# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b543d47-6211-5ac0-b71b-c940fe283c02
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 13.12.2005 BK 2005 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2005-72_2005-12-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Dezember 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 05 72

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Präsident Brunner
Richterinnen Heinz-Bommer und Riesen-Bienz 
Aktuar ad hoc Hitz

——————

In der strafrechtlichen Beschwerde

des J., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cahenzli, 
Postfach 171, Städtlistrasse 12, 7130 Ilanz,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 19. Oktober 
2005, mitgeteilt am 20. Oktober 2005, 

betreffend aussergewöhnlicher Todesfall zum Nachteil von +A.,

hat sich ergeben:

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A. Am Freitagabend des 8. Oktobers 2004 war +A. unter anderem zu-
sammen mit B. in F. im Ausgang. Um ca. 22.15 Uhr verliess +A. ihre Kolleginnen 
und kehrte nach zehn Minuten zurück. Wie die Ermittlungen ergaben, traf sie sich 
während dieser Zeit mit einem unbekannten Mann, wahrscheinlich ein russischer 
Staatsangehöriger, und kaufte bei ihm Heroin für Fr. 50.--.

B. Um ca. 24.00 Uhr kehrten +A. und B. nach G. zurück. Auf dem Weg 
dorthin konnte B. beobachten, wie +A. Heroin schnupfte. Um ca. 03.15 Uhr be-
gaben sich die beiden Kolleginnen in die Wohnung von B., wo sie schliesslich 
übernachteten. Als um ca. 15.00 Uhr der Vater von B. in deren Zimmer erschien, 
um die beiden Frauen zu wecken, reagierte +A. nicht. Die sofort aufgebotenen 
Rettungskräfte konnten nur noch den Tod von +A. feststellen. Der Rechtsmedi-
ziner PD Dr. med. D. gibt im Obduktionsbericht vom 14. Oktober 2004 als Todes-
ursache eine kombinierte Drogenvergiftung mit Kokain, Amphetaminen und Opi-
aten (Heroin) an. Eine Einwirkung Dritter durch mechanische Gewalt schliesst 
der Rechtsmediziner aus.

C. Mit Verfügung vom 24. November 2004 wurde die Strafuntersu-
chung, unter Vorbehalt der Wiederaufnahme, eingestellt, da der unbekannte 
Mann, welcher +A. das Heroin und eventuell weitere Betäubungsmittel verkauft 
hatte, nicht ermittelt werden konnte. Dagegen erhob J. am 15. Dezember 2004 
Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden, 
worauf die Staatsanwaltschaft Graubünden am 22. Dezember 2004 mitteilte, 
dass das Strafverfahren wieder aufgenommen werde (vgl. act. 21). Indessen 
brachten auch die weiteren durchgeführten Ermittlungen keine neuen Erkennt-
nisse in Bezug auf ein allfälliges Drittverschulden am Tod von +A..

D. Mit Schreiben vom 26. Januar 2005 (vgl. act. 24) beauftragte das 
Untersuchungsrichteramt F. die Kantonspolizei Graubünden weitere Abklärun-
gen vorzunehmen. Insbesondere sei die Auswertung der Mobilfunkkarte in Bezug 
auf das offenbar am 9. Oktober 2004 um ca. 04.40 Uhr geschossene und gespei-
cherte Foto zu ergänzen sowie zu prüfen, ob anhand der eingereichten Mobil-
funkabrechnungen der Firma Orange der Drogenverkäufer ermittelt werden 
könne. Schliesslich sei B. ein weiteres Mal zu befragen und sie mit dem Ermitt-
lungsergebnis zu konfrontieren. 

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E. Mit Einstellungsverfügung vom 19. Oktober 2005, mitgeteilt am 20. 
Oktober 2005, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung 
betreffend den aussergewöhnlichen Todesfall zum Nachteil von +A. erneut ein. 

F. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob J. am 10. November 
2005 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden. Seine Anträge lauten wie folgt:

 „1. Ziff. 1 der angefochtene Einstellungsverfügung vom 19. Oktober 
2005 sei aufzuheben. Die Angelegenheit sei der Vorinstanz zur 
Ergänzung der Strafuntersuchung zurückzuweisen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des 
Kantons Graubünden.“

Zur Begründung führt J. im Wesentlichen aus, dass im Zusammenhang 
mit dem Todesfall von +A. unabdingbar eine Straftat verübt worden sei und zwar 
zumindest durch einen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz. Des Weite-
ren komme allenfalls der Tatbestand der Unterlassung der Nothilfe im Sinne von 
Art. 128 StGB sowie der Tatbestand der Begünstigung im Sinne von Art. 305 
StGB in Betracht. Die Aussage von B. in Bezug auf den Ablauf der Geschehnisse 
in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2004 sei nicht schlüssig, zumal sie aus-
gesagt habe, in den von ihnen aufgesuchten Wirtschaften während vier bis fünf 
Stunden nichts konsumiert zu haben. Auch würden die von B. und C. gemachten 
Aussagen, +A. habe innert zehn Minuten gleich bei zwei Drogendealern Drogen 
gekauft, als sehr unwahrscheinlich und als zwischen diesen beiden Auskunfts-
personen vorher abgesprochene Aussage erscheinen. Sie hätten gute Gründe 
gehabt, vor den Strafbehörden etwas zu verheimlichen, da die Drogen aus dem 
Freundeskreis dieser beiden Frauen stammen sollen. Insbesondere sei der 
Schluss der Untersuchungsbehörden falsch, dass das fragliche Foto vor dem 7. 
Oktober 2005 (recte: 7. Oktober 2004) geschossen worden sei, anstatt wie be-
hauptet am 9. Oktober 2005 um 04.40 Uhr (recte: 9. Oktober 2004), da sowohl J. 
als auch sein Sohn E. die entsprechende Zeit aus dem Mobiltelefon hätten able-
sen können. Es sei nicht untersucht worden, wer dieses Foto mit dem Mobiltele-
fon von +A. gemacht habe und ob dieses jemandem als MMS verschickt worden 
sei. Die Aussage von B., dass sie und +A. um 03.30 Uhr schlafen gegangen 
seien, stehe somit in klarem Widerspruch zum erwähnten Foto. Ausserdem seien 
verschiedene Beweismittel nicht erhoben worden, welche geeignet gewesen 
wären, das Beweisergebnis massgeblich zu beeinflussen. So wären nähere An-
haltspunkte über die angeblichen Drogendealer beziehungsweise die Zusam-
menhänge im Kollegenkreis von B. und C. ohne weiteres ausfindig zu machen 

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gewesen. Die Einstellungsverfügung erweise sich als unangemessen, weshalb 
sie aufzuheben und die Angelegenheit zur Ergänzung der Strafuntersuchung und 
Erhebung der beantragten Beweismittel zurückzuweisen sei. 

G. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragt in ihrer Vernehmlas-
sung vom 29. November 2005 die Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf 
die Akten und die angefochtene Einstellungsverfügung vom 19. Oktober 2005. 
Präzisierend hält die Staatsanwaltschaft Graubünden fest, dass die rückwirkende 
Randdatenerhebung im vorliegenden Fall mittels der IMEI Nummer (Gerätenum-
mer) erfolgt sei, welche als Ergebnis alle ausgehenden und eingehenden Verbin-
dungen liefere und zwar unabhängig von der verwendeten SIM-Karte.

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Einstellungsverfü-
gung und den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwä-
gungen eingegangen. 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. a) Gegen Verfügungen und Beschwerdeentscheide des Staatsanwal-
tes sowie von ihm vorgängig genehmigte Amtshandlungen der Untersuchungs-
organe kann gemäss Art. 138 der Strafprozessordnung des Kantons Graubün-
den (StPO; BR 350.000) bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts we-
gen Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden. Zur 
Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 
geltend macht. Insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Ablehnungs- und 
Einstellungsverfügungen beschweren (vgl. Art. 139 Abs. 1 StPO). Als mit straf-
prozessualen Mitwirkungsrechten ausgestatteter Geschädigter wird nach vor-
herrschender Auffassung anerkannt, wem durch eine straf- und verfolgbare 
Handlung unmittelbar ein ideeller oder materieller Nachteil zugefügt wurde oder 
zu erwachsen drohte. Geschädigter im Sinne des Strafprozessrechtes ist damit 
der tatbeständlich Verletzte, d.h. der Träger des durch die Strafrechtsordnung 
geschützten Rechtes oder Rechtsgutes, gegen das sich die Straftat ihrem Begriff 
nach richtete (vgl. dazu auch PKG 1998 Nr. 45; 1989 Nr. 56). Berechtigt zur Be-
schwerdeführung sind nach konstanter Praxis der Beschwerdekammer unter an-
derem auch die Angehörigen eines tödlich Verunglückten (vgl. Entscheid der Be-
schwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 12. November 1979 
(BK 64/79); Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons 

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Graubünden, 2. Aufl., F. 1996, Ziff. 3.1. zu Art. 139 StPO, S. 353). Somit ist die 
Beschwerdelegitimation von J. als Vater und Angehöriger im Zusammenhang mit 
dem aussergewöhnlichen Todesfall seiner Tochter +A. sinngemäss gegeben. 

b) Gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO ist die Beschwerde innert zwanzig 
Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, 
schriftlich einzureichen. Da die vorliegende Beschwerde fristgerecht erhoben 
wurde und den Formerfordernissen entspricht, ist darauf einzutreten.

2. a) Im Rechtsmittelverfahren kann die Beschwerdekammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden gemäss Art. 138 StPO angefochtene Einstellungs-
verfügungen nicht nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf Angemessenheit 
überprüfen. Obwohl ihr das Gesetz ausdrücklich eine Ermessenskontrolle ein-
räumt, setzt die Beschwerdekammer ihr Ermessen nur dort an die Stelle desjeni-
gen der Vorinstanz, wo sich deren Verfügung nicht mit triftigen Gründen vertreten 
lässt. Ebenso muss bei der Beurteilung der Rechtmässigkeit oder Angemessen-
heit einer Einstellungsverfügung berücksichtigt werden, dass an den Nachweis 
der Täterschaft hohe Anforderungen zu stellen sind. Eine Einstellungsverfügung 
ist dann angemessen und hält der umschriebenen Ermessenskontrolle stand, 
wenn aufgrund des Untersuchungsergebnisses nicht genügend Anhaltspunkte 
für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind und somit 
ein Freispruch erwartet werden müsste, und wenn keine neuen Beweismittel er-
sichtlich sind, die das Beweisergebnis entscheidrelevant beeinflussen könnten. 
Aufzuheben ist eine Einstellungsverfügung hingegen, wenn in objektiver und sub-
jektiver Hinsicht Anhaltspunkte vorliegen, die einen Schuldspruch als wahr-
scheinlich erscheinen lassen (vgl. PKG 1997 Nr. 36; 1975 Nr. 58; Willy Padrutt, 
a.a.O., Ziff. 2.1. zu Art. 138 StPO, S. 347).

b) Die eben dargelegten Kriterien sind inhaltlicher und nicht formaler 
Natur. Sie können deshalb nicht rein schematisch gehandhabt werden. Notwen-
dig ist eine sachlich begründbare Auseinandersetzung mit dem Untersuchungs-
resultat in zweifacher Hinsicht. Zum einen sind die vorliegenden Beweise zu wer-
ten. Nur wenn eine Gesamtwürdigung der Beweise zur nachvollziehbaren 
Schlussfolgerung führt, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist, erscheint 
eine Einstellung der Untersuchung gerechtfertigt. Als zweites kumulativ notwen-
diges Element setzt die Einstellung der Untersuchung voraus, dass die Verfü-
gung überhaupt auf einem entscheidungsreifen Beweisergebnis beruht. Dies ist 
dann der Fall, wenn keine konkret zu erhebenden Beweismittel erkennbar sind, 

