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**Case Identifier:** 718cf76d-2393-5a52-981f-5ac94b8d5cd4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.11.2014 IV 2013/530
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-530_2014-11-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/530

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 12.11.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2014
ATSG Art. 6, Art. 7 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1, IVG Art. 4 Abs. 1 Primäre Trunksucht 
ist ausgewiesen und gilt als solche nicht als invalidisierend. 
Gesundheitsbeeinträchtigungen durch den jahrelangen Alkoholmissbrauch 
führen nicht zu einer länger dauernden Beeinträchtigung der Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 12. November 2014, IV 2013/530).

Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2014

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 12. November 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.       

A.___ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) hatte sich am 1. Dezember 

2006 bei der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 1). Als Folge einer akuten 

Pankreatitis am 18. Juli 2006 mit exokriner und endokriner Pankreasinsuffizienz hatte 

sich ein schwerer Diabetes mellitus eingestellt und er hatte rezidivierende 

Lungenembolien erlitten (IV-act. 8). Seine Erwerbstätigkeit im Fassadenbau mit 

Arbeiten auf Gerüsten war ihm in der Folge wegen des schlecht einstellbaren Diabetes 

und der erhöhten Verletzungsgefahr nicht mehr zumutbar gewesen und er hatte bei der 

IV Berufsberatung und Arbeitsvermittlung beantragt (IV-act. 1-6, 8 f., 16-2). Die IV-

Stelle hatte in der Folge erhoben, dass der Versicherte für körperlich leichte Tätigkeiten 

mit möglichst regelmässigen Pausen zur Blutzuckerkontrolle und ohne 

Verletzungsgefahr 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 16-2). Mit Vorbescheiden vom 27. und 

30. April 2007 sowie Verfügungen vom 13. Mai und 14. Juni 2007 hatte sie daher 

Ansprüche auf berufliche Massnahmen und auf Rentenleistungen der IV abgewiesen 

und ihn für die Vermittlung einer geeigneten Arbeitsstelle an das regionale 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) verwiesen (IV-act. 25 ff.). Zwar hatte der Hausarzt 

des Versicherten, Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell 

Allergologie und klinische Immunologie, mit Schreiben vom 14. Juni 2007 an die IV-

Stelle (IV-act. 32) diese Verfügungen als unverständlich bezeichnet und die IV für ihr 

Vorgehen gerügt. Da dagegen keine Beschwerde ans Versicherungsgericht gerichtet 

worden waren, waren aber beide Verfügungen rechtskräftig geworden.

B.    

B.a  Am 20. Februar 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV zum Bezug 

von Leistungen an (IV-act. 42). Sein Hausarzt hatte zuvor der IV-Stelle eine Kopie 

seines Schreibens an das Sozialamt der Gemeinde C.___ vom 16. Dezember 2012 

zugestellt (IV-act. 38), mit dem er die gesundheitliche Situation seines Patienten 

geschildert hatte. Im Bericht vom 21. Februar 2013 an die IV-Stelle (IV-act. 44-1) führte 

Dr. B.___ unter anderem aus, nach der Schulterluxation vom 2. Februar 2007 sei der 

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Versicherte trotz multipler Versuche, weiterer medizinischer Massnahmen und 

Integrationsversuche nicht mehr arbeitsfähig gewesen und erwähnte einen 

persistierenden Aethylabusus. Er legte Berichte über drei Hospitalisationen bei, nämlich 

vom 27. Mai bis 1. Juni 2011 im Spital D.___ (IV-act. 44-6 f.) wegen einer 

hyperglykämischen Entgleisung, vom 16. bis 18. Juni 2011 im Spital E.___ (IV-act. 

44-8 ff.) wegen eines generalisierten Krampfanfalls und vom 22. bis 27. Februar 2012 

im Spital D.___ (IV-act. 44-4 f.) wegen einer inkompletten Berstungsfraktur BWK 12 und 

LWK 1 mit geringer Hinterkantenbeteiligung aufgrund einer Hypoglykämie mit 

Krampfanfall und einen zugehörigen Sprechstundenbericht des Spitals vom 15. Mai 

2012 (IV-act. 44-13 f. [identisch mit IV-act. 39]), wonach der Patient nach einem 

regelrechten Heilungsverlauf zwölf Wochen nach dem Trauma völlig beschwerdefrei 

sei. Weiter ergänzte er die Unterlagen mit den Ergebnissen der Laboruntersuchungen 

vom 25. Juli 2012 und 20. Februar 2013 (IV-act. 44-2 f.). Am 19. März 2013 führte die 

Eingliederungsverantwortliche der IV im Beisein von Herrn F.___, Sozialamt C.___, ein 

Assessmentgespräch mit dem Versicherten (IV-act. 55). Dabei äusserte er, er würde 

gerne wieder arbeiten, könne sich dies jedoch nur von zuhause aus vorstellen (IV-act. 

55-3). Anlässlich des IV-Stellen-internen Strategiegesprächs vom 22. April 2013 (IV-act. 

53), unter Mitwirkung des fallbefassten Arztes vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 

der IV Ostschweiz, Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin FMH und zertifizierter 

medizinischer Gutachter (SIM), wurde festgehalten, dass beim Versicherten unter den 

aktuellen Umständen (Alkohol) aus medizinischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit gegeben 

sei, dass kein Eingliederungspotential vorliege und berufliche Massnahmen somit nicht 

angezeigt seien. Dies wurde dem Versicherten am 13. Mai 2013 schriftlich mitgeteilt 

(IV-act. 59).

B.b  In der Folge wurde der allfällige Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft. Nach 

einer Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. G.___ vom 27. Mai 2013 (IV-act. 60) wurden 

dem Hausarzt Fragen gestellt und bei ihm weitere Berichte einverlangt (IV-act. 61). Mit 

seinem Kurzbericht vom 31. Mai 2013 (IV-act. 63-1) reichte er den Bericht des Spitals 

H.___ vom 28. Januar 2011 über den stationären Alkoholentzug vom 4. bis 10. Januar 

2011 (IV-act. 63-6 f.), den Austrittsbericht des Zentrums I.___ für Suchttherapie und 

Rehabilitation vom 21. Juli 2011 (IV-act. 63-2 ff.) über die stationäre Rehabilitation vom 

10. Januar bis 30. Juni 2011 sowie sein Überweisungsschreiben vom 24. November 

2012 (IV-act. 63-8) an Dr. med. J.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH ein. Am 

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3. Juli 2013 verwies Dr. B.___ auf den schlechter werdenden Gesundheitszustand des 

Versicherten, berichtete über einen Knoten in der Lunge und das Ausspucken von Blut 

(IV-act. 65-1) und legte die aktuellen Laborbefunde bei (IV-act. 65-5 ff.). Dr. J.___ 

berichtete der IV-Stelle am 12. Juli 2013 (IV-act. 67) mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit die psychiatrischen Diagnosen einer chronischen Alkoholabhängigkeit 

mit ständigem Substanzmissbrauch ICD-10: F10.25 und eines Status nach Entzugs- 

und Gelegenheitsanfällen ICD-10: F10.31. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit erwähnte er einen Status nach chronisch rezidivierender Pankreatitis, 

exokrine und endokrine Pankreasinsuffizienz. Er hielt fest, der Versicherte habe nach 

drei Konsultationen (zwischen 11. Dezember 2012 und 21. Januar 2013) zwei weitere 

Termine abgesagt und die Behandlung abgebrochen. Als zukünftige Therapie empfehle 

er den Entzug und eine antidepressive Einstellung. Dr. med. K.___, Oberärztin 

Radiologie am Spital D.___, erhob bei Computertomogrammen (CT) am 8. Juli 2013 im 

Schädel keine signifikanten Befunde, im Thorax und Abdomen jedoch verschiedene 

Hinweise auf Gesundheitsbeeinträchtigungen des Brustfells, der Lunge, der Leber und 

der Bauchspeicheldrüse (IV-act. 68). In der Folge beurteilte RAD-Arzt Dr. G.___ die 

medizinische Situation am 16. August 2013 abschliessend (IV-act. 69). Er betonte, dass 

alle Gesundheitsschäden, unter denen der Versicherte leide, und die daraus 

resultierende Arbeitsunfähigkeit auf den übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen 

seien. Unter Abstinenz habe er demgegenüber eine hervorragende Arbeitsmoral 

bewiesen und sowohl in quantitativer wie in qualitativer Hinsicht eine praktisch normale 

Leistung erbracht, wie sich aus dem Bericht des Zentrums für Suchttherapie und 

Rehabilitation I.___ (IV-act. 63-2 ff.) ergebe. Nach Ausblenden der Suchtanteile würde 

somit eine volle Arbeitsfähigkeit und keine Invalidität resultieren (IV-act. 69-2). Mit 

Vorbescheid vom 21. August 2013 und Verfügung vom 8. Oktober 2013 wies die IV-

Stelle daher einen Anspruch des Versicherten auf eine Rentenleistung der IV ab (IV-act. 

72 f.).

C.       

C.a  Dagegen richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 21. Oktober 2013 (act. 

G 1; gemäss act. G 1.3 Postaufgabe am 22. Oktober 2013). Zur Begründung führte er 

an, die IV behaupte, dass er aus versicherungsmedizinischer Sicht zu 100% 

erwerbsfähig sei und dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. Ausser 

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einem kurzen temporären Versuch während drei Monaten im Jahr 2011 habe er wegen 

verschiedener Krankheiten jedoch seit 2007 nie arbeiten können. Im beiliegenden 

Attest hatte Dr. B.___ seinem Patienten am 19. Oktober 2013 verschiedene 

Gesundheitsbeeinträchtigungen trotz der Abstinenz bescheinigt, und solche aufgelistet, 

die er nicht auf die Alkoholabhängigkeit zurückführte (act. G 1.2). Der Hausarzt war 

daher zum Schluss gekommen, die Behauptung, dass bei einer vollen Alkoholabstinenz 

eine 100%ige Erwerbstätigkeit zumutbar sei, entspreche ganz offensichtlich nicht den 

Tatsachen. Dasselbe Attest reichte Dr. B.___ dem Versicherungsgericht am 

25. Oktober 2013, zusammen mit verschiedenen Berichten von ihm, auch direkt ein 

(act. G 3).

C.b  Da der Beschwerdeführer wegen einer Lungenkrankheit intensivmedizinisch 

betreut werden musste (act. G 4; ärztliches Attest Dr. B.___ vom 8. November 2013, 

act. G 6), füllte seine Schwester, L.___, in seiner Vertretung das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege aus (act. G 7). Auf dem damit eingereichten Attest vom 

8. November 2013 hatte Dr. B.___ am 18. November 2013 handschriftlich angefügt: 

"Aktuell immer noch auf Intensivstation des Kantonsspitals St. Gallen! Sehr, sehr krank, 

wegen einer Lungenerkrankung!" (act. G 7.1). Am 25. November 2013 wurde dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und er wurde für das 

Verfahren vor Versicherungsgericht von den Gerichtskosten befreit (act. G 9).

C.c  Mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2014 beantragte der Rechtsdienst der 

SVA die Abweisung der Beschwerde (act. G 12). Zur Begründung führte die zuständige 

Rechtsanwältin aus, mit den Berichten des RAD vom 27. Mai 2013 (IV-act. 60) und vom 

16. August 2013 (IV-act. 69) sei klar dargelegt, dass beim Beschwerdeführer von einer 

primären, isolierten Sucht auszugehen sei, und dass sämtliche gesundheitlichen 

Beschwerden auf seinen exzessiven Alkoholkonsum zurückzuführen seien. Bei 

Einhaltung einer Alkoholabstinenz würden sich diese soweit zurückbilden, dass er 

wieder uneingeschränkt arbeitsfähig wäre.

C.d  Auf die Aufforderung vom 21. Februar 2014 an den Beschwerdeführer, im Sinn 

einer Replik zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen (act. G 13), reichte Dr. B.___ 

am 17. März 2014 den Bericht der Klinik für Pneumologie im Departement Innere 

Medizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Januar 2014 über die Hospitalisation des 

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Beschwerdeführers vom 4. November bis 12. Dezember 2013 (act. G 14.1) und erneut 

sein Attest vom 19. Oktober 2013 ein. In seinem Begleitschreiben führte der Hausarzt 

aus (act. G 14), anschliessend an den Aufenthalt im Kantonsspital St. Gallen sei sein 

Patient noch in der Klinik M.___ hospitalisiert gewesen. Die Argumentation der IV sei für 

ihn medizinisch unverständlich und die schwere, massiv lebensbedrohende 

Lungenerkrankung nicht durch einen Alkoholmissbrauch erklärbar. Aktuell sei eine 

weitere Arbeitsfähigkeit illusorisch.

C.e  Als Duplik (act. G 16) reichte der Rechtsdienst der SVA am 3. April 2014 die 

Stellungnahme des RAD vom 31. März 2014 ein (act. G 16.1), die neben dem Bericht 

der Klinik für Pneumologie am Kantonsspital St. Gallen vom 6. Januar 2014 (act. 

G 14.1) auch den neu eingeholten vom 25. März 2014 über die dortige Untersuchung 

des Beschwerdeführers am 12. März 2014 berücksichtigte. Dr. G.___ führte aus, die 

seit Juli 2013 bekannte Pneumonie des Beschwerdeführers mit konsekutivem Acute 

Respiratory Distress Syndrome (ARDS) sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ebenfalls auf den Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Es sei daher weiterhin davon 

auszugehen, dass sämtliche gesundheitlichen Einschränkungen bei diesem 

Versicherten auf den Alkoholkonsum zurückzuführen seien. Nachdem er sich unter 

strikter Alkoholabstinenz bereits früher sehr gut habe erholen können, treffe dies 

aufgrund der aktuellen Angaben des Kantonsspitals St. Gallen zurzeit in noch 

grösserem Ausmass zu. Gestützt auf diese Ausführungen hielt der Rechtsdienst der 

SVA am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.

C.f   Der Beschwerdeführer nutzte die Gelegenheit, sich zur Duplik und vor allem zu 

Stellungnahme von Dr. G.___ vom 31. März 2014 (act. G 16, G 16.1) zu äussern, nicht. 

Der Schriftenwechsel wurde daher abgeschlossen (act. G 17).

D.       

Da der Bericht vom 25. März 2014 der Klinik für Pneumologie am Kantonsspitals 

St. Gallen dem Versicherungsgericht mit der Duplik nicht eingereicht worden war 

forderte die instruierende Gerichtsschreiberin am 8. September 2014 die zuständige 

Rechtsanwältin vom Rechtsdienst der SVA auf, dies nachzuholen. Eine Kopie des 

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genannten Berichts wurde dem Beschwerdeführer ebenfalls am 8. September 2014 zur 

Kenntnisnahme zugestellt (act. G 18).

E.       

Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.        

Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen ist, alle 

Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers seien auf seinen 

Alkoholmissbrauch zurückzuführen und ohne denselben wäre ihm eine 100%ige 

Erwerbstätigkeit zumutbar, weshalb aus IV-rechtlicher Sicht weder ein invalidisierender 

Gesundheitsschaden noch eine Erwerbsunfähigkeit vorliege und kein Anspruch auf 

Rentenleistungen bestehe

2.        

2.1   Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver­

sicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss 

Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 

Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder 

Unfall sein. Alkoholismus begründet (wie auch Medikamentenmissbrauch und 

Drogensucht) nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 

2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) keine Invalidität im Sinne des 

Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst 

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bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren 

Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender 

Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines 

körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert 

zukommt (vgl. BGE 124 V 268 E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99, E. 2a; Urteile des 

Bundesgerichts vom 23. Mai 2014, 8C_906/2013, E. 2.2 und vom 10. April 2013, 

9C_701/2012, E. 2 mit weiteren Hinweisen). Trifft dies nicht zu, ist 

invalidenversicherungsrechtlich und im Zusammenhang mit der generell in der 

Sozialversicherung geltenden Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 7 IVG sowie BGE 

117 V 278 E. 2b; 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 

2011, 9C_916/2010, E. 2.2) von der Zumutbarkeit abstinenten Verhaltens auszugehen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 2. November 2011, 9C_213/2011, E. 4.4.2, und 

vom 15. April 2008, 9C_395/2007, E. 2.3, wonach auch durch den Alkoholkonsum 

induzierte psychiatrische Störungen reversibel und daher unbeachtlich sind). Dies 

schliesst die Annahme einer längere Zeit dauernden Arbeitsunfähigkeit aus (Urteil des 

Bundesgerichts vom 2. November 2011, 9C_213/2011, E. 4.4.2), wobei 

Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 ATSG als durch die Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 

Unfähigkeit definiert wird, im bisherigen Beruf (oder Aufgabenbereich) - bei langer 

Dauer auch in einem andern Beruf (oder Aufgabenbereich) - zumutbare Arbeit zu 

leisten. Die Diagnose einer Sucht oder Suchtmittelabhängigkeit lässt nämlich nicht 

schon darauf schliessen, dass der versicherten Person eine Abstinenz nicht mehr 

möglich wäre; ebenso wenig ist Suchtmittelabhängigkeit notwendigerweise mit Arbeits- 

oder Erwerbsunfähigkeit verbunden (für Drogensucht vgl. die Entscheide des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 22. Juni 2001, AHI 2002 S. 30, I 454/99, 

E. 2a, und vom 31. Januar 2000, SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7, I 138/98, E. 4b).

2.2   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

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Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach 

haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Nach der 

Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im 

Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu 

entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge 

Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen sind. Ein Anspruch auf eine versicherungsexterne 

Begutachtung besteht gemäss Rechtsprechung nicht (BGE 135 V 465; Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1).

3.       

3.1   Laut Bericht von Dr. J.___ vom 12. Juli 2013 (IV-act. 67) litt der Beschwerdeführer 

Ende 2012/Anfang 2013 unter einer chronischen Alkoholabhängigkeit mit ständigem 

Substanzmissbrauch (ICD-10: F10.25) und wies einen Status nach Entzugs- und 

Gelegenheitsanfällen (ICD-10: F10.31) auf. Beide Diagnosen - und ausschliesslich 

diese - würden sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Als Diagnosen ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach chronisch rezidivierender 

Pankreatitis, exokrine und endokrine Pankreasinsuffizienz (IV-act. 67-1). Andere 

Beeinträchtigungen führte er nicht auf. Der Psychiater befand den Patienten für 

bewusstseinsklar und allseitig orientiert und erhob eingeschränktes 

Realitätsbewusstsein und Kritikfähigkeit. Im kognitiven Ablauf sei er verlangsamt mit 

reduzierter Konzentration und Merkfähigkeit, weise "Löcher" im Langzeitgedächtnis auf 

und sei leichtgradig depressiv herabgestimmt, nicht krankheitseinsichtig und 

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veränderungsbereit. Die Fragen nach den bestehenden körperlichen, geistigen und 

psychischen Einschränkungen beantwortete Dr. J.___ mit reduzierter körperlicher, 

kognitiver und affektiver Belastbarkeit und führte aus, das Ausmass könne erst nach 

Abstinenzaufbau beurteilt werden. Er betonte die Wichtigkeit einer Tagesstruktur und 

einer einfachen Beschäftigung, da der Patient alleinstehend sei (IV-act. 67-2 f.).

3.2   In den Akten findet sich nicht der geringste Hinweis, wonach die Trunksucht des 

Beschwerdeführers Folge eines (physischen oder) psychischen Gesundheitsschadens 

sein sollte. Weder der Beschwerdeführer selbst noch sein ihn auch in 

versicherungsrechtlichen Belangen unterstützender Hausarzt bringen entsprechende 

Äusserungen vor. Laut Bericht des Spitals H.___ vom 28. Januar 2011 (IV-act. 63-6 f.) 

betrieb der Beschwerdeführer seit 13 Jahren, mithin seit zirka 1997 bzw. ungefähr seit 

seinem 2_sten Lebensjahr und damit deutlich erst im Erwachsenenalter chronischen 

Alkoholmissbrauch. Eine Vorerkrankung - (physischer oder) psychischer Natur - wird 

nicht rapportiert. Die Folgerung von RAD-Arzt Dr. G.___ in seiner Stellungnahme vom 

16. August 2013 (IV-act. 69-2), der chronische Alkoholismus des Beschwerdeführers 

sei als Ausdruck einer isolierten Sucht zu betrachten, ist daher nachvollziehbar und 

trifft zu.

4.        

Bleibt die Frage zu beantworten, ob im Zeitpunkt der Verfügung die physischen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers dauerhaft 

reduzierten und allenfalls in der Folge eine Erwerbsunfähigkeit bewirkten

4.1     

4.1.1         Dr. B.___ führte im Bericht vom 21. Februar 2013 (IV-act. 44-1) als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine inkomplette Berstungsfraktur 

BWK12 und LWK1 am 22. Februar 2012 bei rezidivierenden generalisierten 

Krampfanfällen, sowohl bei Hyper- wie bei Hypoglykämien, einen Diabetes mellitus 

infolge einer akuten Pankreatitis am 18. Juli 2006 mit exokriner und endokriner 

Pankreasinsuffizienz, rezidivierende Lungenembolien gemäss Abklärungen Spital D.___ 

und eine Schulterluxation rechts am 2. Februar 2007 an und hielt fest, seit der 

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komplizierten Schulterverletzung mit Komplikationen habe der Patient nicht mehr auf 

dem Bau und anderswo arbeiten können. Diese Diagnosen werden auch in anderen 

medizinische Berichten genannt (IV-act. 39, 44-4, 44-6 44-8), es kann jedoch nicht 

ohne Weiteres nachvollzogen werden, dass sie die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers dauernd beeinträchtigen.

4.1.2         Laut dem Sprechstundenbericht von N.___, Assistenzärztin Chirurgie/

Orthopädie, und Dr. med. O.___, Oberarzt Chirurgie, Spital D.___, vom 15. Mai 2012 

(IV-act. 39) war die Berstungsfraktur BWK12 und LWK1 regelrecht verheilt und der 

Patient zwölf Wochen nach dem Trauma völlig beschwerdefrei. Dr. K.___ hatte im CT 

vom 8. Juli 2013 (IV-act. 68) Schmorlsche Knorpelknötchen der distalen 

Brustwirbelsäule (BWS) und eine Deckplattenhernierung des leicht höhengeminderten 

BWK12 erhoben. Diese Befunde beurteilte die Radiologin als Status nach alter 

Deckplattenfraktur BWK12 und LWK1. Eine dadurch bedingte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist im Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 

20. Februar 2013 (IV-act. 42) bzw. der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober 2013 

(IV-act. 73) nicht dokumentiert und die Einordnung der Diagnose bei denjenigen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit daher nicht plausibel.

4.1.3         Zum Diabetes mellitus führte der Hausarzt im Anschluss an seine Angaben 

zur Arbeitsfähigkeit aus, der Patient benötige keine Therapie (IV-act. 44-1). Somit fiel 

das mehrmals täglich notwendig gewesene Spritzen von Insulin weg und ist ein 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht mehr ersichtlich. Hyper- und Hypoglykämien, wie 

am 27. Mai 2011 und am 16. Juni 2011 dokumentiert (IV-act. 44-6 ff.; von den Ärzten 

am Spital D.___ wird zusätzlich auch ein Status nach hypoglykämischem Koma 

10/2007 erwähnt), sollten bei wieder im Normbereich befindlichen Blutzuckerwerten 

nicht vorkommen und sind nach Juni 2011 auch nicht dokumentiert. Die belegten 

Vorfälle vom 27. Mai 2011 und 16. Juni 2011 hatten zu kurzen Hospitalisationen geführt 

(27. Mai bis 1. Juni 2011, IV-act. 44-6 und 16. bis 18. Juni 2011, IV-act. 44-8) und 

neben den damals noch nötigen Insulininjektionen keine (weitere) Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit verursacht. (Anlässlich der Hospitalisation vom 4. November 2013 bis 

12. Dezember 2013 wegen der Lungenkrankheit musste auch die Behandlung des 

Diabetes wieder aufgenommen werden [Insulinpräparate und Substitution der 

Pankreasenzyme mit Creon; act. G 14.1, G 18].)

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4.1.4         Im Austrittsbericht vom 10. Juni 2011 (IV-act. 44-6) führten Assistenzarzt 

P.___ und Oberarzt Dr. med. Q.___, Spital D.___, einen Status nach Lungenembolie im 

Juli 2006 mit vorübergehend oraler Antikoagulation an. Diese Angabe wiederholten 

Dr. med. R.___, Spitalfachärztin, und S.___, Oberarzt Orthopädie, Spital D.___, im 

Austrittsbericht vom 27. Februar 2012 nach der Hospitalisation wegen der 

Wirbelkörper-Berstungsfrakturen (IV-act. 44-4). Auch diesbezüglich ist damit im 

Zeitpunkt der Berichterstattung durch den Hausarzt (21. Februar 2013, IV-act. 44-1) 

keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (mehr) 

nachvollziehbar.

4.1.5         Zwar hatte Dr. B.___ die "komplizierte Schulterverletzung mit 

Komplikationen" als Grund für die seit Februar 2007 anhaltende Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers angegeben. Als Diagnose gab er im Bericht vom 21. Februar 2013 

jedoch lediglich eine "Schulterluxation rechts am 2. Februar 2007" an (IV-act. 44-1). Bei 

den Röntgenaufnahmen vom 16. Juni 2011 am Spital E.___ (IV-act. 44-11; nach einem 

generalisierten Krampfanfall mit Sturz und Kopfanprall) waren im Humeruskopf zwei 

erheblich verbogene, ungebrochene Schrauben ohne Hinweise auf Lockerung bei 

normaler Artikulation des rechten Schultergelenks dokumentiert worden. Weitere 

Hinweise zur dadurch nachgewiesenen früheren Fraktur des Humeruskopfes finden 

sich im Bericht des Spitals E.___ vom 18. Juni 2011 (IV-act. 44-8 ff.) keine. Ein Status 

nach Humerusfraktur und/oder Schulterluxation rechts im Februar 2007 mit dadurch 

bedingter Einschränkung der Schulterbeweglichkeit und/oder -belastbarkeit wird auch 

in keinem der nach 2007 verfassten und der IV-Stelle eingereichten Berichte erwähnt, 

nicht einmal im Austrittsbericht von Dr. R.___ und Oberarzt S.___, Departement 

Chirurgie und Orthopädie des Spitals D.___, vom 27. Februar 2012 (IV-act. 44-4 f. zum 

Spitalaufenthalt wegen der Wirbelkörper-Berstungsfraktur), wohin Dr. B.___ seinen 

Patienten am 2. Februar 2007 zur Behandlung der Schulterverletzung überwiesen hatte 

und wo daher solche Einschränkungen hätten aktenkundig sein müssen (IV-act. 17-7). 

Ende 2010 war der Beschwerdeführer auch bei der Arbeitslosenversicherung zum 

Bezug von Leistungen angemeldet und laut dem Formular Meldeverfahren ALV-IV-MV-

UV-BV vom 2. Dezember 2010 zahlte ihm diese offenbar auch Leistungen aus (IV-act. 

36; bis zur Aussteuerung per 31. März 2011, vgl. IV-act. 56). Diese Tatsache ist ein 

Indiz dafür, dass er zu jener Zeit vermittlungsfähig und damit arbeitsfähig war (vgl. 

Art. 15 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

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Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0] in 

Verbindung mit Art. 8 AVIG). Während der Entzugsbehandlung vom 10. Januar bis 

30. Juni 2011 im Zentrum I.___ arbeitete er zudem während knapp sechs Monaten 

handwerklich in der Holzwerkstatt und gab dabei den Berichtenden keinen Anlass, im 

Austrittsbericht (IV-act. 63-2 ff.) irgendeine Einschränkung durch eine frühere 

Schulterverletzung zu erwähnen. Ausser dem Hinweis von Dr. B.___ im Bericht vom 

21. Februar 2013 (IV-act. 44-1), seit der komplizierten Schulterverletzung mit 

Komplikationen habe der Patient nicht mehr auf dem Bau und anderswo arbeiten 

können, den er mit der Diagnose lediglich einer Schulterluxation rechts am 2. Februar 

2007 selbst in Frage stellte, ist somit keinerlei quantitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit durch die Schulterverletzung aktenkundig. Eine solche ist daher trotz 

des Hinweises des Hausarztes nicht plausibel.

4.1.6         Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass für keine der Diagnosen "mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit" (Berstungsfraktur BWK12 und LWK1, 

rezidivierende generalisierte Krampfanfälle, Diabetes mellitus, Lungenembolie, 

Schulterverletzung), die der Hausarzt in seinem Bericht vom 21. Februar 2013 anführte 

(IV-act. 44-1), eine länger dauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit überwiegend 

wahrscheinlich ausgewiesen ist.

4.2   Bleiben die weiteren Gesundheitsbeeinträchtigungen auf ihre allfälligen 

Auswirkungen

auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen:

4.2.1         Nach der akuten Pankreatitis vom Juli 2006 (IV-act. 8, 17-5) hatte sich eine 

chronische Pankreatitis entwickelt. Diese wurde anlässlich des stationären körperlichen 

Entzugs im Spital H.___ vom 4. bis 10. Januar 2011 durch die Abdomensonographie 

vom 7. Januar 2011 bestätigt (IV-act. 63-6 f.). Bei letzterer zeigten sich auch eine 

Hepasteatose mit beginnender Gefässrarifizierung und ein Meteorismus bei 

stuhlgefüllten Darmschlingen (IV-act. 63-7). In der persönlichen Anamnese führten die 

Ärztinnen und Ärzte des Spitals H.___ neben dem chronischen Alkoholabusus mit 

Alkoholentzugsanfällen aktuell und 05/2006, einem Status nach akuter Pankreatitis 

2006 mit passagerem pankreatoprivem Diabetes mellitus und seither eine chronische 

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Pankreatitis mit endokriner und exokriner Pankreasinsuffizienz sowie einem Status 

nach Lungenembolie 07/2006 zusätzlich einen Nikotinabusus mit zirka 25 pack/years 

und eine Kreuzbandplastik am linken Knie 1997 auf (IV-act. 63-6). Von keiner der 

genannten Diagnosen ist eine namhafte dauernde und im Zeitpunkt der Neuanmeldung 

vom 20. Februar 2013 (IV-act. 42) bzw. der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober 

2013 (IV-act. 73) noch bestehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen 

(vgl. zu einzelnen Diagnosen auch vorstehende Erwägung 4.1).

4.2.2         Im CT vom 8. Juli 2013 (IV-act. 68) konnten keine Anhaltspunkte für die 

befürchtete Tuberkulose gefunden werden. Die Befunde an Brustfell, Leber und 

Bauchspeicheldrüse waren im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht 

behandlungsbedürftig und eine dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit wurde nicht 

attestiert.

4.2.3         Eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ist einzig durch seine 

Lungenerkrankung plausibel gemacht worden, wobei Dr. B.___ erstmals im Bericht 

vom 3. Juli 2013 an die IV-Stelle (IV-act. 65-1) entsprechende Hinweise machte: "Im 

Röntgenbild zeigt er nun auch noch einen Knoten in der Lunge und spuckt Blut." Im CT 

vom 8. Juli 2013 wurde ein ausgeprägtes Lungenemphysem festgestellt (IV-act. 68). Im 

Attest vom 19. Oktober 2013, das er dem Gericht einreichte (act. G 3), hielt der 

Hausarzt allerdings fest, inzwischen habe der Patient sich wieder einigermassen erholt. 

Mit Replik und Duplik bzw. auf Nachfrage der instruierenden Gerichtsschreiberin 

wurden die Berichte der Klinik für Pneumologie am Kantonsspital St. Gallen 

(Departement Innere Medizin) vom 6. Januar 2014 (act. G 14.1) und vom 25. März 2014 

(act. G 18) sowie deren Interpretation durch RAD-Arzt Dr. G.___ vom 31. März 2014 

(act. G 16.1) eingereicht. Aus diesen Unterlagen ergibt sich, dass der 

Beschwerdeführer im Juni 2013 an einer Pneumonie erkrankte, in deren Folge es zu 

verschiedenen Komplikationen kam, als schwerste zu einem Acute Respiratory Distress 

Syndrome (ARDS, act. G 14.1). Hospitalisiert wurde der Beschwerdeführer am 

4. November 2013 zunächst wegen eines Pneumothorax rechts und einer schweren 

Malnutrition mit Kachexie (Diagnosen 3 und 6 im Bericht der Klinik für Pneumologie 

vom 6. Januar 2014, act. G 14.1). RAD-Arzt Dr. G.___ attestierte dem 

Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 31. März 2014 (act. G 16.1) wegen der 

Pneumonie und deren Folgen eine volle Arbeitsunfähigkeit von Juni 2013 bis zum 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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Abschluss der Rehabilitation in der Klinik M.___, welche laut Dr. B.___ bis zum 

9. Januar 2014 gedauert hatte (vgl. Schreiben vom 17. März 2014, act. G 14). Bei der 

Verlaufskontrolle vom 12. März 2014 erhob Dr. med. T.___, Klinik für Pneumologie, 

einen deutlich verbesserten Allgemeinzustand des Patienten, der seinerseits keinerlei 

Beschwerden angab (vgl. Bericht vom 25. März 2014, act. G 18). Er habe auch wieder 

eine Tätigkeit aufgenommen, die ihm das Sozialamt vermittelt habe. Das Gericht 

überprüft zwar den Sachverhalt nur bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung; im 

vorliegenden Fall mithin bis zum 8. Oktober 2013 (IV-act. 73). Da die Arbeitsunfähigkeit 

des Beschwerdeführers wegen der Erkrankung an einer Pneumonie im Juni 2013 im 

Verfügungszeitpunkt angehalten hatte bzw. im Oktober 2013 nur eine kurzzeitige, 

vorübergehende Besserung eingetreten war (vgl. act. G 3 f.), ist es ausnahmsweise 

gerechtfertigt, den Krankheitsverlauf bis im März 2014 in die Beurteilung 

einzubeziehen. Mit dem Bericht von Dr. T.___ vom 25. März 2014 (act. G 18) zeigte 

sich, dass der Beschwerdeführer auch durch die Pneumonie und deren Folgen nicht 

dauerhaft in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wurde und diese durch die 

vorübergehende Behandlung am Kantonsspital St. Gallen und die anschliessende 

Rehabilitation in der Klinik M.___ wiedererlangt hatte. Dies hielt auch RAD-Arzt 

Dr. G.___ in seiner Stellungnahme vom 31. März 2014 fest (act. G 16.1). Fehlt es als 

Folge der Lungenerkrankung an einer länger dauernden Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit, ist erst recht keine Erwerbsunfähigkeit gegeben (vgl. Erwägung 2.1). 

Auch im Licht der Entwicklung der Lungenkrankheit und der dadurch bedingten 

vorübergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erweist sich daher die einen 

Rentenanspruch abweisende Verfügung vom 8. Oktober 2013 im Ergebnis als richtig.

4.3   Die Arbeit auf dem Bau war dem Beschwerdeführer zwar in der Folge der akuten 

Pankreatitis vom Juli 2006 und des dadurch bedingten Diabetes mellitus mit 

Insulinpflicht sowie wegen der Blutverdünnung, die vorübergehend wegen der 

Lungenembolie notwendig geworden war (IV-act. 8, 17-5, 44-6, 44-4), nicht mehr 

zumutbar. Eine Tätigkeit mit leichter bis mittelschwerer körperlicher Belastung blieb 

ihm 2007 zumutbar (IV-act. 16-2). Bei der Neuanmeldung im Februar 2013 bestand 

weder die Insulinpflicht noch musste weiterhin eine Blutverdünnung durchgeführt 

werden. Zwar waren die Folgen der Schulterverletzung vom 2. Februar 2007 

hinzugekommen (vgl. Erwägung 4.1.5, IV-act. 17-7, 44-1, 44-11) und hatte er am 

22. Februar 2012 an BWK12 und LWK1 eine inkomplette, wieder abgeheilte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Berstungsfraktur erlitten (IV-act. 44-4 f., 39). Für die physischen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen, die im Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 20. Februar 

2013 (IV-act. 42) bzw. der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober 2013 (IV-act. 73) 

nachgewiesen sind, ist keine namhafte, andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

dokumentiert. Während der Zeit im Zentrum I.___ - mithin als er abstinent lebte - 

arbeitete der Beschwerdeführer gemäss Austrittsbericht vom 21. Juli 2011 (IV-act. 

63-2 ff.) motiviert und engagiert in der Holzwerkstatt, hielt sich dabei gut an Regeln und 

Rahmenbedingungen, zeigte sich stets offen für Neues und lernte die Arbeitsprozesse 

schnell. Beim Bemalen von Holzinstrumenten in den letzten Wochen seiner 

Langzeittherapie zeigte sich seine grosse Erfahrung im Zeichnen und Malen und er 

genoss es sichtlich, seine Ressourcen in die Arbeit einbringen zu können (IV-act. 63-4). 

Sowohl diese Phase mit Abstinenz, als auch die Behandlung der Lungenerkrankung in 

der zweiten Jahreshälfte 2013 und bis im März 2014 (act. G 14.1, G18) offenbarte, dass 

dem Beschwerdeführer abstinentes Verhalten möglich und zumutbar ist und sich sein 

Gesundheitszustand bei Einhaltung desselben sehr gut erholen kann (vgl. IV-act. 

63-2 ff., act. G 18). Weiter zeigte sich, dass die teilweise irreversiblen Auswirkungen 

des jahrelangen Alkoholmissbrauchs auf seine Gesundheit (besonders die chronische 

Pankreatitis und Pankreasinsuffizienz mit konsekutivem Diabetes und erneuter 

Insulinpflicht ab Ende 2013) unter abstinentem Verhalten seine Arbeits- und 

Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich beeinträchtigen (vgl. act. G 18, G 16.1).

4.4   Die Annahme einer vollen Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers und in der 

Folge die Ablehnung eines Anspruchs auf eine Rente der IV erweist sich damit zum 

Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung als rechtens. Bei einer allfälligen 

Neuanmeldung des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug genügt eine 

Aktenbeurteilung durch den RAD jedoch nicht mehr als Entscheidgrundlage. Die 

Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers wären dannzumal mittels 

Begutachtung abzuklären.

5.        

5.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 21. Oktober 2013 

abzuweisen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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5.2   Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Angemessen erscheinen Gerichtskosten von Fr. 600.--. Diese sind dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da ihm am 25. November 2013 die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, ist er jedoch von deren Bezahlung zu befreien. Wenn es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der vom 

Staat entschädigten Gerichtskosten verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer wird im Sinn der Erwägungen von der Bezahlung der

Gerichtskosten von Fr. 600.-- befreit.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2014
	ATSG Art. 6, Art. 7 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1, IVG Art. 4 Abs. 1 Primäre Trunksucht ist ausgewiesen und gilt als solche nicht als invalidisierend. Gesundheitsbeeinträchtigungen durch den jahrelangen Alkoholmissbrauch führen nicht zu einer länger dauernden Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. November 2014, IV 2013/530).

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