# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4694094f-178f-5f92-ab45-8defbadc62da
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2009 E-6911/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6911-2009_2009-11-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6911/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______, Côte d'Ivoire,
vertreten durch lic. iur. Fidan Köle,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 8. September 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6911/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer,  eigenen Angaben zufolge ein ivorischer 
Staatsangehöriger  mit  letztem  Wohnsitz  in  Abidjan,  seinen  Heimat-
staat  am (...)  September 2002 zusammen mit  seiner Mutter  verliess 
und sich danach zunächst acht Monate lang in Ghana aufhielt, bevor 
er über Burkina Faso nach Niger reiste, wo er weitere zwei Monate zu-
brachte,

dass er – nachdem seine Mutter auf der Reise durch den Tschad ver-
storben  war  –  alleine  nach  Libyen  gelangte,  wo  er  während  drei 
Jahren, bis Ende August 2008, in Tripolis lebte und arbeitete,

dass er Libyen am (...) August 2008 auf dem Seeweg verliess und am 
(...) August 2008 auf Lampedusa (Italien) landete, wo er von den italie-
nischen Behörden erkennungsdienstlich erfasst und anschliessend in 
ein Flüchtlingszentrum nach Rom gebracht wurde,

dass er  Italien – nachdem sein Asylgesuch am (...)  Dezember 2008 
abgelehnt  worden  war  –  am  (...)  Februar  2009  verliess  und 
gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso um Asyl 
nachsuchte,

dass  ein  Fingerabdruckvergleich  mit  der  EURODAC-Datenbank  vom 
19. Februar 2009 ergab, dass der Beschwerdeführer am (...)  August 
2008 in Lampedusa und am (...) August 2008 in Rom von den italieni-
schen Behörden erkennungsdienstlich erfasst wurde,

dass der Beschwerdeführer am 24. Februar 2009 im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum  Chiasso  summarisch  zu  seinen  Asylgründen  be-
fragt wurde,

dass sein Vater die Absicht geäussert habe, eine andere Frau zu hei-
raten, seine Mutter damit jedoch nicht einverstanden gewesen sei,

dass sein Vater sich von seinem Entschluss nicht habe abbringen las-
sen, worauf seine Mutter ihn vergiftet habe,

dass die Polizei Ermittlungen aufgenommen habe, nachdem sein Vater 
am (...) September 2002 im Spital in B._______ verstorben sei, worauf 

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seine Mutter ihn unter falschem Vorwand von zu Hause weggebracht 
habe, und sie die Côte d'Ivoire noch am gleichen Tag verlassen hätten,

dass er im Heimatstaat nie irgendwelche Probleme mit den Behörden 
oder Dritten gehabt habe,

dass er  weder  einen Reisepass noch eine Identitätskarte  besessen, 
seine Mutter ihm vor ihrem Ableben aber seine Geburtsurkunde aus-
gehändigt habe,

dass seine Geburtsurkunde in Libyen anlässlich einer Kontrolle von ei-
nem Polizisten eingezogen worden sei, und er diese nicht mehr zurück 
erhalten habe,

dass  er  sich  in  der  Folge  ein  libysches  Dokument,  „PATACA“,  habe 
ausstellen lassen, welches alle drei Monate erneuert worden sei,

dass das BFM den Beschwerdeführer – unter Hinweis auf die geltend 
gemachte Minderjährigkeit – am 9. März 2009 dem Kanton C._______ 
zuwies,

dass dem Beschwerdeführer in der Folge für den weiteren Verlauf des 
Asylverfahrens  vom  Kanton  C._______  eine  Vertrauensperson  des 
Amtes D._______, zugeteilt wurde,

dass das BFM am 15. Juni 2009 bei den italienischen Behörden ein 
Gesuch um Rückübernahme des Beschwerdeführers stellte,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  15.  Juni 
2009 das rechtliche Gehör hinsichtlich einer allfälligen Rückübernah-
me durch die italienischen Behörden sowie eines damit verbundenen 
Nichteintretensentscheids gewährte,

dass D._______ mit  Schreiben an das BFM vom 24. Juni 2009 eine 
Stellungnahme des Beschwerdeführers zu den Akten reichte, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  8.  September  2009  -  genaues 
Datum  der  Eröffnung  unklar,  spätestens  4.  November  2009  -  in 
Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
den Wegweisungsvollzug nach Italien anordnete,

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dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen die-
se Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer  habe  sich  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  nach-
weislich in Italien aufgehalten, wo er am (...) August 2008 von den dor-
tigen Behörden aufgegriffen worden sei und am (...) August 2008 ein 
Asylgesuch eingereicht habe,

dass die italienischen Behörden einer Rückübernahme des Beschwer-
deführers  stillschweigend  zugestimmt  hätten  und  diesem  dazu  mit 
Schreiben vom 15. Juni  2009  das rechtliche Gehör  gewährt  worden 
sei,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Stellungnahme  vom  24.  Juni 
2009  nichts  vorgebracht  habe,  was  einer  Wegweisung  nach  Italien 
entgegenstehen würde,

dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und 
möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. November 2009 gegen 
diesen  Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhe-
ben und in materieller Hinsicht beantragen liess, die angefochtene Ver-
fügung  sei  aufzuheben  und  das  BFM  anzuweisen,  sein  Recht  zum 
Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylverfahren für 
zuständig zu erklären,

dass er in prozessualer Hinsicht beantragen liess, der Beschwerde sei 
die aufschiebende Wirkung zu gewähren und der Vollzug der Wegwei-
sung sei zu sistieren, gegebenenfalls sei ihm die Wiedereinreise in die 
Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens zu gestatten,  ihm 
sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses sei zu verzichten, und es sei ihm eine ange-
messene Parteientschädigung auszurichten,

dass auf die Begründung – soweit  für den Entscheid wesentlich – in 
den Erwägungen eingegangen wird,

dass die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 6. November 2009 im 
Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme den  Vollzug  der  Wegweisung 
einstweilen aussetzte,

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dass die vorinstanzlichen Akten am 9. November 2009 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM   ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, Italien sei 
aufgrund  der  Staatsverträge  im  Rahmen  des  Dubliner  Abkommens 
(namentlich  des  Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständi-
gen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der 
Schweiz gestellten Asylantrags [Dublin-Assoziierungsabkommen/DAA, 
SR 0.142.392.68], der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rats vom 18. 
Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung eines  von einem Dritt-
staatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zu-
ständig  ist  [VO  Dublin]  und  der  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/203  der 
Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen 
zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rats [DVO Dublin]) vorliegend 
für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig,

dass auf  das Rückübernahmeresuchen vom 15. Juni 2009 hin keine 
Antwort seitens Italiens eingegangen sei, was als stillschweigende Zu-
sage zur Übernahme des Beschwerdeführers gelte,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen des ihm zu einer  allfälligen 
Überstellung  nach  Italien  gewährten  rechtlichen  Gehörs  in  seiner 
Stellungnahme vom 24. Juni 2009 erklärt habe, er kenne niemanden in 

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Italien und habe dort  aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden 
sehr gelitten, er habe keinen Zugang zu medizinischer Hilfe erhalten, 
und  in  Italien  seien  die  Lebensbedingungen  für  unbegleitete 
minderjährige Asylsuchende schlecht,

dass diese Aussagen des Beschwerdeführers kein Hindernis für eine 
Wegweisung nach Italien darstellen würden, zumal Italien ein Rechts-
staat sei, der zur Behandlung eines möglichen Asylgesuchs verpflich-
tet  sei  und die  Menschenrechte  achte,  weshalb auf  das Asylgesuch 
nicht einzutreten sei,

dass der Beschwerdeführer in einen sicheren Drittstaat reisen könne, 
in  welchem er  Schutz  vor  Abschiebung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs. 1 
AsylG  finde,  weshalb  eine  Verletzung  des  Refoulement-Verbots 
bezüglich  seines Heimatstaates  nicht  zu prüfen sei  und für  den Fall 
einer Rückkehr nach Italien ferner keine Hinweise für eine Verletzung 
von Art.  3  der  Konvention  vom 4. November  1950 zum Schutze der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  bestehen 
würden,

dass  auch  die  Bestimmungen  des  Übereinkommens  vom 
20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) ei-
ner  Wegweisung  nach  Italien  nicht  entgegenstehen  würden  und  ein 
Vollzug derselben zulässig sei,

dass weder die in Italien herrschende allgemeine Situation noch indivi-
duelle  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  einer  Wegweisung  sprechen 
würden und der Vollzug technisch möglich und praktisch durchführbar 
sei,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom 
5. November 2009 geltend macht, dass ihm im Falle einer Wegweisung 
nach  Italien  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  eine  Auslieferung  nach 
Libyen  und  damit  verbunden  eine  Verletzung  des  Non-Refoulement-
Prinzips sowie von Art. 3 EMRK drohe,

dass die jüngsten Übereinkommen zwischen Italien und Libyen betref-
fend die gemeinsame Bekämpfung der illegalen Migration und deren 
Umsetzung dringend eine genauere Überprüfung der Zulässigkeit und 
Zumutbarkeit  von  Überstellungsmassnahmen  nach  Italien  erfordern 
würden,

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dass  vorliegend  die  Zulässigkeit  und  Zumutbarkeit  eines  Wegwei-
sungsvollzugs im Rahmen des Nichteintretens- und Überstellungsent-
scheids  verneint  und  die  schweizerischen  Asylbehörden  zur 
materiellen  Behandlung  des  Aylgesuchs  verpflichtet  seien,  so  lange 
bei  einer  Überstellung  nach  Italien  das  Risiko  einer  Verletzung  des 
Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 
(FK,  SR  0.142.30)  und  der  EMRK  nicht  ausgeschlossen  werden 
könne,

dass  Berichten  von  Amnesty  International  zufolge  von  den  italieni-
schen Behörden aufgegriffene und nach Lybien überstellte Migranten 
ohne  Durchführung  eines  Asylverfahrens  als  „irregulär  Anwesende“ 
entweder in die Herkunftsländer zurückgeschoben oder zum Teil wäh-
rend  Jahren  in  völlig  überfüllten  „Detention-Centres“  ohne 
Rechtsschutz  oder  medizinische  Versorgung,  ohne  ausreichende 
Nahrung und Hygiene festgehalten würden,

dass unter diesen Voraussetzungen keine Gewähr bestehe, dass der 
Beschwerdeführer nach seiner Rückführung nach Italien nicht den liby-
schen Behörden überstellt werde, weshalb er begründete Furcht habe, 
keinen Zugang zu einem fairen Asylverfahren zu erhalten sowie, un-
menschlicher Behandlung unterworfen und in den Herkunftsstaat zu-
rückgeschoben zu werden,

dass  die  Praxis  des  BFM,  Nichteintretensentscheide  erst  zum  Zeit-
punkt des Wegweisungsvollzugs zu eröffnen, weder den Zugang zu ei-
nem Gericht noch eine effektive Beschwerdemöglichkeit ermögliche,

dass  das  BFM  mit  seinem Vorgehen  das  rechtliche  Gehör  des  Be-
schwerdeführers  verletzt  habe,  indem  es  Vorbringen,  insbesondere 
bezüglich  seiner  Minderjährigkeit,  welche  nach  dem  8.  September 
2009  geltend  gemacht  worden  seien,  in  seinem  Entscheid  nicht 
berücksichtigt habe,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  einlässlicher  Prüfung  der 
Verfahrensakten zum Schluss kommt, 

dass  sich  das  von  Amnesty  International,  Human  Rigts  Watch  und 
dem UNHCR verurteilte Vorgehen Italiens sodann ausschliesslich auf 
Migranten bezieht, welche von den italienischen Behörden auf offener 
See aufgegriffen  und ohne Prüfung  allfälliger  Asylgründe  umgehend 
nach Libyen zurückgeschafft wurden,

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dass  der  Beschwerdeführer  demgegenüber  nach  Italien  einreisen 
konnte  und  dort  von  den  Behörden  einem  Asylverfahren  zugeführt 
wurde,  mithin  gemäss  eigenen  Aussagen  auch  eine  Prüfung  seiner 
Asylvorbringen  stattgefunden  hat  (vgl.  vorinstanzliche  Akten  A1/14 
S. 9),

dass  betreffend  der  angeblich  generell  schlechten  Behandlung  von 
Migranten in Libyen zu erwähnen ist, dass der Beschwerderführer vor 
seiner Einreise nach Italien während seines dreijährigen Aufenthalts in 
Libyen (vor seiner Einreise nach Italien) mit den dortigen Behörden in 
Kontakt  getreten ist,  von diesen offenbar  eine  Aufenthaltsbewilligung 
(PATACA) erhalten hat, welche auch verlängert worden sei (vgl. a.a.O. 
S. 5),

dass Italien gemäss Art. 10 Abs. 1 VO Dublin für die Durchführung des 
Asylantrags der Beschwerdeführenden zuständig ist,

dass Italien von den Schweizer Behörden am 15. Juni 2009 zur Rück-
übernahme des Beschwerdeführers aufgefordert wurde,

dass  die  italienischen  Behörden  dieses  Ersuchen  innert  Frist  nicht 
beantwortet haben, womit die Zuständigkeit Italiens gemäss Dubliner 
Verfahrensregelung aufgrund der  so genannten Verfristung im Sinne 
von Art. 18 Abs. 7 VO Dublin definitiv geworden ist,

dass  die  Zuständigkeit  Italiens  vom Beschwerdeführer  nicht  konkret 
und substanziiert bestritten wird, 

dass keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, Italien 
halte sich vorliegend nicht an die massgebenden völkerrechtlichen Be-
stimmungen,  insbesondere  an das flüchtlingsrechtliche Refoulement-
Verbot oder die einschlägigen Normen der EMRK,

dass sich damit die vom Beschwerdeführer geäusserte Furcht vor ei-
ner  möglichen  Verletzung  der  Flüchtlingskonvention  und/oder  der 
EMRK  im  Falle  einer  Überstellung  nach  Italien  als  unbegründet  er-
weist,

dass er mit der vorliegenden Beschwerde ein Rechtsmittel gegen die 
Verfügung des BFM vom 8. September 2009 einlegen konnte und da-
mit sowohl die Möglichkeit des Zugangs zu einem Gericht als auch die 

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effektive  Beschwerdemöglichkeit  hatte,  weshalb  die  entsprechenden 
Rügen in der Rechtsmitteleingabe unbegründet sind,

dass  der  Beschwerdeführer  auf  Beschwerdeebene sodann Gelegen-
heit  hatte,  eine seit  Ergehen des vorinstanzlichen Entscheids verän-
derte Sach- oder Rechtslage geltend zu machen und entsprechende 
Beweismittel  einzureichen,  was  er  indes  unterlassen  hat,  weshalb 
vorliegend  nicht  von  einer  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs 
auszugehen ist,

dass,  soweit  sich  der  Beschwerdeführer  auf  ein  Schreiben  vom 
2. November  2009  beruft,  in  welchem  wesentliche  Gründe  erwähnt 
würden,  aufgrund  deren  sowie  unter  Berücksichtigung  seiner 
Minderjährigkeit  die  Vorinstanz  zu  einem  Selbsteintritt  verpflichtet 
gewesen wäre, festzuhalten ist, dass sich dieses Schreiben nicht bei 
den  vorinstanzlichen  Akten  befindet  und  der  Beschwerdeführer 
seinerseits  zudem  dieses  Schreiben  weder  der  Rechtsmitteleingabe 
beigelegt hat, noch den Nachweis erbracht hat, am 2. November 2009 
ein Schreiben an die Vorinstanz geschickt zu haben, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von  Art. 34 Abs. 2 
Bst.  d AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 

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oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  weil  der  Beschwerdeführer  nach  Italien  ausreisen  kann,  wo  er 
Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5  Abs. 1  AsylG finden 
kann, 

dass Italien unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK, SR 0.105) ist und – wie oben erwähnt – keine Anhaltspunkte da-
für bestehen, die italienischen Behörden würden sich im Falle des Be-
schwerdeführers nicht an die aus diesen Staatsverträgen resultieren-
den Verpflichtungen halten,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass nach dem oben Gesagten weder die allgemeine Lage in Italien 
noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwer-
deführers im Falle einer Rückkehr dorthin schliessen lassen,

dass insbesondere kein Grund für  die  Annahme besteht,  bereits  die 
Aufenthaltsbedingungen einer sich im Rahmen eines Asylverfahrens in 
Italien aufhaltenden Person stellten eine konkrete Gefährdung dar,

dass  bezüglich  der  geltend  gemachten  Minderjährigkeit  des 
Beschwerdeführers  festzuhalten  ist,  dass  Italien  die  KRK  ebenfalls 
ratifiziert hat,

dass  sodann  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  die 
italienischen Behörden würden dem Umstand der Minderjährigkeit des 

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Beschwerdeführers  nicht  in  ausreichendem Masse  Rechnung  tragen 
und  seine  diesbezüglich  wiederholt  geäusserten  pauschalen  und 
unsubstanziierten Entgegnungen an dieser Betrachtungsweise nichts 
zu ändern vermögen,

dass  lediglich  der  Vollständigkeit  halber  festzuhalten  ist,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  etwas  mehr  als  zwei  Monaten  sein 
18. Lebensjahr vollenden wird und er angesichts der Tatsache, dass er 
alleine aus dem Tschad bis in die Schweiz reiste und seinen Lebens-
unterhalt während seines dreijährigen Aufenthalts in Libyen ohne frem-
de Hilfe bestritt,  ein beachtliches Mass an Selbständigkeit  und Reife 
bewiesen hat,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien 
auch als möglich erscheint, weil die italienischen Behörden, wie oben 
dargelegt,  einer  Rückübernahme  stillschweigend  zugestimmt  haben 
(Art. 83 Abs. 2 AuG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung nach Italien zu bestätigen ist, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  mit  dem  vorliegenden  Entscheid  das  Gesuch  um 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  ge-
genstandslos geworden ist,

dass aufgrund der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers ausnahms-
weise auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten ist (vgl. 
Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

dass  demzufolge  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gegenstandslos  geworden  ist  und  mit  vorliegendem 
Urteil  auch  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Marco Abbühl

Versand: 

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