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**Case Identifier:** 54964ade-007a-5189-9862-a18ba335cb5c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.01.2022 200 2021 561
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-561_2022-01-03.pdf

## Full Text

200 21 561 UV
KOJ/TOZ/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Januar 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 15. Juni 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1984 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt (Suva resp. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als 
sie gemäss Schadenmeldung UVG vom 9. Dezember 2019 (Akten der Su-
va [act. II] 1) am 4. Dezember 2019 beim … (act. II 16 S. 1 Ziff. 2a) mit dem 
… stürzte und sich dabei eine Gehirnerschütterung sowie eine Prellung am 
linken Knie zuzog. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte 
die gesetzlichen Leistungen (vgl. act. II 3). Nach Beizug verschiedener 
Arztberichte und Beurteilungen durch ihre Kreisärztin med. pract. 
D.________, Fachärztin für Chirurgie (act. II 59, 71, 77), stellte sie mit Ver-
fügung vom 16. Juli 2020 (act. II 79) die bisher erbrachten Leistungen 
mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten 
Beschwerden und dem Unfallereignis vom 4. Dezember 2019 auf den 31. 
Juli 2020 ein. Auf Einsprache hin (act. II 97) und nach Einholung einer 
neurologischen Beurteilung durch Dr. med. E.________, Facharzt für 
Neurologie, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, vom 16. Dezember 
2020 (Akten der Suva [act. IIA] 148) hob die Suva am 24. Dezember 2020 
ihre Verfügung auf und veranlasste weitere Abklärungen (act. IIA 155). 
Nach einer neurologischen Beurteilung des Suva-Arztes Dr. med. 
E.________ vom 15. April 2021 (act. IIA 184) stellte die Suva mit 
Verfügung vom 16. April 2021 (act. IIA 189 S. 1 f.) ihre Leistungen mangels 
adäquaten Kausalzusammenhangs der noch geklagten Beschwerden mit 
dem Unfall auf den 16. April 2021 ein und verneinte einen Anspruch auf 
weitere Leistungen in Form einer Invalidenrente und/oder Integritätsent-
schädigung. Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. IIA 199) mit Entscheid 
vom 15. Juni 2021 (act. IIA 208) fest.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch den B.________, lic. iur. 
C.________, am 11. August 2021 Beschwerde. Sie beantragt, unter Auf-

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hebung des angefochtenen Einspracheentscheides sei der Sachverhalt 
medizinisch näher abzuklären. Sodann sei über die Kausalität zu befinden 
und es seien der Beschwerdeführerin Leistungen zuzusprechen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2021 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 31. August 2021 gingen die mit prozessleitender Verfügung vom 
27. August 2021 edierten Akten der IV-Stelle Bern (act. III 1 bis 68) beim 
Gericht ein.

Mit Eingabe vom 13. September 2021 legte die Beschwerdeführerin einen 
Bericht der F.________ über "Repeated Head Impacts" vom 12. Mai 2021 
(Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 6) ins Recht. 

Am 29. September 2021 reichte die Beschwerdegegnerin eine Stellung-
nahme ein.

Mit Eingabe vom 1. November 2021 legte die Beschwerdeführerin einen 
Bericht von lic. phil. G.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie 
und Psychotherapie FSP, vom 14. Oktober 2021 (act. I 7) zu den Akten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 15. Juni 
2021 (act. IIA 208). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwer-
deführerin auf gesetzliche Unfallversicherungsleistungen im Zusammen-
hang mit dem Ereignis vom 4. Dezember 2019 und dabei insbesondere, ob 
die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen zu Recht per 
16. April 2021 einstellte und einen Anspruch auf weitere Unfallversiche-
rungsleistungen verneinte.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver-
sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt 
nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 

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177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 
S. 6 E. 3.1). 

2.2

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr.  9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbe-
dingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich 
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweis-
last - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

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Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, 
sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.3

2.3.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage - im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang - nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.3.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1). Bei organisch nicht 
objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die Beurteilung der Adäquanz 
vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nach-
dem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Bei psychischen Feh-
lentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Aus-
schluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 
133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleudertraumen und äquivalenten 
Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schädel-Hirntraumen auf eine 
Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver-
zichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 
2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob 

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die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäu-
le (HWS), eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1997 
UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel-
Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 S. 2 E. 3) 
erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwendung findet, 
wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Beschwerden in der 
Halsregion und der HWS manifestieren (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 
E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzungen vor, gelangt die Recht-
sprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschä-
den zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die ver-
sicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss 
beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Ver-
letzung gehörenden Beeinträchtigungen (diffuse Kopfschmerzen, Schwin-
del, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüd-
barkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesens-
veränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) 
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber 
bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die 
physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall 
bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete 
Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind (vgl. 
RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeur-
teilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folge-
schäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die 
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der Schleudertrauma-Praxis 
(BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriterien, d.h. ohne Unterschei-
dung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden (BGE 134 V 
109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103).

2.4

2.4.1 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 

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der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 24 
S. 96 E. 5.2).

2.4.2 Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von 
Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex 
nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wieder-
erwägung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzu-
schliessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege - bei 
richtiger Betrachtungsweise - gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin-
sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge-
sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz 
vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen 
und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen 
einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset-
zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384). 

2.5 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

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3.

3.1 Dass das Ereignis vom 4. Dezember 2019 (act. II 1) die kumulativen 
Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition 
(vgl. E. 2.1 hiervor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten. Die Beschwerdegegne-
rin erbrachte in diesem Zusammenhang zunächst vorübergehende Leis-
tungen (act. II 3) und anerkannte damit das Vorliegen der Anspruchs-
voraussetzungen, insbesondere die leistungsbegründende natürliche Un-
fallkausalität (vgl. Entscheid des BGer vom 1. Februar 2011, 8C_895/2010, 
E. 5.1). Demnach liegt die Beweislast für das Dahinfallen des Kausalzu-
sammenhangs bei ihr (vgl. E. 2.2.2 hiervor). 

3.2 In medizinischer und biomechanischer Hinsicht lassen sich den Ak-
ten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Im "Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-
zervikalem Beschleunigungstrauma" vom 6. Dezember 2019 (act. II 16) 
hielt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, 
dass die Beschwerdeführerin keine Erinnerungslücken bezüglich des Un-
fallmoments habe, sich aber nicht mehr daran erinnern könne, wie sie den 
Hang weiter hinunter und nach Hause gefahren sei (act. II 16 S. 1 Ziff. 2a). 
Direkt nach dem Unfall seien Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, 
Übelkeit, Sehstörungen und 30 Stunden später auch Erbrechen aufgetreten 
(act. II 16 S. 2 Ziff. 4). Der Arzt gab als Diagnose in Anlehnung an die Que-
bec Task Force (QTF)-Klassifikation den Grad II (Nackenbeschwerden und 
muskuloskelettale Befunde [verminderte Beweglichkeit und punktuelle 
Druckschmerzhaftigkeit mit eingeschlossen]) an (act. II 16 S. 4 Ziff. 7). Er 
attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. II 5 S. 2) vom 4. bis 
9. Dezember 2019 (act. II 16 S. 5 Ziff. 9).

In der Verordnung zur Physiotherapie vom 6. Dezember 2019 (act. II 4) 
nannte Dr. med. H.________ als Diagnose eine Commotio cerebri, eine 
HWS-Distorsion und eine Kontusion des linken Knies. Als physiotherapeu-
tische Massnahmen verordnete er eine Analgesie/Entzündungshemmung 
sowie eine Verbesserung der Gelenks- und Muskelfunktion. 

3.2.2 Im Bericht vom 23. April 2020 (act. II 50) über eine gleichentags 
durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRT) der HWS führte 

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Dr. med. I.________, Facharzt für Radiologie, aus, es liege keine Fraktur 
oder Myelopathie vor. Es bestünden auch keine Hinweise auf eine Bandlä-
sion oder eine strukturelle muskuläre Läsion. Es zeigten sich einzig sehr 
diskrete degenerative Veränderungen (mit Unkovertebralarthrosen HWK 
4/5 beidseits, linksbetont, mit höchstens diskreter Tangierung C5 links, dis-
krete foraminale Einengung HWK 7/BWK 1 rechts durch einen lateralen 
Spondylophyten mit höchstens diskreter Tangierung C8 rechts). 

3.2.3 Der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 27. April 2020 
(act. II 42) ist zu entnehmen, dass das Ereignis nicht mit einer Heck-, Front- 
oder Seitenkollision im Strassenverkehr zu vergleichen sei; die Belastung 
der Radfahrerin könne nicht mit dem Wert einer kollisionsbedingten Ge-
schwindigkeitsänderung eines Fahrzeugs ausgedrückt werden. Die Angabe 
eines Anpralls seitlich mit einem seitlichen Kopfanprall lasse nicht automa-
tisch den Rückschluss auf eine erhebliche HWS-Belastung zu. Die andau-
ernden Konzentrationsstörungen und neurologischen Befunde (Nystagmus 
bei bestimmten Blickrichtungen, Gleichgewichtsstörung, neuropsychologi-
sches Zeichen der Ermüdbarkeit) könnten ihre Ursache tatsächlich in ei-
nem Kopfanprall haben: Zwar sei vom getragenen Helm sicherlich eine 
Schutzwirkung zu erwarten, eine Rotationsbelastung des Gehirns sei je-
doch nicht auszuschliessen. Letztlich könne im Rahmen einer "Triage" das 
Ereignis nur unzureichend eingegrenzt werden; es bestünden aber Ansätze 
zur Erklärbarkeit der nach dem Ereignis von Kopf und HWS ausgehenden 
Beschwerden und Befunde (act. II 42 S. 2).

3.2.4 Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im 
Bericht vom 7. Mai 2020 (act. II 43) einen Status nach Contusio, eventuell 
nur Commotio cerebri im Rahmen eines Velosturzes vom 4. Dezember 
2019 mit zusätzlicher HWS-Distorsion. Auch wenn eine Bewusstlosigkeit 
nicht erhebbar sei, spreche die Anamnese dennoch für ein wesentliches 
Schädel-Hirn-Trauma; eine Contusio cerebri könne auch ohne einen Be-
wusstseinsverlust (vorwiegend bei seitlicher Gewalteinwirkung) auftreten. 
Es persistierten offensichtliche neuropsychologische Einschränkungen 
nicht nur gemäss Anamnese, sondern auch gemäss Beobachtung anderer 
Personen. Der Neurologe veranlasste eine MRT-Untersuchung des Schä-
dels (act. II 43 S. 2).

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3.2.5 Im Bericht zur MRT-Untersuchung des Schädels resp. zur MRT-
Angiographie der Karotis vom 13. Mai 2020 (act. II 51 S. 3) stellte Dr. med. 
K.________, Facharzt für Radiologie, eine normale MRT des Neurocrani-
ums fest. Es lägen keine posttraumatischen Defekte, keine Blutung, keine 
Blutabbauprodukte, keine Wandhämatome und keine Stenosen vor. Es 
bestünden normalkalibrige hirnversorgende Halsarterien. Sodann lägen 
keine Hinweise für eine durchgemachte Dissektion oder eine Fraktur vor. 

3.2.6 Dr. med. J.________ hielt im Bericht vom 13. Mai 2020 (act. II 51 S. 
1 f.) fest, die MRT-Untersuchung des Hirns scheine normal zu sein. Es lie-
ge keine pathologische Eisenablagerung vor. In diesem Sinne sei die 
Commotio cerebri aufrechtzuerhalten (act. II 51 S. 1). Dementsprechend 
diagnostizierte der Neurologe einen Status nach Commotio cerebri und 
HWS-Distorsion (act. II 51 S. 2). Die Prognose sei günstig. Es bleibe der 
weitere Erholungsverlauf innerhalb der nächsten drei Monate abzuwarten 
(act. II 51 S. 1).

3.2.7 Hierzu nahm die Kreisärztin med. pract. D.________ am 9. Juni 
2020 Stellung und führte aus, es liege kein Hinweis auf eine strukturelle 
Läsion vor, weder klinisch noch bildgebend. Es sei von einer zeitlich limi-
tierten Verschlimmerung auszugehen. Eine intensive Physiotherapie sei 
bereits durchgeführt worden; es sei eine Kostengutsprache für weitere 
neun Behandlungen im Sinne eines Übergangs auf ein eigenständiges 
Training zu gewähren. Ab sofort könne eine volle Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen, körperlich leichten …tätigkeit erwartet werden (act. II 59 S. 1). 

3.2.8 Am 17. Juni 2020 berichtete Dr. med. H.________, im Gegensatz 
zu den Fortschritten im sportlichen Bereich hätten die beruflichen Anforde-
rungen an eine … (selbstständige komplexe Planung und Koordination von 
Aufträgen) bis Ende Mai 2020 noch nicht erfüllt werden können. Das Ar-
beitstempo sei noch reduziert, hingegen bessere sich das Erinnerungsver-
mögen zunehmend. Bei komplexen Arbeiten komme es noch zu Überlas-
tungszeichen (rasche Ermüdung, Fehleranfälligkeit). Gemäss dem Vorge-
setzten der Beschwerdeführerin könne diese für die häufig in kleinem Zeit-
fenster zu erledigenden …aufgaben im Tagesverlauf noch nicht eingeplant 
werden. Hierzu sei das Arbeitstempo noch verlangsamt. Zwar bessere sich 
die Aufnahmefähigkeit zunehmend, reiche aber für externe, verantwor-

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tungsvolle Arbeiten noch nicht aus (act. II 68 S. 1 Ziff. 2a). Gegenwärtig 
werde die Beschwerdeführerin physiotherapeutisch und sportpsychologisch 
behandelt. Die Wiedereingliederung am Arbeitsplatz erfolge unter Mithilfe 
der Arbeitgeberin (act. II 68 S. 2 Ziff. 3a). 

3.2.9 Die Kreisärztin med. pract. D.________ hielt im Bericht vom 29. 
Juni 2020 (act. II 71) fest, dass der Heilverlauf protrahiert sei (act. II 71 S. 
7). Die kraniale MRT habe keine Hinweise auf eine unfallbedingte struktu-
relle Läsion bzw. eine über eine Commotio cerebri hinausgehende Beein-
trächtigung ergeben (act. II 71 S. 7 f.). Eine unfallbedingte organische 
Grundlage überdauernder neuropsychologischer und/oder psychiatrischer 
Gesundheitsbeeinträchtigungen könne somit nicht angenommen werden. 
Ohne Nachweis einer substantiellen Hirnverletzung lägen nach Ablauf von 
sechs Monaten in der Regel keine Verletzungsfolgen mehr vor. Es sei dar-
an festzuhalten, dass weder eine weitere Arbeitsunfähigkeit noch ein inten-
siver Therapiebedarf ausgewiesen sei. Die Kreisärztin empfahl alsdann den 
administrativen Fallabschluss im Sinne eines Status quo sine. Die geklag-
ten Beschwerden stünden nicht mehr im geforderten überwiegend wahr-
scheinlichen Kausalzusammenhang mit dem inkriminierten Ereignis vom 4. 
Dezember 2019 (act. II 71 S. 8).

Am 14. Juli 2020 bekräftigte die Kreisärztin, dass keine Hinweise auf eine 
unfallbedingte strukturelle Läsion vorlägen. Unfallbedingt sei keine weitere 
Behandlung erforderlich und bestehe keine Arbeitsunfähigkeit - weder für 
die angestammte noch eine angepasste Tätigkeit - mehr (act. II 77 S. 3).

3.2.10 Im Einspracheverfahren nahm Dr. med. H.________ am 29. Juli 
2020 dahingehend Stellung, dass es sich im Fall der Beschwerdeführerin 
um eine bis zum Ereignis vom 4. Dezember 2019 sowohl in ihrem Beruf als 
... als auch in ihrer Tätigkeit als … voll leistungsfähige Frau handle. Die 
heute noch vorhandenen Symptome und die Defizite bei der Arbeit nähmen 
zwar weiterhin ab, müssten therapeutisch aber noch begleitet werden. Der 
protrahierte Verlauf mit aktuell noch vermehrter Ermüdbarkeit bei stärkeren 
audiovisuellen Nebeneinflüssen sei von allen Seiten (Dr. med. J.________, 
lic. phil. L.________ [Fachpsychologin für Sportpsychologie FSP], Arbeit-
geberin) dokumentiert und auch prognostisch jeweils kommentiert worden. 
Die nun durch eine Chirurgin und nicht durch eine Neurologin erfolgte Beur-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 13

teilung vom 14. Juli 2020, welche zu einer Terminierung der Versicherungs-
leistungen geführt habe, sei deshalb nicht nachvollziehbar (act. II 85 S. 2). 

3.2.11 Am 15. September 2020 berichtete Dr. med. J.________, dass die 
erhoffte und vorausgesagte Besserung zwischenzeitlich nicht eingetreten 
sei. Die Beschwerdeführerin könne ihre Arbeit als … nicht in gewohnter 
Qualität leisten (act. IIA 111 S. 1 f.). In der Diagnose erwähnte der Neuro-
loge eine mögliche Contusio cerebri ohne erfasstes Korrelat im MRI/EEG. 
Es sei eine umfassende neuropsychologische Testung bei Prof. Dr. phil. 
M.________, Neuropsychologie FSP, Zentrum N.________, vorgesehen 
(act. IIA 111 S. 2).

3.2.12 Prof. Dr. phil. M.________ hielt im Bericht vom 29. September 2020 
(act. IIA 114) fest, im Vergleich zu entsprechenden Alters-, Geschlechts- 
und Bildungsnormen zeigten sich bei der umfassenden Untersuchung bis 
zu mittelschwer reichende (primär verbale) Gedächtnis- und Aufmerksam-
keitsdefizite bei ansonsten unauffälligen Befunde. Es bestünden keine 
Hinweise auf eine verminderte Anstrengungsbereitschaft, eine Aggravation 
oder eine psychische Symptomatik. Ätiologisch sei mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit von einer hirnorganischen Ursache auszugehen, wobei 
die Schmerzsymptomatik / die verminderte Belastbarkeit zur Schwere der 
Leistungsminderung beitragen dürfte (act. IIA 114 S. 2). Aufgrund der Klinik 
und der neuropsychologischen Befunde sei anzunehmen, dass die Be-
schwerdeführerin in ihrer anspruchsvollen leitenden beruflichen Tätigkeit 
nicht mehr arbeitsfähig sei (act. IIA 114 S. 2 f.). Um eine Chronifizierung 
der jetzigen Symptomatik zu vermeiden, wäre allenfalls eine stationäre Re-
habilitation, vor allem auch zur konsequenten Schmerztherapie, indiziert 
(act. IIA 114 S. 3).

3.2.13 Im Bericht vom 9. Oktober 2020 (act. IIA 123) nannte Dr. med. 
J.________ als Diagnose einen Status nach wahrscheinlich Contusio cere-
bri und HWS-Distorsion vom 4. Dezember 2019 mit neuropsychologischen 
Defiziten und zervikozephalem myofaszialem Schmerzsyndrom (act. IIA 
123 S. 2). Die neuropsychologische Testung bestätige neuropsychologi-
sche Defizite, welche vom Muster her organisch/posttraumatisch bedingt 
seien, und attestiere ferner eine Anstrengungsbereitschaft / optimale Ko-
operation trotz der Beeinträchtigungen durch Schmerzen und genannte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 14

Defizite. Die Beschwerdeführerin werde daher für eine stationäre interdiszi-
plinäre Neurorehabilitation angemeldet (act. IIA 123 S. 1). Der Neurologe 
bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % des Arbeitspensums von 
75 %; die effektive Leistung dürfte bei etwa 20 % liegen (act. IIA 123 S. 2). 

Am 16. November 2020 ersuchte Dr. med. J.________ die Beschwerde-
gegnerin, den Fall einer neurotraumatologisch erfahrenen Fachperson vor-
zulegen (act. IIA 137 S. 1). 

3.2.14 Der Suva-Arzt Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 16. De-
zember 2020 (act. IIA 148) fest, dass unter Annahme einer leichten trauma-
tischen Hirnverletzung gemäss Klassifikation der European Federation of 
Neurological Societies (EFNS) / European Academy of Neurology (EAN) 
unfallbedingte Beschwerden bis maximal zwölf Monate nach dem Unfall 
erklärbar wären. Allerdings sei ohne eine angemessene bilddiagnostische 
Abklärung, das heisst eine kraniale MRT mit hämosiderinsensiblen Se-
quenzen (SWI-Sequenzen) und Trauma-Protokoll (Feinschichtung), eine 
abschliessende Stellungnahme zu längerfristigen Unfallfolgen (über zwölf 
Monate nach dem Unfall) nicht möglich. Der Neurologe empfahl daher die 
Durchführung einer kranialen MRT-Untersuchung. Anschliessend könne 
erneut neurologisch und versicherungsmedizinisch Stellung genommen 
werden (act. IIA 148 S. 7). 

3.2.15 Eine vom Spital O.________ am 28. Januar 2021 durchgeführte 
kraniale MRT ergab keine Hinweise auf eine Hirnverletzung oder shearing 
injuries (act. IIA 173 S. 1). 

3.2.16 Hierzu führte Dr. med. E.________ am 15. April 2021 aus, Hinweise 
auf eine substantielle Hirnverletzung hätten mit der kranialen MRT einsch-
liesslich SWI-gewichteter Sequenzen nicht festgestellt werden können. 
Insbesondere ergäben sich bilddiagnostisch keine Anhaltspunkte für eine 
diffuse axonale Scherverletzung. Die zuletzt vom Neurologen Dr. med. 
J.________ gestellte Diagnose einer Contusio cerebri lasse sich damit 
nicht aufrechterhalten. Diagnostisch könne höchstens von einer leichten 
traumatischen Hirnverletzung gemäss EFNS-/EAN-Klassifikation ausge-
gangen werden. Die Beschwerdeführerin habe sich durch den Unfall vom 
4. Dezember 2019 höchstens eine leichte traumatische Hirnverletzung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 15

gemäss EFNS-/EAN-Klassifikation sowie höchstens eine leichte Distorsion 
der HWS WAD Grad 2 gemäss QTF-Klassifikation, jedenfalls keine struktu-
rell objektivierbaren Verletzungen, zugezogen. Unfallbedingte Beschwer-
den seien damit bis maximal zwölf Monate nach dem Unfall erklärbar. Eine 
unfallbedingte organische Grundlage für überdauernde kognitive Gesund-
heitsbeeinträchtigungen sei objektiv nicht nachweisbar (act. IIA 184 S. 2). 
Das neurologische Fachgebiet betreffend könne derzeit nicht mit dem not-
wendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer 
unfallbedingten behandlungspflichtigen Gesundheitsbeeinträchtigung aus-
gegangen werden und es liege unfallbedingt keine Gesundheitsbeeinträch-
tigung mit Einfluss auf die berufliche Leistungsfähigkeit vor (act. IIA 184 S. 
2 f. Ziff. 2 f.). 

3.2.17 In dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 14. Ok-
tober 2021 (act. I 7) stellte lic. phil. G.________ als Diagnose eine leichte 
bis mittelschwere neuropsychologische Störung bei vorwiegend mittel-
schwer verminderter geistiger Belastbarkeit (Fatigue) bei Status nach Con-
tusio cerebri und HWS-Distorsion (ICD-10 F07.2) sowie bei chronischer 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41; S. 5 des Berichts). Im Vergleich zur letzten neuropsychologischen 
Untersuchung vom 29. September 2020 (act. IIA 114) zeigten sich nach 
wie vor bis mittelschwer reichende Auffälligkeiten in den Aufmerksamkeits- 
und in den verbal-mnestischen im Gegensatz zu den nonverbalen Ge-
dächtnisfunktionen. Ätiologisch kämen für die kognitiven Einschränkungen 
einerseits eine hirnorganische Ursache und andererseits eine chronische 
Schmerzsymptomatik in Frage (act. I 7 S. 4). Die Neuropsychologin attes-
tierte eine Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer angepassten Tätigkeit (ohne 
Leistungsaufgaben). Da das Ereignis bald zwei Jahre zurückliege, seien 
weitere deutliche kognitive Verbesserungen eher unwahrscheinlich (act. I 7 
S. 6). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 16

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet 
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, 
sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 
S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten 
Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 bis 4.6 S. 469). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 17

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 15. Juni 2021 (act. IIA 208) massgeblich auf die versi-
cherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. E.________ vom 16. De-
zember 2020 samt Ergänzung vom 15. April 2021 (act. IIA 148, 184). Des-
sen fachärztliche Schlussfolgerungen erfüllen die vorerwähnten höchstrich-
terlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3.1 f. hiervor) und erbringen vol-
len Beweis. Dass Dr. med. E.________ keine klinische Exploration der Be-
schwerdeführerin durchgeführt hat, ist nicht zu beanstanden, konnte er sich 
aufgrund der vorhandenen umfassenden medizinischen Akten einschliess-
lich der bildgebenden Abklärungen (vgl. E. 3.2.1 bis 3.2.13 und 3.2.15 hier-
vor) doch ein gesamthaft lückenloses Bild verschaffen, womit vorliegend 
die Voraussetzungen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht erfüllt sind 
(vgl. SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Zudem kann insbesondere (auch) 
die Kausalität im Rahmen eines Aktenberichts erörtert werden (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Dr. med. 
E.________ hat sich in seiner Beurteilung in Kenntnis der medizinischen 
Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen der Be-
schwerdeführerin auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen ins-
besondere auch auf die bildgebenden Untersuchungen vom 23. April 2020, 
13. Mai 2020 und 28. Januar 2021 (act. II 50 f., act. IIA 173 S. 1) sowie die 
Unfallanamnese samt den Ergebnissen der biomechanischen Beurteilung 
vom 27. April 2020 (act. II 42) gestützt. Er hat sich zudem einlässlich mit 
den Beurteilungen der Dres. med. H.________ und J.________ befasst 
(act. IIA 148 S. 5 f.). Die daraus gezogenen Folgerungen und die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
gehend und überzeugend begründet. Dementsprechend ist auf die Akten-
beurteilung des Dr. med. E.________ vom 16. Dezember 2020 samt Er-
gänzung vom 15. April 2021 (act. IIA 148, 184) abzustellen. 

3.4.1 Dr. med. E.________ hat einleuchtend dargelegt, dass sich die Be-
schwerdeführerin gestützt auf die klinischen Befunde und die MRT-
Bildgebungen vom 23. April 2020, 13. Mai 2020 sowie 28. Januar 2021 
(act. II 50 f, act. IIA 173 S. 1) höchstens eine leichte traumatische Hirnver-
letzung und eine leichte Distorsion der HWS mit dem hierfür typischen 
Beschwerdebild ohne eine strukturelle Läsion bzw. substanzielle Hirnver-
letzung zugezogen hat (act. IIA 148 S. 7, 184 S. 2). Diese Beurteilung steht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 18

im Einklang zu den im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach 
kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma am 6. Dezember 2019 festge-
haltenen Angaben der Beschwerdeführerin bzw. Untersuchungsbefunden 
des Hausarztes Dr. med. H.________ (act. II 16 S. 2 Ziff. 4, S. 3 f. Ziff. 6) 
und korreliert sodann mit den Einschätzungen der Kreisärztin med. pract. 
D.________ vom 9. Juni 2020, 29. Juni 2020 und 14. Juli 2020 (act. II 59 
S. 1, 71 S. 7 f., 77 S. 3), wonach keine Hinweise auf eine unfallbedingte 
strukturelle Läsion bestünden. Daraus zog Dr. med. E.________ überzeu-
gend begründet den Schluss, dass unfallkausale Beschwerden mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit bis maximal zwölf Monate nach dem Unfal-
lereignis vom 4. Dezember 2019 erklärbar waren resp. dass derzeit nicht 
mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
von einer unfallbedingten behandlungspflichtigen Gesundheitsbeeinträchti-
gung ausgegangen werden kann (act. IIA 184 S. 2 Ziff. 2). 

3.4.2 Hieran vermag die biomechanische Kurzbeurteilung vom 27. April 
2020 (act. II 42) nichts zu ändern, worin festgehalten wird, dass "Ansätze 
zur Erklärbarkeit der nach dem Ereignis von Kopf und HWS ausgehenden 
Beschwerden und Befunde" bestünden. Denn damit wird eine natürliche 
Kausalität als allenfalls möglich, jedoch nicht als überwiegend wahrschein-
lich erachtet.

Des Weiteren vermögen auch die Berichte des behandelnden und inzwi-
schen advokatorisch auftretenden (beanstandet die Terminierung der Ver-
sicherungsleistungen; act. II 85 S. 2) Dr. med. H.________ vom 17. Juni 
und 29. Juli 2020 (act. II 68, 85) keine - auch nur geringen - Zweifel an den 
versicherungsmedizinischen Beurteilungen von Dr. med. E.________ vom 
16. Dezember 2020 und 15. April 2021 (act. IIA 148, 184) zu wecken. Aus 
den Berichten des Hausarztes ergeben sich keine wichtigen Aspekte, wel-
che bei der versicherungsmedizinischen Beurteilung durch Dr. med. 
E.________ unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Soweit Dr. med. 
H.________ im Bericht vom 29. Juli 2020 (act. II 85) argumentiert, die Be-
schwerdeführerin sei vor dem Ereignis vom 4. Dezember 2019 sowohl im 
Beruf als auch im … voll leistungsfähig gewesen (act. II 85 S. 2), handelt es 
sich dabei um einen beweisrechtlich nicht zulässigen "post hoc ergo, 
propter hoc" - Schluss (im Sinne von "nach dem Unfall, also wegen des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 19

Unfalls"; BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 
7.2). Ferner verfasste der Hausarzt seine Einschätzung massgeblich ge-
stützt auf die subjektiven Schilderungen der Beschwerdeführerin und ihrer 
Arbeitgeberin (act. II 68 S. 1 Ziff. 2a), vermochte seinerseits aber keine 
objektivierbaren strukturellen Befunde zu nennen, welche das Ausmass der 
geklagten Beschwerden zu erklären vermögen. 

Ebenso wenig vermögen die Berichte des behandelnden Neurologen 
Dr. med. J.________ vom 7. Mai 2020, 13. Mai 2020, 15. September 2020, 
9. Oktober 2020 und 16. November 2020 (act. II 43, 51, act. IIA 111, 123, 
137 S. 1) die versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. 
E.________ (act. IIA 148, 184) in Zweifel zu ziehen. Zunächst fällt bei den 
Berichten des behandelnden Neurologen der mehrfache Wechsel der 
Diagnose zwischen Status nach Contusio cerebri und Status nach Commo-
tio cerebri auf (act. II 43 S. 2, 51 S. 2, act. IIA 111 S. 2, 123 S. 2). Dr. med. 
E.________ hat hierzu im Bericht vom 15. April 2021 (act. IIA 184 S. 2) 
überzeugend und schlüssig dargelegt, weshalb gestützt auf den MRT-
Befund vom 28. Januar 2021 (act. IIA 173 S. 1) von der Diagnose einer 
leichten traumatischen Hirnverletzung gemäss EFNS-/EAN-Klassifikation 
auszugehen ist bzw. die zuletzt von Dr. med. J.________ gestellte Diagno-
se einer Contusio cerebri nicht aufrechterhalten werden kann. Sodann ent-
halten die Berichte von Dr. med. J.________ keine wichtigen - und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringenden - Aspekte, welche 
im Rahmen der Beurteilung durch Dr. med. E.________ unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben wären. Der Umstand allein, dass der behandelnde 
Dr. med. J.________ eine abweichende Meinung äussert, vermag nicht 
immer Anlass zu weiteren Abklärungen zu geben (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 
117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5; vgl. Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 9). 
Schliesslich ist anzumerken, dass der Neurologe - in teilweise vehementer 
Art und Weise - advokatorisch auftritt und faktisch die Interessen der Be-
schwerdeführerin wahrnimmt (act. IIA 137 S. 1, 143 ff., 157), womit ein ei-
gentlicher Rollenwechsel vom behandelnden Arzt zum Parteivertreter statt-
gefunden hat. Seinen Ausführungen kann deshalb im Vornherein nur sehr 
begrenzter Beweiswert zukommen (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2018, 
8C_79/2018, E. 4.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 20

Ferner kann allein gestützt auf den neuropsychologischen Bericht von Prof. 
Dr. phil. M.________ vom 29. September 2020 (act. IIA 114) nicht gesagt 
werden, dass für die Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsdefizite ein (unfall-
bedingtes) hirnorganisches Korrelat besteht (act. IIA 114 S. 2). Gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung vermag es die Neuropsychologie 
nicht, selbstständig die Beurteilung der Genese der festgestellten Be-
schwerden abschliessend zu bestimmen (Entscheid des BGer vom 29. Ja-
nuar 2013, 8C_51/2012, E. 3.3.1.2) bzw. die Beurteilung der Kausalität 
eines Beschwerdebildes selbstständig und abschliessend vorzunehmen 
(Entscheid des BGer vom 7. März 2013, 8C_948/2012, E. 6.3.2). Gleiches 
gilt auch in Bezug auf den Bericht der Neuropsychologin lic. phil. 
G.________ vom 14. Oktober 2021 (act. I 7), in welchem unter anderem 
von einer hirnorganischen Ursache für die kognitiven Einschränkungen 
ausgegangen wird (act. I 7 S. 4). 

Sodann ist der am 15. Juli 2006 erlittene Unfall (Eisengitter auf den Kopf 
gefallen; act. I 4) - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. 
Beschwerde, S. 5 Ziff. III.9) - vorliegend aus folgenden Gründen nicht rele-
vant: Gemäss dem Austrittsbericht des Spitals P.________ vom 15. Juli 
2006 (act. I 3) über den stationären Aufenthalt vom 15. bis 16. Juli 2006 hat 
die Beschwerdeführerin am 15. Juli 2006 eine Schädelprellung mit Schwin-
del (bei einem GCS-Wert von 15 Punkten, unauffälligen Befunden sowie 
einem problemlosen Verlauf) erlitten (act. I 3 S. 1). Am 20. November 2006 
berichtete der behandelnde Arzt, dass die Nacken- und Kopfschmerzen 
rückläufig seien, die Behandlung analgetisch und physiotherapeutisch er-
folgten, die Prognose gut sei und keine weiteren Untersuchungen nötig 
seien; er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 15. bis 17. Juli 
2006 (act. I 4 Ziff. 4 bis 6). Am 29. September 2020 hielt Prof. Dr. phil. 
M.________ diesbezüglich fest, dass bis auf eine vollständig ausgeheilte 
Hirnprellung von 2006 die Anamnese bland sei (act. IIA 114 S. 1). Dies 
bestätigt indirekt auch die Beschwerdeführerin in der Beschwerde (S. 5 Ziff. 
III.8), wonach die Beschwerden aus dem Unfallereignis vom 15. Juli 2006 
nach ca. einem Jahr vollständig abgeklungen seien. Soweit die Beschwer-
deführerin gestützt auf den Bericht der F.________ über "Repeated Head 
Impacts" vom 12. Mai 2021 (act. I 6) nun geltend macht, dass Menschen, 
die bereits früher "Kopfstösse" erlitten hätten, längere Erholungsphasen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 21

benötigten bzw. schwerwiegendere Symptome oder Langzeitfolgen zeigten 
(vgl. Eingabe vom 13. September 2021, in den Gerichtsakten), ist mit der 
Beschwerdegegnerin (vgl. Eingabe vom 29. September 2021, in den Ge-
richtsakten) darauf hinzuweisen, dass die Beschwerden aus dem Ereignis 
vom 15. Juli 2006 bereits seit über zwölf Jahren vollständig abgeheilt sind, 
mithin der besagte Unfall keinen Risikofaktor für schwerwiegendere Folgen 
oder einen protrahierten Verlauf nach dem Ereignis vom 4. Dezember 2019 
darzustellen vermag. 

Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus den Beurteilungen der 
Arbeitgeberin vom 31. Juli 2020 (act. II 90 S. 2 f.) sowie von lic. phil. 
L.________ vom 6. August 2020 (act. II 97 S. 33 f.), wonach die Belastbar- 
bzw. Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt sei (act. II 90 S. 2, 97 
S. 34), nichts zu ihren Gunsten ableiten, stammen doch diese Einschät-
zungen nicht von medizinischen Fachpersonen und wurden nicht mit objek-
tivierbaren Unfallfolgen begründet. Nichts anderes gilt auch in Bezug auf 
die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin (vgl. Bericht von lic. phil. 
G.________ vom 14. Oktober 2021, act. I 7 S. 2 f. Ziff. III). 

3.4.3 Zusammenfassend bestehen keine auch nur geringen Zweifel an 
den Beurteilungen von Dr. med. E.________ vom 16. Dezember 2020 und 
15. April 2021 (act. IIA 148, 184). In antizipierter Beweiswürdigung 
(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) erübrigen sich weitere medizini-
sche Sachverhaltserhebungen. Insbesondere ist bei der vorliegenden Aus-
gangslage - unbesehen der Vorgaben gemäss BGE 134 V 109 E. 9.3 f. 
S. 124 f. (vgl. Beschwerde, S. 4 Ziff. III.7) - nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin kein verwaltungsexternes (inter- oder polydiszi-
plinäres) Gutachten einholte (vgl. Entscheid des BGer vom 13. Juli 2016, 
8C_240/2016, E. 5.2; vgl. Beschwerde, S. 4 Ziff. III.7). Wie aufzuzeigen 
sein wird, würde sich mangels adäquater Unfallkausalität selbst dann nichts 
ändern, wenn im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (16. April 2021) noch 
unfallbedingte Beschwerden bestanden hätten. 

3.4.4 Da - nebst der längst ausgeheilten Kontusionsmarke über der linken 
Patella - keine organisch ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen, hängt eine 
allfällige weitere Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin davon ab, ob die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 22

verbleibenden Beschwerden noch in einem rechtsgenügenden Kausalzu-
sammenhang zum erlittenen Unfall stehen, mithin ob die Adäquanz gege-
ben ist.

Die Adäquanzbeurteilung hat in dem Zeitpunkt zu erfolgen, in dem von der 
Fortsetzung der Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits-
zustandes mehr erwartet werden kann (vgl. E. 2.4.1 hiervor). Gemäss der 
schlüssigen Beurteilung von Dr. med. E.________ vom 15. April 2021 (act. 
IIA 184) war der medizinische Endzustand im Sinne von Art. 19 Abs. 1 
UVG (vgl. E. 2.4.1 hiervor) im strittigen Zeitpunkt der Leistungseinstellung 
(16. April 2021) erreicht, lagen doch zu diesem Zeitpunkt keine unfallkausa-
len Residuen und keine unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
mehr vor (act. IIA 184 S. 2 Ziff. 2 f.). Ärztliche Verlaufskontrollen und die 
Einnahme von Medikamenten (vgl. Bericht von lic. phil. G.________ vom 
14. Oktober 2021, act. I 7 S. 2 Ziff. I) gelten nicht als kontinuierliche, mit 
einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Recht-
sprechung (Entscheid des BGer vom 3. Dezember 2019, 8C_674/2019, 
E. 4.3). Eine medizinische Behandlung, von welcher noch eine wesentliche 
Verbesserung hätte erwartet werden können, ist vorliegend nicht ersichtlich 
und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht dargetan. Demnach ist der 
Fallabschluss per 16. April 2021 zu Recht erfolgt und die von der 
Beschwerdegegnerin in diesem Zeitpunkt vorgenommene 
Adäquanzprüfung nicht zu beanstanden.

4.

4.1 Die Adäquanzprüfung ist hier unbestrittenermassen nach der 
Schleudertraumapraxis - d.h. ohne Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten des Gesundheitsschadens (vgl. E. 2.3.2 
hiervor) - durchzuführen (vgl. Beschwerde, S. 5 Ziff. III.10).

Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychischen Feh-
lentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 133) für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlan-
gen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 23

keit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er 
eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Ge-
wicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzu-
knüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den 
sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 E. 5.1 S. 359; SVR 2019 
UV Nr. 41 S. 157 E. 8.1) - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einer-
seits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen lie-
genden mittleren Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen 
Verletzungen Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt 
haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der 
adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne 
Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich 
die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf-
grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zu-
sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei-
nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 
S. 126; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 44 E. 8.2.1). Je nach den konkreten Um-
ständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich 
um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren 
Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu 
qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einzi-
ges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 
ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien in be-
sonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die Be-
jahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschwe-
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Beja-
hung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 
E. 8.4). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Krite-
rien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammen-
hangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E.4c S. 384). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 24

Der Katalog der - abschliessend aufgezählten (BGE 134 V 109 E. 10.2 
S. 127) - adäquanzrelevanten Kriterien lautet (BGE 134 V 109 E. 10.3 
S. 130; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 143 E. 6.1):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;

- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;

- erhebliche Beschwerden;

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-
mert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

4.2 Es wird zu Recht nicht beanstandet, dass die Beschwerdegegnerin 
das Ereignis vom 4. Dezember 2019 (Sturz mit dem … beim …; act. II 16 
S. 1 Ziff. 2a) aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich 
dabei entwickelnden Kräften und insbesondere angesichts der Gewaltein-
wirkung auf die Beschwerdeführerin (trug Helm; act. II 16 S. 2 Ziff. 2b) als 
mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert 
hat (act. IIA 208 S. 7 Ziff. 4.3). Die adäquate Unfallkausalität kann demnach 
nur dann bejaht werden, wenn vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind 
oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (vgl. E. 4.1 hiervor). Massgebend 
sind dabei die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Fallabschluss per 16. April 
2021 (vgl. E. 3.4.3 hiervor) entwickelt haben (vgl. Entscheide des BGer 
vom 27. November 2017, 8C_488/2017, E. 6.7).

4.2.1 Der …-Unfall hat sich unbestrittenermassen weder unter besonders 
dramatischen Begleitumständen ereignet noch zeichnet er sich durch eine 
besondere Eindrücklichkeit aus. Das Kriterium der besonders dramatischen 
Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls (vgl. BGE 
140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127; SVR 2019 UV Nr. 
11 S. 45 E. 8.5, 2016 UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2) ist somit zu verneinen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 25

4.2.2 Die Diagnose eines Schleudertraumas (oder einer anderen, 
adäquanzrechtlich gleich behandelten Verletzung) genügt für sich allein 
nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der 
erlittenen Verletzung. Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere 
der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Um-
stände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 
E. 10.2.2 S. 127; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5).

Die Beschwerdeführerin zog sich keine schweren oder in ihrer Art besonde-
ren Verletzungen zu. Namentlich ist aufgrund der aktenkundigen Be-
schwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin nicht von einer besonde-
ren Schwere der für eine Commotio cerebri und HWS-Distorsion typischen 
Beschwerden auszugehen, zumal die Beschwerdeführerin nach dem Unfall 
mit dem … weiter den Hang hinunter und nach Hause fahren konnte. Die 
Beschwerdeführerin begab sich erst zwei Tage später in ärztliche Behand-
lung (vgl. E. 3.2.1). Ferner betrug der GCS-Wert bei der Erstbehandlung 
am 6. Dezember 2019 15 Punkte (act. II 16 S. 4 Ziff. 6d), was praxis-
gemäss höchstens - und in Übereinstimmung mit der von der Kreisärztin 
med. pract. D.________ und vom Suva-Arzt Dr. med. E.________ gestell-
ten 
Diagnose (vgl. act. II 71 S. 7, act. IIA 184 S. 2) - einer leichten Commotio 
cerebri entspricht (vgl. Entscheid des BGer vom 24. August 2020, 
8C_386/2020, E. 4.3.2). Das Kriterium ist folglich nicht erfüllt.

4.2.3 Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 
Behandlung erfordert eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässig-
keit auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgerichtete ärzt-
liche Behandlung, verbunden mit einer erheblichen zusätzlichen Beein-
trächtigung der Lebensqualität. Medikamentöse und ambulante physiothe-
rapeutische Behandlung, alternativ-medizinische Massnahmen sowie Ver-
laufskontrollen und Abklärungen sind nicht im Sinne der Rechtsprechung 
als belastend zu qualifizieren (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; SVR 2019 
SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid 
des BGer vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2).

Die nach dem Unfall vom 4. Dezember 2019 erfolgten Behandlungen 
bestanden im Wesentlichen aus medikamentöser Schmerzbehandlung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 26

ambulanter Physiotherapie (act. II 4, 16 S. 5 Ziff. 8, 27, 53, 55, 67, 86, act. 
IIA 114 S. 2) sowie Verlaufskontrollen (vgl. act. II 68 S. 2 Ziff. 3b f.) und 
sind insoweit nicht im Sinne der Rechtsprechung als belastend zu 
qualifizieren, zumal eine Behandlungsbedürftigkeit (in Form medikamentö-
ser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach ei-
nem Schleudertrauma der HWS resp. äquivalenten Verletzungen mit ähnli-
chem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Entscheid des BGer vom 23. 
April 2008, 8C_402/2007, E. 5.2.3). Damit ist auch dieses Kriterium zu 
verneinen.

4.2.4 Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit 
zwischen Unfall und Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch 
bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich 
nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche 
die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt 
(BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128; SVR 2017 UV Nr. 9 S. 33 E. 9).

Für das Vorliegen erheblicher Beschwerden bestehen vorliegend keine 
hinreichenden Anhaltspunkte. Vielmehr ist die Beschwerdeführerin ohne 
Weiteres in der Lage, regelmässig im Kraftraum, Fitnesscenter und auf 
dem Ergometer zu trainieren sowie …trainings zu absolvieren (act. II 10, 25 
S. 1 Ziff. 2b, 27, 67, 68 S. 1 Ziff. 2a, 69 S. 2). Sodann hat sie im Verlauf 
wiederholt über eine deutliche Besserung der Beschwerden und Belas-
tungsfähigkeit berichtet (act. II 10, 25 S. 1 Ziff. 2a, 32 S. 1, 43 S. 1, 68 S. 1 
Ziff. 2a). Demnach ist dieses Kriterium ebenfalls nicht erfüllt. 

4.2.5 Aufgrund der Akten sind auch eine Fehlbehandlung, welche die 
Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, oder ein schwieriger 
Heilungsverlauf und das Vorliegen von erheblichen Komplikationen zu 
verneinen.

4.2.6 Bezüglich des Kriteriums der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz 
ausgewiesener Anstrengungen ist Folgendes festzuhalten: Anstrengungen 
der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeits-
versuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. 
Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen The-
rapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 27

alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragen-
de Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss 
in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszu-
weisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 
S. 130; SVR 2009 UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1).

Gemäss Dr. med. H.________ galt die Beschwerdeführerin bereits ab dem 
1. Februar 2020 wieder als zu 30 %, ab dem 14. März 2020 als zu 40 %, ab 
dem 21. März 2020 als zu 50 % und ab dem 9. Juni 2020 als zu 60 % ar-
beitsfähig (act. II 30, 76). Laut der Kreisärztin med. pract. D.________ be-
stand ab dem 9. Juni 2020 grundsätzlich wieder eine volle Arbeitsfähigkeit 
in der bisherigen Tätigkeit als … (act. II 59). Am 29. Juni 2020 ergänzte die 
Kreisärztin, dass beim Fehlen von unfallbedingten strukturellen Läsionen 
weder eine weitere Arbeitsunfähigkeit noch ein intensiver Therapiebedarf - 
der tendenziell die Optimierung der Wettkampfreife für die Nationalkader-
Athletin im … zum Fokus zu haben scheine - ausgewiesen sei (act. II 71 S. 
8). Am 14. Juli 2020 bekräftigte die Kreisärztin, dass unfallbedingt keine 
Arbeitsunfähigkeit - weder für die angestammte noch eine angepasste 
Tätigkeit - mehr bestehe (act. II 77 S. 3 Ziff. 3). Zwar attestierte Dr. med. 
H.________ der Beschwerdeführerin ab dem 30. September 2020 wieder 
eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % und ab 1. Dezember 2020 eine solche 
von 70 %, dies jedoch ohne Begründung (act. IIA 135 S. 2, 141 S. 2). Ge-
stützt auf die MRT-Abklärung vom 28. Januar 2021 (act. IIA 173 S. 1) ge-
langte der Suva-Arzt Dr. med. E.________ aus neurologischer Sicht zum 
Schluss, dass unfallbedingt keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Einfluss 
auf die berufliche Leistungsfähigkeit vorliege (act. IIA 184 S. 2 f. Ziff. 2 f.). 
Damit ist eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig-
keit als … aus fachärztlicher Sicht nicht mehr ausgewiesen. Daran vermag 
die von der Beschwerdeführerin zusammengestellte Liste der Arbeitsun-
fähigkeiten (act. I 5) nichts zu ändern. Das Kriterium der erheblichen 
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen kann somit nicht 
bejaht werden. 

4.3 Insgesamt ist damit keines der massgebenden Kriterien erfüllt, 
womit der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 4. 
Dezember 2019 und den weiterhin geklagten Beschwerden zu verneinen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 28

ist. Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht ihre Leistungen per 
16. April 2021 eingestellt bzw. einen Anspruch auf weitere Leistungen (In-
validenrente, Integritätsentschädigung) verneint.

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
15. Juni 2021 (act. IIA 208) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 1. November 2021)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 29

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.