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**Case Identifier:** e3d1725b-1138-5cf9-b976-595fd59764c6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.07.2019 IV 2018/366
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-366_2019-07-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/366

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.09.2019

Entscheiddatum: 08.07.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 08.07.2019
Art. 8 IVG, Art. 17 IVG; Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG: Anspruch auf berufliche 
Massnahmen für eine mittel bis schwergradig hörbeeinträchtigte 
Beschwerdeführerin. Diese war bereits früher aufgrund eines rheumatischen 
Leidens vom erlernten Beruf zur MPA umgeschult worden. Seit der 
Umschulung traten rezidivierend Hörstürze auf, weshalb die 
Beschwerdeführerin den Beruf als MPA nicht ausübte. Sie war unter 
anderem längerfristig bei einer Softwarefirma und im Aussendienst eines 
Unternehmens im Bereich Labormedizin tätig. Mit der Berufsberatung ist 
davon auszugehen, dass sie aufgrund der bisherigen Ausbildung und 
Berufserfahrung eine angepasste Arbeitsstelle finden kann. Eine erneute 
Umschulung ist daher nicht notwendig. Auf andere berufliche Massnahmen 
hat die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juli 2019, IV 2018/366).

Entscheid vom 8. Juli 2019

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie Löhrer und 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2018/366

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadja D'Amico, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

berufliche Massnahmen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 1. Mai 2012 (Eingang 11. Juni 2012) wegen Hörverlusts 

erneut bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 115). Die 

Versicherte hatte 1990 das Fähigkeitszeugnis als Damen- und 1991 als Herrencoiffeuse 

erworben (IV-act. 26-1 f.), 1997 die Arztgehilfinnenschule B.___ erfolgreich mit Diplom 

abgeschlossen (IV-act. 26-3, 118-11 f.) und in diesem Beruf eine zehntägige 

Stellvertretung übernommen (vgl. IV-act. 118-10). Nach Angaben der Versicherten 

hatte es sich dabei um eine durch die IV finanzierte Umschulung aufgrund 

rheumatischer Beschwerden bzw. Fibromyalgie gehandelt. Aufgrund der inzwischen 

aufgetretenen Hörprobleme habe sie jedoch im umgeschulten Beruf nicht tätig sein 

können (vgl. Protokoll Assessment vom 12. Juni 2013, IV-act. 158; Begründung 

Härtefallgesuch vom 25. Januar 2014, IV-act. 181-1 f.; Gutachten MEDAS Interlaken-

Unterseen vom 28. Dezember 2017, IV-act. 258-3, 16 f., 22 ff., 51). Mit Verfügung vom 

5. September 1997 hatte die IV-Stelle der Versicherten erstmals eine 

Hörgeräteversorgung (leihweise Abgabe) zugesprochen (IV-act. 6).

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A.b Vom 1. November 1997 bis 30. April 2000 hatte die Versicherte in der C.___ 

zunächst während fünf Monaten als Schwesternhilfe und anschliessend als 

Réceptionistin und im hauseigenen Coiffeursalon gearbeitet (Arbeitszeugnis vom 

30. April 2000, IV-act. 26-5). Dazwischen - im Oktober 1999 - hatte sie in D.___ ein 

Stage in einer Papeterie/Buchhandlung absolviert (Arbeitszeugnis, IV-act. 118-9). Vom 

1. Mai 2000 bis 30. April 2001 war sie bei der E.___ als Sachbearbeiterin tätig gewesen 

(Angaben Arbeitgeberin vom 26. März 2003, IV-act. 37; Arbeitszeugnis, IV-act. 118-8).

A.c  Am 2. Februar 2003 hatte die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons F.___ ein 

Gesuch um Umschulung gestellt (IV-act. 23). Im Zusammenhang mit ihrer 

Schwerhörigkeit waren ihr in der Folge verschiedene Sachleistungen der IV 

zugesprochen worden (Kommunikationsgerät, Verfügung vom 13. Februar 2003, IV-

act. 30; Lippenlesekurs und Hörgeräte, Verfügungen vom 17. März 2003, IV-

act. 36-1 ff. sowie ein Lichtmelder für das Telefon und ein Telefonschreiber, 

Verfügungen vom 27. August 2003, IV-act. 51-1 ff.). Vom 14. Juni bis 30. September 

2004 war sie - offenbar unter Betreuung durch die Eingliederungsberatung der IV-Stelle 

des Kantons F.___ - bei G.___ SA  angestellt gewesen (vgl. Aktennotiz vom 10. Juni 

2004, IV-act. 83-1; Arbeitszeugnis, IV-act. 97; Aktennotiz vom 4. Oktober 2004, IV-

act. 85; Anfangsbericht vom 10. Juni 2004, IV-act. 84). Die IV-Stelle des Kantons F.___ 

hatte der Versicherten Kostengutsprache für einen Arbeitsversuch vom 6. Januar bis 

5. März 2005 bei der H.___ SA erteilt (Mitteilung vom 11. Januar 2005, IV-act. 100). Das 

Arbeitsverhältnis war danach als Festanstellung fortgeführt worden (Schlussbericht 

Eingliederung vom 2. Mai 2005, IV-act. 108; Arbeitsvertrag, IV-act. 109), und die IV-

Stelle des Kantons F.___ hatte mit Verfügung vom 28. September 2005 die berufliche 

Eingliederung als erfolgreich abgeschlossen betrachtet, da die Versicherte 

rentenausschliessend eingegliedert sei (IV-act. 112). Die Versicherte hatte das 

Unternehmen per 31. Dezember 2008 verlassen (Arbeitszeugnis, IV-act. 118-5). Sie 

hatte vom 1. Januar 2009 bis 31. Juli 2010 eine Stelle als Ärzteberaterin bei I.___ inne, 

die ihr infolge einer Umstrukturierung gekündigt wurde (Angaben Arbeitgeberin vom 

17. April 2013, IV-act. 152-1 ff.; Kündigung, IV-act. 152-6). Eine weitere, offenbar im 

Oktober 2011 angetretene Stelle bei J.___ AG war ihr noch in der Probezeit gekündigt 

worden, da sie die erwarteten Leistungen nicht habe erbringen können (Auszug aus 

dem individuellen Konto [IK], IV-act. 200-1; Aktennotiz vom 6. Mai 2013, IV-act. 154).

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A.d Gestützt auf eine Stellungnahme von RAD-Ärztin med.pract. K.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. September 2012 (IV-act. 127) gewährte die IV-

Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 24. September 2012 das rechtliche Gehör 

zum beabsichtigten Nichteintreten auf das neue Gesuch (IV-act. 130). Mit Einwand vom 

16. November 2012 liess die Versicherte unter Einreichung eines Arztzeugnisses von 

Dr.med. L.___, Spezialarzt für Ohren-, Nasen-, Halsheilkunde (IV-act. 138-6), im 

Wesentlichen geltend machen, als medizinische Praxisassistentin (MPA) sei sie nicht 

mehr arbeitsfähig; als Sachbearbeiterin sei sie nicht ausgebildet (IV-act. 138-1 f.). Die 

IV-Stelle hob den Vorbescheid vom 24. September 2012 am 12. März 2013 auf (IV-

act. 147) und sprach der Versicherten am 11. April 2013 Berufsberatung zu (Mitteilung, 

IV-act. 150). Im Assessmentgespräch vom 21. Mai/6. Juni 2013 wurde die Versicherte 

informiert, da sich die gesundheitliche Situation während der letzten Jahre, in welchen 

sie gearbeitet habe, nicht verschlechtert habe, erhalte sie bei Bedarf Unterstützung bei 

der weiteren Berufsfindung (in Form von Tests/Gesprächen). Zudem könne sie sich, 

würde sie eine Stelle finden und sollte sie wegen der Hörproblematik Unterstützung bei 

der Einarbeitung benötigen, oder falls sich ihr Gesundheitszustand verschlechtern 

sollte, erneut bei der IV anmelden (Assessmentprotokoll vom 12. Juni 2013, IV-

act. 158-5). Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2013 tat die IV-Stelle der Versicherten die 

beabsichtigte Abweisung des Gesuchs hinsichtlich beruflicher Massnahmen und Rente 

kund, da sie sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Ärzteberaterin im 

Aussendienst als auch in einer adaptierten Tätigkeit uneingeschränkt leistungsfähig sei 

(IV-act. 161). Mit Einwand vom 23. August 2013 (IV-act. 163) und dessen Ergänzungen 

vom 3. September 2013 unter Beilage von Berichten der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik 

des KSSG vom 13. August 2012 (IV-act. 164) und vom 20. September 2013 (IV-

act. 167) brachte die Versicherte unter anderem vor, sie habe Anfang Juli (2013) einen 

Hörsturz erlitten. Ihre Kommunikationsfähigkeit sei stark eingeschränkt. Sie habe 

aufgrund ihrer hohen Fremdsprachenkompetenz immer wieder Anstellungen gefunden. 

Dies sei nicht mehr möglich. Die Restarbeitsfähigkeit sei noch nicht abschliessend 

geklärt. Falls sie keinen Anspruch auf Berufsberatung habe, wolle sie eine 

Unterstützung im Rahmen der Frühinterventionsmassnahmen beantragen.

A.e  Die IV-Stelle sprach der Versicherten mit Mitteilung vom 24. Januar 2014 eine 

Hörgerätepauschale zu (IV-act. 180), widerrief am 11. April 2014 den Vorbescheid vom 

24. Juni 2013 (IV-act. 189) und übernahm mit Entscheid vom 4. Juni 2014 die 

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Mehrkosten der Hörgeräteversorgung (Mitteilung, IV-act. 197). Mit Mitteilung vom 

12. Dezember 2014 gewährte sie der Versicherten ein Jobcoaching als 

Frühinterventionsmassnahme (IV-act. 204) und sprach ihr am 7. Januar 2015 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 206).

A.f Ein Arbeitsversuch bei M.___ AG vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2015 (Mitteilung 

vom 15. Oktober 2015, IV-act. 217) führte nicht zu einer Festanstellung, da das Budget 

nicht bewilligt wurde. Die Eingliederungsverantwortliche schloss ihren Fall ab 

(Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung, IV-act. 219). Dr.med. N.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt im Bericht vom 10. Dezember 2015 fest, die 

Tätigkeit in der Rechnungskontrolle bei M.___ habe von 80% auf 50% reduziert werden 

müssen wegen Schmerzen an Schultern und Händen sowie Zunahme der 

Hörproblematik. Die Versicherte wolle zu 80%-100% arbeiten, dafür müsste jedoch ein 

anderes Betätigungsfeld gefunden werden (z.B. Aussendienst, abwechslungsreiche 

Büroarbeit etc.; IV-act. 221).

A.g Am 15. Februar 2016 trat die Versicherte eine Stelle bei O.___ an, wofür die IV-

Stelle Einarbeitungszuschüsse sprach (Arbeitsvertrag, IV-act. 223; Mitteilung vom 

11. März 2016, IV-act. 229). Diese Massnahme wurde per 21. März 2016 während der 

Probezeit abgebrochen bzw. das Arbeitsverhältnis aufgelöst, da die Versicherte die 

Anforderungen aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht erfüllte (IV-act. 232 f.). 

Die Eingliederungsverantwortliche beendete ihren Auftrag am 29. April 2016 

(Assessmentprotokoll, IV-act. 235-4 f.).

A.h Nachdem bei der IV-Stelle verschiedene medizinische Berichte eingegangen waren 

(Untersuchungsbericht HNO-Klinik KSSG vom 23. Mai 2016, IV-act. 238-5 f.; 

Verlaufsbericht Dr. N.___ vom 21. Juni 2016, IV-act. 238-2 ff.; Bericht Klinik für 

Rheumatologie KSSG vom 6. Juli 2016, IV-act. 243-11 ff., und vom 30. September 

2016, IV-act. 246-6 f.; Berichte Klinik für Psychosomatik KSSG vom 17. Mai 2016, IV-

act. 238-9 f., und vom 30. September 2016, IV-act. 243-2 ff.) und die Versicherte am 

22. November 2016 wegen ileozökalen Adhäsionen bzw. omentalen Verwachsungen 

nach Appendektomie (Austrittsbericht eSwiss medical und surgical center vom 

28. November 2016, IV-act. 246-14 f. und Operationsbericht, IV-act. 246-13) und am 

8. Februar 2017 wegen eines schweren Karpaltunnelsyndroms (Operationsbericht 

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Dr.med. P.___, Handchirurgie, IV-act. 246-11) operativ behandelt worden war, wurde 

sie im Auftrag der IV-Stelle von der Medas Interlaken Unterseen GmbH polydisziplinär 

begutachtet (Gutachten vom 28. Dezember 2017, Dr.med. Q.___, Allgemeine Innere 

Medizin; Dr.med. R.___, Oto-Rhino-Laryngologie; Dr.med. S.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie; Dr.med. T.___, Rheumatologie; Untersuchungen 24. Oktober und 

2. November 2017). Die Gutachter diagnostizierten als sich auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkend (1.) eine beidseitige sensorineurale Schwerhörigkeit mit rezidivierenden 

Hörstürzen und nicht kompensiertem Tinnitus beidseits, (2.) eine Anpassungsstörung 

(ICD-10: F43.2), (3.) eine Akzentuierung der Persönlichkeit mit ängstlichen und 

selbstunsicheren Anteilen (ICD-10: Z73.1), (4.) eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.41) sowie (5.) ein Weichteilschmerzsyndrom, 

Fibromyalgiesyndrom (ICD-10: F79.9; IV-act. 258-26). Sie führten unter anderem aus, 

eine Arbeit mit Ansprüchen an die lautsprachliche Kommunikation sei nicht zumutbar, 

deshalb bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse und als medizinische 

Praxisassistentin. Für eine angepasste Tätigkeit, bei welcher auf die lautsprachliche 

Kommunikation weitgehend verzichtet werden könne, bestehe eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit. Eine Einschränkung ergebe sich aufgrund des dekompensierten 

Tinnitus. Deren Einschätzung beruhe auf subjektiven Angaben und sei schwierig, 

betrage jedoch aufgrund der Akten und des Gesprächs (mindestens) 30% (vgl. IV-

act. 258-22, 59). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Leistungsminderung von 

maximal 30% mindestens seit Mai 2016 (IV-act. 258-21, 45). Im Konsensgespräch 

habe sich eine Leistungsminderung bei angepasster Tätigkeit gesamthaft von 30% 

herausgebildet (IV-act. 258-23 f., 25). In ihrer Stellungnahme vom 5. März 2016 

erachtete RAD-Ärztin med.pract. K.___ das Gutachten als beweistauglich (IV-act. 260).

A.i Die Sachbearbeitung holte eine Stellungnahme der Eingliederungsberatung ein. 

Gemäss dieser könnten gehörbeeinträchtigte Versicherte in den Arbeitsbereichen 

Buchhaltung/Rechnungswesen, Zahlungs- und Mahnwesen, technisch-kaufmännische 

Arbeiten, Dokumentationserstellung und -unterhalt, Organisationsarbeiten, Arbeiten in 

der Logistik, Arbeiten mit schriftlicher Kommunikation, Verkaufsinnendienst mit wenig 

telefonischer Kommunikation, Werbung und Marketingaufgaben, Planungsarbeiten, 

Personaladministration, Statistiken sowie Stabstätigkeiten in Grossbetrieben tätig sein 

(IV-act. 261). Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten 

die Abweisung beruflicher Massnahmen in Aussicht, da es trotz Bemühungen und 

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Unterstützung seit 7. Januar 2015 nicht gelungen sei, sie in den Arbeitsmarkt zu 

integrieren (IV-act. 264). Mit Einwand vom 30. August 2018 trug die Versicherte vor, sie 

habe in der Vergangenheit gerade aufgrund ihrer mündlichen Kommunikationsfähigkeit 

und insbesondere aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit Stellen finden können. Diese 

Kompetenzen fielen gesundheitsbedingt definitiv weg. Sie sei gerade im 

Rechnungswesen auf eine solide Ausbildung angewiesen (IV-act. 268).

A.j In einer Stellungnahme vom 2. Oktober 2018 führte die Berufsberaterin im 

Wesentlichen aus, die mehrjährige Praxis, die Grundausbildung zur MPA sowie die 

Fremdsprachenkenntnisse der Versicherten böten aus berufsberaterischer Sicht eine 

ausreichende Basis für das Finden einer adaptierten Stelle (IV-act. 274). Mit Verfügung 

vom 4. Oktober 2018 wies die IV-Stelle das Gesuch betreffend berufliche Massnahmen 

ab unter Wiedergabe der Stellungnahme der Berufsberaterin (IV-act. 275). Mit 

Vorbescheid vom 22. November 2018 stellte sie die Abweisung des Rentengesuchs in 

Aussicht (IV-act. 280).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung betreffend berufliche Massnahmen vom 4. Oktober 2018 

lässt A.___, vertreten durch Rechtsanwältin N. D'Amico, c/o Procap Schweiz, am 

5. November 2018 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung 

sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es seien ihr weitere 

berufliche Massnahmen zu gewähren, insbesondere seien die Kosten für eine 

Umschulung zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter seien ihr die unentgeltliche 

Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewilligen. Die 

Beschwerdegegnerin lasse ausser Acht, dass der Beginn der Hörbehinderung viele 

Jahre zurückliege und sie bereits in jungen Jahren in der Berufsausübung 

eingeschränkt habe. Versuche, in einer Arztpraxis oder in der Pflege Fuss zu fassen, 

seien schliesslich an der Hörbehinderung gescheitert, ebenso eine begonnene 

Maturavorbereitung an der AKAD und ein Vorbereitungskurs zum Psychologiestudium. 

Aufgrund ihrer guten Französischkenntnisse und Kommunikationsfähigkeit habe sie 

Tätigkeiten als Allrounderin, Réceptionistin und im Bürobereich ausüben können. Dabei 

sei es immer wieder zu Kündigungen gekommen, weil sie die Anforderungen 

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behinderungsbedingt nicht mehr habe erfüllen können. Die bisherige berufliche 

Tätigkeit sei nicht adaptiert. Sie habe hauptsächlich lautsprachliche Kommunikation 

und Telefonate beinhaltet und stets in einem Grossraumbüro stattgefunden. Aufgrund 

ihrer Hörbehinderung sei sie auch in den letzten Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig. Im 

klassischen kaufmännischen Bereich verfüge sie nicht über die notwendigen 

Kenntnisse, weshalb eine Tätigkeit im Backoffice ausser Betracht falle. Die in der 

Ausbildung zur MPA vermittelten einfachen Grundkenntnisse im Rechnungswesen 

genügten für eine Anstellung im Bürobereich gemäss gutachterlichem 

Anforderungsprofil nicht. Die mündliche Kommunikationsfähigkeit, welche ihr immer 

wieder Anstellungen verschafft habe, falle nun gesundheitsbedingt definitiv weg, 

weshalb sie für Bürotätigkeiten auf eine solide Ausbildung z.B. im buchhalterischen, 

rechnerischen Bereich angewiesen sei. Zudem könne sie die heute übliche 

Korrespondenzsprache Englisch nicht mehr im "üblichen" Rahmen erlernen. Die 

bisherige Unterstützung im Bürobereich sei offensichtlich trotz hoher Motivation nicht 

eingliederungswirksam gewesen (act. G 1).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe 

ab Januar 2009 bis Ende Juli 2010 ohne gesundheitliche Beeinträchtigung oder 

Absenzen (als Ärzteberaterin bei I.___) gearbeitet. Die Beschwerdeführerin erreiche den 

für eine Umschulung vorausgesetzten Invaliditätsgrad von 20%. Weiter müsse die 

Umschulung eine dem bisherigen Beruf annähernd gleichwertige Ausbildung zum Ziel 

haben. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin noch eine 

Umschulung benötige. Die Berufsberaterin habe am 21. Juni und 2. Oktober 2018 

hierzu schlüssig Stellung genommen und es sei dem nichts hinzuzufügen. Die 

Beschwerdeführerin sei zudem subjektiv nicht eingliederungsfähig und eine 

Umschulung wäre von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie habe demnach aus 

objektiven und subjektiven Gründen keinen Umschulungsanspruch. Niederschwellige 

berufliche Massnahmen seien bereits ausreichend gewährt worden, weshalb auch 

diesbezüglich kein weiterer Anspruch mehr gegeben sei (act. G 4).

B.c  Die vorsitzende Richterin bewilligt am 8. Januar 2019 die unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung; act. G 5).

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B.d Mit Replik vom 7. Februar 2019 macht die Beschwerdeführerin geltend, die 

Gutachterin Dr. Q.___ habe zutreffend festgehalten, dass ihre Konzentration nach etwa 

60 Minuten nachlasse und sie schlechter höre. Die Bedingungen im ersten 

Arbeitsmarkt seien nicht so ideal wie bei der Begutachtung. Seitdem sie von Januar 

2009 bis Juli 2010 als Area Managerin gearbeitet habe, habe sich ihre Hörproblematik 

weiter verschlechtert. Der HNO-ärztliche Gutachter habe festgehalten, eine Arbeit mit 

Ansprüchen an die lautsprachliche Kommunikation sei nicht mehr zumutbar. Sie 

bestreite vehement, nicht arbeitswillig zu sein. Da sie gerade im kaufmännischen 

Bereich über keine Ausbildung verfüge, habe sie der Job Coach in Arbeitsfeldern 

eingliedern müssen, die nicht optimal adaptiert gewesen seien. Die Eingliederung sei 

beeinträchtigt gewesen durch die bariatrische Operation im November 2014 und eine 

komplikationsbedingte Notoperation acht bis neun Monate später. Zudem habe sich 

der __-jährige Sohn ihres damaligen Partners das Leben genommen und die 

Partnerschaft sei dadurch zerbrochen. Die Betreuung ihrer Tochter habe sie durch eine 

Bekannte aus U.___ gesichert gehabt. Die Eingliederungsberaterin habe ihrer Situation 

gegenüber das notwendige Verständnis nicht aufgebracht und eine nicht positive 

Menschenhaltung erkennen lassen. Die Arbeitsversuche bei M.___ und O.___ hätten 

nur gerade vier Monate gedauert. Die Tätigkeit als Area Managerin sei in Französisch 

gewesen und in erster Linie lautsprachlich. Seither hätten sich die Anforderungen der 

Arbeitswelt verändert. Die Voraussetzungen für einen Umschulungsanspruch seien 

erfüllt. Es habe sich in den bisherigen Tätigkeiten gezeigt, dass sie aufgrund der 

Verschlechterung ihrer Hör- und Kommunikationsfähigkeit nicht mehr in der Lage 

gewesen sei, die Anforderungen zu erfüllen. Für die Anstellung in einer adaptierten 

Tätigkeit fehlten ihr die notwendigen beruflichen Kenntnisse. Sie sei mit sensorischer 

Unterstützung subjektiv und objektiv in der Lage, die berufsbildenden Massnahmen zu 

bestehen. Eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich, welche es ihr ermöglichen 

würde, im Backoffice tätig zu sein, wäre ihrer Behinderung angepasst und würde ihren 

Fähigkeiten entsprechen. Es wäre sowohl die Aussicht auf eine spätere wirtschaftliche 

Verwertbarkeit als auch die Gleichwertigkeit mit der früheren Tätigkeit gegeben 

(act. G 7 und 7.1).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik.

Erwägungen

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1.  

1.1 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 4. Oktober 2018, worin die 

Beschwerdegegnerin das Gesuch der Beschwerdeführerin um berufliche Massnahmen 

abgewiesen hat. Nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist es, über einen allfälligen 

Rentenanspruch zu entscheiden. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin, soweit 

ersichtlich, noch keine Verfügung erlassen.

1.2 In medizinischer Hinsicht liegt der angefochtenen Verfügung das polydisziplinäre 

Gutachten der MEDAS Interlaken-Unterseen vom 28. Dezember 2017 (IV-act. 258) 

zugrunde, dessen Beweistauglichkeit unbestritten ist. Das Gutachten berücksichtigt die 

von der Beschwerdeführerin angegebenen Symptome und die medizinisch relevanten 

Akten im Wesentlichen vollständig. Die Diagnoseherleitungen sind grundsätzlich 

schlüssig und nachvollziehbar. Nicht ganz klar erscheint lediglich, ob bzw. dass 

zusätzlich zur rheumatologisch diagnostizierten Fibromyalgie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung vorliegt (vgl. IV-act. 258-44). Dies ist jedoch nicht von 

Relevanz, da mit der Schmerzstörung keine höhere Leistungseinschränkung begründet 

wird, als sie auch aufgrund anderer Diagnosen attestiert wird: Psychiatrisch wird die 

Leistungseinbusse von 30% mit der Akzentuierung der Persönlichkeit, der 

psychosozialen Belastung durch die Schwerhörigkeit und der depressiven 

Symptomatik, welche der Anpassungsstörung zugeordnet wird, begründet (IV-

act. 258-45) und HNO-ärztlich bzw. interdisziplinär wird durch den Tinnitus eine 

Leistungseinschränkung von ebenfalls 30% geschätzt, die jedoch nicht zur 

psychiatrischen Einschränkung hinzuzuzählen ist (IV-act. 258-22, 23 f., 29, 59). Die 

Gutachter legen sodann im Konsens dar, auch für eine angepasste Tätigkeit liege eine 

gewisse Einschränkung vor. Die Überwindung der Schmerzen sei durch die 

Anpassungsstörung und akzentuierte Persönlichkeit erschwert, so dass sich eine 

Verringerung der Aufmerksamkeit und des Durchhaltevermögens ergebe mit möglicher 

Erhöhung der Fehlerquote bei der Arbeit. Die Beurteilung des Tinnitus sei bei 

unterschiedlichen anamnestischen Angaben und der Neigung der Versicherten zur 

Beschwerdeüberzeichnung nicht ganz einfach. Persönliche Ressourcen seien zwei 

abgeschlossene Ausbildungen, Erfahrung auf mehreren Arbeitsgebieten, im 

Bürobereich sowie Fremdsprachenkenntnisse. Die lange vorbestehende 

Hörproblematik mit entsprechenden Arbeitsplatzverlusten könne als langdauernde 

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psychosoziale Belastung angesehen werden (IV-act. 258-25 f.). Im Rahmen der 

Eingliederungsbemühungen und Arbeitsversuche habe sich eine Neigung zum 

Verdeutlichen der körperlichen Beschwerden und zur Symptomverdeutlichung gezeigt. 

Dies weise auf ein neurotisches Reaktionsverhalten hin, bei welchem die Schmerzen 

die kränkend erlebten depressiven Schwankungen sowie sozialen Bindungen 

überdeckten, diese so zwar aushaltbarer machten, aber hierdurch deren Lösung 

gleichzeitig verhinderten und zu einem sich aufschaukelnden Circulus vitiosus führten. 

Deshalb seien die Arbeitsversuche primär nicht aus mangelnder Kooperation 

gescheitert (IV-act. 258- 26, 47). Damit haben sich die Gutachter mit den für das 

strukturierte Beweisverfahren massgeblichen Indikatoren, insbesondere mit den 

Einschränkungen und deren Zusammenwirken, den Ressourcen und der Konsistenz 

auseinandergesetzt. Auf das Gutachten kann daher abgestellt werden. Damit besteht 

für eine angepasste Tätigkeit eine zeitlich volle Arbeitsfähigkeit mit einer 

Leistungsminderung von 30%. Die angepasste Tätigkeit sollte Wechselpositionen 

beinhalten sowie lautsprachliche Kommunikation, Telefonate und Arbeiten in 

Grossraumbüros ausschliessen (IV-act. 258-28 f.).

2.  

2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) bedrohte 

Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und 

geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a), und die 

Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). 

Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen 

zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Art. 8 Abs. 3 lit. a  IVG) und in den 

Massnahmen beruflicher Art selber (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, 

Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.2 Sämtliche Eingliederungsmassnehmen müssen verhältnismässig - geeignet, 

notwendig und angemessen bzw. verhältnismässig im engeren Sinn - sein (U. Meyer/ 

M. Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., Zürich 

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2014, N 16 zu Art. 8 IVG). Die Massnahme muss zur Erreichung des von ihr 

bezweckten Eingliederungsziels geeignet sein (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 17). 

Notwendig ist eine Massnahme unter anderem, soweit sie im Hinblick auf die 

erwerbliche Situation nötig ist (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 17). Um angemessen 

zu sein, muss die Massnahme ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit 

aufweisen. Sodann muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg 

voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist und in einem vernünftigen Verhältnis zu 

den Kosten der konkreten Eingliederungsmassnahme steht. So vermögen 

beispielsweise subjektive Berufsneigungen allein im Sinne eines Wunschberufs keinen 

Umschulungsanspruch zu begründen. Schliesslich muss die Massnahme der 

versicherten Person zumutbar sein (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 25, 33).

2.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue 

Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge der Invalidität notwendig ist und 

dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert 

werden kann. Als Umschulung gelten Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach 

Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur 

Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen (Art. 6 Abs. 1 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Zunächst gelten die in 

Art. 8 Abs. 1 IVG enthaltenen Teilgehalte des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes. Die 

Umschulung muss insbesondere eingliederungswirksam sein, was bedeutet, dass sie 

zu einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beiträgt oder vor weiterer Beeinträchtigung 

eines noch vorhandenen Teils der Erwerbsfähigkeit schützt. Jedenfalls genügend, aber 

nicht zwingend erforderlich ist, dass die Umschulungsmassnahme zu einer 

rentenanspruchserheblichen Veränderung des Invaliditätsgrades führt (Meyer/

Reichmuth, a.a.O., N 45 und 49 Art. 17 IVG). Gemäss der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung besteht eine für den Anspruch auf eine Umschulung vorausgesetzte 

Invalidität, wenn die versicherte Person wegen der Art und Schwere des 

Gesundheitsschadens in der bisher ausgeübten Tätigkeit und in den für sie ohne 

zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine 

bleibende oder länger dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleidet. Dieses 

umschulungsspezifische Erfordernis ist nicht gegeben, wenn es - bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage - ein genügend breites Spektrum an Tätigkeiten gibt, die dem 

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medizinischen Anforderungs- und Belastungsprofil der versicherten Person 

entsprechen, von der Ausbildung und beruflichen Erfahrung her zumutbar sind und im 

Durchschnitt nicht schlechter entlöhnt werden als die zuletzt ausgeübte (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. Oktober 2015, 9C_511/2015 E. 3 mit Hinweisen; Rz 4011 des 

Kreisschreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art, KSBE; Meyer/

Reichmuth, a.a.O., N 3 Art. 17 IVG). Die leistungsspezifische Lohneinbusse bestimmt 

sich bei Versicherten mit oder ohne berufliche Ausbildung anhand eines Vergleichs des 

Valideneinkommens mit jenem Einkommen, welches die versicherte Person nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung, hingegen ohne 

Eingliederungsmassnahmen, erzielen könnte, sofern ihr eine zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage ohne (zusätzliche) berufliche Ausbildung, somit auf 

dem Weg der Selbsteingliederung, offensteht (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 

2009, 9C_65/09, E. 4.2). Die durch die Umschulung ermöglichte Erwerbstätigkeit muss 

schliesslich im Verhältnis zum bisher ausgeübten Beruf annähernd gleichwertig sein. 

Dieses Erfordernis bezieht sich auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende 

Verdienstmöglichkeit (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 14 f. Art. 17 IVG). Ausnahmsweise 

geht eine zu einer höheren Berufsstufe führende Umschulung zulasten der IV, wenn Art 

und Schwere des Gesundheitsschadens und ihre beruflichen Auswirkungen derart 

schwer wiegen, dass nur eine verglichen mit der vor dem Invaliditätseintritt ausgeübten 

Erwerbstätigkeit anspruchsvollere Ausbildung zu einer optimalen Verwertung der 

Arbeitsfähigkeit führt (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 15 Art. 17 IVG).

3.  

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist gestützt auf die berufsberaterische Einschätzung der 

Ansicht, es treffe zwar zu, dass eine abgeschlossene Ausbildung im kaufmännischen 

Bereich hilfreich für das Finden einer Stelle sei. Bewerberinnen und Bewerber aus 

anderen Berufsfeldern hätten entsprechend eine höhere Hürde zu nehmen, wenn sie 

als Quereinsteiger erstmals eine kaufmännische Tätigkeit ausüben möchten. Diese 

Hürde habe die Beschwerdeführerin jedoch bereits vor Jahren genommen. Mittlerweile 

verfüge sie über mehrjährige einschlägige Praxis. Diese sowie ihre Grundausbildung 

zur MPA böten aus berufsberaterischer Sicht eine ausreichende Basis für das Finden 

einer adaptierten Stelle (Stellungnahme Berufsberaterin vom 2. Oktober 2018, IV-act. 

274; angefochtene Verfügung, IV-act. 275). Die Beschwerdeführerin macht im 

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Wesentlichen geltend, für die von der Eingliederungsberatung vorgeschlagenen 

Arbeitsbereiche - Buchhaltung/Rechnungwesen, Zahlungs- und Mahnwesen, 

Technisch-kaufmännische Arbeiten, Dokumentationserstellung und -unterhalt, 

Organisationsarbeiten, Arbeiten in der Logistik, Arbeiten mit schriftlicher 

Kommunikation, Verkaufsinnendienst mit wenig telefonischer Kommunikation, 

Werbung und Marketingaufgaben, Planungsarbeiten, Personaladministration, 

Statistiken, Stabstätigkeiten in Grossbetrieben (Stellungnahme vom 21. Juni 2018, IV-

act. 261) - reichten ihre bisherige Ausbildung und berufliche Erfahrung nicht aus. Die 

mündliche Kommunikationsfähigkeit, welche sie auszeichne und ihr immer wieder 

Anstellungen verschafft habe, falle nun gesundheitsbedingt definitiv weg, weshalb sie 

für Bürotätigkeiten auf eine solide Ausbildung, z.B. im buchhalterischen, rechnerischen 

Bereich, angewiesen sei. Zudem sei im kaufmännischen Bereich mittlerweile Englisch 

Korrespondenzsprache, welche sie aufgrund der massiven Verschlechterung ihrer Hör- 

und Kommunikationsfähigkeit nicht mehr im "üblichen" Rahmen erlernen könne 

(Beschwerde, act. G 1, S. 7).

3.2 Die Beschwerdeführerin arbeitete seit dem Erwerb des Diploms als medizinische 

Praxisassistentin am 10. Februar 1997 (IV-act. 26-3, 118-11 f.) längerfristig vom 1. 

November 1997 bis 30. April 2000 in der C.___ (Arbeitszeugnis vom 30. April 2000, IV-

act. 26-5) und anschliessend bis zum 30. April 2001 als Sachbearbeiterin bei der E.___ 

(Arbeitszeugnis, IV-act. 118-8). Mit Hilfe der IV-Stelle des Kantons F.___ fand die 

Beschwerdeführerin einen Arbeitsplatz in Administration/Verkauf bei der H.___ , wo sie 

vom 6. Januar 2005 bis 31. Dezember 2008 tätig war (IV-act. 108 f., Arbeitszeugnis IV-

act. 118-5). Es folgte ein weiteres unbefristetes Arbeitsverhältnis als Ärzteberaterin bei 

I.___ vom 1. Januar 2009 bis 31. Juli 2010, welches durch Umstrukturierung endete 

(Arbeitszeugnis, IV-act. 118-4). Spätere Eingliederungsversuche scheiterten. Bei der 

J.___ AG wurde die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben während der Probezeit 

entlassen, weil sie ihren Vorgesetzten im Grossraumbüro nicht hören konnte und sie 

die Arbeitgeberin nicht über ihre Hörproblematik informiert hatte (IV-act. 195-2). Bei 

einem Arbeitsversuch im Bereich der Rechnungskontrolle bei M.___ AG mit 

Stellenantritt am 1. Oktober 2015 musste das Arbeitspensum von 80% auf 50% 

reduziert werden wegen Schmerzen an Schultern und Händen sowie einer Zunahme 

der Hörproblematik (Arztbericht Dr. N.___ vom 10. Dezember 2015, IV-act. 221). Die 

Festanstellung scheiterte gemäss der Arbeitgeberin an der nicht erfolgten Bewilligung 

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des Budgets (IV-act. 219). Gegenüber dem Jobcoach äusserte die Arbeitgeberin, die 

Funktion würde grosse Aufmerksamkeit erfordern und der Beschwerdeführerin ihre 

Grenzen aufzeigen (IV-act. 234-3). Eine weitere Stelle bei O.___, die durch die 

Beschwerdegegnerin mittels Einarbeitungszuschüssen unterstützt wurde (Mitteilung 

vom 15. Februar 2016, IV-act. 226), trat die Beschwerdeführerin am 15. Februar 2016 

an. Die Tätigkeit als Sachbearbeiterin Innendienst umfasste die Entgegennahme von 

Kundenanfragen, die Aufnahme und Erfassung von telefonischen und schriftlichen 

Bestellungen in Deutsch und Französisch sowie die Verarbeitung sämtlicher Anfragen 

(Arbeitsvertrag, IV-act. 233). Die Stelle wurde durch die Arbeitgeberin während der 

Probezeit gekündigt, da die Beschwerdeführerin die Anforderungen aufgrund ihrer 

gesundheitlichen Situation nicht erfüllte (IV-act. 233). Die Beschwerdeführerin klagte 

über Stressreaktionen aufgrund akustischer Überreizung und zeigte gemäss der 

Arbeitgeberin rund einen Monat nach Stellenantritt einen starken Leistungsabfall 

(Schlussbericht Jobcoach vom 20. April 2016, IV-act. 234-4). Dr. N.___ hielt hierzu fest, 

der absolut nicht passende Arbeitsplatz bzw. die Arbeitssituation habe zu einem 

völligen psychischen/physischen Zusammenbruch geführt (Verlaufsbericht vom 

21. Juni 2016, IV-act. 238-2 ff.).

3.3 Anlässlich der HNO-ärztlichen Begutachtung am 2. November 2017 wurde eine 

mittel- bis hochgradige Schwerhörigkeit mit einem Hörverlust von 69% beidseits 

festgestellt. Ein hiermit kongruentes Sprachaudiogramm ergab einen Hörverlust von 

50% bei 55 dB rechts und 51 dB links und mit dem Hörgerät im freien Schallfeld einen 

Hörgewinn von 9 dB und im Basler Satztest von 6,4 dB (IV-act. 258-58 f.). Zum Verlauf 

der Gehörbeeinträchtigung ergibt sich aus den Akten Folgendes: Ein Tonaudiogramm 

vom 24. April 2012 ergab einen Hörverlust von 41,8% rechts und 41% links (IV-

act. 116). Im Arztzeugnis vom 2. November 2012 führte Dr. L.___ aus, die 

Beschwerdeführerin sei zwischenzeitlich für längere Zeitabschnitte nahezu taub. Aktuell 

bestehe ein Hörverlust von beidseits ca. 60% (IV-act. 138-6). Nach einem Hörsturz am 

5. Juli 2013 verbesserte sich die Hörleistung bis zum 7. August 2013 um 10-20 dB 

rechts und um 25-30 dB links (Bericht Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom 1. April 

2015, IV-act. 164-2 f.). Das Tonaudiogramm vom 9. Dezember 2013 zeigt in etwa einen 

um 10 dB bzw. 10% unter demjenigen vom 14. April 2012 liegenden Verlauf der 

Hörkurven (vgl. IV-act. 175-3) bzw. einen Hörverlust von etwa 50%. Das 

Sprachaudiogramm ergab ein Sprachverständnis von 100% links und von 90% rechts 

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(Stellungnahme Dr.med. V.___, Leitender Arzt Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom 

20. Januar 2014, IV-act. 179). Am 5. Februar 2015 erlitt die Beschwerdeführerin einen 

weiteren Hörsturz. Dieser war regredient, so dass am 5. März 2015 anamnestisch und 

audiologisch das Hörvermögen wieder dem Vorbefund einer hochgradigen 

Innenohrschwerhörigkeit entsprach (Bericht Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom 

17. Mai 2016, IV-act. 238-7 f.). Im März 2016 hatte die Beschwerdeführerin wiederum 

einen Hörsturz. Im Tonaudiogramm vom 26. April 2016 lag die Hörschwelle rechts 

zwischen 40 dB (bei 125 Hz) und 75 dB (bei 6 kHz) und links zwischen 30 dB (bei 125 

Hz) und 75 dB (bei 3 bis 6 kHz; Bericht Hals- Nasen- Ohrenklinik KSSG vom 23. Mai 

2016, IV-act. 238-5 f.). Im Vergleich zum Audiogramm vom 9. Dezember 2013 ergibt 

dies nochmals eine Einbusse von rund 10 dB bzw. 10%. Gegenüber den Jahren 2005 

bis 2010, als die Beschwerdeführerin zuletzt längerfristig bei der H.___ SA und bei I.___ 

arbeitete, beträgt der zusätzliche Hörverlust somit bis zu 20 dB bzw. 20%.

3.4 Die Gutachter kamen zum Schluss, eine Arbeit mit Ansprüchen an die 

lautsprachliche Kommunikation sei nicht zumutbar. Deshalb bestehe eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse und als medizinische Praxisassistentin. Die bei 

bisherigen Eingliederungsversuchen anvisierten Stellen seien nicht ideal adaptiert 

gewesen (IV-act. 258-22 f., 59). Die bisherigen Arbeitsversuche seien primär nicht aus 

mangelnder Kooperation gescheitert. Berufliche Massnahmen seien sinnvoll, um 

einerseits die noch vorhandenen guten Ressourcen für eine berufliche Tätigkeit zu 

erhalten und andererseits die aus psychiatrischer Sicht realistische berufliche 

Wiedereingliederung zu unterstützen. Wesentliche Einschränkungen lägen auf 

rheumatologischem Gebiet nicht vor. Somit seien Eingliederungsmassnahmen 

zumutbar (IV-act. 258-27, 45).

3.5 Die Beschwerdegegnerin verneint den Anspruch auf eine Umschulung, weil die 

Beschwerdeführerin durch ihre bisherige Ausbildung und Berufserfahrung in der Lage 

sei, eine - auch den inzwischen fortgeschrittenen Hörproblemen - angepasste Arbeit 

auszuüben. Zwar beinhalteten die Tätigkeiten bei der H.___ SA und I.___ auch 

Aufgaben mit Anforderungen an die lautsprachliche Kommunikation, welche die 

Beschwerdeführerin möglicherweise inzwischen nicht mehr erfüllen kann. Jedoch 

erscheint plausibel, dass die frühere Tätigkeit und Ausbildung auch Aufgaben 

umfasste, welche die Beschwerdeführerin trotz der Beeinträchtigung ihres 

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Hörvermögens ausführen kann. Denkbar wären beispielsweise Aufgaben in der 

Medikamenten- und Materialbeschaffung und der Bereitstellung der Patientendossiers 

in einer Gruppenarztpraxis oder einer Klinik. Zur Verminderung der Einschränkung 

wurde die Beschwerdeführerin mit Hörgeräten und anderen Hilfsmitteln versorgt und 

erlernte das Lippenlesen. Sofern diese Hilfen optimal eingesetzt und eventuell 

aktualisiert werden und der Arbeitsplatz entsprechend adaptiert ist - inklusive 

Information und Instruktion von Vorgesetzten und Kollegen - ist mit der Berufsberatung 

davon auszugehen, dass für die Beschwerdeführerin trotz ihrer Hörbeeinträchtigung 

mit ihrer vorhandenen Ausbildung und Berufserfahrung Arbeitsmöglichkeiten bestehen. 

Zudem könnten beispielsweise EDV- und Buchhaltungskenntnisse auch 

berufsbegleitend oder durch entsprechende Einführung am Arbeitsplatz erworben oder 

vertieft werden, wofür keine Umschulung notwendig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 13. November 2014, 9C_468/2014, E.4). Eine Umschulung ist daher nicht 

erforderlich.

4.  

4.1 Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben 

Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes 

(Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG), begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung 

ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 lit. b IVG), Unterstützung mittels 

Einarbeitungszuschüssen (Art. 18b IVG), Entschädigung für Beitragserhöhungen 

(Art. 18c IVG) sowie Gewährung von Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). Zur Arbeitsvermittlung 

gehört auch die Beratung von Arbeitgebenden (Art. 41 Abs. 1 lit. f IVV; vgl. zum Ganzen 

KSBE, Rz 5001). Die leistungsspezifische Invalidität ist gegeben, wenn die versicherte 

Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheitlichen 

Gründen Schwierigkeiten hat und die Behinderung bleibend oder während 

voraussichtlich längerer Zeit Probleme bei der - in einem umfassenden Sinn 

verstandenen - Stellensuche selber verursacht; genannt werden daneben sich aus 

invaliditätsbedingten Gründen ergebende spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz 

(etwa Sehhilfen) oder den Arbeitgeber (etwa Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt 

notwendigen Ruhepausen), die für das Finden einer Stelle das Fachwissen und 

entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden erfordern (H.-J. Mosimann, AHVG/IVG 

Kommentar, Zürich 2018, N 3 Art. 18 IVG, mit Verweis auf Urteil des Eidgenössischen 

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Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 24. März 2006, I 427/05, E. 4.1.1). Der Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung besteht insbesondere, wenn besondere Möglichkeiten und Grenzen 

der versicherten Person erläutert werden müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 12. 

Januar 2016, 8C_641/2015, E. 2). Das Vorliegen von invaliditätsfremden Faktoren 

schliesst die Arbeitsvermittlung nicht aus (vgl. Urteil vom 19. Dezember 2017, 

9C_233/2017, E. 4.2). Solange die materiellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist der 

Anspruch auf Arbeitsvermittlung grundsätzlich in zeitlicher Hinsicht nicht begrenzt, 

sondern besteht bis zur erfolgreichen Eingliederung. Indessen wird der Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung nach Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips begrenzt. Er 

dauert grundsätzlich so lange, wie der Versicherte nicht platziert und eingegliedert ist. 

Die Arbeitsvermittlung ist nur solange zu erbringen, als der dafür notwendige Aufwand 

nicht unverhältnismässig ist. Unverhältnismässig erscheint die Arbeitsvermittlung, wenn 

von weiteren Bemühungen keinerlei Erfolg mehr erwartet werden darf, obwohl vorher 

eine intensive Betreuung stattgefunden hat, was jeweils im Einzelfall entschieden 

werden muss. Entscheidend ist, ob aufgrund einer prognostischen Beurteilung von 

einer weiteren aktiven Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes ein 

weiterer Erfolg erwartet werden kann. Die Verhältnismässigkeit einer Fortführung der 

Arbeitsvermittlung beurteilt sich nicht anhand der Erledigung von vorgängig 

festgelegten abstrakten Vorgaben; es besteht Anspruch auf das situativ Notwendige 

(Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2011, 8C_19/2011, E. 2.2; vgl. auch Urteil des 

EVG vom 4. Dezember 2006, I 665/06, E. 5.2; U. Meyer/M. Reichmuth, Bundesgesetz 

über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz 7, Art. 18 IVG, mit weiteren 

Verweisen).

4.2 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass niederschwelligere berufliche 

Massnahmen (als die Umschulung) bereits ausreichend gewährt worden seien und 

deshalb kein weiterer Anspruch gegeben sei (act. G 4-5). Die Beschwerdeführerin hatte 

mehrere Stellen inne, die nicht optimal adaptiert waren, weshalb es jeweils zu einer 

Überforderung kam (Entsprechendes wurde in den medizinischen Akten bestätigt). So 

bezeichnen die Gutachter die bisherigen Eingliederungsversuche als unglücklich bzw. 

nicht angepasst. Überdies hat sich der Gesundheitszustand nach und nach etwas 

verschlechtert (vgl. E. 3.3). Die Möglichkeiten der beruflichen Massnahmen wurden bis 

dato nicht bzw. zu wenig ausgeschöpft. Da die Beschwerdeführerin nur noch zu 70% 

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arbeitsfähig ist und spezielle Adaptionskriterien beachtet werden müssen, liegt es auf 

der Hand, dass sie darauf angewiesen ist, dass eine Fachperson dem potentiellen 

Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen erläutern sollte, um eine 

erfolgreiche Eingliederung sicherzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

12. Januar 2016, 8C_641/2015, E. 2). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin vor 

allem während Phasen akuten Hörverlusts, welche gemäss den medizinischen Akten 

bis anhin durchschnittlich ungefähr einen Monat im Jahr ausmachten (IV-act. 164-2 f., 

IV-act. 238-7 f.; IV-act. 238-5 f.), auf das Lippenablesen und damit auf eine Ansprache 

aus ihr gegenüberliegender Richtung bzw. in ihrem Blickfeld angewiesen ist. Dies 

bedingt ein verständnisvolles, aufmerksames Entgegenkommen ihres Arbeitsumfeldes. 

Die Schwankungen des Gehörs bedingen auch, dass Tätigkeiten mit notwendiger 

lautsprachlicher Kommunikation zeitweise an Mitarbeitende delegiert werden können. 

Die bisherige Eingliederung war ab November 2014 durch mehrere Operationen 

(Magenbypass, gastrointestinale Operationen, Karpaltunnelsyndrom rechts und links) 

erschwert bzw. verzögert (vgl. IV-act. 258-18; Schlussbericht Coaching W.___ vom 

20. April 2016, IV-act. 234). Unter diesen Umständen und da ohnehin weder eine 

zeitliche oder absolute Begrenzung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen 

existiert, hat die Beschwerdeführerin abgesehen vom Anspruch auf Umschulung 

weiterhin Anspruch auf berufliche Massnahmen.

5.  

5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung 

aufzuheben und festzustellen, dass die Beschwerdeführerin abgesehen vom Anspruch 

auf eine Umschulung weiterhin Anspruch auf berufliche Massnahmen hat.

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In 

Berücksichtigung der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin anfechten musste, um rechtmässig behandelt zu werden, ist 

ermessensweise von einem hälftigen Obsiegen auszugehen. Entsprechend bezahlen 

die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin die Gerichtsgebühr je im Umfang 

bis

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von Fr. 300.--. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der 

Bezahlung ihres Anteils an der Gerichtsgebühr zu befreien.

5.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Mit Blick auf andere Fälle 

im Bereich der IV erscheint der vorliegende Fall aufgrund der auf berufliche 

Massnahmen beschränkten Fragstellung und auch aufgrund der eingeschränkten 

medizinischen Problematik unterdurchschnittlich aufwändig. Der Bedeutung der 

Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint daher eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Da die 

Beschwerdeführerin nur teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens erscheint 

daher eine Parteientschädigung von Fr. 1‘500.-- als gerechtfertigt.

5.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die restlichen 

Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die bei vollständigem Obsiegen 

zu gewährende zusätzliche Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- ist um einen Fünftel 

zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 1‘200.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.5 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

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aufgehoben und festgestellt, dass die Beschwerdeführerin abgesehen vom Anspruch 

auf eine Umschulung weiterhin Anspruch auf berufliche Massnahmen hat.

2.  

Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin und die 

Beschwerdeführerin je im Betrag von Fr. 300.--. Die Beschwerdeführerin wird von der 

Bezahlung ihres Anteils an der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 300.-- zufolge 

unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 1‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4.  

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.07.2019
	Art. 8 IVG, Art. 17 IVG; Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG: Anspruch auf berufliche Massnahmen für eine mittel bis schwergradig hörbeeinträchtigte Beschwerdeführerin. Diese war bereits früher aufgrund eines rheumatischen Leidens vom erlernten Beruf zur MPA umgeschult worden. Seit der Umschulung traten rezidivierend Hörstürze auf, weshalb die Beschwerdeführerin den Beruf als MPA nicht ausübte. Sie war unter anderem längerfristig bei einer Softwarefirma und im Aussendienst eines Unternehmens im Bereich Labormedizin tätig. Mit der Berufsberatung ist davon auszugehen, dass sie aufgrund der bisherigen Ausbildung und Berufserfahrung eine angepasste Arbeitsstelle finden kann. Eine erneute Umschulung ist daher nicht notwendig. Auf andere berufliche Massnahmen hat die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juli 2019, IV 2018/366).

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