# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 425f2844-c78f-5b74-8b15-42f1aea0f9f4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.07.2020 200 2020 227
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-227_2020-07-23.pdf

## Full Text

200 20 227 IV
KOJ/TOZ/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Juli 2020

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Februar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1974 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 7. Juni 2016 unter Hinweis auf körperliche und psychische 
Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Ant-
wortbeilagen der Invalidenversicherung [AB] 1). Gestützt auf ein polydis-
ziplinäres Gutachten der MEDAS C.________ vom 14. Dezember 2017 
samt Ergänzung vom 18. Januar 2018 (AB 59.1, 62) forderte die IV-Stelle 
Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) am 8. Februar 2018 die Versicherte 
zur Schadenminderung in Form einer adäquaten psychotherapeutischen 
und psychopharmakologischen Therapie auf (AB 65). Mit Vorbescheid vom 
9. August 2018 (AB 94) stellte die IVB ein Nichteintreten auf das 
Leistungsbegehren in Aussicht, da die Versicherte ihrer 
Schadenminderungspflicht insbesondere hinsichtlich der ärztlich 
verordneten Medikamenteneinnahme nicht nachgekommen sei. Nach 
erhobenem Einwand vom 6. September 2018 (AB 96) und Durchführung 
einer (weiteren) Laboruntersuchung (AB 99, 101) wiederholte die IVB mit 
Schreiben vom 5. November 2018 (AB 103) die Aufforderung zur 
Wahrnehmung der zumutbaren Schadenminderungspflicht. Nachdem die 
Versicherte dieser Aufforderung nachgekommen war (AB 127), holte die 
IVB - auf Empfehlung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 137 S. 3) - ein bidisziplinäres (psychiatrisch-
neuropsychologisches) Gutachten der MEDAS D.________ vom 20./25. 
November 2019 (AB 159) ein und stellte gestützt darauf mit (den Vorbe-
scheid vom 9. August 2018 ersetzendem) Vorbescheid vom 19. Dezember 
2019 (AB 161) der Versicherten die Verneinung eines Leistungsanspruchs 
in Aussicht mit der Begründung, es liege kein invalidisierender Gesund-
heitsschaden im Rechtssinne vor. Daran hielt sie nach erhobenem Ein-
wand vom 3. Februar 2020 (AB 164) fest und erliess am 14. Februar 2020 
eine entsprechende Verfügung (AB 166).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, 
Consulting & Rechtsberatung, am 16. März 2020 Beschwerde. Sie bean-
tragt die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. 

Am 1. April 2020 reichte die Beschwerdeführerin eine Eingabe betreffend 
die Zeichnungsberechtigung ihrer Rechtsvertreterin ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2020 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6.  Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 4

tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. Februar 2020 (AB 
166). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 5

die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 6

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 11. Januar 2016 (AB 42) hielt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Neurologie, als Diagnose einen Status nach Au-
tounfall vom 22. November 2015 mit Commotio cerebri bei prompter Ent-
wicklung praktisch permanenter Kopfschmerzen, bei belastungsabhängi-
gen HWS-Schmerzen, mit unscharfem Sehen und leichter Plexus brachialis 
Läsion rechts fest. Die Beschwerdeführerin habe eine kurzzeitige, 
retrograde Amnesie gehabt. Bei völlig normalem MRI des Schädels und der 
HWS sowie bei leichten allgemeinen Veränderungen im EEG und normaler 
Tibialis-SSEP bestünden keine Anhaltspunkte für eine strukturelle Läsion 
des Zentralnervensystems. Die leichte Plexus brachialis Läsion bedürfe 
aktuell keiner Therapie. Die Neurographie des Nervus medianus sei völlig 
normal ausgefallen (AB 42 S. 2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 7

