# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38dcf7c3-081d-5992-8cf5-921ec1085ee5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2021 D-2819/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2819-2021_2021-06-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2819/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn,  

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Gambia,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 11. Juni 2021 / N (…). 

 

 

 

D-2819/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 25. April 2021 um Asyl in der Schweiz 

und machte dabei geltend, er sei am 29. Dezember 2004 geboren und so-

mit minderjährig. 

B.  

B.a Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers in der Fin-

gerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab Hinweise auf seine 

Volljährigkeit, weshalb ihm die Vorinstanz am 28.April 2021 das rechtliche 

Gehör zur Anpassung seines Alters gewährte.  

B.b Mit Stellungnahme vom 3. Mai 2001 (datiert vom 30. April 2021) 

machte der Beschwerdeführer geltend, er sei bei seiner Registrierung in 

Italien am 6. Juli 2016 erst elfjährig gewesen und habe den italienischen 

Behörden bereits zu diesem Zeitpunkt das Geburtsdatum (…) angegeben. 

Da er damals eine hohe Körpergrösse aufgewiesen habe, hätten ihm die 

Behörden sein Geburtsdatum nicht geglaubt. Der Stellungnahme legte er 

eine Kopie seines Reisepasses sowie einer Geburtsbestätigung bei und 

stellte in Aussicht, das Original seines Passes nachzureichen. Die Geburts-

bestätigung liege der Vorinstanz bereits im Original vor. Weiter beantragte 

er, es sei eine Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende 

(UMA) durchzuführen.  

C.  

C.a Ein Abgleich mit Eurodac ergab, dass der Beschwerdeführer bereits 

am 6. Juli 2016 und 1. Februar 2018 in Italien um Asyl ersuchte. 

C.b Mit Ersuchen vom 5. Mai 2021 an die italienischen Behörden bat die 

Vorinstanz um Informationen zur Registrierung des Beschwerdeführers, 

wobei die italienischen Behörden am 14. Mai 2021 mitteilten, dass er in 

Italien unter den Personalien A._______, geboren am (…), Gambia, be-

kannt sei. Weiter wurden auch die deutschen Behörden um Informationen 

zu seiner Registrierung angefragt, wobei diese am 20. Mai 2021 mitteilten, 

dass er unter denselben Personalien wie in Italien registriert und aufgrund 

der Zuständigkeit nach Italien überstellt worden sei. 

D.  

Die Vorinstanz verzichtete auf die Anpassung des Geburtsdatums des Be-

schwerdeführers und führte am 12. Mai sowie am 27. Mai 2021 – in Beglei-

tung der zugewiesenen Rechtsvertretung – die Erstbefragung für UMA 

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Seite 3 

(EB) durch. Dabei wurde er unter anderem zu seinem Alter, der Schulbil-

dung und zu den Registrierungen in Europa in der Eurodac-Datenbank be-

fragt. Sodann wurde ihm das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens 

zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gemäss VO Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), zum 

Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

sowie zur Wegweisung nach Italien und zur Anpassung seines Alters ge-

währt. Anschliessend wurde sein Alter angepasst und er wurde im weiteren 

Verfahren als volljährig betrachtet.  

E.  

Am 27. Mai 2021 stellte die Vorinstanz ein Gesuch um Rückübernahme 

des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO, 

welches von den italienischen Behörden innerhalb der festgesetzten Frist 

unbeantwortet blieb.  

F.  

Mit Verfügung vom 11. Juni 2021 (eröffnet am 14. Juni 2021) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Italien an und forderte den Beschwerdeführer auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

Seine Personalien seien im Zentralen Migrationssystem (ZEMIS) als 

A._______, geboren am (…), Gambia, mit Bestreitungsvermerk, eingetra-

gen. Einer allfälligen Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung käme 

keine aufschiebende Wirkung zu.  

G.  

Am 14. Juni 2021 legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder.  

H.  

Mit Eingabe vom 16. Juni 2021 (Datum Poststempel) reichte der Be-

schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und be-

antragte, die Verfügung des SEM vom 11. Juni 2021 sei aufzuheben und 

an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese ihr Recht auf Selbsteintritt 

ausübe und sich für das vorliegende Verfahren als zuständig erachte. 

Eventualiter sei die Verfügung zur vollständigen Erhebung des Sachver-

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Seite 4 

halts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formel-

ler Hinsicht beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung 

zu gewähren und im Sinne einer superprovisorischen Massnahme die Voll-

zugsbehörde unverzüglich anzuweisen, von seiner Überstellung nach Ita-

lien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung entschieden habe. Es sei die unentgeltliche Pro-

zessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten. 

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

17. Juni 2021 in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Auf einen Schriftenwechsel wurde gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG ver-

zichtet. 

3.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

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Seite 5 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

 

4.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM 

ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 

31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

5.  

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rah-

men eines Wiederaufnahmeverfahrens findet grundsätzlich keine erneute 

Prüfung der Zuständigkeit nach Kapitel III der Dublin-VO statt (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2017/VI/5, E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).  

5.3 Im Falle eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der 

dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskri-

terien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Si-

tuation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in ei-

nem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im 

Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet dem-

gegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Ka-

pitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

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Seite 6 

5.4 Wenn eine antragstellende Person, aus einem Drittstaat kommend, die 

Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat, 

ist dieser Staat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig. Die Zuständigkeit endet ge-

mäss dieser Norm zwölf Monate nach dem Tag des illegalen Grenzüber-

tritts. 

5.5 Erweist es sich als unmöglich, Antragstellende in den eigentlich zustän-

digen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die An-

nahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An-

tragstellende in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-

gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat 

als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als 

zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

5.6 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

eine antragstellende Person, die in einem anderen Mitgliedstaat einen An-

trag gestellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO auf-

zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO).  

5.7 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte 

Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und 

das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humani-

tären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. 

5.8 Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden Per-

son zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen, da sie die Beweislast dafür trägt, auch wenn 

das SEM die entscheidrelevanten Sachverhaltsmomente von Amtes we-

gen festzustellen hat (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-

rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3; BVGE 

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2018/VI/3 E. 4.2.3 m.w.H.). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine 

Abwägung aller Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtigkeit der be-

treffenden Altersangabe sprechen, vorzunehmen (vgl. BVGE 2009/54 

E. 4.1). 

 

6.  

6.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung der Volljährigkeit des Beschwer-

deführers fest, dass es aufgrund des Datenabgleichs in der Datenbank Eu-

rodac bereits Hinweise auf seine Volljährigkeit gebe. In der Erstbefragung 

habe er angegeben, sein genaues Geburtsdatum von seinem Bruder wäh-

rend der Reise erfahren zu haben. Zudem sei das Geburtsdatum auf der 

zu den Akten gelegten Geburtsbestätigung ersichtlich. Weiter habe er in 

der Erstbefragung angegeben, lediglich die Koranschule besucht zu ha-

ben. Sein Heimatland habe er im Jahr 2015 im Alter von zehn Jahren ver-

lassen und sei im Juli 2016 in Italien angekommen, nachdem er von den 

italienischen Behörden aus einem Boot gerettet worden sei. Zu diesem 

Zeitpunkt sei er elfjährig gewesen. Die italienischen Behörden hätten ihn 

jedoch als Neunzehnjährigen registriert, und er habe ihnen erfolglos er-

klärt, dass er erst elfjährig sei. 2019 habe er ihnen eine Geburtsbestätigung 

vorgelegt, worauf die italienischen Behörden ihm zugesichert hätten, sein 

Geburtsdatum anzupassen. Aus den Akten gehe jedoch eine erfolgte oder 

in Erwägung gezogene Anpassung seines Geburtsdatums nicht hervor. 

Obwohl seine Ausführungen zu seiner Schulzeit und seiner Ausreise nicht 

grundsätzlich bezweifelt würden, seien diese lediglich vage und oberfläch-

lich ausgefallen. Des Weiteren sei es zu verschiedenen Widersprüchen ge-

kommen. Im Zusammenhang mit der Geburtsbestätigung habe er zuerst 

angegeben, die den schweizerischen Behörden vorliegende Geburtsbestä-

tigung von einer Person, welche diese aus Gambia mitgebracht habe, im 

Jahr 2019 erhalten und den italienischen Behörden danach vorgelegt zu 

haben, um später – bei Ansprechen der Unmöglichkeit, ein im Februar 

2021 ausgestelltes Dokument bereits 2019 vorgelegt zu haben, diese nie 

erhalten zu haben. Die weitere Erklärung, in Gambia würden solche Doku-

mente jährlich ausgestellt, wirke unrealistisch. Ferner sei festzustellen, 

dass die Geburtsurkunde über keine biometrischen Daten verfüge und so-

mit seine Identität nicht rechtsgenüglich überprüft werden könne. Ausser-

dem seien solche Dokumente nicht fälschungssicher und verfügten über 

einen geringen Beweiswert. Dasselbe gelte für die eingereichte Passkopie. 

