# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0336605e-19ff-51e2-9817-524963cb183f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.10.2025 IV 2024/201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-201_2025-10-28.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/201

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.12.2025

Entscheiddatum: 28.10.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2025
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG Abstellen auf ein polydisziplinäres 
Gutachten vom 10. Mai 2024, wonach bis Ende Juni 2022 eine 
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von 100 % und ab Januar 2024 
eine solche von 85 % bestand. Rückweisung zur weiteren Abklärung des 
Verlaufs der Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum Juli 2022 bis Januar 2024 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. 
Oktober 2025, IV 2024/201). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht 
eingetreten 8C_720/2005

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/21 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 28. Oktober 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungs-
richterinnen Mirjam Angehrn und Michaela Machleidt Lehmann;  
Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/201  

   

Parteien 
 

 A.___ 
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana,  
Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

2/21 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich erstmals am 22. Oktober 1997 wegen einer 
Spondylarthrose der LWS (vgl. Arztberichte Dr. med. B.___, Fachärztin für Allgemeinmedizin, vom 

7. November 1997 [IV-act. 5] und vom 22. Januar 1998 [IV-act. 12]) bei der Invalidenversicherung (IV) 

zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle wies das Gesuch mit Verfügung vom 17. Juni 1999 

gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 6. Mai 1999, in welchem eine Somatisierungsstörung (ICD-

10: F45.0) diagnostiziert und eine Arbeitsfähigkeit von 80 % adaptiert attestiert wurde (IV-act. 49), bei 
einem Invaliditätsgrad von 20 % ab (IV-act. 52).  

A.b Am 15. Juni 2002 verletzte sich der Versicherte an der linken Schulter (Fremd-act. 1-41 und 49). 
Diese wurde operativ behandelt (Fremd-act. 1-30). Wegen persistierender Beschwerden im Bereich der 

linken Schulter und des linken Arms meldete sich der Versicherte am 27. Februar 2006 erneut bei der 

IV an und beantragte die Kostenübernahme für eine Umschulung (IV-act. 64). Dieses Gesuch wies die 

IV-Stelle am 27. November 2006 mit Hinweis auf eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten ohne 

Heben des linken Armes und die Zuständigkeit des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums für die 

Stellensuche ab (IV-act. 91).  

A.c Der Versicherte ersuchte am 29. Februar 2012 erneut um Leistungen der IV wegen Schmerzen 
insbesondere in der linken Körperseite, starkem Schwitzen und hohem Blutdruck (IV-act. 105). Im 

Auftrag des Krankentaggeldversicherers erfolgte am 23. April 2012 eine interdisziplinäre 

arbeitsspezifische Abklärung in der Klinik Valens. Dabei wurden als Diagnosen ein 

Fibromyalgiesyndrom, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10: F45.4) sowie eine hypertensive Herzkrankheit festgehalten. Die Klink attestierte aufgrund der 
Beschwerdeausprägung und infolge einer chronischen Schlafstörung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit; 

nach deren Besserung sei rein medizin-theoretisch von einer halbtägigen Arbeitsfähigkeit für leichte bis 

mittelschwere wechselnde Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 126-1 ff.). Der RAD hielt diese Beurteilung 

für nicht zutreffend und eine anhaltende objektivierbare arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung 

des Gesundheitszustands für nicht plausibel (Stellungnahme vom 16. Juli 2012), worauf die IV-Stelle 

mit Verfügung vom 3. September 2012 auf das Gesuch nicht eintrat (IV-act. 132).  

A.d Im Rahmen einer stationären Behandlung in der psychiatrischen Klinik C.___ vom 16. Januar 
2013 bis 5. April 2013 wurde dem Versicherten eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 

F43.1) sowie eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) diagnostiziert (IV-act. 218). Ab 

dem 29. August 2013 erfolgte eine in Intervalle aufgeteilte Traumatherapie in der Klinik D.___ (IV-

act. 151, IV-act. 161, IV-act. 221, IV-act. 178 und IV-act. 212).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

3/21 

A.e Am 28. Oktober 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV zum Leistungsbezug an und 
verwies dabei auf psychische und somatische Gesundheitsprobleme (IV-act. 143). Die IV-Stelle 

veranlasste eine polydisziplinäre (Rheumatologie, Neurologie, Neuropsychologie, Psychiatrie) 

Begutachtung durch die Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (ZIMB) AG. Im 

Gutachten vom 3. März 2015 kamen die Gutachter zum Schluss, es bestehe kein Gesundheitsschaden 
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit; als Erkrankungen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

diagnostizierten sie unter anderem eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-10: F43.1), 

ein chronifiziertes Ganzkörper-Schmerzsyndrom ohne rheumatologisch oder neurologisch 

nachweisbares organisches Korrelat und einen schädlichen Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10: 

F12.1; IV-act. 170-63). Sie befanden den Versicherten sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Mitarbeiter in einer Betonfabrik als auch in einer sonstigen Verweistätigkeit für zu 100 % arbeitsfähig 

(IV-act. 170-73). Gestützt darauf wies die IV-Stelle das Gesuch mangels rentenbegründendem 

Invaliditätsgrad mit Verfügung vom 1. Juli 2015 ab (IV-act. 176).  

A.f Am 20. April 2016 stellte der Versicherte bei der IV ein weiteres Leistungsgesuch (IV-act. 177) 
und begründete dieses mit Schmerzen, einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (IV-act. 177). Die IV-Stelle verfügte am 25. Oktober 2016 

das Nichteintreten auf das Gesuch, da der Versicherte nicht glaubhaft dargelegt hatte, dass sich die 

tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hatten (IV-act. 187).  

A.g Der Versicherte unterzog sich einer erneuten rheumatologischen und psychiatrischen 
Verlaufsuntersuchung in der Klinik Valens (IV-act. 193 f.). Am 2. Juni 2018 meldete er sich zum 6. Mal 

bei der IV an (IV-act. 191). Der RAD nahm zunächst Stellung, aus den Verlaufsberichten der Klinik 

Valens vom 5. März 2018 (IV-act. 193 f.) und der Klinik D.___ vom 27. Januar 2016 (IV-act. 178) 

ergäben sich keine Gesichtspunkte, die eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegenüber 

dem Gutachten vom 3. März 2015 glaubhaft machten (Stellungnahmen vom 19. Juni 2018, IV-act. 197, 

und vom 18. Juli 2018, IV-act. 184). Mit Vorbescheid vom 21. Juni 2018 stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten in Aussicht, auf das Gesuch nicht einzutreten (IV-act. 200).  

A.h Die den Versicherten im Psychiatriezentrum E.___ ambulant behandelnden Ärztinnen berichteten 
am 11. September 2018, seit dem 18. April 2017 erfolgten vierzehntäglich einzelpsychiatrische 

Sitzungen. Es seien eine mittelgradig depressive Episode (ICD-10: F32.1), eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 

F45.40) diagnostiziert worden. Aus psychiatrischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand des 

Versicherten insgesamt deutlich verschlechtert und er sei zu 100 % arbeitsunfähig. Vermutlich aufgrund 
der jahrelangen Belastung durch Schmerzen und Hyperhidrose habe sich eine mittelgradig depressive 

Episode entwickelt (IV-act. 206-3 f.). Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, hielt im Bericht 

vom 12. September 2018 fest, der Versicherte sei durch das schwere chronische Schmerzsyndrom im 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

4/21 

Alltag massiv eingeschränkt. Der Versicherte sei isoliert und vernachlässige die persönliche Hygiene 

und Pflege. An eine Arbeitsfähigkeit sei keinesfalls zu denken. Mit Blick auf die geänderte 

Rechtsprechung zu somatoformen Leiden dürfe nicht von einer grundsätzlichen Überwindbarkeit 

ausgegangen werden (IV-act. 206-6 f.).  

A.i Vom 12. September 2018 bis 14. November 2018 befand sich der Versicherte auf Zuweisung der 
ambulanten Therapeutin (vgl. dazu auch IV-act. 213) in stationärer Behandlung in der psychiatrischen 

Klinik C.___. Dort wurden unter anderem eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine nicht näher bezeichnete dissoziative Störung 

(Konversionsstörung, ICD-10: F44.9), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) 

sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) diagnostiziert bzw. bestätigt (IV-

act. 225). Eine erneute stationäre Therapie in der Klinik C.___ fand vom 22. Februar 2019 bis 12. März 

2019 statt. Es wurden nebst den bekannten Diagnosen der Verdacht auf eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0), eine nichtorganische Schlafstörung 

(ICD-10: F51.9) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: 

F33.0) erhoben. Bis auf Weiteres wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (IV-act. 233). Die 

den Versicherten ambulant weiter behandelnde Dr. med. G.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, diagnostizierte eine mittelgradige bzw. schwere depressive Episode und schätzte die 

Arbeitsunfähigkeit auch für eine adaptierte Tätigkeit angesichts der schon langjährig bestehenden 
massiven Einschränkungen, der Schmerzsymptomatik, der massiven Hyperhidrose und der 

psychischen Einschränkungen auf 100 % ein (Verlaufsberichte vom 5. Juli 2019, IV-act. 237, und vom 

24. November 2019, IV-act. 244).  

A.j Der RAD hielt eine polydisziplinäre (Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, 
Psychiatrie, Neuropsychologie) Begutachtung für erforderlich, welche der estimed AG zugelost wurde 

(IV-act. 248). Die Gutachter kamen zum Schluss, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

bestünden eine formal dekompensierte Herzinsuffizienz sowie eine arterielle Hypertonie. Nicht auf die 

Arbeitsfähigkeit wirkten sich unter anderem eine hypertensive Herzerkrankung, eine chronische 

Schlafstörung mit aufgehobener Tag-Nacht-Struktur, eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung 

(ICD-10: F45.40), eine posttraumatische Belastungsstörung (zum Untersuchungszeitpunkt 

subsyndromal ausgeprägt), ein schädlicher Konsum von Cannabis (ICD-10: F12.1) sowie eine 

rezidivierende depressive Störung (zum Untersuchungszeitpunkt remittiert, ICD-10: F33.4; IV-act. 281-

16) aus. Im Vergleich zur Referenzuntersuchung im Jahr 2015 habe sich der Gesundheitszustand 

weder einschneidend verbessert noch richtungsgebend verschlechtert, sondern sei stationär (IV-
act. 281-159). In der Konsensbeurteilung wurde gesamthaft führend aus kardiologischer Sicht in der 

bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 0 % und in einer körperlich leichten wechselbelastenden 

Tätigkeit ohne schweres Heben und Tragen und ohne potentiell gefährliche Tätigkeiten eine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

5/21 

Arbeitsfähigkeit von 70 % angenommen (Gutachten vom 23. Januar 2021; IV-act. 281-20 f.). Der RAD 

nahm am 2. Februar 2021 Stellung, auf das polydisziplinäre Gutachten könne aus 

versicherungsmedizinischer Sicht abgestellt werden (IV-act. 284). 

A.k Mit Vorbescheid vom 4. Februar 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des 
Gesuchs in Aussicht (Invaliditätsgrad 30 %; IV-act. 287). Hiergegen erhob dieser am 27. Februar 2021 
vorsorglich Einwand (vgl. IV-act. 292), welchen er am 14. April 2021 begründete (IV-act. 297). Dr. 

H.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, erhob anlässlich einer 

rheumatologischen Verlaufsuntersuchung in der Klinik Valens eine im Vergleich zur Voruntersuchung 

vom März 2018 unveränderte klinische Symptomatik (Bericht vom 30. April 2021, IV-act. 309-5 ff.). 

Dr. F.___ hielt am 7. Mai 2021 fest, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung gutachterlich zwar bestätigt werde, ihr aber aufgrund von 

Hinweisen auf Aggravation jeglicher Krankheitswert abgesprochen werde (IV-act. 302). Dr. G.___ 

bemängelte, der psychiatrische Gutachter gehe auf die Diagnose einer Persönlichkeitsveränderung 

nach Extrembelastung nicht ein und vernachlässige die wechselseitige Beeinflussung der 

verschiedenen Diagnosen (IV-act. 301). Auf Vorschlag des RAD (IV-act. 304) richtete die IV-Stelle am 

15. Juni 2021 die psychiatrische Einschätzung betreffende Rückfragen an die Gutachterstelle (IV-

act. 305). Der psychiatrische Gutachter beantwortete diese am 23. Juni 2021 im Wesentlichen 

dahingehend, dass die Kriterien für eine depressive Symptomatik, für eine Persönlichkeitsstörung sowie 
für eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung nicht erfüllt gewesen seien. Es habe eine 

deutliche Symptomverschiebung in Richtung einer anhaltenden Schmerzstörung stattgefunden. Wie 

bereits im Rahmen der Vorbegutachtung sei die Validität des psychiatrischen Störungsbildes durch die 

Aggravationstendenz des Versicherten beeinträchtigt (IV-act. 306). Der RAD nahm am 28. Mai 2021 

Stellung, auf das polydisziplinäre Gutachten vom 23. Januar 2021 könne weiterhin abgestellt werden 

(IV-act. 307). Im Rahmen einer zweiten Anhörung erhob der Versicherte am 12. Juli 2021 erneut 

Einwand (IV-act. 309).  

A.l Am 11. Januar 2022 wurde der Versicherte im Zentrum für Schmerzmedizin I.___ in den 
Fachdisziplinen Neurochirurgie, Physiotherapie und Schmerzpsychologie abgeklärt. Es wurde eine 

Panalgesie (Chronic Widspread Pain) diagnostiziert und festgehalten, aufgrund der psychiatrischen 

Komorbiditäten und der ausgeprägten Dekonditionierung eigne sich der Versicherte nicht für das 

stationäre schmerztherapeutische Programm (IV-act. 332). In einer Stellungnahme vom 1. Juli 2022 

legte Dr. G.___ unter anderem dar, es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt 

ausgeübten und in einer angepassten Tätigkeit. Selbst eine regelmässige tagesklinische Behandlung 
sei nicht möglich. Aufgrund der gegenseitigen ungünstigen Beeinflussung der Diagnosen sei eine 

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit unrealistisch (IV-act. 353).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

6/21 

A.m Die Gutachter beantworteten am 7. Juli 2022 weitere Rückfragen (IV-act. 341; IV-act. 343) 
dahingehend, aus dem Bericht des I.___s vom 1. Februar 2022 ergebe sich keine Änderung der 

versicherungsmedizinischen Einschätzung (IV-act. 356). Am 2. September 2022 hielten sie fest, die 

von Dr. G.___ am 1. Juli 2022 berichtete Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes 

insbesondere im Sinne einer aktuell relevanten depressiven Symptomatik sei nachvollziehbar. 
Inwieweit eine bezifferbare andauernde Arbeitsunfähigkeit vorliege, sei durch ein Verlaufsgutachten zu 

klären (IV-act. 363). Der RAD schloss sich dem an (Stellungnahme vom 22. November 2022, IV-

act. 364).  

A.n Dr. G.___ (Arztbericht vom 7. März 2023, IV-act. 380) und Dr. F.___ (Arztbericht vom 23. März 
2023, IV-act. 386), bestätigten ihre bisherigen Einschätzungen. Eine endokrinologische Abklärung 

zeigte keine Ursache für die Hyperhidrose (IV-act. 411). Testpsychologische Untersuchungen ergaben 

eine paranoide und schizotypische deviante Persönlichkeitsstruktur und das Vorliegen einer komplexen 

posttraumatischen Belastungsstörung (Bericht des Fachpsychologen für Psychotherapie J.___ vom 

27. Juli 2023, IV-act. 406-6 ff.).  

A.o Die polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung durch die estimed AG (Gutachten vom 10. Mai 2024, 
IV-act. 445 ff.) führte zu den Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und einer hypertensiven Herzerkrankung, eines Status nach 

dekompensierter Herzinsuffizienz, einer generalisierten Hyperhidriosis, eines Fibromyalgiesyndroms, 
einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) sowie einer rezidivierenden depressiven 

Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4; IV-act. 446-20 f.) ohne Beeinträchtigung der Arbeits-

fähigkeit. In der bisherigen Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 70 % (Präsenzzeit 7 Stunden, 

Rendement 85 %) und in einer optimal adaptierten Verweistätigkeit 85 % (Präsenzzeit 8,4 Stunden, 

Rendement 85 %). Retrospektiv verwiesen die Gutachter im Wesentlichen auf die zutreffende 

Einschätzung im Gutachten vom 23. Januar 2021 und auf die Einschätzung im Bericht von Dr. G.___ 

vom 1. Juli 2022, gemäss welcher eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Die 

Einschätzung des aktuellen Gutachtens gelte ab dessen Erstellung (IV-act. 446-26, 28).  

A.p Der RAD hielt das Gutachten für beweistauglich. Zum Verlauf führte er aus, Dr. G.___ habe am 
1. Juli 2022 und am 7. März 2023 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit angestammt und adaptiert attestiert. 

Seither würden keine weiteren Arztberichte mehr vorliegen. Der retrospektive Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit vom 7. März 2023 bis zum Zeitpunkt des aktuellen Gutachtens vom 10. Mai 2024 könne 

daher anhand der Akten nicht beurteilt werden (IV-act. 453).  

A.q Mit Vorbescheid vom 25. Juni 2024 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das rechtliche Gehör 
zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsanspruchs. Sie begründeten ihren Entscheid damit, dass 

bis zum 30. Juni 2022 auf das Vorgutachten der estimed AG vom 23. Januar 2021 abgestellt werden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

7/21 

könne, gemäss welchem eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bestanden habe 

und sich somit ein Invaliditätsgrad von 30 % ergebe. Das gesetzliche Wartejahr laufe ab dem 1. Juli 

2022 und ende per 30. Juni 2023. Aufgrund der im Verlaufsgutachten vom 10. Mai 2024 attestierten 

85%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 15 % und 

somit sei keine Invalidenrente geschuldet (IV-act. 466). Am 12. September 2024 verfügte die IV-Stelle 
gemäss Vorbescheid (IV-act. 467).  

B.  

B.a Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG R. 
Pedergnana, lässt am 14. Oktober 2024 Beschwerde gegen die Verfügung vom 12. September 2024 

erheben und beantragen, diese sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ein 

Gerichtsgutachten durch PD Dr. med. K.___ anzuordnen. Weiter beantragt er die unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, die Diagnose 

einer kPTBS werde ausführlich begründet. Deren Schweregrad werde trotz der beschriebenen 

Symptome als leicht- bis mittelgradig eingeschätzt. Die angeführte Beschäftigung mit gewaltträchtigen 

Filmen und Videospielen hätten nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen einen therapeutischen 

Wert (Desensibilisierung). Sie könne ihm nicht vorgeworfen werden und spreche auch nicht per se für 

eine Überwindbarkeit der Symptomatik. Die durch die kPTBS bewirkte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit werde nicht berücksichtigt. Die Anwendung der gemäss Rechtsprechung 
massgeblichen Indikatoren ergebe, dass die psychischen Beschwerden nicht überwindbar seien. Im 

rheumatologischen Teilgutachten werde auf eine mangelhafte Compliance hingewiesen, jedoch nicht 

begründet, worin diese bestehen solle. Entgegen der Annahme des Gutachters, er sei in der 

Haushaltsführung nicht eingeschränkt, sei er nicht einmal in der Lage, seinen Einzimmerhaushalt 

rudimentär zu führen und eine adäquate Körperpflege vorzunehmen (act. G 1). Als Beweismittel reicht 

der Beschwerdeführer nebst Berichten zur Wirkung von Gewaltspielen und -filmen einen Bericht des 

Psychiatriepflegers L.___ vom 12. Oktober 2024 (act. G 1.9) sowie ein Fotodossier mit vom 27. August 

2018 und vom 10. Oktober 2014 datierten Aufnahmen der Wohnung bzw. des Zimmers des 

Beschwerdeführers ein (act. G 1.10 f.). 

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2025 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei abzuweisen. Sie macht geltend, das Verlaufsgutachten der 

estimed AG vom 10. Mai 2024 erfülle die Anforderungen der Rechtsprechung an ein strukturiertes, 

indikatorengeleitetes Beweisverfahren. Das im psychiatrischen Teilgutachten aufgezeigte 

Fähigkeitsprofil berücksichtige sowohl die somatischen als auch die psychischen 
Funktionseinschränkungen. Gemäss dem RAD-Arzt könne auf das Gutachten abgestellt werden. Unter 

Berücksichtigung der Beurteilungen der Fähigkeitseinschränkungen nach dem Mini-ICF-APP ergebe 

sich höchstens eine mässig ausgeprägte Einschränkung. Gemäss den überzeugenden Ausführungen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

8/21 

des Gutachtens gelte die in diesem Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit zwar ex nunc, aber im Verlauf 

sei nicht von einer substanziellen Veränderung dieser Arbeitsfähigkeit auszugehen gewesen. Vor 

diesem Hintergrund und dem Umstand, dass der letzte Arztbericht der Behandlerin vom März 2023 

stamme, sei zwischen dem 1. Juni 2022 und der Erstellung des Verlaufsgutachtens eine höhergradige 

Arbeitsunfähigkeit, die zu einem relevanten lnvaliditätsgrad führen würde, nicht überwiegend 
wahrscheinlich. Mit der Annahme einer reduzierten Anwesenheit sei der Diagnose der kPTBS 

offenkundig Rechnung getragen worden, auch in einer adaptierten Tätigkeit. Die angeführten Studien 

zur Auswirkung von belastenden Spielen und Filmen sowie die vorgelegten Fotos vermöchten keine 

vom Gutachten abweichende Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 

aufzuzeigen. Zusammenfassend bestünden keine ernsthaften Zweifel an der gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung in einer adaptierten Tätigkeit. Von weiteren Abklärungsmassnahmen seien 

keine neuen wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten (act. G 8). 

