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**Case Identifier:** 8e6ebcbf-eb77-5f2b-bc1a-ed8749b291a5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 04.12.2025 WBE.2024.440
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-440_2025-12-04.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

WBE.2024.440 / MW / we 
(2024-001342)  

Art. 109 

 

Urteil vom 4. Dezember 2025 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Winkler, Vorsitz  

Verwaltungsrichterin Dambeck 

Verwaltungsrichter Michel 

Gerichtsschreiber Wildi 

Rechtspraktikantin Schläfli    

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

vertreten durch Dr. iur. Lukas Pfisterer, Rechtsanwalt,  

Frey-Herosé-Strasse 25, Postfach, 5001 Aarau    

 

gegen 

 

Vorinstanzen  Gemeinderat Q._____,  

 

  Regierungsrat des Kantons Aargau, Regierungsgebäude, 5000 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Baubewilligung 

 

Entscheid des Regierungsrats vom 6. November 2024 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Vom 27. Januar bis 27. Februar 2023 legte der Gemeinderat Q._____ das 

Baugesuch von A._____ für den Neubau eines Milchviehlaufstalls sowie 

eines Einfamilienhauses auf den Parzellen Nrn. ccc, ddd, aaa, bbb und eee 

ausserhalb der Bauzonen öffentlich auf. Während der Auflagefrist gingen 

gegen das Bauvorhaben drei Einwendungen ein. Das Departement Bau, 

Verkehr und Umwelt (BVU), Abteilung für Baubewilligungen, wies das Ge-

such am 25. September 2023 ab. Mit Protokollauszug vom 16. Oktober 

2023 hiess der Gemeinderat daraufhin die Einwendungen im Grundsatz 

gut (soweit auf diese einzutreten war) und wies das Baugesuch ab. 

 

B. 

Dagegen erhob A._____ Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat. 

Dieser fällte am 6. November 2024 folgenden Entscheid: 

 

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. 
Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.– 
sowie den Kanzleigebühren und den Auslagen von Fr. 1'015.10, insge-
samt Fr. 3'015.10, werden dem Beschwerdeführer A._____ auferlegt. Ab-
züglich des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 2'000.00 hat dieser so-
mit noch Fr. 1'015.10 zu bezahlen. 
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

C. 

1. 

Gegen den am 13. November 2024 zugestellten Entscheid des Regie-

rungsrats erhob A._____ am 12. Dezember 2024 Verwaltungsgerichtsbe-

schwerde mit den Anträgen: 

 

1. 
In Gutheissung der Beschwerde sei der Beschluss des Regierungsrats 
Nr. 2024-001342 vom 6. November 2024 aufzuheben. 
 
2. 
Die Sache sei dem Regierungsrat zu neuem Entscheid zurückzuweisen. 
 
3. 
Eventualiter: Die Sache sei dem Gemeinderat Q._____ und dem Departe-
ment Bau, Verkehr und Umwelt zu neuem Entscheid zurückzuweisen. 
 
4. 
Unter den gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 - 3 - 

 

 

2. 

Mit Eingabe vom 14. Januar 2025 teilte die Erbengemeinschaft B._____, 

welche gegen das Bauvorhaben Einwendung erhoben und am vorinstanz-

lichen Verfahren teilgenommen hatte, mit, sich am weiteren Verfahren nicht 

zu beteiligen. 

 

3. 

Der Rechtsdienst des Regierungsrats beantragte in der Beschwerdeant-

wort vom 30. Januar 2025 namens des Regierungsrats die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde. 

 

4. 

Der Gemeinderat Q._____ hielt in der Beschwerdeantwort vom 31. März 

2025 fest, nachdem die abschliessende Beurteilung der massgebenden 

Aspekte nicht im Ermessen des Gemeinderats liege, werde die Abweisung 

der Beschwerde – allenfalls die Rückweisung zur Neubeurteilung der offe-

nen Fragen – beantragt. 

 

5. 

Mit Replik vom 16. Juni 2025 hielt der Beschwerdeführer an den Anträgen 

gemäss der Beschwerde fest.  

 

6. 

Der Rechtsdienst des Regierungsrats stellte in der Duplik vom 30. Juli 2025 

namens des Regierungsrats erneut den Antrag, die Beschwerde sei kos-

tenfällig abzuweisen. 

 

7. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 4. Dezember 2025 beraten und 

entschieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspfle-

gegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Das gilt auch in Bausachen (§ 61 Abs. 3 

der Bauverordnung vom 25. Mai 2011 [BauV; SAR 713.121]). Der ange-

fochtene Entscheid des Regierungsrats ist verwaltungsintern letztinstanz-

lich. Das Verwaltungsgericht ist somit für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig. 

 

 - 4 - 

 

 

2. 

Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen 

gerügt werden (§ 55 Abs. 1 VRPG). Die Kontrolle der Angemessenheit ist 

demgegenüber ausgeschlossen (Umkehrschluss aus § 55 Abs. 3 VRPG). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Das Projekt sieht die "Aussiedlung" eines landwirtschaftlichen Betriebs 

bzw. die Betriebserweiterung am Standort "C._____" (Gemeinde Q._____) 

vor (vgl. Vorakten, act. 26, 101, 129; angefochtener Entscheid, S. 2). Ge-

plant ist ein Milchviehlaufstall für 60 Milchkühe (und acht bis zehn Aufzucht-

kälber) mit Nebenräumen sowie zwei Silos (vgl. Vorakten, act. 20 ff., 101; 

Beschwerde, S. 4). Das Stallgebäude hat einen Grundriss von ca. 47.44 m 

x 30.75 m und eine Höhe von bis zu 9.89 m; die projektierten Silos haben 

einen Durchmesser von 4.60 m und eine Höhe von je 18.65 m (Vorakten, 

act. 21, 114 [Griff 27]). An der südwestlichen Ecke des Stalls ist eine 

Schnitzelheizung vorgesehen, daran anschliessend eine Trafo-Station 

(Vorakten, act. 114 [Griffe 25 f.]). Der Laufstall soll auf den Parzellen 

Nrn. ccc, ddd und aaa zu liegen kommen, die Silos auf der Parzelle Nr. aaa. 

Südöstlich ist auf den Parzellen Nrn. bbb und eee ein Einfamilienhaus ge-

plant (Vorakten, act. 23 f.) mit einem Grundriss von ca. 10.00 m x 9.70 m 

(Vorakten, act. 114 [Griff 29]). Die Erschliessung soll über die bestehende 

Zufahrt führen, welche von den Gebäuden in Richtung Süden auf einer 

Länge von rund 70 m neu asphaltiert werden soll (siehe Vorakten, act. 25, 

114 [Griff 25]). 

 

1.2. 

Die vom Bauvorhaben betroffenen Parzellen liegen in der Landwirtschafts-

zone (Kulturlandplan der Gemeinde Q._____ vom _____ 2016 / _____ 

2018) und im Perimeter der Schutzzone des Dekrets zum Schutze der Hall-

wilerseelandschaft vom 13. Mai 1986 (Hallwilerseeschutzdekret; 

SAR 787.350 [nachfolgend: HSD]). Nördlich bzw. nordwestlich des Pro-

jekts befindet sich ein Trockenstandort (T10, beim nordöstlichen Ende der 

Parzelle Nr. bbb) und ein Waldgebiet (siehe Kulturlandplan). Etwas südlich 

des Bauprojekts verläuft von West nach Ost der E._____bach. Dieser wird 

von der Zufahrt gequert. Die Zufahrt soll (u.a.) in diesem Bereich neu as-

phaltiert werden, womit die neue Asphaltierung teilweise im Gewässerraum 

(siehe Abs. 2 lit. a der Übergangsbestimmung zur Änderung vom 

4. Mai 2011 der Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 

[GSchV; SR 814.201]) liegt.  

 

Das Bauvorhaben ist gemäss Richtplan sodann in einer Landschaft von 

kantonaler Bedeutung (LkB) geplant. Zudem befinden sich der Milchvieh-

laufstall und die beide Silos im Perimeter eines Wildtierkorridors von kan-

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tonaler Bedeutung (Wildtierkorridor _____) (Richtplan-Teilkarte L 2.6 Wild-

tierkorridore; siehe auch Umwelt Aargau, Grundlagenbericht Wildtierkorri-

dore 2.0, Sondernummer 57, Februar 2023, S. 20 f.). 

 

2. 

2.1. 

Vor Vorinstanz ging es wesentlich um das Verhältnis zwischen Richtplan, 

HSD und kommunaler Nutzungsplanung und welchen Stellenwert bzw. 

welche Verbindlichkeit diese Grundlagen im Baubewilligungsverfahren ha-

ben. Da das Bauvorhaben im Bereich einer im Richtplan festgesetzten LkB 

zu liegen kommen soll, stellte sich vor dem Hintergrund des Richtplankapi-

tels L 2.3, Planungsanweisung 1.4 namentlich die Frage, ob für das Bau-

vorhaben ein "Siedlungsei" bzw. ein "L-Standort" im Sinne einer Positivpla-

nung erforderlich ist und – falls eine solche Positivplanung erforderlich ist – 

was die Rechtsfolgen im Baubewilligungsverfahren sind, wenn es an dieser 

Positivplanung fehlt.  

 

2.2. 

2.2.1. 

Anfechtungsobjekt vor Vorinstanz bildete der Bauabschlag des Gemeinde-

rats vom 16. Oktober 2023; diesem zugrunde lag die Verfügung des BVU, 

Abteilung für Baubewilligungen, vom 25. September 2023 (vgl. Vorakten, 

act. 79 i.V.m. act. 76 ff.). Das BVU, Abteilung für Baubewilligungen, hielt 

dabei fest, nach der kantonalen raumplanerischen Praxis seien im Gebiet 

des HSD die LkB nicht mittels eigenen kommunalen Landschaftsschutzzo-

nen umgesetzt worden. Die Landschaftsschutzzonen seien in sämtlichen 

betroffenen Gemeinden konsequent um das HSD herum gelegt worden. 

Diese raumplanerische Ausgangslage führe dazu, dass auch in der Schutz-

zone des HSD, entsprechend dem Richtplankapitel L 2.3, Planungsanwei-

sung 1.4, positiv mögliche Standorte für landwirtschaftliche Neubauten, so-

genannte Siedlungseier oder L-Standorte, festgelegt werden müssten (Po-

sitivplanung), was vorliegend nicht der Fall sei. Das Vorhaben sei daher 

nicht bewilligungsfähig; für den angedachten Bau des Milchviehlaufstalls 

und des Einfamilienhauses am Standort "C._____" fehle es an den raum-

planerischen Grundlagen bzw. Voraussetzungen. Eine solche Auslegung 

des HSD rechtfertige sich umso mehr, da die im Vergleich zum HSD deut-

lich jüngere LkB von demselben staatlichen Organ, vom Grossen Rat, er-

lassen worden sei (vgl. Vorakten, act. 77, ferner auch act. 134). Das BVU, 

Abteilung Raumentwicklung, hielt zur Thematik übereinstimmend fest, ge-

mäss kantonaler Planungspraxis würden die LkB durch das HSD als um-

gesetzt gelten. Angesichts der rechtskräftigen kantonalen Schutzzone sei 

die Festlegung einer zusätzlichen kommunalen Landschaftsschutzzone 

nicht notwendig (Vorakten, act. 124). 

 

 - 6 - 

 

 

2.2.2. 

Die Vorinstanz stützte die dargelegte kantonale Planungspraxis nicht. Der 

seit 27. Juli 1986 (vgl. § 13 Abs. 1 HSD) unverändert in Kraft stehende Re-

gelungsinhalt betreffend die Schutzzone des HSD (vgl. § 6 HSD) könne 

nicht auf dem Weg der Auslegung – gestützt auf die allgemeinen Zielvor-

gaben des HSD (vgl. § 1 HSD) i.V.m. den richtplanerischen Vorgaben zu 

den LkB – nachträglich übersteuert werden, da die parzellenscharfe Fest-

setzung der LkB nicht Gegenstand des HSD bilde. Mithin könne aufgrund 

der Schutzzone des HSD nicht die Ausscheidung eines Siedlungseis bzw. 

eines L-Standorts für grössere landwirtschaftliche Neubauten im Gebiet der 

LkB verlangt werden. Eine derartige Auslegung rechtfertige sich auch nicht 

aufgrund des Umstands, dass die deutlich jüngeren LkB ebenso wie das 

HSD vom Grossen Rat erlassen worden seien (angefochtener Entscheid, 

S. 6). Stattdessen seien die LkB auch im Bereich der Schutzzone des HSD 

im ordentlichen Verfahren der Nutzungsplanung – unter Wahrung der bun-

desrechtlichen Mindestvorgaben – umzusetzen. Die Behördenpraxis, nach 

welcher die LkB durch die seit 27. Juli 1986 in Kraft stehende Schutzzone 

des HSD auslegungsgemäss als umgesetzt gälten, führe letztlich dazu, 

dass dem Einzelnen die Anfechtungsmöglichkeit hinsichtlich der nutzungs-

planerischen Verankerung der LkB entzogen werde. Dies verstosse gegen 

die Rechtsweggarantie. Mangels hinreichender nutzungsplanerischer 

Grundlage auf Stufe des kantonalen Rechts seien somit die LkB im Bereich 

der Schutzzone des HSD als überlagernde Zonierung durch die jeweiligen 

Gemeinden im Rahmen ihrer Entscheidungsfreiheit und der Nutzungspla-

nung erneut (bzw. erst noch) grundeigentümerverbindlich festzulegen (an-

gefochtener Entscheid, S. 6 f.). Die Behördenpraxis, gemäss welcher die 

LkB im Bereich der Schutzzone des HSD auf dem Weg der Auslegung als 

grundeigentümerverbindlich umgesetzt gälten, könne demnach nicht ge-

stützt werden. Die LkB seien – namentlich auf dem Gebiet der Gemeinde 

Q._____ – nicht parzellenscharf umgesetzt, soweit sie sich mit der Schutz-

zone des HSD überschnitten. Der Gemeinderat sei daher ungeachtet der 

am 24. Januar 2018 genehmigten Gesamtrevision der BNO gehalten, die 

erforderliche nutzungsplanerische Anpassung – mit allfälliger Ausschei-

dung von L-Standorten bzw. von Siedlungseiern – innert einer Frist von 

grundsätzlich fünf Jahren vorzunehmen (§ 30a Abs. 1 und 2 BauG), wobei 

sich vorliegend eine zeitnahe Anpassung aufdränge (vgl. angefochtener 

Entscheid, S. 7). 

 

Im Bereich der Schutzzone des HSD fehle momentan somit eine parzellen-

scharfe Festlegung der LkB. Unabhängig davon sei jedoch der planerische 

Stufenbau (vgl. Art. 2 Abs. 1 RPG) einzuhalten. Gemäss richtplanerischer 

Anordnung (Richtplankapitel L 2.3, Planungsanweisung 1.4) sei am vorge-

sehenen Standort eine Positivplanung (Siedlungsei bzw. L-Standort) erfor-

derlich. Demnach stehe die Bewilligung des Projekts unter dem Vorbehalt 

einer positiven Grundlage im Zuge der Umsetzung der LkB auf Stufe der 

Nutzungsplanung. Mithin fehle es dem Bauvorhaben an einer Bewilligungs-

 - 7 - 

 

 

voraussetzung. Da sich der Beschwerdeführer auch nicht auf den Vertrau-

ensschutz stützen könne, sei die Beschwerde abzuweisen (angefochtener 

Entscheid, S. 9).  

 

Die Vorinstanz hält auch vor Verwaltungsgericht daran fest, dass vorgängig 

einer Beurteilung in einem Baubewilligungsverfahren zwingend eine Ge-

samtbeurteilung mit positiver Standortausscheidung auf Stufe der Nut-

zungsplanung vorzunehmen sei, ansonsten der damit zusammenhän-

gende Rechtsschutz und die demokratische Mitwirkung der Bevölkerung 

übergangen würde. Das Bauvorhaben verfüge somit nicht über die notwen-

dige Positivplanung (Siedlungsei bzw. L-Standort), weshalb die Baubewil-

ligung zu verweigern sei (vgl. Beschwerdeantwort Rechtsdienst Regie-

rungsrat, S. 2 f.; Duplik Rechtsdienst Regierungsrat, S. 1 ff.) 

 

2.2.3. 

Der Beschwerdeführer teilt die Ansicht der Vorinstanz nicht. Das HSD gebe 

in § 6 Abs. 1 HSD den Beurteilungsmassstab vor, nach welchem im Peri-

meter des HSD landwirtschaftlich notwendige Bauten und Anlagen erstellt 

werden könnten. Seien die im HSD gestellten Anforderungen erfüllt, be-

stehe ein Rechtsanspruch auf eine Baubewilligung. Selbstverständlich 

seien auch die bundesrechtlichen Anforderungen an die Erstellung von 

landwirtschaftlichen Neubauten zu erfüllen. Die Vorinstanz habe zurecht 

erkannt, dass gestützt auf das HSD nicht die Ausscheidung eines Sied-

lungseis bzw. eine L-Standorts für grössere landwirtschaftlichen Neubau-

ten verlangt werden könne. Ebenso habe sie richtig erkannt, dass die LkB 

gemäss dem Richtplan nicht grundeigentümerverbindlich seien. Sie müss-

ten in der Nutzungsplanung umgesetzt werden, damit sie dem Beschwer-

deführer entgegengehalten werden könnten. Dennoch habe die Vorinstanz 

gestützt auf die im Richtplan verankerten LkB die Baubewilligung verwei-

gert. Das bedeute im Ergebnis, dass die Vorinstanz dem Richtplan – ent-

gegen seinen eigenen Aussagen – eine grundeigentümerverbindliche Wir-

kung gegeben habe, was dieser nicht habe. Die Vorinstanz hätte nicht über 

den Richtplanbeschluss (Festsetzung LkB) das private Bauvorhaben ver-

hindern dürfen. Ein nutzungskonformes Bauvorhaben könne nicht mit der 

Begründung verweigert werden, es widerspreche dem behördenverbindli-

chen Richtplan. Der angefochtene Entscheid verstosse gegen geltendes 

Recht und sei aufzuheben (vgl. Beschwerde, S. 6 f.; Replik, S. 2 ff.). Soweit 

sich der Rechtsdienst des Regierungsrats in seiner Beschwerdeantwort auf 

das Urteil des Bundesgerichts 1C_321/2019 vom 27. Oktober 2020, 

Erw. 2.5, und die Planungspflicht berufe, lege er das Urteil einseitig und 

nicht korrekt aus. Vorliegend gehe es um ein zonenkonformes Bauvorha-

ben in der Landwirtschaftszone. Für den projektierten Milchviehstall in der 

Landwirtschaftszone bestehe keine Planungspflicht (zum Ganzen: Replik, 

S. 3 ff.). 

 

 - 8 - 

 

 

3. 

3.1. 

Die Raumplanung bildet mit der Richt- und Nutzungsplanung sowie den 

nachfolgenden Baubewilligungs- und allfälligen Ausnahmebewilligungsver-

fahren ein Ganzes, in dem jeder Teil eine spezifische Funktion erfüllt. Für 

die Erstellung der Richtpläne bestimmen die Kantone in den Grundzügen, 

wie sich ihr Gebiet räumlich entwickeln soll (Art. 6 Abs. 1 RPG). Nutzungs-

pläne ihrerseits ordnen die zulässige Nutzung des Bodens für jede Parzelle 

und unterscheiden vorab Bau-, Landwirtschafts- und Schutzzonen (Art. 14 

RPG). Das Baubewilligungsverfahren schliesslich dient der Abklärung, ob 

Bauten und Anlagen den im Nutzungsplan ausgedrückten räumlichen Ord-

nungsvorstellungen entgegenstehen (BGE 140 II 262, Erw. 2.3.1 mit Hin-

weisen).  

 

3.2. 

Die LkB wurden im Jahre 2000 im Richtplan festgesetzt (Beschluss des 

Grossen Rats Nr. 2000-1907 vom 2. Mai 2000, 00.50; zu einzelnen Aus-

nahmen siehe Botschaft des Regierungsrats des Kantons Aargau an den 

Grossen Rat vom 26. Januar 2000, 00.50 [nachfolgend: Botschaft 00.50], 

S. 9). Gemäss den Planungsanweisungen des Richtplankapitels L 2.3 

schützen die Gemeinden die im Richtplan festgesetzten LkB in der Nut-

zungsplanung. Sie legen die Rechtswirkungen und die genaue Gebietsab-

grenzung fest. Sie scheiden Landschaftsschutzzonen, Landwirtschaftszo-

nen mit geeigneten Bestimmungen oder andere Zonen, die dem Schutzziel 

entsprechen, aus. Die Art der land- und waldwirtschaftlichen Bewirtschaf-

tung wird durch die Festsetzung der LkB nicht beeinflusst (Planungsanwei-

sung 1.2). In den LkB sind Erneuerungen, Ausbauten und Erweiterungen 

von bestehenden landwirtschaftlichen Siedlungen sowie die Errichtung von 

untergeordneten betriebsnotwendigen Neubauten (z.B. Weidunterstände, 

kleine Feldscheunen, Witterungsschutzanlagen und Ähnliches) möglich. 

Die Beurteilung der Vorhaben erfolgt in den entsprechenden Planungs- und 

Bewilligungsverfahren. Für die landschaftliche Einpassung der Bauten gilt 

in den LkB eine erhöhte Sorgfaltspflicht (Planungsanweisung 1.3). Die Ge-

meinden können in der Nutzungsplanung innerhalb der LkB Ausnahmen 

für landwirtschaftliche Neubauten vorsehen, soweit die Schutzziele nicht 

übermässig beeinträchtigt werden. Zur Begründung solcher Neubauten 

sind die nachfolgenden Massnahmen zu prüfen und die Ergebnisse aufzu-

zeigen: Prüfung von alternativen Standorten (z.B. Standorte in der Nähe 

von bestehenden Gebäuden) auch ausserhalb des Gemeindegebiets im 

Interesse der Schutz- und Entwicklungsziele; Landumlegungen; Projekt-

optimierungen und Massnahmen zur landschaftlichen Einpassung; ein an-

gemessener ökologischer Ausgleich; die Wiederverwendung oder der 

Rückbau von nicht mehr benötigter oder nicht mehr genutzter Bausub-

stanz; die Befristung der Baubewilligung (Planungsanweisung 1.4). 

