# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8300c83-6e4e-5663-a8d5-ca15149d240c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 21.11.2022 UV 2021/66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-66_2022-11-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/66

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 26.01.2023

Entscheiddatum: 21.11.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 21.11.2022
Art. 6 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der Frage 
der Unfallkausalität einer Bewegungseinschränkung des 
Kleinfingergrundgelenks, insbesondere ob die Beschwerdeführerin 
anlässlich des Unfallereignisses eine Fraktur erlitten hatte. Rückweisung an 
die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. 
November 2022, UV 2021/66).

Entscheid vom 21. November 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz) und Michael Rutz, Versicherungsrichterin 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Anita Hüsler

Geschäftsnr.

UV 2021/66

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Mobiliar Versicherungs-gesellschaft AG, Direktion Bern, 

Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit 1. November 2020 als Mitarbeiterin im 

Service/Verkauf bei der Bäckerei-Konditorei B.___ tätig und dadurch bei der 

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen 

die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (UV-act. K 1).

A.a. 

Am 4. Dezember 2020 meldete die Arbeitgeberin der Mobiliar einen 

Nichtberufsunfall vom 30. November 2020, bei dem sich die Versicherte die linke Hand 

am Einkaufswagen angeschlagen habe (UV-act. K 1). Aufgrund von Schmerzen am 

Kleinfinger bis in den Unterarm links hatte die Versicherte gleichentags Dr. med. C.___, 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, aufgesucht. Diese hatte als Befund zu ihrer 

Untersuchung eine kaum objektivierbare Schwellung der Grundphalanx D5 links 

festgehalten. Radiologisch sei ein diskreter einseitiger medialer Unterbruch der 

Compacta ohne Versatz erkennbar. Die erhobenen Befunde beurteilte sie als "Prellung 

Kleinfinger links" (vgl. UV-act. M 10).

A.b. 

Am 14. Mai 2021 erhob Dr. med. D.___, Orthopädie E.___, unter anderem den 

Befund eines Beugedefizits im Kleinfingergrundgelenk der Versicherten und 

diagnostizierte entsprechend eine Kontraktur der Seitenbänder am 

Kleinfingergrundgelenk links nach der Kontusionsverletzung vom 30. November 2020 

(UV-act. M 2).

A.c. 

Mit Schreiben vom 1. Juni 2021 teilte die Mobiliar der Versicherten mit, dass sie 

die medizinischen Akten dem beratenden Arzt zur Beurteilung vorgelegt habe. Dieser 

A.d. 

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B.  

C.  

habe festgestellt, dass ab dem 28. Februar 2021 keine Unfallfolgen mehr vorliegen 

würden, weshalb sie entsprechend ab diesem Zeitpunkt keine Leistungen mehr 

erbringen könne (UV-act. K 10).

Am 7. Juni 2021 teilte die Versicherte der Mobiliar per E-Mail mit, dass sie mit der 

Leistungseinstellung ab dem 28. Februar 2021 nicht einverstanden sei (UV-act. K 12). 

Die Mobiliar tätigte in der Folge weitere Abklärungen (UV-act. K 14 ff.). Mit Verfügung 

vom 22. Juni 2021 hielt sie nach erneuter Prüfung der medizinischen Akten durch den 

beratenden Arzt Dr. med. F.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, an der Leistungseinstellung per 28. Februar 

2021 fest, da die geklagten Beschwerden (Kontraktur der Seitenbänder) nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem kausalen Zusammenhang zu dem Ereignis 

vom 30. November 2020 stehen würden und bezüglich der Kontusion von einem 

Behandlungsabschluss per 28. Februar 2021 auszugehen sei (UV-act. K 20).

A.e. 

Gegen die Verfügung vom 22. Juni 2021 erhob die Versicherte am 28. Juni 2021 

Einsprache (UV-act. K 23).

B.a. 

Nach einer Besprechung mit dem beratenden Arzt Dr. med. G.___, Facharzt für 

orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Vertrauensarzt 

SGV, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM (vgl. UV-act. M 9), wies die Mobiliar 

diese Einsprache mit Einspracheentscheid vom 17. August 2021 ab (UV-act. K 26).

B.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, St. Gallen, 

mit Eingabe vom 16. September 2021 Beschwerde. Darin beantragte sie dessen 

Aufhebung und die Erbringung der zustehenden Leistungen durch die Mobiliar 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) aus dem Unfall vom 30. November 2020. 

Eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben (act. G 1). Am 

10. Januar 2022 reichte die Beschwerdeführerin eine ergänzende 

Beschwerdebegründung ein (act. G 9).

C.a. 

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Erwägungen

1.  

Am 10. März 2022 erfolgte eine weitere Beurteilung durch Dr. G.___ (UV-act. M 

17). Mit Beschwerdeantwort vom 13. April 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde in Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids (act. G 15).

C.b. 

Mit Replik vom 20. Juni 2022 (act. G 19) und Duplik vom 10. August 2022 (act. G 

21) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

C.c. 

Der Unfallversicherer hat bei Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser 

in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 

832.20]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise 

oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 

3.1 und 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 96 f., U 413/05, E. 4.1 mit Hinweisen; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem 

Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in 

der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die 

vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist 

(André Nabold, N 53 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über 

die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 

2018; Irene Hofer, N 65 f. und N 74 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019; 

1.1. 

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Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f., 58). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 

genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 

Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 

4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen bzw. hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen 

Gesundheitsschaden einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, 

wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf 

unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 

(Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht (vgl. zum Ganzen Urteil 

des Bundesgerichts vom 8. Juli 2022, 8C_734/2021, E. 2.2.2 mit Hinweisen; RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

54). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die 

Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer. Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche Gegenstand 

der Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 2019, 

8C_855/2018, E. 3.1 mit Hinweis). Auch hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für 

unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur darzutun, dass die unfallbedingten 

Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juli 2021, 8C_80/2021, E. 2.2 mit Hinweisen).

1.2. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

1.3. 

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2.  

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

 Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und 

Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis kann jedoch 

nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 

(BGE 135 V 465 E. 4.4, 4.6 f.). Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die 

direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 

des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

1.4. 

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Versicherungsleistungen zu Recht per 28. Februar 2021 eingestellt hat (vgl. UV-act. 20 

und 26) oder ob sie für die von der Beschwerdeführerin über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden im Bereich des linken 

Kleinfingers leistungspflichtig ist.

2.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich bei ihrer Leistungseinstellung per 28. Februar 

2021 hauptsächlich auf die Beurteilungen ihrer beratenden Ärzte, namentlich diejenigen 

von Dr. G.___, gestützt. Dieser hat in seinen Beurteilungen vom 4. August 2021 (UV-

act. M 9) und vom 10. März 2022 (UV-act. M 17) unter anderem das Vorliegen 

struktureller Unfallfolgen, namentlich einer Fraktur, verneint.

2.2. 

Gemäss Dr. G.___ lassen sich den Röntgenaufnahmen vom 30. November 2020 

keine Hinweise auf einen diskreten Unterbruch der Compacta entnehmen, auch eine 

Frakturlinie sei nicht nachweisbar (UV-act. M 17-7). Diese Einschätzung steht in 

2.2.1. 

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direktem Widerspruch zur Einschätzung der erstbehandelnden Ärztin Dr. C.___, welche 

am 30. November 2020 aufgrund der getätigten Röntgenaufnahmen den Befund eines 

radiologisch diskreten einseitigen medialen Unterbruchs in der Compacta ohne Versatz 

erhoben hatte, der jedoch nur auf dem AP Bild darstellbar sei (vgl. UV-act. M 10). Im 

Übrigen ging auch Dr. med. H.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in seiner 

Stellungnahme vom 4. November 2021 davon aus, dass eine Fraktur (und nicht eine 

Prellung) vorliege, wenn Dr. C.___ im Röntgenbild einen Unterbruch der Compacta 

festgestellt habe (vgl. UV-act. M 16). Hinzu kommt, dass Dr. G.___ selbst bestätigt 

hatte, dass der Hergang des Unfallereignisses vom 30. November 2020 bei 

entsprechender Krafteinwirkung durchaus geeignet gewesen wäre, eine Fraktur der 

Phalanx Dig. V zu verursachen (vgl. UV-act. M 17-8 Ziff. 3). Soweit Dr. G.___ in seiner 

Beurteilung vom 10. März 2022 eine mögliche Fehldeutung des Unterbruchs in der 

Compacta seitens Dr. C.___ anspricht (vgl. UV-act. M 17-7), vermag das Gericht 

mangels entsprechender medizinischer Fachkenntnisse das Vorliegen einer solchen 

nicht zu beurteilen.

Nach Ansicht von Dr. G.___ ist sodann aufgrund des CT-Befunds vom 2. 

September 2021 (UV-act. M 12) hinsichtlich der Exostose des MCP-Köpfchens von 

einem Vorzustand am linken MCP-V-Gelenk auszugehen. Dies werde durch den 

radiologischen Befund vom 30. November 2020 (Unfalltag) bestätigt, in welchem sich 

an der Gelenkfläche des MCP-Gelenkes Dig. V eine sich nach radial und proximal 

ziehende exostosenartige, glatt berandete Aufhellung sowie Hinweise für eine 

Heberden- und Bouchard-Arthrose Dig. V zeigen würden (UV-act. M 17-7 f.). Diese 

Beurteilung steht im Widerspruch zu der von Dr. D.___ am 20. Mai 2021 getätigten 

Einschätzung, wonach in der (ihm damals ebenfalls vorliegenden) Röntgendiagnostik 

der Beschwerdeführerin keine wesentliche Pathologie zu erkennen gewesen sei (vgl. 

UV-act. M 2-1 "Anamnese"). Der Umstand, dass Dr. D.___ als Facharzt für 

Handchirurgie bei seiner Begutachtung der Röntgenbilder offenbar keine wesentlichen 

Pathologien erkannt bzw. angegeben hat und dies, obwohl er eben gerade versucht 

hatte, ein fassbares pathologisches Korrelat zu dem zunächst schwierig zu ortenden 

Schmerzpunkt zu finden (vgl. UV-act. M 2), lässt Zweifel am Vorliegen der von Dr. 

G.___ erwähnten exostosenartigen Aufhellung sowie den Hinweisen auf eine Arthrose 

in den Röntgenaufnahmen vom 30. November 2020 aufkommen. Dies gilt umso mehr, 

als auch Dr. C.___ in ihrem Bericht vom 30. November 2020 keine Pathologien erwähnt 

hatte (abgesehen von dem von ihr festgestellten Unterbruch in der Compacta; vgl. UV-

act. M 10). Angesichts des Umstands, dass eine Exostose grundsätzlich auch 

traumatischen Ursprungs sein kann (vgl. Aussage von Dr. G.___, wonach im 

2.2.2. 

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Zusammenhang mit dem CT-Befund vom 2. September 2021 einer Exostose von 

einem Vorzustand "als Folge eines vorbestehenden Ereignisses oder als angeborene 

Deformität" auszugehen sei; UV-act. M 17-8), kann vorliegend nicht ausgeschlossen 

werden, dass die durch Dr. I.___ am 2. September 2021 im CT-Befund festgehaltene 

Exostose (vgl. UV-act. M 12) auf das Unfallereignis vom 30. November 2020 

zurückgeht. Hinzuzufügen ist schliesslich, dass die CT-Untersuchung vom 

2. September 2021 eine unauffällige Darstellung der Gelenksflächen ergeben hat (vgl. 

UV-act. M 12), welche überdies gegen die von Dr. G.___ erwähnte bzw. angenommene 

Arthrose (vgl. oben und UV-act. M 17) spricht.

Als Zwischenfazit kann somit festgehalten werden, dass zumindest geringe 

Zweifel an der Einschätzung der radiologischen Befunde durch Dr. G.___ bestehen, 

wonach sich anlässlich des Unfallereignisses keine Fraktur ereignet habe und von 

einem Vorzustand am MCP-V-Gelenk auszugehen sei (vgl. UV-act. M 9 und M 17). 

Entsprechend kann auf diese Beurteilung nicht ohne Weiteres abgestellt werden.

2.2.3. 

Neben den bildgebenden Befunden bringt Dr. G.___ sodann vor, auch der Verlauf 

des Schadenfalls spreche gegen einen Kausalzusammenhang zwischen der geklagten 

Bewegungseinschränkung und dem Unfallereignis vom 30. November 2020. Die 

Beschwerdeführerin habe nach den medizinisch vorliegenden Berichten erst sechs 

Monate nach dem Unfallereignis wieder einen Arzt konsultiert. Sie habe dabei ohne 

nachvollziehbare medizinische Begründung Schmerzen an allen Langfingergelenken 

angegeben. Im Zusammenhang mit einer Monate zurückliegenden Fraktur des 

Kleinfingers (welche er verneint hat; vgl. zur eigenen Beurteilung der 

Röntgenaufnahmen durch Dr. G.___ oben E. 2.2.1) seien diese Beschwerden 

medizinisch nicht nachvollziehbar; vor allem unter dem Hinweis, dass zeitnah zum 

Ereignis keine Bewegungseinschränkungen bestanden hätten. Aus medizinischer Sicht 

würde der Verlauf einer langsam zunehmenden Bewegungseinschränkung erstmals 

sechs Monate nach dem Ereignis viel eher für eine Symptomausweisung sprechen (vgl. 

UV-act. M 17). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin bestreitet, erstmals sechs Monate nach dem Unfallereignis wieder 

einen Arzt konsultiert bzw. Beschwerden gehabt zu haben (vgl. insbesondere act. G 

9-5). Bereits am 14. Juni 2021 hatte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin 

bezüglich des Behandlungsablaufs denn auch telefonisch mitgeteilt, dass sie anfangs 

Dezember nochmals beim Arzt gewesen sei und wegen Schmerzen im Januar 2021 

erneut ihren Hausarzt bzw. dessen Vertretung aufgesucht hätte (vgl. UV-act. K 14). 

Zudem geht auch aus dem Bericht von Dr. D.___ vom 20. Mai 2021 (UV-act. M 2) 

hervor, dass am 4. Dezember 2020 eine Verlaufskontrolle stattgefunden hatte. Die 

2.3. 

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komplette Krankengeschichte der Beschwerdeführerin wurde bei den behandelnden 

Ärzten (insbesondere dem damaligen Hausarzt Dr. med. univ. J.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, welcher seitens der Beschwerdeführerin als behandelnder Arzt 

angegeben worden war [vgl. UV-act. K 5] und auch das Arztzeugnis UVG vom 7. Mai 

2021 ausgestellt hatte [vgl. UV-act. M 1]) jedoch nie angefordert. Soweit Dr. G.___ 

seine Verneinung einer Unfallkausalität der geklagten Beschwerden auf den Verlauf 

derselben (fehlende Beschwerden/Arztkonsultationen während rund sechs Monaten 

nach dem Unfallereignis) stützt, beruht seine Einschätzung demnach auf einer 

unvollständigen Aktenlage, da sich mindestens zu der Verlaufskontrolle vom 4. 

Dezember 2020 sowie der von der Beschwerdeführerin erwähnten hausärztlichen 

Konsultation im Januar 2021 keine Unterlagen bei den Akten befinden. Auf die 

Begründung von Dr. G.___ betreffend Verlauf der Beschwerden kann nach Gesagtem 

ebenfalls nicht abgestellt werden. Es wird die komplette Krankengeschichte der 

Beschwerdeführerin bei den behandelnden Ärzten und Ärztinnen, insbesondere bei Dr. 

J.___, anzufordern und anschliessend eine neue Beurteilung vorzunehmen sein.

Schliesslich sind die Beurteilungen von Dr. G.___ (UV-act. M 9 und M 17) auch in 

Bezug auf die Ursachen der aktuell geklagten Beschwerden unvollständig. Dr. G.___ 

hat sich in seiner Beurteilung vom 4. August 2021 nicht einlässlich mit der 

Einschätzung von Dr. D.___ auseinandergesetzt, wonach die 

Bewegungseinschränkung bzw. die Kontraktion der Seitenbänder auf eine 

schmerzreaktive Schonhaltung der Beschwerdeführerin in Folge der Verletzung 

zurückzuführen sei (vgl. UV-act. M 4 und M 6-2). Diese Möglichkeit hat Dr. G.___ 

pauschal unter dem Hinweis abgetan, dass Dr. D.___ selber von Vermutungen 

ausgegangen sei. Dies, obwohl Dr. G.___ einen solchen Verlauf grundsätzlich als 

möglich (wenn auch nicht überwiegend wahrscheinlich) beurteilt hatte (vgl. UV-act. M 

9). In seiner Beurteilung vom 10. März 2022 (UV-act. M 17) hat Dr. G.___ sich zu dieser 

möglichen Ursache überhaupt nicht mehr geäussert. Auch zu dem 

Untersuchungsbericht der Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie 

des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 21. Oktober 2021, in welchem […] Dr. med. 

K.___ und […] Dr. med. L.___ eine Vernarbung der Strecksehne mit dem MCP-Gelenk 

Dig. V links festgestellt und diese auf die erlittene Kontusion zurückgeführt haben (vgl. 

UV-act. M 15), hat sich Dr. G.___ in seiner zeitlich später gelagerten Beurteilung vom 

10. März 2022 nicht geäussert (vgl. UV-act. M 17).

2.4. 

Nach Gesagtem bestehen an der Beurteilung von Dr. G.___ insgesamt erhebliche 

Zweifel und es kann auf diese entsprechend nicht abgestellt werden.

2.5. 

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3.

Zusammengefasst vermögen die Beurteilungen der beratenden Ärzte der 

Beschwerdegegnerin das (vollständige) Fehlen bzw. Wegfallen von unfallkausalen 

Beschwerden demnach nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beweisen. Dies 

gilt umso mehr, als es sich dabei um blosse Aktenbeurteilungen handelt. Gestützt auf 

die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, welche unterschiedliche 

Einschätzungen abgeben, kann ebenfalls nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit beurteilt werden, ob eine unfallkausale oder eine 

unfallfremde Genese hinsichtlich der Bewegungseinschränkungen an der linken Hand 

vorliegt. Die Beschwerdegegnerin wäre gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 

43 Abs. 1 ATSG) zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen hinsichtlich der 

Unfallkausalität verpflichtet gewesen. Solche wird sie nachzuholen haben, 

insbesondere wird sie eine Aufdatierung der Aktenlage, namentlich unter Einholung der 

kompletten Krankengeschichte der Beschwerdeführerin bei Dr. J.___, vornehmen und 

anschliessend eine externe fachmedizinische Beurteilung bezüglich der Frage des 

Vorliegens einer Fraktur sowie der Unfallkausalität des geklagten Bewegungsdefizits in 

die Wege leiten müssen. Da bislang noch kein Administrativgutachten erstattet wurde, 

In Bezug auf die Beurteilungen von Dr. F.___ vom 25. Mai 2021 (UV-act. M 3) und 

vom 20. Juni 2021 (UV-act. M 7) ist festzuhalten, dass er seine Einschätzung der 

fehlenden Unfallkausalität nicht weiter begründet hat. Er hat lediglich pauschal 

ausgeführt, dass eine Prellung des Grundgelenks ohne weitere Verletzungen nicht zu 

einer Verkürzung der Seitenbänder führen könne (vgl. UV-act. M 7). Wie vorstehend 

jedoch dargelegt, kann aufgrund der unklaren medizinischen Aktenlage das Vorliegen 

einer Fraktur nicht ausgeschlossen werden (vgl. oben E. 2.2.1 ff.). Auch auf die von Dr. 

D.___ festgehaltene schmerzreaktive Schonung der Seitenbänder (vgl. UV-act. M 2 und 

M 6; welche zumindest einen zusätzlichen Faktor zur Prellung darstellen würde) ging 

Dr. F.___ nicht ein (vgl. UV-act. M 7). Da die Vernarbung der Strecksehne durch das 

KSSG erst in der Untersuchung vom 21. Oktober 2021 festgestellt wurde (UV-act. M 

15), konnte Dr. F.___ diesen Befund bzw. die Beurteilung der Unfallkausalität durch die 

Ärzte des KSSG sodann in seinen zeitlich vorgelagerten Beurteilungen vom 25. Mai 

2021 und 20. Juni 2021 nicht berücksichtigen bzw. sich dazu äussern. Auch die 

Beurteilungen von Dr. F.___ sind nach Gesagtem als unvollständig anzusehen. 

Aufgrund der sich widersprechenden Einschätzungen der Unfallkausalität durch die 

behandelnden medizinischen Fachpersonen bestehen an den Beurteilungen von Dr. 

F.___ vom 25. Mai 2021 (UV-act. M 3) und vom 20. Juni 2021 (UV-act. M 7) somit 

zumindest geringe Zweifel, weshalb auf diese ebenfalls nicht abgestellt werden kann.

2.6. 

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besteht kein Anlass für das von der Beschwerdeführerin eventualiter beantragte 

Gerichtsgutachten.

4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 17. 

August 2021 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'500.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 16. September 

2021 unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 17. August 2021 dahingehend 

gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen bzw. zur 

Veranlassung einer externen fachmedizinischen Beurteilung und anschliessender neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).4.2. bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt 

hinsichtlich der Prozesskosten praxisgemäss als volles Obsiegen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. April 2021, 9C_525/2020, E. 6 mit Hinweisen). Somit unterliegt 

die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf 

die eingeschränkte Streitfrage und den notwendigen Aufwand für die 

Beschwerdeführung bei bescheidenem Aktenumfang eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

als angemessen.

4.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.11.2022
	Art. 6 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der Frage der Unfallkausalität einer Bewegungseinschränkung des Kleinfingergrundgelenks, insbesondere ob die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfallereignisses eine Fraktur erlitten hatte. Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. November 2022, UV 2021/66).

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		2024-05-26T21:13:02+0200
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