# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d142d814-ab3c-5056-beae-9a3788019ffb
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-29
**Language:** de
**Title:** Kantonsgericht 1. Abteilung 29.04.2020 A1 2017 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/ZG_UPL_001_A1-2017-49_2020-04-29.pdf

## Full Text

A1 2017 49.docx 

1. Abteilung A1 2017 49 

 

Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer, Abteilungspräsidentin 

Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó 

Kantonsrichter Dr. A. Staub 

Gerichtsschreiberin MLaw J. Berweger 

 

 

 

Entscheid vom 29. April 2020 

 

 

in Sachen 

 

 

A.________, 

vertreten durch RA lic.iur. B.________, 

Kläger, 

 

gegen 

 

C.________, 

vertreten durch RA lic.iur. D.________, 

Beklagte, 

 

 

betreffend 

 

 

Scheidung der von den Parteien am tt.mm.2009 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlosse-

nen Ehe 

 

 

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Rechtsbegehren  

 

Kläger 

1. Die Ehe sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.  

2. Die gemeinsamen Kinder F.________, geboren am tt.mm.2010, und G.________, geboren 

am tt.mm.2012, seien unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen.  

3. Die gemeinsamen Kinder seien unter der gemeinsamen Obhut mit wechselnder Betreuung 

zu belassen. Es sei festzustellen, dass der gesetzliche Wohnsitz der beiden Kinder bei der 

Beklagten ist.  

4. Die Eltern seien zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder wie folgt zu betreuen:  

− Vom Kläger wöchentlich von Donnerstag, 12.00 Uhr, bis Freitag, 18.00 Uhr, sowie 

jedes zweite Wochenende jeweils ab Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 

18.00 Uhr. 

− In den übrigen Zeiten werden die Kinder von der Beklagten betreut.  

− Der Kläger sei zudem zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder in Jahren mit 

ungerader Jahreszahl zu Weihnachten (24. bis und mit 26. Dezember) und in Jahren 

mit gerader Jahreszahl zu Ostern zu betreuen.  

− Jede Partei sei zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder während drei Wochen 

Ferien auf eigene Kosten in den Urlaub zu nehmen. Die Eltern seien zu verpflichten, 

sich über die Aufteilung der Ferien jeweils drei Monate im Voraus abzusprechen. 

Können sich die Parteien über die Ferien und/oder Feiertagsplanung nicht einigen, 

kommt dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüg-

lich der Aufteilung der Ferien und Feiertage zu, der Beklagten dagegen in Jahren mit 

ungerader Jahreszahl.  

− Im Grundsatz sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Betreuung so koordiniert wird, 

dass der aktuell betreuende Elternteil die Kinder zum anderen Elternteil bringt, aus-

ser während des Schulbetriebs, wenn der Kläger die Kinder am Mittag vor dem 

Schulgebäude in Empfang nimmt.  

5. Die mit Entscheid vom 2. Oktober 2015 für die Kinder errichtete Beistandschaft sei aufzuhe-

ben. 

6 Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten seien den Parteien 

je zur Hälfte anzurechnen.  

7. Die Eltern seien zu verpflichten, diejenigen Kosten für die Kinder zu tragen, die während der 

Zeit anfallen, die sie beim betreuenden Elternteil verbringen. Die Beklagte sei zudem zu ver-

pflichten, die regelmässig anfallenden Kinderkosten (wie Krankenkassenprämien, Alltagsbe-

kleidung, Kosten für den öffentlichen Verkehr, Kommunikation, etc.) zu bezahlen.  

8. Weiter sei der Kläger zu verpflichten, an den Barunterhalt der gemeinsamen Kinder monatli-

che Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger Kinder-, Ausbildungs- bzw. Familienzulagen) zu 

bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten jeden Monats, wie folgt:  

Für 

F.________: 

 

ab Rechtskraft des Scheidungsurteils: 

 

CHF 771.00 

 ab Erreichen des 10. Altersjahrs bis zum Abschluss einer or-

dentlichen Erstausbildung: 

 

CHF 899.00 

Für 

G.________: 

 

ab Rechtskraft des Scheidungsurteils: 

 

CHF 783.00 

 ab Erreichen des 10. Altersjahrs bis zum Abschluss einer or-

dentlichen Erstausbildung: 

 

CHF 891.00 

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9. Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.  

10. Es sei festzustellen, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist.  

11. Es sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist.  

12. Es sei das während der Ehe angesparte Vorsorgeguthaben der Pensionskasse hälftig zu tei-

len.  

13. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind und jeder das 

zu Eigentum erhält, was auf seinen Namen lautet oder sich in seinem Besitz befindet.  

14. Die Beklagte sei zu verpflichten, CHF 350.00 auf F.________ Sparkonto (IBAN .________) 

bei der H.________ innert 10 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils einzubezahlen.  

15. Die Beklagte sei zu verpflichten, das Sparkonto von F.________ (IBAN .________) bei der 

H.________ zu saldieren und das Guthaben auf F.________ Konto Nr. .________ bei der 

I.________AG zu überweisen.  

16. Darüber hinaus gehende Anträge der Beklagten seien abzuweisen.  

17.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der Beklagten.  

 

Beklagte 

1. Es sei die am tt.mm.2009 in E.________ geschlossene Ehe zwischen A.________ (Kläger) 

und C.________ (Beklagte) gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 

2. Die elterliche Sorge über die gemeinsamen Kinder F.________, geboren am tt.mm.2010, und 

G.________, geboren am tt.mm.2012, sei beiden Eltern gemeinsam zu belassen.  

 Die Obhut über die beiden Kinder sei der Mutter (Beklagten) zu belassen.  

 Der Kläger sei zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder wie folgt zu betreuen bzw. zum 

Besuch zu empfangen:  

− jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;  

− wöchentlich von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Freitag, 12.00 Uhr (bzw. nach Schul-

schluss), wobei diese Regelung auch während der Schulferien gelten soll;  

− folgt darauf das Betreuungswochenende des Vaters, so dauert der Besuch von Don-

nerstag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;  

− fallen die Betreuungswochenenden des Vaters auf folgende Feiertage, so verlängert 

sich die Betreuungsverantwortung wie folgt:  

Ostern: Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr;  

Auffahrt: Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;  

Pfingsten: Freitag, 18.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr;  

Fronleichnam: Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;  

Den 24. Dezember verbringen die Kinder immer gemeinsam bei der Mutter und 

wechseln am 25. Dezember von 09.30 Uhr bis 26. Dezember, 18.00 Uhr, zum Vater;  

− während drei Wochen Ferien pro Jahr, wobei die Ferien jeweils drei Monate in Vo-

raus abzusprechen sind. Können sich die Eltern über die Ferien und/oder Feiertags-

planung nicht einigen, kommt dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl das Ent-

scheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien und Feiertage zu, der Beklagten 

in Jahren mit ungerader Jahreszahl.  

Die Kinderübergabe erfolgt vor dem Haus des Klägers, wenn die Kinder zum Vater gehen 

und vor dem Haus der Beklagten, wenn sie der Mutter übergeben werden. Die Kinderüber-

gabe erfolgt, wenn möglich, durch den Vater oder durch die Mutter persönlich.  

3.  Die mit Entscheid vom 2. Oktober 2015 für die Kinder errichtete Beistandschaft sei aufzuhe-

ben.  

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4. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten seien der Beklag-

ten anzurechnen.  

5. Es sei der Kläger zu verpflichten, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an den Unterhalt der 

Kinder F.________ und G.________ mindestens bis zum erfüllten 18. Altersjahr und längs-

tens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung einen monatlichen 

Beitrag zuzüglich Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten 

des Monats.  

 Der Unterhalt sei je Kind wie folgt aufzuschlüsseln:  

 Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zur Erfüllung des 10. Altersjahres:  

− Bar-Unterhalt von CHF 1'200.00; 

− zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00. 

 Ab Erfüllung des 10. Altersjahres bis zur Erfüllung des 18. Altersjahres und längstens bis 

zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung:  

− Bar-Unterhalt von CHF 1'500.00; 

− zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00. 

 Die Kinderunterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.  

 Der Kläger sei zusätzlich zu verpflichten, ausserordentliche Kinderkosten (wie z.B. Zahnkor-

rekturen, Sehhilfen, schulische Förderungsmassnahmen, etc.), soweit diese nicht durch Ver-

sicherungsleistungen gedeckt sind, nach vorgängiger Absprache, je zur Hälfte zu überneh-

men.  

6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis am 

31. August 2028 CHF 805.40 pro Monat als nachehelichen Unterhalt zu bezahlen, zahlbar 

jeweils im Voraus auf den Ersten des Monats.  

7. Die während der Ehe geäufneten Alters-, Vorsorge- und Freizügigkeitsguthaben seien ge-

stützt auf Art. 122 ZGB i.V.m. Art. 280 ZPO, berechnet per 2. August 2017 (Datum Rechts-

hängigkeit der Scheidungsklage), hälftig zu teilen.  

 Die Pensionskasse (bei welcher der Kläger aktuell versichert ist), sei gestützt auf Art. 122 

ZGB/Art. 280 Abs. 2 ZPO anzuweisen, vom Vorsorgekonto lautend auf den Kläger den Be-

trag von CHF 35'788.35 zuzüglich Zins ab 2. August 2017 auf das Vorsorgekonto (Versiche-

rungs-Nr. ), lautend auf C.________, bei der J.________ zu überweisen.  

8. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten den Betrag von CHF 26'800.00 zu bezahlen, 

zahlbar innert 10 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils.  

9. Es sei der Kläger anzuweisen, alle notwendigen Unterschriften zu leisten und Vorkehrungen 

zu treffen, damit die Beklagte von der K.________AG aus der Solidarschuldnerschaft für die 

Hypotheken mit den Nrn. .________, .________, .________ und .________, entlassen und 

vollumfänglich schadlos gehalten wird.  

10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten des Klä-

gers.  

 

 
  

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Sachverhalt 

 

1. Die Parteien heirateten am tt.mm.2009 vor dem Zivilstandsamt E.________. Aus der Ehe 

sind die beiden Söhne F.________, geboren am tt.mm.2010, und G.________, geboren am 

tt.mm.2012, hervorgegangen.  

 

2. Mit Entscheid des Kantonsgerichts Zug, Einzelrichterin im summarischen Verfahren, vom 

2. Oktober 2015 wurde der eheliche Haushalt aufgehoben. Dabei wurden die aus der Ehe 

hervorgegangenen Kinder unter die Obhut der Beklagten gestellt und dem Kläger ein Be-

suchs- und Ferienrecht eingeräumt. Zusätzlich wurde für die beiden Kinder eine Beistand-

schaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet mit den Aufgaben, für alle Beteiligten eine 

neutrale Ansprechperson zu sein, eine Familienbegleitung zu prüfen und bei Notwendigkeit 

zu organisieren, zu begleiten und deren Finanzierung sicherzustellen, die Weiterführung der 

therapeutischen Begleitung von F.________ zu prüfen sowie die Modalitäten des gerichtlich 

festgelegten Betreuungsrechts zu regeln und zu überwachen. Der Kläger wurde ausserdem 

verpflichtet, an den Unterhalt der Beklagten sowie der beiden Kinder monatliche Unterhalts-

zahlungen von total CHF 3'500.00 (CHF 1'000.00 pro Kind sowie CHF 1'500.00 für die Be-

klagte) zuzüglich Kinderzulagen von CHF 600.00 zu bezahlen. Zudem wurde der Kläger ver-

pflichtet, der Beklagten einen Betrag von CHF 20'000.00 zu bezahlen und die Beklagte 

wurde angewiesen, die Strafanzeige gegen den Kläger zurückzuziehen (vgl. dazu im Einzel-

nen Verfahren ES 2015 413). 

 

3. Mit Eingabe vom 2. August 2017 reichte der Kläger beim Kantonsgericht Zug gegen die Be-

klagte die Scheidungsklage ein und stellte seine Anträge hinsichtlich der Nebenfolgen der 

Scheidung (act. 1). 

 

4. Mit Eingabe vom 2. August 2017 ersuchte die Beklagte beim Einzelrichter des Kantonsge-

richts Zug für das vorliegende Verfahren betreffend Ehescheidung um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege (vgl. UP 2017 116). Mit Entscheid des Einzelrichters des Kan-tonsge-

richts Zug vom 3. August 2017 wurde das entsprechende Verfahren bis zum Vorliegen eines 

rechtskräftigen Entscheids über den von der Beklagten zu stellenden Antrag auf Leistung ei-

nes Prozesskostenvorschusses seitens des Klägers sistiert.  

 

5. In der Stellungnahme vom 31. August 2017 beantragte die Beklagte ebenfalls die Scheidung 

und stellte hinsichtlich der Nebenfolgen der Scheidung ihre Anträge (act. 5).  

 

6. An der Einigungsverhandlung vom 16. November 2017 konnte keine Einigung über die Ne-

benfolgen der Scheidung herbeigeführt werden (act. 7).  

 

7. Mit Eingabe vom 31. Januar 2018 reichte der Kläger die begründete Scheidungsklage ein, 

wobei er an seinen bisherigen Anträgen im Grundsatz festhielt (act. 12).  

 

8. In der Klageantwort vom 11. April 2018 hielt die Beklagte weiterhin an der Scheidung sowie 

den von ihr gestellten Anträgen mit Bezug auf deren Nebenfolgen fest (act. 15).  

 

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9. Mit Beweisentscheid vom 18. Mai 2018 wurden die Parteien aufgefordert, verschiedene Un-

terlagen einzureichen. Ausserdem wurde die Anhörung der beiden Kinder angeordnet 

(act. 18).  

 

10. Das Gespräch mit den Kindern fand am 17. August 2018 statt (act. 23).  

 

11. Mit Eingabe vom 6. September 2018 beantragte die Beklagte die Zusprechung eines Pro-

zesskostenvorschusses im Rahmen vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Schei-

dungsprozesses. Mit Entscheid vom 31. Oktober 2018 wurde dieses Gesuch abgewiesen 

(vgl. ES 2018 501).  

