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**Case Identifier:** 798d2735-deb5-501a-a9ba-b3e5618f20dd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2023 200 2023 303
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-303_2023-12-20.pdf

## Full Text

200 23 303 IV
KOJ/TOZ/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Dezember 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
gesetzlich vertreten durch B.________
vertreten durch Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. März 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 2011 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
die bei der Invalidenversicherung erstmals im Juni 2011 wegen eines con-
genitalen Herzvitiums angemeldet worden war und aufgrund des Geburts-
gebrechens Ziff. 313 (angeborene Herz- und Gefässmissbildungen) 
gemäss Anhang der Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsge-
brechen (GgV; SR 831.232.21 [in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2021, 
abgelöst durch die Verordnung des Eidgenössischen Departements des 
Innern {EDI} vom 3. November 2021 über Geburtsgebrechen {GgV-EDI; 
SR 831.232.211}, in Kraft seit 1. Januar 2022]) medizinische Massnahmen 
zugesprochen erhielt (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin; act. II und act. IIA], act. II 1, 7, 10), wurde von ihrer Mutter im De-
zember 2020 unter Hinweis auf eine unkoordinierte Motorik und eine um-
fassende Hilfsbedürftigkeit zum Leistungsbezug angemeldet (act. II 11). 
Gestützt auf einen Abklärungsbericht Hilflosenentschädi-
gung/Intensivpflegezuschlag für minderjährige Versicherte vom 1. 
April 2021 (act. II 30) sprach die IVB – nach durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren (act. II 31 f.) – der Versicherten mit Verfügung vom 5. August 
2021 (act. II 49) eine Hilflosenentschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren 
Grades ab dem 17. Dezember 2019 zu und verneinte implizit einen An-
spruch auf einen Intensivpflegezuschlag. Eine hiergegen erhobene Be-
schwerde (act. II 57 S. 3 - 6) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern – soweit es darauf eintrat – mit Urteil vom 1. Februar 2022, 
IV/2021/627 (VGE IV/2021/627; act. II 83 S. 1 - 17), insofern gut, als die 
Verfügung vom 5. August 2021 (act. II 49) aufgehoben und die Sache an 
die IVB zur Vornahme weiterer Abklärungen (insb. medizinische Abklärun-
gen, Erhebung vor Ort, Einholen einer schriftlichen Stellungnahme der 
Schule der Versicherten und Verfassen eines Abklärungsberichts) und er-
neutem Erlass einer Verfügung zurückgewiesen wurde. 

Hierauf forderte die IVB mit Schreiben vom 18. März 2022 (act. II 88) die 
Ärzte des Spitals D.________ auf, Arztberichte einzureichen und allenfalls 
eine weitere Abklärung durchzuführen. Weiter veranlasste sie eine Ab-

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klärung vor Ort (drei Abklärungsberichte Hilflosenentschädi-
gung/Intensivpflegezuschlag vom 9. Januar 2023; act. II 130 - 132) sowie 
eine Untersuchung durch Dr. med. E.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD; Untersuchungsbericht 
vom 11. Januar 2023; act. II 133). Mit Vorbescheid vom 18. Januar 2023 
(act. II 134) stellte sie der Versicherten die Ausrichtung einer Hilflosenent-
schädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades vom 1. Dezember 2019 
bis 30. April 2020, eine solche für Hilflosigkeit schweren Grades vom 1. Mai 
2020 bis 30. November 2021 und wiederum eine solche für Hilflosigkeit 
mittleren Grades vom 1. Dezember 2021 bis 1. Mai 2024 (Revision) und 
implizit die Verneinung des Anspruchs auf einen Intensivpflegezuschlag in 
Aussicht. Daran hielt sie nach erhobenem Einwand vom 20. bzw. 28. Fe-
bruar 2023 (act. IIA 136, 142) fest und verfügte – nach Einholung einer 
Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 3. März 2023 (act. IIA 143) 
– am 17. März 2023 wie im Vorbescheid vorgesehen (act. IIA 148). 

B.

Gegen die Verfügung vom 17. März 2023 erhob die Versicherte, gesetzlich 
vertreten durch ihre Mutter, diese vertreten durch Fürsprecher C.________, 
am 26. April 2023 Beschwerde mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Der vorgesehene Entscheid sei betreffend die Zeit vom 1. Mai 
2020 bis 30. November 2021 zu bestätigen und entsprechend sei 
für diese Zeitspanne die Hilflosenentschädigung (schwerer Grad) 
für die Beschwerdeführerin umgehend an die Mutter im Betrag von 
Fr. 36'911.25 (579 Tage à Fr. 63.75) auszubezahlen.

2. Der vorgesehene Entscheid sei für die Zeit ab dem 1. Dezember 
2019 bis 30. April 2020 und vom 1. Dezember 2021 bis 1. Mai 
2024 abzuändern. 

3. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. De-
zember 2019 bis heute und darüber hinaus unter schwerer Hilflo-
sigkeit leidet und entsprechend sei für die gesamte Zeitspanne, 
beginnend ab dem 1. Dezember 2019 bis zum vorgesehenen Re-
visionszeitpunkt vom 1. Mai 2024, eine Hilflosenentschädigung im 
Betrag von Fr. 63.75 pro Tag bis zum 31. Dezember 2022 und ab 
dem 1. Januar 2023 im Betrag von Fr. 65.35 pro Tag auszubezah-
len.

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4. Der Mutter sei ein Intensivpflegezuschlag beginnend ab dem 
1. Dezember 2019 bis 1. Mai 2024 (Revisionszeitpunkt) zuzuspre-
chen. 

- unter Kostenfolge -

Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beiordnung von Fürsprecher C.________ als amtlicher 
Anwalt.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 
2023 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 6. Juni 2023 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gut unter Beiordnung von Fürsprecher 
C.________ als amtlicher Anwalt.

Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 13. Juni 2023 einen Be-
richt und ein Attest des Spitals J.________ vom 31. Mai 2023 (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I] 9 f.) zu den Akten.

Mit Eingabe vom 12. Juli 2023 verzichtete die Beschwerdegegnerin, unter 
Beilage von Berichten des Spitals D.________ vom 3. Januar 2023 und 
des Spitals F.________ vom 19. Januar 2023, auf eine Stellungnahme; 
diese Unterlagen wurden daraufhin der Beschwerdeführerin zur Kenntnis-
nahme zugestellt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. März 2023 (act. IIA 
148). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Hilflosenentschädigung für Minderjährige und einen Intensivpflegezu-
schlag.

Soweit die Beschwerdeführerin die umgehende Auszahlung der Hilflosen-
entschädigung für den Zeitraum vom 1. Mai 2020 bis 30. November 2021 
(Hilflosigkeit schweren Grades) beantragt (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. I.1), 
ist hierzu anzumerken, dass vorliegend einzig über den streitigen Anspruch 
an sich, nicht aber über die Auszahlungsmodalitäten verfügt wurde, wes-
halb insoweit nicht auf die Beschwerde einzutreten ist (vgl. BGE 131 V 164 
E. 2.1 S. 164; SVR 2021 AHV Nr. 21 S. 69 E. 5.2; siehe im Übrigen die 
Beschwerdeantwort, S. 2 lit. C Ziff. 5).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 
210 E. 4.3.1 S. 213). Diese auf einmalige und abgeschlossene Ereignisse 
zugeschnittene intertemporalrechtliche Grundregel wird ergänzt durch den 
Grundsatz der zulässigen unechten Rückwirkung des neuen Rechts auf 
zeitlich offene Dauersachverhalte (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 371). Insoweit 
ist grundsätzlich bis zum Inkrafttreten einer Rechtsänderung das alte 
Recht, nachher das neue Recht anwendbar (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 
S. 166, 147 V 308 E. 5.1 S. 311). 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG (Wei-
terentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) in 
Kraft getreten (AS 2021 705). Da die Übergangsbestimmungen zur Ände-
rung vom 19. Juni 2020 keine besonderen übergangsrechtlichen Regelun-
gen betreffend Hilflosenentschädigung enthalten, ist der Anspruch auf Hilf-
losenentschädigung, der allenfalls schon vor dem 1. Januar 2022 entstan-
den ist, gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln für die Zeit 
bis zum 31. Dezember 2021 aufgrund der bisherigen (bis 31. Dezember 
2021 geltenden; fortan aArt.) und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen, 
seit dem 1. Januar 2022 geltenden Normen zu prüfen, wobei die Weite-
rentwicklung der IV in Bezug auf die Hilflosenentschädigung – soweit hier 
relevant – keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtslage brachte.

2.2 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). Als hilflos gilt eine Per-
son, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Le-
bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa-
chung bedarf (Art. 9 ATSG). Zu unterscheiden ist zwischen schwerer, mit-
telschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). Massgebend für 
die Höhe der Hilflosenentschädigung ist das Ausmass der persönlichen 
Hilflosigkeit (Art. 42ter Abs. 1 Satz 1 IVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 7

2.3

2.3.1 Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die versicherte Person 
vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Le-
bensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter 
angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen 
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

2.3.2 Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person 
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln 

a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer 
dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder 

c. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebens-
praktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist (Art. 37 
Abs. 2 IVV).

Nach der Rechtsprechung ist im Rahmen von lit. a dieser Bestimmung 
Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen 
vorausgesetzt (BGE 121 V 88 E. 3b S. 90).

2.3.3 Bei Minderjährigen ist nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung und per-
sönlicher Überwachung im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen 
gleichen Alters zu berücksichtigen (Art. 37 Abs. 4 IVV).

2.3.4 Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind 
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

 Ankleiden, Auskleiden;
 Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
 Essen;
 Körperpflege;
 Verrichtung der Notdurft;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 8

 Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist 
nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei 
der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss 
erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheb-
licher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 
88 E. 3c S. 91).

2.4

2.4.1 Die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine 
intensive Betreuung brauchen, wird um einen Intensivpflegezuschlag er-
höht; dieser Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem 
Heim. Der monatliche Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invali-
ditätsbedingten Betreuungsaufwand von mindestens acht Stunden pro Tag 
100 %, bei einem solchen von mindestens sechs Stunden pro Tag 70 % 
und bei einem solchen von mindestens vier Stunden pro Tag 40 % des 
Höchstbetrages der Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 des Bundesge-
setzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversi-
cherung (AHVG; SR 831.10). Der Zuschlag berechnet sich pro Tag. Der 
Bundesrat regelt im Übrigen die Einzelheiten (Art. 42ter Abs. 3 IVG; in der 
seit dem 1. Januar 2018 gültigen Fassung).

2.4.2 Gemäss Art. 39 Abs. 1 IVV liegt eine intensive Betreuung im Sinne 
von Art. 42ter Abs. 3 IVG bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tages-
durchschnitt infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzliche Betreu-
ung von mindestens vier Stunden benötigen. Anrechenbar als Betreuung 
ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu nicht 
behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der 
Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, welche 
durch medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für päd-
agogisch-therapeutische Massnahmen (Abs. 2). Bedarf eine minderjährige 
Person infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauern-
den Überwachung, so kann diese als Betreuung von zwei Stunden ange-
rechnet werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte Überwa-
chung ist als Betreuung von vier Stunden anrechenbar (Abs. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 9

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zum Bedarf an Dritthilfe der Be-
schwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entneh-
men:

3.1.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 12. Februar 2016 (act. II 12 
S. 119 - 122) wurden als Diagnosen eine psychomotorische Entwicklungs-
retardierung mit Spracherwerbstörung, unklare Dysmorphiezeichen, eine 
Gedeihstörung sowie ein persistierender Ventrikelseptumdefekt (VSD) auf-
geführt (act. II 12 S. 119). Die Beschwerdeführerin zeige einen deutlichen 
Entwicklungsrückstand, vor allem im Bereich von Handlungsstrategien. 
Klinisch sei eine verzögerte grobmotorische und sprachliche Entwicklung 
aufgefallen. Ein Autismus-Score habe keine deutlichen Hinweise auf Au-
tismus ergeben (act. II 12 S. 121).

3.1.2 Im Bericht vom 21. Dezember 2020 (act. II 18 S. 1 - 8) gab Dr. med. 
G.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Allergologie 
und klinische Immunologie, die folgenden Diagnosen an (act. II 18 S. 3 Ziff. 
1.1):

 progrediente subakute Ataxie, a.e. parainfektiös, DD metabolisch / ICD-10 
G11.1, Neuropäd. Q03, Diagnose vom März 2020

 unterdurchschnittliche Intelligenz im Rahmen einer Lernbehinderung
- stabile kognitive Entwicklung (Abklärungen von 2016, 2020)
- milde Dysmorphiezeichen
- Logopädie seit April 2016
- Inkontinenz
- zerebelläre Okulomotoriusstörung mit dysmetrischen Sakkaden sowie Hy-

peropie und Astigmatismus, Orthoptik vom September 2020
 VSD 
 neuropsychologische Diagnosen vom Juli 2020

- grob-, fein- und sprechmotorisch stark beeinträchtigtes Leistungspotential
- verminderte Ausdauer, verminderte Belastbarkeit
- unterdurchschnittliche verbale Leistungen

Am 17. Juli 2020 sei es zu einem Sturz auf den Po mit erneuter Ver-
schlechterung der Mobilität gekommen (die Beschwerdeführerin gehe nicht 
mehr selbstständig; wenn sie gehalten werde, gehe sie nur noch ataktisch). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 10

Seit März 2020 bestehe eine Ataxie unklarer Genese, welche sich laut 
anamnestischen Angaben generell verbessere (act. II 18 S. 5 Ziff. 2.4). 

3.1.3 Im Lernbericht der Schule H.________ GmbH vom 1. Juli 2021 zum 
Schuljahr 2020/2021 (act. II 120 S. 6 - 9) wurde ausgeführt, dass die Be-
schwerdeführerin im Oktober 2020 im zweiten Schuljahr an die Schule 
H.________ gewechselt habe. Sie heile gerade eine körperliche Beein-
trächtigung aus und könne mit einem reduzierten Pensum teilnehmen (act. 
II 120 S. 6). Ihre Feinmotorik sei noch nicht vollständig zurück. Deshalb 
trainiere sie das Greifen kleiner …-Materialien wie auch Bastelmaterialien. 
Sie bewege sich sicher durch den Raum, schwanke aber viel. Den Trep-
pengang meistere sie immer an der Hand einer Begleitperson. In den 
Stockwerken bewege sie sich frei. Im Aussenbereich werde sie ebenfalls 
bei den Tritten und Treppen begleitet (act. II 120 S. 7). 

3.1.4 Dem Bericht des Spitals D.________ vom 19. August 2021 (act. II 
107 S. 3 f.) ist zu entnehmen, dass aufgrund der klinischen Befunde (Ata-
xie, Lernbehinderung, grenzwertiges Gedeihen, VSD) der hochgradige 
Verdacht auf eine genetische Erkrankung bestanden habe. Eine im Jahr 
2016 durchgeführte Microarray-Analyse (vor Erstmanifestation der Ataxie) 
habe einen unauffälligen Befund ergeben. Nun sei im Hinblick auf die Ata-
xie noch eine Trio-Whole-Exomsequenzierung durchgeführt worden, wel-
che ebenfalls keine richtungsweisenden Befunde geliefert habe. Als einzige 
Auffälligkeit habe sich eine Compound-Heterozygotie für zwei Varianten 
unklarer Signifikanz im NPC1-Gen gezeigt. Biallelische Varianten in diesem 
Gen gingen mit der Niemann-Pick-Krankheit Typ C einher. Die nachfolgen-
den biochemischen und neurologischen/ophthalmologischen Abklärungen 
(inklusive Hautbiopsie) hätten den Verdacht auf dieses Krankheitsbild er-
freulicherweise nicht bestätigen können, so dass die Diagnose der Be-
schwerdeführerin weiterhin ungeklärt sei (act. II 107 S. 3).

3.1.5 Im Bericht des Spitals D.________ vom 14. September 2021 (act. II 
110 S. 8 - 12) wurden als Diagnosen eine subakut aufgetretene Ataxie 
(Erstdiagnose vom April 2020), ungeklärter Ätiologie, am ehesten eine her-
edo-degenerative Erkrankung des Nervensystems, sowie eine unterdurch-
schnittliche Intelligenz und Lernbehinderung angegeben (act. II 110 S. 8 
Ziff. 1.1). Es liege eine heredo-generative Erkrankung des Nervensystems 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 11

(Geburtsgebrechen Ziff. 383 Anhang GgV) vor (act. II 110 S. 8 Ziff. 1.3). 
Die Beschwerdeführerin benötige im Altersvergleich mehr Aufsicht, mehr 
Hilfestellung bei Alltagsverrichtungen wie An- und Auskleiden sowie Essen 
und mehr Anleitung zur Initiierung der Alltagsverrichtungen (act. II 110 S. 9 
Ziff. 1.8). 

3.1.6 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 28. Ok-
tober 2021 (act. II 69) zusammenfassend aus, am 13. Februar 2020 sei die 
zehnjährige Beschwerdeführerin auf der Eisbahn auf den Rücken gestürzt 
ohne Bewusstseinsverlust (sie habe einen Helm getragen), daraufhin habe 
sie über heftige Schmerzen im Rücken geklagt und habe sehr rasch ihre 
Gehfähigkeit verloren und sei wackelig mit grobschlägigem Zittern unter-
wegs gewesen. Dies habe zu Konsultationen im Notfall im Spital 
D.________ geführt. Nach einer unauffälligen Magnetresonanztomografie 
(MRT) des Schädels sei die Verdachtsdiagnose einer postinfektiösen Ata-
xie geäussert worden, allerdings sei nicht klar, welcher Infekt hierfür ver-
antwortlich wäre und zudem sei die MRT unauffällig gewesen. Etwa einen 
Monat nach Beginn der Bewegungsstörung zeichne sich langsam eine 
Besserung ab. Nach dieser Episode und unter Physiotherapie mache die 
Beschwerdeführerin von Woche zu Woche immer kleine Fortschritte, sie 
werde beim Gehen immer ein wenig stabiler. Am 16. August 2021 sei ein 
Konsilium der Humangenetik im Rahmen Neuropädiatrie und im Zusam-
menhang mit der obgenannten Symptomatik durchgeführt worden. Die ge-
netische Abklärung mittels Trio-Whole-Exomsequenzierung habe zu keinen 
richtungsweisenden Befunden geführt. Mit den gleichzeitig okulomotori-
schen Störungen habe eine intrakranielle Ursache am wahrscheinlichsten 
geschienen, der Sturz auf den Rücken stehe wahrscheinlich nicht damit in 
Verbindung (damals auch keine Commotio-Zeichen). Differenzialdiagnos-
tisch müsse bei dieser psychomotorischen Entwicklungsverzögerung mit 
Dysmorphiezeichen und Ataxie an eine metabolischgenetische Ursache 
gedacht werden, möglich wäre eine metabolische Entgleisung im Rahmen 
eines Infekts mit sehr langsamer Erholung und somit auch dem Risiko von 
erneuten Entgleisungen. Es ergebe sich ein weiterer Abklärungsbedarf 
(act. II 69 S. 7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 12

3.1.7 Im molekulargenetischen Bericht des Spitals D.________ vom 
12. Mai 2022 (act. II 107 S. 1) wurde festgehalten, dass aufgrund der mole-
kulargenetischen Befunde die Diagnose eines Angelman-Syndroms nicht 
bestätigt werden könne.

3.1.8 Dem Bericht des Spitals D.________ vom 30. Mai 2022 (act. II 109 
S. 2 f.) sind als Diagnosen eine subakut aufgetretene Ataxie, ungeklärter 
Ätiologie (Frühling 2020), eine unterdurchschnittliche Intelligenz im Rah-
men einer Lernbehinderung, ein VSD sowie neuropsychologische Diagno-
sen (Juli 2020) zu entnehmen (act. II 109 S. 2 f.). Die Ataxie habe sich seit 
August 2021 etwas gebessert, sowohl subjektiv als auch objektiv. Im Status 
habe ein nicht sicher auslösbarer Patellarsehnenreflex beidseits bestan-
den, was an die Möglichkeit einer zugrundeliegenden Friedreich-Ataxie 
denken lasse. Heute erfolge erneut ein genetisches Konsilium, die Ab-
klärung einer Friedreich-Ataxie werde noch in die Wege geleitet (act. II 109 
S. 3). 

3.1.9 Im Bericht des Spitals I.________ vom 31. Mai 2022 (act. II 117 S. 
2) wurde festgehalten, dass eine molekulargenetische Analyse von Frata-
xin ein normales Resultat ergeben habe, was die Diagnose einer Fried-
reich-Ataxie ausschliesse. 

3.1.10 Im Lernbericht der Schule H.________ vom 24. Juni 2022 zum 
Schuljahr 2021/2022 (act. II 120 S. 2 - 5) wurde ausgeführt, dass sich die 
Beschwerdeführerin körperlich um einiges erholt habe, weshalb sie sich 
viel freier, auch mit Hilfe ihrer Mitschüler – unabhängig von den Lernbeglei-
tern – im Schulhaus bewegen könne (act. II 120 S. 2). 

3.1.11 Im Abklärungsbericht vom 9. Januar 2023 betreffend die Zeit ab 
Dezember 2018 (relevanter Wartezeitbeginn; vgl. act. II 83 S. 15 E. 3.4) bis 
Februar 2020 (Auftreten der Ataxie; act. II 130 S. 2 Ziff. 2.1) wurde eine 
Hilflosigkeit mittelschweren Grades aufgrund bestehender Einschränkun-
gen in den fünf alltäglichen Lebensverrichtungen An- und Auskleiden, Es-
sen, Körperpflege, Verrichten der Notdurft und Fortbewegung bejaht sowie 
ein Intensivpflegezuschlag aufgrund eines täglichen Mehraufwandes infol-
ge intensiver Betreuung (im Vergleich zu nicht behinderten Kindern im sel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 13

ben Alter) von 2 Stunden 19 Minuten verneint (act. II 130 S. 3 - 8 Ziff. 2.1.1 
- 2.4). 

Dem Abklärungsbericht vom 9. Januar 2023 betreffend die Zeit ab Februar 
2020 (Auftreten der Ataxie) bis August 2021 (Besserung der Ataxie-
Symptomatik; act. II 131 S. 2 Ziff. 2.1) ist zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin in allen sechs alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd 
auf Hilfe Dritter angewiesen war (act. II 131 S. 9 Ziff. 2.4). Der invaliditäts-
bedingte zeitliche Mehraufwand (im Vergleich zu nicht behinderten Kindern 
im selben Alter) betrage pro Tag 2 Stunden 50 Minuten, womit die Voraus-
setzungen für einen Intensivpflegezuschlag nicht gegeben seien (act. II 131 
S. 3 - 9 Ziff. 2.1.1 - 2.4). 

Im Abklärungsbericht vom 9. Januar 2023 betreffend die Zeit ab September 
2021 (Besserung der Ataxie-Symptomatik; act. II 132 S. 2 Ziff. 2.1) wurde 
eine Hilflosigkeit mittelschweren Grades aufgrund bestehender Einschrän-
kungen in den fünf alltäglichen Lebensverrichtungen An- und Auskleiden, 
Essen, Körperpflege, Verrichten der Notdurft und Fortbewegung bejaht 
sowie ein Intensivpflegezuschlag aufgrund eines täglichen Mehraufwandes 
infolge intensiver Betreuung (im Vergleich zu nicht behinderten Kindern im 
selben Alter) von 2 Stunden 42 Minuten verneint (act. II 132 S. 3 - 9 Ziff. 
2.1.1 - 2.4). 

Zur alltäglichen Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen wurde in 
allen drei Abklärungsberichten festgehalten (act. II 130 - 132, jeweils S. 3 
bzw. 4 Ziff. 2.1.2), dass die Beschwerdeführerin vor dem Auftreten der Ata-
xie (Februar 2020) diesbezüglich selbstständig gewesen sei. Ab Februar 
2020 habe sie nicht mehr alleine aufstehen und gehen können. In der 
Schule gebe es keine Stühle. Auch zu Hause sei das Wohnzimmer mit Ma-
tratzen ausgestattet worden, damit die Beschwerdeführerin auf dem Boden 
sitzen und sich bei einem allfälligen Sturz nicht verletzen könne. Die Be-
schwerdeführerin habe zum Zeitpunkt der Ataxie (Februar 2020) nicht mehr 
selbstständig auf einen Stuhl sitzen oder aufstehen können, auch sei es ihr 
nicht möglich gewesen, ins Bett zu gehen oder das Bett zu verlassen. Sie 
habe beim Gehen wie ein Kleinkind an beiden Händen festgehalten werden 
müssen. Ein Rollstuhl sei aber nicht in Frage gekommen; die Mutter habe 
nicht gewollt, dass sich die Beschwerdeführerin an einen Rollstuhl gewöh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 14

ne. Die Beschwerdeführerin sei in dieser Zeit von der Mutter oft getragen 
worden. Inzwischen habe sich die Situation im Vergleich zu Februar 2020 
jedoch erheblich verbessert. Die Beschwerdeführerin könne wieder selbst-
ständig auf einen Stuhl sitzen und aufstehen (seit ca. September 2021). Sie 
werde aber bei Müdigkeit instabiler. Die Mutter habe dann jeweils Angst, 
dass die Beschwerdeführerin seitlich vom Stuhl kippe. Sie bleibe deshalb 
immer in ihrer Nähe. Ein Stuhl mit Seitenlehne könne das Kippen nicht ver-
hindern, die Beschwerdeführerin kippe jeweils auch nach vorne. Zu Hause 
sitze die Beschwerdeführerin in der Regel nicht auf dem Stuhl, da sie Ma-
tratzen auf dem Boden hätten; die Spielsachen seien deshalb ins Wohn-
zimmer verlegt worden. Die Beschwerdeführerin könne aber nicht selbst-
ständig vom Boden aufstehen. Weiter wurde ausgeführt, dass die Mutter 
der Beschwerdeführerin beim Zubettgehen helfe und sich mit ihr gegen 
21:30 Uhr schlafen lege. Die Beschwerdeführerin schlafe bei ihr im Zim-
mer. Sie verlange, dass die Mutter ihr die Füsse und Beine massiere (ca. 
10 Minuten lang). Innerhalb von ungefähr 30 Minuten schlafe sie in der 
Regel ein. Es komme vor, dass sie in der Nacht aufwache und eine Mas-
sage verlange. Die Mutter massiere sie anschliessend und helfe ihr, sich 
wieder richtig im Bett zu positionieren. Es komme etwa zweimal im Monat 
vor, dass die Beschwerdeführerin in der Nacht erbrechen müsse.

Betreffend die Zeit von Februar 2020 bis August 2021 bzw. ab September 
2021 merkte die Abklärungsperson an, gemäss Auskunft der Schule 
H.________ vom 23. März 2021 könne die Beschwerdeführerin selbststän-
dig auf einen Stuhl "steigen" und auch wieder hinunter. Ein hoher Stuhl 
gehe besser als ein niedriger. Sie müsse sich am Tisch halten können (act. 
II 131 f., jeweils S. 4 Ziff. 2.1.2). Ferner wies die Abklärungsperson in Be-
zug auf die Zeit ab September 2021 auf Rz. 2032 des seit dem 1. Janu-
ar 2022 gültigen Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherun-
gen (BSV) über Hilflosigkeit (KSH) hin, wonach die Hilfe Dritter beim Auf-
stehen von niedrigen Sitzflächen (auf welche die versicherte Person nicht 
angewiesen sei), vom Boden oder beim Einsteigen in ein Auto nicht erheb-
lich und alltäglich sei. Damit liege hier keine regelmässige und erhebliche 
Hilflosigkeit vor (ZAK 1987 S. 247). Schliesslich hielt die Abklärungsperson 
fest, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, auf die Untersuchungs-
liege zu klettern und diese wieder zu verlassen (act. II 132 S. 4 Ziff. 2.1.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 15

3.1.12 Im Untersuchungsbericht vom 11. Januar 2023 (act. II 133) diagnos-
tizierte die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ eine Ataxie unklarer Ätiologie 
mit Verdacht auf eine genetische Erkrankung sowie eine Intelligenz im Be-
reich einer Lernbehinderung (act. II 133 S. 5). Die Beschwerdeführerin 
könne ohne Hilfe gehen, jedoch gehe sie eher auf dem Vorfuss. Sie könne 
auf den Zehenspitzen, aber nicht auf den Fersen stehen. Beim Gehen 
müsse sie immer begleitet werden, da die Bewegungen dem "Befehl" des 
Gehirns nicht folgen könnten. Die Beschwerdeführerin versuche schnell zu 
gehen, aber die Koordination der Bewegungen sei derart schlecht, dass sie 
immer wieder das Gleichgewicht verliere; die Richtung müsse deshalb im-
mer wieder korrigiert werden. Ein Einbeinstand sei auch mit Festhalten 
unsicher, ein Hüpfen sei nicht möglich. Die Beschwerdeführerin könne mit 
dem Ball spielen. Sie renne dem Ball nach, könne diesen aber nicht fan-
gen. Ferner könne sie nicht ohne Hilfe auf dem Boden sitzen oder vom 
Boden aufstehen. Die Sprache der Beschwerdeführerin sei nicht gut ver-
ständlich, so dass deren Wünsche nicht einfach zu interpretieren seien. 
Betreffend das Trinken sei die Beschwerdeführerin in der Lage, einen Be-
cher in die Hand zu nehmen und zu trinken. Aufgrund der ataktischen 
Störungen bestünden jedoch eine Unsicherheit und ein minimales Zittern. 
Beim Spielen mit der Knetmasse habe die Beschwerdeführerin mit einem 
Kugelschreiber kleine Knetstücke aufstechen und in die Hand der RAD-
Ärztin legen können. Das Einfädeln von Perlen sei wegen der feinmotori-
schen Störungen nicht möglich. Die Beschwerdeführerin habe in ca. 10 
Minuten ihre Kleider selbstständig ausziehen können. Gemäss Angaben 
der Mutter sei sie jedoch, wenn sie von der Schule nach Hause komme, 
nicht in der Lage, die Kleider auszuziehen. Anziehen könne sich die Be-
schwerdeführerin nicht selbstständig (act. II 133 S. 4). Auch wenn sich die 
Ataxie seit Juli resp. August 2021 verbessert habe, zeige die Beschwerde-
führerin immer noch entsprechende Symptome. Es sei daher nachvollzieh-
bar, dass die Situation mit dem Auftreten der Symptomatik im Februar 2020 
komplexer und schwieriger geworden sei; die Beschwerdeführerin, die be-
reits Probleme in den Bereichen Sprache und motorische Entwicklung ge-
habt habe, sei ab Februar 2020 auf viel mehr Unterstützung durch ihre Mut-
ter angewiesen gewesen. Diese Unterstützung habe mehr Hilfestellung, 
mehr Aufmerksamkeit sowie mehr Kontrolle beinhaltet, einhergehend mit 
mehr Ängsten (act. II 133 S. 5). Abschliessend hielt die RAD-Ärztin fest, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 16

dass gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen und die heu-
tige Untersuchung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine heredo-
degenerative Erkrankungen des Nervensystems (Geburtsgebrechen 
Ziff. 383 Anhang GgV bzw. GgV-EDI) vorliege (act. II 133 S. 5). 

3.1.13 Im Zwischenbericht der Schule H.________ vom 3. Februar 2023 
zum Schuljahr 2022/2023 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 4) wurde 
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin eine intensive und vor allem 
lückenlose Aufmerksamkeit sowie Betreuung benötige. Beim Treppenstei-
gen im Schulgebäude müsse die Beschwerdeführerin immer an der Hand 
geführt werden. Ihre Teilnahme am Sportunterricht sei sehr beschwerlich 
und nur eingeschränkt mit Hilfe von einem Lernbegleiter möglich, der sie an 
der Hand führe. An wöchentlichen Waldspaziergängen könne sie nicht teil-
nehmen, da der Weg zu holprig und körperlich zu anstrengend sei; die Be-
schwerdeführerin ermüde sehr schnell. Gleiches gelte auch für Tagesaus-
flüge in die Natur. Ebenso könne die Beschwerdeführerin nicht an täglichen 
"Znüni-Pausen" und am Mittagstisch (am Montag und Dienstag) teilneh-
men, da sie stressbedingt ausserhalb von zu Hause kein Essen und Trin-
ken zu sich nehmen könne. Durch ihre eingeschränkte verbale Kommuni-
kationsmöglichkeit sei sie sodann gehemmt im Umgang und in der Kon-
taktaufnahme mit den Mitschülern (act. I 4 S. 1). 

3.1.14 Dr. med. G.________ diagnostizierte im Bericht vom 8. Febru-
ar 2023 (act. I 5) einen globalen Entwicklungsrückstand mit 
Sprachstörung/Mehrsprachigkeit, einen Kleinwuchs, einen hyperopen As-
tigmatismus, eine subakut aufgetretene Ataxie (Frühling 2020), eine unter-
durchschnittliche Intelligenz im Rahmen einer Lernbehinderung, einen VSD 
sowie neuropsychologische Diagnosen (Juli 2020: Leistungspotenzial 
durch grob-, fein- und sprechmotorische Probleme aktuell wahrscheinlich 
stark beeinträchtigt, verminderte Ausdauer [Belastbarkeitsminderung]; act. I 
5 S. 1 f.). Die Beschwerdeführerin benötige vermehrte Betreuung und Un-
terstützung, die die Mutter zu Hause auch leiste. Wegen der eingeschränk-
ten Feinmotorik brauche die Beschwerdeführerin Hilfe beim Essen, Trin-
ken, Waschen und Duschen. Nachts erwache sie gelegentlich mit Gefühl-
losigkeit, so dass sie massiert werden müsse. Morgens brauche sie oft 
Hilfe beim Aufstehen, da sie zu schwach sei oder sich die Ataxie stark be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 17

merkbar mache. Was die Grobmotorik angehe, stolpere die Beschwerde-
führerin oft, brauche Hilfe beim Aufstehen und Abliegen und ermüde sehr 
schnell. Die Beschwerdeführerin sei inkontinent und brauche Windeln; bei 
einem allfälligen Toilettengang sei sie auf die Hilfe ihrer Mutter angewiesen 
(act. I 5 S. 2). 

3.1.15 Aus der Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 3. März 
2023 (act. IIA 143) geht hervor, dass sich aufgrund der im Vorbescheidver-
fahren erhobenen Einwände weder bezüglich Art und Umfang der im Rah-
men der Abklärung erhobenen Hilfe in den Bereichen An- und Auskleiden, 
Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichten der Notdurft 
sowie Fortbewegung noch in Bezug auf die Anrechnung des zeitlichen 
Mehraufwandes in den genannten Lebensbereichen und in der Behand-
lungs- und Grundpflege Anpassungen rechtfertigten (act. IIA 143 S.  3 - 
12). Insbesondere sei der invaliditätsbedingte Mehraufwand gestützt auf 
die Angaben der Mutter der Beschwerdeführerin und die im massgebenden 
Kreisschreiben festgesetzten Maximalwerte sowie unter Abzug des Auf-
wandes für altersentsprechende Hilfe erhoben worden (act. IIA 143 S. 12). 

3.1.16 Im Bericht des Spitals D.________ vom 31. Mai 2023 (act. I 9) wur-
den als Diagnosen eine subakut aufgetretene Ataxie (Frühling 2020), un-
geklärter Ätiologie, ein VSD, eine neuropsychologische Diagnose (Mai 
2023; unterdurchschnittliche Intelligenz im Rahmen einer Lernbehinderung) 
sowie eine Belastbarkeitsminderung genannt (act. I 9 S. 1). Im Vergleich zu 
den Voruntersuchungen in den Jahren 2016 und 2020 ergebe sich ein kon-
stanter kognitiver Entwicklungsverlauf im unterdurchschnittlichen Leis-
tungsbereich. Die Beschwerdeführerin könne ca. 20 Minuten am Stück ar-
beiten, bevor sie sehr deutliche Anzeichen von Müdigkeit zeige. Bei länger 
dauernden kognitiven und motorischen Anforderungen sei ein negativer 
Effekt auf die motorische Bewegungsstörung klar zu beobachten (act. I 9 S. 
3). 

Mit ärztlichem Attest vom 31. Mai 2023 (act. I 10) empfahl dieselbe Univer-
sitätsklinik der Schulleitung eine Reduktion des Schulpensums auf die 
Vormittage sowie die konsequente Umsetzung eines guten Pausenmana-
gements. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 18

3.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

Diese Rechtsprechung ist auf Abklärungsberichte für Ansprüche auf Hilflo-
senentschädigung, Intensivpflegezuschlag, Hilfsmittel oder Assistenzbei-
trag analog anwendbar. Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Be-
messung der Leistung ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit 
zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 
130 V 61 E. 6.2 S. 63).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 17. März 2023 (act. IIA 148) im Wesentlichen auf die drei Abklärungs-
berichte vom 9. Januar 2023 (act. II 130 - 132) mitsamt Stellungnahme des 
Bereichs Abklärungen vom 3. März 2023 (act. IIA 143) gestützt. Diese er-
füllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an derartige Berichte 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihnen volle Beweis-
kraft zukommt. Die Abklärungsberichte wurden von einer qualifizierten Per-
son verfasst, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse (vor 
Ort) sowie der Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hatte, welche 
sich aus den von den Ärzten gestellten Diagnosen ergaben. Sodann hat 
sich die Abklärungsperson gestützt auf die Angaben der Mutter der Be-
schwerdeführerin einlässlich mit deren Einschränkungen befasst und diese 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 19

detailliert beschrieben; die Abklärung fand zudem in Anwesenheit der RAD-
Ärztin Dr. med. E.________ statt (act. II 130 - 132, jeweils S. 2 Ziff. 1) und 
erfolgte am Nachmittag, um den von der Mutter geschilderten, im Tages-
verlauf stetig abnehmenden Ressourcen der Beschwerdeführerin Rech-
nung zu tragen (vgl. act. II 125 S. 1; VGE IV/2021/627, E. 3.3.3 [act. II 83 
S. 14]). Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang eine 
Befangenheit der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ – es scheine "hier eine 
gewisse Voreingenommenheit vorzuliegen" – geltend machen will (vgl. Be-
schwerde, S. 4 Art. 3), ist festzuhalten, dass die Geltendmachung eines 
allfälligen Ausstands- und Befangenheitsgrundes erstmals im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren (vgl. Einwand vom 20. bzw. 28. Februar 2023; act. 
IIA 136, 142) ohnehin als verspätet zu qualifizieren wäre (vgl. BGE 143 V 
66 E. 4.3 S. 69). Sodann kann dem Einwand, dass die Abklärungsperson 
nicht genügend Kenntnis über das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin 
hatte (vgl. Beschwerde, S. 5 f. Art. 4), nicht gefolgt werden: Die Beschwer-
degegnerin hat den rechtserheblichen Sachverhalt entsprechend den Vor-
gaben im Urteil VGE IV/2021/627 (vgl. act. II 83 S. 11 - 15 E. 3.3.1 - 3.3.3) 
umfassend abgeklärt. Gestützt auf die zahlreichen fachärztlichen Berichte 
konnte sich die Abklärungsperson ein umfassendes Bild über den Verlauf 
und gegenwärtigen Status der gesundheitlichen Situation der Beschwerde-
führerin machen. Weiter hat die Abklärungsperson – in Nachachtung des 
Urteils VGE IV/2021/627 (vgl. act. II 83 S. 14 E. 3.3.3) – sorgfältig den zeit-
lichen Mehraufwand für die Behandlungs- und Grundpflege erhoben und 
einlässlich gewürdigt. Auf die besagten Abklärungsberichte samt Stellung-
nahme bzw. die Feststellungen der Abklärungsperson ist daher grundsätz-
lich abzustellen (vgl. aber E. 3.4.4 hiernach). Folglich gebietet sich ein Ein-
greifen des Gerichts in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person 
nur dann, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen (vgl. E. 3.2 
hiervor), was nachfolgend zu prüfen ist.

3.4 Gestützt auf die drei Abklärungsberichte vom 9. Januar 2023 (act. II 
130 - 132) und die Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 
3. März 2023 (act. IIA 143) ist erstellt und zu Recht unbestritten, dass die 
Beschwerdeführerin in den fünf Lebensverrichtungen An-/Auskleiden, Es-
sen, Körperpflege, Verrichten der Notdurft und Fortbewegung in der ge-
samten relevanten Zeit regelmässig und erheblich hilfsbedürftig war und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 20

überdies der dauernden Pflege bedurfte (act. II 130 - 132, jeweils S. 6 bzw. 
7 Ziff. 2.2 und S. 8 resp. 9 Ziff. 2.4). Streitig ist demgegenüber, ob die Be-
schwerdeführerin auch in der alltäglichen Lebensverrichtung Aufste-
hen/Absitzen/Abliegen auf erhebliche Dritthilfe angewiesen war (vgl. auch 
act. II 83 S. 12 E. 3.3.2).

3.4.1 Sowohl gemäss dem bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 
Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche-
rung (KSIH; Rz. 8015) als auch dem KSH (Rz. 2030) liegt eine Hilflosigkeit 
im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen vor, wenn die versicherte Person 
ohne Hilfe Dritter nicht aufstehen, absitzen oder abliegen kann. Die Hilfe 
Dritter beim Aufstehen von niedrigen Sitzflächen (auf welche die versicher-
te Person nicht angewiesen ist), vom Boden oder beim Einsteigen in ein 
Auto ist nicht erheblich und alltäglich, womit insoweit keine regelmässige 
und erhebliche Hilflosigkeit vorliegt (Rz. 8016 KSIH bzw. 2032 KSH mit 
Verweis auf ZAK 1987 S. 247). 

3.4.2 Betreffend die Zeit von Dezember 2018 (relevanter Wartezeitbe-
ginn) bis Februar 2020 (Auftreten der Ataxie) wurde im Abklärungsbericht 
vom 9. Januar 2023 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin vor dem 
Auftreten der Ataxie (Februar 2020) bezüglich Aufstehen/Absitzen/Abliegen 
selbstständig gewesen sei (act. II 130 S. 3 Ziff. 2.1.2). Konkrete Anhalts-
punkte, die für Gegenteiliges sprechen, finden sich weder in den medizini-
schen Akten (vgl. E. 3.1.1 ff.) noch in den Beschwerdevorbringen; nament-
lich genügt hierfür alleine der (unbelegte) Hinweis, dass eine Hilflosigkeit 
auch in diesem Zeitraum bestanden habe, nicht (vgl. Beschwerde, S. 10 f. 
Art. 8). Mithin hat die Beschwerdegegnerin eine Hilfsbedürftigkeit insoweit 
zu Recht verneint. 

3.4.3 Gemäss den Angaben im Abklärungsbericht vom 9. Januar 2023 
hinsichtlich der Zeit von Februar 2020 (Auftreten der Ataxie) bis August 
2021 (Besserung der Ataxie-Symptomatik) war die Beschwerdeführerin 
beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen aufgrund der Folgen der Ataxie – unbe-
strittenermassen (vgl. Beschwerde, S. 10 Art. 8) – regelmässig in erhebli-
cher Weise auf Dritthilfe angewiesen (act. II 131 S. 4 Ziff. 2.1.2). Die Be-
schwerdegegnerin hat somit eine Hilfsbedürftigkeit insoweit zu Recht be-
jaht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 21

3.4.4 Betreffend die Zeit ab September 2021 macht die Beschwerdeführe-
rin geltend, sie habe nicht ohne Hilfe vom Boden aufstehen können (vgl. 
Beschwerde, S. 10 f. Art. 8). Dies wird im Abklärungsbericht vom 9. Januar 
2023 auch so festgehalten (act. 132 S. 4 Ziff. 2.1.2) und findet überdies im 
Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ vom 11. Januar 2023 (act. II 
133 S. 4) Rückhalt, wonach die Beschwerdeführerin nicht ohne Hilfe auf 
dem Boden sitzen oder vom Boden aufstehen könne (vgl. auch act. I 5 S. 
2). Zwar habe sich die Ataxie-Symptomatik seit Juli resp. August 2021 ge-
bessert, jedoch zeige die Beschwerdeführerin immer noch entsprechende 
Symptome (act. II 133 S. 5). Mithin ist erstellt, dass nach der durchgemach-
ten Erkrankung zwar ein erfreulicher Verlauf besteht (vgl. auch act. II 109 
S. 3, act. II 120 S. 2), jedoch die Teilfunktion Aufstehen vom Boden nach 
wie vor nicht möglich ist. Diese Einschränkung erachtete die Abklärungs-
person mit Hinweis auf Rz. 8016 KSIH bzw. 2032 KSH mit Verweis auf 
ZAK 1987 S. 247 als nicht relevant bzw. hinreichend für die Bejahung der 
Hilflosigkeit in dieser Lebensverrichtung (act. II 132 S. 4 Ziff. 2.1.2).

Gestützt auf Art. 42ter Abs. 3 IVG und Art. 39 IVV (vgl. E. 2.4 hiervor) hat 
das BSV das KSIH und das KSH erlassen. Diese Kreisschreiben sind Ver-
waltungsweisungen. Konkretisierungen in Verwaltungsweisungen richten 
sich grundsätzlich nur an die Durchführungsstellen und sind für das Sozial-
versicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei-
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und 
gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmun-
gen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Ver-
waltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung 
der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Ver-
waltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung 
zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 
224 E. 4.4.2 S. 228). Das Gericht weicht jedoch insoweit von Weisungen 
ab, als sie nicht gesetzmässig sind bzw. in Ermangelung gesetzlicher Vor-
schriften mit den allgemeinen Grundsätzen des Bundesrechts nicht im Ein-
klang stehen (BGE 132 V 121 E. 4.4 S. 125).

In dem in Rz. 8016 KSIH bzw. 2032 KSH angeführten Entscheid vom 
12. Januar 1987 (ZAK 1987 S. 247) hatte das Eidgenössische Versiche-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 22

rungsgericht (heute: Bundesgericht [BGer]) zur Einschränkung einer im 
Zeitpunkt der Abklärung 87-jährigen Versicherten, welche von tiefen Fau-
teuils nicht mehr alleine aufzustehen vermochte, erwogen, dass die Ver-
sicherte nicht darauf angewiesen sei, niedrige und weiche Sitzflächen zu 
benützen. Das Aufstehen vom Boden stelle keine alltägliche Lebensverrich-
tung dar, womit diesbezüglich keine regelmässige und erhebliche Hilflosig-
keit vorliege (ZAK 1987 S. 248 f. E. 2b). Diese Überlegungen, die bezogen 
auf den beurteilten Fall nicht infrage gestellt werden, lassen sich nicht un-
besehen auf den hier gegebenen Fall übertragen. Denn dieser betrifft ein 
– zu Beginn des Zeitraumes ab September 2021 – zehnjähriges Kind. Für 
ein zehnjähriges Kind im Allgemeinen wie auch für die Beschwerdeführerin 
– für welche das Wohnzimmer speziell mit Matratzen versehen wurde, da-
mit sie dort am Boden spielen kann (act. II 132 S. 4 Ziff. 2.1.2) – im Spezi-
ellen ist das Aufstehen vom Boden (im Gegensatz zu erwachsenen oder 
gar betagten Versicherten) im Rahmen ihres altersentsprechenden Bewe-
gungs-, Spiel- und Entdeckungsdrangs sehr wohl ein alltäglicher Vorgang, 
weshalb ein entsprechender Hilfsbedarf ohne Weiteres als regelmässig 
(SVR 2017 IV Nr. 42 S. 126 E. 5.3) und erheblich (Entscheid des BGer vom 
17. Oktober 2017, 9C_560/2017, E. 4.3) zu qualifizieren ist. Damit liegt 
– weil Rz. 8016 KSIH bzw. 2032 KSH keine der Situation der zehnjährigen 
Beschwerdeführerin angepasste und gerecht werdende Auslegung der 
anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulässt und folglich ein triftiger 
Grund besteht, davon abzuweichen – eine Fehleinschätzung bzw. eine zu 
beanstandende rechtliche Würdigung der Abklärungsperson in Bezug auf 
die Teilfunktion Aufstehen vor, weshalb dem Abklärungsbericht vom 9. Ja-
nuar 2023 insoweit nicht gefolgt werden kann. Demnach ist die Hilflosigkeit 
– bereits aufgrund der Hilfsbedürftigkeit in der Teilfunktion Aufstehen (vgl. 
E. 2.3.4 hiervor) – auch im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen und damit 
in allen sechs Lebensverrichtungen zu bejahen, so dass ein Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit 
schweren Grades auch für die Zeit ab dem 1. Dezember 2021 (vgl. act. II 
132 S. 9 Ziff. 3) besteht (vgl. E. 3.4 hiervor). 

3.5 Streitig ist weiter, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf einen 
Intensivpflegezuschlag hat. Dieser setzt voraus, dass ein invaliditätsbeding-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 23

ter Betreuungsaufwand von täglich durchschnittlich mindestens vier Stun-
den vorliegt (Art. 39 Abs. 1 IVV). 

Die Abklärungsperson ermittelte einen täglichen Mehraufwand von 2 Stun-
den 19 Minuten ab Dezember 2018, einen solchen von 2 Stunden 50 Minu-
ten ab Februar 2020 und einen Mehraufwand von 2 Stunden 42 Minuten ab 
September 2021 (act. II 130 - 132, jeweils S. 8 bzw. 9 Ziff. 2.4). Die Be-
schwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang die Anwendung der im 
Anhang IV KSIH (S. 223 ff.) bzw. Anhang 3 KSH (S. 110 ff.) festgesetzten 
Maximalwerte (vgl. Beschwerde, S. 7 f. Art. 6). 

3.5.1 Obschon dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dahinge-
hend beizupflichten ist, dass sich aus Gesetz und Verordnung keine Pau-
schalen bzw. zeitliche Höchstgrenzen für die Anrechnung des Mehrauf-
wandes ergeben (vgl. Beschwerde, S. 7 Art. 6), kann daraus jedoch nicht 
geschlossen werden, dass die im Anhang IV KSIH bzw. Anhang 3 KSH 
festgelegten Maximalwerte von vornherein eine unzulässige Einschränkung 
des Anspruchs auf einen Intensivpflegezuschlag darstellen. Durch die im 
Anhang IV KSIH bzw. Anhang 3 KSH festgelegten Maximalwerte erfolgt 
zwar eine gewisse Pauschalisierung sowohl des Hilfsbedarfs von nichtbe-
hinderten als auch von behinderten Kindern; dies ist in Anbetracht des 
Zweckes der Kreisschreiben, eine gleichmässige Gesetzesanwendung 
sicherzuzustellen, jedoch nicht grundsätzlich zu beanstanden. Es ist zu 
berücksichtigen, dass es für die Hilfe leistende Person schwierig ist, den 
jeweils benötigten Zeitaufwand zuverlässig einzuschätzen. Deshalb ist es 
notwendig, den Hilfsbedarf zusätzlich anhand eines standardisierten Ver-
fahrens zu ermitteln. Dieses Vorgehen ermöglicht, die allenfalls von per-
sönlichen bzw. subjektiv gefärbten Einschätzungen der Hilfe leistenden 
Personen anhand von wissenschaftlich evaluierten und praxiserprobten 
Minutenwerten gleichsam einer Plausibilitätskontrolle zu unterziehen. Wür-
de stets unbesehen einer Gegenprüfung auf die Angaben der Hilfe leisten-
den Personen abgestellt, könnte dies je nach Wahrnehmung der Beteiligten 
bei ähnlich gelagerten Beschwerdebildern und vergleichbaren funktionellen 
Einschränkungen zu unterschiedlichen Ergebnissen und damit zu einer 
nicht zu rechtfertigenden Ungleichbehandlung von Versicherten führen (vgl. 
Entscheid des BGer vom 26. August 2016, 8C_161/2016, E. 3.1.2.3 [betref-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 24

fend Assistenzbeitrag]). Die vom Rechtsvertreter thematisierte Gefahr der 
Ungleichbehandlung resp. dem Einzelfall nicht gerecht werdender Lösun-
gen (vgl. Beschwerde, S. 7 f. Art. 6) wird dabei durch die Anwendung von 
Zuschlägen für Zusatzaufwände und insbesondere der zusätzlich vorgese-
henen Anrechnung von aus medizinischen Gründen notwendigem nach-
weislich höherem Hilfsbedarf angemessen Rechnung getragen (vgl. 
Rz. 8074 KSIH und Rz. 5011 KSH). Anhang IV KSIH bzw. Anhang 3 KSH 
verstossen damit nicht gegen Sinn und Zweck der Regelung des Intensiv-
pflegezuschlages und es besteht kein Anlass, diesen von vornherein die 
Anwendung zu versagen.

3.5.2 Zum Bereich An- und Auskleiden hielt die Abklärungsperson in den 
Abklärungsberichten vom 9. Januar 2023 fest, gemäss den Angaben der 
Mutter habe die Beschwerdeführerin vor dem Auftreten der Ataxie während 
des Kleiderwechsels stehen und auch wenig mithelfen können. Nach dem 
Auftreten der Ataxie sei dies nicht mehr möglich gewesen. Die Beschwer-
deführerin habe im Liegen angezogen werden müssen. Während der Un-
tersuchung durch die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ habe sich die Be-
schwerdeführerin selbstständig an- und auskleiden können (vgl. act. II 130 
- 132, jeweils S. 3 Ziff. 2.1.1). Der Aufwand für das An- und Ausziehen be-
trage gemäss den Angaben der Mutter für die Zeit ab Dezember 2018 
32.5 Minuten pro Tag bzw. für die Zeit ab Februar 2020 und September 
2021 37.5 Minuten pro Tag. Er setze sich zusammen aus 7.5 Minuten für 
die Zeit ab Dezember 2018 bzw. aus je 10 Minuten für die Zeit ab Februar 
2020 und September 2021 für An- und Auskleiden morgens, je 17.5 Minu-
ten tagsüber (Kleiderwechsel aufgrund des Durchfalls) für den gesamten 
Zeitraum, und 7.5 Minuten ab Dezember 2018 resp. je 10 Minuten ab Fe-
bruar 2020 und September 2021 abends. In Abzug brachte die Ab-
klärungsperson für die Zeit ab Dezember 2018 und Februar 2020 je 5 Mi-
nuten Zeitaufwand, welche auch für ein nicht behindertes Kind im selben 
Alter anfielen. Es resultiere unter Berücksichtigung der diesbezüglichen 
Maximalwerte (bis 10 Jahre: 30 Minuten; ab 10 Jahren: 35 Minuten [An-
hang IV KSIH S. 223 f. bzw. Anhang 3 KSH S. 110 f.]) ein anrechenbarer 
zeitlicher Mehraufwand von 25 Minuten für die Zeit ab Dezember 2018 und 
Februar 2020 resp. von 35 Minuten für die Zeit ab September 2021 pro Tag 
(vgl. act. II 130 - 132, jeweils S. 3 Ziff. 2.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 25

Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin wurde der Zeitaufwand 
für das Kleiderwechseln aufgrund des Durchfalls und der Inkontinenz (vgl. 
Beschwerde, S. 10 Art. 7) zutreffend berücksichtigt (vgl. act. IIA 143 S. 4). 
Sodann kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie gel-
tend macht, das selbstständige An- und Ausziehen sei aufgrund der Er-
schöpfung nicht möglich (vgl. Beschwerde, S. 9 Art. 7), widerspricht dies 
doch dem von der Beschwerdeführerin während der Abklärung resp. ärzt-
lichen Untersuchung gezeigten Ausziehen der Kleider trotz der von ihr 
geäusserten Müdigkeit (vgl. act. II 132 S. 3 Ziff. 2.1.1). Nichts desto trotz 
hat die Abklärungsperson den Zeitaufwand für die vollständige Hilfe der 
Mutter berücksichtigt (vgl. act. IIA 143 S. 4). Darüber hinaus sind keine 
(medizinischen) Gründe für einen erhöhten zeitlichen Aufwand ersichtlich, 
die ein Abweichen von den angerechneten Mehraufwänden begründen 
könnten. Die Anrechnungen von 25 Minuten pro Tag für die Zeit ab De-
zember 2018 und Februar 2020 resp. von 35 Minuten pro Tag für die Zeit 
ab September 2021 in diesem Bereich sind somit korrekt erfolgt (vgl. act. II 
130 - 132, jeweils S. 3 Ziff. 2.1.1).

3.5.3 Soweit der veranschlagte Zeitaufwand betreffend Aufstehen, Absit-
zen und Abliegen für die Zeit ab Februar 2020 gerügt wird (vgl. Beschwer-
de, S. 10 Art. 8), ist darauf hinzuweisen, dass die Abklärungsperson bereits 
den maximalen anrechenbaren Mehraufwand von 25 Minuten pro Tag für 
diesen Bereich (Positionswechsel/Transfer) und die Maximalpauschale von 
6 Minuten pro Tag für den Zusatzaufwand in der Nacht (Umlagerung) 
gemäss Anhang IV KSIH S. 225, insgesamt 31 Minuten pro Tag, ange-
rechnet hat (act. II 131 S. 4 Ziff. 2.1.2). Für darüberhinausgehende Zeit-
aufwendungen bleibt kein Raum, zumal von den Höchstsätzen nur abgewi-
chen werden darf, wenn der Hilfsbedarf aus medizinischen Gründen not-
wendig und nachweislich höher ist (vgl. Rz. 8074 KSIH), was vorliegend 
aus medizinischer Sicht nicht ausgewiesen ist (vgl. act. II 133 S. 5). Bezüg-
lich des geltend gemachten Zusatzaufwandes (vgl. Beschwerde, S. 12 f. 
Art. 8) für das Massieren der Füsse und Beine der Beschwerdeführerin vor 
dem Zubettgehen bzw. gelegentlich in der Nacht (act. II 130 - 132, jeweils 
S. 3 bzw. 4 Ziff. 2.1.2) ist festzuhalten, dass Einschlafrituale bei Kindern ab 
8 Jahren 
– hier für die Zeit ab Dezember 2018 resp. Februar 2020 zutreffend (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 26

130 f., jeweils S. 2 Ziff. 1) – im Umfang von 30 Minuten gemäss Anhang IV 
KSIH S. 225 altersentsprechend und daher nicht als Mehraufwand zu quali-
fizieren sind. 

Vor dem Auftreten der Ataxie (Februar 2020) war die Beschwerdeführerin 
in diesem Bereich – wie in E. 3.4.2 hiervor bereits dargelegt – selbstständig 
gewesen, weshalb unter diesem Titel – wie von der Abklärungsperson kor-
rekt durchgeführt (act. II 130 S. 3 Ziff. 2.1.2) – kein zusätzlicher Aufwand 
gewährt werden kann (vgl. Beschwerde, S. 13 Art. 8). 

Für die Zeit ab September 2021 besteht nach der durchgemachten Erkran-
kung zwar ein erfreulicher Verlauf (vgl. auch act. II 109 S. 3, 120 S. 2, 133 
S. 5), jedoch ist – wie in E. 3.4.4 hiervor aufgezeigt – eine erhebliche und 
regelmässige Dritthilfe bei der Teilfunktion Aufstehen vom Boden ausge-
wiesen. Ob diesbezüglich ein Mehraufwand (vgl. Beschwerde, S. 13 Art. 8) 
anzurechnen wäre, kann offen bleiben, da ein solcher jedenfalls nicht höher 
als 25 Minuten pro Tag (gleicher Zeitaufwand wie jener betreffend die Zeit 
ab Februar 2020 für Positionswechsel/Transfer) wäre und somit am Ergeb-
nis nichts ändern würde (vgl. E. 3.5.12 hiernach). Was den geltend ge-
machten Zusatzaufwand für das Massieren der Füsse und Beine der Be-
schwerdeführerin vor dem Zubettgehen bzw. gelegentlich in der Nacht an-
geht (siehe oben), müsste das Einschlafritual gestützt auf Anhang 3 KSH 
S. 112 medizinisch bedingt sein, damit es als Mehraufwand berücksichtigt 
werden könnte; eine solche Notwendigkeit ist aufgrund der medizinischen 
Akten nicht ausgewiesen. Dass die Beschwerdeführerin nachts gelegent-
lich mit Gefühllosigkeit erwache und dann massiert werden müsse, vermag 
daran allein nichts zu ändern (vgl. act. I 5 S. 2), geschieht dies doch 
gemäss den Angaben der Mutter nicht regelmässig (act. II 132 S. 4 
Ziff. 2.1.2). 

3.5.4 Zum Bereich Essen hielt die Abklärungsperson in den drei Ab-
klärungsberichten vom 9. Januar 2023 fest, dass die Beschwerdeführerin 
bereits vor dem Auftreten der Ataxie Hilfe beim Essen benötigt habe. Die 
Beschwerdeführerin könne das Essen mit dem Besteck nicht selbstständig 
zum Mund führen. Die Mutter habe ihr seit jeher das Essen eingegeben. 
Zum Frühstück nehme die Beschwerdeführerin ein Glas Milch und einen 
Keks. Beides werde ihr eingegeben. Das Trinken aus einem Glas gelinge 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 27

der Beschwerdeführerin trotz eines Strohhalms nicht selbstständig. Sodann 
könne die Beschwerdeführerin das Messer nicht benutzen, da ihr die Kraft 
und die Feinmotorik hierfür fehlten; die Mutter schneide deshalb die Spei-
sen in mundgerechte Stücke. Das Eingeben des Mittag- und Abendessens 
dauere aufgrund des langsamen Kauens der Beschwerdeführerin jeweils 
45 Minuten; die Mutter könne nebenbei nicht essen. Der von der Mutter 
geltend gemachte Zeitaufwand betrage insgesamt 100 Minuten pro Tag 
betreffend den gesamten Zeitraum (Frühstück: 10 Minuten, Mittag- und 
Abendessen: je 45 Minuten). Die Abklärungsperson rechnete für die Es-
senseingabe jeweils den Maximalwert von 75 Minuten gemäss Anhang IV 
KSIH S. 226 bzw. Anhang 3 KSH S. 112 an und zog 75 Minuten pro Tag 
für die Präsenz am Familientisch gemäss Anhang IV KSIH S. 226 bzw. 
Anhang 3 KSH S. 112 ab, da die Mutter während der Essenseingabe an 
die Beschwerdeführerin ebenfalls ihre Speisen zu sich nehmen könne. 
Folglich sei in diesem Bereich für den gesamten Zeitraum kein zusätzlicher 
Aufwand anrechenbar (act. II 130 - 132, jeweils S. 4 bzw. 5 Ziff. 2.1.3). 
Dafür, dass die angerechneten Maximalwerte offensichtlich unangemessen 
wären bzw. den vorliegenden Verhältnissen nicht genügend Rechnung 
tragen würden, sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich. Insbeson-
dere ist – wie die Abklärungsperson zutreffend ausgeführt hat (vgl. act. IIA 
143 S. 7) – nicht nachvollziehbar, weshalb es der Mutter nicht möglich sein 
sollte, während der Essenseingabe ebenfalls ihre Speisen zu sich zu neh-
men, zumal die Beschwerdeführerin gemäss den Angaben der Mutter sehr 
langsam kaue. Zu erwähnen ist sodann, dass anlässlich der Abklärung im 
Dezember 2022 die Beschwerdeführerin mit einem Kugelschreiber kleine 
Stücke einer Knetmasse aufstechen und diese in die Hand der RAD-Ärztin 
Dr. med. E.________ geben konnte. Ferner war sie in der Lage – auf Auf-
forderung der RAD-Ärztin hin –, ein Glas Wasser in die Hand zu nehmen 
und zu trinken (act. II 132 S. 5 Ziff. 2.1.3, act. IIA 143 S. 7). Mithin ist die 
Beurteilung in diesem Bereich ebenfalls korrekt erfolgt.

3.5.5 In Bezug auf die Körperpflege (Waschen, Zahnpflege, Kämmen, 
Baden/Duschen) veranschlagte die Abklärungsperson den anrechenbaren 
Mehraufwand für die Zeit ab Dezember 2018 und Februar 2020 auf je 45 
Minuten und jenen für die Zeit ab September 2021 auf 60 Minuten (act. II 
130 - 132, jeweils S. 5 bzw. 6 Ziff. 2.1.4). Die Beschwerdeführerin rügt, es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 28

sei nicht nachvollziehbar, dass nicht für alle Zeiträume der gleiche Aufwand 
angerechnet worden sei, obschon der geltend gemachte Aufwand in allen 
drei Zeiträumen immer in etwa gleich hoch gewesen sei (vgl. Beschwerde, 
S. 15 Art. 10). Hierzu ist mit der Abklärungsperson festzuhalten (vgl. act. 
IIA 143 S. 7), dass die im Anhang IV KSIH S. 227 bzw. Anhang 3 KSH 
S. 113 f. festgelegten zeitlichen Höchstgrenzen wie auch die für die Be-
treuung nicht behinderter Minderjähriger notwendige Zeit je nach Alter der 
Kinder abgestuft sind (Maximalwert für Kinder bis 10 Jahre: 50 Minuten, 
Maximalwert für Kinder ab 10 Jahren: 60 Minuten, altersentsprechende 
Hilfe bei Kindern bis 10 Jahren: 5 Minuten) und dementsprechend unter-
schiedliche zeitliche Mehraufwände für die drei Zeiträume resultieren. 

3.5.6 Im Bereich Verrichten der Notdurft ging die Abklärungsperson in 
den Abklärungsberichten vom 9. Januar 2023 von einem anrechenbaren 
Mehraufwand von je 39 Minuten (Windeln wechseln) für alle drei Zeiträume 
aus (act. II 130 - 132, jeweils S. 5 resp. 6 Ziff. 2.1.5), dies basierend auf 
den von der Mutter angegebenen Zeiten (vgl. act. IIA 143 S. 7). Entgegen 
der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, S. 16 Art. 11) sind darin auch 
– wie den Abklärungsberichten zu entnehmen ist – der Transfer zum WC, 
das Ordnen der Kleider, die Körperreinigung sowie das Überprüfen der 
Reinlichkeit eingeschlossen. Da die Mutter anlässlich der Abklärung darü-
ber hinaus keine weiteren Aufwände geltend gemacht hat, ist nicht zu be-
anstanden, dass die Abklärungsperson keinen zusätzlichen Mehraufwand 
berücksichtigt hat. 

3.5.7 Sodann anerkannte die Abklärungsperson in allen drei Abklärungs-
berichten vom 9. Januar 2023, dass die Beschwerdeführerin im Bereich der 
Fortbewegung eingeschränkt ist (vgl. act. II 130 - 132, jeweils S. 6 bzw. 7 
Ziff. 2.1.6). Jedoch hielt sie zu Recht fest, dass in diesem Zusammenhang 
gemäss Anhang IV KSIH S. 228 bzw. Anhang 3 KSH S. 115 kein behinde-
rungsbedingter zeitlicher Mehraufwand berücksichtigt werden kann (vgl. 
act. IIA 143 S. 8). Soweit sich die Beschwerdeführerin in der Beschwerde 
auf Umstände wie das notwendige Führen an der Hand, das Verlassen der 
Wohnung nur mit Begleitung oder die Nichtteilnahme an schulischen Akti-
vitäten wie Sportunterricht oder Waldspaziergänge beruft (vgl. Beschwerde, 
S. 17 Art. 12), ist darauf hinzuweisen, dass diese Zeitaufwände für die Hil-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 29

festellung zur Fortbewegung im hier in Frage stehenden Sinn nicht zur 
Grund- oder Behandlungspflege im Sinne von Art. 39 Abs. 2 IVV gehören 
(vgl. auch Rz. 8075 ff. KSIH bzw. Rz. 5013 ff. KSH). 

3.5.8 Betreffend die Behandlungspflege resp. Medikamentenverabrei-
chung durch die Mutter (Vitamin D Tropfen: einmal pro Woche, Burgerstein 
Bakterien: einmal pro Tag [nicht ärztlich verordnet]) rechnete die Ab-
klärungsperson in allen drei Abklärungsberichten vom 9. Januar 2023 kei-
nen Mehraufwand an (act. II 103 - 132, jeweils S. 6 bzw. 7 Ziff. 2.2), was im 
Einklang mit Anhang IV KSIH S. 219 bzw. Anhang 3 KSH S. 107 steht, 
wonach die Medikamenteneinnahme erst im Alter von 15 Jahren als selbst-
ständig möglich angenommen wird. Soweit die Beschwerdeführerin eine 
Behandlungspflege in der Nacht geltend macht (vgl. Beschwerde, S. 18 
Art. 14), legt sie nicht dar, worin diese bestehen soll. Es besteht somit kein 
Anlass, bezüglich dieses Bereiches in das Ermessen der Abklärungsperson 
einzugreifen.

3.5.9 Was den in den Abklärungsberichten angerechneten Mehraufwand 
von je 30 Minuten für die Zeit ab Dezember 2018 und Februar 2020 und 
von 28 Minuten für die Zeit ab September 2021 für die Begleitung zu Arzt- 
und Therapiebesuchen angeht (act. II 130 - 132, jeweils S. 6 bzw. 7 
Ziff. 2.2.1), wurde dieser seitens der Beschwerdeführerin nicht bestritten. 
Allerdings seien weitere Termine wie Sprachnachhilfe, Figurentherapie, 
Nachhilfe und kirchlicher Unterricht zu berücksichtigen (vgl. Beschwerde, 
S. 19 Art. 14). Hierzu ist mit der Abklärungsperson festzuhalten (vgl. act. 
IIA 143 S. 9), dass ein invaliditätsbedingter Mehraufwand bei der Beglei-
tung zu Arzt- und Therapiebesuchen nur angerechnet werden kann, sofern 
die Invalidenversicherung oder die obligatorische Krankenversicherung für 
diese eine Kostengutsprache geleistet hat (Rz. 8076 KSIH bzw. Rz. 5020 
KSH). Bei den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Terminen 
handelt es sich um keine derartigen Arzt- oder Therapiebesuche. Damit ist 
die Einschätzung der Abklärungsperson auch in diesem Bereich nicht zu 
beanstanden.

3.5.10 Sodann vermag die Beschwerdeführerin auch aus Ziff. 2.3.1 f. der 
Abklärungsberichte vom 9. Januar 2023 (act. II 130 - 132, je S. 7 bzw. 8 
["Sonderfälle"]) nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Während betreffend die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 30

Wahrung gesellschaftlicher Kontakte (Ziff. 2.3.1) weder eine schwere Sin-
nesschädigung noch ein über die anerkannte Hilflosigkeit im Bereich der 
"Fortbewegung" hinausgehendes derart schweres körperliches Gebrechen 
vorliegt, dass eine Fortbewegung in einer weiteren Umgebung der Woh-
nung trotz Benützung eines Rollstuhls nicht ohne Dritthilfe möglich ist (vgl. 
Rz. 8064 KSIH bzw. Rz 3011 KSH), ergeben sich aus der Abklärung und 
den Akten keine Hinweise darauf, dass eine durch das Gebrechen bedingte 
ständige und besonders aufwändige Pflege nach Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV 
notwendig wäre (vgl. Rz. 8057 ff. KSIH bzw. 2063 ff. KSH). Umstände, wel-
che ein Abweichen rechtfertigen würden, sind vorliegend nicht zu erkennen 
(vgl. act. IIA 143 S. 10).

3.5.11 In Bezug auf das in allen drei Abklärungsberichten vom 9. Januar 
2023 verneinte Erfordernis einer persönlichen Überwachung ist festzuhal-
ten, dass die dauernde persönliche Überwachung (vgl. Art. 37 Abs. 1, Abs. 
2 lit. b und Abs. 3 lit. b IVV), welche auch beim Intensivpflegezuschlag rele-
vant ist (Art. 39 Abs. 3 IVV), ein eigenständiges Bemessungskriterium ist, 
das sich nicht auf die alltäglichen Lebensverrichtungen bezieht. Sie um-
fasst vielmehr Hilfeleistungen, die nicht bereits als direkte oder indirekte 
Hilfe in einer Lebensverrichtung berücksichtigt werden (Entscheid des 
BGer vom 13. Oktober 2021, 8C_393/2021, E. 3.2.2.1). Eine Überwa-
chungsbedürftigkeit ist insbesondere dann gegeben, wenn das Kind sich 
selbst oder Drittpersonen gefährdet, wobei die Gefahrenlage und das damit 
verbundene erhöhte Überwachungsbedürfnis trotz getroffener Schaden-
minderungsmassnahmen weiterbestehen muss, oder wenn die persönliche 
Überwachung ein gewisses Mass an Intensität aufweist, welches den 
Überwachungsbedarf von nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters 
übersteigt (vgl. Rz. 8078 KSIH bzw. Rz. 5024 KSH). Eine besonders inten-
sive dauernde Überwachung liegt vor, wenn von der Betreuungsperson 
überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige Interventionsbe-
reitschaft gefordert werden. Dies bedeutet, dass sich die Betreuungsperson 
permanent in unmittelbarer Nähe der versicherten Person aufhalten muss, 
da eine kurze Unachtsamkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit le-
bensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven Schädigung von 
Personen und Gegenständen führen würde. Aufgrund der geforderten 1:1 
Überwachung/Betreuung kann sich die Betreuungsperson kaum anderen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 31

Aktivitäten widmen. Zudem müssen zum Schutz der versicherten Person 
und ihrer Umgebung bereits geeignete Massnahmen zur Schadenminde-
rung getroffen worden sein, wobei es diesbezüglich nicht zu einer unzu-
mutbaren Situation der Umgebung kommen darf (Rz. 8079 KSIH bzw. Rz. 
5025 KSH). 

Bei der Beschwerdeführerin bestehen vorwiegend Einschränkungen der 
motorischen Fähigkeiten (insb. des Gleichgewichts und der Bewegungsko-
ordination), welche sich mit dem Auftreten der Ataxie (Februar 2020) ver-
stärkt und ab August 2021 wieder gebessert haben, sowie eine unterdurch-
schnittliche Intelligenz im Rahmen einer Lernbehinderung (act. II 109 S. 2 
f., 110 S. 8 Ziff. 1.1, 133 S. 4 f.; act. I 9 S. 1). Der geltend gemachte Über-
wachungsbedarf betrifft hauptsächlich die Verrichtungen des täglichen Le-
bens (insb. die Hilfestellung beim Gehen wegen Sturzgefahr; vgl. Be-
schwerde, S. 21 Art. 15) und damit die Schwere der Hilflosigkeit. Die ent-
sprechenden Hilfeleistungen und Überwachungen sind bereits bei der Le-
bensverrichtung Fortbewegung (vgl. act. II 130 - 132, jeweils S. 6 resp. 7 
Ziff. 2.1.6) berücksichtigt worden, weshalb sie bei der Beurteilung der 
Überwachungsbedürftigkeit nicht noch einmal als Pauschalzuschlag 
gemäss Art. 39 Abs. 3 IVV angerechnet werden können (vgl. Entscheid des 
BGer vom 1. Dezember 2008, 8C_562/2008, E. 2.3), worauf die Ab-
klärungsperson zutreffend hingewiesen hat (act. IIA 143 S. 11). Weiter trifft 
– aufgrund der Akten – nicht zu, dass die Mutter sich permanent in unmit-
telbarer Nähe der Beschwerdeführerin aufhalten muss und sich daher 
kaum anderen Aktivitäten widmen kann ("Sie [die Beschwerdeführerin] ist 
dafür meistens im Wohnzimmer, die Mutter meistens in der Küche"; act. II 
130 - 132, jeweils S. 7 resp. 8 Ziff. 2.3.3). Nach Angaben der Mutter kann 
sich die Beschwerdeführerin gut alleine während 30 Minuten im Zimmer 
beschäftigen (die Beschwerdeführerin "wäre vielleicht nach 30 Min. nach-
schauen kommen, wenn sie [die Mutter] zu lange weg gewesen wäre"; act. 
II 130 - 132, jeweils S. 7 resp. 8 Ziff. 2.3.3). Ferner zeigte die Beschwerde-
führerin laut Abklärungsbericht keine Selbst- oder Fremdgefährdung (act. II 
130 - 132, jeweils S. 7 resp. 8 Ziff. 2.3.3, act. IIA 143 S. 11). Eine Anrech-
nung von zwei Stunden wegen dauernder Überwachung oder gar von vier 
Stunden wegen intensiver behinderungsbedingter Überwachung ist entge-
gen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, S. 24 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 32

Art. 16) nicht gerechtfertigt. Die Abklärungsperson ging daher zu Recht 
davon aus, dass die geforderte Intensität für eine besonders intensive 
Überwachung nach Art. 39 Abs. 3 IVV nicht erfüllt ist (act. IIA 143 S. 11).

3.5.12 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin 
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf einen Intensivpflegezuschlag für 
den gesamten hier relevanten Zeitraum zu Recht verneint hat (vgl. E. 3.5 
hiervor).

4.

Nach dem Dargelegten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde, so-
weit auf diese einzutreten ist, die Verfügung vom 17. März 2023 (act. IIA 
148) insoweit abzuändern, als der Beschwerdeführerin eine Hilflosenent-
schädigung für schwere Hilflosigkeit auch für die Zeit ab dem 1. Dezember 
2021 zuzusprechen ist (vgl. E. 3.4.4 hiervor). Soweit weitergehend ist die 
Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit ab dem 1. De-
zember 2021 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für schwere (statt 
mittelgradige) Hilflosigkeit hat (vgl. E. 4 hiervor), ist von einem hälftigen 
Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, haben somit die Beschwerdegegnerin 
und die Beschwerdeführerin je zur Hälfte bzw. im Umfang von je Fr. 400.-- 
zu tragen (vgl. Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Aufgrund der 
gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 6. Juni 2023) 
ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 33

gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht 
ihres Anteils an den Verfahrenskosten zu befreien. 

5.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Mit Blick auf die Ausführungen in E. 5.1 hiervor hat die Beschwerdeführerin 
Anspruch auf die Hälfte der geltend gemachten Parteientschädigung. Diese 
ist gestützt auf die gerade noch nicht zu beanstandende Kostennote von 
Fürsprecher C.________ vom 13. Juni 2023 von gesamthaft Fr. 7'762.70 
(Honorar von Fr. 6'723.-- [24.90 h à Fr. 270.--], zuzüglich Auslagen von 
Fr. 484.70 und Mehrwertsteuer von Fr. 555.-- [7.7 % von Fr. 7'207.70]) auf 
Fr. 3'881.35 (Fr. 7'762.70 : 2) festzulegen. Diesen Betrag hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

5.3 Die restlichen Parteikosten sind über die gewährte unentgeltliche 
Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 6. Juni 2023) zu liquidieren.

5.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

5.3.2 Der tarifmässige Parteikostenersatz im Zusammenhang mit dem 
teilweisen Unterliegen wird auf Fr. 3'881.35 (inklusive Auslagen und Mehr-
wertsteuer [entsprechend der Hälfte von Fr. 7'762.70]) festgesetzt. Davon 
ist Fürsprecher C.________ – ausgehend von einem Aufwand von 12.45 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 34

Stunden (Hälfte von 24.9 h) – nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2'490.-- (12.45 h x 
Fr. 200.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 242.35 (Hälfte von Fr. 484.70) und 
Mehrwertsteuer von Fr. 210.40 (7.7 % von Fr. 2'732.35), total somit eine 
Entschädigung von Fr. 2'942.75, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 
ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in teilweiser Gutheissung der Be-
schwerde die Verfügung vom 17. März 2023 der IV-Stelle Bern inso-
weit abgeändert, als der Beschwerdeführerin eine Hilflosenentschädi-
gung für Hilflosigkeit schweren Grades auch für die Zeit ab Dezember 
2021 zugesprochen wird. Soweit weitergehend wird die Beschwerde 
abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- haben die Beschwerdegegnerin 
und die Beschwerdeführerin je zur Hälfte bzw. im Umfang von je 
Fr. 400.-- zu bezahlen. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die anteilsmäs-
sigen Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'881.35 (inkl. Ausla-
gen und MWST), zu ersetzen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'881.35 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Fürsprecher C.________ nach Eintritt der Rechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/303, Seite 35

kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'942.75 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

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