# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bff0577-38f6-5b58-a570-4fa04a1c6f98
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-27
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 27.01.2021 III 2020 198
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2020-198_2021-01-27.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2020 198

Entscheid vom 27. Januar 2021 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Monica Huber-Landolt, Richterin
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Amt für Gesundheit und Soziales, Kollegiumstrasse 28, 
Postfach 2161, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Opferhilfe (Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter, 
Art. 16 OHG)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1976) war seit 2011 ambulant im Institut C.________, bei 
lic.phil. B.________ in Therapie. Für die delegierten Therapieleistungen kam die 
Krankenkasse auf. Per Ende 2018 verliess B.________ das C.________ Institut 
und eröffnete in D.________ ihre eigene Praxis. Da sie nicht delegierte Leistun-
gen erbringt, kommt hierfür die obligatorische Krankenpflegeversicherung nicht 
auf. A.________ gelangte daher im August 2018 an die Opferhilfe Schwyz mit 
einem Gesuch für längerfristige Hilfe Dritter nach Art. 16 des Bundesgesetzes 
über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5) vom 
23. März 2007. Als Straftaten führte sie Belästigung/Übergriff 2014 bei ihr zuhau-
se, 2015 Opfer eines Exhibitionisten auf Mallorca sowie sexuelle Gewalt im Alter 
von 0- bis 6-jährig im Umkreis des Elternhauses auf. Sie sei seit sieben Jahren 
bei B.________ in Therapie, es bestehe ein Vertrauensverhältnis zu ihr. Da sie 
aber in D.________ nicht mehr delegiert arbeite, komme die Krankenkasse für 
die Kosten nicht mehr auf. Sie ersuche daher um Kostenübernahme durch die 
Opferhilfe.

B. Mit Verfügung Nr. 302/2018 vom 5. Dezember 2018 gewährte das Amt für 
Gesundheit und Soziales (AGS) subsidiäre Kostengutsprache für die Therapie 
bei B.________ für ein Jahr (maximal 40 Einheiten). Das AGS führte hierzu aus:

Laut Therapiebericht vom 19. November 2018 spricht die Gesuchstellerin gut auf 
die begonnene Therapie an, leidet aber weiterhin unter posttraumatischen, disso-
ziativen und depressiven Symptomen. Die Therapie ist demnach geeignet, ange-
messen und notwendig, um die Folgen der sexuellen Gewalt zu lindern. Aus die-
sen Gründen ist der Gesuchstellerin Kostengutsprache für die therapeutische Hilfe 
bei B.________ für ein Jahr (bis zum 30. November 2019, maximal 40 Sitzungen à 
Fr. 150.--) zu gewähren. […] Die Gesuchstellerin wird darauf hingewiesen, dass 
die Leistungen der Krankenkasse vorgehen und es ihr obliegt, diese Leistungen 
einzuholen. Sollte nach Ablauf des Jahres weitergehende therapeutische Hilfe an-
gezeigt sein, so ist frühzeitig ein entsprechendes Gesuch mit einem aktuellen Ver-
laufsbericht von B.________ einzureichen.

C. Am 21. November 2019 unterbreitete B.________ dem AGS einen Ver-
laufsbericht. Um die erreichte Stabilität aufrecht zu erhalten und die Bearbeitung 
der traumatischen Erinnerungen fortsetzen zu können, wurde gleichzeitig um 
Fortsetzung der finanziellen Beteiligung an den Kosten von weiteren 40 psycho-
therapeutischen Sitzungen ersucht. A.________ habe bisher deutlich von der 
Behandlung profitiert und deren Fortsetzung werde aller Voraussicht nach zu 
weiterer Gesundung führen. 

Mit Verfügung Nr. 242/2019 vom 27.11.2019 gewährte das AGS erneut subsidiä-
re Kostengutsprache für die Therapie bei B.________ für ein weiteres Jahr (ma-

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ximal 40 Einheiten). In der Begründung wird auf das Gesuch vom 21. November 
2019 verwiesen und im Übrigen die Erwägung aus der Verfügung Nr. 302/2018 
vom 5. Dezember 2018 übernommen (vgl. Ingress Bst. B).

D. Am 30. Oktober 2020 reichte A.________ dem AGS mit dem Verlaufsbe-
richt von B.________ vom 26. Oktober 2020 ein weiteres Gesuch um Verlänge-
rung der psychologischen Hilfe ein. Im Gesuch führte B.________ aus, bis zum 
1. Dezember 2020 habe A.________ 37 der maximal 40 Sitzungen in Anspruch 
genommen. Um auf die Ziele (Stabilisierung des Gesamtzustandes, Reduktion 
der Bindungsstörung, Verbesserung des Selbstwertgefühls und damit einherge-
hend Stärkung der Autonomie und der eigenen Wehrhaftigkeit; Bearbeitung der 
traumatischen Erinnerungen an die in der Kindheit erlebten Straftaten) hinarbei-
ten zu können, ersuche man um Fortsetzung der finanziellen Beteiligung an den 
Kosten von weiteren 40 psychotherapeutischen Sitzungen. A.________ habe 
trotz der Komplexität des Störungsbildes bisher deutlich von der Behandlung pro-
fitiert und deren Fortsetzung werde aller Voraussicht nach zu weiterer Gesun-
dung führen.

Mit Verfügung Nr. 302/2020 vom 5. November 2020 lehnte das AGS das Gesuch 
ab.

E. Gegen die ablehnende Verfügung erhebt A.________ beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Schwyz am 16. November 2020 fristgerecht Beschwerde mit 
dem sinngemässen Antrag, ihr Gesuch sei gutzuheissen und es seien entspre-
chend dem Verlaufsbericht / Gesuch von B.________ die Übernahme der Kosten 
für die Psychotherapie bei B.________ durch die Opferhilfe für ein weiteres Jahr 
(40 Sitzungen) zu verlängern. 

F. Mit Vernehmlassung vom 27. November 2020 beantragt das AGS die Ab-
weisung der Beschwerde.

G. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2020 bekräftigt die Beschwerdeführerin ihr 
Rechtsbegehren und sie reicht die Verlaufsberichte der Jahre 2018 und 2019 ein 
als Information, was in den letzten beiden Jahren bearbeitet und erreicht worden 
sei.

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 OHG hat jede Person, die durch eine Straftat in ihrer 
körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt 
worden ist (Opfer), Anspruch auf Unterstützung der Opferhilfe gemäss Opferhil-
fegesetz. Nach Art. 2 OHG umfasst die Opferhilfe insbesondere auch Beratung 
und Soforthilfe (lit. a) wie auch längerfristige Hilfe der Beratungsstellen (lit. b). 
Nach Art. 13 OHG leisten die Beratungsstellen dem Opfer sofort Hilfe für die 
dringendsten Bedürfnisse, die als Folge der Straftat entstehen (Soforthilfe; 
Abs. 1). Sie leisten dem Opfer soweit nötig zusätzliche Hilfe, bis sich der ge-
sundheitliche Zustand der betroffenen Person stabilisiert hat und bis die übrigen 
Folgen der Straftat möglichst beseitigt oder ausgeglichen sind (längerfristige Hil-
fe; Abs. 2). Die Beratungsstellen können die Soforthilfe und die längerfristige Hil-
fe durch Dritte erbringen lassen (Abs. 3). Gemäss Art. 14 Abs. 1 OHG umfassen 
die Leistungen insbesondere die angemessene psychologische Hilfe in der 
Schweiz, die als Folge der Straftat notwendig geworden ist.

1.2 Leistungen der Opferhilfe werden nur endgültig gewährt, wenn der Täter 
oder eine andere verpflichtete Person oder Institution keine oder keine genügen-
de Leistung erbringt (Art. 4 Abs. 1 OHG). Wer Kostenbeiträge für die längerfristi-
ge Hilfe Dritter beansprucht, muss glaubhaft machen, dass die Voraussetzungen 
nach Art. 4 Abs. 1 OHG erfüllt sind, es sei denn, es sei ihm oder ihr angesichts 
der besonderen Umstände nicht zumutbar, sich um Leistungen Dritter zu 
bemühen (Art. 4 Abs. 2 OHG). Die opferhilferechtlichen Leistungen sind dabei 
nicht nur gegenüber Leistungen des primär leistungspflichtigen Täters, sondern 
auch gegenüber Leistungen einer anderen verpflichteten Person oder Institution 
subsidiär (Subsidiarität der Opferhilfe; BGE 125 II 169; Urteil BGer 1C_582/2019 
vom 9.4.2020 Erw. 2.1, 2.5).

