# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c5968be-ca1d-5b12-be68-c6decbad9378
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.03.2007 C-798/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-798-2006_2007-03-30.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-798/2006

{T 0/2}

Urteil vom 30. März 2007

Mitwirkung: Richter Trommer (Vorsitz); 
Richter Vaudan; Richter Vuille; 
Gerichtsschreiber Birgelen.

H._______ und E._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend
Einreisebewilligung für
L._______,

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Die 1975 geborene dominikanische Staatsangehörige L._______ (nachfol-
gend: Gesuchstellerin) beantragte am 15. März 2006 bei der Schweizeri-
schen Vertretung in Santo Domingo ein Visum für einen dreimonatigen Be-
suchsaufenthalt bei ihrer im Kanton Solothurn lebenden Schwester und de-
ren Ehemann,  E._______ und H._______ (nachfolgend:  Gastgeber  bzw. 
Beschwerdeführer).  Nach formloser  Verweigerung leitete die  Schweizeri-
sche  Vertretung  das  Gesuch  an  das  Bundesamt  für  Migration  (nachfol-
gend: Vorinstanz) zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.

B. Nachdem das Amt für öffentliche Sicherheit des Kantons Solothurn, Abtei-
lung Ausländerfragen, bei den Gastgebern weitere Abklärungen getroffen 
hatte,  wies  die  Vorinstanz  das  Gesuch  um Bewilligung  der  Einreise  mit 
Verfügung vom 24. Mai 2006 ab. Zur Begründung wurde ausgeführt,  die 
Gesuchstellerin  stamme  aus  einer  Region,  aus  welcher  der  Zuwande-
rungsdruck als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokul-
turellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Viele ih-
rer Landsleute würden versuchen,  ihren Aufenthalt  in der Schweiz durch 
Ausschöpfung  sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu  verlängern  und  sich  so  in 
Umgehung der bundesrätlichen Begrenzungsmassnahmen eine vermeint-
lich bessere Zukunft aufzubauen. Persönlich würden der Gesuchstellerin in 
ihrem Ursprungsland keine Verantwortlichkeiten obliegen, welche gegebe-
nenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten. Es sei be-
reits im Juli  2003 ein gleichlautendes Gesuch zwecks Besuchsaufenthalt 
im  Kanton  Nidwalden  abgelehnt  worden.  Grundlegende  Veränderungen, 
welche  neu  für  eine  Einreise  sprechen  würden,  seien  nicht  ersichtlich. 
Schliesslich lägen auch keine Gründe vor, welche eine Einreise trotzdem 
zwingend notwendig machen würden.

C. Mit Beschwerde vom 23. Juni 2006 beantragten die Gastgeber beim Eid-
genössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) sinngemäss die Auf-
hebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung der Einreisebe-
willigung. Zur Begründung führen sie Folgendes aus: Die Vorinstanz gehe 
zu Unrecht davon aus, die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise 
nach einem Besuchsaufenthalt  wäre  nicht  gesichert.  Die  Gesuchstellerin 
lebe  in  einem stabilen  Umfeld  mit  einer  starken  familiären  Bindung  und 
gehe seit  Jahren einer geregelten Arbeit  nach.  Dank eines berufsbeglei-
tenden Studiums, welches sie im November 2004 erfolgreich abgeschlos-
sen  habe,  verfüge  sie  über  ein  regelmässiges  Einkommen  in  anspre-
chender Höhe. Ihre Weiterbeschäftigung im Anschluss an den geplanten 
Aufenthalt in der Schweiz sei ihr schriftlich zugesichert worden. Die beruf-
lichen  Perspektiven,  die  materielle  Absicherung  sowie  die  gesunde  Le-
benseinstellung der Gesuchstellerin würden ihr auch in ihrem Heimatland 
einen guten Lebensstandard ermöglichen. Für sie (die Beschwerdeführer) 
wäre es der erste Besuch einer Familienangehörigen aus der Dominika-
nischen Republik seit ihrer Heirat im Februar 2000.

Ihrer Rechtsmitteleingabe legten die Beschwerdeführer die Originale sowie 

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beglaubigte  Übersetzungen einer  eidesstattlichen  Erklärung der Gesuch-
stellerin,  einer Bestätigung ihres Arbeitgebers  und der Technischen Uni-
versität  Santiago UTESA sowie eines Lizentiatsabschlusses in Marketing 
bei.

D. In ihrer Vernehmlassung vom 28. August 2006 spricht sich die Vorinstanz 
für eine Abweisung der Beschwerde aus. Die Gesuchstellerin komme, wie 
in der angefochtenen Verfügung festgestellt, aus einer Region mit starkem 
Zuwanderungsdruck und sie sei dazu noch jung und ledig. Zwar gehe sie 
einer Erwerbstätigkeit nach. Eine solche könne aber angesichts des wirt-
schaftlichen Umfeldes und der schlechten sozialen Absicherungen im Hei-
matland nicht davon abhalten, ins Ausland zu emigrieren. Immerhin habe 
nebst  der  Beschwerdeführerin  schon  eine  weitere  Schwester  in  der 
Schweiz Wohnsitz genommen. Bei der abgegebenen Garantie für eine an-
standslose Wiederausreise handle es sich um eine blosse Absichtserklä-
rung, die rechtlich unerheblich und nicht durchsetzbar sei. Schlussendlich 
werde kein besonderer Grund für einen Besuchsaufenthalt in der Schweiz 
geltend gemacht; den Beschwerdeführern stehe es grundsätzlich offen, die 
Gesuchstellerin im Heimatland zu besuchen.

E. In ihrer Replik vom 26. September 2006 halten die Beschwerdeführer an 
ihrem  Rechtsbegehren  und  dessen  Begründung  fest.  Die  beabsichtigte 
Einreise der Gesuchstellerin erfolge wirklich nicht aus wirtschaftlichen Mo-
tiven. Der Hinweis der Vorinstanz auf die zweite in der Schweiz ansässige 
Schwester im Sinne eines negativen Beispiels sei verfehlt. Bei jener hand-
le es sich um eine absolut integre Person; sie führe ihre Ehe nicht nur zum 
Schein und habe sich sozial  und beruflich  sehr  gut  integriert.  Sie selbst 
(die Beschwerdeführer) seien seit fast sieben Jahren glücklich verheiratet, 
lebten in  einem stabilen Umfeld  und kämen ihren gesellschaftlichen und 
sozialen Pflichten nach. Auch der Nachzug und die Integration der beiden 
Kinder der Beschwerdeführerin seien problemlos verlaufen. Im Falle eines 
ungesetzlichen Verhaltens hätten sie im Übrigen viel zu verlieren, sei doch 
momentan  ein  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  der  Be-
schwerdeführerin hängig. Als zusätzliche Sicherheit würde die Gesuchstel-
lerin sogar die temporäre Hinterlegung ihres Reisepasses bis zur erneuten 
termingerechten Ausreise anbieten. Schliesslich äussern die Beschwerde-
führer implizit Zweifel an einer rechtsgleichen Bewilligungspraxis der Vor-
instanz; sie sähen des öftern Personen aus der Dominikanischen Republik, 
denen das Besuchsvisum erteilt worden sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend Verweige-
rung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das Bundes-
verwaltungsgericht  (Art.  20  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  26.  März 
1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  [ANAG,  SR 
142.20] i.V.m. Art. 31 und 33 lit. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 

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über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 
173.32]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht  hat die Beurteilung der beim Inkrafttreten 
des Verwaltungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen 
Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei Beschwerdediensten der De-
partemente  hängigen  Rechtsmittel  übernommen.  Für  die  Beurteilung  gilt 
das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Art.  37 VGG richtet  sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungsge-
richtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts ist endgültig (Art.  1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst.  c Ziff.  1 des 
Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesgericht  [BGG,  SR 
173.110]).

1.4 Die  Beschwerdeführer  sind  gemäss  Art.  20  Abs.  2  ANAG  und  Art.  48 
VwVG  zur  Beschwerde  legitimiert;  auf  die  frist-  und  formgerecht  einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.

