# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4ce751e-e025-52ee-b434-7866f0691961
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 19.06.2018 VB170017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VB170017_2018-06-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 

 

Geschäfts-Nr. VB170017-O/U 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Burger, Vizepräsident lic. iur. 

M. Langmeier, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichterin lic. iur. 

E. Lichti Aschwanden und Oberrichterin lic. iur. F. Schorta sowie die 

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Heuberger Golta 

 

Beschluss vom 19. Juni 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

B._____,  

Beschwerdegegner, 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

betreffend Aufsichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Bezirksgerichts 
Hinwil vom 5. Dezember 2017 (DG170033-E) 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Am Bezirksgericht Hinwil ist seit dem 17. November 2017 ein Strafverfah-

ren gegen einen Sohn von Bundesrat C._____ (fortan: Beschwerdegegner) an-

hängig. Die Staatsanwaltschaft beantragt ein Urteil im abgekürzten Verfahren im 

Sinne von Art. 358 ff. StPO. Mit Beschluss vom 5. Dezember 2017 schloss das 

Bezirksgericht Hinwil die Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung – deren Termin 

bis heute noch nicht festgelegt ist (vgl. auch act. 15) – aus, gestattete jedoch den 

akkreditierten Gerichtsberichterstatterinnen und -erstattern den Zutritt zur Ver-

handlung (act. 4). Darüber wurde am 12. Dezember 2017 in verschiedenen Medi-

en berichtet. 

1.2. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 erhob der Beschwerdeführer 

A._____ als Bürger bei der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kan-

tons Zürich Aufsichtsbeschwerde mit dem Antrag, das Bezirksgericht Hinwil sei 

anzuweisen, zur Hauptverhandlung im Strafverfahren gegen den Beschwerde-

gegner nicht nur die Presse, sondern auch das allgemeine Publikum zuzulassen. 

Er erwäge, allenfalls die Hauptverhandlung zu besuchen (act. 1 S. 1 und 5). In der 

Folge wurde der Beschwerdeführer durch den Generalsekretär-Stv. telefonisch 

auf die Subsidiarität der Aufsichtsbeschwerde gegenüber den ordentlichen 

Rechtsmitteln aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, dass im Falle eines 

Nichteintretensentscheids der Verwaltungskommission die ordentlichen Rechts-

mittelfristen wohl abgelaufen seien (Prot. S. 2). Der Beschwerdeführer erhob da-

raufhin mit Eingabe vom 15. Dezember 2017 strafprozessuale Beschwerde bei 

der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich, und das Aufsichtsbe-

schwerdeverfahren wurde hierorts einstweilen formlos sistiert (vgl. act. 5). 

1.3. Mit Beschluss vom 22. Dezember 2017 trat die III. Strafkammer auf die 

strafprozessuale Beschwerde des Beschwerdeführers nicht ein (act. 8). Dieser 

Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen. 

- 3 - 

1.4. Im Übrigen hatte auch der Beschwerdegegner gegen den Beschluss des 

Bezirksgerichts Hinwil vom 5. Dezember 2017 strafprozessuale Beschwerde bei 

der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich erhoben. Er hatte im 

Wesentlichen beantragen lassen, dass auch die Medien von der bezirksgerichtli-

chen Hauptverhandlung in seiner Angelegenheit auszuschliessen seien. Die 

III. Strafkammer wies sein Rechtsmittel mit Beschluss vom 11. Januar 2018 ab. 

Hiegegen gelangte der Beschwerdegegner mit Beschwerde in Strafsachen ans 

Schweizerische Bundesgericht. Mit Urteil vom 9. Mai 2018 (Verfahren 

1B_87/2018) wies auch das Bundesgericht die Beschwerde ab. 

1.5. Die notwendigen Akten wurden beigezogen. Die Aufsichtsbeschwerde er-

weist sich als unzulässig. Das Verfahren ist somit spruchreif (vgl. § 83 Abs. 2 

GOG). 

