# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f9cb6fe-8863-51b6-a352-fe12b9a58fa7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 25.03.2015 810 2014 360 (810 14 360)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2014-360_2015-03-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 25. März 2015 (810 14 360) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Zivilgesetzbuch 
 
 
Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Stefan 

Schulthess, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther,  
Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Susanne Ackermann, 
Advokatin 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Beschwerde-
gegnerin 
 
 
 

Beigeladener 
 

C.____, vertreten durch Dominique Leemann, Rechtsanwältin 

  
 

Betreff Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge  
(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____vom 
28. Oktober 2014) 

 
 
 

Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. A.____ und C.____ sind die Eltern von D.____, geboren am 24. August 2012. Am 
18. Juli 2014 beantragte der Kindsvater C.____ bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-
de (KESB) B.____ die Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge über D.____. Die 
Kindsmutter A.____ teilte der KESB B.____ mit, weiterhin das alleinige Sorgerecht ausüben zu 
wollen und begründete ihren Antrag mit den divergierenden Erziehungsansichten der Eltern 
(“sexualisiertes Verhalten“ des Kindsvaters), der Unerfahrenheit des Kindsvaters und dessen 
möglicher Gewalttätigkeit (vgl. Stellungnahme Beschwerdeführerin vom 1. September 2014).  
 

B. Mit Verfügung vom 6. Juni 2014 ordnete die KESB B.____ daher ein familien-
psychiatrisches Gutachten an und beauftragte die E.____, die Erziehungsfähigkeit der beiden 
Elternteile, die Beziehungsqualität des Kindes zum jeweiligen Elternteil sowie die zeitliche Ge-
staltung der Besuchsregelung abzuklären. 
 
C. Mit Entscheid vom 28. Oktober 2014 übertrug die KESB B.____ den Kindseltern die 
gemeinsame elterliche Sorge über ihren Sohn D.____. Die Obhut über D.____ wurde bei der 
Kindsmutter belassen. Zusätzlich hielt die KESB fest, dass die Regelung der väterlichen Besu-
che in einem gesonderten Verfahren erfolge und die Vereinbarung der Eltern bezüglich des zu 
zahlenden Kindesunterhalts durch die Neuregelung der elterlichen Sorge nicht betroffen sei.  
 
D. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Susanne Ackermann, Advoka-
tin in Liestal, mit Eingabe vom 1. Dezember 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte 
dessen Aufhebung, unter o/e-Kostenfolge.  
 
E. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2014 liess sich die KESB vernehmen und schloss 
auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Am 8. Januar 2015 reichte sie dem Kantonsge-
richt das Gutachten der E.____ vom 24. Dezember 2014 ein.  
 
F. In seiner Vernehmlassung vom 12. Januar 2015 beantragte auch der beigeladene 
Kindsvater, vertreten durch Dominique Leemann, Rechtsanwältin in Zürich, die Abweisung der 
Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. 
 
G. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 15. Januar 2015 wurde der Fall der Kammer im 
Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. 
 
H. Die Beschwerdeführerin, vertreten durch Susanne Ackermann, Advokatin in Liestal, 
teilte dem Gericht mit Eingabe vom 13. Februar 2015 mit, dass sie am 30. Januar 2015 bei der 
Polizei Anzeige gegen den Kindsvater erstattet habe. Nach einem gemeinsamen Ausflug habe 
sie erneut den Verdacht gehabt, der Kindsvater könnte D.____ intim berührt haben. Aus diesem 
Grund beantragt sie die Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum Abschluss des Straf-
verfahrens. 
 
I. Mit Verfügung vom 10. März 2015 wurde der Antrag der Beschwerdeführerin auf Sistie-
rung des Verfahrens begründet abgewiesen.  

Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
J. Mit Eingabe vom 19. Februar 2015 liess die KESB dem Gericht ihren Entscheid vom 
17. Februar 2015 betreffend die Regelung des Besuchsrechts und die Prüfung von Kindes-
schutzmassnahmen zukommen. Darin wurde der Antrag des Kindsvaters auf Zuteilung der Ob-
hut an ihn abgewiesen. Der persönliche Verkehr des Kindsvaters zu seinem Sohn D.____ wur-
de nach Art. 273 Abs. 3 ZGB für die Dauer von längstens einem Jahr wie folgt geregelt: (a) alle 
zwei Wochen am Wochenende für die Dauer von vier Stunden im Beisein der Mutter sowie (b) 
an einem weiteren Wochenende im Monat in Begleitung einer neutralen Drittperson oder Orga-
nisation für die Dauer von vier Stunden. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 
10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbe-
hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge-
setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für 
die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver-
fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis 
Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts 
anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde 
befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) 
oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochte-
nen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als direkte Verfahrensbeteiligte zur 
Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach 
Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 
 
1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen 
(Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un-
angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Allerdings auferlegt sich das Kantonsgericht 
entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der Auslegung unbestimmter 
Rechtsbegriffe und bei der Ermessenskontrolle eine gewisse Zurückhaltung. Dies insbesondere 
deshalb, weil die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden als Fachbehörden anzusehen sind 
(vgl. Art. 440 Abs. 1 ZGB). Verfügt eine Behörde über besonderes Fachwissen, so ist ihr bei der 
Bewertung von ausgesprochenen Fachfragen ein gewisser Beurteilungsspielraum zu belassen, 
soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen 
Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat (vgl. DANIEL STECK, in: Geiser/Reusser 
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, Art. 450a N 17 ff.; ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 
2010, N 446c f.; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 

Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

[KGE VV] vom 8. Mai 2013 [810 13 10], E. 1.4; BGE 135 II 384 E. 2.2.2, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). 
 
2. Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Kindseltern zu Recht die gemeinsame 
elterliche Sorge über D.____ übertragen hat.  
 
3.1 Die Kindsmutter begründet die beantragte Aufhebung der gemeinsamen elterlichen 
Sorge mit der fehlenden Erziehungsfähigkeit des Kindsvaters; dieser sei aufgrund seines “se-
xualisierten Verhaltens“ gegenüber D.____ ungeeignet. D.____ könne das Verhalten des Va-
ters weder einordnen noch sei er in der Lage, dieses abzulehnen oder von sich zu weisen. Wei-
ter fehle es dem Vater an Erfahrung im Umgang mit seinem Sohn und schliesslich solle er ein-
mal, als er D.____ auf dem Arm hielt, damit gedroht haben, ihn auf den Boden zu werfen. Aus 
diesen Gründen sei die elterliche Sorge alleine der Kindsmutter zu übertragen.  
 
3.2 In seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2015 wies der Kindsvater sämtliche gegen 
ihn erhobenen Vorwürfe ausdrücklich und vehement von sich. Sie seien frei erfunden und wür-
den jeglicher Grundlage entbehren. Es gebe keinen Anlass dafür, die gemeinsame elterliche 
Sorge aufzuheben. 
 
4. Die elterliche Sorge dient dem Wohl des Kindes (Art. 296 Abs. 1 ZGB). Sie umfasst 
die Gesamtheit der elterlichen Verantwortlichkeiten und Befugnisse in Bezug auf das Kind, d.h. 
die Bestimmung des Aufenthaltsorts, die Erziehung und die gesetzliche Vertretung des Kindes 
sowie die Verwaltung seines Vermögens (INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, in: 
Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456, 5. Auflage, Ba-
sel 2014, N 2 zu Art. 296). Die Eltern leiten im Blick auf das Wohl des Kindes seine Pflege und 
Erziehung und treffen unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entschei-
dungen (Art. 301 Abs. 1 ZGB), d.h. die Eltern üben ihre Entscheidungskompetenz grundsätzlich 
gemeinsam aus. Um allfällige Streitigkeiten um alltägliche Angelegenheiten zu vermeiden, wur-
de dem betreuenden Elternteil mit Art. 301 Abs. 1bis ZGB eine Alleinentscheidungskompetenz 
eingeräumt. Danach kann der Elternteil, der das Kind betreut, allein entscheiden, wenn die An-
gelegenheit alltäglich oder dringlich ist (Ziff. 1) oder der andere Elternteil nicht mit vernünftigem 
Aufwand zu erreichen ist (Ziff. 2). Als alltäglich gelten Entscheidungen über Ernährung, Beklei-
dung und Freizeitgestaltung des Kindes. Nicht alltäglichen Charakter haben Angelegenheiten, 
die das Leben des Kindes in einschneidender Weise prägen, beispielsweise der Wechsel der 
Schule oder der Konfession des Kindes, medizinische Eingriffe, die Ausübung von Hochleis-
tungssport oder die dauerhafte Übertragung der Tagesbetreuung des Kindes auf Dritte 
(INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, a.a.O., N 3c zu Art. 301). 
 
5.1 Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet und anerkennt der Vater das Kind oder 
wird das Kindesverhältnis durch Urteil festgestellt und die gemeinsame elterliche Sorge nicht 
bereits im Zeitpunkt des Urteils verfügt, so kommt die gemeinsame elterliche Sorge aufgrund 
einer gemeinsamen Erklärung der Eltern zustande (Art. 298a Abs. 1 ZGB). Weigert sich ein 
Elternteil, die Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge abzugeben, so kann der andere 
Elternteil die Kindesschutzbehörde am Wohnsitz des Kindes anrufen (Art. 298b Abs. 1 ZGB). 

Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Gemäss Art. 298b Abs. 2 ZGB verfügt die Kindesschutzbehörde die gemeinsame elterliche 
Sorge, sofern nicht zur Wahrung des Kindeswohls an der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter 
festzuhalten ist oder die alleinige elterliche Sorge dem Vater zu übertragen ist. Demnach ist neu 
die Möglichkeit der gemeinsamen elterlichen Sorge bei unverheirateten Eltern gegen den Willen 
eines Elternteils vorgesehen (INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, a.a.O., N 1 zu 
Art. 298b).  
 
5.2 Nach neuem Recht gilt die gemeinsame elterliche Sorge als gesetzlicher Regelfall. 
Voraussetzung ist, dass kein Grund für die Alleinsorge eines Elternteils besteht (INGEBORG 
SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, a.a.O., N 5 zu Art. 298b). Mit anderen Worten muss die Wah-
rung der Kinderinteressen eine alleinige elterliche Sorge notwendig machen, ansonsten der 
gesetzliche Regelfall zum Tragen kommt (Botschaft vom 16. November 2011 zu einer Ände-
rung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Elterliche Sorge], Bundesblatt [BBl] 2011 
S. 9104). Die massgebende Leitlinie für die Zuteilung der elterlichen Sorge ist demnach das 
Kindeswohl. Nach der bundesrätlichen Botschaft darf einem Elternteil die (gemeinsame) elterli-
che Sorge nur dann vorenthalten werden, wenn die Kindesschutzbehörde Anlass hätte, sie ihm 
andernfalls gleich wieder zu entziehen. Die Kindesschutzbehörde hat ihrem Entscheid den 
Massstab von Art. 311 ZGB zugrunde zu legen. Danach kommen als Gründe für den Entzug 
der elterlichen Sorge Unerfahrenheit, Krankheit, Gebrechen, Ortsabwesenheit, Gewalttätigkeit 
oder ähnliche Gründe in Frage (Ziff. 1). Nach Art. 311 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB kann die Kindes-
schutzbehörde die elterliche Obhut entziehen, wenn die Eltern sich nicht ernstlich um das Kind 
gekümmert oder ihre Pflichten gegenüber dem Kind gröblich verletzt haben (vgl. BBl 2011 
S. 9105).  
 
5.3 Des Weiteren müssen für die elterliche Sorge die Voraussetzungen nach Art. 296 ZGB 
vorliegen. Notwendig sind hierfür das Vorliegen eines rechtlichen Kindsverhältnisses sowie die 
Volljährigkeit und das Fehlen einer umfassenden Beistandschaft der Elternteile. 
 
6. Der Kindsvater erfüllt die Voraussetzungen gemäss Art. 296 ZGB unbestrittenermas-
sen. Somit ist nachfolgend einzig zu prüfen, ob das Kindswohl durch die Erteilung der gemein-
samen elterlichen Sorge gefährdet ist bzw. ob zu dessen Wahrung die Zuteilung der alleinigen 
elterlichen Sorge an die Kindsmutter erforderlich ist.  
 
7.1 Der Begriff Kindeswohl entzieht sich einer genauen Definition. Für den Kindesschutz 
geht es primär um eine Negativdefinition: die Gefährdung des Kindeswohls. Die Gefährdung 
kann nur in jedem einzelnen Fall unter Berücksichtigung der Gesamtheit aller Umstände be-
stimmt werden. Es geht um eine objektiv fassbare Gefahr einer Beeinträchtigung, welche eini-
germassen konkret sein muss. Überdies muss die Gefährdung von bestimmter Erheblichkeit 
sein, es geht also um mehr als blosse Ungünstigkeit. Aus diesem Grund muss eine Situation 
vorliegen, die zur (weiteren) Schädigung des Kindes führt, wenn sie belassen wird. Dies ist 
nicht bereits dann erreicht, wenn unter vertretbaren Lösungen nicht die Beste vorliegt (YVO 
BIDERBOST, in: Breitschmid/Rumo-Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 
Personen- und Familienrecht, inkl. Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2. Auflage, Zü-
rich/Basel/Genf 2012, N 8 ff. zu Art. 307).  

Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
7.2 Das Gutachten hält fest, dass D.____ sich als wacher, fröhlicher und aufgeweckter 
Junge zeige. Seinem Alter entsprechend habe er im Rahmen der Begutachtung seinem Willen 
Ausdruck verliehen und klar verneint, wenn er etwas nicht habe machen wollen. Hinsichtlich 
seiner Entwicklung seien keine Auffälligkeiten festzustellen. Das Gutachten kam weiter zum 
Schluss, dass beide Elternteile grundsätzlich als erziehungsfähig einzustufen seien. Einschrän-
kungen könnten beim Kindsvater allenfalls insofern vorliegen, als dass er gegenüber D.____ ein 
nachsichtiges Verhalten zeige und ihm nicht immer klare Grenzen setze. Es gebe jedoch keine 
eindeutigen Hinweise oder Beweise für grenzüberschreitendes Verhalten des Vaters gegenüber 
D.____. Die Kindsmutter würde D.____ überbehüten und ermögliche aufgrund ihrer geäusser-
ten Befürchtungen keine freie Beziehungsgestaltung zwischen D.____ und seinem Vater, 
wodurch sie in ihrer Erziehungsfähigkeit eingeschränkt sei. Hinsichtlich anderer sozialer Erfah-
rungen sei D.____ keinen Einschränkungen ausgesetzt (vgl. Gutachten der E.____ vom 
24. Dezember 2014, S. 17, 25). Ferner sei die Beziehung zwischen D.____ und beiden Eltern-
teilen als innig und stabil zu beurteilen. Das Gutachten schloss mit der Empfehlung, die Be-
suchsregelung zunächst wie bestehend – d.h. alle zwei Wochen begleitet durch die Kindsmutter 
– weiterzuführen, und daran anknüpfend künftig eine neutrale Drittperson bzw. eine Beiständin 
oder einen Beistand für die begleiteten Besuche einzusetzen. Empfehlenswert seien zudem 
parallele familientherapeutische Elterngespräche. Die Kindsmutter habe sich mit der gutachter-
lichen Empfehlung einverstanden erklärt. Der Kindsvater hätte es demgegenüber vorgezogen, 
das unbegleitete Besuchsrecht in einer schnelleren Stufenfolge aufzubauen. Aufgrund der zu-
nehmend instabilen Situation würden die beigezogenen Fachpersonen allerdings einen lang-
samen und schrittweisen Aufbau als sinnvoll erachten (vgl. Gutachten der E.____ vom 24. De-
zember 2014, S. 25).  
 
7.3 Wie erwähnt, darf einem Elternteil die (gemeinsame) elterliche Sorge nur dann vorbe-
halten werden, wenn Gründe gemäss Art. 311 ZGB gegeben sind (vgl. E. 5.2). Vorliegend las-
sen sich sowohl aus den Verfahrensakten als auch dem Gutachten der E.____ vom 
24. Dezember 2014 keine Anhaltspunkte für das Vorhandensein solcher Gründe entnehmen. 
Entsprechend gehen keine Beweise oder ausreichend konkrete Hinweise für eine Gefährdung 
von D.____s Wohl daraus hervor. Die Verdächtigungen der Kindsmutter lassen sich demzufol-
ge nicht erhärten, insbesondere auch nicht durch das eingeholte Gutachten. Vielmehr erschei-
nen die erhobenen Vorwürfe vor diesem Hintergrund als haltlos. Nach dem Gesagten ist der 
Kindsvater weder als erziehungsunfähig noch als anderweitig ungeeignet einzustufen. Dies 
wiederspiegelt sich denn auch in der Empfehlung des Gutachtens, welche damit schliesst, dass 
der Kontakt zum Vater weiterhin aufrechterhalten und sogar intensiviert werden soll.  
 
7.4 Festzuhalten ist zudem, dass es vorliegend um die Zuteilung der elterlichen Sorge 
bzw. um das Mitspracherecht des Kindsvaters und nicht um die Ausgestaltung des persönlichen 
Verkehrs oder des persönlichen Kontakts zwischen dem Kindsvater und D.____ geht. Es ist 
daher mit der Vorinstanz festzuhalten, dass es der Kindsmutter zumutbar ist, den Kindsvater bei 
Entscheidungen betreffend D.____, welche von besonderer Tragweite sind, miteinzubeziehen. 
Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass von allfällig unterschiedlichen Erziehungsvorstel-
lungen der Eltern nicht ohne weiteres auf eine Gefährdung des Kindes geschlossen werden 

Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dürfe. Die allfällige Nachsichtigkeit des Kindsvaters im Umgang mit D.____ ändert daran nichts. 
Wie bereits ausgeführt, ergeben sich vorliegend keine Anhaltspunkte, welche auf eine vom 
Kindsvater ausgehende, objektiv fassbare Kindswohlgefährdung schliessen liessen. Damit 
rechtfertigt sich die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Beschwerdeführerin nicht. 
Der vorinstanzliche Entscheid ist daher nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Be-
schwerde führt. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die 
Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise 
unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens 
sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 
 
8.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den 
Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Die Rechtsvertreterin des Beigeladenen macht in ihrer Ho-
norarnote vom 13. Februar 2015 einen als angemessen zu beurteilenden Aufwand von 12.75 
Stunden à Fr. 200.-- geltend, zuzüglich Auslagen von Fr. 121.-- und 8 % MWSt, d.h. 
Fr. 2‘844.70. Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin dem Beigela-
denen eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘884.70 auszurichten. Im Übrigen sind die 
Parteikosten wettzuschlagen. 
 

Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet.  

   
 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beigeladenen eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. 2‘884.70 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus-
zurichten. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschlagen. 

 
 
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin