# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 556193dd-ab21-5717-b708-7af7f4dd99d2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-19
**Language:** de
**Title:** Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen; an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilung bestehen Zweifel. (BGE 8C_451/2020)
**Docket/Reference:** UV.2019.00029
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00029.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00029
damit vereinigt
UV.2019.00151
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Gerichtsschreiberin Locher
Urteil
vom
19. Mai 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
Rechtsdienst, Rechtsanwältin Marina
Attinger
Soodmattenstrasse
2, 8134 Adliswil 1
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der
1964
geborene
X.___
war seit dem 18. März 2013 als Plattenleger bei der
Y.___
angestellt und damit bei der Suva obligatorisch versichert. Mit Schadenmeldung UVG liess er am 12. Februar 2018 mitte
ilen, er sei – das Schadendatum sei unpräzis - am 1. Januar 2016 (richtig: 1. Dezember 2016) auf einer Baustelle in der Badewanne ausgerutscht
und habe sofort Schmerzen im linken Knie verspürt
(Urk. 8/
5-
6).
Einen weiteren
Unfall hatte er bereits zuvor, am 3. November 2017, melden lassen. Er gab an, am – das Schadendatum sei eben
falls unpräzis – 1. November 2017 (richtig: 20. Oktober 2017) seien während des Arbeitens auf einer Baustelle sehr starke linksseitige Knieschmerzen aufge
treten (Urk.
10/8/1 und Urk.
10/8/6-7).
Aus dem Arztzeugnis UVG vom 14. Novem
ber 2017 geht hervor, dass der Versicherte g
egenüber seinem Hausarzt Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und Arbeitsme
di
zin,
erklärte, er sei in einem Badezimmer ausgerutscht und dabei sei ein
Misstritt
mit dem linken Knie erfolgt (Urk. 10/8/8 S. 1). Der am
A.___
tätige Dr. m
ed.
B.___
, Chefarzt Orthopädie, diagnostizierte am 15. November 2017 eine VKB-Ruptur und eine nicht dislozierte Meniskusläsion Knie links bei Status nach Distorsionstrauma Knie links
im
Dezember 2016 und Status nach erneuter Distorsion Knie links am 20. Oktober 2017 (Urk. 8/1). Die Suva erbrachte in der Folge
sowohl für den Unfall vom 1. Dezember 2016 wie auch vom 20. Oktober 2017
die gesetzlichen Leistungen
. Hinsichtlich des ersten Ereignisses stellte sie diese mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 – unter Hinweis darauf, dass die heute bestehenden Kniebeschwerden nicht mehr unfallbedingt seien – rückwirkend per 12. Januar 2017 ein (Urk. 8/40).
Betreffend den zweiten Unfall stellte sie diese mit gleicher Begründung mit Verfügung vom 7. Februar 2019 rückwirkend per 1. Dezember 2017 ein (Urk. 10/8/52
/2-3
). An den Leistungseinstellungen hielt sie
auf Einsprache des Versicherten hin (Urk. 8/41
/1-5
, 10/8/56
/1-3
und 10/8/65
/1-4
) am 14. Dezember 2018 (Urk. 2 [Unfall vom 1. Dezember 2016]) und 3. Mai 2019 (Urk. 10/2 [Unfall vom 20. Oktober 2017]) fest.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 14. Dezember 2018 (Urk. 2) erhob
X.___
am 31. Januar 2019
Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm weiterhin Leistungen nach UVG auszurichten; eventuell seien weitere medizinische Massnahmen vorzunehmen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7. Februar 2019 schloss die Suva
auf Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eintreten werden könne (Urk. 7).
Mit Eingabe vom 5. Juni 2019 erhob der Versicherte zudem Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 3. Mai 2019 (Urk. 10/2) mit folgendem Rechts
be
gehren (Urk. 10/1 S. 2):
«1.
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 3. Mai 2019 aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer weiterhin Leistungen nach UVG auszurichten.
2.
Eventualiter sei das vorliegende Verfahren mit dem beim angerufenen Gericht hängigen Verfahren mit der Geschäftsnummer UV.2019.00029 zu vereinigen, entweder der
Einspracheentscheid
vom 14. Dezember 2018 oder derjenige vom 3. Mai 2019 aufzuheben und dem Beschwer
deführer aus dem einen oder dem anderen Ereignis weiterhin Leistungen nach UVG auszurichten.
3.
Subeventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen.
4.
Es seien die Akten durch die Beschwerdegegnerin zu edieren.
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten der
Beschwer
de
gegnerin.»
Mit Beschwerdeantwort vom 5. August 2019 beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde (Urk. 10/7).
Mit Gerichtsverfügung vom 13.
Au
gust
2019 wurde der Prozess Nr.
UV.2019
.00151 (Unfall vom 20.
Ok
tober
2017) mit dem Prozess Nr.
UV.2019.00029 (Unfall vom 1. Dezember 2016) vereinigt und unter letzterer Prozessnummer weitergeführt. Der Prozess Nr. UV.2019.00151 wurde als dadurch erledigt abgeschrieben (Urk. 11 und Urk. 10/10).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer sowohl am 1. Dezember 2016 wie auch am 20. Oktober 2017 einen Unfall erlitt
en hatte
. Was letzteres Ereignis be
trifft, ergibt sich Folgendes:
1.2
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich Verfügungen zu erlassen (Art. 49 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts [ATSG]
). Leistungen, Forderun
gen und Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (Art. 51 Abs. 1 ATSG). Die betrof
fene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (Art. 51 Abs. 2 ATSG). Hat der Versicherer die (ganze oder teilweise) Verweigerung von – vorüber
gehen
den (Heilbehandlung, Taggeld) und/oder dauerhaften (Invalidenre
nte, Integritäts
ent
schädigung) –
Leistungen zu Unrecht nicht in Verfügungsform, sondern form
los mitgeteilt und ist die betroffene Person damit nicht einverstanden, hat sie grundsätzlich innerhalb eines Jahres zu intervenieren.
Diesfalls
hat der Versi
cherer eine Verfügung zu erlassen, gegen welche Einsprache erhoben werden kann. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksam
keit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2011 vom 4. Mai 2012 E. 4.2 mit weite
ren Hinweisen).
1.3
Mit Schreiben vom 5. Januar 2018 informierte die Beschwerdegegnerin den Be
schwerdeführer darüber, dass aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung der Zu
stand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 20. Oktober 2017 eingestellt hätte, spätestens am 1. Dezember 2017 erreicht gewesen sei, weshalb
auf diesen Zeit
punkt
hin
der Anspruch auf Versicherungsleistungen eingestellt werde (Urk. 1
0/8/16). Am 16. Januar 2018 forderte der Beschwerdeführer den Erlass einer
einsprachefähigen
Verfügung (Urk. 10/8/24). Einen halben Monat später, am 30. Januar 2018, erfolgte eine Besprechung zwischen dem Beschwerdeführer und einem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin. Gestützt darauf unterzeichnete der Versicherte
unter Hinweis auf seine «Einsprache» vom 16. Januar 2018 einen «Einsprache-Rückzug». Darin wurde festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin prüfe, ob die Beschwerden und die Operation auf den Unfall vom Dezember 2016 zurückzuführen seien (Urk. 10/8/30, siehe auch Urk. 10/8/31). Der Beschwerde
führer akzeptierte damit hinsichtlich des Unfalls vom
Oktober 2017 die Leis
tungs
einstellung, die grundsätzlich zu Unrecht lediglich mit einer formlosen Mitteilung statt in Verfügungsform erging.
Erst am 31. Januar 2019
(Urk. 10/8/51)
und damit mehr als ein Jahr nach Zustellung der Mitteilung betreffend Leistungseinstellung bat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers um Prüfung der Leistungspflicht gestützt auf das Ereignis vom 20. Oktober 2017 und im Falle einer Ablehnung
um Erlass einer
einsprachefähigen
Verfügung
, was verspätet war.
Ungeachtet desse
n ist von keiner rechtlichen Wirksamkeit des Entscheids vom 5. Januar 2018 auszugehen. Denn die Beschwerdegegnerin erliess gleichwohl die gewünschte Ver
fügung, und zwar am 7. Februar 2019 (Urk. 10/8/52
/2-3
). Vor diesem Hinter
grund ist von einer faktischen Weiterführung des Falls auszugehen.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Die
hier zu be
urteilende
n Unfä
ll
e haben
sich am 1. Dezember 2016
und 20. Dezember 2017
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewe
senen Normen auf
das erste
Ereignis
Anwendung finden
, wohingegen
auf den zweiten Unfall die seit 1. Januar 2017 gültigen Normen
anzuwenden sind. Vor
liegend werden die Normen in der aktuell gültigen F
assung zitiert
und auf Ab
weichungen zu den bis Ende 2016 gültig gewesenen Normen – falls vorhanden – aufmerksam gemacht
.
2.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente
(Art. 18 Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewe
senen Fassung)
, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der
Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.4
Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesund
heitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E.
2 mit weiteren Hi
n
weisen).
2.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherung
s
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.6
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge
richt folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre weitere Leistungspflicht im Zusammen
hang mit dem Unfall vom 1. Dezember 2016
unter Hinweis auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. med.
C.___
,
Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparats
,
vom 9. Mai 2018 mit der Begründung, die vom Beschwerdeführer geklagte vordere Kreuzbandruptur links sei nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit als kausal zum Unfall vom 1. Dezember 2018 (richtig: 2016) einzustufen. Aus dem Bericht d
es behandelnden Dr.
B.___
vom 15.
Juli 2018 gehe hervor, dass die besagte Verletzung nur möglicherweise als kausal zum Unfallereignis einzustufen sei, was nic
ht genüge (Urk. 2 S. 5 und Urk.
7 S. 3 f.).
Eine hinsichtlich des Unfalls vom 20. Oktober 2017 über den 1. Dezember 2017 hinaus bestehende Leistungspflicht verneinte die Beschwerdegegnerin
damit, Dr.
C.___
habe festgehalten, dass die am 26. Oktober 2017 erfolgte Bildgebung keine frischen
Rupturzeichen
aufgewiesen habe. Die dabei festgestellte vordere Kreuzbandruptur lasse sich somit nicht mit
dem wenige Tage
zurückliegenden
Ereignis in Einklang
bringen. Auf den Bericht von Dr.
B.___
vom 15. Juli 2018 könne
nicht abgestellt werden, da jener Bezug nimmt – nebst dem Unfall vom 1. Dezem
ber 2016 – auf eine
n weiteren
vom 12. Januar 2017. Vorliegend gehe es jedoch um ein Ereignis vom 20. Oktober 2017 (Urk. 10/2 S. 5 f.
und Urk. 10/7 S. 3
).
3.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in Bezug auf den Unfall vom
1. Dezember 2016 demgegenüber auf den Standpunkt, aus der Beurteilung von Dr.
B.___
vom 15. Juli 2018 gehe hervor,
dass
der von ihm geschilderte Unfallhergang geeignet sei, eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes zu bewirken. Die Schmerzen bei einer frischen Kreuzbandverletzung müssten nicht zwingend derart stark sein, dass ein Arzt
besuch notwendig sei.
Selbst wenn sich am 1. Dezember 2016 nicht eine Kreuz
bandruptur ereignet habe, so habe dieses Ereignis zumindest zu einer Verletzung des Knies und einer Instabilität geführt, die im weiteren Verlauf zu einer Kreuz
bandruptur geführt habe. Somit bestehe mindestens eine Teilkausalität zwischen dem Unfall und den heute bestehenden Beschwerden.
Er bestreite, dass die Kreuz
bandruptur
älter als von Dezember 2016 sei
. Im MRI vom 26. Oktober 2017 würden sich diesbezüglich keine Hinweise finden. Da die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht primär anerkannt habe, trage sie die Beweislast für den be
haupteten
Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status quo sine
.
Sie könne sich deshalb nicht darauf beschränken, dass Dr.
B.___
den Nachweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht erbringe
(Urk. 1 S. 3 f.).
In seiner Beschwerde vom 5. Juni 2019 führte er hinsichtlich des Unfalls vom 20. Oktober 2017
aus,
bei der erlittenen Verletzung handle es sich um eine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG, die nicht auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei. Dass Art. 6 Abs. 2 UVG nicht anwendbar sein soll
e
, wie es die Beschwerdegegnerin angebe, werde bestritten. Es gehe nicht an, dass jene das Vorliegen eines Unfalls zwar bejahe, ihre Leistungen jedoch nach minimaler Dauer wieder einstelle m
it der Begründung, beim Unfall habe sich nur eine geringe Verletzung ergeben, bei welcher der Status quo sine bereits innert sechs Wochen wieder erreicht sei. Soweit sich Dr.
B.___
auf ein Unfallere
ignis vom 12. Januar 2017 stütze
, sei darin ein Versehen zu sehen, welches aufgrund der Vielzahl der Daten zu Stande gekommen sei. Alternativ sei zu beachten, dass sich die Ruptur des vorderen Kreuzbands entweder am 1. Dezember 2016 oder früher ohne unmittelbare Folgen ereignet habe, wobei sich die Folgen erst nach dem erneuten Tr
auma am 20. Oktober 2017 gezei
gt hätten. Andernfalls sei das vordere Kreuzband am 1. Dezember 2016 noch nicht gerissen, sei aber derart instabil gewesen, dass das zweite Trauma am 20.
Oktober 2017 schliesslich zur Ruptur geführt habe
. Das Ereignis vom 20. Oktober 2017 sei daher nicht wegzudenken, ohne dass auch die Arbeitsunfähigkeit ab diesem Zeitpunkt und die Operation vom Januar 2018 entfiele, womit zumindest Teilkausalität bestehe.
Selbst wenn die Auffassung vertreten werde, die Ruptur habe sich weder am 20. Oktober 2017
noch am 1. Dezember 2016, sondern zu einem früheren Zeitpunkt ereignet, müsste
die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bejaht werden. Er sei seit dem 18.
März 2013 bei der
Y.___
als Plattenleger beschäftigt und seit diesem Zeitpunkt bei der Beschwerdegegnerin versichert gewesen (Urk. 10/1 S. 3 f.).
4.
4.1
In seinem Bericht vom 6. April 2018 gab Dr.
Z.___
an, der Beschwerdeführer habe ihn im Dezember 2016 aufgrund seiner Kniebeschwerden aufgesucht. Er habe
eine leichte Beweglichkeitseinschränkung festgestellt. Ein Gelenkserguss und eine Bandinstabilität seien nicht vorgelegen.
Er habe eine Überbelastung des linken Knies diagnostiziert (Urk. 8/21).
4.2
Dr.
B.___
diagnostizierte am 15. November 2017 eine VKB-Ruptur und eine nicht dislozierte Meniskusläsion Knie links bei einem Status nach Distorsionstrauma Knie links im Dezember 2016 und einem Status nach erneuter Distorsion Knie links am 20. Oktober 2017. Er berichtete, anlässlich der MRI-Untersuchung habe sich ein Status nach VKB-Ruptur im kranialen Anteil gezeigt. Allerdings würde sich kaum ein Ödem im VKB-Bereich zeigen. Daher sei fraglich, ob es sich um eine frische Verletzung handle
oder ob die Verletzung nicht eher schon von Dezember 2016 zurückliege. Er gehe von einer älteren VKB-Ruptur aus. Es sollte nun mittels Physiotherapie ein muskulärer Aufbau und eine Konditionierung der
Propriozeption
erreicht werden (Urk. 8/1 S. 1
und Urk. 10/8/11 S. 1
).
4.3
D
ie Frage, ob die aktuell geltend gemachten Kniebeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 20.
Oktober
2017 zurückzuführen sei
e
n,
verneinte D
r.
C.___
am 5. Januar 2018
. Er gab
an,
es handle sich um eine alte vordere Kreuzbandruptur. Es würden sich kaum Ödeme im VKB-Bereich finden; es liege daher keine frische Verletzung vor. Der Status quo sine nach einer Zerrung sei nach sechs Wochen erreicht (Urk. 10/8/15 S. 2).
Am 22. Januar 2018 führte er ergänzend aus, in der Anamnese würden die akuten, stark invalidi
sierenden Schmerzen fehlen, welche regelhaft nach einer Kreuzbandruptur auf
treten würden (Urk. 10/8/28 S. 2).
4.4
Anlässlich des vom 23. – 26. Januar 2018 dauernden stationären Aufenthalts im
A.___
wurde beim Beschwerdeführer eine Revision des medialen
Menis
kushinterhorns
und eine VKB-Plastik links durchgeführt (Urk. 3/4
und Urk. 10/3
).
4.5
In seiner ärztlichen Beurteilung vom 9. Mai 2018
schilderte Dr.
C.___
, in der Zusammenschau der vorliegenden Befunde und der MRI-Untersuchung vom 26. Oktober 2017 sei die festgestellte vordere Kreuzbandruptur nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit kausal zum Ereignis vom 1. Dezember 2016.
Das Ereignis Sturz aus geringer Höhe, die klinischen Symptome nach dem Ereignis und die nicht unmittelbare Inanspruchnahme von medizinischer Hilfe seien Hin
weise darauf, dass bei diesem Sturz das vordere Kreuzband nicht gerissen sei. In der Anamnese würden die akuten, stark invalidisierenden Schmerzen, welche regelhaft
unmittelbar bei einer Kreuzbandruptur auftreten würden
,
fehlen. Der Unfall und der Schaden, in diesem Fall die Zusammenhangstrennung des vor
deren Kreuzbandes, müssten im Sinne der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gesichert sein. Dies sei nicht der Fall. Somit sei mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit die Körperschädigung vom 1. Dezember 2016 eine Zerrung gewesen; der Status quo sine nach einer Zerrung sei regelhaft nach sechs Wochen erreicht (Urk.
8/26 S. 4).
4.6
Am 15. Mai 2018 gab der nämliche Arzt an, eine Kreuzbandruptur sei über
wiegend wahrscheinlich auf ein Trauma zurückzuführen. Die auf der Bildgebung vom 26. Oktober 2017 ersichtliche Ruptur sei überwiegend wahrscheinlich auch älter als von Dezember 2016 (Urk. 8/29).
4.
7
Dr.
B.___
nahm am 15. Juli 2018 Stellung zur Beurteilung von Dr.
C.___
.
Er berichtete,
eine frische vordere Kreuzbandverletzung könne auch durc
h ein gerin
ges Trauma entstehen
und die Schmerzen müssten nicht zwingend derart stark sein, dass ein Arztbesuch notwendig sei.
Richtigerweise werde darauf hinge
wiesen, dass die im MRI vom 26. Oktober 2017 festgestellte Kreuzbandruptur
nicht zwingend der Verletzung vom 1. Dezember 2016 zugeschrieben werden müsse
, da aufgrund des Delay zwischen Unfallereignis und MRI-Untersuchung derart viel Zeit verflossen sei, dass nur noch eine Kreuzbandverletzung festgestellt werden konnte. Ausser
Zweifel stehe jedoch die Ursache der Kreuzband
verlet
zung, nämlich ein entsprechendes Kniegelenkstrauma.
Da der Beschwerdeführer nur die beiden Kniedistorsionen vom 1. Dezember 2016 und vom 12. Januar 2017 glaubhaft angebe, habe er daraus geschlossen, dass die Kreuzbandruptur auch damals stattgefunden habe. Gerade das kurz aufeinanderfolgende Trauma vom 12. Januar 2017 nach Ersttrauma am 1. Dezember 2016 spreche für eine Insta
bilität aufgrund der Kreuzbandverletzung vom 1. Dezember
2016. Bei einem geringeren Trauma – so Dr.
B.___
weiter – könne trotz gerissenem Kreuzband eine gute Gehfähigkeit sofort funktionieren; die muskuläre Aktivität sei noch intakt. Nicht selten könne es nach einer nicht diagnostizierten VKB-Ruptur auf Grund einer Instabilität zu einem Zweittrauma in noch geringerem Ausmass kommen, sodass dann bei einer Abklärung eine Kreuzband-Ruptur nachgewiesen werde, für welche das zurückliegende Trauma verantwortlich sei.
Der Riss des vorderen Kreuzbandes könne sodann bei einem leichten Trauma zu einer Beeinträchtigung von lediglich wenigen Tagen führen ohne Arbeitsbehinderung. Aufgrund der an
ge
gebenen Traumata ohne Angaben eines früheren Traumas sei von einer Ver
letzung des vorderen Kreuzbandes am 1. Dezember 2016 auszugehen
(Urk. 8/38).
5.
5.1
Von den Parteien wird nicht in Frage gestellt, dass die beim Beschwerdeführer festgestellte linksseitige vordere Kreuzbandruptur
traumatischer Ursache ist. Strittig zwischen den Parteien ist indes der Zeitpunkt des Unfallereignisses.
Der Beschwerd
eführer hat der Beschwerdegegnerin
zwei Ereignisse vo
m 1. Dezember 2016 und 20. Oktober 2017
gemeldet.
5.2
5.2.1
Dass die geklagte Gesundheitsstörung auf das Geschehen vom
20. Oktober
2017 zurückzuführen ist
, erscheint nach Lage der Akten nicht als überwiegend wahr
scheinlich. So weist
die wenige Tage
nach dem Unfallereignis am 26. Oktober 2017 angefertigte Bildgebung
kaum Ödem
e
und damit keine frischen
Ruptur
zeichen
aus.
Aus diesem Grund ist auch für den behandelnden Dr.
B.___
in seinem Sprechstundenbericht vom 14. November 2017 fraglich, ob es sich um eine frische Verletzung handelt, weshalb er dann auch von einer älteren VKB-Ruptur ausgeht (Urk. 8/1 S. 1).
Im Einklang damit steht, dass er in seiner am 15. Juli 2018 ab
gegebenen Beurteilung
die Verletzung des vorderen Kreuzbands auf das Trauma vom 1. Dezember 2016
zurückführt
(Urk. 8/38).
Vor diesem Hintergrund ist mit Dr.
C.___
davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 20. Oktober 2017 einzig eine Zerrung zugezogen hat.
5.2
.2
Der Beschwerdeführer
vertritt die Ansicht
, dass
es sich bei der erlittenen Ver
letzung um eine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG handelt
, die nicht auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, weshalb eine Leis
tungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht (Urk. 10/1 S. 4). Die Beschwerde
gegnerin hält dem entgegen, eine unfallähnliche Körperschädigung sei nicht zu prüfen, wenn sich – wie vorliegend – ein Unfallereignis ereignet habe
respektive bei dieser Konstellation sei Art. 6 Abs. 2 UVG nicht anwendbar (Urk. 10/7 S. 4).
Der Unfallversicherer hat nach Meldung einer Listenverletzung die genauen Begleitumstände abzuklären.
Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer solange leis
tungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache
darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbe
griffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listen
verletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden und damit auf das Unfallereignis vom 20. Oktober 2017 anwendbaren Fassung
grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Ver
letzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
(zur Publikation bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. Septem
ber 2019 E. 9.1).
Die Beschwerdegegnerin hat das Ereignis vom 20. Oktober 2017 zwar als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG anerkannt und für dessen Folgen zunächst Leistungen
erbracht. Da – wie unter E. 5.2.1
hievor
dargelegt – die diagnostizierte vordere linksseitige Kreuzbandruptur nicht auf das Ereignis vom 20. Oktober 2017 zurückzuführen ist und es beim Unfall lediglich zu einer Zerrung gekommen ist, hat die Beschwerdegegnerin den Nachweis dafür erbracht, dass das Ereignis vom 20. Oktober 2017 keine auch nur geringe Teilursache der vorderen Kreuzband
ruptur bildet. Der Betrachtungsweise der Beschwerdegegnerin kann damit inso
weit beigepflichtet werden, wonach sich bei fehlendem natürlichem Kausalzu
sammenhang zwischen einem Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG und einer Listenverletzung eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG erübrigt – jedenfalls solange kein anderes initiales Ereignis als Verletzungs
ur
sache in Frage kommt (siehe auch zur Publikation bestimmtes Urteil des Bundes
gerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 E. 9.2). Dies bleibt nachfolgend zu prüfen.
5.3
Was den Unfall vom 1. Dezember 2016 betrifft,
hielt Kreisarzt Dr.
C.___
am
15. Mai 2018 fest,
die auf der Bildgebung vom 26. Oktober
2017 ersichtliche Ruptur
sei
überwiegend wahrscheinlich auch äl
ter als von Dezember 2016 (Urk.
8/29).
Eine Begründung hierfür gab er
indes
keine ab. Wenige Tage zuvor, am 9. Mai 2018
,
erkannte er, dass die festgestellte Verletzung nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit kausal zum Ereignis vom 1. Dezember 2016 sei und verwies diesbezüglich auf die geringe Sturzhöhe,
die klinischen Symptome,
die nicht unmittelbare Inanspruchnahme von medizinischer Hilfe
und die fehlenden akuten, stark invalidisierenden Schmerzen (Urk. 8/26 S. 4).
Dem steht die Beur
teilung von Dr.
B.___
vom 15. Juli 2018 entgegen,
nach welchem
eine
frische vordere Kreuzbandverletzung
auch durch ein geringes Trauma
resultieren
und die entstandene Verletzung zu einer Beeinträchtigung von lediglich wenigen Tagen ohne Arbeitsbehinderung führen
kann, wobei die
Schmerzen auch nicht zwin
gend derart stark sein müssten, dass ein Arztbesuch notwendig
sei (Urk. 8/38).
Angesichts dieser Vorbringen
, der unbegründeten Behauptung, wonach die Rup
tur überwiegend wahrscheinlich auch älter als von Dezember 2016
ist und des Umstands, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall von Dezember 2016 seinen Hausarzt konsultiert hatte (E. 4.1
hievor
), bestehen vorliegend
– zumindest geringe –
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen F
eststellungen von Kreisarzt Dr.
C.___
, denen praxisgemäss nicht die
selbe Beweiskraft wie einem unter Wahrung der Verfahrensrechte nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sach
ver
ständiger zukommt. Umgekehrt gilt dies jedoch auch für die Beurteilung von Dr.
B.___
vom 15. Juli 2018
, der
die festgestellte Verletzung nicht zwingend dem Unfallereignis vom 1. Dezember 2016
zuordnete und das Zweittrauma auf den 12. Januar 2017 datierte
und deshalb fälschlicherweise von zwei kurz aufein
an
derfolgend
en Unfallereignissen ausging.
5.4
Nach dem Gesagten erweist sich die Sache als nicht spruchreif,
zumal die Parteien übereinstimmend von einer traumatischen Ursache der Knieverletzung des Be
schwerdeführers ausgehen. Der medizinische Sachverhalt bedarf damit weiterer Abklärung. Angesichts der Umstände erscheint es angezeigt, die medizinische Streitfrage, ob beziehungsweise inwieweit die vom Beschwerdeführer noch nach
dem 12. Januar 2017 geklagten Beschwerden auf das Unfallereignis vom 1. Dezem
ber 2016
zurückzuführen
sind,  durch
ein verwaltungsunabhängiges Gutachten beantworten zu lassen.
Demzufolge ist die Beschwerde vom 31. Januar 2019 in dem Sinne gutzuheissen, dass der
Einspracheentscheid
vom 14. Dezember 2018
(Unfall vom 1. Dezember 2016)
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen über ihre Leistungen ab 12. Januar 2017 neu verfüge. Die Beschwerde vom 5. Juni 2019
ist indes abzuweisen und der
Einspracheentscheid
vom 3. Mai 2019 (Unfall vom 20. Oktober 2017) zu bestätigen.
6.
Da die Rückweisung der Sache an die Verwaltung rechtsprechungsgemäss für die Frage der Auferlegung der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen gilt (BGE 141 V
281 E. 11.1, 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), steht dem Be
schwerdeführer im Zusammenhang mit der Beschwerde vom 31. Januar 2019 ge
stützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht (
GSVGer
) eine Prozessentschädigung zu, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1'700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist. Hinsichtlich der Beschwerde vom 5. Juni 2019 betreffend den
Einspra
cheentscheid
vom 3. Mai 2019 steht dem Beschwerdeführer ausgangsgemäss keine Prozessentschädigung zu.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
vom 31. Januar 2019 wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der
Ein
spracheentscheid
vom 14. Dezember 2018 (Unfall vom 1. Dezember 2016) aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen über ihre Leistungen ab 12. Januar 2017 neu verfüge.
Die Beschwerde vom 5. Juni 2019 wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLocher