# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b87f9fad-94b1-528b-ae79-694104d59abc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.09.2011 IV 2009/402
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-402_2011-09-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/402

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 09.09.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 09.09.2011
Art. 28 Abs. 2 IVG: Rentenanspruch. Bidisziplinäre RAD-Untersuchung als 
beweiskräftig erachtet. Eine gesundheitliche Arbeitsunfähigkeit ist nicht 
ausgewiesen. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Urteil des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. September 2011, IV 
2009/402).

Entscheid Versicherungsgericht, 09.09.2011

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 9. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Emil Nisple, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 14. November 2007 (Eingang SVA: 8. Juli 2008) auf Grund 

seiner chronischen Magen-Darm-Beschwerden zum Bezug von IV-Leistungen an (act. 

G 7.1/2). Zwischen 2002 bis 2008 war der Versicherte diverse Male wegen 

rezidivierender Abdominalschmerzen mit Erbrechen und Diarrhoe untersucht und 

hospitalisiert worden (act. G 7.1/14). Mittels einer Oesophago-Gastro-Duode-noskopie 

wurden im April 2002 eine nicht ulzeröse Dyspepsie und eine helicobacter-pylori-

positive chronische Gastritis festgestellt (act. G 7.1/14-54f.), wobei letztere mit einer 

HP-Eradikationstherapie behandelt wurde (act. G.1/14-56). Im September 2004 wurde 

eine Laktoseintoleranz diagnostiziert (act. G 7.1/14-65f., G 7.1/14-50). In der Folge 

wurde der Versicherte mehrmals bezüglich einer laktosefreien Ernährung beraten und 

seine Beschwerden medikamentös behandelt (act. G 7.1/14-50f. bzw. 44f., G 

7.1/14-24). Nachdem er seine Stelle als Hilfsgipser auf Ende Januar 2005 verloren 

hatte, arbeitete er nicht mehr. Nach seinen Angaben war die Berufstätigkeit nicht mit 

der Krankheit vereinbar (act. G 7.1/12-14f., G 7.1/28-11). Am 10. Dezember 2005 nahm 

Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine psychiatrische 

Beurteilung des Versicherten vor. Der Arzt stellte die Diagnose eines Verdachts auf 

Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus (ICD-10: F 60.30) mit narzisstischen 

Zügen (ICD-10: F 60.8), eines Verdachts auf ein larviertes depressives Zustandsbild bei 

rezidivierenden depressiven Episoden (ICD-10: F 33.1) und eines Verdachts auf 

Somatisierungsstörungen im Sinn eines Colon irritabiles (ICD-10: F 45.32). Auf eine 

psychotherapeutische Begleitung wurde jedoch auf Grund mangelnder 

Introspektionsfähigkeit des Versicherten verzichtet (act. G 7.1/14-42f.). Im weiteren 

Verlauf der Krankheit betonten verschiedene Ärzte, dass neben der 

Laktoseunverträglichkeit auch ein psychosomatischer Anteil der Erkrankung vorläge 

(act. G 7.1/14-60 und 76, G 7.1/14-50f., G 7.1/14-35f., G 7.1/14-24f., G 7.1/14-1f.). 

Zudem wurde auf einen möglichen Zusammenhang der Problematik mit dem 

Cannabis- und Alkoholabusus verwiesen (act. G 7.1/14-22f., G 7.1/14-9f.).

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A.b   Am 28. April 2009 untersuchte Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin, 

Pneumologie, Arbeitsmedizin, Sozialmedizin (D), vom IV-internen Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) den Versicherten internistisch. Der Arzt diagnostizierte eine bekannte 

Laktoseintoleranz sowie eine Psoriasis (ICD-10:C 40.9 [richtig: L 40.9]) und wies in 

einem Drogenschnelltest Cannabis- und Kokain-Metaboliten im Urin nach. Er führte 

aus, dass sich aus internistischer Sicht die beklagten Beschwerden sehr gut mit dem 

bekannten Laktasemangel vereinbaren liessen. Die konsequente Meidung 

milchzuckerhaltiger Lebensmittel sei dem Versicherten zumutbar. Gegebenenfalls sei 

zur Verbesserung der Compliance eine entsprechende Ernährungsberatung 

erforderlich. Hinsichtlich des scheinbar regelmässigen Drogenkonsums wäre eine 

Anbindung an eine Drogenberatungsstelle sinnvoll (act. G 7.1/28-1ff.).

A.c   Tags darauf erfolgte eine psychiatrische Untersuchung durch den RAD-Arzt Dr. 

med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (D) und Facharzt für Kinder- 

und Jugendpsychiatrie. Dieser diagnostizierte eine somatoforme autonome 

Funktionsstörung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen, 

psychoneurotischen, passiv-aggressiven und antisozialen Anteilen. In der Beurteilung 

führte Dr. D.___ aus, dass beim Versicherten eine Reihe psychiatrischer Störungen 

vorlägen. Diese wirkten sich zwar auf die Lebensführung aus, sie begründeten jedoch 

keine Arbeitsunfähigkeit. Denn die gemischte Persönlichkeitsstörung sei in ihrer 

Ausprägung keinesfalls derart gravierend und auch die alltäglichen Belange des 

Lebens betreffend, dass hier Rückwirkungen auf die Arbeitsleistungsfähigkeit oder 

Unzumutbarkeit für einen Arbeitgeber abgeleitet werden könnten. Es stelle sich keine 

psychiatrische Erkrankung dar, die einer Motivationsumsetzung und Verwertung der 

Leistungsfähigkeit entgegenstehe (act. G 7.1/28-10ff.). In ihrer gemeinsamen 

interdisziplinären Stellungnahme befanden die RAD-Ärzte, dass keine Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit objektiviert werden konnten, weder in 

internistischer noch in psychiatrischer Hinsicht (act. G 7.1/28-19).

A.d   Mit Vorbescheid vom 28. Juli 2009 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass 

die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (act. G 7.1/32).

B.     

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Mit Verfügung vom 28. September 2009 entschied die IV-Stelle im Sinn des 

Vorbescheids und wies das Leistungsbegehren des Versicherten ab. Sie stellte sich auf 

den Standpunkt, dass kein Gesundheitsschaden bestehe, welcher die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtige, und daher keine Invalidität vorläge (act. G 7.1/38).

C.     

C.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 29. Oktober 2009. Der 

Beschwerdeführer beantragt darin, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine 

ganze Rente auszurichten, rückwirkend ab dem 14. November 2007. Zudem 

beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 1).

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2009 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

C.c   Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen bewilligte 

mit Zwischenentscheid vom 26. Januar 2010 das Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung (act. G 11).

C.d   In der Replik vom 18. Februar 2010 hielt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers im Wesentlichen an seinen Ausführungen fest und beantragte 

zudem die Einholung eines medizinischen Gutachtens (act. G 14).

C.e   Mit der Eingabe vom 8. März 2010 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die 

Einreichung einer Duplik (act. G 16).

Erwägungen:

1.      

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf 

Rentenleistungen der Invalidenversicherung hat.

1.1    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

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über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2    Die Rentenabstufungen des Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.

1.3    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen).

1.4    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

2.      

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2.1    Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung vom 28. 

September 2009 auf den interdisziplinären internistisch-psychiatrischen RAD-Bericht 

vom 7. Juli 2009 gestützt. In diesem Bericht ist dem Beschwerdeführer eine volle 

Arbeitsfähigkeit bescheinigt worden, da keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit objektiviert werden könne. Der Bericht führt weiter aus, die 

psychiatrisch gestellten Diagnosen seien nicht derart gravierend, dass sie sich auf die 

Arbeitsfähigkeit limitierend auswirkten. Auch aus internistischer Sicht bestehe kein 

Gesundheitsschaden, der eine nennenswerte, dauerhafte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit begründe.

2.2    Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn 

die Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und 

die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Den diesen 

Anforderungen genügenden Berichten der regionalen ärztlichen Dienste der IV-Stellen 

(RAD; Art. 59 IVG und 47 ff. IVV) kommt ebenfalls Beweiswert zu (Urteil des 

Bundesgerichts vom 21. Februar 2011, 9C_8/2011, E. 4.1.2 mit Hinweisen). Nach der 

Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im 

Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu 

entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge 

Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465).

2.3    Sowohl der Bericht von Dr. C.___ wie auch der Bericht von Dr. D.___ sind für die 

streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, 

berücksichtigen die geklagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten 

abgegeben. Beide Ärzte sind Fachärzte auf den durch sie beurteilten Gebieten.

2.4    Der Beschwerdeführer kritisiert hauptsächlich den inhaltlichen Teil des Berichts. 

Obwohl ein durch verschiedene Hospitalisationen und ärztliche Behandlungen belegter 

Gesundheitsschaden vorhanden sei, werde im Bericht nicht erklärt, wieso die 

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erhebliche Beeinträchtigung des Beschwerdeführers keine nennenswerte 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nach sich ziehe.

2.4.1           In seinem Bericht hat der RAD-Arzt Dr. C.___ ausgeführt, dass sich aus 

internistischer Sicht die geklagten Beschwerden sehr gut mit dem bekannten 

Laktasemangel erklären liessen und dass ausser dem Laktasemangel kein 

objektivierbarer Befund vorhanden sei. Die Laktoseintoleranz könne aber gut mittels 

einer entsprechenden Diät behandelt werden. Diese Ausführungen decken sich mit den 

Einschätzungen in den vorangehenden Arztberichten, denn auch dort ist die 

Laktoseunverträglichkeit als Ursache der Symptomatik angegeben worden (act. G 

7.1/14-51, G 7.1/14-24, G 7.1/14-22, G 7.1/14-9). Die Ärzte haben dem 

Beschwerdeführer mehrmals zur laktosefreien Diät geraten, und er wurde durch die 

Ernährungsberatung auch dahingehend instruiert (act. G 7.1/14-51, G 7.1/14-24, G 

7.1/14-23). Der Beschwerdeführer verweist auf die Berichte von Prof. Dr. med. E.___, 

Facharzt FMH Innere Medizin, Magen- und Darmkrankheiten, aus welchen hervorgehe, 

dass die Beschwerden nicht einzig und allein auf die Laktoseintoleranz zurückzuführen 

seien. Tatsächlich hat aber Prof. E.___ in seinen Berichten vom 16. Januar 2007 (act. G 

7.1/14-22), 31. August 2007 (act. G 7.1/14-7f.) und 5. September 2007 (act. G 

7.1/14-9f.) nur den Verdacht geäussert, dass nebst der Laktoseintoleranz auch der 

beträchtliche Cannabis- und Alkohol-Konsum eine Rolle spiele. Zudem hat er 

festgestellt, dass er sich über das Ausmass der psychosozialen Problematik nicht im 

Klaren sei. Diese Aussagen lassen sich gut mit den Ausführungen von Dr. C.___ 

vereinbaren, welcher in seinem Bericht ebenfalls den Drogenkonsum des 

Beschwerdeführers thematisiert hat. Die Einschätzung von Dr. C.___, wonach weder 

eine Laktoseunverträglichkeit noch regelmässiger Cannabiskonsum eine 

Arbeitsunfähigkeit begründen, ist durchaus nachvollziehbar und schlüssig.

2.4.2           Im Bericht über die psychiatrische Untersuchung vom 29. April 2010 hat 

der RAD-Arzt Dr. D.___ beim Beschwerdeführer eine somatoforme autonome 

Funktionsstörung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen, 

psychoneurotischen, passiv-agressiven und antisozialen Anteilen diagnostiziert. Er hat 

weiter ausgeführt, die Störungen würden sich zwar auf die Lebensführung auswirken, 

jedoch keine Arbeitsunfähigkeit begründen. Denn die gemischte Persönlichkeitsstörung 

sei in ihrer Ausprägung keinesfalls derart gravierend und auch die alltäglichen Belange 

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des Lebens betreffend, dass hier Rückwirkungen auf die Arbeitsleistungsfähigkeit oder 

Unzumutbarkeit für einen Arbeitgeber abgeleitet werden könnten. In der gemeinsamen 

interdisziplinären Stellungnahme wurde zudem von den RAD-Ärzten darauf 

hingewiesen, dass eine Psychotherapie zur Erarbeitung geeigneter Strategien zum 

Umgang mit stressierenden Situationen sinnvoll wäre.

2.4.3           In der Beschwerde bemängelt der Beschwerdeführer, dass im RAD-Bericht 

der psychischen Komponente zu wenig Gewicht beigemessen werde. In nahezu allen 

Berichten werde auf die psychische Komponente der Krankheit hingewiesen. Es sei 

widersprüchlich, wenn einerseits festgehalten werde, dass eine Psychotherapie nötig 

sei, andererseits aber behauptet werde, die psychiatrisch gestellten Diagnosen hätten 

keinen Einfluss auf seine Arbeitsfähigkeit.

2.4.4           Es ist anhand des psychiatrischen Berichts tatsächlich nicht unmittelbar 

ersichtlich, auf Grund welcher Tatsachen Dr. D.___ zur Einschätzung gelangt ist, dass 

weder die somatoforme Funktionsstörung noch die Persönlichkeitsstörung zu einer 

Arbeitsfähigkeitseinbusse führen. Allerdings ergeben sich aus der Krankengeschichte 

des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte, die dieser Einschätzung entgegenstehen 

würden. So hat der Beschwerdeführer bezüglich der somatoformen Funktionsstörung 

und der Häufigkeit der auftretenden Beschwerden folgende Angaben gemacht: "Es 

vergehe keine Woche, in der er von Montag bis Freitag keine Bauchbeschwerden 

habe" (act. G 7.1/28-12), "2 - 3 x pro Monat kolikartige Bauchschmerzen mit 

Erbrechen" (act. G 7.1/14-3). Um eine Teil-Invalidenrente zu erhalten, muss eine 

Invalidität von mindestens 40 % vorliegen. Wenn nun auf Grund der obigen Angaben 

davon ausgegangen wird, dass beim Beschwerdeführer, ohne dass er sich streng an 

die Lactosediät hält, ungefähr einmal pro Woche die Bauchbeschwerden auftraten, 

kann trotzdem nicht auf eine 40 %ige Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Auch 

dass der Beschwerdeführer ungefähr 2 x jährlich für 1 - 8 Tage hospitalisiert wurde, 

spricht für sich alleine noch nicht für eine generell erhöhte Arbeitsunfähigkeit. Der 

Beschwerdeführer macht geltend, dass er seine letzte Arbeit infolge seiner Krankheit 

verloren habe, weil er dauernd gefehlt habe. Aus dem Kündigungsschreiben des letzten 

Arbeitgebers vom 30. November 2004 ist jedoch zu entnehmen, dass nicht die 

Absenzen, sondern die Arbeitsqualität und -quantität sowie die fehlende Motivation des 

Beschwerdeführers der Grund für die Kündigung war. Auf Grund dieser äusseren 

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Umstände ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die somatoforme 

Funktionsstörung derart ausgeprägt ist, dass sie einen erheblichen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat. Auch hinsichtlich des Ausmasses der 

Persönlichkeitsstörung deutet nichts darauf hin, dass sie schwerer wäre, als vom 

Psychiater angenommen. Der im Bericht von Dr. D.___ erhobene psychische Befund 

deckt sich weitgehend mit dem Befund, wie ihn Dr. B.___ schon 2005 beschrieben hat. 

Beide Berichte beschreiben keine ausgeprägte psychische Störung. Auch im Alltag 

lassen sich keine solchen Hinweise erkennen. Der Beschwerdeführer scheint fähig zu 

sein, alleine zu wohnen und soziale Kontakte zu pflegen. In Anbetracht all dieser 

Umstände kann die Angabe des Psychiaters, die gemischte Persönlichkeitsstörung sei 

in ihrer Ausprägung nicht derart gravierend, dass die Arbeitsfähigkeit beeinflusst 

werde, nachvollzogen werden.

2.4.5           Sowohl der internistische wie auch der psychiatrische Teil des RAD-

Berichts überzeugen und sind beweistauglich. Es kann vollumfänglich auf die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Bericht abgestützt werden. Auf ein externes 

Gutachten, wie dies vom Beschwerdeführer gefordert wird, kann verzichtet werden. Da 

der Beschwerdeführer auch in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig 

ist, kann zum vornherein kein Anspruch auf eine IV-Rente nach Art. 28 IVG bestehen.

3.      

Auf Grund der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.      

4.1    Dem Beschwerdeführer ist am 26. Januar 2010 die unentgeltliche Prozessführung 

(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbei-

ständung) bewilligt worden. Wenn es seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, 

kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die 

Vertretung verpflichtet werden (Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

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4.2    Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von 

Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung 

zu befreien.

4.3    Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die 

Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Der 

Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist deshalb 

pauschal auf Fr. 3’500.-- festzulegen und gemäss Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes 

(AnwG; sGS 963.70) um einen Fünftel zu kürzen. Somit hat der Staat den 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2’800.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Der Beschwerdeführer wird im Sinn der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten von Fr. 600.-- befreit.

3.       Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.-- (inkl. 

Bar-auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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