# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0208963-ad95-51ba-8385-9cabad1f350c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.10.2025 IV 2024/220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-220_2025-10-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/220

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.11.2025

Entscheiddatum: 21.10.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2025
Beweiswertiges ZMB-Gutachten; neuropsychologische Testung zwar nicht 
valide, die kognitiven Einschränkungen wurden in der psychiatrischen und 
der neurologischen Fachrichtung dennoch berücksichtigt; Validenkarriere 
entspricht jener einer Hilfsarbeiterin, weshalb zurecht auf das 
entsprechende Durchschnittseinkommen abgestellt wurde; bis 31. 
Dezember 2023 Invaliditätsgrad von 55 % bei 10%igem Leidensabzug mit 
Anspruch auf halbe Invalidenrente, ab 1. Januar 2024 Invaliditätsgrad von 60 
% bei 20%igem Leidensabzug mit Anspruch auf 60%ige Invalidenrente 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. 
Oktober 2025, IV 2024/2020, IV 2025/20).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/20 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung III 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 21. Oktober 2025 

Besetzung  Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 
Mirjam Angehrn und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin 
Karin Kobelt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/220, IV 2025/20 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Schultz, Advokatur 107, 
Rorschacher Strasse 107, 9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

2/20 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (ehemals: B.___)(nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 31. August 2016 zum Bezug 
von Leistungen (berufliche Massnahmen und Rente) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 

(IV) an. Sie gab an, seit dem 1. Februar 2016 als Verkäuferin mit einem Pensum von 55 % bei der 

C.___ AG sowie als selbstständige Yogalehrerin (Yoga D.___) mit einem Pensum von 40 % tätig 

gewesen zu sein, am ___ einen ischämischen Hirninfarkt erlitten zu haben und seither zu 100 % 

arbeitsunfähig zu sein (IV-act. 7).  

A.b Nach Zusprache verschiedener Eingliederungsmassnahmen (Belastbarkeitstraining gemäss 
Mitteilung vom 25. Mai 2018 [IV-act. 113], Aufbautraining gemäss Mitteilung vom 22. August 2018 [IV-

act. 118], Support am Arbeitsplatz [Altersresidenz E.___] gemäss Mitteilung vom 7. Februar 2019 [IV-

act. 131] und Arbeitsvermittlung gemäss Mitteilung vom 21. Juni 2019 [IV-act. 143]) erliess die IV-Stelle 

am 16. Januar 2020 eine Mitteilung, dass kein Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen bestehe 

(IV-act. 168).  

A.c Mit Vorbescheid vom 21. Juli 2020 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Zusprache einer 
Viertelsrente ab 1. Mai 2019 bei einem Invaliditätsgrad von 45 % in Aussicht (IV-act. 205), was sie trotz 

Einwand der Versicherten (IV-act. 216) am 22. März 2021 verfügte (IV-act. 221 und 225). Am 7. Mai 

2021 liess die Versicherte dagegen, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. M. Schultz, Beschwerde beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben (IV-act. 229-2 ff.; Verfahren IV 2021/90). Mit 

Entscheid vom 7. April 2022 wies das hiesige Gericht die Angelegenheit zur weiteren Abklärung sowie 

neuer Verfügung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 257). 

B.  

B.a In der Folge aktualisierte die IV-Stelle die medizinische Aktenlage und beauftragte nach Zuteilung 
durch das Zufallsprinzip das Zentrum für Medizinische Begutachtung, Medizinische Abklärungsstelle 

MEDAS, Basel (nachfolgend: ZMB) mit einer polydisziplinären Begutachtung (vgl. IV-act. 312 und 315). 

Die Versicherte wurde im ZMB internistisch, orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch und 

neuropsychologisch untersucht; am 28. September 2023 wurde das entsprechende Gutachten erstattet 

(IV-act. 327). Diesem zufolge besteht bei der Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für ihre 

angestammten Tätigkeiten und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten (körperlich 

leicht, ohne die Notwendigkeit der Einnahme von Extrempositionen, ohne Reklinationen der 

Halswirbelsäule [HWS]; ruhiger, eher rigider Arbeitsplatz mit einfachen Tätigkeiten in einem 

wohlwollenden Umfeld und ohne zu hohe Anforderungen an die Aufmerksamkeit; IV-act. 327-15). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

3/20 

B.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) befand am 12. Oktober 2023, das ZMB-Gutachten 
entspreche im Wesentlichen den geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien und könne für die 

Beurteilung des Sachverhalts herangezogen werden. Aus seiner Sicht bestehe vollumfänglich 

nachvollziehbar seit dem Insult vom ___ eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als Yogalehrerin. In einer adaptierten Tätigkeit könne ebenfalls die attestierte 50%ige 
Arbeitsfähigkeit bestätigt werden, wobei die bisher ausgeübte Tätigkeit als Brotverkäuferin nur unter 

bestimmten Rahmenbedingungen als adaptiert zu beurteilen sei (IV-act. 329-3).  

B.c Am 3. Juni 2024 notierte eine Beraterin für Berufliche Integration der IV-Stelle, in einer adaptierten 
Tätigkeit z.B. in den Bereichen Kiosk-, Brot-, Confiserie-, Metzgerei- und/oder Käseverkauf, bestehe 

aus eingliederungsberaterischer Sicht eine Verwertbarkeit. Solche Arbeitsplätze gebe es im Raum 

F.___ auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt und es seien aktuell einige Stellen frei. Die Versicherte 

bringe hierfür die nötigen Berufskenntnisse mit (IV-act. 341). 

B.d Mit Vorbescheid vom 12. Juni 2024, mit welchem die IV-Stelle den Vorbescheid vom 21. Juli 2020 
ersetzte, stellte sie der Versicherten ab 1. Mai 2019 die Ausrichtung einer halben und ab 1. Januar 2024 

einer 60%igen Rente in Aussicht (IV-act. 345).  

B.e Am 11. Oktober 2024 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid ab 1. November 2024 
einen 60%igen Rentenanspruch (IV-act. 360; für die Begründung vgl. Verfügungsteil 2 in IV-act. 357). 

C.  

C.a Dagegen erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), nach wie vor vertreten durch 
Rechtsanwalt Schultz, am 13. November 2024 Beschwerde beim hiesigen Gericht und beantragte was 

folgt: „1. Die Verfügung der [IV-Stelle: nachfolgend] Beschwerdegegnerin vom 11. Oktober 2024 sei 

aufzuheben. 2. Der Beschwerdeführerin sei eine ganze IV-Rente zuzusprechen. 3. Eventualiter sei eine 

ärztliche Abklärung zur Feststellung des Ausmasses der neuropsychologischen Einschränkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit in Auftrag zu geben. 4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege 

und Rechtsvertretung zu gewähren. 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin“ (act. G1 in IV 2024/220). 

C.b Am 4. Dezember 2024 verfügte die IV ergänzend zur Verfügung vom 11. Oktober 2024, ebenfalls 
entsprechend dem Vorbescheid vom 12. Juni 2024, für die Zeit vom 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 

2023 eine halbe und vom 1. Januar bis 31. Oktober 2024 eine 60%ige Rente (IV-act. 369; für die 

Begründung vgl. Verfügungsteil 2 in IV-act. 357). 

C.c Dagegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Schultz, am 17. Januar 
2025 Beschwerde und beantragte in Bezug auf die angefochtene Verfügung das Selbige wie im 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

4/20 

Verfahren IV 2024/220 (vgl. soeben Sachverhalt C.a). Gleichzeitig ersuchte Rechtsanwalt Schultz um 

die Vereinigung mit jenem Verfahren (act. G1 in IV 2025/20).  

C.d Am 20. Januar 2025 erstattete die Beschwerdegegnerin im Verfahren IV 2024/220 die 
Beschwerdeantwort und beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. G3 in IV 2024/220). 

C.e Die Verfahrensleitung bewilligte am 28. Januar 2025 das Gesuch der Beschwerdeführerin um 
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Schultz) für das Verfahren IV 2024/220 vor 

Versicherungsgericht (act. G4 in IV 2024/220). 

C.f Die Beschwerdegegnerin erstattete am 12. Februar 2025 die Beschwerdeantwort im Verfahren 
IV 2025/20, beantragte die Abweisung der Beschwerde und ersuchte ebenfalls um Vereinigung des 

Verfahrens mit dem Verfahren IV 2024/220 (act. G3 in IV 2025/20). 

C.g Mit Schreiben vom 13. Februar 2025 bewilligte die Verfahrensleitung das Gesuch der 
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Schultz) auch für das 

Verfahren IV 2025/20 (act. G4 in IV 2025/20). 

C.h Ebenfalls am 13. Februar 2025 teilte das Versicherungsgericht den Parteien die – von beiden 
Parteien beantragte – Vereinigung der Verfahren IV 2024/220 und IV 2025/20 mit und gewährte 

Rechtsanwalt Schultz Frist für die Replik in beiden Verfahren (act. G6 in IV 2024/220 und act. G5 in IV 
2025/20). Rechtsanwalt Schultz replizierte am 1. Mai 2025 (act. G9 in IV 2024/220 und act. G8 in IV 

2025/20).  

C.i Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Erstattung einer Duplik (act. G11 in IV 2024/220 und 
act. G10 in IV 2025/20). 

C.j Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen Akten wird, 
soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

Erwägungen 
1.  

Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch resp. die Höhe des Rentenanspruchs der 

Beschwerdeführerin. Währenddem die Beschwerdegegnerin ihr vom 1. Mai 2019 (nach Abschluss der 

Integrationsmassnahme WISA [Wirtschaftsnahe Integration und Support am Arbeitsplatz] durch die 

proarbeit AG; vgl. IV-act. 131 und 142) bis 31. Dezember 2023 eine halbe und ab 1. Januar 2024 eine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

5/20 

60%ige Rente zugesprochen hat, ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass sie Anspruch auf eine 

ganze Rente habe.  

2.  

2.1 Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der Invalidenversicherung 
verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und 
der dazugehörigen Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und am 1. Januar 

2024 des Art. 26bis Abs. 3 IVV in Kraft getreten. Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden 

Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, 

so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem je nach Alter der 

Rentenbezügerin oder des Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG 

zur Änderung vom 19. Juni 2020. Gemäss lit. b Abs. 1 bleibt für Rentenbezügerinnen und -bezüger, 

deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und die bei Inkrafttreten der 

Änderung zwar das 30., aber das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben – was bei der 

Beschwerdeführerin mit Jahrgang 1968 am 1. Januar 2022 der Fall war –, der bisherige 

Rentenanspruch solange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ändert.  

2.2 Die im vorliegenden Verfahren angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022, betrifft 
jedoch Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 31. Dezember 2021. In dieser übergangsrechtlichen 

Konstellation sind die Bestimmungen des IVG und der IVV in der bis 31. Dezember 2021 gültig 

gewesenen Fassung massgebend und werden nachfolgend in dieser zitiert (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. Oktober 2023, 8C_290/2023, E. 2.2), soweit nichts anderes erwähnt wird. Eine 

Ausnahme besteht für Art. 26bis Abs. 3 IVV, welcher – wie gesagt – per 1. Januar 2024 eine neuerliche 

Änderung erfahren hat. Abs. 1 der Übergangsbestimmung zu dieser Änderung sieht vor, dass für zum 

Zeitpunkt des Inkrafttretens laufende Renten mit einem Invaliditätsgrad unter 70 %, bei denen das 

Einkommen mit Invalidität aufgrund statistischer Werte festgelegt wurde und bei denen vom 

Einkommen mit Invalidität nicht bereits 20 % abgezogen wurden, innerhalb von 3 Jahren nach 

Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzuleiten ist. [...] und dass eine Erhöhung der Rente auf 

den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung erfolgt.  

3.  

3.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

6/20 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 

gewesen sind (lit. b), und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. 

c).  

3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 
Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe 
Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid 

ist. Ab 1. Januar 2022 wird die Höhe des Rentenanspruchs gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG in prozentualen 

Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 - 69 % entspricht der 

prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). 

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens gemäss Art. 44 ATSG 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 

E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3). 

3.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a; vgl. auch Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 

lit. c ATSG). Rechtserheblich sind dabei alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

7/20 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. Weitere Abklärungen sind etwa vorzunehmen, 

wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält oder wenn eine 

entscheidwesentliche Tatfrage bisher auf einer unvollständigen Beweisgrundlage beantwortet wurde. 

In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche 

Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen 
oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 146 V 

240 E. 8.1 mit Hinweisen; MIRIAM LENDFERS, N 88 zu Art. 61, in: Ueli Kieser/Matthias Kradolfer/Miriam 

Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, 5. Aufl. 2024). 

3.5 Das Gericht hat seinen Entscheid im Sozialversicherungsrecht, sofern das Gesetz nicht etwas 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. 

BGE 126 V 353 E. 5b, BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

4.  

4.1 Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Zu prüfen ist, ob der 

Sachverhalt diesbezüglich mit der vorliegenden Aktenlage spruchreif abgeklärt ist. Umstritten ist in 

diesem Zusammenhang insbesondere die Beweistauglichkeit des polydisziplinären Gutachtens des 

ZMB vom 28. September 2023. Die Beschwerdeführerin bemängelt namentlich den Umstand, dass die 
neuropsychologische Untersuchung keine validen Resultate geliefert habe, und dennoch ohne weitere 

Untersuchung eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgegeben worden sei. Nachdem 

die Beschwerdeführerin nichts gegen die internistische und die orthopädische Beurteilung einwendet, 

diese die allgemeinen Beweisanforderungen erfüllen und aus der medizinischen Aktenlage keine 

konkreten Indizien, welche gegen diese Teilgutachten sprechen würden, hervorgehen (vgl. dazu 

vorstehende E. 3.3), beschränkt sich die folgende Gutachtenswürdigung auf das neuropsychologische 

Teilgutachten in Zusammenhang mit den neurologischen und psychiatrischen Teilgutachten. 

4.2 Hinsichtlich der als mangelhaft beanstandeten neuropsychologischen Abklärung ist vorab in 
Erinnerung zu rufen, dass eine solche rechtsprechungsgemäss lediglich – aber immerhin – eine 

Zusatzuntersuchung darstellt. Zeigen sich im Rahmen dieser Untersuchung Auffälligkeiten, ist das nicht 

hinreichend, um von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden ausgehen zu können. Vielmehr ist 

es alsdann die Aufgabe des Arztes, den Gesundheitszustand – unter Berücksichtigung der 

neuropsychologischen Defizite – zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Neuropsychologische 
Untersuchungsergebnisse können somit, soweit sie sich in die anderen (interdisziplinären) 

Abklärungsergebnisse einfügen, im Rahmen einer gesamthaften Beweiswürdigung bedeutsam sein. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

8/20 

Die medizinische Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit ist alsdann, wenn es um psychische 

Erkrankungen, wie etwa eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein damit vergleichbares 

psychosomatisches Leiden, geht, eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zumutbar ist. Der 

Rechtsanwender hat zu prüfen, ob sich die Mediziner an die massgebenden normativen 
Rahmenbedingungen gehalten haben. Von juristischer Seite ist in diesem Zusammenhang 

insbesondere zu beachten, dass eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit immer nur dann 

anspruchserheblich sein kann, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich 

einwandfrei diagnostiziert worden ist. Dies ist Ausgangspunkt der Beurteilung der Folgenabschätzung, 

in deren Rahmen zu fragen ist, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch im Lichte der normativen 

Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 10. November 2021, 8C_526/2021, E. 4.2.1 mit 

Hinweisen).  

4.3  

4.3.1 Dem von der Beschwerdeführerin beanstandeten neuropsychologischen Teilgutachten ist unter 
anderem das Folgende zu entnehmen: „Die psychometrischen Befunde zeigen bis zu schwerst 

verminderte Leistungen im Bereich der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, der Aufmerksamkeit 

(aufgrund verlangsamter Reaktionszeiten), der verbal-mnestischen Funktionen sowie der 
Exekutivfunktionen. Die visuelle Wahrnehmung fiel aufgrund einer unsorgfältigen Arbeitsweise 

grenzwertig aus. Die Validität der objektivierten Befunde ist aus den folgenden Gründen eingeschränkt: 

- Leistungsvalidierung: Die Leistung in einem von zwei durchgeführten 

Leistungs[...]validierungsverfahren (Tombaugh, 1996) fiel sehr auffällig aus. In zwei von drei 

Durchgängen lagen [d]ie Leistungen der Versicherten im Bereich der Ratewahrscheinlichkeit. Im dritten 

Durchgang erzielte sie deutlich schlechtere Leistungen als Personen mit Demenzerkrankungen. Im 

zweiten Verfahren (Boone, Lu & Herzberg, 2002) wurde im Vergleich zu Personen nach Stroke eine 

auffällige Leistung erzielt, die jedoch bei sehr schwer betroffenen Personen auch authentisch sein kann. 

Daher kann hierdurch nicht eindeutig auf eine ungültige Leistung geschlossen werden. Auch einzelne 

eingebettete Performanzvalidierungsindikatoren liefern Hinweise für die Ungültigkeit des Testprofil. - 

Beschwerdenvalidierung: In einem Selbstberichtsverfahren (Merten, 2019) wird eine hohe Belastung 

durch potentiell genuine Beschwerden angegeben, vor allem Schmerzbeschwerden und unspezifische 

somatische. Hinweise für eine überhöhte oder ausgeweitete Beschwerdeschilderung ergeben sich 

nicht. Inkonsistenzen innerhalb und zwischen Tests: Die aktuellen Befunde fielen deutlich schlechter 
aus als die Befunde der Voruntersuchung vom August 2020. Dies ist nicht mit dem natürlichen Verlauf 

eines St. n. Schlaganfall zu vereinbaren, wenn keine dementielle Erkrankung besteht. - Inkonsistenzen 

zwischen den Testleistungen und direkt beobachtetem Verhalten und Fähigkeiten: A.___ wirkt klinisch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

9/20 

deutlich unauffälliger als dies testdiagnostisch zu erwarten wäre. Sie lebt allein, erhält durch ihre Partner 

Unterstützung bei schweren Einkäufen, arbeitet mit einem Pensum von 20% im Verkauf. Wären die 

objektivierten Befunde valide, wäre sie im Alltag deutlich eingeschränkt, würde Unterstützung 

benötigen, um selbständig leben zu können.“ (IV-act. 327-104). Hieraus resultierte die Diagnose nicht-

authentischer kognitiver Einschränkungen von Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, der 
Aufmerksamkeit (aufgrund verlangsamter Reaktionszeiten), der verbal-mnestischen Funktionen sowie 

der Exekutivfunktionen mit/bei problematischem Leistungsverhalten (IV-act. 327-106). Bei nicht 

gegebener Validität der Befunde könne die gegenwärtige Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als Yoga-Lehrerin resp. angelernte Verkäuferin, in einem angepassten Arbeitsbereich oder 

einer Verweistätigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht beurteilt werden. Würden die Befunde der 

neuropsychologischen Voruntersuchung als valide betrachtet, entsprächen diese nicht einer 

mittelgradigen neuropsychologischen Störung, sondern einer leichten bis mittelgradigen Störung. Bei 

einer solchen Störung sei definitionsgemäss die Funktionsfähigkeit im Alltag und unter den meisten 

beruflichen Anforderungen leicht eingeschränkt. Die Person falle in ihrem sozialen Umfeld leicht auf. In 

Berufen mit hohen Anforderungen sei die Funktionsfähigkeit aber mittelgradig eingeschränkt. Hierbei 

sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin den grössten Teil ihres Erwerbslebens im 

Teilzeitpensum bestritten habe. Möglicherweise lägen psychiatrische Gründe dafür vor. Es sei auf das 

psychiatrische Fachgutachten zu verweisen (IV-act. 327-107). 

4.3.2 Die psychiatrische Gutachterin beobachtete bei der Beschwerdeführerin während der Exploration 
Wortfindungsstörungen. Diese hätten sich beim Berichten gezeigt. Wenn der Beschwerdeführerin ein 

bestimmtes Wort nicht einfalle, versuche sie dieses Wort zu umschreiben. Manche Wörter, wie zum 

Beispiel "administrativ", spreche sie falsch aus beziehungsweise verhasple sie sich und schaffe es auch 

nach einem zweiten Versuch nicht, das Wort korrekt auszusprechen. Während der Exploration komme 

es mehrmals zu solchen Schwierigkeiten. Die Auffassung und die Konzentration seien nicht 

beeinträchtigt; die Merkfähigkeit scheine beeinträchtigt zu sein (IV-act. 327-83). Die 

Beschwerdeführerin beschreibe sich bis zum Schlaganfall als psychisch gesund. Bei der Exploration 

hätten sich jedoch zwanghafte Anteile gezeigt. Die Beschwerdeführerin bezeichne diese als 

perfektionistisch, es werde jedoch davon ausgegangen, dass Zwänge vorlägen. Die 

Beschwerdeführerin habe eine sehr rigide Art, alles müsse korrekt sein. Sie habe den Wunsch, alles 

richtig zu machen, alles perfekt zu machen und beschreibe eine innere Unruhe, wenn die Dinge nicht 

so liefen, wie sie es sich vorstelle (IV-act. 327-86). Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin 

wirkten sich in allen Lebensbereichen aus. Die Angaben erschienen insgesamt konsistent und aus 
psychiatrischer Sicht nachvollziehbar. In den Vorbefunden sei von einer Anpassungsstörung 

ausgegangen worden, dann von einer rezidivierenden depressiven Symptomatik. Die 

Beschwerdeführerin habe jedoch Zwänge, dies sei in den Berichten bisher nicht erwähnt worden (IV-

act. 327-87). Bei der Exploration hätten kognitive Beeinträchtigungen im Vordergrund gestanden. Die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

10/20 

Beschwerdeführerin sei umständlich gewesen, habe Wortfindungsstörungen und -verdrehungen 

gehabt und sei affektlabil gewesen, wobei dies nicht zur depressiven Symptomatik, die daneben 

leichtgradig bestanden habe, gepasst habe. Dennoch sei sie nicht theatralisch gewesen. Der 

Wendepunkt für die Beschwerdeführerin sei der Schlaganfall gewesen, der dazu geführt habe, dass sie 

auch ihre Zwänge beziehungsweise ihre Rigidität nicht mehr habe kompensieren können. Dies sei 
vorher möglich gewesen, danach nicht mehr (IV-act. 327-88 f.).  

4.3.3 Der neurologische Gutachter beurteilte Konsistenz und Plausibilität aus neurologischer Sicht als 
im Wesentlichen gegeben. Die beschriebenen Beschwerden seien nachvollziehbar und vereinbar mit 

dem stattgehabten Ereignis und den Aktenangaben. Aus neurologischer Sicht könne aber das Ausmass 

der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung mit einer Arbeitsfähigkeit von nur 20 % sieben Jahre nach 

dem Schlaganfall nicht zwanglos nachvollzogen werden (IV-act. 327-70). lm nach dem Ereignis vom 

___ aktenmässigen Verlauf werde zum Teil ein unauffälliger neurologischer Status beschrieben, zum 

Teil ein leichtes Hemisyndrom auf der rechten Seite. Letzteres habe sich bei der aktuellen klinischen 

Untersuchung bestätigt: Anamnestisch gebe die Beschwerdeführerin eine Behinderung der Feinmotorik 

an der dominanten rechten Hand, vor allem beim Schreiben oder beim Drehen der Gabel beim 

Spaghetti-Essen, an; auch beschreibe sie unter erschwerten Bedingungen eine leichte 

Beeinträchtigung am Fuss. Klinisch seien Diodochokinese und feinmotorische Bewegungen, vor allem 

unter Berücksichtigung der Rechtshändigkeit, eindeutig verlangsamt und vergröbert, das gleiche gelte 
für das Fuss-Tapping. Die Muskeleigenreflexe seien auch eine Spur rechtsbetont. Die Koordination sei 

ansonsten nicht wesentlich beeinträchtigt, Paresen oder sensible Ausfälle fehlten. Dass gewisse 

kognitive Einschränkungen inklusive einer erhöhten Ermüdbarkeit und verminderten Belastbarkeit 

persistierten, sei aus neurologischer Sicht nachvollziehbar, eine strukturelle Läsion persistiere: 

Kernspintomographisch fänden sich deutliche malazische Veränderungen im linksseitigen 

Mediastromgebiet, welche zwanglos auch die somatischen Residuen erklärten. Aus neurologischer 

Sicht sei somit davon auszugehen, dass gemäss ICD eine nicht näher bezeichnete organische 

Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung 

des Gehirns F07.9 vorliege. In diesem Zusammenhang subsummiere er auch die belastungsabhängig 

induzierten Kopfschmerzen. Diese dürften phänomenologisch am ehesten Spannungstyp-Kopfweh 

entsprechen, sie hätten aber bei starker Intensität eindeutig auch migräniforme Elemente (IV-act. 327-

71). 

4.3.4 Nach einer Konsensbesprechung (interdisziplinäre Gesamtbeurteilung) vom 18. August 2023 
(vgl. IV-act. 327-5 ff.) notierten die Gutachterinnen und Gutachter was folgt: „Wir beurteilen insgesamt 
Konsistenz und Plausibilität als ge[ge]ben, auch wenn die aktuelle neuropsychologische Untersuchung 

kein valides Testprofil ergibt. Wir gehen davon aus, dass dies in der zwanghaften 

Persönlichkeitsstruktur der Explorandin zu begründen ist, sie ist sehr angepasst, möchte alles richtig 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

11/20 

machen, brauchte deshalb bei der neuropsychologischen Testung auch sehr lange, worin auch ihr 

Perfektionismus bzw. die Unsicherheit etwas falsch zu machen gespiegelt wird. Die Versicherte hat 

unbewusst zum Teil auch einfach nicht gewagt zu sagen, dass sie es nicht kann und hat dann einfach 

etwas gesagt. Wir gehen nicht von einer bewussten schlechten Kooperation aus, sondern von einer 

inadäquaten Reaktion im Rahmen der psychischen Störung. Das vorbestehend labile Gleichgewicht ist 
durch den Insult dekompensiert“ (IV-act. 327-12). Unter dem Titel relevante Persönlichkeitsaspekte, 

Belastungsfaktoren und Ressourcen erklärten die Expertinnen und Experten im Konsens das Folgende: 

„Die Versicherte kann sich an Regeln und Routinen anpassen. [D]ies ist aufgrund ihrer rigiden 

Primärstruktur für sie ideal. Die Durchhaltefähigkeit ist deutlich beeinträchtigt. Die Versicherte benötigt 

mehr Pausen. Die Umstellungsfähigkeit und die Flexibilität sind deutlich eingeschränkt. Die Versicherte 

ist lärm- und reizempfindlich und reagiert auf Druck und Stress mit einer vermehrten Symptomatik, das 

bedeutet, dass die kognitiven Symptome verstärkt werden und sie auch mehr Kopfschmerzen 

bekommt. Grosse Gruppen sind für die Versicherte nicht geeignet. Die Versicherte braucht 

überschaubare Abläufe. Sie braucht einen Raum mit Reizarmut. [M]it interpersonellen Kontakten ist sie 

rasch überfordert. Ruhige eins-zu-eins-Kontakte sind gut möglich. Die Versicherte versucht sich 

anzupassen, sie versucht es anderen recht zu machen, ist aber rasch überfordert und zeigt dies durch 

eine unkontrollierbare Affektlabilität. Dies führt zu Schon- und Schuldgefühlen und zu einem erhöhten 

Stress. Die Versicherte kann ausserhalb von Stosszeiten mit dem öffentlichen Verkehr unterschiedliche 
Orte aufsuchen. Mit Menschenmengen ist sie überfordert. Auch wechselnde Gruppen sind für die 

Versicherte nicht geeignet. Insgesamt benötigt die Versicherte einen rigiden, ruhigen Arbeitsplatz, wo 

sie einfache Tätigkeiten ausführen und in eigener Regie Pausen machen kann. Sie benötigt ein 

wohlwollendes Umfeld und positive Rückmeldungen. Aus somatischer Sicht muss es sich um eine 

körperlich leichte Tätigkeit handeln, ohne zu hohe Ansprüche an die Feinmotorik der dominanten 

rechten Hand, auch nicht ans Gleichgewichtssystem. Es sind auch Tätigkeiten mit regelmässiger 

Reklination der HWS zu vermeiden. Im Weiteren besteht ein Limit für das Heben und Tragen von Lasten 

von maximal 10 kg (beidhändig)“ (IV-act. 327-14). 

4.4 Aus den dargelegten Auszügen aus dem Gutachten erhellt, dass die neuropsychologische 
Testung aufgrund zu grosser Auffälligkeiten zwar keine validen Resultate lieferte, der neurologische 

Gutachter und die psychiatrische Gutachterin aber dennoch in der Lage waren, die 

neuropsychologischen Einschränkungen der Beschwerdeführerin bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu 

berücksichtigen. Sie vermochten die von der neuropsychologischen Teilgutachterin festgestellten 

Auffälligkeiten mit der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin zu erklären. Da es sich bei der 
neuropsychologischen Testung, wie vorstehend in E. 4.2 ausgeführt, um eine Zusatzuntersuchung 

handelt, deren Ergebnisse im Rahmen einer gesamthaften Beweiswürdigung bedeutsam sein können, 

soweit sie sich in die anderen (interdisziplinären) Abklärungsergebnisse einfügen, und es Aufgabe des 

Arztes bleibt, den Gesundheitszustand – unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Defizite – 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

12/20 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist, gibt die Konstellation des vorliegenden Gutachtens keinerlei 

Anlass zu Beanstandungen. Die psychiatrische Fachärztin und der neurologische Facharzt haben, wie 

es die Rechtsprechung verlangt, unter Berücksichtigung der neuropsychologischen 

Untersuchungsergebnisse – wobei sie die fehlende Validität nicht in ihre Beurteilung miteinbezogen, 
sondern vielmehr eine Erklärung dafür gefunden und geliefert haben –, sämtlicher medizinischer Akten 

und der eigenen Untersuchungen die Arbeitsfähigkeit beurteilt. Es kann keine Rede davon sein, dass 

aufgrund des nicht validen Ergebnisses der neuropsychologischen Begutachtung einfach davon 

ausgegangen worden sei, dass keine kognitive Einschränkung bestehe (vgl. Vorbringen in act. G1 Rz. 

IV/3.1 in beiden Verfahren). Die eventualiter beantragte ärztliche Abklärung zur Feststellung des 

Ausmasses der neuropsychologischen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. act. G1 in beiden 

Verfahren) ist nach dem Gesagten mit der Gesamtbeurteilung im ZMB-Gutachten beweiswertig erfolgt, 

womit sich weitere Abklärungen in Bezug auf sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden 

neuropsychologischen Beeinträchtigungen erübrigen. Darüber hinaus hat die neuropsychologische 

Gutachterin – wie dies vom Rechtsvertreter eventualiter zur neuerlichen neuropsychologischen 

Abklärung beantragt wird (act. G1 Rz. IV/3.1 in beiden Verfahren) – die „bisherigen belegten und validen 

Berichte“ berücksichtigt. Die vom Rechtsvertreter postulierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 

bis 70 % (act. G1 Rz. IV/3.1 in beiden Verfahren) korreliert im Übrigen mit der von der Psychiaterin und 
dem Neurologen festgestellten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %. Generell ist bezüglich 

Arbeitsfähigkeitsschätzung zu beachten, dass die medizinische Folgenabschätzung notgedrungen eine 

hohe Variabilität aufweist und unausweichlich Ermessenszüge trägt (Urteil des Bundesgerichts vom 19. 

September 2024, 8C_100/2024, E. 7.1 mit Hinweisen). Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass 

die Expertinnen und Experten des ZMB mit ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung dieses Ermessen 

überschritten hätten. Dass die Beschwerdeführerin bei Arbeitsversuchen im Rahmen der IV-

Eingliederung scheiterte (vgl. Vorbringen in act. G1 Rz. IV/2.2 in beiden Verfahren), vermag keine 

Zweifel an der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung zu erwecken. Den Gutachterinnen 

und Gutachtern lagen die Berichte zur Eingliederung vor und sie berücksichtigten diese (IV-act. 327). 

Laut höchstrichterlicher Rechtsprechung ist den Erkenntnissen der Eingliederungsfachpersonen im 

Rahmen von beruflichen Abklärungen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

zwar eine gewisse Aussagekraft zuzuerkennen. Solche Berichte basieren in der Regel jedoch nicht auf 

vertieften medizinischen Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in 

erster Linie die von ihnen erhobene, subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben. 
Die Frage nach einem organischen Korrelat der Schmerzen und der daraus resultierenden 

Einschränkungen lässt sich gestützt darauf nicht restlos beantworten. Das alleinige Abstellen auf primär 

arbeitsorientierte Evaluationen ist deshalb nicht sachgemäss, da die abschliessende Beurteilung der 

sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache 

den ärztlichen Fachkräften obliegt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. März 2017, 9C_646/2016, E. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

13/20 

4.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 12. April 2022, E. 4.2 und vom 1. 

September 2023, 8C_217/2023, E. 4.1.1 mit Hinweisen). Mit anderen Worten: Die im Rahmen einer 

beruflichen Abklärung oder eines Arbeitsversuchs gezeigte Arbeitsleistung wird wesentlich durch 

subjektive Faktoren wie die von der versicherten Person empfundenen Schmerzen, ihre Motivation und 

ihre Willenskraft mitbestimmt. Aus diesem Grund kann nicht von der im Rahmen einer beruflichen 
Abklärung oder eines Arbeitsversuchs gezeigten Arbeitsleistung auf die medizinisch-theoretisch 

mögliche und zumutbare Arbeitsleistung geschlossen werden (siehe z.B. Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 29. Oktober 2019, IV 2017/248 E. 3.4 und Entscheid vom 28. März 2024, 

IV 2023/77 E. 6.4).  

4.5 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das ZMB-Gutachten die rechtsprechungsgemäss 
erforderlichen Kriterien an ein beweiskräftiges verwaltungsexternes Gutachten erfüllt. Es erging unter 

Beachtung der vollständigen medizinischen Vorgeschichte, nach vertiefenden persönlichen 

Befragungen in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und 

Psychiatrie inklusive Neuropsychologie und in Auseinandersetzung mit den anlässlich dieser 

Explorationen erhobenen Untersuchungsbefunden. Es ist festzustellen, dass der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin keine konkreten Zweifel an der Zuverlässigkeit dieses Gutachtens zu erwecken 

vermochte. Auch konnte er nicht aufzeigen und ist nicht ersichtlich, inwiefern das Gutachten den 

praxisgemässen Anforderungen an eine Expertise nicht genügt oder nicht lege artis erstellt worden ist. 
Es ist insgesamt und damit auch bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten 

Tätigkeiten auf das ZMB-Gutachten abzustellen; folglich ist die Beschwerdeführerin ab 25. März 2017 

als zu 50 % arbeitsfähig in adaptierten Tätigkeiten zu qualifizieren (vgl. IV-act. 327-16).  

5.  

Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, ihre allfällige Restarbeitsfähigkeit sei auf dem ersten 

Arbeitsmarkt nicht verwertbar (act. G1 Rz. IV/2.6 in beiden Verfahren sowie act. G9 in IV 2024/220 und 

act. G8 in IV 2025/20).  

5.1 Massgeblich für die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
(Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG), der als theoretische Grösse durch ein gewisses Gleichgewicht 

zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer 

verschiedenster Tätigkeiten aufweist. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit einer 

versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem allgemeinen ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind 

rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

14/20 

absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang 

oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden 

kann, die verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte 
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen 

Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist 

insbesondere dann anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich 

ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer 

entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des 

Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Verweisen und 20. Februar 2024, 

9C_755, E. 5.5, mit Hinweisen). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten betreffend 

Verweistätigkeiten sind rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2016, 9C_469/2016, E. 3.2). 

5.2 Das Bundesgericht bejaht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei unter 60-jährigen 
Versicherten regelmässig und verneint sie lediglich, wenn starke gesundheitliche Einschränkungen 

vorliegen, krankheitsbedingte Ausfälle bereits absehbar sind, die langjährige Tätigkeit nicht mehr 
ausgeübt werden kann und keine anderen Kompetenzen vorhanden sind, die betroffenen Personen 

über keine oder nur schlechte Berufsausbildungen verfügen, altersbedingt mit einer geringen 

Anpassungsfähigkeit zu rechnen ist und/oder eine lange Absenz vom Arbeitsmarkt vorliegt (vgl. THOMAS 

GÄCHTER / PHILIPP EGLI / MICHAEL E. MEIER / MARTINA FILIPPO, Grundprobleme der 

Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung, Zürich 2021, Rz 125, S. 53 und Rz 147, S. 58, je 

mit Verweisen).  

5.3 In einer angepassten Tätigkeit war die Beschwerdeführerin ab 25. März 2017 medizinisch-
theoretisch 50 % arbeitsfähig (vgl. soeben E. 4). Das Profil für eine adaptierte Tätigkeit sieht laut 

Konsensbeurteilung im ZMB-Gutachten – wie bereits ausgeführt – folgendermassen aus: Es muss sich 

um eine körperlich leichte Tätigkeit handeln, ohne die Notwendigkeit einer Einnahme von 

Extrempositionen, ohne HWS-Reklinationen. Die Beschwerdeführerin benötigt einen ruhigen, eher 

rigiden Arbeitsplatz, wo sie einfache Tätigkeiten ausüben kann, dies in einem wohlwollenden Umfeld. 

Aus neuropsychologischer Sicht sollte die Tätigkeit keine zu hohen Anforderungen an die 

Aufmerksamkeit stellen (vgl. IV-act. 327-15). Als Grundlage für dieses Profil sind dem psychiatrischen 
und dem neurologischen Teilgutachten die folgenden Einschränkungen zu entnehmen: 

Beeinträchtigtes Durchhaltevermögen, höherer Pausenbedarf, deutlich eingeschränkte 

Umstellungsfähigkeit und Flexibilität, Empfindlichkeit auf Lärm und Reize sowie auf Druck, Stress und 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

15/20 

Hektik, kein grosser Leistungsdruck, keine grossen Gruppen, keine Menschenmengen und keine 

wechselnden Gruppen, sehr überschaubare Abläufe, geordnete Abläufe und Strukturen, reizarmer 

Arbeitsort, ruhige eins-zu-eins Kontakte, ansonsten wenig interpersonelle Kontakte, rasche 

Überforderung mit unkontrollierbarer Affektlabilität und in der Folge Scham- und Schuldgefühlen, 

fehlende Tauglichkeit den öffentlichen Verkehr zu Stosszeiten zu nutzen, körperlich leichte Tätigkeit mit 
Limit für das Heben und Tragen von Lasten von maximal 10 kg (beidhändig), ohne zu hohe Ansprüche 

an die Feinmotorik der dominanten rechten Hand oder ans Gleichgewichtssystem (IV-act. 327-90, Ziff. 

7.2, 327-92 Ziff. 8.1 und IV-act. 327-73, Ziff. 8.1 und 8.2). Der Eingliederungsverantwortliche hatte nach 

der versuchten Eingliederung am 15. Januar 2020 den Schluss gezogen, dass sich gezeigt habe, dass 

die Beschwerdeführerin höchstens eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreichen könne, sofern sämtliche 

Umstände stimmten (Arbeit mit Menschen, ruhig, wenig Druck, geregelte Abläufe, wohlwollende 

Arbeitgebende etc.; IV-act. 165-13). Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin und seit 2007 

Hausarzt der Beschwerdeführerin, erklärte am 17. August 2022, bei der Arbeitstätigkeit der 

Beschwerdeführerin sollten aus gesundheitlichen Gründen folgende Punke berücksichtigt werden: Das 

Arbeitsumfeld sollte möglichst ruhig gestaltet sein mit ausreichender Gelegenheit für Pausen und wenig 

zeitlichem Druck. Dabei sollte auf geregelte Arbeitsabläufe, welche wenn möglich durch die 

Beschwerdeführerin selbst strukturiert werden könnten, geachtet werden. Inhaltlich sei es von Vorteil, 

wenn die Beschwerdeführerin visuell konstruktiv arbeiten könne (IV-act. 297-3). Diese Profile enthalten 
keine Aspekte, welche von den ZMB-Gutachterinnen und Gutachtern bei der Festlegung des 

Adaptionsprofils nicht berücksichtigt worden wären. Mit der Beraterin Berufliche Integration der IV ist 

insgesamt davon auszugehen, dass es in der freien Wirtschaft an die gesundheitlichen 

Einschränkungen der Beschwerdeführerin adaptierte Tätigkeiten gibt. Die Eingliederungsberaterin 

nannte beispielsweise Tätigkeiten im Verkauf in den Bereichen Kiosk, Brot, Confiserie, Metzgerei 

und/oder Käse (IV-act. 341). Denkbar wären neben solchen Verkaufstätigkeiten in geeignetem Umfeld 

beispielsweise Kontroll-, Überwachungs-, Sortier-, Verpackungs-, Recycling-, oder (De-

)Montagearbeiten, welche ohne Zeitdruck erledigt werden können. 

5.4 Ausgehend vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt, bei dem es sich – wie gesagt – um eine 
theoretische Grösse handelt, sodass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene 

Leistungsfähigkeit sei unverwertbar (Urteile des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 9C_416/2020, 

E. 4, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1), und der – wie gesagt – auch 

Nischenarbeitsplätze umfasst, ist nach dem Gesagten trotz der Adaptionskriterien die gutachterlich 

attestierte Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verwertbar. 

6.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

16/20 

Zu prüfen bleibt der Einkommensvergleich (vgl. vorstehende E. 3.2) unter Berücksichtigung einer 

50%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten (vgl. IV-act. 326-16 sowie vorstehend E. 4.5 und 

5.3). 

6.1  

6.1.1 Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer 
beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns verdient hätte. Für die 

Bestimmung des Valideneinkommens wird grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung 

und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 125 V 

58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 

8C_196/2013, E. 3.1; sog. Vorinvaliditätseinkommen).  

6.1.2 Die Beschwerdeführerin besuchte die Primar- und Sekundarschule und erlangte ein Diplom einer 
Bürofachschule sowie ein Diplom als Yogalehrerin (IV-act. 6-5). In den Jahren 198_, 199_ und 200_ 

brachte sie je ein Kind zur Welt (IV-act. 6-3). Bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens am ___ war sie 

seit Kurzem (Februar 2016) als Verkäuferin mit einem Pensum von 55 % bei der C.___ AG sowie seit 

dem Jahr 2009 als selbstständige Yogalehrerin mit einem Pensum von 40 % tätig (vgl. Angaben in IV-

act. 7). Die Beschwerdeführerin erzielte laut Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) in den 
Jahren 2009 bis 2015 jährliche Einkommen zwischen Fr. 17'672.-- und Fr. 27'072.--. Im Jahr 2016, in 

welchem sie den Gesundheitsschaden erlitt, erzielte sie erstmals ein höheres Einkommen von 

Fr. 49'741.-- (IV-act. 173-1 f.). Die Beschwerdeführerin hat also vor Eintritt der gesundheitlichen 

Probleme keinen das durchschnittliche Einkommen von Hilfsarbeiterinnen erreichenden, geschweige 

denn übersteigenden Lohn erzielt, wobei dies angesichts des Alters der Kinder der Kinderbetreuung 

geschuldet gewesen sein dürfte. Dem Umstand, dass das jüngste Kind der Beschwerdeführerin zum 

Ereigniszeitpunkt rund 16 Jahre alt war, hat die Beschwerdegegnerin damit Rechnung getragen, dass 

sie für den Gesundheitsfall von einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin ausging. 

Die Beschwerdegegnerin stufte die Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund als vollzeitlich tätige 

Hilfsarbeiterin ein und berücksichtigte als Valideneinkommen den durchschnittlichen 

Hilfsarbeiterinnenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BSV) im 

Jahr 2018 inklusive der Nominallohnentwicklung bis 2019 von Fr. 54'533.-- (IV-act. 342). Die 

Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass sie im Gesundheitsfall zu 

100 % als Verkäuferin für die C.___ AG tätig gewesen wäre und damit ein Einkommen von mindestens 
Fr. 58'817.10 erzielt hätte (act. G1 Ziff. IV/1.1 in beiden Verfahren). Wie gesagt, war die 

Beschwerdeführerin ab dem Jahr 2009 als selbständige Yogalehrerin und daneben für wechselnde 

Arbeitgeberinnen vorwiegend als Verkäuferin oder im administrativen Bereich tätig (vgl. Auszug aus 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

17/20 

dem individuellen Konto in IV-act. 173 sowie berufliche Anamnese im internistischen Teilgutachten des 

ZMB IV-act. 327-43 ff.). Zum Zeitpunkt des Eintritts des Gesundheitsschadens war sie seit wenigen 

Monaten für die C.___ AG tätig, währenddem sie ihre selbständige Tätigkeit seit Jahren in konstantem 

Pensum ausgeübt hat. Aufgrund der fehlenden Berufsbildung, der aus dem IK-Auszug ersichtlichen 

Erwerbsbiografie der Beschwerdeführerin (IV-act. 173) und der Erwerbssituation im Zeitpunkt des 
Eintritts des Gesundheitsschadens ist es in keiner Weise zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin qualifizierte. Dieser Hintergrund erlaubt 

ein ausnahmsweises Abrücken vom Vorinvaliditätseinkommen entsprechend einer Hilfsarbeitertätigkeit 

nicht, für welches erstellt sein müsste, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Zeitpunkt 

des Rentenbeginns mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihre selbständige Erwerbstätigkeit als 

Yogalehrerin aufgegeben gehabt hätte und mit 100%igem Pensum für die C.___ AG tätig gewesen 

wäre. Hierfür bestehen jedoch keinerlei Anhaltspunkte, vielmehr ist auf den Umstand abzustellen, dass 

erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. 

vorstehend E. 6.1.1). Dem Umstand, dass das jüngste Kind zum Ereigniszeitpunkt rund 16 Jahre alt 

war, hat die Beschwerdegegnerin – wie gesagt – zu Recht bereits damit Rechnung getragen, dass sie 

von einem 100%igen Erwerbsanteil ausging und eben nicht auf die effektiven Einkommenszahlen der 

Beschwerdeführerin, sondern auf das einiges darüber liegende durchschnittliche 

Hilfsarbeiterinneneinkommen, abgestellt hat. Nach dem Gesagten ist beim Valideneinkommen auf das 
durchschnittliche Hilfsarbeiterinneneinkommen abzustellen.  

6.2  

6.2.1 Bezüglich des Invalideneinkommens beanstandet die Beschwerdeführerin zu Recht das 
Abstellen auf den Durchschnittslohn von Hilfsarbeiterinnen nicht, zumal ihr adaptierte 

Hilfsarbeiterinnentätigkeiten mit 50%igem Pensum zumutbar sind. Folglich ist sowohl dem Validen- als 

auch dem Invalideneinkommen der statistische Zentralwert für Hilfsarbeiterinnenlöhne zugrunde zu 

legen. Da die beiden Vergleichseinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen sind, 

erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad nämlich dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021, E. 6.2 mit Hinweisen). 

6.2.2 Bis zum 31. Dezember 2021 war dem Gesetz und der Verordnung hinsichtlich der Festsetzung 
des Invalideneinkommens nichts zu entnehmen. Wurde das Invalideneinkommen – wie vorliegend – 

auf der Grundlage von statistischen Lohndaten wie namentlich der LSE ermittelt, war jedoch der so 

erhobene Ausgangswert gemäss bisheriger Rechtsprechung allenfalls zu kürzen. Damit wurde der 
Tatsache Rechnung getragen, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der 

Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad 

Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und die versicherte Person je nach Ausprägung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

18/20 

deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug sollte aber nicht automatisch 

erfolgen. Er war unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen und durfte 25 % nicht übersteigen. Dem Abzug kam als Korrekturinstrument 

bei der Festsetzung eines möglichst konkreten Invalideneinkommens laut Bundesgericht überragende 
Bedeutung zu (BGE 148 V 174 E. 9.2.2, mit Verweisen). Vorliegend ist insbesondere zu 

berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin selbst im Rahmen körperlich leichter 

Hilfsarbeitstätigkeiten in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

18. Juni 2024, 9C_572/2023, E. 4.4.2 mit Hinweisen). Sie kann nur ideal leidensadaptierte Tätigkeiten 

ausüben. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre 50%ige Arbeitsfähigkeit 

nicht mit demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine gesunde Person. Daher erscheint 

die Vornahme eines Abzugs von 10 % vom Tabellenlohn angemessen. Folglich betrug der 

Invaliditätsgrad ab 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 2021 55 % (100 % - [50 % x 0.90]), weshalb die 

Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2019 Anspruch auf eine halbe Rente hat (vgl. vorstehende E. 3.2).  

6.2.3 Per 1. Januar 2022 wurden unter anderem Art. 26bis Abs. 2 und 3 IVV in Kraft gesetzt, laut welchen 
das Einkommen mit Invalidität nach statistischen Werten [...] bestimmt wird, wenn kein anrechenbares 

Erwerbseinkommen vorliegt (Abs. 2). Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch 

mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit [...] von 50 % oder weniger tätig sein, so werden vom 
statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen (Abs. 3 in der vom 1. Januar 2022 bis 

31. Dezember 2023 gültig gewesenen Form). Da die Beschwerdeführerin die Voraussetzung der um 

50 % eingeschränkten funktionellen Leistungsfähigkeit erfüllte, gewährte ihr die Beschwerdegegnerin 

für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 diesen sogenannten Teilzeitabzug von 

10 % (IV-act. 343-1). In BGE 150 V 410 kam das Bundesgericht zum Schluss, dass die mit Art. 

26bis Abs. 3 IVV in der vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 gültigen Fassung beabsichtigte 

abschliessende Regelung des Abzugs vom Tabellenlohn gesetzeswidrig sei. Soweit aufgrund der 

gegebenen Fallumstände nach Berücksichtigung der vom Verordnungsgeber geregelten 

Korrekturinstrumente Bedarf an weitergehender Korrektur bestehe, sei ergänzend auf die bisherigen 

Rechtsprechungsgrundsätze zum Abzug vom Tabellenlohn zurückzugreifen (Regeste des genannten 

Leitentscheids). Da im vorliegenden Fall kein solcher Korrekturbedarf erkenntlich ist, zumal der 

Beschwerdeführerin auch unter Berücksichtigung der bisherigen Rechtsprechungsgrundsätze ein 

10%iger Abzug zukommt (vgl. vorstehende E. 6.2.2), ist der für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. 

Dezember 2023 gewährte „Teilzeitabzug“ von 10 % nicht zu beanstanden und der Invaliditätsgrad 
beträgt auch nach dem 1. Januar 2022 55 %. Mangels Änderung des Invaliditätsgrades bleibt es folglich 

ab 1. Januar 2022 beim Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. vorstehende E. 2.2).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

19/20 

6.2.4 Seit 1. Januar 2024 lautet Art. 26bis Abs. 3 IVV folgendermassen: Vom nach Art. 26bis Abs. 2 IVV 
bestimmten Wert werden 10 % abgezogen. Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur 

noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis von 50 % oder weniger tätig sein, 

so werden 20 % abgezogen. Weitere Abzüge sind nicht zulässig. Unter Berücksichtigung dieser 

Bestimmung gewährte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2024 einen 
Abzug von 20 % und errechnete neu einen Invaliditätsgrad von 60 % (IV-act. 343). Laut BGE 150 V 

410 E. 10.6 ist nur insoweit, als über den durch die Verordnungsbestimmung vorgegebenen Rahmen 

(pauschalisierter Abzug) hinaus Bedarf an weitergehender Korrektur besteht, ergänzend auf die 

bisherigen Rechtsprechungsgrundsätze zum Abzug vom Tabellenlohn zurückzugreifen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. Juli 2025, 9C_188/2025, E. 8.4). Ein solcher weitergehender Korrekturbedarf 

ist vorliegend nicht ersichtlich, zumal der Tabellenlohnabzug – wie vorstehend in E. 6.2.2 und 6.2.3 

ausgeführt – bis 31. Dezember 2023 lediglich 10 % betragen hat. Angesichts des veränderten 

Invaliditätsgrades nahm die Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung mit den 

Übergangsbestimmungen (vgl. vorstehende E.2.2) eine Revision vor und gewährte der 

Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2024 eine 60%ige Rente. 

7.  

7.1 Nach dem Gesagten sind die Beschwerden abzuweisen.  

7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

als angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von 

Fr. 600.-- vollumfänglich aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung 

zu befreien. 

7.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 
Jedoch wurde ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt. Der Staat ist mithin zu verpflichten, 

für die Kosten ihrer Rechtsvertretung aufzukommen. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung des Kantons St. Gallen (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In 

der hier zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine für durchschnittliche Fälle vorgesehene 

pauschale Parteientschädigung zuzüglich einer Erhöhung aufgrund des zusätzlichen Aufwandes für die 
Erstellung zweier Beschwerdeschriften von Fr. 5'000.-- als angemessen. Diese sind um einen Fünftel 

zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/220 
 

 

20/20 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen. 

7.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt wurde, ist zur Nachzahlung 
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; 

SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerden werden abgewiesen. 

2.  
Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie wird zufolge 

unentgeltlicher Rechtspflege von der Bezahlung befreit. 

3.  
Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge unentgeltlicher 
Rechtsverbeiständung mit Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2025
	Beweiswertiges ZMB-Gutachten; neuropsychologische Testung zwar nicht valide, die kognitiven Einschränkungen wurden in der psychiatrischen und der neurologischen Fachrichtung dennoch berücksichtigt; Validenkarriere entspricht jener einer Hilfsarbeiterin, weshalb zurecht auf das entsprechende Durchschnittseinkommen abgestellt wurde; bis 31. Dezember 2023 Invaliditätsgrad von 55 % bei 10%igem Leidensabzug mit Anspruch auf halbe Invalidenrente, ab 1. Januar 2024 Invaliditätsgrad von 60 % bei 20%igem Leidensabzug mit Anspruch auf 60%ige Invalidenrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2025, IV 2024/2020, IV 2025/20).

		2026-01-28T04:05:12+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen