# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78c92a7d-5fec-566d-a674-fa348ede7cec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 01.03.2016 110 2015 161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2015-161_2016-03-01.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2015/161 Bern, 1. März 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Frau A.________
Beschwerdeführerin

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung, 
Spillstattstrasse 2, Postfach 104, 3818 Grindelwald

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend den Entscheid der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald vom 
4. November 2015 (Bau Nr. 2816 / 2015; Abbruch und Wiederaufbau "Stübli", 
Dachsanierung) und die Verfügung des AGR vom 1. September 2015 (G.-Nr. 381 15 1854)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin eines Weidhauses auf der Parzelle 

Grindelwald Grundbuchblatt Nr. B.________ (Landwirtschaftszone). Sie liess Teile des 

Weidhauses abbrechen und neu aufbauen. Als die Bauverwaltung der Gemeinde 

Grindelwald dies feststellte, forderte sie die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 25. 

März 2015 auf, Stellung zu nehmen. Die Beschwerdeführerin bestätigte, dass sie Arbeiten 

am Gebäude habe vornehmen lassen. Mit Schreiben vom 11. Mai 2015 hielt die Gemeinde 

fest, es handle sich um baubewilligungspflichtige Arbeiten, und gab der 

Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuches. 

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2. Die Beschwerdeführerin reichte am 29. Juni 2015 ein nachträgliches Baugesuch ein 

für den Abbruch und Wiederaufbau des "Stübli" des Gebäudes und für eine Dachsanierung 

und stellte ein Ausnahmegesuch für das Bauen ausserhalb der Bauzone. Nachdem das 

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) mit Verfügung vom 1. September 2015 die 

Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone verweigerte, erteilte die 

Gemeinde mit Entscheid vom 4. November 2015 den Bauabschlag und ordnete an, es 

seien bis am 31. August 2016 vier der neuen Fenster zu verschliessen, die eingebaute 

Koch- und Heizgelegenheit und der dazu erstellte Kamin sowie das Blechdach zu 

entfernen und das bisherige Holzschindeldach wieder herzustellen. Gleichzeitig drohte sie 

die Ersatzvornahme und eine Busse bei Nichtbefolgung an.

3. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 25. November 2015 Beschwerde bei 

der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt 

sinngemäss, auf die Wiederherstellung sei ganz oder teilweise zu verzichten und die 

Wiederherstellungsfrist sei zu verlängern. Sie führt dazu unter anderem aus, sie habe die 

Arbeiten von einem Holzbauunternehmen durchführen lassen, dessen Geschäftsinhaber 

früher Mitglied der Baukommission von Grindelwald gewesen sei. Sie habe diesen 

Geschäftsinhaber nach der Notwendigkeit einer Baubewilligung gefragt. Er habe ihr 

versichert, sich vor Baubeginn mit der Gemeinde in Verbindung zu setzen. Sie habe daher 

darauf vertraut, es würden keine ungesetzlichen Arbeiten ausgeführt. Weiter macht die 

Beschwerdeführerin geltend, die Wahl des Dachmaterials Blech, die Fenstereinbauten und 

die Heiz- resp. Kochstelle inklusive Kamin seien nicht zu beanstanden: In Grindelwald 

seien auch andere Bedachungsmaterialien anstelle von Holzschindel gestattet und andere 

Weidhäuser in der Umgebung hätten auch Blechdächer. Die Fenster seien teilweise von 

vorne nicht sichtbar und da die Fensterläden meist geschlossen seien, wirke das Ganze 

wie eine geschlossene Holzfassade. Eine Kochstelle sei in Weidhäusern immer üblich 

gewesen. 

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das AGR und die Gemeinde 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

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beantragen die Abweisung der Beschwerde. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Bauentscheide – und mit ihnen zusammen die weiteren Verfügungen nach Art. 9 Abs. 2 

Bst. b KoG2 wie jene des AGR – sowie baupolizeiliche Verfügungen können nach Art. 40 

und Art. 49 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE 

angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die 

Beschwerdeführerin ist durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und zur 

Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten.

