# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 760c628a-ed3f-5217-9491-8f63de65a422
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.06.2013 SK1 2013 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2013-10_2013-06-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 19. Juni 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 13 10 [nicht mündlich eröffnet]          27. August 2013

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
Richter Brunner und Michael Dürst
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Berufung

der X._____, Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan 
Metzger, Via dal Bagn 3, 7500 St. Moritz, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 22. Januar 2013, mitgeteilt am 7. März 
2013, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstras-
se 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen die Berufungsklägerin,

betreffend Fahren in fahrunfähigem Zustand etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____1970 in O.1_____ geboren. Sie ist geschieden 
und Mutter eines im Jahr 1990 geborenen Kindes. Eigenen Angaben zufolge ist 
sie gelernte Hotelfachfrau und führte vorübergehend als Selbständigerwerbende 
ein Café in O.2_____. Gemäss ihren Aussagen anlässlich der Hauptverhandlung 
vor Bezirksgericht Maloja sowie auch im Rahmen der Einvernahme an der Beru-
fungsverhandlung arbeitet sie zurzeit in einem 70%-Pensum als Verkäuferin bei 
A._____. Ihr monatliches Bruttoeinkommen beträgt dabei Fr. 2‘800.--, das Netto-
einkommen zwischen Fr. 2‘200.-- und Fr. 2‘300.--.

Im schweizerischen Zentralstrafregister sowie im SVG-Massnahmenregister 
ist X._____ nicht verzeichnet. 

B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 1. November 2011, 
mitgeteilt am 7. November 2011, wurde X._____ des Fahrens in fahrunfähigem 
Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, der Übertretung der Verkehrszulas-
sungsverordnung gemäss Art. 42 Abs. 3bis lit. a VZV in Verbindung mit Art. 147 
Ziff. 1 Abs. 1 VZV sowie der Übertretung des Bundesgesetzes über Ausländerin-
nen und Ausländer gemäss Art. 120 Abs. 1 lit. a AuG schuldig gesprochen und mit 
einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 80.--, bedingt aufgeschoben bei 
einer Probezeit von 2 Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 700.--, ersatzweise 
mit einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen, bestraft.

C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._____ am 11. November 2011 Einspra-
che, worauf mit Verfügung vom 6. Juli 2012 eine Strafuntersuchung gegen sie 
eröffnet wurde. Am 12. September 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Graubün-
den Anklage beim Bezirksgericht Maloja, wobei sie am Strafbefehl festhielt. Der 
Anklageschrift vom 12. September 2012 liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

„1. Am Donnerstag, 30. Juni 2011, um 22.30 Uhr, lenkte X._____ das 
Fahrzeug „Mercedes-Benz“, Kontrollschild _____, von O.3_____ nach 
O.2_____. Im Anschluss daran befuhr sie die abends nicht-öffentlich 
zugängliche Rampe zur Tiefgarage der Liegenschaft S.1_____ in 
O.2_____. Vor dem Garagentor wollte die Beschuldigte aussteigen 
und vom Haus aus innen das Tor öffnen. Dabei unterliess sie es, das 
Fahrzeug genügend zu sichern, wodurch dieses in der Folge gegen 
das verschlossene Garagentor prallte und es aus der Aufhängung hob. 
Zum Nachteil der Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft „B._____“ ent-
stand ein Sachschaden von CHF 5‘000.00, beim von X._____ gelenk-
ten Fahrzeug von C._____ ein solcher von CHF 10‘000.00.

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Die am nächsten Morgen durch den Hauswart aufgebotenen Polizei-
beamten führten X._____ dem Spital O.2_____ zu, wo ihr um 07.10 
Uhr eine Blutprobe entnommen wurde. Ihr Blutalkoholgehalt betrug für 
die rechtlich relevante Zeit, während sie das Fahrzeug von O.3_____ 
nach O.2_____ lenkte, mindestens 0.92 Gewichtspromille. Die Be-
schuldigte wusste bei Antritt der Fahrt, dass sie zuvor Alkohol konsu-
miert hatte. Sie nahm somit zumindest in Kauf, dass ihr Blutalkoholge-
halt über der kritischen Grenze von 0.8 Gewichtspromille lag und sie 
das Fahrzeug in angetrunkenem Zustand lenkte.

2. X._____ unterliess es, indem sie sich bereits seit Juni 2009 ununter-
brochen und damit länger als 12 Monate in der Schweiz aufhält, innert 
der gesetzlich vorgeschriebenen Frist einen Schweizer Führerschein 
zu beantragen.

3. Indem sich X._____ per 15. Mai 2011 von O.3_____ abmeldete und 
bei der Gemeinde O.2_____ erst nach deren schriftlichen Aufforderung 
am 28. Juli 2011 wieder anmeldete, erfolgte die Meldung des Wohn-
ortswechsels nicht fristgerecht und somit verspätet.“

D. Gegen das am 22. Januar 2013 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete 
und ebenfalls gleichentags ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Be-
zirksgerichts Maloja meldete X._____ am 30. Januar 2013 Berufung an, woraufhin 
das Bezirksgericht Maloja den Parteien das begründete Urteil am 7. März 2013 
mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:

„1. X._____ ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 91 Abs. 1 Satz 2 
SVG, der Übertretung der Verkehrszulassungsverordnung gemäss Art. 
42 Abs. 3bis lit. a VZV in Verbindung mit Art. 147 Ziff. 1 Abs. 1 VZV so-
wie der Übertretung des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und 
Ausländer gemäss Art. 12 Abs. 2 AuG i.V.m. Art. 120 Abs. 1 lit. a AuG.

2. Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je 
CHF 60.- bestraft.

Der Vollzug der bedingten Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von 2 Jahren aufgeschoben.

3. Zudem wird X._____ eine Busse von CHF 200.- auferlegt.

Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 3 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4. Die Kosten des Verfahrens von CHF 4‘894.- (Untersuchungsgebühren 
und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2‘894.-, Ge-
richtsgebühren CHF 2‘000.-) gehen zu Lasten von X._____.

5. X._____ schuldet dem Bezirksgericht Maloja folglich:

Busse CHF   200.-

Verfahrenskosten CHF 4‘894.-

Total CHF 5‘094.-

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In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 
30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Ein-
zahlungsschein zu bezahlen.

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“

E. Mit Berufungserklärung vom 22. März 2013 stellte X._____ folgende Anträ-
ge:

„1. Die Ziffer 2 sei ganz und die Ziffern 1, 4 und 5 des Dispositivs des 
angefochtenen Urteils seien teilweise bzw. dergestalt aufzuheben, in-
dem

1.1 die Beschuldigte (Frau X._____) von der Anklage des Fahrens in 
fahrunfähigem Zustand (Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG) freizusprechen 
ist,

1.2 die Kosten der Strafuntersuchung zu 2/3 und die Kosten des erstin-
stanzlichen Gerichtsverfahrens zu 9/10 dem Staat aufzuerlegen sind,

1.3 und der Staat zu verpflichten ist, die Beschuldigte für die Aufwendun-
gen der Verteidigung im Strafuntersuchungs- sowie im erstinstanzli-
chen Gerichtsverfahren mit insgesamt CHF 4‘800.-- ausseramtlich zu 
entschädigen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge im Berufungsverfahren 
zulasten des Staates.“

F. Sowohl das Bezirksgericht Maloja als auch die Staatsanwaltschaft 
Graubünden verzichteten mit Schreiben vom 26. März bzw. 9. April 2013 auf eine 
Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO.

G. Am 19. Juni 2013 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt. Anwesend waren 
X._____ in Begleitung ihres privaten Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Stefan 
Metzger, Staatsanwalt lic. iur. Corsin Capaul sowie die beiden am Kantonsgericht 
von Graubünden tätigen Substituten Seraina Sonder und Rafael Coray. Einleitend 
verlas der Vorsitzende die Anträge der Berufung. Einwände gegen die Zuständig-
keit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin der 
Vorsitzende das Gericht für legitimiert erklärte. Im Anschluss an die persönliche 
Befragung der Berufungsklägerin durch den Vorsitzenden hinsichtlich ihrer per-
sönlichen Verhältnisse und in Bezug auf die Umstände der ihr zur Last gelegten 
Tat verzichteten die Parteien auf das Verlesen von Aktenstücken sowie auf weite-
re Beweisanträge, worauf das Beweisverfahren geschlossen wurde. In der Folge 
nahmen der Verteidiger und der Staatsanwalt in ihren Plädoyers zu der Berufung 
Stellung. Dabei hielt der Verteidiger an den Anträgen gemäss Berufungserklärung 

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fest, während der Staatsanwalt die kostenfällige Abweisung der Berufung bean-
tragte. Im Rahmen seiner Replik bestritt der Verteidiger die von der Anklage 
getätigten Äusserungen vollumfänglich. Was namentlich den in Abrede gestellten 
Schockzustand betreffe, so befinde sich in den Akten die Aussage einer Ärztin, 
wonach die Berufungsklägerin nicht so ganz dabei gewesen sei. Weiter treffe es 
nicht zu, dass die These vom Nachtrunk erst ein Jahr später vorgebracht worden 
sei. Vielmehr sei die Berufungsklägerin „recht unmittelbar“ zur Polizei gegangen 
und habe vom Nachtrunk erzählt. Der betreffende Polizeibeamte hätte wenigstens 
einen Vermerk machen müssen. Ferner habe der Polizeibeamte in act. 3.4 bei 
Alkoholmundgeruch „Nichts“ angekreuzt, wohingegen derselbe Beamte in act. 3.6 
bei den Symptomen Mundgeruch festgehalten habe; so viel zu den sauberen Pro-
tokollierungen. Schliesslich gehe es natürlich nicht an, Frau D._____ einfach Ge-
fälligkeitsleistungen zu unterstellen. Immerhin habe sie mitgekriegt, dass die Beru-
fungsklägerin dem Polizeibeamten vom Nachtrunk erzählt habe. Der entsprechen-
de Vorwurf sei daher unprofundiert; gleiches könnte auch der Polizei vorgeworfen 
werden. Fakt sei jedenfalls, dass kein direkter Beweis dafür existiere, dass die 
Berufungsklägerin am fraglichen Abend vor der Fahrt zu viel getrunken habe. Der 
Staatsanwalt verzichtete im Anschluss daran auf eine Duplik. Nachdem der Beru-
fungsklägerin das letzte Wort erteilt worden war und Rechtsanwalt lic. iur. Stefan 
Metzger eine Honorarnote zu den Akten eingereicht hatte, wurde die mündliche 
Berufungsverhandlung geschlossen. Die Parteien verzichteten auf eine mündliche 
Urteilsverkündung, weshalb das Urteilsdispositiv innert 5 Tagen zugesendet wurde 
(Art. 69 Abs. 2 StPO, Art. 84 Abs. 2 StPO).

H. Auf das Ergebnis der persönlichen Befragung der Berufungsklägerin durch 
den Vorsitzenden der I. Strafkammer, auf die weitere Begründung der Anträge 
anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung sowie auf die Ausführungen im 
angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über Straf- und 
Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in erster Linie 
Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und der Fall vor der ersten In-

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stanz damit abgeschlossen wird (Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 
2011, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem 
erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder 
mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die An-
meldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten 
dem Kantonsgericht als Berufungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 
22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzSt-
PO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung an-
gemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des be-
gründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben 
hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c).

b. Gegen das am 22. Januar 2013 mündlich eröffnete und gleichentags ohne 
schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Maloja meldete 
X._____ am 30. Januar 2013 die Berufung an (act. A.1). Nach Zustellung des be-
gründeten Urteils am 7. März 2013 reichte sie alsdann fristgemäss am 22. März 
2013 ihre Berufungserklärung ein (act. A.2). Da auch alle anderen Zulässigkeits-
voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Berufung einzutreten.

c. Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die 
Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzliche 
Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Kognition 
überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessord-
nung, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, N 1 zu Art. 398 StPO; Markus 
Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, N 14 zu Art. 398 StPO). Tritt das Beru-
fungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstin-
stanzliche ersetzt (Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber 
Mängel auf, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das 
Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durch-
führung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an 
das erstinstanzliche Gericht zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall ist 
– wie sich nachstehend ergibt – eine Rückweisung nicht erforderlich.

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2. Die Berufungsklägerin wurde von der Vorinstanz der Widerhandlung gegen 
Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, der Übertretung der Verkehrszulassungsverordnung 
(VZV; SR 741.51) gemäss Art. 42 Abs. 3bis lit. a VZV in Verbindung mit Art. 147 
Ziff. 1 Abs. 1 VZV sowie der Übertretung des Bundesgesetzes über Ausländerin-
nen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG; SR 142.20) gemäss Art. 12 Abs. 2 
AuG in Verbindung mit Art. 120 Abs. 1 lit. a AuG schuldig gesprochen und hierfür 
mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 60.--, bedingt aufgeschoben bei 
einer Probezeit von 2 Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 200.--, bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung derselben mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, bestraft. 
In Würdigung der sich bei den Akten befindlichen Aussagen – insbesondere jener 
der Berufungsklägerin selbst – erachtete das Bezirksgericht Maloja den geltend 
gemachten Nachtrunk als nicht glaubwürdig. Damit sei auf das Analyseergebnis 
von 0.25-0.35‰ um 07.10 Uhr abzustellen, was bedeute, dass die Berufungsklä-
gerin unter Rückrechnung zum relevanten Tatzeitpunkt einen Blutalkoholgehalt 
von minimal 0.92‰ und maximal 2.22‰ aufgewiesen habe. Demnach gelte es als 
erwiesen, dass die Berufungsklägerin am 30. Juni (recte 29. Juni) 2011, um 22.30 
Uhr, ihr Fahrzeug in angetrunkenem Zustand von O.3_____ nach O.2_____ ge-
lenkt habe. Unter diesen Umständen könne offengelassen werden, ob und wann 
sie den Polizeibeamten gesagt habe, dass sie nach dem Ereignis eine halbe Fla-
sche Braulio getrunken habe. Demzufolge habe sie den objektiven Tatbestand von 
Art. 91 Abs. 1 SVG erfüllt. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands führte die Vor-
instanz aus, die Berufungsklägerin habe zum Zeitpunkt, als sie sich in O.3_____ 
ans Steuer gesetzt habe, gewusst, dass sie zuvor alkoholische Getränke konsu-
miert habe. Beim Antritt der Fahrt habe sie zumindest in Kauf genommen, dass ihr 
Blutalkoholgehalt über dem qualifizierten Wert von 0.8‰ gelegen habe; trotzdem 
habe sie sich entschlossen, ihr Fahrzeug nach O.2_____ zu fahren.

Die vorliegende Berufung von X._____ richtet sich gegen den vorinstanzli-
chen Schuldspruch betreffend Widerhandlung gegen das SVG einerseits und ge-
gen die Kostenverteilung andererseits. Beantragt wird ein Freispruch von der An-
klage des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG. 
Sie bestreitet, zur fraglichen Zeit in alkoholisiertem, fahrunfähigem Zustand von 
O.3_____ nach O.2_____ gefahren zu sein oder in Kauf genommen zu haben, 
dass ihr Blutalkoholgehalt bei der Fahrt nach Hause über der kritischen Grenze 
von 0.8 Gewichtspromille gelegen habe. Alsdann verlangt die Berufungsklägerin, 
die Kosten der Strafuntersuchung seien zu 2/3 und die Kosten des erstinstanzli-
chen Verfahrens zu 9/10 dem Kanton Graubünden aufzuerlegen; ferner sei sie für 
die Aufwendungen ihrer Verteidigung im Strafuntersuchungs- sowie im erstin-

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stanzlichen Gerichtsverfahren mit insgesamt Fr. 4‘800.-- ausseramtlich zu ent-
schädigen. Nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden somit die Schuld-
sprüche wegen Übertretung der Verkehrszulassungsverordnung sowie des Aus-
ländergesetzes.

3.a. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Art. 10 Abs. 1 StPO). Beste-
hen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 
der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus der 
derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten 
Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden verpflich-
tet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (Wolfgang Wohlers, in: Donatsch/ 
Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO], Zürich 2010, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen Nachweis sind hohe Anfor-
derungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht 
aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 
Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswürdigungsregel „in du-
bio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für die 
Angeklagte ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind in-
dessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_277/2010 vom 7. 
Juni 2010, E. 2.3.3). Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrü-
ckende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 31 E. 2.c S. 37). Aufgabe des Richters ist es, 
ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und 
sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei 
die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die 
Schuld der Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien 
stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermö-
gen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung 
auf der Grundlage des Strafprozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. 
Aufl., Zürich 2004, N 294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon 
dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr an-
hand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob 

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die Darstellung der Anklage oder jene der Angeklagten den Richter zu überzeugen 
vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der ande-
ren Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der 
für die Angeklagte günstigere Sachverhalt angenommen werden. In diesem Fall 
hat ein Freispruch zu erfolgen.

b. Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung (Schmid, Praxiskommentar, StPO, N 5 
zu Art. 10 StPO). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermitt-
lung der materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Par-
teien aus (ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, Aus-
kunftspersonen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Beweis-
eignung. Auch wenn die Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt ihre 
Aussage gleichwohl ein Beweismittel dar und sind ihre Aussagen richterlich auf 
ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die 
Form, sondern der Gesamteindruck, d.h. die Art und Weise der Bekundung, sowie 
die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall, entscheidend (Robert Hau-
ser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., 
Basel 2005, § 54 N 5), wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit der Aussa-
genden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit ihrer konkreten Aussage im Vorder-
grund steht. Mehrere Indizien, die, einzeln betrachtet, immer nur mit einer gewis-
sen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen, können zu-
sammen vollen Beweis und volle Überzeugung bringen und jeden vernünftigen 
Zweifel ausschliessen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Ge-
samtheit zu würdigen (Urteil des Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002, 
E. 3.4). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Ge-
schlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die 
konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im Detail 
Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, Sys-
tem der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993).

c. Anzumerken bleibt, dass der „Aussage der ersten Stunde“ der Parteien und 
allfälliger Zeugen vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt, erfolgt sie 
doch zeitnah zum Geschehen und ist sie weniger mit Erinnerungslücken und allfäl-
ligen Absprachen behaftet als eine Aussage, welche Wochen oder Monate später 
erfolgt (vgl. dazu auch PKG 1991 Nr. 39 E. 3 sowie im Bereich des Sozialversiche-
rungsrechts BGE 121 V 45 E. 2.a S. 47, wonach die spontanen „Aussagen der 

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ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als die späteren 
Darstellungen).

4.a. Der zur Beurteilung stehende Vorfall ereignete sich am Abend des 29. Juni 
2011. Im Rahmen ihrer ersten Einvernahme am Morgen des darauffolgenden Ta-
ges gab die Berufungsklägerin zu Protokoll, am Vorabend zwischen 22.00 und 
22.20 Uhr ein Glas Rotwein getrunken zu haben; nach dem Ereignis habe sie 
nichts mehr konsumiert (act. 3.4, S. 3 f.). In einer gleichentags durchgeführten 
Einvernahme sagte die Berufungsklägerin sodann aus, sie habe nach dem Unfall 
einen Kaffee und ein Glas Wasser getrunken und sich auf einer Bank schlafen 
gelegt; Alkohol habe sie keinen mehr getrunken (act. 3.5, S. 2). Anlässlich der 
Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. Juli 2012, mithin 
rund ein Jahr später, gab sie in Anwesenheit ihres Rechtsvertreters zu Protokoll, 
nach besagtem Vorfall ab ca. 23.00 Uhr in ihrem Café eine halbe Flasche Braulio 
getrunken zu haben. Auf die Frage, weshalb sie erst jetzt einen Nachtrunk geltend 
mache, behauptete sie, sie habe bereits bei der (ersten) Einvernahme gesagt, 
dass sie nicht wisse, woher der Alkoholpegel komme, und dass sie im Café etwas 
getrunken haben müsse (act. 3.14, S. 2). Auf Vorhalt der Aussagen der Kantons-
polizisten Flavio Tuor und Florian Hunger, welche unter Hinweis auf die Folgen 
einer wissentlich falschen Zeugenaussage gemäss Art. 307 StGB die Behauptung 
betreffend Nachtrunk nicht bestätigen konnten und insbesondere klar aussagten, 
die Berufungsklägerin habe ihnen gegenüber nichts dergleichen geltend gemacht 
(act. 3.12, S. 3; 3.13, S. 2), antwortete sie, dass sie auch nicht gefragt worden sei 
(act. 3.14, S. 2). Dies trifft aufgrund der Akten jedoch klar nicht zu (vgl. act. 3.4, S. 
4; 3.5, S. 2). Florian Hunger fügte sodann bei, dass er nochmals zu der Beru-
fungsklägerin gegangen sei und diese ihm – als er bereits am Weggehen gewe-
sen sei – nachgerufen habe, sie wisse nun, warum der Wert so hoch gewesen sei, 
da sie in der Geschirrspülmaschine noch ein Glas gefunden hätte. So wie die Be-
rufungsklägerin diese Äusserung gemacht habe – es seien etliche Leute im Lokal 
gewesen und sie habe ihm dies hinterhergerufen –, habe das auf ihn keinen sehr 
ernsten Eindruck gemacht; zudem habe er damals weder ein Glas noch eine an-
gebrochene Flasche bemerkt (act. 3.13, S. 3 f.). Die Zeugin D._____ äusserte sich 
bei ihrer Einvernahme vom 2. Mai 2012 dahingehend, dass sie die Berufungsklä-
gerin am fraglichen Abend aus den Augen verloren habe und nicht sagen könne, 
was diese getrunken habe. Sie sei aber am Mittag nach dem Unfall zur Beru-
fungsklägerin einen Kaffee trinken gegangen. Damals habe sie gehört, wie die 
Berufungsklägerin dem Polizisten gesagt habe, dass sie in ihrem Café noch eine 
Flasche gefunden habe, welche sie nach dem Ereignis im Lokal getrunken habe; 

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ob sie selbst diese Flasche gesehen habe, könne sie nicht mehr sagen, die Beru-
fungsklägerin habe aber von Braulio gesprochen (act. 3.10, S. 2 ff.; 3.11). Mit die-
ser Aussage bestätigt D._____ dem Grundsatz nach den geltend gemachten 
Nachtrunk. D._____ will anlässlich der Heimfahrt von O.3_____ nach O.2_____ 
denn auch nichts Auffälliges bemerkt haben. Die Berufungsklägerin sei für sie in 
einem absolut guten und fahrtüchtigen Zustand gewesen. Auch habe sie keinen 
Alkoholgeruch festgestellt. Ansonsten sei sie mit der Berufungsklägerin vor dem 
Vorfall nur selten in den Ausgang gegangen, wobei jeweils Mineral oder maximal 
ein bis zwei Gläser Weisswein getrunken worden seien (act. 3.10, S. 3 f.).

b. Aufgrund der Aktenlage ist die von der Berufungsklägerin getätigte Aussage 
der ersten Stunde, der zufolge sie nach dem Ereignis keinen Alkohol mehr getrun-
ken habe, klar und unmissverständlich. Zudem wird sie auch durch weitere Doku-
mente bestätigt. So wurde von der zuständigen Ärztin im Spital Oberengadin, Dr. 
med. E._____, im Protokoll der Blutentnahme unter Angaben zum Alkoholkonsum 
nach dem Ereignis „nichts“ angekreuzt (act. 3.7). Es kann ohne weiteres davon 
ausgegangen werden, dass die Berufungsklägerin von der Ärztin auch tatsächlich 
nach deren Alkoholkonsum befragt worden ist und Letztere das betreffende Kreuz 
erst nach entsprechender Antwort angebracht hat. Dafür spricht auch, dass die 
übrigen Angaben zum Alkoholkonsum – ein Glas Weisswein zwischen 22.00 und 
22.30 Uhr – mit den ersten Aussagen der Berufungsklägerin übereinstimmen. 
Gleiches gilt für das Formular „Auftrag Blut-/Urinentnahme“, in welchem unter „Art 
und Menge des zwischen Ereignis und Blutentnahme genossenen Alkohols“ eben-
falls der Vermerk „nichts“ erfolgt ist (vgl. act. 3.6). Die Aussage der ersten Stunde 
wird auch seitens der Verteidigung dem Grundsatz nach anerkannt. Wenn die Be-
rufungsklägerin nunmehr nachträglich, d.h. am 5. Juli 2012 und somit rund ein 
Jahr später, behauptet, sie habe nicht gesagt, dass sie nichts getrunken habe 
bzw. sie habe bei der Befragung gesagt, sie müsse etwas getrunken haben bzw. 
sie sei gar nicht erst danach gefragt worden (vgl. act. 3.14, S. 2), so kann dies nur 
als nachträgliche Schutzbehauptung bezeichnet werden. Daran vermag auch de-
ren Argumentation, wonach sie während den ersten Einvernahmen unter Schock 
gestanden sei, weshalb sie dem von ihr unterzeichneten Protokoll nicht die ge-
bührende Aufmerksamkeit geschenkt habe, nichts zu ändern. Wenngleich ein sol-
cher Schockzustand aufgrund des am Fahrzeug entstandenen Sachschadens 
zwar durchaus vorstellbar sein mag, findet er in den Akten keine Stütze. So lassen 
sich entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin weder dem ärztlichen Unter-
suchungsbefund (act. 3.7) noch den Aussagen der einvernehmenden Polizeibe-
amten (act. 3.12; 3.13) dahingehende Beobachtungen entnehmen. Hinzu kommt, 

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dass – wenn ein solcher Nachtrunk tatsächlich stattgefunden hätte – von der Beru-
fungsklägerin zu erwarten gewesen wäre, dass sie in angemessener Weise insis-
tiert und die Polizei aufgesucht hätte, um einen entsprechenden Nachtrag in den 
Protokollen zu verlangen. Dies hat sie nachweislich nicht getan, sondern sich 
vielmehr damit begnügt, den angeblichen Nachtrunk anlässlich der nächsten Ein-
vernahme im Rahmen der Strafuntersuchung rund ein Jahr später zu thematisie-
ren. Ihr ganzes Verhalten spricht mithin gegen ihre Darstellung. In diesem Zu-
sammenhang gilt auch zu berücksichtigen, dass die Berufungsklägerin nur gerade 
einige Stunden nach dem betreffenden Vorfall einvernommen und dabei gleich 
mehrere Male ausdrücklich gefragt worden ist, ob sie nach dem Ereignis noch et-
was getrunken habe; wie den Akten entnommen werden kann, hat sie dies jedes 
Mal verneint. Dass sie nunmehr über einen Zeitraum von rund einem Jahr einfach 
zugewartet haben soll, ohne die Polizei erneut zu kontaktieren und sie über den 
angeblichen Nachtrunk zu informieren, ist weder nachvollziehbar noch glaubwür-
dig. Ungeachtet dessen leidet die Glaubwürdigkeit der geltend gemachten Theorie 
vom angeblichen Nachtrunk aber auch daran, dass das Aussageverhalten der Be-
rufungsklägerin selbst in diesem Punkt nicht sonderlich konsequent ist. Will sie zu 
Beginn nämlich noch eine halbe Flasche Braulio konsumiert haben, soll es sich 
gemäss ihrer Aussage anlässlich der Berufungsverhandlung zuletzt nur noch um 
„die Neige der Flasche“ gehandelt haben. Die Vorinstanz legte ihrer Berechnung 
die erstmals geäusserte Menge – nämlich eine halbe Flasche Braulio – zugrunde 
und gelangte zum Ergebnis, dass die Berufungsklägerin unter diesen Umständen 
zum Zeitpunkt der Blutentnahme um 07.10 Uhr am nächsten Morgen eine Blutal-
koholkonzentration von rund 1.9‰ hätte aufweisen müssen. Tatsächlich sei je-
doch eine solche von 0.25-0.35‰ gemessen worden (vgl. angefochtenes Urteil, E. 
2.d.bb, S. 12). Angesichts dessen erscheint die nunmehr von der Berufungskläge-
rin doch drastisch reduzierte Menge des angeblich konsumierten Nachtrunks aber 
reichlich konstruiert und erweckt den Eindruck einer zielgerichteten Berechnungs-
weise, um trotz allem eine plausible Erklärung für den am nächsten Morgen unbe-
strittenermassen gemessenen Blutalkoholgehalt von 0.25-0.35‰ (act. 3.8) liefern 
zu können, ohne gleichzeitig eingestehen zu müssen, bereits am Vorabend in al-
koholisiertem Zustand ein Fahrzeug gelenkt zu haben. Dieser Verdacht erhärtet 
sich, wenn der Verteidiger in diesem Zusammenhang ohne weitere Begründung 
ausführt, man habe beim Genuss von Getränken in 4 cl Gläschen schnell das Ge-
fühl, bereits eine halbe Flasche von 0.5 Liter getrunken zu haben, während man 
effektiv ca. 4 Masseinheiten, d.h. 1.6 dl, getrunken habe. Worauf er diese Argu-
mentation abstützt, legt er nicht dar und ist auch nicht anderweitig nachvollziehbar. 

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Namentlich findet sich in den Akten keine Aussage der Berufungsklägerin, welcher 
zufolge sie den Braulio in 4 cl Gläschen konsumiert haben soll. In Würdigung der 
Gesamtumstände gelangt das angerufene Gericht zum Schluss, dass auf die Aus-
sagen der ersten Stunde, wonach die Berufungsklägerin nach dem Ereignis kei-
nen Alkohol konsumiert habe, abzustellen ist und der nachträglich geltend ge-
machte Nachtrunk als blosse Schutzbehauptung zu qualifizieren ist.

c. An den vorgenannten Ausführungen vermag letztlich auch die Aussage der 
Zeugin D._____ nichts zu ändern. Dies liegt hauptsächlich daran, dass sie zum 
Trinkverhalten der Berufungsklägerin am besagten Abend keinerlei Angaben ma-
chen konnte, weil sie diese eigenen Angaben zufolge aus den Augen verloren hat 
(act. 3.10, S. 2). Ihre lediglich subjektive Einschätzung, wonach die Berufungsklä-
gerin zum fraglichen Zeitpunkt in einem absolut guten und fahrtüchtigen Zustand 
gewesen sei (act. 3.10, S. 3), reicht nicht aus, um die fehlende Glaubwürdigkeit in 
der Darstellung der Berufungsklägerin wettzumachen. Dies gilt umso mehr, als ihr 
Aussageverhalten auch in anderer Hinsicht nicht wirklich nachvollzogen werden 
kann. So mutet es beispielweise seltsam an, wenn sie aussagt, sie und die Beru-
fungsklägerin hätten nach dem Ereignis – abgesehen vom nächsten Tag – nicht 
mehr über diesen Vorfall gesprochen, obschon sie sehr oft zusammen seien (act. 
3.10, S. 3); ein solches Verhalten entspricht klarerweise nicht der allgemeinen Le-
benserfahrung.

d. Steht nach dem Gesagten fest, dass im vorliegenden Fall kein Nachtrunk 
stattgefunden hat, so hat aufgrund des Berichts des Kantonsspitals St. Gallen als 
erstellt zu gelten, dass die Berufungsklägerin unter Rückrechnung des am nächs-
ten Morgen gemessenen Werts zum rechtlich relevanten Zeitpunkt während der 
Autofahrt von O.2_____ nach O.3_____ einen Blutalkoholgehalt von mindestens 
0.92 und höchstens 2.22 Gewichtspromille aufwies (act. 3.8). Die Richtigkeit der 
Blutalkoholbestimmung an sich wird im Übrigen auch von der Berufungsklägerin 
zu Recht nicht in Abrede gestellt. Damit gelangen die Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG in 
Verbindung mit Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der Bundes-
versammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr zur Anwendung. An 
die mittels Blutprobe ermittelten Minimal- und Maximalwerte der Blutalkoholbe-
stimmung ist der Richter gebunden, wobei er innerhalb dieses Rahmens auch an-
dere Beweismittel heranziehen kann, wenn sie für eine genauere Bestimmung der 
Blutalkoholkonzentration im massgeblichen Zeitpunkt Beweiswert besitzen (BGE 
129 IV 290 E. 2.7 S. 295). Diesfalls wird unter Anwendung des Grundsatzes „in 
dubio pro reo“ in der Regel jeweils auf den tiefsten Wert abgestellt, was indessen 

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nicht zwingend ist, falls andere Beweismittel auf einen höheren Wert schliessen 
lassen (Philippe Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 
Zürich/St. Gallen 2011, N 46 zu Art. 91 SVG). Der objektive Tatbestand von Art. 
91 Abs. 1 Satz 2 SVG ist damit ohne weiteres erfüllt, was auch die Vorinstanz zu-
treffend festgehalten hat (Art. 82 Abs. 4 StPO). Ferner erweisen sich auch die vor-
instanzlichen Ausführungen zum subjektiven Tatbestand als zutreffend (vgl. ange-
fochtenes Urteil, E. 2.e.cc, S. 12 f.), weshalb diesbezüglich auf die entsprechen-
den Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 
StPO).

e. Ist der Schuldspruch nach dem Gesagten zu bestätigen, bleibt es auch bei 
der von der Vorinstanz ausgesprochenen Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 
60.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren. Diese ist zwar be-
scheiden, unter den gegebenen Umständen aber durchaus angemessen.

5. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
ist die Berufungsklägerin mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen und die Beru-
fung wurde im Sinne der Erwägungen vollumfänglich abgewiesen. Demnach ge-
hen die Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten der Berufungsklägerin. Für 
Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- bis 
Fr. 20'000.-- erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten des vorliegenden Berufungsver-
fahrens werden auf Fr. 3'000.-- festgelegt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3‘000.-- gehen zu Lasten von 
X._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Bundesge-
richt geführt werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwer-
delegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Be-
schwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: