# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d944a73-49a8-5160-8e8d-ce5b5f82014b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.02.2024 RT230196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT230196_2024-02-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: RT230196-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, 

Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin Dr. S. Janssen 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. A. Baumgartner

Urteil vom 8. Februar 2024

in Sachen

A._____, 
Gesuchsgegner und Beschwerdeführer

gegen

B._____ AG, 
Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen 
Verfahren am Bezirksgericht Dietikon vom 19. Oktober 2023 (EB230347-M)

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Erwägungen:

1. a) Mit Urteil vom 19. Oktober 2023 erteilte die Vorinstanz der Gesuchstel-

lerin und Beschwerdegegnerin (fortan Gesuchstellerin) in der Betreibung Nr. … 

des Betreibungsamtes Engstringen (Zahlungsbefehl vom 26. Juni 2023) gestützt 

auf die "Zahlungsvereinbarung (Schuldanerkennung gem. Art. 82 SchKG)" vom 

27. März 2023 (Urk. 2/1) provisorische Rechtsöffnung für Fr. 3'109.– nebst Zins 

zu 12 % seit 6. Juli 2022, für Fr. 35.– Bonitätsprüfkosten und für Fr. 488.30 Inkas-

sokosten (Urk. 9 = Urk. 12).

b) Mit Eingabe vom 27. Dezember 2023 erhob der Gesuchsgegner und Be-

schwerdeführer (fortan Gesuchsgegner) innert Frist Beschwerde gegen das vor-

genannte Urteil mit folgenden Anträgen (Urk. 11 S. 1):

" Es sei festzustellen, dass die B._____ AG, … [Adresse], vor der Ver-
tragsunterzeichnung von der Notlage des Beschwerdeführers (Ar-
beitslosigkeit) Kenntnis erlangt hatte.
Weiter sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer, aufgrund vorge-
nannten in seiner Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt war.
Sowie sei festzustellen, dass offensichtlich ein Missverhältnis was die 
Leistung der B._____ AG, insbesondere was der geforderte Verzugs-
schaden von CHF 458.30 zuzüglich Bonitätsprüfung CHF 35.00 an-
geht besteht, somit eine unberechtigte Bevorteilung vorliegt.
Es sei das Urteil vom 12. September 2023 Geschäfts-Nr. EB230347-
M / U_begr aufzuheben."

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (vgl. Urk. 1-10/3). 

2. a) Der Gesuchsgegner bringt in seiner Beschwerdeschrift vor, der Erwä-

gung 3.3 des angefochtenen Urteils sei zu entnehmen, dass er zur Unterzeich-

nung der Zahlungsvereinbarung gedrängt worden sei. In Erwägung 3.7 habe die 

Vorinstanz nicht erwähnt, dass er wohl mündlich geltend gemacht habe, die Ge-

suchstellerin habe bereits zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Zahlungsverein-

barung von seiner Schwächesituation Kenntnis erlangt gehabt. Dies werde mit der 

der Beschwerde beigelegten E-Mail vom 17. März 2023 belegt. Sodann werde auf 

das Missverhältnis der Schuld von insgesamt Fr. 3'370.15 (Ursprungsschuld von 

Fr. 3'109.– zuzüglich Zinsen von 12 % bis 17. März 2023 in der Höhe von 

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Fr. 261.15) zu den Aufwendungen, welche die Gesuchstellerin als Entschädigung 

von insgesamt Fr. 493.30 in Form eines Verzugsschadens von Fr. 458.30 zuzüg-

lich Bonitätsprüfungskosten von Fr. 35.– verlange, hingewiesen, was nahezu 

15 % der Ursprungsschuld ausmache. Es sei demnach klar von einer offensichtli-

chen unberechtigten Bevorteilung der Gesuchstellerin zu seinen Lasten auszuge-

hen (Urk. 11).

b) Die Vorinstanz erwog, die Bestimmung von Art. 21 OR sei nicht nur in Be-

zug auf vollkommen zweiseitige Verträge anzuwenden, sondern finde analoge 

Anwendung auch auf nicht vollkommen zweiseitige Verträge sowie auf ein- oder 

mehrseitige Rechtsgeschäfte. Auch auf die Schuldanerkennung, welche als ein-

seitiges Rechtsgeschäft qualifiziert werde, finde der Tatbestand der Übervortei-

lung somit Anwendung (Urk. 12 S. 4 E. 3.4 m.w.H.). Übervorteilung setze gemäss 

Art. 21 Abs. 1 OR voraus, dass ein offenbares Missverhältnis zwischen der Leis-

tung und der Gegenleistung durch einen Vertrag begründet werde, dessen Ab-

schluss von dem einen Teil durch Ausbeutung der Notlage, der Unerfahrenheit 

oder des Leichtsinns des andern herbeigeführt worden sei. Die Ausbeutung der 

Notlage, der Unerfahrenheit oder des Leichtsinns des Übervorteilten setze vor-

aus, dass die Gegenpartei die Entscheidungsschwäche des Übervorteilten be-

wusst ausnutze, um einen unverhältnismässigen Vorteil zu erlangen, wobei die 

blosse Kenntnis der Entscheidungsschwäche des Übervorteilten sowie des Miss-

verhältnisses von Leistung und Gegenleistung nicht ausreichend sei (unter Hin-

weis auf BGer 4A_491/2015 vom 14. Januar 2016, E. 4.3.2). Der Gesuchsgegner 

habe anlässlich der Verhandlung erklärt, er habe die Gesuchstellerin nach der 

Unterzeichnung der Zahlungsvereinbarung telefonisch über seine Einwände infor-

miert (unter Hinweis auf Prot. Vi S. 10). Jedoch habe der Gesuchsgegner nicht 

geltend gemacht, dass die Gesuchstellerin bereits zum Zeitpunkt der Unterzeich-

nung der Zahlungsvereinbarung von der Schwächesituation seinerseits Kenntnis 

gehabt und diese bewusst ausgenutzt habe. Folglich erübrige sich die Prüfung, ob 

die weiteren Voraussetzungen der Übervorteilung glaubhaft dargelegt worden 

seien. Der Gesuchsgegner habe somit keine Einwendungen, welche die Schuld-

anerkennung entkräften würden, sofort glaubhaft machen können, weshalb die 

provisorische Rechtsöffnung zu erteilen sei (Urk. 12 S. 4 f. E. 3.5 ff.).

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3. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren neue Beweis-

mittel ausgeschlossen. Dies wird mit dem Charakter der Beschwerde begründet, 

die sich als ausserordentliches Rechtsmittel auf die Rechtskontrolle beschränkt 

und nicht das erstinstanzliche Verfahren fortsetzen soll. Das Novenverbot ist um-

fassend (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-

Komm., Art. 326 N 3 f.).

Der Gesuchsgegner reichte im Rahmen des vorliegenden Rechtsöffnungs-

verfahrens die Urkunden 14/2 (E-Mail-Korrespondenz vom 24. Januar bis 

17. März 2023, Schreiben der Gesuchstellerin vom 27. Januar 2023) erstmals im 

Beschwerdeverfahren ein. Diese Urkunden sind daher im Sinne von Art. 326 

Abs. 1 ZPO als verspätet zu betrachten und können im Beschwerdeverfahren 

nicht mehr berücksichtigt werden.

4. a) Der Gesuchsgegner rügt in seiner Beschwerdeschrift, dass die vorin-

stanzliche Erwägung, er habe nicht geltend gemacht, dass die Gesuchstellerin 

bereits zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Zahlungsvereinbarung von der 

Schwächesituation seinerseits Kenntnis gehabt habe, nicht korrekt sei. Aus der 

E-Mail vom 17. März 2023 (Urk. 14/2) sei ersichtlich, dass die Gesuchstellerin im 

Zeitpunkt der Unterzeichnung der Zahlungsvereinbarung von seiner Schwächesi-

tuation sehr wohl Kenntnis gehabt habe. Der Gesuchsgegner unterlässt es im Be-

schwerdeverfahren, die Stelle in den vorinstanzlichen Akten zu bezeichnen, ge-

mäss welcher er geltend gemacht habe, die Gesuchstellerin habe bereits zum 

Zeitpunkt der Unterzeichnung der Zahlungsvereinbarung von seiner Schwächesi-

tuation Kenntnis gehabt. Eine solche ist auch nicht ersichtlich. Wie vorstehend 

ausgeführt, können die Urkunden 14/2 im Beschwerdeverfahren aufgrund von 

Art. 326 Abs. 1 ZPO sodann nicht mehr berücksichtigt werden. Damit das Gericht 

diese Urkunden in die Entscheidfindung hätte einbeziehen können, hätte der Ge-

suchsgegner sie bereits im erstinstanzlichen Verfahren einreichen müssen. Es 

bleibt somit dabei, dass der Gesuchsgegner vor Vorinstanz nicht substantiiert be-

hauptete, geschweige denn glaubhaft machte, dass die Gesuchstellerin im Zeit-

punkt der Unterzeichnung der Zahlungsvereinbarung von seiner von ihm geltend 

gemachten Schwächesituation Kenntnis gehabt und diese bewusst ausgenutzt 

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habe. Eine unrichtige Rechtsanwendung oder offensichtlich unrichtige Sachver-

haltsfeststellung ist nicht ersichtlich (Art. 320 ZPO). Demnach ist im Beschwerde-

verfahren auch nicht weiter auf das Vorbringen des Gesuchsgegners einzugehen, 

dass das Verhältnis der Ursprungsschuld zur Entschädigungsforderung für den 

Verzugsschaden und die Bonitätsprüfung eine offensichtlich ungerechtfertigte 

Übervorteilung der Gesuchstellerin zu seinen Lasten darstelle.

b) Auch wenn die Urkunden 14/2 vorliegend hätten berücksichtigt werden 

können, hätte der Gesuchsgegner damit nicht glaubhaft machen können, dass die 

Gesuchstellerin im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Zahlungsvereinbarung seine 

Entscheidungsschwäche bewusst ausgenutzt habe, um einen unverhältnismässi-

gen Vorteil zu erlangen. Der Gesuchsgegner bestritt in seiner an die Gesuchstel-

lerin gerichteten E-Mail vom 17. März 2023 die Forderung in der damaligen Höhe 

von Fr. 3'862.40 nicht. Er führte dazu einzig aus, er sei mit seinen derzeitigen Ein-

nahmen aus der Arbeitslosenkasse nicht in der Lage, die ausstehende Forderung 

ganzheitlich zu begleichen. Einer Ratenzahlung stehe er offen gegenüber. Auf-

grund der aktuellen Situation und seines Budgets sei er frühestens ab Ende Mai 

2023 in der Lage, monatlich eine Rate von maximal Fr. 100.– zu bezahlen. Sollte 

die Gesuchstellerin einer Ratenzahlungsvereinbarung zustimmen, bitte er um Zu-

sendung derselben (Urk. 14/2: E-Mail des Gesuchsgegners vom 17. März 2023). 

Diesen Ausführungen folgend unterbreitete die Gesuchstellerin in der Folge dem 

Gesuchsgegner auf dem Postweg (Prot. Vi S. 6) eine Zahlungsvereinbarung, ge-

mäss welcher dieser ab dem 28. Mai 2023 die Forderung der Gesuchstellerin von 

total Fr. 3'863.45 in monatlichen Raten von Fr. 100.– zu begleichen habe. Trotz 

des Hinweises, dass der Zins in der Höhe von 12 % ab dem 18. März 2023 wei-

terlaufe und zusätzlich eine monatliche Kontoführungsgebühr von Fr. 15.– anfalle, 

unterschrieb der Gesuchsgegner die als Schuldanerkennung gemäss Art. 82 

SchKG gekennzeichnete Zahlungsvereinbarung am 27. März 2023 (Urk. 2/1).

c) Im Übrigen setzt sich der Gesuchsgegner mit den vorinstanzlichen Erwä-

gungen des angefochtenen Urteils nicht auseinander. Damit erweist sich die Be-

schwerde als offensichtlich unbegründet. Es kann daher davon abgesehen wer-

den, eine Beschwerdeantwort der Gesuchstellerin oder eine Stellungnahme der 

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Vorinstanz einzuholen (Art. 322 ZPO, Art. 324 ZPO). Die Beschwerde ist abzu-

weisen.

5. Die zweitinstanzliche Spruchgebühr ist ausgangsgemäss dem Gesuchs-

gegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und gestützt auf Art. 48 i.V.m. Art. 61 

Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 300.– festzusetzen. Mangels wesentlicher Umtriebe 

ist der Gesuchstellerin für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zuzu-

sprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). Der Gesuchsgegner seinerseits hat als unter-

liegende Partei keinen Anspruch auf Entschädigung (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO).

Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Spruchgebühr des Beschwerdeverfahrens wird auf Fr. 300.– festgesetzt.

3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Gesuchsgegner auf-

erlegt.

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage 

von Kopien der Urk. 11, 13 und 14/1-2, sowie an das Betreibungsamt 

Engstringen und die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück.

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

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Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 3'109.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 8. Februar 2024

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: 
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