# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef8ee91f-13e8-5ac9-922b-6f72e0b0577e
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-07
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 07.07.2021 101 2021 115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_001_101-2021-115_2021-07-07.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

101 2021 115

Urteil vom 7. Juli 2021

I. Zivilappellationshof

Besetzung Präsident: Jérôme Delabays
Richter: Sandra Wohlhauser, Laurent Schneuwly
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Cornelia Thalmann El Bachary

Parteien A.________, Beklagter und Beschwerdeführer,

gegen

B.________, Kläger und Beschwerdegegner

Gegenstand Auftrag; aktive und passive Vertretung; persönliches Erscheinen an 
der Schlichtungsverhandlung (Art. 204 Abs. 1 ZPO)

Beschwerde vom 19. März 2021 gegen den Entscheid der Präsiden-
tin des Zivilgerichts des Sensebezirks vom 23. Februar 2021

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 7

Sachverhalt

A. Nachdem am 4. Januar 2019 vom Telefonanschluss von A.________ die Notrufnummer 144 
gewählt wurde, hat die Notrufzentrale nach einer ersten Einschätzung die C.________ und den 
D.________ (franz. für E.________) aufgeboten, die beide, d.h. die Ambulanz sowie ein Notarzt 
des D.________, wenig später bei A.________ eintrafen. Nach einer ersten Behandlung wurde 
dieser mit der Ambulanz ins Inselspital Bern gebracht. Der D.________ beendete seinen Einsatz 
am Wohnort von A.________. 

Die Rechnung der C.________ hat A.________ erhalten und bildet nicht Gegenstand des Verfah-
rens. 

A.________ soll zudem eine Rechnung des B.________ (hiernach: das Spital) vom 4. Juli 2019 
über CHF 620.60 erhalten haben. Dem dazugehörigen Rückforderungsbeleg können u.a. folgende 
Daten entnommen werden: «Behandlung: 04.01.2019 – 04.01.2019; Eintrittsart: Notfall; Eintrittsin-
dikation: Ambulanz, Polizei; Austrittsabteilung: D.________». A.________ bestreitet, diese Rech-
nung jemals bekommen zu haben. 

Auf Antrag des Spitals stellte das Betreibungsamt des Sensebezirks A.________ am 28. Januar 
2020 einen Zahlungsbefehl zu. Dieser erhob tags darauf Rechtsvorschlag. 

B. Am 21. Oktober 2020 reichte das Spital auf dem Briefpapier der F.________ AG (hiernach: 
das Inkassounternehmen) ein Schlichtungsgesuch im Rahmen seiner Forderungsklage gegen 
A.________ beim Gericht des Sensebezirks ein. Gemäss diesem Gesuch soll A.________ am 
4. Januar 2019 in der Notfallabteilung des Spitals ambulant behandelt worden sein. Diese Tatsa-
che wurde an der Verhandlung vom 15. Januar 2021 dahingehend präzisiert, dass die Rechnung 
die Kosten für den Einsatz des Notfallarztes (D.________) decken soll und nicht eine Behandlung 
in der Notfallaufnahme des Spitals. Der D.________ sei letzterer zugeordnet. 

Entsprechend dem Gesuch fällte die Präsidentin des Sensebezirks (hiernach: die Präsidentin), 
nachdem sie feststellte, dass zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden konnte, am 
23. Februar 2021 einen Entscheid. Darin verpflichtete sie A.________, dem Spital den geforderten 
Betrag von CHF 620.60 zu bezahlen und wies das Gesuch des Spitals im Übrigen ab. Von den 
Gerichtskosten von insgesamt CHF 300.- wurden CHF 200.- A.________ und CHF 100.- dem 
Spital auferlegt. 

C. Gegen diesen Entscheid erhob A.________ am 19. März 2021 Beschwerde. Er verlangt 
sinngemäss in Abänderung des angefochtenen Entscheids, dass das Gesuch mangels Aktivlegiti-
mation abgeschrieben wird, die Gerichtskosten vollumfänglich dem Inkassounternehmen auferlegt 
werden und er entschädigt wird. Er verlangt ausserdem, der Beschwerde die aufschiebende 
Wirkung zuzuerkennen und ihm die vollständige unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen. 

Das Spital hat sich weder zum Gesuch um aufschiebende Wirkung noch in der Sache selbst 
vernehmen lassen. 

D. Die Instruktionsrichterin wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Urteil vom 
5. Mai 2021 (101 2021 117) ab. Die aufschiebende Wirkung erkannte sie der Beschwerde hinge-
gen mit Urteil vom 14. Juni 2021 (101 2021 116) zu.

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 7

Erwägungen

1.

1.1. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten sind erstinstanzliche End- und Zwischenent-
scheide mit Berufung anfechtbar, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegeh-
ren mindestens CHF 10‘000.- beträgt (Art. 308 ZPO). Nicht berufungsfähige erstinstanzliche 
Entscheide und Zwischenentscheide sind mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 Bst. a ZPO). Vorlie-
gend beträgt der Streitwert CHF 620.60. Somit ist das Rechtsmittel der Beschwerde gegeben.

Die Beschwerde wurde innert der 30-tägigen Rechtsmittelfrist am 19. März 2021 eingereicht. 

Die Beschwerde ist begründet und enthält Rechtsbegehren, so dass darauf einzutreten ist. 

1.2. Mit Beschwerde können eine unrichtige Rechtsanwendung und eine offensichtlich unrichti-
ge Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 

1.3. Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind ausgeschlossen 
(Art. 326 Abs. 1 ZPO).

Soweit der Beschwerdeführer Belege einreicht, die sich nicht bereits im erstinstanzlichen Dossier 
befinden, so namentlich die Rechnung der C.________ vom 29. März 2019 sowie den Bericht des 
Inselspitals Bern betreffend die Behandlung vom 4. Januar 2019, sind sie unzulässig und können 
von Vornherein nicht berücksichtigt werden. 

1.4. Die Beschwerdeinstanz kann aufgrund der Akten entscheiden (Art. 326 ZPO). Vorliegend 
gehen sämtliche für die Beurteilung der Beschwerde nötigen Elemente aus den Akten hervor, so 
dass es nicht nötig ist, die Parteien an eine Verhandlung vorzuladen. 

2.

2.1.

2.1.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, das Gesuch sei vom Inkassounternehmen eingelei-
tet worden. Dieses habe keine Vollmacht eingereicht und sei nicht befugt gewesen, das Gesuch 
einzureichen. Es sei weder klage- noch prozessfähig. 

Die Gerichtspräsidentin hielt im angefochtenen Entscheid fest, das Spital habe das Schlichtungs-
gesuch (selbst) auf dem Briefpapier des Inkassounternehmens eingereicht. 

2.1.2. Bei einer Vertretung einer Partei kann zwischen einer aktiven Vertretung und einer passi-
ven unterschieden werden. Bei ersterer erfolgt die Vertretung umfassend, das heisst der Parteiver-
treter nimmt im Namen des Vertretenen alle Prozesshandlungen vor, die zur Führung des Prozes-
ses erforderlich sind. Bei einer passiven Vertretung beschränkt sich die Vertretungsmacht hinge-
gen darauf, als Zustellungsbevollmächtigter an der eigenen Adresse Schriftstücke für den Vertrete-
nen entgegenzunehmen und an diesen weiterzuleiten. Wird ein Zustellungsempfänger beauftragt, 
kann die hierfür erforderliche Vollmacht stillschweigend erteilt werden (vgl. Art. 396 Abs. 2 OR). 
Die Bezeichnung eines solchen Zustellungsdomizils ist von der Zivilprozessordnung zwar für 
Parteien mit Wohnsitz oder Sitz im Ausland vorgesehen (vgl. Art. 140 ZPO), ist aber auch in ande-
ren Situationen denkbar, so zum Beispiel, wenn der Empfänger seine Post an eine andere Adres-
se umleiten lässt, weil er an seiner eigenen Adresse während längerer Zeit abwesend ist. Da der 
Empfänger an der angegebenen Adresse nicht angeschrieben ist, bedarf es in solchen Fällen 

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 7

einer Zustellanweisung, zum Beispiel mittels gebräuchlichem Zusatz "per Adresse" ("p. A." oder 
"p. Adr.") (vgl. Urteil BGer 5A_803/2019 vom 3. April 2020 E. 3.3 f.).

Die für die aktive Vertretung zu beachtenden Einschränkungen nach Art. 68 ZGB gelten für die 
passive Vertretung nicht. Insbesondere muss es sich bei der am Zustellungsdomizil empfangsbe-
rechtigten Person nicht um einen Anwalt handeln. Ausserdem können neben natürlichen Personen 
auch juristische Personen als Zustellungsempfänger bezeichnet werden (vgl. BGE 143 III 28 
E. 2.2.1 f.). 

2.1.3. Vorliegend kann den vorinstanzlichen Akten entnommen werden, dass das Gesuch auf 
dem Briefpapier des Inkassounternehmens eingereicht wurde, dass der Briefumschlag das Logo 
des Spitals trägt, dass der Gesuchsteller wie folgt bezeichnet wurde: "Das [Spital], eine 
G.________, handelnd durch seine gesetzlichen und statutarischen Organe, p.a. [das Inkassoun-
ternehmen]" und dass das Gesuch für das Spital vom Verantwortlichen der Buchhaltung sowie 
(wohl) von einer Mitarbeiterin unterzeichnet wurde. 

Daraus folgt, dass das Gesuch entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht durch das 
Inkassounternehmen eingereicht wurde. Dieses macht weder eigene Forderungen noch solche 
des Spitals geltend. Es vertritt das Spital nicht aktiv – auch wenn die Verwendung dessen Briefpa-
piers etwas irritierend sein mag. Wie aus der Parteibezeichnung hervorgeht und insbesondere am 
Zusatz "p.a." erkennbar ist, kommt dem Inkassounternehmen nur, aber immerhin, eine passive 
(Zustellungs-)Vertretung zu. Dass es sich beim Zustellungsempfänger weder um einen Anwalt 
noch um eine natürliche Person handelt, ist der Gültigkeit des Gesuchs genauso wenig abträglich 
wie die Tatsache, dass keine schriftliche, sondern lediglich eine stillschweigende Vollmacht erteilt 
wurde. 

Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet. 

2.2.

2.2.1. Weiter moniert der Beschwerdeführer, das Spital habe selbst kein Gesuch eingereicht und 
hätte deshalb nicht an der Schlichtungsverhandlung vom 15. Januar 2021 teilnehmen dürfen. 
Ausserdem seien die anwesend gewesenen Personen (H.________ und I.________) keine 
Rechtsvertreterinnen und hätten somit nicht an der Verhandlung zugelassen werden dürfen. 

2.2.2. Zwar wurde bereits ausgeführt (E. 2.1 hiervor), dass das Inkassounternehmen das Spital 
lediglich passiv vertritt und somit ausschliesslich berechtigt ist, Schriftstücke für dieses entgegen-
zunehmen und an dieses weiterzuleiten, dass das Spital eine eigene Forderung in eigenem 
Namen geltend macht und dass die Tatsache, dass es das Briefpapier seiner Zustellungsvertrete-
rin verwendet hat, etwas irreführend sein mag, für die Gültigkeit des Gesuchs jedoch unerheblich 
ist. 

Eine andere Frage ist, ob das Gesuch vom Spital rechtsgültig unterzeichnet wurde, zumal den 
Akten nicht entnommen werden kann, dass zu Gunsten der Unterzeichnenden eine Einzel- oder 
Kollektivzeichnungsberechtigung besteht. In Anbetracht des Ausgangs des vorliegenden Verfah-
rens und der Tatsache, dass bei solchen Mängeln die Partei Anspruch auf Ansetzung einer kurzen 
Nachfrist zur Behebung hat (vgl. Art. 132 ZPO; BGE 142 I 10; Urteil BGer 4A_351/2020 vom 
13. Oktober 2020 E. 3.1), kann die Frage vorliegend jedoch offen bleiben.

Allerdings ist näher zu prüfen, ob die an der Verhandlung für das Spital anwesenden Personen 
tatsächlich « zugelassen werden durften ». Laut der ins Recht gelegten Vollmacht handelte es sich 
dabei um H.________ und I.________, welche beide Mitarbeiterinnen der Abteilung Buchhaltung 
sind. Gemäss Art. 204 Abs.1 ZPO haben die Parteien persönlich zur Schlichtungsverhandlung zu 

Kantonsgericht KG
Seite 5 von 7

erscheinen. Sie können sich von einer Rechtsbeiständin, einem Rechtsbeistand oder einer 
Vertrauensperson begleiten lassen (Abs. 2). Die in Abs. 3 erwähnten Ausnahmen sind für den 
vorliegenden Fall unbedeutend. 

Daraus erhellt, dass der Beschwerdeführer fehlgeht, soweit er vorbringt, es seien lediglich Rechts-
vertreter zugelassen. Allerdings ist zu prüfen, ob das Spital der Pflicht nachgekommen ist, persön-
lich an der Schlichtungsverhandlung zu erscheinen. 

2.2.3. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt sich aus dem Wortlaut von Art. 204 
Abs. 1 ZPO sowie aus seinem Sinn und Zweck, dass die Pflicht zum persönlichen Erscheinen 
auch für juristische Personen gilt. Durch diese Pflicht soll ein persönliches Gespräch zwischen den 
Parteien vor der allfälligen Klageeinreichung ermöglicht werden. Art. 204 Abs. 1 ZPO zielt darauf 
ab, diejenigen Personen zu einer Aussprache zusammenzubringen, die sich miteinander im Streit 
befinden und die über den Streitgegenstand auch selber verfügen können. Damit die Schlichtung 
ihren Zweck erfüllen kann, muss von einer juristischen Person als Partei verlangt werden, dass sie 
an der Schlichtungsverhandlung durch ein Organ oder zumindest durch eine mit einer (kaufmänni-
schen) Handlungsvollmacht ausgestattete und zur Prozessführung befugte Person, die überdies 
mit dem Streitgegenstand vertraut ist, erscheint […]. Die für eine juristische Person als Partei an 
der Schlichtungsverhandlung anwesende Vertreterin muss vorbehaltlos und gültig handeln können 
und insbesondere zum Vergleichsabschluss ermächtigt sein (BGE 140 III 70 E. 4.3 f.).

In BGE 141 III 159 E. 2.4 hat das Bundesgericht präzisiert, dass die Schlichtungsbehörde an der 
Schlichtungsverhandlung möglichst rasch und gestützt auf Urkunden (vgl. Art. 203 Abs. 2 ZPO) 
darüber befinden können muss, ob die Voraussetzung des persönlichen Erscheinens nach 
Art. 204 Abs. 1 ZPO erfüllt ist. Denn ist dies nicht der Fall, ist die Partei säumig. Bei der klagenden 
Partei hat dies zur Folge, dass das Schlichtungsgesuch als zurückgezogen gilt und das Verfahren 
als gegenstandslos abgeschrieben wird (Art. 206 Abs. 1 ZPO). Weiter führte das Bundesgericht 
aus, die im Handelsregister eingetragenen Organe und die Prokuristen haben zu diesem Zweck 
einen Handelsregisterauszug vorzuweisen; die (kaufmännischen) Handlungsbevollmächtigten 
haben eine Vollmacht zur Prozessführung in dieser Angelegenheit i.S.v. Art. 462 Abs. 2 OR vorzu-
weisen, aus der sich zudem ihre Handlungsvollmacht i.S.v. Art. 462 OR ergibt (E. 2.6). Unter einer 
kaufmännischen Handlungsvollmacht sind die Prokura nach Art. 458 ff. OR sowie die "andere 
Handlungsvollmacht" nach Art. 462 OR zu verstehen. Eine Handlungsvollmacht i.S.v. Art. 462 OR 
liegt vor, wenn der Inhaber eines Handels-, Fabrikations- oder eines andern nach kaufmännischer 
Art geführten Gewerbes jemanden ohne Erteilung der Prokura, sei es zum Betriebe des ganzen 
Gewerbes, sei es zu bestimmten Geschäften in seinem Gewerbe als Vertreter bestellt; die Voll-
macht erstreckt sich dabei auf alle Rechtshandlungen, die der Betrieb eines derartigen Gewerbes 
oder die Ausführung derartiger Geschäfte gewöhnlich mit sich bringt (Art. 462 Abs. 1 OR). Zur 
Prozessführung ist der Handlungsbevollmächtigte hingegen nur ermächtigt, wenn ihm eine solche 
Befugnis ausdrücklich erteilt worden ist (Art. 462 Abs. 2 OR). Wenn das Bundesgericht eine kauf-
männische Handlungsvollmacht voraussetzt, so ergibt sich daraus, dass eine bloss bürgerliche 
Bevollmächtigung (Art. 32 ff. OR) nicht ausreicht (E. 3.2). Wird eine Person schriftlich bevollmäch-
tigt, eine Partei an der Schlichtungsverhandlung zu vertreten, so stellt sich die Frage, ob lediglich 
eine (unzureichende) bürgerliche Bevollmächtigung nach Art. 32 OR oder ob eine nach Art. 462 
Abs. 2 OR erforderliche, einem Handlungsbevollmächtigten i.S.v. Art. 462 OR ausdrücklich erteilte 
Befugnis zur Prozessführung vorliegt. Eine Handlungsvollmacht i.S.v. Art. 462 OR setzt voraus, 
dass eine Person nicht für ein einzelnes Rechtsgeschäft gezielt bevollmächtigt, sondern für alle 
Rechtshandlungen als Vertreter bestellt wird, die der Betrieb eines ganzen Gewerbes oder die 
Ausführung bestimmter Geschäfte in einem Gewerbe mit sich bringt; die Ermächtigung zur 

Kantonsgericht KG
Seite 6 von 7

Prozessführung nach Art. 462 Abs. 2 OR kann demnach nur einer Person erteilt werden, die 
(bereits) Handlungsbevollmächtigte i.S.v. Art. 462 Abs. 1 OR ist. Aus der Vollmacht zur Prozess-
führung (Art. 462 Abs. 2 OR) muss sich mithin gleichzeitig ergeben, dass eine Handlungsvollmacht 
i.S.v. Art. 462 OR vorliegt (E. 3.3). 

2.2.4. Vorliegend hat das Spital an der Sitzung vom 15. Januar 2021 eine Vollmacht eingereicht. 
Dieser kann folgendes entnommen werden: "Vollmacht. Die untenstehenden Personen erteilen 
volle Handlungsbefugnis an H.________, geboren […], und an I.________, geboren […], Mitarbei-
terinnen der Abteilung Buchhaltung am [Spital], im Verfahren gegen [den Beschwerdeführer], im 
Schlichtungsverfahren am Gericht des Sensebezirks vom 15. Januar 2021." Unterzeichnet wurde 
das Dokument vom Direktor Finanzen sowie vom Chef der Abteilung Buchhaltung. 

Daraus ergibt sich gerade nicht, dass wenigstens eine der beiden Mitarbeiterinnen (bereits) Hand-
lungsbevollmächtigte i.S.v. Art. 462 Abs. 1 OR ist. Ein anderes Dokument, das eine entsprechende 
Handlungsvollmacht belegt, kann den Akten auch nicht entnommen werden. Demnach ist es 
vorliegend unmöglich, aufgrund von Urkunden festzustellen, ob wenigstens eine der beiden Mitar-
beiterinnen (bereits) Handlungsbevollmächtigte in vorgenanntem Sinne ist. Damit sind allerdings 
die Voraussetzungen für eine gültige Vertretung des Spitals durch eine (kaufmännische) Hand-
lungsbevollmächtigte nicht erfüllt (vgl. auch BGE 141 III 159 E. 3.4), so dass festgestellt werden 
muss, dass das Spital an der Schlichtungsverhandlung nicht persönlich erschienen ist. Unter 
diesen Umständen hätte die Präsidentin das Gesuch als gegenstandslos abschreiben müssen. 

Die Beschwerde ist in diesem Punkt begründet und der angefochtene Entscheid entsprechend 
abzuändern, ohne dass auf die weiteren Rügen des Beschwerdeführers einzugehen wäre. 

3.

3.1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem unterliegenden Spital auferlegt 
(vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Die Gerichtskosten werden pauschal auf CHF 150.- festgesetzt. Sie werden mit dem vom 
Beschwerdeführer in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet und sind ihm vom 
Spital zurückzuerstatten. 

3.2. In Analogie zu Art. 318 Abs. 3 ZPO urteilt die Beschwerdeinstanz bei einem wie vorliegend 
reformatorischen Entscheid auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens 
(FREIBURGHAUS/AFHELDT in SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER ET AL., Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung (ZPO), 3. Aufl. 2016, Art. 327 N. 24). Bei Klagerückzug gilt die klagende 
Partei als unterliegend und hat die Prozesskosten zu tragen (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die 
Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens in der Höhe von CHF 300.- werden somit vollum-
fänglich dem Spital auferlegt. Sie werden von dessen Kostenvorschuss in derselben Höhe bezo-
gen. Eine Parteientschädigung rechtfertigt sich aus den bereits im Entscheid genannten Gründen 
hingegen nicht. 

3.3. Der Beschwerdeführer verlangt eine Entschädigung. Gemäss Art. 95 Abs. 3 Bst. c ZPO 
kann der obsiegenden Partei, die nicht berufsmässig vertreten ist, in begründeten Fällen eine 
angemessene Umtriebsentschädigung zugesprochen werden. In der Regel wird somit der obsie-
genden Partei, die sich nicht durch einen Anwalt vertreten lässt, keine Parteientschädigung zuge-
sprochen. Ausnahmsweise sind hingegen Auslagen zu ersetzen, allerdings nur dann, wenn sie 
erheblich und nachgewiesen sind. Sodann können besondere Verhältnisse es im Ausnahmefall 
rechtfertigen, eine Entschädigung für durch den Prozess verursachte Umtriebe zuzusprechen. 
Dies ist namentlich der Fall, wenn es sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert 

Kantonsgericht KG
Seite 7 von 7

handelt und die Interessenwahrung einen hohen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den 
Rahmen dessen überschreitet, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur 
Besorgung der persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 113 Ib 353 E. 6b; 
Urteil BGer 5A_144/2014 vom 23. Juni 2014 E. 4 nicht publ. in BGE 140 III 372; CPC-online, Art. 
95 Abs. 3 Bst. c ZPO). Dass diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, macht der Beschwer-
deführer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Es wird daher keine Parteientschädigung 
zugesprochen. 

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

Der Entscheid der Präsidentin des Zivilgerichts des Sensebezirks vom 23. Februar 2021 wird 
abgeändert. Er lautet neu wie folgt: 

1. Das Schlichtungsgesuch des B.________ vom 21. Oktober 2020 gilt mangels persönli-
chen Erscheinens an der Schlichtungsverhandlung vom 15. Januar 2021 als zurückgezo-
gen. Das Verfahren wird als gegenstandslos abgeschrieben.

2. Die dem Staat geschuldeten Gerichtskosten werden auf CHF 300.- (Entscheidgebühr 
inkl. Auslagen) festgesetzt und gemäss dem Ausgang des Verfahrens dem B.________ 
auferlegt. Sie werden vom Kostenvorschuss des B.________ von CHF 300.- bezogen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen. 

II. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden pauschal auf CHF 150.- festgesetzt 
und dem B.________ auferlegt. 

Sie werden von dem von A.________ geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe bezo-
gen. A.________ hat Anspruch auf Rückerstattung der CHF 150.- durch das B.________. 

III. Es werden keine Parteientschädigungen für das Beschwerdeverfahren gesprochen. 

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Verfassungsbeschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 113–119 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 7. Juli 2021/cth

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin