# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 025e15bd-4d86-5f9e-8ac1-514c498ac6cd
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-21
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 21.02.2022 Z2 2021 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z2-2021-37_2022-02-21.pdf

## Full Text

20220111_172735_ANOM.docx

II. Zivilabteilung Z2 2021 37

Oberrichter Dr.iur. A. Staub, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Oberrichter lic.iur. St. Scherer
Gerichtsschreiber MLaw I. Cathry

Urteil vom 21. Februar 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ Beteiligungsgesellschaft mbH,
vertreten durch RA lic.iur. B.________,
Gesuchstellerin 2 und Berufungsklägerin,

gegen

C.________ AG,
vertreten durch RA lic.iur. D.________,
Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte,

und

E.________ AG,
vertreten durch RA lic.iur. F.________ und/oder RA MLaw G.________,
Gesuchstellerin 1 und Nebenintervenientin,

betreffend

Massnahmen gemäss Art. 731b OR
(Berufung gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 12. August 2021)

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Rechtsbegehren

Gesuchstellerin 2 und Berufungsklägerin

1. Der Entscheid des Kantonsgerichtes des Kantons Zug (Einzelrichter) vom 12. August 2021 
(ES 2021 91) sei – ausser Dispositivziffer 4 – aufzuheben.

2. Der Berufungsbeklagten sei ein vom Gericht bestimmter unabhängiger Sachwalter zu bestellen, 
welcher insbesondere zu beauftragen sei:

i) die Versteigerung der Aktien vorzubereiten und dazu einen Jahresabschluss der Beru-
fungsbeklagten per 31. Dezember 2020 sowie einen Zwischenabschluss per 31. März 
2021 zu erstellen und von einer unabhängigen Revisionsgesellschaft prüfen zu lassen;

ii) das Verfahren vor dem Obergericht des Kantons Zug zur Einsetzung eines Sonderprüfers 
(Verfahrensnummer Z2 2019 41) im Namen der Berufungsbeklagten fortzuführen und 
dem Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers zuzustimmen.

3. Es sei sodann eine Versteigerung der Aktien an der Berufungsbeklagten zwischen den Aktionä-
rinnen der Berufungsbeklagten mit mehreren Runden und offenen Geboten durch das Konkur-
samt des Kantons Zug anzuordnen.

4. Eventualiter (zu vorgenannter Ziff. 2 und 3) sei der Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons 
Zug (Einzelrichter) vom 12. August 2021 (ES 2021 91) – ausser Dispositivziffer 4 – aufzuheben 
und es sei direkt eine Versteigerung der Aktien an der Berufungsbeklagten zwischen den Aktio-
närinnen der Berufungsbeklagten mit mehreren Runden und offenen Geboten durch das Konkur-
samt des Kantons Zug, eventualiter einen gerichtlich bestellten Sachwalter, anzuordnen.

5. Subeventualiter sei der Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Zug (Einzelrichter) vom 
12. August 2021 (ES 2021 91) – ausser Dispositivziffer 4 – aufzuheben und es sei das Verfahren 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Berufungsbeklagten.

Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte

1. Der Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 12. August 2021 (ES 2021 91) sei – mit 
Ausnahme von Dispositivziffer 4 – aufzuheben.

2. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter sei zu beauftragen, eine Versteigerung der Aktien der Berufungs-
beklagten unter der Berufungsklägerin und der Nebenintervenientin mit mehreren Runden und offenen 
Geboten durchzuführen.

3. Die Berufungsklägerin und die Nebenintervenientin seien zu verpflichten, dem Sachwalter ihre Aktien-
zertifikate an der Berufungsklägerin blanko indossiert bis zum Abschluss der Versteigerung zur Ver-
wahrung zu übergeben.

4. Der Sachwalter sei im Übrigen zu berechtigen, die Ausführungsbestimmungen des Steigerungsverfah-
rens festzulegen.

5. Anderslautende Anträge der Berufungsklägerin und der Nebenintervenientin seien abzuweisen.

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6. Eventualiter sei der Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 12. August 2021 (ES 2021 
91) – mit Ausnahme von Dispositivziffer 4 – aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) seien nach Obsiegen und Unterliegen zu verteilen, 
wobei davon Vermerk zu nehmen ist, dass die Berufungsklägerin dem Prozessvertreter über die Ge-
richtskasse einen Kostenvorschuss von CHF 5'500.00 bezahlt hat.

Gesuchstellerin 1 und Nebenintervenientin

1. Die Berufung der Berufungsklägerin sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Berufungsklägerin.

Sachverhalt

1. Die C.________ AG (nachfolgend: Gesuchsgegnerin) mit Sitz in Zug wurde im Jahr 2011 – 
damals in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung – gegründet. Sie bezweckt 
gemäss Handelsregistereintrag hauptsächlich den Rohstoffhandel ________. 

Das Aktienkapital beträgt CHF 100'000.00 und ist eingeteilt in 1'000 Namenaktien zu 
CHF 100.00, die zu je 50 % von der A.________ Beteiligungsgesellschaft mbH (nachfolgend: 
Gesuchstellerin 2) mit Sitz in München und der E.________ AG (nachfolgend: Gesuchsteller-
in 1 oder Nebenintervenientin) mit Sitz in Zug gehalten werden (Vi act. 1/13). 

Sämtliche Mitglieder des Verwaltungsrats wurden gestützt auf den Entscheid des Kantonsge-
richts Zug A3 2020 11 vom 7. Januar 2021 per 23. Februar 2021 im Handelsregister gelöscht 
(Vi act. 1/2 und 1/14). 

2. Am 17. Dezember 2019 reichte die Gesuchstellerin 2 beim Obergericht des Kantons Zug ge-
gen die Gesuchsgegnerin ein Gesuch um Sonderprüfung ein. Nachdem sämtliche Mitglieder 
des Verwaltungsrats der Gesuchsgegnerin im Handelsregister gelöscht worden waren, wurde 
das Verfahren betreffend Sonderprüfung am 24. Februar 2021 bis zur Wiederherstellung der 
Handlungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin sistiert (Verfahren Z2 2019 41).

3.1 Am 1. März 2021 reichte die Gesuchstellerin 1 beim Einzelrichter am Kantonsgericht Zug ein 
Gesuch betreffend Anordnung von Massnahmen nach Art. 731b OR ein und beantragte die 
Auflösung der Gesuchsgegnerin (Vi act. 1; Verfahren ES 2020 91).

Am 29. März 2021 reichte die Gesuchstellerin 2 beim Einzelrichter am Kantonsgericht Zug 
ebenfalls ein Gesuch betreffend Anordnung von Massnahmen nach Art. 731b OR ein. Sie 
beantragte im Wesentlichen, es sei der Gesuchsgegnerin ein vom Gericht bestimmter unab-
hängiger Sachwalter zu bestellen. Dieser sei insbesondere zu beauftragen, die Versteige-
rung der Aktien vorzubereiten und dazu einen Jahresabschluss der Gesuchsgegnerin per 
31. Dezember 2020 sowie einen Zwischenabschluss per 31. März 2021 zu erstellen und von 
einer unabhängigen Revisionsgesellschaft prüfen zu lassen. Anschliessend sei die Verstei-
gerung der Aktien an der Gesuchsgegnerin zwischen den Aktionärinnen der Gesuchsgegne-

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rin mit mehreren Runden und offenen Geboten durch das Konkursamt des Kantons Zug an-
zuordnen (Vi act. 13; vormals Verfahren ES 2021 146).

Die beiden Verfahren wurden unter der Verfahrensnummer ES 2021 91 vereinigt (Vi act. 14). 

3.2 Mit Entscheid des Einzelrichters vom 17. Mai 2021 wurde RA lic.iur. D.________ als Pro-
zessvertreter für die Gesuchsgegnerin ernannt und beauftragt, die Interessen der Gesuchs-
gegnerin im Verfahren ES 2021 91 zu wahren (Vi act. 19). Am 7. Juni 2021 nahm die Ge-
suchsgegnerin, vertreten durch RA lic.iur. D.________, Stellung zu den beiden Gesuchen 
und beantragte die Versteigerung der Aktien (Vi act. 24).

3.3 Am 12. August 2021 fällte der Einzelrichter am Kantonsgericht Zug folgenden Endentscheid 
(act. 1/1; nachfolgend: angefochtener Entscheid):

" 1. Die C.________ AG, wird aufgelöst und ihre Liquidation nach den Vorschriften über den 
Konkurs angeordnet.

Datum der Auflösung: 12. August 2021, 10:00 Uhr.

2. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen, soweit darauf eingetreten wer-
den kann. 

3. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt:

CHF 3'330.00 Entscheidgebühr

Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin 2 und der Gesuchsgegnerin je zur Hälfte 
(= je CHF 1'665.00) auferlegt und mit dem von der Gesuchstellerin 1 geleisteten Kosten-
vorschuss von CHF 1'500.00 und dem von der Gesuchstellerin 2 geleisteten Kostenvor-
schuss von CHF 1'830.00 verrechnet. Die Gesuchsgegnerin hat der Gesuchstellerin 1 den 
Kostenvorschuss im Umfang von CHF 1'500.00 und der Gesuchstellerin 2 im Umfang von 
CHF 165.00 zu ersetzen.

4. RA lic.iur. D.________ wird für sein Mandat als Prozessvertreter der Gesuchsgegnerin mit 
CHF 4'850.50 (inkl. MWST) entschädigt. Der Betrag wird mit dem von der Gesuchstellerin 
2 dem Prozessvertreter direkt geleisteten Kostenvorschuss von CHF 5'500.00 verrechnet. 
Der Prozessvertreter wird verpflichtet, den Restbetrag von CHF 649.50 – nach Rechts-
kraft dieses Entscheids – der Gesuchstellerin 2 zurückzuerstatten. Die Gesuchsgegnerin 
hat der Gesuchstellerin 2 diese Kosten im Umfang von CHF 4'850.50 zu ersetzen.

5. Die Gesuchstellerin 2 und die Gesuchsgegnerin werden unter solidarischer Haftbarkeit 
verpflichtet, der Gesuchstellerin 1 eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 5'546.55 
(MWST inbegriffen) zu bezahlen.

6. [Rechtsmittelbelehrung]

7. [Mitteilungen] "

4.1 Gegen diesen Entscheid reichte die Gesuchstellerin 2 am 23. August 2021 (fristgerecht) Be-
rufung beim Obergericht des Kantons Zug mit eingangs genanntem Rechtsbegehren ein. Zu-
dem beantragte sie, RA lic.iur. D.________ sei für die Gesuchsgegnerin als Vertreter bzw. 
Verfahrensbevollmächtigter für das vorliegende Berufungsverfahren zu bestellen (act. 1).

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4.2 Mit Präsidialverfügung vom 25. August 2021 wurde die Gesuchstellerin 2 aufgefordert, je 
einen Kostenvorschuss für die voraussichtlichen Gerichtskosten und die voraussichtlichen 
Kosten des noch zu bestimmenden Prozessvertreters zu bezahlen. Ausserdem wurde RA 
lic.iur. D.________ sowie der Gesuchsgegnerin Frist angesetzt, um zum Antrag auf Einset-
zung eines Prozessvertreters Stellung zu nehmen (act. 2).

4.3 Mit Eingabe vom 26. August 2021 erklärte sich RA lic.iur. D.________ bereit, die Gesuchs-
gegnerin auch im Berufungsverfahren zu vertreten (act. 5).

4.4 Mit Eingabe vom 26. August 2021 beantragte die Gesuchstellerin 2, eine allfällige Stellung-
nahme der Gesuchsgegnerin selbst (sprich nicht handelnd durch RA lic.iur. D.________) 
zum Antrag auf Einsetzung eines Prozessvertreters habe unbeachtlich zu bleiben und Zustel-
lungen an die Gesuchsgegnerin hätten ausschliesslich an den gerichtlich bestellten Prozess-
vertreter zu erfolgen (act. 6).

4.5 Mit Eingabe vom 7. September 2021 beantragte die Gesuchstellerin 1, sie sei im vorliegen-
den Berufungsverfahren als Nebenintervenientin zuzulassen (act. 7).

4.6 Mit Präsidialverfügung vom 9. September 2021 wurden RA lic.iur. D.________ als Prozess-
vertreter der Gesuchsgegnerin für das Berufungsverfahren ernannt und der Gesuchstellerin 2 
und der Gesuchsgegnerin das Interventionsgesuch der Gesuchstellerin 1 zur Stellungnahme 
zugestellt (act. 8).

4.7 Am 13. September 2021 teilte die Gesuchsgegnerin, vertreten durch RA lic.iur. D.________, 
mit, dass sie sich dem Interventionsgesuch der Gesuchstellerin 1 nicht widersetze (act. 10). 
Am 20. September 2021 stellte die Gesuchstellerin 2 den Antrag, das Interventionsgesuch 
der Gesuchstellerin 1 sei abzuweisen (act. 11).

4.8 Mit Präsidialverfügung vom 22. September 2021 wurde die Gesuchstellerin 1 als streitgenös-
sische Nebenintervenientin zugelassen. Gleichzeitig wurde der Gesuchsgegnerin und der 
Gesuchstellerin 1 Frist angesetzt, um zur Berufung der Gesuchstellerin 2 Stellung zu neh-
men (act. 12).

4.9 Am 28. September 2021 reichte die Gesuchsgegnerin (act. 16) und am 4. Oktober 2021 
die Gesuchstellerin 1 (act. 17) ihre Berufungsantwort mit dem jeweils eingangs genannten 
Rechtsbegehren ein.

4.10 Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt (act. 18). Die Gesuchstellerinnen 
reichten jedoch in Ausübung ihres unbedingten Replikrechts unaufgefordert weitere Stel-
lungnahmen ein (die Gesuchstellerin 1 am 11. Oktober 2021 [act. 19]; die Gesuchstellerin 2 
am 18. Oktober 2021 [act. 20]).

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Erwägungen

1. Es ist aktendkundig und unter den Verfahrensbeteiligten unbestritten, dass die Gesuchsgeg-
nerin über keinen Verwaltungsrat verfügt und daher an einem Organisationsmangel gemäss 
Art. 731b Abs. 1 Ziff. 1 OR leidet. Aufgrund der Pattsituation im zerstrittenen Aktionariat (vgl. 
Ziff. 1 des Sachverhalts) kann und konnte dieser Mangel nicht behoben werden. Die Gesuch-
stellerin 2 macht mit der Berufung eine Verletzung von Art. 731b Abs. 1bis OR geltend. Ihrer 
Auffassung nach hätte die Vorinstanz zur Behebung des Organisationsmangels eine Verstei-
gerung der Aktien durch das Konkursamt anordnen sowie einen Sachwalter zur Vorbereitung 
der Versteigerung bestellen sollen, anstatt die Auflösung der Gesuchsgegnerin zu verfügen.

2. Weist eine Gesellschaft einen Mangel in der Organisation gemäss Art. 731b Abs. 1 OR auf, 
kann das Gericht insbesondere der Gesellschaft unter Androhung ihrer Auflösung eine Frist 
ansetzen, binnen deren der rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist (Art. 731 Abs. 1bis 
Ziff. 1 OR), das fehlende Organ oder einen Sachwalter ernennen (Ziff. 2) oder die Gesell-
schaft auflösen und ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs anordnen 
(Ziff. 3). 

2.1 Bei den in den Ziff. 1-3 von Art. 731b Abs. 1bis OR genannten Massnahmen zur Behebung 
des Organisationsmangels handelt es sich um einen exemplifikativen, nicht abschliessenden 
Katalog. Das Gericht kann auch eine nicht gesetzlich typisierte Massnahme anordnen 
(BGE 138 III 294 E. 3.1.4 und 3.3.3). Denkbar sind etwa die Abberufung von Verwaltungs-
räten (Urteil des Bundesgerichts 4A_161/2013 vom 28. Juni 2013 E. 2.2.2), die Einberufung 
einer Generalversammlung (Urteil des Bundesgerichts 4A_605/2014 vom 5. Februar 2015 
E. 2.1.6), die Ernennung eines neutralen Dritten zum Vorsitzenden einer Generalversamm-
lung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_507/2014 vom 15. April 2015 E. 5), die ordentliche 
Liquidation nach Art. 742 ff. OR durch einen vom Richter bestellten Liquidator, die Anord-
nung einer Abspaltung oder die Änderung der Statuten (Peter/Cavadini, Commentaire ro-
mand, 2. A. 2017, Art. 731b OR N 30 m.H.). Für den Fall, dass in einer Gesellschaft eine 
Pattsituation bzw. Blockade (sog. "Deadlock") vorliegt, besteht bei Zweimanngesellschaften 
die Möglichkeit der Übernahme der Anteile des einen Aktionärs durch den anderen im Rah-
men einer richterlich angeordneten Versteigerung (BGE 138 III 294 E. 3.1.4 und 3.3.3; Wat-
ter/Pamer-Wieser, Basler Kommentar, 5. A. 2016, Art. 731b OR N 16).

2.2 Bei der Auswahl der Massnahme ist das Gericht nicht an Parteibegehren gebunden. Es gilt 
die Offizialmaxime. Denn die Behebung von Organisationsmängeln steht im Interesse eines 
funktionierenden Rechtsverkehrs und kann die Interessen von Anspruchsgruppen ("Stake-
holder") berühren, die sich am Verfahren nach Art. 731b OR nicht beteiligen (namentlich Ar-
beitnehmer, Gläubiger, weitere Aktionäre). Die Parteien haben keine Verfügungsbefugnis 
über den Streitgegenstand und können sich namentlich auch nicht vergleichen (BGE 142 III 
629 E. 2.3.1; 138 III 294 E. 3.1.3; Urteil des Bundesgerichts 4A_147/2015 vom 15. Juli 2015 
E. 2.1; Watter/Pamer-Wieser, a.a.O., Art. 731b OR N 9). 

2.3 Mit Art. 731b Abs. 1bis OR wollte der Gesetzgeber dem Gericht – ähnlich wie bei der Auflö-
sungsklage gemäss Art. 736 Ziff. 4 OR – einen hinreichenden Handlungsspielraum ge-
währen, um eine mit Blick auf die konkreten Umstände des Einzelfalles angemessene Mass-
nahme treffen zu können (Urteil des Bundesgerichts 4A_412/2020 vom 16. September 2020 

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E. 4.2). Das Gericht ist bei der Ausübung dieses Handlungsspielraums freilich nicht unge-
bunden. Es hat zu beachten, dass die anzuordnende Massnahme verhältnismässig ist (vgl. 
Dalla Palma/von der Crone, Der Organisationsmangel in der Aktiengesellschaft und die Er-
nennung eines Sachwalters nach Art. 731b OR, SZW 2020, S. 584 f. m.H.). Das bedeutet, 
die Massnahme muss erforderlich (vgl. Art. 731b Abs. 1 OR: "[…] die erforderlichen Mass-
nahmen zu ergreifen […]") und geeignet sein, um den Organisationsmangel zu beseitigen 
(vgl. Weber, Mängel in der Organisation von Gesellschaften, in: Haunreiter/Juchli/Knupp/ 
Würmli [Hrsg.], Auswirkungen von Krisen auf Wirtschaft, Recht und Gesellschaft, Bern 2009, 
S. 345 ff., S. 364), und sie muss verhältnismässig im engeren Sinn sein (vgl. Trautmann/von 
der Crone, Organisationsmängel und Pattsituationen in der Aktiengesellschaft, SZW 2012, 
S. 471 m.H.).

2.3.1 Erforderlich ist eine bestimmte Massnahme, wenn keine mildere Massnahme in Betracht fällt, 
die den Organisationsmangel beseitigen könnte, mithin wenn sich mildere Massnahmen nicht 
als sachgerecht oder zielführend erweisen (BGE 138 III 407 E. 2.4). Unter diesem Aspekt ist 
etwa zu beachten, dass die drastische Massnahme der Auflösung gemäss Art. 731b Abs. 1bis 
Ziff. 3 OR erst anzuordnen ist, wenn mildere Massnahmen – namentlich die Fristansetzung 
zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gemäss Ziff. 1 oder die Ernennung des 
fehlenden Organs oder eines Sachwalters gemäss Ziff. 2 – nicht genügen oder erfolglos ge-
blieben sind. Die in Art. 731b Abs. 1bis Ziff. 1-3 OR aufgezählten Massnahmen stehen in 
einem Stufenverhältnis (vgl. BGE 138 III 294 E. 3.1.4; Dalla Palma/von der Crone, a.a.O., 
S. 584 f.; Schönbächler, Die Organisationsklage nach Art. 731b OR, 2013, S. 189).

2.3.2 Geeignet ist eine bestimmte Massnahme, wenn sie zwecktauglich ist. Der Zweck besteht 
darin, den Organisationsmangel möglichst rasch und endgültig zu beseitigen. Zu beseitigen 
ist der Mangel in der Organisation und nicht etwa ein Konflikt zwischen Aktionären, genauso 
wenig wie mit der Massnahme Fehler, Verantwortlichkeiten oder Verdienste zu klären sind 
(Urteil des Bundesgerichts 4A_499/2019 vom 25. März 2020 E. 4.3; 4A_51/2017 vom 30. Mai 
2017 E. 6). Eine rasche Beseitigung setzt voraus, dass die Beseitigung grundsätzlich ohne 
weitere Inanspruchnahme von Gerichten oder Behörden gewährleistet ist. Eine endgültige 
Beseitigung bedingt, dass die Gesellschaft mit der Massnahme eine mängelfreie Organisati-
on nicht nur vorübergehend wiedererlangen, sondern sie diese grundsätzlich auch behalten 
kann. Ebenfalls unter dem Aspekt der Eignung ist zu berücksichtigen, dass mit der Mass-
nahme die (relative) Gleichbehandlung unter den Aktionären sichergestellt ist (Urteil des 
Bundesgerichts 4A_499/2019 vom 25. März 2020 E. 4.3).

2.3.3 Verhältnismässig im engeren Sinn ist eine bestimmte Massnahme, wenn sie nach Abwägung 
aller auf dem Spiel stehenden berechtigten (schützenswerten und ernstzunehmenden) Inter-
essen angemessen ist, mithin eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation gegeben ist. In die In-
teressenabwägung sind nebst dem Interesse der Öffentlichkeit an einem funktionierenden 
Rechtsverkehr und einer funktionierenden Wirtschaftsordnung als Ganzes, dem Interesse 
der betroffenen Gesellschaft und dem Interesse der am Verfahren beteiligten Aktionäre auch 
die Interessen von Anspruchsgruppen ("Stakeholder"), die nicht am Verfahren teilnehmen 
(namentlich Arbeitnehmer, Gläubiger oder weitere Aktionäre) miteinzubeziehen (BGE 138 III 
294 E. 3.1.6; Schönbächler, a.a.O., S. 28 f.). Abzuwägen sind die Vor- und Nachteile, die 
sich für die Betroffenen bei Anordnung bestimmter Massnahmen unmittelbar und mittelbar 
ergeben. In die Interessenabwägung ist miteinzubeziehen, ob es sich um einen leichteren, 

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weniger gravierenden und weniger folgeschweren oder um einen schwerwiegenden Mangel 
handelt. Je weniger schwer der Mangel ist, desto weniger rechtfertigt sich die Auflösung. Je 
eher aber etwa der Rechtsverkehr (bei Nichtergreifen der Massnahme) gefährdet würde, 
desto eher rechtfertigt sich diese Massnahme; bei akuter Gefährdung fällt eine Auflösung in 
Betracht (Watter/Pamer-Wieser, a.a.O., Art. 731b OR N 25). Ebenfalls unter dem Aspekt der 
Verhältnismässigkeit im engeren Sinn zu berücksichtigen ist die wirtschaftliche Aktivität der 
Gesellschaft. Je weniger aktiv die Gesellschaft ist, desto weniger zielführend ist es nament-
lich, einen Sachwalter einzusetzen; die Einsetzung eines Sachwalters ist in der Regel nur 
dann angemessen, wenn die Gesellschaft noch eine wirtschaftliche Aktivität ausübt (Bür-
ge/Gut, Richterliche Behebung von Organisationsmängeln, SJZ 2009, S. 160; Schönbächler, 
a.a.O., S. 191). Handelt es sich bei der Gesellschaft nicht um ein gesundes und funktionie-
rendes Unternehmen oder ist die Gesellschaft gar faktisch bereits liquidiert, spricht dies für 
eine Auflösung (vgl. Peter/Cavadini, a.a.O., Art. 731b OR N 21). Schliesslich gilt zu beach-
ten, dass bei einer beantragten Auflösung einer Gesellschaft die strengen Voraussetzungen 
der Auflösungsklage (vgl. Art. 736 Ziff. 4 OR oder Art. 821 Abs. 3 OR) nicht unterlaufen wer-
den. Denn mit Art. 731b OR wollte der Gesetzgeber nicht die Möglichkeit einer erleichterten 
Auflösung von Gesellschaften schaffen. Dem Aktionär, der sich in der Pattsituation einer 
Lösung widersetzt, soll mit Art. 731b OR kein Instrument an die Hand gegeben werden, mit 
dem er die Auflösung der Gesellschaft erwirken kann, ohne dass gleichzeitig die strengen 
Voraussetzungen einer Auflösungsklage vorliegen (BGE 138 III 294 E. 3.1.6).

3. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid über die Auflösung der Gesuchsgegnerin damit, 
dass im vorliegenden Fall einer blockierten Zweipersonenaktiengesellschaft einzig die Varia-
nten der Versteigerung der Aktien oder die als ultima ratio geltende Liquidation der Gesuchs-
gegnerin in Betracht fallen würden. Eine Versteigerung der Aktien sei jedoch aus folgenden 
Gründen nicht zielführend (act. 1/1 E. 3.2):

3.1 Strittig sei insbesondere der finanzielle Zustand der Gesuchsgegnerin. Die vorgelegte Bilanz 
per 31. Dezember 2020 weise zwar eine Überschuldung und die Illiquidität der Gesuchsgeg-
nerin aus. Fest stehe aber, dass die Gesuchsgegnerin seit 30. Juni 2018 ohne Verwaltungs-
rat und die streitige Bilanz und Erfolgsrechnung zu Veräusserungs- und Liquidationswerten 
per 31. Dezember 2020 nicht verbindlich sei. Daher sei auch nicht ausgewiesen, ob die Ge-
suchsgegnerin überschuldet sei oder nicht. Aufgrund der diametral entgegengesetzten Auf-
fassungen der Parteien über die finanzielle Lage der Gesuchsgegnerin sei nicht damit zu 
rechnen, dass in absehbarer Zeit eine seriöse Bewertung der Gesuchsgegnerin möglich sein 
werde, welche letztlich auch die Grundlage für ein verbindliches Steigerungsangebot wäre. 
Der Vorwurf der Gesuchstellerin 2, die ehemaligen Verwaltungsräte der Gesuchsgegnerin 
und heutigen Verwaltungsräte der Gesuchstellerin 1 hätten die Gesuchsgegnerin ausgehöhlt 
und Beteiligungen unter Wert veräussert, könne letztlich wohl nur in langwierigen Gerichts-
prozessen geklärt werden. Die Gesuchstellerin 2 beabsichtige gemäss ihren Ausführungen in 
erster Linie, der Gesuchsgegnerin die ihr angeblich unrechtmässig entzogenen Vermögens-
werte wieder zurückzuführen und die Gesuchsgegnerin von den unrechtmässigen Schulden 
bzw. Verbindlichkeiten zu befreien und ihr so zu neuer Blüte zu verhelfen. Damit begründe 
sie auch ihr Interesse an der Weiterführung der Gesuchsgegnerin. Dieses Vorhaben sei aber 
nicht nur mit jahrelangen Gerichtsverfahren, sondern auch mit hohen Kosten für die Ge-
suchsgegnerin verbunden. Bis die Gesuchsgegnerin erholt und in frischer Blüte wieder ope-
rative Tätigkeiten aufnehmen könnte, würde viel Zeit verstreichen, welche den Ruf der Ge-

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suchsgegnerin nicht in ein besseres Licht rücken würde. Soweit die Gesuchstellerin 2 das 
angeblich missbräuchliche Verhalten der ehemaligen Verwaltungsräte der Gesuchsgegnerin 
anprangere, würden die Ansprüche der Gesuchsgegnerin auch im Falle der Auflösung der 
Gesellschaft nicht verloren gehen. Vielmehr könne sich die Gesuchstellerin 2 diese An-
sprüche in einem Konkurs abtreten lassen und allfällige Pflichtwidrigkeiten im Rahmen von 
Verantwortlichkeits- oder Schadenersatzklagen geltend machen (act. 1/1 E. 3.2.1).

3.2 Eine Versteigerung der Aktien sei sodann nur bei einem gesunden und funktionierenden Un-
ternehmen zielführend. Dass es sich bei der Gesuchsgegnerin um ein gesundes und funktio-
nierendes Unternehmen handle, habe die Gesuchstellerin 2 jedoch nicht glaubhaft machen 
können (act. 1/1 E. 3.2.2).

3.3 Die Gesuchstellerin 2 begründe ihr Interesse an der Weiterführung der Gesuchsgegnerin im 
Weiteren mit dem soliden Ruf in der Rohstoffbranche, den es zu bewahren gelte, und mit 
dem Umstand, dass die Geschäfte bis zum Bruch zwischen ihren Aktionärinnen überaus er-
folgreich gelaufen seien. Selbst wenn sich die Gesuchsgegnerin bis zu diesem Bruch einen 
guten Ruf in der Rohstoffbranche aufgebaut habe – was von der Gesuchstellerin 2 im Übri-
gen lediglich pauschal behauptet worden sei –, könne nach mehrjähriger Inaktivität nicht da-
von ausgegangen werden, dass sie heute noch davon profitieren könne. Im Übrigen möge es 
zwar zutreffen, dass die Geschäfte vor drei Jahren noch gut gelaufen seien. Fakt sei aber, 
dass die operative Tätigkeit nicht mehr bestehe, so dass unter diesem Aspekt kein überwie-
gendes Interesse am Fortbestand der Gesellschaft bestehe. Soweit die Gesuchstellerin 2 
behaupte, erst das mutmasslich rechtsmissbräuchliche Verhalten der ehemaligen Verwal-
tungsräte der Gesuchsgegnerin habe zum Rückgang des operativen Geschäfts der Ge-
suchsgegnerin geführt, sei festzuhalten, dass es keine Rolle spiele, was letztlich die Ursache 
des Organisationsmangels und der Einstellung der Geschäftstätigkeit gewesen sei. Im vor-
liegenden Verfahren sei einzig zu bestimmen, wie der Organisationsmangel am zweckmäs-
sigsten behoben werden könne. Bei den dargelegten Umständen seien keine überwiegenden 
Interessen der Gesuchstellerin 2 an der Weiterführung der Gesuchsgegnerin ersichtlich. Ihre 
ernstzunehmenden Interessen könne die Gesuchstellerin 2 auch im Falle einer Auflösung 
und Liquidation nach den Regeln über den Konkurs der Gesuchsgegnerin weiterverfolgen. 
Nebst den Interessen der Aktionärinnen seien sodann durch eine Auflösung keine weiteren 
Anspruchsgruppen betroffen, da die Gesuchsgegnerin über keine Mitarbeiter verfüge. Die 
Gläubiger der Gesuchsgegnerin hätten sodann ebenfalls kein Interesse am Weiterbestand. 
Denn allfällige Ansprüche könnten sie sich im Konkurs abtreten lassen (act. 1/1 E. 3.2.3).

3.4 Eine Versteigerung der Aktien wäre überdies vorliegend auch aus zeitlichen Gründen nicht 
praktikabel bzw. mit einer langen Vorlaufzeit verbunden. Die Gesuchstellerin 2 verlange 
nebst der Versteigerung, vorab einen Sachwalter zu beauftragen, einen Jahresabschluss der 
Gesuchsgegnerin per 31. Dezember 2020 sowie einen Zwischenabschluss per 31. März 
2021 zu erstellen und diesen von einer unabhängigen Revisionsstelle prüfen zu lassen sowie 
das Verfahren vor dem Obergericht Zug zur Einsetzung eines Sonderprüfers fortzuführen. 
Die juristische Aufarbeitung der behaupteten Pflichtverletzungen der ehemaligen Verwal-
tungsräte der Gesuchsgegnerin werde voraussichtlich lange dauern. Im vorliegenden Orga-
nisationsmängelverfahren gehe es aber darum, möglichst rasch und zielführend den Organi-
sationsmangel zu beheben (act. 1/1 E. 3.2.4).

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4. Die Gesuchstellerin 2 rügt, die Vorinstanz habe zu Unrecht als zwingende Voraussetzung für 
eine Versteigerung verlangt, dass es sich bei der Gesuchsgegnerin um ein "gesundes und 
funktionierendes" Unternehmen handeln müsse (act. 1 Rz 48 ff.).

4.1 Im BGE 138 III 294, auf den die Vorinstanz und die Gesuchstellerin 2 Bezug nehmen, führte 
das Bundesgericht aus, dass es sich beim Fehlen der Revisionsstelle, das auf eine Pattsitua-
tion im Aktionariat zurückzuführen war, nicht rechtfertige, sogleich die drastische Massnahme 
der Auflösung anzuordnen, zumal wenn es sich wie bei der damals betroffenen Gesellschaft 
um ein im Aussenverkehr handlungsfähiges und grundsätzlich funktionierendes und finanziell 
gesundes Unternehmen handle (dortige E. 3.3.1). Weiter hielt das Bundesgericht fest, dass 
bei einer blockierten Zweimanngesellschaft etwa an eine Übernahme der Aktien des einen 
Aktionärs durch den anderen im Rahmen einer richterlich angeordneten Versteigerung zu 
denken sei. Mit einer solchen oder ähnlichen Massnahme könne der Beibehaltung des Fort-
führungswerts der Gesellschaft ("going concern value") im richterlichen Urteilsdispositiv 
selbst Rechnung getragen werden (dortige E. 3.3.3).

4.2 Mithin ist zutreffend, dass eine Versteigerung der Aktien nicht zwingend ein gesundes und 
funktionierendes Unternehmen voraussetzt. Liegt aber ein gesundes und funktionierendes 
Unternehmen vor, ist eine Versteigerung eher in Betracht zu ziehen, sind doch diesfalls die 
Interessen der Öffentlichkeit und der Gläubiger tendenziell weniger gefährdet und eine Ver-
steigerung tendenziell zielführend und verhältnismässiger als die Auflösung. Im Sinne einer 
Gesamtwürdigung ist demnach das Kriterium des "gesunden und funktionierenden Unter-
nehmens" in die Interessenabwägung miteinzubeziehen. Dies und nichts anderes hat die 
Vorinstanz getan. So gelangte sie bei ihrer Gesamtwürdigung unter anderem zum Schluss, 
dass es sich bei der Gesuchsgegnerin nicht um ein funktionierendes und gesundes Unter-
nehmen handle, weshalb die Versteigerung nicht zielführend sei (act. 1/1 E. 3.2.2). Daneben 
würdigte die Vorinstanz jedoch auch weitere relevante Kriterien, namentlich den Umstand, 
dass in absehbarer Zeit keine für die Versteigerung notwendige seriöse Bewertung möglich 
sei (act. 1/1 E. 3.2.1), weitere Interessen wie jene der Aktionärinnen oder der Gläubiger 
(act. 1/1 E. 3.2.3) sowie die lange Dauer der Versteigerung (act. 1/1 E. 3.2.4). Das gesunde 
und funktionierende Unternehmen war für die Vorinstanz mithin keine conditio sine qua non 
für eine Versteigerung. Auf die von der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung ist 
zurückzukommen (E. 6).

4.3 Soweit die Gesuchstellerin 2 zusätzlich rügt, die Vorinstanz habe es als eine zwingende Vor-
aussetzung für eine Versteigerung erachtet, dass das Unternehmen "finanziell gesund" sei 
(act. 1 Rz 59-61), ist ihr ein Zweifaches entgegenzuhalten. Erstens nannte die Vorinstanz 
das Vorhandensein eines "finanziell gesunden" Unternehmens nirgends als zwingende Vor-
aussetzung für die Anordnung einer Versteigerung (vgl. act. 1/1 E. 3.1 und 3.2.2). Zweitens 
liess die Vorinstanz ausdrücklich offen, ob die Gesuchsgegnerin "finanziell gesund" ist. So 
führte sie aus, es stehe fest, dass die streitige Bilanz- und Erfolgsrechnung zu Veräusse-
rungs- und Liquidationswerten per 31. Dezember 2020 nicht verbindlich sei, weshalb auch 
nicht ausgewiesen sei, ob die Gesuchsgegnerin überschuldet sei oder nicht (act. 1/1 E. 3.2.1). 
Die Vorinstanz ist nicht wegen der finanziellen Lage, sondern im Wesentlichen aufgrund der 
seit mehreren Jahren eingestellten operativen Tätigkeit bei der Gesuchsgegnerin und dem 
Umstand, dass viel Zeit verstreichen würde, bis sie wieder operative Tätigkeiten aufnehmen 
könnte, zum Schluss gelangt, es liege kein "gesundes und funktionierendes" Unternehmen 

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vor (act. 1/1 E. 3.2.1). Ob sie diesen Schluss zu Recht gezogen hat, ist sogleich zu erörtern 
(E. 5). Anzumerken bleibt, dass die Frage danach, ob ein Unternehmen gesund und funktio-
nierend ist, nicht "immer eine Frage der finanziellen Situation" des Unternehmens darstellt 
(unzutreffend die Gesuchstellerin 2 [act. 1 Rz 62]). Die "Gesundheit" misst sich genauso an 
weiteren Faktoren wie namentlich an der wirtschaftlichen Aktivität, am Vorhandensein und 
Funktionieren einer internen Organisation, an der Buchführung usw.

5. Die Gesuchstellerin 2 rügt, die Vorinstanz verkenne, dass ohnehin nicht beurteilt werden 
könne, ob es sich bei der Gesuchsgegnerin um ein gesundes und funktionierendes Unter-
nehmen handle.

5.1 Die Gesuchstellerin 2 macht diesbezüglich zunächst eine Verletzung des Offizial- und des 
Untersuchungsgrundsatzes geltend.

5.1.1 Zur Begründung führt sie aus, im Organisationsmangelverfahren herrsche der Offizialgrund-
satz nach Art. 58 Abs. 2 ZPO. Dies habe zur Folge, dass das Gericht nicht an die Anträge 
der Parteien gebunden sei und demnach auch andere als die von den Parteien beantragten 
Massnahmen zur Behebung des Organisationsmangels anordnen könne. Die herrschende 
Lehre spreche sich ebenfalls für die Geltung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 55 
Abs. 2 ZPO aus, wonach das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen bzw. 
abzuklären habe. Die Vorinstanz habe mit dem angefochtenen Entscheid die Grundsätze der 
Offizial- und Untersuchungsmaxime verletzt, indem sie der Gesuchstellerin 2 betreffend die 
wirtschaftliche bzw. finanzielle Lage der Gesuchsgegnerin die Beweislast auferlegt habe. Die 
Vorinstanz habe nämlich erwogen, die Gesuchstellerin 2 habe nicht glaubhaft gemacht, dass 
es sich bei der Gesuchsgegnerin um ein gesundes und funktionierendes Unternehmen hand-
le. Damit habe sie der Gesuchstellerin 2 den Beweis dafür auferlegt und den Untersuchungs-
grundsatz verletzt. Es sei nicht an der Gesuchstellerin 2 zu substanziieren oder zu beweisen, 
dass es sich bei der Gesuchsgegnerin um eine gesunde und funktionierende Gesellschaft 
handle (act. 1 Rz 37 f und 70 ff.).

5.1.2 Die Vorinstanz führte aus, die Gesuchstellerin 2 habe nicht glaubhaft machen können, dass 
es sich bei der Gesuchsgegnerin um ein gesundes und funktionierendes Unternehmen hand-
le (act. 1/1 E. 3.2.2). Zumindest implizit auferlegte die Vorinstanz damit der Gesuchstellerin 2 
die Beweislast für diesen Sachverhalt. Darin ist jedoch keine Verletzung der Offizial- oder der 
Untersuchungsmaxime zu erblicken. Denn die Beweislastverteilung gilt unabhängig von der 
jeweils geltenden Maxime, sie spielt bloss unter der Untersuchungsmaxime faktisch eine 
geringere Rolle (Sutter-Somm/Hostettler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordenung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 272 ZPO 
N 15; Lardelli/Vetter, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 8 ZGB N 4; Guldener, Beweiswürdi-
gung und Beweislast nach schweizerischem Zivilprozessrecht, 1955, S. 19). Ob die Vorin-
stanz mit dieser Beweislastverteilung gegen Art. 8 ZGB verstossen hat, kann offenbleiben. 
Denn wie zu zeigen ist, durfte sie zu Recht für glaubhaft betrachten, dass die Gesuchsgeg-
nerin kein gesundes und funktionierendes Unternehmen ist. Die Frage der Beweislastvertei-
lung wird gegenstandslos, wenn das Gericht aufgrund der Beweiswürdigung zum Ergebnis 
kommt, ein bestimmter Sachverhalt sei nachgewiesen (BGE 128 III 271 E. 2b/aa). 

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5.1.3 Die Vorinstanz setzte zwar ein Fragezeichen hinter die geprüfte Bilanz per Ende 2020. Ihre 
Schlussfolgerung, dass es sich bei der Gesuchsgegnerin nicht um ein gesundes und funktio-
nierendes Unternehmen handelt, leitete sie jedoch nicht aus der Bilanz ab, sondern daraus, 
dass die Gesuchsgegnerin seit 2018 kein operatives Geschäft mehr betreibe, ohne Mitarbei-
ter sei und im Falle eines Fortbestandes der Gesuchsgegnerin nicht davon auszugehen sei, 
dass sie in naher Zukunft einen geordneten Geschäftsbetrieb führen werde, sondern sie vor-
aussichtlich in den nächsten Jahren vorwiegend mit Gerichtsverfahren befasst sein würde 
(act. 1/1 E. 3.2.2). Auf diese Erwägungen geht die Gesuchstellerin 2 in ihrer Berufung nicht 
ein. Insbesondere begründet die Gesuchstellerin 2 nicht, weshalb entgegen der Auffassung 
der Vorinstanz eine bis 2018 operativ tätige Unternehmung nach drei Jahren eingestellter 
operativer Tätigkeit noch ein funktionierendes Unternehmen sein soll (vgl. act. 1 Rz 67). Die 
Einstellung der operativen Tätigkeit zeigt sich im Übrigen auch darin, dass die Gesuchsgeg-
nerin seit Mai 2019 über keine eigenen Büroräumlichkeiten mehr verfügt, ist doch seit dann 
nur mehr eine Domiziladresse im Handelsregister eingetragen (Vi act. 1/3). Nicht angefoch-
ten hat die Gesuchstellerin 2 ferner die Feststellung der Vorinstanz, es sei nicht davon aus-
zugehen, dass die Gesuchsgegnerin in naher Zukunft einen geordneten Geschäftsbetrieb 
führe, sondern sie voraussichtlich in den nächsten Jahren vorwiegend mit Gerichtsverfahren 
befasst sein würde. Die Gesuchstellerin 2 macht bloss geltend, die Erfolgsrechnung für das 
Jahr 2019 weise einen Aufwand für Material, Handelswaren, Dienstleistungen und Energie in 
Höhe von CHF 74'000.00 und einen ausserordentlichen Aufwand von CHF 42'000.00 auf, 
und es sei nicht nachvollziehbar und im vorinstanzlichen Verfahren auch nicht geklärt wor-
den, wie eine Gesellschaft, die nicht mehr funktionieren solle, Ausgaben in dieser Höhe auf-
weisen könne (act. 1 Rz 74). Dieser Einwand ist allerdings unbehelflich. Denn das Verbu-
chen von Aufwänden lässt noch nicht auf eine operative Tätigkeit schliessen. 

5.1.4 Die anwaltlich vertretene Gesuchstellerin 2 hätte – selbst bei Geltung der eingeschränkten 
Untersuchungsmaxime, deren Anwendung im Verfahren nach Art. 731b OR umstritten und 
bundesgerichtlich noch nicht geklärt ist (vgl. Schönbächler, a.a.O., S. 392 ff.; Domenig/Gür, 
Organisationsmangelverfahren nach Art. 731b und Art. 939 OR, AJP 2021 S. 173) – bei der 
Feststellung des Sachverhalts mitwirken müssen. Das Gericht führt unter der eingeschränk-
ten Untersuchungsmaxime keine Untersuchungen auf eigene Initiative durch (Urteil des Bun-
desgerichts 4A_476/2015 vom 11. Januar 2016 E. 3). Vielmehr erschöpft sich die sachver-
haltsermittelnde Tätigkeit des Gerichts im Wesentlichen in einer verstärkten gerichtlichen 
Fragepflicht (Sutter-Somm/Schrank, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 55 ZPO N 71). 
Die Gesuchstellerin 2 hätte demnach Sachverhaltselemente, die für ihre Sichtweise spre-
chen, vorbringen müssen. Dass sie dazu nicht im Stande gewesen wäre, substanziiert sie 
nicht. Sie hat im Gegenteil auch entsprechende Vorbringen gemacht. Doch sprechen diese, 
wie zu zeigen ist, nicht für ihre im Berufungsverfahren aufgestellten Behauptungen:

Die Gesuchstellerin 1 machte im vorinstanzlichen Verfahren geltend, die Gesuchsgegnerin 
sei "seit 2018 vollständig zum Erliegen gekommen", "so dass die Gesellschaft seit 3 Jahren 
keine operativen Einnahmen mehr hat und seit 2019 auch über keine Mitarbeiter mehr ver-
fügt" (Vi act. 1 Rz 14). Die Gesuchstellerin 2 bestritt oder widerlegte diese Behauptungen im 
vorinstanzlichen Verfahren nicht, sondern führte ihrerseits sogar aus, die Geschäftstätigkeit 
der Gesuchsgegnerin sei durch die Veräusserung der Beteiligungen und Ländergesellschaf-
ten "praktisch eingestellt " worden, der Verwaltungsrat habe "das ganze Geschäft der Ge-

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suchsgegnerin" klammheimlich und ohne die Gesuchstellerin 2 zu informieren, auf die Ge-
suchstellerin 1 überführt und mit der Veräusserung der Beteiligungen an den Ländergesell-
schaften "hatte die Gesuchsgegnerin auch praktisch keine Einnahmen mehr" (Vi act. 13 
Rz 62 f. und 67). Auch den Mitarbeiterschwund über die Jahre 2016-2018 behauptete sogar 
die Gesuchstellerin 2 und zwar wie folgt: "Der Personalaufwand [des Jahres 2018] von 
CHF 29'052 entspricht bestenfalls einer 50 % Stelle eines unqualifizierten Mitarbeiters" 
(Vi act. 13 Rz 63). Schliesslich war es wieder die Gesuchstellerin 2 selbst, die im vorinstanz-
lichen Verfahren ausführte, die Gesuchsgegnerin sei bereits "faktisch liquidiert" worden 
(Vi act. 25 Rz 23). Die Gesuchstellerin 2 verhält sich widersprüchlich, wenn sie einerseits 
behauptet, ihr dürfe nicht der Beweis für ein funktionierendes Unternehmen auferlegt werden, 
sie andererseits aber selbst Behauptungen aufstellt, aus denen sich ohne Weiteres ergibt, 
dass kein funktionierendes Unternehmen mehr vorliegt. Die Vorinstanz kam mithin zu Recht 
zum Schluss, dass die Gesuchsgegnerin kein gesundes und funktionierendes Unternehmen 
(mehr) ist. Nach weiteren Indizien, die – entgegen dieser Aktenlage und den Ausführungen 
der Parteien in den Rechtsschriften – dennoch für ein gesundes und funktionierendes Unter-
nehmen sprechen, musste die Vorinstanz nicht forschen.

5.1.5 Mithin hat die Vorinstanz weder die Offizialmaxime noch die (allenfalls geltende) Untersu-
chungsmaxime verletzt, noch hat sie gegen die Regeln der Beweislastverteilung verstossen. 

5.2 Die Gesuchstellerin 2 rügt weiter, die Vorinstanz habe den Sachverhalt falsch festgestellt, in-
dem sie zum Schluss gekommen sei, bei der Gesuchsgegnerin handle es sich nicht um ein 
gesundes und funktionierendes Unternehmen (act. 1 Rz 74 f.).

5.2.1 Diese Rüge geht fehl. Zunächst einmal setzt sich die Gesuchstellerin 2 mit den Erwägungen 
der Vorinstanz nicht argumentativ auseinander, sondern sie wiederholt oder bekräftigt bloss 
ihren Standpunkt. Damit genügt sie den Anforderungen an die Begründung einer Berufung 
nicht, weshalb insoweit nicht darauf einzutreten ist (Urteil des Bundesgerichts 5A_598/2019 
vom 23. Dezember 2019 E. 3.1 und 3.2). Ohnehin aber schloss die Vorinstanz aufgrund der 
– unstrittigen oder aktenkundigen – Umstände zu Recht darauf, dass die Gesuchsgegnerin 
nicht gesund und funktionierend ist (dazu bereits in E. 5.1.3 und 5.1.4). Zu diesen Umstän-
den zählen insbesondere: keine verbindliche Bilanz und Erfolgsrechnung per 31. Dezember 
2020, anstehende Gerichtsverfahren, die lange dauern, viel kosten und den Ruf nicht in ein 
besseres Licht rücken lassen, kein operatives Geschäft mehr seit 2018 und keine Mitarbeiter 
(vgl. act. 1/1 E. 3.2.1-3.2.4).

5.2.2 Der Umstand, dass die Gesuchstellerin 1 der Gesuchstellerin 2 im August 2019 ein (vertrau-
liches und nicht für den Gerichtsgebrauch gedachtes [vgl. Vi act. 13/42 S. 1]) Angebot in der 
Höhe von USD 2,9 Mio. für deren Aktien an der Gesuchsgegnerin gemacht haben soll, nützt 
der Gesuchstellerin 2 nichts. Bei diesem Vergleichsangebot mit dem Titel "Settlement in rela-
tion C.________ AG, Zug" handelte es sich nicht um ein reines Kaufangebot für die Aktien 
an der Gesuchsgegnerin. Im Rahmen dieses Angebots sollte die Gesuchstellerin 2 zwar ge-
gen Bezahlung eines Kaufpreises die Aktien an der Gesuchsgegnerin übertragen, jedoch 
auch die von ihr in Zypern anhängig gemachten Gerichtsverfahren zurückziehen (act. 26 
Rz 67 ff.; Vi act. 13/42 S. 2). Entsprechend kann daraus kein Rückschluss auf ein gesundes 
und funktionierendes Unternehmen, geschweige denn auf dessen Wert gezogen werden.

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6. Die Gesuchstellerin 2 rügt weiter, die Vorinstanz habe gar keine Interessenabwägung vorge-
nommen bzw. nicht sämtliche Interessen berücksichtigt und korrekt gewürdigt.

6.1 Zur Begründung führt sie aus, die Vorinstanz habe anerkannt, dass eine Auflösung und kon-
kursrechtliche Liquidation nur angeordnet werden könne, wenn das Ergebnis der Abwägung 
aller Interessen dafürspreche. Trotzdem nehme sie keine Interessenabwägung vor bzw. ver-
kenne die berechtigten Interessen der Gesuchstellerin 2 und der Gesuchsgegnerin, welche 
beide unabhängig voneinander eine Versteigerung der Aktien verlangt hätten. Die Interes-
senabwägung würde voraussetzen, dass die Interessen für und gegen die verfügbaren 
Massnahmen der Versteigerung und der Auflösung und konkursrechtlichen Liquidation der 
Gesuchsgegnerin einander gegenübergestellt würden. Die Vorinstanz stelle kein einziges In-
teresse, das für diese gravierende Massnahme sprechen würde, fest, sondern führe – unzu-
treffend – lediglich aus, dass die Interessen aller Beteiligten auch bei einer Auflösung und 
konkursrechtlichen Liquidation gewahrt würden. Damit verletze sie aber auch den Verhält-
nismässigkeitsgrundsatz. Es gehe bei der Verhältnismässigkeitsprüfung nicht darum, zu be-
urteilen, ob die Interessen auch bei der Auflösung der Gesuchsgegnerin gewahrt würden, 
sondern der Verhältnismässigkeitsgrundsatz gebiete es, die Auflösung nur anzuordnen, 
wenn keine andere Massnahme zur Verfügung stünde. Die Vorinstanz lege im angefochte-
nen Entscheid keine überwiegenden Interessen dar, weshalb die Gesuchsgegnerin aufzulö-
sen sei bzw. weshalb die Auflösung der Versteigerung vorzuziehen sei (act. 1 Rz 87 ff.). Wei-
ter habe die Vorinstanz verkannt, dass niemand ein legitimes Interesse an der Auflösung der 
Gesuchsgegnerin habe (act. 1 Rz. 92 ff.). Da die Gesuchsgegnerin mutmasslich über keine 
Mitarbeiter verfüge, seien bei der Interessenabwägung in erster Linie die Interessen der Akti-
onäre sowie der Gläubiger zu berücksichtigen. Selbst wenn es Gläubiger der Gesuchsgegne-
rin gäbe, würden diese kein (überwiegendes) berechtigtes Interesse haben, dass die Ge-
suchsgegnerin aufgelöst und in Konkurs versetzt würde – im Gegenteil. Es sei jedenfalls 
nicht ersichtlich, dass bzw. wieso allfällige Gläubiger der Gesuchsgegnerin durch die Auflö-
sung und Liquidation der Gesuchsgegnerin bessergestellt wären, als wenn sie ihre Forde-
rungen gegenüber einer operativ tätigen Gesellschaft geltend machen könnten (act. 1 
Rz 101 ff). 

6.2 Zunächst ist der Gesuchstellerin 2 entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz sehr wohl eine In-
teressenabwägung vorgenommen hat. Insbesondere ging sie auf das von der Gesuchsteller-
in 2 geltend gemachte Interesse an der Weiterführung ein und hielt dazu abschliessend fest, 
es seien keine überwiegenden Interessen der Gesuchstellerin 2 an der Weiterführung der 
Gesuchsgegnerin ersichtlich. Weiter führte sie aus, dass die Gläubiger der Gesuchsgegnerin 
auch kein Interesse am Weiterbestand hätten, denn diese könnten sich allfällige Ansprüche 
im Konkurs abtreten lassen (act. 1/1 E. 3.2.3).

6.3 Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gekommen ist, dass kein überwie-
gendes Interesse an der Versteigerung der Aktien der Gesuchsgegnerin besteht. Im Folgen-
den ist daher auf die einzelnen auf dem Spiel stehenden Interessen einzugehen.

6.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass bei der Interessenabwägung vorliegend keine Interessen von 
Mitarbeitern zu berücksichtigen sind, da die Gesuchsgegnerin keine Mitarbeiter beschäftigt. 
Dies hat die Vorinstanz korrekt festgestellt (act. 1/1 E. 3.2.3) und wurde nicht gerügt.

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6.3.2 Die Gesuchstellerin 2 macht jedoch geltend, bei der Gesuchsgegnerin handle es sich um ei-
ne seit zehn Jahren bestehende Gesellschaft. Ihre Geschäfte hätten jahrelang geblüht und 
einen Umsatz und sehr hohe Gewinne im Millionenbereich abgeworfen. Bei einem so erfolg-
reichen Unternehmen liege es auf der Hand, dass sich die Gesuchsgegnerin auch einen so-
liden Ruf aufgebaut habe. Darin liege ein berechtigtes Interesse der Gesuchstellerin 2 am 
Fortbestand der Gesuchsgegnerin (act. 1 Rz 92.1).

Ein Interesse der Gesuchstellerin 2, dass die Gesuchsgegnerin aufgrund eines soliden Rufs 
bestehen bleibt, ist nicht auszumachen. Dass die Gesuchsgegnerin einen soliden Ruf in der 
Rohstoffhandelsbranche aufgebaut hat und dieser beim Bruch zwischen ihren Aktionärinnen 
bestand oder heute noch besteht, ergibt sich weder aus der pauschalen Behauptung der Ge-
suchstellerin 2 noch aus ihrem Verweis auf frühere Jahresrechnungen oder früher erzielte 
Gewinne. Ausserdem führen das Einstellen von Geschäftsaktivitäten und mehrjährige Inakti-
vität dazu, dass ein Ruf verblasst und zuerst neu aufgebaut werden müsste. Dies hat die 
Vorinstanz zutreffend festgestellt (act. 1/1 E. 3.2.3). Die Gesuchstellerin 2 legt nicht dar, was 
an dieser Feststellung falsch ist (vgl. act. 1 Rz 92). Eine argumentative Auseinandersetzung 
mit den Erwägungen der Vorinstanz (vgl. E. 5.2.1) fehlt. Ohnehin aber ist nicht nachvollzieh-
bar, inwiefern ein solider Ruf der Gesuchsgegnerin in der Rohstoffhandelsbranche bestehen 
konnte, wenn offenbar 90 % des Umsatzes der Gesuchsgegnerin mit bloss einem Kunden 
erzielt worden sind (Vi act. 26 Rz 30; Vi act. 30 Rz 87). Ein guter Ruf der Gesuchsgegnerin 
und dementsprechend ein Interesse am Erhalt dieses Rufs sind mithin nicht glaubhaft. 

6.3.3 Die Gesuchstellerin 2 ortet ihr Interesse am Fortbestand ferner darin, dass die Gesuchsteller-
in 1, indem diese für die 50%ige Beteiligung der Gesuchstellerin 2 USD 2,9 Mio. sowie einen 
Erlass angeblicher Schulden angeboten habe, selbst gezeigt habe, dass die Gesuchsgegne-
rin ihre Daseinsberechtigung mitnichten verloren habe (act. 1 Rz 92.2). 

Dieser Einwand überzeugt nicht. Die Vorinstanz verwendete den (finanziellen) Wert der Ge-
suchsgegnerin (zu Recht) nicht als Kriterium für oder gegen die Auflösung der Gesuchsgeg-
nerin (E. 4.3). Ausserdem lässt die Gesuchstellerin 2 unerwähnt, dass die USD 2,9 Mio. nicht 
nur einen Kaufpreis und Schulderlass darstellen sollten, sondern damit auch ein Rückzug der 
von der Gesuchstellerin 2 in Zypern anhängig gemachten Gerichtsverfahren verbunden sein 
sollte (E. 5.2.2). Ferner ist nicht ersichtlich und behauptet im Übrigen die Gesuchstellerin 2 
auch nicht, das Motiv der Gesuchstellerin 1 hinter diesem Kaufangebot hätte darin bestan-
den, die Gesuchsgegnerin am Leben zu erhalten bzw. zu reaktivieren.

6.3.4 Die Gesuchstellerin 2 macht weiter geltend, sie habe in Bezug auf die angeblich reduzierte 
(operative) Geschäftstätigkeit dargelegt, dass die Geschäftstätigkeit bei der Gesuchsgegne-
rin reaktiviert werden könne und die Gesuchstellerin 2 hierzu auch bereit und gewillt sei 
(act. 1 Rz 92.3). Die Gesuchstellerin 1 wendet ein, der Gesuchstellerin 2 gehe es bei einer 
Versteigerung der Aktien einzig darum, die Forderungsprozesse, welche die Gesuchsgegne-
rin gegen die Gesuchstellerin 2 und ihren wirtschaftlich Berechtigten, H.________, in 
Deutschland führe, zum Scheitern zu bringen (act. 17 Rz 44). Dies wiederum bestreitet die 
Gesuchstellerin 2 nur pauschal (act. 20 Rz 60). 

Dass die Gesuchstellerin 2 ein ernstzunehmendes Interesse an der Fortführung der Geschäf-
te mit der Gesuchsgegnerin hat, ist nicht glaubhaft. Insbesondere ist nicht ersichtlich und 

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wird auch von der Gesuchstellerin 2 nicht dargelegt, weshalb eine Fortführung der von der 
Gesuchsgegnerin einst geführten Geschäfte zwingend im Kleid der Gesuchsgegnerin zu er-
folgen hat. Am Ruf der Gesuchsgegnerin kann dies jedenfalls nicht liegen, da nicht glaubhaft 
ist, dass diese noch über einen guten Ruf verfügt (E. 6.3.2). Am Humankapital der Gesuchs-
gegnerin kann es auch nicht liegen, beschäftigt sie doch keine Mitarbeiter mehr (E. 6.3.1). 
Hinzu kommt, dass der wirtschaftlich Berechtigte an der Gesuchstellerin 2, H.________, 
gemäss eigener Darstellung nach wie vor im Rohstoffhandel und der Beratung tätig ist, über 
die notwendige Expertise und die Geschäftskontakte in der Branche verfügt (act. 1 Rz 92.5), 
er aber bereits vor über sieben Jahren aus der Gesuchsgegnerin ausgeschieden ist und seit-
her für den ehemals grössten Kunden der Gesuchsgegnerin, der 90 % des Umsatzes der 
Gesuchsgegnerin ausgemacht hat, arbeitet (Vi act. 17 Rz 11; Vi act. 30 Rz 87). Aufgrund 
dessen ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Interesse der Gesuchstellerin 2 und ihres 
wirtschaftlich Berechtigten am Fortbestand der Gesuchsgegnerin darin besteht, sich den 
hängigen und künftigen Prozessen zu entziehen. Ein solches Interesse eines Aktionärs an 
einem "Prozessauskauf" ist aber nicht schützenswert. Zudem wäre mit der Anordnung einer 
Versteigerung dieses Interesse noch nicht gewahrt, ist doch der Ausgang der Versteigerung 
definitionsgemäss offen. Aus Art. 731b OR lässt sich auch kein Recht eines Aktionärs auf 
Erwerb der Aktien der anderen Aktionäre ableiten (Urteil des Bundesgerichts 4A_499/2019 
vom 25. März 2019 E. 4.3). Folglich ist es nicht glaubhaft, dass die Gesuchstellerin 2 die Ge-
schäfte der Gesuchsgegnerin – mit der Gesuchsgegnerin – fortführen will. Selbst wenn ein 
solches, ernstzunehmendes Interesse bestünde, fiele dieses nur marginal zugunsten einer 
Versteigerung ins Gewicht.

6.3.5 Zur Begründung eines eigenen Interesses am Fortbestand bringt die Gesuchstellerin 2 weiter 
vor, einzig das mutmasslich rechtsmissbräuchliche Verhalten des ehemaligen Verwaltungs-
rates der Gesuchsgegnerin habe zur Aushöhlung der Gesuchsgegnerin und dem vermeintli-
chen Wegfall der Geschäfte geführt (act. 1 Rz 92.4). 

Mit diesem Vorbringen genügt die Gesuchstellerin 2 den Anforderungen an die Begründung 
einer Berufung nicht, setzt sie sich doch nicht mit den (zutreffenden; vgl. E. 2.3.2) Erwägun-
gen der Vorinstanz, wonach es keine Rolle spiele, was letztlich die Ursache des Organisati-
onsmangels und der Einstellung der Geschäftstätigkeit gewesen sei (act. 1/1 E. 3.2.3), ar-
gumentativ auseinander (vgl. E. 5.2.1). Mithin ist die Gesuchstellerin 2 damit nicht zu hören.

6.3.6 Die Gesuchstellerin 2 macht geltend, sie habe ein Interesse daran, die Ursache des Organi-
sationsmangels und der Einstellung der Geschäftstätigkeit abzuklären. Dieses Interesse sei 
in einem Konkurs nicht im gleichen Umfang gewahrt (act. 1 Rz 98).

Ob ein solches Interesse besteht, hat die Vorinstanz offengelassen mit der (zutreffenden; vgl. 
E. 2.3.3) Begründung, es spiele im Organisationsmangelverfahren keine Rolle, welches die 
Ursache des Mangels gewesen sei, sondern es sei einzig zu bestimmen, wie der Mangel am 
zweckmässigsten behoben werden könne (act. 1/1 E. 3.2.). Darauf, ob ein solches Interesse 
besteht und schützenswert ist, ist indes nicht weiter einzugehen. Denn selbst wenn die Ge-
suchstellerin 2 ein schützenswertes Interesse an der Klärung dieser Ursachen hätte, wäre ih-
re Rüge unbehilflich. Das Interesse an der Klärung der Ursache des Organisationsmangels 
spricht nämlich weder für noch gegen eine Auflösung, kann doch die Gesuchstellerin 2 die 
Ursachen auch im Konkursverfahren klären, indem sie sich entsprechende Ansprüche im 

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Konkurs abtreten lässt. Dass sie sich Ansprüche abtreten lassen kann, wie die Vorinstanz 
erwog (act. 1/1 E. 3.2.1), bestreitet die Gesuchstellerin 2 nicht (act. 1 Rz 98). Sie wendet in-
des ein, die Fakten- und Aktenlage im Konkursverfahren wäre sehr dürftig und Massnahmen 
zur Aufklärung der unklaren Faktenlage könnten "bei Schaffung klarer Eigentumsverhältnis-
se" effizienter und schneller durchgesetzt werden (act. 1 Rz 98 und 109). Dazu ist ein Zwei-
faches festzuhalten. Erstens schliesst selbst eine "sehr dürftige" Fakten- und Aktenlage die 
Klärung der Ursache im Konkurs nicht aus. Zweitens übersieht die Gesuchstellerin 2, dass 
die effizientere und schnellere Durchsetzung nicht "bei" der Schaffung klarer Eigentumsver-
hältnisse, sondern frühestens "nach" der Schaffung solcher Verhältnisse, mithin nach durch-
geführter Versteigerung, möglich wäre. Eine effiziente und schnelle Versteigerung ist jedoch 
gerade nicht zu erwarten (dazu E. 6.3.7). Folglich fiele auch ein allfälliges Interesse der Ge-
suchstellerin 2 an der Klärung von Ursachen des Organisationsmangels oder der Durchset-
zung von Ansprüchen bei der unter Art. 731b Abs. 1bis OR vorzunehmenden Interessenab-
wägung nicht oder höchstens marginal zugunsten einer Versteigerung ins Gewicht.

6.3.7 Vorliegend besteht jedoch ein öffentliches Interesse an einer raschen Behebung des Organi-
sationsmangels. Dies hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt (act. 1/1 E. 3.2.4) und wurde 
von der Gesuchstellerin 2 nicht in Abrede gestellt. Die Gesuchstellerin 2 rügt allerdings, dass 
auch im Rahmen einer konkursrechtlichen Liquidation der Wert der Vermögenswerte und 
Forderungen der Gesuchsgegnerin festgestellt werden müsste und auch ein Konkursverfah-
ren keine schnelle Lösung bieten würde (act. 1 Rz. 138). Die Gesuchsgegnerin ihrerseits 
macht geltend, sie habe dargelegt, dass eine Versteigerung der Aktien den Organisations-
mangel rasch und zielführend beende. Weiter habe sie dargelegt, wie eine solche Versteige-
rung durchgeführt werden könne. Die Vorinstanz gehe fälschlicherweise davon aus, dass für 
die Abgabe eines Steigerungsgebots eine "seriöse Bewertung" der Gesuchsgegnerin vorge-
nommen werden müsse. Dies sei unzutreffend. Für die Abgabe eines Steigerungsgebots sei 
es keine conditio sine qua non, dass das Steigerungsobjekt seriös bewertet werden müsse. 
Die Vorinstanz führe schliesslich aus, dass eine Versteigerung aus zeitlichen Gründen nicht 
praktikabel bzw. mit einer langen Vorlaufszeit verbunden wäre. Die Gesuchsgegnerin habe 
diesbezüglich ausgeführt, dass mit dem Steigerungszuschlag und damit der Vereinigung der 
Aktien in einer Hand der Verwaltungsrat der Gesuchsgegnerin in einer Universalversamm-
lung umgehend neu bestellt werden könnte. Der Organisationsmangel würde auf diese Wei-
se umgehend behoben (act. 16 Rz 7 ff.).

Diese Einwände der Gesuchstellerin 2 und der Gesuchsgegnerin überzeugen nicht. Mit der 
Auflösung wird der Organisationsmangel nämlich umgehend und endgültig behoben, womit 
das Ziel des Organisationsmängelverfahrens – die rasche und zielführende Beseitigung des 
Mangels – erreicht ist. Wie lange danach die durch das Konkursamt durchzuführende Liqui-
dation der Gesellschaft noch dauert, ist unerheblich. Im Gegensatz dazu würde der Organi-
sationsmangel bei einer Versteigerung der Aktien (ob geleitet vom Konkursamt oder einem 
Sachwalter) nicht unmittelbar behoben. Erst wenn die Aktien versteigert und (gültig) übertra-
gen worden sind, könnte eine Generalversammlung abgehalten werden, die einen neuen 
Verwaltungsrat wählt, der anschliessend im Handelsregister einzutragen ist. Bereits dies 
zeigt, dass der Organisationsmangel bei einer Versteigerung bedeutend länger andauert. 
Würde die Versteigerung zudem geprüfte Jahres- und Zwischenabschlüsse voraussetzen, 
würde der Organisationsmangel noch länger andauern. Die Gesuchsgegnerin behauptet 
zwar, eine Versteigerung sei auch ohne aktuellen Abschluss oder seriöse Bewertung mög-

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lich. Wie sie sich das vorstellt, ist unklar. Bei einer Versteigerung unter den Aktionären (hier 
den zwei Gesuchstellerinnen) würden die Gesuchstellerinnen nur so viel bieten, als ihnen der 
"Prozessauskauf" (s. E. 6.3.4) unter Berücksichtigung der ihnen bekannten sonstigen Gesell-
schaftsschulden oder -guthaben wert wäre. Aufgrund der behaupteten Informationsasymme-
trie allerdings wäre eine Einschätzung über Gesellschaftsschulden oder -guthaben nicht 
möglich. Bei dieser Ausgangslage ist eine Versteigerung ohne seriöse Bewertung kaum 
denkbar (vgl. Bucher, Die richterliche Aktienzuteilung im Organisationsmängelverfahren, Ge-
sKR 2018 S. 503). Eine solche Versteigerung anzuordnen, wäre unsorgfältig. Eine Abwick-
lung der Versteigerung ohne neuerliche gerichtliche oder behördliche Mitwirkung ist bei die-
ser Ausgangslage nahezu ausgeschlossen, insbesondere, wenn berücksichtigt wird, in wel-
chem Ausmass sich die Verfahrensbeteiligten im In- und Ausland zivil- und strafrechtlich 
bekämpfen. So sind nebst den Verfahren vor den Zuger Zivil- und Strafbehörden auch in Zy-
pern, München und Medebach Verfahren hängig (vgl. Vi act. 13/42 S. 2 f.). Verzögerungen 
bei der Versteigerung wären vorprogrammiert und eine Gleichbehandlung unter den Aktionä-
rinnen nicht sichergestellt. 

Das öffentliche Interesse an einer raschen und endgültigen Beseitigung des Mangels sowie 
das Interesse an der Gleichbehandlung von Aktionären sprechen deutlich für die Auflösung 
und gegen die Versteigerung. Das öffentliche Interesse an einem intakten und funktionieren-
den Rechtsverkehr sowie daran, inaktive Gesellschaften im Handelsregister zu löschen (vgl. 
auch Art. 934 OR), ist zudem ein gewichtiges Interesse.

6.3.8 Mit Bezug auf die Gläubiger, die gemäss Vorinstanz ebenfalls kein Interesse am Weiterbe-
stand der Gesuchsgegnerin hätten, wendet die Gesuchstellerin 2 ein, es sei derzeit nicht 
klar, ob es überhaupt Gläubiger der Gesuchsgegnerin gebe. Selbst wenn es diese jedoch 
gäbe, würden allfällige Gläubigerinteressen mit einer Versteigerung besser gewahrt. Sofern 
erforderlich könnte der neue Alleineigentümer der Gesuchsgegnerin neue Liquidität zuführen 
(act. 1 Rz 104 ff. und 165). 

Dieser Einwand ist unbegründet. Erstens geht die Gesuchstellerin 2 offenbar davon aus, 
dass sie bei einer Versteigerung den Zuschlag erhalten würde, was jedoch nicht feststeht 
(E. 6.3.4). Zweitens behauptet die Gesuchstellerin 2 pauschal, dass "der neue Alleinei-
gentümer" der Gesuchsgegnerin "neue Liquidität zuführen" könnte. Für diese Behauptung 
bringt sie auch keinen Beleg bei. Die Behauptung ist nicht glaubhaft. Drittens lässt sie uner-
wähnt, dass bei einer Versteigerung hohe Kosten anfallen, namentlich für die Durchführung 
des Sonderprüfungsverfahrens, die Wertermittlung zwecks Versteigerung und weitere Ge-
richtsverfahren betreffend Verantwortlichkeit. Viertens liegt es nahe, dass die Gesuchsgeg-
nerin – selbst wenn dies umstritten oder unklar ist – Verbindlichkeiten gegenüber Dritten 
(Gläubiger) hat, so etwa gegenüber Steuerbehörden (vgl. die Forderung der Steuerverwal-
tung des Kantons Zug von insgesamt CHF 49'200.55 gemäss der – von der Gesuchsteller-
in 2 allerdings bestrittenen – Gläubigerliste [Vi act. 1/9]). Dass auch bei einer nicht operativ 
tätigen Gesellschaft laufende Verbindlichkeiten bestehen und Forderungen hinzukommen, 
liegt nahe. Die Gläubiger haben jedoch ein Interesse, dass nicht weitere Auslagen (insbe-
sondere für einen allfälligen Sachwalter, weitere Gerichtsprozesse oder die Versteigerung) 
anfallen und sich dadurch das Haftungssubstrat der Gesuchsgegnerin verringert und ihre 
Konkursdividende geschmälert würde. Es ist zudem kaum davon auszugehen, dass beste-
hende oder künftige Gläubiger – falls sie ihre Forderungen gegenüber der Gesuchsgegnerin 

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in Betreibung setzen (müssen) – mit Fortsetzungsbegehren (Art. 159 ff. SchKG) so lange 
zuwarten würden, bis die Aktien der Gesuchsgegnerin versteigert worden sind und die Ge-
suchsgegnerin wieder operativ tätig ist. Das Interesse bestehender oder künftiger Gläubiger 
spricht deutlich für die Auflösung der Gesuchsgegnerin. Die Vorinstanz gelangte mithin zu 
Recht zum Schluss, dass die Gläubiger der Gesuchsgegnerin kein Interesse am Weiterbe-
stand der Gesuchsgegnerin hätten.

6.3.9 Wäre die Gesuchsgegnerin ein gesundes und funktionierendes Unternehmen, was sie nicht 
ist (dazu E. 5.2), dann fielen das öffentliche Interesse an einem funktionierenden Rechtsver-
kehr (E. 6.3.7) und die Interessen der Gläubiger (E. 6.3.8) tendenziell weniger ins Gewicht. 
Denn dann bestünde Aussicht darauf, dass die Gesuchsgegnerin bis zur Beseitigung des 
Organisationsmangels operativ tätig ist, Forderungen begleichen kann und sie – nötigenfalls 
vorübergehend mittels Sachwalter – das Funktionieren des Rechtsverkehrs nicht beeinträch-
tigt. Im vorliegenden Fall indes ist bei der Anordnung einer Versteigerung unwahrscheinlich, 
dass in naher Zukunft ein geordneter Rechtsverkehr wieder gewährleistet und die Wieder-
aufnahme einer operativen Tätigkeit wieder möglich wären.

6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Gesuchsgegnerin seit über drei Jahren ein 
schwerwiegender Organisationsmangel besteht, dessen Behebung in naher Zukunft mit einer 
Versteigerung nicht zu erwarten ist. Die Gesuchsgegnerin verfügt über keine Mitarbeiter, übt 
keine wirtschaftlichen Aktivitäten aus, hat ihre operative Tätigkeit vor über drei Jahren einge-
stellt, weist folglich auch keinen "going concern value" mehr auf und wurde faktisch bereits 
liquidiert.

Selbst wenn das Interesse der Gesuchstellerin 2 an der Klärung der Ursache des Organisati-
onsmangels und der Geltendmachung von Verantwortlichkeits- und Rückforderungsan-
sprüchen gegen die ehemaligen Verwaltungsräte der Gesuchsgegnerin in einem Konkurs 
nicht im gleichen Umfang gewahrt wäre wie bei einer Versteigerung (act. 1 Rz 99; s. aber 
E. 6.3.6) und selbst wenn die Gesuchstellerin 2 im Hinblick auf die Reaktivierung der Ge-
schäfte ein schützenswertes Interesse am Fortbestand der Gesuchsgegnerin hätte (s. aber 
E. 6.3.2-6.3.5), würden damit das öffentliche Interesse an der raschen Beseitigung des Man-
gels und die Interessen der Gläubiger, keinen Verlust von Haftungssubstrat zu riskieren, 
nicht aufgewogen werden. Für eine rasche Beseitigung des Organisationsmangels ist die 
Auflösung erforderlich. Die Versteigerung der Aktien ist hierzu nicht geeignet. Aufgrund die-
ser Umstände hat die Gesuchsgegnerin ihre Existenzberechtigung verloren. Wird deren Auf-
lösung angeordnet, liegt – entgegen den Vorbringen der Gesuchstellerin 2 (act. 1 Rz 160 ff.) 
– keine Umgehung der Voraussetzungen der Auflösungsklage nach Art. 736 Ziff. 4 OR vor.

7. Nach dem Gesagten ist vorliegend die Auflösung der Gesuchsgegnerin (und deren konkurs-
rechtliche Liquidation nach den Bestimmungen über den Konkurs) die für die Beseitigung des 
Organisationsmangels erforderliche, geeignete und angemessene Massnahme. Auf die Ver-
steigerung trifft dies nicht zu. Andere Massnahmen als die Auflösung oder die Versteigerung 
kommen vorliegend unbestrittenermassen ohnehin nicht in Betracht. Mithin hat die Vorinstanz 
zu Recht die Auflösung der Gesuchsgegnerin und deren konkursamtliche Liquidation ange-
ordnet. Die Berufung ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

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8. Abschliessend ist über die Prozesskosten des Berufungsverfahrens zu befinden.

8.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Prozesskosten der unterliegenden Gesuchstellerin 2 
und der unterliegenden Gesuchsgegnerin je hälftig aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

8.2 Bei einem Streitwert von CHF 30'500.00 (act. 1 Rz 5) beläuft sich die ordentliche Entscheid-
gebühr auf CHF 3'660.00 (vgl. § 11 Abs. 1 i.V.m. § 15 Abs. 1 KoV OG). In summarischen 
Verfahren ist diese Gebühr auf einen Drittel bis drei Viertel herabzusetzen (§ 12 Abs. 1 KoV 
OG). Drei Viertel entsprechen rund CHF 2'750.00. Aufgrund des grossen Aktenumfangs, der 
– auch durch die Verfahrensbeteiligung dreier Personen bedingten – Vielzahl an Eingaben 
sowie den Aufwendungen im Zusammenhang mit den Entscheiden über die Bestellung eines 
Prozessvertreters und die Zulassung der Nebenintervention rechtfertigt es sich gestützt auf 
§ 4 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 KoV OG, die Gerichtskosten auf CHF 3'750.00 festzusetzen.

8.3 Die Gesuchstellerin 1 (streitgenössische Nebenintervenientin) verlangt eine Parteientschädi-
gung. Die ZPO bestimmt nicht, ob ein Nebenintervenient einen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung haben kann (Jenny, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., 
Art. 106 ZPO N 19). Das Bundesgericht spricht einer Nebenpartei im Allgemeinen keine Par-
teientschädigung zu, es sei denn, es bestünden Gründe der Billigkeit (BGE 130 III 571 E. 6). 
Solche Gründe sind im vorliegenden Fall nicht ersichtlich und werden von der Gesuchsteller-
in 1 auch nicht geltend gemacht. Ihr ist folglich keine Parteientschädigung zuzusprechen.

9. Das Honorar des Prozessvertreters der Gesuchsgegnerin beläuft sich gemäss dessen Hono-
rarnote auf CHF 4'151.25 (inkl. MWST) und erscheint angesichts des vorliegenden Streitwer-
tes und des Zeitaufwandes angemessen (act. 22; § 3 Abs. 1, § 6 Abs. 1 AnwT analog). Diese 
Kosten sind von der Gesuchsgegnerin zu tragen (Art. 731b Abs. 2 OR; Schönbächler, a.a.O., 
S. 417).

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Urteilsspruch

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und der Entscheid des Einzel-
richters am Kantonsgericht Zug vom 12. August 2021 wird bestätigt.

2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 3'750.00 wird der Gesuchsteller-
in 2 und der Gesuchsgegnerin je hälftig auferlegt und mit dem von der Gesuchstellerin 2 ge-
leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 3'750.00 verrechnet. Die Gesuchsgegnerin 
hat der Gesuchstellerin 2 den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 1'875.00 zu ersetzen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Die Kosten von RA lic.iur. D.________ für seine Tätigkeit als Prozessvertreter der Gesuchs-
gegnerin im Berufungsverfahren von CHF 4'151.25 (inkl. MWST) werden der Gesuchsgegne-
rin auferlegt.

Die Gerichtskasse wird angewiesen, den von der Gesuchstellerin 2 geleisteten Vorschuss von 
CHF 5'500.00 im Umfang von CHF 4'151.25 an RA lic.iur. D.________ auszubezahlen und 
im Umfang von CHF 1'348.75 der Gesuchstellerin 2 zu erstatten. Die Gesuchsgegnerin hat 
der Gesuchstellerin 2 den Vorschuss im Umfang von CHF 4'151.25 zu ersetzen.

5. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von über CHF 30'000.00 ist die Beschwerde in 
Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwer-
degründe richten sich nach den Art. 95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Ta-
gen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie 
unter Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 
BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

6. Mitteilung an:
- Parteien
- Nebenintervenientin
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichter (ES 2021 91)
- Handelsregisteramt Zug (im Dispositiv)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Zivilabteilung

Dr.iur. A. Staub MLaw I. Cathry
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am