B.c Das Versicherungsgericht bewilligt dem Beschwerdeführer am 24. Januar 2025 die unentgeltliche 
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche Rechtsvertretung; act. G 10).  

B.d In seiner Replik vom 24. März 2025 lässt der Beschwerdeführer ausführen, das 
Verlaufsgutachten vom 10. Mai 2024 weise mehrere Mängel auf. Die Beurteilung von Personen, die ihn 

im tatsächlich gelebten Alltag erlebten (wie der Spitexbetreuung und der behandelnden Arztpersonen) 

werde ungenügend berücksichtigt, insbesondere was die noch vorhandenen Ressourcen im Alltag 
betreffe. Die Berichte und Fotos zeigten eindrücklich, dass er grundlegende alltägliche Tätigkeiten 

(Körper- und Wohnungspflege) nicht ohne Hilfe bewältigen könne. Das Abweichen der gutachterlichen 

Beurteilung von der dokumentierten Realität sei nicht nachvollziehbar und stossend. Das Vorgutachten 

vom 23. Januar 2021 kranke an denselben Mängeln, weshalb betreffend den retrospektiven Verlauf 

nicht einfach darauf abgestellt werden könne. Vom psychiatrischen Gutachter werde zu wenig 

ausgeführt, wie sich die Werte gemäss dem Mini-ICF-App mit den Voraussetzungen für eine adaptierte 

Tätigkeit vereinen liessen. Der psychiatrische Gutachter begründe die Einschränkung des Rendements 

von 15 % lediglich mit der somatoformen Störung; inwiefern die kPTBS dabei berücksichtigt worden 

sei, sei nicht ersichtlich bzw. nachvollziehbar. Studien zeigten auf, dass PTBS-Betroffene unter 

Umständen kein typisches Vermeidungsverhalten, sondern eine gewollte Konfrontation mit 

gewalttätigen Erlebnissen suchten. Die sehr stark verwahrloste Wohnung lasse auf eine starke 

psychiatrische Dekompensation schliessen. Dass der Gutachter eine eher ungünstige Prognose stelle, 

widerspreche der Annahme der Überwindbarkeit der Symptome (act. G 13). 

B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 7. April 2025 auf eine Duplik (act. G 15).  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten 

wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

9/21 

Erwägungen 
1.  

Bei der vorliegend zu beurteilenden Anmeldung vom 2. Juni 2018 (IV-act. 191) handelt es sich um eine 

sogenannte Wiederanmeldung. Die Beschwerdegegnerin ist aufgrund der glaubhaft gemachten 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes (rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode; RAD-Stellungnahme vom 25. September 2018; IV-act. 209) zu Recht auf das 

neue Leistungsgesuch eingetreten (für die entsprechenden Voraussetzungen vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. 

Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Strittig und zu prüfen ist, ob 
der Beschwerdeführer im Rahmen dieser Anmeldung Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung hat.  

2.  

Am 1. Januar 2022 sind im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmungen im 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG SR 831.20) sowie im Bundesgesetz über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) samt entsprechendem 

Verordnungsrecht in Kraft getreten (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 

2021 705, BBl 2017 2535). In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 213 E. 4.3.1). In Anwendung dieses intertemporalrechtlichen 

Hauptsatzes ist bei einem dauerhaften Sachverhalt, der teilweise vor und teilweise nach dem 

Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung eingetreten ist, der Anspruch auf eine Invalidenrente für die erste 

Periode nach den altrechtlichen Bestimmungen und für die zweite Periode nach den neuen Normen zu 

prüfen. Besondere übergangsrechtliche Regelungen bleiben vorbehalten (BGE 150 V 323 E. 4.2, 
S. 328). Mit der Neuanmeldung im Juni 2018 und dem Ablauf der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss 

Art. 29 Abs. 1 IVG liegt ein Anspruch auf Rentenleistungen frühestens ab dem 1. Dezember 2018 im 

Streit (zum Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist auf die nachfolgende E. 5.1.4 zu 

verweisen). Obwohl die angefochtene Verfügung vom 12. September 2024 datiert, sind demnach bei 

einem allfälligen Rentenanspruch ab Dezember 2018 die Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 

gültigen Fassung anwendbar, da die angefochtene Verfügung einen noch unter Geltung des alten 

Rechts entstandenen Rentenanspruch zum Gegenstand hat (vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101).  

3.   

3.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

10/21 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche 

Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind 

(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). 

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen (vgl. auch Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und 

-ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 

8C_801/2018, E. 4.3). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

11/21 

3.4 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. 

BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

4.  

Zur Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und der sich daraus 
allfällig ergebenen Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin 

insbesondere auf das polydisziplinäre Verlaufsgutachten der estimed AG vom 10. Mai 2024. Der 

Beschwerdeführer hält sowohl das psychiatrische wie auch das rheumatologische Teilgutachten für 

mangelhaft und damit nicht verwertbar. Es ist somit zunächst zu prüfen, ob die Gutachten 

beweistauglich sind.  

4.1   

4.1.1 Die Gutachter erhoben lege artis die Anamnese (IV-act. 448-7 ff.; IV-act. 449-8 ff.; IV-act. 450-
7 ff.; IV-act. 451-8 ff.) und Befunde (IV-act. 448-15 f.; IV-act. 449-16; IV-act. 450-16 ff.; IV-act. 451-

16 ff.). Die Beurteilung erfolgte, soweit geboten, unter Hinweisen auf die massgeblichen Akten (IV-

act. 450-27 ff.; IV-act. 451-9 ff.).  

4.1.2 Der internistische Gutachter stellte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 448-20). Betreffend die vom Beschwerdeführer beklagte Hyperhidrosis verwies er auf den Bericht 

der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des 
Kantonsspitals St. Gallen vom 20. Juli 2023. Dort waren umfangreiche Abklärungen durchgeführt 

worden, welche die Hyperhidrose aus endokroinologischer Sicht nicht konklusiv erklären konnten. Es 

wurde neben einer möglichen somatischen Ursache eine grosse psychosomatische Komponente 

angenommen, wofür auch spreche, dass das Schwitzen nach dem Konsum von Cannabis sistiere (IV-

act. 411). Was das vom Beschwerdeführer beschriebene Schwitzen und die beeinträchtigte 

Regulierung der Körpertemperatur (vgl. IV-act. 386-5; IV-act. 490-3) anbelangt, liessen sich diese nicht 

ausreichend objektivieren: sämtliche Messungen der Körpertemperatur lagen im Normbereich (vgl. IV-

act. 110-10, IV-act. 126-31; IV-act. 221-3; IV-act. 281-56; IV-act. 386-5 und IV-act. 449-17). Dass der 

internistische Gutachter keine in sein Fachgebiet fallenden die Arbeitsfähigkeit einschränkenden 

Gesundheitsschaden fand, erscheint demnach nachvollziehbar. 

4.1.3 Der rheumatologische Sachverständige hielt die ACR-Klassifikationskriterien eines 
Fibromyalgiesyndroms für erfüllt (IV-act. 451/21). Aufgrund der körperlichen und serologischen 

Untersuchung sowie anamnestisch ergaben sich keine Hinweise für eine entzündlich-rheumatologische 

Systemerkrankung (IV-act. 451/18), was auch im Einklang mit den Beurteilungen der Behandler steht.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

12/21 

4.1.4 Der kardiologische Gutachter diagnostizierte unter anderem aktenanamnestisch einen Status 
nach dekompensierter Herzinsuffizienz, aktuell kardiopulmonal kompensiert, sowie eine hypertensive 

Herzerkrankung ohne Angaben einer Herzinsuffizienz. Beide Diagnosen hielt er für die Arbeitsfähigkeit 

nicht einschränkend (IV-act. 449-21). Der auf eine Herzinsuffizienz hinweisende NT-pro BNP-Wert lag 

deutlich unter dem Referenzwert (vgl. IV-act. 449-18), während er anlässlich der Begutachtung im Jahr 
2021 noch darüber lag und dazu führte, dass damals eine formal dekompensierte Herzinsuffizienz mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angenommen wurde (IV-act. 281-57 f.). Der hypertensiven 

Herzerkrankung wurde bereits damals keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben (IV-

act. 281-58). Insoweit erscheint auch das kardiologische Verlaufsgutachten schlüssig.  

4.1.5 Der psychiatrische Gutachter bestätigte die Diagnose einer komplexen posttraumatischen 
Belastungsstörung als Symptomatik mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 450-26). Als ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob er eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: 

F45.1) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.40; IV-

act. 450-26 f.). Betreffend die PTBS bzw. kPTBS verwies er darauf, dass sich das 

Vermeidungsverhalten auf Menschen verschoben habe. Es bestehe darüber hinaus eine affektive 

Dysregulation mit situativ instabilem Affekt und fehlender Affektkontrolle, ein vermindertes 

Selbstwertgefühl mit der Überzeugung, versagt zu haben und Schwierigkeiten in der 

Beziehungsregulation mit Gefühl der Distanz, fehlendem Näheempfinden und konsekutiver Flucht in 
die Isolation. Überdies sei die Diagnose in den Akten mehrfach nachvollziehbar hergeleitet. Für eine 

dissoziative Störung seien die allgemeinen Diagnosekriterien, nicht aber die anderweitigen Kriterien 

gemäss ICD-10 erfüllt. Die in der Eigenanamnese festgestellten Ich-Störungen seien im Rahmen der 

kPTBS zu betrachten. Eine Persönlichkeitsstörung oder eine Persönlichkeitsstörung nach 

Extrembelastung liege gemäss den von ihm erhobenen Befunden nicht vor. Auch der psychiatrische 

Vorgutachter im Jahr 2021 habe keine Änderung der Persönlichkeit festgestellt und auch die Behandler 

stellten lediglich eine Verdachtsdiagnose (act. 233, 237, 244). In der aktuellen Untersuchung habe der 

Beschwerdeführer ebenfalls von spezifischen Schmerzen an verschiedenen Lokalisationen berichtet, 

jedoch mehrheitlich Müdigkeit und Erschöpfung betont. Die Symptomatik habe sich damit von einer 

vormals anhaltenden Schmerzstörung in Richtung einer undifferenzierten Somatisierungsstörung 

entwickelt. Beide Diagnosen würden in der Regel keine andauernde Arbeitsunfähigkeit begründen. Eine 

depressive Episode sei letztmals in den Arztberichten vom 1. Juli 2022 und vom 7. März 2023 

festgehalten worden. Anlässlich der Untersuchung vom 27. Juli 2023 und in der aktuellen Untersuchung 

hätten entsprechende Befunde nicht mehr erhoben werden können (IV-act. 450-26 ff.). Hierzu ist 
einschränkend festzuhalten, dass die vom Gutachter genannte testpsychologische Untersuchung 

lediglich die Persönlichkeit und die kPTBS umfasste (vgl. IV-act. 406-7 ff. und IV-act. 406-1 ff.). Indes 

beschrieb der Gutachter die Stimmung als euthym; der Affekt sei regelrecht, ohne Hinweise auf 

Affektstarre oder Affektarmut. Der Beschwerdeführer schildere eine innere Leere, Schuldgefühle und 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

13/21 

ein Gefühl der Wertlosigkeit. Antrieb und Interesse seien regelrecht, es bestünden Schlafstörungen und 

ein ausgeprägter sozialer Rückzug (IV-act. 450-17 f.). Die behandelnde Psychiaterin hatte im 

Arztbericht vom 7. März 2023 noch eine schwere depressive Episode diagnostiziert, basierend auf der 

Konsultation vom 6. Februar 2023 (IV-act. 380). Die psychiatrische Begutachtung fand am 31. Januar 

2024, mithin ziemlich genau ein Jahr später, statt (IV-act. 450-1). Aufgrund des Zeitablaufs vermag die 
diagnostische Einordnung der Behandlerin diejenige des Gutachters für den Zeitpunkt der 

Begutachtung nicht mehr zu entkräften. Insoweit erscheint auch das psychiatrische Teilgutachten 

hinsichtlich der Diagnostik nachvollziehbar.  

4.2 Der Beschwerdeführer bemängelt, der psychiatrische Gutachter bejahe zwar das Vorliegen einer 
kPTBS mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Dennoch anerkenne er in angepasster Tätigkeit 

lediglich eine Reduktion der Leistungsfähigkeit von 15 %, welche er mit einer durch die somatoforme 

Störung bedingten Einschränkung der Durchhaltefähigkeit begründe (vgl. dazu IV-act. 450 33 ff.). Die 

durch die kPTBS verursachte Einschränkung bleibe somit unberücksichtigt. Dem ist insofern zu folgen, 

als sich rein gestützt auf die gutachterlichen Angaben zur Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit zum 

kPTBS keine Erklärung zur Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit finden lässt. Jedoch ist der Würdigung 

der Funktions- und Fähigkeitsstörung eine plausible Erklärung zu entnehmen. Der Gutachter schätzte 

den Schweregrad der kPTBS lediglich als leicht- bis mittelgradig ein. Er gab an, dass der 

Beschwerdeführer verschiedene Strategien entwickelt habe und es ihm möglich sei, die 
Einschränkungen zu überwinden. Die Einschätzung der Fähigkeiten und Funktionen würden höchstens 

mässige Einschränkungen ergeben (IV-act. 450-31). Insofern ist es naheliegend, dass aufgrund des 

kPTBS lediglich eine qualitative, aber keine quantitative Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit 

resultiert. Auch bei den mithilfe des Mini-ICF-APP erhobenen Einschränkungen stehen die Müdigkeit 

und die Schmerzen im Vordergrund, welche nicht im Zusammenhang mit der kPTBS stehen.  

4.3 Weiter vertritt der Beschwerdeführer die Ansicht, dass diverse Indikatoren gegeben seien, welche 
für eine invalidisierende Wirkung sprechen würden. So bestehe ein mehrjähriger, chronifizierter 

Krankheitsverlauf, ein sozialer Rückzug und er sei beispielsweise auch nicht in der Lage, sein 

Hotelzimmer adäquat zu unterhalten. Der psychiatrische Gutachter habe die Indikatoren zu wenig 

gewürdigt. Dies trifft entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht zu. Der Gutachter erhob die 

Ressourcen des Beschwerdeführers und hielt fest, dass diese teils reduziert seien (z. B. soziales 

Umfeld und geordnete Tagesstruktur; act. 450-32). Ihm war auch bekannt, dass die Haushaltsarbeiten 

vernachlässigt würden (IV-act. 450-14) und sich seine sozialen Kontakte auf einen Freund, die Kinder 

und Geschwister reduzierten (IV-act. 450-13). Er führte aus, dass trotz adäquater Therapien und 
Interventionsmassnahmen sich nach wie vor eine residuelle psychiatrische Symptomatik finde. Die 

Prognose sei als ungünstig einzuschätzen, allerdings betonte er dabei vor allem die Problematik von 

IV-fremden psychosozialen Faktoren. Der Gutachter berücksichtigte somit die Gesamtumstände. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

14/21 

Aufgrund der erhobenen Befunde stufte er jedoch den Schweregrad der Einschränkung des 

Beschwerdeführers lediglich als leicht- bis mittelgradig ein und kam so auf eine Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit von 85 %. Der psychiatrische Gutachter hat somit den Indikatoren des 

strukturierten Beweisverfahrens hinreichend Rechnung getragen. Genügt die medizinische 

Einschätzung den Anforderungen des strukturierten Beweisverfahrens und ergibt sich daraus kein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad, kann aus rechtlicher Sicht auf die Durchführung einer 

Indikatorenprüfung verzichtet werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_568/2019 vom 22.11.2019 E. 5.6; 

BGE 143 V 418 E. 7.1 S. 429 und 143 V 409 E. 4.5.3 S. 417). Dies trifft im vorliegenden Fall zu, denn 

die von den medizinischen Fachpersonen attestiere Arbeitsfähigkeit hat keine Invalidität zur Folge. Die 

Indikatorenprüfung kann nämlich nicht dazu dienen, von einzelnen – aus Sicht des Beschwerdeführers 

– nicht gegebenen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit zu schliessen. Diese Überprüfung mittels 

Indikatoren hat vielmehr den Zweck, eine von medizinischen Fachpersonen festgestellte teilweise oder 

volle Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit zu plausibilisieren und mit diesem «Hilfsmittel» für 

medizinische Laien unter Berücksichtigung der Gesamtumstände eine gewisse Objektivität – wie in 

Art. 7 Abs. 2 ATSG gefordert – zu erreichen.  

4.4 Somit erweist sich das Verlaufsgutachten als beweiskräftig und es kann auf die darin attestierte 
Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit von 70 % und in einer angepassten Tätigkeit von 85 % abgestellt 

werden. Diese Einschätzung gilt mindestens ab dem Datum der psychiatrischen Untersuchung vom 
31. Januar 2024, da die Einschränkungen rein im psychiatrischen Bereich begründet sind. Wie bereits 

ausgeführt, hätte der Beschwerdeführer jedoch bei Erfüllung des Wartejahrs bereits ab dem 

1. Dezember 2018 (Art. 29 Abs. 1 IVG) potentiellen Anspruch auf Rentenleistungen. Demnach ist 

nachfolgend auf den retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzugehen.  

5.   

5.1  

5.1.1 Gemäss dem Gutachten der ZIMB vom 3. März 2015 bestanden zu jener Zeit keine Diagnosen 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und damit war der Beschwerdeführer weder in der bisherigen noch 

einer adaptierten Tätigkeit eingeschränkt (IV-act. 170; siehe auch Verfügung vom 1. Juli 2015; IV-

act. 176). Der Beschwerdeführer stand/steht seit April 2019 bei Dr. G.___ in psychiatrischer 

Behandlung (IV-act 237 und 244) und begab sich wiederholt stationär in Behandlung (siehe 

Austrittsberichte der psychiatrischen Klinik C.___ vom 5. Dezember 2018 [IV-act. 225] und 1. April 2019 

[IV-act. 233]). Die Behandelnden stellten einen Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsänderung nach 

Extrembelastung, eine dissoziative Störung, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine 
rezidivierende depressive Störung, wobei die Schwere von leicht bis schwere Episode variierte, und 

eine nichtorganische Schlafstörung fest. Eine psychosomatische Untersuchung in den Kliniken Valens 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

15/21 

vom 5. März 2018 ergab gegenüber der letzten dortigen Abklärung vom 30. April 2012 keine Änderung 

der im Jahr 2012 gestellten Hauptdiagnosen (chronische Schmerzstörung; [IV-act. 126]). Dazumal 

wurde der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht als arbeitsfähig eingestuft, da sich eine 

psychische Symptomatik wie eine namhafte Depression und/oder psychotische Störung nicht 

objektivieren liessen. Jedoch wurde er aus interdisziplinärer Sicht insbesondere aufgrund der 
chronischen Schlafstörung als 100 % arbeitsunfähig eingeschätzt. Beim Untersuch im Jahr 2018 wirkte 

der Beschwerdeführer hingegen erholt (IV-act. 194-3). Im vorliegenden Wiederanmeldungsverfahren 

erfolgte bereits im Januar 2021 eine Begutachtung in der estimed. Dabei wurden mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit eine formal dekompensierte Herzinsuffizienz und eine arterielle Hypertonie 

diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit wurde auf 70 % geschätzt (siehe 

nachfolgend E. 5.1.2). Psychiatrisch wurden die von den Behandlern gestellten Diagnosen anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung und PTBS zwar bestätigt, ihnen wurden aber keine Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben. Dasselbe gilt für die rezidivierende depressive Störung, welche zum 

Untersuchungszeitpunkt als remittiert erachtet wurde (IV-act. 281-16). Im Bericht vom 1. Juli 2022 erhob 

Dr. G.___ nebst den bekannten Diagnosen PTBS, dissoziative Störung, anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, nichtorganische Schlafstörung und Verdacht auf andauernde 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

schwere Episode (IV-act. 353). Eine Rückfrage bei den estimed-Gutachtern ergab, dass im Vergleich 
zum psychiatrischen Gutachten von einer Verschlechterung auszugehen sei, dies aufgrund der aktuell 

relevanten depressiven Symptomatik, und es wurde eine Verlaufsbegutachtung vorgeschlagen 

(Schreiben vom 2. September 2022; IV-act. 363). Die Behandlerin bestätigte in einem weiteren Bericht 

vom 7. März 2023 die bisherige Einschätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers 

(IV-act. 380). 

5.1.2 Zum retrospektiven Verlauf wurde im psychiatrischen Verlaufsgutachten Folgendes ausgeführt: 
Die Einschätzungen in den Gutachten vom 3. März 2015 und vom 23. Januar 2021 seien 

nachvollziehbar. Dazwischen habe keine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Anhand des Berichts der 

behandelnden Psychiaterin vom 1. Juli 2022 sei eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. 

Die aktuell attestierte Arbeitsfähigkeit gelte ab Erstellung des Verlaufsgutachtens (IV-act. 450-33). In 

seiner Stellungnahme vom 16. Mai 2024 ergänzte der RAD, bis zum 30. Juni 2022 könne weiterhin auf 

das Vorgutachten abgestellt werden. Dr. G.___ habe im Bericht vom 1. Juli 2022 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen wie einer adaptierten Tätigkeit attestiert. Im Arztbericht vom 7. März 

2023 werde diese Arbeitsunfähigkeit weiterhin attestiert. Seither würden keine weiteren psychiatrischen 
Arztberichte mehr vorliegen. Vom 7. März 2023 bis zum Verlaufsgutachten vom 10. Mai 2024 sei der 

Verlauf anhand der Akten nicht beurteilbar (IV-act. 453).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

16/21 

5.1.3 Bereits im psychiatrischen Gutachten vom 2015 sowie auch in demjenigen vom 19. Januar 2021 
konnte nicht auf die Einschätzung der Behandler abgestellt werden. Im psychiatrischen Gutachten vom 

19. Januar 2021 (IV-act. 281-121) wurde zum Verlauf festgehalten, der (u.a.) psychiatrische 

Gesundheitszustand sei seit der Begutachtung im Jahr 2015 im Wesentlichen unverändert (IV-act. 281-

158 f.; IV-act. 281-22). Der von den Behandelnden angegebene Schweregrad der rezidivierenden 
depressiven Störung veränderte sich im Zeitverlauf immer wieder. Während in der Klinik Valens im 

Austrittsbericht vom 1. April 2019 die Rede von einer leichten Episode war (IV-act. 233), ging die 

behandelnde Psychiaterin drei Monate später von einer mittelgradigen Episode aus (IV-act. 237-2). 

Dabei beschrieb sie im Befund, dass die Stimmungslage deprimiert sei, der Versicherte ein Morgentief 

habe, der Antrieb und die Psychomotorik allerdings unbeeinträchtigt schienen. Im Verlaufsbericht vom 

November 2019 wurden deutliche depressive Symptome beschrieben (IV-act. 244). Der psychiatrische 

Gutachter konnte im Gutachten vom 23. Januar 2021 keine psychiatrischen Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen und hielt den Beschwerdeführer auch rückwirkend nicht 

für eingeschränkt in seiner Arbeitsfähigkeit. Er merkte an, dass mit der erfolgten psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung eine wesentliche Besserung des depressiven Zustandbilds erreicht 

werden konnte. In den Berichten nach dem Verlaufsgutachten beschrieb Dr. G.___ praktisch dieselben 

Befunde wie im Bericht vom November 2019 (siehe ausführlich psychopathologischer Status: IV-act. 

353-2 und 380-3). Es fehlt allerdings eine Beschreibung eines verschlechterten Zustands seit dem 
Verlaufsgutachten 2021. Ohnehin hält die Behandlerin den Beschwerdeführer seit Beginn der 

Behandlung im April 2019 – unabhängig vom Schweregrad der depressiven Episode – für 100 % 

arbeitsunfähig. Es ist daher nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb der psychiatrische Gutachter 

im Verlaufsgutachten zwischenzeitlich auf die Angaben der Behandlerin abstellt. Im 

Sozialversicherungsrecht massgebend ist der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, 

weshalb eine überzeugende Begründung für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit notwendig ist. 

Eine solche ist den vorliegenden Akten nicht zu entnehmen. Wie der RAD auch zu Recht ausführt, ist 

der Verlauf ab 7. März 2023 bis zum Verlaufsgutachten nicht beurteilbar. Allerdings sollten für diesen 

Zeitraum bei der Behandlerin weitere Einträge in den medizinischen Akten existieren, sofern der 

Beschwerdeführer weiterhin in Behandlung stand.  

5.1.4 Bezüglich des retrospektiven Verlaufs der Arbeitsfähigkeit seit Dezember 2017 sind demnach 
weitere Abklärungen notwendig. Dabei ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer für einen allfällig 

befristeten Rentenanspruch erst das Wartejahr erfüllen müsste. Wie die Beschwerdegegnerin korrekt 

feststellte, würde mangels vor Juli 2022 attestierter Arbeitsunfähigkeit das Wartejahr mit dem Abstellen 
auf den Bericht der Behandlerin beginnen. Damit würde das Wartejahr im Juli 2023 enden. Da allerdings 

der Verlauf der allfälligen Arbeitsunfähigkeit ab März 2023 unklar ist, kann nicht abschliessend beurteilt 

werden, ob das Wartejahr erfüllt ist. Die Beschwerdegegnerin hat die Behandlerin aufzufordern, sich 

zum retrospektiven Verlauf ab Juli 2022 bis Januar 2024 (Untersuchungsdatum psychiatrisches 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

17/21 

Gutachten) zu äussern und die allfällige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der depressiven Episode zu 

begründen (den anderen von der Behandlerin gestellten Diagnosen konnte gemäss den drei Gutachten 

keine massgebliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen werden). Wie sich in der 

Vergangenheit zeigte, schwankten die depressiven Episoden im Schweregrad immer wieder. Somit 

müsste die Behandlerin nachvollziehbar aufzuzeigen, ob über die gesamte Dauer ab Juli 2022 bis 
Januar 2024 gleichmässig ein erheblicher Schweregrad der rezidivierenden depressiven Störung 

bestand und weshalb trotz der Therapie keine Besserung erreicht werden konnte.  

5.2  

5.2.1 Im Rahmen der Begutachtung im Jahr 2021 zog die Gutachterstelle aufgrund der 
Leistungsschwäche und des unklaren Schwitzens eine kardiologische Ursache (beginnende 

Herzinsuffizienz) in Betracht und ordnete eine Begutachtung in diesem Fachgebiet an (IV-act. 273). Der 

Verdacht bestätigte sich, so dass im Gutachten vom 23. Januar 2021 dem Beschwerdeführer aufgrund 

der schwer einstellbaren Bluthochdruckerkrankung und der beginnenden Herzinsuffizienz aus 

internistischer und kardiologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und 

eine 25%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert wurde (IV-act. 281-20 f.; IV-

act. 281-225; IV-act. 281-61). Der Beschwerdeführer hatte gemäss eigenen Angaben die Medikation 

seit zwei Wochen abgesetzt (IV-act. 281-58). Bezüglich der Therapie gab der Gutachter an, dass sich 

erste Erfolge nach vier bis sechs Wochen beurteilen liessen (IV-act. 281-63). Im Konsens führten die 
Gutachter aus, körperlich schwere und auch mittelschwere Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer 

aufgrund seiner Herzerkrankung zumindest momentan in der dekompensierten Situation nicht mehr 

zuzumuten (IV-act. 281-21). Im Verlaufsgutachten wurde aus kardiologischer Sicht dargelegt, der 

Verlauf sei anhand der vorliegenden Unterlagen nur bedingt nachvollziehbar, sodass eine aktuelle 

ausgewiesene Relevanz der Diagnosen spätestens ab dem Zeitpunkt der Beurteilung gelte (IV-

act. 446-25; IV-act. 449-24; IV-act. 450-34). Mit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit wäre unter 

adäquater Therapie der Herzinsuffizienz und des Blutdrucks innerhalb von drei bis sechs Monaten zu 

rechnen (IV-act. 281-21).  

5.2.2 Die Beschwerden, welche zur Diagnose der Herzinsuffizienz führten (Leistungsschwäche und 
Schwitzen) wurden zwar bereits vor der Begutachtung im Jahr 2021 und danach auch weiterhin beklagt, 

als sich der für die Diagnose ausschlaggebende NT-proBNP-Wert (vgl. dazu IV-act. 281-57) wieder 

normalisiert hatte (vgl. IV-act. 449-18). Vor dem Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2021 wurde der 

massgebliche Laborwert nicht dokumentiert bzw. wohl nicht erhoben. In Anbetracht der Aktenlage ist 

somit eine kardiologisch attestierte Arbeitsunfähigkeit erst ab der kardiologischen Untersuchung vom 
17. August 2020 (IV-act. 273) ausgewiesen.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

18/21 

5.2.3 In der Arbeitsfähigkeitsschätzung selbst besteht ein Widerspruch zwischen dem kardiologischen 
Teilgutachten und der Konsenseinschätzung: Der kardiologische Gutachter hielt eine angepasste 

Tätigkeit im zeitlichen Umfang von 4,2 Std. bzw. 50 % für zumutbar und attestierte dabei eine 

Leistungseinschränkung von 50 %, was einer Arbeitsfähigkeit von 25 % entspricht (IV-act. 281-62). 

Dem gegenüber wurde im Konsens für eine Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % festgehalten 
und ausgeführt, leichte körperliche Arbeiten, wechselbelastend, ohne schweres Heben und Tragen und 

ohne potentiell gefährliche Tätigkeiten seien aktuell aufgrund der nicht behandelten Herzinsuffizienz 

nur in einem 70%-Pensum zuzumuten (IV-act. 281-20 f.). Dr. F.___ hielt am 7. Mai 2021 fest, er teile 

die Einschätzung, dass von kardiologischer Seite her nach Verbesserung der medikamentösen 

Behandlung eine 70%ige Arbeitsfähigkeit möglich sein sollte (IV-act. 302, wobei sich dies auf die 

konsensuelle, vom kardiologischen Teilgutachten abweichende Einschätzung für adaptierte Tätigkeiten 

bezieht; vgl. IV-act. 281-20 und IV-act. 281-62). Auch er ging demnach nicht von einer längerfristigen 

rentenrelevanten Arbeitsunfähigkeit aus. Eine fachärztliche kardiologische Behandlung erfolgte nach 

Angabe des Beschwerdeführers nicht (vgl. IV-act. 449-9). Von relevanten kardialen Beschwerden ist 

auch in seinem Arztbericht vom 23. März 2023 (IV-act. 386), der ansonsten einen guten Überblick über 

die gesundheitlichen Probleme im Verlauf der Zeit gibt, nicht mehr die Rede. Es ist deshalb mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine längerfristige relevante 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aufgrund des Herzleidens nicht vorlag. Dies gilt umso 
mehr für eine adaptierte Tätigkeit, da diese mit den beschriebenen Adaptionskriterien (ohne 

Notwendigkeit, unter Stress und in der Höhe zu arbeiten und ohne Tragen von Lasten von über 2kg 

sowie mit regelmässigen Pausen) allfällige Einschränkungen durch das Herzleiden berücksichtigte. 

5.3 Abschliessend ist festzuhalten, dass auf das estimed-Gutachten vom 10. Mai 2024 grundsätzlich 
abgestellt werden kann. Aus kardiologischer Sicht ist von keiner längerdauernden Einschränkung in der 

Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dasselbe gilt bis mindestens im Juli 2022 auch für die Arbeitsfähigkeit 

aus psychiatrischer Sicht. Zu klären bleibt einzig der Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht zwischen Juli 2022 und Januar 2024. Dazu hat die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen bei 

der Behandlerin vorzunehmen (siehe E. 5.1.4) und diese anschliessend zu würdigen. Dafür ist 

entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers kein Gerichtsgutachten notwendig. Ab dem 

Untersuchungsdatum des psychiatrischen Verlaufsgutachtens im Januar 2024 besteht aufgrund der 

somatoformen Störung und des damit einhergehenden verringerten Rendements bei eingeschränkter 

Durchhaltefähigkeit eine 85%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes ab diesem Zeitpunkt ist damit gegenüber dem estimed-Gutachten vom 
23. Januar 2021 ausgewiesen.  

6.   

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

19/21 

6.1 Zu überprüfen bleibt der Einkommensvergleich, wobei dieser grundsätzlich vom 
Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet wird. 

6.2 Der Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers weist seit der ersten IV-
Anmeldung 1997 lediglich temporäre, geringe Einkommen aus. Der Beschwerdeführer verfügt über 

keine berufliche Ausbildung (IV-act. 191-5), weshalb er als Hilfsarbeiter einzustufen ist. Die 
Beschwerdegegnerin stützte sich daher beim Valideneinkommen zu Recht auf den Tabellenlohn für 

Hilfsarbeiter gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BSV). Da der 

Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit ausübt, ist auch beim Invalideneinkommen auf den 

Tabellenlohn abzustellen. Weil die beiden Vergleichseinkommen ausgehend vom gleichen 

Tabellenlohn zu berechnen sind, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der 

Invaliditätsgrad nämlich dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen 

Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021, E. 6.2 mit Hinweisen).  

6.3  

6.3.1 Weder macht der Beschwerdeführer einen Abzug vom Tabellenlohn geltend, noch ist aufgrund 
der Adaptionskriterien oder weiterer Gründe ein solcher Abzug ausgewiesen. Damit entspricht der 

Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit. Bis Juli 2022 ist von einem Invaliditätsgrad von 0 % 

auszugehen. Selbst wenn vorübergehend die kardiologische Einschränkung anerkannt würde, hätte 

lediglich ein Invaliditätsgrad von 30 % bestanden.  

6.3.2 Ab dem Verlaufsgutachten im Januar 2024 (Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung) hat sich 
der Gesundheitszustand verschlechtert und die Arbeitsfähigkeit beträgt in einer adaptierten Tätigkeit 

85 %. Seit 1. Januar 2024 lautet Art. 26bis Abs. 3 IVV folgendermassen: Vom statistisch bestimmten 

Wert der LSE werden 10 % abgezogen. Weitere Abzüge sind nicht zulässig (Abs. 3 Satz 3). Ob nicht 

nur die Regelung von Art. 26bis Abs. 3 IVV in der Fassung vom 3. November 2021 gesetzeswidrig ist 

(siehe BGE 150 V 410) oder auch diejenige in der Fassung vom 18. Oktober 2023 bzw. mit Wirkung ab 

1. Januar 2024 kann offenbleiben. Denn selbst bei Vornahme eines pauschalen Abzugs von 10 % 

betrüge der Invaliditätsgrad lediglich 23,5 %. Wie bereits erwähnt, wäre vorliegend nebst dem 

pauschalen Abzug von 10 % kein weiterer Abzug nach den bisher geltenden 

Rechtsprechungsgrundsätzen zum Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen (siehe E. 6.3.1). Somit 

erreicht der Beschwerdeführer weder bis Juli 2022 noch – unter Vorbehalt der weiteren von der 

Beschwerdegegnerin zu tätigenden Abklärungen – ab Januar 2024 einen rentenbegründenden 

Invaliditätsgrad.  

7.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

20/21 

7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung 
vom 12. September 2024 ist aufzuheben. Die Angelegenheit ist im Sinne der Erwägungen zur weiteren 

Abklärung für den Zeitraum vom Juli 2022 bis Januar 2024 und zur neuen Verfügung über den 

gesamten Zeitraum an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.  

7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

als angemessen. Praxisgemäss ist die Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen 

Beurteilung an die Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 

E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  

7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen 

der beschwerdeführenden Partei zu betrachten ist. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal 

Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote 
eingereicht. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer somit mit Fr. 4'000.-- zu entschädigen.  

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/201 
 

 

21/21 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 12. September 2024 

aufgehoben. Die Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen zur weiteren Abklärung für den Zeitraum 

vom Juli 2022 bis Januar 2024 und zur neuen Verfügung über den gesamten Zeitraum an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 4’000.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2025
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten vom 10. Mai 2024, wonach bis Ende Juni 2022 eine Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von 100 % und ab Januar 2024 eine solche von 85 % bestand. Rückweisung zur weiteren Abklärung des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum Juli 2022 bis Januar 2024 (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2025, IV 2024/201). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetreten 8C_720/2005

		2026-01-28T04:03:14+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen