# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69d4d782-1551-54a4-b6cf-bd3321d1b944
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.03.2012 D-5921/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5921-2009_2012-03-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5921/2009 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 

Richter Robert Galliker,  

Richter Hans Schürch,  

Richter Martin Zoller,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch (Abteilungspräsidentin);  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   Parteien 
 

A._______ B._______, geboren am [...], 

Eritrea,  

vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin,  

Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz 

 

Gegenstand 

 
Einreisebewilligung und Asyl beziehungsweise  

Familienzusammenführung (Asyl);  

Verfügung des BFM vom 12. Juni 2009  

 

 

D-5921/2009 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ist eritreische Staatsbürgerin und stammt aus 

Addis Abeba (Äthiopien), wo sie bis 1996 lebte. Im Jahr 1996 übersiedel-

te sie mit ihren Eltern nach Asmara (Eritrea). Gemäss ihren Angaben reis-

te sie am 9. September 2008 aus Eritrea in den Sudan aus und lebt seit-

her in der sudanesischen Hauptstadt Khartum.  

B.  

Mit Schreiben vom 24. November 2008 wandte sich die Beschwerdefüh-

rerin an die schweizerische Botschaft im Sudan und suchte um Asyl in 

der Schweiz nach. 

C.  

Mit Schreiben vom 1. Mai 2009 forderte das BFM die Beschwerdeführerin 

auf, ihr Gesuch mit detaillierten Angaben zu den geltend gemachten Asyl-

gründen zu ergänzen sowie Beweismittel und Identitätspapiere einzurei-

chen. 

D.  

Mit Eingabe an die schweizerische Botschaft im Sudan vom 24. Mai 2009 

machte die Beschwerdeführerin weitere Angaben zu den Gründen ihres 

Asylgesuchs. 

E.  

Mit Verfügung vom 12. Juni 2009 verweigerte das BFM die Einreise der 

Beschwerdeführerin in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Auf 

die Begründung der Verfügung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, 

in den Erwägungen eingegangen. 

F.  

Mit Schreiben an das BFM vom 9. August 2009 bevollmächtigte die Be-

schwerdeführerin ihren damaligen Verlobten, C._______ D._______, dem 

in der Schweiz Asyl gewährt wurde, als Rechtsvertreter und ersuchte um 

Einsicht in die Verfahrensakten. 

G.  

Mit Schreiben vom 14. August 2009 gewährte das BFM C._______ 

D._______ die Einsicht in die Verfahrensakten der Beschwerdeführerin. 

D-5921/2009 

Seite 3 

H.  

Mit Zustellung vom 19. August 2009 an C._______ D._______ wurde die 

Verfügung vom 12. Juni 2009 der Beschwerdeführerin eröffnet. 

I.  

Mit Eingabe ihrer heutigen Rechtsvertreterin vom 17. September 2009 

focht die Beschwerdeführerin die Verfügung des BFM beim Bundesver-

waltungsgericht an. Dabei beantragte sie, die genannte Verfügung sei 

aufzuheben, es sei ihr die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, und es 

sei ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei sie in die Flüchtlingseigenschaft 

ihres Lebenspartners einzuschliessen, und es sei ihr Asyl zu gewähren. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte sie darum, es seien ihr die unentgeltli-

che Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021) sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 2 VwVG zu gewähren. Auf die Begründung der Be-

schwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

J.  

Mit Zwischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters vom 

25. September 2009 wurden die Gesuche um unentgeltliche Prozessfüh-

rung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um unentgeltliche Rechts-

verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG gutgeheissen. Zudem wur-

de die heutige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin als amtliche An-

wältin beigeordnet. 

K.  

Mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 2009 hielt das BFM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. Davon wurde der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 

19. Oktober 2009 Kenntnis gegeben.  

L.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 7. Januar 2010 teilte die Be-

schwerdeführerin mit, sie habe am 16. Dezember 2009 im Sudan mit ih-

rem Lebenspartner C._______ D._______ - der zu diesem Zweck in den 

Sudan gereist sei - die Ehe geschlossen. Als Beweismittel reichte sie die 

Kopie einer Heiratsurkunde der eritreisch-orthodoxen Kirche in Khartum 

ein. 

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Seite 4 

M.  

Angesichts der letztgenannten Eingabe wurde das BFM mit Zwischenver-

fügung vom 22. Januar 2010 zu einer erneuten Stellungnahme ersucht. 

Mit entsprechender Vernehmlassung vom 28. Januar 2010 hielt das Bun-

desamt wiederum vollständig an seinen Erwägungen fest und beantragte 

die Abweisung der Beschwerde. Auf die entsprechenden Argumente wird, 

soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

N.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. Februar 2010 wurde der Beschwerdefüh-

rerin in Bezug auf die Vernehmlassung vom 28. Januar 2010 das Replik-

recht erteilt. 

O.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 15. Februar 2010 äusserte sich 

die Beschwerdeführerin zur zweiten Vernehmlassung des Bundesamts. 

Auf die betreffenden Vorbringen wird, soweit für den Entscheid wesent-

lich, in den Erwägungen eingegangen. 

P.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 15. März 2010 reichte die Be-

schwerdeführerin zwei Berichte über die menschenrechtliche Lage im 

Sudan sowie über die dortige Situation eritreischer Flüchtlinge ein. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden gegen Verfü-

gungen, die gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 

142.31) durch das BFM erlassen worden sind, entscheidet das Bundes-

verwaltungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend 

Personen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor 

welchem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [BGG, SR 173.110]). 

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Seite 5 

1.2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Ver-

letzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung 

des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt wer-

den (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.  

Die Beschwerdeführerin ist legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 

Art. 50 und 52 VwVG). 

3.  

Das BFM begründete die Verweigerung der Einreise in die Schweiz und 

die Ablehnung des Asylgesuchs in zweierlei Hinsicht. 

3.1. Zum einen führte das Bundesamt aus, die Beschwerdeführerin befin-

de sich im Sudan, wo sie durch das UNHCR als Flüchtling registriert wor-

den sei. Die sudanesischen Behörden hätten ihr somit Schutz und Auf-

enthalt gewährt. Den Eingaben der Beschwerdeführerin liessen sich kei-

ne konkreten Anhaltspunkte für die Annahme entnehmen, dass sie im 

Sudan gefährdet oder dort ein weiterer Verbleib nicht zumutbar wäre. 

Auch als alleinstehende Frau und Christin in einem muslimischen Umfeld 

stehe sie unter dem Schutz der sudanesischen Behörden und des 

UNHCR.  

3.2. Zum anderen stellte das Bundesamt fest, die Beschwerdeführerin er-

fülle auch die Voraussetzungen des Art. 51 AsylG in Bezug auf das Fami-

lienasyl nicht. Die Beschwerdeführerin sei weder mit C._______ 

D._______ verheiratet, noch habe sie jemals mit ihm in einer eheähnli-

chen Gemeinschaft zusammengelebt (Art. 51 Abs. 1 AsylG), noch lasse 

sich ein besonderer Grund für eine Familienvereinigung aufgrund eines 

Abhängigkeitsverhältnisses erkennen (Art. 51 Abs. 2 AsylG).  

4.  

In erster Linie ist auf die vorliegende Beschwerde unter den Gesichts-

punkten eines Asylgesuchs aus dem Ausland einzugehen. 

4.1.  

4.1.1. Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei 

einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem 

Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). 

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Seite 6 

4.1.2. Die schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person 

in der Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist 

dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertretung 

aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 

AsylV 1). Die schweizerische Vertretung überweist dem Bundesamt das 

Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylgesuch sowie weitere 

zweckdienliche Unterlagen und einen ergänzenden Bericht, der ihre Be-

urteilung des Asylgesuchs enthält (Art. 10 Abs. 3 AsylV 1). 

4.1.3. Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 

wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann 

oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. 

Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG be-

willigt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des 

Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- 

oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 

4.1.4. Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer 

Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den 

Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderli-

chen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Bezie-

hungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch ei-

nen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die prakti-

sche Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit der anderweitigen Schutzsu-

che sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmög-

lichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen der Schweizeri-

schen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15, insbesondere 

S. 131 ff., welcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen bei der 

letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat). Aus-

schlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die 

Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 

E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sin-

ne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Auf-

enthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden 

kann. 

4.2. Die Beschwerdeführerin machte im Rahmen ihrer Eingaben an die 

schweizerische Botschaft in Khartum im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Nach der Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien sei sie im Jahr 1996 mit 

ihren Eltern nach Asmara in Eritrea gezogen. In ihrem letzten Jahr an der 

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High School sei sie wie alle Schülerinnen und Schüler ihres Alters zu ei-

ner militärischen Ausbildung einberufen worden. Der Kommandant ihrer 

Einheit habe sie gezwungen, für ihn als Haushalthilfe zu arbeiten, und 

mehrmals zu vergewaltigen versucht. Nach zwei Monaten sei es ihr ge-

lungen, zu entfliehen und nach Asmara zu gelangen. Da sie befürchtet 

habe, von Angehörigen der Armee aufgespürt zu werden, habe sie sich in 

der Folge während eines Jahres in Asmara versteckt gehalten. Unbe-

kannte Personen seien regelmässig zu ihrer Familie gekommen, um sie 

zu suchen. Schliesslich habe sie auf Anraten ihres Vaters im September 

2008 Eritrea in Richtung Sudan verlassen. Im Sudan sei sie als Flüchtling 

registriert worden. Ihre Lebensumstände seien indessen schwierig, da sie 

sich unter Menschen fremder Kultur und Religion aufhalte, ohne Arbeit 

sei, ihre höhere Ausbildung nicht fortsetzen könne und in ständiger Furcht 

davor lebe, nach Eritrea zurückgeschafft zu werden. Sie wolle ihren Ver-

lobten C._______ D._______ heiraten, weshalb sie in die Schweiz zu ge-

langen beabsichtige. 

4.3. In Bezug auf die eigenen Asylgründe der Beschwerdeführerin ist zu-

nächst festzustellen, dass angesichts der geltend gemachten Flucht aus 

einer militärischen Ausbildung für Schülerinnen und Schüler der obersten 

Klasse der High School - die als solche nicht von vornherein unglaubhaft 

erscheint und möglicherweise durch die eritreischen Sicherheitskräfte als 

Desertion aufgefasst wird - nicht auszuschliessen ist, dass die Beschwer-

deführerin bei einer Rückkehr nach Eritrea einer asylrelevanten Gefähr-

dung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnte. 

4.4. Das BFM ist allerdings auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

zum Zeitpunkt ihrer Ausreise aus ihrem Heimatstaat, Eritrea, dort einer 

Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war, nicht weiter einge-

gangen, sondern hat die Ablehnung des Asylgesuchs (unter dem Aspekt 

eigener Fluchtgründe) ausschliesslich unter Hinweis auf ihren Aufenthalt 

im Sudan und ihren entsprechenden Schutzstatus begründet. Ebenso hat 

das Bundesamt bei der Prüfung der Zumutbarkeit im Sinne von Art. 52 

Abs. 2 AsylG die besondere Beziehungsnähe der Beschwerdeführerin zur 

Schweiz - was ein zentrales Abwägungskriterium bildet - nicht erwogen, 

sondern allein auf die Verfolgungssicherheit und die Existenzsicherung im 

Sudan abgestellt. Mit diesem Vorgehen hat das BFM im vorliegenden Fall 

das ihm zustehende Ermessen unterschritten und gleichzeitig die Be-

gründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG) verletzt.  

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Seite 8 

4.5. Angesichts dieser erheblichen Verfahrensmängel ist die angefochte-

ne Verfügung aufzuheben. Es wird am BFM liegen, die erforderlichen 

Schritte zu unternehmen, damit die asylrechtlich relevanten Fragen im 

vorliegenden Fall abschliessend beurteilt werden können. Dabei ist davon 

auszugehen, dass die weitere Abklärung des entsprechenden Sachver-

halts gestützt auf eine vertiefte Befragung der Beschwerdeführerin wird 

erfolgen müssen. 

5.  

5.1. Die Beschwerdeführerin hält sich in einem Drittstaat - dem Sudan - 

auf, und es stellt sich somit die zusätzliche Frage, ob der Beschwerdefüh-

rerin während der erforderlichen Abklärung des Sachverhalts im Hinblick 

auf die Prüfung ihres Asylgesuchs unter dem Aspekt von Art. 3 AsylG der 

weitere Aufenthalt in jenem Staat zuzumuten ist oder ob ihr zu diesem 

Zweck (bereits) zum jetzigen Zeitpunkt die Einreise in die Schweiz zu 

bewilligen ist.  

5.2. In diesem Zusammenhang ist zunächst bezüglich der zu prüfenden 

Beziehungsnähe der Beschwerdeführerin zur Schweiz festzuhalten, dass 

eine solche angesichts der mittlerweile erfolgten Eheschliessung mit 

C._______ D._______ zum heutigen Zeitpunkt als gegeben zu erachten 

ist.  

5.3. Mit Blick auf die Zumutbarkeit des weiteren Aufenthalts im Sudan er-

scheint zum einen keineswegs gesichert - wie von der Vorinstanz ange-

nommen - dass die Lebensbedingungen der Beschwerdeführerin im ge-

nannten Staat nicht mit einer Existenzgefährdung gleichzusetzen sind. So 

macht die Beschwerdeführerin, die im Sudan alleinstehend ist, geltend, 

dort ohne Arbeit zu sein. In Betracht zu ziehen ist ausserdem, dass die 

Beschwerdeführerin bereits seit geraumer Zeit - nämlich seit dem 

9. September 2008 - im Sudan lebt, was angesichts ihrer langjährigen 

Beziehung und mittlerweile erfolgten Eheschliessung mit C._______ 

D._______ - der in der Schweiz als Flüchtling im Sinne von Art. 3 AsylG 

anerkannt ist und entsprechend Asyl erhalten hat - und unter Berücksich-

tigung ihrer mutmasslich prekären Aufenthaltsbedingungen eine erhebli-

che persönliche Härte darstellt. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 

gemäss dem Gericht vorliegenden Berichten die Situation von registrier-

ten Flüchtlingen im Sudan im Gefolge der Sezession des Südsudans und 

der damit verbundenen politischen Konflikte erhebliche Verschlechterun-

gen erfahren hat. Unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände im 

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Seite 9 

vorliegenden Einzelfall resultiert somit der Schluss, dass der Beschwer-

deführerin der weitere Aufenthalt im Sudan nicht zugemutet werden kann.  

6.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung 

des BFM vom 12. Juni 2009 aufzuheben. Das BFM ist zudem anzuwei-

sen, der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. 

Des Weiteren ist das Bundesamt anzuweisen, nach erfolgter Einreise der 

Beschwerdeführerin deren Asylgesuch unter dem Aspekt von Art. 3 AsylG 

zu prüfen (vgl. Art. 37 AsylV 1). 

7.  

Schliesslich ist in prozessualer Hinsicht auf den mit der Replik vom 

15. Februar 2010 gestellten Antrag einzugehen, es sei der Beschwerde-

führerin Einsicht in die Asylverfahrensakten ihres Ehemannes, C._______ 

D._______, zu gewähren. Diesbezüglich ist festzustellen, dass 

C._______ D._______ anlässlich seiner Befragungen im Asylverfahren 

die (damalige) Verlobung mit der Beschwerdeführerin unerwähnt liess, 

womit nicht ersichtlich ist, inwiefern sich aus den genannten Akten mit 

Blick auf den vorliegenden Fall konkrete Anhaltspunkte hätten ergeben 

können. Zudem ist auch angesichts des Ausgangs des vorliegenden Ver-

fahrens keine entsprechende Notwendigkeit gegeben. Der Antrag ist so-

mit abzuweisen. 

8.  

8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 

8.2. Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann der obsiegen-

den Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für 

die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zu-

gesprochen werden (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Partei-

entschädigung ausserdem Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 

2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Seitens der Rechtsvertretung ist keine Kos-

tennote eingereicht worden. Auf die Nachforderung einer solchen wird in-

dessen verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden Ver-

fahren der Aufwand des Schriftenwechsels zuverlässig abgeschätzt wer-

den kann. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9-13 VGKE) ist die Parteientschädigung auf Grund der Akten auf 

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Seite 10 

Fr. 1'200.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Dieser Be-

trag ist der Beschwerdeführerin durch das BFM zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die Verfügung des BFM vom 

12. Juni 2009 wird aufgehoben. 

2. 

Das BFM wird angewiesen, die Einreise der Beschwerdeführerin in die 

Schweiz zu bewilligen. 

3. 

Das BFM wird angewiesen, nach erfolgter Einreise das Asylgesuch der 

Beschwerdeführerin im Sinne der Erwägungen zu prüfen. 

4. 

Der Antrag auf Einsicht in die Asylverfahrensakten von C._______ 

D._______ wird abgewiesen. 

5. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

6. 

Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.-- 

zugesprochen, die ihr durch das BFM zu entrichten ist. 

7. 

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die schwei-

zerische Botschaft in Khartum (Sudan). 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli 

 

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