# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 712c4bd3-110c-55ef-a594-aebc419b9ca6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.10.2017 S 2016 151
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2016-151_2017-10-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 151

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Meisser
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 24. Oktober 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ ist verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Seit 

1984 war sie Mitarbeiterin im Verkauf bei B._____ in X._____. Am 7. Mai 

2014 meldete sie sich bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (IV-

Stelle) zum Bezug von Leistungen wegen Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit auf Grund der Beschwerdesymptomatik im Bereich des rechten 

Beines bei Lumboischialgie und Status nach Implantation einer Kniepro-

these an. 

2. Nach entsprechenden Abklärungen sprach die IV-Stelle mit Verfügung 

vom 28. Oktober 2016 A._____ eine halbe Rente ab dem 1. Dezember 

2014 zu. Die IV-Stelle ermittelte nach der gemischten Methode einen In-

validitätsgrad von 59 %, wobei sie eine Gewichtung des Erwerbs- und 

Haushaltsbereichs von 55 % bzw. 45 % und entsprechende Einschrän-

kungen von 100 % (Erwerbsbereich) bzw. 9.05 % (Haushaltsbereich) an-

nahm. 

3. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 18. No-

vember 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung und Gewährung einer Dreiviertels-IV-Rente ab dem 1. Dezember 

2014. Die Beschwerdeführerin kritisierte nur den Abklärungsbericht 

Haushalt vom 1. Mai 2015. Im Wesentlichen machte sie geltend, dass ei-

ne korrekte Gewichtung der Haushaltsaufgaben und eine korrekte 

Berücksichtigung der gesundheitlich bedingten Einschränkungen eine 

Einschränkung im Haushalt über 12 % ergebe. Damit resultiere ein Teilin-

validitätsgrad im Haushalt von mindestens 5.4 %, was zu einem Invali-

ditätsgrad von 60.4 % führe. 

4. Mit Vernehmlassung vom 5. Dezember 2016 verlangte die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Im 

Wesentlichen führte sie aus, dass der Abklärungsbericht Haushalt vom 1. 

- 3 -

Mai 2015 vollständig und nachvollziehbar sei, so dass in der angefochte-

nen Verfügung vom 28. Oktober 2016 zu Recht von einer Einschränkung 

im Haushaltsbereich von 9.05 % ausgegangen werde. 

5. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2016 verzichtete die Beschwerdeführerin 

auf die Einreichung einer Replik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die Verfü-

gung der IV-Stelle vom 28. Oktober 2016. Das Verwaltungsgericht ist auf-

grund von Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenver-

sicherung (IVG; SR 831.20) und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 

Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der Beschwerde sachlich 

und örtlich zuständig. Als formelle und materielle Verfügungsadressatin ist 

die Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfügung unmittelbar 

betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlicher 

Überprüfung (Art. 59 ATSG). Überdies wurde die Beschwerde frist- und 

formgerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 60 und Art. 61 lit. b 

ATSG). Demzufolge ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2. Materiell zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 

2014 eine Dreiviertels- anstelle der zugesprochenen halben Invalidenren-

te zusteht. Dabei ist unbestritten, dass die Invaliditätsbemessung nach 

- 4 -

der gemischten Methode gemäss Art. 28a Abs. 3 IVG zu erfolgen hat und 

der Anteil der Erwerbstätigkeit auf 55 %, derjenige der Haushaltstätigkeit 

auf 45 % festzusetzen ist. Sodann steht fest, dass die Beschwerdeführe-

rin als Erwerbstätige vollständig arbeitsunfähig ist. Umstritten ist hingegen 

die von der Beschwerdegegnerin gemäss Abklärungsbericht Haushalt 

vom 1. Mai 2015 angenommene Einschränkung im Haushaltsbereich von 

9.05 %. 

3. a) Die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushaltsbereich ist mit-

tels Betätigungsvergleich zu ermitteln. Die Gewichtung der einzelnen 

hauswirtschaftlichen Aufgaben ist gemäss dem im Kreisschreiben über 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] des Bun-

desamts für Sozialversicherungen (BVS) festgelegten Schema vorzu-

nehmen (vgl. MEYER,  in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über 

die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a 

Rz. 193 i.V.m. 168). Gemäss Art. 27 Satz 1 der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung (IVV; SR 831.201) gelten als Aufgabenbereich der im 

Haushalt tätigen Versicherten insbesondere die übliche Tätigkeit im 

Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstleri-

sche Tätigkeiten. Der Aufgabenbereich "Haushalt" umfasst in der Regel 

die folgenden Tätigkeiten und es ist in der Regel davon auszugehen, dass 

die Aufgaben der im Haushalt tätigen gesunden Personen folgende pro-

zentuale Anteile an ihrer gesamten Tätigkeit ausmachen (KSIH gültig ab 

1. Januar 2015, Stand 1. Januar 2017, Rz. 3084, 3086):

Tätigkeiten Minimum % Maximum %

1. Haushaltführung (Planung, 2 5

Organisation, Arbeitseinteilung,

Kontrolle)

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2. Ernährung (Rüsten, Kochen, 10 50

Anrichten, Reinigungsarbeiten in

der Küche, Vorrat)

3. Wohnungspflege (Abstauben, 5 20

Staubsaugen, Bodenpflege, Fenster

putzen, Betten machen)

4. Einkauf und weitere Besor- 5 10

gungen (Post, Versicherungen,

Amtsstellen)

5. Wäsche, Kleiderpflege 5 20

(Waschen, Wäsche aufhängen,

und abnehmen, Bügeln,

Flicken, Schuhe putzen)

6. Betreuung von Kindern 0 30

oder anderen Familien-

angehörigen

7. Verschiedenes (z.B. Kranken- 0 50

pflege, Pflanzen- und Garten-

pflege, Haustierhaltung, Anfer-

tigen von Kleidern; gemeinnüt-

zige Tätigkeiten, Weiterbildung,

künstlerisches Schaffen)

Das Total der Tätigkeiten hat immer 100 Prozent zu betragen (KSIH 

Rz. 3087). Die Bedeutung der Haushaltführung hängt von den Umstän-

den im Einzelfall ab (z.B. Familiengrösse, Wohnverhältnisse, technische 

Einrichtungen und Hilfsmittel, Umschwung; KSIH Rz. 3085). Die im KSIH 

vorgenommene Aufgabenaufteilung und die Bewertung der einzelnen 

Aufgaben sind im Normalfall anzuwenden. Die Festlegung eines Mini-

mums/Maximums dient einer gesamtschweizerischen rechtsgleichen Be-

handlung, der Spielraum einer realitätsgerechten Beurteilung der Verhält-

- 6 -

nisse im Einzelfall. Eine andere Gewichtung darf nur bei ganz erheblichen 

Abweichungen vom Schema vorgenommen werden (KSIH Rz. 3088).

b) Die Invaliditätsbemessung in Form des Betätigungsvergleichs erfolgt im 

Regelfall durch eine Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV; MEYER, 

a.a.O., Art. 28a Rz. 174). Die Abklärungsperson hat anzugeben, welche 

Tätigkeiten die versicherte Person nicht mehr ausüben kann oder in wel-

chen sie erheblich eingeschränkt ist und seit wann. Ferner macht die Ab-

klärungsperson Angaben über das Ausmass der invaliditätsbedingten 

Einschränkungen und über einen allfällig grösseren Zeitaufwand. Es sind 

Angaben darüber zu machen inwieweit Drittpersonen (z.B. Angehörige, 

Nachbarn, Hilfskräfte) der versicherten Person bei der Verrichtung ihrer 

Tätigkeiten behilflich sind (KSIH Rz. 3083). Im Sinne der Schadenminde-

rungspflicht hat eine im Haushalt tätige Person von sich aus das ihr Zu-

mutbare zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit beizutragen (z.B. zweck-

mässige Arbeitsweise, Anschaffung geeigneter Haushaltseinrichtungen 

und -maschinen). Die Mehrarbeit kann für die Invaliditätsberechnung nur 

dann berücksichtigt werden, wenn die versicherte Person nicht alle Haus-

haltsarbeiten während der normalen Arbeitszeit erledigen kann und des-

wegen Dritthilfe braucht. Sie hat ihre Arbeit entsprechend einzuteilen und 

die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch zu nehmen. Ein invali-

ditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit 

angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden 

können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige 

verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbs-

einbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im 

Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichti-

gende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne 

Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (vgl. 

KSIH Rz. 3089 m.H.; BGE 133 V 504 E.4.2, 130 V 97 E.3.3.3). 

- 7 -

c) Für den Beweiswert eines Haushaltsabklärungsberichts ist wesentlich, 

dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der ört-

lichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen 

Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. 

Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wo-

bei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. 

Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen 

detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Über-

einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 9C_90/2010 vom 22. April 2010 E.4.1.1.1 

m.H.).

d) Das Verwaltungsgericht als Versicherungsgericht verfügt über volle Ko-

gnition (vgl. Art. 61 lit. d ATSG), weshalb es grundsätzlich auch die An-

gemessenheit der Gewichtung der einzelnen Bereichen sowie der Ein-

schränkungen in den einzelnen Bereichen überprüfen kann. Bei der Beur-

teilung haben die Haushaltsexperten naturgemäss aber einen gewissen 

Ermessensspielraum. Es soll daher nicht ohne Not in die Gesamtbeurtei-

lung eines IV-Haushaltsexperten eingegriffen werden (Urteil des Verwal-

tungsgerichts S 00 211 vom 26. Oktober 2000 E.4b m.H.). 

4. a) Zunächst bemängelt die Beschwerdeführerin die Gewichtung der Aufga-

benbereiche. Sie prüft die Gewichtung nach den Zahlen der Schweizeri-

schen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des Bundesamts für Statistik (BFS) 

2013, Haushalt-Typ 2, Frauen in Paarhaushalten, Altersgruppe 45-63, 

Erwerbstätigkeit 50-89 % und einem wöchentlichen Totalaufwand für die 

Haushaltarbeit von 21.6 Stunden (wobei der Totalaufwand gemäss SAKE 

fälschlicherweise 21.8 Stunden beträgt, vgl. Bf-act. 2), vergleicht die pro-

zentuale Gewichtung gemäss SAKE mit derjenigen gemäss Haushaltsab-

klärung und stellt deutliche Abweichungen in den Bereichen "Ernährung" 

(SAKE: 38.89 %, Haushaltsabklärung: 30 %, Abweichung: 8.89 %) und 

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"Verschiedenes" (SAKE: 12.04 %, Haushaltsabklärung: 30 %, Abwei-

chung: 17.96 %) fest. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, bei der Ru-

brik "Ernährung" (Mahlzeiten zubereiten, Abwaschen, Geschirr räumen, 

Tisch decken) sei nicht ersichtlich, weshalb die Gewichtung durch die Be-

schwerdegegnerin rund 9 % unter dem Durchschnitt gemäss SAKE liege, 

obwohl sich die SAKE-Tabelle auf Frauen in Paarhaushalten beziehe und 

somit grössere Abweichungen bei einem 2-Personenhaushalt in diesem 

Ausmass nicht begründbar seien. Da die Beschwerdeführerin zudem auf-

grund ihres Teilzeitpensums sogar näher an der Gruppe der unter 

50%igen Erwerbstätigen liege, die gemäss SAKE mehr Stunden für die 

Ernährung aufwendeten, sei hier die Gewichtung der Aufgabe 

"Ernährung" auf mindestens 40 % zu erhöhen, welche sich immer noch in 

dem vom KSIH vorgegebenem Rahmen befinde und somit gemäss Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 12 128 nicht zu be-

anstanden sei. Bei der Rubrik "Verschiedenes" (Haustierversorgung, 

Pflanzenpflege, Gartenarbeiten, Krankenpflege, administrative Arbeiten) 

betrage die Gewichtung nach SAKE nur 12 %, während die Haushaltsab-

klärung von 30 % ausgehe. Gemäss den zutreffenden Angaben der Ab-

klärungsperson müsse die Beschwerdeführerin ihren Ehemann nur beim 

Anziehen von Stützstrümpfen unterstützen. Wie sich aus dem Ab-

klärungsbericht ergebe, habe die Beschwerdeführerin sodann weder 

Haustiere noch Zimmerpflanzen. Die Gewichtung sollte deshalb deutlich 

unter den SAKE-Zahlen liegen, werde dort doch der Zeitaufwand für 

Haustiere und Pflanzen berücksichtigt. Die Gewichtung für Verschiedenes 

sei somit auf mindestens 12 % zu kürzen.  

Darauf erwidert die Beschwerdegegnerin, die von der Beschwerdeführerin 

geforderten Gewichtungen gemäss SAKE-Statistik 2013 beziehe sich auf 

den (wohl für die Beschwerdeführerin passenden) schweizerischen 

Durchschnittshaushalt. Deshalb komme ihr für einen einzelnen Haushalt 

keine direkte Relevanz zu. Demgegenüber beruhten die Gewichtungen 

gemäss dem Abklärungsbericht vom 1. Mai 2015 auf einer Abklärung der 

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konkreten Verhältnisse vor Ort und damit auf den realen Haushalt der Be-

schwerdeführerin. Betreffend die Gewichtung des Bereiches "Verschiede-

nes" mit 30 % sei daran festzuhalten, dass die Pflege des kranken Ehe-

mannes offensichtlich einen gewichtigen Teil des gesamten Aufgabenbe-

reichs der Beschwerdeführerin beanspruche. Diese Pflege umfasse nicht 

nur das Anziehen der Stützstrümpfe, wie es im Abklärungsbericht exem-

plarisch genannte werde. Dies ergebe sich insbesondere aus dem Ein-

wand der Beschwerdeführerin vom 12. August 2015, worin sie angegeben 

habe, dass sie ihren Haushalttätigkeiten zeitintensiver nachgehen könnte 

und weniger Tätigkeiten auszuführen hätte, wenn sie sich nicht um ihren 

schwer kranken Ehemann kümmern müsste. Die Gewichtungen gemäss 

Abklärungsbericht vom 1. Mai 2015 seien somit angemessen.

b) Die SAKE ist eine Haushaltsbefragung, die seit 1991 jedes Jahr vom BFS 

durchgeführt wird (vgl. www.sake.bfs.admin.ch [zuletzt besucht am 6. No-

vember 2017]). Das Hauptziel derselben ist die Erfassung der Erwerbs-

struktur und des Erwerbsverhaltens der ständigen Wohnbevölkerung in 

der Schweiz. Eine Haushaltsbewertung aufgrund der SAKE-Daten sieht 

von der Individualisierung der Haushalte ab, da sie vom Drittpersonenkri-

terium ausgeht. Das Ziel der Bewertung der Haushaltleistung ist der zeitli-

che Aufwand, den eine durchschnittliche Fachperson in einem durch-

schnittlichen Haushalt dieser Grösse für die Ausführung der Arbeiten hat. 

Die Haushaltsgrösse wird allein durch die Anzahl Personen und deren Al-

ter bestimmt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den S 12 128 vom 12. Dezember 2013 E.4a).

c) Im Gegensatz zum von der Beschwerdeführerin angeführten Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 12 128 vom 12. Dezem-

ber 2013, wo dem Haushaltsbericht der IV-Stelle vor Ort ein auf die SAKE 

abgestütztes detailliertes Ergotax-Gutachten gegenüberstand, werden 

vorliegend die Bereichsfestlegungen im Abklärungsbericht Haushalt vom 

- 10 -

1. Mai 2015 (Bg-act. 33) direkt gestützt auf die generellen SAKE-Werte 

(vgl. dazu Bf-act. 2) in Frage gestellt. Ein solches Vorgehen missachtet 

aber das der abklärenden Person vor Ort zustehende Festlegungsermes-

sen, das es auch für den Richter zu beachten gilt. Die hauptsächliche Kri-

tik der Beschwerdeführerin über die von der Abklärungsperson vorge-

nommene Gewichtung richtet sich gegen die einzelnen Aufgabenbereiche 

"Ernährung" (SAKE: 38.89 %, Haushaltsabklärung: 30 %, Abweichung: 

8.89 %) und "Verschiedenes" (SAKE: 12.04 %, Haushaltsabklärung: 

30 %, Abweichung: 17.96 %). Angesichts des offenbar schweren Krank-

heitszustandes des Ehemannes der Beschwerdeführerin, der gemäss den 

Angaben der Beschwerdeführerin während 24 Stunden pro Tag am Sau-

erstoffgerät angeschlossen ist (vgl. den Abklärungsbericht vom 1. Mai 

2015 [Bg-act. 33 S. 2] sowie die Beschwerde) und daher auf die Hilfe der 

Beschwerdeführerin angewiesen ist, erscheint die von der Abklärungs-

person vorgenommene Gewichtung im Bereich "Verschiedenes" (wel-

chem Bereich die Pflege des kranken Ehemannes zugeteilt ist) von 30 % 

angemessen. Demzufolge kann im konkreten Fall auch nachvollzogen 

werden, dass die Gewichtung durch die Abklärungsperson im Bereich 

"Ernährung" etwas tiefer als die SAKE-Zahlen liegt. Sämtliche Bereichs-

gewichtungen der Abklärungsperson liegen im Übrigen im Rahmen des 

KSIH, weshalb diese nach dem Gesagten nicht beanstandet werden kön-

nen und damit massgebend sind. 

5. a) Die Beschwerdeführerin beanstandet ferner die von der Beschwerdegeg-

nerin angenommenen Einschränkungen in den Bereichen "Ernährung" 

und "Einkauf". Aus den Angaben im Haushaltsabklärungsbericht ergebe 

sich, dass die Beschwerdeführerin für die Arbeiten "Ernährung" viel mehr 

Zeit benötige als vor der Erkrankung. Auf Grund ihrer Schwierigkeiten 

beim Gehen (Knieprobleme) und beim Heben und Tragen von Lasten (nur 

noch geringe Lasten) sowie der hierbei nicht zu berücksichtigenden Hilfe 

der nicht mehr im gleichen Haushalt wohnenden Kinder sei die Ein-

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schränkung bei der Ernährung auf mindestens 20 % zu erhöhen. Beim 

Bereich "Einkauf" seien ebenfalls die Geh- und Tragbeschwerden der Be-

schwerdeführerin zu berücksichtigen. Aus der Haushaltsabklärung ergebe 

sich sodann, dass die Beschwerdeführerin nicht Autofahren könne. Sie 

erreiche zwar alle Geschäfte und Läden im Dorf zu Fuss, müsse hierfür 

aber pro Weg rund 20 Minuten gehen. Aufgrund der eingeschränkten 

Gehfähigkeit müsse sie verschiedene Pausen einlegen. Aufgrund der ge-

ringen Gewichtslimiten müsse sie mehrmals pro Woche ihre Einkäufe er-

ledigen. Für den Grosseinkauf sei sie auf die Hilfe von Dritten angewie-

sen. Die Einschränkung in diesem Aufgabenbereich sei somit auf mindes-

tens 30 % festzulegen. Im Übrigen sei ihr Ehemann infolge seiner ge-

sundheitlichen Probleme nur sehr eingeschränkt in der Lage, ihr bei den 

Haushaltsarbeiten zu unterstützen. Hinzu komme, dass sich ihre Ge-

sundheit nach der Haushaltsabklärung nachweislich verschlechtert habe. 

So hätten gemäss Bericht des Spitals Oberengadin vom 17. Dezember 

2015 im Sommer 2015 die Schmerzen erneut zugenommen. Diese Ver-

schlechterung habe die Abklärungsperson noch nicht berücksichtigen 

können. 

Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, auch die Einschränkungen 

in den Bereichen "Ernährung" und "Einkauf" von "nur" 10 % seien ange-

messen, nachdem die Beschwerdeführerin – abgesehen von der Reini-

gung der unteren Küchenschränke (im Bereich "Ernährung") und dem 

wöchentlichen Grosseinkauf (im Bereich "Einkauf") die anfallenden Arbei-

ten selbständig erledigen könne, wenn auch teilweise verlangsamt 

und/oder mit Unterbrüchen. Im Übrigen unterlägen auch im Haushalt täti-

ge Versicherten der Schadenminderungspflicht. Diese hätten die Auswir-

kungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit durch geeigne-

te organisatorische Massnahmen (z.B. zweckmässige Einteilung der Ar-

beit, zweckmässige Arbeitsweise, Anschaffung geeigneter Haushaltsein-

richtungen und -maschinen) möglichst zu mildern. 

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b) Die Abklärungsperson legte die Einschränkung des mit 8 % gewichteten 

Bereichs "Einkauf" (und weitere Besorgungen) gemäss Abklärungsbericht 

vom 1. Mai 2015 (Bg-act. 33) auf 10 % fest. Dazu hielt sie fest: "Den 

Grosseinkauf tätigt Frau A._____ 1 x pro Woche mit der Tochter oder 

dem Sohn mit dem Auto. Kleine Besorgungen kann sie selber tätigen. Die 

Administration wird mit dem Ehemann zusammen erledigt". Nachdem die 

Beschwerdeführerin, welche im Haushalt über kein Auto verfügt, auf die 

Hilfe des kranken Ehemannes hierbei nicht zählen kann und welcher 

gemäss Arztberichten nur eine Gewichtsbelastung unter 5 kg zugemutet 

werden kann (vgl. Bg-act. 48 S. 6), erscheint die von der Abklärungsper-

son und der Beschwerdegegnerin angenommene Einschränkung von 

10 % zu tief. Bezüglich der Schadensminderungspflicht führte die Be-

schwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 

2016 aus, dass von den nicht im Haus der Beschwerdeführerin wohnen-

den Kindern nicht verlangt werden könne, Haushalttätigkeiten für die Be-

schwerdeführerin zu übernehmen. Die Beschwerdegegnerin hielt indes-

sen weiter fest, dass die Hilfestellungen der Kinder auf die anlässlich der 

Abklärung vom 29. April 2015 im Haushalt ermittelte Gesamteinschrän-

kung von 9.05 % keinen (aus Sicht der Beschwerdeführerin) negativen 

Einfluss gehabt hätten (vgl. Bg-act. 50 S. 5). Diese letzte Aussage kann 

nicht geteilt werden. Die Abklärungsperson ging bei der Rubrik "Einkau-

fen" (und weitere Besorgungen) davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

den Grosseinkauf mit der Tochter oder dem Sohn mit ihrem jeweiligen 

Auto tätige. Kleine Besorgungen könne die Beschwerdeführerin dagegen 

selbst erledigen (vgl. Abklärungsbericht vom 1. Mai 2015 Ziff. 6.4 [Bg-act. 

33 S. 7]). Die Unterstützung durch die nicht im gleichen Haushalt leben-

den Kinder darf gemäss der Erwägung der Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung aber nicht berücksichtigt werden, womit als er-

stellt zu gelten hat, dass den Kindern durch die von ihr geleistete Hilfe bei 

der Verrichtung der Grosseinkäufe der Beschwerdeführerin eine Er-

werbseinbusse oder eine unverhältnismässige Belastung entsteht (vgl. 

- 13 -

vorne E.3b). Bei den grösseren Einkäufen ist somit von einem Ausfall 

auszugehen. Wenn, wie die Beschwerdegegnerin behauptet, die Ab-

klärungsperson die Hilfe der Kinder nicht schadensmindernd berücksich-

tigte und damit von einem Ausfall beim Grosseinkauf ausging, so lässt 

sich nicht nachvollziehen, warum sie beim Bereich "Einkauf" insgesamt 

lediglich eine Einschränkung von  10 % annahm. Die Einschränkung im 

Bereich "Einkauf" ist infolge des Ausfalls bei den grösseren Einkäufen 

somit höher festzulegen, als die Abklärungsperson in ihrem Abklärungs-

bericht vom 1. Mai 2015 angab. Die von der Abklärungsperson ange-

nommene Einschränkung von 10 % ist deshalb auf mindestens 30 % zu 

erhöhen. Aus den gleichen Überlegungen erscheint die von der Ab-

klärungsperson angenommene Einschränkung im Bereich "Wohnungs-

pflege" von 30 % zu niedrig geschätzt. Denn in ihre Beurteilung bezog die 

Abklärungsperson wiederum auch die von den Kindern geleistete Hilfe mit 

ein. In diesem Bereich erscheint aufgrund der von den Kindern geleiste-

ten Hilfe (Reinigung der Treppe im Gang einmal pro Monat, Bettwäsche-

wechsel, Reinigung mühsamerer Stellen, vgl. Abklärungsbericht vom 1. 

Mai 2015 Ziff. 6.3 [Bg-act. 33 S. 7]) eine Erhöhung der Einschränkung von 

30 % auf 40 % angebracht.

6. Aufgrund der vom Gericht festgelegten (Mindest-)Erhöhungen in den Be-

reichen "Einkauf" (von 10 auf 30 %) sowie "Wohnungspflege" (von 30 auf 

40 %) ergibt sich nun eine Einschränkung im Haushalt von total 12.15 %. 

Bei einem Anteil der Haushaltstätigkeit von 45 % resultiert somit ein Teil-

invaliditätsgrad von 5.47 %. Die Summe der Teilinvaliditätsgrade der Be-

reiche Erwerb (unverändert 55 %) und Haushalt (neu: 5.47 %) ergibt ei-

nen Invaliditätsgrad von 60.47 %, mithin gerundet (vgl. BGE 130 V 121 

E.3.2) 60 %, was einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründet 

(vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und 

die angefochtene Verfügung vom 28. Oktober 2016 aufzuheben. Die Be-

schwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 

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2014 (bis zum 31. Mai 2016, Erreichung des AHV-Alters) eine Dreivier-

telsrente auszurichten. 

7. a) Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 Abs. 1 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kanto-

nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Verfah-

rens sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- gestützt auf Art. 73 Abs. 1 

VRG der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu überbinden.

b) Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die anwaltlich vertretene Be-

schwerdeführerin nach Art. 61 lit. g ATSG zudem aussergerichtlich an-

gemessen zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin  

reichte dem Verwaltungsgericht am 8. Dezember 2016 eine Kostennote 

im Umfang von Fr. 2'445.50 ein. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus 

einem Honorar von Fr. 2'198.40 für 9.16 Arbeitsstunden à Fr. 240.--, Spe-

senpauschale von Fr. 65.95 sowie 8 % Mehrwertsteuer (Fr. 181.15). Das 

Gericht erachtet den geltend gemachten Aufwand für die vorliegende An-

gelegenheit als angemessen, weshalb die Beschwerdegegnerin die Be-

schwerdeführerin in diesem Umfang aussergerichtlich zu entschädigen 

hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 

28. Oktober 2016 aufgehoben. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat 

A._____ ab dem 1. Dezember 2014 eine Dreiviertels-IV-Rente auszurich-

ten. 

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2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ eine aussergerichtli-

che Parteientschädigung von Fr. 2'445.50 (inkl. MWST) zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]