# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9722dda2-2472-52df-9689-84a43ad36ab7
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-03
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 03.02.2021 (publiziert) 66/2012/31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_66-2012-31_2021-02-03.pdf

## Full Text

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Art. 27 und Art. 29 Abs. 1 StG. Gewinnungskosten (OGE 66/2012/31 vom 
3. Mai 2013) 

 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht 

 

 Kosten für die allgemeine Erhaltung oder Verbesserung der Arbeitskraft 

bzw. der Gesundheit stellen keine abzugsfähigen Aufwendungen dar.  

 

 X. ist selbständig erwerbend und betreibt ein Geschäft. In der Veranla-
gung 2010 nahm die kantonale Steuerverwaltung unter anderem Aufrechnun-
gen für psychologische Beratung im Umfang von Fr. 3'650.– und für ein 
Mentaltraining im Umfang von Fr. 700.– vor, welche dem Personalaufwand-
konto belastet worden waren. Die hiergegen gerichtete Einsprache wies die 
Kantonale Steuerkommission Schaffhausen ab. Das Obergericht wies einen 
Rekurs ebenfalls ab. 

 

Aus den Erwägungen: 

 

 2.–  a)  Gemäss Art. 27 StG1 werden zur Ermittlung des Reineinkom-
mens von den gesamten steuerbaren Einkünften die zu ihrer Erzielung not-
wendigen Aufwendungen und allgemeinen Abzüge nach den Art. 28–35 ab-
gezogen. Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden namentlich die geschäfts- 
oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen (Art. 29 Abs. 1 StG).  

 Die notwendigen Aufwendungen werden als Gewinnungskosten be-
zeichnet. Darunter sind nur (aber immerhin) alle Aufwendungen zu verstehen, 
die durch die Einkommenserzielung veranlasst werden. Zwischen der Auf-
wendung und der Einkunft muss somit ein Kausalzusammenhang bestehen, 
wobei ein qualifiziert enger Konnex zwischen den getätigten Ausgaben und 
den erzielten Einkünften vorliegen muss. Ein solcher Konnex ist gegeben, 
wenn ein rechtlich erheblicher (wesentlicher) Zusammenhang zwischen Art, 
Grund und Zweck der Ausgabe einerseits und der Natur der Tätigkeit ander-
seits besteht. Als Gewinnungskosten gelten deshalb jene Aufwendungen, die 
für die Erzielung des Einkommens nützlich sind und nach der Verkehrs-

                                              
1  Gesetz über die direkten Steuern vom 20. März 2000 (StG, SHR 641.100). 

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auffassung im Rahmen des Üblichen liegen. Die Nachweispflicht von abzugs-
fähigen Kosten liegt beim Steuerpflichtigen.2  

 Keine Gewinnungskosten sind Aufwendungen, die durch private oder 
persönliche Gründe verursacht werden. So stellen unter anderem Kosten für 
die allgemeine Erhaltung oder Verbesserung der Arbeitskraft bzw. der Ge-
sundheit nicht abzugsfähige Aufwendungen dar.3 

 b)  Der Rekurrent macht im Wesentlichen geltend, bei den Kosten von 
Fr. 3'650.– (psychologische Beratung) und Fr. 700.– (Mentaltraining) handle 
es sich um solche, die objektiv mit seiner Stellung als Geschäftsinhaber und 
direkter Vorgesetzter seiner Mitarbeiter in einem unmittelbaren Zusammen-
hang stünden. Die Aufwendungen hätten dazu gedient, seine Führungsarbeit 
zu verbessern. 

 aa)  Gemäss Schreiben von Y. vom 3. April 2012 war der Rekurrent im 
Jahr 2010 in ihrer psychologischen Beratung. Dabei habe die grosse Arbeits-
belastung, die zu Symptomen von Überbelastung und Erschöpfung geführt 
hätten, im Vordergrund gestanden. Vor diesem Hintergrund sei es darum ge-
gangen, neue Geschäftsmodelle und -strukturen zu erarbeiten. Auch Fragen 
der Personalführung seien ein Thema gewesen. Die Möglichkeit, in absehba-
rer Zeit das Geschäft Z. zu übergeben, habe neue Perspektiven eröffnet. Fra-
gen einer Übergangslösung seien zu erörtern gewesen, da nur eine solche die 
akut empfundene Situation zu entspannen vermochte. Allein die sich kon-
kretisierende Möglichkeit einer günstigen und baldigen Veränderung habe 
dann eine gewisse Entlastung gebracht. 

 Hieraus ergibt sich, dass die vom Rekurrenten beanspruchte psychologi-
sche Beratung nicht in erster Linie dazu diente, seine Führungsarbeit zu 
verbessern. Die Beratung stand vielmehr im Zusammenhang mit einer beruf-
lichen Überbelastung und Erschöpfung des Rekurrenten. Zwecks Entlastung 
wurden unter anderem neue Geschäftsmodelle und Geschäftsstrukturen disku-
tiert sowie die Möglichkeit einer Geschäftsübergabe an Z. erörtert. Die vom 
Rekurrenten in Anspruch genommene psychologische Beratung hatte somit 
persönliche Gründe. Ein qualifiziert enger Konnex zur Einkommenserzielung 
des Rekurrenten besteht nicht. Die Kosten für die geltend gemachte psycho-
logische Beratung stellen demzufolge Aufwendungen für die allgemeine Er-
haltung von Arbeitskraft bzw. Gesundheit dar und sind nicht abzugsfähig. 

 bb)  Gemäss Rechnung vom 26. November 2010 nahm der Rekurrent so-
dann am Seminar "Balancing – Ausgleich und Erfolg im Leben mit Mental-

                                              
2  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 

Zürich 2006, § 25 N. 6, S. 395, und § 27 N. 22, S. 429. 
3  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 33 N. 9, S. 510, mit Hinweis auf BGE 124 II 34 E. 3d. 

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training" teil. Aus der Seminarbeschreibung ergeben sich folgende Inhalte 
und Ziele: Klarheit über Ziele in allen Lebensbereichen gewinnen, Kraft der 
Gedanken mit einem neuen Bewusstsein nutzen, Gesetz von Ursache und 
Wirkung, Ziele visualisieren und programmieren, innert Minuten emotionalen 
Stress abbauen, sich gut fühlen und das eigene Potenzial entfalten, Probleme 
auflösen und gewünschten neuen Zustand erreichen, Entspannungs- und Ba-
lanceübungen, Steigerung der Lebensenergie mit kraftvollen Techniken.  

 Hieraus ergibt sich, dass das Seminar "Balancing – Ausgleich und Erfolg 
im Leben mit Mentaltraining" in erster Linie dem persönlichen Wohlbefinden 
dienen soll. Ein qualifiziert enger Konnex zur Einkommenserzielung des Re-
kurrenten ist nicht gegeben. Die Kosten für dieses Seminar stellen daher keine 
abzugsfähigen Aufwendungen dar.