# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ffa292e-b884-5af6-8c73-8990ee2596cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2010 E-6128/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6128-2006_2010-10-01.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6128/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richter Thomas Wespi, Richter Bruno Huber, 
Gerichtsschreiber Urs David.

A._______,
Iran,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 4. Oktober 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6128/2006

Sachverhalt:

A.
Gemäss  eigenen  Angaben  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat am 19. Juli 2006. Am 30. beziehungsweise 31. Juli 2006 
gelangte er illegal in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nach-
suchte.  Anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  7.  August  2006  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum B._______ und der Anhörung vom 
12. September 2006 zu den Asylgründen durch die kantonale Behörde 
machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgendes geltend:

Er stamme aus C._______, wo er stets gelebt,  die Schulen bis zum 
Gymnasium  besucht  und  den  Beruf  des  Fischers  und  Strandwarts 
ausgeübt  habe.  Als  einzige  Angehörige  habe  er  noch  zwei  in 
D._______ wohnhafte Brüder. Wegen seiner Homosexualität habe er 
kein gutes Verhältnis  zu diesen. Um das Jahr  (...)  habe er  sich aus 
Angst vor seiner Tötung oder Verletzung pflichtwidrigerweise nicht zum 
Militärdienst gemeldet. Dies habe aber keine negativen Konsequenzen 
nach  sich  gezogen; zwar  sei  er  in  seiner  Abwesenheit  ein  paarmal 
zuhause gesucht worden, doch hätten ihn die Behörden wegen seiner 
häufigen  berufsbedingten  Abwesenheiten  nie  gefunden.  Aufgrund 
seines Alkoholkonsums und vor allem seiner im Iran mit harten Strafen 
bedrohten homosexuellen Beziehungen respektive Neigung sei er bei 
der  Polizei  seit  (...)  aktenkundig  und  mehrmals  verhaftet,  gefoltert  
sowie insbesondere zu fünf Jahren Gefängnis, einer kurzen Haftstrafe, 
hundert  Peitschenhieben  in  der  Öffentlichkeit  und  weiteren  80  Peit-
schenhieben verurteilt  worden. Er leide noch heute an den dabei er-
littenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und habe vor allem de-
formierte  (...)  und  Rückenschmerzen.  Manchmal  habe  er  durch 
Geldzahlungen einer Bestrafung entgehen können. Ausreiseauslösend 
sei schliesslich der jüngste Vorfall gewesen, als sein Freund mit einem 
anderen Mann "in  flagranti"  von den Sicherheitskräften erwischt  und 
verhaftet  worden  sei  und  im Verhör  ihn  (den  Beschwerdeführer)  als 
weiteren Sexualpartner denunziert habe. Beamte hätten daher am (...) 
2006  sein  Haus  in  C._______  durchsucht  und  dabei  seine  Tasche 
mitsamt  Ausweispapieren  mitgenommen.  Ein  Cousin  habe  diesen 
Vorfall  beobachtet  und  dessen  Vater  habe  ihn  rechtzeitig  warnen 
können.  Ohne  von  der  Arbeit  nach  Hause  zurückzukehren,  sei  er 
deshalb  nach  Teheran,  einige  Tage später  auf  dem Landweg in  die 
Türkei und schliesslich weiter in die Schweiz gereist. Im Iran drohe ihm 
als Wiederholungstäter die Steinigung. Politisch sei er im Übrigen nie 

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tätig  gewesen,  jedoch  empfinde  er  Abneigung  gegen  die  iranische 
Obrigkeit,  insbesondere  die  geistliche.  Für  den  weiteren  Inhalt  der 
Aussagen wird auf die Akten verwiesen. 

Als  einziges  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Kopie 
seines  Identitätsausweises  zu  den  Akten,  dessen  Original  von  Poli-
zeibeamten  am  (...)  2006  zusammen  mit  seinem  Führerschein 
beschlagnahmt worden sei. Einen Reisepass habe er  nie besessen, 
zumal er als Dienstverweigerer auch keinen solchen erhalten hätte. 

B.
Mit Verfügung vom "4. Oktober 2006" (Ausgang BFM 3. Oktober 2006; 
Eröffnung 4. Oktober 2006) lehnte das BFM das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz 
sowie  den  Vollzug  an.  Die  Vorinstanz  begründete  den  ablehnenden 
Asylentscheid damit, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers 
den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998 
(AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftmachung  eines  Asyl  begrün-
denden  Sachverhalts  nicht  genügten  und  er  daher  die  Flüchtlings-
eigenschaft  nach Art. 3 AsylG nicht erfülle. Der Vollzug der Wegwei-
sung sei zulässig, zumutbar und möglich. Für die detaillierte Begrün-
dung wird, soweit wesentlich, auf die Erwägungen verwiesen. 

C.
Mit Beschwerdeeingabe vom 3. November 2006 an die damals zustän-
dige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) beantragt  der  Be-
schwerdeführer  die  Aufhebung  der  Verfügung  vom 4. Oktober  2006, 
die Gewährung von Asyl, eventualiter die Rückweisung der Sache an 
die Vorinstanz zur Neubeurteilung, subeventualiter die Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit des Weg-
weisungsvollzuges sowie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  für  die  Verfahrenskosten  und  die  Ein-
holung eines ärztlichen Gutachtens. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 20. November 2006 stellte die ARK unter 
anderem  den  legitimen  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  während 
des  Beschwerdeverfahrens  fest.  Gleichzeitig  verzichtete  sie  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  stellte  den  Entscheid  über 
das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf 
einen späteren Zeitpunkt in Aussicht. 

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E.
Mit Vernehmlassung vom 26. Januar 2007, welche  dem Beschwerde-
führer am 31. Januar 2007 zur Kenntnis gebracht wurde, beantragt das 
Bundesamt unter  Verweis  auf  seine bisherigen Standpunkte und Er-
wägungen die Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit Eingaben vom 18. August 2009 und vom 8. April 2010 ergänzte der 
Beschwerdeführer seine Beschwerdeeingabe. Auf deren Inhalt und die 
eingereichten  Beweismittel  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  Erwä-
gungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach 
Art. 33 VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungs-
gerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von 
Art. 32  VGG liegt  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  daher 
zuständig für  die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-
scheidet  im   Bereich  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1.  Januar  2007  die  Be-
urteilung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängigen Rechts-
mittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 
53 Abs. 2 VGG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG 
und  dem BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37 
VGG und Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-

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schwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und  Art. 48 
Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 Die  Vorinstanz  begründete  ihren  ablehnenden  Asylentscheid 
damit,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  den  An-
forderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines Asyl be-
gründenden  Sachverhalts  nicht  genügten,  und  er  daher  die  Flücht-
lingseigenschaft  nach Art. 3 AsylG nicht  erfülle. So widerspreche es 
den  Erkenntnissen  des  BFM,  dass  die  iranischen  Militärbehörden 
gerade  während  des  damaligen  Krieges  mit  dem  Irak  einen  derart 
largen Umgang mit Wehrdienstverweigerern gepflegt hätten, wie dies 
der Beschwerdeführer geschildert habe. Ebenso widerspreche es den 

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Erkenntnissen und Erfahrungen des Bundesamtes im Zusammenhang 
mit der iranischen Justiz, dass der Beschwerdeführer betreffend seine 
angebliche Verurteilung im Jahre (...) zu einer mehrjährigen Haftstrafe 
keinerlei  schriftlichen  Dokumente  (insbesondere  Urteil  oder 
Haftentlassungsschein)  erhalten  habe  und  auch  keine  solchen 
existierten. Zudem habe sich der Beschwerdeführer hinsichtlich einer 
weiteren  Verurteilung  (wegen  Alkoholkonsums)  insofern  wider-
sprüchlich geäussert, als er das Strafmass einmal mit 48 Stunden Haft 
und ein anderes mal mit 72 Stunden Haft (nebst 80 Peitschenhieben) 
angegeben habe. Die diesbezüglichen Erklärungsversuche (Festhalten 
an der zweiten Aussage; anschliessend Auflösung durch Erwähnung 
eines eintägigen Aufenthaltes beim Revolutionskomitee) überzeugten 
nicht. Realitätsfremd und unlogisch erscheine auch das Verhalten der 
iranischen  Sicherheitsbehörden  im  Zusammenhang  mit  der  be-
haupteten  Suche  nach  ihm  nach  einer  Denunziation  durch  einen 
homosexuellen  Partner.  Angesichts  des  festen  Wohnsitzes  des  Be-
schwerdeführers und seiner ziemlich regelmässigen Arbeit als Fischer 
wären  die  Beamten  kaum  in  seiner  Abwesenheit  an  der  Wohnsitz-
adresse, sondern vielmehr bei seiner Arbeitsverrichtung aufgetaucht, 
hätten  sie  ein  tatsächliches  Verfolgungsinteresse  gehabt.  Diese  Un-
gereimtheiten  in  zentralen  Punkten  seiner  angeblichen  Verfolgungs-
situation  liessen  auf  einen  konstruierten  Sachverhalt  schliessen.  Es 
erübrige  sich  mithin,  die  Asylrelevanz  der  Verfolgungsvorbringen  zu 
prüfen.

4.2 In seiner Rechtsmitteleingabe wendet der Beschwerdeführer ein, 
der von ihm geschilderte Umgang der iranischen Militärbehörden mit 
ihm als  Wehrdienstverweigerer sei  durchaus nachvollziehbar, weil  er 
seinen  offiziellen  Wohnsitz  an  der  Adresse  seiner  damals  noch 
lebenden Eltern gehabt habe, dort  aber wegen seiner Berufstätigkeit 
als Fischer selten anzutreffen gewesen sei; er habe ein einfaches und 
unabhängiges Leben in Fischerbaracken an der Küste geführt und dort 
auch seine Fänge an Händler verkauft, ohne auf den Markt zu gehen. 
Diese  Lebensweise  habe  dazu  geführt,  dass  er  trotz  seiner  Eigen-
schaft  als  Kriegsdienstverweigerer  von  den  Behörden  nie  belangt 
worden sei. Ferner  bekräftigt  er  seine aufgrund von Folter  erlittenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Jahre (...). Diese sprächen für 
die Wahrheit  seiner  Schilderungen und seien durch Einholung eines 
ärztlichen Gutachtens zu verifizieren. Im Weiteren hält  er daran fest, 
nie  irgendwelche  Urteils-,  Haft-  oder  Entlassungsdokumente 
ausgehändigt erhalten zu haben. Die Verurteilung zu fünf Jahren Haft 

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sei  ihm  nur  mündlich  mitgeteilt  worden,  und  den  Haftentlassungs-
schein habe er bei seinem Gefängnisaustritt anlässlich der allerletzten 
Kontrolle wieder abgeben müssen. Sodann macht er hinsichtlich des 
ihm vorgehaltenen Widerspruchs betreffend seine Verurteilung wegen 
Alkoholkonsums  auf  seine  bereits  in  der  Anhörung  gemachten  Er -
klärungen  (Missverständnis)  aufmerksam,  welche  nachvollziehbar 
seien. Schliesslich verweist er betreffend das vom BFM als unglaub-
haft  erkannte  und  auf  fehlendes  Verfolgungsinteresse  schliessen 
lassende  Verhalten  der  iranischen Behörden  im Zusammenhang mit 
seiner  Denunziation  im Jahre  2006 (Suche wiederum an der  Wohn-
sitzadresse  statt  am  Arbeitsplatz)  abermals  auf  seine  eingangs  be-
schriebene  Lebens-  und  Arbeitsweise  als  Fischer,  welche  es  den 
Sicherheitskräften  trotz  seiner  offiziellen  Wohnsitzadresse  erheblich 
erschwere, ihn aufzuspüren. Seine Schilderungen seien somit durch-
aus glaubhaft,  und er sei im Iran aufgrund seiner Homosexualität an 
Leib und Leben bedroht. Dort erwarte ihn eine lebenslange Haftstrafe 
oder gar die Todesstrafe.

4.3 In  seiner  die  Abweisung  der  Beschwerde  beantragenden  Ver-
nehmlassung  vom  26.  Januar  2006  verweist  das  Bundesamt  voll-
umfänglich auf seine bisherigen Standpunkte und Erwägungen, ohne 
inhaltlich zur Beschwerde Stellung zu beziehen. 

4.4 Mit  einer  ersten  Beschwerdeergänzung  vom  18.  August  2009 
macht der Beschwerdeführer darauf aufmerksam, dass er sich "weiter-
hin  exilpolitisch  betätigt"  habe.  So  habe  er  am  (...)  an  einer 
Demonstration  gegen  das  iranische  Regime  in  E._______  teil -
genommen,  wozu  er  verschiedene  Fotos  vorlegen  könne.  In  einem 
ebenso als Beweismittel beiliegenden Schreiben der (...) werde ferner 
bestätigt,  "dass  ich  seit  langer  Zeit  mich  sehr  aktiv  für  die  Partei 
einsetzte".

4.5 In einer weiteren Beschwerdeergänzung vom 8. April 2010 macht 
der Beschwerdeführer einerseits eine depressive Erkrankung geltend, 
zu  deren  Beweis  er  vier  schriftliche  Konsultationstermine  eines 
Psychiaters vom Februar/März 2010 (in Kopie) vorlegt. Ebenso reicht 
er eine Erklärung betreffend Entbindung von der ärztlichen Schweige-
pflicht ein. Im Weiteren behauptet er seine Mitgliedschaft bei der (...) 
und  exilpolitische  Aktivitäten  zu  deren  Gunsten.  Aufgrund  seiner 
Fremdsprachigkeit  könne  er  sich  zu  diesen  Aktivitäten  nicht  näher 
äussern. Sie gingen aber aus einem Parteimanifest und einer ebenso 

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beiliegenden DVD hervor, welche eine Demonstration der Partei zeige, 
an der er teilgenommen habe.

5.  

5.1 Von Interesse ist zunächst, ob die in der angefochtenen Verfügung 
vorgenommene Glaubhaftigkeitsprüfung unter dem Aspekt von Art. 7 
AsylG und mithin die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 
durch die Vorinstanz rechtskonform sind.

5.1.1 Die  Artikel  7  (Glaubhaftmachung)  und  8  AsylG  (Mitwirkungs-
pflicht) befassen sich mit Fragen des Beweismasses beziehungsweise 
der  Beweislast.  Art.  7  AsylG  lässt  für  die  Sachverhaltsermittlung  im 
Grundsatz  das  Beweismass  der  Glaubhaftigkeit  genügen  (vgl.  oben 
E. 3.2),  wobei Art. 8  AsylG – als  Korrelat  zum in Art. 12 VwVG ver-
ankerten und der Behörde obliegenden Untersuchungsgrundsatz – die 
asylsuchende  Person  einer  weitreichenden  Mitwirkungspflicht  unter-
stellt. Die genannten Bestimmungen beschlagen somit  einerseits die 
Erfassung  des  gemäss  Mitwirkungspflicht  von  den  Asylgesuch-
stellenden vorzutragenden und gegebenenfalls durch Beweismittel zu 
unterlegenden Sachverhalts sowie behördlicherseits die (gegebenen-
falls  durch  weitere  Untersuchungs-  und  Beweismassnahmen  vorzu-
nehmende)  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts.  Erst  in 
einem nachfolgenden Schritt  ist  im Asylverfahren zu prüfen,  ob und 
wie der so ermittelte rechtserhebliche Sachverhalt unter Art. 3 AsylG 
subsumierbar ist und im Falle der flüchtlingsrechtlichen Beachtlichkeit 
zur Flüchtlingseigenschaft führen kann.

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn 
die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).  Vorbringen  sind  mithin  glaubhaft,  wenn  sie  genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht 
in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  nicht 
widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen. 
Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig 
erscheinen,  was insbesondere dann nicht  der Fall  ist,  wenn sie ihre 

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Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber 
auch  dann,  wenn  sie  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst 
falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder 
unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am Verfahren  zeigt 
oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – 
 im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und 
lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen  der  asylsuchenden  Person. Eine  Behauptung  gilt  bereits 
als glaubhaft gemacht, wenn die urteilende Behörde von ihrer Wahr-
heit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, ob-
wohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht 
es  demgegenüber  nicht  aus,  wenn  der  Inhalt  der  Vorbringen  zwar 
möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und 
überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte  Sachverhaltsdar-
stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, 
ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung 
sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen.

5.1.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Erkenntnis, dass die 
in  der  angefochtenen  Verfügung  (dort  E.  I)  getroffene  Glaubhaftig-
keitsprüfung diesen durch Gesetz und Praxis festgelegten Ansprüchen 
genügt.  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann  auf  die  be-
treffenden  Erwägungen  verwiesen  werden.  Die  Vorinstanz  ist  ins-
besondere  in  ihrer  Feststellung  zu  stützen,  wonach  das  vom  Be-
schwerdeführer für seine Person geltend gemachte Behördenverhalten 
betreffend  Tätersuche  und  Verfolgung  bei  Militärdienstverweigerung 
und aktiven Auslebens der Homosexualität unlogisch, erfahrungs- und 
tatsachenwidrig  sei. Ebenso ist  die  Feststellung zu bestätigen,  dass 
die iranischen Strafjustizbehörden und -vollzugsorgane entgegen der 
vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung (vgl. hierzu insbeson-
dere auch vorinstanzliche Akten A10 S. 9 f.) durchaus Dokumente für 
relevante  Entscheidungen  und  Massnahmen  (insbesondere  in 
formellen  Prozessen ergangene Urteile  und darauf  basierende Haft-
bestätigungen) ausstellen und den Betroffenen auch aushändigen. Der 
Beschwerdeführer  unterliegt  daher  insoweit  durchaus  der  Mit-
wirkungspflicht,  deren  Nichterfüllung  sich  somit  negativ  auf  die 
Glaubhaftigkeit  des  vorgebrachten  und  objektiv  beweisbaren  Sach-
verhaltselementes  auswirkt.  Von  Amtes  wegen  ist  immerhin  klarzu-
stellen, dass die vorinstanzlich erkannte Unglaubhaftigkeit  betreffend 
die  angebliche  Verfolgung  wegen  Militärdienstverweigerung  insofern 

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von  eingeschränkter  Erheblichkeit  ist,  als  der  Beschwerdeführer 
diesen Verfolgungssachverhalt  mangels Aktualität  und Kausalität  von 
sich aus gar nicht als ausreisemotivierend dargestellt, sondern erst auf 
entsprechende Fragen hin und auch nur zur Erklärung seiner Papier -
losigkeit erwähnt hat (vgl. A10 S. 10 f.). Dennoch schlägt sich die an 
sich  zutreffende  Glaubhaftigkeitserwägung  des  BFM negativ  auf  die 
persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers nieder.

Die  in  der  Beschwerdeschrift  angeführten Entkräftungsversuche und 
Gegenargumente  überzeugen  nicht  und  bleiben  erfolglos.  Sie  er-
schöpfen sich weitgehend in blossen Bekräftigungen und Gegen- be-
ziehungsweise  Schutzbehauptungen  (Verweis  auf  besondere 
Lebensweise,  angebliche  Inexistenz  von  Gerichts-  und  Haft-
dokumenten, Missverständnisse usw.) und weisen kaum substanzielle 
Verwertbarkeit  auf.  Der  vom  Beschwerdeführer  zur  Stützung  des 
Wahrheitsgehaltes  seiner  Vorbringen  gestellte  Antrag  auf  Begut-
achtung seiner Folterverletzungen ist abzuweisen: Einerseits unterliegt 
er  seit  Anhebung des Asylverfahrens einer weit  reichenden und ihm 
genügend zur Kenntnis gebrachten Mitwirkungspflicht. Im Verlaufe des 
nun vierjährigen Asylverfahrens hätte er genügend Gelegenheit  (und 
Obliegenheit)  gehabt,  ihm  sachdienlich  erscheinende  medizinische 
Beweismittel  für die behaupteten Folterungen beizubringen. Das Ge-
richt  erachtet  eine entsprechende Begutachtung anderseits  als nicht 
erheblich. So erklärte der Beschwerdeführer bereits in der kantonalen 
Anhörung,  dass  die  Spuren  seiner  behauptungsgemäss  massiven 
Auspeitschung nicht mehr sichtbar seien (vgl. A10 S. 8). Betreffend die 
angeblich  durch  einen  Fusstritt  deformierten  (...)  wird  eine  Begut-
achtung im für den Beschwerdeführer bestmöglichen Fall zum Ergeb-
nis  führen  können,  dass  eine  Deformierung  festzustellen  und  deren 
Herbeiführung  durch  einen  Fusstritt  möglich  sei;  dagegen  wird  kein 
Gutachten die spezifische, ausschliessliche Fusstrittsursache oder gar 
einen Verfolgungshintergrund bestätigen können. Die Annahme eines 
solchen  liegt  denn  auch  angesichts  des  im  vorliegenden  Urteil  Er-
wogenen fern. In dieses Bild eines in seinen wesentlichen Teilen un-
glaubhaft geschilderten Sachvortrages fügen sich im Übrigen weitere 
Elemente ein: So fiel  die Beschreibung der angeblich immerhin fünf-
jährigen Haftzeit substanz- und detailarm aus (vgl. insbesondere A10 
S. 9). Dies gilt gleichermassen hinsichtlich der Schilderung der (Aus-) 
Reiseumstände (vgl. A1 S. 6 f. und A10 S. 5 f.). Diese sind zusammen 
mit  den  Angaben  zur  Existenz  beziehungsweise  zum  Verbleib  von 

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Identitäts- und Reisedokumenten auch der persönlichen Glaubwürdig-
keit des Beschwerdeführers abträglich. 

Aus den Erwägungen im angefochtenen Entscheid geht nicht mit ge-
nügender  Klarheit  hervor,  ob  auch  die  behauptete  homosexuelle 
Neigung des Beschwerdeführers an sich, oder bloss die darauf basie-
renden  Verfolgungsvorbringen  als  unglaubhaft  zu  qualifizieren  sind. 
Die  Systematik  und  Logik  des  angefochtenen  Entscheides  lässt  auf 
erstere  Auffassung  schliessen.  Die  tendenzielle  Unglaubhaftigkeit 
dieser  sexuellen  Ausrichtung  lässt  sich  auch  den  Beschwerdeakten 
entnehmen. Während der Beschwerdeführer noch in der Beschwerde-
schrift  (vgl.  dort  S. 5)  auf  seine  durch  die  Homosexualität  bedingte 
gesellschaftliche Isolation auch in der Schweiz aufmerksam macht und 
hierzu Distanzierungstendenzen eigener Landsleute anführt, versucht 
er sich in seinen Beschwerdeergänzungen im Widerspruch dazu das 
Bild  eines  in  der  Schweiz  in  verschiedenen  Organisationen  einge-
betteten  politischen  Aktivisten  zu  verleihen.  Die  Frage  der  Glaub-
haftigkeit  der  angeblichen homosexuellen  Neigung des Beschwerde-
führers  kann  letztlich  indessen  offenbleiben,  da  selbst  die  hypo-
thetische Annahme der Wahrheitskonformität dieser Neigung gemäss 
nachfolgenden Erwägungen keinen für  ihn günstigeren Ausgang des 
Asylverfahrens bewirken könnte.

5.2 Nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl. 
etwa  die  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-4299/2006  vom 
12. Dezember 2008, E-4396/2006 vom 3. Juli 2009 oder E-2121/2010 
vom  15.  Juli  2010)  ist  Homosexualität  im  Iran  zwar  illegal  und  die 
Scharia  sieht  formell  die  Todesstrafe  vor,  wobei  die  Beweis-
anforderungen  hoch  sind  (mehrfaches  Geständnis  oder  vier  be-
lastende  Aussagen  durch  Augenzeugen).  Homosexualität  ist  in  der 
iranischen  Gesellschaft  jedoch  nicht  ungewöhnlich,  und  eine 
systematische Diskriminierung ist nicht feststellbar. In der Praxis wird 
Homosexualität  von den Behörden  grundsätzlich  geduldet,  wenn sie 
nicht  in  einer  Anstoss  erregenden  Art  öffentlich  zur  Schau  gestellt 
wird. Trotz restriktiver Gesetzgebung kommt es offenbar in der Praxis 
nur  selten  zu  Strafverfolgungen. Aktuell  ist  denn  auch kein  Fall  aus 
dem  Iran  bekannt,  wo  jemand  allein  wegen  seiner  Homosexualität 
verurteilt worden wäre (vgl. hierzu UK Home Office, Country of Origin 
Information Report Iran, 15. August 2008, S. 135 ff.; UK Home Office, 
Country of Origin Information Bulletin Iran: Lesbian, Gay, Bisexual and 
Transgender Persons, 21. April 2008; Danish Immigration Service, On 

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certain crimes and punishments in Iran, April 2005, S. 10). Selbst unter 
hypothetischer  Annahme  seiner  homosexuellen  Neigung  und  unter 
Mitberücksichtigung  des  zuvor  Erwogenen (E. 5.1.)  liegen  beim Be-
schwerdeführer  somit  keine  Anhaltspunkte  vor,  welche  zur  Fest-
stellung einer begründeten Furcht vor Verfolgung führen könnten.

5.3 Es bleibt  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  auf 
Beschwerdeebene  geltend  gemachten  politischen  Exilaktivismus  be-
fürchten  muss,  einer  zukünftigen  Verfolgung  seitens  der  iranischen 
Behörden ausgesetzt zu sein.

Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyl-
suchende  Person  erst  durch die  Flucht  aus  dem Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Ver-
folgung  im Sinne  von Art.  3  AsylG zu  befürchten  hat. Personen  mit 
subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar  gemäss  Art.  54  AsylG 
kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl.  
BVGE  2009/28  E.  7.1  und  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2000  Nr. 16 E. 5a, 
je mit weiteren Hinweisen). Entscheidend ist, ob die heimatlichen Be-
hörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen 
und dieser deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Ver-
folgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit 
die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht mass-
geblich  (Art.  3  und  7  AsylG).  Der  Asylausschlussgrund  von  Art. 54 
AsylG  ist  absolut  zu  verstehen  und  mithin  unabhängig  davon  anzu-
wenden,  ob  Nachfluchtgründe  missbräuchlich  gesetzt  worden  sind 
oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7; Botschaft zur Totalrevision des 
Asylgesetzes vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 73).

Bezogen  auf  den  Beschwerdeführer  ist  zunächst  festzustellen,  dass 
dieser  bis  und mit  Einreichung seiner  Beschwerdeschrift  einzig  eine 
allgemeine  Abneigung  gegen  die  iranische  Obrigkeit,  daneben  aber 
kein  politisches  Bewusstsein  oder  darüber  hinaus  ein  auch  nur  an-
satzweise ausgeprägtes politisches Engagement im Heimatstaat oder 
in  der  Schweiz  geltend  machte.  Vielmehr  verneinte  er  ein  solches 
wiederholt  und zeichnete von sich selbst das Bild  eines apolitischen 
Menschen, welches er in seiner Beschwerdeschrift bekräftigt (vgl. dort  
S. 5: "Ich bin kein politischer Mensch"). Insofern erstaunen die erst ab 
2009  geltend  gemachten,  aber  zu  jenem Zeitpunkt  angeblich  schon 
lange  und  gar  bereits  seit  dem  erstinstanzlichen  Verfahren  be-

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stehenden politischen Tätigkeiten und Verflechtungen doch erheblich. 
Die Annahme eines politischen Profils, das den Beschwerdeführer klar 
von der Masse der exilpolitisch tätigen Landsleute abgrenze und das 
verfolgungsverursachende Interesse der iranischen Regierung auf sich 
gezogen haben könnte, liegt denn auch fern. Die eingereichten Fotos 
und Filmaufnahmen zeigen den –  zwar  erkennbaren –  Beschwerde-
führer  als  unprofilierten,  unexponierten  und  funktionslosen  Mitläufer 
der iranischen Exilopposition. Er trat klar nicht als ideologischer oder 
strategischer  Verantwortlicher  mit  staatsuntergrabenden Absichten in 
Erscheinung. Bezeichnenderweise ist er denn auch nicht in der Lage, 
seine  Aktivitäten  zu  substanziieren.  Die  hierfür  vorgeschobenen 
sprachlichen  Hinderungsgründe  (vgl.  Beschwerdeergänzung  vom 
8. April  2010)  sind  offensichtlich  nicht  stichhaltig,  zumal  der  Be-
schwerdeführer  im  gesamten  Beschwerdeverfahren  durch  einwand-
freie  sprachliche  Formulierungen  aufgefallen  ist  und  gemäss  der 
gleichzeitig eingereichten Entbindungserklärung vom 1. April 2010 auf 
die Unterstützung gleich mehrerer, wenngleich nur im Hintergrund und 
ohne Vertretungsvollmacht agierender Juristinnen und Juristen zählen 
kann.  Auch  die  weiteren  zum  Thema  Exilaktivismus  eingereichten 
Beweismittel vermitteln kein anderes Bild, zumal im Übrigen die Quali -
fikation von Bestätigungen vor allem der (...)  und ihrer Mitglieder als 
Gefälligkeiten in der Asylgerichtspraxis notorisch sind (vgl. beispiels-
weise  das  Urteil  E-8181/2007  vom 5. März  2009  E. 6.2.2).  Ein  Ver-
folgungsinteresse des iranischen Staates am Beschwerdeführer  wird 
sich im Übrigen schon deshalb in sehr engen Grenzen halten, weil er  
weder  bei  der Vorinstanz noch auf  Beschwerdeebene politische Vor-
fluchtgründe  geltend  gemacht  hat.  Seine  exilpolitische  Betätigung 
würde bestenfalls als Versuch wahrgenommen, in irgendeiner zweck-
widrigen  Weise  einen  legalen  Aufenthaltstitel  in  der  Schweiz  zu  er -
wirken. Insgesamt ist zwar nicht auszuschliessen, dass die iranischen 
Behörden, sollten sie überhaupt ein Identifizierungsinteresse an einem 
politischen  Profil  wie  jenem  des  Beschwerdeführers  haben,  von 
dessen  Exilaktivitäten  zwar  Notiz  genommen  haben;  eine  darauf 
basierende begründete Furcht  vor Verfolgung lässt  sich daraus aber 
nicht ableiten. 

Nach  dem Gesagten ist  das  Bestehen  flüchtlingsrechtlich  relevanter 
subjektiver  Nachfluchtgründe  beim  Beschwerdeführer  somit  zu  ver-
neinen.

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5.4 Schliesslich ist  der Vollständigkeit  halber festzuhalten, dass eine 
blosse  Unzufriedenheit  mit  den  allgemeinen  politischen,  wirtschaft-
lichen  und  sozialen  Lebensbedingungen  im  Heimatstaat  als  solche 
keine  flüchtlingsrechtliche  Beachtlichkeit  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
aufweisen.

5.5 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
keine  flüchtlingsrechtlich  beachtlichen  Benachteiligungen  oder  Be-
fürchtungen hat glaubhaft machen können. 

Aufgrund dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände 
und  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  ergibt  sich,  dass  dieser  die 
Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfüllt.  Es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Be-
schwerde  und  die  eingereichten  Beweismittel  im  Einzelnen  einzu-
gehen. Die Vorinstanz hat daher das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlings-
eigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis 

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möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl. 
WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländer-
recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent -
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner 
Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr 
Leben oder ihre Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches 
Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art.  33 
Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 
Flüchtlinge [FK,  SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3  der  Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April 
1999 (BV, SR 101),  Art.  3  des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis 
zu  Art.  3  der  Konvention  vom 4. November  1950  zum Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe oder  Be-
handlung unterworfen werden.

Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Be-
schwerdeführer  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art.  5 
AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements 
im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr 
des Beschwerdeführers in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von 
Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aus-
sagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte 
dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Iran dort mit be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis 
des Europäischen Gerichtshofes für  Menschenrechte  (EGMR) sowie 
jener  des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer 
eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, 
dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Be-
handlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen 

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Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation  im  Iran  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum heutigen 
Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl-  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

Der Vollzug der Wegweisung ist vorliegend als zumutbar zu erachten. 
Die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  wird  in  der  Beschwerde  weder 
beantragt  noch  in  der  Begründung  diskutiert.  Der  Beschwerdeführer 
vermochte  vorliegend  nicht  darzutun,  dass  er  einer  konkreten  Ge-
fährdungssituation im Sinne der zu beachtenden Bestimmungen aus-
gesetzt würde. Das Bestehen eines verwandt- und bekanntschaftlichen 
sowie  beruflichen  sozialen  Beziehungsnetzes  im  Heimatstaat,  seine 
überdurchschnittliche  Schulbildung,  die  Berufserfahrung  als  Selb-
ständigerwerbender  im Fischfang und -handel  und das Eigentum an 
einem Wohnhaus lassen – trotz vierjähriger Landesabwesenheit – mit 
zureichender  Wahrscheinlichkeit  ausschliessen,  er  würde nach einer 
Rückkehr in den Iran in eine existenzielle Notlage geraten. An dieser 
Einschätzung  vermöchte  auch  eine  allfällige  homosexuelle  Neigung 
per se nichts  zu ändern. Im Weiteren sind auch keine zureichenden 
Vollzugshindernisse medizinischer Art erkennbar. Zwar macht der Be-
schwerdeführer in seiner Ergänzungseingabe vom 8. April  2010 eine 
Depression geltend, ohne diese indessen näher zu beschreiben oder 
gar zu belegen. Das Vorlegen blosser Arztterminkarten (betreffend vier 
Termine  in  einem  fünfwöchigen  Zeitraum  im  Frühjahr  2010)  ist  un-
behelflich, und seit  dem letzten Termin ([...]  März 2010) gab der Be-
schwerdeführer  keine  weiteren  Ergänzungen  mehr  zu  den  Akten. 
Unbesehen dessen ist festzuhalten, dass eine (auch chronische) De-
pression  im  Iran  ohne  weiteres  (medikamentös  oder  therapeutisch) 
behandelbar und in der medizinischen Grundversorgung enthalten ist. 
Weitere Abklärungen in diesem Zusammenhang erübrigen sich.

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7.4 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Weg-
weisung  zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zu-
lässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Auf deren 
Erhebung ist jedoch in Anbetracht der fortbestehenden Erwerbs- und 
mithin  Mittellosigkeit  des  Beschwerdeführers  und  des  Umstandes, 
dass die  Beschwerde nicht  als  aussichtslos zu erachten war, in  an-
tragsgemässer Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 
65 Abs. 1 VwVG zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kanto-
nale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

Versand: 

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