# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37be0ddd-5db6-53f0-80d6-a8d981bf37df
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.08.2020 VG.2018.00114 (VG.2020.969)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00114_2020-08-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. August 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00114

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Pro Natura, Schweizerischer Bund für
    Naturschutz

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Pro Natura Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    WWF Schweiz

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    WWF Sektion Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    5.

    	
    Schweizerischer Fischerei-Verband (SVF)

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    6.

    	
    Kantonaler Fischereiverband Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    alle vertreten durch Rechtsanwalt A.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Landrat des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Hefti Hätzingen AG

    	
    Beigeladene

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt C.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Wasserrechtskonzession

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Hefti Hätzingen AG stellte beim Regierungsrat am
  21. Dezember 2015 ein Konzessionsgesuch für die Nutzung des Brummbachs auf
  dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Braunwald (heute: Gemeinde Glarus Süd)
  zwischen den Koten 1'268 m ü. M. und 1'076 m ü. M. Dabei soll unterhalb der
  Zentrale des bestehenden Kraftwerks (KW) Brummbach ein Übergabebecken
  errichtet werden. Das durch das KW Brummbach genutzte Wasser, welches bisher
  dem Brummbach zurückgegeben wird, soll neu mittels Druckleitung abgeleitet
  und in einer neuen Zentrale bei der Fassung des KW der Kraftwerke Linthal AG
  (früher: Spinnerei Linthal AG) verarbeitet werden. Geplant war, dass das
  turbinierte Wasser in den Entsander des KW der Kraftwerke Linthal AG
  eingeleitet wird. Gemäss Schreiben der Hefti Hätzingen AG vom 6. März 2020
  soll neu aus verschiedenen Gründen das Triebwasser direkt in den Brummbach
  ausgeleitet werden.

  
	
   

  
	
  1.2 Der Landrat erteilte der Hefti Hätzingen AG am 29.
  August 2018 die Konzession für die Ausnützung der Wasserkraft des Brummbachs
  zwischen der Höhe 1'268 m ü. M. und der Höhe 1'076 m ü. M.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Dagegen gelangten die Pro Natura, Schweizerischer
  Bund für Naturschutz, die Pro Natura Glarus, der WWF Schweiz, der WWF Glarus,
  der Schweizerische Fischerei-Verband sowie der kantonale Fischereiverband mit
  Beschwerde vom 22. Oktober 2018 ans Verwaltungsgericht. Sie beantragten
  die Aufhebung des Genehmigungsentscheids bzw. der Konzession; unter Kosten-
  und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  2.2 Das Verwaltungsgericht lud am 23. Oktober 2018 die
  Hefti Hätzingen AG ins Verfahren bei. Diese beantragte am 21. Januar 2019 die
  Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Landrat
  beantragte gleichentags ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
  einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  2.3 Das Verwaltungsgericht führte am 28. Oktober 2019 in
  Anwesenheit der Parteien einen Augenschein vor Ort durch.

  
	
   

  
	
  2.4 Die Pro Natura, Schweizerischer Bund für
  Naturschutz, die Pro Natura Glarus, der WWF Schweiz, der WWF Glarus, der
  Schweizerische Fischerei-Verband sowie der kantonale Fischereiverband hielten
  in ihrer Replik vom 17. Januar 2020 an ihren Rechtsbegehren fest.

  
	
   

  
	
  2.5 Der Landrat schloss in seiner Duplik vom 10. März
  2020 weiterhin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
  Ferner beantragte er verschiedene Korrekturen des Augenscheinprotokolls. Die
  Hefti Hätzingen AG hielt in ihrer Duplik vom 19. März 2020 ebenfalls am
  Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.

  
	
   

  
	
  2.6 Das Verwaltungsgericht stellte den Parteien am 20.
  März 2020 eine berichtigte Version des Augenscheinprotokolls zu.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Beim vorliegend
  angefochtenen Konzessionsentscheid handelt es sich nicht um einen Entscheid
  mit vorwiegend politischem Charakter im Sinne von Art. 86 Abs. 3 des Gesetzes
  über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG), weshalb nicht der Landrat
  anstelle eines Gerichts als unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts
  eingesetzt werden kann (BGE 136 II 436 E. 1.3). Daher ist das
  Verwaltungsgericht zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig,
  obwohl Entscheide des Landrats im Grundsatz nicht beim Verwaltungsgericht
  anfechtbar sind (vgl. Art. 105 Abs. 1 des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]). Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Angefochten ist vorliegend die Konzessionserteilung
  durch den Landrat. Nach Art. 170 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Schweizerischen
  Zivilgesetzbuches im Kanton Glarus vom 7. Mai 1911 (EG ZGB) ist bei Flüssen
  und Bächen, die an ihren beiden Ufern die Liegenschaften verschiedener
  Eigentümer bespülen, jeder Ufereigentümer berechtigt, für gewerbliche Zwecke
  die vorhandene Wasserkraft zur Hälfte zu benützen, sofern nicht wohlerworbene
  Rechte eine andere Verteilung begründen. Ein Ufereigentümer kann über das ihm
  von Gesetzes wegen zustehende Wasserrecht als selbstständiges Recht verfügen.
  Das Wasserrecht steht im Kanton Glarus demnach den Grund-
  bzw. Ufereigentümern zu. Dies hat zur Folge, dass das kantonale Recht
  aufgrund eines entsprechenden Vorbehalts in Art. 2 Abs. 2 des
  Bundesgesetzes vom 22. Dezember 1916 über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte
  (Wasserrechtsgesetz, WRG) weiterhin anwendbar bleibt und das
  Wasserrechtsgesetz des Bundes nur sehr beschränkt gilt. Nicht anwendbar ist
  insbesondere der gesamte dritte Teil des Wasserrechtsgesetzes betreffend die
  Verleihung von Wasserrechten durch Konzession.

