# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b1f0e65-0efb-538f-8cde-b009fc87a322
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-13
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 13.11.2025 RR.2024.145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2024-145_2025-11-13.pdf

## Full Text

Entscheid vom 13. November 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A. AG, vertreten durch Rechtsanwälte Michael Mráz 

und Loris Baumgartner 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an  

die Ukraine 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2024.145 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (nachfolgend «NABU») führt 

gegen B. das Strafverfahren Nr. 52017000000000717 wegen des Verdachts 

der Annahme eines Angebots, eines Versprechens oder des Erhalts eines 

ungerechtfertigten Vorteils durch eine Dienstperson in einem besonders 

grossen Umfang gemäss Art. 191 Abs. 5 und 368 Abs. 4 des ukrainischen 

Strafgesetzbuches. In diesem Zusammenhang gelangte das NABU mit 4. er-

gänzendem Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2021 an die Schweiz 

und ersuchte u.a. um Übermittlung der Bankunterlagen für den Zeitraum vom 

5. Mai 2015 bis zum 31. Dezember 2016 (Eröffnungsunterlagen, Kontoaus-

züge, Transaktionsbelege, Belege über Bargeldtransaktionen, Unterlagen 

zu Abklärungen zum wirtschaftlichen Hintergrund ungewöhnlicher Transak-

tionen) betreffend die auf die A. AG, C. Ltd. und D. Ltd. lautenden Konten 

sowie um Übermittlung von Dokumenten mit Angaben zu den IP-Adressen, 

mit welchen der Zugang zu diesen Bankbeziehungen erfolgte (Verfahrens-

akten, unpaginiert, Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2021).  

 

 

B. Am 8. Oktober 2021 übertrug das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») 

das Rechtshilfeersuchen vom 29. September 2021 der Bundesanwaltschaft 

(nachfolgend «BA») zum Vollzug (Verfahrensakten, unpaginiert, Schreiben 

des BJ vom 8. Oktober 2021).  

 

 

C. Daraufhin eröffnete die BA das Rechtshilfeverfahren RH.21.0233, trat mit 

Verfügung vom 20. Januar 2022 auf das Ersuchen vom 29. September 2021 

ein und erhob die anbegehrten Unterlagen mit gleichtägiger Verfügung bei 

der Bank E. zum auf die A. AG lautenden Konto IBAN 1 (Verfahrensakten, 

unpaginiert, Eintretensverfügung und Editionsverfügung vom 20. Januar 

2022). Die Bank E. reichte der BA die angeforderten Unterlagen mit Schrei-

ben vom 21. Februar 2022 ein (Verfahrensakten, unpaginiert, Schreiben vom 

21. Februar 2022). 

 

 

D. Mit Schreiben vom 19. September 2022 gewährte die BA der A. AG Akten-

einsicht und ersuchte um Stellungnahme zur vereinfachten Ausführung i.S.v. 

Art. 80c IRSG (Verfahrensakten, unpaginiert, Schreiben vom 19. September 

2022). Die A. AG teilte der BA mit Schreiben vom 31. Oktober 2022 mit, dass 

sie die vereinfachte Ausführung ablehne und sprach sich gegen die Gewäh-

rung der Rechtshilfe an die Ukraine aus (Verfahrensakten, unpaginiert, 

Schreiben vom 31. Oktober 2022).  

  

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E. Die BA forderte die Bank E. mit Schreiben vom 22. August 2024 auf, ihr 

sämtliche Kontoauszüge und Auszüge betreffend Ein-/Auslieferung von 

Wertschriften für den Zeitraum vom 5. Mai 2015 bis 31. Dezember 2016 zum 

Konto IBAN 1 nachzureichen (Verfahrensakten, unpaginiert, Schreiben vom 

22. August 2024). Dieser Aufforderung kam die Bank E. mit Schreiben vom 

3. September 2024 nach (Verfahrensakten, unpaginiert, Schreiben vom 

3. September 2024). Mit Nacheditionsverfügung vom 12. September 2024 

erhob die BA bei der Bank E. u.a. Detailbelege betreffend konkrete, aus den 

Kontounterlagen ersichtliche Transaktionen und ersuchte die Bank E. um 

Mitteilung der IP-Adressen, mit welchen im Zeitraum zwischen dem 5. Mai 

2015 und dem 31. Dezember 2016 der Zugang zum Bankkonto erfolgte 

(Verfahrensakten, unpaginiert, Nacheditionsverfügung vom 12. September 

2024). Die Bank E. reichte die anbegehrten Unterlagen und Informationen 

mit Schreiben vom 24. September 2024 ein (Verfahrensakten, unpaginiert, 

Schreiben vom 24. September 2024). 

 

 

F. Mit Teilschlussverfügung II vom 7. November 2024 ordnete die BA die Her-

ausgabe der darin genannten Unterlagen zur auf die A. AG lautenden Bank-

beziehung mit der IBAN 1 an die ukrainische Behörde an (act. 1.2).  

 

Mit Teilschlussverfügungen III und IV vom gleichen Tag ordnete die BA die 

Herausgabe der Unterlagen zu den auf die C. Ltd. und die D. Ltd. lautenden 

Bankkonten an die ersuchende Behörde an (Verfahrensakten, unpaginiert, 

Teilschlussverfügungen III und IV vom 7. November 2024). 

 

 

G. Gegen die Teilschlussverfügungen II, III und IV liessen die A. AG, die C. Ltd. 

und die D. Ltd. mit drei separaten Eingaben vom 11. Dezember 2024 bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben und im 

Hauptbegehren deren Aufhebung beantragen. Eventualiter seien die 

Teilschlussverfügungen aufzuheben und die BA anzuweisen, die Rechtshilfe 

einzig mit den von den Beschwerdeführerinnen vorgeschlagenen Schwär-

zungen zu gewähren. Subeventualiter seien die Teilschlussverfügungen 

aufzuheben und an die BA zurückzuweisen, wobei die BA die Verfügungen 

namentlich zu den von den Beschwerdeführerinnen vorgeschlagenen 

Schwärzungen zu begründen habe (RR.2024.145, RR.2024.146 und 

RR.2024.147, je act. 1). Daraufhin wurden unter den Geschäftsnummern 

RR.2024.145 (betreffend A. AG), RR.2024.146 (betreffend D. Ltd.) und 

RR.2024.147 (betreffend C. Ltd.) drei Beschwerdeverfahren eröffnet.  

 

  

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H. Innert erstreckter Frist beantragten die BA und das BJ in der Beschwerde-

antworten vom 9. und 17. Januar 2025 die kostenfällige Abweisung der von 

der A. AG am 11. Dezember 2024 erhobenen Beschwerde (act. 8, 10).  

 

 

I. Im Zusammenhang mit am 7. Januar 2025 durch die BA verweigerter Akten-

einsicht liessen die C. Ltd., die D. Ltd. und die A. AG bei der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts am 6. Februar 2025 Beschwerde erheben, 

woraufhin das Beschwerdeverfahren RR.2025.13-15 eröffnet wurde.  

 

 

J. Die A. AG nahm zu den Beschwerdeantworten der BA und des BJ mit 

Eingabe vom 24. Februar 2025 Stellung und ersuchte um Beizug der Akten 

des Verfahrens RR.2025.13-15 sowie um Sistierung des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss des Beschwerde-

verfahrens RR.2025.13-15 (act. 14).  

 

 

K. Das BJ teilte der Beschwerdekammer mit Schreiben vom 3. März 2025 mit, 

auf die Einreichung einer Duplik zu verzichten und verwies auf die Ausfüh-

rungen in der Vernehmlassung vom 9. Januar 2025 (act. 17). Die BA dupli-

zierte mit Eingabe vom 18. März 2025, hielt an den in der Beschwerdeant-

wort gestellten Begehren fest und ersuchte um Abweisung der mit Replik 

vom 24. Februar 2025 gestellten prozessualen Anträge (act. 20). Die A. AG 

liess sich zu den Dupliken der BA und des BJ mit Eingabe vom 31. März 

2025 unaufgefordert vernehmen (act. 22).  

 

 

L. Mit Zwischenentscheid RR.2024.145a vom 8. April 2025 sistierte die Be-

schwerdekammer das vorliegende Beschwerdeverfahren bis zum rechtkräf-

tigen Abschluss des Verfahrens RR.2025.13-15 (act. 23). 

 

 

M. Mit Schreiben vom 23. Juni 2025 ersuchte die A. AG die Beschwerdekam-

mer um Edition und Aktenbeizug des Berichts der Schweizer Botschaft vom 

16. November 2023 zur Einschätzung der Funktionalität der ukrainischen 

Justizbehörden ab 2014 sowie des Berichts des Basel Institute on Gover-

nance vom 23. Oktober 2023 zum Funktionieren des ukrainischen Justiz-

systems beim Eidgenössischen Finanzdepartement. Eventualiter seien 

diese Berichte vom Bundesverwaltungsgericht edieren zu lassen und zu den 

Akten des vorliegenden Verfahrens zu nehmen. Anschliessend seien ihr die 

- 5 - 

 

 

Berichte zur freigestellten Stellungnahme innert einer vom Gericht anzuset-

zenden Frist zukommen zu lassen (act. 24). 

 

 

N. Mit Entscheid RR.2025.13-15 vom 4. Juni 2025 wies die Beschwerdekam-

mer die von der C. Ltd., der D. Ltd. und der A. AG erhobene Beschwerde ab. 

Nachdem das Bundesgericht auf die von ihnen dagegen erhobene Be-

schwerde mit Urteil 1C_338/2025 vom 19. Juni 2025 nicht eingetreten war, 

hob die Beschwerdekammer die angeordnete Sistierung des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens mit Zwischenentscheid RR.2024.145b vom 27. Juni 

2025 auf und stellte zugleich die Eingabe der A. AG vom 23. Juni 2025 der 

BA und dem BJ zur Kenntnisnahme und allfälligen Stellungnahme zu 

(act. 25). Die BA und das BJ ersuchten mit Eingabe vom 7. und 14. Juli 2025 

um Abweisung der mit Schreiben vom 23. Juni 2025 gestellten prozessualen 

Anträge, soweit darauf einzutreten sei (act. 26, 28). Das Schreiben der A. AG 

vom 17. Juli 2025, mit welchem sie sich unaufgefordert vernehmen liess und 

an ihrem Beweisantrag festhielt, wurde der BA und dem BJ am 21. Juli 2025 

zur Kenntnis gebracht (act. 30, 31). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Ukraine sind primär das 

Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) und das hierzu ergangene zweite Zusatz-

protokoll vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12) massgebend. 

Diese werden in concreto ergänzt durch das Übereinkommen vom 8. No-

vember 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und 

Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) sowie die 

Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 31. Oktober 2003 der Vereinten Natio-

nen gegen Korruption (UNCAC; SR.0.311.56).  

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) 

Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt 

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nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn es geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 148 IV 314 E. 2.1; 147 II 432 

E. 3.1 S. 437 f.; 145 IV 294 E. 2.1 S. 297). Vorbehalten bleibt die Wahrung 

der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 123 II 595 E. 7c S. 617; 

TPF 2020 64 E. 1.1 S. 67). Auf Beschwerdeverfahren in internationalen 

Rechtshilfeangelegenheiten sind zudem die Bestimmungen des Bundes-

gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwal-

tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes 

bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG). 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persön-

lich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b 

IRSG). Als persönlich und direkt betroffen in diesem Sinne gilt namentlich 

der Kontoinhaber bei Erhebung von Kontoinformationen (Art. 9a lit. a IRSV).  

 

2.2 Die Beschwerdeführerin ist als Inhaberin des hier gegenständlichen Kontos 

gegen die rechtshilfeweise Herausgabe der betreffenden Bankunterlagen 

beschwerdelegitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten. 

 

2.3 Die Akten des Beschwerdeverfahrens RR.2025.13-15 wurden beigezogen.  

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen mit freier Kog-

nition, befasst sich jedoch grundsätzlich nur mit Tat- und Rechtsfragen, die 

Streitgegenstand der Beschwerde bilden (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5).  

 

3.2 Ebenso wenig muss sich die urteilende Instanz mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die Behörde 

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wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und 

auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 IV 179 

E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004 E. 5.2 

m.w.H.). 

 

 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die am 11. Juli 2019 vom Europarat 

adaptierte Änderung betreffend die Kompetenzen in vorgerichtlichen Ermitt-

lungen von der Ukraine in Art. 15 Abs. 1 EUeR sowie des Art. 6 ZPII EUeR 

am 17. April 2020 geändert worden sei, weshalb das NABU nur zwischen 

dem 11. Juli 2019 und 17. April 2020 befugt gewesen sei, Rechtshilfeersu-

chen zu stellen. Ausserdem werde gegen B. nicht wegen Geldwäscherei 

ermittelt, weshalb Art. 23 Abs. 1 GwUe, der das NABU als Zentralbehörde 

aufführe, vorliegend nicht anwendbar sei. Schliesslich habe die Kompetenz 

des NABU lediglich im Ermittlungsverfahren bestanden. Das gegen B. ge-

führten Ermittlungsverfahren sei jedoch seit Februar 2023 abgeschlossen 

und die zuständige Staatsanwaltschaft habe im Mai 2023 Anklage erhoben. 

Das NABU sei für die Erhebung der für die um Rechtshilfe ersuchten 

Beweismittel deshalb nicht mehr zuständig, was auch die Legal Opinion 

einer renommierten ukrainischen Anwaltskanzlei bestätige. Mangels Zustän-

digkeit der ersuchenden Behörde sei das Rechtshilfeersuchen ungültig, 

weshalb die angefochtene Teilschlussverfügung nichtig bzw. rechtswidrig sei 

(act. 1, S. 5 ff.; act. 14, S. 5 ff.; act. 22).  

 

4.2  

4.2.1 Das NABU führte im 4. ergänzenden Rechtshilfeersuchen vom 29. Septem-

ber 2021 u.a. aus, dass sich das gegen B. geführte Verfahren zum Zeitpunkt 

der Einreichung des Rechtshilfeersuchens im Stadium der vorgerichtlichen 

Untersuchung befunden habe. Nach Einreichen des ersten an die Schweiz 

gerichteten und bereits ausgeführten Rechtshilfeersuchens seien neue 

Umstände festgestellt worden, welche die internationale Rechtshilfe erfor-

dern würden (Verfahrensakten, unpaginiert, Rechtshilfeersuchen vom 

29. September 2021). Das Ersuchen vom 29. September 2021 haben die 

ukrainischen Behörden bis dato nicht zurückgezogen. Vielmehr hat die ersu-

chende Behörde mit ihrer Anfrage vom 26. Juni 2024 betreffend den Stand 

des hängigen Rechtshilfeverfahrens ihr Interesse am Vollzug des Ersuchens 

implizit zum Ausdruck gebracht. Damit ist das Ersuchen grundsätzlich zu 

vollziehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_559/2009 vom 11. Februar 

2010 E. 1; 1A.218/2003 vom 17. Dezember 2003 E. 3.5). 

 

https://justement.ch/ref/1C_559%2F2009#E1
https://justement.ch/ref/1A.218%2F2003#E3_5

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4.2.2 Nach der Rechtsprechung darf die Rechtshilfe nur verweigert werden, wenn 

der ersuchende Staat offensichtlich unzuständig ist, d.h. dessen Justiz-

behörden ihre Zuständigkeit in willkürlicher Weise bejaht haben (BGE 142 IV 

250 E. 6.2 S. 257 mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Gewährung der 

Rechtshilfe an die Ukraine die Frage der Zuständigkeit innerhalb des ersu-

chenden Staates ohne Bedeutung ist, solange es sich bei der ersuchenden 

Behörde um eine Justizbehörde im Sinne von Art. 1 EUeR handelt (Be-

schluss des Bundesstrafgerichts RR.2021.25 vom 19. Januar 2022 E. 6.2). 

Die Beschwerdekammer bestätigte erst kürzlich ihre bisherige Rechtspre-

chung, wonach es sich beim NABU um eine Justizbehörde handelt, die 

berechtigt ist, Rechtshilfeersuchen in Strafsachen an die Schweiz zu richten 

und hat explizit festgestellt, dass das Nichterwähnen der NABU in der Liste 

i.S.v. Art. 6 ZPII EUeR daran nichts ändere (Entscheid des Bundesstraf-

gerichts RR.2023.170 vom 7. März 2024 E. 4.3.2; s.a. RR.2024.129 vom 

18. Februar 2025 E 3.2; RR.2024.94-95 vom 21. November 2024; 

RR.2023.170 vom 7. März 2024 E. 4.3.2 und RR.2016.271 vom 4. Mai 2017 

E. 10). Das vorliegende Rechtshilfeersuchen wurde im Rahmen eines Straf-

verfahrens wegen Delikten gestellt (supra Sachverhalt Bst. A), die in die 

Zuständigkeit des NABU fallen (vgl. https://nabu.gov.ua/en/about-the-bu-

reau/zasadi-roboti/pidslidnist/, besucht am 5. November 2025). Überdies 

liegt dem vorliegenden Ersuchen u.a. das Urteil des Obersten Antikorrupti-

onsgerichts der Ukraine vom 2. August 2021 bei, in welchem dem NABU für 

das Stellen des Ersuchens benötigten Ermächtigungen erteilt wurden. Ab-

schliessend wies das NABU im vorliegenden Ersuchen darauf hin, dass es 

in vollständiger Übereinstimmung mit der ukrainischen Gesetzgebung sowie 

nach Erhalt der hierfür vorgesehenen Gerichtsbeschlüsse erstellt worden 

sei. Schliesslich wurde das vorliegende Ersuchen vom leitenden Staats-

anwalt der 4. Abteilung der prozessualen Überwachung, Unterstützung der 

Staatsanklage und Vertretung der fachlichen Antikorruptionsanwaltschaft 

des Büros des Generalstaatsanwaltes genehmigt. Damit bestehen keine 

Hinweise darauf, dass das NABU zur Einreichung des vorliegenden Ersu-

chens offensichtlich unbefugt gewesen wäre und für die Beschwerdegegne-

rin gab es unter diesen Umständen auch keinen Anlass, weitere Abklärun-

gen zur Zuständigkeit des NABU vorzunehmen. An dieser Schlussfolgerung 

ändert auch die von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegte Legal Opinion 

nichts, welche im Übrigen als reine Parteibehauptung zu qualifizieren ist. Bei 

diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob sich die Zuständigkeit des 

NABU auch aus dem GwUe abzuleiten wäre.  

4.3 Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.  

 

  

https://nabu.gov.ua/en/about-the-bureau/zasadi-roboti/pidslidnist/
https://nabu.gov.ua/en/about-the-bureau/zasadi-roboti/pidslidnist/

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5.  

5.1 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Verhältnis-

mässigkeitsgrundsatzes und bringt vor, die edierten Unterlagen und 

IP-Adressen seien nicht geeignet, den im Ersuchen umschriebenen Sach-

verhalt zu beweisen. Zudem würden die edierten Unterlagen nicht in den im 

Ersuchen definierten relevanten Zeitraum fallen und die relevanten Informa-

tionen seien der Ukraine bereits mit dem Rechtshilfeersuchen vom 9. Okto-

ber 2018 übermittelt worden und diese hätten ausgereicht, um gegen B. im 

Jahr 2023 Anklage zu erheben. Überdies weise der vorliegende Sachverhalt 

starke Ähnlichkeit mit demjenigen des Urteils des Bundesgerichts 

1C_320/2023 vom 31. August 2023 auf, in welchem die Beweiseignung von 

Unterlagen aufgrund des Abschlusses des Ermittlungsverfahrens und der 

rechtskräftigen Verurteilung in Angola verneint worden sei. In den Bank-

unterlagen seien ferner Personendaten zahlreicher Drittbetroffener ersicht-

lich. Der Schutz von Personendaten im Rechtshilferecht ergebe sich primär 

aus Art. 26 ZPII EUeR sowie Art. 12 Abs. 3 lit. a des Übereinkommens 

zum Schutz des Menschen bei der automatischen Verarbeitung personen-

bezogener Daten vom 28. Januar 1981 (Datenschutz-Übereinkommen; 

SR 0.235.1) i.V.m. Art. 5 f. DSG. Indem die ukrainischen Behörden ihre 

Personendaten in Zusammenhang mit einem Strafverfahren setzen würden, 

drohe den Drittpersonen durch die Übermittlung der Unterlagen an die 

Ukraine ein unmittelbarer Nachteil. In der Ukraine fehle eine datenschutz-

rechtliche Gesetzgebung, welche die Personendaten von Drittbetroffenen 

hinreichend schützen würde, und Personendaten, die in früheren Rechts-

hilfeverfahren der Ukraine übermittelt worden seien, seien ungefiltert im 

Internet veröffentlicht worden. Zudem sei von der Herausgabe der Bank-

unterlagen das geschützte Anwaltsgeheimnis zwischen der Beschwerde-

führerin und den beauftragten Rechtsanwälten betroffen. Die Schluss-

verfügung sei deshalb aufzuheben, eventualiter seien die Bankunterlagen 

gemäss dem Vorschlag der Beschwerdeführerin zu schwärzen (act. 1, S. 11, 

18 ff.; act. 14, S. 10 ff., 14 ff.).  

 

5.2  

5.2.1 Aus dem vorliegenden Ersuchen und dem beigelegten Urteil des Obersten 

Antikorruptionsgerichts der Ukraine vom 2. August 2021 ergibt sich folgen-

der Sachverhalt (Verfahrensakten, unpaginiert, Rechtshilfeersuchen vom 

29. September 2021): 

Nach ukrainischem Recht könnten Gesellschaften, die von ihnen geleistete 

Mehrwertsteuer unter gewissen Voraussetzungen zurückfordern, wobei die 

Rückerstattung chronologisch nach Eingang der Rückerstattungsanträge er-

folge. B. sei als ehemaliger Leiter des Staatlichen […]-dienstes der Ukraine 

zwischen 2015 und 2017 für die direkte Kontrolle über die Tätigkeit der 

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[…]-Behörden zuständig gewesen, die für die Mehrwertsteuerrückerstattun-

gen verantwortlich gewesen seien. B. habe in seiner amtlichen Funktion die 

Rückerstattung von Mehrwertsteuern an verschiedene Unternehmen veran-

lasst, darunter auch an von F. kontrollierte Unternehmen. B. werde verdäch-

tigt, die Listen der regionalen Steuerbehörden abgeändert zu haben, indem 

er in den Jahren 2015 und 2016 die Erstattung von Mehrwertsteuern in Höhe 

von ca. 7 Mia. Hrywnja (gemäss Ersuchen ca. EUR 210 Mio.) an Unterneh-

men von F., die Teil der Agrarholding G. seien, angeordnet haben soll, 

obwohl diese gemäss der chronologischen Reihenfolge des Eingangs der 

Rückerstattungsanträge noch nicht an der Reihe gewesen seien. Da das 

Budget für Mehrwertsteuerrückerstattungen limitiert gewesen sei, hätten 

andere Unternehmen, die ihre Anträge früher oder zu derselben Zeit als die 

Unternehmen von F. eingereicht hätten, die Rückerstattung nicht oder viel 

später erhalten. 

 

Die vorgerichtliche Untersuchung habe ergeben, dass B. die H. Ltd. kontrol-

liert habe, deren formaler Direktor in den Jahren 2015-2016 sein Bruder I. 

gewesen sei. Weiter sei festgestellt worden, dass J. die K. Ltd. und der 

Schwiegervater von B. in dieser Zeit die L. Ltd. kontrolliert hätten. J. sei 

zwischen Juli 2015 und März 2017 offizieller Berater und Helfer von B. 

gewesen. Als Gegenleistung für die Mehrwertsteuerentschädigungen 

zugunsten der Unternehmen von F. habe B. möglicherweise Gelder von 

Konten der von F. kontrollierten Beschwerdeführerin und M. Ltd. auf die Kon-

ten der H. Ltd., K. Ltd. und L. Ltd. erhalten. Beispielsweise seien die im 

Januar/Februar 2016 auf das Konto des Unternehmens von F. Gesellschaft 

N. ausbezahlten Rückzahlungen in US-Dollar gewechselt und im Februar 

2016 an die Beschwerdeführerin und M. Ltd. weitertransferiert worden. 

Daraufhin seien diese Geldmittel von der M. Ltd. mittels Verwendung von 

Konten von weiteren Gesellschaften (O. Ltd., P. Inc. und Q. Ltd.) an die 

L. Ltd. überwiesen worden. Des Weiteren seien zwischen 9. und 19. Februar 

2016 Gelder in Höhe von EUR 2'640'000.-- vom Konto der M. Ltd. mithilfe 

der auf die O. Ltd. lautenden Bankbeziehung auf das Konto der K. Ltd. trans-

feriert worden. Diese Vermögenswerte seien jedoch der M. Ltd. zuvor vom 

auf die Konten der D. Ltd. und Beschwerdeführerin lautenden Geschäftsbe-

ziehungen IBAN 2 resp. IBAN 1 einbezahlt worden. Am 16. März 2016 seien 

vom Konto der M. Ltd. über die auf O. Ltd., P. Inc. und Q. Ltd. lautenden 

Bankbeziehungen an L. Ltd. USD 4'078'998.-- überwiesen worden. Diese 

Vermögenswerte seien jedoch der M. Ltd. zuvor vom auf die C. Ltd. lauten-

den Konto IBAN 3 transferiert worden. Zum Zeitpunkt dieser Transaktionen 

seien die Mehrwertsteuerrückerstattungen an die Gesellschaften von F. er-

folgt. Ferner habe J. im Namen von B. Verhandlungen mit Privatunterneh-

men bezüglich der gesetzwidrigen Mehrwertsteuerrückerstattungen geführt. 

- 11 - 

 

 

Es bestünden Hinweise, dass J. Personen gekannt habe, welche die O. Ltd., 

P. Inc. und Q. Ltd. kontrolliert hätten, weshalb er mit ihnen die erwähnten 

Überweisungen habe abstimmen können. Es bestehe daher der Verdacht, 

dass die auf die vorgenannten Gesellschaften lautenden Bankkonten für die 

Leistung von mutmasslichen Bestechungsgeldern an B. verwendet worden 

seien.  

 

5.2.2 Dem im Ersuchen wiedergegebenen Sachverhalt sind keine offensichtlichen 

Fehler, Lücken oder Widersprüche zu entnehmen, weshalb der Schweizer 

Rechtshilferichter an die Sachverhaltsdarstellung grundsätzlich gebunden 

und diese den nachfolgenden Erwägungen zugrunde zu legen ist (vgl. 

BGE 142 IV 250 E. 6.3; 139 II 451 E. 2.2.1; 136 IV 4 E. 4.1; 133 IV 76 E. 2.2; 

TPF 2011 194 E. 2.1). 

 

5.3  

5.3.1 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (statt vieler vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2022.174 vom 5. Juli 2023 E. 7.2.1). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolg-

ten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet 

sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor-

wand für eine unzulässige Beweisausforschung («fishing expedition») er-

scheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2; 136 IV 82 E. 4.1). Ob 

die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig 

oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem 

Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Der ersuchte 

Staat ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu 

übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachver- 

halt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für 

das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. po-

tenzielle Erheblichkeit; BGE 136 IV 82 E. 4.4; 128 II 407 E. 6.3.1; 122 II 367 

E. 2c; TPF 2009 161 E. 5.1 m.w.H.). Hierbei ist auch zu beachten, dass für 

das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlas-

tende Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Ver-

dacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.).  

 

Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen 

gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 

E. 4.1). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzi-

siert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der ange-

strebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Vorausset-

zungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann 

- 12 - 

 

 

eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermie-

den werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 

E. 5.1). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem 

Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden 

sind, so sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle 

Transaktionen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten ge-

tätigt worden sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 

462 E. 5.3; TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.).  

 

Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss aufzeigen, dass zwischen den von 

der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der Strafunter-

suchung ein ausreichender Sachzusammenhang besteht und diejenigen 

Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht zulässig ist 

(BGE 122 II 367 E. 2c). 

Es ist demgegenüber Sache des von der Rechtshilfemassnahme Betroffe-

nen, klar und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu übermittelnden Unterlagen 

und Auskünfte den Rahmen des Ersuchens überschreiten oder für das 

ausländische Verfahren von keinerlei Interesse sein sollen (BGE 134 II 318 

E. 6.4; 130 II 14 E. 4.3 S. 17; 126 II 258 E. 9b/aa; 122 II 367 E. 2d S. 371 f.). 

Der Inhaber der herauszugebenden Unterlagen hat die Obliegenheit, schon 

im Stadium der Ausführung des Ersuchens (bzw. der erstinstanzlichen 

Rechtshilfeverfügung) an der sachgerechten Ausscheidung beschlagnahm-

ter Dokumente nötigenfalls mitzuwirken, allfällige Einwände gegen die 

Weiterleitung einzelner Aktenstücke (bzw. Passagen daraus), welche für die 

Strafuntersuchung offensichtlich entbehrlich sind, im Rahmen seiner Partei-

rechte gegenüber der ausführenden Behörde rechtzeitig und konkret darzu-

legen und diese Einwände auch ausreichend zu begründen (BGE 122 II 367 

E. 2d S. 371 f.). Dies gilt besonders bei einer komplexen Untersuchung mit 

zahlreichen Akten. Kommt der Beschwerdeführer dieser Obliegenheit nicht 

nach, hat er im Beschwerdeverfahren sein Rügerecht verwirkt (BGE 130 II 

14 E. 4.3, S. 17; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2022.15 vom 9. De-

zember 2022 E. 3.5.2; RR.2018.269 vom 18. Februar 2019 E. 7.3; 

RR.2018.234 vom 31. Januar 2019 E. 5.2). 

 

5.3.2 B. wird verdächtigt, Mehrwertsteuerrückerstattungen zugunsten der Unter-

nehmen von F. unter Missachtung der Reihenfolge der Anmeldungen der 

Gesuche veranlasst zu haben, und im Gegenzug von F. resp. über die ihm 

zurechenbaren Unternehmen (die Beschwerdeführerin, C. Ltd. und D. Ltd.) 

unrechtmässig Vermögenswerte auf die ihm zurechenbaren Gesellschaften 

(H. Ltd., L. Ltd. und K. Ltd.) erhalten zu haben. Insbesondere soll ein Teil 

der Gelder, welche der Gesellschaft N. als Mehrwertsteuerrückerstattung 

ausbezahlt wurden, auf das hier gegenständliche Bankkonto der 

- 13 - 

 

 

Beschwerdeführerin überwiesen und von dort weiter über die M. Ltd. und 

weitere Gesellschaften an die L. Ltd. weitertransferiert worden sein. Somit 

besteht der Verdacht, dass die auf die Beschwerdeführerin lautende Bank-

beziehung der Überweisung von möglichen Bestechungsgeldern an B. 

gedient haben könnte. Die Beschwerdegegnerin weist in der angefochtenen 

Verfügung entsprechend auf die Überweisungen im Umfang von insgesamt 

rund USD 71,8 Mio. im tatrelevanten Zeitraum hin, welche vom Konto der 

Beschwerdeführerin auf das Konto der M. Ltd. kurz nach deren Eingang und 

in etwa gleicher Höhe getätigt wurden (act. 1.2, S. 9). Ein Zusammenhang 

zwischen den Bankunterlagen und dem ausländischen Strafverfahren ist 

somit zu bejahen.  

 

5.3.3 Ziel des Rechtshilfeersuchens ist insbesondere die Ermittlung der Geldflüsse 

und der wirtschaftlich Berechtigten an den fraglichen Vermögenswerten. Vor 

diesem Hintergrund sind die Bankunterlagen der Beschwerdeführerin poten-

ziell geeignet, mögliche Geldflüsse im Zusammenhang mit dem im Rechts-

hilfeersuchen geschilderten Sachverhalt zu rekonstruieren. Wie ausgeführt, 

entspricht es der Rechtsprechung, dass die Behörden des ersuchenden 

Staates grundsätzlich alle sichergestellten Aktenstücke zu übermitteln 

haben, welche sich auf den im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen 

können (supra E. 5.3.1). Dies gerade dann, wenn das Rechtshilfeersuchen, 

wie vorliegend, auf die Ermittlung abzielt, auf welchem Weg Geldmittel 

mutmasslich strafbarer Herkunft verschoben wurden. Deshalb hat auch der 

Umstand, dass sich in den edierten Bankunterlagen auch solche Transakti-

onen befinden könnten, die nicht im Zusammenhang mit dem im Ersuchen 

dargestellten Sachverhalt stehen, nicht zur Folge, dass diese zu schwärzen 

wären. Ob und in welchem Umfang die Bankunterlagen und die darin er-

wähnten Transaktionen in das ausländische Verfahren einfliessen, ist nicht 

vom Schweizer Rechtshilferichter zu bestimmen. Im Übrigen sind die Über-

weisungen auch deshalb als potenziell relevant zu bezeichnen, weil sie 

Rückschlüsse be- aber auch entlastender Natur über das dem Beschuldigten 

vorgeworfene Verhalten zu ziehen erlauben. Das Gesagte gilt sinngemäss 

in Bezug auf die Informationen im Zusammenhang mit den IP-Adressen, mit 

welchen der Zugang zur auf die Beschwerdeführerin lautende Geschäfts-

beziehung erfolgte.  

Dass das NABU allenfalls einzelne, aus den vorliegenden Unterlagen her-

vorgehende Transaktionen bereits kennt, wie dies die Beschwerdeführerin 

behauptet, stellt grundsätzlich kein Hindernis für die Gewährung der Rechts-

hilfe im vorliegenden Fall dar. Laut der Beschwerdegegnerin (act. 10, S. 9) 

wären diese Transaktionen dem NABU aus dem Rechtshilfeverfahren 

RH.18.0272 bekannt, welches jedoch unbestrittenermassen nicht das vorlie-

gende Konto der Beschwerdeführerin zum Gegenstand hatte. An der 

- 14 - 

 

 

Eignung der edierten Bankunterlagen für das ukrainische Verfahren vermag 

auch das von der Beschwerdeführerin erwähnte Urteil des Bundesgerichts 

1C_320/2023 vom 31. August 2023 nichts zu ändern. In jenem Verfahren 

war eine Rechtshilfemassnahme zum Zeitpunkt zu beurteilen, als das im 

Ausland geführte Strafverfahren bereits rechtkräftig abgeschlossen war. 

Vorliegend ist das gegen B. geführte Verfahren noch pendent und er wurde 

bis dato weder freigesprochen noch wurde das Verfahren gegen ihn einge-

stellt. Damit ist das bundesgerichtliche Urteil vorliegend nicht einschlägig und 

es kann auf weitere Ausführungen hierzu verzichtet werden.  

5.3.4 Die Kontoauszüge und die Bankkorrespondenz betreffen den im Ersuchen 

erwähnten Tatzeitraum vom 5. Mai 2015 bis 31. Dezember 2016. Transakti-

onen ausserhalb des relevanten Zeitraumes hat die Beschwerdegegnerin 

unkenntlich gemacht (act. 1.2, S. 8). Die von der Herausgabe betroffenen 

Vermögensauszüge datieren zwar vom Januar 2015 bis Dezember 2016, 

überschreiten den relevanten Deliktszeitraum jedoch nur geringfügig. Mit 

deren Herausgabe kann eine sich allenfalls später als notwendig erweisende 

Ergänzung des Ersuchens vermieden werden (vgl. BGE 136 IV 82 E. 4.1; 

121 II 241 E. 3a). Die Kontoeröffnungsunterlagen und KYC-Dokumente kön-

nen Aufschluss über die Verflechtung zwischen zahlreichen Unternehmen 

und den wirtschaftlich Berechtigten geben. Ausserdem sind darin laut der 

Beschwerdegegnerin (act. 1.2, S. 8 f.) Informationen zu den im Ersuchen 

erwähnten C. Ltd. und D. Ltd. enthalten, weshalb diese Unterlagen unabhän-

gig von ihrem Datum als potenziell erheblich einzustufen sind. Die Verfügung 

erweist sich somit auch in zeitlicher Hinsicht als verhältnismässig. 

5.3.5 Die Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung ausführlich 

dar, weshalb die hier gegenständlichen Bankunterlagen für das ukrainische 

Strafverfahren potenziell relevant sind und deren Herausgabe verhältnis-

mässig ist (act. 1.2, S. 8 ff.), womit sie der ihr obliegenden Begründungs-

pflicht nachgekommen ist. Der diesbezügliche Vorwurf der Beschwerdefüh-

rerin ist unbegründet.  

5.4  

5.4.1 Vom Schutz des Anwaltsgeheimnisses im Sinne von Art. 264 Abs. 1 StPO 

sind nur Tatsachen und Dokumente umfasst, die mit der typischen Tätigkeit 

des Anwalts zusammenhängen (vgl. auch Art. 321 StGB). Zur berufsspezifi-

schen Anwaltstätigkeit gehören – dem straf- und anwaltsrechtlichen Schutz 

des Berufsgeheimnisses (Art. 321 Ziff. 1 StGB und Art. 13 BGFA) entspre-

chend – namentlich Prozessführung und Rechtsberatung, nicht jedoch 

berufsfremde Aktivitäten (sog. akzessorische anwaltliche «Geschäftstätig-

keiten») wie Vermögensverwaltung, Verwaltungsratsmandate, Geschäfts-

führung oder Sekretariat eines Berufsverbandes, Mäkelei oder Inkasso-

- 15 - 

 

 

mandate (vgl. BGE 135 III 597 E. 3.3 S. 601; 132 II 103 E. 2.1; jeweils 

m.w.H.). Entscheidendes Kriterium für die Abgrenzung ist, ob bei den fragli-

chen Dienstleistungen die kaufmännisch operativen oder die anwaltsspezifi-

schen Elemente objektiv überwiegen (Urteile des Bundesgerichts 

1B_264/2018 vom 28. September 2018 E. 2.1; 1B_433/2017 vom 21. März 

2018 E. 4.2 m.w.H.). Zu beachten ist, dass im Rechtshilfeverfahren und spe-

ziell im gerichtlichen Verfahren der Überprüfung der Schlussverfügung eine 

weitergehendende Substanziierungspflicht zum Anwaltsgeheimnis gilt als im 

nationalen Strafverfahren (TPF 2015 121 E. 7.3). 

5.4.2 Wie die Beschwerdegegnerin richtigerweise einwendet, wäre der anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführerin ohne Weiteres möglich gewesen, Doku-

mente, die von Anwaltsgeheimnis betroffen sein könnten, bereits im Rahmen 

der Stellungnahme vom 31. Oktober 2022 zu benennen. In der Stellung-

nahme vom 31. Oktober 2022 ist jede keine Rede von allfälligen Unterlagen, 

die vom Anwaltsgeheimnis erfasst sein könnten. Das Beschwerdeverfahren 

dient nicht dazu, die Mitwirkungspflicht bei der Aussonderung nachträglich 

noch zu erfüllen. Soweit die Beschwerdeführerin ihre mit Schreiben vom 

31. Oktober 2022 gemachten Vorbringen im Beschwerdeverfahren ergänzen 

will, hat die sie dieses Recht verwirkt (vgl. supra E. 5.3.1). Selbst wenn die 

fraglichen Unterlagen ursprünglich dem Anwaltsgeheimnis unterlagen, hat 

die Beschwerdeführerin diese Unterlagen der Bank aus freien Stücken ein-

gereicht, weshalb sie sich nicht (mehr) auf das Anwaltsgeheimnis berufen 

kann (Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2023.14 vom 28. März 2024 

E. 8.3 und Urteil des Bundesgerichts 1C_209/2024 vom 25. April 2024, mit 

welchem auf die Beschwerde nicht eingetreten wurde).  

5.5 Was den Datenschutz betrifft, ist die Beschwerdeführerin zunächst darauf 

hinzuweisen, dass sie vorliegend nicht befugt ist, Interessen Dritter geltend 

zu machen, weshalb auf ihre Ausführungen betreffend Geschäfts- und 

Fabrikationsgeheimnisse von Dritten nicht weiter einzugehen ist. Zudem sind 

die von der Beschwerdeführerin erwähnten gesetzlichen Grundlagen vorlie-

gend nicht einschlägig. Das DSG regelt den Datenschutz nur im Allgemei-

nen, weshalb in der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen die in 

Art. 11b ff. IRSG enthaltenen Bestimmungen dem DSG als lex specialis 

vorgehen (DRECHSLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2024, Art. 2 DSG N. 37; 

s.a. Beschluss des Bundesstrafgerichts RR.2025.13-15 vom 4. Juni 2025 

E. 2.4.3). Ebenso wenig gelangt vorliegend das Datenschutz-Übereinkom-

men zur Anwendung, da es bei der hier vorliegenden Übermittlung von 

Beweismitteln an eine ersuchende Behörde nicht um automatische Verar-

beitung von personenbezogenen Daten i.S.v. Art. 1 i.V.m. Art. 2 lit. c des 

Übereinkommens handelt. 

 

- 16 - 

 

 

Wie einleitend ausgeführt, sind sowohl die Schweiz als auch die Ukraine 

staatsvertraglich unter anderem an das EUeR gebunden (supra E. 1.1), 

wobei Art. 1 Abs. 1 EUeR vorsieht, dass die Rechtshilfe zwischen den Ver-

tragsparteien so weit wie möglich zu gewähren ist. Art. 11f IRSG kommt vor-

liegend bereits aufgrund des Günstigkeitsprinzips (supra E. 1.2) nicht zur 

Anwendung, ohne dass sich die Frage nach dem Vorhandensein eines 

angemessenen Schutzniveaus i.S.v. Art. 11f Abs. 2 IRSG oder der Ausnah-

meregelungen in Abs. 3 stellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_550/2019 

von 26. November 2019 E. 2.3). Das Gesagte gilt ungeachtet der von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten gegenwärtigen kriegerischen Situa-

tion in der Ukraine (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2023.74 vom 

7. September 2023 E. 4.4).  

 

5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sämtliche herauszugebenden 

Unterlagen in potenziellem Zusammenhang mit dem ukrainischen Strafver-

fahren stehen. Die Schlussverfügung ist sowohl in sachlicher als auch zeitli-

cher Hinsicht nicht zu beanstanden. Ein unverhältnismässiges Handeln der 

Beschwerdegegnerin ist nach dem Gesagten nicht zu erkennen. Der Her-

ausgabe stehen keine Geheimhaltungsinteressen entgegen und sie erweist 

sich als verhältnismässig. Die dagegen erhobenen Rügen der Beschwerde-

führerin gehen fehl.  

 

 

6.  

6.1 Schliesslich befürchtet die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Spezia-

litätsprinzips. Es bestünde die Gefahr, dass die Ukraine nicht als souveräner 

und unabhängiger Staat fortbestehen könne, zu einem russischen Marionet-

tenstaat verkomme und die russische Föderation in absehbarer Zeit in den 

Besitz der hier gegenständlichen Unterlagen gelange, obwohl die Schweiz 

der russischen Föderation keine Rechtshilfe leiste. Zudem würde das 

Verfahren gegen B. in der Ukraine als öffentlicher Schauprozess geführt und 

die von der Beschwerdegegnerin an die NABU im Rechtshilfeverfahren 

RH.18.0272 betreffend die M. Ltd. übermittelten Bankunterlagen seien auf 

einem Video auf YouTube frei zugänglich, obschon darin sensible und 

geheimnisgeschützte Informationen enthalten seien. Der Produzent dieses 

Videos sei ein privates Medienunternehmen, das den YouTube-Kanal «[…]» 

professionell bewirtschafte und bereits 297 Videos aus Gerichtssälen der 

Ukraine online gestellt habe. Diese in den Videos gezeigten Unterlagen 

könnten von anderen Strafbehörden aus aller Welt in jeweiligen Strafverfah-

ren als Open-Source Information verwertet werden. Dieses Vorgehen stelle 

eine eklatante Verletzung des Spezialitätsprinzips dar und beweise, dass die 

ukrainischen Behörden die öffentliche Blossstellung von B. bzw. der Dritt-

- 17 - 

 

 

betroffenen anstreben würden. Eine Zusicherung der Einhaltung des Spezi-

alitätsprinzips seitens ukrainischer Behörden wäre vor diesem Hintergrund 

nutzlos, um die Wahrung des Spezialitätsprinzips zu garantieren. Eine 

solche Zusicherung sei auch im Verfahren RH.18.0272 abgegeben worden, 

dies habe jedoch die ukrainischen Behörden nicht daran gehindert, sich 

vollständig von den Verpflichtungen zu befreien, indem sie sensible Informa-

tionen im Internet zur Verfügung gestellt hätten (act. 1, S. 14 ff.; act. 14, 

S. 13 f.). 

 

6.2  

6.2.1 Gemäss Art. 2 lit. a IRSG wird einem Ersuchen um Zusammenarbeit in Straf-

sachen nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 

das Verfahren im Ausland den in der Europäischen Menschenrechtskonven-

tion oder im Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche 

und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) festgelegten Verfahrens-

grundsätzen nicht entspricht. Mit Art. 2 IRSG soll vermieden werden, dass 

die Schweiz durch Leistung von Rechtshilfe im Rahmen der internationalen 

Zusammenarbeit die Durchführung solcher Strafverfahren unterstützt, in 

welchen den verfolgten Personen die ihnen in einem demokratischen 

Rechtsstaat zustehenden und insbesondere durch die EMRK umschriebe-

nen Minimalgarantien nicht gewährt werden oder welche den internationalen 

Ordre public verletzen (BGE 111 Ib 138 ff., BGE 109 Ib 64 ff., BGE 108 Ib 

408 ff., ferner Urteil des Bundesgerichts A.156/1987 vom 1. Juli 1987 E. 7a). 

 

Die Rechtsprechung zur Anwendbarkeit von Art. 2 IRSG nimmt auf die Um-

stände verschiedener Fallkonstellationen Rücksicht. Auf diese Bestimmung 

kann sich demnach diejenige Person berufen, deren Auslieferung oder Über-

stellung an ein internationales Strafgericht verlangt wird (BGE 130 II 217 

E. 8.2). Juristische Personen sind gemäss gefestigter Praxis per se nicht le-

gitimiert, sich auf Art. 2 IRSG zu berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2; 129 II 268 

E. 6 m.w.H.; vgl. TPF 2016 138 E. 4.2 m.w.H.). Gemäss Rechtsprechung der 

Beschwerdekammer kann sich indes auch eine juristische Person auf Art. 2 

IRSG berufen, wenn sie selbst im ausländischen Verfahren beschuldigt ist. 

Ihre Rügemöglichkeit beschränkt sich dabei naturgemäss aber auf die Ver-

letzung des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK (TPF 2016 

138 E. 4.2 und E. 4.3; vgl. zuletzt u.a. die Entscheide des Bundesstrafge-

richts RR.2022.229 vom 12. April 2023 E. 3.3; RR.2021.202 vom 4. Ap-

ril 2023 E. 6.2.2). Dieselben Überlegungen zur Rügemöglichkeit hinsichtlich 

Art. 2 IRSG gelten bei der Anrufung von Art. 3 IRSG (BGE 133 IV 30 E. 7.3; 

Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2023.358 vom 21. März 2014 E. 7.2 

am Ende).  

- 18 - 

 

 

6.2.2 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine juristische Person mit 

Sitz in der Schweiz und somit ausserhalb des ersuchenden Staates. Sie ist 

im Strafverfahren in der Ukraine unbestrittenermassen nicht beschuldigt. Bei 

dieser Sachlage kann sie sich nicht auf eigene schützenswerte Interessen 

berufen. Ebenso wenig kommt eine Überprüfung der Ausschlussgründe 

gemäss Art. 2 IRSG von Amtes wegen nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung in Betracht, zumindest soweit es – wie vorliegend – um die Heraus-

gabe von Beweismitteln geht (Urteil des Bundesgerichts 1C_543/2023 vom 

7. März 2024 E. 4.3). Auf die sinngemässe Rüge der Beschwerdeführerin, 

die Gewährung von Rechtshilfe würde vorliegend Art. 2 IRSG verletzen, ist 

nach dem Gesagten nicht weiter einzugehen. Bereits aus diesem Grund ist 

ihr Antrag auf Beizug der Dokumente zur Funktionalität der ukrainischen Be-

hörden abzuweisen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass dem Ge-

richt nicht bekannt ist, dass das Land politisch instabil in einer Weise wäre, 

die Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Justiz hätte, obwohl sich die 

Ukraine im Krieg und damit in einer Ausnahmesituation befindet. Bis dato 

verfügen die Schweizer Behörden und auch das Bundesstrafgericht nicht 

über entsprechende Informationen. Vielmehr legt der Blick auf die Website 

der ermittelnden Behörde den Schluss nahe, dass die ukrainische Justiz sehr 

wohl operativ tätig ist (https://www.ssu.gov.ua/en). Die Beschwerdekammer 

hat denn auch seit Kriegsbeginn im Februar 2022 die Rechtshilfe an die 

Ukraine nicht grundsätzlich in Frage gestellt und ihr Rechtshilfe geleistet (vgl. 

zuletzt Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2025.28 vom 8. September 

2025 E. 4.4 m.w.H.; s.a. RR.2022.203-204 vom 27. Juni 2023 E. 9.1 und 9.2; 

RR.2022.30 vom 18. Mai 2022 E. 4.2, betreffend Leistung sog. «kleiner 

Rechtshilfe» mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 1C_81/2022 vom 

4. März 2022). Dass die Ukraine den Krieg demnächst verlieren und zum 

russischen Marionettenstaat verkommen könnte, stellt lediglich eine Mut-

massung der Beschwerdeführerin dar. Derzeit bestehen keine konkreten 

Befürchtungen hinsichtlich der Souveränität und Rechtstaatlichkeit der 

Ukraine, die der Gewährung der Rechtshilfe entgegenstehen würden.  

6.2.3 Unbehelflich erweist sich schliesslich die Befürchtung der Beschwerdeführe-

rin, wonach das Spezialitätsprinzip verletzt werden könnte. In der angefoch-

tenen Teilschlussverfügung wurde der in Fällen der vorliegenden Art übliche 

Spezialitätsvorbehalt angebracht. Die Einhaltung dieses Spezialitätsgrund-

satzes durch Staaten, welche mit der Schweiz durch einen Rechtshilfever-

trag verbunden sind, wird nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip als 

selbstverständlich vorausgesetzt, ohne dass die Einholung einer ausdrückli-

chen Zusicherung notwendig wäre (vgl. BGE 143 II 136 E. 5.2.1; 142 II 161 

E. 2.1.3; 121 I 181 E. 2c/aa; 107 Ib 264 E. 4b; zum Spezialitätsprinzip selbst: 

BGE 139 IV 137 E. 5.2.3; TPF 2008 68 E. 2.3). Vorliegend bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass die ukrainischen Behörden das Spezialitätsprinzip 

https://www.ssu.gov.ua/en

- 19 - 

 

 

bereits verletzt hätten oder sich künftig über einen solchen Vorbehalt 

hinwegsetzen würden. Jedenfalls erhellt weder aus den Akten noch wird von 

der Beschwerdeführerin konkret dargelegt, inwiefern die ukrainischen Behör-

den die fraglichen Auskünfte aus den Bankunterlagen in Verfahren für Er-

mittlungen in fiskalischen Belangen, welche dem Spezialitätsvorbehalt 

widersprechen, benützen oder als Beweismittel gegen die Beschwerdefüh-

rerin verwenden würden.  

Eine Verletzung des Spezialitätsprinzip lässt sich auch nicht gestützt auf den 

Umstand bejahen, dass die in der Ukraine geführten Strafverfahren im Inter-

net (von Privaten) veröffentlicht werden. Offensichtlich werden Strafverfah-

ren in der Ukraine öffentlich durchgeführt und anders als in der Schweiz (vgl. 

Art. 71 StPO) lässt das ukrainische Strafprozessrecht Videoaufnahmen zu. 

Allein der Umstand, dass Verhandlungen öffentlich durchgeführt und auf 

Video aufgezeichnet werden können, stellt jedenfalls keine Verletzung des 

Spezialitätsprinzips dar. Zudem erfolgte das Abfotografieren der im öffentlich 

durchgeführten Strafverfahren präsentierten Beweismittel in Kenntnis der 

Anwesenden. Ob, wie und in welchem Umfang die der Ukraine von der 

Schweiz übermittelten und nun auf YouTube ersichtlichen Bankunterlagen 

verwendet werden können, wird im ausländischen Verfahren nach ukraini-

schem Recht zu bestimmen sein. Allfällige Rügen sind im ausländischen 

Verfahren geltend zu machen.  

6.3 Andere Rechtshilfehindernisse werden nicht genannt und sind auch nicht er-

sichtlich.  

 

 

7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 

 

 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 5'000.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR), unter Anrechnung des geleisteten Kosten-

vorschusses in derselben Höhe. 

 

 

- 20 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Edition und Aktenbeizug vom 23. Juni 

2025 wird abgewiesen. 

 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 13. November 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Michael Mráz und Loris Baumgartner 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 
  

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Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).