# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 741ebc55-85f9-5e4a-91fc-5ead35822bda
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.02.2021 S 2021 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-2_2021-02-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 2
3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuar Ott

URTEIL

vom 16. Februar 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1962, gelernte Büroangestellte mit einer Zusatzausbil-

dung und Fähigkeitsausweis als kaufmännische Angestellte Typ R, war 

langjährig in der Versicherungsbranche bei der C._____ als Fachspezia-

listin bzw. Sachbearbeiterin tätig. Per 31. Dezember 2004 wurde ihr in-

folge einer innerbetrieblichen Umstrukturierung durch den damaligen Ar-

beitgeber gekündigt. Danach pflegte sie ihre Mutter im Privathaushalt bis 

zu deren Tod im Jahr 2010. Im Zeitraum von 2011 bis 2015 wurde sie vom 

regionalen Sozialdienst unterstützt und absolvierte dabei auch drei Ar-

beitsintegrationseinsätze bzw. Praktika in einem Teilzeitpensum bei ver-

schiedenen Arbeitgebern.

2. Am 6. August 2015 begab sich A._____ aufgrund einer seit Anfang 2015 

bestehenden Depression in eine ambulante psychiatrisch-psychothera-

peutische Behandlung. Die Psychiaterin Dr. med. D._____ und die behan-

delnde Psychologin E._____ diagnostizierten mit Bericht vom 7. Juli 2016 

soziale Phobien (ICD-10 F40.1) sowie eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Ausserdem wurde 

darin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem 6. August 2015 und eine 

solche von 60 % ab dem 7. Juli 2016 ausgewiesen.

3. Bereits im Juni 2016 hatte sich A._____ namentlich unter Hinweis auf eine 

Depression, Schlafstörungen, soziale Phobien und Minderwertigkeitsge-

fühle bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) 

zum Leistungsbezug angemeldet. Diese gewährte ihr mit Mitteilung vom 

28. Oktober 2016 eine Kostengutsprache für ein Arbeitstraining im Ein-

satzprogramm B._____ vom 19. Oktober 2016 bis zum 31. Januar 2017. 

Dieses wurde mit Mitteilung vom 15. Dezember 2016 vorzeitig per 12. De-

zember 2016 beendet, da A._____ am 12. Dezember 2016 einen Arbeits-

versuch im ersten Arbeitsmarkt bei F._____ als Geschäftsleitungsassis-

tentin antreten konnte, wobei von einer (medizinisch-theoretischen) Ar-

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beitsfähigkeit von anfänglichen 80 %, steigerbar auf 100%, ausgegangen 

wurde. Der Arbeitsversuch wurde schliesslich mit Mitteilung vom 15. Juni 

2017 per Ende Mai 2017 beendet. Die momentane Gesundheitssituation 

lasse in nächster Zeit keine Eingliederungsmassnahmen zu.

4. Denn am 6. Juni 2017 hatte A._____ einen akuten Vorwandinfarkt des 

Herzens erlitten. Mit Bericht vom 19. Juni 2017 diagnostizierten die behan-

delnden Ärzte Dres. med. G._____, H._____ und I._____ vom Departe-

ment Innere Medizin des Spitals U._____ unter anderem eine koronare 

Eingefässerkrankung. Im Zeitraum vom 19. Juni bis zum 22. Juli 2017 be-

fand sich A._____ zur stationären Rehabilitation in der Klinik Z._____. In 

der Folge entwickelte A._____ ein Dressler-Syndrom, welches mit einer 

systemischen Steroidtherapie bei gutem Ansprechen darauf behandelt 

wurde. Nach deren Sistierung erlitt sie Ende September 2017 ein Perikar-

ditisrezidiv, woraufhin eine systemische Cholchicin-Therapie durchgeführt 

wurde. Auch nach deren Absetzung zeigte sich ein zufriedenstellender 

Verlauf. In psychischer Hinsicht wiesen die Psychiaterin Dr. med. K._____ 

und die behandelnde Psychologin E._____ mit Verlaufsbericht vom 

25. Januar 2018 eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-

10 F60.6) bei Erstdiagnose im Dezember 2017, eine rezidivierende de-

pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.2), und 

soziale Phobien (ICD-10 F40.1) aus, wobei A._____ die ambulante Tages-

klinik zur Stabilisierung und Erhaltung der Tagesstruktur besuchte. Es 

wurde auch eine 50%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit/Belastbar-

keit für jegliche Tätigkeiten attestiert, wobei im Moment die bisherige Tätig-

keit aus psychiatrischer Sicht mittelfristig nicht realistisch sei und ein Ar-

beitstraining ohne körperliche Anforderungen für mind. 12 Monate in ge-

schütztem Setting empfohlen werde.

5. Ab dem 1. April 2018 trat A._____ eine unbefristete Anstellung als Indus-

triemitarbeiterin bei der L._____ Stiftung in der Werkstätte J._____ an, wo-

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bei das Arbeitspensum ab 1. Juli 2018 auf knapp 30% gesteigert werden 

konnte.

6. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ bei der medexperts AG bidiszi-

plinär in den Fachdisziplinen Kardiologie sowie Psychiatrie und Psycho-

therapie begutachten, wobei die Explorationen am 12. November 2018 

stattfanden. Dr. med. N._____ und Dr. med. O._____ stellten in ihrem Gut-

achten vom 10. Januar 2019 unter anderem folgende Diagnosen mit Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: rezidivierende depressive Störung, ge-

genwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), koronare Eingefäss-

erkrankung sowie aktuell eine konstante mässiggradig eingeschränkte 

linksventrikuläre Funktion. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien na-

mentlich die sozialen Phobien (ICD-10 F40.1), die ängstlich (vermeidende) 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) sowie die Störung durch Alkohol, 

schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.1). Sie erachteten A._____ sowohl in 

der angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit zu 80 % ar-

beitsfähig.

7. Am 9. April 2019 wurde zudem eine Abklärung vor Ort durchgeführt, an-

lässlich welcher A._____ angab, im hypothetischen Gesundheitsfall zu 

100 % erwerbstätig zu sein. 

8. Nach durchgeführtem Vorbescheid- und Einwandverfahren begab sich 

A._____ vom 12. August 2019 bis zum 31. Januar 2020 zum Alkohol-

entzug und zur Reduktion von Angstgefühlen in stationäre Behandlung ins 

Suchtzentrum P._____ der Klinik Q._____. Dr. med. R._____ stellt im 

Austrittsbericht vom 4. Februar 2020 als Hauptdiagnose eine kombinierte 

und andere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) bzw. als Nebendiagnose 

unter anderem eine psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, Ab-

hängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2) und attestierte ihr für die Dauer des 

Klinikaufenthalts eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Nach nur wenigen Ta-

gen zu Hause, trat A._____ am 2. Februar 2020 wegen zunehmender 

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Angstzustände mit ausgeprägter innerer Unruhe und zunehmender de-

pressiver Symptomatik in die Klinik S._____ zur stationären Behandlung 

ein, die bis zum 2. März 2020 dauerte. Im Austrittsbericht vom 12. März 

2020 diagnostizierte Oberärztin T._____ als Hauptdiagnose eine rezidivie-

rende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychoti-

sche Symptome (ICD-10 F33.2). Als Nebendiagnosen führte sie unter an-

derem eine kombinierte und andere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) 

sowie eine psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, Abhängig-

keitssyndrom (ICD-10 F10.2) auf. Bei Austritt wurde ihr wiederum ein Ar-

beitsunfähigkeitszeugnis ausgehändigt.

9. Die IV-Stelle holte daraufhin bei der medexperts AG ein psychiatrisches 

Verlaufsgutachten für den Zeitraum ab dem 10. Januar 2019 ein, das 

Dr. med. O._____ im Nachgang zur Exploration von A._____ vom 29. Juni 

2020 am 9. Juli 2020 erstattete. Er stellte als Diagnosen mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit eine Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, 

gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20), sowie eine rezidivierende depres-

sive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) fest. 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeiten seien soziale Phobien (ICD-10 

F40.1) und die ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 

F60.6). Zur Leistungsfähigkeit in bisheriger und adaptierter Tätigkeit wies 

er eine seit März 2020 bestehende 80%ige Arbeitsfähigkeit aus. Retro-

spektiv ergebe sich seit der Vorbegutachtung ab Januar 2019 unter 

Berücksichtigung der Rechtsprechung zu Abhängigkeitserkrankungen 

eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von 70 % bis Februar 

2020, wobei für die stationären bzw. tagesklinischen Behandlungen von 

einer therapiesettingbedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen 

sei.

10. Gestützt darauf stellte die IV-Stelle A._____ mit Vorbescheid vom 3. Au-

gust 2020 die Ausrichtung einer abgestuften befristeten Invalidenrente in 

Aussicht. Nachdem A._____ dagegen am 12. Oktober 2020 Einwand er-

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hoben hatte, sprach die IV-Stelle A._____ mit Verfügungen vom 24. No-

vember 2020 für den Zeitraum vom 1. Dezember 2016 bis zum 28. Fe-

bruar 2017 eine Dreiviertelsrente, vom 1. März 2017 bis zum 31. März 

2017 eine Viertelsrente sowie vom 1. Juni 2017 bis zum 30. Juni 2020 eine 

ganze Invalidenrente zu. Danach bestehe aufgrund der gutachterlich aus-

gewiesenen Arbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten Tätigkeit kein 

Rentenanspruch mehr.

11. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 8. Januar 

2021 (Datum des Poststempels) Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden und beantragte die teilweise Aufhebung der 

Verfügung(en) vom 24. November 2020. Die bisherige Invalidenrente sei 

weiterhin auszurichten. Zudem seien ihr berufliche Massnahmen zu ge-

währen und danach sei der weitere Rentenanspruch zu klären. In formeller 

Hinsicht ersuchte sie um die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege. In der Begründung ihrer Beschwerde beanstandete sie im Wesent-

lichen, dass sie von der IV-Stelle auf den Weg der Selbsteingliederung 

verwiesen worden sei.

12. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Januar 2021 schloss die IV-Stelle (nach-

folgend Beschwerdegegnerin) auf die kostenpflichtige Abweisung der Be-

schwerde und verzichtete unter Verweis auf die Begründung in den ange-

fochtenen Verfügungen auf eine weitergehende Stellungnahme.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die an-

gefochtenen Verfügungen vom 24. November 2020 sowie die weiteren Ak-

ten wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung(en) der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 24. November 2020. Eine solche An-

ordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsge-

richt am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige 

Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. 

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

[IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle 

und materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der 

angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdi-

ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist somit zur Be-

schwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die 

Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). 

Darauf ist somit einzutreten.

2. Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet einzig die Frage der 

(Un-)Zumutbarkeit der Selbsteingliederung der Beschwerdeführerin. Nicht 

(mehr) streitig sind namentlich die Bemessung des Valideneinkommens, 

die gutachterlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Kon-

text sowie die Nichtgewährung eines Leidensabzugs.

3. Rechtsprechungsgemäss ist eine verbesserte oder neu festgestellte Ar-

beitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu ver-

werten (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_648/2019 vom 4. Juni 2020 

E.4.1 und 9C_473/2019 vom 25. Februar 2020 E.5.2.1 m.H.). Bei Perso-

nen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden 

soll, sind nach mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 

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55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig 

Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, 

das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial 

mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten 

(siehe BGE 145 V 209 E.5.1 m.H.). Diese Rechtsprechung findet auch 

dann Anwendung, wenn – wie hier – zeitgleich mit der Rentenzusprache 

rückwirkend über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird 

(siehe BGE 145 V 209 E.5.2-5.4; Urteile des Bundesgerichts 9C_50/2020 

vom 9. Juli 2020 E.3.2, 8C_80/2020 vom 19. Mai 2020 E.2.3 und 

9C_685/2019 vom 8. April 2020 E.3.1). Ausnahmen von der diesfalls 

grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit ei-

ner Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige 

Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen 

ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesell-

schaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Aus-

bildungen und Berufserfahrungen verfügt (dazu und zum Folgenden: BGE 

145 V 209 E.5.1 m.H.; Urteile des Bundesgerichts 8C_648/2019 vom 

4. Juni 2020 E.4.1 und 9C_685/2019 vom 8. April 2020 E.3.1). Verlangt 

sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versi-

cherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der 

langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt 

ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle 

trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Per-

son in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene 

Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu 

verwerten (siehe BGE 145 V 209 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 

9C_768/2019 vom 16. September 2020 E.3.4.1 und 9C_50/2020 vom 

9. Juli 2020 E.3.1).

4. Die Beschwerdegegnerin anerkannte zwar, dass die Beschwerdeführerin 

im Zeitpunkt der Rentenaufhebung per 30. Juni 2020 bzw. des Verfü-

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gungserlasses am 24. November 2020 bereits über 55 Jahre alt war. Ihrer 

Ansicht nach bestehen allerdings viele Anhaltspunkte dafür, dass der Be-

schwerdeführerin die Selbsteingliederung dennoch objektiv zumutbar ist. 

So verfüge sie über eine gute Schulbildung sowie eine abgeschlossene 

Lehre als kaufmännische Angestellte, wobei darin gutachterlicherseits 

eine Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Für die langjährige Absenz vom 

Arbeitsmarkt hätten invaliditätsfremde Gründe bestanden. Zudem seien 

berufliche Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden. Diese hät-

ten unter anderem im ersten Arbeitsmarkt bei F._____ vom 12. Dezember 

2016 bis Ende Mai 2017 stattgefunden. Dieser Arbeitsversuch sei zwar 

letztlich nicht erfolgreich gewesen, was aber einerseits an einem zwi-

schenmenschlichen Problem und andererseits an dem von der Beschwer-

deführerin Anfang Juni erlittenen grösseren Herzinfarkt gelegen habe. Da 

aktuell gemäss gutachterlicher Feststellung sowohl hinsichtlich des sozia-

len Verhaltens wie auch des Alkoholkonsums Fortschritte bestünden und 

keine bis maximal leichte Beeinträchtigungen in der Konversation und 

Kontaktfähigkeit zu Dritten, keine Beeinträchtigung der Mobilitäts- und 

Verkehrsfähigkeit und auch sonst relativ wenige Beeinträchtigungen vor-

lägen, sei eine Selbsteingliederung objektiv betrachtet möglich (vgl. die 

Stellungnahme des Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin zum Ein-

wand vom 12. Oktober 2020 in der Begründung zu den angefochtenen 

Verfügungen vom 24. November 2020 [vgl. Akten der Beschwerdeführerin 

[Bf-act.] 4 und IV-act. 157 S. 3 f.]).

5. Dem hält die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, die vor 

37 Jahren abgeschlossene Zusatzausbildung zur kaufmännischen Ange-

stellten und der seit dem Jahr 2004 nicht mehr ausgeübte Beruf könnten 

nicht als gute Ausgangsbasis für eine Selbsteingliederung herangezogen 

werden. Die Abwesenheit vom ersten Arbeitsmarkt sei "offensichtlich" 

durch die Kündigung durch den Arbeitgeber im Jahr 2004 infolge innerbe-

trieblichen Umstrukturierungen erfolgt. Allerdings hätten schon damals 

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Überforderung (Burn-out) und ihre Persönlichkeitsstruktur zu Schwierig-

keiten am Arbeitsplatz geführt. Mithin lägen keine invaliditätsfremden 

Gründe vor. Auch greife die Argumentation der Beschwerdegegnerin, wo-

nach die damalige Eingliederungsmassnahme im ersten Arbeitsmarkt bei 

F._____ an einem zwischenmenschlichen Problem gescheitert sei, etwas 

zu kurz. Richtig sei stattdessen, dass der damalige Arbeitgeber eine Ar-

beitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt telefonisch nicht habe bestäti-

gen können. Der erlittene Herzinfarkt habe natürlich zu einem Abbruch der 

beruflichen Massnahme geführt, wobei die Beschwerdegegnerin ihr an-

schliessend keine solche wieder angeboten habe. Das nach dem Herzin-

farkt auf ihre Initiative und als Ausdruck ihrer Motivation angetretene Ar-

beitsverhältnis bei der L._____ Stiftung in der Werkstätte J._____ müsse 

als gescheitert betrachtet werden. Zudem dürften die anlässlich der frei-

willigen stationären Therapie erzielten Fortschritte nicht dazu verwendet 

werden, um ihr die Fähigkeit zur Selbsteingliederung zu unterstellen. Ins-

gesamt sei ihr daher die bisherige Rente weiterhin auszurichten, berufliche 

Massnahmen seien zu gewähren und danach sei der weitere Rentenan-

spruch zu klären.

6.1. Vorliegend war die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Erlasses der 

Rentenverfügung am 24. November 2020 über 55 Jahre alt (zu dem für 

die Ermittlung des Eckwertes des 55. Altersjahres massgeblichen Zeit-

punkt im Rahmen einer Rentenrevision: siehe Urteil des Bundesgerichts 

9C_473/2019 vom 25. Februar 2020 E.5.2.1 m.H.a. BGE 141 V 5 E.4.2.1; 

vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 9C_162/2020 vom 16. September 

2020 E.6.2 und 8C_235/2019 vom 20. Januar 2020 E.3.2.2). In BGE 145 

V 209 liess das Bundesgericht für die Konstellation der (rückwirkenden) 

Zusprache einer Invalidenrente mit gleichzeitiger ("uno actu") Revision 

und somit Abstufung oder Aufhebung der Invalidenrente jedoch offen, wel-

ches der für die Ermittlung des Eckwerts des 55. Altersjahres massgebli-

che Zeitpunkt sein soll (siehe BGE 145 V 209 E.5.4; vgl. auch Urteile des 

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Bundesgerichts 9C_516/2020 vom 29. Dezember 2020 E.4.4.2 und 

9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E.3). In Frage kommt der Zeitpunkt der Ver-

fügung selbst, derjenige der darin verfügten Rentenabstufung bzw. -auf-

hebung (vgl. BGE 141 V 5 E.4) oder jener des Feststehens der entspre-

chenden medizinischen Zumutbarkeit (BGE 138 V 457). In allen diesen 

Fällen hat die Beschwerdeführerin vorliegend aber ohnehin den Schwel-

lenwert von 55 Jahren erreicht. Insofern muss vorgängig der Rentenein-

stellung rechtsprechungsgemäss geprüft werden, ob ihr die Verwertung 

der (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zumut-

bar ist.

6.2. Zwar weist die Beschwerdeführerin eine langjährige Absenz vom Arbeits-

markt auf. So war sie nach ihrer Aus- und Weiterbildung zur Bürofach- 

bzw. kaufmännischen Angestellten nach eigenen Angaben zuletzt vom 

7. April 1986 bis zum 31. Dezember 2004 in der Versicherungsbranche als 

Fachspezialistin bzw. Sachbearbeiterin bei der C._____ tätig (vgl. Anmel-

dung zum Leistungsbezug vom 26. Juni 2016 [IV-act. 2 S. 6], Lebenslauf 

[IV-act. 37 S. 2] und Haushaltsabklärungsbericht vom 12./16. April 2019 

[IV-act. 120 S. 3]). Die Kündigung dieser Tätigkeit erfolgte – wie die Be-

schwerdeführerin selbst einräumt – durch den Arbeitgeber aus innerbe-

trieblichen Umstrukturierungsgründen (vgl. Anmeldung zum Leistungsbe-

zug vom 26. Juni 2016 [IV-act. 2 S. 6], medexperts-Gutachten von 

Dr. med. O._____ und Dr. med. N._____ vom 10. Januar 2019 [IV-

act. 114 S. 11 und 23], Haushaltsabklärungsbericht vom 12./16. April 2019 

[IV-act. 120 S. 3] und Beschwerde vom 8. Januar 2021 S. 5). Soweit sie 

unter Hinweis auf den Bericht ihres Hausarztes, Dr. med. V._____, vom 

13. Februar 2004 geltend macht, bereits damals hätten Überforderung 

(Burn-out) und ihre Persönlichkeitsstruktur zu Schwierigkeiten am Arbeits-

platz geführt, weshalb keine invaliditätsfremden Gründe (für den Stellen-

verlust) vorlägen, kann ihr aber nicht gefolgt werden. Dr. med. V._____ 

berichtete darin vielmehr, dass er das momentane, reaktive "Burn-out-

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Syndrom" mit depressiver Entwicklung mehrmals und ausgiebig mit der 

Beschwerdeführerin besprochen habe. Einerseits gehe es darum, die mo-

mentane Baisse zu beheben, und andererseits das Verhalten im privaten 

und geschäftlichen Bereich der Beschwerdeführerin so anzupassen, dass 

künftig nicht wieder eine Dekompensation auftrete (siehe Bf-act. 5). Dar-

aus kann geschlossen werden, dass es sich dabei nur um eine vorüber-

gehende Verschlechterung des psychischen Zustands der Beschwerde-

führerin handelte, was sich denn auch in den aufgeführten Arbeitsunfähig-

keitsbescheinigungen widerspiegelt. Während sie zu Beginn ab dem 

29. Dezember 2003 noch zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben wurde, at-

testierte Dr. med. V._____ ab dem 28. Januar 2004 noch eine Arbeitsun-

fähigkeit von 50 %, bevor er ab dem 1. März 2004 wiederum von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausging (siehe 

Bf-act. 5). Da sich diese vorübergehende depressive Verstimmung zudem 

bereits Ende 2003 bzw. Anfang 2004 zutrug, kann nicht gesagt werden, 

dass sich die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber 

per 31. Dezember 2004 auf gesundheitsbedingte Faktoren zurückführen 

lässt. Dies bestätigte die Beschwerdeführerin denn auch anlässlich der 

Haushaltsabklärung am 9. April 2019, indem sie selbst angab, der Verlust 

der Arbeitsstelle im Jahr 2004 sei nicht im Zusammenhang mit den ge-

sundheitlichen Beschwerden gestanden (siehe IV-act. 120 S. 3).

6.3. Auch in der Folgezeit, in der die Beschwerdeführerin namentlich ihre Mut-

ter bis zu deren Tod pflegte (vgl. Anmeldung zum Leistungsbezug vom 

26. Juni 2016 [IV-act. 2 S. 6], medexperts-Gutachten von Dr. med. 

O._____ und Dr. med. N._____ vom 10. Januar 2019 [IV-act. 114 S. 11 

und 23] und Haushaltsabklärungsbericht vom 12./16. April 2019 [IV-

act. 120 S. 3]), lassen sich keine im Vordergrund stehenden invaliditäts-

bedingten Gründe für das Fernbleiben von der Arbeitswelt eruieren. Ins-

besondere ergibt sich aus dem von der Beschwerdeführerin beigebrach-

ten Bericht von Dr. med. V._____ vom 25. Januar 2011 lediglich, dass er 

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diese als allgemein und sozial etwas altbacken und mit zurückgebliebener 

Persönlichkeitsstruktur beschrieb. Zwar wies er auf eine gewisse Vereins-

amung, fehlende Sozialkontakte und eine nicht näher bezeichnete reaktive 

Depression mit Schlafstörungen, welche sich indes unter Therapie verbes-

sert habe, hin (siehe Bf-act. 6). Auch wenn diese hausärztliche Einschät-

zung auf eine Desintegration im gesellschaftlichen Leben hinweist (vgl. 

dazu auch Haushaltsabklärungsbericht vom 12./16. April 2019 [IV-

act. 120 S. 2 f.]), lässt sich daraus – insbesondere unter Berücksichtigung 

des Therapieerfolgs hinsichtlich der depressiven Symptomatik – kein dau-

erhafter invalidisierender Gesundheitsschaden mit wesentlichen funktio-

nellen Auswirkungen ableiten, der einer erwerblichen Eingliederung ent-

gegenstünde. Auch das beschwerdeführerische Vorbringen, wonach der 

psychische Gesundheitszustand aufgrund der späten Anmeldung zum Be-

zug von IV-Leistungen nur rudimentär anhand medizinischer Akten belegt 

sei, ist insofern zu relativieren, als die Beschwerdeführerin nach eigenen 

Aussagen erst wieder seit August 2015 in psychiatrisch-psychotherapeu-

tischer Behandlung steht (vgl. Bericht von Dr. med. D._____ vom 7. Juli 

2016 [IV-act. 11 S. 1]) und vorher abgesehen von einer halbjährigen am-

bulanten psychiatrischen Behandlung mit 17 Jahren keine entsprechende 

Therapie in Anspruch genommen hat (vgl. medexperts-Gutachten von 

Dr. med. O._____ und Dr. med. N._____ vom 10. Januar 2019 [IV-

act. 114 S. 10, 13, 15 und 17]).

6.4. Des Weiteren kann auf das medexperts-Gutachten von Dr. med. O._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie zertifizierter medizini-

scher Gutachter SIM, und Dr. med. N._____, Facharzt für Innere Medizin 

spez. Kardiologie, vom 10. Januar 2019 sowie das psychiatrische Ver-

laufsgutachten von Dr. med. O._____ vom 9. Juli 2020 abgestellt werden, 

deren voller Beweiswert von der Beschwerdeführerin nicht in Abrede ge-

stellt wird. Gestützt darauf ist zu erkennen, dass die Beschwerdeführerin 

in der bisherigen und einer adaptierten Tätigkeit (d.h. insbesondere einer 

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körperlich leichten, sitzenden Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an die 

soziale Interaktionsfähigkeit) ab Januar 2019 bis Februar 2020 zu 30 % 

und seit März 2020 zu 80 % arbeitsfähig war bzw. ist, ausgenommen ein-

zig die Zeitspanne der stationären bzw. tagesklinischen Behandlung 

während welcher aufgrund des Therapiesettings von einer 100%igen Ar-

beitsunfähigkeit auszugehen ist (vgl. insbesondere das psychiatrische 

Verlaufsgutachten von Dr. med. O._____ vom 9. Juli 2020 [IV-act. 147 

S. 21] und auch medexperts-Gutachten von Dr. med. O._____ und 

Dr. med. N._____ vom 10. Januar 2019 [IV-act. 114 S. 6, 18 ff. und 28]). 

Auch für die Zeit ab Beginn der psychiatrisch-psychotherapeutischen Be-

handlung im August 2015 ist eine solche 100%ige Arbeitsunfähigkeit do-

kumentiert, während ab dem 7. Juli 2016 Arbeitsfähigkeiten zwischen 40 

% und 80 % bis zu dem am 6. Juni 2017 erlittenen Herzinfarkt aktenkundig 

sind (vgl. Bericht von Dr. med. D._____ vom 7. Juli 2016 [IV-act. 11 S. 2 

f.], Case Report [IV-act. 163 S. 10] und die Begründung zu den angefoch-

tenen Verfügungen vom 24. November 2020 [IV-act. 157 S. 2]). Für die 

Zeit vor August 2015 lässt sich den Akten hingegen keine nachweislich 

klare, fachärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung entneh-

men. Trotz der ausgewiesenen und unbestritten gebliebenen Arbeitsfähig-

keiten sind abgesehen von drei kürzeren Arbeitsintegrationseinsätzen 

bzw. Praktika mit Pensen zwischen 50 % und 70 % (vgl. Arbeitszeugnis 

der Gemeinde M._____ vom 22. August 2011 [IV-act. 17 S. 2], Arbeits-

zeugnis der W._____ vom 16. Juli 2014 [IV-act. 17 S. 3] sowie Arbeits-

zeugnis der X._____ vom 3. Juni 2015 [IV-act. 17 S. 4]) keine konkreten 

und dokumentierten Anhaltspunkte dafür aktenkundig, dass sich die Be-

schwerdeführerin ausserhalb der Phasen vollständiger Arbeitsunfähigkeit 

aktiv um die Ausschöpfung ihrer (medizinisch-theoretischen) Leistungs-

fähigkeit im Rahmen einer entsprechenden Arbeitsstelle bemüht hätte 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_516/2020 vom 29. Dezember 2020 

E.4.4.3, 9C_162/2020 vom 16. September 2020 E.6.2 und 9C_819/2014 

vom 19. Juni 2015 E.4; vgl. in sachverhaltlicher Hinsicht: Evaluationsge-

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spräch Eingliederung vom 15. August 2016 [IV-act. 13], Lebenslauf [IV-

act. 19 S. 2], medexperts-Gutachten von Dr. med. O._____ und Dr. med. 

N._____ vom 10. Januar 2019 [IV-act. 114 S. 11, 15 und 17] sowie den 

Haushaltsabklärungsbericht vom 12./16. April 2019 [IV-act. 120 S. 3], wo-

nach die Beschwerdeführerin ihre Suchbemühungen zugunsten der 

Pflege ihrer Eltern in den Hintergrund gestellt habe, bevor sie im Jahr 2011 

eine befristete Arbeitsstelle bei der Gemeinde M._____ gehabt, Freiwilli-

genarbeit geleistet und sodann kurzzeitig bei der W._____ sowie bei der 

X._____ gearbeitet habe; vgl. ferner auch IK-Auszug vom 7. Juli 2016 [IV-

act. 9]). Auch kamen für sie diverse, im Rahmen der Eingliederungsbera-

tung gemachte Vorschläge für mögliche Arbeitstätigkeiten nicht in Frage 

(vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Einträge vom 19. September 2016, 

26. September 2016, 10. und 11. Oktober 2016 sowie 3. November 2016 

[IV-act. 81 S. 1 ff.]). In solchen Konstellationen, in denen der versicherten 

Person die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit seit Jahren zumutbar war 

und die berufliche Selbstintegration seither aus invaliditätsfremden Grün-

den unterblieb, ist die arbeitsmarktliche Desintegration rechtsprechungs-

gemäss nicht invaliditätsbedingt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_105/2019 vom 18. Juni 2019 E.7.1 und 8C_394/2017 vom 8. August 

2017 E.4.3).

6.5. Insgesamt ist somit die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt (ab 2005) in 

erster Linie auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen, weshalb bereits 

damit ein Ausnahmetatbestand gegeben ist, der die vermutungsweise an-

zunehmende Unzumutbarkeit der Selbsteingliederung umzustossen ver-

mag.

7. Der Beschwerdeführerin ist zwar darin beizupflichten, dass sie ihre Aus- 

und Weiterbildung zur Büro- bzw. kaufmännischen Angestellten bereits 

1983 abgeschlossen hatte und diese damit relativ lange zurückliegt (siehe 

Fähigkeitszeugnisse vom 26. März 1981 bzw. 6. Oktober 1983 [IV-act. 5] 

und Anmeldung zum Leistungsbezug vom 26. Juni 2016 [IV-act. 2 S. 5]). 

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Auch wenn sie seit Ende 2004 nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt im Rah-

men einer Festanstellung auf diesem Beruf tätig ist, kann sie dennoch eine 

über 15-jährige Arbeitstätigkeit als Fachspezialistin bzw. Sachbearbeiterin 

bei einer Versicherung vorweisen (vgl. dazu die eigenen Angaben der Be-

schwerdeführerin in der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 26. Juni 

2016 [IV-act. 2 S. 6]), in welcher sie Fertigkeiten und Berufserfahrung er-

worben hat, die durchaus in einer Verweistätigkeit nutzbar gemacht wer-

den können. Da die ihr zumutbaren Tätigkeiten (d.h. insbesondere maxi-

mal leichte körperliche bzw. sitzende [Büro-]Arbeiten ohne hohe Anforde-

rungen an die soziale Interaktion, vgl. Konsensbeurteilung im medexperts-

Gutachten von Dr. med. O._____ und Dr. med. N._____ vom 10. Januar 

2019 [IV-act. 114 S. 6] und Case Report [IV-act. 163 S. 11]) auf dem 

massgeblichen Arbeitsmarkt zudem keine besonderen Qualifikationen er-

fordern, relativiert sich der Eingliederungsbedarf auch in dieser Hinsicht 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_229/2019 vom 5. Juli 2019 E.4 und 

5.3 sowie 8C_492/2018 vom 24. August 2018 E.5.2).

8. Überdies erhielt die Beschwerdeführerin namentlich im Rahmen der Ein-

gliederungsmassnahmen weitgehend positive Rückmeldung zu den von 

ihr erbrachten Arbeitsleistungen anlässlich des durchgeführten Arbeitstrai-

nings bei B._____ und des Arbeitsversuchs bei F._____. Dem Schlussbe-

richt der B._____ vom 12. Dezember 2016 ist zu entnehmen, dass sie – 

abgesehen von ihrer Neigung zum Perfektionismus, was sich insbeson-

dere auf das Arbeitstempo niederschlug – ausnahmslos sehr gute Resul-

tate erbracht hat, eine ausgesprochen ruhige und überlegte Arbeitsweise 

vorwies, sich zuverlässig und verbindlich an die Abmachungen hielt und 

von allen Beteiligten sehr geschätzt worden ist (siehe IV-act. 60 S. 2 f., vgl. 

ferner Verlaufsprotokoll Eingliederung, Einträge vom 3. November 2016 

und 6. Dezember 2016 [IV-act. 81 S. 4]). Auch im Rahmen des Arbeitsver-

suches bei F._____ wurde namentlich zurückgemeldet, dass abgesehen 

vom Arbeitstempo alle mit ihrer in einem 80%-Pensum geleisteten Arbeit 

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zufrieden waren (vgl. die Nachrichten vom 20. Februar 2017 [IV-act. 54 

S. 1] und 28. März 2017 [IV-act. 71], Verlaufsprotokoll Eingliederung, Ein-

träge vom 23. Januar 2017 [IV-act. 81 S. 6], 23. März 2017 und 28. März 

2017 [IV-act. 81 S. 10]). Wenn die Beschwerdegegnerin in den angefoch-

tenen Verfügungen ausführte, der Arbeitsversuch sei namentlich an einem 

zwischenmenschlichen Problem gescheitert, kann der sich dagegen weh-

renden Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden. Vielmehr geht aus den 

Akten eindeutig hervor, dass sie grosse Mühe bekundet hatte, mit Herrn 

Y._____ von F._____ zu arbeiten, nicht mit dessen Führungsstil klarge-

kommen war und sich von ihm ausgenutzt fühlte (vgl. Nachrichten vom 

14. Februar 2017 [IV-act. 53], 17. März 2017 [IV-act. 69] und 17. Mai 2017 

[IV-act. 77], Verlaufsprotokoll Eingliederung, Einträge vom 19. Januar 

2017 [IV-act. 81 S. 5], 28. April 2017 und 1. Mai 2017 [IV-act. 81 S. 11]). 

Dies führte zunächst zu Arbeitsausfällen, bevor sie sich per Ende Mai 2017 

eine Pause wünschte, um alles zu verarbeiten (vgl. Verlaufsprotokoll Ein-

gliederung, Einträge vom 19. Januar 2017 [IV-act. 81 S. 5] und 9. Mai 

2017 [IV-act. 81 S. 11 f.], Nachricht vom 29. März 2017 [IV-act. 72 S. 1 f.]). 

Da es sich bei diesem Zerwürfnis nicht um einen gesundheitsbedingten 

Grund für den Abbruch der beruflichen Massnahmen handelte, legen die 

vorerwähnten, grundsätzlich positiven Rückmeldungen nahe, dass die Be-

schwerdeführerin durchaus in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch 

ausgewiesene Leistungspotenzial, welches sich auf das Arbeitstempo 

auswirkende Beeinträchtigungen mitberücksichtigt (siehe dazu medex-

perts-Gutachten von Dr. med. O._____ und Dr. med. N._____ vom 10. Ja-

nuar 2019, in welchem insbesondere körperlich leichte, sitzende [Büro-]Ar-

beiten bei erhöhtem Zeitbedarf und vermehrtem Pausenbedürfnis, wenig 

zeitlichem Druck sowie einem geduldigen und wertschätzendem Umfeld 

als leidensangepasst erachtet wurden [IV-act. 114 S. 6 und 19 f.]), mittels 

Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Soweit 

die Beschwerdeführerin zudem bemängelt, ihr seien nach dem erlittenen 

Herzinfarkt von Seiten der Beschwerdegegnerin keine beruflichen Mass-

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nahmen mehr angeboten worden, ist ihr entgegenzuhalten, dass sie um 

deren Gewährung weder ersucht noch sich darum bemüht hat (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_658/2015 vom 9. Mai 2016 E.6 und 9C_819/2014 

vom 15. Juni 2015 E.4). Insofern erscheinen weitere Eingliederungsmass-

nahmen nicht als angezeigt.

9. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin ab dem 

1. April 2018 eine unbefristete Anstellung als Industriemitarbeiterin bei der 

L._____ Stiftung in der Werkstätte J._____ angetreten hat und das Ar-

beitspensum im Verlauf auf knapp 30% gesteigert werden konnte (siehe 

IV-act. 112; vgl. medexperts-Gutachten von Dr. med. O._____ und 

Dr. med. N._____ vom 10. Januar 2019 [IV-act. 114 S. 23 und 27]). Wes-

halb dieses Arbeitsverhältnis nach eigenen Aussagen der Beschwerde-

führerin im Sinne eines Versuchs der Selbsteingliederung als gescheitert 

anzusehen sei, ist nicht ersichtlich. Vielmehr zeigt dieser Schritt auf, dass 

die Beschwerdeführerin trotz der damalig attestierten erheblichen Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen und somatischen Grün-

den (vgl. dazu namentlich Verlaufsbericht von Dr. med. K._____ vom 

25. Januar 2018 [IV-act. 92] sowie Verlaufsberichte von Dr. med. I._____ 

vom 4. Oktober 2017 [IV-act. 85] und 14. Februar 2018 [IV-act. 93]) 

grundsätzlich in der Lage war, sich bei Bedarf – unter Mithilfe der psych-

iatrischen Betreuungspersonen bzw. des regionalen Sozialdienstes (vgl. 

dazu Verlaufsbericht von Dr. med. K._____ vom 25. Januar 2018 [IV-

act. 92 S. 2 und 4]) – um eine angepasste Anstellung zu bemühen. Dieser 

Umstand ist rechtsprechungsgemäss als Ausdruck einer gewissen Agilität 

und Gewandtheit zu verstehen, trotz fortgeschrittenem Alters eigenständig 

eine Arbeitstätigkeit finden zu können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_768/2019 vom 16. September 2020 E.3.4.2.2; vgl. ferner das psychia-

trische Verlaufsgutachten von Dr. med. O._____ vom 9. Juli 2020 [IV-

act. 147 S. 11], wonach es die Beschwerdeführerin nach eigenen Anga-

ben verärgert habe, dass ihr nach dem Klinikaufenthalt bis im März 2020 

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niemand zugetraut habe, selbst eine Wohnung zu finden, weshalb sie be-

schlossen habe, es allen zu zeigen; letztlich fand die Beschwerdeführerin 

per 12. Juni 2020 eine neue Wohnung [siehe IV-act. 147 S. 10, 18 und 

20]). Dass die Anforderungen bei der L._____ Stiftung im Vergleich zu ei-

ner Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt bei 50 % lagen (vgl. Beurteilung 

Arbeitseinsatz in der Werkstätte J._____ der L._____ Stiftung vom 

25. Juni 2019 [IV-act. 128 S. 19]), tut dem keinen Abbruch.

10. In Gesamtwürdigung der Umstände ist die Beschwerdeführerin somit als 

im Stande zu betrachten, sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters ohne 

behördliche Hilfestellung in einer leidensadaptierten Tätigkeit in das Er-

werbsleben zu integrieren. Mithin besteht kein Anspruch auf Durchführung 

weiterer beruflicher Eingliederungsmassnahmen bzw. auf Weiterausrich-

tung der bisherigen Rente. Ebenso wenig ist eine erneute Abklärung der 

Rentenfrage nach vorgenommenen Eingliederungsmassnahmen ange-

zeigt. 

11.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-

deverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der Invalidenversiche-

rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem 

vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, 

setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 

Kostenrahmens auf CHF 700.-- fest.

11.2. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Bei diesem Prozessausgang wird die Beschwerdeführerin grundsätzlich 

kostenpflichtig. Allerdings hat sie um unentgeltliche Rechtspflege bzw. 

Prozessführung ersucht. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die 

nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche 

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Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (vgl. 

auch Art. 76 Abs. 1 VRG). Die Voraussetzungen dafür sind vorliegend ge-

geben. So ist namentlich ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin 

gemäss Verfügung vom 7. Juli 2020 der Wohngemeinde weiterhin mit wirt-

schaftlicher Sozialhilfe unterstützt wird. Ausserdem kann auch nicht von 

einer Aussichtslosigkeit der Beschwerde ausgegangen werden, womit 

dem Gesuch entsprochen werden kann. Dementsprechend werden die 

von der Beschwerdeführerin zu tragenden Gerichtskosten von CHF 700.-- 

(vorläufig) auf die Gerichtskasse genommen. Die obsiegende Beschwer-

degegnerin hat keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (vgl. Art. 61 

lit. g ATSG e contrario).

11.3. Hinzuweisen ist noch auf den Vorbehalt in Art. 77 VRG, wonach die erlas-

senen Gerichtskosten zu erstatten sind, wenn sich die Einkommens- oder 

Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführerin dereinst verbessern soll-

ten.

- 21 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

die Kosten von CHF 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse 

übernommen.

2.2. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ ge-

bessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene zu 

erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]