Überdies lasse sich aufgrund seiner Schilderungen, wie er zu dem neuen 

Pass gekommen sei, schliessen, dass es sich um eine Fälschung handle. 

Er habe nicht nachvollziehbar darlegen können, wie er diesen erhalten 

habe. Seine Erklärung, er habe seine Unterschrift auf ein Blatt geschrieben 

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Seite 8 

und diese danach fotografiert seines Mutter gesendet, überzeuge ebenso 

wenig, wie seine Ausführung, er habe kein Geld gehabt, sich das Original 

des Passes zukommen zu lassen, zumal er für die Ausstellung desselben 

auch Geld ausgegeben habe und das Zusenden des Originals der Geburts-

bestätigung habe bezahlen können. Mit den eingereichten Beweismitteln 

habe er seine geltend gemachte Minderjährigkeit nicht belegen können.  

Sodann wirke es realitätsfremd, dass er als angeblich Elfjähriger in Italien 

fälschlicherweise als Neunzehnjähriger erfasst worden sein und trotz sei-

nes fünfjährigen Aufenthalts in Italien sowie dem durchlaufenen Asylver-

fahren sich erst 2021 um eine Anpassung seines Geburtsdatums bemüht 

haben soll. Dem Vorhalt seiner Rechtsvertretung zu den Widersprüchen 

bezüglich seiner Registrierung in Italien, es sei beim Verfassen der Stel-

lungnahme mutmasslich zu Verständigungsproblemen gekommen, könne 

nicht gefolgt werden, zumal es in der Verantwortung der Rechtsvertretun-

gen liege, korrekte Angaben an das SEM zu übermitteln. Zudem seien 

seine Angaben in der Stellungnahme äusserst detailliert ausgefallen. Wei-

ter sei festzuhalten, dass er im Rahmen der Erstbefragung einerseits an-

gegeben habe, den Dolmetscher gut zu verstehen und bei Unklarheiten 

nachzufragen. Anderseits habe er nach der Rückübersetzung die Richtig-

keit seiner Aussagen mit seiner Unterschrift bestätigt. Insgesamt sei es ihm 

nicht gelungen, seine Minderjährigkeit glaubhaft darzulegen. Auf eine 

Durchführung einer Altersabklärung habe verzichtet werden können, da 

bereits aus dem vorliegenden Sachverhalt eine ausreichende Gesamtwür-

digung habe vorgenommen werden können. Deshalb werde sein Geburts-

datum auf den 25. April 1997 angepasst.  

Seine Darlegungen, er habe in Italien einen negativen Asylentscheid erhal-

ten, ändere nichts an der Tatsache, dass die italienischen Behörden wei-

terhin für sein Verfahren zuständig seien. Sodann würden auch keine be-

gründeten Hinweise darauf vorliegen, dass Italien seinen völkerrechtlichen 

Verpflichtungen nicht nachkomme. Auch wenn er angegeben habe, die 

letzten drei Monate in Italien auf der Strasse gelebt zu haben, seien keine 

Hinweise darauf ersichtlich, dass er nach dem in Italien abgeschlossenen 

Asylverfahren und dem mangelnden Anspruch an staatlicher Unterstüt-

zung in eine existenzielle Notlage geraten würde. Abschliessend sei fest-

zuhalten, dass aus den ärztlichen Berichten hervorgehe, dass er ein junger 

gesunder Mann sei. Allfällige psychische Probleme seien keine festgehal-

ten worden. Auch wenn er in Italien über keine Aufenthaltsregelung ver-

füge, seien Notfallbehandlungen dennoch weitgehend garantiert.   

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6.2 Der Beschwerdeführer wendete dagegen ein, seine Rechtsvertretung 

habe mehrmals darauf hingewiesen, dass sein Alter in Italien falsch regis-

triert worden sei. Obwohl er dort seine Geburtsbestätigung vorgelegt habe, 

sei sein Anliegen, sein Alter anzupassen, ignoriert worden. Deshalb er-

staune es nicht, dass das SEM nichts davon in den betreffenden Akten 

gefunden habe. Die italienischen Behörden hätten ihn in willkürlicher Weise 

als Neunzehnjährigen registriert und dabei grobe Verfahrensfehler began-

gen, weshalb sein in Italien registriertes Alter nichtig sei. Zudem hätte die 

Vorinstanz sich eingehender mit seiner Geburtsbestätigung auseinander-

setzen müssen. Er habe den schweizerischen Asylbehörden das Original 

seiner Geburtsbestätigung und eine Passkopie zur Bestätigung seiner 

Identität respektive seines Geburtsdatums abgegeben, weshalb er als min-

derjährig zu betrachten sei.  

Schliesslich habe die Vorinstanz sein Alter ungenügend abgeklärt und so-

mit auch das rechtliche Gehör verletzt. Aus diesem Grund, und weil an-

sonsten ein Instanzenzug verloren gehe, werde die Rückweisung bean-

tragt oder eventualiter die Einholung einer Garantie zur Unterbringung in 

einer altersgerechten Unterbringung in Italien.  

6.3 Der Beschwerdeführer machte geltend, das rechtliche Gehör sei ver-

letzt worden, weil sein Alter ungenügend abgeklärt worden sei. Dieser Ar-

gumentation kann insofern nicht gefolgt werden, als dass aus den ausführ-

lichen und zutreffenden Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung nach-

vollziehbar hervorgeht, weshalb seine Minderjährigkeit bezweifelt wurde 

und aus welchem Grund keine weiteren Altersabklärungen durchgeführt 

worden sind. Auch dem Vorhalt, seine Geburtsbestätigung sei ungenügend 

gewürdigt worden, ist der Boden entzogen und der Vorinstanz dahinge-

hend Recht zu geben, dass es sich bei der vorliegenden Geburtsbestäti-

gung weder um ein offizielles noch um ein fälschungssicheres Dokument 

handelt, welches seine Identität belegen könnte. Weiter überzeugen die in 

diesem Zusammenhang gemachten Ausführungen zum Erhalt derselben 

ebenso wenig wie die Schilderungen zur Ausstellung seines Passes, des-

sen Kopie im Übrigen nicht auf die Echtheit überprüft werden kann und 

demensprechend über einen fehlenden Beweiswert verfügt. Ohnehin ist es 

fraglich, ob in Gambia sein Pass in Abwesenheit und durch eine Drittperson 

ausgestellt hätte werden können, zumal er auch keine hilfreichen diesbe-

züglichen Aussagen machte. Ausserdem ist es unwahrscheinlich, dass 

eine Unterschrift problemlos fotografiert und so auf einem (Original) Pass 

von den gambischen Behörden übernommen wird (vgl. Akte 1094536-

27/18 [nachfolgend SEM-Akte 27/18], F4.02). Daneben fällt auf, dass seine 

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Seite 10 

Unterschrift auf der Passkopie nicht mit derjenigen auf den schweizeri-

schen Asylakten übereinstimmt und die Schwünge der Anfangsbuchstaben 

voneinander abweichen, obwohl beide zeitnah gemacht worden sein 

müssten. Ferner verstrickte sich der Beschwerdeführer in verschiedene 

Widersprüche, welche er auch auf Nachfrage hin nicht aufzulösen ver-

mochte, sondern sich – im Gegenteil – mit seinen nachfolgenden Erklärun-

gen in weitere Unklarheiten verwickelte (vgl. SEM-Akte 27/18, F1.06, 

F2.06, F4.07, F8.01). Um Wiederholungen zu vermeiden, ist auf die detail-

lierten diesbezüglichen Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung zu 

verweisen. 

Schliesslich geht aus den Akten nicht hervor, dass der Beschwerdeführer 

sein in Italien registriertes Alter bestritten hätte, obwohl er zwischen Juli 

2016 und seiner Ausreise 2021 – also fast fünf Jahre – die Gelegenheit 

dazu gehabt hätte. Es erstaunt vor diesem Hintergrund zudem, dass er vor 

seiner Ausreise aus Gambia 2015 im Besitz eines Passes gewesen sein 

soll, diesen während seines Asylverfahrens in Italien jedoch nie vorgelegt 

hat oder sich diesen zum Belegen seiner behaupteten Minderjährigkeit hat 

zukommen lassen (vgl. SEM-Akte 27/18, F4.02). Auch wäre es ihm mög-

lich gewesen, die angebliche willkürliche Vorgehensweise sowie die gro-

ben Verfahrensfehler der italienischen Behörden zu beanstanden, zumal 

das italienische Asylverfahren hinreichende Verfahrensgarantien aufweist 

(vgl. E. 8.2).   

6.5 Zusammenfassend kommt das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen 

einer Gesamtwürdigung zum Schluss, dass nach einer Abwägung aller An-

haltspunkte sowie der vorliegenden Beweismittel, welche für oder gegen 

die Richtigkeit der betreffenden Altersangabe sprechen, die unglaubhaften 

Elemente überwiegen und der Beschwerdeführer seine Minderjährigkeit 

weder hat rechtsgenüglich nachweisen noch glaubhaft machen können, 

weshalb – in Einklang mit der Vorinstanz – der Beschwerdeführer als voll-

jährig zu betrachten ist. Es bleibt anzufügen, dass nach dem Gesagten die 

Vorinstanz zu Recht auf weitere Altersabklärungen verzichtet hat.  

7.  

Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden grundsätzlich kein Recht 

ein, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3). Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer am 6. Juli 2016 und am 1. Februar 2018 in Italien 

registriert wurde und ein Asylverfahren durchlief. Am 27. Mai 2021 er-

suchte die Vorinstanz die italienischen Behörden gestützt auf die Dublin-

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Seite 11 

III-VO um Übernahme des Beschwerdeführers. Diese liessen das Ersu-

chen innert der vorgesehenen Frist unbeantwortet, womit sie ihre Zustän-

digkeit implizit anerkannten.  

 

8.  

8.1 In der Beschwerde werden unter Verweis auf verschiedene Quellen 

mehrere Mängel in der Unterbringung und der medizinischen Versorgung 

in Italien geltend gemacht. Weiter wurde moniert, dass die Aufnahmebe-

dingungen aufgrund der COVID-19-Pandemie noch prekärer geworden 

seien. Ausserdem habe der Beschwerdeführer keine Möglichkeit erhalten, 

sich auf prozessualem Weg gegen das Vorgehen der italienischen Behör-

den (in Bezug auf sein falsches Geburtsdatum) zu wehren. Deshalb sei 

vorliegend Art. 3 EMRK verletzt worden und die schweizerischen Behörden 

hätten die Pflicht zum Selbsteintritt. 

8.2 Im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-

dingungen für Asylsuchende in Italien würden systemische Schwachstellen 

aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden 

Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich 

bringen würden (vgl. Referenzurteil E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 

E. 6.3). 

Italien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 

2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung 

des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-

geben. Diese Vermutung, wonach Italien seinen völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen nachkomme, kann durch konkrete und erhebliche Vorbringen 

im Einzelfall umgestossen werden (vgl. Referenzurteil E-962/2019 vom 

17. Dezember 2019 E. 5; BVGE 2011/9 E. 6, 2010/45 E. 7.5 m.w.N.). 

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Seite 12 

Was seine Einwände in Bezug auf mangelhafte Asylverfahren respektive 

ungenügende Beschwerdemöglichkeiten anbelangt, ist darauf hinzuwei-

sen, dass es dem Beschwerdeführer offen gestanden wäre, geeignete Be-

weismittel bezüglich seiner Minderjährigkeit bei den italienischen Behörden 

einzureichen. Aus den Akten ist jedoch nicht ersichtlich, dass er davon Ge-

brauch machte (vgl. E.6.3, letzter Abschnitt). 

8.3 Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass Italien grundsätzlich über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt (vgl. statt vieler die Urteile 

des BVGer E-6298/2019 vom 5. Dezember 2019 S. 12 und F-4617/2019 

vom 14. Oktober 2019 E. 5.3), wobei davon ausgegangen werden kann, 

dass dieser Dublin-Mitgliedstaat die Rechte aus der Richtlinie des Europä-

ischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen 

Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) anerkennt und schützt. Der 

Zugang für asylsuchende Personen zum italienischen Gesundheitssystem 

ist über die Notversorgung grundsätzlich gewährleistet, auch wenn es in 

der Praxis zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann (vgl. das Referenz-

urteil E-962/2019 E. 6.2.7). In der Erstbefragung gab der Beschwerdefüh-

rer an, er leide seit dem Tod seines Bruders unter Stress und Kopfschmer-

zen. Seine Konsultationen bei einem Psychiater in Italien seien eingestellt 

worden, nachdem er aus seiner Unterkunft weggewiesen worden sei. Je-

doch wisse er nicht mehr genau, wann er zuletzt eine Therapiesitzung ge-

habt habe. Die geltend gemachten psychischen Beeinträchtigungen sind 

vorliegend nicht geeignet, für den Fall ihrer Nichtbeachtung einen Verstoss 

gegen Art. 3 EMRK zu begründen. Dagegen spricht auch die Tatsache, 

dass er gemäss den Arztberichten vom 5. Mai und 2. Juni 2021 zwar eine 

Auffrischung seiner Impfungen benötige, ansonsten eine junge gesunde 

Person sei. Weiter sei ein Mangel an verschiedenen Vitaminen festgestellt 

worden. Psychische Probleme machte er während beiden Konsultationen 

keine geltend. Es seien auch keine weiteren Behandlungen vorgesehen. 

Eine rechtlich erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung würde voraus-

setzen, dass eine schwere Erkrankung vorliegt und für die betroffene Per-

son im Falle der Abschiebung die reale Gefahr besteht, dass sich ihr Ge-

sundheitszustand – mangels angemessener medizinischer Behandlung im 

Zielstaat – rasch und unwiederbringlich verschlechtert, intensive Leiden  

oder eine erhebliche Verkürzung der Lebenserwartung zu befürchten wä-

ren (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, 

Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Dies ist vorliegend jedoch 

nicht der Fall. Das Einholen von Garantien ist nicht angezeigt.  

http://links.weblaw.ch/BVGer-E-6298/2019
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-962/2019

D-2819/2021 

Seite 13 

8.4 Weiter beruft sich der Beschwerdeführer darauf, dass er wegen seiner 

Minderjährigkeit nicht nach Italien zurückgeschickt werden könne.  

Wie bereits ausgeführt, ist das SEM in der angefochtenen Verfügung zu 

Recht von seiner Volljährigkeit ausgegangen (vgl. E. 6.5). Aus diesem 

Grund besteht auch kein Anlass, die Vorinstanz anzuweisen, bei den itali-

enischen Behörden individuelle Garantien für eine adäquate Unterbringung 

einzuholen. 

8.5 Der Beschwerdeführer beantragte ferner die Anwendung der Ermes-

sensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO, respektive der – das Selbst-

eintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311), 

gemäss welcher das SEM das Asylgesuch aus humanitären Gründen auch 

dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat 

zuständig wäre. 

 

Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei der 

Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspielraum 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist unter diesem 

Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten keine Hin-

weise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive Unter-

schreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb 

in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen.  

Nach dem Gesagten bestehen keine ausreichend begründeten Hinweise 

dafür, dass der Beschwerdeführer im Fall der Rückkehr nach Italien in eine 

existentielle Notlage geraten wird und daher auch kein Grund für eine An-

wendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Somit bleibt 

Italien der für die Behandlung der Asylgesuche der Beschwerdeführerin zu-

ständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO.  

8.6 Allfällige Verzögerungen aufgrund der herrschenden Situation im Zu-

sammenhang mit der COVID-19-Pandemie stellen – gemäss aktuellem 

Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshindernisse dar und vermö-

gen am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern (vgl. etwa 

Urteil des BVGer F-1829/2020 vom 9. April 2020 E. 5.2). 

9.  

Das SEM ist nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/9

D-2819/2021 

Seite 14 

Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-

getreten. Da er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Italien in Anwendung 

von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).  

10.  

Aus den angestellten Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, so-

weit auf sie einzutreten ist. 

11.  

Mit dem vorliegenden Urteil ist der verfahrensrechtliche Antrag auf die Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden. 

12.  

12.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist – ungeachtet der Tatsache, dass entgegen 

den Angaben in der Beschwerdeschrift die Bedürftigkeit des Beschwerde-

führers durch keine entsprechende Bestätigung belegt wird – abzuweisen, 

da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als 

aussichtlos zu bezeichnen sind.  

12.2 Die Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 

63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2819/2021 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– werden dem Beschwerde-

führer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vor-

liegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Martina von Wattenwyl 

 

 

Versand: