# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec5b5c38-ba13-50b0-ba64-b53dbf8d7d8e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.03.2024 D-592/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-592-2024_2024-03-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-592/2024 

law/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  M ä r z  2 0 2 4  

 

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richterin Daniela Brüschweiler, 

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch Lara Hoeft, (…),  

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS) und Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegwei-

sung (Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 22. Januar 2024. 

 

 

D-592/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, suchte am 

8. Oktober 2023 in der Schweiz um Asyl nach. 

B.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der europäi-

schen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass er 

am 12. September 2023 in Bulgarien und am 30. September 2023 in Kro-

atien um Asyl ersucht hatte. 

C.  

Das SEM ersuchte die bulgarischen Behörden am 10. Oktober 2023 im 

Rahmen eines Informationsaustausches gemäss Art. 34 der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) um Angaben 

zum Stand des Asylverfahrens des Beschwerdeführers in Bulgarien, zu 

seiner Identität, einer allfälligen Minderjährigkeit, Resultaten einer Alters-

abklärung, Identitätspapieren und allfälligen Familienangehörigen in Bul-

garien oder in einem anderen europäischen Land. 

D.  

Am 19. Oktober 2023 teilten die bulgarischen Behörden dem SEM mit, 

dass der Beschwerdeführer am 12. September 2023 ein Asylgesuch ein-

gereicht habe und am 20. September 2023 verschwunden sei, ohne dass 

ein Asylentscheid ergangen sei. Er habe keine Identitätspapiere einge-

reicht und es sei keine Altersabklärung durchgeführt worden. In Bulgarien 

sei er unter dem Geburtsdatum (…) 2003 registriert worden. 

E.  

Am 31. Oktober 2023 fand die Erstbefragung UMA (EB) statt. Das SEM 

gewährte dem Beschwerdeführer dabei auch das rechtliche Gehör zur all-

fälligen Zuständigkeit Bulgariens zur Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens und befragte ihn zu allfälligen gesundheitlichen Beein-

trächtigungen. 

Der Beschwerdeführer gab dabei unter anderem an, er sei am (…)1385 

(umgerechnet: […] 2006) geboren worden. Es habe ein Fehler beim 

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Seite 3 

Ausfüllen des Personalienblatts gegeben. Er wisse nicht genau, was in sei-

ner Tazkira stehe, kenne aber deren Ausstellungsdatum und sein Geburts-

datum. Er sei bei der Ausstellung (…) Jahre alt gewesen. Heute sei er (…) 

Jahre alt. Auf den Vorhalt hin, wenn er am (…) 2006 geboren worden sei, 

wäre er heute aber erst (…) Jahre alt, gab der Beschwerdeführer an, er 

habe bei der Ankunft seine Tazkira anderen Jungs gezeigt, welche ihm ge-

sagt hätten, dass er ungefähr (…) Jahre alt sei. Er kenne sein Geburtsda-

tum anhand seiner Tazkira beziehungsweise seit er ungefähr (…) oder (…) 

Jahre alt sei. Abgesehen davon habe er sein Geburtsdatum bei einem Eng-

lischkurs und im Fitnessstudio eintragen müssen. Er habe seine Geburts-

tage in Afghanistan nicht gefeiert. Insgesamt habe er (…) Jahre die Schule 

besucht und sei mit (…) Jahren eingeschult worden. Mit (…) Jahren habe 

er mit der Schule aufgehört. Ungefähr eineinhalb Jahre später sei er aus-

gereist und über Pakistan (1 Tag), Iran (3-4 Monate), die Türkei (4-5 Mo-

nate), Bulgarien (16-17 Tage), Serbien (2 Tage), Bosnien (1-2 Tage), Kro-

atien (3 Tage), Slowenien (1 Woche) und Italien (1-2 Tage) in die Schweiz 

gereist. 

Zum Umstand, dass der Abgleich seiner Fingerabdrücke ergeben habe, 

dass er in Bulgarien um Asyl ersucht habe, gab er an, er sei in Sofia von 

der Polizei aufgegriffen und zur Polizeistation gebracht worden, wo man 

ihn schlecht behandelt habe. Er habe weder zu essen noch zu trinken er-

halten und sei geschlagen worden. Die bulgarischen Behörden hätten nur 

den Namen und die Herkunft notiert, das Geburtsdatum hätten sie von sich 

aus vermerkt. Gemäss einer Essenskarte sei er als (…)-Jähriger registriert 

worden. Sie hätten ihn gezwungen, Fingerabdrücke abzugeben und ein 

Asylgesuch zu stellen. Danach sei er in ein anderes Camp gebracht wor-

den, von wo er Richtung Serbien habe weiterreisen können. 

Zu einer allfälligen Zuständigkeit Bulgariens für sein Asylgesuch gab er an, 

er möchte nicht dorthin zurück, weil er in der Schweiz besser lernen könne, 

mehr Möglichkeiten im Sport habe und die Schweiz sicherer sei. 

Schliesslich erklärte er hinsichtlich seines Gesundheitszustands, es gehe 

ihm psychisch nicht gut. Aufgrund der Geschehnisse in Bulgarien habe er 

Schwierigkeiten beim Einschlafen, habe Albträume und weine nachts öf-

ters. Zudem habe er Probleme am Fuss, weswegen er bereits beim Arzt 

gewesen sei und Medikamente erhalten habe. In seiner Kindheit/Jugend 

habe es Hungerphasen von ungefähr zwei oder zweieinhalb Tagen gege-

ben. 

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Seite 4 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine schwer leserliche Ko-

pie seiner Tazkira (Ausstellungsdatum […]1397 [entspricht dem {…} 2018]) 

zu den Akten, gemäss welcher er im Jahr 1389 (…) Jahre alt gewesen sei. 

In Klammer steht gemäss Dolmetscher (…) oder (…) Jahre. 

F.  

In seinem vom SEM in Auftrag gegebenen Altersgutachten vom 17. No-

vember 2023 kam das Institut (…) zum Ergebnis, bei einer Gesamtbetrach-

tung der Befunde ergebe sich ein durchschnittliches Alter von (…) Jahren. 

Das mit verschiedenen Methoden ermittelte höchste Mindestalter determi-

nierte jedoch das tatsächlich zu nennende Mindestalter, im vorliegenden 

Fall also 17,6 Jahren (Mindestalter gemäss Computertomographie [CT] 

Schlüsselbein). Eine Volljährigkeit könne nicht bewiesen werden. Das an-

gegebene Alter von (…) Jahren und (…) Monaten liege innerhalb der Al-

tersschätzung. 

G.  

Da dem SEM bei der Anmeldung zur forensischen Altersdiagnostik ein 

Fehler unterlaufen war (das SEM nannte in der Anmeldung das von ihm in 

der Erstbefragung als Fehler deklarierte Geburtsdatum […] 2006), er-

suchte das SEM das (…) am 27. November 2023 um Mitteilung, ob das 

vom Beschwerdeführer in der Erstbefragung genannte Geburtsdatum – der 

(…) 2006 – mit den Ergebnissen der Altersschätzung zu vereinbaren sei. 

Gemäss Rückmeldung (E-Mail vom 29. November 2023) sei dies nicht der 

Fall. Demnach liege das chronologische Alter von (…) Jahren knapp unter-

halb der Ergebnisse der Altersschätzung. 

H.  

Das SEM ersuchte die bulgarischen und die kroatischen Behörden am 

10. Dezember 2023 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Dublin-III-VO. Am 23. Dezember 2023 stimmten 

die kroatischen Behörden unter Hinweis auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO 

der Übernahme des Beschwerdeführers registriert mit dem Geburtsdatum 

(…) 2005 explizit zu. 

I.  

Am 4. Januar 2024 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das recht-

liche Gehör zu seiner Absicht, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrati-

onsinformationssystem (ZEMIS) auf den (…) 2005 anzupassen. Gleichzei-

tig erhielt er Gelegenheit, sich zum Abklärungsergebnis, zu den Zweifeln 

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Seite 5 

des SEM an der vorgebrachten Identität sowie zur Zuständigkeit Kroatiens 

für das weitere Asylverfahren zu äussern. 

J.  

In der Eingabe seines Rechtsvertreters vom 10. Januar 2024 wurde gel-

tend gemacht, der Beschwerdeführer sei über die geplante Altersanpas-

sung verwundert, da doch das Altersgutachten seine Minderjährigkeit als 

möglich erachte. Ausserdem sei er sich seines Geburtsdatums und daher 

auch seines genauen Alters bewusst. Er habe eine Kopie seiner Tazkira 

eingereicht, welche eine gewisse Aktualität habe und im Rahmen der nöti-

gen Gesamtwürdigung beizuziehen sei. Seine erste Tazkira sei im 

Jahr 1389 ausgestellt worden, als er (…)-jährig gewesen sei. Mit (…) Jah-

ren sei eine neue Tazkira ausgestellt worden, auf welcher einige Angaben, 

wie beispielsweise das erste Ausstellungsjahr und die damalige Alters-

schätzung übernommen oder zusätzlich eingetragen worden seien. Er 

habe bei seinen Antworten unaufgefordert Bezüge zu Lebenssachverhal-

ten, bei welchen er sein Alter jeweils habe angeben müssen, gemacht. Die 

Aussagen zu den Ergänzungsfragen zum Geburtsdatum seien durchwegs 

glaubhaft. Die Angaben auf der Tazkira und sein Aussageverhalten – in ei-

ner fordernden Frage-Antwort-Situation – sprächen für das von ihm ange-

gebene Geburtsdatum, den (…) 2006. Weiter sei zu erwähnen, dass die 

Erstbefragung UMA am 31. Oktober 2023 (…) Tage vor seinem (…) Ge-

burtstag stattgefunden habe, was seine Antwort auf die Frage nach seinem 

Alter erkläre. Nach den gemachten Aussagen und seiner Reaktion wäh-

rend der Besprechung der geplanten Altersanpassung, scheine es mehr 

als stossend pauschal anzunehmen, dass «…Bulgarien bei der korrekten 

Registrierung Asylsuchender und deren Identität grösste Sorgfalt walten 

lässt.» Dies insbesondere unter Beachtung der bereits vom Bundesverwal-

tungsgericht festgestellten Missstände im bulgarischen Asylwesen (vgl. Ur-

teil des BVGer F-7195/2018 vom 11. Februar 2020). Dies gelte auch für 

Kroatien. Das Altersgutachten habe die Volljährigkeit nicht beweisen kön-

nen und die Minderjährigkeit sei möglich. Im Rahmen der Gesamtbetrach-

tung würden jene Elemente überwiegen, welche für die Richtigkeit des an-

gegebenen Geburtsdatums sprächen. Es werde beantragt von der beab-

sichtigten Altersanpassung abzusehen. 

Er wolle nicht nach Kroatien zurückkehren. Die Erfahrungen in Kroatien 

würden sich grösstenteils mit jenen in Bulgarien decken. Er sei gezwungen 

worden, Fingerabdrücke abzugeben und zu keinem Zeitpunkt sei ihm ein 

Übersetzer zur Seite gestellt worden. Er sei der willkürlichen Handhabe der 

kroatischen Polizei schutzlos ausgeliefert gewesen. Er habe nur den 

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Seite 6 

Namen angeben können, die restlichen Angaben seien von der kroatischen 

Polizei ausgefüllt worden. Er sei dort menschenunwürdig behandelt wor-

den und sich nicht sicher gewesen, ob er an einem schlimmeren Ort als 

Afghanistan gelandet sei. Er wünsche sich dringend psychologische Be-

treuung um die Geschehnisse in Kroatien, welche schwer auf ihm Lasten 

würden, verarbeiten zu können. 

K.  

Am 10. Januar 2024 passte das SEM das Geburtsdatum des Beschwerde-

führers im ZEMIS auf den (…) 2005 (mit Bestreitungsvermerk) an. 

L.  

Abklärungen des SEM im Bundesasylzentrum B._______ ergaben, dass 

der Beschwerdeführer mehrmals ein psychiatrisches Konsilium bean-

sprucht hatte und an die (…) überwiesen und gemäss Bericht der (…) vom 

4. Januar 2024 wegen Juckreiz behandelt worden ist. 

M.  

Mit am nächsten Tag eröffneter Verfügung vom 22. Januar 2024 trat das 

SEM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylge-

such des Beschwerdeführers nicht ein (Dispositivziffern 1), es verfügte die 

Wegweisung aus der Schweiz in den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat 

(Kroatien) (Dispositivziffern 2), forderte den Beschwerdeführer auf, die 

Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, ansonsten 

könne er inhaftiert und unter Zwang in den für ihn zuständigen Dublin-Mit-

gliedstaat zurückgeführt werden (Dispositivziffern 3), und beauftragte den 

zuständigen Kanton (C._______) mit dem Vollzug der Wegweisung (Dis-

positivziffern 4). Sodann stellte es fest, im ZEMIS laute sein Geburtsdatum 

auf den 1. Januar 2005, mit Bestreitungsvermerk (Dispositivziffer 5). Zu-

dem händigte es dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis aus (Dispositivziffer 6) und hielt fest, einer allfälli-

gen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu (Dispositivzif-

fer 7). 

N.  

Die zugewiesene Rechtsvertretung erklärte das Mandatsverhältnis am 

23. Januar 2024 als beendet. 

O.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

26. Januar 2024 beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfügung des 

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Seite 7 

SEM Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, der Entscheid der 

Vorinstanz vom 22. Januar 2024 sei vollumfänglich aufzuheben und diese 

sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und das Asylverfahren in 

der Schweiz durchzuführen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Sach-

verhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei 

die Vorinstanz anzuweisen, von den zuständigen Behörden Zusicherungen 

einzuholen, dass ab dem Zeitpunkt der Ankunft in Kroatien umgehend Ob-

dach, Nahrung, eine adäquate und regelmässige medizinische sowie psy-

chologische Behandlung zur Verfügung stehe. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht wurde zudem beantragt, es sei im Sinne vorsorglicher Massnah-

men die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden 

seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Kroatien abzusehen, bis 

das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung entschieden habe. Sodann sei dem Beschwerdeführer die unentgelt-

liche Rechtspflege zu gewähren, insbesondere auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten und die Rechtsvertreterin als amtliche 

Rechtsbeiständin beizuordnen. In der Begründung der Beschwerde wurde 

schliesslich beantragt, das SEM sei anzuweisen, das Geburtsdatum des 

Beschwerdeführers auf den (…) 2006 zu ändern (vgl. Ziff. 27 der Be-

schwerde). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Auf dem Ge-

biet des Asyls entscheidet es in der Regel – und so auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichtein-

tretensentscheid des SEM betreffend das Asylgesuch (Dublin-Verfahren) 

als auch gegen die Änderung der ZEMIS-Eintragung (betreffend das Ge-

burtsdatum respektive Alter des Beschwerdeführers). Diesbezüglich ent-

scheidet das Bundesverwaltungsgericht nicht endgültig (vgl. Rechtmittel-

belehrung). 

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Seite 8 

2.  

Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung 

legitimiert (Art. 105 AsylG sowie Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Die Beschwerde ist sowohl hinsichtlich des Nichteintretensentscheides 

(Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) wie auch hinsichtlich des beanstandeten ZEMIS-Eintrages in Dis-

positivziffer 5 der angefochtenen Verfügung (Art. 37 VGG sowie Art. 50 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) frist- und formgerecht eingereicht. Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

3.  

3.1 Hinsichtlich der ZEMIS-Berichtigung entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht grundsätzlich mit uneingeschränkter Kognition (Art. 49 

VwVG). 

3.2 Auf dem Gebiet des Asyls richten sich die Kognition des Bundesver-

waltungsgerichts und die zulässigen Rügen nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM 

ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

3.3 Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 (e contrario) VwVG und Art. 111a Abs. 1 

AsylG wird auf einen Schriftenwechsel verzichtet, da sich die Beschwerde, 

wie nachfolgend aufgezeigt, als von vornherein unbegründet erweist. 

4.  

4.1 In der Beschwerde wird eine unzureichende Sachverhaltsfeststellung, 

eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und des rechtlichen Ge-

hörs geltend gemacht und ausgeführt, das SEM habe die Resultate des 

Altersgutachtens nicht berücksichtigt und damit die Pflicht zur Beweiswür-

digung verletzt. Zudem habe es den Sachverhalt bezüglich der Situation 

des Beschwerdeführers in Kroatien nur oberflächlich und ungenügend ab-

geklärt und das rechtliche Gehör verletzt. Vorliegend sei unklar, ob Kroa-

tien zuständig für das Asylverfahren des Beschwerdeführers sei. Es liege 

sowohl eine Zustimmung zur Rückübernahme durch Kroatien als auch 

durch Bulgarien vor. Das SEM hätte eine entsprechende Aufklärung des 

Sachverhalts veranlassen müssen. Das SEM habe in keiner Weise berück-

sichtigt, dass der Grossteil der Dublin-Rückkehrenden einen negativen 

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Seite 9 

Asylentscheid erhalten würde und damit eine direkte Gefahr der Ausschaf-

fung drohe, was eine Verletzung von Art. 3 EMRK und Art. 33 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flücht-

lingskonvention [FK], SR 0.142.30) darstelle. 

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Die unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts bildet einen Beschwer-

degrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfest-

stellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt 

zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvoll-

ständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sa-

chumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, 

Rz. 1043). 

4.3 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich dargelegt, in 

welchen Punkten die Angaben des Beschwerdeführers unstimmig sind, 

und weshalb es von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausgeht, wo-

bei es auch die Resultate des Altersgutachtens berücksichtigt hat (vgl. Ver-

fügung S. 6). Das SEM stellt in seiner Verfügung fest, dass sich keine Aus-

sage zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

gestützt auf das Altersgutachten machen lasse. Es sei sowohl eine Voll- 

als auch eine Minderjährigkeit möglich, ohne dass sich eine verlässliche 

Aussage darüber machen lasse, was wahrscheinlicher sei. Das SEM hält 

ausdrücklich fest, dass das Altersgutachten nichtsdestotrotz nicht ausser 

Acht zu lassen sei. Das von ihm genannte Geburtsdatum könne den Re-

sultaten der forensischen Altersdiagnostik zufolge nämlich nicht zutreffen. 

Er müsste demnach älter sein, als er angegeben habe. Damit nähre das 

Altersgutachten den Verdacht, dass er sich gegenüber den Schweizer Be-

hörden jünger ausgebe, als er tatsächlich sei, zumal das festgestellte 

durchschnittliche Alter in der Volljährigkeit liege. Damit hat das SEM das 

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Seite 10 

Altersgutachten hinreichend gewürdigt. Ferner hat das SEM dem Be-

schwerdeführer mit Schreiben vom 4. Januar 2024 (vgl. SEM-Akte […]-

27/20) mitgeteilt, dass die kroatischen Behörden einer Übernahme zuge-

stimmt hätten. Es sei möglich, dass Kroatien gemäss Dublin-III-VO für sein 

Asylgesuch zuständig sei. Gegebenenfalls beabsichtige das SEM, auf sein 

Asylgesuch nicht einzutreten und ihn nach Kroatien wegzuweisen. Es 

fragte ihn, ob es Gründe gebe, die gegen die Zuständigkeit Kroatiens für 

sein weiteres Verfahren und die Wegweisung nach Kroatien sprächen und 

gab ihm damit die Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen, eine Möglichkeit 

von der er mit der Stellungnahme seiner Rechtsvertretung vom 10. Januar 

2024 Gebrauch gemacht hat (vgl. SEM-Akte […]-28/6 S. 4 f.). Das SEM 

hat folglich das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt und 

es hat den Sachverhalt hinreichend festgestellt. Es hat auch seine Abklä-

rungspflicht betreffend die Frage, welches der beiden Länder (Bulgarien 

oder Kroatien) für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

zuständig sei, wahrgenommen und in der angefochtenen Verfügung be-

gründet, weshalb Kroatien und nicht Bulgarien zuständig sei. Es bestand 

deshalb für das SEM insofern kein Anlass, weitere Abklärungen zu tätigen. 

Das SEM hat sodann auch hinreichend begründet, warum es der Ansicht 

ist, dass der Beschwerdeführer bei einer Überstellung nach Kroatien (als 

Signatarstaat der FK und der EMRK) keinen Menschenrechtsverletzungen 

ausgesetzt wäre (vgl. Verfügung S. 12-14). Der Umstand, dass das SEM 

nach einer gesamtheitlichen Würdigung zu einem Schluss gelangt, den 

nicht den Erwartungen des Beschwerdeführers entspricht, stellt keine un-

richtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts oder eine Ver-

letzung der Begründungspflicht dar. Der Eventualantrag auf Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, das der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und 

dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über 

das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-

nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach den Bestimmungen des totalrevidierten Bundesgesetzes über den 

Datenschutz vom 25. September 2020 (Datenschutzgesetz, DSG, 

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Seite 11 

SR 235.1) und des VwVG. Die angefochtene Verfügung datiert vom 22. Ja-

nuar 2024. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren gilt folglich das 

neue, am 1. September 2023 in Kraft getretene Recht (Art. 70 DSG). Da 

die für Beschwerdeverfahren betreffend Datenänderung im ZEMIS wesent-

lichen Bestimmungen inhaltlich gleichgeblieben sind, kann auch unter der 

Geltung des revidierten DSG auf die bisherige Rechtsprechung verwiesen 

werden. 

5.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 6 Abs. 5 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 41 Abs. 2 Bst. DSG). Auf 

die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter und uneinge-

schränkter Anspruch (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.2). Die ZEMIS-Verordnung 

sieht zudem in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von 

Amtes wegen zu berichtigen sind. 

5.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-

streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen. Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt 

eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkennt-

nisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; un-

umstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Be-

richtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersu-

chungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzu-

klären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss 

Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwir-

ken (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.3 m.w.H.). 

5.4 Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be-

richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen 

Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen 

noch die anderen Daten bearbeitet werden. Dies ist jedoch nicht immer 

möglich, müssen doch bestimmte Personendaten zur Erfüllung wichtiger 

öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet werden. Dies gilt na-

mentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und Geburtsdaten. In solchen 

Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicher-

weise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter die-

sen Umständen sieht Art. 41 Abs. 4 DSG die Anbringung eines Bestrei-

tungsvermerks vor. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, 

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Seite 12 

sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten 

anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen. Verhält es sich 

umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten 

als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind 

diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über 

dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu 

entscheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.4 m.w.H.; Urteil des BVGer E-3182/2021 

vom 6. Oktober 2022 E. 4.4). 

6.  

6.1  

6.1.1 Das SEM hält zur Begründung seiner Verfügung in Bezug auf die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Minderjährigkeit im Wesentlichen 

fest, Tazkiras seien keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere. Es könne 

ihnen gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts für den 

Nachweis der behaupteten Minderjährigkeit keine Beweiskraft zuerkannt 

werden. Tazkiras würden hinsichtlich verschiedener Merkmale keine Kon-

sistenz aufweisen und sie seien oft nicht vollständig ausgefüllt. Es handle 

sich nicht um fälschungssichere Dokumente, weshalb ihnen hinsichtlich 

der Frage der Identität von Inhabern eines solchen Dokuments praxisge-

mäss nur ein reduzierter Beweiswert beizumessen sei. Vorliegend liege 

das Dokument zudem nur in Kopie vor, was dessen Beweiskraft zusätzlich 

schmälere. Das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Geburtsdatum 

stimme auf den Tag und Monat exakt mit dem Ausstellungsdatum der 

Tazkira überein. Dies sei zwar nicht per se unmöglich, allerdings gehe das 

SEM davon aus, dass der Beschwerdeführer das Geburtsdatum (…)1385 

so gewählt habe, damit es mit dem Ausstellungsdatum der Tazkira über-

einstimme, es sich hierbei aber nicht um sein tatsächliches Geburtsdatum 

handle. Dies zumal es ihm nicht gelungen sei, plausibel darzulegen, inwie-

fern ihm – der sein Geburtsdatum gemäss eigenen Angaben zufolge be-

reits vor der Ausreise aus Afghanistan gekannt hatte – beim Ausfüllen des 

Personalienblatts ein Fehler unterlaufen sein soll. Das SEM gehe davon 

aus, dass er beim Ausfüllen des Personalienblatts ein fiktives Geburtsda-

tum gewählt habe mit dem Ziel, dem SEM eine Minderjährigkeit vorzutäu-

schen. Sowohl zum Geburtsdatum als auch zu seinem Alter und zur Tazkira 

– so das SEM weiter – mache er widersprüchliche und mitunter vage und 

unplausible Angaben. So habe er einerseits angegeben, er wisse nicht ge-

nau, was in der Tazkira stehe, wohl aber, wann diese ausgestellt worden 

sei und wie sein Geburtsdatum laute. Das Ausstellungsdatum habe er al-

lerdings nicht angeben können. Dass er sein eigenes Alter erst auf 

D-592/2024 

Seite 13 

Nachfrage bei anderen Asylsuchenden hier in der Schweiz erfahren habe, 

vermöge zudem nicht zu überzeugen. Angesichts dessen, dass er sein Ge-

burtsdatum bereits in Afghanistan gekannt habe, hätte ihm dieses bei der 

Ankunft in der Schweiz bekannt gewesen sein müssen. Auch seine Aus-

führungen dazu, wie er von seinem Alter beziehungsweise Geburtsdatum 

erfahren haben wolle, seien widersprüchlich ausgefallen. Er habe diesbe-

züglich einerseits auf seinen Besuch eines Fitnessstudios verwiesen, an-

dererseits habe er einen Englischkurs erwähnt. Zudem habe er in diesem 

Zusammenhang seine Einschulung sowie ein Alter von (…) oder (…) Jah-

ren erwähnt, was sehr ungefähr sei, zumal wenig plausibel erscheine, dass 

er in einem solch jungen Alter bereits ein Fitnessstudio besucht habe. Auch 

betreffend seine Schulbildung seien seine Angaben widersprüchlich aus-

gefallen. So habe er seine Einschulung im Zusammenhang damit erwähnt, 

in welchem Alter er sein Alter beziehungsweise Geburtsdatum erfahren 

habe, und habe hierbei ein Alter von (…) oder (…) Jahren genannt. An an-

derer Stelle habe er hingegen ein Alter von (…) Jahren bei der Einschulung 

erwähnt. Diesen Widerspruch habe er nicht aufzulösen vermocht. In zeitli-

cher Hinsicht seien seine Ausführungen zudem vage ausgefallen. Er habe 

kaum zeitliche Angaben zum Schulende machen können. Dabei falle auf, 

dass er nicht habe angeben können, wie viel Zeit vor dem Sturz der Regie-

rung er die Schule verlassen hatte. Indessen seien seinen Ausführungen 

zufolge seine Ausreise aus Afghanistan sowohl anderthalb Jahre nach 

Schulende als auch anderthalb Jahre nach dem Sturz der Regierung er-

folgt, womit Schulende und Sturz der Regierung zeitlich zusammengefallen 

wären. Diese Möglichkeit habe er indes erst auf explizite Nachfrage einge-

räumt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass er nicht auf Anhieb präzisere An-

gaben dazu habe machen können, in welchem zeitlichen Verhältnis das 

Schulende zum Sturz der Regierung durch die Taliban gestanden habe. Er 

habe im Übrigen auch kein Datum der Ausreise nennen können. Seine Er-

klärung, er sei damals mit Schule, Arbeit und Sport beschäftigt gewesen, 

vermöge nicht zu überzeugen, da er die Schule damals eigenen Angaben 

zufolge bereits seit anderthalb Jahren verlassen hatte. In Bezug auf seine 

Ausreise sei zudem nicht nachvollziehbar, weswegen er keine Angaben 

dazu habe machen können, wie lange vor der Erstbefragung die Ausreise 

stattgefunden hatte, habe er doch zu seinen Aufenthalten unterwegs ge-

naue Angaben machen können. Auch sei nicht plausibel, weswegen er sein 

Alter zum Zeitpunkt der Ausreise nicht kenne, da ihm Alter und Geburtsda-

tum eigenen Angaben zufolge doch bereits in Afghanistan bekannt gewe-

sen seien. 

D-592/2024 

Seite 14 

6.1.2 Betreffend seine Registrierung in Bulgarien schliesse das SEM aus, 

dass die dortigen Behörden ausländische Personen ohne Vorliegen einer 

konkreten diesbezüglichen Willensäusserung beziehungsweise gegen de-

ren Willen als asylsuchende Personen registrieren würden. Es erschliesse 

sich dem SEM in keiner Weise, welcher Vorteil sich für die bulgarischen 

Behörden aus einem solchen Vorgehen ergeben würden. Die Ausführun-

gen des Beschwerdeführers liessen vielmehr den Schluss zu, dass er sich 

zur Einreichung eines Asylgesuchs entschlossen habe, um die Entlassung 

aus dem Polizeigewahrsam zu erwirken. Was seine Angaben zur Regist-

rierung in Bulgarien betreffe, sei anzumerken, dass Bulgarien ein Rechts-

staat sei. Mithin sei davon auszugehen, dass Bulgarien bei der korrekten 

Registrierung Asylsuchender und deren Identität grösste Sorgfalt walten 

lasse. Die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Registrierung seien 

sodann unplausibel ausgefallen. Das SEM gehe nicht davon aus, dass die 

bulgarischen Behörden ihn als volljährige Person registriert hätten, hätte er 

sich dort tatsächlich als minderjährig ausgegeben. Selbige Feststellungen 

würden auch für Kroatien gelten, wo er ebenfalls als volljährig registriert 

sei. 

6.1.3 Was das Altersgutachten betreffe, so lasse sich damit gemäss gel-

tender Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts keine Aussage 

zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdeführers ma-

chen. Es sei sowohl eine Voll- als auch eine Minderjährigkeit möglich, ohne 

dass sich eine verlässliche Aussage darüber machen lasse, was wahr-

scheinlicher sei (vgl. Urteil des BVGer E-891/2017 vom 8. August 2018 

E. 4.2.2). Nichtsdestotrotz sei das Altersgutachten nicht ausser Acht zu las-

sen. Das vom Beschwerdeführer genannte Geburtsdatum könne den Re-

sultaten der forensischen Altersdiagnostik zufolge nämlich nicht zutreffen. 

Er müsse demnach älter sein, als er angebe. Das Altersgutachten nähre 

somit den Verdacht, dass er sich gegenüber den schweizerischen Behör-

den jünger ausgegeben habe, als er tatsächlich sei, zumal das festgestellte 

durchschnittliche Alter in der Volljährigkeit liege. 

6.1.4 Zusammenfassend – so das SEM weiter – sei festzuhalten, dass die 

vom Beschwerdeführer geltend gemachte Minderjährigkeit unbelegt ge-

blieben sei. Seine Aussagen seien kein starkes Indiz für seine Minderjäh-

rigkeit, es fehle ihnen an der Detailliertheit und der Widerspruchsfreiheit. 

Das Altersgutachten lasse zudem vermuten, dass er die schweizerischen 

Behörden über seine Identität täusche und sich jünger ausgebe, als er sei. 

Entsprechend betrachte das SEM ihn in Gesamtwürdigung aller vorge-

D-592/2024 

Seite 15 

nannten Anhaltspunkte als zum Zeitpunkt des Asylgesuchs in der Schweiz 

und für das weitere Verfahren als volljährig. 

6.2  

6.2.1 Das SEM führt sodann weiter aus, es habe dem Beschwerdeführer 

mit Schreiben vom 4. Januar 2024 das rechtliche Gehör zur Volljährigkeit 

und zur Anpassung seines Geburtsdatums im ZEMIS gewährt. In der Stel-

lungnahme vom 10. Januar 2024 werde hinsichtlich der in Kopie einge-

reichten Tazkira ausgeführt, diese sei im Jahr 1389 ausgestellt worden, als 

er (…) Jahre alt gewesen sei. Diese Tazkira habe er für den Eintritt in die 

Schule gebraucht. Mit (…) Jahren sei eine neue Tazkira ausgestellt worden 

und es gebe inzwischen nur noch diese Tazkira. Auf dieser seien allerdings 

gewisse Angaben, wie beispielsweise das erstmalige Ausstellungsdatum, 

ersichtlich. Eine weitere Altersschätzung finde sich auf der neuen, einge-

reichten Tazkira in Klammern, was so ebenfalls vom SEM-Dolmetscher be-

stätigt worden sei. Dabei sei er genau (…) Jahre nach der erstmaligen Aus-

stellung der Tazkira erneut geschätzt worden, und zwar als (…)jährig. Die 

Angaben auf der Tazkira würden für das von ihm geltend gemachte Ge-

burtsdatum - (…) 2006 – sprechen. 

Diese Ausführungen würden – so die Vorinstanz – an der Einschätzung 

des SEM hinsichtlich der Beweiskraft der in Kopie eingereichten Tazkira 

nichts ändern. Zu ergänzen sei, dass nicht gesichert sei, dass auf der 

Tazkira tatsächlich ein Alter von (…) Jahren vermerkt sei. Gemäss Ein-

schätzung des in der Erstbefragung anwesenden Dolmetschers könnte 

auch ein Alter von (…) Jahren vermerkt sein – die Tazkira sei schwer leser-

lich. 

6.2.2  In der Stellungnahme werde weiter ausgeführt, der Beschwerdefüh-

rer sei sich seines Geburtsdatums bereits seit frühester Kindheit absolut 

bewusst gewesen. Er habe bei seinen Antworten unaufgefordert Bezüge 

zu Lebenssachverhalten gemacht, bei welchen er sein Alter jeweils habe 

angeben müssen. Seine Aussagen zum Geburtsdatum seien durchwegs 

glaubwürdig ausgefallen. Er habe konsistente Angaben gemacht und ge-

wisse Unklarheiten oder vorgehaltene Widersprüche schlüssig erklärt. Das 

SEM halte ihm vor, seine Altersangaben erst aufgrund der Auskunft ande-

rer Asylsuchender im Camp zu wissen. Wie bereits ausgeführt, würde der 

Beschwerdeführer sein Geburtsdatum aber schon seit seiner Kindheit ken-

nen. Er habe einzig eine Einschätzung anderer Campbewohner geteilt. 

Weiter sei zu betonen, dass die Erstbefragung zehn Tage vor dem (…) Ge-

burtstag des Beschwerdeführers stattgefunden habe, was seine Antwort 

D-592/2024 

Seite 16 

nach seinem Alter erkläre (er habe in der Erstbefragung auf die Frage nach 

seinem Alter angegeben, (…) Jahre alt zu sein, obschon er damals knapp 

noch nicht (…) Jahre alt gewesen war). Es sei unter Beachtung des sozio-

kulturellen Hintergrunds zu erklären, dass er zwar sein Geburtsdatum 

kenne, sein genaues Alter aber selten bis nie habe angeben müssen. Zu-

dem sei sein Geburtstag nie gefeiert worden und er habe nur einen rudi-

mentären Rechenunterricht genossen. Klarzustellen sei schliesslich, dass 

er kurz vor dem Sturz der Regierung durch die Taliban ausgereist sei. Die-

ses Missverständnis lasse sich damit erklären, dass er den effektiven Um-

sturz der Regierung im August 2021 als damals knapp (…)-Jähriger wohl 

nicht auf einen Tag oder auch einen Monat genau habe angeben können, 

da es sich für ihn um einen dynamischen Prozess gehandelt habe, welcher 

sich von seiner Ausreise bis nach seiner Ausreise hingezogen habe. Dies 

insbesondere deshalb, weil der Umsturz in seiner Heimatprovinz und in 

Kabul an unterschiedlichen Daten stattgefunden habe. 

Das SEM führt dazu in der angefochtenen Verfügung aus, in der Stellung-

nahme zum rechtlichen Gehör erfolge keine vertiefte Auseinandersetzung 

mit den vom SEM aufgezeigten Ungereimtheiten, Ungenauigkeiten und 

Widersprüchen. Aus dieser würden sich zudem neue Ungereimtheiten er-

geben. So sei angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer sein Ge-

burtsdatum bereits seit frühester Kindheit kennen wolle, umso weniger 

nachvollziehbar, weswegen ihm beim Ausfüllen des Personalienblatts ein 

Fehler unterlaufen sein soll oder er sich bei anderen Campbewohnern nach 

einer Einschätzung zu seinem Alter erkundigt habe. Betreffend Letzteres 

sei zu präzisieren, dass die entsprechende Frage wie folgt gestellt worden 

sei: «Wenn sie am «(…)2016 geboren wurden, wären sie heute (…) Jahre 

alt. Was sagen sie dazu?». Er habe geantwortet: «lch habe hier bei der 

Ankunft im Camp meine Tazkera anderen Jungs gezeigt und man hat mir 

gesagt, dass ich ungefähr (…) Jahre alt sei nach dem Geburtsdatum.» Da-

bei falle weniger der Umstand ins Gewicht, dass das in der Erstbefragung 

genannte Alter von (…) Jahren nicht exakt mit dem Geburtsdatum zu ver-

einbaren gewesen sei (das SEM habe dem Beschwerdeführer dies im 

rechtlichen Gehör auch nicht vorgehalten), als vielmehr, dass er sich für 

die Altersangabe bei Campbewohnern habe erkundigen müssen. Wenn er 

das geltend gemachte Geburtsdatum tatsächlich seit frühester Kindheit 

kennen würde, wäre zu erwarten gewesen, dass er auch ohne Nachfrage 

bei anderen Campbewohnern zumindest sein ungefähres Alter hätten an-

geben können. Der Umstand, dass er sein Alter gestützt auf das geltend 

gemachte Geburtsdatum beziehungsweise das Ausstellungsdatum der 

Tazkira aber noch in Erfahrung habe bringen müssen, weise daraufhin, 

D-592/2024 

Seite 17 

dass es sich bei ebendiesem Datum um ein fiktives Geburtsdatum handle, 

weswegen er zunächst das damit in Einklang zu bringende Alter habe er-

fragen müssen. Hierbei vermöge der Verweis auf seinen soziokulturellen 

Hintergrund oder den angeblich nur rudimentären Rechenunterricht nicht 

zu überzeugen. Der Beschwerdeführer stamme aus einer Distrikthaupt-

stadt, habe (…) Jahre die Schule besucht, zudem einen Englischkurs, und 

sei Mitglied in einem Fitnessklub gewesen. Mithin verfüge er über eine 

langjährige Schulbildung und es sei davon auszugehen, dass er gut situiert 

gewesen sei. 

Das Vorbringen, der Beschwerdeführer habe Afghanistan in Tat und Wahr-

heit vor dem Sturz der Regierung verlassen, stehe sodann in einem frap-

panten Widerspruch zur Aussage in der Erstbefragung, er habe Afghanis-

tan ca. 1,5 Jahre nach der Machtübernahme der Taliban verlassen. Beim 

Erklärungsversuch für das angebliche Missverständnis handle es sich zu-

dem offensichtlich um eine unfundierte, zweckgerichtete Schutzbehaup-

tung, sei doch die Heimatstadt des Beschwerdeführers nur wenige Tage 

vor Kabul an die Taliban gefallen. Hätte er Afghanistan vor dem Sturz der 

Regierung verlassen, wäre dies im Übrigen mit seinen Angaben zum Rei-

seweg und seinen Aufenthalten unterwegs in keiner Weise zu vereinbaren. 

6.2.3 Betreffend die Registrierung in Bulgarien werde in der Stellungnahme 

geltend gemacht, nach den Aussagen und der Reaktion des Beschwerde-

führers während der Besprechung der geplanten Altersanpassung scheine 

es mehr als stossend, pauschal anzunehmen, dass Bulgarien bei der kor-

rekten Registrierung Asylsuchender und deren Identität grösste Sorgfalt 

walten lasse, insbesondere unter Beachtung der bereits vom Bundesver-

waltungsgericht festgestellten Missstände im bulgarischen Asylwesen (vgl. 

das Urteil des BVGer F-7195/2018 vom 11. Februar 2020). Es erschliesse 

sich nicht, wieso der Beschwerdeführer zwar seinen korrekten Namen 

hätte angeben, aber beim Geburtsdatum eine falsche Angabe hätte ma-

chen sollen. Hätte er die Behörden über seine Identität täuschen wollen, 

sei unklar, wieso er dann seinen korrekten Namen hätten niederschreiben 

sollen. Selbige Ausführungen würden auch für Kroatien gelten. Dort habe 

er lediglich den Namen angeben können, die restlichen Angaben seien von 

der kroatischen Polizei ausgefüllt worden. 

Dazu führt das SEM in der angefochtenen Verfügung ergänzend zu seinen 

bisherigen Erwägungen aus, dass gemäss konstanter Rechtsprechung 

des Bundesverwaltungsgerichts nicht von systemischen Mängeln im bul-

garischen Asyl- und Aufnahmesystem auszugehen sei (vgl. statt vieler das 

D-592/2024 

Seite 18 

Urteil D-3437/2023 vom 26. Juni 2023 E. 7.3 m.w.H. [darunter das von der 

Rechtsvertretung zitierte Urteil). lm Übrigen seien weder dem von der 

Rechtsvertretung zitierten Urteil noch den AIDA Country Reports zu Bulga-

rien und Kroatien Hinweise zu entnehmen, wonach die bulgarischen oder 

die kroatischen Behörden Minderjährige entgegen ihren Angaben als Voll-

jährige registrieren würden. 

6.2.4 Was das Altersgutachten betreffe, werde in der Stellungnahme gel-

tend gemacht, die Formulierung, dass das angegebene Alter nur knapp 

unterhalb der Schätzung im Altersgutachten liege, verdeutliche, dass dem 

Beschwerdeführer sicherlich keine Täuschungsabsicht vorgeworfen wer-

den könne. Weiter sei der Rechtsvertretung weder die nachträglich korri-

gierte Anfrage vom SEM an das (…) noch die erwähnte E-Mail-Auskunft 

vorgelegt worden. Da das Resultat des Altersgutachtens Eingang in die 

Gesamtwürdigung finde, hätte dies der Rechtsvertretung zwingend zu-

gänglich gemacht werden sollen. Entsprechend liege eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs vor.  

Das SEM weist in seiner Verfügung diesbezüglich darauf hin, dass es sich 

beim festgestellten Mindestalter von 17,6 Jahren um das absolute Mini-

mum und nicht etwa das wahrscheinlichste Alter handelt. Das vom Be-

schwerdeführer angegebene Geburtsdatum beziehungsweise Alter könne 

nicht zutreffen. Es treffe zwar zu, dass das SEM dem rechtlichen Gehör die 

Korrespondenz mit dem (…) nicht beigelegt habe. Deren wesentlichen In-

halt habe das SEM im rechtlichen Gehör aber offengelegt, womit sich der 

Beschwerdeführer dazu habe äussern können. Der Anspruch auf rechtli-

ches Gehör sei mithin nicht verletzt. 

6.3 Zusammenfassend hält das SEM fest, die Ausführungen in der Stel-

lungnahme würden an seiner Einschätzung hinsichtlich der geltend ge-

machten Minderjährigkeit nichts ändern. Entsprechend habe es das Ge-

burtsdatum des Beschwerdeführers ZEMIS auf den (…) 2005, mit Bestrei-

tungsvermerk, geändert. 

7.  

In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, der Beschwerdeführer sei 

am (…) 2006 geboren und somit minderjährig, was er ausführlich belegt 

und habe glaubhaft machen können. Aus dem Gutachten zur Altersabklä-

rung ergebe sich, dass die Analyse der Handknochen des Beschwerdefüh-

rers ein Mindestalter von 16,1 Jahren und das CT der Schlüsselbeine ein 

Mindestalter von 17,6 Jahren hervorgebracht habe. Aufgrund der 

D-592/2024 

Seite 19 

fehlenden Weisheitszähne habe diesbezüglich keine Einteilung vorgenom-

men werden können. Das Gutachten habe ergeben, dass beim Beschwer-

deführer von einem Mindestalter von 17,6 Jahren auszugehen sei. Damit 

gehe aus der medizinischen Analyse kein klares Mindestalter über 18 Jah-

ren hervor, das nach dem von der Vorinstanz zitierten Urteil ein ,,sehr star-

kes", ein ,,starkes" oder ein ,,schwaches" Indiz für die Volljährigkeit wäre. 

Das Altersgutachten stelle aber mit dem festgestellten Mindestalter ge-

mäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ein sehr starkes In-

diz für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers dar. Gemäss den Ga-

rantien aus dem Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte 

des Kindes (KRK, SR 0.107) sei im Zweifel und mit Beachtung des Kindes-

wohls von der Minderjährigkeit auszugehen. Die Tazkira des Beschwerde-

führers sei echt, weise entsprechend keine Fälschungsmerkmale auf, habe 

eine gewisse Aktualität und sei dementsprechend als Beweismittel zu wür-

digen. Die Kopie habe er von seinem Vater erhalten, nachdem er in der 

Schweiz nach seinem Alter gefragt worden sei. Das Original befinde sich 

in Afghanistan. Bezüglich der angeblichen Widersprüche sei auf die Stel-

lungnahme der ehemaligen Rechtsvertretung zu verweisen. Dem Be-

schwerdeführer sei die erste Tazkira im Jahr (…) ausgestellt worden, als er 

(…)jährig gewesen sei. Mit (…) Jahren sei eine neue Tazkira ausgestellt 

worden, auf welcher Angaben, wie beispielsweise das erste Ausstellungs-

jahr und die damalige Altersschätzung, übernommen oder zusätzlich ein-

getragen worden seien. Es könne festgehalten werden, dass er sich seines 

Geburtsdatums seit frühster Kindheit absolut bewusst sei. Er habe unauf-

gefordert Bezug zu Gelegenheiten genommen, bei welchen er nach sei-

nem Alter gefragt worden sei. Eine weitere Altersschätzung finde sich auf 

der neuen, eingereichten Tazkira in Klammern, was so vom SEM-Dolmet-

scher bestätigt worden sei. Dabei sei der Beschwerdeführer genau acht 

Jahre nach der erstmaligen Ausstellung der Tazkira erneut geschätzt wor-

den, wobei er am (…)1397, also am (…) 2018, (…)-jährig geschätzt worden 

sei. Die Angaben auf der Tazkira und das Aussageverhalten des Beschwer-

deführers in einer fordernden Frage-Antwort-Situation sprächen für das 

von ihm angegebene Geburtsdatum, dem (…) 2006. Ausserdem sei unter 

Betrachtung des soziokulturellen Hintergrunds des Beschwerdeführers zu 

erklären, dass er zwar sein Geburtsdatum kenne, sein genaues Alter aller-

dings bisher selten habe angeben müssen. Ausserdem sei sein Geburtstag 

nie gefeiert worden. 

Der Beschwerdeführer schildere während der Erstbefragung UMA bereits 

eindrücklich, wie die Umstände seiner Registrierung und dem Aufenthalt in 

Bulgarien gewesen seien. Vor- und Nachname seien in Bulgarien richtig 

D-592/2024 

Seite 20 

erfasst worden, während ein völlig anderes Geburtsdatum notiert worden 

sei. Die bulgarischen Behörden hätten nicht nach seinem Geburtsdatum 

gefragt, sondern sein Alter bestimmt, indem sie ihn lediglich angeschaut 

hätten. Unter der Betrachtung der bereits vom Bundesverwaltungsgericht 

festgestellten Missstände im bulgarischen Asylwesen (exemplarisch das 

Urteil des BVGer F-7195/2018 vom 11. Februar 2020) und der Aussagen 

des Beschwerdeführers scheine es mehr als stossend, pauschal anzuneh-

men, dass Bulgarien bei der korrekten Registrierung Asylsuchender und 

deren Identität grösste Sorgfalt walten lasse. Die Ausführungen gälten 

ebenfalls für die Angaben in Kroatien. 

Zusammenfassend ergebe sich, dass der Beschwerdeführer trotz der für 

ihn ungewohnten Situation während der Erstbefragung UMA konsistente 

Angaben zu seinem Alter gemacht habe. Seine Aussagen zum Alter seien 

stimmig und teilweise sehr detailliert und dienten damit als starkes Indiz für 

seine Minderjährigkeit. Zudem stützten die Angaben in der Tazkira seine 

Aussagen zum Alter. Das Gutachten habe ausserdem die Volljährigkeit 

nicht beweisen können. Das festgestellte Mindestalter von 17,6 Jahren im 

Altersgutachten, das eingereichte Beweismittel und die weiteren starken 

Indizien, die für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers sprächen, 

müssten in einer Gesamtheit betrachtet werden. Die Vorinstanz habe keine 

Gesamtwürdigung vorgenommen. Die Änderung des Geburtsdatums sei 

damit fehlerhaft. 

8.  

8.1 Es obliegt grundsätzlich der Vorinstanz zu beweisen, dass das von ihr 

im ZEMIS unter der Rubrik der Hauptidentität eingetragene Geburtsdatum 

des Beschwerdeführers ([…] 2005) korrekt respektive zumindest wahr-

scheinlicher ist, als der von ihm verlangte Eintrag. Der Beschwerdeführer 

wiederum hat nachzuweisen, dass die von ihm verlangte Änderung (sinn-

gemäss: auf den […] 2006) richtig beziehungsweise zumindest wahr-

scheinlicher ist, als die derzeit im ZEMIS erfasste Angabe, dieser mithin 

eine höhere Glaubwürdigkeit zukommt als dem aktuellen Eintrag. Gelingt 

keiner Partei der sichere Nachweis, ist dasjenige Datum im ZEMIS zu be-

lassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. 

BVGE 2018 VI/3 E. 3.5 m.w.H und E. 4.2.3). 

8.2 Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Ge-

samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen 

zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

D-592/2024 

Seite 21 

[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbesondere übereinstimmende Anga-

ben zum Alter, zu Identitätspapieren beziehungsweise zu den Gründen für 

deren Nichteinreichung, zu den familiären Umständen, zum Schulbesuch, 

zu Berufsbildung/Berufstätigkeit und zu den Ausreiseumständen sowie 

nachvollziehbare länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunfts-

gebiet). 

8.3  

8.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine Identität 

und das von ihm vorgebrachte Geburtsdatum nicht durch Vorlage eines 

rechtsgenüglichen Beweismittels beweisen kann. Ein solches wäre insbe-

sondere ein gültiges Reise- oder Identitätspapier (Pass oder Identitäts-

karte). Afghanische Tazkiras – jedenfalls in der vom Beschwerdeführer (in 

Kopie) vorgelegten veralteten Form – wurden lediglich gestützt auf Partei-

angaben ausgestellt, weshalb alleine damit der Nachweis der Identität 

nicht erbracht werden kann (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2; 2013/30 E. 4.2.2). 

8.3.2 Was die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Alter anbe-

langt, hat das SEM mit zutreffender Begründung – auf die an dieser Stelle 

zwecks Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen ist (vgl. E. 6) – dar-

gelegt, dass seine diesbezüglichen Angaben widersprüchlich und unplau-

sibel sind. Die Einwände in der Beschwerde sind nicht geeignet, zu einer 

von derjenigen des SEM abweichenden Beurteilung zu gelangen. Nicht 

nachvollziehbar ist, warum dem Beschwerdeführer beim Ausfüllen des Per-

sonalienblatts beim Geburtsdatum ein Fehler unterlaufen sein soll, obwohl 

er sein Geburtsdatum seit seiner Kindheit kennt. Er rechnete anlässlich der 

Erstbefragung UMA sowohl das von ihm angegebene Geburtsdatum wie 

auch das Ausstellungsdatum seiner Tazkira in den gregorianischen Kalen-

der um (vgl. SEM-Akte […]-15/11 Ziff. 1.06). Mithin ist er in der Lage zu 

rechnen, wodurch er im Stande sein sollte, zu einem beliebigen Zeitpunkt 

korrekt angeben zu können, wie alt er ist. Es ist daher nicht nachvollzieh-

bar, weshalb er auf Nachfrage erklärte, er sei aktuell (…) Jahre alt, obschon 

er aufgrund des von ihm zuvor umgerechneten Geburtsdatums erst (…) 

Jahre alt wäre, um dann als Erklärung nachzuschieben, andere Jungs, de-

nen er seine Tazkira gezeigt habe, hätten gesagt, er sei aufgrund seines 

Geburtsdatums ungefähr (…) Jahre alt (vgl. SEM-Akte […]-15/11 

Ziff. 1.06). Wie das SEM zutreffend festhält, hat der Beschwerdeführer acht 

Jahre die Schule besucht, er stammt aus einer Distrikthauptstadt und auf-

grund des Besuches eines Englischkurses und eines Fitnesscenters ist da-

von auszugehen, dass er in vergleichsweise gut situierten Verhältnissen 

gelebt hat. Seine unplausiblen Angaben zu seinem Geburtsdatum und 

D-592/2024 

Seite 22 

seinem Alter lassen sich deshalb nicht – wie in der Stellungnahme vom 

10. Januar 2024 geltend gemacht (vgl. SEM-Akte […]-28/6 S. 3) – mit dem 

soziokulturellen Hintergrund des Beschwerdeführers oder damit erklären, 

dass sein Geburtstag nie gefeiert worden sei. Seine Angaben sprechen 

deshalb entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung nicht für 

die Richtigkeit des angeblichen Geburtsdatums ([…] 2006). Auch aus den 

biographischen Angaben des Beschwerdeführers lassen sich keine zuver-

lässigen Rückschlüsse auf sein Alter ziehen, zumal seine Angaben zur 

Schulzeit widersprüchlich ausgefallen sind und diese weder mit den Erklä-

rungen in der Stellungnahme vom 10. Januar 2024 noch jenen in der Be-

schwerde ausgeräumt werden. Seine Angaben zum Zeitpunkt der Ausreise 

aus Afghanistan stehen – wie das SEM zutreffend ausführt – ebenfalls nicht 

in Einklang. Schliesslich ist er in Bulgarien wie auch in Kroatien als volljäh-

rige Person registriert worden und es kann davon ausgegangen werden, 

dass die dort zuständigen Behörden den Beschwerdeführer bei der Einrei-

chung des Asylgesuches nicht mit einem beliebigen Geburtsdatum regis-

triert haben. Zudem haben die kroatischen Behörden der Übernahme des 

Beschwerdeführers in Kenntnis der von ihm in der Schweiz zu seinem Alter 

gemachten Angaben zugestimmt (vgl. SEM-Akte […]-15/11 A22/5 S. 3). 

Dies spricht klar gegen die Richtigkeit des vom Beschwerdeführer angege-

benen Geburtsdatums ([…] 2006) und für dessen Volljährigkeit. Hätten 

nämlich die kroatischen Behörden aufgrund der vom Beschwerdeführer in 

der Schweiz gemachten Angaben den Eindruck erhalten, dieser sei – an-

ders als bei ihnen registriert – tatsächlich minderjährig, hätten sie der Rück-

übernahme unter Verweis auf seine Minderjährigkeit wohl kaum zuge-

stimmt. 

8.4  

8.4.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen 

medizinische Altersabklärungen – je nach Ergebnis – unterschiedlich zu 

gewichtende Indizien für das Alter einer Person dar. Die Schlüsselbein- 

respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung sind 

dabei grundsätzlich, anders als die Handknochenanalyse und die ärztliche 

Untersuchung, zum Beweis geeignet. Das Bundesverwaltungsgericht hat 

in dieser Hinsicht Grundsätze zur Gewichtung der Resultate der Untersu-

chungen definiert (eingehend hierzu: BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f.; vgl. Ur-

teile des BVGer A-4775/2020 vom 31. März 2021 E. 6.2.4 und 

A-1455/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 6.1.1). Darüber hinaus sind die üb-

lichen verfahrensrechtlichen Regeln der Beweiswürdigung zu beachten, 

wobei es umso weniger auf eine Gesamtwürdigung der Beweise ankommt, 

je stärker die medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen des 

D-592/2024 

Seite 23 

streitigen Alters darstellen (vgl. dazu BVGE 2018 VI/3 E 4.2.2 f., 2019 I/6 

E. 6.1 ff.). 

8.4.2 Das Altersgutachten des (…) vom 17. November 2023 kommt in Zu-

sammenschau der Befunde und nach der korrigierten Angabe des Ge-

burtsdatums durch das SEM (vgl. Bst. G) vom (…) 2006 auf den (…) 2006 

zum Ergebnis, dass sich die durchgemachte Mangelernährung des Be-

schwerdeführers in der Kindheit/Jugend nicht nachteilig auf die Ergebnisse 

der Altersschätzung auswirke. Das radiologische Alter ergebe gemäss 

Handröntgen ein durchschnittliches Alter von 18.5 Jahren, das der Compu-

tertomographie der Schlüsselbeine ein durchschnittliches Alter von 

21.7 Jahre. Ein durchschnittliches odontologisches Alter könne nicht ange-

geben werden. In der Gesamtbetrachtung ergebe sich somit ein durch-

schnittliches Alter von 18.5 – 21.7 Jahren. Das mit den verschiedenen Me-

thoden ermittelte höchste Mindestalter determiniere jedoch das tatsächlich 

zu nennende Mindestalter, im vorliegenden Fall also 17.6 Jahre (Mindest-

alter gemäss CT der Schlüsselbeine). Eine Volljährigkeit könne nicht be-

wiesen werden. Das angegebene Alter von (…) Jahren liege knapp unter-

halb der Ergebnisse der Altersschätzung (vgl. SEM-act. […]-18/7, 19/7 und 

20/2,21/2). 

8.4.3 Gestützt auf BVGE 2018 VI/3 ist eine medizinische Altersabklärung 

als sehr starkes Indiz für die Volljährigkeit zu werten, wenn das Mindestal-

ter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und der zahn-

ärztlichen Untersuchung über 18 Jahren liegt. Liegt das Mindestalter bei 

der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztlichen 

Untersuchung über 18 Jahren und überlappen sich die anhand der beiden 

Analysen ergebenden Altersspannen, ist dies ein starkes Indiz für die Voll-

jährigkeit. Lediglich ein schwaches Indiz für die Volljährigkeit liegt vor, wenn 

das Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse 

oder der zahnärztlichen Untersuchung über 18 Jahren liegt und sich die 

anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen nicht überlappen, 

wobei es dafür eine plausible medizinische Erklärung gibt. Ein sehr schwa-

ches oder gar fragliches Indiz für die Volljährigkeit ist gegeben, wenn das 

Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder 

der zahnärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren liegt und die sich anhand 

der beiden Analysen ergebenden Altersspannen nicht überlappen, ohne 

dass es dafür eine plausible medizinische Erklärung gibt. Wenn das Min-

destalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und der 

zahnärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren liegt, lässt sich – ähnlich wie 

bei der Handknochenaltersanalyse – anhand der medizinischen 

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Seite 24 

Altersabklärung keine Aussage zur Minder- respektive Volljährigkeit einer 

Person machen (selbst wenn das Maximalalter bei beiden oder einer Me-

thode darüber liegt; vgl. a.a.O. E. 4.2.2). 

8.4.4 Gemäss dem vorliegenden Altersgutachten liegt das Mindestalter bei 

der Schlüsselbeinanalyse (17.6 Jahre) und der Handknochenanalyse unter 

18 Jahren. Bei nicht vorhandenen Weisheitszähnen konnte kein Vergleich 

angestellt werden. Angesichts des Fazits des Gutachtens konnte keine 

Volljährigkeit belegt werden. Aus dem Gutachten geht jedoch auch hervor, 

dass das behauptete Geburtsdatum (…) 2006 unterhalb der Altersschät-

zung liegt. 

8.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass weder die Richtigkeit des im 

ZEMIS eingetragenen noch des vom Beschwerdeführer angegebenen Ge-

burtsdatums bewiesen ist. In Gesamtwürdigung der für und gegen die Min-

derjährigkeit beziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdeführers spre-

chenden Faktoren erscheint jedoch das im ZEMIS eingetragene Geburts-

datum ([…] 2005) wahrscheinlicher als das behauptete ([…] 2006). Daran 

ändert auch der Umstand nichts, dass der aktuelle ZEMIS-Eintrag auf ei-

nem fiktiven Geburtstag des Beschwerdeführers beruht und daher mit 

grösster Wahrscheinlichkeit nicht richtig ist. Dies lässt sich in Fällen, bei 

denen das Geburtsdatum unbekannt ist und stattdessen praxisgemäss der 

(…) als fiktiver Geburtstag erfasst wird, nicht vermeiden (vgl. Urteile des 

BGer 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 E. 2.5 und 1C_240/2012 vom 

13. August 2012 E. 5.5; Urteil des BVGer A-1338/2020 vom 14. Oktober 

2020 E. 5.4). 

8.6 Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darin beantragt wird, 

das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS sei auf den (…) 2006 

abzuändern. Der bestehende ZEMIS-Eintrag mit dem Geburtsdatum (…) 

2005 ist (mit einem Bestreitungsvermerk versehen) unverändert zu belas-

sen. 

9.  

9.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden kein Recht ein, den ihren 

D-592/2024 

Seite 25 

Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 

E. 8.3). 

9.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Im Rahmen eines Wiederaufnahmever-

fahrens (engl.: take back) wie im vorliegenden Fall findet grundsätzlich 

keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. zum Gan-

zen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

9.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (EU-Grundrechtecharta [GRC]; ABl. C 364/1 vom 18. Dezember 

2000) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein an-

derer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein ande-

rer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit 

prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO). 

9.4 Der nach der Dublin-III-VO zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, ei-

nen Antragsteller, dessen Antrag abgelehnt wurde und der in einem ande-

ren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet 

eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO). 

9.5 Im Falle eines unbegleiteten Minderjährigen ohne familiäre Anknüp-

fungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene ihren (aktuellen) Antrag 

auf internationalen Schutz gestellt hat. Als minderjährig gilt ein Drittstaats-

angehöriger unter 18 Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der 

Asylverordnung über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Unbeglei-

tete Minderjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen 

(vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin-III-Verordnung, Das 

europäische Asylzuständigkeitssystem, 2014, K15 f. zu Art. 8 Dublin-III-

VO, m.w.H.). 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2017%20VI/5

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Seite 26 

10.  

10.1 Das SEM führt in der Verfügung im Wesentlichen aus, der Abgleich 

der Fingerabdrücke mit der Datenbank Eurodac weise nach, dass der Be-

schwerdeführer am 30. September 2023 in Kroatien und am 12. Septem-

ber 2023 in Bulgarien jeweils ein Asylgesuch eigenreicht habe. Das SEM 

habe zeitgleich beide Staaten um Übernahme ersucht. Die kroatischen Be-

hörden hätten das Ersuchen des SEM um seine Übernahme gestützt auf 

Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gutgeheissen. Die bulgarischen Behörden hät-

ten sich innert Frist nicht vernehmen lassen, was gemäss Art. 25 Abs. 2 

Dublin-III-VO grundsätzlich ebenfalls einer Gutheissung des Ersuchens 

per 25. Dezember 2023 gleichkomme. Vorliegend liege die Zuständigkeit 

bei Kroatien, da Kroatien seiner Übernahme explizit zugestimmt habe. Bei 

einer bestehenden Zuständigkeit Bulgariens wäre Kroatien gehalten gewe-

sen, bis spätestens am 30. November 2023 ein Übernahmeersuchen an 

Bulgarien zu richten. Der Umstand, dass Kroatien einer Übernahme zuge-

stimmt habe, lasse darauf schliessen, dass Kroatien entweder kein Über-

nahmeersuchen an Bulgarien gerichtet habe oder Bulgarien ein kroati-

sches Übernahmeersuchen abgewiesen habe und Kroatien in der Folge 

keine fristgerechte Zustimmung Bulgariens in einem Remonstrationsver-

fahren erwirkt habe, was in beiden Fällen einen Zuständigkeitsübergang 

vom Bulgarien an Kroatien zur Folge hätte (Art. 23 Dublin-III-VO bezie-

hungsweise BVGE 2019 VI/4). Somit liege die Zuständigkeit bei Kroatien, 

sein weiteres Verfahren durchzuführen. In der Stellungnahme vom 10. Ja-

nuar 2024 werde angegeben, dass der Beschwerdeführer in Kroatien zur 

Abgabe der Fingerabdrücke gezwungen worden sei. Er wolle nicht dorthin 

zurückkehren. Der Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der Datenbank Eu-

rodac weise zweifelsfrei nach, dass er in Kroatien um Asyl ersucht habe. 

Das SEM schliesse aus, dass die kroatischen Behörden ausländische Per-

sonen ohne Vorliegen einer konkreten diesbezüglichen Willensäusserung 

beziehungsweise gegen deren Willen als asylsuchende Personen regist-

rieren würden. Es erschliesse sich dem SEM in keiner Weise, welcher Vor-

teil sich für die kroatischen Behörden aus einem solchen Vorgehen ergäbe. 

lm Übrigen stehe es Kroatien frei, ausländischen Personen die Fingerab-

drücke abzunehmen und dabei im Einklang mit nationalem und internatio-

nalem Recht Zwang anzuwenden. Worin besagter Zwang bestanden habe, 

habe der Beschwerdeführer im Übrigen nicht näher ausgeführt. 

Es gebe keine wesentlichen Gründe für die Annahme, dass das Asylver-

fahren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien 

Schwachstellen aufweisen würden, die eine der EU-Grundrechtecharta 

oder der EMRK widersprechende Behandlung mit sich bringen würden. 

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Seite 27 

Den kroatischen Behörden werde von zahlreichen nationalen und interna-

tionalen Organisationen zwar vorgeworfen, illegale Push-backs vorzuneh-

men. Nach Erkenntnissen des SEM könne diese Problematik aber nicht mit 

Rückführungen gestützt auf die Dublin-Verordnung in Verbindung gebracht 

werden. So hätten Dublin-Rückkehrende Zugang zu einem rechtsstaatli-

chen Asylverfahren und zwar unabhängig davon, ob sie zuvor in Kroatien 

bereits um Asyl ersucht hätten. Der Beschwerdeführer mache keine Push-

backs durch die kroatischen Behörden geltend. Weiter stelle das SEM fest, 

dass er es im Rahmen des rechtlichen Gehörs unterlassen habe, sich ein-

gehend zur geltend gemachten schlechten, willkürlichen und menschenun-

würdigen Behandlung durch kroatische Polizisten zu äussern. Er habe 

weitgehend pauschal auf die Erlebnisse in Bulgarien verwiesen und erklärt, 

mit diesen würden sich seine Erlebnisse in Kroatien grösstenteils decken, 

ohne aber präzise auszuführen, inwiefern er in Kroatien und Bulgarien 

Identisches erlebt habe. Anlässlich der Erstbefragung habe er in Bezug auf 

seine Behandlung durch die kroatischen Behörden nichts bemängelt. In 

Bezug auf seine gesundheitlichen Probleme habe er etwa auf die Ge-

schehnisse in Bulgarien verwiesen, nicht auf jene in Kroatien. Betreffend 

Kroatien habe er ausgeführt, man habe ihm in Kroatien die Fingerabdrücke 

abgenommen und ihn dann wieder gehen lassen, er habe sich dort drei 

Tage aufgehalten (vgl. SEM-act. […]-15/11 Ziff. 5.02 und 8.02). Das SEM 

habe mithin Zweifel, dass sich seine Erlebnisse in Kroatien tatsächlich mit 

jenen in Bulgarien decken würden. Aus dem von ihm geltend gemachten 

Fehlverhalten der kroatischen Sicherheitskräfte lasse sich zudem keine 

systematische Anwendung von Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten 

ableiten. Betroffene könnten mit Hilfe einer NGO oder direkt bei der Polizei 

eine Anzeige gegen fehlbare Beamtinnen und Beamte erstatten. Der Zu-

gang zu wirksamen Rechtsmitteln sei in Kroatien gewährleistet. Das SEM 

gehe nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer bei einer Überstellung 

nach Kroatien gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO und Art. 3 EMRK ausgesetzt würde, in eine exis-

tenzielle Notlage geraten oder ohne Prüfung seines Asylgesuchs und unter 

Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Heimat- oder Her-

kunftsstaat überstellt würde. Zudem lägen keine systemischen Mängel in 

Kroatiens Asyl- und Aufnahmesystem vor. 

Den Akten sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer – insbesondere 

aufgrund der von ihm geltend gemachten Erlebnisse in Bulgarien – psy-

chisch belastet sei. Hinweise auf eine besonders schwere psychische Er-

krankung lägen aber keine vor. Die vorliegenden Verlaufsberichte würden 

zwar keine konkreten Diagnosen stellen, allerdings gehe daraus die 

D-592/2024 

Seite 28 

Möglichkeit einer bestehenden posttraumatischen Belastungsstörung 

(PTBS) hervor. Sodann sei zwar seine Konsultation bei der (…) gegenwär-

tig noch ausstehend. Es sei allerdings nicht davon auszugehen, dass dabei 

derart gravierende Diagnosen gestellt würden, welche an der Einschät-

zung des SEM etwas zu ändern vermögen würden. Dies gelte auch für den 

Fall, dass bei ihm tatsächlich eine PTBS diagnostiziert werde. Ferner falle 

in Betracht, dass bis dato kein Termin für besagte Konsultation feststehe, 

womit nicht von einer akuten Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerden 

auszugehen sei, zumal er gegenwärtig auch nicht medikamentös behan-

delt werde. Weitere Abklärungen seines Gesundheitszustands sowie seine 

Behandlung insgesamt könne auch in Kroatien erfolgen. Kroatien verfüge 

über eine ausreichende medizinische Infrastruktur und sei gemäss Art. 19 

Abs. 1 Aufnahmerichtlinie verpflichtet, ihm die erforderliche medizinische 

Versorgung, welche zumindest die Notversorgung und die unbedingt erfor-

derliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störun-

gen umfasse, zu gewähren. Das SEM komme deshalb zum Schluss, dass 

die Überstellung nach Kroatien auch unter Berücksichtigung des Gesund-

heitszustandes des Beschwerdeführers, einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK nicht zu begründen vermöge. Folglich bestehe keine Verpflichtung, 

die Souveränitätsklausel gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO anzuwen-

den. 

10.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, dem Be-

schwerdeführer gehe es aufgrund der Erlebnisse in Afghanistan, in Bulga-

rien und auf der Flucht psychisch nicht gut. Er habe seit den Geschehnis-

sen in Bulgarien Schwierigkeiten einzuschlafen, habe Alpträume und weine 

oft in der Nacht. Zudem habe er Probleme am Fuss, eine Verletzung, die 

ihm in Kroatien zugefügt worden sei. Gemäss den Berichten liege ein Ver-

dacht auf eine PTBS vor. Er sei müde, erschöpft und belastet von der 

Flucht. Er wünsche sich dringend eine psychologische Behandlung. Zu-

dem habe er sich seit seiner Einreise in die Schweiz bereits integriert und 

Freundschaften geschlossen, möchte hier eine Ausbildung machen und ar-

beiten. Aufgrund der traumatischen Erlebnisse in Bulgarien und Kroatien 

und insbesondere aufgrund seiner Minderjährigkeit sei er besonders vul-

nerabel. Eine Wegweisung nach Kroatien würde ihm eine Perspektive weg-

nehmen und sein psychischer Zustand würde sich damit drastisch ver-

schlechtern. Der Zugang zu psychologischer Betreuung in Kroatien sei 

nicht gewährleistet. Es bestünden grosse Schwierigkeiten und Hürden 

beim Zugang zu medizinischer Behandlung für Asylsuchende in Kroatien 

(vgl. Médcins du Monde [MdM], Physical and mental health of applicants 

for international protection in the Republic of Croatia, 2023). Für Personen, 

D-592/2024 

Seite 29 

die der Sprache nicht mächtig seien, seien die Chancen auf eine dauer-

hafte Behandlung minimal. Es gebe Lücken in den Krankenversicherungen 

und es fehle an Übersetzer/innen. Die gesamte bestehende Unterstützung 

werde von NGO’s und nicht staatlichen Akteuren durchgeführt, reiche aber 

bei weitem nicht aus (vgl. Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

[SFH] zur Situation von psychisch erkrankten Asylsuchenden und Schutz-

berechtigten in Kroatien). MdM habe ihre Aktivitäten in den Aufnahmezen-

tren am 22. Mai 2023 einstellen müssen und sei die einzige Organisation, 

welche für die medizinische Versorgung von Asylsuchenden in Zagreb zu-

ständig sei. Seit September 2023 sei MdM wieder mit einer Person vor Ort 

im Camp, was den Anforderungen an eine adäquate medizinische Versor-

gung jedoch nicht genüge. Das Asylverfahren in Kroatien weise erhebliche 

Schwachstellen auf. Selbst wenn Dublin-Rückkehrende in das Asylverfah-

ren aufgenommen würden, so zeigten die Statistiken und Erfahrungen von 

NGOs in Kroatien doch, dass sie kein faires Asylverfahren durchlaufen 

könnten. Es bestünden erhebliche Zweifel daran, ob sich Kroatien an die 

Vorgaben der Qualifikationsrichtlinie halte. Centre for Peace Studies (CPS) 

weise klar daraufhin, dass das kroatische Asylsystem erhebliche Schwach-

stellen aufweise, was man an den Zahlen der Schutzgewährungen festma-

chen könne und dass Kroatien einen erheblichen Anstieg an Asylgesuchen 

verzeichne und die Camps völlig überlastet seien. Eine geschlechterge-

trennte Unterbringung könne nicht gewährleistet werden, die Menschen 

müssten auf Matratzen in den Gängen schlafen und die hygienischen Zu-

stände seien katastrophal. Eine menschenwürdige Unterbringung sei in 

Kroatien nicht gewährleistet. Angesichts dessen würden die Abklärungen 

der Vorinstanz extrem nachlässig und oberflächlich scheinen. Dublin-Rück-

kehrende würden in Kroatien Gefahr laufen, als Folgeantragstellende be-

handelt zu werden. Eine so deutlich vom Rest der Mitgliedstaaten abwei-

chende Schutzpraxis widerspreche den Regelungen der Qualifikations-

richtlinie und weise auf Schwachstellen im kroatischen Asylsystem hin. An-

gesichts der Zahlen (24.367 Asylanträge in den ersten sechs Monaten 

2023, 21 Schutzgewährungen) sei davon auszugehen, dass der Grossteil 

der Dublin-Rückkehrenden unabhängig von ihren Asylgründen einen ne-

gativen Asylentscheid in Kroatien erhalten würden. Dies gehe mit einer di-

rekten Gefahr der Ausschaffung einher, was eine Verletzung des Non-Re-

foulment-Gebots gemäss Art. 3 EMRK und Art. 33 FK darstelle. Zusam-

menfassend bedeute dies, dass in Kroatien systemische Schwachstellen 

des Asylverfahrens und Aufnahmesystems bestünden und daher von einer 

Überstellung nach Kroatien gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO abzusehen 

sei. 

D-592/2024 

Seite 30 

11.  

11.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank ergab, dass er am 30. September 2023 in Kroatien und 

am 12. September 2023 in Bulgarien jeweils ein Asylgesuch eingereicht 

hatte. Mit Verweis auf die Ausführungen in Erwägung 8 sind die Vorausset-

zungen für die Annahme einer Zuständigkeit der Schweiz für das Asylver-

fahren gestützt auf Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO (vgl. E. 9.5) vorliegend nicht 

gegeben. Das SEM hat deshalb zu Recht sowohl die bulgarischen wie 

auch die kroatischen Behörden am 10. Dezember 2023 um Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO ersucht. Die kroatischen Behörden hiessen dieses Gesuch am 23. De-

zember 2023 in Kenntnis, dass der Beschwerdeführer zuvor auch in Bul-

garien um Asyl ersucht hatte, ausdrücklich gut und das SEM hat mit zutref-

fender Begründung dargelegt, warum nicht von der Zuständigkeit Bulgari-

ens auszugehen ist. Die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens ist somit 

gegeben. 

11.2 Das Vorliegen systemischer Schwachstellen ist unter Hinweis auf die 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts – entgegen der in der Beschwerde 

vertretenen Auffassung – zu verneinen (vgl. das Referenzurteil des BVGer 

E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5). 

11.3 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 AsylV 

konkretisiert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch 

«aus humanitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss 

Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völker-

rechtliche Überstellungshindernisse (namentlich Art. 3 EMRK) vor, ist der 

Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE2015/9 E. 8.2.1).  

11.4 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-

VO kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien 

seinen völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber 

Personen in der Situation des Beschwerdeführers nachkommt und insbe-

sondere die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Richtlinie des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 

zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die inter-

D-592/2024 

Seite 31 

nationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben. Diese 

Vermutung kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. Hierfür bedarf es aber 

konkreter und ernsthafter Hinweise, die von den Betroffenen glaubhaft dar-

zutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f). 

11.5 Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass der Empfang 

und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien problema-

tisch sein können. Der Beschwerdeführer vermag indessen nicht darzutun, 

dass er in Kroatien – nach legaler Rückkehr aus einem Dublin-Mitgliedstaat 

– kein faires Asylverfahren erhalten würde und er ernsthaft Gefahr laufen 

würde, bei einer Rückkehr dorthin unmenschlich im Sinne von Art. 3 EMRK 

behandelt zu werden. Er wird sich nach der Dublin-Überstellung in einer 

anderen Situation als bei seiner früheren (illegalen) Einreise nach Kroatien 

befinden. Kroatien ist ein Rechtsstaat mit einem funktionierenden Jus-

tizsystem. Folglich ist von der grundsätzlichen Schutzwilligkeit und Schutz-

fähigkeit dieses Staates auszugehen. Es bestehen auch unter Berücksich-

tigung der geltend gemachten tiefen Schutzquote in Kroatien keine konkre-

ten Gründe für die Annahme, Kroatien werde den Grundsatz des Non-Re-

foulement missachten und den Beschwerdeführer zur Ausreise in ein Land 

zwingen, in welchem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen 

würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (vgl. die 

Urteile des BVGer F-6669/2023 vom 21. Dezember 2023 E. 8.1 und  

E-6836/2023 vom 15. Dezember 2023 E. 7.4.1). Bei einer allfälligen vo-

rübergehenden Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingun-

gen kann sich der Beschwerdeführer an die kroatischen Behörden wenden 

und seine Rechte auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahme-

richtlinie). Dies gilt auch in Bezug auf die nicht weiter substantiierte geltend 

gemachte menschenunwürdige Behandlung des Beschwerdeführers sei-

tens der kroatischen Behörden. Daran vermag der Umstand, dass ein 

rechtliches Vorgehen möglicherweise mit grösseren Hürden und Schwie-

rigkeiten verbunden sein könnte als in der Schweiz, nichts zu ändern (vgl. 

etwa die Urteile des BVGer F-322/2024 vom 22. Januar 2024 E. 4.2 und 

D-7037/2023 vom 9. Januar 2024 E. 6.4). Dem Beschwerdeführer steht 

auch die Möglichkeit offen, die vor Ort tätigen karitativen Organisationen 

zu kontaktieren. Im Übrigen kann vollumfänglich auf die Ausführungen des 

SEM in seiner Verfügung verwiesen werden. 

11.6  

11.6.1 Der Beschwerdeführer beruft sich ferner auf seinen schlechten psy-

chischen Gesundheitszustand. Aus dem medizinischen Verlaufsbericht 

D-592/2024 

Seite 32 

geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 5. und 19. Dezember 2023 im 

BAZ für ein psychiatrisches Konsil vorstellig geworden und ein Verdacht 

auf eine PTBS festgestellt worden ist. Am 4. Januar 2024 wurde er von (…) 

wegen Hautproblemen behandelt. Am 11. Januar 2024 ist eine Überwei-

sung an die (…) erfolgt. 

11.6.2 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitli-

chen Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen 

Art. 3 EMRK darstellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die be-

troffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheits-

stadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit 

dem sicheren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstüt-

zung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die dama-

lige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). 

Eine weitere vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die 

durch die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behand-

lung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer erns-

ten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesund-

heitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer 

erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

11.6.3 Eine solche Situation liegt angesichts der Aktenlage offensichtlich 

nicht vor. Diesbezüglich kann vorab auf die Erwägungen der Vorinstanz in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die gesundheitlichen Be-

einträchtigungen des Beschwerdeführers sind nicht von einer derartigen 

Schwere, dass eine Überstellung nach Kroatien eine Verletzung von Art. 3 

EMRK zur Folge hätte. Die Behandlung seiner psychischen Beschwerden 

sind auch in Kroatien möglich, da das Land über eine dazu ausreichende 

medizinische Infrastruktur verfügt (vgl. statt vieler beispielsweise die Urteile 

des BVGer E-382/2024 vom 23. Januar 2024 E. 9.3.4 und F-80/2024 vom 

17. Januar 2024 E. 8.6). An dieser Einschätzung vermögen die Einwände 

in der Beschwerde nichts zu ändern. Kroatien ist sodann durch die Aufnah-

merichtlinie verpflichtet, antragstellenden Personen die erforderliche medi-

zinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt 

erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-

rungen umfasst, zugänglich zu machen (vgl. Art. 19 Abs. 1 und 2 Aufnah-

merichtlinie). Es liegen auch keine Anhaltspunkte vor, die darauf hindeuten, 

dass Kroatien dem Beschwerdeführer medizinische Behandlungen verwei-

gern wird. Für das weitere Verfahren ist einzig die Reisefähigkeit aus-

D-592/2024 

Seite 33 

schlaggebend, welche erst kurz vor der Überstellung definitiv beurteilt wird, 

wobei das SEM dem aktuellen Gesundheitszustand insofern Rechnung 

trägt, als es die kroatischen Behörden über diesen sowie allfällige notwen-

dige Behandlungen informieren wird. 

11.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass weder völkerrechtliche Voll-

zugshindernisse, die die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, 

noch Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung vorliegen. Das SEM hat 

somit das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 Dublin-III-VO beziehungs-

weise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Recht nicht ausgeübt. Somit bleibt Kroa-

tien der für die Behandlung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers zu-

ständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO. Es besteht auch kein Anlass, 

von den zuständigen kroatischen Behörden Zusicherungen einzuholen, 

dass ab dem Zeitpunkt der Ankunft des Beschwerdeführers in Kroatien um-

gehend Obdach, Nahrung, eine adäquate und regelmässige medizinische 

sowie psychologische Behandlung zur Verfügung stehe. Der entsprechen-

de Subeventualantrag ist abzuweisen. 

12.  

Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und 

es hat – weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung ist (Art. 32 Bst. a AsylV 1) – in Anwendung von Art. 44 

AsylG zu Recht die Wegweisung beziehungsweise die Überstellung des 

Beschwerdeführers nach Kroatien verfügt. 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

14.  

Die Gesuche, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu ertei-

len und die Vollzugsbehörde sei unverzüglich anzuweisen, von einer Über-

stellung nach Kroatien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über 

die Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe, sowie das 

Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werden 

mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos. 

D-592/2024 

Seite 34 

15.  

Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG. Aufgrund der vorstehen-

den Erwägungen ergibt sich, dass sich seine Begehren als aussichtslos 

erwiesen haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzun-

gen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und die amtliche 

Verbeiständung nicht gegeben, weshalb die entsprechenden Gesuche ab-

zuweisen sind. 

16.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-592/2024 

Seite 35 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde hinsichtlich der Datenänderung im Zentralen Migrationsin-

formationssystem (Dispositivziffer 5 der angefochtenen Verfügung) wird 

abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerde hinsichtlich des Nichteintretens auf das Asylgesuch und 

der Überstellung in den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat (Dispositivziffern 

1-4 der angefochtenen Verfügung) wird abgewiesen. 

3.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

liegenden Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zustel-

lung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde und das Generalsekretariat des EJPD. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Sarah Ferreyra 

 

(Rechtsmittelbelehrung nächste Seite) 

  

D-592/2024 

Seite 36 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen die Ziffer 1 des Dispositivs kann innert 30 Tagen nach Eröffnung 

beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bun-

desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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