# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cd7dafa-7e9a-58a9-bd58-45c15e994327
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-18
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011
**Docket/Reference:** DB.2018.64
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2018.64-1588772503.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2018.64 

Entscheid 

 18. Juni 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichter Alexander Widl, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiberin Cécile Schmidlin 

A ,    

vertreten durch B GmbH,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer,  

S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2011 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) betrieb in  der zürcherischen Gemeinde C 

eine Pferde-/Ponyzucht sowie einen Handel mit Pferdeanhängern. Im Jahr 1998 kaufte 

er  folgende  landwirtschaftliche,  ausserhalb  der  Bauzonen  liegende  Grundstücke  von 

der Gemeinde C für insgesamt Fr. 900'000.-: 

Kat.-Nr. 

Fläche 

Beschrieb des Grundstücks 

2 

3 

4 

5 

1 

25'086 m²  Land, u.a. mit Pferdestall 

295 m²  Land mit Reservoir 

37'437 m²  unüberbautes Land 

7'637 m²  unüberbautes Land 

672 m²  Wohnhaus mit Schopf; Gartenanlage 

Zonenzugehörigkeit 
Erholungszone 
Landwirtschaftszone 
Landwirtschaftszone 
Landwirtschaftszone 
Landwirtschaftszone 

Der  Betrieb  unterstand  ursprünglich  dem  Bundesgesetz  über  das  bäuerliche  Boden-

recht vom 4. Oktober 1991 (BGBB). Mit Verfügung des Amts für Landschaft und Natur, 

Abteilung Landwirtschaft, vom 14. August 2009 wurde der Betrieb im Sinn des Geset-

zes aufgelöst und die Parzelle Kat.-Nr. 1 (Wohnhaus) aus dessen Geltungsbereich ent-

lassen,  weil  die  Standardarbeitskraft  von  1.0  für  den  landwirtschaftlichen  Teil  nicht 

mehr  erreicht  worden  sei.  Das  weiterhin  landwirtschaftlich  nutzbare  Grundstück  Kat.-

Nr. 2 (Land, u.a. mit Pferdestall) blieb dem BGBB unterstellt, doch infolge einer Preis-

freigabe musste im Fall eines Verkaufs die Preisobergrenze nicht mehr beachtet wer-

den. 

2. Noch im gleichen Jahr 2009 veräusserte der Pflichtige 2/3 des Grundstücks 

Kat.-Nr. 2 für Fr. 800'000.-. Sodann verkaufte er im Jahr 2011 den verbliebenen Anteil 

von 1/3 des nämlichen Grundstücks für Fr. 4'200'000.- an den gleichen Erwerber. Fer-

ner veräusserte er ebenfalls im Jahr 2011 die Parzelle Kat.-Nr. 1 für Fr. 2'250'000.-. In 

den  Buchhaltungen  2009  und  2011  wurden  die  wiedereingebrachten  Abschreibungen 

erfolgswirksam und die Wertzuwachsgewinne erfolgsunwirksam verbucht. Die Steuer-

erklärung  2009  wurde  unverändert  angenommen.  Der  Pflichtige  reinvestierte  die  Ver-

kaufserlöse  teilweise  in  Liegenschaften  in  Gemeinde W/BE.  Am  26.  September  2014 

veranlagte  die  Gemeinde  C  die  Grundstückgewinnsteuer  unter  Berücksichtigung  der 

Ersatzbeschaffung.  Die  –  im  Geschäftsvermögen  aufgeführten  –  Grundstücke  Kat.-

Nrn. 3-5 behielt der Pflichtige in seinem Eigentum und verpachtete sie. 

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3.  Vom  23.  bis  25.  September  2014  fand  eine  Bücherrevision  betreffend  die 

Steuerperioden  2011  und  2012  statt.  Dabei  wurde  festgestellt,  dass  keine  ordnungs-

gemäss  geführten  Kassabücher  vorlagen,  obwohl  der  Pflichtige  einen  bargeldintensi-

ven  Betrieb  führte.  In  den  anschliessenden  Besprechungen  ging  es  vorab  darum,  ob 

der Wertzuwachsgewinn der beiden veräusserten landwirtschaftlichen Grundstücke bei 

der direkten Bundessteuer erfasst werden könne. Am 19. November 2015 stimmte der 

Pflichtige  Einschätzungsvorschlägen  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2011  und 

2012 wie auch für die ergänzende Vermögenssteuer in diesen beiden Jahren zu; hin-

sichtlich  der  Veranlagung  direkte  Bundessteuer  2011  und  2012  kam  keine  Einigung 

zustande.  In  der  Folge verlangte der  Steuerkommissär  mit  Auflage vom 12.  April  und 

Mahnung  vom  10.  Mai  2016  ordnungsgemäss  geführte  Kassabücher,  welcher  Auffor-

derung der Pflichtige nicht nachkam. 

4.  Mit  Veranlagungsverfügung  und  Einschätzungsentscheid  vom  12.  Ju-

ni 2017  setzte  der  Steuerkommissär  das  steuerbare  Einkommen  des  Pflichtigen  für 

2011 nach pflichtgemässem Ermessen auf Fr. 2'696'900.- (direkte Bundessteuer) bzw.  

Fr.  0.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  fest;  das  steuerbare  Vermögen  belief  sich  auf  

Fr.  1'488'000.-.  Dabei  schätzte  er  die Wertzuwachsgewinne  aus  den  Liegenschaften-

verkäufen auf Fr. 2'946'363.-. 

5. Zuvor hatte das Steuerrekursgericht am 6. April 2017 eine Beschwerde und 

einen  Rekurs  des  Pflichtigen  gegen  die  Veranlagung  direkte  Bundessteuer  2010  und 

die  Einschätzung  Staats-  und  Gemeindesteuern  2010  wegen  verspäteter  Ein-

spracheerhebung abgewiesen. 

B.  Eine  Einsprache  des  Pflichtigen  gegen  die  Veranlagung  direkte  Bundes-

steuer  2011  vom  12.  Juni  2017  wies  das  kantonale  Steueramt  am  28.  Februar  2018 

ab. 

C. Mit Beschwerde vom 2./3. April 2018 an das Steuerrekursgericht liess der 

Pflichtige vorbringen: 

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"1.  Wir beantragen, dass der Kapitalgewinn auf dem Grundstück 1 gestützt auf DBG 
18  Abs.  4  (Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-
ber 1990) der privilegierten Besteuerung unterliegt. 

 2.  Wir beantragen, dass der Kapitalgewinn auf dem Grundstück 2 gestützt auf DBG 

18 Abs. 4 der privilegierten Besteuerung unterliegt. 

 3.  Falls an einer Besteuerung festgehalten wird, ist dem Pflichtigen die Möglichkeit 
zu geben, zusätzliche, nachweisbare Rückstellungen für Ersatzbeschaffungen zu 
bilden." 

In seiner Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2018 schloss das kantonale Steu-

eramt auf Abweisung der Beschwerde. 

Auf die Erwägungen des Einspracheentscheids und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Im Streit liegt die steuerliche Behandlung der Veräusserung der Grundstü-

cke Kat.-Nrn. 1 und 2 im Jahr 2011 bei der direkten Bundessteuer. 

2.  a)  Steuerbar  sind  nach  Art.  18  Abs.  1  DBG  alle  Einkünfte  aus  einem 

Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien 

Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit. Zu den Einkünften aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit zählen gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung auch alle 

Kapitalgewinne  aus  Veräusserung,  Verwertung  oder  buchmässiger  Aufwertung  von 

Geschäftsvermögen.  Der  Veräusserung  gleichgestellt  ist  die  Überführung  von  Ge-

schäftsvermögen  in  das  Privatvermögen  [...].  Als  Geschäftsvermögen  gelten  alle  Ver-

mögenswerte,  die  ganz  oder  vorwiegend  der  selbständigen  Erwerbstätigkeit  dienen 

[...]. Geschäfts- und Privatvermögen sind klar zu trennen. Es ist zu unterscheiden zwi-

schen  Wirtschaftsgütern,  die  ihrer  äusseren  Beschaffenheit  nach  eindeutig  entweder 

als  Geschäfts-  oder  als  Privatvermögen  des  Steuerpflichtigen  erkennbar  sind,  und 

Wirtschaftsgütern, die ihrem Wesen und ihrer Funktion nach dem Steuerpflichtigen al-

ternativ  sowohl  zu  geschäftlichen  als  auch  zu  privaten  Zwecken  dienen  können 

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(vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  18 

N 95 DBG). 

b)  Was  die  Gewinne  aus  der  Veräusserung  von  geschäftlichen  land-  und 

forstwirtschaftlichen  Grundstücken  angeht,  enthält  Art.  18  Abs.  4  DBG  eine  Ausnah-

mebestimmung, denn sie werden den steuerbaren Einkünften nur bis zur Höhe der An-

lagekosten zugerechnet. Der Begriff des "land- und forstwirtschaftlichen Grundstückes" 

wird  im  Bundessteuerrecht  indes  nicht  näher  bestimmt.  Bei  der  Auslegung  ist  dem 

Prinzip der  Einheit  der  Rechtsordnung  Rechnung  zu tragen,  weshalb die Bestimmun-

gen und Zielsetzungen insbesondere des BGBB, des Bundesgesetzes über die Raum-

planung  vom  22. Juni  1979  (RPG)  und  des  Bundesgesetzes  über  die  Landwirtschaft 

vom 29. April 1998 (LwG) zu beachten sind (vgl. BGr, 2. Dezember 2011, 2C_11/2011 

=  BGE  138 II  32,  E.  2.2.1,  auch  zum  Folgenden).  Von  einem  steuerlich  privilegierten 

Grundstück  kann  nur  dann  gesprochen  werden,  wenn  die  für  die  Anwendung  des 

BGBB gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Das ist nach Massgabe von Art. 2 Abs. 1 

BGBB hauptsächlich dann der Fall, wenn es sich um einzelne oder zu einem landwirt-

schaftlichen Gewerbe gehörende Grundstücke handelt, die ausserhalb einer Bauzone 

nach  Art. 15  RPG  liegen  und  für  welche  die  landwirtschaftliche  Nutzung  zulässig  ist. 

Darüber hinaus gilt die Anwendung des BGBB (und somit auch die besagte steuerliche 

Ausnahmeregelung) für vier weitere, spezifisch in Art. 2 Abs. 2 BGBB genannte Fälle, 

die  Grundstücke  in  der  Bauzone  betreffen  (z.B.  gewisse  Grundstücke  mit  landwirt-

schaftlichen Gebäuden und Anlagen, gewisse Waldgrundstücke, gewisse teilweise in-

nerhalb  einer  Bauzone  liegende  Grundstücke).  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 

(ESTV) hat die Kriterien im Kreisschreiben Nr. 38 vom 17. Juli 2013 über die Besteue-

rung von Kapitalgewinnen aufgrund einer Veräusserung von in der Bauzone gelegenen 

Grundstücken im Geschäftsvermögen von Landwirten (nachfolgend KS 38) näher um-

schrieben.  Unter  dem  Randtitel  "Verkehrswert  von  Grundstücken  unter  bäuerlichem 

Bodenrecht ausserhalb der Bauzone" hält Ziffer 3.2.1 von KS 38 fest: 

"Der  Erwerb  von  landwirtschaftlichen  Grundstücken  bedarf  einer  Bewilligung.  Diese 
Bewilligung  wird  gestützt  auf  Artikel  63  BGBB  verweigert,  wenn  ein  übersetzter  Preis 
vereinbart  wurde.  Der  Erwerbspreis  gilt  gemäss  Artikel  66  BGBB  dann  als  übersetzt, 
wenn er die Preise für vergleichbare landwirtschaftliche Grundstücke in der betreffen-
den Gegend  im Mittel der letzten fünf Jahre um mehr als fünf Prozent übersteigt. Die 
Kantone  können  in  ihrer  Gesetzgebung  diesen  Prozentsatz  auf  maximal  15  Prozent 
erhöhen (vgl. Art. 66 BGBB). In jedem Kanton führt die Bewilligungsbehörde eine Ver-
kaufsstatistik, um diese Erfahrungswerte jederzeit abrufen zu können. Der höchste be-
willigte  Verkaufspreis  stellt  den  Verkehrswert  des  landwirtschaftlichen  Grundstücks 
nach BGBB dar." 

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3.  a)  Mit  Bezug  auf  das erstgenannte  Objekt  Kat.-Nr.  1  erwog  das kantonale 

Steueramt,  dass  das  672  m²  grosse  Grundstück  nach  Erteilung  der  Preisfreigabe  für 

Fr.  2'250'000.-  veräussert  worden  sei,  was  (inklusive  Wohnhaus  und  Schopf)  einem 

Preis  von  Fr.  3'348.-/m²  entspreche.  Gemäss  den  Akten  habe  die  Pferde-/Ponyzucht 

ab 2009 stark abgenommen; die Liegenschaft habe primär privaten Zwecken und dem 

Handel  mit  Anhängern  gedient.  Das  zweitgenannte  Objekt  Kat.-Nr.  2  im  Halte  von 

25'086 m² sei für Fr. 4'200'000.-, also für rund Fr. 167.-/m² verkauft worden. Diese Par-

zelle liege gemäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde C vom 6. April 2009 (BZO) 

in der Erholungszone ..., die gemäss § 61 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes 

vom  7.  September  1975  (PBG)  der  Erholung  der  Bevölkerung  diene.  Art.  21bis  

Abs. 3 BZO lasse in der Erholungszone ... Pferdesportanlagen zu. Das Grundstück sei 

weiterhin  landwirtschaftlich  nutzbar  und  dem  BGBB  unterstellt,  stelle  aber  kein  land-

wirtschaftliches Gewerbe mehr dar. Im Jahr 1999 sei es von der Landwirtschaftszone 

in die Erholungszone ... umgezont und mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt worden. 

Der  Begriff  des  land-  und  forstwirtschaftlichen  Grundstücks  werde  in  Art.  18 

Abs. 4 DBG  nicht  näher  umschrieben.  Das  KS  38  äussere  sich  nur  zur  Besteuerung 

von  Grundstücken  in  einer  Bauzone,  nicht  aber  zu  solchen  in  einer  Nichtbauzone; 

ebenso wenig habe sich die Rechtsprechung mit dieser Frage befasst. Die vorliegend 

bezahlten  Preise  seien  angesichts  der  im  Kanton  Zürich  für  Landwirtschaftsland  übli-

chen  Fr.  6.-/m²  bis  Fr.  8.-/m²  als  klar  übersetzt  zu  bezeichnen.  Mit  der  Preisfreigabe 

und dem  übersetzten  Verkaufspreis  seien  Art.  63  BGBB  wie auch Art.  1  BGBB miss-

achtet  worden,  weshalb  die  betroffenen Grundstücke  nicht mehr  unter  den  Schutzbe-

reich dieses Gesetzes fielen. Mithin entfalle die privilegierte Besteuerung nach Abs. 4 

von  Art.  18  DBG  und sei  der Wertzuwachsgewinn nach  Abs.  2 zu besteuern.  An die-

sem Standpunkt hält das kantonale Steueramt in der Beschwerdeantwort fest. 

b)  Zur  Beschwerdebegründung  bringt  der  Pflichtige  vor,  dass  er  die  beiden 

Grundstücke  Kat.-Nrn.  1  und  2  im  Rahmen  einer  Pferde-/Ponyzucht  und  damit  land-

wirtschaftlich genutzt habe. Das Hausgrundstück Kat.-Nr. 1 hätte nach der Entlassung 

aus  dem  Geltungsbereich  des  BGBB  im  Jahr  2009  vom  Geschäfts-  in  das  Privatver-

mögen  des  Pflichtigen  überführt  werden  müssen,  wonach  bei  der  direkten  Bundes-

steuer kein Einkommen angefallen wäre. Er habe 2009 damit rechnen dürfen, dass bei 

einem  späteren  Verkauf  die  privilegierte  Besteuerung  nach  Art.  18  Abs. 4 DBG  zum 

Zug  komme.  Wenn  das  Bundesgericht  nachträglich  eine  Praxisänderung  vorgenom-

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men  habe  und  daraufhin  das  KS  38  ergangen  sei, könne  dies  ihm  nicht  entgegenge-

halten werden. Die in der Erholungszone ... gelegene Parzelle Kat.-Nr. 2 gehöre zwar 

nicht zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe, doch sei sie nach wie vor landwirtschaft-

lich nutzbar. Der Entscheid BGE 138 II 32, auf den sich das kantonale Steueramt stüt-

ze,  betreffe  einen anders  gelagerten  Sachverhalt,  weshalb auch das  darauf gestützte 

KS  38  vorliegend  nicht  relevant  sei.  Angesichts  der  zulässigen  Nutzung  für  Pferde-

sportanlagen gelte es zu prüfen, ob die vom Bundesgericht genannten Kriterien für ei-

ne privilegierte Besteuerung nicht doch erfüllt seien. Bei der Veräusserung dieser Par-

zelle habe er ebenfalls auf eine privilegierte Besteuerung vertrauen dürfen. Andernfalls 

hätte er geeignete "steuerplanerische Massnahmen" ergriffen. 

4. a) Wie in E. 2a) festgehalten, statuiert Art. 18 Abs. 2 DBG den Grundsatz, 

dass Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Geschäftsvermögen zu den steuerba-

ren  Einkünften  zählen.  Für  Gewinne  aus  der  Veräusserung  von  land-  und  forstwirt-

schaftlichen Grundstücken gewährt Abs. 4 dieser Bestimmung nach dem in E. 2b) Ge-

sagten eine privilegierte Besteuerung. Die Beantwortung der im Streit liegenden Frage, 

ob das Privileg hier mit Bezug auf eines oder beide der veräusserten Grundstücke zum 

Zug komme, richtet sich nach dem erwähnten Grundsatzentscheid BGE 138 II 32. Da-

bei ist anzumerken, dass diese Rechtsprechung auch heute Bestand hat (BGr, 5. Ok-

tober  2018,  2C_993/2017)  und  eine  Motion  von  Nationalrat  Leo  Müller  in  den  Eidge-

nössischen Räten am 14. Juni 2017 gescheitert ist (www.parlament.ch; Reich/von Ah, 

Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundes-

steuer, 3. A., 2016, Art. 18 N 66a ff. DBG). Wie das Bundesgericht im letztgenannten 

Entscheid in E. 2.4 festhielt, wird der Begriff des land- oder forstwirtschaftlichen Grund-

stücks im harmonisierten Recht nicht definiert. Die Auslegung habe daher nicht isoliert 

aus  dem  Steuerrecht  heraus,  sondern  in  gesetzessystematischer  Hinsicht  unter  Be-

rücksichtigung der Zwecksetzung von BGBB, RPG und LwG zu erfolgen. 

Die  vorgenannten  Rechtsbegriffe  sind  allerdings  mit  dem  steuerrechtlichen 

nicht  vollständig  deckungsgleich,  weil  etwa  Grundstücke  mit  zu  geringer  Grösse  oder 

zu  geringen  Arbeitseinsatzerfordernissen  zwar  nicht  in  den  Anwendungsbereich  des 

BGBB fallen (Art. 2 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 1 BGBB), steuerrechtlich aber dennoch als 

landwirtschaftliche Grundstücke zu betrachten sind; umgekehrt kann der Verkauf eines 

in den Schutzbereich des BGBB fallenden Grundstücks dann nicht steuerrechtlich privi-

legiert werden, wenn dabei die bodenrechtlichen Vorschriften missachtet wurden (zum 

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Ganzen  BGE  138  II  32  E. 2.2;  BGr,  28. März  2018,  2C_940/2017,  E. 3.2.2 f.  und 

15. Dezember 2010, 2C_539/2010, E. 3.2). 

b)  Mit  Bezug  auf  das  in  der  Landwirtschaftszone  gelegene  Grundstück 

Kat.-Nr.  1  im  Halte  von  672  m²  verfügte  das  Amt  für  Landschaft  und  Natur  am 

14. August 2009 die Entlassung aus dem Geltungsbereich des BGBB, weil die Voraus-

setzungen für eine Unterstellung nicht mehr erfüllt waren. An diese offenbar rechtskräf-

tige  Verfügung  ist  das  Steuerrekursgericht  gebunden.  Das  mit  dem  Wohnhaus  des 

Pflichtigen  und  einem  Schopf  überbaute  Grundstück  diente  damals  im  Wesentlichen 

der Wohnnutzung sowie dem Handel mit Anhängern. Daraus folgt nach der erwähnten 

bundesgerichtlichen  Rechtsprechung,  dass  die  Voraussetzungen  für  eine  privilegierte 

Besteuerung der nachfolgenden Veräusserung nicht erfüllt sind.  

Unbehelflich ist der in der Beschwerde erhobene Einwand, dass im Fall einer 

Überführung  der  Parzelle  in  das  Privatvermögen  bei  der  direkten  Bundessteuer  kein 

Einkommen  angefallen  wäre.  Denn  es  wäre  Sache  des  Pflichtigen  gewesen,  für  die 

Steuerperiode 2009 eine entsprechende Deklaration vorzunehmen. Ob das kantonale 

Steueramt dem stattgegeben hätte, erscheint aufgrund der Handelstätigkeit des Pflich-

tigen allerdings fraglich. 

Entgegen  der  Auffassung  des  Pflichtigen  durfte  er  anlässlich  der  Veräusse-

rung auch nicht darauf vertrauen, dass das Grundstück als landwirtschaftlich qualifiziert 

werde  und  die  privilegierte  Besteuerung  nach  Art.  18  Abs.  4  DBG  zum  Zug  komme. 

Vielmehr stand damals die höchstrichterliche Klärung des Anwendungsbereichs dieser 

Bestimmung noch aus (vgl. BGE 138 II 32 E. 2.1 und 2.2). Selbst wenn es sich um ei-

ne Praxisänderung handeln würde, wäre diese vorliegend im Licht der vom Bundesge-

richt  in  jenem  Leitentscheid  angestellten  Überlegungen  zulässig  und  könnte  sich  der 

Pflichtige nicht auf schutzwürdiges Vertrauen berufen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Vorbem. zu Art. 109-121 N 86 ff. DBG). 

Wie das kantonale Steueramt in der Beschwerdeantwort zutreffend festgehal-

ten hat, sind bei der nach pflichtgemässem Ermessen erfolgten Veranlagung die Wert-

zuwachsgewinne  aus  den  Liegenschaftsverkäufen  und  die  Reinvestitionen  –  in  Über-

einstimmung mit dem Veranlagungsvorschlag im Einspracheverfahren – berücksichtigt 

worden. Den Nachweis für weitere Rückstellungen in diesem Zusammenhang hat der 

Pflichtige nicht erbracht. 

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c) Das zur Zeit der Veräusserung mit einem Pferdestall überbaute Grundstück 

Kat.-Nr.  2 mit einer  Fläche  von  25'086 m²  liegt gemäss  Bau-  und  Zonenordnung  C  in 

der Erholungszone .... Laut Art. 21bis Abs. 3 BZO sind dort Pferdesportanlagen zuläs-

sig;  Neubauten  und  Erweiterungen  bestehender  Bauten  unterliegen  der  Gestaltungs-

planpflicht.  Bei  den  Freihalte-  und  Erholungszonen  gemäss  §§  61  ff.  PBG  handelt  es 

sich  ungeachtet  der  beschränkten  Baumöglichkeit  entsprechend  der  Zweckbestim-

mung im Einzelfall – wie etwa für ein Schwimmbad oder einen Fussballplatz  – grund-

sätzlich  um  Nichtbauzonen  (Griffel,  Raumplanungs-  und  Baurecht  in  a nutshell,  3.  A., 

2017,  S.  64  ff.;  Fritzsche/Bösch/Wipf,  Zürcher  Planungs-  und  Baurecht,  5.  A.,  Zürich 

2011,  S.  121  und  133).  In  der  Landwirtschaftszone  sind  Bauten  und  Anlagen  für  die 

Haltung und Nutzung von Pferden nach Massgabe des am 22. März 2013 erlassenen 

und auf den 1. Mai 2014 in Kraft getretenen Art. 16abis RPG zulässig. Laut Abs. 1 die-

ser Bestimmung werden Bauten und Anlagen, die zur Haltung von Pferden nötig sind, 

auf  einem  bestehenden  landwirtschaftlichen  Gewerbe  im  Sinn  des  BGBB  als  zonen-

konform bewilligt, wenn dieses Gewerbe über eine überwiegend betriebseigene Futter-

grundlage und Weiden für die Pferdehaltung verfügt (vgl. dazu Bundesamt für Raum-

entwicklung, Wegleitung "Pferd und Raumplanung", 2013). 

Von  landwirtschaftlicher  Nutzung  eines  für  die  Pferdehaltung  verwendeten 

Grundstücks kann nur dann gesprochen werden, wenn dieses in der Landwirtschafts-

zone liegt und Teil eines Landwirtschaftsbetriebs bildet. Fehlen diese Voraussetzungen 

–  etwa  mangels  hinreichender  Grösse  der  bewirtschafteten  Fläche  und  damit  einer 

ausreichenden  Futterbasis  –,  liegt  kein  landwirtschaftliches,  sondern  ein  anderes  Ge-

werbe oder eine rein hobbymässige Pferdehaltung vor. Das Grundstück Kat.-Nr. 2 liegt 

wie  gesagt  nicht  in  der  Landwirtschaftszone,  sondern  in  der  Erholungszone  ...,  die 

eben  nichtlandwirtschaftlichen  Zwecken  dient.  Sodann  führte  der  Pflichtige  im  Jahr 

2011  keinen  Landwirtschaftsbetrieb,  sondern  handelte  zur  Hauptsache  mit  Pferdean-

hängern. 

Sodann  war  die  Umzonung  von  Kat.-Nr. 2  von  der  Landwirtschafts-  in  eine 

Erholungszone  für  den  Pflichtigen  mit  einem  massiven  Planungsgewinn  verbunden 

(vgl.  hierzu  BGr,  3.  Oktober  2018,  1C_473/2017,  E.  3).  Dieser  wirkte  sich  vorliegend 

aufgrund  des  attraktiven  Standorts  der  Parzelle  in  einem  ungewöhnlich  hohen  Ver-

kaufspreis  von  Fr.  4'200'000.-  bzw.  von  rund  Fr.  167.-/m²  aus.  Demgegenüber  hatte 

der Erwerbspreis im Jahr 1998 gemäss der Aufstellung in lit. A.1 der Prozessgeschich-

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te lediglich gut Fr. 12.-/m² betragen. Wäre diese Parzelle weiterhin als landwirtschaftli-

ches  Grundstück  betrachtet  worden,  wäre  der  Verkaufspreis  gemäss  Art.  66  BGBB 

übersetzt und daher nach Art. 63 Abs. 1 lit. b BGBB zu verweigern gewesen. Aus die-

sem Grund rechtfertigte sich eine privilegierte Besteuerung des Veräusserungsgewinns 

nach Art. 18 Abs. 4 DBG nicht mehr. 

d) Bezüglich der Bemessung des steuerbaren Einkommens  – nach pflichtge-

mässem  Ermessen  –  ist  der  Einspracheentscheid  unangefochten  geblieben  und  er-

weist er sich aufgrund der Akten als korrekt. Diese Erwägungen führen zur Abweisung 

der Beschwerde. 

5. Bei  diesem  Prozessausgang  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  dem  Pflichti-

gen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG) und muss ihm eine Parteientschädigung ver-

sagt bleiben (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

[…] 

2 DB.2018.64