# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c74519a-0178-5d3c-8975-4dddca54acb6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.01.2015 100 2014 130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-130_2015-01-08.pdf

## Full Text

100.2014.130/131U   publiziert in BVR 2015 S. 301
ARB/GSE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Januar 2015

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterinnen Arn De Rosa und Herzog
Verwaltungsrichter Häberli und Rolli
Gerichtsschreiberin Gschwind

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2009; Vollmacht 
(Nichteintretensentscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 7. April 2014; 
100 14 62, 200 14 59)

Sachverhalt:

A.

Mit Einspracheentscheiden vom 15. Januar 2014 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons 
Bern (Steuerverwaltung), Region …, A.________ für das Jahr 2009 abweichend von seiner 
Selbstdeklaration auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 80'700.-- bei den Kantons- und 
Gemeindesteuern bzw. Fr. 89'900.-- bei der direkten Bundessteuer. Obwohl A.________ damals 
durch ein Treuhandbüro vertreten war, wurden die Verfügungen ihm persönlich eröffnet.

B.

Dagegen gelangte die Treuhänderin im Namen von A.________ mit Rekurs und Beschwerde vom 
14. Februar 2014 an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Diese setzte der 
Treuhänderin unter Androhung des Nichteintretens auf die Rechtsmittel Frist bis zum 17. März 
2014, um eine Vollmacht einzureichen und den Gerichtskostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zu 
bezahlen.

Am 3. März 2014 bezahlte A.________ den Kostenvorschuss; die Vollmacht ging am 26. März 
2014 bei der StRK ein. Mit Entscheiden vom 7. April 2014 trat diese auf Rekurs und Beschwerde 
nicht ein mit der Begründung, die Vollmacht sei nicht innert angesetzter Frist eingereicht worden.

C.

In einer einzigen Rechtsschrift hat A.________ am 8. Mai 2014 sowohl bezüglich der Kantons- und 
Gemeindesteuern als auch der direkten Bundessteuer 2009 Verwaltungsgerichtsbeschwerden 
erhoben. Er stellt in der Sache folgenden Antrag:

«Der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 7. April 2014 sei aufzuheben 
und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, mit der Weisung, dass auf den Rekurs 
respektive die Beschwerde vom 14. Februar 2014 einzutreten und ein Sachentscheid zu fällen sei.»

Am 9. Mai 2014 hat der Abteilungspräsident die Verfahren betreffend die Kantons- und 
Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt. 

Mit Vernehmlassung vom 2. Juni 2014 bzw. Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2014 schliessen die 
StRK und die Steuerverwaltung je auf Abweisung der Beschwerden. 

Erwägungen:

1. 

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des 
Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der 
Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; 
BSG 668.11]). Die StRK ist auf die Rechtsmittel des Beschwerdeführers nicht eingetreten, weshalb 
sich dessen Beschwerdebefugnis für das Verwaltungsgerichtsverfahren unmittelbar aus den 
negativen Prozessentscheiden ergibt (vgl. BVR 2006 S. 481 E. 1.2; zuletzt VGE 2014/164 vom 
19.8.2014, E. 1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 79 
N. 3, Art. 65 N. 6). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten (vgl. 
auch E. 1.2 hiernach).

1.2 Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sind grundsätzlich auf den Streitgegenstand 
beschränkt, welcher durch den angefochtenen Entscheid, das sog. Anfechtungsobjekt, einerseits 
und die Vorbringen der beschwerdeführenden Person andererseits bestimmt wird (vgl. BVR 2011 
S. 391 E. 2.1). – Die StRK hat die angefochtenen Nichteintretensentscheide vom 7. April 2014 
damit begründet, dass die Vertreterin des Beschwerdeführers ihre Vollmacht nicht innert der 
angesetzten Frist eingereicht habe. Das Verwaltungsgericht kann deshalb einzig darüber befinden, 
ob die Vorinstanz zu Recht aus diesem Grund auf die Rechtsmittel nicht eingetreten ist. So ist das 
Rechtsbegehren des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der Beschwerdebegründung 
denn auch zu verstehen. Demgegenüber ist es dem Verwaltungsgericht verwehrt, die übrigen 
Prozessvoraussetzungen zu prüfen und die StRK anzuweisen, auf den Rekurs bzw. auf die 
Beschwerde einzutreten.

1.3 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der 
direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwaltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es 
sich um verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen. Allerdings 
können die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 
E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). – Weil vorliegend die einschlägigen Normen des kantonalen und 
eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung 
der Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.4 Da sich Fragen von grundsätzlicher Bedeutung stellen, urteilt das Gericht in 
Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf Rechtsverletzungen 
hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Die Vorinstanz ist auf Rekurs und Beschwerde nicht eingetreten, weil die Treuhänderin des 
Beschwerdeführers die sie legitimierende Vollmacht nicht fristgerecht eingereicht habe. 
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Vollmacht sei am 17. März 2014, mithin 
am letzten Tag der behördlich angesetzten Frist, der Post übergeben worden (Beschwerde S. 4).

2.2 Die StRK entscheidet in der Sache, wenn die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (vgl. 
Art. 11 des Gesetzes vom 23. November 1999 über die Steuerrekurskommission [StRKG; 
BSG 661.611] i.V.m. Art. 151 StG und Art. 20a Abs. 2 VRPG). Wer Rekurs bzw. Beschwerde führt, 
muss Rechtsbegehren stellen, die sie begründenden Tatsachen und Beweismittel angeben sowie 
Beweisurkunden beilegen oder genau bezeichnen (Art. 197 Abs. 3 StG; Art. 140 Abs. 2 Satz 1 
DBG). Im Übrigen müssen die Rechtsmittel eine Begründung und eine Unterschrift enthalten 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG). – Die steuerpflichtige Person kann sich vor den mit dem 
Vollzug des Gesetzes betrauten Behörden vertreten lassen, soweit ihre persönliche Mitwirkung 
nicht notwendig ist (Art. 160 Abs. 1 StG und Art. 117 Abs. 1 DBG; vgl. auch Art. 15 Abs. 1 VRPG). 
Ein gültiges Vertretungsverhältnis ist Verfahrens- bzw. Prozessvoraussetzung 
(Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 51 N. 6 und 12); es besteht jedoch kein 
Vertretungszwang. Im Veranlagungsverfahren und im Verfahren vor der StRK sind auch Personen 
ohne Anwaltspatent als vertragliche Vertreterinnen oder Vertreter zugelassen (Art. 160 Abs. 3 StG; 
vgl. auch Art. 117 Abs. 2 Satz 1 DBG). Die von der rechtsgültig beauftragten Vertreterin oder dem 
Vertreter vorgenommenen Verfahrenshandlungen sind gültig und deren Wirkungen treten bei der 
vertretenen Person ein (vgl. Martin Zweifel, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum 
Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 117 DBG N. 2; ebenso Regina Schlup 
Guignard, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 
2, Art. 126 bis 293, 2011, Art. 160 N. 1).

Gemäss Art. 160 Abs. 4 StG und Art. 117 Abs. 2 Satz 2 DBG haben sich vertragliche 
Vertreterinnen oder Vertreter auf Verlangen durch schriftliche Vollmacht auszuweisen. Ob die 
Behörde eine Vollmacht verlangen will, liegt in ihrem Ermessen (Zweifel/Casanova, 
Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 2008, § 7 N. 6). Sie darf sich auf eine 
sich aus den Umständen ergebende Ermächtigung (Anscheinsvollmacht) verlassen, muss es aber 
nicht. Dies ändert nichts daran, dass auf Seiten der Partei grundsätzlich eine gesetzliche 
Verpflichtung besteht, eine schriftliche Vollmacht einzureichen, wenn die Behörde eine solche 
verlangt (vgl. BGer 2C_883/2010 vom 7.4.2011, E. 2.1; VGE 22155 vom 22.2.2005, E. 3.3). Da 
Rechtsmittel trotz Fehlens einer schriftlichen Vollmacht aufgrund der spezialgesetzlichen Regelung 
in Art. 160 Abs. 4 StG bzw. Art. 117 Abs. 2 Satz 2 DBG nicht mangelhaft sind, fällt eine 
Verbesserung innert Nachfrist bzw. die Rückzugsfiktion im Sinn von Art. 33 Abs. 2 VRPG von 
vornherein ausser Betracht (vgl. VGE 22035 vom 25.11.2004, E. 3.3 f., 22155 vom 22.2.2005, 
E. 3.3). Wird trotz Aufforderung der Steuerbehörden keine schriftliche Vollmacht eingereicht, ist 
davon auszugehen, dass das Vertretungsverhältnis im betreffenden Verfahren nicht besteht und 
die Rechtshandlungen der Vertreterin oder des Vertreters unwirksam sind (vgl. Martin Zweifel, 

a.a.O., Art. 117 DBG N. 15; vgl. auch zum Folgenden Zweifel/Casanova, a.a.O., § 7 N. 6; Regina 
Schlup Guignard, a.a.O., Art. 160 N. 13). Auf das Rechtsmittel ist diesfalls mangels Nachweises 
der Befugnis zur Parteivertretung nicht einzutreten (vgl. VGE 2012/417 vom 4.10.2013, E. 3.2, 
22155 vom 22.2.2005, E. 3.3; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 51 N. 6 und 12). 

2.3 Während die Behörde die Eröffnung einer Verfügung und damit den Beginn des 
Fristenlaufs belegen muss, trägt die steuerpflichtige Person die Beweislast für die Einhaltung der 
Frist hinsichtlich ihrer Verfahrenshandlungen. Für das rechtzeitige Ausüben eines fristgebundenen, 
verwirkungsbedrohten Rechts muss der volle Beweis erbracht werden 
(Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 42 N. 3). Wer aus einer beweisbedürftigen Tatsache 
etwas für seinen Rechtsstandpunkt ableiten will oder vom Gesetz als beweispflichtig bezeichnet 
wird, trägt die Beweislast und im Fall, dass der massgebende Sachumstand unbewiesen bleibt, die 
Folgen der Beweislosigkeit (Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 19 N. 3; vgl. BVR 2009 S. 465 
E. 3). – Beweisbedürftig ist hier die rechtzeitige Einreichung der Vollmacht. Die durch die StRK 
angesetzte Frist ist gewahrt, wenn die Vollmacht am letzten Tag der Frist der schweizerischen 
Post übergeben worden ist (Art. 42 Abs. 2 VRPG). Es gilt die Vermutung, dass das Datum des 
Poststempels mit demjenigen der Übergabe an die Post übereinstimmt. Beim Einwurf von 
Sendungen in den Briefkasten kann der Beweis der (rechtzeitigen) Postaufgabe mit anderen zum 
Beweis tauglichen Mitteln, insbesondere durch Augenzeuginnen oder -zeugen erbracht werden 
(statt vieler VGE 2014/113/127 vom 10.12.2014, E. 1.3, 19187 vom 24.8.1994, E. 2; 
BGE 127 I 133 E. 7b S. 139, 122 V 60 E. 1b, 109 Ia 183 E. 3a, 139 IV 161 [BGer 6B_142/2012] 
nicht publ. E. 1; BGer 5A_201/2014 vom 26.6.2014, E. 1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., 
Art. 42 N. 5).

2.4 Das Schreiben der Treuhänderin an die StRK mit Kopien der Vollmacht und des 
Empfangsscheins für den Kostenvorschuss in der Beilage trägt das Datum vom 17. März 2014; es 
ging am 26. März 2014 bei der StRK ein (Vorakten StRK pag. 47). Im Poststempel auf dem 
Briefumschlag der A-Post-Sendung sind die Ziffern «25.-3.14-23» erkennbar (Vorakten StRK 
pag. 44). Der Brief ist demnach am 25. März 2014 im Verteilzentrum … abgestempelt worden. 
Laut dem Beschwerdeführer soll die Treuhänderin die Sendung bereits am 17. März 2014 vor 
18.15 Uhr in den Briefkasten am …platz in … eingeworfen haben (Beschwerde S. 4). Der Brief 
wäre demnach auf dem Weg vom Briefkasten zum Verteilzentrum acht Tage liegen geblieben, was 
wenig wahrscheinlich erscheint. Jedenfalls gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, die Vermutung 
umzustossen, dass die Postaufgabe erst am 25. März 2014 erfolgt ist, namentlich offeriert er auch 
keinen Zeugenbeweis. Damit bleibt er den Beweis für das fristgerechte Einreichen der Vollmacht 
schuldig. Nach dem Ausgeführten ist daher grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die StRK 
das Vertretungsverhältnis als nicht bestehend betrachtet hat und, weil es damit an einer gültigen 
Prozesshandlung für die beschwerdeführende Person fehlt, auf Rekurs und Beschwerde 
androhungsgemäss nicht eingetreten ist. Allerdings hat der Beschwerdeführer den einverlangten 
Kostenvorschuss fristgerecht (persönlich) einbezahlt. Es bleibt daher zu prüfen, ob die Nicht-
eintretensentscheide der Vorinstanz bei dieser Sachlage nicht überspitzt formalistisch sind.

3.

3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person in Verfahren 
vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen unter anderem Anspruch auf gleiche und gerechte 
Behandlung (vgl. auch Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]). Das 
Verbot des überspitzten Formalismus wird im Rahmen dieser Garantie gewährleistet 
(Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 832 f.). Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt überspitzter Formalismus vor, wenn für ein Verfahren 
rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, 
wenn die Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt oder an 
Rechtsschriften überspannte Anforderungen stellt und dem Bürger oder der Bürgerin den 
Rechtsweg in unzulässiger Form versperrt. Prozessuale Formen sind unerlässlich, um die 
ordnungsgemässe und rechtsgleiche Abwicklung der Verfahren sowie die Durchsetzung des 
materiellen Rechts zu gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge stellt demnach eine 
Verfassungsverletzung dar. Überspitzter Formalismus ist aber gegeben, wenn die strikte 
Anwendung der Formvorschriften durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum 
blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise 
erschwert oder verhindert (statt vieler BGE 135 I 6 E. 2.1, 134 II 244 E. 2.4.2, je mit Hinweisen; 
BVR 2008 S. 90 E. 4.2, 2006 S. 470 E. 2.2).

3.2 Eine schriftliche Vollmacht soll der zuständigen Behörde die Überprüfung ermöglichen, 
dass tatsächlich ein Vertretungsverhältnis besteht und Bevollmächtigte nach dem Willen ihrer 
Auftraggeberin oder ihres Auftraggebers handeln (VGE 2012/417 vom 4.10.2013, E. 3.2 mit 
Hinweis auf BGE 104 Ia 403 E. 4b und VGE 22155 vom 22.2.2005, E. 4.1). Im Bereich des 
Steuerrechts ist zudem das Steuergeheimnis zu wahren, und eine schriftliche Vollmacht soll 
sicherstellen, dass Steuerdaten einzig beauftragten Vertreterinnen und Vertretern bekanntgegeben 
werden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Art. 117 
N. 10; Regina Schlup Guignard, a.a.O., Art. 160 N. 14). Fehlt es an einer klaren schriftlichen 
Vollmacht, so darf ein Vertretungsverhältnis aus diesen Gründen nur dann angenommen werden, 
wenn sich aus den Umständen eine eindeutige Willensäusserung der steuerpflichtigen Person auf 
Bevollmächtigung eines Dritten ergibt. Die Funktion einer Vollmacht vermag beispielsweise auch 
eine in der Steuererklärung enthaltene Bezeichnung einer Vertreterin oder eines Vertreters zu 
erfüllen. Darüber hinaus noch eine spezielle Vollmachtsurkunde zu verlangen, kann sich unter 
Umständen als überflüssig oder unangemessen erweisen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
a.a.O., Art. 117 N. 11; vgl. auch VGE 22155 vom 22.2.2005, E. 4.1). Hat eine Vertreterin oder ein 
Vertreter ohne Vollmacht gehandelt, sind ihre bzw. seine Rechtshandlungen dann wirksam, wenn 
die steuerpflichtige Person sie nachträglich ausdrücklich oder stillschweigend genehmigt hat 
(Zweifel/Casanova, a.a.O., § 7 N. 6 mit Hinweis auf BGer vom 1.10.1965, in ASA 34 S. 293 E. 4b, 
24.4.1964, in ASA 33 S. 215 E. b).

3.3 Die Treuhänderin hatte den Beschwerdeführer bereits im Einspracheverfahren vertreten 
(Vorakten StRK pag. 23 f., pag. 11). Die Einspracheentscheide wurden jedoch dem 
Beschwerdeführer persönlich eröffnet (Vorakten StRK pag. 39). Dagegen erhob die Treuhänderin 

am 14. Februar 2014 in seinem Namen Rekurs und Beschwerde bei der StRK (Vorakten StRK 
pag. 40-42). Die daraufhin erlassene Verfügung mit der Aufforderung zum Einreichen einer 
Vollmacht und zur Zahlung des Gerichtskostenvorschusses bis am 17. März 2014 unter 
Androhung der Nichteintretensfolge wurde nur der Treuhänderin zugestellt (Vorakten StRK 
pag. 43). In der Folge leitete diese den Einzahlungsschein für die Bezahlung des 
Gerichtskostenvorschusses an den Beschwerdeführer weiter, der den Betrag rechtzeitig am 
3. März 2014 bei der Schweizerischen Post einbezahlte (Empfangsschein in Vorakten StRK 
pag. 45). Die schriftliche Vollmacht wurde am 3. bzw. 5. März unterzeichnet, ging aber erst am 
26. März 2014 bei der StRK ein (vgl. vorne Bst. B, E. 2.4). 

3.4 Bei Ablauf der mit Verfügung vom 17. Februar 2014 gesetzten Frist lag die schriftliche 
Vollmacht der StRK noch nicht vor. Mit der persönlichen und fristgerechten Bezahlung des 
Kostenvorschusses von Fr. 2'000.-- hatte der Beschwerdeführer jedoch unmissverständlich zu 
erkennen gegeben, dass tatsächlich ein Vertretungsverhältnis bestand, seine Vertreterin nach 
seinem Willen Rekurs und Beschwerde erhoben hatte und er daran festhalten wollte. Somit hätte 
bereits in diesem Zeitpunkt ohne weiteres auf ein gültiges Vertretungsverhältnis geschlossen 
werden können. Mit Blick auf die Zwecke der Vollmacht (vorne E. 3.2) bestand kein Bedürfnis 
mehr, am strikten Erfordernis des fristgerechten Einreichens einer schriftlichen Vollmacht 
festzuhalten (anders noch implizit VGE 22035 vom 25.11.2004, E. 2 f.). Im Übrigen ging die 
Vollmacht gut zehn Tage vor Erlass der vorinstanzlichen Entscheide bei der StRK ein (Vorakten 
StRK pag. 47). Dass die StRK dennoch mangels Einreichens der schriftlichen Vollmacht innert der 
ursprünglich angesetzten Frist auf die Rechtsmittel nicht eingetreten ist, erweist sich in Würdigung 
der gesamten Umstände als überspitzt formalistisch und verletzt Art. 29 Abs. 1 BV (vgl. bereits 
BGer vom 1.10.1965, in ASA 34 S. 293 E. 4b, 24.4.1964, in ASA 33 S. 215 E. b).

3.5 Die Beschwerden erweisen sich somit als begründet. Die angefochtenen Entscheide sind 
aufzuheben und die Sache ist zur Prüfung der übrigen Eintretensvoraussetzungen und 
gegebenenfalls zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4.

Bei diesem Ausgang der Verfahren sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Der Beschwerdeführer 
hat Anspruch auf Ersatz seiner Parteikosten (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 
Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). Die Kostennote 
seines Rechtsvertreters vom 26. September 2014 gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.

5.

Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) als Zwischenentscheide. Sie können unter den 
Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der Hauptsache offenstehenden 
Rechtsmittel, hier mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, selbständig 
angefochten werden (statt vieler BGE 138 I 143 E. 1.2 mit Hinweisen).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 wird gutgeheissen. Der 
Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 7. April 2014 wird aufgehoben 
und die Sache wird im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2009 wird gutgeheissen. Der Entscheid 
der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 7. April 2014 wird aufgehoben und die 
Sache wird im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. Der Kanton Bern (Steuerverwaltung) hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf Fr. 2'214.75 (inkl. Auslagen und MWSt), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. 
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.