# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ffc5199-2192-5052-89f5-0689d6830447
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.05.2015 C-441/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-441-2015_2015-05-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-441/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richterin Ruth Beutler, Richterin Marianne Teuscher,    

Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. 
 

 
 

Parteien 
 X._______, 

Beschwerdeführer,  

vertreten durch Y._______,   

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

 

C-441/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 29. Oktober 2014 beantragte der aus dem Kosovo stammende, 1996 

geborene X._______ (nachfolgend: Gesuchsteller bzw. Neffe) bei der 

Schweizerischen Botschaft in Pristina die Erteilung eines Schengenvisums 

für die Dauer von 30 Tagen. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab er an, 

Y._______, wohnhaft im Kanton Zürich (geb. 1973, im Folgenden: Gastge-

ber), besuchen zu wollen. 

B. 

Die Schweizerische Botschaft wies den Visumsantrag am selben Tag ab. 

Dagegen erhob der Gesuchsteller beim Bundesamt für Migration (BFM; 

neu: SEM) am 15. Dezember 2014 Einsprache.  

C. 

Am 8. Januar 2015 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. Sie stellte fest, 

dass aufgrund des starken Zuwanderungsdrucks aus der Herkunftsregion 

des Beschwerdeführers grundsätzlich von einem hohen Risiko einer nicht 

fristgerechten und anstandslosen Rückkehr auszugehen sei. Von dieser 

Einschätzung sei nur abzuweichen, wenn dem Gesuchsteller über das üb-

liche Mass hinausgehende Verpflichtungen im Aufenthaltsland oblägen, 

was hier nicht der Fall sei. Beim Gesuchsteller handle es sich um eine un-

gebundene Person. Er sei jung, ledig, habe keine Kinder und gehe keiner 

geregelten Erwerbstätigkeit nach. 

D. 

Gegen diese Verfügung erhob der Gastgeber am 21. Januar 2015 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt für seinen Neffen 

die Erteilung eines Visums sowie sinngemäss die Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung. Er führt im Wesentlichen aus, er habe in den letzten zehn 

Jahren schon einige Verwandte und Bekannte aus dem Kosovo eingela-

den. Alle Personen seinen jeweils innert Frist ausgereist. Für die Wieder-

ausreise seines Neffen könne er garantieren. Er habe dies extra notariell 

beglaubigen lassen. Ebenfalls sei er finanziell in der Lage, die Kosten für 

den Aufenthalt des Gesuchstellers zu übernehmen. Er möchte sicherlich 

nicht das Risiko eingehen, wegen eines unberechtigten Aufenthaltes eines 

Familienangehörigen, mit den Behörden in der Schweiz Probleme zu be-

kommen. Er habe seine Besucher immer persönlich zum Flughafen ge-

bracht und werde dies auch in Zukunft tun. Sein Neffe lebe mit seiner Mut-

ter und seinem Bruder in einem vor zwei Jahren fertiggestellten Haus in 

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Z.______. Der Vater sei bereits verstorben. Umso mehr werde der älteste 

Sohn seine Mutter nicht im Stich lassen und in der Schweiz bleiben. 

E. 

Auf Aufforderung hin reichte der Gastgeber eine Vollmachtsurkunde nach, 

um als Vertreter am Verfahren teilnehmen zu können. 

F. 

In ihrer Vernehmlassung vom 4. März 2015 schliesst die Vorinstanz auf 

Abweisung der Beschwerde und führt ergänzend aus, dass der Gastgeber 

die anstandslose Widerausreise nach Ablauf des Visums garantiere und 

seinen Neffen an den Flughafen begleiten möchte, biete für sich alleine 

betrachtet ebenfalls keine ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wie-

derausreise. 

G. 

Der Gastgeber bemerkt dazu in seiner Replik vom 19. März 2015, er halte 

an seinen Begehren fest, und führt weiter aus, wenn sein Neffe beabsich-

tigen würde in der Schweiz zu bleiben, dann hätte er wohl kaum ein Visum 

beantragt, da die Einreise in die Schweiz aufgrund der offenen Grenze sehr 

einfach sei. Zudem hätte er selbst sicherlich nicht den Aufwand betrieben, 

welcher mit der Beantragung eines Visums einhergehe. 

H. 

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1. 

