# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39a32ab3-157d-5c9b-86e7-ee6c29e272d2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.10.2021 SB200393
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200393_2021-10-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB200393-O/U/mc 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Schärer, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. Stiefel 

und Oberrichterin lic. iur. Knüsel sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Wolter 

 

Urteil vom 29. Oktober 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 
2. Juli 2020 (GB200007) 
 

 

- 2 - 

Strafbefehl = Anklage: 
(Urk. 8) 

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 16. April 2020 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 30) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der vorsätzlichen groben Verletzung der  

Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 

Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 80.– (entsprechend Fr. 1'200.–). 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen.  

4. Auf den Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 2017 (Geschäfts-Nr. D-

8/2017/10030275) für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 150.– 

(entsprechend Fr. 3'000.–) unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren 

gewährten bedingten Strafvollzugs wird verzichtet. Die Probezeit von 3 Jah-

ren wird um 1.5 Jahre verlängert.  

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'200.00;   die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'100.00   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 60.00   Auslagen Vorverfahren (Auslagen Polizei) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

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7. (Mitteilungen.) 

8. (Rechtsmittel.) 

Berufungsanträge: 
 

a) Des Beschuldigten: 

(Urk. 32, Prot. II S. 6, sinngemäss) 

 1. Der Beschuldigte sei lediglich der einfachen Verkehrsregelverletzung 

im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.  

2. Der Beschuldigte sei mit einer angemessenen Busse zu bestrafen.  

3. Von einer Verlängerung der Probezeit gemäss Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Ok-

tober 2017 (Geschäfts-Nr. D-8/2017/10030275) sei abzusehen.  

b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 35, sinngemäss) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

  

- 4 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang  

 1.1. Der Verlauf des Verfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich 

aus dem Urteil vom 2. Juli 2020 (Urk. 30). 

 1.2. Mit dem genannten Urteil wurde der Beschuldigte schuldig gesprochen 

der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. Er 

wurde mit einer unbedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 80.– bestraft. 

In Bezug auf die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 2017 (Geschäfts-Nr. D-

8/2017/10030275) ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 

150.– wurde die Probezeit von 3 Jahren um 1.5 Jahre verlängert. Schliesslich re-

gelte die Vorinstanz die  

Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 30 S. 18 f.). 

 1.3. Gegen das schriftlich eröffnete Urteil vom 2. Juli 2020 meldete der Be-

schuldigte mit Schreiben vom 10. Juli 2020, gleichentags der Post übergeben, 

rechtzeitig Berufung an (Urk. 23). 

 1.4. Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde von der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) und vom Beschuldigten 

am 11. September 2020 in Empfang genommen (Urk. 29). Die vorinstanzlichen 

Akten gingen am 18. September 2020 am Obergericht ein (Urk. 30). Am 24. Sep-

tember 2020 wurde über den Beschuldigten ein neuer Strafregisterauszug einge-

holt (Urk. 31). Mit Eingabe vom 29. September 2020 (Poststempel; hier einge-

gangen am 30. September 2020) reichte der Beschuldigte fristgerecht seine Beru-

fungserklärung ein (Urk. 32). 

 1.5. Mit Präsidialverfügung vom 5. Oktober 2020 wurde der Staatsanwalt-

schaft Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf Nichtein-

treten auf die Berufung angesetzt (Urk. 33). Dem Beschuldigten wurde dieselbe 

Frist angesetzt, um das Datenerfassungsblatt und mehrere spezifisch bezeichne-

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te Urkunden zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 34). Mit Ein-

gabe vom 12. Oktober 2020 stellte die Staatsanwaltschaft ihre Anträge im Beru-

fungsverfahren (Urk. 35). Am 22. November 2020 reichte der Beschuldige das 

Datenerfassungsblatt und seine Steuererklärungen für die Jahre 2018 und 2019 

ein (Urk. 39/1-3). 

 1.6. Am 18. November 2020 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 9. 

März 2021 vorgeladen (Urk. 38). Diese wurde jedoch wegen Krankheit des Be-

schuldigten abgenommen (Urk. 45) und neu auf den 29. Oktober 2021 vorgeladen 

(Urk. 46). Die Berufungsverhandlung konnte ordnungsgemäss durchgeführt wer-

den. Zur Verhandlung erschien der Beschuldigte persönlich (Prot. II S. 5). Vorfra-

gen waren keine zu entscheiden (Prot. II S. 6). 

II. Prozessuales  

1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur 

in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

2. Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil (sinngemäss) hinsichtlich 

dessen Dispositivziffern 1-4 an. Der Beschuldigte beantragt eine andere rechtli-

che Qualifikation und eine deutlich mildere Bestrafung. Auch wenn nicht explizit 

erwähnt, ist damit die Kostenauflage (Dispositivziffer 6) als mitangefochten anzu-

sehen. Es ist daher vorweg mit Beschluss festzustellen, dass das Urteil des Be-

zirksgerichts Bülach, Einzelgericht, hinsichtlich der Dispositivziffer 5 in Rechtskraft 

erwachsen ist (Art. 399 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 402 und 437 StPO).  

3. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition. 

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III. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

1.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 24. Januar 2020 um circa 21.23 

Uhr seinen Personenwagen mit dem Kontrollschild ZH … mit einer Netto-

Fahrgeschwindigkeit von ca. 80 bis 100 km/h auf der Überholspur der A..., Höhe 

F._____ [Ortschaft], gelenkt zu haben. Dabei habe er bewusst über eine Strecke 

von mindestens einem Kilometer einen Abstand von maximal 12 Metern zum vor 

ihm fahrenden Fahrzeug gewahrt (Urk. 8 S. 3). 

Durch sein Verhalten habe der Beschuldigte eine ernstliche Gefahr für die Sicher-

heit anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des Insassen des vorausfahren-

den Fahrzeugs, in Kauf genommen. Im Falle eines Notbremsmanövers wäre es 

dem Beschuldigten nicht mehr möglich gewesen, sein Fahrzeug zeitgerecht zu 

verlangsamen oder anzuhalten, ohne eine Kollision mit dem vorausfahrenden 

Fahrzeug zu verursachen. Im Falle einer solchen Kollision hätte die Gefahr be-

standen, dass er oder das vorausfahrende Fahrzeug infolge der Kollision ins 

Schleudern geraten wäre und solchermassen mit weiteren, sich auf dem Überhol-

streifen oder auf der Normalfahrspur befindlichen Fahrzeugen hätte kollidieren 

können. Bei der gefahrenen Geschwindigkeit drohe im Falle von Kollisionen stets 

die ernstliche Gefahr von Verletzungen für die beteiligten Fahrzeuglenker (Urk. 8 

S. 3 f.). 

1.2. Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt als erstellt (Urk. 30 S. 5 ff.). Dabei 

stützte sie sich im Wesentlichen auf das Polizeivideo (Urk. 4) und die selber an-

gestellten Schätzungen und Interpretationen. Den vom Beschuldigten erst an der 

Hauptverhandlung vorgebrachten Einwand, dass es sich bei dem auf der Video-

aufzeichnung ersichtlichen, silberfarbenen Fahrzeug nicht um sein Fahrzeug 

handle, qualifizierte sie als reine Schutzbehauptung (Urk. 30 S. 6). Zunächst sei 

anzumerken, dass dem Beschuldigten anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme die Videoaufzeichnung ebenfalls vorgespielt worden sei und er bei 

dieser Gelegenheit nicht vorgebracht habe, dass es sich beim betreffenden Fahr-

zeug nicht um sein Fahrzeug, einen silbrigen KIA …, handle. Auch habe er keine 

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Beweisergänzungen, namentlich auch nicht ein Gutachten darüber, dass es sich 

dabei nicht um sein Fahrzeug handle, beantragt. Unter diesen Umständen beste-

he kein Zweifel daran, dass es sich beim betreffenden Fahrzeug um das Fahr-

zeug des Beschuldigten handle, zumal es sich bei dem auf dem Video ersichtli-

chen Fahrzeug aufgrund der Fahrzeugform sowie der Form der Rückleuchten 

nach Ansicht des Gerichts um einen KIA … handle. Es lasse sich sodann bereits 

mit der Sichtung der Videoaufzeichnung der Fahrt des Beschuldigten erstellen, 

dass er während der gesamten aufgezeichneten Fahrt zu dem vor ihm fahrenden 

Fahrzeug konstant einen Abstand von höchstens einem Zwischenraum, mithin 12 

Meter, und nicht wie von ihm angegeben von mindestens 10 bis 12 Meter aufge-

wiesen habe. Einer Videoauswertung bzw. eines entsprechenden Gutachtens be-

dürfe es aufgrund der klaren Videoaufzeichnung nicht. Aufgrund der aufgezeich-

neten Geschwindigkeit des Fahrzeugs der Kantonspolizei Zürich, welches dem 

Beschuldigten während der ganzen Messstrecke mit in etwa gleichbleibendem 

Abstand gefolgt sei, könne im Weiteren auch die in der Anklage angegebene Ge-

schwindigkeit des Beschuldigten von 80 km/h bis 100 km/h als erstellt erachtet 

werden (Urk. 30 S. 5). 

2.  Standpunkt des Beschuldigten  

2.1.  Der Beschuldigte anerkennt, die Fahrt mit dem genannten Fahrzeug und der 

erwähnten Geschwindigkeit auf der A..., Höhe F._____, am 24. Januar 2020 um 

ca. 21.23 Uhr zurückgelegt zu haben (Prot. I S. 9; Urk. 32 S. 1; Prot. II S. 10). Er 

macht jedoch geltend, der Abstand habe mindestens und nicht höchstens 10 bis 

12 Meter betragen. Die so gefahrene Strecke sei überdies kürzer gewesen, näm-

lich lediglich 100 bis 150 Meter (Prot. I S. 10 f., Prot. II S. 11).  

2.2.  Beweismässig bestreitet er überdies weiterhin, dass auf dem von der Polizei 

erstellten Video sein Fahrzeug zu sehen sei. Dieses sehe seinem Fahrzeug, bei 

dem es sich gemäss eigenen Angaben um einen silberfarbenen KIA … handle, 

nur ähnlich (Prot. I S. 9 f., Prot. II S. 12).  

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3.  Beweisgrundsätze 

3.1.  Es ist zu prüfen, ob der angeklagte Sachverhalt – mithin das dem Beschul-

digten konkret vorgeworfene Verhalten – aufgrund der vorliegenden Beweismittel 

rechtsgenügend nachgewiesen werden kann. Dabei gebietet es der Anspruch auf 

rechtliches Gehör, dass die Überlegungen genannt werden, von denen sich das 

Gericht leiten lässt und auf welche sich sein Entscheid stützt. Das bedeutet in-

dessen nicht, dass es sich ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und 

jedem rechtlichen Einwand der Verteidigung auseinander setzen muss; vielmehr 

kann sich das Gericht auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichts-

punkte beschränken (vgl. BGer 6P.62/2006 Urteil vom 14.11.2006 E. 4.2.2 unter 

Hinweis auf BGE 126 I 97 E. 2b; BGE 125 II 369 E. 2c; BGE 124 V 180 und BGE 

112 Ia 107 E. 2b). Dabei ist der Richter an keine festen Beweisregeln gebunden. 

Vielmehr gilt der Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 

2 StPO). Danach hat das Gericht das Beweisergebnis nach der persönlichen aus 

dem ganzen Verfahren geschöpften Überzeugung zu bewerten, das heisst, dem 

geltenden beschränkten Unmittelbarkeitsprinzip folgend, sowohl gestützt auf die 

in den Akten des Vorverfahrens enthaltenen Beweisergebnisse als auch auf das 

Ergebnis der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sowie der Berufungsverhand-

lung. Das Gericht entscheidet nach der persönlichen Überzeugung, ob eine Tat-

sache bewiesen ist oder nicht (WOHLERS in DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, Kom-

mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2014, Art. 10 N 

25 m.w.H.; HOFER in NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER, Basler Kommentar StPO, 2. 

Aufl., Basel 2014, Art. 10 N 41, 58 ff.). 

3.2.  Gemäss dem in Art. 8 und Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK und 

Art. 10 Abs. 1 StPO verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den 

Angeklagten) ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass 

der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweislast-

regel bedeutet die Maxime, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld 

des Beschuldigten zu beweisen, und dass nicht dieser seine Unschuld nachwei-

sen muss. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist verletzt, wenn der Strafrichter ei-

nen Beschuldigten (einzig) mit der Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld 

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nicht nachgewiesen (zum Ganzen: BGE 127 I 38 E. 2a). Als Beweiswürdigungs-

regel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines 

für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn 

bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel beste-

hen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (WOHLERS in DO-

NATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, a.a.O., Art. 10 N 11 ff.; SCHMID/JOSITSCH, Handbuch 

StPO, 3. Aufl., Zürich 2017, N 233; BGer 6P.155/2006 und 6S.363/2006 Urteile 

vom 28. Dezember 2006, E. 4.1). Die Überzeugung des Richters muss auf einem 

verstandesgemäss einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen 

Beobachter nachvollziehbar sein (HOFER in NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER, a.a.O., 

Art. 10 N 61; SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 227 f.; WOHLERS in DO-

NATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, a.a.O., Art. 10 N 13). 

3.3. Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des 

Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür 

vorliegen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den 

ihm zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Dabei kann nicht verlangt 

werden, dass die Tatschuld gleichsam mathematisch sicher und unter allen As-

pekten unwiderlegbar feststehe (TOPHINKE in NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER, a.a.O., 

Art. 10 N 83; WOHLERS in DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, a.a.O, Art. 10 N 13). 

3.4.  Muss sich die Beweisführung unter anderem auf die Aussagen von Beteilig-

ten abstützen, so ist anhand sämtlicher Umstände, die aus den Akten ersichtlich 

sind, zu untersuchen, ob die beziehungsweise welche Sachdarstellung überzeu-

gend ist. Dabei kommt es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen an, 

verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. In erster Linie mass-

gebend ist nicht die prozessuale Stellung der aussagenden Personen, sondern 

der materielle Gehalt ihrer Aussagen. Zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen ist zu prüfen, ob diese in den wesentlichen Punkten Widersprüche ent-

halten, ob sie in ihrem Kerngehalt stimmig und im sich aus ihnen ergebenden Ab-

lauf logisch und schlüssig sind sowie ob sie (soweit das objektiv möglich ist) an-

hand erstellter Sachverhalte korrekt verifizierbar sind. Zu achten ist insbesondere 

auf Strukturbrüche innerhalb einer Aussage, auf Über- und Untertreibungen, auch 

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auf Widersprüche, vor allem aber auf das Vorhandensein hinreichender Realitäts-

kriterien und das Fehlen von Lügensignalen (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachen-

feststellung vor Gericht, 4. Aufl., München 2014, S. 83 ff.; DONATSCH in DO-

NATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, a.a.O,, Art. 162 N 14 f.). 

4. Beweismittel 

Zur Erstellung des Sachverhalts gemäss Anklage (bzw. Strafbefehl) stehen vor-

liegend der Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 11. Februar 2020 (Urk. 1), die 

Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3; Urk. 13; Prot. I S. 8 ff.; Prot. II S. 7 ff.) sowie 

eine Videoaufzeichnung der Kantonspolizei Zürich, Verkehrszug Bülach, mit Auf-

nahmen vom 24. Januar 2020 von Fahrtbewegungen auf einem Streckenab-

schnitt der A..., Höhe F._____ (Urk. 4), vor.  

5.  Glaubwürdigkeit 

Der Beschuldigte ist als vom Strafverfahren Betroffener naheliegenderweise da-

ran interessiert, sein Verhalten in einem möglichst positiven Licht darzustellen, 

zumal er eine einschlägige Vorstrafe aufweist (Urk. 5/1) und ihm deswegen auch 

ein neuerlicher Ausweisentzug droht (vgl. Urk. 5/3). Seine Aussagen sind daher 

mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen. So oder anders steht aber die 

nachfolgende Beurteilung der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen im Vordergrund. 

6.  Würdigung  

6.1.  Im Polizeirapport vom 11. Februar 2020 finden sich zunächst Angaben zum 

Delikt (inkl. Tatort sowie Strasse [A...], Autobahn Fahrbahn [Zürich]), Autobahn  

Kilometer [5000] und Geschwindigkeitslimite [100]) und jene zur Person des Be-

schuldigten und zu dem von ihm gefahrenen Personenwagen (Marke, Typ [KIA 

SK, … 2.0D AT], Farbe [grau], Kennzeichen [CH ZH …]). Unter dem Titel Sach-

verhalt wird sodann was folgt angeführt: "Anlässlich der Patrouillentätigkeit durch 

Fw mbA B._____ und Gfr C._____ kann an vorerwähnter Örtlichkeit A._____ mit 

dem Fahrzeug ZH … beobachtet werden. Dieser fährt über eine Strecke von min-

destens 1300 Meter mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 105 km/h und einem 

ungenügendem Abstand von höchstens 12 Metern dem voranfahrendem Fahr-

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zeug auf. In der Folge wird der Beschuldigte angehalten, kontrolliert und zum 

Sachverhalt befragt." (Urk. 1 S. 1).  

6.2.1. Der Beschuldigte wurde am 24. Januar 2020 um 21:33 Uhr im Rahmen ei-

ner polizeilichen Kurzeinvernahme zum Sachverhalt befragt. Konkret wurde er 

nach der Rechtsbelehrung mit dem folgenden Vorwurf konfrontiert: "Es wird Ihnen 

vorgeworfen, am 24.01.2020 um 21:23 in F._____ den/das Personenwagen mit 

den Kontrollschildern ZH … auf der A... in Richtung Zürich gelenkt zu haben und 

dabei den Mindestabstand zum voran fahrenden Fahrzeug massiv unterschritten 

zu haben, und das über eine Distanz von etwa 1000 Meter. Durch Ihre Fahrweise 

haben Sie eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen. Aner-

kennen Sie diesen Sachverhalt?" Der Beschuldigte antwortete mit "Ja". Es sei ihm 

nicht bewusst gewesen. Er sei etwa 85-90 km/h gefahren. Auf die Frage, "… was 

schätzen Sie, wie gross war Ihr Abstand?", erwiderte er: "10 Meter". Als ihm be-

kannte Abstandsregel nannte er auf entsprechende Frage: "Halber Tacho" (Urk. 3 

S. 2).  

6.2.2. An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. Mai 2020 erklärte 

der Beschuldigte im Zusammenhang mit den Gründen für die gegen den Strafbe-

fehl vom 24. April 2020 erhobene Einsprache, es gehe ihm darum, dass es nach 

seiner Erinnerung nicht so ein geringer Abstand gewesen sei. Er glaube, dass er 

bei der Polizei gesagt habe, dass sein Mindestabstand 10 bis 12 Meter gross ge-

wesen sei. Im Strafbefehl sei dann maximal 12 Meter gestanden. Dass er 85 bis 

90 km/h gefahren sei, sei möglich (Urk. 13 S. 3 f.). Dem Beschuldigten wurde ge-

gen Schluss der Einvernahme bekannt gegeben, dass er gemäss polizeilicher 

Feststellung über eine Stecke von mindestens 1300 Metern mit einer Nettoge-

schwindigkeit von 80 bis 105 km/h und einem Abstand von höchstens 12 Metern 

gefahren sei. Wenn man vom günstigsten Sachverhalt ausgehe, auch mit seiner 

heutigen Präzisierung, hätte er damit zum vorausfahrenden Fahrzeug lediglich ei-

nen Abstand von 12 m bei einer Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h gewahrt. Damit 

habe der Abstand weniger als ein Sechstel seiner Fahrgeschwindigkeit betragen 

(Urk. 13 S. 4). Erst auf eigenes Nachfragen wurde dem Beschuldigten dieses Vi-

deo gezeigt. Die Frage nach der Visionierung, ob er Beweisergänzungen bean-

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trage, verneinte der Beschuldigte (Urk. 13 S. 5). Nach dem Schlussvorhalt der 

Staatsanwaltschaft fragte er die Staatsanwaltschaft, ob es ein zweites Video ge-

be, "es hätte mich noch interessiert zu sehen, wie die Polizei gefahren ist.", was 

verneint wurde. Die nochmalige Frage nach Beweisergänzungen verneinte der 

Beschuldigte (Urk. 13 S. 6).  

6.2.3. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz erklärte der Beschuldigte 

auf Vorhalt des Sachverhalts gemäss Strafbefehl und seiner früheren Aussagen 

bei der polizeilichen und der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, er sei grund-

sätzlich geständig, aber der Mindestabstand habe 10 bis 12 Meter betragen. Er 

sei damals von D._____ nach E._____ gefahren, auf dem Arbeitsweg in die 

Nachtschicht. Auf Vorhalt des Videos der Polizei durch die Vorinstanz erklärte der 

Beschuldigte, er sehe nur ein silbriges Auto. Die Frage, ob dies sein Auto sei, 

verneinte er, "… also es sieht ähnlich aus". Er sehe aber nicht, ob es seines sei, 

…"ich habe die Ausfahrt Opfikon genommen, dann hat mich die Polizei angehal-

ten" (Prot. I S. 9). Er bestreite, dass "das silbrige Fahrzeug" sein Fahrzeug sei. 

Auf nochmaligen Vorhalt der Videoaufzeichnung und der Feststellung des vo-

rinstanzlichen Richters, wonach er unmittelbar nach dem Auffahren auf die A... 

auf die Überholspur gewechselt und die Lichthupe betätigt habe, bestritt er, die 

Lichthube aktiviert zu haben. Im Übrigen hielt er an der Kernaussage fest: "Ir-

gendwo hatte ich sicher nur 10 bis 12 Meter Abstand, aber als Minimum und nicht 

als Maximum, und die Strecke betrug lediglich 100 bis 150 Meter" (Prot. I S. 11).  

6.2.4. Im Rahmen des Berufungsverfahren machte der Beschuldigte geltend (vor-

erst sein Standpunkt in der schriftlichen, kurz begründeten Berufungserklärung 

vom 29. September 2020), er bestreite nicht, am 24. Januar 2020 mit dem Fahr-

zeug mit dem Kontrollschild ZH … auf dem Überholstreifen der Autobahn A... in 

… F._____ mit einer Netto-Fahrgeschwindigkeit von ca. 80 bis 100 km/h gefahren 

zu sein. Die Videoaufzeichnung sei ihm erst auf sein ausdrückliches Nachfragen 

von der Staatsanwaltschaft - notabene zu Ende der Einvernahme - vorgespielt 

worden. Vor diesem Hintergrund und mit dem Umstand bzw. im Wissen, dass die 

Staatsanwaltschaft gegnerische Partei sei (Anklägerin), sei der Zeitpunkt der 

erstmaligen Erwähnung des Einwandes, dass es sich nicht um sein Fahrzeug 

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handle, sehr wohl nachvollziehbar und keineswegs eine Schutzbehauptung. An 

der Hauptverhandlung habe das Gericht nach seiner Ansicht nicht mal ansatzwei-

se in Erwägung gezogen, dem Inhalt seiner Aussagen Glauben zu schenken. Es 

schiene, als würde das Gericht (fast als voreingenommen zu bezeichnen) einsei-

tig nur belastende Umstände anerkennen oder würdigen. Art. 6 StPO besage: 

(Abs. 1) Die Strafbehörden klären von Amtes wegen alle für die Beurteilung der 

Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen ab. (Abs. 2) Sie un-

tersuchen die belastenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt. Er - 

der Beschuldigte - hätte nach Ansicht des Gerichtes eine Beweisergänzung bean-

tragen sollen, namentlich ein Gutachten, dass es sich nicht um sein Fahrzeug 

handle. Das sei eine krasse Umkehr der Beweislast, die Unschuldsvermutung 

nach Art. 10 Abs. 1 StPO würde dadurch zur Makulatur. Den Antrag auf Be-

weisergänzung hätte wohl die nicht anwesende Staatsanwaltschaft stellen müs-

sen (Urk. 32 S. 2).  

 Er habe auch gegenüber der Polizei nur den Abstand von ca. 10 Metern ge-

schätzt ("einen geschätzten Abstand von 10 Metern gehabt zu haben [nicht „ge-

halten habe"], wie vom Gericht geschrieben). Er habe jedoch keine Distanz er-

wähnt. Diese habe er erst anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme präzi-

siert auf "ca. 100 bis 150 Meter", bei der genannten Schätzung der Fahrge-

schwindigkeit von ca. 85 bis 90 km/h. Weshalb durch das Gericht so viel Wert da-

rauf gelegt werde, dass es sich „aufgrund der Fahrzeugform sowie der Form der 

Rückleuchten nach Ansicht des Gerichts um einen KIA … handelt", könne durch 

ihn nicht nachvollzogen werden. Die bereits an der Hauptverhandlung durch ihn 

angebrachten erheblichen Zweifel seien auch durch mehrmalige und energische 

Wiederholungen durch das Gericht, es sei ein silberner KIA … sichtbar, nicht zu 

beseitigen. Es gäbe mit dem Kontrollschild, das ja nicht grundlos nach Art. 45 

VTS gut lesbar und möglichst senkrecht anzubringen ist, eine einfache Identifika-

tionsmöglichkeit. 

 Wenn auf der Videoaufzeichnung tatsächlich das Fahrzeug des Beschuldig-

ten zu sehen sein soll, wäre es ein leichtes, ein Standbild oder eine Sequenz mit 

erkennbarem Kontrollschild zu erstellen, vor allem weil in Abschnitt 3.2.3. das Ge-

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richt bestätige, dass es eine klare Videoaufzeichnung sei und es deshalb entspre-

chend keiner Videoauswertung bzw. eines entsprechenden Gutachtens bedürfe. 

 Schliesslich macht der Beschuldigte geltend, es möge zwar nach Ansicht 

des Gerichts der allgemeinen Lebenserfahrung widersprechen, aber es sei nicht 

auszuschliessen, dass die Besatzung des Patrouillenfahrzeugs ein falsches Fahr-

zeug anhalten könne. Ansonsten könnte ja sinngemäss von einer „Unfehlbarkeit" 

besagter Besatzung ausgegangen werden. Gerade weil zwischen dem Ende der 

Videoaufzeichnung und der Anhalteaufforderung der Polizeipatrouille an ihn - den 

Beschuldigten - eine grosse Distanz von etwa 1300 Metern und sogar noch eine 

Ausfahrt dazwischen liege, wäre es von Notwendigkeit, eine kontinuierliche Vide-

oaufzeichnung zu haben, bis ein Fahrzeug zweifelsfrei, d.h. mit erkennbarem 

Kontrollschild, identifiziert werden könne. In vorliegendem Fall könne dies nicht 

festgestellt werden, weshalb erhebliche Zweifel am Sachverhalt bestehen würden 

(Urk. 32 S. 2). 

 An der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte seine Ausführun-

gen dahingehend, dass er bei der Staatsanwaltschaft gefragt habe, ob es ein 

zweites Video gebe, weil es ihn interessiert habe, wie die Polizei ihn gefunden 

habe, wenn wirklich er auf dem Video zu sehen sei. Das Video habe etwa einen 

Kilometer, bevor er von der Polizei gestoppt worden war, geendet und es hätten 

ja andere Autos dazwischenfahren können (Prot. II S. 12 f.). 

6.3.  Die Kantonspolizei, Verkehrszug Bülach, erstellte am 24. Januar 2020 ein  

Video über die Fahrtbewegungen um 21.23 Uhr auf der A..., Fahrbahn Zürich,  

Autobahn Kilometer 5'000 bei einer vorgegebenen Geschwindigkeitslimite von 

100 km/h. Auf der Videoaufzeichnung ist um 21:23:24 Uhr erstmals ein Fahrzeug 

auf dem Beschleunigungsstreifen ersichtlich. Das Patrouillenfahrzeug der Kan-

tonspolizei Zürich fährt in diesem Zeitpunkt auf dem Überholstreifen. Ab 21:23:29 

Uhr wechselt das erwähnte Fahrzeug vom Beschleunigungsstreifen in einem Zug 

über die Normalspur auf die Überholspur und setzt auf dieser die Fahrt fort. Kurz 

darauf wechselt das Fahrzeug der Kantonspolizei Zürich von der Überholspur auf 

die Normalspur (21:23:38 Uhr). Das erwähnte Fahrzeug fährt dem ihm vorausfah-

renden in der Folge mit einem geringen Abstand hinterher und betätigt während-

- 15 - 

dessen einmal die Lichthupe (21:23:40 Uhr). Anschliessend folgt das Fahrzeug 

dem blauen Fahrzeug über eine Messstrecke von rund 1'300 Metern (mindestens 

50 Sekunden lang) mit einem geringen Abstand, bis das voranfahrende Fahrzeug 

bei (21:24:39 Uhr) schliesslich auf die Normalspur wechselt. Gleichzeitig endet da 

die Videoaufzeichnung. 

6.4. In Gesamtwürdigung der Beweislage kann vorweg festgehalten werden, 

dass der Polizeirapport kurz ausgefallen ist (Urk. 1). Nebst den oben erwähnten 

Informationen findet man im Rapport insbesondere keine genauen Angaben zur 

Anhaltung und Kontrolle des Beschuldigten. Ebenso wenig ergeben sich daraus 

Anhaltspunkte zum Verkehrsaufkommen sowie zu den Strassen-, Licht- und Wit-

terungsverhältnissen, soweit sich Letztere nicht aufgrund der Jahres- und Tages-

zeit erschliessen. 

 Soweit der Beschuldigte Einwände zur Videoaufzeichnung bzw. deren Aus-

sagekraft erhebt, so können diese nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Die 

Aufnahmen zeigen zwar unbestrittenermassen die von der Polizei im Patrouillen-

fahrzeug aufgezeichneten Fahrbewegungen auf der A... am Abend des 24. Janu-

ar 2020. Man entnimmt ihr denn auch dominant das Fahrverhalten eines Fahr-

zeuglenkers, der nach der Autobahneinfahrt von der Beschleunigungsspur auf die 

Normalspur und in einem Zug auf die Überholspur wechselt. Zweifelsfrei lässt sich 

aber entgegen der Ansicht der Vorinstanz weder das Automodell noch dessen 

Farbe erkennen. Auch das Kontrollschild lässt sich weder aus den bewegten Bil-

dern noch bei Anhaltung des Videos ablesen. Professionell angefertigte Standbil-

der sind nicht vorhanden. Die von der Vorinstanz angestellten Mutmassungen 

(Urk. 30 S. 6: "…, zumal es sich bei dem auf dem Video ersichtlichen Fahrzeug 

aufgrund der Fahrzeugform sowie der Form der Rückleuchten nach Ansicht des 

Gerichts um einen KIA … handelt.") reichen nicht aus, um das Fahrzeug klar als 

jenes des Beschuldigten zu identifizieren.  

 Wenn der Beschuldigte weiter einwendet, dass zwischen dem Ende der  

Videoaufzeichnung und der Anhalteaufforderung der Polizeipatrouille an ihn eine 

grosse Distanz von etwa 1300 Metern und sogar noch eine Ausfahrt dazwischen 

liege, so kann ihm diese Behauptung aufgrund der aktuellen Aktenlage vorerst 

- 16 - 

mal nicht widerlegt werden. Wie erwähnt, ist der Anhalteort nicht bekannt. Wenn 

der Beschuldigte dann anfügt, dass es angesichts dieser langen Distanz von 

Notwendigkeit gewesen wäre, eine kontinuierliche Videoaufzeichnung zu haben, 

bis ein Fahrzeug zweifelsfrei, d.h. mit erkennbarem Kontrollschild, identifiziert 

werden könne (Urk. 32 S. 3), so hat auch dieses Argument seine Berechtigung. 

Dies gilt umso mehr, als auf dem Video weitere ebenfalls nicht klar identifizierbare 

Autos zu sehen sind und die Aufzeichnung noch bei voller Fahrt endet. Über die 

zeitlichen und distanzmässigen Verhältnisse zwischen Beendigung der Aufnahme 

und Anhaltung des Beschuldigten lassen sich daher nur Mutmassungen anstellen, 

da weder ein ergänzender Rapport noch Zeugeneinvernahmen der Polizisten des 

Patrouillenfahrzeugs vorliegen, welche Beweisergänzungen den Inhalt von Rap-

port und Video nach erfolgter Einsprache des Beschuldigten hätte objektiveren 

können.  

 Allerdings liegen nebst dem Video die Aussagen des Beschuldigten im 

Recht. Zur Sachverhaltserstellung ist in erster Linie auf diese abzustellen. In die-

sen Befragungen schätzte der Beschuldigte im Vorverfahren seine gefahrene Ge-

schwindigkeit selber auf 85-90 km/h (Urk. 3 S. 2 und Urk. 13 S. 3 f.). Den Abstand 

bezifferte er von sich aus bei der Polizei mit "10 Meter(n)" (Urk. 3 S. 2). In der 

staatsanwaltschaftlichen Befragung erklärte er zu Protokoll, dass sein Mindestab-

stand 10 bis 12 Meter gross gewesen sei (Urk. 13 S. 3 f.). Es sei auch nur eine 

kurze Distanz gewesen (Urk. 13 S. 4). Diese kurze Distanz präzisierte er vor Vo-

rinstanz auf "100 bis 150 Meter" (Prot. I S. 11). Der Sachverhalt ist deshalb inso-

fern als erstellt zu erachten, als der Beschuldigte an beschriebener Stelle mit 80 

km/h (tiefster Wert gemäss Strafbefehl [Urk. 8 S. 3]) eine Strecke von 100 bis 150 

Meter mit einem Abstand von 10 bis 12 Metern zum voranfahrenden Fahrzeug zu-

rückgelegt hat.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Ausgangslage 

 1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als vor-

sätzliche Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Ver-

- 17 - 

bindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV (Urk. 8 S. 1), was die  

Vorinstanz als zutreffend erachtete (Urk. 30 S. 8 ff.).  

 2. Der Beschuldigte hält dafür, dass er sich mit seinem konzedierten Verhal-

ten lediglich der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schul-

dig gemacht habe.  

2.  Grundtatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG 

2.1. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit 

Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstli-

che Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt.  

2.2.  In objektiver Hinsicht setzt die Annahme einer schweren Widerhandlung 

bzw. einer groben Verkehrsregelverletzung voraus, dass die Verkehrssicherheit 

ernsthaft gefährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. We-

sentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nä-

he der Verwirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Ge-

fahr genügt demnach nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG, 

wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder 

gar einer Verletzung naheliegt (BGE 142 IV 93 E. 3.1 m.H.a. BGE 131 IV 133 E. 

3.2; BGer 6B_520/2015 Urteil vom 24. November 2015 E. 1.3).  

2.3.  Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwer-

wiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, so z.B. Vor-

satz oder bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit. Je schwerer die Ver-

kehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv 

zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Die Annahme 

von Rücksichtslosigkeit i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG ist restriktiv zu handhaben, wes-

halb nicht unbesehen von einer objektiven auf eine subjektiv schwere Verkehrs-

regelverletzung geschlossen werden darf. Nicht jede Unaufmerksamkeit, die we-

gen der Schwere des Erfolgs objektiv als gravierende Verletzung der Vorsichts-

pflicht zu betrachten ist, wiegt auch subjektiv schwer (BGE 142 IV 93 E. 3.1 

- 18 - 

m.w.H.). Eine vorsätzliche Begehung von Art. 90 Abs. 2 SVG liegt nach den all-

gemeinen Regeln von Art. 12 Abs. 2 StGB dann vor, wenn der Täter die betref-

fende Verkehrsregel wissentlich und willentlich grob verletzt. Eventualvorsätzlich 

handelt der Täter dann, wenn er das Risiko erkennt, gegen eine Verkehrsregel zu 

verstossen, aber dennoch handelt, und ihm insofern unterstellt werden kann, er 

habe sich mit dem allfälligen Verstoss gegen die Verkehrsregel abgefunden. 

Eventualvorsätzlich handelt schliesslich auch, wer sich überhaupt nicht um die 

Einhaltung der Verkehrsregeln kümmert (FIOLKA, Grobe oder «krasse» Verkehrs-

regelverletzung? Zur Auslegung und Abgrenzung von Art. 90 Abs. 3-4 SVG, Jahr-

buch zum Strassenverkehrsrecht 2013, S. 359). Nach Ansicht von Lehre (BSK 

SVG- FIOLKA, Art. 90 N 146) und Bundesgericht (BGE 142 IV 137 E. 3.3) zu Ab-

satz 3 von Art. 90 SVG ist ein Gefährdungsvorsatz (hinsichtlich eines bestimmten 

Opfers) oder der Vorsatz, einen bestimmten Erfolg herbeizuführen, nicht erforder-

lich. Erst recht braucht es demgemäss keinen solchen Gefährdungsvorsatz bei 

Absatz 2. Für die vorsätzliche Begehung genügt, wenn der Täter die allgemeine 

Gefährlichkeit seines Verhaltens erkennt und dennoch handelt. Was der Täter 

wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sog. innere Tatsachen und ist damit Tat-

frage. Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die festgestellten Tatsachen 

Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gegeben ist (BGE 137 IV 1 

E. 4.2.3). Als innerer Vorgang lässt sich der subjektive Tatbestand regelmässig 

nur aufgrund äusserer Umstände erschliessen, was zulässig ist (vgl. BGer 

6B_186/2010 Urteil vom 23. April 2010 E. 3.4). 

3. Ungenügender Abstand  

3.1. Dem Beschuldigten wird gemäss oben erstelltem Sachverhalt zum Vorwurf 

gemacht, er sei bei einer Geschwindigkeit von ca. 80-100 km/h auf der Überhol-

spur der Autobahn dem voranfahrenden Fahrzeug mit einem Abstand von 10 bis 

12 Meter über eine Strecke von 100 bis 150 Metern gefolgt. 

3.2. Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ein aus-

reichender Abstand einzuhalten, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie 

beim Neben- und Hintereinanderfahren. Was unter einem "ausreichenden Ab-

stand" im Sinne von Art. 34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesam-

- 19 - 

ten Umständen ab. Dazu gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und 

Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge. Die Recht-

sprechung - welche die Vorinstanz sorgfältig zusammengetragen hat und vorauf 

verwiesen werden kann (vgl. Urk. 30 S. 9 f.) - hat keine allgemeinen Grundsätze 

zur Frage entwickelt, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen 

Verhältnissen, eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 

SVG anzunehmen ist. Im Sinne von Faustregeln wird für Personenwagen auf die 

Regel "halber Tacho" (entsprechend 1,8 Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"-

Regel (als Minimum) abgestellt. Die Rechtsprechung hat auch keine allgemeinen 

Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch 

bei günstigen Verhältnissen, eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von 

Art. 90 Ziff. 2 SVG anzunehmen ist (zum Ganzen BGE 131 IV 133 E. 3.1 m.H.). 

Für die Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist, wird 

auf Autobahnen als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" bzw. Abstand von 0,6 Se-

kunden herangezogen (vom Bundesgericht bestätigt im kürzlich ergangenen Ur-

teil 6B_894/2020 vom 26. November 2020 [E.2.1.: "Sur une autoroute, la règle du 

«1/6 compteur », respectivement de l'intervalle de 0,6 seconde, peut être utilisée 

pour déterminer si l'infraction doit être qualifiée de grave."], mit Verweis u.a. auf 

BGE 131 IV 133 E. 3.2.2.). Weiter entschied das Bundesgericht, dass ein Abstand 

von 12 bis 18 Metern bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h, entsprechend 1/10 

bis rund 1/7 Tacho oder einem zeitlichen Abstand zwischen 0,36 und 0,54 Se-

kunden, auf dem Überholstreifen einer Autobahn während des Überholens von 

anderen Fahrzeugen jedenfalls eine erhöhte abstrakte Gefahr begründe und ob-

jektiv als grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG zu quali-

fizieren sei, unabhängig davon, wie gross im konkreten Einzelfall das Risiko ist, 

dass etwa ein Fahrzeug vom rechten Fahrstreifen auf die linke Fahrbahn gelan-

gen könnte (Urteil des Bundesgerichts 6B_593/2013 vom 22. Oktober 2013, Erw. 

2.3.3). Für die Bejahung einer ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer Ver-

kehrsteilnehmer durch einen ungenügenden Abstand genügt es, dass auf einer 

verhältnismässig kurzen Strecke zu nahe aufgefahren wird. Die Dauer des zu na-

hen Auffahrens ist nämlich nur ein Kriterium neben anderen (vgl. WEISSENBERGER, 

SVG-Kommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 34 N 60). Seitens des Bun-

- 20 - 

desgerichts wurde eine grobe Verkehrsregelverletzung bei einem Abstand von 

rund zehn Metern zum voranfahrenden Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von 

100 km/h über eine Fahrstrecke von 330 bis 340 Metern jedenfalls bejaht (vgl. 

BGer 6B_1139/2019 Urteil vom 3. April 2020).  

4. Würdigung 

4.1. Gemäss erstelltem Sachverhalt fuhr der Beschuldigte abends um 21:23 Uhr 

auf der Autobahn mit einem Tempo von 80 km/h und folgte so dem vorausfahren-

den Fahrzeug - ohne gezwungen zu sein, gibt der Beschuldigte doch keine Grün-

de für seine konzedierte Fahrweise an - mit einem Abstand von 10 bis 12 Metern, 

und zwar über eine Strecke von 100 bis 150 Metern. Der seitens des Beschuldig-

ten eingehaltene Abstand betrug somit bei 10 Metern deutlich weniger als 1/6 Ta-

cho (was 13.33 Metern entsprechend müsste), aber auch in der Annahme eines 

(Mindest-)Abstands von 12 Metern unterschritt er diese Tacho-Regel klar, wes-

halb allein gestützt auf diese Regel von einer erhöhten abstrakten Gefährdung 

auszugehen ist. 

 Ein Überblicken der Gesamtsituation und eine ständige Bremsbereitschaft  

allein reichen nicht aus, um eine Gefährdung zu vermeiden. Er muss auch bei 

überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig anhalten 

können (Art. 12 Abs. 1 VRV). Das überraschende Bremsen schliesst ein brüskes 

Bremsen mit ein (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Für die Einhaltung des angemessenen 

Abstandes hat im Regelfall der Fahrer des hinteren Fahrzeugs zu sorgen (BGE 

115 IV 248 E. 3a; BGE 81 IV 47 E. 3a und 302 E. 1; Urteil 6B_451/2010 vom 13. 

September 2010 E. 3.4 mit Hinweisen). Der Eintritt einer konkreten Gefahr oder 

gar einer Verletzung lag aufgrund des deutlich zu dichten Aufschliessens durch 

den Beschuldigten auf das voranfahrende Fahrzeug nahe, selbst wenn keine 

konkreten Anhaltspunkte für ein etwaiges unverhofftes Bremsen des vor ihr fah-

renden Autos bestand. Auf ein Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs könnte 

der Beschuldigte bei diesem geringen Abstand niemals rechtzeitig reagieren. Es 

ist damit erstellt, dass der Beschuldigte durch die Verletzung der Verkehrsregel 

eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Sicherheit anderer schuf. Das Verhalten der 

- 21 - 

Beschuldigten ist entsprechend in objektiver Hinsicht als grobe Verkehrsregelver-

letzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren. 

4.2.  Für die vorsätzliche Begehung genügt, wenn der Täter die allgemeine Ge-

fährlichkeit seines Verhaltens erkennt und dennoch handelt. Je schwerer die Ver-

kehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv 

zu bejahen sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen. Der Beschul-

digte handelte in subjektiver Hinsicht ohne Zweifel vorsätzlich. Seine Fahrt über 

100 bis 150 Meter bei diesem ungenügenden Abstand zeugt von einem rück-

sichtslosen Verkehrsverhalten mit dem einzigen Motiv, (vermeintlich) schneller vo-

ranzukommen und dafür zu drängeln unter krasser Inkaufnahme einer Gefähr-

dung der Verkehrssicherheit. Damit ist der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG 

auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

4.3. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich und 

wurden vom Beschuldigten auch nicht vorgebracht. 

5. Der Beschuldigte ist daher anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

V. Sanktion 

1.  Grundlagen der Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetzlichen Zu-

messungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden und entlastenden 

Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann 

vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 30 S. 12 f.). Ergänzend ist anzufügen, dass Ausgangspunkt bei der Straf-

zumessung die objektive Tatschwere ist, d.h. die Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. 

Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des 

deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-

sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters. 

- 22 - 

2. Konkrete Strafzumessung 

2.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass sich der inkri-

minierte Vorfall auf der Autobahn bei eingehaltener Höchstgeschwindigkeit über  

eine eher kurze Strecke von 100 bis 150 Meter und mit einem Mindestabstand 

von 10 bis 12 Meter im Rahmen aller denkbaren Abstandsunterschreitungen eher 

geringfügig erscheint. Das objektive Verschulden des Beschuldigten ist daher als 

leicht zu bezeichnen.  

2.2. Der Beschuldigte hätte dem vorderen Fahrzeug ohne Weiteres mit korrek-

tem Abstand folgen können. Er nahm durch rücksichtslose Weise eine Gefähr-

dung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf. Insgesamt erweist sich nach der Beur-

teilung der Tatkomponente für das leichte Verschulden der Beschuldigten und mit 

Blick auf die Strafmassempfehlungen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 

Zürich vom 13. Mai 2019 (vgl. https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-

dokumente/themen/sicherheit-justiz/strafverfahren/strafmassempfehlungen.pdf) 

eine Einsatzstrafe von 10 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen. 

2.3.  Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann 

vorab vollumfänglich auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen-

werden (Urk. 30 S. 14). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich, dass 

der Beschuldigte ein höheres monatliches Nettoeinkommen erzielt, als vor Vo-

rinstanz angegeben, nämlich ca. Fr. 6'500.–. Je nach Schichtzulage, könne das 

Einkommen auch höher ausfallen (Prot. II S. 7 f.). Aus der Biographie und den 

persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

die für die Strafzumessung von wesentlicher Bedeutung wären.  

2.4. Dass der Beschuldigte nicht geständig war bzw. er sein Geständnis relati-

viert, kann entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht straferhöhend ausfallen (vgl. 

Urk. 30 S. 13). Seine Zugeständnisse vermögen sich andererseits auch nur mini-

mal strafmindernd auszuwirken. Straferhöhend hingegen ist seine einschlägige 

Vorstrafe zu gewichten. So wurde er bereits mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 2017 der 

groben Verletzung von Verkehrsregeln wegen Unterschreitens des Mindestab-

- 23 - 

stands verurteilt (vgl. Urk. 1/5/1; Urk. 1/5/6; Prot. I S. 5), was auch zu einer Admi-

nistrativmassnahme führte (Urk. 5/2). Der Umstand, dass er das vorliegende De-

likt noch während der ihm mit vorerwähntem Strafbefehl angesetzten Probezeit 

beging, wirkt sich ebenfalls straferhöhend aus. Eine Erhöhung der Einsatzstrafe 

um insgesamt 5 Tage erscheint angemessen.  

2.5. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich vor-

liegend eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen als tat- und täterangemessen. 

2.6. Bei der Geldstrafe richtet sich die Höhe des Tagessatzes nach den persönli-

chen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Täterin im Zeitpunkt des Urteils, na-

mentlich nach Einkommen und - soweit sie davon lebt - Vermögen, ferner nach ih-

rem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten und nach 

dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Dabei bleibt belanglos, aus welcher 

Quelle dieses Einkommen stammt. Abzuziehen ist, was gesetzlich geschuldet ist 

oder der Täterin wirtschaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden Steuern und 

die obligatorischen Versicherungsbeiträge. Ausserdem ist das Nettoeinkommen 

um die Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu reduzieren, soweit die Verur-

teilte ihnen tatsächlich nachkommt. Nicht zu berücksichtigen sind Schulden und 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel auch die Wohnkosten 

(BGE 134 IV 68 ff.). 

2.7.  Die Vorinstanz hat nach Darlegung der finanziellen Verhältnisse des Be-

schuldigten die Tagessatzhöhe auf Fr. 80.– festgelegt. Sie ging dabei von einem  

monatlichen Netto-Einkommen von Fr. 4'500.– zzgl. 13. Monatslohn, insgesamt 

somit Fr. 4'875.– pro Monat aus (Urk. 30 S. 15).  

 In dem im Berufungsverfahren eingereichten Datenerfassungsblatt führte 

der Beschuldigte ein Nettoeinkommen von Fr. 4'500.– zzgl. 13. Monatslohn an 

und vermerkte bei den Steuern "berücksichtigt" (Urk. 39/1). Gemäss den hier ein-

gereichten Steuererklärungen erzielte der Beschuldigte gemäss eigener Deklara-

tion im Jahre 2018 ein Netto-Jahressalär von Fr. 85'679.– (Urk. 39/2), im Jahre 

2019 ein solches von Fr. 89'481.– (Urk. 39/3). Das Einkommen ist somit wesent-

lich  

- 24 - 

höher als das von der Vorinstanz eingerechnete, so im Jahre 2019 mit monatlich 

Fr. 6'880.– zzgl. 13. Monatslohn, und zwar selbst wenn man als "Netto-

Einkommen" das steuerbare Einkommen nach Abzug von Einzahlungen in die 3. 

Säule oder Versicherungsprämien berücksichtigen würde (was aber mit den hier 

üblichen Berechnungstabellen zu Doppelabzügen führen würde). Da der Be-

schuldigte seit 2018 ähnliche Einkünfte erzielt (Urk. 39/2-3), hätten diese von der 

Vorinstanz berücksichtigt werden können bzw. müssen. Bei den effektiv höheren 

Einkommen handelt es sich daher nicht um Tatsachen, die dem erstinstanzlichen 

Gericht nicht bekannt sein konnten und ausnahmsweise auch bei der Rechtsmit-

telinstanz zu einer strengeren Bestrafung führen könnten (vgl. BGE 144 IV 198 E. 

5.4.3). Vorliegend steht daher einer Erhöhung des Tagessatzes das Verschlech-

terungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO entgegen.  

2.8.  Der Beschuldigte ist daher mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 80.– zu sanktionieren. 

VI. Vollzug 

1. Allgemeines 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Für den bedingten Vollzug ge-

nügt das Fehlen einer ungünstigen Prognose, das heisst die Abwesenheit der Be-

fürchtung, der Täter werde sich nicht bewähren (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 5 f. mit 

Hinweisen). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer 

Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen (vgl. dazu im Ein-

zelnen: BGE 134 IV 1 E. 4.2.1 S. 5 mit Hinweisen).  

2. Konkrete Würdigung 

Der Beschuldigte ist einschlägig vorbestraft. Der Beschuldigte hat während lau-

fender Probezeit einschlägig delinquiert. Die frühere Strafuntersuchung, die Ver-

urteilung, die Strafe und die Probezeit zeigten damit keine genügende War-

- 25 - 

nungswirkung. Ebenso wenig vermochte ihn der im Jahre 2017 erwirkte Fahraus-

weisentzug von 3 Monaten nachhaltig zu beeindrucken. Es ist nicht erkennbar, 

dass sich die persönliche Situation des Beschuldigten heute in einem relevant 

anderen Licht präsentieren würde und deshalb eine positive Legalprognose anzu-

nehmen wäre. Vielmehr ist von einer eigentlichen Schlechtprognose auszugehen, 

und es ist zu befürchten, der Beschuldigte würde sich im Rahmen eines beding-

ten Strafvollzugs nicht bewähren. Eine bedingte Strafe kommt deshalb nicht in 

Betracht. Die Geldstrafe ist zu vollziehen. 

VII. Widerruf 

1. Allgemeines 

1.1. Gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB widerruft das Gericht eine bedingt ausgefällte 

Strafe, wenn der Beschuldigte während der Probezeit ein Verbrechen oder Ver-

gehen begeht und deshalb zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten verüben 

wird. Ein während der Probezeit begangenes Verbrechen oder Vergehen führt 

nicht zwingend zum Widerruf des bedingten Strafaufschubs. Dieser soll nur erfol-

gen, wenn wegen der Begehung des neuen Delikts zu erwarten ist, dass der Be-

schuldigte weitere Straftaten verüben wird. Dabei wird keine günstige Prognose 

verlangt, sondern das Fehlen einer ungünstigen Prognose. Somit ist eine bedingt 

ausgefällte Strafe nur zu widerrufen, wenn von einer negativen Einschätzung der 

Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. aufgrund der erneuten Straftat eine 

eigentliche Schlechtprognose besteht. Die Prüfung der Bewährungsaussichten ist 

anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlicher Umstände vorzunehmen.  

1.2.  In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das 

Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse 

auf den Charakter des Beschuldigten und seine Aussichten auf Bewährung zulas-

sen. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbi-

ographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf 

Suchtgefährdungen usw. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeit-

punkt des Entscheides einzubeziehen. Es ist unzulässig, einzelnen Umständen 

eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder 

- 26 - 

überhaupt ausser Acht zu lassen. In die Beurteilung der Bewährungsaussichten 

ist im Rahmen der Gesamtwürdigung auch miteinzubeziehen, ob die neue Strafe 

bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird (BGE 134 IV 140 E. 4). 

2. Konkrete Würdigung 

2.1.  Der Beschuldigte hat die vorliegend zu beurteilende Tat am 24. Januar 2020 

(Urk. 8) und damit während der 3-jährigen Probezeit gemäss Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 

2017 begangen (Urk. 31). Dabei handelt es sich um eine einschlägige Vorstrafe, 

wobei sogar die damaligen Tatumstände sehr ähnlich waren (vgl. Urk. 18a/8 S. 3; 

Urk. 2 [beachte, dass die Fahrt damals nicht nur auf einer CD aufgezeichnet, 

sondern über die aufgezeichnete Fahrt auch ein Messprotokoll der Kantonspolizei 

erstellt wurde: Urk. 3]). Offenbar scheint diese bedingte Vorstrafe nicht die volle 

Wirkung entfaltet zu haben. Mit der Vorinstanz ist aber davon auszugehen, dass 

die heute unbedingt auszusprechende Strafe im Sinne einer letzten Warnung die-

se Konsequenz haben wird.  

2.2.  Es ist daher auf einen Widerruf der am 10. Oktober 2017 bedingt ausge-

sprochenen Geldstrafe zu verzichten und stattdessen die entsprechende Probe-

zeit von 3 Jahren um 1 ½ Jahre zu verlängern. 

VIII. Kosten-und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten- und Entschädigungsfolgen im vorinstanzlichen Verfahren  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des vorinstanzlichen Verfah-

rens dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die vorinstanzliche Kostenauflage (Urk. 30 

S. 18, Dispositivziffer 6) ist daher zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). 

2. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren  

2.1.  Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 2'500.– festzuset-

zen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebüh-

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renverordnung des Obergerichts). Im Berufungsverfahren werden die Kosten 

nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

2.2. Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb ihm 

die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelge-

richt, vom 2. Juli 2020 bezüglich der Dispositivziffer 5 (Kostenfestsetzung) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der vorsätzlichen groben Verletzung der  

Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 

Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 80.–. 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen.  

4. Auf den Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 2017 (Geschäfts-Nr. D-

8/2017/10030275) für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 150.– 

unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren gewährten bedingten Straf-

vollzugs wird verzichtet. Die Probezeit von 3 Jahren wird um 1 ½ Jahre ver-

längert.  

5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'500.–. 

- 28 - 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− den Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 

Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, 

zuhanden von Geschäfts-Nr. D-8/2017/10030275 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B. 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 
 

- 29 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 29. Oktober 2021 
 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

Oberrichterin lic. iur. Schärer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Wolter 
 

 

	Urteil vom 29. Oktober 2021
	 Strafbefehl = Anklage: (Urk. 8)
	Urteil der Vorinstanz:  (Urk. 30)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der vorsätzlichen groben Verletzung der  Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 80.– (entsprechend Fr. 1'200.–).
	3. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	4. Auf den Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/ Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 2017 (Geschäfts-Nr. D-8/2017/10030275) für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 150.– (entsprechend Fr. 3'000.–) unter...
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. (Mitteilungen.)
	8. (Rechtsmittel.)
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei lediglich der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.
	2. Der Beschuldigte sei mit einer angemessenen Busse zu bestrafen.
	3. Von einer Verlängerung der Probezeit gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 2017 (Geschäfts-Nr. D-8/2017/10030275) sei abzusehen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt
	IV.  Rechtliche Würdigung
	V.  Sanktion
	VI.  Vollzug
	VII.  Widerruf
	VIII.  Kosten-und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 2. Juli 2020 bezüglich der Dispositivziffer 5 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der vorsätzlichen groben Verletzung der  Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 80.–.
	3. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	4. Auf den Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/ Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 10. Oktober 2017 (Geschäfts-Nr. D-8/2017/10030275) für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 150.– unter Ansetzung einer Probezeit ...
	5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'500.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 den Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 den Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vorinstanz
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, zuhanden von Geschäfts-Nr. D-8/2017/10030275
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B.

	9. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.