# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db968de0-325c-5cf0-bdbd-a12a4e3129a2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.12.2012 UV 2012/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-15_2012-12-18.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.12.2012

Entscheiddatum: 18.12.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 18.12.2012
Art. 6 UVG. FSME-Infektion nach Zeckenbiss. Leistungseinstellung. Frage 
der Unfallkausalität des Beschwerdebildes (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Dezember 2012, UV 
2012/15).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 18. Dezember 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Strehler, Dorfstrasse 21, 

8356 Ettenhausen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.    

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B.___, als Büroangestellte tätig und 

dadurch bei der Suva unfallversichert, als sie im Sommer 2007 einen Zeckenbiss erlitt 

(UV-act. 39, 111). Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, diagnostizierte im 

Bericht vom 9. Dezember 2007 eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und 

attestierte seit dem Datum der Erstbehandlung (3. August 2007) eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Als Beschwerdebild führte er Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, 

Konzentrationsprobleme, Antriebsschwäche und verminderte Leistungsfähigkeit mit 

rascher Ermüdbarkeit an (UV-act. 1 und 2). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. 

Die Versicherte begab sich zu Dr. med. D.___, Innere Medizin FMH, in Behandlung und 

klagte im weiteren Verlauf über Schlafstörungen, Affektlabilität und Reizbarkeit. Nach 

Durchführung von medizinischen Abklärungen zur Organizität der Beschwerden und in 

psychiatrischer Hinsicht stellte die Suva die Versicherungsleistungen insbesondere 

gestützt auf eine Beurteilung von Suva-Ärztin Dr. med. E.___, Fachärztin für Neurologie 

FMH und Psychiatrie, mit Verfügung vom 1. Juni 2011 auf den 30. Juni 2011 ein mit der 

Begründung, die geklagten Beschwerden seien organisch als Folge der FSME-Infektion 

nicht erklärbar. Die adäquate Unfallkausalität der psychischen Beschwerden sei zu 

verneinen (UV-act. 126). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 130) 

wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2012 ab (UV-act. 147).

B.      

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte durch Rechtsanwalt

Dr. iur. R. Strehler, Ettenhausen, am 20. Februar 2012 Beschwerde einreichen mit den 

Anträgen, die Verfügung vom 1. Juni 2011 und der Einspracheentscheid vom 19. 

Januar 2012 seien aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die geklagten Beschwerden 

der Beschwerdeführerin Folge der FSME-Infektion 2007 seien und es sei die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ab dem 30. Juni 2011 

weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Zur Begründung führte der 

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Rechtsvertreter unter anderem aus, entgegen der Ansicht des medizinischen Dienstes 

der Suva sei davon auszugehen, dass die heute unvermindert vorhandenen 

Beschwerden objektivierbar natürliche und adäquat kausale Folgen der FSME-Infektion 

2007 darstellen würden. Den diesbezüglichen Erhebungen von Dr. D.___ komme voller 

Beweiswert zu. Dr. D.___ äussere sich nicht auf fachfremdem Gebiet. Der Suva-Ärztin 

sei offenbar nicht bekannt, dass Dr. D.___ eine herausragende Kapazität auf dem 

Gebiet derartiger Infektionen sei. Für den Fall, dass wider Erwarten nicht auf die 

Beurteilung von Dr. D.___ abgestellt werde, beantrage die die Beschwerdeführerin die 

Anordnung einer spezialärztlichen Expertise.

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im 

angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die Ausführungen der Suva-

Ärzte Dr. E.___ und Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie FMH, würden zweifelsohne 

volle Beweiskraft geniessen. Auf abweichende Behauptungen des behandelnden 

Arztes Dr. D.___ könne nicht abgestellt werden, zumal behandelnde Spezialärzte 

erfahrungsgemäss keine objektive Stellung einnehmen und in der Regel zugunsten 

ihrer Patienten aussagen würden. Den medizinischen Beurteilungen der Suva-Ärzte 

komme beweismässig eine vorrangige Bedeutung zu. Es lägen keine objektivierbaren 

organischen Unfallfolgen vor. Ferner sei unbestritten, dass der Zeckenbiss vom Juni 

2007 als leichter Unfall zu qualifizieren sei und deshalb ein adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen diesem und den psychischen bzw. physisch nicht 

objektivierbaren Beschwerden auszuschliessen sei.