  
	
   

  
	
  Nach Art. 178 Abs.
  1 i.V.m. Art. 177 Abs. 1 lit. a EG ZGB hat der Kanton das Recht, Wasserkräfte
  gegen volle Entschädigung zu enteignen. Von diesem Vorrecht hat er mit dem
  Beschluss über Verwertung von Wasserkräften im Kanton Glarus vom 5. Mai
  1918 Gebrauch gemacht. 

  
	
   

  
	
  Die Konzession des
  Landrats ist folglich nicht eine Konzession nach dem Wasserrechtsgesetz des
  Bundes, da dem Uferanstösser das Recht auf Wasserkraftnutzung ja bereits von
  Gesetzes wegen zusteht. Sie beinhaltet vielmehr einerseits den Verzicht des
  Kantons auf Ausübung seines Enteignungsrechts und andererseits die aus den
  verschiedenen Spezialgesetzen resultierenden Anforderungen zur Nutzbarmachung
  der Wasserkraft (vgl. zum Ganzen BGer-Urteil 2C_812/2011 vom
  18. Januar 2012 E. 2.2, 2E_3/2009 vom 11. Juli 2011 E. 3;
  Romana Kronenberg Müller, Der Heimfall im Glarner Wasserrecht, in ZBl 2012/113,
  S. 283 ff., 295 ff.).

  
	
   

  
	
  2.2 Das Verfahren gestaltet sich im Kanton
  Glarus zweistufig. Die Konzession wird durch den Landrat erteilt. Die
  Konzessionserteilung ist nur dann zulässig, wenn das Vorhaben in Einklang mit
  den wasserpolizeilichen und umweltschutzrechtlichen Vorgaben des Bundes und
  des Kantons steht. Dabei werden bereits in der Konzession die wesentlichen
  Rechte und Pflichten festgeschrieben. Die erforderlichen Bewilligungen mit
  den detaillierten Auflagen werden hingegen in einer zweiten Stufe koordiniert
  eröffnet (vgl. Art. 4 der Konzession). Zu denken ist dabei etwa an
  die Baubewilligung, die Bewilligung zur Wasserentnahme nach Art. 29 des Bundesgesetzes über den Schutz der
  Gewässer vom 24. Januar 1991 (Gewässerschutzgesetz, GSchG), die Bewilligung
  zur Wasserentnahme nach Art. 13 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum
  Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer vom 7. Mai 1995 (EG GSchG), die Bewilligung nach Art. 5 Abs. 1 des
  Energiegesetzes vom 5. Mai 2000 (EnG) oder die Bewilligung nach Art. 8 des
  Bundesgesetzes über die Fischerei vom 21. Juni 1991 (BGF).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 In Art. 7 der angefochtenen Konzession wurde eine
  Restwassermenge von 20 l/s (1. November bis 30. April)
  bzw. 50 l/s (1. Mai bis 31. Oktober) im Brummbach
  (Bezugsort Höhe 1'250 m ü. M.) festgelegt, solange das
  Brummbachwerk Wasser führt. Zwischen den Parteien ist strittig, ob das
  Vorhaben der Beigeladenen einer Bewilligung nach Art. 29 lit. a GSchG bedarf.
  Sollte dies der Fall sein, bestünde ein Konflikt zwischen Art. 7 der Konzession
  und den Vorgaben von Art. 30 ff. GSchG.

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, dem
  Rechtskonstrukt, wonach eine Kraftwerkserweiterung vorliegen soll, könne
  nicht gefolgt werden. Die Konzession des Oberliegerwerks sage nichts zu einer
  möglichen Kraftwerkserweiterung. Die hier strittige Konzession sei zudem als
  neue Konzession mit eigenen Fristen ausgestaltet. Die Bewilligungspflicht
  nach Art. 29 GSchG diene in erster Linie der Sicherung angemessener
  Restwassermengen. Die Ansicht, wonach die "Nicht-Rückgabe" des
  Wassers des Oberliegerwerks nicht als Wasserentnahme am Ort der
  "Nicht-Rückgabe" zu qualifizieren sei, laufe dem Gesetzeszweck
  diametral entgegen. Die Anwendung von Art. 31 ff. GSchG würde damit
  umgangen, was keinen Rechtsschutz verdiene. Von einer Wasserentnahme werde
  gesprochen, wenn einem Fliessgewässer Wasser entnommen werde, so dass dieses
  Wasser unterhalb der Entnahmestelle in der Restwasserstrecke fehle und eine
  Restwassersituation bzw. eine Reduktion der Abflüsse entstehe. Die
  "Nicht-Rückgabe" des Wassers habe genau diese Auswirkungen. Es
  entstehe eine neue Restwasserstrecke bzw. eine neue Restwassersituation
  mit (stark) reduzierten Abflüssen. Folglich sei die Ableitung des in der
  Zentrale des KW Brummbachs genutzten und bisher dem Brummbach zurückgegebenen
  Wassers als Wasserentnahme im Sinne von Art. 29 lit. a GSchG zu
  qualifizieren. 

  
	
   

  
	
  3.2.2 Der Beschwerdegegner und die Beigeladene vertreten
  hingegen die Auffassung, massgebender Ort für die Bestimmung der
  Wasserentnahme sei die Fassung des Oberliegerwerks KW Brummbach auf
  1'435 m ü. M. Dabei handle es sich unbestrittenermassen um ein
  Fliessgewässer mit nicht ständiger Wasserführung. Das strittige KW Walchen
  übernehme das Betriebswasser des Oberliegerwerks. Es werde keine neue Fassung
  erstellt und nicht zusätzlich Wasser aus einem Fliessgewässer entnommen. Das
  Zwischeneinzugsgebiet zwischen der Fassung auf 1'435 m ü. M.
  und dem Überleitungsbecken auf 1'268 m ü. M. bleibe ungenutzt. Selbst wenn
  man aber den Standort auf 1'268 m ü. M. als massgebend erachte, sei keine
  Bewilligung nach Art. 29 lit. a GSchG notwendig, da der Brummbach
  auch hier nicht ständig Wasser führe.

