenksarthrose links und der 
lumbovertebralen Beschwerden seien schwere körperliche Arbeiten mit 
Heben von Lasten über 10 kg nicht mehr zumutbar, die mit repetitivem 
Überkopf-Arbeiten oder mit Arbeiten in der Hocke und mit Bücken einher-
gingen. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die teils sitzend, teils stehend 
auf Brustkorbhöhe und ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule ausgeführt 
würden, seien dagegen vollschichtig möglich (S. 7). 

Im neuropsychologischen Teilgutachten vom 31. März 2014 (AB 48.6) führ-
te lic.phil. J.________, Neuropsychologe und Psychotherapeut FSP, aus, 
der Explorand habe klinisch, im Gespräch und im allgemeinen Verhalten 
keinerlei kognitive, sprachliche und/oder mnestische Auffälligkeiten gezeigt 
(S. 9). Eine eindeutige bzw. gesicherte neuropsychologische Diagnose 
lasse sich unter der nur teilweise gewährleisteten Authentizität der neuro-
psychologischen Befunde nicht stellen. Das dennoch erfassbare,
insgesamt kohärente neuropsychologische Befundbild lasse per se
bifrontotemporale Hirnfunktionsstörungen mit insbesondere einer Beein-
trächtigung visuell-räumlicher/-exploratorischer Aufmerksamkeitsfunktionen 
und der kognitiven Umstellfähigkeit/Flexibilität vermuten (S. 10). Indessen 
würden sich diese neuropsychologischen Funktionsstörungen nicht zuver-
lässig quantifizieren lassen. Der klinische Eindruck und die anamnestisch 
gesicherte lebensalltägliche Selbstständigkeit sprächen klar gegen das 
Vorliegen einer (auch nur leichten) Demenz, welcher Ätiologie auch immer. 
Aufgrund der ungenügend gesicherten Authentizität der neuropsychologi-
schen Befundlage sei die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf klinischer und 
allgemein anamnestischer Grundlage vorzunehmen. Eine vermehrte men-
tale Ermüdbarkeit bestehe im Lebensalltag nicht; eine solche lasse sich 
auch klinisch im Rahmen der insgesamt etwa 5-stündigen neuropsycholo-
gischen Untersuchung nicht beobachten. Für einfache Verweistätigkei-
ten/Hilfsarbeiten im derzeitigen Betätigungsfeld wie auch für die frühere 
Hilfstätigkeit im … beständen von neuropsychologischer Seite keine Ein-
schränkungen in der Arbeitsfähigkeit (S. 11).

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Im rheumatologischen Teilgutachten vom 31. März 2014 (AB 48.7) legt Dr. 
med. K.________, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physikalische 
Medizin und Rehabilitation FMH, dar, aus rein rheumatologischer Sicht 
lägen keine Befunde vor, die in der aktuellen Tätigkeit eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit begründen könnten (S. 8). Bezüglich einer alternativen 
Tätigkeit sei darauf hinzuweisen, dass keine Arbeit mit spezifischer Belas-
tung der Schmerzregionen gesucht werden sollte; ansonsten beständen 
keine Einschränkungen (S. 9). 

Aus gesamtmedizinischer Sicht seien leichte bis intermittierend mittel-
schwere Tätigkeiten unter Berücksichtigung der genannten Einschränkun-
gen vollschichtig zumutbar mit einer Leistungseinschränkung von 10% 
(AB 48.1/51).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

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3.3 Die MEDAS-Expertise vom 23. April 2014 (AB 48.1) erfüllt die An-
forderungen der Rechtsprechung (E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Sie beruht 
auf einlässlichen Untersuchungen, wurde unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden, unter Beizug eines Dolmetschers sowie in Kenntnis 
der Vorakten erstattet. In der Darlegung der medizinischen Situation ist sie 
widerspruchsfrei und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begrün-
det. Es finden sich weder Hinweise für eine Unrichtigkeit des Gutachtens 
noch Anhaltspunkte, die gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung spre-
chen. Sodann waren sämtliche aufgrund der geltend gemachten Beein-
trächtigungen in Frage kommenden medizinischen Fachrichtungen daran 
beteiligt. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

3.3.1 In Bezug auf die vom Beschwerdeführer geäusserte Kritik an der 
neuropsychologischen Einschätzung ist Folgendes festzuhalten: Zunächst 
legte der Gutachter – entgegen der Darstellung in der Beschwerde (S. 4) – 
sehr wohl dar, welche Tests durchgeführt wurden und wie die Ergebnisse 
ausgefallen sind (AB 48.6/5 ff.). Während in der klinischen Untersuchung, 
im Gespräch und im allgemeinen Verhalten keinerlei kognitive, sprachliche 
und/oder mnestische Auffälligkeiten ersichtlich waren, ergaben sich in den 
Tests Anzeichen für wechselnde, inkonstante Leistungen (AB 48.6/9 f.). Die 
Zweifel an einer konstanten Leistungsbereitschaft hat der Gutachter
sodann durchaus begründet: Bei Aufgabestellungen, die dem Beschwerde-
führer zu schwer erschienen seien bzw. die er nicht auf Anhieb umzusetzen 
gewusst habe, habe er indifferent „drauflos“ geraten (AB 48.6/10). Diese 
Erklärung wird denn auch durch ein auffälliges Abschneiden in einem Sym-
ptomvalidierungstest und das Nichterfüllen weiterer, verdeckter Validie-
rungskriterien untermauert (AB 48.6/10). Insofern ist ohne weiteres 
nachvollziehbar, dass die Authentizität der neuropsychologischen Befunde 
nur als teilweise gewährleistet erachtet wurde (AB 48.6/10) bzw. das wahre 
Ausmass der Funktionsstörungen nicht mit ausreichender Gewähr beurteilt 
werden konnte (AB 48.6/9). Dass der Neuropsychologe die Arbeitsfähigkeit 
deshalb (auch) auf klinischer und anamnestischer Grundlage eingeschätzt 
hat (AB 48.6/11), ist somit nicht zu beanstanden. Von einer willkürlichen 
Beurteilung (Beschwerde, S. 4 unten) kann jedenfalls nicht gesprochen 
werden.

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3.3.2 Soweit sich der Beschwerdeführer auf eine Frontallappendegenera-
tion beruft (Beschwerde, S. 4 unten), ist festzustellen, dass eine solche 
Diagnose weder früher noch aktuell im Raum stand bzw. steht. Vielmehr 
wurde bildmorphologisch eine leichte bifronto-parieto-temporale Grosshirn-
atrophie (MRI) bzw. eine generalisierte und temporoparietale Atrophie (CT) 
festgestellt (vgl. AB 35/5, bei Ziff. 1 und 2). Da somit nicht spezifisch der 
Frontallappen, sondern auch andere Bereiche des Grosshirns von der 
(leichten) Atrophie betroffen sind, mithin ein generalisierter Hirnschwund 
vorliegt, ist dem Einwand, der Gutachter habe medizinische Zusammen-
hänge übersehen (Beschwerde, S. 4 f. mit Hinweis auf Beschwerdebeilage 
[BB] 6), die Grundlage entzogen, zumal die anwaltlich vorgetragene Kritik 
durch keinen einzigen Arztbericht gestützt wird. Angesichts der Tatsache, 
dass für den entsprechenden radiologischen Befund kein klinisches Korre-
lat besteht (AB 48.3/11), ist die Einschätzung der Gutachter, die Grosshirn-
atrophie habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 48.1/46), ohne 
weiteres nachvollziehbar.

3.3.3 Was die Ursache der Epilepsie anbelangt, ist sodann festzustellen, 
dass sich die Gutachter – entgegen der Auffassung in der Beschwerde 
(S. 4 f.) – mit dieser Frage ausführlich auseinandergesetzt haben. So legte 
der Neurologe dar, dass neben der (aufgrund des zeitlichen Konnexes mit 
dem Schädelhirntrauma [2012]) naheliegenden posttraumatischen Genese 
differentialdiagnostisch auch ein Zusammenhang mit der Alkoholintoxikati-
on bzw. dem Entzug (AB 48.3/9) sowie eine familiäre Disposition (AB 
48.3/10) in Betracht gezogen werden müssten. Daraus, dass eine (hier 
nicht diagnostizierte) Frontallappendegeneration (ganz generell) epilepti-
sche Anfälle auslösen kann (vgl. BB 6), vermag der Beschwerdeführer 
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Seine Epilepsie ist – unabhängig ihrer 
Genese – medikamentös gut eingestellt (AB 48.3/11). Das anlässlich der 
Begutachtung durchgeführte Elektroenzephalogramm (EEG) war denn 
auch nur leicht pathologisch und fiel ohne Epilepsie-beweisende Potentiale 
aus (AB 48.3/9). Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Gutachter der 
Epilepsie im Rahmen einer angepassten Tätigkeit keinen Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit zugeschrieben haben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 11

3.3.4 Weiter ist festzustellen, dass sich die früher im Raum gestandene 
Verdachtsdiagnose einer neurodegenerativen Hirnerkrankung (vgl. AB 9/2, 
9/12, 35/6) nicht bestätigen liess. Der neurologische Gutachter führte nach-
vollziehbar aus, der klinische Verlauf der somatisch-neurologischen Sym-
ptomatik mit regredienter Gang- und Koordinationsstörung spreche gegen 
eine neurodegenerative Erkrankung. Auch anlässlich der Begutachtung 
zeigte sich ein unauffälliger Befund; der Neurologe verneinte insbesondere 
eine Ataxie sowie anderweitige auf eine Erkrankung des Zentralnervensys-
tems hinweisende Befunde. Ausserdem war die Grosshirnatrophie im Ver-
gleich zur Voruntersuchung nicht progredient, sondern stationär 
(AB 48.3/11; vgl. bereits AB 14/5).

3.3.5 Schliesslich ist mit Blick auf neuropsychologische Abklärungen dar-
auf hinzuweisen, dass nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung neu-
ropsychologische Testresultate durchaus bedeutsam sein können, allein 
jedoch nicht ausreichen, um Diagnosen zu stellen und die Arbeitsfähigkeit 
zu beurteilen. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse sind im 
Rahmen einer gesamthaften Beweiswürdigung nur insoweit bedeutsam, als 
sie überprüf- und nachvollziehbar sind und sich in die anderen (interdiszi-
plinären) Abklärungsergebnisse – welche der Beschwerdeführer zu Recht 
nicht in Zweifel zieht – schlüssig einfügen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 340; 
RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316, U 160/98 E. 3; Urteil des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht], I 542/05 vom 17. No-
vember 2006, E. 4.1). Vorliegend bestehen aus psychiatrischer Sicht keine 
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit (AB 48.4/6). Dagegen räumt der 
neurologische Gutachter differenzialdiagnostisch die Möglichkeit posttrau-
matischer Cephalea ein, woraus sich „im Zweifelsfall“ eine Leistungsein-
schränkung von 10% ableiten lasse (AB 48.3/13). Diese – auf der 
Anamnese beruhende (vgl. AB 48.3/13) – Leistungseinschränkung erweist 
sich insoweit als wohlwollend, als den beklagten Kopfschmerzen und 
Schwindelbeschwerden fragliche Alltagsrelevanz beigemessen wird und 
diese aufgrund der neurologischen Untersuchung eine relevante Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit nicht zu begründen vermögen (AB 48.1/49, 
48.3/13).

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3.3.6 Die nach Verfügungserlass zuhanden des Rechtsvertreters des Be-
schwerdeführers erstatteten Berichte der Hausärztin vom 1. September 
und 23. Oktober 2014 (BB 7, 10) vermögen die breit abgestützten Aussa-
gen des beweiskräftigen MEDAS-Gutachtens nicht in Frage zu stellen. 
Wenn Dr. med. F.________ den Beschwerdeführer für äusserst unselbst-
ständig, abhängig von seiner Ehefrau und Tochter, hilflos und vollständig 
arbeitsunfähig hält (BB 10), stellt sie dabei auf das von ihm im Rahmen 
einer Selbstlimitierung zu Hause gelebte Verhalten ab, mit welchem er 
womöglich einen Krankheitsgewinn erzielt. Ihrer Einschätzung widerspre-
chen nicht nur die anlässlich der verschiedenen Begutachtungen gewon-
nen Erhebungen und Erkenntnisse (z.B. erfolgreicher Zwischenabschluss 
Deutschkurs [AB 48.3/5], fragliche Alltagsrelevanz der Kopfschmerzen und 
Schwindelbeschwerden [AB 48.3/13], unauffällige Merkfähigkeit [AB 
48.6/7], anamnestisch gesicherte lebensalltägliche Selbstständigkeit, keine 
vermehrte mentale Ermüdbarkeit, weder im Lebensalltag noch in der ca. 5-
stündigen Untersuchung [AB 48.6/11]), sondern auch die Beobachtungen 
im Rahmen von Beschäftigungs- und Integrations-/Förderprogrammen 
(AB 25/3; BB 4 [dazu vgl. auch E. 3.4 hiernach]). Die unterschiedliche Na-
tur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einer-
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen 
Experten anderseits lässt es nicht zu, ein Administrativgutachten stets in 
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn 
behandelnde Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Da die 
Hausärztin keine Aspekte benannte, die im Rahmen der Begutachtung un-
erkannt oder ungewürdigt geblieben sind, muss es damit sein Bewenden 
haben (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

3.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei eine neuerliche 
AMA durchzuführen (Beschwerde, S. 6), verkennt er, dass der Zweck der 
ursprünglich vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) empfohlenen AMA 
darin lag, das Zumutbarkeitsprofil zu bestimmen (AB 14/7). Nachdem in der 
Folge jedoch eine umfassende polydisziplinäre Abklärung erfolgt und in 
diesem Rahmen ein medizinisch-theoretisches Zumutbarkeitsprofil für an-
gepasste Tätigkeiten formuliert worden ist (AB 48), besteht diesbezüglich 
kein weiterer Abklärungsbedarf mehr.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 13

Die Einschätzung der Integrationsberaterin im vom Sozialdienst vermittel-
ten Arbeitseinsatz ändert daran nichts. Zum einen geht aus dem entspre-
chenden Zwischenbericht vom 22. August 2014 (BB 4) hervor, dass der 
Beschwerdeführer während seines ersten Einsatzes (ab Oktober 2013) 
sehr zuverlässig und ohne Absenzen gearbeitet hat. Dass er am neuen 
Einsatzort (ab März 2014) vermehrt abwesend bzw. überfordert war und 
gesundheitliche Probleme beklagte, hängt mit den dort ausgeübten Arbei-
ten zusammen. Da Arbeiten in gebückter Haltung nicht mehr zumutbar sind 
(AB 48.5/7), ist ohne weiteres nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer 
Rückenprobleme hatte, nachdem er die … ein- und ausräumte (vgl. BB 4 
unten). So deckt sich denn auch die Einschätzung der Integrationsberate-
rin, es sei „sehr schwierig“, dass der Beschwerdeführer „in der … im ersten 
Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen“ (BB 4, S. 2) könne, mit derjenigen der 
Gutachter, wurde die angestammte Tätigkeit als … doch explizit „teilweise 
als ungünstig“ (AB 48.3/12) erachtet. Dies ändert jedoch nichts daran, dass 
eine leidensangepasste Tätigkeit – zu welchen diejenige in der … insbe-
sondere wegen der Notwendigkeit, schwere Gegenstände (… usw.) zu 
tragen und aufgrund der Gefahren im Zusammenhang mit der Epilepsie 
(AB 48.3/12) nicht gehört – zumutbar ist. Da die zugewiesenen Arbeiten 
somit nicht dem Zumutbarkeitsprofil entsprachen, lassen sich aus dem ent-
sprechenden Bericht (BB 4) keine verwertbaren Rückschlüsse ziehen, zu-
mal die abschliessende Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit 
ohnehin den medizinischen Fachpersonen obliegt (Entscheid des Bundes-
gerichts [BGer] vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2).

3.5 Nach dem Ausgeführten ist auf das von den MEDAS-Gutachtern 
formulierte medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil abzustellen. Mit 
Bezug auf eine den intellektuellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers ent-
sprechende, d.h. ihn nicht überfordernde Tätigkeit, wobei es sich um einfa-
che und repetitive Hilfsarbeiten handelt, ist grundsätzlich von einer vollen 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Ob die von den Gutachtern 
zugestandene Leistungseinschränkung von 10% (AB 48.1/51) im Rahmen 
des Zumutbarkeitsprofils oder bei der Verwertung der Arbeitsfähigkeit im 
Rahmen eines Abzugs vom Tabellenlohn zu berücksichtigen ist, kann da-
bei offen bleiben (vgl. E. 4.2.2 hiernach).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 14

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Ver-
hältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare 
Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und 
Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn abzustellen (BGE 139 V 28 
E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh-
ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 15

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab-
zug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 
S. 301; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Da die Früherfassung (2012 [AB 1]) keine Geltendmachung eines 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG darstellt (vgl. Art. 3c Abs. 6 
IVG), ist für die Bestimmung des frühestmöglichen Rentenbeginns (Art. 29 
Abs. 1 IVG) auf die Anmeldung zum Leistungsbezug (2013 [AB 5]) abzu-
stellen. Massgebend sind folglich die Lohndaten pro 2013.

4.2.1 Ohne Gesundheitsschaden wäre der Beschwerdeführer überwie-
gend wahrscheinlich weiterhin als … tätig. Da er seine angestammte Tätig-
keit aus invaliditätsfremden Gründen verloren hat (AB 25/5, 48.4/4), sind 
zur Ermittlung des Valideneinkommens statistische Durchschnittswerte 
heranzuziehen. Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2012, Ziff. 55-56 (Gast-
gewerbe/Beherbergung und Gastronomie), Kompetenzniveau 1, Männer, 
aufgerechnet auf ein Jahr und angepasst an die durchschnittliche wöchent-
liche Arbeitszeit (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Ziff. 56 [www.bfs.admin.ch]) sowie an die Nominallohnentwicklung per 2013 
(Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, Sparte I [www.bfs.admin.ch]) 
resultiert pro 2013 ein Lohn von Fr. 47‘658.85 (Fr. 3‘730.-- x 12 / 40 x 42.3 : 
101.9 x 102.6).

4.2.2 Da der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist 
auch das Invalideneinkommen hypothetisch, d.h. auf der Basis der LSE, zu 
ermitteln. Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2012, Männer, Kompetenzni-
veau 1, Wert „Total“, aufgerechnet auf ein Jahr und angepasst an die 
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit (Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, Abschnitt A-S, Total [www.bfs.admin.ch]) sowie an 
die Nominallohnentwicklung per 2013 (Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, 
Männer, Total [www.bfs.admin.ch]) resultiert pro 2013 ein Lohn von 
Fr. 65‘689.80 (Fr. 5‘210.-- x 12 / 40 x 41.7 : 101.7 x 102.5). Unter Berück-
sichtigung eines Abzugs von 10% (vgl. dazu E. 3.5 und E. 4.1.2 hiervor) 
ergibt dies ein Invalideneinkommen von Fr. 59‘120.80 (Fr. 65‘689.80 x 0.9). 
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei ein Abzug von mindes-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 16

tens 20% zu gewähren (Beschwerde, S. 7), ist festzustellen, dass selbst 
ein solcher am Ergebnis nichts ändern würde. Diesfalls betrüge das Invali-
deneinkommen Fr. 52‘551.85 (Fr. 65‘689.80 x 0.8).

4.2.3 Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen 
(Fr. 47‘658.85 und [mindestens] Fr. 52‘551.85) resultiert keine Erwerbsein-
busse. Damit besteht kein Leistungsanspruch. 

4.3 Die Verfügung vom 31. Juli 2014 (AB 60) ist nach dem vorstehend 
Dargelegten im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat 
der unterliegende Beschwerdeführer die Verfahrenskosten, gerichtlich be-
stimmt auf Fr. 700.--, zu tragen. Diese werden dem geleisteten Kostenvor-
schuss gleicher Höhe entnommen.

5.2 Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG). Ebenso hat 
die Beschwerdegegnerin – trotz ihres Obsiegens – keinen Anspruch auf 
einen Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2015, IV/14/830, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
-  Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.