# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e55b199e-723b-542e-be9d-1732fd2db717
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 23.09.2010 IV-2010/25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2010-25_2010-09-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2010/25

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 02.08.2019

Entscheiddatum: 23.09.2010

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 23.09.2010
Art. 16 Abs. 1, Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (SR 741.01), Art. 11b Abs. 1 lit. a und 
b VZV (SR 741.51). Ein Ethylglucuronid(ETG)-Wert von 40 pg/mg in den 2cm 
langen Haaren deutet auf einen chronisch exzessiven Alkoholkonsum in den 
2 Monaten vor der Haarprobenentnahme. Sicherungsentzug bestätigt 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 23. September 2010, 
IV-2010/25).

Präsident Urs Gmünder, Mitglieder Urs Früh und Beat Fritsche; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Häberli

X, Rekurrent,

vertreten durch Dr.iur. Andres Büsser, Rechtsanwalt, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Moosbruggstrasse 11, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Führerausweisentzug (Sicherungsentzug)

Sachverhalt:

A.- Am Samstag, 5. September 2009, fuhr X um 02.00 Uhr mit dem Personenwagen 

"Peugeot" in S. Bei einer Kontrolle stellte die Polizei bei ihm Alkoholmundgeruch fest. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Blutprobe ergab eine minimale Blutalkoholkonzentration (abgekürzt: BAK) von 

1.57 Gew.-‰. Der Führerausweis wurde ihm auf der Stelle abgenommen.

X war der Führerausweis bereits vom 11. Dezember 2004 bis 10. April 2005 wegen 

Angetrunkenheit während vier Monaten entzogen. Er hatte damals einen 

Personenwagen mit einer BAK von mindestens 1.96 Gew.-‰ gelenkt. Vom 10. 

November 2005 bis 9. Februar 2006 war ihm der Führerausweis aufgrund einer am 27. 

August 2005 verursachten Auffahrkollision während drei Monaten entzogen.

B.- Das Strassenverkehrsamt eröffnete am 17. September 2009 gegenüber X ein 

Verfahren zur Abklärung der Fahreignung, kündigte die Anordnung einer 

verkehrsmedizinischen Untersuchung an und verbot ihm vorsorglich das Führen von 

Motorfahrzeugen aller Kategorien. Mit Bussenverfügung des Untersuchungsamts St. 

Gallen vom 21. September 2009 wurde X wegen Führens eines Motorfahrzeugs in 

fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 

Fr. 70.-- und zu einer Busse von Fr. 1'500.-- verurteilt. Das Strassenverkehrsamt 

ordnete mit Zwischenverfügung vom 15. Oktober 2009 eine verkehrsmedizinische 

Untersuchung im Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (abgekürzt: 

IRM) an.

Im Gutachten vom 4. Januar 2010 kam der Verkehrsmediziner gestützt auf die 

Untersuchung vom 20. November 2009 zum Schluss, bei X sei von einer 

verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchsproblematik mit Suchtgefährdung auszugehen. 

Die Fahreignung könne nicht befürwortet werden. Er empfahl eine mindestens 

sechsmonatige ärztlich kontrollierte und fachtherapeutisch betreute Alkoholabstinenz.

Mit Verfügung vom 12. Februar 2010 entzog das Strassenverkehrsamt X den 

Führerausweis bei einer Sperrfrist von zwölf Monaten auf unbestimmte Zeit. Für die 

Aufhebung des Entzugs wurde eine kontrollierte und fachlich betreute Alkoholabstinenz 

(Arzt und Beratungsstelle) von mindestens sechs Monaten, eine Haaranalyse alle sechs 

Monate und eine verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung verlangt. Einem allfälligen 

Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 1. März 

2010 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Rechtsbegehren, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen sei die Verfügung der Vorinstanz in allen Punkten 

aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung (Verfügung eines angemessenen, 

befristeten Warnungsentzugs) an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dem Rekurs sei die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung wurde vom Abteilungspräsidenten mit Verfügung vom 28. April 2010 

abgewiesen. Die Vorinstanz liess sich am 5. Mai 2010 vernehmen.

D.- Am 29. Juni 2010 wurden vom IRM zusätzliche Akten eingeholt. Diese wurden den 

Parteien am 13. August 2010 zugestellt. Sowohl der Rekurrent als auch die Vorinstanz 

verzichteten auf eine Stellungnahme dazu.

Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten 

wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 1. März 2010 ist rechtzeitig eingereicht 

worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, 

abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Der Rekurrent macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Er rügt, die 

angeblichen Messergebnisse für Ethylglucuronid (abgekürzt: ETG) des auswärtigen 

Labors in München seien nicht aktenkundig dokumentiert und könnten deshalb nicht 

überprüft werden. Aus den Akten geht nicht hervor, dass der Rekurrent im 

vorinstanzlichen Verfahren die Herausgabe der oben erwähnten Akten beantragt hat. 

Eine Gehörsverletzung liegt deshalb nicht vor. Im Übrigen wurden die entsprechenden 

Akten im Rekursverfahren beigezogen und dem Rekurrenten zur Stellungnahme 

unterbreitet, wobei er darauf verzichtet hat.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz dem Rekurrenten den Führerausweis 

gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 4. Januar 2010 zu Recht wegen 

einer verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchsproblematik mit Suchtgefährdung auf 

unbestimmte Zeit entzogen hat.

a) Bestehen Zweifel an der körperlichen oder psychischen Fahreignung eines 

Fahrzeugführers, sind medizinische, psychologische oder psychiatrische Abklärungen 

vorzunehmen (Art. 11b Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über die Zulassung von 

Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Wird 

dabei festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung nicht oder 

nicht mehr bestehen, muss der Führerausweis entzogen werden (Art. 16 Abs. 1 SVG). 

In diesen Fällen dient der Entzug des Ausweises der Sicherung des Verkehrs vor 

ungeeigneten Fahrzeugführern (Sicherungsentzug). Der Entzug wird grundsätzlich auf 

unbestimmte Zeit ausgesprochen (Art. 16d Abs. 1 Ingress SVG).

aa) Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person der Führerausweis entzogen, wenn 

sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b 

SVG), wie beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (vgl. 

Botschaft zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 

1999 S. 4462 ff., S. 4491). Die Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht, wenn die 

betroffene Person regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit 

vermindert wird und sie diese Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den 

eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag. Der Begriff der 

Trunksucht oder der Alkoholabhängigkeit im Sinn des Strassenverkehrsgesetzes ist 

nicht identisch mit demjenigen im medizinischen oder gesellschaftlichen Sinn. Art. 16d 

Abs. 1 lit. b SVG geht von einem mehr oder weniger lang dauernden, als Sucht zu 

bezeichnenden Zustand aus, bei welchem die Gefahr besteht, dass der Betroffene die 

Sicherheit des Strassenverkehrs beeinträchtigt, wenn er ein Fahrzeug führt. Dabei ist 

nicht erforderlich, dass der Süchtige gerade im Zeitpunkt, da über die Erteilung oder 

den Entzug des Führerausweises entschieden wird, fahrunfähig ist; massgebend ist die 

potenzielle Gefahr. Immerhin genügt die blosse Möglichkeit einer späteren Gefährdung 

nicht. Die Trunksucht muss derart sein, dass der Betroffene mehr als jede andere 

Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeuges zu setzen in einem 

– dauernden oder zeitweiligen – Zustand, der das sichere Führen nicht mehr 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gewährleistet. Nach der Rechtsprechung darf auf fehlende Fahreignung geschlossen 

werden, wenn der Fahrzeugführer nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und 

Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, 

dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Dieses 

Verständnis der Trunksucht erlaubt es, auch bloss suchtgefährdete Personen, bei 

denen aber jedenfalls ein Alkoholmissbrauch vorliegt, vom Strassenverkehr 

fernzuhalten (vgl. BGE 129 II 86, E. 4.1 mit Hinweisen), wenn sie das Führen von 

Motorfahrzeugen und einen die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Alkoholkonsum nicht 

hinreichend sicher trennen können (R. Seeger, Fahreignung und Alkohol, in: Probleme 

der Verkehrsmedizin, hrsg. vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich, 1999).

bb) Der Untersuchungsgrundsatz verlangt von der Verwaltung und vom Gericht die 

richtige und vollständige Abklärung des massgebenden Sachverhalts, d.h. die 

Ermittlung der materiellen Wahrheit (vgl. F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. 

Aufl. 1983, S. 207). Je tiefer in den Persönlichkeitsbereich eingegriffen wird, desto 

sorgfältiger ist diesem Grundsatz nachzuleben (vgl. R. Schaffhauser, Zur Entwicklung 

von Recht und Praxis des Sicherungsentzugs von Führerausweisen, in: AJP 1/1992, S.

