# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d80d944-75ca-5873-b8c8-69e5a1a75141
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.01.2024 LY230013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY230013_2024-01-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LY230013-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. A. Strähl und Ersatzrichterin lic. iur. N. Jeker 

sowie Gerichtsschreiber Dr. M. Tanner

Urteil vom 11. Januar 2024

in Sachen

A._____, 
Beklagte, Massnahmegesuchsgegnerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

B._____, 
Kläger, Massnahmegesuchsteller und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____

betreffend Ehescheidung (Abänderung vorsorglicher Massnahmen) 

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes 
Horgen vom 31. März 2023; Proz. FE170075

- 2 -

Modifiziertes Rechtsbegehren des Klägers, Massnahmegesuchsstellers und 
Berufungsbeklagten:

(act. 5/387 S. 21 f.)

1. Es sei das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 07.08.2018, 
II. Zivilkammer, (Geschäfts-Nr. LY180006) betreffend Dispositivziffer 1 
bzw. Dispositivziffer 1a der Verfügung des Einzelgerichts des Bezirks-
gerichts Horgen vom 19.01.2018 wie folgt abzuändern:
1. a)
Der Massnahmengesuchsgegner wird verpflichtet, der Massnahmenge-
suchstellerin rückwirkend ab 1. April 2017 für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens persönliche monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu 
bezahlen:

 Fr. 33'200.– ab 1. April bis 31. März 2019

 Fr. 28'076.– ab 1. April bis 31. Mai 2022

 max. Fr. 6'000.– ab 1. Juni 2022 bis 31. Dezember 2022

 Fr. 0.– ab 1. Januar 2023 für die weitere Dauer des Scheidungs-
verfahrens

…

Eventualiter, für den Fall recte: Fall, dass die zweistufig-konkrete Be-
rechnungsmethode zur Anwendung kommt:
1. a)
Der Massnahmengesuchsgegner wird verpflichtet, der Massnahmenge-
suchstellerin rückwirkend ab 1. April 2017 für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens persönliche monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu 
bezahlen:

 Fr. 33'200.– ab 1. April bis 31. März 2019

 Fr. 28'076.– ab 1. April bis 31. Mai 2022

 max. Fr. 10'000.– ab 1. Juni 2022 bis 31. Dezember 2022

 max. Fr. 7'000.– ab 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

 max. Fr. 3'000.– ab 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024

 Fr. 0.– ab 1. Januar 2023 recte: 2025 für die weitere Dauer des 
Scheidungsverfahrens

…
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher 

MwSt.) zu Lasten der Beklagten.

- 3 -

Rechtsbegehren der Beklagten, Massnahmegesuchsgegnerin und 
Berufungsklägerin:

(act. 5/353 S. 2)

1. Das klägerische Begehren vom 31. Mai 2022 betreffend Abänderung 
vorsorglicher Massnahmen sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,7 % MwSt.) zulasten 
des Klägers.

Urteil des Einzelgerichtes:

1. Dispositivziffer 1 des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich vom 7. August 

2018, II. Zivilkammer, Geschäfts-Nr. LY180006, sowie die Dispositivziffer 1a der 

Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Horgen vom 19. Januar 2018 

wird aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:

"Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin für die Dauer des Schei-

dungsverfahrens persönlich monatliche, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats 

im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:

- Fr. 33'200.– ab 1. April 2017 bis 31. März 2019

- Fr. 28'076.– ab 1. April 2019 bis 31. Mai 2022

- Fr. 24'472.– ab 1. Juni 2022 bis 31. Dezember 2024

- Fr. 18'457.– ab 1. Januar 2025 für die weitere Dauer 

des Scheidungsverfahrens."

2. Die Gerichtskosten werden auf Fr. 8'000.– festgesetzt. Sie werden dem Gesuch-

steller zu 4/5 und der Gesuchsgegnerin zu 1/5 auferlegt.

3. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin eine reduzierte Parteient-

schädigung in der Höhe von Fr. 12'000.– (zuzüglich MWSt. von 7.7 %) zu bezahlen.

4. [Mitteilung]

5. [Rechtsmittel der Berufung; Frist 10 Tage]

- 4 -

Berufungsanträge der Beklagten, Massnahmegesuchsgegnerin und 
Berufungsklägerin:

(act. 2 S. 2):

1. Dispositiv Ziff. 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Horgen vom 31. März 
2023 sei abzuändern und das Begehren des Gesuchstellers vom 31. Mai 
2022 betreffend Abänderung vorsorglicher Massnahmen sei vollumfänglich 
abzuweisen.

2. Dispositiv Ziff. 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Horgen vom 31. März 
2023 sei abzuändern und die Gerichtskosten von Fr. 8'000.– seien vollum-
fänglich dem Gesuchsteller aufzuerlegen.

3. Dispositiv Ziff. 3 der Verfügung des Bezirksgerichts Horgen vom 31. März 
2023 sei abzuändern und der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der Gesuchs-
gegnerin eine volle Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 20'000.– (zuzüg-
lich MwSt. von 7.7 %) zu bezahlen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7 % MwSt.) zu Lasten 
des Berufungsbeklagten.

Berufungsanträge des Klägers, Massnahmegesuchsstellers und 
Berufungsbeklagten

(act. 18 S. 2):

1. Die Berufung der Berufungsklägerin sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Beru-
fungsklägerin.

Erwägungen:

I.
(Prozessgeschichte)

1. Ursprünglicher Massnahmeentscheid

Der Kläger, Massnahmegesuchsteller und Berufungsbeklagte (fortan Berufungs-

beklagter) reichte am 28. März 2017 beim Bezirksgericht Horgen (fortan Vorin-

stanz) ein Scheidungsbegehren ein (act. 5/1). Am 30. Juni 2017 machte die Be-

klagte, Massnahmegesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (fortan Berufungsklä-

gerin) bei der Vorinstanz ein Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen 

- 5 -

anhängig (act. 5/18). Die Vorinstanz entschied mit Verfügung vom 19. Januar 

2018 über dieses Massnahmebegehren und setzte die Unterhaltsbeiträge ab 

1. April 2017 auf monatlich Fr. 31'756.– beziehungsweise ab 1. Oktober 2018 für 

die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens auf Fr. 28'076.– fest (act. 5/45).

Gegen diesen Entscheid erhob die Berufungsklägerin am 5. Februar 2018 Beru-

fung beim Obergericht des Kantons Zürich. Mit Urteil vom 7. August 2018 hiess 

das Obergericht dieses Rechtsmittel teilweise gut und setzte die Unterhaltsbei-

träge neu auf monatlich Fr. 33'200.– ab 1. April 2017 beziehungsweise 

Fr. 28'076.– ab 1. April 2019 für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens fest 

(act. 5/58).

2. Abgeänderter Massnahmeentscheid der Vorinstanz

Mit Eingabe vom 31. Mai 2022 ersuchte der Berufungsbeklagte die Vorinstanz um 

Abänderung des vorsorglichen Massnahmeentscheides (act. 5/321). Die Vorin-

stanz hiess dieses Begehren mit Verfügung vom 31. März 2023 teilweise gut und 

verpflichtete den Berufungsbeklagten dazu, Unterhaltsbeiträge wie im vorstehend 

abgedruckten Dispositiv zu bezahlen (act. 4).

3. Vorliegendes Berufungsverfahren

Am 24. April 2023 führte die Berufungsklägerin mit den eingangs umschriebenen 

Rechtsmittelanträgen Berufung beim Obergericht des Kantons Zürich (act. 2 S. 2). 

Mit Präsidialverfügung vom 5. Mai 2023 setzte die Kammer der Berufungsklägerin 

eine Frist von 10 Tagen an, um für die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens 

einen Vorschuss von Fr. 6'000.– zu leisten (act. 6). Dieser Betrag ging mit Valuta-

datum vom 9. Mai 2023 beim Obergericht ein (act. 8). Die Berufungsklägerin 

übermittelte der Kammer am 22. Mai 2023 (act. 9) und am 15. Juni 2023 (act. 11) 

je eine Noveneingabe. Der Berufungsbeklagte reichte am 10. Juli 2023 seine Be-

rufungsantwort (act. 18) sowie am 20. Juli 2023 (act. 20) und am 21. Juli 2023 

(act. 22) je seine Stellungnahme zu den Noveneingaben ein. Die Berufungskläge-

rin nahm dazu am 28. September 2023 Stellung (act. 27 f.). Diese Eingabe wurde 

dem Berufungsbeklagten mit Kurzbrief vom 5. Oktober 2023 zur Kenntnisnahme 

- 6 -

zugestellt (act. 29). Am 17. Oktober 2023 ersuchte der Berufungsbeklagte um An-

setzung einer Frist von 20 Tagen zur Stellungnahme (act. 30). In der Folge wur-

den die Parteien auf den 23. November 2023 "zur Stellungnahme zu act. 27 f. und 

Ausübung Replikrecht" vorgeladen (act. 31). Am 27. Oktober 2023 (act. 34 f.) und 

am 20. November 2023 (act. 39 f.) reichte die Berufungsklägerin weitere Nove-

neingaben ein. Sie wurden dem Berufungsbeklagten mit Kurzbrief vom 30. Okto-

ber 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 36) beziehungsweise am 21. Novem-

ber 2023 übergeben (act. 41). Die Verhandlung fand am festgesetzten Termin 

statt (act. 42–44; Prot. S. 5 ff.). Die Angelegenheit ist spruchreif.

II.
(Prozessuales)

1. Prozessuales

1.1. Das vorliegende Rechtsmittel richtet sich gegen einen Entscheid betreffend 

vorsorgliche Massnahmen in einem Scheidungsverfahren (Art. 276 ZPO). Solche 

Anordnungen ergehen im summarischen Verfahren (Art. 248 lit. d ZPO). Wird ein 

derartiger Entscheid angefochten, beträgt die Berufungsfrist zehn Tage (Art. 314 

Abs. 1 ZPO). Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz schriftlich und begrün-

det einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Weiter muss sie ein Rechtsbegehren ent-

halten (BGE 137 III 617 E. 4.2.2; PC CPC-Bastons Bulletti, Art. 311 N 3; BSK 

ZPO-Spühler, 3. A., Art. 311 N 12).

1.2. Die Vorinstanz stellte der Berufungsklägerin die begründete Ausfertigung 

ihrer Verfügung vom 31. März 2023 am 12. April 2023 zu (act. 5/436/2). Die Beru-

fungsklägerin reichte ihre Berufung am 24. April 2023 (Datum Poststempel) und 

damit innert zehn Tagen ein (act. 2 S. 1). Sie hat den Kostenvorschuss für das 

Berufungsverfahren rechtzeitig geleistet (act. 8). Ihre Eingabe enthält eine Be-

gründung und klare Anträge (act. 2 S. 2). Damit erfüllt sie die formellen Beru-

fungsvoraussetzungen, weshalb darauf einzutreten ist.

- 7 -

2. Kognition der Berufungsinstanz

Mit der Berufung können sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 

ZPO). Dazu zählt auch die unrichtige Anwendung des pflichtgemässen Ermes-

sens. Die Berufungsklägerin trifft eine Begründungslast. Sie hat substanziiert vor-

zutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid unrichtig ist und wie 

er geändert werden muss (BGer, 4A_418/2017 vom 8. Januar 2018, E. 2.3). Die 

Berufungsinstanz prüft alle hinreichend substanziierten Mängel in tatsächlicher 

und rechtlicher Hinsicht frei und uneingeschränkt (vgl. ZR 110 [2011] Nr. 80; BGE 

138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4). Die volle Kognition der Berufungsin-

stanz bedeutet allerdings nicht, dass diese alle sich stellenden Fragen zu untersu-

chen hat, wenn die Berufungsklägerin diese Rügen vor der Berufungsinstanz 

nicht (mehr) vorträgt. Vielmehr muss sich die Berufungsinstanz auf die Beurtei-

lung der in der schriftlichen Berufungsbegründung erhobenen Beanstandungen 

beschränken. Vorbehalten bleiben einzig offensichtliche Mängel des angefochte-

nen Entscheides (BGE 144 III 394 E. 4.1.4; BGE 142 III 413 E. 2.2.4).

3. Voraussetzungen für die Abänderung von vorsorglichen Massnahmen

3.1. Zwischen den Parteien ist ein Scheidungsverfahren hängig. Besteht für die 

Dauer eines solchen Prozesses Regelungsbedarf, erlässt das Gericht die nötigen 

vorsorglichen Massnahmen (Art. 276 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Dabei wendet es die 

materiellrechtlichen Bestimmungen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft sinn-

gemäss an (Art. 276 Abs. 1 Satz 2 ZPO in Verbindung mit Art. 172–179 ZGB). 

Das Gericht trifft seine Massnahmen aufgrund einer bloss summarischen Würdi-

gung der Sach- und Rechtslage. Im Interesse der Verfahrensbeschleunigung be-

schränkt Art. 254 Abs. 1 ZPO den Kreis der zulässigen Beweismittel grundsätzlich 

auf Urkunden. Weitere Beweismittel sind bloss unter den Voraussetzungen von 

Art. 254 Abs. 2 ZPO zulässig. Die Parteien müssen in einem Massnahmeverfah-

ren ihren Standpunkt nicht voll beweisen, sondern bloss glaubhaft machen (BGer, 

5A_297/2016 vom 2. Mai 2017, E. 2.2; OGer ZH, LY180053 vom 26. Februar 

2019, E. 2.2). Eine bestimmte Tatsache ist bereits dann glaubhaft, wenn für ihr 

Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit 

- 8 -

der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (BGE 140 III 

610 E. 4.1).

3.2. Haben sich die Umstände geändert oder erweisen sich die vorsorglichen 

Massnahmen nachträglich als ungerechtfertigt, können sie geändert oder aufge-

hoben werden (Art. 268 Abs. 1 ZPO). Im Scheidungsverfahren richtet sich die Ab-

änderung vorsorglicher Massnahmen nach Art. 276 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit 

Art. 179 Abs. 1 ZGB. Das Gericht darf nur dann auf seinen früheren Entscheid zu-

rückkommen, wenn dessen Grundlage seit Anordnung der Massnahme in we-

sentlichen Punkten nicht mehr dieselbe ist. Lehre und Rechtsprechung nehmen 

dies in zwei Fällen an: Zum einen, wenn sich die tatsächlichen Verhältnisse er-

heblich und dauerhaft verändert haben. Und zum anderen, wenn das Gericht auf-

grund vertiefter Abklärungen zum Schluss gekommen ist, dass der frühere Ent-

scheid auf unzutreffenden Annahmen beruht (BSK ZGB I-Isenring/Kessler, 7. A., 

Art. 179 N 3 f.). Ausgeschlossen ist eine Abänderung, wenn ein Ehegatte die 

neue Sachlage eigenmächtig durch widerrechtliches oder zumindest rechtsmiss-

bräuchliches Verhalten herbeigeführt hat (Art. 2 Abs. 2 ZGB; BGE 141 III 376 

E. 3.3.1; CHK ZPO-Sutter-Somm/Seiler, Art. 276 N 13). Waren im ursprünglichen 

Verfahren bestimmte Veränderungen bereits voraussehbar und flossen diese in 

den Erstentscheid hinein, kann ihretwegen später keine Abänderung erfolgen 

(BGE 141 III 376 E. 3.3.1). 

3.3. Das Gericht ändert vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren 

nicht von Amtes wegen, sondern nur auf ein entsprechendes Parteibegehren hin 

ab (vgl. Art. 179 ZGB: "so passt das Gericht auf Begehren eines Ehegatten die 

Massnahmen an"; BSK ZGB I-Isenring/Kessler, 7. A., Art. 179 N 5). Wer als Ehe-

gatte eine Abänderung eines Massnahmeentscheides erreichen möchte, muss in 

seinem Gesuch substantiiert und schlüssig aufzeigen, dass alle Abänderungsvor-

aussetzungen erfüllt sind. Im Einzelnen hat der Ehegatte darzutun, weshalb sich 

die massgeblichen Verhältnisse wesentlich und dauerhaft verändert haben oder 

weshalb die tatsächlichen Umstände, die dem Massnahmeentscheid zugrunde la-

gen, sich als nachträglich unrichtig herausstellen. Der gesuchstellende Ehegatte 

leitet aus einer Abänderung Rechte ab. Entsprechend trifft ihn für das Vorliegen 

- 9 -

der Abänderungsgründe die Beweislast (Art. 8 ZGB). Mit Eingabe vom 31. Mai 

2022 ersuchte der Berufungsbeklagte die Vorinstanz um Abänderung des vor-

sorglichen Massnahmeentscheides (act. 5/321). Darin zeigte der Berufungsbe-

klagte auf, dass er seit dem 1. Januar 2019 vorzeitig pensioniert sei und nun ein 

deutlich tieferes Einkommen erziele (act. 5/321 S. 3–9). Gestützt auf die Partei-

ausführungen bejahte die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen einer nachträgli-

chen, dauerhaften und erheblichen Veränderung der finanziellen Situation des 

Berufungsbeklagten. Da keine Partei im vorliegenden Berufungsverfahren den 

Abänderungsgrund in Frage stellt, kann dazu vollumfänglich auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 4 E. II).

3.4. Die wesentlich und dauerhaft veränderten Verhältnisse bilden eine doppel-

relevante Tatsache: Sie sind nicht nur für die formelle Zulässigkeit des Abände-

rungsbegehrens, sondern auch für deren materielle Begründetheit von Bedeu-

tung. So wie das ursprüngliche Massnahmeverfahren ist auch das Abänderungs-

verfahren kontradiktorisch ausgestaltet (vgl. zur Abänderung eines Scheidungsur-

teils OGer ZH, LC210019 vom 30. September 2021, E. II/4.3). Es obliegt beiden 

Ehegatten, dem Gericht je ihre eigene finanzielle Situation aufzuzeigen. Sie müs-

sen dazu ihre Einnahmen und Ausgaben prozesskonform behaupten (Art. 219 

ZPO in Verbindung mit Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO) und gegebenenfalls die Ausfüh-

rungen der Gegenseite bestreiten (Art. 219 ZPO in Verbindung mit Art. 222 Abs. 2 

ZPO). Dabei ist jede Partei grundsätzlich für ihre eigenen Parteibehauptungen be-

weisbelastet (Art. 8 ZGB). 

3.5. Vorsorgliche Massnahmen in einem Scheidungsverfahren unterstehen 

dem summarischen Verfahren (Art. 276 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 271 lit. a 

ZPO). Das Gericht stellt hier den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 272 

ZPO). In diesem Punkt unterscheidet sich das Eheschutz- beziehungsweise 

Massnahmeverfahren vom Scheidungsverfahren, wo für die güterrechtliche Aus-

einandersetzung und den nachehelichen Unterhalt der Verhandlungsgrundsatz 

gilt (Art. 277 Abs. 1 ZPO). Im Rahmen der eingeschränkten Untersuchungsma-

xime ist das Gericht nicht an die Behauptungen und Beweisanträge der Parteien 

gebunden. Gleichwohl obliegt es letztlich ihnen, dem Gericht die relevanten Fak-

- 10 -

ten vorzubringen, zumal sie dazu am besten in der Lage sind (KUKO ZPO-Ober-

hammer/Weber, 3. A., Art. 55 N 17). Die eingeschränkte Untersuchungsmaxime 

entbindet die Parteien nicht von einer aktiven Mitwirkung am Verfahren. Sie müs-

sen die nötigen Tatbestandselemente nennen und die verfügbaren Beweismittel 

bezeichnen (BGer, 5A_2/2013 vom 6. März 2013, E. 4.2). 

4. Prozessstoff/Novenrecht

4.1.

4.1.1. Der Berufungsbeklagte macht geltend, die Noveneingabe der Berufungsklä-

gerin vom 22. Mai 2023 (act. 9) sei verspätet und deshalb unbeachtlich. Die Beru-

fungsklägerin habe schon Mitte April 2023 gewusst, dass der neue Mietzins für 

die Liegenschaft C._____ mehr als USD 8'200.– betragen werde. So habe die Be-

rufungsklägerin dem Berufungsbeklagten am 30. April 2023 Folgendes mitgeteilt: 

"And now new monthly tenant fee is going to be USA 10,000/11,000 per month." 

Folglich hätte die Berufungsklägerin diesen Umstand bereits in ihrer Berufungs-

schrift vom 24. April 2023 erwähnen können (act. 20 S. 2).

4.1.2. Neue Tatsachen und Beweismittel werden gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO in 

einem Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie (a.) ohne Verzug 

vorgebracht werden; und (b.) trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In-

stanz vorgebracht werden konnten. Dabei ist zwischen echten und unechten No-

ven zu unterscheiden. Echte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die erst 

nach dem Ende der Hauptverhandlung des erstinstanzlichen Verfahrens entstan-

den sind. Unechte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die bereits bei Ende 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorlagen(BGE 143 III 42 E. 4.1). 

4.1.3. Art. 317 Abs. 1 ZPO regelt die Voraussetzungen, unter denen Noven aus-

nahmsweise vorgebracht werden können, abschliessend, ohne danach zu diffe-

renzieren, ob ein Verfahren in den Anwendungsbereich der Verhandlungs- oder 

der Untersuchungsmaxime fällt. Insofern fällt nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung eine analoge Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO ausser Betracht 

(BGE 142 III 413 E. 2.2.2; BGE 138 III 625 E. 2.2; a.M. CHK ZPO-Sutter-

- 11 -

Somm/Seiler, Art. 317 N 6, die eine analoge Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO 

im Berufungsverfahren befürworten). Art. 317 Abs. 1bis nZPO lautet ab dem 1. Ja-

nuar 2025 wie folgt: "Hat die Rechtsmittelinstanz den Sachverhalt von Amtes we-

gen zu erforschen [gemeint ist im Falle der uneingeschränkten Untersuchungsma-

xime], so berücksichtigt sie neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsbera-

tung."). Damit hat der Gesetzgeber die bundesgerichtliche Rechtsprechung kodifi-

ziert, wonach bei Geltung der sozialen beziehungsweise eingeschränkten Unter-

suchungsmaxime Noven im Berufungsverfahren nur unter den Voraussetzungen 

von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden (Honegger-Müntener/Rufi-

bach/Schumann, Die Revision der ZPO, AJP 2023, S. 1157 ff., 1206). 

4.1.4. Die Novenregelung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt nur für Tatsachen und Be-

weismittel. Demgegenüber bilden rechtliche Ausführungen keine Noven (CHK 

ZPO-Sutter-Somm/Seiler, Art. 317 N 5). Berechnet das erstinstanzliche Gericht 

eine Position in einem Unterhaltsprozess falsch, liegt ein Rechtsanwendungsfeh-

ler vor, der im Berufungsverfahren gerügt werden kann (Art. 310 lit. a ZPO).

4.1.5. Will eine Partei neue Tatsachen und/oder Beweismittel im Berufungsverfah-

ren einführen, hat sie darzulegen, dass dies ohne Verzug erfolgt ist und weshalb 

es ihr trotz zumutbarer Sorgfalt nicht möglich gewesen war, die Tatsache und/

oder das Beweismittel bereits vor erster Instanz vorzubringen. Fehlt es an ent-

sprechenden Ausführungen, erweist sich die Berufung in Bezug auf die darin vor-

getragenen Noven als unbegründet, sofern nicht auf der Hand liegt, dass sich die 

neuen Tatschen erst nach dem Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens ver-

wirklicht haben oder aus anderen Gründen offensichtlich der Vorinstanz noch 

nicht hatten vorgetragen werden können (vgl. Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Ha-

senböhler/Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 3. A., Art. 317 N 34; 

OGer ZH LB140014 vom 3. Juni 2014 E. III/2.). Es ist nicht Sache des Gerichts, 

sich mit vagen Anhaltspunkten oder blossen Vermutungen zu befassen. Entspre-

chend bildet die blosse Möglichkeit eines künftigen Novums noch kein Novum, 

das dem Gericht vorgebracht werden müsste. Von einem Novum kann vielmehr 

erst dann gesprochen werden, wenn sich die neue Tatsache oder das neue Be-

weismittel effektiv verwirklicht hat. 

- 12 -

4.1.6. Die Parteien vermieteten D._____ und E._____ ihre Liegenschaft C._____ 

zu einem monatlichen Mietzins von USD 12'000.–. Die Mieter unterzeichneten 

den Mietvertrag am 12. Mai 2023, die Vermieter taten dies am 14. Mai 2023 

(act. 10/1). Der Vertrag ist damit am 14. Mai 2023 zustande gekommen. Die Beru-

fungsklägerin reichte ihre Noveneingabe am 22. Mai 2023 (Datum Poststempel; 

act. 9) und damit rechtzeitig innert der praxisgemäss zehntägigen Novenfrist ein 

(OGer, LB120115 vom 1. Oktober 2013, E. 2.3.2).

4.2.

4.2.1. Die Berufungsklägerin ihrerseits macht bezüglich Novenrecht geltend, der 

Berufungsbeklagte beschränke sich in seiner Stellungnahme vom 20. Juli 2023 

nicht auf Ausführungen zu ihren beiden Noveneingaben vom 22. Mai 2023 und 

vom 15. Juni 2023. Vielmehr befasse er sich in Ziffer 3–5 ausdrücklich auch mit 

ihrer Berufung vom 24. April 2023. Der Berufungsbeklagte dürfe in seiner Noven-

stellungnahme nicht Ausführungen nachholen, die er in seiner Berufungsantwort 

verpasst habe. Entsprechend seien die Ziffern 3–5 seiner Stellungnahme vom 

20. Juli 2023 verspätet und damit unbeachtlich (act. 27 S. 2).

4.2.2. Der Berufungsbeklagte seinerseits erachtet es als zulässig, im Rahmen 

weiterer Stellungnahmen nochmals Punkte aufzugreifen, die im Verfahren ange-

sprochen worden seien. Eine Berufung müsse als Ganzes betrachtet und ent-

schieden werden (act. 42 S. 2).

4.2.3. Mit Referentenverfügung vom 28. Juni 2023 wurden dem Berufungsbeklag-

ten zwei Fristen angesetzt: erstens eine nicht erstreckbare Zehntagesfrist, um die 

Berufungsantwort zu erstatten, und zweitens eine erstreckbare Zehntagesfrist für 

die Stellungnahme zu den beiden Noveneingaben der Berufungsklägerin vom 

22. Mai 2023 und vom 15. Juni 2023 (act. 13). Nach dem Willen des Gesetzge-

bers sind weder die Berufungs- noch die Berufungsantwortfrist erstreckbar 

(Art. 311 Abs. 1, Art. 312 Abs. 2 und Art. 314 Abs. 1 ZPO je in Verbindung mit 

Art. 144 Abs. 1 ZPO). Die identische Fristdauer soll das Gebot der Waffengleich-

heit im Berufungsverfahren sicherstellen (BGE 141 III 554 E. 2.4; CHK ZPO-Sut-

ter-Somm/Seiler, Art. 312 N 8). Anders als bei einer versäumten Klageantwort 

- 13 -

(Art. 223 Abs. 1 ZPO) sieht das Gesetz in zweiter Instanz keine Nachfrist vor 

(BGE 144 III 394 E. 4.1.1). Vor diesem Hintergrund steht es nicht im Ermessen 

des Berufungsbeklagten zu entscheiden, in welcher Rechtsschrift er die Berufung 

beantwortet. Eine Novenstellungnahme muss sich – wie ihr Name bereits sagt – 

auf die Auseinandersetzung mit dem Novum beschränken. Eine Partei darf ihre 

Novenstellungnahme nicht dazu verwenden, um Behauptungen nachzuholen, die 

sie – je nach Parteirolle – in der Berufung oder der Berufungsantwort versäumt 

hat. Die nicht näher begründete gegenteilige Ansicht des Berufungsbeklagten 

überzeugt nicht (act. 42 S. 2).

4.2.4. Der Berufungsbeklagte befasst sich in seiner Novenstellungnahme vom 

20. Juli 2023 nicht nur mit den Noven der Berufungsklägerin in den Eingaben vom 

22. Mai 2023 und 15. Juni 2023, das heisst mit der Neuvermietung der Liegen-

schaft C._____ und der Mietzinserhöhung der Wohnung in F._____. Vielmehr 

geht er auch auf seine (fehlenden) Einkünfte aufgrund seiner Tätigkeit für die 

G._____ AG, H._____ AG, I._____ AG, J._____ und die K._____ AG ein (act. 20 

S. 7–15). Diese weiteren Ausführungen sprengen den Rahmen einer blossen No-

venstellungnahme, gehörten sie doch thematisch in die Berufungsantwort. Dies 

gilt insbesondere auch für die Ausführungen des Berufungsbeklagten "Zum Editi-

onsbegehren vom 28.06.2023", da sich keine entsprechend datierte Eingabe in 

den Berufungsakten findet und sich die Ausführungen inhaltlich auf die von der 

Berufungsklägerin in der Berufung gestellten Editionsbegehren beziehen (vgl. 

act. 2 Rz. 28–30). Entsprechend müssen die Seiten 7 Mitte bis 15 der Novenstel-

lungnahme vom 20. Juli 2023 (act. 20) unberücksichtigt bleiben. Als Konsequenz 

davon haben auch die sich darauf beziehenden Ausführungen der Berufungsklä-

gerin in der Novenstellungnahme vom 28. September 2023 (act. 27 S. 6–12) so-

wie die sich darauf beziehenden Ausführungen des Berufungsbeklagten anläss-

lich der Verhandlung (act. 42 S. 8–12 Mitte) unberücksichtigt zu bleiben.

4.2.5. Soweit der Berufungsbeklagte sinngemäss geltend machen sollte, die von 

ihm eingereichten Beilagen zu seinen verschiedenen Verwaltungsrats- bezie-

hungsweise Beratungsmandaten (act. 21/5–14; act. 43/10–15) bildeten zulässige 

eigene Noven, die er begründen dürfe, hilft ihm dies nicht weiter: In diesem Fall 

- 14 -

hätte er nämlich schlüssig aufzeigen müssen, weshalb er diese Beilagen nicht 

schon mit der Berufungsantwort hat einreichen können (Art. 317 Abs. 1 ZPO).

