# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6f723ab-8102-58c6-b1b0-9ada45a7ece4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2023 100 2022 132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-132_2023-11-10.pdf

## Full Text

100.2022.132U
HAT/COS/CHS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 10. November 2023

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Corazza 

A.________ und B.________
Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2019 (Entscheid der 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 5. April 2022; 100 21 441)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2023, Nr. 100.2022.132U, 
Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

A.________ und B.________ ersuchten am 28. April 2021 um Erlass der 
ausstehenden Kantons- und Gemeindesteuern 2019 von Fr. 1'625.-- (inkl. 
Verzugszins bis zum 17.3.2021 und Feuerwehrdienstersatzabgabe). Mit 
Verfügung vom 4. November 2021, eröffnet durch die Steuerverwaltung des 
Kantons Bern, wiesen sowohl diese selber als auch die Einwohnergemeinde 
(EG) C.________ das Erlassgesuch ab. 

 

B.

Dagegen erhoben A.________ und B.________ am 2. Dezember 2021 
(Datum der persönlichen Übergabe) Rekurs bei der Steuerrekurskom-
mission des Kantons Bern (StRK), die das Rechtsmittel am 5. April 2022 ab-
wies.

C.

Am 5. Mai 2022 haben A.________ und B.________ Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben und beantragen, der angefochtene Entscheid 
sei aufzuheben; ihnen seien die Kantons- und Gemeindesteuern des Jahres 
2019 zu erlassen. Darüber hinaus sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege 
zu gewähren. 

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Beschwerdevernehmlas-
sung vom 14. Juni 2022 bzw. Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2022 auf Ab-
weisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2023, Nr. 100.2022.132U, 
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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 
[StG; BSG 661.11]). Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG). Die 
Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Neben dem Erlass der Kantonssteuer ist auch jener der Gemeinde-
steuer streitig. Für den diesbezüglichen Entscheid ist die Gemeinde zustän-
dig, wobei sie ihre Erlasskompetenz der für den Erlass der Kantonssteuer 
zuständigen kantonalen Behörde übertragen kann (vgl. Art. 240 Abs. 4 StG). 
Die EG C.________ hat am 23. Juli 2021 den anbegehrten Erlass der 
Gemeindesteuern 2019 abgelehnt und damit erstinstanzlich selber über den 
Erlass ihrer Steuerforderung befunden (vgl. Erlassgesuch S. 4, Vorakten StV 
[act. 7B] pag. 45, auch zum Folgenden). Gleichzeitig hat sie ihre «Kompe-
tenz zur Wahrung der Interessen der Gemeinde in den Steuerjustizverfah-
ren» an die Steuerverwaltung abgetreten bzw. delegiert. Aufgrund dieser 
steuergesetzlich ausdrücklich vorgesehenen «Kompetenzdelegation» (so 
Erläuterungen zum Steuergesetz 2001, S. 303) ist die Steuerverwaltung be-
fugt, anstelle der materiell berechtigten EG C.________ das Rechts-
mittelverfahren in eigenem Namen (auch) hinsichtlich des Erlasses der Ge-
meindesteuer zu führen (vgl. BVR 2018 S. 376 [VGE 2017/209 vom 
17.5.2018] nicht publ. E. 1.3, 2014 S. 197 [VGE 2013/184/185 vom 
29.1.2014] nicht publ. E. 1.3 mit Hinweisen). Damit erübrigt es sich, die 
EG C.________ als notwendige Partei in das Verfahren einzubeziehen.

1.3 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).  

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1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt sicher, 
dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen wirtschaftli-
chen Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 Abs. 1 der 
Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch Art. 127 Abs. 2 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb davon auszugehen, dass 
den Steuerpflichtigen die Bezahlung der veranlagten Steuern grundsätzlich 
sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch können gemäss Art. 240 
Abs. 1 StG rechtskräftig festgesetzte Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteu-
ern sowie Zinsen, Gebühren und allenfalls (gewisse) Bussen ganz oder teil-
weise erlassen werden, wenn ihre Zahlung in Ausnahmefällen mit einer 
erheblichen Härte verbunden wäre. Bei solchen Gegebenheiten soll ein 
Steuererlass zur langfristigen Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steu-
erpflichtigen Person beitragen (vgl. Art. 240a Abs. 1 StG; BVR 2018 S. 376 
E. 2.1, 2016 S. 261 E. 2.1, 2014 S. 197 E. 2.1).

2.2 Sind die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt das kantonale 
Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen Rechtsanspruch auf Steu-
ererlass ein; allerdings kann dessen Gewährung an Bedingungen wie Ab-
zahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft werden (Art. 240 
Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen Ausschlussgründe gemäss 
Art. 240c Abs. 1 StG kommt es nicht darauf an, weshalb die steuerpflichtige 
Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. Art. 35 Abs. 2 der 
Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und die Verzinsung von 
Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen Forderungen, über Zah-
lungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen infolge Uneinbringlich-
keit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733]). Ob ein Härtefall im Sinn von 
Art. 240 Abs. 1 StG vorliegt, beurteilt sich mit Blick auf die gesamten wirt-
schaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Person, wie sie sich im Ent-
scheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den Zukunftsaussichten Rech-
nung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG). Wäre der steuerpflichtigen 

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Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine fristgerechte Zahlung möglich gewe-
sen, so ist dies beim Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 240a Abs. 2 
Satz 2; BVR 2018 S. 376 E. 2.2, 2014 S. 197 E. 2.2).

2.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von Art. 240 
Abs. 1 StG ist, ob Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zu-
mutbar sind, was grundsätzlich immer dann der Fall ist, wenn die verfügba-
ren Mittel der steuerpflichtigen Person deren betreibungsrechtliches Exis-
tenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 
1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) übersteigen 
(Art. 240a Abs. 3 StG). Dementsprechend ist das Bestehen einer finanziellen 
Notlage gesetzlich umschrieben: Gemäss Art. 240b Abs. 1 Bst. b StG setzt 
eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in einem Missverhältnis zur fi-
nanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht, sodass 
diese den geschuldeten Betrag trotz Beschränkung der Lebenshaltungskos-
ten auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum in absehbarer Zeit nicht 
vollständig begleichen kann (BVR 2018 S. 376 E. 2.3, 2014 S. 197 E. 2.3).

2.4 Allerdings ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise von 
einem Steuererlass abzusehen, wenn einer der in Art. 240c Abs. 1 StG auf-
gezählten gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (BVR 2018 S. 376 
E. 2.4, 2014 S. 197 E. 2.4).

3.

3.1 Die StRK hat ihren abschlägigen Entscheid damit begründet, dass 
die Bezahlung der Steuerschulden für die Beschwerdeführenden nicht mit 
einer erheblichen Härte verbunden sei. Den monatlichen Einkünften von 
Fr. 5'642.90 stehe ein betreibungsrechtlicher Zwangsbedarf von Fr. 5'541.45 
gegenüber, womit die Beschwerdeführenden über eine freie Einkommens-
quote von Fr. 101.45 pro Monat verfügten. Dieser Betrag erlaube es ihnen, 
die ausstehenden Kantons- und Gemeindesteuern 2019 von Fr. 1'649.85 
(inkl. Verzugszins bis zum Erlassentscheid und Feuerwehrdienstersatzab-
gabe) zuzüglich der weiteren Verzugszinsen innerhalb von rund 16 Monaten 
und damit in absehbarer Frist zu bezahlen (angefochtener Entscheid E. 4). 

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Zusätzlich sei der Ausschlussgrund gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. e StG er-
füllt: Eine Gegenüberstellung von Einkommen und Zwangsbedarf der Be-
schwerdeführenden im betroffenen Steuerjahr 2019 ergebe frei verfügbares 
Einkommen in der Höhe von Fr. 11ʹ264.40. Werde dieser Betrag ins Verhält-
nis zu den Steuerforderungen für das Jahr 2019 von insgesamt Fr. 1'625.-- 
gestellt, mache das frei verfügbare Einkommen 693 % des geschuldeten 
Steuerbetrags aus. Bei diesen Gegebenheiten sei es den Beschwerdefüh-
renden ohne weiteres zuzumuten gewesen, im Steuerjahr 2019 Rückstellun-
gen für die Steuern zu bilden oder Zahlungen vorzunehmen (angefochtener 
Entscheid E. 5). 

3.2 Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber das Bestehen ei-
ner finanziellen Notlage geltend, wobei sie vorab die Berechnung ihres mo-
natlichen Zwangsbedarfs beanstanden. Es sei für sie nicht nachvollziehbar, 
weshalb die Steuerverwaltung und die StRK die Mietnebenkosten, die Kran-
kenkassenprämien sowie die Auslagen für den Einstellhallenplatz nicht bzw. 
nicht vollumfänglich anrechnen würden. Weiter seien die Unterstützungsleis-
tungen von jährlich Fr. 5'000.-- an ihre Eltern zu berücksichtigen. Ferner 
seien die im Berufskosten (Fahrkosten von Fr. 468.80 und Kosten für aus-
wärtige Verpflegung von Fr. 168.--) zu tief angesetzt. In Bezug auf den Aus-
schlussgrund machen sie zudem geltend, der Beschwerdeführer habe im 
Jahr 2019 noch zu 100 % gearbeitet und nicht gewusst, dass er aus gesund-
heitlichen Gründen sein Pensum werde reduzieren müssen (Beschwerde 
[act. 1]). 

4.

4.1 Es ist zunächst umstritten, ob sich die Beschwerdeführenden in einer 
finanziellen Notlage befinden, sodass die Tilgung der offenen Steuerschul-
den für sie eine erhebliche Härte im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG bedeutet. 
Diese Frage kann jedoch – mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen – 
offenbleiben. – Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, ist selbst bei Vor-
liegen eines Härtefalls ganz oder teilweise von einem Steuererlass abzuse-
hen, wenn einer der gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (vgl. vorne 
E. 2.4 und hinten E. 4.4). 

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4.2 Im Rahmen der jüngsten Teilrevision des StG vom 9. März 2020 ist 
unter anderem Art. 240c Abs. 1 angepasst worden, der die Ausschluss-
gründe regelt. Die neu gefasste Bestimmung ist auf den 1. Januar 2020 
(rückwirkend) in Kraft gesetzt worden und findet deshalb hier bereits Anwen-
dung: Die Übergangsbestimmungen der Änderung vom 9. März 2020 äus-
sern sich nicht zu Art. 240c Abs. 1 StG, weshalb die allgemeinen intertem-
poralrechtlichen Regeln massgebend sind. Nach diesen ist die Rechtmäs-
sigkeit von Verwaltungsakten nach der Rechtslage zur Zeit ihres Ergehens 
zu beurteilen, wobei der erstinstanzliche Verfahrensabschluss entscheidend 
ist (statt vieler BGE 147 V 278 E. 2.1, 144 II 326 E. 2.1.1 [Pra 108/2019 
Nr. 14]; BVR 2021 S. 530 E. 2.2, 2017 S. 483 E. 2.2). Massgebend ist somit 
das im Zeitpunkt des Erlassentscheids vom 4. November 2021 (vorne 
Bst. A) geltende (materielle) Recht und mithin die (revidierte) aktuelle Fas-
sung von Art. 240c Abs. 1 StG.

4.3 Gemäss aArt. 240c Abs. 1 Bst. e StG in der bis 31. Dezember 2019 
gültigen Fassung vom 23. März 2010 (BAG 10-113) war von einem Steuer-
erlass ganz oder teilweise abzusehen, wenn die steuerpflichtige Person zum 
Zeitpunkt der Fälligkeit der Steuerforderung trotz vorhandener verfügbarer 
Mittel weder Zahlungen leistete noch Rückstellungen vornahm. Diese Be-
stimmung sollte den Ausschlussgrund gemäss aArt. 45 Bst. d BEZV (BAG 
00-101; ursprüngliche Fassung in Kraft bis 31.12.2010) weiterführen, wobei 
das Verwaltungsgericht mit Blick auf die Gesetzesmaterialien erkannt hat, 
dass sich die beiden Bestimmungen trotz ihres wesentlich unterschiedlichen 
Wortlauts inhaltlich entsprechen. Daran hat sich mit der Revision vom 
1. Januar 2020 nichts geändert: Die Neuerungen bezwecken eine (vorab 
sprachliche) Anpassung an die entsprechenden Ausschluss- bzw. 
Ablehnungsgründe bei der direkten Bundessteuer (vgl. Art. 167a Bst. b 
und c des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte 
Bundessteuer [DBG; SR 642.11]), indem Bst. e neu von «Rücklagen» statt 
«Rückstellungen» spricht. Weiter ist wie bei der direkten Bundessteuer (vgl. 
Art. 167a Bst. b DBG) der Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern nach 
dem neuen Art. 240c Abs. 1 Bst. h StG nun explizit auch dann 
ausgeschlossen, wenn die steuerpflichtige Person «ab der Steuerperiode, 
auf die sich das Erlassgesuch bezieht, trotz verfügbarer Mittel keine 
Rücklagen vorgenommen hat» (vgl. zum Ganzen Vortrag des Regierungs-

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rats zur Änderung des StG, in Tagblattbeilagen zur Wintersession 2019 des 
Grossen Rates [Geschäfts-Nr. 2017.FINSV.531], S. 41 f., 69). Diese 
Regelung entspricht der bisherigen Praxis zu aArt. 240c Abs. 1 Bst. e StG 
(vgl. BVR 2014 S. 197 E. 3; VGE 2013/121/122 vom 2.9.2014 E. 3.2 ff., insb. 
E. 3.4), weshalb letztere weiterhin massgebend bleibt und mit der 
Rechtsänderung insofern keine materiellen Neuerungen einhergehen. 

4.4 Damit ein Steuererlass gestützt auf Art. 240c Abs. 1 Bst. e bzw. 
Bst. h StG ausgeschlossen ist, muss die Nichtbezahlung der geschuldeten 
Steuern – wie unter der Geltung von aArt. 45 Bst. d BEZV (vgl. dazu 
BVR 2010 S. 401 E. 3.1.1) – vorwerfbar erscheinen (BVR 2014 S. 197 
E. 3.3.2). Vor dem Hintergrund der anderen in Art. 240c Abs. 1 StG normier-
ten Ausschlussgründe, bei denen jeweils gewichtige Gründe für die Nichtge-
währung des Steuererlasses sprechen, muss die Nichtbezahlung auf einem 
Fehlverhalten der steuerpflichtigen Person von einigem Gewicht beruhen: 
Ein solches liegt nur dann vor, wenn die Säumnis angesichts der wirtschaft-
lichen Möglichkeiten der steuerpflichtigen Person unverständlich erscheint 
und dieser dementsprechend ein leichtfertiger Umgang mit ihren verfügba-
ren Mitteln vorzuwerfen ist; dies setzt voraus, dass die Mittel im Fälligkeits-
zeitpunkt bzw. in der Steuerperiode, auf die sich das Erlassgesuch bezieht 
deutlich über dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum gelegen haben 
(vgl. BVR 2014 S. 197 E. 3.3.3). Es ist deshalb bei der Beurteilung des Aus-
schlussgrunds nach Art. 240c Abs. 1 Bst. e bzw. h StG zunächst die frei ver-
fügbare Quote des Einkommens der steuerpflichtigen Person im mass-
gebenden Zeitraum zu bestimmen. Hierzu sind den in der fraglichen Steuer-
periode erzielten Einkünften die angefallenen zwingenden Lebenshaltungs-
kosten gegenüberzustellen, wobei sich diese in der Regel nach Massgabe 
der rechtskräftigen Veranlagungsverfügungen bestimmen (BVR 2014 S. 197 
E. 3.4). Die resultierende frei verfügbare Einkommensquote ist alsdann in 
Beziehung zur gesamten Steuerforderung zu bringen, um abzuschätzen, ob 
der betroffenen Person die Nichtbezahlung der geschuldeten Steuern vorzu-
werfen ist. Nur wenn nach Abzug des betreibungsrechtlichen Existenzmini-
mums eine Einkommensquote zur freien Verfügung verbleibt, die das Beglei-
chen der Steuerforderung bzw. das Bilden von Rücklagen ohne weiteres er-
laubt hätte, liegt ein leichtfertiger Umgang mit den verfügbaren Mitteln und 
mithin ein vorwerfbares Verhalten vor, das es rechtfertigt, den Ausschluss-

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grund nach Art. 240c Abs. 1 Bst. e bzw. Bst. h StG als gegeben zu erachten 
(vgl. zum Ganzen BVR 2014 S. 197 E. 3.3 f., 2010 S. 401 E. 3.1; ferner 
BGer 2D_45/2020 vom 10.6.2021, in BVR 2021 S. 386 E. 3.3 ff. [betreffend 
VGE 2019/430/431 vom 9.9.2020]). Der betreibungsrechtliche Zwangsbe-
darf ist aufgrund des Kreisschreibens Nr. B1 (nachfolgend: KS B1) der Auf-
sichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern vom 
1. Januar 2011 zu ermitteln, das inhaltlich den Richtlinien entspricht, welche 
die Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz am 1. Juli 
2009 beschlossen hat (KS B1 Beilage 1), sowie aufgrund der zugehörigen 
Ergänzungen und Präzisierungen der kantonalen Aufsichtsbehörde (KS B1 
Beilage 2; alles einsehbar unter: <www.justice.be.ch>, Rubriken «Verwal-
tungsgerichtsbarkeit/Kosten/Unentgeltliche Rechtspflege»).

4.5 Im Jahr 2019 verfügten die Beschwerdeführenden über ein Jahres-
einkommen von insgesamt Fr. 77'830.-- (Details zur Veranlagungsverfügung 
der Kantons- und Gemeindesteuern 2019, Vorakten StV [act. 7B] pag. 11). 
Das monatliche Einkommen belief sich somit auf Fr. 6ʹ485.85. 

4.6 Zum Zwangsbedarf im Jahr 2019 ergibt sich sodann Folgendes: 

4.6.1 Die von der StRK berücksichtigten monatlichen Grundbeträge von 
Fr. 1'700.-- für ein Ehepaar und von je Fr. 400.-- für die drei Kinder im Alter 
bis zu 10 Jahren werden von den Beschwerdeführenden zu Recht nicht be-
anstandet (KS B1 Beilage 1 Ziff. I/3 und 4). 

4.6.2 Die Beschwerdeführenden bezahlten für ihre Wohnung einen monat-
lichen Mietzins von Fr. 1'652.-- (inkl. Nebenkosten-Akonto; vgl. Schreiben 
der Vermieterin vom 11.3.2020, Vorakten StV [act. 7B] pag. 37). Zusätzlich 
wurden ihnen am 11. März 2020 für die Zeit vom 1. Mai 2018 bis 30. April 
2019 Heiz- und Betriebskosten in der Höhe von Fr. 953.20 in Rechnung ge-
stellt (Vorakten StV [act. 7B] pag. 33 f.). Mit Blick auf die variablen aber 
wiederkehrenden Kostenpositionen der Abrechnung (bspw. Radio-/
TV-Gebühren, Wasser/Abwassergebühren und Serviceabonnemente) fallen 
diese Kosten regelmässig an und sind daher für den Zwangsbedarf des Jah-
res 2019 ermessensweise in gleicher Höhe einzubeziehen (vgl. KS B1 Bei-
lage 1 Ziff. II/2), ausmachend Fr. 79.45 pro Monat. Mit der StRK sind sodann 
für die Prämie der Mietkautionsversicherung monatlich Fr. 12.75 (Fr. 152.90 

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/ 12; Versicherungspolice vom 16.11.2015, Vorakten StV [act. 7B] pag. 19) 
im Zwangsbedarf zu berücksichtigen (vgl. VGE 2013/414/415 vom 
30.7.2014 E. 2.3.6). Die Wohnkosten der Beschwerdeführenden beliefen 
sich damit insgesamt auf Fr. 1'744.20 pro Monat. 

4.6.3 Weiter sind als Zuschlag zum Grundbedarf die Prämien für die obli-
gatorische Krankenversicherung (KVG) einzubeziehen. Die Krankenkassen-
prämien sind, wie die StRK zu Recht ausführt, in der Regel über die Jahre 
gestiegen. Da es bei den Krankenkassenprämien ausser Frage steht, dass 
sie tatsächlich angefallen sind und die exakte Höhe ohne Auswirkungen auf 
den Verfahrensausgang bleibt (vgl. hinten E. 4.7), kann hier auf die Belege 
für das Jahr 2021 abgestellt werden (vgl. VGE 2022/177/178 vom 28.2.2023 
E. 3.4). Prämien für die privaten Zusatzversicherungen (Prämienübersicht 
Visana Services AG Oktober 2020, Vorakten StV [act. 7B] pag. 30) sind nicht 
zu berücksichtigen (KS B1 Beilage 1 Ziff. II/3). Im Zwangsbedarf der Be-
schwerdeführenden für das Jahr 2019 sind folglich für Krankenkassenprä-
mien insgesamt Fr. 222.90 pro Monat anzurechnen (Krankenkassenprämien 
der Beschwerdeführenden von je Fr. 243.45 abzüglich Prämienverbilligung 
von je Fr. 132.--, Schreiben Prämienverbilligung vom 22.1.2021, Prämien-
mitteilungen Assura-Basis AG vom 5.10.2020, Vorakten StV [act. 7B] 
pag. 29 bzw. 31 f.). Der Anspruch auf Prämienverbilligung für die Kinder der 
Beschwerdeführenden war höher als die effektiv geschuldete Prämie der ob-
ligatorischen Grundversicherung, sodass für die Kinder keine zusätzlichen 
Kosten entstanden sind (vgl. Schreiben Prämienverbilligung vom 22.1.2021 
und Prämienübersicht Visana Services AG Oktober 2020, Vorakten StV 
[act. 7B] pag. 29 f.). 

4.6.4 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer beruflich auf sein 
Fahrzeug angewiesen ist. Die StRK hat entsprechend die Fahrten zum Ar-
beitsplatz als Berufskosten berücksichtigt und ist – gestützt auf die Steuer-
veranlagung 2019 (Details zur Veranlagungsverfügung der Kantons- und 
Gemeindesteuern 2019, Vorakten StV [act. 7B] pag. 11) – von Fahrkosten 
von insgesamt Fr. 6'700.-- (monatlich Fr. 558.35) ausgegangen. Sie hat da-
mit im Ergebnis (und ohne Begründung) die geltend gemachten Berufsweg-
kosten von Fr. 10'165.-- auf den maximalen Fahrkostenabzug bei unselb-
ständiger Erwerbstätigkeit gemäss Art. 31 Abs. 1 Bst. a StG beschränkt. 

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Massgebend ist insoweit indes das Kreisschreiben Nr. B1, gemäss dem für 
Fahrten zum Arbeitsplatz mit einem Automobil, dem Kompetenzqualität zu-
kommt, die festen und veränderlichen Kosten ohne Amortisation des Fahr-
zeugs zu berücksichtigen sind (KS B1 Beilage 1 Ziff. II/4). Anders als die 
StRK angenommen hat, legte der Beschwerdeführer dabei für Hin- und 
Rückweg nicht 64 km, sondern insgesamt knapp 70 km zurück (Strecke 
...strasse,  C.________ nach ...strasse, 2502 Biel; vgl. Routenplaner auf 
<www.google.ch/maps>). Bei einem Vollpensum ist ferner durchschnittlich 
von 220 Arbeitstagen auszugehen. Der allgemeine Kilometeransatz von 
Fr. 0.70 (Art. 7 Abs. 3 i.V.m. Art. 6 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 
2000 über die Berufskosten [Berufskostenverordnung, BKV; 
BSG 661.312.56] i.V.m. Art. 3, Art. 5 Abs. 2 Bst. b und Anhang 1 Ziff. 2 der 
Verordnung vom 10. Februar 1993 des EFD über den Abzug der Berufs-
kosten unselbstständig Erwerbstätiger bei der direkten Bundessteuer 
[Berufskostenverordnung; SR 642.118.1]) ist um die Amortisationskosten zu 
kürzen, die praxisgemäss auf 30 % bestimmt werden, sodass die hier 
relevanten festen und veränderlichen Kosten noch Fr. 0.50 pro km 
ausmachen (vgl. VGE 2019/146 vom 1.4.2020 E. 3.4.4 mit Hinweisen [be-
stätigt durch BGer 2D_19/2020 vom 26.5.2020]). Somit resultieren für den 
Beschwerdeführer Fahrkosten von insgesamt Fr. 7'700.-- jährlich bzw. rund 
Fr. 641.65 pro Monat (220 Arbeitstage x 70 km x Fr. 0.50 / 12). In der Steu-
erveranlagung 2019 (Vorakten StV [act. 7B] pag. 11) wurden für die Be-
schwerdeführerin Fahrkosten von jährlich Fr. 1'200.-- anerkannt. Auch wenn 
dieser Betrag möglicherweise auf höheren, pauschalen Ansätzen beruht als 
für die hier massgebliche Bemessung des betreibungsrechtlichen Existenz-
minimums zulässig (vgl. VGE 2017/13/14 vom 4.9.2017 E. 4.4.4, 2011/454 
vom 4.9.2012 E. 3.4.1), kann mit Blick auf den Verfahrensausgang zuguns-
ten der Beschwerdeführenden darauf abgestellt werden. Im Zwangsbedarf 
der Beschwerdeführenden sind folglich Berufswegkosten der Beschwerde-
führerin von monatlich Fr. 100.-- (Fr. 1'200.-- / 12) zu berücksichtigen. Soweit 
die Beschwerdeführenden zusätzlich Kosten für den Parkplatz sowie für Mo-
torfahrzeugsteuern und -versicherungen geltend machen, übersehen sie, 
dass diese Auslagen bereits in der Kilometerpauschale enthalten sind und 
daher nicht erneut berücksichtigt werden können (VGE 2018/297/298 vom 
10.9.2019 E. 6.7 und 22285/22286 vom 1.12.2005 E. 2.4.1 je mit Hinweisen, 
vgl. auch die Wegleitung Steuerjahr 2022 zum Ausfüllen der Steuererklärung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2023, Nr. 100.2022.132U, 
Seite 12

für natürliche Personen S. 179, einsehbar unter: <www.sv.fin.be.ch>, 
Rubriken «Publikationen/Wegleitungen/aktuelle Wegleitungen/ Personen»).

4.6.5 Als weitere Berufsauslagen sind die Kosten auswärtiger Verpflegung 
in der Höhe von Fr. 9.-- bis Fr. 11.-- für jede Hauptmahlzeit anzurechnen 
(KS B1 Beilage 1 Ziff. II/4 Bst. b). Mit der StRK kann beim Beschwerdeführer 
insoweit ein Betrag von Fr. 10.-- pro Arbeitstag berücksichtigt werden. Bei 
Schwer-, Schicht- und Nachtarbeit ist zudem von einem erhöhten Nahrungs-
bedarf auszugehen, dem mit Fr. 5.50 pro Arbeitstag Rechnung zu tragen ist 
(KS B1 Beilage 1 Ziff. II/4 Bst. a). Die Beschwerdeführenden haben im vor-
instanzlichen Verfahren wiederholt darauf hingewiesen, dass der Beschwer-
deführer im Schichtbetrieb arbeite (vgl. Eingaben vom 20.12.2021 und 
14.2.2022, Vorakten StRK [act. 7A] pag. 46 und 80), was sich aufgrund der 
Akten bestätigen lässt («Unregelmässiger Dienst ohne öV-Verbindung», Zu-
satzblatt zum Lohnausweis vom 31.12.2021 [in act. 5], Abrechnungspositio-
nen «3x Dienstantritt» und «Zuschlag unreg. Dienst», Lohnabrechnungen 
Februar bis April 2021, Vorakten StV [act. 7B] pag. 41 ff.). Dass dem Be-
schwerdeführer Auslagen für einen erhöhten Nahrungsbedarf anfallen, er-
scheint daher plausibel. Die Auslagen für die auswärtige Verpflegung ein-
schliesslich erhöhtem Nahrungsbedarf belaufen sich somit insgesamt auf 
Fr. 284.15 (220 Arbeitstage x Fr. 15.50 [Fr. 10.-- + Fr. 5.50] / 12). 

4.6.6 Im Zwangsbedarf können nur Leistungen in Erfüllung einer familien-
rechtlichen Unterhaltspflicht berücksichtigt werden, nicht aber freiwillig ge-
leistete Beträge (KS B1 Beilage 1 Ziff. II/5; vgl. auch Georges Von der Mühll, 
in Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, Art. 93 
SchKG N. 29a). Die StRK hat daher zu Recht die Unterstützungsleistung von 
jährlich Fr. 5'000.-- an die Eltern der Beschwerdeführerenden nicht ange-
rechnet. 

4.6.7 Nach dem Gesagten ist von folgendem Zwangsbedarf der Beschwer-
deführenden für das Jahr 2019 auszugehen: 

Grundbetrag für ein Ehepaar Fr. 1'700.00
Grundbeträge für drei Kinder bis zu 10 Jahren Fr. 1'200.00

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2023, Nr. 100.2022.132U, 
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Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) Fr. 1'744.20
Krankenkassenprämien (KVG) der Familie Fr. 222.90
Berufswegkosten Beschwerdeführer Fr. 641.65
Berufswegkosten Beschwerdeführerin Fr. 100.00
Auswärtige Verpflegung Beschwerdeführer Fr. 284.15

-----------------
Fr. 5'892.90

4.7 Dem Jahreseinkommen von Fr. 77'830.-- steht damit ein jährlicher 
Zwangsbedarf von Fr. 70'714.80 (12 x Fr. 5'892.90) gegenüber, woraus ein 
frei verfügbares Einkommen von Fr. 7'115.20 (monatlich Fr. 592.95) resul-
tiert. Wird dieser Betrag ins Verhältnis zu den Steuerforderungen für das Jahr 
2019 von insgesamt Fr. 1'625.-- (vorne Bst. A) gestellt, macht die frei verfüg-
bare Einkommensquote rund 438 % des geschuldeten Steuerbetrags aus. 
Damit hätten die Beschwerdeführenden – wie die StRK zu Recht erkannt hat 
– ohne weiteres über genügend Mittel verfügt, um die Steuern 2019 zu be-
zahlen bzw. hierfür Rücklagen zu bilden (vgl. statt vieler BVR 2014 S. 197 
E. 4.5; VGE 2009/426/427 vom 12.8.2010 E. 5.3, wonach bereits eine ver-
fügbare Quote von 175 % der geschuldeten Steuer einen Steuererlass aus-
schliesst). Zu keinem anderen Ergebnis führt schliesslich das Vorbringen der 
Beschwerdeführenden, der Beschwerdeführer habe unvorhergesehen aus 
gesundheitlichen Gründen ab Januar 2020 sein Pensum reduzieren müssen, 
zumal sie dies weder substanziieren noch – obwohl sie hierfür beweispflich-
tig wären (BVR 2017 S. 529 [VGE 2016/340 vom 9.8.2017] nicht publ. E. 6.2, 
2011 S. 241 E. 4.1; BGE 148 II 285 E. 3.1.3 mit Hinweisen, 140 II 248 E. 3.5) 
– Belege für die gesundheitsbedingte Reduktion beibringen. Den Akten kann 
diesbezüglich nichts entnommen werden, zumal in der Steuerveranlagung 
2020 keine Gesundheitskosten geltend gemacht wurden und die Pensums-
reduktion zu Beginn des neuen Jahres erfolgte (Details zur Veranlagungs-
verfügung der Kantons- und Gemeindesteuern 2020, Vorakten StV [act. 7B] 
pag. 53). Inwiefern die geltend gemachte Pensumsreduktion die Beschwer-
deführenden an der Bildung von Rücklagen im Lauf des hier massgebenden 
Steuerjahrs 2019 gehindert hätte, ist ohnehin nicht ersichtlich. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2023, Nr. 100.2022.132U, 
Seite 14

4.8 Nach dem Gesagten müssen sich die Beschwerdeführenden den 
Vorwurf des Nichtbezahlens der geschuldeten Steuern 2019 bzw. der Nicht-
vornahme von entsprechenden Rücklagen trotz ausreichender verfügbarer 
Mittel im Sinn von Art. 240c Abs. 1 Bst. e und h StG gefallen lassen, weshalb 
ein Steuererlass ausser Betracht fällt. Die Beschwerde erweist sich daher 
als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführenden 
grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die 
Umstände rechtfertigen es indes, ausnahmsweise keine Verfahrenskosten 
zu erheben (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Das gestellte Ge-
such um Erteilung des Rechts zur unentgeltlichen Rechtspflege ist demnach 
als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben 
(Art. 39 Abs. 1 VRPG). 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gespro-
chen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos ge-
worden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2023, Nr. 100.2022.132U, 
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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführenden 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern 
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss 
Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesge-
richt (BGG; SR 173.110) oder, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-
deutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden 
Fall handelt, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG geführt werden. Gegebenenfalls ist in der Begrün-
dung auszuführen, warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung 
stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall han-
delt.