# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4c08626-fcbd-567d-8daa-e502494d0977
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.09.2015 PA150026
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PA150026_2015-09-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PA150026-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. M. Stammbach und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichts-

schreiberin MLaw D. Weil 

Urteil vom 7. September 2015 

in Sachen 

 

A._____,  

Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin, 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

sowie 

 

Psychiatrische Klinik Schlössli,  

Verfahrensbeteiligte, 

 

betreffend 
fürsorgerische Unterbringung 

 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes in FU-Verfahren des Be-
zirksgerichtes Meilen vom 25. August 2015 (FF150042) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1.  

Am 17. August 2015 wurde die Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin (fortan 

Beschwerdeführerin) aufgrund ärztlicher Anordnung fürsorgerisch in der Psychiat-

rischen Klinik Schlössli (fortan Klinik) untergebracht (act. 3). Am selben Tag stellte 

die Beschwerdeführerin beim Einzelgericht in FU Verfahren am Bezirksgericht 

Meilen (fortan Vorinstanz) den Antrag um gerichtliche Beurteilung (act. 1). Mit 

Verfügung vom 19. August 2015 lud die Vorinstanz auf den 25. August 2015, 

14:30 Uhr, zur Anhörung/Hauptverhandlung vor und ordnete die Einholung eines 

psychiatrischen Gutachtens an (act. 9). Am 24. August 2015 erklärte die Be-

schwerdeführerin den Rückzug ihres Gesuches (act. 15). Diese Erklärung wurde 

am 24. August 2015, um 20:20 Uhr, an die Vorinstanz gefaxt (act. 15). Das Origi-

nal dieser Erklärung wurde am 25. August 2015 zur Post gegeben und ging am 

26. August 2015 bei der Vorinstanz ein (act. (15)). 

Mit Faxeingabe vom 25. August 2015, 7:30 Uhr, erklärte der Vertreter der Be-

schwerdeführerin gegenüber der Vorinstanz den Widerruf des Rückzugs namens 

seiner Klientin. Er führte aus, die Beschwerdeführerin sei durch die Gutachterin 

aufgefordert worden, die Beschwerde zurückzuziehen, mit der Begründung, sie 

habe keine Chance auf Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung. Durch die-

se Aussage und die Vorlage einer vorgefertigten Rückzugserklärung sei die Be-

schwerdeführerin verunsichert und eingeschüchtert gewesen, weshalb sie unter-

schrieben habe. Der Vertreter erkundigte sich zudem bei der Vorinstanz, ob diese 

den Gutachtern eine vorgefertigte Rückzugserklärung mitschicke oder ob die 

Gutachterin diese selbst anfertige, sowie, ob die Gutachter im Auftrag oder mit 

Wissen des Gerichts handeln würden (act. 16). 

Mit Verfügung vom 25. August 2015 schrieb die Vorinstanz das Verfahren als 

durch Rückzug des Gesuches erledigt ab (act. 17 = 21 = 24). Mit Brief vom 

27. August 2015 teilte die Vorinstanz dem Vertreter der Beschwerdeführerin mit, 

dass die Gutachter in der Regel eine vorgefertigte Rückzugserklärung mit sich 

führen würden, für den Fall, dass sich ein Gesuchsteller oder eine Gesuchstellerin 

- 3 - 

entschliesse, das Gesuch nach der gutachterlichen Exploration und Einschätzung 

der Sachlage, aber noch vor der Hauptverhandlung zurückzuziehen. Man sei al-

lerdings überzeugt, dass die Professionalität der Gutachter es diesen verbiete, ei-

nen Exploranden oder eine Explorandin diesbezüglich einzuschüchtern (act. 18). 

Mit Eingabe vom 27. August 2015 liess die Beschwerdeführerin durch ihren Ver-

treter Beschwerde erheben mit dem Antrag, die Abschreibungsverfügung sei auf-

zuheben und es sei die Vorinstanz anzuweisen, die FU-Verhandlung unverzüglich 

durchzuführen (act. 20). Am 30. August 2015 (Datum Poststempel) reichte die 

Beschwerdeführerin zwei Beilagen nach, namentlich Kopien der Stellungnahme 

der Beschwerdeführerin persönlich zuhanden des Obergerichts vom 25. August 

2015 sowie des Widerrufs vom Morgen des 25. Augustes 2015 inkl. Sendebestä-

tigung (act. 22, 23/1, 23/2). 

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-18). Das Verfahren ist 

spruchreif. 

2.  

2.1. Zur Begründung der Beschwerde brachte die Beschwerdeführerin im We-

sentlichen vor, dass sie durch den Besuch der Gutachterin überrascht worden sei, 

sei diese doch zur Untersuchung am Montagabend ca. 20 Uhr unangemeldet auf 

die Station gekommen, als sie bereits am Einschlafen gewesen sei. Während des 

Gesprächs sei ihr mitgeteilt worden, dass sie keine Chance auf Entlassung habe. 

Sie sei aufgefordert worden, auf dem vorgedruckten Rückzugsschreiben zu un-

terschreiben. Sie habe sich unter diesen Umständen verunsichert und genötigt 

gefühlt. Sie wolle seit Anbeginn und unverändert entlassen werden. Sie rügt so-

dann, dass die Abschreibungsverfügung zwar das Rückzugsschreiben erwähne, 

nicht aber den unverzüglich erhobenen Widerruf. Damit entschlage sich das Ge-

richt seiner Verpflichtung, sich inhaltlich mit den Umständen des Rückzugs und 

dem Widerruf zu befassen, womit der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt 

werde. In zusätzlicher Beachtung des Umstandes, dass das Gericht den Gutach-

tern vorformulierte Rückzugsschreiben mitschicke, sei das Handeln der Vor-

instanz willkürlich und verletze die Garantie auf ein unabhängiges und unparteii-

- 4 - 

sches Gericht. Die Vorinstanz verlange für die Anhebung des FU-Verfahrens das 

Vorliegen der im Original unterschriebenen Beschwerde. Auf Faxeingaben trete 

das Gericht regelmässig gar nicht ein. Während für die Verfahrensaufnahme nur 

das Original und die Originalunterschrift genüge, lasse die Vorinstanz jeden 

Rückzug per Fax für die Verfahrensbeendigung genügen. Die Erschwerung der 

Verfahrensaufnahme und die Erleichterung der Verfahrensbeendigung sei ebenso 

willkürlich. Das Gericht sei zur Zeit der Abschreibeverfügung nicht im Besitz der 

originalen Unterschrift gewesen, sondern lediglich von einer Faxkopie. Dennoch 

sei das Verfahren unverzüglich abgeschrieben worden. Aufgrund der Vorbefas-

sung sei das Verfahren mit einem anderen Richter und einer anderen Gutachterin 

durchzuführen (act. 20). 

2.2. Vorab ist festzuhalten, dass ein Willensmangel bezüglich der Rückzugser-

klärung mit Revision geltend zu machen ist, nicht mit Beschwerde, was die Vor-

instanz zutreffend belehrte (vgl. act. 17 = 21 = 24 S. 2, Dips. Ziff. 5). Hierbei ist 

nicht der Abschreibungsentscheid das Anfechtungsobjekt, sondern die Parteier-

klärung (M. KRIECH, DIKE-Komm-ZPO, Art. 241 N 15; BK ZPO-KILLIAS, Band II, 

Art. 241 N 48, ZK ZPO-LEUMANN LIEBSTER, Art. 241 N 27). Soweit die Beschwer-

deführerin sich gegen die Rückzugserklärung wendet, ist auf die Beschwerde so-

mit nicht einzutreten. 

2.3. Mit der Beschwerde kann hingegen geltend gemacht werden, die Vorinstanz 

habe im Abschreibungsentscheid das Recht unrichtig angewendet oder den 

Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt (Art. 320 ZPO). Die Beschwerde-

führerin rügt zusammengefasst, dass ihr Widerruf im Entscheid nicht thematisiert 

worden sei, die Vorinstanz den Gutachtern vorformulierte Rückzugserklärungen 

mitgebe und die Abschreibung nicht gestützt auf das Original, sondern bereits 

aufgrund der Faxeingabe erfolgt sei (act. 20). 

2.3.1. Der aus dem Gehörsanspruch fliessende Anspruch auf Begründung ver-

pflichtet die Entscheidinstanz nicht, sich mit allen Standpunkten einlässlich ausei-

nander zu setzen. Die Begründung kann auf die wesentlichen Punkte, die zum 

Entscheid geführt haben, beschränkt werden (ZK ZPO-SUTTER-SOMM/CHEVALIER, 

Art. 53 N 14, vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1, S. 88). Vorliegend hat die Vorinstanz in der 

- 5 - 

Begründung dargelegt, weshalb sie das Verfahren abschreibt. Damit hat sie die 

Grundvoraussetzung der Begründung erfüllt. 

Es stellt sich die Frage, ob die Vorinstanz die Posteingabe der Widerrufserklärung 

vom 25. August 2015 hätte abwarten (bei den Akten befindet sich lediglich die 

Faxeingabe) und prüfen müssen, ob Revisionsgründe vorliegen. Dies ist jedoch 

zu verneinen. Gemäss ZPO beendet der Klagerückzug (bzw. Rückzug des Gesu-

ches) den Prozess unmittelbar (KUKO ZPO-NAEGELI/RICHERS, Art. 241 N 11, BK 

ZPO-KILLIAS, Band II, Art. 241 N 50). Auch wenn man mit einem Teil der Lehre die 

Meinung vertreten würde, bis zum Entscheid könne ein Geltungsmangel des Ent-

scheidsurrogates dem Gericht zur Prüfung vorgelegt werden (STAEHELIN/STAEHE-

LIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, § 23 N 23), hätte dies nicht zur Folge, dass die 

Vorinstanz gehalten gewesen wäre, bis zum (rechtsgenügenden) Eingang einer 

solchen Geltendmachung zuzuwarten. Zum einen sprechen für die Geltendma-

chung solcher Mängel im gleichen Verfahren nur pragmatische und prozessöko-

nomische Gründe. Die betroffene Person kann jedoch die Parteierklärung (wie 

erwähnt) in der Folge noch separat mit Revision anfechten. Zum anderen ist im 

Verfahren betreffend fürsorgerischer Unterbringung zu beachten, dass die betref-

fende Person jederzeit ein Entlassungsgesuch stellen kann (Art. 426 Abs. 4 ZGB). 

Über ein solches Gesuch entscheidet in Fällen ärztlicher Anordnung die Einrich-

tung (Art. 429 Abs. 3 ZGB). Wird das Entlassungsgesuch abgewiesen, kann beim 

zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). 

Die Beschwerde gegen einen abweisenden Entlassungsentscheid entspricht der 

Beschwerde gegen die Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung. Dieses 

Vorgehen dürfte im Übrigen auch schneller zum gewünschten Resultat führen. 

Folglich kann es sich die betroffene Person – auch ohne dem Vorhandensein von 

Revisionsgründen – jederzeit anders überlegen; sie braucht hierzu lediglich ein 

Entlassungsgesuch zu stellen. Somit hat die Abschreibung infolge des Rückzugs 

für sie keine weitreichenden negativen Auswirkungen. 

2.3.2. Der Umstand, dass das Gericht den Gutachtern vorformulierte Rückzugser-

klärungen mitgibt, stellt für sich alleine keinen Beschwerdegrund dar. 

- 6 - 

2.3.3. Sodann erfolgte die Abschreibung gestützt auf die vorangegangene Erklä-

rung; die Erklärung datiert vom 24. August 2015, während die Verfügung vom 

25. August 2015 datiert. Erfolgte die Erklärung – wie vorliegend – vor der Ab-

schreibung und hat das Gericht keinen Zweifel daran, dass das Originaldokument 

in der Folge eingehen wird, ist im Vorgehen der Vorinstanz keine Rechtsverlet-

zung ersichtlich. Insbesondere ist auch hierbei relevant, dass das Entscheidsur-

rogat das Verfahren eo ispo erledigt. 

2.3.4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einge-

treten werden kann. 

3.  

Umständehalber sind der Beschwerdeführerin keine Kosten aufzuerlegen. Eine 

Parteientschädigung ist ihr aufgrund des Verfahrensausgangs nicht zuzuspre-

chen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Die zweitinstanzlichen Kosten fallen ausser Ansatz. 

3. Der Beschwerdeführerin wird keine Entschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin und an deren Beistand, an 

die verfahrensbeteiligte Klinik sowie an das Bezirksgericht Meilen, je gegen 

Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

- 7 - 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

MLaw D. Weil 
 
versandt am: 
7. September 2015 
 
 

	Urteil vom 7. September 2015
	1.
	2.
	2.1. Zur Begründung der Beschwerde brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass sie durch den Besuch der Gutachterin überrascht worden sei, sei diese doch zur Untersuchung am Montagabend ca. 20 Uhr unangemeldet auf die Station gekommen, al...
	2.2. Vorab ist festzuhalten, dass ein Willensmangel bezüglich der Rückzugserklärung mit Revision geltend zu machen ist, nicht mit Beschwerde, was die Vorinstanz zutreffend belehrte (vgl. act. 17 = 21 = 24 S. 2, Dips. Ziff. 5). Hierbei ist nicht der A...
	2.3. Mit der Beschwerde kann hingegen geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe im Abschreibungsentscheid das Recht unrichtig angewendet oder den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt (Art. 320 ZPO). Die Beschwerdeführerin rügt zusammeng...
	2.3.1. Der aus dem Gehörsanspruch fliessende Anspruch auf Begründung verpflichtet die Entscheidinstanz nicht, sich mit allen Standpunkten einlässlich auseinander zu setzen. Die Begründung kann auf die wesentlichen Punkte, die zum Entscheid geführt hab...
	2.3.2. Der Umstand, dass das Gericht den Gutachtern vorformulierte Rückzugserklärungen mitgibt, stellt für sich alleine keinen Beschwerdegrund dar.
	2.3.3. Sodann erfolgte die Abschreibung gestützt auf die vorangegangene Erklärung; die Erklärung datiert vom 24. August 2015, während die Verfügung vom 25. August 2015 datiert. Erfolgte die Erklärung – wie vorliegend – vor der Abschreibung und hat das...
	2.3.4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

	3.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
	2. Die zweitinstanzlichen Kosten fallen ausser Ansatz.
	3. Der Beschwerdeführerin wird keine Entschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin und an deren Beistand, an die verfahrensbeteiligte Klinik sowie an das Bezirksgericht Meilen, je gegen Empfangsschein.
	5.  Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. ...