B.c  Mit Replik vom 20. Juni 2012 (act. G 9) bestätigte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin seinen Standpunkt. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine 

Duplik (act. G 11). 

Erwägungen:

1.     

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1.1   Nach der Rechtsprechung ist ein Zeckenbiss als Unfall zu qualifizieren und fällt 

demnach grundsätzlich in den Leistungsbereich des Unfallversicherers (BGE 122 V 230 

= Pra 86 Nr. 82). Die Beschwerdegegnerin anerkannte mit der Ausrichtung von 

Leistungen die Kausalität zwischen dem Zeckenbiss vom Juni 2007 und dem 

anschliessend aufgetretenen Beschwerdebild mit Symptomen wie Müdigkeit, 

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Gelenksschmerzen und 

Schlafstörungen. Streitig und zu prüfen ist, ob sie ihre Leistungen zu Recht per 30. Juni 

2011 einstellte. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid 

(E. 1 und 3) die Voraussetzungen der Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 

6 UVG zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen).

1.2   Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. Insofern 

darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch Gutachten folgen, welche der 

Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Experten sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc; RKUV 2000 

Nr. U 377 S. 186 E. 4a). Auch ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie 

vorliegend von den Ärzten der Beschwerdegegnerin erstellt wurden, sind grundsätzlich 

beweisbildend. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist unter anderem, dass als 

Beurteilungsbasis genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen 

(RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Dass medizinische Beurteilungen von Suva-Ärzten 

beweismässig eine vorrangige Bedeutung geniessen würden, trifft – anders als von der 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort behauptet – allerdings nicht zu. Dem 

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für diese Aussage als Beleg zitiertem Bundesgerichtsentscheid 8C_510/2007 E.7.5.4 

lässt sich denn auch nichts derartiges entnehmen.

2.       

2.1   Dr. med. G.___, Neurologie FMH, bestätigte im Bericht vom 14. November 2007 

einen unauffälligen klinisch-neurologischen Befund. Insbesondere würden Hinweise für 

eine myogene Systemerkrankung/neuromuskuläre Überleitungsstörung als Ursache der 

aktuell im Vordergrund stehenden Müdigkeit der Beschwerdeführerin und auch 

Anhaltspunkte für einen noch persistierenden entzündlichen Prozess fehlen (UV-act. 3). 

Ein zuvor im Spital H.___ durchgeführtes Schädel-CT vom 17. August 2007 hatte 

normale Befunde ergeben (UV-act. 7). Dr. D.___ berichtete am 20. Dezember 2007, 

aufgrund der vorliegenden Resultate bestehe eine akute FSME. Eine gleichzeitige 

Lyme-Borreliose habe ausgeschlossen werden können. Mit der FSME seien die 

Beschwerden der Patientin erklärt, insbesondere auch die Gelenkschmerzen, die 

Ausdruck von Myalgien und Tendoperistosen seien (UV-act. 4). Suva-Arzt Dr. med. 

I.___ gab am 4. Februar 2008 an, dass kein Zweifel an der akuten FSME bestehe (UV-

act. 14). Dr. D.___ bestätigte am 25. Februar 2008 das Vorliegen von ausgeprägten 

neurofunktionellen Defiziten, die sich bisher nicht entscheidend gebessert hätten (UV-

act. 18). Eine neuropsychologische und psychopathologische Abklärung in der 

Rehaklinik Bellikon ergab gemäss Bericht vom 2. Juli 2008 mittelschwere bis schwere 

neuropsychologische Störungen mit Einschränkungen der Aufmerksamkeits- und 

Exekutivfunktionen sowie affektive Störungen und Persönlichkeitsauffälligkeiten im 

Rahmen eines postenzephalitischen Syndroms. Ätiologisch sei das Beschwerdebild 

vollumfänglich auf die FSME zurückzuführen. Ein stationärer Aufenthalt sei dringend 

notwendig, von der Beschwerdeführerin aber abgelehnt worden (UV-act. 113).

2.2   Dr. D.___ bescheinigte am 10. März und 23. Dezember 2010 weiterhin 

(unverändert) vorliegende Kopfschmerzen und neurofunktionelle Defizite (UV-act. 86, 

110). In seinem Bericht vom 28. April 2010 hatte Dr. med. J.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, unter anderem dargelegt, eine 

neuropsychologische Verlaufsuntersuchung sei seines Erachtens nicht zweckmässig, 

da sie weder das neuropsychologische Funktionsniveau der Beschwerdeführerin 

authentisch abbilde noch zur Klärung der Frage beitrage, ob die heutigen psychischen 

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Phänomene (noch immer) eine organische Grundlage hätten. Dies sei eine klinische 

Frage, die am besten aus neurologischer Perspektive zu beantworten sei. Die 

Problematik der Beschwerdeführerin erinnere stark an Schwierigkeiten von Menschen 

mit ängstlich-vermeidender und zwanghafter Persönlichkeit (Persönlichkeitsstörung). 

Streng genommen sei die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung als 

Entwicklungsstörung eine vorläufige Diagnose. Ein natürlicher 

Unfallkausalzusammenhang könne auch dann unterstellt werden, wenn man feststelle, 

dass die durch eine Borreliose ausgelösten Beschwerden eine Persönlichkeit mit 

eingeschränkten psychischen Ressourcen getroffen hätten - mit dem Ergebnis, dass 

eine zuvor allenfalls latente Persönlichkeitsstörung nach dem Zeckenbiss demaskiert 

worden sei. Für den Fall, dass die heutigen Körperbeschwerden neurologisch nicht 

mehr vor allem somato-medizinisch zu erklären seien, könne - als psychiatrische 

Zweitdiagnose einer Persönlichkeitsstörung - eine sekundäre (auf die Borreliose 

folgende) Somatisierungsstörung postuliert werden (UV-act. 96). Eine neurologische 

Untersuchung der Beschwerdeführerin durch Dr. med. K.___, Neurologie FMH, ergab 

gemäss Beurteilung vom 19. Mai 2010 im Vergleich zur Voruntersuchung durch Dr. 

G.___ vom November 2007 keine relevanten Änderungen. Nicht berücksichtigt seien 

dabei neuropsychologische Funktionsstörungen (UV-act. 97). In der Beurteilung vom 

30. November 2010 führte Suva-Ärztin Dr. med. L.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie unter anderem aus, die von der Beschwerdeführerin wahrgenommenen 

kognitiven Einschränkungen seien unspezifisch. Es sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einem natürlichen und direkten Teilzusammenhang zwischen 

dem Zeckenbiss und den fortbestehenden (psychischen) Beschwerden auszugehen. 

Eine Verbesserung sei nach nunmehr dreijährigem Verlauf überwiegend wahrscheinlich 

nicht mehr zu erwarten. Am ehesten sei eine gewisse Besserung noch zu erwarten, 

wenn sich die Beschwerdeführerin auf eine psychotherapeutische Behandlung einlasse 

(UV-act. 101).

2.3   In der neurologischen Beurteilung vom 20. Mai 2011 führte die Suva-Neurologin 

Dr. E.___ unter anderem aus, bei der Beschwerdeführerin habe eine akute FSME-

Infektion bestanden. Die klinische Symptomatik lege nahe, dass auch eine meningeale 

Beteiligung vorhanden gewesen sei. Allerdings würden die unauffälligen Liquorbefunde 

- keine Zellzahlerhöhung, diskrete (unspezifische) Eiweisserhöhung - gegen eine 

meningeale Form sprechen. Auch die minimale Zellzahlerhöhung bei Punktion durch 

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Dr. D.___ im November/Dezember 2007 reiche nicht aus, um die Diagnose einer 

Meningitis zu stellen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte aber zusätzlich auch eine 

autochtone Antikörperproduktion im Liquor nachgewiesen sein müssen, um die 

meningeale oder gar enzephalitische Beteiligung nachzuweisen. Klinisch hätten zu 

keinem Zeitpunkt Auffälligkeiten des neurologischen Befundes bestanden. Auch 

deswegen sei eine enzephalitische Form ausgeschlossen. Entsprechend zeige das MRI 

vom 20. August 2010 keine pathologischen Befunde. Die jetzt noch bestehenden 

Symptome wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Antriebsstörung, 

Schlafschwierigkeiten und Kopfschmerzen, die allesamt unspezifische Symptome und 

schwierig zu objektivieren seien, seien nicht als eine organische Folge der FSME-

Infektion von 2007 anzusehen. Da aus neurologischer Sicht die geklagten 

Beschwerden nicht auf organische Unfallfolgen zurückzuführen seien, sei keine 

Einschränkung der Zumutbarkeit und Therapieempfehlung auszusprechen. Ein 

Integritätsschaden sei nicht gegeben (UV-act. 120). Dr. D.___ legte in der 

Stellungnahme vom 7. Juni 2011 unter anderem dar, der am 14. August 2007 

entnommene (blutige) Liquor sei nicht verwertbar gewesen. Deswegen habe er am 7. 

Dezember 2007 eine zweite Liquorprobe entnommen, die noch eine leicht erhöhte 

Zellzahl gezeigt habe. Dies sei vier Monate nach Auftreten der akuten Phase 

erstaunlich. Es sei anzunehmen, dass die Zellzahl im August 2007 stark erhöht 

gewesen sei, was aber leider in einem blutigen Liquor nicht habe festgestellt werden 

können. Das Argument der Suva-Ärztin, die Zellzahl der zweiten Liquorprobe genüge 

für den Nachweis einer meningealen oder enzephalitischen Form nicht, sei daher nicht 

stichhaltig. In einer (am 7. Juni 2011) nachträglich von ihm durchgeführten Antikörper-

Bestimmung (welche anlässlich des Spitalaufenthalts in H.___ und auch bei der zweiten 

Liquorentnahme nicht durchgeführt worden sei) hätten sich im Liquor die 

entsprechenden IgG-Antikörper gefunden. Damit dürften die von der Suva-Ärztin 

geforderten Kriterien für die meningoenzephalitische Form der FSME erfüllt sein. Damit 

habe sowohl klinisch als auch laborchemisch mit Eindeutigkeit eine FSME-

Meningoenzephalitis vorgelegen, deren Folge bis heute Kopfschmerzen und 

neurofunktionelle Defizite seien (UV-act. 130).

2.4. Dr. E.___ äusserte sich hierzu am 29. Dezember 2011 dahingehend, dass es sich 

beim Laborbefund vom 13. September 2011 (UV-act. 138) um die Befunde des Labors 

des Spitals H.___ vom August 2007 handle, und zwar zum einen um eine 

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Blutuntersuchung und zum anderen um eine Liquoruntersuchung mit farblosem, klarem 

Liquor, keinen weiteren Zellen und einer leichten Eiweisserhöhung. Diese Befunde 

würden zusammen mit dem klinischen Befund (fehlende neurologische Herdzeichen, 

fehlende Bewusstseinsstörung) nicht für eine enzephalitische Form der FSME 

sprechen. Bei fehlender Zellzahlerhöhung im Liquor sei selbst die meningeale Form der 

FSME fraglich. Es sei keineswegs davon auszugehen, dass der Liquor des Spitals 

H.___ nicht verwertbar sei. Die Aussagen, die Dr. D.___ hierzu mache, seien falsch. Im 

Weiteren würden die Befunde der von Dr. D.___ veranlassten Nachuntersuchung vom 

7. Juni 2011 (Titerbestimmung) keinen üblichen, meist zweistelligen Titerwerten 

entsprechen. Es würden die Referenzwerte und die Bestimmung des Antikörper-

Indexes fehlen. Nur aufgrund dieses Indexes könne auf die autochtone 

Antikörperbildung im Nervensystem geschlossen werden. Die Interpretation von 

Liquorbefunden und Korrelation zur Klinik betreffe im Übrigen die neurologische 

Fachdisziplin. Dr. D.___ äussere sich als Facharzt der Inneren Medizin in einem 

fachfremden Gebiet. Hinsichtlich des Befunds der neuropsychologischen 

Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon von 2008 hielt Dr. E.___ unter anderem fest, 

bei dieser Art Untersuchung werde übersehen, dass das Beschwerdebild, von dem hier 

die Rede sei, unspezifisch sei und auch in der Allgemeinbevölkerung ohne vorgängige 

FSME beklagt werde. Eine Untersuchung ohne Kontrollgruppe sei aus 

wissenschaftlicher Sicht in Bezug auf die Kausalität wenig aussagekräftig (UV-act. 

146).

2.5. Mit Schreiben vom 3. Februar 2012 hielt Dr. D.___ an seinem in der Stellungnahme 

vom 7. Juni 2011 festgehaltenen Standpunkt fest. Er bekräftigte insbesondere, dass 

ein blutiger Liquor (Laborbefund Spital H.___ vom August 2007) in diesem Ausmass 

nicht zuverlässig beurteilbar sei bzw. zur Bestimmung der Leukozyten nicht verwendet 

werden dürfe. Wenn die Suva-Ärztin das Gegenteil behaupte, stehe sie im Widerspruch 

zur Fachwelt. Im Weiteren habe er den formell richtigen Laborbefund angefordert 

(Beilage). Der das "Fachgebiet überschreitende" Internist (Dr. D.___) führe seit Jahren 

täglich Lumbalpunktionen durch und beurteile die Liquores mehr als jeder Neurologe 

im In- und Ausland. Notabene würden in der Schweiz die grosse Mehrzahl der Fälle 

von FSME von Internisten und Chirurgen betreut und nur die wenigsten von 

Neurologen (UV-act. 154).   

3.       

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3.1   Bei der durch Zeckenbiss übertragenen FSME handelt es sich um eine 

Infektionskrankheit mit komplexem Krankheitsbild. Nach der Infektion treten 

grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf, die sich nach 

wenigen Tagen zurückbilden. Später ergeben sich oft Kopfschmerzen, Erbrechen 

sowie meningeale Reizzeichen. Schreitet die Meningoenzephalitis fort, treten 

Bewusstseinsstörungen bis zum Koma und Lähmungen auf. Diese Symptome können 

mehrere Monate anhalten. Der überwiegende Teil der Erkrankungen heilt folgenlos aus. 

Bei Erwachsenen bleiben jedoch zu 10-30% neurologische Defizite unterschiedlichen 

Ausmasses bestehen. Dabei kann es sich um Lähmungen (Paresen), 

Gleichgewichtsstörungen (Ataxien), Epilepsien, Hörstörungen sowie Gedächtnis- und 

Konzentrationsstörungen handeln (http://de.wikipedia.org; Frühsommer-

Meningoenzephalitis). Anerkannt sind auch Beeinträchtigungen der Psyche. Neben 

diesen direkten Auswirkungen der Erkrankung ist es sodann möglich, dass sekundäre 

Folgen in dem Sinne auftreten, dass die betroffene Person mit der Krankheit insgesamt 

oder mit Folgen davon psychisch nicht fertig wird und deshalb erkrankt, was als 

psychische Fehlentwicklung nach einem Unfall zu bezeichnen ist. Dieser speziellen 

Ausgangslage muss bei der Prüfung der Kausalität Rechnung getragen werden. Damit 

die psychischen Beschwerden als Auswirkung der Infektionskrankheit qualifiziert 

werden können, müssen sie mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als direkte Folge auf das Unfallereignis zurückzuführen sein. Die 

Adäquanz kann diesfalls - wie bei den somatischen Beschwerden - ohne weiteres 

bejaht werden, weil die Infizierung mit dem Borreliose-Erreger nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung, wozu in erster Linie die 

wissenschaftlichen Erkenntnisse gehören, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

zu bewirken vermag. Die Qualifikation der psychischen Beschwerden als direkte 

Auswirkungen der Erkrankung oder aber als sekundäre Folge davon hat aufgrund der 

ärztlichen Berichte zu erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: 

Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 4. Oktober 2001, U 131/01, mit 

Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Juli 2001, U 17/00).

3.2  

3.2.1         Unbestritten ist, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund eines im 

Sommer 2007 erfolgten Zeckenbiss ist eine akute FSME-Infektion auftrat. Streitig ist, 

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ob die nach dem 30. Juni 2011 nach wie vor bestehenden Beschwerdesymptome als 

organische Folge der FSME-Infektion von 2007 anzusehen sind. - Dazu ist vorweg 

festzuhalten, dass mit Blick auf das vorstehend in E. 3.1 geschilderte Krankheitsbild 

und den typischen Krankheitsverlauf bei Vorliegen einer FSME der bei der 

Beschwerdeführerin fehlende Befund von neurologischen Herdzeichen (vgl. UV-act. 3, 

7, 97 und 109) und die fehlende Bewusstseinsstörung nicht für eine enzephalitische 

Form der FSME sprechen (vgl. UV-act. 146 S. 1). Hinsichtlich den von der Rehaklinik 

Bellikon am 2. Juli 2008 bestätigten mittelschweren bis schweren 

neuropsychologischen Funktionsstörungen (UV-act. 113) ist im Weiteren von 

Bedeutung, dass bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuropsychologische 

Abklärungen unter Umständen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können (vgl. BGE 117 

V 378 E. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der 

neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen 

Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein 

Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 E. 3c). Hingegen vermag es die 

Neuropsychologie nicht, selbständig die Beurteilung der Genese abschliessend 

vorzunehmen (RKUV 2000, 316 E. 3). Nach B.P. Radanov (SZS 1996, S. 471 ff) sind 

psychologische Probleme (und die eingenommenen Medikamente) geeignet, die 

kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. 

die Interrelation psychologischer und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte 

Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475). - Aufgrund der in E. 2 dargelegten 

medizinischen Akten ist von einer Beeinflussung/Überlagerung der kognitiven 

Funktionen bei der Beschwerdeführerin durch den psychischen Befund auszugehen, 

womit die neuropsychologischen Einschränkungen sich als vielschichtig verursacht 

erweisen. So wurden im Bericht der Rehaklinik Bellikon eine affektive Störung und 

Persönlichkeitsauffälligkeiten angesprochen (UV-act. 113), welche der Psychiater Dr. 

N.___ später bestätigte. Gleichzeitig hielt dieser Arzt fest, dass eine 

neuropsychologische Verlaufsuntersuchung aus seiner Sicht nicht zweckmässig sei, da 

sie das neuropsychologische Funktionsniveau der Beschwerdeführerin nicht 

authentisch abzubilden vermöge (UV-act. 96). Die Suva-Psychiaterin Dr. L.___ 

bezeichnete die von der Beschwerdeführerin wahrgenommenen kognitiven 

Einschränkungen als unspezifisch, bejahte jedoch einen direkten natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen dem psychischen Beschwerdebild und dem 

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Zeckenbiss (UV-act. 101). Bei diesem Sachverhalt können neuropsychologische Unfall-

Restfolgen im Sinn eines selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds zwar nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten. Damit ist jedoch die 

Frage, ob die geklagten Beschwerdesymptome als organischeFolge der FSME-

Infektion von 2007 anzusehen sind, noch nicht beantwortet, zumal wie erwähnt 

(vorstehende E. 3.1) neuropsychologische und psychische Probleme typische 

Folgeerscheinigungen einer FSME-Infektion darstellen und von Seiten der Rehaklinik 

Bellikon und der Suva-Ärztin Dr. L.___ eine diesbezügliche natürliche Unfallkausalität 

auch explizit bejaht worden war (UV-act. 101, 113).

3.2.2         Während die Neurologin Dr. E.___ sich auf den Standpunkt stellt, dass - bei 

Vorliegen einer auf eine meningeale Beteiligung hinweisenden klinischen Symptomatik 

- die unauffälligen Liquorbefunde vom August und Dezember 2007 gegen eine 

meningeale Form sprechen würden (UV-act. 120), leitet Dr. D.___ aus dem Ergebnis der 

von ihm veranlassten zweiten Liquorprobe vom Dezember 2007 (mit leicht erhöhter 

Zellzahl) ab, dass die Zellzahl im August 2007 stark erhöht gewesen sein musste. Den 

ersten im August 2007 entnommenen ("blutigen") Liquor erachtet Dr. D.___ als nicht 

verwertbar. Zusätzlich verweist der Arzt auf eine von ihm am 7. Juni 2011 nachträglich 

veranlasste labortechnische Antikörper-Bestimmung, welche IgG-Antikörper bestätigt 

habe. Diese belege zusammen mit den klinischen Befunden (Kopfschmerzen, 

neurofunktionelle Defizite) das Bestehen einer FSME-Meningoenzephalitis (UV-act. 

130). Dem Schreiben vom 3. Februar 2012 legte der Arzt den Laborbefund der 

Antikörper-Bestimmung vom 7. Juni 2011 bei (UV-act. 154). Dem hielt Dr. E.___ am 29. 

Dezember 2011 entgegen, dass der Liquor des Spitals H.___ (vom August 2007) 

verwertbar sei, zumal die Zellzahl normal gewesen sei. Es könne durchaus vorkommen, 

dass der Liquor klar erscheine, obwohl mikroskopisch Erythrozyten als artifizielle 

Beimengung nachzuweisen seien. Die Aussagen, die Dr. D.___ hierzu mache, seien 

falsch. Wie bereits vom Labor interpretiert, entspreche die leichte Eiweisserhöhung im 

Liquor einer Schrankenstörung oder einer Liquorflussbehinderung. Die 

Zellzahlerhöhung auf 9 sei nicht zu erklären, wäre für eine FSME im Verlauf nach vier 

Monaten allerdings sehr ungewöhnlich (UV-act. 146). Hierzu wendete Dr. D.___ am 

3. Februar 2012 ein, die eindeutig erhöhte Zellzahl im später untersuchten Liquor habe 

entgegen der Auffassung der Suva-Ärztin eine Erklärung. Wenn sie behaupte, dass der 

Befund der erhöhten Zellzahl vier Monate nach der FSME ungewöhnlich sei, stehe sie 

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mit dieser Meinung im Widerspruch zur Fachliteratur und seiner eigenen Erfahrung (UV-

act. 154). Während des laufenden Beschwerdeverfahrens nahm der Suva-Arzt und 

Neurologe Dr. F.___ am 3. Mai 2012 Stellung. Im Liquorbefund vom 14. August 2007 

sei die Beimengung mit 96 Erythrozyten bestimmt worden und habe damit weniger als 

1/10 der Beimengung betragen, die notwendig sei, um den Liquor trüb rosa zu färben 

oder Probleme bei der Bestimmung der Zellzahl zu verursachen. In einem Gespräch mit 

dem Experten für Liquordiagnostik, PD Dr. M.___, sei ihm bestätigt worden, dass 

grundsätzlich ein Liquor mit einer artifiziellen Beimengung von 96 Erythrozyten visuell 

klar und farblos imponiere und mit ausreichender Zuverlässigkeit die Zellzahl bestimmt 

werden könne. Unter Berücksichtigung der (zitierten) Fachliteratur komme er zum 

Schluss, dass die Bestimmung der Zellzahl im Liquor am 14. August 2007 somit 

überwiegend wahrscheinlich zuverlässig erfolgt sei. Eine Pleozytose könne zu diesem 

Zeitpunkt als ausgeschlossen betrachtet werden. Deshalb sei eine enzephalitische 

Form der FSME-Infektion nicht überwiegend wahrscheinlich und selbst eine 

meningeale Form zweifelhaft. Die vier Monate später von Dr. D.___ erhobene Zellzahl 

von 9 pro Mikroliter sei durch eine FSME-Infektion im Juni 2007 nicht erklärbar. 

Sodann gehe aus dem von Dr. D.___ zur Verfügung gestellten Laborbefund nicht der 

Nachweis im Gehirn gebildeter Antikörper gegen das FSME-Virus hervor (UV-act. 174).

3.2.3         Bei der geschilderten Sachlage stehen sich die Aussagen des behandelnden 

Facharztes, welcher auf dem in Frage stehenden medizinischen Gebiet unbestritten 

über eine grosse Erfahrung verfügt, und diejenigen der Suva-Neurologen Dres. E.___ 

und F.___ gegenüber. Allein die in einer Aktennotiz festgehaltenen generellen 

Vorbehalte gegen den behandelnden Arzt (UV-act. 42) sind nicht geeignet, für die 

Erledigung dieses Verfahren wesentliche Argumente zu liefern. Im Zusammenhang mit 

der streitigen Leistungseinstellung stehen medizinische Fragen im Raum, für deren 

Beantwortung der rechtsanwendenden Behörde bzw. dem Gericht die 

Entscheidvoraussetzungen gestützt auf die gegebene Aktenlage nicht zur Verfügung 

stehen. Der Hinweis von Dr. F.___ auf ein nicht näher dokumentiertes Gespräch mit 

dem Experten für Liquordiagnostik PD Dr. M.___ vermag keine beweisbildenden 

Umstände zu belegen, zumal es sich um eine abstrakte (mündliche) Auskunft auf eine 

nicht bekannte Frage ohne Kenntnis der einzelfallbezogenen Akten auf Seiten der 

angefragten Person handelte. Wenn Dr. F.___ hinsichtlich der von Dr. D.___ am 7. Juni 

2011 nachträglich durchgeführten Antikörper-Bestimmung (vgl. UV-act. 130 Ziff. 4 und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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UV-act. 154 Ziff. 1) feststellte, dass hieraus nicht der Nachweis im Gehirn gebildeter 

Antikörper gegen das FSME-Virus hervorgehe (UV-act. 174 S. 3), so ist das angerufene 

Gericht nicht in der Lage zu entscheiden, ob dies zutrifft oder ob auf den gegenteiligen 

Standpunkt von Dr. D.___ abzustellen sei. Es erweist daher als nicht möglich, einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zum Beweis der Begründetheit der Leistungseinstellung 

eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen könnte. Nach Lage der 

dem Gericht vorliegenden Akten trat seit der Leistungsanerkennung durch die 

Beschwerdegegnerin für die Folgen der FSME-Infektion keine entscheidende Änderung 

des medizinischen Sachverhalts ein, welche eine Leistungseinstellung zu begründen 

vermöchte. Ein Grund, die Leistungen auf den 30. Juni 2011 einzustellen, kann 

demgemäss gestützt auf die derzeitige Aktenlage nicht als nachgewiesen gelten. Der 

Beschwerdegegnerin ist es unbenommen, für den Nachweis eines allfälligen 

Leistungseinstellungsgrundes gegebenenfalls weitere Abklärungen zu tätigen, wobei 

hierbei auch die Gutachtervorschläge der Beschwerdeführerin (act. G 9 S. 2) zu 

berücksichtigen wären.

3.3   Aufgrund der Ergebnisse der psychiatrischen Untersuchungen/Abklärungen ist 

anzunehmen, dass psychische Faktoren das bestehende Beschwerdebild beeinflussen 

und diese in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehen bzw. 

natürlich kausale Folge der FSME-Infektion darstellen (UV-act. 96, 101, 113). Die Frage, 

ob die Adäquanz nach der Rechtsprechung für eine psychische Fehlentwicklung nach 

Unfall zu beurteilen ist (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Juli 2001, U 17/00, E. 3b) oder 

nicht bzw. ob es sich bei den psychischen Beschwerden um sekundäre oder direkte 

Folgen der FSME-Erkrankung handelt, lässt sich angesichts der geschilderten 

Aktenlage nicht abschliessend beantworten.

4.       

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 19. Januar 2012 gutzuheissen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende 

Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die 

Parteientschädigung ist - wie in vergleichbaren Verfahren üblich - pauschal auf Fr. 

4'000.--, einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer, festzulegen

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 19. Januar 

2012 aufgehoben.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.12.2012
	Art. 6 UVG. FSME-Infektion nach Zeckenbiss. Leistungseinstellung. Frage der Unfallkausalität des Beschwerdebildes (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Dezember 2012, UV 2012/15).

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