# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25ee6560-63b3-5e0c-9d82-74862b34816b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1998-06-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Entscheidsammlung Baugesetzgebung 19.06.1998
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Baugesetzgebung/AG_BG_001_Legitimation_1998-06-19.pdf

## Full Text

Der eine Ehegatte ist ohne Ermächtigung des andern nicht befugt, im Namen beider ("für 
die Familie") Beschwerde zu führen.

In einem Baubewilligungsverfahren hatte T.M. eine lediglich von ihr unterschriebene Einsprache im Namen der „Familie 
M.“ eingereicht. Im Folgenden erteilte der Gemeinderat X. die Baubewilligung. Dagegen reichten W. und T. M. beim 
Baudepartement eine gemeinsam unterzeichnete Verwaltungsbeschwerde ein, auf welche das Baudepartement (aus 
einem hier nicht interessierenden Grund) nicht eintrat. Gegen diesen Entscheid erhoben sie 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde.

4.
In bezug auf den Beschwerdeführer W.M. hätte schon deswegen auf die Verwaltungsbeschwerde vom 11. Dezember 
1996 nicht eingetreten werden dürfen, weil die Einsprache vom 16. März 1996, soweit sie für die „Familie M.“ eingereicht 
wurde, einzig von T.M. unterzeichnet war. Da die Familie als einfache Gesellschaft zu qualifizieren ist und bei 
Gesamthandschaften nur gemeinsam Beschwerde geführt werden kann, wurde die Einsprache in bezug auf die Familie 
M. nicht gültig eingereicht. Einsprachebefugt war lediglich T.M. als Einzelperson. Sie ist auch nicht Stellvertreterin ihres 
Ehemanns. Für andere als „die laufenden Bedürfnisse der Familie“ (und dazu gehört die Vornahme prozessualer 
Handlungen nicht) kann ein Ehegatte die eheliche Gemeinschaft nur mit Ermächtigung vertreten (Art. 166 Abs. 2 Ziff. 1 
des Zivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907; vgl. AGVE 1996, S. 381 mit Hinweisen); eine solche 
Ermächtigung zur Vertretung des Ehemanns liegt hier weder in ausdrücklicher noch in konkludenter Form vor.

Aus den Erwägungen

Sachverhalt

Entscheid des Verwaltungsgerichts (III/109) vom 19.08.1998 in Sachen W. und T.M., S. 11 f.

Legitimation