# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 761343eb-3b17-5ed0-91f9-02ec3e5f1a0f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.08.2025 SK 2024 424
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-424_2025-08-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 24 424+425

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. August 2025

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin),
Oberrichter Sarbach, Oberrichterin Gutmann
Gerichtsschreiberin Hurter

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

C.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher Dr. D.________

Beschuldigte/Berufungsführerin 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Anstiftung zur Urkundenfälschung, Urkundenfälschung, unrecht-
mässiger Bezug von Leistungen der Sozialhilfe (Beschuldigter 1)

Urkundenfälschung, unrechtmässiger Bezug von Leistungen der 
Sozialhilfe (Beschuldigte 2)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 11. März 2024 (PEN 22 347-350)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 11. März 2024 erkannte das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzel-
gericht; nachfolgend Vorinstanz) betreffend den Beschuldigten und Berufungsfüh-
rer 1 A.________ (nachfolgend Beschuldigter 1) sowie die Beschuldigte und Beru-
fungsführerin 2 C.________ (nachfolgend Beschuldigte 2) was folgt (pag. 1245 ff.; 
Hervorhebungen im Original):

A. A.________

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung des Betrugs, angeblich begangen in der Zeit vom 1. April 2016 bis zum 30. Sep-
tember 2016 in I.________ (Ortschaft),

unter Auferlegung eines Viertels der anteilsmässigen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 1'021.55 
(Gebühren) und CHF 73.00 (Auslagen), insgesamt ausmachend CHF 1'094.55 an den Kanton Bern 
(vgl. zum Ganzen Bst. E. des Dispositivs). Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich 
die Gebühr um CHF 87.50.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Anstiftung zur Urkundenfälschung, begangen in der Zeit zwischen dem 1. Februar 2016 
und dem 3. März 2016 in J.________ (Ortschaft);

2. der Urkundenfälschung, begangen am 3. März 2016 in I.________;

3. des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe, begangen in der Zeit vom 1. Ok-
tober 2016 bis am 31. August 2019 in I.________;

und in Anwendung von

- Art. 24 Abs. 1, 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 66a Abs. 1 Bst. e, 148a Abs. 1 und 
251 Ziff. 1 StGB sowie

- Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu CHF 40.00, ausmachend total CHF 5'600.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Landesverweisung von fünf Jahren.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

3. Zu drei Viertel der anteilsmässigen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 3'064.70 (Gebühren) 
und CHF 218.95 (Auslagen), insgesamt ausmachend CHF 3'283.65 (vgl. zum Ganzen Bst. E 

3

des Dispositivs). Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um 
CHF 262.50.

III.

1. Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 15'793.40.

Leistungen ab 01.01.2018 (nicht MWST-pflichtig)
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 3.50 200.00 CHF 700.00
CHF 5.30

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 705.30
Auslagen

Leistungen ab 01.01.2018 (MWST-pflichtig)
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 51.00 200.00 CHF 10’200.00
CHF 497.10

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 10’697.10 CHF 823.70
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 11’520.80

Auslagen MWST-pflichtig

Leistungen ab 01.01.2024
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 16.00 200.00 CHF 3’200.00
Reisezuschlag CHF 100.00
Mehrwertsteuer 8.1% auf CHF 3’300.00 CHF 267.30
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3’567.30

2. A.________ hat dem Kanton Bern drei Viertel der ausgerichteten amtlichen Entschädigung, aus-
machend CHF 11'845.05, zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

B. C.________

I.

C.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der Anstiftung zur Urkundenfälschung, angeblich begangen in der Zeit 
vom 1. Februar 2016 bis am 3. März 2016 in J.________;

2. von der Anschuldigung des Betrugs, angeblich begangen in der Zeit vom 1. April 2016 bis zum 
30. September 2016 in I.________;

unter Auferlegung der hälftigen, anteilsmässigen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2'043.10 (Ge-
bühren) und CHF 145.95 (Auslagen), insgesamt ausmachend CHF 2'189.05 an den Kanton Bern 
(vgl. zum Ganzen Bst. E. des Dispositivs). Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich 
die Gebühr um CHF 175.00.

II.

C.________ wird schuldig erklärt:

1. der Urkundenfälschung, begangen am 3. März 2016 in I.________;

2. des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe, begangen in der Zeit vom 1. Ok-
tober 2016 bis am 31. August 2019 in I.________;

4

und in Anwendung von

- Art. 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 66a Abs. 1 Bst. e, 148a Abs. 1 und 251 Ziff. 1 
StGB sowie

- Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 115 Tagessätzen zu CHF 40.00, ausmachend total CHF 4'600.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Landesverweisung von fünf Jahren.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

3. Zu den hälftigen, anteilsmässigen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2'043.10 (Gebühren) 
und CHF 145.95 (Auslagen), insgesamt ausmachend CHF 2'189.05 (vgl. zum Ganzen Bst. E 
des Dispositivs). Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um 
CHF 175.00.

III.

1. Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt D.________ für die amtliche Verteidigung von 
C.________ mit CHF 14'507.30.

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 38.00 200.00 CHF 7’600.00
CHF 435.00

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 8’035.00 CHF 618.70
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 8’653.70

Auslagen MWST-pflichtig

Leistungen ab 01.01.2024
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 27.00 200.00 CHF 5’400.00
CHF 15.00

Mehrwertsteuer 8.1% auf CHF 5’415.00 CHF 438.60
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 5’853.60

Auslagen MWST-pflichtig

2. C.________ hat dem Kanton Bern einen Zweitel der ausgerichteten amtlichen Entschädigung, 
ausmachend CHF 7'253.65, zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

C. […]

D. […]

E. WEITERE VERFÜGUNGEN

I.

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist.

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II.

Die Verfahrenskosten setzen sich wie folgt zusammen:

Gebühren:

Kosten des Vorverfahrens CHF 7’175.00
Kosten des Hauptverfahrens (inkl. CHF 1'000.00  für die schriftl. Begründung) CHF 4’500.00
Total CHF 11’675.00

Auslagen:

Auslagen der Staatsanwaltschaft CHF 834.00
Total CHF 834.00

Total Verfahrenskosten CHF 12’509.00

Der Verteilschlüssel wird wie folgt festgelegt:

- A.________: 35 %
- C.________: 35 %
- […]
- […]

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte 1, amtlich verteidigt durch Rechts-
anwalt B.________, sowie die Beschuldigte 2, amtlich verteidigt durch Fürsprecher 
D.________, mit Eingaben vom 13. März 2024 bzw. 14. März 2024 fristgerecht Be-
rufung an (pag. 1260 und 1262). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 
24. September 2024 (pag. 1274 ff.) und wurde den Parteien gleichentags mit Verfü-
gung zugestellt (pag. 1349 f.).

Seitens des Beschuldigten 1 wurde am 16. Oktober 2024 und seitens der Beschul-
digten 2 am 15. Oktober 2024 form- und fristgerecht die Berufungserklärung einge-
reicht (pag. 1367 f. und 1370 ff.). Mit Schreiben vom 4. November 2024 verzichtete 
die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern auf die Teilnahme am oberinstanz-
lichen Verfahren (pag. 1377 f.).

Mit Vorladung vom 10. Februar 2025 wurden die Beschuldigten und deren Rechts-
vertreter sowie E.________ als Zeugin vorgeladen. Gleichzeitig wurde die Zusam-
mensetzung der Kammer mitgeteilt (pag. 1389 ff.). Am 11. August 2025 wurden die 
Parteien über die geänderte Kammerzusammensetzung informiert (pag. 1599 f.). 
Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 20. und 21. August 2025 
statt (pag. 1625 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden von Amtes wegen aktuelle 
Betreibungsregisterauszüge, datierend vom 30. Juli 2025 (pag. 1586 f. und 1588 f.), 
aktuelle Strafregisterauszüge, datierend vom 8. August 2025 (pag. 1594 und 1595), 
sowie aktuelle Leumundsberichte samt Berichten über die wirtschaftlichen Verhält-
nisse, datierend vom 18. August 2025 (pag. 1691 ff. und 1700 ff.), über die Beschul-

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digten eingeholt. Weiter wurden hinsichtlich der Prüfung der strafrechtlichen Landes-
verweisung ergänzende Berichte der Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpo-
lizei (EMF) der Stadt Bern, datierend vom 31. Juli 2025 (pag. 1590), und des Staats-
sekretariats für Migration (SEM), datierend vom 27. Juni 2025 (pag. 1489 ff. und 
1501 ff.), eingeholt. Ebenfalls wurden die Akten BM ________ betreffend den Be-
schuldigten 1 ediert (vgl. pag. 1581 f.).

An der oberinstanzlichen Verhandlung reichten Rechtsanwalt B.________ namens 
des Beschuldigten 1 diverse E-Mails von F.________ (pag. 1661 ff.) sowie einen 
E-Mail-Verkehr mit AE.________ von der Sozialhilfe I.________ (pag. 1670 f.) und 
Fürsprecher D.________ namens der Beschuldigten 2 eine Medikamentenliste 
(pag. 1672 f.) ein. Diese Unterlagen wurden von der Kammer zu den Akten erkannt 
(pag. 1628, 1659). Zudem wurde E.________ als Zeugin befragt (pag. 1629 ff.). 
Auch die Beschuldigten wurden nochmals zur Person und zur Sache befragt 
(pag. 1639 ff. und 1653 ff.).

4. Oberinstanzliche Anträge der Beschuldigten

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten 1 anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung was folgt (pag. 1674; Hervorhebungen im Original):

I.

Die Berufung sei gutzuheissen.

II.

A.________ sei freizusprechen von den Vorwürfen:

- der Anstiftung zur Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB, 
angeblich begangen im Zeitraum 01.02.2016 - 03.03.2016 in J.________ (Ziff. A.II.1 des Urteils-
dispositivs);

- der Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, angeblich begangen am 03.03.2016 
in I.________ (Ziff. A.II.2 des Urteilsdispositivs);

- des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe nach Art. 148a Abs. 1 StGB im 
Deliktsbetrag von CHF 23'976.55, angeblich begangen im Zeitraum vom 01.10.2016 - 31.08.2019 
in I.________ (Ziff. A.II.3 des Urteilsdispositivs);

unter Auferlegung der Untersuchungs- und der erstinstanzlichen Verfahrenskosten sowie der 
Verfahrenskosten im Berufungsverfahren an den Kanton Bern (Art. 423 Abs. 1 StPO);

sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung der entsprechenden erstinstanzlichen sowie der im 
Berufungsverfahren entstandenen Parteikosten gemäss einzureichender Honorarnote (Art. 429 Abs. 1 
lit. a StPO).

III.

Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gestützt auf die eingereichte Kostennote gerichtlich fest-
zulegen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).

IV.

Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen von Amtes wegen zu treffen.

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Fürsprecher D.________ bestätigte für die Beschuldigte 2 anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung die im Rahmen der Berufungserklärung vom 15. Oktober 
2024 gestellten Anträge wie folgt (pag. 1367 und 1660; Hervorhebungen im Origi-
nal):

1. C.________ sei vollumfänglich freizusprechen;

unter Auferlegung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern;

unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten für das Vor- und Hauptver-
fahren gemäss bereits eingereichter Honorarnote und für das Berufungsverfahren gemäss noch 
einzureichender Honorarnote.

2. Allfällige Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]).

Die Berufung des Beschuldigten 1 ist beschränkt. Sie richtet sich gegen die Schuld-
sprüche wegen Anstiftung zur Urkundenfälschung, Urkundenfälschung und unrecht-
mässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe gemäss Ziff. A.II.1.-3., die Strafzu-
messung gemäss Ziff. A.II.1., die Landesverweisung und die Ausschreibung der Lan-
desverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informati-
onssystem gemäss Ziff. A.II.2., die Auferlegung von drei Viertel der anteilsmässigen 
Verfahrenskosten gemäss Ziff. A.II.3. und die Verpflichtung zur Rückzahlung der 
amtlichen Entschädigung gemäss Ziff. A.III.2. sowie den Verteilschlüssel gemäss 
Ziff. E.II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs.

Damit ist Ziff. A.I. (Freispruch von der Anschuldigung des Betrugs) in Rechtskraft 
erwachsen.

Von der Kammer zu überprüfen sind demgegenüber Ziff. A.II.1.-3. (Schuldsprüche 
wegen Anstiftung zur Urkundenfälschung, Urkundenfälschung und unrechtmässigen 
Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe) sowie Ziff. A.II.1.-3. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs (Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 
CHF 40.00, zur Landesverweisung von fünf Jahren und zur Ausschreibung der Lan-
desverweisung [Einreise- und Aufenthaltsverweigerung] im Schengener Informati-
onssystem sowie zur Bezahlung von drei Viertel der anteilsmässigen erstinstanzli-
chen Verfahrenskosten). 

Die Berufung der Beschuldigten 2 ist ebenfalls beschränkt. Sie richtet sich gegen die 
Schuldsprüche wegen Urkundenfälschung und unrechtmässigen Bezugs von Leis-
tungen der Sozialhilfe gemäss Ziff. B.II.1. und 2., die Strafzumessung gemäss 
Ziff. B.II.1., die Landesverweisung und die Ausschreibung der Landesverweisung 
(Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem 
gemäss Ziff. B.II.2., die Auferlegung der hälftigen, anteilsmässigen Verfahrenskosten 
gemäss Ziff. B.II.3. und die Verpflichtung zur Rückzahlung der amtlichen Entschädi-
gung gemäss Ziff. B.III.2. sowie den Verteilschlüssel gemäss Ziff. E.II. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs.

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Damit ist Ziff. B.I. (Freispruch von den Anschuldigungen der Anstiftung zur Urkun-
denfälschung und des Betrugs) in Rechtskraft erwachsen.

Von der Kammer zu überprüfen sind in Bezug auf die Beschuldigte 2 demgegenüber 
Ziff. B.II.1. und 2. (Schuldsprüche wegen Urkundenfälschung und unrechtmässigen 
Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe) sowie Ziff. B.II.1.-3. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs (Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 115 Tagessätzen zu 
CHF 40.00, zur Landesverweisung von fünf Jahren und zur Ausschreibung der Lan-
desverweisung [Einreise- und Aufenthaltsverweigerung] im Schengener Informati-
onssystem sowie zur Bezahlung der hälftigen, anteilsmässigen erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten). 

In Bezug auf beide Beschuldigte neu zu befinden ist über Ziff. E.I. (Beschleunigungs-
gebot), zumal diese Feststellung der Rechtskraft nicht zugänglich ist, sowie über 
Ziff. E.II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Verteilschlüssel). 

Die Kammer verfügt als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächli-
cher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Mangels Anschlussberu-
fung oder eigenständiger Berufung seitens der Generalstaatsanwaltschaft darf das 
erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil der Beschuldigten abgeändert werden; es 
gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario).

Auf die Höhe der amtlichen Entschädigungen der Verteidigungen in erster Instanz 
ist gestützt auf die Berufungen der Beschuldigten, welche sich nur auf die von Amtes 
wegen ohnehin zu überprüfende Rückzahlungspflicht dieser Entschädigungen be-
ziehen (vgl. pag. 1367 und 1370 f.), lediglich zurückzukommen, sofern die 
Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer 
Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_769/2016 vom 11. Ja-
nuar 2017 E. 2.3 und 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2). Darüber hin-
ausgehend unterliegt dieser Punkt aufgrund der fehlenden diesbezüglichen Anfech-
tungen ebenfalls dem Verschlechterungsverbot (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1231/2022 vom 10. März 2023 E. 2.2.5).

II. Formelle Rüge

6. Unverwertbarkeit der Einvernahme der Beschuldigten 2 vom 20. August 2020 
(pag. 457 ff.)

Die Verteidigung brachte vor der Vorinstanz zusammenfassend vor, die Einver-
nahme der Beschuldigten 2 vom 20. August 2020 (pag. 457 ff.) sei unverwertbar, 
zumal sie teilweise nicht in Anwesenheit der Pflichtverteidigung durchgeführt wurde 
(pag. 1186 f.). Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, dass die Aussagen der Be-
schuldigten 2 bis um 11:25 Uhr ohne weiteres verwertbar seien, zumal die Verteidi-
gung erst zu diesem Zeitpunkt die Befragung verliess. Ob die nachfolgenden Aussa-
gen ab pag. 461 Z. 142 ff. verwertbar seien, liess die Vorinstanz offen. Diese würden 
sich im Ergebnis nicht belastend auswirken (S. 5 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 1278 f.).

Vorliegend stellt sich die Frage, ob das Verlassen des Verteidigers während der Ein-
vernahme seiner Klientin Auswirkungen auf die Verwertbarkeit ihrer Aussagen hat.

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Einem absoluten Verwertungsverbot unterliegen Beweismittel, deren Unverwertbar-
keit die Strafprozessordnung ausdrücklich anordnet (Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO). 
Dazu gehören unter anderem Beweisaufnahmen, die ohne die notwendige Verteidi-
gung nach Art. 131 StPO durchgeführt wurden, es sei denn, die nicht verteidigte be-
schuldigte Person verzichte – nach umfassender Aufklärung über ihre Rechte und 
qualifizierter Belehrung – ausdrücklich auf eine Wiederholung der Beweiserhebung 
(Art. 131 Abs. 3 StPO; GLESS, in: Basler Kommentar StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, 
N 48-48a zu Art. 141 StPO). Das Beweisverwertungsverbot ist damit an zwei Bedin-
gungen geknüpft: Einerseits muss zum Zeitpunkt der Beweiserhebung erkennbar ge-
wesen sein, dass ein Fall notwendiger Verteidigung vorlag, und andererseits darf die 
beschuldigte Person nicht auf deren Wiederholung verzichtet haben (RUCKSTUHL, in: 
Basler Kommentar StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 6 zu Art. 131 StPO).

Beide Bedingungen sind nach Ansicht der Kammer erfüllt. So wurde die Beschul-
digte 2 durch Fürsprecher D.________ notwendig verteidigt, da ihr insbesondere 
eine Landesverweisung droht. Es liegt auch kein expliziter Verzicht auf eine Wieder-
holung der Befragung vor. Vielmehr wird im Gegenteil dazu beantragt, diese sei aus 
den Akten zu weisen. Aus dem Protokoll ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschul-
digten 2 die Umstände des Verlassens des Verteidigers bewusst gemacht wurden 
bzw., ob sie nach dem Weggang umfassend über ihre Rechte aufgeklärt wurde. Dem 
Verteidiger selbst wurde offenbar der persönliche Austausch mit seiner Klientin ver-
wehrt, womit ein elementares Verteidigungsrecht beschnitten wurde. Er konnte sie 
somit auch nicht über die Rechtslage aufklären. Von Seiten der Staatsanwaltschaft 
bzw. der Polizei erfolgte ebenfalls keine solche Belehrung, zumindest wurde keine 
solche protokolliert. Es kann damit nicht ernsthaft davon ausgegangen werden, die 
Beschuldigte 2 habe im Wissen um einen Verzicht auf die notwendige Verteidigung 
ihre Aussagen getätigt. Dass der Verteidiger durch das freiwillige Verlassen des Saa-
les die Verletzung von Verteidigungsrechten seiner Klientin in Kauf nahm, kann der 
Beschuldigten 2 nicht zum Nachteil gereichen.

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ändert sich am Beweisverwertungs-
verbot selbst dann nichts, wenn sich die beschuldigte Person nach dem Hinweis auf 
die Bestimmung von Art. 158 Abs. 1 Bst. c StPO mit der Durchführung der Einver-
nahme trotz Abwesenheit eines Verteidigers einverstanden erklärte oder auf den 
Beizug eines Verteidigers verzichtete. Entscheidend ist, dass die beschuldigte Per-
son verteidigt werden musste. Art. 130 StPO statuiert einen Verteidigungszwang und 
eine Fürsorgepflicht des Staates. Die notwendige Verteidigung steht nicht im Belie-
ben der beschuldigten Person. Diese hat sich der notwendigen Verteidigung auch 
gegen ihren Willen zu unterziehen (Urteile des Bundesgerichts 6B_563/2021 vom 
22. Dezember 2022 E. 2.4.4; 6B_178/2017, 6B_191/2017 vom 25. Oktober 2017 
E. 2.7). Auch bei einem Ausschluss der notwendigen Verteidigung wird jeweils von 
einem Verhandlungsabbruch bzw. -unterbruch ausgegangen (FRISCHKNECHT/REUT, 
in: Basler Kommentar StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 6 zu Art. 63 StPO).

Die Folge davon ist, dass die Beschuldigte 2 ab dem Zeitpunkt des Verlassens des 
Saales ihres Anwaltes nicht mehr in genügender Weise verteidigt war. Die Einver-
nahme hätte damit nicht mehr fortgeführt werden dürfen. Die entsprechende Einver-
nahme ist ab diesem Zeitpunkt unverwertbar. Sie ist entsprechend der hiesigen Pra-

10

xis aus den Akten zu entfernen und unter Verschluss zu halten. Die Frage der Ver-
wertbarkeit von Folgebeweisen stellt sich vorliegend nicht, zumal dieser Teil der Ein-
vernahme nicht Grundlage für weitere Einvernahmen bildete bzw. den Befragten nie 
vorgehalten wurde.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkung

Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte 1 als Pastor der Freikirche 
L.________, welche er selbst mitgründete, amtete und auch heute immer noch am-
tet. Er ist das Oberhaupt dieser Freikirche. Die Beschuldigte 2 ist die Ehefrau des 
Beschuldigten 1. G.________ und F.________ waren Mitglieder der Freikirche. 
G.________ trat im Dezember 2018 aus der L.________ aus (pag. 511 Z. 387 f.). 
F.________ tat dies im Jahr 2023 (vgl. pag. 1193 Z. 9 ff.). Zwischen letzterer und 
dem Beschuldigten 1 ist zurzeit ein Strafverfahren hängig. Die Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland stellte dem Beschuldigten 1 am 8. Oktober 2024 in Aussicht, beim 
Regionalgericht Bern-Mittelland wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung, 
eventualiter Ausnützen der Notlage zum Nachteil von F.________ und wegen Dro-
hung (mehrfach), Beschimpfung und Verleumdung zum Nachteil von M.________ 
sowie wegen Drohung (mehrfach) zum Nachteil von N.________ Anklage zu erhe-
ben (pag. 1472 ff.). Gegen den Beschuldigten 1 stehen darüber hinaus im Zusam-
menhang mit seiner Arbeit als Pastor weitere Vorwürfe von sexuellen Übergriffen 
zum Nachteil von (ehemaligen) Mitgliedern der Freikirche im Raum. Es laufen di-
verse Verfahren gegen ihn (vgl. edierte Akten BM ________).

8. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse im 
Besonderen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 6 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1279 f.).

9. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel, die bereits dem erst-
instanzlichen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend wiedergegeben und zusammen-
gefasst; darauf kann integral verwiesen werden (S. 11 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 1284 ff.). Soweit von Relevanz, wird direkt im Rahmen der 
nachfolgenden Beweiswürdigung auf die einzelnen Beweismittel eingegangen. Dies 
gilt auch für die oberinstanzlichen Beweisergänzungen.

10. Vorwürfe der Anstiftung zur Urkundenfälschung und der Urkundenfälschung 
durch Gebrauch einer gefälschten Urkunde (AKS Ziff. I.D.1 und I.D.2)

10.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Den Beschuldigten werden gemäss Anklageschrift vom 12. April 2022 (pag. 905 ff.), 
unter Berücksichtigung der am 27. Februar 2024 erfolgten Präzisierungen 
(pag. 1152 ff.), unter anderem folgende Sachverhalte vorgeworfen:

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- Anstiftung zur Urkundenfälschung (AKS Ziff. I.D.1) von F.________ und/oder 
von G.________, begangen zwischen dem 1. Februar 2016 und dem 3. März 
2016 in J.________, indem die Ehegatten 
________ (A.________ und C.________) F.________ und/oder G.________ 
dazu angeleitet haben, die in Anklageschrift Ziff. I.A.1 aufgeführten Bankaus-
züge der O.________ AG (Bank) zu fälschen, in der Absicht, von der Gemeinde 
I.________ Sozialhilfegelder zu erlangen, auf welche sie – der Höhe nach – kei-
nen Anspruch hatten.

- Urkundenfälschung (AKS Ziff. I.D.2), begangen am 3. März 2016 auf der Ge-
meindeverwaltung in I.________, indem die Ehegatten ________ im Wissen 
darum, dass die fraglichen Bankauszüge als Grundlage für die Bemessung ihres 
Anspruchs auf Sozialhilfe dienen würden, die gefälschten Urkunden bei der Ge-
meinde I.________ mit ihrem Antrag vom 3. März 2016 auf Sozialhilfe einreich-
ten, in der Absicht, die Gemeinde I.________ über den Umfang ihres Anspruchs 
auf Sozialhilfe zu täuschen.

10.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten und erstellt ist, dass die Beschuldigten im angeklagten Zeitraum Sozi-
alhilfe bezogen und beide den Antrag auf Ausrichtung von Sozialhilfe inkl. des For-
mulars «Bestimmungen für den Bezug von Sozialhilfe» unterschrieben haben. Der 
Antrag samt Beilagen wurde vom Beschuldigten 1 dem Sozialdienst eigenhändig 
eingereicht (pag. 417 Z. 535).

Weiter ist unbestritten und erstellt, dass dem Antrag auf Sozialhilfe unter anderem 
auch zwei gefälschte Kontoauszüge der O.________ AG, lautend auf A.________ 
und auf C.________, beigelegt wurden. Sie wiesen tiefere Saldi aus als die Origina-
lauszüge. Der Anspruch auf Sozialhilfe wurde damit zweifelsfrei auf der Grundlage 
eines falschen Kontostandes berechnet, was nicht bestritten wird.

Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland legte 
F.________ ein Geständnis ab und schilderte detailliert, wie und auf wessen Anord-
nung hin sie die Bankbelege verändert habe. Sie gab an, dass der Beschuldigte 1 
von ihr verlangt habe, die Kontoauszüge zu fälschen. Seine Ehefrau sei ebenfalls 
anwesend und im Bild gewesen, habe aber keinen unmittelbaren Einfluss genom-
men.

Gegenüber F.________ erfolgte vor der ersten Instanz ein Schuldspruch wegen Ur-
kundenfälschung (AKS Ziff. I.A.1), begangen zwischen dem 1. Februar 2016 und 
dem 3. März 2016 an der ________ in J.________ (Handlungsort) und auf der Ge-
meindeverwaltung in I.________ (Erfolgsort), indem F.________ Bankauszüge der 
O.________ AG als Grundlage für die von den Ehegatten ________ beantragte So-
zialhilfe gefälscht hat, so dass tiefere Konto-Saldi ausgewiesen wurden, dies in der 
Absicht, den Ehegatten ________ Sozialhilfe zu ermöglichen, auf welche sie keinen 
Anspruch hatten. Mangels Anfechtung ist dieser Schuldspruch in Rechtskraft er-
wachsen. Diese Urkundenfälschung bildet die Haupttat zum vorliegend zu beurtei-
lenden Vorwurf der Anstiftung zur Urkundenfälschung gegenüber dem Beschuldig-
ten 1 (AKS Ziff. I.D.1). Die Täterschaft von F.________ ist damit nicht mehr bestrit-

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ten. Strittig ist nach wie vor, ob F.________ von den Ehegatten ________ dazu an-
gestiftet wurde.

Der Beschuldigte 1 machte diesbezüglich geltend, er habe von nichts gewusst. Die 
Beschuldigte 2 gab zunächst an, dass sie zu einem früheren Zeitpunkt und ohne 
Wissen ihres Ehemannes Geld ab seinem Konto abgehoben habe. Um diese Be-
züge vor ihm zu vertuschen, habe G.________ für sie die entsprechenden Bankaus-
züge gefälscht. Diese seien dann versehentlich dem Antrag auf Sozialhilfe beigelegt 
worden. Dass auch ihre eigenen Bankbelege abgeändert worden seien, will die Be-
schuldigte 2 nicht gewusst haben. Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung re-
vidierte die Beschuldigte 2 ihre Aussagen dahingehend, dass sie zwar die Unterla-
gen beim Sozialdienst I.________ eingereicht, aber nicht gewusst habe, dass diese 
von F.________ gefälscht worden seien.

Die Beschuldigten bestreiten damit, F.________ zur Urkundenfälschung angestiftet 
zu haben und die gefälschten Urkunden bei der Gemeinde I.________ mit Wissen 
und Willen und in Täuschungsabsicht eingereicht zu haben.

10.3 Beweiswürdigung der Kammer

10.3.1 Vorbemerkung

Die Urteilsbegründung der Vorinstanz ist ausführlich und detailliert ausgefallen. Es 
kann vorweggenommen werden, dass sich die Kammer in vielen Punkten den Argu-
menten der Vorinstanz anschliesst und auf die sorgfältig zitierten Aussagen und de-
ren Würdigung verwiesen werden kann (S. 26 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1299 ff.).

Zumal vorwiegend innere Tatsachen bestritten sind, ist der Aussagenwürdigung ein 
erhöhtes Gewicht beizumessen. Die wenigen objektiven Beweismittel werden im 
Rahmen der nachfolgenden Aussagenwürdigung mitberücksichtigt.

10.3.2 Würdigung der Aussagen von G.________ 

Die Aussagen von G.________ spielen in Bezug auf die Frage, inwiefern die Be-
schuldigten an den Urkundenfälschungen beteiligt waren, eine entscheidende Rolle. 

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, gab G.________ in der ersten delegierten 
polizeilichen Befragung bereitwillig Auskunft zu ihrer persönlichen Situation und zur 
Bekanntschaft mit den Ehegatten ________. Fragen zu abgeänderten Kontoauszü-
gen wollte sie nur «unter vier Augen» beantworten und wies darauf hin, dass sie 
Probleme bekommen würde, wenn sie die Wahrheit sagen würde (pag. 516 
Z. 602 ff.). Sie hatte offensichtlich Angst, in Anwesenheit unter anderem des Be-
schuldigten 1 und von F.________ im Einvernahmezimmer, belastende Aussagen 
zu machen. Vor diesem Hintergrund ist ihr damaliges Aussageverhalten grundsätz-
lich nachvollziehbar.

Im Rahmen der zweiten Befragung gab G.________ dann umfassend Auskunft und 
machte dabei auffallend differenzierte Aussagen. Soweit sie Fragen nicht aufgrund 
eigener Beobachtung und damit aus ihrer Sicht nicht ausreichend zuverlässig beant-
worten konnte, äusserte sie sich zurückhaltend. Vorgänge, die ihr aufgrund eigener 
Wahrnehmung zur Kenntnis gelangt sind, beschrieb sie ohne Unsicherheiten und 

13

schilderte die Abläufe mit prägnanten Einzelheiten. So gab sie wiederholt an, dass 
F.________ dem Ehepaar ________ beim Antrag auf Sozialhilfe behilflich gewesen 
sei, und gab weitergehend zu Protokoll, dass F.________ auf Anweisung des Be-
schuldigten 1 auch Dokumente gefälscht habe (so erstmals pag. 544 Z. 230 ff.), wo-
mit sie diesen stark belastete. Sie blieb auch nach Rückfragen bei dieser Darstellung.

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass die Aussagen von G.________ zahlreiche 
Realkriterien aufwiesen. Dem schliesst sich die Kammer an. So konnte sie ihre Be-
obachtungen örtlich und zeitlich eingrenzen. Sie habe damals nicht mehr bei den 
Ehegatten ________ gewohnt, habe aber im Rahmen von Besuchen einiges mitbe-
kommen (pag. 542 Z. 122 ff.). Auf Frage, woher sie wisse, dass F.________ Konto-
auszüge gefälscht habe, erklärte sie, dass sie damals dabei gewesen sei. Sie habe 
gesehen, wie F.________ am Laptop gesessen sei und sich beschwert habe, dass 
sie dies jetzt machen müsse. Dann seien die Dokumente ausgedruckt worden und 
es habe geheissen «ist es ok so» (pag. 546 Z. 320 f.). Zudem gab sie an, dass sie 
erst dazu gekommen sei, als sie schon mittendrin [also bereits am Fälschen] gewe-
sen seien (pag. 545 Z. 247), was als ausgefallenes Detail auffällt. Zudem habe 
F.________ gesagt, dass er dies von ihr verlange und dass dies morgen eingereicht 
werden müsse. Das sei Scheisse und es sei falsch (pag. 545 Z. 247 ff.).

G.________ beschrieb weiter im Detail die auffällige Gemütsverfassung der anwe-
senden Personen: Der Beschuldigte 1 und F.________ hätten gestresst gewirkt, weil 
man wohl zeitnah die Dokumente habe einreichen müssen, wobei 
F.________ es nicht richtig gefunden habe, dass der Kontoauszug umgeschrieben, 
korrigiert oder beschönigt werden sollte (pag. 544 Z. 238 ff.). Zudem gab 
G.________ auch Gesprochenes wieder. So habe sie gehört, wie der Beschuldigte 1 
sich einmal darüber beschwert habe, dass seine Frau durch ihre Arbeit bei der Firma 
P.________ (Arbeitgeber) so viel verdiene, dass dies zu Abzügen bei der Sozialhilfe 
führe (pag. 545 Z. 269 ff.).

Zudem verzichtete sie auf Mutmassungen, räumte Erinnerungslücken ein und belas-
tete die involvierten Personen nicht übermässig. Sie äusserte sich differenziert und 
zog keine eigenen Schlussfolgerungen, z.B. pag. 545 Z. 271 ff.: «Ich habe nur ein-
mal gehört, wonach F.________ die Lohnbescheinigungen von C.________ fäl-
schen sollte. Ob der Kontostand stimmt, kann ich nicht sagen, da ich nie Zahlen 
gesehen habe.»

Sie hielt auch wiederholt und trotz anderslautender Vorhalte fest, dass der Beschul-
digte 1 nach ihrer Wahrnehmung keinen Lohn für seine Arbeit als Pastor bezogen 
habe. So bereits auch in ihrer ersten Einvernahme, als sie auf Frage, ob A.________ 
finanziell entschädigt worden sei, wiederholt antwortete: «Nein, nicht dass ich 
wüsste» (pag. 513 Z. 453 f. sowie pag. 515 Z. 537 f.) bzw. sie glaube, dass er gratis 
gearbeitet habe (pag. 515 Z. 573 ff.) und sie nichts davon wisse, dass er Lohn erhal-
ten habe (pag. 516 Z. 587 f.). Auch auf Vorhalt der Tabelle «Salary» (Beilage Nr. 10, 
pag. 537) gab sie an, dass ihr diese Tabelle nichts sage (pag. 513 Z. 468 f.). Sie 
wisse nicht, ob der Beschuldigte 1 vom Bargeld, welches er nach Hause genommen 
habe, Geld für sich beansprucht habe (pag. 514 Z. 490 ff.). Wäre es G.________ 
tatsächlich darum gegangen, den Beschuldigten 1 zu Unrecht zu beschuldigen, hätte 
sie ihm wohl auch unterstellt, sich bei der Kirche finanziell bereichert zu haben. Zu-

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dem nimmt sie auch die Beschuldigte 2 in Schutz, wenn sie sagt, dass es nicht mög-
lich sei, dass sie Dokumente abgeändert habe, dazu sei sie nicht in der Lage 
(pag. 545 Z. 294). Diese Angaben erfolgten, auch wenn es ihr ein Leichtes gewesen 
wäre, die Beschuldigten diesbezüglich zusätzlich zu belasten.

In den Aussagen von G.________ sind denn auch keine Falschbelastungen zu er-
blicken. Diesbezüglich schilderte G.________ detailliert, wie der Beschuldigte 1 sie 
angerufen und gesagt habe, dass sie gegenüber dem Sozialamt lügen solle. So solle 
sie sagen, dass sie nicht bei ihm gewohnt habe, nur übers Wochenende dort gewe-
sen sei, und in Bezug auf das gemeinsame Konto sagen solle, dass es sich um ihr 
Geld handle und nicht um seines. Auch hätte sie Nachweise schicken sollen, sie 
wisse aber nicht mehr genau, was sie hätte schicken sollen (pag. 506 Z. 141 ff.). Vor 
dem Hintergrund, dass gegenüber dem Beschuldigten 1 zu dieser Zeit der Vorwurf 
gemacht wurde, er habe gegenüber dem Sozialamt Gelder verschwiegen und Mit-
bewohnende nicht angegeben, erscheinen diese Angaben von G.________ als 
durchaus naheliegend und einleuchtend. Sie gab auch glaubhaft an, dass sie schon 
verstanden habe, dass irgendetwas laufe, sie aber nicht gewusst habe, was. Sie 
habe ja nichts zu verstecken. Darum habe sie dem Sozialarbeiter gesagt, dass sie 
dort gewohnt habe und habe ihm ihre Situation erklärt (pag. 507 Z. 173 ff.). Diese 
Vorgehensweise erscheint nachvollziehbar und deutet in keinster Weise auf eine 
Falschbeschuldigung hin. In der Folge liess sich G.________ auch auf Druck von 
Seiten des Beschuldigten 1 hin nicht zu Falschaussagen bewegen, was ihre Glaub-
würdigkeit bestärkt.

Die Aussagen von G.________ lassen sich zudem mit weiteren Beweismitteln in 
Übereinstimmung bringen, namentlich mit den Schlussfolgerungen im Berichtsrap-
port Forensik vom 24. Mai 2022 (pag. 921 ff.), welcher bestätigt, dass F.________ 
den Antrag auf Sozialhilfe ausgefüllt habe. Letztlich werden sie auch durch die Schil-
derungen von F.________ anlässlich der Hauptverhandlung vollumfänglich bestätigt 
(pag. 1190 Z. 30 ff.).

Dass G.________ vor der Vorinstanz keine Aussagen mehr machte, ist – entgegen 
den Ausführungen des Verteidigers der Beschuldigten 2 – durchaus nachvollziehbar. 
So stand sie aufgrund der ihr gegenüber geäusserten Vorwürfe unter grossem psy-
chischen Druck, was der beigelegte Therapiebericht bestätigt (pag. 1241) und was 
sie anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung den Tränen nah vorlas 
(pag. 1201 Z. 12 ff.). Zudem hatte sie bereits vorgängig ihre Wahrnehmungen detail-
getreu geschildert, womit sich weitergehende Aussagen erübrigten. Eine Verteidi-
gungsstrategie von Seiten von Rechtsanwalt H.________ – welcher dafür gesorgt 
haben soll, dass G.________ nichts mehr sage, der aber nicht einmal der Verteidiger 
von G.________, sondern vielmehr derjenige von F.________ war – ist für die Kam-
mer in keinster Weise erkennbar.

Auch dem Vorbringen der Verteidigung, wonach es sich um einen grossen Zufall 
gehandelt haben müsste, wenn genau zu der Zeit, als G.________ zu Besuch ge-
wesen sei, die Urkunden gefälscht wurden, ist entgegenzuhalten, dass die Beschul-
digte 2 anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung selbst aussagte, dass es alle 
zwei oder drei Monate zu Urkundenfälschungen gekommen sei (pag. 1657 Z. 15 ff.). 
Zudem ist erstellt, dass G.________ sehr oft bei Familie ________ (A.________ und 

15

C.________) zuhause war. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Urkunden an 
einem Wochenende gefälscht wurden, womit die Anwesenheit von G.________ in 
dieser Zeit alles andere als aussergewöhnlich gewesen sein durfte. 

Das Motiv der Rache für eine Falschbeschuldigung ist ebenfalls von der Hand zu 
weisen. Zwar trat G.________ im Dezember 2018 aus der L.________ aus (pag. 511 
Z. 387 f.) und es stehen offenbar noch Sexualdelikte im Raum, womit ein Motiv für 
eine Falschbelastung nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann. Auch 
spricht der zeitliche Aspekt entgegen der Vorinstanz nicht dagegen, zumal die be-
lastenden Aussagen von G.________ erst nach dem Austritt der Brüder aus der Kir-
che gemacht wurden. Allerdings ist für die Kammer nicht erstellt, dass die Brüder 
auch tatsächlich aus der Kirche ausgeschlossen wurden, zumal G.________ dies 
bestreitet und vorbringt, dass diese freiwillig ausgetreten seien (pag. 549 Z. 461 ff.). 
Insofern erscheint bereits die Grundlage für einen Racheakt zu fehlen. Darüber hin-
aus ist nicht naheliegend, dass G.________ im Nachhinein und aus Rache derart 
detaillierte und realitätsnahe Aussagen erfunden haben könnte, um die Beschuldig-
ten zu Unrecht zu belasten. Wäre dies tatsächlich in ihrem Sinn gewesen, hätte sie 
zudem wohl kaum (nur) eine Teilnahme in Form der Anstiftung zur Urkundenfäl-
schung erfunden, sondern hätte ihnen vielmehr die Täterschaft unterstellt.

Aufgrund des vorinstanzlichen Urteils ist schliesslich erstellt, dass F.________ und 
nicht G.________ die Dokumente gefälscht hat. Aus diesem Grund erachtet die 
Kammer zusammen mit der Vorinstanz auch den Inhalt des undatierten Schreibens 
an die Sozialberatung I.________ (pag. 227 f.), welches angeblich von Q.________ 
stammen soll, als unwahr. Zudem ist der Brief nicht datiert und auch nicht unterzeich-
net. Er könnte von irgendjemandem stammen. Dass Q.________ diesen Brief ge-
schrieben hat, wird von dieser selbst vehement bestritten (pag. 230). Q.________ 
gab in diesem Zusammenhang gegenüber der Gemeinde I.________ an, dass sie 
in Deutschland zur Polizei gehen und eine Strafanzeige einreichen wolle (pag. 230), 
was auf eine Empörung durch die geäusserte Unterstellung zurückgeführt werden 
darf. Entgegen dem Vorbringen des Verteidigers des Beschuldigten 1 ist zudem 
nicht ersichtlich, weshalb diese Aussagen gegenüber der Gemeinde I.________ 
nicht zum subjektiven Beweismittel taugen sollten. Vor dem Hintergrund, dass 
Q.________ an F.________ schrieb, dass ihre Loyalität immer G.________ gehöre, 
ist für die Kammer erstellt, dass Q.________ nicht die Urheberin des undatierten 
Schreibens an die Sozialberatung I.________ ist (pag. 1221). Die tiefe Freundschaft 
von Q.________ und G.________ ergibt sich denn auch aus den Aussagen von 
G.________ und der von der Verteidigung des Beschuldigten 1 eingereichten «His-
tory» (z.B. pag. 570 Z. 85 f.: «Um wen handelt es sich bei «Q.________»? Meine 
Freundin.»; pag. 1665: «[…] Q.________ und G.________ sehr enge Freunde 
sind.»). Wer den Brief tatsächlich geschrieben hat, muss letztlich offenbleiben.

Zusammenfassend sind die Aussagen von G.________ durchwegs als glaubhaft zu 
qualifizieren. Sie sind im Beweisverfahren von vorrangiger Relevanz. 

10.3.3 Würdigung der Aussagen von F.________

F.________ kam anlässlich der Hauptverhandlung vom 4. März 2024 auf ihre bishe-
rigen Aussagen zurück und legte hinsichtlich der ihr zur Last gelegten Abänderungen 

16

von Bankbelegen ein Geständnis ab. Sie schilderte ihre Vorgehensweise und gab 
Auskunft zu den Hintergründen ihrer Handlungen. Sie habe im Auftrag und auf An-
weisung des Beschuldigten 1 gehandelt (z.B. pag. 1191 Z. 44 ff.). F.________ nahm 
auch Stellung zur Rolle der Beschuldigten 2 und gab differenziert Auskunft. Die Be-
schuldigte 2 habe ihr nie direkt Befehle gegeben, sei aber in das Ganze eingebunden 
gewesen und habe von den Fälschungen zum Zwecke der Einreichung der Bankbe-
lege beim Sozialdienst gewusst (pag. 1192 Z. 8 ff., 19 f.).

Die Vorinstanz kam nach einlässlicher Prüfung zum Schluss, dass das Geständnis 
von F.________ glaubhaft sei (S. 28 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1301 f.). Dieser Auffassung schliesst sich die Kammer vollumfänglich an. Das 
Geständnis erfolgte freiwillig und wirkt in sich, aber auch mit Blick auf das sich aus 
den übrigen Beweismitteln ergebende Gesamtbild, stimmig. F.________ führte 
nachvollziehbar und schlüssig aus, weshalb sie ihre Aussagen änderte, weshalb 
auch keine Aggravation vorliegt: Früher sei sie unter dem Druck der Familie 
________ gestanden. Man habe zu ihr «Mach das», «Mach das richtig», «Du bist zu 
nichts fähig», «Du bist ein Nichtsnutz», «Du kriegst nicht mal das hin» gesagt 
(pag. 1192 Z. 28 ff.) und ihr aufgetragen, was sie an den Einvernahmen auszusagen 
habe (pag. 1193 Z. 8 f.). Erst Ende Juli 2023 habe sie realisiert, dass sie all die Jahre 
manipuliert worden sei, und sei daraufhin nach Deutschland geflohen (pag. 1193 
Z. 9 ff., 24 ff.).

Ihre Aussagen werden denn auch durch die objektiven Beweismittel untermauert. So 
wurden die gefälschten Bankauszüge erstmals auf einem Computer festgestellt, wel-
cher auf F.________ registriert war. Dies wiederum bedeutet, dass die Fälschungen 
durch F.________ selbst oder durch jemanden, der über das dazugehörige Login 
verfügt hat, erstellt worden sein müssen. Zwar verfügte G.________ gemäss den 
Aussagen von F.________ über das entsprechende Login. Dass es jedoch 
G.________ war, welche die Urkunden gefälscht hat, kann mit Verweis auf die Aus-
sagen von F.________ (pag. 1190 Z. 34 sowie pag. 1193 Z. 4 f.) sowie des Beschul-
digten 1 (pag. 1207 Z. 43 ff.) sowie auch mit Blick auf den darauf gestützten und in-
zwischen in Rechtskraft erwachsenen Freispruch von G.________ ausgeschlossen 
werden. F.________ sagte denn auch aus, dass ihr bei den Fälschungen niemand 
behilflich gewesen sei. Mithin kommt nur sie als Haupttäterin in Frage. Sie konnte 
dem erstinstanzlichen Gericht konkrete Fragen zur Vorgehensweise bei der Fäl-
schung der Bankauszüge beantworten. Ihre Aussagen lassen sich sodann auch mit 
den Sicherstellungen auf ihrem Laptop in Einklang bringen. So ist ersichtlich, dass 
die Dokumente kurz vor der Einreichung des Sozialhilfeantrags letztmals bearbeitet 
und gedruckt wurden (pag. 654 ff. und 681 ff.). Auch stimmt ihre Aussage, wonach 
sie den Sozialhilfeantrag ausgefüllt habe, mit der Handschriftenanalyse [pag. 921 ff., 
konkret pag. 926, Ziff. 6, erster Aufzählungspunkt betreffend die erste Seite des So-
zihilfeantrags] überein. Weiter deckt sich das Geständnis auch mit den von Beginn 
weg gleichbleibenden und F.________ belastenden Schilderungen von 
G.________. Zudem bestätigen die anlässlich der Hauptverhandlung beigebrachten 
Chatnachrichten, dass F.________ ihre ursprüngliche Falschanschuldigung ge-
genüber G.________ zutiefst bereut (pag. 1220 ff.).

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Wie bei G.________ überzeugt auch hier die von der Verteidigung vorgebrachte Ra-
chetheorie in Bezug auf F.________ nicht. Hätte sie den Beschuldigten 1 zu Unrecht 
belasten wollen, hätte sie sich – Geständnisrabatt hin oder her – wohl kaum selber 
als Fälscherin belastet, sondern vielmehr ausgesagt, der Beschuldigte 1 habe die 
Dokumente selbst gefälscht. F.________ hat den diesbezüglichen Schuldspruch der 
Urkundenfälschung akzeptiert und dieser ist inzwischen in Rechtskraft erwachsen. 
Auch die von der Verteidigung vorgebrachte Bereicherungstheorie, wonach 
F.________ den Beschuldigten gefälschte Bankauszüge untergejubelt habe, um von 
der ihnen dadurch zu viel ausbezahlten Sozialhilfe zu profitieren, erscheint weit her-
geholt. Ebenso die Theorie, wonach F.________ wütend auf die Beschuldigte 2 ge-
wesen sei und sich an ihr habe rächen wollen, weil sie ihr hinsichtlich des sexuellen 
Missbrauchs durch den Beschuldigten 1 nicht geglaubt habe, entbehrt jeglicher 
Grundlage. Die Kammer hegt keinerlei Zweifel daran, dass F.________ vor der 
Vorinstanz die Wahrheit gesagt hat.

Schliesslich ist festzuhalten, dass den vom Verteidiger des Beschuldigten 1 anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung eingereichten E-Mails vom 19. September 
und 18. Dezember 2019 nichts Wesentliches entnommen werden kann (pag. 1661 f. 
und 1666 f.). Betreffend die der E-Mail vom 20. September 2019 beigelegten 
«History» (pag. 1663 ff.) ist nicht erkennbar, wer diese verfasst hat. Doch auch selbst 
wenn diese von F.________ verfasst worden wäre, wie die Verteidigung vorbringt, 
ist zu bedenken, dass diese aus einer Zeit vor dem Geständnis stammt und somit 
als unwahr betrachtet werden muss. Inwiefern die «Ernste Verwarnung» 
(pag. 1668 f.) etwas mit dem vorliegenden Verfahren zu tun hat und was sich daraus 
ergeben soll, erschliesst sich der Kammer nicht, zumal es sich angeblich um eine 
Belastung vom 6. Oktober 2023 handeln soll. Somit vermögen auch diese oberin-
stanzlich zusätzlich eingereichten objektiven Beweismittel nicht an der Glaubhaftig-
keit des Geständnisses von F.________ zu rütteln.

Nach dem Gesagten sind keine Gründe ersichtlich, welche darauf hindeuten würden, 
dass F.________ die Schuld zu Unrecht auf sich nahm. Insgesamt hält ihr Geständ-
nis, wonach sie die Urkunden im Auftrag und auf Anweisung des Beschuldigten 1 
gefälscht habe, einer Überprüfung auf dessen Glaubhaftigkeit hin stand und es ist 
darauf abzustellen. Demgegenüber erachtet die Kammer die vor dem Geständnis 
gemachten Aussagen anlässlich der delegierten Einvernahme vom 11. Juni 2020 
sowie vom 3. September 2021 als weitestgehend unwahr, weshalb den damaligen 
Falschaussagen keine Beweisrelevanz zukommt. 

10.3.4 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 1

Der Beschuldigte 1 bestätigte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, 
dass G.________ nichts gemacht habe. Sie habe bei ihnen gewohnt und sei dann 
gegangen. Sie habe nichts gemacht und sei auch ehrlich (pag. 1207 Z. 43 ff.). Zumal 
diese Aussagen mit denjenigen von G.________ und F.________ in Übereinstim-
mung zu bringen sind, kann ohne weiteres darauf abgestellt werden. Auffallend da-
bei ist aber, dass beide Beschuldigten bis zum Geständnis von F.________ aussag-
ten, dass G.________ die Urkunden gefälscht und ihnen damit geschadet haben 
soll, was nicht stimmen kann. Nachdem dann aber F.________ das Geständnis ab-
legte, blieb den Beschuldigten wohl nichts anderes mehr übrig, als ihre diesbezügli-

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chen Aussagen an die neuen (erdrückenden) Beweise anzupassen. Diese deutlich 
erkennbare Inkonstanz im Aussageverhalten lässt die Aussagen der Beschuldigten 
von vornherein als unglaubhaft erscheinen.

Was die eigene Beteiligung an der Urkundenfälschung betrifft, präsentiert sich der 
Beschuldigte 1 als unwissend und unbeholfen. Er führte aus, sie seien nicht so intel-
ligent und würden sich in der Computerwelt nicht auskennen (pag. 415 Z. 424). Sie 
hätten weder die Fähigkeit, Bankauszüge zu fälschen, noch hätten sie gewusst, dass 
solche gefälschten Auszüge ihrem Sozialhilfeantrag beigelegt worden seien. Der Be-
schuldigte 1 versuchte damit bemüht, sich jeglicher Verantwortung im Zusammen-
hang mit finanziellen Angelegenheiten, Erledigung von Schreiben, Umgang mit 
Behörden etc. zu entziehen, alles mit dem Hinweis, dass man sich nicht auskenne, 
die Sprache nicht verstehe, nicht lesen und nicht schreiben könne. Insbesondere 
machte der Beschuldigte 1 geltend, dass kein Dolmetscher anwesend gewesen sei, 
um die Texte zu übersetzen. Entsprechend habe man die eingereichten relevanten 
Dokumente unterschrieben, ohne den Inhalt verstanden zu haben. Solche Aussagen 
vermögen nicht zu überzeugen und werden als Schutzbehauptungen angesehen.

Der Beschuldigte 1 äusserte sich bei seinen Ausflüchten denn auch höchst wider-
sprüchlich und passte seine Ausführungen den jeweiligen Fragen und Vorhalten an. 
So führte er beispielsweise aus, dass «sein Kind» alles für ihn erledigt habe. Er wisse 
nicht, was das alles für Formulare gewesen seien, die eingereicht worden seien. Sie 
hätten «die Sachen einfach nur unterschrieben» (pag. 406 Z. 45 f.). Bereits auf die 
nachfolgende Frage bestätigte er dann allerdings, dass er die Dokumente vor der 
Unterzeichnung doch durchgelesen und auch «einigermassen» verstanden habe 
(pag. 406 Z. 48 ff.). Er habe gewusst, dass er es dem Sozialdienst melden müsse, 
wenn sie eine Arbeitsstelle gefunden oder zwischendurch über ein «Einkommen» 
verfügt hätten. Es sei alles auf einem Formular bzw. Blatt gewesen (pag. 407 
Z. 55 ff.). Er habe von den Bestimmungen für den Bezug von Sozialleistungen 
Kenntnis erhalten und sei über seine Rechte und Pflichten in Kenntnis gesetzt wor-
den (pag. 407 Z. 59 ff.). Damit bestätigte der Beschuldigte 1, im Widerspruch zu sei-
nen ersten pauschalen Behauptungen, wonach er die «Sache einfach nur unter-
schrieben» habe, die Bestimmungen zum Bezug von Sozialhilfe gekannt zu haben. 
Auch wenn er später wiederum ausführte, dass er nicht lesen könne (pag. 412 
Z. 308 f.), resp., konfrontiert mit dieser Aussage, dass er «Zahlen» schon lesen 
könne (pag. 421 Z. 720 ff.). Auch diesbezüglich ist eine deutliche Inkonsistenz in den 
Aussagen des Beschuldigten 1 zu erblicken.

Widersprüchlich äusserte sich der Beschuldigte 1 auch anlässlich der Berufungsver-
handlung. So beispielsweise in Bezug auf den Grund, weshalb er, nachdem sein 
Asylgesuch mit Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements 
vom 24. Januar 1986 rechtskräftig abgewiesen und er rechtskräftig aus der Schweiz 
weggewiesen wurde (pag. 1546 ff.), trotzdem weiter in der Schweiz verweilte. Ge-
genüber der Vorinstanz gab er an, dass er ein Studentenvisum gehabt habe 
(pag. 1206 Z. 39 ff.). Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung führte er sodann 
aus, er habe Beschwerde geführt und die Schweiz habe ihm geglaubt, dass die po-
litische Situation in W.________ (Heimatland) nicht in Ordnung sei (pag. 1644 
Z. 21 ff.). Diese Aussage widerspricht sowohl dem Asylentscheid (in welchem die 

19

Angaben des Beschuldigten 1 als deutlich unglaubhaft qualifiziert wurden, 
pag. 1549) als auch seiner früheren Aussage, wonach er wegen des Studentenvi-
sums in der Schweiz habe bleiben dürfen. Weiter verneinte der Beschuldigte 1 
zunächst die Frage, ob sie Unterstützung bekämen, um ihre Krankenkassen zu be-
zahlen (pag. 1641 Z. 8 f.). Auf die Frage, weshalb sie keine Prämienverbilligungen 
erhalten würden, führte er sodann aus, dass sie um CHF 87.00 reduzierte Kranken-
kassenbeträge bezahlen würden. Er glaube, es handle sich dabei um Prämienver-
billigungen (pag. 1648 Z. 1 ff.).

Soweit der Beschuldigte 1 auch Dinge zugab, versuchte er jeweils, seine Situation 
möglichst vorteilhaft darzustellen. So gab er beispielsweise zu, dass G.________ 
vom 1. Dezember 2012 bis 30. November 2018 bei ihnen gewohnt habe, im Mietver-
trag seien sie aber nur zu dritt aufgeführt gewesen, sie habe nicht fix dort gewohnt 
und sei in Deutschland angemeldet gewesen (pag. 408 Z. 107 ff.), was entgegen 
dem Eintrag im Register der Einwohnerkontrolle (pag. 437) und entgegen den Aus-
sagen von G.________ selbst nicht zutrifft. Dass er sodann nichts davon gewusst 
haben will, dass G.________ bei ihnen schriftenpolizeilich angemeldet war (pag. 409 
Z. 150 ff.), erscheint zusätzlich als unglaubhaft, zumal deren Post dort regelmässig 
zugestellt worden sein dürfte. Schliesslich erweist sich auch sein Versuch, sich hinter 
einer Unwissenheit zu verstecken, als unbehilflich. So gab er an, dass sie dem So-
zialdienst zwar melden mussten, wenn sie Einkommen generieren würden, aber 
nicht, wenn sie Besuch erhalten würden (pag. 410 Z. 231 ff.). Zumal G.________ 
offensichtlich mehr als eine Besucherin war und erwiesenermassen dauerhaft beim 
Ehepaar ________ wohnte (siehe hinten E. 11.4.1), geht auch dieser Verteidigungs-
versuch ins Leere.

Das (unglaubhafte) Aussagenmuster des Beschuldigten 1 zeigt sich auch in den 
Aussagen in Bezug auf F.________, wonach auch diese nur bei ihnen angemeldet 
gewesen sei, damit man ihr die Post habe zustellen können (pag. 409 Z. 175). Sie 
habe nie richtig bei ihnen gewohnt, sie sei «draussen» gewesen (pag. 409 Z. 181 f.). 
Entgegen dem Eintrag im Register (pag. 438) und im Widerspruch zu seinen vorher-
gehenden Aussagen sei F.________ in R.________ (Ortschaft) wohnhaft und sei 
auch in dieser Gemeinde angemeldet gewesen (pag. 410 Z. 200 f.). Insgesamt sind 
auch diese Aussagen als unbehilfliche Ausflüchte zu qualifizieren.

Der Beschuldigte 1 sagte auch bezüglich der Zimmersituation nachweislich falsch 
aus (pag. 410 Z. 196 ff.). So sagten sowohl G.________ als auch F.________ über-
einstimmend aus, dass sie sich ein Zimmer geteilt hätten. Auch im ausländerrechtli-
chen Verfahren scheute der Beschuldigte 1 nicht davor zurück, falsche Aussagen zu 
machen. Den beigezogenen Akten des Migrationsdienstes des Kantons Bern (nach-
folgend Migrationsdienst) ist unter anderem zu entnehmen, dass er beispielsweise 
seinen Cousin, S.________, auf Vorhalt eines Fotos nicht erkennen wollte 
(pag. 769/84).

Aus den Aussagen von G.________ geht hervor, dass der Beschuldigte 1 auch ihr 
gegenüber nicht ehrlich war. So habe er ihr beispielsweise gesagt, dass er im Bun-
deshaus arbeite, dass er Kontakte mit Polizisten habe und, dass es einen Code 
gebe, welchen man eingeben könne, und man sehe auch die nicht öffentlichen Pro-
file [von Facebook, Instagram und co.]. Deshalb sehe er alle ihre Profile (pag. 552 

20

Z. 619 ff.). Weiter habe er G.________ erzählt, dass er Ingenieurwissenschaften stu-
diert habe und in der Schweiz im Bundeshaus als Toningenieur gearbeitet habe 
(pag. 541 Z. 54 ff.), was aber ebenfalls in keinster Weise der Wahrheit entsprach.

Schliesslich ist bemerkenswert, dass der Beschuldigte 1, nachdem ihm sämtliche 
hängigen Strafverfahren, in denen es unter anderem auch um Sexualdelikte geht, 
vorgehalten wurden, sich einzig zum Ausweisentzug äusserte (pag. 1643 Z. 13 ff.). 
Zu erwarten gewesen wäre, dass er sich zu den Anschuldigungen der Begehung von 
schweren Sexualdelikten äussert, nicht aber zu einem (demgegenüber eher belan-
glosen) Ausweisentzug. Die im Jahr 2010 erfolgte Verurteilung zu einer unbedingten 
Geldstrafe konnte er sich sodann nicht erklären, da er vorher noch nie zu schnell 
gefahren sei (pag. 1644 Z. 1 ff.), was bei Annahme einer ungünstigen Legalpro-
gnose für die Ausfällung einer unbedingten Strafe ebenfalls nicht der Wahrheit ent-
sprechen dürfte.

Es liessen sich noch zahlreiche weitere Beispiele aufführen, bei welchen der Be-
schuldigte 1 widersprüchliche und unglaubhafte Aussagen getätigt hat. Je nachdem, 
was ihm gerade zugutekommt, ändert er seine Meinung sprunghaft (so bspw. in Be-
zug auf die Anzahl seiner Geschwister, welche von elf über acht zu fünf Geschwister 
variiert, pag. 769/83, pag. 1206 Z. 5 ff. sowie pag. 1691). Zusammenfassend ist dem 
Beschuldigten 1 jedenfalls ein berechnendes, zielgerichtetes und damit höchst un-
glaubhaftes Aussageverhalten zu attestieren. Auf seine Aussagen kann nicht abge-
stellt werden.

10.3.5 Würdigung der Aussagen der Beschuldigten 2

Die Beschuldigte 2 machte ebenfalls geltend, die Dokumente unterzeichnet zu ha-
ben, ohne den Text verstanden zu haben (pag. 460 Z. 78) und übertrug damit die 
Verantwortung für ihr Verhalten den Unterlassungen der Behörden: Wenn es ihr von 
einem Dolmetscher übersetzt worden wäre, hätte sie es verstanden, was aber nicht 
der Fall gewesen sei (pag. 460 Z. 67 f.). In derselben Befragung erwähnte sie aller-
dings relativierend, dass «nicht immer ein Dolmetscher dabei» gewesen sei 
(pag. 460 Z. 56). Ihre Erklärung, dass niemand ihr die Texte übersetzt habe, steht 
auch im Widerspruch zu den glaubhaften Aussagen von F.________, denen zufolge 
sie der Beschuldigten 2 den Text wortwörtlich auf T.________ (Sprache) übersetzt 
habe (pag. 1195 Z. 9 f.).

Auch verstrickte sich die Beschuldigte 2 in zahlreiche Widersprüche. So bezichtigte 
sie – wie auch ihr Ehemann – anlässlich der delegierten Einvernahme vom 20. Au-
gust 2020 noch G.________, ihr bei der Urkundenfälschung geholfen zu haben, um 
Kontobezüge vor ihrem Ehemann zu verheimlichen (pag. 460 f.). Als 
F.________ ein Geständnis ablegte, wonach sie die Urkunden gefälscht habe, än-
derte die Beschuldigte 2 umgehend ihre Aussagen. So habe nun F.________ die 
Bankauszüge eigenmächtig und ohne Wissen der Beschuldigten 2 gefälscht 
(pag. 1656 Z. 29 ff.). Beide Versionen sind – wie bereits beim Beschuldigten 1 aus-
geführt – klarerweise als unglaubhaft und als Schutzbehauptungen zu qualifizieren. 
So hielt bereits die Vorinstanz zur Version der Beschuldigten 2, wonach die Konto-
auszüge auf Vorschlag von G.________ und ohne Wissen ihres Ehemannes, ge-
fälscht worden seien, um Abhebungen ihrerseits zu vertuschen, zutreffend fest, dass 

21

diese von G.________ glaubhaft als unrichtig bezeichnet wurde. Im Übrigen wäre 
es, wenn überhaupt, bei dieser Vertuschungsaktion darum gegangen, den Konto-
stand zu erhöhen, damit der Beschuldigte 1 nichts von früheren Bezügen erfahren 
würde. Diese Version ergibt schlicht keinen Sinn, da vorliegend nicht eine Korrektur 
des Kontostandes nach oben, sondern nach unten zu beurteilen war und auch Kon-
toauszüge der Beschuldigten 2 manipuliert worden sind. Es ist daher offensichtlich, 
dass diese Aussagen darauf abzielten, ihren Ehemann zu schützen. Dass dieses 
Vorbringen denn auch klarerweise als Schutzbehauptung zu qualifizieren ist, ergibt 
sich bereits aus dessen Platzierung im Rahmen der Einvernahme. So gab die Be-
schuldigte 2 zu Beginn und ohne darauf angesprochen worden zu sein bzw. ohne 
vorgängigen Vorhalt zu Protokoll, sie möchte wegen den Lohnabrechnungen etwas 
erklären. Die dargelegte Version erscheint vor diesem Hintergrund als gescheiterter 
Versuch, sich mit Schutzbehauptungen bereits frühzeitig rechtfertigen zu wollen.

Die Beschuldigte 2 passte ihre Ausführungen auch oberinstanzlich den jeweiligen 
Fragen und Vorhalten an. So sagte die Beschuldigte 2 anlässlich der Berufungsver-
handlung aus, sie würde am Nachmittag arbeiten (pag. 1654 Z. 43 f.). Angesprochen 
darauf, dass sie laut ihrer Tochter am Nachmittag jeweils die Kinder hüten würde, 
ergänzte sie, dass sie abends von 18:00 bis 22:00 Uhr arbeiten gehe (pag. 1655 
Z. 6 ff.). Auf die Nachfrage, ob sie demnach am Abend und nicht am Nachmittag 
arbeiten gehe, korrigierte sie, sie gehe am Nachmittag, also von 18:00 bis 20:00 Uhr, 
arbeiten (pag. 1655 Z. 10 ff.). 

Insgesamt erachtet die Kammer auch die Aussagen der Beschuldigten 2 als zielge-
richtet und unglaubhaft. Auf ihre Aussagen kann damit ebenfalls nicht abgestellt wer-
den.

10.3.6 Würdigung der Aussagen der Zeugin E.________

E.________ gab auf die Frage nach dem Verhältnis zu den Beschuldigten an, deren 
Tochter zu sein (pag. 1629 Z. 31). Sie habe bis zu ihrer Einreise in die Schweiz im 
Jahr 1996 und nach ihrem Auszug aus dem Elternhaus im Jahr 2005 kaum Kontakt 
zu ihren Eltern gehabt. Seit 2015 betreue ihre Mutter ihr jüngstes Kind und seit Au-
gust 2023 pflege sie wieder engen Kontakt mit ihrem Vater (pag. 1633 Z. 26 f., 
pag. 1636 Z. 41 ff.).

Auch F.________ kenne sie gut, da diese bei ihren Eltern gewohnt habe (unter an-
derem pag. 1629 Z. 31 f.). Sie sei eifersüchtig auf F.________ gewesen, da diese 
für ihre Eltern wie eine Tochter gewesen sei, und sie habe gewollt, dass F.________ 
aus dem Haus ihrer Eltern auszieht (pag. 1634 Z. 34 f., pag. 1638 Z. 3 ff.). Weshalb 
es genau zum Streit zwischen F.________ und der Zeugin kam und inwiefern die 
Beschuldigten damit zu tun hatten, konnte durch die Kammer nicht abschliessend 
geklärt werden. Offensichtlich ist aber, dass im August 2023 ein Bruch geschah und 
die Zeugin danach offenbar wieder einen engeren Kontakt zum Beschuldigten 1 
pflegte, nachdem dieser vorher kaum vorhanden war. Auch diesbezüglich muss of-
fenbleiben, weshalb die Vater-Tochter-Beziehung vorgängig gestört war.

Zum Aussageverhalten der Zeugin ist festzuhalten, dass diese bei Fragen zum Ver-
hältnis zu ihren Eltern eher ausschweifend und auffallend wohlwollend antwortete 
(so z.B. pag. 1637 Z. 4 ff., pag. 1638 Z. 22 ff.). Bei kritischen Fragen wie beispiels-

22

weise, ob sie sich an die im Jahr 2008 erfolgte Verurteilung wegen Urkundenfäl-
schung und Betrugsversuchs erinnern könne und ob diese etwas mit ihren Eltern zu 
tun habe, zögerte die Zeugin hingegen und konnte sich nicht mehr daran erinnern 
(so z.B. pag. 1636 Z. 1 ff.). Ob vorgängig zur Befragung Druck auf sie ausgeübt 
wurde, verneinte sie zwar ausdrücklich, die Kammer konnte sich einem solchen Ein-
druck jedoch nicht verwehren, zumal sie stets darauf bedacht war, ihre Eltern nicht 
zu belasten. Auch wollte sie sich zunächst nur daran erinnern, F.________ nach 
deren Auszug aus ihrem Elternhaus nach Basel auf den Zug gebracht zu haben 
(pag. 1634 Z. 6 ff.). Erst auf Nachfrage bestätigte sie, dass F.________ auch bei ihr 
zuhause, in ihrem Zimmer, gewesen sei. Dies auch, als ihre Eltern zu Besuch gewe-
sen seien (pag. 1634 Z. 13 ff.). Weshalb sie damals F.________ geholfen habe und 
weshalb die ihr widersprechenden Aussagen von F.________, wonach sie sich bei 
der Zeugin vor deren Eltern versteckt habe (pag. 1193 Z. 40 ff.), nicht stimmen soll-
ten, konnte nicht geklärt werden. Ihre Aussagen erscheinen diesbezüglich als aus-
weichend und beschönigend.

Zudem stimmten die Angaben betreffend die Kinderbetreuung auch nicht mit denje-
nigen der Beschuldigten 2 überein. So führte die Tochter beispielsweise aus, dass 
ihre Mutter jeweils am Nachmittag und ihr Ehemann am Abend und in der Nacht zu 
den Kindern schaue (pag. 1631 Z. 31 f., pag. 1632 Z. 1 f.). Die Beschuldigte 2 sagte 
demgegenüber aus, dass sie am Nachmittag jeweils arbeite. Angesprochen auf den 
Widerspruch ergänzte sie, dass sie jeweils am Nachmittag, also von 18:00 Uhr bis 
20:00 Uhr resp. 22:00 Uhr arbeite, was dann wiederum (angepasst an die Aussagen 
der Zeugin) am Abend wäre und nicht – wie ursprünglich ausgesagt – am Nachmittag 
(pag. 1654 Z. 43 f., pag. 1655 Z. 6 ff.).

Die Zeugin widersprach auch dem Beschuldigten 1, wenn sie ihren Auszug aus dem 
Elternhaus auf das Jahr 2005 festlegte. Dieser gab nämlich im Migrationsverfahren 
an, dass seine Tochter seit dem Jahr 2000 nicht mehr bei ihnen wohne (Schwes-
ternausbildung in AI.________ (Ortschaft), pag. 769/86). Auch lässt sich der Wider-
spruch in den Aussagen des Beschuldigten 1 im Migrationsverfahren aus dem 
Jahr 2022 [recte: 2006, siehe abweichende Datierung am Ende der Befragung, 
pag. 769/88], wonach er seinen Schwiegersohn bisher lediglich auf Fotos gesehen 
habe (pag. 769/83), und den Angaben der Zeugin, wonach ihr Mann ihr Cousin väter-
licherseits sei, sie im Jahr 2004 geheiratet und im Jahr 2005 Hochzeit gefeiert sowie 
ihr Vater ihren Ehemann gekannt habe, nicht aufklären. Dass der Zeugin anlässlich 
der Berufungsverhandlung fälschlicherweise das Datum der Einvernahme vom 11. 
Februar 2022 und nicht vom 16. Februar 2006 vorgehalten wurde, ändert daran 
nichts, zumal die Einvernahme so oder anders erst nach der angeblichen Hochzeit 
der Zeugin mit dem Schwiegersohn verfasst wurde und diesbezüglich somit wider-
sprüchliche Aussagen vorliegen.

Vor dem Hintergrund, dass dem Migrationsdienst gemäss Bericht vom 11. Februar 
2022 weder die Personalien noch der aktuelle Aufenthaltsort einer Tochter des Be-
schuldigten 1 bekannt gewesen waren und die Existenz einer solchen Tochter ledig-
lich anlässlich einer Befragung des Beschuldigten 1 erwähnt wurde (pag. 769/216), 
erscheinen die Angaben zu den familiären Verhältnissen insgesamt als höchst frag-

23

würdig. Für die Beurteilung der vorliegenden Sachverhaltsfragen kann dies jedoch 
offengelassen werden. 

Die Aussagen der Zeugin können vorliegend insgesamt nicht zur Wahrheitsfindung 
beitragen. Zu den Tatvorwürfen gegen die Beschuldigten konnte sie keinerlei Anga-
ben machen, zumal sie zum Tatzeitpunkt denn auch kaum Kontakt zu den Beschul-
digten hatte und nicht vor Ort anwesend war.

10.3.7 Zum Wissen und Willen

Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sog. innere Tatsachen und 
ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die festgestellten Tat-
sachen Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gegeben ist. Da sich 
der Sinngehalt des (Eventual-)Vorsatzes nur im Lichte der tatsächlichen Umstände 
erschliessen lässt, besteht eine gewisse Überschneidung von Tat- und Rechtsfragen 
(Urteil des Bundesgerichts 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024 E. 2.3.4 mit Hinwei-
sen). Somit ist im Hinblick auf den im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen-
den Vorsatz festzustellen, was die Beschuldigten bezüglich ihres Verhaltens wuss-
ten und wollten.

Die Initiative zur Urkundenfälschung ging zweifelsfrei vom Beschuldigten 1 aus. So 
sagte G.________ wiederholt und glaubhaft aus, dass F.________ die Dokumente 
auf Anweisung des Beschuldigten 1 gefälscht habe. F.________ habe immer nur 
das gemacht, was der Beschuldigte 1 gesagt habe (pag. 542 Z. 111 ff.). F.________ 
habe sich darüber aufgeregt, da er [der Beschuldigte 1] gewollt habe, dass sie diesen 
Kontoauszug umschreibe, korrigiere, beschönige oder wie auch immer, so dass die-
ser dem Sozialamt abgegeben werden könne (pag. 544 Z. 240 ff.). Auf Frage, was 
genau A.________ F.________ gesagt habe, gab G.________ an, sie habe einfach 
gesagt, dass er dies von ihr verlange und dass dies morgen eingereicht werden 
müsse (pag. 545 Z. 246 ff.). Schliesslich gibt sie auf die konkrete Frage, wer 
F.________ damit beauftragt habe, Kontoauszüge der Ehegatten ________ zu fäl-
schen, an, es sei A.________ gewesen (pag. 546 Z. 311 ff.).

F.________ gab ihrerseits glaubhaft an, «er» habe sie ein bisschen unter Druck ge-
setzt und gesagt: «nein, du machst das jetzt». Er habe begonnen, sie ein bisschen 
zu beschimpfen und sie habe es dann einfach gemacht (pag. 1192 Z. 1 ff.). Auf kon-
krete Frage gab sie sodann an, dass die Anweisung von A.________ gekommen sei 
(pag. 1192 Z. 10).

Demnach geht die Kammer davon aus, dass es der Beschuldigte 1 war, der 
F.________ dazu brachte, die Urkunden zu fälschen, mit dem Zweck, diese danach 
beim Sozialdienst einzureichen, um über den Umfang ihres Anspruchs auf Sozial-
hilfe zu täuschen. Der Beschuldigte 1 unterzeichnete den Sozialhilfeantrag und die 
beigelegten Bestimmungen mit eigenem Namen und reichte diese mit den gefälsch-
ten Bankauszügen ein. Das Argument seines Verteidigers, wonach er nicht die Ori-
ginalauszüge eingereicht hätte, wenn er von den gefälschten Auszügen gewusst 
hätte, überzeugt nicht. Gemäss eigenen Angaben forderte der Beschuldigte 1 die 
Originalauszüge erst bei der O.________ AG an und reichte diese dem Sozialdienst 
I.________ ein, nachdem ihm dieser mitteilte, sie hätten Divergenzen festgestellt 
(pag. 414 Z. 390 ff.). Somit blieb dem Beschuldigten 1 auch gar nichts anderes mehr 

24

übrig, als die Originalauszüge einzureichen. Er hatte nichts mehr zu verlieren. Der 
Beschuldigte 1 handelte damit ohne Zweifel im Wissen darum, dass er gefälschte 
Urkunden herstellen liess, und er wollte diese beim Sozialdienst einreichen, um 
diese zu täuschen und mehr Sozialhilfegelder zu erhalten, als er und seine Frau 
eigentlich zugute hatten.

In Bezug auf die Beschuldigte 2 gab G.________ glaubhaft an, dass diese Kenntnis 
von den gefälschten Kontoauszügen hatte (pag. 547 Z. 365 f.). Auf Nachfrage, wieso 
sie das mit Bestimmtheit sagen könne, gab sie an, weil sie [also die Beschuldigte 2] 
ja auch dabei gewesen sei (pag. 547 Z. 368 f.). F.________ hielt zur Rolle der Be-
schuldigten 2 fest, dass diese gewusst habe, dass sie das gemacht hätten; auch 
wenn sie inhaltlich nichts beizusteuern gehabt habe (pag. 1192 Z. 9). Die Beschul-
digte 2 habe gewusst, dass die Dokumente gefälscht wurden, um sie dem Sozialhil-
feantrag beizulegen (pag. 1192 Z. 20). Beide Beschuldigten hätten sie beeinflusst 
und unter Druck gesetzt. Die Beschuldigte 2 habe ihr zwar keine direkten Befehle 
erteilt, aber sie habe ihren Ehemann darauf hingewiesen, dass man dies noch ma-
chen müsse (pag. 1192 Z. 23 ff.).

Insofern geht die Kammer davon aus, dass die Beschuldigte 2 selbst keine unmittel-
baren Anweisungen zur Urkundenfälschung erteilte. Sie wusste aber, dass 
F.________ für die Ehegatten Bankauszüge fälschte, und wollte dies auch, zumal 
sie explizit darauf hinwies, dass man dies noch machen müsse. Auch wusste sie, 
dass man diese Dokumente der Gemeinde I.________ zusammen mit dem Sozial-
hilfeantrag einreichen werden würde. Sie unterzeichnete den Antrag und die beige-
legten Bestimmungen sodann im eigenen Namen. Ihre Erklärung, wonach ihr Ehe-
mann Sozialleistungen beantragt habe, während sie dank ihres Einkommens von 
CHF 900.00 keine Unterstützung benötigt habe, vermag sie nicht zu entlasten. Die 
Ehegatten führten einen gemeinsamen Haushalt und auch eine gemeinsame Haus-
haltskasse. Sie profitierte ebenfalls von den zu Unrecht erhaltenen Sozialhilfegeldern 
und war Teil des Ganzen. So hat sie denn auch den Antrag auf Sozialhilfeleistungen 
mitunterzeichnet.

Der Argumentation ihres Verteidigers, wonach seiner Klientin die nötige Intelligenz 
fehle, sie überhaupt nicht verstanden habe, worum es gegangen sei, sie namentlich 
gedacht habe, dass es nur um Sozialleistungen für ihren Ehemann gehen würde, 
kann die Kammer in Anlehnung an die Vorinstanz nicht folgen. Sie war, wie 
F.________ und G.________ ausdrücklich bestätigt haben, anwesend, als 
F.________ die Bankdokumente fälschte. Die Herstellung täuschend echt ausse-
hender Bankbelege als mehrstufiges Prozedere nahm eine gewisse Zeit in An-
spruch. Selbstverständlich hat die Beschuldigte 2 dies mitbekommen und ebenso 
klar war ihr, dass die Sozialhilfe den Ehegatten als Familie ausgerichtet werde, sie 
ebenso auf Unterstützung angewiesen war. Wer bei einer Gemeinde um finanzielle 
Unterstützung ersucht und aufgefordert wird, den entsprechenden Antrag auch 
selbst handschriftlich zu unterzeichnen, weiss, dass dieser Antrag nicht allein den 
Ehemann betrifft und weiss auch, dass dem Antrag keine gefälschten Bankbelege 
beigelegt werden sollten. Hierfür braucht es keine höhere Schulbildung oder Intelli-
genz.

25

Auch das Vorbringen des Verteidigers, seine Klientin sei ein «Huscheli» und den 
Machenschaften ihres Ehemannes völlig ausgeliefert gewesen, verfängt nicht. So 
sagte F.________ glaubhaft aus, dass die Beschuldigte 2 ihren Ehemann darauf hin-
gewiesen habe, dass man die Bankauszüge noch fälschen müsse (pag. 1192 
Z. 24 f.). Die Beschuldigte 2 selbst sagte aus, dass sie die Auszüge mit G.________ 
gefälscht habe, um ihre Kontobezüge vor dem Beschuldigten 1 zu verheimlichen 
(pag. 461 Z. 96 ff.); auch wenn sie dies anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung dann wieder revidierte. Weiter hat der Beschuldigte 1 an der oberinstanzlichen 
Verhandlung auf die Frage nach Prämienverbilligungen und Ergänzungsleistungen 
gefragt, ob er diesbezüglich seine Ehefrau fragen dürfe (pag. 1648 Z. 1 ff.), was zu-
mindest darauf hindeutet, dass die Beschuldigte 2 hinsichtlich der finanziellen Ange-
legenheiten der Familie im Bild ist. Insgesamt ist ein gewisses Machtgefälle zwischen 
den Beschuldigten zwar nicht von der Hand zu weisen, dieses erscheint aber nicht 
dermassen gross, dass die Beschuldigte 2 dem Beschuldigten 1 regelrecht ausge-
liefert gewesen wäre, wie die Verteidigung der Kammer glaubhaft machen will.

Die Kammer erachtet es zusammen mit der Vorinstanz als erstellt, dass beide Be-
schuldigten von der Fälschung der Bankdokumente wussten und ein persönliches 
Interesse hatten, die Dokumente bei der Gemeinde einzureichen. Sie wussten, was 
sie taten, und wollten dies auch. Die Täuschung des Sozialdienstes mittels gefälsch-
ter Urkunden war mithin beabsichtigt.

10.4 Beweisergebnis bzw. erstellter Sachverhalt

Nach dem Gesagten erachtet die Kammer sowohl die Aussagen von G.________ 
als auch diejenigen von F.________ anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-
lung als glaubhaft. Demgegenüber kann auf die Aussagen der beiden Beschuldigten 
nicht abgestellt werden und insbesondere deren Vorbringen, von den Fälschungen 
nichts mitbekommen zu haben, nicht gefolgt werden. Die Zeugin konnte sodann 
keine der Wahrheitsfindung dienenden Aussagen machen.

Die Kammer geht im Ergebnis und zusammen mit der Vorinstanz davon aus, dass 
der Beschuldigte 1 F.________ dazu anleitete, die Bankauszüge der 
O.________ AG zu fälschen, in der Absicht, von der Gemeinde I.________ Sozial-
hilfegelder zu erlangen, auf welche sie – der Höhe nach – keinen Anspruch hatten. 

Beide Ehegatten ________ reichten in der Folge im Wissen darum, dass die fragli-
chen Bankauszüge als Grundlage für die Bemessung ihres Anspruchs auf Sozialhilfe 
dienen würden, die gefälschten Urkunden bei der Gemeinde I.________ zusammen 
mit ihrem Antrag vom 3. März 2016 auf Sozialhilfe ein, in der Absicht, die Gemeinde 
I.________ über den Umfang ihres Anspruchs auf Sozialhilfe zu täuschen.

11. Vorwurf des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialhilfe 
(AKS Ziff. I.D.4)

11.1 Vorbemerkung

Die Vorinstanz erklärte die Beschuldigten nicht wegen des ebenfalls angeklagten 
Betrugs, sondern lediglich wegen des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der 
Sozialhilfe im Sinne von Art. 148a Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs 
(StGB; SR 311.0) schuldig. Aufgrund des Verschlechterungsverbots ist es der Kam-

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mer verwehrt, darauf zurückzukommen und einen Schuldspruch wegen Betrugs aus-
zufällen. Eine Prüfung des Sachverhalts in Bezug auf den Betrugsvorwurf hat damit 
zu unterbleiben.

11.2 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Den Beschuldigten wird gemäss Ziff. I.D.4 der Anklageschrift vom 12. April 2022 
(pag. 909 ff.) vorgeworfen, zwischen dem 1. Oktober 2016 (ab Inkrafttreten von 
Art. 148a StGB) und dem 31. August 2019 (letzter Monat mit Sozialhilfeunterstüt-
zung) gegenüber der Gemeinde I.________ wissentlich und willentlich unzutreffende 
Angaben zu ihrem Sozialhilfeantrag gemacht und dadurch Sozialhilfegelder im De-
liktsbetrag von CHF 26'305.20 erlangt zu haben, auf welche sie – der Höhe nach – 
keinen Anspruch hatten.

Die Ehegatten ________ hätten gegenüber der Gemeinde I.________ verschwie-
gen, dass F.________ während der Zeit vom 1. Oktober 2016 bis zum 31. August 
2019 und G.________ während der Zeit vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. November 
2018 zusammen mit ihnen an der ________ in J.________ gewohnt haben. Dadurch 
hätten sie die Gemeinde I.________ über die Haushaltgrösse getäuscht. Bei pflicht-
gemässer Deklaration wäre mit einem Fünfpersonenhaushalt gerechnet worden. Mit 
dem beschriebenen Vorgehen sei ihnen nicht zustehende Sozialhilfe im Betrag von 
CHF 8'125.20 (35 x CHF 266.40 abzüglich 9 x CHF 133.20) ausgerichtet worden.

Zudem hätten sich F.________ und G.________ an den Mietkosten beteiligen müs-
sen. Statt der ausbezahlten Miete von monatlich CHF 1'066.65, wären den Ehegat-
ten ________ monatlich nur CHF 640.00 als Anteil an die Mietkosten vergütet wor-
den. Bei pflichtgemässer Deklaration der Wohnverhältnisse wären folglich um 
CHF 13'012.80 (35 x CHF 426.65 als Differenz zwischen CHF 1'066.85 und 
CHF 640.00, ausmachend CHF 14'932.75, abzüglich 9 x ½ von CHF 426.65, aus-
machend CHF 1'919.95) tiefere Sozialleistungen ausbezahlt worden.

Schliesslich hätten die Ehegatten ________ von der Beschuldigten 2 erzielte Ein-
künfte sowie die Nebenkostenrückerstattung verschwiegen und dadurch bewirkt, 
dass die Gemeinde I.________ ihnen Sozialhilfegelder im Umfang von 
CHF 5'167.20 ausbezahlte, auf welche sie – der Höhe nach – keinen Anspruch hat-
ten.

11.3 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Die den Ehegatten ________ zur Last gelegten unterlassenen Meldungen an die 
Gemeinde I.________ zwecks korrekter Bemessung des Anspruchs auf Sozialhilfe 
(AKS Ziff. I.D.4) sind im äusseren Ablauf grundsätzlich unbestritten: Die Ehegatten 
bezogen im hier noch zu überprüfenden Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis 31. Au-
gust 2019 Sozialhilfe von der Gemeinde I.________. Es ist unstrittig, dass dabei ge-
wisse Einkünfte resp. Zahlungseingänge nicht gemeldet wurden bzw. auf die Einfor-
derung von Mietzinszahlungen bei G.________ und F.________ verzichtet wurde. 
Es ist auch unbestritten, dass G.________ und F.________ bei den Ehegatten 
________ ein Zimmer bewohnten und bei der Gemeinde angemeldet waren. Dies-
bezüglich bestritten ist, in welchem Zeitraum wer und in welchem Umfang dort 
wohnte bzw. ob es sich lediglich um kurze Besuche gehandelt hat, ohne Absicht des 
dauernden Verbleibens (pag. 408 Z. 117 ff., pag. 409 Z. 178 ff.). Die Anklage geht 

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davon aus, dass sie im angeklagten Zeitraum (1. April 2016 bis 31. August 2019) 
ununterbrochen bei den Ehegatten ________ gewohnt hätten, was es vorliegend zu 
prüfen gilt. 

Die Beschuldigten machen diesbezüglich weiter geltend, es sei ihnen nicht bewusst 
gewesen, dass sie die Gemeinde über diese Umstände hätten informieren müssen. 
Sie hätten nie die Absicht gehabt, die Gemeinde I.________ zu schädigen (pag. 410 
Z. 231 ff.). Insofern ist zu klären, ob die Ehegatten ________ die ihnen im Rahmen 
des Vorwurfs des unrechtmässigen Bezugs von Sozialhilfeleistungen zur Last geleg-
ten Tatsachen bewusst verschwiegen haben.

11.4 Beweiswürdigung der Kammer

11.4.1 Zu den Wohnverhältnissen

Die Kammer orientiert sich wie die Vorinstanz zunächst an den Personenstammblät-
tern der Einwohnerkontrolle (pag. 192 f.). Die An- und Abmeldungen von 
G.________ und F.________ bei der Gemeinde bilden ein gewichtiges Indiz für die 
Ermittlung der Aufenthaltsdauer. Es ist notorisch, dass eine Anmeldung in der Regel 
dann erfolgt, wenn man die Absicht hat, dauernd an einem bestimmten Ort zu ver-
weilen. Wer nur sporadisch Besuche absolviert, meldet sich nicht in einer Gemeinde 
an. 

Ad G.________

G.________ war gemäss Auszug der Einwohnerkontrolle vom 1. Dezember 2012 bis 
zum 30. November 2018 bei den Ehegatten ________ angemeldet. Anlässlich ihrer 
ersten Befragung sagte sie aus, sie sei bereits im Jahr 2017 ausgezogen, um in eine 
Wohnung unmittelbar daneben zu ziehen (pag. 504 Z. 68 ff.). Ihre Erklärung, wes-
halb sie diesen Umzug nicht meldete, erscheint nachvollziehbar: Es handelte sich 
um die praktisch gleiche Adresse. 

Die Verantwortlichen der Gemeinde I.________ haben G.________ am 27. August 
2019 für weitere Abklärungen im Vorfeld der Anzeigeerstattung gegen die Ehegatten 
________ telefonisch kontaktiert. Auch gegenüber der Gemeinde gab sie damals 
an, dass sie von 2012 bis Ende 2017 bei der Familie ________ gewohnt habe. Im 
Jahr 2018 sei sie in eine Nachbarwohnung gezogen, was sie nach Rücksprache mit 
der Vermieterin nicht gemeldet habe (pag. 9).

Diese Angaben von G.________ stimmen mit den Aussagen von F.________ an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung überein. Sie gab an, dass 
G.________ anfangs 2018 bereits in der anderen Wohnung, also nicht mehr gemein-
sam mit ihr bei den Ehegatten ________, gelebt habe (pag. 1196 Z. 33 f.). 

Dass G.________ im angeklagten Zeitraum, mithin bereits im Jahr 2016, bei den 
Ehegatten ________ gewohnt hat und eben nicht nur zu Besuch war, wurde im Üb-
rigen auch vom Beschuldigten 1 anlässlich der delegierten polizeilichen Befragung 
vom 2. Juli 2020 bestätigt (pag. 407 Z. 90 f.). 

Die Kammer erachtet es folglich zusammen mit der Vorinstanz als erstellt, dass 
G.________ ab 1. April 2016 und damit im hier noch zu prüfenden Zeitraum vom 
1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2017 bei den Ehegatten ________ wohnte. Da-

28

bei handelte es sich nicht nur um gelegentliche Besuche, sondern um eine feste und 
ununterbrochene Wohnsitznahme. Die zeitweise anderslautenden Aussagen des 
Beschuldigten 1, wonach G.________ lediglich «zu Besuch war», weshalb man sie 
bei der Einreichung des Sozialhilfeantrags nicht erwähnt habe, sind zusammen mit 
der Vorinstanz als reine Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Damit zusammenhän-
gend wird auch auf die Aussagen von G.________ verwiesen, wonach er sie ange-
rufen und aufgefordert habe, dem Sozialdienst zu sagen, dass sie nicht bei ihnen 
gewohnt habe, sondern lediglich an den Wochenenden dort gewesen sei (pag. 506 
Z. 149 ff.). Er hätte keine Veranlassung gehabt, G.________ vorzugeben, welche 
Angaben sie machen sollte, wenn sie tatsächlich nur jeweils besuchsweise anwe-
send gewesen wäre.

Ad F.________

F.________ war gemäss Auszug der Einwohnerkontrolle ab dem 1. Februar 2017 
bis über den Anklagezeitraum hinaus bei den Ehegatten ________ angemeldet. An-
lässlich der polizeilichen Befragung vom 11. Juni 2020 gab sie an, dass sie erst ab 
September 2019, also nach Beendigung der Unterstützung durch die Sozialhilfe, bei 
den Ehegatten ________ gelebt habe (pag. 619 Z. 68). Anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung hat sie ihre früheren Aussagen in verschiedener Hinsicht 
korrigiert, auch bezüglich der Wohnsituation. Sie führte nunmehr aus, dass sie seit 
ihrem Stellenantritt bei U.________ (Arbeitgeber) anfangs November 2016 ununter-
brochen und bis zu ihrem Auszug im Jahr 2023 bei den Ehegatten ________ ge-
wohnt habe. Bis Mitte 2016 sei sie aber nur unregelmässig in K.________ (Ortschaft) 
gewesen. Sie sei vor allem wegen der Gottesdienste an den Wochenenden herge-
reist (pag. 1191 Z. 7 ff.). 

Die Kammer stellt – wie auch schon die Vorinstanz – auf die Aussagen von 
F.________ anlässlich der Hauptverhandlung ab. Sie konnte nachvollziehbar darle-
gen, weshalb sie auf ihre ersten Aussagen zurückgekommen ist. Sie machte detail-
lierte und auch überprüfbare Angaben zu ihrer Wohn- und Arbeitssituation in 
K.________. Diese lassen sich auch mit den übrigen Beweismitteln in Übereinstim-
mung bringen, namentlich werden sie durch die Aussagen von G.________ unter-
mauert. Die Kammer geht folglich davon aus, dass F.________ gestützt auf ihre Aus-
sagen erst vom 1. November 2016 (Stellenantritt bei U.________) an fest und mit 
der Absicht des dauernden Verbleibens bei den Beschuldigten gewohnt hat. Dies tat 
sie bis ins Jahr 2023. Aufgrund des kürzeren angeklagten Deliktszeitraums ist von 
einer Wohnsitznahme bis zum 31. August 2019 auszugehen.

11.4.2 Zu den nicht deklarierten Einkünften von C.________, den unterlassenen Mietzinser-
hebungen und der nicht deklarierten Rückerstattung von Nebenkosten

Die Beschuldigten bestreiten die Höhe der nicht deklarierten Einkünfte sowie die 
Höhe der dadurch zu viel erhaltenen Sozialhilfe grundsätzlich nicht (unter anderem 
pag. 191, pag. 460 Z. 56 ff.).

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass F.________ erst ab November 2016 resp. 
G.________ lediglich bis Ende 2017 meldepflichtig bei den Ehegatten 
________ wohnhaft waren (siehe hiervor E. 11.4.1). Die in der Anklageschrift aufge-
führten Beträge sind entsprechend der effektiven Wohndauer zu kürzen. Dabei stützt 

29

sich die Kammer auf die entsprechenden Berechnungen des Sozialdienstes in Be-
zug auf die zu viel ausbezahlten Beträge (pag. 842 ff. und E-Mail vom 26. Februar 
2024, pag. 1145 f.).

Demnach kann als erstellt gelten, dass im hier massgebenden Tatzeitraum vom 
1. Oktober 2016 bis 31. August 2019 folgende Sozialhilfegelder im Gesamtbetrag 
von CHF 23'976.55 erlangt wurden, auf welche die Beschuldigten der Höhe nach 
keinen Anspruch hatten. Dieser Betrag setzt sich im Einzelnen wie folgt zusammen:

- CHF 7'236.60 aufgrund der Nichtdeklaration des 4- bzw. 5-Personenhaushalts, 
sich zusammensetzend aus

o 21 Monaten 4-Personenhaushalt (Oktober 2016 und Januar 2018 – August 
2019) = CHF 3'507.00 (21 x 167.00) 

o 14 Monaten 5-Personenhaushalt (November 2016 – Dezember 2017) = 
CHF 3'729.60 (14 x 266.40)

- CHF 11'572.75 aufgrund der Nichtbeteiligung von F.________ und G.________ 
an Mietkosten, sich zusammensetzend aus

o 21 Monaten 4-Personenhaushalt (Oktober 2016 und Januar 2018 – August 
2019) = CHF 5'599.65 (21 x 266.65)

o 14 Monaten 5-Personenhaushalt (November 2016 – Dezember 2017) = 
CHF 5'973.10 (14 x 426.65)

- CHF 5'167.20 aufgrund des Verschweigens von Einkünften von C.________ 
und einer Nebenkostenrückerstattung.

11.4.3 Zum Wissen und Willen

Was die subjektive Seite betrifft, schliesst sich die Kammer der Einschätzung der 
Vorinstanz an (S. 35 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1308 ff.):

A.________ und C.________ gaben an, ohne Wissen und Willen gehandelt zu haben. Weder sei ihnen 
bewusst gewesen, dass sie die entsprechenden Sachverhalte hätten melden müssen, noch hätten sie 
je die Absicht gehabt, die Sozialbehörde zu betrügen oder zu schädigen. Die Eheleute beriefen sich, 
wie bereits im Zusammenhang mit den angeklagten Urkundenfälschungen, auf ihre Unbeholfenheit im 
Umgang mit behördlichen Angelegenheiten. Sie könnten nicht lesen, nicht schreiben, sie würden nicht 
oder kaum Deutsch verstehen und vor allem habe man ihnen keinen Dolmetscher zur Seite gestellt, 
der ihnen alles erklärt hätte.

A.________ und C.________ beantragten bei der Gemeinde I.________ Sozialhilfe und mussten hier-
für sowohl den Antrag als auch die «Bestimmungen für den Bezug von Sozialhilfe», worin sie umfas-
send über ihre Pflichten in Kenntnis gesetzt wurden, unterschreiben. Das haben sie gemacht. Sie stan-
den nicht unter Zeitdruck und hatten die Möglichkeit und auch die Pflicht, sich gegebenenfalls vor der 
Unterzeichnung der Dokumente selber um die nötige sprachliche Unterstützung im Freundes- oder Fa-
milienkreis zu kümmern. 

Dem schliesst sich die Kammer an. Hinzu kommt, dass F.________ sodann glaub-
haft ausführte, sie habe sämtliche Fragen des Sozialhilfeantrags, bevor sie diese 
ausgefüllt habe, für die Beschuldigten auf T.________ übersetzt (pag. 1194 Z. 22 f., 
pag. 1195 Z. 9 f.). Der explizit erhobene Vorwurf, dass die Gemeinde I.________ 

30

ihnen keinen Dolmetscher zur Verfügung gestellt habe, vermag sie somit nicht zu 
entlasten.

Weiter hält die Vorinstanz zutreffend Folgendes fest:

Es ist allgemein bekannt, dass die Vergabe finanzieller Unterstützungen durch eine Gemeinde an enge 
Vorgaben geknüpft ist. Entsprechend sind die Antragsteller gehalten, Unterlagen zu ihren finanziellen 
Verhältnissen einzureichen, wahrheitsgemäss ein entsprechendes Formular auszufüllen, und die Rich-
tigkeit ihrer Angaben unterschriftlich zu bestätigen. Die Bedeutung der ganzen Angelegenheit ergibt 
sich damit ohne Weiteres auch für Personen mit bescheidenen Deutschkenntnissen oder Schulbildung. 
Dass die Vergabe von Sozialhilfe streng reglementiert ist, wird den Gesuchstellern auch insofern vor 
Augen geführt, als nicht nur der Sozialhilfeantrag, sondern auch der Erhalt und die Kenntnisnahme der 
«Bestimmungen für den Bezug von Sozialhilfe» durch Unterschrift und damit persönlich quittiert werden 
muss.

Den Ehegatten ________ war damit die Bedeutung des Geschäfts klarerweise bewusst. Ihre Aussagen, 
wonach sie nichts (C.________) oder nicht viel (A.________) verstanden hätten und einfach unter-
schrieben hätten, werden deshalb als Schutzbehauptung qualifiziert. Ihren ausweichenden und wider-
sprüchlichen Aussagen, auf die bereits eingegangen wurde, ist zu entnehmen, dass sie ihre Pflichten 
ohne weiteres kannten und die für die Berechnung der Sozialhilfe relevanten Tatsachen (Haushalts-
grösse, Mietzinsausfällen und Zusatzeinkünfte) gegenüber der Gemeinde bewusst verschwiegen ha-
ben. Dies ergibt sich bereits aus dem Umstand, dass die Ehegatten den Sozialdienst mittels gefälschter 
Kontoauszüge absichtlich täuschen wollten. Es wurden offensichtlich Überlegungen angestellt, mit wel-
chen Vorkehren oder falschen Auskünften eine höhere finanzielle Unterstützung erzielt werden kann. 
Aktenkundig sind zudem abgeänderte Lohnabrechnungen von C.________ (p. 687 ff.). Sie wurden 
letztlich nicht verwendet und daher auch nicht zur Anzeige gebracht, sie zeigen aber auf, dass die 
Vorgaben für den Erhalt von Sozialhilfe bekannt waren und man versucht hat, diese mit Machenschaf-
ten zu umgehen oder einfach nicht zu melden. Es liegen auch glaubhafte Aussagen von F.________ 
und von G.________ vor, wonach Themen wie Wohnsituation und Höhe des Einkommens von 
C.________ thematisiert und diskutiert worden sind. Übereinstimmend schilderten die jungen Frauen 
auch, wie sie von A.________ telefonisch angewiesen worden seien, gegenüber der Gemeine [sic!] 
falsche Aussagen zur Wohnsituation zu machen.

A.________ räumte auf Nachfrage ebenfalls ein, dass er die Dokumente vor der Unterzeichnung durch-
gelesen und auch «einigermassen» verstanden habe (p. 406 Z. 49 ff.), dass er gewusst habe, dass er 
es dem Sozialdienst melden müsse, wenn sie eine Arbeitsstelle gefunden hätten oder zwischendurch 
über ein «Einkommen» verfügt hätten (p. 407 Z. 61 ff.). Dass er vom Zusatzeinkommen seiner Ehefrau 
nicht gewusst haben will, ist als Schutzbehauptung zu qualifizieren, zumal er sich diesbezüglich selber 
widersprochen hat (p. 412 Z. 296 und Z. 314 ff.). 

Diesbezüglich sagten denn auch G.________ und F.________ aus, dass sich der 
Beschuldigte 1 daran gestört habe, dass die Beschuldigte 2 so viel verdiene, da sie 
dann weniger Sozialhilfe erhalten würden (so z.B. pag. 545 Z. 269 ff., pag. 1198 
Z. 2 f.).

Auch C.________ verwickelte sich in Widersprüche. So gab sie an, dass nur ihr Ehemann, nicht aber 
sie selber Sozialhilfe bezogen habe, weshalb sie es nicht als nötig angesehen habe, ihre Zusatzein-
künfte zu melden (p. 460 Z. 56 ff.). Nach dieser Theorie hätte sie allerdings auch das Haupteinkommen 
bei der Firma P.________ AG nicht angeben müssen. Solche Überlegungen machen keinen Sinn und 
zeigen, dass sie über ihre Pflichten bestens Bescheid wusste. Den Aussagen von F.________ ist ins-

31

besondere auch zu entnehmen, dass sie die Bestimmungen wortwörtlich auf T.________ übersetzt 
habe, C.________ somit gewusst hat, dass sie Zusatzeinkünfte melden muss, dies aber trotzdem nicht 
gemacht hat (p. 1197 Z. 32 ff.).

Dem schliesst sich die Kammer an. Hinzu kommt, dass gegen die beiden Beschul-
digten bereits im Jahr 2008 ein Verfahren bei der Kantonspolizei Zürich wegen Ur-
kundenfälschung lief. So wurde gegen diese wegen gefälschten Lohnabrechnungen 
des V.________ (Arbeitgeber) zur Erschleichung einer Bewilligung eines Kreditan-
trages ermittelt (pag. 769/95 ff. und 773/10 ff.). Auch wenn den Akten keine Verfü-
gung zu entnehmen und nicht klar ist, ob und wie das Verfahren einen Abschluss 
gefunden hat, musste den Beschuldigten aufgrund der gegen sie laufenden Unter-
suchungen jedenfalls bekannt gewesen sein, um was es sich beim Tatbestand der 
Urkundenfälschung handelt und dass das Fälschen von Abrechnungen klarerweise 
darunterfällt.

11.5 Beweisergebnis bzw. erstellter Sachverhalt

Im Ergebnis erachtet es die Kammer als erstellt, dass die Beschuldigten die Bestim-
mungen für den Bezug von Sozialhilfe kennen mussten und auch tatsächlich kann-
ten. Sie machten gegenüber der Gemeinde I.________ wissentlich und willentlich 
unzutreffende Angaben über ihre Wohnverhältnisse bzw. über ihr Einkommen und 
haben aufgrund der bewussten Nichtdeklaration des 4- bzw. 5-Personenhaushalts, 
der Nichtbeteiligung von F.________ und G.________ an den Mietkosten sowie des 
Verschweigens von Einkünften der Beschuldigten 2 und einer Nebenkostenrücker-
stattung im hier noch zu beurteilenden Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis 31. August 
2019 Sozialhilfeleistungen in der Höhe von CHF 23'976.55 erlangt, auf welche sie 
keinen Anspruch hatten.

IV. Rechtliche Würdigung

12. Urkundenfälschung i.e.S., Anstiftung und Gebrauch einer gefälschten Urkunde

12.1 Rechtliche Grundlagen

Für die rechtlichen Grundlagen zur Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB 
und zur Anstiftung nach Art. 24 StGB kann vollumfänglich auf die Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1310 f.):

Urkundenfälschung i.e.S.

Wegen Urkundenfälschung wird bestraft, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern 
Rechten zu schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine 
Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen eines andern zur 
Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkun-
det oder beurkunden lässt oder eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht (Art. 251 Ziff. 1 
StGB).

Urkunden sind Schriften, die bestimmt und geeignet sind, oder Zeichen, die bestimmt sind, eine Tatsa-
che von rechtlicher Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Abs. 4 StGB).

32

Anstiftung

Wer jemanden vorsätzlich zu dem von diesem verübten Verbrechen oder Vergehen bestimmt hat, 
macht sich wegen Anstiftung strafbar (Art. 24 StGB).

Als Anstiftung gilt das Hervorrufen des Vorsatzes zu einer bestimmten, rechtswidrigen Tat 
(BGE 144 IV 270). Als Mittel kommt jedes motivierende Tun in Frage, wobei die Überwindung eines 
Widerstandes nicht erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_17/2016 E. 2.4.2; BGE 116 IV 2). 
Zwischen dem motivierenden Verhalten und dem Tatentschluss muss ein Kausal- bzw. Motivationszu-
sammenhang bestehen. Daran fehlt es insbesondere dann, wenn der Angestiftete im Zeitpunkt der 
Anstiftungshandlung bereits zur Tat entschlossen war (omnimodo facturus) (BGE 100 IV 2 E. 4).

Subjektiv ist Vorsatz verlangt, wobei Eventualvorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_993/2017 
vom 20. August 2019 E. 5.2). Der Vorsatz hat sich erstens darauf zu richten, dass der Angestiftete 
einen Tatentschluss fasst, zweitens aber auch darauf, dass dieser Entschluss verwirklicht, dass die 
Haupttat mithin selber vollendet wird (BGE 127 IV 130). Die Teilnahme, so auch die Anstiftung, ist 
akzessorisch, das heisst abhängig von einer Haupttat ausgestaltet (TRECHSEL/PIETH: in, Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, N 24 vor Art. 24).

Mittäterschaft

Ob ein Beteiligter Mittäter ist, entscheidet sich nach der Art seines Tatbeitrages. 
Nach der Rechtsprechung gilt als Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder 
Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgeblicher Weise mit anderen 
Tätern zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Entscheidend ist, ob 
der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falls und dem Tatplan für die 
Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Mittäter-
schaft kann auch durch die tatsächliche Mitwirkung bei der Ausführung begründet 
werden. Konkludentes Handeln genügt. Auch an spontanen, nicht geplanten Aktio-
nen oder unkoordinierten Straftaten ist Mittäterschaft möglich. Es ist nicht erforder-
lich, dass der Tat ein gemeinsamer Tatentschluss oder eine allenfalls stillschwei-
gende Vereinbarung zur Hilfestellung vorausgingen. Es genügt, dass sich der Täter 
später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht. Die Inkaufnahme durch Billigen 
oder Einverständnis im Sinne des Eventualvorsatzes erfasst auch den unerwünsch-
ten, aber um des Handlungsziels Willen hingenommenen Erfolg. In Mittäterschaft 
begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1054/2023 vom 19. Februar 2024 E. 4.1.1 mit Hinweisen).

12.2 In concreto

12.2.1 Ad Urkundenfälschung durch Anstiftung

Betreffend die Anstiftung zur Urkundenfälschung kann ebenfalls auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 39 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 1312 f.):

Die Kontoauszüge weisen Urkundenqualität i.S. des Gesetzes auf. Sie sollten beweisen, dass die Ehe-
gatten, entgegen den tatsächlichen Gegebenheiten, weniger Vermögen gehabt haben sollen. Die Kon-
toauszüge waren bestimmt und auch geeignet, Tatsachen von rechtlicher Bedeutung zu beweisen. Die 
Hintergründe der Manipulationen waren allen involvierten Personen, mithin A.________, C.________ 
und F.________ bekannt. Es herrschte Einigkeit darüber, dass die veränderten Kontoauszüge dem 
Sozialhilfeantrag der Ehegatten ________ beigelegt und damit in den Rechtsverkehr gelangen sollten.

33

Vorliegend interessieren die Tatbestandsvariante des Fälschens im engeren Sinn und des Gebrauchs 
der entsprechenden Urkunde. Es wurde über die Identität des Urhebers getäuscht. Es wurde eine un-
echte Urkunde hergestellt. Unecht ist die Urkunde dann, wenn sich der erkennbare Aussteller die in der 
Urkunde verkörperte Erklärung nicht mehr als die seine zurechnen lassen muss (BOOG, in: Basler Kom-
mentar zum Strafgesetzbuch, N 3 Art. 251). 

Durch die Fälschung der Bankbelege durch F.________ stimmte die tatsächliche Ausstellerin nicht mit 
dem angeblichen Aussteller, nämlich den zuständigen Verantwortlichen der O.________ AG, überein. 
Anlässlich der Hauptverhandlung schilderte F.________ das genaue Tatvorgehen: Sie deckte den Ori-
ginalauszug ab, erstellte das Briefpapier mit dem Logo der O.________ AG, anschliessend wurde im 
Word manuell der Aufbau vorbereitet und der Text wurde darauf gedruckt. Sie hat eine unechte Urkunde 
hergestellt. Entgegen der Ansicht von Rechtsanwalt H.________ war es keine Falschbeurkundung, 
zumal F.________ gar nie berechtigt gewesen war, für die Bank etwas zu verurkunden. 

[…] Damit eine Anstiftung bejaht werden kann, braucht es zumindest eine versuchte rechtswidrige 
Haupttat. Eine solche ist durch die Verurteilung von F.________ wegen Urkundenfälschung gegeben.

Das Beweisverfahren ergab, dass F.________ nicht von sich aus gehandelt hat. A.________ hat den 
Tatentschluss bei ihr wissentlich und willentlich hervorgerufen. Zwischen ihrem Tut [sic!] und seinen 
Anweisungen besteht ein Kausal- und Motivationszusammenhang. Die Hypothese einer Rachetheorie, 
der zufolge F.________ auf eigene Faust Bankbelege gefälscht haben soll, wovon A.________ und 
C.________ nichts gewusst hätten, wurde vom Gericht klar verworfen. Damit zusammenhängend trifft 
auch das Argument von Rechtsanwalt B.________, wonach der Tatentschluss bei F.________ bereits 
vorgelegen habe und gar nicht habe erweckt werden müssen, nicht zu. Das Gegenteil war der Fall. 
A.________ hat einen direkten, psychisch-intellektuellen, motivierenden und kausalen Einfluss auf die 
Bildung ihres Tatentschlusses gehabt. Daran ändert nichts, dass er in der Ausführungsphase mangels 
des nötigen Fachwissens keinen entscheidenden Einfluss mehr ausübte. 

A.________ hat vorsätzlich gehandelt. Dieser war darauf gerichtet, dass F.________ einen Tatent-
schluss fasst und weitergehend, dass sie diesen Entschluss verwirklicht und die Haupttat vollendet. 
A.________ hatte ein vorrangiges Interesse an der Arbeit von F.________. Er wollte der Gemeinde 
I.________ manipulierte Bankbelege einreichen und war mangels entsprechender Fähigkeiten auf ihre 
Arbeit angewiesen. 

Der Beschuldigte 1 handelte damit mit direktem Vorsatz. Rechtfertigungs- und/oder 
Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte 1 ist somit 
weg