# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c513982-dafb-5312-a9c1-fa0e4e1b4dce
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2008 D-5735/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5735-2008_2008-10-10.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5735/2008
law/mah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
Zentrum für Asylsuchende Sonnenhof,(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 4. September 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5735/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der  Beschwerdeführer,  eigenen Angaben zufolge ein  nigeriani-
scher  Staatsbürger  der  Ethnie  Igbo aus Z._______ (Imo State),  am 
9. März 2008 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass das BFM am 19. März 2008 im Empfangs- und Verfahrenszent-
rum (EVZ) Vallorbe die Personalien des Beschwerdeführers erhob und 
ihn summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen für das Verassen 
des Heimatlandes befragte, und ihn am 14. April 2008 einlässlich zu 
den Asylgründen anhörte,

dass das BFM mit  Verfügung vom 4. September 2008 in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 
die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordne-
te,

dass  der  Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom  9. September 2008 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsge-
richt  sinngemäss Beschwerde erhob,  in  der  Eingabe jedoch die  Be-
gehren und deren Begründung fehlten,

dass der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts mit Verfü-
gung vom 15. September 2008 den Beschwerdeführer zur Beschwer-
deverbesserung und zur  Bezahlung eines Kostenvorschusses auffor-
derte,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. September 2008 die 
Beschwerdeverbesserung  beim  Bundesverwaltungsgericht  einreichte 
und beantragte,  die Verfügung des BFM sei  aufzuheben, die Flücht-
lingseigenschaft sei anzuerkennen, es sei Asyl zu gewähren, die Un-
zulässigkeit,  Unzumutbarkeit  sowie Unmöglichkeit des Wegweisungs-
vollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, ihm sei die unent-
geltliche  Prozessführung  und  Rechtsverbeiständung  im  Sinne  von 
Art. 65  Abs. 1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren und 
auf die Erhebung eine Kostenvorschusses zu verzichten; eventualiter 
sei die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit  auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde - 
unter  nachstehenden  Vorbehalten  -  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 
AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  die  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  hat  (Art. 55  Abs. 1 
VwVG) und das BFM die aufschiebende Wirkung mit Verfügung vom 
4. September 2008 nicht entzogen hat (Art. 55 Abs. 2 VwVG), weshalb 
auf den Eventualantrag mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzu-
treten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass deshalb  auf  die Beschwerde nicht  einzutreten ist,  soweit  darin 
beantragt wird, es sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren,

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

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dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung 
des Asylgesuches im EVZ Vallorbe bzw. in den 48 Stunden nach der 
diesbezüglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein 
Dokument zu seiner zweifelsfreien Identifizierung abzugeben,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend er-
füllt ist,

dass der Beschwerdeführer als Ursache der Nichtabgabe von Reise- 
oder  Identitätspapieren  erklärte,  er  habe  nie  einen  Pass  oder  eine 
Identitätskarte besessen (vgl. act. A1/10, S.3),

dass er ohne kontrolliert zu werden und ohne Reisedokumente von Ni-
geria nach Europa gereist sei (vgl. act. A1/10, S.7),

dass es ihm im Weiteren unmöglich sei, Identitätspapiere zu beschaf-
fen, da er als Einzelkind seiner verstorbenen Eltern keine Bezugsper-
sonen in Nigeria habe, die er kontaktieren könne (vgl. act. A7/12, S.3),

dass  das  BFM  das  Vorliegen  von  entschuldbaren  Gründen  für  das 
Nichtabgeben von Reise- und Identitätspapieren verneinte, mit der Be-
gründung,  es  mute  konstruiert  und  realitätsfremd  an,  dass  der  Be-
schwerdeführer, der sein gesamtes Leben in Nigeria verbracht habe, 
über keinerlei Kontakte in diesem Land mehr verfügen wolle,

dass ihm ferner nicht geglaubt werden könne, dass er ohne Papiere 
problemlos und ohne kontrolliert  zu werden, bis in die Schweiz habe 
reisen können,

dass zudem auch die Angabe, dass eine ihm gänzlich fremde Frau in-
nert  kurzer Zeit und völlig kostenlos seine Ausreise organisiert habe, 
realitätsfremd sei,

dass  seine  diesbezüglichen  Aussagen  stereotypen  Vorbringen  der 
Asylsuchenden entsprächen,  die nicht  bereit  seien,  ihre Identität  mit 
Ausweispapieren zu belegen und auch das Bundesverwaltungsgericht 
derartige  Behauptungen  als  zu  realitätsfremd  erachte,  um  geglaubt 
werden zu können,

dass zudem alleine  die Angabe, nie  Identitätspapiere  besessen und 
damit auch keine Probleme gehabt zu haben, da er nie ohne die Tante 

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das Haus verlassen habe, unglaubwürdig sei; dies um so mehr, als die 
Englisch- wie auch die Schreibkenntnisse des Beschwerdeführers dar-
auf  hinweisen  würden,  dass  er  die  Schule  besucht  habe  und  wohl 
kaum davon auszugehen sei, dass die Tante ihn täglich zur Schule be-
gleitet habe und dies im Übrigen auch seiner Aussage widerspreche, 
gemäss der  ihn  die Tante mehrfach aus dem Haus geworfen haben 
soll,

dass aufgrund der  unglaubwürdigen Ausführungen des Beschwerde-
führers  davon  ausgegangen  werde,  dass  er  für  die  Reise  in  die 
Schweiz echte Reisepapiere verwendet habe, welche er den schweize-
rischen Behörden nicht ausgehändigt habe, weshalb keine entschuld-
baren Gründe vorliegen würden, die es dem Beschwerdeführer verun-
möglichen würden, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,

dass der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 19. September 2008 
einwendet, er  habe nur  die  Primarschule  besucht,  weshalb er  keine 
Identitätskarte benötigt habe, und er habe von der Tante, von der er 
aufgezogen  worden  sei,  nie  eine  Geburtsurkunde  bekommen,  hätte 
diese auch zu keiner Zeit gebraucht, und besitze auch keine Heiratsur-
kunde,

dass es Gottes Wille  gewesen sei,  dass er  nicht  umgekommen und 
ohne Reisepapiere von Nigeria bis in die Schweiz gelangt sei und es 
sei Gottes Werk gewesen, dass die Frau seine Reise ohne Gegenleis-
tung organisiert habe, 

dass diese Einwendungen im vorliegenden Fall nicht stichhaltig sind, 
da  es  trotz  der  angeblichen göttlichen Hilfe  realitätsfremd erscheint, 
dass der  Beschwerdeführer ohne Reisepapiere und finanzielle  Mittel 
(vgl.  act. A1/10,  S. 7)  angesichts  des  interkontinentalen  Schiffsreise 
und der strengen Kontrollen der Hafenbehörden problemlos aus Nige-
ria nach Europa gelangen konnte,

dass im Übrigen auch die Darstellung des lesekundigen Beschwerde-
führers, in Lagos ein Schiff bestiegen zu haben, ohne vorher erfahren 
zu haben, wohin dieses fährt (vgl. act. A7/12, S.9), nicht plausibel er-
scheint,

dass dies den Schluss zulässt,  die Behauptung des Beschwerdefüh-
rers, keine Identitätspapiere zu besitzen, entspreche nicht der Wahr-
heit,

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dass deshalb anzunehmen ist, der Beschwerdeführer sei nicht willens, 
Identitätspapiere einzureichen und enthalte die durchaus vorhandenen 
Papiere bewusst vor, um eine allfällige Wegweisung zu erschweren,

dass  das  BFM  demnach  zu  Recht  davon  ausgegangen  ist,  für  das 
Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren innerhalb der Frist 
von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs würden keine ent-
schuldbaren Gründe vorliegen,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung des Asylgesuches im We-
sentlichen geltend machte, er sei gegen seinen Willen von seiner Tan-
te  zu  sexuellen  Handlungen mit  ihren  Freundinnen gezwungen  wor-
den, bis der Ehemann der Tante davon erfahren und dies den Dorfbe-
wohnern erzählt habe, welche ihn und seine Tante wegen Verstosses 
gegen die Scharia angeklagt hätten,

dass die Dorfbewohner ihn und die Tante im Januar 2008 in einen Kof-
ferraum  eines  Lieferwagens  bzw. eines  Pickups  gesperrt  hätten,  er 
aber, als der Wagen wegen eines mechanischen Problems habe an-
halten müssen, in einen Wald habe flüchten können,

dass für weitere Einzelheiten betreffend den zur Begründung des Asyl-
gesuchs geltend gemachten Sachverhalt auf die Protokolle der Befra-
gung vom 19. März 2008,  der Anhörung vom 14. April 2008 und der 
Verfügung vom 4. September 2008 zu verweisen ist,

dass das  BFM in der  angefochtenen Verfügung mit  zutreffender  Be-
gründung dargelegt hat, weshalb die Ausführungen des Beschwerde-
führers unglaubhaft sind,

dass diesbezüglich auf  die Erwägungen in  der angefochtenen Verfü-
gung zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 19. September 2008 
geltend macht, er sei bei seiner Tante geblieben sei, weil diese ihm Si-
cherheit  geboten bzw. er einerseits kein Geld und andererseits auch 
keine Freunde gehabt habe, zu denen er hätte gehen können, und er 
sich in der Stadt nicht so gut ausgekannt habe, 

dass er den sexuellen Handlungen mit den Freundinnen seiner Tante 
gegen Entgelt zugestimmt habe, um auf diese Weise das Geld für den 
Besuch der Schule aufzubringen, was immer sein Traum gewesen sei, 

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und er nicht gewusst habe, dass ihn die Tante mit dem verdienten Geld 
gar nicht habe zur Schule schicken wollen,

dass diese Einwände nicht überzeugen, da der Beschwerdeführer ge-
mäss seiner Schilderungen in den Protokollen während sechs Jahren 
von 1999 bis 2006 in Kaduna im Laden eines Freundes der Tante ge-
lebt und Bier verkauft hat (vgl. act. A7/12, S.5 und 6), weshalb anzu-
nehmen  ist,  er  habe  während  dieser  Zeit  Leute  kennengelernt  und 
Freundschaften  geschlossen  und  er  habe  sich  in  der  Stadt  ausge-
kannt, letzteres auch deshalb, weil er ja angeblich die verschiedenen 
Freundinnen seiner Tante auch zuhause habe besuchen müssen (vgl. 
act. A7/12, S.5),

dass seine Erklärung,  warum er  sich nicht  gegen die Tante gewehrt 
habe, vollends realitätsfremd wirkt, muss doch angenommen werden, 
der  Beschwerdeführer  wäre,  nachdem er  angeblich  bereits  mehrere 
Jahre als Sexsklave für diese Geld verdient hatte, spätestens im voll-
jährigen Alter  vernünftigerweise zur  Einsicht  gelangt,  dass die Tante 
ihn  entgegen  seiner  Hoffnung  nicht  mehr  zur  Schule  schicken  wird, 
dies um so mehr, da er ja wusste, dass er aus einem reichen Eltern-
haus stammt (vgl. act. A7/12, S.4) und das Geld für den Schulunter-
richt eigentlich hätte vorhanden sein sollen,

dass er im Übrigen die angebliche Flucht aus dem Auto, in welchem er 
mit verbundenen Händen gesessen habe, einerseits sehr unsubstanzi-
iert geschildert hat und andererseits nicht glaubhaft ist, dass ihm diese 
gelungen sein soll, zumal ihn angeblich mehr als 20 Personen, einige 
davon  ausgerüstet  mit  einer  Machete,  begleitet  haben  sollen  (vgl. 
act. A7/12, S.9),

dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt 
werden kann, dass das Bestehen der  Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers offensichtlich ausgeschlossen werden kann und auch 
zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG nicht 
notwendig sind, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 

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der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001 
Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  er-
sichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen,

dass der Beschwerdeführer jung und den Akten zufolge gesund ist, in 
Nigeria ein familiäres Beziehungsnetz besitzt (vgl. act. A7/12, S.4), aus 
einem  reichen  Elternhaus  stammt,  über  eine  6-jährige  Schulausbil-
dung verfügt (vgl. act. A7/12, S.4) und in einem Laden gearbeitet hat 
(vgl. act. A1/10, S.2), weshalb es ihm möglich sein sollte, sich im Falle 
der Rückkehr eine wirtschaftliche Existenzgrundlage aufzubauen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  nicht  unzumutbar  im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  auch  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen 
(Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei  der 
Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass somit keine Wegweisungshindernisse vorliegen und auch zusätz-
liche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG offensicht-
lich nicht notwendig sind, weshalb die Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme nicht in Betracht fällt und der Vollzug der Wegweisung zu be-
stätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und der unentgeltlichen Rechtsver-
beiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG zufolge Aussichtslosig-
keit der Beschwerde abzuweisen sind,

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses  mit  dem Entscheid  über  die  Beschwerde im vorliegenden Urteil 
gegenstandslos wird,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

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Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der 
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (eingeschrieben;  Beilagen:  Einzahlungs-
schein, angefochtene Verfügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

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