  
	
   

  
	
  3.3 Nach Art. 29 lit. a GSchG braucht eine Bewilligung,
  wer über den Gemeingebrauch hinaus einem Fliessgewässer mit ständiger
  Wasserführung Wasser entnimmt. Eine ständige Wasserführung bedeutet, dass die
  Abflussmenge Q347 grösser als Null ist (Art. 4 lit. i
  GSchG). Q347 ist dabei die Abflussmenge, die gemittelt über zehn
  Jahre, durchschnittlich während 347 Tagen des Jahres erreicht oder
  überschritten wird und die durch Stauung, Entnahme oder Zuleitung von Wasser
  nicht wesentlich beeinflusst ist (Art. 4 lit. h GSchG). Art. 33 Abs. 1 der
  Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (GSchV) bestimmt, dass für
  Wasserentnahmen von Fliessgewässern, die Abschnitte mit und Abschnitte ohne
  ständige Wasserführung aufweisen, eine Bewilligung erforderlich ist, wenn das
  Fliessgewässer am Ort der Wasserentnahme eine ständige Wasserführung
  aufweist. Nach Art. 33 Abs. 2 GSchV sorgt die Behörde dafür, dass die nach
  den Bundesgesetzen vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG)
  und vom 21. Juli 1991 über die Fischerei (BGF) erforderlichen Massnahmen
  getroffen werden, wenn das Gewässer am Ort der Wasserentnahme keine ständige
  Wasserführung aufweist. Der Begriff der Wasserentnahme ist dabei wörtlich zu
  verstehen: Damit eine Wasserentnahme vorliegt, muss Wasser einem Gewässer
  entnommen und an einen anderen Ort geleitet werden (Veronika Huber-Wälchli,
  in Peter Hettich et al. [Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum
  Wasserbaugesetz, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 29 N. 26). 

  
	
   

  
	
  3.4 Der Landrat erteilte die Konzession für die
  Ausnützung der Wasserkraft des Brummbachs zwischen den Höhenkoten 1'450 m ü.
  M. und 1'250 m ü. M. am 24. April 2013. Dabei war unbestritten, dass der
  Brummbach am Ort der Wasserfassung auf 1'435 m ü. M. nicht ständig Wasser
  führt (vgl. etwa den Bericht des Bundesamts für Umwelt [BAFU] vom 13.
  November 2012), weshalb keine Bewilligung nach Art. 29 GSchG erforderlich
  war. Im Gegensatz zur vorliegend strittigen Konzession
  (vgl. Art. 7) sah die Konzession für das KW Brummbach keine
  Restwassermenge vor.

  
	
   

  
	
  3.5 Aus gewässerschutzrechtlicher Sicht besteht
  grundsätzlich keine Pflicht, das durch das KW Brummbach verarbeitete Wasser
  in den Brummbach zurückzuleiten. Durch das geplante KW Walchen wird nun
  dem Brummbach nicht zusätzliches Wasser entzogen, sondern das durch das
  KW Brummbach verarbeitete Wasser erneut verarbeitet, anstatt es dem
  Brummbach zurückzugeben. Besteht nun aber keine Pflicht zur Wasserrückgabe am
  Standort des neuen KW Walchen, kann im Lichte der
  gewässerschutzrechtlichen Bestimmungen nicht von einer neuen Wasserentnahme
  gesprochen werden, nur weil das Wasser auf der Höhe des Standorts des neuen Kraftwerks
  nicht mehr in den Brummbach zurückgeleitet wird. Mit anderen Worten erfolgt
  die Wasserentnahme im Sinne von Art. 29 lit. a GSchG und Art. 33
  GSchV bei der Fassung des bestehenden KW Brummbach auf 1'435 m ü. M.
  

  
	
   

  
	
  Deutlich wird dies, wenn
  man dem Beispiel der Beigeladenen folgt und davon ausgeht, beide Kraftwerke
  wären gleichzeitig erstellt worden. Es ist offensichtlich, dass in einem
  solchen Fall der Ort der Wasserentnahme beim Oberliegerwerk angenommen würde.
  Schliesslich ist auch das BAFU dieser Ansicht. In seinem Bericht vom
  19. September 2016 führt es zutreffend aus, beim Brummbach handle es
  sich auf 1'435 m ü. M. um ein Fliessgewässer ohne ständige
  Wasserführung. Da das KW Walchen das Betriebswasser des Oberliegers
  direkt übernehme und das Zwischeneinzugsgebiet des Brummbachs weiterhin
  ungenutzt bleibe, sei auch hierfür keine Bewilligung nach Art. 29 GSchG
  erforderlich. 

  
	
   

  
	
  3.6 Sodann besteht entgegen der Auffassung der
  Beschwerdeführer auch kein Widerspruch, weil keine Bewilligung nach Art. 29
  GSchG, hingegen eine solche nach Art. 13 EG GSchG verlangt wird. Im
  Gegensatz zu Art. 29 GSchG ist eine Bewilligung nach Art. 13 EG GSchG auch
  dann erforderlich, wenn Wasser aus Gewässern entnommen wird, die nicht
  ständig Wasser führen. Das geplante Vorhaben der Beigeladenen hat demnach zur
  Folge, dass die für das KW Brummbach am 12. Oktober 2012 nach
  Art. 13 EG GSchG erteilte Bewilligung für die Wasserentnahme durch eine
  neue Bewilligung ersetzt werden muss.

  
	
   

  
	
  3.7 Im Übrigen legen der Augenschein und die
  verschiedenen Begehungen nahe, dass der Brummbach auch beim Standort, an
  welchem bisher das Wasser zurückgegeben wurde, nicht ständig Wasser führt. Da
  dieser Standort für die Frage der Bewilligungspflicht nach Art. 29 GSchG nach
  dem Gesagten nicht massgebend ist, kann dies jedoch offengelassen werden.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Dass das Vorhaben der Beigeladenen nicht nach
  Art. 29 GSchG bewilligungspflichtig ist und demzufolge aus dem
  Gewässerschutzgesetz keine Pflicht zur Restwasserabgabe besteht, hat aber
  nicht zur Folge, dass die Konzession ohne Weiteres erteilt werden durfte.

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Die Beschwerdeführer vertreten diesbezüglich die
  Auffassung, dass vorliegend Interessen der Fischerei betroffen seien, da es
  sich beim Brummbach im fraglichen Abschnitt um ein Fischgewässer handle. Die
  gewässerökologischen Abklärungen reichten als Grundlage für eine Konzession
  keinesfalls aus. Szenarien mit unterschiedlicher Dotierung fehlten
  vollständig. Ohne Belege werde im Mitbericht der Abteilung Umweltschutz und
  Energie behauptet, dass die Fischwanderung in der neuen Restwasserstrecke
  auch weiterhin problemlos gewährleistet sein werde. Eine ständige
  Wasserführung bedeute jedoch noch lange nicht, dass auch die freie
  Fischwanderung gewährleistet sei. Es sei auch nicht untersucht worden, ob
  unter den geplanten Restwasserverhältnissen weiterhin eine natürliche
  Reproduktion der Forelle stattfinden könne. Ferner sei nicht untersucht
  worden, ob die beiden Zoobenthos Arten (Siphonoperla montana und Metanoea
  flavipennis) bei geringerer Wasserführung überhaupt überleben könnten. Dies
  sei mit Art. 9 BGF nicht vereinbar. Die Gesamtbeurteilung der Rechtmässigkeit
  einer Konzession bedürfe überdies einer genauen Prüfung der
  Wirtschaftlichkeit der Anlage. Eine solche sei vorliegend nicht vorgenommen
  worden. Die Auswirkungen wie auch der Umfang des Nutzungsrechts und der
  Wirtschaftlichkeit der Nutzung seien nur ungenügend vorgenommen worden, was
  eine genügende Interessenabwägung verunmögliche. Die Bewilligung nach Art. 8
  BGF hätte überdies aus koordinationsrechtlichen Gründen bereits bei
  Konzessionserteilung vorliegen müssen. Auch müsste die Realisierbarkeit der
  Ersatzmassnahmen bereits beim Konzessionsentscheid nachgewiesen sein, was
  vorliegend nicht der Fall sei.

  
	
   

  
	
  4.2.2 Der Beschwerdegegner und die Beigeladene führen
  hingegen aus, der Brummbach sei frühestens ab der Alp "Unter
  Stafel" ein fischgängiges Gewässer. Erst oberhalb des Zuflusses des
  Tschudibergbachs und des Zillibachs, etwas unterhalb der grossen
  Quellaufstösse, werde der Brummbach als Fischgewässer mit geringer Produktion
  klassiert. Der Gewässerabschnitt sei jedoch zunächst sehr steil und weise
  hohe Abstürze auf. Als bedeutenderes Fischgewässer sei lediglich der unterste
  Abschnitt des Brummbachs ab Wasserfassung des KW der Kraftwerke Linthal AG zu
  beurteilen. Dieser Abschnitt werde vom vorliegend strittigen Kraftwerk aber
  nicht tangiert. Ab der Alp "Unter Stafel" weise der Brummbach zudem
  unabhängig von den Wassermengen im Oberlauf wegen mehrerer Quellaufstösse
  eine ständige Wasserführung auf. Insgesamt werde das geplante Kraftwerk in
  einem Gebiet realisiert, welches weder aus landschaftlichen noch aus
  ökologischen Gesichtspunkten von besonderer Bedeutung sei. Es liege weder in
  einem Natur- oder Landschaftsgebiet noch in einem inventarisierten Gebiet.
  Hinsichtlich der Nutzung sei festzuhalten, dass das Bundesamt für Energie
  (BFE) das Projekt als sinnvoll bezeichnet habe. Die erteilte Konzession
  beruhe auf einer umfassenden Abwägung der Interessen für bzw. gegen die
  Nutzung der Wasserkraft. Schliesslich entspreche es den glarnerischen
  Besonderheiten, dass die erforderlichen Bewilligungen erst in einer zweiten
  Stufe erteilt würden. Auch die Detailplanung der Ersatzmassnahmen erfolge
  erst auf dieser Stufe. Dies widerspreche nicht dem bundesrechtlichen
  Koordinationsprinzip, wonach ein Konzessionsentscheid die Bewilligungen nicht
  präjudizieren dürfe und widersprüchliche Entscheide vermieden werden müssten.
  Mit den vom Kanton im Konzessionsverfahren verlangten Untersuchungen und
  Abklärungen und den vorgenommenen Abwägungen würden solche widersprüchliche
  Entscheide vermieden, wenn auch die formelle Bewilligungserteilung erst in
  einer zweiten Stufe erfolge.

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die Konzessionserteilung
  gegen die bundesrechtliche Koordinationspflicht verstösst, lagen die
  erforderlichen Bewilligungen doch im Zeitpunkt der Konzessionserteilung nicht
  vor. Bei einem Verstoss gegen die Koordinationspflicht wäre die Beschwerde
  ohne Weiteres gutzuheissen, was weitere Ausführungen erübrigen würde.

  
	
   

  
	
  4.3.2 Wie dargelegt (E. II/2.2), gestaltet sich das
  Verfahren im Kanton Glarus zweistufig. Erst nach der Konzessionserteilung
  durch den Landrat werden die notwendigen Bewilligungen koordiniert eröffnet.

  
	
   

  
	
  Art. 4 der strittigen
  Konzession sieht demzufolge in Abs. 1 vor, dass es für den Bau und
  Betrieb der für die Ausübung der Wasserrechte notwendigen Werkanlagen
  verschiedener Spezialbewilligungen gestützt auf Gesetze des Kantons und des
  Bundes bedarf, insbesondere auch einer Baubewilligung. Art. 4
  Abs. 2 der Konzession führt aus, dass den Anforderungen, die sich aus
  der Anwendung dieser Gesetze ergeben, mit den nachfolgenden
  Konzessionsvorschriften Rechnung getragen wird. Art. 4 Abs. 3
  regelt, dass der Entscheid gemäss kantonalem Energiegesetz (Plangenehmigung)
  koordiniert mit den übrigen notwendigen Bewilligungen zu eröffnen ist. Bei
  der Bestimmung von Art. 4 handelt es sich um eine Regel, die so wörtlich
  stets in den jüngeren Konzessionen zu finden ist.

  
	
   

  
	
  4.3.3 Es entspricht der besonderen Rechtsnatur der Glarner
  Konzession, mit welcher der Kanton in erster Linie auf die Ausübung seines
  Enteignungsrechts verzichtet, dass der zweiten Verfahrensstufe eine grössere
  Bedeutung zukommt als in anderen Kantonen. Dies ist jedoch hinsichtlich der
  Koordinationspflicht nicht zu beanstanden, da bei der Konzessionserteilung
  die Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem kantonalen und dem Bundesrecht
  geprüft wird und die wesentlichen Anforderungen in die
  Konzessionsvorschriften aufgenommen werden. Dass die erforderlichen
  Bewilligungen formell erst nach der Konzessionserteilung erteilt und
  allenfalls hinsichtlich der Auflagen präzisiert werden, steht unter diesen
  Umständen dem Koordinationsprinzip nicht entgegen. Nachfolgend ist daher zu
  prüfen, ob die Konzession die Anforderungen des kantonalen und des
  Bundesrechts einhält.

  
	
   

  
	
  4.4

  
	
  4.4.1 So muss die kantonale Behörde unter anderem nach
  Art. 33 Abs. 2 GSchV dafür sorgen, dass die nach dem NHG und dem
  BGF notwendigen Massnahmen getroffen werden, wenn das Gewässer am Ort der
  Wasserentnahme wie vorliegend keine ständige Wasserführung aufweist.

  
	
   

  
	
  Nach Art. 8 Abs. 1 BGF
  brauchen Eingriffe in die Gewässer, ihren Wasserhaushalt oder ihren Verlauf
  sowie Eingriffe in die Ufer und den Grund von Gewässern eine Bewilligung der
  für die Fischerei zuständigen kantonalen Behörde (fischereirechtliche
  Bewilligung), soweit sie die Interessen der Fischerei berühren können. Eine
  Bewilligung braucht insbesondere auch die Nutzung der Wasserkräfte
  (Art. 8 Abs. 3 lit. a BGF). Die zur Erteilung der
  fischereirechtlichen Bewilligung zuständigen Behörden haben nach Art. 9 Abs.
  1 BGF unter Berücksichtigung der natürlichen Gegebenheiten und allfälliger
  anderer Interessen alle Massnahmen vorzuschreiben, die geeignet sind günstige
  Lebensbedingungen für die Wassertiere zu schaffen unter anderem hinsichtlich
  der Mindestabflussmengen bei Wasserentnahmen (lit. a Ziff. 1); die freie
  Fischwanderung sicherzustellen (lit. b); die natürliche Fortpflanzung zu
  ermöglichen (lit. c); zu verhindern, dass Fische und Krebse durch bauliche
  Anlagen oder Maschinen getötet oder verletzt werden (lit. d). Lassen sich bei
  den vorgesehenen Eingriffen in die Gewässer, ihren Wasserhaushalt oder ihren
  Verlauf sowie bei Eingriffen in die Ufer und den Grund von Gewässern keine
  Massnahmen finden, die schwerwiegende Beeinträchtigungen von Interessen der
  Fischerei in Sinne von Art. 1 verhindern können, so muss nach der
  Abwägung der Gesamtinteressenlage entschieden werden (Art. 9 Abs. 2
  BGF). Massnahmen nach Abs. 1 müssen bereits bei der Projektierung der
  technischen Eingriffe vorgesehen werden (Art. 9 Abs. 3 BGF).

  
	
   

  
	
  4.4.2 Auf dem ersten Abschnitt ab dem geplanten
  KW Walchen weist der Brummbach über ca. 300 m ein relativ grosses
  Gefälle mit grösseren Abstürzen und Überfällen aus. Dieser Abschnitt ist
  aufgrund der Steilheit nicht fischgängig. Im zweiten, ca. 800 m
  langen Abschnitt ist die Strecke etwas flacher. Dieser Abschnitt führt
  unbestritten ganzjährig Wasser. Gemäss dem Bericht der WFN – Wasser Fisch
  Natur AG (nachfolgend: WFN) vom 12. Mai 2016 ist der obere Abschnitt
  kein Fischgewässer. Der untere Abschnitt wird hingegen als Fischgewässer mit
  geringer Produktion eingeschätzt. Aufgrund der Topographie ist der
  Fischaufstieg von den unteren Gewässerstrecken jedoch praktisch unmöglich. Der
  vorhandene etablierte Fischbestand stammt laut dem Bericht mit grösster
  Wahrscheinlichkeit aus früheren Besatzmassnahmen. Das ökologische Potential
  des zweiten Abschnitts wird als klein bis mittel eingestuft. 

  
	
   

  
	
  4.4.3 Wie dargelegt hat das strittige Vorhaben der
  Beigeladenen zur Folge, dass das durch das KW Brummbach gefasste und
  verarbeitete Wasser nicht mehr auf der Höhe von ca. 1'265 m ü. M. in den
  Brummbach zurückgegeben wird, sondern erst beim Kraftwerk der Kraftwerke
  Linthal AG auf der Höhe von 1'076 m ü. M. Art. 7 der Konzession sieht
  dabei eine Restwassermenge von 20 l/s (1. November bis 30. April)
  bzw. 50 l/s (1. Mai bis 31. Oktober) vor, solange das
  KW Brummbach Wasser führt. Das Restwasser soll etwas oberhalb der oberen
  Brücke Richtung Nussbüel in den Brummbach eingeleitet werden.

  
	
   

  
	
  Es ist erneut darauf
  hinzuweisen, dass die Wasserentnahme aus dem Brummbach an einer Stelle
  erfolgt, wo der Brummbach im Winter während drei bis vier Monaten kein Wasser
  führt. Sodann ist davon auszugehen, dass die Ausbauwassermenge des geplanten
  KW Walchen von 700 l/s im Sommer unter den natürlichen
  Abflussmengen liegt. Dies relativiert aus fischereirechtlicher Sicht die
  Schwere des Eingriffs, da der Fischbestand weder davon abhängt, ob dem
  Brummbach beim KW Brummbach Wasser entnommen wird, noch ob und wo dieses
  Wasser in den Brummbach zurückgeleitet wird. 

  
	
   

  
	
  Aus dem Bericht der WFN
  geht denn auch nicht hervor, dass die Nichtrückgabe des Wassers den
  Fischbestand gefährden würde, wobei das ökologische Potential des Gewässers
  als gering (oberer Abschnitt) bzw. klein bis mittel (unterer Abschnitt)
  eingeschätzt wird. Der Verfasser stellt vielmehr in Frage, ob die
  Restwasserdotierung ausreiche, um der landschaftlichen Bedeutung des
  Gewässers gerecht zu werden. Die Abteilung Jagd und Fischerei stellt sich dem
  Projekt vor allem entgegen, weil sie den Eingriff in das Gewässer im
  Vergleich zum Nutzen des Projekts als zu erheblich erachtet. Das BAFU als im
  Bereich des BGF zuständige Bundesbehörde unterstützt das Vorhaben inklusive
  der geplanten Restwassermenge, wobei es sich zu den fischereirechtlichen
  Belangen nicht äussert. Daraus lässt sich einzig der Schluss ziehen, dass es
  das Vorhaben als aus fischereirechtlicher Sicht unproblematisch ansieht. Die
  Abteilung und Umwelt führt in ihrem Mitbericht schliesslich aus, dass sich
  die Fischpopulation im genutzten Abschnitt des Brummbachs auf den untersten,
  flachen Abschnitt konzentriere, der durch Zuflüsse und Quellen ständig Wasser
  führe und in dem die Fischwanderung kein Problem darstelle.

  
	
   

  
	
  Das vorliegend strittige
  Projekt bedarf nach dem Dargelegten (vgl. E. II/3) keiner
  Bewilligung nach Art. 29 lit. a GSchG. Es widerspricht nun der
  gesetzlichen Konzeption, wenn die Beschwerdeführer auf dem Umweg über
  Art. 9 BGF dennoch die Restwassermengen im Sinne von
  Art. 30 ff. GSchG anwenden wollen. Die Bedeutung der Dotierung des
  Brummbachs mit Restwasser liegt denn auch in erster Linie nicht in
  fischereirechtlichen Gründen, sondern in der Absicht, den Eingriff in die
  Landschaft zu minimieren. Insgesamt bestehen keine überzeugenden Gründe
  dafür, dass die Bewilligung nach Art. 8 BGF zu verweigern wäre. Hingegen
  sind die fischereirechtlichen Belange in die Gesamtinteressenabwägung
  miteinzubeziehen. 

  
	
   

  
	
  4.5

  
	
  4.5.1 Eine solche Gesamtinteressenabwägung hat die
  federführende kantonale Abteilung Umwelt und Energie im Hinblick auf die
  Bewilligungserteilung nach Art. 13 EG GSchG vorgenommen. Dabei kam sie
  zum Schluss, dass die Interessen für die Wasserentnahme knapp überwiegen
  würden.

  
	
   

  
	
  4.5.2 Ob die Interessen vollständig erfasst wurden, ist
  Rechtsfrage. Die relative Gewichtung der potentiell widerstreitenden
  Interessen ist hingegen weitgehend Ermessensfrage (BGer- Urteil 1C_270/2019
  vom 27. Februar 2020 E. 3.2). Das Verwaltungsgericht greift dabei
  nicht ohne Not in das Ermessen seiner Vorinstanzen ein.

  
	
   

  
	
  4.5.3 Die durch die kantonale Fachbehörde nach der
  Methodik der Interessen für und gegen eine Wasserentnahme vorgenommene
  Interessenabwägung, welche dazu führte, dass die Bewilligungserteilung nach
  Art. 13 EG GSchG in Aussicht gestellt wurde, hält vor Verwaltungsgericht aus
  den nachfolgenden Gründen stand:

  
	
   

  
	
  Zentral ist in erster
  Linie, dass das Vorhaben zur Energiestrategie 2050 des Bundesrats beiträgt.
  Die Anlage nützt noch vorhandenes Wasserkraftpotential und ist zweckmässig
  konzipiert (vgl. dazu den Bericht des Bundesamts für Energie vom
  2. August 2016). Entgegen der Annahme der Abteilung Jagd und Fischerei
  kann der voraussichtliche Energieertrag von rund 3,5 GWh nicht als
  gering bezeichnet werden, entspricht dies doch etwa dem durchschnittlichen
  jährlichen Energieverbrauch von rund 1'000 Haushalten. Daneben sprechen
  weitere öffentliche Interessen für das Projekt wie etwa die Einnahmen durch
  die Wasserzinse oder die Bereitstellung von Löschwasser in einem schlecht
  erschlossenen Gebiet. Im Gegenzug greift das Vorhaben auf einer Strecke von
  gut 1'100 m in den Brummbach ein. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen,
  dass der Brummbach weder in einem Naturschutzgebiet noch in einem
  Landschaftsschutzgebiet liegt. Er ist auch in keinem Inventar verzeichnet.
  Eine stärkere landschaftliche Bedeutung hat er einzig im oberen Teil der
  betroffenen Strecke bei den durch Wanderer stark frequentierten beiden
  Brücken zum Nussbüel. Hier trägt aber der Umstand, dass das Restwasser neu
  oberhalb der oberen Brücke in den Brummbach eingeleitet wird, eher zur
  Verbesserung der Situation bei, was beim Augenschein gut erkennbar war.
  Sodann handelt es sich beim Brummbach im hier interessierenden Bereich um ein
  Gewässer mit höchstens kleinem bis mittlerem ökologischen Potential, wobei
  die Schwere des Eingriffs dadurch, dass er an einer Stelle ohne ständige
  Wasserführung erfolgt, für die Fische und die Makrozoobenthen zu relativieren
  ist. Überdies wird im Anhang zur Konzession als Ausgleichsmassnahme in
  Anwendung von Art. 8 des kantonalen Gesetzes über den Natur- und
  Heimatschutz vom 2. Mai 1971 (kNHG) i.V.m. Art. 18 NHG ein
  wasserberührter Lebensraum im Umfang von 1'000 m2 verlangt. Dass die
  Ausgleichsmassnahme in der Konzession nicht detaillierter ausgeführt wird,
  schadet entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer dabei nicht, da die
  detaillierte Ausgestaltung im Baubewilligungsverfahren erfolgen kann und
  keine Hinweise dafür bestehen, dass die Ausgleichsmassnahme nicht realisiert
  werden kann.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1

  
	
  5.1.1 Die Beschwerdeführer vertreten in ihrer Replik die
  Auffassung, dass für das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
  notwendig sei. Das geplante KW Walchen werde zusammen mit dem
  KW Brummbach und dem KW der Kraftwerke Linthal AG eine installierte
  Leistung von deutlich mehr als dem Schwellenwert von 3 MW aufweisen, was
  eine UVP-Pflicht begründe. Dabei entstehe mit dem Bau des KW Walchen
  zusammen mit dem Ober- und dem Unterliegerwerk eine Gesamtanlage.

  
	
   

  
	
  5.1.2 Der Beschwerdegegner schliesst aus Art. 92 Abs. 2
  VRG, dass auf die erst in der Replik aufgeworfene Frage der UVP-Pflicht nicht
  einzugehen sei. Dennoch weise er darauf hin, dass zwischen dem
  KW Walchen und dem Unterliegerwerk keine betriebliche Einheit bestehe,
  weshalb die Anlagen nicht als Gesamtanlage betrachtet werden könnten.
  Derselben Auffassung ist die Beigeladene.

  
	
   

  
	
  5.2 Nach Art. 92 Abs. 1 VRG kann der Beschwerdeführer
  nur innert der Beschwerdefrist und innert einer allfälligen Nachfrist neue
  Tatsachen, Beweisanträge und rechtliche Begründungen vorbringen. Dies ändert
  aber nichts daran, dass das Verwaltungsgericht den Sachverhalt von Amtes
  wegen feststellt (Art. 37 Abs. 1 VRG) und das Recht von Amtes wegen
  anwendet (Art. 9 Abs. 1 VRG). Insofern ist nachfolgend zu prüfen, ob die
  Konzession ohne Durchführung einer UVP erteilt werden durfte.

  
	
   

  
	
  5.3 Gemäss Art. 10a Abs. 2 des Bundesgesetzes über den
  Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG) sind Anlagen, welche
  Umweltbereiche erheblich belasten können, so dass die Einhaltung der
  Vorschriften über den Schutz der Umwelt voraussichtlich nur mit projekt- und
  standortspezifischen Massnahmen sichergestellt werden kann, der
  Umweltverträglichkeitsprüfung unterstellt. Der Bundesrat bezeichnet nach
  Art. 10 Abs. 3 USG die Anlagetypen, die der
  Umweltverträglichkeitsprüfung unterstehen; er kann Schwellenwerte festlegen,
  ab denen die Prüfung durchzuführen ist. Dies hat er in Ziff. 21.3 des
  Anhangs zur Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung vom
  19. Oktober 1988 (UVPV) für Speicher- und Laufkraftwerke sowie
  Pumpspeicherwerke getan. Dabei unterliegen solche Kraftwerke einer
  UVP-Pflicht, wenn deren installierte Leistung mehr als
  3 MW beträgt.

  
	
   

  
	
  5.4 Der Begriff der Anlage wird in Art. 7 Abs. 7 USG
  definiert und in zahlreichen Bestimmungen des Umweltrechts vorausgesetzt.
  Darunter kann – je nach Regelungszusammenhang – eine Gesamtanlage oder eine
  räumlich und funktional zusammenhängende Mehrzahl von Anlagen zu verstehen
  sein. Art. 8 USG und das darin zugrundeliegende Prinzip der ganzheitlichen
  Betrachtungsweise verlangen eine gesamthafte Beurteilung aller Anlagen, die
  aufgrund ihres räumlichen, zeitlichen und funktionalen Zusammenhangs als
  Gesamtanlage erscheinen. Daraus wird gefolgert, dass die UVP-Pflicht sich auf
  alle Teile erstrecken muss, die zusammen eine Gesamtanlage in diesem Sinne
  bilden. Eine betriebliche Einheit verschiedener Anlage(teile) setzt
  praxisgemäss neben der räumlichen Nähe einen engen funktionalen Zusammenhang
  voraus: Die einzelnen Teile müssen sich derart ergänzen, dass sie gemeinsam
  eine betriebliche Einheit bilden oder bilden können. Der Einheitscharakter
  von verschiedenen Vorhaben, die von unterschiedlichen Bauherrschaften
  errichtet werden, kann aber nicht leichthin angenommen werden, da das
  Umweltschutzgesetz keine planerische, sondern nur eine projektbezogene UVP
  kennt. Gemeinsame umwelt- und planungsrechtliche Vorgaben der Behörden
  genügen nicht. Sofern es sich nicht um die gleiche Bauherrschaft handelt,
  müssen zumindest eine gemeinsame Organisation oder Zwecksetzung der
  verschiedenen Bauherrschaften existieren (BGE 142 II 20
  E. 3.1 f., mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.5 Es ist unbestritten, dass zwischen dem
  KW Brummbach (Oberliegerwerk) und dem geplanten KW Walchen ein
  enger funktionaler Zusammenhang besteht, da letzteres das verarbeitete Wasser
  des Oberliegerwerks zur erneuten Verarbeitung übernimmt. Überdies wurde die
  Konzession für das KW Brummbach D.______ erteilt, die Konzession für das
  KW Walchen hingegen der Hefti Hätzingen AG, an welcher D.______ beteiligt
  ist. 

  
	
   

  
	
  Unbestritten ist aber
  auch, dass die installierte Leistung des KW Brummbach und des
  KW Walchen zusammen unter 3 MW liegt, und die Schwelle zur
  UVP-Pflicht nur überschritten wird, wenn das KW der Kraftwerke
  Linthal AG (Unterliegerwerk) ebenfalls Teil der Anlage betrachtet wird.
  Dagegen spricht jedoch Verschiedenes: Einerseits sieht das Vorhaben in seiner
  ursprünglichen Form lediglich vor, dass das turbinierte Wasser in den
  Entsander des KW Kraftwerke Linthal AG eingeleitet wird. Ob dies
  bereits für den geforderten engen funktionalen Zusammenhang genügt, erscheint
  fraglich. So hat der Betrieb des KW Walchen keinen Einfluss auf
  denjenigen des KW der Kraftwerke Linthal AG. Zudem zeigt sich darin,
  dass neu geplant ist, das turbinierte Wasser bereits oberhalb des
  Unterliegerwerks in den Brummbach zu leiten, dass das geplante
  KW Walchen unabhängig von demjenigen der Kraftwerke Linthal AG ist
  (vgl. dazu aber auch E. II/7). Zum andern sind die Betreiber des
  geplanten KW Walchen und des Unterliegerwerks (Kraftwerke
  Linthal AG) nicht identisch, auch besteht keine gemeinsame Organisation.
  Im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann daher beim KW der
  Kraftwerke Linthal AG und dem KW Brummbach bzw. dem geplanten
  KW Walchen nicht von einer betrieblichen Einheit ausgegangen werden,
  weshalb das KW der Kraftwerke Linthal AG nicht Teil der neu zu
  erstellenden Anlage ist. Damit wird aber der Schwellenwert für eine
  UVP-Pflicht nicht erreicht.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die Beschwerdeführer rügen schliesslich eine
  Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, da in den Auflageakten
  keine stichhaltige Begründung zu finden sei, weshalb die neue Anlage nicht
  einer Bewilligung nach Art. 9 lit. a GSchG bedürfe.

  
	
   

  
	
  Aus dem durch Art. 29 Abs.
  2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom
  18. April 1999 (BV) garantierten Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst
  unter anderem die Pflicht einer Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Die
  Begründung muss dabei zumindest kurz die wesentlichen Überlegungen nennen,
  von denen sich die Behörde hat leiten lassen. Massgebend ist, dass die
  Betroffenen durch die Begründung in die Lage versetzt werden, die Tragweite
  der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an
  eine höhere Instanz weiterzuziehen (vgl. BGE 142 I 135
  E. 2.1; Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines
  Verwaltungsrecht, 7. A., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1071).

  
	
   

  
	
  6.2 Aus dem Antrag an den Landrat und dem Mitbericht der
  Abteilung Umweltschutz und Energie geht hervor, dass der Standort beim
  Oberliegerwerk als für die Wasserentnahme massgebender Standort erachtet
  wurde. Dass keine Bewilligung nach Art. 29 lit. a GSchG
  erforderlich ist, wurde damit begründet, dass der Brummbach an diesem
  Standort nicht ständig Wasser führt. Damit war für die Beschwerdeführer
  erkennbar, auf welchen Überlegungen der angefochtene Entscheid beruhte. Dass
  sie diesen sachgerecht anfechten konnten, zeigt die von ihnen eingereichte
  Beschwerde. Eine Gehörsverletzung ist daher nicht ersichtlich. 

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Erteilung der
  Konzession für das geplante KW Walchen weder Bundes- noch kantonales
  Recht verletzt. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  7.2 Hinzuweisen bleibt indessen darauf, dass die
  Beigeladene offenbar plant, das Triebwasser nicht mehr in den Entsander des
  Kraftwerks Linthal AG einzuleiten. Die Ausleitung soll weiter oben
  direkt in den Brummbach erfolgen. Diese Projektänderung lässt sich zwar im
  Grundsatz mit der erteilten Konzession vereinbaren. Hat sie jedoch eine geringere
  Energieproduktion und tiefere Wasserzinsen zur Folge, erweist sich vor
  Erteilung der notwendigen Bewilligungen eine erneute Interessenabwägung als
  unumgänglich. Dies ist vorliegend besonders wichtig, da die vorgenommene
  Interessenabwägung nur knapp zu Gunsten der Wasserentnahme ausfiel und die
  Energieproduktion sowie die Wasserzinsen einen wesentlichen Teil der
  öffentlichen Interessen ausmachen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Ausgangsgemäss sind die
  Gerichtskosten von pauschal Fr. 3'000.- den Beschwerdeführern
  aufzuerlegen und mit dem von ihnen bereits geleisteten Kostenvorschuss zu
  verrechnen. Überdies sind die Beschwerdeführer nach Art. 138 Abs. 2
  VRG zu verpflichten, der Beigeladenen eine Parteientschädigung von
  Fr. 3'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Dem Beschwerdegegner
  steht mangels Vorliegens besonderer Umstände eine solche hingegen nicht zu
  (Art. 138 Abs. 4 VRG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 3'000.- werden den Beschwerdeführern auferlegt und
    mit dem von ihnen in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdeführer werden verpflichtet, der Beigeladenen innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von
    Fr. 3'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]