# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efd9534a-a6eb-53b8-b708-4b8e47c30a7c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2008 E-5411/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5411-2007_2008-05-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5411/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M a i  2 0 0 8

Richter Kurt Gysi (Vorsitz), Richter Robert Galliker, 
Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______,
Elfenbeinküste,
vertreten durch lic. iur. Viktor Müller, Rechtsanwalt, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
13. Juli 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5411/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Angaben  sein  Heimat-
land am 3. Dezember 2006 mit einem nicht auf seine Identität lauten-
den ivorischen Pass verlassen habe, über Tunis auf dem Luftweg am 
4. Dezember 2006 in die Schweiz gelangte und gleichentags am Flug-
hafen Genf-Cointrin ein Asylgesuch stellte, 

dass er dort am 7. Dezember 2006 zu seinem Asylgesuch befragt wur-
de, 

dass ihm am 14. Dezember 2006 die Einreise in die Schweiz bewilligt 
wurde,

dass er am 20. Dezember 2006 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
Vallorbe ergänzend zur Flughafenbefragung angehört wurde,

dass die zuständige kantonale Behörde am 29. Januar 2007 eine wei-
tere Anhörung durchführte, 

dass der der Ethnie der Senoufo angehörende Beschwerdeführer  an-
lässlich der Befragungen im Wesentlichen geltend machte, im Verlaufe 
des  Ausbruches  des  bewaffneten  Konfliktes  hätten  seine  Eltern  die 
Aufforderung  der  Rebellen,  sich  ihnen  anzuschliessen,  abgelehnt, 
weshalb sie und seine Geschwister  im September 2002 umgebracht 
worden seien,

dass er sich Ende des Jahres 2002 nach Abidjan habe absetzen kön-
nen und sich bis zu seiner Ausreise dort  aufgehalten und als Bäcker 
gearbeitet habe,

dass er in Abidjan zwar persönlich nie irgendwelche Probleme mit den 
Behörden, dem Militär, der Polizei oder anderen ethnischen Gruppie-
rungen gehabt habe, jedoch aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit 
und  seiner  Herkunft  aus  dem  Norden  beunruhigt  gewesen  sei,  er 
könnte irgendwann Opfer von Übergriffen werden,

dass er den Umstand, wonach er bis zu seiner Ausreise nie Übergrif-
fen ausgesetzt gewesen sei, damit begründete, er habe "schwarz" ge-
arbeitet und sich versteckt,

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dass bei  aufkeimenden Unruhen von der südlichen Bevölkerung des 
Landes immer die Leute aus dem Norden beschuldigt würden,

dass die Menschen aus dem Norden auch bei  der Arbeitssuche be-
nachteiligt würden,

dass er nicht in den Norden zurückkehren könne, da er dort wie seine 
Familie getötet würde,

dass bezüglich der Angaben des Beschwerdeführers im Einzelnen auf 
die Akten zu verweisen ist,

dass das BFM das Asylgesuch mit  Verfügung vom 13. Juli  2007 ab-
wies  und  die  Wegweisung des Beschwerdeführers aus  der  Schweiz 
sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheides ausführte, die 
geltend gemachte Befürchtung, aufgrund seiner ethnischen Zugehörig-
keit und Herkunft in Abidjan dem Risiko von Verfolgung durch die dort 
ansässige  regierungstreuen  Ethnien  ausgesetzt  zu  sein,  sei  nicht 
glaubwürdig dargetan, da der Beschwerdeführer seit anfangs des Jah-
res 2003 bis im Dezember 2006 in Abidjan gelebt habe und bei einem 
tatsächlich bestandenen relevanten Risiko sein Heimatland mit Sicher-
heit viel früher verlassen hätte,

dass er in dieser Zeit offenbar bei verschiedenen Arbeitgebern in Abid-
jan und Umgebung als Bäcker gearbeitet habe, was mit einer angebli-
chen ständigen Gefährdung durch Übergriffe von ethnischen Angehöri-
gen aus dem Süden nicht vereinbar sei,

dass dem Beschwerdeführer darüber hinaus offenbar im Juli  2003 in 
Abidjan ein Pass ausgestellt worden sei, den er persönlich bei den zu-
ständigen Stellen in Abidjan abgeholt habe, was aufzeige, dass er in 
den Augen der ivorischen Behörden als unbescholtener Bürger gelte,

dass er zudem selbst eingeräumt habe, er hätte auch mit diesem Pass 
die Elfenbeinküste verlassen können, falls er in den Besitz eines Vi-
sums gekommen wäre,

dass folglich zwingend zu schliessen sei, der Beschwerdeführer wäre 
unter der im Asylverfahren geltend gemachten Identität den ivorischen 

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Behörden nicht einschlägig bekannt und hätte deren Aufmerksamkeit 
nicht auf sich gelenkt,

dass  mithin  die  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Glaubhaftigkeit der Vorbrin-
gen nicht erfüllt seien, 

dass im Weiteren der Tod seiner Familienangehörigen im September 
2002 wegen fehlendem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zu 
seiner Ausreise im Dezember 2006 flüchtlingsrechtlich als nicht rele-
vant gewertet werden müsse,

dass der Beschwerdeführer demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfülle, das Asylgesuch abzulehnen sei und daraus als Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz folge,

dass der Wegweisungsvollzug für den Beschwerdeführer in die Elfen-
beinküste zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass namentlich in Abidjan und den umliegenden Gebieten nicht eine 
Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche  und  auch  keine  individuellen 
Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprächen, 

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Eingabe vom 13. Au-
gust 2007 durch seine Rechtsvertretung beim Bundesverwaltungsge-
richt anfechten und die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides, 
die Zurückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung, eventualiter 
die  Gewährung des Asyls  oder  der  vorläufigen Aufnahme sowie  die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt unentgeltlicher Ver-
beiständung (Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) beantragen liess, 

dass er zur Begründung im Wesentlichen eine unrichtige Sachverhalts-
feststellung und basierend darauf eine Verletzung des Asylrechtes und 
die Überschreitung des Ermessens rügt,

dass er ausführt, die von der Vorinstanz aufgelisteten angeblichen Wi-
dersprüche  seien  Folge  einer  willkürlichen  Auslegung  seiner  Aussa-
gen, welche völlig falsch interpretiert worden seien,

dass er im Falle eine Rückkehr in seine Heimat mit weiteren Verfolgun-
gen, insbesondere mit seiner Ermordung rechnen müsse,

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dass die primäre Ursache des Verlassens seines Heimatlandes im im-
mer grösser werdenden Druck der Rebellen auch im Süden der Elfen-
beinküste bestanden habe, da die Rebellen mehr und mehr auch in die 
Hauptstadt im Süden des Landes eingedrungen seien,

dass der ehemalige Rebellenführer Guillaume Soro in die Regierung 
des Landes eingebunden sei,

dass die Rebellen nach wie vor versuchen würden, vor allem jene Leu-
te dingfest zu machen, die sich ihnen seinerzeit  (im Jahre 2002 und 
vorher) im Kampf gegen den Süden nicht angeschlossen hätten und 
der Beschwerdeführer zu diesem Personenkreis gehöre,

dass er diesbezüglich im vorinstanzlichen Verfahren immer wieder be-
tont habe, er sei in Lebensgefahr, was von der Vorinstanz "einfach vom 
Tische gewischt" werde,

dass  der  Beschwerdeführer  ebenfalls  mehrfach  darauf  hingewiesen 
habe, in den regierungstreuen Gebieten im Süden des Landes finde 
eine ethnisch begründete Unterdrückung mit Verfolgung der Bevölke-
rung aus dem Norden statt und er dieser Unterdrückung damit begeg-
net sei, dass er sich im Verborgenen gehalten, "schwarz" gearbeitet, 
keine  Wohnadresse  angegeben  und  sich  so  unauffällig  wie  möglich 
verhalten habe,

dass die Ausstellung eines Passes im Jahre 2003 entgegen der Ein-
schätzung der Vorinstanz kein Indiz gegen die Unterdrückung darstel-
le, da die latente Gefahr, die von den regierungstreuen Behördenmit-
gliedern  und Bewohnern  des Südens ausgegangen sei,  für  den Be-
schwerdeführer auch zwei Jahre nach der Ausstellung des Passes be-
standen habe,

dass die Todesgefahr akut geworden wäre, falls er auch nur einmal mit 
einer unglücklichen Äusserung am falschen Ort angeeckt wäre,

dass  auch  die  Auseinandersetzungen  bei  Manifestationen  zwischen 
den Leuten aus dem Norden - welche in der Hauptstadt in der Minder-
heit seien - und jenen aus dem Süden immer wieder aufflackern wür-
den, was jeweils zur Lebensgefährdung der Minderheit aus dem Nor-
den führe,

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dass der Beschwerdeführer einerseits als aus dem Norden Geflüchte-
ter  seitens der Rebellen gefährdet  sei  und andererseits bei  den An-
hängern  des regierungstreuen Südens als möglicher Rebell  angese-
hen worden sei,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  21.  August 
2007 auf die Erhebung eines Kostenvorschusses einstweilen verzich-
tete, den Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
auf einen späteren Zeitpunkt verlegte, der Beschwerdeführer aufgefor-
dert wurde, seine Bedürftigkeit zu belegen und das Gesuch um unent-
geltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ab-
wies,

dass das BFM mit Vernehmlassung vom 28. August 2007 die Abwei-
sung der Beschwerde beantragte,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 31. August 2007 seine 
Fürsorgeabhängigkeit bestätigen liess und darum ersuchte, auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses definitiv zu verzichten,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BGG, SR 
173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten ist  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

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dass die Schweiz gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG grundsätzlich Flüchtlin-
gen Asyl gewährt und Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religi-
on,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe 
oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen 
ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen 
ausgesetzt zu werden, wobei als ernsthafte Nachteile namentlich die 
Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnah-
men,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken,  gelten 
(Art. 3 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaub-
haft zu machen ist, 

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält,

dass  insbesondere  Vorbringen unglaubhaft  sind,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG),

dass die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Be-
fürchtung vor ernsthaften Nachteilen  mit  insgesamt zutreffender  und 
nachvollziehbarer  Begründung  als  im  Sinne  von  Art.  7  AsylG  nicht 
glaubhaft gemacht erachtet hat, 

dass entgegen den Beschwerdevorbringen keine unrichtige Sachver-
haltsfeststellung erkennbar ist,

dass die Vorinstanz auch nicht die Aussagen des Beschwerdeführers - 
wie in der Rechtsmitteleingabe vorgebracht - falsch interpretierte,  zu-
mal die Sichtweise der Vorinstanz durchaus mit den ausführlichen Be-
fragungsprotokollen zu vereinbaren ist,

dass  der  Beschwerdeführer  jedoch  offenbar  zum  Ausdruck  bringen 
wollte, die Vorinstanz habe den an sich erstellten Sachverhalt unter fal-
scher  länderspezifischer  Einschätzung  falsch  gewürdigt,  in  dem  sie 
verkannt habe, dass der Beschwerdeführer aufgrund des dargelegten 
Sachverhaltes begründeterweise ernsthafte Nachteile befürchtet habe,

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dass die Vorinstanz entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertrete-
nen  Ansicht  dem  Beschwerdeführer  keine  widersprüchlichen  Aussa-
gen vorgehalten, sondern erwogen hat, dass der dargelegte Sachver-
halt eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im flüchtlings-
rechtlich relevanten Sinn nicht glaubhaft erscheinen lasse,

dass diese Einschätzung der Vorinstanz zu bestätigen ist,

dass der Beschwerdeführer eigenen Aussagen zufolge bis zur Ausrei-
se keinen konkreten Übergriffen auf seine Person ausgesetzt gewesen 
sei, aber dennoch befürchtet habe, dies könne irgendwann eintreffen,

dass  begründete  Furcht  vor  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  Abs. 1 
AsylG vorliegt, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Ver-
folgung hätte sich - aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise - mit be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht bezie-
hungsweise werde sich  -  auch aus heutiger  Sicht  -  mit  ebensolcher 
Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen, wobei es nicht 
genügt, dass diese Furcht lediglich mit Vorkommnissen oder Umstän-
den, die sich früher oder später möglicherweise ereignen könnten, be-
gründet wird,

dass  aufgrund  einer  objektivierten  Betrachtungsweise  zu  beurteilen 
ist,  ob  in  einem bestimmten  Fall  eine  solche  Wahrscheinlichkeit  be-
steht und damit hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedro-
hung vorhanden sein müssen, die bei jedem Menschen in vergleichba-
rer Lage Furcht vor Verfolgung und damit  den Entschluss zur Flucht 
hervorrufen würden,

dass dennoch für die Bestimmung der begründeten Furcht nicht allein 
massgebend ist, was ein hypothetischer Durchschnittsmensch in der-
selben  Situation  empfinden würde,  sondern  diese rein  objektive Be-
trachtungsweise zusätzlich durch das von der betroffenen Person be-
reits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fäl-
len zu ergänzen ist,

dass dabei zu berücksichtigen gilt, dass wer bereits staatlichen Verfol-
gungsmassnahmen ausgesetzt war, objektive Gründe für eine ausge-
prägtere (subjektive) Furcht hat als jemand, der in der Vergangenheit 
keine entsprechenden Erfahrungen gemacht hat (vgl. Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
1994  Nr. 24  E. 8b,  EMARK  1993  Nr. 11  E. 4c)  und  die  subjektive 

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Furcht diesfalls dann begründet ist, wenn sie zwar diejenige eines in 
der gleichen Situation befindlichen Durchschnittsmenschen übersteigt, 
aber  trotzdem nachvollziehbar  bleibt  (vgl.  EMARK 2004 Nr. 1  E. 6a 
S. 9, mit weiteren Hinweisen),

dass der  Beschwerdeführer  in  keiner Weise in  einer  Form exponiert 
ist, welche objektiverweise befürchten liesse, er würde gezielt in seiner 
Person ernsthaften Nachteilen ausgesetzt,

dass  das  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe,  wonach  der  Be-
schwerdeführer seitens der Rebellen aus dem Norden gefährdet sein 
könnte,  nicht  nachvollziehbar  erscheint,  zumal  dies  schon  an  einer 
entsprechenden Identifizierung mangeln würde und ein Aufspüren des 
Beschwerdeführers  in  der  Millionenstadt  Abidjan als  höchst  unwahr-
scheinlich bezeichnet werden muss,

dass auch ein diesbezügliches Interesse der Rebellen als kaum reali-
tätsnah anmuten muss,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  selbst  eingeräumt  hat,  alle 
Leute aus dem Norden, die in Abidjan leben würden, hätten die glei-
chen Probleme wie er (A24/18 S. 11),

dass  von  einer  Kollektivverfolgung  der  ethnischen  Bevölkerung  aus 
dem Norden der Elfenbeinküste in Abidjan und Umgebung klarerweise 
nicht gesprochen werden kann,

dass im Weiteren klarzustellen gilt, dass die Frage einer allfälligen Si-
tuation allgemeiner Gewalt und Gefährdung vorliegend nicht unter dem 
Aspekt  der  Flüchtlingseigenschaft,  sondern  unter  der  Zumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzuges zu prüfen ist,

dass demnach der Beschwerdeführer nicht substanziiert und plausibel 
darzulegen vermochte, weshalb er in seiner Person in seinem Heimat-
land  flüchtlingsrechtlich  relevante  Nachteile  hätte  begründeterweise 
befürchten müssen oder in absehbarer Zukunft mit erheblicher Wahr-
scheinlichkeit zu befürchten hätte,

dass darin die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe zu den gel-
tend gemachten generellen Gefährdungsmomenten aus Gründen der 
ethnischen Zugehörigkeit und der Herkunft  offenkundig nichts zu än-
dern vermögen,

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dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers somit zu Recht 
und im Ergebnis mit zutreffender Begründung (mangelnde Glaubhaft-
machung einer begründeten Furcht vor Verfolgung) abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die ihm in der Elfenbeinküste droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die politischen und sozialen Konflikte in der Elfenbeinküste zwar 
nach wie vor zu gewissen Unwägbarkeiten führen, im Sinne der zutref-
fenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  aber  auch  gemäss  Auffassung 
des Bundesverwaltungsgerichts namentlich in Abidjan und Umgebung 
aktuell nicht (mehr) von einer Situation allgemeiner Gewalt, welche der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  generell  entgegenstünde, 
auszugehen ist, 

dass sich die ethnischen Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste 
in den vergangenen Jahren hauptsächlich auf ländliche Regionen und 
den Westen des Landes konzentrierten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  grundsätzliche Zumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs von jungen und gesunden Beschwerdefüh-
rern, welche vor der Ausreise bereits in Abidjan lebten oder dort über 
ein soziales Netz verfügen,  gestützt auf die aktuell  vorliegenden La-
geanalysen bejaht (vgl. D-4477/2006 E. 8.3), 

dass sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, auf-
grund  derer  allenfalls  geschlossen  werden  könnte,  der  Beschwerde-
führer gerate im Falle der Rückkehr in seinen Heimatstaat aus indivi-
duellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur 
in eine existenzbedrohende Situation,

dass  der  Beschwerdeführer  als  gelernter  Bäcker  bereits  vor  seiner 
Ausreise aus dem Heimatland sein wirtschaftliches Auskommen über 
Jahre sichern konnte,

dass mithin aufgrund seiner sozialen Situation vor Ort und seiner Ar-
beitserfahrung nicht davon auszugehen ist, er sei in Abidjan im Sinne 
der zu beachtenden Bestimmung konkret gefährdet, 

dass der Vollzug der Wegweisung deshalb als zumutbar erscheint, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 

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der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  wären  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG), 

dass sein Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG indes gutzuhei-
ssen ist, da der Beschwerdeführer weiterhin als  prozessbedürftig zu 
gelten  hat  und  die  Rechtsbegehren  nicht  geradezu  aussichtslos  er-
schienen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- Y._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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