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**Case Identifier:** 73f945bf-95bf-509f-829c-39af0a8034d7
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-19
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 19.06.2019 I 2018 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2018-94_2019-06-19.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2018 94

Urteil vom 19. Juni 2019 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Klägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________, 

gegen

C.________AG,
Beklagte,

Gegenstand Krankenversicherung (Krankentaggeld nach VVG)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg 1971) war seit 2014 für D.________AG als Beauty Advi-
sor, zuständig für Verkauf und Beratung von N.________ Artikeln, tätig und da-
durch bei der C.________AG kollektiv taggeldversichert nach VVG (BK-act. 61). 
Das Anstellungsverhältnis wurde am 21. September 2016 gekündigt und endete 
(nach verlängerter Kündigungsfrist) per 28. Februar 2017 (BK-act. 59/22).

Am 12. September 2016 stellte der Hausarzt Dr.med. F.________ (FMH Innere 
Medizin) A.________ ein Zeugnis für 100% Arbeitsunfähigkeit vom 11. bis 16. 
September 2016 aus (BK-act. 1/18). Weitere Zeugnisse des Hausarztes sowie 
des Sozialpsychiatrischen Dienstes M.________ resp. der Ambulanten Psychia-
trie und Psychotherapie APP M.________ die eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit infolge Krankheit bis 31. Januar 2018 attestierten, folgten (BK-act. 1/1-17, 
40, 44 und K-act. 13). Ab 30. Januar 2018 wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 
80% attestiert, ab 1. März 2018 60%, ab 1. April 40% und ab 1. Juni 2018 bis 30. 
Juni 2018 noch 20%. 

B. Am 20. Dezember 2016 reichte die Arbeitgeberin für A.________ bei der 
C.________AG die Krankmeldung mit Taggeldanspruch ein (BK-act. 2), worauf 
die C.________AG Taggeldzahlungen erbrachte. Im Auftrag der C.________AG 
nahm Dr.med. Dipl. Psych. H.________ (Facharzt Gynäkologie und Geburtshilfe, 
Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM, Delegierte Psychothera-
pie FMPP, Vertrauensarzt SGV, zertifizierter Gutachter SIM ) eine medizinische 
Beurteilung mit persönlichem Untersuch am 30. Oktober 2017 vor (BK-act. 38). 
Mit Schreiben vom 10. November 2017 teilte die C.________AG A.________ 
mit, die medizinische Beurteilung habe gezeigt, dass sie ab Untersuchungsdatum 
wieder zu 100% arbeitsfähig sei, ab dem 16. November 2017 bestehe kein Tag-
geldanspruch mehr. C.________AG bat die Versicherte, sich umgehend beim 
RAV anzumelden (BK-act. 41). Mit der Einstellung der Taggeldzahlung zeigte 
sich A.________ nicht einverstanden (BK-act. 42/2).

C. Nachdem in der Folge zwischen den Parteien keine Einigung betreffend 
über den 15. November 2017 hinaus weiter bestehendem Taggeldanspruch er-
reicht wurde, lässt A.________ am 12. Oktober 2018 beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Schwyz Klage gegen die C.________AG erheben mit den Rechts-
begehren:

Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Krankentaggeldleistungen für den 
Zeitraum vom 16.11.2017 bis zum 31.5.2018 im Umfang von CHF 21'953.20 nebst 
Zins von 5% p.a. seit 23.2.2018 zu bezahlen.

Alles unter Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MWST zulasten der Beklagten.

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Mit Klageantwort vom 12. November 2018 beantragt die Beklagte, es sei die Kla-
ge vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 
der Klägerin.

Am 13. November 2018 wird der Klägerin durch den verfahrensleitenden Richter 
Frist angesetzt, um entweder beim Gericht die Durchführung einer mündlichen 
Hauptverhandlung zu verlangen oder aber unter Verzicht auf eine Hauptverhand-
lung eine Replik einzureichen. Am 27. November 2018 reicht die Klägerin Replik 
ein unter Festhaltung an den mit der Klage gestellten Rechtsbegehren. Mit Duplik 
vom 12. Dezember 2018 hält die Beklagte ihrerseits an den Anträgen der Kla-
geantwort fest, wobei für den Fall, dass die Arbeitsfähigkeit als nicht nachgewie-
sen erachtet werde, ein Gerichtsgutachten beantragt wird. Am 17. Dezember 
2018 nimmt die Klägerin Stellung zur Duplik. 

D. Mit Schreiben vom 11. Januar 2019 ersuchte das Gericht die Klägerin um 
Einreichung weiterer Akten, namentlich echtzeitlicher medizinischer Berichte. 
Nachdem dies der Klägerin unmöglich war, wurde sie um Erklärung der Entbin-
dung vom Berufsgeheimnis für die APP M.________ ersucht. Am 5. März 2019 
beantwortete die APP M.________ Fragen des Gerichtes und reichte die Ver-
laufseinträge vom 27. Februar 2017 bis 27. Juni 2018 ein. Hierzu liess sich die 
Klägerin am 13. März 2019 vernehmen, wozu die Beklagte am 18. März 2019 
Stellung nahm. Eine weitere Eingabe der Klägerin erfolgte am 27. März 2019.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Eingeklagt sind vorliegend Taggeldleistungen aus der zwischen der Arbeit-
geberin der Klägerin und der Beklagten abgeschlossenen kollektiven Kranken-
taggeldversicherung nach VVG. Zwischen den Parteien strittig ist die Arbeits-
fähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit der Klägerin für den Zeitraum ab dem 16. No-
vember 2017. Unbestritten ist das Versicherungsverhältnis wie auch der 
grundsätzliche Taggeldanspruch der Klägerin im Falle krankheitsbedingter Ar-
beitsunfähigkeit von mindestens 25%. 

1.1 Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversiche-
rung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 26. Sep-
tember 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung 
(KVAG; SR 832.12) dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; 
SR 221.229.1) vom 2. April 1908. Streitigkeiten aus solchen Versicherungen sind 
privatrechtlicher Natur (BGE 138 III 2 Erw. 1.1). Gestützt auf Art. 1 lit. a der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) richtet sich das Verfahren 
nach der ZPO (Urteil BGer 4A_110/2017 vom 27.7.2017 Erw. 3).

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Gemäss Art. 7 ZPO vom 19. Dezember 2008 können die Kantone ein Gericht 
bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für Streitigkeiten aus Zusatz-
versicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über 
die Krankenversicherung zuständig ist. Der kantonale Gesetzgeber hat in § 24 
Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Krankenversiche-
rung (EGzKVG, SRSZ 361.100) vom 19. September 2007 das Verwaltungsge-
richt als kantonales Versicherungsgericht bezeichnet. Es ist gemäss § 24 Abs. 2 
EGzKVG auch für die Entscheidung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen 
zur sozialen Krankenversicherung zuständig. Die Zuständigkeit des Verwal-
tungsgerichts des Kantons Schwyz zur Beurteilung der vorliegenden Klage ist 
gegeben und auch unbestritten.

1.2 Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten 
aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach KVG ohne 
Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte Verfahren. Das Gericht stellt den 
Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO; sog. soziale oder 
auch eingeschränkte Untersuchungsmaxime, vgl. Urteil BGer 5A_2/2013 vom 
6.3.2013 Erw. 4.2). Der sozialpolitisch begründeten Untersuchungsmaxime geht 
es darum, die wirtschaftlich schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwi-
schen den Parteien herzustellen sowie das Verfahren zu beschleunigen. Die Par-
teien sind jedoch nicht davon befreit, bei der Feststellung des entscheidwesentli-
chen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise 
zu bezeichnen. Sie tragen auch im Bereich der Untersuchungsmaxime die Ver-
antwortung für die Sachverhaltsermittlung. Das Gericht hat lediglich seine Frage-
pflicht auszuüben, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie das Beibringen 
von Beweisen hinzuweisen (Urteile BGer 5A_875/2015 vom 22.4.2016 Erw. 
3.2.2; 5A_2/2013 vom 6.3.2013 Erw. 4.2; 4A_79/2012 vom 27.8.2012 Erw. 4.3). 
Zudem hat es sich über die Vollständigkeit der Behauptungen und Beweise zu 
versichern, wenn diesbezüglich ernsthafte Zweifel bestehen (Urteil BGer 
4A_360/2015 vom 12.11.2015 Erw. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Das Mass der 
richterlichen Hilfe hängt vom Einzelfall ab, namentlich von der sozialen und intel-
lektuellen Disposition der Parteien. Stehen sich anwaltlich vertretene Parteien 
gegenüber, soll sich das Gericht zurückhalten (Botschaft zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung, BBl 2006 S. 7221 ff. S. 7348; Urteile BGer 4A_519/2010 vom 
11.11.2010 Erw. 2.2; 4A_635/2009 vom 24.3.2010 Erw. 2.2). 

1.3.1 Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Beweismittel zulässig: Zeugnis (lit. a), 
Urkunde (lit. b), Augenschein (lit. c), Gutachten (lit. d), schriftliche Auskunft (lit. e) 
sowie Parteibefragung und Beweisaussage (lit. f). Diese Aufzählung ist absch-

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liessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein numerus clausus der Beweis-
mittel (BGE 141 III 433 Erw. 2.5.1 mit Hinweisen). 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts stellen von den Parteien in Auf-
trag gegebene Gutachten (Parteigutachten) keine Beweismittel dar, sondern gel-
ten als blosse Parteivorbringen (BGE 141 III 433 Erw. 2.6; Stephan Hartmann, 
Arztzeugnisse und medizinische Gutachten im Zivilprozess, AJP 2018, S. 1339 
ff.). Wird eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, 
so vermögen Parteigutachten allein diese grundsätzlich nicht zu beweisen. Dies 
schliesst jedoch nicht aus, dass sie allenfalls als Parteibehauptungen zusammen 
mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den Beweis erbringen (BGE 
141 III 433 Erw. 2.6). 

Von den Parteien in Auftrag gegebene Stellungnahmen sind, soweit sie über all-
gemein und jederzeit zugängliche Erfahrungstatsachen Auskunft geben, über die 
eine beliebige sachverständige Person Auskunft geben könnte, nach dem Willen 
des Gesetzgebers für sich allein nicht zum Beweis geeignet und fallen insoweit 
auch nicht unter den Begriff der Urkunde (BGE 141 III 433 Erw. 2.5.3). Von der 
Versicherung veranlasste Aktengutachten sind Musterbeispiel derartiger Partei-
gutachten (Urteil BGer 4A_85/2017 vom 4.9.2017 Erw. 2). 

Vereinbar mit Art. 168 ZPO ist es, aufgrund der als Parteibehauptungen einzu-
schätzenden Stellungnahmen eines beratenden Arztes zusammen mit durch 
Beweismittel nachgewiesenen Indizien den Beweis für die festgestellten Tatsa-
chen als erbracht anzusehen (BGE 141 III 433 Erw. 2.6).

1.3.2  Im Rahmen des Versicherungsvertrags hat die anspruchsberechtigte Per-
son - in der Regel der Versicherungsnehmer - die Tatsachen zur Begründung 
des Versicherungsanspruchs (Art. 39 VVG) zu behaupten und zu beweisen. Den 
Versicherer trifft demgegenüber die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer 
Kürzung oder Verweigerung der vertraglich vorgesehenen Leistung berechtigen 
oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten un-
verbindlich machen, wie u.a. die betrügerische Begründung des Versicherungs-
anspruchs nach Art. 40 VVG. Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im 
Streit um vertragliche Leistungen also je ihr eigenes Beweisthema (BGE 130 III 
321 Erw. 3.1; Bundesgerichtsurteil 4A_382/2014 vom 3.3.2014 Erw. 5.3 mit Hin-
weis). Dies trifft auch dann zu, wenn sich beide Beweisthemen im gleichen Ver-
fahren gegenüberstehen, wie dies bei Taggeldversicherungsansprüchen im Hin-
blick auf die tatsächliche Erwerbsunfähigkeit der Fall sein kann (BGE 141 III 241 
Erw. 3.1; BGE 130 III 321 Erw. 3.1; Urteil BGer 4A_432/2015 vom 8.2.2016 Erw. 
2.1). 

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Macht - wie vorliegend - die versicherte Person einen Versicherungsanspruch 
geltend, trägt sie die Beweislast für die anspruchsbegründenden Tatsachen (hier 
eine Arbeitsunfähigkeit von > 25% während des strittigen Zeitraums). Nicht die 
beklagte Versicherung hat ab dem 16. November 2017 eine Zustandsverbesse-
rung zu beweisen, sondern die Klägerin hat mit dem Beweismass der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit den Nachweis zu erbringen, dass die Arbeitsunfähig-
keit im eingeklagten Umfang weiter angedauert hat. Ebenso wenig trägt die Ver-
sicherung die Beweislast für das Ende der Arbeitsunfähigkeit, sondern die Kläge-
rin für den Fortbestand bis zum Ende des Zeitraums, für den sie Leistungen be-
ansprucht. Dass das Ende der Arbeitsunfähigkeit nicht nachgewiesen ist, ist hier-
zu nicht ausreichend. Vielmehr genügt es für eine Klageabweisung, dass Zweifel 
am Fortbestand einer Arbeitsunfähigkeit aufkommen, diese nicht als überwie-
gend wahrscheinlich erscheint. Derartige Zweifel können auch allein durch Par-
teivorbringen beziehungsweise Privatgutachten ausgelöst werden. Auch wenn 
die Versicherung eine Arbeitsfähigkeit nicht zweifellos nachweisen kann und 
letztlich Beweislosigkeit besteht, ist eine Klage abzuweisen. Denn die Klägerin 
müsste aufzeigen, dass die von der Versicherung berücksichtigten Umstände 
auch keine Zweifel daran aufkommen lassen durften, dass eine Arbeitsunfähig-
keit im eingeklagten Ausmasse (vgl. Klage Rz. 24) überwiegend wahrscheinlich 
ist (vgl. Urteil BGer 4A_85/2017 vom 4.9.2017 Erw. 2.3). 

1.3.3  Diese Beweislastverteilung regelt die Folgen der Beweislosigkeit. Gelangt 
das Gericht dagegen in Würdigung der Beweise zum Schluss, eine Tatsachen-
behauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegen-
standslos. Tatsächliche Vermutungen lassen den Schluss auf das Vorhanden-
sein oder das Fehlen bestimmter Tatsachen zu und bilden Teil der Beweiswürdi-
gung (BGE 141 III 241 Erw. 3.2 mit Hinweisen u.a. auf BGE 138 III 359 Erw. 6.3; 
BGE 135 II 161 Erw. 3; BGE 134 III 235 Erw. 4.3.4). 

1.3.4  Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche-
rungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der Versi-
cherungsnehmer insofern eine Beweiserleichterung, als er nur eine überwiegen-
de Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungs-
anspruchs darzutun hat. Beim Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit ist verlangt, dass die Möglichkeit, es könnte sich auch anders verhalten, zwar 
nicht ausgeschlossen ist, sie aber für die betreffende Tatsache weder eine mass-
gebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen darf (BGE 141 III 
241 Erw. 3.1; BGE 130 III 321 Erw. 3.3; Urteile BGer 4A 592/2015 vom 
18.3.2016 Erw. 3). Von der Anwendbarkeit dieses Beweismasses ist auch hin-
sichtlich jener Fälle auszugehen, in welchen eine Arbeitsunfähigkeit als Voraus-

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setzung für den Anspruch auf Krankentaggelder gestützt auf Tatsachen geltend 
gemacht wird, welche nicht vollständig objektiviert werden können, so namentlich 
bezüglich psychischer Störungen und Schmerzsymptomatiken.

1.4.1 Die Lohnausfallversicherung als Krankentaggeldversicherung, welche der 
vorliegenden Klage zugrunde liegt, richtet sich nach VVG. Dieses enthält keine 
spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld. Es ist deshalb grundsätzlich 
auf die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien abzustellen (vgl. Urteil BGer 
5C.240/2006 vom 12.1.2007 [= BGE 133 III 185] Erw. 2). Die Klägerin reicht als 
Grundlage die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten für 
die kollektive Taggeldversicherung nach VVG, Ausgabe 2012, ein, deren Geltung 
seitens der Beklagten nicht bestritten wird. 

1.4.2 Gemäss AVB gewährt die Beklagte Versicherungsschutz gegen die Folgen 
von Krankheit (und Geburt) im Rahmen der vereinbarten Leistungen (AVB Art. 
8). Krankheit ist dabei jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist, die eine medizinische 
Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge 
hat (AVB Art. 7 Ziff. 1, die explizit auf Art. 3 des Bundesgesetzes über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000 
verweist). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte volle oder teilweise Unfähigkeit, 
im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 
ATSG). Nach drei Monaten Arbeitsunfähigkeit wird auch die zumutbare Tätigkeit 
in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (AVB Art. 7 Ziff. 2). 
Ist die versicherte Person nach ärztlicher Feststellung arbeitsunfähig, bezahlt die 
Beklagte bei voller Arbeitsunfähigkeit das im Vertrag aufgeführte Taggeld bis zur 
Höhe des nachgewiesenen Erwerbsausfalls; bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit von 
mindestens 25% wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähig-
keit ausgerichtet (AVB Art. 13 Ziff. 1 und 2). Bei Krankheit hat die versicherte 
Person einen zugelassenen Arzt beizuziehen und für eine fachgemässe Behand-
lung besorgt zu sein. Sie folgt den Anordnungen des Arztes und des Pflegeper-
sonals. Zudem ist die versicherte Person verpflichtet, sich einer Untersuchung 
oder Begutachtung durch Ärzte, welche die Beklagte beauftragt hat, zu unterzie-
hen (AVB Art. 22 Ziff. 1). 

1.4.3 AVB-Klauseln sind, wenn sie in Verträge übernommen werden, grundsätz-
lich nach denselben Prinzipien auszulegen wie andere vertragliche Bestimmun-
gen (BGE 142 III 671 Erw. 3.3 mit Verweisen). Entscheidend ist demnach in ers-
ter Linie der übereinstimmende wirkliche Wille der Vertragsparteien und in zwei-

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ter Linie, falls ein solcher nicht festgestellt werden kann, die Auslegung der Er-
klärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips. Dabei ist vom Wortlaut 
der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern aus ihrem 
konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind (BGE 140 III 391 Erw. 2.3; BGE 
138 III 659 Erw. 4.2.1). Demnach ist der vom Erklärenden verfolgte Regelungs-
zweck massgebend, wie ihn der Erklärungsempfänger in guten Treuen verstehen 
durfte und musste (142 III 671 Erw. 3.3; BGE 140 III 391 Erw. 2.3).

2.1 Es ist unbestritten, dass die Klägerin aufgrund ihrer Anstellung im Zeitpunkt 
des Eintrittes der Arbeitsunfähigkeit bei der Beklagten taggeldversichert ist und - 
bei Erfüllung der Voraussetzungen - Anspruch auf ein Taggeld hat. Unbestritten 
ist ebenso, dass sich die Klägerin infolge einer Krankheit in ärztliche Behandlung 
begab und ihr die Ärzte (anfänglich) eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierten. 
Fest steht sodann, dass die Beklagte in der Folge Taggelder ausrichtete, diese 
indes per 15. November 2017 einstellte, nachdem der von ihr beauftragte Gut-
achter eine Arbeitsunfähigkeit spätestens ab dem 30. Oktober 2017 verneinte.

2.2 Die Klägerin klagt Taggelder über den 15. November 2017 hinaus ein. Die 
Beklagte gehe zu Unrecht von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ab Untersu-
chungsdatum 30. Oktober 2017 aus. Sie stützt ihr Begehren im Wesentlichen auf 
die Berichte der sie behandelnden Fachpersonen des Sozialpsychiatrischen 
Dienstes (SPD, heute APP M.________), welche ihr auch nach der Untersu-
chung durch den Gutachter Dr.med. H.________ vom 30. Oktober 2017 eine 
vollständige resp. teilweise Arbeitsunfähigkeit attestierten (K-act. 13, 14). Zudem 
verweist sie auf den Bericht von Dr.med. I.________ (FMH für Psychiatrie und 
Psychotherapie, FMH für Pharmazeutische Medizin) vom 18. Februar 2017, den 
die Beklagte in Auftrag gegeben habe und der ebenfalls festhalte, eine Arbeitsun-
fähigkeit sei vorläufig weiterhin ausgewiesen (K-act. 8). Ihren Standpunkt bele-
gen sollen ebenfalls die Berichte des SPD vom 24. Januar 2017, der Verlaufsbe-
richt vom 14. August 2017 sowie die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von vor dem 
16. November 2017 (K-act. 7, 10 und Vi-act. 1). 

2.3 Die Beklagte ihrerseits stützt sich im Wesentlichen auf den Bericht von 
Dr.med. H.________, der die Klägerin am 30. Oktober 2017 im Auftrag der Be-
klagten untersucht hat. Nachdem dieser in seinem Bericht vom 4. November 
2017 (BK-act. 38) festhielt, spätestens ab dem 30. Oktober 2017 bestehe bei ei-
nem anderen Arbeitgeber oder in einer anderen Filiale sowohl für eine ange-
stammte Tätigkeit als Verkäuferin, wie auch für jede andere zumutbare ange-
passte Tätigkeit eine 100% Arbeitsfähigkeit (8.4h pro Tag an 5 Tagen pro Wo-

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che), teilte die Beklagte der Klägerin am 10. November 2017 mit, ab dem 16. No-
vember 2017 bestehe kein Taggeldanspruch mehr (BK-act. 41). 

2.4 Sowohl bei den Berichten, auf welche die Klägerin ihre Klage stützt, als 
auch dem Bericht von Dr.med. H.________, gestützt auf welchen die Beklagte 
ihre Einstellung der Taggeldzahlungen rechtfertigt, handelt es sich gemäss dar-
gestellter Rechtsprechung nicht um Beweismittel, sondern um Parteibehauptun-
gen. Da vorliegend die Klägerin Versicherungsleistungen beansprucht, obliegt ihr 
der Nachweis, dass die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit mit dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit über den 15. November 2017 hinaus 
andauerte (vgl. Erw. 1.3). Beweisbelastet ist grundsätzlich die Klägerin. Die von 
ihr aufgelegten Parteibehauptungen vermögen den Beweis für die geltend ge-
machte Arbeitsunfähigkeit nur zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiese-
nen - Indizien erbringen.

2.5 Aus den in den Akten liegenden Unterlagen lässt sich zum Gesundheitszu-
stand resp. der Arbeitsfähigkeit der Klägerin was folgt entnehmen:

2.5.1 Mit Zeugnis vom 12. September 2016 attestierte der Hausarzt Dr.med. 
F.________ der Klägerin ab dem Vortag eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Als 
Grund wird "Krankheit" angegeben (BK-act. 1/18).

Am 20. Dezember 2016 meldete die Arbeitgeberin bei der Beklagten eine Krank-
heit der Klägerin seit dem 13. September 2016 (mit kurzen Unterbrüchen) und 
den Taggeldanspruch an (BK-act. 2).

Ab dem 25. Oktober 2016 bezeugte der SPD (heute APP M.________) eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit durchgehend bis 31. Januar 2018. Im Februar 
2018 war die Klägerin durch die APP M.________ 80%, im März 2018 60%, im 
April und Mai 2018 40% sowie im Juni 2018 20% arbeitsunfähig geschrieben 
(BK-act. 1, 53; K-act. 13).

2.5.2 Am 29. Dezember 2016 ersuchte die Beklagte den SPD um einen Bericht 
(BK-act. 7, 9). Gemäss Bericht vom 24. Januar 2017 wurde die Klägerin dem 
SPD durch den Hausarzt zur Behandlung angemeldet wegen depressiver Reak-
tion bei Verdacht auf Mobbingsituation am Arbeitsplatz (BK-act. 10). Auf die Fra-
ge des Befundes und einer Diagnose wurde ausgeführt:

Altersentsprechend aussehende Frau, schwarze Haare, dunkler Teint, deutspre-
chend, allseits orientiert, bewusstseinsklar, keine Aufmerksamkeits- und Gedächt-
nisstörungen, beklagt sich über Magenprobleme, müsse erbrechen. Keine forma-
len sowie inhaltliche Denkstörungen, Zwänge nicht feststellbar, kein Wahn, keine 
Sinnestäuschungen und Ich-Störungen, modulationsfähig, affektlabil wenn sie von 
der Arbeit spricht, sie könne nicht mehr, sie müsse um drei Uhr aufstehen, sie 

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fühle sich nicht ernst genommen, eigenes Problembewusstsein vorhanden, ebenso 
Introspektionsfähigkeit, Selbstgefährdung oder akute Suizidalität wird ausge-
schlossen, keine psychotisches Erleben feststellbar, keine Fremdgefährdung.

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei der aktuellen Stelle haben: depressive Reakti-
on aufgrund von schwieriger beruflicher sowie privater Situation (ICD 10 F43.21); 
Verdacht auf Mobbing.

Die Beurteilung beziehe sich auf die aktuelle Arbeitssituation; eine Rückkehr an 
die alte Arbeitsstelle sei aus psychiatrisch-psychologischer Sicht nicht mehr zu-
mutbar. Aufgrund der geschilderten Situation wurden die subjektiv beklagten Be-
schwerden aus psychiatrisch-psychologischer Sicht als nachvollziehbar beurteilt. 
Es wurden Einzelgespräche in 14-täglichem Setting angeordnet und Temesta 
(1mg) bei Bedarf verschrieben. Bei Neuantritt einer anderen Arbeit wurde von ei-
ner zuversichtlichen Prognose ausgegangen.

2.5.3 Im Auftrag der Beklagten untersuchte Dr.med. I.________ (FMH Psychia-
trie und Psychotherapie, FMH Pharmazeutische Medizin, Vertrauensarzt SGV, 
MAS Versicherungsmedizin) die Klägerin am 15. Februar 2017 (BK-act. 16). Als 
aktuellen Befund und Diagnose erhob er:

Aktueller Befund: Leichte bis mittelgradige Verschiebung der Stimmungslage zum 
depressiven Pol. Affektive Resonanz ebenfalls leicht eingeschränkt. Im Affekt er-
heblich gekränkt wirkend. Weinerliche Stimme, Blickkontakt kann überwiegend ge-
halten werden. Psychomotorisch phasenweise deutlich agitiert. Konzentration 
weitgehend erhalten. Gesprächsverlauf flüssig. Deutlich an Hilfe appellierendes 
Auftreten. Äusseres Erscheinen gepflegt. Formales Denken unstrukturiert und 
weitschweifig, inhaltlich überwiegend Gedankenkreisen um gegenwärtig schwieri-
ge persönliche Ausgangslage nach einem Arbeitsplatzkonflikt mit Kündigung des 
Anstellungsverhältnisses. Keine Zeichen einer Psychose. Keine Hinweise auf ak-
tuelle Eigen- oder Fremdgefährdung.

Diagnose: Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) im Gefolge einer be-
ruflichen Belastungssituation mit Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Deutliche 
Kränkung. Wiederholte Suizidgedanken, aktuell jedoch absprachefähig und von 
Suizidalität distanziert.

Die Arbeitsunfähigkeit erachtete Dr.med. I.________ als vorläufig weiterhin aus-
gewiesen; es sei nun eine Umstellung auf eine stationäre Therapie unumgäng-
lich. Nach Klinikaustritt sei die Sachlage erneut zu evaluieren.

2.5.4 Nach Anmeldung bei der IV fand am 23. Februar 2017 das Erstgespräch 
der Klägerin mit dem IV-Berater statt. Gemäss Protokoll (BK-act. 31) beurteilte 
sich die Klägerin psychisch als aktuell sehr instabil; sie wisse, dass eine stationä-
re Therapie empfohlen sei, mache sich aber Sorgen um die Betreuung der Toch-
ter. Auch wolle sie langsam wieder in die Arbeit einsteigen. Der behandelnde 
Arzt des SPD gab der IV-Stelle am 15. März 2017 zur Auskunft, eine stationäre 
Behandlung sei nicht unbedingt notwendig; die Klägerin sei in engmaschiger am-

11

bulanter Psychotherapie mit medikamentöser Unterstützung. Er befürworte einen 
Arbeitsversuch im 1. Arbeitsmarkt; es brauche einen kontinuierlichen beruflichen 
Wiedereinstieg, um nach den schlechten Erfahrungen wieder Vertrauen in einen 
neuen Arbeitgeber zu fassen. 

Im ärztlichen Bericht vom 4. April 2017 nannte der SPD gegenüber der IV-Stelle 
als Diagnosen eine depressive Reaktion aufgrund von schwieriger psychosozia-
ler Situation (ICD-10 F43.21) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emotio-
nal instabilen Zügen (ICD-10 Z73). Gemäss Beurteilung besteht eine depressive 
Reaktion seit Kündigung des Arbeitsplatzes seit Oktober 2016 bei Verdacht auf 
Mobbingsituation. Prognostisch sei eine Wiedereingliederung in neuer Arbeits-
stelle nach Stabilisierung möglich. Ab ca. 1. Mai 2017 sei eine Wiederaufnahme 
der Tätigkeit zu 50% denkbar. Es würden wöchentliche Einzelgespräche geführt 
und Mirtazapin 30mg 0-0-0-0.5 verordnet. 

In einer Stellungnahme vom 28. Juli 2017 hielt der RAD-Arzt Dr.med. univ. 
Dr.phil. G.________ (FMH Psychiatrie und Psychotherapie, dipl. Neuropsycholo-
ge) fest (BK-act. 31/29):

Es handelt sich um eine Anpassungsstörung, dafür sprechen sowohl der Befund-
bericht von Herrn Dr. I.________ (18.02.2017) als auch der Befundbericht des 
SPD (März 2017; o.D.). Es handelt sich um leichtgradige subklinische depressive 
Verstimmungen, die notwenigen Hauptkriterien für die Diagnose einer depressiven 
Episode (= Major-Depression) sind nicht erfüllt: Weder ist ein massives depressi-
ves Dauerstimmungstief, noch eine erhebliche Minderung des Antriebs (dauerhaft 
"energie- und antriebslos") oder eine massive Dauerfreudlosigkeit zu verzeichnen. 
Die Befindlichkeit der Versicherten wird in den Befundberichten nicht gerade wie 
eine "gebrochene Feder" dargestellt. Und auch bezüglich der sog. "Nebenkriterien" 
wie Einbruch bezüglich Selbstwertgefühl, massive Schuldgefühle, Suizidalität usw. 
gibt es nichts Gravierendes zu vermelden. Ob hier wirklich Mobbing-Phänomene 
(in Sinne von Leymann: perfide, niederträchtige, gegen sie gerichtete gezielte Akti-
onen gegen sie persönlich, mindesten zweimal die Woche, ein halbes Jahr lang) 
vorlagen oder lediglich ein innerbetrieblicher Konflikt, ist unklar. Beide Befundbe-
richte schweigen sich bezüglich konkreter Fakten den Arbeitsplatz betreffend aus. 
Herr Dr. I.________ beschreibt wenig konkret (im Februar 2017) einen "Konflikt"(?) 
mit dem Vorgesetzten seit Spätsommer 2016, also wird das 6 Monats-Mobbing-
Kriterium (nach Leymann) nicht erfüllt. Selbst wenn Mobbing zutreffen sollte: Es 
bedürfte einer längeren kumulativen Traumatisierungsphase (mehrere Jahre an-
dauernd), damit es zu massiven Störungen wie PTBS oder einer Major-
Depression, sprich einer depressiven Episode, käme. Meist sind bei solchen Kon-
fliktlagen Anpassungsstörungen oder Psychosomatosen die Folge.

Da inzwischen das konfliktträchtige betriebliche Feld verlassen wurde, besteht kein 
Risiko, dass die Verstimmungen in Richtung einer Major-Depression getriggert 
werden.

Seitens der Invalidenversicherung ist von einer uneingeschränkten beruflichen 
Leistungsfähigkeit auszugehen. Es droht auch keine Invalidität. Falls überhaupt, 

12

dann war die Versicherte allenfalls wenige Monate arbeitsunfähig - bezogen auf ih-
ren damaligen Arbeitsplatz.

Der vom Taggeldversicherer bestellte Gutachter Herr Dr. I.________ hat meiner 
fachlichen Einschätzung nach bei seiner Darstellung die depressiv getönte Befind-
lichkeit massiv übertrieben und - für mich anhand der Befunde nicht nachvollzieh-
bar- eine subklinische Verstimmung als Major-Depression gelabelt/hingestellt.

Mit Vorbescheid vom 16. August 2017 lehnte die IV-Stelle Schwyz einen An-
spruch auf IV-Leistungen ab. Die Beurteilung durch den RAD habe ergeben, 
dass es sich um eine Anpassungsstörung, eine leichtgradige subklinische de-
pressive Verstimmung handle. Seitens der IV sei von einer uneingeschränkten 
beruflichen Leistungsfähigkeit auszugehen (BK-act. 31). Mit Verfügung vom 29. 
September 2017 wurde dies bestätigt; in der angestammten und einer angepass-
ten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (BK-act. 34). 

2.5.5 Am 3. Juli 2017 erlitt die Klägerin einen Velounfall. Der Hausarzt nannte am 
11. Oktober 2017 als daraus resultierende Verletzungen ein Schädelhirntrauma 
Grad I, eine Schulterkontusion mit Tendinose der Supraspinatussehne, eine AC-
Gelenkskontusion, Bursitis subacromialis, Knorpelabsplitterung im Schulterge-
lenk, eine Kniekontusion beidseits und Ellbogenkontusion rechts sowie multiple 
Hautabschürfungen am Körper und Gesicht. Die Befunde seien im MRI vom 11. 
September 2017 objektiviert worden. Am 10. Oktober 2017 seien weiterhin deut-
liche kausale Einschränkungen festzustellen (BK-act. 36). 

Auf Zuweisung des Hausarztes hin fand am 18. Oktober 2017 ein Untersuch in 
der Orthopädischen Chirurgie K.________ statt. Zuhanden Hausarzt wurde am 
19. Oktober 2017 berichtet (BK-act. 37):

Zunächst konservativ, Patientin hat panische Angst vor einer Operation. Physiothe-
rapie, Taping, Analgesie mit Ibuprofen, keine starke Belastung, Kontrolle in 5 Wo-
chen klinisch.

Das AC-Gelenk kann bei persistierenden Schmerzen arthroskopisch saniert wer-
den, der Glenoid-Labrumdefekt ist so klein und inzwischen so lange her, dass es 
hier keine OP bedarf. Langfristig ist nicht ganz klar, was solch eine Verletzung für 
das Gelenk bedeutet. Kurz- bis mittelfristig will sie zu ihrem Sport (Triathlon) 
zurückkehren. AU 100% wegen Unfall und zusätzlich wegen Krankheit schon vor-
bestehend. Von mir keine Bescheinigung erhalten.

Mit Mail vom 14. Dezember 2017 teilte die Beklagte der Klägerin mit, für eine un-
fallbedingte Arbeitsunfähigkeit sei nicht sie, sondern der Unfallversicherer zu-
ständig (BK-act. 45).

2.5.6 Am 14. August 2017 berichtet der SPD von einer "nur leicht gebesserten 
Symptomatik seit dem Bericht vom 24. Januar 2017" (BK-act. 30). Der Befund 
entspricht im Wesentlichen demjenigen vom Januar 2017; unverändert ist die 

13

Diagnose (vgl. Erw. 2.5.2). Es wurden weiterhin zweiwöchentlich, teils wöchent-
lich Einzelgespräche geführt; eine stationäre Behandlung wurde infolge fehlender  
Suizidalität als nicht zielführend erachtet. Es wurde Mirtazapin 30mg 0-0-0-1 ver-
schrieben. Betreffend Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, diese sei bei der alten 
Arbeitsstelle wegen Mobbingsituation nicht zumutbar. Einschränkungen der Leis-
tung würden sich aus der psychiatrischen Symptomatik ergeben; ein stufenwei-
ser Wiedereinstieg in die angestammte Tätigkeit sei bei einer neuen Arbeitsstelle 
ab ca. September 2017 denkbar. 

2.5.7 Am 30. Oktober 2017 wurde die Klägerin im Auftrag der Beklagten durch 
Dr.med. dipl. Psych. H.________ persönlich untersucht; zusätzlich liess er den 
Serumspiegel der Medikamente bestimmen (BK-act. 38). Aufgrund der Untersu-
chung (Aktenstudium, persönlicher Untersuch mit Erhebung Anamnese und 
Selbsteinschätzung sowie Labor [kein Nachweis für Mirtazapin; Lorazepam 
knapp an der Nachweisgrenze]) gelangte Dr.med. J.________ in seiner medizi-
nischen Beurteilung zum Schluss, dass keine psychiatrische Diagnose mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Als Diagnose ohne Einfluss nannte er eine 
Anpassungsstörung bei Problemen am Arbeitsplatz, Depression, Kränkung und 
Enttäuschung, Angst nach ICD-10 F43.23 sowie Aggravation ICD-10 F68.0. Da-
zu führte er aus:

Herleitung der Diagnosen
Es finden sich keinerlei Hinweise auf eine namhafte depressive Gesundheits-
störung nach F32/33 (Major Depression). Frau A.________ leidet mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit an einer arbeitsplatzbedingten und mit privaten Schwierig-
keiten gekoppelten Anpassungsstörung, die eine Arbeitsunfähigkeit nicht rechtfer-
tigen können. (…)

Frau A.________ ist den sie subjektiv beeinträchtigenden Arbeitsplatzbedingungen 
seit einem Jahr nicht mehr ausgesetzt, dennoch wird eine Arbeitsunfähigkeit wei-
terhin attestiert, dies ist nicht nachvollziehbar. Vor allem deshalb auch nicht, weil 
als Diagnose "Mobbing" und Anpassungsstörung nach F43.21 bei schwieriger be-
ruflicher und privater Situation angegeben wird, siehe oben. Die Folgen des Velo-
Unfalles vom 03.07.2017 sind ausgeheilt und rechtfertigen allenfalls für 7 Tage ei-
ne Arbeitsunfähigkeit ab dem 03.07.2017.

Frau A.________ aggraviert mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihre psychi-
schen Beschwerden, siehe oben, es ist nicht nachvollziehbar, dass nach einem 
Jahr ohne Stress, ohne Arbeit immer noch die gleichen Beschwerden vorliegen 
sollen.

Weshalb eine Laborkontrolle der verordneten Medikamente unterblieb, obwohl kei-
ne Besserung eingetreten ist, bzw. das Remeron erst im August 2017 eingesetzt 
worden ist, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Ebenfalls ist nicht nachvollziehbar, 
dass Frau A.________ kein Gramm zugenommen haben will, trotz täglicher Ein-
nahme von Remeron. Remeron führt unweigerlich zu einer massiven Gewichtszu-
nahme bei regelmässiger Einnahme (siehe Kompendium).

14

Diskussion divergierender Befunde
Weshalb von den behandelnden Ärzten und Psychologen des sozialpsychiatri-
schen Dienstes O.________ auf die eindeutig und mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit existierenden Probleme am Arbeitsplatz und in der Familie eine seit 12 
Monaten anhaltende Arbeitsunfähigkeit attestierten, ist nicht nachvollziehbar. Es 
liegen identifizierbare, von Frau A.________ selbst bestätigte, Probleme am Ar-
beitsplatz vor, ebenso in ihrer Familie, Frau A.________ erfüllt die Kriterien einer 
Major Depression nicht, siehe S. 137 ff., "ICD 10", H. Dilling et al., H. Huber, 2009.

Nach der Beurteilung von Dr.med. J.________ können die geklagten Beschwer-
den nicht objektiviert werden, es lägen Hinweise für eine Aggravation vor. Eine 
namhafte (psychiatrische) Gesundheitsstörung habe mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit nie vorgelegen, die Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich durch die 
Probleme am Arbeitsplatz und private Probleme begründet. Spätestens ab dem 
30. Oktober 2017 bestehe bei einem anderen Arbeitgeber oder in einer anderen 
Filiale sowohl für eine angestammte Tätigkeit als Verkäuferin, wie auch für jede 
andere zumutbare andere Tätigkeit eine 100% Arbeitsfähigkeit. 

2.5.8 Mit Schreiben vom 25. Juli 2018 beantwortete die APP M.________ (früher 
SPD) Fragen des Rechtsvertreters der Klägerin (BK-act. 50). Nach Überweisung 
der Klägerin durch den Hausarzt im Oktober 2016 habe sich eine depressive 
Symptomatik gezeigt. Sie sei in dieser Krisensituation engmaschig therapeutisch 
betreut und mit Temesta 1mg und Mirtazapin 30mg/d behandelt worden. Die 
Symptome seien lange nicht abgeklungen, an eine Teilarbeitsfähigkeit sei lange 
nicht zu denken gewesen; erst seit Ende Januar 2018 sei eine leichte Verbesse-
rung festzustellen. Wie Dr.med. J.________ gehe auch die APP M.________ von 
einer günstigen Langzeitprognose aus; er habe aber die Dauer des Genesungs-
prozesses falsch eingeschätzt, was bei einer einmaligen Konsultation ohne 
Langzeitverlauf auch schwierig sei. Nicht nachvollziehbar sei seine Beurteilung, 
die Klägerin habe keine Symptome einer depressiven Episode genannt, was die 
Ärzte der APP M.________ mit Verweisen auf seinen Bericht untermauern (blo-
ckiert, keinen einzigen Tag der Besserung, zeitweise für Stunden gut, dann ver-
schlimmere sich alles, wenig Antrieb; Suizidgedanken und Depression; traurig 
und kaputt, Angst vor andern Leuten, wenig soziale Kontakte, sie schäme sich). 
Hinweise auf eine Aggravation habe man seit Behandlungsbeginn nie feststellen 
können. Weshalb sich der Zustand nicht bereits früher gebessert habe, sei 
manchmal nicht einfach zu erklären; es brauche oft Zeit, bis Psychotherapie ihre 
Wirkung zeige. Die Feststellung von 7 Pt auf der HAMD-Skala bzw. 8 Pt auf der 
MADR-Skala durch Dr.med. J.________ widerspiegle den Gesamteindruck der 
Klägerin ohne Kenntnis eines Längsverlaufs in keinster Weise. Und auch ein 
einmaliger Laborbefund vermöge die Behauptung, die Klägerin habe die Medi-
kamente nicht eingenommen, nicht zu beweisen; theoretisch denkbar sei, dass 

15

sie die Einnahme einmal vergessen habe. Zudem führe die Einnahme von Re-
meron nicht immer und unweigerlich zu einer massiven Gewichtszunahme, so 
wohl auch nicht bei der Klägerin.

Hierzu bezog Dr.med. J.________ am 1. August 2018 Stellung (BK-act. 55). Die 
Diagnose F43.21 nach ICD-10 laute korrekt "Anpassungsstörung mit längerer 
depressiver Reaktion". Gemäss Rechtsprechung könnten Anpassungsstörungen 
eine Arbeitsunfähigkeit nicht rechtfertigen. Die depressive Anpassungsstörung 
sei im Schweregrad leichter als eine F32.0 (leichte reaktive Depression, Major 
Depression), die maximal eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30% rechtfertige. 
Gemäss seiner Beurteilung liege eine Anpassungsstörung F43.23 vor. Sodann 
werde er im Bericht der APP M.________ falsch zitiert (worauf er die subjektiven 
Klageschilderungen wiederholt). Bei der Konsistenzprüfung zeige sich, dass sich 
die subjektiv geklagten Beschwerden nicht objektivieren liessen. Die genannten 
Symptome würden einer Anpassungsstörung entsprechen, wegen Kränkung und 
Enttäuschung liege jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine F43.23 
"Anpassungsstörung mit Störung gemischter Gefühle" wie Enttäuschung, Krän-
kung, Angst, Depression, Wut, Zorn vor. Zudem habe die Klägerin genügend 
Ressourcen und Antrieb, könne Klavier spielen, sei kreativ, lese viel und treibe 
Sport. Auch wenn sie wenige soziale Kontakte angebe, sei sie doch in der Lage, 
mit dem Ex-Mann Velo-Touren zu unternehmen. Es seien dies deutliche Hinwei-
se, dass keine Major Depression vorliege. Nur eine solche könne eine länger an-
haltende Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen. Eine Aggravation liege deshalb vor, 
weil trotz genügender Ressourcen und angeblicher intensiver psychotherapeuti-
scher und psychopharmakologischer Therapie keine Besserung eingetreten sein 
solle. Zudem seien die Angaben über die Medikation widersprüchlich. Er kritisiert 
dabei die Abgabe von Mirtazapin ohne gleichzeitige Laborkontrolle. Aufgrund der 
Halbwertszeit von Mirtazapin (37h) bestreitet er, dass ein einmaliges Vergessen 
zum erhobenen Laborbefund (kein Nachweis) führen könne. Abschliessend 
bestätigt er seine Beurteilung, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 
arbeitsplatzbedingte Arbeitsunfähigkeit in Form einer Anpassungsstörung vorlie-
ge.

2.5.9 Am 14. November 2017 stellte die Klägerin Antrag auf Arbeitslosenent-
schädigung, wobei sie angab, infolge Krankheit an der Arbeitsleistung verhindert 
zu sein (Akten RAV S. 65; K-act. 3 zu Eingabe vom 31.1.2019).

Mit Verfügung vom 22. Januar 2018 verneinte das Amt für Arbeit die Vermitt-
lungsfähigkeit der Klägerin ab dem 16. November 2017 gestützt auf die durch die 
APP M.________ attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit und die Meldung der 
Klägerin, sie befinde sich noch in Therapie und ärztlicher Untersuchung aufgrund 

16

des Unfalles vom 3. Juli 2017; sie fühle sich nicht arbeitsfähig. Nachdem die APP 
M.________ ab dem 30. Januar 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 80% bestätig-
te, verfügte das Amt für Arbeit am 7. Februar 2018 neu (Ersatz der Verfügung 
vom 22.1.2018) und es anerkannte eine Vermittlungsfähigkeit der Klägerin (K-
act. 2 zu Eingabe vom 31.1.2019). 

2.5.10 Am 31. Januar 2019 teilte die Klägerin dem Gericht mit, sie habe die Me-
dikamente jeweils direkt vom Arzt der APP M.________ erhalten, was sie mit den 
entsprechenden Rechnungen untermauert (K-act. 1 zu Eingabe vom 31.1.2019). 
Zur Medikation äusserte sich die APP M.________ am 5. März 2019 dahinge-
hend, dass die Indikationsstellung und Verordnung am 27. Februar 2017 erfolgt 
sei, nachdem die Klägerin unter Ein- und Durchschlafstörungen sowie depressi-
ver Symptomatik gelitten habe; Mirtazapin initial 15mg zur Nacht, später bei guter 
Verträglichkeit 30mg. Da sich keine Nebenwirkungen eingestellt hätten, habe 
man die Medikation während der gesamten Behandlung fortgesetzt. Die Klägerin 
habe angegeben, die Medikamente regelmässig zu nehmen; eine Einnahmekon-
trolle sei bei ambulanter psychiatrischer Behandlung routinemässig nicht üblich, 
sondern nur, falls Probleme oder ungenügende Wirkung auftreten würden. Für 
eine absolute Gewissheit, dass die Medikamente regelmässig und täglich einge-
nommen worden seien, könne man daher nicht garantieren. Zudem legte die 
APP M.________ die Verlaufseinträge der Therapiegespräche ab dem 27. Fe-
bruar 2017 bei, aus welchen sich der Inhalt der Gespräche sowie kurze Zu-
standsbeschreibungen ergeben (VG-act. 21). 

3. Es steht fest, dass der Hausarzt im September 2016 eine krankheitsbe-
dingte Arbeitsunfähigkeit der Klägerin feststellte und sie zur weiteren Behandlung 
an den SPD/ die APP M.________ überwies. Unbestritten ist ebenso, dass der 
SPD/ die APP M.________ der Klägerin in der Folge weiterhin eine vollständige 
und ab Februar 2018 eine abnehmende Arbeitsunfähigkeit attestierte. Genauso 
steht indes fest, dass Dr.med. J.________ aufgrund seiner persönlichen Unter-
suchung vom 30. Oktober 2017 spätestens ab diesem Zeitpunkt keine Arbeitsun-
fähigkeit infolge Krankheit feststellen konnte. Er gelangte vielmehr zum Schluss, 
die Klägerin sei sicher ab dem Untersuchungszeitpunkt vollständig arbeitsfähig. 
Ebenso verneinte die IV mit Verfügung vom 29. September 2017 eine Arbeitsun-
fähigkeit. Damit aber bestehen zumindest Zweifel an der durch die Klägerin über 
den 15. November 2017 hinaus geltend gemachte krankheitsbedingte Arbeitsun-
fähigkeit. Eine Würdigung der medizinischen Unterlagen vermag diese Zweifel 
nicht zu beseitigen. Im Gegenteil erhärtet sich die Beurteilung der Beklagten, 
dass eine über den 15. November 2017 hinaus bestehende krankheitsbedingte 
Arbeitsunfähigkeit als Anspruchsvoraussetzung für Taggeldleistungen nicht be-

17

wiesen ist. Diese Zweifel gründen nicht allein auf der Erfahrungstatsache, dass 
behandelnde Ärzte, auf deren Arbeitsunfähigkeitszeugnisse sich die Klägerin im 
wesentlichen beruft, mitunter in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 
aussagen, sondern ergibt sich insbesondere auch aus den nachfolgenden Erwä-
gungen.

3.1 Gemäss SPD erfolgte die Krankschreibung durch den Hausarzt infolge de-
pressiver Reaktion bei Verdacht auf Mobbingsituation am Arbeitsplatz. Die Um-
stände am Arbeitsplatz sind nicht gänzlich geklärt. Laut Klägerin wurde sie durch 
ihren Vorgesetzten zu Regelverstössen angehalten, was sie nicht wollte und sie 
entsprechend belastete (BK-act. 31/7 und 38/4). Gemäss Arbeitgeberin stimmte 
die Leistung der Klägerin nicht, was letztlich zur Kündigung führte (vgl. BK-act. 
31/16). Der SPD selber gelangte im Januar 2017 zur Beurteilung einer depressi-
ven Reaktion aufgrund von schwieriger beruflicher sowie privater Situation. Er 
betonte, diese Beurteilung beziehe sich auf die jetzige Arbeitssituation; eine 
Rückkehr sei nicht zumutbar. Der letzte Arbeitstag der Klägerin war indes bereits 
der 10. September 2016, die Kündigung wurde am 21. September 2016 per En-
de November 2016 ausgesprochen, verlängerte sich krankheitsbedingt bis Ende 
Februar 2017 (BK-act. 31/16; vgl. auch Akten RAV K-act.3 zur Eingabe vom 
31.1.2019, S. 64 f., 151 ff.). Mithin war die Klägerin seit sicher Oktober 2016 der 
schwierigen Arbeitsplatzsituation nicht mehr ausgesetzt und eine Rückkehr war 
infolge Kündigung ohnehin ausgeschlossen. Damit wird nicht bestritten, dass die 
Klägerin im damaligen Zeitpunkt unter einer depressiven Reaktion gelitten haben 
kann. Fest steht aber auch, dass sowohl der Hausarzt als auch der SPD ihre Be-
urteilungen wesentlich im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzsituation sahen, 
dieser Arbeitsplatz indes bereits im September 2016 verlassen wurde und eine 
Rückkehr infolge Kündigung nicht im Vordergrund stand. Entsprechend sprach 
der SPD denn auch von einer günstigen Prognose. Zudem hat der SPD die Ar-
beitsunfähigkeit als 100% "in der aktuellen Situation" bezeichnet, gleichzeitig 
aber bestanden laut SPD keine Einschränkungen der beruflichen Tätigkeiten, es 
seien sämtliche Tätigkeiten zumutbar (BK-act. 10). Auch wenn darin eine gewis-
se Widersprüchlichkeit zu sehen ist, so erhellt daraus doch, dass die Arbeitsun-
fähigkeit von Anbeginn weg im Zusammenhang mit der bisherigen, nicht mehr 
aktuellen Arbeitsstelle gesehen wurde. Dennoch erfolgte die Krankschreibung in-
folge depressiver Reaktion weit über ein Jahr nach dem letzten Arbeitstag hin-
aus. 

3.2 Dr.med. I.________ diagnostizierte am 18. Februar 2018 eine mittelgradige 
depressive Episode (ICD-10: F32.1) im Gefolge einer beruflichen Belastungssi-
tuation mit Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Er empfahl eine stationäre The-

18

rapie (BK-act. 16). Weder haben die behandelnden Ärzte des SPD diese Dia-
gnose übernommen, noch teilten sie seine Beurteilung der Notwendigkeit einer 
stationären Behandlung. Auch der RAD-Arzt hielt die Beurteilung von Dr.med. 
I.________ aufgrund der Befunde als nicht nachvollziehbar. Insofern ist die Aus-
sage der Klägerin zu relativieren, wenn sie gegenüber der IV ausführte, sie wis-
se, dass sie in eine stationäre Behandlung eintreten müsste (BK-act 31/8). Ge-
genüber der IV wiederholten die Ärzte des SPD am 4. April 2017 ihre Beurteilung 
vom 24. Januar 2017, wobei allerdings die depressive Reaktion seit der Kündi-
gung des Arbeitsplatzes seit Oktober 2016 bei Verdacht auf Mobbingsituation 
bestehen solle. Mithin wird nun die Kündigung und weniger die Arbeitsplatzsitua-
tion ins Zentrum gerückt (was in einem gewissen Widerspruch steht zum Eintrag 
im Verlaufsbericht vom 18.4.2017, wonach die Klägerin noch immer keine recht-
mässige Kündigung erhalten habe; VG-act. 21). Erneut wird aber von einer güns-
tigen Prognose ausgegangen, indem nach einer Stabilisierung die Wiederein-
gliederung in eine neue Arbeitsstelle möglich sei. Es wird gar betont, dass für 
den Genesungsverlauf eine rasche berufliche Wiedereingliederung in Teilzeitbe-
lastung wichtig wäre. Ab 1. Mai 2017 wurde eine 50% Arbeitsaufnahme befür-
wortet. Mithin wurde die Klägerin auch durch die behandelnden Ärzte als (teil-) 
arbeitsfähig erachtet, wäre doch sonst die Arbeitsaufnahme nicht empfohlen 
worden. 

3.3 Im Bericht vom 14. August 2017 spricht der SPD von leicht gebesserter 
Symptomatik. Erneut wird bei der Frage nach der Arbeitsfähigkeit Bezug auf die 
aktuelle Stelle genommen, die allerdings bereits seit längerem gekündigt war. Es 
wird nach wie vor von einer zuversichtlichen Prognose gesprochen, namentlich, 
wenn eine Arbeitsmöglichkeit bestehe. Mithin wurde die Arbeitsfähigkeit der Klä-
gerin nicht verneint, sondern erneut befürwortet im Sinne eines stufenweisen 
Wiedereinstieges bei einem neuen Arbeitgeber. Nur die - ohnehin nicht mögliche 
- Wiederaufnahme der Arbeit an der alten Stelle wurde ausgeschlossen. 

3.4 Mithin fällt auf, dass der SPD die Arbeitsunfähigkeit stets in Bezug zur letz-
ten Arbeitsstelle beurteilte, die Wiederaufnahme der Arbeit an neuer Stelle nicht 
ausschloss, sondern gar befürwortete und den stufenweisen Einstieg empfahl 
und in Aussicht stellte. Dass der bereits im Januar 2017 empfohlene Wiederein-
stieg letztlich krankheitsbedingt nicht geklappt haben soll, wie dies die Klägerin 
darstellt, ergibt sich aus den Akten nicht. In keinem Bericht wird erklärt, dass die 
in Aussicht gestellt Arbeitsaufnahme aus gesundheitlichen Gründen hätte aufge-
schoben werden müssen. Zweifelhaft ist die Aussage der SPD-Ärzte vom 25. Juli 
2018, wonach eine leichte Besserung erst ab Januar 2018 festgestellt und erst 
von da an eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt werden konnte. Denn 

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bereits im Januar 2017 zuvor sowie in den Berichten vom April und August 2017 
wurde durch den SPD die Arbeitsaufnahme empfohlen und als möglich erachtet 
sowie in Aussicht gestellt. Dass diese Beurteilungen nachträglich korrigiert wer-
den mussten, ergibt sich aus den Akten nicht; im Gegenteil spricht der Bericht 
vom 14. August 2017 von einer gebesserten Symptomatik (wenn auch nur leich-
ten) im Vergleich zum Januar 2017. 

3.5 Die (ab 27.2.2017 vorliegenden) echtzeitlichen Einträge im Verlaufsblatt 
der APP M.________ bestätigen dieses Bild (VG-act. 21). Am 27. Februar 2017 
wird die Indikation für Mirtazapin gestellt und mit der Medikation begonnen. Die 
Klägerin sei weinerlich, emotional instabil, schwach, orientierungslos, schwierige 
private sowie berufliche Situation, Schlafproblematik, Gedankenkreisen, verzwei-
felt, Zukunftsängste. Aus den Folgeeinträgen entsteht das Bild einer Person mit 
Höhen und Tiefen. Erwähnt werden Probleme mit der Tochter und dem Ex-Mann, 
aber auch der Wunsch, wieder zu arbeiten sowie verschiedentlich die Möglich-
keit, sich vorstellen zu können. Die Klägerin betreibt Sport, geht in Veloferien und 
reist für längere Zeit zur kranken (Stief-)Mutter nach Brasilien, auch wenn zu die-
ser ein belastendes Verhältnis besteht. Je nach Begebenheiten in zeitlicher Nähe 
zu den Gesprächen erscheint die Klägerin aufgewühlt, belastet und klagsam oder 
aufgehellt, stabil und hoffungsvoll. Hintergründe sind stets Belastungen mit der 
Tochter oder dem Ex-Mann oder Unklarheiten betreffend neue Anstellung und 
Entlöhnung sowie Taggeldzahlungen und Schmerzen infolge des Velounfalles. 
Aus keinem Eintrag lässt sich schliessen, die Klägerin sei aufgrund einer psychi-
schen Erkrankung nicht in der Lage, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Sie selber 
wünscht sich die Arbeit und sucht solche. Dazu werden keine kritischen Bemer-
kungen des Therapeuten vermerkt, wonach die Arbeitsaufnahme verfrüht oder 
problematisch oder gar unmöglich wäre. Die Einträge bestätigen die Beurteilung 
des RAD-Arztes, wonach die Hauptkriterien für die Diagnose einer depressiven 
Episode (= Major-Depression) nicht erfüllt sind. Weder lässt sich ein massives 
depressives Dauerstimmungstief, noch eine erhebliche Minderung des Antriebs 
oder eine massive Dauerfreudlosigkeit erkennen. Die angebliche Problematik am 
alten Arbeitsplatz findet in den ab Februar 2017 vorliegenden Einträgen keine 
Erwähnung mehr, woraus zu schliessen ist, dass diese auch nicht thematisiert 
wurde. Für eine länger anhaltende Traumatisierung finden sich keine Anhalts-
punkte. Mit dieser Beurteilung übereinstimmend schliesst auch Dr.med. 
J.________ eine Major-Depression aus. Ein sozialer Rückzug habe nicht stattge-
funden und die Klägerin zeige noch viele Ressourcen aufgrund der vielfältigen, 
auch kreativen Beschäftigungen. Sie musiziere, lese und schreibe viel und be-
treibe Sport. Diese Beurteilung steht nicht in Widerspruch zu den echtzeitlichen 
Verlaufseinträgen der APP M.________. Dass die Klägerin erst am 3. Juli 2017 

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den Versuch einer Velotour aufgenommen habe, was durch den Unfall jäh ge-
stoppt worden sei (Eingabe Klägerin vom 31.1.2019), trifft auf jeden Fall nicht zu. 
Velotraining ist bereits im März 2017 dokumentiert und ebenso Fahrradferien auf 
Gran Canaria anfangs April 2017. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die behan-
delnden Ärzte eine sportliche Betätigung empfohlen haben; ebenso haben sie 
aber auch die Arbeitsaufnahme empfohlen und als zumutbar beurteilt. Überein-
stimmend und schlüssig kommen der RAD-Arzt und Dr.med. J.________ zur Be-
urteilung, es liege eine Anpassungsstörung infolge arbeitsplatzbedingter und pri-
vater Schwierigkeiten vor, die keine Arbeitsunfähigkeit mehr rechtfertige. Damit 
ist auch erstellt, dass - entgegen der Behauptung in der Klageschrift - nicht 
Dr.med. J.________ alleine die Arbeitsunfähigkeit in Abrede stellte; zur gleichen 
Beurteilung gelangte der RAD-Arzt bereits im Juli 2017. Dabei trifft wohl zu, dass 
die Voraussetzungen für IV-Leistungen nicht identisch sind mit jenen für ein 
Krankentaggeld nach VVG. Wesentlich ist jedoch, dass beide Ärzte überein-
stimmend festhalten, die Hauptkriterien für die Diagnose einer depressiven Epi-
sode, einer Major-Depression, seien nicht erfüllt, es handle sich um eine Anpas-
sungsstörung und es sei von uneingeschränkter beruflicher Leistungsfähigkeit 
auszugehen.

3.6 Auch die echtzeitlichen Verlaufseinträge im hier strittigen Zeitraum ab dem 
16. November 2017 bestätigen dieses Bild. Die Klägerin zeigte sich stabiler und 
zuversichtlich. Dokumentierte Probleme standen im Zusammenhang mit der 
(ausbleibenden) Taggeldzahlung und Behandlung der Unfallfolgen. Die Klägerin 
war aber gewillt zu arbeiten und arbeitete zwischenzeitlich auch. Als störend 
wurden die Schmerzen aufgrund der Unfallfolgen genannt, weshalb die Arbeits-
unfähigkeit (auch) mit somatischen Beschwerden begründet wurde. Dass die 
Klägerin über den 15. November 2017 hinaus wegen psychischer Krankheit ar-
beitsunfähig gewesen wäre, erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich.

3.7 Dr.med. J.________ verweist sodann auf die Laborwerte und bezweifelt 
aufgrund der Nichtnachweisbarkeit von Mitrazapin, dass die Klägerin dieses wie 
verordnet eingenommen hat. Die APP M.________ betont die Möglichkeit, dass 
die Einnahme vergessen ging und die Klägerin selber legt die Abrechnungen für 
die abgegebenen Medikamente vor, was deren Einnahme belegen soll. Auch er-
klärt die APP M.________, in der ambulanten Therapie sei eine Einnahmekon-
trolle bei ambulanter psychiatrischen Behandlung routinemässig nicht üblich, 
sondern erfolge nur, wenn Probleme oder eine ungenügende Wirkung auftreten; 
Gewähr für die effektive Einnahme könne sie daher nicht leisten. Da vorliegend 
trotz stets zuversichtlicher Prognose, trotz engmaschiger Therapie und trotz Me-
dikation gemäss den behandelnden Ärzten kaum Fortschritte erzielt wurden und 

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die Klägerin trotz Mitrazapin an Gewicht verlor (vgl. Verlaufseintrag vom 
23.8.2017), stellt Dr.med. J.________ die Mitwirkung der Klägerin nachvollzieh-
barerweise in Frage; eine Einnahmekontrolle durch die behandelnden Ärzte wäre 
durchaus angezeigt gewesen. 

3.8 Gemäss der anwendbaren kollektiven Taggeldversicherung besteht ein 
Anspruch auf Taggelder nur bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit (vgl. Erw. 
1.4.2). Vorliegend vermag die Klägerin den Beweis nicht zu erbringen, dass sie 
entgegen der Beurteilung durch Dr.med. J.________ (und ebenso jener des 
RAD-Arztes) über den 15. November 2017 hinaus krankheitsbedingt arbeitsun-
fähig war. Vielmehr ist es überwiegend wahrscheinlich, dass die Klägerin spätes-
tens im Zeitpunkt der Begutachtung am 30. Oktober 2017 aus psychiatrischer 
Sicht (nicht Gegenstand des Verfahrens bilden somatische Beschwerden infolge 
des Unfalles) vollständig arbeitsfähig war (eine Rückkehr an die alte Arbeitsstelle 
stand ausser Betracht) und allenfalls eine Anpassungsstörung ohne Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit vorlag. Auf die von der Klägerin beantragte Begutachtung 
kann verzichtet werden. Zum einen basiert die medizinische Beurteilung von 
Dr.med. J.________ auf einem persönlichen Untersuch und den medizinischen 
Vorakten und ist nachvollziehbar und schlüssig. Entgegen der klägerischen Be-
hauptung widerspricht es nicht sämtlichen weiteren fachärztlichen Beurteilungen, 
sondern steht in Einklang mit der Beurteilung des RAD-Arztes. Die Beurteilung 
des Hausarztes Dr.med. L.________ stand ganz zu Beginn der (anerkannten) 
Arbeitsunfähigkeit und vermag zu der Zeit ab November 2017 nichts beizutragen. 
Die von Dr.med. I.________ gestellte Diagnose wird im Verlauf von keinem Arzt 
bestätigt. Zum andern erlangte die Klägerin im Juni 2018 auch gemäss SPD wie-
der eine Arbeitsfähigkeit von 80%; ein Gutachten für den Zeitraum November 
2017 bis Mai 2018 hätte auf der Basis der dem Gericht vorliegenden Akten zu er-
folgen, weshalb keine neuen Erkenntnisse zu erwarten wären. 

4.1 Schliesslich bringt die Klägerin vor, die äusserst kurzfristige Leistungsein-
stellung (nur gut zwei Wochen nach der Untersuchung bei Dr.med. J.________ 
und innert drei Tagen nach Ankündigung durch die Beklagte), sei bereits aus 
formellen Gründen nicht haltbar. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
sei auch im Bereich der privatrechtlichen Taggeldversicherung nach VVG eine 
angemessene Übergangsfrist zur Anpassung an veränderte Umstände zu ge-
währen. In einem vergleichbaren Fall habe das Bundesgericht eine Frist von fünf 
Monaten als angemessen erachtet, weshalb vorliegend allein schon aus diesem 
Grunde mindestens bis Mitte April 2018 Taggelder geschuldet seien.

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4.2 Mit dem Schreiben vom 10. November 2017, worin die Beklagte die Kläge-
rin über das Ergebnis der Begutachtung (keine Arbeitsunfähigkeit spätestens im 
Zeitpunkt der Begutachtung vom 30.10.2017) und gleichzeitig über die Einstel-
lung der Taggeldzahlungen per 15. November 2017 informierte, wurde der Klä-
gerin in der Tat keine Übergangsfrist gewährt. Allerdings ist die von ihr zitierte 
Rechtsprechung nicht einschlägig. Verlangt wird gemäss dieser Rechtsprechung, 
welche die Praxis der sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts zur sozial-
versicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG 
im Bereich der privaten Krankentaggeldversicherung analog anwendet, dass der 
versicherten Person für einen zur Schadenminderung angezeigten Berufswech-
sel (Urteil BGer 4A_111/2010 vom 12.7.2010) oder Beginn einer Heilbehandlung 
(Urteil BGer 4A_79/2012 vom 27.8.2012) eine angemessene Übergangsfrist ein-
geräumt wird (vgl. Fuhrer, Abzumahnende Schadenminderung, HAVE 2012 S. 
429). Vorliegend jedoch stellte die Vorinstanz fest, es bestehe spätestens seit 
dem 30. Oktober 2017 keine Arbeitsunfähigkeit, der Klägerin seien sämtliche 
Tätigkeiten zumutbar (was mit vorliegendem Urteil bestätigt wird). Es stand somit 
nicht ein Berufswechsel im Vordergrund. Gleichzeitig war die Klägerin seit Ende 
Februar 2017 ohne Stelle. Liegt Stellenlosigkeit vor, so ist aber nicht einmal dann 
eine Übergangsfrist zu gewähren, wenn ein Berufswechsel gefordert ist (vgl. Ur-
teil BGer 8C_889/2014 vom 23.2.2015 Erw. 4.3.2; 8C_838/2012 vom 19.4.2013 
Erw. 4.2.2). 

5.1 Zusammenfassend steht damit fest, dass die Klägerin einen Anspruch auf 
Krankentaggeldleistungen für den streitigen Zeitraum vom 16. November 2017 
bis 31. Mai 2018 nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu beweisen vermag. Die Klage ist daher abzuweisen.

5.2 Gerichtskosten werden keine erhoben (Art. 114 lit. e ZPO).

5.3 Die nicht anwaltschaftlich vertretene Beklagte hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

6. Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung 
sind privatrechtlicher Natur, weshalb als Rechtsmittel an das Bundesgericht die 
Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) vom 17. Juni 2005 in 
Betracht kommt (BGE 133 III 439 Erw. 2.1; Bundesgerichtsurteil 4A_695/2011 
vom 18.1.2012 Erw. 1.2). Weil das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz 
Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenkassenversiche-
rung als einzige kantonale Instanz beurteilt, ist die Beschwerde in Zivilsachen 

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zulässig, auch wenn der Streitwert von Fr. 30'000.-- nicht erreicht werden sollte 
(BGE 138 III 2, Regeste und Erw. 1). 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in 
Zivilsachen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden (Art. 
42 und 72ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 
173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

4. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Klägerin (2/R)
- die Beklagte (R)
- und die Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 19. Juni 2019

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 

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sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 3. Juli 2019