2. Bauentscheid

a) Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin eines sogenannten Weidhauses in der 

Landwirtschaftszone. Weidhäuser sind traditionelle Temporärwohnbauten im Alp- oder 

Vorsassgebiet, die aus einem Ökonomieteil (Stall/Scheune/Heulager) und einem kleinen, 

jeweils nur temporär genutzten Wohnteil bestehen. Das Weidhaus der Beschwerdeführerin 

besteht aus Holz, hat ein Satteldach und umfasst drei Teile, einen Stall im mittleren Teil 

des Gebäudes sowie auf der einen Seite einen Lagerraum und der anderen Seite einen 

kleinen Wohnraum ("Stübli"). Der Zugang zu diesem "Stübli" erfolgt über einen Vorraum. 

Die Beschwerdeführerin liess den Wohnteil mit Vorraum abbrechen und neu aufbauen 

(Holzfassade, teilweise mit sichtbarem Betonsockel), das Dach neu decken 

(dunkelbraunes Blech), eine Koch- und Heizgelegenheit mit Kamin erstellen und 

zusätzliche Fenster einbauen (anstelle eines bestehenden Fensters zwei neue Fenster und 

vier zusätzliche Fenster). Vor Ausführung dieser Arbeiten war das Weidhaus mit 

Holzschindeln gedeckt gewesen und hatte im Wohnteil eine einfache offene 

Kochgelegenheit ohne Kamin sowie zwei Fensteröffnungen (je ein Fenster in der Nordost- 

und in der Südwestfassade). Der Vorraum verfügte über eine Aussentür und hatte früher 

keine Fenster, aber im oberen Bereich mehrere Fassadenöffnungen. Neu ist die Fassade 

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).

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des Vorraums auf allen Seiten geschlossen, hat aber auf der Südostseite ein grosses 

Fenster. Der frühere Zustand des Weidhauses und die ausgeführten Arbeiten sind 

ausreichend durch die Baugesuchsunterlagen und Fotodokumentationen in den Vorakten 

dokumentiert und zudem unbestritten. Der von der Beschwerdeführerin beantragte 

Augenschein ist daher nicht erforderlich.

b) Die am Weidhaus vorgenommenen Umbau- und Erneuerungsarbeiten sind 

baubewilligungspflichtig und erfordern eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG4 für 

Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone. Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht 

bestritten. Sie macht allerdings sinngemäss geltend, die Arbeiten seien bewilligungsfähig.

c) Das Weidhaus befindet sich gemäss kantonalem Richtplan in einem 

Temporärsiedlungsgebiet. Laut dem Zonenplan "Landschaft" der Gemeinde Grindelwald5 

liegt es zudem in einer Kulturlandschaft mit Weidhäusern und ist im kommunalen 

Weidhausinventar verzeichnet. Damit beabsichtigte die Gemeinde Grindelwald, das 

Gebäude als landschaftsprägende Baute zu schützen. Bei solchen Gebäuden können laut 

Art. 39 Abs. 2 RPV6 Nutzungsänderung unter bestimmten Voraussetzungen als 

standortgebunden bewilligt werden, sofern die äussere Erscheinung und die bauliche 

Grundstruktur im Wesentlichen unverändert bleiben. Eine dieser Voraussetzungen ist aber, 

dass der kantonale Richtplan und die Gemeindevorschriften Kriterien zur Schutzwürdigkeit 

und Vollzugsbestimmungen enthalten (Art. 39 Abs. Abs. 2 Bst. d RPV und Massnahmeblatt 

D_01 des kantonalen Richtplans). Die Gemeinde Grindelwald hat im Rahmen der letzten 

Ortsplanungsrevision Vorschriften zu den geschützten Weidhäusern erlassen; die 

entsprechenden Bestimmungen in ihrem Landschaftsreglement7 wurden aber bisher nicht 

vom AGR genehmigt, das Genehmigungsverfahren ist bezüglich dieser Normen sistiert.8 

Art. 39 Abs. 2 RPV ist daher nicht anwendbar. Eine Ausnahmebewilligung könnte nur 

gestützt auf Art. 24c RPG erteilt werden.

d) Laut Art. 24c RPG werden altrechtliche Bauten, die bestimmungsgemäss nutzbar 

sind, aber ausserhalb der Bauzone liegen und nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem 

4 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 
5 Zonenplan Landschaft der Gemeinde Grindelwald vom 8. Juni 2001 (genehmigt am 29. August 2005).
6 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1) 
7 Landschaftsreglement der Gemeinde Grindelwald vom 8. Juni 2001 (genehmigt am 29. August 2005).
8 Verfügung des AGR vom 29. August 2005 (G. Nr. 120 02 40).

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Bestand grundsätzlich geschützt. Solche Bauten können mit Bewilligung der zuständigen 

Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, 

sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind (Art. 24c Abs. 1 und 2 RPG). 

Eine Änderung gilt als teilweise und eine Erweiterung als massvoll, wenn die Identität der 

Baute einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt (Art. 42 

Abs. 1 RPV). Massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung der Identität ist der 

Zustand, in dem sich die Baute oder Anlage im Zeitpunkt der Zuweisung zum 

Nichtbaugebiet befand (Art. 42 Abs. 2 RPV). Ob die Identität der Baute oder Anlage im 

Wesentlichen gewahrt bleibt, ist nach Absatz 3 dieser Norm unter Würdigung der 

gesamten Umstände zu beurteilen. In die Gesamtbetrachtung einzubeziehen sind 

insbesondere Veränderungen des Erscheinungsbildes des Gebäudes und seiner 

Umgebung, die Vergrösserung der Nutzfläche, Volumenveränderungen, 

Nutzungsänderungen, Umbauten innerhalb des Gebäudes, die Auswirkungen auf die 

Erschliessung und das Verhältnis der Umbaukosten zum Gesamtwert des Gebäudes. Für 

die Erweiterung der genutzten Flächen gelten zudem nach Art. 42 Abs. 3 Bst. a und b RPV 

quantitative Grenzen. Werden diese überschritten, gilt die Identität der Baute als nicht 

gewahrt und eine Bewilligung kann nicht erteilt werden. Bauliche Veränderungen dürfen 

aber in jedem Fall keine wesentlich veränderte Nutzung ursprünglich bloss zweitweise 

bewohnter Bauten ermöglichen (Art. 42 Abs. 3 Bst. c RPV). Der Abbruch und 

Wiederaufbau einer Baute ist nur zulässig, wenn die Baute im Zeitpunkt des Abbruch noch 

bestimmungsgemäss nutzbar war und an ihrer Nutzung ein ununterbrochenes Interesse 

besteht (Art. 42 Abs. 4 RPV).

e) Das umstrittene Weidhaus liegt weit ausserhalb des Siedlungsgebiets in einer 

Kulturlandschaft mit Weidhäusern. In seiner bisherigen Ausgestaltung hatte es in erster 

Linie den Charakter eines Stalls mit Scheunenteil. Es trat als landwirtschaftliches 

Ökonomiegebäude in Erscheinung. Die am Weidhaus vorgenommenen Änderungen haben 

dieses Erscheinungsbild als ursprünglich landwirtschaftlich genutztes Gebäude mit nur 

kleinem Temporärwohnteil stark verändert; der ausgebaute Wohnteil tritt nun dominant in 

Erscheinung: Dies einerseits durch die neu sieben statt zwei Fenster, andererseits durch 

die deutlich massiver ausgeführte Bauweise mit Betonsockel und vollständig 

geschlossener Fassade im Bereich des Vorraums. Auch der Ersatz des Holzschindeldachs 

durch ein Blechdach mit Kamin hat die Erscheinung des Gebäudes massgeblich verändert. 

Die Fassaden- und die Dachgestaltung entsprechen nicht mehr der ursprünglichen 

Erscheinung. Hinzu kommt, dass der Einbau zusätzlicher Fenster, die Schliessung der 

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Fassadenöffnungen und der Einbau einer Koch- und Heizgelegenheit nicht nur 

ermöglichen, neben dem "Stübli" auch den Vorraum zum Wohnen zu nutzen, sondern das 

Weidhaus neu ganzjährig bewohnbar machen. Die Identität des Gebäudes ist daher nicht 

mehr gewahrt. Eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24c RPG kann nicht erteilt werden. 

Dies umso mehr, als es sich beim Weidhaus um eine ursprünglich bloss zweitweise 

bewohnte Baute im Sinne von Art. 42 Abs. 3 Bst. c RPV handelt. Bei diesen Bauten 

unterliegen bauliche Änderungen noch stärkeren Einschränkungen und dürfen keine 

veränderte oder erweiterte Nutzung ermöglichen, wie dies vorliegend der Fall ist. Daran 

ändern auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts: Die früher vorhandene offene 

Feuerstelle im Weidhaus ermöglichte zwar wohl auch bisher das Zubereiten einfacher 

Mahlzeiten. Ein regelmässiges Kochen und dauerhaftes Wohnen wäre aber mit der offenen 

Feuerstelle ohne Kamin, die zu Rauchentwicklung im Gebäude führte, nicht möglich 

gewesen. Sie hätte insbesondere auch nicht dazu dienen können, das Stübli und den 

Vorraum, der einfache Bretterwände mit mehreren Öffnungen aufwies, in den kälteren 

Monaten genügend zu beheizen. Die neue eingebaute Koch- und Heizgelegenheit führt 

zweifellos zu einer stark erweiterten Nutzungsmöglichkeit. Was die Fenster betrifft, zeigen 

die Fotos in den Vorakten deutlich, dass auch bei geschlossenen Fensterläden die neuen 

Fenster deutlich als Fenster wahrgenommen werden, die Fassaden ganz anders aussehen 

als früher und der Wohnteil prominent in Erscheinung tritt. Die Beschwerdeführerin kann 

auch aus dem von ihr angerufenen Art. 40 Abs. 5 GBR9 nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Nach dieser Bestimmung sollen Gebäude in der Vorsassstufe und im Alpgebiet zur 

Erhaltung des traditionellen Baucharakters nach Möglichkeit mit Holzschindeln gedeckt 

werden. Dies schliesst andere Bedachungsmaterialen zwar nicht gänzlich aus, lässt sie 

aber nur in Ausnahmefällen zu. Zudem unterstreicht die genannte Bestimmung deutlich, 

dass Holzschindeldächer wesentlich sind für das traditionelle Erscheinungsbild der 

Gebäude im Vorsass- und Alpgebiet. 

f) Da durch die ausgeführten Arbeiten die Identität des Weidhauses stark verändert 

wurde, handelt es sich nicht mehr um eine teilweise Änderung. Zu Recht haben daher das 

AGR die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG und die Gemeinde die 

Baubewilligung verweigert. Es kann bei diesem Ergebnis offen bleiben, in welchem 

Umfang eine Erweiterung der Wohnfläche stattgefunden hat und ob diese in quantitativer 

Hinsicht das zulässige Mass überschreitet. 

9 Baureglement der Einwohnergemeinde Grindelwald 4. Juni 1999, genehmigt durch das AGR am 27. Februar 
2001.

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3. Wiederherstellung

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung ausgeführt, so setzt die 

Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die 

Wiederherstellungsanordnung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein 

und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen (Art. 47 Abs. 6 BewD10). 

Verhältnismässig ist eine Anordnung dann, wenn sie zur Erreichung des angestrebten Ziels 

geeignet und erforderlich und für die Betroffenen zumutbar ist. Bei geringfügigen 

Abweichungen und wenn die Bauherrschaft im baurechtlichen Sinn gutgläubig handelte, 

kann die Wiederherstellung unterbleiben, wenn nicht gewichtige öffentliche oder private 

Interessen diese gebieten. Bei bösem Glauben der Bauherrschaft kann auf die 

Wiederherstellung nur verzichtet werden, wenn die Abweichung vom Erlaubten 

unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im öffentlichen Interesse liegt oder 

unverhältnismässig wäre. Auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit kann sich somit 

auch eine Bauherrschaft berufen, die nicht gutgläubig gehandelt hat. Sie muss aber in Kauf 

nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der 

Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des 

gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die der Bauherrschaft 

allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Mass berücksichtigen.11

b) Ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ist 

im Allgemeinen gegeben, da das Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 

Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bauten, die der baurechtlichen 

Ordnung widersprechen, generell gross ist. Besonderes Gewicht kommt dem öffentlichen 

Interesse am konsequenten Vollzug des Bau-, Planungs- und Umweltrechts ausserhalb 

10 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N 9 ff. mit Hinweisen.

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des Baugebiets zu.12 Das umstrittene Weidhaus befindet sich ausserhalb des Baugebiets. 

Die Beschwerdeführerin hat ohne Baubewilligung und ohne Ausnahmebewilligung nach 

Art. 24 ff. RPG gebaut und damit die Vorschriften des Raumplanungsrechts verletzt. Dies 

widerspricht zwingenden öffentlichen Interessen.13 Die angeordnete Wiederherstellung liegt 

daher im öffentlichen Interesse.

c) Die Wiederherstellungsanordnung ist auch verhältnismässig: Die Gemeinde hat 

angeordnet, die Koch- und Heizgelegenheit samt Kamin seien zu entfernen, vier der neuen 

Fenster seien so zu verschliessen, dass sie nicht mehr geöffnet werden können und keine 

Fensteröffnung wahrnehmbar sei, und das Blechdach sei wieder durch ein 

Holzschindeldach zu ersetzen. Diese Massnahmen sind geeignet und erforderlich, um das 

ursprüngliche Erscheinungsbild als landwirtschaftliche Ökonomiebaute mit 

untergeordnetem Temporärwohnteil soweit möglich wieder herzustellen und die unzulässig 

erweiterte Nutzungsmöglichkeit wieder einzuschränken. Entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin reicht es zur Erreichung dieser Ziele nicht aus, die Fensterläden bei 

Nichtbenutzung des Gebäudes geschlossen zu halten. Damit würde zum Einen die 

unzulässig erweiterte Nutzungsmöglichkeit nicht eingeschränkt; zum Andern sind die 

neuen Fenster auch bei geschlossenen Fensterläden deutlich als Fenster wahrnehmbar 

und verändern die Erscheinung der Fassaden. Andere als die angeordneten Massnahmen 

sind nicht geeignet oder nicht ausreichend. Die Anordnung der Gemeinde ist auch 

genügend klar. Es ist daher nicht erforderlich, einen Augenschein durchzuführen und die 

notwendigen Wiederherstellungsmassnahmen vor Ort zu diskutieren, wie dies die 

Beschwerdeführerin verlangt. 

d) Entgegen ihrer Auffassung ist ihr die Widerherstellung auch zumutbar. Ihr Vertrauen 

darauf, dass sich der von ihr beauftragte Bauunternehmer nach der Notwendigkeit einer 

Baubewilligung erkundigt und keine ungesetzlichen Arbeiten ausführt, ändert daran nichts. 

Der Beschwerdeführerin war gemäss ihren Ausführungen bewusst, dass ihr Vorhaben 

baubewilligungspflichtig sein könnte. Sie macht aber nicht geltend, die zuständige 

Baubewilligungsbehörde habe ihr oder dem Bauunternehmer gegenüber Zusicherungen 

gemacht oder unrichtige Auskünfte erteilt. Sie stützt sich einzig auf das Vorgehen ihres 

Bauunternehmers. Aus dessen allfälligen Auskünften kann die Beschwerdeführerin aber 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. Eine geschützte Vertrauensposition kann nur durch 

12 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a; BGE 136 II 359 E. 6; BGer 1C_397/2007 E. 3.4.
13 BVR 1992 S. 488 E. 3.

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Handlungen einer Behörde begründet werden, nicht dagegen durch eine Auskunft oder das 

Handeln Dritter.14 Wer bauen oder nutzen will muss sich um die Zulässigkeit seines Tuns 

kümmern und sich bei den Behörden nach der Bewilligungspflicht erkundigen. Tut die 

Bauherrschaft dies nicht selbst und delegiert sie die Erkundigungspflicht an Architekten 

oder Bauunternehmer, muss sie sich deren Wissen sowie deren Unterlassungen oder 

unrechtmässige Handlungen zurechnen lassen. Dem Bauunternehmer, der gemäss 

Angaben der Beschwerdeführerin früher Mitglied der Baukommission Grindelwald war, 

hätte bewusst sein müssen, dass das Vorhaben baubewilligungspflichtig sein könnte. 

Zudem weist Art. 40 Abs. 5 GBR explizit darauf hin, dass bei der Änderung des 

Bedachungsmaterials, beispielsweise von Schindeln zu Blech, eine Baubewilligung 

erforderlich ist. Indem der Bauunternehmer das Bauvorhaben ausführte, ohne sich vorher 

bei der Gemeinde oder dem AGR zu erkundigen bzw. eine Baubewilligung einzuholen, 

handelt er im baurechtlichen Sinn bösgläubig. Dies muss sich die Beschwerdeführerin 

anrechnen lassen; sie gilt daher nicht als gutgläubig. Daher könnte auf die 

Wiederherstellung nur dann verzichtet werden, wenn die Abweichung vom Erlaubten 

unbedeutend oder nicht im öffentlichen Interesse wäre. Beides ist nicht der Fall. Da es sich 

bei der Wahrung der Zonenkonformität in der Landwirtschaftszone um ein gewichtiges 

öffentliches Interessen handelt, wäre im Übrigen auch bei Gutgläubigkeit der Bauherrschaft 

nicht von einer Wiederherstellung abzusehen.15

e) Das öffentliche Interesse an der angeordneten Wiederherstellung überwiegt die 

Nachteile, die der Beschwerdeführerin dadurch entstehen. Die Beschwerdeführerin gilt im 

baurechtlichen Sinn als bösgläubig. Die finanziellen Nachteile, die ihr durch 

Wiederherstellungsmassnahmen erwachsen können, haben daher nur eine untergeordnete 

Bedeutung. Zudem richtet die Gemeinde Beiträge an Holzschindeldächer aus.16 Dadurch 

können sich die finanziellen Aufwendungen für die Beschwerdeführerin reduzieren. Die 

angeordneten Massnahmen sind daher verhältnismässig. Die angefochtene 

Wiederherstellungsverfügung ist nicht zu beanstanden. 

f) Die Gemeinde hat für die Ausführung der Wiederstellungsmassnahmen eine 

grosszügige Frist bis 31. August 2016 angesetzt. Dies ergibt eine Zeitspanne von fast 10 

14 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N 9b/a.
15 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b/d mit Hinweis auf BGE 132 II 21 E. 6.4 und BGer 1C_404/2009 vom 
12.5.2010 E. 4.
16 Reglement über den Fonds zur Erhaltung und Förderung der Schindeldächer in der Gemeinde 
Grindelwaldvom 21. März / 16. Mai 2006.

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Monaten seit Erlass der Wiederherstellungsverfügung. Die Gemeinde hat bei der 

Fristansetzung berücksichtigt, dass die notwendigen Arbeiten in den Wintermonaten nicht 

ausgeführt werden können. Der Zeitraum zwischen Frühling und Ende August ist 

ausreichend lang, um sie durchzuführen. Die angesetzte Frist ist daher verhältnismässig. 

Da der Entscheid der BVE vor dem Frühjahr erfolgt, bleibt der Beschwerdeführerin 

ausreichend Zeit, um die Wiederherstellungsarbeiten in Auftrag zu geben und durchführen 

zu lassen. Eine Fristerstreckung ist nicht notwendig.

g) Zusammenfassend ergibt sich, dass die von der Vorinstanz angeordnete 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im öffentlichen Interesse liegt, den 

Vertrauensgrundsatz nicht verletzt und verhältnismässig ist. Die Beschwerde ist 

abzuweisen und die Verfügungen des AGR und der Gemeinde sind zu bestätigen.

4. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 

GebV17).

b) Die unterliegende Partei hat zudem der Gegenpartei deren Parteikosten, das heisst 

den durch eine berufsmässige (anwaltliche) Parteivertretung anfallenden Aufwand, zu 

ersetzen (Art. 104 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 3 VRPG). Organe des Kantons und der 

Gemeinden haben aber in der Regel keinen Anspruch auf Parteikostenersatz, es sei denn, 

sie seien wie eine Privatperson betroffen, beispielsweise als Bauherrin (Art. 104 Abs. 4 

i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. a und Bst. b VRPG). Das AGR und die Gemeinde Grindelwald sind 

weder anwaltlich vertreten noch wie Privatpersonen betroffen, sondern haben im Rahmen 

ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben verfügt. Sie haben daher keinen Anspruch auf 

Parteikostenersatz. Die Gemeinde Grindelwald macht zwar geltend, das Rechtsamt habe 

ihr zu Unrecht über die Dezemberfeiertage eine nicht erstreckbare Antwortfrist gesetzt. 

Dies sei bei der Kostenauflage zu würdigen. Es wird von der Gemeinde Grindelwald aber 

nicht begründet, wieso ihr aus der Ansetzung einer 30-tägigen Antwortfrist zusätzlicher 

17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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spezieller Aufwand entstanden wäre. Zudem gelten gemäss Praxis der BVE auch für 

nachträgliche Baubewilligungsverfahren die Vorschriften des ordentlichen 

Baubewilligungsverfahrens. In Beschwerdeverfahren ist daher auch bei nachträglichen 

Baubewilligungsverfahren die Beschwerdeantwort innert der gesetzlichen, nicht 

erstreckbaren Frist von Art. 40 Abs. 5 BauG einzureichen. Die Gemeinde Grindelwald hat 

keinen Anspruch auf Parteikostenersatz.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung des AGR vom 1. September 2015 

und der Entscheid der Gemeinde Grindelwald vom 4. November 2015 werden 

bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau A.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung, eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin

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