# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** afba9e3e-a48b-5ae5-8fd0-ae6dc3db273c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-02-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 01.02.2005 ZF 2004 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-75_2005-02-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 01. Februar 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 75

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer, Vital und Giger
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der zivilrechtlichen Berufung

des A. X., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Christian Clopath, Bahnhofstrasse 6, 7250 Klosters,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 26. August 2004, mitgeteilt am 
15. September 2004, in Sachen der B. X., Klägerin und Berufungsbeklagte, vertre-
ten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luis W. Pajarola, Villa Villino, Aquasanastrasse 8, 
7002 Chur, gegen den Beklagten und Berufungskläger,

betreffend Unterhalt,

hat sich ergeben:

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A. B. X. wurde am 26. April 1984 als Tochter von E. und A. X. geboren. 
Sie lebt bei ihrer Mutter in K.. B. X. absolvierte bei der Gemeindeverwaltung K. eine 
Lehre als kaufmännische Angestellte bzw. Verwaltungsfachfrau. Im Anschluss 
besuchte sie vom 18. August 2003 bis zum 30. Juni 2004 mit Erfolg die 
Berufsmittelschule (BMS) in D., Studienrichtung kaufmännisch.

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 28. November 2003 machte B. X. beim 
Kreispräsidenten K. gegen ihren Vater A. X. eine Unterhaltsklage anhängig. Nach 
erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 12. Dezember 2003 erstellte der Ver-
mittler am 15. Dezember 2003, mitgeteilt am 17. Dezember 2003, einen Leitschein 
mit folgenden Rechtsbegehren:

„Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Klägerin mit Wir-
kung ab 1. Oktober 2003 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 
750.00 zu bezahlen und zwar für die Dauer der Absolvierung der Be-
rufsmittelschule.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Be-
klagten.

Beklagtisches Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte bezahlt wie bis anhin an den Unterhalt der Klägerin einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 400.00. Dies für die Dauer der 
Absolvierung der Berufsmittelschule.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klä-
gerin.“

Mit Prozesseingabe vom 7. Januar 2004 prosequierte B. X. den Leitschein 
mit unveränderten Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Zur Be-
gründung ihrer Klage brachte sie im Wesentlichen vor, sie habe während der Aus-
bildung an der Berufsmittelschule D. Bedarf an angemessener Unterstützung sei-
tens ihres Vaters. Währenddem ihre Mutter ihr Unterhalt durch Kost und Logis, Wä-
sche und dergleichen gewähre, habe der Vater seinen Teil in Form eines angemes-
senen Unterhaltsbeitrags zu leisten. Ihr Eigeneinkommen werde hierbei berücksich-
tigt.

Der Beklagte A. X. stellte in seiner Prozessantwort vom 18. Februar 2004 die 
folgenden Rechtsbegehren:

„1. Zuweisung der Streitsache an die zuständige Gerichtsabteilung.

2. Abweisung der Klage.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

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Zur Begründung machte der Beklagte unter anderem geltend, er leiste bereits 
eine freiwillige Zahlung von Fr. 400.-- an die Klägerin. Jene habe keinen Anspruch 
auf Unterhaltszahlungen, da sie bereits über eine angemessene Ausbildung ver-
füge. Der Unterhaltsbedarf der Klägerin sei überdies nicht belegt, da die notwendi-
gen Unterlagen und Angaben fehlten. Zu berücksichtigen seien sodann auch die 
Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Mutter der Klägerin. Der Beklagte 
sei jedenfalls nicht in der Lage, weitere Unterhaltsbeiträge zu leisten. 

C. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos fand 
am 26. August 2004 statt. Mit Urteil vom 26. August 2004, mitgeteilt am 15. Sep-
tember 2004, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:

„1. Die Klage der B. X. gegen A. X. wird gutgeheissen und A. X. wird ver-
pflichtet, B. X. Fr. 6'750.00 zu bezahlen. Die von A. X. für die Zeit vom 
1. Oktober 2003 bis 30. Juni 2004 an B. X. geleisteten Unterhaltsbei-
träge können von ihm verrechnet werden.

2. Die Kosten des Kreisamtes K. in Höhe von Fr. 232.00 sowie die Kosten 
des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.00

- Schreibgebühren von Fr. 500.00

total somit von Fr. 1'500.00

gehen zulasten des A. X.. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3. A. X. wird verpflichtet, B. X. ausseramtlich mit Fr. 3'618.05 (inkl. Spesen 
und Mwst) zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)“

Das Bezirksgericht Prättigau/Davos war zur Erkenntnis gelangt, dass B. X. 
für die Dauer der Berufsmittelschule Anspruch auf Unterhaltszahlungen habe und 
die finanziellen Verhältnisse aller Beteiligten den eingeklagten Unterhaltsbeitrag 
von monatlich Fr. 750.-- als gerechtfertigt erscheinen liessen.

D. Gegen dieses Urteil liess A. X. am 11. Oktober 2004 die Berufung an 
das Kantonsgericht von Graubünden erklären. Er stellte die folgenden Rechtsbe-
gehren:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. Die Klage sei abzuweisen, eventuell zu neuer Beurteilung an die Vorin-
stanz zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

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Mit Verfügung vom 21. Oktober 2004 ordnete der Kantonsgerichtspräsident 
gestützt auf Art. 224 Abs. 2 ZPO die Durchführung des schriftlichen Berufungsver-
fahrens an. Am 30. November 2004 reichte der Berufungskläger seine schriftliche 
Berufungsbegründung ein. In der Berufungsantwort vom 7. Januar 2005 liess die 
Berufungsbeklagte die Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungs-
folge zu Lasten des Berufungsklägers beantragen. Das Bezirksgericht Prättigau/Da-
vos verzichtete gemäss Schreiben vom 14. Oktober 2004 unter Hinweis auf die Er-
wägungen im angefochtenen Urteil auf eine Vernehmlassung.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie die Ausführungen der 
Rechtsvertreter in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, nachfolgend einge-
gangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1.a. Sachurteile der Bezirksgerichte betreffend Unterhaltsklagen unterlie-
gen gemäss Art. 3 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 Ziff. 17 EGzZGB der Be-
rufung an das Kantonsgericht. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubün-
den zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache als Berufungsinstanz ist damit ge-
geben. Die Berufung wurde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht, so dass 
darauf eingetreten werden kann.

Das Kantonsgericht ist in der Beweiswürdigung und in der rechtlichen Beur-
teilung frei (Art. 229 Abs. 1 ZPO). Es entscheidet in der Regel reformatorisch. Ist 
die Sache nicht spruchreif, kann sie gemäss Art. 229 Abs. 2 ZPO zur Ergänzung 
der Akten und Neubeurteilung an die erste Instanz zurückgewiesen werden.

b. Gegenstand der vom Kantonsgericht zu beurteilenden Berufung bildet 
der Anspruch von B. X. auf Leistung von Unterhaltsbeiträgen für die Dauer des Be-
suchs der Berufsmittelschule in D..

2. Zu klären ist zunächst die Frage der anwendbaren Verfahrensmaxi-
men. Gemäss Art. 280 Abs. 2 ZGB erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes 
wegen und würdigt die Beweise nach freier Überzeugung. Die genannte Bestim-
mung hält für das Unterhaltsklageverfahren die Geltung der Untersuchungsmaxime 
fest. Das Gericht hat demgemäss zusätzlich zu den Parteien ebenfalls zur Samm-
lung des Prozessstoffs beizutragen. Diese verfahrensrechtliche Vorschrift hat ihren 
Grund darin, dass beim Unterhalt ein erhöhtes Interesse an der materiellen Wahr-

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heit besteht und deren Findung gefördert werden soll. Gemäss der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung beinhaltet Art. 280 Abs. 2 ZGB aber auch den Grundsatz 
der Offizialmaxime im engeren Sinne, gemäss welcher das Gericht nicht an die An-
träge der Parteien gebunden, den Parteien die Verfügung über den Streitgegen-
stand demnach entzogen ist. Allerdings wirkt die Offizialmaxime im engeren Sinn 
im Unterhaltsprozess nur zu Gunsten eines unmündigen Kindes (Entscheid des 
Bundesgerichts vom 27. Januar 2004, 5C.238/2003, publiziert in Pra 2004, Nr. 97, 
E. 1; BGE 118 II 93 ff.; Vogel Oscar/Spühler Karl, Grundriss des Zivilprozessrechts 
und des internationalen Zivilprozessrechts der Schweiz, 7. Aufl., Bern 2001, 6. Kap., 
Nr. 46, Nr. 52 und Nr. 54). Die Untersuchungsmaxime hingegen ist auch bei Unter-
haltsklagen mündiger Kinder als anwendbar zu erachten (Art. 4 EGzZGB; Entscheid 
des Bundesgerichts vom 27. Januar 2004, 5C.238/2003, publiziert in Pra 2004, Nr. 
97, E. 1 in fine; Breitschmid Peter, Basler Kommentar zum Schweizerischen Privat-
recht, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456 ZGB, 2. Aufl., Basel 2002, N 24 zu Art. 277 
ZGB). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz geht damit Art. 4 EGzZGB im Zu-
sammenhang mit der Bestimmung des Unterhalts Mündiger nicht weiter als Art. 280 
Abs. 2 ZGB. Beide Gesetzesvorschriften erklären nämlich die Untersuchungsma-
xime als anwendbar, während das Bundesgericht bei der Festlegung des Unterhalts 
Unmündiger aus Art. 280 Abs. 2 ZGB die Anwendbarkeit der Offizialmaxime im en-
geren Sinn ableitet.

3.a. Die Eltern haben für den Unterhalt eines Kindes aufzukommen, darin 
eingeschlossen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnah-
men (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Der Unterhalt wird durch Pflege und Erziehung oder, 
wenn das Kind nicht unter der Obhut eines Elternteils steht, durch Geldzahlung ge-
leistet (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Die Eltern sind von der Unterhaltspflicht in dem Mass 
befreit, als dem Kind zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitser-
werb oder anderen Mitteln selbst zu bestreiten (Art. 276 Abs. 3 ZGB). Der Unter-
haltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leis-
tungsfähigkeit der Eltern entsprechen und ausserdem Vermögen und Einkünfte des 
Kindes sowie den Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung 
des Kindes berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB).

Gemäss Art. 277 Abs. 1 ZGB dauert die Unterhaltspflicht der Eltern bis zur 
Mündigkeit des Kindes. Ausnahmen sind der frühere Eintritt wirtschaftlicher 
Selbständigkeit oder eine längere Ausbildungsdauer (Breitschmid, a.a.O., N 5 zu 
Art. 277 ZGB). Hat das Kind beim Eintritt ins Mündigkeitsalter noch keine angemes-
sene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umstän-

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den zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt weiterhin aufzukommen, bis eine 
entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art. 277 
Abs. 2 ZGB). Der Mündigenunterhalt steht in engem Zusammenhang mit der elter-
lichen Erziehungspflicht, zu der gemäss Art. 302 Abs. 2 ZGB insbesondere gehört, 
dem Kind eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende allgemeine und 
berufliche Ausbildung zu verschaffen (BGE 129 III 377). Die Unterhaltspflicht der 
Eltern soll vermeiden helfen, dass das in der Zwischenzeit mündig gewordene Kind 
gezwungen wird, seine Ausbildung infolge fehlender finanzieller Mittel vorzeitig auf-
zugeben (Forni Rolando, Die Unterhaltspflicht der Eltern nach der Mündigkeit des 
Kindes in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, ZBJV 1996, S. 429 ff., S. 433). 
Es soll sichergestellt sein, dass ein Kind solange elterlichen Unterhalt beanspruchen 
kann, als es dessen bedarf und billigerweise auf Fremdmittel Anspruch erheben darf 
(Breitschmid, a.a.O., N 8 zu Art. 277 ZGB). Der frühere Ausnahmecharakter der 
Unterstützungspflicht über die Mündigkeit hinaus wurde mit der Herabsetzung des 
Mündigkeitsalters relativiert (vgl. die Hinweise zur Lehre in BGE 129 III 375, Erw. 
3.3).

Voraussetzungen für den Mündigenunterhalt sind aufgrund des Gesagten 
das Fehlen einer angemessenen Ausbildung und die Zumutbarkeit der Unterhalts-
pflicht nach den gesamten Umständen.

b.aa. Als angemessen wird eine Ausbildung erachtet, die es einem Kind im 
Rahmen seiner Fähigkeiten und Neigungen erlaubt, seinen Lebensunterhalt zu ver-
dienen und wirtschaftlich selbständig zu werden (Forni, a.a.O., S. 435). Ob darin 
Zweit- und Zusatzausbildungen eingeschlossen sind, hängt von den Umständen ab, 
insbesondere von den getroffenen Absprachen, der Zumutbarkeit, aber auch vom 
konkreten Ausbildungsgang (Breitschmid, a.a.O., N 12 zu Art. 277 ZGB). Es gibt 
eine ganze Reihe von Berufen, welche auf einer Grund- oder Erstausbildung in ei-
nem vorbereitenden Stadium aufbauen und in denen daher die berufsentschei-
dende Ausbildung regelmässig das Mündigkeitsalter überdauert oder erst in diesem 
Zeitpunkt einsetzt. Dies trifft auf die akademischen Berufe zu, die an eine bestan-
dene Maturitätsprüfung anknüpfen. Die Maturität schliesst die Ausbildung in der Re-
gel nicht ab, sondern leitet eine weitere Ausbildungsstufe auf höherem Niveau ein. 
Das Bundesgericht anerkannte dies indessen auch im Falle eines Kindes, das nach 
der Beendigung einer kaufmännischen Lehre eine Hotelfachschule besuchte (BGE 
107 II 465 ff.; Forni, a.a.O., S. 433 f.).

In casu hat das Gericht nun aufgrund dieser Grundsätze zu prüfen, ob der 
Besuch einer Berufsmittelschule beziehungsweise die damit verbundene Berufsma-

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/MapProcessorCGI?mapfile=navigate/ConvertDocFrameCGI.map&ds=navigate&doctype=doc&lang=de&pa=1&d=doc_de_2003_BGE_129_III_375&ha=PG377

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turität eine angemessene Ausbildung im Sinne von Art. 277 Abs. 2 ZGB darstellt. 
Vorerst ist indes festzuhalten, dass entgegen der Ansicht der Vorinstanz aus der 
Tatsache, dass der Berufungskläger der Berufungsbeklagten während der Ausbil-
dungsdauer monatlich Fr. 400.-- bezahlt hat, nicht einfach geschlossen werden darf, 
jener anerkenne dadurch den Besuch der Berufsmittelschule als zur notwendigen 
Erstausbildung gehörig. Dies widerspricht den klaren Ausführungen des Berufungs-
klägers in der Prozessantwort vom 18. Februar 2004, worin er seine Auffassung 
zum Ausdruck brachte, die Berufungsbeklagte verfüge über eine angemessene 
Ausbildung und die Zahlungen über Fr. 400.-- seien freiwillig und ohne Anerkennung 
einer Schuldpflicht erfolgt.

bb. B. X. absolvierte bei der Gemeindeverwaltung K. eine Lehre als kauf-
männische Angestellte bzw. Verwaltungsfachfrau. Im Anschluss besuchte sie vom 
18. August 2003 bis am 30. Juni 2004 mit Erfolg die Berufsmittelschule in D., Studi-
enrichtung kaufmännisch.

Die Berufsmaturität umfasst im Grundsatz eine berufliche Grundausbildung 
und eine erweiterte Allgemeinbildung. Sie erhöht die Fach-, Selbst- und Sozialkom-
petenz ihrer Inhaberinnen und Inhaber und fördert deren berufliche und persönliche 
Mobilität und Flexibilität. Namentlich schafft sie die Voraussetzungen für ein Stu-
dium an einer Fachhochschule. Die Berufsmaturität kann im Rahmen der berufli-
chen Grundausbildung, also während der Berufslehre, oder nach einer beruflichen 
Grundausbildung in voll- oder teilzeitlichen Ausbildungslehrgängen erworben wer-
den. Voraussetzung für einen Berufsmaturitätsabschluss ist im letzteren Fall eine 
bereits abgeschlossene Berufslehre (vgl. Art. 2 und 4 der eidgenössischen Verord-
nung über die Berufsmaturität [SR 412.103.1]). In Anbetracht dieser Umstände ist 
eine Berufsmaturität beziehungsweise die darauf vorbereitende Berufsmittelschule 
als angemessene Ausbildung im Sinne von Art. 277 Abs. 2 ZGB anzusehen. Zwar 
erlaubt bereits eine kaufmännische Lehre es grundsätzlich, den Beruf nach Lehrab-
schluss sofort auszuüben und den Lebensunterhalt zu verdienen. Die abgeschlos-
sene Berufslehre ist aber gleichzeitig auch Vorbereitung beziehungsweise Voraus-
setzung für den Besuch der Berufsmittelschule, welche die berufliche Grundbildung, 
wie oben erwähnt, durch eine erweiterte Allgemeinbildung ergänzt. Sie stellt damit 
einen eigentlichen Bestandteil der Berufsmaturität dar. Da diese weitergehende 
Studien an einer Fachhochschule ermöglicht, können auch Parallelen zur gymnasi-
alen Maturität gezogen werden, die der Vorbereitung beziehungsweise Zulassung 
für Studien an Hochschulen dient. Unter dem Gesichtspunkt der angemessenen 
Ausbildung und insbesondere nach den bei Eintritt der Mündigkeit erkennbaren 

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Fähigkeiten und Neigungen (vgl. dazu Tuor/Schnyder/Schmid/Rumo-Jungo, Das 
Schweizerische Zivilgesetzbuch, 12. A., 2002, S. 413; Hegnauer, Berner Kommen-
tar zum ZGB, 1997, N. 54 zu Art. 277 ZGB; derselbe, Grundriss des Kindesrechts, 
5. A., 1999, N. 20.24a) besteht daher gegenüber B. X. eine Unterhaltspflicht für die 
Dauer des Besuchs der Berufsmittelschule.

c.aa. Neben dem Fehlen einer angemessenen Ausbildung setzt die Pflicht 
zum Mündigenunterhalt voraus, dass die Unterhaltsleistungen nach den gesamten 
Umständen zumutbar sind. Angesprochen sind hierbei einerseits die persönlichen 
Verhältnisse. Die Rücksichts- und Zusammenwirkungspflicht in Ausbildungs- und 
Unterhaltsbelangen setzt ein einigermassen erspriessliches persönliches Verhältnis 
zwischen den Eltern und dem Kind voraus (BGE 129 III 376, 113 II 376 f.; Breit-
schmid, a.a.O., N 18 zu Art. 277 ZGB; Forni, a.a.O., S. 443 ff.).

Anderseits sind die wirtschaftlichen Verhältnisse massgebend, und zwar Ein-
kommen und Vermögen aller beteiligten Parteien, das heisst beider Elternteile so-
wie des Kindes. Das letztere ergibt sich bereits aus Art. 276 Abs. 3 ZGB, nach wel-
chem die Eltern von der Unterhaltspflicht in dem Masse befreit sind, als dem Kind 
zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder aus anderen 
Mitteln selbst zu bestreiten. Beim Mündigenunterhalt geht die Eigenverantwortung 
des Kindes der Unterhaltspflicht der Eltern vor. Das Kind hat nach Eintritt der Mün-
digkeit soweit mit der noch laufenden Ausbildung vereinbar alle Möglichkeiten aus-
zuschöpfen, um den Unterhalt selbst zu bestreiten (Hegnauer Cyril, Berner Kom-
mentar, N 92 zu Art. 277 ZGB). Von einem mündigen Kind kann zudem nach dem 
Grundsatz von Treu und Glauben verlangt werden, dass es seine Bedürfnisse ge-
genüber seinem pflichtigen Elternteil im Streitfall nachweist und insbesondere seine 
Lebenskosten begründet darlegt und entsprechende Auskünfte über seine finanzi-
ellen Möglichkeiten erteilt. Die Leistungsfähigkeit des unterhaltsverpflichteten El-
ternteils ergibt sich aus einer Gegenüberstellung von familienrechtlichem Notbedarf 
und Nettoeinkommen. Der familienrechtliche Notbedarf wird anhand der betrei-
bungsrechtlichen Richtlinien ermittelt und um die laufende Steuerlast erweitert. Die-
ser erweiterte Notbedarf ist alsdann um rund 20 % zu erhöhen. Die bundesgericht-
liche Praxis erachtet Unterhaltsleistungen nämlich nur dann als zumutbar, wenn 
dem Pflichtigen ein den erweiterten Notbedarf um mehr als 20 % übersteigendes 
Einkommen bleibt. Ist nur für eine kürzere Übergangszeit Unterhalt erforderlich, 
kann dem Pflichtigen indes eine stärkere Einschränkung zugemutet werden (BGE 
118 II 99 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2004, 5C.238/2003, E. 2.1; 
Forni, a.a.O., S. 441; Breitschmid, a.a.O., N 17 zu Art. 277 ZGB). Da ein mündiges 

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Kind im Gegensatz zum unmündigen keiner Pflege und Erziehung mehr bedarf, ist 
die Unterhaltspflicht seitens der Eltern grundsätzlich durch Geldleistungen zu erfül-
len. Es ist den Eltern jedoch zuzugestehen, ihrer Unterhaltspflicht zumindest teil-
weise durch Naturalleistungen nachzukommen, beispielsweise indem sie dem Kind 
Kost und Logis gewähren. Unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Zumutbarkeit 
sind sodann auch allfällige Beiträge des Stiefelternteils aufgrund Art. 278 Abs. 2 
ZGB zu prüfen (Forni, a.a.O., S. 441; Breitschmid, a.a.O., N 16 zu Art. 277 ZGB). 
Die Eltern sind im Verhältnis zu ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gleich zu 
belasten (Hegnauer, a.a.O., N 108 zu Art. 277 ZGB).

bb. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit einer Unterhaltsleistung an B. X. 
bedarf es aufgrund des Gesagten unter anderem einer umfassenden Abklärung der 
wirtschaftlichen Verhältnisse aller Beteiligten. Wie in Erwägung 2 festgestellt, hat 
das Gericht hierbei den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzu-
klären. Betrachtet man das angefochtene Urteil, so wird ersichtlich, dass eine die-
sen Grundsätzen genügende Sachverhaltsermittlung nicht vorgenommen wurde:

Zunächst trifft dies in Bezug auf die Abklärung der Einkommens- und Vermö-
gensverhältnisse von B. X. selbst zu. Aus dem von der Vorinstanz edierten Stun-
denplan der Berufsschule D. geht hervor, dass der Unterricht in der Berufsmittel-
schule von Montag bis Freitag jeweils am Morgen stattfand. Unter diesen Umstän-
den war es der Berufungsbeklagten selbst unter Berücksichtigung einer angemes-
senen Lernzeit durchaus zumutbar, einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzuge-
hen. Dies hat sie denn auch getan, war sie doch in einem Teilpensum bei der Ge-
meindeverwaltung K. angestellt. Unklar bleibt indessen der Umfang beziehungs-
weise die Entlöhnung für diese Tätigkeit. Dem Gericht liegen einzig Lohnabrech-
nungen für die Monate Oktober und November 2003 vor. Diese erweisen sich für 
die Ermittlung der Einkommensverhältnisse von B. X., die für die gesamte Ausbil-
dungsdauer von August 2003 bis und mit Juni 2004 vorzunehmen ist, allerdings als 
ungenügend, war das Monatseinkommen offensichtlich schwankend und bleibt 
auch die Frage der Auszahlung eines allfälligen 13. Monatslohns offen. 

Was die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mutter der Berufungsbeklag-
ten, E., betrifft, so ist feststellbar, dass jene gemäss ihrem Schreiben vom 19. April 
2004 nicht bereit war, dem Gericht entsprechende Auskünfte zu erteilen. Sie wei-
gerte sich namentlich, ihre Lohnabrechnungen zur Edition zu unterbreiten. Der Vor-
instanz ist nun darin zuzustimmen, dass die Mutter gestützt auf Art. 169 Abs. 4 ZPO 
in Verbindung mit Art. 174 f. ZPO nicht zur Herausgabe der verlangten Urkunden 

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verpflichtet war. Allerdings wäre es in diesem Fall gestützt auf die anwendbare Un-
tersuchungsmaxime Aufgabe des Gerichts gewesen, von sich aus Nachforschun-
gen über die finanziellen Verhältnisse der Kindsmutter anzustellen und die notwen-
digen Angaben, soweit diese nicht von der Mutter erhältlich sind, über Dritte (Steu-
erbehörde, Arbeitgeber) zu erlangen. Von dieser Pflicht entbindet auch der Umstand 
nicht, dass die Mutter der Tochter Kost und Logis gewährt, wird doch der Unterhalt 
bei mündigen Kindern, wie oben festgestellt, in erster Linie durch Geldzahlungen 
geleistet. Die Vorinstanz wird daher noch abzuklären haben, ob E. erwerbstätig ist 
und gegebenenfalls, welches Einkommen sie dabei erzielt. Dies gilt ebenfalls für die 
Frage, ob sich jene wieder verheiratet hat, ein Umstand, der für die Feststellung 
deren wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit nicht unberücksichtigt bleiben dürfte.

Schliesslich erweist sich auch die vorinstanzliche Ermittlung der wirtschaftli-
chen Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers als unvollständig. Dies betrifft 
zunächst die Festlegung des massgeblichen Nettoeinkommens von A. X., wo na-
mentlich Angaben über dessen Lohn im Jahr 2004 fehlen. Von seiner Ehefrau C. X. 
liegt überdies nur der Lohnausweis für deren Tätigkeit an der Berufsschule D. vor; 
Angaben über einen allfälligen Ertrag aus ihrer Tätigkeit als Coiffeuse fehlen hinge-
gen. Im Hinblick auf die Ermittlung des familienrechtlichen Notbedarfs wären 
schliesslich die Steuerlast sowie - selbst wenn vorliegend nur eine wenige Monate 
dauernde Ausbildung in Frage steht - der 20 %-ige Zuschlag zum erweiterten Not-
bedarf zumindest rechnerisch einzubeziehen gewesen. 

c. Unter den genannten Umständen gelangt das Kantonsgericht zum 
Schluss, dass die vorhandenen Akten eine abschliessende Beurteilung der Unter-
haltspflicht für B. X. - insbesondere unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen 
Zumutbarkeit - nicht zulassen. Die Sache wird daher gestützt auf Art. 229 Abs. 2 
ZPO im Sinne der vorstehenden Erwägungen zur Ergänzung der Akten und zur 
neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

4.a. Im Berufungsverfahren gelten gemäss Art. 223 ZPO grundsätzlich die 
Vorschriften über das Verfahren vor Bezirksgericht, so auch bezüglich der Kosten-
verteilung. Hierbei bestimmt Art. 122 Abs. 1 ZPO, dass der unterliegende Teil in der 
Regel zur Übernahme der Kosten des Gerichtsverfahrens verpflichtet wird. Hat 
keine der Parteien vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt 
werden. Die gleichen Grundsätze gelten nach Art. 223 ZPO in Verbindung mit 122 
Abs. 2 ZPO auch für die aussergerichtlichen Kosten der Parteien.

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Im vorliegenden Fall ist der Berufungskläger mit seinem Antrag, das ange-
fochtene Urteil sei aufzuheben sowie mit seinem Eventualantrag, die Klage sei zu 
neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, durchgedrungen. Es rechtfer-
tigt sich daher, die Kosten des Berufungsverfahrens der Berufungsbeklagten aufzu-
erlegen. Diese hat den Berufungskläger zudem aussergerichtlich zu entschädigen.

b. Am 14. Dezember 2004 hatte die Berufungsbeklagte beim Kantons-
gerichtspräsidium ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt. Diese wurde 
ihr mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten vom 27. Dezember 2004 zu Las-
ten der Gemeinde K. gewährt. Als Rechtsbeistand wurde der Gesuchstellerin 
Rechtsanwalt lic. iur. Luis W. Pajarola bestellt. Die Kostenhilfen der amtlichen und 
ausseramtlichen Kosten werden entsprechend dieser Verfügung gewährt. Vorbe-
halten bleibt die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfen im Sinne von Art. 45 
Abs. 2 ZPO.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird dahin entschieden, dass das angefochtene Urteil aufge-
hoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Ergänzung der Akten 
und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'180.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
2'000.--; Schreibgebühr Fr. 180.--) gehen zu Lasten der Berufungsbeklagten 
und werden aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege - unter 
Vorbehalt der Rückforderung - der Gemeinde K. in Rechnung gestellt.

Aussergerichtlich hat die Berufungsbeklagte den Berufungskläger mit Fr. 
500.-- zu entschädigen.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: