# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e3cafa3-e085-5828-ad65-c177e9de1913
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.03.2012 SB110697
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110697_2012-03-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB110697-O/U/eh 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. R. Naef und  

Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. N. Burri 

 

Urteil vom 15. März 2012 

 

in Sachen 
 

1. ... 

2. ... 

3. A._____,  
4. B._____,  
5. ... 

Beschuldigte und Berufungskläger 

3. amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

4. amtlich verteidigt durch Fürsprecher Y._____ 
 

gegen 
 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. A. Knauss,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 
 

betreffend  

bandenmässiger Raub und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 5. Oktober 2011 (DG110034) 

-   2   - 

 

Anklage: 
(Urk. 43) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Februar 

2012 ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 99) 

Es wird erkannt: 

1. ...  

2. ... 

3. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 des bandenmässigen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und 

Ziff. 3 StGB; 

 des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

4. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

 des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; 

 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB; 

 der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 22 SSV  

sowie in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG; 

 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

SVG; 

 

-   3   - 

 der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 

im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG; 

 des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG; 

 des mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug im 

Sinne von Art. 95 Ziff. 2 SVG. 

5. ... 

6. ... 

7. ... 

8. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 3 1/2 Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von 114 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

9. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 

107 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind) sowie einer Busse von 

Fr. 500.--. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 24. Juli 2006 

ausgefällte, bedingte Freiheitsstrafe von drei Monaten wird widerrufen und 

vollzogen. 

Bezahlt der Beschuldigte B._____ die Busse nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

 

10. ... 

11. ... 

-   4   - 

12. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 12. August 

2010 vorläufig beschlagnahmte und bei der Gerichtskasse unter der Sach-

kautionsnummer … aufbewahrte Barbetrag in der Höhe von Fr. 201.50 wird 

vollumfänglich zur Deckung der bei dem Beschuldigten A._____ angefalle-

nen Kosten herangezogen. 

13. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 11. August 

2010 vorläufig beschlagnahmte Barbetrag in der Höhe von Fr. 450.-- wird 

vollumfänglich zur Deckung der bei dem Beschuldigten B._____ angefalle-

nen Kosten herangezogen. 

14. ... 

15. ...  

16. ... 

17. Die Schadenersatzbegehren folgender Geschädigter werden teilweise oder 

vollumfänglich auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen: 

− C._____ AG (ND 1) 

− D._____ GmbH (ND 3) 

− E._____ (ND 3) 

− F._____ (ND 3) 

− G._____ GmbH (ND 5) 

− H._____ AG (ND 7 betreffend Restaurant I._____, Schaden Nr. …) 

 

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   5   - 

Fr. 12'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. ...   ... 

Fr. ...   ... 

Fr. 187.50   Ausserkantonale Verfahrenskosten (A._____) 

Fr. 233.50   Ausserkantonale Verfahrenskosten (B._____) 

Fr. ...   ... 

Fr. ...   ... 

Fr. 2'000.--   Gebühr Art. 374 StPO, § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV (A._____) 

Fr. 2'000.--   Gebühr Art. 374 StPO, § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV (B._____) 

Fr. ...   ... 

Fr.    ... 

Fr.    ... 

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung (A._____) 

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung (B._____) 

Fr.    ... 

Fr. ...   ... 

Fr. ...   ... 

Fr. 8'172.60   Auslagen Untersuchung (A._____) 

Fr. 682.--   Auslagen Untersuchung (B._____) 

Fr.    ... 

Fr.    ... 

Fr.    ... 

Fr.    amtliche Verteidigung Untersuchung (A._____) 

Fr.    amtliche Verteidigung Untersuchung (B._____) 

Fr.    ... 

Fr.    ... 

Fr.    ... 

Fr.    amtliche Verteidigung (A._____) 

Fr.    amtliche Verteidigung (B._____) 

Fr.    ... 

Fr. 45.20   Publikationskosten 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

-   6   - 

19. Jeder Beschuldigte trägt die Kosten der gegen ihn geführten Untersuchung. 

Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden den Beschuldigten je zu 1/5 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO.  

20. (Mitteilungen) 

21. (Rechtsmitttel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____: 

 (Urk. 132) 

1. Von einer Verurteilung des Berufungsklägers wegen mehrfacher Begehung 

des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sei abzusehen. 

2. Es sei der Berufungskläger mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als  

2 Jahren zu bestrafen. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 

Probezeit von zwei Jahren. 

4. Die Kosten des Verfahrens seien einstweilen auf die Staatskasse zu  

nehmen. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____ 

(Urk. 130): 

1. Der Berufungskläger B._____ sei zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten - 

unter Anrechnung der bereits erstandenen Untersuchungshaft - sowie mit 

einer Busse von Fr. 500.00 zu verurteilen.  

Bezahlt der Berufungskläger die Busse nicht, so soll an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen treten. 

 

-   7   - 

 

2. Die Freiheitsstrafe sei unter Anrechnung der bereits erstandenen Unter-

suchungshaft bedingt zu vollziehen, unter Auferlegung einer Probezeit von  

3 Jahren. 

3. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl vom 24. Juli 2006 bedingt ausge-

sprochenen Freiheitsstrafe von 3 Monaten sei zu verzichten. 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 134) 

1. Es sei die Berufung des Beschuldigten A._____ abzuweisen. 

2. Es sei der Beschuldigte A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu 

bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft. 

3. Es sei die Berufung des Beschuldigten B._____ abzuweisen und das vo-

rinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

4. Unter Kostenfolge zu Lasten des Beschuldigten. 

 

Erwägungen: 

1. Prozessverlauf 

1.1. Der Gang des Verfahrens bis zur Anklageerhebung kann dem vorinstanzli-
chen Entscheid entnommen werden (Urk. 99 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich erhob mit Datum vom 3. Februar 

2011 gegen J._____, K._____, A._____, B._____ und L._____ Anklage wegen 

bandenmässigen Raubes etc. Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, sprach mit 

Urteil vom 5. Oktober 2011 sämtliche Beschuldigten schuldig (Urk. 99). 

 

-   8   - 

1.2. Mit Datum vom 6. Oktober 2011, 7. Oktober 2011 und 11. Oktober 2011  
erhoben die Beschuldigten L._____, A._____ und B._____ Berufung gegen das 

genannte erstinstanzliche Urteil (Urk. 87, 88 und 90).  

1.3. Mit Schreiben vom 18. November 2011 zog der Beschuldigte L._____  
seine Berufung zurück (Urk. 100), weshalb das Verfahren in Bezug auf die  

Berufung des Beschuldigten L._____ mit Präsidialverfügung vom 8. Dezember 

2011 als durch Rückzug der Berufung erledigt abgeschrieben wurde (Urk. 114).  

1.4. Die Verteidigerin des Beschuldigten A._____ reichte am 23. November 2011 
und der Verteidiger des Beschuldigten B._____ am 24. November 2011 die 

schriftliche Berufungserklärung mit den eingangs erwähnten Berufungsanträgen 

ein (Urk. 102 und 104).  

1.5. Mit Präsidialverfügung vom 2. Dezember 2011 wurden die beiden Berufungs-
erklärungen der Staatsanwaltschaft sowie den betroffenen Privatklägern zuge-

stellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben werde 

oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 110). 

1.6. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2011 erklärte die Staatsanwaltschaft in Bezug 
auf den Beschuldigten A._____ Anschlussberufung (Urk. 112), welche mit Präsi-

dialverfügung vom 11. Januar 2012 den Beschuldigten B._____ und A._____ zu-

gestellt wurde (Urk. 116).  

1.7. Mit Schreiben vom 25. Januar 2012 des Präsidenten der hiesigen Kammer 
wurde der Verteidiger des Beschuldigten B._____ aufgefordert, dem Berufungs-

gericht den aktuellen Aufenthaltsort des Beschuldigten B._____ mitzuteilen, an-

sonsten dieser öffentlich zur Berufungsverhandlung vorgeladen werde (Urk. 119). 

Da der Verteidiger keine Angaben zum aktuellen Aufenthaltsort des Beschuldig-

ten B._____ machen konnte (Urk. 120), wurde dieser am 2. Februar 2012 öffent-

lich zur Berufungsverhandlung am 15. März 2012 vorgeladen (Urk. 122).  

 

 

-   9   - 

1.8. Am 23. Februar 2012 stellte der Verteidiger des Beschuldigten B._____  
ein Gesuch um Dispensation seinerseits von der mündlichen Verhandlung, da der 

Aufenthaltsort von B._____ immer noch nicht bekannt sei und nicht damit zu 

rechnen sei, dass dieser an der Berufungsverhandlung vom 15. März 2012  

erscheinen werde. Es handle sich zudem um einen nunmehr relativ einfachen Fall 

(Urk. 124). Mit Präsidialverfügung vom 24. Februar 2012 wurde der Verteidiger 

des Beschuldigten (nicht aber der Beschuldigte B._____ selbst) von der mündli-

chen Berufungsverhandlung am 15. März 2012 dispensiert. Er wurde weiter auf-

gefordert, der hiesigen Kammer und gleichzeitig dem Vertreter der Staatsanwalt-

schaft bis spätestens 12. März 2012, 17.00 Uhr, die Berufungsanträge und deren 

Begründung einzureichen (Urk. 126). 

1.9. Mit Eingabe vom 8. März 2012 reichte der Verteidiger des Beschuldigten  
B._____ sein schriftliches Plädoyer samt Anträgen ein (Urk. 130).  

 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte A._____ beschränkt seine Berufung auf den Schuldpunkt 
betreffend mehrfache Tatbegehung, bzw. in Bezug auf den Vorfall vom 9. No-

vember 2009 (Dispositivziffer 3 al. 2; ND 24 1. Absatz), die Höhe der gegen ihn 

ausgesprochenen Freiheitsstrafe (Dispositivziffer 8 Abs. 1) und den Vollzug der 

Freiheitsstrafe (Dispositivziffer 8 Abs. 2).  

Die Berufung des Beschuldigten B._____ ist beschränkt auf Dispositivziffer 9 des 

vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 104). Angefochten sind die Höhe der Freiheits-

strafe (Abs. 1; nicht aber die Busse), der Vollzug der Freiheitsstrafe (Abs. 2, ex-

klusiv Busse) sowie der Widerruf (Abs. 3). 

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich einzig gegen die  
Bemessung der Strafhöhe des Beschuldigten A._____ (Urk. 112).  

 

 

-   10   - 

In Rechtkraft erwachsen sind somit die Dispositiv Ziffern 1 (Schuldspruch  

Beschuldigter J._____), 2 (Schuldspruch Beschuldigter K._____), 3 Abs. 1 

(Schuldspruch Beschuldigter A._____ betreffend bandenmässiger Raub), 4 

(Schuldspruch Beschuldigter B._____), 5 (Schuldspruch Beschuldigter L._____), 

6 (Strafe Beschuldigter J._____), 7 (Strafe Beschuldigter K._____), 9 Abs. 1, 2 

und 4: bezüglich Busse Beschuldigter B._____), 10 (Strafe Beschuldigter 

L._____), 11-13 (Beschlagnahmungen), 14-17 (Zivilansprüche) 18 und 19 (Kos-

tendispositiv). 

 

3. Sachverhalt ND 24 Beschuldigter A._____ 

3.1. Der Beschuldigte A._____ lässt in seiner schriftlichen Berufungserklärung an-
führen, die Vorinstanz habe die entlastenden Beweismittel gänzlich ausser Acht 

gelassen. Die diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten A._____ und des 

Mitbeschuldigten K._____ seien nicht gewürdigt worden. Aus diesen Aussagen 

gehe klar hervor, dass es sich in der Boutique M._____ am 9. November 2009 

nicht um einen Raub, sondern um eine tätliche Auseinandersetzung infolge aus-

stehender Geldschulden gehandelt habe. Nebenbei sei zu erwähnen, dass der 

Vorfall vom 9. November 2009 auch zeitlich ausserhalb der Zeitspanne liege, in 

welcher die Raubserie statt gefunden habe. Diese habe erst am 9. Dezember 

2009 begonnen und habe 20 Tage bis zum 29. Dezember 2009 gedauert, wobei 

die Überfälle kurz hintereinander am 9., 11., 17., 18., 19., 26. und 29. Dezember 

2009 erfolgt seien. Dies weise darauf hin, dass der Vorfall von Anfang November 

2009 nichts mit der Raubserie zu tun habe. Wenn die Vorinstanz ausführe, der 

Beschuldigte A._____ habe in der Schlusseinvernahme den ihm vorgehaltenen 

Sachverhalt nicht bestritten und mit keinem Wort erwähnt, dass er niemals mit der 

Absicht in das Kleidergeschäft gegangen sei, einen Raub zu begehen, genüge 

dies den Anforderungen an einen Beweis im Strafprozess in keiner Weise. In der 

Schlusseinvernahme sei ihm nämlich der Sachverhalt nur pauschal vorgeworfen 

worden und er sei zu den einzelnen Vorwürfen nicht detailliert befragt worden. 

Detailliert habe der Beschuldigte A._____ bei der Konfrontationseinvernahme am 

23. April 2010 (HD act. 7/5 S. 13) und an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

Stellung genommen. Auch an der Hauptverhandlung habe der Beschuldigte 

A._____ klar und deutlich ausgesagt, dass er nicht mit der Absicht in den Kleider-

-   11   - 

laden gegangen sei, dort etwas zu stehlen. Bei den Ausführungen des erstin-

stanzlichen Gerichts handle es sich um nichts anderes als um Mutmassungen, 

welche der Sachlage und den klaren Aussagen des Beschuldigten widersprechen 

würden. Der rechtsgenügende Nachweis für den beanstandeten Schuldspruch sei 

daher nicht erbracht (Urk. 102 S. 3f.).  

Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte die Verteidigerin, dass sich der 

Beschuldigte A._____ und der Beschuldigte K._____ im Zeitpunkt der relevanten 

Aussagen in Untersuchungshaft befunden hätten und daher keine Möglichkeit  

einer Absprache bestanden habe, weshalb die Aussagen als glaubhaft einzustu-

fen seien. Es sei absolut unwahrscheinlich, dass sich die beiden Beschuldigten 

unabhängig voneinander eine identische Sachdarstellung ausgedacht hätten, 

welche im Übrigen nur für den ersten Vorfall geltend gemacht werde. Das ergäbe 

überhaupt keinen Sinn. Dafür, dass entgegen der Vorinstanz nicht geplant gewe-

sen sei, Geld zu rauben, spreche auch die Tatsache, dass dies eben genau nicht 

geschehen sei. Am 9. November habe der Beschuldigte A._____ nur Tätlichkeiten 

begangen. Dies sei bei den übrigen Vorfällen nie der Fall gewesen. Dass der Be-

schuldigte K._____ noch eine Jacke mitgenommen habe, sei nicht im Wissen des 

Beschuldigten A._____ geschehen und sei nicht mit ihm abgesprochen gewesen. 

Deshalb habe der Beschuldigte A._____ auch nicht dafür einzustehen. Es habe 

nie ein Geständnis des Beschuldigten A._____ in Bezug auf mehrfachen Raub 

vorgelegen. Im Übrigen habe es in der gesamten Untersuchung immer wieder 

Schwierigkeiten gegeben, den Vorfall vom 9. November und 9. Dezember zu un-

terscheiden bzw. auseinander zu halten (Urk. 132 S. 2f.). 

3.2. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft führte zur Berufungsantwort des  
Beschuldigten A._____ aus, es bestehe ein klares Geständnis des Beschuldigten 

A._____ in der Untersuchung und in der Schlusseinvernahme. Der gesamte 

Schlussvorhalt sei dem Beschuldigten A._____ im Übrigen vor der Schlussein-

vernahme schriftlich zugestellt worden und dieser sei ihm keinesfalls – wie von 

der Verteidigung behauptet – nur pauschal vorgehalten worden. Im Weiteren 

verstosse es gegen Treu und Glauben, wenn sinngemäss geltend gemacht wer-

de, der Sachverhalt vom 9. November sei versehentlich anerkannt worden  

(Urk. 134, Prot. II S. 15).  

-   12   - 

3.3. Die Vorinstanz stellte auf die Aussagen des Beschuldigten selber (HD  
Urk. 4/8 S. 2, Urk. 4/15 S. 7) und jene des Mittäters K._____ (HD Urk. 3/9 S. 1) ab 

und sah den Raubsachverhalt als nachgewiesen an (Urk. 99 S. 19 f.).  

3.4. Die bestrittenen Sachverhalte sind aufgrund der Untersuchungsakten und der 
vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln 

zu erstellen. Gemäss der in Art. 10 Abs. 3 StPO statuierten und aus Art. 8 und 32 

Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio 

pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der 

wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist (Urteile des Bundes-

gerichts 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2. und 1P.437/2004 vom  

1. Dezember 2004, E. 4.2. f.; Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f. Nr. 180; BGE 

127 I 40, 120 Ia 31 E. 2b). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass 

sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen 

Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel 

bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Überzeugung des  

Richters muss auf einem verstandesgemäss einleuchtenden Schluss beruhen 

und für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/ 

Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, Rz 11 ff. zu  

§ 54). Dabei beruht die nötige richterliche Überzeugung nicht auf äusseren,  

sondern alleine auf der inneren Autorität eines Beweismittels, bestehend in  

dessen zwingend-überzeugender Kraft (Schmid, Handbuch des schweizerischen 

Strafprozessrechts, Zürich/St.Gallen 2009, Rz 229).  

Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des 

Angeklagten hätte zweifeln müssen (BGE 127 I 41, 124 IV 87 E. 2a). Wenn  

erhebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachver-

halt so abgespielt hat, wie er eingeklagt ist, so ist der Angeklagte nach dem 

Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen (statt vieler: Corboz, "in dubio pro 

reo", in ZBJV 1993 S. 419 f.). Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der 

Nachweis der Tat mit Indizien zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen  

Indizien, deren "Mosaik" (Arzt, In dubio contra, in Zeitschrift für Strafrecht 115,  

S. 197) zu würdigen ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 257 Ziff. 1.4; Pra 2002 

Nr. 180 S. 962 f. Ziff. 3.4.).  

-   13   - 

Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Ange-

klagten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür vor-

liegen, dass der Angeklagte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm 

zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Dabei ist entscheidend, dass 

die Beweise beim Richter die Überzeugung für die von ihm zu ziehenden  

Schlüsse zu wecken vermögen. Der Richter muss m.a.W. persönlich von der 

Richtigkeit dieser Schlüsse überzeugt sein, doch ist erforderlich, dass diese ob-

jektivier- und nachvollziehbar sind. Eine absolute Sicherheit für die Richtigkeit 

dieser Schlüsse kann nicht verlangt werden; für einen Schuldspruch muss genü-

gen, dass vernünftige Zweifel an der Schuld der beschuldigten Person ausge-

schlossen werden können, bzw. dass ein Freispruch zu ergehen hat, wenn erheb-

liche und unüberwindbare Zweifel an der Schuld verbleiben (Schmid, Praxiskom-

mentar, Zürich/St. Gallen 2009, N 6 zu Art. 10). Aufgabe des Richters ist es,  

seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesamten Beweis-

ergebnisses, zu prüfen, ob er von einem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist 

und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden vermag (ZR 72 

Nr. 80; Guldener, Beweiswürdigung und Beweislast, S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 257 

Ziff. 1.4.; BGE 124 IV 88, 120 Ia 31 E. 2c). Es liegt in der Natur der Sache, dass 

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweis-

führung erreicht werden kann; daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis 

über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. Kassationsgerichtsentscheid 

vom 26. Juni 2003 Nr. 2002/387S E. 2.2.1 samt Hinweisen). Bloss abstrakte oder 

theoretische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer mög-

lich sind (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., Rz 12 zu § 54, und Urteile des  

Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom 4. September 2007 E. 3.4. und 1P.587/2003 

vom 29. Januar 2004, E. 7.2.). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der 

Schuld ausgeschlossen werden können, hingegen darf ein Schuldspruch nie auf 

blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. Lässt sich ein Sachverhalt nicht mit letzter 

Gewissheit feststellen, was schon im Wesen menschlichen Erkenntnisvermögens 

liegt, so hindert dies den Richter nicht, subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt 

zu sein.  

Dabei können auch indirekte, mittelbare Beweise, sogenannte Anzeichen oder In-

dizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind 

-   14   - 

Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache 

zulassen. Beim Indizienbeweis wird mithin vermutet, dass eine nicht bewiesene 

Tatsache gegeben ist, weil sich diese Schlussfolgerung aus bewiesenen Tat-

sachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung aufdrängt. Der Indizienbeweis ist 

dem direkten Beweis gleichwertig (Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 

Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel/Genf/München 2005, § 59 Rz. 14). Da ein 

Indiz immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder 

die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins  

offen, enthält daher auch den Zweifel (Hans Walder, Der Indizienbeweis im Straf-

prozess, ZStrR 108/1991, S. 309, derselbe, Die Beweisführung in Strafsachen, 

insbesondere der Indizienbeweis, Zürich 1974/75, S. 49). Es ist jedoch zulässig, 

aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrach-

tet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder 

Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsge-

nügenden Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (Hauser/Schweri/Hartmann, 

a.a.O., § 59 Rz. 15 und Urteil des Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom  

4. September 2007 E. 3.4.).  

Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei 

zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den 

Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend 

ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbun-

den mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Bei der Würdigung von 

Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdig-

keit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Glaub-

haftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Gemäss BGE 129 I 49 

E.5 hat sich bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Aussagen die Aussa-

geanalyse weitgehend durchgesetzt. Nach dem empirischen Ausgangspunkt der 

Aussageanalyse erfordern wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche 

geistige Leistungen. Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypothese, ob die 

aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen 

Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen  

Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise 

vorgenommen, dass das im Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens 

-   15   - 

durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerkmale, so genannte Real-

kennzeichen) und Bewertung der Entstehungsgeschichte der Aussage sowie des 

Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft 

und die persönliche Kompetenz der aussagenden Person analysiert werden. Bei 

der Glaubhaftigkeitsbegutachtung ist immer davon auszugehen, dass die Aus-

sage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese  

Unwahrhypothese (Nullhypothese) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Über-

einstimmung stehen kann, so wird sie verworfen. Es gilt dann die Alternativ-

hypothese, dass die Aussage wahr sei. Erforderlich ist dafür besonders auch die  

Analyse der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Aussage (vgl. dazu 

die im erwähnten BGE angegebene Literatur). 

Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, das heisst der 

verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbe-

standselemente nachzuweisen (Schmid, Praxiskommentar, N 2 zu Art. 10) und 

nicht der Angeklagte hat seine Unschuld zu beweisen (BGE 127 I 40 und Urteile 

des Bundesgerichtes 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2. und 1P.437/2004 

vom 1. Dezember 2004, E. 4.3.; 6S.154/2004 vom 30. November 2005 E. 4). 

3.5. Die Vorinstanz zitiert nur die polizeiliche Einvernahme mit dem Mittäter 
K._____ (HD Urk. 3/9; vgl. Urk. 99 S. 22). Zu ergänzen ist deshalb, dass der Be-
schuldigte am 23. April 2010 mit K._____ konfrontiert wurde (HD Urk. 7/5), so 

dass dessen Aussagen gegen den Beschuldigten verwendet werden dürfen (Art. 

147 Abs. 1 und Abs. 4 StPO). 

Die Aussagen von K._____ werden von der Vorinstanz allerdings unvollständig 

wiedergegeben. Er hat nicht nur ausgesagt, „er und die übrigen Beschuldigten 

(seien) mit der Absicht in das Kleidergeschäft gegangen (…), Kleider an sich zu 

nehmen (vgl. Urk. 99 S. 22). Die Aussage lautet vielmehr wie folgt  

(HD Urk. 3/9 S. 1):  

„(…) Ich habe auch etwas mitbekommen, dass am 9. November 2009 etwas  

gewesen sein muss. Ich kann sagen, dass ich an beiden Tagen dort war. Am  

9. November 2009 jedoch war das kein Überfall.  

 Was war es dann?  

-   16   - 

Es war vielmehr so, dass ein Angestellter der Boutique einem Typen etwas ge-

schuldet hatte. A._____ [der Beschuldigte] ging mit mir und ein paar Kollegen in 

das Geschäft. Wir wollten es klären und ein paar Kleider nehmen.“  

Das Geschehen im Laden schilderte K._____ folgendermassen (a.a.O. S. 2): 

„A._____ ging in die Boutique und packte den anderen. Dann gab es zwischen den 

beiden eine körperliche Auseinandersetzung. Ich ging dazwischen, stiess den an-

deren und nahm dann A._____ am Arm und zog ihn aus der Boutique.“  

Sodann sagte K._____ aus, es könne gut sein, dass Marihuana der Grund für die 

Auseinandersetzung mit dem Angestellten gewesen sei, es sei um einen Betrag 

von ca. Fr. 300.- gegangen. Von der angeblich beim Vorfall weggenommenen 

schwarzen Lederjacke wisse er nichts. Er (K._____ ) habe eine andere Jacke 

mitgenommen (HD Urk. 3/9 S. 2 f.). 

In der Konfrontationseinvernahme vom 23. April 2009 zwischen dem Beschuldig-

ten A._____, J._____, K._____ und N._____ (HD Urk. 7/5 = ND 24 Urk. 3/1) wur-

de der Sachverhalt vom 9. November 2010 nur am Rande angesprochen. 

K._____ machte in dieser Konfrontationseinvernahme keine Aussagen zum Ge-

schehen vom 9. November 2009, es findet sich auch keine Bestätigung der Aus-

sagen bei der Polizei.  

Mit den Aussagen von K._____ kann mithin weder nachgewiesen werden, dass 

der Beschuldigte vor dem Betreten des Ladens die Absicht hatte, sich etwas an-

zueignen, noch dass dies unter Anwendung von Gewalt geschehen solle.  

Werden die Aussagen von K._____, die für den Beschuldigten eher günstig lau-

ten, den eher belastenden Aussagen gegenüber gestellt, ergibt sich, dass  

unter dem Strich weder auf die einen noch die anderen Aussagen zuverlässig  

abgestellt werden kann. Die Aussagen des K._____ können daher nichts Entlas-

tendes beitragen.  

3.6. N._____ sagte in der erwähnten Konfrontationseinvernahme aus, sie (der 
Beschuldigte und K._____) hätten schon einmal erzählt, dass sie im Laden gewe-

sen seien, aber sie hätten das nicht genau erzählt, sondern nur, „dass sie eine 

Jacke geklaut hätten.“ (a.a.O. S. 11). Diese Aussage vom Hörensagen kann je-

doch nicht gegen den Angeklagten verwendet werden, da sie – ausser den  

-   17   - 

Aussagen des Beschuldigten selber – das einzige Beweismittel wäre. Immerhin 

kann zu Gunsten des Beschuldigten festgehalten werden, dass N._____ nicht von 

einer vorbesprochenen Tat und nicht von einer Gewaltanwendung sprach. 

3.7. Der Geschädigte, O._____, wurde zwar als Zeuge einvernommen, jedoch 
nicht in Gegenwart des Beschuldigten, so dass seine Zeugenaussage (ND 24 

Urk. 4/5) und die polizeilichen Einvernahmen (ND 24 Urk. 4/1-4) nicht zum Nach-

teil des Beschuldigten berücksichtigt werden dürfen (Art. 147 Abs. 1 und 4 StPO). 

3.8. Der Beschuldigte sagte bei der Polizei in Anwesenheit seiner Verteidigerin 
am 3. März 2010 aus, er sei mit Kollegen in den Laden gegangen, weil der dortige 

Angestellte den Kollegen vorgängig eine größere Menge Marihuana geklaut habe. 

Der Besitzer des Marihuanas habe ihn um Hilfe gebeten. Er (der Beschuldigte) 

hätte zusammen mit den Kollegen den Angestellten festhalten sollen. Während-

dessen hätten die Kollegen die Kasse geräumt. Dies hätten sie jedoch nicht um-

gesetzt. Sie seien aber hineingegangen und dann habe eine Schlägerei begon-

nen. Er (der Beschuldigte) habe damit angefangen, er habe auf den Angestellten 

eingeschlagen. Dabei gewesen seien K._____ und weitere fünf Kollegen. Wäh-

rend die fünf Kollegen sich im Laden verteilt hätten und im Hintergrund geblieben 

seien, seien er und K._____ auf den Angestellten zugegangen. Er habe auf den 

Angestellten eingeschlagen und als dieser auf ihn losgekommen sei, habe ihm 

K._____ geholfen. Die Lederjacke habe K._____ genommen (HD Urk. 4/8).  

In der erwähnten Konfrontationseinvernahme sagte der Beschuldigte dann aus, 

das erste (9. November 2009) und das zweite Mal (9. Dezember 2009) hätten 

nichts miteinander zu tun. Beim ersten Mal sei es kein Überfall gewesen, sondern 

eine Auseinandersetzung, und aus dieser Idee sei man dann auch auf den Über-

fall gekommen (HD Urk. 7/5 S. 13). 

Beim Gutachter schilderte der – auf sein Aussageverweigerungsrecht hinge-

wiesene (vgl. Gutachten vom 31. Oktober 2010, HD Urk. 22/2 S. 3 und 22/3 S. 1) 

Beschuldigte – das Tatgeschehen vom 9. November 2009 folgendermassen: 

„Beim Überfall auf das Kleidergeschäft am 09.11.2009 sei sein Bruder, drei bis 

vier Freunde von ihm und Herr K._____ mit dabei gewesen. Der Bruder habe ihn 

angerufen und ihm mitgeteilt, ein Freund habe Probleme und jemand schulde  

diesem Geld. Der Bruder habe diesen Kollegen begleiten wollen, denn es könne 

-   18   - 

ja was rausspringen. Der Explorand habe erwidert, er solle warten, er komme mit 

und habe dann noch Herr K._____ angerufen. Herr A._____ habe gehofft, dass 

es um etwa 1'500.- Franken gehe. Er habe schliesslich den Bruder begleitet, ei-

nerseits wegen dem Geld und andererseits, um seinem Bruder Sicherheit zu ge-

ben. Als er gemeinsam mit K._____ zu seinem Bruder und den Freunden ge-

kommen sei, hätten diese alle kleine Stöcke in der Hand gehalten und seien 

bleich gewesen, was den Exploranden irritiert habe. Der Explorand habe K._____ 

erst am Hauptbahnhof am Treffpunkt gesagt, dass es um einen Überfall gehe, 

aber K._____ habe nichts dagegen eingewendet. Zunächst hätten sie die Kolle-

gen des Bruders in das Geschäft geschickt, um dieses auszukundschaften. Da-

nach seien sie gemeinsam hineingegangen und der Explorand habe dem Ge-

schädigten längere Zeit in die Augen geblickt, bis sein Schal vom Gesicht ge-

rutscht sei. Darauf habe der Beschuldigte den Geschädigten ein Mal geschlagen 

und es sei zum Kampf gekommen. K._____ habe ihm daher geholfen und den 

Geschädigten auch geschlagen. Letztlich sei man ohne Beute wieder geflüchtet, 

ausser K._____, der noch eine Jacke mitgenommen habe. Danach sei der Explo-

rand sauer auf die Mittäter und sich selbst gewesen. Letztlich habe es ihm nichts 

gebracht.“ (HD Urk. 22/3 S. 17). 

In der Schlusseinvernahme vom 17. Juni 2010 anerkannte der Beschuldigte den 

Sachverhalt, wie er später in der Anklageschrift aufgeführt wurde, ohne Vorbe-

halte (HD Urk. 5/15 S. 1 f., S. 7).  

Erst in der Befragung durch die Vorinstanz erklärte der Beschuldigte, das sei  

eigentlich kein Raub gewesen. Den in der Anklageschrift aufgeführten Sachver-

halt bestreite er nicht vom Ablauf her, „sondern es hatte nichts mit einem Raub zu 

tun. Wir gingen nicht davon aus, etwas zu klauen.“ Nach der Absicht befragt, 

machte der Beschuldigte dann von seinem Aussageverweigerungsrecht Ge-

brauch (Urk. 75 S. 2 f.). 

Durch seine Verteidigerin liess er in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vor-

bringen, es sei nicht geplant gewesen, die Kasse zu räumen und das Geld für 

sich zu behalten. Es sei dabei einzig und allein darum gegangen, den Verkäufer, 

welcher offensichtlich Schulden bei Bekannten des Beschuldigten hatte, aufzu-

fordern, diese zu begleichen, wobei es zu einer tätlichen Auseinandersetzung  

-   19   - 

gekommen sei, bei welcher einer der Mitangeklagten ungeplant und ohne Wissen 

des Beschuldigten eine Jacke mitgenommen habe (Urk. 81 S. 3). 

Heute machte der Beschuldigte geltend, am 9. November sei es um eine  

Auseinandersetzung gegangen. Ausser einer Jacke sei nichts geklaut worden. Er 

fühle sich unwohl, wenn er darüber spreche. Denn es seien andere Leute  

involviert, welcher er nicht reinziehen wolle. Es sei richtig, dass sein Bruder auch 

dabei gewesen sei. Sein Bruder habe ihn am 9. November angerufen und ihn um 

Hilfe gebeten. Der Geschädigte habe den anderen Geld geschuldet. Es sei schon 

um Drogen gegangen, aber die Details kenne er nicht. Seine Aufgabe sei es ge-

wesen, mit dem Geschädigten zu sprechen und ihm zu sagen, er solle die Schul-

den bezahlen. Sie seien etwa fünf bis sechs Personen gewesen. Er habe beim 

Betreten des Geschäfts gewusst, dass man auf den Geschädigten habe losgehen 

wollen. Es sei abgemacht gewesen, dass man diesen beim Reingehen Halten 

werde, aber es sei dann anders rausgekommen. Er habe den anderen einfach 

helfen müssen und dafür habe er seinen Anteil erhalten. Was die anderen im De-

tail abgemacht hätten, habe er aber nicht gewusst. Sie hätten ihn ja erst eine 

Stunde vorher angerufen und die anderen seien schon in der Stadt gewesen. Sie 

hätten einen grossen starken Bruder gebraucht, da die anderen alle jünger  

gewesen seien. Am Anfang sei es eher darum gegangen, das Geld zu holen, aber 

dann sei es anders raus gekommen. Er habe von den anderen gehört, wenn der 

Geschädigte das Geld nicht gebe, würden sie eventuell etwas mitnehmen. Aber 

es sei nicht darum gegangen, Kleider mitzunehmen. Der Geschädigte sei alleine 

gewesen und sie zu fünft oder sechst. Wenn sie gewollt hätten, hätten sie die 

Kasse mitnehmen können, was sie aber nicht gemacht hätten. Auf die Frage, 

weshalb er im Laufe der Untersuchung immer wieder seine Aussagen geändert 

habe, erklärte er, er habe seinen Bruder nicht involvieren wollen. Aber jetzt wisse 

das Gerichts ja alles, und er habe nichts mehr zu verbergen (Urk. 131 S. 8-12). 

3.9. Als einziges Beweismittel verbleiben die Aussagen des Beschuldigten selber. 
Hier lässt sich ein klares Aussagemuster erkennen: Je tatnäher die Aussage ist, 

desto klarer erfolgten Aussagen, die auf einen im Vorfeld beschlossenen Raub 

hindeuten. Je tatferner die Aussagen liegen, desto abschwächender sind diese 

Zugaben bis zur Aussage, er habe nicht einmal damit gerechnet, dass K._____ 

etwas aus dem Laden mitnehmen könne. Das Motiv für dieses Aussageverhalten 

-   20   - 

kann darin erblickt werden, dass der Beschuldigte weder bei der Polizei noch bei 

der Staatsanwaltschaft noch bei der Vorinstanz etwas davon erwähnte, dass sein 

Bruder beteiligt war. Dies sagte er einzig beim Gutachter – und auf konkrete Fra-

gen hin anlässlich der Berufungsverhandlung – so aus. Wenn er nach Erhalt des 

Gutachtens vom 31. Oktober 2010 und nach Einsicht (vgl. staatsanwaltschaftliche 

Einvernahme vom 22. November 2010, HD Urk. 4/16, wo er das Gutachten nicht 

bemängelte) bemerkte, dass seine Angaben beim Gutachter Eingang in das 

schriftliche Gutachten gefunden hatten, erklärt sich ohne weiteres, dass er von da 

an bestrebt war, das Geschehen nicht mehr als Raub, sondern als Diebstahl des 

K._____ darzustellen, er also (auch) seinen Bruder aus der Schusslinie nehmen 

wollte. Abgesehen davon hat er auch ein eigenes Motiv, die Tat nicht als Raub, 

sondern als Diebstahl des K._____ darzustellen, beantragt er doch Freispruch in 

diesem Anklagepunkt und – nicht zuletzt auch damit verbunden – eine tiefere 

Strafe (Urk. 102, Urk. 132). An der heutigen Berufungsverhandlung führte er nun 

unmissverständlich aus, er habe seinen Bruder nicht hineinziehen wollen. Des-

halb seien die unterschiedlichen Aussagen zustande gekommen. Es besteht kein 

Anlass, nicht auch auf die ersten Aussagen des Beschuldigten abzustellen.  

Die Absicht, in den Laden zu gehen, einen Überfall zu verüben, dort Gewalt an-

zuwenden und die Kasse auszuräumen ergibt sich klar aus den ersten Aussagen 

des Beschuldigten sowie derjenigen an der heutigen Berufungsverhandlung. Er 

schilderte das gemeinsame Vorgehen plastisch, farbig, ohne Umschweife und 

ohne seine eigene Rolle zu beschönigen. Die späteren Aussagen resp. Bestrei-

tungen wirken hingegen pauschal und wenig detailreich. In den Mittelpunkt wird 

die rechtliche Würdigung des Geschehens gerückt: Es sei kein Raub gewesen. 

Diese Aussagen wirken verniedlichend und ausweichend und erscheinen daher 

als unglaubhaft. Der Staatsanwaltschaft ist im Übrigen beizupflichten, dass es  

gegen Treu und Glauben verstosst, wenn der Sachverhalt an der Schlusseinver-

nahme nach Kenntnis des Schlussvorhalts vom Beschuldigten A._____ anerkannt 

wurde und heute von der Verteidigung nun behauptet wird, es liege kein Ge-

ständnis vor. Dasselbe gilt für das Vorbringen der Verteidigung in ihrem Plädoyer, 

der Deliktsbetrag liege weit unter dem von der Vorinstanz behaupteten Fr. 

22'000.-- (Urk. 132 S. 4). Der Beschuldigte anerkannte in der Schlusseinvernah-

me auch die Deliktsbeträge der Raubtaten.  

-   21   - 

Insgesamt kann daher der Würdigung der Vorinstanz gefolgt werden, die den 

Sachverhalt als erstellt erachtete (Urk. 99 S. 22, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

4. Rechtliche Würdigung (A._____) 

Es kann auf die in allen Teilen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (Urk. 99 S. 31, Art. 82 Abs. 4 StPO). Demgemäss hat sich der  

Beschuldigte hinsichtlich der Tat vom 9. November 2009 des Raubs im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.  

 

5. Sanktion (A._____ und B._____) 

5.1. Die Vorinstanz hat die Regeln der Strafzumessung in ihrem Entscheid vom  
5. Oktober 2011 richtig dargestellt, es kann zur Vermeidung von Wiederholungen 

darauf verwiesen werden (Urk. 99 S. 42 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

5.2. A._____ 

5.2.1. Strafrahmen 

Der Strafrahmen wurde von der Vorinstanz mit Freiheitsstrafe nicht unter  

zwei Jahren bis zehn Jahren richtig ermittelt, es kann auf diese Ausführungen 

verwiesen werden (Urk. 99 S. 56, Art. 82 Abs. 4 StPO). Ein Grund, diesen or-

dentlichen Strafrahmen zu verlassen, ist nicht ersichtlich. 

5.2.2. Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat in ihrer Begründung die anzuwendenden Strafzumessungs-

kriterien bezüglich des schwersten Delikts (bandenmässiger Raub im Sinne von  

Art. 140 Ziff. Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 StGB) vollständig und richtig 

aufgeführt, so dass vorab darauf verwiesen werden kann (Urk. 99 S. 57 ff., Art. 82 

Abs. 4 StGB). Zur objektiven Tatschwere ist beizufügen, dass die Bande eine 

grosse Gewaltbereitschaft manifestierte: Mitführen einer Softairgun (ND 1, 3, 4, 5, 

6, 7), eines Baseballschlägers (ND 1), eines Aluminiumrohrs (ND 3, 5) und eines 

-   22   - 

Sturmgewehrs (ND 6, 7), wobei in einem Fall das Aluminiumrohr gegen einen 

Geschädigten eingesetzt und dieser erheblich verletzt wurde (ND 3). Die Qualifi-

zierung der objektiven Tatschwere als erheblich kann unter den gegebenen  

Umständen als wohlwollend bezeichnet werden. 

Die dem Beschuldigten anzulastende subjektive Tatschwere reduziert die objekti-

ve nicht. Im Gegenteil ist ihm erschwerend anzulasten, dass er seinen Beuteanteil 

für Partys und Drogen verwendete. Der vorsätzlich handelnde Beschuldigte war – 

wie das die Vorinstanz richtig gesehen hat - nicht bloss Mitläufer, sondern tatkräf-

tiges und auch teilweise treibendes Bandenmitglied. Sein Streben war auf eine 

möglichst hohe Beute ausgerichtet und die ihn antreibende kriminelle Energie 

muss als beträchtlich bezeichnet werden.  

Eine verminderte Schuldfähigkeit liegt nicht vor. Die Vorinstanz hat richtigerweise 

den behaupteten Alkohol- und Betäubungsmittelkonsum nicht strafmildernd  

veranschlagt. Die bei der Verhaftung am 30. Dezember 2009 festgestellten  

Befunde deuten allesamt nicht auf einen erheblichen Konsum von Alkohol 

und/oder Betäubungsmittel hin (vgl. HD Urk. 10/3, Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin der Universität Bern vom 11. Mai 2010). Daran ändert auch nichts, 

dass heute vom Beschuldigten selber und der Verteidigung erneut geltend  

gemacht wird, der Beschuldigte habe unter stetem Drogeneinfluss gestanden  

(Urk. 131 S. 14 und 18; Prot. II. S. 14 und Urk. 132 S. 5). Abgesehen davon  

lassen sich die Angaben des Beschuldigten zu seinem Alkoholkonsum, welche er 

am 30. Dezember 2009 bei der Kantonspolizei Bern (HD Urk. 4/1 S. 2, insbeson-

dere: „Um 20.00 – 21.00 Uhr habe ich aufgehört mit saufen, weil es mir schlecht 

gegangen ist und ich kotzen musste.“), resp. dem Untersuchungsrichter machte 

(HD Urk. 4/2 S. 2: „Ich war auf Drogen, Koks und so. Wir wussten nicht recht was 

machen, ich selber habe gezittert.“), nicht mit dem erwähnten Befund (HD  

Urk. 10/3, Beeinträchtigungsgrad vom untersuchenden Arzt als „nicht merkbar“ 

eingeschätzt) vereinbaren. Dies lässt darauf schliessen, dass der Beschuldigte 

bei seinen Angaben über den Konsum von Alkohol und/oder Drogen erheblich 

aggraviert hat. So erstaunt denn auch nicht, dass der Gutachter Dr.med. P._____ 

in seinem Gutachten vom 31. Oktober 2010 zur Einschätzung gelangte, weder für 

eine Abhängigkeit noch für einen schädlichen Gebrauch [von Alkohol und Drogen] 

liessen sich ausreichende Hinweise finden (HD Urk. 22/3 S. 27 f.). Auch andere 

-   23   - 

Gründe für eine eingeschränkte Schuldfähigkeit liegen gemäss dem erwähnten 

Gutachten nicht vor: Der Gutachter bewertete die Schuldfähigkeit für die began-

genen Tathandlungen bezüglich Tankstellen und Restaurant als uneingeschränkt. 

Auch für die Überfälle auf das Kleidergeschäft wurde sie als gegeben erachtet 

(a.a.O. S. 28 f.). Somit wird die subjektive Tatschwere auch unter diesem Ge-

sichtspunkt nicht relativiert. 

Wenn die Vorinstanz nach Würdigung der massgebenden Kriterien zu einer (hy-

pothetischen) Einsatzstrafe von fünfeinhalb Jahren gelangt (Urk. 99 S. 59), so er-

scheint dies angemessen und ist zu übernehmen. 

Die Erhöhung der (hypothetischen) Strafe um etwa ein Jahr wegen der beiden 

anderen Sachverhalte erscheint indessen als eher unverhältnismässig. Es handelt 

sich nicht um qualifizierte Raubsachverhalte mit eher geringen Deliktsbeträgen. 

Sodann ist daran zu erinnern, dass die beiden Taten insgesamt als Beginn einer 

Serie von gleichartigen Delikten angesehen werden kann, wenngleich die beiden 

Taten richtigerweise nicht zu den späteren, bandenmässig begangenen Delikten 

zu zählen sind. In Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB erscheint eine Erhöhung 

der Strafe auf etwa sechs Jahre gerechtfertigt. 

Zur Person des Beschuldigten kann auf die Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 99 S. 60, Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsver-

handlung ergänzte der Beschuldigte (Urk. 131 S. 2ff.) , er wohne seit November 

2011 in einer Einzimmerwohnung in Q._____. Er arbeite temporär als Hilfs-

Elektromonteur. Er würde gerne eine KV-Lehre machen. Er werde dabei begleitet 

von der Stiftung R._____ und er sei beim RAV angemeldet. Seit er nicht mehr zu 

Hause wohne, sei das Verhältnis zu seinen Eltern besser und er sehe sie  

regelmässig. Er habe nach wie vor eine Lohnpfändung. Das den Betrag von  

Fr. 2'600.-- übersteigende Einkommen gehe ans Betreibungsamt. Dann habe er 

noch einzelne Sachen an Schulden im Betrag von maximal Fr. 5'000.--. Kokain 

konsumiere er nicht mehr und Cannabis ein bis zwei Mal im Monat. Alkohol trinke 

er nur noch als Genuss, wenn er irgendwo eingeladen sei. Er habe eine feste 

Freundin, welche - wie er diese Woche erfahren habe - schwanger sei. Seine 

Freizeit verbringe er mit seiner Freundin, mit Fussball spielen und er engagiere 

sich auch in der Kirche. 

-   24   - 

Wenn die Vorinstanz die schwierige Jugend des Beschuldigten strafmindernd 

veranschlagt, ist dies als sehr entgegenkommend zu betrachten. Der Beschuldig-

te kam im Alter von neun oder zehn Jahren nach S._____ und wenig später zu 

seinen (früher wohlhabenden) Eltern in die Schweiz. Er hat die ordentlichen  

Schulen besucht und es wurde ihm Gelegenheit zu einer Lehre geboten. Sodann 

finden sich im Gutachten keine Hinweise darauf, dass der Beschuldigte unter  

seinen Jugend gelitten hätte, gemäss Gutachter liegen keine Hinweise für  

merkliche Stressoren oder Entwicklungsprobleme vor (HD Urk. 22/3 S. 25). Heute 

gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe im T._____ [Land] eine unbeschwerte 

und unbelastete Jugend verbracht. Seine Eltern seien im T._____ [Land] wohlha-

bend gewesen. Sein Vater habe in der Politik gearbeitet. Mit 11 Jahren sei er we-

gen des Bürgerkrieges mit seiner Familie in die Schweiz gekommen. Zu Beginn 

sei es wegen der Sprache schwierig gewesen, aber mit dem Erlernen der Spra-

che sei auch die Integration gekommen (Urk. 131 S. 6). Von einer schwierigen 

Jugend kann daher nicht ausgegangen werden, weshalb unter diesem Titel keine 

Strafreduktion erfolgen kann.  

Gleichermassen wohlwollend ist die Ansicht der Vorinstanz, das jugendliche Alter 

des Beschuldigten sei strafmindernd zu berücksichtigen (Urk. 99 S. 60). Der am 

tt.mm.1990 geborene Beschuldigte hat die ihm vorgeworfenen Delikte im Alter 

von neunzehneinhalb Jahren begangen. Es handelt sich ausnahmslos um Delikte, 

über deren Strafwürdigkeit schon ein 18-Jähriger (also Erwachsener) Bescheid 

weiss. Sodann hat der Gesetzgeber die früher für junge Täter vorgesehene 

Strafmilderung (Art. 64 Abs. 7 aStGB) bei der letzten Revision gestrichen. Dass 

dem Beschuldigten auf Grund des Alters die entsprechende Einsicht gefehlt hätte, 

lässt sich vorliegend nicht erkennen, und etwas Derartiges geht auch aus dem 

Gutachten nicht hervor: zusammengefasst liege eine ungestörte Persönlichkeit 

vor mit genügender Sozialkompetenz bei respektvollem Auftreten (HD Urk. 22/3 

S. 28). Somit kann dem Beschuldigten das jugendliche Alter nicht strafreduzie-

rend angerechnet werden.  

Dass die Vorstrafenlosigkeit nicht strafreduzierend zu würdigen ist, hat die Vo-

rinstanz richtig erkannt (Urk. 99 S. 60 f., Art. 84 Abs. 4 StPO). 

-   25   - 

Zu Recht hat die Vorinstanz das weitestgehende Geständnis und die bekundete 

Reue strafreduzierend angerechnet (Urk. 99 S. 61, Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Zudem zeigte der Beschuldigte heute eine gewisse Einsicht ins Unrecht seiner 

Tat. Damals habe er nicht darüber nachgedacht, was er den Geschädigten ange-

tan habe. In der Zwischenzeit habe er viel nachgedacht und eingesehen, dass es 

schrecklich sein könne, mit einer Waffe bedroht zu werden. Er habe viele Fehler 

gemacht. Das habe er heute eingesehen. Er habe alles neu aufbauen und sein 

Leben in den Griff bekommen müssen (Urk. 131 S. 16f.). Dies ist dem Beschul-

digten strafmindernd anzurechnen. 

Es rechtfertigt sich in Abwägung aller strafreduzierender Faktoren eine Verminde-

rung der (hypothetischen) Strafe um rund einen Drittel, so dass eine Sanktion von 

rund 3 1/2 bis vier Jahren als den zu bewertenden Tat- und Täterkomponenten 

angemessen erscheint. 

Zur von der Verteidigung geltend gemachten Dauer des Strafverfahrens und der 

Zeit des Wohlverhaltens sowie die Strafempfindlichkeit kann auf die Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden, die keiner Ergänzungen bedürfen (Urk. 99  

S. 58 f. und S. 61; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Unter Berücksichtigung der Rolle des Beschuldigten A._____ bei den zu beurtei-

lenden Taten innerhalb der Bande und der gegen die Mittäter ausgefällten  

Strafen, rechtfertigt sich eine Freiheitsstrafe von 31/2 Jahren, so dass sich keine 

Korrektur der von der Vorinstanz ausgesprochenen Strafe aufdrängt.  

5.2.3. Erstandene Haft 

Der Beschuldigte wurde am 30. Dezember 2009, 00.45 Uhr, von der Luzerner  

Polizei verhaftet (Urk. 32/1-2). Mit Verfügung des Haftgerichts II Emmental-

Oberaargau vom 4. Januar 2010 wurde der Beschuldigte in Untersuchungshaft 

versetzt (Urk. 32/7). Nachdem als Gerichtsstand der Kanton Zürich festgelegt 

wurde, versetzte der Haftrichter des Bezirksgerichts Zürich den Beschuldigten mit 

Verfügung vom 14. Januar 2010 in Untersuchungshaft (Urk. 32/16), welche mit 

Verfügung vom 14. April 2010 fortgesetzt wurde (Urk. 32/19). Am 23. April 2010, 

18.30 Uhr wurde der Beschuldigte entlassen und auf freien Fuss gesetzt  

-   26   - 

(Urk. 32/20-21). Somit sind dem Beschuldigten 115 Tage erstandene Haft an die 

Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).  

5.2.4. Vollzug 

Angesichts der auszufällenden Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren kommt bereits 

aus objektiven Gründen weder der (voll-) bedingte (Art. 42 StGB) noch der teil-

bedingte (Art. 43 StGB) Strafvollzug in Frage. Die Freiheitsstrafe ist daher zu voll-

ziehen.  

 

5.3. B._____ 

5.3.1. Strafrahmen 

Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt auf Geldstrafe nicht unter 180 Ta-

gessätzen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe festgelegt. Darauf kann verwiesen  

werden (Urk. 99 S. 62, Art. 82 Abs. 4 StPO). Gründe, diesen ordentlichen Straf-

rahmen zu erweitern, liegen nicht vor. 

-   27   - 

 

5.3.2. Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat zur Strafzumessung in concreto korrekte Ausführungen ge-

macht, weshalb vorweg darauf verwiesen werden kann (Urk. 99 S. 62ff, Art. 82 

Abs. 4 StPO). Zur Rolle des Beschuldigten ist erschwerend hinzuzufügen, dass 

dieser vor dem Raubüberfall die Lokalität auskundschaftete, indem er im Shop 

bzw. Restaurant etwas kaufte, sich so einen Überblick über die Lokalität und ins-

besondere die anwesenden Kunden und Angestellten verschaffte und anschlies-

send den Mitbeschuldigten berichtete, ob mit dem Raub noch zugewartet werden 

soll. Zwar hatte der Beschuldigte bei der Ausführung des Raubs nicht eine  

tragende und tatkräftige Rolle inne, doch ist seine Rolle nicht als derart unter-

geordnet - wie von der Verteidigung geltend gemacht (Urk. 130 S. 3) - zu betrach-

ten; so war er doch auch für das Auskundschaften der Lokalität und Bestimmen 

des Zeitpunktes der Ausführung des Raubes entscheidend mitverantwortlich und 

fungierte nicht nur als Fahrer des Fluchtfahrzeuges. Beim Raub am 26. Dezember 

2009 fuhren die Beschuldigten im vom Beschuldigten B._____ gelenkten Wagen 

zudem zuerst nach U._____, um sich ein Sturmgewehr zu beschaffen und dies, 

obwohl sie bereits eine Softairgun mitführten. Dieses Beschaffen eines Sturmge-

wehrs nach der Entschlussfassung einen Raubüberfall zu begehen, fällt zusätz-

lich negativ ins Gewicht. Das Mitführen des Sturmgewehrs und der Softairgun 

zeugt schliesslich von einer gewissen Gewaltbereitschaft, welcher sich der Be-

schuldigte konkludent anschloss. Die objektive Tatschwere ist daher als keines-

wegs leicht einzustufen.  

Der Verteidiger macht geltend, der Beschuldigte habe jeweils unter dem Einfluss 

von Drogen gestanden und das Motiv der Geldbeschaffung habe im Wesentlichen 

auf seiner Substanzabhängigkeit gegründet (Urk. 130 S. 3). Die Vorinstanz hat 

dazu korrekt ausgeführt, dass beim Beschuldigten trotz vorangehendem Kokain- 

und Cannabiskonsum keine Einschränkung der Einsichts- oder Handlungsfähig-

keit vorlag. Auf diese Ausführungen ist zu verweisen (Urk. 99 S. 63, Art. 82 Abs. 4 

StPO). Dem Polizeiprotokoll sowie dem Protokoll des Instituts für Rechtsmedizin 

der Universität Bern ist zu entnehmen, dass das Verhalten des Beschuldigten 

keine merkliche Beeinträchtigung zeigte bzw. das Verhalten des Beschuldigten 

-   28   - 

bei der Kontrolle unauffällig war (Urk. 11/3 und 11/7). Die Analyse der dem  

Beschuldigten entnommenen Blutproben zeigte, dass die Kokain- und Cannabis-

werte im Blut des Beschuldigten unter den vom ASTRA für das Vorliegen einer 

Fahrunfähigkeit festgesetzten Grenzwerte lagen (Urk. 11/4). Es ist daher nicht 

von einer Beeinträchtigung der Einsichts- und Entscheidungsfähigkeit auszu-

gehen. 

Die dem Beschuldigten anzulastende subjektive Tatschwere vermag die objektive 

Tatschwere nicht zu reduzieren. Der Beschuldigte handelte aus rein egoistischen 

finanziellen Motiven ohne das Vorliegen einer finanziellen Notsituation.  

Nach Würdigung der Tatkomponente ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

eine (hypothetische) Einsatzstrafe von rund 30 Monaten zu veranschlagen. 

Diese Einsatzstrafe aufgrund der weiteren Delikte der Hinderung einer Amtshand-

lung und den Strassenverkehrsdelikten um rund ein halbes Jahr auf 36 Monate zu 

erhöhen, scheint angemessen. Beizufügen ist, dass das Verhalten des Beschul-

digten bei der Hinderung der Amtshandlung nicht nur dreist und rücksichtslos war, 

sondern insbesondere für die Polizeibeamten eine erhebliche Gefahr für Leib und 

Leben mit sich brachte. Der Beschuldigte fuhr - nachdem er bereits von einem 

anderen Patrouillenfahrzeug der Polizei mittels Leuchtmatrix zum Anhalten aufge-

fordert worden war - mit unverminderter Geschwindigkeit auf den auf der Fahr-

bahn stehenden Polizeibeamten zu. Da der Beschuldigte keine Anstalten machte 

das Fahrzeug anzuhalten, musste eine Nagelgurte vor den Wagen geworfen wer-

den, was ein rasches Handeln aus einer gewissen Nähe zum heranfahrenden 

Fahrzeug erforderte. 

Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann auf die Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 99 S. 64f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Zum 

Zeitpunkt der Berufungsverhandlung war dem Verteidiger der Aufenthaltsort des 

Beschuldigten B._____ nach wie vor unbekannt (vgl. Urk. 124 und 130).  

Die allenfalls etwas schwierigere Jugend und das jugendliche Alter des Beschul-

digten sind insgesamt nicht derart wohlwollend strafmindernd wie die Vorinstanz 

zu berücksichtigen. Der Beschuldigte war zur Tatzeit bereits 21 Jahre alt, somit 

bereits erwachsen und der Beschuldigte wusste um die Strafwürdigkeit der ihm 

-   29   - 

vorgeworfenen Delikte (vgl. auch Ziff. 5.2.2. S. 19 hiervor). Das Alter des  

Beschuldigten kann daher nicht zu einer Strafminderung führen. Die etwas 

schwierigere Jugend des Beschuldigten kann für sich alleine ebenfalls zu keiner 

Strafreduktion führen. Der Beschuldigte besuchte in V._____ [Land] acht Jahre 

die Schule und absolvierte in der Schweiz die Sekundarschule. Danach hatte er 

die Möglichkeit eine Lehre zu absolvieren, welche er jedoch aus eigenem Antrieb  

abbrach. Das schwere Nierenleiden des Beschuldigten, welches jeden zweiten 

Tag eine Dialyse erfordert, ist hingegen bei der Strafzumessung strafmindernd zu 

berücksichtigen. Die persönlichen Verhältnisse führen daher insgesamt zu einer 

leichten Strafminderung.  

Die vier teilweise einschlägigen Vorstrafen wirken sich deutlich straferhöhend aus.  

Das vollumfängliche Geständnis ist dem Beschuldigten entgegen der Vorinstanz 

im gesamten Ausmass anzurechnen. Das Nichterscheinen an der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung und an der Berufungsverhandlung beschlägt nicht die 

Anrechnung des Geständnisses. Dieser Umstand ist vielmehr bei der Beurteilung, 

ob eine Einsicht ins Unrecht der Tat oder Reue vorliegt, zu berücksichtigen. Eine 

solche Beurteilung ist aufgrund des Nichterscheinens gerade nicht möglich und 

das Nichterscheinen des Beschuldigten ist daher strafzumessungsneutral zu  

berücksichtigen. Die Gründe, weshalb der Beschuldigte an den Gerichtsver-

handlungen nicht erschien, müssen offen gelassen werden.  

Es würde sich daher unter Berücksichtigung der leicht überwiegenden Straf-

minderungsgründe rechtfertigen, die Einsatzstrafe auf 30 Monate zu reduzieren. 

Aufgrund des Verbots der reformatio in peius (Verschlechterungsverbot, Art. 391 

Abs. 2 StPO) muss es jedoch bei der vorinstanzlichen Strafe von zwei Jahren 

bleiben. Selbst wenn sämtliche von der Verteidigung angeführten Strafminde-

rungsgründe berücksichtigt würden, käme aufgrund des Tatverschuldens des  

Beschuldigten eine Strafe unter zwei Jahren nicht in Frage. 

5.3.3. Erstandene Haft 

Der Beschuldigte wurde am 30. Dezember 2009, 00.45 Uhr, von der Luzerner  

Polizei verhaftet (Urk. 33/1) und mit Verfügung des Haftgericht II Emmental-

Oberaargau vom 4. Januar 2010 in Untersuchungshaft versetzt (Urk. 33/8).  

-   30   - 

Mit Verfügung des Haftrichters des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Januar 2010 

wurde der Beschuldigte wiederum in Untersuchungshaft versetzt (Urk. 33/21). Am 

15. April 2010 wurde das Gesuch um Verlängerung der Untersuchungshaft von 

der Haftrichterin des Bezirksgerichts Zürich abgewiesen und der Beschuldigte am 

16. April 2010, 14.10 Uhr aus der Haft entlassen und auf freien Fuss gesetzt  

(Urk. 33/23 und 33/33). Dem Beschuldigten sind demgemäss 108 Tage Haft an 

die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).  

5.3.4. Vollzug 

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Straf-

vollzugs korrekt dargelegt, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 99 S. 71, 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Ebenfalls wurde von der Vorinstanz richtig festgehalten, 

dass der Beschuldigte mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom  

25. November 2009 zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen verurteilt wurde, 

weshalb der Aufschub des Strafvollzugs nur bei Vorliegen von besonders  

günstigen Umständen zulässig ist. Der Beschuldigte erwirkte in den letzten rund 

sechs Jahren vier Einträge ins Strafregister. Die Vorstrafen liegen teilweise auf 

dem selben Rechtsgebiet bzw. betreffen dieselben Rechtsgüter wie die heutigen 

Taten (Vermögensdelikte, Strassenverkehrsdelikte und strafbare Handlungen  

gegen die öffentliche Gewalt). Weiter wurde dem Beschuldigten die mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 24. Juli 2006 angesetzte Probezeit 

zwei Mal verlängert und schliesslich widerrufen (Urk. 107). Der Beschuldigte zeigt 

insgesamt kein Bild, welches besonders günstige Umstände vermuten liesse. 

Zwar ist dem Beschuldigten das Nichterscheinen bei der Hauptverhandlung vor 

Vorinstanz und der heutigen Berufungsverhandlung nicht negativ als Flucht vor 

dem gerichtlichen Verfahren anzulasten, doch ist es dem Gericht verwehrt,  

mangels Anwesenheit und aktuellen Angaben des Beschuldigten eine wesentli-

che Veränderung der Umstände beim Beschuldigten anzunehmen, welche den 

Aufschub des Strafvollzugs rechtfertigen würden. Die Freiheitsstrafe von zwei 

Jahren ist daher zu vollziehen.  

5.3.5. Widerruf 

Wie die Vorinstanz in ihren Erwägungen zum Widerruf richtig festhält, wurde der 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 24. Juli 2006 gewährte 

-   31   - 

Aufschub des Strafvollzugs (Verlängerung der Probezeit durch die Strafbefehle 

der Jugendanwaltschaft Zürich vom 27. November 2007 und der Staatsanwalt-

schaft IV des Kantons Zürich vom 22. Oktober 2008) bereits mit Beschluss des 

Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 25. November 2009 widerrufen. Auf den 

Antrag der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich in der Anklageschrift vom  

3. Februar 2011 betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Limmat [recte: Zürich-Sihl] vom 24. Juli 2006 gewährten bedingten Straf-

vollzugs für eine Freiheitsstrafe von drei Monaten ist daher nicht einzutreten.  

 

6. Kostenfolgen 

Der Beschuldigte A._____ unterliegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen 

vollumfänglich. Der Beschuldigte B._____ obsiegt einzig in Bezug auf seinen An-

trag betreffend Widerruf, was jedoch in Bezug auf den Aufwand im Berufungs-

verfahren einen vernachlässigbaren Nebenpunkt betrifft und bereits von der Vo-

rinstanz als Versehen in den Erwägungen aufgeführt wurde. Die Staatsanwalt-
schaft unterliegt mit ihrem Antrag auf Erhöhung der Strafe des Beschuldigten 
A._____. Der Aufwand im Berufungsverfahren der beiden Beschuldigten ist im 

Verhältnis 2/3 (Beschuldigter A._____) zu 1/3 (Beschuldigter B._____) zu  

gewichten.  

Es rechtfertigt sich daher, die Kosten des Berufungsverfahrens zu zwei Dritteln 

dem Beschuldigten A._____ und zu einem Drittel dem Beschuldigten B._____ 
aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen der beiden  

Beschuldigten sind auf die Gerichtskasse zu nehmen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung nach Art. 135 Abs. 4 StPO. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr 

ist auf Fr. 4'500.-- festzusetzen.  

 

 

-   32   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 5. Oktober 2011, soweit es die Beschuldigten J._____, K._____ und 

L._____ betrifft, in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 5. Oktober 2011 soweit es die Beschuldigten A._____ und B._____ be-

trifft, wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1. + 2. (…) 

3. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 des bandenmässigen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 3 

StGB [ND 1, ND 3 - 7]; 

 des (...) Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ND 24 2. Absatz) 

4. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

 des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; 

 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB; 

 der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 22 SSV sowie in  

Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG; 

 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 SVG; 

 der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit im 

Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG; 

 des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG; 

 des mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug im Sinne von 

Art. 95 Ziff. 2 SVG. 

5. - 8. (…) 

-   33   - 

 

9.  Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit (…) sowie einer Busse von Fr. 

500.--. 

(…) Die Busse ist zu bezahlen. 

(…) 

Bezahlt der Beschuldigte B._____ die Busse nicht, so tritt an deren Stelle ei-

ne Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.  

10. + 11. (…) 

12. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 12. August 

2010 vorläufig beschlagnahmte und bei der Gerichtskasse unter der Sach-

kautionsnummer 9004 aufbewahrte Barbetrag in der Höhe von Fr. 201.50 

wird vollumfänglich zur Deckung der bei dem Beschuldigten A._____  

angefallenen Kosten herangezogen. 

13. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 11. August 

2010 vorläufig beschlagnahmte Barbetrag in der Höhe von Fr. 450.-- wird 

vollumfänglich zur Deckung der bei dem Beschuldigten B._____ angefallenen 

Kosten herangezogen. 

14. - 16. (…) 

17. Die Schadenersatzbegehren folgender Geschädigter werden teilweise oder 

vollumfänglich auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen: 

− C._____ AG (ND 1) 

− D._____ GmbH (ND 3) 

− E._____ (ND 3) 

− F._____ (ND 3) 

− G._____ GmbH (ND 5) 

− H._____ AG (ND 7 betreffend Restaurant I._____, Schaden Nr. …) 

 

-   34   - 

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 12'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. ...   ... 

Fr. ...   ... 

Fr. 187.50   Ausserkantonale Verfahrenskosten (A._____) 

Fr. 233.50   Ausserkantonale Verfahrenskosten (B._____) 

Fr. ...   ... 

Fr. ...   ... 

Fr. 2'000.--   Gebühr Art. 374 StPO, § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV (A._____) 

Fr. 2'000.--   Gebühr Art. 374 StPO, § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV (B._____) 

Fr. ...   ... 

Fr.    ... 

Fr.    ... 

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung (A._____) 

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung (B._____) 

Fr.    ... 

Fr. ...   ... 

Fr. ...   ... 

Fr. 8'172.60   Auslagen Untersuchung (A._____) 

Fr. 682.--   Auslagen Untersuchung (B._____) 

Fr. ...   ... 

Fr.    ... 

Fr.    … 

Fr.    amtliche Verteidigung Untersuchung (A._____) 

Fr.    amtliche Verteidigung Untersuchung (B._____) 

Fr.    ... 

Fr. ...   ... 

Fr. ...   ... 

Fr. 23'075.10   amtliche Verteidigung (A._____) 

Fr. 9'078.70   amtliche Verteidigung (B._____) 

Fr. ...   ... 

Fr. 45.20   Publikationskosten 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

-   35   - 

19. Jeder Beschuldigte trägt die Kosten der gegen ihn geführten Untersuchung. 

Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden den Beschuldigten je zu 1/5 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO." 

3. Auf den Antrag der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich in der  

Anklageschrift vom 3. Februar 2011 betreffend Widerruf des mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat [recte: Zürich-Sihl] vom 24. Juli 2006  

gewährten bedingten Strafvollzugs für eine Freiheitsstrafe von drei Monaten 

wird nicht eingetreten. 

4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig des [mehrfachen] Raubes im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ND 24 1. Absatz). 

2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 3 1/2 Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von 115 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird nicht aufge-

schoben. 

4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 
108 Tage durch Haft erstanden sind. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird nicht aufge-
schoben. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   36   - 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 52.65   öffentliche Vorladung 

Fr.     amtliche Verteidigung (RAin X._____) 

Fr. 1'862.45   amtliche Verteidigung (FS Y._____) 

 
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten A._____ zu zwei Dritteln 

und dem Beschuldigten B._____ zu einem Drittel auferlegt. Die Kosten der 
beiden amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse genommen. 

Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben) 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten (zugestellt) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten betreffend die Beschuldigten A._____ und 
B._____ 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

-   37   - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 15. März 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. P. Marti 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. N. Burri 
 
 

	Urteil vom 15. März 2012
	Es wird erkannt:
	1. ...
	2. ...
	3. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	4. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	5. ...
	6. ...
	7. ...
	8. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 3 1/2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 114 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	9. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 107 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind) sowie einer Busse von Fr. 500.--.
	Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu bezahlen.
	Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 24. Juli 2006 ausgefällte, bedingte Freiheitsstrafe von drei Monaten wird widerrufen und vollzogen.
	Bezahlt der Beschuldigte B._____ die Busse nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	10. ...
	11. ...
	12. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 12. August 2010 vorläufig beschlagnahmte und bei der Gerichtskasse unter der Sachkautionsnummer … aufbewahrte Barbetrag in der Höhe von Fr. 201.50 wird vollumfänglich zur Deckung der bei d...
	13. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 11. August 2010 vorläufig beschlagnahmte Barbetrag in der Höhe von Fr. 450.-- wird vollumfänglich zur Deckung der bei dem Beschuldigten B._____ angefallenen Kosten herangezogen.
	14. ...
	15. ...
	16. ...
	17. Die Schadenersatzbegehren folgender Geschädigter werden teilweise oder vollumfänglich auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen:
	 C._____ AG (ND 1)
	 D._____ GmbH (ND 3)
	 E._____ (ND 3)
	 F._____ (ND 3)
	 G._____ GmbH (ND 5)
	 H._____ AG (ND 7 betreffend Restaurant I._____, Schaden Nr. …)
	18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	19. Jeder Beschuldigte trägt die Kosten der gegen ihn geführten Untersuchung. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden den Beschuldigten je zu 1/5 auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalte...
	20. (Mitteilungen)
	21. (Rechtsmitttel)
	Berufungsanträge:
	1. Von einer Verurteilung des Berufungsklägers wegen mehrfacher Begehung des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sei abzusehen.
	2. Es sei der Berufungskläger mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als  2 Jahren zu bestrafen.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
	4. Die Kosten des Verfahrens seien einstweilen auf die Staatskasse zu  nehmen.
	1. Der Berufungskläger B._____ sei zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten - unter Anrechnung der bereits erstandenen Untersuchungshaft - sowie mit einer Busse von Fr. 500.00 zu verurteilen.  Bezahlt der Berufungskläger die Busse nicht, so soll an der...
	2. Die Freiheitsstrafe sei unter Anrechnung der bereits erstandenen Untersuchungshaft bedingt zu vollziehen, unter Auferlegung einer Probezeit von  3 Jahren.
	3. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl vom 24. Juli 2006 bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 3 Monaten sei zu verzichten.
	1. Es sei die Berufung des Beschuldigten A._____ abzuweisen.
	2. Es sei der Beschuldigte A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft.
	3. Es sei die Berufung des Beschuldigten B._____ abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
	4. Unter Kostenfolge zu Lasten des Beschuldigten.
	Erwägungen:
	1. Prozessverlauf
	1.1. Der Gang des Verfahrens bis zur Anklageerhebung kann dem vorinstanzlichen Entscheid entnommen werden (Urk. 99 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich erhob mit Datum vom 3. Februar 2011 gegen J._____, K._____, A._____, B._____ und L._____ Anklage wegen bandenmässigen Raubes etc. Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, sprach mit Urteil vom 5. Oktober 20...
	1.2. Mit Datum vom 6. Oktober 2011, 7. Oktober 2011 und 11. Oktober 2011  erhoben die Beschuldigten L._____, A._____ und B._____ Berufung gegen das genannte erstinstanzliche Urteil (Urk. 87, 88 und 90).
	1.3. Mit Schreiben vom 18. November 2011 zog der Beschuldigte L._____  seine Berufung zurück (Urk. 100), weshalb das Verfahren in Bezug auf die  Berufung des Beschuldigten L._____ mit Präsidialverfügung vom 8. Dezember 2011 als durch Rückzug der Beruf...
	1.4. Die Verteidigerin des Beschuldigten A._____ reichte am 23. November 2011 und der Verteidiger des Beschuldigten B._____ am 24. November 2011 die schriftliche Berufungserklärung mit den eingangs erwähnten Berufungsanträgen ein (Urk. 102 und 104).
	1.5. Mit Präsidialverfügung vom 2. Dezember 2011 wurden die beiden Berufungserklärungen der Staatsanwaltschaft sowie den betroffenen Privatklägern zugestellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben werde oder um begründet ein...
	1.6. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2011 erklärte die Staatsanwaltschaft in Bezug auf den Beschuldigten A._____ Anschlussberufung (Urk. 112), welche mit Präsidialverfügung vom 11. Januar 2012 den Beschuldigten B._____ und A._____ zugestellt wurde (Urk. 1...
	1.7. Mit Schreiben vom 25. Januar 2012 des Präsidenten der hiesigen Kammer wurde der Verteidiger des Beschuldigten B._____ aufgefordert, dem Berufungsgericht den aktuellen Aufenthaltsort des Beschuldigten B._____ mitzuteilen, ansonsten dieser öffentli...
	1.8. Am 23. Februar 2012 stellte der Verteidiger des Beschuldigten B._____  ein Gesuch um Dispensation seinerseits von der mündlichen Verhandlung, da der Aufenthaltsort von B._____ immer noch nicht bekannt sei und nicht damit zu rechnen sei, dass dies...
	1.9. Mit Eingabe vom 8. März 2012 reichte der Verteidiger des Beschuldigten  B._____ sein schriftliches Plädoyer samt Anträgen ein (Urk. 130).
	2. Umfang der Berufung
	2.1. Der Beschuldigte A._____ beschränkt seine Berufung auf den Schuldpunkt betreffend mehrfache Tatbegehung, bzw. in Bezug auf den Vorfall vom 9. November 2009 (Dispositivziffer 3 al. 2; ND 24 1. Absatz), die Höhe der gegen ihn ausgesprochenen Freihe...
	Die Berufung des Beschuldigten B._____ ist beschränkt auf Dispositivziffer 9 des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 104). Angefochten sind die Höhe der Freiheitsstrafe (Abs. 1; nicht aber die Busse), der Vollzug der Freiheitsstrafe (Abs. 2, exklusiv B...
	Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich einzig gegen die  Bemessung der Strafhöhe des Beschuldigten A._____ (Urk. 112).
	In Rechtkraft erwachsen sind somit die Dispositiv Ziffern 1 (Schuldspruch  Beschuldigter J._____), 2 (Schuldspruch Beschuldigter K._____), 3 Abs. 1 (Schuldspruch Beschuldigter A._____ betreffend bandenmässiger Raub), 4 (Schuldspruch Beschuldigter B.__...
	3. Sachverhalt ND 24 Beschuldigter A._____
	3.1. Der Beschuldigte A._____ lässt in seiner schriftlichen Berufungserklärung anführen, die Vorinstanz habe die entlastenden Beweismittel gänzlich ausser Acht gelassen. Die diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten A._____ und des Mitbeschuldigten ...
	Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte die Verteidigerin, dass sich der Beschuldigte A._____ und der Beschuldigte K._____ im Zeitpunkt der relevanten Aussagen in Untersuchungshaft befunden hätten und daher keine Möglichkeit  einer Absprache best...
	3.2. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft führte zur Berufungsantwort des  Beschuldigten A._____ aus, es bestehe ein klares Geständnis des Beschuldigten A._____ in der Untersuchung und in der Schlusseinvernahme. Der gesamte Schlussvorhalt sei dem Besc...
	3.3. Die Vorinstanz stellte auf die Aussagen des Beschuldigten selber (HD  Urk. 4/8 S. 2, Urk. 4/15 S. 7) und jene des Mittäters K._____ (HD Urk. 3/9 S. 1) ab und sah den Raubsachverhalt als nachgewiesen an (Urk. 99 S. 19 f.).
	3.4. Die bestrittenen Sachverhalte sind aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der in Art. 10 Abs. 3 StPO statuierten und aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fl...
	Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen (BGE 127 I 41, 124 IV 87 E. 2a). Wenn  erhebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachver-halt so abgespielt h...
	Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Angeklagten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür vorliegen, dass der Angeklagte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm zur Last gelegten ...
	Dabei können auch indirekte, mittelbare Beweise, sogenannte Anzeichen oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim I...
	Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es v...
	Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, das heisst der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (Schmid, Praxiskommentar, N 2 zu Art. 10) und nicht der Angeklagte h...
	3.5. Die Vorinstanz zitiert nur die polizeiliche Einvernahme mit dem Mittäter K._____ (HD Urk. 3/9; vgl. Urk. 99 S. 22). Zu ergänzen ist deshalb, dass der Beschuldigte am 23. April 2010 mit K._____ konfrontiert wurde (HD Urk. 7/5), so dass dessen Auss...
	Die Aussagen von K._____ werden von der Vorinstanz allerdings unvollständig wiedergegeben. Er hat nicht nur ausgesagt, „er und die übrigen Beschuldigten (seien) mit der Absicht in das Kleidergeschäft gegangen (…), Kleider an sich zu nehmen (vgl. Urk. ...
	„(…) Ich habe auch etwas mitbekommen, dass am 9. November 2009 etwas  gewesen sein muss. Ich kann sagen, dass ich an beiden Tagen dort war. Am  9. November 2009 jedoch war das kein Überfall.
	Was war es dann?
	Es war vielmehr so, dass ein Angestellter der Boutique einem Typen etwas geschuldet hatte. A._____ [der Beschuldigte] ging mit mir und ein paar Kollegen in das Geschäft. Wir wollten es klären und ein paar Kleider nehmen.“
	Das Geschehen im Laden schilderte K._____ folgendermassen (a.a.O. S. 2):
	„A._____ ging in die Boutique und packte den anderen. Dann gab es zwischen den beiden eine körperliche Auseinandersetzung. Ich ging dazwischen, stiess den anderen und nahm dann A._____ am Arm und zog ihn aus der Boutique.“
	Sodann sagte K._____ aus, es könne gut sein, dass Marihuana der Grund für die Auseinandersetzung mit dem Angestellten gewesen sei, es sei um einen Betrag von ca. Fr. 300.- gegangen. Von der angeblich beim Vorfall weggenommenen schwarzen Lederjacke wis...
	In der Konfrontationseinvernahme vom 23. April 2009 zwischen dem Beschuldigten A._____, J._____, K._____ und N._____ (HD Urk. 7/5 = ND 24 Urk. 3/1) wurde der Sachverhalt vom 9. November 2010 nur am Rande angesprochen. K._____ machte in dieser Konfront...
	Mit den Aussagen von K._____ kann mithin weder nachgewiesen werden, dass der Beschuldigte vor dem Betreten des Ladens die Absicht hatte, sich etwas anzueignen, noch dass dies unter Anwendung von Gewalt geschehen solle.  Werden die Aussagen von K._____...
	3.6. N._____ sagte in der erwähnten Konfrontationseinvernahme aus, sie (der Beschuldigte und K._____) hätten schon einmal erzählt, dass sie im Laden gewesen seien, aber sie hätten das nicht genau erzählt, sondern nur, „dass sie eine Jacke geklaut hätt...
	3.7. Der Geschädigte, O._____, wurde zwar als Zeuge einvernommen, jedoch nicht in Gegenwart des Beschuldigten, so dass seine Zeugenaussage (ND 24 Urk. 4/5) und die polizeilichen Einvernahmen (ND 24 Urk. 4/1-4) nicht zum Nachteil des Beschuldigten berü...
	3.8. Der Beschuldigte sagte bei der Polizei in Anwesenheit seiner Verteidigerin am 3. März 2010 aus, er sei mit Kollegen in den Laden gegangen, weil der dortige Angestellte den Kollegen vorgängig eine größere Menge Marihuana geklaut habe. Der Besitzer...
	In der erwähnten Konfrontationseinvernahme sagte der Beschuldigte dann aus, das erste (9. November 2009) und das zweite Mal (9. Dezember 2009) hätten nichts miteinander zu tun. Beim ersten Mal sei es kein Überfall gewesen, sondern eine Auseinandersetz...
	Beim Gutachter schilderte der – auf sein Aussageverweigerungsrecht hingewiesene (vgl. Gutachten vom 31. Oktober 2010, HD Urk. 22/2 S. 3 und 22/3 S. 1) Beschuldigte – das Tatgeschehen vom 9. November 2009 folgendermassen: „Beim Überfall auf das Kleide...
	In der Schlusseinvernahme vom 17. Juni 2010 anerkannte der Beschuldigte den Sachverhalt, wie er später in der Anklageschrift aufgeführt wurde, ohne Vorbehalte (HD Urk. 5/15 S. 1 f., S. 7).
	Erst in der Befragung durch die Vorinstanz erklärte der Beschuldigte, das sei  eigentlich kein Raub gewesen. Den in der Anklageschrift aufgeführten Sachverhalt bestreite er nicht vom Ablauf her, „sondern es hatte nichts mit einem Raub zu tun. Wir ging...
	Durch seine Verteidigerin liess er in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorbringen, es sei nicht geplant gewesen, die Kasse zu räumen und das Geld für sich zu behalten. Es sei dabei einzig und allein darum gegangen, den Verkäufer, welcher offensi...
	Heute machte der Beschuldigte geltend, am 9. November sei es um eine  Auseinandersetzung gegangen. Ausser einer Jacke sei nichts geklaut worden. Er fühle sich unwohl, wenn er darüber spreche. Denn es seien andere Leute  involviert, welcher er nicht re...
	3.9. Als einziges Beweismittel verbleiben die Aussagen des Beschuldigten selber. Hier lässt sich ein klares Aussagemuster erkennen: Je tatnäher die Aussage ist, desto klarer erfolgten Aussagen, die auf einen im Vorfeld beschlossenen Raub hindeuten. Je...
	Die Absicht, in den Laden zu gehen, einen Überfall zu verüben, dort Gewalt anzuwenden und die Kasse auszuräumen ergibt sich klar aus den ersten Aussagen des Beschuldigten sowie derjenigen an der heutigen Berufungsverhandlung. Er schilderte das gemeins...
	Insgesamt kann daher der Würdigung der Vorinstanz gefolgt werden, die den Sachverhalt als erstellt erachtete (Urk. 99 S. 22, Art. 82 Abs. 4 StPO).
	4. Rechtliche Würdigung (A._____)
	Es kann auf die in allen Teilen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 99 S. 31, Art. 82 Abs. 4 StPO). Demgemäss hat sich der  Beschuldigte hinsichtlich der Tat vom 9. November 2009 des Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1...
	5. Sanktion (A._____ und B._____)
	5.1. Die Vorinstanz hat die Regeln der Strafzumessung in ihrem Entscheid vom  5. Oktober 2011 richtig dargestellt, es kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden (Urk. 99 S. 42 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO).
	5.2. A._____
	5.2.1. Strafrahmen
	Der Strafrahmen wurde von der Vorinstanz mit Freiheitsstrafe nicht unter  zwei Jahren bis zehn Jahren richtig ermittelt, es kann auf diese Ausführungen verwiesen werden (Urk. 99 S. 56, Art. 82 Abs. 4 StPO). Ein Grund, diesen ordentlichen Strafrahmen z...
	5.2.2. Strafzumessung
	Die Vorinstanz hat in ihrer Begründung die anzuwendenden Strafzumessungskriterien bezüglich des schwersten Delikts (bandenmässiger Raub im Sinne von  Art. 140 Ziff. Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 StGB) vollständig und richtig aufgeführt, so...
	Die dem Beschuldigten anzulastende subjektive Tatschwere reduziert die objektive nicht. Im Gegenteil ist ihm erschwerend anzulasten, dass er seinen Beuteanteil für Partys und Drogen verwendete. Der vorsätzlich handelnde Beschuldigte war – wie das die ...
	Eine verminderte Schuldfähigkeit liegt nicht vor. Die Vorinstanz hat richtigerweise den behaupteten Alkohol- und Betäubungsmittelkonsum nicht strafmildernd  veranschlagt. Die bei der Verhaftung am 30. Dezember 2009 festgestellten  Befunde deuten alles...
	Wenn die Vorinstanz nach Würdigung der massgebenden Kriterien zu einer (hypothetischen) Einsatzstrafe von fünfeinhalb Jahren gelangt (Urk. 99 S. 59), so erscheint dies angemessen und ist zu übernehmen.
	Die Erhöhung der (hypothetischen) Strafe um etwa ein Jahr wegen der beiden anderen Sachverhalte erscheint indessen als eher unverhältnismässig. Es handelt sich nicht um qualifizierte Raubsachverhalte mit eher geringen Deliktsbeträgen. Sodann ist daran...
	Zur Person des Beschuldigten kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 99 S. 60, Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte (Urk. 131 S. 2ff.) , er wohne seit November 2011 in einer Einzi...
	Wenn die Vorinstanz die schwierige Jugend des Beschuldigten strafmindernd veranschlagt, ist dies als sehr entgegenkommend zu betrachten. Der Beschuldigte kam im Alter von neun oder zehn Jahren nach S._____ und wenig später zu seinen (früher wohlhabend...
	Gleichermassen wohlwollend ist die Ansicht der Vorinstanz, das jugendliche Alter des Beschuldigten sei strafmindernd zu berücksichtigen (Urk. 99 S. 60). Der am tt.mm.1990 geborene Beschuldigte hat die ihm vorgeworfenen Delikte im Alter von neunzehnein...
	Dass die Vorstrafenlosigkeit nicht strafreduzierend zu würdigen ist, hat die Vorinstanz richtig erkannt (Urk. 99 S. 60 f., Art. 84 Abs. 4 StPO).
	Zu Recht hat die Vorinstanz das weitestgehende Geständnis und die bekundete Reue strafreduzierend angerechnet (Urk. 99 S. 61, Art. 82 Abs. 4 StPO).
	Zudem zeigte der Beschuldigte heute eine gewisse Einsicht ins Unrecht seiner Tat. Damals habe er nicht darüber nachgedacht, was er den Geschädigten angetan habe. In der Zwischenzeit habe er viel nachgedacht und eingesehen, dass es schrecklich sein kön...
	Es rechtfertigt sich in Abwägung aller strafreduzierender Faktoren eine Verminderung der (hypothetischen) Strafe um rund einen Drittel, so dass eine Sanktion von rund 3 1/2 bis vier Jahren als den zu bewertenden Tat- und Täterkomponenten angemessen er...
	Zur von der Verteidigung geltend gemachten Dauer des Strafverfahrens und der Zeit des Wohlverhaltens sowie die Strafempfindlichkeit kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, die keiner Ergänzungen bedürfen (Urk. 99  S. 58 f. und S. 61; ...
	Unter Berücksichtigung der Rolle des Beschuldigten A._____ bei den zu beurteilenden Taten innerhalb der Bande und der gegen die Mittäter ausgefällten  Strafen, rechtfertigt sich eine Freiheitsstrafe von 31/2 Jahren, so dass sich keine Korrektur der vo...
	5.2.3. Erstandene Haft
	Der Beschuldigte wurde am 30. Dezember 2009, 00.45 Uhr, von der Luzerner  Polizei verhaftet (Urk. 32/1-2). Mit Verfügung des Haftgerichts II Emmental-Oberaargau vom 4. Januar 2010 wurde der Beschuldigte in Untersuchungshaft versetzt (Urk. 32/7). Nachd...
	5.2.4. Vollzug
	Angesichts der auszufällenden Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren kommt bereits aus objektiven Gründen weder der (voll-) bedingte (Art. 42 StGB) noch der teilbedingte (Art. 43 StGB) Strafvollzug in Frage. Die Freiheitsstrafe ist daher zu vollziehen.
	5.3. B._____
	5.3.1. Strafrahmen
	Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt auf Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe festgelegt. Darauf kann verwiesen  werden (Urk. 99 S. 62, Art. 82 Abs. 4 StPO). Gründe, diesen ordentlichen Strafrahmen zu erweite...
	5.3.2. Strafzumessung
	Die Vorinstanz hat zur Strafzumessung in concreto korrekte Ausführungen gemacht, weshalb vorweg darauf verwiesen werden kann (Urk. 99 S. 62ff, Art. 82 Abs. 4 StPO). Zur Rolle des Beschuldigten ist erschwerend hinzuzufügen, dass dieser vor dem Raubüber...
	Der Verteidiger macht geltend, der Beschuldigte habe jeweils unter dem Einfluss von Drogen gestanden und das Motiv der Geldbeschaffung habe im Wesentlichen auf seiner Substanzabhängigkeit gegründet (Urk. 130 S. 3). Die Vorinstanz hat dazu korrekt ausg...
	Die dem Beschuldigten anzulastende subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere nicht zu reduzieren. Der Beschuldigte handelte aus rein egoistischen finanziellen Motiven ohne das Vorliegen einer finanziellen Notsituation.
	Nach Würdigung der Tatkomponente ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine (hypothetische) Einsatzstrafe von rund 30 Monaten zu veranschlagen.
	Diese Einsatzstrafe aufgrund der weiteren Delikte der Hinderung einer Amtshandlung und den Strassenverkehrsdelikten um rund ein halbes Jahr auf 36 Monate zu erhöhen, scheint angemessen. Beizufügen ist, dass das Verhalten des Beschuldigten bei der Hind...
	Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 99 S. 64f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Zum Zeitpunkt der Berufungsverhandlung war dem Verteidiger der Aufenthaltsort des Beschuldigten B.___...
	Die allenfalls etwas schwierigere Jugend und das jugendliche Alter des Beschuldigten sind insgesamt nicht derart wohlwollend strafmindernd wie die Vorinstanz zu berücksichtigen. Der Beschuldigte war zur Tatzeit bereits 21 Jahre alt, somit bereits erwa...
	Die vier teilweise einschlägigen Vorstrafen wirken sich deutlich straferhöhend aus.
	Das vollumfängliche Geständnis ist dem Beschuldigten entgegen der Vorinstanz im gesamten Ausmass anzurechnen. Das Nichterscheinen an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und an der Berufungsverhandlung beschlägt nicht die Anrechnung des Geständnisses...
	Es würde sich daher unter Berücksichtigung der leicht überwiegenden Strafminderungsgründe rechtfertigen, die Einsatzstrafe auf 30 Monate zu reduzieren. Aufgrund des Verbots der reformatio in peius (Verschlechterungsverbot, Art. 391 Abs. 2 StPO) muss ...
	5.3.3. Erstandene Haft
	Der Beschuldigte wurde am 30. Dezember 2009, 00.45 Uhr, von der Luzerner  Polizei verhaftet (Urk. 33/1) und mit Verfügung des Haftgericht II Emmental-Oberaargau vom 4. Januar 2010 in Untersuchungshaft versetzt (Urk. 33/8).  Mit Verfügung des Haftricht...
	5.3.4. Vollzug
	Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs korrekt dargelegt, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 99 S. 71, Art. 82 Abs. 4 StPO). Ebenfalls wurde von der Vorinstanz richtig festgehalten, dass der Beschu...
	5.3.5. Widerruf
	Wie die Vorinstanz in ihren Erwägungen zum Widerruf richtig festhält, wurde der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 24. Juli 2006 gewährte Aufschub des Strafvollzugs (Verlängerung der Probezeit durch die Strafbefehle der Jugendanwal...
	6. Kostenfolgen
	Der Beschuldigte A._____ unterliegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen vollumfänglich. Der Beschuldigte B._____ obsiegt einzig in Bezug auf seinen Antrag betreffend Widerruf, was jedoch in Bezug auf den Aufwand im Berufungsverfahren einen vern...
	Es rechtfertigt sich daher, die Kosten des Berufungsverfahrens zu zwei Dritteln dem Beschuldigten A._____ und zu einem Drittel dem Beschuldigten B._____ aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen der beiden  Beschuldigten sind auf die Geric...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 5. Oktober 2011, soweit es die Beschuldigten J._____, K._____ und L._____ betrifft, in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 5. Oktober 2011 soweit es die Beschuldigten A._____ und B._____ betrifft, wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. + 2. (…)
	3. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	4. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	9.  Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit (…) sowie einer Busse von Fr. 500.--.
	(…) Die Busse ist zu bezahlen.
	(…)
	Bezahlt der Beschuldigte B._____ die Busse nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	10. + 11. (…)
	12. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 12. August 2010 vorläufig beschlagnahmte und bei der Gerichtskasse unter der Sachkautionsnummer 9004 aufbewahrte Barbetrag in der Höhe von Fr. 201.50 wird vollumfänglich zur Deckung der be...
	13. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 11. August 2010 vorläufig beschlagnahmte Barbetrag in der Höhe von Fr. 450.-- wird vollumfänglich zur Deckung der bei dem Beschuldigten B._____ angefallenen Kosten herangezogen.
	14. - 16. (…)
	17. Die Schadenersatzbegehren folgender Geschädigter werden teilweise oder vollumfänglich auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen:
	 C._____ AG (ND 1)
	 D._____ GmbH (ND 3)
	 E._____ (ND 3)
	 F._____ (ND 3)
	 G._____ GmbH (ND 5)
	 H._____ AG (ND 7 betreffend Restaurant I._____, Schaden Nr. …)

	18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	19. Jeder Beschuldigte trägt die Kosten der gegen ihn geführten Untersuchung. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden den Beschuldigten je zu 1/5 auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalt...
	3. Auf den Antrag der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich in der  Anklageschrift vom 3. Februar 2011 betreffend Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat [recte: Zürich-Sihl] vom 24. Juli 2006  gewährten bedingten Strafvol...
	4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig des [mehrfachen] Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ND 24 1. Absatz).
	2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 3 1/2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 115 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird nicht aufgeschoben.
	4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 108 Tage durch Haft erstanden sind.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird nicht aufgeschoben.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten A._____ zu zwei Dritteln und dem Beschuldigten B._____ zu einem Drittel auferlegt. Die Kosten der beiden amtlichen Verteidigungen wer...
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (zugestellt)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten betreffend die Beschuldigten A._____ und B._____

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.