# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4416ad7b-27b9-5fec-94bc-b9f16551918c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-12
**Language:** de
**Title:** Komplexes somatisches und psychisches Beschwerdebild nach zwei 2014 und 2015 erlittenen Unfällen. Die durchgeführten medizinischen Abklärungen lassen eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht zu. Daher Rückweisung an die IV-Stelle zur Vornahme weiterer Sachverhaltsabklärungen und zu neuen Entscheid.
**Docket/Reference:** IV.2020.00503
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00503.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00503
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiber Wilhelm
Urteil
vom
1
2.
Januar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Tomas Kempf
Schlegel Kempf Rechtsanwälte
Webernstrasse 5, Postfach, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1964,
absolvierte keine
Berufsausbildung und war ab
1991 in der Schweiz arbeitstätig
, als er sich
1992 nach einem
Verhebetrauma
erst
mals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete. Nach Klärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sprach die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten eine ganze Rente zu (Verfügung nicht bei den Akten),
die
in mehreren Revisionsverfahren bestätigt wurde (Verfügungen vom 12. November 1996, vom 2. September 1997 und
Mitteilung vom 9. August 2001;
Urk.
8/1 ff., Urk. 8/20, Urk. 8/22, Urk. 8/
33).
In einem weiteren Revisionsverfahren
holte
die IV-Stelle beim Zentrum
Y.___
das
Gutachten
vom
3. Oktober 2007
ein
(Urk. 8/59). Gestützt auf dieses Gutachten
hob
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
24. Januar 2008
die Rente auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (
Urk.
8/74). Diesen Entscheid schützten sowohl das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2008.00233 vom 2
9.
September 2009 (
Urk.
8/80) als auch das
Bundesgericht mit Urteil 9C_996
/2009 vom 1
0.
Juni 2010 (
Urk.
8/82).
1.2
Am 1
9.
März 2015 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/84).
Seit 2011 war er
vollzeitlich
als Chauffeur und
Magaziner
beim
Entsorgungs- und Transportunternehmen
Z.___
GmbH
ange
stellt
(
Urk.
8/92). Am 1
6.
Mai 2014
hatte
er
sich
an der rechten Schulter ein
e Zerrung
zugezogen,
als ihm
eine Transportpalette
bei deren Anheben entglitt
en
war
(vgl.
Urk.
8/95/86 f.,
Urk.
8/95/102)
,
und am 1
4.
Dezember 2015
hatte
er bei einem Verkehrsunfall
V
erletzungen in Form einer leichten traumatischen Hirn
ver
letzung,
eine
r
Distorsion der Halswirbelsäule
, einer Kontusion der Lenden
wirbelsäule und einer Kontusion am Knie links
erlitten
(
Urk.
8/114/3
,
Urk.
8/114/19
).
Nach Eingang der Neuanmeldung holte die IV-Stelle
bei der Suva die Akten zu den beiden Unfällen (
Urk.
8/95
f.,
Urk.
8/106,
Urk.
8/113
f.,
Urk.
8/121
f.,
Urk.
8/124,
Urk.
8/136,
Urk.
8/143
f.,
Urk.
8/153,
Urk.
8/163), Arztberichte (
Urk.
8/120,
Urk.
8/123,
Urk.
8/130 f.,
Urk.
8/158
,
Urk.
8/212,
Urk.
8/216
f.
)
und Unterlagen zur Erwerbssituation
ein
(
Urk.
8/92,
Urk.
8/97,
Urk.
8/98 f.
).
Am
8.
Mai 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie werde eine polydisziplinäre Begutachtung veranlassen (
Urk.
8/160). Mit der Begutach
tung beauftragt wurde die Gutachterstelle
A.___
(
Urk.
8/168).
Die Ärzte der Gutachterstelle erstatteten ihr Gutachten am 2
6.
Oktober 2018 (
Urk.
8/186). Am 2
0.
Mai 2019 liess die IV-Stelle den Versicherten durch
Dr.
med.
B.___
, Fach
arzt für Chirurgie, vom
Region
alen Ärztlichen Dienst
(RAD)
, untersuchen. Dieser erstattete seinen Bericht am 2
9.
Mai
2019 (
Urk.
8/214). In der Folge würdigte die
IV-Stelle
das Ab
klä
rungsergebnis und bezifferte das Validen- und das Invalideneinkommen (
Urk.
8/219 f.)
. Am
5.
August 2019 erliess s
ie den Vorbescheid
,
mit dem
sie dem Versicherten mit
teilte
, sie
gedenke
,
den Anspruch auf eine Invalidenrente
zu
verneinen (
Urk.
8/221). Gegen den Vorbescheid erhob der Versicherte am 1
3.
Septem
ber 2019 Einwände (
Urk.
8/226), die er am 1
0.
Oktober 2019 ergänzte (
Urk.
8/230). In der Folge holte die IV-Stelle bei den Experten des
A.___
eine ergänzende Stellungnahme ein (
Urk.
8/233,
Urk.
8/238
; vgl. auch
Urk.
8/
239 f.
). Hierzu nahm der Versicherte am 2
9.
Mai 2020 Stellung (
Urk.
8/248). Die IV-Stelle würdigte in der Folge das Abklärungsergebnis erneut (
Urk.
8/249) und erliess am 1
9.
Juni 2020 die Verfügung, mit der sie den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente verneinte (
Urk.
2 =
Urk.
8/250).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
9.
Juni 2020 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
7.
Juli 2020 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es
sei die
angefochtene Ver
fügung aufzuheben und
ihm mit Wirkung ab dem
3.
Oktober 2015 eine Invali
den
rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1
S. 2
). Die IV-Stelle be
antragte in der Beschwerdeantwort vom 1
4.
Oktober 2020 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Dies wurde dem Versicherten am 2
8.
Oktober 2020 mitgeteilt (
Urk.
9).
Mit Urteil heutigen Datums wird auch über die Beschwerde des Beschwerde
führers
gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom 2
7.
März 2019
im Ver
fahren UV.2019.00116 entschieden.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen
Verfügung zusammen
gefasst
aus,
zur Abklärung der funktionellen Leistungsfähigkeit, insbesondere nach den zwei
erlittenen Unfällen, sei das
A.___
-Gutachten vom 2
6.
Oktober 2018 eingeholt worden. Dieses habe in den beiden entscheidenden Fachrichtungen der Orthopädie und der Psychiatrie Ungereimtheiten aufgewies
en.
Nebst
Rückfragen
an die Gutachter
sei der Beschwerdeführer
zusätzlich
durch RAD-Arzt
Dr.
B.___
untersucht worden.
Es habe sich gezeigt, dass die geklagten Beschwerden orthopädisch-
rheumatologisch nicht objektivierbar seien. Hinzu kämen deutliche Anzeichen für eine Selbstlimitierung und Symptomausweitung.
V
or Verfügungs
erlass
sei überdies
eine ausführliche
Indikatorenprüfung
vorgenommen worden.
Gemäss dieser spreche
nichts gegen die
uneingeschränkte
Ausübung einer ein
fachen Tätigkeit mit klaren Vorgaben.
Mit einer solchen Tätigkeit lasse sich ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen (
Urk.
2 S. 1 ff.). In der Beschwerde
antwort hielt die Beschwerde
gegn
erin an ihren Standpunkten fest
und erachtete insbesondere die vom Beschwerdeführer beantragte Rückweisung aus formellen Gründen für nicht angezeigt
(
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seiner Beschwerde aus,
nach Ein
holung des
A.___
-Gutachtens und
der
Untersuchung durch den RAD sowie nach Erlass des Vorbescheides hätten die Gutachter Rückfragen der Beschwerde
geg
nerin beantwortet. Trotz
der weiteren
Abklärungen habe die Beschwerdegegnerin
aber
keinen neuen Vorbescheid erlassen,
weswegen unklar geblieben sei, wie
sie die Angelegenheit unter dem Blickwinkel der neuen Akten- und Sachlage einschätze. Damit liege eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. Hinzu komme, dass der erlassene Vorbescheid Ausführungen auf knapp zwei Seiten
, die angefochtene Verfügung indessen Darlegungen auf sieben eng be
schriebenen Seiten
enthalte
. Eine Auseinandersetzung mit diesen weiteren Stand
punkten vor Verfügungserlass sei nicht möglich gewesen, was ebenfalls eine
Ge
hörsverletzung darstelle
(
Urk.
1 S. 3 f.
Ziff.
1.2 u. 2).
Ferner machte der Besc
hwerdeführer geltend, die Beschwerdegegnerin habe, nachdem sie
vom
A.___
-Gutachten in rheumatologisch-orthopädischer Hinsicht nicht überzeugt
gewesen sei
, eine
zusätzliche
Untersuchung durch
den
RAD-Arzt
Dr.
B.___
durchführen lassen
, anstatt den
A.___
-
Gutachtern ergänzende Fragen zu stellen
;
Dr.
B.___
sei
dann in
Abweichung vom
A.___
-Gutachten von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
aus
gegangen
, was erstaune, habe er doch zunächst die Beurteilung im
A.___
-Gut
achten als
zutreffend
beurteilt.
Als die
Beschwerdegegnerin den
A.___
-Gutachtern
schliesslich doch Ergänzungsfragen
vorgelegt
habe
, habe sie diesen
in erster Linie
Fragen
zu psychiatrischen Aspekten
gestellt
.
Auf die Einholung
fremdanam
nes
tische
r
Auskünfte beim behandeln
den Psychiater
Dr.
med.
C.___
, Fach
arzt
für Psychiatrie und Psychoth
e
rapie,
sei aber
verzichtet
worden
.
So
habe
sich
die Beschwerdegegnerin
nicht darüber ins Bild gesetzt, ob es durch die von den
A.___
-Gutachtern vorgeschlagenen Massnahmen zu einer Veränderung des Ge
sund
heitszustandes gekommen sei. Stattdessen habe die Beschwerdegegnerin selber eine
Indikatorenprüfung
vorgenommen. Tatsächlich habe sich der gesund
heitliche Zustand
aus
psychiatrischer Sicht trotz
engmaschiger
Behandlung mit Anpassung
der medikamentösen Therapie verschlechtert
, worüber die Beschwer
de
gegnerin mittels ärztlicher Berich
te ins Bild gesetzt worden sei. Da
insbeson
dere die Fähigkeit zur Tagesst
rukturierung erheblich
beeinträchtigt sei
,
sei
auch
für angepasste
Tätigkeit
en
von
eine
r
erhebliche
n
Beeinträchtigung der Arbeits
fähig
keit
a
uszugehen. Es liege ein
Invaliditätsgrad von über 60
%
vor
(
Urk.
1 S.
7
ff.
Ziff.
4
f
f
.).
3.
3.1
Zu prüfen ist, in welchem
Umfang
der Beschwerdeführer
zumutbarerweise
in der Lage
ist
,
eine erwerbliche Tätigkeit
aus
zu
üben.
Dabei ist zu berücksichtigen
, in welchem Mass sich
der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers seit dem Erlass
der Verfügung vom
2
4.
Januar 2008
verändert hat. Mit dieser hatte die Beschwerdegegnerin die
zuvor ausgerichtete
ganze Rente aufgehoben
(
Urk.
8/74), wobei
sowohl das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2008.00233 vom
2
9.
September
2009 (
Urk.
8/80) als auch das Bundesgericht mit Urteil 9C_998/
2009 vom 1
0.
Juni
2010 (
Urk.
8/82)
diesen Entscheid schützten
.
Zentra
le
r Aspekt
bei
der
Beurteilung
ist
die gesundheitliche Beeinträchtigung in ortho
pädisch-rheu
matologischer und in psychiatrischer Hinsicht.
3.2
Im Urteil IV.2008.00233 vom 2
9.
September 2009
hatte
das Sozialversicherungs
gericht aus
geführt
, Anlass zur Zusprechung der Rente habe die psychische Fehlentwicklung im Umgang mit
der körperlichen Beeinträchtigung in Form eines Rückenleidens gegeben. Aus somatischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter zwar nicht mehr möglich, indessen sei eine
körperlich
angepasste Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar. Die durchgeführten medizinischen Abklä
rungen hätten gezeigt, dass inzwischen auch aus psychiatrischer Sicht eine Re
mission eingetreten und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben sei (
Urk.
8/80/8 f.). Das Bundesgericht
schützte diesen Entscheid mit seinem Urteil 9C_996/2009 vom 1
0.
Juni 201
0.
Es hielt fest, die vorinstanzliche Feststellung eines gebesserten psychischen Zustandes
,
mit der Folge einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer dem Rückenleiden angepassten Tätigkeit sei nicht zu
beanstanden, zumal seitens des Beschwerdeführers nicht in Abrede gestellt worden
sei,
im Zeitpunkt der ärztlichen Abklärungen hätten keine psychischen Beein
trächtigungen vorgelegen (
Urk.
8/82/7).
3.3
3.3
.1
Im aktuellen Abklärungsverfahren holte die Beschwerdegegnerin das polydis
zi
plinäre Gutachten des
A.___
vom 2
6.
Oktober 2018 ein.
Gestützt auf die
Unter
suchung
der psychiatrischen Gutachterin
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
8/80 ff.)
,
hielten
die
Experten des
A.___
in
der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung fest, der Be
schwer
deführer leide
aus psychiatrischer Sicht an einer depressiven Episode mittel
schwe
rer Ausprägung (ICD-10 F32.1), an einer chronifizierten somatofor
men Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.1) und an einer
subsyndromalen
post
traumatischen Belastungsstörung
(DSM-5, ICD-10 F43.10). Erschwerend kämen Probleme in der Beziehung mit dem Ehepartner (ICD-10 Z63.0), Probleme in Verbindung mit Arbeitslosigke
it (ICD-10 Z56) und Probleme mit
der Verarbeitung einer körperlichen Erkrankung hinzu (ICD10 Z73.3;
Urk.
8/186/50 f.). Zu den gestellten Diagnosen führten die Gutachter aus, eine im Jahr 2007 erfolgte Begutachtung habe gezeigt, dass der Beschwerdeführer Schwierigkeiten mit der
psychischen
Verarbeitung seines Rückenleidens
gehabt habe. Allerdings sei er in der Folge beruflich wieder voll einsetzbar gewesen, weswegen die zunächst zugesprochene Invalidenrente wieder aufgehoben worden sei.
Ein im Jahr
2014 erlittene
s
Schultertrauma und
ein
2015 erlittene
s
Poly
trauma aufgrund einer Auffahrkollision habe das Auftreten einer Anpassungs
störung mit Sorgen, Anspannung und Angst zur Folge gehabt. Die Symptomatik habe auch durch eine Rehabilita
tion
nicht
beeinflusst werden können. Vielmehr
sei
eine
erhebliche Symptomausweitung
zu beobachten
gewesen
.
Über
die Zeit nach der Beendigung der Rehabilitation habe der Beschwerdeführer berichtet, er sei in eine Depression
abgerutscht und habe sich von a
llem zurückgezogen. Als Folge dessen sei eine psychiatrische Behandlung eingeleitet worden. Obschon der Beschwerdeführer die Therapie als hilfreich erlebt habe, habe eine Zunahme der Symptomausweitung
mit deutlicher Inkonsistenz des klinischen Bildes
und
eine
Selbstlimitierung beobachtet werden können
. Auch eine Zunahme depressiver Symptome sei festzustellen gewesen.
Mit der
ambulanten
psychiatrischen Be
hand
lung habe
das Leiden soweit stabilisiert werden können,
dass
eine stationäre Hospitalisation
habe vermieden werden können
. Erlernte Copingstrate
gien habe der Beschwerdeführer
im Alltag
aber
bislang
nicht umsetzen können und sowohl die Depression als auch die somatoforme Schmerzstörung
und
die posttrau
ma
tische Belastungsstörung hätten eine
n
chronifizierenden Verlauf genommen. Bei der Untersuchung habe der Beschwerdeführer die gestellten Fragen karg oder teilweise gar nicht beantwor
tet. Oft sei er vage geblieben oder er habe
vorbei
geredet.
Bei der Prüfung der Merk-
und Konzentrationsfähigkeit
sowie
des Ge
dächt
nisses habe der Beschwerdeführer kaum mitgewirkt, so dass diese Aspekte nicht hätten beurteilt werden können.
Im Übrigen sei der Beschwerdeführer wie folgt aufgefallen: im Denken auf seine Problematik eingeengt,
umständlich, per
se
verierend mit starkem Grübeln,
mit einem
Gefühl der Gefühllosigkeit,
mit einer
Störung der Vitalgefühle, deprimiert, hoffnungslos,
ängstlich, dysphorisch, ge
reizt, klagsam,
mit
Insuffizienzgefühle
n
, wenig schwingungsfähig,
antriebsarm
,
mit motorischer Unruhe und sozialem
Rückz
ug. Insgesamt zeige der Beschwer
de
führer eine
geringe
E
insicht
in
seine psychische
Erkrankung, stattdessen
ver
folge er trotz der objektiv nur teilweise erklärbaren Beschwerden ein stark
soma
tisches
Krankheitskonzept und zeige sich verschlossen
gegenüber Behandlungs
vor
schlä
gen.
Seiner
Inkonsistenzen sei
er
sich nicht bewusst.
Das psychische
Leiden
im Sinne
der
gestellten Diagnosen habe Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Die bis
herige Tätigkeit als Berufschauffeur sei nicht mehr möglich und zumutbar.
Aufgrund der posttraumatischen
Belastungsstörung
bes
t
ehe ein erhebliches Ver
mei
dungsverhalten. Der Beschwerdeführer habe kein Vertrauen in seine Selbst
wirk
samkeit und er habe unrealistische Gesundheitserwartungen. Die Leistungs
ein
schränkung sei
für den
Beschwerdeführer schambesetzt und
er
sei
in unflexi
blen Denkmustern v
erhaftet:
e
ntweder man sei gesund und
könne
arbeite
n
oder man sei nicht gesund und
dann sei
das A
rbeiten nicht möglich
. In der Planung und Strukturierung von Aufgaben bestehe eine erhebliche Beeinträchtigung. Der Beschwerdeführer brauche Anleitung und Aufsicht. Von sich aus könne er sich nicht an die neue Situation anpassen. Beeinträchtigt seien die Entscheidungs-
,
die Selbstbehauptungs- und die Gruppenfähigkeit. Die Durchhaltfähigkeit habe nicht geprüft werden können. Das Lenken eines Fahrzeuges sei durch die Schreck
haftigkeit und Müdigkeit
ungeeignet
. In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit sei ein wohlwollendes Arbeitsumfeld erforderlich mit der Möglichkeit, Pausen ein
zulegen. In einer solchen Arbeitsumgebung und unter Berücksichtigung der funktionellen Limiten könne der Beschwerdeführer ein Pensum von 50
%
leisten
(
Urk.
8/186/44-46,
Urk.
8/186/52,
Urk.
8/186/
54 f.).
Unter zusätzlicher Berück
sichtigung der
Einschränkungen im ebenfalls beurteilungsrelevanten Fachgebiet der Rheumatologie
(vgl. nachstehende E.
3.4)
gelangten die Gutachter zum Ergebnis,
die Ausübung
eine
r
adaptierten Tätigkeit sei im Umfang von 40
%
zumutbar (
Urk.
8/186/55).
3.3
.2
Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS)
gemäss ICD-10 F43.1
entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit au
ss
ergewöhnlicher Bedrohung oder
von
katastrophenartigem Ausma
ss
, die bei fast jedem eine tiefe Verzweif
lung hervorrufen würde
(Katastrophen, Krieg, Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder andere Verbrechen). Typische Merkmale der Störung sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen oder wiederkehrende belastende Träume
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnos
tische Leilinien, 1
0.
Aufl.
, Bern 2015,
S. 207).
Das Hauptmerkmal der posttrau
matischen
Belastungsstörung gemäss DSM-5 ist die Entwicklung charakteris
tischer Symptome nach der Konfrontation mit
tatsächlichem oder drohendem
Tod, ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt durch
unmittelbares persön
liches Erleb
en, durch das Erleben solcher traumatischer Ereignisse bei einer anderen Person, durch das
Erfahren
, dass einem nahen Familienmitglied oder einem nahen Freund solche traumatische
n
Ereignisse zugestossen sind oder durch das Erfahren wiederholter oder extremer Konfrontation mit aversiven Details von solchen traumatischen Ereignisse
n
, beispielsweise
bei
Ersthelfer
n
, die Leichenteile aufsammeln oder
bei
Polizisten, die wiederholt mit schockierenden Details vo
n Kindesmissbrauch konfrontiert
sind (
Peter
Falkai/
Hans-Ulrich
Wittchen [Hrsg.],
Diagnostisches und
Statistisches Manual Psychischer
Störungen DSM-5, Deutsche
Ausgabe
, Bern 2015, S. 369 u. 373).
