# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5713245-8537-5d0e-925a-a023db7cfbd8
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-10-31
**Language:** de
**Title:** Waldrecht. Bestandesgarantie altrechtlicher nichtforstlicher Bauten im Waldgebiet
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0159/2024
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_r4.2024.00076_1.pdf

## Full Text

Baurekursgericht
des Kantons Zürich
4. Abteilung

G.-Nr.
BRGE IV Nr.

R4.2024.00076
0159/2024

Entscheid vom 31. Oktober 2024

Mitwirkende

Abteilungspräsident Reto Philipp, Ersatzrichter Kosmas Savary, Ersatzrich-
ter Felix Holenstein, Gerichtsschreiberin Nicole Herzig

in Sachen

Rekurrent

A, […]

vertreten durch […]

gegen

Rekursgegnerin

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach,

8090 Zürich

Mitbeteiligter

2.  Hochbauvorsteher der Gemeinde X, […]

betreffend

Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich BVV 24-0574 vom 13. März 2024;
Vorentscheid betreffend Wiederaufbau Gebäude, […]
_______________________________________________________

hat sich ergeben:

A.

Mit Vorentscheid mit Verbindlichkeit gegenüber Dritten vom 13. März 2024

beantwortete die Baudirektion Kanton Zürich A die mit Vorentscheidgesuch

eingereichte  Frage  betreffend  den  Wiederaufbau  des  abgebrannten  Wo-

chenendhauses Assek.-Nr. 1 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 (Y) abschlägig.

Die kantonale Verfügung wurde dem Gesuchsteller mit Schreiben des Hoch-

bauvorstehers der Gemeinde X vom 3. April 2024 eröffnet.

B.

Hiergegen gelangte A mit Eingabe vom 3. Mai 2024 an das Baurekursgericht

des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung, unter Kosten- und  Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgeg-

nerin.

C.

Mit Verfügung vom 7. Mai 2024 wurde der Rekurseingang vorgemerkt und

das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.

D.

Mit  Eingabe  vom  31. Mai  2024  beantragte  die  Baudirektion  Kanton Zürich

die Abweisung des Rekurses.

Der Hochbauvorsteher der Gemeinde X beantragte mit Eingabe vom 28. Mai

2024 die Gutheissung des Rekurses.

E.

Der Rekurrent hielt mit Replik vom 8. Juli 2024 an seinen Anträgen fest.

Die Baudirektion blieb mit Duplik vom 18. Juli 2024 ebenfalls bei ihrem An-

trag.

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Es kommt in Betracht:

1.

Der Rekurrent ist als Gesuchsteller und  Adressat des angefochtenen  Ent-

scheids ohne Weiteres im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes

(PBG)  zur  Rekurserhebung  legitimiert.  Da  auch  die  übrigen  formellrechtli-

chen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten.

2.

Das  streitbetroffene Grundstück liegt  im  Waldgebiet und war mit einem im

Jahre 1926 erstellten Wochenendhaus überbaut. Das bis auf das Unterge-

schoss  und  den  Kamin  aus  Holz  errichtete  Waldhaus  brannte  am  11. Juli

2023 bis auf die Grundmauern ab. Als Brandursache stellte sich Brandstif-

tung durch eine Dritttäterschaft heraus.

Mit Vorentscheidgesuch vom 20. Februar 2024 gelangte der Rekurrent mit

folgender Fragestellung an die Baubehörden: "Wird der Wiederaufbau für die

Y bewilligt?"

3.

Das  aufgrund  der Lage des  Bauvorhabens  im  Waldgebiet  zuständige Amt

für  Landschaft  und  Natur, Abteilung  Wald, der  Baudirektion  Kanton Zürich

beantwortete die Anfrage mit der angefochtenen Verfügung abschlägig. Als

Begründung wird dargelegt, nach dem Brandfall sei  die gesamte  Holzkon-

struktion abbruchreif und müsste neu erstellt werden. Im Gegensatz zu den

im  Jahre  2006  als  bewilligungsfähig  eingestuften  Sanierungsmassnahmen

nach Sturmschäden gehe es hierbei um einen Wiederaufbau. Die Waldge-

setzgebung kenne jedoch weder eine Bestandesgarantie noch das Recht auf

Wiederaufbau. Gemäss Art. 18 Abs. 3 sei das Raumplanungsgesetz (RPG)

im Wald nur soweit anwendbar, als die Waldgesetzgebung dies zulasse. Zo-

nenkonform  seien  nur forstliche  Bauten und Anlagen  gemäss  Art. 13a der

Waldverordnung (WaV). Ausnahmen könnten nur nach Art. 24 RPG und ge-

stützt  auf  Art. 14 WaV  bewilligt  werden.  Hingegen  könnten  weder  Art. 24c

RPG (Bestandesgarantie  und  Wiederaufbau von  bestehenden  zonenwidri-

gen  Bauten  und  Anlagen  ausserhalb  der  Bauzonen)  noch  § 307 PBG

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(Brandstattrecht)  für  Bauten  im  Wald  herangezogen  werden.  Niederge-

brannte Bauten im Wald dürften somit nur über den Weg einer ordentlichen

Baubewilligung  wiedererstellt  werden.  Da  das  wiederaufzubauende  Wo-

chenendhaus  ausschliesslich nichtforstlichen,  privaten Zwecken  diene und

nicht auf einen Standort im Wald angewiesen sei, bestehe für das Erteilen

einer Baubewilligung jedoch keine Rechtsgrundlage.

4.

Der Rekurrent macht geltend, das Brandstattrecht sei ein Teilaspekt der ver-

fassungsrechtlich  geschützten  Besitzstandsgarantie  gemäss  Art. 26  und  9

der  Bundesverfassung  (BV).  Diese  Idee  gelte  in  allen  Nutzungszonen;  so

liege sie auch Art. 24c RPG zugrunde und es seien keine sachlichen Gründe

für eine unterschiedliche gesetzliche Behandlung von zerstörten Bauten im

Wald  und  in  der  Landwirtschaftszone  erkennbar.  Das  Waldgesetz  basiere

auf dem Raumplanungsgesetz. Insofern gälten dessen Vorschriften, soweit

das  Waldgesetz  keine  abweichenden  Normen  enthalte.  Der  Schluss,  der

Wiederaufbau sei nicht zulässig, weil davon im Waldgesetz nichts stehe, sei

hingegen nicht statthaft, insbesondere nicht für den Fall einer Brandstiftung.

Letztere  Ansicht  wird  vernehmlassungsweise  auch  von  der  kommunalen

Baubehörde vertreten.

5.

Die Baudirektion bringt dagegen vor, das Waldgesetz habe sich parallel zum

Raumplanungsgesetz entwickelt und basiere nicht auf diesem. Da der Wald

Nichtbaugebiet darstelle, gelte grundsätzlich ein generelles Bauverbot. Das

Raumplanungsgesetz sei für Bauten und Anlagen nur soweit anwendbar, als
die  Waldgesetzgebung  dies  zulasse.  Insofern  seien  forstliche  Bauten  ge-

stützt auf Art. 22 RPG möglich, besondere Bestandes- und Erweiterungsga-

rantien oder ein Wiederaufbaurecht bestünden hingegen nicht.

6.1.

Die strittige Baute wurde im Jahre 1926 erstellt.

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Die  Waldgesetzgebung  wurde  im  späteren  19. Jahrhundert  durch  eine

Grundsatzgesetzgebungskompetenz des Bundes in der Verfassung anhand

genommen (Heribert Rausch/Arnold Marti/Alain Griffel, Umweltrecht, Zürich

2004, Rz 433 ff.)

Das  Bundesgesetz  betreffend  die  eidgenössische  Oberaufsicht  über  die

Forstpolizei vom 11. Oktober 1902 befasste sich insbesondere mit der neuen

Kompetenz des Bundes und inhaltlich mit dem Erhalt des damals stark ab-

nehmenden Bestandes der Waldflächen, v.a. derjenigen der Schutzwälder,

welcher  Lawinen, Erdrutsche, Überflutungen und  ähnliche  Naturereignisse

nach sich zog. Eine Regelung betreffend Bauten im und am Wald wurde da-

bei nicht getroffen. Gemäss Art. 31 durfte jedoch das Waldareal nicht ver-

mindert werden. Ausreutungen in Nichtschutzwaldungen bedurften der Be-

willigung der Kantonsregierung, solche in Schutzwaldungen derjenigen des

Bundesrates. In Art. 32 wurde sodann festhalten, dass die Kantone für die

Wiederaufforstung aller Schlagflächen und der durch Feuer, Sturm, Lawinen

etc. in Waldungen entstandenen Blössen besorgt sein würden.

Im Kanton Zürich folgte am 28. Juli 1907 das Gesetz betreffend das Forst-

wesen (Forstgesetz). Nach dessen § 36 durften die Gemeinde- und Korpo-

rationswaldungen  im  Nichtschutzwaldgebiet  ohne  Bewilligung  des  Regie-

rungsrates,  im  Schutzwaldgebiet  ohne  diejenige  des  Bundesrates  weder

ganz noch teilweise gerodet, weder verkauft noch verteilt und ebenso wenig

mit einer Holz- oder Nebennutzungsservitut belastet werden. Bei Privatwal-

dungen verhielt es sich so, dass gemäss § 49 für Waldausreutungen die Be-

willigung  des  Regierungsrates,  bei  Schutzwaldungen  überdies  die  Zustim-

mung des Bundesrates erforderlich war. Über Bauten im Wald enthielt auch

dieses Gesetz keine Regelung.

Erst am 12. Juli 1962 erliess der Zürcher Regierungsrat gestützt auf diese

Art. 31 und 32 des Bundesgesetzes betreffend die eidgenössische Oberauf-

sicht über die Forstpolizei vom 11. Oktober 1902 sowie die §§ 36 und 49 des

Gesetzes betreffend das Forstwesen vom 28. Juli 1907 die Verordnung über

Bauten im Wald. Diese erklärte in § 1 lit a die Errichtung von Hütten und an-

deren Gebäuden  im  Wald, auf Waldlichtungen  und  Waldblössen,  die nicht

als Kulturland genutzt wurden, als verboten.

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Mit der 1965 totalrevidierten Forstpolizeiverordnung, welche sich in ihrer ers-

ten Fassung aus dem Jahre 1902 noch auf den Schutz vor Naturgefahren

beschränkt hatte, wurden erstmals der Begriff "Wald" auf Bundesebene de-

finiert und gesetzliche Regelungen zur Rodung, zum Waldabstand, zu den

Bauten und Anlagen im Wald sowie zum Betretungsrecht festgelegt (Thomas

Abt/Roland Norer/Florian Wild/Nicolas Wisard, Kommentar zum Waldgesetz,

Zürich, Genf 2022, Einleitung, Rz. 10).

Auf Bundesebene lösten sodann das Bundesgesetz über den Wald (Wald-

gesetz,  WaG)  vom  4. Oktober 1991  und  die  Verordnung  über  den  Wald

(Waldverordnung, WaV) vom 30. November 1992 die FPolV ab. Im Kanton

Zürich  gelten zudem  das  Kantonale Waldgesetz vom  7. Juni 1988  (KWaG

ZH)  sowie  die  Kantonale  Waldverordnung  vom  28. Oktober 1998  (KWaV

ZH).

6.2.

Gemäss  dem  heute  massgebenden  bundesrechtlichen  Waldbegriff  gilt

grundsätzlich  jede  Fläche  als  Wald,  die  mit Waldbäumen  oder  Waldsträu-

chern bestockt ist und Waldfunktionen erfüllen kann (Art. 2 Abs. 1 WaG).

Das Waldareal ist gemäss Art. 18 Abs. 3 RPG durch die Forstgesetzgebung

umschrieben  und  geschützt,  womit  insbesondere  für  die  Bestimmung  des

Waldgebietes  und  die  Zulässigkeit  von  Rodungen  die  Waldgesetzgebung

vorbehalten  wird.  Dennoch  ist  auch  das  Raumplanungsgesetz  im  Wald

anwendbar.  Dies,  soweit  das  Waldgesetz  es  zulässt  (Rausch/Marti/Griffel,

Rz. 463).

Wald ist dabei Nichtbaugebiet im Sinne des Raumplanungsgesetzes. Bauten

und Anlagen benötigen dementsprechend im Wald einer Ausnahmebewilli-
gung nach Art. 24 ff. RPG, soweit sie nicht zonenkonform sind, d.h. keinen

forstlichen Zwecken dienen (Rausch/Marti/Griffel, Rz. 465/470). Bauten und

Anlagen im Wald, welche nicht forstlichen Zwecken dienen, können grund-

sätzlich  nur  mit  einer  Ausnahmebewilligung  nach  Art. 24  RPG  verwirklicht

werden,  d.h.  das  Bauvorhaben  muss  im  Sinne  einer  relativen  Standortge-

bundenheit auf den Standort im Wald angewiesen sein, und es dürfen keine

überwiegenden Interessen entgegenstehen (Rausch/Marti/Griffel, Rz. 475).

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Daraus ist ohne Weiteres zu schliessen, dass ein (erstmaliger) Neubau für

ein zu privaten Erholungszwecken dienendes Waldhaus wie das hier streit-

betroffene Gebäude nicht bewilligungsfähig wäre, wovon auch die Parteien

ausgehen.

6.3.

Es stellt sich die Frage, ob dem abgebrannten Gebäude neben der Bestan-

desgarantie  nach  Art. 9,  26  und  36  der  Bundesverfassung  eine  gewisser-

massen erweiterte Bestandesgarantie zukommt, welche auch einen Wieder-

aufbau zulässt.

Rausch/Marti/Griffel halten hierzu in Rz. 477 fest, dass weder das Waldge-

setz noch das frühere Forstpolizeirecht eine besondere Bestandesgarantie

für Bauten und Anlagen auf Waldboden kennen, weshalb für solche nament-

lich auch kein Wiederaufbaurecht besteht.

Diese Schlussfolgerung basiert auf einem Urteil des Obergerichts des Kan-

tons  Schaffhausen  vom  15. September 1978  als  Verwaltungsgericht

(ZBl 1979, 177 ff. E. 5). Daraus lässt sich entnehmen, dass die Vollziehungs-

verordnung zum Bundesgesetz betreffend die eidgenössische Oberaufsicht

über die Forstpolizei vom 1. Oktober 1965 (FPolV) Bauten im Wald grund-

sätzlich  verbot,  wenn  sie  nicht forstlichen  Zwecken  dienten  (Art. 28  Abs. 1

FPolV). Ferner galt gemäss Art. 25 Abs. 1 FPolV jede Beanspruchung von

Waldboden, die eine dauernde oder vorübergehende Zweckentfremdung zur

Folge hatte, als Rodung, auch wenn die betreffende Waldfläche vorüberge-

hend ganz oder teilweise unbestockt war. Der durch Bauten beanspruchte

Waldboden blieb weiterhin der Forstgesetzgebung unterstellt (Art. 28 Abs. 4

FPolV). Daraus schloss das Obergericht des Kantons Schaffhausen als Ver-

waltungsgericht, dass die entsprechenden forstrechtlichen Vorschriften auch
in einem späteren Zeitpunkt, als über eine neue Baubewilligung zu entschei-

den  war, noch anwendbar  waren, ein Wiederaufbau des damals strittigen,

abgebrannten Wochenendhauses somit unzulässig war.

Gemäss dem heute gültigen Art. 2 Abs. 1 WaG gilt wie dargelegt jede Fläche

als Wald, die mit Waldbäumen oder Waldsträuchern bestockt ist und Wald-

funktionen  erfüllen  kann.  Entstehung,  Nutzungsart  und  Bezeichnung  im

Grundbuch sind nicht massgeblich. Als Wald gelten auch unbestockte oder

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ertraglose Flächen eines Waldgrundstückes, wie Blössen, Waldstrassen und

andere forstliche Bauten und Anlagen (Abs. 2 lit. b).

Weder die Bundeserlasse noch die kantonalen Normen äussern sich hinge-

gen zur Frage der Bestandesgarantie altrechtlicher nichtforstlicher Bauten im

Wald. Über die Anwendbarkeit des Raumplanungsgesetzes im Wald halten

Rausch/Marti/Griffel fest, dass lediglich Art. 24 RPG (Standortgebundenheit)

eine Rolle spielen kann. Die übrigen Ausnahmetatbestände (Art. 24a ff. und

Art. 37a RPG) setzten im Prinzip bestehende, rechtmässig errichtete Bauten

und Anlagen voraus. Soweit es sich nicht um forstliche Bauten oder nicht-

forstliche Kleinbauten, sondern um Wohn-, Landwirtschafts- und Gewerbe-

bauten ausserhalb der Bauzone handelt, wie sie in den erwähnten Vorschrif-

ten  primär  anvisiert  werden,  bilden  die  entsprechend  überbauten  Flächen

nicht  Waldboden.  Lag  der  Standort  ursprünglich  im  Wald,  konnten  solche

Bauten und Anlagen – jedenfalls in neuerer Zeit – nur mit einer Rodungsbe-

willigung  rechtmässig  verwirklicht  werden.  Wurde  die  Fläche  rechtmässig

mittels  einer  Rodungsbewilligung  aus  dem  Waldareal  entlassen  und  an-

schliessend überbaut, handelt es sich bei der bebauten Fläche nicht mehr

um Wald im Rechtssinn, weshalb erleichterte Ausnahmebewilligungen nach

den genannten Vorschriften des Raumplanungsgesetzes nicht ausgeschlos-

sen werden können (Rz 477).

Während  der  verfassungsrechtliche  Schutz  des  bisherigen  Bestandes  alt-

rechtlicher Bauten entfällt, wenn der Wert der früheren baulichen Investition

durch periodischen Unterhalt und zeitgemässe Erneuerung nicht mehr auf-

rechterhalten werden kann, hat der Bundesgesetzgeber in Art. 24c RPG die

verfassungsrechtliche  Besitzstandsgarantie  stark  ausgeweitet,  indem  er

über die Aufrechterhaltung des bisherigen Bestands auch gewisse Verände-

rungen und Erweiterungen sowie den Wiederaufbau zulässt ("erweiterte Be-
sitzstandsgarantie";  Bernhard  Waldmann/Peter  Hänni,  Raumplanungsge-

setz, Bern 2006, Art. 24c).

Gemäss Art. 24c Abs. 1 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten

und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind,

in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt. Solche Bauten und Anlagen kön-

nen mit Bewilligung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert,

massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig er-

stellt  oder  geändert  worden  sind  (Abs. 2).  Voraussetzung  für  die  Anwend-

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barkeit dieser Bestimmung ist gemäss Art. 41 der Raumplanungsverordnung

(RPV) vom 28. Juni 2000, dass die Bauten und Anlagen rechtmässig erstellt

oder geändert  worden  sind,  bevor  das betreffende Grundstück Bestandteil

des Nichtbaugebiets im Sinn des Bundesrechts wurde (altrechtliche Bauten

und Anlagen). Als solche gelten in erster Linie Bauten, die in Übereinstim-

mung mit dem materiellen Recht vor dem 1. Juli 1972 erstellt oder geändert

wurden,  als  mit  dem  Inkrafttreten  des  Gewässerschutzgesetzes  erstmals

eine klare Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet vorgenommen wurde (vgl.

BGE 129 II 396 E. 4.2.1 mit Hinweisen).

Im  Waldgebiet  ist  dieser  Zeitpunkt  in  Anbetracht  der  dargelegten  Entste-

hungsgeschichte  des  Waldrechts  mit  der  Inkraftsetzung  der  FPolV  vom

1. Oktober  1965  anzunehmen,  jedenfalls  deutlich  nach  der  Erstellung  der

streitbetroffenen Baute. Analog zu einer vor dem 1. Juli 1972 in der heutigen

Landwirtschaftszone rechtmässig  erstellten  nichtlandwirtschaftlichen Baute

ist deshalb davon auszugehen, dass das Waldhaus durch Rechtsänderung

zonenfremd geworden ist. Im Gegensatz zu Bauten in der Landwirtschafts-

zone, die weiterhin auf landwirtschaftlichem Land stehen, können rechtmäs-

sig im Wald erstellte zonenfremde Bauten nicht auf Waldboden stehen, zu-

mal sie den Waldboden dauernd zweckentfremden. Heute bedürften solche

Bauvorhaben  einer  Rodungsbewilligung  und  die  Fläche  müsste  damit  aus

dem  Waldareal  entlassen  werden  (Art. 4 WaG),  zumal  es  sich  bei  einer
Grundfläche von ca. 40 m2 nicht um eine nichtforstliche Kleinbaute handelt.

Im Erstellungsjahr 1926 bedurfte die strittige Waldbaute wie dargelegt einer

Bewilligung durch den Regierungsrat. Eine weitere Rodungsbewilligung war

noch  nicht  erforderlich.  Die  Parteien  gehen  übereinstimmend  davon  aus,

dass sie damals rechtmässig bewilligt wurde. Dies muss dementsprechend

implizit zu einer Rodung und dazu geführt haben, dass die überbaute Fläche
nicht (mehr) Waldboden bildet. Mangels Zuweisung zu einer anderen Zone

gilt  sie  als  ausserhalb  der  Bauzonen  gelegen.  Eine  Anwendbarkeit  von

Art. 24c  RPG kommt  damit wie  ausgeführt in  Betracht  und  damit auch ein

Wiederaufbau. Dementsprechend ist die strittige Frage dahingehend zu be-

antworten, dass die Y grundsätzlich im vorbestehenden Umfang wiederauf-

gebaut werden kann.

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7.1.

Zusammenfassend ist der Rekurs somit gutzuheissen. Demgemäss ist Dis-

positivziffer I der Verfügung der Baudirektion vom 13. März 2024 dahinge-

hend  abzuändern,  dass  für  den  geplanten  Wiederaufbau  eine  forst-  und

raumplanungsrechtliche Bewilligung in Aussicht gestellt werden kann.

7.2.

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Baudirektion Kanton Zürich

aufzuerlegen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]).

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder  dem tatsächlichen  Streitinteresse fest. Liegt  wie  hier

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV

VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein

grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 3'000.-- festzusetzen.

7.3.

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-
triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr.

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung einer  Umtriebsentschädigung einzustufen  (VB.2003.00093 vom

16. Oktober 2003, E. 3.1). Demnach ist vorliegend dem Rekurrenten zulas-

ten der Baudirektion Kanton Zürich eine Umtriebsentschädigung zuzuspre-

chen. Angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 1'700.--. Da die Umtriebs-

entschädigung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines

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Mehrwertsteuerzusatzes von vornherein (BRKE II Nrn. 0247 und 0248/2007

in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch).

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R4.2024.00076 / Protokoll Seite 3