# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f79e5394-cb39-5c73-a5c7-f7bf32d17715
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.08.2014 C-1868/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1868-2013_2014-08-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1868/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richter Jean-Daniel Dubey,  

Richter Blaise Vuille, 

Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. 
 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

Beschwerdeführerin, 

Zustelladresse: B._______, 

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Einreiseverbot. 

 

 

C-1868/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin, eine 1975 geborene serbische Staatsangehöri-

ge, wurde – gemeinsam mit dem damals frisch von ihr geschiedenen ers-

ten Ehemann, einem 1969 geborenen Landsmann – im März 2006 erst-

mals in der Schweiz angehalten, worauf die beiden umgehend ein Asyl-

gesuch stellten. Während Hängigkeit des gegen einen erstinstanzlich ab-

weisenden Asylentscheid eingeleiteten Beschwerdeverfahrens verheirate-

te sich die Beschwerdeführerin im September 2006 mit einem 1938 gebo-

renen, in der Schweiz niedergelassenen deutschen Staatsangehörigen. 

Die gestützt darauf im März 2007 erteilte Aufenthaltsbewilligung wurde 

vom Migrationsamt des Kantons Zürich in einer Verfügung vom 30. Juli 

2009 nicht mehr erneuert und die Beschwerdeführerin wurde aus der 

Schweiz weggewiesen. Die kantonale Migrationsbehörde stellte sich da-

bei auf den Standpunkt, dass die Beschwerdeführerin ihre aktuelle Ehe 

nur zum Schein eingegangen sei, um ausländerrechtliche Vorschriften zu 

umgehen. Gegen diese aufenthaltsbeendende Verfügung erhobenen 

Rechtsmitteln war kein Erfolg beschieden (Beschluss des Regierungsrats 

des Kantons Zürich vom 29. September 2010, Urteil des Verwaltungsge-

richts des Kantons Zürich vom 23. Februar 2011 sowie Urteil des Bun-

desgerichts vom 7. April 2011). Danach reiste die Beschwerdeführerin 

unkontrolliert aus der Schweiz aus.  

B.  

Am 8. März 2013 wurde die Beschwerdeführerin von der Kantonspolizei 

Zürich in der Wohnung ihres Ehemannes in Dietikon angehalten und – 

weil gestützt auf Einträge in ihrem Reisepass der Verdacht auf Zuwider-

handlungen gegen ausländerrechtliche Bestimmungen bestand – vorläu-

fig festgenommen.  

C.  

Im Rahmen der gleichentags durchgeführten polizeilichen Einvernahme 

räumte die Beschwerdeführerin auf Vorhaltung entsprechender Stempel-

einträge in ihrem Reisepass ein, sich vom 13. September 2012 bis zum 

12. Dezember 2012 und danach wieder seit dem 27. Januar 2013 im Ge-

biet der Schengen-Staaten aufgehalten zu haben. Sie habe vor ihrer er-

neuten Ausreise aus ihrem Heimatland die Auskunft erhalten, dass sie 

sich im neuen Kalenderjahr – ohne eine bestimmte Frist abzuwarten – 

wiederum während 90 Tagen im Schengen-Raum aufhalten dürfe. 

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Seite 3 

Die Beschwerdeführerin wurde von der Kantonspolizei über die Rapport-

erstattung an die zuständigen Behörden informiert, über mögliche Folgen 

straf- und administrativrechtlicher Art ins Bild gesetzt und es wurde ihr 

dazu rechtliches Gehör gegeben, wovon sie allerdings keinen Gebrauch 

machte.  

D.  

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 9. März 2013 

wurde die Beschwerdeführerin des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 

über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) schuldig ge-

sprochen und zu einer (bedingt erlassenen) Geldstrafe von 30 Tagessät-

zen zu je Fr. 30.- und zu einer Busse von Fr. 300.- verurteilt. Der Strafbe-

fehlsrichter sah als erwiesen an, dass sich die Beschwerdeführerin vom 

13. September 2012 bis zum 12. Dezember 2012 im Schengen-Raum 

aufgehalten hat und dass sie danach – ohne das für einen Aufenthalt von 

mehr als 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen notwendige 

Visum – am 27. Januar 2013 erneut einreiste und sich bis zu ihrer Anhal-

tung illegal hier aufhielt. 

E.  

Mit Verfügung vom 11. März 2013 wies die Migrationsbehörde des Kan-

tons Zürich die Beschwerdeführerin mit sofortiger Wirkung aus dem 

Schengen-Raum weg. Am Folgetag wurde sie nach Belgrad ausgeschafft. 

F.  

Ebenfalls in einer Verfügung vom 11. März 2013 verhängte die Vorinstanz 

gegenüber der Beschwerdeführerin ein zweijähriges Einreiseverbot und 

ordnete eine Ausschreibung der Massnahme im Schengener-Informa-

tionssystem (SIS) an. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschie-

bende Wirkung entzogen. Zur Begründung der Fernhaltemassnahme 

nahm die Vorinstanz Bezug auf den ergangenen Strafbefehl. Die Be-

schwerdeführerin habe sich mehr als dreissig Tage über den bewilli-

gungsfreien Aufenthalt hinaus illegal im Schengenraum aufgehalten. Da-

mit liege ein ernstzunehmender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit 

und Ordnung im Sinne von Art. 67 AuG vor. 

G.  

Mit Beschwerde vom 4. April 2013 an das Bundesverwaltungsgericht be-

antragt die Beschwerdeführerin die ersatzlose Aufhebung der vorinstanz-

lichen Verfügung. Zur Begründung beruft sie sich zum Einen auf einen Irr-

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Seite 4 

tum über die gesetzlichen Vorschriften, zum Anderen auf eine Unverhält-

nismässigkeit; ihr Ehemann lebe alleine in der Schweiz, sei krank und 

benötige ihre Hilfe. 

H.  

Die Vorinstanz verzichtete in ihrer Vernehmlassung vom 13. Juni 2013 

auf eine inhaltliche Stellungnahme und beantragt Abweisung der Be-

schwerde. 

I.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit entscheidserheblich – in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des BFM, mit denen ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 

67 AuG verhängt wird, unterliegen der Beschwerde an das Bundesver-

waltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts an-

deres bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit-

sache endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Be-

gründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch 

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aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder ab-

weisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines 

Entscheides (vgl. BVGE 2013/33 E. 2 sowie 2012/21 E. 5.1). 

3.  

3.1 Das BFM verfügt Einreiseverbote gegenüber weggewiesenen Aus-

länderinnen und Ausländern, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 

Bst. a – c AuG sofort vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG) oder die 

betroffene Person der Ausreiseverpflichtung nicht innert Frist nachge-

kommen ist (Art. 67 Abs. 1 Bst. b AuG). Das BFM kann sodann gestützt 

auf Art. 67 Abs. 2 AuG Einreiseverbote gegenüber ausländischen Perso-

nen verfügen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der 

Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Bst. 

a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Bst. b) oder in Vorbereitungs-, 

Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen werden mussten 

(Bst. c). Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jah-

ren verfügt. Für eine längere Dauer kann es angeordnet werden, wenn 

die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung darstellt (Abs. 3). Aus humanitären oder anderen 

wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der Verhängung ei-

nes Einreiseverbots absehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vo-

rübergehend aufheben (Abs. 5). 

3.2 Das Einreiseverbot dient der Abwendung künftiger Störungen der öf-

fentlichen Ordnung und Sicherheit (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: 

Botschaft], BBl 2002 3709, 3813). Soweit Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG mit 

dem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar 

an vergangenes Verhalten des Betroffenen anknüpft, steht die Gefahren-

abwehr durch Generalprävention im Sinne der Einwirkung auf die ande-

ren Rechtsgenossen im Vordergrund (zur Generalprävention im Auslän-

derrecht vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 2C_282/2012 vom 31. Juli 

2012 E. 2.5 mit Hinweis). Die Spezialprävention kommt zum Tragen, so-

weit Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG als alternativen Fernhaltegrund die Gefähr-

dung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch den Betroffenen 

selbst nennt. Ob eine solche Gefährdung vorliegt, ist gestützt auf die ge-

samten Umstände des Einzelfalles im Sinne einer Prognose zu beurtei-

len, die sich in erster Linie auf das vergangene Verhalten des Betroffenen 

abstützen muss.  

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3.3 Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 

Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen 

Schutzgüter; sie umfasst u.a. die Unverletzlichkeit der objektiven Rechts-

ordnung und der Rechtsgüter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O., 3809). In 

diesem Sinne liegt nach Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Ok-

tober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, 

SR 142.201) ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

u.a. vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen 

missachtet werden. Widerhandlungen gegen das Ausländerrecht fallen 

unter diese Begriffsbestimmung und können ein Einreiseverbot nach sich 

ziehen (vgl. Botschaft, a.a.O., 3813). 

3.4 Für die Verhängung eines Einreiseverbots ist kein vorsätzlicher Ver-

stoss gegen ausländerrechtliche Bestimmungen erforderlich. Es genügt, 

wenn der ausländischen Person eine Sorgfaltspflichtverletzung zuge-

rechnet werden kann. Unkenntnis oder Fehlinterpretation der Einreise- 

und Aufenthaltsvorschriften stellen normalerweise keinen hinreichenden 

Grund für ein Absehen von einer Fernhaltemassnahme dar. Jeder Aus-

länderin und jedem Ausländer obliegt, sich über bestehende Rechte und 

Pflichten im Zusammenhang mit ausländerrechtlichen Vorschriften ins 

Bild zu setzen und sich im Falle von Unklarheiten bei der zuständigen 

Stelle zu informieren (vgl. Urteil des BVGer C-2792/2012 vom 21. Januar 

2013 E. 5.3 mit Hinweis). 

4.  

4.1 Ausländische Personen, die in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit 

nachgehen, bedürfen für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten inner-

halb eines Zeitraums von sechs Monaten nach der Einreise keiner Bewil-

ligung, und sie müssen sich nicht anmelden (bewilligungsfreier Aufenthalt; 

Art. 10 AuG und Art. 9 Abs. 1 VZAE). Die Einreisevoraussetzungen nach 

Art. 5 AuG dabei müssen während des gesamten bewilligungsfreien Auf-

enthalts erfüllt sein (Art. 9 Abs. 2 VZAE). An die Höchstaufenthaltsdauer 

von drei Monaten anrechenbar sind Aufenthalte in der Schweiz und im 

übrigen Schengen-Raum. Das ergibt sich aus dem Vorrang des Schen-

gen-Rechts (Art. 2 Abs. 4 AuG) und der Tatsache, dass sich im Anwen-

dungsbereich des Schengen-Rechts visumspflichtbefreite Drittausländer 

im Hoheitsgebiet der Schengen-Staaten frei bewegen dürfen, höchstens 

jedoch drei Monate innerhalb einer Frist von sechs Monaten von dem Da-

tum der ersten Einreise an und soweit sie die allgemeinen Einreisevor-

aussetzungen erfüllen (vgl. Art. 20 des Schengener Durchführungsüber-

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einkommens vom 19. Juni 1990 in seiner ursprünglichen Fassung [SDÜ, 

ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 – 62]). 

4.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie sich im Zeitraum 

zwischen 13. September 2012 und ihrer Anhaltung durch die Polizei am 

8. März 2013 mit rund 130 Tagen 40 Tage über die bewilligungsfreie Zeit 

hinaus und damit illegal im Schengen-Raum aufgehalten hat. Sie macht 

jedoch geltend, sie habe sich in einem Irrtum befunden und sei davon 

ausgegangen, dass sie sich im neuen Kalenderjahr (2013) wiederum 

während 90 Tagen im Schengen-Raum aufhalten dürfe. Eine entspre-

chende Auskunft habe sie vor ihrer Einreise in den Schengen-Raum im 

Januar 2013 erhalten. Von wem genau sie diese Falschauskunft erhalten 

haben will, sagt sie jedoch nicht. Ihr Vorbringen muss daher als Schutz-

behauptung bewertet werden. Hinzu kommt, dass sie nicht Unerfahren-

heit im Zusammenhang mit ausländerrechtlichen Bestimmungen geltend 

machen konnte und es ihr im Falle von Unklarheiten zumutbar gewesen 

wäre, sich vorgängig mit den zuständigen Behörden ihres Zielortes in 

Verbindung zu setzen. Ihr ist zumindest eine Sorgfaltspflichtverletzung 

vorzuwerfen, was wiederum für die Verhängung eines Einreiseverbots 

genügen kann (vgl. E. 3.4). Bleibt anzumerken, dass der Strafbefehlsrich-

ter aufgrund der Verurteilung der Beschwerdeführerin zu einer Geldstrafe 

nicht etwa von Fahrlässigkeit, sondern von vorsätzlichem rechtswidrigen 

Aufenthalt ausgegangen ist (vgl. Art. 115 Abs. 1 und 3 AuG). 

4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit 

der nicht unerheblichen Überschreitung des bewilligungsfreien Aufent-

halts einen hinreichenden Grund für die Verhängung einer Fernhalte-

massnahme gesetzt hat. Kommt hinzu, dass die Migrationsbehörde des 

Kantons Zürich am 11. März 2013 gegen die Beschwerdeführerin eine so-

fort vollstreckbare Wegweisung angeordnet hatte. Damit war ein weiterer 

Umstand gesetzt, der zur Verhängung einer Fernhaltemassnahme be-

rechtigt (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG i.V.m. Art. 64d Abs. 2 Bst. a - c).  

5.  

5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Er-

messens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhältnis-

mässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist 

eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem öffentlichen Inte-

resse an der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beein-

trächtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung 

der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des 

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ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Ver-

fügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen 

(vgl. statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-

recht, 6. Aufl. 2010, Rz. 613 ff.). 

5.2 An der Einhaltung der ausländerrechtlichen Ordnung im Allgemeinen 

und der Vorschriften über Einreise und Aufenthalt im Besonderen besteht 

ein gewichtiges öffentliches Interesse. Das Einreiseverbot wirkt hier einer-

seits – wie bereits erwähnt – präventiv, indem es andere Ausländerinnen 

und Ausländer angesichts der nachteiligen Folgen dazu anhält, sich an 

die ausländerrechtliche Rechtsordnung des Gastlandes zu halten. Ande-

rerseits ist eine spezialpräventive Zielsetzung der Massnahme darin zu 

sehen, dass sie die Betroffenen ermahnt, inskünftig den für sie geltenden 

Regeln nachzuleben. Eine konstante und konsequente Praxis der Verwal-

tungsbehörden ist unabdingbar, wenn es darum geht, der ausländerrecht-

lichen Ordnung Nachachtung zu verschaffen (siehe etwa Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts C-2792/2012 vom 21. Januar 2013 E. 7.2 mit 

Hinweis). 

5.3 Das Fehlverhalten der Beschwerdeführerin wiegt weder objektiv noch 

subjektiv leicht. Sie hat die bewilligungsfreie Zeit im Schengen-Raum 

massiv überschritten und der von ihr geltend gemachte Irrtum kann ihr 

nicht geglaubt werden. Dem öffentlichen Interessen an einer befristeten 

Fernhaltung ist daher vorliegend erhebliches Gewicht beizumessen. 

5.4 In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten per-

sönlichen Interessen daran, ohne besondere Restriktionen in die Schweiz 

einreisen zu können, ist Folgendes festzustellen: Eine Berufung auf die 

Ehe wurde von der kantonalen Migrationsbehörde und den zuständigen 

Rechtsmittelinstanzen im Zusammenhang mit einer Aufenthaltsbewilli-

gung vor noch nicht langer Zeit als rechtsmissbräuchlich qualifiziert. Vor 

diesem Hintergrund sind die Hinweise der Beschwerdeführerin auf die Si-

tuation ihres Ehemannes in der Schweiz nicht von wesentlicher Bedeu-

tung. Im Übrigen kann die Vorinstanz das von ihr erlassene Einreisever-

bot auf Gesuch hin vorübergehend aufheben, wenn humanitäre oder an-

dere wichtige Gründe dies rechtfertigen (Art. 67 Abs. 5 in fine AuG). 

5.5 Eine wertende Gewichtung der sich entgegenstehenden Interessen 

führt demnach zum Ergebnis, dass das Einreiseverbot sowohl vom 

Grundsatz her als auch in Bezug auf seine Dauer (vgl. statt vieler die Ur-

teile des Bundesverwaltungsgerichts C-5737/2012 vom 21. Mai 2013,  

C-1868/2013 

Seite 9 

C-1279/2012 vom 18. September 2012 und C-1712/2011 vom 12. Sep-

tember 2012) eine verhältnismässige und angemessene Massnahme 

zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt.  

6.  

Die Vorinstanz hat mit der angefochtenen Verfügung die Ausschreibung 

des Einreiseverbots im SIS angeordnet. Damit werden die Wirkungen des 

Einreiseverbots auf das Hoheitsgebiet aller Schengen-Staaten ausge-

dehnt (vgl. Art. 5 Abs 1 Bst. d und Art. 13 Abs. 1 Schengener Grenzkodex 

[SGK], Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1-32). Der darin liegende Eingriff 

in die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin ist nicht zu beanstanden, 

da letztere nicht Bürgerin eines Mitgliedstaates der EU oder der EFTA ist, 

die Bedeutung des Falles eine Ausschreibung rechtfertigt (Art. 21 und 

Art. 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über 

die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informa-

tionssystems der zweiten Generation [SIS II], Abl. L 381 vom 

28. Dezember 2006, S. 4-23) und die Ausschreibung die übrigen Schen-

gen-Staaten nicht daran hindert, der Beschwerdeführerin aus humanitä-

ren Gründen die Einreise zu gestatten bzw. ihr ein Schengen-Visum mit 

räumlich beschränkter Gültigkeit zu erteilen (Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 

Abs. 4 Bst. c SGK sowie Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] Visakodex, Abl. L 243 

vom 15. September 2009). 

7.  

Aus dem bisher Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist daher abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin die 

Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 

Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

Dispositiv S. 10 

  

C-1868/2013 

Seite 10 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Sie sind mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) 

– die Migrationsbehörde des Kantons Zürich (Beilage: Akten […])  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Andreas Trommer Denise Kaufmann 

 

 

 

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