# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec896d11-84a9-59f5-b836-553ed0554fca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.06.2009 C-1950/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1950-2008_2009-06-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1950/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

N._______,
vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Dirk Wimmer, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung einer Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1950/2008

Sachverhalt:

A.
Am  15.  Januar  2008  beantragte  der  aus  dem  Kosovo  stammende 
S._______  (geboren  1975,  nachfolgend:  Gesuchsteller)  bei  der 
Schweizerischen Vertretung in Pristina ein Visum für einen einmonati-
gen Besuchsaufenthalt bei seinem im Kanton Aargau wohnhaften Bru-
der  N._______  (nachfolgend:  Gastgeber  bzw.  Beschwerdeführer). 
Nach formloser Verweigerung übermittelte die Auslandvertretung das 
Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz. 

B.  
Nachdem  das  Migrationsamt  des  Kantons  Aargau  beim  Gastgeber 
weitere Abklärungen getätigt und an die Vorinstanz weitergleitet hatte, 
wies  diese  das  Gesuch  um  Bewilligung  der  Einreise  mit  Verfügung 
vom 25. Februar 2008 ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass 
keine Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise 
nach dem Besuchsaufenthalt bestehe. 

C.  
Mit Rechtsmitteleingabe vom 25. März 2008 erhob der Gastgeber beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde und beantragt  die Aufhebung 
der vorinstanzlichen Verfügung und die  Erteilung der  Einreisebewilli-
gung für einen einmonatigen Besuchsaufenthalt. Zur Begründung rügt 
er  im Wesentlichen,  die  Vorinstanz sei  zu Unrecht  davon ausgegan-
gen, dass die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt nicht ge-
währleistet wäre. Der Gesuchsteller habe familiäre und berufliche Ver-
pflichtungen in seinem Heimatland. 

D.  
In ihrer  Vernehmlassung vom 28. April  2008 schliesst die Vorinstanz 
auf Abweisung der Beschwerde. 

E.  
Mit Replik vom 3. Juni 2008 hält der Beschwerdeführer vollumfänglich 
an seinem Begehren fest. 

F.  
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wur-
den. Darunter  fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweige-
rung  der  Einreisebewilligung,  welche  vom Bundesverwaltungsgericht 
endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-

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dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Mit Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 wurde die Umsetzung 
der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die 
Assoziierung  an  Schengen  und  an  Dublin  (SR 362)  genehmigt.  Die 
entsprechenden  Assoziierungsabkommen  (darunter  das  Abkommen 
vom 26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft 
über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) 
sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008  definitiv  in Kraft 
getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden 
im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die  VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten (Schengen-)Recht fortgeführt werden. 

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-

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che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle ei-
nes nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederausrei-
se Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im natio-
nalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüberge-
henden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklä-
rung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet. 

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

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6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Als kosovarischer Staatsangehöriger (Bundesrepublik Jugo-
slawien [Serbien-Montenegro]) unterliegt der Gesuchsteller damit der 
Visumspflicht. 

7.
7.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Es versteht sich von selbst, dass eine solche Beurteilung aufgrund von 
Prognosen erstellt werden muss und in der Regel gar keine Feststel-
lungen möglich  sind. Entgegen den  Ausführungen  des  Beschwerde-
führers rechtfertigt es sich dabei durchaus, Einreisegesuchen von Bür-
gerinnen und Bürgern  aus Staaten bzw. Regionen mit  politisch oder 
wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen von vornher-
ein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage 
in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich be-
fristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

7.2 Die Sicherheitslage im Kosovo konnte zwar im Verlaufe der letzten 
Jahre  weitgehend  stabilisiert  werden  und  der  Wiederaufbau  von 
Administration  und  Infrastruktur  ist  unter  Beteiligung  internationaler 
Organisationen und Staatengemeinschaften in  Gang gekommen. Ko-
sovo ist  aber noch immer eines der ärmsten Länder Europas mit  ei-
nem  Bruttoinlandsprodukt  pro  Kopf  von  ungefähr  € 1.759  (im  Jahr 
2008). Im Jahr  2007 lag  die  Arbeitslosenquote  bei  43.6%.  Ungefähr 
45% der Bevölkerung leben in Armut; 15% der Kosovaren leben sogar 
in extremer Armut (vgl. <http://      www.worldbank.org      >, Countries > Euro-
pe and Central Asia > Kosovo > Overview > Kosovo Brief – aktualisiert 
im  April  2009,  besucht  im  Juni  2009). Der  Zuwanderungsdruck  aus 
dieser  Region  ist  dementsprechend  hoch,  was  sich auch  in  der 
schweizerischen  Asylstatistik  widerspiegelt.  So  stammten  im  Jahr 
2008 7.8% der Asylsuchenden aus Serbien (inklusive Kosovo). Diese 

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http://www.worldbank.org/
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Region steht damit in der Statistik der Asylgesuche nach Nationen an 
vierter Stelle (vgl. kommentierte BFM-Asylstatistik 2008, S. 9). 

8.
8.1 In Anbetracht der schwierigen Lage im Kosovo und unter Berück-
sichtigung, dass die Bereitschaft, das Heimatland zu verlassen, erfah-
rungsgemäss dort begünstigt wird, wo bereits Verwandte oder Bekann-
te im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das Risiko 
einer nicht fristgerechten Wiederausreise als relativ hoch einschätzte, 
nicht zu beanstanden. 

8.2 Der Beschwerdeführer  bringt  in  diesem Zusammenhang vor,  die 
Berufung auf allgemeine – nicht objektiv überprüfbare – Erfahrungstat-
sachen gehe nicht  an,  da sie Menschen aus ärmeren Ländern oder 
politischen Spannungsgebieten in unzulässiger Weise diskriminiere. 

Diesbezüglich gilt es auszuführen, dass es in der Tat zu schematisch 
und nicht haltbar wäre, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte, 
ausschliesslich aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland auf 
eine  nicht  hinreichend  gesicherte  Wiederausreise  zu  schliessen.  Im 
Rahmen einer Gesamtwürdigung können jedoch aus der allgemeinen 
Lage im Herkunftsland und der Zuwanderungssituation Anhaltspunkte 
zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise gewonnen werden. 
Dem Beschwerdeführer  ist  aber  insofern  zuzustimmen,  als  dass  bei 
der Risikoanalyse nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrun-
gen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfal-
les  zu  berücksichtigen  sind. Obliegt  einem Gesuchsteller  oder  einer 
Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufli-
che, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Um-
stand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose  Wiederausreise 
begünstigen. 

Allerdings kann es – entgegen der Meinung des Beschwerdeführers – 
nicht  Sache der  verfügenden Behörde  sein,  nachzuweisen,  weshalb 
die Gewähr für die Wiederausreise des Gesuchstellers nicht bestehen 
soll. Zwar gilt für die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 
im  Verwaltungsverfahren  grundsätzlich  die  Untersuchungsmaxime. 
Diese wird jedoch relativiert durch die Mitwirkungspflicht der Parteien 
(vgl. Art. 13 VwVG), welche namentlich insoweit greift, als eine Partei 
das Verfahren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder darin eige-
ne Rechte geltend macht. Die Mitwirkungspflicht gilt vorab gerade für 

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solche Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden 
und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht  oder nicht  mit  ver-
nünftigem Aufwand erheben können. Im vorliegenden Zusammenhang 
trifft  das  insbesondere  auf  die  vom  Beschwerdeführer  angerufenen 
Umstände – namentlich persönlicher Art – in der Heimat des Gesuch-
stellers zu; solche Tatsachen lassen sich erfahrungsgemäss von den 
schweizerischen  Behörden,  wenn  überhaupt,  nur  mit  erhöhtem  Auf-
wand abklären (BGE 124 II 361 E. 2b S. 365, vgl. auch BGE 128 II 139 
E. 2b S. 142 f.). Dass der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausrei-
se grosse Bedeutung zukommt, liegt bei einem Einreisevisum zu Be-
suchszwecken in der Natur der Sache und muss nicht speziell hervor-
gehoben werden. Bei der Beurteilung von Einreisegesuchen steht der 
entscheidenden Behörde denn auch ein grosser Ermessensspielraum 
zu.  Der  Gesuchsteller  hatte  somit  allen  Anlass,  seine  Verhältnisse 
möglichst vollständig offenzulegen und nach Möglichkeit auszuweisen. 

9.
9.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 34-jährigen, unver-
heirateten  und  kinderlosen  Mann.  In  wirtschaftlicher  Hinsicht  macht 
der Beschwerdeführer geltend, der Gesuchsteller arbeite als Verkäufer 
an einer Tankstelle und stehe in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. 
Seine Arbeit ermögliche ihm die Erzielung eines vernünftigen Einkom-
mens (vgl. Beschwerde vom 25. März 2008,  S.3). Zum Beleg seiner 
Aussage wurde eine Bestätigung des Arbeitsgebers des Gesuchstel-
lers zu den Akten gereicht, welche gleichzeitig die Erlaubnis für eine 
einmonatige Ferienabsenz beinhaltet. Obwohl der Gesuchsteller somit 
– im Gegensatz zu vieler seiner Landsleute – in einem festen Anstel-
lungsverhältnis steht, kann trotzdem nicht auf eine Situation geschlos-
sen werden, welche ihn nachhaltig von einer allfälligen Emigration ab-
halten könnte. Selbst der dem Arbeitsvertrag vom 9. November 2007 
zu entnehmende Monatslohn von  € 300 (in  der  deutschen  Überset-
zung wird der Monatslohn mit  € 3'000 beziffert), bietet keine Gewähr 
für eine anstandslose Rückreise, zeigt doch die Erfahrung, dass auf-
grund des grossen Lohngefälles zwischen der  Schweiz  und Staaten 
wie dem Kosovo, auch ein für einheimische Verhältnisse gutes Salär 
nicht  nachhaltig  davon  abhalten  kann,  das  Heimatland dauerhaft  zu 
verlassen. 

9.2 Über die familiäre Situation des Gesuchstellers ist bekannt, dass 
zwei seiner Brüder, seine Mutter und seine Lebenspartnerin im Kosovo 
leben. Drei weitere Brüder wohnen in der Schweiz. Zwar wird in Bezug 

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auf  familiäre Verpflichtungen geltend gemacht,  der  Gesuchsteller  sei 
für die Betreuung und Versorgung seiner Mutter zuständig, nähere An-
gaben  über  Art  und  Umfang  der  Unterhaltspflicht  fehlen  hingegen. 
Auch bleibt unklar, wie sich die allfällige Betreuung der Mutter mit der 
arbeitsbedingten Abwesenheit  des Gesuchstellers vertragen soll. Bei 
einer Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche ist kaum davon auszuge-
hen, die Mutter wäre auf eine engmaschige Betreuung durch ihn ange-
wiesen. Insofern  kann  nicht  als  erstellt  betrachtet  werden,  dem Ge-
suchsteller  oblägen  in  seinem Heimatland  zwingende  familiäre  oder 
persönliche Verpflichtungen, die ihn ernsthaft von einer Emigration ab-
zuhalten  vermöchten.  Der  Emigrationsentscheid  des  Gesuchstellers 
kann sogar eher noch durch den Umstand bestärkt werden, seine zu-
rückbleibende Mutter aus dem Ausland zu unterstützen. 

Der Gesuchsteller  soll  zudem eine Liegenschaft  im Kosovo besitzen 
(vgl. Beschwerde vom 25. März 2008, S. 5). Diesbezüglich hat es der 
Beschwerdeführer  jedoch unterlassen,  einen  Grundbuchauszug oder 
sonstigen Beleg einzureichen, welche das geltend gemachte Eigentum 
und dessen Wert dokumentieren. 

9.3 Schliesslich  weist  der  Beschwerdeführer  noch  darauf  hin,  dass 
sich der Gesuchsteller bereits im Jahr 2003 bei einem seiner Brüder in 
der  Schweiz  aufgehalten  habe  und  nach  seinem  Besuchsaufenthalt 
anstandslos wieder ausgereist sei. Dem ist jedoch – aktenkundig be-
legt – nicht so: Ist  doch dem Strafbefehl vom 7. März 2005 des Be- 
zirksamts Baden zu entnehmen, dass der Gesuchsteller im Jahr 2003 
zweimal – im Februar sowie Ende August/Anfang September – illegal 
in die Schweiz eingereist ist und während insgesamt fünf Monaten ei-
ner unerlaubten Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. In der Folge wur-
de der Gesuchsteller zu einer Gefängnisstrafe von 21 Tagen verurteilt 
und am 30. Oktober 2003 nach Pristina ausgeschafft. Damit kann von 
einer anstandslosen Ausreise im Jahr 2003 keine Rede sein. Vor die-
sem Hintergrund muss auch das Risiko eines erneuten fremdenpolizei-
lich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens als hoch eingeschätzt wer-
den. 

Der  Beschwerdeführer  macht  im  Zusammenhang  mit  dem  illegalen 
Aufenthalt  des  Gesuchstellers  in  der  Schweiz  im  Jahr  2003  zudem 
replikweise eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. So führt 
er  aus, sein Anspruch auf  rechtliches Gehör sei  verletzt  worden,  da 
die Vorinstanz den Vorwurf des mehrfachen illegalen Aufenthalts des 

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Gesuchstellers bei seinen Brüdern in der Schweiz nicht bereits in ihrer 
Verfügung vorgebracht habe. Diesem Vorbringen kann hingegen nicht 
gefolgt werden. Trifft nämlich die Vorinstanz im Rahmen der Abfassung 
ihrer Vernehmlassung weitere Abklärungen (namentlich um auf die in 
der Beschwerde neu vorgebrachten Argumente einzugehen) und teilt 
diese der Beschwerdeinstanz mit, so ist dies ein zulässiges Vorgehen, 
wenn das rechtliche Gehör zu diesen neuen Vorbringen durch die Be-
schwerdeinstanz gewährt wird (vgl. zum Ganzen: SEILER, in Waldmann/
Weissenberger,  Praxiskommentar  VwVG,  Art.  54  N  11).  Dies  ist  in 
casu geschehen, wurde doch dem Beschwerdeführer ein Doppel der 
Vernehmlassung der Vorinstanz  – in welcher diese zu den beschwer-
deweise  getätigten  Ausführungen  Stellung  nahm  –  zugesandt.  Eine 
Replik erfolgte mit Schreiben vom 3. Juni 2008. 

10.
10.1 Nach dem bisher Gesagten durfte die Vorinstanz daher zu Recht 
davon ausgehen, die Wiederausreise des Eingeladenen  sei im Sinne 
der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. 

10.2 An dieser  Risikoeinschätzung kann auch die vom Beschwerde-
führer unterzeichnete Unterhaltsgarantie nichts ändern. Die Integrität 
des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird nicht 
in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer 
nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und 
Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Ver-
halten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, 
hinreichend Gewähr für  eine fristgerechte  und anstandslose Wieder-
ausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle 
Risiken Garantie  leisten,  nicht  aber  –  mangels  rechtlicher  und  fakti-
scher  Durchsetzbarkeit  –  für  ein  bestimmtes  Verhalten  des  Gastes 
(vgl.  anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-6950/2007 vom 7. November 2008 E. 8). 

11.
Aus den obgenannten Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-
gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

12.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen  (Art.  1,  Art.  2  und  Art.  3 

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Bst. b  des  Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Aargau

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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