# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1434f4e-3336-5175-9a3e-9f595165af7e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 07.05.2013 BRGE II Nr. 0070/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-II-Nr--0070-201_2013-05-07.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

 

 

 
 
 
G.-Nr. R2.2012.00145 
BRGE II Nr. 0070/2013 

 
 
 
  Entscheid vom 7. Mai 2013 
 
 

 

Mitwirkende Abteilungspräsident Peter Rütimann, Baurichter Emil Seliner, Baurichter 
Stefano Terzi, Gerichtsschreiber Hansjörg Weber     

 
 
 

in Sachen Rekurrierende 

1. N. und A. K., [….]  
2.  [….] 
3.  [….] 
4.  [….] 
5.  [….]  
6.  [….] 
7.  [….] 

 

gegen Rekursgegnerinnen 

1. Baukommission Z, [….]  
 
2. P. Architektur, [….]  

 

 
betreffend Baukommissionsbeschluss vom 3. September 2012; Baubewilligung für 

zwei Einfamilienhäuser 
_______________________________________________________ 

 

 

R2.2012.00145 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 3. September 2012 (Versanddatum 10. September 

2012) erteilte die Baukommission Z der P. Architektur die baurechtliche 

Bewilligung für zwei Einfamilienhäuser auf dem Grundstück Kat.-Nr. 5293 

am T.-weg in Z. 

B. 

Hiergegen gelangten N. und A. K. und die im Rubrum genannten 

Mitrekurrierenden mit gemeinsamer Rekurseingabe vom 10. Oktober 2012 

innert Frist an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten 

die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerinnen.  

C. 

Mit Präsidialverfügung vom 12. Oktober 2012 wurde der Rekurseingang 

vorgemerkt und das Vernehmlassungsverfahren eingeleitet. Die Baubehör-

de beantragte mit Eingabe vom 12. Dezember 2012 die Abweisung des 

Rekurses. Die Bauherrschaft liess sich nicht vernehmen.  

D. 

Am 12. März 2013 führte die 2. Abteilung des Baurekursgerichts einen Au-

genschein vor Ort durch. 

E. 

Auf die Parteivorbringen und die Feststellungen anlässlich des Lokalter-

mins wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehen-

den Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

R2.2012.00145 Seite 3 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Den Rekurrierenden, die Eigentümer umliegender, teils direkt angrenzen-

der und teils nur durch Verkehrsanlagen von der Bauparzelle getrennter 

Grundstücke sind, kommt die nach § 338a Abs. 1 des Planungs- und Bau-

gesetzes (PBG) erforderliche Nähe zum Streitobjekt zu. Aufgrund der von 

ihnen geltend gemachten Rechtsverstösse (Grenzabstandsverletzung und 

mangelnde Einordnung) sind sie auch als im Sinne der genannten Norm in 

schutzwürdigen Interessen berührt anzusehen und damit rekursberechtigt. 

Die Rekurrierenden haben überdies rechtzeitig die Zustellung des bau-

rechtlichen Entscheids verlangt und damit ihr Rekursrecht auch in dieser 

Hinsicht gewahrt. 

2. 

Kurz vor dem auf den 12. März 2013 (13:00 Uhr) angesetzten Lokaltermin 

wurde die Rekursinstanz von den Rekurrierenden darüber informiert, dass 

die "Hälfte der Profilstangen" nicht mehr stehe (vgl. act. 16). Anlässlich des 

gleichwohl durchgeführten Augenscheins traf die Gerichtsabteilung eine 

− soweit erkennbar – vollständige Profilierung an. Der Vertreter der Bau-

herrschaft erklärte auf entsprechende Frage, dass gewisse Profilstangen im 

Interesse notwendiger Arbeiten auf dem Rekursgrundstück vorübergehend 

hätten beseitigt werden müssen. Kurz vor dem Augenschein, konkret wäh-

rend der Mittagszeit, seien sie durch ihn wieder gesetzt worden. Seitens 

der Rekurrierenden wurde mit Nichtwissen bestritten, ob die wieder aufge-

stellten Profile das strittige Bauvorhaben höhenmässig korrekt wiederge-

ben. 

Welche Profilstangen neu gesetzt wurden, steht nicht im Einzelnen fest. 

Jedoch wurde selbst nach rekurrentischer Darstellung höchstens die Hälfte 

der Profilstangen neu aufgestellt, sodass zumindest bei der anderen Hälfte 

vom Fortbestand der durch die Gemeinde höhenüberprüften Aussteckung 

auszugehen war. Im Hinblick darauf sah sich die Rekursinstanz dazu im-

stande, das strittige Bauvorhaben (im Verbund mit den am Augenschein 

vorliegenden Bauplänen) volumetrisch abzuschätzen.  

 

 

R2.2012.00145 Seite 4 

Ein Anlass dazu, den Augenschein abzubrechen und zu einem solchen er-

neut vorzuladen, bestand daher nicht. 

3. 

Streitbetroffen ist das in Z befindliche, im Nordosten vom T.-weg und im 

Südosten vom L.-weg bzw. einem von diesem her zugänglichen Fahrzeug-

abstellplatz begrenzte Grundstück Kat.-Nr. 5293. Die Bauherrschaft beab-

sichtigt, auf dieser nach Südwesten abfallenden Parzelle zwei in einem Ab-

stand von 13,5 m nebeneinander situierte, durch einen Zwischenbau ver-

bundene Einfamilienhäuser zu erstellen (Häuser West und Süd). Die für 

sich betrachtet einen Grundriss von 9 x 14 m aufweisenden Wohnbauten 

verfügen über je zwei anrechenbare Untergeschosse (von den eines nur 

beschränkt in den gewachsenen Boden ragt; in den Plänen Erdgeschoss 

genannt) sowie je ein Voll- und ein Dachgeschoss. Überdacht sind sie 

durch Schrägdächer, deren Firste parallel zur Gebäudelängsseite von 

Nordosten nach Südwesten und damit in der Hangfalllinie verlaufen. Der 

dreigeschossige, 2,9 m von den Südwestfassaden der beiden Einfamilien-

häuser zurückversetzte Zwischenbau ist demgegenüber mit einem begrün-

ten Flachdach versehen. Im obersten Geschoss des bis knapp unter die 

Traufe der Einfamilienhäuser reichenden Zwischenbaus sind Garagen un-

tergebracht. Im mittleren Geschoss befinden sich Waschküchen, deren 

Fensterfläche gemäss einem Vermerk in den Plänen weniger als 5 % der 

Bodenfläche beträgt (vgl. act. 13.4). 

Das Rekursgrundstück gehört nach der geltenden Bau- und Zonenordnung 

(BZO) der zweigeschossigen Wohnzone W2/30 an. In dieser sind ein klei-

ner Grundabstand von 5 m und ein grosser Grundabstand von 8 m zu be-

achten (Art. 15 BZO). Letzterer gilt nach Art. 25 Abs. 1 Satz 2 BZO "für die 

längere Fassade, welche nach dem Sektor Ost-Süd-West gerichtet ist". In 

Art. 34 BZO hat die Gemeinde Z bestimmt, dass das Freilegen von Unter-

geschossen nur bis 1,5 m unterhalb des gewachsenen Bodens zulässig ist. 

4. 

Die Rekurrierenden wenden gegen die von der Vorinstanz erteilte Bewilli-

gung für das vorstehend umschriebene Bauvorhaben zur Hauptsache ein, 

dass bei diesem der grosse Grundabstand nicht wie projektiert auf der 

Südwest-, sondern vielmehr der Südostseite eingehalten sein müsste. Wei-

 

 

R2.2012.00145 Seite 5 

ter machen sie geltend, dass sich die geplanten Gebäude nicht in das be-

stehende "hochwertige Einfamilienhausquartier" einordneten. 

Auf die von den Rekurrierenden im Weiteren gerügten Rechtsverstösse 

wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. In diesen wird, so-

weit erforderlich, auch auf die Entgegnungen der Vorinstanz zu den rekur-

rentischen Einwänden insgesamt Bezug genommen.  

5.1. 

Zur Frage der Ansetzung des grossen Grundabstandes führt die Vorinstanz 

in ihrer Rekursantwort an, dass die 36 m lange Südwestseite des Gesamt-

kubus sowohl optisch als auch architektonisch als längste Fassade im Sek-

tor Ost-Süd-West in Erscheinung trete. Daran ändere der auf jener Seite 

2,90 m von den Fassaden der Einfamilienhäuser zurückspringende Zwi-

schenbau nichts. Gemäss langjähriger – von der Rekursinstanz in einem 

vorgängigen Entscheid als vertretbar eingestufter – Praxis zu Art. 25 BZO 

würden nur Gebäudevorsprünge mit einer Tiefe von mindestens 3 m als 

"selbständig fassadenbildend" betrachtet. Dieses Mass werde durch die 

beidseits des Zwischenbaus vorspringenden Einfamilienhäuser nicht er-

reicht. 

5.2. 

Mit der erwähnten vorinstanzlichen Praxis hatte sich die Rekursinstanz im 

Entscheid BRKE II Nr. 0038/2010 vom 2. März 2010 zu befassen. Die Vor-

instanz führte damals an, dass bei der Bestimmung der Fassadenlänge im 

Sinne von Art. 25 BZO zurückversetzte Fassadenbereiche nur bis zu einer 

Tiefe von 3 m, was der Differenz zwischen grossem und kleinem Grundab-

stand entspreche, berücksichtigt würden. Weiter zurückliegende Fassaden 

seien unter dem Gesichtspunkt der Zweckbestimmung von Art. 25 BZO be-

deutungslos. 

Die Rekursinstanz gelangte im erwähnten Entscheid zum Schluss, dass 

diese Interpretation von Art. 25 BZO ohne weiteres vertretbar und auf alle 

Fälle innerhalb des Ermessensspielraums liege, welcher der Vorinstanz bei 

der Anwendung dieser Norm zukommt. Hieran ist vorliegend festzuhalten.  

 

 

R2.2012.00145 Seite 6 

5.3. 

Am vorstehend Gesagten vermag der Hinweis der Rekurrierenden auf die 

Regelung von Art. 30 Abs. 1 BZO nichts zu ändern. Nach dieser Bestim-

mung haben Hauptgebäude Schrägdächer aufzuweisen, deren Firstrich-

tung parallel zur längeren Gebäudeseite verläuft. Letztere muss nach An-

sicht der Rekurrierenden auch für den grossen Grundabstand massgebend 

sein.  

Beizupflichten ist den Rekurrierenden darin, dass die für die Ansetzung des 

Firstes eines Schrägdaches und die für die Einhaltung des grossen Grund-

abstandes massgebende Gebäudeseite häufig identisch sein dürften. Dies 

ist jedoch zumindest vom Wortlaut der entsprechenden Bestimmungen her 

nicht zwingend. Während für den grossen Grundabstand nach Art. 25 BZO 

die in bestimmter Weise ausgerichtete "längere Fassade" massgebend ist, 

ist der First von Schrägdächern nach Art. 30 Abs. 1 BZO parallel zur "län-

geren Gebäudeseite" anzusetzen. Diese Bestimmungen sind auch unter-

schiedlich motiviert. Bei der Regelung über die Firstansetzung handelt es 

sich um eine Gestaltungsvorschrift. Die sich auf den grossen Grundabstand 

beziehende Bestimmung ist, auch wenn dies aus deren Wortlaut (im Ge-

gensatz zu entsprechenden Regelungen anderer Gemeinden) nicht mit al-

ler Deutlichkeit hervorgeht, wohnhygienisch motiviert. Der Sinn und Zweck 

von grossen Grundabständen liegt regelmässig darin, die Besonnung und 

Belichtung des auf dem Baugrundstück geplanten Gebäudes zu verbessern 

(vgl. VB.2004.00145, E. 5; www.vgrzh.ch).  

Dieser Zweck würde verfehlt, wenn der grosse Grundabstand vorliegend 

auf der Südostseite eingehalten werden müsste. Die Wohnräume der ge-

planten Einfamilienhäuser sind, was die Befensterung und die Balkone zei-

gen, klarerweise nach Südwesten ausgerichtet. Die in der Südostfassade 

von Haus Süd vorhandenen Fenster belichten weitgehend Schlaf- und Sa-

nitärräume sowie einen Korridor (vgl. act. 13.4 und 13.5). 

5.4. 

Seine Richtigkeit hat andererseits, dass die Firste der Schrägdächer der 

beiden Einfamilienhäuser – bei gesonderter Betrachtung dieser Bauten − 

parallel zu deren längerer Gebäudeseite verläuft. Damit wird bei diesen als 

eigenständig wahrgenommenen Dächern der gestalterischen Vorschrift von 

Art. 30 BZO genügt. Würde die längere Fassade im Sinne von Art. 25 BZO 

als für die Firstansetzung massgebend angesehen, entstünden Gebäude 

 

 

R2.2012.00145 Seite 7 

im "Chaletstil", die jedenfalls nach der verwaltungsgerichtlichen Recht-

sprechung verpönt sind (vgl. hierzu VB.2011.00668 in BEZ 2012 Nr. 4).  

5.5. 

Aus diesen Gründen erweisen sich die gegen die Ansetzung des grossen 

Grundabstandes gerichteten Einwände der Rekurrierenden als nicht stich-

haltig. 

6. 

Nicht genügt wird nach Auffassung der Rekurrierenden auch der Abgra-

bungsvorschrift von Art. 34 BZO. Sie machen geltend, dass das zulässige 

Abgrabungsmass von 1,5 m bei der Westecke von "Haus West" überschrit-

ten sei.  

Dieser Einwand erweist sich als unzutreffend. Entgegen der Darstellung der 

Rekurrierenden wird der heute im fraglichen Bereich auf der Kote 

515.94 m ü. M. verlaufende gewachsene Boden nicht bis auf die Kote 

514.10 m ü. M., sondern lediglich bis auf das Mass von 514.55 m ü. M. ab-

gegraben (vgl. act. 13.8 [Nord-West-Fassade Haus West]). Unerheblich ist, 

dass der künftige gestaltete Boden als mauerumrandetes Pflanzbeet aus-

gestaltet wird (vgl. act. 13.3). Sinn und Zweck von Art. 34 BZO, nämlich 

dass Untergeschosse über dem gestalteten Boden nicht mehr als 1,5 m in 

Erscheinung treten sollen, wird auch auf diese Weise genügt.  

7. 

Im Erdgeschoss des Zwischenbaus sind die Waschküchen der seitlich an-

grenzenden Einfamilienhäuser geplant. Gemäss einem Vermerk im Plan 

Grundrisse EG beträgt die Fensterfläche dieser je 23,1 m
2
 grossen Räume 

"weniger als 5 % der Bodenfläche" (vgl. act. 13.4). Die Rekurrierenden 

wenden ein, dass das genannte Mass durch die im Plan 

Süd-West-Fassade ausgewiesenen Fenster dieser Räume deutlich über-

schritten sei (vgl. act. 13.7). Aufgrund der Ausgestaltung der fraglichen 

Räume bestehe die Gefahr, dass diese – weil zur Überschreitung der er-

laubten Ausnützung führend − unzulässigerweise zu anrechenbaren Zwe-

cken verwendet würden. Eine solche Nutzung sei daher durch eine grund-

buchliche Anmerkung zu untersagen.  

 

 

R2.2012.00145 Seite 8 

Hierzu besteht kein zwingender Grund. Zutreffend ist zwar, dass durch die 

im Plan Süd-West-Fassade dargestellten Fenster der fraglichen Räume ei-

ne 5 % der Bodenfläche überschreitende Fensterfläche gegeben ist. Die 

Bauherrschaft ist indessen auf der Angabe im Erdgeschossplan zu behaf-

ten. Die Fenster werden daher zu verkleinern sein. Sofern die fraglichen 

Räume nur ihrem deklarierten Verwendungszweck entsprechend ausge-

baut und insbesondere mit den notwendigen Anschlüssen versehen wer-

den, ist, weil sich Waschküchen wegen der notwendigen Zu- und Ableitun-

gen innerhalb eines Gebäudes nicht ohne Weiteres verschieben lassen, ei-

ne unzulässige Umnutzung wenig wahrscheinlich. Ein Nutzungsrevers er-

weist sich daher als entbehrlich. 

8.1. 

Die Rekurrierenden halten schliesslich auch dafür, dass das strittige Bau-

vorhaben der Einordnungsvorschrift von § 238 Abs. 1 PBG widerspreche. 

Nach dieser Norm sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich und in ih-

rem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im 

Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedi-

gende Gesamtwirkung erreicht wird. 

Bei der Anwendung dieser Vorschrift steht der örtlichen Baubehörde eine 

besondere Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zu. Insoweit auferlegt 

sich das Baurekursgericht bei der Überprüfung diesbezüglicher kommuna-

len Entscheide Zurückhaltung. Es überprüft zwar nicht nur die Rechtmäs-

sigkeit, sondern auch die Zweckmässigkeit der kommunalen Verfügung, er-

setzt aber einen vertretbaren Ermessensentscheid der Gemeindebehörde 

nicht durch eigenes Ermessen. 

8.2. 

Die Rekurrierenden begründen die ihres Erachtens fehlende Einordnung 

damit, dass die innerhalb eines hochwertigen, unternutzten Einfamilien-

hausquartiers geplanten "klotzigen Einfamilienhäuser" auf die sensible Um-

gebung ungenügend Rücksicht nähmen. Durch den überdies geplanten 

Zwischenbau entstehe ein quer zum Hang stehender unpassender Gebäu-

deriegel. Zu kritisieren seien insbesondere auch die in der Hangfalllinie ver-

laufenden Firste, durch welche die Gebäude in einen Gegensatz zum bau-

lichen Umfeld träten.  

 

 

R2.2012.00145 Seite 9 

Dem letztgenannten Einwand hält die Vorinstanz unter Hinweis auf eine 

von ihr eingereichte, dem GIS-Browser der Baudirektion entnommene Luft-

aufnahme (vgl. act. 13.12) entgegen, dass im fraglichen Gebiet keine ein-

heitliche Firstrichtung gegeben sei. Zur Kubatur der projektierten Gebäude 

führt die Vorinstanz an, dass gemäss konstanter Rechtsprechung einer 

Bauherrschaft gestützt auf die Einordnungsvorschrift höchstens beim Vor-

liegen ausserordentlicher Umstände untersagt werden könne, die zonen-

gemässen Baumöglichkeiten auszuschöpfen. Solch besondere Umstände 

seien in casu nicht gegeben. Für sich selbst betrachtet wird das Projekt im 

angefochtenen Beschluss als "gut gestaltet" bezeichnet. Positiv hervorge-

hoben wird auch die Wahl der Fassadenfarben (beige bei den Einfamilien-

häusern, braun beim Zwischenbau; vgl. act. 13.7), die das Bauvorhaben 

kleiner erscheinen liessen, als es bei hellen Fassadenfarben der Fall wäre.  

Inwiefern die Vorinstanz bei diesen Einschätzungen das ihr bei der gestal-

terischen Beurteilung von Bauvorhaben zustehende Ermessen rechtsmiss-

bräuchlich gehandhabt haben sollte, ist nicht erkennbar. Richtig ist zwar, 

dass die Kubatur beim strittigen Projekt teils deutlich über derjenigen der 

bestehenden Gebäude liegt. Dies gilt gemäss den Feststellungen anläss-

lich des Augenscheins namentlich für die vorhandenen älteren Bauten 

talseits des Baugrundstücks (Prot. S. 6 f., Fotos 1 und 5). Der Unterschied 

zu den bergwärts des T.-wegs bestehenden neueren Gebäuden, nament-

lich auch demjenigen der Rekurrierenden Nr. 1, ist demgegenüber weniger 

ausgeprägt (Prot. S. 7, Fotos 3 und 4). Wenn die Vorinstanz zum Schluss 

gelangte, dass das ihr zur Genehmigung vorgelegte Projekt innerhalb des 

gegebenen baulichen Umfelds gestalterisch genügend sei, erweist sich 

dies als vertretbar. Dies gilt mit Blick auf die bestehende Dachlandschaft 

auch für die vorgesehene Firstrichtung. Zum überdies monierten Entstehen 

eines Riegels hat die Vorinstanz in nachvollziehbarer Weise erwogen, dass 

eine solche optische Wirkung durch die geplante Höhen- und Fassaden-

staffelung nicht eintritt.  

Als Fazit ist festzuhalten, dass sich die Vorinstanz bei ihrem eine genügen-

de Einordnung des strittigen Bauvorhabens bejahenden Entscheid im 

Rahmen des ihr diesbezüglich zustehenden Ermessens hielt. Die entge-

genstehende Auffassung der Rekurrierenden ist nicht stichhaltig. 

 

 

R2.2012.00145 Seite 10 

8.3. 

Nicht einzutreten ist auf den Rekurs, soweit sich die Rekurrierenden im Zu-

sammenhang mit der ihres Erachtens zulässigen Überbauung des 

Rekursgrundstücks auf eine aus dem Jahr 1963 datierende diesbezügliche 

Dienstbarkeit beziehen. Diese brauchte die Vorinstanz, welche nach § 320 

PBG lediglich zu prüfen hatte, ob das Vorhaben den Vorschriften des Pla-

nungs- und Baugesetzes und den zugehörigen Verordnungen entspricht, 

nicht zu berücksichtigen. 

9.1. 

Bei beiden der geplanten Einfamilienhäuser sind auf der südöstlichen 

Schrägdachfläche jeweils auf drei Felder aufgeteilte Sonnenkollektoren 

vorgesehen. Diese nehmen die neben den überdies geplanten Schlepp-

gauben vorhandene Dachfläche beim Haus West fast vollständig und beim 

Haus Süd weitgehend ein (vgl. act. 13.8). 

Art. 39 Abs. 1 BZO bestimmt, dass Anlagen zur Nutzung von Sonnenener-

gie gestattet sind, wenn eine befriedigende Einordnung erreicht wird. Auch 

bei der Anwendung dieser Norm steht der örtlichen Baubehörde ein von der 

Rekursinstanz zu respektierender Ermessensspielraum zu. 

9.2. 

Die Rekurrierenden wenden gegen die Solaranlagen ein, dass die Dächer 

durch diese unruhig und "zerstückelt" wirkten. Eine einheitliche geschlos-

sene Dachfläche sei nicht mehr wahrnehmbar. Eine befriedigende Einord-

nung werde nicht erreicht. Ausserdem wird geltend gemacht, dass von den 

Sonnenkollektoren störende Blendwirkungen ausgehen könnten.  

Die Vorinstanz verweist diesbezüglich auf die von ihr in Dispositiv-Ziffer II.3 

statuierte Nebenbestimmung, wonach die Solaranlagen ins Dach einzulas-

sen seien und die gleiche oder eine ähnliche Farbe wie die Dachhaut auf-

zuweisen hätten. Damit macht sie indirekt und in vertretbarer Weise gel-

tend, dass der Anforderung von Art. 39 Abs. 1 BZO genügt werde. Die ent-

gegenstehende Auffassung der Rekurrierenden, wonach diese Bestim-

mung nicht eingehalten sei, erweist sich damit als unbegründet.  

 

 

R2.2012.00145 Seite 11 

9.3. 

Allerdings stellt sich die Frage, ob und inwieweit der Bestimmung von 

Art. 39 Abs. 1 BZO überhaupt noch eine (selbständige) Bedeutung zukom-

men kann. Mit dem in dieser Bestimmung statuierten Kriterium der befriedi-

genden Einordnung von Solaranlagen wird nicht anders als mit § 238 

Abs. 1 PBG verlangt, dass sich eine Solaranlage im Verhältnis zum Ge-

bäude, auf oder an dem sie angebracht werden soll, und gegebenenfalls 

auch im Verhältnis zur baulichen und landschaftlichen Umgebung befriedi-

gend einordnet. Am 1. April 2013 ist indes der neue Absatz 4 von § 238 

PBG in Kraft getreten. Diese Bestimmung ist im vorliegenden Rechtsmittel-

verfahren zu beachten, führt doch eine Abwägung der in Frage stehenden 

Interessen dazu, den Belangen des Umweltschutzes im Verein mit der Er-

weiterung der Grundeigentümerbefugnisse den Vorrang zu geben (vgl. zum 

Ganzen RB 1985 Nr. 116).  

Nach § 238 Abs. 4 PBG werden "sorgfältig in Dach- und Fassadenfläche in-

tegrierte Solaranlagen bewilligt, sofern nicht überwiegende öffentliche Inte-

ressen entgegenstehen". Das Vorliegen der Rekurslegitimation vorausge-

setzt (§ 338a Abs. 1 PBG), können Nachbarn in bauästhetischer Hinsicht 

somit höchstens noch rügen, die streitgegenständliche Solaranlage sei 

nicht sorgfältig in die betreffende Dach- oder Fassadenfläche integriert. Mit 

darüber hinausgehenden gestalterischen Einwänden – namentlich, dass 

sich die Solaranlage nicht befriedigend in das Erscheinungsbild des 

rekursbetroffenen Gebäudes oder gar in dessen bauliche und landschaftli-

che Umgebung einordne – sind Nachbarn demgegenüber nicht mehr zu hö-

ren.  

Mit ihrer Rüge, wonach die Dächer durch die geplante Solaranlage unruhig 

und "zerstückelt" wirkten und eine einheitliche geschlossene Dachfläche 

nicht mehr wahrnehmbar sei, machen die Rekurrierenden sinngemäss gel-

tend, dass eine sorgfältige Integration im Sinne von § 238 Abs. 4 PBG nicht 

gegeben sei. Von einer sorgfältig integrierten Solaranlage im Sinne dieser 

Bestimmung kann indes ohne Weiteres ausgegangen werden. Es ist 

schwer vorstellbar, was diesbezüglich über die von der Vorinstanz in Dis-

positiv-Ziffer II.3 getroffene Anordnung hinaus noch verlangt werden könn-

te. Dass eine sorgfältig integrierte Solaranlage nur dann vorliege, wenn ne-

ben dieser noch eine geschlossene, normal eingedeckte Dachfläche wahr-

nehmbar ist und die Dachfläche nicht – wie in casu – weitgehend von der 

Anlage eingenommen wird, ist § 238 Abs. 4 PBG nicht zu entnehmen. Der 

 

 

R2.2012.00145 Seite 12 

Rekurs erweist sich damit auch nach dem neu geltendem Recht als unbe-

gründet.  

9.4. 

Nach § 238 Abs. 4 PBG können der Bewilligungsfähigkeit sorgfältig inte-

grierter Solaranlagen höchstens noch überwiegende öffentliche Interessen 

entgegenstehen. Eine solches Interesse besteht namentlich an der Wah-

rung von Schutzobjekten (Carmen Walker Späh, PBG-Revision: Abbau von 

Hürden bei energetischen Gebäudesanierungen, PBG aktuell 2/2012, 

S. 8 f.). Die sich aus § 238 Abs. 4 PBG ergebende Unbeachtlichkeit jegli-

cher entgegenstehender privater Interessen ist indes mit dem übergeordne-

ten Bundesumweltschutzrecht nicht vereinbar. Den vom Umweltschutzge-

setz (USG) gewährleisteten Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen, ih-

rer Lebensgemeinschaften und Lebensräume vor schädlichen oder lästigen 

Einwirkungen, wozu nach Art. 7 Abs. 1 USG auch Strahlen gehören, wo-

runter hinwiederum auch sichtbares Licht einschliesslich von Anlagen ge-

spiegeltes Sonnenlicht (Blendwirkung) fällt, kann die kantonalrechtliche Be-

stimmung von § 238 Abs. 4 PBG nicht ausschliessen. Nähere diesbezügli-

che Ausführungen erübrigen sich vorliegend. Denn der rekurrentische Ein-

wand, wonach von den beim vorliegend strittigen Bauvorhaben geplanten 

Solaranlagen störende Blendwirkungen ausgehen "könnten", erweist sich 

als ungenügend substantiiert. Die Rekurrierenden hätten aufzeigen müs-

sen, bei welchen Grundstücken und in welchem Ausmass solche Einwir-

kungen zu erwarten sind. Dies haben sie unterlassen. In diesem Punkt ist 

auf den Rekurs somit nicht einzutreten.  

10. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Rekurs abzuweisen ist, soweit 

darauf einzutreten ist. 

[….]