# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94b93419-ddb6-5092-80e2-391c15c98f1d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 13.01.2015 S 2014 151
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-151_2015-01-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 151

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Vizepräsidentin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser und 

Verwaltungsrichter Racioppi, Bott als Aktuar ad hoc

URTEIL 
vom 13. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ meldete am 4. Juni 2014 einen Anspruch auf Arbeitslosenversi-

cherungstaggeld im Umfang von 80 % ab selbigem Datum an. Zuvor war 

sie bei der Stiftung B._____ in O.1._____ tätig. Diese Stelle hatte sie am 

30. Januar 2014 auf den 30. April 2014 gekündigt. Am 1. Mai 2014 verleg-

te sie ihren Wohnsitz von O.2._____ nach O.3._____ und trat in die 

C._____ der D._____ ein.

2. Mit Schreiben vom 4. Juli 2014 forderte das Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden (nachfolgend KIGA) A._____ zur Stellungnahme 

auf, da sie vor Beginn der Arbeitslosigkeit nur gerade neun persönliche 

Arbeitsbemühungen vorgenommen habe. Hierzu hielt A._____ in ihrer 

Stellungnahme vom 11. Juli 2014 fest, dass sie sich in ungekündigter 

Stellung bereits ab November 2013 blind bei verschiedenen Arbeitgebern 

beworben habe. Auch habe sie sich bei der D._____ nach Adressen mög-

licher Arbeitgeber erkundigt. Durch die Arbeits- und Wohnsituation sei sie 

während der Kündigungsfrist an ihre Grenzen gestossen, was sich auch 

körperlich gezeigt habe. So sei sie zum Schluss krank gewesen und zum 

Arzt gegangen.

3. Auf Aufforderung des KIGA vom 17. Juli 2014 reichte A._____ am 22. Juli 

2014 ein Arztzeugnis von Dr. med. E._____ ein, welche A._____ eine Ar-

beitsunfähigkeit von 100 % vom 22. April 2014 bis zum 30. April 2014 at-

testierte.

4. Mit Verfügung vom 30. Juli 2014 stellte das KIGA A._____ für neun Tage 

in der Anspruchsberechtigung ein, da sie für die Zeit vor Beginn der Ar-

beitslosigkeit nur gerade neun persönliche Arbeitsbemühungen habe 

vorweisen können und sie ihre fehlenden Arbeitsbemühungen mit der 

ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 22. April 2014 bis 

zum 30. April 2014 nicht im Sinne des AVIG habe rechtfertigen können. 

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Nach der dagegen erhobenen Einsprache vom 20. August 2014 forderte 

das KIGA A._____ mit Schreiben vom 2. September 2014 auf, sämtliche 

in der Einsprache erwähnten Bemühungen im Zeitraum vor Beginn der 

Arbeitslosigkeit zu rekonstruieren und entsprechend nachzuweisen. Am 

16. September 2014 kam A._____ dieser Aufforderung nach.

5. Mit Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2014 wies das KIGA die von 

A._____ erhobene Einsprache ab.

6. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 21. Okto-

ber 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspra-

cheentscheids. Zur Begründung führte sie aus, sie habe sich bereits vor 

ihrer Kündigung im B._____ intensiv um Arbeit bemüht. So habe sie Initia-

tivbewerbungen abgeschickt, habe sich vorstellen können und habe Be-

kannte, welche bereits im Kanton Graubünden wohnen würden, um Hilfe 

bei der Arbeitssuche gebeten. Die Distanz zwischen dem Kanton Aargau 

und dem Kanton Graubünden habe die Arbeitssuche erschwert. Es sei 

schwer nachvollziehbar, wie während drei Kündigungsmonaten, bei ei-

nem Wohnortswechsel von 200 km, bei fehlenden Ortskenntnissen, bei 

Krankheit und beim Zügeln noch Zeit gefunden werden könne, 30 Ar-

beitsbemühungen nachzuweisen.

7. In seiner Stellungnahme vom 21. November 2014 beantragte das KIGA 

(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Auf 

den am 27. Juni 2014 beim RAV O.3._____ eingegangen Formularen 

„Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ betreffend „Vor-

bemühungen 2014“ sowie „Juni 2014“ gebe die Beschwerdeführerin für 

den relevanten Zeitraum neun Arbeitsbemühungen an. Diese seien durch 

den zuständigen Personalberater gewertet, aber zu Recht als in quantita-

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tiver Hinsicht ungenügend qualifiziert worden. Insgesamt habe die Be-

schwerdeführerin in quantitativer Hinsicht während der gesamten Kündi-

gungsfrist inklusive der anschliessenden Zeit bis zur Anmeldung zum Be-

zug von Arbeitslosenversicherungstaggeld nicht genügend Arbeits-

bemühungen vorgenommen. Ausserdem habe sie die Stellensuche 

während der ersten Hälfte der relevanten drei Monate vor der Anmeldung 

nicht nachgewiesen. Zu berücksichtigen sei einzig die Arbeitsunfähigkeit 

der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 22. April 2014 bis zum 30 April 

2014. Während dieser Zeit sei sie aus gesundheitlichen Gründen von der 

Pflicht zur Stellensuche befreit gewesen. Die weiteren von ihr geltend 

gemachten Kriterien würden keine Reduktion der erforderlichen Anzahl 

Arbeitsbemühungen begründen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 6. Oktober 2014. Gegen solche Einspra-

cheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung kann 

gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-

beitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) in 

Verbindung mit Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Beschwerde 

beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig 

ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in welchem die Versi-

cherte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 

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ATSG). Da die Beschwerdeführerin in O.3._____ wohnt, ist das angeru-

fene Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als Versicherungsge-

richt zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit örtlich zuständig. 

Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt sich aus 

Art. 57 ATSG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Die Be-

schwerdeführerin ist als formelle und materielle Adressatin des Einspra-

cheentscheids zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 59 ATSG), wes-

halb auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

einzutreten ist.

2. a) Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen un-

genügender Arbeitsbemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit für neun 

Tage in ihrer Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist. 

Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG hat eine Versicherte, die Versicherungsleistun-

gen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes 

alles Zumutbare zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden 

oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, 

nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes (Satz 2). Die Versi-

cherte muss sich laut Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die obligatori-

sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; 

SR 837.02) gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordent-

lichen Bewerbung. Wenn sich die Versicherte persönlich nicht genügend 

um zumutbare Arbeit bemüht, so ist sie gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG 

in der Anspruchsberechtigung einzustellen (vgl. zum Ganzen NUSSBAU-

MER, O. Arbeitslosenversicherung, in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 

2007, S. 2429 f. Rz. 837 ff.). Bei den Art. 17 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 

lit. c AVIG handelt es sich um eine gesetzliche Umschreibung der im So-

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zialversicherungsrecht geltenden Schadensminderungspflicht. Daraus 

schliesst die Praxis, dass die Versicherte alle Anstrengungen zu unter-

nehmen und jede zumutbare Gelegenheit zu ergreifen hat, um ihre Ar-

beitslosigkeit zu beenden (CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsbe-

rechtigung, Diss., Zürich 1998, S. 134). Die Versicherte hat von sich aus, 

d.h. ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe ei-

nes Merkblattes, ihr Möglichstes zur Schadensminderung vorzukehren 

(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 199/2005 vom 

29. September 2005 E.2.1; KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 4. Aufl., Zürich/Basel/ 

Genf 2013, S. 102).

b) Was die Anzahl der monatlich zu verlangenden Arbeitsbemühungen be-

trifft, nennt das Gesetz weder eine fixe Zahl noch einen hinreichend be-

stimmten Rahmen. Auch bezüglich der qualitativen Anforderungen geben 

die gesetzlichen Bestimmungen nur rudimentäre Anhaltspunkte. Lehre 

und Rechtsprechung haben indes sowohl quantitative wie auch qualitative 

Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob jemand genügend 

persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, erleichtern. So 

schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der Regel durchschnitt-

lich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als genügend erachtet werden 

(vgl. dazu BGE 139 V 524 E.2.1.4; ferner KUPFER BUCHER, a.a.O., 

S. 103, 173 f.). Das Bundesgericht betonte aber auch, dass eine allge-

mein gültige Aussage über die erforderliche Mindestzahl an Bewerbungen 

nicht möglich sei (Urteil des Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. De-

zember 2009 E.5.1). Insofern handelt es sich bei den genannten Zahlen 

um Richtwerte, die für den Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind so-

dann stets die jeweiligen konkreten – objektiven wie subjektiven – Um-

stände und Möglichkeiten, worunter etwa das Alter, der Gesundheitszu-

stand, die Schulbildung, allfällige Sprachschwierigkeiten, die Berufserfah-

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rung der Versicherten und auch die Arbeitsmarktlage fallen (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.2 und C 

258/2006 vom 6. Februar 2007 E.2.2). Bei der Beurteilung der Frage, ob 

die Arbeitsbemühungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht genü-

gend sind, steht der verfügenden Behörde ein gewisser Ermessensspiel-

raum zu, wobei die persönlichen Arbeitsbemühungen einer Versicherten 

in der Regel streng beurteilt werden (vgl. unter anderem BGE 120 V 74 

E.4a; CHOPARD, a.a.O., S. 138 ff.; GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslo-

senversicherungsgesetz, Bd. I, Art. 1–58, Bern 1988, Art. 17 Rz. 14 f.).

3. a) Vorliegend unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin ihre Stelle beim 

B._____ am 30. Januar 2014 auf den 30. April 2014 gekündigt, am 1. Mai 

2014 ihren Wohnsitz von O.2._____ nach O.3._____ verlegt und am 

4. Juni 2014 einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im 

Umfang von 80 % ab selbigem Datum angemeldet hat. Ebenfalls unbe-

stritten ist die ärztlich attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 22. April 

2014 bis zum 30. April 2014 (beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 9) 

und die damit verbundene Befreiung der Beschwerdeführerin von der 

Pflicht zur Stellensuche in diesem Zeitraum.

b) Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst die 

Last für die Versicherte, sich bereits vom Zeitpunkt der Kündigung des 

früheren Arbeitsverhältnisses an und damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit 

intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Die Versicherte hat sich dem-

entsprechend während der Kündigungsfrist beziehungsweise grundsätz-

lich während der letzten drei Monate vor der Anmeldung des Anspruchs 

auf Arbeitslosenentschädigung unaufgefordert um Stellen zu bemühen. 

Bei der Anmeldung hat die arbeitslos gewordene Versicherte den Nach-

weis ihrer Bemühungen um Arbeit vorzulegen (Art. 20 Abs. 1 lit. d AVIV). 

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sie sämtliche während des relevan-

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ten Zeitraums getätigten Stellenbewerbungen einzureichen haben (BGE 

139 V 524 E.2.1.2 mit Hinweisen). Für die Zeit vor der Anmeldung bei der 

zuständigen Amtsstelle ergibt sich die Pflicht der Versicherungsleistungen 

beanspruchenden Versicherten zur persönlichen Arbeitssuche direkt aus 

der in Art. 17 Abs. 1 AVIG verankerten allgemeinen Schadenminderungs-

pflicht. Daraus folgt, dass Versicherte in gekündigter Stellung bereits 

während der Kündigungsfrist alles Zumutbare zu unternehmen haben, um 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (BGE 139 V 524 E.4.2). 

Gemäss ab Oktober 2012 geltender Weisung des Staatssekretariats für 

Wirtschaft (SECO), (AVIG-Praxis über die Arbeitslosenentschädigung des 

SECO vom Oktober 2012 [AVIG-Praxis ALE] B314), sind Versicherte 

grundsätzlich bereits vor Anspruchsstellung zur Stellensuche verpflichtet. 

Diese Pflicht ist unter anderem insbesondere während der Kündigungs-

frist und bei einem befristeten Arbeitsverhältnis mindestens in den drei 

letzten Monaten zu erfüllen.

c) In den am 27. Juni 2014 beim RAV O.3._____ eingegangenen Formula-

ren „Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ betreffend „Vor-

bemühungen 2014“ und betreffend „Juni 2014“ (Bg-act. 6) führt die Be-

schwerdeführerin für den vorliegend interessierenden Beurteilungszeit-

raum, das heisst den Zeitraum während der Kündigungsfrist beziehungs-

weise insbesondere während der letzten drei Monate vor der Anmeldung, 

folglich vom 3. März 2014 bis zum 3. Juni 2014, insgesamt neun Arbeits-

bemühungen auf (sieben im Mai 2014 und zwei am 3. Juni 2014). Dies 

wurde vom Beschwerdegegner im angefochtenen Entscheid zu Recht 

auch so festgestellt, indem er die auf dem Formular „Nachweis der per-

sönlichen Arbeitsbemühungen“ betreffend „Vorbemühungen 2014“ aufge-

führten, weiteren Arbeitsbemühungen (November 2013, Dezember 2013, 

Januar 2014) sowie die auf dem Formular „Nachweis der persönlichen 

Arbeitsbemühungen“ betreffend „Juni 2014“ aufgeführten, weiteren Ar-

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beitsbemühungen vom 4., 5., 11. und 24. Juni 2014, welche offensichtlich 

ausserhalb des relevanten Zeitraums erfolgten, nicht berücksichtigt hat.

d) Nach Erlass der Verfügung vom 30. Juli 2014, mit welcher die Beschwer-

deführerin für neun Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde, 

brachte diese in der Einsprache vor, sie habe auf dem Nachweisformular 

nicht alle tatsächlich getätigten Arbeitsbemühungen aufgeschrieben. Dar-

aufhin reichte die Beschwerdeführerin nach Aufforderung durch den Be-

schwerdegegner mit Schreiben vom 16. September 2014 die gewünsch-

ten Nachweise der angeblich im massgeblichen Zeitraum von der Kündi-

gung ihres Arbeitsverhältnisses bis zur Anmeldung zum Bezug von Ar-

beitslosenversicherungstaggeld vorgenommenen zusätzlichen Arbeits-

bemühungen ein. Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob diese nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung als persönliche Arbeitsbemühungen zu 

werten sind beziehungsweise ob die Beschwerdegegnerin diese zu Recht 

nicht als solche gewertet hat.

Gemäss AVIG-Praxis ALE B315 haben Arbeitsbemühungen als qualitativ 

ungenügend zu gelten, wenn sich die Versicherte zwar um Arbeit bemüht, 

ihre Stellenbewerbungsschreiben jedoch so oberflächlich und rudimentär 

abfasst, dass von ernsthaften Bewerbungen nicht gesprochen werden 

kann. Auch ist der ausschliessliche Beizug einer Vermittlungsfirma keine 

genügende persönliche Arbeitsbemühung. Dasselbe gilt für die Anfrage 

um Vermittlung an Personen aus dem Geschäfts- und Freundeskreis 

(KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 174 mit Hinweis). Blindbewerbungen können 

durchaus sinnvoll sein. Sie dienen der Abklärung, ob eine Stelle frei ist. 

Indessen hat sich die Versicherte in erster Linie um ausgeschriebene und 

damit offene Arbeitsgelegenheiten zu bemühen, bei welchen die Er-

folgsaussichten auf einen Vertragsabschluss erheblich grösser sind (KUP-

FER BUCHER, a.a.O., S. 105 mit Hinweis).

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Den von der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 16. September 2014 

im Einspracheverfahren eingereichten Unterlagen (fast ausschliesslich E-

Mail-Korrespondenz; vgl. Bg-act. 13) ist keine einzige Bewerbung auf eine 

ausgeschriebene Stelle zu entnehmen. Wie im angefochtenen Entscheid 

bereits korrekt festgehalten wurde, bestätigen zwar verschiedene Perso-

nen, mit der Beschwerdeführerin über deren Stellensuche respektive über 

allfällige Stellen gesprochen zu haben. Allerdings zeigen die E-Mails 

auch, dass sich die Beschwerdeführerin bei diesen Personen lediglich er-

kundigt hat, ob diese ihr Adressen von möglichen Arbeitgebern geben 

könnten beziehungsweise ob bei ihnen eine Stelle für sie frei sei. Ausser-

dem konnten die meisten der angefragten Personen keine Angaben zum 

Zeitpunkt des Kontakts mit der Beschwerdeführerin bezüglich deren Stel-

lensuche machen. Die geltend gemachten Arbeitsbemühungen stellen 

somit – wie im Einspracheentscheid richtig festgehalten – keine konkreten 

persönlichen Arbeitsbemühungen respektive ernsthaften Bewerbungen 

dar und nicht einmal Blindbewerbungen sind daraus ersichtlich. Überdies 

gilt es festzuhalten, dass selbst wenn darin konkrete persönliche Arbeits-

bemühungen erblickt werden könnten, die Beschwerdeführerin nicht 

nachgewiesen hat, wann diese genau beziehungsweise dass diese im 

massgeblichen Zeitraum erfolgt sind.

e) Demnach steht fest, dass die Beschwerdeführerin während der Kündi-

gungsfrist sowie in der ersten Hälfte der letzten drei Monate vor der An-

meldung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung (3. März 2014 bis 

3. Juni 2014) überhaupt keine Arbeitsbemühungen nachweisen konnte 

und diese vorwiegend auf den Monat Mai 2014 beschränkte (vgl. vorne 

Erwägung 4b). Der Beschwerdegegner hat die insgesamt nachgewiese-

nen neun Arbeitsbemühungen im relevanten Beurteilungszeitraum somit 

zu Recht als quantitativ ungenügend qualifiziert. Dies wäre im Übrigen 

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selbst dann der Fall, wenn man die von der Beschwerdeführerin ausser-

halb des relevanten Zeitraums nachgewiesenen drei Arbeitsbemühungen 

vom November 2013, Dezember 2013 und Januar 2013 mitberücksichti-

gen würde.

4. a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Tatsache, dass der Kanton Aargau 

nicht gerade neben dem Kanton Graubünden, welcher für sie Neuland 

sei, liege, habe die Arbeitssuche erschwert. Nach konstanter Praxis wer-

de davon ausgegangen, dass in der Regel monatlich zehn Arbeits-

bemühungen nachzuweisen seien. Dieser Praxis könne sie zustimmen, 

wenn ein Stellenwechsel im bisherigen Kanton oder in einem Nachbars-

kanton in Betracht gezogen werde. Es sei jedoch schwer nachvollziehbar, 

wie in den drei Kündigungsmonaten bei einem Arbeitspensum von 80 %, 

einem Wohnortswechsel von 200 km, fehlenden Ortskenntnissen und po-

tenziellen Arbeitgebern, Krankheit und beim Zügeln (Vorbereitungen, 

Nachmieter, Schriftenwechsel) noch Zeit gefunden werden könne, 30 Ar-

beitsbemühungen nachzuweisen.

Dieser Einwand ist unbegründet. Vorliegend ist einzig die 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 22. April 2014 

bis zum 30. April 2014 zu berücksichtigen. Während dieser Zeit war die 

Beschwerdeführerin von der Pflicht zur Stellensuche aus gesundheitli-

chen Gründen befreit. Die weiteren von ihr vorgebrachten Gründe recht-

fertigen keine Reduktion der erforderlichen Anzahl Arbeitsbemühungen. 

Aufgrund des reduzierten Arbeitspensums von 80 % während der Kündi-

gungsfrist wären ihr – wie von der Beschwerdegegnerin zu Recht festge-

halten – gar mehr als die bei einem Vollzeitpensum grundsätzlich verlang-

ten fünf Vorbemühungen pro Monat zumutbar gewesen und der Wechsel 

des Wohnorts stellt insbesondere aufgrund der heutigen Informations-

möglichkeiten des Internets keinen Grund dar, die Stellensuche als er-

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schwert zu betrachten (vgl. zum Umzug KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 174 

mit Hinweis). Auch ist an dieser Stelle nochmals festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin während der Kündigungsfrist keine einzige Arbeits-

bemühung nachgewiesen hat (vgl. vorne Erwägung 3e).

b) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin vor Beginn der Arbeitslosigkeit persönlich nicht genügend um zu-

mutbare Arbeit bemüht hat. Aus diesem Grunde hat der Beschwerdegeg-

ner in Anwendung von Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG zu Recht eine Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung verfügt.

5. a) Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der verfügten Einstellungsdauer. 

Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach 

dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis 

15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 

Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Da es sich dabei 

naturgemäss um einen Ermessensentscheid handelt, bei welchem den 

Verfügungsinstanzen ein grosser Ermessungsspielraum zusteht, ist dem 

Verwaltungsgericht bei der Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhal-

tung geboten (BGE 126 V 353 E.5d; Urteil des Bundesgerichts 

8C_22/2008 vom 5. März 2008 E.3). Es darf sein Ermessen nicht ohne 

triftige Gründe an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern 

muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche 

eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen 

lassen (BGE 126 V 353 E.5d; 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen).

b) Die vorliegend angefochtene Einstelldauer von neun Tagen bewegt sich 

offenkundig innerhalb des dargelegten Rahmens bei leichtem Verschul-

den und es sind keine Gründe ersichtlich, welche ein Abweichen rechtfer-

tigen würden. Insbesondere hat sich der Beschwerdegegner bei der Fest-

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setzung der Einstelldauer auf die AVIG-Praxis ALE D72 abgestützt, wel-

che bei ungenügenden Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist, 

ab einer solchen von drei Monaten, wie dies vorliegend der Fall ist, eine 

Einstelldauer von neun bis zwölf Tagen vorsieht und der Beschwerde-

gegner hat vorliegend somit die mildeste Sanktionsdauer von neun Tagen 

gewählt.

c) Da somit auch die Dauer der Einstellung nicht zu beanstanden ist, erweist 

sich die vorliegende Beschwerde in jeder Hinsicht als unbegründet und ist 

folglich abzuweisen.

6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]