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**Case Identifier:** d4923bc1-2f69-5aad-bb19-a7f9495f3e83
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.01.2022 200 2021 660
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-660_2022-01-31.pdf

## Full Text

200 21 660 IV
LOU/IMD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. Januar 2022

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. August 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2022, IV/21/660, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 4. März 2020 unter Hinweis auf ein Trauma infolge einer 
Vergewaltigung im August 2015 bei der Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Die IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche und medizinische 
Abklärungen; namentlich veranlasste sie eine psychiatrisch-rheumatolo-
gische Begutachtung (Gutachten vom 4./12. Januar 2021 [AB 34.1, 35.1]). 
Mit Vorbescheid vom 1. März 2021 (AB 38) stellte die IVB die Verneinung 
eines Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 30 % in Aussicht. 
Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 40, 47) und einer diesbezüglichen 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 14. Juli 
2021 (AB 49) verfügte die IVB am 23. August 2021 (AB 50) wie angekün-
digt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 20. September 2021 
Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung und Zusprache einer Invalidenrente. Des Weiteren er-
suchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. September forderte der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdeführerin zur Ergänzung ihres Gesuchs um un-
entgeltliche Rechtspflege auf. Sie kam dieser Aufforderung mit Eingabe 
vom 1. Oktober 2021 nach.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 
2021 auf Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. August 2021 
(AB 50). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; BBl 2020 5535 ff.) in Kraft getreten. Weil in zeit-
licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-
gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 
Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den 
bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsscha-
dens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter 
hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut 
nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Er-

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werbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu ar-
beiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter aussch-
liesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen 
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als 
relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versi-
cherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leis-
tungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren 
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 
V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob 
und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch 
zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten 
offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies 
für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivier-
ten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 
2 S. 5 E. 4.2).

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3.2 Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem struk-
turierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder ge-
eignet ist. Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn für eine – länger 
dauernde (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) – Arbeitsunfähigkeit nach bestehender 
Aktenlage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweis-
wertiger fachärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise ver-
neint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztli-

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cher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemes-
sen werden kann (BGE 145 V 215 E. 7 S. 228).

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 2. April 2020 (AB 15) diagnostizierte Dr. med. 
B.________, Praktische Ärztin und Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-

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therapie, einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung 
(PTBS; ICD-10 F43.1) und einen Verdacht auf eine paranoide oder schizo-
typische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0/F21). Sie attestierte ab dem 
2. März 2020 (Behandlungsbeginn) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 
Die Ärztin führte aus, die Klientin mute im Erstkontakt sehr "speziell" an, 
berichte springend von Punkt zu Punkt, so dass kein klares Bild entstehe, 
was sich zeitlich wann, in welcher Abfolge ereignet habe. Klar werde, dass 
die Klientin sehr traumatische Bindungserfahrungen bereits in der frühen 
Kindheit gemacht habe. Im späteren Erwachsenenleben ausserhalb des 
Elternhauses, auf Reisen und in ihren Liebesbeziehungen hätten sich 
Missbrauch und Gefahr jedes Mal wiederholt, wenn sie sich vertrauensvoll 
jemandem genähert und geöffnet habe. Nach zwei Konsultationen könne 
nicht abschliessend beurteilt werden, inwiefern eine psychotische Sympto-
matik (zumindest komorbid) zum Trauma bestehe, welches sie dazu veran-
lasst habe, therapeutische Hilfe aufzusuchen. Es sei jedoch klar festzuhal-
ten, dass sowohl Auffassung, Gedächtnis, Konzentration sowie die berich-
teten Inhalte im Ersteindruck hoch auffällig wirkten. Da die paranoid anmu-
tende Symptomatik eher im Bereich der Persönlichkeit einzuordnen schei-
ne, sei der Erfolg von Psychopharmaka eher als gering einzustufen. Die 
Bereitschaft, sich medikamentös behandeln zu lassen, sei eingeschränkt, 
ebenso die gegenwärtige psychotherapeutische Therapierbarkeit.

3.1.2 Dr. med. C.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 13. April 2020 (AB 16) fest, die Patientin sei 2019 nach 
mehrjährigem Aufenthalt in … in die Schweiz zurückgekehrt. 2015 sei es in 
… zu einem tätlichen Angriff mit Vergewaltigung gekommen. Von der kör-
perlichen Seite her beklage die Patientin rechtsseitige Schmerzen im Be-
reich des Thorax, des Abdomens und des rechten Beins. Diesbezügliche 
Abklärungen im Oktober 2019 seien normal ausgefallen. Eine Arbeitsun-
fähigkeit aufgrund der körperlichen Beschwerden bestehe nicht.

3.1.3 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 4. Januar 2021 
(AB 34.1) eine nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F32.8) und eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leicht-
gradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.00 [S. 11]). 

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Es lasse sich ein Schmerzsyndrom mit andauernden Schmerzen mit wech-
selnder Lokalisation im Bereiche der gesamten rechten Körperhälfte nach-
weisen. Den somatischen Akten könne nicht klar entnommen werden, in-
wieweit sich diese Schmerzen hinreichend durch körperliche Störungen 
erklären liessen. Aus psychiatrischer Sicht sei diesbezüglich festzuhalten, 
dass sich eine Belastung herauskristallisieren lasse, welche als schwer-
wiegend genug zu betrachten sei, um in einem ursächlichen Zusammen-
hang mit den Schmerzen zu stehen. Diesbezüglich sei die Persönlich-
keitsstörung zu nennen. Während der aktuellen Untersuchung hinterlasse 
die Versicherte allerdings nicht den Eindruck, unter andauernden schweren 
und quälenden Schmerzen zu leiden, zu keinem Zeitpunkt deuteten Mimik 
und Gestik ein Schmerzerleben an. Die Versicherte könne sich auch frei 
und ohne äusserlich sichtbare Behinderung bewegen. Aus den genannten 
Gründen könne die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung nicht gestellt werden. Sollten sich die Schmerzen aus somatischer 
Sicht nicht hinreichend erklären lassen, wären diese als Ausdruck der Per-
sönlichkeitsstörung zu betrachten. Die Versicherte beklage sich über ein 
traumatisierendes Erlebnis in …, wo sie von einem ihr unbekannten Mann 
vergewaltigt worden sei. Bis heute habe sie dieses traumatisierende Erleb-
nis nicht adäquat verarbeiten können. Typische Intrusionen liessen sich 
indes anamnestisch nicht herauskristallisieren. Es falle auf, dass die Versi-
cherte spontan auf dieses traumatisierende Erlebnis zu sprechen komme, 
zudem könne sie ohne äusserlich sichtbare psychovegetative Mitbeteili-
gung darüber sprechen. Während der Untersuchung liessen sich zudem 
keine Hypervigilanz, keine Schreckhaftigkeit sowie keine Dissoziationen 
nachweisen. Aus den genannten Gründen könne die Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung nicht gestellt werden. Dies bedeute aber 
nicht, dass die Versicherte das für sie traumatisierende Erlebnis im Jahre 
2015 bis heute adäquat verarbeitet habe. Sie sei erst im April 2019 von 
ihrer Reise in die Schweiz zurückgekehrt. Ihren eigenen Angaben zufolge 
habe sie nicht in die Schweiz zurückkehren wollen, bevor sie dieses trau-
matisierende Erlebnis einigermassen habe verarbeiten können. Sie bekla-
ge sich während der Untersuchung darüber, dass sie wegen dieser 
Vergewaltigung sich heute noch demoralisiert und geschwächt fühle, und 
dass sie das Vertrauen verloren habe, ganz generell, da sie ganz alleine 
damit leben müsse (S. 12 f.). Des Weiteren liessen sich anamnestisch die 

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Symptome der Abgrenzungsschwierigkeiten, des Verlusts des 
Grundvertrauens, der schnelleren Ermüdbarkeit, der manchmal bedrückt-
traurigen Stimmung sowie des zeitweiligen Gefühls, in einer anderen Welt 
zu leben, von niemandem geliebt zu werden und des Gefühls, ausgenützt 
und ausgenommen zu werden nachweisen. Die Versicherte sei sehr an 
Spiritualität interessiert. Sie bezeichne sich selbst als halb erleuchtet und 
doch noch halb in dieser Welt lebend. In diagnostischer Hinsicht sei von 
einer unspezifischen Persönlichkeitsstörung auszugehen, bestehend seit 
der Kindheit und Jugendzeit. Aus der Lebensgeschichte gehe hervor, dass 
die Versicherte in ungünstigen familiären Verhältnissen aufgewachsen sei. 
In der Kindheit soll sie von ihrer Mutter oft den Vorwurf gehört haben, 
Schuld zu sein an ihrer Krankheit, der Polyarthritis. Die Beziehung mit der 
Mutter habe sich konflikthaft entwickelt. Diverse psychopathologische 
Befunde in der Kindheit wiesen auf eine frühe Entwicklungsstörung hin (S. 
13). Aufgrund der diesbezüglich unpräzisen Angaben der Versicherten 
könnten keine verlässlichen Aussagen darüber gemacht werden, ob und in 
welchem Ausmass eine allfällige Dekompensation der 
Persönlichkeitsstörung nach dem traumatisierenden Ereignis im Jahre 2015 
aufgetreten sei. Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde sowie der 
anamnestischen Angaben der Versicherten müsse insgesamt jedoch eine 
psychische Beeinträchtigung in einem Ausmass festgestellt werden, die 
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Der Schweregrad der 
Persönlichkeitsstörung sei insgesamt als leicht- bis mittelgradig zu 
beurteilen (S. 14). Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in jeglicher 
Tätigkeit (S. 18).

Dr. med. E.________, Facharzt für Rheumatologie und für Physikalische 
Medizin und Rehabilitation, hielt im rheumatologischen Gutachten von 
12. Januar 2021 (AB 35.1) fest, es bestünden keine rheumatologischen 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Explorandin bekla-
ge rund um die Uhr vorhandene Schmerzen an der rechten Körperseite. 
Kälte würde die Schmerzen verschlimmern. Bezüglich der geltend gemach-
ten Beschwerden am Bewegungsapparat finde sich in Übereinstimmung 
mit den Angaben der Hausärztin kein relevantes somatisches Krankheits-
bild.

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Aus bidisziplinärer Sicht könne die Beurteilung im psychiatrischen Teilgut-
achten als gemeinsame Konsensbeurteilung übernommen werden, da sich 
aus rein rheumatologischer Sicht keine Krankheit mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit diagnostizieren lasse (AB 34.1 S. 22).

3.1.4 F.________, Fachpsychologin FSP und Dr. med. G.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und für Allgemeine Innere 
Medizin, führten im Bericht vom 10. Mai 2021 (AB 47) aus, nebst der vom 
Gutachter anerkannten Persönlichkeitsstörung sei die Diagnose einer 
PTBS (ICD-10 F43.1) zu stellen. Die Patientin weise die folgenden Sym-
ptome einer PTBS auf: Intrusionen in Form von Albträumen und Flash-
backs, Schlafstörungen, Numbing (spüre sich nicht mehr, fühle sich leer), 
Vermeidung von Beziehungen zu Männern, Vermeidung, über das Trauma 
zu sprechen, Angst und Panik, sie fühle sich wertlos, Grübeln und Gedan-
kenkreisen, Konzentrationsfähigkeitsstörungen. Der Gutachter schreibe, er 
habe keine entsprechenden Symptome beobachtet, insbesondere kein 
Hyperarousal. Die Patientin gebe klar an, dass sie beispielsweise bei be-
stimmten Geräuschen wieder in der traumatischen Situation drin sei. Dies 
sei ein typisches Flash-back, also eine Intrusion. Der Gutachter habe also 
"nicht gut gefragt". Die Diagnose einer PTBS müsse in der Beurteilung 
berücksichtigt werden. 

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, hielt in der Stellungnahme vom 14. Juli 2021 (AB 49) fest, 
der psychiatrische Gutachter habe plausibel dargelegt, dass der Schwere-
grad der seit Kindheit und Jugend bestehenden (unspezifischen) Persön-
lichkeitsstörung insgesamt als leicht- bis mittelgradig zu beurteilen sei. Der 
Kritik der Therapeutinnen an der Fragestellung des Gutachters sei anzu-
merken, dass der Gutachter eine gezielte Befragung durchgeführt habe 
und die Versicherte explizit nach Intrusionen befragt habe. Der Gutachter 
habe ausführlich begründet, warum die Diagnose einer PTBS nicht habe 
gestellt werden können resp. die entsprechenden Kriterien nicht erfüllt ge-
wesen seien. Auf das Gutachten könne weiterhin abgestellt werden.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten 
Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität 
des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten 
eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Ge-
richtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.4 Die angefochtene Verfügung vom 23. August 2021 (AB 50) basiert 
in medizinischer Hinsicht auf dem bidisziplinären psychiatrisch-rheumatolo-

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gischen Gutachten der Dres. med. D.________ und E.________ vom 
4./12. Januar 2021 [AB 34.1, 35.1]). Dieses erfüllt die vorerwähnten höch-
strichterlichen Beweisanforderungen und erbringt vollen Beweis. Die Gut-
achter haben sich in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit 
den geklagten Beschwerden auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerun-
gen auch gestützt auf eigene Untersuchungen getroffen. Die Ausführungen 
in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend 
und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und ins-
besondere zum vorliegend relevanten Beweisthema (Restarbeitsfähigkeit, 
Zumutbarkeitsprofil) nachvollziehbar begründet.

3.4.1 In Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand führte der 
Gutachter Dr. med. E.________ überzeugend aus, dass die von der Be-
schwerdeführerin beklagten diffusen Beschwerden in der rechten Körper-
hälfte keinem somatischen Korrelat zugeordnet werden können und sich 
diesbezüglich keine Arbeitsunfähigkeit begründen lässt (AB 35.1 S. 11). 
Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag an dieser Ein-
schätzung nichts zu ändern. Sie verweist in der Beschwerde zwar mehr-
fach in allgemeiner Weise auf vorhandene Schmerzen, setzt sich aber mit 
den Ausführungen des Gutachters nicht auseinander. Hinzu kommt, dass 
auch die Hausärztin Dr. med. C.________ keine Arbeitsunfähigkeit aus 
somatischer Sicht attestiert (AB 16 S. 4 Ziff. 2.7).

3.4.2 Der Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens vom 4. Januar 
2021 (AB 34.1) wird nicht bereits dadurch erschüttert, dass das Ab-
klärungsergebnis die Beschwerdeführerin nicht befriedigt bzw. die behan-
delnde Psychologin abweichende Feststellungen trifft und abweichend vom 
Gutachter eine PTBS diagnostiziert (vgl. Beschwerde S. 2). Der Gutachter 
stellte die geklagten Schmerzen schlüssig in einen Zusammenhang mit der 
nachvollziehbar diagnostizierten Persönlichkeitsstörung und äusserte sich 
auch zu den für die Beschwerdeführerin zweifellos belastenden Ereignis-
sen im Jahr 2015 in … und ordnete diese einleuchtend ein. Ausführlich 
legte er unter Bezugnahme auf die diagnostischen Leitlinien (DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 207 f.) dar, weshalb eine PTBS – wie auch eine somatoforme 

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Schmerzstörung – nicht zu diagnostizieren ist. Soweit der Beschwerdefüh-
rerin die diagnostischen Instrumente als "unangebracht" erscheinen (Be-
schwerde S. 2), ändert dies daran nichts. Die behandelnde Psychologin 
vermochte im teilweise advokatorisch abgefassten Bericht vom 10. Mai 
2021 (AB 47) diesbezüglich keine Aspekte zu benennen, die im Rahmen 
der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Allein der 
Umstand, dass sie zu anderslautenden Einschätzungen gelangte, ist auf-
grund der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen Facharztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich 
bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht geeignet, die 
Schlüssigkeit des Gutachtens in Zweifel zu ziehen (vgl. SVR 2019 UV 
Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5). Soweit die behandelnde 
Psychologin es als "unlogisch" bezeichnete, bei einer attestierten Persön-
lichkeitsstörung von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen ("ohne 
Beeinträchtigungen arbeiten"; AB 47 S. 1), entspricht dieser Vorwurf nicht 
den Tatsachen, attestierte doch der Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit von 
30 % (AB 34.1 S. 18). Diese Einschätzung, welche auch unter Bezugnah-
me auf das Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchti-
gungen bei psychischen Erkrankungen (Mini-ICF-APP) und das dabei er-
fasste leicht- bis mittelgradig eingeschränkte Fähigkeitsniveau (Durchhalte-
fähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit, Flexibiliät und Umstellungsfähigkeit) 
begründet wurde (AB 34.1 S. 17 Ziff. 7.4), überzeugt. Es ist zwar nachvoll-
ziehbar, dass die Beschwerdeführerin sich "Intuition, Verständnis und Mit-
gefühl" wünscht (Beschwerde S. 2). Dies ändert allerdings am Ergebnis 
ebenso wenig wie der Vorwurf, der Gutachter sei nicht empathisch gewe-
sen (Beschwerde S. 3 und 4), finden sich doch keine Anhaltspunkte dafür, 
dass die gutachterliche Beurteilung nicht objektiv ausgefallen ist.

3.5 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin bei Erlass der 
Verfügung vom 23. August 2021 (AB 50) zu Recht auf das voll beweiskräf-
tige bidisziplinäre psychiatrisch-rheumatologische Gutachten der Dres. 
med. D.________ und E.________ vom 4./12. Januar 2021 [AB 34.1, 
35.1]) abgestellt. Bei einer attestierten Einschränkung von 30 % sowohl in 
der angestammten als auch in jeder anderen angepassten Tätigkeit besteht 
offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. E. 2.4 hiervor). 
Die Durchführung eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) erübrigt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2022, IV/21/660, Seite 14

sich. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die psychiatrisch attestier-
te Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (AB 34.1 S. 18) der rechtli-
chen Prüfung anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296) standhielte.

3.6 Die angefochtene Verfügung vom 23. August 2021 (AB 50) ist 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuwei-
sen.

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG). 

Die Prozessarmut ist ausgewiesen (Akten der Beschwerdeführerin, Be-
schwerdebeilage [BB] 1). Da der Prozess nicht zum vornherein als aus-
sichtslos erschien, sind die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts 
auf unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten erfüllt. 
Das entsprechende Gesuch ist somit gutzuheissen.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Vorliegend werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt und 
der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der gewährten 
unentgeltlichen Rechtspflege ist sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu 
befreien (Art. 113 VRPG).

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2022, IV/21/660, Seite 15

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungsplicht gemäss Art. 123 ZPO – 
jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.