# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12e4790e-a20d-561d-912b-249cd9e1ceeb
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1999-03-25
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 25.03.1999 OG ARGVP 1998 3321
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-1998-3321_1999-03-25.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 3321 - 3322

2.3 Z ivilprozess

3321

Unentgeltliche Rechtspflege, Kognition im Beschwerdeverfahren
(Art. 88 Abs. 5 ZPO).

Gemäss Art. 87 Abs. 1 ZPO ist einer Person, die ihre Bedürftigkeit 
nachgewiesen hat, die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, so­
fern der Prozess nicht als aussichtslos zu beurteilen ist. Die Voraus­
setzungen des kantonalen Rechts entsprechen im wesentlichen den­
jenigen, die das Bundesgericht in gefestigter Praxis als verfassungs­
rechtliche Mindestgarantie aus Art. 4 BV ableitet. Da das Bundesge­
richt diese Voraussetzungen mit freier Kognition prüft (BGE 124 I 2, 
122 I 271 Erw. 2 b) und die Beschwerdeführerin nicht behauptet, der 
Anspruch nach kantonalem Recht gehe weiter, überprüft auch die 
Justizaufsichtskommission frei.

JuaK 25.3.1999

3322

Unentgeltliche Rechtspflege. Zur Frage der Rückwirkung auf bereits 
entstandene Kosten (Art. 89 Abs. 2 ZPO).

Sachverhalt:
Die Beschwerdeführerin stellte in einem beim Kantonsgericht 

hängigen Ehescheidungsverfahren ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege. Dieses wurde am 30. April 1997 abgewiesen, im we­
sentlichen mit der Begründung, eine hypothekarische Belastung der 
Liegenschaft sei der Gesuchstellerin zuzumuten. Am 25. Februar 1998 
stellte diese ein zweites Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege, rückwirkend ab April 1997. Zur Begründung wird geltend 
gemacht, die Abklärungen bei der Bank hätten ergeben, dass diese

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