# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26444bcd-a1f8-528e-ad89-a421dc4ab2fb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.03.2015 BV 2014/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_BV-2014-1_2015-03-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BV 2014/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: BV - berufliche Vorsorge

Publikationsdatum: 04.03.2015

Entscheiddatum: 04.03.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2015
Art. 23 lit. a BVG: Bindungswirkung der Feststellungen der Organe der 
Invalidenversicherung gegenüber der Vorsorgeeinrichtung verneint mangels 
formellen Einbezugs in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren 
(Eröffnung von Vorbescheid und Verfügung) und mangels materieller 
Behandlung der konkreten Fragestellung (Entscheidwesentlichkeit) im 
invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren.Art. 23 lit. a BVG: Enger 
sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen der während der Dauer 
des Vorsorgeverhältnisses bestandenen Arbeitsunfähigkeit und der später 
eingetretenen Invalidität bejaht.Art. 23 lit. a BVG: Verzinslichkeit bei 
verspäteter Auszahlung der Invalidenleistungen. Höhe des Zinses gemäss 
Reglement; subsidiär 5 % p.a. Beginn des Zinsenlaufs am Tag der Anhebung 
der Betreibung oder der gerichtlichen Klage (BGE 119 V 133 E. 4).(Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. März 2015, BV 
2014/1).Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim 
Huber, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; a.o. 
Gerichtsschreiber Silvan BötschiEntscheid vom 4. März 2015 in 
SachenA.___,Klägerin,vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Romana 
Weber, GN Rechtsanwälte, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. 
Gallen,gegen1.    Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Risikoversicherungfür 
Arbeitslose, Postfach, 8036 Zürich,vertreten durch Stiftung 
Auffangeinrichtung BVG, Rechtsdienst, Weststrasse 50, Postfach, 
8036 Zürich,Beklagte 1,2.    AXA Stiftung Berufliche Vorsorge c/o AXA Leben 
AG, Legal & Compliance, Postfach 300, 8401 Winterthur,Beklagte 
2,betreffendInvalidenrenteSachverhalt:

A.    

A.a  A.___ (nachfolgend Klägerin) hatte eine Berufslehre als Elektronikerin absolviert (IV-

act. 3) und arbeitete ab 7. April 2000 bei der B.___ AG (IV-act. 16). Aufgrund dieses 

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Arbeitsverhältnisses war die Klägerin bei der Beklagten 2 im Rahmen der beruflichen 

Vorsorge versichert (IV-act. 109). Am 23. Dezember 2004 wurde das Arbeitsverhältnis 

infolge wiederholter und längerer krankheitsbedingter Abwesenheit der Klägerin per 

28. Februar 2005 aufgelöst (IV-act. 16-7; vgl. IV-act. 1).

A.b  Ab August 2005 bezog die Klägerin Leistungen der Arbeitslosenversicherung (act. 

G 1.1/2; vgl. IV-act. 10) und war bei der Beklagten 1 im Rahmen der beruflichen 

Vorsorge gegen die Risiken Tod und Invalidität versichert (vgl. IV-act. 117). Für die Zeit 

ab 22. Mai 2006 wurde der Klägerin von ihrem Hausarzt eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 17). Während dieser Zeit bezog sie Leistungen 

einer privaten Krankentaggeldversicherung (IV-act. 8).

A.c  Am 29. März 2007 meldete sich die Versicherte erstmalig zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Von ärztlicher Seite wurden eine 

Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs sowie eine Überforderung mit der aktuellen 

Lebenssituation diagnostiziert (IV-act. 17, 28, 33 und 50).

A.d  Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2008 teilte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

der Klägerin mit, dass der in Anwendung der gemischten Methode ermittelte 

Invaliditätsgrad für die Ausrichtung einer Invalidenrente nicht ausreiche und ihr Gesuch 

deshalb abgewiesen werde (IV-act. 54). Am 8. Dezember 2008 erging die dem 

Vorbescheid entsprechende Verfügung der IV-Stelle (IV-act. 60).

A.e  Mit Anmeldung vom 23. September 2009 beantragte die Klägerin erneut die 

Ausrichtung

einer Invalidenrente der Invalidenversicherung (IV-act. 62) und reichte auf Nachfrage 

hin einen Bericht des behandelnden Arztes ein, wonach sie seit September 2008 

vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 64).

A.f   Aufgrund einer Einschätzung des regionalärztlichen Dienstes (IV-act. 69 und 86; 

vgl. IV-act. 50, 64 und 70) lehnte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 11. März 2010 bzw. 

mit Verfügung vom 10. Juni 2010 einen Rentenanspruch der Klägerin ab, da sich die 

Umstände seit der letzten Rentenverfügung nicht geändert hätten (IV-act. 81 und 87).

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A.g  Eine gegen die Verfügung vom 10. Juni 2010 erhobene Beschwerde der Klägerin 

(IV-act. 89) hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 

10. Mai 2012 (IV-act. 99) gut und wies die Sache zur Prüfung des Rentenanspruchs auf 

der Grundlage eines reinen Einkommensvergleichs an die IV-Stelle zurück.

A.h  Mit Verfügung vom 9. November 2012 sprach die IV-Stelle der Klägerin aufgrund 

des durch einen Einkommensvergleich ermittelten Invaliditätsgrads von 54 % eine 

halbe Rente ab 1. Dezember 2012 zu (IV-act. 116). Rückwirkend wurde ihr mit 

Verfügung vom 11. Dezember 2012 erst mit Wirkung ab 1. März 2010 eine halbe Rente 

zugesprochen (IV-act. 119), weil das erstmalige Rentenbegehren vom 29. März 2007 

(IV-act. 1) mit Verfügung vom 8. Dezember 2008 (IV-act. 60) rechtskräftig abgewiesen 

worden und die zweitmalige Anmeldung (IV-act. 62) verspätet erfolgt sei (IV-act. 105). 

Die beiden Rentenverfügungen vom 9. November 2012 bzw. vom 11. Dezember 2012 

wurden auch der Beklagten 1 eröffnet (vgl. IV-act. 116 und 119).

A.i   Bereits aufgrund eines entsprechenden Vorbescheids vom 18. Juni 2012 (IV-

act. 105) hatte die Beklagte 2 mit Schreiben vom 20. Juni 2012 angezeigt, dass sie 

keine Versicherungsleistungen ausrichten werde, da die Klägerin bei Eintritt der 

invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit am 22. Mai 2006 nicht bei ihr versichert gewesen 

sei. Deshalb hatte sie vorgängig auf eine Zustellung der Rentenverfügung der 

Invalidenversicherung vom 9. November 2012 verzichtet (IV-act. 106).

A.j   Mit Schreiben vom 28. Februar 2013 zeigte die Beklagte 1 ihrerseits an, dass sie 

keine Versicherungsleistungen ausrichten werde, weil die zur Invalidität führende 

Arbeitsunfähigkeit am 19. Januar 2005 eingetreten sei und die Klägerin zu diesem 

Zeitpunkt nicht im Rahmen der beruflichen Vorsorge bei ihr versichert gewesen sei (act. 

G 1.1/7). Die Versicherte opponierte mit Schreiben vom 13. Mai 2013 und wandte ein, 

dass die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit nicht schon am 19. Januar 2005, sondern 

erst am 22. Mai 2006 eingetreten sei, weshalb die Beklagte 1 leistungspflichtig sei (act. 

G 1.1/8).

A.k  Mit Schreiben vom 6. Mai 2013 hielt die Beklagte 2 fest, dass ein Anspruch auf 

Invaliditätsleistungen der Vorsorgeeinrichtung voraussetze, dass die versicherte Person 

bei Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit bei der entsprechenden 

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Vorsorgeeinrichtung versichert gewesen sei. Die Klägerin sei vom 1. Dezember 2000 

bis zum 31. Juli 2005 kraft ihres Arbeitsverhältnisses mit der B.___ AG im Rahmen der 

beruflichen Vorsorge bei der Beklagten 2 versichert gewesen. Aus diesem Grund seien 

vom 13. September 2004 bis zum 31. Juli 2005 entsprechende Leistungen infolge 

Arbeitsunfähigkeit erbracht worden. Ab 1. August 2005 sei die Klägerin aber wieder zu 

100 % arbeitsfähig gewesen. Sowohl gemäss der erstmaligen Rentenverfügung vom 8. 

Dezember 2008 (IV-act. 60) als auch gemäss der zweitmaligen Rentenverfügung vom 

9. November 2012 (IV-act. 116) bestehe eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit erst 

ab 22. Mai 2006, mithin nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, aufgrund dessen 

die Klägerin bei der Beklagten 2 versichert gewesen sei. Für die Zeit vom 1. August 

2005 bis zum  21. Mai 2006 lägen keine echtzeitlichen Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 

vor (act. G 1.1/11).

A.l   Aufgrund dieser Vorbringen seitens der Beklagten 2 forderte die Klägerin die 

Beklagte 1 am 13. Mai 2013 erneut zur Prüfung ihrer Leistungspflicht auf (act. G 1.1/8). 

Mit Schreiben vom 31. Mai 2013 entgegnete die Beklagte 1, dass die Klägerin seit 22. 

März 2004 – also noch während des Arbeitsverhältnisses mit der B.___ AG – mehrmals 

krankheitsbedingt zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Bei Eintritt der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung – je nach ärztlichem Gutachten wahlweise bereits 

im Jahr 2004 (IV-act. 50) oder am 19. Januar 2005 (IV-act. 33) – habe die Klägerin keine 

BVG-pflichtigen Arbeitslosentaggelder bezogen und sei folglich auch nicht bei der 

beruflichen Vorsorge für arbeitslose Personen versichert gewesen (act. G 1.1/9).

B.    

B.a  Mit Klage vom 16. Januar 2014 gelangte die Klägerin an das Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen und beantragte, die Beklagte 1, eventualiter die Beklagte 2, sei 

zur Bezahlung der gesetzlichen und reglementarischen Leistungen nebst Zins zu 5 % 

seit Fälligkeit zu verpflichten. Zur Begründung brachte sie vor, dass die Einrichtungen 

der beruflichen Vorsorge bezüglich der Rentenfaktoren an Entscheide der IV-Stelle in 

derselben Angelegenheit gebunden seien, sofern deren Betrachtungsweise nicht 

offensichtlich unhaltbar sei. Vorliegend habe die IV-Stelle den Zeitpunkt des Eintritts 

der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit auf den 22. Mai 2006 festgesetzt, mithin auf 

einen Zeitpunkt, zu dem die Klägerin bei der Beklagten 1 versichert gewesen sei. 

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Letztere sei an diesen Entscheid der IV-Stelle gebunden und folglich leistungspflichtig. 

Sollte der Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit auf den 19. Januar 2005 

festgesetzt werden, so sei die Beklagte 2 leistungspflichtig (act. G 1).

B.b  In ihrer Klageantwort vom 31. März 2014 beantragte die Beklagte 2 die Abweisung 

der Klage im gegen sie gerichteten Umfang und verwies zur Begründung auf die 

Bindungswirkung des Entscheids der IV-Stelle betreffend die Rentenfaktoren. 

Vorliegend habe die IV-Stelle den Beginn der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit in 

verbindlicher und mittlerweile rechtskräftiger Weise auf den 22. Mai 2006 festgelegt. Zu 

diesem Zeitpunkt sei die Klägerin bei der Beklagten 1 im Rahmen der beruflichen 

Vorsorge versichert gewesen. Da die Klägerin vom 1. August 2005 bis zum 21. Juni 

2006 Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen habe, müsse sie 

zwischenzeitlich wieder arbeitsfähig gewesen sein. Aus diesem Grund fehle es an 

einem zeitlichen Konnex zwischen der aktuell bestehenden Invalidität und der während 

des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 2 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (act. 

G 11).

B.c  Mit Klageantwort vom 3. April 2014 beantragte die Beklagte 1 die Abweisung der 

Klage im sie betreffenden Ausmass. Zur Begründung führte sie aus, dass eine 

Vorsorgeeinrichtung für eine nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene 

Invalidität leistungspflichtig bleibe, sofern während der Zeit der Unterstellung eine 

Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei, die in einem engen sachlichen und zeitlichen 

Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität stehe. Vorliegend bestehe ein 

solcher zu der während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 2 eingetretenen 

Arbeitsunfähigkeit. Ferner sei im Falle der Leistungspflicht der Beklagten 1 höchstens 

der im Vorsorgereglement festgelegte Verzugszins geschuldet (act. G 12).

B.d   Replizierend hielt die Klägerin am 28. April 2014 an ihren Begehren und im 

Wesentlichen auch an ihrer Begründung fest. Erneut wies sie darauf hin, dass sie 

während mehr als zehn Monaten Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen 

habe (act. G 12). Durch diese Phase der vollständigen Vermittlungsfähigkeit sei ein 

allfälliger zeitlicher Konnex zwischen der gegenwärtigen Invalidität und der während 

des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 2 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit 

unterbrochen worden (act. G 14).

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B.e  Die beiden Beklagten verzichteten auf Dupliken, weshalb der Schriftenwechsel am 

21. Juli 2014 abgeschlossen wurde (act. G 18).

Erwägungen:

1.     

1.1   Aufgrund der Dispositionsmaxime steht es im Belieben der klägerischen Partei, 

den Streit zu definieren, den sie dem Berufsvorsorgegericht vortragen will. Beschränkt 

sie sich darauf, mittels Klage einen berufsvorsorgerechtlichen Anspruch gegenüber der 

Vorsorgeeinrichtung dem Grundsatz nach geltend zu machen, besteht für das Gericht 

keine Möglichkeit, den Streit auf nicht eingeklagte Punkte, wie die frankenmässige 

Bezifferung des allenfalls bejahten Anspruchs, auszudehnen. Nur im Rahmen des von 

der klägerischen Partei bestimmten Streitgegenstandes hat es nach Art. 73 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 

(BVG; SR 831.40) den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Der 

Untersuchungsgrundsatz kann nicht dazu dienen, den Streitgegenstand auf nicht 

eingeklagte Punkte auszudehnen (BGE 129 V 453 E. 3.2).

1.2   Die Klägerin stellte das Begehren, die Beklagte 1, eventualiter die Beklagte 2, sei 

zur Zahlung der im Rahmen der beruflichen Vorsorge gesetzlich und reglementarisch 

geschuldeten Leistungen in unbezifferter Höhe nebst Zins zu 5 % seit einem nicht 

näher bestimmten Fälligkeitsdatum zu verpflichten (act. G 1). Mit diesem Begehren 

macht die Klägerin lediglich ihren grundsätzlichen berufsvorsorgerechtlichen 

Leistungsanspruch alternativ gegenüber einer der beiden Beklagten geltend, ohne 

diesen – abgesehen von der Verzugszinspflicht – in irgendeiner Weise in qualitativer 

oder quantitativer bzw. zeitlicher Hinsicht zu spezifizieren oder vom Gericht eine solche 

Spezifizierung zu verlangen. Unter diesen Umständen verbietet sich dem Gericht mit 

Blick auf die im Recht der beruflichen Vorsorge geltenden Verfahrensgrundsätze (siehe 

oben E. 1.1) die Bestimmung von Art und Höhe der geltend gemachten Leistungen. 

Aus dem Sachzusammenhang ergibt sich jedoch, dass die Klägerin einen Anspruch auf 

Leistungen infolge Invalidität erhebt.

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1.3   Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beklagte 1, eventualiter die Beklagte 2, 

der Klägerin berufsvorsorgerechtliche Leistungen infolge Invalidität schuldet. Sollte 

dies der Fall sein, so ist überdies zu prüfen, ob auf solche Leistungen ein jährlicher 

Verzugszins von 5 %  geschuldet ist.

2.     

2.1   Nach Art. 23 lit. a BVG in der seit 1. Januar 2005 gültigen Fassung hat (im 

Obligatoriumsbereich) Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge, wer 

im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid ist und bei Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert war. Vorliegend 

ist unbestritten, dass die Klägerin im Sinne der Invalidenversicherung zu 54 % invalid 

ist (IV-act. 105, 116 und 119). Hingegen ist der Zeitpunkt des Eintritts der 

invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit und mithin die Frage, ob und gegebenenfalls bei 

welcher Vorsorgeeinrichtung die Klägerin zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der 

beruflichen Vorsorge versichert gewesen ist, umstritten (act. G 1, 11 und 12).

2.2   Rechtsprechungsgemäss sind die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetz­

lichen Mindestvorsorge an die Feststellungen der Organe der Invalidenversicherung, 

namentlich betreffend den Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit gebunden, 

soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise auf Grund einer 

gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unrichtig erscheint und die 

konkrete Fragestellung für die Beurteilung des Rentenanspruchs gegenüber der 

Invalidenversicherung entscheidend war (vgl. BGE 133 V 69 E. 4.3.2). Voraussetzung 

der Bindungswirkung ist ferner, dass die Vorsorgeeinrichtung spätestens ins 

Vorbescheidverfahren einbezogen und ihr die entsprechende Verfügung formgültig 

eröffnet wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_858/2010 vom 17. Mai 2011 

E. 2.3.1).

2.3   Vorliegend hat die IV-Stelle in ihrem Vorbescheid vom 18. Juni 2012 (IV-act. 105) 

festgehalten, dass die Klägerin seit 22. Mai 2006 „in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich 

eingeschränkt sei“ und deshalb seit 1. März 2010 gestützt auf einen Invaliditätsgrad 

von 54 % einen Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung hat. Am 

9. November 2012 erging die entsprechende Rentenverfügung mit Wirkung ab 

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1. Dezember 2012 (IV-act. 116). Zusätzlich wurden mit Verfügung vom 11. Dezember 

2012 (IV-act. 119) rückwirkend für den Zeitraum vom 1. März 2010 bis zum 

30. November 2012 entsprechende Leistungen zugesprochen.

2.4   In formeller Hinsicht ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass der 

Vorbescheid vom 18. Juni 2012 (IV-act. 105) nur der Beklagten 2 mitgeteilt wurde. Die 

darauf beruhenden Verfügungen vom 9. November 2012 (IV-act. 116) und vom 

11. Dezember 2012 (IV-act. 119) hingegen wurden nur der Beklagten 1 eröffnet; 

gegenüber der Beklagten 2 wurden die beiden Verfügungen – auf entsprechende Bitte 

hin (IV-act. 106) – nicht eröffnet. In materieller Hinsicht ist ferner zu erwähnen, dass der 

genaue Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Klägerin weder bezüglich des Vorbescheids 

vom 18. Juni 2012 (IV-act. 105) noch bezüglich der darauf gründenden Verfügungen 

vom 9. November 2012 (IV-act. 116) und vom 11. Dezember 2012 (IV-act. 119) 

entscheidwesentlich gewesen ist, zumal ein Rentenanspruch infolge verspäteter 

Geltendmachung ohnehin frühestens ab März 2010 bestehen konnte. Aus diesem 

Grund stellte der Beginn der Arbeitsunfähigkeit im gesamten 

invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren nie Gegenstand vertiefter Abklärungen 

dar, sondern wurde vielmehr anhand der aktenkundigen Unterlagen (vgl. IV-act. 54, 59, 

105, 116 und 119) überschlagsmässig festgesetzt; eine eigenständige 

Auseinandersetzung mit dem zeitlichen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit seitens der IV-

Stelle unterblieb. Angesichts dessen wäre eine selbständige Anfechtung der 

Rentenverfügungen (IV-act. 116 und 119) in Bezug auf den Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit rechtsprechungsgemäss am fehlenden Rechtsschutzinteresse 

gescheitert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_858/2010 vom 17. Mai 2011 E. 2.3.2).

2.5   Nach dem Gesagten ist keine der beiden Beklagten in formell genügender Weise 

in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen worden. Im Übrigen ist 

der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in jenem Verfahren nicht in 

rechtsverbindlicher Weise definiert worden. Unter diesen Umständen kann die 

Festsetzung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit durch die IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen gegenüber den beiden beklagten Vorsorgeeinrichtungen keine 

Bindungswirkung entfalten und die Überprüfung der geltend gemachten 

Leistungspflicht hat im vorliegenden Verfahren losgelöst vom 

invalidenversicherungsrechtlichen Entscheid zu erfolgen.

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2.6   Demnach ist nachfolgend in einem ersten Schritt der Zeitpunkt des Eintritts der 

invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit der Klägerin zu ermitteln. Sodann ist in einem 

zweiten Schritt zu prüfen, ob die Klägerin im ermittelten Zeitpunkt bei der Beklagten 1, 

eventualiter der Beklagten 2, im Rahmen der beruflichen Vorsorge versichert gewesen 

ist.

3.     

3.1   Als Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, im Sinne von Art. 

23 BVG gilt eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf 

oder Aufgabenbereich im Umfang von mindestens 20 % (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts B 105/03 vom 14. März 2005 E. 1)

3.2   Der rechtsgenügliche Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse 

an funktionellem Leistungsvermögen erfordert nicht zwingend eine echtzeitlich ärztlich 

attestierte Arbeitsunfähigkeit. Nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen, 

wie etwa eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische 

Arbeitsunfähigkeit, reichen aber nicht aus. Die gesundheitliche Beeinträchtigung muss 

sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben; die Einbusse 

an funktionellem Leistungsvermögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtlich in 

Erscheinung getreten sein, etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender 

Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem 

Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle (Urteil des Bundesgerichts 

9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 E. 5.1).

3.3   Retrospektive ärztliche Beurteilungen stellen in gewissen Fällen eine wichtige 

Ergänzung der Beweisgrundlage dar. Gerade bei Krankheitsbildern mit ausgeprägt 

schwankendem Verlauf ist die Abfolge der Arbeits(un)fähigkeiten mitunter erst im Lichte 

von späteren Erkenntnissen zuverlässig beurteilbar (Urteil des Bundesgerichts 

9C_599/2013 vom 24. Februar 2014 E. 4.2.2)

3.4   Der Anspruch auf Invalidenleistungen der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge 

setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der während der 

Dauer des Vorsorgeverhältnisses bestandenen Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst 

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später eingetretenen Invalidität voraus. In sachlicher Hinsicht muss der 

Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, von der Art her im 

Wesentlichen derselbe sein, der der Erwerbsunfähigkeit zu Grunde liegt. Die Annahme 

eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte Person nach 

Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, nicht während 

längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten 

Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des 

Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die 

Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder 

Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für die Beurteilung des 

zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach 

aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein 

Versicherter über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender 

Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht 

die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit 

(BGE 134 V 22 E. 3.2.1).

3.5   Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden 

Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) als Richtschnur gelten. Nach dieser 

Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in 

jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate 

gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während 

mindestens drei Monaten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf 

eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, 

stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs 

dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige 

Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen 

Erwägungen des Arbeitgebers beruhte, eine dauerhafte Wiedereingliederung aber 

unwahrscheinlich war (BGE 134 V 22 f. E. 3.2.1).

4.     

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4.1   Anlässlich des erstmaligen Rentengesuchs der Klägerin vom 29. März 2007 (vgl. 

IV-act. 1) setzte die IV-Stelle in ihrem abschlägigen Vorbescheid vom 29. Oktober 2008 

(IV-act. 54) und der entsprechenden Verfügung vom 8. Dezember 2008 (IV-act. 59) den 

Eintritt der „ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit in [der] angestammten Tätigkeit als 

Elektronikerin“, deren Ursache zur damals festgestellten Invalidität von 9 % geführt 

hatte, auf den 22. Mai 2006 fest. Dieser Zeitpunkt des Beginns der invalidisierenden 

Arbeitsunfähigkeit wurde bei der neuerlichen Rentenablehnung vom 10. Juni 2010 in 

unveränderter Form übernommen (IV-act. 79, 80 und 90). Auch dem gestützt auf einen 

Einkommensvergleich ermittelten Invaliditätsgrad von 54 % liegt gemäss IV-Stelle eine 

seit 22. Mai 2006 bestehende „langd. Krankheit“ (IV-act. 103) bzw. eine „erhebliche 

Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit“ (IV-act. 105, 116 und 119) zu Grunde. Die IV-

Stelle berief sich dabei jeweils auf einen aus dem Mai 2007 stammenden Arztbericht 

von Dr. med. C.___, Facharzt für allgemeine innere Medizin FMH (IV-act. 17), bei dem 

die Klägerin seit 2001 in Behandlung gewesen sei (vgl. IV-act. 51, 93 und 103). Sowohl 

die Klägerin (act. G 1) als auch die Beklagte 2 (act. G 11) verorten den Beginn der 

invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit ebenfalls auf den 22. Mai 2006.

4.2   Demgegenüber vertritt die Beklagte 1 den Standpunkt, nicht die unbestrittener­

massen seit 22. Mai 2006 bestehende Arbeitsunfähigkeit, sondern eine bereits früher 

eingetretene Arbeitsunfähigkeit habe zu der von der IV-Stelle festgestellten Invalidität 

geführt. In einem Schreiben an die Klägerin vom 31. Mai 2013 (act. G 1.1/9) beruft sie 

sich dazu auf ein Gutachten von D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, vom 16. Juli 2007 (IV-act. 33), demzufolge bereits am 19. Januar 2005 eine 

Arbeitsunfähigkeit bestanden haben soll. In ihrer Klageantwort vom 3. April 2014 (act. 

G 12) bringt die Beklagte 1 schliesslich vor, der Invalidität der Klägerin liege die gleiche 

Ursache zugrunde, die bereits zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses Ende 2004 (vgl. 

IV-act. 16) geführt habe. Zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der von der IV-Stelle 

festgestellten Invalidität bestehe nämlich ein enger Zusammenhang, der sich in 

sachlicher Hinsicht durch die Übereinstimmung des jeweils zugrunde liegenden 

Gesundheitsschadens manifestiere. In zeitlicher Hinsicht ergebe sich dieser 

Zusammenhang aus der Kontinuität der psychischen Gebrechen, die nicht durch eine 

längere Arbeitsfähigkeit durchbrochen worden sei. Die sowohl von der Klägerin in der 

Klageschrift vom 16. Januar 2014 (act. G 1) als auch von der Beklagten 2 in ihrer 

Klageantwort vom 31. März 2014 (act. G 11) vorgebrachte zwischenzeitliche Arbeits- 

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bzw. Vermittlungsfähigkeit während der Dauer des Bezugs von Taggeldern der 

Arbeitslosenversicherung vermöge daran nichts zu ändern, weil die diesbezüglich 

vorausgesetzte Leistungsfähigkeit nicht habe unter Beweis gestellt werden müssen. 

Zur Bekräftigung des zeitlichen Zusammenhangs beruft sich die Beklagte 1 auf die 

Ursache der Kündigung des Arbeitsverhältnisses Ende 2004 (vgl. IV-act. 16), die 

wiederholte psychiatrische Behandlung der Klägerin sowie deren Aussagen anlässlich 

einer psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. E.___, Facharzt für Neurologie und 

Psychiatrie, am 29. November 2007 (vgl. IV-act. 50). Aufgrund der so dargelegten 

Relation zwischen der Invalidität der Klägerin und der während des 

Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 2 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit sei letztere 

Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig.

4.3   Vorliegend ist unbestritten, dass die Klägerin spätestens seit 22. Mai 2006 in 

einem berufsvorsorgerechtlich relevanten Ausmass arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. IV-

act. 17, 105, 116 und 119). Aus dem Kündigungsschreiben der B.___ AG vom 23. 

Dezember 2004 (IV-act. 16) geht hervor, dass das Arbeitsverhältnis der Klägerin 

aufgrund einer langen krankheitsbedingten Abwesenheit per 28. Februar 2005 

aufgelöst worden ist, der letzte effektive Arbeitstag aber bereits der 22. September 

2004 gewesen war. Demnach muss bereits im letzten Quartal des Jahres 2004 eine 

arbeitsrechtlich in Erscheinung tretende Einbusse am funktionellen Leistungsvermögen 

in Form gehäufter, aus dem Rahmen fallender, gesundheitlich bedingter Arbeitsausfälle 

bestanden haben. Dies stimmt mit der Feststellung von Dr. E.___ vom 19. Mai 2008 (IV-

act. 50) überein, wonach der Beginn der invalidisierenden Gesundheitsbeeinträchtigung 

"näherungsweise" mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses Ende 2004 zusammen 

gefallen sei. Des Weiteren war die Klägerin einem Arztbericht von D.___ vom 16. Juli 

2007 (IV-act. 33) zufolge vom 19. Januar 2005 bis zum 12. Juli 2005 wegen eines 

stationären Aufenthalts in der Psychiatrischen Klinik F.___ zu 100 % arbeitsunfähig 

gewesen. Obwohl vorliegend keine echtzeitliche, ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit 

aktenkundig ist (es fehlt insbesondere ein Bericht der Psychiatrischen Klinik F.___), gilt 

angesichts der vorstehenden Tatsachen als erwiesen und ist von den Parteien 

grundsätzlich unbestritten (vgl. act. G 1, 11 und 12), dass bereits Ende 2004 bzw. 

Anfang 2005 eine berufsvorsorgerechtlich invalidisierende Arbeitsunfähigkeit im Sinne 

der Rechtsprechung vorgelegen hat, deren Zusammenhang mit der heute bestehenden 

Invalidität nachfolgend in sachlicher und zeitlicher Hinsicht zu prüfen ist.

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4.4   Gemäss ärztlichem Bericht von Dr. C.___ vom Mai 2007 (IV-act. 17) befand sich 

die Klägerin seit 2001 wegen einer Persönlichkeitsstörung in therapeutischer 

Behandlung. Aus einem von Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, und H.___, dipl. Psychologin FH, erstellten Bericht vom Juni 

2007 (IV-act. 28) geht hervor, dass die Klägerin unter anderem an einer seit mindestens 

18 Jahren bestehenden emotional instabilen Persönlichkeitsstörung impulsiven Typs 

leidet. Nach einem Bericht von D.___ vom 16. Juli 2007 (IV-act. 33) leidet die Klägerin 

an einer seit der Kindheit bzw. seit früher Jugend bestehenden Borderline-

Persönlichkeitsstörung impulsiven Typs, an wiederkehrenden und längerdauernden 

depressiven Verstimmungen bei anhaltender psychosozialer Überforderung sowie an 

einer Polytoxikomanie und habe sich deswegen vom 19. Januar 2005 bis zum 12. Juli 

2005 in stationärer psychotherapeutischer Behandlung in der Psychiatrischen Klinik 

F.___ befunden. In einem psychiatrischen Gutachten vom 19. Mai 2008 (IV-act. 50) 

stellte der mit einer medizinischen Abklärung beauftragte Dr. E.___ die Diagnose einer 

gemischten Persönlichkeitsstörung, deren Beginn „näherungsweise auf die zur 

Kündigung des Arbeitsplatzes führende Arbeitslosigkeit im Jahre 2004 festgelegt 

werden“ könne. Die Ende 2004 bzw. Anfang 2005 bestehende psychische 

Gesundheitsbeeinträchtigung der Klägerin entspricht hinsichtlich des Krankheitsbildes 

somit weitestgehend derjenigen, die zur gegenwärtigen Invalidität geführt hat (vgl. IV-

act. 64), und es kann diesbezüglich ein enger Sachzusammenhang mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als erwiesen betrachtet werden.

4.5   Aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung war die Klägerin ab einem nicht 

aktenkundigen und nicht weiter relevanten Zeitpunkt im Herbst 2004 bis zum 12. Juli 

2005 zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 33). Ab August 2005 bis Juni 2006 bezog sie 

Taggelder der Arbeitslosenversicherung (act. G 1.1/2; vgl. IV-act. 10). Während dieser 

Zeit – mithin rund 11 Monaten – musste sie in Anwendung von Art. 8 Abs. 1 lit. e des 

Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) notwendigerweise "vermittlungsfähig" 

gewesen sein, um einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädiung zu haben. 

Rechtsprechungsgemäss kann solchen Zeiten jedoch nicht die gleiche Bedeutung 

beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. So gab die Klägerin 

anlässlich eines Abklärungsgesprächs mit der IV-Stelle St. Gallen vom 19. Januar 2008 

zwar zu Protokoll, während der gesamten Dauer der Vermittlungsfähigkeit rund zehn 

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Bewerbungen pro Monat versandt zu haben (IV-act. 47-2). Gegenüber Dr. E.___ 

wandte sie aber ein, dass sie sich durch die diesbezüglichen Anforderungen der 

Arbeitslosenversicherung von Beginn weg enormem psychischen Druck ausgesetzt 

fühlte und sogleich wieder "aufhören" wollte (IV-act. 50-3). In diesem Zusammenhang 

ist darauf hinzuweisen, dass die Klägerin unmittelbar zuvor aus einer halbjährigen 

stationären Therapie in der Psychiatrischen Klinik F.___ ausgetreten ist (IV-act. 1 und 

33) und sich offenbar zweckoptimistisch selber als "gesund" beschrieb (vgl. IV-

act. 50-3). Gemäss D.___, bei dem die Klägerin zu diesem Zeitpunkt in psychiatrischer 

Behandlung gewesen ist, war eine berufliche Wiedereingliederung nach dem 

Klinikaustritt aber aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Die Klägerin sei durch 

die selbstgesteckten privaten und beruflichen Ziele infolge der "erheblich reduzierten 

Stress- und Frustrationstoleranz, einer Neigung zu impulsiven Handlungen, einem zu 

wenig konstanten inneren Antrieb, mangelnder Bündnisfähigkeit und einer erheblich 

verminderten Introspektionsfähigkeit" überfordert gewesen, sodass auch nach dem 

Klinikaufenthalt eine durchgehende, vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe 

(IV-act. 33). In Übereinstimmung mit dieser Einschätzung bezeichnete Dr. E.___ die 

psychischen Störungen der Klägerin als einen seit dem Jahr 2004 bestehenden 

stabilen Gesundheitsschaden (IV-actl 50-11). In Anbetracht dieser medizinischen 

Aktenlage ergeben sich aus den von der Arbeitslosenversicherung unterstützten 

Wiedereingliederungsbemühungen keine Hinweise auf eine vorübergehende Steigerung 

des funktionellen Leistungsvermögens, welche den zeitlichen Zusammenhang 

zwischen den Ende 2004 bzw. Anfang 2005 bestehenden psychischen Gebrechen und 

den zur gegenwärtigen Invalidität führenden Beeinträchtigungen zu unterbrechen 

vermöchte.

4.6   Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein Zusammenhang zwischen der seit 

einem bei der vorliegenden Aktenlage nicht näher definierbaren Zeitpunkt im letzten 

Quartal des Jahres 2004 bestehenden Arbeitsunfähigkeit und der von der IV-Stelle 

festgestellten, gegenwärtig andauernden Invalidität der Klägerin sowohl in sachlicher 

als auch in zeitlicher Hinsicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden 

Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist.

5.     

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5.1   Bei Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit Ende 2004 war die Klägerin als 

Arbeitnehmerin bei der B.___ AG angestellt (IV-act. 16-7) und in dieser Eigenschaft bei 

der Beklagten 2 im Rahmen der beruflichen Vorsorge gegen die Risiken Tod und 

Invalidität versichert (IV-act. 106; vgl. IV-act. 109).

5.2   Aufgrund der vorstehenden Tatsachen hat die Klägerin in Anwendung von Art. 23 

lit. a BVG somit Anspruch auf Invalidenleistungen der Beklagten 2. Angesichts des 

klägerischen Rechtsbegehrens (act. G 1) verbietet sich dem Gericht kraft der im Recht 

der beruflichen Vorsorge geltenden Dispositionsmaxime (vgl. E. 1) die nähere 

Bestimmung und Bezifferung der individuellen Leistungen; diesbezüglich ist die 

Angelegenheit an die Beklagte 2 zu überweisen.

6.     

6.1   Die Klägerin spezifiziert die von ihr geforderte Leistung der beruflichen Vorsorge 

jedoch dahingehend, als dass zusätzlich ein jährlicher Verzugszins von 5 % der 

Leistung seit deren Fälligkeit geltend gemacht wird.

6.2   Die Rechtsprechung anerkennt im Bereich der beruflichen Vorsorge die Pflicht zur 

Entrichtung von Verzugszinsen bei verspäteter Auszahlung einer Invalidenrente 

(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen BV 2012/4 vom 3. Juni 

2013 E. 4.1; vgl. Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur 

beruflichen Vorsorge, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 26 Abs. 1, S. 36). Enthält 

das Vorsorgereglement keine Bestimmung über die Höhe des jährlichen Verzugszinses, 

beträgt dieser 5 % (Art. 104 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht] [OR; SR 220]). Da 

diese Bestimmung dispositiver Natur ist, können die Vorsorgereglemente einen tieferen 

Verzugszins vorsehen. Der Beginn der Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR, 

wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst vom Tag 

der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen zu 

bezahlen hat (BGE 119 V 133 E. 4 = Pra 83 [1994] Nr. 67).

6.3   Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beklagte 2 der Klägerin auf die 

auszurichtenden Invalidenleistungen soweit festgelegt den reglementarischen, 

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ansonsten den gesetzlichen Verzugszins seit Anhängigmachung des vorliegenden 

Verfahrens am 16. Januar 2014 schuldet.

7.     

7.1   Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Klage gegenüber der Beklagten 1 

abzuweisen und gegenüber der Beklagten 2 gutzuheissen.

7.2    Die Beklagte 2 ist zu verpflichten, der Klägerin die im Sinne der Erwägungen 

näher festzulegenden, im Rahmen der beruflichen Vorsorge gesetzlich und 

reglementarisch geschuldeten Invaliditätsleistungen nebst dem reglementarisch 

festgelegten oder ansonsten gesetzlichen Zins seit 16. Januar 2014 zu bezahlen.

7.3   Gerichtskosten werden in Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG keine erhoben.

7.4   Dem Verfahrensausgang entsprechend sind der obsiegenden Klägerin in 

Anwendung von Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  des st. gallischen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) die Parteikosten von der unterliegenden 

Beklagten 2 zu erstatten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in 

BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte 

und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) regelmässig eine (ungekürzte) pauschale 

Entschädigung zwischen Fr. 2'500.00 und Fr. 4'500.00 zu. Trotz des doppelten 

Schriftenwechsels erscheint vorliegend eine dem durchschnittlichen Aufwand 

entsprechende mittlere Entschädigung von Fr. 3'500.00 einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer angemessen.

7.5   Die Beklagte 1 hat als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betreute Versicherung 

von vornherein keinen Anspruch auf Parteientschädigung (vgl. BGE 118 V 169 f. E. 7).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

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1.      Die Klage wird gegenüber der Beklagten 1 abgewiesen und gegenüber der 

Beklagten 2 gutgeheissen.

2.      Die Beklagte 2 wird verpflichtet, der Klägerin die im Sinne der Erwägungen näher 

festzulegenden, im Rahmen der beruflichen Vorsorge gesetzlich und reglementarisch 

geschuldeten Invaliditätsleistungen nebst dem Zins im Sinne der Erwägungen seit 

16. Januar 2014 zu bezahlen.

3.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.      Die Beklagte 2 wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.00 einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2015
	Art. 23 lit. a BVG: Bindungswirkung der Feststellungen der Organe der Invalidenversicherung gegenüber der Vorsorgeeinrichtung verneint mangels formellen Einbezugs in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren (Eröffnung von Vorbescheid und Verfügung) und mangels materieller Behandlung der konkreten Fragestellung (Entscheidwesentlichkeit) im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren.Art. 23 lit. a BVG: Enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses bestandenen Arbeitsunfähigkeit und der später eingetretenen Invalidität bejaht.Art. 23 lit. a BVG: Verzinslichkeit bei verspäteter Auszahlung der Invalidenleistungen. Höhe des Zinses gemäss Reglement; subsidiär 5 % p.a. Beginn des Zinsenlaufs am Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage (BGE 119 V 133 E. 4).(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. März 2015, BV 2014/1).Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; a.o. Gerichtsschreiber Silvan BötschiEntscheid vom 4. März 2015 in SachenA.___,Klägerin,vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Romana Weber, GN Rechtsanwälte, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,gegen1.    Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Risikoversicherungfür Arbeitslose, Postfach, 8036 Zürich,vertreten durch Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Rechtsdienst, Weststrasse 50, Postfach, 8036 Zürich,Beklagte 1,2.    AXA Stiftung Berufliche Vorsorge c/o AXA Leben AG, Legal & Compliance, Postfach 300, 8401 Winterthur,Beklagte 2,betreffendInvalidenrenteSachverhalt:

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