 

12. Mit Schreiben vom 7. November 2018 teilte die vormalige Rechtsvertreterin der Beklagten 

mit, dass sie diese nicht mehr vertrete.  

 

13. Am 15. November 2018 wurden die Parteien persönlich befragt. Im Anschluss an die Befra-

gung äusserten sich die Parteien in je zwei mündlichen Vorträgen im Rahmen der Instrukti-

onsverhandlung (act. 31 und 32).  

 

14. Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 21. November 2018 wurde 

das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen 

(vgl. UP 2017 116). Mit Urteil des Obergerichts Zug vom 22. Januar 2019 wurde der Ent-

scheid aufgehoben und das Verfahren an die Vorinstanz zurückgewiesen. Mit Entscheid des 

Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 21. März 2019 wurde das Gesuch der Beklagten 

erneut abgewiesen (vgl. UP 2019 41).  

 

15. Mit Schreiben des Kantonsgerichts Zug vom 19. März 2019 ersuchte das Gericht um Mittei-

lung, ob die Parteien mit der Ansetzung einer Instruktionsverhandlung zwecks Führung von 

Vergleichsgesprächen interessiert seien (act. 40).  

 

16. Mit Eingabe vom 22. März 2019 teilte Rechtsanwältin lic.iur. D.________ mit, dass sie neu 

die Beklagte vertrete und ersuchte um Akteneinsicht (act. 41).  

 

17. Mit Schreiben vom 1. April 2019 teilte der Kläger mit, dass er an der Durchführung von Ver-

gleichsgesprächen nicht interessiert sei und ersuchte um Vorladung zur Hauptverhandlung 

(act. 43).  

 

18. Mit Schreiben des Kantonsgerichts Zug vom 23. April 2019 wurden die Parteien auf den 

4. September 2019 zur Hauptverhandlung vorgeladen (act. 47).  

 

19. Mit Eingabe vom 28. Mai 2019 reichte der Kläger ein Ausstandsbegehren gegen die Abtei-

lungspräsidentin der 1. Abteilung des Kantonsgerichts Zug ein (vgl. A1 2017 49 A).  

 

20. Mit Beweisentscheiden des Kantonsgerichts Zug vom 25. resp. 31. Juli 2019 wurden die Par-

teien auf entsprechende von ihnen gestellte Anträge aufgefordert,  weitere Unterlagen nach-

zureichen (act. 49 und 51).  

 

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21. Mit Entscheid vom 7. August 2019 wurde das Ausstandsbegehren des Klägers abgewiesen. 

Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft.  

 

22. Aufgrund einer Erkrankung der beklagtischen Rechtsvertreterin musste die Hauptverhand-

lung mit Schreiben des Kantonsgerichts Zug vom 6. September 2019 auf den 30. Oktober 

2019 verschoben werden (act. 59).  

 

23.  Anlässlich der Hauptverhandlung vom 30. Oktober 2019 änderten die Parteien ihre Rechts-

begehren im eingangs erwähnten Sinn (act. 60-63).  

 

 

Erwägungen 

 

1. Beide Parteien sind Schweizer Bürger und haben ihren Wohnsitz im Kanton Zug. Gemäss 

Art. 23 Abs. 1 ZPO ist für eherechtliche Klagen das Gericht am Wohnsitz einer Partei zwin-

gend zuständig. Das Kantonsgericht ist daher in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG 

und Art. 198 lit. c ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vor-

liegenden Scheidungsklage zuständig. 

 

1.1 Die Parteien haben ihre Rechtsbegehren während der Dauer des Verfahrens mehrmals an-

gepasst und der Kläger hat sein Rechtsbegehren (hinsichtlich Anträge Ziff. 14 und 15 [Spar-

konto F.________]) an der Hauptverhandlung geändert bzw. ergänzt.  

 

1.1.1 Der Kläger beantragte an der Hauptverhandlung erstmals, die Beklagte sei zu verpflichten, 

CHF 350.00 auf das auf den Namen von F.________ lautende Sparkonto bei der 

H.________ innert zehn Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils einzubezahlen, das 

Sparkonto zu saldieren und das Guthaben auf das auf den Namen von F.________ lautende 

Konto bei der I.________AG zu überweisen.  

 

Im Rahmen der Eintretensfrage ist zu beurteilen, ob diese Anträge rechtzeitig gestellt wur-

den. Vorliegend konnten sich die Parteien in einem Schriftenwechsel sowie im Anschluss an 

die Parteibefragung im Rahmen der Instruktionsverhandlung mündlich äussern. Damit ist 

grundsätzlich der Aktenschluss eingetreten (vgl. dazu auch BGE 140 III 312 ff.). Für die gü-

terrechtliche Auseinandersetzung gilt der Verhandlungsgrundsatz (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Ur-

teil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Die Verhandlungsma-

xime gilt somit insbesondere mit Bezug auf die Zuweisung von Vermögenswerten. Gilt die 

Verhandlungsmaxime, ist eine Klageänderung nach Art. 230 ZPO nur noch zulässig, wenn 

die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind (lit. a) und sie auf neuen Tat-

sachen oder Beweismitteln beruht (lit. b).  

 

1.1.2 Die vom Kläger an der Hauptverhandlung vorgenommene Klageänderung bzw. -ergänzung 

beruht weder auf neuen Tatsachen noch Beweismitteln, weshalb sie gemäss Art. 230 ZPO 

nicht zulässig ist. Diese Anträge hätten bereits im Rahmen des ersten Schriftenwechsels o-

der aber spätestens in den mündlichen Vorträgen anlässlich der Instruktionsverhandlung ge-

stellt werden können. Auf die verspätet gestellten Anträge ist somit nicht einzutreten. Bei die-

ser Sachlage kann offenbleiben, ob der Kläger überhaupt dazu legitimiert ist, diese Anträge 

zu stellen. Wie der Kläger selber ausführt, verwaltet die Beklagte das entsprechende 

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Kinderkonto von F.________. Damit kann der Kläger die gestellten Anträge nicht in eigenem 

Namen geltend machen. Daran ändert auch nichts, wenn der Kläger ausführt, es sei in der 

Vergangenheit immer wieder zu Diskussion zwischen den Parteien mit Bezug auf das Kinder-

konto von F.________ gekommen, weil die Beklagte sich immer wieder ungefragt von die-

sem Konto bedient haben soll, stellt dies doch eine reine Parteibehauptung – welche durch 

die Beklagte ausdrücklich bestritten wurde – dar. Im Übrigen hat der Kläger nur behauptet 

aber nicht auch bewiesen, dass die Beklagte das Konto von F.________ zweckentfremdet 

verwaltet und somit das Kindesvermögen zu Lasten von F.________ gefährdet. Belege zu 

diesen Behauptungen oder anderweitige Beweismittel wurden vom Kläger nicht angeboten 

bzw. eingereicht.  

 

2. Beide Parteien beantragen die Scheidung ihrer am tt.mm.2009 vor dem Zivilstandsamt 

E.________ geschlossenen Ehe. Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu scheiden.  

 

3. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, zunächst über die elterliche Sorge, die 

Obhut sowie das Besuchs- und Ferienrecht betreffend die gemeinsamen Kinder F.________ 

und G.________ zu befinden. Das Gericht beachtet dabei alle für das Kindeswohl wichtigen 

Umstände. Es berücksichtigt einen gemeinsamen Antrag der Eltern und, soweit tunlich, die 

Meinung des Kindes (Art. 133 Abs. 2 ZGB).  

 

4. Beide Parteien beantragen, die beiden Söhne F.________ und G.________ seien unter der 

gemeinsamen Sorge der Eltern zu belassen.  

 

Die gemeinsame elterliche Sorge von Vater und Mutter ist nach dem Gesetz die Regel 

(Art. 296 Abs. 2 ZGB), welche auch im Scheidungsfall aufrechterhalten und von der nur aus-

nahmsweise zur Wahrung des Kindeswohls abgewichen wird (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Eine Al-

leinzuteilung des Sorgerechts rechtfertigt sich unter anderem, wenn ein schwerwiegender el-

terlicher Dauerkonflikt oder eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit vorliegt und sich der 

Mangel negativ auf das Kindeswohl auswirkt (BGE 142 III 1 E. 3.3; 142 III 197 E. 3.5; 141 III 

472 E. 4.6). Im Sinne des vom Bundesgericht betonten Subsidiaritätsprinzips müssen jedoch 

alle flankierenden Massnahmen zur Entschärfung der Konflikte und Förderung der Koopera-

tion der Eltern ausgeschöpft werden, bevor die alleinige elterliche Sorge zugeteilt wird. Die 

Eltern haben zudem mit Blick auf das Wohl des Kindes die Pflicht, ein kooperatives Verhalten 

an den Tag zu legen und die zumutbaren Anstrengungen bei der gegenseitigen Kommunika-

tion zu unternehmen (BGE 142 III 1 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts 5A_499/2016 vom 

30. März 2017; Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 298 ZGB N 14). 

 

 Vorliegend besteht zwischen den Eltern ein anhaltender Konflikt, welcher ihre Kommunika-

tion und Entscheidfindung in Kinderbelangen einschränkt (vgl. dazu auch hinten E. 5.3). Die-

ser ist aber nicht so schwerwiegend, dass er die Zuteilung der elterlichen Sorge an einen El-

ternteil alleine rechtfertigen würde. Die Parteien sind grundsätzlich im Stande, über die wich-

tigsten Kinderbelange zu kommunizieren, auch wenn diese Kommunikation erschwert ist und 

ausschliesslich per E-Mail erfolgt (vgl. act. 32 S. 2; act. 12 S. 8; act. 15 S. 6 und S. 8 f.).  

 

Aus den übereinstimmenden Anträgen der Parteien für eine gemeinsame elterliche Sorge 

lässt sich jedenfalls schliessen, dass die Parteien der Auffassung sind, die elterliche Sorge 

trotz ihrer Konflikte zusammen ausüben zu können. Anlässlich der Anhörung der beiden 

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Kinder haben sich im Übrigen keine Umstände ergeben, welche die alleinige Zuteilung der 

elterlichen Sorge an einen Elternteil mit Blick auf das Kindeswohl gebieten würden. Im Sinne 

von Art. 298 Abs. 1 ZGB sind F.________ und G.________ somit unter der gemeinsamen 

elterlichen Sorge der Parteien zu belassen. Entsprechend sind die Parteien verpflichtet, 

sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzuspre-

chen. 

 

5. Weiter ist über die Zuteilung der Obhut über F.________ und G.________ zu befinden. Der 

Kläger beantragt hierzu, ihm sei zusammen mit der Beklagten die gemeinsame Obhut mit 

wechselnder Betreuung zuzuteilen. Die Beklagte macht demgegenüber geltend, F.________ 

und G.________ seien unter ihre alleinige Obhut zu stellen.  

 

5.1 Zur Begründung führt der Kläger zusammengefasst und im Wesentlichen aus, dass heute ein 

Betreuungsmodell gelebt werde, welches funktioniere und dem Wohl der Kinder entspreche. 

Er betreue die Kinder jeweils von Donnerstag ab Schulschluss bis Freitagnachmittag, 

18.00 Uhr, sowie jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 

18.00 Uhr. Die alternierende Obhut habe sich zwischen den Parteien etabliert und gebe den 

Kindern Stabilität. Das den Kindern bekannte Betreuungsmodell solle daher auch nach der 

Scheidung der Parteien weitergeführt werden. Er habe sodann auch bei der Stellensuche da-

mals darauf geachtet, dass die Betreuung der Kinder durch ihn im bisherigen Umfang mög-

lich bleibe. Im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides sei die rechtliche Grundlage für die Be-

antragung der geteilten Obhut nicht vorhanden gewesen, weshalb die geteilte bzw. alternie-

rende Obhut damals nicht habe beantragt bzw. vereinbart werden können, obwohl er schon 

damals die Kinder wesentlich mehr als gerichtsüblich betreut habe bzw. die Betreuungsan-

teile der Parteien fast identisch gewesen seien. Hätten damals die aktuellen rechtlichen Best-

immungen gegolten, wären die Kinder bereits damals unter die gemeinsame, alternierende 

Obhut gestellt worden. Sodann sei die von seinen Eltern zusätzlich gewährleistete Kinderbe-

treuung notwendig, weil er sonst gar kein Einkommen erwirtschaften könnte, welches für die 

Begleichung der Unterhaltsverpflichtungen ausreiche. Er würde gerne ein tieferes Arbeits-

pensum annehmen, um mehr Zeit mit seinen Söhnen zu verbringen, doch bei seinem aktuel-

len Gehalt und den geltenden Unterhaltsbeiträgen sei dies unmöglich. Auch die Kommunika-

tion und Kooperation zwischen den Parteien funktioniere in Bezug auf die Kinderbelange 

zwar nicht immer einwandfrei, doch die Eltern könnten stets eine Lösung finden, die im Ein-

klang mit dem Wohl der Kinder stehe. Sodann entspreche die geteilte Obhut auch dem Wil-

len der Kinder, die gerne mit beiden Eltern gleich viel Zeit verbringen würden (act. 12 S. 6; 

act. 31 S. 7 f.; act. 60 S. 6).  

 

5.2 Demgegenüber hält die Beklagte fest, dass die beiden Kinder F.________ und G.________ 

im Eheschutzverfahren mit der Begründung, die Kinder seien seit der Geburt überwiegend 

von der Mutter betreut worden, unter ihre Obhut gestellt worden seien. Sie sei aufgrund der 

Rollenteilung während der Dauer der Ehe die engste Bezugsperson der beiden Kinder. 

Von 2010 bis zur Trennung im Jahr 2015 sei sie die Hauptverantwortliche für die Pflege und 

Betreuung der Kinder und für die Führung des Haushaltes gewesen. An dieser klassischen 

Rollenteilung zwischen Ehemann und Ehefrau habe sich seit der Trennung im mm.2015 

nichts Wesentliches geändert. Das gelebte Besuchsmodell sei im Eheschutzentscheid einzig 

festgelegt worden, weil der Kläger zu dieser Zeit arbeitslos gewesen sei und sich somit die 

Zeit für Betreuung und Erziehung habe nehmen können. Nun sei der Kläger wieder zu 100 % 

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arbeitstätig. Von Donnerstag nach Schulschluss bis am Freitagabend würden die Kinder da-

her nicht von ihm selber, sondern von seinen Eltern betreut. Es gelinge ihm daher gar nicht, 

sich im erforderlichen Masse an der Pflege und der laufenden Erziehung der beiden Kinder 

zu beteiligen, wie dies für die alternierende Obhut erforderlich wäre. Er überlasse dies viel-

mehr seinen Eltern, welche mit ihrem fortgeschrittenen Alter (sie sind zwischen 70 und 

80 Jahre alt) jedoch je länger je weniger in der Lage sein würden, den Anforderungen der 

beiden sehr lebhaften Kinder gerecht zu werden. Fraglich sei auch, wie dies in Zukunft aus-

sehen werde, benötigten F.________ und G.________ doch noch während Jahren enge Un-

terstützung und Begleitung. Die Betreuung an sich werde – wie schon seit der Geburt der 

Kinder – mehrheitlich von ihr übernommen. Es handle sich beim gelebten Modell vielmehr 

um ein erweitertes Besuchsrecht des Klägers. Aufgrund des bestehenden Konflikts zwischen 

den Parteien und der erheblich beeinträchtigten Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit 

auf Seiten des Klägers, was einer richtiggehenden Blockadehaltung gleichkomme, sei die 

Obhut bei ihr zu belassen. Eine alternierende Obhut sei mit dem Kindeswohl daher nicht ver-

einbar (act. 15 S. 8-10; act. 61 S. 6 f.). 

 

5.3 Gemäss Art. 133 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB regelt das Scheidungsgericht die Obhut über die Kinder, 

wobei es bei seinem Entscheid über die Obhut das Recht des Kindes berücksichtigt, regel-

mässige persönliche Beziehungen zu beiden Elternteilen zu pflegen (vgl. Art. 298 Abs. 2bis 

ZGB). Die Bedeutung der Obhut reduziert sich nach dem per 1. Juli  2014 in Kraft getretenen 

Sorgerecht auf die "faktische Obhut", das heisst auf die Befugnis zur täglichen Betreuung 

des Kindes und auf die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner 

Pflege und laufenden Erziehung (BGE 142 III 612 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).  

 

 Das Gericht hat stets zu prüfen, ob eine alternierende Obhut dem Kindeswohl am besten ent-

spricht, auch bei Fehlen eines entsprechenden Antrags oder der Widersetzung eines Eltern-

teils gegen die alternierende Obhut. Der Entscheid über eine alternierende Obhut ist mit Blick 

auf alle Umstände des Einzelfalls zu treffen. Daher darf die alternierende Obhut – anders als 

die gemeinsame elterliche Sorge – auch nicht als Regelfall bzw. Grundmodell dienen, von 

dem nur ausnahmsweise abgewichen werden dürfte. Vielmehr ist im Zusammenhang mit der 

Betreuungsregelung stets die im Einzelfall dem Kindeswohl am besten entsprechende Rege-

lung zu treffen (Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivil-

gesetzbuches, 6. A. 2018, Rz. 17.112 ff.; BGE 142 III 612 E. 4.2 f.).  

  

5.3.1 Damit die alternierende Obhut angeordnet werden kann, ist als erstes Kriterium erforderlich, 

dass beide Elternteile das Kind in zeitlich grösserem Ausmass betreuen als bei einem übli-

chen Wochenendbesuchsrecht (Büchler/Clausen, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], Fam-

Komm, 3. A. 2017, Art. 298 ZGB N 6 und 10). Wenn die konkrete Regelung die Betreuung 

und Erziehung des Kindes durch beide Eltern zu mehr oder weniger gleichen Teilen vorsieht, 

dann ist in der Regel alternierende Obhut festzulegen (Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 298 

ZGB N 6 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 5A_46/2015 vom 26. Mai 2015 E. 4.4.3). Nach 

Praxis des Kantonsgerichts Zug kann dabei erst dann von alternierender Obhut gesprochen 

werden, wenn beide Elternteile die Kinder zu je mindestens 1/3 betreuen.  

 

 Vorliegend betreuen die Parteien die Kinder nicht zu mehr oder weniger gleichen Teilen. Ge-

stützt auf die aktuell gelebten Betreuungszeiten betreut die Beklagte die Kinder von Montag-

morgen bis Donnerstagmittag, während der Kläger bzw. seine Eltern die Betreuung von 

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Donnerstagmittag bis Freitagabend übernehmen. Am Wochenende werden die Kinder ab-

wechslungsweise von beiden Elternteilen betreut. Dabei gilt zu beachten, dass der Kläger 

aufgrund seiner Vollzeitanstellung die Kinder nur jeweils am Abend und am Wochenende sel-

ber betreuen kann. In denjenigen Wochen, in welchen die Kinder das Wochenende nicht 

beim Kläger verbringen, sieht er diese daher nur am Donnerstagabend. Es ist fraglich, ob der 

Kläger tatsächlich genügend regelmässigen und intensiven Kontakt mit den Kindern pflegen 

kann, dass seine Mitsprache bei alltäglichen Angelegenheiten der Kinder mit Blick auf die al-

ternierende Obhut sinnvoll erscheint. Doch selbst wenn man dem Kläger die Betreuungszeit 

durch dessen Eltern ebenfalls zurechnet, erfolgt die Betreuung während den Werktagen nur 

in einem untergeordnetem Umfang von rund 25 % der gesamten Betreuungszeit. Rechnet 

man die Betreuung an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend 

hinzu, erhöht sich der Betreuungsanteil des Klägers auf rund 30 %. Die Beklagte erbringt hin-

gegen rund 75 % (bzw. bei Berücksichtigung der Wochenenden rund 70 %) der Betreuungs-

leistung. Bei diesem Betreuungsverhältnis bestehen somit – rechnerisch – nicht mehr oder 

weniger gleiche Betreuungsteile. Von alternierender Obhut kann deshalb vorliegend aufgrund 

der klar unterschiedlich grossen Betreuungsanteilen nicht die Rede sein.  

 

5.3.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt darüber hinaus die Anordnung der al-

ternierenden Obhut nur in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. Weiter erfordert 

die alternierende Obhut organisatorische Massnahmen und gegenseitige Information. Inso-

fern setzt die praktische Umsetzung der alternierenden Obhut bzw. Betreuung voraus, dass 

die Eltern fähig und bereit sind, in den Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu 

kooperieren. Dies ist nicht der Fall, wo die Eltern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden 

Feindseligkeiten auch hinsichtlich anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können 

mit der Folge, dass sie ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden 

Elternkonflikt in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensichtlich zuwider-

läuft. Weiter kommt es auf die geografische Situation an, namentlich die Distanz zwischen 

den Wohnungen der beiden Eltern. Bedeutsam ist auch die Kindeswohlwirksamkeit der Sta-

bilität, wie sie mit einer Weiterführung der bisherigen Regelung einhergeht. Weitere Ge-

sichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das Alter des 

Kindes, seine Beziehungen zu (Halb- oder Stief-)Geschwistern und seine Einbettung in ein 

weiteres soziales Umfeld. Auch dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu schenken, selbst 

wenn es bezüglich der Frage der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. Oberste 

Maxime ist immer das Kindeswohl (Urteil des Bundesgerichts 5A_312/2019 vom 17. Okto-

ber 2019 E. 2.1.2; BGE 142 III 612 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 5A_191/2016 vom 23. 

Dezember 2016 E. 4.5, 5A_72/2016 vom 2. November 2016 E. 3.3 und 5A_968/2016 vom 

14. Juni 2017 E. 3.1). 

 

 Vorliegend sind beide Parteien unbestrittenermassen erziehungsfähig. Ihre Wohnorte liegen 

zudem in Gehdistanz zueinander, so dass ein Wechsel der Kinder zwischen den Wohnorten 

problemlos möglich ist. Dadurch ist auch die Einbettung in das soziale Umfeld unproblema-

tisch. Die von den Parteien beantragte Betreuungsregelung entspricht mehrheitlich dem seit 

der Trennung gelebten Betreuungsmodell, was eine gewisse Stabilität und Vertrautheit für 

die Kinder mit sich bringt. Anlässlich der Befragung der Kinder brachten zudem beide zum 

Ausdruck, mit beiden Elternteilen gerne Zeit zu verbringen. Hingegen ist der Kläger aktuell in 

einem 100%-Pensum tätig, weshalb dessen Eltern die Kinder während seiner Abwesenheit 

betreuen. Somit kann der Kläger die Kinder an den Werktagen lediglich am 

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Donnerstagabend vor dem Ins-Bett-gehen sowie – wenn das Betreuungswochenende des 

Vaters folgt – auch am Freitagabend betreuen. Seine Möglichkeiten, zur Pflege und Erzie-

hung der Kinder persönlich beizutragen, sind deshalb vermindert. 

 

5.3.3 Gegen eine alternierende Obhut spricht vorliegend jedoch die mangelnde Kommunikations- 

und Kooperationsfähigkeit zwischen den Parteien selber. Die Parteien kommunizieren nach 

gegenseitiger Darstellung lediglich per E-Mail und der Kläger verweigert – ausser im Notfall – 

Telefongespräche mit der Beklagten (act. 32 S. 2). Auch aus der vom Kläger eingereichten 

E-Mail-Konversation vom 21. Januar 2018 (act. 12/17) ergibt sich, dass die nur über E-Mail 

getätigte Kommunikation der Parteien problematisch ist. In dieser Konversation bat die Be-

klagte den Kläger um ein Telefongespräch und führte aus, dass das Problem mit F.________ 

und seiner Schulkollegin nicht per E-Mail diskutiert werden könne. Daraufhin nahm der Klä-

ger – per E-Mail – zu dieser Situation Stellung, ohne nach dem eigentlichen Anliegen der Be-

klagten zu fragen bzw. eine andere Lösung als den Mailverkehr überhaupt anzubieten. Die 

Lösungsfindung wurde denn auch in der Folge vom Kläger vorgegeben, ohne dass die Eltern 

in einem Austausch gestanden hätten. Diese E-Mail-Konversation zeigt damit exemplarisch 

auf, dass die Eltern nicht in einem persönlichen Austausch stehen, selbst auch dann nicht, 

wenn ein mündlicher direkter Dialog unter den Eltern für das Kindeswohl wichtig wäre. Hinzu 

kommt, dass der Kläger der Beklagten ein Hausverbot erteilte und zeitweise auch ihre Tele-

fonnummer sperrte (act. 32 S. 2), wodurch sogar ein persönliches Besprechen faktisch ver-

unmöglicht wird bzw. wurde. Aus all diesen Gründen ergibt sich, dass der Kläger kein Inte-

resse daran hat, auf andere Art als per E-Mail mit der Beklagten in Kontakt zu treten und Kin-

derbelange nicht auch persönlich und mündlich – in direktem Gespräch unter vier Augen – zu 

diskutieren. Auch wenn bisher nach Darstellung der Parteien am Ende immer eine Lösung 

gefunden werden konnte, führt die Beklagte dazu aus, dass dies nur möglich gewesen sei, 

wenn sie – zum Wohl der beiden Kinder – jeweils nachgeben habe. Dies hat der Kläger auch 

nicht bestritten. 

 

Diese oben beschriebene Lösungsfindung in Kinderbelangen hat in der Vergangenheit zu-

dem immer wieder dazu geführt, dass in Konfliktsituationen der Parteien häufig auch Drittper-

sonen bzw. das Gericht selber involviert wurden. Die von der Beklagten geschilderte und 

vom Kläger nicht bestrittene Situation, wonach sie vorschlug, dass die Grosseltern die Kinder 

neu ca. 200 Meter neben der vereinbarten Übergabestelle abholen würden und der Kläger 

daraufhin seine Anwältin beizog (act. 15 S. 9), zeigt auf, dass – selbst wenn die Parteien in 

gewissen Situationen dann doch eine Lösung finden – die Kooperation und Lösungsfindung 

der Parteien in direkter regelmässiger Diskussion und letztlich einvernehmlich eben nicht 

möglich ist. Auch zum an der Hauptverhandlung aktuellen Thema der Weihnachtstage 2019, 

die Konflikte bezüglich Termine der Kinder während den Betreuungstagen des Klägers 

(act. 15 S. 10; act. 31 S. 8; vgl. auch die diesbezügliche Diskussion der Parteien bei der 

KESB, act. 5/8 S. 3 f.) oder des anlässlich der Hauptverhandlung neu gestellten Antrags des 

Klägers auf Rückerstattung und Saldierung des Kontos von F.________ zeigen eben gerade 

auf, dass sie nicht im Stande sind, bei Uneinigkeiten ohne externe Unterstützung selber eine 

Lösung zu finden. Ebenso zeigte sich im vorliegenden Verfahren, dass die Parteien auch für 

kleinere Unstimmigkeiten das Gericht anrufen bzw. zu Hilfe zu ziehen versuchen (vgl. bei-

spielsweise die Diskussion über den Erwerb und Reinigung der Kinderkleider [act. 15 S. 10; 

act. 31 S. 8], die Bezahlung der Hypnosetherapiekosten von F.________ [act. 60 S. 5 und 

60/73], die Abspracheschwierigkeiten bei der Wahl der Therapien [act. 60/73] oder die 

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Einigung über die Freizeitgestaltung der Kinder [act. 31 S. 7; act. 61/64]). Diese Konflikte be-

treffen einen Grossteil der Kinderbelange, wobei die Kinder teilweise sogar in den Konflikt 

der Parteien selber einbezogen wurden (vgl. act. 20, act. 5/8 S. 3; act. 60/65 S. 2 und 

act. 60/70). Der Kläger bringt zwar vor, die Parteien würden sich überlegen, externe Hilfe bei-

zuziehen, welche ihnen in solchen Situationen behilflich sein sollte (act. 63 S. 3; act. 61/64). 

Dieses Vorgehen ist sicherlich begrüssenswert und im Rahmen der Wahrnehmung der ge-

meinsamen elterlichen Sorge angezeigt. Es mutet aber seltsam an, dass dies vom Kläger 

erst an der Hauptverhandlung zum Thema gemacht wurde, da die vorgenannten Probleme 

schon seit Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes bestehen und wohl viel eher einer Lö-

sung – unter Hilfe von geschulten Drittpersonen – hätten zugeführt werden können. Es ist 

dem Wohl der Kinder aber auch abträglich, wenn selbst bei alltäglichen Themen und kleine-

ren Absprachen immer zuerst eine Drittperson beigezogen werden muss, bevor ein endgülti-

ger Entscheid gefällt werden kann. Die eingereichten Akten und das Verhalten der Parteien 

im gesamten Prozess der ehelichen Auseinandersetzung zeigen eben gerade damit auf, 

dass die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen ihnen in Bezug auf die Kin-

derbelange deutlich gestört war und nach wie vor gestört ist.  

  

5.4 Vorliegend fehlt es somit für die alternierende Obhut einerseits am Betreuungsanteile des 

Klägers von 1/3; andererseits konnten und können die Eltern in Kinderbelangen regelmässig 

nicht zusammenarbeiten mit der Folge, dass die Kinder im Szenario einer künftigen alternie-

renden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise ausgesetzt würden, die ihren 

Interessen offenkundig zuwiderläuft. Sowohl dem Anliegen der Aufrechterhaltung der bisheri-

gen Betreuungszeiten als auch dem Wunsch der Kinder, den Vater weiterhin regelmässig zu 

sehen, kann vorliegend vielmehr mit einem erweiterten Besuchsrecht angemessen Rech-

nung getragen werden (vgl. dazu nachstehend E. 7). Ebenso wird mit dem erweiterten Be-

suchsrecht die soziale Einbettung und Weiterführung der bisherigen Betreuung gewahrt, 

ohne dass die Kinder dem grösseren Konfliktpotential ausgesetzt sind. Im Rahmen einer Ge-

samtbetrachtung entspricht die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Beklagten dem Kindes-

wohl daher am besten. Die Obhut über die Kinder F.________ und G.________ ist deshalb 

bei der Beklagten zu belassen.  

 

6. Entsprechend sind auch die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-

Renten der Beklagten als überwiegend betreuendem Elternteil anzurechnen (vgl. Art. 52fbis 

Abs. 2 AHVV). 

 

7. In einem nächsten Schritt ist der persönliche Verkehr zwischen dem Kläger und den Kindern 

zu regeln. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die Obhut nicht zusteht, und 

das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr , wo-

bei den Anträgen der Parteien angemessen Rechnung zu tragen ist. Nicht strittig ist unter 

den Parteien, dass der Kläger die Kinder jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, 

bis Sonntag, 18.00 Uhr, sowie vom Donnerstag, 18.00 Uhr bis Freitag, 12.00 Uhr, zu oder mit 

sich auf Besuch nimmt. Betreffend die Betreuung am Donnerstag- und Freitagnachmittag un-

terscheiden sich hingegen die gestellten Anträge der Parteien.  

 

7.1 Die Beklagte beantragt ein Besuchsrecht von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Freitag, 12.00 Uhr 

(bzw. nach Schulschluss), wenn die Wochenendbetreuung durch sie erfolgt, und bei nachfol-

gendem Betreuungswochenende durch den Kläger von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 

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18.00 Uhr. Die Änderung dränge sich auf, weil der Kläger im Zeitpunkt des Eheschutzverfah-

rens ohne Arbeitsstelle gewesen sei und so einen Teil an die Betreuungsarbeit habe leisten 

können. Inzwischen sei er wieder voll arbeitstätig und daher während der Arbeitszeit am 

Donnerstag und Freitag auf eine Drittbetreuung angewiesen, welche derzeit von seinen El-

tern wahrgenommen werde. Der Kläger und seine Eltern seien auch nicht bereit, Termine 

von F.________ und G.________ an einem Donnerstag- oder Freitagnachmittag wahrzuneh-

men, weshalb alle ausserschulischen Aktivitäten auf Montag bis Mittwoch gelegt werden 

müssten, was regelmässig zu Terminkollisionen führe. Mit dem angepassten Besuchsrecht 

habe der Kläger auch nicht weniger Zeit mit den Kindern zur Verfügung als bisher. Zudem sei 

auch der Kontakt mit den Grosseltern gewährleistet, da diese im selben Haus wie der Kläger 

wohnten (act. 15 S. 11 f.).  

 

7.2 Der Kläger beantragt demgegenüber die Beibehaltung der bisherigen Regel, wonach der Klä-

ger die Kinder wöchentlich von Donnerstag, 12.00 Uhr bis Freitag, 18.00 Uhr betreut – unab-

hängig davon, ob sein Betreuungswochenende folgt. Die Beklagte sei mit ihrem Argument, 

dass weder er noch seine Eltern in der Lage wären, Termine mit den Kindern am Donners-

tagnachmittag wahrzunehmen, nicht zu hören. Schliesslich gehe es nicht an, dass die Be-

klagte Termine der Kinder auf die Betreuungstage des Vaters lege, ohne vorgängig mit dem 

Kläger Rücksprache zu halten und ihn darüber erst im Nachhinein informiere. Auch würden 

sich die Kinder jeweils auf ihre Grosseltern freuen (act. 31 S. 7 ff.; act. 32 S. 5).  

 

7.3 Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts gilt das Kindeswohl. Die 

Festlegung des Besuchsrechts muss sich am Einzelfall orientieren. Dem Sachgericht kommt 

bei der Regelung des Besuchsrechts ein weiter Ermessensspielraum zu (Büchler, in: 

Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, 3. A. 2017, Art. 273 N 25 und 27).  

 

7.3.1 Im vorliegenden Fall bestätigen beide Parteien sowie auch F.________ und G.________ sel-

ber, dass die Kinder gerne Zeit mit beiden Elternteilen sowie auch mit den Grosseltern väter-

licherseits verbringen. Die im Eheschutzverfahren festgelegte Betreuungsregelung wurde 

dementsprechend bisher auch gelebt und hat im Grundsatz auch funktioniert. Demgemäss 

ist diese Regelung auch im Scheidungsfall im Grundsatz beizubehalten. 

 

Allerdings ist dem Umstand, dass der Kläger wieder voll arbeitstätig ist und deshalb die Kin-

der den Tag über nicht durch ihn betreut werden, Rechnung zu tragen. Insbesondere scheint 

es nicht sinnvoll, dass die Kinder an Freitagen, auf welche kein Besuchswochenende des 

Klägers folgt, nach der Schule zum Kläger nach Hause gehen, dort von den Grosseltern, d.h. 

den Eltern des Klägers, betreut werden und kurz vor der Rückkehr des Klägers von dessen 

Arbeit zur Beklagten wechseln, ohne ihren Vater überhaupt gesehen zu haben. Aus den 

Stundenplänen der Kinder ist zudem ersichtlich, dass beide am Freitagnachmittag im Unter-

richt sind, der Aufenthalt beim Kläger bzw. dessen Eltern somit nur rund 2,5 Stunden dauert, 

bevor sie wieder zum anderen Elternteil wechseln. Dies bewirkt ein unnötiges Hin und Her, 

welches auch nicht dem Kindeswohl entspricht. Die Kinder sehen die Grosseltern zudem je-

weils am Donnerstagnachmittag, so dass die Kontaktpflege zu den Grosseltern das nicht 

sinnvolle Hin und Her zwischen den Wohnorten der Eltern auch nicht rechtfertigen kann. 

 

7.3.2 Es ist vom bisherigen Modell deshalb geringfügig insoweit abzuweichen, dass die Betreuung 

des Klägers wöchentlich von Donnerstag, 12.00 Uhr, bis Freitag, 12.00 Uhr, und jedes zweite 

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Wochenende von Freitag, 12.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, erfolgt. Die Übergabe der Kin-

der ist dabei jeweils so zu gestalten, dass der aktuell betreuende Elternteil die Kinder zum 

anderen Elternteil bringt. Folgt die Betreuung nach Schulschluss, holt der anschliessend be-

treuende Elternteil die Kinder direkt in der Schule ab. 

 

7.4 Da die Kommunikation zwischen den Parteien schwierig ist und anlässlich der Hauptver-

handlung offensichtlich wurde, dass insbesondere die Betreuungsaufteilung während den 

Weihnachtstagen ein grosses Problem darstellt, sind im Folgenden auch die Betreuung an 

den Feiertagen sowie die Ferien ausdrücklich zu regeln.  

 

7.4.1 Um beiden Elternteilen die Möglichkeit zu geben, die Kinder während den Feiertagen (Weih-

nachten/Neujahr; Ostern/Pfingsten; Auffahrt und Fronleichnam) zu betreuen, ist folgende 

Aufteilung vorzusehen:  

 

− In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Kläger und in Jahren mit ungerader 

Jahreszahl die Beklagte die Kinder vom 23. Dezember, 18.00 Uhr, bis 25. Dezember, 

10.00 Uhr, während in Jahren mit gerader Jahreszahl die Beklagte und in Jahren mit 

ungerader Jahreszahl der Kläger die Kinder vom 25. Dezember, 10.00 Uhr, bis am 

26. Dezember, 18.00 Uhr, betreut.  

 

− Über Neujahr betreut die Beklagte die Kinder in Jahren mit gerader Jahreszahl und 

der Kläger in Jahren mit ungerader Jahreszahl vom 30. Dezember, 18.00 Uhr, bis am 

1. Januar, 12.00 Uhr, sowie in Jahren mit gerader Jahreszahl der Kläger und in Jah-

ren mit ungerader Jahreszahl die Beklagte die Kinder vom 1. Januar, 12.00 Uhr, bis 

am 2. Januar, 18.00 Uhr.  

 

− Über Ostern betreut der Kläger die Kinder in Jahren mit gerader Jahreszahl und die 

Beklagte in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis 

Ostermontag, 18.00 Uhr.  

 

− Über Pfingsten betreut die Beklagte die Kinder in Jahren mit gerader Jahreszahl und 

der Kläger in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Pfingstfreitag, 18.00 Uhr, bis 

Pfingstmontag, 18.00 Uhr.  

 

− In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Kläger die Kinder an Auffahrt und die 

Beklagte die Kinder an Fronleichnam von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 

18.00 Uhr. In Jahren mit ungerader Jahreszahl betreut die Beklagte die Kinder an 

Auffahrt und der Kläger die Kinder an Fronleichnam von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis 

Sonntag, 18.00 Uhr.  

 

 An den übrigen Feiertagen erfolgt die Betreuung gemäss der normalen wöchentlichen bzw. 

zweiwöchentlichen Betreuungsregelung. 

 

7.4.2 Hinsichtlich der Ferien konnten sich die Parteien bis anhin ohne grössere Konflikte abspre-

chen und die Ferienbetreuung unter sich aufteilen; Gegenteiliges wurde beidseits auch nicht 

ausgeführt. Dies ist, soweit möglich, auch weiterhin beizubehalten.  

 

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Angesichts des angespannten Verhältnisses zwischen den Eltern (vgl. dazu vorstehend 

E. 5.3 ff.) ist im Sinne einer Minimalregelung im Konfliktfall jedoch festzulegen, dass beide 

Eltern die Kinder je während drei Wochen Ferien pro Jahr betreuen, wobei die Ferien jeweils 

drei Monate im Voraus abzusprechen sind. Können sich die Eltern über die Ferien nicht eini-

gen, so kommt im vorliegenden Fall dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl und der 

Beklagten in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Recht zu, die eigenen drei Ferienwochen 

mit den Kindern zu bestimmen, während der jeweils andere Elternteil anschliessend aus der 

übrigen Ferienzeit seine eigenen drei Ferienwochen mit den Kindern wählen kann. Das 

Wahlrecht ist spätestens drei Monate im Voraus auszuüben, ansonsten es auf den anderen 

Elternteil übergeht. 

 

7.4.3 Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass die vorliegend geregelten Betreuungszeiten während 

den Feiertagen und Ferien der allgemeinen wöchentlichen bzw. zweiwöchentlichen Betreu-

ungsregelung (vgl. vorne E. 7.4) vorgehen. Die Ferien können jedoch ohne gegenseitiges 

Einverständnis nicht auf die vorstehend geregelten Feiertage des anderen Elternteils gelegt 

werden. Die Kosten der Kinder während den Ferien hat jede Partei selbst zu tragen. 

 

8. Beide Parteien beantragen im Weiteren auch die Aufhebung der bis heute bestehenden Bei-

standschaft für ihre gemeinsamen Kinder F.________ und G.________.  

 

8.1 Im Eheschutzentscheid vom 2. Oktober 2015 (act. 22 im Verfahren ES 2015 413) wurde für 

F.________ und G.________ eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB 

errichtet mit folgenden Aufgaben: 

- für alle Beteiligten eine neutrale Ansprechperson zu sein; 

- eine Familienbegleitung zu prüfen und bei Notwendigkeit zu organisieren, zu begleiten 

und deren Finanzierung sicher zu stellen; 

- die Weiterführung der therapeutischen Begleitung von F.________ zu prüfen; 

- die Modalitäten des gerichtlich festgelegten Betreuungsrechts zu regeln und zu überwa-

chen. 

  

Mit Entscheiden vom 24. November 2015 ernannte die Kindes- und Erwachsenenschutzbe-

hörde Zug (KESB) L.________ zum Beistand von F.________ und G.________ und beauf-

tragte ihn mit den im Eheschutzverfahren festgelegten Aufgaben.  

 

8.2 Der Kläger führt als Begründung seines Aufhebungsantrags aus, zwischen ihm und der Bei-

standsperson bestehe kein für die Beistandschaft notwendiges Vertrauensverhältnis. Er habe 

deshalb einen Antrag auf Beistandswechsel gestellt, welcher abgelehnt worden sei. Obwohl 

seit Frühling 2016 kein Austausch zwischen ihm und dem Beistand stattfinde, die Beistand-

schaft also faktisch inaktiv sei, funktioniere die Betreuung der Kinder sowie die Therapie von 

F.________. Zwar seien die Parteien nicht immer gleicher Ansicht, aber wenn es sein 

müsse, fänden sie eine dem Kindeswohl dienende Regelung, welche alsdann beide Parteien 

befolgen würden. Die Eltern seien in der Lage, sich bilateral über ein Vorgehen zu verständi-

gen (act. 12 S. 9). Aus all diesen Gründen sei daher die bestehende Beistandschaft aufzuhe-

ben.  

 

 Die Beklagte bringt diesbezüglich vor, dass sie den Beistand als Chance erachtet und sich 

stets bemüht habe, mit diesem zusammen zu arbeiten, obwohl die Beistandschaft im 

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Rahmen des Eheschutzverfahrens auf Antrag des Klägers erfolgt sei und sie zum Zeitpunkt 

der Trennung eine Beistandschaft nicht als notwendig erachtet habe. Da der Kläger jedoch 

seit November 2016 die Zusammenarbeit mit dem Beistand gänzlich verweigere und der Bei-

stand seit diesem Zeitpunkt die ihm mittels Eheschutzentscheid übertragenen Aufgaben nicht 

erfüllen könne, sehe sie auch keinen Sinn mehr, diese Beistandschaft aufrecht zu erhalten 

(act. 61 S. 8; act. 63 S. 2).  

 

Der Beistand L.________ führte in seinem Bericht über die Situation der Ausübung der Bei-

standschaft vom 28. November 2017 für die Zeitperiode vom 24. November 2015 bis 31. Ok-

tober 2017 abschliessend aus, die Aufhebung der Beistandschaft sei zu prüfen. Aufgrund der 

Ablehnung des Kindsvaters gegenüber ihm als Person seien seit dem Frühling 2016 Gesprä-

che mit dem Kindsvater nicht mehr möglich. Er könne deshalb nicht mehr als Ansprechper-

son für die Eltern fungieren. Auf die Errichtung einer sozialpädagogischen Familienbegleitung 

habe er verzichtet, da kein Bedarf ersichtlich gewesen sei. Die Therapie von F.________ 

wurde in die Wege geleitet und werde ohne seine Unterstützung weitergeführt. Diese scheine 

Wirkung zu zeigen. G.________ sei aufgrund seines Alters als weniger problematisch einzu-

stufen. Die im Entscheid vom 24. November 2015 aufgeführten Aufgaben des Beistandes 

hätten damit erfüllt werden können oder aber seien durch den sehr hohen Paarkonflikt und 

die Verweigerung der Zusammenarbeit durch den Kindsvater verunmöglicht  worden (act. 10a 

S. 5 f. und act. 10b S. 5). 

 

8.3 Eine Kindesschutzmassnahme kann von der zuständigen Behörde aufgehoben werden, 

wenn das Schutzbedürfnis entfallen ist oder die Umstände es gestatten, sie durch eine mil-

dere Massnahme zu ersetzen (Urteil des Bundesgerichts 5C.146/2004 vom 1. Septem-

ber 2004 E. 3 sowie 8C_147/2016 vom 13. Juli 2016 E. 5.3). Ein Schutzbedürfnis besteht, 

wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen 

oder sie dazu ausserstande sind (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Erfordern es die Verhältnisse, so 

kann dem Kind ein Beistand ernannt werden, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit 

Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB). Der gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB eingesetzte 

Beistand hat die Aufgabe, die Eltern so zu unterstützen, dass sie befähigt werden, ihre sich 

aus der elterlichen Sorge ergebenden Verpflichtungen möglichst selbst wahrzunehmen. Ob-

wohl die Kooperationsbereitschaft der Eltern nicht Voraussetzung für die Anordnung der Bei-

standschaft ist, ist die allseitige Zustimmung für die Massnahme förderlich. Wo sich die be-

treute Person der Beistandschaft konsequent widersetzt, ist fraglich, ob deren Anordnung ih-

ren Zweck erfüllt oder ob die Ressourcen anderweitig nicht sinnvoller eingesetzt werden 

könnten (Cottier, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 2. A. 2017, Art. 308 ZGB 

N 1 und 3; Biderbost, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privat-

recht, 3. A. 2016, Art. 308 ZGB N 6; Breitschmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 308 ZGB 

N 2; Urteil des Bundesgericht 5A_839/2008 vom 2. März 2009 E. 4). Während eines Schei-

dungsverfahrens ist das Gericht auch für die Abänderung oder Aufhebung von gerichtlich an-

geordneten Kindesschutzmassnahmen zuständig (Art. 315b Abs. 1 ZGB). 

 

8.4 Mit dem vorliegenden Scheidungsentscheid werden die Modalitäten des Betreuungsrechts 

festgelegt, da die Parteien sich trotz Unterstützung des Beistands und gegenseitigen Austau-

sches nicht auf eine gemeinsame tragfähige Lösung einigen konnten. Der Auftrag an den 

Beistand auf Regelung der Modalitäten des gerichtlich festgelegten Betreuungsrechts fällt 

damit dahin. Zudem wurde nach übereinstimmenden Ausführungen der Parteien (act. 32 

Seite 18/54 

 

S. 5) das Besuchsrecht gemäss Eheschutzentscheid auch so gelebt, weshalb eine Überwa-

chung desselben nicht mehr notwendig erscheint. Die Parteien haben die therapeutische Be-

gleitung von F.________ inzwischen selbst in Gang gesetzt und wenden sich dafür auch an 

die zuständigen Institutionen. Auch wenn sich – insbesondere im Zusammenhang mit der 

Bezahlung der Therapien – die Parteien nicht immer einig sind, scheint die Therapie bei 

F.________ Anklang zu finden. Der Beizug eines Beistandes vermochte diesbezüglich keine 

Verbesserungen zu bewirken. Der Beistand hat die Familienbegleitung geprüft und keine 

Notwendigkeit für eine solche festgestellt. Die Aufgabe des Beistandes beschränkt sich des-

halb bereits jetzt nur noch auf die Rolle einer neutralen Ansprechperson für die Eltern. Auf-

grund der verweigernden Haltung des Klägers gegenüber der Beistandschaft ist es für den 

Beistand jedoch nicht möglich, diese Aufgabe tatsächlich wahrzunehmen. Gleichzeitig schei-

nen die Parteien durch eigene Initiative eine Begleitung durch die Fachstelle M.________ 

aufzugleisen, welche die restlichen Zwecke der Beistandschaft abdecken soll  (vgl. act. 61 S. 

5 sowie act. 61/64). Ausserdem werden mit vorliegendem Entscheid die in der Vergangenheit 

aufgetretenen Streitpunkte zwischen den Parteien geregelt (vgl. dazu etwa vorstehend 

E. 7.5) und mit der Zuteilung der alleinigen Obhut an die Beklagte mögliche (weitere) Kon-

flikte sicherlich teilweise reduziert. Aus heutiger Sicht ist deshalb das Wohl von F.________ 

und G.________ nicht derart gefährdet, dass die Anordnung einer Beistandschaft bzw. deren 

Weiterführung gegen den Willen der Parteien verhältnismässig wäre. Mithin sind die beste-

henden Beistandschaften für die beiden Kinder F.________ und G.________ aufzuheben.  

 

9. In einem nächsten Schritt ist über den zu leistenden Kindesunterhalt sowie den nacheheli-

chen Unterhalt zu entscheiden. Die Unterhaltsbeiträge sind in verschiedene Zeitabschnitte 

aufzuteilen und dem jeweilig neuen Bedarf bzw. den neuen Einkommensverhältnissen der 

Parteien und der Kinder anzupassen. 

 

9.1 Die Beklagte beantragt für die Söhne F.________ und G.________ je einen Barunterhalt von 

monatlich CHF 1'200.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zur Erfüllung des 10. Al-

tersjahres zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00. Anschliessend wird ab Erfül-

lung des 10. Altersjahres bis zur Erfüllung des 18. Altersjahres und längstens bis zum or-

dentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung je ein Betrag von monatlich 

CHF 1'500.00 zuzüglich Familienzulage von derzeit CHF 300.00 beantragt. Betreffend den 

nachehelichen Unterhalt verlangt die Beklagte vom Kläger einen Unterhaltsbeitrag von mo-

natlich CHF 805.40 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. August 2028 (act. 61 S. 4). 

 

 Demgegenüber stellt sich der Kläger auf den Standpunkt, dass er ab Rechtskraft des Schei-

dungsurteils monatlich für F.________ CHF 771.00 und für G.________ CHF 783.00 und ab 

Erreichen des 10. Altersjahres bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung für 

F.________ CHF 899.00 und für G.________ CHF 891.00 pro Monat zu bezahlen habe. Zu-

dem hält er fest, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet sei (act. 60 S. 2).  

 

9.2 Die Höhe des nachehelichen Unterhalts sowie des Kinderunterhalts sind voneinander abhän-

gig und deshalb gemeinsam zu beurteilen. Während der Kindesunterhalt der Offizialmaxime 

untersteht und die entsprechenden Tatsachen von Amtes wegen festzustellen sind (Art. 296 

Abs.1 und 3 ZPO), gilt für die Festlegung des nachehelichen Unterhalts der Verhandlungs-

grundsatz, weshalb die Anspruchsvoraussetzungen und die Höhe des Unterhaltsanspruchs 

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von der anspruchsberechtigten Person zu behaupten und zu beweisen sind (Art. 277 Abs. 1 

ZPO). 

 

9.2.1 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt selbst aufzukom-

men, so hat ihm der andere Teil gestützt auf Art. 125 Abs. 1 ZGB angemessenen nacheheli-

chen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage ist. Dabei ist für die Höhe des gebüh-

renden Unterhalts entscheidend, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei fehlender 

Lebensprägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während die Partner bei 

der lebensprägenden Ehe Anspruch auf Fortführung der ehelichen Lebenshaltung haben. 

Von einer Lebensprägung ist unter anderem auszugehen, wenn aus der Ehe Kinder hervor-

gegangen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_134/2011 vom 20. Mai 2011 E. 6.1).  

 

Aus der Ehe der Parteien sind zwei Kinder, F.________ und G.________, hervorgegangen 

(act. 1/1). Die Ehe ist folglich lebensprägend, weshalb die Beklagte Anspruch auf Beibehal-

tung des zuletzt gemeinsam gelebten ehelichen Lebensstandards hat. Kann sie diesen Le-

bensstandard nicht aus eigenen Mitteln finanzieren, hat sie Anspruch auf Unterhaltszahlun-

gen durch den Kläger. 

 

9.2.2 Der Kinderunterhalt wird gemäss Art. 276 ZGB durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung ge-

leistet (Abs. 1). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für 

den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, 

Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Abs. 2). Die Unterhaltspflicht der  

Eltern dauert bis zur Volljährigkeit des Kindes bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen 

Ausbildung, soweit das Kind nach Eintritt der Volljährigkeit noch keine solche abgeschlossen 

hat (Art. 277 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Le-

bensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei sind das Vermögen und 

die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Da F.________ und 

G.________ noch minderjährig sind, haben sie gegenüber den Parteien Anspruch auf einen 

angemessenen Unterhalt bis zu ihrer Volljährigkeit bzw. bis zum ordentlichen Abschluss ei-

ner angemessenen Ausbildung. Die Höhe des Unterhalts ändert sich dabei mit der Verände-

rung ihres Bedarfs, der Änderung des Naturalunterhalts aufgrund höheren Alters und der 

Veränderungen der Leistungsfähigkeit der Eltern. 

 

9.3 Für die Berechnung von Unterhaltsbeiträgen schreibt das Gesetz keine bestimmte Berech-

nungsmethode vor. Den Gerichten kommt vielmehr ein weites Ermessen zu, da sich die Fest-

setzung des nachehelichen Unterhalts einer exakten mathematischen Berechnung entzieht. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der jeweilige Bedarf grundsätzlich kon-

kret, das heisst anhand der tatsächlich getätigten Ausgaben zu ermitteln. Auf die Bestim-

mung der tatsächlichen Ausgaben der Ehegatten während der Ehe kann indessen verzichtet  

und die Methode der Grundbedarfsrechnung mit Überschussverteilung (auch zweistufige Me-

thode genannt) angewendet werden, wenn während der Ehe die gesamten Einnahmen für 

den gemeinsamen Haushalt verwendet wurden, mithin die Parteien über keine Sparquote 

verfügten. Gleich kann auch dann vorgegangen werden, wenn die Ehegatten während des 

Zusammenlebens zwar Ersparnisse bilden konnten, diese aber bei im Übrigen gleichbleiben-

den Verhältnissen nicht höher sind als die Mehrkosten infolge der Trennung. Diejenige Par-

tei, welche eine Sparquote behauptet, trägt hierfür die Behauptungs- und Beweislast, wobei 

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das Vorliegen der Sparquote behauptet, beziffert und soweit möglich belegt werden muss 

(BGE 140 III 485 E. 3.3 m.w.H.). 

 

9.3.1 Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts werden von der Verhandlungsma-

xime beherrscht, weshalb das Gericht sein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im Pro-

zess vorgebrachten Tatsachen stützen darf. Der Unterhaltsberechtigte trägt deshalb die Be-

weislast dafür, dass er den eingeklagten Betrag zur Weiterführung des während der Ehe ge-

lebten Standards benötigt. Dazu muss er jeden einzelnen Posten des Bedarfs substanziie-

ren, belegen und beziffern, wobei gewisse Pauschalierungen, beispielsweise beim Grundbe-

trag, unausweichlich sind (Schwenzer/Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], Fam-

Komm Scheidung, 3. A. 2017, Art. 125 ZGB N 107 f. mit Hinweisen). Das Gericht ist in Bezug 

auf die Höhe des nachehelichen Unterhalts jedoch nur an die formellen Parteianträge gebun-

den, d.h. an den insgesamt eingeklagten oder anerkannten Betrag, nicht aber an die einzel-

nen Einnahme- oder Aufwandpositionen. Es kann somit für gewisse Positionen mehr oder für 

andere weniger zusprechen, als in der Begründung durch die Parteien verlangt oder aner-

kannt wird (Six, Eheschutz, 2 A. 2014, Rz 2.62; Urteil des Bundesgerichts 5P.481/2006 vom 

19. Februar 2007 E. 4; zur ähnlichen Problematik betr. Verschlechterungsverbot: Urteil des 

Bundesgerichts 5A_476/2012 vom 10. Juli 2012 E. 3). Das Gericht kann somit bei der Be-

rechnung der Unterhaltsbeiträge die Bedarfspositionen anders berücksichtigen, als dies von 

den Parteien geltend gemacht oder anerkannt wurde, solange der zugesprochene Unter-

haltsbeitrag nicht über die Parteianträge hinausgeht. Hingegen hat das Gericht aufgrund von 

Art. 150 Abs. 1 ZPO bei tatsächlichen Feststellungen nicht bestrittene Tatsachen (z.B. die 

Höhe einer Bedarfsposition) seinem Entscheid zugrunde zu legen. 

 

9.3.2 Der Kläger rechnet bei den Unterhaltsansprüchen mit der Methode der Grundbedarfsrech-

nung mit Überschussverteilung bzw. aufgrund der von ihm beantragten geteilten Obhut ohne 

Überschussverteilung (act. 62). Hingegen macht er geltend, für die Berechnung des nach-

ehelichen Unterhalts die konkrete Methode anzuwenden, da die Beklagte ihren Unterhaltsan-

spruch nach dieser berechne und er sich hiermit einverstanden erkläre (act.  31 S. 15). Die 

Beklagte sei mithin auf ihre Berechnungsmethode zu behaften (act. 60 S. 15).  

 

Die Frage, nach welchen Kriterien der nacheheliche Unterhalt zu berechnen ist, ist eine 

Rechtsfrage (Urteil des Bundesgerichts 5C.53/2007 vom 19. Oktober 2007 E. 3). Gemäss 

Art. 57 ZPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. An die Darlegungen der 

nach Meinung der Parteien anzuwendenden Rechtssätze ist das Gericht selbst dann nicht 

gebunden, wenn die Rechtsauffassung beider Parteien übereinstimmen. Ausgangspunkt je-

der Rechtsanwendung bildet das vom Anspruchskläger behauptete Tatsachenfundament 

(vgl. Glasl, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-

zessordnung, 2. A. 2016, Art. 57 ZPO N 4 ff.). Für den nachehelichen Unterhalt gelten die 

Dispositions- und die Verhandlungsmaxime (Art. 277 ZPO). Unter deren Herrschaft ist es Sa-

che der Parteien, die geltend gemachten Ansprüche zu benennen sowie den Sachverhalt 

darzulegen und zu beweisen; dem Gericht obliegt, die zutreffenden Rechtssätze auf den be-

haupteten und festgestellten Sachverhalt zur Anwendung zu bringen (Urteil des Bundesge-

richts 5A_440/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 3.2; Urteil des Obergerichts Zug Z1 2014 30 

vom 2. Februar 2016 E. 3.4, in: GVP 2017 S. 162 ff.). 

 

Entgegen der klägerischen Behauptung berechnete die Beklagte in der Klageantwort ihren 

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Bedarf nicht anhand der einstufig-konkreten Methode, sondern führte aus, eine Berechnung 

ihres Unterhaltsanspruchs sei ihr aufgrund fehlender Unterlagen des Klägers nicht möglich 

(act. 15 S. 14). In ihren dennoch aufgestellten approximativen Berechnungen (act. 15/48-49) 

berechnet die Beklagte ihre Ansprüche jedoch nach der zweistufigen Methode. Auch anläss-

lich der Hauptverhandlung vom 30. Oktober 2019 legte die Beklagte den Bedarf des Klägers, 

ihren eigenen Bedarf und denjenigen der Kinder sowie die Leistungsfähigkeit der Parteien 

dar, ohne sich zur Berechnungsmethode der Unterhaltsbeiträge zu äussern (act. 61 S. 9 ff.). 

Die vom Kläger behauptete Berechnung der Beklagten nach der einstufig-konkreten Methode 

ist vorliegend nicht ersichtlich. Ohnehin haben die Parteien aber sämtliche Tatsachenbe-

hauptungen in das vorliegende Verfahren eingebracht, welche für die Anwendung der zwei-

stufigen Methode notwendig sind (Bedarf und Einkommen der Parteien sowie der Kinder mit 

entsprechenden Belegen, vgl. hinten E. 10 und 11). Das Gericht ist vorliegend in der Festle-

gung der Berechnungsmethode, welche eine Rechtsfrage darstellt, somit frei.  

 

9.3.3 Vorliegend ist die zweistufige Methode mit Überschussverteilung anzuwenden. Keine der 

Parteien behauptet eine nach wie vor bestehende Sparquote, was aufgrund des von beiden 

Parteien geltend gemachten Grundbedarfs von insgesamt CHF 11'336.55 (vgl. act. 61 

S. 9 ff.) bzw. von CHF 10'777.24 (vgl. act. 62) im Vergleich zum verfügbaren Einkommen von 

CHF 12'256.00 (vgl. hinten E. 11.5.4) zutreffend sein dürfte. Selbst wenn die Parteien wäh-

rend des Zusammenlebens gewisse Ersparnisse bilden konnten (vgl. hinten E. 13), werden 

diese seit der Trennung durch die trennungsbedingten Mehrkosten fast vollständig konsu-

miert.  

 

9.3.4 Der Kläger geht in seiner Berechnung der Unterhaltsbeiträge von seinem vorliegend abge-

wiesenen Antrag der alternierenden Obhut aus und beantragt, keine Überschussverteilung 

für die Kinder vorzunehmen, da die Kinder am Überschuss des sie jeweils betreuenden El-

ternteils partizipieren würden (act. 31 S. 15 f.).  

 

Nach herrschender Ansicht wirkt sich Naturalunterhalt, der bei Ausübung eines "üblichen" 

Besuchsrechts (jedes zweites Wochenende, drei bis vier Wochen Ferien pro Jahr sowie die 

Hälfte der Feiertage) geleistet wird, nicht auf den Barunterhalt des nicht obhutsberechtigten 

Elternteils aus. Bei grosszügigerer Besuchsrechtsregelung hingegen sollte der so erbrachte 

Naturalunterhalt betragsreduzierend berücksichtigt werden (Fountoulakis, Basler Kommen-

tar, Art. 285 ZGB N 25 m.H.). Dabei stehen der Umfang des Naturalunterhalts, die Grössen-

ordnung des Überschusses als solcher und das Verhältnis der Leistungsfähigkeit zwischen 

den Eltern in einer Wechselbeziehung, welche ermessensweise bei der Festlegung des  

 Barunterhalts zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22.  Au-

gust 2019 E. 4.3.2.1 f. und E. 4.3.3). 

 

Vorliegend wurde die Obhut für die Kinder bei der Beklagten belassen und dem Kläger ein 

erweitertes Besuchsrecht eingeräumt, wobei der Kläger bzw. seine Eltern die Kinder wäh-

rend rund 30 % und die Beklagte während rund 70 % der Betreuungszeit betreuen (vgl. 

vorne E. 5 und E. 7). Den erweiterten Besuchszeiten des Klägers und den damit verbunde-

nen Aufwendungen für die Kinder ist deshalb bei der Festlegung der Unterhaltsbeiträge an-

gemessen Rechnung zu tragen. Allerdings ist der Antrag des Klägers auf alternierende Ob-

hut gerade auch aufgrund des gravierenden Konflikts zwischen den Parteien, welcher unter 

anderem die Kinderkosten betrifft, abgewiesen worden (vgl. vorne E. 5.3). Eine 

Seite 22/54 

 

anteilsmässige Verteilung des Überschusses und damit Aufteilung der regelmässigen Kinder-

kosten auf die Parteien würde deshalb den Elternkonflikt erneut nähren und so dem Kindes-

wohl zuwiderlaufen. In der vorliegenden Konstellation erscheint es vielmehr sachgerecht, die 

Beklagte sämtliche ordentlichen Kinderkosten tragen zu lassen und ihr deshalb grundsätzlich 

den gesamten Barunterhalt der Kinder inklusive Überschuss zuzuweisen. Dem erweiterten 

Besuchsrecht des Klägers ist jedoch bei der Überschussverteilung Rechnung zu tragen (vgl. 

hinten E. 12), indem dem Kläger ermessensweise ein Teil des Überschusses für die von ihm 

übernommenen Kinderkosten zugewiesen wird (vgl. hierzu auch Jungo/Arndt, a.a.O., 

S. 761). Dieser Überschussanteil dient der Begleichung der Kinderkosten, welche während 

seines erweiterten Besuchsrechts anfallen (vgl. detailliert hinten E. 12.8), ohne dass sich die 

Parteien erneut über Kinderbelange zu einigen haben. In der vorliegenden Konfliktsituation 

kann dem Kindeswohl so am besten entsprochen werden. 

 

Soweit die Beklagte zudem genügend Einkommen erwirtschaften kann, dass sie ihren Bedarf 

und Überschussanteil selbst zu decken vermag und somit kein nachehelicher Unterhalt mehr 

geschuldet ist, ist sie im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit und unter Berücksichtigung des 

von ihr geleisteten Naturalunterhalts am Unterhalt der Kinder angemessen zu beteiligen (vgl. 

hinten E. 12.3 und E. 12.4).  

 

10. Die Unterhaltsbeiträge für die Kinder sowie die Beklagte sind vorliegend somit nach der Me-

thode der Grundbedarfsrechnung mit Überschussverteilung zu berechnen, wobei das erwei-

terte Besuchsrecht des Klägers angemessen zu berücksichtigen ist.  

 

Nach der Methode der Grundbedarfsrechnung mit Überschussverteilung ist in einem ersten 

Schritt der Bedarf der Parteien zu ermitteln, wobei angesichts der ausreichenden finanziellen 

Verhältnisse vom familienrechtlichen Existenzminimum auszugehen ist. Entsprechend wer-

den nach der Praxis des Kantonsgerichts Zug zusätzlich zum betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimum einzig die Prämien der überobligatorischen Krankenversicherung und die Steu-

ern berücksichtigt. Darüber hinaus können keine Positionen im tatsächlichen Umfang beim 

familienrechtlichen Existenzminimum eingerechnet werden, fände ansonsten doch eine Vor-

abzuweisung von finanziellen Mitteln an eine Partei statt bzw. würden Ausgabenpositionen 

dem zu teilenden Überschuss entzogen. Dies würde im Ergebnis dazu führen, dass eine Par-

tei mehr erhalten würde, als ihr zustünde. Um eine Gleichbehandlung der Ehegatten zu errei-

chen, sind daher alle übrigen Auslagen aus dem Überschuss zu finanzieren (BGE 140 III 337 

E. 4.2.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_267/2014 vom 15. September 2014 E. 5.2; 

Tuor/Schnyder/Schmid/Jungo, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 14. A. 2015, § 24 N 61).  

 

10.1  Für den Zeitpunkt des Scheidungsentscheids ergibt sich folgender Bedarf der Parteien: 

   

Kläger Beklagte F.________ G.________ 

Grundbetrag 1'350.00 1'350.00 600.00 400.00 

Wohnkosten 780.83 2'650.00   

Nebenkosten 700.00    

Anteil Kinder an Wohnkosten  -1'325.00 662.50 662.50 

KK-Prämien KVG + VVG 401.35 472.10 105.65 100.05 

Ungedeckte Gesundheitskosten 39.55 27.00 21.75 3.00 

Auswärtige Verpflegung 220.00    

Seite 23/54 

 

Kosten für Kinderbetreuung   42.00 42.00 

Fahrten zum Arbeitsort 67.00 67.00   

Beitrag an Altersvorsorge  187.85   

Steuern 150.00 151.80   

Total 3'708.74 3'580.75 1'431.90 1'207.55 

 

10.2 Die einzelnen Positionen begründen sich wie folgt: 

 

• Grundbetrag: Nach den Richtlinien des Obergerichts für die Berechnung des betrei-

bungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 beträgt der Grundbetrag 

für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflichten CHF 1'200.00 pro Monat. In 

diesem Betrag sind die Auslagen für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich de-

ren Instandhaltung), Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrich-

tung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom 

und/oder Gas etc. enthalten. Für eine Person mit Betreuungspflichten wird hingegen mit 

einem Grundbetrag von monatlich CHF 1'350.00 gerechnet. Dieser steht der Beklagten 

unbestrittenermassen zu. Der Kläger betreut die Kinder durchschnittlich 1.5 Tage und 1-2 

Nächte pro Woche mehr als bei einer klassischen Besuchsrechtsregelung. Diesem Um-

stand gilt es mit der Erhöhung seines Grundbetrags auf ermessensweise ebenfalls  

CHF 1'350.00 Rechnung zu tragen. Bei den Kindern sind für unter 10-jährige Zuschläge 

von CHF 400.00 und über 10-jährige CHF 600.00, jeweils pro Monat, zu berücksichtigen. 

 

• Wohnkosten: Die Wohnkosten des Klägers (Hypothekarkosten und Nebenkosten) wur-

den von der Beklagten anerkannt (act. 61 S. 13). Da dem Fahrzeug der Beklagten kein 

Kompetenzcharakter zukommt (vgl. hinten E. 10.3), sind diesbezügliche Kosten in deren 

Bedarf nicht zu berücksichtigen. Die Wohnkosten der Beklagten sind deshalb ohne Park-

platzmiete zu berücksichtigen, somit in der Höhe von CHF 2'650.00 (act. 31 S. 6; 

act. 62). Ebenso reduziert sich der Wohnkostenanteil der Kinder auf CHF 662.50 pro 

Kind (je 1/4 der Wohnkosten des hauptbetreuenden Elternteils erscheinen vorliegend an-

gemessen und wurden von den Parteien übereinstimmend so berechnet). Das erweiterte 

Betreuungsrecht des Klägers wurde bereits beim Grundbetrag berücksichtigt. Eine zu-

sätzliche Berücksichtigung beim Wohnkostenanteil ist vorliegend daher nicht angezeigt. 

Der Kläger ist der leistungsfähigere und somit grundsätzlich unterhaltspflichtige Ehe-

gatte, welcher den Wohnkostenanteil der Kinder an sich selbst zu bezahlen und bei sei-

nen eigenen Wohnkosten in Abzug zu bringen hätte, was rechnerisch zum selben Ergeb-

nis führen würde. Eine doppelte Berücksichtigung der Wohnkosten sowohl bei sich wie 

auch bei den Kindern, wie sie der Kläger in seiner Berechnung vorsieht (act. 62), ist nicht 

angezeigt.  

 

• Krankenkassenprämien: Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums sind bei 

ausreichenden finanziellen Verhältnisse die Prämien nach VVG im Bedarf beider Par-

teien zu berücksichtigen. Die aktuellen Krankenversicherungsprämien wurden ausgewie-

sen (act. 60/74; act. 61/77; act. 61/65; act. 61/73), wobei auf die Nettoprämien abzustel-

len ist. Der Kläger behauptet, die Beklagte und die Kinder erhielten eine Prämienverbilli-

gung oder hätten es treuwidrig unterlassen, eine solche zu beantragen (act. 60 S. 9), legt 

hierfür jedoch keine Beweismittel vor. Die Beklagte sagte anlässlich der Parteibefragung 

vom 15. November 2018 aus, für das Jahr 2018 für sich und die Kinder keine 

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Prämienverbilligung erhalten zu haben (act. 31 S. 11). Aufgrund des massgeblichen steu-

erbaren Einkommens der Beklagten von CHF 70'310.00 gemäss Steuererklärung 2018 

(act. 63 Code 299) ist die Gewährung einer Prämienverbilligung auch nicht oder – wenn 

überhaupt – nur in sehr geringem Umfang zu erwarten. Eine hypothetische Prämienver-

billigung anzurechnen, geht deshalb an der Sache vorbei.  

 

• Ungedeckte Gesundheitskosten: Fallen bei einem Ehegatten oder den Kindern regelmäs-

sig Franchise und Selbstbehalt an, sind diese im familienrechtlichen Existenzminimum 

zusätzlich zur Krankenkassenprämie zu berücksichtigen. Der maximale Anrechnungsbe-

trag beläuft sich bei Erwachsenen auf die Franchise (CHF 300.00 bis CHF 2'000.00) 

zzgl. dem maximalen Selbstbehalt von CHF 700.00 jährlich bzw. bei Kindern auf den ma-

ximaler Selbstbehalt von CHF 350.00 pro Jahr. Gesundheitskosten, die von der obligato-

rischen Krankenversicherung nicht erfasst werden, sind dem Existenzminimum hingegen 

nicht hinzuzurechnen. Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums fallen bloss 

wünschbare, aber objektiv nicht notwendige Kosten für Ärzte, Therapeuten und Arzneien 

ausser Betracht (Six, a.a.O., N 2.109 f.; vgl. auch BGE 129 III 242 E. 4.3). Solche zusätz-

lichen Behandlungen sind aus dem Überschuss zu decken. 

 

Die ungedeckten Gesundheitskosten der Beklagten belaufen sich auf CHF 253.60 bei 

der N.________ (act. 52/61) sowie CHF 67.75 bei der O.________ (act. 52/62, ohne Be-

rücksichtigung der von der O.________ nicht übernommenen Kosten von CHF 285.00). 

Daraus ergeben sich jährliche Kosten von CHF 321.35, somit gerundet CHF 27.00 pro 

Monat. F.________ hatte für das Jahr 2018 einen Selbstbehalt von CHF 253.60 bei der 

N.________ zu tragen (act. 52/61) sowie CHF 7.50 bei der O.________ (act. 52/62), ins-

gesamt somit jährlich CHF 261.10 bzw. CHF 21.75 pro Monat. G.________ ungedeckte 

Gesundheitskosten belaufen sich auf CHF 27.70 bei der N.________ (act. 52/61) sowie 

CHF 7.50 bei der O.________ (act. 52/62), insgesamt somit jährlich CHF 35.20, bzw. ge-

rundet CHF 3.00 pro Monat. Bezüglich der ausgewiesenen Kosten des Klägers ist anzu-

merken, dass diese hauptsächlich aus Kosten für sein Fitnessabonnement bestehen 

(act. 31/50), was beim familienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigt werden 

kann. Die Kosten aufgrund der Franchise und des Selbstbehalts belaufen sich auf 

CHF 474.65 pro Jahr (act. 31/50), somit CHF 39.55 pro Monat.  

 

• Betreuungskosten: Die Kosten, welche aufgrund einer Fremdbetreuung während der Zeit 

anfallen, in welcher der obhutsberechtigte Elternteil einer Erwerbstätigkeit nachgeht, wer-

den bei der Bedarfsberechnung der Kinder berücksichtigt (Six, a.a.O., Rz 2.160). Da die 

Betreuungskosten beim Kindesunterhalt zu berücksichtigen sind, gilt für deren Festle-

gung die Untersuchungs- und Offizialmaxime (Art. 296 ZPO).  

 

Die Beklagte macht geltend, dass aufgrund der Betreuung der Kinder während Sitzungen 

als P.________, welche abends stattfinden, Kosten von rund CHF 120.00 pro Monat ent-

stehen würden. Sie rechne erfahrungsgemäss mit ca. 6 Stunden pro Monat, während 

welchen sie einen Babysitter engagieren müsse, welcher CHF 10.00 bis CHF 18.00 pro 

Stunde kosten würde (act. 61 S. 10). Der Kläger bestreitet, dass Betreuungskosten ange-

fallen sind (act. 63 S. 4), jedoch nicht, dass die Kinder während den P.________-Sitzun-

gen der Beklagten betreut werden müssen. Der Kläger führte anlässlich des Eheschutz-

verfahrens (ES 2015 413) selbst aus, dass aufgrund der P.________-Sitzungen der 

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Beklagten seine Eltern vermehrt die Kinder betreut hätten. Danach soll der Aufwand für 

die Kinderbetreuung während den Sitzungen der Beklagten vom 1. Januar 2015 bis 

31. August 2015 insgesamt 465 Stunden betragen haben (act. 9/5 im Verfahren ES 2015 

413), was einer monatlichen Betreuung von 66 Stunden entsprechen würde. Die Be-

klagte reichte auf gerichtliche Aufforderung hin eine (wohl selbst erstellte) Liste ein, auf 

welcher die Ausgaben für einen Babysitter im ersten Halbjahr 2018 ersichtlich sein sol-

len. Darauf sind 12 Abendeinsätze während 5 Monaten verzeichnet, welche insgesamt 

40 Stunden dauerten (act. 20/52), was durchschnittlich 8 Stunden pro Monat entsprechen 

würde. Die Beklagte führt zudem aus, dass sie pro Woche 1-3 Sitzungen abends habe, 

hinzu kämen verschiedene Abendveranstaltungen und Visitationen, Empfänge etc., wel-

cher sie als P.________ nachkommen müsse (act. 61 S. 15). 

 

Vorliegend ist davon auszugehen, dass ein Teil der abendlichen Sitzungen durch die Be-

treuung des Klägers abgedeckt werden. Angesichts der Häufigkeit der abendlichen Sit-

zungen als P.________ können die Kinder jedoch nicht bei sämtlichen abendlichen Ver-

anstaltungen der Beklagten durch den Kläger betreut werden, was dieser auch nicht gel-

tend macht. Ebenso führt keine der Parteien aus, dass die Betreuung von einer Drittper-

son kostenlos übernommen würde. Es fallen somit in einem gewissen Umfang Betreu-

ungskosten für die Kinder an. Der Umfang dieses Aufwands ist aufgrund der ungenauen 

Vorbringen der Parteien ermessensweise zu schätzen. Der von der Beklagten behaup-

tete Aufwand für eine Kinderbetreuung im Umfang von 6 Stunden pro Monat scheint da-

bei aufgrund der Akten realistisch. Bei einem durchschnittlichen Stundenansatz von 

CHF 14.00 für einen Babysitter entsteht somit ein Aufwand für die Kinderbetreuung von 

CHF 84.00 pro Monat, welcher auf beide Kinder in gleichem Verhältnis aufzuteilen ist. 

 

• Kosten für auswärtige Verpflegung: Die Kosten für auswärtige Verpflegung sind im fami-

lienrechtlichen Existenzminimum zu berücksichtigen und wurden von der Beklagten in 

der beantragten Höhe anerkannt (act. 61 S. 13). 

 

• Fahrten zum Arbeitsort: Beiden Parteien sind für die Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit die 

Kosten für den öffentlichen Verkehr anzurechnen. Der Kläger machte hierfür CHF 67.00 

pro Monat geltend (act. 62), was von der Beklagten anerkannt wurde (act. 61 S. 13). Die 

Beklagte führte aus, für ihre Tätigkeit als P.________ den ganzen Kanton Zug bereisen 

zu müssen (act. 15 S. 18), weshalb ihr ebenfalls CHF 67.00 pro Monat anzurechnen 

sind.  

 

• Beitrag an Aufbau einer angemessenen Altersvorsorge: Ein Betrag zum Aufbau einer an-

gemessenen Altersvorsorge ist im familienrechtlichen Bedarf zu berücksichtigen 

(Gloor/Spycher, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 125 ZGB N 4). Die Beklagte macht einen 

Beitrag von monatlich CHF 187.85 geltend, da sie aufgrund der reduzierten Erwerbstätig-

keit nicht dieselben Möglichkeiten zum Aufbau einer angemessenen Altersvorsorge habe 

(act. 15 S. 26; Berechnung gemäss act. 15/49). Der Kläger anerkennt die Höhe der Bei-

träge für eine angemessene Vorsorge bei der aktuellen Einkommenssituation (act. 31 

S. 18). Da entgegen den Ausführungen des Klägers die Beklagte ihre Erwerbstätigkeit 

bis zum 31. Juli 2025 nicht ausdehnen muss (vgl. dazu hinten E. 11 und E. 12.3), ist ihr 

der von ihr geltend gemachte Beitrag zum Aufbau einer angemessenen Altersvorsorge 

im Bedarf anzurechnen. 

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• Steuern: Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums sind die Steuern der 

Parteien anzurechnen (Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt, Das 

Konzept – die Betreuungskosten – die Unterhaltsberechnung, in: FamPra.ch 1/2017 

S. 173; Heller, Betreuungsunterhalt & Co. – Unterhaltsberechnung ab 1. Januar 2017, in: 

Anwaltsrevue 11/12/2016 S. 468 f.). Als Grundlage für die Berechnung der Steuerbelas-

tung dienen das Vermögen und das Einkommen der Parteien, wobei anerkannt ist, dass 

grundsätzlich die effektiven Steuerlasten auf beiden Seiten zu berücksichtigen sind 

(vgl. BGE 128 III 257). Die Steuerveranlagung 2016 der Beklagten sieht Steuern von 

CHF 1'812.15 vor (act. 05/28), was eine monatliche Steuerbelastung von CHF 151.80 

ergibt. Dieser Betrag entspricht auch der Steuerveranlagung für das Jahr 2018 von 

CHF 1'814.85 (act. 61/78). Die Höhe der Steuern der Beklagten wird vom Kläger aner-

kannt (act. 62), so dass bei der Beklagten ein monatlicher Betrag von CHF 151.80 anzu-

rechnen ist.  

 

Der Kläger behauptet eine höhere Steuerbelastung von CHF 863.85 pro Monat aufgrund 

der tieferen Unterhaltsbeiträge, welche er nach der Scheidung zu bezahlen habe (act. 31 

S. 12). Dieser Betrag ergibt sich jedoch weder aus den Akten noch aufgrund einer Prog-

nose aufgrund der zukünftigen Unterhaltsbeiträge. Der Kläger musste im Jahr 2016 total 

CHF 737.15 (somit CHF 61.40 pro Monat) Steuern bezahlen (act. 21/33), eine aktuellere 

Steuerveranlagung liegt nicht vor. Die Beklagte anerkennt eine Steuerbelastung des Klä-

gers von CHF 125.00 pro Monat (act. 61 S. 13). Da die Parteien vorliegend das aktuell 

gelebte Modell auch nach der Scheidung weiterführen und die Unterhaltsbeiträge insge-

samt nicht stark von den aktuellen zu bezahlenden abweichen (vgl. hinten E. 12), ist von 

einer ähnlich hohen Steuerbelastung für beide Parteien auszugehen. Beim Kläger ist so-

mit wie bei der Beklagten eine Steuerbelastung von rund CHF 150.00 pro Monat einzu-

setzen. 

 

10.3 Folgende von den Parteien weiter geltend gemachten Positionen können im Bedarf nicht be-

rücksichtigt werden:  

 

• Kommunikationskosten: Die von den Parteien beantragten Kommunikationskosten von 

monatlich CHF 100.00 bzw. CHF 20.00 für die Kinder (act. 61 S. 9 ff.; act. 62) werden im 

Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums nicht angerechnet, da sie bereits mit 

dem Grundbetrag abgegolten sind. Im darüberhinausgehenden Umfang sind sie aus dem 

Überschussanteil zu finanzieren. 

 

• Kosten für Privatfahrzeuge: Die Beklagte macht geltend, sie sei auf das Privatfahrzeug 

angewiesen, da sie an verschiedenen Sitzungen, auch in anderen Gemeinden, teilneh-

men müsse. Zudem müsse sie die Kinder zur Therapie nach Q.________ bringen. Ohne 

das Fahrzeug könne sie das Arbeitspensum zusammen mit der Kinderbetreuung, dem 

Haushalt etc. nicht bewältigen (act. 61 S. 14). Der Kläger führt aus, dass die Beklagte die 

Termine auch ohne privates Fahrzeug bewältigen könne, nötigenfalls könne sie ein Taxi 

rufen oder das Angebot von Mobility nutzen. Die Kosten für das private Fahrzeug seien 

deshalb im Bedarf nicht zu rücksichtigen (act. 31 S. 12). 

 

Im Rahmen der zweistufigen Berechnungsmethode sind die Kosten für die Benützung 

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eines Privatfahrzeuges nur dann zu berücksichtigen, wenn dem Privatfahrzeug Kompe-

tenzcharakter zukommt. Das ist nur dann der Fall, wenn das Auto selbst unpfändbar ist 

(Art. 92 SchKG). Bei einer unselbständigen Erwerbstätigkeit ist das etwa der Fall, wenn 

eine Partei entweder verpflichtet ist, ein eigenes Fahrzeug zur Arbeit mitzubringen, oder 

sie wegen des langen Arbeitswegs eines solchen bedarf (Vonder Mühll, Basler Kommen-

tar, 2. A. 2010, Art. 92 SchKG N 23). Das Bundesgericht hat den Gebrauch eines Auto-

mobils für die Fahrt zur Arbeit bei einer alleinstehenden Mutter eines kleinen Kindes als 

notwendig betrachtet, wenn die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel mit einer Ver-

längerung der Fahrzeit verbunden wäre, die das Zusammensein mit dem Kind zeitlich 

über Gebühr einschränken würde (BGE 110 III 17). Ist es einem Ehegatten hingegen 

möglich und zumutbar, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, ist ein Auto weder 

unentbehrlich noch notwendig und somit im Bedarf nicht zu berücksichtigen (Six, a.a.O., 

Rz 2.115).  

 

Der Kläger hat den Kompetenzcharakter des Privatfahrzeugs der Beklagten bestritten, 

weshalb dieser von der Beklagten substanziiert zu behaupten und zu beweisen wäre 

(Art. 8 ZGB sowie Art. 150 ZPO). Bereits die Behauptungen der Beklagten sind jedoch zu 

wenig konkret, um eine solche Unentbehrlichkeit des Fahrzeuges nahezulegen. So feh-

len Angaben, wo und wie häufig sie das Fahrzeug nutzt, wie lange die gleiche Strecke 

mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt dauern würde und ob es Einsatz- bzw. 

Sitzungsorte gibt, welche mit dem öffentlichen Verkehr nicht zu erreichen wären. Die von 

der Beklagten angegebenen Ortschaften Q.________ (für die Therapie von F.________), 

R.________ und S.________ (act. 15 S. 18) sind jedenfalls mit den öffentlichen Ver-

kehrsmitteln bzw. mit einer zusätzlichen kurzen Strecke zu Fuss erreichbar. Auch legt die 

Beklagte nicht dar, inwieweit die verschiedenen Termine nicht koordiniert oder die Be-

treuung der Kinder nicht mehr bewerkstelligt werden könnten, wenn sie die öffentlichen 

Verkehrsmittel benutzen müsste. Ohne entsprechende Behauptungen kann der Kompe-

tenzcharakter des Privatfahrzeugs der Beklagten nicht beurteilt werden. Darüber hinaus 

reicht die Beklagte auch keine Belege für ihre Behauptungen ein. Es fehlt somit an den 

nötigen Behauptungen und Beweismitteln für die Anerkennung des Kompetenzcharak-

ters des Fahrzeugs der Beklagten. Die mit dem Fahrzeug zusammenhängenden Kosten 

sind deshalb im Bedarf der Beklagten nicht zu berücksichtigen. 

 

• Lebensversicherung: Prämien für Lebensversicherungen und die freiwillige Vorsorge 

(3. Säule) sind bei der Bedarfsberechnung zu berücksichtigen, wenn und soweit die Ver-

sicherung an die Stelle der obligatorischen beruflichen Vorsorge (2. Säule) tritt (Urteil des 

Bundesgerichts 5A_226/2010 vom 14. Juli 2010 E. 8.4; Urteil des Bundesgerichts 

5C.70/2004 vom 13. Mai 2004 E. 3.3.2; Six, a.a.O., Rz 2.108). Freiwillige Zusatzversi-

cherungen sind ansonsten aus dem Anteil am Überschuss zu bezahlen. Die Beklagte ist 

nicht selbständig erwerbstätig, weshalb von ihrem Gehalt auch Beiträge für die berufliche 

Vorsorge (2. Säule) abgezogen werden (act. 52/57). Ebenso werden dem Kläger Bei-

träge für die berufliche Vorsorge (2. Säule) vom Gehalt in Abzug gebracht (act. 56/60). 

Die von beiden Parteien vorgenommenen Einzahlungen in die 3. Säule sind somit nicht 

im familienrechtlichen Existenzminimum anzurechnen. Weitergehende Beiträge der Be-

klagten für die Vorsorgelücke aufgrund ihrer Teilzeitbeschäftigung wurden bereits als 

Beiträge für eine angemessene Altersvorsorge berücksichtigt (vgl. vorne E. 10.2).  

 

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• Sonstige Versicherungen und Freizeit: Die übrigen von den Parteien geltend gemachten 

Versicherungsprämien sowie Ausgaben für Freizeitaktivitäten der Kinder werden im fami-

lienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigt (vgl. Richtlinien des Obergerichts 

für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezem-

ber 2009). Diese Bedarfspositionen sind aus dem Überschussanteil zu finanzieren. 

 

• Schulden: Persönliche, nur einen Ehegatten treffende Schulden gegenüber Dritten gehen 

der familienrechtlichen Unterhaltspflicht nach und gehören nicht zum familienrechtlichen 

Existenzminimum. Zum Bedarf hinzuzurechnen sind nur diejenigen regelmässig abbe-

zahlten Schulden, welche die Ehegatten für den gemeinsamen Lebensunterhalt aufge-

nommen haben. Dies gilt insbesondere auch für Zinsen und Ratenzahlungen für Abzah-

lungsgeschäfte und Konsumkredite; zusätzlich wird verlangt, dass der damit ange-

schaffte Gegenstand oder Wert nach wie vor beiden Eheleuten dient oder bereits von 

ihnen verbraucht worden ist. Bei Amortisationen für Hypothekardarlehen kommt es da-

rauf an, ob die Darlehensverpflichtung gleichermassen den Interessen beider Ehegatten 

dient (Urteile des Bundesgerichts 5A_131/2007 vom 8. Juni 2007 E. 2.2; 5A_923/2012 

vom 15. März 2013 E. 3.1 und 5A_747/2012 vom 2. April 2013 E. 5.3; BGE 127 III 289 

E. 2a/bb und 2b). 

 

Die Beklagte macht geltend, sie müsse ihre Anwalts- und Gerichtskosten gemäss Ent-

scheid im Verfahren ES 2018 501 in der Höhe von CHF 25'000.00 nach wie vor in Raten 

von je CHF 600.00 während 3 ½ Jahren zurückzahlen, was bei ihrem Bedarf zu berück-

sichtigen sei (act. 61 S. 14). Diese Schulden wurden nicht für den gemeinsamen Lebens-

unterhalt eingegangen, weshalb deren Rückzahlung beim Existenzminimum nicht zu be-

rücksichtigen sind. Der Kläger macht ebenfalls geltend, Schulden amortisieren zu müs-

sen (act. 31 S. 14), macht diese Ratenzahlungen aber nicht als Bedarf geltend. 

 

• Zahnarztkosten: Kosten für die üblichen Kontrolluntersuchungen (z. B. Dentalhygiene-

kosten) sind im Grundbetrag enthalten (Urteil des Obergerichts Zürich LP050055 vom 

28. April 2006). Für Arzt- oder Behandlungskosten, die in naher Zukunft tatsächlich anfal-

len und hinreichend belegt sind, können in der Bedarfsberechnung monatliche Rücklagen 

berücksichtigt werden. Entscheidende Kriterien sind die medizinische Notwendigkeit und 

die Höhe der Kosten (Maier, Die konkrete Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Fa-

milienrecht, dargestellt anhand der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der 

neuen ZPO, in: FamPra.ch 2/2014, S. 323). Die vom Kläger geltend gemachten Kosten 

für die Dentalhygiene sowie die "in unregelmässigen Abständen" (act. 60 S. 9) anfallen-

den, jedoch nicht näher bezeichneten und nicht bezifferten Zahnbehandlungskosten fal-

len unter die üblichen Kontrolluntersuchungen bzw. sind nicht hinreichend belegt. Sie 

können deshalb im familienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtigt werden. 

 

• "Reserve": Die Beklagte macht einen "Reserve"-Betrag von CHF 600.00 für "Ratenzah-

lung Anwalts- und Gerichtskosten gemäss Entscheid vom 31.10.2018, Altersvorsorge, 

Weiterbildung, Wiedereingliederung in den Beruf, …" geltend (act. 61 S. 14). Im Rahmen 

des familienrechtlichen Existenzminimums mit Überschussverteilung sind nicht berück-

sichtigte Ausgaben aus dem Überschuss zu bezahlen. Ein pauschaler Reserve-Betrag ist 

hingegen nicht vorgesehen. Soweit die Beklagte einzelne von ihr aufgeführte Positionen 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_747%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-III-289%3Ade&number_of_ranks=0#page289

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im familienrechtlichen Existenzminimum berücksichtigt haben möchte, müsste dies von 

ihr substanziiert vorgetragen werden.  

 

11. Diesem Bedarf ist sodann die Leistungsfähigkeit der Parteien gegenüberzustellen. Bei der 

Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Ehegatten ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten 

Einkommen auszugehen. Reicht dieses Einkommen nicht aus, um den ausgewiesenen Be-

darf zu decken, kann einem Ehegatten ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, 

sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 137 III 118 E. 2.3; 128 III 4 E. 4a; 

127 III 136 E. 2a).  

 

11.1 Als P.________ in T.________ erzielt die Beklagte ein monatliches Nettogehalt von 

CHF 2'726.20 (exkl. Kinderzulage, inkl. Pauschalspesen; act. 52/56). Im Jahr 2018 hat sie 

zusätzlich gesamthaft rund CHF 13'600.00 (netto) an Sitzungsgelder erhalten (act. 52/55, 

act. 52/58, act. 52/59, act. 52/60). Gesamthaft erzielt die Beklagte somit durchschnittlich ein 

monatliches Nettoeinkommen von CHF 3'856.20 (CHF 2'726.20 [Fixgehalt] + CHF 1'130.00 

[Sitzungsgelder gerundet]). Dies wird von beiden Parteien so anerkannt (act. 60 S. 12; 

act. 61 S. 14). Beide Parteien führen zudem übereinstimmend aus, dass der Kläger ein Net-

toeinkommen von CHF 7'800.00 pro Monat erwirtschaftet (act. 63 S. 2; act. 60 S. 11).  

 

11.2 Der Kläger verlangt jedoch, dass der Beklagten zusätzlich zu ihrem aktuellen Einkommen ein 

hypothetisches Einkommen anzurechnen sei, da sie ihre Erwerbstätigkeit ausweiten müsse 

(act. 31 S. 16).  

 

11.2.1 Der Kläger begründet seinen Antrag damit, dass das aktuelle Pensum der Beklagten 

ca. 30 % betrage, sie mit ihren Qualifikationen jedoch problemlos ein zusätzliches Einkom-

men in der Höhe der aktuellen Unterhaltsbeiträge erzielen könne. Die Rechtsprechung beim 

Schulstufenmodell gehe davon aus, dass der hauptbetreuende Elternteil die Kinder an fünf 

Arbeitstagen betreue. Dies sei in casu nicht der Fall, da die Kinder während 1,5 Tagen vom 

Kläger betreut würden. Gestützt darauf sei der Beklagten bereits zum heutigen Zeitpunkt ein 

80%-Pensum zuzumuten (50 % gestützt auf die Rechtsprechung zuzüglich 30 % gestützt auf 

die Betreuung durch den Kläger an 1,5 Tagen). Das Amt als P.________ umfasse 30 %, 

weshalb es der Beklagten möglich und zumutbar sei, zusätzlich eine Anstellung im Umfang 

von 50 % anzunehmen. Aufgrund ihrer Qualifikationen sei mit Blick auf die Lohnstrukturerhe-

bungen des Bundesamtes für Statistik von einem monatlichen Bruttoeinkommen in der Höhe 

von CHF 3'848.00 auszugehen, was einem Nettoeinkommen von CHF 3'400.30 pro Monat 

(Basis 50 %) entspreche. Es sei zu berücksichtigen, dass die Parteien nicht im identischen, 

aber doch ähnlichen Umfang die Kinder betreuen würden und der Kläger in einem Vollzeit-

pensum arbeite (act. 31 S. 16 f.).  

 

Bezüglich des erhöhten Betreuungsaufwands der Kinder bringt der Kläger zudem vor, dass 

die Kinder genauso beeinträchtigt seien, wenn der Kläger sie betreue. Der Kläger arbeite 

dennoch in einem Vollzeitpensum. Zudem nehme der Kläger der Beklagten den grössten Teil 

der Arbeit ab, wenn es um F.________ gehe. Er arbeite viel mit beiden Kindern und inves-

tiere viel Zeit und Geduld in die Bildung und Förderung der Kinder (act. 60 S. 13). 

 

11.2.2 Die Beklagte macht geltend, dass ihr Amt als P.________ ein Arbeitspensum von 30 % bis 

50 % beinhalte, ihr eine Ausweitung der Erwerbstätigkeit jedoch nicht möglich sei. Eine 

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genaue Bezifferung der Arbeitszeit sei schwierig, da sie neben den eigentlichen Aufgaben als 

P.________ und den Sitzungen für die U.________ auch Mandate als Delegierte 

V.________ und W.________ sowie Vorstandsarbeit für die X.________ übernehme. Zudem 

sei sie im Verwaltungsrat der Y.________AG. Die Vorbereitungszeit für die verschiedenen 

Sitzungen sei dabei stark schwankend. Nicht alle Tätigkeiten, welche mit der Aufgabe als 

P.________ einhergingen, seien zudem entschädigt. So erhalte sie insbesondere für die Ar-

beit im Vorstand der X.________ keinen Lohn (act. 52 S. 2; act. 63 S. 2). Dabei nehme sie 

von Amtes wegen Einsitz in verschiedenen Kommissionen und amte als D