2. Prozessuales 

2.1. Gemäss § 80 Abs. 1 lit. b GOG i.V.m. § 18 Abs. 1 lit. k Ziff. 1 der Verord-

nung über die Organisation des Obergerichts (LS 212.51) übt die Verwaltungs-

kommission des Obergerichts des Kantons Zürich die Aufsicht über die dem 

Obergericht unterstellten Gerichte, mithin auch über die Bezirksgerichte, aus (vgl. 

auch Hauser/Schweri/Lieber, GOG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2012, § 80 

N 1). Wird somit ein aufsichtsrechtlich relevanter Tatbestand gerügt, der sich an 

einem Bezirksgericht zugetragen habe, ist die Verwaltungskommission im Grund-

satz die richtige Adressatin (vgl. aber unten E. 2.2. und 3.). Sodann ist die Auf-

sichtsbeschwerde innert 10 Tagen seit Kenntnisnahme der Amtspflichtverletzung 

schriftlich einzureichen (§ 83 Abs. 1 GOG). Der strittige Beschluss des Bezirksge-

richts Hinwil erging am 5. Dezember 2017, wurde dem Beschwerdeführer aller-

dings gar nicht zugestellt; wie bereits erwähnt, erfuhr er davon aus den Medien. 

Die am 13. Dezember 2017 elektronisch in Übereinstimmung mit Art. 130 ZPO 

übermittelte Beschwerdeschrift erfolgte aber jedenfalls fristgerecht (act. 2; 3/1-2). 

2.2. Die Zuständigkeit der Verwaltungskommission hängt sodann auch von der 

Art der Aufsichtsbeschwerde sowie von deren allfälliger Subsidiarität zu ordentli-

- 4 - 

chen Rechtsmitteln ab. Darauf ist im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 

einzugehen.  

3. Zur Natur und zur Subsidiarität der Aufsichtsbeschwerde 

3.1. a) Verletzen Mitglieder von Gerichtsbehörden Amtspflichten, kann bei der 

unmittelbaren Aufsichtsbehörde Aufsichtsbeschwerde erhoben werden. Diese 

verfügt die notwendigen Massnahmen (§ 82 Abs. 1 und 2 GOG). Aufgabe der 

Aufsichtsbehörde ist es somit, durch Gebrauch ihrer Aufsichts- und Disziplinarge-

walt auf entsprechende Anzeige hin ein ordnungs- und rechtswidriges Verhalten 

einer Justizperson zu ahnden (sog. administrative Beschwerde, vgl. sogleich b)) 

oder einen unrechtmässigen oder unzweckmässigen Entscheid aufzuheben bzw. 

abzuändern (sog. sachliche Beschwerde, vgl. sogleich c)). 

b) Die administrative Aufsichtsbeschwerde zielt auf die Person des Amtsträgers 

ab. Sie ist eine Anzeige, mit der auf ein ordnungs- oder rechtswidriges Verhalten 

einer Justizperson hingewiesen wird, das eine Pflichtverletzung darstellt. Diese 

kann eine Saumseligkeit (d.h. eine Unterlassung pflichtgemäss beförderlichen 

Handelns und somit ein schuldhafterweise zu geringer persönlicher Einsatz) oder 

ein ungehöriges (vorwiegend subjektiv betontes und somit zu weit gehendes per-

sönlich bestimmtes) Handeln sein (vgl. Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., § 82 N 20 

und N 43 m.w.H.). 

c) Mit der sachlichen Aufsichtsbeschwerde wird die Aufhebung oder Abänderung 

eines unrechtmässigen oder unzweckmässigen Entscheides oder einer ebensol-

chen Anordnung verlangt. Sie bezieht sich somit auf eine Fehlbeurteilung durch 

die Justizperson. Aus dem subjektiven Anspruch der Parteien auf Rechtmässig-

keit der staatlichen Verrichtungen folgt für die angegangene Aufsichtsinstanz die 

Verpflichtung, dem Beschwerdeführer zu antworten. Der Aufsichtsbehörde steht 

aber nur in Fällen, die keinem Rechtsmittel unterliegen, eine Überprüfung zu; die 

sachliche Aufsichtsbeschwerde ist somit subsidiär zu allfälligen Rechtsmitteln. 