 

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Diese Planungsanweisungen des Richtplans (Richtplankapitel L 2.3) sind 

für Behörden verbindlich (vgl. Art. 9 Abs. 1 RPG). Für Private hat der Richt-

plan dagegen keine direkte Bindungswirkung (statt vieler: BGE 143 II 276, 

Erw. 4.2). Die Planungsanweisungen des Richtplans sind in der Nutzungs-

planung umzusetzen. Erst die Nutzungspläne sind für jedermann verbind-

lich, sowohl für Privatpersonen als auch für Behörden (vgl. Art. 21 Abs. 1 

RPG (vgl. BGE 143 II 276, Erw. 4.2.1; ferner: Botschaft 00.50, S. 6). Die 

Umsetzung der LkB in der Nutzungsplanung kann je nach örtlicher Situa-

tion auf verschiedene Art erfolgen: So kann der Schutzauftrag mit kommu-

nalen Landschaftsschutzzonen, mit Landwirtschaftszonen mit geeigneten 

Bestimmungen, oder mit anderen Zonen, die dem Schutzziel entsprechen, 

erfüllt werden (vgl. Richtplankapitel L 2.3, Planungsanweisung 1.2; Bot-

schaft 00.50, S. 6 f.). Nach § 10 Abs. 1 BauG kann der Grosse Rat kanto-

nale Nutzungspläne erlassen, soweit kantonale oder regionale Interessen 

es erfordern, insbesondere zum Schutz von Landschaften und Gewässern. 

 

Der Standort des geplanten Bauvorhabens liegt im Bereich einer im Richt-

plan festgesetzten LkB. Die Vorinstanz legte bezüglich der (nutzungs-)pla-

nerischen Grundlagen korrekt dar, dass anlässlich der Gesamtrevision der 

Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Q._____ vom _____ 2015 / 

_____ 2018 die früher geltende Regelung von § 13 Abs. 4 aBNO – welche 

festgehalten hatte, dass die Bestimmungen der Landschaftsschutzzone 

ohne Eintrag im Kulturlandplan auch für die Schutzzone im Bereich des 

HSD gelten (siehe Vorakten, act. 50) – gestrichen wurde. Die heutige Be-

stimmung zur Landschaftsschutzzone (§ 18 BNO) enthält keine solche Re-

gelung mehr. Mit Blick auf den Landschaftsschutz lässt sich dem Kultur-

landplan entnehmen, dass das Gebiet mit den betroffenen, in der Landwirt-

schaftszone liegenden Parzellen nicht von einer Landschaftsschutzzone 

(im Kulturlandplan schwarz und auseinanderstehend schraffiert) überlagert 

ist (siehe auch Aktennotiz im Verfahren BVURA.16.88-3 zum Augenschein 

vom 15. Juni 2017, S. 2 f.). Im betreffenden Gebiet ist im Kulturlandplan als 

Orientierungsinhalt einzig die (überlagernde) Schutzzone des HSD 

(schwarz und eng schraffiert) eingetragen; in diesem Kontext gilt allerdings 

generell darauf hinzuweisen, dass in den Gebieten der Gemeinde Q._____, 

in denen die LkB im Perimeter der Schutzzone des HSD liegen, auf Stufe 

der kommunalen Nutzungsplanung keine Landschaftsschutzzone festge-

setzt wurde (vgl. Vorakten, act. 98, 109, 124, 134; angefochtener Ent-

scheid, S. 3). Dies weil die Behörden davon ausgingen, dass die LkB durch 

das HSD als umgesetzt gelten und die Festlegung einer zusätzlichen kom-

munalen Landschaftsschutzzone nicht notwendig ist (vgl. Vorakten, 

act. 124). Diese Praxis ist indes, wie die Vorinstanz einlässlich und zutref-

fend darlegte, nicht haltbar. Die grundeigentümerverbindliche Umsetzung 

der LkB bildet nicht Gegenstand des (deutlich älteren) HSD. Die im Richt-

plan festgesetzten LkB müssen vielmehr auch im Bereich der Schutzzone 

des HSD separat im Verfahren der Nutzungsplanung umgesetzt werden. 

Dabei sind die verfahrensrechtlichen Vorgaben zu beachten und die (Mit-

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wirkungs-)Rechte sowie die Rechtsmittelmöglichkeiten des Einzelnen zu 

gewährleisten. Die Vorinstanz weist zu Recht darauf hin, dass die Behör-

denpraxis, wonach die LkB durch die seit 27. Juli 1986 in Kraft stehende 

Schutzzone des HSD auslegungsgemäss als umgesetzt gelten, letztlich zur 

Folge hat, dass dem Einzelnen die Anfechtungsmöglichkeit hinsichtlich der 

nutzungsplanerischen Umsetzung der LkB entzogen wird (vgl. Art. 33 

Abs. 2 und 3 RPG, Art. 82 lit. a [und b] i.V.m. Art. 111 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsge-

setz, BGG; SR 173.110]), was gegen die Rechtsweggarantie (Art. 29a der 

Bundesverfassung vom 18. April 1999 der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft [BV; SR 101]) verstösst.  

 

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die LkB, soweit sie sich auf dem Ge-

biet der Gemeinde Q._____ mit der Schutzzone des HSD überschneiden, 

auf Stufe Nutzungsplanung nicht (bzw. nicht mehr) umgesetzt sind. Sie 

müssen nutzungsplanerisch daher wieder (bzw. erst noch) grundeigentü-

merverbindlich festgelegt werden. Dazu gehört auch, dass geprüft wird, ob 

und wo allfällige "Siedlungseier" bzw. "L-Standorte" ausgeschieden werden 

können (vgl. Planungsanweisung 1.4 des Richtplankapitels 2.3). 

 

3.3. 

Da die im Richtplan enthaltenen Planungsanweisungen lediglich behörden-

verbindlich sind (siehe Art. 9 Abs. 1 RPG), können sie der privaten Bau-

herrschaft nicht direkt entgegengehalten werden. Eine direkte Anwendbar-

keit des kantonalen Richtplans fällt in einem Baubewilligungsverfahren aus-

ser Betracht (Urteile des Bundesgerichts 1C_572/2022 vom 2. November 

2023, Erw. 5.2, 1C_488/2015 vom 24. August 2016, Erw. 4.5.4). Ein nut-

zungskonformes Bauvorhaben kann deshalb nicht mit der Begründung ver-

weigert werden, es widerspreche dem kantonalen Richtplan (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_572/2022 vom 2. November 2023, Erw. 5.2; siehe 

auch PIERRE TSCHANNEN, in: Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachpla-

nung, Interessenabwägung, 2019, N. 34 zu Art. 9; siehe auch Bot-

schaft 00.50, S. 6).  

 

Die Vorinstanz wies in ihrem ablehnenden Entscheid auf die Einhaltung des 

planerischen Stufenbaus (Art. 2 Abs. 1 RPG) hin, wobei sie sodann argu-

mentierte, für das Bauvorhaben sei gemäss richtplanerischer Anordnung 

(Richtplankapitel L 2.3, Planungsanweisung 1.4) am vorgesehenen Stand-

ort eine Positivplanung (Siedlungsei resp. L-Standort) erforderlich. Die Be-

willigung des Projekts stehe unter dem Vorbehalt einer positiven Grundlage 

im Zuge der Umsetzung der LkB auf Stufe der Nutzungsplanung; mithin 

mangle es dem Bauprojekt an einer Bewilligungsvoraussetzung (angefoch-

tener Entscheid, S. 9). Im Ergebnis begründete die Vorinstanz den Bauab-

schlag somit damit, dass das Vorhaben der richtplanerischen Anordnung 

(Richtplankapitel L 2.3, Planungsanweisung 1.4) widerspricht. Diese Be-

gründung ist – wie dargelegt – jedoch nicht zulässig, da der Richtplan für 

 - 11 - 

 

 

Private keine direkte Bindungswirkung hat. Die vorinstanzliche Begründung 

des Bauabschlags verstösst gegen Art. 9 Abs. 1 RPG. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Vor Verwaltungsgericht argumentiert die Vorinstanz, sie stütze die Pla-

nungspflicht für das Bauprojekt nicht primär auf richtplanerische Grundla-

gen, sondern auf das Bundesrecht, namentlich Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 

Abs. 2 lit. a und Art. 3 Abs. 2 lit. d RPG, wobei in Grenzfällen den kantona-

len Behörden ein Ermessensspielraum gewährt werde (vgl. Beschwerde-

antwort Rechtsdienst Regierungsrat, S. 2 f.; Duplik Rechtsdienst Regie-

rungsrat, S. 2; jeweils namentlich mit Hinweis auf das Urteil des Bundes-

gerichts 1C_321/2019 vom 27. Oktober 2020, Erw. 2.5).  

 

3.4.2. 

Das Bundesrecht verlangt, dass bei der Erfüllung raumplanerischer Aufga-

ben das angemessene Planungs- bzw. Entscheidungsinstrument zum Ein-

satz gelangt. In Bezug auf nicht zonenkonforme Bauten und Anlagen ist 

gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Ausnahmebewilli-

gung unzulässig, wenn eine angemessene Beurteilung nur in einem Pla-

nungsverfahren möglich ist. Zieht ein nicht zonenkonformes Vorhaben 

durch seine Ausmasse oder seine Natur bedeutende Auswirkungen auf die 

bestehende Nutzungsordnung nach sich, so darf es deshalb nicht nach 

Art. 24 RPG, sondern erst nach einer entsprechenden Änderung des Zo-

nenplans bewilligt werden. Wann ein nicht zonenkonformes Vorhaben hin-

sichtlich seines Ausmasses und seiner Auswirkungen auf die Nutzungsord-

nung so gewichtig ist, dass es erst nach einer Änderung oder Schaffung 

eines Nutzungsplans bewilligt werden darf, ergibt sich aus der Planungs-

pflicht (Art. 2 RPG), den Planungsgrundsätzen und -zielen (Art. 1 und 3 

RPG), dem kantonalen Richtplan (Art. 6 ff. RPG) sowie der Bedeutung des 

Projekts im Lichte der im Raumplanungsgesetz festgelegten Verfahrens-

ordnung. Die Planungspflicht soll sicherstellen, dass bei Bauvorhaben mit 

bedeutenden Auswirkungen auf die bestehende Nutzungsordnung die um-

fassende Interessenabwägung, die auch bezüglich der Erteilung einer Aus-

nahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erforderlich ist, unter demokrati-

scher Mitwirkung der Bevölkerung (Art. 4 RPG) erfolgt. Das Bundesgericht 

hat die Planungspflicht namentlich zur Wahrung der Mitwirkungsrechte der 

Bevölkerung bei der Errichtung einer Abfalldeponie mit Reaktor- und Rest-

stoffdeponie im Wald, der Erweiterung einer Abfalldeponie um ein Gesamt-

volumen von 390'000 bzw. 500'000 m3, die einen durchschnittlichen Last-

wagenverkehr von 95 bis 105 bzw. einen Mehrverkehr von rund 50 Fahrten 

pro Tag bewirkten würde, der Errichtung grösserer Freizeit- bzw. Sportzen-

tren und grösserer Schiessanlagen bejaht. In Grenzfällen hat es den kan-

tonalen Behörden einen Ermessensspielraum gewährt, der ihnen gestattet, 

sich ohne Bundesrechtsverletzung für das Verfahren der Nutzungsplanung 

oder der Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG zu entscheiden (zum 

 - 12 - 

 

 

Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 1C_141/2021 vom 2. Mai 2022, 

Erw. 3.4, 1C_321/2019 vom 27. Oktober 2020, Erw. 2.5, je mit Hinweisen). 

 

Auch bei einer zonenkonformem Baute oder Anlage ist denkbar, dass sie 

räumliche Auswirkungen entfaltet, die nur in einem Planungsverfahren an-

gemessen erfasst werden können. Allerdings ist eine Planungspflicht in die-

sem Fall nur mit Zurückhaltung zu bejahen. Zu berücksichtigen ist weiter, 

ob die Baute oder Anlage in einer Bauzone oder einer Nichtbauzone errich-

tet werden soll. In diesem Rahmen ist eine Gesamtbetrachtung vorzuneh-

men, in die die wesentlichen räumlichen Auswirkungen einzubeziehen sind. 

Der Umstand, dass eine Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) 

besteht, ist dabei ein Indiz für die Planungspflicht, umso mehr, wenn die 

gesetzlichen Schwellenwerte stark überschritten werden. Wesentlich ist 

auch die beanspruchte Fläche bzw. die räumliche Ausdehnung, die Art der 

Konstruktionen (massiv oder leicht entfernbar), die Empfindlichkeit der 

Landschaft, die zu erwartenden Immissionen oder die Möglichkeit der Ko-

ordination mit anderen (geplanten) Bauten oder Anlagen, die im Planungs-

verfahren besser vorgenommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 

1C_141/2021 vom 2. Mai 2022, Erw. 3.4; siehe auch Urteil des Bundesge-

richts 1C_321/2019 vom 27. Oktober 2020, Erw. 2.5 und 2.6). 

 

3.4.3. 

Die Fläche des geplanten Stalls beträgt rund 1'459 m2; zählt man die Flä-

chen der Silos, des Hauses, der Schnitzelheizung und der Trafo-Station 

hinzu, ergibt sich eine insgesamt beanspruchte Fläche von rund 1'627 m2. 

Die Höhe des Milchviehlaufstalls beträgt 9.89 m, diejenige der beiden Silos 

je 18.65 m. Der projektierte Standort des Bauvorhabens liegt an einer land-

schaftlich exponierten und von weitem einsehbaren Lage oberhalb des 

Hallwilersees (vgl. Vorakten, act. 122, 123 f., 128 [Foto], 171). Der Standort 

liegt in der Landwirtschaftszone, welche im betreffenden Bereich von der 

Schutzzone des HSD überlagert ist. Bauten und Anlagen, die zur landwirt-

schaftliche Bewirtschaftung nötig sind, sind in der Landwirtschaftszone 

grundsätzlich zonenkonform (vgl. Art. 16a Abs. 1 RPG). Auch in der (über-

lagernden) Schutzzone des HSD sind für die ordentliche Bewirtschaftung 

des Bodens betriebsnotwendige Bauten und Anlagen im Grundsatz zuläs-

sig (vgl. § 6 Abs. 1 HSD). Von der kommunalen Landschaftsschutzzone, 

welche bezüglich der Zulässigkeit von Bauten und Anlagen strenger bzw. 

einschränkender als die Schutzzone des HSD ist (siehe § 18 Abs. 2 und 3 

BNO), ist der Standort dagegen nicht erfasst (siehe bereits Erw. II/3.2). Das 

Bauvorhaben bzw. die Gesamtanlage ist sodann unbestrittenermassen 

nicht UVP-pflichtig (siehe dazu auch Art. 10a des Bundesgesetzes vom 

7. Oktober 1983 über den Umweltschutz [Umweltschutzgesetz, USG; 

SR 814.01] i.V.m. Art. 1 f. der Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die 

Umweltverträglichkeitsprüfung [UVPV; SR 814.011] i.V.m. Nr. 80.4 des An-

hangs zur UVPV; Art. 27 der Verordnung vom 7. Dezember 1998 über 

landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung von Betriebsformen 

 - 13 - 

 

 

[Landwirtschaftliche Begriffsverordnung, LBV; SR 910.91] i.V.m. Anhang 

zur LBV sowie Betriebskonzept in Vorakten, act. 114 [Griff 4]; Beschwerde, 

S. 3 f.). Die Erschliessung ist schliesslich über die bestehende Zufahrt ge-

plant.  

 

Auch wenn der Standort landschaftlich exponiert liegt, lässt sich bei einer 

Gesamtbetrachtung nicht davon sprechen, dass die Grösse des Bauvorha-

bens bzw. die Auswirkungen des Projekts auf die bestehende Nutzungs-

ordnung derart bedeutend wären, dass das Vorhaben in einem Baubewilli-

gungsverfahren nicht angemessen erfasst werden könnte und ein Pla-

nungsverfahren erforderlich wäre.  

 

Unabhängig davon ist der Nutzungsplan anpassungsbedürftig bzw. verletzt 

das Bauvorhaben ohne entsprechende planerische Massnahme auf Ebene 

Nutzungsplanung den Richtplan. Der Gemeinderat wird kaum darum her-

umkommen, Plansicherungsmassnahmen zu erlassen und die entspre-

chende Revision der Nutzungsplanung anzugehen (vgl. § 30a BauG). 

 

4. 

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als begründet, weshalb 

sie gutzuheissen ist. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die 

Sache ist an den Regierungsrat zur weiteren Beurteilung der Verwaltungs-

beschwerde bzw. des Bauvorhabens und zu neuem Entscheid zurückzu-

weisen.  

 

Abschliessend rechtfertigt sich der Hinweis, dass Richtpläne, soweit sie 

nicht im Rahmen der Nutzungsplanung umgesetzt werden, ihre Bindungs-

kraft immerhin dort entfalten, wo das anwendbare Recht Ermessen ein-

räumt oder mithilfe unbestimmter Gesetzesbegriffe Handlungsspielräume 

gewährt (Urteil des Bundesgerichts 1C_572/2022 vom 2. November 2023, 

Erw. 5.2 mit Hinweisen). Im Weiteren sind die im Richtplan manifestierten 

öffentlichen Interessen am Landschaftsschutz im Rahmen der Interessen-

abwägung nach Art. 34 Abs. 4 lit. b RPV gebührend zu gewichten. 

 

III. 

1. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten in der Regel nach 

Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt. Den 

Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie schwerwie-

gende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden haben 

(§ 31 Abs. 2 VRPG). 

 

Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keine 

Verfahrenskosten zu tragen. Diese gehen zu Lasten des Staates, da der 

Vorinstanz kein Grund gemäss § 31 Abs. 2 Satz 2 VRPG vorgeworfen wer-

den kann. 

 - 14 - 

 

 

 

2. 

2.1. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Parteikosten in der Regel nach Mass-

gabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 32 Abs. 2 

VRPG). Anders als bei den Verfahrenskosten werden die Behörden bei den 

Parteikosten nicht privilegiert (siehe § 32 Abs. 2 im Vergleich zu § 31 

Abs. 2 Satz 2 VRPG). 

 

Da der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer obsiegt, hat er Anspruch 

auf Parteikostenersatz. Die Parteikosten sind ihm von der Vorinstanz (Par-

teistellung gemäss § 13 Abs. 2 lit. e VRPG) und vom Gemeinderat (Partei-

stellung gemäss § 13 Abs. 2 lit. f VRPG) – letzterer beantragt primär eben-

falls die Abweisung der Beschwerde – je zur Hälfte zu ersetzen. 

 

2.2. 

Für die Festlegung der Parteientschädigung ist das Dekret über die Ent-

schädigung der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif, AnwT; 

SAR 291.150) massgebend (§ 1 Abs. 1 AnwT). Nach § 8a AnwT bemisst 

sich die Entschädigung in vermögensrechtlichen Streitsachen nach dem 

gemäss § 4 berechneten Streitwert. Innerhalb der in § 8a Abs. 1 vorgese-

henen Rahmenbeträge richtet sich die Entschädigung nach dem mutmass-

lichen Aufwand des Anwaltes, nach der Bedeutung und der Schwierigkeit 

des Falles (§ 8a Abs. 2 AnwT). Die Entschädigung wird als Gesamtbetrag 

festgesetzt. Auslagen und Mehrwertsteuer sind darin enthalten (§ 8c 

AnwT). Geht die Entschädigung in Zivil- und Verwaltungssachen zu Lasten 

des Gemeinwesens, kann sie bei hohem Streitwert – was praxisgemäss 

bei über Fr. 100'000.00 der Fall ist (Entscheide des Verwaltungsgerichts 

WBE.2023.405 vom 14. Januar 2025, Erw. III/2, WBE.2024.183 vom 

4. November 2024, Erw. III/2.2, WBE.2017.345 vom 1. März 2018, 

Erw. III/1.2.2) – um bis zu einem Drittel herabgesetzt werden (§ 12a Abs. 1 

AnwT). 

 

Bausachen gelten als vermögensrechtliche Streitsachen, wobei der Streit-

wert in der Regel 10 % der Bausumme beträgt (vgl. § 20 Abs. 3 des Ge-

bührendekrets vom 19. September 2023 [GebührD; SAR 662.110]). Vorlie-

gend beträgt der Streitwert Fr. 250'000.00 (Baukosten gemäss Bauge-

suchsdeckel: Fr. 2'500'000.00 [Vorakten, act. 114 {Griff 1}]). Für Streit-

werte über Fr. 100'000.00 bis Fr. 500'000.00 beträgt in Beschwerdeverfah-

ren die Entschädigung Fr. 5'000.00 bis Fr. 15'000.00 (§ 8a Abs. 1 lit. a Zif-

fer 4 AnwT). Der Streitwert (Fr. 250'000.00) liegt in der unteren Hälfte des 

Rahmens (über Fr. 100'000.00 bis Fr. 500'000.00). Die Schwierigkeit des 

Falles ist als durchschnittlich einzustufen, der mutmassliche Aufwand des 

Anwaltes war knapp mittel. Unter Berücksichtigung dieser Parameter er-

scheinen Parteikosten in Höhe von Fr. 8'000.00 sachgerecht. Da ein hoher 

Streitwert vorliegt und die Parteikosten zu Lasten des Gemeinwesens ge-

 - 15 - 

 

 

hen, ist die Entschädigung in Anwendung vom § 12a Abs. 1 AnwT um ei-

nen Viertel herabzusetzen, womit sie auf Fr. 6'000.00 festzusetzen ist. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regierungsrats 

vom 6. November 2024 aufgehoben. Die Sache wird zu neuem Entscheid 

im Sinne der Erwägungen an den Regierungsrat zurückgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staa-

tes. 

 

3. 

Der Regierungsrat und der Gemeinderat Q._____ werden verpflichtet, dem 

Beschwerdeführer die vor Verwaltungsgericht entstandenen Parteikosten 

in Höhe von Fr. 6'000.00 je zur Hälfte, d.h. je zu Fr. 3'000.00, zu ersetzen. 

 

 
 

    

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter) 

den Gemeinderat Q._____ 

den Regierungsrat 

das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) 

das Bundesamt für Landwirtschaft 
 

 

Mitteilung an: 

das Departement, Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), Rechtsabteilung 

das BVU, Abteilung für Baubewilligungen 

die Erbengemeinschaft B._____ 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Zwischenentscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völ-

kerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantona-

lem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffent-

lich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, wenn er einen nicht wieder 

gutzumachenden Nachteil bewirken könnte (Art. 93 Abs. 1 lit. a des Bun-

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110]) oder wenn sie bei Gutheissung der Be-

schwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeu-

 - 16 - 

 

 

tenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren 

ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerdefrist steht still 

vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 

15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 4. Dezember 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz:     Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Winkler     Wildi