2.1 Dem Therapiebericht vom 19. November 2018 (Bf-act. 4) kann entnommen 
werden, dass die Beschwerdeführerin 1998 (wegen Anorexie) und 2011 (wegen 
Suizidversuch) in der Klinik Littenheid resp. Klinik Zugersee in stationärer Be-
handlung war. Seit 1996 bis 2002 und ab 2010 sind verschiedene ambulante 
Therapien dokumentiert. Seit Mai 2011 war die Beschwerdeführerin bei 
B.________ als (bis Ende 2018) delegiert arbeitende Psychotherapeutin in Be-
handlung. Diese führte im Bericht aus, die bisherige Behandlung habe der Stabi-
lisierung und der Aufarbeitung eines Teils der labilisierenden Bereiche gedient. 
Verschiedene Ziele seien erreicht worden. Behandlungsbedürftig seien mittler-
weile vor allem noch posttraumatische, dissoziative und zeitweise auch depressi-
ve Symptome sowie Schwierigkeiten mit dem Selbstwertgefühl. Die Beschwerde-

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führerin dissoziiere im Zusammenhang mit der Erinnerung an erlebte sexuelle 
Gewalt schnell und stark, und ein Teil der Erinnerungen (Kindheit) sei nur sche-
menhaft vorhanden, so dass die Behandlung der Thematik nur langsam ange-
gangen werden könne und wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. 
Der Leidensdruck der Beschwerdeführerin sei gross und da sie sowohl beruflich 
als auch privat deutlich eingeschränkt sei, sei eine Behandlung der verursachen-
den Ereignisse aus Sicht der Therapeutin unbedingt angezeigt. Entsprechend 
wurde die Opferhilfe um Kostenübernahme für psychotherapeutische Sitzungen 
für ein Jahr (vierzig Sitzungen) ersucht, nachdem diese ab 2019 aufgrund des 
Praxiswechsels nicht mehr delegiert erbracht werden konnten und dadurch nicht 
mehr krankenversichert waren. Dem Ersuchen wurde stattgegeben als Kosten-
beitrag für längerfristige Hilfe Dritter nach Art. 16 OHG (vgl. Ingress Bst. B).

2.2 Im Verlaufsbericht vom 21. November 2019 hielt B.________ fest, in den 
bis dahin 31 Sitzungen sei neben der kontinuierlichen Arbeit an Alltagsbewälti-
gung und Stimmungsstabilität die traumatherapeutische Behandlung mit EMDR 
(Eye Movement Desensitization and Reprocessing nach Francine Shapiro) fort-
gesetzt worden. Wie bei komplexen posttraumatischen Belastungsstörungen üb-
lich, seien zuerst die zeitlich weniger weit zurückliegenden Belastungen bearbei-
tet worden. Aufgrund des zunehmend schlechten Gesundheitszustandes sei in 
der Behandlungsplanung zusätzlich die Darmproblematik miteinbezogen worden, 
weil ein Zusammenhang mit der psychischen Belastung vermutet worden sei. 
Nun solle neben dem Erhalt der erreichten Stabilität die Bearbeitung der erlebten 
Traumata bzw. Belastungen weitergeführt werden. Wenn diejenigen in der Pu-
bertät keine Belastung mehr darstellten, solle versucht werden, diejenigen in der 
Kindheit anzugehen. Entsprechend wurde um Verlängerung der Kostenüber-
nahme um ein weiteres Jahr (vierzig Sitzungen) ersucht. Dem hat das AGS mit 
Verfügung vom 27. November 2019 stattgegeben (vgl. Ingress Bst. C).

2.3 Im jüngsten Verlaufsbericht vom 26. Oktober 2020 führte B.________ fol-
gende Diagnosen auf:

Komplexe posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10: F43.1
Rezidivierende depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode, ICD-10: F33.1
Kombinierte Persönlichkeitsstörung (emot. instabile, abhängige, zwangshafte An-
teile), ICD-10: F61.0
Anorexia Nervosa, ICD-10: F50.0

Während des Jahres 2020 sei es in der Beziehung der Beschwerdeführerin zu 
schweren Belastungen gekommen und dazu noch die Angst vor einer Konfronta-
tion mit einem ehemaligen Täter. Der belastende Verlauf der Beziehung in Kom-
bination mit Angst vor erneuten Übergriffen habe bei der Beschwerdeführerin al-

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te, traumatische Ängste massiv reaktiviert. In der Folge habe sie unter einer 
schweren depressiven Episode mit Suizidalität, Selbsthass, Einsamkeit und er-
neutem Gewichtsverlust gelitten, gefolgt von einer Gewichtsstabilisierung auf tie-
fem Niveau und einer mittelgradigen depressiven Episode, die bis zum Berichts-
datum anhalte. In diesem Zustand sei die Bearbeitung von Trauma-Erinnerungen 
nicht möglich, sondern habe der Fokus auf die Stabilisierung gelegt werden müs-
sen. Die Beschwerdeführerin mache aber dennoch Fortschritte. Zur Erreichung 
der Ziele (vgl. Ingress Bst. D) wurde neuerlich um Fortsetzung der Kostenüber-
nahme für weitere 40 psychotherapeutische Sitzungen ersucht.

2.4 In der angefochtenen Verfügung hält die Vorinstanz fest, erfahrungs-
gemäss könne davon ausgegangen werden, dass mit einer zweiten Kostengut-
sprache im Rahmen der längerfristigen Hilfe die Folgen einer Straftat möglichst 
weitgehend beseitigt werden könnten und das Opfer im Sinne von Art. 13 Abs. 2 
OHG stabilisiert sei. Vorliegend sei gemäss Bericht der Therapeutin offensichtlich 
weitere therapeutische Hilfe notwendig. Die Therapeutin arbeite jedoch nicht de-
legiert, weshalb von der Opferhilfe bislang die vollen Therapiekosten übernom-
men worden seien. Im Rahmen der Subsidiarität und der Schadenminderungs-
pflicht könne der Gesuchstellerin nach zwei Jahren zugemutet werden, zu einer 
von der Grundversicherung nach KVG finanzierten Therapie zu wechseln. Ent-
sprechend wurde das Gesuch abgelehnt mit dem Hinweis, ein Gesuch um Kos-
tengutsprache für eine delegierte Therapie könne auch nachträglich eingereicht 
werden.

2.5 Vorliegend ist damit weder die Opferstellung der Beschwerdeführerin (Art. 
1 OHG) noch ihr grundsätzlicher Anspruch auf Opferhilfe strittig. Auch bestreitet 
die Vorinstanz weder die Angemessenheit der von der Beschwerdeführerin an-
begehrten psychotherapeutischen Leistung, noch, dass diese als Folge einer 
Straftat notwendig geworden ist (Kausalzusammenhang; Art. 14 Abs. 1 OHG; Ur-
teil BGer 1C_612/2015 vom 17.5.2016 Erw. 2.3; Zehntner, OHG-Kommentar 
2009, Art. 14 N 4). Zumindest geht sie nicht vertieft auf diese Voraussetzungen 
ein. Vielmehr hält die Vorinstanz ausdrücklich fest, im vorliegenden Fall sei of-
fensichtlich weitere therapeutische Hilfe notwendig (angefochtene Verfügung 
Erw. 7). 

Strittig und anschliessend zu prüfen ist allein, ob die Vorinstanz die Weiter-
führung der Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter gestützt auf die Subsi-
diarität und die Schadenminderungspflicht ablehnen durfte. 

3.1 In ihrer Beschwerde betont die Beschwerdeführerin, der Behandlungspro-
zess sei noch nicht abgeschlossen. Sie stehe nach der Bearbeitung der trauma-

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tischen Erinnerungen an Straftaten im Erwachsenen- und Jugendalter nun am 
Beginn der Bearbeitung der traumatischen Erinnerungen der Kindheit. Diese Er-
innerungen würden ihr am meisten Angst machen und liessen sie am meisten 
dissoziieren und machten sie am schnellsten depressiv und suizidal. Sie benöti-
ge daher die Unterstützung ihrer vertrauten Therapeutin. Für diese Phase zu je-
mand Neuem zu wechseln sei unvorstellbar. Sie habe allergrösstes Vertrauen in 
B.________ als Psychotherapeutin FSP und zertifizierte Traumatherapeutin EM-
DR. Vorherige Behandlungen bei andern Personen seien gescheitert; mit ihr 
funktioniere die Behandlung, weshalb sich die Lebensqualität schon sehr verbes-
sert habe. Nun brauche es die Sitzungen unbedingt bei ihr zur Aufarbeitung der 
Kindheit, um im Leben wieder ohne Phasen von Suizidalität, Depression und 
Magersucht durchzukommen. Da sie komplex traumatisiert sei, benötige sie eine 
Psychotherapeutin mit Spezialisierung auf Traumatherapie, was einen Ersatz - 
gerade in der Coronazeit - schwierig mache. Männliche Therapeuten fielen ganz 
weg. Sie glaube nicht daran, zeitnah eine ausgebildete, delegiert arbeitende 
Traumatherapeutin zu finden, die menschlich passe und bereit sei, ihren komple-
xen Fall in der heiklen Phase zu übernehmen. Zudem habe die Opferhilfe im Vor-
feld positiv getönt. Weder sie noch die Therapeutin seien irgendwann informiert 
worden, dass die Gutsprache für maximal zwei Jahre gesprochen werde. Ent-
sprechend habe man eine Nachfolgeregelung nicht frühzeitig aufgleisen können 
und sei völlig überrumpelt worden. 

3.2 Die Vorinstanz verweist vernehmlassend auf die gesetzlichen Grundlagen 
der Opferhilfe, namentlich der längerfristigen Hilfe Dritter. Auch bei länger beste-
henden Patienten-Therapeuten-Beziehungen müsse bei einer über mehrere Jah-
re finanzierten nicht delegierten Therapie durch die Opferhilfe im Sinne der An-
gemessenheit der Hilfe die Schadenminderungspflicht des Opfers greifen. Vor-
liegend bestehe die Beziehung seit 2011, die Opferhilfe finanziere seit 2018. Aus 
Sicht der Vorinstanz sei ein Therapiewechsel zumutbar, denn die Zumutbarkeit 
messe sich nicht allein am Befinden des Opfers, sondern auch an der objektiven 
Schadenminderungspflicht. Vorliegend dauere die Therapie bereits neun Jahre 
und gemäss jüngstem Bericht sei es eher zu einer Verschlechterung der Situati-
on gekommen, weshalb weiterer Therapiebedarf attestiert worden sei. Es stelle 
sich daher die Frage der Geeignetheit der gewählten Therapie; ein Wechsel der 
Therapeutin müsste erwünscht und möglich sein. Für eine weitere, über mehrere 
Jahre dauernde Finanzierung durch die Opferhilfe müsste gemäss Vorinstanz in 
absehbarer Zeit abgeklärt werden, ob noch ein verbesserungsfähiger Zustand 
vorliege und ob ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen 
den Straftaten und den bestehenden psychischen Gesundheitsschädigungen be-
stehe. Die längerfristige Hilfe würde nur für kausale Schädigungen aufkommen 

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und der entsprechende Therapiebedarf könnte als Entschädigung geltend ge-
macht werden. 

4.1 Die von der Vorinstanz vernehmlassend aufgeworfene bzw. angesproche-
ne Frage der Kausalität zwischen Straftat und Gesundheitsschädigung resp. Be-
handlungsbedarf ist nicht falsch (vgl. Urteile BGer 1C_334/2017 vom 27.6.2018 
Erw. 3.1; 1C_9/2017 vom 4.4.2017 Erw. 3). Aber obwohl bereits die im Bericht 
von 2018 skizzierte Krankengeschichte (mit stationärer und ambulanter Behand-
lung seit 1996, vgl. oben Erw. 2.1) Fragen der Ursächlichkeit von Straftaten in 
den Jahren 2014 und 2015 aufwirft, wurde die Kausalität durch die Vorinstanz in 
keiner der drei bislang erlassenen Verfügungen thematisiert. Auch die angefoch-
tene Verfügung stellt die Kausalität nicht in Frage. Soweit die Vernehmlassung 
diese Leistungsvoraussetzung aufgreift, bleibt unklar, ob die Vorinstanz die Kau-
salität nun bestreitet oder nur in Frage stellt oder bloss in Aussicht stellt, sie ver-
tieft zu prüfen, sollte die Opferhilfe weiterhin Leistungen erbringen müssen. Es 
kann auf jeden Fall nicht die Aufgabe des Verwaltungsgerichtes sein, gestützt auf 
den Untersuchungsgrundsatz (§ 18 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP; SRSZ 
234.110] vom 6.6.1974) als erste Instanz, ohne dass fachliche Abklärungen vor-
lägen, den kausalen Zusammenhang zwischen der Straftat und der beantragten 
Leistung zu klären. Spruchreif ist die Frage so oder anders nicht. Vielmehr wäre 
die Sache zur Klärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4.2 Die Beschwerdeführerin beantragt längerfristige Hilfe in Form der Kosten-
beteiligung an den nicht delegierten psychotherapeutischen Sitzungen bei 
B.________, resp. an der Weiterführung der je für 2019 und 2020 gewährten 
Kostenbeteiligung für ein weiteres Jahr. 

Ein Anspruch auf längerfristige Hilfe besteht, bis sich der gesundheitliche Zu-
stand der betroffenen Person stabilisiert hat und bis die übrigen Folgen der Straf-
tat möglichst beseitigt oder ausgeglichen sind (vgl. Art. 13 Abs. 2 OHG). Medizi-
nische und psychologische Hilfe soll bis zu dem Zeitpunkt erbracht werden, in 
dem keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet wer-
den kann, was je nach Umständen mehrere Monate oder sogar Jahre dauern 
kann. Diese Umschreibung des massgebenden Zeitpunktes wird auch im Unfall-
versicherungsrecht verwendet (vgl. Urteil Sozialversicherungsgericht Zürich 
OH.2019.00002 vom 10.7.2020 mit Hinweisen). Die Stabilisierung des Zustandes 
bedeutet also nicht zwingend Genesung. Benötigt ein Opfer nach der Stabilisie-
rung weiterhin Hilfe, so ist diese über andere Institutionen (insbesondere über die 
Sozialversicherungen) zu erbringen. Aufwand, der nach diesem Zeitpunkt nicht 
gedeckt ist, kann zudem bei einer opferhilferechtlichen Entschädigung nach 
Art. 19 OHG berücksichtigt werden (Zehntner, a.a.O., Art. 13 N 5 ff.).

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Auch auf diese Grundlagen verweist die Vorinstanz zu Recht. Indes geht sie 
auch hier nicht weiter darauf ein, ob vorliegend die erforderliche Stabilisierung er-
reicht ist oder nicht. Soweit sie einen (einzig durch Verweis auf die Fachtechni-
sche Empfehlung der SVK-OHG belegten) Erfahrungswert nennt, wonach die 
Folgen einer Straftat nach zwei Jahren psychologischer Hilfe weitgehend besei-
tigt seien, begründet sie nicht weiter, dass dieser Erfahrungswert auch vorliegend 
Gültigkeit haben soll. Im Gegenteil hält die Vorinstanz in der angefochtenen Ver-
fügung fest, weitere therapeutische Hilfe sei offensichtlich notwendig. Ob im 
Rahmen der erreichten Stabilisierung oder zu deren Erreichung bleibt allerdings 
unerklärt. 

Bezüglich Beendigung der längerfristigen Hilfe infolge erreichter Stabilisierung 
gilt daher das zuvor zur Kausalität ausgeführte: Der Sachverhalt wurde durch die 
Vorinstanz nicht geklärt und die Sache wäre für das Verwaltungsgericht nicht 
spruchreif. 

4.3.1 Korrekt sind auch die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz betreffend 
Subsidiarität der Opferhilfe und die Schadenminderungspflicht (Art. 4 OHG; Urteil 
BGer 1C_582/2019 vom 9.4.2020 Erw. 2.5 mit Hinweis auf 1C_256/2009 vom 
8.2.2010 Erw. 5). Gerade medizinische Leistungen, mithin auch psychologische 
Hilfe, sind daher in erster Linie zu Lasten der Sozialversicherungen (namentlich 
Unfall- oder Krankenversicherung) zu beanspruchen (Zehntner, a.a.O., Art. 14 N 
12; vgl. etwa auch Urteil Kantonsgericht LU, 1H-16-1 vom 19.2.2016 Erw. 3 [LG-
VE 2016 I Nr. 22]). Auf die entsprechenden Ausführungen kann verwiesen wer-
den.

4.3.2 Vorliegend ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin schon längere Zeit 
psychiatrische und psychologische Hilfe in Anspruch nimmt. Seit 2011 ist sie in 
Behandlung bei B.________, welche die Leistungen vorerst bis Ende 2018 dele-
giert und zu Lasten der Krankenversicherung erbracht hat. Erst deren Wechsel in 
eine eigene Praxis ohne delegierte Leistungen brachte die Beschwerdeführerin 
überhaupt dazu, bei der Opferhilfe ein Gesuch um längerfristige Hilfe Dritter zu 
stellen. D.h. ihr erstes OH-Gesuch reichte die Beschwerdeführerin überhaupt erst 
ein, als sie die Subsidiarität und Schadenminderungspflicht (ihres Erachtens) 
nicht mehr beachten konnte, weil sie bei ihrer langjährigen Therapeutin bleiben 
wollte. Und im Wissen, dass die Beschwerdeführerin während Jahren delegierte 
Leistungen beansprucht hatte und dies ab 2019 nicht mehr der Fall war, hatte die 
Vorinstanz dennoch Kostengutsprache erteilt, womit sie bewusst vom Subsidia-
ritätsprinzip abgewichen ist. Abgesehen von den allgemeinen Erwägungen und 
dem Hinweis, die Leistungen der Krankenkasse gingen vor und es obliege der 

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Beschwerdeführerin, Krankenkassenleistungen einzuholen, ging die Vorinstanz 
damals nicht weiter auf diese Anforderung ein. 

4.3.3 In der Verlängerungsverfügung (Weiterführung der Kostengutsprache im 
Jahr 2020) wiederholte die Vorinstanz die allgemeinen Ausführungen. Eine Aus-
einandersetzung mit dem konkreten Einzelfall unterblieb indes. Die Möglichkeit 
bzw. Aufforderung eines Therapiewechsels, um der Subsidiarität der Opferhilfe 
Nachachtung zu verschaffen, wurde nicht thematisiert. Im Gegenteil, die Vor-
instanz führte gar aus, die Beschwerdeführerin habe ein neuerliches Gesuch mit 
einem Verlaufsbericht von B.________ einzureichen, falls nach Ablauf des zwei-
ten Jahres (d.h. nach total maximal 80 Sitzungen) weitergehende therapeutische 
Hilfe angezeigt wäre (vgl. Verfügung Nr. 242/2019 vom 27.11.2019 Erw. 6). Dass 
mit dieser Aufforderung kein Anspruch auf Verlängerung verbunden war, steht 
fest. Aber es wurde immerhin vorbehaltlos die Möglichkeit der Verlängerung 
eröffnet. Dass die Schadenminderungspflicht und Subsidiarität der Opferhilfe von 
der Beschwerdeführerin einen Therapiewechsel und den Bezug von krankenkas-
senpflichtigen Leistungen gefordert hätten und solches aus Sicht der Vorinstanz 
zumutbar wäre, wurde nicht erwähnt. Weder die Beschwerdeführerin noch die 
Therapeutin wurden im Verlaufe der Opferhilfeleistungen je aufmerksam ge-
macht, dass im Falle der weiter andauernden Notwendigkeit medizinischer Hilfe 
auch ein Therapiewechsel vorzubereiten und zu vollziehen ist. Selbst wenn die 
Darstellung der Vorinstanz, wonach ein Therapiewechsel nach bald 10 Jahren 
sowie einem im vergangenen Jahr gar verschlechterten Zustand angezeigt und 
zumutbar wäre, zutreffen sollte (was vorliegend ausdrücklich nicht beurteilt, son-
dern offengelassen wird), so ist der Beschwerdeführerin dennoch beizupflichten, 
dass dies unerwartet und unvorbereitet kommt. Dies erst Recht, nachdem die 
Beschwerdeführerin die Opferhilfe erst und genau deshalb beansprucht hatte, 
weil sie die Therapie bei B.________ nicht mehr zulasten der Krankenkasse be-
anspruchen konnte und dies durch die Opferhilfe vorbehaltlos gutgeheissen wur-
de. 

4.3.4 Auch wenn die Subsidiarität der Opferhilfe die Beschwerdeführerin ver-
pflichtet, in erster Linie Leistungen Dritter (d.h. in casu der Sozialversicherung) zu 
beanspruchen, und die Krankenkasse entsprechende Leistungen erbringt (vgl. 
Art. 25 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 und 3 KVG i.V.m. Art. 2 KLV; BGE 131 V 178 Erw. 
2.2.2), so hat doch die Vorinstanz nach einer rund achtjährigen Therapiebezie-
hung zwischen der Beschwerdeführerin und B.________ diese entgegen der 
Subsidiarität der Opferhilfe bestätigt und Kostenbeiträge gesprochen und nach 
40 Sitzungen für weitere 40 Sitzungen bestätigt. Nach so langer Zeit, einem auf-
gebauten und intakten Vertrauensverhältnis und während laufender Therapie ei-

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nen Wechsel der Therapeutin unvorbereitet vorzunehmen, erscheint nicht als 
zumutbar. 

4.3.5 In diesem Sinne erweist sich die Beschwerde als begründet. Es ist der Be-
schwerdeführerin für längstens ein weiteres Jahr (maximal 40 Sitzungen) subsi-
diäre Kostengutsprache für die Therapie bei B.________ (längerfristige Hilfe Drit-
ter nach Art. 16 OHG) zu gewähren. Die Beschwerdeführerin wird dabei aus-
drücklich darauf hingewiesen, dass ein Therapiewechsel aufgrund der Subsidia-
rität der Opferhilfe und der Schadenminderungspflicht gefordert und entspre-
chend vorzubereiten und in die Wege zu leiten ist. Ebenso ausdrücklich muss die 
Prüfung der Kausalität sowie der Beendigung der längerfristigen Hilfe (ggf. unter 
Leistung einer Entschädigung) vorbehalten bleiben. 

Da die genaue Formulierung der subsidiären Kostengutsprache sowie der Auf-
forderung zum Therapiewechsel und Bedingungen, etwa auch der von der Be-
schwerdeführerin zu leistenden Nachweise, Sache der Vorinstanz ist, beschränkt 
sich das Gericht auf die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückwei-
sung der Sache zur Erteilung der Kostengutsprache unter Bedingungen und Auf-
lagen im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz. Inwieweit die Vorinstanz darin 
auch bereits auf die Prüfung der Kausalität und/oder Beendigung infolge Stabili-
sierung eingehen will, ist ihr überlassen.

5. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 30 Abs. 1 OHG); Anspruch auf Parteien-
tschädigung besteht keiner.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung Nr. 302/2020 vom 
5. November 2020 aufgehoben und die Sache zur Erteilung der Kostengut-
sprache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde*  
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführerin (R)
- die Vorinstanz (EB)
- und das Bundesamt für Justiz, 3003 Bern (A).

Schwyz, 27. Januar 2021

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 29. Januar 2021