# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1df113ea-aeff-58ad-bc8b-9b70a08f92de
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 20.06.2023 II 2023 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2023-44_2023-06-20.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2023 44

Entscheid vom 20. Juni 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________

gegen

Amt für Arbeit, Lückenstrasse 8, Postfach 1181, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Arbeitslosenversicherung (Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen 
während der Kündigungsfrist)

2

Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1988) wurde die Anstellung als Marketingmanagerin bei 
der B.________ AG Ende Juli per 31. Oktober 2022 gekündigt. Am 31. August 
2022 wurde sie durch das RAV C.________ für eine Vollzeitstelle zur Arbeits-
vermittlung angemeldet (Vi-act. 2). Am 2. November 2022 stellte sie Antrag auf 
Arbeitslosenentschädigung per 1. November 2022 (Vi-act. 1).

B. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2022 lud das Amt für Arbeit A.________ 
zur Stellungnahme ein betreffend den Vorwurf, sich während der Kündigungsfrist 
(3 Monate) nicht genügend um Arbeit bemüht zu haben, es lägen insgesamt 24 
Arbeitsbemühungen vor, weshalb eine Sanktionierung in Betracht gezogen wer-
de (Vi-act. 5). A.________ nahm hierzu am 22. Dezember 2022 Stellung und be-
stritt den Vorwurf (Vi-act. 7). Mit Verfügung vom 17. Januar 2023 stellte das Amt 
für Arbeit A.________ für die Dauer von 9 Tagen ab dem 1. November 2022 in 
der Anspruchsberechtigung ein wegen ungenügender Arbeitsbemühungen 
während der Kündigungsfrist (Vi-act. 11). Eine am 7. Februar 2023 hiergegen er-
hobene Einsprache (Vi-act. 15) wies das Amt für Arbeit mit Entscheid Nr. 117/23 
vom 19. April 2023 ab (Vi-act. 17).

C. Am 8. Mai 2023 reicht A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz fristgerecht Beschwerde ein mit dem sinngemässen Antrag, die Einstel-
lung in der Anspruchsberechtigung aufzuheben, eventualiter auf 2 Tage zu redu-
zieren. Mit Vernehmlassung vom 1. Juni 2023 beantragt das Amt für Arbeit die 
Abweisung der Beschwerde.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Beschwerde-
führerin zu Recht für 9 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat mit der 
Begründung, sie habe sich in den drei Monaten vor Stempelbeginn mit nur 24 
(resp. 25 gemäss Einspracheentscheid) Bewerbungen persönlich zu wenig um 
Arbeit bemüht. 

2.1 Die versicherte Person ist in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn 
sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht (vgl. Art. 30 
Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-
rung und die Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; 
SR 837.0] vom 25.6.1982). Diese Regelung steht im Zusammenhang mit der in 
Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht, wonach die versicher-
te Person alles Zumutbare unternehmen muss, um eine Arbeitslosigkeit zu ver-

3

meiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, 
nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes (vgl. AVIG-Praxis ALE, Juli 
2021, B307 ff.; vgl. BGE 114 V 285 E. 3; BGE 111 V 239 E. 2a; Urteil BGer 
8C_12/2010 vom 4.5.2010 E. 2.2; SBVR Soziale Sicherheit-Nussbaumer, 
3. Aufl., N. Rz. 843).

2.2 Art. 26 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 
und die Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; 
SR 837.02) vom 31. August 1983 normiert die Anforderungen an die persönli-
chen Arbeitsbemühungen der Versicherten. Die versicherte Person muss den 
Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften 
Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag 
einreichen. Nachgewiesene Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksich-
tigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und hierzu keinen 
entschuldbaren Grund geltend macht (vgl. Art. 26 Abs. 2 AVIV). Die zuständige 
Amtsstelle hat die Arbeitsbemühungen der Versicherten monatlich zu überprüfen 
(vgl. Art. 26 Abs. 3 AVIV). Arbeitsbemühungen sind unabhängig von den Erfolgs-
aussichten vorzunehmen (vgl. VGE II 2014 68 vom 20.11.2014 E. 1.2 m.w.H.a. 
Gerhards, Kommentar zum AVIG, Bd. 1, Bern 1987, Art. 17 Rz. 14; VGE 432/97 
vom 17.12.1997 m.H.). Daraus folgt, dass vorbehältlich eines entschuldbaren 
Grundes die Arbeitsbemühungen unberücksichtigt bleiben und eine Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung ausgesprochen werden kann, wenn die Nachweise 
der Arbeitsbemühungen nicht innert der gesetzlichen Frist eingereicht werden, 
ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste. Die versicherte Person 
muss ihre Bemühungen nachweisen können (vgl. AVIG-Praxis ALE B321 ff.). Ob 
die persönlichen Arbeitsbemühungen als genügend zu betrachten sind, ist mithin 
im Einzelfall unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen (vgl. VGE 
319/04 vom 16.6.2004 E. 1; vgl. zum Ganzen auch: VGE II 2021 76 vom 
21.10.2021 E. 1.2). 

2.3 Eine versicherte Person hat nicht erst nach Eintritt der Arbeitslosigkeit, 
sondern bereits in der Kündigungsfrist bzw. vor der Meldung beim Arbeitsamt, 
Stellenbemühungen vorzunehmen (vgl. VGE II 2022 32 vom 26.4.2022 E. 2.2; 
VGE II 2014 68 vom 20.11.2014 E. 1.2 m.H.a. ARV 1993/94 Nr. 26 S. 184 E. 2b; 
vgl. auch ARV 2003 Nr. 10, S. 119 E. 1). Insbesondere fallen auch intensive Ar-
beitsbemühungen während der Kündigungsfrist an, nötigenfalls auch ausserhalb 
des erlernten Berufes der versicherten Person (vgl. AVIG-Praxis ALE, Januar 
2021, B311). Persönliche Arbeitsbemühungen sind mithin bereits vor der Mel-
dung beim Arbeitsamt vorzukehren, bevor überhaupt von Seiten der Arbeitslo-
senversicherung entsprechende Informationen gezielt an von Arbeitslosigkeit be-

4

drohte Versicherte abgegeben werden können (vgl. VGE II 2022 32 vom 
26.4.2022; VGE II 2018 20 vom 22.3.2018 E. 2.2 m.w.H.). Ausschlaggebend für 
den Zeitraum, den es für die Prüfung der Arbeitsbemühungen zu berücksichtigen 
gilt, ist der Zeitpunkt, ab dem die Person Kenntnis davon hat, dass sie objektiv 
von der Arbeitslosigkeit bedroht ist. Liegt dieser Zeitpunkt mehr als drei Monate 
vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung, werden nur die drei letzten 
Monate vor der Anmeldung überprüft, ob die Person sich um eine Stelle bemüht 
hat (vgl. AVIG-Praxis ALE B314).

2.4 Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine Person genügend um zumutba-
re Arbeit bemüht hat, sind die Qualität und die Quantität ihrer Bewerbungen von 
Bedeutung (vgl. AVIG-Praxis ALE B315).

2.4.1  Das Quantitativ der Bewerbungen beurteilt sich nach den konkreten Um-
ständen, wobei in der Praxis durchschnittlich zehn bis zwölf Stellenbewerbungen 
pro Monat in der Regel als genügend erachtet werden (vgl. BGE 141 V 365 E. 
4.1; Urteil BGer 8C_209/2018 vom 14.11.2018 E. 3.3 m.H.a. BGE 139 V 524 E. 
2.1.4; SBVR Soziale Sicherheit-Nussbaumer, 3. Aufl., N. Rz. 846). Allerdings ist 
eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche Mindestanzahl an Bewer-
bungen nicht möglich, das Quantitativ beurteilt sich vielmehr nach den konkreten 
Umständen (vgl. BGE 139 V 524 E. 2.1.4). So müssen etwa die Arbeits-
bemühungen umso intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person 
hat, eine Stelle zu finden (vgl. Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatori-
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Aufl., Zürich 
2019, S. 132). Dabei stehen sowohl Tatsache als auch Intensität, nicht aber der 
Erfolg dieser Bemühungen im Vordergrund (vgl. Urteil BGer 8C_21/2008 vom 
3.6.2008).

2.4.2  Das Mass der erforderlichen Qualität der Arbeitsbemühungen hängt im 
Wesentlichen davon ab, in welcher Form sich die versicherte Person um eine 
neue Arbeitsstelle bemüht (z.B. telefonische Bewerbungen im Vergleich zu 
vollständigen schriftlichen Bewerbungen mit Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnis-
beilagen, Referenzen etc.).

2.4.3  Auch sind die Arbeitsbemühungen unabhängig von den Erfolgsaussichten 
vorzunehmen (vgl. VGE II 2017 101 vom 20.2.2018 E. 3.2.2; AVIG-Praxis ALE 
B313; SECO, Ein Leitfaden für Versicherte Arbeitslosigkeit, Ausgabe 2019, 
S. 12). Aus der Schadenminderungspflicht folgt, dass die versicherten Personen 
grundsätzlich jede nicht unzumutbare Arbeit unverzüglich anzunehmen haben 
(Art. 16 Abs. 1 AVIG) und sich die Unzumutbarkeit einer Stelle dabei nach Art. 16 
Abs. 2 AVIG bemisst (vgl. Urteil BGer 8C_652/2015 vom 17.5.2016 E. 5.2 f.). 

5

Dem entsprechend sind auch die Bewerbungen auszurichten. Die versicherte 
Person darf sich nicht einzig auf ihres Erachtens ihr angemessene Stellen be-
werben (vgl. VGE II 2018 20 vom 22.3.2018 E. 4.1.5). Weiter muss die versicher-
te Person ihre Bemühungen nachweisen können. Ob die persönlichen Arbeits-
bemühungen als genügend zu betrachten sind, ist mithin im Einzelfall unter Wür-
digung der gesamten Umstände zu beurteilen (vgl. VGE 319/04 vom 16.6.2004 
E. 1, Prot. S. 654). Die Versicherung soll ihre Leistungen nur dann (voll) erbrin-
gen, wenn sich die versicherte Person so verhält, wie wenn es keine Arbeitslo-
senversicherung gäbe (vgl. AVIG-Praxis ALE B311).

2.4.4  Bei der Beurteilung der Frage, ob die Arbeitsbemühungen qualitativ und 
quantitativ genügend sind, steht der zuständigen Amtsstelle ein gewisser Ermes-
sensspielraum zu. Die erforderliche Anzahl von Bemühungen hängt u.a. ab vom 
Arbeitsmarkt und von den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person 
wie Alter, Bildung, geographische Mobilität und sprachliche Hindernisse usw. 
(vgl. AVIG-Praxis ALE B316).

3.1 Mit der Einladung zur Stellungnahme vom 13. Dezember 2022 konfrontierte 
die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit dem Vorwurf der ungenügenden per-
sönlichen Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist. Sie habe bloss 24 
Bewerbungen (August 1, September 15, Oktober 8) nachgewiesen, was den ge-
setzlichen Bestimmungen nicht zu genügen vermöge (Vi-act. 5).

3.2 In der Stellungnahme vom 22. Dezember 2022 erklärte die Beschwerdefüh-
rerin, sie habe sich in der ersten Augustwoche 2022 beim RAV angemeldet. Mit 
E-Mail vom 14. September 2022 habe ihr RAV-Berater mitgeteilt, es seien alle 
Arbeitsbemühungen erst mit dem ersten Stempeltag (1.11.2022) zu deklarieren 
und dabei alle im Formular für Oktober zu erfassen (Vi-act. 7). Sie habe die Be-
werbungen August und September am 29. September 2022 erfasst; dabei seien 
alle mit diesem Datum erfasst worden, obwohl sie das Datum der Bewerbung 
eingegeben habe. Auch habe sie - wie vom RAV-Berater geraten - Bildschirm-
fotos der Bewerbungsschreiben/-Inserate als PDF hochgeladen. Aus all diesen 
Einträgen ergebe sich, dass sie sich genügend um Arbeit bemüht habe, nämlich 
acht Mal pro Monat, wie mit dem RAV-Berater vereinbart. Zusätzlich zu diesen 
nachgewiesenen Bewerbungen könne sie sechs weitere Bewerbungen auswei-
sen, welche sie indes nicht angegeben habe, da sie ja nur acht pro Monat habe 
ausweisen müssen. Damit sei insgesamt ausgewiesen, dass sie sich genügend 
um Arbeit bemüht habe, nämlich im August 8 mal ausgewiesen plus eine Bewer-
bung, im September 10 plus 3 und im Oktober 8 plus 2, total also 32. 

6

3.3 Im Rahmen der Abklärungen erkundigte sich die Vorinstanz beim RAV-
Berater am 28. Dezember 2022 betreffend die getroffene Absprache. Gemäss 
Beschwerdeführerin habe sie 8 persönliche Arbeitsbemühungen pro Monat aus-
weisen müssen. Im Protokoll des Erstgespräches vom 23. September 2022 sei 
festgehalten, sie müsse pro Woche mindestens drei nachweisen. Der RAV-
Berater antwortete am 13. Januar 2023, drei Arbeitsbemühungen seien ausge-
wogen, gemäss Protokoll im Erstgespräch. Von acht sei praktisch bei keinem 
seiner Stellensuchenden überhaupt die Rede (Vi-act. 10).

3.4 Am 17. Januar 2023 verfügte die Vorinstanz die Sanktionierung. Aufgrund 
der vorliegenden Unterlagen könne die Beschwerdeführerin vom 28. Juli 2022 
bis 31. Oktober 2022 bzw. bis Stempelbeginn vom 1. November 2022 zu wenig 
eigene Arbeitsbemühungen nachweisen. Dies genüge den gesetzlichen Anforde-
rungen nicht, weshalb sie um minimale 9 Tage in der Anspruchsberechtigung 
eingestellt werde (Vi-act. 11).

3.5 In der Einsprache vom 7. Februar 2023 trägt die Beschwerdeführerin vor, 
die Verfügung spreche von 'minimalen' 9 Einstelltagen, obwohl das Gesetz 1 bis 
60 Einstelltage vorsehe. Es fehle jegliche Begründung für die Sanktion im oberen 
Bereich des leichten Verschuldens. Die Verfügung erwähne auch gar nicht, wie 
viele Bemühungen anerkannt worden seien und wie viele stattdessen erwartet 
worden wären. Gemäss Personalberater seien von ihr pro Monat 8 bis 12 Be-
werbungen erwartet worden; alle könnten im Formular für Oktober erfasst wer-
den. Mit der Stellungnahme vom 22. Dezember 2022 habe sie für die letzten drei 
Monate 9, 13 und 10 Bewerbungen nachgewiesen und damit die Erwartungen er-
füllt. Es könne nun nicht die Rede davon sein, sie habe die gesetzlichen Anforde-
rungen nicht erfüllt. Mangels schriftlicher Vorgaben habe sie sich auf die Anga-
ben ihres RAV-Beraters verlassen dürfen. Es treffe sie kein Verschulden, die 
Einstelltage seien nicht gerechtfertigt (Vi-act. 15).

3.6 Im angefochtenen Entscheid vom 19. April 2023 hält die Vorinstanz der be-
schwerdeführerischen Darstellung, gemäss RAV-Berater seien von ihr 8 bis 12 
Bewerbungen monatlich erwartet worden, das Protokoll des Erstgespräches vom 
23. September 2022 entgegen, wonach drei Arbeitsbemühungen pro Woche si-
cherzustellen seien, mithin ungefähr 12 pro Monat. Diese Anforderung werde 
auch für das Gespräch vom 4. November 2022 protokolliert. Auch habe er am 
13. Januar 2023 bestätigt, es sei nicht von 8 - 12 pro Monat die Rede gewesen, 
sondern 3 pro Woche. Da dies auch so protokolliert sei, gehe die Vorinstanz von 
dieser Anforderung aus. Dabei sei daran zu erinnern, dass die Beschwerdeführe-
rin bereits 2020 stellensuchend gewesen sei; bereits damals seien vom gleichen 

7

RAV-Berater im Erstgespräch vom 18. März 2020 drei Bewerbungen wöchentlich 
gefordert und protokolliert worden. Die Beschwerdeführerin habe diese Vorgabe 
damals denn auch eingehalten.

Sodann listet die Vorinstanz als Entgegnung auf die Einsprache die durch sie 
anerkannten Bewerbungen namentlich auf, nämlich für August 8, September 9 
und Oktober 8. Die von der Beschwerdeführerin am 22. Dezember 2022 nachge-
reichten Bewerbungen würden als verspätet eingereicht nicht mehr anerkannt. 

Schliesslich erinnert die Vorinstanz daran, dass versicherte Personen in Eigen-
verantwortung und aufgrund der Schadenminderungspflicht umgehend nach 
Kündigung und noch vor Stempelbeginn alles unternehmen müssten, um die Ar-
beitslosigkeit zu verhindern. Sie müssten sich bereits vor der ersten Information 
durch das RAV, vor der Meldung beim Arbeitsamt genügend um Arbeit bemühen. 
Dieser Pflicht sei die Beschwerdeführerin mit den nachgewiesenen Stellen-
bemühungen nicht nachgekommen; der Nachweis genüge in quantitativer Hin-
sicht den gesetzlichen Anforderungen nicht. Ein Verzicht auf eine Sanktionierung 
komme aus Gründen der Rechtsgleichheit nicht in Frage. Gemäss Einstellraster 
des Seco seien ungenügende Arbeitsbemühungen während dreimonatiger Kün-
digungsfrist mit einer Einstelldauer von 9 bis 12 Tagen zu sanktionieren. Die ver-
fügte Einstelldauer von 9 Tagen sei daher nicht zu beanstanden.

4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet die vorinstanzliche Darstellung, wonach 
mit dem RAV-Berater 3 Arbeitsbemühungen pro Woche vereinbart worden seien. 
Im Beratungsgespräch vom September habe er auf ihre entsprechende Frage 
mit 8 bis 12 pro Monat geantwortet. Dies habe sie bei sich so protokolliert und 
dem Amt eingereicht. Am 29. September 2022 habe sie 16 Bemühungen nach-
gewiesen für August und September und den RAV-Berater um Antwort gebeten, 
ob es angekommen sei. Sie frage sich, warum er nicht schon damals zurückge-
schrieben habe, dass die Arbeitsbemühungen nicht ausreichen würden und sie 
nicht damals schon aufgeklärt habe. Auch später habe er ihr nie gesagt, die 
Quantität sei nicht ausreichend. Als Mutter eines Kindes würde sie nie wissent-
lich Einstelltage in Kauf nehmen wegen vier Bewerbungen zu wenig. Sie habe 
am 13. Dezember 2022 erstmals erfahren, dass ihre Bemühungen ungenügend 
seien. Die Aussage des RAV-Beraters entspreche nicht der Wahrheit; er habe 
sie mit Sicherheit nie angewiesen, drei Bewerbungen pro Woche nachzuweisen. 

Auch der Verweis der Vorinstanz auf die Arbeitslosigkeit 2020 sei falsch. Schon 
damals habe ihr der RAV-Berater keine Vorgabe gemacht. Damals habe sie den 
Nachweis noch auf Papierformularen erbringen müssen und sie habe diese ein-
fach vollständig ausgefüllt in der Annahme, das Formular müsse komplett ausge-

8

füllt sein. Eine Vorgabe habe nicht bestanden, insbesondere habe der RAV-
Berater schon damals nicht 3 Bewerbungen pro Woche verlangt.

Erst nach dem RAV-Beraterwechsel im Februar 2023 sei sie erstmals richtig auf-
geklärt worden und habe sie ein schriftliches Dokument erhalten mit den Vorga-
ben für ihre Arbeitsbemühungen. Erst die neue RAV-Beraterin habe sie korrekt 
informiert und betreue sie korrekt mit Blick auf eine erfolgreiche Stellensuche, 
wogegen sich der ehemalige RAV-Berater nur herabwürdigend, nicht beratend, 
nicht unterstützend gezeigt habe.

Schliesslich betont die Beschwerdeführerin, dass sie sämtliche getätigten Be-
werbungen eingereicht/nachgewiesen hätte, wenn sie von der Mindestmenge 
gewusst hätte. Sie habe alles getan, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen, 
weshalb sie nun auch nach kurzer Zeit wieder eine Managementstelle erhalten 
habe. Sie habe sich zu Beginn mangels konkreter Antworten seitens RAV-
Berater verloren gefühlt. Nichtsdestotrotz denke sie nun im Nachhinein, dass sie 
ihn postalisch hätte auffordern müssen, ihr Anweisungen schriftlich zu geben, um 
Missverständnisse/Fehlinformationen vorzubeugen und sich zu schützen. Sie er-
achte aufgrund des Verhaltens und der Streuung von falschen Informationen sei-
tens des RAV-Beraters eine Sanktionierung von 9 Tagen (Fr. 2'964.60) als nicht 
gerechtfertigt, sei jedoch mit 2 Einstelltagen einverstanden. 

4.2 Was die Anzahl anzuerkennender Arbeitsbemühungen anbelangt, so hat 
die Vorinstanz die erst mit der Stellungnahme vom Dezember 2022 eingereichten 
zu Recht nicht berücksichtigt. Massgeblich sind nur die bis spätestens am 5. Tag 
des der Kontrollperiode folgenden Monats nachgewiesenen Stellenbemühungen 
(vgl. oben E. 2.2). Im Übrigen ist die Begründung der Beschwerdeführerin, weil 
sie mit acht Bewerbungen das Geforderte nachgewiesen habe, habe sie auf den 
Nachweis der weiteren Bewerbungen verzichtet, nicht nachvollziehbar und ent-
schuldigt die verspätete Meldung in keinster Weise. 

4.3 Die Beschwerdeführerin vermag für ihre Behauptung, der RAV-Berater sa-
ge nicht die Wahrheit und das Protokoll, wonach wöchentlich 3 Arbeitsbemühun-
gen gefordert seien, sei falsch, keinen Beleg vorzulegen. Sie erwähnt wohl, die 
Aussage des RAV-Beraters, wonach 8 pro Monat gefordert seien, für sich selbst 
protokolliert zu haben und dies der Vorinstanz eingereicht zu haben. Indes liegt 
in den vorinstanzlichen Akten keine entsprechende Unterlage und sie reicht auch 
keine ein. Auch erwähnt sie in ihrer Stellungnahme vom 22. Dezember 2022 
nichts derlei, was jedoch (nicht zuletzt aufgrund der Ausführlichkeit der Stellung-
nahme) zu erwarten wäre. Sowohl mit der genannten Stellungnahme als auch 
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde reicht die Beschwerdeführerin einen Mail-

9

verkehr mit ihrem RAV-Berater ein. Auch darin finden sich keine Anhaltspunkte 
für ihre Behauptung. Demgegenüber trifft es zu, dass im Protokoll zum Erstge-
spräch vom 23. September 2022 die Erwartung protokolliert ist, dass pro Woche 
drei Bewerbungen nachzuweisen sind. Zudem weist die Vorinstanz zu Recht 
darauf hin, dass dies bereits im Protokoll zum Erstgespräch im Jahr 2020 ebenso 
vermerkt ist, die Beschwerdeführerin also bereits aus ihrer damaligen Arbeitslo-
sigkeit informiert war. Des Weiteren entsprechen 8 Bewerbungen pro Monat nicht 
den Erwartungen, wie sie in der Praxis und Rechtsprechung als Regel formuliert 
werden (vgl. oben E. 2.4.1), weshalb es nicht glaubhaft erscheint, dass der RAV-
Berater gerade von der Beschwerdeführerin entgegen diesen allgemeinen Anfor-
derungen nur acht Bewerbungen pro Monat gefordert haben sollte. Schliesslich 
betonte die Vorinstanz auch zu recht, dass von einer gekündigten Person genü-
gende, d.h. 10 bis 12 Bewerbungen pro Monat gefordert werden, selbst wenn sie 
noch mit keiner Amtsstelle Kontakt und noch keine Informationen erhalten hatte. 
Denn letztlich liegt es in ihrer Eigenverantwortung und entspricht es der Scha-
denminderungspflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um der Arbeitslosigkeit 
zu entgehen oder sie zu verkürzen (vgl. SBVR Soziale Sicherheit-Nussbaumer, 
3. Aufl., N. Rz. 311, 843).

4.4 Die Vorinstanz anerkannte für die letzten drei Monate vor Stempelbeginn 
25 nachgewiesene Stellenbewerbungen. Die Beschwerdeführerin behauptet 
nicht, fristgerecht mehr als diese Bewerbungen nachgewiesen zu haben. Damit 
aber steht fest, dass sie den allgemeinen Erwartungen, wie sie in der von der 
Rechtsprechung bestätigten Praxis gefordert werden (vgl. oben E. 2.4.1) nicht 
gerecht wurde, sondern zu wenige persönliche Arbeitsbemühungen auswies. Bei 
den 10 bis 12 Bewerbungen pro Monat handelt es sich zwar nicht um eine starre 
Grenze, sondern müssen subjektive und objektive Umstände des Einzelfalles 
berücksichtigt werden (Urteil BGer 8C_583/2009 vom 22.12.2009 E. 5.1). Vorlie-
gend bringt die Beschwerdeführerin indes keinerlei Umstände vor, so dass sich 
ein Abweichen vom Richtmass aufdrängen würde. Indem sie weitere getätigte 
(aber wegen Fristversäumnis nicht beachtliche) Bewerbungen aufzeigt, bestätigt 
sie vielmehr, dass die geforderte Anzahl in der Tat auch möglich gewesen wäre.

4.5.1 Schliesslich erhebt die Beschwerdeführerin Vorwürfe gegenüber ihrem ers-
ten RAV-Berater. Er habe es an Informationen, Beratung und Unterstützung 
mangeln lassen und sich stattdessen herabwürdigend geäussert. Insbesondere 
wäre zu erwarten, dass er sie im Rahmen des Mailaustausches vom September 
2022 auf die Anforderungen hingewiesen hätte, was er indes unterlassen habe. 
Hierzu nimmt die Vorinstanz keine Stellung.

10

4.5.2 Vorab gilt es zu wiederholen, dass die gekündigte, versicherte Person un-
aufgefordert zur Stellensuche in ausreichendem Masse verpflichtet ist, bevor sie 
überhaupt mit einer Amtsstelle der Arbeitslosenversicherung in Kontakt getreten 
ist, d.h. auch ohne dass sie über ihre Rechte und Pflichten informiert wurde. Es 
ist dies Ausfluss der Schadenminderungspflicht Art. 17 AVIG (vgl. Urteil BGer 
8C_209/2018 vom 14.11.2018 E. 3.2).

4.5.3 Was die von der Beschwerdeführerin angesprochene Aufklärung durch den 
RAV-Berater anbelangt, so gilt es auf Art. 27 des Bundesgesetzes über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 
2000 zu verweisen, welcher auch im Bereich der Arbeitslosenversicherung An-
wendung findet (Art. 1 Abs. 1 AVIG) und in Art. 19a AVIV konkretisiert wird. 

Die allgemeine und permanente Aufklärungs- und Beratungspflicht (Art. 27 Abs. 
1 ATSG) hat nicht erst auf persönliches Verlangen der versicherten Person zu er-
folgen. Ihr ist jedoch im allgemeinen mit der Abgabe von Merkblättern, Informati-
onsbroschüren und Wegleitungen genüge getan (BGE 131 V 472 E. 4.1; Urteil 
BGer C 39/06 vom 16.4.2007 E. 5.2). Zusätzlich stipuliert Art. 27 Abs. 2 ATSG 
ein individuelles Recht auf Beratung durch den zuständigen Versicherungsträger. 
Jede versicherte Person kann vom Versicherungsträger im konkreten Einzelfall 
eine unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflichten verlangen. Recht-
sprechungsgemäss entsteht eine Beratungspflicht aber auch, wenn der Versiche-
rungsträger selbst einen entsprechenden Bedarf feststellt (BGE 143 V 341 E. 
5.2.1). Dem entsprechend fasst das Bundesgericht zusammen, bestehe eine Be-
ratungspflicht aus Art. 27 Abs. 2 ATSG, wenn (1) die interessierte Person darum 
ersucht sowie (2) wenn der Versicherungsträger einen Beratungsbedarf erkennt 
oder (3) bei zumutbarer Aufmerksamkeit erkennen könnte (BGE 148 V 427 E. 
4.4.2; Urteil BGer 9C_146/2023 vom 10.5.2023 E. 4.3).

4.5.4 Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass das Erstgespräch vom 6. Sep-
tember 2022 infolge Geschäftsreise der Beschwerdeführerin abgesagt werden 
musste. Zur damaligen telefonischen Kontaktnahme ist protokolliert, der RAV-
Berater bitte die Beschwerdeführerin, das e-Learning durchzuarbeiten und er sie 
schon mal rudimentär informiere. 

Dann findet sich im Recht ein E-Mail-Verkehr zwischen der Beschwerdeführerin 
und ihrem RAV-Berater vom 14. September 2022 (Vi-act. 7). Sie informierte ihn, 
den (e-Learning) Test absolviert zu haben und nun ihre Arbeitsbemühungen zu 
sortieren. Sodann erkundigte sie sich, ab welchem Monat sie diese im Portal 
hochladen müsse. Der RAV-Berater antwortete gleichentags, die Arbeits-
bemühungen seien ab Erhalt der Kündigung aufzunehmen und dem RAV mit 

11

dem ersten Arbeitslosentag zu deklarieren. Als die Beschwerdeführerin antworte-
te, dann lade sie alle Bemühungen hoch, schrieb ihr der RAV-Berater, sie könne 
sämtliche getätigten Bewerbungen im Sheet für Oktober 2022 erfassen. 

Das Erstgespräch fand dann am 23. September 2022 statt. Unter Arbeits-
bemühungen ist protokolliert, die Beschwerdeführerin sei gebeten worden, die 
Vorlage im JobRoom zu nutzen. Und weiter: "Vor AL: Bis 01.11.2022 dem RAV 
einreichen. In AL: 3 PAB ausgewogen pro Woche sicherstellen" (Vi-act. 19). Es 
steht damit nicht zweifelsfrei fest, ob auch über die Anforderungen vor Stempel-
beginn gesprochen wurde, wobei allerdings - wie mehrfach erwähnt - die not-
wendigen Stellenbemühungen selbst ohne Beratung vorzunehmen wären.

Nach diesem Gespräch gelangte die Beschwerdeführerin am 29. September 
2022 per E-Mail erneut an ihren RAV-Berater (Bf-act. 4, Vi-act. 7) mit dem Hin-
weis, sie habe alle Arbeitsbemühungen im JobRoom hochgeladen und sie bitte 
ihn, ihr kurz zu bestätigen, dass alles vollständig bei ihm angekommen sei. Hier-
auf antwortet ihr der RAV-Berater: Sehr geehrter Herr D.________ [sic]. Ausser 
dass Bewerbungskorrespondenz eingetroffen ist, haben wir nichts erhalten. Dar-
auf bat die Beschwerdeführerin den RAV-Berater, er möge noch unter Ihrem 
Namen (A.________) nachschauen. Hierauf der RAV-Berater erneut: Guten 
Morgen Herr D.________ [sic]. Das habe ich bereits getan. Da ist nichts. Worauf 
die Beschwerdeführerin den RAV-Berater noch einmal aufmerksam machte, dass 
sie nicht Herr D.________ sei, sondern Frau A.________. Nun bestätigt der 
RAV-Berater, das E-Learning sei vom System als erledigt bestätigt, die Arbeits-
bemühungen seien noch nicht eingetroffen. Sie müsse diese im JobRoom ans 
RAV übermitteln. Darauf teilt die Beschwerdeführerin dem RAV-Berater mit, sie 
habe alles im System erfasst, die PDF mit den Screenshots bei den Bewer-
bungsunterlagen hochgeladen, weil es nicht anders möglich sei. Und kurz darauf 
ergänzt sie: Ich sehe gerade, dass dort eine automatische Übermittlung am 5.10. 
stattfinden wird, dann sollten sie am 5.10. Einsicht erhalten. Hierauf erfolgte kei-
ne Reaktion bzw. ist keine solche seitens Berater aktenkundig.

4.5.5 Aufgrund dieses aktenkundigen Verlaufs kann bezogen auf die Auf-
klärungs- und Beratungspflicht gemäss Art. 27 ATSG resp. Art. 19a AVIV festge-
halten werden, dass zum einen die Beschwerdeführerin noch während der Kün-
digungsfrist "rudimentär" informiert und auf das e-Learningtool hingewiesen wur-
de, welches sie dann auch noch vor Stempelbeginn absolvierte. Der allgemeinen 
Beratungspflicht nach Art. 27 Abs. 1 ATSG ist damit zweifellos genüge getan.

Zum andern zeigt sich, dass die Beschwerdeführerin mehrfach und offensichtlich 
ein Informationsbedürfnis bekundete, an ihren RAV-Berater gelangte und um 
Bestätigung ersuchte, dass sie alles korrekt bewerkstellige. Namentlich unterbrei-

12

tete sie ihm frühzeitig ihre getätigten Stellenbemühungen und ersuchte um Kon-
trolle, ob es auch korrekt ausgewiesen sei. Nachdem der RAV-Berater zweimal 
eine falsche Antwort an eine falsche Person gab, stellt sich die Frage, wie auf-
merksam er das Auskunftsbegehren der Beschwerdeführerin bearbeitete. Vor al-
lem aber hätte ihm bei der von ihm explizit erwarteten Kontrolle zweifellos auffal-
len müssen, dass die von der Beschwerdeführerin bis dahin getätigten Arbeits-
bemühungen den Anforderungen nicht genügten und sie dadurch ernsthaft eine 
Sanktionierung durch Einstelltage riskierte. Die vielen Anfragen der Beschwerde-
führerin hatten ja gerade zum Ziel, ihre Pflichten korrekt zu erfüllen. Dass dem 
nicht so war bzw. ist, hätte der RAV-Berater bei zumutbarer Aufmerksamkeit 
rechtzeitig (nämlich bereits anfangs Oktober) erkennen und die Beschwerdefüh-
rerin gestützt auf Art. 27 Abs. 2 ATSG beraten müssen, so dass sie die noch feh-
lenden Stellenbemühungen hätte nachtragen (es lagen ja welche vor) oder 
nachholen können. Auch dies wäre bis zum Stempelbeginn am 1. November 
2022 noch möglich gewesen. Indem der RAV-Berater die Kontrolle aber ganz of-
fensichtlich erst nach Stempelbeginn tätigte und der Vorinstanz erst am 9. No-
vember 2022 meldete, die Beschwerdeführerin sei ihrer Pflicht genügender Ar-
beitsbemühungen vor Stempelbeginn nicht nachgekommen (vgl. angefochtener 
Einspracheentscheid E. 1, Vi-act. 17), hat er seine Beratungspflicht verletzt (Ur-
teil BGer 9C_37/2022 vom 11.8.2022 E. 4.4.2). 

4.6 Eine ungenügende oder fehlende Wahrnehmung der Beratungspflicht nach 
Art. 27 Abs. 2 ATSG kommt gemäss konstanter Rechtsprechung (BGE 143 V 
341 E. 5.2.1; BGE 131 V 472 E. 5) einer falsch erteilten Auskunft des Versiche-
rungsträgers gleich. Dieser hat in Nachachtung des Vertrauensprinzips hierfür 
einzustehen, sofern sämtliche Voraussetzungen des öffentlich-rechtlichen Ver-
trauensschutzes erfüllt sind (BGE 143 V 341 E. 5.2.1; Urteil BGer 8C_127/2019 
vom 5.8.2019 E. 4.3). Vorliegend bedeutet dies, dass die Beschwerdeführerin 
aufgrund der unterbliebenen Beratung durch den RAV-Berater (der aufgrund des 
E-Mailverkehrs und des expliziten Kontroll- und Beratungsbedürfnisses der Be-
schwerdeführerin die drohende Sanktionierung hätte erkennen und die Be-
schwerdeführerin entsprechend beraten müssen) so zu stellen ist, wie wenn die 
von ihr nachgewiesenen anerkannten 25 Stellenbewerbungen während der drei-
monatigen Kündigungsfrist den gesetzlichen Anforderungen genügt hätten. Die 
Voraussetzungen des Vertrauensschutzes sind erfüllt; namentlich war der RAV-
Berater, an welchen die Beschwerdeführerin gelangt ist, zuständig und bera-
tungspflichtig und aufgrund seiner unterlassenen Beratung unterliess es die Be-
schwerdeführerin, die nachweislich zusätzlich getätigten Bewerbungen nachzu-
weisen und/oder weitere Stellenbewerbungen zu tätigen, wodurch sie einen nicht 

13

wieder gutzumachenden Nachteil erlitt. Damit aber besteht keine Rechtfertigung 
für eine Sanktionierung. Der Einspracheentscheid ist daher aufzuheben.

5. Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

14

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid Nr. 117/23 
vom 19. April 2023 aufgehoben.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführerin (R)
- die Vorinstanz (EB)
- und das Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 20. Juni 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 26. Juni 2023

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II