3.3
.3
Am 1
4.
Dezember 2015 konnte der Beschwerdeführer den von ihm gelenkten Lieferwagen nicht mehr rechtzeitig bremsen und
er
fuhr auf den vor ihm unver
mittelt anhaltenden Lastwagen auf
, wobei die aufprallbedingte Geschwindig
keitsänderung (delta-v) zwischen 24,2 und 35,4 km/h lag
.
Nach der Kollision
sass
er, ohne dass er selber gravierende Verletzungen erlitt
en hatte
oder eine Lebens
gefahr für ihn bestand,
zunächst im Fahrzeug fest
und
er
konnte dieses erst verlassen, nachdem die herbeigerufene Feuerwehr die verklemmte Fahrzeugtüre geöffnet hatte (
Urk.
8/114/3,
Urk.
8/11
4/16 ff.,
Urk.
8/114/46
,
Urk.
8/114/122 f
f
., 8/114/163).
Aus den Darlegungen im Gutachten erhellt nicht, inwiefern
dieses Ereignis als traumatisch im Sinne der erwähnten Diagnoserichtlinien zu quali
fizieren wäre. Die erforderliche qualifizierte Eindrücklichkeit geht dem Unfall
geschehen klarerweise ab. Weder zog sich der Beschwerdeführer erhebliche Ver
letzungen zu, noch war zu
irgend
einem Zeitpunkt sein eigenes oder das Leben einer anderen Person gefährdet. Allein der Umstand, dass sich der Besc
hwer
de
führer nach der Kollision nicht unverzüglich
selbst aus dem beschädigten Fahr
zeug befreien konnte,
lässt sich
nicht
als Erlebnis qualifizieren, das mit einer au
ss
ergewöhnlichen
Bedrohung
einherging
oder
von
katastrophenartigem Aus
ma
ss
war.
Auch die Einstufung
durch die
Gutachter
als
subsyndromal
ausge
prägt
e Störung
(
Urk.
8/238/4)
lässt
die Diagnose
nicht
als überzeugend erscheinen
. Von Relevanz i
st dies, da sich das psychische
Leiden
zusammen mit der somatoformen Schmerzstörung und der Depression
gemäss der Einschätzung der Gutachter selbst in einer angepassten Tätigkeit erheblich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
An die Nachvollziehbarkeit von Diagnostik und Beurteilung der Folgen des Leidens sind
unter diesen Umständen
hohe Anforderungen zu stellen.
Die Gut
achter beschränkten sich darauf, das subjektive Unfallerleben des Beschwerde
führers zu würdigen
(
Urk.
8/186/88 f.)
. Auch in der ergänzenden Stellungnahme
vom 1
7.
Februar 2020 verwiesen sie darauf
(
Urk.
8/238/4). Die Diagnosericht
linien
sowohl gemäss ICD-10 als auch g
emäss DSM-5 verlangen indessen
den Einbezug des objektiven Ereignisablaufs.
Neben den
Darlegungen zu dem
das
Trauma
auslösenden Ereignis
sind
auch
diejenigen zu den
Traumaf
olgen
nicht ohne Weiteres nachvollziehbar
. Zwar wurde
n
ein Wiedererleben in der Form von Intrusionen und wiederkehrende belastende Träume erwähnt, jedoch fehlen An
gaben zum Ausmass und zur Häufigkeit
dieser
Symptome (
Urk.
8/186/89).
3.3
.4
Die
rechtsgenügliche Folgenabschätzung, das heisst die Beurteilung der
Auswir
kungen der Störung auf das Leistungsvermögen
der versicherten Person erfordert einen konsistenten Nachweis. Hierzu dient das
strukturierte Beweisverfahren
unter Verwendung der Standardindikatoren nach Massgabe von BGE 141 V 281 E. 4.
1.
Gerade bei der Diagnose einer PTBS ist diesem Erfordernis besondere Beachtung zu schenken
, wobei auch
auf
Ausschlussgründe (Aggravation) zu ach
ten ist
(BGE 142 V 342 E. 5.2.3). Diesem Erfordernis genügen die gutachterlichen Darlegungen nicht. Weder bezüglich der PTBS noch bezüglich der
zusätzlich
diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung, für die das strukturierte Beweisverfahren
ebenso
beachtlich ist (BGE 141 V 281
Regeste
u. E. 4.1
)
,
wu
rd
e
im
A.___
-
Gutachten
vom
2
6.
Oktober 2018
oder
in der ergänzenden Stel
lung
nahme vom 1
7.
Februar 2020
auf die beweiserheblichen Indikatoren Bezug ge
nommen.
Auch die Auswirkungen einer depressiven Störung sind anhand eines strukturierten Beweis
verfahrens zu ermitteln, denn dieses ist seit BGE 143 V 409 für grundsätzlich alle psychischen Leiden massgeblich (Regeste u. E. 6 f.)
.
Rechtsprechungsgemäss
haben
sich
die medizinische
n
Sac
hverständigen bei
ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben
des struktu
rierten Beweisverfahrens
zu orientieren
,
im Idealfall
anhand
einer
entsprechend formulierten Fragestellung
(BGE 141 V 281 E. 5.2)
.
Dies ist hier nicht der Fall.
Eine entsprechende
unmittel
- oder auch mittelbare Fragestellung ist nicht akten
kundig (v
gl.
Urk.
8/159,
Urk.
8/186/43 ff.,
Urk.
8/186/93 ff.).
Weder die gestellte Diagnose, noch die Ausprägung der diese begründenden Befunde
noch
die Darle
gungen zu den Komorbiditäten
oder
die
verschiedenen Gesichtspunkte des Ver
halte
n
s des Beschwerdeführers lassen die attestierte erhebliche Beeinträchtigung der erwerblichen Leistungsfähigkeit als eindeutig nachvollziehbar erscheinen.
Die
Indikatorenprüfung
der Beschwerdegegnerin
allein
a
us
Rechtsanwender
sicht
(
Urk.
8/220/20 ff.) g
enügt
dem
normativen
Erfordernis
nicht
und von einem strukturierten Beweisverfahren darf, von wenigen,
hier nicht gegebenen Ausnah
men
,
nicht abgesehen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2018 vom
2.
August 2018 E. 5.3.2).
Der Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht erweist sich somit als weiter abklärungsbedürftig.
3.4
3.4
.1
In der orthopädisch-rheumatologischen Expertise nannte
Dr.
med.
E.___
, Facharzt FMH für Rheumatologie,
als Diagnose
ein
lumbovertebrales
und
lum
bospondylogenes
Syndro
m linksseitig, ein chronisches
zervik
o
-vertebrales Syn
drom
und chronische bilaterale Schulterschmerzen rechts schwerer als links (
Urk.
8/186/100 f.)
und hielt dazu fest,
die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen des Bewegungsapparates seien teilweise auf degenerative Pathologien zurückzuführen. Solche bestünden im Bereich der zervikalen
Wirbelsäule und zum Teil auch in
der lumbalen Wirbelsäule.
Ferner
liege
beidseitig eine Ruptur der
Rotatorenmansc
hette
vor
und rechtsseitig eine Om
arthrose.
Die
Schmerzen
seien nicht nur durch die objektiven Pathologien bestimmt, sondern sie würden auch
durch ein psychisches Geschehen, insbesondere durch eine Schmerzstörung beeinflusst. Unter Berücksichtigung der orthopädisch-rheumatologischen objekti
vier
baren
Befunde
sei davon auszugehen, dass für mittelschwere bis schwere Arbeiten keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei,
vor allem
wenn damit eine Belastung der Wirbelsäule einhergehe
(Heben von Gewichten über 15 kg,
längeres Arbeiten in unergonomischen Positionen, repetitive Bewegungen im Sinne einer Flexion und Extension des Rumpfes und verlängerte
s
Arbeit
en
in Extensions
haltung der Halswirbelsäule).
Auch für Tätigkeiten, die das repetitive Anheben der Arme über die Horizontale und das Halten der Arme in erhobenen Positionen erforderten
,
sei keine Arbeitsfähigkeit geg
eben. Zumutbar seien körperlich
leichte Tätigkeiten. Gewichte bis 9 kg könnten häufig bis auf Hüfthöhe gehoben und getragen werden, Gewichte bis zu 25 kg manchmal und Gewichte über 25 kg selten. Über die Brusthöhe könnten Gewichte nur selten gehoben werden. Präzi
sionswerkzeuge und leichte Geräte könne der Beschwerdeführer häufig hand
haben und mittelgrosse bis schwere Geräte manchmal.
Der Beschwerdeführer könne nur selten Arbeiten über Kopf au
sführe
n
, manchmal Rumpfdrehungen
durchführen
, sitzend oder stehend eine vorgeneigte oder eine kniende Haltung einnehmen. Hingegen könne er häufig eine längerdauernde sitzende Position einnehmen, sehr häufig Gehstrecken bis zu 50 m und häufig Gehstrecken über 50 m bewältigen. Er könne manchmal auf unebenem Gelände gehe
n und
manchmal Treppen steigen oder Leitern besteigen. Das Gleichgewicht sei nicht beeinträch
tigt.
Eine in diesem Sinne angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer in einem zeitlichen Umfang von 60
%
zumutbar (
Urk.
8/186/102 f.).
Diese Beur
teilung floss
in die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung aller Gutachter
ein (
Urk.
8/186/43 ff.
), wobei sie zum Schluss gelangten, dass aufgrund der für die Beurteilung relevanten Fachgebiete Rheumatologie und Psychiatrie insgesamt von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
in
angepassten Tätigkeiten auszugehen sei (
Urk.
8/186/55; vgl. auch vorstehende E. 3.3).
3.4
.2
In seiner Stellungnahme vom 1
8.
Dezember 2018 hielt
RAD-Arzt
Dr.
B.___
fest, gemäss
A.___
-Gutachten
seien
aus rheumat
o
logischer Sicht
schwere und mittelschwere T
ätigkeiten nicht mehr zumutbar
,
hingegen körperlich leichte Tätigkeiten ohne
Arbeiten in unergonomischen Positionen,
ohne
Arbeiten ver
bunden mit einer Extensionshaltung der Halswirbelsäule,
ohne
Arbeiten mit repe
titiven Bewegungen im Sinne einer
Flexion
und Extension des Rumpfes und
ohne
Arbeiten mit längerem Halten der Arme in erhobener Position
(
Urk.
8/220/14)
. In einer solchen Tätigkeit sei keine höhere Arbeitsfähigkeit al
s 60
%
zu erwarten (
Urk.
8/220/15
).
Nachdem der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin
am
2
7.
März 2019
sein
en Standpunkt zum Ausdruck gebracht hatte
, die
geklagten
Schmerzen am Bewegungsapparat könnten nur zum Teil auf degenerative Pathologien zu
rückgeführt werden und seitens der Unfallversicherung sei davon ausgegangen worden, in einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit,
erklärte
Dr.
B.___
in seiner Stellung
nahme vom 1
7.
April 2019
nunmehr
, zur Klä
rung der Diskrepanzen und zur Stellung eines entsprechenden Anforderungs- und
Belastungsprofils sei
eine erneute Untersuchung erforderlich
(
Urk.
8/220/16).
Dies
e Untersuchung
führte
er
in der Folge
selber
am 2
9.
Mai 2019
durch (
Urk.
8/214/1 ff.)
.
Gestützt auf diese nannte
er als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
eine
schmerzhafte Bewegungseinschränkung mit degenerativen Verän
derungen im Bereich der Hals- und der Lendenwirbelsäule und eine chronische Bewegungseinschränkung an den Schultergelenken, mehr links als rechts, mit beidseitiger Ruptur der
Rotatorenmans
chette
. Als angepasst
bezeichnete
Dr.
B.___
körperlich
leichte und wechselbelastende Tätigkeiten ohne das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen ohne dauerhafte Armvorhaltungen mit Belastung und ohne Überkopfarbeiten. Ferner hielt
Dr.
B.___
fest, bei der klinischen Untersuchung seien
Inkon
gruenzen und eine Symptomverstärkung, insbesondere im Bereich der Lenden
wirbel
säule, aufgefallen. Zusammenfassen
d
kam
Dr.
B.___
nunmehr
zum Schluss, dass aufgrund der Untersuchungsbefunde von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei. Die Einschätzung der
A.___
-Gutachter sei weder
plausibel noch nachvollziehbar
(
Urk.
8/214/9-12
).
3.4
.3
Bei der Würdigung des Beweiswertes der
Beurteilung von
Dr.
B.___
ist
v
on Belang,
dass er
eine
erneute
orthopädisch-rheumatologische
Untersuchung
für nötig erachtete und diese dann auch selber
durchführte
,
obschon
er anfänglich
die
Beurteilung
der
A.___
-Gutachter als valide beurteilt hatte
(
Urk.
8/220/15).
Seinen
ursprünglichen
Standpunkt stellte er erst in Frage,
nachdem
der Rech
ts
dienst der
Beschwerdegegnerin die
Beurteilung der
A.___
-Gutachter
seinerseits
in
Zweifel gezogen
hatte.
Damit steht nicht fest,
dass
es sich um eine unvor
ein
genommene ärztliche Beurteilung handelt.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeu
tung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit
eines
Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1, 120 V 357 E. 3).
Darüber hinaus sind ergänzende Abklärungen vorzu
neh
men, wenn
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
von
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (BGE 142 V 58 E.
5.
1)
. Aufgrund der inkonsistenten Aussagen des RAD-Arztes kann nicht ge
stützt auf seine Beurteilung entschieden werden.
3.4
.4
Auch inhaltlich
bleiben Fragen offen.
Dr.
B.___
kam zum Schluss
,
die im
A.___
-Gutachten angegebene Arbeitsfähigkeit von 60
%
in einer angepassten Tätigkeit sei nicht mehr plausibel und nachvollziehbar. Vermehrte Pausen seien nicht mehr notwendi
g,
so dass nicht mehr von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (
Urk.
8/214/11).
Dr.
B.___
scheint
somit von einer Besse
rung seit der Begutachtung
im
Herbst 2018 aus
zugehen.
Anhand der
von
Dr.
B.___
beschriebenen klinischen Befunde
und der
jenigen
gemäss dem
rheumatologischen Teilgutachten von
Dr.
E.___
(vgl.
Urk.
8/186/99
f.,
Urk.
8/214/3
ff.)
lässt sich
nicht
unmittelbar
nachvollziehen, inwiefern seit der Begutachtung durch die Ärzte des
A.___
effektiv
eine
Veränderung
eingetreten ist.
Dr.
B.___
stützte sich ferner auf
neue und zum Teil
auch
andere bildgebende Befunde
als
Dr.
E.___
(
Urk.
8/186/100,
Urk.
8/214/9). Zu diesen
äusserte sich
in der Folge auch der rheumatologische Gutachter
Dr.
E.___
in seiner ergänzenden Stellungnahme
vom
1
7.
Februar 2020
, wobei
er
keine Veranlassung sah, von seiner
Beurteilung
im Gutacht
en vom 2
6.
Oktober
2018 abzuweich
en (
Urk.
8/238/1 f.). Zur Beurteilung von
Dr.
B.___
äusserte sich
Dr.
E.___
nicht
.
Ob ihm dessen Untersuchungsbericht vom 2
9.
Mai 2019
überhaupt
zur Verfügung stand, ist nicht aktenkundig
(vgl.
Urk.
8/241).
Hinzu kommt, dass aus den Darlegungen von
Dr.
E.___
nicht eindeutig ersichtlich wird
,
ob
sich die attestierte Restarbeitsfähigkeit
von 60
%
allein an objektiven rheumatologischen Gesichtspunkten orientiert
. Im G
utachten
vom 2
6.
Oktober 2018 respektive
in der ergänzenden Stellungnahme
vom 1
7.
Februar
2020 hielt
Dr.
E.___
fest
, die ge
klagten Beschwerden seien
aufgrund der
orthopädisch-rheumatologischen
Pathologien
nicht
gänzlich
objektivierbar und die U
rsache unklar, es
müsse von einem multifaktoriellen Ursprung ausgegangen werden
; er beschrieb den Be
schwerdeführer als stark demonstrativ beim Präsentieren der Schmerzen mit positiven
Waddell
-Zeichen
(vgl.
Urk.
8/186/101
,
Urk.
8/239/2).
Unter Berück
sichtigung der
objektiven Pathologien
formulierte
Dr.
E.___
die damit verbun
denen funktionellen Einschränkungen und das sich
daraus
ergebende
Belastbar
keitsprofil für eine angepasste Tätigkeit (
Urk.
8/186/102 f.). Weswegen er für eine in diesem Sinne angepassten Tätigkeit gleichwohl eine
erhebliche Beeinträch
tigung der Arbeitsfähigkeit von 40
%
attestierte, ist
nicht ohne Weiteres nach
vollziehbar
und hätte einer genaueren Darlegung bedurft
.
Diesen Aspekt be
leuchtet das Gutachten
aber
nicht näher
und
erläuterte
auch
nicht
,
ob und inwieweit er das
verdeutlichende Verhalten
in die Zumutbarkeitsb
eurteilung miteinbezogen hat
.
Auch mit Blick auf die somatischen Aspekte ergibt sich somit ein zusätzlicher Klärungsbedarf.
Letztlich geht aus der Expertise des
A.___
auch nicht hervor, ob
sich die
soma
tischen Verhältnisse seit dem Erlass der Verfügung vom 2
4.
Januar 2008
derart verändert haben, dass ein Revision
sgrund vorliegt (
Art.
17
Abs.
1 ATSG; vgl. vorstehend E.
1.3)
.
Bereits damals lagen
lumbale
Rückenbeschwerden vor (
Urk.
8/80/7)
und die
A.___
-Gutachter haben darüber hinaus Leiden an der Halswirbelsäule, der Schultern und am Knie erwähnt. Allerdings stellt d
as Hin
zutreten einer neuen Diagnose nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsverschlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinweisen). Massgebend ist einzig, ob
beziehungsweise
in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Ver
schlechterung der Arbeits-
und
Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum ent
nommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 2
5.
J
anuar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Die
neue ärztliche Einschätzung
wird sich daher hinreichend darüber
auszusprechen
haben
, inwiefern im Vergleich zur früheren Beurteilung eine effektive Veränderung des Gesundheitszustands
und der Leistungsfähigkeit
ein
getreten ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2018 vom 12. Dezember
2018 E.
2.3
)
, zumal aus dem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gerichtsnoto
risch ist, dass die unfallkausalen Schulterbeschwerden rechts die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit nicht einschränken
.
Dies wird vor allem massgeblich
und zu beachten
sein, falls sich mit den ergänzenden Abklärungen eine Ein
schränkung aus psychiatrischer Sicht nicht würde belegen lassen.
3.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl aus psychiatrischer als auch aus so
matischer Sicht zusätzliche Sachverhaltsabklärungen erforderlich sind. Zu den
im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens massgeblichen Indikatoren habe
n die medizinischen Fachpersonen noch gar nicht Stellung genommen. In den übri
gen Punkten sind
Klarstellung
en
, Präzisierung
en und
Ergänzung
en
von gutacht
lichen Ausführungen erforderlich
. Zur Vornahme der noch erforderlichen Abklä
rungen ist die Sache
somit
an die Beschwerdegegnerin zur
ückzuweisen. Ange
sichts der Fülle der zu klärenden Aspekte steht die Einholung einer weiteren poly
diszi
plinären
Expertise im Vordergrund.
Ist die Sache zur Vornahme weitere
r
Abklä
rungen und zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, s
o ist auf die geltend gemachte
Verletzung des An
spruchs auf rechtliches Gehörs (
Urk.
1 S. 3 f.
Ziff.
1.2 u. 2) nicht weiter einzugehen.
Im Sinne der Erwägungen ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
9.
Juni 2020 auf
zu
heben.
4
.
4
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG
in der bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
. Vorlie
gend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
800
.-- als angemessen. Aus
gangs
gemäss sind die Kosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
4
.2
Ausgangsgemäss hat der
vertretene Beschwerdeführer
gestützt auf
Art.
61
lit
. g
ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) unter Berücksich
ti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses fest
zu
setzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Ent
schä
digung von
Fr.
2’600
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Baraus
lagen).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
9.
Juni 2020 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägung verfahre und hernach über den Leistungsanspruch erneut entscheide.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
2’600
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tomas Kempf
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWilhelm