# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e5cd40a-b67f-57b1-883c-26e9c6a53ac6
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.12.2018 RH.2018.16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RH-2018-16_2018-12-17.pdf

## Full Text

Entscheid vom 17. Dezember 2018 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A.,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich 

Auslieferung,  

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Auslieferung an Ungarn 

 

Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG); Auf-

schiebende Wirkung (Art. 21 Abs. 4 IRSG); Unent-

geltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG); Wiederher-

stellung (Art. 94 StPO; Art. 24 Abs. 1 VwVG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2018.16 

Nebenverfahren: RP.2018.62, RP.2018.67  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") am 26. November 2018 die 

Auslieferungshaft gegen den kroatischen Staatsangehörigen A. zur Auslie-

ferung nach Ungarn verfügte; der Auslieferungshaftbefehl am 27. November 

2018 eröffnet wurde (act. 1.2, 2); 

 

- A. mit kopiertem handschriftlichem Schreiben, datiert mit 10. Dezember 2018 

(Poststempel: 13. Dezember 2018) und mit Bleistift unterzeichnet, an die Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte (act. 1); 

 

- er dem Schreiben eine Kopie eines im Internet veröffentlichen Musters für 

Protokolle zur Einvernahme der verfolgten Person im Sinne von Art. 54 IRSG 

(act. 1.1), eine Kopie der ersten Seite des Auslieferungshaftbefehls vom 

26. November 2018 (act. 1.2), eine Kopie von zwei Seiten der Haftanordnung 

des BJ vom 22. November 2018 (act. 1.3), eine Kopie einer Übersetzung des 

Haftbefehls des Gerichts von Szeged vom 10. Juli 2018 wegen Menschen-

schmuggels (act. 1.4) und eine Kopie eines von einer Untersuchungsbeam-

tin verfassten Schreibens vom 10. Dezember 2018 (RQ.2018.1046) betref-

fend "Antwort auf Ihre beiden Wünsche vom 5.12.2018" (act. 1.5) beilegte; 

 

- er im Schreiben hauptsächlich erklärt: "Hiermit wird gegen die Auslieferungs-

verfahren Aktz: B-18-4764-1 Beschwerde erhoben und die Aufschiebende 

Wirkung beantragt, sowie eine Rechtsverletzung geltend gemacht"; er weiter 

sinngemäss beantragt, (1) es sei ihm eine angemessene Fristerstreckung zu 

gewähren, bis er einen Anwalt beiziehen könne, der ihm bisher nicht zur Ver-

fügung gestellt worden sei, (2) es sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, 

bis ihm ein Anwalt zur Verfügung gestellt werde, (3) falls sich die Be-

schwerde als verspätet erweise, sei die Frist wiederherzustellen, weil bisher 

seine Rechte verweigert und verletzt worden seien und (4) es sei festzustel-

len, dass Rechtsverweigerung und Rechtsverletzungen begangen worden 

seien; 

 

- das BJ der Beschwerdekammer am 14. Dezember 2018 auf Anfrage den 

vollständigen Auslieferungshaftbefehl vom 26. November 2018 mitsamt 

Empfangsbescheinigung per Fax übermittelte (act. 2). 

 

 

 

 

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ der Verfolgte innert zehn Tagen 

ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts führen kann; für das Beschwerdeverfahren die Art. 379–

397 StPO sinngemäss gelten (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG); im Übrigen 

die allgemeinen Bestimmungen des IRSG und des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren gelten (Verwaltungsver-

fahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 

Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG); 

 

- der Auslieferungshaftbefehl dem Beschwerdeführer am 27. November 2018 

schriftlich eröffnet wurde (act. 2); die Beschwerdefrist somit bis Freitag, 

7. Dezember 2018 lief; die Beschwerde gemäss Datierung am Montag, 

10. Dezember 2018 verfasst wurde; mithin die Ab- bzw. Übergabe der Be-

schwerde nicht vor dem 10. Dezember 2018 erfolgt ist; sie sich damit als 

verspätet erweist; 

 

- der Beschwerdeführer die Wiederherstellung der Beschwerdefrist beantragt, 

sinngemäss mit der Begründung, dass er zur rechtzeitigen Beschwerdeer-

hebung mangels Deutschkenntnissen und mangels anwaltlicher Vertretung 

nicht in der Lage gewesen sei; 

 

- die Wiederherstellung in Art. 94 StPO (i.V.m. Art. 379 StPO i.V.m. Art. 48 

Abs. 2 IRSG) geregelt ist; eine Partei die Wiederherstellung der Frist verlan-

gen kann, wenn sie eine Frist versäumt hat und ihr daraus ein erheblicher 

und unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen würde; sie dabei glaubhaft zu 

machen hat, dass sie an der Säumnis kein Verschulden trifft (Art. 94 Abs. 1 

StPO; ebenso Art. 24 Abs. 1 VwVG); es dem Betroffenen in der konkreten 

Situation (objektiv oder subjektiv) unmöglich gewesen sein muss, die fragli-

che Frist zu wahren (Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2014.331 vom 

8. Januar 2015 E. 1.2); 

 

- in der Begründung darzulegen ist, dass das Verpassen der Frist mit einem 

erheblichen und unersetzlichen Rechtsverlust verbunden wäre, wenn die 

Wiederherstellung verweigert würde (RIEDO, Basler Kommentar, 2. Aufl. 

2014, Art. 94 StPO N. 15); 

 

- angesichts der Möglichkeit, jederzeit beim Beschwerdegegner ein Haftent-

lassungsgesuch einzureichen (vgl. Art. 50 Abs. 3 IRSG), weder vom Be-

schwerdeführer dargetan noch ersichtlich ist, dass die Verweigerung der 

Fristwiederherstellung mit einem erheblichen und unersetzlichen Rechtsver-

lust verbunden wäre; 

- 4 - 

 

 

 

- deshalb auf das Gesuch um Fristwiederherstellung nicht einzutreten ist; 

 

- selbst wenn auf das Fristwiederherstellungsgesuch einzutreten wäre, blosse 

Rechtsunkenntnis (vgl. BGE 103 IV 131 E. 2) und mangelnde Sprachkennt-

nisse (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_250/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.3 

mit Hinweisen) als Wiederherstellungsgrund grundsätzlich nicht ausreichen 

(vgl. RIEDO, a.a.O., Art. 94 StPO N. 38); 

 

- im Übrigen der Beschwerdeführer weder geltend macht noch ersichtlich ist, 

dass ihm die Bestellung eines Rechtsbeistands verunmöglicht worden oder 

er zur Bestellung eines Rechtsanwalts nicht in der Lage gewesen wäre (vgl. 

Art. 21 Abs. 1 IRSG); er vielmehr erklärt, mehrfach eine Liste mit Anwälten 

erhalten und 2-3 Anwälte angeschrieben zu haben; 

 

- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich verspätet er-

weist, weshalb auf sie ohne Schriftenwechsel nicht einzutreten ist (vgl. 

Art. 57 Abs. 1 VwVG und Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 48 

Abs. 2 IRSG); 

 

- das Gesuch des Beschwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde mit dem vorliegenden Entscheid hinfällig wird und als 

gegenstandslos abzuschreiben ist; 

 

- die Beschwerdekammer eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel 

verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern 

ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und dieser 

einen Anwalt bestellt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist 

(Art. 65 Abs. 2 VwVG); 

 

- sich die Beschwerde anhand des oben Ausgeführten als aussichtslos im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwies (vgl. BGE 142 III 138 E. 5.1; 139 III 

475 E. 2.2), weshalb das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung ohne Überprüfung von dessen finanzieller 

Situation abzuweisen ist; 

 

- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), wobei die Gerichtsge-

bühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 65 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG 

und Art. 5 sowie Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts 

vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]); 

 

- 5 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird als gegenstandslos abgeschrie-

ben (RP.2018.62). 

 

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen (RP.2018.67). 

 

4. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 18. Dezember 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung (unter Beilage einer Kopie 

der Beschwerde [ohne Beilagen]) 

 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können später 
nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegen-
ständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder wenn die 
Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden 
Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. Art. 93 Abs. 
1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss Art. 93 Abs. 1 
und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die betreffenden Vor- 
und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, soweit sie sich auf 
dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Aus-
land schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bun-
desgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).