# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1506ba67-f0fc-5132-9629-7df9c608b69b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 21.06.2024 RV240002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RV240002_2024-06-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: RV240002-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. Ch. von Moos Würgler und Ersatzoberrichterin lic. iur. N. Je-

ker sowie Gerichtsschreiber Dr. M. Nietlispach

Urteil vom 21. Juni 2024

in Sachen

A._____ SAS, 
Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin

vertreten durch Advokat lic. iur. X._____

gegen

B._____, 
Gesuchsgegner und Beschwerdegegner

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. LL.M Y._____

betreffend Anerkennung und Vollstreckbarerklärung

Beschwerde gegen einen Entscheid des Einzelgerichts Audienz am 
Bezirksgericht Zürich vom 1. September 2022 (EZ220028-L)

Rückweisung: Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2024 (vormaliges 
Verfahren: RV220014-O)

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Erwägungen:

1. Sachverhalt und Prozessverlauf

1.1. Mit Eingabe vom 31. August 2022 ersuchte die Gesuchstellerin (Be-

schwerdeführerin) das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Audienz (Vorinstanz), 

um Anerkennung und Vollstreckbarerklärung der Urteile der Cour de Cassation 

vom 31. März 2021 (Pourvoi No.A 19-12.289, Arrêt no.406 FS-P) sowie der Cour 

d'Appel de Toulouse vom 13. Januar 2020 (Dossier No.17/01389, No.2020/128). 

Gleichzeitig beantragte sie die Anordnung eines Arrests und verlangte, die Ge-

richts-, Verfahrens- und Parteikosten dem Gesuchsgegner (Beschwerdegegner) 

aufzuerlegen (Urk. 1, insbes. S. 2). Bezüglich der beantragten Anordnung eines 

Arrests (Rechtsbegehren Ziffern 2 und 3 des Gesuchs) eröffnete die Vorinstanz 

ein separates Verfahren mit der Geschäfts-Nr. EQ220134-L (vgl. Urk. 6 S. 2 = 

Urk. 10 S. 2), wobei der dort erwirkte Arrest in der Zwischenzeit mangels Prose-

quierung dahingefallen ist (vgl. Urk. 27 Rz 4 und Urk. 29/5). Mit Entscheid vom 

1. September 2022 wies sie das Gesuch um Vollstreckbarerklärung des Urteils 

der Cour de Cassation ab (Urk. 10 S. 4 Dispositiv-Ziffer 2). Das Urteil der Cour 

d'Appel erklärte sie demgegenüber für vollstreckbar (Urk. 10 S. 4 Dispositiv-Ziffer 

3). Die Entscheidgebühr von Fr. 600.– auferlegte sie zu zwei Dritteln der Gesuch-

stellerin und zu einem Drittel dem Gesuchsgegner (Urk. 10 S. 4 f. Dispositiv-Ziffer 

4). Eine Parteientschädigung wurde der Gesuchstellerin nicht zugesprochen 

(Urk. 10 S. 5 Dispositiv-Ziffer 5).

1.2. Gegen die vorinstanzliche Verweigerung der Vollstreckbarerklärung 

des französischen Kassationsurteils und die Nebenfolgenregelung erhob die Ge-

suchstellerin mit Eingabe vom 9. September 2022 Beschwerde mit folgenden An-

trägen (Urk. 9 S. 2):

"1. Es seien die Ziffer 2, Ziffer 4 und Ziffer 5 des Urteils vom 1. September 2022 
des Bezirksgerichts Zürich aufzuheben.

 2. Es sei das Urteil des Cour de Cassation vom 31. März 2021 (Verfahren 
Nr. A 19-12.289, Entscheid Nr. 406 FS-P) anzuerkennen und für vollstreckbar 
zu erklären.

 3. Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich der 
Gegenseite aufzuerlegen. 

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 4. Der Beschwerdeführerin sei für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteient-
schädigung zuzusprechen.

 5. Die Gerichts- und Parteikosten sind vollumfänglich dem Beschwerdegegner auf-
zuerlegen."

Mit Urteil vom 28. Oktober 2022 wies die erkennende Kammer die Be-

schwerde ohne Weiterungen, insbesondere auch ohne vorgängige Einholung 

einer Stellungnahme des Gesuchsgegners, unter Kostenfolge zu Lasten der Ge-

suchstellerin ab (Urk. 13). 

1.3. Den obergerichtlichen Beschwerdeentscheid focht die Gesuchstellerin 

beim Bundesgericht an. Dieses hiess die Beschwerde in Zivilsachen mit Urteil 

vom 16. Januar 2024 gut, hob das Urteil vom 28. Oktober 2022 auf und wies die 

Sache zu neuer Entscheidung an das Obergericht zurück (Urk. 20 S. 17 = Urk. 21 

S. 17).

1.4. In der Folge wurde der Gesuchstellerin mit Verfügung vom 22. März 

2024 Frist angesetzt, um für die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens einen 

Vorschuss von Fr. 4'000.– zu leisten (Urk. 24). Dieser ging am 26. März 2024 ein 

(Urk. 25). In seiner Beschwerdeantwort vom 29. April 2024, welche der Gesuch-

stellerin mit Verfügung vom 2. Mai 2024 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde 

(Urk. 30), stellt der Gesuchsgegner den Antrag, die Beschwerde unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates gutzuheissen (Urk. 27 S. 2). 

Weitere Eingaben erfolgten nicht. Das Beschwerdeverfahren ist spruchreif.

2. Prozessuale Vorbemerkungen

2.1. Beim vom Bundesgericht aufgehobenen Urteil vom 28. Oktober 2022 

wirkten unter anderem Oberrichter Dr. M. Kriech und Gerichtsschreiber 

MLaw M. Wild mit (vgl. Urk. 13 S. 1). Ersterer wurde in der Zwischenzeit pensio-

niert und Letzterer ist nicht mehr am Obergericht tätig, was eine Änderung im 

zweitinstanzlichen Spruchkörper zur Folge hat (vgl. BGer 4A_1/2017 vom 22. Juni 

2017, E. 2.1.2; BGer 1B_77/2019 vom 24. April 2019, E. 2.3.2). An ihrer Stelle 

wirken im nunmehr fortzuführenden Beschwerdeverfahren Ersatzoberrichterin 

lic. iur. N. Jeker und Gerichtsschreiber Dr. M. Nietlispach mit.

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2.2. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet die Vollstreckbarerklä-

rung des französischen Kassationsurteils vom 31. März 2021 (Urk. 4/1). Mangels 

Anfechtung nicht zu überprüfen ist demgegenüber die vorinstanzliche Vollstreck-

barerklärung des Urteils der Cour d'Appel de Toulouse vom 13. Januar 2020 

(Urk. 4/4).

2.3. Das vorliegende Vollstreckbarerklärungsverfahren unterliegt unstreitig 

dem (revidierten) Lugano-Übereinkommen vom 30. Oktober 2007 (LugÜ; 

SR 0.275.12; vgl. auch Urk. 21 S. 4 E. 3.2). Beim Beschwerdeverfahren handelt 

es sich somit um ein Rechtsbehelfsverfahren im Sinne von Art. 43 ff. LugÜ. Die 

für die sog. "LugÜ-Beschwerde" statuierten Rechtsmittelvoraussetzungen sind er-

füllt: Die Beschwerde richtet sich gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid, ge-

gen den die Berufung unzulässig ist (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 309 lit. a ZPO und 

Anhang II LugÜ; ZPO-Rechtsmittel-Hoffmann-Nowotny, Art. 327a N 4 m.w.Hinw.). 

Sie wurde form- und fristgerecht (vgl. Art. 321 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 335 Abs. 3 

und Art. 339 Abs. 2 ZPO sowie Schnyder/Sogo-Sogo, Art. 43 LugÜ N 29 

m.w.Hinw.; Urk. 8) bei der zuständigen kantonalen Rechtsmittelinstanz (Anhang 

III LugÜ und § 48 GOG) erhoben, der einverlangte Kostenvorschuss wurde recht-

zeitig geleistet (Urk. 24 und Urk. 25) und die durch die verweigerte Vollstreckbar-

erklärung des französischen Kassationsurteils beschwerte Gesuchstellerin ist 

ohne Weiteres zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 43 Abs. 1 LugÜ; 

BGE 149 III 34 E. 3.3.4 S. 38 m.w.Hinw.). Der Beschwerdeentscheid kann nach 

Anhörung beider Parteien (vgl. Art. 43 Abs. 3 LugÜ; Schnyder/Sogo-Sogo, Art. 43 

LugÜ N 5; BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 43 N 107; ferner auch Urk. 21 S. 15 

E. 5.5) aufgrund der Akten ergehen (Art. 327 Abs. 2 ZPO). 

2.4. Im Unterschied zur "gewöhnlichen" ZPO-Beschwerde (vgl. Art. 320 

ZPO) prüft die Rechtsmittelinstanz bei der LugÜ-Beschwerde die im Lugano-

Übereinkommen vorgesehenen Verweigerungsgründe mit voller Kognition in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht (Art. 327a Abs. 1 ZPO). Dasselbe gilt ange-

sichts des zwingend einseitig verlaufenden erstinstanzlichen Exequaturverfahrens 

(vgl. Art. 41 LugÜ) auch für andere Fragen, welche die Erstinstanz zu beurteilen 

hatte (wie insbesondere diejenige, ob der vorgelegte LugÜ-Entscheid überhaupt 

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ein Leistungsurteil darstelle und damit einer Vollstreckung zugänglich sei) und zu 

denen sich der Schuldner überhaupt erst(mals) im Rechtsbehelfsverfahren äus-

sern kann (Urk. 21 S. 5 f. E. 4.2 und E. 4.3 m.w.Hinw.; KUKO ZPO-Oberham-

mer/Domej, Art. 327a ZPO N 5; Schnyder/Sogo-Sogo, Art. 43 LugÜ N 8; BSK 

LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 43 N 50). Zudem steht dem Schuldner ein umfassen-

des Novenrecht zu (BGE 145 III 422 E. 5.2 S. 427 m.w.Hinw.; Schnyder/Sogo-

Sogo, Art. 43 LugÜ N 11; BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 43 N 56).

2.5. Weist das Bundesgericht eine Sache zur Neubeurteilung an die kan-

tonale Instanz zurück (Art. 107 Abs. 2 BGG), ist diese (bei unverändertem Sach-

verhalt) an die rechtlichen Erwägungen im Rückweisungsentscheid gebunden 

(BGE 135 III 334 E. 2 S. 335 f.; BGer 4A_71/2007 vom 19. Oktober 2007, E. 2–

2.2; BGer 4A_430/2016 vom 7. Februar 2017, E. 1.3; BSK BGG-Dormann, 

Art. 107 N 18 m.w.Hinw.). Dabei beschlägt die Verbindlichkeit sowohl Punkte, be-

züglich derer keine Rückweisung erfolgte (die also "definitiv" entschieden wur-

den), wie auch diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag um-

schreiben.

3. Materielle Beurteilung

3.1. Im aufgehobenen Urteil vom 28. Oktober 2022 hatte die erkennende 

Kammer im Wesentlichen erwogen, im vollstreckbar zu erklärenden (Rückwei-

sungs-)Entscheid der Cour de Cassation vom 31. März 2021 finde sich keine Ver-

pflichtung des Gesuchsgegners zur (Rück-)Leistung eines Geldbetrags. Die darin 

enthaltenen Anordnungen stellten keinen in der Schweiz vollstreckungsfähigen In-

halt dar. Wie der Rückweisungsentscheid nach französischem Recht zu beurtei-

len sei und ob er in Frankreich vollstreckbar wäre, sei ohne Belang. Die Gesuch-

stellerin beantrage die Vollstreckbarerklärung in der Schweiz, weshalb zu prüfen 

sei, ob eine Vollstreckung nach schweizerischem Recht von der Sache her auch 

tatsächlich möglich sei. Das sei zu verneinen, denn das Kassationsurteil enthalte 

keine Leistungsverpflichtung des Gesuchsgegners an die Gesuchstellerin. Ohne 

ein zusätzliches Verfahren sei offen, ob und in welchem Umfang die Gesuchstel-

lerin einen Anspruch gegenüber dem Gesuchsgegner auf (Rück-)Zahlung von 

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EUR 167'654.04 habe. Damit liege kein der Vollstreckung zugänglicher bzw. voll-

streckbarer Entscheid im Sinne von Art. 38 LugÜ vor (Urk. 13 S. 6 f. E. 5–6.2).

3.2. Zusammengefasst bekräftigte das Bundesgericht in seinem Rückwei-

sungsentscheid zunächst, dass ein Vollstreckungstitel einen vollstreckungsfähi-

gen Inhalt aufweisen müsse, damit er überhaupt Gegenstand einer Vollstreckbar-

erklärung gemäss Art. 38 Abs. 1 LugÜ sein könne, was grundsätzlich nur auf 

Leistungsurteile zutreffe und im Rechtsbehelfsverfahren nach Art. 43 LugÜ ge-

prüft werden dürfe. Ob der Entscheid eines Vertragsstaates zu einer Leistung ver-

pflichte und somit einen vollstreckungsfähigen Inhalt habe, sei durch Auslegung 

des Entscheids zu ermitteln. Dabei habe der Schweizer Vollstreckungsrichter un-

ter Umständen den Tenor der ausländischen Entscheidung auszulegen und unter 

Beachtung des Verbots der révision au fond (Art. 45 Abs. 2 LugÜ) zu konkretisie-

ren. Die für den vorliegenden Rechtsstreit zentrale Frage, nach welchem Recht 

der zur Vollstreckbarerklärung vorgelegte Rechtstitel auszulegen und zu bestim-

men sei, ob ihm ein vollstreckungsfähiger Inhalt zukomme, wenn sich die Leis-

tungspflicht (wie hier) nicht unmittelbar dem Entscheid entnehmen lasse, richte 

sich nach dem Recht des Urteilsstaates, in casu mithin nach französischem 

Recht. Mit ihrem Vorgehen (d.h. der Ausserachtlassung des französischen Rechts 

bei der Beantwortung dieser Frage) habe die erkennende Kammer die Exequatur-

bestimmungen des LugÜ verletzt. Nach den bundesgerichtlichen Erwägungen 

wäre sie verpflichtet gewesen, in einem ersten Schritt festzustellen, welche Wir-

kungen dem Entscheid mit der Vollstreckbarerklärung zukommen würden. Hierzu 

hätte sie das Urteil im Lichte des französischen Rechts und unter Berücksichti-

gung der Tenorierungsgewohnheiten der Cour de Cassation auslegen müssen. 

Nur sofern dem Kassationsurteil nach dieser Auslegung keine Leistungspflicht zu-

kommen würde, die in der Schweiz einer Zwangsvollstreckung zugänglich wäre, 

wäre die Vollstreckbarerklärung mangels vollstreckungsfähigen Inhalts zu verwei-

gern. Stelle hingegen das Kassationsurteil nach französischem Recht ein Leis-

tungsurteil dar, wäre die Vollstreckbarerklärung zu gewähren, sofern die darin ent-

haltene Leistungspflicht ohne weiteres Erkenntnisverfahren mit den Massnahmen 

des schweizerischen Zwangsvollstreckungsrechts durchgesetzt werden könne 

(Urk. 21 S. 7 ff. E. 5.3–5.4.1). 

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Aus dem vorgelegten Urteil der Cour de Cassation – so das Bundesgericht 

weiter – ergebe sich, dass der Berufungsentscheid der Cour d'appel de Toulouse 

im Umfang von EUR 167'564.04 und damit im Umfang eines konkreten Betrags 

aufgehoben worden sei. Dies folge auch aus der von der Gesuchstellerin beige-

legten Vollstreckbarkeitsbescheinigung (Urk. 4/3). Damit erweise sich die Ent-

scheidung als hinreichend bestimmt. Fraglich sei nur, ob sie zugIeich eine kon-

krete Rückleistungspflicht gegenüber dem Gesuchsgegner begründe und damit 

einen vollstreckungsfähigen Inhalt habe. So seien Entscheidungen, die ein 

Rechtsmittel für unbegründet erklärten oder die angefochtene Entscheidung nur 

aufhöben und den Rechtsstreit zurückverwiesen, grundsätzlich nicht vollstre-

ckungsfähig. Eine Ausnahme bestehe allerdings dann, wenn der Entscheid des 

Rechtsmittelgerichts zur Rückerstattung einer Leistung verpflichte, die aufgrund 

eines unterinstanzlichen Urteils erbracht worden sei. Ob eine solche Verpflichtung 

vorliege, sei anhand des französischen Rechts zu beurteilen (Urk. 21 S. 11 f. 

E. 5.4.2). 

In diesem Zusammenhang sei die von der Gesuchstellerin vorgelegte Voll-

streckbarkeitsbescheinigung im Sinne von Art. 54 LugÜ (Urk. 4/3) zu berücksichti-

gen, deren Beweiskraft staatsvertragsautonom zu bestimmen sei. Angesichts des 

zentralen Zwecks des LugÜ, eine möglichst weitgehende Urteilsfreizügigkeit zu 

gewährleisten, sei hierbei in Übereinstimmung mit der herrschenden Lehre und 

der kantonalen Rechtsprechung von einer Vermutung zugunsten der Richtigkeit 

der in der Bescheinigung enthaltenen Angaben auszugehen. Aufgrund der vorge-

legten Vollstreckbarkeitsbescheinigung bestehe demnach eine widerlegbare Ver-

mutung dafür, dass das Kassationsurteil eine im Ursprungsstaat vollstreckbare 

Leistungspflicht enthalte. Soweit der Gesuchsgegner geltend machen wolle, das 

Kassationsurteil enthalte keine solche Leistungsverpflichtung, trage er und nicht 

die Gesuchstellerin die Behauptungs- und Beweislast (Urk. 21 S. 12 ff. E. 5.4.3–

5.4.4).

Als Fazit hielt das Bundesgericht fest, dass die Beschwerde in Zivilsachen 

begründet und die Sache zur Neubeurteilung an die erkennende Kammer zurück-

zuweisen sei. Dabei habe diese den Gesuchsgegner anzuhören und ihm damit 

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das bisher nicht gewährte rechtliche Gehör zu gewähren. Sie werde neu zu beur-

teilen haben, ob dem Kassationsurteil nach französischem Recht und unter Be-

rücksichtigung der Tenorierungsgewohnheiten der Cour de Cassation eine mit 

den Massnahmen des schweizerischen Zwangsvollstreckungsrechts durchsetz-

bare Leistungspflicht zukomme. Sofern diese Frage bejaht werde, weise das Kas-

sationsurteil einen vollstreckungsfähigen Inhalt auf und sei für vollstreckbar zu er-

klären. In diesem Zusammenhang sei die mit der Vollstreckbarkeitsbescheinigung 

begründete Vermutung für das Bestehen einer nach französischem Recht voll-

streckbaren Leistungspflicht zu berücksichtigen. Die Behauptungs- und Beweis-

last dafür, dass das Kassationsurteil nach französischem Recht keine vollstreck-

bare Leistungspflicht begründe, trage daher der Gesuchsgegner (Urk. 21 S. 15 f. 

E. 5.5).

An diese rechtlichen Erwägungen des Bundesgerichts ist die erkennende 

Kammer gebunden (vgl. vorne, E. 2.5).

3.3. In Nachachtung der bundesgerichtlichen Anweisung wurde dem Ge-

suchsgegner mit Verfügung vom 16. April 2024 Frist angesetzt, um die Be-

schwerde zu beantworten (Urk. 26). In seiner rechtzeitig erstatteten Beschwerde-

antwort (vgl. Urk. 26 und Art. 142 f. ZPO) anerkennt der Gesuchsgegner, dass 

das Urteil der Cour de Cassation vom 31. März 2021 in Frankreich vollstreckbar 

sei. In diesem Sinne sei die Beschwerde gutzuheissen und das Urteil für voll-

streckbar zu erklären, zumal der Einwand der erfolgten Zahlung im vorliegenden 

Verfahrensstadium ohnehin nicht gehört werden könne (Urk. 27 Rz 10). Letzteres 

trifft zu (BGer 5A_104/2019 vom 13. Dezember 2019, E. 4.2; Schnyder/Sogo-So-

go, Art. 43 LugÜ N 10 und Art. 45 LugÜ N 5; BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 45 

N 36 ff.; Staehelin/Bopp, Stämpflis Handkommentar SHK, LugÜ 45 N 4 ff.; KUKO 

ZPO-Oberhammer/Domej, Art. 327a N 5 [je m.w.Hinw.]), umso mehr, als eine Til-

gung nicht zum Wegfall der Vollstreckbarkeit führt (BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, 

Art. 41 N 18, Art. 45 N 37 und N 43).

3.4. Mit seinem Zugeständnis verzichtet der Gesuchsgegner darauf, der 

ihm nach den bundesgerichtlichen Erwägungen obliegenden Behauptungs- und 

Beweislast nachzukommen und die aufgrund der Vollstreckbarkeitsbescheinigung 

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vom 22. Juni 2022 (Urk. 4/3) bestehende Vermutung zu widerlegen. Damit bleibt 

es bei der durch diese Bescheinigung begründeten Vermutung. Es ist folglich da-

von auszugehen, dass das Urteil der Cour de Cassation vom 31. März 2021 eine 

im Ursprungsstaat (Frankreich) vollstreckbare Leistungspflicht enthält und damit 

der Vollstreckung in der Schweiz zugänglich ist. 

Bei dieser Sachlage ist das Urteil der Cour de Cassation vom 31. März 2021 

(Pourvoi No. A 19-12.289, Arrêt no. 406 FS-P) gemäss den verbindlichen Erwä-

gungen im bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid für vollstreckbar zu erklä-

ren (Urk. 21 Rz 15 f. E. 5.5), zumal die Gesuchstellerin die gemäss Art. 53 f. LugÜ 

erforderlichen Unterlagen eingereicht hat und weder formelle noch materielle 

Gründe geltend gemacht werden oder ersichtlich sind, welche gegen eine Voll-

streckbarerklärung sprechen. Damit kann offenbleiben, ob ein Begehren um Voll-

streckbarerklärung anerkannt werden kann, d.h. ob die Frage der Vollstreckbar-

keit eines ausländischen LugÜ-Entscheids der Parteidisposition unterliegt und die 

Beschwerdeinstanz diesbezüglich (im Sinne von Art. 58 Abs. 1 ZPO) an die An-

träge der Parteien gebunden ist (vgl. dazu Arnold, Das Exequaturverfahren im An-

wendungsbereich des Lugano-Übereinkommens vom 30. Oktober 2007 aus 

schweizerischer Sicht, 2020, Rz 445) oder gewisse Aspekte der Vollstreckbar-

keitsfrage ungeachtet der Parteianträge zu beurteilen hat. Die Beschwerde ist so-

mit gutzuheissen.

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen

4.1. Erstinstanzliche Prozesskosten 

4.1.1.  Bei Gutheissung der Beschwerde kann die Rechtsmittelinstanz die 

erstinstanzlichen Kosten neu verteilen (Art. 318 Abs. 3 ZPO analog; Staehe-

lin/Bopp, a.a.O., LugÜ 41 N 8; BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 43 N 134; Schny-

der/Sogo-Sogo, Art. 41 LugÜ N 6; Arnold, a.a.O., Rz 576). Das wird in der Be-

schwerde auch beantragt und die vorinstanzliche Regelung der Nebenfolgen 

(Urk. 10 S. 4 f. Dispositiv-Ziffern 4 und 5) formell mitangefochten (Urk. 9 S. 2 und 

Rz 22 f.).

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4.1.2.  Im Lichte der bundesgerichtlichen Erwägungen hätte (bereits) die 

Vorinstanz gestützt auf die Vermutung, welche die beigebrachte Vollstreckbar-

keitsbescheinigung vom 22. Juni 2022 (Urk. 4/3) begründet und zu der sich der 

Gesuchsgegner angesichts der strikten Einseitigkeit des erstinstanzlichen Verfah-

rens nicht äussern durfte (Art. 41 LugÜ), das Begehren um Vollstreckbarerklärung 

auch mit Bezug auf das Urteil der Cour de Cassation vom 31. März 2021 gutheis-

sen müssen. Damit hätte die Gesuchstellerin im erstinstanzlichen Exequaturver-

fahren mit ihren Begehren vollumfänglich obsiegt. Mit dem gutheissenden Be-

schwerdeentscheid ist sie sodann auch obsiegende Partei.

4.1.3.  Diesem Ausgang entsprechend ist die – betragsmässig unangefoch-

ten gebliebene und deshalb nicht zu überprüfende (vgl. auch Arnold, a.a.O., 

Rz 577 m.w.Hinw.) – Entscheidgebühr des erstinstanzlichen Verfahrens von 

Fr. 600.– praxisgemäss in Anwendung der allgemeinen Regel (Art. 106 Abs. 1 

ZPO) vollumfänglich dem Gesuchsgegner aufzuerlegen (Arnold, a.a.O., Rz 321; 

Schnyder/Sogo-Sogo, Art. 41 LugÜ N 6; Staehelin/Bopp, a.a.O., LugÜ 41 N 8; an-

ders immerhin BGer 5A_385/2016 vom 29. November 2016, E. 4.3 [in anderem 

Kontext]). Das rechtfertigt sich umso mehr, als sich der Gesuchsgegner in der Be-

schwerdeantwort nicht näher zu den erstinstanzlichen Nebenfolgen und zum dies-

bezüglichen Antrag der Gesuchstellerin äussert (vgl. Urk. 27 Rz 11 ff.). Ein Bezug 

dieser Kosten von der Gesuchstellerin unter Einräumung eines Rückgriffsrechts 

auf den Gesuchsgegner, wie dies im angefochtenen Entscheid unter Hinweis auf 

die Praxis angeordnet wurde (Urk. 10 S. 4 E. 5 und S. 5 Dispositiv-Ziffer 4), fällt 

jedoch ausser Betracht. Für eine solche, von der früheren zürcherischen Zivil-

prozessordnung noch ausdrücklich vorgesehene Möglichkeit (vgl. § 67 Abs. 4 

aZPO/ZH) bietet die Schweizerische Zivilprozessordnung bei fehlender Einforde-

rung eines Kostenvorschusses keine gesetzliche Grundlage mehr (vgl. Art. 111 

ZPO und ZR 121/2022 Nr. 52, E. 2.4).

4.1.4.  Darüber hinaus ist der Gesuchsgegner praxisgemäss zu verpflichten, 

der anwaltlich vertretenen Gesuchstellerin, die zumindest sinngemäss einen ent-

sprechenden Antrag stellte (vgl. Urk. 1 S. 2 Rechtsbegehren 4), eine Parteient-

schädigung auszurichten (vgl. Arnold, a.a.O., Rz 319 und Rz 321; BSK LugÜ-Hof-

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mann/Kunz, Art. 41 N 89; Schnyder/Sogo-Sogo, Art. 41 LugÜ N 6; Staehe-

lin/Bopp, a.a.O., LugÜ 41 N 8; BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 41 N 89; anders 

BGer 5A_385/2016 vom 29. November 2016, E. 4.3 [in anderem Kontext]). Deren 

Höhe richtet sich nach dem kantonalen Tarif (Art. 96 ZPO) und wird von Art. 52 

LugÜ nicht erfasst (Schnyder/Sogo-Sogo, Art. 52 LugÜ N 2; BSK LugÜ-Hofmann/ 

Kunz, Art. 52 N 9 [je m.w.Hinw.]). Sie ist, ausgehend von einem Streitwert von 

rund Fr. 240'000.– (EUR 167'564.04 [Verpflichtung gemäss Kassationsurteil] 

+ EUR 77'100.– [Verpflichtung gemäss Appellationsurteil] zum Kurs bei Gesuch-

seinreichung; vgl. Art. 91 ZPO), in Anwendung von § 2 Abs. 1, § 4 Abs. 1 und 2, 

§ 9 und § 11 AnwGebV auf Fr. 2'500.– festzusetzen. Ein Mehrwertsteuerzuschlag 

fällt mangels eines entsprechenden Antrags (vgl. Urk. 1 S. 2) sowie wegen des 

ausländischen Sitzes der Gesuchstellerin ausser Betracht (vgl. Kreisschreiben der 

Verwaltungskommission des Obergerichts über die Mehrwertsteuer vom 17. Mai 

2006, Ziff. 2.1.1; BGer 4A_623/2015 vom 3. März 2016).

4.2. Zweitinstanzliche Prozesskosten 

4.2.1.  Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist unter Berücksichtigung von 

Art. 52 LugÜ, der auch im Rechtsbehelfsverfahren gilt (Schnyder/Sogo-Sogo, 

Art. 52 LugÜ N 2 und Art. 43 LugÜ N 17; BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 43 N 131 

und Art. 52 N 2; Arnold, a.a.O., Rz 570), auf Fr. 2'000.– festzusetzen (§ 5 Abs. 1, 

§ 8 Abs. 1, § 11 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG). Dass sie betragsmässig höher 

ausfällt als im aufgehobenen ersten Beschwerdeentscheid (vgl. Urk. 27 Rz 11), 

obwohl der Gesuchsgegner die aufgrund der Vollstreckbarkeitsbescheinigung 

vom 22. Juni 2022 (Urk. 4/3) bestehende Vermutung ohne weitere Vorbringen 

und Beweisofferten gegen sich gelten lässt, erklärt sich einerseits daraus, dass 

nach der Rückweisung durch das Bundesgericht verfahrensmässige Weiterun-

gen, insbesondere die Einforderung eines Vorschusses sowie die Einholung einer 

Beschwerdeantwort erforderlich waren, die zu einem Mehraufwand des Gerichts 

führten. Andererseits blieb im aufgehobenen Urteil vom 28. Oktober 2022 der vor-

liegend miteinbezogene Erhöhungsgrund von § 11 GebV OG unberücksichtigt 

(vgl. Urk. 13 S. 8 E. 8.1).

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4.2.2.  Vor der Beschwerdeinstanz lag nur noch die Vollstreckbarerklärung 

des Entscheids der Cour de Cassation vom 31. März 2021 im Streit. Im Be-

schwerdeverfahren beträgt der Streitwert, welcher Grundlage für die Bemessung 

der zweitinstanzlichen Parteientschädigung bildet (§ 13 Abs. 1 AnwGebV), somit 

rund Fr. 164'000.– (EUR 167'564.04 zum Kurs bei Gesuchseinreichung; vgl. BGE 

140 III 65 E. 3.2.1–3 S. 67 ff.). Gestützt darauf ist die Parteientschädigung auf 

Fr. 1'800.– festzusetzen (§ 2 Abs. 1, § 4 Abs. 1, § 9, § 11 und § 13 Abs. 2 Anw-

GebV). Ein Mehrwertsteuerzuschlag entfällt aus den bereits genannten Gründen.

4.2.3.  In der Regel sind die zweitinstanzlichen Prozesskosten nach dem 

Ausgang des Beschwerdeverfahrens zu verteilen (Art. 106 Abs. 1 ZPO; Arnold, 

a.a.O., Rz 580). Dabei bestimmt sich das Obsiegen und Unterliegen im Rechts-

mittelverfahren einzig nach Massgabe der Anträge des Rechtsmittelklägers; auf 

die Anträge des Rechtsmittelbeklagten kommt es nicht an (vgl. BGer 

5A_932/2016 vom 24. Juli 2017, E. 2.2.4). 

Die Gesuchstellerin obsiegt im Beschwerdeverfahren vollumfänglich. Daran 

ändert auch der Rechtsmittelantrag des Gesuchsgegners auf Gutheissung der 

Beschwerde nichts, welcher (als erstmalige Stellungnahme zum Exequaturge-

such; vgl. Art. 41 Satz 2 LugÜ) im Ergebnis einer Anerkennung des Rechtsbegeh-

rens um Vollstreckbarerklärung des Kassationsurteils und damit einem Unterlie-

gen gleichkommt (Art. 106 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Als unterliegende rechtsmittelbe-

klagte Partei kann der Gesuchsteller nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

nur dann von der Kostenpflicht entlastet werden, wenn ein von ihm nicht mitver-

schuldeter grober Verfahrensfehler (Justizpanne) zur Gutheissung des Rechtsmit-

tels führt und er selber die Gutheissung des Rechtsmittels beantragt oder zumin-

dest keinen (unbegründeten) Antrag gestellt bzw. sich mit dem angefochtenen 

Entscheid nicht identifiziert hat (BGer 5A_87/2022 vom 2. November 2022, 

E. 4.4.1 m.w.Hinw.). Zwar identifiziert sich der Gesuchsgegner nicht mit dem vor-

instanzlichen Entscheid, sondern beantragt gegenteils die Gutheissung der Be-

schwerde und die Vollstreckbarerklärung des Kassationsurteils (Urk. 27 S. 2 und 

Rz 10). Ebenso wenig hat er den vorinstanzlichen Entscheid mitverschuldet. In-

dessen liegt kein derart gravierender, von keiner Partei bzw. durch keinen Partei-

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antrag verursachter Verfahrensfehler (Justizpanne) der Vorinstanz vor, dass sich 

eine Befreiung des Gesuchsgegners von seiner ausgangsgemässen Kostentra-

gungspflicht rechtfertigen würde. Es handelt sich um einen "gewöhnlichen" 

Rechtsanwendungsfehler der Vorinstanz bei der Beurteilung des von der Gesuch-

stellerin gestellten Rechtsbegehrens (vgl. auch Urk. 27 Rz 17, wo der Gesuchs-

gegner der Vorinstanz ebenfalls nur eine unrichtige Rechtsanwendung, aber 

keine eigentliche Justizpanne vorwirft).

4.2.4.  Vom Grundsatz der Kostenverteilung nach Obsiegen und Unterliegen 

(Art. 106 ZPO) kann gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO unter anderem dann abge-

wichen werden, wenn besondere Umstände vorliegen, die eine Verteilung nach 

dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen lassen. Diese Vorschrift re-

gelt indessen nur die Verteilung unter den Prozessparteien und erlaubt keine Kos-

tenauflage an Dritte oder den Staat (BGE 141 III 426 E. 2.3 S. 428), wie der Ge-

suchsgegner anzunehmen scheint (vgl. Urk. 27 Rz 14). Immerhin können gemäss 

Art. 107 Abs. 2 ZPO Gerichtskosten, die weder eine Partei noch Dritte veranlasst 

haben, aus Billigkeitsgründen dem Kanton auferlegt werden. Unnötige Prozess-

kosten hat zu bezahlen, wer sie verursacht hat (Art. 108 ZPO).

4.2.4.1.  Eine Kostenauflage an den Kanton, wie sie vom Gesuchsgegner 

beantragt wird (Urk. 27 S. 2 und Rz 17), kommt somit einzig gestützt auf Art. 107 

Abs. 2 ZPO oder Art. 108 ZPO in Frage. Unter dem Titel von Art. 107 Abs. 2 ZPO 

muss sie indessen die absolute Ausnahme bleiben (BK ZPO I-Sterchi, Art. 107 

N 24). Im Zweiparteienverfahren greift sie deshalb nur in Fällen regelrechter Jus-

tizpannen, d.h. krasser Fehlleistungen bzw. gravierender Fehler des Gerichts. Der 

blosse Umstand, dass der Erstinstanz (insbesondere Rechtsanwendungs-)Fehler 

unterlaufen sind, die weder einer Partei noch Dritten angelastet werden können, 

genügt nicht (ZR 117/2018 Nr. 55, E. 3.3). Wie bereits erwähnt (vorne, E. 4.2.3), 

handelt es sich vorliegend aber nicht um eine klar fehlerhafte Entscheidung der 

Vorinstanz (was im Übrigen auch gemäss BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, Art. 107 N 11, 

worauf der Gesuchsgegner in Urk. 27 Rz 17 verweist, vorausgesetzt wird) und da-

mit nicht um eine eigentliche Justizpanne. Eine Kostenauflage an den Kanton fällt 

deshalb ausser Betracht. Eine Verpflichtung des Kantons zur Leistung einer Par-

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teientschädigung (vgl. Urk. 27 Rz 17) scheitert überdies auch daran, dass die Vor-

schrift von Art. 107 Abs. 2 ZPO nach herrschender Ansicht gemäss ihrem klaren 

Wortlaut bloss die Gerichts-, nicht auch die Parteikosten umfasst (CHK-Sutter-

Somm/Seiler, ZPO 107 N 19; BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, Art. 107 N 11; Urwy-

ler/Grütter, DIKE-Komm-ZPO, Art. 107 N 13; BK ZPO I-Sterchi, Art. 107 N 25; 

KUKO ZPO-Schmid/Jent-SØrensen, Art. 108 N 13; Jent-SØrensen, OFK-ZPO, 

ZPO 107 N 8; Moret, Schweizerische Zivilprozessordnung, ZPO annotée, Kurz-

kommentar, 2023, Art. 107 N 4; Gasser/Rickli, Schweizerische Zivilprozessord-

nung [ZPO], Kurzkommentar, 2. A. 2014, Art. 107 N 5; s.a. BGE 140 III 385 E. 4.1 

S. 389) und auch durch das kantonale Recht nicht auf die Parteientschädigung 

ausgedehnt wurde (vgl. Gasser/Rickli, a.a.O., Art. 107 N 5). Eine Entschädigungs-

pflicht des Kantons käme lediglich dann (gestützt auf Art. 106 oder Art. 108 ZPO) 

in Frage, wenn dieser selbst Partei- oder parteiähnliche Stellung hätte, was hier 

jedoch nicht zutrifft. Ebenso wenig können die Kosten des Beschwerdeverfahrens 

als unnötig verursacht im Sinne von Art. 108 ZPO gelten (vgl. dazu BGE 141 III 

426 E. 2.4.3; KUKO ZPO-Schmid/Jent-SØrensen, Art. 108 N 2 ff.). 

Aus diesen Gründen können die Gerichts- und Parteikosten nicht dem Kan-

ton auferlegt werden. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die 

erkennende Kammer den Gesuchsgegner vor der Fällung ihres ersten, vom Bun-

desgericht aufgehobenen Entscheids nicht anhörte und er sich deshalb erst im 

Rahmen des vorliegenden (fortgeführten) Verfahrens zur Vollstreckbarerklärung 

des Kassationsurteils äussern konnte (vgl. Urk. 27 Rz 16 f.). Zum einen wird das 

ursprüngliche Beschwerdeverfahren (Geschäfts-Nr. RV220014-O) bei der Fest-

setzung der Nebenfolgen nicht berücksichtigt. Zum anderen äusserte sich der Ge-

suchsgegner im bundesgerichtlichen Verfahren zur Vollstreckbarerklärung offen-

bar noch in ablehnendem Sinne (vgl. Urk. 21 S. 2 E. C).

4.2.4.2.  Denkbar wäre somit einzig eine auf Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO ge-

stützte abweichende Kostenverteilung unter den Prozessparteien. Dafür sind in-

dessen keine hinreichenden Gründe ersichtlich oder dargetan. Allein der Um-

stand, dass der Gesuchsgegner vor der Einleitung des Exequaturverfahrens nie 

zur Zahlung aufgefordert worden sei, wie er in der Beschwerdeantwort – im Sinne 

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eines zulässigen Novums (vgl. vorne, E. 2.4) – unwidersprochen behauptet 

(Urk. 27 Rz 7), rechtfertigt jedenfalls kein Abweichen von der allgemeinen Regel. 

Anders wäre allenfalls dann zu entscheiden, wenn die Rückzahlung bereits vor 

Einleitung des Verfahrens erfolgt wäre. Das wird aber nirgends behauptet.

4.2.5.  Im Ergebnis bleibt es somit bei der Kosten- und Entschädigungs-

pflicht des Gesuchsgegners (auch) für das Beschwerdeverfahren (Art. 106 Abs. 1 

ZPO). Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten sind mit dem von der Gesuchstel-

lerin geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Ge-

suchsgegner hat der Gesuchstellerin den Vorschuss im Umfang von Fr. 2'000.– 

zu ersetzen und ihr zudem eine Parteientschädigung von Fr. 1'800.– zu bezahlen 

(Art. 111 Abs. 2 ZPO).

Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil der Cour de Cassation 

vom 31. März 2021 (Verfahren Nr. A 19-12.289, Entscheid Nr. 406 FS-P) für 

vollstreckbar erklärt.

2. Die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 600.– wird 

dem Gesuchsgegner auferlegt.

3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das erstin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.– zu bezahlen.

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.– festgesetzt.

5. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuchsgegner 

auferlegt und mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss 

verrechnet. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin den 

Vorschuss im Umfang von Fr. 2'000.– zu ersetzen.

6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das zweitin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'800.– zu bezahlen.

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7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück.

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) i.V.m. Art. 42 des Bundes-

gesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
rund Fr. 164'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 21. Juni 2024

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

Dr. M. Nietlispach

versandt am:
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