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**Case Identifier:** f20a8d8b-a546-570c-b361-e2f71aaf4982
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.03.2016 D-7977/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7977-2015_2016-03-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-7977/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Thomas Wespi, 

Richter Daniele Cattaneo, Richter Hans Schürch,  

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Türkei,   

vertreten durch dipl.-jur. Tilla Jacomet, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 26. November 2015 / N_______. 

 

 

 

D-7977/2015 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Vater der Beschwerdeführerin am (...) zwecks Familienvereini-

gung für sie ein Asylgesuch in der Schweiz einreichte, 

dass sie am (...) gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) – nachdem 

ihr die Einreise in die Schweiz am (...) bewilligt worden und sie am (...) 

eingereist war – als Flüchtling anerkannt und ihr Asyl gewährt wurde, 

dass sie am (...) freiwillig auf ihre Flüchtlingseigenschaft und das Asyl ver-

zichtete, mit Verfügung des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) vom (...) 

das in der Schweiz gewährte Asyl als beendet und ihr Flüchtlingsstatus als 

erloschen erklärt wurde und sie eigenen Angaben zufolge im Jahre (...) in 

ihre Heimat zurückkehrte (vgl. act. B8/18 S. 4), 

dass die Beschwerdeführerin am 20. Juli 2015 durch ihren damaligen 

Rechtsvertreter erneut um Asyl in der Schweiz nachsuchte, 

dass sie anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 10. August 2015 

im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ unter anderem zu 

Protokoll gab, sie habe ihr Heimatland am 25. April 2015 verlassen und sei 

von C._______ nach D._______ geflogen und von dort gleichentags mit 

dem Zug in die Schweiz gelangt,  

dass das SEM der Beschwerdeführerin am 11. August 2015 – aufgrund des 

in ihrem Reisepass vorhandenen und vom 23. April 2015 bis 11. Mai 2015 

gültigen tschechischen Schengen-Visums – das rechtliche Gehör zur all-

fälligen Zuständigkeit der Tschechischen Republik, das Asyl- und Wegwei-

sungsverfahren durchzuführen, gewährt wurde,  

dass sie in ihrer Stellungnahme vom 2. September 2015 geltend machte, 

sie habe sich nie in Tschechien aufgehalten und es bestünden auch keine 

Bezugspunkte zu diesem Land, 

dass sie im Gegensatz dazu wegen ihrer psychischen Beschwerden auf 

die Unterstützung ihrer sich rechtmässig in der Schweiz aufhaltenden Fa-

milienangehörigen (Nennung Angehörige) angewiesen sei, weshalb es 

sich bei ihr um eine abhängige Person im Sinne von Art. 16 Abs. 1 der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

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Seite 3 

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (ABl. L180/31 vom 

29.6.2013; nachfolgend Dublin-III-VO) handle, 

dass sie in Tschechien keinen familiären Rückhalt erfahren könnte und ihr 

die Sprachkenntnisse für die Durchführung einer Therapie fehlten, weshalb 

sich ihr psychischer Zustand bei einer Rückführung erheblich verschlech-

tern würde, 

dass ihre Familienangehörigen in der Schweiz gewillt seien, sie in allen 

Belangen zu unterstützen, und die Vorinstanz aufzufordern sei, von ihrem 

Recht zum Selbsteintritt Gebrauch zu machen, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 26. Oktober 2015 er-

gänzend anführte, eine Rückführung nach Tschechien sei auch deshalb 

unzulässig, da gemäss der Feststellung des Hochkommissars der Verein-

ten Nationen (UN) für Menschenrechte vom 22. Oktober 2015 bei Asylsu-

chenden in Tschechien systematisch schwere Menschenrechtsverletzun-

gen stattfänden, 

dass sodann gemäss einem Bericht der tschechischen Ombudsperson 

vom 13. Oktober 2015 Flüchtlinge in Tschechien unter unzumutbaren Um-

ständen untergebracht würden und nur eingeschränkten Zugang zu medi-

zinischer Behandlung hätten, 

dass daher ihr Asylgesuch in der Schweiz zu behandeln und von einer 

Wegweisung nach Tschechien abzusehen sei, 

dass die Beschwerdeführerin mit Entscheid vom 25. September 2015 für 

den Aufenthalt während des Verfahrens dem Kanton E._______ zugewie-

sen wurde, 

dass gemäss einem Abgleich mit dem Zentralen Visumsystem (CS-VIS) 

der Beschwerdeführerin durch die Vertretung der Tschechischen Republik 

in Istanbul ein Visum für den Schengen-Raum mit einer Gültigkeit vom 

23. April 2015 bis 11. Mai 2015 ausgestellt worden war,  

dass die Vorinstanz am 25. September 2015 – versandt am 25. und 

28. September 2015 – ein Ersuchen um Aufnahme der Beschwerdeführe-

rin an die Tschechische Republik richtete,  

dass die tschechischen Behörden dem Übernahmeersuchen am 20. No-

vember 2015 zustimmten, 

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dass das SEM mit Verfügung vom 26. November 2015 – eröffnet am 1. De-

zember 2015 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz in die Tsche-

chische Republik anordnete und die Beschwerdeführerin aufforderte, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-

deführerin verfügte, 

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 8. Dezember 2015 (Post-

aufgabe) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und beantragte, sie sei gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Dublin-

III-VO nicht von ihrem Vater und ihren Brüdern zu trennen, eventualiter sei 

die angefochtene Verfügung des SEM vom 26. November 2015 aufzuhe-

ben und dieses anzuweisen, sich im Sinne eines Selbsteintritts gemäss 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO in Verbindung mit Art. 29a Abs. 3 der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) für das Verfahren 

als zuständig zu erklären, subeventualiter sei das Verfahren an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, die Zulässigkeit bezie-

hungsweise die Zumutbarkeit der Wegweisung nach Tschechien und die 

Voraussetzungen eines Selbsteintritts unter Beachtung der aktuellen Situ-

ation in Tschechien erneut zu beurteilen, 

dass im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zu erteilen sei und die Vollzugsbehörden anzuweisen 

seien, von einer Überstellung ihrer Person nach Tschechien abzusehen, 

bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensiveffekt der einge-

reichten Beschwerde entschieden habe, 

dass ihr die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten sei, 

dass der Vollzug der Wegweisung per Telefax am 11. Dezember 2015 ge-

stützt auf Art. 56 VwVG vorsorglich ausgesetzt wurde, 

 

 

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und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass sich die staatsvertragliche Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens aus der Dublin-III-VO ergibt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

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dass derjenige Mitgliedstaat, der ein Visum erteilt hat, für die Prüfung des 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, sofern das Visum seit we-

niger als sechs Monate abgelaufen ist und der Antragsteller das Hoheits-

gebiet der Mitgliedstaaten nicht verlassen hat (Art. 12 Abs. 2 und 4 Dublin-

III-VO), 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Artikel 21, 22 und 29 aufzunehmen (Art. 18 

Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass im vorliegenden Fall die Vorinstanz gestützt auf den Abgleich mit dem 

zentralen Visa-Informationssystem – innerhalb der in Art. 21 Dublin-III-VO 

festgelegten Frist – die tschechischen Behörden in Anwendung von Art. 12 

Abs. 4 Dublin-III-VO um Aufnahme der Beschwerdeführerin ersuchte, 

dass die tschechischen Behörden dem Übernahmeersuchen innert der 

vorgesehenen Frist explizit zustimmten und damit ihre Zuständigkeit aner-

kannten (vgl. Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass die Vorinstanz bei dieser Sachlage zu Recht von der Zuständigkeit 

der Tschechischen Republik gemäss Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO für eine 

allfällige Durchführung des Asylverfahrens ausging und damit die Grund-

lage für einen Nichteintretensentscheid in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG gegeben ist,  

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000; nachfol-

gend EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

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wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sogenanntes 

Selbsteintrittsrecht)  

dass – wie nachfolgend aufgezeigt wird – die Verfügung des SEM nicht zu 

beanstanden ist, 

dass auf Beschwerdeebene gerügt wird, die Vorinstanz habe mit ihrem Ent-

scheid Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO sowie ihre Untersuchungs- und Begrün-

dungspflicht verletzt und ihr Ermessen gemäss Art. 49 VwVG unterschrit-

ten, 

dass die Vorinstanz die Schwere ihrer Krankheit verkannt habe, zumal das 

SEM aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrer psychischen 

Verfassung im Rahmen der BzP sowie der traumatischen Erlebnisse in ih-

rer Heimat bei ihr von einer schweren Krankheit in Form (Nennung Krank-

heit) und (Nennung Krankheit) hätte ausgehen müssen, 

dass ihr psychischer Zustand sodann ohne weiteres eine starke Abhängig-

keit von (Nennung Familienangehörige) begründe, da sie ihr ganzes Leben 

nicht in der Lage gewesen sei, alleine zu leben, und nach ihrer Flucht in 

die Schweiz – entgegen der vorinstanzlichen Argumentation – das Abhän-

gigkeitsverhältnis nicht innerhalb weniger Wochen entstanden sei, sondern 

ihr das Umfeld in der Schweiz aufgrund ihres früheren (...) Aufenthalts hier-

zulande bereits bekannt gewesen sei, 

dass die Vorinstanz sodann bei ihrem Einwand, wonach sie sich nicht auf 

Art. 8 EMRK berufen könne, die Rechtsauslegung des Bundesverwal-

tungsgerichts ausser Acht lasse, welches bereits in seinem Urteil  

D-6962/2009 vom 12. November 2009 festgestellt habe, dass über die 

Kernfamilie hinausgehende Bande unter den Schutz der Einheit der Fami-

lie fallen würden, sofern eine nahe, echte und tatsächlich gelebt Beziehung 

zwischen den Angehörigen bestehe, 

dass die Beschwerdeführerin unter den Begriff der Familie gemäss Art. 2 

Bst. g Dublin-III-VO falle, 

dass die positiven Auswirkungen der nun wieder gelebten nahen Bezie-

hung zu ihren Familienangehörigen in der Schweiz nicht durch eine mögli-

che medizinische Betreuung in Tschechien ersetzt werden könne und eine 

Rückführung vielmehr erhebliche Auswirkungen auf ihre angeschlagene 

Psyche zur Folge hätte,  

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dass sodann in Tschechien die Menschenrechte systematisch in schwerer 

Weise verletzt würden, weshalb das SEM verpflichtet gewesen wäre, die 

spezifische Gefahr für besonders verletzliche Personengruppen in Tsche-

chien abzuklären,  

dass die Rüge, wonach die Vorinstanz die ihr obliegende Untersuchungs- 

und Begründungspflicht und damit das rechtliche Gehör verletzt habe, in 

den Akten keine Stütze findet, 

dass nämlich die Vorinstanz in Beachtung des Grundsatzes des rechtli-

chen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) die 

Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens im 

Einzelfall geprüft und unter Bezugnahme auf die Einwände der Beschwer-

deführerin und die aktuelle Rechtsprechung einlässlich begründet hat, aus 

welchen Gründen sie die Tschechische Republik zur Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens für zuständig erachtet, 

dass sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständ-

lichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf 

(BGE 126 I 97 E. 2b), 

dass aus der Begründung der angefochtenen Verfügung ersichtlich ist, 

dass sich die Vorinstanz auch mit der aktuellen allgemeinen Lage in der 

Tschechischen Republik auseinandergesetzt hat,  

dass zudem davon ausgegangen werden kann, dass das SEM mit seinen 

Länderspezialisten die aktuelle Situation in der Tschechischen Republik 

laufend überprüft und beurteilt, 

dass es der Beschwerdeführerin sodann möglich war, den Entscheid sach-

gerecht anzufechten, 

dass sich allein aus dem Umstand, dass die Vorinstanz dem in der Be-

schwerde vertretenen Standpunkten nicht gefolgt ist und die Begründung 

der angefochtenen Verfügung nicht die von der Rechtsvertreterin ge-

wünschte Tiefe und Dichte aufweist, keine Verletzung von Verfahrensvor-

schriften, insbesondere auch keine Verletzung der Begründungspflicht ab-

leiten lässt, 

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dass in der Beschwerde im Übrigen unter dem Titel der Verfahrensverlet-

zung vor allem Kritik an der materiellen Würdigung der Sachverhaltsum-

stände durch die Vorinstanz geübt wird, 

dass das Gesuch um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und um 

Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zur weiteren Sachverhalts-

abklärung und zur Neubeurteilung aus diesem Grund abzuweisen ist,  

dass sich in der Schweiz (Nennung Familienangehörige) der mündigen Be-

schwerdeführerin aufhalten, welche indessen nicht die Voraussetzungen 

von Familienangehörigen im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO erfüllen, 

dass die Beschwerdeführerin zudem nicht substanziiert dargelegt hat, in-

wiefern sie auf diese Verwandten angewiesen wäre, 

dass sie zwar anführt, sie müsse wegen einer schweren Krankheit (Nen-

nung Krankheit) als abhängige Person gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO 

von ihren Verwandten unterstützt werden, 

dass aber der Hinweis auf das Vorliegen ernsthafter psychischer Erkran-

kungen bei der Beschwerdeführerin verbunden mit einer Behandlung bis 

heute unbelegt blieb, 

dass sie es insbesondere unterliess, den am 2. September 2015 (vgl. act. 

B12/10 S. 2) angekündigten Arztbericht zu den Akten zu reichen, und somit 

fraglich ist, ob sie überhaupt in medizinischer Behandlung steht bezie-

hungsweise Medikamente benötigt,  

dass in der Beschwerde vom 8. Dezember 2015 zwar darauf hingewiesen 

wurde, sie habe diese Woche einen Arzttermin und könne "auf Verlangen" 

einen Arztbericht nachreichen, 

dass es indessen der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Mitwirkungs-

pflicht obliegt, unaufgefordert die für sie wesentlichen Beweismittel voll-

ständig zu bezeichnen und sie unverzüglich einzureichen (Art. 8 AsylG), 

dass auch aufgrund der nachfolgenden Erwägungen zu der von Tsche-

chien zu beachtenden Richtlinie des Europäischen Parlaments und des 

Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die 

Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (soge-

nannte Aufnahmerichtlinie) darauf verzichtet werden kann, sie zur Einrei-

chung eines Arztberichtes aufzufordern, 

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dass deshalb die Beschwerdeführerin entgegen den Beschwerdevorbrin-

gen nicht als besonders verletzliche Person erscheint oder als schwer 

krank im Sinne von Art. 16 Dublin-III-VO zu erachten ist, 

dass sie anlässlich des rechtlichen Gehörs bei der BzP zudem auf explizite 

Nachfrage nach ihrer psychischen Verfassung anführte, sie fühle sich mo-

mentan gut (vgl. act. B8/18 S. 14), ohne diesbezüglich irgendwelche Ein-

schränkungen anzuführen oder auf eine beabsichtigte medizinische Be-

handlung hinzuweisen, 

dass sie sodann im Jahre (...) aus freiwilligem Entschluss ihre Familienan-

gehörigen in der Schweiz verliess, um in die Türkei zurückzukehren, und 

sich dort während (...) Jahren aufhielt und ein Fernstudium absolvierte, 

dass gestützt auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin sodann zu 

prüfen ist, ob die Anwesenheit (Nennung Familienangehörige) in der 

Schweiz einer Überstellung im Rahmen des vorliegenden Dublin-Verfah-

rens entgegensteht beziehungsweise ob eine Rückführung der Beschwer-

deführerin nach Tschechien gegen Art. 8 EMRK verstossen würde, 

dass Art. 8 EMRK ein tatsächlich gelebtes Familienleben schützt, wenn 

eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht, 

dass Hinweise für eine solche Beziehung das Zusammenleben in einem 

gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge fami-

liäre Bande, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwor-

tung für eine andere Person sind (vgl. BGE 135 I 143 E. 3.1), 

dass – wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat – nicht vom Bestehen 

eines besonderen Abhängigkeitsverhältnisses zwischen der Beschwerde-

führerin und ihren Verwandten in der Schweiz auszugehen ist und sich die 

Beschwerdeführerin somit auch nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann, 

dass es sodann keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asyl-

verfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Tschechien 

würden systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer un-

menschlichen oder entwürdigenden Behandlung mit sich bringen, 

dass die Tschechische Republik Signatarstaat der EMRK, des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

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der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 

31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und ihren diesbezüglichen völkerrecht-

lichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus der Richtlinie des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sogenannte Verfahrensrichtlinie) sowie der Auf-

nahmerichtlinie ergeben, 

dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in 

der Tschechischen Republik grundsätzlich keine systemischen Schwach-

stellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdi-

genden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU-Grundrechtecharta und Art. 3 

EMRK mit sich bringen,  

dass die Missstände, auf welche in der Beschwerde hingewiesen wird, ge-

richtsbekannt sind, diese jedoch namentlich im Zusammenhang stehen mit 

den grossen Flüchtlingsströmen, welche sich zum Zwecke der Durchreise 

in Westeuropäische Länder und ohne Bleibeabsicht auch durch die Tsche-

chische Republik begeben haben,  

dass Asylsuchende in der Tschechischen Republik zwar bei der Unterkunft, 

der Arbeit und dem Zugang zur medizinischen Infrastruktur Schwierigkei-

ten ausgesetzt sein können, die ersichtlichen Schwierigkeiten nach Auffas-

sung des Bundesverwaltungsgerichts entgegen den Beschwerdevorbrin-

gen jedoch nicht als generell untragbar erscheinen (vgl. Urteil des BVGer 

D-94/2016 vom 21. Januar 2016),  

dass das Gericht bezüglich der Situation in der Tschechischen Republik 

somit zu keiner von der Vorinstanz abweichenden Einschätzung kommt, 

dass die Beschwerdeführerin mithin aus der Bestimmung von Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO nichts für sich ableiten kann, zumal sie mit ihren Vorbringen 

auch keine konkreten und ernsthaften Hinweise für die Annahme dargetan 

hat, dass sich die tschechischen Behörden weigern würden, sie aufzuneh-

men und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-

geln der erwähnten Richtlinien zu prüfen beziehungsweise dass die tsche-

chischen Behörden ihr dauerhaft die ihr gemäss Aufnahmerichtlinie zu-

stehenden minimalen Lebensbedingung vorenthalten,  

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dass die Beschwerdeführerin sich bei einer vorübergehenden Einschrän-

kung im Übrigen nötigenfalls an die tschechischen Behörden wenden und 

die ihr zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern 

könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

die Tschechische Republik werde im Falle der Beschwerdeführerin den 

Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in ein 

Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, 

dass sodann eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesund-

heitlichen Problemen zwar einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen 

kann, dies jedoch nur dann, wenn die betroffene Person sich in einem fort-

geschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe 

befindet (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des Europä-

ischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]), 

dass dies für die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht zutrifft, 

dass im Übrigen die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche 

medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbe-

dingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychi-

schen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Auf-

nahmerichtlinie), und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die 

erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe zu gewähren haben (Art. 19 

Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),  

dass davon auszugehen ist, dass sich die Beschwerdeführerin im Bedarfs-

fall für eine adäquate Behandlung und Betreuung an das dafür zuständige 

medizinische Fachpersonal wenden kann, 

dass ohnehin – worauf das SEM in der angefochtenen Verfügung hin-

weist – die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefoch-

tenen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der 

Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerde-

führerin entsprechend Rechnung tragen und die tschechischen Behörden 

vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Um-

stände und den indizierten Behandlungsbedarf detailliert informieren wer-

den (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), 

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Seite 13 

dass der Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-6629/2014 vom 12. März 2015, wonach das SEM zu verpflichten sei, 

individuelle Garantien bezüglich einer völkerrechtskonformen Unterbrin-

gung der Beschwerdeführerin einzuholen, unbehelflich ist, da dem erwähn-

ten Urteil ein anderer Sachverhalt zugrunde liegt, 

dass somit keine individuellen Gründe aufgezeigt werden, die eine Über-

stellung in die Tschechische Republik als unzulässig erscheinen liessen, 

dass auch im Übrigen kein Grund für einen Selbsteintritt auf das Asylge-

such der Beschwerdeführerin respektive für eine Anwendung der Ermes-

sensklausel gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO ersichtlich ist, zumal dem 

SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen zukommt 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 6 ff.) und den Akten – entgegen der in der Beschwer-

deschrift geäusserten Ansicht – keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige 

Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch das SEM zu 

entnehmen sind, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist 

und – weil sie nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung in 

die Tschechische Republik angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung 

des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und 

entsprechende Anweisung der Vollzugsbehörden sowie auf Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos erweisen, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut-

zuheissen ist, da die Begehren nicht als aussichtlos zu bezeichnen waren, 

weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt und somit 

keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

D-7977/2015 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Wespi Stefan Weber 

 

 

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