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 

VGG genannten Behörden. Dazu gehört das SEM, das mit der Abweisung 

der Einsprache betreffend Verweigerung eines Schengen-Visums eine Ver-

fügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt 

erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

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1.3 Der vertretene Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur 

Beschwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-

legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2. 

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung    von 

Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des        Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. 

Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdever-

fahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 

VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen; massgebend sind grundsätzlich die tatsächlichen Ver-

hältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m. H.). 

3. 

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines kosovarischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen 30-tägigen Aufent-

halt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende 

Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der 

Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schen-

gen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechts-

akte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine 

Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die 

Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 

enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4. 

Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht 

auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung ei-

nes Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätz-

lich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestatten. 

Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um 

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einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Aus-

länderinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 

II 1 E. 1.1). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befug-

nisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise und 

Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das 

Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen 

Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt jedoch auch das Schengen-

Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

5. 

5.1 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den 

Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb 

eines Zeitraums von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenz-

übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist. Im Wei-

teren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres 

beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzi-

elle Mittel verfügen. Namentlich haben sie zu belegen, dass sie den Schen-

gen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Visums wieder 

verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise bieten. Ferner 

dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem 

(SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für 

die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 

oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. 

zu den Einreisevoraussetzungen: Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 

1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Vi-

sumserteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 der Verordnung [EG] 

Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und Rates vom 15. März 2006 

über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch 

Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex bzw. SGK], ABl. L 105/1 

vom 13.04.2006; Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung 

[EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex] [nach-

folgend: Visakodex], ABl. L 243/1 vom 15.09.2009; vgl. zum Personen-

kreis: Art. 2 Ziff. 5 und Ziff. 6 SGK). 

5.2 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Voraussetzungen für die 

rechtmässige Einreise nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-

Raum geltendes "einheitliches Visum" nicht erteilt werden. Allerdings kann 

ein Mitgliedstaat in Ausnahmefällen ein sog. "Visum mit räumlich be-

schränkter Gültigkeit" erteilen, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffen-

den Mitgliedstaats gilt. Unter anderem kann der betreffende Mitgliedstaat 

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von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären 

Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internati-

onaler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visako-

dex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK; BVGE 2011/48 E. 4.6). 

5.3 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 

2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige 

beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müs-

sen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von  dieser 

Visumpflicht befreit sind (ABl. L 81/1 vom 21.03.2001; zum vollständigen 

Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV) zeigen diejenigen 

Staaten auf, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren-

zen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müssen. 

Da der Kosovo in dieser Liste aufgeführt ist, unterliegt der Gesuchsteller 

der Visumspflicht. 

6. 

6.1 Die Vorinstanz begründete die Abweisung der Einsprache im Wesent-

lichen damit, dass die Wiederausreise des Gesuchstellers nicht gewähr-

leistet sei. Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederaus-

reise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Hierzu sind lediglich 

Prognosen möglich, wobei jedoch sämtliche Umstände des konkreten Ein-

zelfalles zu würdigen sind. Dabei ist einerseits die allgemeine Lage im Her-

kunftsland und andererseits die individuelle Situation der gesuchstellenden 

Person in die Beurteilung mit einzubeziehen. Insbesondere ist die Ausstel-

lung eines Visums zu verweigern, wenn der Aufenthaltszweck und die Um-

stände des geplanten Aufenthalts nicht genügend belegt wurden (Art. 32 

Visakodex i.V. Art. 12 VEV). 

6.2 Zur allgemeinen Situation im Kosovo kann momentan folgendes fest-

gehalten werden: Obwohl der Kosovo von der Wirtschafts- und Finanzkrise 

nicht in grösserem Umfang betroffen war, ist die wirtschaftliche Lage nach 

wie vor schwierig. Die Arbeitslosigkeit im Jahr 2013 lag offiziell bei über 

30 %, eine Zahl, die aber aufgrund des grossen informellen Sektors zu re-

lativieren ist. Der IWF ging für das Jahr 2013 von einem Bruttoinlandpro-

dukt von rund 2'800 Euro je Einwohner aus, womit der Kosovo nicht nur als 

eines der ärmsten Länder Europas, sondern auch als das ärmste Land auf 

dem Balkan gilt. Zuverlässige Angaben über die Höhe der Transferleistun-

gen aus dem Ausland fehlen jedoch. Diese Überweisungen – sie fliessen 

vor allem in den privaten Konsum – stellen jedenfalls eine wichtige Einkom-

mensquelle und damit einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar (Quelle: 

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www.auswaertiges-amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinformati-

onen > Kosovo > Wirtschaftspolitik, m. H. auf weitere Quellen; Stand: März 

2015, abgerufen im April 2015). Aufgrund der geschilderten Situation ist 

der Wunsch nach Emigration, nicht zuletzt um die eigene finanzielle Exis-

tenz zu sichern, stark verbreitet.  

6.3 Im Hinblick auf die dargelegte wirtschaftliche Lage und den grossen 

Migrationsdruck aus dem Kosovo ist nicht zu beanstanden, dass die Vor-

instanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besu-

chern aus dem Kosovo allgemein als hoch einschätzt.  

6.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-

stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des kon-

kreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Per-

son im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaft-

liche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die 

Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Anderer-

seits muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflich-

tungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen 

Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch eingeschätzt werden. 

6.4.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen bald 19-jährigen ledi-

gen Mann ohne Erwerbsarbeit. Er lebt laut dem Gastgeber gemeinsam mit 

seiner Mutter und seinem Bruder in einem neueren Haus. Der Vater sei 

verstorben. Der Gastgeber hebt hervor, dass der Gesuchsteller als ältester 

Sohn seine Mutter nicht im Stich lassen und in der Schweiz bleiben würde. 

Auf den ersten Blick könnte dieser Umstand für eine gewisse Verwurzelung 

des Eingeladenen sprechen. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass zu-

rückbleibende nahe Angehörige gerade in Situationen angespannter politi-

scher bzw. wirtschaftlicher Verhältnisse regelmässig nicht verlässlich da-

von abhalten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen, sei dies 

etwa in der Hoffnung, die Zurückgebliebenen aus dem Ausland effizienter 

zu unterstützen oder später allenfalls gar nachziehen zu können. Diese 

Schlussfolgerung ist in casu insbesondere von Bedeutung, da der Gesuch-

steller keiner Erwerbsarbeit nachgeht und seine Familienmitglieder somit 

nicht finanziell unterstützen kann. Dass der Zuwanderungsdruck von Per-

sonen aus dem Kosovo in grossem Masse anhält, wurde bereits erwähnt.  

6.4.2 Insgesamt betrachtet, sind somit weder in den familiären oder gesell-

schaftlichen noch beruflichen und damit wirtschaftlichen Verhältnissen des 

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Seite 8 

Gesuchstellers Besonderheiten erkennbar, die eine Emigration als unwahr-

scheinlich erachten lassen. 

6.4.3 Vor dem geschilderten Hintergrund ist das Risiko, dass der Gesuch-

steller die Schweiz nach einem Besuchsaufenthalt nicht wieder rechtzeitig 

verlassen könnte, nicht zu unterschätzen. Daran vermögen auch die ge-

genteiligen Zusicherungen des Gastgebers nichts zu ändern. Als solcher 

kann er zwar für bestimmte finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem 

Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen 

seines Gastes rechtswirksam einstehen (vgl. BVGE 2009/27 E. 9 sowie 

Urteil des BVGer C-3216/2013 vom 28. Februar 2014 E. 7.5). Aus dem 

gleichen Grund kann auch nicht entscheidend sein, dass der Gastgeber im 

Zusammenhang mit dem beabsichtigten Aufenthalt grossen Aufwand be-

trieben hat. Zu keinem anderen Ergebnis führt der Hinweis, schon früher 

Gäste empfangen zu haben, welche dann rechtzeitig ausgereist seien, 

noch der Umstand, der Mutter und dem jüngeren Bruder des Beschwerde-

führers seien die Visa nicht verweigert worden. Jedes Einreisegesuch ist 

nach Massgabe seiner spezifischen Gegebenheiten einzelfallweise zu be-

urteilen, was in casu geschah und nicht zu beanstanden ist. 

7. 

Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültig-

keit (vgl. E. 5.2) wurden vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und 

ergeben sich auch sonst nicht aus den Akten.  

8. 

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung sich im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig erweist. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen. 

9. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).   

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]) 

– das Migrationsamt des Kantons Zürich  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn 

 

 

 

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