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**Case Identifier:** 2f4f6442-42a8-5d73-8829-869ff88e1f89
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.06.2023 200 2023 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-98_2023-06-26.pdf

## Full Text

200 23 98 IV
FUE/COC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Juni 2023

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Januar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte ..., bezog aufgrund Gelenk- und Sehnenentzündungen der linken 
Hand Leistungen der Invalidenversicherung (IV) in Form einer Umschulung 
zur ... vom 1. Februar 2005 bis 31. Juli 2008 (Akten der IV; Antwortbeilage 
[AB] 18.94, 18.110, 18.129). Ab 1. Juli 2012 war sie beim C.________ als 
... erwerbstätig (AB 13 S. 2 f. Ziff. 2.1 und 2.7).

Im Oktober 2018 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine 
Addison-Krise (Morbus Addison) bei der IV zum Leistungsbezug an (AB 3). 
Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medi-
zinische und erwerbliche Erhebungen durch und gewährte diverse Einglie-
derungsmassnahmen (Arbeitsversuch vom 1. Juli bis 31. Dezember 2019 
[AB 33, 58], Job Coaching vom 29. August 2019 bis 28. Februar 2020 
[AB 41, 71], Arbeitsvermittlung [AB 85]). Zudem veranlasste sie auf Anraten 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (AB 44 f.) eine polydisziplinäre (inter-
nistische, psychiatrische, rheumatologische, endokrinologische) Begutach-
tung durch die Fachärzte der MEDAS D.________ (MEDAS; Expertise vom 
5. März 2020; AB 78.1). Mit Vorbescheid vom 11. September 2020 (AB 90) 
stellte die IVB der Versicherten die Zusprache einer vom 1. März bis 30. 
Juni 2020 befristeten Viertelsrente in Aussicht. Damit zeigte sich die Versi-
cherte nicht einverstanden (AB 96). In der Folge veranlasste die Be-
schwerdegegnerin eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie prakti-
scher Arzt (Expertise vom 23. August 2021; AB 114.1). Mit Vorbescheid 
vom 1. Dezember 2021 (AB 124) stellte die IVB die Zusprache einer vom 1. 
Juli 2020 bis 31. Juli 2021 befristeten Viertelsrente und mit Vorbescheid 
vom 10. Juni 2022 (AB 133) die Zusprache einer vom 1. April 2019 bis 31. 
Juli 2021 befristeten Viertelsrente in Aussicht. Dagegen verneinte sie einen 
Rentenanspruch für die Zeit ab dem 1. August 2021. 

Damit zeigte sich die Versicherte abermals nicht einverstanden (AB 135). 
Im weiteren Verlauf sprach die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 

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9. Januar 2023 (AB 139) – wie mit letztem Vorbescheid angekündigt – vom 
1. April 2019 bis 31. Juli 2021 eine befristete Viertelsrente zu. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 8. Februar 2023 Beschwerde und beantragte die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer halben IV-
Rente ab März 2019 und einer Viertelsrente ab August 2021.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2023 beantragte die Beschwerde-
gegnerin eine Schlechterstellung dergestalt, dass der Beginn des Renten-
anspruchs (erst) auf den 1. August 2020 festzusetzen sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Januar 2023 
(AB 139). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefoch-
tene Verfügung vom 9. Januar 2023 (AB 139), womit sie nach dem Inkraft-
treten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegen der 
frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs sowie sämtliche Revisionsgründe (vgl. E. 4.4 und 4.5 hiernach) vor 
dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) 
massgebend sind (Rz. 9100 - 9102 des Kreisschreibens des Bundesamtes 
für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invaliden-
versicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 
147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

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2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

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welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3). 

2.6

2.6.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

2.6.2 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invaliden-
rente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 
E. 3.1). 

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben: 

3.1.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie 
Endokrinologie-Diabetologie, diagnostizierte im Bericht vom 10. Mai 2019 
(AB 28) namentlich eine Nebennierenrinden-Insuffizienz noch unklarer Ätio-
logie, am ehesten zentral, eine mittlerweile chronische Diarrhoe und eine 
bilaterale Gonalgie, "Runner's Knee" beidseits. Für die Erwerbstätigkeit 
relevant und diese einschränkend sei hauptsächlich die Nebennierenrin-
den-Insuffizienz. Sicherlich wirke eine mittlerweile chronische Diarrhoe un-
günstig ein, da sie per se die Beschwerdeführerin psycho-physisch belaste 
und naturgemäss bei etablierter Nebennierenrinden-Insuffizienz erschwe-
rend wirke (S. 1 ff. Ziff. 3). In der ausgeübten Tätigkeit als ... betrage die 
Erwerbsfähigkeit/Arbeitsfähigkeit max. 60 % (was dem aktuell verordneten 
Pensum entspreche). Dabei sei die Belastung anlässlich von Schich-
ten/Wochenenddiensten aber "über dem Strich" eine doch leicht zu hohe. 
In angepasster Tätigkeit könnte die Arbeits-/Erwerbsfähigkeit konsekutiv 
auf voraussichtliche 80 % gesteigert werden über einen Zeitraum von ei-
nem Jahr (S. 4 Ziff. 6).

3.1.2 Im MEDAS-Gutachten vom 5. März 2020 (AB 78.1) wurden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Nebennierenrinden-Insuffizienz, 
nicht vollständig geklärter Ätiologie, und eine längere Anpassungsstörung 
mit Angst und Depression gemischt (ICD-10 F43.22) diagnostiziert. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden namentlich Arthralgien im rech-
ten Handgelenk sowie am Daumengrundgelenk rechts ohne eindeutiges 
organisches Korrelat (ICD-10 M79.6), ein Status nach Arthrotomie mit Re-
sektion des N. interosseus links sowie Revision des I. und II. Faches bei 
Morbus De Quervain (Tendovaginitis stenosans; ICD-10 M 65.4) links und 
unklaren Schmerzen am Carpus links, "Runner’s-Knee" beidseits, Ansatzt-
endinose des Tractus iliotibialis beidseits (ICD-10 S77.9), ein intermittie-
rendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5), eine intermit-
tierende Coxalgie rechtsseitig (ICD-10 M25.55), symptomatische Senk- und 
Spreizfüsse (ICD-10 M21.6) sowie eine chronische Diarrhoe aufgeführt 
(S. 7 ff. Ziff. 4.2).

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Im Vordergrund stehe die endokrinologische Symptomatik. Nachgewiese-
nermassen weise die Beschwerdeführerin eine Nebennierenrinden-
Insuffizienz auf, deren Ätiologie bisher nicht vollständig habe geklärt wer-
den können. Diese sei erstmalig im Frühjahr 2018 diagnostiziert worden 
und sei hauptsächlich für die geklagte Müdigkeit verantwortlich. Aus psych-
iatrischer Sicht habe die Beschwerdeführerin parallel dazu eine Anpas-
sungsstörung mit verminderter Leistungsfähigkeit entwickelt, welche seit 
Frühling 2019 relevant sei. Anfänglich sei es auch zu einer depressiven 
Verstimmung gekommen, aktuell weise die Beschwerdeführerin noch de-
pressive und ängstliche Züge auf. Zusätzlich zu der durch die somatische 
Symptomatik bedingten Einschränkung komme aus psychiatrischer Sicht 
kumulativ eine geringgradige Einschränkung hinzu. Aus allgemeininternisti-
scher Sicht könnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit gestellt werden. Ein bestehendes Asthma bronchiale bei atopischer 
Diathese sei mit der aktuellen Behandlung gut eingestellt und wirke sich 
nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus, ebenso sei das initiale 
schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom sehr gut behandelt. Die beste-
hende Diarrhoe sei zu wenig stark ausgeprägt, als dass sie sich einschrän-
kend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Aus rheumatologischer Sicht impo-
niere eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Be-
schwerden und den objektivierbaren Befunden. Insbesondere im Handge-
lenk und Daumengrundgelenk rechts liessen sich keine strukturellen Ver-
änderungen nachweisen, im Bereich der Kniegelenke fänden sich seit dem 
Jahr 2016 Ansatztendinosen des Tractus iliotibialis beidseits, wobei keine 
relevanten Binnenläsionen beider Kniegelenke kernspintomographisch hät-
ten festgestellt werden können (S. 6 f. Ziff. 4.1). Insgesamt bestünden eine 
verminderte Durchhaltefähigkeit und vermehrte Ermüdbarkeit aufgrund der 
Nebennierenrinden-Insuffizienz und der Anpassungsstörung. Körperlich 
belastende Tätigkeiten und Tätigkeiten, welche Arbeit mit Nachtschicht 
beinhalten würden, seien ungeeignet. Das Heben, Tragen oder Stossen 
von Lasten über 10 kg sei ebenfalls ungeeignet (S. 9 Ziff. 4.3).

In der bisherigen Tätigkeit als ... mit den Anforderungen der Arbeit auch in 
Nachtschicht, Stress verursachenden schnellen (Notfall-)Einsätzen und 
Umgang mit ... bestehe aktuell keine Arbeitsfähigkeit, dies seit der Addison-
Krise im Februar 2018. In der aktuellen Tätigkeit in der ... eines ... bestehe 

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derzeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. Die Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit sei hauptsächlich der Nebennierenrinden-Insuffizienz geschuldet. 
Durch die Anpassungsstörung komme es zu einer zusätzlichen quantitati-
ven Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch eine verringerte Belastbar-
keit, die im aktuellen Arbeitssetting getragen werde. Bei einem höheren 
Arbeitspensum bestehe aktuell die Gefahr einer relevanten Verschlechte-
rung des psychiatrischen Bildes. Im Verlauf sei betreffend die (angepasste) 
Tätigkeit in der ... des ... von einer vollständig aufgehobenen Tätigkeit bis 
zum 20. April 2018 auszugehen. Anschliessend habe bis zum 18. Oktober 
2018 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und ab dem 19. Oktober 2018 bis heu-
te eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestanden (S. 10 Ziff. 4.7). Aus rein en-
dokrinologischer Sicht bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeits-
fähigkeit von 70 % (AB 78.6 S. 3 Ziff. 8.2). Es könne keine Verweistätigkeit 
formuliert werden, in welcher eine höhere Arbeitsfähigkeit als in der neu 
angebotenen und aktuell ausgeübten Tätigkeit in der ... resultiere. Unge-
eignet seien körperlich schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten 
sowie Schichtarbeit/Nachtschicht (S. 10 Ziff. 4.8).

3.1.3 Dr. med. E.________ hielt im Gutachten vom 23. August 2021 
(AB 114.1) fest, bei der Beschwerdeführerin sei aus rein versicherungsme-
dizinisch-psychiatrischer Sicht keine psychiatrische Gesundheitsstörung mit 
andauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit objektivierbar. Eine pas-
sager im Dezember 2019 nicht gänzlich ausschliessbare Anpassungs-
störung mit Angst und Depression gemischt (ICD-10 F43.22) habe zum 
Begutachtungszeitpunkt vom 31. Juli 2021 nicht mehr vorgelegen. Zum 
Begutachtungszeitpunkt sei mit dem Beweismass der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit keine Diagnose aus dem psychiatrischen Fachgebiet 
festzustellen. Etwas anderes werde von der Beschwerdeführerin auch nicht 
geltend gemacht. Die Arbeitsfähigkeit sei aus rein versicherungsmedizi-
nisch-psychiatrischer Perspektive in den körperlichen Leiden adaptierten 
Tätigkeitsprofilen in jedweder Tätigkeit mit 100 % zu beurteilen (S. 14 Ziff. 
6.2). Insofern habe sich gegenüber der Situation gemäss dem MEDAS-
Gutachten vom 5. März 2020 eine Verbesserung des psychischen Ge-
sundheitszustands eingestellt (S. 17 Ziff. 6.1).

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3.1.4 Dr. med. F.________ nahm am 16. Dezember 2021 (AB 129 S. 7) 
zum Vorbescheid vom 1. Dezember 2021 (AB 124) Stellung. Die Be-
schwerdeführerin habe sich auf tiefem Niveau knapp stabilisieren lassen. 
Eine Verbesserung sei seit langem keine mehr zu verzeichnen. In einer 
ersten Phase sei er (Dr. med. F.________) davon ausgegangen, dass die 
Beschwerdeführerin voll ins Erwerbsleben reintegriert werden könne, was 
aus medizinisch-gesundheitlichen Gründen komplett verworfen werden 
müsse. Die Arbeitsfähigkeit betrage medizinisch-reell knappe 50 %. Bei zu 
leistenden 60 % verausgabe sich die Beschwerdeführerin übermässig und 
erfahre dadurch immer wieder Kollapszustände und Addison-Krisen. Sie 
sei enorm krankheitsanfällig. Es habe sich auch eine umfassend abgeklärte 
Diarrhoe (letztlich zurückgeführt auf "Reizdarm") wieder chronifiziert, was 
die Beschwerdeführerin physisch sowie sekundär psycho-physisch 
schwäche.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