17 ff., insbesondere S. 33, N 58). Da ein Sicherungsentzug stark in den 

Persönlichkeitsbereich eingreift, ist eine genaue Abklärung der persönlichen 

Verhältnisse des Betroffenen in jedem Fall und von Amtes wegen vorzunehmen. Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt den - neben den chemischen und 

hämatologischen Laborbefunden - für den Nachweis einer Trunksucht erforderlichen 

Abklärungen eine besondere Bedeutung zu, wenn ein einziger Blutwert erhöht und 

allenfalls grenzwertig ist und wenn gleichzeitig keine Alkoholabhängigkeit gemäss 

ICD-10 diagnostiziert wird. Dies muss vor allem dann gelten, wenn sich alle 

Laborbefunde im Normbereich bewegen. Unter diesen Umständen ist ein Gutachter 

verpflichtet, eine gründliche Prüfung der persönlichen Verhältnisse (Einholen von 

Fremdberichten, einlässliche Aufarbeitung der konkreten Trunkenheitsfahrten, 

Erforschung der Trinkgewohnheiten und des Trinkmusters des Betroffenen und dessen 

subjektive Einstellung dazu) und eine körperliche Untersuchung vorzunehmen, mit 

besonderer Berücksichtigung von alkoholbedingten Hautveränderungen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6A.31/2003 vom 4. August 2003, E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 129 II 82, 

E. 6.2.2). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Haaranalyse eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zuverlässige Methode für den Nachweis einer Alkoholproblematik (Urteil des 

Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007).

cc) Die Beweismittel, und damit auch das verkehrsmedizinische Gutachten, unterliegen 

der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 58 Abs. 

1 VRP). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ärztlichen Gutachten 

Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c). In Sachfragen weicht das Gericht nur 

aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab (BGE 133 II 384 E. 4.2.3). 

Das gilt auch für verkehrsmedizinische Gutachten.

b) Der Rekurrent macht im Wesentlichen geltend, sowohl die Labor- und Urinwerte als 

auch die körperliche Untersuchung hätten keine verkehrsmedizinischen 

Besonderheiten ergeben; objektive Anhaltspunkte für eine wirkliche Suchterkrankung 

fehlten. Der Hausarzt habe bisher keine Problematik bezüglich Alkohol- oder 

Drogenkonsums erkennen können. Die Haaranalyse habe den verhältnismässig tiefen 

ETG-Wert von 40 pg/mg im Segment 0-2 cm ab Haut ergeben. Es sei unerklärlich, 

weshalb dennoch alle anderen, ebenfalls für diese mittel- bis kurzfristige Zeit 

ermittelten Messwerte, negativ seien. Die Messung von ETG im Haar weise eine 

Messunsicherheit von +/- 25% auf. Der Wert könne somit auch bloss bei 30 pg/mg 

liegen, was gegen einen relevanten Alkoholkonsum sprechen würde. Insbesondere 

lasse sich ein Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit auch nicht mit dem zweiten 

Ereignis vor rund fünf Jahren begründen; umso weniger, als ein verkehrsrechtliches 

Ereignis dazwischen zwar aufgetreten, aber nicht im Zusammenhang mit Alkohol 

gestanden habe.

c) aa) Der Verkehrsmediziner gab im Gutachten vom 4. Januar 2010 (act. 8/8) die 

Angaben des Rekurrenten zur Krankenvorgeschichte und sozialen Situation, zum 

Alkohol sowie zu den FiaZ-Ereignissen wieder.

Der Rekurrent berichtete über Alkoholkonsum etwa ein- bis zweimal pro Woche. Er 

trinke dann in einem Restaurant eine bis drei Stangen Bier zum Feierabend. Zu Hause 

trinke er nie Alkohol. Etwa ein- bis dreimal im Monat trinke er bis zu fünf Stangen Bier, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

wenn er im "Ausgang" sei. Der letzte Alkoholkonsum habe am 10. September 2009 

stattgefunden. Die grösste konsumierte Alkoholmenge in letzter Zeit habe zehn Mal 

0.5 Liter Bier betragen. Damals sei er betrunken gewesen und habe am nächsten 

Morgen einen "Kater" verspürt. Er habe mit 18 Jahren erstmals Kontakt mit Alkohol 

gehabt. Diese Trinkgewohnheiten seien in etwa unverändert geblieben. Phasenweise 

habe er aber eine Zunahme des Alkoholkonsums bemerkt, wenn er unter Belastung 

stehe, z.B. am Arbeitsplatz oder wegen Problemen mit der Ehefrau. Es seien immer 

wieder monatelange Trinkpausen vorgekommen, da er wegen des Arbeitsdrucks keine 

Zeit für Alkoholkonsum gehabt habe, viel habe fahren müssen und keine Lust auf 

Alkohol gehabt habe.