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die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (vgl. PKG 1995 Nr. 
45; Willy Padrutt, a.a.O., Ziff. 3.3. zu Art. 82 StPO, S. 164).

c) Das bedeutet, dass im konkreten Fall in freier Würdigung der vor-
liegenden Aussagen und Beweise zu ermitteln ist, was sich in der fraglichen 
Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2004 in F. beziehungsweise in G. zugetragen 
hat. Alsdann ist zu prüfen, ob aufgrund des durch Wertung der Beweise ermittel-
ten Sachverhalts hinreichende Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und 
verfolgbaren Handlung gegeben sind. Ist dies zu verneinen und sind auch keine 
weiteren Beweismittel ersichtlich, welche das Beweisergebnis in die gegenteilige 
Richtung beeinflussen könnten, so ist die angefochtene Einstellungsverfügung 
vom 19. Oktober 2005 zu Recht ergangen. Schliesslich kann festgehalten wer-
den, dass die vorliegende Beschwerde im Zusammenhang mit der Einstellung 
der Strafuntersuchung bezüglich des aussergewöhnlichen Todesfalls von +A. 
steht. Ein allfälliger Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz durch B. ist vor-
liegend nicht von der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts zu beurteilen.

3. a) Der Untersuchungsrichter hält in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung vom 19. Oktober 2005 fest, dass eine rückwirkende Randdatenerhe-
bung veranlasst worden sei, bei der sämtliche ein- und ausgehenden Verbindun-
gen in der Zeit vom 7. bis und mit 9. Oktober 2004 des von +A. benutzten Mobil-
telefons erhoben worden seien. Dadurch würden alle Verbindungen unabhängig 
von der verwendeten SIM-Karte erfasst. Die erhobenen Daten hätten es der Kan-
tonspolizei jedoch nicht erlaubt, den unbekannten Mann, welcher +A. das Heroin 
und eventuell weitere Betäubungsmittel verkauft habe, zu ermitteln. Des Weite-
ren habe J. in seiner Beschwerde vom 15. Dezember 2004 (vgl. act. 19) die 
Glaubwürdigkeit von B. in Zweifel gezogen, da sie ausgesagt habe, zusammen 
mit +A. bereits um 03.30 Uhr schlafen gegangen zu sein. Dies stehe im Wider-
spruch zu der Feststellung des Vaters von +A., da mit dem erwähnten Mobiltele-
fon am 9. Oktober 2004 um 04.40 Uhr ein Foto aufgenommen worden sei. Die 
Auswertung der erhobenen Randdaten habe jedoch ergeben, dass diese Aus-
sage nicht zutreffen könne. Zwar hätte nicht mehr genau festgestellt werden kön-
nen, wann das fragliche Foto (vgl. act. 28) effektiv aufgenommen und versandt 
worden sei, da die Systemzeit des Mobiltelefons zurückgesetzt worden sei. Es 
stehe aber fest, dass das fragliche Foto zweimal als MMS versandt worden sei. 
Da aufgrund der rückwirkend erhobenen Randdaten des Mobiltelefons feststehe, 
dass im Zeitraum vom 7. bis 10. Oktober 2004 kein MMS versandt worden sei, 
müsse infolgedessen das fragliche Foto vor dem 7. Oktober 2004 aufgenommen 

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worden sein. Bei dieser Sachlage sei die am 12. Oktober 2004 eröffnete Strafun-
tersuchung zur Abklärung des aussergewöhnlichen Todesfalls zum Nachteil von 
+A. bis zur Feststellung der Identität des Drogenverkäufers beziehungsweise bis 
zum Vorliegen neuer Erkenntnisse erneut einzustellen.

b) Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde vom 10. Novem-
ber 2005 aus, dass sich die Sachverhaltsfeststellungen ausschliesslich auf die 
polizeilichen Einvernahmen von B. und C. und den Bericht des Kantonsspitals F. 
vom 14. Oktober 2004 abstützen würden. Im Obduktionsbericht von Dr. med. D. 
vom 14. Oktober 2004 (vgl. act. 6) wird festgehalten, dass +A. durch eine kombi-
nierte Drogenvergiftung mit Kokain, Amphetaminen und Opiaten zu Tode gekom-
men sei. Des Weiteren würden keine Hinweise auf eine Einwirkung Dritter durch 
Applikation mechanischer Gewalt bestehen. Obwohl das Gericht grundsätzlich 
nicht an den Befund des Sachverständigen Dr. med. D. gebunden ist, darf sich 
der Richter nur aus triftigen Gründen von den Schlussfolgerungen einer Expertise 
entfernen und in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abwei-
chen. Eine abweichende Meinung muss zudem begründet werden (vgl. BGE 129 
I 49, E. 4; 102 IV 226). Die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubün-
den sieht vorliegend keinen Grund, um vom Ergebnis der von Dr. med. D. vorge-
nommenen Obduktion abzuweichen. Der Obduktionsbericht vom 14. Oktober 
2004 führt die Gründe für die Todesursache von +A. klar aus und stellt ein ge-
wichtiges Beweismittel dar. Insbesondere die Feststellung der Ausschliessung 
mechanischer Gewalt Dritter zeigt eindeutig, dass +A. durch die von ihr in der 
Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2004 konsumierten Betäubungsmittel zu Tode 
gekommen ist. Ein Einwirken von Drittpersonen mittels mechanischer Gewalt ist 
somit auszuschliessen. Auch ergeben sich aus den Akten, wie im folgenden noch 
zu zeigen sein wird, keine Anhaltspunkte dafür, dass eine Drittperson anderweitig 
etwas mit dem Tode von +A. zu tun hätte. 

Der Beschwerdeführer zieht die Glaubwürdigkeit von B. und C. in Zweifel. An-
lässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 10. Oktober 2004 (vgl. act. 12) gab 
B. zu Protokoll, dass sie und +A. um ca. 22.00 Uhr in F. C. vor dem H. getroffen 
hätten. Während des Gesprächs habe +A. um ca. 22.15 Uhr ihre beiden Kolle-
ginnen verlassen, da sie sich mit einem Mann treffen würde, bei welchem es sich, 
gemäss Angaben von C. (vgl. act. 13, S. 2), um einen russischen Staatsangehö-
rigen gehandelt haben dürfte. Bei diesem Mann habe +A. für ca. Fr. 50.-- Heroin 
gekauft. B. bestätigte ihre Aussagen auch anlässlich der untersuchungsrichterli-
chen Einvernahme als Zeugin vom 13. Mai 2005 (vgl. act. 44). C. bestätigte in 

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ihrer polizeilichen Einvernahme vom 11. Oktober 2004 (vgl. act. 13) sinngemäss 
die von B. gemachten Aussagen bezüglich des Ablaufs des Abends in F. vor dem 
H. zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr. B. machte klare Aussagen, die sich mit 
den Aussagen von C. decken. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, ihre Aussagen 
seien wahrheitswidrig oder auf einander abgestimmt. Bezüglich der Identität des 
Mannes, der +A. die Betäubungsmittel verkauft hat, konnten weder B. noch C. 
weitere Angaben machen (vgl. act. 12 und act. 13, S. 2). Auf Grund der Akten 
kann auch nicht festgestellt werden, dass B. oder C. etwas vor den Untersu-
chungsbehörden zu verbergen haben beziehungsweise jemanden gemäss Art. 
305 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) begünstigen wol-
len, in dem eine bestimmte Person aus ihrem Freundeskreis der Strafverfolgung 
entzogen werden soll. Auch ist nicht nachvollziehbar, inwiefern die Aussage von 
B., sie hätten weder in F. noch in G. im H. Getränke konsumiert, in sich nicht 
schlüssig sein soll. Der Beschwerdeführer führt dazu aus, dass es offenbar schon 
mehrmals vorgekommen sei, dass Besucher im H. in G. Betäubungsmittel in die 
Getränke anderer Besucher geschüttet hätten. Die Tatsache, dass B. in ihrer po-
lizeilichen Einvernahme vom 10. Oktober 2004 zu Protokoll gab, dass weder sie 
noch +A. in F. beziehungsweise G. Getränke konsumiert hätten (vgl. act. 12, S. 
3), in ihrer untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 13. Mai 2005 jedoch 
aussagte, dass +A. im H. ein Glas Wasser getrunken habe, welches ihr eine Kol-
legin gebracht habe (vgl. act. 44, S. 3), vermag vorliegend noch keinen Verdacht 
auf eine strafbare Handlung einer dritten Person zu begründen, indem diese Per-
son gegen den Willen von +A. Betäubungsmittel in das von ihr konsumierte Ge-
tränk gegeben hat. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass im Schlaf-
zimmer von B. kein Glas gefunden worden sei. Der Beschwerdeführer verweist 
dabei auf das Fotoblatt des kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei 
Graubünden (vgl. act. 4). Auf den aufgenommenen Fotos Nr. 1 und 2 ist zwar 
kein Glas ersichtlich, doch ist auf Bild Nr. 1 auch nur ein Teil des Zimmers ein-
sehbar und auf Bild Nr. 2 nur ein Teil eines Schrankes. Im Übrigen könnte +A. 
das Glas Wasser durchaus auch in einem anderen Raum in der Wohnung ge-
trunken haben als im Schlafzimmer. So führt B. in ihrer untersuchungsrichterli-
chen Einvernahme aus, dass sie nicht mehr genau wisse, wo sie ein Glas Wasser 
getrunken haben (vgl. act. 44, S. 4). 

Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Abklärungen im Zusammen-
hang mit dem verlorenen und von +A. gefundenen Schlüssel von I. und dessen 
Beziehung zu +A. vorliegend weitere Erkenntnisse in Bezug auf ihren Tod liefern 
sollen. Dass +A. am 7. Oktober 2004 letztmals den Betrag von Fr. 1'500.-- bei 

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ihrer Bank abgehoben hat, um damit unter anderem Rechnungen zu bezahlen, 
wurde vom Beschwerdeführer nicht nachgewiesen. +A. hätte auch nach dem 7. 
Oktober 2004 Geld bei ihrer Bank bezogen haben können. Des Weiteren könnten 
die von ihr am Abend des 8. Oktobers 2004 in F. gekauften Betäubungsmittel 
auch mit vor dem 7. Oktober 2004 bezogenem Geld bezahlt worden sein. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass der Schluss der Untersu-
chungsbehörden falsch sei, dass das Foto nach dem 6. Oktober 2005 (recte: 6. 
Oktober 2004) gemacht worden sein müsse, zumal der Beschwerdeführer selber 
festgestellt habe, dass das Foto am 9. Oktober 2004 um 04.40 Uhr gemacht wor-
den sei. Des Weiteren seien bei +A. drei SIM-Karten gefunden worden und eine 
Überprüfung der mit der SIM-Karte „Ultra“ getätigten Verbindungen hätte nicht 
stattgefunden (vgl. act. 01, S. 8 f.). Da die Systemzeit des Mobiltelefons aufgrund 
fehlender Stützspannung zurückgestellt worden ist, konnte die genaue Zeit allfäl-
liger Anrufe, SMS oder MMS nicht mehr nachvollzogen werden. So trägt das Bild 
im Verzeichnis „my Album 2“ (vgl. act. 28) den Zeitstempel vom 10. Januar 
2000/17.38 Uhr (vgl. act. 25). Dieses Foto wurde zwei Mal als MMS versandt (vgl. 
act. 35, S. 2). Aufgrund der falschen Datum- beziehungsweise Zeitangaben des 
erwähnten Fotos und der MMS ersuchte der Untersuchungsrichter am 10. Fe-
bruar 2005 (vgl. act. 31) das Kantonsgerichtspräsidium Graubünden um Erteilung 
der Bewilligung für eine rückwirkende Teilnehmeridentifikation über den Zeitraum 
vom 7. bis und mit dem 9. Oktober 2004. Mit Verfügung vom 14. Februar 2005 
erteilte das Kantonsgerichtspräsidium die Bewilligung (vgl. act. 34). Die rückwir-
kende Randdatenerhebung wurde auf die sog. IMEI Gerätenummer durchge-
führt. Diese Methode liefert alle ausgehenden und eingehenden Verbindungen 
und zwar unabhängig von der verwendeten SIM-Karte. Somit hätten auch Ver-
bindungen mit dem Telekomanbieter aus Bosnien/Herzegowina nachgewiesen 
werden können. Nach Auswertung der Erhebung konnte festgestellt werden, 
dass mit dem Mobiltelefon mit der gesuchten IMEI Nummer am 9. Oktober 2004 
keine ausgehenden Anrufe getätigt worden sind. Ebenso sind an dem Tag weder 
SMS noch MMS über dieses Mobiltelefon versandt worden (vgl. act. 35, S. 3). 
Auch konnte der unbekannte Mann, der +A. das Heroin verkauft hat, anhand der 
Informationen der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation nicht ermittelt werden 
(vgl. act. 47). Die Aussage des Beschwerdeführers, das fragliche Foto im Ver-
zeichnis „my Album 2“ sei am 9. Oktober 2004 um 04.40 Uhr gemacht worden, 
kann nicht zutreffen. Zwar wurde dieses Foto zweimal als MMS versandt, doch 
konnte der Zeitpunkt des Versandes infolge der Rücksetzung der Systemzeit des 
Mobiltelefons nicht mehr genau festgestellt werden. Auch kann nicht mehr gesagt 

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werden, wann genau besagtes Foto aufgenommen wurde. Die vorgenommene 
rückwirkende Randdatenerhebung hat ergeben, dass am 9. Oktober 2004 keine 
MMS versandt wurden. So sind gemäss Auskunft von Swisscom Mobile im Zeit-
raum vom 7. bis und mit 9. Oktober 2004 keine Eintragungen mit der gesuchten 
IMEI Nummer vorhanden (vgl. act. 36). Gemäss Auskunft von Orange sind für 
die gesuchte IMEI Nummer eingehende Verbindungen bis zum 8. Oktober 
2004/23.34.49 Uhr vorhanden. Ausgehende Verbindungen sind keine verzeich-
net; das Gleiche gilt für den 9. Oktober 2004 (vgl. act. 37). Auch bei Sunrise wur-
den in der Zeit vom 7. bis und mit 9. Oktober 2004 keine MMS versandt (vgl. act. 
38). Das vom Beschwerdeführer beanstandete Foto konnte somit nicht am 9. 
Oktober 2004 um 04.40 Uhr versandt worden sein. Wie der Untersuchungsrichter 
zu Recht ausführt, muss das fragliche Foto folglich vor dem 7. Oktober 2004 auf-
genommen beziehungsweise versandt worden sein.

c) Gemäss Art. 128 Abs. 1 StGB wird mit Gefängnis oder mit Busse 
bestraft, wer einem Menschen, der in unmittelbarer Lebensgefahr schwebt, nicht 
hilft, obwohl es ihm nach den Umständen nach zugemutet werden könnte. In ob-
jektiver Hinsicht muss sich eine Person in unmittelbarer Lebensgefahr befinden. 
Dies ist dann der Fall, wenn deren Leben „an einem seidenen Faden“ hängt. Eine 
akute Gefährdung des Lebens muss dabei offenkundig sein. In subjektiver Hin-
sicht ist Vorsatz gefordert, das heisst, das Wissen um die unmittelbare Lebens-
gefahr (vgl. Peter Aebersold, in: Marcel Alexander Niggli/Hans Wiprächtiger 
(Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, Strafgesetzbuch II, 
Art. 111-401 StGB, Basel 2003, N. 22 ff. zu Art. 128 StGB). B. sagte anlässlich 
ihrer untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 13. Mai 2005 aus, dass ihr 
an +A. nichts Aussergewöhnliches aufgefallen sei, nachdem sie zu Hause noch 
ein Glas Wasser getrunken haben (vgl. act. 44, S. 4). Zudem hätte sie sich noch 
mit +A. unterhalten, bevor sie sich um 03.30 Uhr schlafen legten (vgl. act. 12, S. 
3). Es bestanden somit keine Anzeichen dafür, dass sich +A. am frühen Morgen 
des 9. Oktobers 2004 in unmittelbarer Lebensgefahr befunden hat und B. Anzei-
chen für eine solche Lebensgefahr hätte erkennen müssen. Eine Unterlassung 
der Nothilfe gemäss Art. 128 Abs. 1 StGB durch B. ist nicht ersichtlich. 

d) Vorliegend bestehen somit keine hinreichenden Anhaltspunkte für 
das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung bekannter Personen im Zu-
sammenhang mit dem Tod von +A.. Dafür müssten klare Indizien vorhanden 
sein. Auch konnte die Identität des unbekannten Drogenverkäufers bis jetzt nicht 
festgestellt werden. Wie bereits erwähnt, setzt die Einstellung einer Untersu-

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chung zusätzlich voraus, dass die Verfügung auf einem entscheidungsreifen Be-
weisergebnis beruht. Dies ist dann der Fall, wenn keine konkret zu erhebenden 
Beweismittel mehr zu erkennen sind, die das Resultat beeinflussen könnten. Erst 
die fehlende Möglichkeit einer Ergänzung der Untersuchung rechtfertigt die Ein-
stellung des Verfahrens. Solange noch konkret zu erhebende Beweismittel er-
kennbar sind, liegt ein entscheidungsreifes Beweisergebnis nicht vor. In diesem 
Zusammenhang kann festgehalten werden, dass die Vorbringen beziehungs-
weise Spekulationen des Beschwerdeführers insgesamt als zu unrealistisch er-
scheinen. Die vorliegenden Akten ergeben ein plausibles Bild über den Ablauf 
der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2004 und die Todesursache von +A.. Es 
liegen keine Anhaltspunkte vor, die auf etwas Verdächtiges hinweisen würden. 
Dies umso mehr, als auch der Obduktionsbericht vom 14. Oktober 2004 eine 
Fremdeinwirkung im Zusammenhang mit dem Tod von +A. klar ausschliesst. Es 
sind keine Abklärungen ersichtlich, welche durchzuführen wären, damit noch 
mehr Klarheit herrscht. Es ist nicht Aufgabe der Untersuchungsbehörden, jegli-
chen Spekulationen nachzugehen; für eine sinnvolle Untersuchungsergänzung 
müssen gewisse Anhaltspunkte vorliegen, was vorliegend gerade nicht der Fall 
ist. Eine Abnahme weiterer Beweismittel ist somit nicht nötig, da solche kaum zur 
Erhellung des massgeblichen Sachverhaltes führen würden oder das Beweiser-
gebnis massgeblich beeinflussen könnten. Schliesslich wurde die Strafuntersu-
chung unter dem Vorbehalt der Wiederaufnahme eingestellt. Bei neuen Erkennt-
nissen oder der Feststellung der Identität des unbekannten Drogenverkäufers 
kann die Untersuchung wieder aufgenommen werden. 

Sind nach dem Gesagten keine weiteren konkret zu erhebenden Beweis-
mittel ersichtlich, die zur Klärung des Sachverhaltes beitragen könnten, so hat 
die Staatsanwaltschaft Graubünden die am 12. Oktober 2004 eröffnete Strafun-
tersuchung zur Abklärung des aussergewöhnlichen Todesfalls zum Nachteil von 
+A. bis zur Feststellung der Identität des Drogenverkäufers beziehungsweise bis 
zum Vorliegen neuer Erkenntnisse zu Recht eingestellt. Die Beschwerde erweist 
sich daher als unbegründet und ist abzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (vgl. Art. 160 Abs. 1 
StPO). 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: