# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2e0d940-238e-579f-8546-89b24de8acf5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.05.2019 SK 2018 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-26_2019-05-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 26 
SK 18 27 (Widerrufsverfahren)

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. Mai 2019

Besetzung Oberrichterin Bratschi (Präsidentin), Oberrichter Aebi, Oberrichter 
Schmid
Gerichtsschreiber Bruggisser

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz sowie Wi-
derrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 15. November 2017 (PEN 17 4+5)

2

Inhaltsverzeichnis:

I. Formelles .......................................................................................................................4

1. Erstinstanzliches Urteil............................................................................................4

2. Berufung und Durchführung des schriftlichen Verfahrens ......................................5

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen....................................................................6

4. Anträge der Parteien...............................................................................................6

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer................................................8

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung................................................................................9

6. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung ....................................................9

7. Zu den vorgeworfenen Geschwindigkeitsüberschreitungen ...................................9

7.1 Vorwürfe gemäss Ziff. I.1 und II.2 der Anklageschrift ....................................9

7.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt ..................................................9

7.3 Beweismittel.................................................................................................10

7.4 Würdigung der Kammer...............................................................................11

8. Zu den weiteren vorgeworfenen Widerhandlungen gegen das Strassen-
verkehrsgesetz (SVG; SR 741.01)........................................................................16

8.1 Vorwürfe gemäss Ziff. I.4 und I.5 der Anklageschrift ...................................16

8.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt ................................................17

8.3 Beweismittel.................................................................................................17

8.4 Würdigung der Kammer...............................................................................18

III. Rechtliche Würdigung..................................................................................................21

9. Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung...........................................................21

9.1 Theoretische Grundlagen ............................................................................21

9.2 Subsumtion..................................................................................................22

10. Grobe Verkehrsregelverletzung ............................................................................23

11. Missbrauch von Schildern und Ausweisen ...........................................................24

12. Fahren ohne Fahrzeugausweis und ohne Haftpflichtversicherung.......................25

IV. Strafzumessung...........................................................................................................25

13. Allgemeines und anwendbares Recht ..................................................................25

14. Strafe für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung ......................................26

14.1 Strafart und Strafrahmen .............................................................................26

14.2 Objektive Tatkomponenten..........................................................................26

14.3 Subjektive Tatkomponenten ........................................................................27

14.4 Zwischenfazit zum Tatverschulden..............................................................28

14.5 Täterkomponenten.......................................................................................28

3

15. Strafe für die Vergehen.........................................................................................30

15.1 Strafart und Strafrahmen .............................................................................30

15.2 Einsatzstrafe für die grobe Verkehrsregelverletzung...................................30

15.3 Asperation für das Fahren ohne Haftpflichtversicherung.............................31

15.4 Asperation für den Missbrauch von Schildern und Ausweisen....................32

15.5 Täterkomponenten.......................................................................................32

15.6 Höhe des Tagessatzes ................................................................................33

16. Vollzug der Geld- und Freiheitsstrafe ...................................................................34

16.1 Allgemeines .................................................................................................34

16.2 Beurteilung der Kammer..............................................................................34

17. Übertretungsbusse................................................................................................36

18. Ergebnis ................................................................................................................36

V. Widerruf .......................................................................................................................37

19. Gesetzliche Regelung...........................................................................................37

20. Subsumtion ...........................................................................................................38

VI. Verfügungen ................................................................................................................38

21. Einziehung der beschlagnahmten Motorräder ......................................................38

22. DNA-Profil und biometrisch erkennungsdienstliche Daten ...................................41

VII. Kosten und Entschädigung..........................................................................................41

23. Erstinstanzliche Verfahrenskosten........................................................................41

24. Oberinstanzliche Verfahrenskosten ......................................................................42

25. Amtliche Entschädigung .......................................................................................42

Dispositiv.............................................................................................................................44

4

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 15. November 2017 erkannte das Regionalgericht Oberland (Einzel-
gericht; nachfolgend: Vorinstanz) Folgendes (pag. 220 ff.; Hervorhebungen im Ori-
ginal):

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Urkundenfälschung, angeblich begangen in der Zeit zwischen 5. Juli 
2013 und 9. Januar 2017

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der qualifiziert groben Verletzung von Verkehrsregeln (Überschreitung um 67 km/h bei ei-
ner Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h), begangen am 4. Juli 2016, 09:41 Uhr, in Gadmen 
(Gde. Innertkirchen)

2. der groben Verletzung von Verkehrsregeln (Überschreitung um 38 km/h bei einer Höchst-
geschwindigkeit von 80 km/h), begangen am 11. Juli 2016, 10:52 Uhr, in Merligen (Gde. Sig-
riswil)

3. des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, begangen am 11. August 2015, 09:56 Uhr, 
in Rickenbach / SZ

4. des Fahrens ohne Fahrzeugausweis und Haftpflichtversicherung, begangen am 11. August 
2015, 9:56 Uhr, in Rickenbach / SZ

und in Anwendung der 
Art. 10 Abs. 1, 63 Abs. 1, 90 Abs. 2, Abs. 3 und 4 Bst. c, 96 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2, 97 Abs. 1 Bst. a 
SVG 
Art. 4a Abs. 1 Bst. b VRV
Art. 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 106, 251 StGB, 
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1'800.00.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Kosten des Untersuchungs-verfahrens 
von CHF 7'709.30 (Gebühren CHF 3'455.00, Auslagen CHF 4'254.30) und Gebühren des Ge-
richts von CHF 2'550.00 (inkl. Auftritt der Staatsanwaltschaft) und Auslagen von CHF 5'200.00, 
insgesamt bestimmt auf CHF 15'459.30.

[Zusammensetzung der Verfahrenskosten und reduzierte Verfahrenskosten]

5

III.

1. Der A.________ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 28. Juli 2015 für 
eine Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen. 
Die Strafe ist zu vollziehen.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

[Reduzierte Verfahrenskosten]

IV.

[Festsetzung der amtlichen Entschädigung und des vollen Honorars für die amtliche Verteidigerin]

V.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände werden eingezogen und zur Deckung der Verfahrenskosten verwertet 
(Art. 69 StGB / Art. 90a Abs. 1 und 2 SVG):
– Motorrad Yamaha ________ (Typ) (Rahmennummer C.________) mit gelber Hinterfelge
– Motorrad Yamaha ________ (Typ) (Rahmennummer C.________) mit violetter Hinterfelge
– 3 Fahrzeugschlüssel

2. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:
– Motorradjacke „66“
– Helm Arai (gelb/blau)
– Handschuhe (schwarz/gelb)
– Natel Samsung

3.-5. [DNA, AIFS, Eröffnung und Mitteilungen]

2. Berufung und Durchführung des schriftlichen Verfahrens

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte/Berufungsführer A.________ (nach-
folgend: Beschuldigter), amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________, am 
16. November 2017 die Berufung an (pag. 227). Die schriftliche Urteilsbegründung 
datiert vom 22. Januar 2018 (pag. 232 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung 
vom 23. Januar 2018 zugestellt (pag. 269 f.). Mit Eingabe vom 9. Februar 2018 er-
klärte der Beschuldigte form- und fristgerecht Berufung gegen das erstinstanzliche 
Urteil (pag. 279 ff.). Darin focht er das Urteil nur in Teilen an, beschränkt auf die 
vier Schuldsprüche, die dafür ausgesprochenen Sanktionen, die Verurteilung zu 
den erstinstanzlichen Verfahrenskosten (Ziff. II des Dispositivs), die Rück- und 
Nachzahlungspflicht im Zusammenhang mit der amtlichen Verteidigung, den Wi-
derruf (Ziff. III des Dispositivs) sowie die weiteren Verfügungen gemäss Ziff. V des 
Dispositivs, insbesondere über die Einziehung und Verwertung der beiden Mo-
torräder. Der Beschuldigte beantragte im Wesentlichen, er sei auch von den restli-
chen Vorwürfen freizusprechen, unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den 
Kanton Bern, die mit Strafbefehl vom 28. Juli 2015 bedingt ausgesprochene Gelds-
trafe sei nicht zu widerrufen und die beiden Motorräder sowie die drei Fahrzeug-
schlüssel seien ihm nach Rechtskraft zurückzugeben.

6

Mit Eingabe vom 2. März 2018 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, kein Nicht-
eintreten auf die Berufung geltend zu machen, sich aber der Berufung, beschränkt 
auf die Sanktion, anzuschliessen (pag. 288 f.). Sie beantragte, der Beschuldigte sei 
zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 15 Monaten, wobei der Voll-
zug unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren aufzuschieben sei, zu einer (un-
bedingten) Geldstrafe von 100 Tagessätzen sowie zu den Verfahrenskosten. Mit 
Schreiben vom 9. März 2018 teilte der Beschuldigte mit, dass kein Nichteintreten 
auf die Anschlussberufung beantragt wird (pag. 293). 

Nachdem die auf den 17. Juli 2018 angesetzte oberinstanzliche Hauptverhandlung 
von Amtes wegen abgesetzt werden musste, ordnete die Verfahrensleiterin auf 
Vorschlag der Verteidigung und im Einverständnis mit den Parteien gestützt auf 
Art. 406 Abs. 2 der Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) die Durchführung eines 
schriftlichen Verfahrens an (pag. 341 f.). Innert der ihm erstreckten Frist reichte der 
Beschuldigte die vom 10. Oktober 2018 datierende schriftliche Berufungsbegrün-
dung ein (pag. 353 ff.). Innert der ihr ebenfalls erstreckten Frist nahm die General-
staatsanwaltschaft am 12. Dezember 2018 schriftlich Stellung (pag. 373 ff.). Die 
Replik des Beschuldigten vom 4. Februar 2019 ging ebenfalls innert erstreckter 
Frist beim Obergericht ein (pag. 392 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete 
auf eine Duplik (vgl. pag. 404).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im oberinstanzlichen Verfahren wurden die Akten aus den vier Strafverfahren, in 
denen der Beschuldigte gemäss Strafregisterauszug rechtskräftig verurteilt worden 
war, ediert (pag. 295 f.). Konkret sind dies die Akten ________ des (ehemaligen, 
neu zuständig ist die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau) Bezirksamts Lenzburg 
(Urteil vom 6. Mai 2008 betreffend grober Verletzung der Verkehrsregeln), 
________ der Staatsanwaltschaft Zug (Strafmandat vom 15. September 2009 be-
treffend Urkundenfälschung), ________ der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 
(Strafmandat vom 18. August 2010 betreffend grober Verletzung der Verkehrsre-
geln) sowie ________ der Staatsanwaltschaft Zug (Strafmandat vom 28. Juli 2015 
betreffend Hinderung einer Amtshandlung). Weiter wurden beim Strassenverkehrs-
amt des Kantons Zug die Akten betreffend die gegen den Beschuldigten angeord-
neten Administrativmassnahmen (ADMAS-Akten) und bei der Kantonspolizei Bern, 
Technische Verkehrsüberwachung, die Radaraufnahmen vom 4. und 11. Juli 2016 
ediert (in digitaler Form auf CD-ROM, pag. 313). Zudem wurden von Amtes wegen 
ein Auszug aus dem Strafregister (pag. 337 f.) sowie ein Leumundsbericht, inklusi-
ve Abklärung zu den finanziellen Verhältnissen, datierend vom 22. Mai 2018 
(pag. 324 ff.) über den Beschuldigten eingeholt.

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ stellte in der schriftlichen Berufungsbegründung für 
den Beschuldigten die folgenden Anträge (pag. 354 f., Hervorhebungen im Origi-
nal):

7

1. A.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen

1.1 der qualifiziert groben Verletzung von Verkehrsregeln (Überschreitung um 67 km/h bei ei-
ner Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h), angeblich begangen am 4. Juli 2016, 09:41 Uhr, 
in Gadmen (Gde. Innertkirchen);

1.2 der groben Verletzung von Verkehrsregeln (Überschreitung um 38 km/h bei einer Höchst-
geschwindigkeit von 80 km/h), angeblich begangen am 11. Juli 2016, 10:52 Uhr, in Merli-
gen (Gde Sigriswil);

1.3 des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, angeblich begangen am 11. August 2015, 
09:56 Uhr, in Rickenbach / SZ;

1.4 des Fahrens ohne Fahrzeugausweis und Haftpflichtversicherung, angeblich begangen am 
11. August 2015, 09:56 Uhr, in Rickenbach / SZ

unter Auferlegung der vor- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten inkl. der Verteidigungskos-
ten an den Kanton Bern;

2. die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 28. Juli 2015 ausgesprochene 
bedingte Geldstrafe von 8 Tagessätze zu je CHF 30.00, ausmachend CHF 240.00, sei nicht zu 
widerrufen, unter Auferlegung der auf das Widerrufsverfahren entfallenden Verfahrenskosten 
an den Kanton Bern;

3. folgende Gegenstände seien A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuge-
ben:

– Motorrad Yamaha ________ mit gelber Hinterfelge
– Motorrad Yamaha ________ mit violetter Hinterfelge
– 3 Fahrzeugschlüssel;

4. dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 lit. c DNA-ProfilG).

5. dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu 
erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. c Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstli-
cher Daten).

6. das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 15. November 2017 sei in den übrigen Teilen zu 
bestätigen.

In der Replik bestätigte der Beschuldigte diese Rechtsbegehren und ergänzte, 
dass die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft unter entsprechender 
Kostenfolge vollumfänglich abzuweisen sei (pag. 393 f.).

Generalstaatsanwalt Fels beantragte seinerseits Folgendes (pag. 374):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) vom 15. No-
vember 2017 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als A.________ freigesprochen worden ist 
vom Vorwurf der Urkundenfälschung, angeblich begangen in der Zeit zwischen dem 5. Juli 2013 
und dem 9. Januar 2017.

2. A.________ sei in Übereinstimmung mit dem angefochtenen erstinstanzlichen Urteil schuldig zu 
sprechen:

8

2.1. der qualifiziert groben Verletzung von Verkehrsregeln durch Überschreitung um 67 km/h 
bei einer generellen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, begangen am 4. Juli 2016 um 
09:41 Uhr in Gadmen (Gemeinde Innertkirchen);

2.2. der groben Verletzung von Verkehrsregeln durch Überschreitung um 38 km/h bei einer ge-
nerellen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, begangen am 11. Juli 2016 um 10:52 Uhr in 
Merligen (Gemeinde Sigriswil);

2.3. des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, festgestellt am 11. August 2015 um 
09:56 Uhr in Rickenbach (Kanton Schwyz);

2.4. des Fahrens ohne Fahrzeugausweis und Haftpflichtversicherung, festgestellt am 11. Au-
gust 2015 um 09:56 Uhr in Rickenbach (Kanton Schwyz).

3. A.________ sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zu verurteilen:

3.1. zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 15 Monaten, wobei der Vollzug aufzuschieben und 
die Probezeit auf vier Jahre festzusetzen sei;

3.2. zu einer unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu einem im Urteilszeitpunkt zu be-
stimmenden Tagessatz von mindestens CHF 30.00;

3.3. zur Tragung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

4. Der A.________ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 28. Juli 2015 ge-
währte bedingte Vollzug für eine Geldstrafe von acht Tagessätzen zu CHF 30.00 sei zu widerru-
fen und die Strafe zu vollziehen, unter Auferlegung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrens-
kosten für das Widerrufsverfahren zulasten des Beschuldigten.

5. Es seien von Amtes wegen die weiteren notwendigen Verfügungen betreffend die Einziehung 
der Fahrzeuge, die Rückgabe der übrigen beschlagnahmten Gegenstände und die Löschung 
des erstellten DNA-Profils sowie der übrigen erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten nach Ablauf der gesetzlich vorgesehenen Frist zu treffen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte focht das vorinstanzliche Urteil nur teilweise an. Nicht angefoch-
ten wurden der Freispruch von der Anschuldigung der Urkundenfälschung, angeb-
lich begangen in der Zeit zwischen dem 5. Juli 2013 und dem 9. Januar 2017, ohne 
Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten 
gemäss Ziff. I und die Verfügung gemäss Ziff. V.2 des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs über die nach Rechtskraft dem Beschuldigten zurückzugebenden Ge-
genstände. Diese Teile des erstinstanzlichen Urteils sind in Rechtskraft erwachsen. 
Auch die von der Vorinstanz bestimmte amtliche Entschädigung und das volle Ho-
norar für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten durch Rechtsanwältin 
B.________ im erstinstanzlichen Verfahren blieb unangefochten und ist so zu be-
lassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2). 
Davon ausgenommen ist die mit dem Schuldpunkt verknüpfte, von der Vorinstanz 
verfügte Rück- und Nachzahlungspflicht des Beschuldigten.

Über die angefochtenen Punkte des erstinstanzlichen Urteils, insbesondere über 
die vier Schuldsprüche, die Sanktionen, den Widerruf sowie die Verfügung über die 
beschlagnahmten Motorräder hat die Kammer mit umfassender Kognition neu zu 
befinden (vgl. Art. 398 Abs. 2 StPO). Neu zu verfügen sein wird bezüglich der Zu-

9

stimmung zur Löschung des DNA-Profils sowie der weiteren über den Beschuldig-
ten erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten. Aufgrund der (be-
schränkten) Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft gilt hinsichtlich ei-
ner allfällig auszusprechenden Sanktion das Verschlechterungsverbot nicht, d.h. 
Art. 391 Abs. 2 StPO steht einer Überschreitung des vorinstanzlichen Strafmasses 
nicht entgegen, wobei die Kammer insoweit auch nicht an die Anträge der Parteien 
gebunden ist (vgl. Art. 391 Abs. 1 Bst. b StPO). Im Übrigen darf das vorinstanzliche 
Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (sog. Verbot der 
«reformatio in peius»).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat in ihrer Urteilsbegründung die rechtlichen und theoretischen 
Grundlagen der Beweiswürdigung, insbesondere die Tragweite des Grundsatzes 
«in dubio pro reo» zutreffend wiedergebeben (pag. 236 f., S. 5 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung), worauf verwiesen werden kann.

7. Zu den vorgeworfenen Geschwindigkeitsüberschreitungen

7.1 Vorwürfe gemäss Ziff. I.1 und II.2 der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 4. Juli 2016 um 9:41 Uhr in Gadmen 
(Gemeinde Innertkirchen), Eygräbli, auf der Sustenstrasse in Fahrtrichtung Innert-
kirchen mit dem Motorrad Yamaha ________ mit dem Kontrollschild ________ auf 
trockener, gerader Strasse bei guten Sichtverhältnissen und regem Verkehr die all-
gemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserhalb von Ortschaften wissent-
lich und willentlich (nach Abzug der Geräte- und Messunsicherheit) um 67 km/h 
überschritten zu haben und durch diese besonders krasse Missachtung der zuläs-
sigen Höchstgeschwindigkeit das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten 
oder mit Todesopfern eingegangen zu sein (pag. 151).

Weiter soll er am 11. Juli 2016 um 10:52 Uhr in Merligen (Gemeinde Sigriswil) auf 
der Seestrasse in Fahrtrichtung Thun mit demselben Motorrad auf trockener, gera-
der Strasse und bei guten Sichtverhältnissen und regem Verkehr die allgemeine 
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserhalb von Ortschaften wissentlich und 
willentlich (nach Abzug der Geräte- und Messunsicherheit) um 38 km/h überschrit-
ten haben (pag. 152).

7.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, zum Zeitpunkt der Messungen der Geschwindig-
keitsüberschreitungen der Halter des Motorrads mit dem Kontrollschild ________ 
gewesen zu sein (vgl. pag. 58, Z. 42 ff. sowie den Fahrzeugausweis in den Akten). 

Demgegenüber bestritt er bereits in der ersten Einvernahme vor der Polizei, am 
4. Juli 2016 um 9:41 Uhr auf der Sustenstrasse gefahren zu sein (pag. 51). Auch in 
Bezug auf den Vorfall vom 11. Juli 2016 macht der Beschuldigte sinngemäss gel-
tend, nicht Lenker des Motorrads gewesen zu sein. Die Verteidigung beruft sich 

10

denn wie vor der Vorinstanz darauf, dass neben dem Beschuldigten auch weitere 
Personen als Lenker des Motorrads in Betracht kämen, da die Fahrzeuge inklusive 
der Motorradbekleidung regelmässig von unterschiedlichen Drittpersonen benutzt 
worden seien (pag. 357). Neben der Fahrereigenschaft des Beschuldigten sind 
weiter die Strassen-, Sicht- und Verkehrsverhältnisse zu klären.

7.3 Beweismittel

7.3.1 Der Beschuldigte wurde am 4. August 2016 von der Polizei (pag. 50 ff.), am 
29. November 2016 von der Staatsanwaltschaft (pag. 57 ff.) sowie anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung am 15. November 2017 von der Vorinstanz zu 
den Vorwürfen befragt (pag. 208 f.). Zur Sache verweigerte er im Wesentlichen die 
Aussage. Vor der Polizei machte der Beschuldigte abgesehen von der Bestreitung, 
am 4. Juli 2016 um 9:41 Uhr auf der fraglichen Strecke bzw. durch die entspre-
chende Kontrollstelle gefahren zu sein (pag. 51), wie später auch vor der Vorin-
stanz, keine Aussagen zur Sache. Etwas aussagefreudiger zeigte er sich vor der 
Staatsanwaltschaft: Gefragt nach seinem Tagesablauf am 4. Juli 2016 führte er 
aus, nicht viel gemacht zu haben. Es gehe ihm gesundheitlich nicht so gut, sodass 
er entweder zuhause oder in der Therapie sei (pag. 59, Z. 55 ff.). Weiter bejahte er 
auf entsprechende Fragen, dass die sichergestellte Motorradbekleidung (Jacke, 
Helm und Handschuhe) in seiner Garage gelagert worden seien, der Mietvertrag 
dieser Garage auf ihn laute, aber auch andere Personen darin Motorradbekleidung 
lagern könnten (pag. 59, Z. 67 f., 74 ff. und 82 f.). Nachdem ihm vorgehalten wor-
den war, aus den Fallprotokollen sei ersichtlich, dass der Lenker dieselbe Motor-
radbekleidung und denselben Helm trage, wie derjenige anlässlich der Geschwin-
digkeitsübertretung auf der A4, erwiderte der Beschuldigte, es habe in der Garage 
8 bis 10 Helme gehabt, wobei jeweils immer zwei Helme gleich gewesen seien. Er 
habe damals der Polizei ausdrücklich gesagt, sie sollten alles in der Garage foto-
grafieren (pag. 60 f., Z. 118 ff.). Schliesslich gab er auf Frage an, sein Mobiltelefon 
nicht anderen Personen auszuleihen (pag. 61, Z. 150 ff.).

7.3.2 Als objektive Beweismittel dienen zunächst die Radarbilder und weitere Dokumen-
tation der beiden Geschwindigkeitskontrollen vom 4. Juli 2016 um 9:41 Uhr auf der 
Sustenstrasse bei Gadmen (pag. 27 ff. [Fallprotokoll, Radarbilder, Messprotokoll]) 
und um 11:37 Uhr auf der A4 in Fahrtrichtung Schwyz (pag. 33 ff. [Übertretungs-
blatt, Radarbilder]) sowie derjenigen vom 11. Juli 2016, 10:52 Uhr, auf der Haupt-
strasse in Merligen (pag. 10 f. [Fallprotokoll inkl. Radarbilder, Messprotokoll]). Wei-
ter liegen die beiden sichergestellten typengleichen Motorräder Yamaha ________ 
(Abbildungen auf pag. 82 f. und 83), die ebenfalls sichergestellte Motorradbeklei-
dung (bestehend aus Jacke, Helm und Handschuhen; Abbildungen auf pag. 80 ff.) 
sowie die Ergebnisse aus der rückwirkenden Überwachung (Randdatenerhebung) 
des Mobiltelefons des Beschuldigten (pag. 65, vgl. pag. 92 ff.) vor. Die Vorinstanz 
hat diese objektiven Beweismittel inhaltlich zutreffend umschrieben (pag. 238 und 
241, S. 7 und 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf kann verwiesen 
werden. Zu ergänzen ist, dass sich zudem eine CD-ROM in den Akten befindet 
(pag. 87), auf der sich unter anderem die Radarbilder der Kontrolle vom 4. Juli 
2016 auf der A4 im Kanton Schwyz befinden. Die digitalen Bilder weisen teilweise 
eine bessere Qualität auf als die ausgedruckten Aufnahmen in den Akten. Zudem 

11

sind die anlässlich der Hausdurchsuchung und von den sichergestellten Ge-
genständen gemachten Fotoaufnahmen auf diesem Datenträger in digitaler Form 
abgelegt.

Im oberinstanzlichen Verfahren wurden zudem sämtliche Fotoaufnahmen aus den 
Kontrollen vom 4. und 11. Juli 2016 bei der Kantonspolizei Bern ediert. Sie liegen 
der Kammer ebenfalls elektronisch – teilweise in besserer Qualität als die ausge-
druckten Aufnahmen in den Akten – auf CD-ROM vor (pag. 313). Neben den Ra-
darbildern aus den beiden Kontrollen in Gadmen und rund eine Woche darauf in 
Merligen sind auf dem Datenträger zwei Bilddateien vorhanden, auf denen die Auf-
nahmen des Motorrads aus beiden Vorfällen zum Vergleich nebeneinandergelegt 
sind (Front- und Heckaufnahme). Zudem ist auf einem Bild, auf dem der Oberkör-
per des in Merligen festgestellten Motorradlenkers vergrössert ist, zum Vergleich 
direkt neben dem Kopf des Fahrers ein Passfoto des Beschuldigten eingefügt.

7.4 Würdigung der Kammer

7.4.1 Am Montag, 4. Juli 2016 um 9:41 Uhr wurde auf der Sustenstrasse auf dem Stre-
ckenabschnitt Wyler-Nessental in Fahrtrichtung Innertkirchen ein Motorrad mit dem 
Kontrollschild ________ mit massiv überhöhter Geschwindigkeit festgestellt. Ge-
messen wurde eine Geschwindigkeit von 154 km/h, was nach Abzug der Sicher-
heitsmarge von 7 km/h (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. a Ziff. 3 der Verordnung des ASTRA 
zur Strassenverkehrskontrollverordnung [VSKV-ASTRA; SR 741.013.1]) eine effek-
tive Geschwindigkeit von 147 km/h ergibt. Die generell zulässige Höchstgeschwin-
digkeit von 80 km/h ausserorts wurde um 67 km/h überschritten (pag. 27 ff.). Am 
selben Tag um 11:37 Uhr war auf der Autobahn A4 ebenfalls ein Motorrad mit – 
diesmal nur geringfügig – erhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Das Kontrollschild 
________ ist zwar auf dem entsprechenden rückseitigen Radarfoto des Motorrads 
in den Akten (vgl. pag. 34) nicht erkennbar, geht jedoch aus dem Übertretungsblatt 
der Zuger Polizei hervor (vgl. pag. 33). Irgendwelche Hinweise auf eine Verwechs-
lung bestehen nicht. Die daraus resultierende Übertretungsbusse von CHF 20.00 
wurde denn auch am 2. August 2016 anstandslos mit dem Originaleinzahlungs-
schein, der dem Beschuldigten zugesandt worden war, bezahlt (vgl. pag. 33 und 
39). 

Am 11. Juli 2016 um 10:52 Uhr wurde von einem mobilen Radargerät eine dritte 
Geschwindigkeitsüberschreitung eines Motorrads mit dem Kontrollschild ________ 
erfasst. Diesmal auf der Strasse zwischen Merligen und Sundlauenen in Fahrtrich-
tung Thun. Nach Abzug der Messtoleranz von 6 km/h (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. a 
Ziff. 2 VSKV-ASTRA) wurde die generell zulässige Höchstgeschwindigkeit von 
80 km/h ausserorts noch um 38 km/h überschritten (pag. 8 ff.). Auf dem Radarbild 
ist deutlich zu erkennen, dass sich das Hinterrad des Fahrzeugs leicht vom Boden 
abgehoben hat (vgl. pag. 10). Der Fahrzeuglenker hat das Motorrad offenbar un-
mittelbar auf Höhe der Radarkontrolle stark abgebremst. Dementsprechend ist 
auch die Vordergabel eingedrückt, wie aus dem relativ kleinen Abstand zwischen 
dem Schutzblech des Vorderrades und der Frontabdeckung darüber geschlossen 
werden kann (vgl. den deutlich grösseren Abstand auf den Radaraufnahmen vom 
4. Juli 2016 [pag. 27, 34 und 313]).

12

Auf den Radarfotos aller drei Vorfälle lassen sich ausgeprägte Gemeinsamkeiten 
beim jeweils geblitzten Motorrad sowie bei der von dessen Lenker getragenen Aus-
rüstung ausmachen. Auf dem Helm ist frontseitig jeweils ein oval umkreistes Logo 
mit der Aufschrift «Arai» erkennbar. Seitlich über der Stirn verlaufen dunklere Be-
reiche nach hinten; oben, von vorne über den Scheitel hinweg, ist der Helm hell 
(vgl. pag. 10, 27 f., 34 f., ferner das Vergleichsbild Frontaufnahme auf pag. 313). 
Der Lenker trägt jeweils eine schwarze Hose und dunkle Schuhe. Auch die Motorr-
adjacke wirkt in allen drei Fällen trotz unterschiedlichen Lichteinfalls und unter-
schiedlich starker Belichtung durch die Radargeräte sehr ähnlich: Auf Brusthöhe 
sind drei horizontal verlaufende helle Streifen erkennbar, der mittlere sichtlich di-
cker als die äusseren beiden. Auf der rechten Brust ist die Zahl «66» zu erkennen 
(vgl. auch das Vergleichsbild Frontaufnahme auf pag. 313). Letzteres ist auch in 
grossen Lettern auf dem Rücken der Jacke vorhanden, wie auf den Aufnahmen 
vom 4. Juli 2016 zu sehen ist. Auf denjenigen vom 11. Juli 2016 ist der obere Rü-
ckenbereich der Jacke zwar von einem Rucksack verdeckt. Die sichtbaren Umrisse 
der Musterung im Bereich der Schultern und Arme stimmen aber auch hier bis ins 
Detail überein (vgl. insbesondere die Vergleichsbilder auf pag. 313). Auf den Fron-
taufnahmen des Motorrades sind die beiden markanten dunklen Dreiecksmuster 
auf der Abdeckung links und rechts neben den Frontscheinwerfern ebenso gut er-
kennbar, wie die helle Hinter- und die dunkle Vorderfelge (vgl. Vergleichsbild Fron-
taufnahme auf pag. 313 sowie pag. 34). Auch sonst sind Front- (Scheinwerfer, 
Schutzblech, Windschutzscheibe usw.) und Heckpartie (Reflektoren, Rücklicht, 
Auspuffanlage usw.) des Fahrzeuges identisch. Diese charakteristischen Merkmale 
bei Motorrad und Ausrüstung korrespondieren mit dem am 4. August 2016 im vom 
Beschuldigten gemieteten Garagenkeller in D.________ sichergestellten – 
vollständig zusammengebauten – Motorrad der Marke Yamaha Typ ________ mit 
gelber Hinterradfelge (pag. 79 und 84), dem sichergestellten Motorradhelm 
(pag. 81) und der sichergestellten Motorradjacke (pag. 80). Die erwähnten Ge-
meinsamkeiten lassen keinen Zweifel daran offen, dass das in den drei Kontrollen 
festgestellte Motorrad, ebenso wie die jeweils von dessen Lenker getragene Jacke 
und der Helm jeweils dieselben waren. Dabei handelte es sich um das Fahrzeug 
und die Ausrüstungsgegenstände, die einen knappen Monat später beim Beschul-
digten als Halter des Motorrades sichergestellt werden konnten.

Entgegen der Argumentation der Verteidigung drängt sich aus den teilweisen farb-
lichen Abweichungen auf den schwarzweissen Radarfotos kein anderer Schluss 
auf. Dass und weshalb gewisse Abweichungen in farblichen Nuancen zwischen 
den (vorwiegend) schwarzweissen Radaraufnahmen mit Infrarotlicht einerseits und 
den tatsächlichen Farben andererseits auszumachen, aber nicht von Bedeutung 
sind, hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten (pag. 239 f., S. 8 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung), worauf verwiesen werden kann. Illustrativ zeigte sie dies 
anhand der beiden Aufnahmen vom 4. Juli 2016 auf der Autobahn A4 auf, wo die 
Jacke auf der farbigen Rückaufnahme desselben Fahrers schwarz, auf der schwa-
rzweissen Frontaufnahme mit Infrarotlicht jedoch deutlich heller erscheint (vgl. 
pag. 34). Derselbe Effekt zeigt sich beim Helm, wo die (tatsächlich) leuchtend 
orangen Elemente oberhalb des Visiers und über den Scheitel hinweg (vgl. 
pag. 81) auf den teilweise stark belichteten schwarzweissen Radaraufnahmen hell 

13

bzw. fast weiss erscheinen. Gleiches gilt auch für die rosaroten Farbelemente auf 
der Verschalung direkt oberhalb der Frontscheinwerfer, auf dem vorderen Schutz-
blech und auf der Seite des Motorrads (vgl. pag. 10, 27 und 34, wo die seitliche ro-
sarote Musterung immerhin als leichte Schattierung zu erkennen ist).

7.4.2 Neben der Haltereigenschaft des Beschuldigten besteht also vor allem mit der bei 
ihm aufgefundenen Motorradausrüstung, die anlässlich der Geschwindigkeitsüber-
schreitungen vom 4. und 11. Juli 2016 getragen wurde, ein deutlicher Anhaltspunkt 
dafür, dass der Beschuldigte jeweils der fehlbare Lenker war. Anders als die Gene-
ralstaatsanwaltschaft argumentiert, lässt sich aber aus der vom Beschuldigten be-
zahlten Ordnungsbusse aus der Übertretung im Kanton Schwyz nicht viel über sei-
ne damalige Lenkereigenschaft ableiten. Aufgrund der im Ordnungsbussenbereich 
gesetzlich verankerten Halterhaftung bei unbekanntem Fahrzeugführer (vgl. Art. 6 
Abs. 1 des Ordnungsbussengesetzes [OBG; SR 741.03]) ist die Bezahlung der 
Busse durch den Halter auch dann nachvollziehbar, wenn dieser nicht selber ge-
fahren ist.

Die rückwirkende Randdatenerhebung bezüglich des Mobiltelefons des Beschul-
digten, welches er den eigenen Angaben zufolge nur selber nutzt und nicht ausleiht 
(pag. 61, Z. 150 ff.), ergab, dass dieses am 4. Juli 2016 um 11:20 Uhr mit einer 
Mobilfunkantenne in Hergiswil/NW verbunden war, um 11:32 Uhr mit einer in Gisi-
kon/LU und dann um 11:54 Uhr mit einer solchen in D.________ (pag. 65). Zu die-
sen Zeiten muss sich das Mobiltelefon des Beschuldigten und damit mit grosser 
Wahrscheinlichkeit auch er selber in der Nähe der für die eingehenden (in 
D.________ auch für ein ausgehendes) SMS benutzten Antennen befunden haben 
(vgl. die Legende zu der Auswertung auf der CD-ROM auf pag. 105). Wie die Ge-
neralstaatsanwaltschaft zutreffend festhält, ist aus der innert rund einer halben 
Stunde zurückgelegten Strecke von Hergiswil nach D.________ zu schliessen, 
dass der Beschuldigte motorisiert unterwegs war. Die um 11:37 Uhr auf der A4 
Richtung Schwyz festgestellte Geschwindigkeitsübertretung wurde offenbar in 
Risch/SZ begangen (vgl. Nachtragsbericht der Kantonspolizei Zug, pag. 40 [beim 
Verweis auf Beilage 03]). Diese Ortschaft liegt mitten auf der Route zwischen Her-
giswil via A14 und A4 nach D.________ auf dem Autobahnabschnitt entlang des 
Zugersees (vgl. pag. 64) und stimmt zeitlich mit den Antennenverbindungen, insbe-
sondere mit der nur fünf Minuten davor erfolgten Verbindung mit der Antenne im 
nahen Gisikon (Bahnhof) exakt überein. Dies lässt keine Zweifel mehr offen, dass 
der Beschuldigte der Motorradfahrer war, der in Risch geblitzt wurde. Dieser 
Schluss wird zudem dadurch bestätigt, dass auf der Nahaufnahme des Kopfes des 
damals aufgenommenen Radarbilds (pag. 35, noch besser ersichtlich auf dem qua-
litativ besseren elektronischen Bild auf der CD-ROM auf pag. 87) eine ausgeprägte 
Ähnlichkeit mit dem Beschuldigten auszumachen ist (vgl. zum Vergleich das auf 
der CD-ROM auf pag. 313 vorhandene Passfoto des Beschuldigten).

Der Beschuldigte fuhr also um ca. 11:20 Uhr von Hergiswil via Gisikon und Risch 
nach D.________, wo er um ca. 11:54 Uhr ankam – unterwegs mit demselben Mo-
torrad und ausgestattet mit derselben Ausrüstung (Helm und Jacke), wie es der 
Motorradfahrer war, der rund zwei Stunden zuvor um 9:41 Uhr die Sustenstrasse 
mit stark überhöhter Geschwindigkeit befahren hatte. Die Stationen Hergiswil, Gisi-

14

kon und Risch liegen genau auf dem letzten Abschnitt der Strecke von Gadmen via 
Brünigpass nach D.________. Von der Kontrolle in Gadmen bis zur Ankunft des 
Beschuldigten in D.________ verging zwar vorliegend etwas mehr Zeit, als die rei-
ne, gemäss gängigen Routenplanern ca. 1.5 Stunden betragende Fahrzeit. Die 
Abweichungen könnten etwa darauf zurückzuführen sein, dass der Beschuldigte 
einen Umweg fuhr und/oder – was bei der mehrstündigen Fahrt, zumal um diese 
Zeit am Vormittag sogar wahrscheinlich erscheint – eine Pause einlegte. Diesen 
geringfügigen Unsicherheiten über den genauen Ablauf der Fahrt zum Trotz lassen 
die geografischen und zeitlichen Übereinstimmungen keine Zweifel daran offen, 
dass der Beschuldigte der in Gadmen geblitzte Motorradlenker war. Insbesondere 
wäre völlig abwegig und kann – wie die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend 
festhält – ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte von einem Dritten ir-
gendwo unterwegs zwischen Sustenpass und Hergiswil das Fahrzeug und die – im 
Hochsommer bei strahlendem Sonnenschein – wohl verschwitzte Motorradbeklei-
dung übernommen hätte, um letztere dann selber anzuziehen und mit seinem Mo-
torrad via Risch zurück nach D.________ zu fahren. Demgegenüber stellt die mut-
masslich befahrene Rundroute via A4 über Arth nach Flüelen und dann via A2 wei-
ter nach Wassen über den Sustenpass und via Meiringen über den Brünigpass 
vorbei an Hergiswil und Gisikon wieder zurück nach D.________ (vgl. pag. 64) eine 
gerade an schönen Hochsommertagen reizvolle Motorradtour dar. Die beweiswür-
digenden Überlegungen der Vorinstanz zum möglichen Fahrweg des Beschuldig-
ten erweisen sich damit als weit mehr denn als blosse Mutmassungen. Entgegen 
der Argumentation der Verteidigung lassen die Erkenntnisse der rückwirkenden 
Randdatenerhebung im Kontext der weiteren Beweismittel keinen anderen Schluss 
zu, als dass der Beschuldigte der Motorradlenker war, der am 4. Juli 2016 um 
9:41 Uhr auf der Sustenstrasse mit stark erhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. 

Die beschuldigte Person ist nicht zur Aussage verpflichtet. Ihr Schweigen schliesst 
aber die Täterschaft keineswegs aus, wenn diese nicht zweifelhaft ist (z.B. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_515/2014 vom 26. August 2014 E. 3). Nachdem die Täter-
schaft des Beschuldigten aufgrund der objektiven Beweismittel ausser Zweifel 
steht, ist auch nicht zu beanstanden, dass sich die Vorinstanz nicht noch im Detail 
den wenigen Aussagen, die der Beschuldigte zu diesem Vorfall machte, ange-
nommen hat. Seine pauschale Bestreitung der Täterschaft ist ebenso widerlegt und 
als Schutzbehauptung zu werten, wie die Aussage, damals mehr oder weniger den 
ganzen Tag über zuhause gewesen zu sein.

7.4.3 In Bezug auf die eine Woche darauf in Merligen festgestellte Geschwindigkeits-
überschreitung bestehen keine Verbindungsdaten, die eine Lenkeridentifikation zu-
lassen würden. Der Lenker fuhr mit dem identischen – auf den Beschuldigten ein-
getragenen und bei diesem später sichergestellten – Motorrad, mit dem der Be-
schuldigte noch am 4. Juli 2016 im Berner Oberland geblitzt worden war, und zwar 
mit derselben Jacke und demselben Helm (E. 7.4.1 oben, vgl. insbesondere die 
Vergleichsbilder [Front- und Heckaufnahme] auf der CD-ROM auf pag. 313). Darü-
ber hinaus ist auf dem schwarzweissen Radarfoto (pag. 10) zu erkennen, dass der 
Fahrer dunkle Handschuhe trägt, die handrückenseitig und bei den Fingern farblich 
abweichende, hellere Schutzflächen aufweisen, wie dies bei den beim Beschuldig-
ten sichergestellten Handschuhen der Fall ist (vgl. pag. 82, vgl. ferner pag. 34, wo 

15

diese Handschuhe ebenfalls zu erkennen sind). Schon aufgrund dieser Überein-
stimmungen müssten im Ergebnis etwas gar viele Zufälle vorliegen, wenn nicht der 
Beschuldigte, sondern ein (nicht näher genannter) Dritter mit Zugriff auf Fahrzeug 
und Ausrüstung identisch ausgestattet, insbesondere mit der ihm genauso gut pas-
senden Ausrüstung, unterwegs gewesen sein soll. Dies zumal der Beschuldigte 
selber angab, dass sich in der Garage 8 bis 10 verschiedene Helme befunden hät-
ten (von denen aber auf den Fotos der Garage in den Akten [pag. 78 f., 87] nichts 
zu sehen ist).

Hinzu kommt, wie die Vorinstanz zu Recht anführte, dass der auf den Radarbildern 
abgelichtete Fahrer von der Statur her dem Beschuldigten entspricht. Der massige 
Körperbau und die Haltung erscheinen den anderen Radaraufnahmen des motor-
radfahrenden Beschuldigten ausgesprochen ähnlich (vgl. pag. 27 ff. und 34 f.; fer-
ner pag. 42 ff., wo, wie noch zu zeigen sein wird [E. 8.4.3 unten], ebenfalls der Be-
schuldigte abgebildet ist). Schliesslich sind – entgegen der Argumentation der Ver-
teidigung – auf dem vergrösserten, helleren Bild vom 11. Juli 2016 durch das Visier 
hindurch sehr wohl die Gesichtszüge des Fahrers im Bereich von Nase und Augen 
erkennbar (auf der CD-ROM auf pag. 313). Insbesondere die ähnliche Nasenpartie 
– die breiten Nasenflügel und der eher kurze Abstand von Nasenspitze bis zur Au-
genhöhe – deutet darauf hin, dass es sich beim Fahrer um den Beschuldigten han-
delt. Diese Übereinstimmungen kommen noch deutlicher zum Vorschein, wenn 
man das Bild mit der Kopfansicht aus der Radaraufnahme der Übertretung vom 
4. Juli 2016, die erwiesenermassen den Beschuldigten zeigt, vergleicht (vgl. 
pag. 35, klarer ersichtlich auf dem qualitativ besseren und etwas helleren elektroni-
schen Bild auf der CD-ROM auf pag. 87). Insgesamt hegt die Kammer – wie schon 
die Vorinstanz – bei dieser klaren Indizienlage keine Zweifel daran, dass der Be-
schuldigte der abgebildete Fahrer ist.

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das Recht des Beschuldigten, die Aussa-
ge zu verweigern, nicht bedeutet, dass das Gericht daraus keine Schlüsse ziehen 
darf. Vielmehr kann der Umstand, dass sich der Beschuldigte auf sein Aussage- 
und Mitwirkungsverweigerungsrecht beruft, dann in die Beweiswürdigung miteinbe-
zogen werden, wenn sich der Beschuldigte weigert, zu seiner Entlastung erforderli-
che Angaben zu machen, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Be-
weiselemente vernünftigerweise erwartet werden dürfte (Urteile des Bundesge-
richts 6B_1009/2017 vom 26. April 2018 E. 1.4.2, 6B_1/2013 vom 4. Juli 2017 
E. 1.5 und 6B_453/2011 vom 20. November 2011 [Pra 90 (2001) Nr. 110] E. 3 un-
ter Hinweis auf das Urteil des EGMR i.S. Murray c. Vereinigtes Königreich). Wie 
erwähnt ergaben sich im vorliegenden Strafverfahren gleich mehrere schlüssige 
und deutliche Anhaltspunkte dafür, dass es der Beschuldigte war, der die Ge-
schwindigkeitsüberschreitung vom 11. Juli 2016 (genauso wie schon diejenige am 
4. Juli 2016) begangen hatte. Angesichts dieser erklärungsbedürftigen Tatumstän-
de, die dem Beschuldigten auch mehrfach vorgehalten wurden, hätte vernünftiger-
weise erwartet werden dürfen, dass er die zu seiner Entlastung erforderlichen An-
gaben machen würde, wenn denn solche bestanden hätten. Seine wenigen Aussa-
gen dazu beschränkten sich aber auf ein pauschales Bestreiten und den unspezifi-
schen Hinweis, wonach auch andere Personen Zugang zu seiner Garage und da-
mit zu Motorrad und Ausrüstung gehabt hätten. Irgendwelche Erläuterungen über 

16

die Umstände, wie jemand anderes oder wer konkret hätte gefahren sein können, 
blieb er aber schuldig. Abgesehen davon, dass die Fahrereigenschaft des Be-
schuldigten schon aufgrund der erwähnten Indizien unzweifelhaft erscheint, lässt 
das Aussageverhalten des Beschuldigten jedenfalls keine Zweifel an diesem 
Schluss aufkommen.

7.4.4 Aus den Radarbildern ist gut zu erkennen, dass sich beide Vorfälle auf relativ gera-
den Strassenabschnitten bei trockener Strasse und guten Sichtverhältnissen ereig-
neten. Auf dem einsehbaren Bereich der Strasse befanden sich in beiden Fällen 
weder vor und hinter dem Beschuldigten noch auf der Gegenfahrbahn weitere Ver-
kehrsteilnehmer. Über die damals konkret herrschenden Verkehrsverhältnisse lässt 
sich ansonsten nichts aus den Akten entnehmen. Die Generalstaatsanwaltschaft 
weist aber zu Recht darauf hin, dass an einem Schönwettertag während der Som-
merferienzeit, zumal nicht zu einer Randzeit, sondern am Vormittag, auf den 
Schweizer Alpenpässen generell mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. 
Ebenso ist an einem schönen Sommertag um 10:52 Uhr auch am rechten Thuner-
seeufer mit (Gegen-)Verkehr zu rechnen. Abgesehen von dieser Präzisierung hin-
sichtlich der in der Anklageschrift als rege bezeichneten Verkehrsverhältnisse er-
weisen sich die beiden angeklagten Sachverhalte als erstellt:

Der Beschuldigte überschritt am 4. Juli 2016 um 9:41 Uhr in Gadmen auf der Sus-
tenstrasse in Fahrtrichtung Innertkirchen mit dem Motorrad Yamaha ________ mit 
dem Kontrollschild ________ auf trockener, gerader Strasse bei guten Sicherver-
hältnissen die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts wissent-
lich und willentlich um 67 km/h. Unmittelbar vor und hinter dem Beschuldigten be-
fanden sich keine weiteren Verkehrsteilnehmer, es war jedoch mit erhöhtem Ver-
kehrsaufkommen zu rechnen. Am 11. Juli 2016 um 10:52 Uhr überschritt der Be-
schuldigte mit demselben Motorrad erneut wissentlich und willentlich die allgemei-
ne Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts, diesmal in Merligen (Gemeinde 
Sigriswil) auf der Seestrasse in Fahrtrichtung Thun auf trockener, gerader Strasse 
und bei guten Sichtverhältnissen um 38 km/h. Auch hier war mit (Gegen-)
Verkehr zu rechnen.

8. Zu den weiteren vorgeworfenen Widerhandlungen gegen das Strassenver-
kehrsgesetz (SVG; SR 741.01)

8.1 Vorwürfe gemäss Ziff. I.4 und I.5 der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift weiter zum einen der Missbrauch von 
Ausweisen und Schildern und zum anderen Fahren ohne Fahrzeugausweis und 
Haftpflichtversicherung zur Last gelegt. Zusammengefasst wird ihm vorgeworfen, 
die Fahrgestellnummer des erworbenen und per 5. Juni 2013 exmatrikulierten Mo-
torrads Yamaha ________ (Typ) (E.________ (Fahrgestellnummer)) dergestalt ab-
geändert zu haben, dass diese mit der Nummer des in seinem Besitz befindlichen 
zweiten typengleichen Motorrads (Fahrgestellnummer C.________) identisch ge-
wesen sei. Er soll das Kontrollschild ________ für das rechtmässig eingelöste Mo-
torrad an das Motorrad mit der falschen Fahrgestellnummer montiert und ansch-
liessend das Motorrad mit der falschen Fahrgestellnummer am 11. August 2015 um 
9:56 Uhr in Rickenbach/SZ in Verkehr gesetzt haben, obschon für dieses exmatri-

17

kulierte Fahrzeug weder ein Fahrzeugausweis noch eine Haftpflichtversicherung 
bestanden habe.

8.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte Halter des Motorrads mit dem Kontroll-
schild ________ und Fahrgestellnummer C.________ war (vgl. pag. 58, Z. 42 ff. 
sowie den Fahrzeugausweis in den Akten). Dieses Motorrad befand sich genauso 
wie ein typengleiches Motorrad im Besitz und Eigentum des Beschuldigten. Im Üb-
rigen hat der Sachverhalt als bestritten zu gelten, da der Beschuldigte die Aussa-
gen dazu verweigerte (vgl. pag. 61, Z. 138; pag. 62, Z. 183 und 189; pag. 208, 
Z. 42). Mit Blick auf die Vorbringen der Verteidigung ist vor allem strittig, ob der Be-
schuldigte im Tatzeitpunkt überhaupt mit einem Motorrad unterwegs war, wenn ja, 
mit welchem und welches Kontrollschild daran angebracht war.

8.3 Beweismittel

Für die Sachverhaltsermittlung ist zunächst der Nachtragsbericht der Zuger Polizei 
vom 10. August 2016 (pag. 36 ff.) von Bedeutung, der im Zusammenhang mit den 
rechtshilfeweise durchgeführten Ermittlungen zu den beiden Geschwindigkeits-
überschreitungen vom 4. und 11. Juli 2016 erstellt wurde. Demnach wurden auch 
in den umliegenden Kantonen Anfragen getätigt. Dabei habe sich herausgestellt, 
dass ein Motorrad mit dem Kennzeichen ________ im Kanton Schwyz anlässlich 
einer Geschwindigkeitsüberschreitung im Ordnungsbussenbereich aufgezeichnet 
worden sei (pag. 40). Die entsprechenden (farbigen) Radarfotos in der Beilage zum 
Bericht zeigen einen Motorradfahrer schräg von vorne und schräg von hinten 
(pag. 42 ff.).

Gemäss einer Akten- und Telefonnotiz der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern 
vom 24. November 2016 erkundigte sich diese beim Fachdienst Verkehr der Kan-
tonspolizei Schwyz nach der vorerwähnten Übertretung (pag. 49). Auf dieses Kon-
trollschild sei eine am 11. August 2015 um 9:56 Uhr in Rickenbach begangene Ge-
schwindigkeitsüberschreitung im System vorhanden. Die Ordnungsbusse von 
CHF 100.00 sei bezahlt worden.

Als weitere objektive Beweismittel liegen die sichergestellte Motorradbekleidung 
(Jacke, Helm und Handschuhe; Abbildungen auf pag. 80 ff.) sowie die beiden si-
chergestellten typengleichen Motorräder vor, beide mit derselben Fahrgestellnum-
mer C.________ (vgl. pag. 85), das eine mit zwei violetten Felgen und das andere 
mit einer dunklen Vorder- und einer gelben Hinterradfelge (vgl. pag. 82 f. und 83).

In den Akten befinden sich sodann zwei Fahrzeugausweise für Motorräder dieses 
Typs im Original (Abbildungen auf pag. 45 f.). Das eine Dokument für das Motorrad 
mit der Fahrgestellnummer C.________ und dem Kennzeichen ________ lautet 
auf den Beschuldigten. Dasjenige für das Motorrad mit Fahrgestellnummer 
E.________, lautend auf F.________, ist mit einem Stempel des Strassenver-
kehrsamts des Kantons Zürich vom 5. Juni 2013 versehen, mit dem Hinweis, den 
Ausweis bitte dem neuen Fahrzeughalter zu übergeben.

Wie bereits erwähnt, verweigerte der Beschuldigte seine Aussage zu diesen Vor-
würfen. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. November 2016 wies 

18

er beim Verlesen des Protokolls indes darauf hin, dass die Motorräder in zwei 
Stunden umgebaut seien, man also gar nicht sagen könne, welches Motorrad da-
mals wie zusammengebaut gewesen sei. In der Garage habe es ca. sechs Moto-
ren, mehrere Verschalungen und mehrere Felgen, weshalb es Irrsinn sei zu be-
haupten, genau dieses Motorrad sei so und so zusammengebaut gewesen 
(pag. 60, Z. 124 ff.).

8.4 Würdigung der Kammer

8.4.1 Der für ungültig erklärte Fahrzeugausweis für das beim Beschuldigten sicherge-
stellte Motorrad mit den violetten Felgen und der dunkelblau, violett, rot und weiss 
gehaltenen Verschalung lautet auf F.________, von dem der Beschuldigte das Mo-
torrad offenbar erworben hat (pag. 45, vgl. insb. das handschriftlich darauf ange-
brachte «A.________»). Im Zuge des Eigentümerwechsels wurde dieses Fahr-
zeug, das damals gemäss Fahrzeugausweis noch die Fahrgestellnummer 
E.________ trug, per 5. Juni 2013 exmatrikuliert. Eine erneute Inverkehrsetzung ist 
nie erfolgt. Stattdessen trägt das Motorrad neu die Fahrgestellnummer 
C.________, also genau die gleiche Nummer, wie das offiziell unter der Kontroll-
schildnummer ________ auf den Beschuldigten immatrikulierte typengleiche Motor-
rad mit der gelben Hinterradfelge und der weiss-roten Verschalung (vgl. pag. 46). 
Beim erwähnten Kontrollschild handelt es sich nicht um ein Wechselnummern-
schild, d.h. es gilt ausschliesslich für das Motorrad mit der rot-weissen Verschalung 
gemäss Fahrzeugausweis. Am 11. August 2015 verfügte das Motorrad mit den vio-
letten Felgen also über keine Verkehrszulassung, das Kontrollschild ________ war 
für ein anderes Fahrzeug bestimmt und somit bestand in jenem Zeitpunkt auch kei-
ne Versicherungsdeckung.

8.4.2 Aus dem Nachtragsbericht der Kantonspolizei Zug geht hervor, dass die beiden 
Radarbilder der Geschwindigkeitsübertretung im Kanton Schwyz (pag. 42 ff.) von 
der Kantonspolizei Schwyz stammen (vgl. pag. 40 f., insb. den Hinweis auf Beila-
ge 08). Die auf dieser Seite angebrachten Zusätze («Uebertretung durch 
A.________ im Jahre 2015 im Kanton Schwyz» und «In den Kantonen AG / LU / 
OW / NW und UR ist das Motorrad nicht verzeichnet.») wurden offenbar von der 
Kantonspolizei Zug hinzugefügt, wobei die Information, dass es um einen Vorfall 
aus dem Jahr 2015 geht, ebenfalls auf Informationen der Schwyzer Kantonspolizei 
basieren muss. Dem war gemäss Bericht eine Anfrage der Kantonspolizei Zug an 
die angrenzenden Kantone vorausgegangen, ob bei ihnen das Kontrollschild 
________ registriert sei. Die von der Kantonspolizei Schwyz übermittelten Aufnah-
men – die genau das beim Beschuldigten sichergestellte Motorrad zeigen (vgl. 
nächster Absatz) – wurden also aufgrund des Kontrollschilds zugeordnet. Dies 
bestätigten auch die späteren Abklärungen der Staatsanwaltschaft bei den zustän-
digen Schwyzer Polizeibehörden, wo darüber hinaus der genaue Zeitpunkt 
(11. August 2015 um 9:56 Uhr) und Tatort (Rickenbach) der Geschwindigkeits-
überschreitung in Erfahrung gebracht werden konnte (pag. 49). Die mündlichen 
Auskünfte der zuständigen Schwyzer Behörden über den in ihren Systemen enthal-
tenen Eintrag bestätigen die entsprechenden Angaben im polizeilichen Bericht und 
ergänzen sie hinsichtlich Tatzeit und Tatort. Weshalb die Bildaufnahmen und die 
Telefon-/Aktennotiz der Staatsanwaltschaft vorliegend beweismässig nicht verwen-

19

det werden sollen, ist nicht ersichtlich. Bei der damaligen Geschwindigkeitsüber-
schreitung wurde das auf den Beschuldigten eingelöste Kontrollschild festgestellt 
und die Ordnungsbusse an den entsprechenden Fahrzeughalter adressiert. Die 
Busse wurde sodann beglichen (vgl. pag. 49). Auch wenn die Kontrollschildnum-
mer auf den ausgedruckten Bildern in den Akten nicht erkennbar ist, ist damit ent-
gegen der Auffassung der Verteidigung erwiesen, dass das auf den Aufnahmen 
abgebildete Motorrad mit dem Kontrollschild ________ versehen war.

Auf den Radaraufnahmen (pag. 42 ff.) ist gut zu erkennen, dass es sich dabei um 
das sichergestellte Motorrad mit den violetten Felgen und der weiss-blau-violetten 
Verschalung handeln muss (vgl. pag. 82 f. sowie Bilder der sichergestellten Fahr-
zeuge auf der CD-ROM auf pag. 87). Dieser Schluss hält auch einem näheren 
Vergleich der auf den Abbildungen erkennbaren Fahrzeugteile stand. Neben über-
einstimmenden Verschalungskomponenten (Farbe, Muster, Umrisse) und gleicher 
Felgenfarbe sind etwa auch die Front- und Rückseite des Motorrads, die beiden an 
der Windschutzscheibe befestigten weissen Seitenspiegel, die Leuchtvorrichtun-
gen, insbesondere die auffälligen, seitlich vorstehenden Blinklichter vorne und hin-
ten, der Auspuff sowie die Hinterradaufhängung identisch. Gleich mehrere dieser 
äusserlich erkennbaren Merkmale sind beim typengleichen Motorrad mit der gelben 
Hinterradfelge etwas anders ausgestaltet. Neben den Unterschieden bei Felgenfa-
rbe und Verschalung hat dieses keine weissen Seitenspiegel und keine seitlich 
vorstehende Blinklichter, der Auspuff verläuft in leicht steilerem Winkel und etwas 
weiter nach oben und die Hinterradaufhängung ist sichtbar anders geformt (vgl. da-
zu insb. die Bilddateien «MR violette Hinterfelge (2).JPG» und «MR gelbe Hinter-
felge (2).JPG» auf der CD-ROM auf pag. 87). Anders als die Verteidigung sugge-
riert, sind es also bei weitem nicht nur die Farben von Felgen und Verschalung, die 
darauf hindeuten, dass es sich beim sichergestellten Motorrad (mit den violetten 
Felgen) – nicht nur äusserlich, sondern auch «innerlich» – um das auf dem Radar-
bild abgebildete handelt. Zweifel an diesem Schluss ergeben sich auch nicht alleine 
daraus, dass sich die Motorräder umbauen lassen und – wie es der Beschuldigte 
unter dem Druck der zusehends belastenden Indizien gegenüber der Staatsanwalt-
schaft unspezifisch und pauschal als angeblich nicht auszuschliessende Möglich-
keit darstellte – das Motorrad damals theoretisch anders zusammengebaut gewe-
sen sein könnte. Es erscheint zwar gut möglich, dass der Beschuldigte regelmässig 
an den Motorrädern schraubte und dabei auch einzelne Komponenten der typen-
gleichen Maschinen veränderte. Entsprechend sind auf den anlässlich der Haus-
durchsuchung in seinem Garagenkeller gemachten Fotoaufnahmen weitere (aller-
dings farblich abweichende) Verschalungselemente sowie ein dritter – gemäss po-
lizeilichen Abklärungen seit 2012 ausser Verkehr gesetzter (pag. 40) – Motorrad-
rahmen im Rohbau zu erkennen (pag. 79). Vorliegend wurden jedoch zwei kom-
plett zusammengesetzte Motorräder vorgefunden, deren äussere Ausstattung eins 
zu eins zu den festgestellten und mittels Radarbildern festgehaltenen SVG-
Widerhandlungen passen. Dabei präsentierte sich mit der auf den Radarbildern 
(pag. 42) gut erkennbaren Hinterradaufhängung ein nicht nur oberflächliches, son-
dern tragendes, mit dem Fahrgestell direkt verbundenes Element exakt wie auf den 
Radaraufnahmen. Dass die Fahrt am 11. August 2015 im kompletten «Gewand», 
exakt mit Auspuff und Hinterradaufhängung des später vollständig zusammenge-

20

setzt beschlagnahmten Motorrades mit den violetten Felgen, jedoch gleichzeitig mit 
einem anderem Fahrgestell erfolgte, ist unter diesen Umständen mehr als abwegig 
und kann ausgeschlossen werden. Dies zumal genau das Fahrgestell (mit der ori-
ginalen Nummer C.________) – für welches Fahrzeugausweis, Kontrollschild und 
Haftpflichtversicherung galten – hätte darin verbaut sein müssen, welches später 
im ebenfalls komplett zusammengesetzten Motorrad mit der gelben Hinterradfelge 
eingebaut war. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb der Beschuldigte das 
Fahrgestell mit der (originalen) Fahrgestellnummer weitestgehend mit den – farb-
lich den Angaben im Fahrzeugausweis widersprechenden – Komponenten des 
ausser Verkehr gesetzten Motorrads hätte bestücken und auf öffentlichen Strassen 
verwenden sollen. Die auf die Fahrgestellnummer des immatrikulierten Fahrzeugs 
abgeänderte Fahrgestellnummer des exmatrikulierten Motorrads bringt denn auch 
zum Ausdruck, dass letzteres im Strassenverkehr verwendet werden sollte. Dies 
unter Vorspiegelung der gültigen Verkehrszulassung und gleichzeitiger Ersparnis 
der entsprechenden Abgaben, wie es vorliegend dann auch geschehen ist. 
Schliesslich war es vorliegend der Beschuldigte selber, der der Polizei am 8. Au-
gust 2016 den annullierten Fahrzeugausweis überbrachte und angab, es handle 
sich um den Ausweis für das zweite Motorrad (dasjenige mit den violetten Felgen, 
vgl. pag. 39).

Auch wenn die Fahrgestellnummer auf den Radaraufnahmen selbstredend nicht zu 
erkennen ist, bestehen nach dem Gesagten insgesamt keine ernsthaften Zweifel 
daran, dass es das später beim Beschuldigten sichergestellte Motorrad mit der vio-
letten Felgen war, das am 11. August 2015 mit der zuvor daran angebrachten Kon-
trollschildnummer ________ in Verkehr gesetzt worden war.

8.4.3 In Bezug auf die Frage, wer der auf den Radaraufnahmen abgebildete Motorrad-
fahrer (pag. 42 ff.) war, der das exmatrikulierte Motorrad am 11. August 2015 im 
Verkehr einsetzte, deuten gewichtige Indizien auf den Beschuldigten hin. Das dem 
Beschuldigten gehörende Fahrzeug wurde später bei ihm aufgefunden und war 
damals mit dem auf ihn lautenden Kontrollschild unterwegs. Darüber hinaus trägt 
der abgebildete Fahrer dieselbe Jacke, die der Beschuldigte dann auch bei seinen 
Geschwindigkeitsüberschreitungen vom 4. und 11. Juli 2016 trug, und die später 
bei ihm sichergestellt wurde (pag. 80; vgl. dazu E. 7.4.1 oben). Zudem ist auf der 
vergrösserten Frontaufnahme (pag. 44) zu erkennen, dass der getragene Hand-
schuh dunkel ist, handrückenseitig versehen mit helleren, golden schimmernden 
Schutzflächen. Dies entspricht den Handschuhen, die der Beschuldigte am 4. (vgl. 
pag. 34) und 11. Juli 2016 (vgl. pag. 10) trug und sodann in der von ihm gemieteten 
Kellergarage sichergestellt werden konnten (vgl. pag. 82). Vergleicht man die Ra-
daraufnahmen vom 11. August 2015 mit den anderen Fotos in den Akten, die den 
motorradfahrenden Beschuldigten zeigen (pag. 10, 27 ff., 34; digital auf den CD-
ROMs auf pag. 87 und 313), sind ausgeprägte Ähnlichkeiten in Statur, Körperbau 
und Haltung auszumachen. Am 11. August 2015 trug der Fahrer einen etwas ande-
ren Helm mit offener Kinnpartie und ohne abdunkelndes Visier. Dadurch ist trotz 
des leicht verschwommenen Bildes rudimentär die Gesichtspartie zu erkennen (vgl. 
pag. 44). Auch hier zeigen sich, vor allem in der Nasenpartie, aber auch bei den 
breiten Wangen, Übereinstimmungen mit den weiteren Kopfaufnahmen des Be-
schuldigten in den Akten (vgl. insb. Kopfbilder auf der CD-ROM auf pag. 313). Den 

21

Radaraufnahmen kann schliesslich entnommen werden, dass der Fahrer rund um 
den Mund einen kurz gehaltenen, gräulich-weissen Bart aufwies. Dies stimmt mit 
der Farbe des Dreitagebarts auf dem Passfoto des Beschuldigten in den Akten 
(vgl. pag. 313) überein. Insgesamt bestehen bei dieser Indizienlage für die Kammer 
keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte am 11. August 2015 der Motorradlen-
ker war.

8.4.4 Die beiden Sachverhalte gemäss Anklageschrift sind damit grundsätzlich erstellt. 
Zu präzisieren ist, dass nicht näher bekannt – aber vorliegend nicht weiter von Be-
deutung – ist, wie es genau zur Änderung der Fahrgestellnummer des Motorrades 
mit den violetten Felgen kam. Fest steht aber, dass die individuelle Fahrgestell-
nummer des vom Beschuldigten erworbenen und per 5. Juni 2013 exmatrikulierten 
Motorrads Yamaha ________ (mit den violetten Felgen und der weiss-blauen Ver-
schalung gemäss Fahrzeugausweis) so abgeändert war, dass sie mit derjenigen 
des ebenfalls im Besitz des Beschuldigten befindlichen typengleichen und recht-
mässig eingelösten Motorrads (mit der gelben Hinterradfelge und weiss-roten Ver-
schalung gemäss Fahrzeugausweis), für welches das Kontrollschild ________ 
ausschliesslich bestimmt war, übereinstimmte. Am 11. August 2015 um 9:56 Uhr 
fuhr der Beschuldigte mit dem Motorrad mit der abgeänderten Fahrgestellnummer 
ohne Verkehrszulassung, ohne Haftpflichtversicherung und versehen mit dem nicht 
dafür bestimmten Kontrollschild ________ in Rickenbach auf einer öffentlichen 
Strasse.

III. Rechtliche Würdigung

9. Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung

9.1 Theoretische Grundlagen

Der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG macht 
sich schuldig, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das 
hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, nament-
lich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, 
waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Mo-
torfahrzeugen. Art. 90 Abs. 4 SVG sieht vor, dass Abs. 3 der Bestimmung unter 
anderem dann «in jedem Fall» erfüllt ist, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
um mindestens 60 km/h überschritten wird, wo die Höchstgeschwindigkeit höchs-
tens 80 km/h beträgt.

Es kann grundsätzlich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu diesen 
Bestimmungen verwiesen werden (vgl. pag. 244 f., S. 13 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Ergänzend dazu ist auf die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung zu Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG hinzuweisen: Demnach verletzt derjenige, der 
die in Art. 90 Abs. 4 SVG festgelegten Schwellenwerte überschreitet, stets elemen-
tare Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG (BGE 143 IV 508 E. 1.1). Eine sol-
che Geschwindigkeitsüberschreitung schafft grundsätzlich auch ein hohes Risiko 
eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern im Sinne dieser Bestimmung. 
Dabei handelt es sich allerdings um eine in aussergewöhnlichen Umständen wider-

22

legbare Vermutung (BGE 143 IV 508 E. 1.6; Urteil des Bundesgerichts 
6B_1084/2018 vom 21. November 2018 E. 2.1). Bereits zuvor hat das Bundesge-
richt geklärt, dass die Überschreitung dieser Schwellenwerte zur ebenfalls wider-
legbaren Vermutung führt, dass der subjektive Tatbestand der qualifiziert groben 
Verkehrsregelverletzung erfüllt ist (BGE 142 IV 137 [= Pra 2017 Nr. 42] E. 11.2). 
Dem Gericht soll aber ein Ermessenspielraum nicht genommen werden, um gewis-
se Verhaltensweisen zu beurteilen, die den objektiven Tatbestand der qualifiziert 
groben Verkehrsregelverletzung erfüllen, ohne indessen den Vorsatz zu beinhalten. 
Gedacht wird dabei an technische Defekte des Fahrzeugs, äusserliche Drucksitua-
tionen, eine Notfallfahrt oder Situationen, in denen eine Geschwindigkeitsbe-
schränkung unwahrscheinlich oder nur schwer erkennbar war (BGE 142 IV 137 
E. 10.1). Grundsätzlich ist damit davon auszugehen, dass der Täter durch die Be-
gehung einer Geschwindigkeitsüberschreitung in einer Grössenordnung, die die 
Schwellenwerte von Art. 90 Abs.4 SVG erreicht, für möglich hält und zumindest in 
Kauf nimmt, einerseits gegen grundlegende Verkehrsregeln zu verstossen und an-
dererseits ein hohes Unfallrisiko, das zu Schwerverletzten oder zu Todesopfern 
führen könnte, einzugehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_592/2018 vom 
13. August 2018 E. 3.1.2 und 6B_1084/2018 vom 21. November 2018 E. 2.3.1).

9.2 Subsumtion

Der Beschuldigte fuhr mit seinem Motorrad am 4. Juli 2016 mit einer effektiven Ge-
schwindigkeit von 147 km/h, womit er die allgemeine Höchstgeschwindigkeit aus-
serorts (Art. 4a Abs. 1 Bst. a der Verkehrsregelnverordnung [VRV; 741.11]) um 
67 km/h und damit die in Art. 90 Abs. 4 Bst. b SVG vorgesehene Grenze klar über-
schritt. Er verletzte damit elementare Verkehrsregeln. Eine derart massive Ge-
schwindigkeitsüberschreitung auf einer nicht richtungsgetrennten Strasse führt im 
Allgemeinen zu einem hohen Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten und To-
desopfern. Aussergewöhnliche Umstände, dass dies vorliegend anders gewesen 
wäre, liegen nicht vor. Insbesondere diente die auf der nicht richtungsgetrennten 
Ausserortsstrecke generell geltende Höchstgeschwindigkeit der Verkehrssicherheit. 
Zudem hat die Vorinstanz schlüssig und zutreffend dargelegt, weshalb die massive 
Geschwindigkeitsüberschreitung trotz der überblickbaren Strasse und der günsti-
gen Fahrbedingungen ein (abstraktes) hohes Unfallrisiko mit fatalen möglichen 
Folgen für den Beschuldigten und andere, vor allem entgegenkommende Verkehrs-
teilnehmer zur Folge hatte (pag. 246, S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Dem schliesst sich die Kammer vollumfänglich an.

Auch was die Beurteilung des subjektiven Tatbestandes anbelangt, teilt die Kam-
mer die Einschätzung der Vorinstanz, wonach der Beschuldigte die zulässige Ge-
schwindigkeit wissentlich und willentlich krass überschritt und dadurch seine 
Gleichgültigkeit in Bezug auf die möglichen gravierenden Unfallfolgen offenbarte. 
Zu recht weist die Generalstaatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang darauf hin, 
dass auf den Schweizer Alpenpässen an einem Schönwettertag während der 
Sommerferienzeit –, zumal nicht zu einer Randzeit, sondern mitten am Vormittag – 
generell mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Der Beschuldigte konn-
te vorliegend in keiner Weise davon ausgehen, dass durch seinen Geschwindig-
keitsexzess keine Personen bzw. Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Ihm 

23

schien diese Gefahr in jenem Moment völlig gleichgültig zu sein, womit er eventua-
lvorsätzlich handelte. Damit ist auch der subjektive Tatbestand der qualifiziert gro-
ben Verkehrsregelverletzung erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgrün-
de sind nicht ersichtlich.

Der Beschuldigte hat sich der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung schuldig 
gemacht, begangen am 4. Juli 2016 um 9:41 Uhr in Gadmen (Gemeinde Innertkir-
chen) durch Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 
67 km/h.

10. Grobe Verkehrsregelverletzung

Der groben Verkehrsregelverletzung macht sich gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG schul-
dig, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die 
Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Die Vorinstanz hat die einzelnen 
objektiven und subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen der Bestimmung im All-
gemeinen sowie bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf einer nicht rich-
tungsgetrennten Ausserortsstrecke im Besonderen zutreffend erörtert (pag. 247 f., 
S. 16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf kann verwiesen werden.

Der Beschuldigte befuhr am 11. Juli 2016 mit seinem Motorrad die Strasse zwi-
schen Merligen und Sundlauenen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 118 km/h. 
Damit überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit ausserorts (Art. 32 Abs. 2 
SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 1 Bst. b VRV) um 38 km/h. Er übertraf also nicht nur die 
Schwelle von 30 km/h, bei der gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei 
Geschwindigkeitsüberschreitungen ausserorts der objektive Tatbestand der groben 
Verkehrsregelverletzung als erfüllt gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_661/2016 
vom 23. Februar 2017 E. 1.2.1 mit Hinweis). Vielmehr war er derart schnell unter-
wegs, dass nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung die objektiven und 
grundsätzlich auch die subjektiven Voraussetzungen gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG 
ungeachtet der konkreten Umstände zu bejahen wären, wenn sich die Gescheh-
nisse auf der Autobahn zugetragen hätten (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 
6B_765/2018 vom 9. Oktober 2018 E. 3 und 6B_359/2016 vom 18. August 2016 je 
mit Hinweisen). Vorliegend ereignete sich der Vorfall auf einer Ausserortsstrecke 
einer nicht richtungsgetrennten Strasse, wo das Risiko, auf die Gegenfahrbahn zu 
geraten und den Gegenverkehr zu gefährden, ungleich grösser ist, als auf der Au-
tobahn. Auch wenn die Sicht- und Strassenverhältnisse einwandfrei waren, rief der 
Beschuldigte eine zumindest erhöht abstrakte Gefahr für den Gegenverkehr hervor. 
Besondere Umstände, die die massive Geschwindigkeitsüberschreitung subjektiv 
in einem milderen Licht erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Vielmehr ist auf 
den Radarbildern ersichtlich, dass der Beschuldigte auf Höhe der Geschwindig-
keitskontrolle so stark abbremste, dass das Hinterrad des Motorrads erkennbar 
vom Boden abhob. Dies belegt nicht nur, dass er kurz davor noch schneller unter-
wegs gewesen sein muss, sondern zeigt auch, dass er sich der zu hohen Ge-
schwindigkeit bewusst war. Auch hier ist mit der Generalstaatsanwaltschaft darauf 
hinzuweisen, dass der Beschuldigte keinesfalls davon ausgehen konnte, dass an 
einem schönen Tag in den Sommerferien am rechten Thunerseeufer kein Gegen-
verkehr herrscht. Mit seinem Verhalten nahm er die Gefährdung anderer Verkehrs-

24

teilnehmer, insbesondere des Gegenverkehrs, billigend in Kauf und handelte rück-
sichtslos. Damit ist der Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung erfüllt. 
Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich.

Der Beschuldigte hat sich der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 
11. Juli 2016 10:52 Uhr in Merligen (Gemeinde Sigriswil) durch Überschreiten der 
zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 38 km/h, schuldig gemacht.

11. Missbrauch von Schildern und Ausweisen

Des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern macht sich gemäss Art. 97 Abs. 1 
Bst. a SVG unter anderem schuldig, wer Ausweise oder Kontrollschilder verwendet, 
die nicht für ihn oder sein Fahrzeug bestimmt sind. Von der Bestimmung wird die 
missbräuchliche Verwendung von Lernfahr-, Führer- und Fahrzeugausweisen so-
wie von Kontrollschildern erfasst. Der Tatbestand der missbräuchlichen Verwen-
dung von Ausweisen ist bereits erfüllt, wenn der Führer oder Halter einen nicht für 
ihn bestimmten Ausweis in der Absicht mitführt, ihn bei Kontrollen als seinen eige-
nen vorzuweisen. Dass die Ausweiskontrolle tatsächlich stattfindet, ist nicht erfor-
derlich (GIGER, SVG-Kommentar, 8. Aufl. 2014, N. 1 und 3 zu Art. 97 SVG). Ein 
missbräuchliches Verwenden ist gegeben, wenn besagte Ausweise bzw. Kontroll-
schilder von der Täterschaft benutzt werden, ohne für diese bzw. für das entspre-
chende Fahrzeug bestimmt zu sein. Kontrollschilder müssen dazu an einem Fahr-
zeug angebracht und im Verkehr auf öffentlichen Strassen eingesetzt sein (BÄH-
LER, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum SVG, 2014, N. 4 
und 7 zu Art. 97 SVG).

Der Beschuldigte war am 11. August 2015 mit dem zuvor erworbenen und per 
5. Juni 2013 exmatrikulierten Motorrad Yamaha (mit der ursprünglichen Fahrge-
stellnummer E.________) auf einer öffentlichen Strasse unterwegs. Am Motorrad 
war das Kontrollschild ________ angebracht, welches für das typengleiche, eben-
falls im Besitz des Beschuldigten befindliche Motorrad eingelöst war. Damit ver-
wendete er ein nicht für dieses Fahrzeug bestimmtes Kontrollschild, womit der ob-
jektive Tatbestand erfüllt ist. Die individuelle Fahrgestellnummer des exmatrikulier-
ten Motorrads war zuvor so abgeändert worden, dass sie mit dem zweiten Motor-
rad des Beschuldigten identisch war. Die Zuordnung von Fahrzeugausweis und 
Kontrollschild zum Fahrzeug wurde damit bewusst erschwert. Unter diesen Um-
ständen bestehen auch keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte das Kontroll-
schild bewusst missbräuchlich verwenden wollte, mithin direktvorsätzlich handelte. 
Damit ist auch der subjektive Tatbestand erfüllt. 

Bei dieser Sachlage erscheint zwar naheliegend, dass der Beschuldigte darüber 
hinaus den ebenso wenig für das gelenkte Motorrad bestimmten Fahrzeugausweis 
(des anderen Motorrads) missbräuchlich verwenden wollte und diesen damals zu 
diesem Zweck mitführte, wovon offenbar die Vorinstanz ausgegangen ist. In der 
Anklageschrift wird dem Beschuldigten indessen einzig die missbräuchliche Ver-
wendung des Kontrollschilds zur Last gelegt, weshalb die Frage offen bleiben kann.

Der Beschuldigte ist des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, begangen am 
11. August 2015 um 9:56 Uhr in Rickenbach/SZ, schuldig zu sprechen.

25

12. Fahren ohne Fahrzeugausweis und ohne Haftpflichtversicherung

Art. 96 SVG stellt das Fahren ohne Fahrzeugausweis, Bewilligung oder Haftpflicht-
versicherung unter Strafe. Mit Busse wird gemäss Art. 96 Abs. 1 Bst. a SVG unter 
anderem derjenige bestraft, der ohne den erforderlichen Fahrzeugausweis oder die 
Kontrollschilder ein Motorfahrzeug führt oder einen Anhänger mitführt. Keine blosse 
Übertretung sondern ein Vergehen begeht derjenige, der ein Motorfahrzeug führt, 
obwohl er weiss oder bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit wissen kann, dass die 
vorgeschriebene Haftpflichtversicherung nicht besteht (Art. 96 Abs. 2 SVG). Im Üb-
rigen kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu den einzelnen 
Tatbestandsvoraussetzungen der beiden Bestimmungen (pag. 251 f., S. 20 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung) verwiesen werden.

Der Beschuldigte war am 11. August 2015 mit dem Motorrad Yamaha mit der ur-
sprünglichen Fahrgestellnummer E.________ unterwegs, nachdem dieses am 
5. Juni 2013 ausser Verkehr gesetzt und der Fahrzeugausweis annulliert worden 
war. Er verfügte bei seiner Fahrt weder über den eingelösten Fahrzeugausweis 
noch über die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung für dieses Motorrad. Die objek-
tiven Tatbestände von Art. 96 Abs. 1 Bst. a und von Art. 96 Abs. 2 SVG sind damit 
erfüllt. In subjektiver Hinsichtlich ist auch hier mit der Vorinstanz nicht zuletzt auf-
grund der abgeänderten Fahrgestellnummer (E. 11 oben) von direktem Vorsatz 
auszugehen. Der Beschuldigte wusste, dass das montierte Kontrollschild wie auch 
der Fahrzeugausweis nicht zum benutzten Fahrzeug gehörte und er dafür auch 
keine Versicherungsprämie bezahlte. Er hat auch die subjektiven Tatbestände er-
füllt. Hinweise auf Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe bestehen nicht.

Das Fahren ohne vorgeschriebene Haftpflichtversicherung umfasst nicht notwendig 
auch das Führen eines Motorfahrzeuges ohne den erforderlichen Fahrzeugaus-
weis. Wird wie vorliegend ein Motorfahrzeuge ohne die vorgeschriebene Haft-
pflichtversicherung und ohne gültigen Fahrzeugausweis verwendet, besteht daher 
echte Konkurrenz zwischen Art. 91 Abs. 1 und Abs. 2 SVG (vgl. MAURER, in: Do-
natsch et al. [Hrsg.], StGB/JStG-Kommentar, 20. Aufl. 2018, N. 10 zu Art. 96 SVG 
mit Hinweis auf BGE 94 IV 81 E. 1).

Der Beschuldigte hat sich des Fahrens ohne Fahrzeugausweis und Haftpflichtver-
sicherung, begangen am 11. August 2015 um 9:56 Uhr in Rickenbach/SZ, schuldig 
gemacht.

IV. Strafzumessung

13. Allgemeines und anwendbares Recht

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung sowie zur Ge-
samtstrafenbildung ausführlich und korrekt erörtert (pag. 252 ff., S. 22 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Es kann darauf verwiesen werden.

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbre-
chen oder Vergehen vor Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches begangen, er-
folgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue 

26

Gesetz anzuwenden, wenn dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwe-
re verschiedener Strafnormen ist nach der sog. konkreten Methode vorzunehmen, 
wonach sich umfassende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach 
neuem Recht gegenüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und die-
selbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwen-
dung der beiden Rechte ist ausgeschlossen (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1 und 6.2.3).

Die zur Diskussion stehenden Taten hat der Beschuldigte vor Inkrafttreten der 
jüngsten Revision des Sanktionenrechts begangen. Mit den neu in Kraft getretenen 
Änderungen wurde vor allem der Anwendungsbereich der Geldstrafe eingeschränkt 
und derjenige der Freiheitsstrafe ausgeweitet. Vorliegend führt das neue Recht 
hinsichtlich der für die Delikte auszusprechenden Sanktionen nicht zu einer milde-
ren Strafe, weshalb insoweit das StGB in seiner bis zum 31. Dezember 2017 gel-
tenden Fassung (aStGB) anzuwenden ist (vgl. aber zum Widerruf E. 19.1 unten).

14. Strafe für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung

14.1 Strafart und Strafrahmen

Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzungen i.S.v. Art. 90 Abs. 3 SVG sind mit 
Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu vier Jahren zu bestrafen. Das Gesetz lässt 
dem Gericht mithin bei der Strafart – vorbehältlich einer hier nicht zu diskutierenden 
Strafmilderung nach Art. 48a Abs. 2 StGB – keine Wahl. Es ist zwingend eine Frei-
heitsstrafe von mindestens einem Jahr auszusprechen.

14.2 Objektive Tatkomponenten

Ausgangspunkt der Strafzumessung ist das Tatverschulden. Dieses orientiert sich 
an der Bandbreite möglicher Begehungsweisen innerhalb des vorliegenden Tatbe-
stands und ist somit relativ. Art. 90 SVG schützt mit seiner Blankettstruktur ver-
schiedene Rechtsgüter, die jeweils von der verletzten Verkehrsregel abhängig sind. 
Geschwindigkeitsbeschränkungen dienen einerseits dazu, dass einem (langsamer 
fahrenden) Verkehrsteilnehmer mehr Reaktionszeit zur Verfügung steht; anderer-
seits sind die Unfallfolgen bei niedriger Geschwindigkeit meist weniger gravierend. 
Im weitesten Sinne wird mit der Bestimmung damit Leib und Leben der mit dem 
Strassenverkehr in Kontakt kommenden Personen geschützt (FIOLKA, Basler 
Kommentar, a.a.O., N. 7 f. zu Art. 90 SVG). Im Rahmen von Art. 90 Abs. 4 SVG 
kommt der gefahrenen Geschwindigkeit respektive dem Überschreiten der ent-
sprechenden Grenzwerte, vorrangige Bedeutung zu. Je gravierender die Über-
schreitung ausfällt, desto grösser ist nach der gesetzlichen Konzeption das (abs-
trakte) Unfallrisiko. Dem damit einhergehenden Ausmass der Rechtsgutsgefähr-
dung kommt im Rahmen der Strafzumessung erhebliches Gewicht zu. Liegen keine 
Umstände vor, die das infolge der Geschwindigkeitsüberschreitung gesetzlich ver-
mutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern erhöhen, 
hat sich die Strafe bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenzwerte am un-
teren Strafrahmen zu orientieren (Urteil des Bundesgerichts 6B_1358/2017 vom 
11. März 2019 E. 3.2).

Der Beschuldigte hat die Schwelle, die nach dem Willen des Gesetzgebers auf ei-
ner Überlandstrasse zur Annahme einer qualifiziert groben Verkehrsregelverlet-

27

zung führen soll, zwar klar, aber mit 7 km/h nur in relativ geringem Masse über-
schritten. Dies bei guten Sicht- und Strassenverhältnissen und an einer Stelle, an 
der die sonst kurvenreiche Passstrasse während mehreren hundert Metern ziem-
lich gerade verläuft. Dass sich andere Verkehrsteilnehmer oder sogar Fussgänger 
im Sichtfeld oder in mehr oder weniger unmittelbarer Nähe zum Beschuldigten be-
fanden, ist nicht erstellt. Die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung führte denn 
auch nicht zu einer konkreten Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer oder Perso-
nen. Vom Vorliegen weiterer signifikanter Strafzumessungsfaktoren, die das bereits 
tatbestandsmässig erforderliche hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten 
und Toten als zusätzlich erhöht erscheinen lassen, kann nicht ausgegangen wer-
den. Es trifft zwar zu, dass – wie die Vorinstanz in ihrer rechtlichen Würdigung 
nachvollziehbar und zutreffend aufgezeigt hat (pag. 246, S. 15 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung) – die Strecke keineswegs so übersichtlich war, dass bei 
dieser Geschwindigkeit die gesetzlich vermutete hohe Gefahr relevant verringert 
gewesen wäre, zumal aufgrund der Sommerferienzeit mit erhöhtem Verkehrsauf-
kommen zu rechnen war. Diese Aspekte fanden aber bereits weitgehend Eingang 
in die rechtliche Qualifikation, indem dadurch ausserordentliche Umstände, bei de-
nen trotz der massiven Geschwindigkeitsüberschreitung ausnahmsweise ein hohes 
Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern im Sinne von Art. 90 
Abs. 3 SVG zu verneinen wäre, klarerweise ausgeschlossen werden konnten. Die 
örtlichen Besonderheiten, insbesondere die nahen Postautohaltestellen, aufgrund 
derer die Generalstaatsanwaltschaft eine zusätzlich erhöhte Gefahr für gegeben 
erachtet, gehen aus den Akten nicht hervor und sind in der Anklageschrift auch 
nicht erwähnt. Das Ausmass der mit der massiven Geschwindigkeitsüberschreitung 
einhergehenden Gefährdung wiegt, im vorgegebenen Rahmen, leicht.

Das Handeln des Beschuldigten ist als verwerflich zu bezeichnen, manifestierte 
sich in seiner Fahrweise doch eine besondere Gleichgültigkeit gegenüber dem Le-
ben und der körperlichen Unversehrtheit anderer Verkehrsteilnehmer. Da auch die-
ses Element – im Rahmen des subjektiven Tatbestandes – bereits für die Begrün-
dung der strengeren rechtlichen Qualifikation berücksichtigt wurde, wirkt es sich 
nicht zusätzlich strafschärfend aus.

14.3 Subjektive Tatkomponenten

Der Beschuldigte handelte in Bezug auf die massive Geschwindigkeitsüberschrei-
tung direktvorsätzlich. Es ging ihm ausschliesslich um die Befriedigung seines Be-
dürfnisses, die technischen Möglichkeiten seines sportlichen Motorrades über dem 
Erlaubten auszureizen und einen gezielten Temporausch zu erleben, wie es die 
Generalstaatsanwaltschaft treffend formulierte. Dass er dabei eine massive Gefahr 
für sich selber und andere Verkehrsteilnehmer schuf, blendete er bewusst aus. 
Diese oder ähnliche egoistische Beweggründe dürften im Rahmen der Tatbestände 
von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG indessen die Regel bilden und wirken sich deshalb 
nicht verschuldenserhöhend aus. 

Bezüglich des qualifizierenden Tatbestandselements der Schaffung einer hohen 
Gefahr eines Unfalls mit Toten oder Schwerverletzten liegt Eventualvorsatz vor, 
was sich leicht verschuldensmindernd auswirkt. 

28

Schliesslich sind keine Umstände ersichtlich, die es dem Beschuldigten verunmög-
licht oder es ihm auch nur erschwert hätten, sich rechtskonform zu verhalten. Die 
massive Geschwindigkeitsüberschreitung war für ihn ohne weiteres vermeidbar.

14.4 Zwischenfazit zum Tatverschulden

Zusammenfassend ist in Relation zu anderen möglichen Begehungsarten dieses 
qualifizierten Delikts von einem noch leichten objektiven und subjektiven Tatver-
schulden auszugehen. Die Strafe ist daher im untersten Bereich des Strafrahmens 
festzulegen. Aufgrund der nicht nur minimalen Überschreitung der Grenze zur qua-
lifiziert groben Verkehrsregelverletzung wird die Tatkomponentenstrafe trotz gering-
fügiger Reduktion aufgrund des Eventualvorsatzes leicht über dem gesetzlichen 
Minimum auf 13 Monate festgesetzt.

14.5 Täterkomponenten

14.5.1 Gemäss seinen Angaben im oberinstanzlich eingeholten Leumundsbericht 
(pag. 324 ff.) wuchs der mittlerweile ___-jährige Beschuldigte bei seinen leiblichen 
Eltern auf und absolvierte nach neunjähriger Schulzeit eine Lehre als Gipser. Da-
nach arbeitete er über 10 Jahre für verschiedene Arbeitgeber auf dem Beruf. Infol-
ge gesundheitlicher Probleme durch mehrere Knochenbrüche musste er eine Um-
schulung angehen, machte eine Anlehre im Bereich Mechanik und arbeitete dann 
an verschiedenen Orten teils temporär und aushilfeweise. Zuletzt war er für drei 
Monate bei einer Firma in der Spedition tätig. Nachdem er im Alter von ca. 19 Jah-
ren das Elternhaus verlassen und bis Anfangs 2017 in einem eigenen Haushalt ge-
lebt hatte, wohnt der ledige und kinderlose Beschuldigte mittlerweile wieder bei der 
Mutter, von der er auch unterstützt wird (vgl. pag. 208, Z. 19 und 26 f.). Aufgrund 
seiner gesundheitlichen Probleme sei er auf die Einnahme von Medikamenten an-
gewiesen und habe auch Taggelder von der SUVA erhalten. Eine Rentenabklärung 
der IV ist offenbar nach wie vor am laufen (vgl. pag. 325, 208, Z. 15). Da er zurzeit 
keiner Arbeit nachgeht, steht ihm nur wenig Geld zur Verfügung (vgl. pag. 330). 
Gemäss seinen aktuellsten Angaben zu den finanziellen Verhältnissen ist er mitt-
lerweile – wie er schon vor der Vorinstanz befürchtet hatte (pag. 208, Z. 24) – auf 
Leistungen der Sozialhilfe angewiesen. Die entsprechende monatliche Unterstüt-
zung von ca. CHF 1'200.00 sei sein einziges regelmässiges Einkommen 
(pag. 331). Die persönlichen Verhältnisse wiegen strafzumessungsneutral.

Hinsichtlich seines Vorlebens sind die teilweise einschlägigen Vorstrafen sowie 
sein getrübter automobilistischer Leumund zu erwähnen. Mit verschiedenen Straf-
mandaten wurde er wegen Urkundenfälschung (15. September 2009), grober Ver-
letzung der Verkehrsregeln (18. August 2010) und Hinderung einer Amtshandlung 
(28. Juli 2015) jeweils zu Geldstrafen verurteilt (pag. 338). Die einschlägige Vor-
strafe aus dem Jahr 2010 (15 Tagessätze Geldstrafe) geht gemäss rechtskräftigem 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis darauf zurück, dass er im März 
2010 mit einem Motorrad der Marke Yamaha die allgemeine Höchstgeschwindig-
keit (innerorts) von 50 km/h um netto 30 km/h überschritt. Aufgrund der Vorstrafen 
und des getrübten automobilistischen Leumunds des Beschuldigten wurde die 
Geldstrafe schon damals unbedingt ausgesprochen und zudem eine früher bedingt 
ausgesprochene Geldstrafe widerrufen (vgl. die bei der Staatsanwaltschaft Limmat-

29

tal/Albis edierten Akten ________). Gegen den Beschuldigten wurden in der Ver-
gangenheit denn auch wiederholt – meist wegen überhöhter Geschwindigkeit – 
strassenverkehrsrechtliche Administrativmassnahmen ausgesprochen (vgl. 
pag. 113 ff. sowie die edierten ADMAS-Akten): Nach diversen Verwarnungen und 
vorübergehenden Ausweisentzügen in den Jahren 2002 bis 2008 wurde ihm auf-
grund des erwähnten Geschwindigkeitsvergehens im März 2010 der Ausweis für 
ein Jahr entzogen. Ende April 2012 überschritt der Beschuldigte die zulässige 
Höchstgeschwindigkeit erneut, wofür ein Ausweisentzug für einen weiteren Monat 
und – weil er wiederholt in verkehrsgefährdender Weise gegen Verkehrsregeln 
verstiess (vgl. Art. 40 Abs. 3 der Verkehrszulassungsverordnung [VZV; SR 741.51]) 
– Verkehrsunterricht von einem Tag angeordnet wurde.

Die einschlägige Vorstrafe aus dem Jahr 2010 trägt ähnliche Züge wie das vorlie-
gende Delikt, liegt aber zeitlich genauso wie die aus verschiedenen Strassenver-
kehrsregelverletzungen resultierenden Administrativmassnahmen recht weit 
zurück. Da die weitere Verurteilung aus dem Jahr 2008 gemäss Art. 369 Abs. 3 
i.V.m. Abs. 7 StGB dem Beschuldigten nicht mehr entgegengehalten werden darf, 
kann entgegen den Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft auch nicht von 
mehrfachen einschlägigen Vorstrafen die Rede sein. Dennoch wirkt sich das Vorle-
ben des Beschuldigten leicht straferhöhend aus.

14.5.2 Ebenfalls negativ fällt das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat ins Gewicht. 
Schon wenige Stunden und nochmals wenige Tage nach der qualifiziert groben 
Verkehrsregelverletzung beging er weitere, teils grobe Geschwindigkeitsüber-
schreitungen mit demselben Motorrad. Er zeigte damit klar, dass es sich bei der 
Tat nicht um eine einmalige, sich nicht wiederholende Entgleisung handelte und er 
bereit war, sich beharrlich über Geschwindigkeitsbeschränkungen hinwegzusetzen. 
Dies muss sich straferhöhend auswirken. Dass sich der Beschuldigte, den edierten 
ADMAS-Akten und dem Strafregisterauszug nach zu urteilen, während laufendem 
Strafverfahren im Strassenverkehr offenbar nichts Gröberes mehr zu Schulden hat 
kommen lassen, ist erfreulich. Dieses Wohlverhalten kann aber allgemein voraus-
gesetzt werden (vgl. dazu z.B. Urteil des Bundesgerichts 6B_82/2018 vom 25. Sep-
tember 2018 E. 4.6.2 mit Hinweisen) und ist vorliegend neutral zu werten.

Was die Vorinstanz damit meint, wenn sie in diesem Zusammenhang von einer 
«leicht geschwächten» Strafempfindlichkeit spricht, weil der Beschuldigte bereits 
mehrfach wegen Widerhandlungen gegen das SVG zu bedingten Geldstrafen, je-
doch noch nie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde (pag. 256, S. 25 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung), erschliesst sich der Kammer nicht. Art. 47 Abs. 1 
StGB verlangt vom Gericht, dass es bei der Strafzumessung die Wirkung der Strafe 
auf das Leben des Täters berücksichtigt. Rechnung zu tragen ist insbesondere 
Umständen, die den Beschuldigten als Folge der Strafe zusätzlich physisch oder 
psychisch erheblich belasten. Nach der Rechtsprechung ist eine solche erhöhte 
Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen und 
strafmindernd zu berücksichtigen (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 6B_988/2017 
vom 26. Februar 2018 E. 2.4 mit Hinweisen). Gesundheitliche Probleme sind an 
sich nicht geeignet, die Strafe zu mindern und können nur in Ausnahmefällen 
strafreduzierend wirken, wenn der Betroffene besonders empfindlich ist (was z.B. 

30

bei Gehirnverletzungen, Schwerkranken oder Taubstummen bejaht wurde, vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_1079/2016 vom 21. März 2017 E. 1.4.5 mit Hinweis). 
Vorliegend sind keine solchen Umstände erkennbar und es ist daher von durch-
schnittlicher Strafempfindlichkeit auszugehen.

14.5.3 Insgesamt haben die Täterkomponenten aufgrund des Vorlebens und vor allem 
des Verhaltens des Beschuldigten nach der Tat eine Straferhöhung zur Folge. Die 
Vorstrafen und Administrativmassnahmen haben offensichtlich nichts zur Steige-
rung der Einsicht des Beschuldigten beigetragen, was die vorliegend zu beurteilen-
den Delikte zeigen. Die Kammer hält es für angebracht, diesen Aspekten mit einer 
Erhöhung der Freiheitsstrafe um 2 auf insgesamt 15 Monate Rechnung zu tragen.

15. Strafe für die Vergehen

15.1 Strafart und Strafrahmen

Die grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG wird wie der Miss-
brauch von Ausweisen und Schildern (Art. 97 Abs. 1 Bst. a SVG) und das Fahren 
ohne Haftpflichtversicherung (Art. 96 Abs. 2 SVG) mit Freiheitsstrafe bis zu drei 
Jahren oder Geldstrafe bestraft (vgl. aber zum Übertretungstatbestand gemäss 
Art. 96 Abs. 1 Bst. a SVG E. 17 unten).

Bereits an dieser Stelle kann gesagt werden, dass sich die schuldangemessene 
Strafe für jedes dieser drei Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB) deutlich unter 180 
Strafeinheiten bewegt. Da die Voraussetzungen für eine kurze unbedingte Frei-
heitsstrafe nach Art. 41 Abs. 1 aStGB nicht vorliegen, sind jeweils Geldstrafen aus-
zusprechen, sodass in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 aStGB eine Gesamtgeldstra-
fe zu bilden ist. Diese ist – wie dies die Vorinstanz korrekt gemacht hat – kumulativ 
zur (ungleichartigen) Freiheitsstrafe auszusprechen.

Aufgrund der gleichen Strafandrohung lässt sich kein abstrakt schwerstes Delikt 
bestimmen. Die grobe Verkehrsregelverletzung wiegt aber am schwersten und 
steht im Vordergrund, weshalb es sich rechtfertigt, die Einsatzstrafe dafür zu bil-
den, wie dies die Vorinstanz gemacht hat.

15.2 Einsatzstrafe für die grobe Verkehrsregelverletzung

Die Vorinstanz setzte sich im Rahmen ihrer Beurteilung der objektiven und subjek-
tiven Tatschwere mit den für diese Tat relevanten Gesichtspunkten auseinander 
(pag. 257 f., S. 26 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Für die objektive 
Tatschwere orientierte sie sich dabei an den Richtlinien für die Strafzumessung des 
Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsan-
wälte (VBRS-Richtlinien), die für eine grobe Verkehrsregelverletzung durch Ge-
schwindigkeitsüberschreitung ausserorts von 35–39 km/h eine Strafe ab 35 Stra-
feinheiten vorsehen (S. 22 [in der per 1. Januar 2019 gültigen Fassung] der Richtli-
nien). Straferhöhend berücksichtigte sie die skrupellose Fahrweise des Beschuldig-
ten, die sich dadurch gezeigt habe, dass sein Wille auf eine höhere Geschwindig-
keit gerichtet gewesen sein müsse, da er im Zeitpunkt der Messung trotz starker 
Bremsung noch immer 38 km/h zu schnell gewesen sei. Gestützt auf die Tatkom-
ponenten ging sie von einer Einsatzstrafe von 50 Strafeinheiten aus.

31

Dieser Beurteilung, auf die verwiesen wird, schliesst sich die Kammer im Ergebnis 
und grundsätzlich, die nachfolgenden Präzisierungen vorbehalten, auch in der Be-
gründung an. Zur objektiven Tatschwere ist zu ergänzen, dass mit den guten 
Strassen- und Sichtverhältnissen, der geraden Strasse und der Tatsache, dass 
niemand konkret gefährdet wurde, durchaus gewisse verschuldensmindernde Ele-
mente bestanden. Dem steht indessen die beträchtliche Geschwindigkeitsüber-
schreitung von netto 38 km/h gegenüber. In Anbetracht dessen, dass der Beschul-
digte damit fast schon die Grenze von 40 km/h erreichte, für die die VBRS-
Richtlinien bereits eine Strafe von 75 Strafeinheiten empfehlen –, geschweige denn 
davon, dass bei einer Überschreitung von 60 km/h unter Umständen eine Mindest-
strafe von einem Jahr Freiheitsstrafe droht (vgl. Art. 90 Abs. 4 Bst. c SVG) – wäre 
alleine aufgrund der objektiven Tatkomponenten von einer Strafe im Bereich von 
gegen 50 Strafeinheiten auszugehen. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschul-
digte zwar hinsichtlich der Geschwindigkeitsüberschreitung direktvorsätzlich. Ent-
gegen der Auffassung der Vorinstanz ist aber in Bezug auf die dadurch bewirkte 
Gefährdung lediglich von Eventualvorsatz auszugehen. Dies fällt in Anbetracht 
dessen, dass der subjektive Tatbestand auch grobfahrlässig begangen werden 
kann, weder erschwerend noch erleichternd ins Gewicht. Aufgrund der von der Vor-
instanz erwähnten Skrupellosigkeit sowie des auf eine noch höhere Geschwindig-
keit gerichteten Willens wirken die subjektiven Tatkomponenten dennoch leicht 
straferhöhend. Im Ergebnis erscheinen 50 Tagessätze angemessen.

15.3 Asperation für das Fahren ohne Haftpflichtversicherung

Der Tatbestand des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung gemäss Art. 96 Abs. 2 
SVG ist auf die strafrechtliche Durchsetzung der Versicherungspflicht gemäss 
Art. 63 SVG ausgerichtet. Die Strafnorm dient damit nicht der Verkehrssicherheit, 
sondern dem Schutz des Haftungsanspruches von Opfern und Geschädigten (dazu 
BÜHLMANN, Basler Kommentar, a.a.O., N. 107 f. zu Art. 96 SVG). Vorliegend erfolg-
te lediglich eine Fahrt ohne Versicherungsschutz. Da nichts näher dazu bekannt ist, 
kann auch aus der gefahrenen Distanz nicht auf eine intensive Benutzung des Mo-
torrads ohne Haftpflichtversicherung geschlossen werden. Das objektive Tatver-
schulden ist noch leicht. Dem ist, entsprechend dem in den VBRS-Richtlinien emp-
fohlenen Mindestansatz, eine Strafe im Bereich von 12 Tagessätzen angemessen. 
Subjektiv handelte der Beschuldigte nicht etwa – was zur Erfüllung des Tatbestan-
des schon ausreichen würde – fahrlässig oder eventualvorsätzlich, sondern mit di-
rektem Vorsatz und aus egoistischen Motiven. Er wusste, dass für das Motorrad 
keine Versicherungsdeckung bestand, wollte sich aber das Prüfen und die entspre-
chenden Abgaben für das zweite Motorrad sparen. Unter diesen Umständen ist die 
Strafe aufgrund der subjektiven Tatkomponenten auf 15 Tagessätze zu erhöhen.

Die Einsatzgeldstrafe wird für das Fahren ohne Haftpflichtversicherung um 10 auf 
60 Tagessätze erhöht. Die Anwendung eines tieferen Asperationsfaktors erachtet 
die Kammer mangels engen zeitlichen, sachlichen oder situativen Zusammen-
hangs der Delikte nicht als geboten.

32

15.4 Asperation für den Missbrauch von Schildern und Ausweisen

Das Kontrollschild bestätigt gemeinsam mit Fahrzeug- und Führerausweis, dass 
Fahrzeug und Fahrzeugführer nach den gesetzlichen Voraussetzungen zum Ver-
kehr zugelassen sind (BÜHLMANN, Basler Kommentar, a.a.O., N. 1 zu Art. 97 SVG). 
Der Beschuldigte lenkte in einem Fall ein exmatrikuliertes Motorrad, an dem ein für 
ein anderes Motorrad bestimmtes Kontrollschild angebracht war. Damit wurde der 
falsche Anschein erweckt, dass das exmatrikulierte Motorrad eine Verkehrszulas-
sung aufweist. Da das falsche Kontrollschild nur kurzfristig verwendet wurde, ist 
insgesamt von einer geringfügigen Gefährdung des geschützten Rechtsguts aus-
zugehen. Die Art und Weise des Vorgehens des Beschuldigten fällt aber erschwe-
rend ins Gewicht. Die näheren Umstände der vorgenommenen Abänderung der in-
dividuellen Fahrgestellnummer des exmatrikulierten Motorrads sind zwar nicht be-
kannt. Die Verwendung eines Kontrollschilds mit einem Motorrad, bei dem durch 
solche Manipulationen die Verkehrszulassung fingiert bzw. deren Fehlen verschlei-
ert ist, zeugt von einer nicht unerheblichen kriminellen Energie. Insgesamt ist das 
objektive Verschulden noch leicht. Dem ist eine Strafe im Bereich von 9 Tagessät-
zen angemessen. Im Rahmen der subjektiven Tatkomponenten ist auch hier rele-
vant, dass der Beschuldigte mit Absicht und aus egoistischen Beweggründen han-
delte. Es wäre ihm mit dem Einsatz von Geldmitteln ohne weiteres möglich gewe-
sen, auch für dieses Motorrad eine Verkehrszulassung zu erreichen. Da diese As-
pekte teilweise bereits Eingang in die Strafe für das Fahren ohne Haftpflichtversi-
cherung fanden, führen sie hier nur noch zu einer geringen Erhöhung auf 10 Ta-
gessätze.

Die Tatbestände der missbräuchlichen Verwendung des Kontrollschilds und des 
Fahrens ohne Haftpflichtversicherung verwirklichte der Beschuldigte mit einer 
Handlung (sog. Idealkonkurrenz) und die Delikte erscheinen auch sonst eng mit-
ein