3.1.2 Dem Bericht des Spitals F.________ vom 24. Februar 2016 (AB 19 
S. 11 bis 13) ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe sich am 24. 
Februar 2016 notfallmässig mit der Ambulanz in das Notfallzentrum 
einliefern lassen (AB 19 S. 11). Aufgrund der psychiatrischen Symptomatik 
sei eine Basisdiagnostik mittels Labor und EKG durchgeführt worden, wel-
che einen Normalbefund ergeben habe (AB 19 S. 12). Die Beschwerdefüh-
rerin scheine zu simulieren, sie habe bei einem Wert auf der Glasgow 
Coma Scale (GCS) von 3 (zur Schwere der Bewusstseinsstörung: vgl. 
PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 674) den Arm 
nicht auf das Gesicht fallen lassen, sondern gezielt daneben (AB 19 S. 11). 
Nach der Überwachung auf der Notfallstation sei die Beschwerdeführerin 
beschwerdefrei gewesen. Aufgrund des Verdachts auf eine dissoziative 
Störung sei eine Vorstellung in der Psychiatrie erfolgt. Die Symptomatik sei 
am ehesten als Panikattacke bei bekannter Angst-/Panikstörung zu inter-
pretieren. Bei fehlender Selbstgefährdung sei die Beschwerdeführerin in 
gutem Zustand nach Hause entlassen worden (AB 19 S. 12 f.). Wegen der 
Exazerbation der Erkrankung sei bereits ein Termin bei Dr. med. 
G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, organisiert wor-
den (AB 19 S. 12). Die Beschwerdeführerin wünsche keine weiteren unter-
stützenden Massnahmen (AB 19 S. 13). 

3.1.3 Dr. med. G.________ diagnostizierte im Bericht vom 15. August 
2016 (AB 29) unter anderem chronisch rezidivierende ängstlich-depressive 
Störungen mit stark ausgeprägten Somatisierungstendenzen (ICD-10 
F33.2), rezidivierende Panikattacken (ICD-10 F41.0), ein chronisches 
HWS-Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsionstrauma, Commo-
tio cerebri und neurologisch nachgewiesener Plexus brachialis Läsion 
rechts, rezidivierende Migräneattacken sowie praktisch tägliche Span-
nungskopfschmerzen und einen Status nach Hemithyreoidektomie bei 
Struma. Die Beschwerdeführerin sei seit Februar 2016 bei ihm in 
regelmässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung; bis anhin seien 
keine stationären Behandlungen erfolgt (AB 29 S. 1). Gegenwärtig sei der 
Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit zumutbar (AB 29 S. 2). Die 
bisherigen psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungen 
hätten zu keiner anhaltenden Zustandsverbesserung geführt. Mit einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 8

Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne in absehbarer Zeit nicht 
gerechnet werden (AB 29 S. 3).

Mit Bericht vom 2. Februar 2017 (AB 44.2 S. 3 f.) bestätigte Dr. med. 
G.________ seine Beurteilung vom 15. August 2016 (AB 29).

3.1.4 Im polydisziplinären (allgemeininternistisch-orthopädisch-neurolo-
gisch-psychiatrischen) Gutachten der MEDAS C.________ vom 14. De-
zember 2017 (AB 59.1) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-
gradige Episode, Panikattacken mit Hyperventilation und ein cervikolumba-
les Schmerzsyndrom bei radiologisch geringen degenerativen Veränderun-
gen genannt (AB 59.1 S. 53 Ziff. 8.1.1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit seien unter anderem ein Mischkopfschmerz, ein phobischer Attacken-
Schwankschwindel, ein Verdacht auf Hyperventilationsattacken, eine 
psychophysiologische Insomnie ohne Hinweise auf neurologische 
schlafbezogene Erkrankungen, ein Tinnitus links ohne Hinweis auf eine 
Hörminderung, ein Status nach HWS-Distorsion vom 22. November 2015, 
ein Fersensporn links und ein rezidivierendes Verschwommensehen ohne 
pathologische somatische Befunde (AB 59.1 S. 53 f. Ziff. 8.1.2). Aus 
allgemeininternistischer und neurologischer Sicht bestünden keine 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 59.1 S. 44 Ziff. 
6.5.1, AB 59.1 S. 51 Ziff. 7.5). In orthopädischer Hinsicht liege ein cerviko-
lumbales Schmerzsyndrom bei radiologisch geringen degenerativen Ver-
änderungen vor, welches eine qualitative Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit bedinge; körperliche schwere und schwerste Arbeiten 
sollten vermieden werden. Hingegen bestehe für körperlich leichte bis 
mittelschwere Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. 
Psychiatrischerseits liege eine deutliche angstbetonte depressive 
Symptomatik mit Somatisierungstendenz vor. Die Beschwerdeführerin zei-
ge einen verminderten Antrieb und eine etwas diffus beschriebene Angst-
symptomatik. Weiter berichte sie über Durchschlafstörungen, dies trotz 
Einnahme von Imovane, und auch über Todeswünsche, jedoch ohne akute 
Selbst- oder Fremdgefährdung. Sodann beschreibe sie auch Panikattacken 
mit Hyperventilationsattacken, deren sie sich bewusst sei, aber nicht in der 
Lage zu sein scheine, darauf zu reagieren. Als invaliditätsfremde Faktoren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 9

seien ein niedriges Bildungsniveau, eine familiäre Situation mit schulpflich-
tigen Kindern sowie eine psychische Belastung aufgrund der 
gesundheitlichen Situation der Mutter und der ältesten Schwester zu nen-
nen (AB 59.1 S. 56). Betreffend die Behandlung und Eingliederung falle 
auf, dass in verschiedenen medizinischen Berichten immer wieder eine 
durch eine medikamentöse Therapie erreichte Besserung erwähnt werde 
(AB 59.1 S. 39 Ziff. 5.4.3). Nach eigenen Angaben nehme die Beschwerde-
führerin die vom behandelnden Psychiater verordneten Medikamente re-
gelmässig ein. Nach der Mitteilung des Gutachters, dass eine Blutspiegel-
kontrolle durchgeführt werde, habe die Beschwerdeführerin angegeben, 
dass sie die verordneten Medikamente Cymbalta und Orfiril seit einer Wo-
che nicht mehr eingenommen habe; die entsprechenden Blutspiegel hätten 
dies bestätigt (AB 59.1 S. 33 Ziff. 5.2.1 und S. 39 Ziff. 5.4.3). Aufgrund der 
Vorgeschichte und der aktuellen Situation sei die Compliance bezüglich der 
medikamentösen Therapie nicht gegeben. Eingliederungsbemühungen, 
welche zumutbar seien, hätten bisher nicht stattgefunden. Was die Konsis-
tenz angehe, so sei die Beschwerdeführerin in einer Krankenrolle. In der 
Untersuchung sei aufgefallen, dass die Beschwerdeführerin bei gewissen 
Themen, mit welchen sie konfrontiert worden sei, aktiver und spürbarer 
geworden sei, d.h. auch weniger depressiv gewirkt habe und für sich habe 
einstehen können. Sie beschreibe vor allem im Beruf sowie Erwerb eine 
deutliche und im Haushalt sowie in der Freizeit eine gewisse Einschrän-
kung. Es sei davon auszugehen, dass das Aktivitätenniveau zurzeit einge-
schränkt sei. Aktuell sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit 
mit Nachtschicht zu 100 % und in einer adaptierten Tätigkeit (mit normalen 
Arbeitszeiten, wenig Druck und leichten Arbeiten) zu 50 % arbeitsunfähig. 
Es sei aber darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin aktuell 
medikamentös nicht adäquat behandelt sei (AB 59.1 S. 39 Ziff. 5.4.3). Aus 
polydisziplinärer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten sowie in jeder 
anderen Tätigkeit mit Nachtschicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Hin-
gegen betrage die Arbeitsfähigkeit für jegliche körperlich leichte bis mittel-
schwere, angepasste Tätigkeiten 50 % (AB 59.1 S. 57 f. Ziff. 9.1.1 und 
9.2.1).

Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin (AB 60) führte der psychiatrische 
Gutachter der MEDAS C.________ am 18. Januar 2018 aus, dass unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 10

einer geeigneten antidepressiven Medikation inklusive regelmässiger 
Blutspiegelkontrollen innerhalb von drei bis sechs Monaten eine 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte. Empfohlen 
werde eine Reevaluation der Arbeitsfähigkeit in ca. sechs Monaten (AB 
62).

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Psychosomati-
sche Medizin und Psychotherapie (D), hielt am 23. Juli 2018 fest, nach dem 
Kumulativbefund des Labors (vom 28. Februar, 23. März, 24. April, 18. Mai, 
25. Juni und 18. Juli 2018) werde das Medikament Valproat nicht lege artis 
eingenommen. Die Beschwerdeführerin sei diesbezüglich aufzufordern, 
das besagte Medikament in der angegebenen Dosis einzunehmen (AB 93).

Am 26. Oktober 2018 führte der RAD-Arzt aus, der Kumulativbefund des 
Labors zeige hinsichtlich der Medikamente Valproat und Cymbalta eine 
unregelmässige resp. eingeschränkte Einnahme (bezüglich Valproat: im 
April, Mai, Juni und Juli 2018; betreffend Cymbalta: im März und Mai 2018). 
Die Beschwerdeführerin sei daher anzuhalten, die Einnahme der besagten 
Medikamente regelmässiger zu gestalten. Die Laborkontrollen würden so-
mit für weitere sechs Monate verlängert (AB 102).

Am 29. April 2019 hielt der RAD-Arzt fest, die medikamentöse Therapie mit 
Valproat und Cymbalta werde seit Oktober 2018 lege artis durchgeführt. 
Weitere Laborkontrollen seien daher nicht mehr indiziert (AB 127). 

3.1.6 Im Bericht vom 15. Juni 2019 (AB 135) hielt Dr. med. G.________ 
einen stationären Gesundheitszustand fest. Es lägen unter anderem eine 
anhaltende depressive Grundstimmung mit multiplen Somatisierungsten-
denzen und ausgeprägten existentiellen Zukunftsängsten, allgemeine Kraft-
losigkeits- und Schwächegefühle, Kribbelgefühle am gesamten Körper, 
rezidivierende Drehschwindelattacken, ein Tinnitus beidseits, persistieren-
de ausgeprägte Krankheitsgefühle, eine Anstrengungsdyspnoe, rezidivie-
rende Panikattacken mit Hyperventilation, eine stark verminderte allgemei-
ne Belastbarkeit, eine Stress- und Frustintoleranz, rezidivierende 
Schlafstörungen, praktisch alltägliche Kopf-, Nacken und Halswirbelsäulen-
schmerzen mit Ausstrahlung in den rechten Arm, rezidivierende Migräneat-
tacken mit Übelkeit und Erbrechen, ein unscharfes Sehen sowie diffuse 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 11

Brust- und Bauchbeschwerden vor. Es fänden monatliche ambulante 
psychiatrische Sitzungen statt (AB 135 S. 1). Die ambulante Behandlung 
werde mit grosser Wahrscheinlichkeit langfristig notwendig sein, stationäre 
psychiatrische Behandlungsversuche seien dagegen kontraindiziert und 
nicht erfolgversprechend (AB 135 S. 1 f.). Vor allem die chronischen thera-
pieresistenten depressiven Störungen und die multiplen Schmerzbe-
schwerden führten zu einer starken Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, 
welche seit August 2015 bestehe. Gegenwärtig sei die Beschwerdeführerin 
für jegliche Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig (AB 135 S. 2). 

3.1.7 Am 26. Juni 2019 führte der RAD-Arzt Dr. med. H.________ aus, es 
habe sich trotz einer lege artis durchgeführten medikamentösen Therapie 
keine nachhaltige psychische Zustandsverbesserung eingestellt. Da eine 
Diskrepanz zwischen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des behandelnden 
Psychiaters und derjenigen der MEDAS C.________ bestehe, sei eine er-
neute psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin erforderlich 
(AB 138). 

3.1.8

3.1.8.1 Im neuropsychologischen Teilgutachten der MEDAS D.________ 
vom 20. November 2019 (AB 159 S. 109 bis 123) hielt die 
neuropsychologische Gutachterin fest, die Testergebnisse seien als nicht 
valide anzusehen (AB 159 S. 116). Da es sich um eine Abklärung der 
Arbeitsfähigkeit handle, sei ein substanzieller externer Anreiz gegeben (AB 
159 S. 120 Ziff. 7.3 lit. A). Die Beschwerdeführerin habe bei den 
Symptomvalidierungstests Resultate erzielt, die weit unter denen gelegen 
hätten, die bei motivierter Mitarbeit zu erreichen wären. Die Testergebnisse 
der Reaktionszeitmessung seien nicht mit den Modellen normaler oder 
pathologischer Hirnfunktion zu erklären. Es sei wahrscheinlich, dass die 
Beschwerdeführerin bei diesem Test aggravierte Reaktionen gezeigt habe 
(AB 159 S. 120 f. Ziff. 7.3 lit. B). Die eklatanten mnestischen 
Funktionsverluste hätten nicht dem im Gespräch gewonnenen Eindruck 
entsprochen. Die extrem verlangsamten Reaktionszeiten hätten eine 
Variabilität gezeigt, die neurophysiologisch nicht erklärbar sei (AB 159 S. 
121 Ziff. 7.3 lit. C). Die vom psychiatrischen Gutachter der MEDAS 
D.________ gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.1.8.2 hiernach) könnten die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 12

zuvor beschriebenen Auffälligkeiten nicht erklären. Die Zusammenstellung 
der Befunde (Testergebnisse) lasse auf ein Aggravationsverhalten 
schliessen (AB 159 S. 121 Ziff. 7.3 lit. D). Daher könnten die Ergebnisse 
der Leistungstests inhaltlich nicht ausgewertet werden und lieferten wegen 
mangelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde, 
da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive 
Leistungsniveau abbildeten (AB 159 S. 118 Ziff. 6.3). Aus 
neuropsychologischer Sicht könne wegen des aggravierenden Verhaltens 
der Beschwerdeführerin keine Beurteilung der Diagnosen und der 
Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden (AB 159 S. 117 f. Ziff. 6.1 f. und S. 
122 Ziff. 8.1 f.).

3.1.8.2 Im psychiatrischen Gutachten der MEDAS D.________ vom 25. 
November 2019 (AB 159 S. 2 bis 98) wurden als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende mittelgradige depressive Epi-
sode überwiegend wahrscheinlich im Rahmen einer rezidivierenden de-
pressiven Störung (ICD-10 F33.0/F33.1) mit ausgeprägter undifferenzierter 
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) sowie chronischer nichtorganischer 
Insomnie (ICD-10 F51.0) und Panikattacken mit Hyperventilation (ICD-10 
F41.0) genannt (AB 159 S. 70 Ziff. 6.1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit seien psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Sub-
stanzen im Sinne von psychischen und Verhaltensstörungen durch Sedati-
va oder Hypnotika sowie Behandlung mit Lorazepam, schädlicher Ge-
brauch (ICD-10 F19.20; AB 159 S. 70 Ziff. 6.2). 

Was die Persönlichkeit angehe, verfüge die Beschwerdeführerin aufgrund 
der sehr einfachen Persönlichkeitsstruktur kaum über Copingstrategien, um 
die von ihr geltend gemachten Beschwerden und erlebten funktionellen 
Einschränkungen zu überwinden (AB 159 S. 89 f.). Es bestehe ein ausge-
prägter sekundärer Krankheitsgewinn, da sich die gesamte Familie um die 
Belange der Beschwerdeführerin kümmere. Diese zeige keine Verände-
rungsmotivation. Es bestünden keine Schwierigkeiten im privaten und sozi-
alen Umfeld der Beschwerdeführerin. Die kognitive Leistungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin als mögliche positive Ressource könne aufgrund der 
ausgeprägten Aggravation im Rahmen der neuropsychologischen Unter-
suchung nur klinisch eingeschätzt werden. Aufgrund der Exploration und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 13

Untersuchung sei das Intelligenzniveau der Beschwerdeführerin im unteren 
Normbereich eingeschätzt worden. Gemäss der neuropsychologischen 
Untersuchung liege der IQ bei 55, was jedoch mit der Biografie der Be-
schwerdeführerin nicht vereinbar und auf eine ausgeprägte Aggravation 
zurückzuführen sei. Die soziale Kompetenz sei im privaten Umfeld nicht 
eingeschränkt. Es liege eine reduzierte Stresstoleranz vor. Die Beschwer-
deführerin verfüge gegenwärtig über keine Visionen, keine Ziele und keine 
Ideen. Darüber hinaus habe sie keine Interessen und keine Hobbys. Zu 
betonen sei die geringe ökonomische Stabilität als negative Ressource (AB 
159 S. 89). 

Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien bisher nicht durchgeführt 
worden und aufgrund der ausgeprägten Aggravation und Selbstlimitierung 
der Beschwerdeführerin auch nicht erfolgversprechend. Betreffend die de-
pressive Symptomatik könnten zum jetzigen Zeitpunkt bis auf gegebenen-
falls die Augmentation mit Lithium keine weiteren evidenzbasierten Thera-
piestrategien empfohlen werden. Trotz der durchgeführten adäquaten und 
leitliniengemässen Therapie habe keine vollständige Remission erreicht 
werden können und eine solche könne mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit kurz- bis mittelfristig auch nicht erwartet werden. Es müsse davon aus-
gegangen werden, dass die soziomedizinische Prognose ungünstig sei (AB 
159 S. 90 Ziff. 7.2). 

Aufgrund der ausgeprägten Aggravation und Selbstlimitierung könne den 
von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben zum Alltagsaktivitätsni-
veau und insbesondere den geltend gemachten funktionellen Einschrän-
kungen nicht ohne weiteres gefolgt werden. Therapien würden zwar durch-
geführt und es liege sicher ein Leidensdruck vor (AB 159 S. 91 Ziff. 7.3.1). 
Die gutachterliche Konsistenzprüfung habe jedoch Hinweise auf nicht im 
geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen ergeben. Es 
bestünden Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Intensität 
der Beschwerden sowie der Vagheit der Beschwerden und Diskrepanzen 
zwischen eigenen Angaben und den fremdanamnestischen Informationen 
einschliesslich der Aktenlage. Weiter lägen Diskrepanzen zwischen dem 
erkennbaren klinischen Bild und den Ergebnissen der neuropsychologi-
schen Tests einschliesslich der speziellen Beschwerdevalidierungstests 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 14

vor. Die Präsentation einer erheblichen Behinderung („Ich kann überhaupt 
nicht arbeiten") stehe nicht im Einklang mit der Verhaltensbeobachtung und 
dem klinischen Befund. Sie sei klinisch untypisch und daher nicht plausibel. 
Zusammenfassend ergäben die vorliegenden Befunde bei kritischer Würdi-
gung ein in sich unschlüssiges und inkonsistentes Bild (Aktenlage, Eigen-
anamnese, Beobachtung, Untersuchungsbefunde, Beschwerdevalidie-
rungstests, Selbsteinschätzungsskalen; AB 159 S. 91 Ziff. 7.3.2). 

Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit mit 
Nachtdienst seit Erkrankungsbeginn eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (AB 
159 S. 94 f. Ziff. 8.1). Hingegen sei die Beschwerdeführerin in einer ange-
passten Tätigkeit (ohne Schichtsystem, insbesondere ohne Nachtdienst, 
mit Rückzugsmöglichkeit, mit einem reduzierten Kundenkontakt, ohne ho-
hes Mass an Dauerkonzentration, Daueraufmerksamkeit und Kreativität, 
mit klar strukturierten Aufgaben) zu 50 % arbeitsfähig (AB 159 S. 95 
Ziff. 8.2). Die vom behandelnden Psychiater attestierte vollständige 
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten sei dagegen nicht nachvollzieh-
bar, da es sich hierbei um eine absolute motorische, intellektuelle und/oder 
emotionale „Unfähigkeit" handeln müsste, was aus versicherungspsychia-
trischer Sicht indessen im Falle der Beschwerdeführerin nicht plausibel sei 
(AB 159 S. 92).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 15

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 14. Februar 2020 (AB 166) massgeblich auf das polydisziplinäre 
Gutachten der MEDAS C.________ vom 14. Dezember 2017 mit 
Ergänzung vom 18. Januar 2018 (AB 59.1 und 62) sowie auf das bidiszi-
plinäre Gutachten der MEDAS D.________ vom 20./25. November 2019 
(AB 159) gestützt. Diese Gutachten erfüllen die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens ge-
stellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihnen volle Beweis-
kraft zukommt. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen 
Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichti-
gung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Wie sich nachfolgend 
ergibt, sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einlässlich begründet, so 
dass darauf abzustellen ist.

3.3.1 Was den somatischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
angeht, so haben die Gutachter der MEDAS C.________ schlüssig und 
einleuchtend dargelegt, dass aus orthopädischer Sicht mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit ein cervikolumbales Schmerzsyndrom bei radiologisch 
geringen degenerativen Veränderungen vorliegt (AB 59.1 S. 56) und infolge 
dessen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich Schwer- und 
Schwerstarbeiten bzw. eine vollständige Arbeitsfähigkeit für körperlich 
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, worunter auch die bisherige Tätigkeit 
fällt (AB 59.1 S. 58 Ziff. 9.2.1), besteht (AB 59.1 S. 56). Aus 
allgemeininternistischer und neurologischer Sicht konnten die Experten mit 
nachvollziehbarer und überzeugender Begründung keine Einschränkungen 
der Arbeitsfähigkeit feststellen (AB 59.1 S. 44 Ziff. 6.5 f., AB 59.1 S. 51 f. 
Ziff. 7.5 f.). Diese Beurteilung lässt sich ohne Weiteres in das vom Neuro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 16

logen Dr. med. E.________ im Bericht vom 11. Januar 2016 (AB 42 S. 2) 
gezeichnete Gesamtbild einfügen. Demnach ist in somatischer Hinsicht von 
einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittel-
schweren Tätigkeit auszugehen. Dies wird im Übrigen von der Beschwer-
deführerin auch nicht bestritten.

3.3.2

3.3.2.1 In psychiatrischer Hinsicht haben die psychiatrischen Gutachter der 
MEDAS C.________ und der MEDAS D.________ mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine anhaltende mittelgradige depressive Episode über-
wiegend wahrscheinlich im Rahmen einer rezidivierenden depressiven 
Störung (ICD-10 F33.0/F33.1) mit ausgeprägter undifferenzierter Somati-
sierungsstörung (ICD-10 F45.1) sowie chronischer nichtorganischer In-
somnie (ICD-10 F51.0) und Panikattacken mit Hyperventilation (ICD-10 
F41.0) diagnostiziert (AB 59.1 S. 53 Ziff. 8.1.1, AB 159 S. 70 Ziff. 6.1) und 
infolge dessen auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt 
ausgeübte Tätigkeit mit Nachtschicht resp. auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 
% in einer angepassten Tätigkeit (ohne Nachtdienst) geschlossen (AB 59.1 
S. 39 Ziff. 5.4.3, AB 159 S. 94 f. Ziff. 8.1 f.). 

Der psychiatrische Gutachter des D.________ hat sodann im Gutachten 
vom 25. November 2019 (AB 159 S. 2 bis 108) einlässlich und 
überzeugend dargelegt, dass ein aggravatorisches Verhalten und 
erhebliche Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin vorliegen (AB 159 S. 
91 Ziff. 7.3.1 f.). Er wies auf erhebliche, nicht plausibel erklärbare 
Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Intensität der 
Beschwerden und der Vagheit der Beschwerden sowie Diskrepanzen 
zwischen eigenen Angaben und den fremdanamnestischen Informationen 
einschliesslich der Aktenlage hin. Zudem lägen Diskrepanzen zwischen 
dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und der 
Funktionseinbussen, den während der Exploration erhobenen Befunden 
sowie dem weitgehend intakten psychosozialen Funktionsniveau vor (AB 
159 S. 89, AB 159 S. 91 Ziff. 7.3.2). Zu erwähnen sind an dieser Stelle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 17

auch die erheblichen lnkonsistenzen zwischen dem Ausmass der 
geschilderten Beschwerden und der Compliance der Beschwerdeführerin 
bezüglich der Medikamenteneinnahme bzw. der Intensität der 
beanspruchten therapeutischen Hilfe. Es nicht nachvollziehbar, weshalb die 
Beschwerdeführerin bei subjektiv anhaltend hohem Leidensdruck die 
psychiatrische Behandlung bei Dr. med. G.________ lediglich monatlich in 
Anspruch nimmt (AB 135 S. 1), die vom Psychiater verschriebene 
Medikation nicht oder unregelmässig einnimmt (AB 59.1 S. 33 Ziff. 5.2.1 
und S. 39 Ziff. 5.4.3, AB 93 und 102) und sich angesichts des 
ausbleibenden Behandlungserfolgs nicht um Alternativen wie eine stationä-
re Behandlung bemühte. 

Ein Aggravationsverhalten brachten sodann insbesondere die Befunde der 
neuropsychologischen Begutachtung zutage. Die zuständige Neuropsycho-
login der MEDAS D.________ schloss gestützt auf ihre zweistündige Ab-
klärung mit unter anderem zwei Symptomvalidierungstests (vgl. AB 159 S. 
109 Ziff. 1.1., AB 159 S. 120 Ziff. 7.3 lit. B.), dass aufgrund der gezeigten 
Inkonsistenzen und der fehlenden Validität der von der Beschwerdeführerin 
gezeigten Leistungen auf eine Aggravation zu schliessen sei. Dies begrün-
dete sie in ausführlicher und schlüssiger Weise mit dem inadäquaten bzw. 
inkonsistenten Verhalten der Beschwerdeführerin, das sich weder neuro-
psychologisch noch durch die gutachtlich erhobenen psychiatrischen Dia-
gnosen erklären lasse (AB 159 S. 116, 121 Ziff. 7.3 lit. D.). Aufgrund der 
nicht validen und aggravierten neuropsychologischen Testbefunde liess 
sich das Ausmass der Arbeitsfähigkeit nicht feststellen (AB 159 S. 122 Ziff. 
8.1 f.).

Deutliche Hinweise auf ein aggravatorisches Verhalten zeigten sich nicht 
nur im Zuge der jüngsten Begutachtung durch die Experten der MEDAS 
D.________, sondern gerade auch in den früheren medizinischen 
Berichten. So waren bei der Untersuchung im Spital F.________ vom 24. 
Februar 2016 Zeichen einer Simulation zu beobachten (AB 19 S. 11), 
desgleichen bei der psychiatrischen Exploration der MEDAS C.________ 
vom 8. November 2017 (AB 59.1 S. 3), anlässlich welcher die 
Beschwerdeführerin zunächst falsche Angaben in Bezug auf die 
Regelmässigkeit der Medikamenteneinnahme machte und diese nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 18

Ankündigung einer Blutspiegelkontrolle sogleich änderte (AB 59.1 S. 33 
Ziff. 5.2.1 und S. 39 Ziff. 5.4.3). Zudem zeigte sich die Beschwerdeführerin 
bei gewissen Themen, mit welchen sie konfrontiert wurde, weniger depres-
siv und konnte für sich einstehen (AB 59.1 S. 39 Ziff. 5.4.3). 

Mithin ist von einer Aggravation auszugehen und die Grenzen eines bloss 
verdeutlichenden Verhaltens sind klar überschritten, ohne dass die 
Aggravation auf eine verselbstständigte, krankheitswertige psychische 
Störung zurückzuführen wäre. Damit liegt aus psychiatrischer Sicht keine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Bei dieser 
Ausgangslage erübrigt sich eine indikatorengeleitete Überprüfung des 
psychischen Leidens (vgl. E. 2.2.1 hiervor) bzw. kann auf die von den 
psychiatrischen Gutachtern der MEDAS C.________ und der MEDAS 
D.________ attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig-
keit (AB 59.1 S. 39 Ziff. 5.4.3, AB 159 S. 95 Ziff. 8.2) nicht abgestellt wer-
den.

3.3.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin die Schlüssigkeit des psychiatri-
schen Gutachtens der MEDAS D.________ vom 25. November 2019 (AB 
159 S. 2 bis 108) mit dem Argument anzweifelt, es sei nicht nach den 
Qualitätsrichtlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schwei-
zerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie erstellt worden 
(vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 7), so ist darauf hinzuweisen, dass weder Ge-
setz noch Rechtsprechung den Psychiatern eine Begutachtung nach den 
entsprechenden Richtlinien vorschreiben. Diese stellen lediglich eine Orien-
tierungshilfe für die begutachtenden Fachpersonen dar (Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 24. Januar 2017, 9C_715/2016, E. 3.2 und 
vom 30. Mai 2018, 8C_55/2018, E. 6.4.1). Mithin verliert ein Gutachten 
nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die erwähnten 
Qualitätsrichtlinien anlehnt (Entscheide des BGer vom 27. September 
2017, 8C_820/2016, E. 5.2 und vom 9. November 2017, 8C_466/2017, E. 
5.1). Der Nichtbefolgung der Begutachtungsleitlinien ist aber bei der Beur-
teilung des Beweiswertes Rechnung zu tragen, wobei massgebend bleibt, 
ob ein Gutachten gesamthaft gesehen nachvollziehbar begründet und 
überzeugend ist (SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 3.3), was vorliegend - wie 
oben dargelegt - der Fall ist. Gleiches gilt auch in Bezug auf die gerügte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 19

Dauer der neuropsychologischen Untersuchung (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 
9). Für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens kommt es 
grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an; massgebend ist in 
erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüs-
sig ist (Entscheid des BGer vom 12. November 2014, 8C_662/2014, E. 8), 
was beim neuropsychologischen Teilgutachten der MEDAS D.________ 
vom 20. November 2019 (AB 159 S. 109 bis 123) - wie vorstehend ausge-
führt - zutrifft.

Nichts zu ihren Gunsten vermag die Beschwerdeführerin auch aus dem 
Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. G.________ vom 15. Juni 
2019 (AB 135) abzuleiten, in welchem eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für 
jegliche Tätigkeiten attestiert wurde (AB 135 S. 2). Der Bericht enthält keine 
substantiierte Begründung für die postulierte vollumfängliche Arbeitsun-
fähigkeit. 

3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aus psychiatrischer Sicht 
keine versicherte Gesundheitsschädigung vorliegt. Damit bleibt es bei den 
somatisch bzw. orthopädisch bedingten Einschränkungen. Diesbezüglich 
besteht für die Beschwerdeführerin - wie in E. 3.3.1 dargelegt - auch mit 
Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit keine wesentliche Einschrän-
kung; der insoweit eine Unzumutbarkeit begründende Faktor (Arbeit in 
Nachtschicht; AB 59.1 S. 56 f. Ziff. 8.2.3) ist nicht orthopädischer Natur. 
Damit ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu Recht verneint 
worden.

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 14. Februar 
2020 (AB 166) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzu-
weisen.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 20

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juli 2020, IV/20/227, Seite 21

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.