Massnahmen der Prozessleitung unterliegen grundsätzlich den prozessualen 

Rechtsmitteln und können nicht mit Aufsichtsbeschwerde angefochten werden, da 

es der Aufsichtsbehörde nicht zusteht, die Gesetzesmässigkeit der Rechtspre-

- 5 - 

chung durchzusetzen. Dies gilt auch für die im Zusammenhang mit der Fällung 

eines Entscheides erhobene Rüge einer fehlerhaften Amtsausübung der Jus-

tizperson. Ist gegen den fraglichen Entscheid ein Rechtsmittel gegeben, ist dieser 

der Überprüfung durch die Aufsichtsbehörde somit grundsätzlich entzogen, und 

auf die Aufsichtsbeschwerde ist nicht einzutreten (Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., 

§ 82 N 22 f.; ZR 73 Nr. 6; vgl. auch Entscheide der Verwaltungskommission vom 

17. Juli 2017, E. 3.2. [VB170006-O], bestätigt durch Entscheid der Rekurskom-

mission vom 24. August 2017, E. 3 Abs. 3 [KD170004-O], und vom 7. Februar 

2017, E. 2.2. [VB160021-O], bestätigt durch Entscheid der Rekurskommission 

vom 6. März 2017, E. 3.2. Abs. 3 [KD170001-O]). 

3.2. a) Die vorliegende Aufsichtsbeschwerde richtet sich gegen den Beschluss 

des Bezirksgerichts Hinwil vom 5. Dezember 2017 und ist damit sachlicher Natur. 

Es ist somit die Subsidiarität der Aufsichtsbeschwerde gegenüber einem ordentli-

chen Rechtsmittel – nämlich der strafprozessualen Beschwerde – zu prüfen.  

b) Der Beschwerdeführer hatte die bei der III. Strafkammer des Obergerichts ein-

gereichte strafprozessuale Beschwerde gegen den Beschluss des Bezirksgerichts 

Hinwil vom 5. Dezember 2017 im Wesentlichen gleich wie die vorliegende Auf-

sichtsbeschwerde begründet; mit Ausnahme dessen, dass er in seiner strafpro-

zessualen Beschwerde ausführte, dass er "gedenke", die Hauptverhandlung zu 

besuchen (act. 18/2 S. 6), während er vor der Verwaltungskommission erklärt hat-

te, er "erwäge, allenfalls" die Hauptverhandlung zu besuchen (act. 1 S. 5). 

Die III. Strafkammer war auf die strafprozessuale Beschwerde aus den folgenden 

Gründen nicht eingetreten (Hervorhebung durch die Verwaltungskommission): Sie 

führte im Wesentlichen aus, dass Träger des Anspruchs auf Öffentlichkeit gemäss 

Art. 30 Abs. 3 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK die beschuldigte Person sei. Dritte 

könnten aus den genannten Bestimmungen keinen individualrechtlichen Anspruch 

auf Zulassung ableiten. Das Publikum nehme am Strafverfahren weder als Partei 

noch als anderer Verfahrensbeteiligter teil. Zwar sei gemäss Art. 16 Abs. 1 BV die 

Informationsfreiheit gewährleistet und habe gemäss Art. 16 Abs. 3 BV jede Per-

son das Recht, Informationen frei zu empfangen und aus allgemein zugänglichen 

Quellen zu beschaffen, wozu auch öffentliche Gerichtsverhandlungen gehörten. 

- 6 - 

Ob sich daraus ein Anspruch des einzelnen Bürgers auf Ansetzung einer öffentli-

chen Gerichtsverhandlung und damit einer allgemein zugänglichen Quelle im ge-

nannten Sinne ergebe, sei nicht eine Frage des Strafprozessrechts. Darüber wer-

de voraussichtlich die Verwaltungskommission des Obergerichts bei der Prüfung 

der Aufsichtsbeschwerde des Beschwerdeführers zu befinden haben. Da also der 

Beschwerdeführer weder Partei noch anderer Verfahrensbeteiligter im vorliegen-

den Strafverfahren sei, sei auf die strafprozessuale Beschwerde nicht einzutreten 

(act. 8 S. 3 m.w.H.). 

c) Die Verwaltungskommission vertritt eine andere Ansicht.  

aa) Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmit-

tel ergreifen. Art. 382 Abs. 1 StPO geht bei der Rechtsmittellegitimation im Ein-

klang mit den Art. 104 und 105 StPO von einem weiten Parteibegriff aus 

(Schmid/Jositsch, Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, 3. A. 2017, 

N 1464; BSK StPO-Ziegler/Keller, 2. A. 2014, Art. 382 N 1). Somit können neben 

den Parteien im engeren Sinn – der beschuldigten Person, der Privatklägerschaft 

und im Haupt- und Rechtsmittelverfahren der Staatsanwaltschaft – auch die "an-

deren Verfahrensbeteiligten" ein Rechtsmittel ergreifen, wenn sie in ihren Rechten 

unmittelbar betroffen sind. Zu dieser Gruppe gehört gemäss Art. 105 Abs. 1 StPO 

neben der geschädigten Person (lit. a), der Anzeigeerstatterin (lit. b), dem Zeugen 

(lit. c), der Auskunftsperson (lit. d) und der Sachverständigen (lit. e) auch der 

durch Verfahrenshandlungen beschwerte Dritte (lit. f). Die Beschwerde ist sodann 

gemäss hier relevantem Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO nur zulässig gegen die Verfü-

gungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der erstinstanzlichen 

Gerichte; ausgenommen sind verfahrensleitende Entscheide (während der 

Hauptverhandlungen; vgl. BSK StPO-Guidon, Art. 393 N 13). 

Zutreffend ist, dass gemäss Art. 16 Abs. 1 BV die Informationsfreiheit gewährleis-

tet ist und gemäss Art. 16 Abs. 3 BV jede Person das Recht hat, Informationen 

frei zu empfangen, aus allgemein zugänglichen Quellen zu beschaffen und zu 

verbreiten, wobei zu diesen Quellen auch öffentliche Gerichtsverhandlungen ge-

hören (BSK StPO-Saxer/Thurnheer, Art. 69 N 18). Warum aber die Frage, ob sich 

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aus diesen Bestimmungen der Bundesverfassung ein Anspruch des einzelnen 

Bürgers auf Ansetzung einer öffentlichen Gerichtsverhandlung ergebe, keine Fra-

ge des Strafprozessrechts sein solle, erschliesst sich aus den Erwägungen der 

III. Strafkammer nicht. Die Anordnung der Vorinstanz stützt sich auf Art. 70 StPO 

und greift offenkundig in die Rechte des Beschwerdeführers ein. Gemäss Art. 382 

Abs. 1 StPO ist zur Ergreifung eines Rechtsmittels ein rechtlich geschütztes Inte-

resse erforderlich, und sind auch Dritte rechtsmittellegitimiert, wenn sie durch Ver-

fahrenshandlungen in ihren Rechten unmittelbar betroffen sind. Vorliegend ver-

ficht der Beschwerdeführer gegen den erstinstanzlichen Beschluss vom 5. De-

zember 2017 das von Art. 16 Abs. 3 BV geschützte Interesse, aus einer öffentli-

chen Quelle, wozu wie erwähnt auch Gerichtsverhandlungen gehören, Informati-

onen zu beschaffen. Wo, wenn nicht im zweitinstanzlichen Strafprozess, ist die-

ses Rechtsmittelinteresse zu prüfen? Es kann nicht sein, dass die Verwaltungs-

kommission für die strafprozessualen Rechtsmittelinstanzen zu prüfen hätte, ob 

ein Rechtsmittelkläger ein unmittelbares Rechtsschutzinteresse im Sinne von 

Art. 382 Abs. 1 StPO hat oder nicht. Dies ist die ureigene Aufgabe der gemäss 

StPO zuständigen Instanzen selber.  

bb) Im Übrigen wurde in früheren Entscheiden die Ableitung der Beschwerdelegi-

timation aus der Bundesverfassung ohne Weiteres bejaht, z.B. im Beschluss der 

III. Strafkammer vom 31. März 2015 betreffend Berichterstattung (UH140149-O). 

Dabei hatte eine Gerichtsberichterstatterin Beschwerde gegen eine Verfügung 

des Einzelrichters in Strafsachen am Bezirksgericht Uster vom 16. Mai 2014 er-

hoben. Mit dieser Verfügung war den Gerichtsberichterstattern untersagt worden, 

den Namen eines Beschuldigten zu nennen, Fotos von ihm zu publizieren sowie 

Alter, Wohnort, Arbeitgeber und Adresse des Internetblogs des Beschuldigten be-

kanntzugeben, unter Androhung von Ordnungsbusse bis Fr. 1'000.– im Missach-

tungsfall. Die III. Strafkammer hob diesen Entscheid mit den folgenden Erwägun-

gen teilweise auf: "Die Präsidialverfügung vom 16. Mai 2014 griff in Rechte der 

Beschwerdeführerin ein, welche von der Medienfreiheit gemäss Art. 17 BV garan-

tiert werden. Unter diesen Umständen liegt ein materiell-prozessleitender Ent-

scheid vor, gegen welchen eine Beschwerde grundsätzlich zulässig ist." 

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(http://www.gerichte-zh.ch/entscheide/entscheide-suchen.html; Eingabe von 

"UH140149-O"; vgl. dazu auch Schmid/Jositsch, a.a.O., N 641). 

Nicht anders ist der vorliegende Fall gelagert: Der Beschluss des Bezirksgerichts 

Hinwil vom 5. Dezember 2017, mit welchem die Öffentlichkeit von der Hauptver-

handlung in Sachen des Beschwerdegegners ausgeschlossen wurde, griff in die 

Rechte des Beschwerdeführers – des Bürgers A._____ – ein, die von Art. 16 BV 

garantiert werden. Denn gemäss Art. 16 Abs. 1 BV ist die Informationsfreiheit ge-

währleistet, und gemäss Art. 16 Abs. 3 BV hat jede Person das Recht, Informatio-

nen frei zu empfangen und aus allgemein zugänglichen Quellen zu beschaffen, 

wozu auch öffentliche Gerichtsverhandlungen gehören. Unter diesen Umständen 

lag ein materiell-prozessleitender Entscheid vor, gegen welchen eine Beschwerde 

grundsätzlich zulässig gewesen wäre.  

cc) Schliesslich wird auch in der Lehre mit Bezug auf die Rechtsmittellegitimation 

von nicht verfahrensbeteiligten Personen im Sinne von Art. 382 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO festgehalten, dass in Randbereichen auch nicht verfah-

rensbeteiligte Personen rechtsmittellegitimiert und somit die "sonst nicht bekannte 

Popularklage" gegeben sein könne; so etwa, wenn jemand in Verletzung des Öf-

fentlichkeitsgrundsatzes von einer Gerichtsverhandlung ausgeschlossen wurde 

(Schmid/Jositsch, a.a.O., N 1464 Fn 71; zudem etwa auch, wenn einer nicht ver-

fahrensbeteiligten Person die Einsicht in Entscheide gemäss Art. 69 Abs. 2 StPO 

verweigert wurde).  

d) Vorliegend wäre somit das unmittelbare Rechtsschutzinteresse des Beschwer-

deführers durch die III. Strafkammer zu bejahen gewesen – zumal der Beschwer-

deführer vor der III. Strafkammer verdeutlichte, dass er "gedenke", die Hauptver-

handlung zu besuchen. Wer gedenkt, etwas zu tun, der beabsichtigt es, plant es 

oder hat es vor – der will es also tun. Der Beschwerdeführer, der eine Gerichts-

verhandlung besuchen will, was ihm nach Art. 16 Abs. 3 BV zusteht, dies aber in-

folge Ausschlusses der Öffentlichkeit nicht darf, ist durch die entsprechende Ver-

fahrenshandlung unmittelbar betroffen. Die III. Strafkammer des Obergerichts hät-

te somit auf die Beschwerde des Beschwerdeführers eintreten müssen. 

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e) Dem Beschwerdeführer stand somit gegen den Beschluss des Bezirksgerichts 

Hinwil vom 5. Dezember 2017 das ordentliche Rechtsmittel der strafprozessualen 

Beschwerde zur Verfügung. Gegen den Nichteintretensentscheid der III. Straf-

kammer des Obergerichts vom 22. Dezember 2017 wäre ihm die Beschwerde ans 

Bundesgericht offen gestanden, womit er nach Ansicht der Verwaltungskommis-

sion obsiegt hätte und so seine Rechtsmittellegitimation in der vorliegenden Sa-

che hätte durchsetzen können. Dass er auf diese Möglichkeit verzichtet hat, kann 

nicht zur Folge haben, dass die Verwaltungskommission anstelle der zuständigen 

III. Strafkammer die vorliegende Beschwerde zu prüfen hätte. Auf die Aufsichts-

beschwerde des Beschwerdeführers ist deshalb aus Subsidiaritätsgründen nicht 

einzutreten. 

4. Kostenfolgen, Rechtsmittel 

4.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen (§ 83 Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO; § 20 GebV OG). Ent-

schädigungen sind keine zu entrichten. 

4.2. Hinzuweisen ist sodann auf das Rechtsmittel des Rekurses an die Rekurs-

kommission des Obergerichts des Kantons Zürich.  

 

Es wird beschlossen:  
 

1. Auf die Aufsichtsbeschwerde wird nicht eingetreten. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt und dem Beschwerdefüh-

rer auferlegt. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an den Beschwerdeführer, 

den Beschwerdegegner, die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 

Zürich zuhanden des Verfahrens UH170412-O und das Bezirksgericht Hin-

wil zuhanden des Verfahrens DG170033-E. 

- 10 - 

5. Rechtsmittel: 

Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurs-

kommission des Obergerichts, Postfach, 8021 Zürich, eingereicht werden. In 

der Rekursschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige 

Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

 

Zürich, 19. Juni 2018 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. C. Heuberger Golta 
 
versandt am: 

	Beschluss vom 19. Juni 2018
	
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Am Bezirksgericht Hinwil ist seit dem 17. November 2017 ein Strafverfahren gegen einen Sohn von Bundesrat C._____ (fortan: Beschwerdegegner) anhängig. Die Staatsanwaltschaft beantragt ein Urteil im abgekürzten Verfahren im Sinne von Art. 358 ff. ...
	1.2. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 erhob der Beschwerdeführer A._____ als Bürger bei der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich Aufsichtsbeschwerde mit dem Antrag, das Bezirksgericht Hinwil sei anzuweisen, zur Hauptverhandlung i...
	1.3. Mit Beschluss vom 22. Dezember 2017 trat die III. Strafkammer auf die strafprozessuale Beschwerde des Beschwerdeführers nicht ein (act. 8). Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen.
	1.4. Im Übrigen hatte auch der Beschwerdegegner gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 5. Dezember 2017 strafprozessuale Beschwerde bei der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich erhoben. Er hatte im Wesentlichen beantragen l...
	1.5. Die notwendigen Akten wurden beigezogen. Die Aufsichtsbeschwerde erweist sich als unzulässig. Das Verfahren ist somit spruchreif (vgl. § 83 Abs. 2 GOG).

	2. Prozessuales
	2.1. Gemäss § 80 Abs. 1 lit. b GOG i.V.m. § 18 Abs. 1 lit. k Ziff. 1 der Verordnung über die Organisation des Obergerichts (LS 212.51) übt die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich die Aufsicht über die dem Obergericht unterstellte...
	2.2. Die Zuständigkeit der Verwaltungskommission hängt sodann auch von der Art der Aufsichtsbeschwerde sowie von deren allfälliger Subsidiarität zu ordentlichen Rechtsmitteln ab. Darauf ist im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

	3. Zur Natur und zur Subsidiarität der Aufsichtsbeschwerde
	3.1. a) Verletzen Mitglieder von Gerichtsbehörden Amtspflichten, kann bei der unmittelbaren Aufsichtsbehörde Aufsichtsbeschwerde erhoben werden. Diese verfügt die notwendigen Massnahmen (§ 82 Abs. 1 und 2 GOG). Aufgabe der Aufsichtsbehörde ist es somi...
	b) Die administrative Aufsichtsbeschwerde zielt auf die Person des Amtsträgers ab. Sie ist eine Anzeige, mit der auf ein ordnungs- oder rechtswidriges Verhalten einer Justizperson hingewiesen wird, das eine Pflichtverletzung darstellt. Diese kann eine...
	3.2. a) Die vorliegende Aufsichtsbeschwerde richtet sich gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 5. Dezember 2017 und ist damit sachlicher Natur. Es ist somit die Subsidiarität der Aufsichtsbeschwerde gegenüber einem ordentlichen Rechtsmitt...
	b) Der Beschwerdeführer hatte die bei der III. Strafkammer des Obergerichts eingereichte strafprozessuale Beschwerde gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 5. Dezember 2017 im Wesentlichen gleich wie die vorliegende Aufsichtsbeschwerde beg...
	Die III. Strafkammer war auf die strafprozessuale Beschwerde aus den folgenden Gründen nicht eingetreten (Hervorhebung durch die Verwaltungskommission): Sie führte im Wesentlichen aus, dass Träger des Anspruchs auf Öffentlichkeit gemäss Art. 30 Abs. 3...
	c) Die Verwaltungskommission vertritt eine andere Ansicht.
	aa) Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Art. 382 Abs. 1 StPO geht bei der Rechtsmittellegitimation im Einklang mit den ...
	Zutreffend ist, dass gemäss Art. 16 Abs. 1 BV die Informationsfreiheit gewährleistet ist und gemäss Art. 16 Abs. 3 BV jede Person das Recht hat, Informationen frei zu empfangen, aus allgemein zugänglichen Quellen zu beschaffen und zu verbreiten, wobei...
	bb) Im Übrigen wurde in früheren Entscheiden die Ableitung der Beschwerdelegitimation aus der Bundesverfassung ohne Weiteres bejaht, z.B. im Beschluss der III. Strafkammer vom 31. März 2015 betreffend Berichterstattung (UH140149-O). Dabei hatte eine G...
	Nicht anders ist der vorliegende Fall gelagert: Der Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 5. Dezember 2017, mit welchem die Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung in Sachen des Beschwerdegegners ausgeschlossen wurde, griff in die Rechte des Beschw...
	cc) Schliesslich wird auch in der Lehre mit Bezug auf die Rechtsmittellegitimation von nicht verfahrensbeteiligten Personen im Sinne von Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO festgehalten, dass in Randbereichen auch nicht verfahrensbeteil...
	d) Vorliegend wäre somit das unmittelbare Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers durch die III. Strafkammer zu bejahen gewesen – zumal der Beschwerdeführer vor der III. Strafkammer verdeutlichte, dass er "gedenke", die Hauptverhandlung zu besuche...
	e) Dem Beschwerdeführer stand somit gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Hinwil vom 5. Dezember 2017 das ordentliche Rechtsmittel der strafprozessualen Beschwerde zur Verfügung. Gegen den Nichteintretensentscheid der III. Strafkammer des Obergeric...

	4. Kostenfolgen, Rechtsmittel
	4.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 83 Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO; § 20 GebV OG). Entschädigungen sind keine zu entrichten.
	4.2. Hinzuweisen ist sodann auf das Rechtsmittel des Rekurses an die Rekurskommission des Obergerichts des Kantons Zürich.

	1. Auf die Aufsichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an den Beschwerdeführer, den Beschwerdegegner, die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich zuhanden des Verfahrens UH170412-O und das Bezirksgericht Hinwil zuhanden des Verfahrens DG170...
	5. Rechtsmittel: Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurskommission des Obergerichts, Postfach, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Rekursschrift sind...