# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52f6dc42-1d73-5dd2-b7b9-fff6d0804ec4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.11.2014 SB140279
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140279_2014-11-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB140279-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz und  

Dr. iur. D. Schwander sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Laufer 

Beschluss vom 24. November 2014 

in Sachen 
 
1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
 

Privatkläger und Berufungskläger 

1, 2, 3 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

sowie 
 
 
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. J. Boll 

Anklägerin 
 
 

gegen 
 
D._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

 

betreffend 

mehrfacher Pfändungsbetrug etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung -  
Einzelgericht, vom 28. April 2014 (GG130232) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung - Einzelgericht, vom 

28. April 2014 wurde der Beschuldigte des mehrfachen Pfändungsbetrugs im  

Sinne von Art. 163 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und 5 StGB sowie der 

Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 

Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 4 und 5 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf 

des Pfändungsbetrugs bezüglich der Anklageziffern I.a., I.b. und I.e. wurde der 

Beschuldigte freigesprochen (Dispositivziffern 1 und 2). Der Beschuldigte wurde 

bestraft mit einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– (Probe-

zeit zwei Jahre) sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.– (Dispositivziffern 3 und 4). 

Die Vorinstanz hob die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Grundbuchsperre 

auf und verwies die Privatkläger mit ihren Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses (Dispositivziffern 6 und 7). Die Kosten der Untersuchung und 

des gerichtlichen Verfahrens wurden zu zwei Dritteln dem Beschuldigten auferlegt 

und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen (Dispositivziffer 9). 

1.2. Gegen dieses Urteil, das den Parteien schriftlich im Dispositiv eröffnet wur-

de (Prot. I S. 8), meldeten die Privatkläger mit Eingabe vom 9. Mai 2014 fristge-

recht Berufung an (Urk. 68/1; Urk. 69). Am 5. Juni 2014 wurde den Privatklägern 

das begründete Urteil zugestellt (Urk. 72/3). Die Berufungserklärung der Privat-

kläger erfolgte mit Eingabe vom 24. Juni 2014 (Urk. 74) und damit innert der 

zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO. In der Berufungserklärung stellte 

der Vertreter der Privatkläger diverse Beweisanträge. Er machte sodann geltend, 

die Privatkläger seien nicht ordnungsgemäss zur erstinstanzlichen Hauptverhand-

lung vorgeladen worden. Dadurch sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt 

worden (Urk. 74 S. 3 f.). Mit Präsidialverfügung vom 2. Juli 2014 wurde den Pri-

vatklägern Frist angesetzt, um mitzuteilen, ob aufgrund des geltend gemachten 

Verfahrensmangels eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz verlangt 

wird (Urk. 78). Mit Eingabe vom 18. Juli 2014 teilte der Vertreter der Privatkläger 

mit, eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz werde nicht als  

zwingend notwendig erachtet, da das Berufungsgericht über volle Kognition  

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verfüge und eigene Beweisaufnahmen durchführen könne. Eine Heilung der  

Gehörsverletzung sei deshalb möglich, wenn alle dafür nötigen Massnahmen vom 

Berufungsgericht getroffen würden. Der Entscheid über das weitere Vorgehen 

werde aber dem Gericht überlassen (Urk. 80 S. 1). 

Mit Präsidialverfügung vom 25. Juli 2014 wurde die Berufungserklärung der  

Privatkläger dem Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft zugestellt, um  

gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die  

Berufung zu beantragen. Sodann wurde ihnen Frist angesetzt, um zu den  

Beweisanträgen der Privatkläger und zur Frage einer allfälligen Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz Stellung zu nehmen (Urk. 83). Mit Eingabe vom 

18. August 2014 teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie verzichte auf die Erhebung 

einer Anschlussberufung und beantrage, auf eine Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz zu verzichten (Urk. 87). Die Staatsanwaltschaft führte aus, die Privat-

kläger würden eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend machen, da sie vor 

Vorinstanz keine Gelegenheit gehabt hätten, dem Beschuldigten Ergänzungs-

fragen zu stellen. In der Berufungsverhandlung sei es üblich, dass die Parteien 

dem Beschuldigten Ergänzungsfragen stellen könnten. Die Privatkläger könnten 

ihre Fragen bei dieser Gelegenheit stellen. Eine Rückweisung des Verfahrens an 

die Vorinstanz einzig zur Stellung von Ergänzungsfragen sei unverhältnismässig 

und nicht ökonomisch. Zudem erachte der Vertreter der Privatkläger eine Rück-

weisung des Verfahrens an die Vorinstanz nicht als zwingend notwendig (Urk. 87 

S. 1). Die Eingabe der Staatsanwaltschaft wurde in der Folge dem Beschuldigten 

und den Privatklägern zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 91). Der 

Beschuldigte teilte hierauf mit, die Privatkläger seien an der Hauptverhandlung 

vom 25. März 2014 nicht erschienen. Es sei deshalb selbstverschuldet, dass 

ihnen das rechtliche Gehör nicht gewährt worden sei (Urk. 93). Der Vertreter der 

Privatkläger führte in seiner Eingabe vom 19. September 2014 aus, die Staats-

anwaltschaft räume in ihrer Stellungnahme implizit ein, dass der Anspruch der 

Privatkläger auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Damit stehe fest, dass die 

Privatkläger Berufung hätten erheben müssen, um ihren Anspruch auf rechtliches 

Gehör durchzusetzen. Die Beantwortung der Frage, in welcher Form (durch 

Rückweisung an die erste Instanz oder im Rahmen des Berufungsverfahrens) die 

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Gehörsverletzung geheilt werde, werde dem Gericht überlassen (Urk. 97). Mit 

Präsidialverfügung vom 3. Oktober 2014 wurde den Parteien schliesslich Frist  

angesetzt, um zu der an den Vertreter der Privatkläger adressierten Vorladung 

(Urk. 62/1) Stellung zu nehmen (Urk. 100). Die Stellungnahmen des Vertreters 

der Privatkläger sowie der Staatsanwaltschaft erfolgten mit Eingaben vom 

22. Oktober 2014 und 27. Oktober 2014 (Urk. 102; Urk. 104). 

2. Erstinstanzliches Verfahren 

2.1. Der Vertreter der Privatkläger macht wie erwähnt geltend, die Privatkläger 

seien nicht ordnungsgemäss zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorgeladen 

worden. Der Privatklägerschaft komme Parteistellung zu. Als Partei habe sie  

Anspruch auf rechtliches Gehör. Indem den Privatklägern keine Gelegenheit  

gegeben worden sei, an der Hauptverhandlung teilzunehmen, sei dieser  

Anspruch verletzt worden (Urk. 74 S. 3 f.; Urk. 80 S. 1; Urk. 97). 

2.2. Gemäss Art. 107 Abs. 1 StPO haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Dieser Anspruch umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Ver-

fahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. Bevor die 

Behörde einen Entscheid trifft, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift, 

hat sie ihn davon in Kenntnis zu setzen und ihm Gelegenheit zu geben, sich vor-

gängig zu äussern (BGE 126 IV 130 E. 2b). Zum Anspruch auf rechtliches Gehör 

gehört namentlich das Recht der Parteien, an Verfahrenshandlungen teilzuneh-

men (Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Die Parteien sind deshalb zu Verfahrenshand-

lungen, an denen sie teilnahmeberechtigt sind, ordnungsgemäss vorzuladen 

(BSK StPO-Vest/Horber, Art. 107 N 22). Gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. d StPO  

haben die Parteien sodann Anspruch darauf, sich zur Sache und zum Verfahren 

zu äussern. Dies schliesst das Recht ein, Anträge zu stellen und ihren Standpunkt 

zur Sach- und Rechtslage vorzutragen (Schmid, Handbuch StPO, 2. Aufl., Zürich/ 

St. Gallen 2013, N 109; vgl. dazu auch Art. 107 Abs. 1 lit. e StPO). 

Die Ansetzung der Hauptverhandlung regelt Art. 331 StPO. Gemäss Art. 331 

Abs. 4 StPO setzt die Verfahrensleitung Datum, Zeit und Ort der Hauptver-

handlung fest und lädt die Parteien sowie die Zeuginnen und Zeugen, Auskunfts-

personen und Sachverständigen vor, die einvernommen werden sollen. Die  

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Vorladungen von Gerichten ergehen gemäss Art. 201 Abs. 1 StPO schriftlich. Die 

Zustellung schriftlicher Mitteilungen erfolgt durch eingeschriebene Postsendung 

oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung, insbesondere durch die  

Polizei (Art. 85 Abs. 2 StPO). Der Beweis für die ordnungsgemässe Zustellung 

von Verfügungen und Entscheiden obliegt den Behörden (BSK StPO-Arquint, 

Art. 201 N 3 f.). 

2.3. Die Vorinstanz hat mit Verfügung vom 26. Februar 2014 zur Hauptverhand-

lung auf den 25. März 2014 vorgeladen (Urk. 61). Gemäss Mitteilungssatz des 

Dispositivs wurde diese Verfügung auch dem Vertreter der Privatkläger schriftlich 

eröffnet, wobei die Mitteilung gegen Empfangsschein erfolgte (Urk. 61 S. 3). Bei 

den Akten liegt ein Empfangsschein für diese Vorladung, der auf den Namen des 

Vertreters der Privatkläger lautet und am 3. März 2014 unterzeichnet wurde 

(Urk. 62/1). Die Unterschrift auf diesem Empfangsschein entspricht jedoch nicht 

derjenigen des Vertreters der Privatkläger (vgl. etwa Urk. 74 S. 6). Sie stimmt  

hingegen mit der Unterschrift der Vertreterin der Staatsanwaltschaft im erst-

instanzlichen Verfahren (Assistenz-Staatsanwältin Cantieni; Urk. 65) überein  

(vgl. Empfangsschein der Staatsanwaltschaft für das Urteil vom 28. April 2014; 

Urk. 72/1). Es ist deshalb davon auszugehen, dass es sich dabei nicht um den 

Empfangsschein der Privatkläger handelt, sondern um denjenigen der Staatsan-

waltschaft, zumal sich bei den Akten kein an die Staatsanwaltschaft adressierter 

Empfangsschein für die Vorladung vom 26. Februar 2014 befindet. Diese Ansicht 

wird auch vom Vertreter der Privatkläger sowie von der Staatsanwaltschaft geteilt. 

Mit Eingabe vom 22. Oktober 2014 teilte der Vertreter der Privatkläger mit, die 

Unterschrift auf dem Empfangsschein vom 3. März 2014 stamme nicht von ihm. In 

seinen Unterlagen befände sich keine Vorladung, die am oder um den 

27. Februar 2014 zugestellt worden sei (Urk. 102). Die Staatsanwaltschaft führte 

in ihrer Eingabe vom 27. Oktober 2014 aus, der fragliche, an den Vertreter der 

Privatkläger adressierte Empfangsschein sei von der Vorinstanz irrtümlicherweise 

an die Staatsanwaltschaft geschickt und von Assistenz-Staatsanwältin Cantieni 

unterzeichnet worden, in der irrigen Annahme, es handle sich um die Vorladung 

der Staatsanwaltschaft (Urk. 104). 

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Ausser dem Empfangsschein vom 3. März 2014 (Urk. 62/1), der wie erwähnt  

der Staatsanwaltschaft zuzuordnen ist, finden sich in den vorinstanzlichen Akten 

keine Belege dafür, dass die Vorladung vom 26. Februar 2014 (Urk. 61) dem  

Vertreter der Privatkläger effektiv zugestellt wurde. Damit fehlt es an einem 

Nachweis, dass die Privatkläger von der Vorinstanz ordnungsgemäss zur Haupt-

verhandlung auf den 25. März 2014 vorgeladen wurden. 

2.4. Die Privatklägerschaft ist Partei im Strafverfahren (Art. 104 Abs. 1 lit. b 

StPO). Als Partei steht ihr ein Recht auf Vorladung zur sowie auf Teilnahme an 

der Hauptverhandlung zu (BSK StPO-Mazzucchelli/Postizzi, Art. 338 N 3). Das 

Recht auf Teilnahme an der Hauptverhandlung ist nur bei ordnungsgemässer 

Vorladung gewahrt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_876/2013 vom 

6. März 2014 E. 2.4.2). Die Vorinstanz hat am 26. Februar 2014 schriftlich  

zur Hauptverhandlung auf den 25. März 2014 vorgeladen (Urk. 61). Wie bereits 

dargelegt, finden sich in den Akten jedoch keine Belege dafür, dass die Vorladung 

vom 26. Februar 2014 dem Vertreter der Privatkläger zugestellt wurde. Die Be-

weislast für die ordentliche Zustellung trägt die Strafbehörde. Mangels Nachweis 

der Zustellung durch die Vorinstanz muss deshalb vorliegend auf die Darstellung 

der Privatkläger abgestellt und davon ausgegangen werden, dass sie nicht zur 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 25. März 2014 vorgeladen wurden. 

Dadurch wurde ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 

3. Rückweisung 

3.1. Gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht das angefochte-

ne Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhand-

lung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück, 

wenn das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Beru-

fungsverfahren nicht geheilt werden können. Es geht vorab um Fälle, in denen 

grundlegende Verfahrensregeln zum Nachteil des Berufungsklägers verletzt wur-

den. Dies gilt für alle zur Berufung legitimierten Parteien, vorab den Beschuldigten 

wie auch die Privatkläger. Damit soll erreicht werden, dass dem Betroffenen die 

Prüfung der anstehenden wesentlichen Tat- und Rechtsfragen durch zwei Instan-

zen gewährleistet ist. Es geht um Fälle, bei denen – allgemein formuliert – keine 

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ordnungsgemässe Hauptverhandlung stattfand und in denen dem Berufungs-

kläger, würde das Berufungsgericht selbst materiell entscheiden, eine Instanz  

verloren ginge (Schmid, Handbuch StPO, a.a.O., N 1576). Ein solches Verfahren 

wäre nicht mehr fair im Sinne von Art. 6 EMRK (BSK StPO-Eugster, Art. 409 N 1). 

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise nachträglich  

geheilt werden. Dies setzt voraus, dass es sich nicht um eine besonders schwer-

wiegende Verletzung handelt und die Kognition der mit der Sache befassten  

Instanz mindestens so weit reicht, wie die der Instanz, die das rechtliche Gehör 

nicht gewährt hat (Wohlers, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar 

zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2014, Art. 3 N 40). 

3.2. Die unterbliebene Vorladung der Privatkläger zur erstinstanzlichen Haupt-

verhandlung stellt einen wesentlichen Verfahrensmangel dar (vgl. Urteil des  

Bundesgerichts 6B_512/2012 vom 30. April 2013 E. 1.3.3). Mangels Teilnahme 

an der Hauptverhandlung war es den Privatklägern nicht möglich, an der gerichtli-

chen Befragung des Beschuldigten teilzunehmen und zusätzliche Fragen zu  

stellen (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Insbesondere hatten die Privatkläger  

nicht die Gelegenheit, dem Gericht Anträge zu stellen und ihren Standpunkt zur 

Sach- und Rechtslage vorzutragen (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. d und e StPO; Art. 346 

Abs. 1 lit. b StPO). Damit wurden ihre Parteirechte in schwerwiegender Weise 

verletzt. Es trifft zu, dass die beschuldigte Person auch im Berufungsverfahren 

einvernommen wird und die Privatkläger das ihnen zustehende Fragerecht grund-

sätzlich auch bei dieser Gelegenheit ausüben können, worauf sowohl der Vertre-

ter der Privatkläger als auch die Staatsanwaltschaft hingewiesen haben (Urk. 80 

S. 1; Urk. 87 S. 1). Das Berufungsgericht kann das vorinstanzliche Urteil zudem in 

allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Wie 

bereits dargelegt, haben die Parteien jedoch Anspruch darauf, dass die Prüfung 

der wesentlichen Tat- und Rechtsfragen durch zwei Instanzen gewährleistet  

ist (Schmid, Handbuch StPO, a.a.O., N 1576). Würden die Anträge und  

Ausführungen der Privatkläger lediglich vom Berufungsgericht beurteilt, ginge den 

Privatklägern eine Instanz verloren, was gegen das Gebot eines fairen Verfahrens 

im Sinne von Art. 6 EMRK verstossen würde. Nachdem sich die Privatkläger  

am erstinstanzlichen Verfahren in keiner Weise beteiligen konnten, weist das  

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erstinstanzliche Hauptverfahren zudem ohnehin einen derart gravierenden  

Verfahrensmangel auf, dass eine Heilung im Berufungsverfahren nicht in Betracht 

kommt (vgl. dazu Hug/Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, a.a.O., Art. 409 N 6). Das 

erstinstanzliche Urteil ist deshalb aufzuheben und der Prozess zur Durchführung 

einer neuen Hauptverhandlung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz  

zurückzuweisen. 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Berufungsverfahrens auf  

die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO). Die Parteien haben sodann 

Anspruch auf angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechts-

mittelverfahren (Art. 436 Abs. 3 StPO). 

Den Privatklägern ist für die anwaltliche Vertretung im Berufungsverfahren  

– ausgehend von den geltend gemachten Anwaltskosten (Urk. 108) – eine  

Prozessentschädigung von Fr. 2'440.25 aus der Gerichtskasse zuzusprechen.  

Mangels nennenswerter Umtriebe ist dem Beschuldigten keine Entschädigung für 

das Berufungsverfahren auszurichten.  

Es wird beschlossen: 

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung - Einzelgericht, vom 

28. April 2014 (GG130232) wird aufgehoben und der Prozess im Sinne  

der Erwägungen zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Das Berufungsverfahren SB140279-O wird als dadurch erledigt abgeschrie-

ben. 

3. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. 

4. Den Privatklägern wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädi-

gung von Fr. 2'440.25 aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

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5. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren keine Entschädigung 

zugesprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an 

− den Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− den Vertreter der Privatkläger vierfach für sich sowie die Privatkläger 

 sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten).  

7. Gegen diesen Entscheid kann – unter den einschränkenden Voraus-

setzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes – bundesrechtliche  

Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen 

Abteilung (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes 

vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 24. November 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Laufer 
 

 

	Beschluss vom 24. November 2014
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung - Einzelgericht, vom 28. April 2014 wurde der Beschuldigte des mehrfachen Pfändungsbetrugs im  Sinne von Art. 163 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und 5 StGB sowie der Gläubigerschädigung...
	1.2. Gegen dieses Urteil, das den Parteien schriftlich im Dispositiv eröffnet wurde (Prot. I S. 8), meldeten die Privatkläger mit Eingabe vom 9. Mai 2014 fristgerecht Berufung an (Urk. 68/1; Urk. 69). Am 5. Juni 2014 wurde den Privatklägern das begrün...
	Mit Präsidialverfügung vom 25. Juli 2014 wurde die Berufungserklärung der  Privatkläger dem Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft zugestellt, um  gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die  Berufung zu beantragen....

	2. Erstinstanzliches Verfahren
	2.1. Der Vertreter der Privatkläger macht wie erwähnt geltend, die Privatkläger seien nicht ordnungsgemäss zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorgeladen worden. Der Privatklägerschaft komme Parteistellung zu. Als Partei habe sie  Anspruch auf rech...
	2.2. Gemäss Art. 107 Abs. 1 StPO haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser Anspruch umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. Bevor die Behörde einen Entschei...
	2.3. Die Vorinstanz hat mit Verfügung vom 26. Februar 2014 zur Hauptverhandlung auf den 25. März 2014 vorgeladen (Urk. 61). Gemäss Mitteilungssatz des Dispositivs wurde diese Verfügung auch dem Vertreter der Privatkläger schriftlich eröffnet, wobei di...
	Ausser dem Empfangsschein vom 3. März 2014 (Urk. 62/1), der wie erwähnt  der Staatsanwaltschaft zuzuordnen ist, finden sich in den vorinstanzlichen Akten keine Belege dafür, dass die Vorladung vom 26. Februar 2014 (Urk. 61) dem  Vertreter der Privatkl...
	2.4. Die Privatklägerschaft ist Partei im Strafverfahren (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als Partei steht ihr ein Recht auf Vorladung zur sowie auf Teilnahme an der Hauptverhandlung zu (BSK StPO-Mazzucchelli/Postizzi, Art. 338 N 3). Das Recht auf Teiln...

	3. Rückweisung
	3.1. Gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück, wenn das erstinstanzli...
	3.2. Die unterbliebene Vorladung der Privatkläger zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung stellt einen wesentlichen Verfahrensmangel dar (vgl. Urteil des  Bundesgerichts 6B_512/2012 vom 30. April 2013 E. 1.3.3). Mangels Teilnahme an der Hauptverhandlun...

	4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Berufungsverfahrens auf  die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO). Die Parteien haben sodann Anspruch auf angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren (Art. 436 Ab...
	Den Privatklägern ist für die anwaltliche Vertretung im Berufungsverfahren  – ausgehend von den geltend gemachten Anwaltskosten (Urk. 108) – eine  Prozessentschädigung von Fr. 2'440.25 aus der Gerichtskasse zuzusprechen.
	Mangels nennenswerter Umtriebe ist dem Beschuldigten keine Entschädigung für das Berufungsverfahren auszurichten.

	Es wird beschlossen:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung - Einzelgericht, vom 28. April 2014 (GG130232) wird aufgehoben und der Prozess im Sinne  der Erwägungen zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurü...
	2. Das Berufungsverfahren SB140279-O wird als dadurch erledigt abgeschrieben.
	3. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.
	4. Den Privatklägern wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'440.25 aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	5. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren keine Entschädigung zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an
	 den Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 den Vertreter der Privatkläger vierfach für sich sowie die Privatkläger

	7. Gegen diesen Entscheid kann – unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes – bundesrechtliche  Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise sch...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.