# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c9274cf-9563-5ef6-98e5-bf081e9dba28
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.06.2024 F-3531/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3531-2022_2024-06-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3531/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richter Gregor Chatton,    

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch lic. iur. Sara Brandon,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken;  

Verfügung des SEM vom 12. Juli 2022. 

 

 

 

F-3531/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 28. Februar 2022 ersuchte die nigerianische Staatsangehörige  

A._______ (geb. 1990, nachfolgend: Gesuchstellerin bzw. Beschwerdefüh-

rerin), bei der Schweizerischen Auslandvertretung in Abuja um Ausstellung 

eines Schengen-Visums für einen Besuchsaufenthalt von 90 Tagen bei ih-

rer in der Schweiz lebenden Cousine B._______ (nachfolgend: Gastgebe-

rin).  

A.b Mit Formularverfügung vom 1. März 2022 lehnte die Botschaft den Vi-

sumsantrag ab. Ebenso wies die Vorinstanz die dagegen erhobene Ein-

sprache mit Entscheid vom 12. Juli 2022 ab. 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 16. August 2022 (Datum des Poststempels) liess die 

Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhe-

ben und beantragen, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr 

ein Visum für einen Kurzaufenthalt in der Schweiz zu erteilen.  

B.b Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 6. Okto-

ber 2022 die Beschwerdeabweisung. Mit Replik vom 12. November 2022 

hielt die Beschwerdeführerin an ihren eingangs gestellten Begehren und 

deren Begründung fest.  

B.c Aus organisatorischen Gründen wurde im April 2023 der vorsitzende 

Richter im Spruchkörper aufgenommen. 

B.d Am 29. Dezember 2023 reichte die Beschwerdeführerin eine Kosten-

note ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide der Vorinstanz bezüglich Schengen-Visa sind 

mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 112 

Abs. 1 AIG [SR 142.20] i.V.m.  31 ff. VGG und Art. 5 VwVG). Das Rechts-

mittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts ande-

res bestimmt (Art. 37 VGG). 

F-3531/2022 

Seite 3 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

senheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (Art. 62 

Abs. 4 VwVG). Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheid-

zeitpunkt (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

3.  

In formeller Hinsicht ist strittig, ob die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig 

respektive unvollständig abklärte.  

3.1 Die Sachverhaltsfeststellung ist mit Blick auf Art. 49 Bst. b VwVG un-

richtig, wenn der Verfügung ein falscher oder aktenwidriger Sachverhalt 

zugrunde gelegt wird, sei es, weil die Rechtserheblichkeit einer Tatsache 

zu Unrecht verneint wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; sie 

ist unvollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sa-

chumstände berücksichtigt worden sind (BVGE 2014/2 E. 5.1; 2008/43 

E. 7.5.6; ferner Urteil des BGer 2C_802/2020 vom 12. März 2021 E. 1.2.1; 

Urteil des BVGer F-896/2021 vom 2. August 2023 E. 3.3.2; je m.H.).  

3.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin, die dem SEM 

die Prüfung der Einsprache auf der Grundlage von falschen Annahmen 

vorwirft, hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung nicht nur auf 

die allgemeine Lage in ihrem Heimatland abgestellt, sondern auch ihre in-

dividuelle Situation unter Bezugnahme auf ihre Schilderungen und die ein-

gereichten Beweismittel gewürdigt. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, 

inwiefern die Vorinstanz dabei falschen Tatsachenfeststellungen unterle-

gen ist. Damit liegt der Verfügung keine den Untersuchungsgrundsatz 

(Art. 12 VwVG) missachtende, unrichtige, unvollständige oder gar willkürli-

che Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zugrunde. Der blosse 

Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Schlussfolgerungen der Vor-

instanz nicht teilt, stellt keine Verletzung der Pflicht zur Feststellung des 

F-3531/2022 

Seite 4 

rechtserheblichen Sachverhalts dar, sondern betrifft vielmehr die materiell-

rechtliche Würdigung ihrer Vorbringen (siehe E. 5 f. hiernach). 

4.  

4.1 Der angefochtenen Verfügung liegt ein Gesuch einer nigerianischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken in der 

Schweiz zugrunde. Da sich die Beschwerdeführerin als Drittstaatsangehö-

rige entgegen der Darlegung in der Beschwerde nicht auf die EU/EFTA-

Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Auf-

enthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache 

in den Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit 

denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand sowie die dazugehörigen 

gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat (BVGE 2014/1 E. 

3; 2011/48 E. 3). Das AIG und dessen Ausführungsbestimmungen gelan-

gen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkom-

men keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG). 

4.2 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. BVGE 2009/27 E. 3 

m.w.H.). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse 

insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum 

aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise beziehungsweise 

das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Ei-

nen Anspruch auf Einreise beziehungsweise Visumserteilung vermittelt 

auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

4.3 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, sofern dieses erforderlich ist gemäss der Verordnung (EU) 

2018/1806 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Novem-

ber 2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige 

beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müs-

sen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser 

Visumpflicht befreit sind (ABl. L 303/39 vom 28. November 2018 [nachfol-

gend: EU-Visa-VO]). Des Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den 

F-3531/2022 

Seite 5 

Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und 

hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Sie dürfen nicht im 

Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge-

schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere 

Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehun-

gen eines Mitgliedstaats darstellen (siehe zum Ganzen: Art. 5 Abs. 1 AIG; 

Art. 3 Abs. 1 und Art. 12 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 6 Abs. 1 

der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-

schreiten der Grenzen durch Personen [Schengener Grenzkodex, SGK, 

ABl. L 77/1 vom 23. Juni 2016]; Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Ver-

ordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex, VK, 

ABl. L 243/1 vom 15. September 2009]).  

4.4 Eine drittstaatsangehörige Person muss für ihre fristgerechte Wieder-

ausreise Gewähr bieten (Art. 5 Abs. 2 AIG). Wenn sie nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

von einer Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK auszugehen (BVGE 2014/1 E. 4.3; 2011/48 E. 4.5). Die Behör-

den haben daher zu prüfen und die gesuchstellende Person hat dement-

sprechend zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Einwande-

rung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht respektive dass 

Gewähr für die gesicherte Wiederausreise geboten wird (vgl. Art. 14 Abs. 1 

Bst. d und Art. 21 Abs. 1 VK; Art. 12 VEV; BVGE 2014/1 E. 4.4). Das Visum 

ist zu verweigern, wenn begründete Zweifel an der Echtheit der von der 

gesuchstellenden Person eingereichten Belege oder am Wahrheitsgehalt 

ihres Inhalts, an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen oder der von ihr be-

kundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ab-

lauf der Gültigkeit des beantragten Visums zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 

Bst. b VK).  

4.5 Sind die Einreisevoraussetzungen nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen 

ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden, das nur für 

das Hoheitsgebiet des betreffenden Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglich-

keit kann der betreffende Mitgliedstaat unter anderem Gebrauch machen, 

wenn er es aus humanitären Gründen, aus solchen des nationalen Interes-

ses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. 

Art. 3 Abs. 4 und 5 VEV; Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; Art. 6 Abs. 5 Bst. c 

SGK).  

F-3531/2022 

Seite 6 

5.  

In materieller Hinsicht ist strittig, ob die Beschwerdeführerin hinreichend 

Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise aus dem Schengen-Raum 

bietet. 

5.1 Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Hierzu sind lediglich 

Prognosen möglich, wobei sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles 

zu würdigen sind. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind die allgemeine 

Lage im Herkunftsland einerseits sowie die individuelle Situation der ge-

suchstellenden Person andererseits. Bei Einreisegesuchen von Personen 

aus Regionen mit politisch und/oder wirtschaftlich ungünstigen Verhältnis-

sen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage 

in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befris-

teten Einreisebewilligung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.2 Obwohl Nigeria aufgrund seiner reichhaltigen Erdölvorkommen als 

stärkste Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents gilt, lebt ein grosser 

Teil der Bevölkerung in Armut. Im Norden des Landes kommt es immer 

wieder zu bewaffneten Konflikten und terroristischen Anschlägen (vgl. dazu 

ausführlich das Urteil des BVGer F-4040/2022 vom 8. Januar 2024 E. 7.1 

m.w.H.). Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung, der durch 

das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen im Sinne eines Wohl-

standsindikators erstellt wird, belegt Nigeria lediglich Rang 163 von 191 

gelisteten Staaten (vgl. < https://hdr.undp.org/data-center/country-in-

sights#/ranks >, abgerufen am 05.06.2024). In Anbetracht dieser Um-

stände ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Risiko einer nicht 

fristgerechten Wiederausreise in Bezug auf gesuchstellende Personen aus 

Nigeria allgemein als erheblich einschätzt. 

5.3 Nebst den allgemeinen Verhältnissen im Herkunftsland sind in die Ri-

sikoanalyse auch die Umstände des konkreten Einzelfalls, insbesondere 

die berufliche, gesellschaftliche und familiäre Verantwortung der gesuch-

stellenden Person im Herkunftsland einzubeziehen. Bei Personen, die in 

ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen wahrnehmen oder die sich 

in wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen befinden, muss das Risiko ei-

nes ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewil-

ligten Einreise als vergleichsweise hoch eingeschätzt werden (vgl. 

BVGE 2019 VII/1 E. 7.2; 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 E. 8). 

F-3531/2022 

Seite 7 

5.4 Die 33-jährige Beschwerdeführerin ist ledig, kinderlos und verfügt mit 

ihrem Vater über ein familiäres Beziehungsnetz in Nigeria. Sie machte in-

des keine Verpflichtungen oder gar Abhängigkeiten im familiären oder per-

sönlichen Umfeld geltend, die besondere Gewähr für eine Rückkehr in den 

Heimatstaat zu bieten vermöchten. Zu berücksichtigen ist ferner, dass sie 

in der Schweiz durch ihre hier lebende angebliche Cousine und deren Sohn 

ein vorbestehendes Beziehungsnetz besitzt, was das Emigrationsrisiko viel 

eher noch erhöht. Dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin im Visums-

antrag angab, die alleinerziehende, voll berufstätige Gastgeberin bei der 

Kinderbetreuung unterstützen zu wollen. 

5.5 In Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse ist aktenkundig, dass die 

Beschwerdeführerin ab Oktober 2019 als «(…)» bei «(…)» angestellt war. 

Gemäss Lohnabrechnungen von November 2021 bis Januar 2022 erzielte 

sie ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 42'300 (Fr. 26.–) und 

48'200 nigerianische Naira (Fr. 30.–). Einem als Stellenangebot bezeich-

neten Schreiben des Hotels «(…)» in Abuja vom 20. Juli 2022 ist zu ent-

nehmen, dass die Beschwerdeführerin seit dem 25. Juli 2022 als «(…)» ein 

monatliches Einkommen von 250'000 nigerianischen Naira (Fr. 152.–) er-

zielen soll. Dies entspricht ungefähr dem monatlichen Durchschnittsein-

kommen in Nigeria (vgl. dazu < https://www.destatis.de/DE/Themen/Laen-

der-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_BNE.html >, 

abgerufen am 05.06.2024), womit die Beschwerdeführerin – entgegen den 

Ausführungen in der Replik – nicht ein überdurchschnittliches Einkommen 

erzielt. Entsprechende Lohnabrechnungen wurden ohnehin nicht einge-

reicht. Gemäss einem Kontoauszug einer nigerianischen Bank erhielt die 

Beschwerdeführerin im September und Oktober 2022 je eine Lohnzahlung 

von 218'800 nigerianischen Naira (Fr. 133.–) und verfügte im November 

2022 über ein Vermögen von 1’738 nigerianischen Naira (ca. Fr. 1.–). Eine 

über eine längere Zeit erfolgte Dokumentation der Lohnzahlungen mittels 

Lohnabrechnungen oder Bankauszügen erfolgte nicht, womit eine verläss-

liche Einschätzung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Be-

schwerdeführerin nicht möglich ist. Vor diesem Hintergrund – und mit Blick 

auf das ohnehin sehr geringe Vermögen, welches zudem bei einer Aus-

wanderung nicht zwingend verloren geht (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.3.6 m.H.) 

– kann entgegen den Ausführungen auf Beschwerdeebene nicht von privi-

legierten wirtschaftlichen Verhältnissen ausgegangen werden kann, wel-

che die Beschwerdeführerin von einer Emigration aus Nigeria abzuhalten 

vermöchten.  

https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_BNE.html
https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_BNE.html

F-3531/2022 

Seite 8 

5.6 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die schwierige wirtschaftliche 

Lage in Nigeria dürfe nicht zur pauschalen Annahme führen, dass 

nigerianische Staatsangehörige nicht fristgerecht aus dem Schengen-

Raum ausreisen würden, ist ihr entgegenzuhalten, dass ein gewisser 

Schematismus in diesem Zusammenhang nicht in Abrede gestellt werden 

kann. Visumsverweigerungen erfolgen aber nicht pauschal aufgrund der 

Staatszugehörigkeit, sondern unter Vornahme einer Einzelfallprüfung. Die 

Vorinstanz nahm im Rahmen einer Gesamtwürdigung umfassend auf die 

persönlichen Lebensumstände der Beschwerdeführerin Bezug. Dass 

dabei Gesuchstellenden in ähnlichen Lebenssituationen – unter Berück-

sichtigung der Besonderheiten des Einzelfalls – grundsätzlich ein gleicher 

Entscheid zukommt, spricht denn auch für eine rechtsgleiche Anwendung 

der Voraussetzungen bei der Prüfung einer Visumerteilung. 

5.7 Nach dem Gesagten ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, die Wie-

derausreise der Beschwerdeführerin sei nicht ausreichend gesichert. An 

dieser Einschätzung vermögen weder die berufliche Stellung der Gastge-

berin noch die von ihr unterzeichnete Verpflichtungserklärung etwas zu än-

dern. Auch wenn an der Integrität und finanziellen Leistungsfähigkeit der 

Gastgeberin nicht gezweifelt werden soll, ist zu berücksichtigen, dass sie 

zwar mit rechtlich verbindlicher Wirkung für gewisse finanzielle Risiken im 

Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes 

Verhalten der eingeladenen Person einstehen kann (vgl. BVGE 2014/1 

E. 6.3.7 und BVGE 2009/27 E. 9). Die Vorinstanz hat das nachgesuchte 

Visum für den Schengen-Raum zu Recht verweigert. 

6.  

6.1 Schliesslich beruft sich die Beschwerdeführerin auf Art. 8 EMRK und 

das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 

(Kinderrechtskonvention, KRK, SR 0.107). 

6.2 Art. 8 Abs. 1 EMRK beziehungsweise Art. 13 Abs. 1 BV schützen das 

Familienleben als solches und insbesondere die Kernfamilie, d.h. die Ge-

meinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 144 I 266 

E. 3.3; 144 II 1 E. 6.1; je m.w.H.). Bei hinreichender Intensität sind auch 

Beziehungen zwischen nahen Verwandten wesentlich. In diesem Fall setzt 

die Berufung auf Art. 8 Abs. 1 EMRK jedoch voraus, dass zwischen den 

beteiligten Personen ein über die normalen affektiven Bindungen hinaus-

gehendes Abhängigkeitsverhältnis besteht (BGE 144 II 1 E. 6.1; 137 I 154 

E. 3.4.2; je m.w.H.). 

F-3531/2022 

Seite 9 

6.3 Die Beschwerdeführerin gehört als angebliche Cousine der Gastgebe-

rin nicht zur Kernfamilie. Ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der Recht-

sprechung zwischen der Beschwerdeführerin und der Gastgeberin bzw. 

deren Sohn wird weder geltend gemacht noch ist ein solches ersichtlich. 

Die Beziehung fällt folglich nicht in den Schutzbereich des Rechts auf Ach-

tung des Familienlebens gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK. Davon abgesehen 

kann den Beteiligten zugemutet werden, familiäre Kontakte ausserhalb der 

Schweiz oder mit modernen Kommunikationsmitteln zu pflegen und sich 

allenfalls in einem Drittstaat zu treffen (BGE 144 II 1 E. 6.1 m.w.H.; 143 I 

21 E. 5.1; 135 I 143 E. 2.2 m.w.H.; BVGE 2011/48 E. 6.3.1; Urteil des 

BVGer F-5724/2023 vom 21. Mai 2024 E. 7.3 m.w.H.). Soweit sich die Be-

schwerdeführerin auf die KRK beruft, ist festzuhalten, dass deren Bestim-

mungen praxisgemäss keine über die Garantien von Art. 8 EMRK bezie-

hungsweise Art. 13 Abs. 1 BV hinausgehenden Ansprüche auf Einreise ver-

mitteln (BGE 143 I 21 E. 5.5.2 m.w.H.; 126 II 377 E. 5d; 124 II 361 E. 3b; 

Urteil des BGer 2C_846/2018 vom 26. März 2019 E. 7.1 m.w.H.; BVGE 

2014/20 E. 8.3.6; STEFANIE SCHMAHL, Handkommentar Kinderrechtskon-

vention, 2. Aufl. 2017, Art. 10 N. 8). Demzufolge bestehen keine Gründe, 

der Beschwerdeführerin ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit 

auszustellen (siehe E. 4.5 hiervor). 

7.  

Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtmässig (Art. 49 VwVG). 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Kosten der unterliegenden 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen und auf Fr. 800.– festzusetzen (vgl. 

Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt.  

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Angele-

genheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv: nachfolgende Seite) 

  

F-3531/2022 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Nathalie Schmidlin 

 

 

Versand: