# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 598f5152-90b8-5e6d-8ecf-5d8e0984a9c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2008 E-1547/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1547-2008_2008-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1547/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Markus König (Vorsitz), Richter Martin Zoller, 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

X._______, geboren (...),
Irak,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Aufhebung der vorläufigen Aufnahme; Verfügung des 
BFM vom 11. Februar 2008 / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1547/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein Kurde mit letztem Wohnsitz in A._______, 
verliess  den  Irak  eigenen  Angaben  zufolge  im  Februar  2003  und 
gelangte  über  die  Türkei  und  weitere  ihm  unbekannte  Länder  am 
18. Februar 2003 illegal in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl 
nachsuchte. Die Erstbefragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
(vormals: Empfangsstelle) Basel fand am 24. Februar 2003 statt. Für 
den  Aufenthalt  während  der  Dauer  des  Verfahrens  wurde  der  Be-
schwerdeführer  dem Kanton B._______ zugewiesen. Die  zuständige 
kantonale Behörde befragte den Beschwerdeführer am 31. März 2003 
eingehend  zu  seinen  Asylgründen.  Die  Vorinstanz  liess  am  19. 
Dezember  2003  im  C._______ eine  Altersbeurteilung  durchführen, 
wobei der wissenschaftliche Befund nicht eindeutig ausfiel.

Zur  Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen geltend, er habe keine Probleme mit  den Behörden 
oder Organisationen seines Heimatstaates gehabt. Er habe sich vor ei-
niger Zeit  in  ein Mädchen verliebt,  das der christlichen Glaubensge-
meinschaft angehört habe. Das Mädchen habe nicht zum Islam über-
wechseln wollen, weshalb der Beschwerdeführer im Januar 2003 zum 
Christentum konvertiert habe. Sein Vater und ein Onkel väterlicherseits 
hätten dies erfahren, weshalb der Beschwerdeführer den Heimatstaat 
habe verlassen müssen, ansonsten diese ihn getötet hätten. 

B.
Mit Verfügung vom 30. August 2004 lehnte das BFM das Asylgesuch 
unter Feststellung der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen ab und ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung 
beurteilte das Bundesamt als zulässig, zumutbar und möglich. 

Mit  Eingabe  vom  29.  September  2004  an  die  vormals  zuständige 
Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) reichte der Beschwerde-
führer  gegen  die  verfügte  Wegweisung  sowie  deren   Vollzug  Be-
schwerde ein. 

Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens wurde der Beschwerde-
führer durch das Bundesamt mit Verfügung vom 17. Januar 2006 wie-
dererwägungsweise vorläufig in der Schweiz aufgenommen.

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Das Verfahren  vor  der  ARK wurde  in  der  Folge mit  Beschluss  vom 
19. Januar 2006 zufolge Wegfalls des Anfechtungsobjekts als gegen-
standslos geworden abgeschrieben. 

C.
Mit Verfügung vom 7. Juni 2007 teilte das BFM dem Beschwerdeführer 
mit,  nach einer Analyse der Sicherheits-  und Menschenrechtslage in 
den drei von der kurdischen Regionalregierung kontrollierten nordiraki-
schen Provinzen Dohuk, Erbil und Suleymania beurteile es den Weg-
weisungsvollzug dorthin als grundsätzlich zumutbar und gewährte dem 
Beschwerdeführer das rechtliche Gehör hinsichtlich der beabsichtigten 
Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  und  des  damit  verbundenen 
Wegweisungsvollzugs.

D.
Der Beschwerdeführer reichte am 22. Juni 2007 seine Stellungnahme 
zu  den  Akten. Er  wies  auf  seine  Asylgründe  hin  und  führte  aus,  er 
gehe nach wie vor davon aus, im Falle einer Rückschaffung in den Irak 
dort konkreter und ernster Gefahr ausgesetzt zu sein. Er sei nicht zu 
einer Rückkehr in den Irak bereit, zumal er seit Februar 2003 in der 
Schweiz lebe und hier gut integriert sei. Auch seine familiären Verhält-
nisse im Nordirak würden gegen eine Wegweisung dorthin sprechen. 
Zudem könne er die Auffassung des BFM nicht teilen, wonach in den 
drei Nordprovinzen keine Situation allgemeiner Gewalt mehr herrsche. 
Die  Kurden  seien  dauerhaft  Ziele  der  Angriffe  und  von  Menschen-
rechtsverletzungen in diesen drei Provinzen sowohl durch regierende 
kurdische Parteien als auch durch terroristische und islamische Grup-
pierungen. Auf den Hauptverkehrsachsen komme es immer wieder zu 
Überfällen und Entführungen; die Reise- und Rückkehrwege seien ge-
nerell unsicher. 

Zur Illustration seiner Vorbringen führte der Beschwerdeführer entspre-
chende Beispiele an und wies dazu auf verschiedene Web-Seiten hin.

E.
Mit Verfügung vom 11. Februar 2008 – eröffnet am 13. Februar 2008 – 
hob das BFM die am 17. Januar 2006 angeordnete vorläufige Aufnah-
me des Beschwerdeführers auf und ordnete den Vollzug der Wegwei-
sung an.

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F.
Mit Eingabe vom 7. März 2008 an das Bundesverwaltungsgericht be-
antragte  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung. Es sei festzustellen, dass seine vorläufige Aufnahme nicht 
aufgehoben werden könne, weil eine Wegweisung in den Irak nicht zu-
mutbar sei. In prozessualer Hinsicht wurde die Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege, namentlich der Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses, beantragt.

G.
Mit Verfügung vom 12. März 2008 verzichtete der zuständige Instrukti-
onsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses; der  Entscheid  über  das  Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege wurde auf einen späteren Zeitpunkt 
verwiesen; die Akten wurden der Vorinstanz zur Stellungnahme über-
wiesen.

H.
Das Bundesamt hielt  in der Vernehmlassung vom 14. März 2008 an 
seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 
Diese Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 17. März 2008 
zur Kenntnisnahme gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 48  Abs. 1,  Art. 48 und 
Art. 50 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.
Das BFM hebt die vorläufige Aufnahme auf und ordnet den Vollzug der 
Weg- oder Ausweisung an, wenn die Voraussetzungen nicht mehr ge-
geben sind  (Art.  84  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Die 
Voraussetzungen für  die vorläufige Aufnahme sind nicht  mehr  gege-
ben, wenn der Vollzug der rechtskräftig angeordneten Wegweisung für 
die ausländische Person möglich ist, keine völkerrechtliche Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise in den Heimat- oder einen Dritt-
staat entgegenstehen und dort keine Situation wie Krieg, Bürgerkrieg 
oder allgemeiner Gewalt herrschen und auch keine medizinische Not-
lage dem Vollzug entgegensteht (Art. 83 Abs. 2, 3 und 4 AuG).

3.

3.1
Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 
des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

3.1.1 Keine Person darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

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Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

3.1.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Die 
fehlende  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  ist  mit  Ver-
fügung des BFM vom 30. August 2004 festgestellt worden; dieser Ent-
scheid  wurde  insoweit  nicht  angefochten  und  erwuchs  deshalb  in 
Rechtskraft.  Das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlings-
rechtlichen Non-Refoulements kann deshalb im vorliegenden Verfah-
ren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers 
in  den kurdisch verwalteten Nordirak ist  demnach unter  dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner Rückkehr in den Nordirak dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung ausgesetzt wäre. Die ursprünglich geltend gemachten Asyl-
gründe sind in der – insoweit nicht angefochtenen – Asylverfügung des 
BFM mit ausführlicher Begründung als unglaubhaft qualifiziert worden. 
Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 
(EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Be-
schwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder 
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder 
unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2001 Nr. 16 S. 122,  mit  weiteren Hinweisen; EGMR, Bensaid gegen 
Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et dé-
cisions 2001-I, S. 327 ff.). Dies gelingt ihm bei der vorliegenden Akten-
lage  nicht.

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Die  allgemeine  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage im  kurdischen 
Nordirak, die in BVGE E-6982/2006 vom 22. Januar 2008 Gegenstand 
einer umfassenden Beurteilung bildete, lässt den Wegweisungsvollzug 
zum heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen.

3.1.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

3.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

3.2.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung fest, aufgrund der Sicher-
heits- und Menschenrechtslage herrsche in den drei Provinzen Dohuk, 
Erbil und Suleymania keine Situation allgemeiner Gewalt. Die Situation 
sei stabil und es sei aus aktueller Sicht keine nachhaltige Verschlech-
terung  zu  erwarten.  Zudem  bestünden  Flugverbindungen  aus  dem 
Ausland in den Nordirak, so dass Rückkehrende nicht via den Zentrali-
rak reisen müssten. Die diesbezügliche Befürchtung des Beschwerde-
führers in der Stellungnahme vom 22. Juni 2007 erweise sich damit als 
unbegründet. Die Einschätzung, wonach der Wegweisungsvollzug da-
her  grundsätzlich  zumutbar  sei,  werde  auch  von  anderen  europä-
ischen Staaten geteilt; auch das UNHCR stelle sich nicht grundsätzlich 
gegen Wegweisungen in die genannten Provinzen. 

In der rechtskräftigen Verfügung vom 30. August 2004 sei festgestellt 
worden,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  im  Asylpunkt 
nicht glaubhaft  seien. An dieser Einschätzung vermöge die Stellung-
nahme vom 22. Juni 2007 nichts zu ändern. Hinsichtlich der individuel-
len Situation des Beschwerdeführers hält das Bundesamt fest, dieser 
sei  im Alter  von (...) in  die  Schweiz  eingereist  und  habe somit  den 
weitaus  grössten  Teil  seines  Lebens  in  seinem  Heimatland  in  der 
Provinz Dohuk verbracht. Damit sei er mit der Sprache, der Kultur so-
wie der Lebens- und Arbeitsweise in seinem Herkunftsort bestens ver-
traut. Somit sei davon auszugehen, dass der noch junge und – soweit 
den Akten zu entnehmen –  gesunde  Beschwerdeführer  nach seiner 
Rückkehr in der Lage sein werde, die Sicherung seiner Existenz selb-

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ständig in die Hand zu nehmen. Zudem verfüge er mit seinen nach wie 
vor im Nordirak lebenden Familienangehörigen über ein soziales Be-
ziehungsnetz,  welches  ihm  in  der  Anfangsphase  unterstützend  zur 
Seite  stehen  könne;  so  habe  der  Beschwerdeführer  bei  den  Befra-
gungen angegeben, seinen Familienangehörigen gehe es finanziell gut 
und  D._______.  Weiter  könne  der  Beschwerdeführer  im  Falle 
fristgemässer Ausreise vom Angebot der Rückkehrhilfe Gebrauch ma-
chen, welches ihm die Reintergration im Heimatstaat ebenfalls erleich-
tern sollte. 

3.2.2 In  der  Rechtsmitteleingabe weist  der  Beschwerdeführer erneut 
darauf hin, im Falle einer Rückkehr werde er konkreter und ernsthafter 
Gefährdung ausgesetzt werden. Die Vorinstanz habe zudem seine fa-
miliären Verhältnisse im Nordirak nicht berücksichtigt. Er habe keinen 
Kontakt zu seiner Familie und werde im Falle einer Rückkehr weder fi-
nanzielle noch moralische Hilfeleistung von der Familie erwarten kön-
nen. Entgegen der Auffassung des Bundesamtes sei zudem die politi-
sche und soziale Situation im Nordirak nach wie vor instabil und unsi-
cher. Die meisten Rückkehrer  würden im Irak unter  ausserordentlich 
schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen leben. Zu-
dem seien die ständigen Drohungen und militärischen Interventionen 
der Nachbarländer wie Türkei und Iran eine ernsthafte Gefahr für die 
drei  Provinzen im Nordirak. Verschiedene Berichte  und Ereignisse – 
der  Beschwerdeführer  weist  auf  verschiedene Todesfälle  von Lands-
leuten hin – würden aufzeigen, dass auf dem gesamten Staatsgebiet 
des Irak nach wie vor eine Situation allgemeiner Gewalt herrsche. Es 
komme immer wieder zu Anschlägen und kriegerischen Auseinander-
setzungen sowie zu ethnischen und religiösen Konflikten, und es sei 
eine Zunahme des Terrorismus durch die Islamisten festzustellen. 

Weiter  führt  der  Beschwerdeführer  aus,  er  sei  in  der  Schweiz  gut 
integriert,  gehe  einer  geregelten  Erwerbstätigkeit  nach  und  seine 
finanziellen  Verhältnisse  seien  geregelt.  Er  habe  sich  stets  gut 
verhalten  und  habe  einen  guten  Leumund.  Er  habe  die  deutsche 
Sprache sowie gelernt, sein Leben selber in die Hand zu nehmen. 

3.2.3 Das Bundesverwaltungsgericht  ist  in  einem Leitentscheid  vom 
14. März 2008 (E-4243/2007) aufgrund einer umfassenden Beurteilung 
der aktuellen Situation in den nordirakischen Provinzen Dohuk, Suley-
mania und Erbil zum Schluss gekommen, dass in den drei kurdischen 
Provinzen keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und die dortige 

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politische Lage nicht dermassen angespannt ist, als dass eine Rück-
führung  dorthin  als  generell  unzumutbar  qualifiziert  werden  müsste. 
Zudem ist die Region mit Direktflügen aus Europa und aus den Nach-
barstaaten  erreichbar. Damit  entfällt  das  Element  der  unzumutbaren 
Rückreise via Bagdad und anschliessend auf dem Landweg durch den 
von Gewalt geprägten Zentralirak. 

Zusammenfassend wurde im erwähnten Urteil  festgehalten, dass die 
Anordnung des Wegweisungsvollzugs in der Regel für alleinstehende, 
gesunde und junge kurdische Männer, die ursprünglich aus einer der 
drei Provinzen stammen und dort nach wie vor über ein soziales Netz 
oder  Parteibeziehungen  verfügen,  zumutbar  ist.  Für  alleinstehende 
Frauen und für Familien mit Kindern sowie für Kranke und Betagte ist 
bei  der Feststellung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gro-
sse  Zurückhaltung  angebracht  (vgl.  a.a.O. E.  7.5  und  insbesondere 
7.5.8).

3.2.4 Der Beschwerdeführer stammt aus der Provinz A._______, wo 
er  von der Geburt  bis zu seiner Ausreise gelebt  hat. Er hat  gemäss 
eigenen  Angaben  zwar  keine  Schulbildung  genossen,  jedoch  im 
elterlichen  Betrieb  in  der  Landwirtschaft  gearbeitet.  Zudem  hat  der 
Beschwerdeführer einen Freund erwähnt, der ihm bei der Organisation 
der Ausreise geholfen habe. Weiter sprach er von E._______, welche 
ihm  für  die  Finanzierung  der  Ausreise  namhafte  Beträge  gegeben 
hätten, zumal es diesen Familienangehörigen gut gehe und D._______ 
besitze  (vgl.  Protokoll  Migrationsamt  S.  7).  Damit  kann  der 
Beschwerdeführer  nötigenfalls  mindestens  anfänglich  im  Bedarfsfall 
diese  Angehörigen  mütterlicherseits  um  finanzielle  Unterstützung 
angehen. Sodann konnte der Beschwerdeführer in der Schweiz, wenn 
auch relativ kurzfristig, Arbeitserfahrungen sammeln. Letztlich wird ihm 
die  Rückkehrhilfe  der  Schweiz  den  Wiedereinstieg  in  seiner  Heimat 
ebenfalls  erleichtern  können.  Insgesamt  ist  daher  nicht  davon 
auszugehen, der junge und gemäss Akten gesunde Beschwerdeführer 
gerate im Falle einer Rückkehr in den Nordirak dort in eine existenzbe-
drohende Situation. 

3.2.5 Der Vollzug der Wegweisung ist nach dem Gesagten daher als 
zumutbar zu beurteilen.

3.3 Die kurdische Region im Norden des Iraks ist mit Direktflügen aus 
Europa und aus den Nachbarländern erreichbar. Es obliegt dem Be-
schwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  seines  Heimat-

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staates die für eine Rückkehr allenfalls notwendigen Reisedokumente 
zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG). Der Vollzug der Wegweisung ist 
deshalb auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG).

4.
Soweit  der  Bescherdeführer  sinngemäss  geltend  macht,  der  Vollzug 
der  Wegweisung  würde  für  ihn  wegen  seiner  guten  Integration  eine 
grosse Härte bedeuten (vgl. Beschwerde, S. 3), ist auf die Bestimmung 
von Art. 14 AsylG hinzuweisen: Gemäss dieser Regelung kann der zu-
gewiesene Aufenthaltskanton mit Zustimmung des Bundesamtes einer 
ausländischen Person eine Aufenthaltsbewilligung erteilen,  wenn  die 
betroffene Person sich seit Einreichung des Asylgesuches mindestens 
fünf Jahre in der Schweiz aufhält, ihr Aufenthaltsort den Behörden im-
mer  bekannt  war  und  wegen  der  fortgeschrittenen  Integration  ein 
schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliegt  (Art.  14  Abs.  2 
Bstn. a-c AsylG). Es steht dem Beschwerdeführer frei, sich diesbezüg-
lich mit B._______ in Verbindung zu setzen.

5.
Die Vorinstanz hat den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, 
zumutbar und möglich qualifiziert und die vorläufige Aufnahme wieder 
aufgehoben.

Die  angefochtene  Verfügung  verletzt  Bundesrecht  nicht,  stellt  den 
rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest und ist ange-
messen (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG, Art. 1-3 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem 
einerseits gemäss Akten von der prozessualen Bedürftigkeit des Be-
schwerdeführers ausgegangen werden darf  und dieser erst  seit  kur-
zem in der Schweiz erwerbstätig ist und sich seine Beschwerde ande-
rerseits nicht als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwie-
sen hat, sind in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege keine Kosten aufzuerlegen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- B._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

Versand:

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