# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 736a0245-4a22-5eb9-8aff-1ac8bd6c80d0
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-18
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 18.03.2024 V 2024 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2024-35_2024-03-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

DIE HAFTRICHTERIN

V E R F Ü G U N G  vom 18. März 2024  [rechtskräftig]

in Sachen

Amt für Migration des Kantons Zug
Antragsteller

gegen

A.________, zzt. Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft (ZAA), Zürich
Antragsgegner

betreffend

Überprüfung der Anordnung der Administrativhaft
(Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG)

V 2024 35

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Haftrichterverfügung V 2024 35

A. A.________, geboren 1989, algerischer Staatsangehöriger, reichte am 9. Mai 
2018 in der Schweiz ein erstes Asylgesuch ein, verschwand dann aber, worauf es am 21. 
September 2018 als gegenstandslos abgeschrieben wurde. Am 26. September 2020 
reichte er ein zweites Asylgesuch ein. Mit Entscheid vom 15. März 2021 lehnte das 
Staatssekretariat für Migration SEM sein Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz 
weg. Gleichzeitig wurde er verpflichtet, das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schen-
gen-Raum bis am 10. Mai 2021 zu verlassen. Sollte er dieser Verpflichtung nicht innert 
Frist nachkommen, könne die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden. Der Kanton 
Zug wurde mit dem Vollzug beauftragt. Dieser Entscheid erwuchs am 16. April 2021 in 
Rechtskraft. Gleichwohl verliess er die Schweiz nicht und zeigte sich nicht kooperativ. Am 
28. Juni 2022 konnte das SEM die Identität verifizieren. A.________ wurde mehrfach 
straffällig. Der Vollzugs- und Bewährungsdienst ordnete für ihn infolge der Uneinbringlich-
keit der ihm auferlegten Bussen eine Ersatzfreiheitsstrafe ab 10. Januar 2024 bis 16. März 
2024 an. Anschliessend an die Verbüssung der Freiheitsstrafe wurde A.________ im Auf-
trag des Amtes für Migration (AFM) in Ausschaffungshaft überführt. 

B. Am 12. März 2024 ersuchte das AFM das Verwaltungsgericht um Prüfung der 
Ausschaffungshaft nach Art. 76 AIG und beantragte, diese für die Dauer von drei Monaten 
zu stützen.

C. Am 18. März 2024, 14:30 Uhr, fand in Anwesenheit des Antraggegners und der 
Vertreter des AFM die gesetzlich vorgeschriebene mündliche Verhandlung unter Mitwir-
kung eines Dolmetschers statt. Das Protokoll und die Tonaufnahme der Verhandlung ein-
schliesslich der mündlichen Eröffnung des Entscheides stehen den Parteien bis zum Ein-
tritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zur Verfügung. 

Die Haftrichterin erwägt:

1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-
der und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) sind die 
Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch ei-
ne richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen. Kantonale 
richterliche Behörde im Sinne des AIG ist das Verwaltungsgericht, welches aus seiner Mit-

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te den Haftrichter oder die Haftrichterin bezeichnet (§ 5 des Einführungsgesetzes zum 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und zum Asylgesetz [EG AuG, 
BGS 122.5] i.V.m. § 56 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG, BGS 162.1] 
und § 3 Abs. 1 Ziff. 2 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichts [GO VG, BGS 
162.11]). Der Antragsgegner befindet sich auf Anordnung des AFM gestützt auf Art. 76 
AIG seit 16. März 2024, 21:20 Uhr, in Ausschaffungshaft. Mit Durchführung der richterli-
chen Haftüberprüfung am 18. März 2024, 14:30 Uhr, und unmittelbar anschliessender 
Entscheideröffnung ist die gesetzliche Frist für die Haftüberprüfung gewahrt. 

2. Die zuständige Behörde kann einen Ausländer zur Sicherstellung des Vollzugs ei-
nes Weg- oder Ausweisungsentscheides in Ausschaffungshaft nehmen, soweit die Vor-
aussetzungen von Art. 76 AIG erfüllt sind. Danach ist erforderlich, dass ein erstinstanzli-
cher, nicht notwendigerweise auch ein rechtskräftiger Weg- oder Ausweisungsentscheid 
vorliegt, dessen Vollzug (z.B. wegen fehlender Reisepapiere, Unklarheiten bezüglich Iden-
tität usw.) noch nicht möglich, jedoch absehbar ist. Zudem muss einer der in Art. 76 Abs. 1 
lit. b Ziff. 1–5 AIG genannten Haftgründe gegeben sein. Sodann muss die Haft verhältnis-
mässig und die Ausschaffung rechtlich und tatsächlich möglich sein (Art. 80 Abs. 6 lit. a 
AIG). Auf Seiten der Behörden sind die für den Vollzug der Wegweisung notwendigen 
Vorkehrungen (wie Identitäts- und Herkunftsabklärungen, Papierbeschaffung) umgehend 
zu treffen (Art. 76 Abs. 4 AIG, Beschleunigungsgebot; vgl. zum Ganzen etwa BGer 
2C_37/2023 vom 16. Februar 2023 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Schliesslich sind die gesetzli-
chen Anforderungen an die Haftbedingungen zu beachten (z.B. geeignete Räume, geeig-
nete Beschäftigung; vgl. Art. 81 Abs. 2 AIG). Der Betroffene muss überdies hafterste-
hungsfähig sein.

3. Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG ist ein Haftgrund gegeben, wenn ein erstin-
stanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet wurde und das bisherige Verhalten 
des Betroffenen darauf schliessen lässt, dass er sich behördlichen Anordnungen wider-
setzt.

3.1 Das SEM hat das Asylgesuch des Antragsgegners, welcher im Asylverfahren un-
ter verschiedenen Aliasnamen auftrat, mit Entscheid vom 15. März 2021 abgewiesen und 
ihn gleichzeitig aus der Schweiz weggewiesen. Es ordnete an, dass er die Schweiz und 
den Schengen-Raum bis 10. Mai 2021 zu verlassen habe. Am 24. Juni 2022 wurde er 
durch das algerische Generalkonsulat identifiziert. 

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3.2 An der Haftrichterverhandlung vom 18. März 2024 bestätigte der Antragsgegner 
die in den Akten befindlichen Angaben seiner Personalien. Er habe noch Familienangehö-
rige in Algerien und Frankreich sowie einen 7-jährigen Sohn in Serbien. In der Schweiz 
lebten keine Angehörigen von ihm. In Frankreich habe er einmal versucht, einen Pass zu 
organisieren. Es habe aber nicht geklappt, da die französischen Behörden viele Dokumen-
te angefordert hätten, die er nicht habe beschaffen können. In der Schweiz habe er dies-
bezüglich nichts unternommen. Er habe trotz des negativen Asylentscheids die Schweiz 
nicht verlassen, da er verschiedene medizinische Operationen gehabt habe. Und man ha-
be ihm gesagt, dass er die folgenden Eingriffe, z.B. Entfernung von Metallplatten, auch 
hierzulande vornehmen lassen müsse. Er brauche weiterhin medizinische Behandlungen, 
die er in Algerien nicht bekommen könne. Er nehme auch regelmässig Medikamente ge-
gen Schmerzen und für die Behandlung seiner psychischen Erkrankung ein. Aus diesen 
Gründen wolle er nicht nach Algerien zurückkehren. Gegen die Haftbedingungen habe er 
an sich nichts einzuwenden, er bitte aber um Entlassung und verspreche, die Schweiz in-
nert 24 Stunden zu verlassen. Er habe Fr. 400.– eigene Mittel.

3.3 Der Vertreter des AFM erklärte an der Haftrichterverhandlung, dass die Voraus-
setzungen für die Ausschaffungshaft für den Antragsgegner erfüllt seien. Er sei rechtskräf-
tig weggewiesen worden, habe Anordnungen des AFM nicht befolgt und sei mehrfach 
straffällig worden. Die Identität des Antragsgegners sei gesichert und die algerischen 
Behörden hätten die Ausstellung eines Laissez-passer zugesichert. Das AFM habe den 
Antragsgegner unter Beilage der medizinischen Akten bei der Rückführungsbehörde des 
SEM für einen Flug nach Algerien angemeldet mit dem bevorzugten Zeitfenster vom 9.-
11. April 2024. Vorgesehen sei, dass er begleitet heimfliege. Die Ärzte hätten attestiert, 
dass beim Antragsgegner keine medizinischen Gründe vorlägen, die seiner Ausschaffung 
entgegenstünden. Konkret seien auch keine medizinischen Massnahmen geplant. Die 
Hafterstehungsfähigkeit sei gegeben und die weitere Haft solle in Zürich (ZAA) vollzogen 
werden. An der beantragten Bestätigung der Haft für drei Monate werde festgehalten.

3.4 In Würdigung der Akten und der Aussagen der Parteien ergibt sich, dass vorlie-
gend die Voraussetzungen von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG gegeben sind. Der Antrags-
gegner wurde mit Entscheid des SEM vom 15.März 2021 rechtskräftig aus der Schweiz 
weggewiesen. Er missachtete immer wieder behördliche Anweisungen und wurde mehr-
fach straffällig. Sein aktenkundiges Verhalten lässt ohne weiteres darauf schliessen, dass 
er auch künftig behördlichen Anordnungen nicht die geforderte Folge leisten würde. Ob-
wohl er als Grund für die verweigerte Bereitschaft, nach Algerien zurückzukehren, die 

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notwendige medizinische Versorgung in der Schweiz vorbrachte, bot er doch an, im Falle 
seiner Entlassung sofort, notabene mit nur wenig finanziellen Mitteln und ohne gültige 
Identifikationspapiere, die Schweiz illegal zu verlassen und unterzutauchen.

4. Die Ausschaffungshaft stellt einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit des 
Betroffenen dar. Anordnung und Aufrechterhaltung sind daher nur zulässig, wenn sie dem 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit und Angemessenheit zu genügen vermögen. Der 
Antragsgegner hat keine rechtlich zu beachtende Beziehung zur Schweiz. Durch sein 
bisheriges Verhalten hat er gezeigt, dass er hinsichtlich der rechtskräftig angeordneten 
Wegweisung nicht bereit ist, mit den Behörden zu kooperieren. Ab dem 19. März 2024 
wird die weitere Haft im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft (ZAA) vollzogen, 
welches die Vorgaben gemäss Art. 81 Abs. 2 AIG erfüllt. Er hat zwar gesundheitliche Pro-
bleme, bedarf aber aktuell keiner medizinischen Behandlung. Überdies ist die adäquate 
ärztliche Versorgung in der Strafanstalt gewährleistet. Er ist somit hafterstehungsfähig und 
die Ärzte, welche betreffend seine Rückführung angefragt wurden, bescheinigten ihm die 
Reisefähigkeit. Das AFM hat in Nachachtung des Beschleunigungsgebotes die notwendi-
gen Massnahmen und Abklärungen betreffend Rückführung bereits in die Wege geleitet 
und die Buchung eines Rückfluges nach Algerien im Zeitraum vom 9.-11. April 2024 bean-
tragt. Mildere Mittel anstelle der Haft zur Sicherstellung der Wegweisung sind keine er-
sichtlich. In Berücksichtigung aller Aspekte und des gewichtigen Interesses der Schweiz – 
wie auch der anderen Staaten – an einer geordneten und kontrollierten Ausreise erweist 
sich die Haft und deren beantragte Dauer von drei Monaten verhältnismässig. Da alle ge-
setzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Ausschaffungshaft antragsgemäss für die 
Dauer von drei Monaten bis 15. Juni 2024 bestätigt. 

5. Der Antragsgegner wird in Nachachtung von § 10 Abs. 2 EG AuG abschliessend 
darauf hingewiesen, dass er gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG das Recht hat, einen Monat nach 
der Haftüberprüfung beim Haftrichter ein Haftentlassungsgesuch einzureichen. Über die-
ses Gesuch wäre wiederum aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu entscheiden. 

6. Im Bereich der Zwangsmassnahmen werden gemäss § 14 Abs. 3 EG AuG in der 
Regel keine Verfahrenskosten erhoben. Vorliegend von diesem Grundsatz abzuweichen, 
besteht kein Anlass. 

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Die Haftrichterin verfügt:
___________________

1. Die vom Amt für Migration angeordnete Ausschaffungshaft wird für die Dauer von 
drei Monaten, d.h. bis zum 15. Juni 2024, bestätigt.

2. Kosten werden für dieses Verfahren nicht erhoben.

3. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen seit der schriftlich begründeten Mit-
teilung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

4. Mitteilung in schriftlich begründeter Form (nach vorgängiger mündlicher Eröffnung 
des Dispositivs und der wesentlichen Entscheidgründe unmittelbar im Anschluss 
an die Verhandlung) an:

5. - A.________, c/o Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft (ZAA) in 
Zürich (Zustellung an die Direktion zur Aushändigung und mit der Bitte um 
Rücksendung der separaten Empfangsbescheinigung)

- Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft (ZAA), Zürich (im Dispositiv)
- Amt für Migration des Kantons Zug, Aabachstrasse 1, 6301 Zug, 
- Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern.

Zug, 18. März 2024
Die Haftrichterin

lic. iur. Jacqueline Iten-Staub

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