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**Case Identifier:** 64b459da-4c4f-54f2-a773-1ef0ef77e16b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.06.2021 IV 2019/301
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-301_2021-06-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/301

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.06.2022

Entscheiddatum: 28.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 28.06.2021
Art. 8 und 28 IVG, Art. 26 IVV. Rentenzusprache und Rückweisung zu 
ergänzender beruflicher Abklärung und Durchführung von weiteren 
Eingliederungsmassnahmen (nach Erreichen eines Eidgenössischen 
Berufsattests in einer erstmaligen beruflichen IV-Ausbildung) (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2021, IV 
2019/301).

Entscheid vom 28. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Miriam Lendfers und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2019/301

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Brenner, Paradiesstrasse 4, 9030 Abtwil 

SG,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ wurde am 18./20. Juli 2001 bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung für 

Versicherte vor dem 20. Altersjahr angemeldet (IV-act. 2). Die Invalidenversicherung 

sprach ihr im September 2001 erstmals medizinische Massnahmen (IV-act. 5; zur 

Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 404 GgV Anhang; Auffälligkeiten in den 

Bereichen Aufmerksamkeit und Wahrnehmung sowie des Antriebs und der Impulsivität 

bei im Normbereich liegendem kognitivem Entwicklungsstand, vgl. IV-act. 3-5) und im 

Februar 2012 (IV-act. 41) aufgrund einer Anmeldung vom 18. Januar/1. Februar 2012 

(IV-act. 37) Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten 

zu. Gemäss einem Verlaufsprotokoll (IV-act. 82) hatte ein Erstgespräch im November 

2011 stattgefunden. Im Protokoll wurde weiter festgehalten, im Sommer 2013 sei die 

Versicherte aus der Kleinklasse an der öffentlichen Schule aus- und in ein Praktikum 

und eine Vorlehre eingetreten. Nach einem Praktikumsabbruch (in der E. __ [Branche]) 

stehe sie im November 2013 in einem weiteren Praktikum (___). Im Sommer 2014 

beginne eine EBA-Ausbildung (Eidgenössisches Berufsattest) in einem ___. Gemäss 

einem späteren Eintrag wurde diese im November 2014 wieder abgebrochen. Die 

Versicherte wolle nun eine Ausbildung zur FaBe (Fachfrau Betreuung) machen. Sie 

habe [...] die Möglichkeit zum diesbezüglichen Schnuppern bekommen. Im Februar 

2015 wurde angegeben, die Versicherte arbeite motiviert und mit Anleitung sehr gut mit 

und versuche sofort umzusetzen, was ihr aufgetragen werde, sie fehle aber oft - auch 

durch die familiäre Situation bedingt. Die IV-Berufsberatung berichtete entsprechend 

am 18. März 2015 (IV-act. 45), die Versicherte habe nach der Beendigung der 

A.a. 

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obligatorischen Schulzeit im [...] (Sonderschule, besucht seit ___ 20__, IV-act. 37) im 

Sommer 2013 ein kantonales Brückenangebot wahrgenommen, dann ein Praktikum in 

der E. __ [Branche] begonnen (beendet aufgrund von zwischenmenschlichen 

Schwierigkeiten) und hernach eines im F. __ [Branche] gemacht. Es sei ihr gelungen, ab 

Sommer 2014 eine Lehrstelle als ___ [Branche F.] assistentin zu bekommen, der sie 

aber ab November 2014 ferngeblieben sei. Inzwischen habe sie einen 

niederschwelligen Einstieg in eine Ausbildung im Bereich Betreuung [...] machen 

können.

Am 20. März 2015 (IV-act. 48) sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

die Mehrkosten für die Vorbereitung einer erstmaligen beruflichen Ausbildung zur 

Assistentin Bildung und Soziales EBA (ab April 2015, vgl. auch IV-act. 45-1 unten und 

IV-act. 47; bzw. Gesundheit und Soziales, vgl. IV-act. 45-2 und IV-act. 51) zu. Ein 

Klinischer Psychologe/Psychotherapeut ersuchte am 16. Juni 2015 (IV-act. 50) um 

Kostengutsprache für eine störungsspezifische ADHS- [Aufmerksamkeitsdefizit-

Hyperaktivitätsstörungs-] Therapie mit dem Ziel, weitere Fortschritte der Versicherten 

im Bereich der Motivation, der Ausdauer und der Verlässlichkeit erzielen zu können. [...] 

Der IV-Eingliederungsverantwortliche berichtete am 22. Juni 2015 (IV-act. 51), der 

Verlauf der Vorbereitung sei zweckmässig gewesen. Es habe Tage gegeben, an 

welchen eine engmaschige Begleitung erforderlich gewesen sei, damit die Versicherte 

eine entsprechende Arbeitsleistung habe erzielen können, und solche, an welchen sie 

krankheitsbedingt abwesend gewesen sei, wobei die gesundheitliche Problematik für 

die Ausbildnerin nicht immer nachvollziehbar gewesen sei. Daraufhin sprach die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten am 22. Juli 2015 (IV-act. 53) die 

Mehrkosten der Ausbildung zur Assistentin Gesundheit und Soziales (AGS) EBA [...] (ab 

August 2015) zu. Der IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 1. Juli 2016 (IV-act. 60) 

fest, der fachliche Ausbildungsstand der Versicherten sei gut. Es seien aber Absenzen 

vorgekommen und der psychische Zustand der Versicherten sei schwankend, was sich 

auf die Arbeitsleistung auswirke. Sie nehme regelmässig an therapeutischen Sitzungen 

teil und sei gewillt, die Ausbildung abzuschliessen. Es gelinge ihr, die Anforderungen 

teilweise zu erfüllen. Der Arbeitgeber bringe ihr viel Geduld und Verständnis entgegen, 

halte aber auch fest, dass der Aufwand beträchtlich sei. - Im September 2016 (IV-

act. 82-5) wurde berichtet, der Wechsel der Versicherten in den Arbeitsbereich ___ 

A.b. 

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habe eine gewisse Entspannung der Situation ergeben. Beim eingerichteten 

therapeutischen Setting habe sich ein übermässiger ___konsum bei ihr gezeigt. - 

Dr. med. C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Kinder- und 

Jugendpsychiatrie FMH, gab in einem Bericht vom 26. Oktober 2016 (IV-act. 65) an, 

die Versicherte sei angemeldet worden, weil sie immer wieder in ein tiefes Loch falle 

und die Arbeit darunter aufgrund von häufigen Fehlzeiten stark leide. Aufgrund des 

POS und der damit einhergehenden Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen und 

emotionaler Störung in Kombination mit den Folgen des ___konsums habe die 

Versicherte ihre Arbeit vernachlässigt. Es seien auch eine Affektvermeidung und 

mitunter auch Stimmungsschwankungen deutlich geworden, die den Umgang mit ihr 

erschwert hätten, ausserdem auch eine starke Selbstwertproblematik und ein starkes 

Misstrauen gegenüber anderen Personen. - Der IV-Eingliederungsverantwortliche hielt 

am 3. Mai 2017 (IV-act. 67) fest, im Sommer 2017 werde die Versicherte die Ausbildung 

beenden. Der Arbeitgeber halte dafür, die Arbeitsfähigkeit sei aus gesundheitlichen 

Gründen eingeschränkt und es zeichne sich möglicherweise ein Teilberentungsbedarf 

ab. - In einem Verlaufsprotokoll (IV-act. 82) wurde auch festgehalten, die Versicherte 

habe damals (am 3. Mai 2017) erklärt, am liebsten würde sie an einem geschützten 

Arbeitsplatz arbeiten. [...] habe einen Einstieg in einen geschützten Arbeitsplatz für 

sicherlich sehr sinnvoll gehalten (vgl. IV-act. 82-6). 

Dr. C.___ gab in ihrem IV-Arztbericht vom 22. Mai 2017 (IV-act. 68) an, die 

Versicherte befinde sich zurzeit in Ausbildung; eine (sc. wohl: diesbezügliche) 

Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht. Anamnestisch liege ein POS vor, ausserdem 

bestünden ein ___missbrauch mit amotivationalem Syndrom (Diagnose gestellt 2016) 

und eine Persönlichkeitsakzentuierung. Letztere sei in den letzten Monaten zunehmend 

deutlich geworden und habe Einfluss auf alle Lebensbereiche. Es seien verstärkt 

Autoritätskonflikte in den Vordergrund getreten. Die Versicherte habe massive 

Schwierigkeiten, sich an Vorgaben von Vorgesetzten zu halten, wenn das von ihrer 

eigenen Vorstellung abweiche. Dann sei sie starr und unflexibel; eine 

Perspektivenübernahme scheine nicht möglich. Zudem seien genaue Vorgaben und 

Anleitungen zur Aufgabenerfüllung erforderlich gewesen. Schwierigkeiten gemacht 

habe auch das geringe Durchhaltevermögen der Versicherten. Die Leistungsfähigkeit 

sei vermindert. Eine weitere engmaschige Unterstützung und Betreuung scheine auch 

A.c. 

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nach der LAP (Lehrabschlussprüfung) äusserst sinnvoll. Eine Anstellung auf dem 

zweiten Arbeitsmarkt scheine realistisch.

Im ___ 201_ erwarb die Versicherte das Eidgenössische Berufsattest als 

Assistentin Gesundheit und Soziales (IV-act. 77).  

A.d. 

Am 4. September 2017 (IV-act. 79) hielt die IV-Sachbearbeiterin fest, für den 

Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung würden die 

gesundheitsbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar 

erscheinen. Unter einer Abstinenz von ___ sei eine wesentliche Verbesserung der 

Arbeitsleistung beobachtet worden. Es sei für drei Monate eine Abstinenz zu verlangen 

und danach sei die Versicherte durch einen IV-Eingliederungsberater bei der 

beruflichen Eingliederung zu unterstützen, um die Arbeitsfähigkeit im ersten 

Arbeitsmarkt zu überprüfen. Es seien die IV-rechtlichen Voraussetzungen für 

Integrationsmassnahmen erfüllt (kleines Taggeld mit Höchstansatz ab Beginn der 

Massnahme) und unter der Voraussetzung der Eingliederungsfähigkeit bestehe 

grundsätzlich ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung.

A.e. 

Im "Schlussbericht berufliche Massnahmen" (IV-act. 80) teilte das [...] am 

8. September 2017 (Eingang SVA) mit, die Versicherte habe, bezogen auf den ersten 

Arbeitsmarkt, eine Leistungsfähigkeit von 50 % - innerhalb eines Pensums von 60 % - 

erreicht. Eine Eingliederung in die freie Wirtschaft sei nicht möglich. Für die 

Absolvierung der Ausbildung habe es sehr viel Struktur und Halt von aussen für die 

Versicherte bedurft. Ihre labile psychische Verfassung habe ihr immer wieder einen 

Strich durch die Rechnung gemacht. Sie sei auf eine "hartnäckige" Unterstützung 

angewiesen. Als nicht erfüllt wurden die Anforderungen im Bereich Zuverlässigkeit/

Belastbarkeit (Pünktlichkeit, Termineinhaltung/Durchhaltewillen) bezeichnet. - Am 

18. September 2017 (IV-act. 81) berichtete der IV-Eingliederungsverantwortliche, von 

einer rentenausschliessenden Eingliederung der Versicherten in den ersten 

Arbeitsmarkt könne nicht ausgegangen werden. Die Arbeitsleistung sei derzeit im 

geschützten Arbeitsbereich verwertbar. - Der RAD erachtete am 12. Oktober 2017 (vgl. 

IV-act. 84) eine ___-Abstinenz für zumutbar. - In einem Strategie-Protokoll vom 

22. November 2017 (IV-act. 86) wurde festgehalten, die Auflagen seien in dieser Form 

nicht umsetzbar. Nach Angaben des Lehrbetriebs im Schlussbericht sei eine Eins-zu-

A.f. 

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eins-Betreuung nötig, deshalb sei auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Eingliederung nicht 

bzw. nur an einem Nischenarbeitsplatz möglich. Mit einer höheren Leistungsfähigkeit 

sei auch bei Abstinenz von ___ nicht zu rechnen, denn die Versicherte konsumiere es, 

um sich zu beruhigen, wie es andere Personen mit Ritalin täten. Es sei eine gute und 

engmaschige Begleitung erforderlich. Eine rentenausschliessende Eingliederung sei 

kritisch zu beurteilen. Derzeit werde von einer Verwertbarkeit im geschützten 

Arbeitsbereich ausgegangen. Weitere berufliche Massnahmen seien zurzeit nicht 

möglich. Es sei der Rentenanspruch zu prüfen. 

Am 23. November 2017 (IV-act. 88) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen der Versicherten mit, sie habe die erstmalige berufliche 

Ausbildung erfolgreich absolviert; weitere berufliche Massnahmen seien nicht 

angezeigt. Sie werde später eine separate Verfügung zur Rente erhalten. 

A.g. 

Mit Schreiben vom 29. November 2017 (IV-act. 92) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten die Auflage, sich während 

mindestens zwölf Monaten Drogenurinuntersuchungen zu unterziehen, da andernfalls 

die erforderliche medizinische Abklärung nicht durchgeführt werden könne. Daraufhin 

erklärte die Versicherte gemäss Telefonnotiz vom 10. Januar 2018 (IV-act. 93), die erste 

abgegebene Probe sei negativ gewesen. Sie sei ausserdem seit November 2017 (und 

bis Sommer 2018) vollzeitlich an einer Praktikumsstelle in einer G.___ tätig. - Am 

22. Februar 2018 (IV-act. 104) berichtete die Versicherte, das Arbeitsverhältnis sei 

wegen Problemen im Team in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. 

Daraufhin sei es ihr nicht so gut gegangen und sie habe wieder [...]. Sie schreibe wieder 

Bewerbungen. Seit 1. Februar 2018 und noch bis 30. Juni 2018 könne sie wieder im [...] 

arbeiten, und zwar als ___angestellte. Es handle sich um ein halbes Pensum zu einem 

Lohn von etwa Fr. ___.--- pro Monat.  

A.h. 

Am 14./20. März 2018 (IV-act. 107) reichte die Versicherte - wie am 29. November 

2017 (IV-act. 90) von der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle gefordert - eine IV-

Anmeldung für eine berufliche Integration/Rente ein. - Am 16./19. März 2018 (IV-

act. 109 f.) beantragte sie eine Unterstützung bei einer Zweitausbildung als Fachfrau 

Betreuung. Nach langer Suche nach einer Lehrstelle habe sie zwar wie berichtet eine 

Praktikumsstelle gefunden, doch habe sie dort nach der Probezeit nicht weiterarbeiten 

A.i. 

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können. Sie habe unter dem vorhandenen vielen Konfliktpotential zwischen den 

Mitarbeitenden gelitten und auch keine Geduld und Unterstützung für ihre Lehre 

erfahren. Dieser hätte sie aber mehr als andere Lernende bedurft. Sie wolle noch 

dazulernen und sich auf dem Arbeitsmarkt gut bewegen können. Mit der AGS-Lehre 

und ihrer Schulkarriere klappe das aber nicht; kaum eine Institution habe Interesse. Das 

[...], wo sie sich akzeptiert und gut beraten fühle, habe zwar bis anhin keine FaBe 

ausgebildet, wolle sie aber in ihrem Prozess unterstützen. - Urinproben vom 

27. Dezember 2017 (IV-act. 97), vom 13. und 29. Januar und vom 23. Februar 2018 (IV-

act. 105) sowie vom 16. und 29. März 2018 (IV-act. 114) waren im Übrigen auf ___ 

negativ gewesen. 

Am 16. März 2019 (IV-act. 128) erstattete Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie und für Neurologie FMH, das in Auftrag gegebene psychiatrische 

Gutachten (Untersuchungen am 14. November 2018 und 13. Dezember 2018). Es 

umfasste unter anderem die Ergebnisse einer neuropsychologischen Untersuchung 

(vgl. IV-act. 128-37 ff. und 128-60 ff.). Von Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien 

(erstens) eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung mit/bei leichten bis 

mittelgradigen Einbussen der Aufmerksamkeitsfunktionen und der Impulskontrolle und 

(zweitens) Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinn 

von emotional instabil, selbstunsicher, zwanghaft und schizoid akzentuierten 

Persönlichkeitszügen (DD leicht ausgeprägte kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

oben genannten Persönlichkeitsanteilen). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

seien psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen im Sinn von 

psychischen und Verhaltensstörungen durch ___, schädlicher Gebrauch, gegenwärtig 

abstinent, und ebensolche Störungen durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom, 

gegenwärtiger Substanzgebrauch. - Die Versicherte habe berichtet, im August 2018 ein 

Praktikum als Fachperson Betreuung/Erwachsene Menschen mit Behinderungen 

begonnen und am Tag vor der Begutachtung gekündigt zu haben. Sie habe viele 

verschiedene Schichten gehabt; es sei einfach zu viel gewesen. Ab und zu habe sie 

auch Probleme im Team gehabt. Nun habe sie ein Angebot für eine Festanstellung in 

einem H.___heim als Assistentin Gesundheit und Soziales mit einem Pensum von 80 % 

im Schichtdienst bekommen (vgl. IV-act. 128-23 f. und -31). - Der Gutachter schloss, in 

der bisherigen Tätigkeit des Praktikums als Fachperson Betreuung/Erwachsene 

A.j. 

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Menschen mit Behinderungen könne die Versicherte an fünf Tagen pro Woche acht 

Stunden anwesend sein und sei dabei um 50 % in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt. In einer optimal angepassten Tätigkeit - d.h. einer solchen mit klar 

strukturierten Aufgaben und reduziertem Zeitdruck sowie ohne Tätigkeiten mit 

vorausgesetztem hohem Mass an Dauerkonzentration und Daueraufmerksamkeit - sei 

die Versicherte bis zur Anpassung der empfohlenen therapeutischen Massnahmen in 

ihrer Leistungsfähigkeit um 30 % eingeschränkt. Durch eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung könne diese Arbeitsunfähigkeit überwiegend 

wahrscheinlich verbessert werden. Zu einer solchen Behandlung werde dringend 

geraten. Aufgrund der mittelgradigen ADHS/ADS [Aufmerksamkeitsdefizitstörung] 

werde entweder eine intensivierte psychosoziale Intervention oder eine 

Pharmakotherapie nach Psychoedukation empfohlen. Aufgrund der akzentuierten 

kombinierten Persönlichkeitszüge bzw. der kombinierten Persönlichkeitsstörung 

leichter Ausprägung werde eine ressourcenorientierte psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung empfohlen. - Bei der neuropsychologischen 

Abklärung vom 21. Januar 2019 hatte die Versicherte erklärt, zurzeit (seit 1. August 

2018) in drei verschiedenen Schichten in einem I.___heim zu arbeiten (Pflege, 

Betreuung, Waschen), oft an neun Stunden ununterbrochen, in vollem Pensum (vgl. IV-

act. 128-37). 

Der RAD hielt am 19. März 2019 (IV-act. 129) dafür, ein psychischer 

Gesundheitsschaden sei ausgewiesen. Die Kriterien für eine optimal angepasste 

Tätigkeit seien mit den Anforderungen im geschützten Rahmen vergleichbar bzw. mit 

einem Nischenarbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt. - In einem Feststellungsblatt 

vom 1. Mai 2019 (IV-act. 132) hielt die IV-Sachbearbeiterin fest, der Rechtsdienst 

erachte die Voraussetzungen für die Anwendung der Tabellenlöhne bei den 

Voraussetzungen eines Nischenarbeitsplatzes als gegeben. Eine Rückfrage im BM-

Bereich habe zudem ergeben, dass die Versicherte mit der Erstausbildung ausreichend 

ausgebildet sei und es sich bei einer Ausbildung im Bereich FaBe um eine 

Weiterbildung handle. Die Versicherte könnte höchstens noch mit Arbeitsvermittlung 

unterstützt werden. - Am 8. April 2019 (IV-act. 130) hatte der IV-

Eingliederungsverantwortliche bekannt gegeben, die Lohnbandbreite für eine Arbeit als 

A.k. 

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B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Brenner für 

die Betroffene am 7. November 2019 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente zuzusprechen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Obwohl die Beschwerdegegnerin in einem Feststellungsblatt 

(vom 1. Mai 2019) fast vollständig die Ausführungen des Schlussberichts der 

Berufsberatung übernommen habe, gehe sie nun davon aus, dass eine Eingliederung 

der Beschwerdeführerin in den ersten Arbeitsmarkt möglich sei. Dann aber halte sie 

auch wieder fest, dass vorerst auf einen geschützten Rahmen auszuweichen sei, damit 

sich die psychische Situation stabilisieren könne. Eine Eingliederung in den ersten 

Arbeitsmarkt widerspreche sämtlichen Arztberichten und Untersuchungsergebnissen, 

auch denen des RAD. Eine optimal angepasste Tätigkeit, wie sie das Gutachten 

umschreibe, sei in der Branche der medizinischen Berufe nicht zu finden. Die meisten 

Tätigkeiten erforderten Schichtdienst. Auch die um 50 % eingeschränkte Leistung 

vermöge die Beschwerdeführerin, wie die bisherigen Arbeitserfahrungen gezeigt 

AGS liege zwischen Fr. 3'600.-- und Fr. 4'100.--- pro Monat (vgl. aber IV-act. 81-1: 

Fr. 3'600.-- für FaBe). 

Mit Vorbescheid vom 1. Mai 2019 (IV-act. 133) stellte die Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung ihres Rentengesuchs vom 1. Februar 

2012 in Aussicht. Mit vollem Pensum als Assistentin Gesundheit und Soziales könnte 

sie ein Jahreseinkommen von Fr. 50'050.-- verdienen, mit einer optimal angepassten 

Tätigkeit im Pensum von 70 % gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes 

für Statistik noch Fr. 38'248.--. Der Invaliditätsgrad liege deshalb bei 23 %.

A.l. 

Für die Versicherte wandte die bestellte Rechtsvertreterin am 5. Juli 2019 (IV-

act. 142) ein, es sei dieser die ihr zustehende Invalidenrente zuzusprechen.

A.m. 

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2019 (IV-act. 145) lehnte die Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch ab. Das 

Invalideneinkommen sei auf Fr. 36'787.-- zu korrigieren, da ein Minderverdienst zu 

berücksichtigen sei. Der Invaliditätsgrad betrage daher 27 %. Weitere berufliche 

Massnahmen wie die beantragte Weiterbildung im Bereich FaBe würden nicht 

übernommen, weil die Versicherte mit der Erstausbildung ausreichend ausgebildet sei.

A.n. 

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hätten, nur zu erbringen, wenn sie eine Eins-zu-eins-Betreuung erfahre. Auf den LSE-

Lohn abzustellen, sei vorliegend unzulässig. Für die Berechnung des 

Invalideneinkommens von einem Jahreseinkommen von Fr. 54'783.-- auszugehen, sei 

absurd, weltfremd und stossend, liege es doch noch deutlich über dem Einkommen in 

der angestammten Tätigkeit. Sollte es eine optimal angepasste Tätigkeit überhaupt 

geben, so liege das damit erreichbare Einkommen mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit deutlich unter dem möglichen Einkommen in der angestammten 

Tätigkeit, nämlich nicht über Fr. 44'600.-- gemäss einer kantonalen Lohntabelle. Der 

Lohn sei aber noch tiefer, weil es sich bei der Umschreibung der angepassten Tätigkeit 

um eine solche im zweiten Arbeitsmarkt handle. Wegen der (sc. eingeschränkten) 

Leistungsfähigkeit und dem Erfordernis der Betreuung seien weitere Abzüge 

anzubringen. Die von der RAD-Beurteilung abweichende juristische Einschätzung 

(Genügen eines Nischenarbeitsplatzes) sei nicht fundiert. - In ihrer 

Beschwerdeergänzung vom 20. April 2020 legt die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin dar, das Einkommen in einem 100 %-Pensum, das die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin als Invalideneinkommen anrechne 

(Fr. 52'552.80), liege um Fr. 2'502.-- höher als das Einkommen, das sie in ihrem 

angestammten Beruf erzielen könnte. Seit dem Abschluss ihrer Ausbildung im Juni 

2017 habe die Beschwerdeführerin bei sechs Arbeitgebern gearbeitet. Zusätzlich 

hätten zwei Arbeitgeber eine Stellenzusage äusserst kurzfristig wieder zurückgezogen 

(zuletzt sei ein am 11. März 2020 unterzeichneter Arbeitsvertrag am gleichen Tag 

coronabedingt annulliert worden). Daraus werde ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin einen grossen Arbeitswillen habe und immer wieder versuche, auf 

dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Den Anforderungen der Arbeitgeber habe sie jedoch 

nie gerecht werden können, so dass die Arbeitsverhältnisse jeweils nach kurzer Zeit 

wieder hätten aufgelöst werden müssen. Im Feststellungsblatt vom 1. Mai 2019 sei 

beschrieben worden, dass die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin sehr 

fragil gewesen sei und immer wieder körperliche Beschwerden mit der Folge häufiger 

Absenzen ausgelöst habe. Dass die Zuverlässigkeit nicht immer gegeben gewesen sei, 

sei für den Arbeitgeber oft schwierig gewesen. Beim Schlussgespräch sei deutlich 

geworden, dass eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt gut begleitet werden 

müsse. Je restriktiver ein medizinisches Anforderungsprofil umschrieben sei, desto 

eingehender sei in der Regel die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und nachzuweisen. Mit dem blossen Hinweis auf 

das Vorhandensein eines Nischenarbeitsplatzes habe die Beschwerdegegnerin dies 

nicht getan. Ein durchschnittlicher Arbeitgeber werde niemals eine Eins-zu-eins-

Betreuung bieten können. Die umschriebenen Einschränkungen einer für die 

Beschwerdeführerin optimal angepassten Tätigkeit würden ein unrealistisches 

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Entgegenkommen eines Arbeitgebers verlangen. Sie vermöge eine angepasste 

Tätigkeit nur auf dem zweiten Arbeitsmarkt auszuüben. Sollte das Versicherungsgericht 

wider Erwarten von einer Zumutbarkeit einer Tätigkeit an einem Nischenarbeitsplatz auf 

dem ersten Arbeitsmarkt ausgehen, sei der Beschwerdeführerin ein Leidensabzug von 

25 % zu gewähren. Denn sie habe noch nie in einem anderen Berufsfeld als in sozialen 

Tätigkeiten Arbeitserfahrung sammeln können und sei nie längere Zeit für denselben 

Arbeitgeber tätig gewesen und mangels Erfüllung der Anforderungen des Öfteren 

entlassen worden. Ausserdem seien die Voraussetzungen einer angepassten Tätigkeit 

sehr eingrenzend und die Beschwerdeführerin bedürfe der Betreuung. Das 

Invalideneinkommen sei auf Fr. 27'590.-- festzulegen, womit sich ein Rentenanspruch 

ergebe. 

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe sich im März 2018 zum 

Bezug von beruflichen Massnahmen bzw. einer Rente angemeldet. Es könne auf das 

Gutachten abgestellt werden. Der RAD habe die rechtliche Frage nach der 

Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit zu Recht den hierfür zuständigen 

Fachpersonen überlassen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasse auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Menschen mit 

Behinderungen mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers 

rechnen könnten. Der massgebliche Arbeitsmarkt biete ein vielfältiges Stellen- und 

Arbeitsangebot. Da die Beschwerdeführerin körperlich keine Einschränkungen 

aufweise, würden sich durchaus Stellen finden lassen, die ihrem Anforderungsprofil - 

klar strukturierte Aufgaben, reduzierter Zeitdruck, keine hohen Anforderungen an 

Dauerkonzentration und Daueraufmerksamkeit, keine Leitungsfunktionen, kein 

Schichtdienst - entsprechen würden. Bei der Festlegung des Invalideneinkommens 

seien nicht nur Tätigkeiten in der Gesundheitsbranche, sondern sämtliche zumutbaren 

Tätigkeiten zu berücksichtigen. Zwar sei nachvollziehbar, dass eine optimal angepasste 

Tätigkeit nicht einfach zu finden sei, doch habe die Beschwerdeführerin auch schon 

mehrere Tätigkeiten gefunden. Dass diese nicht hätten weitergeführt bzw. zuletzt gar 

nicht erst hätten angetreten werden können, habe jeweils nicht an den 

gesundheitlichen Einschränkungen, sondern an wirtschaftlichen Gegebenheiten 

gelegen. Die zuvor ausgeübten Stellen hätten wegen des Schichtbetriebs dem 

Anforderungsprofil widersprochen und seien deshalb ausser Acht zu lassen. Ein Abzug 

vom zu verwendenden Tabellenlohn rechtfertige sich nicht. Das Invalideneinkommen 

entspreche 70 % des Tabellenlohns, somit Fr. 36'787.--.

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D.

Mit Replik vom 17. August 2020 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

vor, diese sei seit eineinhalb Jahren von ___ abstinent, was jedoch nicht zu einer 

Besserung der Situation geführt habe. Personen mit einer ADHS würden zudem, wie 

zahlreiche Untersuchungen (vgl. Internetseite Universitäre Psychiatrische Dienste Bern) 

zeigten, häufiger an Störungen durch Substanzkonsum leiden. Mittlerweile könne 

gegen ADHS sogar medizinisches ___ rezeptiert werden. Die Beschwerdeführerin habe 

den Anforderungen in der Attest-Ausbildung nur beschränkt nachkommen können. Sie 

habe im zweiten Lehrjahr in [...] gewechselt, weil dort der Alltagsablauf übersichtlicher 

und die Arbeit emotional weniger belastend gewesen sei als in der Tätigkeit als [...] wie 

im ersten Lehrjahr. Nach Auskunft des [...] habe die Beschwerdeführerin später gut zu 

50 % als ___gehilfin arbeiten können; bei einem höheren Pensum wäre sie jedoch 

überfordert gewesen. Sobald sie das sei, gebe sie nach deren Beurteilung auf und 

reagiere mit Depressionen. [...] habe als bisher einzige Person vertieft in die 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin Einblick nehmen können. In dem zum 

Zeitpunkt der Begutachtung ausgeübten Praktikum als Fachperson Betreuung/

Erwachsene Menschen mit Behinderung habe die Beschwerdeführerin aufgrund der 

Schichtarbeit und der emotionalen Überforderungen an grossen 

Stimmungsschwankungen gelitten. Obwohl Anforderungen an eine Praktikantin tiefer 

seien als solche an eine andere Arbeitnehmerin und obwohl das Erfordernis von 

Begleitung und Beaufsichtigung klar sei, habe der Vertrag der Beschwerdeführerin 

nach sechs Monaten, Ende Januar 2019, aufgehoben werden müssen, da sehr viele 

Krankheitstage verzeichnet worden seien und die Beschwerdeführerin in mehrfacher 

Hinsicht (Team, emotional, Schichtarbeit) überfordert gewesen sei. Eine Anstellung von 

März bis Juni 2019 in einem H.___heim sei ihr während der Probezeit gekündigt 

worden, weil angenommen worden sei, die Beschwerdeführerin komme mit der 

mentalen Belastung in der Langzeitpflege nicht zurecht. Im Juni 2019 habe die 

Beschwerdeführerin in einer Unternehmung der Produktion noch drei Tage Probearbeit 

leisten und einen Kurs besuchen können und später habe sie noch kurze Anstellungen 

in zwei E. __ [Branche]-Betrieben gehabt (im ersten keine Festanstellung, dann auch 

noch Betriebsschliessung; im zweiten nach zwei Wochen ersetzt durch ausgebildete 

Service-Mitarbeiterin, vgl. Beschwerdeschrift). Am Engagement der 

Beschwerdeführerin und am Arbeitswillen habe es somit sicherlich nicht gemangelt. Sie 

habe sich - erfolglos - um diverse Stellen beworben, u.a. als Produktionsmitarbeiterin, 

Verkäuferin, Kassierin, Kantinenmitarbeiterin, Pflegehelferin, Reinigungsmitarbeiterin, 

Gästebetreuerin, Servicemitarbeiterin und Seniorenbetreuerin. Die Stellen habe sie 

hauptsächlich aufgrund der gesundheitlichen Problematik und nicht etwa aus 

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wirtschaftlichen Gründen verloren. Die Beschwerdegegnerin lasse ausser Acht, dass 

selbst bei Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 1 oft Dauerkonzentration gefordert sei, so 

etwa bei Tätigkeiten als Fabrikationsmitarbeiterin. In der heutigen Wirtschaft gebe es 

auch immer weniger Stellen, die dem Anforderungsprofil der Beschwerdeführerin 

entsprächen. Denn diese seien infolge der fortlaufenden Digitalisierung weggefallen. 

Arbeitsstellen, die praktisch keine Anforderungen stellten, seien weitestgehend 

verschwunden. Im ersten Arbeitsmarkt würden Arbeitnehmer für die Generierung eines 

Werts, für ihre Dienstleistungen, Qualifikationen und Kompetenzen bezahlt und sie 

würden nicht bei jedem Handgriff angeleitet und überwacht. Letzteres aber benötige 

die Beschwerdeführerin, um eine Mindestleistung zu erfüllen. Obwohl sie gearbeitet 

habe, habe die Beschwerdeführerin zudem nicht annähernd das ihr angerechnete 

Invalideneinkommen erzielen können. Es werde nicht bestritten, dass die 

Beschwerdeführerin einer Arbeitstätigkeit nachgehen könne, doch sei das nicht auf 

dem ersten Arbeitsmarkt der Fall. Aufgrund von Überforderung am Arbeitsplatz habe 

die Beschwerdeführerin jeweils körperliche Symptome entwickelt und bereits in der 

Ausbildung krankheitshalber oft gefehlt, weshalb der geltend gemachte Leidensabzug 

gerechtfertigt sei. Die Beschwerdeführerin habe im Übrigen seit ihrem dritten 

Lebensjahr diverse Psychotherapien besucht. Dann sei gemeinsam mit der 

behandelnden Psychologin entschieden worden, die Therapien bis auf weiteres 

auszusetzen. Diese hätten auch nicht zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

verholfen.

E.

Die Beschwerdegegnerin hat am 27. August 2020 an ihrem Antrag festgehalten. 

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 4. Oktober 2019, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 1. Februar 

2012 (gemäss IV-act. 145-1) beurteilt und einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 27 % abgewiesen hat (daneben hat 

sie ein Gesuch um berufliche Massnahmen abgewiesen, vgl. nachfolgend). Für den 

allfälligen Rentenanspruch ist denn auch nicht die Anmeldung vom 14./20. März 2018 

massgeblich, hatte die Beschwerdegegnerin das entsprechende Abklärungsverfahren 

doch (insofern zu Recht) von Amtes wegen unmittelbar an ihre Mitteilung vom 

23. November 2017 angeschlossen. - Mit dieser Mitteilung hatte die 

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Beschwerdegegnerin damals angeordnet, dass keine weiteren beruflichen 

Massnahmen mehr angezeigt seien, weil die Beschwerdeführerin die erstmalige 

berufliche Ausbildung erfolgreich absolviert habe. Das spätere Gesuch der 

Beschwerdeführerin vom 16./19. März 2018 um eine Unterstützung bei einer 

Zweitausbildung als Fachfrau Betreuung hat die Beschwerdegegnerin mit der 

angefochtenen Verfügung abgelehnt. Sie hat den Anspruch als nicht gegeben 

bezeichnet, weil die Beschwerdeführerin bereits ausreichend ausgebildet sei und es 

sich um eine Weiterbildung handeln würde (vgl. auch IV-act. 132). Die 

Beschwerdeführerin hat diesen Anfechtungsgegenstand der beruflichen Massnahmen 

mit der Beschwerde allerdings nicht zum Streitgegenstand gemacht. - 

Streitgegenstand bildet demnach zunächst der von der Beschwerdegegnerin 

abgelehnte Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. - Ergäbe sich allerdings, dass 

ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum 

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe (vgl. auch 

Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. September 

2019, IV 2018/147 E. 1.3, vom 3. Juli 2020, IV 2018/143 E. 2.1, vom 17. März 2014, IV 

2012/71 E. 1, und vom 21. September 2004, IV 2003/100 E. 2). Dass in der 

Beschwerde ein Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht gestellt wurde, vermag an 

Letzterem nichts zu ändern. 

2.  

Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die 

ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 

herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 

ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid 

(Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

2.1. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, 

vgl. schon BGE 102 V 165). - Nach der jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(BGE 143 V 418 E. 7.1 f.; vom 30. November 2017) sind grundsätzlich (bei Ausnahmen 

2.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/30

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nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche psychischen Erkrankungen einem 

strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) zu unterziehen. 

Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen 

und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen 

Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in 

zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des 

funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. 

Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.1.2. 

Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 

Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres 

folgt. - Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach 

Art. 22 beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG). 

2.1.3. 

Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte 

versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese 

notwendig und geeignet sind, (u.a.) die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu 

erhalten oder zu verbessern (lit. a), und soweit die Voraussetzungen für den Anspruch 

auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen 

bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die 

berufliche Eingliederung (Art. 8 Abs. 3 lit. a  IVG) und in Massnahmen beruflicher Art 

(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, 

Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.2. 

bis

Versicherte Personen, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % 

arbeitsunfähig sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf 

die berufliche Eingliederung, sofern dadurch die Voraussetzungen für die 

Durchführungen von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (vgl. Art. 

14a Abs. 1 IVG).

2.2.1. 

Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer 

bisherigen Tätigkeit behindert sind, haben Anspruch auf Berufsberatung (Art. 15 IVG). - 

Versicherte Personen, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität 

2.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/30

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3.  

bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfang zusätzliche Kosten 

entstehen, haben Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den 

Fähigkeiten der versicherten Personen entspricht (Art. 16 Abs. 1 IVG). Der erstmaligen 

beruflichen Ausbildung gleichgestellt ist laut Art. 16 Abs. 2 IVG unter anderem die 

berufliche Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität 

eine ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen 

haben (lit. b). Unter diesen Tatbestand der beruflichen Neuausbildung fallen - 

vorbehältlich der Regelung gemäss Art. 6 Abs. 2 IVV und Art. 17 IVG - auch 

Sachverhalte, wo eine erstmalige berufliche Ausbildung nach Eintritt des 

Versicherungsfalles zwar noch abgeschlossen wird, eine Betätigung auf diesem Beruf 

jedoch invaliditätsbedingt als ungeeignet und auf die Dauer nicht zumutbar erscheint 

(vgl. Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 1. Februar 2000, 

I 618/99, und vom 18. April 2000, I 556/98). Der erstmaligen beruflichen Ausbildung 

gleichgestellt ist ausserdem nach Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG die berufliche 

Weiterausbildung im bisherigen oder in einem anderen Berufsfeld, sofern sie geeignet 

und angemessen ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder 

verbessert werden kann. - Arbeitsunfähige versicherte Personen, welche 

eingliederungsfähig sind, haben nach Art. 18 Abs. 1 IVG Anspruch auf aktive 

Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und begleitende 

Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). - Gemäss 

Art. 18a Abs. 1 IVG kann die IV einer versicherten Person versuchsweise einen 

Arbeitsplatz für längstens 180 Tage zuweisen (Arbeitsversuch), um die tatsächliche 

Leistungsfähigkeit der versicherten Person im Arbeitsmarkt abzuklären.

Was die gesundheitliche Sachlage betrifft, liegt ein psychiatrisches Gutachten vom 

16. März 2019 vor.

3.1. 

Beim psychopathologischen Befund (in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien) 

wurde darin festgehalten, die Beschwerdeführerin sei bei der Begutachtung kooperativ 

gewesen und habe sich offen auf die Exploration eingelassen. Die Kontaktaufnahme sei 

insgesamt unkompliziert gewesen; es sei problemlos ein guter affektiver Rapport 

zustande gekommen (vgl. IV-act. 128-33 f.). Die Konzentrationsspanne und die 

Aufmerksamkeit seien während der ganzen Untersuchungszeit aufrechterhalten 

worden und Hinweise auf relevante kognitive Schwierigkeiten hätten sich nicht ergeben 

(vgl. IV-act. 128-33 f.). Bei den einzelnen Aspekten wurde festgehalten, es bestünden 

Platzangst (insbesondere in kleinen Räumen) und Höhenangst, ohne 

3.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/30

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Vermeidungsverhalten, ausserdem generalisierte Ängste, betreffend vorwiegend 

Krankheiten, ausserdem Zukunftsängste (vgl. IV-act. 128-35). Aufgefallen sei 

phasenweise eine emotionale Labilität (vgl. IV-act. 128-33); klinisch hätten sich 

Hinweise auf eine emotional instabile Persönlichkeitsakzentuierung mit 

selbstunsicheren, zwanghaften und schizoiden Anteilen ergeben (vgl. IV-act. 128-35). 

Der Gutachter erklärte weiter, es habe ausserdem eine Zusatzuntersuchung anhand 

der Parameter der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnung an das Mini-ICF-APP 

stattgefunden. Dabei habe er bei der Beschwerdeführerin leicht- bis mittelgradige 

Störungen der Aktivität und Partizipation erhoben, insbesondere im Bereich der Items 

Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, 

Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, Fähigkeit zur Anwendung 

fachlicher Kompetenzen, Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit und 

Gruppenfähigkeit (vgl. IV-act. 128-37).

Zum Aspekt der Objektivierung wurde im Gutachten festgehalten, im Rahmen 

der Exploration und Untersuchung hätten die bei der Anamnese angegebenen 

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen analog dem semiobjektiven Befund 

nach AMDP nicht objektiviert werden können. Da das Ausmass der allfälligen 

kognitiven Funktionsstörungen für die Begutachtung hinreichend reliabel und valid 

quantifiziert sein müsse, sei zur Beurteilung des Defizitprofils und der Quantifizierung 

der Defizite ein neuropsychologisches Zusatzgutachten veranlasst worden. Dabei seien 

leichte bis mittelgradige Einbussen der Aufmerksamkeitsfunktionen und der 

Impulskontrolle gefunden worden. Ausserdem sei der Verdacht auf eine ADHS und auf 

eine emotional instabile Persönlichkeitsakzentuierung geäussert worden (vgl. IV-

act. 128-45 f.). - Aus dem betreffenden Bericht über die neuropsychologische 

Untersuchung gab der Gutachter wieder, es hätten sich leichte bis mittelgradige 

kognitive Einschränkungen bezüglich der Aufmerksamkeit und der Impulskontrolle 

gezeigt, das verbale Gedächtnis sei unterdurchschnittlich gewesen, hauptsächlich 

wegen unkonzentrierten Zuhörens. Die Aufmerksamkeitsfunktionen seien 

unterschiedlich gut gewesen. Bei der direkten Reaktionszeit auf Reize seien die 

Ergebnisse leicht unter und im Durchschnitt gewesen. Ein langer Aufmerksamkeitstest 

(T.O.V.A., Test of Variables of Attention, vgl. IV-act. 67) habe aber auf eine eklatante 

(massive, vgl. IV-act. 128-72) Störung der Aufmerksamkeit und der Impulskontrolle 

hingewiesen. Der Fragebogen ADHS-E (Pearson, vgl. IV-act. 67) habe in der aktuellen 

Untersuchung ebenfalls deutliche Hinweise auf eine ADHS ergeben. Die kognitive 

Flexibilität und Umstellfähigkeit seien unauffällig gewesen; lediglich die Wortflüssigkeit 

habe unter dem Durchschnitt gelegen. Der Persönlichkeitstest (SKID II, Strukturiertes 

3.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/30

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Klinisches Interview für DMS IV, Hogrefe, vgl. IV-act. 128-67) habe Hinweise auf eine 

emotional instabile Persönlichkeitsakzentuierung ergeben (vgl. IV-act. 128-38 f.). - Bei 

der neuropsychologischen Untersuchung selbst war u.a. festgehalten worden, während 

der sehr strukturierten Testsituation sei die Handlungs- und Impulskontrolle der 

Beschwerdeführerin unauffällig gewesen (vgl. IV-act. 128-70). Sie sei insgesamt 

motorisch unruhig gewesen (vgl. IV-act. 128-66). Sie habe motiviert mitgearbeitet (vgl. 

IV-act. 128-66) und den Symptomvalidierungstest mit unauffälligen Werten absolviert. 

Ein aggravierendes Verhalten habe nicht beobachtet werden können (vgl. IV-

act. 128-68). Die gutachterliche (neuropsychologische) Konsistenzprüfung habe keine 

Hinweise für eine Symptomverdeutlichung oder Aggravation ergeben (vgl. IV-

act. 128-73).

Der Gutachter begründete die Diagnosen und hielt dabei u.a. fest, überwiegend 

wahrscheinlich träfen die diagnostischen Kriterien für die Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung auf die Beschwerdeführerin zu (IV-act. 128-47). Es lägen auch 

die akzentuierten Persönlichkeitszüge vor, und zwar vor allem angesichts der 

bisherigen Probleme bei der beruflichen Integration (IV-act. 128-49). Die Übergänge 

zwischen Akzentuierung (ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) und Störung (je 

nach Symptomatik Arbeitsunfähigkeit möglich) seien fliessend. Bei der 

Beschwerdeführerin lägen keine pathologischen Reaktions- und Verhaltensmuster vor, 

die sozial unverträglich wären (vgl. IV-act. 128-49). Der Konsum psychotroper 

Substanzen sei vor allem Ausdruck der emotional instabilen Anteile der 

Persönlichkeitsakzentuierung bzw. der kombinierten Persönlichkeitsstörung, also 

sekundär. Ihre Fähigkeit zur kontrollierten Modifikation weise auf angemessene 

innerseelische Ressourcen hin (IV-act. 128-49). - Bei der Beurteilung eines unter den 

Aspekten der Standardindikatoren massgeblichen Vergleichs der Einschränkungen in 

den Alltagsaktivitäten hielt der Gutachter fest, es liege weder eine affektive noch 

andere psychiatrische Störung vor, die sich etwa aufgrund eines verminderten Antriebs 

in einem reduzierten Alltagsniveau widerspiegeln würde (vgl. IV-act. 128-52; das 

Tagesprofil weise nicht auf ein reduziertes Alltagsaktivitätsniveau hin, vgl. IV-

act. 128-45). Im Weiteren stellte er aber fest, bei kritischer Würdigung von Aktenlage, 

Eigenanamnese, Beobachtung, Untersuchungsbefunden, 

Beschwerdevalidierungstests, Selbsteinschätzungsskalen und Drogen-Screening habe 

sich ein in sich schlüssiges, konsistentes Bild ergeben. Die gutachterliche 

Konsistenzprüfung habe keine Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene 

Funktionsbeeinträchtigungen ergeben, ebenso wenig Diskrepanzen und 

Inkonsistenzen. Ein Leidensdruck liege aus fachärztlicher Sicht vor (vgl. IV-act. 128-52).

3.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/30

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4.

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen versicherten Personen ist 

gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

Die Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung wurde mit den - gemäss den Parametern der 

funktionellen Leistungsfähigkeit vorgefundenen - leicht- bis mittelgradigen Störungen 

der Aktivität und Partizipation, insbesondere bei den Fähigkeiten zur Anpassung an 

Regeln und Routinen, der Fähigkeit der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit, der 

Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Fähigkeit zur Anwendung 

fachlicher Kompetenzen, der Durchhaltefähigkeit, der Selbstbehauptungsfähigkeit und 

der Gruppenfähigkeit (vgl. IV-act. 128-49 f.) begründet.  

3.1.4. 

Was den medizinischen Sachverhalt angeht, kann angesichts der Basis in 

umfassenden Abklärungen und ausreichend (trotz gutachterlichen Hinweises auf ein 

kaum explorierbares reduziertes Alltagsaktivitätsniveau, vgl. IV-act. 128-45) 

nachvollziehbarer Begründung auf das Gutachten abgestellt werden (was im Übrigen 

unbestritten ist). Es fallen demnach die einfache Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung (bei früher diesbezüglich anerkanntem Geburtsgebrechen 

Ziff. 404 GgV Anhang) und die akzentuierten Persönlichkeitszüge der 

Beschwerdeführerin - beide von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - zusammen (vgl. IV-

act. 128-40). Eine fachärztlich-psychiatrische Diagnose und eine bedeutende 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sind (zumindest bis zur künftigen Anpassung der 

empfohlenen therapeutischen Massnahmen, IV-act. 128-54; bzw. zutreffender Weise 

bis zur durch solche Massnahmen erreichten Erhöhung der Arbeitsfähigkeit; vgl. hierzu 

auch Bundesgerichtsurteil vom 2. September 2014, 9C_395/2014 E. 4.5) demnach 

ausgewiesen. Im Gutachten kann auch die Bestätigung gefunden werden, dass bei der 

Beschwerdeführerin (mit der diagnostizierten einfachen Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung) eine chronische Erkrankung über das Adoleszentenalter 

hinaus fortbesteht, die schon im Kindesalter erkennbar geworden ist (vgl. IV-

act. 128-46 f.). Die Arbeitsunfähigkeitsschätzungen lassen sich zumindest auf die Zeit 

seit Abschluss der erstmaligen Ausbildung zurückbeziehen, da keine Veränderung 

beschrieben wurde.   

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/30

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5.  

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

Gesunde tatsächlich verdienen würde (vgl. BGE 129 V 222; vgl. etwa auch 

Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember 2015).

5.1. 

Für versicherte Personen, die wegen der Invalidität keine zureichenden 

beruflichen Kenntnisse erwerben können, sieht Art. 26 Abs. 1 IVV vor, dass das 

Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnten, den nach Alter 

abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik gemäss einer Tabelle (vgl. Art. 26 

Abs. 1 IVV) entspricht. - In den Anwendungsbereich von Art. 26 Abs. 1 IVV fallen 

rechtsprechungsgemäss all jene Personen, die wegen ihrer Invalidität überhaupt keine 

Berufsausbildung absolvieren können, und jene, die zwar eine Berufsausbildung 

abschliessen konnten, zu deren Beginn jedoch bereits invalid waren und die absolvierte 

Ausbildung wegen ihrer Invalidität auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht in 

gleicher Weise einsetzen können wie nichtbehinderte Personen. Steht dagegen fest, 

dass nicht invaliditätsbedingte Gründe, sondern z.B. solche familiärer oder 

wirtschaftlicher Art den Erwerb genügender beruflicher Kenntnisse verunmöglichten, 

liegt keine Geburts- oder Frühinvalidität vor (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 

11. April 2019, 9C_233/2018 E. 1.2).

5.1.1. 

Die Anwendung von Art. 26 IVV setzt zunächst voraus, dass nicht ausreichende 

Anhaltspunkte für die Annahme vorliegen, eine versicherte Person hätte ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen ganz 

bestimmten Beruf erlernt, so dass als Valideneinkommen gemäss Art. 16 ATSG das 

betreffende Einkommen zu betrachten wäre, das dort erzielt wird (vgl. Meyer/

Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A. 2014, Art. 28a N 153, 

vgl. Bundesgerichtsurteil vom 9. August 2012, 9C_555/2011 E. 3.1.2).  

5.1.2. 

Selbst wenn eine bestimmte berufliche Laufbahn - beispielsweise in Form einer 

Anlehre oder etwa einer zweijährigen Ausbildung mit Berufsattest (vgl. Bundesgerichts­

urteile vom 19. Februar 2015, 9C_611/2014 E. 3.2 und E. 4.3, und vom 3. März 2020, 

8C_725/2019 E. 7, Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [nunmehr 

des Bundesgerichts] vom 16. August 2006, I 717/05 E. 3.2.3, vgl. ZAK 1974 S. 548) - 

als im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen anzunehmen ist, so 

ist das entsprechende Einkommen dann nicht als Valideneinkommen einzusetzen 

5.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/30

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(sondern das Einkommen nach Art. 26 IVV), wenn die betreffende (etwa auf einem 

besonderen, der Invalidität angepassten Bildungsweg erreichte) Ausbildung der 

versicherten Person nicht ungefähr die gleichen Kenntnisse vermittelt wie eine 

eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung und wenn sie der versicherten Person - 

vor allem - in Bezug auf den späteren Verdienst nicht praktisch die gleichen 

Möglichkeiten eröffnet (vgl. dazu Bundesgerichtsurteil vom 19. Februar 2015, 

9C_611/2014 E. 4.3; vgl. Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 31. März 2014, IV 2012/327, und vom 10. Mai 2012, IV 2010/174; vgl. Rz 3037 des 

vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über Invalidität 

und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, vgl. auch Rz 3035 KSIH). Für die 

Frage, ob eine versicherte Person über zureichende berufliche Kenntnisse verfügt, 

kommt es nicht auf den Berufsabschluss als solchen, sondern auf die damit erzielbaren 

Erwerbseinkünfte an (vgl. ZAK 1974 S. 548).

Vorliegend ist diesbezüglich darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin 

nach der Aktenlage die obligatorische Schulzeit in einer Kleinklasse abschloss und 

danach ein kantonales Brückenangebot wahrnahm. Sie absolvierte Praktika in 

verschiedenen Bereichen. Schliesslich (nach einem Lehrabbruch) gelang ihr (immerhin, 

aber lediglich) ein niederschwelliger Einstieg in eine Ausbildung im (___-) Heim. 

Aufgrund des entsprechenden Berichts kann angenommen werden, dass sie motiviert 

und mit Anleitung sehr gut mitarbeitete. Am (bisher aktenkundigen) Ende der 

beruflichen Massnahmen hat sie mit Hilfe der Invalidenversicherung (bei 

entsprechenden invaliditätsbedingten Voraussetzungen) eine erstmalige berufliche 

Ausbildung (vor Eintritt des Versicherungsfalls für die beruflichen Massnahmen hat sie 

kein ökonomisch relevantes Einkommen im Sinn der oben erwähnten Rechtsprechung 

erzielt) als Assistentin Gesundheit und Soziales (AGS) absolvieren können. Diese 

Ausbildung hat sie im Juni 2017 auch mit dem Berufsattest (EBA) erfolgreich 

abgeschlossen (vgl. IV-act. 77). Die Beschwerdegegnerin hat ihr als Valideneinkommen 

ein mit dieser Ausbildung übliches durchschnittliches Einkommen von Fr. 50'050.-- 

angerechnet. Dieses liegt unter dem Durchschnitt des Einkommens für Tätigkeiten des 

Kompetenzniveaus 1, also für Hilfstätigkeiten (vgl. E. 6.6).  

5.2. 

Angesichts des erwähnten Auftretens der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

bereits im Kindesalter lässt sich jedoch eine überwiegend wahrscheinliche bestimmte 

Validenkarriere der Beschwerdeführerin nicht festlegen. Die Auswahl der Ausbildung 

als AGS ist als Ausdruck bereits einer Invaliden-, nicht der Validenlaufbahn der 

Beschwerdeführerin zu betrachten. Schon bei der Erreichung des entsprechenden 

Ausbildungsziels hat sie im Übrigen nach der Aktenlage stark unterstützt werden 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/30

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6.  

müssen. Dass sie auch ohne Invalidität diese Ausbildung gewählt hätte, dafür liegen 

keine genügenden konkreten Anhaltspunkte vor. Das lässt sich nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen. Daher taugt das dort erzielbare 

Einkommen von Fr. 50'050.-- nicht als Valideneinkommen der Beschwerdeführerin. Ihr 

Valideneinkommen ist vielmehr abstrakt - gemäss Art. 26 IVV für Frühinvalide - zu 

bestimmen. 

Im Übrigen könnte nicht angenommen werden, das erworbene eidgenössische 

Berufsattest hätte der Beschwerdeführerin praktisch die gleichen 

Verdienstmöglichkeiten wie Nichtbehinderten eröffnet. Der IV-

Eingliederungsverantwortliche hat am 18. September 2017 (IV-act. 81) dafürgehalten, 

eine (rentenausschliessende) Eingliederung der Beschwerdeführerin in den ersten 

Arbeitsmarkt könne nicht angenommen werden. Es besteht zudem eine eingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit (vgl. auch die Anwendung von Art. 26 IVV bei reduzierter 

Restarbeitsfähigkeit im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 10. Mai 2012, IV 2010/174 E. 3.1.2).  

5.4. 

Das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin ist demnach auf der Grundlage 

von Art. 26 Abs. 1 IVV zu ermitteln. Für das Jahr 2018 beträgt das betreffende 

Einkommen bei 100 % Fr. 82'000.--; anzurechnen sind für dieses Jahr, als die 

Beschwerdeführerin noch nicht 21 Jahre alt war (wie auch für alle früheren Jahre vor 

der Vollendung von 21 Altersjahren) 70 % (vgl. Textausgabe Invalidenversicherung, 

Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019, 

herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 139), somit Fr. 57'400.-- (2018). 

Für das Jahr 2019 beträgt das Einkommen bei 100 % Fr. 83'000.--. Ab Januar 2019, 

nachdem die Beschwerdeführerin im Dezember 2018 21 Altersjahre vollendet hatte, 

und als sie noch vor der Vollendung von 25 Altersjahren stand, beträgt das für sie 

zutreffende Jahreseinkommen nicht mehr 70 %, sondern 80 % vom betreffenden 

Meridianwert, somit Fr. 66'400.--. 

5.5. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 

von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - 

kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 

erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/30

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solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, können die Tabellenlöhne 

herangezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 22. November 2019, 

8C_590/2019 E. 5.1, und vom 22. Februar 2019, 9C_479/2018 E. 2.2, BGE 143 V 295 

E. 2.2).    

Bei der Begutachtung wurde für eine (damals ausgeübte) Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin in einem Praktikum als Fachperson Betreuung/Erwachsene 

Menschen mit Behinderungen bei einer Präsenzzeit von 40 Stunden pro Woche eine 

Leistung von 50 % als der Beschwerdeführerin medizinisch zumutbar bezeichnet. Jene 

tatsächliche Beschäftigung war nach der Aktenlage lediglich vorübergehend und führte 

nicht zu einer dauerhaften Anstellung. Für die betreffende Berufstätigkeit selbst (FaBe) 

verfügt die Beschwerdeführerin auch nicht über eine entsprechende Ausbildung. Ihr 

kommt vorliegend für die Bemessung eines zumutbaren Invalideneinkommens keine 

Relevanz zu.

6.2. 

Die Beschwerdegegnerin stützt die angefochtene Verfügung aber darauf ab, dass 

die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten in einer angepassten Tätigkeit auf 

dem ersten Arbeitsmarkt zu 70 % arbeitsfähig sei und rechnet ihr im 

Einkommensvergleich ein Invalideneinkommen für eine (Hilfs-) Tätigkeit irgendwelcher 

Art (ohne Einsatz einer Ausbildung) auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nach den 

Tabellenlöhnen der Lohnstrukturerhebung zu.

6.3. 

Letzteres setzt indessen voraus, dass die (eingeschränkte) Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin invalidenversicherungsrechtlich betrachtet verwertbar ist. Bei der 

Invaliditätsbemessung wird wie in Art. 16 ATSG angeordnet eine ausgeglichene 

Arbeitsmarktlage angenommen. Es kommt demnach nicht darauf an, ob eine invalide 

Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich an eine Stelle 

vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr 

verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren 

Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprächen (vgl. Bundesgerichtsurteil 

vom 4. Mai 2018, 9C_294/2017 E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). Der massgebliche 

theoretische und abstrakte ausgeglichene Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 

4.2.2) hat nämlich rein hypothetischen Charakter und dient ausserdem dazu, die 

Risiken von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Schweizerisches 

Bundesgericht] vom 10. Juli 2006, I 186/05 E. 2.3, Bundesgerichtsurteil vom 

23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 110 V 276 E. 4b, vgl. auch BGE 134 V 

64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst er 

selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei 

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/30

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welchen gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember 

2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014). 

Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht 

berücksichtigt werden. Von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinn von Art. 16 ATSG kann 

insbesondere dort nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form 

möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder dass sie 

nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 

möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015, 

8C_582/2015, und vom 25. September 2018, 8C_290/2018 E. 5.4, ZAK 1991 S. 318 

E. 3b). 

Nach Erlangen des Berufsattests durch die Beschwerdeführerin im Juni 2017 hielt 

der IV-Eingliederungsverantwortliche im September 2017 (vgl. IV-act. 81) dafür, eine 

rentenausschliessende Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt könne nicht 

angenommen werden; derzeit werde von einer verwertbaren Arbeitsleistung im 

geschützten Arbeitsbereich ausgegangen. Das wurde am 22. November 2017 in einem 

Strategie-Protokoll bestätigt (vgl. IV-act. 86), worauf im November 2017 die Einstellung 

der beruflichen Massnahmen erfolgte. Aufgrund der Begutachtung vom November/

Dezember 2018 wurde der Beschwerdeführerin hernach für eine optimal angepasste 

Tätigkeit im Gutachten (wie erwähnt bis zu einem allfälligen künftig erwarteten 

Therapieerfolg) eine medizinische Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert. Eine solche 

optimal angepasste Arbeit hat der Beschwerdeführerin nach gutachterlicher 

Beurteilung klar strukturierte Aufgaben zu bieten und soll ihr nur einen reduzierten 

Zeitdruck auferlegen. Tätigkeiten mit vorausgesetztem hohem Mass an Dauer­

konzentration und Daueraufmerksamkeit sollten nicht enthalten sein. Den Akten ist zu 

entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach der Einstellung der beruflichen 

Massnahmen wiederholt Anstellungen - darunter auch Stellen des ersten 

Arbeitsmarktes - gesucht und gefunden hat. Eine längerdauernde Beschäftigung auf 

dem ersten Arbeitsmarkt war nicht erfolgt. Die tatsächlichen Fehlschläge in 

ungeeigneten Tätigkeiten mit überhöhtem Pensum vermögen eine Unverwertbarkeit 

der Arbeitsfähigkeit im oben erwähnten Sinn nicht zu belegen. Dass nach der 

Begutachtung (Fest-) Anstellungen in der Produktion (mit einem über das Zumutbare 

hinausreichenden vollen Pensum) und in der E. __ [Branche] nicht zustande kamen 

oder nicht beibehalten werden konnten, bildet nach der Aktenlage ebenfalls keinen 

ausreichenden Hinweis auf eine mangelnde Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit. Die 

Frage der Verwertbarkeit dient wie erwähnt auch der Abgrenzung der Invalidität zur 

6.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/30

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Arbeitslosigkeit. Mit der Beschwerdegegnerin ist angesichts der oben dargelegten 

restriktiven Praxis im vorliegend massgeblichen Zeitraum keine grundsätzliche 

Unverwertbarkeit der reduzierten Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für eine 

optimal angepasste Tätigkeit auf dem gesamten massgeblichen ausgeglichenen ersten 

Arbeitsmarkt - noch ohne weitere berufliche Massnahmen, für Hilfsarbeiterinnen - 

anzunehmen. Was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie 

auch den körperlichen Einsatz angeht, weist dieser Arbeitsmarkt nämlich einen Fächer 

verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 5. November 

2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom 10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). Es kann 

daher auf die Tabellenlöhne abgestellt werden.  

Für die Beschwerdeführerin kamen in der relevanten Zeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt verschiedenste Hilfstätigkeiten in Frage. Entsprechend ist für die 

Bemessung der Invalidität auf das statistische Durchschnittseinkommen für einfache 

Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) zu greifen. Für 

Frauen beträgt dieses im Jahr 2018 Fr. 54'681.-- (12x Fr. 4'371.-- x 41.7/40, gemäss 

der Tabelle TA1_tirage_skill_level der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2018 des 

Bundesamtes für Statistik). Im Jahr 2019 beträgt es Fr. 55'148.-- (Fr. 54'681.-- 

aufgewertet um 106.3/105.4, gemäss der Tabelle T1.10 der Lohnentwicklung 2019). - 

Bei der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für solche Tätigkeiten von 70 % ergibt 

sich - ohne Abzug vom Tabellenlohn, da die gesundheitlich bedingen Einschränkungen 

bereits in der medizinischen Arbeitsunfähigkeitsschätzung enthalten sind - für 2018 ein 

jährlicher Betrag von rund Fr. 38'277.--, für 2019 ein solcher von Fr. 38'604.-- (0.7x 

Fr. 55'148.--).

6.6. 

Der invaliditätsbedingte Ausfall beläuft sich im Vergleich zu einem 

Valideneinkommen nach Art. 26 Abs. 1 IVV von Fr. 57'400.-- bei einem 

Invalideneinkommen von Fr. 38'277.-- für das Jahr 2018 auf rund 33 %, im Vergleich 

zum Valideneinkommen von Fr. 66'400.-- für das Jahr 2019 bei einem 

Invalideneinkommen von 38'604.-- auf ein rentenbegründendes Ausmass von rund 

42 %. 

6.7. 

Was den Eintritt des Versicherungsfalls Rente betrifft, kann wiederholt werden, 

dass sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens auch auf die Zeit vor der 

Begutachtung beziehen lässt. Die gesundheitliche Beeinträchtigung lag schon lange 

vor. Der Einkommensvergleich ergibt ab Januar 2019 (vgl. oben E. 6.7) einen 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad. - In Anbetracht der zeitlich auch 

zurückzubeziehenden gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % für die 

bisherige Tätigkeit des Praktikums als Fachperson Betreuung/Erwachsene Menschen 

6.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/30

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7.  

mit Behinderungen (bzw. für die bisherigen weiteren Tätigkeiten dieses Bereichs; für 

die Wartezeit bzw. für den Rentenbeginn ist einzig die bisherige Tätigkeit relevant, vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 23. Oktober 2009, 8C_376/09 E. 4.1, vgl. auch Urteil vom 24. 

Februar 2014, 9C_818/2013 E. 1) ist ausserdem auch schon vor Januar 2019 von 

einem Ablauf einer erforderlichen einjährigen Wartezeit mit genügender 

durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeit auszugehen. - Damit sind die diesbezüglichen 

Voraussetzungen eines Rentenanspruchs ab Januar 2019 grundsätzlich erfüllt. - 

Damals befand sich die Beschwerdeführerin nach der Aktenlage auch nicht in einer 

Eingliederungsmassnahme mit Taggeld, so dass Art. 29 Abs. 2 IVG dem Entstehen 

eines Rentenanspruchs nicht entgegensteht. Vielmehr war sie nach der Aktenlage in 

dem Praktikum angestellt, das sie am Tag vor der Begutachtung - somit entweder im 

November oder im Dezember 2018 - gekündigt hat. Die Beschwerdegegnerin war 

davon ausgegangen, auch ohne (weitere) Eingliederung bestehe kein Rentenanspruch, 

und sie sah sich zu einer Eingliederung daher nicht verpflichtet (vgl. hierzu auch Art. 18 

Abs. 2 IVV). - Die bis Juni 2017 erfolgten, nach dem Abschluss des Berufsattests mit 

Mitteilung vom November 2017 eingestellten Eingliederungsversuche können wie 

dargelegt aber nicht als rentenverhindernd erfolgreich betrachtet werden. Nach Ablauf 

der Wartezeit und Erreichen einer Erwerbsunfähigkeit rentenbegründenden Ausmasses 

ab Januar 2019 ist daher der Rentenanspruch entstanden (vgl. auch BGE 122 V 77 

E. 2b). Rückwirkend können Eingliederungsmassnahmen nicht mehr rentensenkend 

eingesetzt werden. - Laufen keine beruflichen Massnahmen und sind solche auch nicht 

konkret angeordnet, so kann nach der Rechtsprechung auch dann ein (allenfalls 

befristeter) Rentenanspruch entstehen, wenn die Möglichkeiten der beruflichen 

Eingliederung noch nicht ausgeschöpft sind (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

21. September 2012, 9C_892/2011 E. 3.3.1).

Der ab Januar 2019 errechnete Invaliditätsgrad von rund 42 % begründet damit 

Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. Januar 2019. Art. 29 Abs. 1 ATSG verhindert eine 

Auszahlung ab diesem Zeitpunkt (bei Anmeldung von 2012) nicht.  

6.9. 

Angesichts dieser - erstmals gerichtlich festgestellten - Invalidität 

rentenbegründenden Ausmasses (bei bis anhin erfolgtem Eingliederungsstand) stellt 

sich für den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt bis zum 4. Oktober 2019 

angesichts des Zeitablaufs seit Juni bzw. November 2017 und der Begutachtung vom 

November/Dezember 2018 allerdings nochmals die Eingliederungsfrage. Die 

Durchführung allenfalls möglicher weiterer zumutbarer, geeigneter und 

verhältnismässiger beruflicher Eingliederungsmassnahmen stellt unter diesen 

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/30

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Umständen (Rentenanspruch) nicht lediglich einen Anspruch der Beschwerdeführerin 

dar, sondern auch eine Pflicht der Beschwerdegegnerin zu deren Veranlassung sowie 

ausserdem eine Pflicht der Beschwerdeführerin, dabei mitzuwirken. Die versicherte 

Person muss gemäss Art. 7 Abs. 2 IVG an allen zumutbaren Massnahmen, die zur 

Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins 

Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich 

dienen, aktiv teilnehmen, gemäss der seit 2012 im Gesetz festgeschriebenen lit. e 

insbesondere an Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und 

Rentenbezügern nach Art. 8a Abs. 2 (vgl. BGE 145 V 2 E. 4.3.1, "Eingliederung aus 

Rente"). Die zumutbaren Massnahmen sollen zu einer Rentenrevisionsmöglichkeit 

führen (vgl. BGE 145 V 2 E. 4.2.4).

Auch wenn die Invalidenversicherung eine Eingliederung nicht ohne Weiteres bis 

zum Erreichen einer tatsächlichen dauerhaften Anstellung schuldet (vgl. unten E. 7.5), 

kann die Eingliederung der Beschwerdeführerin nach dem oben Dargelegten mit dem 

Erreichen des Berufsattests in der erstmaligen beruflichen Ausbildung als AGS doch 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch nicht als abgeschlossen betrachtet 

werden. Vielmehr erscheint möglich, dass noch verhältnismässige 

Integrationsmassnahmen und/oder berufliche Massnahmen eruiert werden könnten, 

welche ihre Erwerbsfähigkeit steigern (d.h. ihr ein höheres Invalideneinkommen 

erreichbar machen; und ihr ausserdem zu einer allenfalls besseren Verwertbarkeit der 

Arbeitsfähigkeit verhelfen, vgl. unten E. 7.5) könnten und welche daher das bisherige 

Eingliederungsverfahren nun ergänzen müssten.

7.2. 

Die Beschwerdeführerin ist nach der Aktenlage zu schliessen zur Eingliederung gut 

motiviert. Hierfür spricht, dass sie nach der EBA wie erwähnt wiederholt Anstellungen 

gesucht und gefunden hat (auch im Gutachten wurde im Übrigen festgehalten, sie habe 

sich - zu beruflichen Massnahmen - motiviert gezeigt, vgl. IV-act. 128-36). Sie ist 

ausserdem noch sehr jung und sie verfügt gemäss den neuropsychologischen 

Erkenntnissen des Gutachtens über eine durchschnittliche Intelligenz und viele gute 

kognitive Funktionen. Ihr Gedächtnis, ihre Fähigkeit zur Unterscheidung von Wichtigem 

und Unwichtigem (verbal Fähigkeit, Wesentliches zu erfassen, allerdings 

unterdurchschnittlich, vgl. IV-act. 128-69), ihre Planungs- und Problemlösungsfähigkeit, 

ihre kognitive Flexibilität, ihre Fähigkeit zum logischen Denken und Schlussfolgern 

seien durchschnittlich gewesen. Sie seien als gute Ressourcen zu werten (vgl. IV-

act. 128-73). Ausserdem seien ihre Handlungstendenzen im beruflichen Kontext 

erkennbar und verfüge sie über soziale Kompetenz (vgl. IV-act. 128-53).  

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/30

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Die Beschwerdegegnerin wird die Möglichkeiten, welche das IVG für eine 

berufliche Eingliederung (darunter allenfalls Neu- oder Weiterausbildung) bietet, und die 

entsprechenden Voraussetzungen nochmals ergänzend abzuklären haben. Bei ihren 

Abklärungen wird sie im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung weiterhin nebst 

den genannten Fähigkeiten und Ressourcen ihre Beeinträchtigungen zu 

berücksichtigen haben, wie das reduzierte Stresserleben und u.a. die leicht- bis 

mittelgradigen Störungen der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Durchhalte- und 

der Gruppenfähigkeit (vgl. IV-act. 128-53). Auch wenn im neuropsychologischen (Teil-) 

Gutachten festgehalten wurde, dass die Einbussen der Aufmerksamkeitsfunktionen 

jeden Bereich des beruflichen und häuslichen Alltags der Beschwerdeführerin betreffen 

und einschränken (vgl. IV-act. 128-73), so sind doch graduelle Unterschiede zwischen 

den unterschiedlichen in Betracht fallenden erwerblichen Bereichen denkbar. Es ist 

abzuklären, ob ein für die Beschwerdeführerin zugänglicher Erwerbsbereich besteht, in 

dem die Einbussen vergleichsweise weniger (als im Bereich der bisher gewählten 

erstmaligen beruflichen Ausbildung) zum Tragen kommen. In den Akten wurde 

mehrfach erwähnt, dass die Beschwerdeführerin gern bzw. besser allein arbeite als im 

Team (vgl. IV-act. 82-2 3. Abs., IV-act. 82-4 4. Abs., IV-act. 128-25). Kinder möchten 

die Beschwerdeführerin, mit Jugendlichen sei es schwierig (IV-act. 82-3 zweitunterster 

Abs.; IV-act. 82-4 3. Abs.). Problematisch seien die Absenzen von der Arbeit (vgl. IV-

act. 82-4 4. Abs.; wenn man die Beschwerdeführerin wirklich brauche, sei sie jedoch 

da). Was die Impulskontrolle betrifft, kann zuhanden der Beschwerdeführerin 

angemerkt werden, dass sie ihrerseits weiterhin motiviert das ihr Zumutbare zur 

Überwindung der diesbezüglichen - wenn auch anerkanntermassen 

neuropsychologisch nachgewiesenen - Schwierigkeiten (ebenso wie zu denjenigen mit 

der Zuverlässigkeit bzw. den Absenzen) beizutragen haben wird. Es werden 

Massnahmen der beruflichen Eingliederung in eine für sie geeignete Erwerbstätigkeit zu 

prüfen sein.

7.4. 

Ist die Invalidenversicherung mit der beruflichen Eingliederung befasst, so gehört 

dazu schliesslich als letzter Teil (auch wenn sie ohne Einfluss auf den Rentenanspruch 

bzw. ausserhalb des Grundsatzes Eingliederung vor Rente ist, da sie keine 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bringt, sondern lediglich eine Ermöglichung der 

realen Verwertung der Arbeitsfähigkeit schafft, vgl. Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. September 2001, IV 1999/156 

E. 1b) ausserdem auch die Unterstützung bei der Stellensuche (so der Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2015, IV 2013/619). Solche 

Leistungen sind angezeigt, wenn eine versicherte Person die aus einer beruflichen 

Eingliederungsmassnahme gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten von sich aus nicht 

7.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/30

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8.  

Entscheid

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 4. Oktober 

2019 aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird ab 1. Januar 2019 eine 

selber auf dem Arbeitsmarkt verwerten kann (vgl. dazu Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 6 

zu Art. 18 IVG, vgl. ZAK 1970 S. 129).  

Die Beschwerdegegnerin wird die erforderlichen beruflichen Abklärungen zu 

tätigen und hernach entsprechend über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf die 

geeigneten Eingliederungsmassnahmen zu verfügen (sowie alsdann entsprechend 

vorzugehen) haben. Ob sich nach dem vorliegend massgeblichen Zeitraum bis 

4. Oktober 2019 allenfalls eine Veränderung des Rentenanspruchs ergeben wird, 

gehört nicht mehr zum Streitgegenstand. 

7.6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 4. Oktober 2019 gutzuheissen und der 

Beschwerdeführerin ist ab 1. Januar 2019 eine Viertelsrente zuzusprechen. Die 

Beschwerdegegnerin, an welche die Streitsache zurückzuweisen ist, wird die Rente 

festzusetzen haben. Im Weiteren ist die Sache zur ergänzenden Abklärung von 

Eingliederungsmassnahmen im Sinn der Erwägungen und zu entsprechender neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

8.1. 

Es rechtfertigt sich, bei diesem Ausgang des Verfahrens für die Kosten von einem 

vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen (vgl. BGE 141 V 281 E. 11.1, BGE 

137 V 57, BGE 137 V 210 E. 7.1) und die Gerichtskosten, die nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1

IVG), gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). 

Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der geleistete 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

8.2. 

bis

Die Beschwerdeführerin hat demnach auch Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, 

die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. 

auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

8.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/30

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Viertelsrente zugesprochen; zur Festsetzung der Rente wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Sache wird zur ergänzenden Abklärung von Eingliederungsmassnahmen im 

Sinn der Erwägungen und zu entsprechender Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

5. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.06.2021
	Art. 8 und 28 IVG, Art. 26 IVV. Rentenzusprache und Rückweisung zu ergänzender beruflicher Abklärung und Durchführung von weiteren Eingliederungsmassnahmen (nach Erreichen eines Eidgenössischen Berufsattests in einer erstmaligen beruflichen IV-Ausbildung) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2021, IV 2019/301).

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