Im August 2009 habe er Probleme mit seiner Ehefrau gehabt. Er sei darum angespannt 

und schnell genervt gewesen. Am 5. September 2009 habe er Alkohol konsumiert. Ein 

Kollege habe ihn mit seinem Auto nach W chauffiert. Dort seien sie in ein Restaurant 

gegangen. Insgesamt habe er zehn Flaschen Bier getrunken. Daraufhin sei der Kollege 

mit dem eigenen Auto weggefahren, um andere Kollegen zu treffen. Er habe auf dessen 

Rückkehr gewartet und ihn angerufen, er solle ihn abholen; er sei jedoch nicht 

erschienen. Dann sei er selbst wütend geworden und deshalb trotz vorgängigen 

Alkoholkonsums gefahren. Nach 200 Metern sei er in eine Polizeikontrolle geraten. Bei 

Antritt der Fahrt habe er die Alkoholwirkung wohl gespürt, die Promillezahl aber 

niedriger geschätzt. Er habe sich fahrfähig gefühlt. Beim Ereignis im Dezember 2004 

sei es ihm Rahmen eines Firmenanlasses zu Alkoholkonsum gekommen. Er sei um 

14.30 Uhr nach Hause gefahren. Daraufhin habe ihn ein Kollege angerufen und 

dringend gebeten, bei ihm vorbeizukommen. Darum sei er ohne zu überlegen in sein 

Auto gestiegen. Als Konsequenz aus dem letzten FiaZ-Ereignis habe er wenige Tage 

später den Alkoholkonsum gänzlich eingestellt und sei auch bereit, in Zukunft die 

Alkoholabstinenz einzuhalten.

Gegenüber der Polizei und anlässlich der Blutentnahme im IRM gab der Rekurrent an, 

er habe vom 4. September 2009, ca. 23.00 Uhr, bis 5. September 2009, 01.55 Uhr, vier 

Flaschen Bier à 5 dl getrunken.

Die Angaben des Rekurrenten zur konsumierten Alkoholmenge in der Nacht vor der 

Trunkenheitsfahrt waren nur in der Ereignisnacht bagatellisierend. Anlässlich der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

verkehrsmedizinischen Untersuchung gab er sogar eine konsumierte Alkoholmenge an, 

welche zu einer massiv höheren BAK geführt hätte. Die Vorbringen zu den normalen 

Trinkgewohnheiten stehen aber im Widerspruch zur Trunkenheitsfahrt vom 5. 

September 2009, denn die Alkoholisierung war mit 1.57 bis 2.00 Gew.-‰ erheblich. Es 

lag ein mittelschwerer Rauschzustand vor. Trotzdem fühlte sich der Rekurrent nur 

leicht angetrunken und fahrfähig. Dies deutet auf eine erhebliche Alkoholgewöhnung 

hin. Aus der Beurteilung des Verkehrsmediziners geht hervor, bei den beiden FiaZ-

Vorfällen seien hohe BAK-Werte als Ausdruck einer Alkoholgewöhnung infolge eines 

normabweichenden Trinkverhaltens festgestellt worden. Es sei von einer 

Bagatellisierung der Trinkgewohnheiten auszugehen. Zudem werde der Alkoholkonsum 

durch Belastungen beeinflusst, was Zeichen eines psychischen Verlangens zum 

Trinken in bestimmten Situationen sei.

Diese Schlussfolgerungen sind ausführlich dargelegt und nachvollziehbar. Daran ändert 

auch nichts, dass die angegebenen konsumierten Alkoholmengen vor dem FiaZ-

Ereignis vom 5. September 2009 nicht völlig unrealistisch sind. Bagatellisiert hat er 

jedoch den üblichen Alkoholkonsum in den Monaten davor.

bb) Die körperliche Untersuchung sowie die Urin-Untersuchung waren unauffällig. Auch 

die Fremdauskunft seitens des Hausarztes ergab keine Hinweise auf eine 

Alkoholproblematik. Bei der Blutuntersuchung der alkoholrelevanten Parameter vom 

16. November 2009 war einzig der GPT-Wert erhöht, was im Gutachten bezüglich 

Alkohol als eher unspezifisch bezeichnet wird.

Dem stehen die Ergebnisse der Haaranalyse gegenüber. Anders als bei der 

Laboranalytik zur Überprüfung des Alkoholkonsums anhand der in der Regel aus dem 

Blut ermittelten Parameter CDT, GGT, GOT, GPT und MCV, mit welchen der 

Alkoholkonsum nicht direkt nachgewiesen werden kann, handelt es sich bei der 

forensisch-toxikologischen Haaranalyse auf ETG um eine direkte, beweiskräftige 

Analysemethode. ETG ist ein nicht oxydatives Nebenprodukt des Stoffwechsels von 

Trinkalkohol. Weil es ein Abbauprodukt von Alkohol ist, belegt dessen Nachweis den 

Konsum von Alkohol. Aufgrund des Kopfhaar-Längenwachstums von ca. 1 cm pro 

Monat lassen sich Aussagen über den Alkoholkonsum während der entsprechenden 

Zeit vor der Haarentnahme machen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mai 2007, E. 2.3). Ein positiver ETG-Befund ist stets Beweis für einen zurückliegenden 

Alkoholkonsum (A. Th. Nguyen, Fahreignungsbeurteilung mit Hilfe der Haaranalyse auf 

Ethylglucuronid, ein Stoffwechselprodukt von Trinkalkohol [Ethanol], Zürich 2008, 

S. 22). Eine ETG-Konzentration von mehr als 30 pg/mg Haar deutet auf einen 

chronischen exzessiven Alkoholmissbrauch von über 60 g Ethanol/Tag hin. Bei einer 

Konzentration zwischen 8 und 30 pg/mg kann ein moderater Alkoholkonsum 

angenommen werden. Ein chronischer Alkoholmissbrauch kann jedoch nicht sicher 

ausgeschlossen werden. Eine Konzentration von weniger als 8 pg/mg wird im Sinne 

einer Alkoholabstinenz oder eines sehr geringen Alkoholkonsums gewertet (Nguyen, 

a.a.O., S. 276; vgl. auch www.labkrone.de neues Fenster, unter Analysenverzeichnis/

Ethylglucuronid, aufgesucht im Juli 2010; vgl. auch U. Grimm, Beurteilung der 

Fahreignung und Aussagemöglichkeit der Laborparameter, publiziert auf 

www.fosumos.ch neues Fenster, unter Referate). Beim Rekurrenten wurde bei der 

Haaranalyse ein ETG-Wert von 40 pg/mg (Segment 0–2 cm) ermittelt. Selbst wenn man 

eine Messungenauigkeit von +/- 25% und damit bestenfalls einen ETG-Wert von 30 pg/

mg annehmen würde, liegt diese Konzentration nicht mehr im unteren Bereich, wo von 

einem geringen Alkoholkonsum gesprochen werden könnte. Vielmehr belegt sie einen 

doch beträchtlichen Alkoholkonsum innerhalb der letzten zwei Monate vor dem 

Untersuch, also im Zeitraum von September bis November 2009. Bereits eine 

Konzentration von 30 pg/mg entspricht einem täglichen Alkoholkonsum von über 60 g 

oder 1.5 Litern Bier. Im Gutachten wird dazu ausgeführt, das Analysenergebnis der 

Haarprobe spreche für einen regelmässigen und übermässigen Alkoholkonsum im 

erfassten Zeitraum. Der Rekurrent habe hingegen von vergleichsweise geringen 

moderaten Konsumgewohnheiten berichtet, wobei es aber zu grösseren 

Konsummengen (bis fünf Liter Bier) kommen könne. Demzufolge bagatellisiere er seine 

Konsumgewohnheiten.

Nach der Fahrt in angetrunkenem Zustand vom 5. September 2009 hat der Rekurrent 

die Trinkmenge demnach nicht verringert, sondern in den zwei Monaten bis zum 

Untersuch regelmässig und übermässig Alkohol konsumiert. Der Vorfall vermochte den 

Rekurrenten also trotz der negativen Folgen (Strafverfahren, Fahreignungsabklärung) 

nicht von einer Fortsetzung des Alkoholkonsums abhalten. Seine Behauptung, er habe 

wenige Tage nach dem FiaZ-Ereignis den Alkoholkonsum gänzlich eingestellt, wird 

durch die nachgewiesene ETG-Konzentration widerlegt. Seit Eröffnung des Verfahrens 

http://www.labkrone.de/
http://www.labkrone.de/
http://www.fosumos.ch/
http://www.fosumos.ch/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zur Abklärung der Fahreignung am 17. September 2009 hat er damit keinerlei 

