# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92c7822a-fe6a-532c-bf89-9e081886c976
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2018 D-3474/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3474-2018_2018-07-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3474/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; 

Gerichtsschreiber Gian-Flurin Steinegger.    

 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Eritrea,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl- und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 28. Mai 2018 / N (…). 

 

 

 

D-3474/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 8. Juni 2015 in der Schweiz um Asyl 

nach. Anlässlich der Befragung zur Person vom 9. Juni 2015 und zweier 

Anhörungen vom 10. August 2016 beziehungsweise 24. Januar 2018 

machte er im Wesentlichen geltend, er sei eritreischer Staatsangehöriger 

tigrinischer Ethnie und habe im Jahr 1976 in Eritrea Militärdienst geleistet. 

Aufgrund einer Demonstrationsteilnahme sei er in Asmara drei Jahre inhaf-

tiert gewesen. Bis zu seiner erneuten Inhaftierung im Jahr 2010 sei er Na-

tionaldienst geleistet. Als er im Jahr 2012 seinen Neffen bei der illegalen 

Ausreise aus Eritrea geholfen habe, sei er verhaftet und im berüchtigten 

Gefängnis Hashferay inhaftiert worden, wo man ihm seine Ausweisdoku-

mente abgenommen habe. Nach dreijähriger Haftzeit sei ihm die Flucht 

aus dem Gefängnis Hashferay gelungen und er habe Eritrea am 15. Januar 

2015 illegal verlassen.  

B.  

Mit am 30. Mai 2018 eröffneter Verfügung vom 28. Mai 2018 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung.  

C.  

Mit Eingabe vom 14. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es sei die Verfü-

gung des SEM aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und 

ihm Asyl zu gewähren. Es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegwei-

sung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und er sei vorläufig auf-

zunehmen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung 

zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten 

sowie der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbei-

stand beizuordnen. Eventualiter sei die aufschiebende Wirkung wiederher-

zustellen.  

D.  

Mit Schreiben vom 18. Juni 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde.  

D-3474/2018 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung in 

Asylsachen auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zu-

dem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 

VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3. 

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend aufgezeigt, handelt es sich vorlie-

gend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG wurde vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet. 

4. 

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

4.2 Flüchtlingen wird nach Art. 54 AsylG kein Asyl gewährt, wenn sie erst 

durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ih-

res Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG 

wurden (subjektive Nachfluchtgründe).  

D-3474/2018 

Seite 4 

4.3 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft 

machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die 

Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson-

dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 

sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge-

blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 

(Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dar-

gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3).  

5. 

Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Ergebnis, 

dass der Beschwerdeführer den solchermassen reduzierten Beweisanfor-

derungen nicht zu genügen vermöge. Seine Angaben seien unsubstanzi-

iert, wenig plausibel, realitätsfremd und widersprüchlich ausgefallen. Ins-

besondere habe der Beschwerdeführer die vermeintlich wichtigen Erleb-

nisse ohne die von einem direkt Betroffenen zu erwartenden Details ge-

schildert. Differenzierte Angaben zur geltend gemachten Verfolgung fän-

den sich in seinen Aussagen nicht.  

 

6. 

Entgegen der sinngemässen Beanstandung durch den Beschwerdeführer 

hat die Vorinstanz die Beweisregel von Art. 7 AsylG nicht zu restriktiv ge-

handhabt. So wird bei eingehender Prüfung der Befragungsprotokolle bald 

deutlich, dass das SEM zu Recht Ungereimtheiten, einen fehlenden Reali-

tätsbezug und eine unzureichende Substanz in den Aussagen des Be-

schwerdeführers festgestellt hat. Die Würdigung dieser Unzulänglichkeiten 

als Erkennungsmerkmale für die Unglaubhaftigkeit der betreffenden Vor-

bringen im Sinne von Art. 7 Abs. 3 AsylG ist nicht zu beanstanden. So zeigt 

eine vergleichende Prüfung der Befragungsprotokolle, dass der Beschwer-

deführer in Zusammenhang mit der geltend gemachten Verhaftung und an-

schliessenden Inhaftierung im Gefängnis Hashferay unterschiedliche be-

ziehungsweise in sich widersprüchliche Angaben machte. In diesem Zu-

sammenhang kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die umfang-

reichen Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung vom 28. Mai 2018 

verwiesen werden. (vgl. S. 3 f.). Ein weiterer Anhaltspunkt für den fehlen-

den Wahrheitsgehalt ist sodann in der dürftigen Beschreibung jener Um-

stände zu erblicken, unter denen der Beschwerdeführer aus dem Gefäng-

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Seite 5 

nis Hashferay geflüchtet sein will. Aufgrund seiner unverbindlichen und va-

gen Angaben ist es für den Unbeteiligten nicht möglich, eine einigermassen 

klare Vorstellung von den Fluchtumständen zu bekommen. So bleibt na-

mentlich offen, wie die Flucht geplant worden ist und welche Zwischenfälle 

und Schwierigkeiten es bei der Flucht aus dem Gefängnis gegeben hat. 

Ein derartiges Ausklammern der Kernpunkte bei der Schilderung vermeint-

lich fluchtauslösender Ereignisse weist auf einen fehlenden Wahrheitsge-

halt hin. Insgesamt scheint hinter dem Aussageverhalten des Beschwerde-

führers der Versuch erkennbar, einstudierte Informationen über tatsächli-

che Begebenheiten in seiner Heimatregion als Gerüst für eine vorgespie-

gelte Verfolgungsgeschichte zu benutzen. Hierauf deuten insbesondere 

seine offensichtlichen Schwierigkeiten hin, seine eigene Handlungsweise 

in den behaupteten Geschehnisverlauf einzubetten und eine nicht ange-

brachte Zurückhaltung abzulegen beim Hervorheben der logischerweise 

wichtigen Punkte. Die Einschätzung des SEM, wonach die Vorbringen des 

Beschwerdeführers konstruiert wirkten, ist insofern zu bestätigen. In der 

angefochtenen Verfügung schliesst das SEM seine Erwägungen zu den 

Vorfluchtgründen mit der Erkenntnis ab, dass die «chronologisch vor 2012 

einzuordnenden Vorbringen», wegen des fehlenden «sachlichen oder zeit-

lichen Kausalzusammenhangs» als nicht asylrelevant zu werten seien. 

Diese Argumentation des SEM ist ebenfalls zu teilen.  

Mit seinen spärlichen Entgegnungen und Erklärungsversuchen in der Be-

schwerdeschrift gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, den wesentlichen 

Punkten seiner Gesuchsbegründung klarere Konturen zu verleihen oder 

diese auf andere Weise in einem glaubhafteren Licht erscheinen zu lassen. 

Nach dem Gesagten lässt sich als Fazit festhalten, dass der Beschwerde-

führer das im Zentrum seiner Gesuchsbegründung stehende Vorbringen – 

angebliche Verhaftung und anschliessende Inhaftierung im Gefängnis 

Hashferay wegen Schleppertätigkeit für seine beiden Neffen – angesichts 

widersprüchlicher, unsubstanziierter und realitätsfremder Aussagen weder 

nachzuweisen noch glaubhaft im Sinne von Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG zu 

machen vermag. Bei gesamthafter Betrachtung lässt sich bezüglich dieser 

zentralen Gesuchselemente ein Übergewicht an Hinweisen, die für deren 

Wirklichkeit sprechen, im Vergleich zu solchen, die auf deren blosse Insze-

nierung hindeuten, klarerweise nicht erkennen. In Würdigung der gesam-

ten Umstände ist alsdann festzustellen, dass der Beschwerdeführer einen 

Sachverhalt nach der Definition von Art. 3 AsylG weder nachgewiesen 

noch glaubhaft gemacht hat. Auch subjektive Nachfluchtgründe kommen 

vorliegend nicht in Betracht, zumal bei einer allfälligen illegalen Ausreise 

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Seite 6 

keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte vorliegen, welche zu einer Ver-

schärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten 

Verfolgungsgefahr führen (vgl. Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 

[als Referenzurteil publiziert], E. 5.2). Nach dem Gesagten hat die Vor-

instanz – auch mit Blick auf die einmalige Demonstrationsteilnahme des 

Beschwerdeführers in Genf, aus welcher kein Verfolgungsinteresse des 

eritreischen Regimes ersichtlich wird – zu Recht das Vorliegen sowohl von 

Vorflucht- als auch von Nachfluchtgründen verneint und das Asylgesuch 

abgelehnt. 

7. 

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

8.2 

8.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen.  

Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das 

flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll-

zugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ-

kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; 

Art. 3 EMRK). 

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Seite 7 

8.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und Art. 3 EMRK darf niemand 

der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand-

lung unterworfen werden. Nach der Praxis des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte (EGMR) müsste der Beschwerdeführer eine konkrete 

Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Falle 

einer Rückschiebung in ihren Heimatstaat Folter oder unmenschliche Be-

handlung drohen würde.  

Im Zusammenhang mit der Frage einer drohenden Verletzung von Art. 3 

EMRK und somit der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea 

ist insbesondere in Erwägung zu ziehen, ob die betroffene Person bei ihrer 

Rückkehr mit einem Einzug in den eritreischen Nationaldienst rechnen 

muss. Dieser Gesichtspunkt wurde durch das Bundesverwaltungsgericht 

im Referenzurteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 eingehend analysiert 

(E. 12 f.).  

8.2.3 Grundsätzlich trifft die Nationaldienstpflicht eritreische Staatsangehö-

rige zwischen 18 und 40 Jahren (vgl. das eben erwähnte Referenzurteil  

E. 12.4). Der Beschwerdeführer war (…) Jahre alt, als er Eritrea verlassen 

hat und er hat ab dem Jahr 1976 bereits in Eritrea Militärdienst geleistet. 

Zwar wurde ihm im Jahr 2005 – wohl im Rahmen des zivilen Nationaldiens-

tes – eine Arbeitsstelle im Strassenbau und in der Reparatur von Fahrzeu-

gen zugewiesen. Diese Tätigkeit hat der Beschwerdeführer bisweilen für 

Monate unterbrochen und ist vom Einsatzort abgereist um anderen Berufs-

tätigkeiten nachzugehen, was keine negativen Konsequenzen für ihn ge-

habt hat. Vor diesem Hintergrund ist gemäss der aktualisierten Praxis des 

Bundesverwaltungsgerichts davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer seine Dienstpflicht bereits erfüllt hat bzw. aus dem regulären Militär-

dienst entlassen worden und erst danach aus Eritrea ausgereist ist. Somit 

hat er im Falle einer Wiedereinreise nach Eritrea mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit keine (erneute) Einziehung in den Nationaldienst zu gewär-

tigen. Schliesslich ist auf den Umstand hinzuweisen, dass der Beschwer-

deführer gemäss eigenen Angaben bei seiner Ausreise aus Eritrea offen-

sichtlich volljährig war und sich seit über drei Jahren im Ausland befindet. 

Damit erfüllt er auch klarerweise die Voraussetzungen zur Erlangung des 

Diaspora-Status.  

8.2.4 Zusammenfassend ist der Vollzug der Wegweisung als zulässig zu 

qualifizieren. Nachdem nicht von einer erneuten Einziehung des Be-

schwerdeführers in den Nationaldienst auszugehen ist, erübrigt sich auch 

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Seite 8 

die Prüfung der Frage der Vereinbarkeit eines zukünftigen Dienstes in der 

eritreischen Armee mit Art. 3 und Art. 4 EMRK.  

8.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Im bereits erwähnten Referenzurteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 

kam das Bundesverwaltungsgericht ferner zum Schluss, dass in Eritrea 

weiterhin nicht von einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemei-

ner Gewalt beziehungsweise einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Eritrea ausgegangen werden könne. Aus den im 

Gesetz genannten Gefährdungssituationen ergebe sich, dass nicht belie-

bige Nachteile oder Schwierigkeiten die Annahme einer konkreten Gefähr-

dung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG rechtfertigen würden, sondern aus-

schliesslich Gefahren für Leib und Leben. Angesichts der schwierigen all-

gemeinen Lage des Landes müsse in Einzelfällen nach wie vor von einer 

Existenzbedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände 

vorlägen. Die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bleibe im Einzelfall 

zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 17.2).  

Der Beschwerdeführer ist heute (…) Jahre alt und gemäss seinen Angaben 

– mit Ausnahme gelegentlicher Schmerzen am Arm – gesund. Seine drei 

Kinder leben zusammen mit seiner Schwiegermutter in Eritrea. Zudem le-

ben seine Geschwister, Onkel und Tanten ebenfalls in Eritrea (vgl. SEM-

Akte, A7/7, S. 5). Damit verfügt er über ein bestehendes familiäres Bezie-

hungsnetz. Es ist deshalb davon auszugehen, dass ihm mithilfe der famili-

ären Unterstützung die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung in 

die gesellschaftlichen Strukturen seiner Heimat gelingen wird. Damit spre-

chen keine individuellen Umstände gegen die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges, womit sich dieser als zumutbar erweist. 

8.4 Mit Blick auf die Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung im Sinne 

von Art. 83 Abs. 2 AuG ist zwar festzustellen, dass zwangsweise Rückfüh-

rungen nach Eritrea derzeit generell nicht möglich sind. Jedoch steht es 

dem Beschwerdeführer offen, freiwillig in seinen Heimatstaat zurückzukeh-

ren, was praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs entgegensteht. Es obliegt ihm, sich bei der zuständigen Ver-

tretung des Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Reisedoku-

mente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. auch BVGE 2008/34 E. 12).  

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Seite 9 

8.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumut-

bar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG).  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Der 

Eventualantrag betreffend Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung 

ist von Anfang an gegenstandslos. Denn die aufschiebende Wirkung wurde 

der Beschwerde nicht entzogen (Art. 55 VwVG).  

10. 

Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten 

haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht 

gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. Aus demselben 

Grund kann auch dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

nicht stattgegeben werden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die 

Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE], SR 173.320.2) somit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit dem vorliegenden Urteil ist der Antrag auf Ver-

zicht eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.  

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Simon Thurnheer Gian-Flurin Steinegger 

 

 

Versand: