# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad1425f9-0192-5fd8-9c0b-f90808471c1f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 22.05.2018 DB.2017.59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_DB-2017-59_2018-05-22.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

2 DB.2017.59 
2 ST.2017.73 
 
 
 

Entscheid 
 
 

22. Mai 2018 
 
 

 
Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
A,   
 Beschwerdeführer/ 
 Rekurrent,  
 
 
 

gegen 
 
 
 
1. Sc hw eizer is che  E idge noss ensc haf t ,   
 Beschwerdegegnerin,  
2. Sta at  Zür ic h ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  
 
 
 
 

betreffend 
Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013 

 
 

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2 ST.2017.73 

 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) wohnt an der …strasse 40 in B in einem 

ländlich gelegenen, ihm gehörenden ehemaligen Bauernhaus mit Umschwung. In der 

vorliegend strittigen Steuerperiode 2013 arbeitete er für die Firma C AG an der 

…strasse 28 in D als Teamleiter. Bereits seit September 2011 hatte er für den eigenen 

Gebrauch in D, Stadtteil E, für Fr. 868.30 pro Monat (inkl. Nebenkosten; im Jahr 2013: 

Fr. 826.30 pro Monat) eine 2-Zimmer-Wohnung gemietet, die nach seinen eigenen 

Angaben vorwiegend dazu diente, an den Wochenenden (Freitag- und Samstagabend) 

nach dem Ausgang in D übernachten zu können und nicht mitten in der Nacht oder 

frühmorgens mit einem (teuren) Taxi nach Hause fahren zu müssen.  

 

 Der Pflichtige war unbestrittenermassen für seine Tätigkeit als Teamleiter auf 

das eigene Auto angewiesen, weshalb er dieses täglich benützte, um zur Arbeit zu 

gelangen. In der Steuererklärung 2013 machte er Fahrkosten zwischen Wohn- und 

Arbeitsstätte für die Strecke D - B von pauschal Fr. 13'104.- geltend (240 Tage x 78 km 

pro Arbeitstag à Fr. 0.70).  

 

 2. Das Steueramt D führte im Jahr 2014 zur Feststellung des steuerrechtli-

chen Wohnsitzes eine Untersuchung und stellte dem Pflichtigen zu diesem Zweck am 

28. April 2014 einen Fragebogen zu. Das Amt gelangte aufgrund der Antworten des 

Pflichtigen offenbar zum Schluss, dessen Lebensmittelpunkt befinde sich nach wie vor 

in B und sah in der Folge von einer Beanspruchung der Steuerhoheit ab. 

 

 Das kantonale Steueramt erliess am 10. November 2015 den Einschätzungs- 

bzw. Veranlagungsentscheid für die Steuerperiode 2013 mit einem steuerbaren Ein-

kommen von Fr. 95'500.- (Direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 94'600.- (Staats- und Ge-

meindesteuern) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 29'000.- (nur Staats- und 

Gemeindesteuern). Dabei gewährte es dem Pflichtigen nunmehr lediglich für jeden 

zweiten Tag den vollen Fahrkostenabzug nach B (120 Tage pro Jahr à 74 km). Es ging 

im weitern davon aus, der Pflichtige übernachte an den anderen Tagen in der Woh-

nung in D und gelange von dort jeweils mit dem Auto zur Arbeit (120 Tage pro Jahr à 

20 km). Der Fahrkostenabzug belief sich somit auf Fr. 7'896.-. Eine zumindest teilweise 

Berücksichtigung der Wohnungskosten als Wochenaufenthaltskosten kam für die 

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Steuerkommissärin nicht in Frage, weil es dem Pflichtigen nach ihren Worten zuzumu-

ten war, unter der Woche jeweils nach Hause zurückzukehren, und er deshalb die vom 

Bundesgericht aufgestellten Kriterien für den Wochenaufenthalter-Status nicht erfülle. 

 

 

 B. Der Pflichtige erhob am 3. Dezember 2015 Einsprache mit dem Antrag, von 

einer Aufrechnung der Fahrkosten nach B abzusehen, weil er unter der Woche jeweils 

an seinen Lebensmittelpunkt in B zurückkehre und sich nur am Wochenende in der 

Wohnung in D aufhalte. Das kantonale Steueramt forderte den Pflichtigen mit Auflage 

vom 4. Januar 2016 und Mahnung vom 12. Februar 2016 auf, z.B. mittels Servicebele-

gen oder eines Fahrtenbuchs die mit seinem Fahrzeug bzw. seinen Fahrzeugen privat 

und geschäftlich bedingten Strecken nachzuweisen.  

 

 Nachdem die Auflageantwort vom 22. Februar 2016 inbezug auf die täglich 

gefahrenen Kilometer keine substanzierte Sachdarstellung enthielt, weil der Pflichtige 

zu seinen damals von ihm gehaltenen Fahrzeugen keine Belege mehr besass und im 

Jahr 2013 auch kein Fahrtenbuch geführt hatte, erliess die Steuerkommissärin am 

14. Juni 2016 zwei Veranlagungsvorschläge, mit welchen sie dem Pflichtigen in Aus-

sicht stellte, die Fahrkosten auf Fr. 3'964.- zu kürzen. Sie ging von der Annahme aus, 

dass der Pflichtige unter der Woche an vier Tagen jeweils in der Wohnung in D über-

nachte (192 Tage à 10 km) und die Strecke D - B und zurück nur einmal pro Woche 

zurücklege (zwei Fahrten pro Woche bzw. 96 Tage à 39 km).  

 

 Mit Einspracheentscheiden vom 7. Februar 2017 setzte das kantonale Steu-

eramt das steuerbare Einkommen neu auf Fr. 99'400.- (direkte Bundessteuer) bzw. 

Fr. 98'500.- (Staats- und Gemeindesteuern) und das steuerbare Vermögen auf 

Fr. 29'000.- (nur Staats- und Gemeindesteuern) fest. Die Fahrkosten schätzte es wie in 

den vorerwähnten Veranlagungsvorschlägen angedroht nach Art. 130 Abs. 2 des Bun-

desgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. 

§ 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auf Fr. 3'964.-.  

 

 

 C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 11. März 2017 verlangte der Pflichtige, es 

seien die Fahrkosten wie ursprünglich deklariert im Umfang von Fr. 13'104.- zum Ab-

zug zuzulassen. Das kantonale Steueramt schloss in der Beschwerde- und Re-

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kursantwort vom 30. März 2017 auf Abweisung. Der Gerichtsschreiber versuchte in der 

Folge, eine Einigung herbeizuführen. Seine Bemühungen führten indessen zu keinem 

Ergebnis. 

 

 Auf die Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Laut Art. 25 DBG und § 25 StG werden zur Ermittlung des Reineinkom-

mens die gesamten steuerbaren Einkünfte (Art. 16 - 24 DBG, § 16 - 24 StG) um die zu 

ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und allgemeinen Abzüge (Art. 26 - 33 

DBG, § 26 - 32 StG) vermindert. Notwendig bzw. abzugsfähig sind diejenigen Aufwen-

dungen, die unmittelbar zur Erzielung des Einkommens gemacht werden und die in 

einem direkten ursächlichen Zusammenhang dazu stehen (Reich/von Ah/Brawand, in: 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisie-

rung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. A., 2017, Art. 9 N 8 StHG). 

Als (berufsnotwendige) Gewinnungskosten gelten indes nicht sämtliche Aufwendun-

gen, die irgendeinen Zusammenhang zur ausgeübten Tätigkeit aufweisen bzw. im wei-

teren Sinn ihren Grund im Arbeitsverhältnis haben. Nach der Rechtsprechung des 

Verwaltungsgerichts erscheinen als berufsnotwendig vielmehr nur solche Kosten, wel-

che in einem qualifiziert engen, d.h. rechtlich erheblichen (wesentlichen) Zusammen-

hang zur ausgeübten Tätigkeit stehen. Erforderlich ist mit anderen Worten ein wesent-

licher Zusammenhang zwischen Art, Grund und Zweck der Ausgabe einerseits und der 

Natur der beruflichen Tätigkeit andererseits, während Aufwendungen, die vorwiegend 

mit der allgemeinen Lebenshaltung zusammenhängen, sogenannte Lebenshaltungs-

kosten, vom Abzug ausgeschlossen sind (RB 1990 Nr. 32 = StE 1991 B 22.3 Nr. 38; 

RB 1991 Nr. 21 [Leitsatz]; StE 2000 B 22.3 Nr. 71).  

 

 b) aa) Nach Art. 26 Abs. 1 lit. a DBG und § 26 Abs. 1 lit. a StG werden als 

Berufskosten u.a. die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeits-

stätte abgezogen. Das Eidgenössische Finanzdepartement bzw. die kantonale Finanz-

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direktion legen Pauschalansätze fest; dem Steuerpflichtigen steht der Nachweis höhe-

rer Kosten offen (je Abs. 2).  

 

 bb) Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepar-

tementes über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei 

der direkten Bundessteuer vom 10. Februar 1993 (Stand am 1. Januar 2009; Berufs-

kostenverordnung) sind als notwendige Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Ar-

beitsstätte bei Benützung privater Fahrzeuge die Auslagen abziehbar, die bei Benüt-

zung der öffentlichen Verkehrsmittel anfallen würden (Abs. 2). Steht kein öffentliches 

Verkehrsmittel zur Verfügung oder ist dessen Benützung objektiv nicht zumutbar, so 

können die Kosten des privaten Fahrzeugs gemäss den Pauschalen nach Artikel 3 

abgezogen werden (Abs. 3). Gemäss Art. 3 der Berufskostenverordnung legt das Eid-

genössische Finanzdepartement Pauschalansätze fest und gibt sie in einem Anhang 

zur Verordnung bekannt. Der Pauschalansatz für die Benützung des Autos beträgt 

Fr. 0.70 pro Fahrkilometer.  

 

 Die entsprechende kantonale Dienstanweisung deckt sich inhaltlich mit der 

eben zitierten Regelung (vgl. Verfügung der Finanzdirektion über die Pauschalierung 

von Berufsauslagen Unselbständigerwerbender bei der Steuereinschätzung vom 

27. Oktober 2008 [ZStB Nr. 17/203; Verfügung der Finanzdirektion]).  

 

 c) Aufgrund von Sinn und Zweck der Pauschalierungen und aufgrund der 

durch die Steuerbehörden verlangten Deklaration (Anzahl Arbeitstage x Anzahl Kilome-

ter x Pauschalansatz = abziehbare Kosten) ergibt sich, dass bei der Ermittlung dieser 

Kosten verschiedende natürliche Vermutungen zum Zuge kommen: So ist davon aus-

zugehen, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitstage in der Regel am Arbeitsort ver-

bringt, was vermuten lässt, dass er den Arbeitsweg an allen Arbeitstagen zurücklegt. 

Soweit die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels nach der Praxis als unzumutbar 

erachtet wird, ist zudem zu vermuten, dass der Steuerpflichtige für die tägliche Fahrt 

zur Arbeit auch tatsächlich das Privatfahrzeug benutzt. Auf Verlangen der Veranla-

gungsbehörde hat der Steuerpflichtige die Basis für diese Vermutungen als steuermin-

dernde Tatsache nachzuweisen, d.h. insbesondere die Anzahl der Arbeitstage und die 

Unzumutbarkeit der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (mittels Zeitvergleich). 

Ist dieser Nachweis aber erbracht und will die Veranlagungsbehörde trotzdem von den 

genannten Vermutungen abweichen, so braucht sie hiefür stichhaltige Gründe, wie 

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etwa begründete Zweifel daran, dass die Arbeitstage nicht am Arbeitsort verbracht 

worden sind (beispielsweise bei Heimarbeit) oder dass der Arbeitsweg nicht täglich 

mit dem Privatfahrzeug zurückgelegt worden ist. Soweit die Veranlagungsbehörde sol-

che Gründe geltend macht, kann sie vom Steuerpflichtigen – mit Blick auf dessen 

Mitwirkungspflicht – sehr wohl weitere Nachweise für den der Fahrkostenberechnung 

anfänglich bloss vermutungsweise zugrunde gelegten Sachverhalt verlangen (BGr, 

25. Oktober 2011, 2C_343/2011, E. 3.3.).  

 

 

 2. a) Zur Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen im Sinn von Art. 130 

Abs. 2 DBG und § 139 Abs. 2 StG wird geschritten, wenn der Steuerpflichtige trotz 

Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder die Steuerfaktoren mangels zu-

verlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. Vorausgesetzt ist ein 

Untersuchungsnotstand. Dieser ist im Regelfall dadurch verursacht, dass der Steuer-

pflichtige trotz Mahnung seinen Mitwirkungspflichten nicht oder nur unvollständig nach-

gekommen ist. Betrifft dies steueraufhebende oder -mindernde Tatsachen, z.B. bei 

einem von ihm geltend gemachten Abzug, so führt dies nach verwaltungsgerichtlicher 

Rechtsprechung (RB 2003 Nr. 92 = ZStP 2003, 343, auch zum Folgenden) grundsätz-

lich nicht zu einer Ermessenseinschätzung. Vielmehr ist diesfalls aufgrund der allge-

meinen Beweislastregel (vgl. ASA 62, 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Unguns-

ten des für derartige Tatsachen beweisbelasteten Steuerpflichtigen anzunehmen, die 

behaupteten Tatsachen hätten sich nicht verwirklicht. Dementsprechend ist der in 

Frage stehende Abzug nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 92 I 398; ASA 46, 512). Nur 

ausnahmsweise ist auch bezüglich steueraufhebender oder -mindernder Tatsachen 

eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen, nämlich dann, wenn 

dem Steuerpflichtigen die gehörige Mitwirkung an der Ermittlung dieser Tatsachen aus 

Gründen, die er nicht zu vertreten hat, unmöglich oder unzumutbar ist (RB 1975 

Nr. 54). Gleich verhält es sich, wenn feststeht, dass dem Steuerpflichtigen dem Grunde 

nach abziehbare Kosten erwachsen sind, diese aber hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss 

sind. In diesem Fall wäre es sachwidrig und willkürlich, den Abzug nicht zu berücksich-

tigen, vielmehr muss diesfalls dessen Höhe nach pflichtgemässem Ermessen ge-

schätzt werden (Zweifel/Beusch, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Ge-

meinden, 3. A., 2017, Art. 46 N 30 ff. StHG). 

 

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 Anlass zu einer Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen bietet jede 

nicht zu beseitigende Ungewissheit des Sachverhalts, unbekümmert darum, worauf sie 

zurückgeht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, 

Art. 130 N 26 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 139 

N 46 StG, je mit weiteren Hinweisen).  
 

 b) Voraussetzung einer Ermessenseinschätzung bildet in formeller Hinsicht, 

dass der Steuerpflichtige zulässigerweise formrichtig zur Erfüllung seiner Verfahrens-

pflichten aufgefordert und gemahnt worden ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 130 N 46 ff. DBG und § 139 N 66 ff. StG). Dabei sind Begehren um Auskünfte 

bzw. Beweismittelvorlagen von der Steuerbehörde aus Beweisgründen schriftlich zu 

stellen und ist die vom Steuerpflichtigen vorzunehmende Mitwirkungshandlung klar und 

unmissverständlich zu bezeichnen; andernfalls ist dem Steuerpflichtigen die Erfüllung 

der Auflage unter Umständen nicht zumutbar (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 126 

N 13 DBG, § 135 N 13 StG). Darüber hinaus müssen die geforderten Mitwirkungshand-

lungen auch geeignet und notwendig sein, den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklä-

ren (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 126 N 31 ff. DBG und § 135 N 34 StG). 

 

 

 3. a) Im vorliegenden Fall hatte die Steuerbehörde aufgrund der Meldung des 

Steueramts D, der Pflichtige miete in D eine Wohnung, im Einspracheverfahren einen 

stichhaltigen Grund, über die durch den Pflichtigen im Jahr 2013 tatsächlich aus beruf-

lichen Gründen gefahrenen Strecken eine Untersuchung zu führen. Wegen der Über-

nachtungsmöglichkeit in D lag es nahe anzunehmen, der Pflichtige begebe sich unter 

der Woche nicht, oder jedenfalls nicht jeden Tag, an seinen Wohnort in B, sondern 

übernachte (auch) in der Nähe seines Arbeitsorts in D. Die Auflage vom 4. Januar 

2016 und die Mahnung vom 12. Februar enthielten die unmissverständliche Aufforde-

rung, die durch die Berufstätigkeit bedingten tatsächlich gefahrenen Kilometer mittels 

beweiskräftigen Unterlagen (z.B. Fahrtenbuch, Servicebelege, etc.) nachzuweisen. In 

seiner Eingabe vom 22. Februar 2016 gab der Pflichtige zu, über die von ihm im Jahr 

2013 gefahrenen Kilometer keine genaue Auskunft erteilen zu können, weil er nicht 

mehr im Besitz der Belege sei oder aufgrund von Bargeld-Transaktionen, etwa beim 

Tanken, gar nicht über Quittungen verfüge. Ein Fahrtenbuch, welches in der Regel für 

die Unterscheidung von privat und beruflich bezogenen Fahrten unerlässlich ist (vgl. 

StRG, 27. März 2012, 2 DB.2011.212 und2 ST.2011.289, m.w.H.), führte der Pflichtige 

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nicht. Nach eigenen Aussagen begann er erst im Jahr 2015 mit der Aufzeichnung sei-

nes jeweiligen Aufenthaltsortes mittels Mobiltelefon und eines von der Firma Google 

eigens hierfür entwickelten Programms (so genannter "Tracker"). Die Verhältnisse im 

Jahr 2015 sind indes mit denjenigen im strittigen Jahr 2013 nicht zuletzt deshalb nicht 

vergleichbar, weil die Lebenspartnerin des Pflichtigen, G, Jahrgang 1984, damals noch 

in H wohnte und erst per … 2014 zu ihm in dessen Haus an der …strasse 40 in B zog. 

Der zu beurteilende Sachverhalt blieb damit im Dunkeln. Somit blieb dem kantonalen 

Steueramt überhaupt keine andere Wahl, als die beruflich bedingt gefahrenen Kilome-

ter nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen und mit der Kilometerpauschale von 

Fr. 0.70 zu multiplizieren. Die Ermessenseinschätzungen erfolgten damit zu Recht.  

 

 

 4. a) Eine zu Recht ergangene Ermessensveranlagung bzw. -einschätzung 

kann der Steuerpflichtige laut Art. 132 Abs. 3 DBG § 140 Abs. 2 StG einzig wegen of-

fensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Diese Norm enthält eine Kognitionsbeschrän-

kung der Prüfungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessensein-

schätzung bzw. -veranlagung nur aufheben, wenn sie sich als offensichtlich falsch 

erweist (Zweifel/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundes-

gesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 132 N 33 DBG). Den entspre-

chenden Nachweis kann der Steuerpflichtige auf zwei Arten erbringen (Zwei-

fel/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. A., 2017, Art. 48 

N 46 ff. StHG, auch zum Folgenden): Vorab kann er den tatsächlichen Sachverhalt 

dartun und den entsprechenden Nachweis leisten, mit der Folge, dass die im Streit 

stehende Ermessenseinschätzung durch eine ordentliche Einschätzung ersetzt wird 

und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Einschätzungen geltenden Regeln 

ermittelt werden. Ist die Ermessensveranlagung Folge einer versäumten Mitwirkungs-

pflicht, so muss der Steuerpflichtige dabei insbesondere die versäumten Handlungen 

innerhalb der Rechtsmittelfrist nachholen (RB 1999 Nr. 150). 

 

 Ist dieser Nachweis nicht möglich oder misslingt er, so kann der Steuerpflich-

tige noch darlegen und nachweisen, dass die angefochtene Einschätzung offensicht-

lich unrichtig ist. Dies trifft dann zu, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar 

pönal oder fiskalisch begründet) ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen,  

-methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst wie mit den konkreten aktenkundigen Ver-

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hältnissen aufgrund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zwei-

fel/Hunziker, Art. 48 N 59 StHG mit Hinweisen). Ist dieser Nachweis geleistet, bleibt es 

zwar bei einer Ermessenseinschätzung, doch wird die angefochtene durch eine neue 

Schätzung der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

 

 Im Rechtsmittelverfahren betreffend eine Ermessenseinschätzung sind dem 

Steuerrekursgericht weitere Untersuchungen verwehrt. Es hat vielmehr bei seiner ein-

geschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf offensichtliche Unrich-

tigkeit hin nur jene im Zeitpunkt der Entscheidfällung vorhandenen Schriftstücke zu 

berücksichtigen, welche den behaupteten Sachverhalt sofort beweisen oder zumindest 

als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen (VGr, 27. Mai 1986, SB 10/1986 und 

11. September 1986, SB 38/1986; Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im Steu-

erveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

 

 b) Der Pflichtige hat die fehlenden Beweismittel auch im Beschwerde- und 

Rekursverfahren nicht nachgebracht und auch keine detaillierte Beschreibung der täg-

lich gefahrenen Strecken abgegeben. Die Einvernahme der vom Pflichtigen angebote-

nen Zeuginnen verbietet sich aus letzterem Grund von vornherein: Damit überhaupt 

eine Zeugeneinvernahme durchgeführt werden kann, muss zunächst eine entspre-

chende Sachdarstellung vorliegen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 132 N 14 und 

16 StG). Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, die tatsächlichen Verhältnisse aufgrund von 

Zeugenaussagen zu rekonstruieren. Eine genaue Angabe ist im übrigen nicht einmal 

dem Pflichtigen möglich, weshalb sich eine Einvernahme der Zeuginnen zudem als 

zwecklos erwiese. 

 

 Damit ist der Unrichtigkeitsnachweis gescheitert und die getroffene Ermes-

senseinschätzung in betraglicher Hinsicht lediglich noch auf offensichtliche Unrichtig-

keit hin zu überprüfen. 

 

 c) aa) Die Annahme der Steuerkommissärin, der Pflichtige habe unter der 

Woche regelmässig in seiner Mietwohnung in D übernachtet und sei lediglich an den 

Wochenenden nach B an seinen Wohnort zurückgekehrt, ist weder völlig lebensfremd 

noch aktenwidrig. Wie bereits dargestellt, lassen sich die effektiven Fahrgewohnheiten 

des Pflichtigen im Jahr 2013 anhand der für den Einzelrichter einzig massgeblichen 

Aktenlage schlicht nicht mehr rekonstruieren, und weitere Untersuchungshandlungen 

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sind im Rahmen einer Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen nicht statthaft. 

Beim Pflichtigen handelt es sich, wie die Steuerkommissärin richtigerweise feststellt, 

auch nicht um einen Wochenaufenthalter im Sinne der Rechtsprechung bzw. im Sinne 

von Art. 9 der Berufskostenverordnung, denn weder berufliche Umstände noch die 

Entfernung zum Wohnort verhindern die tägliche Heimkehr an den Lebensmittelpunkt 

(vgl. hierzu Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 26 N 16 DBG und § 26 N 16): Die 

Fahrzeit vom Arbeitsort an die Wohnadresse des Pflichtigen in B beträgt rund 45 Minu-

ten (ein Weg) und ist somit ohne weiteres zumutbar. Der Abzug weiterer Kosten unter 

diesem Titel verbietet sich damit.  

 

 bb) Dieses Ergebnis ist insofern nicht haltbar, als es bedeutet, dass ein Steu-

erpflichtiger, der die vollen abzugsfähigen Heimkehrkosten an seinen Wohnort (Le-

bensmittelpunkt) vermeidet, indem er ausnahmsweise eine günstigere bzw. weniger 

einschneidende Alternative wählt, einen Nachteil erfährt. Übernachtet ein Arbeitnehmer 

anlässlich eines Besuchs auf halbem Weg oder auch in entgegengesetzter Richtung zu 

seinem Wohnort, so erscheinen die ihm entstandenen (minderen) alternativen Weg-

kosten vielmehr ebenso als beruflich notwendig. Gleiches gilt für Aufwendungen, die 

verursacht wurden, um in der Nähe des Arbeitsorts zu übernachten, denn sie sind bis 

zur Obergrenze der Heimkehrkosten an den Wohnort unvermeidbar und deshalb als 

Gewinnungskosten im Sinne des Gesetzes erforderlich. Die Schätzung des kantonalen 

Steueramts erweist sich so gesehen als willkürlich, denn sie enthält keinen angemes-

senen Anteil an den Wohnungskosten des Pflichtigen in D. Es ist erstellt und unbestrit-

ten, dass Letzterer, wenn er nicht nach B zurückkehrte oder seine Freundin in H be-

suchte, dort übernachtete: Jedenfalls wäre es – wie der Pflichtige zu Recht bemerkt – 

lebensfremd anzunehmen, er habe die Nächte in D jeweils gratis, etwa im Zelt oder 

unter der Brücke verbracht.  

 

 Aus ähnlichen Überlegungen werden einem Steuerpflichtigen, bei dem sich im 

Nachhinein herausstellt, dass er die Kriterien für den Wochenaufenthalter-Status, etwa 

weil sein Wohnort in der Nähe ist, nicht erfüllt, durch das Bundesgericht zumindest die 

Kosten für die Fahrt an den Wohnort gewährt, obwohl er die Strecke unbestrittener-

massen gar nie oder nur ab und an zurückgelegt hat und deshalb gar keine Wegkosten 

angefallen sind. Auch hier handelt es sich letztlich um beruflich bedingte, tatsächlich 

angefallene Wohnkosten für die Wohnung in der Nähe des Arbeitsorts, die alternativ 

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bis zur Obergrenze der Fahrkosten als Gewinnungskosten gewährt werden (vgl. StE 

1998 B 22.3 Nr. 62). 

 

 Die Kosten für die 2-Zimmer-Wohnung, die nach Aussage des Pflichtigen 

nicht ausschliesslich aus beruflichen Gründen angemietet wurde, beliefen sich in der 

vorliegend strittigen Steuerperiode 2013 auf Fr. 9'915.60, was auf einen Tag und ein 

Zimmer umgerechnet für jeweils eine Übernachtung in D den Betrag von Fr. 13.58 

ergibt (= Fr. 9'915.60 / 365 Tage / 2 Zimmer). 

 

 Dem Pflichtigen sind demnach nach pflichtgemässem Ermessen (alternative 

bzw. effektive) Arbeitswegkosten mindestens in folgender Höhe zu gewähren, ansonst 

die Schätzung als willkürlich bzw. unhaltbar erschiene: 

 

 Fahrkosten B - D und zurück 
 (48 Tage x 2 x 39 km à Fr. 0.70)      Fr. 2'620.- 
 Fahrkosten D - D  
 (192 Tage x 2 x 5 km à Fr. 0.70)      Fr. 1'344.- 
 alternative Fahrkosten 
 (Zimmerkosten; 192 Tage x Fr. 13.58)    Fr. 2'607.-  
 Total         Fr. 6'571.- 

 

 Aufgrund dieser Erwägungen sind die Rechtsmittel teilweise gutzuheissen. 

Das steuerbare Einkommen reduziert sich damit gegenüber den Einspracheentschei-

den um Fr. 2'607.- auf abgerundet Fr. 96'800.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 95'900.- 

(Staats- und Gemeindesteuern).  

 

 

 5. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten zu zwei 

Dritteln dem Beschwerdeführer/Rekurrenten und zu einem Drittel der Beschwerdegeg-

nerin/dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).  

 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

 

 

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird für die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2013, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 96'800.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

 

2. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Staats- und 

Gemeindesteuern, Steuerperiode 2013, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 95'900.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 29'000.- eingeschätzt (Tarif 

gemäss § 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

 

[…] 

 

	Entscheid