# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90184aca-1d42-5ef3-be84-512b715e00ad
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.04.2017 SK 2016 321
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-321_2017-04-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 16 321

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. April. 2017 

Besetzung Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.), 
Oberrichter Vicari, Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Volknandt

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Vergewaltigung, einfache Körperverletzung, Drohung, Tätlichkei-
ten, Beschimpfung, Missbrauch einer Fernmeldeanlage, Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhand-
lungen gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 22.04.2016 (PEN 2015 698)

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Inhaltsverzeichnis 

I. Formelles .......................................................................................................................5
1. Erstinstanzliches Urteil............................................................................................5
2. Berufung..................................................................................................................5
3. Beweisergänzungen ...............................................................................................6
4. Anträge der Parteien...............................................................................................6
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer..............................................10
6. Anklagegrundsatz ................................................................................................11

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung..............................................................................13
7. Vorbemerkungen ..................................................................................................13
8. Zum Vorwurf der Vergewaltigung gemäss Ziffer I/1.2 der Anklageschrift .............13

8.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................13
8.2 Ausführungen der Vorinstanz....................................................................13
8.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................14

8.3.1 Aussagen der Privatklägerin ..........................................................14
8.3.2 Anzeigegenese ..............................................................................15
8.3.3 Aussagen des Beschuldigten ........................................................15

9. Zum Vorwurf der Vergewaltigung gemäss Ziffer I/1.3 der Anklageschrift .............16
9.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................16
9.2 Ausführungen der Vorinstanz....................................................................16
9.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................17

9.3.1 Auführungen der Privatklägerin .....................................................17
9.3.2 Ausführungen des Beschuldigten ..................................................18

10. Zu den Vorwürfen der Drohung gemäss Ziffer I/2.1 und 2.2 der Anklageschrift ...19
10.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................19
10.2 Ausführungen der Vorinstanz....................................................................19
10.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................19

10.3.1 Ausführungen der Privatklägerin....................................................19
10.3.2 Ausführungen des Beschuldigten ..................................................20

11. Zum Vorwurf der Tätlichkeiten gemäss Ziffer I/3.2 der Anklageschrift .................21
11.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................21
11.2 Ausführungen der Vorinstanz....................................................................21
11.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................21

11.3.1 Ausführungen der Privatklägerin....................................................21
11.3.2 Ausführungen des Beschuldigten ..................................................21

12. Zum Vorwurf der Tätlichkeiten gemäss Ziffer I/3.3 der Anklageschrift .................22
12.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................22
12.2. Ausführungen der Vorinstanz....................................................................22
12.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................22

13. Zum Vorwurf der einfachen Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten gemäss Ziffer 
I/4 der Anklageschrift ............................................................................................23
13.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................23
13.2 Ausführungen der Vorinstanz....................................................................23
13.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................23

13.3.1 Ausführungen der Privatklägerin....................................................23
13.3.2 Ausführungen des Beschuldigten ..................................................23

3

14. Zu den Vorwürfen der Beschimpfung gemäss Ziffer I/5 der Anklageschrift ..........24
14.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................24
14.2 Ausführungen der Vorinstanz....................................................................24
14.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................24

15. Zu den Vorwürfen des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss Ziffer I/6
der Anklageschrift .................................................................................................24
15.1 Vorwurf in der Anklageschrift ....................................................................24
15.2 Ausführungen der Vorinstanz....................................................................25
15.3 Erwägungen der Kammer .........................................................................25 

III. Rechtliche Würdigung..................................................................................................25
16. Vergewaltigung .....................................................................................................25

16.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand ......................................................25
16.2 Subsumtion................................................................................................26

16.2.1 Vorwurf gemäss Ziffer I/1.2 der Anklageschrift ..............................26
16.2.2 Vorwurf gemäss Ziffer I/1.3 der Anklageschrift ..............................28

17. Einfache Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten......................................................29
17.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand ......................................................29
17.2 Subsumtion................................................................................................29

18. Drohung .......................................................................................................29
18.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand ......................................................29
18.2 Subsumtion................................................................................................30

18.2.1 Vorwurf gemäss Ziffer I/2.1............................................................30
18.2.2 Vorwurf gemäss Ziffer I/2.2............................................................30

19. Tätlichkeiten .......................................................................................................31
19.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand ......................................................31
19.2 Subsumtion................................................................................................31

19.2.1 Vorwurf gemäss Ziffer I/3.2 der Anklageschrift ..............................31
19.2.2 Vorwurf gemäss Ziffer I /3.3 der Anklageschrift .............................32

20. Beschimpfung .......................................................................................................32
20.1. Objektiver und subjektiver Tatbestand ......................................................32
20.2 Subsumtion................................................................................................32

21. Missbrauch einer Fernmeldeanlage......................................................................33
21.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand ......................................................33
21.2. Subsumtion................................................................................................33

IV. Strafzumessung ...........................................................................................................34
22. Grundsätze der Strafzumessung und Strafrahmen ..............................................34
23. Einsatzstrafe: Vergewaltigung vom 11./12. Februar 2014 ....................................34

23.1 Tatkomponenten .......................................................................................34
23.1.1 Schwere der Verletzung des betroffenen Rechtsguts ...................34
23.1.2 Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung

resp. Verwerflichkeit des Handelns................................................35
23.1.3 Willensrichtung, Beweggründe und Ziele ......................................35
23.1.4 Vermeidbarkeit...............................................................................35
23.1.5 Fazit Tatschwere............................................................................36

23.2 Einsatzstrafe..............................................................................................36
23.3 Asperation: Vergewaltigung vom Januar 2014..........................................36

4

23.4 Täterkomponenten ....................................................................................36
23.4.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse .........................................36
23.4.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren...............................37
23.4.3 Strafempfindlichkeit........................................................................37
23.4.4 Fazit Täterkomponente..................................................................37

23.5 Strafmass und Strafvollzug .......................................................................37
24. Vergehen, die mit Geldstrafe zu bestrafen sind....................................................38

24.1 Drohung.....................................................................................................38
24.2 Einfache Körperverletzung ........................................................................39
24.3 Beschimpfung............................................................................................39
24.4. Führen eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis...........39
24.5 Täterkomponenten ....................................................................................39
24.6 Strafmass und Strafvollzug .......................................................................40

25. Übertretungen .......................................................................................................41
25.1 Einfache Verletzung der Verkehrsregeln durch Überschreiten der

Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ...................................................41
25.2 Missbrauch einer Fernmeldeanlage ..........................................................42
25.3 Tätlichkeiten ..............................................................................................42
25.4 Konsum von Kokain ..................................................................................42
25.5 Fazit .......................................................................................................42

V. Zivilpunkt......................................................................................................................44
VI. Kosten und Entschädigung ..........................................................................................44

26. Verfahrenskosten..................................................................................................44
26.1 Erstinstanzliches Verfahren.......................................................................44
26.2 Oberinstanzliches Verfahren .....................................................................44

27. Entschädigung der amtlichen Verteidigung ..........................................................44
27.1 Erstinstanzliches Verfahren.......................................................................45
27.2 Oberinstanzliches Verfahren ....................................................................45

28. Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes.........................................45
28.1 Erstinstanzliches Verfahren.......................................................................46
28.2 Oberinstanzliches Verfahren .....................................................................46

VII. Verfügungen ................................................................................................................46
VIII. Dispositiv......................................................................................................................47

5

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht) vom 22. April 
2016 wurde das Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) 
wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 1. Mai 2012 in E.________ (Ziff. I/3.1 
der Anklageschrift) und wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, mehrfach begangen in der Zeit vom 24. Dezember 2012 bis 22. April 2013 in 
F.________, E.________ und anderswo, namentlich am 24. Dezember 2012 durch 
Kauf von Kokain (Ziff. I/7.1 der Anklageschrift) sowie in der Zeit vor dem 22. April 
2013 durch Konsum von Kokain (Ziff. I/7.2 der Anklageschrift) wegen Verjährung 
eingestellt, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten (pag. 610, Ziff. I. des angefochtenen Urteils). 

Hingegen wurde der Beschuldigte der Vergewaltigung, mehrfach begangen in der 
Zeit vom 31. Juli 2013 bis 11. Februar 2014 in E.________ (Ziff. I/1.1 bis I/1.3 der 
Anklageschrift), der Drohung, mehrfach begangen am 1. Mai 2013 in E.________ 
(Ziff. I/2.1 und I/2.2 der Anklageschrift), der Tätlichkeiten, mehrfach begangen in 
der Zeit vom 1. Mai 2012 bis 9. Februar 2014 in E.________ (Ziff. I/3.2 und I/3.3 
der Anklageschrift), der einfachen Körperverletzung, begangen im Februar/März 
2013 in E.________ (Ziff. I, 4 der Anklageschrift), der Beschimpfung, mehrfach be-
gangen in der Zeit von August 2013 bis 12. Februar 2014 in E.________ (Ziff. I/5.1 
bis I/5.3 der Anklageschrift), des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, mehrfach 
begangen in der Zeit vom 7. bis 9. Februar 2014 in E.________ und anderswo (Ziff. 
I/6.1 und I/6.2 der Anklageschrift), alles zum Nachteil von C.________ (Straf- und 
Zivilklägerin, nachfolgend: Privatklägerin), der Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit seit dem 22. April 2013 bis 12. 
Oktober 2014 in F.________, E.________ und anderswo (Ziff. I/7.1 und I/7.2 der 
Anklageschrift) sowie der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, 
mehrfach begangen in der Zeit vom 15. Februar 2014 bis 15. September 2014 (Ziff. 
I/8.1 und I/8.2 der Anklageschrift) schuldig erklärt. Hierfür wurde der Beschuldigte 
zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Davon sind 12 Monate unbedingt 
zu vollziehen. Für die Teilstrafe von 24 Monaten wurde der Vollzug aufgeschoben 
und eine Probezeit von vier Jahren angeordnet. Ferner wurde der Beschuldigte zu 
einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 3‘900.00 und zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘000.00 verurteilt. Die Er-
satzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Übertretungsbusse wurde 
auf 20 Tage festgesetzt (pag. 610 ff., Ziff. II. des angefochtenen Urteils). 

Schliesslich wurde der Beschuldigte zur Bezahlung von CHF 15‘000.00 Genugtu-
ung, zuzüglich 5% Zins seit dem 12. Februar 2014 an die Privatklägerin verurteilt 
(pag. 612, Ziff. III. des angefochtenen Urteils). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt B.________, mit Schreiben vom 27. April 2016 form- und fristgerecht die Beru-
fung an (pag. 624). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfü-

6

gung vom 7. September 2016 (pag. 704 f.) erklärte der Beschuldigte mit Eingabe 
vom 9. September 2016 form- und fristgerecht die Berufung und beschränkte sie 
auf die Schuldsprüche wegen Vergewaltigung, mehrfach begangen (Urteilsdisposi-
tiv Ziff. II., Rz. 1.1, 1.2 und 1.3), Drohung, mehrfach begangen (Urteilsdispositiv 
Ziff. II., Rz. 2.1 und 2.2), wegen Tätlichkeiten, mehrfach begangen (Urteilsdispositiv 
Ziff. II., Rz. 3.1 und 3.2), wegen einfacher Körperverletzung (Urteilsdispositiv 
Ziff. II., Rz. 4), wegen Beschimpfung, mehrfach begangen (Urteilsdispositiv Ziff. II., 
Rz. 5.1, 5.2 und 5.3), wegen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, mehrfach be-
gangen (Urteilsdispositiv Ziff. II, Rz. 6.1 und 6.2) sowie auf die Verurteilung zu einer 
Freiheitsstrafe von 36 Monaten, zu einer Geldstrafe und einer Übertretungsbusse, 
insoweit diese im Zusammenhang mit den genannten Schuldsprüchen erfolgt sind, 
auf die vollumfängliche Auferlegung der Verfahrenskosten, die Ausrichtung einer 
Genugtuung an die Privatklägerin und sämtliche mit diesen angefochtenen Punkten 
zusammenhängende Folgepunkte des Urteils (pag. 708 ff.). Mit Schreiben vom 
15. September 2016 verzichteten die Generalstaatsanwaltschaft und mit Eingabe 
vom 23. September 2016 die Privatklägerin, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt 
D.________, auf die Erklärung der Anschlussberufung sowie auf die Geltendma-
chung von Nichteintretensgründen (pag. 727 f.; pag. 730). 

3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich ein aktueller Leumundsbericht und ein 
aktueller Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (pag. 735). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Ver-
handlung namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 826 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass die nachfolgenden Schuldsprüche unangefochten geblieben und demzufol-
ge in Rechtskraft erwachsen sind:

1. Mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gem. Ziff. II. 7. des angefochte-
nen Urteils;

2. mehrfache Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz gem. den Ziff. II. 8.1. des ange-
fochtenen Urteils;

3. mehrfache Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz gem. den Ziff. II. 8.2. des an-
gefochtenen Urteils.

II.

A.________, vgt., sei in Gutheissung der Berufung freizusprechen vom Vorwurf,

1. der Vergewaltigung

- gem. Ziff. II. 1.1. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Zeit vom 31. Juli 
2013 bis 31. Oktober 2013 in E.________ z.N. C.________;

- gem. Ziff. II. 1.2. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Zeit vom Januar 
2014 am Domizil des Beschuldigten z.N. C.________;

- gem. Ziff. II. 1.3. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Zeit vom 11. bis 
12. Februar 2014 am Domizil des Beschuldigten z.N. C.________;

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2. der Drohung

- gem. Ziff. II. 2.1. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen am 1. Mai 2013 in 
E.________ z.N. C.________

- gem. Ziff. II. 2.2. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen am 1. Mai 2013 in 
E.________ z.N. der Mutter von C.________

3. der Tätlichkeiten

- gem. Ziff. II. 3.1. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen am ca. 1. Mai 2012 in 
E.________ z.N. C.________;

- gem. Ziff. II. 3.2. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen am Abend des 7. Februar 
2014 in E.________ z.N. C.________;

- gem. Ziff. II. 3.3. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Nacht vom 8. auf 
den 9. Februar 2014 in E.________, G.________, z.N. C.________;

4. der einfachen Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten

- gem. Ziff. II. 4. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Zeit vom Februar / 
März 2013 in E.________ z.N. C.________;

5. der Beschimpfung

- gem. Ziff. II. 5.1. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen am Abend des 7. Februar 
2014 in E.________ z.N. C.________;

- gem. Ziff. II. 5.2. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Nacht des 8. auf 
den 9. Februar 2014 in E.________, im G.________, z.N. C.________;

- gem. Ziff. II. 5.3. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Zeit vom 11. bis 
12. Februar 2014, ca. 16.00 Uhr, am Domizil des Beschuldigten z.N. C.________;

6. des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage

- gem. Ziff. II. 6.1. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen am 7./8. Februar 2014 
z.N. C.________;

- gem. Ziff. II. 6.2. des angefochtenen Urteils, angeblich begangen in der Nacht vom 8. auf 
den 9. Februar 2014 z.N. C.________.

III.

Eventualantrag: Der Beschuldigte sei zu einer Strafe von insgesamt weniger als 360 Strafeinheiten 
unter Gewährung des vollbedingten Strafvollzugs und unter Ansetzung einer angemessenen Probe-
zeit zu verurteilen.

IV.

Die Zivilforderungen der Privatklägerin C.________ seien abzuweisen.

V.

Im Weiteren sei zu verfügen,

1. Die Verfahrenskosten im Berufungsverfahren seien der Staatskasse aufzuerlegen und dem Be-
schuldigen sei eine angemessene Entschädigung, insbesondere für seine Verteidigungskosten, 
auszurichten.

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2. Die Verfahrenskosten im erstinstanzlichen Verfahren seinen im Umfang seines Obsiegens im 
Berufungsverfahrens gerichtlich neu festzusetzen, dies unter Auferlegung der anteilsmässigen 
Verfahrenskosten zu Lasten der Staatskasse und unter Ausrichtung einer angemessenen, an-
teilsmässigen Entschädigung.

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss eingereichter Kostennote festzusetzen.

Der Generalstaatsanwalt H.________ stellte und begründete anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung namens der Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge 
(pag. 830 ff.):
I. 

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht) vom 22. April 2016 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. das Strafverfahren gegen A.________ infolge Verjährung - ohne Ausrichtung einer Entschädi-
gung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten - eingestellt wurde wegen

1.1 Tätlichkeiten, angeblich begangen am ca. 1. Mai 2012 in E.________;

1.2 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit seit 
24. Dezember 2012 bis 22. April 2013 in F.________, E.________ und anderswo , na-
mentlich

1.2.1 am 24. Dezember 2012 durch Kauf von Kokain;

1.2.2 in der Zeit vor dem 22. April 2013 durch Konsum von Kokain.

2. A.________ schuldig gesprochen wurde der

2.1 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit seit 
22. April 2013 bis 12. Oktober 2014 in F.________, E.________ und anderswo durch Kon-
sum von Kokain;

2.2 Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom 
15. Februar 2014 bis ca. 15. September 2014 durch

2.2.1 Führen eines Motorfahrzeuges trotz entzogenen Führerausweises gemäss Ziffer II. 
8.1.1 - 8.1.8 des Urteilsdispositivs vom 22. April 2016;

2.2.2 Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gemäss Ziffer II 8.2.1 - 8.2.6 
des Urteilsdispositivs vom 22. April 2016

3 verfügt bzw. festgestellt wurde, dass der Beschuldigte trotz frist- und formgerechter Vorladung 
nicht zur Verhandlung vom 19. April 2016 erschienen war und polizeilich vorgeführt werden 
musste und ihm daraufhin eine Ordnungsbusse von Fr. 200.00 wegen unentschuldigten Fern-
bleibens auferlegt wurde.

II. 

A.________ sei schuldig zu sprechen

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen in der Zeit seit dem 31. Juli 2013 bis 11. Februar 2014 
in E.________, zum Nachteil von C.________, namentlich

1.1 in der Zeit seit 31. Juli 2013 bis 31. Oktober 2013;

1.2 in der Zeit vom Januar 2014;

1.3 in der Zeit vom 11. bis 12. Februar 2014;

2. der Drohung, mehrfach begangen zum Nachteil von C.________, namentlich

2.1 am 1. Mai 2013 in E.________;

2.2 am 1. Mai 2013 in E.________;

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3. der Tätlichkeiten, mehrfach begangen in der Zeit seit ca. 1. Mai 2012 bis 9. Februar 2014 in 
E.________, zum Nachteil von C.________, namentlich

3.1 am Abend des 7. Februar 2014;

3.2 in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2014;

4. der einfachen Körperverletzung, begangen in der Zeit vom Februar/März 2013 in E.________, 
zum Nachteil von C.________;

5. der Beschimpfung, mehrfach begangen in der Zeit seit August 2013 bis 12. Februar 2014 in 
E.________, zum Nachteil von C.________, namentlich

5.1 am Abend des 7. Februars 2014;

5.2 in der Nacht des 8. auf den 9. Februar 2014;

5.3 in der Zeit vom 11. - 12. Februar 2014;

6. des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, mehrfach begangen in der Zeit seit 7. Februar 2014 
bis 9. Februar 2014 in E.________ und anderswo, namentlich

6.1 am 7./8. Februar 2014;

6.2 in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2014

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen zu:

1. einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, unter bedingtem Aufschub einer Teilstrafe von 24 Mona-
ten bei einer Probezeit von vier Jahren, unter Anrechnung von einem Tag Polizeihaft auf die zu 
vollziehende Teilstrafe;

2. einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu Fr. 30.00, ausmachend total Fr. 3'900.00;

3. einer Übertretungsbusse von Fr. 2'000.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezah-
lung sei auf 20 Tage festzusetzen;

4. den auf seine erstinstanzlichen Schuldsprüche entfallenden erst- und die gesamten oberinstanz-
lichen Verfahrenskosten. Die staatsanwaltschaftliche Gebühr sei auf CHF 600.00 festzusetzen 
(Art. 21 lit. a VKD).

III.

Im Weiteren seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar der amtlichen Verteidigung und Ho-
norar der unentgeltlichen Rechtsvertretung; Löschung DNA-Profil etc.).

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung namens der Privatklägerin folgende Anträge (pag. 833 f.):

I.

1. Reconnaître le prévenu A.________ coupable notamment de:

a) viols, infraction commises à réitérées reprises entre le 31 juillet 2013 et le 11 février 2014 
au détriment de la plaignante C.________, selon les circonstances de lieu, de date et de 
fait des chiffres I.1.1 à I.1.3 de l'acte d'accusation.

b) menaces, infraction commise à réitérées reprises, notamment le 1er mai 2013 au détriment 
de la plaignante C.________, selon les circonstances de lieu et de fait des chiffres I.2.1 et 
I.2.2 de l'acte d'accusation.

c) voies de fait, infraction commise à réitérées reprises, notamment le 7 février 2014 et dans 
la nuit du 8 au 9 février 2014 au détriment de la plaignante C.________ , selon les 
circonstances de lieu et de fait des chiffres I.3.2 et I.3.3 de l'acte d'accusation.

10

d) lésions corporelles simples, infraction commise en février/mars 2013 au détriment de la 
plaignante C.________, selon les circonstances de lieu et de fait du chiffre I.4 de l'acte 
d'accusation.

e) injures, infraction commise à réitérées reprises entre le mois d'août 2013 et le 12 février 
2014, notamment les 7 février 2014, la nuit du 8 au 9 février 2014 et le 11 février 2014 au 
détriment de la plaignante C.________, selon les circonstances de lieu et de fait des 
chiffres I.5.1 et I.5.3 de l'acte d'accusation.

f) utilisation abusive d'une installation de télécommunication, infraction commise à réitérées 
reprises, notamment la nuit du 7 au 8 février 2014 et dans la nuit du 8 au 9 février 2014 au 
détriment de la plaignante C.________, selon les circonstances de lieu et de fait des 
chiffres I.6.1 et I.6.2 de l'acte d'accusation.

II.

Partant, en application des dispositions légales pertinentes,

1.  Condamner le prévenu A.________ à une peine privative de liberté d'une quotité a dire de 
justice pour les infractions commises.

2. Mettre les frais de la procédure en première et en seconde instance à la charge du prévenu, y 
compris les frais lies à l'assistance judiciaire accordée a la plaignante.

3. Condamner le prévenu à payer à la plaignante un montant de fr. 1'873.-- correspondant à la 
différence entre l'indemnité allouée dans le cadre de l'assistance judiciaire et le tarif plein, pour 
la procédure en première instance (ch. IV.3 [recte: 5] du jugement du 22.04.2016, en p. 6).

4. Condamner le prévenu à payer à la plaignante un montant de fr. 769.50 correspondant à la 
différence entre l'indemnité allouée dans le cadre de l'assistance judiciaire et le tarif plein, pour 
la procédure d'appel.

III.

Conclusions civiles de la plaignante:

1. Condamner le prévenu à verser à la plaignante une indemnité de tort moral d'un montant de 
fr. 15'000.--, plus intérêt à 5 % dès le 12 février 2014.

2. Sans distraction de frais et dépens.

IV.

Au sens d'une ordonnance:

Taxer les honoraires de l'avocat d'office de la plaignante dans la procédure d'appel selon la note 
d'honoraires de ce jour.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil ist insofern in Rechtskraft erwachsen, als das Strafver-
fahren gegen den Beschuldigten wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 
1. Mai 2012 in E.________ und wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom 24. Dezember 2012 bis 22. April 
2013 in F.________, E.________ und anderswo, namentlich am 24. Dezember 
2012 durch Kauf von Kokain und in der Zeit vor dem 22. April 2013 durch Konsum 

11

von Kokain infolge Eintritt der Verjährung, ohne Ausrichtung einer Entschädigung 
und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt wurde. Ferner ist das 
erstinstanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen, als der Beschuldigte der 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittegesetz, mehrfach begangen in der 
Zeit vom 22. April 2013 bis 12. Oktober 2014 in F.________, E.________ und an-
derswo und der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen 
in der Zeit vom 15. Februar 2014 bis ca. 15. September 2014 schuldig erklärt und 
weiter verfügt wurde, dass dem Beschuldigten infolge unentschuldigten Fernblei-
bens von der Verhandlung vom 19. April 2016 eine Ordnungsbusse von 
CHF 200.00 auferlegt wurde. 

Im Übrigen hat die Kammer das gesamte erstinstanzliche Urteil zu überprüfen. Sie 
verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO), ist aber aufgrund der al-
leinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot der 
reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil 
nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. 

6. Anklagegrundsatz 

Gemäss Ziffer I, 1.1 und 1.2 der Anklageschrift vom 30. September 2015 wird dem 
Beschuldigten Folgendes vorgeworfen (pag. 432):

1. Vergewaltigung

mehrfach begangen
in der Zeit seit dem 31. Juli 2013 bis 11. Februar 2014, namentlich

1.1 in der Zeit seit 31. Juli 2013 bis 31. Oktober 2013 in E.________, I.________-Strasse, indem er 
[der Beschuldigte] C.________ jeweils im Bad überraschte und sie dort zum Geschlechtsverkehr 
zwang,

1.2 in der Zeit vom Januar 2014, in E.________ J.________ (Strasse) am Domizil des Beschuldig-
ten, indem der Beschulidgte mit C.________ im Aufzug anstatt nach oben in die Wohnung, nach 
unten in den Keller fuhr, den Aufzug verliess und dort gegen ihren Willen den Geschlechtsver-
kehr vollzog. 

Der Verteidiger des Beschuldigten bringt bezüglich dieses angeklagten Sachver-
halts vor, dass das Anklageprinzip verletzt worden sei. 

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) sowie aus 
Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) abgeleiteten Anklagegrundsatz be-
stimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens. Gegenstand 
des Verfahrens können nur Sachverhalte sein, die dem Angeklagten in der Ankla-
geschrift vorgeworfen werden (sog. Umgrenzungsfunktion). Letztere muss die Per-
son des Angeklagten sowie die ihm zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt 
so präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich 
genügend konkretisiert sind. Diese Anforderung dient auch dem Schutz der Vertei-
digungsrechte des Beschuldigten, da sich nur derjenige wirksam verteidigen kann, 
der weiss, welche Vorwürfe ihm gemacht werden (BSK StPO-NIGGLI/HEIM-

12

GARTNER, N 36 f. zu Art. 9). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der 
Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf 
rechtliches Gehör (Informationsfunktion, BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, N 32 f. 
zu Art. 9; Urteil des Bundesgerichts 6B_373/2015 vom 3.12.2015, E 2.2 mit Hin-
weisen). Ungenauigkeiten sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als 
für die beschuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Ver-
halten ihr vorgeworfen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_373/2015 vom 
3.12.2015, E. 2.2. mit Hinweisen). Das heisst, es bedarf einer konzisen, aber den-
noch genauen Beschreibung des dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalts. 
Die Anklageschrift bezeichnet unter anderem möglichst kurz, aber genau die der 
beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, 
Art und Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO; BGE 140 IV 188 E. 
1.4). 

In Ziffer I/1.1 der Anklageschrift wird dem Beschuldigten nur sehr rudimentär vor-
geworfen, dass er die Privatklägerin in der Zeit vom 31. Juli 2013 bis 31. Oktober 
2013 mehrmals im Bad überrascht und zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben 
soll. Es wird kein konkreter Vorfall, keine bestimmte Zeit und kein genaues Datum 
genannt, was jedoch gerade bei mehrfach stattgefundenen Übergriffen im häusli-
chen Bereich genügen kann. Vor allem aber wird vorliegend weder das eingesetzte 
Nötigungsmittel erwähnt noch der eigentliche Vorfall umschrieben, womit sich der 
Beschuldigte hätte auseinander setzen können, um sich rechtsgenüglich zu vertei-
digen. Rechtsanwalt B.________ bringt anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung vor, dass der Sachverhalt im Hinblick auf die Schwere des angeklagten 
Tatbestands sehr knapp gehalten sei. Daraus gehe nicht hervor, wann, wie oft und 
wie genau es sich abgespielt haben soll. Die Voraussetzungen an eine genügende 
Anklage seien deshalb nicht erfüllt. Dieser Einwand erweist sich als begründet, als 
dass in Ziffer I./1.1 keinesfalls von einer präzisen Sachverhaltsumschreibung ge-
sprochen werden kann. Die Anklageschrift ist in Ziffer I/1.1 folglich nicht präzis ge-
nug. Das Anklageprinzip ist damit verletzt und es hat ein Freispruch bezüglich der 
angeklagten Vergewaltigungen zu erfolgen.  

In Bezug auf Ziffer I./1.2 der Anklageschrift kann dem Einwand, wonach der Ankla-
gegrundsatz verletzt sei, hingegen nicht gefolgt werden. Ziffer I./1.2 ist zu entneh-
men, welcher konkrete Geschehensablauf dem Beschuldigten vorgeworfen wird. 
Der Sachverhalt in der Anklageschrift hält fest, dass dieser Vorfall im Januar 2014 
am neuen Domizil des Beschuldigten in E.________ im Keller des Wohnhauses 
stattgefunden hat. Es wird für einen einzelnen, bestimmten Vorfall ein eingegrenz-
ter Zeitraum und genau umschriebene räumliche Verhältnisse beschrieben, soweit 
dies für die Privatklägerin überhaupt möglich war. Diese kannte die Örtlichkeiten 
nicht und besuchte das Wohnhaus zum ersten Mal. Indem die Anklageschrift die 
unerwartete Fahrt mit dem Lift nach unten in den Keller umschreibt, welcher dunkel 
und isoliert sowie für die Privatklägerin unbekannt war, wird auch das eingesetzte 
Nötigungsmittel genannt. Der Anklageschrift ist zu entnehmen, welcher konkrete 
Vorfall dem Beschuldigten vorgeworfen wird. Ergibt eine Gesamtbetrachtung der 
Anklageschrift, dass ein konkreter Sachverhalt Gegenstand der Anklage bildete 
und der Beschuldigte genau wusste, was ihm vorgeworfen wird, liegt nach bundes-
gerichtlicher Praxis – in einer darauf basierenden Verteidigung – keine Verletzung 

13

des Anklagegrundsatzes vor (BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, N 7 zu Art. 325). 
Für den Beschuldigten können keine Zweifel darüber bestanden haben, welches 
Verhalten ihm vorgeworfen wird, falls es denn stattgefunden hat. Eine Verletzung 
des Anklagegrundsatzes liegt nicht vor. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkungen 

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, werden die in der Anklageschrift geschilder-
ten und vorliegend zu beurteilenden Sachverhalte weitgehend bestritten (pag. 635, 
S. 7 der Urteilsbegründung). Der Kammer liegen als Beweisgrundlage hauptsäch-
lich subjektive Beweismittel in Form von Aussagen sowie Arztberichte vom Haus-
arzt und vom behandelnden Psychiater der Privatklägerin vor. Die Vorinstanz weist 
zu Recht darauf hin, dass die Arztberichte sehr allgemein gehalten sind und in Be-
zug auf die Beweiswürdigung betreffend die in der Anklageschrift aufgeführten 
Sachverhalte keine entscheidenden Anhaltspunkte liefern können. Sie sind nur 
aber immerhin insoweit beweisgeeignet, als dass sie die Schilderungen der Privat-
klägerin in Bezug auf ihre emotionale Verfassung erhärten (pag. 635, S. 7 der Ur-
teilsbegründung). Zur Feststellung des Sachverhalts muss deshalb auf die Aussa-
gen der Privatklägerin und des Beschuldigten abgestellt werden. Die Vorinstanz hat 
diese Aussagen ausführlich wiedergegeben (pag. 637 ff., S. 9 ff. der Urteilsbegrün-
dung). Darauf kann verwiesen werden. Soweit sich ergänzende und/oder präzisie-
rende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer.

Darüber hinaus kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz zu den allge-
meinen Grundlagen der Beweiswürdigung verwiesen werden (pag. 635 f., S. 7 der 
Urteilsbegründung). 

8. Zum Vorwurf der Vergewaltigung gemäss Ziffer I/1.2 der Anklageschrift

8.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe die Privatklägerin im Januar 2014 
am J.________ (Strasse) in E.________ an seinem Domizil vergewaltigt, indem er 
mit ihr im Aufzug statt nach oben in die Wohnung nach unten in den Keller fuhr, 
den Aufzug verliess und dort gegen den Willen der Privatklägerin an ihr den Ge-
schlechtsverkehr vollzog (pag. 432). 

8.2 Ausführungen und Ergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 
ausführlich und hielt dazu fest, dass der Beschuldigte zum Vorfall im Keller klar wi-
dersprüchliche Aussagen gemacht habe, indem er in der Befragung in der Vorun-
tersuchung beteuert habe, dass er mit der Privatklägerin nie Sex im Keller gehabt 
habe, während er den Sex im Keller an der Hauptverhandlung bestätigt hat. Da es 
sich um einen einmaligen Vorgang an einem eher aussergewöhnlichen Ort gehan-
delt habe, wäre zu erwarten gewesen, dass sich der Beschuldigte auch bereits an-
lässlich der Befragung in der Voruntersuchung daran zu erinnern vermocht hätte. 

14

Die Aussagen des Beschuldigten seien insoweit wenig glaubhaft. Die Aussagen 
der Privatklägerin seien insgesamt zwar inhaltlich etwas knapp, aber konsistent 
und glaubhaft. Sie schloss daraus, dass sich der Sachverhalt wie in der Anklage-
schrift beschrieben abgespielt habe (pag. 640 f., S. 12 f. der Urteilsbegründung).

8.3 Erwägungen der Kammer

8.3.1 Aussagen der Privatklägerin
Die Privatklägerin hat zum Kerngeschehen über sämtliche Einvernahmen hinweg 
konstant und gleichbleibend ausgesagt (pag. 47; pag. 101; pag. 579 f.). Wie die 
Vorinstanz richtig festgestellt hat, sind die Aussagen der Privatklägerin inhaltlich 
etwas knapp und wenig detailliert, was ihrer Glaubwürdigkeit jedoch nicht schadet. 
Die Aussagen der Privatklägerin zeichnen das Bild einer bereits seit längerer Zeit 
von ihrem Ehemann in mehrfacher Hinsicht drangsalierten Frau. Aus dieser Optik 
scheinen ihre Aussagen stimmig und situationsangemessen. Die Privatklägerin 
schildert nachvollziehbar, dass sie den Beschuldigten besucht habe, um ihre Kin-
der abzuholen. Sie sei das erste Mal dort gewesen und habe sich nicht ausge-
kannt. Dies bestätigt sie anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung und führt 
aus, sie habe nicht gewusst, dass es einen Lift gebe (pag. 809). Der Beschuldigte 
habe im Lift den Knopf für den Keller gedrückt. Es sei links neben dem Keller pas-
siert. Dort habe es eine Türe und sie habe auch die anderen Kellerabteile gesehen, 
ohne sich an alle Details zu erinnern (pag. 101; pag. 580). Sie habe einfach darauf 
gewartet, dass es aufhöre (pag. 101). Sie habe ihm auch gesagt, dass sie das nicht 
wolle (pag. 580). Sie habe ihm immer gesagt, dass sie das nicht wolle, das habe 
für ihn aber keine Rolle gespielt (pag. 580). Sie sei schliesslich seine Frau 
(pag. 101). Das Erzählte wirkt selbst erlebt. Danach sei sie in die Wohnung gegan-
gen, um ihre Kinder zu holen und habe danach die Wohnung verlassen (pag. 580). 
Das Kerngeschehen des Vorfalls gab sie logisch und widerspruchsfrei wieder. Ihre 
Schilderungen sind vollständig, sachlich und im Gesamtkontext auch plausibel. 

Weiter sind auch keine Aggravierungen in den Aussagen der Privatklägerin aus-
zumachen. Der Beschuldigte macht geltend, die Privatklägerin werfe ihm die Ver-
gewaltigungen vor, damit sie im Scheidungsprozess besser dastehe (pag. 112). 
Die Privatklägerin hätte als über Jahre hinweg drangsalierte Person zwar allen 
Grund, dem Beschuldigten dessen Taten heimzuzahlen; insofern liegt zumindest 
theoretisch ein mögliches Motiv für eine Falschaussage durch die Privatklägerin 
vor. Praktisch ist dies nach Auffassung der Kammer aber ausgeschlossen. So wäre 
diesfalls zu erwarten, dass die Privatklägerin dem Beschuldigten all seine Taten 
weit drastischer vorhalten und nicht derart zurückhaltend über die Vorfälle spre-
chen würde. Darüber hinaus verzichtete die Privatklägerin auf eine leicht mögliche 
gewesene schwerere Belastung des Beschuldigten als es um die häusliche Gewalt 
ging, indem sie anlässlich der ersten Einvernahme bei der Polizei auch seine guten 
Seiten hervorhob: Ohne das Kokain sei er grundsätzlich ein guter Ehemann und 
Vater gewesen (pag. 45). Eine falsche Beschuldigung aus einem Rachemotiv her-
aus erscheint deshalb als sehr unwahrscheinlich. 

Ein stereotypes Aussageverhalten und allfällige Lügensignale sind nicht erkennbar. 
Ihre Ausführungen sind schlüssig und fügen sich nahtlos in ein stimmiges Gesamt-
bild ein. Die Kammer erachtet daher die Aussagen der Privatklägerin als glaubhaft 

15

und stellt darauf ab. 

8.3.2 Anzeigengenese

Aus den gesamten Umständen und den Aussagen der Privatklägerin geht authen-
tisch und nachvollziehbar hervor, weshalb sie an diesem Nachmittag ihrer Mutter 
zu verstehen gab, dass sie die Polizei informieren solle und die Privatklägerin 
schliesslich Anzeige gegen den Beschuldigten erstattete. 

Als sich die Privatklägerin der Polizei anvertraute, erzählte sie, dass sie seit über 
15 Jahren Opfer häuslicher Gewalt sei (pag 46). Sie werde von ihrem Mann psy-
chisch tyrannisiert (pag. 43). Sie sei auch schon von ihm geschlagen worden. 
Mehrheitlich seien es aber verbale Drohungen und Beschimpfungen gewesen 
(pag. 44). Er habe ihr schon mehrmals gedroht, dass er sie umbringen werde, 
wenn sie nicht mache, was er von ihr verlange. Zum Höhepunkt der häuslichen 
Gewalt sei es gekommen, als er ihr 6 bis 7 Jahre zuvor während eines Streits eine 
Pistole an den Kopf gehalten habe und ihr gedroht habe, er werde sie umbringen. 
Ein Jahr später habe er ihr ein Messer an die Kehle gehalten und ebenfalls ge-
droht, sie umzubringen (pag. 44). An diesem Nachmittag habe er nicht nur ihr, son-
dern auch ihrer Mutter mit dem Tod gedroht. Da sie nicht gewusst habe, was als 
nächstes geschehe, habe sie sich zwischen ihn und ihre Mutter gestellt und ihr ge-
sagt „fait ce que tu dois faire“ (pag. 45). Sie habe Angst. Er habe ihr ununterbro-
chen gesagt, dass sie keine Zeit haben werde, die Polizei zu rufen, da sie bereits 
tot sein werde. Nur der Tod könne sie voneinander trennen (pag. 47). Die Privat-
klägerin habe auch auf die Polizisten einen stark verängstigten Eindruck gemacht. 
Sie habe rote Augenringe gehabt, was darauf hindeute, dass sie kurz zuvor ge-
weint hatte (pag. 22). 

Die Anzeigengenese spricht damit für die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin. Nicht 
nur, dass sie ihrer Mutter zu verstehen gab, den Vorfall umgehend der Polizei zu 
melden, sondern auch der Umstand, dass die Privatklägerin sichtlich aufgebracht 
war, als die Polizei bei ihr eintraf, sprechen dafür, dass am 1. Mai 2013 aber auch 
bereits früher etwas passiert sein muss.

8.3.3 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf der Vergewaltigung. Zwar stellt er den se-
xuellen Kontakt nicht in Abrede, betont aber immer wieder, dass dieser freiwillig er-
folgt und die Privatklägerin damit einverstanden gewesen sei, ja dass sie diesen 
teilweise geradezu gesucht habe (pag. 111 f.; pag. 119; pag. 585). 

Die Aussagen des Beschuldigten zum Vorfall im Keller sind widersprüchlich. Er gibt 
anlässlich der Einvernahmen jeweils an, dass er sich an jeden Sex mit der Privat-
klägerin erinnern könne (pag. 119). Angesprochen auf einen Vorfall im Keller führt 
er aus, sie hätten regelmässig bei ihm oder bei ihr zuhause Geschlechtsverkehr 
gehabt, allerdings nie im Keller (pag. 119). Anlässlich der Einvernahme in der 
Hauptverhandlung bestätigte er dann aber den Geschlechtsverkehr im Keller 
(pag. 585). 

Die Aussagen des Beschuldigten weisen zahlreiche Übertreibungen und mithin Lü-
gensignale auf. So gibt er beispielsweise an, dass sie bis zum 31.11.2013 täglich 

16

Geschlechtsverkehr gehabt hätten und die Privatklägerin immer noch wöchentlich 
ein bis zweimal zu ihm käme, um Sex zu haben (pag. 108; pag. 119; pag. 585). 
Daneben führte er aus, dass der Sex immer freiwillig gewesen und es nie gegen ih-
ren Willen zum Geschlechtsverkehr gekommen sei, und dass sie immer zum Or-
gasmus gekommen sei (pag. 111 f.). Die Privatklägerin habe gesagt, dass sie das 
immer machen könnten, vielleicht kämen sie ja wieder zusammen (pag. 585). 

Lügen- und Dreistigkeitssignale sind zudem im Umstand zu erkennen, dass der 
Beschuldigte die Privatklägerin während des ganzen Verfahrens schlecht zu ma-
chen versucht und jeweils zum Gegenangriff ausgeholt hat (pag. 108; pag. 110; 
pag. 112; pag. 124 f.). Die Privatklägerin habe „Phantasien“ (pag. 585) und einen 
starken Willen; wenn sie nicht gewollt habe, dann habe er das akzeptieren müssen. 
Der Geschlechtsverkehr habe jeweils auf ihrer Initiative beruht und sie habe es be-
stimmt (pag. 110; pag. 585). 

Insgesamt erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten aufgrund des 
Gesagten als wenig glaubhaft. Die Vorinstanz weist zu recht darauf hin, dass die 
Aussagen des Beschuldigten, wonach die praktisch täglichen sexuellen Kontakte 
auf Initiative der Privatklägerin zustande gekommen seien, merkwürdig anmuten, 
wenn die Privatklägerin andererseits bereits im Sommer 2013 eine Anzeige wegen 
häuslicher Gewalt erstattet und die gerichtliche Trennung durchgesetzt hat 
(pag. 641, S. 13 der Urteilsbegründung). 

9. Zum Vorwurf der Vergewaltigung gemäss Ziffer I/1.3 der Anklageschrift

9.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe die Privatklägerin in der Zeit vom 
11. bis 12. Februar 2014, ca. 16:00 Uhr, am J.________ (Strasse) in E.________ 
an seinem Domizil vergewaltigt, indem er die Privatklägerin unter dem Vorwand, 
sich und der gemeinsamen Tochter die Waschmaschine erklären zu lassen, zu sich 
bat, sie die Wohnung des Beschuldigten betrat, dieser die Wohnungstüre schloss, 
ins Schlafzimmer ging, die Privatklägerin zu sich ins Schlafzimmer rief, diese auf-
grund der jahrelang erduldeten häuslichen Gewalt mit Todesdrohungen Todes-
angst hatte und dem Beschuldigten daher ins Schlafzimmer folgte, dieser gegen ih-
ren Willen die Hose und den Slip herunterzog, sie auf der am Boden liegenden Ma-
tratze auf die Knie zwang und von hinten vaginal in sie eindrang, während die Pri-
vatklägerin versuchte, die Beine zusammenzupressen und weinte, der Beschuldig-
te die Privatklägerin anschliessend auf den Rücken umdrehte, um erneut vaginal in 
die einzudringen und sie noch fragte, ob es sie dermassen „grusen“ würde (pag. 
433). 

9.2 Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 
ausführlich und hielt fest, dass der Beschuldigte in einigen seiner Aussagen das 
Lügensignal der Dreistigkeit erfülle. Seine Aussagen seien zudem nicht konstant 
und wenig detailliert, schildere er den Ablauf des Sachverhalts im Verlaufe seiner 
Einvernahmen doch jedes Mal anders. Sodann würden seine Aussagen im Kernbe-
reich klare und unauflösbare Widersprüche enthalten. Seine Aussagen seien zu-

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dem oft sehr abwertend und zielgerichtet. Demgegenüber seien die Aussagen der 
Privatklägerin aufgrund ihrer gemachten räumlichen und zeitlichen Verknüpfung 
stimmig und frei von unauflösbaren oder sonst auffälligen Widersprüchen. Die    
Vorinstanz schloss daraus, dass sich der Sachverhalt wie in der Anklageschrift be-
schrieben abgespielt habe (pag. 650 f., S. 22 f. der Urteilsbegründung).

9.3 Erwägungen der Kammer

9.3.1 Ausführungen der Privatklägerin

Die Privatklägerin hat im Kerngeschehen über sämtliche Einvernahmen hinweg 
konstant ausgesagt. Ihre Aussagen zeichnen sich durch das Fehlen jeglicher Lü-
gensignale und durch zahlreiche Realitätskriterien aus:

Die Privatklägerin schildert den Übergriff mehrfach detailliert, stimmig und nach-
vollziehbar (pag. 88; pag. 102; pag. 578 f.). Das Erzählte wirkt selbst erlebt und in-
dividuell durchzeichnet. So führte sie beispielsweise aus, dass der Beschuldigte sie 
mit den Knien auf die Matratze am Boden gedrückt habe. Dann sei er von hinten 
vaginal in die eingedrungen. Sie habe versucht, die Beine zusammen zu drücken. 
Weil es für ihn so nicht gegangen sei, habe er sie umgedreht. Sie habe dann mit 
dem Rücken auf der Matratze gelegen und er sei erneut in sie eingedrungen 
(pag. 89; pag. 102; pag. 579). Der Beschuldigte habe sie überall abgeleckt. Dies im 
ganzen Gesicht, am Hals und, nachdem er ihr das T-Shirt hoch gezogen habe, 
auch oberhalb des Büstenhalters (pag. 91). Die Privatklägerin schildert das Kern-
geschehen auf der Matratze im Schlafzimmer logisch und widerspruchsfrei. Der 
geschilderte Ablauf wirkt überzeugend, ohne jedoch stereotyp zu erschienen. Die 
Schilderungen im Kerngeschehen sind vollständig, ausführlich und sachlich. 

Die Privatklägerin schildert wiederholt, dass sie das nicht gewollt habe und sie dies 
dem Beschuldigten immer wieder gesagt habe (pag. 89; pag. 102; pag. 579; 
pag. 580). Er habe das aber nicht hören wollen und gesagt, er habe das Recht da-
zu, sie sei schliesslich seine Ehefrau (pag. 102; pag. 103). 

Weiter sind auch keine Aggravierungen in den Aussagen der Privatklägerin aus-
zumachen. Vielmehr äusserte sie in Bezug auf diesen Vorwurf im Schlafzimmer 
auch Selbstzweifel und hielt fest, dass sie sich schon zur Wehr gesetzt habe, aber 
vielleicht auch mehr hätte tun müssen. Sie habe jedoch zu grosse Angst gehabt. 
Sie habe Angst gehabt, dass der Beschuldigte sie umbringe, wenn sie nicht mache, 
was er wolle (pag. 89; pag. 102; pag. 579). Wie bereits oben ausgeführt ist die Pri-
vatklägerin eine über Jahre hinweg von ihrem Ehemann misshandelte Person. Die 
Angst und die dadurch ausgelösten Blockaden sind nachvollziehbar und verständ-
lich. Die selbstkritischen Aussagen sprechen für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
der Privatklägerin. 

Die Privatklägerin schilderte mehrfach ihre Gefühle, welche die sexuelle Handlung 
des Beschuldigten in ihr ausgelöst hat (pag. 89; pag. 102; pag. 579). Sie habe ge-
weint und sich geekelt. Sie habe sich weggedreht und der Beschuldigte habe sie 
gefragt, ob es sie dermassen anwidern würde (pag. 89; pag. 103). Die Privatkläge-
rin weinte jeweils noch während des Erzählens des Vorfalls (pag. 89; pag. 102; 
pag. 579). 

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Detailreichtum gehört zu einer glaubhaften Aussage. In den Aussagen der Privat-
klägerin finden sich verschiedene Realkennzeichen, die über die allgemeinen 
Schilderungen hinausgehen. Beispielsweise erinnert sich die Privatklägerin daran, 
dass sie ihre Turnschuhe während des Vorfalls angehabt habe (pag. 90; pag. 579). 
Der Beschuldigte habe sie ihr ausziehen wollen, worauf sie ihm gesagt habe, er 
solle dies lassen, was er auch befolgt habe (pag. 90; pag. 102). Weiter schildert 
sie, dass sie während des Vorfalls ihre Handtasche in den Händen und vor dem 
Gesicht zu halten versucht habe, um sich zu schützen (pag. 89). Der Beschuldigte 
habe ihr diese dann weggenommen, um sie ablecken zu können (pag. 89). Sie gibt 
auch an, dass sie nach dem Vorfall aus der Wohnung gegangen sei und erst später 
gemerkt habe, dass ihre Hose noch offen gewesen sei (pag. 102). Diese Aussagen 
sind detailreich und originell und würden von der Privatklägerin kaum so geschil-
dert, wenn sich der Vorfall nicht in dieser Weise abgespielt hätte. 

Die Verteidigung des Beschuldigten bringt vor, dass die Privatklägerin insbesonde-
re hinsichtlich der Haustüre widersprüchliche Aussagen mache. Zu Beginn der Un-
tersuchung habe sie ausgesagt, der Beschuldigte habe die Haustüre zugemacht; 
ob er sie abgeschlossen habe, wisse sie nicht (pag. 89; pag. 102). Anlässlich der 
Hauptverhandlung habe sie zu Protokoll gegeben, er habe die Türe abgeschlossen 
(pag. 578). Es bleibt anzumerken, dass die Privatklägerin an der Hauptverhandlung 
ausgesagt hat, sie glaube, sei sich fast sicher, dass er die Türe mit dem Schlüssel 
abgeschlossen habe (pag. 578). Unbestritten ist, dass die Türe geschlossen war. 
Die  Privatklägerin hat glaubhaft dargelegt, dass sie massive Angst vor dem Be-
schuldigten hatte und aufgrund dieser Angst dem Beschuldigten ins Schlafzimmer 
gefolgt ist. Es ist folglich irrelevant und schadet der Glaubwürdigkeit der Privatklä-
gerin in keiner Weise, dass ihre Aussagen in diesem Punkt unsicher und ev. nicht 
vollständig übereinstimmend sind. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Aussagen der Privatkläge-
rin schlüssig sind und sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen. Die 
Kammer erachtet die Aussagen deshalb wie die Vorinstanz als glaubhaft. 

9.3.2 Ausführungen des Beschuldigten 

Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass Lügensignale im Umstand ersichtlich 
sind, dass der Beschuldigte die Privatklägerin als notorische Lügnerin und gute 
Schauspielerin darstellt (pag. 650, S. 22 der Urteilsbegründung). Mit solchen Ge-
genangriffen versucht der Beschuldigte offenbar, die Privatklägerin in ein schlech-
tes Licht zu rücken und ihre Glaubwürdigkeit abzuschwächen. 

Der Beschuldigte stellt den Sex mit der Privatklägerin nicht in Abrede. Seine Aus-
sagen zum Kerngeschehen sind aber widersprüchlich. Richtigerweise hielt die Vor-
instanz in diesem Zusammenhang fest (pag. 650 f., S. 22 f. Urteilsbegründung), 
dass der Abbruch des sexuellen Kontakts in seiner ersten Darstellung deshalb er-
folgt sei, weil er sich darüber aufgeregt habe, dass es die Privatklägerin eilig ge-
habt habe und vor ihm zum Orgasmus gekommen sei (pag. 110). Bei der staats-
anwaltschaftlichen Einvernahme schilderte er, dass er den sexuellen Kontakt ab-
gebrochen habe, da die Privatklägerin während des Geschlechtsverkehrs über 
Geld gesprochen habe (pag. 119). Auch die Örtlichkeiten, wo der Geschlechtsver-

19

kehr stattgefunden haben soll, werden vom Beschuldigten unterschiedlich darge-
stellt. Anlässlich seiner ersten Einvernahme gibt er an, dass sie im Wohnzimmer 
gewesen seien, da seine Tochter K.________ im Schlafzimmer geschlafen habe 
(pag. 111). Bei der Staatsanwaltschaft führte er aus, sie hätten im Wohnzimmer 
begonnen, seien dann aber ins Schlafzimmer gegangen (pag. 119; pag. 585). Er 
sagte zudem aus, dass sie vaginalen Sex gehabt hätten (pag. 109), später soll es 
dann oraler und normaler Sex gewesen sein (pag. 121) und schliesslich ist von 
Oral- und Analsex die Rede (pag. 589). 

Im Ergebnis ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass in den Aussagen des Be-
schuldigten mehrere Lügensignale vorhanden sind. Namentlich ist immer wieder 
feststellbar, dass er seine Aussagen an die ihm gemachten Vorhalte anpasst. Die 
Aussagen des Beschuldigten enthalten im Kerngeschehen klare und unauflösbare 
Widersprüche und sind daher nicht glaubhaft. Die Kammer erachtet daher den an-
geklagten Sachverhalt, welcher sich auf die Angaben der Privatklägerin stützt, als 
erstellt. 

10. Zu den Vorwürfen der Drohung gemäss Ziffer I/2.1 und 2.2 der Anklageschrift

10.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, der Privatklägerin an der I.________-
Strasse in E.________ im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung gedroht zu 
haben, sie bei lebendigem Leibe zu verbrennen („ti brucio viva“) und sie umzubrin-
gen („t’ammazzo), wodurch die Privatklägerin grosse Angst bekam. Weiter wird 
dem Beschuldigten vorgeworfen, im Rahmen derselben verbalen Auseinanderset-
zung auch der Mutter der Privatklägerin gedroht zu haben, er werde sie bei leben-
digem Leibe verbrennen, wodurch die Privatklägerin auch grosse Angst um ihre 
Mutter hatte (pag. 433).  

10.2 Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 
ausführlich und hielt fest, der Beschuldigte mache recht karge Aussagen zum ei-
gentlichen Sachverhalt und umso ausführlichere zur Person der Privatklägerin. 
Diese wirkten ausweichend und zielgerichtet. Seine Aussagen seien teilweise wi-
dersprüchlich und stimmten sodann mit dem emotionalen Kontext der Situation, wie 
er von der Privatklägerin und den eingetroffenen Polizisten wahrgenommen worden 
sei, nicht überein. Seine Aussagen seien damit auch im Hinblick auf seine Willens-
richtung nicht glaubhaft. Die Privatklägerin schildere den Sachverhalt demgegenü-
ber klar, präzise, konstant und plausibel, weshalb sie die Vorinstanz als glaubwür-
dig erachtet. Die Vorinstanz schloss daraus, dass sich der Sachverhalt wie in der 
Anklageschrift beschrieben abgespielt habe (pag. 658, S. 30 der Urteilsbegrün-
dung).

10.3 Erwägungen der Kammer

10.3.1 Ausführungen der Privatklägerin

Die Analyse der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden und entspricht der nach Wür-
digung der Aussagen der Privatklägerin erlangten Überzeugung der Kammer. Er-

20

gänzend wird festgehalten, dass die Privatklägerin das Kerngeschehen konstant 
und kohärent schildert (pag. 45; pag. 98; pag. 576). Ein familiärer Streit um die 
Handyrechnung der Tochter ist eskaliert. Die Privatklägerin schildert den Ablauf 
des Nachmittags und wie es zu diesem Streit mit der anschliessenden Drohung ihr 
und ihrer Mutter gegenüber gekommen ist stimmig und nachvollziehbar. 

Die Privatklägerin schildert mehrfach ihre Gefühle (pag. 42 f.; pag. 46 f.; 
pag. 576 f.). Bereits zu Beginn der ersten polizeilichen Einvernahme führt sie aus, 
dass sie sich physisch und psychisch „zerstört“ fühle und unter Panikattacken leide 
(pag. 42). Während der Befragung gibt sie an, dass der Beschuldigte sie psychisch 
dominiere (pag. 43) und sie Angst vor ihm habe, weshalb sie bisher nie die Polizei 
informiert habe (pag. 47). Sie leide bereits seit mehreren Jahren unter verschie-
densten Formen der Gewalt (pag. 46). Sie nehme die Drohungen sehr ernst (pag. 
47). Es zeichnet sich somit das typische Bild einer seit langem von ihrem Mann 
dominierten, abgewerteten, bedrohten, misshandelten und eingeschüchterten Frau. 
Trotzdem sind keine Aggravierungen in den Aussagen der Privatklägerin auszuma-
chen. Vielmehr räumt sie in Bezug auf den vorangegangenen Streit mit ihrer Toch-
ter Fehler ein. Sie habe ihre Tochter geohrfeigt, was ihr leid tue (pag. 45; pag. 98; 
pag. 576). 

10.3.2 Ausführungen des Beschuldigten

Der Beschuldigte macht erneut recht karge Aussagen zum Kerngeschehen. Er gibt 
an, er habe seiner Frau gegenüber nie mit dem Tod gedroht (pag. 54). Anlässlich 
der Hauptverhandlung gibt er dann an, damals „t’ammazzo“ gesagt zu haben; ein 
Ausdruck, den man in Italien häufig gebrauche (pag. 586). Seiner Schwiegermutter 
gegenüber habe er geäussert, dass er sie lebendig verbrennen werde. Er habe es 
aber nicht so gemeint. Er bagatellisiert sein Verhalten bis hin zur Behauptung, sei-
ne Äusserung sei nicht direkt eine Bedrohung gewesen (pag. 117; pag. 586). 

Seine weiteren Aussagen zum vorangegangen Streit sind von Widersprüchen ge-
zeichnet. Anfänglich habe der Streit zwischen der Privatklägerin und seiner Tochter 
im Elternschlafzimmer stattgefunden (pag. 51); schliesslich sei er ins Zimmer der 
Tochter gegangen, um den Streit zu schlichten (pag. 116). Auch hinsichtlich des 
Verhaltens der Privatklägerin sind seine Aussagen nicht stimmig. Seine Frau habe 
ihn geschlagen und gekratzt. Sie habe ihn in den rechten Arm gebissen, als er da-
zwischen gegangen sei (pag. 51). Später führt er aus, dass er dieses Mal nichts 
gemacht habe, sondern die Privatklägerin. Sie habe die gemeinsame Tochter ge-
schlagen und gekratzt, bis deren Arm geblutet habe (pag. 108; pag. 116).

Weiter fällt auf, dass der Beschuldigte auch hier versucht, die Privatklägerin 
schlecht zu machen. So zum Beispiel wenn er angibt, er habe dem Streit mit seiner 
Frau aus dem Weg gehen wollen, da er seine Frau ja kenne (pag. 51). Sie nehme 
seit längerer Zeit Tabletten, da sie unter Depressionen leide (pag. 51). Schliesslich 
führt er aus, dass die Privatklägerin die Tochter K.________ manipuliere und dar-
aus die Anzeige gegen ihn resultiere und es offensichtlich sei, dass die Privatkläge-
rin an psychischen Problemen leide (pag. 108). 

Zusammenfassend erachtet die Kammer den Beschuldigten aufgrund der mehrfa-
chen Diffamierung gegenüber der Privatklägerin sowie seiner teilweise wider-

21

sprüchlichen und nur schwer nachvollziehbaren Aussagen als nicht glaubwürdig. In 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz erachtet die Kammer demgegenüber die Aus-
sagen der Privatklägerin als glaubhaft und stellt vollumfänglich darauf ab. 

11. Zum Vorwurf der Tätlichkeit gemäss Ziffer I/3.2 der Anklageschrift

11.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Privatklägerin am Abend des 7. Februars 
2014 an der I.________-Strasse in E.________ beim Betreten des Hauseingangs 
gegen die Mauer gedrückt zu haben (pag. 433). 

11.2 Ausführungen der Vorinstanz

Auf die Überlegungen und Schlussfolgerungen der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit 
der Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin kann verwiesen werden. 
Es gilt hierzu weitgehend das bereits zuvor Gesagte. Während die Angaben des 
Beschuldigten nicht zu überzeugen vermögen, sind diejenigen der Privatklägerin 
konstant und realitätsnah. Explizit weist die Vorinstanz als Zeichen deren Glaub-
würdigkeit auch darauf hin, dass sie die Schilderung des Vorfalls zusätzlich mit ih-
rer Körpersprache untermalt habe (pag. 662 f., S. 34 der Urteilsbegründung). 

11.3 Erwägungen der Kammer

11.3.1 Ausführungen der Privatklägerin

Die Privatklägerin hat das Kerngeschehen über sämtliche Einvernahmen hinweg 
gleichbleibend wiedergegeben (pag. 65 f.; pag. 99 f.; pag. 577). Indem die Privat-
klägerin den Verlauf des Abends mit ihrer Cousine schildert und angibt, dass sie 
der Beschuldigte bereits während des ganzen Abends versucht habe anzurufen 
und sie ihm anschliessend auf dem nach Hause Weg begegnet sei, er nach Alko-
hol gerochen habe, sie mit seinem Oberkörper angestossen habe und sie aufgrund 
ihrer hohen Schuhe aus dem Gleichgewicht geraten sei, wirken diese Aussagen 
schlüssig, nachvollziehbar, plausibel und in sich stimmig (pag. 65; pag. 99; 
pag. 577). Zum eigentlichen Vorfall führt die Privatklägerin aus, dass es bei ihrem 
Wohnhaus zwei Eingangstüren gäbe (hintereinander im Sinne eines Windfangs) 
und sie ihre Cousine hineingestossen habe, um sie in Sicherheit zu bringen. Sie 
habe die erste Türe nicht mehr schliessen können, weil sich der Beschuldigte da-
zwischen gestellt habe und sie am Öffnen der zweiten Türe gehindert habe 
(pag. 99; pag. 577). Der Beschuldigte habe sie am Nacken gepackt, ihr den Arm 
umgedreht, sie gestossen und den Kopf mehrmals gegen die Mauer geschlagen 
(pag. 65 f.; pag. 99; pag. 577). Die Privatklägerin schildert das Geschehene bildlich 
und es wirkt absolut selbst erlebt. Sie gesteht ein, dass sie den Beschuldigten 
ebenfalls zurück gestossen hat, was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussa-
gen spricht. 

Die Schilderungen der Privatklägerin sind vollständig, ausführlich und sachlich, 
weshalb darauf abgestellt werden kann. 

22

11.3.2 Ausführungen des Beschuldigten 

Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass der Beschuldigte auch hier wider-
sprüchliche Aussagen zum Kerngeschehen macht (pag. 662, S. 34 der Urteilsbe-
gründung). 

Der Beschuldigte stellt den eigentlichen Vorfall nicht in Abrede, schildert ihn aber 
so, dass die Privatklägerin gewissermassen selber Schuld daran ist und er eigent-
lich nichts dazu beigetragen hat. So macht er sinngemäss geltend, dass die Privat-
klägerin aufgrund ihres (erheblichen) Alkoholkonsums von selbst gegen die Mauer 
gefallen sei (pag. 75). Er habe sie zur Rede stellen wollen, da sie die Kinder den 
ganzen Abend alleine und ohne etwas zu Essen zuhause gelassen habe. Sie habe 
ihn beschimpft und ihn weggeschickt (pag. 118; pag. 586). Weiter habe die Privat-
klägerin ihm die Türe an den Kopf geschlagen. Er habe daraufhin die Türe zurück-
gestossen und dabei seine Frau getroffen, weshalb sie dann gegen die Mauer ge-
fallen sei (pag. 118).  

Wie in vielen der Aussagen des Beschuldigten finden sich auch hier wiederum die 
Muster von Anpassung, Gegenangriff und Abwertung, weshalb diese nicht glaub-
haft sind.

12. Zum Vorwurf der Tätlichkeit gemäss Ziffer I/3.3 der Anklageschrift 

12.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Privatklägerin in der Nacht vom 8. auf 
den 9. Februar 2014 im G.________ in E.________ mit Flüssigkeit aus seinem 
Glas beworfen, ihr einen Schlag in den Bauch verpasst und sie anschliessend ge-
gen eine Mauer gedrückt zu haben (pag. 434). 

12.2 Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtet die Aussagen des Beschuldigten aufgrund seiner kargen, 
ausweichenden und teilweise widersprüchlichen Aussagen auch hierzu als nicht 
glaubhaft. Der Beschuldigte beschreibt den Verlauf des Abends im Hinblick auf das 
Verschütten des Getränks jedes Mal anders. Bei der Polizei habe er ausgesagt, er 
habe mit seinem Glas eine Bewegung in die Richtung der Privatklägerin gemacht 
und dann sei sein Glas leer gewesen. Bei der Staatsanwaltschaft habe er den Vor-
fall so geschildert, dass sie ihr Glas erhoben habe und sich ihre Hände berührt hät-
ten und sie sich dann das Glas Champagner selber ins Gesicht geschüttet habe. 
Anlässlich der Hauptverhandlung habe er geltend gemacht, er rede gerne mit den 
Händen und deshalb seien die Gläser aneinander gestossen (pag. 666, S. 38 der 
Urteilsbegründung). 

Die Aussagen der Privatklägerin seien demgegenüber konstant und mit emotiona-
len Empfindungen, konkreten Sinneswahrnehmungen sowie räumlichen und insbe-
sondere auch zeitlichen Gegebenheiten bestückt und in einem Nebenpunkt auch 
mit einem Erinnerungsvorbehalt verknüpft, weshalb die Vorinstanz ihre Aussagen 
als glaubhaft erachtet (pag. 666, S. 38 der Urteilsbegründung).

12.3 Erwägungen der Kammer

Den Ausführungen der Vorinstanz, wonach die Aussagen der Privatklägerin hin-

23

sichtlich des Sachverhaltes insbesondere mit emotionalen Empfindungen und kon-
kreten Sinneswahrnehmungen verknüpft sind, ist zuzustimmen. So führte die Pri-
vatklägerin aus, das Getränk, mit welchem sie durch den Beschuldigten begossen 
worden sei, habe gestunken (pag. 578). Sie sei genervt gewesen (pag. 578) und 
habe aufgrund des Schlages in den Bauch Schmerzen gehabt (pag. 808). Die Aus-
sagen des Beschuldigten sind dagegen wenig überzeugend und nicht nachvoll-
ziehbar, reagiert er auf die Frage betreffend den Schlag in den Bauch doch mit der 
Gegenfrage „Wie kann das sein, dass ich ihr einen Schlag gegeben hätte“ (pag. 
587). Danach bestreitet er den Schlag. Es fällt auf, dass der Beschuldigte die Pri-
vatklägerin mit seinen Aussagen einmal mehr versucht in ein schlechtes Licht zu 
rücken. Sie hatte getrunken, ihn beschimpft, herumgeschrien (pag. 76; pag. 118) 
und man müsse immer machen, was sie wolle (pag. 586). Die Würdigung der Vor-
instanz ist im Übrigen logisch, vollständig und nachvollziehbar. Es wird grundsätz-
lich darauf verwiesen (pag. 666, S. 38 der Urteilsbegründung). Der überwiesene 
Sachverhalt gilt als erstellt. 

13. Zum Vorwurf der einfachen Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten gemäss Zif-
fer I/4 der Anklageschrift

13.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, der Privatklägerin im Februar/März 2013 an 
der I.________-Strasse in E.________ mehrmals ins Gesicht geschlagen zu ha-
ben, wodurch sie zu Boden fiel und ihre Brille zu Bruch ging und sie ein Hämatom 
am Auge und eine aufgeplatzte Lippe davon trug (pag. 434). 

13.2 Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt fest, dass der Beschuldigte bestreite, seine Frau je geschlagen 
zu haben. Seine Aussagen seien so minimal und pauschal, dass sie einer detaillier-
ten Aussagenanalyse kaum zugänglich seien. Er habe seine kargen und stereoty-
pen Aussagen anlässlich der Hauptverhandlung zynisch unterlegt, was seiner 
Glaubhaftigkeit zusätzlich geschadet habe. Die Aussagen der Privatklägerin er-
schienen demgegenüber glaubhaft, obschon diese auch nicht sehr detailliert, aber 
immerhin kohärent und nicht dramatisierend seien (pag. 667 f., S. 39 f. der Urteils-
begründung). 

13.3 Erwägungen der Kammer

13.3.1 Ausführungen der Privatklägerin

Die Privatklägerin schildert den Vorfall konstant und ohne zu dramatisieren. Auch 
wenn ihre Aussagen wenig detailliert sind, weisen sie doch Realitätskriterien auf. 
So schildert die Privatklägerin beispielsweise, dass durch den Schlag ihre Brille ka-
putt und „in 1000 Teile“ zersprungen sei (pag. 98). Weiter führt sie aus, dass sie 
durch den Schlag eine aufgeschwollene Lippe und ein blaues Auge davon getra-
gen habe. Dieses habe sie überschminken müssen. Gegenüber ihrem Arbeitgeber 
habe sie sich geschämt und deshalb erzählt, sie habe sich die Verletzung während 
des Spielens mit ihrer Tochter zugezogen (pag. 577). Das Erzählte wirkt selbst er-
lebt und fügt sich nahtlos in den Gesamtkontext ein. Die Aussagen der Privatkläge-
rin sind glaubhaft und es wird darauf abgestellt. 

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13.3.2 Ausführungen des Beschuldigten

Der Beschuldigte hat zur Frage, ob er je seine Frau geschlagen habe, in sämtli-
chen Einvernahmen geltend gemacht, dies sei nie der Fall gewesen (pag. 667, S. 
39 der Urteilsbegründung). Da die Aussagen der Privatklägerin glaubhaft sind und 
Realitätskriterien aufweisen, wird auf ihre Aussagen abgestellt. 

14. Zu den Vorwürfen der Beschimpfung gemäss Ziffer I/5 der Anklageschrift

14.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Privatklägerin im Rahmen der Auseinan-
dersetzung vom 7. Februar 2014 an der I.________-Strasse und in der Nacht vom 
8. auf den 9. Februar 2014 im G.________ in E.________ als „sale pute“ und 
„madre di merda“ beschimpft zu haben. Des Weiteren soll er die Privatklägerin am 
11./12. Februar 2014 am J.________ (Strasse) in E.________ im Nachgang zum 
Sachverhalt gemäss Ziffer 1.1 der Anklageschrift als „Hure“ beschimpft haben 
(pag. 434). 

14.2 Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass der Beschuldigte diese Vorwürfe pau-
schal bestreite und seine Aussagen deshalb nur insoweit einer Würdigung zugäng-
lich seien, als auf deren Abstraktheit und Knappheit bzw. auf eine gänzlich fehlen-
de Vehemenz der Bestreitungen der Aussagen verwiesen werden könne. Auch die 
Privatklägerin mache wenige Aussagen. Die entsprechenden Aussagen seien aber 
kohärent, betreffend der Wortwahl „sale pute“ und „Hure“ konstant und damit 
glaubhaft (pag. 669, S. 41 der Urteilsbegründung). 

14.3 Erwägungen der Kammer

Der Kammer liegen wenige Aussagen zu den Beschimpfungen vor. Die Privatklä-
gerin schildert, dass sie der Beschuldigte mehrfach als „Hure“, als „sale pute“ oder 
„madre di merda“ bezeichnete. Den Ausführungen, wonach die Aussagen der Pri-
vatklägerin hinsichtlich der Wortwahl der Beschimpfungen konstant sind, ist zuzu-
stimmen. 

Der Beschuldigte führt aus, er könne nicht sagen, dass er das nie gesagt habe. 
Aber im Verhältnis habe er es vielleicht einmal gesagt und die Privatklägerin dage-
gen 100 Mal. Sie beschimpfe ihn täglich (pag. 55). Der Beschuldigte stellt die Pri-
vatklägerin erneut schlecht dar und versucht damit sich selber besser aussehen zu 
lassen. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme bestreitet der Beschuldigte, die 
Privatklägerin als „Hure“ bezeichnet zu haben (pag. 111). Auf den erneuten Vor-
halt, dass er sie als „Hure“ bezeichnet und gesagt habe, sie solle abhauen, antwor-
tet er, dass dies bei ihnen während des Sex-Spiels normal gewesen sei. Sie hätte 
das gern gehabt und das sei keine Beschimpfung gewesen (pag. 123). Diese Aus-
sagen sind wenig überzeugend. Soweit die Aussagen des Beschuldigten einer 
Würdigung zugänglich sind, sind sie nicht glaubhaft. 

15. Zu den Vorwürfen des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss Ziffer I/6 
der Anklageschrift 

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15.1 Vorwurf in der Anklageschrift 

Gemäss Anklageschrift soll der Beschuldigte die Privatklägerin am Abend des 
7. Februars und am Morgen des 8. Februars 2014 sowie in der Nacht vom 8. auf 
den 9. Februar 2014 mehrfach angerufen und ihr SMS Mitteilungen geschickt ha-
ben (pag. 434).  

15.2 Ausführungen der Vorinstanz

Die Analyse deckt sich mit dem zuvor Gesagten. Zusammengefasst stünden die 
Aussagen der Privatklägerin in einem emotionalen Kontext, seien konstant, 
kohärent, stimmig und damit glaubhaft (pag. 670 f., S. 42 der Urteilsbegründung). 

15.3 Erwägungen der Kammer

Die Privatklägerin hat keine detaillierten Aussagen zu den vom Beschuldigten 
getätigten Anrufen gemacht. Im Gesamtkontext betrachtet und im Zusammenhang 
mit den jeweilig vorausgegangen Auseinandersetzungen sind ihre Aussagen stim-
mig, nachvollziehbar und wirken überzeugend. Die Aussagen der Privatklägerin 
sind zudem über sämtliche Einvernahmen hinweg gleichbleibend, weshalb darauf 
abgestellt werden kann. 

Der Beschuldigte bringt zum Vorfall vom 7./8. Februar 2014 vor, er habe die Privat-
klägerin angerufen, weil er sich Sorgen um die gemeinsamen Kinder gemacht ha-
be. Die Privatklägerin habe diese alleine und ohne Essen in der Wohnung gelassen 
(pag. 118; pag. 586). Er habe eine Erklärung gewollt und sei wütend gewesen 
(pag. 74; pag. 118). Er habe die Privatklägerin den ganzen Abend angerufen. Er 
habe vielleicht zwei oder dreimal angerufen, er wisse es nicht genau (pag. 118). 
Als die Privatklägerin um Mitternacht nach Hause gekommen sei, habe er sie zur 
Rede gestellt (pag. 118). 

Der Grund seiner Anrufe, wonach er sich um die gemeinsamen Kinder gesorgt ha-
be, stimmt mit seinem emotionalen Zustand und der anschliessenden tätlichen 
Auseinandersetzung nicht wirklich überein und wirkt nachgeschoben. Dabei ist gar 
nicht bestritten, dass er die Privatklägerin damals mehrfach angerufen hat, nur 
macht er sinngemäss geltend, die Anrufe seien berechtigt gewesen und aus seiner 
Fürsorge für die Kinder heraus erfolgt, was vor dem Hintergrund seiner fast schon 
krankhaften Eifersucht wenig plausibel erscheint. Die Kammer schliesst sich somit 
auch hier dem Ergebnis der Vorinstanz an (pag. 671, S. 43 der Urteilsbegründung). 

III. Rechtliche Würdigung

16. Vergewaltigung

16.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Den Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB erfüllt, wer 
eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich 
indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder 
zum Widerstand unfähig macht. 

Art. 190 StGB bezweckt den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung. Es geht da-

26

bei um die Möglichkeit, sich sexuell frei und unabhängig zu entfalten und Bezie-
hungen selbständig und eigenverantwortlich ohne Zwang zu gestalten (BSK StGB-
MAIER, N 1 zu Art. 190). Der Straftatbestand schützt die sexuelle Freiheit von Per-
sonen weiblichen Geschlechts allgemein, wobei für die Annahme einer Vergewalti-
gung in der Ehe oder Partnerschaft nicht die Überwindung einer «höheren Schwel-
le» verlangt werden darf (BSK StGB-MAIER, N 5 zu Art. 190). 

Die in Art. 190 StGB aufgezählten Nötigungsmittel stimmen mit den in 
Art. 189 StGB aufgeführten überein (BSK StGB-MAIER, N 6 zu Art. 190). Psychi-
scher Druck ist gegeben, wenn vom Täter für das Opfer eine Zwangssituation ge-
schaffen wird, in der dem Opfer keine zumutbaren Selbstschutzmöglichkeiten mehr 
zur Verfügung stehen, eine konkrete Gefahr für sein sexuelles Selbstbestimmungs-
recht besteht und das Tatmittel der Gewalt nicht gegeben ist (BSK StGB-MAIER, 
N 9 zu Art. 190). Anzumerken bleibt, dass die Anwendung von Gewalt durch den 
Täter in solchen Zwangssituationen schlicht nicht mehr erforderlich ist, um zum Ziel 
zu gelangen, weil das Opfer psychisch oder physisch gar nicht in der Lage ist, Wi-
derstand zu leisten. 

Die Beurteilung der Zwangswirkung erfolgt nach dem sog. objektiv-individuellen 
Massstab. Der Täter muss bewusst Zwang auf das Opfer ausüben, um seinen (all-
fälligen) Widerstand zu brechen. Die Zwangsintensität muss einen gewissen objek-
tiven Grad erreichen. Insgesamt muss die Einflussnahme so intensiv sein, dass sie 
als „strukturelle Gewalt“ erscheint (TRECHSEL/PIETH, Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Kurzkommentar, 2. Auflage, N 6 zu Art. 189). Bei der Frage, ob dem Opfer 
keine zumutbaren Selbstschutzmöglichkeiten zur Verfügung stehen, muss die ge-
samte Persönlichkeit des Opfers mit einbezogen werden. Psychischer Druck ist 
gegeben, wenn sich die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Situation ergibt, 
ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet und dem Opfer ein Widersetzen 
nicht zugemutet werden kann. Kognitive Überlegenheit und emotionale wie auch 
soziale Abhängigkeit können einen ausserordentlichen psychischen Druck erzeu-
gen. Auch eine fortlaufende Drangsalierung und ein anhaltender Psychoterror in 
einer ehelichen Beziehung können das Tatbestandsmerkmal erfüllen (BSK StGB-
Maier, N 34 zu Art. 189; BGE 126 IV 124, E. 3b); 128 IV 97). Aus der Sicht des Op-
fers muss vom Täter eine derartige Zwangswirkung ausgehen, dass ein Nachge-
ben unter den konkreten Umständen verständlich erscheint. Dies ist z.B. dann der 
Fall, wenn das Opfer aufgrund von Gewalterfahrungen oder aufgrund von persönli-
chen, dem Täter bekannten Eigenschaften und Befindlichkeiten nicht in der Lage 
ist, sich gegen den sexuellen Angriff zur Wehr zu setzen (BSK StGB-MAIER, N 31 
zu Art. 189). Sowohl bei der Beurteilung, ob der Täter eine genügende Zwangsin-
tensität schafft, wie auch bei der Prüfung der zumutbaren Selbstschutzmöglichkei-
ten müssen vorbestehende Abhängigkeiten und Notlagen des Opfers mitberück-
sichtigt werden (BSK StGB-MAIER, N 32 zu Art. 189). 

Der Tatbestand der Vergewaltigung ist nur erfüllt, wenn der Täter vorsätzlich han-
delt, wobei Eventualvorsatz genügt. Dieser muss wissen oder zumindest in Kauf 
nehmen, dass das Opfer mit dem Beischlaf bzw. den sexuellen Handlungen nicht 
einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1149/2014 vom 16. Juli 2015 
E. 5.1.4. mit Hinweisen).

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgi3f62lwl4ytena
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgi3f62lwl4ytena
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgi4f62lwl44to

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16.2 Subsumtion

16.2.1 Vorwurf gemäss Ziffer I/1.2 der Anklageschrift

Die Privatklägerin besuchte den Beschuldigten an seinem Domizil, um die gemein-
samen Kindern abzuholen. Der Beschuldigte fuhr sodann mit der Privatklägerin an-
statt in seine Wohnung in den Keller des Wohnhauses, wo er gegen den Willen der 
Privatklägerin den Geschlechtsverkehr vollzog.

Die Beweiswürdigung hat ergeben, dass die Privatklägerin seit Jahren von ihrem 
Ehemann in mehrfacher Hinsicht misshandelt, gedemütigt und abgewertet wurde. 
Die Privatklägerin wurde vom Beschuldigten dominiert. So soll er sie auch schon 
mit einem Messer und einer Pistole bedroht haben. Die Privatklägerin schildert 
mehrfach Vorfälle, welche veranschaulichen, wie sie unter dem Beschuldigten gelit-
ten hat. Die Folge davon waren u.a. massive Panikattacken, welche psychiatrische 
Hilfe erforderlich machten.  Es war denn auch offensichtlich, dass die Privatklägerin 
auch Monate nach der tatsächlichen Trennung vom Beschuldigten noch massge-
blich geprägt war von der lange andauernden, gewaltträchtigen und angstbesetzten 
Beziehung. Sie leidet noch heute unter Flashbacks aufgrund der traumatischen 
ehelichen Erlebnisse. Die Privatklägerin beschreibt zudem ihre konstante verbale 
Abwehr in Bezug auf die Zudringlichkeiten des Beschuldigten. Sie hat ihm immer 
gesagt, dass sie das nicht will, was für ihn aber keine Rolle gespielt hat, weil sie 
schliesslich seine Frau sei. Der Beschuldigte selbst sagt aus, er reagiere sehr im-
pulsiv und sei eifersüchtig. Das sei aber normal, da er mit der Privatklägerin verhei-
ratet sei. 

Der Beschuldigte nutzte vorliegend die Situation und die Wehrlosigkeit der Privat-
klägerin, welche sich an diesem Tag zum ersten Mal in das neuen Wohnhaus des 
Beschuldigten begab, aus und fuhr mit der Privatklägerin anstatt in die Wohnung 
völlig überraschend in den Keller. Überrumpelt und isoliert im Keller war für den 
Beschuldigten klar, dass es der unter Angstattacken leidenden Privatklägerin nicht 
möglich sein wird, Widerstand zu leisten. Die Privatklägerin ihrerseits hatte auf-
grund mangelnder Kenntnis der Örtlichkeiten aber auch physisch keine Möglichkeit, 
zu entkommen. Weiter bedarf es in Situationen, wie sie die Privatklägerin erlebte, 
welche von fortbestehender Einschüchterung aufgrund früherer Gewalterfahrungen 
sowie andauernder „Tyrannisierung“ und Kontrolle durch den Beschuldigten ge-
prägt sind, keiner zusätzlichen Gewalt oder Bedrohung, um die Gefügigkeit des 
Opfers zu erreichen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1040/2013 vom 18.8.2014, E. 
3). In Anbetracht ihrer persönlichen Verhältnisse konnte verständlicher Weise kein 
Widerstand erwartet werden. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass ihr ein 
solcher Widerstand aufgrund der über lange Zeit erlittenen Drohungen und 
Demütigungen auch nicht zuzumuten war. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass 
die Privatklägerin ihren Widerstand deshalb aufgab und einfach darauf gewartet 
hat, dass es aufhört. Bleibt noch anzufügen, dass sich das Opfer zum neuen Domi-
zil des Beschuldigten begab in der Meinung, sie sei in der Wohnung durch die An-
wesenheit ihrer Kinder, die sie abholen wollte, geschützt. Andererseits ging der Be-
schuldigte offenbar davon aus, dass seine Frau aufgrund ihrer Angst und Scham 
einen derartigen Übergriff nie melden oder anzeigen würde.  

28

Der Beschuldigte muss aufgrund ihrer klar ausgedrückten Ablehnung erkannt ha-
ben, dass die Privatklägerin mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden war. 
Trotzdem setzte er sich darüber hinweg und erachtete es als sein Recht, mit seiner 
Frau den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Der Beschuldigte handelte damit di-
rektvorsätzlich.

Der Beschuldigte ist wegen Vergewaltigung, begangen im Januar 2014 in 
E.________ zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu erklären. 

16.2.2 Vorwurf gemäss Ziffer I/1.3 der Anklageschrift

Der Beschuldigte bat die Privatklägerin unter dem Vorwand, sich und der gemein-
samen Tochter die Waschmaschine erklären zu lassen, am 11./12. Februar 2014 in 
seine Wohnung, wo er gegen ihren Willen zweimal vaginal in sie eindrang. 

Der Vorfall vom 11./12. Februar 2014 fand zwei Monate nach dem Vorfall im Keller 
statt (vgl. Ziff. I/1.2 der Anklageschrift). Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass 
die ermattete und eingeschüchterte Privatklägerin aufgrund der psychischen Ver-
letzungen, die sie in der langjährigen Beziehung und durch die vorangegangenen 
Vergewaltigungen erlitten hatte bzw. aufgrund der Drohungen, des wiederholten 
Drängens und Forderns des Beschuldigten und der dadurch erweckten Angst vor 
einer Gewaltsituation im Tatzeitpunkt trotz der Tatsache, dass sich der Beschuldig-
te anfänglich in einem Nebenraum befand, nicht in der Lage war, die Wohnung des 
Beschuldigten nach dem Betreten gleich wieder zu verlassen oder den Forderun-
gen des Beschuldigten anders als verbal und mit dem Zusammendrücken der Bei-
ne und des Gesässes, dem Festhalten der Handtasche bzw. dem Wegdrehen des 
Gesichtes entgegenzutreten. Aufgrund der jahrelangen physischen und psychi-
schen Misshandlungen hatte die Privatklägerin auch in dieser unerwarteten Situa-
tion grosse Angst, dass er sie umbringe, wenn sie nicht mache, was er wolle. Sie 
sei wie blockiert gewesen, alleine in der dunklen Wohnung. Daran ändern auch die 
Ausführungen der Verteidigung des Beschuldigten hinsichtlich der Haustüre nichts. 
Es ist nicht von zentraler Bedeutung, ob die Haustüre nun mit dem Schlüssel abge-
schlossen oder lediglich zugestossen wurde. Es wäre der Privatklägerin aufgrund 
ihrer Paralyse vor dem Beschuldigten so oder anders nicht möglich gewesen, die 
Wohnung zu verlassen. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist deshalb davon 
auszugehen, dass die Privatklägerin alleine gestellt mit dem impulsiven und ihr 
körperlich überlegenen Beschuldigten in eine Zwangssituation geraten ist, aus der 
sie keinen anderen Ausweg mehr fand, als den Beischlaf zu erdulden. Eine weiter-
gehende Gegenwehr war der Privatklägerin, die mit Gewalt rechnete und Angst um 
ihr Leben hatte, nicht zuzumuten. Eine solche wäre denn voraussichtlich auch nicht 
erfolgreich gewesen. Auch in diesem Fall begab sich die Privatklägerin in die Woh-
nung des Beschuldigten weil sie davon ausging, dass ihre ältere Tochter, welche in 
diesem Moment beim Vater wohnte und der sie ebenfalls die Waschmaschine er-
klären sollte, in der Wohnung aufhalten würde. 

Die Privatklägerin hat sich erneut verbal zur Wehr gesetzt und ihm mehrfach ge-
sagt, dass sie den Geschlechtsverkehr nicht möchte. Sie hat ihre Beine zusam-
mengepresst, so dass es, als sie auf den Knien war und der Beschuldigte von hin-
ten vaginal in sie eindrang, für ihn nicht klappte und er sie auf den Rücken legte, 

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um erneut vaginal in sie einzudringen. Sie hat sich weggedreht, war geekelt und 
hat geweint. Der Beschuldigte muss also erkannt haben, dass die Privatklägerin mit 
dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden war. Der Beschuldigte handelte auch 
hier direktvorsätzlich.

Der Beschuldigte ist wegen Vergewaltigung, begangen in der Zeit vom 11./12. Fe-
bruar 2014 in E.________, zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu erklären.

17. Einfache Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten

17.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Wer vorsätzlich einen Menschen – in anderer Weise als in Art. 122 StGB um-
schrieben – an Körper oder Gesundheit schädigt, wird auf Antrag, mit Freiheitsstra-
fe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Der Täter wird von Amtes wegen ver-
folgt, wenn er der Ehegatte des Opfers ist und die Tat während der Ehe oder bis zu 
einem Jahr nach der Scheidung begangen wurde (Art. 123 Ziff. 2 al. 4 StGB). 

Der Grundtatbestand von Art. 123 Ziff. 1 StGB erfasst alle Körperverletzungen, 
welche noch nicht als schwer i.S.v. Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr als blosse 
Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 StGB zu werten sind. Wie schon die Abgrenzung von 
einfacher und schwerer Körperverletzung Mühe bereitet, ist auch die Abgrenzung 
zu den blossen Tätlichkeiten nicht minder schwierig. Dem gesetzlichen Ausdruck 
entsprechend (Körperverletzung) ist eine nicht mehr bloss harmlose Beeinträchti-
gung der körperlichen Integrität oder des gesundheitlichen Wohlbefindens erforder-
lich (BSK StGB-ROTH/BERKEMEIER, N 3 zu Art. 123). Die qualifizierte Form der ein-
fachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 StGB ist dann gegeben, wenn 
zwar nach wie vor eine bloss einfache Körperverletzung bewirkt wird, das Tatvor-
gehen aber besonders gefährlich oder verwerflich erscheint. Als besonders ver-
werflich gelten sodann die Verletzung Wehrloser oder Schutzbefohlener sowie die 
Gewaltanwendung im häuslichen Bereich (BSK StGB-ROTH/BERKEMEIER, N 11 zu 
Art. 123 StGB). 

17.2 Subsumtion

Der Beschuldigte schlug die Privatklägerin ins Gesicht, wodurch ihre Brille zu Bruch 
gegangen ist und sie ein Hämatom am Auge und eine aufgeplatzte Lippe erlitten 
hat. Die Verletzungen im Gesicht der Privatklägerin waren entsprechend sichtbar, 
weshalb sie das Hämatom am Auge überschminken musste, worauf sie in der Fol-
ge von ihrem damaligen Chef trotzdem darauf angesprochen wurde. 

Diese Verletzungen stellen Schädigungen des Körpers dar und sind nicht mehr 
bloss vorübergehende geringfügige Beeinträchtigungen des Wohlbefindens; sie 
können daher nicht mehr als blosse Tätlichkeiten gewertet werden, weshalb der 
objektive Tatbestand  von Art. 123 StGB erfüllt ist. 

Der Beschuldigte versetzte der Privatklägerin mehrere Schläge ins Gesicht und 
handelte mithin zumindest mit Eventualvorsatz. 

Der Beschuldigte ist wegen einfacher Körperverletzung, begangen in der Zeit von 
Februar/März 2013 in E.________ zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu er-
klären.

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18. Drohung

18.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, wird, auf 
Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 180 
Abs. 1 StGB). Der Täter wird von Amtes wegen verfolgt, wenn er der Ehegatte des 
Opfers ist und die Drohung während der Ehe oder bis zu einem Jahr nach der 
Scheidung begangen wurde (Art. 180 Abs. 2 Bst. a StGB). 

Der Tatbestand der Drohung stellt schwerwiegende Angriffe unter Strafe, die in der 
Psyche des Opfers Schrecken oder Angst erzeugen (sollen). Geschützt wird somit 
ein Mass an innerer Freiheit, das jeder Person die freie Entfaltung ihrer Psyche ga-
rantieren soll (BSK StGB-DELNON/RÜDY, N 5 zu Art. 180). Der objektive Tatbestand 
der Drohung setzt voraus, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel 
ankündigt oder in Aussicht stellt, wobei er dessen Eintritt als von seinem Willen ab-
hängig hinstellen muss. Erforderlich ist ein Verhalten, das geeignet ist, den Ge-
schädigten in Schrecken oder Angst zu versetzen (BSK StGB- DELNON/RÜDY, 
N 12 ff. zu Art. 180). Ob die Drohung realisiert werden kann, ist unerheblich. Ent-
scheidend ist, ob sie ernstgemeint erscheint (TRECHSEL/PIETH, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, N 2 zu Art. 180). 

18.2 Subsumtion

18.2.1 Vorwurf gemäss Ziffer I/2.1

Der Beschuldigte sagte der Privatklägerin im Rahmen des Streits vom 1. Mai 2013, 
dass er sie umbringen („ti ammazzo“) resp. bei lebendigem Leibe verbrennen („ti 
brucio viva“) werde. 

Entscheidend ist, dass die Privatklägerin durch diese Aussagen in Angst oder 
Schrecken versetzt wird und die Drohungen ernst gemeint erscheinen. Die Privat-
klägerin führte anlässlich ihrer ersten Einvernahme bei der Polizei aus, dass der 
Beschuldigte sie psychisch dominiere, sie Angst habe und bereits seit mehreren 
Jahren unter verschiedenen Formen von Gewalt leide. Sie nehme die Drohungen 
deshalb ernst. Sie hat ihrer Mutter anlässlich des vorangegangenen Streits vom 
1. Mai 2013 auch zu verstehen gegeben, dass sie die Polizei rufen solle und hat 
sich schliesslich der Polizei anvertraut. Dass die Privatklägerin die Drohungen ernst 
nahm, geht nicht nur aus ihren eigenen Aussagen, sondern auch aus den gesam-
ten Umständen hervor. Bekanntlich litt sie aufgrund der massiv belasteten Ehesi-
tuation bereits seit Jahren an Panikattacken.

Ziel des Beschuldigten war denn auch, die Privatklägerin in Angst zu versetzen, 
damit diese das Weggehen der Tochter zur Grossmutter verhindern würde. Ent-
sprechend handelte er mit Wissen und Willen und somit direktvorsätzlich.

Der Beschuldigte ist wegen Drohung, begangen am 1. Mai 2013 an der 
I.________-Strasse in E.________, zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu 
erklären. 

18.2.2 Vorwurf gemäss Ziffer I/2.2

Bekanntlich stiess der Beschuldigte während des vorgenannten Vorfalls gegenüber 

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der Mutter der Privatklägerin dieselbe Drohung aus. Auch ihr drohte er, sie bei le-
bendigem Leib zu verbrennen, wenn sie die Wohnung nicht verlasse. Diese Dro-
hung hat der Beschuldigte übrigens eingestanden, will sie aber nicht ernst gemeint 
haben.

Opfer einer Drohung ist eine Person und der Angriff zielt auf die Beeinträchtigung 
der Psyche dieser Person. Die Drohung soll den inneren Frieden bzw. das Sicher-
heitsgefühl ihres Opfers durch die Erzeugung von Angst oder Schrecken verletzen, 
indem sie ihm ein künftiges Übel ankündigt oder in Aussicht stellt, dessen Zufü-
gung sie direkt oder indirekt als von sich abhängig hinstellt (BSK StGB-
DELNON/RÜDY, N 10 zu Art. 180). Die Androhung des Übels kann sich gegen 
Rechtsgüter des Bedrohten richten, aber auch gegen Rechtsgüter Dritter oder des 
Drohenden selbst, sofern die Androhung geeignet ist, das Opfer in Schrecken oder 
Angst zu versetzen (BSK StGB-DELNON/RÜDY, N 17 zu Art. 180). 

Indem der Beschuldigte die Drohung direkt an die Mutter der Privatklägerin richtete 
und ihr gegenüber äusserte, er werde (auch) sie bei lebendigem Leibe verbrennen, 
ist die Privatklägerin nicht Adressatin der Drohung. Damit die Privatklägerin vorlie-
gend als Opfer der geäusserten Drohung gelten würde, hätte der Beschuldigte ihr 
gegenüber äussern müssen, ihre Mutter bei lebendigem Leibe verbrennen zu wol-
len, was, wie dargelegt, nicht der Fall war. 

Der Beschuldigte ist deshalb vom Vorwurf der Drohung, angeblich begangen am 
1. Mai 2013 an der I.________-Strasse in E.________ z.N. der Privatklägerin, frei-
zusprechen. 

19. Tätlichkeiten

19.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Körpers oder 
der Gesundheit zur Folge haben, wird, auf Antrag, mit Busse bestraft (Art. 126 
Abs. 1 StGB). Der Täter wird von Amtes wegen verfolgt, wenn er die Tat wiederholt 
an seinem Ehegatten während der Ehe oder bis zu einem Jahr nach der Scheidung 
begeht (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StGB). 

Als Tätlichkeit gilt der geringfügige und folgenlose Angriff auf den Körper oder die 
Gesundheit eines andern Menschen (BSK StGB-ROTH/KESHELAVA, N 2 zu 
Art. 126). Damit überhaupt eine strafbare Tätlichkeit vorliegt, ist eine Einwirkung 
auf den Körper eines andern Menschen gefordert, die mindestens eine bestimmte 
Intensität erreicht (BSK StGB-ROTH/KESHELAVA, N 3 zu Art. 126). Inzwischen ist 
das Bundesgericht denn auch davon abgerückt und nimmt nunmehr, unabhängig 
von der Schmerzzufügung, eine Tätlichkeit dann an, wenn das allgemein übliche 
und gesellschaftlich geduldete Mass einer Einwirkung auf den Körper eines andern 
überschritten wird, dabei aber noch keine Schädigung bewirkt wird (BGE 134 IV 
189, E. 1.2) mit Hinweisen). 

19.2 Subsumtion

19.2.1 Vorwurf gemäss Ziffer I/3.2 der Anklageschrift

Der Beschuldigte wartete auf die Privatklägerin an der I.________-Strasse in 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgm2f62lwl4ytqoi
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgm2f62lwl4ytqoi

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E.________, als diese mit ihrer Cousine nach einem gemeinsamen Abend auf dem 
nach Hause Weg war. Im Rahmen einer Auseinandersetzung drückte der Beschul-
digte die Privatklägerin gegen die Mauer im Hauseingang, wodurch sie sich mehr-
mals den Kopf angeschlagen hat. 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass dieses Verhal-
ten des Beschuldigten über das allgemein übliche und geduldete Mass einer Ein-
wirkung auf die körperliche Integrität eines Menschen hinausgeht. Dies gilt nament-
lich für das wiederholte Anschlagen des Kopfes an der Wand. Die Privatklägerin 
hat zwar dadurch keine physischen Schädigungen davon getragen, was aber nur 
heisst, dass es sich noch nicht um eine einfache Körperverletzung gehandelt hat. 
Tätlichkeiten waren es alleweil.

Ausgehend von den durch die Privatklägerin geschilderten Umständen ist in Über-
einstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit 
Wissen und Willen, also vorsätzlich handelte. 

Der Beschuldigte ist wegen Tätlichkeiten, begangen am Abend des 7. Februars 
2014 in E.________, zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu erklären.

19.2.2 Vorwurf gemäss Ziffer I/3.3 der Anklageschrift

Der Beschuldigte hat die Privatklägerin in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 
2014 im G.________ in E.________ mit einer Flüssigkeit aus seinem Glas bewor-
fen, sie in den Bauch geschlagen und sie anschliessend gegen eine Mauer ge-
drückt. 

Indem der Beschuldigte der Privatklägerin in den Bauch schlug und ihr damit 
Schmerzen zufügte, hat er sich der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB 
strafbar gemacht. Die weiteren Einwirkungen können, soweit geltend gemacht, 
noch nicht als Tätlichkeiten gewertet werden. 

Der Beschuldigte ist wegen Tätlichkeiten, begangen in der Nacht vom 8./9. Februar 
2014 in E.________, zum Nachteil der Privatklägerin, schuldig zu erklären.

20. Beschimpfung

20.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Wer jemanden in anderer Weise (als gemäss Art. 173 oder Art. 174 StGB) durch 
Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift, wird, auf An-
trag, mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen bestraft (Art. 177 Abs. 1 StGB). 

Gegenstand der Beschimpfung ist entweder eine Formalinjurie dem Verletzten oder 
Dritten gegenüber oder aber eine üble Nachrede/Verleumdung unter vier Augen, 
d.h. nur gegenüber dem Verletzten selbst (BSK StGB-RIKLIN, N 1 zu Art. 177). Eine 
Formal- oder Verbalinjurie (d.h. ein reines Werturteil) ist ein blosser Ausdruck der 
Missachtung, ohne dass sich die Aussage erkennbar auf bestimmte, dem Beweis 
zugängliche Tatsachen stützt; so z.B. der Vorwurf, jemand sei eine Hure (BSK 
StGB-RIKLIN, N 4 zu Art. 177). 

Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Besteht die Beschimpfung in einem Werturteil 
(Formalinjurie), muss sich der Vorsatz nur darauf richten, dass die Äusserung eh-

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renrührig, nicht auch darauf, dass sie nicht vertretbar ist (BSK StGB-RIKLIN, N 14 
zu Art. 177). 

20.2 Subsumtion

Der Beschuldigte bezeichnete die Privatklägerin anlässlich der Auseinanderset-
zung vom 7. Februar 2014 an der I.________-Strasse als „sale pute“ und „madre di 
merda“, in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar im G.________ in E.________ er-
neut als „sale pute“ und in der Zeit vom 11. bis 12. Februar 2014 als „Hure“. 

Die Privatklägerin hat fristgerecht am 11. Februar 2014 Strafantrag gestellt 
(pag. 62). 

Bei den vom Beschuldigten der Privatklägerin gegenüber geäu