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3.3 Vorliegend hat sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hin-
sicht massgebend auf das MEDAS-Gutachten vom 5. März 2020 (AB 78.1) 
– samt den diesbezüglichen Teilgutachten – und auf das (Verlaufs-)
Gutachten von Dr. med. E.________ vom 23. August 2021 (AB 114.1) ge-
stützt. Diese beiden Gutachten erfüllen die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderun-
gen und überzeugen. Insbesondere basieren die Beurteilungen auf umfas-
senden Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und 
wurden in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten erstat-
tet. Sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Folglich kommt den 
Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353 sowie 
E. 3.2 hiervor). Auf dieses Gutachten ist abzustellen.

Die MEDAS-Gutachter haben ausführlich begründet, dass die Beschwerde-
führerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer Nebennierenrin-
den-Insuffizienz und einer längeren Anpassungsstörung mit Angst und De-
pression gemischt leidet (AB 78.1 S. 7 Ziff. 4.2). Weiter haben sie schlüssig 
dargelegt, dass in der bisherigen Tätigkeit als ... seit Februar 2018 keine 
Arbeitsfähigkeit und in der aktuell ausgeübten Tätigkeit in der ..., welche 
eine angepasste Tätigkeit darstellt, eine Arbeitsfähigkeit von 60 % besteht 
(AB 78.1 S. 10 Ziff. 4.7). Dabei haben die MEDAS-Gutachter die Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit plausibel mit der bestehenden verminder-
ten Durchhaltefähigkeit, der vermehrten Ermüdbarkeit und der verringerten 
Belastbarkeit erklärt (AB 78.1 S. 9 f. Ziff. 4.3 und 4.7). Hinsichtlich des Ver-
laufs des Gesundheitszustandes kam Dr. med. E.________ im Gutachten 
vom 23. August 2021 (AB 114.1) nachvollziehbar zum Schluss, dass sich 
insofern eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingestellt hat, als 
die Beschwerdeführerin an keiner psychiatrischen Gesundheitsstörung 
(mehr) leidet (S. 14 Ziff. 6.2 und S. 17 Ziff. 6.1). Dies überzeugt und steht 
zudem im Einklang mit den klinisch-diagnostischen Leitlinien, wonach eine 
Anpassungsstörung meist nicht länger als sechs Monate andauert (DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 
2015, S, 209). Diese gutachterlichen Beurteilungen werden zu Recht nicht 
beanstandet (Beschwerde S. 5 Rügegründe und S. 7 Art. 4 Ziff. 1 i.f.). Da-

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mit besteht ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. med. 
E.________ (31. Juli 2021; AB 114.1 S. 1) unter Berücksichtigung der al-
lein aus endokrinologischer Sicht weiterhin bestehenden Einschränkungen 
in einer angepassten Tätigkeit eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit (AB 78.6 S. 3 
Ziff. 8.2). 

Am Beweiswert der beiden Gutachten ändert nichts, dass Dr. med. 
F.________ in der Stellungnahme vom 16. Dezember 2021 (AB 129 S. 7) 
den Eintritt einer Verbesserung des Gesundheitszustandes verneinte und 
eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit attestierte. Denn die besagte Stellungnahme 
enthält keine von den Gutachtern nicht gewürdigten Aspekte. Insbesondere 
wurde die seit 15 Jahren bestehende Diarrhoe im internistischen (MEDAS-)
Teilgutachten gewürdigt. Dabei wurde dargelegt, dass sich diese bei 
höchstens ein bis vier Stuhlgängen pro Tag nicht einschränkend auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirkt (AB 78.3 S. 7). Bezüglich allfälliger psychischer 
Auswirkungen der Diarrhoe wurden namentlich im psychiatrischen 
(MEDAS-) Teilgutachten keine entsprechenden Feststellungen getroffen, 
obwohl die Beschwerdeführerin auf diese hingewiesen hat (vgl. AB 78.4 
S. 9 unten). Und schliesslich ist in Bezug auf Atteste von Hausärzten der 
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 
2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein prakti-
zierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt 
und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem be-
sonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [heute Bundesgericht {BGer}] vom 
20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass in der ange-
stammten Tätigkeit seit Februar 2018 keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben 
ist. In der aktuell ausgeübten Tätigkeit in der ... – wie in jeder anderen an-
gepassten Tätigkeit – besteht seit Oktober 2018 eine 60 %-ige resp. auf-
grund der eingetretenen Verbesserung des psychischen Gesundheitszu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 13

standes seit 31. Juli 2021 eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit. Diese Verände-
rung stellt einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 2.6 hiervor).

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). 

Für die Berücksichtigung einer beruflichen Weiterentwicklung müssen 
praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte 
Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom-
men tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. So-
dann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. 
Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, durch konkrete 
Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prü-
fungen usw. kundgetan worden sein. Diese Grundsätze gelten auch für 
junge Versicherte. Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen Entwick-
lung können unter Umständen aus einer besonderen beruflichen Qualifizie-
rung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung 
gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des Gesundheitsschadens ge-
kommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme unter 
anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit weitergeführt 
werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in 
einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die 
versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch 
im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (BGE 145 V 141 E. 5.2.1 
S. 144; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 92 E. 2.2, 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 4.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 14

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesund-
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätig-
keiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entspre-
chend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und des-
halb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müs-
sen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Fra-
ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt 
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 
Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 15

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend besteht in der bisherigen Tätigkeit als ... seit 
Februar 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (AB 78.1 S. 10 Ziff. 4.7). 
Damit ist der frühest mögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung des 
Wartejahres und der Anmeldung im Oktober 2018 (AB 3) in Anwendung 
von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf 1. April 2019 festzulegen. 
Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durchzuführen. 

Daran ändert – entgegen der in der Beschwerdeantwort (S. 4 f. Ziff. 18) 
vertretenen Auffassung – nichts, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der 
durchgeführten Eingliederungsmassnahmen IV-Taggelder bezogen hat, 
weil diese erst ab 1. Juli 2019 (AB 34, 61) und damit nach entstandenem 
Rentenanspruch ausgerichtet wurden. Mithin liegt kein Anwendungsfall von 
Art. 29 Abs. 2 IVG vor. Zudem wurde der Taggeldbezug (1. Juli bis 31. 
Dezember 2019) in der angefochtenen Verfügung zu Recht dergestalt 
berücksichtigt, dass für die Zeit des Taggeldbezugs keine 
Rentenbetreffnisse ausgerichtet wurden (AB 139 S. 3 und S. 4).

4.3

4.3.1 Es ist unbestritten und erstellt, dass die Beschwerdeführerin bei 
guter Gesundheit weiterhin als ... im C.________ tätig wäre, weshalb das 
Valideneinkommen aufgrund des zuletzt erzielten Einkommens festzuset-
zen ist. Soweit die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen pro 2019 
gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin auf Fr. 83'933.-- festgelegt hat 
(AB 139 S. 6 f.; vgl. auch AB 129 S. 6), kann ihr nicht ohne weiteres gefolgt 
werden, da dies dem Lohn entspricht, den die Beschwerdeführerin nach 
erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung zur ... erzielt hätte. Diese Aus-
bildung hätte sie jedoch – ohne Eintritt des Gesundheitsschadens – erst im 
Oktober 2019 abgeschlossen, was einen erwerblichen Revisionsgrund dar-
stellt (vgl. E. 4.4 hiernach). Damit ist das Valideneinkommen (als ... ohne 
entsprechende Weiterbildung) per 1. April 2019 – ausgehend von den An-
gaben der Arbeitgeberin – auf Fr. 80'390.70 (Fr. 6'183.90 x 13; AB 129 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 16

S. 6) festzulegen. Ferner ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen (Be-
schwerde S. 6 Ziff. 2 f.), dass zu diesem Einkommen Nacht- und Wochen-
endzulagen hinzuzurechnen sind. Denn es ist offenkundig, da berufsbe-
dingt, dass die Beschwerdeführerin als ... (weiterhin) solche Zulagen erhal-
ten hätte. Dabei erscheint – entsprechend den Ausführungen in der Be-
schwerde (S. 6 Ziff. 2 f.) – das Heranziehen des Durchschnitts der in den 
Jahren 2015 bis 2017 (2018 fällt aufgrund des Eintritts des Gesundheits-
schadens ausser Betracht) erhaltenen Nacht- und Wochenendzulagen in 
der Höhe von Fr. 3'120.80 (2015: Fr. 3'272.50; 2016: Fr. 3'122.--; 2017: 
Fr. 2'968.--; vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. 2 f.; vgl. auch AB 96) korrekt und 
wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht (mehr) bestritten (Beschwer-
deantwort S. 4 Ziff. 15). Damit resultiert ab 1. April 2019 (noch ohne Wei-
terbildung) ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 83'511.50 
(Fr. 80'390.70 + Fr. 3'120.80).

4.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen gestützt auf 
das Total der Ziff. 41 (...) der Tabelle T17 festgelegt (AB 139 S. 6), was 
grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. Insbesondere rechtfertigt sich hier 
– abweichend vom Regelfall (vgl. E. 4.1.2 hiervor) – das Abstellen auf die 
Tabelle T17, da die Beschwerdeführerin über eine von der IV finanzierte ... 
Ausbildung verfügt (...; AB 18.35 S. 3 f.) und gemäss MEDAS-Gutachter 
eine administrative Tätigkeit als adaptiert zu beurteilen ist (vgl. AB 78.6 S. 3 
Ziff. 8.2). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass vorliegend 
nicht die Ziff. 41 der T17, sondern die Ziff. 43 (...) einschlägig sei (Be-
schwerde S. 7 f. Art. 5), kann ihr nicht gefolgt werden. Denn die Gutachter 
hielten nicht nur die Tätigkeit "in der ..." (AB 78.1 S. 10 Ziff. 4.8) für optimal 
angepasst, sondern generell eine administrative Tätigkeit, wie sich klar aus 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gemäss dem endokrinologischen Teil-
gutachten ergibt (AB 78.6 S. 3 Ziff. 8.2: "Für körperlich wenig anstrengen-
de, belastende Arbeiten als administrativ tätige Angestellte besteht aktuell 
eine 70 % Arbeitsfähigkeit, …"). Die explizite Nennung der Tätigkeit (...) 
erfolgte allein aufgrund des damals laufenden Arbeitsversuchs. Entgegen 
dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist indes nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung sowohl der geschlechts- als auch der altersspezifische 
Wert massgebend (statt vieler: Entscheid des BGer vom 2. November 
2022, 9C_385/2022, E. 4.5; so auch der von der Beschwerdegegnerin refe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 17

renzierte Entscheid des BGer vom 16. April 2021, 8C_11/2021, E. 6.3.4), 
mithin das Einkommen der Frauen im Alter 30 - 49 (Fr. 6'129.--) und nicht 
das Total. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 
(BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 
[BUA], Total) angepasst, auf das Jahr 2019 aufgerechnet und unter 
Berücksichtigung der 60 %-igen Arbeitsfähigkeit resultiert daraus ein jährli-
ches Invalideneinkommen von Fr. 46'456.60 (Fr. 6'129.-- : 40 x 41.7 x 12 : 
101.7 x 102.7 [BFS, Nominallohnindex Frauen 2016 - 2022, Tabelle 
T1.2.15, Total] x 0.6). Da die behinderungsbedingten Einschränkungen 
bereits mit der verminderten Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 40 % 
berücksichtigt wurden und keine anderweitigen Faktoren ersichtlich sind, 
die zu einer Einkommenseinbusse führen könnten (vgl. E. 4.1.2 hiervor), 
rechtfertigt sich vorliegend kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn. Ins-
besondere ist kein Abzug wegen Teilzeit zu gewähren, da sich Teilzeit zwi-
schen 50-74 % bei Frauen ohne Kaderfunktion gemäss LSE 2018, T18 
(bezüglich der Heranziehung der Tabelle T18 vgl. Entscheid des BGer vom 
15. April 2020, 9C_782/2019, E. 3.2), sogar lohnerhöhend auswirkt 
(Fr. 5'487.-- [bei 100 %] versus Fr. 6'000.-- [bei 50-74 %]). Ein Abzug wurde 
von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht vorgenommen (AB 139 
S. 6).

4.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 83'511.50 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 46'456.60 resultiert ein IV-Grad von gerundet 44 % 
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 
S. 198 E. 7.1). Folglich besteht ab 1. April 2019 ein Anspruch auf eine Vier-
telsrente. 

4.4 Mit den Parteien ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin die Ausbildung zur 
... ohne gesundheitliche Beeinträchtigung im Oktober 2019 abgeschlossen 
hätte (vgl. AB 129 S. 6, Beschwerde S. 5 Art. 3). Diese berufliche Weite-
rentwicklung (vgl. E. 4.1.1 hiervor) stellt einen (erwerblichen) Revisions-
grund dar. Ab diesem Zeitpunkt ist ein weiterer Einkommensvergleich 
durchzuführen.

4.4.1 Gemäss Angaben der Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin 
nach Abschluss der Weiterbildung zur ... ab Oktober 2019 ein Einkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 18

von Fr. 83'932.55 (Fr. 6'456.35 x 13) exkl. Nacht- und Wochenendzulagen 
erzielt (AB 129 S. 6). Dies ergibt zuzüglich der zu berücksichtigenden 
Nacht- und Wochenendzulagen in der Höhe von durchschnittlich 
Fr. 3'120.80 (vgl. E. 4.3.1 hiervor) ein Valideneinkommen von Fr. 87'053.35 
(Fr. 83'932.55 + Fr. 3'120.80). 

4.4.2 Das Invalideneinkommen ist weiterhin auf Fr. 46'456.60 festzuset-
zen (vgl. E. 4.3.2 hiervor).

4.4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 87'053.35 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 46'456.60 resultiert ein IV-Grad von gerundet 47 %. 
Folglich besteht weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente.

4.5 Die gemäss Dr. med. E.________ aus psychiatrischer Sicht einge-
tretene gesundheitliche Verbesserung (vgl. E. 3.3 hiervor) stellt einen wei-
teren Revisionsgrund dar, sodass per 31. Juli 2021 (Untersuchungszeit-
punkt; AB 114.1 S. 1) ein weiterer Einkommensvergleich vorzunehmen ist. 
Ab diesem Zeitpunkt besteht unter Berücksichtigung der aus endokrinologi-
scher Sicht bestehenden Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit 
eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor).

4.5.1 Das Valideneinkommen pro 2021 beträgt gestützt auf die Angaben 
der Arbeitgeberin und den zu berücksichtigenden Nacht- und Wochenend-
zulagen Fr. 90'015.40 (Fr. 6'684.20 [AB 129 S. 6] x 13 + Fr. 3'120.80; vgl. 
E. 4.3.1 hiervor).

4.5.2 Das Invalideneinkommen ist unter Berücksichtigung der 70 %-igen 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf Fr. 55'447.25 festzuset-
zen (Fr. 6'294.-- [LSE 2020, T17, Ziff. 41, Frauen 30-49 Jahre] : 40 x 41.7 
[BFS, BUA, Total] x 12 : 100 x 100.6 [BFS, Nominallohnindex Frauen 
2021 - 2022, Tabelle T1.2.20, Total] x 0.7).

Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn ist hier weiterhin nicht gerechtfer-
tigt (vgl. E. 4.3.2 hiervor) und wurde auch nicht vorgenommen.

4.5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 90'015.40 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 55'447.25 resultiert ein rentenausschliessender IV-
Grad von gerundet 38 %. Da aus den Akten und insbesondere aus dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 19

Gutachten von Dr. med. E.________ nicht ersichtlich ist, wann die von ihm 
festgestellte Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes einge-
treten ist, mithin die Verbesserung zwar bereits früher eingetreten, aber 
erst durch die erneute Begutachtung fassbar wurde, rechtfertigt es sich, die 
Rente auf den Zeitpunkt hin aufzuheben, auf welchen die Verbesserung 
festgestellt wurde, d.h. hier Ende Juli 2021 (vgl. Entscheid des BGer vom 
16. Mai 2019, 9C_687/2018, E. 3). Folglich besteht ab August 2021 kein 
Anspruch mehr auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.3 hiervor), weshalb der Ren-
tenanspruch auf Ende Juli 2021 zu befristen ist.

4.6 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis 
nicht zu beanstanden und die hiergegen erhobene Beschwerde abzuwei-
sen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2023, IV/23/98, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.