Bemühungen unternommen, eine Abstinenz einzuhalten. Im Weiteren bagatellisiert er 

sein Trinkverhalten, indem er angibt, ein- bis zweimal pro Woche eine bis drei Stangen 

Bier und ein- bis dreimal pro Monat bis zu fünf Stangen Bier zu trinken. Mit diesen 

angegebenen Konsummengen wären keinesfalls ETG-Werte von über 30 pg/mg 

erreichbar. Im Urin kann mittels ETG lediglich eine Alkoholabstinenz bis zu fünf Tagen 

zuverlässig nachgewiesen werden (vgl. www.labkrone.de neues Fenster, unter 

Analysenverzeichnis/Ethylglucuronid). Dasselbe gilt für die Blutwerte GOT, GGT und 

CDT. Diese normalisieren sich bei Abstinenz innerhalb weniger Tage. Die unauffälligen 

Blut- und Urinwerte stehen damit nicht im Widerspruch zu einem regelmässigen und 

übermässigen Alkoholkonsum in der Zeit nach dem FiaZ-Ereignis vom 5. September 

2009.

cc) Der Gutachter kommt aufgrund dieser Feststellungen zum Schluss, es sei von 

einem verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch auszugehen, der mit Suchtgefährdung 

einhergehe. Genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Alkoholabhängigkeit gemäss 

ICD-10 bestünden nicht, eine derartige Problematik könne aber auch nicht 

ausgeschlossen werden. Die Fahreignung könne nicht befürwortet werden.

dd) Das verkehrsmedizinische Gutachten erscheint nachvollziehbar, widerspruchsfrei 

und schlüssig. Beim Rekurrenten konnte ein missbräuchlicher Alkoholkonsum 

hinreichend nachgewiesen werden. Auch im Selbstbeurteilungsfragebogen "Audit" 

erzielte der Rekurrent einen Punktewert von 9-10 (nicht wie fälschlicherweise im 

Gutachten steht von 5-10; act. 15/1); wobei bei mehr als acht Punkten eine 

Alkoholabhängigkeit als wahrscheinlich angenommen wird. Er hat sich in fünf Jahren 

zwei Trunkenheitsfahrten zu Schulden kommen lassen (11. Dezember 2004 und 5. 

September 2009), wobei in beiden Fällen mit minimalen BAK von 1.96 und 1.57 Gew.-

‰ erhebliche Alkoholisierungsgrade vorlagen. Bei beiden Trunkenheitsfahrten konnte 

er Trinken und Fahren nicht trennen, weshalb der nachgewiesene missbräuchliche 

Alkoholkonsum verkehrsrelevant ist. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

genügt es, dass ein Fahrzeuglenker zum Alkoholmissbrauch neigt (BGE 129 II 82, E. 

4.1 mit Hinweisen).

http://www.labkrone.de/
http://www.labkrone.de/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das 

verkehrsmedizinische Gutachten vom 4. Januar 2010 abgestellt, die Fahreignung des 

Rekurrenten gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG verneint und den Führerausweis auf 

unbestimmte Zeit entzogen hat. Es besteht keine mildere Massnahme, mit der 

gewährleistet werden könnte, dass der Rekurrent nicht in fahrunfähigem Zustand am 

Verkehr teilnimmt. Der damit verbundene Eingriff in die Persönlichkeitssphäre des 

Rekurrenten ist angesichts der auf dem Spiel stehenden öffentlichen Interessen der 

Sicherheit von Passagieren und anderen Verkehrsteilnehmern erforderlich und 

angemessen und liegt nicht zuletzt auch in seinem eigenen, wohlverstandenen 

Interesse (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6A.15/2000 vom 28. Juni 2000, E. 4).

4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'700.--, worunter die 

Gebühr für den Entscheid hinsichtlich der aufschiebenden Wirkung von Fr. 200.--, 

erscheint angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 511 und 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 

941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.

Entscheid:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Der Rekurrent bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 1'700.-- unter Verrechnung 

des Kostenvorschusses von Fr. 1'500.--.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 23.09.2010
	Art. 16 Abs. 1, Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (SR 741.01), Art. 11b Abs. 1 lit. a und b VZV (SR 741.51). Ein Ethylglucuronid(ETG)-Wert von 40 pg/mg in den 2cm langen Haaren deutet auf einen chronisch exzessiven Alkoholkonsum in den 2 Monaten vor der Haarprobenentnahme. Sicherungsentzug bestätigt (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 23. September 2010, IV-2010/25).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:22:35+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen