# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47ee5e7e-c9f4-5ee3-b09c-7a2d35b59de2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-01-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 18.01.2011 R 2010 97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-97_2011-01-18.pdf

## Full Text

R 10 97
5. Kammer 

URTEIL
vom 18. Januar 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baugesuch

1. Am 13. August 2010 reichte die … AG bei der Gemeinde … ein Baugesuch 

für die Erstellung einer freistehenden Reklameeinrichtung (Fremdwerbung, 

Big-Poster, Format 5.00 x 10.00 m) auf der an die Kantonsstrasse 

anstossenden, in der gemischten Zone G4 gelegenen Parzelle Nr. 359, ein. 

Der Reklameträger selbst, welcher lediglich temporär (Dezember bis März) 

aufgestellt werden soll und ohne auf Dauer angelegte bauliche Massnahmen 

(Fundationen o.ä.) auskommt, weist ein Mass von 6.00 x 11.00 m auf. Das 

Big-Poster soll dabei in das System eingespannt werden.  

Mit Entscheid vom 24. August 2010 verweigerte die Gemeinde … dem Projekt 

die beantragte Baubewilligung. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf Art. 

22 ihres Baugesetzes (BG) sowie das gestützt darauf erlassene kommunale 

Fremdreklamenreglement. Nach letzterem sind nur Reklamen für 

einheimische Geschäfte mit Domizil in der Gemeinde selbst zulässig. Zudem 

sollen nur Formate bis max. 3.00 x 1.00 m bewilligungsfähig sein.

2. Dagegen reichte die … AG am 27. September 2010 beim Verwaltungsgericht 

Beschwerde ein mit den Anträgen, es sei der Baubescheid vom 24. August 

2010 aufzuheben und das Baugesuch für ein temporäres Big-Poster auf der 

Parzelle Nr. 359 zu bewilligen. Der angefochtene Entscheid verstosse gegen 

verfassungsmässig garantierte Rechte, so die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) 

und die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV). Es gebe auf jeden Fall keinen 

sachlichen Grund, wonach Gewerbetreibende ohne Domizil in der Gemeinde 

von einer Werbetätigkeit grundsätzlich ausgeschlossen werden dürften. 

Ebenso wenig liege ein öffentliches Interesse für eine Beschränkung der 

Abmessungen auf 3.00 x 1.00 m vor. Dieses Mass entspreche keinem 

gängigen Plakatformat und stelle bereits daher ein generelles Werbeverbot 

dar, was nicht angängig sei.

3. Das beigeladene kantonale Tiefbauamt bestätigte in seiner Stellungnahme 

unter Verweis auf seine im Zuge einer allgemeinen Anfrage anfangs März 

2010 gegenüber der … AG gemachten Antwort, die grundsätzliche 

(strassenrechtliche) Bewilligungsfähigkeit einer solchen Anlage am geplanten 

Standort.

4. Die Gemeinde … beantragte in ihrer Stellungnahme die Abweisung der 

Beschwerde. Sie stellte die geklagten Verletzungen der Eigentumsgarantie 

(26 BV) und der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) in Abrede. In Art. 22 Ziff. 3 BG 

seien die die Grundsätze festgehalten, welche solche Anlagen zu erfüllen 

hätten. So dürften sie die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf Fahrstrassen 

nicht beeinträchtigen, müssten sich gut ins Ortsbild einfügen und dürften auch 

die freie Sicht auf Landschaft und Bergwelt nicht stören. Zudem dürften solche 

Anlagen nur in den Gebieten aufgestellt werden, welche vom 

Gemeindevorstand festgelegt worden seien. Gestützt auf diese 

baugesetzlichen Vorgaben habe der Gemeindevorstand am 20. September 

2004 das entsprechende Reglement erlassen. Gestützt darauf seien 

Fremdreklamen nur für einheimische Geschäfte möglich und, damit die 

Vorgaben der Einordnung etc. erfüllt werden könnten, sei eine Maximalgrösse 

von 3 m Länge und 1 m Höhe festgelegt worden. Eine Öffnung der 

Fremdreklamen für alle würde zu einer Auswucherung solchen Anlagen 

führen, welche die Vorgaben der Einordnung, des Landschaftsbildes usw. 

empfindlich stören würde. Die Gemeinde arbeite sodann momentan an einer 

Totalrevision der Ortsplanung. Zu diesem Zweck sei denn auch am 1. März 

2010 für die Dauer von zwei Jahren eine Planungszone erlassen worden. 

Gegenstand dieser Totalrevision bilde auch das Reklamewesen. Die 

nachgesuchte Reklameanlage könnte  auch aus dieser Sicht nicht bewilligt 

werden.

5. In ihrer Replik machte die Beschwerdeführerin geltend, das kantonale 

Tiefbauamt habe den gewählten Standort grundsätzlich als 

"bewilligungswürdig" betrachtet, und die Gemeinde berufe sich denn auch zu 

Recht nicht auf Gründe der Verkehrssicherheit. Soweit sie der Ansicht sei, der 

Eigentumsgarantie sei Genüge getan, wenn ein Grundeigentümer 

Eigenreklame auf seinem Grundstück aufstellen könne, dürfe ihr nicht gefolgt 

werden. Die wenigsten Grundeigentümer könnten auch ein Gewerbe 

betreiben, für das sie Werbung machen könnten. Zudem habe jeder 

Grundeigentümer ein legitimes Recht, sein Grundeigentum für die Werbung 

von Drittunternehmen gegen Entgelt zur Verfügung zu stellen. Ein genereller 

Ausschluss dieser Nutzungsmöglichkeit verstosse gegen Art. 26 und 27 BV, 

ebenso eine Beschränkung auf Fremdreklamen nur für einheimische 

Geschäfte. Auch für eine schematische Grössenbeschränkung fehlten 

sachliche Gründe. Die pendente Totalrevision der Ortsplanung dürfe eine 

Bewilligungsdauer für zwei Jahre nicht verunmöglichen. Es bestehe keine 

Veranlassung, für zwei Jahre keinerlei Bewilligungen mehr zu erteilen. Müsse 

Unsicherheiten Rechnung getragen werden, könnte auch eine befristete 

Bewilligung erteilt werden. Die vollständige Bewilligungsverweigerung mit 

dieser Begründung stelle jedenfalls eine Rechtsverweigerung dar.

6. In der Folge forderte der Instruktionsrichter die Gemeinde zur Edition des 

Baugesetzes, des Fremdreklamenreglementes und der sachdienlichen 

Unterlagen über die Planungszone auf. Diese hielt in ihrem Begleitschreiben 

vom 4. November 2010 fest, für die Planungszone bestünden noch keine 

Unterlagen. Auf erneute Intervention des Instruktionsrichters hin edierte sie 

den Text der Planungszone sowie den diese betreffenden Beschluss des 

Gemeindevorstandes vom 1. März 2010.

7. Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Stellung aus, die Gemeinde bestätige, 

dass noch keinerlei Unterlagen im Hinblick auf eine Totalrevision der 

Ortsplanung bestünden. Mithin fehlten jegliche Anhaltspunkte, um die 

beantragte Bewilligung zu verweigern. Gemäss Art. 9 BG sei vorgesehen, die 

Planungszone könne für ein Jahr angeordnet werden. Deswegen sei die 

Anordnung der Planungszone für zwei Jahre gesetzeswidrig. Gemäss dem 

von der Gemeinde vorgelegten Fremdreklamenplan, welcher nach ihrer 

Kenntnis weder beschlossen noch veröffentlicht sei, wäre Parzelle Nr. 359 für 

Fremdreklamen vorgesehen. Das Bewilligungsgesuch wäre deshalb auch im 

Hinblick auf die zukünftige Planung zonenkonform.

8. Am 7. Januar 2011 führte der Instruktionsrichter zusammen mit dem Aktuar 

im Beisein der Parteien vor Ort einen Augenschein durch. Allen Anwesenden 

wurde dabei Gelegenheit geboten, sich auch noch mündlich zu allen 

aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf die Ausführungen der Parteien am Augenschein, wie auch auf ihre 

weiteren Darlegungen in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet der kommunale Baubescheid vom 24. August 2010, 

mit welchem das Baugesuch für die Erstellung einer temporäre n (November 

- März), freistehenden Reklameeinrichtung (Big-Poster) abgelehnt worden ist.

2. a) Gemäss Art. 22 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG, SR 700) 

dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder 

geändert werden. "Bewilligen" bedeutet dabei, feststellen, dass dem 

Bauvorhaben kein baupolizeiliches Hindernis entgegensteht. Insbesondere 

muss das Bauvorhaben den im Nutzungsplan ausgedrückten räumlichen 

Ordnungsvorstellungen und allen übrigen planerischen sowie 

baupolizeilichen Vorschriften entsprechen. Sind die gesetzlichen 

Voraussetzungen und Bedingungen jedoch erfüllt, besteht ein Anspruch auf 

Erteilung der Baubewilligung. Von einer blossen Polizeibewilligung kann aber 

nicht die Rede sein. In der Lehre wird vielmehr von einer 

raumordnungsrechtlichen bzw. gemischt polizeilich-planungsrechtlichen 

Bewilligung gesprochen. Der Grund liegt darin, dass die planungsrechtlich 

motivierten Vorschriften (wie z.B. Gestaltungsvorschriften) den 

Bewilligungsbehörden Gestaltungs- und Ermessensspielraum eröffnen, was 

im Polizeirecht unüblich ist (vgl. Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes 

Umweltschutzrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 322 ff. mit zahlreichen Hinweisen 

auf die Rechtsprechung). 

b) Bei Bauvorhaben, für welche - wie vorliegend - im Rahmen einer 

rechtskräftigen Planungszone (Bausperre) um eine Baubewilligung 

nachgesucht wird, sind ergänzend auch noch die Vorgaben von Art. 21 Abs. 

2 des kantonalen Raumplanungsgesetzes (KRG) zu beachten. Danach darf 

in der Planungszone nichts unternommen werden, was die neue Planung 

erschweren oder dieser entgegenstehen könnte. Insbesondere dürfen 

Bauvorhaben nur bewilligt werden, wenn sie weder den rechtskräftigen noch 

den vorgesehenen neuen Planungen und Vorschriften widersprechen. Diese 

Bestimmung ermöglicht der Behörde, präjudizierende Bauvorhaben in einem 

Gebiet, dessen Nutzungsordnung sie ändern oder ergänzen will, zu 

verhindern. Für ein konkretes Baubewilligungsgesuch bedeutet dies, dass ihm 

nur stattgegeben werden darf, wenn dadurch die Verwirklichung der 

vorgesehenen Planung nicht erschwert wird. Besteht eine Planungszone mit 

Bausperre, sind die Baugesuche einer kumulativen Prüfung zu unterziehen. 

Danach darf die Behörde das geltende Recht nicht mehr alleine anwenden, 

sondern sie hat in einer ersten Phase das Baugesuch daraufhin zu 

überprüfen, ob es mit dem geltenden Recht übereinstimmt. Fällt der Befund 

darüber positiv aus, so ist in einer zweiten Phase abzuklären, ob das nach 

altem Recht zu bewilligende Baugesuch dem künftigen Recht widerspricht. 

Entspricht es auch dem künftigen Recht, so ist das Baugesuch zu bewilligen. 

Steht das Baugesuch aber mit dem künftigen Recht in Widerspruch, so ist der 

Entscheid so lange zu sistieren, bis das künftige Recht endgültig in Kraft 

gesetzt ist. Die Sistierung des Baugesuchs entspricht der Praxis des 

Verwaltungsgerichts, sofern nicht bereits mildere Massnahmen den Zweck 

der Bausperre erreichen, der bekanntlich darin besteht, künftiges Recht zu 

sichern und eine unerwünschte Präjudizierung der Planung zu verhindern 

(PVG 1991 Nr. 35; PVG 1993 Nr. 45). Die Bausperre wirkt sich nämlich nicht 

als befristetes gänzliches Bauverbot bis zum Inkrafttreten der künftigen 

Ordnung aus, sondern ermöglicht es den Grundeigentümern, schon während 

herrschender Bausperre ein den Planungsabsichten entsprechendes 

Bauvorhaben zu verwirklichen, ohne erst die Rechtskraft der neuen Regelung 

abwarten zu müssen, sofern es zugleich mit dem geltenden Recht 

übereinstimmt oder nicht eine Auszonung vorgesehen ist (vgl. zu alldem PVG 

2005 Nr. 27, 2001 Nr. 33; VGU A 08 63). 

c) Als mildere Massnahme, mit welcher der Zweck einer Bausperre nicht 

unterlaufen wird, steht dabei - angesichts des generell im Verwaltungsrecht 

Geltung erheischenden Verhältnismässigkeitsprinzips - die Erteilung einer 

befristeten Baubewilligung im Vordergrund. Diesen ist eigen, dass sie nach 

Ablauf ihrer zeitlichen Geltungskraft ohne weitere behördliche Anordnung 

dahinfallen (Bundesgerichtsurteil 1A.289/2004 vom 7. Juni 2005). 

3. a) Vorliegend könnte sich eine befristete Baubewilligung bereits deshalb 

aufdrängen, weil eine temporäre Baubewilligung für das Aufstellen eines Big-

Poster anbegehrt wird, welches nur für einen befristeten Zeitraum (November 

- März) errichtet und beibehalten werden soll und zudem ohne feste, auf 

Dauer angelegte baulichen Vorkehren (Fundationen, o.ä.) auskommt, mithin 

nach Ablauf der Befristung ohne grösseren Aufwand wieder entfernt werden 

kann. 

b) Die geltende Bausperre kann einer zeitlich befristeten Baubewilligung auch 

deshalb nicht entgegen gehalten werden, weil seitens der Gemeinde im 

Urteilszeitpunkt noch keine vertiefteren Planungsabsichten geltend gemacht 

werden konnten, welche einer solchen entgegen stehen könnten. Der 

Umstand, dass auch das Reklamewesen Bestandteil der Revision bilde, 

genügt auf jeden Fall noch nicht für eine Ablehnung des konkreten 

Bauvorhabens. 

c) Im Fremdreklamenplan sind sodann auf der vorgesehenen Bauparzelle Nr. 

359 gar zwei mögliche Standorte für Reklameanlagen vorgesehen. Auch 

wenn diese nordwestlich bzw. südöstlich des von der Beschwerdeführerin 

aktuell vorgesehenen Standortes eingezeichnet sind, so stehen diese 

Festlegungen der Bewilligung einer zeitlich befristeten Reklameanlage am 

geplanten Standort nicht entgegen, zumal Art. 22 Abs. 3 BG ausdrücklich von 

„Gebieten“ spricht.

d) Eine (befristete) Bewilligung erscheint umso mehr als geboten, als aufgrund 

der Akten und der Stellungnahme des beigeladenen Tiefbauamtes davon 

auszugehen ist, dass eine Reklameanlage am geplanten Standort  aus 

Gründen der Verkehrssicherheit nicht abgelehnt werden kann. Ob solches der 

Fall ist, wird durch das kantonale Amt noch zu prüfen und im Rahmen einer 

koordinationsbedürftigen Zusatzbewilligung zur kommunalen Baubewilligung 

noch formell zu entscheiden sein (vgl. Art. 24 Abs. 1 der kantonalen 

Strassenverordnung [StrV; BR 807.110; in Kraft seit dem 1. Januar 2006] i.V. 

mit Art. 26 Abs. 1 StrV, sowie Art. 52 der kantonalen 

Raumplanungsverordnung [KRVO, BR 801.110]).

e) Einer (befristeten) Bewilligung auch die von der Gemeinde vorgebrachten 

ästhetischen Überlegungen nicht entgegen. Wie sich bereits den ins Recht 

gelegten Fotos ergibt und am Augenschein augenfällig bestätigt hat, tritt eine 

temporäre (auf den Zeitraum Dezember - März beschränkte) Reklameanlage 

am fraglichen, innerhalb der Gewerbezone gelegenen, noch unüberbauten 

Standort nicht dergestalt in Erscheinung, dass die von Art. 73 KRG verlangte 

gute Gesamtwirkung mit der Umgebung verfehlt werden könnte. Dies umso 

weniger, weil in unmittelbarer Umgebung bereits grosse Bauten (Regionales 

Spital, Detailhandelsgeschäft, Magazin, etc) stehen oder erst kürzlich (bspw. 

beim Dorfausgang Richtung …) erstellt wurden und nicht ersichtlich ist, in wie 

fern sich ein temporär aufgestelltes Big-Poster nicht gut in die der 

Gewerbezone östwärts angrenzende, bestehende Dorfkernbebauung 

einordnen würde. Was die Gemeinde in diesem Zusammenhang vorgebracht 

hat, muss als reine Schutzbehauptung qualifiziert werden. Auch der Umstand, 

dass das vorgesehene Big-Poster eine grössere Dimensionierung als das von 

der Gemeinde in ihrem Fremdreklamenreglement vorgesehene Mass 

aufweist, spricht (aus ästhetischer Sicht) nicht gegen eine Bewilligung am 

geplanten Standort. Faktisch scheint dies die Gemeinde bereits selbst erkannt 

zu haben, hat sie doch in unmittelbarer Umgebung des geplanten Standorts 

(entlang der Kantonsstrasse) Reklameanlagen (so z.B. an dem ausgangs …, 

in Richtung … gelegenen Gewerbehaus gar ein vergleichbar grosses Plakat) 

bewilligt (oder duldet dieses zumindest). Indem sie vorliegend das 

Bauvorhaben mit ästhetischen Überlegungen verhindern will, muss sie sich 

eine Überschreitung bzw. einen Missbrauch des ihr an sich zuzugestehenden 

Ermessens- und Beurteilungsspielraumes (statt vieler VGU R 07 114) 

vorhalten lassen, der keinen Rechtsschutz verdient.

f) Auch mit Art. 22 BG und dem gestützt darauf erlassenen 

Fremdreklamenreglement, gemäss welchem nur Formate bis max. 3.00 x 

1.00 m bewilligungsfähig sein sollen, lässt sich die abschlägige 

Baubewilligung nicht rechtfertigen. Auch wenn der Gemeindevorstand 

grundsätzlich zum Erlass eines solchen Reglementes zuständig ist (Art. 22 

Avs. 3 BG i.V.m. Art. 119 BG), bedeutet dies nicht, dass jedwelche 

gemeindliche Vorgaben Rechtsschutz erheischen. Insbesondere ist solchen 

die Anwendung zu versagen, die in offenkundigem Widerspruch zu 

übergeordnetem Recht (KRG, BV, etc.) stehen. Das vorliegend von der 

Gemeinde in das Reglement aufgenommene und dem Bauvorhaben 

entgegen gehaltene Format lässt sich nun unter keinem Titel rechtfertigen. 

Dies umso weniger, als es sich um ein im Alltag nicht zur Anwendung 

gelangendes, mithin völlig unübliches Reklameformat handelt. Dass die 

Gemeinde bei ihrer Bewilligungspraxis nicht auf die im Reglement enthaltene 

Formatvorgabe abstellt, hat der Augenschein  auch im Nahbereich des 

geplanten Standorts augenfällig aufgezeigt. 

g) Auch die von der Gemeinde unter Bezug auf ihr Reglement angeführte 

Begründung, wonach die Fremdreklamenzonen lediglich einheimischen 

Geschäften mit Domizil am Ort zur Verfügung stünden, nicht aber für 

auswärtige Geschäfte, vermag die streitige Bewilligungsverweigerung nicht 

zu rechtfertigen. Die Gemeinde übersieht, dass ein undifferenziertes und 

ausnahmsloses Verbot zur Errichtung von Fremdreklamen für Auswärtige, wie 

es ihrem Reglement zugrunde liegt, nach langjähriger Rechtsprechung des 

Bundesgerichts als unverhältnismässiger Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit 

(Art. 27 BV) und die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) zu werten ist (so bereits 

Urteil des Bundesgerichts P.593/1985 vom 25. Februar 1987, E. 4, bestätigt 

im Urteil 1P.122/1998 vom 12. Mai 1998, in: ZBl 101/2000 S. 135 ff., E. 4b). 

Die Unterscheidung bildet, im Lichte der zitierten Rechtsprechung betrachtet, 

kein verhältnismässiges und mithin auch kein taugliches Kriterium, um 

zwischen die Verkehrssicherheit gefährdenden und/oder das Ortsbild 

beeinträchtigenden Reklamen und solchen, die diese Polizeigüter nicht 

verletzen, zu differenzieren. Nur polizeiliche und sozialpolitische öffentlichen 

Interessen sind aber in Fällen wie dem vorliegenden zur Rechtfertigung von 

Grundrechtseingriffen zulässig (vgl. VGU R 07 109 E. 1b). Der kommunalen 

Regelung, Fremdreklamen nur für einheimische Geschäfte zuzulassen, ist 

daher die Anwendung zu versagen.

h) Erweist sich das - auf die Wintersaison von Dezember bis März befristete - 

Bauvorhaben aber unter der Optik des geltenden Rechts als 

bewilligungsfähig, und steht ihm (bereits mangels konkretisierter 

Planungsabsichten hinsichtlich des Reklamewesens) auch die geltende 

Planungszone (noch) nicht entgegen, so hat ihm die Gemeinde zu Unrecht 

pauschal die Baubewilligung für den anbegehrten Zeitraum „Dezember - 

März“ verweigert. Dies umso mehr, als sich der noch nicht näher 

konkretisierten, künftigen Regelung des Reklamewesens auf 

Gemeindegebiet auch mit der Erteilung einer befristeten Baubewilligung 
angemessen Rechnung getragen werden kann, ohne dass dadurch der 

Zweck der Planungszone i.s. von Art. 21 KRG unterlaufen würde. Hinsichtlich 

der festzulegenden Dauer der Befristung erscheint es gerechtfertigt, auf die 

von der Gemeinde am 1. März 2010 für die Dauer von vorerst 2 Jahren (Art. 

21 Abs. 3) beschlossenen Planungszone abzustellen. In Gutheissung der 

Beschwerde ist daher der angefochtene kommunale Entscheid aufzuheben 

und die Angelegenheit zur Weiterführung des Baubewilligungsverfahrens (vgl. 

oben 3. d.: Einholung der koordinationsbedürftigen, strassenrechtlichen 

Bewilligung) und Erteilung einer befristeten Baubewilligung während der 

Dauer der am 1. März 2010 beschlossenen Planungszone) an die Gemeinde 

zurückzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gemeinde … 

(Art. 73 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]), welche überdies 

gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG verpflichtet wird, der anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführerin alle durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen 

Kosten zu ersetzen. Mangels einer Kostennote wird die Parteientschädigung 

durch das Gericht ermessensweise auf Fr. 2'500.-- (inkl. MWST) festgelegt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid vom 24. 

August 2010 aufgehoben und die Angelegenheit zur Weiterführung des 

Baubewilligungsverfahrens i.S. der Erwägungen und zur Erteilung einer 

befristeten Baubewilligung während der Dauer der am 1. März 2010 

beschlossenen Planungszone an die Gemeinde … zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 1'795.--

gehen zulasten der Gemeinde … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Gemeinde … hat der … AG eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- 

(inkl. MWST) zu bezahlen.