# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f34db5c8-628c-5d08-9f24-2bb5ccf129ae
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.05.2019 200 2018 634
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-634_2019-05-21.pdf

## Full Text

200 18 634 IV
FUR/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Mai 2019

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Juli 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2019, IV/18/634, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1997 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde im April 2016 unter Hinweis auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-
/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), eine Depression und chronische Schmer-
zen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug angemeldet (Akten der IV [act. II] 1). Daraufhin nahm die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische Abklärungen vor, insbeson-
dere veranlasste sie auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; act. 36) eine polydisziplinäre Begutachtung durch das C.________ 
(MEDAS; Gutachten vom 10. November 2017; act. II 52.1). Im Anschluss 
an die Begutachtung nahm die IVB Rücksprache mit dem RAD, welcher 
u.a. eine Kontrolle des Cannabis-Konsums mittels Drogenscreening emp-
fahl (Berichte vom 16. und 25. Januar 2018; act. II 55, 56 S. 4) und die 
Versicherte in der Folge zu Laboruntersuchungen (Urinkontrollen) einlud 
(act. II 59, 65, 70, 72). Nach erneuter Rücksprache mit dem RAD (Stel-
lungnahmen vom 9. Mai 2018; act. II 74 f.) und durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (act. II 76) verneinte die IVB mit Verfügung vom 9. Juli 
2018 den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, mangels 
eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne 
(act. II 78).

B.

Mit Eingabe vom 10. September 2018 erhob die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Sie beantragt, die Verfü-
gung vom 9. Juli 2018 sei aufzuheben und die Sache sei zur erneuten Be-
urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei ihr rückwir-
kend per 5. Januar 2017 eine Invalidenrente auszurichten.

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2018 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

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Nachdem die Beschwerdeführerin dem Verwaltungsgericht mit Eingabe 
vom 30. Januar 2019 einen medizinischen Bericht hatte zukommen lassen, 
nahm die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 12. Februar 2019 dazu 
Stellung. Diese Stellungnahme wurde mit prozessleitender Verfügung vom 
13. Februar 2019 der Beschwerdeführerin zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Juli 2018 (act. II 78). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis-
tungen der IV und in diesem Zusammenhang, ob die medizinische Situati-
on genügend abgeklärt ist.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 
7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten 
Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

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2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.3.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ist den Akten im 
Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im Untersuchungsbericht der Praxis D.________ vom 15. Dezem-
ber 2015 (act. II 10 S. 8 ff.) wurden als Diagnosen eine ADHS, mittelgradi-
ge Ausprägung (ICD-10 F90.2), den Verdacht auf Asperger-Syndrom mit 
leichter Ausprägung in der Kindheit, aktuell remittiert, eine rezidivierende 
depressive Störung und eine Zwangsstörung teilremittiert genannt (S. 12). 
Zusammenfassend lasse sich aussagen, dass bei der Patientin eine Hoch-
begabung vorliege, welche sowohl die Interessen als auch die sozialen 
Interaktionen im Lebenslauf stark beeinflusst habe und immer noch beein-
flusse. Die ADHS-Symptomatik führe zu der Notwendigkeit einer höheren 
Anstrengung beim Lernen und in der Alltagsbewältigung allgemein. Diese 
hohe Energieaufwendung führe zu einer hohen Anspannung, worauf die 
Patientin zusammen mit der starken Reizfilterschwäche mit Gereiztheit, 
mangelnder Entspannungsfähigkeit und anderen Stresssymptomen reagie-
re. Als Komorbiditäten seien die teilremittierte Zwangsstörung und die rezi-
divierende depressive Störung zu berücksichtigen (S. 12).

3.1.2 Im Bericht des Spitals E.________ vom 2. November 2016 
(act. II 52.2 S. 12 f.) wurden ein persistierendes chronisches urethrales 
Schmerzsyndrom und der Verdacht auf komplizierte Ovarialzyste diagnos-
tiziert (S. 12). Empfohlen werde bei guter Wirksamkeit die Fortführung der 

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Physiotherapie, bei bestehender Möglichkeit deren Intensivierung. Aus uro-
logischer Sicht bestünden aktuell keine weiteren Therapieoptionen und es 
seien daher keine weiteren Kontrollen mehr vereinbart (S. 13).

3.1.3 Am 30. Dezember 2016 nannte Dr. med. F.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnosen eine ADHS (Dezember 
2015), den Verdacht auf Asperger-Syndrom, aktuell remittiert, eine rezidi-
vierende depressive Störung, eine Zwangsstörung teilremittiert und eine 
ausgeprägte Schmerzsymptomatik im Blasenbereich. Die Patientin gebe 
an, aufgrund ihrer Schmerzen im Unterleib das Studium abgebrochen zu 
haben (act. II 10 S. 1). Sie benötige eine qualifizierte Psychotherapie sowie 
eine medikamentöse Behandlung (act. II 10 S. 2). Es gebe keinen Behand-
lungsplan, die Patientin habe die Psychotherapie im Juni 2016 abgebro-
chen und alle Medikamente abgesetzt (act. II 10 S. 3).

3.1.4 Im Bericht des Spitals E.________ vom 23. Februar 2017 (act. II 28 
S. 42 f.) wurden als Diagnosen ein chronisches urethrales Schmerzsyn-
drom mit/bei ausgeprägter Beckenbodenanspannung mit regredienter Be-
schwerdesymptomatik unter Beckenboden-Physiotherapie und Trigger-
punktbehandlung, Dyspareunie, Erregungsstörung und Lubrikationsstörung 
DD neuropathischer Schmerz bei Pudendusirritation, Pelvic Pain Syndrom, 
chronische Bauchschmerzen und Diarrhoe, am ehesten im Rahmen einer 
bakteriellen Fehlbesiedelung, eine ADHS und ein Status nach Depressio-
nen aufgeführt.

3.1.5 Die Fachärzte des Spitals G.________ diagnostizierten im Bericht 
vom 10. März 2017 (act. II 28 S. 12-17) mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ein urethrales Schmerzsyndrom und ein Schmerzsyndrom des 
Beckens. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Lac-
tose-Unverträglichkeit (S. 12). Wegen den Schmerzen könne sich die Pati-
entin nicht konzentrieren und nicht am Unterricht an der … teilnehmen 
(S. 14).

3.1.6 Die Ärzte der Klinik H.________, hielten am 21. März 2017 als Dia-
gnosen ein persistierendes chronisches urethrales Schmerzsyndrom und 
den Verdacht auf komplizierte Ovarialzyste links fest (act. II 28 S. 35). Kli-
nisch neurologisch zeige sich ein unauffälliger Befund bzgl. Motorik sowie 

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Sensibilität einschliesslich der sakralen Bereiche. Elektrophysiologisch zei-
ge sich ebenfalls ein Normalbefund. Die Verplumbung des N. pudendus 
SEP und die nicht sichere Hautantwort perineal seien technisch bedingt 
(act. II 28 S. 37).

3.1.7 Im Sprechstundenbericht der Klinik H.________ vom 19. April 2017 
(act. II 52.2 S. 1 f.) wurden ein therapierefraktäres chronisches urethrales 
Schmerzsyndrom resp. Schmerzsyndrom des Beckens seit 2013, den Ver-
dacht auf eine komplizierte Ovarialzyste links, eine Laktose-
Unverträglichkeit und eine Latex-Allergie diagnostiziert. Die Patientin be-
richte ein Monat nach den Ketamininfusionen über gute Ergebnisse mit 
einer Schmerzreduktion von 40 bis 60 %.

3.1.8 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 10. November 
2017 (act. II 52.1) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ein therapierefraktäres chronisches urethrales Schmerzsyndrom, 
resp. Schmerzsyndrom des Beckens seit 2013 / Beckenbodenmyalgie, eine 
Vulvodynie, eine Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie, deutliche Hinweise auf 
akzentuierte, passiv-aggressive, manipulative und narzisstische Persön-
lichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), eine ADHS (ICD-10 F90), kombinierte Prä-
sentation, mittelgradige Ausprägung, eine Somatisierungsstörung (ICD-10 
F45.0), sonstige Zwangsstörungen (ICD-10 F42.9) möglich und den Ver-
dacht auf Asperger-Syndrom, mit leichter Ausprägung in der Kindheit, ak-
tuell remittiert genannt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein 
Status nach eingebluteter Ovarialzyste, eine Laktoseunverträglichkeit, eine 
Latexallergie, eine Dyspareunie, eine Störung durch Cannabinoide, ge-
genwärtig episodischer Substanzgebrauch (ICD-10 F12.26), eine Tendenz 
zur Spielsucht, den Status nach rezidivierender depressiver Störung, ge-
genwärtig weitgehend remittiert (ICD-10 F33.4; act. II 52.1 S. 75).

Aus neuropsychologischer Sicht liege keinerlei Störung vor. Insgesamt ver-
füge die Versicherte über sehr gute kognitive Ressourcen. Eine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht begründen (act. II 52.1 S. 29, 77). 

Aus gynäkologischer Sicht liege ein weitgehend therapierefraktäres, chro-
nisches urethrales Schmerzsyndrom vor, bei Zustand nach diversen The-
rapieversuchen. Sämtliche bisher durchgeführten Abklärungen seien nega-

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tiv gewesen, mit Ausnahme der Urodynamik, welche eine Detrusor-
Dyssynergie ergeben habe. Aufgrund der erhobenen Befunde sei eine Ar-
beitsfähigkeit ausserhäuslich vorerst nicht gegeben. Würden weitere The-
rapieversuche längerfristig Beschwerdefreiheit bescheren, sei die Versi-
cherte selbstverständlich gerne bereit, das Studium aufzunehmen und zu 
arbeiten. Es sei von einer instabilen medizinischen Situation auszugehen, 
zumal noch nicht alle diagnostischen Möglichkeiten (MRI mit Kontrastmittel, 
Messung Nervenleitgeschwindigkeit des N. pudendus) ausgeschöpft seien 
(act. II 52.1 S. 33, 77).

In psychiatrischer Hinsicht stünden die Somatisierungsstörung und die ak-
zentuierten Persönlichkeitszüge auf einer neurotischen Kindheitsentwick-
lung im Vordergrund (act. II 52.1 S. 59). Aufgrund der Psychopathologie, 
der fehlenden schweren depressiven Symptomatik, der aktuell fehlenden 
Suizidalität, der nicht im Vollbild bestehenden Zwangsstörung, der Hoch-
begabung und der Ressourcen sowie der unauffälligen neuropsychologi-
schen Testresultate könne nicht davon ausgegangen werden, dass die 
Versicherte in jeder Tätigkeit bis auf weiteres vollschichtig arbeitsunfähig 
sein sollte (act. II 52.1 S. 60). Es lägen invaliditätsfremde Faktoren vor: Die 
Versicherte habe zwar die Matura aber noch kein abgeschlossenes Studi-
um und sie sei von den Eltern abhängig. Eine Aggravation sei auszusch-
liessen. Die Versicherte bräuchte eine Langzeitpsychotherapie (act. II 52.1 
S. 61). Sie sei in Therapie gewesen, die sie 2016 abgebrochen habe, die 
Kooperation sei mangelhaft gewesen. Verbleibende Therapieoptionen wür-
de es geben, wenn es gelinge ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, was 
jedoch aufgrund der mangelnden Krankheitseinsicht und der mangelnden 
Fähigkeit sich therapeutisch einzulassen erschwert gelingen dürfte 
(act. II 52.1 S. 63). Diskrepanzen lägen nicht vor. Die Versicherte habe 
Haushalt, Freizeit und soziale Aktivitäten stark minimiert und bewege sich 
vorwiegend im Internet (act. II 52.1 S. 64). Die Versicherte sei in der Tätig-
keit als Studentin eines Vollzeitstudiums aktuell nicht mehr arbeitsfähig. In 
einer angepassten Tätigkeit (z.B. Heimstudium) wäre sie sechs Stunden 
täglich ohne Verminderung des Rendements arbeitsfähig. Grundsätzlich 
seien Tätigkeiten im „Homeoffice“ in diesem Rahmen möglich (act. II 52.1 
S. 65, 78).

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In urologischer Hinsicht träten Schmerzen im Beckenbodenbereich beson-
ders unter körperlicher Tätigkeit, in der Nacht und unter psychischer An-
spannung auf. In der Folge könne es zu reduzierter Schlafqualität kommen. 
Hierdurch und durch die zusätzlich während körperlicher und geistiger 
Tätigkeit auftretenden Schmerzen könne die Leistungs- und Konzentrati-
onsfähigkeit unterschiedlich stark eingeschränkt sein. Aufgrund der Be-
ckenbodenmyalgie sei die Versicherte zurzeit 100 % arbeitsunfähig für alle 
Tätigkeiten ausser Haus (act. II 52.1 S. 73 f., 78).

Gesamtmedizinisch sei festzuhalten, dass eine komplexe medizinische 
Problematik bestehe und noch nicht alle diagnostischen Möglichkeiten 
ausgeschöpft seien. Es müsse somit von einer noch instabilen medizini-
schen Situation ausgegangen werden. Aktuell sei von einer vollen Arbeits-
unfähigkeit ausserhäuslich auszugehen. Ein Studium sei bis auf weiteres 
nicht möglich. Hingegen bestehe im Rahmen einer „Homeofficetätigkeit“ 
eine verwertbare Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden täglich (act. II 52.1 
S. 79). 

3.1.9 Die RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Urologie und 
Chirurgie, legte am 16. Januar 2018 dar, eine Messung der Pudendus-
Nervenleitgeschwindigkeit und eine MRI-Untersuchung mit Kontrastmittel 
zum Ausschluss einer Pudendus-Kompression seien nicht nötig. Die Be-
schwerden hätten nach mehrmaliger Pudendusblockade nur kurzzeitig an-
gesprochen, was gegen eine Pudendusschädigung spreche. Auch hätten 
die zahlreichen Untersuchungen keinerlei Auffälligkeiten nachgewiesen; 
neurologisch und elektrophysiologisch habe sich ein Normalbefund erge-
ben. Somit könne eine Pudendusneuralgie definitiv ausgeschlossen wer-
den. Ohne Anhalt für eine Pudendusschädigung bestehe auch keine Not-
wendigkeit für eine erneute Messung. Gleiches gelte für das MRI des klei-
nen Beckens. Aus urologischer Sicht sei eine Verbesserung der komplexen 
medizinischen Situation durch zusätzliche fachspezifische Therapien nicht 
möglich. Sowohl diagnostisch als auch therapeutisch sei die Versicherte 
leitliniengerecht korrekt und umfassend abgeklärt worden. Hauptaufgabe 
werde vielmehr sein, die bislang völlig unzureichend behandelte psychi-
sche Komponente anzugehen, zumal die Versicherte in diesem Punkt der-
zeit keinerlei Behandlung erfahre (act. II 55 S. 6).

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In der Stellungnahme vom 9. Mai 2018 (act. II 74) hielt Dr. med. I.________ 
fest, der gynäkologische als auch der urologische Gutachter der MEDAS 
kämen zum Schluss, eine Arbeitsfähigkeit sei ausserhäuslich nicht gege-
ben, ohne dass hierfür eine somatische Begründung genannt werde. Die 
Ausführungen des gynäkologischen Gutachters basierten lediglich auf den 
subjektiven Äusserungen der Versicherten, eine eigene spezialärztliche 
Untersuchung sei nicht erfolgt. Zudem stelle er die These auf, dass die 
Schmerzen nicht durch anatomische Veränderungen ausgelöst würden, 
sondern durch äussere Einflüsse auf Triggerpunkte. Die bis dato durchge-
führten neurologischen als auch elektrophysiologischen Untersuchungen 
im kleinen Becken hätten regelhafte Befunde erbracht. Auch ein MRI des 
kleinen Beckens vom Sommer 2014 sei laut Aktenlage unauffällig gewe-
sen. Eine Wiederholung dieser Untersuchungen sei daher nicht nötig 
(act. II 74 S. 1). Weiter seien die Schilderungen der Versicherten ihre Er-
krankung betreffend den einzelnen Behandlern und den Gutachtern ge-
genüber immer wieder inkonsistent. Der gynäkologische Gutachter leite 
aus den nächtlichen unregelmässigen Schmerzattacken eine reduzierte 
Schlafqualität mit unterschiedlich stark eingeschränkter Leistungs- und 
Konzentrationsfähigkeit ab, was neurologisch komplett widerlegt werde 
(act. II 74 S. 2). Dies wiederum bewirke nach dessen Auffassung eine 
100 %-ige Arbeitsunfähigkeit für ein Studium oder eine Tätigkeit ausser 
Haus. Dies erschliesse sich dem RAD nicht, denn ein schlechter Schlaf und 
eine darauf zurückzuführende eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit 
machten sich auf gleiche Art und Weise bemerkbar, ob zu Hause oder aus-
serhäuslich studiert oder gearbeitet werde (act. II 74 S. 2). Somatisch ge-
sehen liege keine organische Erkrankung vor, welche eine 100 %-ige Ar-
beitsunfähigkeit erklären könne. Ebenso wenig ergebe sich aus somati-
scher Sicht eine medizinisch haltbare Begründung dafür, dass eine berufli-
che Tätigkeit nur zu Hause unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgeübt 
werden könne. Alle bis anhin durchgeführten, an den derzeit gültigen uro-
logischen Leitlinien orientierten Untersuchungen hätten keinerlei schwer-
wiegende Erkrankungen verifizieren können. Rein somatisch betrachtet 
bestehe eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten, 
selten mittelschwere Arbeiten wechselbelastend, mit der Möglichkeit für 
häufigere Toilettengänge in warmer Umgebung. Vermieden werden sollten 

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Arbeiten in kalter oder nasser Umgebung, Heben und Tragen von Lasten 
über 10 kg (act. II 74 S. 3).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 
2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 
die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-
sen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutach-
ters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee 
S. 354).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2019, IV/18/634, Seite 13

3.3 In somatischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin in der 
angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2018 (act. II  78) massgeblich auf die 
Stellungnahmen der Dr. med. I.________ des RAD vom 16. Januar und 
9. Mai 2018 (act. II 55, 74) gestützt. Die RAD-Ärztin führte zum 
gynäkologischen Teilgutachten des Dr. med. J.________, Facharzt für 
Gynäkologie und Geburtshilfe (act. II 52.1 S. 29-34), und zum urologischen 
Teilgutachten von Dr. med. K.________, Facharzt für Urologie, zutreffend 
aus, dass deren Einschätzung der medizinischen Sachlage nicht plausibel 
sei und die bis anhin durchgeführten Untersuchungen keinerlei 
schwerwiegende Erkrankung hätten verifizieren können (act. II 74 S. 3). 

3.3.1 Mit der RAD-Ärztin ist festzuhalten, dass die Ausführungen des 
gynäkologischen Gutachters allein auf den subjektiven Angaben der 
Beschwerdeführerin basieren (act. II 74 S. 1). Der Gutachter hat die 
Angaben ohne versicherungsmedizinische Diskussion übernommen, was 
(invalidenversicherungsrechtlich) nicht genügt (vgl. act. II 52.1 S. 30-33). 
Weiter ist mit Dr. med. I.________ festzuhalten, dass die Schilderungen 
der Beschwerdeführerin ihre Erkrankung betreffend Inkonsistenzen 
aufweisen (act. II 74 S. 2). So benannte die Beschwerdeführerin einerseits 
im Gespräch mit Dr. med. J.________ Manipulationen im Beckenbereich 
sowie das Benützen von Tampons als Auslöser für die 
Schmerzsymptomatik (act. II 52.1 S. 30 f.). Andererseits forderte sie 
ausschliesslich intravaginale Physiotherapie (act. II 28 S. 9, 40), konnte 
sich mit einem Partner sexuell einlassen, lebt ihre eigene Sexualität 
(act. II 52.1 S. 58) und wird mit CPD-Ovula behandelt (act. II 52.1 S. 69; die 
vaginal eingeführt werden; act. II 74 S. 2). Weiter gab die 
Beschwerdeführerin sowohl dem gynäkologischen als auch dem 
psychiatrischen Gutachter an, dass der Schlaf frei von Schmerzen bzw. 
Durchschlafen kein Problem sei (act. II 52.1 S. 30, 48). Anlässlich der 
urologischen Evaluation vom 10. Oktober 2017 berichtete sie dagegen 
Dr. med. K.________, sie verspüre unregelmässige Schmerzattacken in 
der Nacht. Dieser leitete gestützt darauf eine reduzierte Schlafqualität mit 
unterschiedlich stark eingeschränkter Leistungs- und 
Konzentrationsfähigkeit ab (act. II 52.1 S. 73). Eine kritische 
Auseinandersetzung mit den sich widersprechenden Angaben der 
Beschwerdeführerin erfolgte weder im gynäkologischen noch im 

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urologischen Teilgutachten. Auch überzeugt der Einwand der RAD-Ärztin, 
aus somatischer Sicht bestehe keine medizinisch haltbare Begründung 
dafür, dass eine berufliche Tätigkeit nur zu Hause unter Ausschluss der 
Öffentlichkeit ausgeübt werden könne, denn ein schlechter Schlaf und eine 
darauf zurückzuführende eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit wirkten 
sich unabhängig davon aus, ob zu Hause oder ausserhäuslich studiert oder 
gearbeitet werde (act. II 74 S. 2 unten). Angesichts dieser nachvollziehba-
ren und einleuchtenden Einwände kann nicht auf die beiden Teilgutachten 
abgestellt werden.

3.3.2 Die Stellungnahmen der RAD-Ärztin vom 16. Januar und 9. Mai 
2018 (act. II 55, 74) erlauben eine schlüssige Beurteilung des Gesund-
heitszustands der Beschwerdeführerin. Sie sind für die streitigen Belange 
umfassend, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, wurden in Kennt-
nis der Vorakten – namentlich des MEDAS-Gutachtens – abgefasst und 
leuchteten in der Darstellung der medizinischen Zusammenhänge ein.

Dr. med. I.________ hat nachvollziehbar dargelegt, dass die bis anhin 
durchgeführten neurologischen als auch elektrophysiologischen 
Untersuchungen im kleinen Becken regelhafte Befunde erbracht haben. Sie 
verweist dazu namentlich auf den Bericht von PD Dr. med. L.________, 
Facharzt für Neurologie, vom 21. März 2017, welcher klinisch neurologisch 
von einem unauffälligen bzw. elektrophysiologisch von einem 
Normalbefund gesprochen hat (act. II 28 S. 37), und auf eine MRI-
Abklärung vom Sommer 2014, die gemäss Aktenlage und nach Aussage 
der Beschwerdeführerin selbst unauffällig gewesen ist (act. II 52.1 S. 30). 
Zudem hat die RAD-Ärztin bezüglich der Pudendus-Problematik bereits in 
der Stellungnahme vom 16. Januar 2017 eingehend erläutert, dass die 
Beschwerdeführerin nur kurzzeitig auf die mehrmaligen 
Pudendusblockaden angesprochen hat, was gegen das Vorliegen einer 
Pudendusschädigung spricht (act. II 55 S. 6). Dies korreliert auch mit dem 
Bericht von Prof. Dr. med. M.________, Facharzt für Urologie, vom 
28. Februar 2017, welcher keine Hinweise auf eine Pudendus-Pathologie 
gefunden hat (act. II 28 S. 30). In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, 
dass auch Dr. med. J.________ im gynäkologischen Teilgutachten von 
keinen anatomischen Veränderungen ausgegangen ist. Er bestätigte, dass 

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bei den regelmässigen Untersuchungen nie irgendwelche pathologischen 
Veränderungen des äusseren oder inneren Genitals aufgetreten sind und 
sämtliche durchgeführten Abklärungen negativ waren (act. II 52.1 S. 32 f.). 
Ebenso waren die urologischen Abklärungsergebnisse bis auf eine nicht 
behandlungswürdige Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie negativ bzw. 
unauffällig (act II 52.2 S. 13, 19, 25, 27, 31, 33, 46 f.), was auch im 
urologischen Teilgutachten bestätigt wird (act. II 52.1 S. 71). Dr. med. 
K.________ erwähnte, dass Harnwegsinfekte, tumoröse Veränderungen 
der Harnblase und neurogene Ursachen ausgeschlossen worden sind 
(act. II 52.1 S. 72).

Unter diesen Umständen überzeugt, wenn die RAD-Ärztin ausgeführt hat, 
dass sämtliche durchgeführten Untersuchungen keinerlei schwerwiegende 
Erkrankungen verifizieren konnten und einzig Arbeiten in kalter oder nasser 
Umgebung, Heben und Tragen von Lasten über 10 kg vermieden werden 
sollten. Aus somatischer Sicht ist damit gestützt auf die Beurteilungen der 
Ärztin des RAD eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (BGE 144 V 427 
E. 3.2 S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 221) und es ist nicht zu beanstanden, dass 
die Beschwerdegegnerin einen invalidisierenden Gesundheitsschaden ver-
neinte. Daran vermag auch der im Beschwerdeverfahren eingereichte Be-
richt des Prof. Dr. med. N.________, Facharzt für Chirurgie und Praktischer 
Arzt, vom 21. Januar 2019 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I 4]) keine 
Zweifel zu erwecken, zumal sich dieser mit den Ausführungen der RAD-
Ärztin nicht auseinandersetzt. Des Weiteren weist der behandelnde Arzt 
ausdrücklich darauf hin, dass er der Beschwerdeführerin nie eine Arbeits-
unfähigkeit attestiert habe und die Einschätzung der Leistungsfähigkeit 
aufgrund der wenigen Angaben, die ihm zur Verfügung gestanden seien, 
sowie der einzigen Konsultation schwierig sei. Die von ihm in der Grössen-
ordnung von 50 % geschätzte Arbeitsfähigkeit begründet er einzig mit der 
verbesserten Sitzposition. Eine ausführliche und differenzierte Einschät-
zung fehlt. In somatischer Hinsicht kann somit auf die Stellungnahmen der 
RAD-Ärztin abgestellt werden. Von weiteren somatischen Abklärungen sind 
keine neuen entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auf 
weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; 

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BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2).

3.4 Was die Disziplin der Psychiatrie betrifft hat die Beschwerdegegne-
rin in der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2018 (act. II 78) auf das 
psychiatrische Teilgutachten der MEDAS vom 10. November 2017 
(act. II 52.1 S. 34-64) abgestellt. Der Experte der MEDAS Dr. med. 
O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hat sich in der 
genannten Fachdisziplin in Kenntnis der gesamten medizinischen Akten 
eine ausführliche Anamnese und die objektiven Befunde erhoben. Er hat 
sich in seiner Beurteilungen zu den Befunden geäussert und die Diagnosen 
nachvollziehbar begründet. Das Teilgutachten ist insoweit beweiskräftig. Es 
ist zulässig, überzeugenden Teilkonsilien Beweiswert zuzuerkennen, auch 
wenn einem weiteren Teil des Gutachtens die Beweiskraft fehlt (BGE 143 V 
124 E. 2.2.4 S. 128). Demnach stehen bei der Beschwerdeführerin die So-
matisierungsstörung (ICD-10 F45.0) und die akzentuierten Persönlichkeits-
züge (ICD-10 Z73.1) im Vordergrund (act. II 52.1 S. 59). 

3.5 Zu prüfen ist, ob den erstellten psychischen Gesundheitsschäden 
(vgl. E. 3.4 hiervor) invalidisierende Wirkung zukommt.

Wohl hat sich der psychiatrische Gutachter zu den Indikatoren geäussert 
(act. II 52.1 S. 60-65). Dies entbindet Verwaltung und Gericht jedoch nicht 
davon, die Rechtsfrage nach dem Vorliegen einer Invalidität auf der Grund-
lage der medizinischen Tatsachenfeststellungen frei zu prüfen. Rechtspre-
chungsgemäss liegt es nicht allein in der Zuständigkeit der mit dem 
konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, abschliessend 
und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu 
entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer 
(andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe 
und Ausprägung) führt. Die Frage, ob und in welchem Umfang die 
Feststellungen in einem medizinischen Gutachten anhand der 
rechtserheblichen Indikatoren auf die Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, 
ist rechtlicher Natur und damit frei überprüfbar. Darum kann aus rechtlicher 
Sicht von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in einer 
Expertise abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert gänzlich 
einbüsste. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen 

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Beurteilung noch eine gerichtliche Kompetenzanmassung, sondern es ist 
notwendige Folge des rein juristischen Charakters der 
sozialversicherungsrechtlichen Begriffe von Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit 
und Invalidität (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Juni 2018, 
8C_74/2018, E. 5.1).

3.6 Der Sachverständige zeigte keine Diskrepanzen im Sinne eines 
Ausschlussgrundes auf, insbesondere schloss er eine Aggravation aus 
(act. II 52.1 S. 61). Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen 
invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht aus (vgl. E. 2.2.3 hiervor), 
womit auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergeb-
nisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leis-
tungsvermögens zu erfolgen hat. Zu prüfen sind zunächst die einzelnen 
Komplexe der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3 S. 298 ff.).

3.6.1 Mit Bezug auf den Komplex „Gesundheitsschädigung“ (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

3.6.1.1 Beim Indikator der „Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome“ gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Wenngleich der psychiatrische Gutachter die 
Somatisierungsstörung und die akzentuierten Persönlichkeitszüge als 
ausgeprägt beurteilte (act. II 52.1 S. 60), kann insgesamt nicht von einer 
besonderen Ausprägung ausgegangen werden. So konstatierte der 
Gutachter anlässlich der psychiatrischen Exploration, die 
Beschwerdeführerin sei fähig gewesen über eineinhalb Stunden nicht zu 
trinken, nicht die Toilette aufzusuchen und habe auch keine 
Schmerzreaktion gezeigt, obwohl sie mit dem Zug habe anreisen müssen 
und zuvor Bedenken geäussert habe, ob sie überhaupt wegen den 
Schmerzen fähig sei eine Begutachtungsstation ausserhalb ihres Wohnorts 
aufzusuchen und so lange durchzuhalten; dies sei ihr heute bestens 
gelungen (act. II 52.1 S. 50 unten S. 51 oben). Aufgrund dieser Inkonsis-
tenzen liegt zwar (noch) kein Ausschlussgrund im Sinne der höchstrichterli-
chen Rechtsprechung vor (BGE 141 V 281 E. 2.2 S. 287 f. unter Hinweis 

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auf BGE 131 V 49), jedoch weist dies auf eine geringere Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde hin, als sie von der Beschwerdeführerin gel-
tend gemacht worden sind. Ausserdem ist dem Teilgutachten zu entneh-
men, dass die Beschwerdeführerin im Frühjahr 2016 von zu Hause in eine 
1-Zimmerwohnung eingezogen ist, das Durchschlafen kein Problem ist, sie 
zwischen 08:00 und 09:00 Uhr aufsteht und dann meistens Termine hat, 
gerne liest sowie als Hobbies zeichnet und Videospiele spielt, den Einkauf 
selber erledigt und auch ihr Spezialessen selber zubereitet sowie Freunde 
zu Hause trifft oder mit Freundinnen übers „Netz“ kommuniziert 
(act. II S. 39 und 48 f., 56). Vor diesem Hintergrund fällt eine schwere Aus-
prägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome ausser Betracht 
(vgl. Entscheid des BGer vom 21. April 2016, 9C_367/2015, E. 3.3.2). 

3.6.1.2 Betreffend den Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass 
die Beschwerdeführerin die psychiatrisch-psychotherapeutische Behand-
lung im 2016 selber abgebrochen hat (act. II 10 S. 3). Der psychiatrische 
Gutachter erachtet eine therapeutische Begleitung als wichtig. Er hielt ex-
plizit fest, dass Therapieoptionen bestünden (act. II 52.1 S. 63) und die 
Beschwerdeführerin schon längstens nur, oder zumindest mehrheitlich auf 
der „psychologischen Schiene“ mit Gesprächen, mit Vertrauensaufbau, mit 
Erarbeiten von möglichen Krankheitskonzepten hätte konfrontiert werden 
müssen (act. II 52.1 S. 59). Vor diesem Hintergrund verbietet sich die 
Annahme einer Behandlungs- bzw. Eingliederungsresistenz, was aufgrund 
der Bedeutung dieses Indikators (vgl. Entscheid des BGer vom 15. März 
2017, 8C_14/2017, E. 4.2) stark zu gewichten ist.

3.6.1.3 Was den Indikator „Komorbiditäten“ anbelangt ist zu prüfen, ob psy-
chische oder somatische Komorbiditäten bzw. begleitende krankheitswerti-
ge Störungen, welche der Beschwerdeführerin Ressourcen rauben (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.), vorhanden sind. Zwar ging der psychiatri-
sche Gutachter davon aus, dass Wechselwirkungen zwischen den akzentu-
ierten Persönlichkeitszügen, der psychosomatischen Fehlentwicklung mit 
depressiven Anteilen, der ADHS, der Hochbegabung im Zusammenhang 
mit traumatisierenden Konflikten in der Kindheit bestünden (act. II 52.1 
S. 76). Eine nähere Begründung dafür lieferte er indes nicht. Mit Blick dar-

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auf, dass nach der gutachtlichen Einschätzung die Somatisierungsstörung 
und die akzentuierten Persönlichkeitszüge klar im Vordergrund stehen 
(act. II 52.1 S. 59), kommt den restlichen Diagnosen, einzig eine unterge-
ordnete Bedeutung zu. Die Auswirkungen der ADHS sind vernachlässigbar, 
konnte doch der neuropsychologische Gutachter keine Hinweise auf eine 
relevante kognitive Störung feststellen (act. II 52.1 S. 26). Ausserdem han-
delt es sich bei den erwähnten sonstigen Zwangsstörungen (ICD-10 F42.9) 
und dem Asperger-Syndrom bloss um Verdachtsdiagnosen und keine ein-
wandfrei gestellten Diagnosen (act. II 52.1 S. 55), weshalb sie ebenfalls 
vernachlässigbar sind. Der psychiatrische Experte führte denn auch aus, 
gesamthaft zeige die Beschwerdeführerin zu gute Fähigkeiten in der sozia-
len Kognition und Kompetenz, als dass eine Asperger-Symptomatik ange-
nommen werden könnte (act. II 52.1 S. 55 oben). Der Störung durch Can-
nabinoide, der Tendenz zur Spielsucht und dem Status nach rezidivier-
ender depressiver Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert, attestierte 
der Gutachter sodann keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 52.1 
S. 55). Was die somatischen Beeinträchtigungen anbelangt, wirken sich 
diese nicht wesentlich auf die Arbeitsfähigkeit aus; eine solche ist vollzeit-
lich zumutbar (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Unter diesen Umständen sind die be-
gleitenden psychischen und somatischen Störungen, an welchen die Be-
schwerdeführerin leidet, nicht als derart ausgeprägt anzusehen, dass die-
sen eine wesentlich ressourcenhemmende Wirkung beizumessen wäre und 
sie gegen eine vollständige Arbeitsfähigkeit sprechen würden. 

3.6.2 Unter dem Komplex der „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ist auszuführen, dass der psychiatrische Gutachter zwar deutliche 
Hinweise auf akzentuierte, passiv-aggressive, manipulative und narzissti-
sche Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) diagnostizierte (act. II 52.1 S. 55). 
Eine spezifische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60/61) oder eine anhal-
tende Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62) konnte er dagegen nicht fest-
stellen (act. II 52.1 S. 52). Die Psychopathologie war unauffällig (act. II 52.1 
S. 51). Vielmehr spricht die gutachtlich festgestellte Hochbegabung 
(act. II 52.1 S. 59) dafür, dass die Beschwerdeführerin über Ressourcen 
verfügt, welche sich durchaus positiv auf das Leistungsvermögen auswir-
ken. Die Beschwerdeführerin schloss denn auch im 2015 erfolgreich die 
Matura ab (act. II 52.1 S. 38) und anlässlich der neuropsychologischen 

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Abklärung in der MEDAS bestätigte der Experte die insgesamt sehr guten 
kognitiven Ressourcen (act. II 52.1 S. 25-27). Damit spricht die Persönlich-
keitsstruktur nicht offensichtlich gegen die Überwindbarkeit der Einschrän-
kungen.

3.6.3 Der Komplex „sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
zeigt ebenfalls, dass die Beschwerdeführerin über mobilisierbare Ressour-
cen verfügt. In erster Linie pflegt die Beschwerdeführerin soziale Kontakt zu 
ihren Eltern (ein-/zweimal die Woche). Diese unterstützen die Beschwerde-
führerin auch in finanzieller Hinsicht, indem sie ihre Wohnung und den gan-
zen Lebensunterhalt finanzieren (act. II 52.1 S. 18, 69). Daneben scheint 
auch ein Freundeskreis zu bestehen. Gemäss eigenen Angaben trifft die 
Beschwerdeführerin ihre Freunde vorwiegend zu Hause oder kommuniziert 
mit diesen über das Internet (act. II 52.1 S. 49). 

3.7 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303). 

3.7.1 Betreffend den Indikator der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 
E. 4.4 S. 303) hielt der Gutachter fest, dass dieses immer intakt gewesen 
sei ausser in effektiven Krisen (act. II 52.1 S. 64). Die Beschwerdeführerin 
war auch im Stand, im Frühjahr 2016 nach erfolgreich bestandener Matura 
(2011-2015) von zu Hause auszuziehen; sie führt ausserdem einen eignen 
Haushalt. Sie liest gerne, zeichnet, spielt häufig am Computer und geht 
manchmal spazieren (act. II 52.1 S. 38 f., 49). Ferner ist es ihr auch mög-
lich, ihre zahlreichen Arzttermine wahrzunehmen und eingehende medizi-
nische Recherchen zu tätigen (act. II 52.1 S. 30, 32, 43 f., 66). Mithin er-
scheint die geltend gemachte bzw. attestierte Einschränkung in der Arbeits- 
bzw. Leistungsfähigkeit (act. II 52.1 S. 31 f., 39, 65) nicht gleich ausgeprägt 
wie in sonstigen Lebensbereichen.

3.7.2 Im Hinblick auf die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen 
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) ist darauf hinzuweisen, dass die Be-
schwerdeführerin nicht (mehr) in fachärztlich psychiatrischer Behandlung 
steht. Sie hat eine begonnene Psychotherapie von sich aus abgebrochen. 
Dasselbe trifft auf die Behandlung mit antidepressiver Medikation zu 

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(act. II 10 S. 1, 52.1 S. 41, 63), was insgesamt gegen einen ausgeprägten 
Leidensdruck spricht.

3.7.3 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung 
anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. 
Daran vermag auch die im Beschwerdeverfahren eingereichte E-Mail von 
Dr. med. Jürg Grossenbacher, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, vom 12. September 2018 (act. I 3) nichts zu ändern. Daraus geht nicht 
nachvollziehbar hervor, inwiefern die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein 
soll. Der blosse Verweis auf eine Anzahl (von fünfzehn nicht näher be-
zeichneten) Diagnosen reicht dazu nicht aus. Das Vorliegen eines invalidi-
sierenden psychischen Gesundheitsschadens ist deshalb zu verneinen und 
es kann aus rechtlicher Optik nicht auf die gutachtlich attestierte Arbeitsun-
fähigkeit abgestellt werden. 

3.8 Zusammenfassend ist weder aus somatischer noch aus psychiatri-
scher Sicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen. Der 
Sachverhalt ist gestützt auf die vorliegenden Akten hinreichend erstellt, 
weshalb – entgegen dem Antrag in der Beschwerde (S. 2 Ziff. I) – auf wei-
tere Beweiserhebungen zu verzichten ist. Da keine Invalidität im Rechts-
sinne (vgl. E. 2.1 hiervor) vorliegt, besteht kein Anspruch auf Leistungen 
der IV. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzu-
weisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-

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lung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.