# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff3057d6-ac69-563e-9bc5-4f93222da6e7
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-26
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2006, 1.1. - 31.12.2007, 1.1. - 31.12.2008 und 1.1. - 31.12.2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2006, 1.1. - 31.12.2007, 1.1. - 31.12.2008 und 1.1. - 31.12.2009
**Docket/Reference:** DB.2015.166
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-db.2015.166--1-st.2015.210.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2015.166 
1 ST.2015.210 

Entscheid 

26. März 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Ersatzrichter  
Oliver Untersander und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

A   A G    
vormals B AG,   
Steuergemeinde C,   

vertreten durch RA Dr.iur. D,  
E und RA lic.iur. F,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

gegen 

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2006, 1.1. - 31.12.2007, 1.1. - 31.12.2008 und  
1.1. - 31.12.2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2006,  
1.1. - 31.12.2007, 1.1. - 31.12.2008 und 1.1. - 31.12.2009 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A AG, vormals B AG (nachfolgend die Pflichtige), bezweckte gemäss Han-

delsregistereintrag  der  streitbetroffenen  Jahre  (2006  bis  2009)  die  Vermögensverwal-

tung,  Anlageberatung  und  damit  zusammenhängende  administrative  Dienstleistungen 

sowie  die  Beteiligung  an  Unternehmen  ähnlicher  Art.  Im  Jahr  2016  firmierte  sich  die 

Pflichtige in A um. In der streitbetroffenen Periode hatte die Pflichtige ihren Sitz in C. 

Die  Mehrheit  der  Aktien  an  der  Pflichtigen  wurde  damals  indirekt  über  Holdinggesell-

schaften (G AG bzw. H AG) von I und J gehalten (je 46.15%), die auch während der 

fraglichen  Zeit  dem  Verwaltungsrat  angehörten  bzw.  Mitglieder  der  Geschäftsleitung 

waren.  Beide  verfügen  über  langjährige  und  ausgewiesene  Erfahrung  in  der  Vermö-

gensverwaltung.  

Während  der  streitbetroffenen  Jahre  erbrachte  die  Pflichtige  praktisch  aus-

schliesslich  Beratungsdienstleistungen  für  die  K  Ltd.  (Guernsey),  eine  zu  100%  be-

herrschte  Tochtergesellschaft  der  Pflichtigen,  die  als  Fondleitungsgesellschaft  der  Ei-

gen-Fonds  der  damaligen  B-Gruppe  operierte.  Daneben  erbrachte  sie  auch  Dritten 

Beratungsdienstleistungen,  nämlich  der  Bank  L  (Guernsey).  Letztere  war  eine  100%-

ige Tochtergesellschaft der Bank  M AG, die am 26. Januar 2007 mit  der N AG fusio-

nierte, welche im Zuge der Fusion ihre Firma in O AG änderte. Ebenso wurde die Bank 

L im Zuge dieser Fusion umfirmiert in P (Guernsey) Ltd. Diese Gesellschaft operierte 

wie die K als Fondsleitungsgesellschaft der ursprünglich von der Bank M aufgesetzten 

Fonds.  Sowohl  die  Eigenfonds  der  B-Gruppe  sowie  diejenigen  der  Bank  M  sind  sog. 

Umbrella-Fonds, d.h. Anlagefonds, die ihrerseits in erster Linie in Anlagefonds investie-

ren  (Funds-of-Funds-Strukturen).  Sowohl  die  Eigen-Fonds  als  auch  die  Fonds  der 

Bank  M  investieren  dabei  insbesondere  in  Hedge  Fonds,  die  sog.  alternative  Invest-

ments  tätigen  und  aufgrund  ihrer  Finanzierungsstruktur  besonderen  Risiken  unterlie-

gen.  In  den  jeweiligen  Prospekten  wird  denn  auch  jeweils  auf  die  Möglichkeit  eines 

Totalverlusts  hingewiesen.  Die  Fonds  selber  sind  nach  dem  Recht  von  Guernsey  als 

sog. "Unit Trusts" organisiert.  

Die  Beratungstätigkeit  der  Pflichtigen  gegenüber  der  K  sind  in  "Investment 

Adviser’s  Agreements"  für  die  jeweiligen  Eigenfonds  geregelt,  wobei  diese  im  Herbst 

2007  mit  Wirkung  ab  dem  1.  Oktober 2007  durch  neue  "Investment  Adviser’s  Agree-

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ments" ersetzt wurden. Die Pflichtige erhielt für ihre Beratungstätigkeit gemäss den bis 

zum  30. September  2007  gültigen  Vereinbarungen  eine  Beratungsgebühr  ("Advisory 

Fee")  in  Höhe  von  0.4%  von  den  "Assets  under  Management"  ("AuM").  Eine  Perfor-

mance-Gebühr  war  nicht  vorgesehen.  Ab  dem  1.  Oktober  2007  setzte  sich  die  Ent-

schädigung  aus  einer  Beratungsgebühr  von  0.3%  (Advisory  Fee)  sowie  einer  Perfor-

mance-Gebühr von 5% zusammen, wobei sich die "Hurdle Rate" je nach Anlagefonds 

zwischen 0% und 4% bewegte. Die K ihrerseits erhielt von den jeweiligen Fonds eine 

Vermögensverwaltungsgebühr  zwischen  1.5%  und  1.8%  und  Performance-Gebühren 

von 10%, bei gleichen Hurdle Rates.  

Gegenüber der Bank L war die Beratungstätigkeit der Pflichtigen ebenfalls in 

"Investment Adviser’s Agreements" geregelt, die mit den Vereinbarungen mit der K in 

Wortlaut praktisch identisch sind. In den jeweiligen Verträgen sind Beratungsgebühren 

von 0.3% und Performance-Gebühren von 5%, bei Hurdle Rates zwischen 0% und 2%, 

vorgesehen.  Die  Bank  L  ihrerseits  erhielt  von  den  Fonds  Vermögensverwaltungsge-

bühren zwischen 1.5% und 1.8% sowie Performance-Gebühren von 10%, bei gleichen 

Hurdle Rates. 

B.  Für  die  Jahre  2006  bis  2009  führte  das  Kantonale  Steueramt  vom  13.  - 

15. Juni  2012  eine  Buchprüfung  bei  der  Pflichtigen  durch.  Anlässlich  dieser  Prüfung 

führte  das  Kantonale  Steueramt  eine  Funktions-  und  Risikoanalyse  durch  und  kam 

zum Schluss, dass die K lediglich Routinefunktionen im Bereich der Fondsadministrati-

on  ausübe,  zumal  die  K  lokal  über  kein  qualifiziertes  Personal  verfüge,  welches  tat-

sächlich  Anlageentscheide  treffe  bzw.  die  entsprechende  Verantwortung  dafür  tragen 

könne.  Es  erachtete  deshalb  die  vereinnahmten  Entschädigungen  für  die  Beratungs-

dienstleistungen  als  zu  tief  und  nahm  substantielle  Korrekturen  am  Transferpreis  vor. 

Für die Ermittlung des Transferpreises ging es dabei dergestalt vor, dass es zunächst 

den  konsolidierten  Betriebsgewinn  der  Pflichtigen  und  der  K  ermittelte  und  den  Ge-

winnanteil  der  K  mit  20%  der  eigenen  Kosten  festsetzte  (zuzüglich  Finanzergebnis). 

Daraus ergab sich umgekehrt der (verbliebene) Gewinnanteil, den die Pflichtige hätte 

erzielen  müssen,  und  nahm  eine  entsprechende  Korrektur  des  Verrechnungspreises 

vor  (Erhöhung  Verrechnungspreis  um  Fr. 27'121'580.-  [2006],  Fr. 21'422'006.-  [2007], 

Fr. 11'033'695.- [2008] und Fr. 6'100'593.- [2009]). Diese Form der Ermittlung des Ver-

rechnungspreises  bezeichnete  das  Steueramt  als  Restgewinnaufteilungsmethode  (re-

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sidual profit split-Methode). Die Korrektur der Steuer-Faktoren ihrerseits erfolgte tech-

nisch dadurch, dass die Dividenden der K nicht als Dividenden (mit Berechtigung zum 

Beteiligungsabzugs),  sondern  als  ordentliches  Geschäftseinkommen  umqualifiziert 

wurden.  Beispielhaft  sei  die  Steuerperiode  2006  angeführt:  Hier  vereinnahmte  die 

Pflichtige  eine  Dividende  von  Fr. 30  Mio.,  wovon  das  Steueramt  –  basierend  auf  der 

beschriebenen  Methodik  –  lediglich  Fr.  2'878'420.-  als  Dividende  (mit  Berechtigung 

zum Beteiligungsabzug) qualifizierte; der Rest wurde in betriebliches Einkommen um-

qualifiziert.  Mit  Verfügungen  vom  29.  April  2012  wurde  die  Pflichtige  für  die  Perioden 

2006 bis 2009 für die direkte Bundessteuer und die Staats- und Gemeindesteuern ent-

sprechend veranlagt bzw. eingeschätzt. 

C.  Die  hiergegen  erhobenen  Einsprachen,  mit  welchen  die  Pflichtige  die 

Rückgängigmachung  der  Korrekturen  verlangte,  wurden  vom  Kantonalen  Steueramt 

mit Entscheiden vom 8. Juli 2015 insoweit gutheissen, als es im Umfang der Aufrech-

nungen  die  Steuerrückstellungen  der  Pflichtigen  in  der  Steuerbilanz  entsprechend  er-

höhte (mit iterativer Berechnung) und dadurch die durch die Aufrechnungen ausgelös-

ten Steuern bei Gewinn und Kapital steuermindernd berücksichtigte. 

Die Steuerfaktoren lauteten wie folgt: 

Direkte Bundessteuer 

Steuerperiode 01.01.2006 - 31.12.2006 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Eigenkapital per 31.12.2006 
Steuerbetrag  

Fr.  

Fr.  
Fr.  

21'652'400.- 
12.629% 
0 
1'608'023.- 

Steuerperiode 01.01.2007 - 31.12.2007 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Eigenkapital per 31.12.2007 
Steuerbetrag  

Fr.  

Fr.  
Fr.  

15'823'000.- 
0.000% 
0 
1'344'955.- 

Steuerperiode 01.01.2008 - 31.12.2008 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Eigenkapital per 31.12.2008 
Steuerbetrag  

Fr.  

Fr.  
Fr.  

7'669'900.- 
29.412% 
0 
460'192.- 

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Steuerperiode 01.01.2009 - 31.12.2009 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Eigenkapital per 31.12.2009 
Steuerbetrag  

Fr.  

Fr.  
Fr.  

2'598'500.- 
10.946% 
0 
196'695.-. 

Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerperiode 01.01.2006 - 31.12.2006 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Steuerbares Kapital  

Fr.  

Fr.  

21'652'400.-  
12.629% 
400'000.-  

Steuerperiode 01.01.2007 - 31.12.2007 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Steuerbares Kapital  

Fr.  

Fr.  

15'823'000.- 
0.000% 
400'000.-  

Steuerperiode 01.01.2008 - 31.12.2008 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Steuerbares Kapital  

Fr.  

Fr.  

7'669'900.- 
29.412% 
400'000.-  

Steuerperiode 01.01.2009 - 31.12.2009 

Steuerbarer Reingewinn 
Beteiligungsabzug 
Steuerbares Kapital  

Fr.  

Fr.  

2'598'500.- 
10.946% 
400'000.-  

D. Hiergegen erhob die Pflichtige am 7. August 2015 Rekurs bzw. Beschwer-

de  und  wiederholte  im  Wesentlichen  die  Begehren  in  der  Einspracheschrift.  Inhaltlich 

verlangte  die  Pflichtige,  die  Entschädigungen  gegenüber  Bank  L  seien  als  (interne) 

Vergleichspreise anzuerkennen, weshalb sich nur für die Perioden 2006 und 2007 eine 

Korrektur  ergebe.  In  diesen  Perioden  wurden  0.4%  verrechnet  (anstatt  0.3%),  aber 

ohne  Beteiligung  an  den  Performance-Gebühren  (5%  gemäss  Vereinbarungen  mit 

Bank L). Das kantonale Steueramt  und die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) 

schlossen mit Vernehmlassungen vom 11. September 2015 bzw. 18. November 2015 

auf Abweisung der Rechtsmittel. 

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Im  Rahmen  eines  zweiten  Schriftenwechsels  hielten  die  Parteien  an  ihren 

Standpunkten fest. 

Mit Präsidialverfügung vom 26. April 2016 wurde die Einholung eines Gutach-

tens zur Bestimmung der im Streit liegenden Verrechnungspreise angeordnet. Mit wei-

terer  Präsidialverfügung  vom  16.  Mai  2018  wurde  die  Anordnung  widerrufen  bzw.  als 

gegenstandslos erklärt, nachdem der eingesetzte Experte kurz zuvor wegen eines Inte-

ressenskonflikts in den Ausstand getreten war. 

Mit Auflage vom 2. August 2018 wurde die Pflichtige zur Einreichung weiterer 

Unterlagen  aufgefordert.  Dem  kam  sie  mit  Eingabe  vom  19.  September  2018  nach. 

Das kantonale Steueramt liess sich dazu nicht vernehmen. 

Auf  die  Parteivorbringen  und  die  Ergebnisse  der  Untersuchungen  wird  –  so-

weit rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Streitpunkt  ist  vorliegend  die  Höhe  des  Verrechnungspreises,  den  die 

Pflichtige  für  ihre  Leistungen  an  ihre  Tochtergesellschaft  in  Rechnung  gestellt  hat. 

Nach Ansicht des Steueramts ist dieser substanziell zu tief, woraus auch ersichtlich ist, 

dass  vorliegend  nicht  eine  eigentliche  verdeckte  Gewinnausschüttung  (in  Form  einer 

Gewinnvorwegnahme)  im  Raum  steht,  sondern  verdeckte  Kapitaleinlagen:  Sollte  die 

Sichtweise des Steueramts zutreffen, erbrachte die Pflichtige ihrer Tochtergesellschaft 

verdeckte Kapitaleinlagen durch Gewinnverzicht, d.h. durch zu tiefe Rechnungsstellung 

für von ihr erbrachte Dienstleistungen.  

Darüber,  wie  es  sich  bei  verdeckten  Kapitaleinlagen  gewinnsteuerrechtlich 

und beteiligungsabzugsrechtlich verhält, bestehen verschiedene Lehrmeinungen; auch 

die Praxis hierzu ist nicht restlos geklärt. Diese Fragen müssen vorliegend indes nicht 

abschliessend  beurteilt  werden,  da  das  Vorgehen  des  Steueramts  –  sollte  dessen 

Standpunkt  betreffend  Korrektur  des  Verrechnungspreises  zutreffen  –  im  Ergebnis 

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nicht  zu  beanstanden  ist.  In  den  Steuerperioden  2006,  2008  und  2009  überstieg  die 

jeweils  aus  der  Tochtergesellschaft  vereinnahmte  Dividende  die  Verrechnungspreis-

Korrektur,  und  im  Betrag  der  Korrektur  erfolgte  eine  Umqualifikation  der  Dividende  in 

Betriebsgewinn. Der überschiessende Teil wurde als Dividende behandelt mit Berech-

tigung  zum  Beteiligungsabzug.  Im  Steuerjahr  2007  hingegen  war  die  Dividende  um 

Fr. 1'522'006.-  tiefer  als  die  Verrechnungspreis-Korrektur.  Das  Steueramt  qualifizierte 

in  diesem  Jahr  die  gesamte  Dividende  als  Betriebsgewinn, 

im  Umfang  von 

Fr. 1'522'006.- nahm es eine weitere Aufrechnung unter dem Titel  "verdeckte Kapital-

einlage" vor. Es hat dadurch mit anderen Worten die verdeckte Kapitaleinlage gewinn-

steuerlich  abgerechnet,  gleichzeitig  hat  es  in  diesem  Betrag  die  Gewinnsteuerwerte 

erhöht und im Kapital eine versteuerte stille Reserve erfasst. Es folgte dadurch im Er-

gebnis  der  Sichtweise  von  Brühlisauer/Mühlemann  (in  Zweifel/Beusch/Matteoti  (Hg.): 

Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bun-

dessteuer, 3.A., Basel 2017, Art. 58 Rz. 490), wonach bei verdeckten Kapitaleinlagen 

in ausländische Tochtergesellschaften eine gewinnsteuerliche Abrechnung zu erfolgen 

hat. Dies im Gegensatz zur "Gestehungskosten-Lösung", die von der Lehre zumindest 

im  innerstaatlichen  Verhältnis  überwiegend  vertreten  wird.  Ob  eine  gewinnsteuerliche 

Abrechnung  verdeckter  Einlagen  in  ausländische  Tochtergesellschaften  in  jedem  Fall 

zu erfolgen hat, muss hier wie erwähnt nicht abschliessend geklärt werden. Das Vor-

gehen  des Steueramts  ist  zumindest  im  vorliegenden  Fall nicht  zu  beanstanden: Das 

Steueramt hat letztlich die Korrekturen konsistent vorgenommen, und durch die Erhö-

hung  des  Gewinnsteuerwerts  ist  auch  sichergestellt,  dass  es  nicht  zu  einer  "Überbe-

steuerung"  von  Betriebsgewinnen  kommen  kann.  Zudem  hat  auch  die  Pflichtige  die 

Methodik an sich nicht in Frage gestellt. Ob die Rechtsgrundlage hierfür – nach Ansicht 

der  ESTV  –  im  Umstrukturierungs-Kreisschreiben  vom  1.  Juni 2004,  Ziffer  4.4.1.2.1  - 

Art.  58  Abs.  1  lit.  c  DBG  bzw.  §  64  Abs.  3  StG  ist,  kann  schliesslich  ebenfalls  offen 

bleiben: Auch die beiden genannten Bestimmungen bemessen die Realisationsgewin-

ne nach den Methodiken wie für die verdeckten Gewinnausschüttungen, nämlich nach 

dem Drittvergleichsprinzip. Mithin ist vorliegend zu prüfen, ob, und wenn ja, in welchem 

Umfang eine Verrechnungspreis-Korrektur zu erfolgen hat.  

b) Die Schweizer Steuergesetze enthalten kein explizites Verrechnungspreis-

Recht,  wie  dies  mittlerweile  viele  Steuerordnungen  kennen.  Die  Verrechnungspreis-

Problematik  wird  in  der  Schweiz  über  das  Rechtsinstitut  der  verdeckten  Gewinnaus-

schüttung  (oder  wie  hier:  der  verdeckten  Kapitaleinlage)  erfasst,  in  Form  eigentlicher 

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verdeckter Gewinnausschüttungen (z.B. Bezahlung überhöhter Preise an einen Nahe-

stehenden) sowie Gewinnvorwegnahmen (Verzicht auf Gewinn/Einnahmen gegenüber 

Nahestehenden). Es kommen mithin die allgemeinen Normen des Unternehmenssteu-

errechts, insbesondere Art. 58 Abs. 1 Ziff. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 Ziff. 2 lit. e des Steu-

ergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  zur  Anwendung,  wonach  "verdeckte  Gewinnaus-

schüttungen" dem Saldo der Erfolgsrechnung hinzugerechnet werden.  

c)  In  seiner  Rechtsprechung  zu  den  verdeckten  Gewinnausschüttungen  folgt 

das  Bundesgericht  seit  jeher  dem  sog.  "at  arm’s  length-Standard",  d.h.  dem  Drittver-

gleichsprinzip. Spätestens seit seinem Bellatrix-Entscheid ist es eine Rechtsprechung, 

die  dem  Drittvergleichs-Konzept  folgt,  verstanden  als  einem  Ist-Konzept  (keine  Soll-

Besteuerung). Gefragt wird danach, welchen Preis unabhängige Dritte in einer Marktsi-

tuation vereinbart hätten. Auf die verdeckten Gewinnausschüttungen übersetzt, liegen 

solche  nach  konstanter  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  vor,  wenn  ein  Missver-

hältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht, dieses Missverhältnis in der Ak-

tionärsstellung  begründet  ist  und  das  Missverhältnis  den  Organen  erkennbar  war 

(BGer, 29. Mai 2012 = StE 2012 B 72.22 Nr. 17 = StR 2012, 600).  

d)  In  der  Grundkonzeption  –  nämlich  der  Anwendung  des  Drittvergleichs-

Prinzips – entspricht die bundesgerichtliche Rechtsprechung praktisch vollständig den 

Grundsätzen, wie sie in den Verrechnungspreis-Richtlinien der OECD seit ihrer Entste-

hung im Jahr 1995 enthalten sind. Schon das Musterabkommen 1977 folgte seit jeher 

streng dem  Drittvergleichsprinzip, im  Gegensatz etwa zum UN-Musterabkommen  und 

dessen  Richtlinien,  welche  teilweise  Regelungen  vorsehen,  die  klar  dem  Drittver-

gleichsprinzip widersprechen.  

Die  OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien  sind  vom  Rang  her  identisch  mit 

dem OECD-Kommentar zum Musterabkommen, von dessen Kommentierung zu Art. 9 

sie  sozusagen  der  ausgegliederte  Verrechnungspreis-Teil  sind.  Sie  haben,  wie  der 

Kommentar selber, keine direkte normative Kraft in der Schweiz, können aber als Aus-

legungshilfen  herangezogen  werden,  was  das  Bundesgericht  bei  der  Auslegung  von 

Doppelbesteuerungsabkommen  regelmässig  macht  (siehe  die  Verweise  bei  Matteotti/ 

Krenger,  in  Zweifel/Beusch/Matteotti  (Hg.):  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuer-

recht, Internationales Steuerrecht, Basel 2015, Einleitung Rz. 163 ff.). Sie können aber 

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auch als Auslegungshilfe für das unilaterale Aussensteuerrecht der Schweiz herange-

zogen  werden,  hier  für die  Auslegung  von  Art.  58  DBG  und  §  64  StG.  Es  spricht viel 

dafür, auch im vorliegenden Fall die OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien für die strei-

tige Frage heranzuziehen, sind es doch vor allem technische Regeln, die das Drittver-

gleichsprinzip für Steuerpflichtige und Behörden vollziehbar machen sollen. Die vorlie-

gende Verrechnungspreis-Frage ist deshalb – wie es beide Parteien verlangen – nach 

den OECD-Richtlinien und den darin vorgesehenen Methodiken zu entscheiden.  

e) Die Parteien sind sich zwar im Grundsatze einig, nämlich dass die OECD-

Richtlinien  anzuwenden  sind,  die  Pflichtige  verficht  aber,  es  seien  ausschliesslich  die 

Richtlinien  des  Jahres  1995  anzuwenden,  was  aus  ihrer  Sicht  Auswirkungen  auf  die 

anzuwendende Methode habe. Zur zeitlichen Komponente der Richtlinien sowie deren 

Verhältnis zum innerstaatlichen Recht sei das sei Folgendes festgehalten:  

aa) Vorliegend geht es um die Anwendung des innerstaatlichen Aussensteu-

errechts,  und  die  OECD-Richtlinien,  egal  welchen  Jahrgangs,  schreiben  dem  Rechts-

anwender,  letztlich  den  Steuergerichten,  nicht  vor,  wie  der  Inhalt  dieser  Normen  sein 

soll.  Für  die  innerstaatlichen  Regeln  sind  vielmehr  nur  diejenigen  OECD-Regeln  zu 

übernehmen (im Sinne einer "Auslegungshilfe"), die auch und vor allem den "Schwei-

zer Drittvergleichs-Test" bestehen. So sind z.B. die Regeln zu  "Location Savings" der 

Kommentars-Änderung  aus  dem  Jahr  2015  (OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien 

2017,  Rz.  1.139  ff.)  Regeln,  die  dem  Drittvergleichsprinzip  eher  widersprechen  und 

man sich fragen kann, ob sie ohne weiteres übernommen werden sollen. Dies bedeutet 

nicht,  dass  die  Regeln  gerade  zu  den  "Location  Savings"  nicht  auch  in  der  Schweiz 

verbindlich  sein  können:  In  einem  Abkommenskontext  kann  sich  ein  steuerpflichtiges 

Unternehmen  darauf  berufen.  Die  Grundlage  dafür  ist  dann  aber  das  (den  Steueran-

spruch der Schweiz eingrenzende) Staatsvertragsrecht. Umgekehrt ist es wie erwähnt 

sachgerecht, die OECD-Richtlinien so umfassend wie möglich auch für die Auslegung 

des  unilateralen  Aussensteuerrecht  heranzuziehen,  da  diese  Regeln  eine  konsistente 

Methodenlehre  enthalten,  wie  Verrechnungspreise  zwischen  verbundenen  Unterneh-

men zu bestimmen sind, wenn dem Drittvergleichsprinzip gefolgt werden soll.  

bb) An diesem Umstand ändert auch das Kreisschreiben Nr. 4 der ESTV vom 

19.  März  2004  betreffend  Besteuerung  von  Dienstleistungsgesellschaften  nichts.  Das 

Kreisschreiben  ist  lediglich  eine  behördliche  Verlautbarung,  wie  die  Behörde  das  Ge-

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setz bzw. dessen Inhalt verstanden wissen will, ohne dass dies die Steuergerichte bin-

den würde. Es kann deshalb auch entgegen der Ansicht der Pflichtigen offen bleiben, 

ob  dieser  "Verweis"  der  ESTV  auf  die  (damaligen)  OECD-Richtlinien  ein  statischer  

oder  dynamischer  Verweis  ist.  Zuzustimmen  ist  dem  Ansatz  der  ESTV  wie  erwähnt 

durchaus: Die "Implementierung" abkommensrechtlicher Regeln in das innerstaatliche 

Aussensteuerrecht  verhindert  –  sozusagen  durch  Gleichschaltung  –  unnötige  Unter-

schiede zwischen innerstaatlichem Recht und Abkommensrecht. 

2.  a)  Die  Verrechnungspreis-Methodik  der  OECD-Richtlinien  ist  im  Wesentli-

chen  ein  zweistufiger  Prozess.  In  einem  ersten  Schritt  wird  die  Transaktion  ermittelt 

("establishing  the  transaction"),  im zweiten  Schritt  wird  die  Transaktion  bewertet  ("pri-

cing  the  transaction").  Der  erste  Schritt  betrifft  alleine  den  Sachverhalt,  welcher  über 

die  sog.  Funktionsanalyse  ermittelt  wird.  Hierzu  werden  die  ausgeübten  Funktionen 

("functions  performed",  die  übernommenen  Risiken  ("risk  assumed")  und  die  hierzu 

eingesetzten  Wirtschaftsgüter  ("assets  used")  lokalisiert  und  den  involvierten  Unter-

nehmen zugeordnet. Diese Zuordnung ermöglicht in der Folge zu bestimmen, welches 

Unternehmen  welchem  Unternehmen  welche  Leistung  erbringt.  Denn  nur  wenn  fest-

steht, welche Leistung erbracht wurde, kann der zweite Schritt, das Ermitteln des Ver-

rechnungspreises,  erfolgen  ("Bepreisung").  Die  Funktionsanalyse  ermittelt  und  lokali-

siert  mithin  die  Funktionen  (nicht-Routine-  und  Routine  Funktionen),  was  bei 

Produktionsbetrieben einfach ist (Ort der Fabrik). Bei vielen wertschöpfenden Funktio-

nen aber, bei denen eine lokale Zuordnung nicht offensichtlich ist (z.B. das Erschaffen 

von Immaterialgüterrechten), erfolgt die Zuordnung über die natürliche Person: Funkti-

onen  werden  dort  zugeordnet,  wo die  natürlichen  Personen,  welche  die  entsprechen-

den  Funktionen  ausüben,  physisch  anwesend  sind.  Der  gleiche  Anknüpfungspunkt, 

nämlich  über  die  natürliche  Person,  besteht  bei  der  Zuordnung  der  Risiken.  Risiken 

werden dort lokalisiert, wo die Personen, welche die entsprechenden Entscheide tref-

fen,  anwesend  sind.  Denn  es  sind  immer  Entscheide  von  Personen,  welche  Risiken 

begründen ("risk follows function"). Es sind die Entscheidträger ("risk-taking persons") 

bzw. der Ort, wo sich diese Personen aufhalten, wo die Risiken lokalisiert werden.  

Die  einzelnen  Schritte  der  Funktions-  und  Risikoanalyse  hat  die  OECD  im 

Jahr 2015 überarbeitet und detailliert(er) geregelt. Unter dem Titel "accurately delinea-

ting  the  actual  transaction"  (OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien  2017,  Rz.  1.33  ff.) 

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hat  die  OECD  die  Regeln  verfeinert,  wie  man  die  tatsächliche  Transaktion  ermittelt. 

Oder anders ausgedrückt: Die OECD will die Verrechnungspreise anhand von Leistun-

gen, wie sie tatsächlich erbracht wurden ("actual transaction"), bewerten, und nicht wie 

Leistungen  in  schriftlichen  Verträgen  der  verbundenen  Parteien  zum  Ausdruck  kom-

men.  Diese  Regeln  sind  zwar  erst  in  der  Überarbeitung  2015  detaillierter  formuliert 

worden, sind aber schon in den Richtlinien von 1995 angelegt. Auf jeden Fall entspre-

chen  diese  neu  ausformulierten  Regeln  seit  jeher  den  Grundsätzen,  wie  sie  das  

Bundesgericht innerstaatlich anwendet. Klarer Ausdruck hiervon ist die doppelbesteue-

rungsrechtliche Rechtsprechung zu Briefkastengesellschaften. Hier teilt das Bundesge-

richt  seit  jeher  die  Besteuerungsbefugnis  demjenigen  Kanton  zu,  wo  die  Gesellschaft 

über  tatsächliche  Substanz  verfügt  (zuletzt  BGr,  1. Februar 2019,  2C_627/2017, 

E. 2.3.6).  Nichts  anderes  erfolgt  in  der  Funktionsanalyse:  Es  wird  ermittelt,  wo  die 

Funktionen tatsächlich ausgeübt werden, wer welche Risiken tatsächlich trägt und wer 

welche betrieblichen Vermögenswerte tatsächlich einsetzt.  

Der zweite Schritt betrifft die "Bepreisung". Auch dieser Schritt ist letztlich eine 

Sachverhaltsfrage  (Bestimmung  des  Preises),  der  Prozess  ist  aber  mit  zahlreichen 

Wertungen  durchsetzt,  die  in  den  Methodologien  der  Richtlinien  zum  Ausdruck  kom-

men.  Es  müssen  die  angemessenste  Methode  ermittelt  ("most  appropriate  method"), 

allenfalls  die  "tested  party"  bestimmt,  die  Vergleichspreise  ("comparables")  definiert 

(intern/extern) sowie ermittelt und schliesslich die gewählte Methode korrekt umgesetzt 

werden.  

b) Das Steueramt hat das Geschäftsmodell der Pflichtigen richtig wiedergege-

ben:  Im  Vermögensverwaltungsgeschäft,  wie  es  die  Pflichtige  betreibt,  sind  die  wert-

treibenden  Funktionen  zum  einen  die  Mittelbeschaffung  (Akquisition  von  Investoren, 

die  gewillt  sind,  in  den  entsprechenden  Fonds  zu  investieren).  Die  Beschaffung  von 

Investoren-Gelder  schafft  erst  die  Grundlage  für  Einkommen  für  die  Pflichtige.  Zum 

anderen  ist  es  das  eigentliche  Portfolio-Management,  d.h.  die  Evaluierung  und  Aus-

wahl der Investments sowie schliesslich der Entscheid, ein Investment zu machen. Mit 

dem  Portfolio-Management  untrennbar  verbunden  ist  die  laufende  Überwachung  der 

Investments,  denn  nur  diese  erlaubt  zu  entscheiden,  ob,  und  wenn  ja,  wann  ein  In-

vestment abgestossen werden soll (Exit).  

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c) Das Steueramt hat eine Bücherrevision durchgeführt, es wurden zahlreiche 

Unterlagen (Protokolle, Offering Memorandum und dgl.) zu den Akten gegeben. Aufla-

geweise  wurden  zusätzliche  Unterlagen  eingefordert  und  es  wurden  Verhandlungen 

zwischen  Steueramt  und  der  Pflichtigen  durchgeführt.  Nach  diesen  Abklärungen  kam 

das  Steueramt  in  seiner  Funktions-  und  Risikoanalyse  zum  Ergebnis,  dass  sämtliche 

wertschöpfenden Funktionen in der Schweiz ausgeübt wurden, nämlich durch die bei-

den Schweizer Fonds-Promotoren J und I sowie die Angestellten der Pflichtigen, dass 

die  Risiken  ebenfalls  bei  der  Pflichtigen  zu  lokalisieren  sind  und  dass  die  K  lediglich 

Routine-Funktionen im Zusammenhang mit der Fonds-Administration ausgeübt hat.  

Diesen  sachverhaltsmässigen  Feststellungen  kann  sich  das  Steuerrekursge-

richt  vollumfänglich  anschliessen.  Auch  für  das  Steuerrekursgericht  ist  sachverhalts-

mässig  erstellt,  dass  sämtliche  wertschöpfenden  Funktionen  von  der  Pflichtigen  aus-

geübt  wurden  und  dass  die  entsprechenden  Risiken  ebenfalls  bei  der  Pflichtigen  zu 

lokalisieren sind, während die K lediglich Administrations-Aufgaben im Zusammenhang 

mit der Fonds-Administration und dem "Unterhalt" der Investitionsgefässe (Stellen von 

Board-Mitgliedern/Directors, Verantwortung für gesellschaftsrechtliche Compliance und 

dgl.)  wahrgenommen  hat.  Der  Sachverhalt  ist  diesbezüglich  praktisch  identisch  mit 

dem im Entscheid des Steuerrekursgerichts vom 21. August 2018 (1 DB 2014.208 und 

1 ST.2014.262). Zu den einzelnen Vorbringen:  

aa) Zusammengefasst bringt das Steueramt vor, das Investment Committee in 

Q  habe  die  Anlageentscheide  nur  formal-zivilrechtlich  gefällt,  während  die  Pflichtige 

diese  "faktisch-tatsächlich"  getroffen  habe;  eigentliche  Entscheidträger  seien  die  Per-

sonen  der  Pflichtigen  vor  Ort  gewesen,  welche  die  Anlageentscheide  gefällt  hätten. 

Hauptargument  des  Steueramts  ist,  dass  auf  Guernsey  keine  natürlichen  Personen 

arbeiten, welche die entsprechenden Fachkenntnisse als Vermögensverwalter im Heg-

de-Fondsbereich haben. Diese Sicht teilt das Gericht. Das Investment Committee ist zu 

keinem  Zeitpunkt  mit  Personen  besetzt  gewesen,  welche  die  Fähigkeiten  eines  Ver-

mögensverwalters  gehabt  hätten.  Das  Investment  Committee  war  nach  Angaben  der 

Pflichtigen  bis  Ende  2009  zunächst  ein  "externes",  welches  aus  Personen  von  R  be-

stand  (u.a.  S  und  T).  Wie  den  Lebensläufen  in  den  Prospekten  entnommen  werden 

kann, sind dies Mitarbeiter verschiedener Stufen von R, ein auf Fondsdienstleistungen 

spezialisierter  Service  Provider  vor  Ort.  Dass  diese  Personen  die  Endverantwortung 

über  die  Anlageentscheide  getragen  haben  sollen,  wirkt  nicht  nur  abwegig,  sondern 

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widerspricht  letztlich  auch  den  in  den  Prospekten  dargestellten  Zuständigkeiten:  Es 

sind die Eigentümer und Angestellten der Pflichtigen, welche als board of directors der 

K, der formellen Fondsleitung bzw. "Managerin", und als Investment Advisors der Ma-

nagerin  die  Geschicke  der  Anlagen  lenken  und  bestimmen.  Dem  entspricht,  dass  für 

die gesamte Zeit dieses externen Investment Committees keinerlei Dokumentation zu 

den angeblich gefassten Anlageentscheiden vorliegt.  

bb)  Im  September  2009  wurde  das  externe  durch  ein  internes  Investment 

Committee ersetzt, welches mit den Herren T und U besetzt wurde. U war auch Ver-

waltungsrat (director) der K und arbeitete hauptberuflich als Anwalt bei der Kanzlei V in 

Guernsey.  Das  "Standing"  dieser  Person  ist  zwar  gegenüber  den  Personen  des  Ser-

vice  Providers  durchaus  höher  einzustufen,  ändert  aber  am  Grundsachverhalt  nichts: 

Auch er ist kein Umbrellafonds-Vermögensverwalter mit Spezialisierung in asiatischen 

Märkten,  sondern  ein  Anwalt,  der  anwaltliche  Dienstleistungen  gegenüber  seinen  Kli-

enten aus der Fondsbranche erbringt.  

cc) Nichts anderes lässt sich aus den eingereichten Protokollen und Rückfra-

gen  der  Committee-Mitglieder  ableiten:  Offenbar  wurden  die  Entscheidbeschlüsse  ab 

Herbst  2009  des  Investment  Committees  erstmals  protokolliert.  Die  Pflichtige  hat  zu-

dem  Emailverkehr 

für  die  Zeit  ab  Herbst  2009  eingereicht,  worin  Rückfra-

gen/Stellungnahmen  der  Committe  Mitglieder  erfolgten.  Für  die  Zeit  vor  dem  Herbst 

2009  bestehen  weder  protokollierte  Beschlüsse  noch  entsprechender  Email-

Austausch.  Dass  keinerlei  Dokumentation  vorliegt,  räumt  die  Pflichtige  selbst  ein,  sie 

will den ab Herbst 2009 dokumentierten Zustand "generell" aber auch als Zustand von 

2006 bis 2009 verstanden wissen. Dass eine derartige Kommunikation in der Zeit des 

"externen" Investment Committee stattgefunden haben soll, scheint unwahrscheinlich, 

kann letztlich aber offenbleiben: Selbst wenn Committee Mitglieder – neben der formel-

len Beschlussfassung – aktiv an der Diskussion teilnehmen und Fragen zu Investment-

vorschlägen stellen, macht sie dies nicht zum Entscheidträger, unabhängig davon, wie 

kritisch oder fundiert solche Fragen sind. Die Entscheidverantwortung verbleibt bei der 

Pflichtigen,  aus  einem  einfachen  Grund.  Nur  sie  hat  die  Kenntnisse  und  Fähigkeiten, 

Anlage-Entscheide  dieser  Art  zu  treffen.  So  sind  denn  auch  keine  Beschlüsse  doku-

mentiert, die einen Vorschlag definitiv ablehnen würden. Ebenso musste sich das "In-

vestment  Committee"  nie  eigenständig  für  einen  aus  mehreren  Anlagevorschlägen 

entscheiden. Was die konkreten Stellungnahmen und Rückfragen betrifft (welche aber 

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erst ab Herbst 2009 vorliegen), so hält das Steueramt zu Recht fest, dass diese weit-

gehend  formaler  oder  allgemeiner  Natur  waren.  Es  sind  letztlich  Diskussionsbeiträge, 

die  –  in  der  Verrechnungspreis-Terminologie  –  keinen  werttreibenden  Charakter  ha-

ben. 

dd) Das eben Gesagte gilt gleichsam für die Marketing- und Vertriebsfunktio-

nen,  was  hier  vor  allem  Pflege  der  bestehenden  Investoren  und  die  Gewinnung  von 

Neuinvestoren bedeutet. Wie den im Recht liegenden Stellenbeschreibungen entnom-

men  werden  kann,  wurden  die  Vertriebsfunktionen  ausschliesslich  durch  Mitarbeiter 

der  Pflichtigen  wahrgenommen;  die  Pflichtige  selber  spricht  von  180  bis  200  Stellen-

prozenten, welche den Bereich Marketing/Vertrieb abdecken. Sie macht in diesem Zu-

sammenhang  denn  auch  lediglich  geltend,  dass  im  vorliegenden  Fall  die  Funktionen 

Marketing und Vertrieb nicht von Bedeutung gewesen seien, da die W nicht im Privat-

kundengeschäft vertrieben werden, sondern mehrheitlich über Bankinstitute sowie an-

dere Finanzintermediäre, wo persönliche Beziehung nicht besonders wichtig seien. Ob 

dies tatsächlich zutrifft, kann hier offen bleiben. Ob die Anstrengungen für den Vertrieb 

(bzw.  Mittelbeschaffung  im  weitesten  Sinne)  aufwendig  sind  oder  nicht,  ändert  nichts 

an  der  werttreibenden  Funktion  der  Mittelbeschaffung  für  einen  Vermögensverwalter: 

Sie schafft erst die Grundlage seines Geschäftsmodells. Schliesslich bringt die Pflichti-

ge vor, die Marketing- und Vertriebsfunktionen oblagen stets K, welche mit den Finan-

zinstituten  und  anderen  Finanzintermediären  zusammenarbeitete  und  diesen  zur  För-

derung  des  Fondsvolumens  Bestandespflegekommissionen  und  Retrozessionen 

auszahlte. Dies ist, soweit ersichtlich, die einzige Beschreibung der Pflichtigen zu den 

Marketing- und Vertriebsfunktionen, welche in Guernsey wahrgenommen worden sein 

sollen,  ändert  am  Befund  aber  nichts:  Dass  Personen  in  Guernsey  mit  bestehenden 

oder potentiellen Investoren Gespräche führten, deren Fragen zur Anlagestrategie oder 

dgl. beantworteten etc., wird selbst von der Pflichtigen nicht vorgebracht.  

ee) Weiter bringt die Pflichtige vor, dass die beiden Committee Mitglieder bzw. 

deren Arbeitgeber (die Anwaltskanzlei V bzw. R) erhebliche Entschädigungen erhalten 

hätten,  die  dem  Fond  direkt  belastet  wurden.  Diesbezüglich  hält  das  Steueramt  zu 

Recht fest, dass durch anderweitige Dienstleistungen der Unternehmen der Committee 

Mitglieder,  deren  Kosten  zudem  direkt  den  Fonds  (und  damit  letztlich  den  Anlegern) 

belastet werden, keine Substanz zugunsten K  begründet wird. Schliesslich hinterfragt 

die  Pflichtige  die  operativen  Ergebnisse  der  beiden  Gesellschaften,  welche  das  Steu-

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eramt ermittelt hat und woraus sich für die Pflichtige operative Verluste in Millionenhö-

he  ergeben.  Hier  wird  im  Wesentlichen  vorgebracht,  diese  seien  auf  die  ausseror-

dentlichen Boni der beiden Eigentümer J und I entfallen, welche herauszurechnen sei-

en.  Was  die  Pflichtige  mit  diesen  Ausführungen  bezweckt,  ist  nicht  ersichtlich.  Sie 

behauptet zu Recht nicht, die Saläre seien nicht marktkonform gewesen, sondern sie 

führt aus, die Boni seien aufgrund des Gesamtergebnisses, insbesondere einschliess-

lich der Dividenden der K, ermittelt worden. Diese Dividenden sind aber nichts anderes 

als  der  buchmässige  Zufluss  des  operativen  Ergebnisses  der  K.  Wenn  die  B-Gruppe 

die Boni aufgrund des Gesamtergebnisses bemisst, wie es auch gemacht wurde, be-

deutet dies nichts anderes, als dass die Pflichtige Lohnaufwand zugunsten der Toch-

tergesellschaft getragen hat, ohne diesen der K (zumindest anteilig) weiter zu belasten.  

ff) Gegen die Risiko-Allokation des Steueramts bringt die Pflichtige vor, dass 

die Prämien für die Haftpflichtversicherung, welche die Risiken sowohl für die Pflichtige 

als auch für die K abdeckten, zu 95% durch die K getragen wurden. Folglich habe die 

K  auch  erheblich  grössere  Risiken  getragen  als  die  Pflichtige.  Diese  Vorbringen  ver-

kennen,  dass  die  steuerrechtliche  Risiko-Allokation  den  Funktionen  bzw.  den  Perso-

nen, welche diese Funktionen tatsächlich ausüben, folgt. Massgebend ist nicht, wie ein 

allfälliges  Risiko  formal-vertraglich  zugeteilt  wird  oder  wie  sich  ein  Risiko  in  den  Bü-

chern abbildet (z.B. durch höhere oder tiefere Einnahmen). Dass der grösste Teil der 

Prämien letztlich in den Büchern der K verbucht wurde, d.h. von ihr "getragen" wurde, 

ist  nur  das  Abbild  (bzw.  die  Fortsetzung)  des  vertraglichen  Konstrukts,  welches  die 

Pflichtige  gewählt  hat.  Da  der  grösste  Teil  der  Einnahmen  formal  von  der  K  verein-

nahmt  wurde,  ist  eine  Aufteilung  der  Prämien,  welche  sich  an  den  jeweiligen  Einnah-

men  orientiert,  formal  und  buchhalterisch  praktisch  vorgegeben.  Es  ist  aber  wie  er-

wähnt  nicht  das  buchhalterische  Abbild  von  Kosten,  welches  die  Risiken  zuteilt, 

sondern der Ort, wo sich die "risk-taker" aufhalten. Gleich verhält es sich mit den Aus-

führungen  der  Pflichtigen  zum  Eigenkapital  der  K.  Dieses  ist  –  unter  Ausklammerung 

der  jeweiligen  Dividenden  –  beachtlich,  weil  sie  den  Hauptteil  der  Vermögensverwal-

tungsgebühren in ihren Büchern hatte. Sie hatte  also durchaus die "financial capacity 

to bear the risk", nicht aber die "capacity to control the risk" (OECD-Verrechnungspreis-

Richtlinien 2017 Rz. 1.86 ff.). Beide Voraussetzungen müssen aber erfüllt sein, damit 

steuerrechtlich eine entsprechende Risikoallokation gemacht wird. Von der Grundkons-

tellation  entspricht  der  vorliegende  Fall  dem  Beispiel  2  im  Anhang  zu  Kapital  VI  der 

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OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien  2017,  worin  dieselbe  Risikoallokation  wie  vorlie-

gend gemacht wird.  

gg) Weiter stellt die Pflichtige in Abrede, dass der Kundenstamm der Pflichti-

gen  zuzuordnen  wäre.  Der  Kundenstamm  oder  Goodwill  ist,  das  wird  auch  von  der 

Pflichtigen  nicht  in  Abrede  gestellt,  das  bedeutendste  Wirtschaftsgut,  welche  die  

B-Gruppe  in  ihrem  Geschäftsmodell  "einsetzt"  ("assets  used").  Materielle  Wirtschafts-

güter  werden  ebenfalls  eingesetzt  (Büroinfrastruktur),  als  reiner  Dienstleister  ist  der 

immaterielle Goodwill aber das eigentliche Haupt-Wirtschaftsgut, welches der Tätigkeit 

der  Pflichtigen  unterliegt.  Weshalb  dieser  der  K  zuzuordnen  sein  soll,  ist  dabei  nicht 

ersichtlich. Was für Immaterialgüterrechte ("intellectual property") gilt, gilt gleichsam für 

den  Goodwill:  Er  ist  derjenigen  Gruppengesellschaft  zuzuordnen,  welche  diesen  er-

schaffen hat. Und dies ist ausschliesslich die Pflichtige, welche diesen mit den Eigen-

tümern der B-Gruppe als deren Angestellten sowie den übrigen Mitarbeitern erschaffen 

hat.    

hh) Zusammenfassend ergibt sich: Die Funktionsanalyse (samt Risikoanalyse 

und  Zuordnung  der  eingesetzten  Wirtschaftsgüter)  hat  das  Steueramt  korrekt  vorge-

nommen und die richtigen Schlüsse gezogen: Die Pflichtige ist nicht bloss Investment 

Adviser, sondern der eigentliche Investment-Manager, der alle wertschöpfenden Funk-

tionen ausübt und die entsprechenden Risiken trägt, während K lediglich als formelles 

Vollzugsorgan der von der Pflichtigen getroffenen Anlage-Entscheide wirkte und dane-

ben Routinefunktionen im Bereich der Fondsadministration wahrnahm. In die Sprache 

der Verrechnungspreis-Richtlinien übersetzt, bedeutet dies: Die Pflichtige ist der Entre-

preneur, und nicht K, wie es die Investment Adviser’s Agreements dem Wortlaut nach 

vorgeben.  

Wenn  vorliegend  abweichend  vom  vertraglichen  Wortlaut  die  Vertragsbezie-

hung  aufgrund  des  tatsächlich  gelebten  Vertragsinhalts  gewürdigt  wird,  ist  dies  nicht 

eine  Anwendung  des  Instituts  der  Steuerumgehung.  Bei  einer  Steuerumgehung  wird 

ein tatsächlich erfolgter und in ein bestimmtes zivilrechtliches Rechtskleid gegossener 

Vorgang  die  steuerliche  Anerkennung  verweigert  und  die  Steuerfolgen  anhand  eines 

fingierten,  steuerlich  „korrekten“  Sachverhalts  bestimmt.  Hier  verhält  es  sich  anders: 

Das zivile Rechtskleid bildet nicht den tatsächlichen Vorgang ab, sondern Rechtskleid 

und Sachverhalt klaffen auseinander. 

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3.  a)  Ist  die  Funktions-  und  Risikoanalyse  erstellt,  folgt  in  einem  zweiten 

Schritt  die  Bestimmung  des  Verrechnungspreises.  Aufgrund  der  Funktionsanalyse 

steht auf sachverhaltsmässiger Ebene auch fest, welche Leistungen zu bepreisen sind: 

Es sind umfassende Vermögensverwaltungs-Leistungen und nicht blosse Vermögens-

beratungs-Leistungen,  welche  die  Pflichtige  der  K  erbracht  hat  und  angemessen  zu 

entschädigen sind. Man kann das Resultat der Funktionsanalyse auch umgekehrt for-

mulieren:  Die  Pflichtige  als  Vermögensverwalterin  hätte  die  volle  Vermögensverwal-

tungs-Gebühren von den Fonds erhalten sollen, während K ihre Routine-Dienstleistung 

der  Pflichtigen  entsprechend  hätte  verrechnen  müssen.  Es  sind  dies  spiegelbildliche 

Sichtweisen,  die  letztlich  durch  den  von  der  Pflichtigen  vorgenommen  Set-Up  verur-

sacht  wurden:  Anstatt  dass  der  Entrepreneur,  hier  die  Pflichtige,  die  Gebühren  vom 

Fonds  erhält  und  K  Rechnung  stellt  für  ihre  Administrations-Dienstleistungen,  wurde 

die Sache umgedreht: K wurde formell zum Entrepreneur und die Pflichtige zum risiko-

armen Dienstleister gemacht.  

b)  Die  Pflichtige  verlangt,  die  Preisbestimmung  sei  nach  der  sog.  Preisver-

gleichsmethode  vorzunehmen 

("comparable  uncontrolled  price  method",  CUP-

Methode)  und  begründet  dies  unter  anderem  damit,  dass  die  OECD-

Verrechnungspreisrichtlinien  aus  dem  Jahre  1995  anzuwenden  seien,  welche  zudem 

die  Preisvergleichsmethode  klar  favorisiere.  Sie  will  insbesondere  neuere  Versionen 

der  Richtlinien  nicht  berücksichtigt  wissen,  da  diese  aus  Jahren  stammen,  die  nach 

den hier streitbetroffenen Jahren liegen.  

Es ist zutreffend, dass die Richtlinien die Preisvergleichsmethode favorisieren, 

und zwar nicht nur die Richtlinien aus dem Jahr 1995, sondern auch diejenige aus dem 

Jahr 2010. Dies gilt – zumindest im Grundsatz – auch unter den aktuellsten Richtlinien 

(OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien  2017  Rz.  2.1  ff.,  insbesondere  Rz.  2.3),  wobei 

aber  die  Gewinnmethoden  aufgewertet  wurden.  Es  ist  aber  keine  feste  Hierarchie, 

sondern  auch  die  Richtlinien  lassen  andere  Methoden  zu,  wenn  diese  ein  Ergebnis 

produzieren, welches "more reliable" ist. Es kommt hierin ein jeder Verrechnungspreis-

Analyse zugrunde liegendes Prinzip zum Ausdruck: Es ist jeweils die angemessenste 

Methode ("most appropriate method") auszuwählen, welche die verlässlichsten Ergeb-

nisse hervorbringt. Als weiteres Prinzip für die Methodenwahl gilt, dass nach Möglich-

keit die Verrechnungspreis-Bestimmung bei demjenigen Unternehmen anknüpfen soll-

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te, welches am wenigsten komplex ("least complex") ist. Für die hier vorliegende Frage 

der  Methodenwahl  ist  es  mithin  unerheblich,  welche  Richtlinien  zugrunde  zu  legen 

sind: Die entsprechenden Methoden und Prinzipien für die Bewertungen haben sich im 

Grundsatz nicht geändert, und auch schon die Richtlinien aus dem Jahre 1995 gaben 

der  Vergleichspreismethode  nur  dann  den  Vorrang,  wenn  diese  verlässlich  angewen-

det werden kann. Nichts anderes halten im Ergebnis die von der Pflichtigen mit Duplik 

eingereichten Rechtsgutachten fest. Auch diese wiederholen im Ergebnis nur die eben 

gemachten Ausführungen: Die Preisvergleichsmethode wird zwar grundsätzlich favori-

siert, kommt aber nur zur Anwendung, wenn sie verlässliche Ergebnisse produziert.  

c)  Die  Pflichtige  verlangt  die  Anwendung  der  Preisvergleichsmethode  

basierend  auf  internen  Vergleichspreisen  ("internal  comparable").  Dies  im  Gegensatz  

zum  Entscheid  des  Steuerrekursgerichts  vom  21. August 2018  (1  DB  2014.208  und 

1 ST.2014.262), in welchem die Anwendung der Preisvergleichsmethode aufgrund von 

externen Vergleichspreisen verlangt wurde. In jenem Entscheid wurde erörtert (E. 3d), 

ob die Preisvergleichsmethode, basierend auf externen Vergleichspreisen, für Konstel-

lationen  wie  die  vorliegende  überhaupt  in  Frage  kommen  kann.  Die  Frage  konnte  je-

doch  offen  gelassen  werden.  Die  grundsätzliche  Problematik  bleibt  aber  bestehen, 

auch  bei  der  Anwendung  mittels  interner  Vergleichspreise:  Zu  bewerten  sind  vorlie-

gend komplexe Tätigkeiten, für welche die Vergleichspreismethode tendenziell schwie-

rig(er)  anzuwenden  ist. Soll  sie  mittels  interner Vergleichspreise  angewendet  werden, 

setzt  dies  in  jedem  Fall  voraus,  dass  der  Vergleichspreis  tatsächlich  vergleichbar  ist 

(d.h.  den  Preis  für  die  gleiche  oder  zumindest  vergleichbare  Leistung  abbildet)  oder, 

wenn  Unterschiede  zwischen  den  zu  vergleichenden  Leistungen  bestehen,  diese  nur 

unwesentlich sind. Die Richtlinien drücken es so aus: Bestehen Unterschiede zwischen 

den  zu  vergleichenden  Leistungen,  darf  die  Preisvergleichsmethode  nur  angewendet 

werden, wenn "reasonably accurate adjustments can be made to eliminate the material 

effects  of  such  differences"  (OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien  2017,  2.15).  In  an-

deren  Worten:  Die  Preisvergleichsmethode  lässt  nur  solche  Unterschiede  zur  Ver-

gleichstransaktion zu, die bewertungstechnisch mit verlässlicher Genauigkeit behoben 

werden können.  

d)  Die  Pflichtige  führt  als  Vergleichstransaktionen  die  Entschädigungsverein-

barungen mit der Bank M an. Hierzu legt die Pflichtige die entsprechenden Investment 

Adviser’s  Agreements  betreffend  die  Fonds  "Y"  und  "Z"  ins  Recht.  Im  Wesentlichen 

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führt die Pflichtige aus, dass gegenüber Bank L die gleichen Vereinbarungen/Verträge 

bestehen  (ebenfalls  reine  Anlageberatung)  und  dass  die  gleichen  Tätigkeiten  und 

Funktionen  ausgeübt  wurden,  weshalb  die  dort  vorgesehene  Entschädigungen  (0.4% 

Grundgebühr,  5%  Performance-Gebühr)  als  Vergleichspreise  zu  übernehmen  seien. 

Daraus ergebe sich, dass nur für die Perioden 2006 und 2007 Korrekturen vorzuneh-

men  seien,  da  nachher  die  Preise  gemäss  den  Vergleichstransaktionen  verrechnet 

wurden.  

Es trifft zwar zu, dass die Vereinbarungen zwischen Bank L einerseits und K 

andrerseits  im  Wortlaut  praktisch  identisch  sind.  Ebenso  trifft  zu,  dass  die  jeweiligen 

Investitionsgefässe durchaus vergleichbar sind: Auch die Bank M-Fonds sind Umbrel-

la-Fonds, die in ähnliche Regionen investieren. Dennoch sind die Entschädigungsver-

einbarungen  mit  Bank  L  als  Vergleichstransaktionen  untauglich,  aus  mehreren  Grün-

den:  

aa)  Wie  die  Funktionsanalyse  gezeigt  hat,  ist  ein  Vergleichspreis  für  Vermö-

gensverwaltung  gesucht.  Vertraglich  präsentiert  sich  zwar  die  Beziehung  zu  

K als Vermögensberatung, tatsächlich war die Pflichtige aber die Vermögensverwalte-

rin,  welche die  Anlageentscheide selber  traf.  Die  Vergleichstransaktion  mit  Bank  L  ist 

dagegen  eine  solche  für  Vermögensberatung.  Dass  zwischen  Vermögensverwaltung 

und  -beratung  ein  wesentlicher  Unterschied  besteht,  zeigt  dieser  Fall,  der  sich  ja  nur 

um  diese  Frage  dreht:  Blosse  Vermögensberatung  wird  tiefer  entschädigt  als  Vermö-

gensverwaltung.  Dass  gegenüber  Bank  L  blosse  Vermögensberatung  (und  nicht  Ver-

mögensverwaltung)  erbracht  wurde,  steht  ausser  Frage:  Es  ist  eine  Transaktion  mit 

einem Dritten, dem lediglich Anlageempfehlungen gemacht werden, die der Dritte dann 

in eigener Verantwortung umsetzt oder nicht. So führt selbst die Pflichtige aus: "Es ist 

davon auszugehen, dass die Bank M über die Anlagevorschläge ebenfalls via kompe-

tente  Personen  befunden  hat,  vermutlich  ebenfalls  durch  ein  Investment  Committee. 

Hierzu hat die Pflichtige keine Unterlagen, da sie aus nachvollziehbaren Gründen keine 

Einsicht in die Prozesse hat." Es ist tatsächlich davon auszugehen, dass darüber kom-

petente Personen entschieden haben. Letztlich braucht aber nicht zu interessieren, wie 

Bank L die Anlageentscheide intern getroffen und umgesetzt hat. Entscheidend ist ein-

zig,  dass  Bank  L  (und  nicht  die  Pflichtige)  diese  Entscheide  getroffen  hat,  ja  treffen 

musste, weil sie von der der Pflichtigen lediglich Anlageberatung in Form von Anlage-

Vorschlägen eingekauft hat. Daraus ergibt sich zweierlei: (1) Die Vergleichstransaktion 

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mit Bank L betrifft Vermögensberatung und ist deshalb die falsche Vergleichstransakti-

on, denn die zu bepreisende Transaktion ist Vermögensverwaltung. (2) Die Vergleichs-

transaktion kann auch nicht als Ausgangspunkt genommen werden, um mittels Anpas-

sungen  den  Transferpreis  zu  ermitteln:  Die  Unterschiede  zwischen  Beratung  und 

Verwaltung  sind  zu  gross,  als  dass  sie  mit  verlässlich  genauen  Anpassungen 

("reasonably accurate adjustments") überbrückt werden könnten.  

bb)  Was  die  Pflichtige  hierzu  vorbringt,  sticht  nicht.  Ihre  Ausführungen  be-

schränken  sich  im  Wesentlichen  darauf,  die  Verträge  und  Prospekte  im  Wortlaut  ge-

genüber  zu  stellen,  um  zu  folgern,  dass  die  Transaktion  mit  Bank  L  vergleichbar  ist. 

Dass die vertraglichen Dokumente und der ganze Set-Up praktisch identisch sind, wird 

nicht  in  Frage  gestellt.  Dies  bedeutet  aber  nicht,  dass  dadurch  die  Vergleichbarkeit 

automatisch  gegeben  ist:  Sachverhaltsmässig  steht  fest,  dass  gegenüber  K  Vermö-

gensverwaltung  erbracht  wurde.  Ebenso  steht  fest,  dass  gegenüber  Bank  M  –  einer 

unabhängigen  Drittperson  –  blosse  Vermögensberatung  erbracht  wurde.  Das  vorlie-

gende Resultat ist dabei kein Widerspruch: Auch wenn die formal-vertragliche Ausge-

staltung  praktisch  identisch  ist,  schliesst  dies  nicht  aus,  dass  die  Transaktion  mit  der 

nahestehenden  Person  steuerrechtlich  anders  qualifiziert  wird,  nämlich  aufgrund  des 

tatsächlich  gelebten  Vertrags.  Dass  umgekehrt  die  Transaktion  mit  der  Bank  M  reine 

Vermögensberatung  ist,  steht  wie  erwähnt  ausser  Frage:  Es  ist  eine  Dritttransaktion, 

und die Pflichtige bringt selbst vor, dass die Anlageentscheide von der Bank M getrof-

fen wurden.  

cc) Gleiches gilt für das Memorandum vom 3. September 2014 von, welches 

die Pflichtige als Gutachten bezeichnet. Dieses trägt den Titel "Funktionsvergleich W" 

und äussert sich zur Vergleichbarkeit der Eigen- und Dritttransaktionen. Dieses Memo-

randum  ist  letztlich  ohne  Aussagekraft.  X  selber  hat  nämlich  keine  Funktionsanalyse 

gemacht,  hat  also  nicht  untersucht,  welche  Funktionen  tatsächlich  ausgeübt  wurden, 

sondern  die  Funktionen  wurden  "nach  Massgabe  der  vertraglichen  Regelung"  vergli-

chen, also so, wie sie in den Verträgen abgebildet wurden. Bezeichnend ist die Aufstel-

lung auf Seite 2 des Memorandums, wo das Kreuz für "Investitionsentscheid" bei bei-

den Fonds-Gruppen in der Spalte der Guernsey-Fondsleitung steht. Dies ist richtig für 

die  Drittfonds  –  dort  trifft  tatsächlich  Bank  L  (bzw.  letztlich  eine  Person  der  Bank  M-

Gruppe) den Anlageentscheid –, nicht aber für die Eigenfonds. Wie die Funktionsana-

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lyse  ergeben  hat,  hätte  hier  das  Kreuz  in  der  anderen  Spalte  stehen  sollen.  Weitere 

Ausführungen zu diesem Memorandum erübrigen sich deshalb.  

dd) Schliesslich weicht das Agreement des "Y" in einem nicht unbedeutenden 

Punkt  von  allen  übrigen  Agreements  ab.  Dort  sind  für  von  der  Pflichtigen  akquirierte 

Kundenvermögen  eine  Grundentschädigung  von  1.5%  und  die  volle  Performancege-

bühr (10%) geschuldet. Das Gutachten der X diskutiert dies unter dem Titel "Vertriebs-

entschädigung"  (wobei  aber  die  daraus  gezogenen  Schlüsse  unklar  sind),  in  der  Be-

schwerdeschrift  wird  dies  damit  begründet,  dass  man  hier  der  Pflichtigen  die 

Möglichkeit  einräumen  wollte,  selber  Marketing  zu  betreiben.  Die  Ausführungen  der 

Pflichtigen  können  den  Widerspruch  nicht  auflösen:  Durch  diese  Regelung  fliesst  der 

Pflichtigen die volle Vermögensverwaltungsgebühr zu, obwohl sie nur Berater ist. Wie 

es sich damit verhält, kann offen bleiben. Es bestätigt sich daraus nur zusätzlich, dass 

die Dritt-Transaktionen nicht vergleichbar sind. Daraus folgt, dass die Preisvergleichs-

preismethode vorliegend nicht angewendet werden kann. 

e)  Wie  schon  im  Entscheid  vom  21.  August  2018  (1 DB.2014.208  und 

1 ST.2014.262)  festgehalten,  kann  die  Vergleichspreismethode  im  vorliegenden  Fall 

aber  durchaus  angewendet  werden,  denn  es  liegt  ein  "halbinterner"  Vergleichspreis 

vor:  Die  den  Fonds  belasteten  Gebühren  sind  der  Preis,  den  unabhängige  Dritte  (die 

Investoren)  für  Vermögensverwaltung  einschliesslich  Fondsadministration  zahlen.  Es 

ist wie erwähnt ein "halbinterner" Vergleichspreis, denn es ist der Preis, den nicht die 

Pflichtige,  sondern  K  gegenüber  den  Dritten  vereinnahmt  hat.  Dennoch  kann  dieser 

Vergleichspreis als Ausgangspunkt genommen werden: Es ist wie erwähnt der vertrag-

liche Set-Up, der K als Entrepreneur auftreten lässt, der die Gebühren als Vermögens-

verwalter vereinnahmt und in der Folge einen Teil an die Pflichtige auf "Beraterbasis" 

weiterleitet.  Dieser  Vergleichspreis  muss  lediglich  angepasst  werden  ("adjusted")  für 

die Routine-Funktionen, welche auf Stufe K erbracht werden. Im Ergebnis hat das kan-

tonale Steueramt genau dies gemacht: Es hat den Wert der Leistungen der K  für die 

von  ihr  ausgeübten  Tätigkeiten  mittels  "Kosten  plus  20%"  ermittelt  und  von  diesem 

Preis  ausgehend  die  Vermögensverwaltungsgebühr  der  Pflichtigen  abgeleitet,  welche 

diese der K  hätte in Rechnung stellen sollen. Das Vorgehen des Steueramts führt im 

Ergebnis dazu, dass von den durch K vereinnahmten Gebühren derjenige Teil bei ihr 

verbleibt, der sie für die von ihr erbrachten Tätigkeiten entschädigt.  

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f) Das Steueramt bezeichnet seine Methode im Buchprüfungsbericht als Cost 

plus-Methode,  im  Einspracheentscheid  als  residuale  Gewinnaufteilungsmethode.  Die 

genannte Cost plus 20%-Methode entspricht dabei nicht der Kostenaufschlagsmethode 

gemäss OECD-Richtlinien. Diese Methode operiert mit Bruttomargen, macht also den 

Aufschlag von den "Cost of goods sold/services rendered", während das Steueramt als 

Kostenbasis sämtliche Kosten (unter Ausklammerung des Finanzergebnisses) berück-

sichtigt, also auch die operativen Kosten. Hält man sich dies vor Augen, erkennt man, 

dass  das  Steueramt  eigentlich  die  sog.  Nettomargen-Methode  ("Transactional  Net 

Margin-Method,"  TNMM)  anwendet,  mit  K  als  "tested  party"  und  dem  Gewinnlevel-

Indikator "Nettogewinn zu totalen Kosten (ohne Finanzergebnis)", welchen es mit 20% 

bemisst. Diese beiden Methoden – Kostenaufschlag plus 20% auf den vollen operati-

ven  Kosten  einerseits,  Nettomargen-Methode  mit  einem  Gewinnlevel-Indikator  über 

volle  Kosten  mit  20%  andrerseits  –  führen  zum  selben  Ergebnis.  Das  Vorgehen  des 

Steueramts bezüglich der Methoden ist wie erwähnt nicht zu beanstanden. Es hat letzt-

lich gemacht, was die Richtlinien verlangen: Es hat diejenige Leistung bewertet, die am 

wenigsten komplex ist, und dies sind die Routine-Leistungen der K. Davon ausgehend 

hat es dann den Transferpreis für die von der K bezogenen "Beratungsleistungen" er-

mittelt. Es ist dies nichts anderes als das, was die TNN-Methode macht: Diese knüpft 

am wenig(er) komplexen Unternehmen an (der tested party), bewertet dessen Leistung 

und leitet daraus den Verrechnungspreis ab für die komplexe Leistung (hier die einge-

kaufte  Vermögensverwaltungs-Leistungen,  für  die  vorliegend  der  Verrechnungspreis 

gesucht  wird).  Daraus  erhellt  auch,  dass  der  Vorwurf  der  Pflichtigen,  das  Steueramt 

verletze die Grundsätze des Kreisschreibens Nr. 4 vom 19. März 2004 betreffend Be-

steuerung von Dienstleistungsgesellschaften, fehl geht. Dort wird tatsächlich festgehal-

ten,  dass  für  die  Bewertung  von  Finanzdienstleistungen  die  Cost  plus-Methode  nicht 

"adäquat" ist. Diesen Grundsatz verletze das Steueramt – so die Pflichtige –, wenn es 

die Cost plus-Methode anwende. Diese Argumentation verkennt, dass das Steueramt 

gerade nicht die komplexe Finanzdienstleistung bewertet hat; hierfür ist die Kostenauf-

schlagsmethode tatsächlich nicht die richtige Methode. Das Steueramt hat vielmehr die 

nicht-komplexen  Routine-Dienstleistungen  bewertet,  und  hierfür  ist  die  Kostenauf-

schlagsmethode  die  richtige  Methode.  Wie  die  Methode  des  Steueramts  letztlich  be-

zeichnet wird, ist dabei unerheblich. Es hat die Grundsätze der Richtlinien richtig um-

gesetzt.  

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g)  Während  im  Entscheid  vom  August  2018  das  Steueramt  einen  Aufschlag 

von  10%  vornahm,  machte  es  vorliegend  einen  solchen  von  20%.  Mit  einem  solchen 

Aufschlag sind die Risiken von K  ohne weiteres abgedeckt und erscheint, mehr noch 

als  im  Entscheid  vom  August  2018,  als  grosszügig  bemessen.  Angesichts  der  Tatsa-

che,  dass  die  Fälle  im  Sachverhalt  praktisch  identisch  sind,  erscheint  der  Aufschlag 

von 20% sogar als zu hoch. Das Steueramt mag bewogen haben, dass im vorliegen-

den Fall die laufenden Kosten K  einiges höher waren als in jenem Fall und dass das 

Investment Committee etwas "aktiver" war. Hierzu ist aber festzuhalten, dass in jenem 

Fall  die  Fondsleitungsgesellschaft  nur  einen  Fonds  leitete,  während  es  hier  mehrere 

Fonds waren. Was die "Aktivität" angeht, so hat diese erst im Herbst 2009 begonnen, 

als das Investment Committee vom Service Provider auf ein "internes" Committee ge-

wechselt hat; für die Zeit davor ist nichts dokumentiert. Wie dem auch sei, das Steuer-

rekursgericht  hat  keine  Veranlassung,  den  vom  Steueramt  festgelegten  Aufschlag  zu 

korrigieren. Er ist auf jeden Fall nicht zu tief angesichts des Umstands, dass die OECD 

für wenig wertschöpfende Tätigkeiten ("low value-adding intra-group services") als Sa-

fe Harbour-Regel 5% postuliert (OECD-Verrechnungspreis-Richtlinien 2017 Rz. 7.61). 

Bei dieser Lage der Dinge kann deshalb auch auf die ursprünglich vorgesehene Einho-

lung eines Gutachtens verzichtet werden.  

h)  Zusammenfassend  folgt  daraus:  Die  Preisvergleichsmethode  mit  den  von 

der  Pflichtigen  verfochtenen  internen  Vergleichspreise  ist  nicht  anzuwenden,  weil  die 

Vergleichspreise nicht vergleichbar sind. Das Steueramt hat im Ergebnis die Nettomar-

gen-Methode  angewendet,  welche  sich  zugleich  auch  als  eine  vertretbare  Ableitung 

der  Vergleichspreismethode  darstellt,  die  auf  "halbinternen"  Vergleichspreisen  basiert 

und  Korrekturen  für  die  von  K  erbrachten  Tätigkeiten  vornimmt.  Dabei  ist  sowohl  die 

Methodenwahl  als  auch  deren  Umsetzung  auf  den  vorliegenden  Fall  nicht  zu  bean-

standen. Wie man die angewendete Methode letztlich bezeichnet, ist ohne Bedeutung. 

Was auf jeden Fall zutrifft, ist, dass das Vorgehen des Steueramts "richtlinienkonform" 

ist, und zwar auch unter den damals geltenden Richtlinien des Jahres 1995: Auch die 

Richtlinien  1995  lassen  ein  Abweichen  von  der  Vergleichspreismethode  vor,  und  die 

angewendete  Nettomargen-Methode  ist  dort  ebenfalls  vorgesehen  für  Konstellationen 

wie  die  Vorliegende.  Dass  das  Steueramt  kein  Benchmarking  für  den  Nettogewinn 

durchgeführt hat, sondern diesen mit 20% schätzt, ist ebenfalls nicht zu beanstanden, 

da dieser grosszügig, sicher nicht zu tief ist.  

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i) Daraus folgt, dass die Verrechnungspreis-Korrektur des Steueramts rechts-

beständig ist. Ebenso hat es die dadurch ausgelösten Steuern richtig ermittelt und be-

rücksichtigt. 

4. Dies führt zur Abweisung der Rechtsmittel. Die Kosten des Verfahrens sind 

ausgangsgemäss  von  der  Pflichtigen  zu  tragen  und  ist  ihr  keine  Parteientschädigung 

zuzusprechen. 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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