# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d815dbe0-3ffb-5e63-ae7d-b8b0be9c7b74
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 01.04.2010 RF.2010.7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_RF-2010-7_2010-04-01.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: RF.2010.7

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 01.04.2010

Entscheiddatum: 01.04.2010

Entscheid Kantonsgericht, 01.04.2010
Art. 137 ZGB: Ein Eheschutzverfahren wird mit dem Eintritt der 
Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens nicht einfach gegenstandslos. 
Vielmehr bleibt der Eheschutzrichter bis zu diesem Zeitpunkt zuständig, 
selbst wenn er darüber erst nach diesem Zeitpunkt entscheiden kann 
(Kantonsgericht, Einzelrichter im Familienrecht, 1. April 2010, RF.2010.7). 

Aus den Erwägungen:

 

Seit Herbst 2007 ist vor dem Kreisgericht ein Eheschutzverfahren hängig. Die Ehefrau 

reichte Ende Oktober 2009 eine Scheidungsklage ein und ersuchte Mitte November 

2009 um Anordnung vorsorglicher Massnahmen. Für die Abgrenzung der 

Zuständigkeiten ist der Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung massgebend: Für 

die Zeit davor trifft das Eheschutzgericht sämtliche Massnahmen zur Regelung des 

Getrenntlebens, für die Zeit danach ist hierfür das Scheidungsgericht zuständig. An 

dieser Zuständigkeitsabgrenzung vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass 

Geldleistungen nicht nur für die Zukunft, sondern auch für das Jahr vor Einreichen des 

Begehrens gefordert werden können (Art. 137 Abs. 2 ZGB); diese Rückwirkung ist nur 

innerhalb des Scheidungsverfahrens möglich und gestattet es dem Scheidungsrichter 

nicht, Anordnungen für den Zeitraum vor der Rechtshängigkeit zu treffen (BGE 115 II 

201, E. 4a; BGer, 20.8.1993, Urteil 5P.177/199; FamKomm Scheidung/Leuenberger, 

Art. 137 ZGB N 10). Ein Eheschutzverfahren wird mit dem Eintritt der Rechtshängigkeit 

des Scheidungsverfahrens somit nicht einfach gegenstandslos. Vielmehr bleibt der 

Eheschutzrichter bis zu diesem Zeitpunkt zuständig, selbst wenn er darüber erst nach 

diesem Zeitpunkt entscheiden kann (BGE 101 II 1). Vorsorglicher Unterhalt kann 

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folglich frühestens mit Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung, mithin ab 

November 2009, angeordnet werden (BaslerKomm/Gloor, Art. 137 ZGB N 14).

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	Entscheid Kantonsgericht, 01.04.2010
	Art. 137 ZGB: Ein Eheschutzverfahren wird mit dem Eintritt der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens nicht einfach gegenstandslos. Vielmehr bleibt der Eheschutzrichter bis zu diesem Zeitpunkt zuständig, selbst wenn er darüber erst nach diesem Zeitpunkt entscheiden kann (Kantonsgericht, Einzelrichter im Familienrecht, 1. April 2010, RF.2010.7). 

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