4.2.6. Die Parteien haben im Berufungsverfahren grundsätzlich keinen Anspruch 

auf einen zweiten Schriftenwechsel (vgl. Art. 316 Abs. 2 ZPO: "[Die Rechtsmitte-

linstanz] kann einen zweiten Schriftenwechsel anordnen."). Die Berufungsinstanz 

verfügt über einen weiten Ermessensspielraum, ob sie einen solchen zweiten 

Schriftenwechsel anordnen möchte oder nicht. Dabei findet bei einer Berufung im 

summarischen Verfahren ein zweiter Schriftenwechsel kaum je statt (BGE 138 III 

252 E. 2.1; KUKO ZPO-Brunner/Vischer, 3. A., Art. 316 N 5; CHK ZPO-Sutter-

Somm/Seiler, Art. 316 N 5). Die Verfahrensleitung verzichtete darauf, einen zwei-

ten Schriftenwechsel anzuordnen. Gegenstand der Verhandlung waren die Stel-

lungnahme zu act. 27 f. und die Ausübung des Replikrechts (act. 31 S. 1 ganz 

unten). Die Berufungsklägerin reichte am 27. Oktober 2023 und am 20. November 

2023 weitere Noveneingaben betreffend ihre neue Krankenkassenprämie 

(act. 34) respektive das Engagement des Berufungsbeklagten für die L._____ AG 

ein (act. 39 f.). Auch diese Eingaben wurden dem Berufungsbeklagten zugestellt, 

damit dieser an der Verhandlung vom 23. November 2023 dazu Stellung nehmen 

könne (act. 36; act. 41). Zudem erfolgte dort im Zusammenhang mit den neuen 

Behauptungen der Berufungsklägerin zum Einkommen des Berufungsbeklagten 

aus der L._____ AG auf entsprechenden Antrag (act. 42 S. 14) eine persönliche 

Befragung des Berufungsbeklagten. Auch die mündlichen Ausführungen des Be-

rufungsbeklagten sind nur insoweit beachtlich, als sie sich auf die Noveneingaben 

der Berufungsklägerin beziehen.

4.3.

Die Novenstellungnahme des Berufungsbeklagten vom 20. Juli 2023 (act. 20 f.), 

die Novenstellungnahme der Berufungsklägerin vom 28. September 2023 

(act. 27 f.) sowie die mündlichen Parteivorträge (Prot. S. 5 ff.) sind nach dem Ge-

sagten bloss insofern zu berücksichtigen, als sie sich entweder auf eine der vier 

Noveneingaben der Berufungsbeklagten, das heisst die Liegenschaft C._____, 

die Mietzinserhöhung der … Wohnung [in F._____], die neue Krankenkassenprä-

mie der Berufungsklägerin und die L._____ AG, beziehen oder ihrerseits zuläs-

- 15 -

sige Noven enthalten. Unbeachtlich sind demgegenüber alle übrigen Ausführun-

gen, soweit sie sich mit anderen Themen, insbesondere den Einkünften des Beru-

fungsbeklagten aus der G._____ AG, der H._____ AG, der I._____ AG, der 

J._____ und der K._____ AG, befassen. Der Berufungsbeklagte reichte am 

21. Juli 2023 (act. 23) und am 23. November 2023 (act. 43/1–9) verschiedene Be-

lege zu den Unterhaltskosten der Liegenschaft C._____ ein. Die Erwägungen 

II/4.4.8–4.4.11 befassen sich mit deren novenrechtlichen Zulässigkeit.

III.
(Sachverhalt und rechtliche Würdigung)

1. Überblick über das von der Vorinstanz ermittelte Einkommen des Berufungs-
beklagten

Die Vorinstanz rechnete dem Berufungsbeklagten folgendes monatliches Ein-
kommen an (act. 4 E. 3.1.19):

Phase 1: Juni 2022 bis 
Dezember 2024

Phase 2: ab Januar 
2025

Wertschriftenertrag Fr. 8'969.– Fr. 8'969.–

Liegenschaftenertrag Fr. 3'026.– Fr. 3'026.–

Rente M._____ Fr. 12'496.– Fr. 12'496.–

N._____/O._____ Fr. 12'229.– Fr. 0.–

P._____ AG Fr. 1'872.– Fr. 1'872.–

Q._____ AG Fr. 7'696.– Fr. 7'696.–

TOTAL Fr. 46'288.– Fr. 34'059.–

2. M._____-Rente/P._____ AG-Entschädigung/Q._____ AG-Entschädigung

Der Berufungsbeklagte bezieht von der M._____ eine monatliche Rente von 

Fr. 12'496.– (act. 5/394 S. 2). Er ist zudem Verwaltungsrat der P._____ AG. Dafür 

- 16 -

wird er mit Fr. 1'872.– pro Monat entschädigt (vgl. Prot. VI S. 173: Fr. 2'000.– x 

0.936 [Sozialversicherungsbeiträge]). Schliesslich ist der Berufungsbeklagte für 

die Q._____ AG tätig, was ihm zu einem Verdienst von Fr. 7'696.– pro Monat ver-

hilft (act. 5/388/1). Die Berufungsklägerin hat die Höhe dieser drei Einkommens-

positionen nicht angefochten (act. 2 S. 4; act. 18 S. 3). Insgesamt ist dem Beru-

fungsbeklagten daher für die Phase 1 und Phase 2 je ein monatliches M._____ 

Renteneinkommen von Fr. 12'496.–, eine Verwaltungsratsentschädigung der 
P._____ AG von Fr. 1'872.– und eine weitere Entschädigung der Q._____ AG 
von Fr. 7'696.– anzurechnen.

3. Wertschriftenertrag

3.1. Zwischen den Parteien ist die Höhe des Wertschriftenertrags strittig. Die 

Vorinstanz erwog, dieser sei anhand eines mehrjährigen Durchschnitts zu ermit-

teln. Der Wertschriftenertrag für die Jahre 2020 und 2021 ergebe sich direkt aus 

den Steuererklärungen und betrage durchschnittlich Fr. 8'162.–. Demgegenüber 

könne der Wertschriftenertrag für das Jahr 2022 bloss indirekt aus den unterjähri-

gen einzelnen Portfolioabrechnungen ermittelt werden. Der Berufungsbeklagte 

verfüge über drei Portfolio, nämlich das Portfolio "M._____ Switzerland", das Port-

folio "M1._____" und das Portfolio "M2._____". Das Portfolio "M._____ Switzer-

land" weise für die Zeitspanne Januar bis September 2022 einen Ertrag von 

Fr. 49'739.35 auf, was umgerechnet auf einen Monat Fr. 5'526.60 entspreche. 

Das Portfolio "M1._____" weise für die Zeitspanne Januar bis September 2022 ei-

nen Ertrag von Fr. 7'708.– auf. Das Portfolio "M2._____" weise für die Zeitspanne 

Januar bis und mit Juni 2022 einen monatlichen Ertrag von Fr. 3'032.– auf. Für 

die Monate Juli bis Oktober 2022 sei zudem ein Wertschriftenertrag von 

Fr. 3'252.65 belegt. Wenn man die Erträge der genannten drei Portfolios zusam-

menrechne, resultiere ein monatlicher Wertschriftenertrag von Fr. 12'667.65. Die-

ser Betrag erscheine im Vergleich zu den Jahren 2020 und 2021 klar überhöht, 

zumal unklar sei, wie sich der zusätzliche Wertschriftenertrag von Fr. 3'032.– in 

den übrigen Monaten entwickelt habe. Deswegen sei für das Jahr 2022 bloss von 

einem monatlichen Wertschriftenertrag von Fr. 9'777.– auszugehen. Dies sei vor 

allem deshalb angezeigt, weil der Berufungsbeklagte diesen Betrag selbst geltend 

- 17 -

gemacht und die Berufungsklägerin ihn anerkannt habe. Da auf den Durch-

schnittswert der Jahre 2020, 2021 und 2022 abzustellen sei, betrage der Wert-

schriftenertrag Fr. 8'969.– (act. 4 E. 3.1.1.1).

3.2. Die Berufungsklägerin wirft der Vorinstanz vor, sie habe den Wertschriften-

ertrag des Jahres 2022 in nicht nachvollziehbarer Weise von Fr. 12'667.65 auf 

Fr. 9'777.– pro Monat reduziert. Anschliessend habe die Vorinstanz aus den Jah-

ren 2020, 2021 und 2022 einen Durchschnitt von Fr. 8'969.– ermittelt. Entgegen 

der Vorinstanz habe sie (die Berufungsklägerin) den Wertschriftenertrag von 

Fr. 9'777.– nicht anerkannt, sondern den ursprünglich errechneten Wertschriften-

ertrag aufgrund der nachgereichten Unterlagen in der Verhandlung auf 

Fr. 15'464.80 korrigiert. In der Stellungnahme vom 1. Dezember 2022 habe sie 

darauf hingewiesen, dass richtigerweise dieser dreijährige Durchschnittsbetrag 

mindestens Fr. 9'777.– betragen müsse. Der Berufungsbeklagte habe nämlich in 

seiner Eingabe vom 14. November 2022 ausdrücklich ein Wertschrifteneinkom-

men von Fr. 9'777.– bestätigt. Zudem habe er ausgeführt, dass die Geldanleger 

im Jahr 2022 massive Verluste erlitten hätten. Folglich könne er in künftigen Jah-

ren mit höheren Erträgen rechnen (act. 2 S. 4–6).

3.3. Der Berufungsbeklagte seinerseits macht geltend, die Vorinstanz habe zu 

Recht gestützt auf die Durchschnittszahlen der vergangenen Jahre Prognosen für 

die Zukunft gemacht. Er habe in nachvollziehbarer Weise aufgezeigt, weshalb der 

Wertschriftenertrag mit Fr. 12'667.65 für das Jahr 2022 klar zu hoch sei. Es sei 

denn auch unerfindlich, weshalb allein der (ausnahmsweise) höhere Betrag von 

2022 für die zukünftigen Jahre massgeblich sein soll. Die Vorinstanz habe nach-

vollziehbar und fundiert aufgezeigt, wie sie auf einen durchschnittlichen Wert-

schriftenertrag von Fr. 8'969.– pro Monat gekommen sei. Es sei deshalb von die-

sem Wert auszugehen (act. 18 S. 3–5).

3.4. Die Berufungsklägerin hat in ihrer vorinstanzlichen Stellungnahme vom 

1. Dezember 2022 bloss festgehalten, dass dem Berufungsbeklagten "mindes-

tens ein monatliches Einkommen aus Wertschriftenertrag in dieser Höhe [gemeint 

Fr. 9'777.–] anzurechnen" sei (act. 406 S. 7). Zwar hat sie damit nicht ausdrück-

lich einen Wertschriftenertrag von Fr. 9'777.– anerkannt, wie die Vorinstanz zu 

- 18 -

Unrecht annimmt (act. 4 E. 3.1.1.1). Indessen wäre es Aufgabe der Berufungsklä-

gerin gewesen, bereits im vorinstanzlichen Verfahren die Höhe des aus ihrer Sicht 

massgeblichen Wertschriftenertrags zu beziffern, zumal ihr die Unterlagen des 

Berufungsbeklagten vorlagen. Da die Berufungsklägerin mit der blossen Bezeich-

nung eines Mindestbetrages ihrer Substantiierungsobliegenheit nicht nachgekom-

men ist, ist für das Jahr 2022 von Fr. 9'777.– als monatlichem Wertschriftenertrag 

auszugehen. Für die Wertschriftenerträge der Jahre 2020 und 2021 stellte die 

Vorinstanz auf die Steuererklärungen ab (act. 5/251/2 S. 2, act. 5/318/6 S. 2) und 

berechnete monatliche Erträge von Fr. 8'627.50 (Fr. 103'530.– : 12) und 

Fr. 7'696.– (Fr. 92'352.– : 12) beziehungsweise einen monatlichen Durchschnitts-

wert von Fr. 8'162.–. Bei der Ermittlung des durchschnittlichen Wertschriftenertra-

ges gewichtete die Vorinstanz den Durchschnittswert der Jahre 2020 und 2021 

gleich wie den Wertschriftenertrag im Jahr 2022, was zu einem falschen Durch-

schnittswert führte, der vorliegend zu korrigieren ist. 

3.5. Entsprechend ist dem Berufungsbeklagten für die Phase 1 und 2 je ein mo-

natlicher Wertschriftenertrag von Fr. 8'700.– ([Fr. 8'627.50 + Fr. 7'696.– + 
Fr. 9'777.–] : 3) anzurechnen. 

4. Liegenschaftenertrag C._____

4.1. Die Vorinstanz erwog, bei den Mieteinnahmen aus der Liegenschaft 

C._____ sei vom Netto- und nicht vom Bruttomietertrag auszugehen. Vorliegend 

weise die Steuererklärung sowohl den jährlichen Mietertrag als auch die angefal-

lenen Unterhalts- und Verwaltungskosten aus. Die Parteien hätten den Vertrag 

mit der bisherigen Verwaltung R._____ im November 2021 aufgelöst. Entspre-

chend seien die künftigen jährlichen Unterhalts- und Verwaltungskosten unklar. 

Vor diesem Hintergrund rechtfertige es sich, von einem Durchschnitt der Jahre 

2019 bis 2021 auszugehen. Im Jahr 2019 habe der Berufungsbeklagte einen Net-

toliegenschaftenertrag von Fr. 40'964.–, im Jahr 2020 von Fr. 42'871.– und im 

Jahr 2021 von Fr. 25'110.– deklariert, wobei er den Ertragseinbruch im Jahr 2021 

urkundlich belegt und anlässlich der Verhandlung begründet habe. Daraus resul-

tiere ein monatlicher Nettoliegenschaftenertrag von Fr. 3'026.– (act. 4 E. 3.1.1.2).

- 19 -

4.2.

4.2.1. Die Berufungsklägerin hält diesen Erwägungen entgegen, per 1. Juli 2021 

sei der monatliche Mietzins von USD 7'000.– auf USD 8'200.– erhöht worden 

(m.H.a. act. 5/407/1; act. 5/407/2; Prot. VI S. 164 und 168). Dementsprechend be-

trügen die Mieteinnahmen seit dem 1. Juli 2021 USD 1'200.– mehr pro Monat als 

in den Jahren 2019 bis Mitte 2021. Folglich seien diese Differenzbeträge auch 

den früheren Jahren 2019 bis 2021 hinzuzurechnen. Konkret hätte die Vorinstanz 

dem Jahr 2019 Fr. 12'960.– (12 x Fr. 1'080.–), dem Jahr 2020 Fr. 12'960.– (12 x 

Fr. 1'080.–) und dem Jahr 2021 (6 x Fr. 1'080.–) hinzurechnen müssen. Die 

Vorinstanz habe bei ihrer Berechnung nicht berücksichtigt, dass die Firma 

R._____, welche die Vermietung der Liegenschaft geführt habe, für ihre Dienst-

leistungen jeweils 10 % der Mieteinnahmen in Rechnung gestellt habe (m.H.a 

act. 406 Rz. 18; Prot. VI S. 168 f.). Seit dem 1. Dezember 2021 falle diese Ent-

schädigung nicht mehr an. Entsprechend sei dieser Betrag ebenfalls zum Mieter-

trag hinzuzurechnen. Zudem habe die Vorinstanz beim Berechnen des durch-

schnittlichen Mietertrages der Jahre 2019 bis 2021 ausser Acht gelassen, dass im 

Jahr 2021 wegen der Behebung der Wetland Violation ausnahmsweise beson-

ders hohe Ausgaben angefallen seien. Solche Ausgaben seien in Zukunft nicht 

mehr zu erwarten. Beim Jahr 2021 handle es sich daher eindeutig um einen "Aus-

reisser", das nicht berücksichtigt werden dürfe. Im Jahr 2022 seien nur die vom 

Berufungsbeklagten belegten Ausgaben angefallen. So habe der Berufungsbe-

klagte eine Rechnung von S._____ Gartenpflege über USD 7'485.96 (m.H.a. 

act. 5/388/18), eine Rechnung für einen Rasenroboter über USD 862.– (m.H.a. 

act. 5/395/2) und einen Zahlungsbeleg für einen Sanitär über USD 1'876.25 

(m.H.a. act. 5/395/3) eingereicht. Insgesamt habe der Berufungsbeklagte somit 

bloss Auslagen in der Höhe von USD 10'224.20 belegt. Sein Mietertragseinkom-

men sei anhand des Durchschnittes aus den Jahren 2018 bis 2022 zu berechnen, 

wobei dieser Betrag um die höheren Mietzinsen sowie die weggefallenen Verwal-

tungskosten zu korrigieren sei. Das Ausreisserjahr 2021 dürfe nicht berücksichtigt 

werden. Aus der Vermietung der Liegenschaft C._____ sei dem Berufungsbeklag-

ten ein Nettoeinkommen von Fr. 5'283.– pro Monat anzurechnen (act. 2 S. 6–10). 

Die Berufungsklägerin teilte der Kammer am 15. Juni 2023 in einer Noveneingabe 

- 20 -

mit, die Parteien hätten die Liegenschaft C._____ ab dem 10. Juli 2023 zu einem 

monatlichen Mietzins von USD 12'000.– neu vermietet. Entsprechend werde sich 

das Einkommen des Berufungsbeklagten um mindestens USD 3'800.– bzw. 

Fr. 3'420.– erhöhen (act. 9 S. 1–3). 

4.2.2. Die Berufungsklägerin macht weiter geltend, es sei richtig, dass sich der 

Berufungsbeklagte vom 19. Juli 2023 bis zum 30. Juli 2023 ferienhalber in den 

USA aufgehalten habe. Es werde indessen bestritten, dass dies wegen der Lie-

genschaft C._____ nötig gewesen sei. Er habe sich in dieser Zeit einzig mit der 

Maklerin T._____ getroffen. Demgegenüber habe er weder die neuen Mieter noch 

irgendwelche Handwerker getroffen und auch nie die Liegenschaft besichtigt. Die 

Maklerin habe sich um sämtliche Vorkehrungen und Kontakte mit den Mietern und 

Handwerkern gekümmert. Der Berufungsbeklagte habe einzig deren Rechnungen 

bezahlt. Auch werde bestritten, dass dem Berufungsbeklagten deswegen Kosten 

von USD 5'000.– entstanden seien. Der Berufungsbeklagte habe keine solchen 

Belege eingereicht (act. 27 S. 3–6).

4.2.3. Sodann bestreitet die Berufungsklägerin, dass im Zusammenhang mit der 

Neuvermietung der Liegenschaft Kosten für Umgebungsarbeiten und Malerarbei-

ten sowie diverse kleinere Reparaturen in der Höhe von USD 34'590.– angefallen 

seien. Gemäss dem Berufungsbeklagten seien diese Kosten von den Mehrein-

nahmen aufgrund der Mietzinserhöhung abzuziehen, so dass schlussendlich kein 

höheres Einkommen resultiere, als der von der Vorinstanz angenommene Netto-

ertrag von CHF 3'026.– pro Monat. Der Berufungsbeklagte lasse in seiner Argu-

mentation unberücksichtigt, dass die Vorinstanz bei der Berechnung des Nettoer-

trages aus den Liegenschaftseinnahmen ja bereits Kosten für Instandstellung, 

Unterhalt, Reparaturen berücksichtigt habe. Der angerechnete Nettoertrag von 

Fr. 3'026.– sei aus einem Durchschnitt der Erträge der Jahre 2019 bis 2021 be-

rechnet worden. Diese Berechnung basiere teilweise auf dem zu tiefen Mietzins 

von USD 7'000.– anstatt auf dem seit dem 1. Juli 2021 geltenden Mietzins von 

USD 8'200.–. Auf jeden Fall habe die Vorinstanz bereits Kosten für Verwaltung, 

Reparaturen und Unterhalt der Liegenschaft von mindestens USD 4'000.– pro 

Monat berücksichtigt. Bei Mietzinseinnahmen von USD 8'200.– pro Monat, habe 

- 21 -

die Vorinstanz sogar einen Aufwand von USD 5'200.– pro Monat angerechnet. 

Die vom Berufungsbeklagten geltend gemachten Aufwendungen für die Liegen-

schaft seien durch den bereits berücksichtigten monatlichen Betrag von mindes-

tens USD 4'000.– bei weitem gedeckt. Die Mieter bezahlten neben einem höhe-

ren Mietzins von USD 12'000.– zusätzlich auch höhere Unterhaltskosten. So 

seien sie neu für die Wartung des Pools, das Rasenmähen und das Reinigen des 

Hofs und der Einfahrt verantwortlich. Da früher die Vermieter diese Kosten getra-

gen hätten, reduzierten sich die Unterhaltskosten in diesem Umfang. Daher sei es 

gerechtfertigt, den gesamten Betrag von USD 3'800.–, um welchen sich der Miet-

zins erhöht habe, dem Berufungsbeklagten als zusätzliches Einkommen anzu-

rechnen. Weiter habe sich die Berufungsklägerin an den ausserordentlichen Kos-

ten der Dachreparatur zur Hälfte beteiligt, obwohl sie selber keine Mieterträge er-

halte. Dementsprechend könne der Berufungsbeklagte korrekterweise seinen An-

teil an diesen ausserordentlichen Kosten auch nicht von den Mietzinseinnahmen 

abziehen. Schliesslich werde bestritten, dass Maklergebühren regelmässig anfal-

len würden. Die neuen Mieter würden – trotz des auf ein Jahr befristeten Mietver-

trages – langfristig im Haus bleiben (act. 27 S. 3–6). Selbst im Falle eines Auszu-

ges könnte zweifelsfrei ein neuer Mieter gefunden werden. Vor allem in dieser 

Gegend sei der Markt nämlich sehr gut. Die Parteien hätten mit T._____ eine 

Maklerin, die den Auszug überwachen könnte; eine persönliche Anwesenheit des 

Berufungsbeklagten sei nicht nötig (Prot. S. 8 f.).

4.3.

4.3.1. Der Berufungsbeklagte seinerseits macht geltend, die Vorinstanz habe sich 

in Bezug auf die Mietzinsentwicklung zu Recht auf Durchschnitts- und Schätz-

werte abgestützt. Vorliegend sei es zwar zu einem Mieterwechsel in der Liegen-

schaft C._____ gekommen. Es bleibe aber ungewiss, ob die neuen Mieter lang-

fristig im Haus blieben. Abgesehen davon sei mit erheblichen Unterhaltskosten zu 

rechnen, stehe doch insbesondere eine grössere Dachsanierung an. Er habe ein 

Interesse daran, die Liegenschaft in einem guten Zustand zu erhalten. Es sei rich-

tig, dass der Vertrag mit der bisherigen Liegenschaftenverwaltungsfirma R._____ 

- 22 -

aufgelöst worden sei. Indessen dürfe aus diesem Umstand nicht abgeleitet wer-

den, dass dem Berufungsbeklagten aus der Liegenschaft keine Kosten mehr ent-

stünden. Entsprechend dürfe man die früheren Verwaltungskosten der R._____ 

nicht einfach zu seinem Liegenschafteneinkommen hinzuzählen (act. 18 S. 5–8). 

Die Noveneingabe vom 22. Mai 2023 betreffend Liegenschaft C._____ sei ver-

spätet. Die Berufungsklägerin habe nämlich bereits Mitte April 2023 gewusst, 

dass der künftige Mietzins USD 10'000.– bis 11'000.– betragen werde. Die Beru-

fungsklägerin hätte diesen Umstand daher in ihrer Berufungsschrift vom 24. April 

2023 erwähnen können. Der Mietvertrag sei bloss für ein Jahr abgeschlossen 

worden. So hätten die neuen Mieter betont, dass sie ein eigenes Haus kaufen 

wollten. Um diese Mieter zu finden, habe er einem Makler eine Gebühr von 

USD 10'500.– bezahlen müssen. Da der Mietvertrag bloss für ein Jahr abge-

schlossen worden sei, werde in einem Jahr voraussichtlich erneut eine solche 

Maklergebühr anfallen. Die Kosten für die Instandstellung der Umgebung hätten 

sich auf USD 12'570.– belaufen. Die Malerarbeiten hätten USD 4'000.–, die Arbei-

ten an den Bäumen USD 1'207.– und die Abflussarbeiten USD 392.43 betragen 

(act. 22 S. 2). Für Malerarbeiten habe er USD 4'000.– und für diverse kleinere Re-

paraturen USD 2'500.– bezahlt. Um diese Unterhaltsarbeiten durchführen und 

kontrollieren zu können, habe er sich vom 19. Juli 2023 bis zum 30. Juli 2023 in 

den USA aufgehalten. Die ihm daraus resultierenden Kosten für Flugticket, Unter-

kunft, Automiete und Essen hätten ca. USD 5'000.– betragen. Die geschätzten 

Kosten für die Dachrenovation beliefen sich auf USD 35'000.– bis USD 40'000.– 

(act. 20 S. 1–5; act. 22 S. 1 f.).

4.3.2. An der Gerichtsverhandlung liess der Berufungsbeklagte ausführen, er sei 

vor allem wegen der Liegenschaft in die USA gereist. Namentlich habe er dort die 

Stadtverwaltung besucht, um die Wetland-Schäden zu besprechen. Er habe sich 

mit seinem Anwalt getroffen, um die Auswirkungen der Wetland Penalty Resolu-

tion und die Nichtzahlung einer Monatsmiete durch den Vormieter zu besprechen. 

Weiter hätten mehrere Treffen mit der Maklerin T._____ stattgefunden, an denen 

sie Renovations- und Sanierungsarbeiten sowie weitere offene Probleme mit dem 

Haus besprochen hätten. Schliesslich seien Treffen mit dem Dachdecker und der 

Gartenbaufirma erfolgt (act. 42 S. 3 f.). Er sehe sich für das Jahr 2023 mit Liegen-

- 23 -

schaftenkosten von USD 46'794.– konfrontiert. Für das Jahr 2024 rechne er mit 

zusätzlichen Kosten von USD 29'080.–. Bei ihm fielen in den Jahren 2023 und 

2024 zusätzliche Ausgaben von USD 76'054.– (USD 46'974.– [2023] + USD 

29'080.– [2024]) an. Dem stehe ein zusätzliches Einkommen aus Mietzinsen in 

den Jahren 2023 und 2024 von USD 68'400.– (18 Monate x [USD 12'000.– ./. 

USD 8'200.–]) zuzüglich eines Einkommens aus von den Mietern selbst bezahl-

tem Gartenunterhalt von USD 2'000.–, das heisst total USD 70'400.– gegenüber. 

Insgesamt resultiere so aus der Vermietung der Liegenschaft ein Mindereinkom-

men von USD 5'654.– (USD 76'054.– ./. USD 70'400.–; act. 42 S. 5). Der Beru-

fungsbeklagte erziele somit kein höheres Einkommen als dasjenige, welches die 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid festgestellt habe. Es sei davon auszuge-

hen, dass die jetzigen Mieter die Liegenschaft nach Ablauf der einjährigen Ver-

tragslaufzeit wieder verliessen. Folglich bestehe das Risiko, dass der Berufungs-

beklagte kein Mieteinkommen erziele, bis er neue Mieter finde. Hinzu kämen dann 

auch noch die damit verbundenen Maklergebühren (act. 42 S. 6). Die Dachrepa-

ratur der Liegenschaft habe insgesamt USD 37'508.– gekostet. Davon habe die 

Berufungsklägerin USD 16'250.– und der Berufungsbeklagte USD 21'258.– 

bezahlt. Es treffe somit nicht zu, dass die Berufungsklägerin die Hälfte der Repa-

raturkosten übernommen habe. Vielmehr habe er den Differenzbetrag von 

USD  5'008.– selbst getragen (act. 42 S. 6 f.). Schliesslich habe er gegenüber den 

früheren Mietern noch eine offene Forderung von USD 4'671.– (act. 42 S. 8).

4.4. Zum unterhaltsrelevanten Einkommen zählen auch die Erträge aus vermie-

teten oder verpachteten Liegenschaften (Spycher/Hausheer, in: Hausheer/Spy-

cher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 3. A., Bern 2023, Kap. 1 N 60). Dabei dür-

fen der unterhaltspflichtigen Person allerdings nicht das ganze Brutto-, sondern 

bloss das reduzierte Nettoeinkommen angerechnet werden. Von den Einkünften 

sind all diejenigen Auslagen abzuziehen, die den Abschluss des Mietvertrags erst 

ermöglichten oder welche die Vermieterschaft während laufenden Vertrages 

selbst zu tragen hat. Diese Differenz bildet entweder den Gewinn oder den Ver-

lust aus der Liegenschaftenvermietung.

- 24 -

4.4.1. Die Vorinstanz rechnete dem Berufungsbeklagten für das Jahr 2019 einen 

Nettoliegenschaftenertrag von Fr. 40'964.–, für das Jahr 2020 von Fr. 42'871.– 

und für das Jahr 2021 von Fr. 25'100.– an. Die Vorinstanz stützte sich dabei auf 

die Steuererklärungen der Jahre 2019 (act. 5/251/1 S. 13), 2020 (act. 5/252/2 

S. 14) und 2021 (act. 5/318/6 S. 13) ab. Gestützt auf diese Nettoerträge ermittelte 

sie einen durchschnittlichen monatlichen Nettoliegenschaftenertrag von 

Fr. 3'026.– (act. 4 E. 3.1.1.2).

4.4.2. Die Berufungsklägerin macht geltend, die Vorinstanz habe die von ihr in der 

Stellungnahme vom 1. Dezember 2022 geltend gemachte Mietzinserhöhung per 

1. Juli 2021 von USD 7'000.– auf USD 8'200.– nicht berücksichtigt. Der vorin-

stanzliche Aktenschluss trat im vorliegenden summarischen Verfahren spätestens 

nach der Verhandlung vom 3. November 2022 ein. Danach konnten neue Tatsa-

chen und Beweismittel nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 

ZPO ins Verfahren eingebracht werden. Die Berufungsklägerin begründet nicht, 

weshalb ihr eine frühere Mitteilung nicht möglich war. Abgesehen davon hat die 

Vorinstanz die Mietzinserhöhung durchaus berücksichtigt: Die Vorinstanz legte ih-

rer Berechnung die Nettoliegenschaftenerträge aus den Steuererklärungen 2019, 

2020 und 2021 zugrunde. Der Nettoliegenschaftenertrag setzt sich aus den Brut-

tomietzinsen abzüglich der Unterhalts- und Verwaltungskosten zusammen. Wie 

die Berufungsklägerin zu Recht festhält, erzielte der Berufungsbeklagte ab Juli 

2021 einen höheren Bruttomietzins. Indessen macht sie nicht geltend, der Beru-

fungsbeklagte habe in seiner Steuererklärung 2021 seine Mieteinnahmen falsch, 

das heisst zu tief, deklariert. Folglich durfte die Vorinstanz auf diesen Steuerwert 

abstellen. Soweit die Berufungsklägerin den Jahren 2019 und 2020 die höheren 

Erträge des Jahres 2021 hinzurechnen möchte, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt 

werden: Der Sinn einer Durchschnittsbildung besteht gerade darin, den Mittelwert 

über mehrere Jahre zu bestimmen. Dies drängt sich vor allem dann auf, wenn die 

Mieterträge – wie hier – Schwankungen unterworfen sind.

4.4.3. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, erzielte der Berufungsbe-

klagte im Jahr 2019 gemäss Steuererklärung 2019 aus der Immobilie C._____ ei-

nen Nettoliegenschaftenertrag von Fr. 40'964.– (act. 4 E. 3.1.1.2). Dieser Betrag 

- 25 -

setzt sich aus Fr. 82'638.– Mietzinsen abzüglich Fr. 41'674.– Unterhalts- und Ver-

waltungskosten zusammen (act. 251/1 S. 13). 

4.4.4. Im Jahr 2020 erzielte der Berufungsbeklagte gemäss Steuererklärung 2020 

einen Nettoliegenschaftenertrag von Fr. 42'871.– (act. 4 E. 3.1.1.2). Dieser Betrag 

setzt sich aus Fr. 78'874.– Mietzinsen abzüglich Fr. 36'003.– Unterhalts- und Ver-

waltungskosten zusammen (act. 5/251/2 S. 14). Auch diese Ertragsermittlung der 

Vorinstanz ist korrekt.

4.4.5. Im Jahr 2021 erzielte der Berufungsbeklagte gemäss Steuererklärung 2021 

einen Nettoliegenschaftenertrag von Fr. 25'110.– (act. 4 E. 3.1.1.2). Dieser Betrag 

setzt sich aus Fr. 74'897.– Mietzinsen abzüglich Fr. 49'787.– Unterhalts- und Ver-

waltungskosten zusammen (act. 5/318/6 S. 13). Diese vorinstanzliche Ertragser-

mittlung ist ebenfalls zutreffend.

4.4.6. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bei der Ermittlung der 

durchschnittlichen Liegenschaftenerträge nicht auf das Jahr 2022 abstellte, stan-

den diese doch anlässlich der Verhandlung vom 3. November 2022 noch nicht 

fest. Entsprechend ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Weg-

fall der Management Fee nicht berücksichtigte. Als sogenannt echtes Novum sind 

die Liegenschaftenerträge 2022 im Berufungsverfahren gestützt auf Art. 317 

Abs. 1 lit. a ZPO zu berücksichtigen. Im Jahr 2022 erzielte der Berufungsbeklagte 

gemäss Steuererklärung 2022 einen Nettoliegenschaftenertrag von Fr. 32'685.–. 

Dieser Betrag setzt sich aus Fr. 91'965.– Mietzinsen abzüglich Fr. 59'280.– Unter-

halts- und Verwaltungskosten zusammen (act. 43/3).

4.4.7. Mit Noveneingabe vom 22. Mai 2023 machte die Berufungsklägerin gel-

tend, die Parteien hätten per 10. Juli 2023 mit neuen Mietern einen neuen Miet-

vertrag (act. 10) abgeschlossen. Der neue Mietzins betrage USD 12'000.– pro 

Monat. Zusätzlich würden die neuen Mieter den wöchentlichen Poolunterhalt und 

den wöchentlichen Gartenunterhalt direkt bezahlen (act. 9 S. 2). Wie in E. II/4.1.6. 

dargelegt, bildet dieser neue Mietvertrag ein rechtzeitig eingereichtes und damit 

novenrechtlich zulässiges (Art. 317 Abs. 1 ZPO) neues Beweismittel. Der Beru-

fungsbeklagte erzielte aufgrund des früheren Mietvertrages von Januar bis Juni 

- 26 -

2023 ein Bruttoeinkommen von USD 8'200.–. Seit dem 10. Juli 2023 beträgt das 

Bruttomonatseinkommen gemäss neuem Mietvertrag USD 12'000.– (act. 10/1). 

Der Einfachheit halber wird hier dieses Einkommen bereits ab dem 1. Juli 2023 

angerechnet. Der Berufungsbeklagte reichte keine Beweismittel für seine Behaup-

tung ein, wonach die neuen Mieter erst im August 2023 in die Liegenschaft einge-

zogen seien. Letztlich kann diese Fragen offenbleiben, haben doch die Mieter, 

wie der Berufungsbeklagte selbst ausführt, auch den Juli-Mietzins bezahlt (vgl. 

act. 42 S. 4). Die Berufungsklägerin führt nicht näher aus, wie hoch die Erspar-

nisse des Berufungsbeklagten infolge des von der neuen Mieterschaft bezahlten 

wöchentliche Pool- beziehungsweise Gartenunterhalts sind (vgl. act. 9). Entspre-

chend erübrigen sich Ausführungen dazu. Insgesamt ist somit von einem Brutto-

monatseinkommen im Jahr 2023 in der Höhe von USD 121'200.– auszugehen ([6 

x USD 8'200.–] + [6 x USD 12'000.–]).Unter Berücksichtigung des vorinstanzli-

chen Wechselkurses von USD 1 = CHF 0,921 führt dies zu einem Bruttoliegen-

schaftenertrag von Fr. 111'625.20.

4.4.8. Der Berufungsbeklagte nahm innert erstreckter Frist (act. 29) am 20. Juli 

2023 zum neuen Mietvertrag Stellung (act. 20). In diesem Rahmen reichte er als 

liegenschaftenbezogene Beweismittel mehrere E-Mails ein, die von April, Mai und 

Juni 2023 datieren. Wie oben dargelegt, müssen neue Tatsachen und Beweismit-

tel ohne Verzug, das heisst praxisgemäss innert 10 Tagen, vorgebracht werden 

(Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO). Folglich hätte der Berufungsbeklagte mit deren Einrei-

chung nicht bis zum 20. Juli 2023 zuwarten dürfen. Die E-Mails bilden somit ver-

spätete und damit unzulässige Noven. 

4.4.9. Am 21. Juli 2023 reichte der Berufungsbeklagte im Zusammenhang mit der 

Liegenschaft C._____ weitere Sanierungs- und Reparaturbelege ein (act. 22 f.). 

Im Folgenden ist daher für jeden einzelnen dieser Belege zu prüfen, ob der Beru-

fungsbeklagte ihn innert 10 Tagen als Novum vorgebracht hat (Art. 317 Abs. 1 

lit. a ZPO): Rechnung der U._____ vom 21. Mai 2023 (verspätetes Novum; 

act. 23/1), Rechnung der V._____ ohne Datum (zulässiges Novum; act. 23/2), 

Rechnung von W._____ vom 18. Juli 2023 (zulässiges Novum; act. 23/3), Rech-

- 27 -

nung der AA._____ LLC vom 18. Juli 2023 (zulässiges Novum; act. 23/4) und 

Rechnung der AB._____ LLC vom 11. Juli 2023 (zulässiges Novum; act. 23/5). 

4.4.10. An der Verhandlung vom 23. November 2023 reichte der Berufungsbe-

klagte weitere Unterlagen zur Liegenschaft C._____ ein. Auch hier ist zu prüfen, 

ob diese Belege unter Beachtung der 10-Tagefrist als Noven zu berücksichtigen 

sind: AC._____ Service vom 30. Juli 2023 (verspätetes Novum; act. 43/1/5), 

AD._____ vom 16. Juli 2023 (act. 43/1/6), ein AE._____ Ticket vom 15. Juni 2023 

(verspätetes Novum; act. 43/1/7), diverse Checkzahlungen von Juni, Juli und Au-

gust 2023 (verspätete Noven; act. 43/1/8–13), diverse American Express Zahlun-

gen von Juli bis Oktober 2023 (verspätete Noven; act. 43/1/14), eine Airbnb-

Rechnung vom 15. Juni 2023 (verspätetes Novum; act. 43/1/15), eine Zahlung im 

Zusammenhang mit dem Pool vom September 2023 (verspätetes Novum; 

act. 43/1/16), eine Rechnung von AF._____ vom 8. Juli 2023 (verspätetes No-

vum; act. 43/1/17), eine Rechnung der AG._____ LLC vom 27. September 2023 

(verspätetes Novum; act. 43/1/18), eine Rechnung für einen Geschirrspüler vom 

29. Oktober 2022 (verspätetes Novum; act. 43/1/19), eine Rechnung von V._____ 

ohne Datum (bereits mit Eingabe vom 21. Juli 2023 eingereicht [act. 23/2]; zuläs-

siges Novum; act. 43/1/20), eine Rechnung der AA._____ LLC vom 18. Juli 2023 

(bereits mit Eingabe vom 21. Juli 2023 eingereicht [act. 23/4]; zulässiges Novum; 

act. 43/1/21), eine Rechnung der AB._____ LLC vom 4. August 2023 (verspätetes 

Novum; act. 43/1/22), eine Rechnung der AB._____ LLC vom 11. Juli 2023 (ver-

spätetes Novum; act. 43/1/23), eine Rechnung der AH._____ vom 21. Juli 2023 

(verspätetes Novum; act. 43/1/24), eine Rechnung von AI._____ vom 31. Juli 

2023 (verspätetes Novum; act. 43/4), eine Rechnung von AJ._____ vom 14. Au-

gust 2023 (verspätetes Novum; act. 43/6) und eine Rechnung von U._____ vom 

21. Mai 2023 (verspätetes Novum; act. 43/7).

4.4.11. Zusammenfassend sind die meisten der vom Berufungsbeklagten einge-

reichten Unterhalts- und Reparaturrechnungen als unzulässige Noven zu qualifi-

zieren. Wie vorstehend erwähnt, zählen die Erträge aus vermieteten Liegenschaf-

ten zum unterhaltsrelevanten Einkommen. Entsprechend ist nicht allein auf den 

Bruttomietertrag abzustellen. Mit den wenigen zulässigen Noven lässt sich die 

- 28 -

Liegenschaftenertragsberechnung indessen nicht bewerkstelligen. Im Anwen-

dungsbereich der eingeschränkten Untersuchungsmaxime (Art. 272 in Verbin-

dung mit Art. 55 Abs. 2 ZPO) darf die Berufungsinstanz ihrem Entscheid keinen 

offensichtlich unvollständigen Sachverhalt zugrunde legen. Die Berufungsklägerin 

weist zwar darauf hin, dass die neuen Mieter zusätzlich den Poolunterhalt und 

den wöchentlichen Gartenunterhalt direkt bezahlen (act. 9 Rz. 1 und 3). Diese 

Ausführungen sind jedoch zu unsubstantiiert, weshalb sie unberücksichtigt blei-

ben müssen. Letztlich geht die Berufungsklägerin von gleichbleibenden Unter-

haltskosten aus (act. 9 S. 2 f.). Entsprechend sind die bisherigen Unterhaltskosten 

der Berechnung des Liegenschaftenertrags zugrunde zu legen.

4.4.12. Bei dieser Ausgangslage sind die Unterhaltskosten für das Jahr 2023 auf-

grund des Durchschnitts der Jahre 2019–2022 zu berechnen. Wie oben darge-

legt, betrugen die Unterhaltskosten im Jahr 2019 Fr. 41'674.– (act. 251/1 S. 13), 

im Jahr 2020 Fr. 36'003.– (act. 5/251/2 S. 14), im Jahr 2021 Fr. 49'787.– 

(act. 5/318/6 S. 13) und im Jahr 2022 Fr. 59'280.– (act. 43/3). Dies führt zu durch-

schnittlichen Unterhaltskosten von Fr. 46'686.–. Entsprechend beträgt der Netto-

liegenschaftenertrag für das Jahr 2023 Fr. 64'939.20 (Fr. 111'625.20 ./. 

Fr. 46'686.–.).

4.5. Aufgrund des deutlich höheren Mietzinses seit Juli 2023 resultiert im Jahr 

2023 ein besonders hoher Liegenschaftenertrag. Da der aktuelle Mietvertrag auf 

ein Jahr befristet ist (act. 23/1) und aus der E-Mail-Korrespondenz (act. 43/8) her-

vorgeht, dass die Mieter auf der Suche nach einem Eigenheim sind, kann aktuell 

nicht angenommen werden, der Liegenschaftenertrag halte sich künftig auf die-

sem hohen Niveau. Auch vermag die Berufungsklägerin nicht schlüssig aufzuzei-

gen, weshalb sich das Mietzinsniveau in der Standortgemeinde AK._____ voraus-

sichtlich auf diesem hohen Niveau halten werde (act. 9). Entsprechend ist weiter 

von schwankenden Erträgen auszugehen und auf eine Durchschnittsberechnung 

abzustellen. Das durchschnittliche Liegenschafteneinkommen von 2019 bis 2023 

beträgt somit Fr. 41'313.85 ([Fr. 40'964.– {2019} + Fr. 42'871.– {2020} + 

Fr. 25'110.– {2021} + Fr. 32'685.– {2022} + Fr. 64'939.20 {2023}] : 5). Teilt man 

- 29 -

diesen Betrag durch zwölf resultiert ein Nettomonatseinkommen von gerundet 

Fr. 3'443.– für die Phasen 1 und 2.

5. Einkommen aus N._____/O._____

5.1. Der Berufungsbeklagte erzielt weitere Einkünfte aus einem N._____ Plan 

(N._____) und einem O._____ (O._____). Die Vorinstanz führte dazu aus, die 

entsprechenden Einkommen müssten geschätzt werden. Massgeblich sei die 

Overview per 4. November 2022 (act. 5/322/3), wobei zusätzlich ein O._____ inte-

rest payment berücksichtigt werden müsse. Dieses O._____ interest payment 

habe 9 % im Jahr 2020 (Fr. 21'025.90 von Fr. 231'378.25) und 7 % im Jahr 2021 

(Fr. 34'626.80 von Fr. 479'757.95) betragen. Es sei deshalb für die Jahre 2023 

und 2024 von einem O._____ interest payment von durchschnittlich 8 % auszuge-

hen. Dies ergebe einen Bruttobetrag von Fr. 151'469.21 (Fr. 140'249.27 zuzüglich 

8 %) und von Fr. 64'764.52 (Fr. 59'967.15 zuzüglich 8 %). Von diesen Beträgen 

seien die Sozialversicherungsabzüge abzuziehen. Diese beliefen sich bis zu ei-

nem Bruttoeinkommen von Fr. 148'200.– auf 6.4 % und bei einem höheren Ein-

kommen auf 5.3 %. Folglich sei dem Berufungsbeklagten für das Jahr 2023 ein 

Nettoeinkommen von Fr. 141'811.– sowie für das Jahr 2024 ein solches von 

Fr. 60'619.– aus N._____/O._____ anzurechnen. Um nicht weitere Einkommens-

phasen bilden zu müssen, sei für die Berechnung der Einnahmen aus 

N._____/O._____ auf den Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024 abzustellen. 

Folglich belaufe sich das monatliche Einkommen aus N._____/O._____ auf 

Fr. 12'229.– ([12 x Fr. 19'819.–} + Fr. 141'811.– + Fr. 60'619.–] : 36). Ab dem Jahr 

2025 erhalte der Berufungsbeklagte keine N._____/O._____ Zahlungen mehr 

(act. 4 E. 3.1.1.4).

5.2. Die Berufungsklägerin wirft der Vorinstanz zunächst vor, sie habe die 

O._____ Zinszahlungen falsch berechnet (act. 2 S. 10. Sie bezieht sich damit auf 

ihre Ausführungen in ihrer Massnahmegesuchsantwort vom 5. August 2022. Darin 

hatte sie Folgendes geltend gemacht: Wie sich aus dem der Steuererklärung 

2021 beigelegten Lohnausweis 2021 ergebe, habe die M._____ dem Berufungs-

beklagten im Jahr 2021 Beteiligungen in der Höhe von Fr. 479'758.– sowie Zinsen 

auf den Beteiligungsrechten in der Höhe von Fr. 35'867.– ausbezahlt. Nach Ab-

- 30 -

zug der Sozialabgaben von insgesamt Fr. 29'787.– resultiere ein Nettoeinkom-

men aus den Beteiligungsrechten N._____ und O._____ und Zinsen von total 

Fr. 485'920.–. Der effektiv ausbezahlte und ausgewiesene Betrag sei daher 

Fr. 103'375.– höher als vom Berufungsbeklagten angegeben. Selbstverständlich 

sei von den im Lohnausweis 2021 deklarierten Einnahmen auszugehen 

(act. 5/353 Rz. 9). In ihrer Berufung macht die Berufungsklägerin nun geltend, ge-

mäss Vorinstanz habe das O._____ interest payment im Jahr 2022 9 % und im 

Jahr 2021 7 % betragen. Die Vorinstanz lasse dabei ausser Acht, dass bis und 

mit dem Jahr 2022 neben den O._____ Mitarbeiterbeteiligungen auch noch 

N._____ Mitarbeiterbeteiligungen ausbezahlt worden seien. Wie aus dem 

Lohnausweis 2022 hervorgehe, seien in diesem Jahr Fr. 165'807.40 an O._____ 

Mitarbeiterbeteiligung ausbezahlt worden. Der Rest seien N._____ Beteiligungen 

gewesen. Das O._____ Interest payment von Fr. 21'025.90 habe sich daher auf 

einen Betrag von Fr. 165'807.40 bezogen, was 12.68 % entspreche. Im Jahr 2021 

seien gemäss Lohnausweis 2021 Fr. 331'000.– an O._____ Mitarbeiterbeteiligun-

gen ausbezahlt worden, wobei auch hier der Rest N._____ Beteiligungen gewe-

sen seien. Das O._____ interest payment von Fr. 34'616.80 habe sich daher auf 

einen Betrag von Fr. 331'000.– bezogen, was einem Zins von 10.45 % entspre-

che. Nehme man den Mittelwert von 12.68 % und 10.45 % ergebe dies einen 

Durchschnitt von 11.56 % und nicht 8 %. Somit seien im Jahr 2023 zum Betrag 

von Fr. 140'249.27 O._____ interest payments von Fr. 16'212.81 (11.56 %) hinzu-

zurechnen, was insgesamt Fr. 156'462.08 ergebe. Im Jahr 2024 seien zum Be-

trag von Fr. 59'967.15 noch O._____ interest payments von Fr. 6'932.20 

(11.56 %) zu addieren, was insgesamt Fr. 66'899.35 ergebe. Abzüglich der AHV 

Beiträge von 6.4 % bis zu einem Einkommen von Fr. 148'200.– und 5.3 % auf 

dem diesen Betrag übersteigenden Einkommen führe dies für das Jahr 2023 zu 

einem Einkommen von Fr. 146'539.39 und für das Jahr 2024 zu einem solchen 

von Fr. 62'617.80. Zusammen mit dem Einkommen aus dem Jahr 2022 resultiere 

auf diese Weise ein durchschnittliches Nettoeinkommen von Fr. 12'416.25 

([Fr. 237'828.– + Fr. 146'539.39 + Fr. 62'617.80] : 36; act. 2 S. 10 f.).

5.3. Der Berufungsbeklagte hält dem entgegen, die Berufungsklägerin hätte 

ihre Berechnungen bezüglich N._____/O._____ schon viel früher vornehmen kön-

- 31 -

nen. Da sie dies unterlassen habe, seien ihre Ausführungen nun nicht mehr zuläs-

sig (act. 18 S. 9). Der Berufungsbeklagte wirft der Berufungsklägerin einen Ver-

stoss gegen das Novenrecht vor. Die Berufungsklägerin hat im erstinstanzlichen 

Verfahren gestützt auf das im Lohnausweis des Berufungsbeklagten ausgewie-

sene Einkommen Ausführungen zur Höhe der Mitarbeiterbeteiligungen gemacht 

(act. 5/353 Rz. 9; act. 5/354/1). Die Berechnungen im angefochtenen Urteil geben 

der Berufungsklägerin Anlass, sich in ihrer Berufungsbegründung dazu zu äus-

sern. Unter novenrechtlichen Gesichtspunkten sind diese Ausführungen daher zu-

lässig. Berechnet das erstinstanzliche Gericht eine Position in einem Unterhalts-

prozess falsch, liegt ein Rechtsanwendungsfehler vor, der im Berufungsverfahren 

gerügt werden kann (Art. 310 lit. a ZPO).

5.4. Was die Berechnung der N._____/O._____ Zahlungen betrifft, ergeben 

sich aus den vorinstanzlichen Ausführungen folgende Beträge (act. 4 E. 3.1.1.4):

5.4.1. Dem Berufungsbeklagten wurden im Jahr 2021 insgesamt Fr. 331'000.– an 

O._____ Zahlungen vergütet. Zusätzlich zu diesem Betrag wurden dem Beru-

fungsbeklagten ein O._____ interest payment von Fr. 34'616.80 gutgeschrieben 

(act. 354/1 Blätter 3 und 4). Dies entspricht einer Verzinsung von 10.45 %. Insge-

samt erzielte der Berufungsbeklagten im Jahr 2021 ein totales O._____ Einkom-

men von Fr. 365'616.80 (Fr. 331'000.– + Fr. 34'616.80).

5.4.2. Dem Berufungsbeklagten wurde im Jahr 2022 insgesamt Fr. 165'807.40 an 

O._____ Zahlungen vergütet (act. 5/368/7 Blatt 3). Zusätzlich zu diesem Betrag 

wurden dem Berufungsbeklagten ein O._____ interest payment von Fr. 21'025.90 

gutgeschrieben (act. 368/7 Blätter 2 und 3). Dies entspricht einer Verzinsung von 

12.68 %. Insgesamt erzielte der Berufungsbeklagte im Jahr 2022 ein O._____ 

Einkommen von Fr. 186'833.30 (Fr. 165'807.40 + Fr. 21'025.90). Dazu kommen 

N._____ Zahlungen von total Fr. 65'570.85 (act. 5/368/7 Blatt 2). Das gesamte 

Netto-Einkommen aus N._____/O._____ betrug somit Fr. 252'404.15 

(Fr. 186'833.30 + Fr. 65'570.85).

5.4.3. Der Mittelwert der Verzinsung des Jahres 2021 von 10.45 % und des Jah-

res 2022 von 12.68 % beträgt somit 11.56 %.

- 32 -

5.4.4. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, kann der Berufungsbeklagte in den 

Jahren 2023 und 2024 mit O._____ Zahlungen von Fr. 140'249.27 respektive 

Fr. 59'967.15 rechnen (act. 5/322/3). Zu diesen Beträgen ist der oben ermittelte, 

durchschnittliche O._____ Zins von 11.56 % hinzuzuzählen. Dies führt zu einem 

gesamten O._____ Einkommen für das Jahr 2023 von Fr. 156'462.08 respektive 

für das Jahr 2024 von Fr. 66'899.35.

5.4.5. Wie die Berufungsklägerin zu Recht festhält, wird der Empfänger solcher 

Einkommen AHV- und ALV-abgabepflichtig. Bis zu einem Einkommen von 

Fr. 148'200.– beträgt dieser Abgabesatz 6.4 %. Im Mehrbetrag reduziert sich der 

Satz auf 5.3 % (www.bsv.admin.ch -> BSV-Online -> Sozialversicherungen -> 

Überblick -> Beiträge an die Sozialversicherungen). Vorliegend sind diese Sozial-

versicherungsbeiträge antragsgemäss nur in den Jahren 2023 und 2024 abzuzie-

hen. Die so bereinigten O._____ Einkommen betragen für das Jahr 2023 

Fr. 146'539.38 ([0.936 x Fr. 148'200.–] + [0.947 x Fr. 8'262.08]) und für das Jahr 

2024 Fr. 62'617.79 (0.936 x Fr. 66'899.35). 

5.4.6. Das durchschnittliche Monatseinkommen aus N._____/O._____ beträgt für 

die Phase 1 somit Fr. 12'821.– (gerundet) ([Fr. 252'404.15 {Jahr 2022} + 
Fr. 146'539.38 {Jahr 2023} + Fr. 62'617.79 {Jahr 2024}] : 36). Für die Phase 2 ist 

dem Berufungsbeklagten unbestrittenermassen kein Einkommen aus 

N._____/O._____ anzurechnen.

6. Verwaltungsrats- und Beratungsmandate

6.1. G._____ AG

6.1.1. Die Berufungsklägerin macht geltend, der Berufungsbeklagte habe über die 

K._____ AG diverse Mandate angenommen, die er im vorinstanzlichen Verfahren 

verschwiegen habe. Per Ende 2022 sei er Mitglied des Beirates der G._____ AG 

geworden (act. 2 S. 12). In ihrer Novenstellungnahme vom 28. September 2023 

führte die Berufungsklägerin aus, die G._____ AG sei ein äusserst erfolgreiches 

Unternehmen, deren Aktien an der BEKB SME|X – Die Schweizerische Handels-

plattform für tokenisierte Vermögenswerte gehandelt würden. Der Berufungsbe-

- 33 -

klagte erhalte monatlich 500 Aktien, was bei einem Kurs von Fr. 5.50 zu einem 

monatlichen Einkommen von Fr. 2'750.– führe. Der Börsenwert einer einzelnen 

Aktie betrage Fr. 5.50. Der Berufungsbeklagte habe zudem die Option gehabt, 

einmalig 50'000 Aktien zum halben Preis zu kaufen. Wenn man von einem Aktien-

preis von Fr. 5.50 pro Aktie ausgehe, entspreche dies einer zusätzlichen Vergü-

tung von Fr. 137'500.– (act. 27 S. 6–8).

6.1.2. Der Berufungsbeklagte hält dem entgegen, die Vorinstanz habe ihm zu 

Recht aus seiner Tätigkeit für die K._____ AG kein Einkommen angerechnet. Er 

müsse immer wieder Mandate annehmen, die bloss pro bono vergütet würden. Er 

hoffe aber, durch solche Mandate Interessenten aufzufallen, die ihn später für 

seine Dienste auch bezahlen könnten. Weder die K._____ AG noch der Beru-

fungsbeklagte persönlich habe bis anhin von der G._____ AG eine Vergütung er-

halten. Zwar habe die K._____ AG Aktien von der G._____ AG ausgehändigt be-

kommen. Der Steuerwert einer solchen Aktie betrage indessen bloss Fr. 0.02. 

Auch habe die G._____ AG im Jahr 2021 Verluste erlitten (act. 20 S. 7).

6.1.3. Die Berufungsklägerin macht in der Novenstellungnahme vom 28. Septem-

ber 2023 keine Angaben zur Zulässigkeit ihrer neuen Ausführungen zum Börsen-

wert der G._____ Aktien (vgl. vorstehend E. III/4.1.2), weshalb diese als unbe-

achtlich zu gelten haben. Sie hätte den Kurswert dieses öffentlich gehandelten 

Wertpapiers spätestens in ihrer Berufung behaupten müssen. Wie in E. II./4 dar-

gelegt, kann sie dieses Versäumnis nicht in einer Novenstellungnahme nachho-

len, die sich richtigerweise einzig auf die Liegenschaft C._____ hätte beschränken 

müssen. Gleiches gilt für die Ausführungen des Berufungsbeklagten zum Steuer-

wert dieser Aktien. Damit muss offenbleiben, welchen Wert die G._____ AG Ak-

tien hat. Dem Berufungsbeklagten kann aus diesem Mandat daher kein rechtser-

hebliches Einkommen angerechnet werden.

6.2. H._____ AG

6.2.1. Die Berufungsklägerin macht geltend, aus einer Mitteilung auf der Webseite 

von AL._____ vom 28. Februar 2023 gehe hervor, dass der Berufungsbeklagte 

Aufsichtsratsmitglied der in Liechtenstein domizilierten Firma H._____ AG sei. 

- 34 -

Auch auf der Webseite der H._____ AG sei der Berufungsbeklagte als Verwal-

tungsrat aufgeführt. Aus dieser Tätigkeit erziele der Berufungsbeklagte auf jeden 

Fall ein Einkommen. Dessen Höhe sei aktuell aber nicht bekannt (act. 2 S. 13). In 

der Noveneingabe vom 28. September 2023 führte die Berufungsklägerin aus, der 

Berufungsbeklagte habe zwar eine Bestätigung eingereicht, wonach er von der 

H._____ AG in den nächsten 12–24 Monate keine Vergütung erhalte. Indessen 

sei davon auszugehen, dass der Berufungsbeklagte spätestens ab 2024 das übli-

che Verwaltungsratshonorar von Fr. 2'000.– pro Monat beziehen werde. Auch 

würden dem Berufungsbeklagten bereits heute Optionen auf Aktien der H._____ 

AG zugeteilt (act. 27 S. 8 f.).

6.2.2. Der Berufungsbeklagte macht geltend, von der H._____ AG bekomme er 

kein Einkommen. Wie aus dem Schreiben ihres CFO hervorgehe, könne er in den 

kommenden 12 bis 24 Monate keine Vergütung erwarten. Ihm würden lediglich 

Optionen ohne einen relevanten Wert gutgeschrieben (act. 20 S. 8).

6.2.3. Es kann offenbleiben, ob die Ausführungen und Beweismittel der Parteien 

zur H._____ AG novenrechtlich zulässig sind. Auch im Anwendungsbereich der 

eingeschränkten Untersuchungsmaxime wäre es an der Berufungsklägerin gele-

gen, konkrete Ausführungen zu dem vom Berufungsbeklagten von der H._____ 

AG erzielten Einkommen zu machen. Daran fehlt es. Zudem hielt der CFO dieser 

Gesellschaft, AM._____, am 14. Juli 2023 ausdrücklich fest, dass sich seine Ge-

sellschaft in einer ernsten Liquiditätssituation befinde. Die H._____ AG könne da-

her dem Berufungsbeklagten in den kommenden 12 bis 24 Monaten keine Vergü-

tung auszahlen. Die H._____ AG schreibe dem Berufungsbeklagten aber für 

seine Tätigkeiten Optionen an der Gesellschaft gut, deren Wert gegenwärtig Null 

betrage (act. 21/12). Folglich ist dem Berufungsbeklagten aus diesem Mandat 

kein Einkommen anzurechnen.

6.3. I._____ AG

6.3.1. Die Berufungsklägerin macht geltend, der Berufungsbeklagte sei neu im 

Beirat der I._____ AG. Dort erhalte er für seine Beratungsdienste ein Entgelt, des-

- 35 -

sen Höhe unbekannt sei (act. 2 S. 13). Es sei ihm ein monatliches Einkommen 

von mindestens Fr. 2'000.– pro Monat anzurechnen (act. 27 S. 9).

6.3.2. Der Berufungsbeklagte wendet dagegen ein, er erhalte von der I._____ AG 

keine finanzielle Entschädigung, sondern bloss wertlose Optionen. Die I._____ 

AG verfüge als Startup-Unternehmen nicht über die nötigen liquiden Mittel, um 

Honorarzahlungen zu leisten (act. 20 S. 9).

6.3.3. Auch hier kann offenbleiben, ob die Ausführungen und Beweismittel der 

Parteien zur I._____ AG novenrechtlich zulässig sind. Selbst wenn dies der Fall 

wäre, würde dies der Berufungsklägerin nicht weiterhelfen. Der Berufungsbe-

klagte ist bloss Mitglied des Beirates, ohne Geschäftsleitungsmitglied oder Ange-

stellter der Gesellschaft zu sein. Als Startup-Unternehmen vermag die I._____ AG 

ihre Betriebskosten noch nicht zu decken, wie aus dem Schreiben ihres CEO 

AN._____ hervorgeht (act. 21/14). Für seine Tätigkeit erhält der Berufungsbe-

klagte keine Barentschädigung. Vielmehr wird er dafür ab dem Jahr 2024 Gesell-

schaftsaktien als Vergütung erhalten. Wie hoch deren Wert sein wird, ist unklar. 

Folglich ist nicht glaubhaft, dass der Berufungsbeklagte aus dieser Beratungstä-

tigkeit ein Einkommen erzielt.

6.4. J._____

6.4.1. Die Berufungsklägerin macht geltend, der Berufungsbeklagte sei dem 

Board of Mentors von J._____ beigetreten. Der Berufungsbeklagte biete dort Be-

ratungen von Geschäftsführern und leitenden Angestellten auf der ganzen Welt 

an. Diese Tätigkeit erfolge selbstverständlich nicht unentgeltlich und es sei mit 

zahlreichen solchen Beratungsmandaten zu rechnen. Es sei davon auszugehen, 

dass er aus dieser Beratungstätigkeit ein Zusatzeinkommen von mindestens 

Fr. 24'000.– pro Jahr erwirtschafte (act. 2 S. 14).

6.4.2. Der Berufungsbeklagte bestreitet, dass er aus seiner Tätigkeit beim Board 

of Mentors von J._____ ein Zusatzeinkommen von mindestens Fr. 24'000.– pro 

Jahr generiere (act. 18 S. 11 f.). Weder er selbst noch die K._____ AG erziele aus 

der Tätigkeit bei der J._____ ein solches jährliches Zusatzeinkommen. J._____ 

- 36 -

sei nämlich bloss eine Peer-to-Peer-Gemeinschaft von Vorstandsmitgliedern. Der 

Berufungsbeklagte sei kein Vorstands- oder Verwaltungsratsmitglied von J._____. 

Vielmehr werde ihm als Mentor nur dann ein Honorar bezahlt, wenn ein Mitglieds-

unternehmen seine Mentordienste tatsächlich auch beanspruche. Bis jetzt sei er 

noch nie aufgeboten worden, weshalb er auch keine Vergütung erhalten habe. 

Für ihn sei es wichtig, sich bekannt zu machen und sein Beziehungsnetz auszu-

dehnen. Er erhoffe sich dadurch spätere Aufträge, welche ihm erlaubten, die weg-

fallenden Einkünfte aus N._____/O._____ zu ersetzen (act. 20 S. 9–11). Das E-

Mail von AO._____ bestätige, dass er keine feste Vergütung erhalte. Ein Honorar 

werde ihm erst ausbezahlt, wenn ihn J._____ effektiv wegen eines Mentorauftra-

ges kontaktiere. Dies sei bisher aber noch nie geschehen (act. 42 S. 10 f.).

6.4.3. Erneut kann offenbleiben, ob die Ausführungen und Beweismittel der Par-

teien zu J._____ novenrechtlich zulässig sind. Selbst wenn dies der Fall sein 

sollte, würde dies der Berufungsklägerin nicht weiterhelfen. AO._____, Senior As-

sociate von J._____, erklärte in einem E-Mail vom 6. November 2023, dass der 

Berufungsbeklagte kein fixes Salär ausbezahlt erhalte. Vorliegend deutet nichts 

darauf hin, dass der Berufungsbeklagte bereits irgendwelche Mentoraufträge er-

halten hätte. Folglich kann ihm auch aus dieser Beratungstätigkeit kein Einkom-

men angerechnet werden.

6.5. L._____ AG

6.5.1. In ihrer Noveneingabe vom 20. November 2023 führte die Berufungskläge-

rin aus, der Berufungsbeklagte sei Mitte September 2023 Verwaltungsratspräsi-

dent der L._____ AG geworden. Ein solches Mandat werde in der Regel deutlich 

besser entlöhnt als ein gewöhnliches Verwaltungsratsmandat. Es sei davon aus-

zugehen, dass der Berufungsbeklagte aus diesem Mandat ein Einkommen von 

mindestens Fr. 4'000.– pro Monat erziele, wenn nicht deutlich mehr. Es sei nicht 

bekannt, ob dieses Mandat über die K._____ AG laufe und daher deren Gewinn 

erhöhe oder ob es auf den Berufungsbeklagten persönlich laute (act. 39 S. 2).

6.5.2. Der Berufungsbeklagte seinerseits macht geltend, die L._____ AG sei eine 

Tochtergesellschaft der P._____ AG. Die Tätigkeit für die L._____ AG sei derart 

- 37 -

eng mit derjenigen für die P._____ AG verbunden, dass beispielsweise die Ver-

waltungsratssitzungen der beiden Gesellschaften gemeinsam abgehalten würden. 

Für die Verwaltungsratsmitglieder entstehe so keine zusätzliche Arbeit. Entspre-

chend erziele er durch dieses Mandat kein zusätzliches Einkommen (act. 42 

S. 13 f.).

6.5.3. Die L._____ AG ist eine Tochtergesellschaft der P._____ AG. Wie der Be-

rufungsbeklagte an der persönlichen Befragung glaubhaft darlegte, gründete die 

P._____ AG die L._____ AG aus regulatorischen Gründen. Mit Blick auf die ge-

ringe Unternehmensgrösse und die faktische Identität der beiden Gesellschaften 

erscheint nachvollziehbar, dass der Berufungsbeklagte aus der L._____ AG kein 

zusätzliches Einkommen erzielt (Prot. S. 12).

6.6. K._____ AG

6.6.1. Die Vorinstanz rechnete dem Berufungsbeklagten kein Einkommen aus sei-

ner Tätigkeit bei der K._____ AG an, da zum heutigen Zeitpunkt nicht abschätz-

bar sei, ob, wann und in welcher Höhe diese Gesellschaft einen Gewinn erzielen 

werde und der Berufungsbeklagte ein Einkommen generieren könne (act. 4 

E. 3.1.1.5.2 lit. a S. 27). 

6.6.2. Die Berufungsklägerin macht geltend, die K._____ AG habe im Jahr 2021 

nachweislich einen Jahresgewinn von Fr. 13'479.50 erwirtschaftet. Dies entspre-

che einem Monatsgewinn von Fr. 1'125.–. Eine neu gegründete Firma erwirt-

schafte in der Startphase einen eher tiefen Gewinn, der sich bei normaler Ge-

schäftstätigkeit indessen stetig steigere. Angesichts der bekannten Mandate und 

Aufträge erziele der Berufungskläger über die K._____ AG ein monatliches Ein-

kommen von mindestens Fr. 8'000.– netto (act. 2 S. 16–17).

6.6.3. Der Berufungsbeklagte hält dem entgegen, die Vorinstanz habe ihm zu 

Recht kein Einkommen aus seiner Tätigkeit bei der K._____ AG angerechnet. Es 

sei allgemein bekannt, dass selbstständig erwerbende Personen, insbesondere 

solche eines gewissen Alters, immer wieder Mandate annehmen müssten, welche 

pro bono erstattet würden. Auf diese Weise würden sie zahlungsfähigen Interes-

- 38 -

senten auffallen, die sie für ihre Dienste bezahlen könnten (act. 18 S. 9 f.). Viele 

Betriebe, insbesondere die öffentliche Hand, erteilten Mandate nicht an Einzelfir-

men, sondern nur an Gesellschaften. Aus diesem Grund habe der Berufungsbe-

klagte die K._____ AG gegründet und eine Website für Branding und Marketing 

erstellt. Der Berufungsbeklagte bilde sich weiter, reise und treffe Investoren. Die 

K._____ AG dürfe als eine im Handelsregister eingetragene Gesellschaft dem Be-

rufungsbeklagten erst dann ein Honorar oder Dividenden auszahlen, wenn ge-

wisse aktienrechtliche Vorschriften, wie beispielsweise ein Verlustausgleich oder 

die Bildung von Reserven, erfüllt seien. Die Berufungsklägerin mache eine Art 

"Durchgriff" und rechne jedes Einkommen, welches die K._____ AG ihrer Mei-

nung nach erzielen könne, einfach dem Berufungsbeklagten persönlich an. Die 

K._____ AG befinde sich aber weiterhin in der Verlustzone. Aufgrund dieser Ver-

luste könne die K._____ AG keine Dividenden ausschütten (act. 18 S. 11–14).

6.6.4. Die Berufungsklägerin vermag mit dem Verweis auf die Buchhaltungsunter-

lagen nicht glaubhaft zu machen, dass der Berufungsbeklagte aus der K._____ 

AG ein monatliches Einkommen von mindestens Fr. 8'000.– erzielt (act. 2 S. 16 

m.H.a. act. 5/382/2). 

6.7. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der Berufungsbeklagte 

von der G._____ AG, der H._____ AG, der I._____ AG, der J._____, der L._____ 
AG und der K._____ AG keine unterhaltsrelevanten Entschädigungen erhält.

7. Nutzung der Firmenkreditkarte

7.1. Zwischen den Parteien ist weiter strittig, ob der Berufungsbeklagte mit der 

Firmenkreditkarte der K._____ AG private Auslagen finanziert. Die Vorinstanz er-

wog dazu, der Berufungsbeklagte habe an der Gerichtsverhandlung glaubhaft zu 

Protokoll gegeben, dass es sich bei den Kreditkartenbeträgen nicht um private 

Ausgaben, sondern um Geschäftsaufwand gehandelt habe. Der Berufungsbe-

klagte habe zudem glaubhaft dargelegt, dass er allfällige private Aufwendungen, 

die er mit Firmenkreditkarte bezahle, jeweils an die K._____ AG zurückvergüte. 

Zwar habe der Berufungsbeklagte seine Sachdarstellung nicht voll bewiesen. In-

dessen genüge in einem Massnahmeverfahren blosses Glaubhaftmachen. Hilfs-

- 39 -

weise hielt die Vorinstanz weiter fest, selbst wenn man von dem von der Beru-

fungsbeklagten behaupteten Aufwand von durchschnittlich Fr. 583.82 im Jahr 

2021 und Fr. 655.95 im Jahr 2022 ausginge, würde es sich dabei bloss um ge-

ringfügige Einkommensbestandteile handeln, die unbeachtlich seien (act. 4 

E. 3.1.5.2.c).

7.2. Die Berufungsklägerin führt dazu aus, der Berufungsbeklagte habe sich 

verschiedene private Auslagen durch die K._____ AG bezahlen lassen. Diese pri-

vaten Aufwendungen seien dem Berufungsbeklagten als zusätzliches Einkommen 

anzurechnen. So führe die Buchhaltung der K._____ AG unter dem Vermerk 

"M._____ KK" diverse Zahlungen in erheblicher Höhe auf. Es bleibe indessen un-

klar, was mit der Firmenkreditkarte genau bezahlt worden sei. Normalerweise 

müsse man den Zahlungszweck in der Buchhaltung offenlegen. Für den Beru-

fungsbeklagten wäre es ein Leichtes gewesen, die detaillierten Kreditkartenab-

rechnungen einzureichen. Trotz mehrmaligem Hinweis habe er dies nicht getan. 

Die Zahlungen von total Fr. 7'006.15 an die Kreditkarte des Berufungsbeklagten, 

welche unter dem Konto Nr. … als Repräsentationsspesen aufgelistet seien, 

seien daher als Einkommen anzurechnen. Auch ein vergleichsweise geringer Be-

trag wirke sich auf den Unterhalt aus. Dementsprechend sei dem Berufungsbe-

klagten ein monatliches Einkommen von Fr. 583.– für die von der K._____ AG be-

zahlten Privatauslagen anzurechnen (act. 2 S. 17–19).

7.3. Der Berufungsbeklagte bestreitet, dass er sich private Aufwendungen 

durch die K._____ AG habe bezahlen lassen. Soweit er versehentlich einmal die 

Firmenkreditkarte für private Zahlungen verwendet habe, habe er den entspre-

chenden Betrag wieder in seine Firma einbezahlt. Sein Treuhänder würde es 

nämlich nicht akzeptieren, wenn er Privatbezüge zu Lasten der Firma tätige. Auch 

das Steueramt wäre mit einem solchen Vorgehen nicht einverstanden. In einer 

Buchhaltung müsse nicht exakt aufgeführt werden, was mit der Kreditkarte genau 

bezahlt worden sei. Es könne daher nicht angehen, dass Kreditkartenzahlungen 

einfach in Privatbezüge umgedeutet würden, nur weil diese bloss als Pauschal-

zahlungen aus der Buchhaltung hervorgingen. Ihm dürfe daher kein zusätzliches 

Einkommen angerechnet werden (act. 18 S. 14–16).

- 40 -

7.4. Die Berufungsklägerin liefert keine konkreten Anhaltspunkte, dass der Be-

rufungsbeklagte seine Firmenkreditkarte systematisch für private Zwecke miss-

braucht. Selbst wenn der Berufungsbeklagte vereinzelt private Zahlungen über 

seine Firmenkreditkarte abgewickelt haben sollte, darf daraus nicht unbesehen 

auf ein rechtsmissbräuchliches Vorgehen geschlossen werden. Der Berufungsbe-

klagte legt überzeugend dar, dass er die bezogenen Vorteile jeweils an seine Akti-

engesellschaft zurückbezahlt hat (act. 18 S. 14–16). Wer heimlich Privatausgaben 

über seine Gesellschaft abrechnet, dem drohen einschneidende strafrechtliche 

Konsequenzen (zum Beispiel § 261 Abs. 1 StG/ZH: Steuerbetrug bei inhaltlich un-

wahren Erfolgsrechnungen). Der Berufungsbeklagte arbeitet in der Finanzbran-

che. Personen wie er müssen Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit 

bieten (zum Beispiel Art. 11 Abs. 1 FINIG). Bei einer strafrechtlichen Verurteilung 

könnte die Aufsichtsbehörde gegenüber dem Berufungsbeklagten ein Berufsver-

bot aussprechen. Auch vor diesem Hintergrund besteht kein Anlass, an den Aus-

führungen des Berufungsbeklagten zu zweifeln. Unter diesen Umständen kann 

daher auf eine Edition seiner Kreditkartenabrechnung verzichtet werden.

8. Mietzinszahlungen der K._____ AG für die Büronutzung

8.1. Die K._____ AG verfügt über keine eigenen Büroräumlichkeiten, sondern 

ist in der Wohnung des Berufungsbeklagten domiziliert. Im Jahr 2021 zahlte sie 

dem Berufungsbeklagten Fr. 4'446.–, wobei sie diesen Betrag mit "AP._____, 

Büro Zuhause" in ihrer Buchhaltung verbuchte (act. 382/2 Konto 4700F). Die Vor-

instanz erwog dazu, nach den glaubhaften Ausführungen des Berufungsbeklagten 

bezahle die K._____ AG keine Miete, sondern bloss einen Betrag für den Strom-

verbrauch, die Benutzung der Geräte, den Kaffee usw. Dem von der K._____ AG 

vergüteten Betrag stünden effektive Aufwendungen gegenüber, die nicht im Be-

darf des Berufungsbeklagten enthalten seien, weshalb ihm aus dieser Zahlung 

kein zusätzliches Einkommen anzurechnen sei (act. 4 E. 3.1.1.5.2c).

8.2. Die Berufungsklägerin führt dazu aus, die K._____ AG habe dem Beru-

fungsbeklagten am 1. November 2021 Fr. 4'446.– direkt auf sein Konto ausbe-

zahlt. Umgerechnet auf einen Monat entspreche dies Fr. 370.50. Dabei könne es 

sich nicht um das Entgelt für den geschäftlich bedingten Stromverbrauch und Kaf-

- 41 -

feekonsum handeln. Dies sei nur schon deshalb nicht möglich, weil sich die 

Stromkosten für die ganze Wohnung auf Fr. 77.– pro Monat beliefen. Es er-

scheine auch nicht glaubhaft, dass der Berufungsbeklagte im behaupteten Aus-

mass geschäftsbedingt Kaffee trinke. Entsprechend sei ihm ein Betrag von 

Fr. 370.50 pro Monat als Einkommen aus der Büronutzung anzurechnen oder 

alternativ seinen Bedarf um diesen Betrag zu reduzieren (act. 2 S. 19 f.).

8.3. Der Berufungsbeklagte hält dem entgegen, die K._____ AG entschädige 

ihn für den Stromverbrauch, die Geräte, den Kaffee usw. Er habe zudem bei der 

Gründung der K._____ AG Büromöbel gekauft, diese dann aber wegen der Co-

rona Pandemie nicht gebraucht und in einem separaten Abstellraum zwischenge-

lagert. Er selbst zahle für diesen Lagerraum Miete. Als Entschädigung habe ihm 

die K._____ AG Fr. 4'446.– auf sein Konto überwiesen. Da es sich dabei um Ge-

schäftsauslagen der K._____ AG handle, dürfe ihm dieser Betrag nicht als Ein-

kommen angerechnet werden (act. 18 S. 16 f.).

8.4. Die Berufungsklägerin weist zutreffend darauf, dass der Berufungsbeklagte 

im erstinstanzlichen Verfahren einräumte, dass ihm ein Betrag von Fr. 4'446.– auf 

sein Konto bezahlt werde (act. 2 Rz. 43; Prot. VI S. 171). Der Berufungsbeklagte 

reichte dem Gericht keinen Mietvertrag für den behaupteten Möbellagerraum ein. 

Entsprechend ist nicht glaubhaft, dass der genannte Betrag eine Entschädigung 

für die von ihm persönlich bezahlten Lagerkosten darstellt. Vielmehr ist davon 

auszugehen, dass die fragliche Zahlung als Mietzins für die Büronutzung in der 

Wohnung des Berufungsbeklagten zu verstehen ist. Entsprechend sind ihm die 

Fr. 370.50 als monatliches Mietertragseinkommen anzurechnen.

8.5. Ähnliches gilt für das Jahr 2022: Die Erfolgsrechnung der K._____ AG 

weist für dieses Jahr einen jährlichen Mietaufwand von Fr. 4'200.– aus (act. 21/10 

Konto 4100). Der Berufungsbeklagte vermag mangels eines Mietvertrages auch 

hier nicht glaubhaft zu machen, dass es sich dabei um externe Möbellagerkosten 

handelt. Vielmehr wird ihm die K._____ diesen Betrag als Mietzins für die Büro-

nutzung in seiner eigenen Wohnung entrichtet haben. Umgerechnet auf 

einen Monat resultiert so für das Jahr 2022 ein Mietertragseinkommen von 

Fr. 350.– (Fr. 4'200.– : 12).

- 42 -

8.6. Zusammenfassend ist dem Berufungsbeklagten ein durchschnittliches Ein-

kommen aus der Untervermietung seiner Wohnung an die K._____ AG von 

Fr. 360.– (gerundet) anzurechnen ([Fr. 370.50 {Jahr 2021} + Fr. 350.– {Jahr 
2022}] : 2).

9. Lehrauftrag an der Universität AQ._____

9.1. Zwischen den Parteien ist strittig, ob der Berufungsbeklagte an der Univer-

sität AQ._____ einen Lehrauftrag ausübt, der ihm zu einem regelmässigen Ein-

kommen verhilft. Die Vorinstanz erwog dazu, aus dem eingereichten Vertrag mit 

dem AQ._____ Institute of … gehe ohne Weiteres hervor, dass es sich beim Man-

dat nur um ein einmaliges Engagement vom 28. März bis zum 1. April 2022 ge-

handelt habe. Entsprechend sei dem Berufungsbeklagten daraus kein Einkom-

men anzurechnen (act. 4 E. 3.1.5.2.b).

9.2. Die Berufungsklägerin führt dazu aus, mittlerweile seien alle coronabeding-

ten Reisebeschränkungen aufgehoben worden. Soweit infolge der Pandemie eine 

Lehrveranstaltung nicht durchgeführt worden sei, könne diese nun nachgeholt 

werden. Werde eine Lehrveranstaltung wegen zu wenig Teilnehmern abgesagt, 

zahle die Universität AQ._____ dem Berufungsbeklagten eine Vorbereitungsge-

bühr von Fr. 1'500.–. Es sei offensichtlich, dass der Berufungsbeklagte einen wie-

derkehrenden Lehrauftrag in AQ._____ habe. Für einen dreitägigen Kurs erhalte 

er ein Entgelt von Fr. 5'250.–. Da der Berufungsbeklagte mindestens zwei Kurse 

pro Jahr gebe, sei ihm ein Nettoeinkommen von Fr. 9'828.– anzurechnen 

(Fr. 10'500.– abzüglich 6.4 % AHV). Umgerechnet auf einen Monat, ergebe dies 

ein Einkommen aus Lehrtätigkeit von Fr. 819.– (act. 2 S. 20 f.).

9.3. Der Berufungsbeklagte macht diesbezüglich geltend, er habe bis anhin 

keine neuen Mandate vom AQ._____ Institute of … erhalten und es seien auch 

keine solchen Mandate geplant. Die Berufungsklägerin vermag ihre Darstellung 

durch nichts zu untermauern. Entsprechend ist dem Berufungsbeklagten kein Ein-

kommen aus diesem Lehrauftrag anzurechnen (act. 18 S. 18).

- 43 -

9.4. Die Universität AQ._____ schloss mit dem Berufungsbeklagten am 2. Fe-

bruar 2022 einen Lehrvertrag ab. Darin verpflichtete sich der Berufungsbeklagte, 

am 29. März 2022 und am 1. April 2022 eine Lehrveranstaltung zum Thema Ver-

mögensplanung und grenzüberschreitende Bankgeschäfte zu halten. Im Gegen-

zug entrichtete ihm die Universität AQ._____ eine Entschädigung von total 

Fr. 5'250.– (act. 5/382/1). Dieser Lehrauftrag beschränkt sich auf zwei genau um-

schriebene Seminartage. Von einer wiederkehrenden Lehrveranstaltung kann un-

ter diesen Umständen keine Rede sein. Folglich ist dem Berufungsbeklagten dar-

aus kein Einkommen anzurechnen.

10. Hypothetisches Einkommen

10.1. Die Vorinstanz erwog, der 60-jährige Berufungsbeklagte werde nach seiner 

Kündigung realistischerweise keine unselbstständige Anstellung mehr finden. 

Auch sei völlig offen, ob ihm die K._____ AG dereinst zu einem Einkommen ver-

helfen werde. Entsprechend dürfe man ihm kein hypothetisches Einkommen an-

rechnen (act. 4 E. 3.1.1.7).

10.2. Die Berufungsklägerin hält dem entgegen, der Berufungsbeklagte baue 

seine selbstständige Erwerbstätigkeit laufend aus. Als langjähriger Spezialist im 

Bankensektor sei er sehr gefragt und könne daher problemlos eine gut bezahlte 

Anstellung im oberen Kader finden. Entsprechend sei dem Berufungsbeklagten 

nach dem Wegfall seines Einkommens aus N._____/O._____ per 1. Januar 2025 

ein hypothetisches Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 15'000.– anzurechnen 

(act. 2 S. 21 f.).

10.3. Der Berufungsbeklagte wendet dagegen ein, er wolle eine selbstständige 

Erwerbstätigkeit aufbauen. Indessen sei ungewiss, ob und wenn ja, in welchem 

Umfang ihm dies gelingen werde. Wer wie er im Alter von mehr als 50 Jahren ent-

lassen werde, finde bekanntermassen kaum mehr eine Stelle. Dies sei denn auch 

der Grund, weshalb er sich auch auf Pro-bono-Mandate einlasse. Damit wolle er 

sein berufliches Beziehungsnetz stärken. Es sei völlig unpassend, wenn ihm ab 

Wegfall der N._____/O._____-Zahlungen ein hypothetisches Einkommen von 

mindestens monatlich Fr. 15'000.– aus weiteren Mandaten oder einer Anstellung 

- 44 -

zusätzlich zu dem bereits angerechneten Einkommen aus selbstständiger Tätig-

keit angerechnet würde. Es sei absolut unrealistisch, dass er aus seiner selbst-

ständigen Tätigkeit über die K._____ AG ein Einkommen von mindestens 

Fr. 24'000.– pro Monat erzielen könne. Beim Wegfall der N._____/O._____-Ein-

kommen werde er fast 63 Jahre alt sein. In diesem Alter würden Spitzenkräfte üb-

licherweise in den Ruhestand treten (act. 18 S. 19 f.).

10.4. Grundsätzlich ist bei der Bestimmung der wirtschaftlichen Leistungsfähig-

keit vom tatsächlich erzielten Einkommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. 

Soweit dieses Einkommen allerdings nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Be-

darf zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern 

dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (statt vieler BGer, 5A_592/2018 

vom 13. Februar 2019, E. 3.1; BGE 137 III 118 E. 2.3). Vorliegend kann der Be-

darf der Parteien ohne weiteres gedeckt werden, weshalb die Anrechnung eines 

hypothetischen Einkommens von Vorneherein nicht in Frage kommt. Darüber hin-

aus arbeitete der Berufungsbeklagte bis zu seiner unfreiwilligen Frühpensionie-

rung in einer sehr gut bezahlten Kaderfunktion für die M._____. Mittlerweile ist er 

61 Jahre alt. Wenige Jahre vor der ordentlichen Pensionierung haben Arbeitneh-

mende häufig Mühe, eine neue Anstellung zu finden. Erschwerend kommt hinzu, 

dass nach der Eingliederung der AR._____ in die M._____ im Bankensektor zahl-

reiche Arbeitsplätze verloren gingen. Im Bankensektor ist deshalb in den nächs-

ten Jahren mit einem Überhang an Stellensuchenden zu rechnen. Selbst wenn es 

für den Berufungsbeklagten zumutbar wäre, eine Festanstellung im Bankensektor 

anzunehmen, erscheint es – anders als die Berufungsklägerin mit pauschalen Be-

hauptungen geltend macht – höchst fraglich, ob es ihm auch möglich wäre, in sei-

nem Alter eine gutbezahlte Festanstellung zu finden. Aufgrund des Gesagten ist 

ihm kein hypothetisches Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätig-
keit anzurechnen.

10.5. Im Zusammenhang mit der selbstständigen Erwerbstätigkeit des Beru-

fungsbeklagten wies die Vorinstanz auf dessen Alter und den Umstand hin, dass 

es ihm aktuell – trotz entsprechender Absicht – noch nicht gelinge, mit seiner 

selbstständigen Erwerbstätigkeit Gewinne zu erzielen. Sollte er in den nächsten 

- 45 -

Jahren vor seiner Pensionierung seine Selbstständigkeit derart aufbauen können, 

dass hieraus ein Einkommen resultiere, bleibe es der Berufungsklägerin unbe-

nommen, ein Abänderungsverfahren anzustreben. Aufgrund der aktuell bestehen-

den Ungewissheit betreffend Zeitpunkt und Höhe eines allfälligen Einkommens 

aus Selbstständigkeit sei dem Berufungsbeklagten kein hypothetisches Einkom-

men anzurechnen (act. 4 S. 32 f.). Nach Ansicht der Berufungsklägerin werde auf-

grund der neu bekannt gewordenen Mandate ersichtlich, dass der Berufungsbe-

klagte seine selbstständige Tätigkeit laufend ausbaue. Seine Behauptungen, dass 

er kein Einkommen generiere bzw. keine neuen Mandate habe, hätten sich mehr-

fach als falsch erwiesen. Auch der Berufungsbeklagte selbst gehe davon aus, 

dass er seine Tätigkeit in Zukunft ausbauen werde. Ihm sei deshalb ab Wegfall 

des Einkommens aus O._____/N._____ zusätzlich zum bereits angerechneten 

Einkommen ein hypothetisches Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit 

von mindestens Fr. 15'000.– anzurechnen (act. 2 Rz 48). Der Berufungsklägerin 

ist entgegenzuhalten, dass der Berufungsbeklagte seine Einkünfte aus selbststän-

diger Erwerbstätigkeit glaubhaft dargelegt hat. Ob überhaupt, wann bzw. in wel-

chem Umfang er diese in Zukunft wird erhöhen können, ist heute völlig unklar. 

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sich der Berufungsbeklagte selbst 

um eine Kompensation der wegfallenden O._____/N._____-Entschädigungen be-

müht, da er dazu nicht verpflichtet wäre (vgl. hiervor E. III/10.4). Mit der Vorin-

stanz ist deshalb auch auf die Anrechnung eines hypothetisches Einkommens 
aus selbstständiger Erwerbstätigkeit zu verzichten. Die Vorinstanz hat die Be-
rufungsklägerin in diesem Zusammenhang zutreffend auf die Abänderungsmög-

lichkeit hingewiesen, wobei neue Tatsachen grundsätzlich auch im Hauptverfah-

ren vorgebracht werden können (vgl. Art. 229 ZPO).

11. Einkommen des Berufungsbeklagten

Zusammenfassend setzt sich das Einkommen des Berufungsbeklagten aus fol-
genden Positionen zusammen:

Phase 1: Juni 2022 bis 
Dezember 2024

Phase 2: ab Januar 
2025

- 46 -

Wertschriftenertrag Fr. 8'700.– Fr. 8'700.–

Liegenschaftenertrag Fr. 3'443.– Fr. 3'443.–

Rente M._____ Fr. 12'496.– Fr. 12'496.–

N._____/O._____ Fr. 12'821.– Fr. 0.–

P._____ AG Fr. 1'872.– Fr. 1'872.–

Q._____ AG Fr. 7'696.– Fr. 7'696.–

K._____ AG Fr. 0.– Fr. 0.–

K._____ AG (Mietzins-

zahlung)

Fr. 360.– Fr. 360.–

G._____ AG Fr. 0.– Fr. 0.–

H._____ AG Fr. 0.– Fr. 0.–

I._____ AG Fr. 0.– Fr. 0.–

L._____ AG Fr. 0.– Fr. 0.–

Lehrtätigkeit AQ._____ Fr. 0.– Fr. 0.–

hypoth. Einkommen Fr. 0.– Fr. 0.–

TOTAL Fr. 47'388.– Fr. 34'567.–

12. Vorinstanzlich ermittelter Bedarf des Berufungsbeklagten

Die Vorinstanz rechnete dem Berufungsbeklagten zusammengefasst folgenden 
monatlichen Bedarf an (act. 4 E. 3.2.1.10):

Phase 1: Juni 2022 bis 
Dezember 2024

Phase 2: ab Januar 
2025

- 47 -

Grundbetrag Fr. 850.– Fr. 850.–

Wohnkosten Fr. 833.– Fr. 833.–

Krankenkasse 

(KVG/VVG)

Fr. 1'104.– Fr. 1'104.–

Ausserordentliche Ge-

sundheitskosten

Fr. 374.– Fr. 374.–

Mobilitätskosten Fr. 0.– Fr. 0.–

Hausrat-/Haftpflichtversi-

cherung

Fr. 23.– Fr. 23.–

Serafe Fr. 15.– Fr. 15.–

Kommunikationskosten Fr. 167.– Fr. 167.–

Zwischentotal Fr. 3'366.– Fr. 3'366.–

CH-Steuern Fr. 6'573.– Fr. 4'024.–

US-Steuern Fr. 745.– Fr. 745.–

TOTAL Fr. 10'684.– Fr. 8'135.–

13. Unangefochtene Bedarfspositionen des Berufungsbeklagten

Die Vorinstanz setzte für beide Phasen die Krankenkassenprämien (KVG/VVG) 
auf Fr. 1'104.–, die ausserordentlichen Gesundheitskosten auf Fr. 374.–, die 
Mobilitätskosten auf Fr. 0.–, die Hausrat-/Haftpflichtversicherungs