# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6729f7f-4224-5b40-894e-e2ec9fea1936
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-25
**Language:** de
**Title:** Endometriose. MEDAS-Gutachten und RAD attestieren substantielle Arbeitsunfähigkeit. Befristete Rente, teilweise Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00591
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00591.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00591
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Käch
Gerichtsschreiberin Lienhard
Urteil
vom
25. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann
Sautter & Ammann Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 12, Postfach 25, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1978, ist Mutter eines 2006 geborenen Kindes
(Urk.
7/6/5) und seit 1998 bei der
Y.___
tätig (Urk. 7/15).
Am 1. April 2011 meldete sie sich wegen
einer
Endometriose
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklä
rungen und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten bei der
Z.___
, deren Gutachten am 26.
Oktober 2012 erstattet wurde (Urk. 7/40). Am 4. März 2013 fand eine Ab
klä
rung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (Be
rich
t vom 11. November 2013; Urk. 7/49). Mit Schreiben vom 11. November 2013
(Urk. 7/51) auferlegte die IV-Stelle der Versicherten eine
Schadenmin
derungs
pflicht
in Form einer Behandlungsoptimierung. Sodann stellte sie gleichentags
vorbescheidsweise
die Verneinung eines Leistungsanspruchs in Aussicht (Urk.
7/52).
Dagegen erhob die Versicherte am 13. Dezember 2013 Einwände (Urk. 7/58). Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 11. April 2014 einen Leistungsanspruch der Versicherten (Urk. 7/67 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 11. April 2014 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 28.
Mai 2014 Beschwerde
(Urk.
1
)
und beantragte, es sei ihr rückwirkend ab Okto
ber 2011 eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % zuzusprechen
(
S.
2), eventuell sei ein gerichtliches Obergutachten anzu
ord
nen (S.
7). Mit Beschwerdeantwort vom 3.
Juli
2014 beantragte die
Beschwer
de
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 5. August 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
Am 24. November 2014 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Stellung
nahme (Urk.
9) und Arztberichte (Urk.
10/1-3)
ein
, wozu sich die
Beschwerde
geg
ne
rin
mit Eingabe vom 11. Dezember 2014 äusserte (Urk. 12). Die Beschwerde
führerin reichte am 19. Mai 2015 (Urk. 14) einen weiteren Arztbericht (Urk. 15) ein, wovon die Beschwerdegegnerin am 9. Juni 2015 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 16).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch
ti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Artikel 28 Abs. 1
lit
. b IVG liegt gemäss Art. 29
ter
IVV vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war.
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf das MEDAS-Gutachten davon aus, dass die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin einzig auf ein gynäkologisches Leiden zurück
zu
führen sei. Es gehe aus dem Gutachten jedoch nicht hervor, weshalb die
Rest
arbeitsfähigkeit
zwei Stunden pro Tag betrage und mit Pausen nicht auch ein
höheres Pensum zumutbar wäre. Gemäss Gutachten sei jedoch bei einer geän
der
ten
Endometriose
-Behandlung eine volle Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Ge
samt
haft werde somit keine Diagnose ausgewiesen, welche nicht mittels adä
quater Therapie behandelbar wäre und abklingen sollte, weshalb keine
lang
dau
ernde
oder bleibende Erwerbsunfähigkeit ausgewiesen sei. Es sei kein
Endome
triose
rezidiv
gefunden worden und fachärztliche Einschätzungen zur postoperativen Arbeitsfähigkeit lägen nicht vor (S. 1 f.).
Inzwischen sei zwar ein
Endometrioserezidiv
festgestellt und es sei für die Zeit vom 14. Oktober bis 9. November 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, hingegen gebe es keine Hinweise auf eine längerdauernde Arbeitsun
fähigkeit (Urk. 12).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen, bis heute ununterbrochen min
des
tens zu 65 % arbeitsunfähig, bezogen auf ein
Pensum
von
70 %, zu sein. Auch die MEDAS-Gutachter hätten ihr diese Arbeitsunfähigkeit attestiert, weshalb ab 6. Oktober 2010 bis zum Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung im Oktober 2012 ein Rentenanspruch von mindestens 50 % ausgewiesen sei (Urk.
1 S.
3 f.). Es seien weitere Operationen durchgeführt worden und sie leide nach wie vor an massiven Schmerzen im Bereich des rechten Unterbauchs, deren Ursache immer
noch nicht habe abgeklärt werden können (S. 5). Aktuelle Abklärungen hätten neue
Endometrioseherde
ergeben, weshalb sie erneut habe operiert werden müsse
n. Damit sei die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach kein Rezi
div gefunden worden sei, unzutreffend. Sie sei immer noch zu 100 % arbeits
unfähig (Urk. 9). Aus ärztlicher Sicht bestehe ab 26. Februar 2015 eine Arbeits
fähigkeit von maximal zwei bis drei Stunden pro Tag (Urk. 14).
3.
3.1
Nach Lage der medizinischen Akten war die Beschwerdeführerin erstmals am 29.
Dezember
2004 infolge gynäkologischer Beschwerden in operativer Behand
lung (vgl. Urk. 7/9/21 = Urk. 7/16/6-7). Es folgten weitere Operationen im April 2008 (vgl. Urk. 7/9/11-12) und Oktober 2010 (vgl. Urk. 7/9/3). Eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit wurde erst ab 6. Oktober 2010 attestiert (vgl. Urk. 7/13/2-5; Urk. 7/15/9). Mit Attest vom 18. Mai 2011 (Urk. 7/14/5) hielt Dr. med.
A.___
, Facharzt für Allgemeinmedizin, fest, dass eine Arbeitsfähig
keit von 50 % einer 70%-Stelle bestehe; die Beschwerdeführerin arbeite 14 Stun
den pro Woche. Der Verlauf werde zeigen, ob sich die Schmerzen bessern wür
den.
3.2
PD Dr. med. B.___
, Facharzt für Frauenheilkunde, stellte mit Bericht vom 24. Juni 2011 (Urk. 7/16/1-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronische Leisten- und Unterbauchschmerzen rechts bei histologisch nachgewiesener
Endometriose
-
Status nach
Sectio
caesarea
-
Status nach diagnostischer therapeutischer Laparoskopie mit
Adh
ä
sio
lysen
und
Endometriosekoagulation
-
Status nach Hysteroskopie mit
Uterursperforation
und Uterusnaht via Laparotomie
Die Beschwerdeführerin leide an unstillbaren chronischen Bauchschmerzen seit der Operation im Dezember 2004. Aktuell sei sie durch den Hausarzt auf 50 %
des Arbeitspensums krankgeschrieben. Besserung sei nicht in Aussicht (Ziff. 1.4)
. Die bisherige Tätigkeit (Arbeit an der Kasse) sei noch zu 50 %, entsprechend vier Stunden täglich, zumutbar (Ziff. 1.7). Diese Angaben gälten seit 2004 (Urk.
7/16/4).
3.3
Am 1. September 2011 wurde die Beschwerdeführerin erneut operiert. Mit glei
chen
tags erstelltem Austrittsbericht (Urk. 7/20/8-9) wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1):
-
rezidivierende invalidisierende Unterbauchschmerzen / Dysmenorrhoe und
Dyspareunie
rechts mit Verdacht auf
Endometriose
in der Pfannenstielnarbe bei Status nach
sectio
caesarea
-
Status nach Exzision eines
Endometrioseherdes
paramedian im rechten
latero-caudalen
Abdominalquadranten
April 2008, August 2008, 2010
-
Status nach
hysteroskopischer
Resektion eines
Uterusseptums
bei
Uterus
bicornis
mit Perforatio
n, Laparoskopie, Laparotomie und Uterusnaht 2004
-
Status nach primärer Sectio 2006
-
Status nach
Abruptio
2006
Es sei am 1. September 2011 eine partielle Resektion der Sectio-Narbe erfolgt. Der postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet, so dass die Patientin am ersten postoperativen Tag in gutem Allgemeinzustand und
be
schwer
dearm
in die ambulante Weiterbetreuung habe entlassen werden können. Die
Ar
beitsunfähigkeit betrage 100 % für eine Woche (S.
1 f.). Vom 1. bis 26.
Septem
ber 2011 sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig (Urk.
7/20/6).
3.4
Im
Gutachte
n
der
MEDAS Z.___
vom 26. Oktober 2012 (Urk. 7/40) wurden
nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung
einer internistischen, psychiatrischen, rheumatologischen, chirurgischen und gy
nä
kologischen Untersuchung folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
gestellt
(S. 22):
-
Endometriose
mit Verdacht auf neurale Beteiligung, bestehend seit mehr als 10 Jahren, mit und bei
-
chronischen Unterbauchschmerzen rechts
-
Dysmenorrhoe,
Dyspareunie
-
Verdacht auf
Endometriosis
genitalis
externa
-
Status nach Exzision von
Endometriose
-Herden paramedian rechts im
latero
-kaudalen
Abdominalquadranten
April 2008, August 2008 und Oktober 2010
-
Status nach partieller Narbenresektion wegen
Narbenendometriose
1. September 2011
-
Status nach
hysteroskopischer
Resektion eines
Uterusseptums
bei Uterus
bicornis
mit Perforation, Laparoskopie, Laparotomie mit Uterusnaht und Appendektomie 22. Dezember 2004
-
Leistenschmerzen rechts mit Ausstrahlungen in den Bereich der rechten
Femoralloge
, bestehend seit mehr als 10 Jahren
-
nicht einer spinalen Genese
zuordbar
-
nicht einem systemisch-entzündlichen oder anderweitig metabo
li
schen Grundleiden
zuordbar
-
am ehesten mit einer Problematik der lokalen
W
e
ichteilstrukuren
der Leisten und
Femoralloge
links erklärbar
-
Status nach Rückenschmerzen (anamnestisch), mindestens bestehend seit 2005
-
laut Versicherter seit einer spezifischen
infiltrativen
Behandlung 2005 stabil gebessert
Aus gynäkologischer Sicht seien die therapeutischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Zur Zeit könne die aktuelle Arbeitsunfähigkeit von 65 % (die Beschwerdeführerin sei zu 70 % angestellt und arbeite aktuell zwei Stunden pro Tag) unterstützt werden. Eine Aussage über die allfällige langfristige Arbeits
fähigkeit könne zum jetzigen Zeitpunkt aus gynäkologischer Sicht noch nicht
getroffen werden. Eine erneute
laparoskopische
Exploration des Beckens inklu
sive der neuralen Strukturen sowie allfällige schmerzmedizinische Behandlung mittels Neurostimulatoren seien prüfenswert (S. 26).
Interdisziplinär ergäben sich folgende Schlussfolgerungen: Die aktuell besteh
ende Arbeitsunfähigkeit von 65 % (bezogen auf ein 70
-
%-Pensum) seit dem 6.
Oktober 2010 sei aus gynäkologischer Sicht gerechtfertigt und nachvollzieh
bar. Weitere therapeutische Massnahmen seien dringend indiziert. Diese seien der Versicherten zumutbar und sollten spätestens per Ende Juni 2013 abge
schlossen sein. Dann sei eine Re-Evaluation zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit
indiziert. Die Arbeitsfähigkeit sei zum jetzigen Zeitpunkt deutlich beeinträch
tigt;
die aktuelle Arbeitsfähigkeit von nur noch zwei Stunden pro Tag als Kassie
rerin
sei gerechtfertigt (S.
27). Angepasste, leichte, wechselbelastende Tätigkeiten seien
ebenfalls für zwei Stunden pro Tag zumutbar (S. 29). Die Diagnose und Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit der behandelnden Ärzte deckten sich mit der gut
ach
ter
lichen Einschätzung (S. 31).
3.5
Die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 4. März 2013 (Urk. 7/49) ergab eine Qualifikation von 85 %
E
rwerbs- und 15 % Haushalttätigkeit (S.
3). Die Beschwerdeführerin sei in den Bereichen Ernäh
rung, Wohnungspflege sowie Wäsche und Kleiderpflege aufgrund ihrer Schmer
zen eingeschränkt. Die Gesamteinschränkung betrage 24.90 %, was bei einem Haushaltanteil von 15 % einen Teil-Invaliditätsgrad von 3.74 % ergebe (S. 7).
3.6
Dr. med.
C.___
, Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD), hielt am 20. November 2012 fest, es werde aus gutachterlicher Sicht eine 65%ige Arbeitsunfähigkeit (bei zuletzt ausgeführtem 70
-
%-Pensum) seit dem
6.
Oktober 2010 als nachvollziehbar und plausibel beurteilt. Die Wartezeit sei auf
dieses Datum hin zu eröffnen. Nach Ablauf der Wartezeit sei von einer Ar
beits
fähigkeit von zwei Stunden täglich auszugehen. Das Profil der ausgeführten
Tätig
keit entspreche demjenigen einer angepassten Tätigkeit. Nach Durchfüh
rung
der empfohlenen Massnahmen seien per Ende 2013 der Gesundheitsschaden und die Arbeitsfähigkeit neu zu beurteilen. Nach erfolgreicher Durchführung der medizinischen Massnahmen könne eine volle Arbeitsfähigkeit erwartet werden (Urk. 7/50/5).
3.7
Am 18. Februar 2013 fand eine
laparoskopische
Exploration durch Dr. med.
D.___
und Prof. Dr. med.
E.___
,
F.___
, statt (Urk. 7/57/1-2). Am 2. Mai 2013 erfolgte eine weitere
laparoskopische
Adhäsiolyse
und
Coecopexie
. Als Indikation wurde festgehalten, dass die Beschwerde
füh
rerin seit Monaten über Schmerzen im Bereich des unteren mittleren Bauches
und der rechten Flanke klage. Bekanntermassen habe sie ein
Dolichokolon
so
wie
ein
Coecum
mobile.
Nach einer vor zwei Monaten durch Prof. Dr.
E.___
pra
k
tizierten Laparoskopie sei es zu keiner anhaltenden Besserung der Beschwer
den gekommen (Urk. 7/57/3).
3.8
Prof.
E.___
und Dr.
D.___
attestierten der Beschwerdeführerin eine volle Ar
beitsunfähigkeit
vom
18. Februar bis 2. Mai 2013 (Urk. 7/60/1-3; Urk. 7/60/5). Seitens des
G.___
wurde eine volle Arbeitsunfähigkeit
vom
29. April bis 24. Mai 2013 attestiert (Urk. 7/60/6), und Dr.
A.___
attestierte eine solche vom 25. Mai bis 30. Juni 2013 (Urk. 7/60/7-9), jedoch auch eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % vom 1. Januar bis 30. Juni 2013 (Urk. 7/63).
3.9
Dr.
C.___
(RAD) hielt am 27. Februar 2014 (Urk. 7/66/2) fest, es sei anlässlich
der Operation vom 18. Februar 2013 kein
Endometrioserezidiv
oder eine Ur
sach
e für eine
Inguinodynie
durch Beteiligung der Nerven gefunden worden, es sei auch eine
Adhäsiolyse
durchgeführt worden. Fachärztliche Einschätzung
en
zur
postoperativen Arbeitsfähigkeit lägen nicht vor. Aufgrund der vorliegenden Unter
lagen könne keine weitere Aussage zur Arbeitsfähigkeit gemacht werden. Es könne empfohlen werden, von Prof.
E.___
eine Einschätzung der Arbeits
fähigkeit inklusive Profil einzuholen. Aus medizinischer Sicht sei anzumerken, dass ein Teil der Bauchschmerzproblematik wahrscheinlich durch die Verwachs
ungen bedingt sei.
3.10
Prof.
E.___
führte mit einem undatierten Bericht (Urk. 7/65) aus, die Be
schwer
deführerin habe sich von seiner Operation und den Schmerzen gut erholt. Es sei ihm nicht bekannt, warum eine IV indiziert sei. Aus
neuropelveologischer
und gynäkologischer Sicht gebe es für eine IV keinen Grund (S. 1).
3.11
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sach
verhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben,
sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wah
rung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beein
flussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt, weshalb die anlässlich des
Be
schwerdeverfahrens
eingereichten Arztberichte (Urk. 3; Urk. 10/1-3: Urk. 15) zu berücksichtigen sind.
3.12
Dr. med.
H.___
,
Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin und für Gastro
enterologie,
Gastrozentrum
F.___
, führte mit Bericht vom 17. März 2014 (Urk.
3) aus, dass die bei der Beschwerdeführerin durchgeführten Unter
such
ungen keine wesentliche Pathologie ergeben hätten. Er vermute ein
Reiz
darm
syndrom
. Zur Verminderung der Schmerzproblematik habe er eine
Ernäh
rungs
beratung
empfohlen. Der Schmerz im rechten Unterbauch sei allerdings
un
ge
klärt und habe auch einen Zusammenhang mit der Menstruation, indem vo
r
her jeweils eine deutliche Besserung eintrete. Zu vermuten sei trotz mehr
facher Operationen doch eine Adhäsion im rechten Unterbauch (S. 1).
3.13
Am 14. Oktober 2014 fand in der Frauenklinik der
I.___
eine
wei
tere Laparoskopie statt (Urk. 10/3). Dabei wurden
Endometriosen
entfernt, die
künstliche Fixierung der Gebärmutter rechtsseitig gelöst und die Nerven am Kreuz
bein entlastet (Urk. 10/1). Die Arbeitsunfähigkeit betrug 100 % vom 14.
Okto
ber bis 9. November 2014 (Urk. 10/2 S. 2).
3.14
Dr. med.
J.___
,
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe,
Chefarzt der Frauenklinik
I.___
, führte mit Bericht vom 11. Mai 2015 (Urk. 15) zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin aus, es bestehe anamnestisch ein äusserst komplexes Schmerzbild mit diversen Problemkreisen,
einerseits chronische Unterbauchbeschwerden mit
einer
Inguitonie
unklarer Ätio
logie, Zeichen der sakralen Nervenirritation S2/3,
eine
retrosymphysäre
schwere
Druckdolenz
bei Status nach Antefixationsoperation und Beschwerden im Bereich des lateralen Randes einer Pfannenstielnarbe bei insgesamt Verdacht auf
Endometrioserezidiv
und auch
Uterotomiedehiszenz
. Als Diagnosen nannte Dr.
J.___
die folgenden (S. 1):
-
postoperativ am 14. Oktober 2014 narbige Einziehung lateral des alten Pfannenstiels rechts
-
Rotundumfixation
an einer schmerzhaften Stelle ans Peri
os
des
Cooper
li
gamentes
retrosymphysär
rechts
-
tief infiltrierende
Endometriose
im Bereich der
Sakrouterinligamente
retroovariell und im Ligamentum
latum
-
deziszente
Uterotomie
bei Status nach Sectio
-
sakrale Irritation durch Kompression einer Narbenplatte
-
am 14. Oktober 2015 wurde eine ausgedehnte Revision durchgeführt
Auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit seit Okto
ber 2012 eingeschränkt sei, führte Dr.
J.___
aus, es handle sich um ein kom
plexes Schmerzproblem mit diversen durchgeführten Eingriffen. Eine adäquate Therapie sei bei einem solchen chronischen Schmerzsyndrom sehr schwierig zu
bewerkstelligen. Die Beschwerdeführerin sei gemäss ihren Schilderungen
schwers
t
eingeschränkt. Sie klage über eine schwerste chronische Schmerzproblematik mit
Dauerschmerzen (S.
1-2). Aktuell seien ihr zwei bis drei Stunden täglich zuzu
muten, gemäss der letzten Konsultation vom 26. Februar 2015 (S. 2).
4.
4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit dem 6. Oktober 2010 infolge des gynäkologischen Leidens in ihrer Arbeits
fähig
keit eingeschränkt ist. Die MEDAS-Gutachter gingen in ihrer interdisziplinären Beurteilung davon aus, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 65 % (bezo
gen auf ein Pensum von 70 %) gerechtfertigt und nachvollziehbar sei, weshalb sowohl die angestammten Tätigkeit als Kassiererin als auch eine angepasste, leichte und wechselbelastende Tätigkeit während lediglich 2 Stunden täglich zu
mutbar sei
en
(vgl. vorstehend E.
3.4). Dieses Gutachten erfüllt die
praxisge
mässen
Anforderungen (vgl. vorstehend E. 1.3), weshalb darauf abgestellt wer
den kann. Dieser Ansicht war auch RAD-Ärztin Dr.
C.___
(vgl. vorstehend E.
3.6). Wenn
gleich sowohl die MEDAS-Gutachter als auch Dr.
C.___
von einem
–
Behand
lungserfolg vorausgesetzt - Verbesserungspotential ausgingen, ist kein Grund ersichtlich, warum dieser Arbeitsunfähigkeitseinschätzung nicht gefolgt werden sollte.
4.2
Nach Ansicht der Beschwerdegegnerin jedoch geht aus dem Gutachten nicht hervor, weshalb die Restarbeitsfähigkeit nur zwei Stunden pro Tag betrage und
mit Pausen nicht ein höheres Pensum möglich sei. Da die Behandlung noch nicht
abgeschlossen sei, sei keine Diagnose ausgewiesen, welche nicht mittels adä
qua
ter Therapie behandelbar wäre und abklingen sollte. Deshalb sei keine länger
dauernde oder bleibende Erwerbsunfähigkeit ausgewiesen
.
Aus rechtlicher Sicht sprächen keine hinreichenden Gründe dafür, dass die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als Kassiererin nicht weiterhin in vollem Pensum aus
üben könnte (vgl. Urk. 7/54).
Diese Beurteilung verkennt, dass gemäss MEDAS-Gutachten bis zu einem all
fälligen Behandlungserfolg eine substantielle Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen war. Dementsprechend lag eine länger dauernden Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG)
vor, welche auch nach Ablauf des Wartejahres noch anhielt. Ob die vom gynäkologischen Gutachter v
orgeschlagene Behandlung
tatsächlich die Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin vollständig wiederherstellen könnte, war nicht eindeutig zu beurteilen. Von der blossen Möglichkeit eines Behandlungserfolges
konnte somit nicht auf eine nicht (mehr) bestehende Arbeitsunfähigkeit ge
schlossen werden, zumal im gynäkologischen Teilgutachten in keiner Weise ein solcher Erfolg prognostiziert wurde (vgl. Urk. 7/41/7).
4.3
Somit bestand nach Ablauf des Wartejahres per Oktober 2011 eine anhaltende, rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit von über 40 % in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit. Dr.
D.___
und Prof.
E.___
attestierten in der
Folge nach Durchführung der weiteren Eingriffe eine volle Arbeitsunfähigkeit vom
18. Februar bis 2. Mai 2013, seitens des Bauchzentrums wurde bis 24. Mai
2013 - ebenfalls als Folge eines Eingriffs - eine volle Arbeitsunfähigkeit atte
stiert.
Dr.
A.___
ging sodann von voller beziehungsweise 80%iger Arbeitsun
fähigkeit bis 30.
Juni
2013 aus (vgl. vorstehend E.
3.8). Nach diesem Datum wurde keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen; Prof.
E.___
bestätigte dies ausdrück
lich (vgl. vorstehend E. 3.10). Erst ab 14. Oktober 2014 kam es im Nachgang zu einer weiteren Laparoskopie zu einer vorübergehenden vollen Arbeitsunfähig
keit bis 9. November 2014 (vgl. vorstehend E. 3.13). Dr.
J.___
ging sodann ab 26. Februar 2015 erneut von einer Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden täglich aus (vgl. vorstehend E.
3.14). Nebst dem Umstand, dass diese beid
en Beurtei
lungen einen Zeitraum
ausserhalb des hier massgeblichen
Verfügungszeit
punktes
vom 11. April 2014 (Urk. 2) beschlagen, kann auf die Beurteilung durch Dr.
J.___
nicht abgestellt werden, da
sich seine Begründung darin er
schöpf
t
e, die
Schilderungen
der Beschwerdeführerin zu übernehmen
. Es ist je
doch
nicht ausgeschlossen, dass ab Oktober 2014 eine Verschlechterung eintrat, welch
e aber - auch da zwischenzeitlich eine wesentliche Verbesserung einge
treten war - nicht in diesem Verfahren zu beurteilen ist.
4.4
Somit ergibt sich für den Erwerbsbereich folgender Verlauf der Arbeitsun
fähig
keit: Ab Oktober 2011 bis Januar 2013 65 % eines 70
-
%-Pensums (Arbeits
fähi
g
keit von zwei Stunden täglich, dies bei einer 41-Stunden-Woche; vgl. Urk. 7/15 Ziff. 2.9) und ab Februar 2013 bis Ende Juni 2013 100 % (ebenfalls bezogen auf ein 70
-
%-Pensum). Danach ist von
einer
volle
n
Arbeitsfähigkeit bis Oktober 2014 auszugehen.
5.
5.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3
IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerb
s
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die In
validität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
be
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamtin
va
lidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E.
3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte eine Qualifikation von 85 % Erwerbs- und 15 % Haushaltanteil und einen Teil-Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich von 3.74 % (vgl. Urk. 7/49 S. 7). Dies ist nicht zu beanstanden und im Übrigen unbestritten. Festgehalten wurde, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheits
fall
ab Eintritt ihrer Tochter in den Kindergarten im August 2010 zu 85 % erwerbs
tätig gewesen wäre (vgl. Urk. 7/49 S. 2).
5.3
Die Beschwerdeführerin war bis zur Geburt ihrer Tochter in einem vollen Pen
sum tätig (vgl. Urk. 7/49 S. 3 oben). Sie erzielte dabei gemäss IK-Auszug im Jahr 2003 (vor dem ersten Auftreten der Beschwerden; vgl. vorstehend E.
3.1)
ein Einkommen von
Fr. 45‘548.-- (vgl. Urk. 7/11/2). Unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung im Bereich Handel in den Jahren 2004 bis 2011 in Höhe von jeweils 1
.0
, 1.2, 1, 1.4, 2.2, 2.2, 0
.0
und 1.4 % (Die Volkswirtschaft 4-2011 S. 91
und 9-2013 S.
95, jeweils Tabelle B.10.2) ergibt sich ein Jahreslohn für ein volles Pensum in Höhe von
rund
Fr. 50‘49
8
.
--
. Bei einem Pensum von 70 % sind dies
rund Fr. 35‘348.--
(F
r. 50‘498
.
--
x 0.7). Dies entspricht im Wesent
li
chen dem im Jahr 2009 tatsächlich in einem Pensum von 70 % erzielten Ver
dienst (Fr. 35‘253.30; vgl. Urk. 7/15/8). . Somit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall bei einem Pensum von 85 % im Jahr 2011 ein hypothetisches
Valideneinkommen
von rund Fr. 42‘923
.
--
erzielt hätte (Fr. 50‘498
.
--
x 0.85).
5.4
Bezogen auf ein Pensum von 85 % (bei der bei der
Y.___
bestehenden 41-Stun
den-Woche sind dies 34.85 Stunden) entspricht eine Restarbeitsfähigkeit von zwei Stunden täglich oder 10 Stunden wöchentlich einer Arbeitsunfähigkeit von gerundet 71 %. Das zumutbare Pensum betrug ab Oktober 2011 somit 29 %, was ein hypothetisches Invalideneinkommen von
rund
Fr. 12‘44
8
.
--
ergibt (Fr. 42‘923
.
--
x 0.29). Von Oktober 2011 bis und mit Januar 2013 bestand somit im Erwerbsbereich eine Eink
ommenseinbusse von Fr. 30‘475.--
und damit ein
e
Ein
schränkung
von gerundet 71 %. Somit ergibt sich bei e
inem Erwerbsanteil von 85 % ein
Teil-Invalidität
sgrad
von 60.35 % (0.85 x 71 %)
.
Ab Februar bis Ende Juni 2013 bestand volle Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätig
keit; damit betrug
die Einschränkung 100 %, was ein
en
Teil-Invalidität
sgrad
von
85 % ergibt.
5.5
Unter
Brücksichtigung
des
Teil-Invalidität
sgrades
im Haushaltbereich von 3.74 %
(vorstehend E. 5.2)
ergibt sich für den Zeitraum von Oktober 2011 bis Januar 2013 ein Invaliditätsgrad von gerundet 64 % und damit Anspruch auf eine
be
fristete
Dreiviertelsrente
. Von Februar bis Juni 2013 betrug der
Invaliditäts
grad
rund 89
%, womit Anspruch auf eine befristete ganze Rente bestand. Danach be
stand kein Rentenanspruch mehr.
Somit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Da für den weiteren Verlauf der Erkrankung eine erneute Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit nicht ausge
schlos
sen werden kann, rechtfertigt es sich, die Sache
nach Eintritt der Rechts
kraft
an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung des Sachverhalts ab Oktober 2014 zu überweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss
steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine
Prozessent
schä
digung
zu, die
gemäss
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts (
GSVGer
) - ohne Rücksicht auf den Streit
wert - nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens zu bemessen ist. Unter Berücksichtigung der vor
genannten Bemessungskriterien und beim bis Ende 2014 gerichtsüblichen
Stun
den
ansatz
von Fr. 200.-- beziehungsweise Fr.
220.-- ab 2015 ist die
Prozess
ent
schädigung
vorliegend auf Fr. 3‘000.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzu
setzen
.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der
Sozialver
siche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 11. April 2014 aufgehoben, und es wird fest
gestellt, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2011 bis 31. Januar 2013 An
spruch auf eine
Dreiviertelsrente
und vom 1. Februar 2013 bis 30. Juni 2013 Anspruch auf eine ganze Rente hat.
Die Sache wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an die Beschwerdegegnerin überwiesen, damit sie im Hinblick auf die ab Oktober 2014
allenfalls
eingetretene gesundheitliche Verschlechterung ein Revisionsverfahren durchführe.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
8
00.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung
und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
ge
stellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine
Prozessent
schädigung
von Fr. 3‘000.-- (inkl.
MWSt
und Barauslagen) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christina Ammann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannLienhard