# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2cd26c0e-daf5-5547-82d4-43dd318f509a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2014 C-1381/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1381-2014_2014-12-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1381/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer, Richter Blaise Vuille,    

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,    

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

C-1381/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die aus Kambodscha stammende B._____ (geb. […]) reichte am 6. Ja-

nuar 2014 bei der Schweizerischen Vertretung in Bangkok (nachfolgend: 

Botschaft) ein Visumsgesuch ein. Zuvor hatte der Gastgeber bereits am 

14. November 2013 einen Visumsantrag für die Gesuchstellerin zusam-

men mit einem persönlichen Brief sowie diversen Unterlagen 

(Einladungsbrief, Kopien der Flugtickets, Passkopien, Kontoauszüge, 

Versicherungsnachweis etc.) an die Botschaft geschickt. Das Gesuch 

wurde per Formularverfügung am 10. Januar abgewiesen mit der Be-

gründung, dass der Zweck und die Umstände des Besuchs zu wenig 

belegt seien und die termingerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin 

zu wenig gesichert sei. Die Abweisung lautete fälschlicherweise auf den 

Namen C._____, statt wie im Antrag angegeben auf B_____.  

B.  

Gegen diese Verfügung erhoben Gast und Gastgeber noch am selben 

Tag Einsprache beim BFM. Der Visumsantrag sei vollständig und korrekt 

abgegeben worden. Zudem umschrieb der Gastgeber sehr ausführlich 

die angeblich prekären Zustände und Abfertigungsabläufe in der Bot-

schaft und brachte den Verdacht auf eine Verwechslung aufgrund des 

falschen Vornamens in der Formularverfügung vor. In einer Schilderung 

sämtlicher Abläufe während der Gesuchstellung, den Emotionen nach der 

Abweisung sowie geplanter zukünftiger Szenarien wurde nochmals auf 

die intensive Beziehung zwischen Gastgeber und Gesuchstellerin hinge-

wiesen. 

C.  

Daraufhin liess die Vorinstanz durch das Migrationsamt des Kantons Zü-

rich weitere Abklärungen zum Sachverhalt durchführen. Nach der 

Vornahme dieser Inlandabklärungen wies das BFM die Einsprache mit 

Verfügung vom 18. Februar 2014 ab. Begründend wurde festgestellt, 

dass kein genereller Anspruch auf Erteilung eines Visums bestünde. Auf-

grund des starken Zuwanderungsdrucks aus der Herkunftsregion sei 

grundsätzlich von einem hohen Risiko einer nicht fristgerechten und an-

standslosen Rückkehr auszugehen. Von dieser Einschätzung sei nur 

abzuweichen, wenn der Gesuchstellerin über das übliche Mass hinaus-

gehende Verpflichtungen im Aufenthaltsland oblägen, was hier (die 

Gesuchstellerin wird als junge, verwitwete und kinderlose Person be-

schrieben, die in keinem Arbeitsverhältnis stehe) nicht der Fall sei. 

C-1381/2014 

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Überdies könne der Gastgeber nicht für die Handlungen und Absichten 

der Gäste garantieren, weshalb man sich auf Prognosen abstützen müs-

se. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob der Gastgeber am 14. März 2014          

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er betont seine Recht-

schaffenheit (als hart arbeitender, pünktlicher Steuerzahler) und die 

Erschütterung seines Rechtsempfindens durch einen negativen Ent-

scheid. Zudem erläutert er den Zweck des Besuchsaufenthalts, nämlich 

dass die Gesuchstellerin bei seiner Mutter italienische Kochkünste erler-

nen solle, mit denen sie sich in Kambodscha durch seine finanzielle Hilfe 

eine Existenz aufbauen könne.  

Der Beschwerdeführer kritisiert, dass die Vorinstanz entgegen den tat-

sächlichen Verhältnissen angenommen habe, die Gesuchstellerin sei 

kinderlos. Als Beweis wird die Geburtsurkunde der Tochter beigelegt (geb. 

2008). Es wird aufgrund der Fehlerhaftigkeit der Begründung der Ver-

dacht auf Willkür geäussert. Die Schulpflicht der Tochter sowie die 

übrigen familiären Verhältnisse (Brüder und Schwestern, Mutter, alle le-

ben gemeinsam in einer Hütte) werden als Verpflichtungen angeführt, 

welche sicherstellen sollen, dass die Gesuchstellerin die Schweiz mit Ab-

lauf der Visumsdauer wieder anstandslos verlassen würde.  

Sinngemäss wird auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie auf 

Erteilung des ersuchten Visums geschlossen. 

E.  

Die Vorinstanz erläutert in der Vernehmlassung vom 2. Mai 2014, dass 

die fälschlicherweise angenommene Kinderlosigkeit der Gesuchstellerin 

keinen Einfluss auf den Entscheid gehabt habe. Sie betont nochmals den 

stark anhaltenden Zuwanderungsdruck aus der Herkunftsregion der Ge-

suchstellerin und hebt hervor, dass auch jüngere Leute ihre Kinder in der 

Heimat zurückliessen um sich im Ausland eine bessere Zukunft aufzu-

bauen und die Kinder in einem späteren Schritt nachzögen. Aufgrund der 

fehlenden Sprachkenntnisse und der übrigen sozialen Faktoren sieht die 

Vorinstanz den Zweck des Aufenthalts (das Erlernen von italienischen 

Kochrezepten in der Schweiz) als eher nicht realisierbar an. Des Weiteren 

könne ein solcher Kochunterricht auch problemlos im Heimatland erteilt 

werden. Somit überwiege das Risiko einer nicht fristgerechten Wieder-

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ausreise aus dem Schengen-Raum eindeutig, weshalb eine Abweisung 

der Beschwerde beantragt werde. 

F.  

Der Beschwerdeführer bemerkt dazu in seiner Replik vom 26. Mai 2014, 

dass bei einer solchen Praxis zur Visavergabe (Menge der Kriterien) 

kaum jemand reisen könnte. Er stellt die Möglichkeit, in Kambodscha Un-

terricht in italienischer Küche nehmen zu können, vehement in Frage. 

Ebenso bemängelt er die Erstellung von Prognosen (da jemandem nicht 

aufgrund von Annahmen eine Einreise verweigert werden dürfe) und die 

angeblich allgemeinverbindlichen Erklärungen in den Entscheidbegrün-

dungen. Der Beschwerdeführer hält nochmals fest, dass ein lückenlos 

und korrekt eingereichter Visumsantrag zu bewilligen sei. Aufgrund des 

negativen Entscheids stellt er die Rechtsstaatlichkeit der Schweiz in Fra-

ge und beantragt, das besagte Visumsgesuch zu bewilligen. 

G.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwä-

gungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in 

Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört das BFM, das mit der 

Abweisung der Einsprache betreffend Verweigerung eines Schengen-

Visums eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges An-

fechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt 

nicht vor. 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt (vgl. BVGE 2014/1 E.1.3 – 1.3.2). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 

50 und 52 VwVG). 

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Seite 5 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-

legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung    

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des        

Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-

schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss 

Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden 

und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten 

Gründen gutheissen oder abweisen; massgebend sind grundsätzlich die 

tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 

2014/1 E. 2 mit Hinweisen). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer kambodschani-

schen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen 83-tägigen 

Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht   

auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und        

die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt             

die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwen-

dungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die 

Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemein-

schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz 

(AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur 

soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine 

abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4.  

Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht 

auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung 

eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grund-

sätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu 

gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich 

dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 

über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; 

BGE 135 II 1 E. 1.1). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 

zieht ein korrekt ausgefüllter und vollständiger Visumsantrag somit nicht 

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Seite 6 

automatisch die Erteilung des ersuchten Visums mit sich. Das Schengen-

Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es 

einheitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die 

Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, 

wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise 

bzw. Visum vermittelt jedoch auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 

2014/1 E. 4.1.5). 

5.  

5.1 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den 

Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb 

eines Zeitraums von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenz-

übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist. Im 

Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ih-

res beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende 

finanzielle Mittel verfügen. Namentlich haben sie zu belegen, dass sie 

den Schengen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Vi-

sums wieder verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise 

bieten. Ferner dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informa-

tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und 

keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die         

öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-

gliedstaats darstellen (vgl. zu den Einreisevoraussetzungen: Art. 5 Abs. 1 

und Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über 

die Einreise und die Visumserteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 

Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments 

und Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das 

Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 

Grenzkodex bzw. SGK], ABl. L 105/1 vom 13.04.2006; Art. 14 Abs. 1 Bst. 

a-c und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex 

der Gemeinschaft [Visakodex] [nachfolgend: Visakodex], ABl. L 243/1 

vom 15.09.2009; vgl. zum Personenkreis: Art. 2 Ziff. 5 und Ziff. 6 SGK). 

5.2 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Voraussetzungen für die 

rechtmässige Einreise nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-

Raum geltendes "einheitliches Visum" nicht erteilt werden. Allerdings 

kann ein Mitgliedstaat in Ausnahmefällen ein sog. "Visum mit räumlich 

beschränkter Gültigkeit" erteilen, das nur für das Hoheitsgebiet des 

betreffenden Mitgliedstaats gilt. Unter anderem kann der betreffende Mit-

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gliedstaat von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wenn er es aus hu-

manitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder 

aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK; BVGE 2011/48 

E. 4.6). 

5.3 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 

2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige 

beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein 

müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von  

dieser Visumpflicht befreit sind (ABl. L 81/1 vom 21.03.2001; zum voll-

ständigen Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV) zeigen 

diejenigen Staaten auf, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der 

Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums 

sein müssen. Da Kambodscha in dieser Liste aufgeführt ist, unterliegt die 

Gesuchstellerin der Visumspflicht. 

6.  

6.1 Die Vorinstanz begründet die Abweisung der Einsprache im Wesentli-

chen damit, dass der Zweck des Aufenthalts zu wenig belegt und die 

Wiederausreise der Gesuchstellerin nicht gewährleistet sei. Bei der      

Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss ein zu-

künftiges Verhalten beurteilt werden. Hierzu sind lediglich Prognosen 

möglich, wobei jedoch sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 

würdigen sind. Dabei ist einerseits die allgemeine Lage im Herkunftsland 

und andererseits die individuelle Situation der gesuchstellenden Person 

in die Beurteilung mit einzubeziehen. Insbesondere ist die Ausstellung ei-

nes Visums zu verweigern, wenn der Aufenthaltszweck und die Umstände 

des geplanten Aufenthalts nicht genügend belegt wurden (Art. 32 Visako-

dex i.V. Art. 12 VEV). 

6.2  

6.2.1 Kambodscha konnte aufgrund hoher Wachstumszahlen die Armuts-

quote von rund 53% im Jahr 2004 auf 19.8% im Jahr 2011 reduzieren. 

Dennoch gehört es nach wie vor zur Gruppe der Least Developed   

Countries (LDC). Bestimmend für die Gruppe der LDCs sind Entwick-

lungsdefizite bei Gesundheitsversorgung, Ernährung und Bildung, sowie 

eine geringe Diversifizierung der auf einzelne Exportprodukte beschränk-

ten Volkswirtschaft. Über 50% der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. 

Weitere Negativeinflüsse auf die Wirtschaft stellen Korruption, mangelhaf-

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te Infrastruktur, hohe Energiekosten, niedriges Ausbildungsniveau, 

Rechtsunsicherheit und ungeklärte Eigentumsverhältnisse an Grund und 

Boden dar. Die Analphabetenrate liegt bei 26%, wobei sie in den ländli-

chen Gebieten deutlich höher ist (Quellen: Deutsches Auswärtiges Amt, 

www.auswaertiges-amt.de > Reise & Sicherheit > Reise- und Sicher-

heitshinweise: Länder A-Z > Kambodscha , Stand September 2014, 

abgerufen im November 2014).  

6.2.2 Im Hinblick auf die dargelegte wirtschaftliche Lage und den grossen 

Migrationsdruck in Kambodscha ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin-

stanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besuchern 

aus Kambodscha allgemein als hoch einschätzt.  

6.2.3 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine 

Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 

konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden 

Person im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesell-

schaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus 

die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Ande-

rerseits muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen 

Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regel-

konformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch 

eingeschätzt werden. 

6.2.4 Die Gesuchstellerin verfügt über ein unregelmässiges, niedriges 

Einkommen. Die ganze Familie (Schwester, Bruder, Tochter) lebt gemein-

sam in einer Hütte. Alle (bis auf die Tochter) haben Jobs als Hilfskräfte. 

Das Einkommen des Haushalts setzt sich zusammen aus mehrerer    

dieser kleinen Einkommen als Hilfskräfte. Zudem überweist der Be-

schwerdeführer der Gesuchstellerin monatlich einen fixen Betrag zur 

Unterstützung. Die finanzielle Lage der Gesuchstellerin kann somit als 

kritisch betrachtet werden. Für die Kosten des Besuchsaufenthalts tritt 

der Beschwerdeführer als Garant ein, was jedoch das Risiko einer nicht 

regelkonformen Ausreise nicht vermindert. 

6.2.5 Die Gesuchstellerin ist verwitwet und lebt in Kambodscha mit ihrer 

Familie - wie bereits dargelegt - in einem gemeinsamen Haushalt. Die 

Tochter der Gesuchstellerin (geb. 2008) geht mit Hilfe der finanziellen Un-

terstützung des Beschwerdeführers zur Schule. Die Gesuchstellerin 

selbst besucht eine Englischschule, welche ebenfalls vom Beschwerde-

führer finanziert wird. Sowohl die Familie als auch die Nachbarn 

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untereinander halten angeblich zusammen und helfen sich gegenseitig 

aus, sodass die Gesuchstellerin sozial eingebunden sei. Dennoch ist 

auch die Argumentation der Vorinstanz zu beachten, nach welcher es 

häufig vorkomme, dass junge Leute auch ohne ihre Kinder auswandern, 

um sich in Europa ein besseres Leben aufzubauen, mit dem Ziel, die Kin-

der später nachzuziehen. Aufgrund der familiären Bande in Kambodscha 

würde die Tochter während eines Auslandsaufenthalts ihrer Mutter von 

den nächsten Angehörigen weiterbetreut. Die Vorbringen der sozialen 

Verpflichtungen der Gesuchstellerin in Kambodscha vermögen somit die 

Prognose für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise eben-

falls nicht zu begünstigen. 

6.2.6 Eine weitere wichtige Voraussetzung bezüglich des Visavergabever-

fahrens ist die Bekanntgabe und genügende Belegung des Zwecks und 

der Umstände des geplanten Aufenthaltes. Der Beschwerdeführer macht 

geltend, dass die Gesuchstellerin – abgesehen von den emotionalen 

Gründen eines gemeinsamen Aufenthalts – bei der Mutter des Be-

schwerdeführers die Kunst der italienischen Küche erlernen solle. 

Danach würde sie in ihrer Heimat einen fahrenden Take-Away mit         

italienischen Speisen betreiben wollen, den ihr – sowie Küche, Haus und 

Betrieb – der Beschwerdeführer finanzieren möchte. Auf diese Weise   

solle Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden und der Familie zukünftig ein 

höheres und sichereres Einkommen beschert werden. So verständlich 

dieses Anliegen auch sein mag, stellt sich trotz allem die Frage – die be-

reits durch die Vorinstanz aufgebracht wurde – ob die Gesuchstellerin für 

dieses Vorhaben in der Schweiz anwesend sein muss. Ebenso könnte 

man sich vorstellen, dass die Mutter des Beschwerdeführers nach Kam-

bodscha reiste, um der Gesuchstellerin dort Kochunterricht zu erteilen. 

Die Gesuchstellerin müsste ohnehin den Umgang mit den dortigen Pro-

dukten und Gegebenheiten erlernen und könnte sich für ihr späteres 

Unternehmen nicht auf die Produkte und Gegebenheiten in der Schweiz 

abstützen. Ausserdem ist mit der heutigen Technologie (Skype usw., was 

wie vom Beschwerdeführer erwähnt, bereits genutzt wird) ein Kochkurs 

auch über weite Distanzen ohne grosse Umstände möglich. 

7.  

7.1 Somit ergibt sich, dass sowohl die Situation der Gesuchstellerin im 

Heimatland als auch der geltend gemachte Zweck des Besuchsaufent-

halts nicht geeignet sind, die aufgrund der allgemeinen Lage in 

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Kambodscha negativ ausgefallene Prognose (E. 6.2.1) zu Gunsten der 

Gesuchstellerin zu beeinflussen.  

7.2 Insgesamt ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Wie-

derausreise der Gesuchstellerin angesichts der allgemeinen Lage in 

Kambodscha und ihrer individuellen Situation (E. 6.2.4 – 6.2.6) zu wenig 

gesichert sei, nicht zu beanstanden. Mithin ist die über weite Strecken 

appellatorische Kritik durch den Beschwerdeführer unbegründet.  

7.3 An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache 

nichts, dass der Beschwerdeführer über einen guten Leumund verfügt 

und er seine finanziellen Verhältnisse offengelegt hat. Die Integrität des 

Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird denn in kei-

ner Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des 

Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Ein-

stellung und die Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das 

mögliche Verhalten der eingeladenen Person selbst von Bedeutung. Nur 

Letztere ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann denn auch 

nicht – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein be-

stimmtes Verhalten des Gastes Garantie leisten (zum Ganzen siehe 

Entscheid des BVGer C-1043/2014 vom 2. Januar 2014 E.6.4 mit Hin-

weisen). 

7.4 Die Gesuchstellerin und der Beschwerdeführer sind seit bald zwei 

Jahren befreundet und haben sich bis anhin nur in Kambodscha gese-

hen. Der Wunsch des Gastgebers, seine Freundin besser kennen zu 

lernen sowie ihr die Schweizer Kultur näher zu bringen, ist verständlich, 

aufgrund der vorgenommenen Beurteilung hat er sie aber – zumindest 

vorderhand – in deren Heimat zu treffen. Aus den hier zur Anwendung ge-

langenden ausländerrechtlichen Normen kann keine Verpflichtung des 

Staates zu Massnahmen abgeleitet werden, Paaren im Rahmen von Tou-

rismusaufenthalten die Möglichkeit einzuräumen, ihr Zusammenleben 

vorweg auf schweizerischem Territorium zu erproben. Sollte zu gegebe-

ner Zeit ein Eheschluss ins Auge gefasst werden, so wäre über             

die Einreise des Gastes – nach Abschluss der hierzu erforderlichen             

zivilstandsamtlichen Vorkehren – unter einem anderen Aspekt sowie in 

einem andersartigen Verfahren zu befinden (vgl. Art. 10 und 17 AuG bzw. 

Art. 42 AuG). Vorliegend wurde, wie angetönt, ein Visum für einen befris-

teten Besuchsaufenthalt beantragt, weshalb die Erteilung zwingend an 

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Seite 11 

eine fristgerechte Wiederausreise geknüpft ist. Kann hierfür keine Ge-

währ geboten werden, darf das beantragte Visum nicht erteilt werden. 

7.5 Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist 

eine unabdingbare Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums 

nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich be-

schränkter Gültigkeit (vgl. dazu Ziffer 4.2 hiervor) liegen nicht vor. 

8.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 

im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 

daher abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv auf der nächsten Seite) 

  

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Seite 12 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch den am 7. April 2014 geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer  

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]) 

– Migrationsamt des Kantons Zürich (Referenznummer: ZH […] ) 

 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm 

 

 

 

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