# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e973ad84-ab28-5099-afa7-93b0f49ebcab
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 28.04.2022 IV 2020/183
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-183_2022-04-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/183

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2022

Entscheiddatum: 28.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2022
Art. 7 und 61 ATSG, Art. 28 und 59 IVG und Art. 49 und 88a IVV Fehlt es an 
konkreten und differenzierten Einwänden gegen die ausführliche und 
nachvollziehbare Einschätzung des Kreisarztes und des RAD, so genügt der 
pauschale Hinweis der Beschwerdeführerin auf ihre Dauerschmerzen nicht, 
um auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellung zu wecken (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2022, IV 
2020/183).

Entscheid vom 28. April 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim 

Huber und Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Felicia 

Sterren

Geschäftsnr.

IV 2020/183

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

Am 12. September 2018 meldete sich A.___ (nachfolgend: Versicherte) zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung 

nannte sie Schmerzen an beiden Hüftgelenken und Oberschenkeln beim Laufen, Sitzen 

und Schlafen seit einem Unfall vom 16. September 2014. Sie gab an, als Raumpflegerin 

tätig zu sein (IV-act. 2).

A.a. 

Nach ersten Abklärungen (IV-act. 5 ff.) verneinte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 

22. Oktober 2018 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen, da die Versicherte sich 

subjektiv nicht eingliederungsfähig fühlte (IV-act. 26).

A.b. 

Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. November 2018 stellte 

Dr. med. B.___, Facharzt für Chirurgie, speziell Unfallchirurgie, folgende Diagnosen: 

primär Hämatome und Serome am Trochanter major und Glutealregionen bds., 

nachfolgend Bursitis trochanterica bds., mehrfach punktiert und infiltriert; Bursektomie 

links am 17. Juni 2015; Weichgewebeexploration rechts am 14. Oktober 2015; 

Dekompression Nervus cutaneus femoris lateralis links am 21. August 2017, Neurolyse 

Nervus cutaneus femoris lateralis rechts am 30. Januar 2018; aktuell therapieresistent 

fortbestehende Hyperästhesie Nervus cutaneus femoris lateralis bds. und 

Narbenregion trochantär bds. (Suva-act. 310-5). Aus den objektivierbaren 

Nervenschmerzen resultiere, auch wenn nur die Sensibilität dauerhaft geschädigt sei, 

eine Funktions-, Belastungs- und Gebrauchseinschränkung im Bereich des Beckens 

A.c. 

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und der unteren Extremitäten. Für den allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit (Suva-act. 310-6).

Mit Bericht vom 6. Mai 2019 beschrieb der behandelnde Facharzt Dr. med. C.___, 

Facharzt für Handchirurgie und Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, 

Restbeschwerden bei Druck im Bereiche des Nervus cutaneus femoris lateralis rechts 

und unklare Beschwerden im Bereiche der Trochanteren bds. Dr. med. D.___, Facharzt 

für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, welcher die 

Versicherte wegen der Beschwerden im Bereich der Trochanteren behandle, habe von 

chirurgischer Seite keine Therapievorschläge machen können (IV-act. 35). Nachdem 

die IV-Stelle Dr. D.___ aufgefordert hatte, einen aktuellen Arztbericht einzureichen, liess 

dieser mitteilen, die Versicherte sei letztmals im September 2018 bei ihm in 

Behandlung gewesen. Damals hatte Dr. D.___ festgehalten, eine weitere Diagnostik 

oder Therapie mache keinen Sinn (vgl. IV-act. 50-2).

A.d. 

Am 27. Juni 2019 erlitt die Versicherte eine metatarsale V-Fraktur am Fuss rechts, 

welche konservativ behandelt wurde (vgl. IV-act. 40-2 f.). Der behandelnde Facharzt 

Dr. med. E.___, hielt mit Arztbericht vom 3. September 2019 fest, die Versicherte sei im 

Alltagsschuh schmerzfrei unterwegs (IV-act. 56). Mit Bericht vom 21. Oktober 2019 

teilte er auf Nachfrage der IV-Stelle mit, er habe die Versicherte ausschliesslich wegen 

der Metatarsal-V-Schaftfraktur behandelt. Diese sei geheilt und Einschränkungen seien 

dadurch nicht zu erwarten (IV-act. 54-3).

A.e. 

Mit Bericht vom 25. September 2019 hielt Dr. C.___ fest, die Neurolysen hätten 

gewirkt (IV-act. 47).

A.f. 

Im Herbst/Winter 2019/2020 nahm die Versicherte über das RAV an einem 

Einsatzprogramm der Z.___ teil (vgl. Suva-act. 321 f.).

A.g. 

Mit Stellungnahme vom 7. November 2019 führte der Regionale ärztliche Dienst 

(RAD) aus, die im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. November 2018 

formulierten Adaptionskriterien könnten nach der nun auch rechts erfolgreichen 

Leistennervenoperation deutlich gelockert werden. Adaptierte Tätigkeiten seien in 

einem Pensum von 100 % zumutbar. In Anbetracht der langen Abwesenheit vom 

Arbeitsmarkt solle der berufliche Einstieg schrittweise erfolgen (IV-act. 57).

A.h. 

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B.  

Mit Vorbescheid vom 2. Dezember 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führten sie an, die 

Behandlung der Neuralgien beider Leistennerven sowie beider Hüftgelenke sei bei 

subjektiver Beschwerdefreiheit bzw. klinisch unauffälligem Befund abgeschlossen. 

Nach Behandlung der Mittelfussfraktur rechts bestehe eine abgeschlossene 

Konsolidation ohne Einschränkungen im Alltag. Somit liege aus 

versicherungsmedizinischer Sicht kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vor, womit 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde und im Haushalt ebenfalls keine 

relevante Einschränkung vorliege (IV-act. 61). Gegen diesen Vorbescheid erhob die 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Michael B. Graf, am 22. Januar 2020 

Einwand. Sie machte insbesondere geltend, der medizinische Sachverhalt sei 

ungenügend abgeklärt worden und der Einsatz bei der Z.___ habe gezeigt, dass sie 

nicht voll arbeitsfähig sei (IV-act. 64).

A.i. 

Nach Durchführung eines zweiten Vorbescheidverfahrens (IV-act. 74 ff.) und einer 

interdisziplinären Fallbesprechung (IV-act. 78) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

mit Verfügung vom 26. Juni 2020 ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, 

aus versicherungsmedizinischer Sicht sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

Der medizinische Sachverhalt sei hinreichend abgeklärt worden. Im Rahmen des 

Einsatzprogramms bei der Z.___ sei keine Beurteilung der Leistungsfähigkeit erfolgt 

und eine Leistungssteigerung sei nicht versucht worden. Bei einer insgesamt 

unerheblichen Befundlage seien aus medizinischer und juristischer Sicht keine weiteren 

Abklärungen angezeigt (IV-act. 79).

A.j. 

Gegen diese Verfügung erhebt die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

nun vertreten durch Rechtsanwalt Ronald Pedergnana, am 31. August 2020 

Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) sei aufzuheben und ihr sei eine halbe Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei eine interdisziplinäre Begutachtung anzuordnen. Ihr sei 

die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zuzugestehen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung 

bringt sie vor, die Z.___-Berichte würden eine reduzierte Leistungsfähigkeit aufzeigen. 

B.a. 

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Sie habe eine hohe Leistungsbereitschaft. Ihr Problem seien die Schmerzen, welche 

dazu geführt hätten, dass sie ihren Beruf habe aufgeben müssen. Wären diese 

Schmerzen nicht, könnte sie 100 % leisten (act. G1). Am 5. Oktober 2020 reicht die 

Beschwerdeführerin Unterlagen zur Prüfung der unentgeltlichen Rechtspflege ein 

(act. G4).

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus, der Bericht des 

Hausarztes der Beschwerdeführerin vom 24. April 2020 divergiere stark von der 

Einschätzung des RAD, ohne dass aufgezeigt werde, inwiefern die Einschätzung des 

RAD unzutreffend sein sollte. Dieser Bericht sei damit nicht geeignet, auch nur geringe 

Zweifel an der Schlüssigkeit der RAD-Beurteilung zu wecken. Wegen der 

unerheblichen Befundlage sei eine gutachterliche Abklärung des medizinischen 

Sachverhalts nicht nötig. Vielmehr könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin zumindest in einer adaptierten 

Tätigkeit mindestens seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. November 2018 

voll arbeitsfähig sei. Da sie sich am 12. September 2018 zum Leistungsbezug 

angemeldet habe, komme somit auch kein befristeter Rentenanspruch in Frage. Der 

Bericht der Z.___ gebe keinen Anlass zu einer anderen Einschätzung (act. G5).

B.b. 

Am 3. November 2020 teilt das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin mit, 

dass eine wirtschaftliche Notwendigkeit der unentgeltlichen Rechtspflege nicht 

ausgewiesen sei. Ohne Gegenbericht innert Frist werde davon ausgegangen, dass die 

Beschwerdeführerin mit der formlosen Erledigung des Gesuchs um unentgeltliche 

Rechtspflege einverstanden sei, und ein Kostenvorschuss verlangt (act. G6). Am 

10. Dezember 2020 fordert das Gericht einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- von der 

Beschwerdeführerin (act. G11), welchen sie am 14. Dezember 2020 bezahlt.

B.c. 

Mit Replik vom 3. Dezember 2020 bringt die Beschwerdeführerin vor, sie könne 

keine berufliche Tätigkeit mehr ausüben. Wie schon das Kantonsspital St. Gallen 

(nachfolgend: KSSG) gehe auch Dr. med. F.___, Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik 

G.___, von einer psychiatrischen Begleiterkrankung aus. Der RAD habe mit 

Stellungnahme vom 7. November 2019 festgehalten, ein schrittweiser Einstieg ins 

Arbeitsleben solle nun versucht werden, vorerst mit einem 50%-Pensum. Zu diesem 

B.d. 

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Zeitpunkt sei der Z.___-Bericht von einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit bei einer 

Belastung von 50 % ausgegangen. Die Beschwerdeführerin hätte deshalb zumindest 

Anspruch auf eine vorübergehende Rente. Zudem sei völlig unklar, wie die 

Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Entwicklung bis zum 

Verfügungszeitpunkt ausgesehen habe. Die kreisärztliche Beurteilung habe nur die 

Unfallfolgen berücksichtigt. Die Beschwerdegegnerin müsse dagegen auch die 

psychiatrischen Diagnosen berücksichtigen (act. G8). Am 4. Dezember 2020 ergänzt 

die Beschwerdeführerin, der behandelnde Hausarzt Dr. med. H.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin, halte zur Leistungsfähigkeit fest, diese sei schmerzbedingt 

sehr eingeschränkt. Die Schmerzen würden sich abhängig von der Belastung 

verstärken, während häufiger Positionswechsel wie Sitzen oder kurzzeitiges Abliegen 

Linderung verschafften. Tätigkeiten mit gebeugtem Oberkörper oder Heben von 

Gewichten über ca. 8 kg seien nicht möglich. Die Leistungsfähigkeit in optimal 

angepasster Tätigkeit könne bei maximal 50 % liegen. Diese Einschätzung Dr. H.___s 

entspreche der Einschätzung der Z.___ (act. G9).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 16. Dezember 2020 auf eine Duplik 

(act. G12).

B.e. 

Am 20. Juli 2021 reicht die Beschwerdeführerin ein von ihr in Auftrag gegebenes 

orthopädisches Privatgutachten von Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädie und 

Unfallchirurgie, ein. Wie diesem Gutachten zu entnehmen sei, sei sie in jeglicher 

Tätigkeit in der Berufsausübung eingeschränkt. Gemäss Gutachten könne sie zwar in 

einer optimal angepassten Tätigkeit 70 % arbeiten, nur gebe es eine solche Tätigkeit 

für sie nicht. Sie sei 5_ Jahre alt, habe Dauerschmerzen und seit 2016 nicht mehr 

gearbeitet. Zu den orthopädischen Einschränkungen komme eine psychiatrische 

Erkrankung dazu. Die Kosten für das orthopädische Gutachten seien der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (act. G14).

B.f. 

Mit Stellungnahme vom 18. August 2021 hält die Beschwerdegegnerin unter 

Verweis auf die RAD-Stellungnahme vom 11. August 2021 (act. G17.1) am Antrag auf 

Abweisung der Beschwerde fest. Das von der Beschwerdeführerin eingereichte 

orthopädische Gutachten erfülle die Anforderungen der Rechtsprechung an ein 

B.g. 

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beweiskräftiges Gutachten nicht. Es sei nicht geeignet, um Zweifel an der 

versicherungsinternen medizinischen Einschätzung zu wecken (act. G17).

Mit Stellungnahme vom 7. September 2021 macht die Beschwerdeführerin 

geltend, die Beschwerdegegnerin stütze sich nicht auf eigene Untersuchungen, 

sondern auf einen Bericht des Kreisarztes der Suva, der im Zeitpunkt der Verfügung 

vom 26. Juni 2020 eineinhalb Jahre alt gewesen und ohnehin mängelbehaftet sei. Die 

für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit ebenfalls relevante Metatarsale-Fraktur im 

Fuss links sei in der Beurteilung der Suva nicht enthalten. Noch immer finde sich eine 

leichte Schwellung am Fussrücken. Die Beschwerdeführerin habe am 11. Juni 2019 

wegen ihrer Hüftbeschwerden operiert werden müssen. Die Suva habe dies 

fälschlicherweise über den Unfall vom 27. Juni 2019 statt über jenen vom 

26. September 2014 abgerechnet. Allenfalls müsse zusätzlich eine neurologische 

Beurteilung erfolgen, der Fall könne aber anhand des orthopädischen Gutachtens 

beurteilt und eine Rente zugesprochen werden (act. G21).

B.h. 

Am 14. September 2021 (Postaufgabe) reicht die Beschwerdeführerin die 

Rechnungen für die orthopädische Begutachtung sowie die ergänzende Stellungnahme 

Dr. I.___s sowie eine Rechnung von Dr. H.___ ein (act. G25).

B.i. 

Mit Stellungnahme vom 20. September 2021 macht die Beschwerdegegnerin 

geltend, sie habe den Sachverhalt genügend abgeklärt. Das orthopädische 

Parteigutachten von Dr. I.___ sei zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts zum 

Verfügungszeitpunkt weder nötig noch geeignet. Demnach sei die Auferlegung der 

durch den Beizug von Dr. I.___ entstandenen Kosten an die Beschwerdegegnerin nicht 

gerechtfertigt (act. G27).

B.j. 

Mit einer weiteren Ergänzung vom 6. Januar 2022 teilt die Beschwerdeführerin mit, 

die Suva sei auf ihren Entscheid zurückgekommen, weil der Unfall von 2014 im Jahr 

2019 eine Operation zur Folge gehabt habe. Wie weit dieser Rückfall wiederum 

Leistungen der Suva zur Folge haben werde, stehe in den Sternen (act. G29).

B.k. 

Mit Stellungnahme vom 28. Januar 2022 führt die Beschwerdegegnerin aus, es sei 

nicht ersichtlich, inwiefern das Schreiben der Suva vom 17. Dezember 2021 und die 

kreisärztliche Stellungnahme vom 10. November 2021 Zweifel an der bisherigen 

B.l. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie den 

Inhalt der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Einschätzung des RAD wecken sollten. Die Suva habe lediglich nachträglich die 

Kausalität zwischen der Operation vom 11. Juni 2019 und dem Unfall vom 

16. September 2014 bejaht. Die Operation vom 11. Juni 2019 sei dem RAD bekannt 

gewesen und dieser habe dessen Auswirkungen gewürdigt. So habe der RAD in seiner 

Stellungnahme vom 23. Juli 2019, noch vor Kenntnis der bereits durchgeführten 

Operation vom 11. Juni 2019, ausgeführt, eine erneute Operation des Leistennervs 

rechts würde, einen unkomplizierten Verlauf vorausgesetzt, eine lediglich 

vorübergehende Arbeitsunfähigkeit begründen. Den Einschränkungen wegen der 

Nervenschmerzen bds. würde im Rahmen der Adaptionskriterien Rechnung getragen. 

In der nächsten Stellungnahme vom 18. Oktober 2019 habe der RAD dann 

festgehalten, dass wegen Restbeschwerden im Bereich eines Leistennervs rechts am 

11. Juni 2019 eine erneute Neurolyse durchgeführt worden sei. Gemäss Arztzeugnis 

von Dr. C.___ sei auch diese Operation erfolgreich gewesen, sodass nun von Seiten 

der Leistenschmerzen bds. keine Restbeschwerden mehr bestünden. Damit sei der 

Neurolyse vom 11. Juni 2019 zu Recht keine IV-relevante Auswirkung zugesprochen 

worden (act. G33).

Mit Eingabe vom 10. Februar 2022 reicht die Beschwerdeführerin einen weiteren 

Bericht von Dr. H.___ ein (act. G35.2) und führt aus, natürlich sei es ärgerlich für die 

Beschwerdegegnerin, wenn sie die Sache in die Abklärung zurücknehmen müsse. Es 

zeige aber auch keine Grösse, bei einer offensichtlich irrigen eigenen 

Sachverhaltsdarstellung darauf zu beharren, einen Gerichtsentscheid herbeizuführen. 

Die Beschwerdeführerin wäre jedoch auch mit einem vom Gericht in Auftrag 

gegebenen Gutachten beim asim in Basel oder bei der estimed in Zug einverstanden 

(act. G35).

B.m. 

Am 22. April 2022 reicht die Beschwerdeführerin die mit Eingabe vom 6. Januar 

2022 ins Recht gelegten Beilagen erneut ein und ersucht um baldigen Entscheid 

(act. G37).

B.n. 

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Erwägungen

1.  

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das 

Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 

zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 26. Juni 2020) eingetretenen 

Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2021 gültig 

gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit 

Hinweisen). Nachfolgend werden sie daher in dieser Fassung zitiert.

1.1. 

Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

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Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

1.4. 

Die urteilenden Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (Art. 61 lit. c ATSG; BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

1.5. 

Der RAD steht der IV-Stelle für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen 

des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Er legt die für die Invalidenversicherung mass­

gebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicherten Person für die Ausübung einer 

zumutbaren Erwerbstätigkeit oder einer Tätigkeit im Aufgabenbereich fest. Er ist in 

seinem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (vgl. Art. 59 IVG). Nicht 

zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person vom RAD untersucht wird. Der 

RAD führt für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des 

Leistungsanspruchs nur bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen durch. In den 

übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab 

(Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2011, 9C_689/2010, E. 3.1.3; Art. 49 IVV).

1.6. 

Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2021, 9C_127/2021, 

E. 2.2.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen).

1.7. 

Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Person, 

mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von 

der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen regelmässig von 

behandelnden medizinischen Fachpersonen, die in einem auftragsrechtlichen 

1.8. 

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Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sich die behandelnden Ärztinnen und 

Ärzte in erster Linie auf die Behandlung konzentrieren, verfolgen deren Berichte nicht 

den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche 

erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustands und erfüllen deshalb 

kaum je die von der Rechtsprechung verlangten materiellen Anforderungen an ein 

Gutachten. Aus diesen Gründen und aufgrund der vom Bundesgericht postulierten 

Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patienten aussagen, wird im 

Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der 

behandelnden medizinischen Fachpersonen kaum je in Frage kommen. Dies befreit 

das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei 

der auch die von der versicherten Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen 

sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen 

und Ärzte wecken. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen 

Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 

Zweifel gezogen, so genügt deshalb der pauschale Hinweis auf dessen 

auftragsrechtliche Stellung nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Damit die 

versicherte Person eine vernünftige Chance hat, ihre Sache dem Gericht zu 

unterbreiten, ohne gegenüber dem Versicherungsträger klar benachteiligt zu sein, darf 

bei Bestand solcher Zweifel nicht aufgrund der von der versicherten Person 

aufgelegten Berichte einerseits und der versicherungsinternen medizinischen Berichte 

andererseits eine abschliessende Beweiswürdigung vorgenommen werden. Um solche 

Zweifel auszuräumen, wird das Gericht vielmehr entweder ein Gerichtsgutachten 

anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit 

dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 

E. 4.5 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2021, 9C_127/2021, E. 2.2.2).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG). 

Verwaltung und Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 61 

N 107). Sind von zusätzlichen Abklärungen keine entscheidrelevanten Ergebnisse zu 

1.9. 

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2.  

erwarten, darf das Gericht darauf verzichten. Dies verstösst weder gegen den 

Untersuchungsgrundsatz noch gegen den Grundsatz der Waffengleichheit oder den 

Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. Beweisabnahme (antizipierte Beweiswürdigung, 

vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteile des Bundesgerichts vom 10. Januar 2022, 

8C_657/2021, E. 5.4, und vom 14. Mai 2019, 8C_102/2019, E. 5.6).

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.10. 

Da die Beschwerdeführerin sich am 12. September 2018 bei der 

Beschwerdegegnerin anmeldete, konnte ein allfälliger Rentenanspruch frühestens per 

1. März 2019 entstehen (Ablauf der sechsmonatigen Karenzfrist, Art. 29 Abs. 1 IVG). 

Für das vorliegende Verfahren relevant ist deshalb lediglich, ob die Beschwerdeführerin 

zwischen dem 1. März 2019 (Ablauf der Karenzfrist am 12. März 2019) und dem 

26. Juni 2020 (Erlass der angefochtenen Verfügung) das Wartejahr gemäss Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG erfüllt hatte und danach zu mindestens 40 % invalid war (vgl. Art. 28 

Abs. 1 lit. c IVG).

2.1. 

Dr. B.___ setzte sich anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 

29. November 2018 ausführlich mit den geltend gemachten Schmerzen der 

Beschwerdeführerin auseinander und gelangte zum Ergebnis, dass eine schmerzhafte 

Überempfindlichkeit der Operationsgebiete bds. trochantär gegeben war. Die 

Sensibilität sei mit Überempfindlichkeit dauerhaft geschädigt, woraus eine Funktions-, 

Belastungs- und Gebrauchseinschränkung im Bereich des Beckens und der unteren 

Extremitäten resultiere. Diese führte gemäss Dr. B.___ indes nicht zu einer quantitativen 

Reduktion der Arbeitsfähigkeit, sondern lediglich zu den Leiden angepassten 

qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (vgl. Suva-act. 310-5 f.). Dr. B.___ 

berücksichtigte für seine Beurteilung die bis zu jenem Zeitpunkt vorliegenden 

medizinischen Vorakten. Seine Ausführungen erscheinen wohlbegründet und 

nachvollziehbar.

2.2. 

Gestützt auf die damalige Aktenlage, namentlich die kreisärztliche Beurteilung, 

hielt der RAD am 23. Juli 2019 fest, unabhängig von einer erneuten Operation im 

Bereich des Leistennervs rechts werde der Gesundheitszustand aus Sicht des RAD als 

stabil eingeschätzt. Die erneute Operation des Leistennervs rechts bedinge – einen 

unkomplizierten postoperativen Verlauf vorausgesetzt – eine lediglich vorübergehende 

2.3. 

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3.  

Arbeitsunfähigkeit. Den Einschränkungen durch die Nervenschmerzen bds. werde im 

Rahmen der Adaptionskriterien Rechnung getragen. In der Tätigkeit als Reinigungskraft 

bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit gemäss den 

Adaptionskriterien des Kreisarztes bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (IV-act. 37).

Mit Stellungnahme vom 7. November 2019 führte der RAD aus, die Behandlung 

der Neuralgien beider Leistennerven sowie beider Hüftgelenke sei bei subjektiver 

Beschwerdefreiheit bzw. klinisch unauffälligem Befund abgeschlossen. Somit liege kein 

IV-relevanter Gesundheitsschaden vor. Die im Rahmen der kreisärztlichen 

Untersuchung vom 29. November 2018 formulierten Adaptionskriterien könnten nach 

nun auch rechts erfolgreichen Leistennervenoperation deutlich gelockert werden. 

Demnach seien leichte körperliche Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne längere 

Zwangshaltungen für den Rücken, ohne häufiges Hocken, Kauern, Knien, 

Treppensteigen, Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten in einem Pensum von 100 % 

zumutbar. In Anbetracht der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt solle der berufliche 

Einstieg schrittweise erfolgen, anfangs in einem ca. 50%-Pensum (IV-act. 57).

2.4. 

Gestützt hierauf wies die Beschwerdegegnerin das Gesuch um Rentenleistungen 

ab. Nach der kreisärztlichen Untersuchung gingen diverse Arztberichte ein. Die 

Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, ihr Gesundheitszustand sei 

unzureichend abgeklärt worden. Im Fragebogen zur Rentenabklärung vom 12. März 

2019 nannte sie lediglich die Dres. H.___, C.___ und D.___ als behandelnde Ärzte, 

(wobei sie angab, Dr. H.___ ca. zweimal pro Monat zu besuchen und zuletzt im Juli 

2018 an einer Therapie teilgenommen zu haben; vgl. IV-act. 30; vgl. auch Suva-

act. 310-4, Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der kreisärztlichen 

Untersuchung, wonach sie keine Therapien mehr mache, da diese nur schmerzhaft 

seien und nur Dafalgan bei Bedarf einnehme, alle anderen Schmerzmittel hätten keine 

Besserung erbracht). Demnach ist vorliegend zu prüfen, ob der Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin spruchreif abgeklärt wurde.

2.5. 

 3.1. 

Mit Bericht vom 26. April 2019 gab der Hausarzt Dr. H.___ gegenüber der 

Beschwerdegegnerin an, die Beschwerdeführerin leide an einem persistierenden 

ausgeprägten Schmerzsyndrom und Bewegungseinschränkungen beider Hüften. 

Wegen Wirkungslosigkeit bestehe derzeit keine Medikation. Einer Eingliederung 

würden Schmerzen, eine Bewegungseinschränkung der Hüftgelenke und fehlende 

3.1.1. 

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Ressourcen im Wege stehen (IV-act. 33). Dr. H.___ führte im Bericht vom 24. April 2020 

aus, der Zustand sei unverändert. Die Therapiemöglichkeiten seien ausgeschöpft. Die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage in einer angepassten Tätigkeit zeitlich 

maximal 30-40 % und die Leistungsfähigkeit sei schmerzbedingt um 50 % reduziert 

(IV-act. 72).

In dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 7. Juli 2020 äussert 

Dr. H.___, die Beschwerdeführerin stehe seit 2009 in seiner hausärztlichen Behandlung. 

Alle krankheits- und unfallbedingten Episoden hätten einen dem jeweiligen 

Krankheitsbild adäquaten Verlauf gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe sich stets um 

rasche Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess bemüht. Das Beschwerdebild nach 

dem Unfall vom 16. September 2014 sei völlig anders verlaufen. Die Beschwerden 

aufgrund der Weichteilverletzung würden persistieren. Dass die Behandlung mit 

Antidepressiva und schmerzmodulierenden Medikamenten wegen Wirkungslosigkeit 

eingestellt worden sei, deute seiner Ansicht nach auf einen somatischen Ursprung der 

Schmerzen. Die Beschwerdeführerin habe alle Therapiemassnahmen gewissenhaft 

befolgt und sei immer wieder zu einem Arbeitsversuch bereit gewesen. Ihre 

Leistungsfähigkeit sei schmerzbedingt sehr eingeschränkt. Er habe die 

Beschwerdeführerin Ende April 2020 zur schmerzmodulierenden Behandlung an die 

Klinik G.___ überwiesen, um wenigstens den Umgang mit den bestehenden Schmerzen 

zu verbessern. Die Behandlung könne pandemiebedingt allerdings erst jetzt realisiert 

werden. Eine Besserung erscheine wenig wahrscheinlich. Dr. B.___ "schwadroniere" 

fast ausschliesslich über Hüftgelenksverletzungen, obwohl die Schädigung in den 

Nerv- und Weichteilverletzungen bestehe. Er erwähne nur die Nervschädigung, lasse 

aber alle anderen Weichteilschädigungen ausser Acht, einschliesslich der Frage eines 

iatrogenen Schadens und der konsekutiven chronischen Schmerzstörung. Die 

Leistungsfähigkeit in optimal behinderungsangepasster Tätigkeit könne bei maximal 

50 % liegen, wenn häufige Positionswechsel möglich seien sowie Tätigkeiten mit 

gebeugtem Oberkörper oder langem Stehen vermieden würden (act. G35.2).

3.1.2. 

Dr. H.___ führte demnach keine Therapien durch und verschrieb (abgesehen von 

Dafalgan nach Bedarf) keine Medikation. Er objektivierte die Schmerzangaben, welche 

die Beschwerdeführerin ihm gegenüber offenbar machte, nicht durch nachvollziehbare 

klinische oder bildgebende Befunde. Die Diagnosen (Schmerzsyndrom/Bewegungsein­

schränkung Hüfte) und seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

sind folglich nicht überzeugend begründet, sodass für das vorliegende Verfahren nicht 

darauf abgestellt werden kann. Daran ändert nichts, dass bis zum Unfall vom 

16. September 2014 bei der Beschwerdeführerin stets adäquate Krankheitsverläufe 

3.1.3. 

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auftraten. Daraus, dass die antidepressive und schmerzmodulierende Medikation 

offenbar nicht die gewünschte Wirkung bei der Beschwerdeführerin erreichte, kann 

entgegen der Ansicht von Dr. H.___ nicht abgeleitet werden, die Schmerzen seien 

somatischen Ursprungs, zumal Dr. H.___ keine somatische Ursache für das von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachte Ausmass der Schmerzen darlegen konnte. 

Soweit Dr. H.___ in seinem Bericht vom 7. Juli 2020 kritisiert, Dr. B.___ habe fast 

ausschliesslich über Hüftgelenksverletzungen "schwadroniert", kann ihm nicht gefolgt 

werden. Dr. B.___ hat sich nämlich auch ausführlich zu den Bursitiden, 

Narbenschmerzen, Nervenschmerzen und der schmerzhaften Hyperempfindlichkeit 

und Hyperästhesie geäussert (vgl. insbesondere Suva-act. 310-5 f.). Somit sind die 

Angaben des Hausarztes nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an der Einschätzung 

des RAD zu wecken.

 3.2. 

Dem Arztbericht von Dr. C.___ vom 6. Mai 2019 in Verbindung mit früheren 

Einträgen in die Krankengeschichte, lässt sich entnehmen, dass bei der 

Beschwerdeführerin im Bereich des Nervus cutaneus femoris lateralis links im 

Nachgang zur Operation vom 22. August 2017 (Dekompression, Suva-act. 160-8) 

Beschwerdefreiheit erzielt werden konnte, während durch die Operation vom 

30. Januar 2018 (Neurolyse rechts, Suva-act. 177) die Beschwerden im Bereich des 

Nervus cutaneus femoris lateralis rechts insofern verbessert werden konnten, als kein 

Ruheschmerz mehr, sondern nur noch Restbeschwerden bei Druck bestanden. Die 

Schmerzen in der Region der Trochanteren betreffend äusserte Dr. C.___, deren 

Ursachen seien ihm nicht klar. Er hatte die Beschwerdeführerin zu diesbezüglichen 

Abklärungen an Dr. D.___ verwiesen (vgl. IV-act. 35 i.V.m. IV-act. 8-12 f.).

3.2.1. 

Dr. C.___ stellte nach der kreisärztlichen Begutachtung keine neuen Diagnosen 

und erhob auch keine neuen Befunde. Er hielt im Wesentlichen fest, die 

Beschwerdeführerin habe einfach Schmerzen (vgl. hierzu insbesondere IV-act. 8-12), 

ohne die Schmerzangaben der Beschwerdeführerin indes weitergehender als Dr. B.___ 

zu objektivieren. Es ist deshalb mit dem RAD davon auszugehen, dass die Schmerzen 

der Beschwerdeführerin im Bereich des Nervus cutaneus femoris lateralis bds. 

jedenfalls seit November 2018 (kreisärztliche Untersuchung) keine Arbeitsunfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit zur Folge hatten.

3.2.2. 

Am 11. Juni 2019 führte Dr. C.___ eine erneute Neurolyse des Nervus cutaneus 

femoris lateralis rechts durch (IV-act. 40-4). Mit Arztbericht vom 25. September 2019 

stellte er fest, bezüglich Kompressionsneuropathien im Bereich beider Cutanei femoris 

3.2.3. 

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habe die Beschwerdeführerin bei ihm in der Behandlung gestanden. Die Neurolysen 

hätten gewirkt (IV-act. 47). Demnach hatte Dr. C.___ die Behandlung der 

Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt abgeschlossen. Nachdem somit im September 

2019 im Bereich beider Leistennerven Beschwerdefreiheit hatte erzielt werden können, 

kann daraus spätestens ab jenem Zeitpunkt ohnehin keine Arbeitsunfähigkeit mehr 

abgeleitet werden.

Zwischen der Neurolyse vom 11. Juni 2019 und dem Bericht Dr. C.___s vom 

25. September 2019, aus welchem der Abschluss der Behandlung hervorgeht, sind 

knapp dreieinhalb Monate vergangen, sodass die Operation überwiegend 

wahrscheinlich keine über mindestens drei Monate andauernde stabile vollständige 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Die Einschätzung des RAD, wonach bei 

unkompliziertem postoperativen Verlauf durch die erneute Operation des Leistennervs 

lediglich vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit eintrete (IV-act. 37-3), war folglich 

korrekt. Demnach konnten diese Behandlung unabhängig davon, ob die übrigen 

Voraussetzungen erfüllt waren oder nicht, keinen Anspruch auf eine befristete Rente 

auslösen (vgl. hierzu Art. 88a Abs. 2 IVV). Die von Dr. C.___ behandelten Beschwerden 

im Bereich beider Nervi cutanei femoris lateralis hatten somit keine rentenrelevante 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge.

3.2.4. 

 3.3. 

Betreffend Beschwerden im Bereich der Trochanteren überwies Dr. C.___ die 

Beschwerdeführerin an Dr. D.___. Dieser stellte im Bericht vom 13. November 2018 

fest, alle bisherigen Behandlungen durch Dr. C.___ und ihn hätten die Beschwerden 

der Beschwerdeführerin nicht wirklich wesentlich verbessert. Seines Erachtens mache 

eine weitere Diagnostik oder Therapie im Augenblick keinen Sinn. Man scheine einen 

Endzustand erreicht zu haben.

3.3.1. 

Dr. D.___ stellte keine eigenen Diagnosen, sondern wies lediglich auf einen 

Status nach Neurolyse Nervus cutaneus femoris lateralis rechts vom 30. Januar 2018 

mit Rezidiv hin (vgl. IV-act. 50-2). Erfreulicherweise konnte Dr. C.___ danach, wie 

voranstehend dargelegt, betreffend Leistennerven noch eine Besserung bei der 

Beschwerdeführerin erzielen. Betreffend Schmerzen im Bereich der Trochanteren ist 

jedoch festzuhalten, dass Dr. D.___ hierfür keine Ursache fand und die Behandlung 

abschloss. Er stellte mithin insbesondere gerade keine orthopädischen Diagnosen, 

welche eine Bewegungseinschränkung oder ein Schmerzgeschehen erklären würden. 

Somit sind seine Ausführungen nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an der 

Einschätzung des RAD zu wecken.

3.3.2. 

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4.  

Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, bei der Einschätzung der Arbeits­

fähigkeit sei zu Unrecht nicht berücksichtigt worden, dass sie am 27. Juni 2019 eine 

metatarsale V-Fraktur am Fuss rechts erlitten habe (vgl. act. G21), kann ihr nicht gefolgt 

werden. Denn bereits einen Monat nach diesem Unfall zeigte sich bei nur 

angedeutetem Hämatom im Bereich des Rückfusses ein sehr erfreulicher Verlauf mit 

praktisch beschwerdefreier Beschwerdeführerin (vgl. act. G21.3). Schon Anfang 

September 2019 war die Beschwerdeführerin im Alltagsschuh wieder schmerzfrei 

unterwegs (vgl. IV-act. 56). Dr. E.___ hielt auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin im 

Oktober 2019 fest, die Fraktur sei geheilt und Einschränkungen durch sie nicht zu 

erwarten (IV-act. 54-3; vgl. auch IV-act. 58, Bericht vom 5. November 2019, mit 

welchem Dr. E.___ noch einmal bestätigte, dass keine Einschränkungen für die Zukunft 

zu erwarten seien). Auch wenn, wie die Beschwerdeführerin gestützt auf die 

Untersuchung Dr. I.___s geltend macht, eine diskrete Schwellung am Fussrücken 

verblieben ist (vgl. act. G21), wirkt sich diese als solche nicht auf die Arbeitsfähigkeit 

aus.

3.4. 

Die Beschwerdeführerin bringt vor, wie schon das KSSG gehe auch Dr. F.___ von 

einer psychiatrischen Begleiterkrankung aus (act. G8).

4.1. 

Soweit aus den Akten ersichtlich, besuchte die Beschwerdeführerin nur einmal am 

21. Dezember 2016 die ambulante Sprechstunde der Klinik für Psychosomatik des 

KSSG. Anlässlich dieser Sprechstunde gab sie an, sie sei nie psychisch krank gewesen 

und habe noch nie einen Psychiater oder Psychologen konsultiert. Sie sehe ihre 

Erkrankung auch nicht als psychisch (vgl. Suva-act. 319-12). Zwar wurde seitens des 

KSSG eine Behandlung mit Cymbalta empfohlen (vgl. Suva-act. 319-13). In den Akten 

findet sich indes kein Hinweis darauf, dass diese Behandlung durchgeführt oder die 

Beschwerdeführerin erneut in der ambulanten Sprechstunde der Klinik für 

Psychosomatik vorstellig geworden wäre.

4.2. 

Unklar ist, in welchem Umfang der Ärzteschaft der Klinik für Psychosomatik die 

medizinischen Vorakten bekannt waren und ob die Diagnose dementsprechend unter 

Berücksichtigung der Gesamtsituation erging. Auch wenn die anlässlich der 

erstmaligen Sprechstunde gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 

körperlichen und psychischen Faktoren in der Folge teilweise auch von anderen 

Behandlern aufgeführt wurde, blieb die Beschwerdeführerin, soweit aus den Akten 

ersichtlich, ohne entsprechende Behandlung und es wurden keine vertieften 

Abklärungen in diesem Bereich vorgenommen. Namentlich äusserten weder Dr. C.___ 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/23

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noch Dr. D.___, dass eine psychiatrische Erkrankung berücksichtigt werden müsste. 

Die Diagnose scheint demnach für die weitere Behandlung zumindest von den 

Fachärzten verworfen worden zu sein. Dr. H.___ macht mit dem erst am Ende des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht vom 7. Juli 2020 

(act. G35.2) geltend, er habe die Beschwerdeführerin zur schmerzmodulierenden 

Behandlung an die Klinik G.___ überwiesen. Dies geschah mithin erst rund fünfeinhalb 

Jahre nach dem Unfallereignis (16. September 2014) und die Therapie dort wurde vor 

Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 26. Juni 2020 noch nicht 

aufgenommen (vgl. dazu E. 4.5 nachstehend).

Auffallend ist zudem, dass die Schmerzstörung Ende 2016 zu einer Zeit 

diagnostiziert wurde, in welcher die Beschwerdeführerin für eine längere Periode keine 

Taggelder der Suva bezog (vgl. hierzu Suva-act. 244). Selbst wenn sich die Diagnose 

durch weitere medizinische Akten bestätigen liesse, würde sie also offenbar die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, die nach eigenen Angaben im Jahr 2016 zu 

60 % arbeitete und parallel den Haushalt für eine fünfköpfige Familie führte (vgl. hierzu 

Suva-act. 319-12), nicht beeinträchtigen.

4.4. 

Die Diagnose des KSSG wurde denn auch nicht von Dr. F.___, Klinik G.___, 

übernommen. Dieser stellte in seinem Bericht vom 28. August 2020 (mithin nach Erlass 

der Verfügung vom 26. Juni 2020, IV-act. 79) im Sinne einer vorläufigen Beurteilung 

vielmehr die Diagnose einer stressbedingten/reaktiven (schmerzbedingten) 

generalisierten Angststörung (IV-act. 80-3). Wiederum erfolgte diese Beurteilung bereits 

nach einem einzigen Gespräch mit der Beschwerdeführerin zwei Tage vor der 

Berichterstattung. Dr. F.___ hielt denn auch transparent fest, dass es sich lediglich um 

eine vorläufige Beurteilung handle. Zudem ist unklar, inwiefern Dr. F.___ mit der 

Krankengeschichte der Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt bereits vertraut war. 

Zwar empfahl er die Einleitung einer Gesprächstherapie und die Aufnahme einer 

Medikation mit Zoldorm und Solian (IV-act. 80-3). Angesichts dessen, dass die 

Beschwerdeführerin mit der Replik vom 3. Dezember 2020 (act. G8) lediglich den 

Bericht Dr. F.___s vom 28. August 2020 einreichte, jedoch weder zu diesem noch zu 

einem späteren Zeitpunkt weitere Unterlagen über eine allfällige psychiatrische 

Erkrankung, ist anzunehmen, dass die von Dr. F.___ vorgeschlagene Behandlung in der 

Folge nicht aufgenommen wurde. Dementsprechend finden sich denn auch in den 

Dr. I.___ zur Verfügung gestellten Akten keine neueren psychiatrischen Akten (vgl. 

act. G14.1, S. 8) und kein Hinweis auf eine psychiatrische Medikation (lediglich 

Dafalgan ein bis zweimal pro Tag bei Bedarf, vgl. act. G14.1, S. 11). Daran vermag die 

Aussage Dr. H.___s anlässlich seines Berichts vom 7. Juli 2020, wonach die 

4.5. 

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5.  

Behandlung in der Klinik G.___ pandemiebedingt erst verzögert habe aufgenommen 

werden können, nichts zu ändern. Denn zwischen der Überweisung Dr. H.___s vom 

April 2020 und dem Abschluss des Schriftenwechsels im vorliegenden Verfahren sind 

rund zwei Jahre vergangen, sodass auch mit Blick auf die Covid-19-Epidemie nicht von 

einer blossen Verzögerung der Aufnahme der Therapie ausgegangen werden kann, 

zumal die Beschwerdeführerin noch bis Februar 2022 laufend Arztberichte eingereicht 

hat.

Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin lediglich im Dezember 2016 und 

im August 2020 je eine Sprechstunde bei der Klinik für Psychosomatik am KSSG bzw. 

bei Dr. F.___ besucht, sich jedoch nie einer psychiatrischen Behandlung unterzogen. 

Eine rentenrelevante psychiatrische Begleiterkrankung erscheint daher nicht 

überwiegend wahrscheinlich, sodass die Berichte der Klinik für Psychosomatik am 

KSSG und von Dr. F.___ keine auch nur geringen Zweifel an der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD zu wecken vermögen.

4.6. 

Die Beschwerdeführerin liess ein orthopädisches Parteigutachten durch Dr. I.___ 

erstellen, welches vom 6. Juli 2021 datiert (act. G14.1). Gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung geniesst ein Privatgutachten als Parteigutachten 

nicht den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder Sozialversicherungsträger nach dem 

vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten. Es gibt auch keinen Anspruch 

der versicherten Person, abschliessend nach einem Parteigutachten beurteilt zu 

werden, genauso wenig wie die rechtsanwendenden Behörden ein solches allein mit 

Blick auf diese Eigenschaft unbeachtet lassen dürfen (Urteil des Bundesgerichts vom 

7. August 2018, 8C_200/2018, E. 6.2 mit Hinweisen).

5.1. 

Das orthopädische Parteigutachten wurde vorliegend nicht in Kenntnis der 

vollständigen medizinischen Vorakten erstellt. Auch wenn Dr. I.___ diesbezüglich später 

ausführte, die Bereitstellung weiterer Aktenunterlagen ergebe keine Änderung seiner 

Beurteilung, wirkt sich die Unvollständigkeit der zur Verfügung gestellten Vorgeschichte 

negativ auf den Beweiswert des Gutachtens aus, zumal Dr. I.___ sich als Folge davon 

nicht fachlich vertieft mit der divergierenden Meinung des Kreisarztes und des RAD 

auseinandersetzte. Hinzu tritt, dass der Privatgutachter die Schmerzen der 

Beschwerdeführerin nicht mittels Bildgebung objektivieren, mithin keine somatische 

Ursache dafür aufzeigen konnte. Wenngleich er sich auf seinen klinischen 

Untersuchungsbefund beruft, stützte er sich im Endeffekt doch lediglich auf die 

subjektiven Schmerzangaben der Beschwerdeführerin, die ihm glaubhaft erschienen 

5.2. 

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(vgl. act. G14.1). Indem Dr. I.___ eine Veränderung der Schmerzsymptomatik beschrieb 

(ohne jedoch medizinische Ursachen hierfür aufzeigen zu können), ist zudem fraglich, 

ob überhaupt noch der gleiche Gesundheitszustand vorlag wie zum Zeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung. Eine allfällige Veränderung des Gesundheitszustands seit 

Verfügungserlass dürfte für das vorliegende Verfahren nicht berücksichtigt werden. 

Vielmehr wäre eine Verschlechterung des Gesundheitszustands nach Erlass der 

angefochtenen Verfügung im Rahmen einer Neuanmeldung geltend zu machen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2018, 8C_562/2018, E. 3.2).

Bei den von Dr. I.___ gestellten Diagnosen fällt sodann auf, dass weitgehend der 

Zustand nach Behandlungen aufgeführt (Z.n. Bursektomie, Nervendekompression, 

Neurolyse) und eine Verdachtsdiagnose (V.a. Rezidiv-Kompressionsneuropathie) 

genannt wird. Als einzige aktuelle Hauptdiagnose wird ein Schmerzsyndrom genannt, 

ohne dass jedoch die Ursachen der Schmerzen nachvollziehbar dargelegt werden. 

Namentlich hat der orthopädische Privatgutachter kein organisch-orthopädisches 

Korrelat hierfür beschrieben (vgl. act. G14.1, S. 17 f. und S. 20 f.). Dr. I.___ vertritt 

sodann die Auffassung, dass die Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausschliesslich 

Folge des Unfalls vom 16. September 2014 ist (act. G14.1, S. 22). Wird dieser Ansicht 

gefolgt, so verfängt das Argument der Beschwerdeführerin, bei der kreisärztlichen 

Untersuchung seien nur die Unfallfolgen berücksichtigt worden, wohingegen im IV-

Verfahren weitere gesundheitliche Einschränkungen zu beachten seien (vgl. act. G8) 

nicht. Die Unfallfolgen einschliesslich der von der Beschwerdeführerin geltend 

gemachten Schmerzen wurden von Dr. B.___ in der kreisärztlichen Beurteilung 

ausführlich gewürdigt und einleuchtend beurteilt.

5.3. 

Nicht nachvollziehbar ist sodann die Einschätzung Dr. I.___s betreffend die 

Leistungsfähigkeit von bloss 40 % im Aufgabenbereich Haushalt. Zwar listete er 

verschiedene Tätigkeiten im Haushalt auf und hielt fest, ob die Beschwerdeführerin in 

diesen Tätigkeiten leicht, mittel oder schwer eingeschränkt sei (vgl. act. G14.1, S. 23 f.). 

Da die Beschwerdeführerin in der Zeiteinteilung und Organisation des Haushalts frei ist, 

sind die weitgehenden Einschränkungen jedoch wenig einleuchtend, zumal Dr. I.___ 

sämtliche gesundheitlichen Einschränkungen auf den Unfall aus dem Jahr 2014 

zurückführte, die Beschwerdeführerin im Dezember 2016 noch angegeben hatte, den 

Haushalt selbständig zu erledigen (vgl. Suva-act. 319-12) und sich die gesundheitliche 

Problematik seither zwar etwas gewandelt hat, die Beschwerden aber nach wie vor die 

gleichen Bereiche betrafen (Hüfte/Leistengegend).

5.4. 

Zusammenfassend ergeben sich aus der Privatbegutachtung keine wesentlichen 

neuen Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vor bzw. 

5.5. 

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6.  

bis zum Verfügungszeitpunkt, sodass auf die Einschätzung des RAD abgestellt werden 

kann.

 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die von Dr. I.___ vertretene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70 % sei aufgrund ihres Alters und langen Abwesenheit 

vom Arbeitsmarkt nicht verwertbar (vgl. act. G14) ist darauf hinzuweisen, dass für die 

Verwertung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt 

massgebend ist (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei 

um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich 

der Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. 

Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem 

Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen 

Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen 

offenhält und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4; BGE 110 V 273 E. 4b; 

ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Mit Blick auf die Massgeblichkeit des theoretisch 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht 

leichthin anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 

9C_485/2014, E. 3.3.1). Hilfsarbeiten werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. Juni 2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Angesichts der strengen 

Bundesgerichtspraxis sind die Hürden für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

auch bei älteren Arbeitnehmenden hoch (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

30. Dezember 2015, 9C_847/2015, E. 4; zur Rechtsprechung des Bundesgerichtes vgl. 

auch Entscheid des Versicherungsgerichts vom 7. Dezember 2017, IV 2015/384, 

E. 3.3.2). Das Alter der Beschwerdeführerin führt deshalb vorliegend ebenso wenig zu 

einer Unverwertbarkeit ihrer Arbeitsfähigkeit wie ihre jahrelange Abwesenheit vom 

Arbeitsmarkt.

5.6. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, aus den Z.___-Berichten vom 

29. November 2019 und 14. Februar 2020 gehe hervor, dass sie trotz hoher Motivation 

ihre Arbeitsfähigkeit nicht über 50 % habe steigern können. Dem kann nicht gefolgt 

werden. Die Beschwerdeführerin wurde nicht von der Beschwerdegegnerin, sondern 

vom RAV dem Einsatzprogramm der Z.___ zugewiesen. Ziel dieses Einsatzes war nicht 

die Abklärung des Gesundheitszustands oder die Steigerung der Leistungsfähigkeit. Es 

erfolgte denn auch keine medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Seitens der 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/23

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7.  

Programmleitung wurde lediglich vermerkt, die Beschwerdeführerin jammere nie, 

äussere aber, permanent unter Schmerzen zu leiden. Die Beschwerdeführerin fehlte nie 

("keine einzige Absenz") und konnte nebst dem Einsatzprogramm bei der Z.___ auch 

noch die Sprachschule J.___ zweimal wöchentlich besuchen (vgl. zum Ganzen Suva-

act. 321 f.). Insgesamt lässt sich aus den Beurteilungsbögen der Z.___ (Suva-act. 231 

f.) somit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten. Im Übrigen äusserte auch 

Dr. I.___, es sei aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar, dass eine Steigerung 

des Arbeitspensums bei der Z.___ nicht möglich gewesen sein solle, denn die 

Beschwerdeführerin habe dort eine adaptierte Tätigkeit ausgeübt. Sie habe versichert, 

dass sie die Arbeiten bei der Z.___ uneingeschränkt habe verrichten können 

(act. G14.1, S. 23).

Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, auch der RAD habe eine 

Arbeitsaufnahme im Umfang von 50 % empfohlen, sodass zumindest eine befristete 

Rente zu sprechen sei (act. G8), ist ihr entgegenzuhalten, dass der RAD einen 

schrittweisen beruflichen Einstieg nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern wegen 

des IV-fremden Grunds der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt empfahl (vgl. IV-

act. 57). Daraus kann kein Anspruch auf befristete Rente abgeleitet werden.

6.2. 

Wie sich aus den voranstehenden Ausführungen ergibt und wie auch die 

Beschwerdegegnerin korrekt dargelegt hat (vgl. act. G33), wurde die Operation vom 

11. Juni 2019 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin 

durchaus berücksichtigt. Auf welchen Unfall der Beschwerdeführerin sie 

zurückzuführen ist, ist für das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren nicht weiter 

von Belang.

6.3. 

Die Beschwerdeführerin bringt immer wieder vor, sie leide unter Dauerschmerzen, 

welche ihr eine Erwerbstätigkeit verunmöglichen würden. Gestützt auf die 

voranstehenden Erwägungen ist an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich 

festzuhalten, dass es sich bei den Schmerzangaben der Beschwerdeführerin um ihre 

subjektive Schilderung handelt. Den geltend gemachten Schmerzen konnte weder ein 

somatisches noch ein psychisches Korrelat gegenübergestellt werden und eine 

therapeutische oder medikamentöse Behandlung findet nicht statt.

6.4. 

Nach dem Gesagten vermögen die Berichte der behandelnden Arztpersonen und 

das orthopädische Privatgutachten Dr. I.___s keine auch nur geringen Zweifel an der 

medizinischen Einschätzung des RAD zu wecken. Eine Veränderung des 

Gesundheitszustands ist nicht ausgewiesen. Von neuerlichen medizinischen 

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/23

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt unter Anrechnung des Kostenvorschusses von 

Fr. 600.-- die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--.

Abklärungen sind keine rentenrelevanten Ergebnisse zu erwarten, sodass davon 

abzusehen ist. Auf die Ergebnisse der kreisärztlichen Untersuchung bzw. die 

Einschätzung des RAD betreffend Arbeitsfähigkeit ist somit abzustellen.

Die Berechnung des Invaliditätsgrades der Beschwerdegegnerin ist korrekt und 

wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Selbst wenn im Übrigen auf das 

Privatgutachten Dr. I.___s insofern abgestellt würde, als eine Arbeitsfähigkeit von 

lediglich 70 % in einer adaptierten Tätigkeit angenommen würde (wobei für den 

Aufgabenbereich aber, wie bereits dargelegt, nicht von einer tieferen Leistungsfähigkeit 

ausgegangen werden dürfte, vgl. E. 5.4 vorstehend), würde sich kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad ergeben.

7.2. 

Die Beschwerde ist somit vollumfänglich abzuweisen. Da die Beschwerdegegnerin 

den medizinischen Sachverhalt hinreichend abgeklärt hatte und von der 

orthopädischen Begutachtung zum Vornherein keine entscheidrelevanten neuen 

Erkenntnisse zu erwarten waren zumal die Beschwerdeführerin sich im Vorfeld dazu 

nicht einmal in orthopädischer Behandlung befunden hatte, verbleiben die Kosten der 

Privatbegutachtung wie auch der Rechnungsbetrag des Hausarztes bei der 

Beschwerdeführerin.

7.3. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. Da die Beschwerdeführerin 

vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr ihr aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der von ihr geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

7.4. 

bis 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2022
	Art. 7 und 61 ATSG, Art. 28 und 59 IVG und Art. 49 und 88a IVV Fehlt es an konkreten und differenzierten Einwänden gegen die ausführliche und nachvollziehbare Einschätzung des Kreisarztes und des RAD, so genügt der pauschale Hinweis der Beschwerdeführerin auf ihre Dauerschmerzen nicht, um auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellung zu wecken (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2022, IV 2020/183).

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