# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04af5eeb-3f22-5554-af38-0d2307186364
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2008 E-6929/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6929-2008_2008-11-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6929/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, Geburtsdatum unbekannt, Nigeria,
alias B._______,geboren (...) 1994, Simbabwe, 
alias C._______, geboren (...) 1992, Simbabwe,
vertreten durch Elio G. Baumann, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 24. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6929/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer - ein nigerianischer Staatsbürger mit letz-
tem Wohnsitz  in  "(...)"  (phonetisch; [...],  Nigeria)  und der  Ethnie  der 
Igbo zugehörig  -  sein  Heimatland  eigenen  Angaben  zufolge  am 
19. Juni 2008  verliess,  mit  Hilfe  einer  Schlepperin  per  Flugzeug  an 
einen  ihm  unbekannten  Ort  und  von  dort  per  Zug  und  Auto  in  die 
Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass er  anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Vallorbe vom 3. Juli 2008 sowie der  direkten Anhörung vom 
17. Juli 2008 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen gel-
tend machte, dass er  in (...),  Simbabwe, geboren und nach dem Tod 
seines Vaters (...) mit seiner Mutter nach Nigeria zurückgekehrt sei,  

dass er die Primarschule bis zur fünften Klasse besucht habe, bevor er 
infolge Geldmangels von der Schule habe abgehen müssen, um ge-
meinsam mit der Mutter auf dem familieneigenen Feld zu arbeiten, 

dass  die  Mutter,  die  auch  ein  (...)  besessen  habe,  Ende  Mai  einen 
reichen  Kunden  geheiratet  habe  und  mit  dem  Beschwerdeführer  in 
dessen Haus gezogen sei, 

dass es bald zu Streitigkeiten zwischen der Mutter des Beschwerde-
führers und der ersten Frau ihres Ehemannes gekommen sei, 

dass der Beschwerdeführer dem Mann eines Morgens einen von der 
Mutter zubereiteten Kaffee aufs Zimmer gebracht habe, den der Mann 
zu sich genommen habe und in der Folge zusammengebrochen sei, 
Blut erbrochen habe und schliesslich im Spital gestorben sei, 

dass am selben Abend drei Männer den Beschwerdeführer gewaltsam 
mitgenommen, in einer Waldhütte eingesperrt und beschuldigt hätten, 
er habe den Mann vergiftet,

dass die Männer ihm erzählt hätten, dass seine Mutter geflüchtet sei 
und er hier sterben werde,

dass eines Abends respektive eines Nachts gegen Mitternacht,  nach 
einer Woche bei Wasser und Brot, die Türe aufgegangen sei und ihm 
aus der Finsternis jemand gesagt habe, er solle gehen,

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dass er  daraufhin  geflohen sei  und sich  bis  am Morgen unter  einer 
Brücke versteckt habe, um sich dann in eine Kirche zu begeben und 
die Ereignisse einem Priester zu berichten,

dass  der  Priester  ihn  darüber  unterrichtet  habe,  dass  er  und  seine 
Mutter  gesucht  und die Neuigkeiten überall  in  den Medien kursieren 
würden,

dass  der  Priester  ihn  bei  sich  versteckt  habe  und  eine  Dame habe 
kommen  lassen,  die  ihn  am  19.  Juni  2008  an  Bord  des  Flugzeugs 
gebracht habe,

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  am  20. Juni 2008  und  am 
3. Juli 2008  aufforderte,  innert  48  Stunden  rechtsgenügliche  Papiere 
einzureichen und der Beschwerdeführer dieser Aufforderung bis heute 
nicht nachgekommen ist,

dass der Beschwerdeführer vom BFM am 9. Juli 2008 unter dem Titel 
"Rechtliches Gehör" ergänzend zu seiner Identität befragt und erneut 
auf  die Wichtigkeit  der Einreichung eines Identitätsdokuments hinge-
wiesen wurde,

dass der Beschwerdeführer im Rahmen dieser Anhörung unter ande-
rem ausführte, er sei 16-jährig und werde bald 17 Jahre alt, 

dass das BFM mit – am 28. Oktober 2008 eröffneter - Verfügung vom 
24. Oktober 2008 in  Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asyl-
gesuch nicht  eintrat,  die  Wegweisung aus der  Schweiz verfügte und 
deren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung des Nichteintretens  auf  das  Asylge-
such  zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert 
48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung ohne  entschuldbare  Gründe 
keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, er erfülle die Flücht-
lingseigenschaft  gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht,  und zudem seien 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses in seinem Fall aufgrund 
der Aktenlage nicht erforderlich,

dass nämlich der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung zu-
nächst angegeben habe, keine sein Alter belegenden Dokumente zu 

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besitzen, wohingegen er später ausgeführt  habe, bei einer Volkszäh-
lung eine Identitätskarte erhalten zu haben, 

dass  er  schliesslich  bei  der  direkten  Anhörung  von  einem  sich  bei 
seiner Mutter in Nigeria  befindlichen Dokument mit  Foto gesprochen 
habe, welches er jedoch mangels Telefonnummer nicht erhältlich ma-
chen könne,

dass  ihm  zudem  nicht  geglaubt  werden  könne,  dass  er  weder  am 
Flughafen noch in der Schweiz persönlich kontrolliert worden sei und 
er für die Ausreise aus der Heimat nichts habe bezahlen müssen,

dass  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers   nicht 
festgestellt werden könne, zumal seine Schilderung des Sachverhalts 
den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 
genügten,

dass  er  sich  im  Verlauf  der  Anhörungen  in  mehrere  Widersprüche 
verwickelt habe, 

dass er  gemäss seinen Aussagen bei  der  Erstbefragung die  Schule 
infolge  Geldmangels  verlassen  musste,  er  demgegenüber  bei  der 
direkten Anhörung erklärt  habe, seine Mutter habe für die Feldarbeit 
auch Saisonniers beschäftigt und bezahlt, 

dass er im Empfangszentrum angegeben habe, dass die Adresse der 
Mutter  "(...)"  gewesen  sei  und  dass  er  jene  des  Ehemannes  nicht 
kenne, wohingegen er im Rahmen der direkten Anhörung erklärt habe, 
beide hätten nach der Hochzeit an der genannten Adresse gewohnt,

dass er weiter weder das Datum der Hochzeit noch jenes der angebli-
chen Vergiftung habe nennen können, 

dass sich der Beschwerdeführer nach der Einlieferung des Mannes ins 
Spital nicht über dessen Gesundheitszustand und nach seiner Flucht 
nie über den Verbleib seiner Mutter erkundigt haben wolle,

dass der Beschwerdeführer in keiner Weise den Eindruck mache, die 
Begebenheiten tatsächlich erlebt zu haben und seine Angaben konst-
ruiert und auswendig gelernt erschienen,

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dass schliesslich nicht nur erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit 
des Beschwerdeführers bestünden, sondern auch dessen Altersanga-
ben unglaubhaft erscheinen würden, zumal er nicht befriedigend habe 
erklären können,  weshalb er  die  Altersangabe auf  dem Personalien-
blatt zweimal korrigiert habe,

dass der Vollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, insbesondere da 
sich der Beschwerdeführer – mangels Glaubhaftmachung seiner Min-
derjährigkeit  –  nicht  auf  des  Übereinkommens  vom  20. November 
1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) berufen könne,  

dass  das  BFM  in  diesem  Zusammenhang  ausserdem  festhielt,  der 
diesbezügliche  Untersuchungsgrundsatz  finde  seine  Grenzen  in  der 
Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden, wobei es nicht Sache der Asyl-
behörden  sei,  bei  fehlenden  Hinweisen  seitens  des  Asylsuchenden 
nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. November 2008 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und dabei beantragte, es sei ihm der Flüchtlingsstatus 
zu gewähren, eventualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme zwecks Be-
schaffung rechtsgenüglicher Reisepapiere zu gewähren und die Weg-
weisung sei zu annullieren respektive auszusetzen, 

dass die Akten am 5. November 2008 beim Bundesverwaltungsgericht 
eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  mit  Bezug  auf  das  hängige  Asylverfahren  von  der  Prozess-
fähigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist,  zumal  sie  in  der 
Beschwerde  nicht  bestritten  wird  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1996 Nr. 3 S. 19),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. EMARK 2004 
Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

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dass in Anwendung des Grundsatzes  iura novit  curia  (Rechtsanwen-
dung  von Amtes  wegen) das  Rechtsbegehren  3  der  Beschwerde  in 
dem Sinne interpretiert wird, dass statt der Wegweisung als solche der 
Vollzug derselben angefochten wird,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach 
Prüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts  – 
überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Rei-
se- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers  im  Empfangszentrum 
Vallorbe, zeitlebens nie einen Reisepass oder eine Identitätskarte be-
sessen beziehungsweise beantragt zu haben und auch sonst über kei-
nerlei Ausweispapiere zu verfügen (vgl. A4 S. 4), mit Blick auf die all-
gemeine Lebensrealität wenig plausibel anmutet und überdies der Be-
schwerdeführer  selbst  später  widersprechende  Ausführungen  tätigte 
(A4 S. 4, A9 S. 3),

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dass  im  Übrigen  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  es  dem  Be-
schwerdeführer angesichts strenger Flughafen- sowie Grenzkontrollen 
möglich gewesen wäre, ohne authentische Ausweispapiere von Nige-
ria  mit  einer  ihm unbekannten Fluggesellschaft  zu einem ihm unbe-
kannten  Flughafen  geflogen  und  alsdann  per  Auto  und  Zug  in  die 
Schweiz gelangt zu sein (A4 S. 7),

dass überdies offensichtlich  realitätsfremd erscheint,  dass seine Be-
gleiterin, die ihm der genannte Priester vermittelt haben soll,  für den 
Beschwerdeführer Reisedokumente beschafft und dieselben am Flug-
hafen vorgewiesen haben soll,  ohne dafür eine geldwerte Gegenleis-
tung zu verlangen (A4 S. 7),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  unsubstanziierten 
und realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdeführers sowie der 
gesamten Aktenlage davon ausgeht, er habe bei seiner Einreise in die 
Schweiz authentische Identitäts- und Reisepapiere besessen, welche 
er jedoch innert 48 Stunden und bis heute in Verletzung seiner gesetz-
lichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweize-
rischen Behörden nicht aushändigte, 

dass dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung 
zu Recht  die Flüchtlingseigenschaft  verneint hat und zusätzliche Ab-
klärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat, 

dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach  der  Befragung  im  Empfangszentrum vom 3. Juli 2008  und  der 
Anhörung  vom  17. Juli 2008  darstellt,  unter  Verzicht  auf  zusätzliche 
tatbeständliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im  Rahmen einer  bloss 
summarischen Prüfung der eindeutige Schluss gezogen werden kann, 
dass  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht erfüllt, und einem Vollzug seiner Wegweisung keine Hindernisse 
entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG),

dass das BFM in der Entscheidbegründung zu Recht ausführt, die Vor-
bringen  seien  in  wesentlichen  Aspekten  widersprüchlich,  wobei  zur 
Vermeidung  von Wiederholungen  diesbezüglich  auf  die  zutreffenden 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist (Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG),  

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dass weiter mit dem BFM festzustellen ist, dass die Angaben des Be-
schwerdeführers konstruiert und auswendig gelernt erscheinen und er 
in keiner Weise den Eindruck hinterlässt, die geschilderten Ereignisse 
selbst erlebt zu haben,

dass etwa der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung betref-
fend die Flucht aus der Waldhütte ausgeführt hat, dass er gegen Mit-
ternacht eine Stimme die Worte "sors d' ici" sagen gehört habe, wäh-
rend er  in  der direkten Anhörung aussagte,  die Tür hätte sich eines 
Abends geöffnet und der Wortlaut der Aufforderung sei  "pars" gewe-
sen, 

dass in  diesem Zusammenhang weitestgehend ausgeschlossen wer-
den kann,  dass  der  Beschwerdeführer  ein  selbsterlebtes  und derart 
einschneidendes  Erlebnis  –  wie  die  Befreiung  aus  tagelanger  Frei-
heitsberaubung unter Todesdrohung durch Unbekannte – nicht konsis-
tent in seinen Einzelheiten zu schildern vermöchte,  

dass  zudem die  Darstellung  des  Beschwerdeführers  logische  Unge-
reimtheiten aufweist,

dass  bei  der  Empfangsstellenbefragung  ausgeführt  wird,  der  Be-
schwerdeführer habe Nigeria am 19. Juni 2008 verlassen und sei am 
20. Juni 2008 in die Schweiz gelangt (A4 S. 7), jedoch sein Asylgesuch 
vom  19. Juni 2008 datiert,

dass  auch  die  Angabe  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  am  (...) 
1992  geboren  sei  (A4  S.  1),  mit  der  Aussage  anlässlich  der 
Gewährung des rechtlichen Gehörs, er sei 16-jährig und werde bald 17 
Jahre alt (A6 S. 9), nicht vereinbar ist,

dass er weiter bei der Empfangsstelle angab, dass die Hochzeit seiner 
Mutter Ende Mai 2008 gewesen und ihr Ehemann drei Wochen später 
gestorben sei (A4 S. 6), 

dass er sich hiernach eine Woche lang in der fraglichen Waldhütte (A9 
S. 11) und eine weitere Woche beim besagten Priester (A9 S. 13) auf-
gehalten haben will, 

dass  er  gemäss  dieser  zeitlichen  Darstellung  unmöglich  am 
19. / 20. Juni  2008,  sondern  frühestens  Anfang  Juli  2008  in  die 
Schweiz gelangt sein könnte, 

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dass sich aufgrund der genannten Widersprüche und Ungereimtheiten 
die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornahme zusätzli-
cher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei-
nes Wegweisungsvollzugshindernisses noch gar zur direkten Feststel-
lung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG so-
wie BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerdeschrift  an 
diesem Ergebnis nichts zu ändern vermögen,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Art. 32 Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat,  weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass in völkerrechtlicher Hinsicht angesichts der behaupteten Minder-
jährigkeit  von  der  Vorinstanz  die  Anwendbarkeit  der  KRK zu  prüfen 
war,  sie  mithin  im Rahmen ihrer  Untersuchungspflicht  das  Alter  des 
Beschwerdeführers festzustellen hatte,

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dass  jedoch  die  Untersuchungspflicht  der  Behörde  ihre  vernünftige 
Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden findet, welchem 
zudem die Substanziierungslast zukommt,

dass es nämlich nicht Sache der Asylbehörde sein kann, bei Missach-
tung der dem Asylsuchenden obliegenden Mitwirkungspflicht und ins-
besondere bei Verheimlichung der wahren Identität – welche im asyl-
rechtlichen Sinn auch das Geburtsdatum umfasst (Art. 1 Bst. a  Asyl-
verordnung 1 vom 11. August  1999 über  Verfahrensfragen [AsylV 1, 
SR  142.311])  –  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu  for-
schen,  

dass das BFM der ihm obliegenden Untersuchungspflicht  nachgekom-
men  ist,  indem  es  dem  Beschwerdeführer  mittels  Befragung  vom 
9. Juli 2008 das rechtliche Gehör zur vermuteten Volljährigkeit gewähr-
te, 

dass es dem Beschwerdeführer auch in dieser Befragung die berech-
tigten Zweifel an seiner Minderjährigkeit nicht zu entkräften vermochte 
und es ihm im gesamten Verfahren nicht gelungen ist, dieselbe glaub-
haft  darzutun, weshalb die KRK vorliegend nicht zur Anwendung ge-
langt (vgl. EMARK 2001 Nr. 23),  

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die ihm in seinem Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinis-
cher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  noch  individuelle 
Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle 
einer  Rückkehr schliessen lassen,  weshalb  der  Vollzug der  Wegwei-
sung vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Beschwerdeführer  die  letzten  dreizehn  Jahre  in  "(...)" 
(phonetisch) gelebt hat, und er demgemäss nebst seiner Mutter auch 
über ein soziales Beziehungsnetz verfügen dürfte, weshalb nicht  da-
von auszugehen ist, er gerate dort nach seiner Rückkehr in eine exis-
tenzbedrohende Lage,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung  des Beschwerdeführers in  seinen 
Heimat-  bzw. Herkunftsstaat  schliesslich  möglich  ist  (Art.  83  Abs. 2 
AuG), da keine Vollzugshindernisse bestehen, und es ihm obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 2 und 3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

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