2.1 Die  Schweizerische  Rechtsordnung  gewährt  grundsätzlich  keinen  An-
spruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist - vorbehält-
lich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der Bewilligungs-
behörde  in  pflichtgemässer  Ausübung  ihres  Ermessens  zu  fällen  (Art.  4 
und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14. Januar 
1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern 
[VEA, SR 142.211];  PETER UEBERSAX,  Einreise und Anwesenheit,  in:  PETER 
UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländer-
recht,  Ausländerinnen  und  Ausländer  im  öffentlichen  Recht,  Privatrecht, 
Steuerrecht  und  Sozialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 
143;  URS BOLZ,  Rechtsschutz  im  Ausländer-  und  Asylrecht,  Basel  und 
Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protec-
tion de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 
2000, S. 24). 

2.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz ei-
nen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung 
von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 VEA). Um ein Vi-
sum zu erhalten,  müssen Ausländerinnen und Ausländer  die in Artikel  1 
Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter an-
derem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 
2 Bst. c VEA).

3. Die Gesuchstellerin  bedarf  aufgrund ihrer  Nationalität  zur  Einreise in  die 
Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verweigerte die Er-
teilung eines solchen Visums mit  der Begründung, die anstandslose und 
fristgerechte  Wiederausreise  erscheine  nicht  als  hinreichend  gesichert. 
Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wiederausrei-
se erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen 

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sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen tref-
fen. Dabei  rechtfertigt  es sich durchaus,  Einreisegesuchen von Bürgerin-
nen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive wirt-
schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein mit 
Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen 
Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einrei-
sebewilligung in Einklang steht.

4. Nach mehr als zehn Jahren starken Wachstums befindet sich die Domini-
kanische Republik seit Anfang 2003 in einer wirtschaftlich schwierigen Si-
tuation.  Zur  Wirtschaftskrise  hat  unter  anderem  die  Insolvenz  einer  der 
grössten  Geschäftsbanken  beigetragen,  deren  Verbindlichkeiten  von  der 
dominikanischen Zentralbank übernommen wurden.  Die Wirtschaftsdaten 
weisen für das Jahr 2003 eine Verdoppelung der Staatsverschuldung auf 
etwa 56% des Bruttoinlandproduktes aus, und die Inflationsrate betrug al-
lein 42.7%. Obschon in den vergangenen beiden Jahren eine gewisse Er-
holung der Wirtschaft festzustellen ist, hat die Krise vor allem die Bevölke-
rung empfindlich getroffen. Der Anteil  der unter der Armutsgrenze leben-
den  dominikanischen  Bevölkerung  stieg  während  der  Krise  um  etwa 
582'000 auf 5.71 Mio. (bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 9.03 Mio. Ein-
wohnern  im  Jahr  2005).  Der  gesetzliche  Mindestlohn  pro  Monat  betrug 
Ende 2003 zwischen USD 73 (kleine Unternehmen) und USD 119 (grosse 
Unternehmen)  und ist  damit  im Vergleich  zu  den Vorjahren  deutlich  zu-
rückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist in den letzten Jahren kontinuier-
lich  gestiegen  und  betrug  im  Jahre  2004  18.4%  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: März 2006).

5.

5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine Umstände und 
Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Ein-
zelfalles zu berücksichtigen.  Obliegt einem Gesuchsteller  im Heimatstaat 
beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine an-
standslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstel-
lern, die in ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die 
sie von einer  möglichen Emigration abhalten  könnten,  aufgrund entspre-
chender Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschrifts-
gemässen Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufent-
halt) hoch eingeschätzt werden.

5.2 Die Gesuchstellerin ist 32-jährig, ledig und kinderlos. Familiäre Bindungen 
an ihre angestammte Umgebung werden zwar  geltend gemacht,  aber  in 
keiner  Weise offengelegt.  Darüber  hinaus wird auch nichts  geäussert  zu 
den persönlichen Perspektiven, die die Gesuchstellerin mittel- und langfris-
tig verfolgt. Immerhin befindet sie sich in einem Alter, in dem Frauen in ih-
rer Gesellschaft in aller Regel längst eine eigene Familie gegründet haben. 
Alles in allem sind unter dem Aspekt Familie und Verwandtschaft  tragfä-
hige Bindungen weder erkennbar noch absehbar. 

5.3 Bindungen der  Gesuchstellerin  an ihre  angestammte  Umgebung werden 

http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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insbesondere  in  beruflicher  Hinsicht  geltend  gemacht.  Gemäss  eides-
stattlicher Erklärung vom 7. Juni  2006 sowie einer  Bestätigung ihres Ar-
beitgebers gleichen Datums arbeitet die Gesuchstellerin seit März 1999 als 
Sachbearbeiterin  in  einem  Unternehmen,  welches  sich  auf  Sportwetten 
spezialisiert hat, und bezieht (Stand: Juni 2006) ein monatliches Salär von 
DOP  20'000,  d.h.  umgerechnet  ca.  USD  620  (zum  Wechselkurs  vom 
7. Juni  2006).  Bereits  in  einem  früheren  Bewilligungsverfahren  vor  dem 
EJPD hatte die Gesuchstellerin  eine ähnliche Bestätigung desselben Ar-
beitgebers (datiert vom 11. August 2003) eingereicht, gemäss welcher sie 
ein  monatliches  Salär  von  DOP  8'000,  d.h.  umgerechnet  ca.  USD  246 
(zum Wechselkurs vom 11. August 2003) erzielte. Mit anderen Worten: Die 
Gesuchstellerin  verbesserte sich lohnmässig beim selben Arbeitgeber in-
nerhalb von nur knapp drei  Jahren um das Zweieinhalbfache und erzielt 
als Sachbearbeiterin nun einen Lohn, welcher um mehr als das Fünffache 
über dem für grosse Unternehmen im Jahre 2003 geltenden gesetzlichen 
Mindestlohn von USD 119 pro Monat liegt.  Die Gesuchstellerin  hat zwar 
gemäss den eingereichten Unterlagen im November 2004 ein Lizentiat in 
Marketing erworben. Ob dies allein einen solch erheblichen Lohnanstieg in 
ihrer Stellung als Sachbearbeiterin zu rechtfertigen vermag, erscheint je-
doch fraglich. Der Verdacht eines blossen Gefälligkeitsschreibens ihres Ar-
beitgebers ist unter diesen Umständen nicht völlig von der Hand zu wei-
sen. Letztlich kann diese Frage jedoch offenbleiben, zeigt doch die Erfah-
rung ganz allgemein,  dass  aufgrund des grossen Lohngefälles  zwischen 
der Schweiz und Entwicklungsländern wie der Dominikanischen Republik 
selbst ein für einheimische Verhältnisse gutes Salär nicht nachhaltig davon 
abhalten kann, das Heimatland dauerhaft zu verlassen.

Auffallend ist auch, dass die Gesuchstellerin ein Visum für volle drei Mo-
nate beantragt. Es stellt sich die Frage, weshalb für einen blossen Besuch 
eine so lange Dauer beantragt werden muss und wie sich eine solch lange 
Abwesenheit mit den Verbindlichkeiten aus dem Arbeitsverhältnis verträgt. 
Zu ersterer Frage äusserten sich die Beschwerdeführer nicht. Was das Ar-
beitsverhältnis anbelangt, so ist der Arbeitgeber zwar gemäss einer einge-
reichten Erklärung bereit, unbezahlten Urlaub zu gewähren, dies allerdings 
verbunden mit der Aufforderung, nach erfolgter Rückkehr die Arbeit wieder 
aufzunehmen. Was die Wiederaufnahme der Arbeit anbelangt, handelt es 
sich jedoch bloss um eine einseitige Verpflichtung der Gesuchstellerin und 
es  erscheint  fraglich,  ob  diese  auch  eine  Weiterbeschäftigungsgarantie 
des  Arbeitgebers  beinhaltet.  Dessen  ungeachtet  zeugt  die  lange  Dauer 
des beabsichtigten Besuchsaufenthaltes von einer grossen Flexibilität der 
Gesuchstellerin auch in beruflicher Hinsicht. 

5.4 Hinzu  kommt,  dass  erfahrungsgemäss  die  Tendenz  zur  Emigration  dort 
noch begünstigt  wird,  wo sich bereits Verwandte oder Bekannte im Aus-
land etabliert  haben. Die Gesuchstellerin hat zwei Schwestern - darunter 
die Beschwerdeführerin -, welche offensichtlich gestützt  auf Heirat zu ei-
nem Anwesenheitsrecht in der Schweiz gekommen sind. Es ist somit nicht 
auszuschliessen,  dass  auch  die  Gesuchstellerin  -  einmal  hier  ange-
kommen - den Wunsch hegen könnte, es ihren Schwestern gleich zu tun 

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und dauerhaft hier zu bleiben. 

5.5 Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte  die Vorinstanz daher  zu Recht 
davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht gewährleistet 
(vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. c VEA). Zwar lässt sich diese 
Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht 
aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung - auf welche wie be-
reits erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht - abzulehnen. Die Ge-
suchstellerin  hat  zwar eidesstattlich erklärt,  nach ihrem Aufenthalt  in der 
Schweiz unverzüglich in ihr Heimatland zurückzukehren. Dabei handelt es 
sich jedoch lediglich um eine beglaubigte Absichtserklärung, welche weder 
rechtlich verbindlich noch faktisch durchsetzbar ist.

6. Die  Beschwerdeführer  geben  ihr  Wort  für  die  anstandslose  und  fristge-
rechte Rückkehr der Gesuchstellerin und verweisen insbesondere auf ihre 
tadellose Lebensführung sowie auf den Umstand, dass sie selber bei einer 
allfälligen  illegalen  Aktion  einiges  zu  verlieren  hätten.  Die  Integrität  des 
Gastgeberehepaares wird vorliegend in keiner Weise in Zweifel gezogen. 
Indessen geht es bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten 
Wiederausreise  nicht  um das  Verhalten  und  die  Absichten  des  Gastge-
bers, sondern allein um dasjenige des Gastes. Nur dieser ist in der Lage, 
hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausrei-
se zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Ga-
rantie  leisten,  nicht  aber -  mangels  rechtlicher Durchsetzbarkeit  -  für  ein 
bestimmtes Verhalten des Gastes.

7. Die  Beschwerdeführer  weisen  darauf  hin,  dass  in  anderen,  ihnen  be-
kannten Fällen Besuchervisa an Dominikanische Staatsangehörige erteilt 
würden.  Ein Vergleich ist  jedoch in  völliger  Unkenntnis  dieser  angespro-
chenen Fälle nicht möglich. Kommt hinzu, dass - wie unter Ziffer 5.1 be-
reits ausgeführt - die Risikoanalyse jeweils aufgrund einer Beurteilung des 
konkreten Einzelfalles zu erfolgen hat. Allein aus dem Umstand, dass Dritt-
personen ein Besuchervisum ausgestellt  wurde, können die Beschwerde-
führer somit nichts zu ihren Gunsten ableiten.

8. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführer letztmals im Jah-
re  2001  gemeinsam  in  der  Dominikanischen  Republik  waren,  die  Be-
schwerdeführerin mit ihren Kindern zusätzlich noch im Jahre 2005. Es ist 
ihnen somit zuzumuten, ihren Kontakt mit der Gesuchstellerin auch in Zu-
kunft durch Besuche in deren Heimatland zu pflegen.

9. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-
her abzuweisen.

10. Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  werden  die  unterliegenden 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrens-
kosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 lit. b des 
Reglements  vom  11.  Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

8

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten im Betrag von Fr.  600.-- werden den Beschwerde-
führern auferlegt. Sie sind durch den am 4. August 2006 in gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- den Beschwerdeführern (Einschreiben)

- der Vorinstanz (Einschreiben; Akten 2 031 465 zurück)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

A. Trommer L. Birgelen

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