# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84d0aaba-6fb3-5b33-9d13-ca4caa25591c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-23
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 23.10.2017 SK 2017 115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-115_2017-10-23.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 17 115

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. Oktober 2017 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichter Guéra, 
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Bank

Verfahrensbeteiligte A.________, 
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

 

Gegenstand Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 11.1.2017 (PEN 2016 259)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Einzelgericht) erkannte mit Urteil vom 11.1.2017 
Folgendes (pag. 58 ff.):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 08.10.2015 auf der Autobahn A6 Süd Richtung 
Spiez,

und in Anwendung der Art. 
34 Abs. 1+2, 42 Abs. 1+4, 44 Abs. 1, 47 StGB
12 Abs. 1 VRV
34 Abs. 4, 90 Ziff. 2 SVG
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu CHF 150.00, ausmachend total CHF 1‘800.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 500.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 4 Tage festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren der Staatsanwaltschaft von 
CHF 600.00 und Gebühren des Gerichts von CHF 1‘000.00, insgesamt bestimmt auf 
CHF 1‘600.00.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 1‘000.00.

[…]

2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil vom 11.1.2017 meldete A.________ (nachfol-
gend der Beschuldigte), vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 20.1.2017 
frist- und formgerecht die Berufung an (pag. 63).

In der frist- und formgerechten Berufungserklärung vom 7.4.2017 bestätigte 
Rechtsanwalt B.________ die vollumfängliche Berufung gegen das erstinstanzliche 
Urteil vom 11.1.2017. Er beantragte, den Beschuldigten der einfachen Verkehrsre-
gelverletzung, am 8.10.2015 auf der Autobahn A6 Süd Richtung Spiez begangen, 
schuldig zu sprechen und zu einer Busse in der Höhe von CHF 1‘000.00 zu verur-
teilen. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 1‘600.00 seien 
dem Beschuldigten zur Hälfte aufzuerlegen. Ferner sei ihm eine reduzierte Partei-
entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren in der Höhe von CHF 2‘146.10 
zuzusprechen. Rechtsanwalt B.________ erklärte zudem, mit der Durchführung 

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des schriftlichen Verfahrens im Sinne von Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) einverstanden zu sein (pag. 87 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 19.4.2017 auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 93).

Mit Verfügung vom 19.4.2017 ordnete die Verfahrensleitung die Durchführung des 
schriftlichen Verfahrens an und setzte Rechtsanwalt B.________ Frist zur Zustel-
lung der Berufungsbegründung (pag. 95).

Rechtsanwalt B.________ reichte am 15.5.2016 [recte: 15.5.2017] fristgerecht die 
schriftliche Berufungsbegründung ein (pag. 107 ff.), woraufhin mit Verfügung vom 
16.5.2017 der Schriftenwechsel als abgeschlossen erachtet wurde (pag. 115 f.).

Mit Eingabe vom 22.5.2017 reichte Rechtsanwalt B.________ seine Honorarnote 
zu den Akten (pag. 117 f.).

Von Amtes wegen wurden der aktuelle Strafregisterauszug vom 26.4.2017 
(pag. 102), der aktuelle ADMAS-Auszug vom 25.4.2017 (pag. 100) sowie der Be-
richt über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten vom 28.4.2017 
(pag. 104 f.) eingeholt. 

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte namens und im Auftrag des Beschuldigten 
am 15.5.2016 [recte: 15.5.2017] Folgendes (pag. 108; pag. 112 f.):

1) Es sei unter Aufhebung des Urteils PEN 16 259 des Regionalgerichts Oberland, Gerichtspräsi-
dent C.________, vom 22. Januar 2017 [recte: 11. Januar 2017], Dispositiv Ziff. I.1 und 2. dahin-
gehend abzuändern, dass „A.________ wird schuldig erklärt der einfachen Verkehrsregelverlet-
zung, begangen am 08.10.2015 auf der Autobahn A6 Süd Richtung Spiez und A.________ ist zu 
einer Busse von CHF 1‘000.00 zu verurteilen“.

2) Es sei unter Aufhebung des Urteils PEN 16 259 des Regionalgerichts Oberland, Gerichtspräsi-
dent C.________, vom 22. Januar 2017 [recte: 11. Januar 2017], Dispositiv Ziff. I.3 dahingehend 
abzuändern, dass „Die Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren der Staatsan-
waltschaft von CHF 600.00 und Gebühren des Gerichts von CHF 1‘000.00, insgesamt bestimmt 
auf CHF 1‘600.00 werden dem Beschuldigten zur Hälfte, insgesamt CHF 800.00, auferlegt.“ Es 
sei dem Berufungsführer eine reduzierte Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren 
in Höhe von CHF 2‘146.10 (inkl. Auslagen und MWST) zu Lasten des Kantons zuzusprechen.

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat infolge der umfassenden Berufung durch den Beschuldigten sämt-
liche ihn belastenden Urteilspunkte zu überprüfen. Sie ist dabei aufgrund der allei-
nigen Berufung durch den Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (auch 
«Verbot der reformatio in peius» genannt) nach Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden 
und hat bei der Überprüfung des Urteils volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO).

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

5. Vorwurf gemäss Strafbefehl und vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung

Dem Beschuldigten wird im Strafbefehl vom 5.4.2016 vorgeworfen, sich der groben 
Verkehrsregelverletzung, begangen am 8.10.2015, 18.21 Uhr, auf der Autobahn A6 
Süd Richtung Spiez schuldig gemacht zu haben. Der Beschuldigte habe als Lenker 
eines Personenwagens beim Hintereinanderfahren auf einer ausgewerteten Mess-
strecke von 414 Metern einen nicht ausreichenden Abstand zwischen 0.38 bis 0.51 
Sekunden eingehalten (ViDistA-Auswertung; pag. 28).

Auf Antrag von Rechtsanwalt B.________ machte die Vorinstanz anlässlich der 
Hauptverhandlung vom 11.1.2017 einen Vorbehalt im Sinne von Art. 344 StPO, 
den angeklagten Sachverhalt auch unter dem Gesichtspunkt der einfachen Ver-
kehrsregelverletzung zu würdigen (pag. 54).

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt. Der Beschuldig-
te habe keine Anstalten gemacht, die Geschwindigkeit zu reduzieren bzw. den Ab-
stand zum vor ihm fahrenden Fahrzeug zu vergrössern (pag. 74, S. 6 der erstin-
stanzlichen Entscheidbegründung).

6. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, am 8.10.2015, um 18.21 Uhr mit seinem Perso-
nenwagen auf der Überholspur der A6 Süd Richtung Spiez gefahren zu sein und im 
Verlauf dieser Fahrt auf einer ausgewerteten Messstrecke von ca. 414 Metern bzw. 
für die Dauer von 14.25 Sekunden einen nicht ausreichenden Abstand von 0.38 bis 
0.51 Sekunden eingehalten zu haben (vgl. pag. 72, S. 4 der erstinstanzlichen Ent-
scheidbegründung).

Bestritten ist hingegen, ob der dem Beschuldigten vorausfahrende Personenwagen 
die Geschwindigkeit unverhofft und zu stark reduziert hatte. Ferner behauptet der 
Beschuldigte, er habe den Abstand zum vorderen Auto nicht reduzieren können, 
weil er ansonsten selbst zu stark hätte abbremsen müssen, damit den Verkehr hin-
ter sich gefährdet hätte und langsamer als die Fahrzeuge auf der rechten Auto-
bahnspur gefahren wäre.

7. Beweismittel

Der Kammer liegen die Einvernahmen des Beschuldigten bei der Staatsanwalt-
schaft vom 3.8.2016 (pag. 38 ff.) und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung vom 11.1.2017 (pag. 55) vor. 

Ferner befinden sich der Anzeigerapport vom 15.10.2015 (pag. 1 ff.) und der ViDis-
tA-Auswertungsbericht vom 9.10.2015 (pag. 4 ff.) inkl. Videoaufnahme (pag. 8) bei 
den Akten.

8. Ausführungen der Verteidigung

Die Verteidigung bringt oberinstanzlich zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe 
den Sachverhalt unrichtig festgestellt bzw. die festgestellten Tatsachen unrichtig 
gewichtet. Der Beschuldigte habe erklärt, er habe nicht mehr bremsen können. Aus 

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diesem Blickwinkel sei es nachvollziehbar und bestätige die Aussagen des Be-
schuldigten, dass in der Videoaufzeichnung keine Bremslichter ersichtlich seien. 
Die in der Videoaufzeichnung gemessenen Fahrzeuge hätten sich auf der linken 
Spur mit einer Geschwindigkeit um die 105 km/h fortbewegt. Im Vergleich zum Lie-
ferwagen auf der rechten Spur sei der Unterschied der Geschwindigkeiten nicht 
gross und liege wohl nur um die 10 km/h. Der Beschuldigte wäre durch das Ab-
bremsen daher langsamer gefahren als die Fahrzeuge auf der rechten Spur 
(pag. 108 f.).

Der Beschuldigte habe auf der aufgezeichneten Strecke nicht mehr bremsen kön-
nen. Das vorausfahrende Fahrzeug habe seine Geschwindigkeit reduziert – das sei 
dem ViDistA-Auswertungsbericht zu entnehmen. Denn der Abstand zwischen den 
beiden Autos schwanke. Zu Beginn habe dieser 0.44 Sekunden, danach 0.38 Se-
kunden betragen und sich dann wieder vergrössert. Damit sei belegbar, dass sich 
der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen reduziert habe, weil das vorausfah-
rende Fahrzeug gebremst habe. Der Beschuldigte könne sein Fahrzeug auch 
bremsen, ohne das Bremspedal bedienen zu müssen. Im Übrigen beziehe sich die 
Aussage des Beschuldigten, das vorausfahrende Fahrzeug habe gebremst, auf die 
Sequenz vor Aufzeichnung der ViDistA-Aufnahme. Daher seien die beiden Fahr-
zeuge zu Beginn der Aufnahme bereits so dicht nacheinander gefahren. Ob das 
vorausfahrende Fahrzeug effektiv nicht gebremst habe, sei auf der Aufnahme nicht 
ersichtlich – die Rücklichter und das zentrale Bremslicht seien auf der Aufnahme 
durch den Personenwagen des Beschuldigten teilweise verdeckt (pag. 109).

In dubio sei von folgendem Sachverhalt auszugehen (pag. 109 f.):

Der Berufungsführer befuhr mit seinem Personenwagen des Herstellers AUDI, Modell A3 ________, 
und dem Kontrollschild BE ________ am Donnerstag, den 08. Oktober 2015 um 18.21 Uhr die Auto-
bahn A6 Süd R Spiez [35.210-38.390] (Spiez), Km 036.500. Auf dieser Strecke näherte sich von hin-
tern [recte: hinten] kommend ein anderes Fahrzeug welches der Berufungsführer auf der Überholspur 
vorbeiliess. Daraufhin wechselte der Berufungsführer wieder auf die Überholspur, auf welcher das 
überholende Fahrzeug ohne ersichtlichen Grund die Geschwindigkeit merklich verringerte. Der zwi-
schen dem Berufungsführer und dem vorausfahrenden Personenwagen bestandene Sicherheitsab-
stand verringerte sich hierdurch. Ein ebenfalls auf der gleichen Strecke auf der rechten Spur fahren-
des ziviles Polizeifahrzeug schloss sich den beiden Fahrzeugen auf der Überholspur an und setzte 
sich anlässlich des [recte: der] für eine Videoaufzeichnung notwendigen Hinterherfahrt relativ dicht 
hinter das Fahrzeug des Berufungsführers. Zu diesem Zeitpunkt fuhren die beiden Fahrzeuge etwas 
mehr als 100 km/h. Im weiteren Verlauf der Fahrtstrecke wurde durch das Polizeifahrzeug aufge-
zeichnet, dass die beiden Fahrzeuge an einem auf der rechten Spur fahrenden Lieferwagen mit ge-
ring höherer Geschwindigkeit überholen. Das vor dem Berufungsführer fahrende Fahrzeug verringerte 
weiterhin die Geschwindigkeit und aufgrund des hinter dem Berufungsführer zwischenzeitlich aufge-
schlossenen Fahrzeug konnte der Berufungsführer nicht bremsen, ohne einerseits das hintere Fahr-
zeug zu einer Bremsung zwingen zu müssen, als auch andererseits die Geschwindigkeit derart merk-
lich zu verringern, dass die Fahrzeuge auf der rechten Spur schneller gefahren wären, als der Beru-
fungsführer auf der Überholspur. Aus diesem Grund entschied sich der Berufungsführer dafür, nicht 
zu bremsen, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, zumal in Bezug auf das vorausfah-
rende Fahrzeug kein Hindernis auf der Überholspur ersichtlich war. Kurz danach wechselte das vor-
ausfahrende Fahrzeug auf die rechte Spur.

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9. Würdigung durch die Kammer

Der Beschuldigte führte anlässlich seiner Einvernahme vom 3.8.2016 bei der 
Staatsanwaltschaft aus, er sei an diesem Tag auf der A6 auf der linken Spur gefah-
ren. Vor Beginn der Aufnahme sei er auf die rechte Spur gewechselt, um ein Auto 
vorbeifahren zu lassen. Nachdem er zurück auf die linke Spur gefahren sei, habe 
das Auto vor ihm gebremst. Weiter vorne sei wohl jemand rausgefahren und daher 
habe das voranfahrende Auto stärker als nötig gebremst. Er habe danach den Ab-
stand nicht wieder verlängert, weil er damit gerechnet habe, dass das vordere Auto 
wieder beschleunige. Für ihn sei nicht ersichtlich gewesen, warum dieses die Ge-
schwindigkeit stärker als notwendig reduziert habe. Ferner habe das vordere Auto 
nicht rechtzeitig nach rechts geblinkt, weshalb er den Abstand nicht vergrössert 
habe (pag. 39, Z. 30 ff.). Vor dem vorausfahrenden Auto sei Platz gewesen. Er ha-
be den Eindruck gehabt, nachdem der LKW rausgefahren sei, habe das vordere 
Auto wieder beschleunigt. Es sei nicht ersichtlich gewesen, dass das vordere Auto 
rechts habe wegfahren wollen. Dieses habe die Geschwindigkeit einfach reduziert 
(pag. 40, Z. 56 ff.). Für das vordere Auto habe kein Grund bestanden, so langsam 
zu fahren (pag. 40, Z. 64 f.). Wenn er selber auf der linken Spur langsamer gefah-
ren wäre, hätte er den Verkehr hinter sich gefährdet. Zudem hätte er langsamer 
fahren müssen, als die Fahrzeuge auf der rechten Spur (pag. 40, Z. 70 ff.). 

Bei der Einvernahme während der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
11.1.2017 erklärte der Beschuldigte, er sei auf der linken Spur gefahren, habe ei-
nem nachfolgenden Fahrzeug Platz gemacht und sei danach wieder auf die linke 
Spur gefahren. Ein LKW sei dann auf die linke Spur gefahren und er sei davon 
ausgegangen, dass das Fahrzeug vor ihm deshalb die Geschwindigkeit reduziert 
habe. Dieses Fahrzeug habe aber ziemlich stark abgebremst, mehr als es nötig 
gewesen sei, daher sei er aufgefahren. Er hätte sonst stark abbremsen müssen, 
um den Abstand wieder herstellen zu können. Das habe er nicht gemacht, weil ein 
Fahrzeug (das Polizeiauto) bereits hinter ihm gefahren sei. Ferner wäre er bei stär-
kerem Bremsen langsamer gefahren als die Fahrzeuge auf der rechten Spur. Die 
Situation sei für ihn unübersichtlich und stressig gewesen (pag. 55, Z. 11 ff.).

Auf der Videoaufzeichnung (ViDistA) vom 8.10.2015 ist allerdings folgende Ver-
kehrssituation zu erkennen (pag. 8): 

Zu Beginn der Sequenz folgt der Beschuldigte mit seinem Audi A3 (BE ________) 
einem anderen Audi A3 (nachfolgend vorderes Fahrzeug) auf der linken Spur. Der 
Beschuldigte folgt dem vorderen Fahrzeug bereits mit einem relativ geringen Ab-
stand. Weiter ist ersichtlich, dass auf der linken Spur vor dem vorderen Fahrzeug 
zwei (bzw. zeitweise drei) Personenwagen und zuvorderst ein roter LKW fahren. 
Der rote LKW zieht anfangs der Sequenz (ca. 18:21:09 Uhr) auf die rechte Spur. 
Das vordere Fahrzeug fährt immer näher an die beiden vorderen Fahrzeuge, bis es 
schliesslich ganz aufschliesst. Kurz später fährt das vordere Fahrzeug ebenfalls auf 
die rechte Spur. Dabei blinkt es effektiv erst relativ kurz vor dem Spurenwechsel. 
Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf der linken Spur beträgt während der Auf-
nahme durchgehend zwischen 103 und 111 km/h (ohne Abzug und gemäss Ge-
schwindigkeitsmessung des folgenden Polizeifahrzeugs) bzw. der Beschuldigte 
fährt durchschnittlich 104 km/h (pag. 4). Nachdem das vordere Fahrzeug auf die 

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rechte Spur wechselt, beschleunigt der Beschuldigte bis auf rund 129 km/h (ohne 
Abzug und gemäss Geschwindigkeitsmessung des folgenden Polizeifahrzeugs). 

Entgegen den Behauptungen des Beschuldigten war die Verkehrssituation verhält-
nismässig übersichtlich. Während der gemessenen Strecke von ca. 414 Metern 
bzw. 14.25 Sekunden befand er sich in einer leichten Linkskurve. Die voranfahren-
den Autos waren gut zu erkennen. Der Beschuldigte bestätigte denn auch selbst, 
den roten LKW und dessen Spurenwechsel wahrgenommen zu haben. Folglich ist 
es naheliegend, dass der Beschuldigte auch die weiteren zwei bzw. zeitweise drei 
Fahrzeuge zwischen dem roten LKW und dem vorderen Fahrzeug wahrnahm, zu-
mal diese auch auf der Videoaufnahme bestens ersichtlich sind. 

Entsprechend dem Gesagten musste dem Beschuldigten der Grund für die ange-
passte Geschwindigkeit des vorderen Fahrzeuglenkers bewusst gewesen sein. 
Denn Letzterer schloss auf die vor ihm fahrenden Fahrzeugen auf und hatte keine 
Möglichkeit, schneller zu fahren. Der Videoaufnahme können keine Bremslichter 
des vorderen Fahrzeugs entnommen werden. Ob das vordere Fahrzeug während 
der Videosequenz leicht gebremst hat (als dessen Bremslichter vom Fahrzeug des 
Beschuldigten verdeckt waren) kann mit Verweis auf die rechtliche Würdigung (vgl. 
Ausführungen Ziff. 11 hiernach) offen gelassen werden. Jedenfalls kann ausge-
schlossen werden, dass das vordere Fahrzeug grundlos oder brüsk abgebremst 
hat, zumal sich dessen Geschwindigkeit nicht massgeblich reduzierte. Zudem er-
gibt sich der Grund für die Geschwindigkeit des vorderen Fahrzeugs zweifelsfrei 
aus der fraglichen Verkehrssituation. 

Obwohl der Beschuldigte selbst angab, den roten LKW auf der linken Spur wahr-
genommen zu haben, reduzierte er die Geschwindigkeit bzw. vergrösserte er den 
Abstand zum vorderen Fahrzeug während rund 14.25 Sekunden bei einer Ge-
schwindigkeit von durchschnittlich 104 km/h nachweislich nicht. Der Beschuldigte 
hätte nur vom Gas gehen müssen, um den Abstand wieder zu vergrössern bzw. die 
Geschwindigkeit seines Fahrzeugs merklich zu reduzieren. Ein leichtes Abbremsen 
wäre ebenfalls möglich gewesen. Dies hat er nachweislich nicht getan, zumal die 
Bremslichter seines Fahrzeugs nicht aufleuchteten. Er traf folglich keine Anstalten, 
den Abstand zum vorderen Auto wieder zu vergrössern.

Ferner betrug der Abstand zum vorderen Fahrzeug während den gesamten 14.25 
Sekunden zwischen 11.03 und 14.84 Meter (0.38 bis 0.51 Sekunden). Zu Beginn 
der Videosequenz (770.09 Sekunden) betrug der Abstand 12.74 Meter, später 
(774.79 Sekunden) 11.03 Meter. Daraufhin wurde der Abstand mit bis zu 14.84 Me-
tern etwas grösser (782.17 Sekunden). Der Beschuldigte reduzierte zum Schluss 
der Aufnahme den Abstand allerdings erneut auf 12.26 Meter (784.31 Sekunden; 
pag. 7). Entsprechend blieb der Beschuldigte konstant auf dem Gas bzw. folgte 
dem vorderen Auto durchgehend mit einem unzureichenden Abstand, der sich ge-
gen Ende der Aufnahme sogar erneut reduzierte. Auch hier kann mit Verweis auf 
die rechtliche Würdigung offen gelassen werden, ob die Reduktion des Abstands 
auf ein allfälliges Bremsen des vorderen Fahrzeugs zurückzuführen ist (vgl. Aus-
führungen Ziff. 11 hiernach). Der Beschuldigte bemühte sich offensichtlich nicht, 
den Abstand wieder zu vergrössern. Dies gilt umso mehr, als er unmittelbar nach 
dem Spurenwechsel des vorderen Fahrzeugs auf bis zu 129 km/h beschleunigte. 

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Zusammenfassend war die Verkehrssituation übersichtlich und gut erkennbar. Der 
rote LKW auf der linken Fahrbahn war gut ersichtlich – dies bestätigte der Beschul-
digte denn auch selbst. Der Beschuldigte musste folglich damit rechnen, dass sich 
die Geschwindigkeit auf der linken Fahrbahn reduzieren würde. Ferner befanden 
sich zwischen dem vorderen Fahrzeug und dem roten LKW noch weitere Fahrzeu-
ge – welche (soweit ersichtlich) allesamt einen genügenden Abstand einhalten 
konnten bzw. in der Lage waren, die angepasste Geschwindigkeit zu fahren. Für 
den Beschuldigten hätte erkennbar sein müssen, dass das vordere Auto nach Auf-
schliessen an die voranfahrenden Fahrzeuge auf der linken Spur nicht schneller 
hätte fahren können. Der Beschuldigte fuhr dem vorderen Auto während 14.25 Se-
kunden mit einem Abstand von 11.03 bis 14.84 Metern bzw. 0.38 bis 0.51 Sekun-
den nach, ohne Anstalten zu treffen, seine Geschwindigkeit zu reduzieren bzw. den 
ausreichenden Abstand einzuhalten. Er trat weder auf die Bremse (es sind eindeu-
tig keine Bremslichter ersichtlich) noch ging er lange genug vom Gas. Zum Schluss 
reduzierte er den Abstand gegenüber dem vorderen Fahrzeug erneut, um schliess-
lich nach dessen Abbiegen auf die rechte Spur erheblich zu beschleunigen. Als er-
fahrener Automobilist mit rund 29 Jahren Fahrerfahrung wusste er zweifellos um 
die Risiken des nicht ausreichenden Abstands. Dies gilt umso mehr, als er argu-
mentierte, aufgrund des Abstands zum hinteren Fahrzeug nicht gebremst zu ha-
ben.

III. Rechtliche Würdigung

10. Ausführungen der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ führte aus, der subjektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 
des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) sei nicht rechtsgenüglich erwie-
sen. Der Beschuldigte habe nicht grob fahrlässig oder «bedenkenlos» gehandelt. 
Der Beschuldigte habe auf einer Strecke von 414 Metern kurzfristig eine Entschei-
dung treffen müssen, wobei sämtliche andere Optionen ebenfalls mit einer Gefähr-
dung eines anderen Verkehrsteilnehmers bzw. dem Verstoss gegen eine Verkehrs-
regel verbunden gewesen seien. Der Beschuldigte habe nicht bremsen können, 
ohne den nachfolgenden Verkehr zu gefährden oder ohne dabei nicht gleichzeitig 
die Geschwindigkeit auf der Überholspur unter die auf der Normalspur gefahrene 
Geschwindigkeit zu verringern. Die Aufzeichnung der Wegstrecke von 414 Metern 
sowie die Tatsache, dass sich der Abstand zwischen den beiden aufgezeichneten 
Fahrzeugen zumindest kurzzeitig weiter verringert habe, spreche dafür, dass der 
Beschuldigte gehandelt habe, wie er es für richtig gehalten habe. Er habe nicht be-
denkenlos gehandelt. Dem Beschuldigten sei auf dieser Wegstrecke bzw. der Zeit 
von 14.25 Sekunden gar nichts anderes übrig geblieben, als die Fahrt fortzusetzen. 
Vor dem vorausfahrenden Auto sei auch kein Hindernis ersichtlich gewesen, so 
dass der Beschuldigte darauf habe vertrauen dürfen, dieses werde nicht unerwartet 
und ohne Grund bremsen.

Der Beschuldigte habe zwar objektiv eine schwere Verkehrsregelverletzung im 
Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begangen, diese aber nicht willentlich und wissent-
lich verursacht. Es handle sich um eine Verkettung von gleich mehreren widrigen 

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Umständen, welche auch bei der Wahl einer anderen Möglichkeit die Gefährdung 
von anderen Verkehrsteilnehmern umfasst hätte (pag. 111 f.).

11. Ausreichender Abstand (Art. 34 Abs. 4 i.V.m. 90 Abs. 2 SVG)

Art. 34 Abs. 4 SVG normiert das Gebot genügenden Abstands gegenüber allen 
Strassenbenützern, nicht nur beim Kreuzen, Überholen und Nebeneinanderfahren, 
sondern namentlich auch beim Hintereinanderfahren. Art. 12 der Verkehrsregeln-
verordnung (VRV; SR 174.11) konkretisiert, was ein ausreichender Abstand beim 
Hintereinanderfahren ist: Der Abstand ist so zu wählen, dass der nachfolgende 
Fahrzeugführer auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahr-
zeugs (also auch bei einer Notbremsung) rechtzeitig halten kann. Die Vorschrift 
von Art. 34 Abs. 4 SVG richtet sich klar an den nachfolgenden Fahrzeugführer 
(MAEDER, in: Basler Kommentar zum SVG, 1. Aufl. 2014, N. 48 zu Art. 34). Recht-
zeitig halten kann man, wenn es nicht zu einer Kollision mit dem voranfahrenden 
Fahrzeug kommt und auch andere nicht gefährdet werden (MAEDER, in: Basler 
Kommentar zum SVG, 1. Aufl. 2014, N. 49 zu Art. 34). Das überraschende Brem-
sen schliesst ein brüskes Bremsen mit ein. Wenn der Abstand verringert wird, weil 
bspw. das voranfahrende Fahrzeug seine Geschwindigkeit reduziert, so muss der 
Nachfolgende seine Geschwindigkeit anpassen, um den genügenden Abstand so 
rasch wie möglich wiederherzustellen. Dabei hat er aber seinerseits auf den nach-
folgenden Verkehr Rücksicht zu nehmen und darf nicht ohne Not brüsk bremsen 
(vgl. Art. 12 Abs. 3 VRV; MAEDER, in: Basler Kommentar zum SVG, 1. Aufl. 2014, 
N. 59 zu Art. 34). Dieser Artikel erfasst nach seinem Wortlaut nur das freiwillige und 
voraussehbare Halten. An der Freiwilligkeit und möglichen Rücksichtnahme ge-
bricht es, wenn ein Fahrzeuglenker wegen äusseren Umständen, bspw. verkehrs-
bedingt durch einen anderen Verkehrsteilnehmer, wegen eines plötzlich auf der 
Fahrbahn auftauchenden Hindernisses, durch Verkehrsregelung oder aus fahr-
zeugtechnischen Gründen sofort bremsen muss. Brüskes Bremsen und Halten sind 
gemäss Art. 12 Abs. 2 VRV nur gestattet, wenn kein Fahrzeug folgt und im Notfall. 
Ein Notfall im Sinne dieser Bestimmung liegt immer vor, wenn wegen eines plötz-
lich auftauchenden Hindernisses aus Sicherheitsgründen sofort gebremst werden 
muss. Erforderlich ist kein zwingender Grund, da lediglich das unnötige plötzliche 
Anhalten untersagt ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_764/2016 vom 24.11.2016 
E. 1.3).

Was unter einem «ausreichenden Abstand» im Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG zu 
verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter ande-
rem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der 
beteiligten Fahrzeuge (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Als Faustregel hat sich etwa ein 
Abstand von 2 Sekunden oder vom halben Tacho (d.h. ein Abstand von halb so 
vielen Metern, wie die Geschwindigkeit in km/h beträgt; entspricht 1.8 Sekunden) 
herausgebildet. Auch wenn den Faustregeln keine absolute Bedeutung zukommen 
kann (MAEDER, in: Basler Kommentar zum SVG, 1. Aufl. 2014, N. 57 f. zu Art. 34), 
dienen sie immerhin als Richtwert (BGE 131 IV 133 E. 3.1; Urteil des Bundesge-
richts 6B_92/2015 vom 27.5.2015 E. 1.3.1). Für die Beurteilung, ob eine grobe 
Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist, wird auf Autobahnen als Richtschnur die 
Regel «1/6-Tacho» bzw. ein Abstand von 0.6 Sekunden herangezogen (BGE 131 

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IV 133 E. 3.2.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_92/2015 vom 27.5.2015 E. 1.3.1; 
6B_593/2013 vom 22.10.2013 E. 2.3.2; 6B_127/2012 vom 3.9.2012 E. 3.1; 
6B_1014/2010 vom 12.5.2011 E. 3.5). 

Der Beschuldigte fuhr dem vorderen Fahrzeug während 14.25 Sekunden mit einem 
Abstand von 0.38 bis 0.51 Sekunden nach. Der Beschuldigte ist als nachfolgender 
Fahrzeugführer gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 VRV verpflichtet, 
einen ausreichenden Abstand zum vorderen Fahrzeug einzuhalten, auch wenn 
dieses seine Geschwindigkeit reduziert. Der Abstand von 0.38 bis 0.51 Sekunden 
ist nach der obgenannten Rechtsprechung für Autobahnen deutlich zu gering. Ein 
rechtzeitiges Bremsmanöver wäre für den Beschuldigten bei diesem Abstand nicht 
mehr möglich gewesen.

Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln 
ernstlich eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt, mit 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Der objektive Tatbestand 
von Art. 90 Abs. 2 SVG ist erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift 
in objektiver Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Da-
bei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die An-
nahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die all-
gemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur zur Er-
füllung des Tatbestandes, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer kon-
kreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_520/2015 vom 24.11.2015 E. 1.3).

Grundsätzlich kann die Unterschreitung des gebotenen Abstands nach Art. 34 
Abs. 4 i.V.m. Art. 90 SVG als einfache, grobe oder krasse Verkehrsregelverletzung 
qualifiziert werden. Bei einem Abstand von weniger als 0.6 Sekunden bzw. von 
weniger als 1/6 Tacho ist auch bei günstigen Verhältnissen eine grobe Verkehrsre-
gelverletzung anzunehmen (MAEDER, in: Basler Kommentar zum SVG, 1. Aufl. 
2014, N. 69 zu Art. 34).

Der Abstand zwischen dem Beschuldigten und dem vorderen Auto betrug während 
14.25 Sekunden bei einer Geschwindigkeit von rund 104 km/h 0.38 bis 0.51 Se-
kunden bzw. 11.03 bis 14.84 Meter. 1/6 Tacho würde bei einer Geschwindigkeit 
von 100 km/h einem Abstand von 16.6 Metern entsprechen. Der Beschuldigte hat 
diesen Abstand deutlich unterschritten und hätte bei einem überraschenden Brem-
sen des vorderen Fahrzeugs nicht mehr rechtzeitig halten können. Der Beschuldig-
te hat durch das Nichteinhalten eines genügenden Abstands die Verkehrssicherheit 
ernstlich gefährdet. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist erfüllt, was 
vom Beschuldigten zu recht nicht bestritten wurde.

Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder 
sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, das heisst ein schweres 
Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist 
zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrsre-
gelwidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, 
wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht 
in Betracht zieht. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in die-

11

sem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteil-
nehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht (BGE 131 IV 133 E. 3.2; Urteil des Bundes-
gerichts 6B_520/2015 vom 24.11.2015 E. 1.3). Grundsätzlich ist von einer objektiv 
groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhal-
ten zu schliessen. Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn 
besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht 
erscheinen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_33/2015 vom 5.5.2015 E. 1.1; 
6B_92/2015 vom 27.5.2015 E. 1.4). Dies gilt auch bei groben Verkehrsregelverlet-
zungen durch ungenügenden Abstand (Urteile des Bundesgerichts 6B_593/2013 
vom 22.10.2013 E. 2.4; 6B_92/2015 vom 27.5.2015 E. 1.4). 

Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die das Verhalten des Beschuldigten sub-
jektiv weniger schwer erscheinen lassen können. Dieser anerkennt vielmehr, die 
Unterschreitung des genügenden Abstands erkannt zu haben. Die Verkehrssituati-
on war übersichtlich und der Beschuldigte hätte die Geschwindigkeit reduzieren 
bzw. den Abstand zum vorderen Fahrzeug problemlos vergrössern können. Das 
vordere Fahrzeug bremste weder unverhofft noch übermässig stark ab. Vielmehr 
war die Geschwindigkeit des vorderen Fahrzeugs eindeutig verkehrsbedingt. Den-
noch traf der Beschuldigte während 14.25 Sekunden keine Anstalten, den Abstand 
zum vorderen Fahrzeug wieder zu vergrössern. Der Beschuldigte kann sich nicht 
damit entlasten, nicht gewusst zu haben, dass das vordere Fahrzeug auf die rechte 
Spur habe wechseln wollen, weil dieses erst spät geblinkt habe. Denn der Spur-
wechsel des vorderen Fahrzeugs ändert nichts an der Möglichkeit und Verpflich-
tung des Beschuldigten, mit einer angepassten Geschwindigkeit einen ausreichen-
den Abstand zum vorderen Fahrzeug einzuhalten. Er hat sich der Geschwindigkeit 
des vorderen Fahrzeugs anzupassen, den ausreichenden Abstand stetig einzuhal-
ten und nicht (ohne zu reagieren) Annahmen zur allfälligen Beschleunigung des 
vorderen Fahrzeugs zu treffen.

Warum der Beschuldigte trotz Erkennbarkeit der Verkehrssituation dem vorderen 
Fahrzeug mit diesem unzureichenden Abstand während 14.25 Sekunden folgte, ist 
nicht nachvollziehbar. Der Beschuldigte hätte wissen können und auch müssen, 
dass es heikel und gefährlich ist, bei einer Geschwindigkeit von rund 104 km/h mit 
einem Abstand von 0.38 bis 0.51 Sekunden dem vorderen Fahrzeug zu folgen. 
Trotzdem vertraute er darauf, dass sein Manöver keine Folgen hat. Der Beschul-
digte wusste um die Gefahren seines Verhaltens, so begründete er sein Nichtab-
bremsen mit dem Abstand zum ihm folgenden Fahrzeug. Von diesem Wissen muss 
auf ein grob fahrlässiges Handeln geschlossen werden (vgl. Urteile des Bundesge-
richts 6B_441/2015 vom 3.2.2016 E. 2.3.3; 6B_290/2015 vom 23.11.2015 E. 2.3.3; 
vgl. im Übrigen auch Ausführungen im nächsten Abschnitt). Durch das Nichtbeden-
ken der durch seine Fahrweise geschaffenen Gefahr für fremde Interessen hat der 
Beschuldigte grob fahrlässig gehandelt.

Die Argumentation der Verteidigung, der Beschuldigte habe nicht bremsen können, 
weil ein Auto hinter ihm gefahren sei und er sonst langsamer als die Fahrzeuge auf 
der rechten Spur gefahren wäre, greift nicht. Die Pflicht, einen ausreichenden Ab-
stand zu halten, betrifft den nachfolgenden Fahrzeugführer. Das dem Beschuldig-
ten folgende Polizeiauto wäre folglich seinerseits bei einer allfälligen Temporeduk-

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tion bzw. einem Abbremsen durch den Beschuldigten verpflichtet gewesen, den 
genügenden Abstand einzuhalten. Solange der Beschuldigte nicht ohne Not brüsk 
abgebremst hätte, hätte er sich rechtskonform verhalten, ohne den nachfolgenden 
Verkehr zu gefährden. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung sind keine 
Gründe ersichtlich, weshalb es dem Beschuldigten nicht möglich gewesen wäre, zu 
bremsen – zumal der Abstand zum ihm folgenden Fahrzeug nicht derart gering war 
und eine angepasste Geschwindigkeitsreduktion gefahrenlos möglich gewesen wä-
re. Der Argumentation der Verteidigung zu folgen, hiesse, keine Geschwindigkeits-
reduktion auf der Autobahn vornehmen zu dürfen, wenn weitere Fahrzeuge folgen. 
Die Bestimmung zum ausreichenden Abstand ermöglicht jedoch gerade, sicher auf 
Geschwindigkeitsschwankungen der vorderen Fahrzeuge zu reagieren und ver-
pflichtet, den Abstand jeweils umgehend wieder herzustellen.

Der Beschuldigte kann sich auch nicht mit der Geschwindigkeit der Autofahrer auf 
der rechten Spur entlasten. Nur die jeweiligen Fahrzeugführer auf der rechten Spur 
trifft die Verpflichtung, nicht rechts zu überholen – folglich hätten nur diese um die 
angepasste Geschwindigkeit besorgt sein müssen. 

Zusammenfassend hat sich der Beschuldigte nach Art. 90 Abs. 2 SVG in grob fahr-
lässiger Weise schuldig gemacht, indem er auf der Autobahn auf einer Strecke von 
ca. 414 Metern bzw. während 14.25 Sekunden einen nicht ausreichenden Abstand 
von 0.38 bis 0.51 Sekunden (11.03 bis 14.84 Metern) einhielt.

IV. Strafzumessung

12. Allgemeine Ausführungen

Es kann vorab auf die korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur 
Strafzumessung verwiesen werden (pag. 77 f., S. 9 f. der erstinstanzlichen Ent-
scheidbegründung).

Die Kammer hat wie bereits erwähnt das Verbot der reformatio in peius zu beach-
ten, weshalb sie an die Maximalstrafe von 12 Tagessätzen Geldstrafe zu 
CHF 150.00, ausmachend CHF 1‘800.00, und einer Verbindungsbusse von 
CHF 500.00 mit Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen gebunden ist. Demgegenüber 
können in der Berechnung der Strafanteile für die einzelnen Delikte auch höhere 
Werte eingesetzt werden, als sie von der Vorinstanz verwendet wurden. Denn das 
Verschlechterungsverbot wirkt sich nur auf das Ergebnis, mithin das Dispositiv des 
Urteils aus, nicht auf dessen Begründung (BGE 139 IV 282 E. 2.6). 

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei gleich-
bleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen Strafzu-
messungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die Vorin-
stanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte von 
allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen und 
in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichsmög-
lichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine Kor-

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rektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- oder 
Täterkomponenten oder Abstufungen unter Teilnehmern unberücksichtigt geblie-
ben oder falsch gewürdigt worden sind oder wenn seit dem erstinstanzlichen Urteil 
wesentliche, die Strafzumessung beeinflussende Änderungen eingetreten sind.

13. Konkrete Strafzumessung

Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältin-
nen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien) sehen für das zu nahe Aufschliessen in 
den Fällen von Art. 90 Abs. 2 SVG eine Strafe ab 12 Strafeinheiten und eine Ver-
bindungsbusse von mindestens CHF 500.00 vor (VBRS-Richtlinien S. 23, Stand 
1.7.2017). Der Beschuldigte gefährdete mit seinem Verhalten Leib und Leben der 
Verkehrsteilnehmer. Zu einem Verkehrsunfall kam es glücklicherweise nicht. Es ist 
allerdings einzig dem Zufall zu verdanken, dass das Manöver des Beschuldigten 
keine Folgen zeitigte. Der Beschuldigte fuhr auf einer Strecke von ca. 414 Metern 
bzw. während 14.25 Sekunden bei einer Geschwindigkeit von rund 104 km/h einem 
anderen Fahrzeug mit einem nicht ausreichenden Abstand von 0.38 bis 0.51 Se-
kunden (11.03 bis 14.84 Metern) nach. Er befand sich auf der gut befahrenen Au-
tobahn bei relativ viel Verkehr, jedoch verhältnismässig übersichtlichen Verkehrs-
verhältnissen. Er traf während 14.25 Sekunden keine Anstalten, den Abstand zum 
vorderen Fahrzeug wieder zu vergrössern. Das objektive Tatverschulden ist im 
Verhältnis zum Strafrahmen (bis 3 Jahre Freiheitsstrafe) als insgesamt leicht zu 
bezeichnen.

Der Beschuldigte handelte grob fahrlässig. Es wäre ihm möglich gewesen, sich 
rechtskonform zu verhalten und den Abstand zum vorderen Fahrzeug zu vergrös-
sern. Das subjektive Tatverschulden wirkt sich – weil tatbestandsimmanent – neu-
tral auf die Strafe aus. 

Aufgrund der vom Beschuldigten gefahrenen Strecke von über 400 Metern, der 
Fahrt auf der Autobahn und der Dauer des nicht eingehaltenen ausreichenden Ab-
stands von nicht unerheblichen 14.25 Sekunden erachtet die Kammer eine Strafe 
von etwas über 12 Strafeinheiten als angezeigt. Eine Strafe von 15 Strafeinheiten 
ist dem Verschulden des Beschuldigten angemessen.

Über die Täterkomponenten ist nur wenig bekannt. Der Beschuldigte arbeitet als 
Landschaftsarchitekt und hat keine Kinder. Er ist nicht vorbestraft (pag. 102). Er hat 
sich nach der Tat und im laufenden Strafverfahren korrekt und kooperativ verhal-
ten. Die Täterkomponenten wirken sich folglich neutral auf die Strafe aus. 

14. Konkrete Strafe

Die Kammer erachtet in Übereinstimmung mit der Vorinstanz für das zu beurteilen-
de Delikt nach Art. 90 Abs. 2 SVG (Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jah-
ren oder Geldstrafe) eine Geldstrafe als angemessene und zweckmässige Sankti-
on. Bei der Wahl der Strafart ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung das 
Verhältnismässigkeitsprinzip zu wahren. Dieses gebietet, bei alternativ zur Verfü-
gung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen 
grundsätzlich jene auszuwählen, die am wenigsten stark in die persönliche Freiheit 
des Betroffenen eingreift, bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 137 IV 249 

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E. 3.1). Die Geldstrafe ist damit gegenüber der Freiheitsstrafe grundsätzlich vor-
rangig. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die eine Verurteilung zu einer 
Freiheitsstrafe nötig machen würden, zumal der Beschuldigte nicht vorbestraft ist 
(vgl. pag. 102). Ohnehin würde eine Freiheitsstrafe dem Verschlechterungsverbot 
widersprechen. Nach dem Gesagten erachtet die Kammer eine Strafe von 15 Ta-
gessätzen Geldstrafe als angemessen. 

Ein Tagessatz beträgt höchstens CHF 3‘000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe 
des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des 
Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach dem Einkommen und Vermögen, 
Lebensaufwand, allfälliger Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem 
Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; 
SR 311.0]). Nach eigenen Angaben erzielt der Beschuldigte aktuell ein Einkommen 
in der Höhe von monatlich CHF 5‘960.00 (inkl. 13. Monatslohn). Er habe weder 
Vermögen noch Schulden und keine Unterhaltsverpflichtungen (pag. 105). Ent-
sprechend erachtet die Kammer in Übereinstimmung mit den Ausführungen der 
Vorinstanz (pag. 79, S. 11 der erstinstanzlichen Entscheidbegründung) eine Ta-
gessatzhöhe von CHF 150.00 als angemessen (Einkommen von CHF 5‘960.00, 
abzüglich Pauschalabzug von 20%, ausmachend CHF 4‘768.00; dividiert durch 
30).

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder 
einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 
Abs. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht ist für die Gewährung des bedingten Strafvoll-
zuges folglich das Fehlen einer ungünstigen Prognose bezüglich weiterer künftiger 
Verbrechen oder Vergehen vorausgesetzt (BGE 134 IV 5; BGE 134 IV 117). Eine 
günstige Prognose wird folglich vermutet, doch kann diese Vermutung widerlegt 
werden. Bei der Prognosestellung, das heisst bei der Einschätzung des Rückfallri-
sikos, ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Zu beachten sind die 
Tatumstände, das Vorleben, der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gülti-
ge Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung 
zulassen (HUG, in: Donatsch (Hrsg.), StGB Kommentar, 19. Aufl. 2013, N. 6 f. zu 
Art. 42). Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und hat sich seit dem hier zu beurtei-
lenden Vorfall nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Es ist von einer günstigen 
Prognose auszugehen und dem Beschuldigten ist der bedingte Vollzug zu ge-
währen. Die Probezeit wird auf das Minimum von zwei Jahren festgesetzt. 

Was die Voraussetzungen einer Verbindungsbusse anbelangt, kann auf die korrek-
ten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 79 f., S. 11 
f. der erstinstanzlichen Entscheidbegründung). Eine Verbindungsbusse erscheint 
vorliegend sachgerecht. Allerdings soll die Verbindungsbusse weder zu einer 
Straferhöhung führen noch eine zusätzliche Strafe darstellen. Verhängt das Gericht 
eine bedingte Strafe und erachtet es in Anwendung von Art. 42 Abs. 4 StGB eine 
Strafenkombination mit einer Verbindungsbusse als sachgerecht, so haben die 
beiden Sanktionen in ihrer Summe schuldangemessen zu sein. Hieraus folgt, dass 
bei Verhängung einer Verbindungsbusse die bedingte Strafe zu reduzieren ist (vgl. 

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BGE 134 IV 53 E. 5.2). Nach dem Gesagten und mit Verweis auf die VBRS-
Richtlinien (Verbindungsbusse von mindestens CHF 500.00 gemäss S. 23, Stand 
1.7.2017) ist die Verbindungsbusse auf CHF 500.00 festzulegen. Die Ersatzfrei-
heitsstrafe im Falle schuldhafter Nichtbezahlung wird auf drei Tage festgesetzt. Der 
Beschuldigte wird folglich zu einer bedingten Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu 
CHF 150.00, ausmachend CHF 1‘800.00, sowie zu einer Verbindungsbusse von 
CHF 500.00 mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen verurteilt.

V. Kosten und Entschädigung

15. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie auch über die 
von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung neu (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die be-
schuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, soweit sie verurteilt wird (Art. 426 
Abs. 1 StPO). Folglich hat der Beschuldigte die erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
von CHF 1‘600.00 vollumfänglich zu tragen. 

Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres Ob-
siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt vor-
liegend, weshalb ihm die oberinstanzlichen Verfahrenskosten, festgesetzt auf 
CHF 800.00 (Art. 24 Bst. a des Verfahrenskostendekrets, VKD; BSG 161.12), auf-
erlegt werden.

16. Entschädigung

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine Entschädigung nach Art. 429 StPO 
geschuldet. 

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VI. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 8.10.2015 auf der Autobahn A6 Süd 
Richtung Spiez, 

und in Anwendung der Art. 34, 42 Abs. 1 und 4, 44 Abs. 1, 47, 106 StGB
34 Abs. 4, 90 Abs. 2 SVG
12 Abs. 1 VRV
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu CHF 150.00, ausmachend CHF 1‘800.00. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 500.00.

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 3 Tage festgesetzt.

3. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 1‘600.00.

4. Zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 800.00.

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern
Mitzuteilen:
- dem Regionalgericht Oberland
- der Koordinationsstelle Strafregister (unverzüglich, nur im Dispositiv)
- dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (sobald rechtskräftig, nur Dispositiv)

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Bern, 23. Oktober 2017 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident:

Oberrichter Vicari
i.V. Oberrichter Guéra

Die Gerichtsschreiberin:

Bank

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.