# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bc448c4-d4f1-54c6-94ed-df3db9fae0a4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.01.2012 725 11 392 / 12 (725 2011 392 / 12)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-11-392---12_2012-01-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

vom 19. Januar 2012 (725 11 392 / 12) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Verweigerung von Rentenleistungen wegen Suizidversuch bzw. absichtlich herbeigeführ-

ten körperlichen Schädigungen 

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber Marc Stalder 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Lic. jur. Pius Buch-
mann, Rechtsanwalt, Sonnenplatz 1, Postfach, 6020 Emmenbrücke 2 

  
 
gegen 
 
 

 SUVA, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 

 
A. Die am 12. Oktober 1980 geborene A.____ bezog seit dem 22. Juni 2010 Taggelder der Ar-
beitslosenversicherung und war deshalb bei der SUVA obligatorisch gegen die Folgen von Un-
fällen versichert. 
 
B. Anlässlich einer Reise in die ehemalige Heimat Serbien geriet A.____ am 25. Juli 2010 wäh-
rend einer Autofahrt, bei welcher sie auf dem Rücksitz sass, in Streit mit ihrem Ehemann, wel-
cher das Auto lenkte. Nachdem sie bereits zuvor einmal angedroht hatte, das fahrende Auto zu 
verlassen, der Ehemann jedoch noch rechtzeitig in einer Bushaltestelle anhalten konnte, öffnete 
A.____ zu einem späteren Zeitpunkt die Schiebetüre des fahrenden Autos. In der Folge stürzte 

 
 
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sie aus dem Auto, welches zu diesem Zeitpunkt noch eine Geschwindigkeit von ca. 50-60 km/h 
aufwies. Dabei zog sie sich unter anderem erhebliche Kopfverletzungen zu. 
 
C. Am 5. August 2010 meldete die Arbeitslosenkasse X.____ den Vorfall der SUVA. Diese lehn-
te mit Verfügung vom 19. Oktober 2010 die Ausrichtung von Versicherungsleistungen gestützt 
auf Art. 2 Abs. 1 UVG ab, da A.____ die Gesundheitsschädigung absichtlich herbeigeführt ha-
be. 
 
D. Gegen diese Verfügung erhob A.____ , damals vertreten durch Advokatin Kathrin Wüthrich, 
am 15. November 2010 Einsprache. 
 
E. Nachdem die SUVA A.____ im Rahmen des Einspracheverfahrens am 30. Juni 2011 durch 
Dr. med. B.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch hatte untersuchen 
lassen, wies sie die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 26. September 2011 ab. 
 
F. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ (Beschwerdeführerin), mittlerweile vertre-
ten durch Rechtsanwalt Pius Buchmann, am 28. Oktober 2011 Beschwerde an das Kantonsge-
richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und begehrte die 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Zudem sei die SUVA anzuweisen, der Beschwerde-
führerin im Zusammenhang mit dem Unfall vom 25. Juli 2010 die gesetzlichen Leistungen zu 
erbringen, insbesondere sei für den Zeitraum ab dem 25. Juli 2010 ein Taggeld zu entrichten. 
Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die SUVA zurückzuweisen, unter o/e-
Kostenfolge. 
 
G. Mit Vernehmlassung vom 21. November 2011 begehrte die SUVA die Abweisung der Be-
schwerde. Sollte das Kantonsgericht jedoch der Beurteilung der SUVA nicht folgen, so wäre zu 
prüfen, ob nicht eine Leistungskürzung infolge Wagnisses oder einer grobfahrlässigen Hand-
lungsweise zu verfügen sei. Zudem sei der Antrag auf Kostenauflage an sie SUVA abzuweisen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in Z.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 

 
 
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zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 28. Oktober 2011 ist demnach einzutreten.  
 
2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfall-
versicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen 
Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 
Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusam-
menhang besteht.  
 
3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die SUVA für das Ereignis 
vom 25. Juli 2010, bei welchem die Beschwerdeführerin aus einem fahrenden Auto sprang, 
leistungspflichtig ist oder nicht. 
 
4.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Ge-
hör, da die SUVA stets von einem Suizid ausgegangen sei und sich nicht mit der Möglichkeit 
befasst habe, dass allenfalls kein Suizidversuch vorgelegen habe. Aufgrund dessen habe sich 
die SUVA in keinerlei Weise mit der Argumentation der Beschwerdeführerin auseinanderge-
setzt. Die SUVA hält hingegen dafür, dass die Beweggründe, welche zum Einspracheentscheid 
geführt hätten, aus dem Entscheid hervorgingen, weshalb keine Gehörsverletzung vorliege. 
 
4.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV hat jede Person Anspruch auf rechtliches Gehör. Ein Bestandteil 
dieses Anspruchs stellt die Begründungpflicht dar. Hierfür ist es notwendig, dass die verfügende 
Behörde wenigstens kurz die Überlegungen, von welchen sie sich hat leiten lassen und auf 
welche sie die Verfügung stützt, nennt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich 
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrän-
ken (BGE 126 V 75, E. 5dd; BGE 124 V 180, E. 1a). 
 
4.3 In der Tat geht die SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 26. September 2011 entgegen 
der Auffassung der Bescherwerdeführerin von einem Suizidversuch aus. Der Umstand, dass 
die SUVA nicht im von der Beschwerdeführerin gewünschten Ausmass auf deren Argumentati-
on eingeht, stellt an sich jedoch keine Gehörsverletzung dar. Es handelt sich dabei einzig um 
eine andere Interpretation der medizinischen Unterlagen, welche zu einer abweichenden recht-
lichen Einschätzung führt. Die SUVA begründet diese Interpretation einlässlich und die Motive, 
welche zum abweisenden Entscheid geführt haben, sind ausreichend klar in der angefochtenen 
Verfügung dargelegt. Der Beschwerdeführerin war es folglich ohne Weiteres möglich, aufgrund 
der Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu erkennen, von welchen Überlegungen sich 
die SUVA hat leiten lassen, weshalb keine Gehörsverletzung erkennbar ist. Ohnehin verfügt 
das Kantonsgericht im vorliegenden Verfahren über umfassende Kognition, so dass sowohl die 
Argumentation der Beschwerdeführerin als auch diejenige der SUVA einer vollumfänglichen 
Prüfung unterzogen werden kann. 
 
5.1.1 Aus materieller Sicht geht die SUVA im Einspracheentscheid vom 26. September 2011 
grundsätzlich davon aus, dass sich die Beschwerdeführerin in Selbsttötungsabsicht aus dem 

 
 
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Fahrzeug stürzte, weshalb in Anwendung von Art. 37 Abs. 1 UVG keine Versicherungsleistun-
gen zu entrichten seien. Dabei stützt sich die SUVA auf den Bericht vom 4. August 2011 zur 
psychiatrischen Untersuchung vom 30. Juni 2011 vom Versicherungspsychiatrischen Dienst der 
SUVA, Dr. med. B.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Darin wird ausgeführt, 
dass ein demonstrativer Suizidversuch denkbar sei. Selbiges lässt sich auch aus der Überset-
zung der Bestätigung der Polizeistation Y.____ (Serbien) vom 12. August 2010 entnehmen, 
wonach den Polizeibeamten ein Selbstmordversuch gemeldet worden sei. 
 
5.1.2 Die Beschwerdeführerin hingegen argumentiert dahingehend, dass es sich beim Hinaus-
springen aus dem fahrenden Fahrzeug nicht um einen Selbsttötungsversuch sondern vielmehr 
um eine unüberlegte Kurzschlussreaktion gehandelt habe. Die Beschwerdeführerin habe sich 
nie umbringen wollen, dies habe auch der Ehemann bei der Besprechung auf der SUVA-
Agentur am 6. August 2010 angegeben. Zudem bestätige auch Dr. med. C.____, FMH Psychi-
atrie und Psychotherapie, im ärztlichen Zeugnis vom 6. Dezember 2010, dass der Unfall vom 
25. Juni 2010 nicht in suizidaler Absicht geschehen sei. Überdies könne auch aus dem Bericht 
von Dr. B.____ nicht entnommen werden, dass sich die Versicherte beim Sprung aus dem 
Fahrzeug habe töten wollen, so werde darin ein überlegter Suizidversuch ausdrücklich weitge-
hend ausgeschlossen. 
 
5.1.3 Aus dem Bericht von Dr. B.____ vom 4. August 2011 geht tatsächlich hervor, dass ein 
demonstrativer Suizidversuch denkbar sei. Hingegen führt er ebenfalls aus, dass sich weder für 
einen demonstrativen noch für einen überlegten Versuch eine sichere Entscheidung treffen 
liesse. Die diagnostisch zu erkennende Belastungsreaktion (F 43.0) habe bloss möglicherweise 
in einem Suizidversuch gemündet. Die Angaben in der Bestätigung der Polizeistation Y.____ 
schliesslich beruhen offenbar nicht auf einer tatsächlichen Aussage der Beschwerdeführerin. So 
kann auch dem Austrittsbericht des klinischen Zentrums Serbiens, welcher den Akten in über-
setzter Version vorliegt, entnommen werden, dass nähere Angaben und Umstände, wie die 
Verletzung entstanden sei, nicht vorlägen. Ebenfalls sei unbekannt, welche Dynamik des Be-
wusstseins zum Unfall geführt habe. Die Patientin könne die Umstände nicht rekonstruieren. 
Dies deckt sich mit den Angaben der Beschwerdeführerin sowie ihres Mannes, wonach sie sich 
den Sprung nicht erklären könne, jedoch nicht in suizidaler Absicht gehandelt habe. 
 
5.1.4 Im Falle einer Selbsttötung ist aufgrund der Macht des Selbsterhaltungstriebes in der Re-
gel von einer natürlichen Vermutung der Unfreiwilligkeit einer solchen Tat und damit vom Vor-
liegen eines Unfalles auszugehen, wenn Zweifel bestehen, ob der Tod einer Versicherten durch 
Unfall oder Suizid herbeigeführt worden ist. Dass sie willentlich aus dem Leben scheiden wollte, 
darf daher nur dann als nachgewiesen gelten, wenn gewichtige Indizien jede andere den Um-
ständen angemessene Deutung ausschliessen. Deshalb ist in solchen Fällen zunächst von der 
durch den Selbsterhaltungstrieb gegebenen Vermutung auszugehen, es liege keine versuchte 
Selbsttötung vor, und sodann zu fragen, ob überzeugende Umstände vorliegen, die diese Ver-
mutung widerlegen (SVZ 68 2000 S. 201, U 182/96; RKUV 1996 Nr. U 247 S. 172 E. 2b; Urteil 
8C_663/2009 E. 2.3; Urteil 8C_256/2010 E. 3.2.2).  
 
5.1.5 Derart überzeugende Umstände, welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
vorausgesetzt werden, liegen in vorliegendem Fall nicht vor. Auch wenn es nach Aussage von 
Dr. B.____ möglich ist, dass sich die Beschwerdeführerin mit dem Sprung aus dem fahrenden 

 
 
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Auto das Leben nehmen wollte, so sprechen die übrigen Umstände, die konsistenten Aussagen 
der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes wie auch der Bericht von Dr. C.____ eher dage-
gen. Jedenfalls reichen die Anhaltspunkte nicht aus, um die Vermutung der Unfreiwilligkeit zu 
widerlegen, weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin beim Sprung aus 
dem Fahrzeug nicht in suizidaler Absicht handelte. Die Anwendung von Art. 37 Abs. 1 UVG 
aufgrund eines Suizidversuchs gemäss den Ausführungen der SUVA ist demnach ausge-
schlossen. 
 
5.2.1 Art. 37 Abs. 1 UVG sieht die Möglichkeit der Verweigerung von Rentenleistungen aller-
dings nicht nur im Suizidfall vor, sondern ebenfalls für den Fall, dass sich jemand eine körperli-
che Schädigung absichtlich zugefügt hat. Es geht jedoch bereits aus dem Gesetzeswortlaut 
hervor, dass sich der Vorsatz sowohl auf die zur Verletzung führende Handlung als auch auf die 
Zufügung der Verletzung an sich beziehen muss. Im Gegensatz zu der Annahme der SUVA in 
Ziff. 2.2 ihrer Vernehmlassung vom 21. November 2011 genügt gerade nicht alleine, dass sich 
die Beschwerdeführerin in (eventual-)vorsätzlicher Weise aus dem Fahrzeug stürzte, vielmehr 
muss sich der Vorsatz auch auf das Zufügen der Verletzung an sich beziehen. 
 
5.2.2 Bei Fragen des Vorsatzes stellt sich regelmässig die Frage der Abgrenzung von Eventu-
alvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit. Was das Vorliegen eines Eventualvorsatzes anbelangt, 
lässt sich ein solcher nicht bereits daraus ableiten, dass der Versicherten die Möglichkeit eines 
Schadenseintritts bewusst war. Das entsprechende Wissen und Bewusstsein bildet vielmehr 
das massgebende Kriterium für die Unterscheidung zwischen bewusster und unbewusster 
Fahrlässigkeit. Eventualvorsatz liegt dann vor, wenn jemand den Eintritt des Erfolgs für möglich 
hält, aber dennoch handelt, weil er oder sie den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt 
(vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB), sich mit ihm abfindet, mag er auch unerwünscht sein. Sowohl 
eventualvorsätzlich als auch bewusst fahrlässig Handelnde wissen um die Möglichkeit des Er-
folgseintritts. Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Die bewusst fahrlässig han-
delnde Person vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihr als möglich 
vorausgesehene Erfolg nicht eintreten werde. Demgegenüber nimmt, wer eventualvorsätzlich 
handelt, den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit 
ihm ab (vgl. die strafrechtliche Rechtsprechung: BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 16 mit Hinweis). Even-
tualvorsatz ist auch bei gefährlichen Handlungen nur mit Zurückhaltung anzunehmen (vgl. zur 
Problematik im Strafrecht Analyse der Rechtsprechung des Bundesgerichtes, AJP 2008 S. 519 
ff., 526 Ziff. 30; vgl. zum Ganzen Urteil 8C_504/2007 E. 5.3.2). 
 
5.2.3 Im Gegensatz zu Fällen der Selbsttötung, in welchen die Unfreiwilligkeit der Schädigung 
vermutet wird (vgl. E. 5.1.4 hievor), ist bei einer Selbstschädigung nach konstanter Praxis des 
Bundesgerichts von der üblichen Beweislast sowie dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweismass auszugehen. Folglich hat die leistungsansprechende Person das Vorliegen eines 
Unfalls und damit einhergehend die Unfreiwilligkeit der Schädigung mit dem Beweismass der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beweisen (vgl. Urteil 8C_256/2010 E. 3.2.1 f.). 
 
5.2.4 Die Beschwerdeführerin gibt an, sich der genauen Umstände des Sprungs aus dem Fahr-
zeug nicht mehr bewusst zu sein. Aus den vorliegenden Berichten von Dr. C.____ vom 
6. Dezember 2010 und vom 14. Mai 2011 geht hervor, dass es sich bei dem Sprung um eine 
Kurzschlusshandlung gehandelt habe. Im Bericht vom 6. Dezember 2010 wird zudem ausge-

 
 
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führt, die Beschwerdeführerin sei zum Unfallzeitpunkt nicht urteilsfähig gewesen. Dr. B.____ 
führt in seinem Gutachten vom 4. August 2011 zwar aus, dass nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit von einer Urteilsunfähigkeit zum Unfallzeitpunkt auszugehen sei, auch er geht 
jedoch von einer akuten Belastungssituation aus, welche in einer Affekthandlung gemündet 
habe. 
 
5.2.5 Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerdeführerin gemäss Bericht von 
Dr. B.____ an einer agoraphobischen Störung leidet. Die Befürchtung, dass ein sofort nützbarer 
Fluchtweg fehlt, ist eines der Schlüsselsymptome dieser Störung. Aufgrund dessen erscheint es 
plausibel, dass die Beschwerdeführerin in dieser eingeengten Situation im fahrenden Fahrzeug 
und aufgrund des Streits mit ihrem Ehemann, im Sinne einer Kurzschlussreaktion die Autotür 
öffnete und heraussprang. Unabhängig davon, ob sie damit bezwecken wollte, dass ihr Mann 
das Fahrzeug wie beim ersten Versuch stoppt oder ob sie mit dieser Aktion einfach nur aus der 
für sie unerträglichen Situation flüchten wollte, kann aufgrund der Affekthandlung nicht davon 
ausgegangen werden, dass sie sich überhaupt über die Folgen ihrer Handlung Gedanken 
machte. Folglich kann sie die dabei resultierenden Verletzungen auch nicht billigend in Kauf 
genommen haben, was zur Annahme eines Eventualvorsatzes notwendig wäre. Aufgrund des-
sen handelte die Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Folgen ihres Sprunges höchstens be-
wusst fahrlässig. 
 
5.2.6  Da Eventualvorsatz zu verneinen ist, erübrigt sich eine nähere Prüfung der Frage, ob ein 
solcher als absichtliche Herbeiführung des Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 37 Abs. 1 
UVG zu betrachten wäre. In der Lehre wird der Einbezug des Eventualvorsatzes zum Teil abge-
lehnt (Alfred MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 174 
Fn. 351; Alexandra RUMO-JUNGO, Die Leistungskürzung oder -verweigerung gemäss Art. 37-39 
UVG, Diss. Freiburg 1993, S. 113, mit weiteren Hinweisen), zum Teil befürwortet (Alfred 
BÜHLER, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller (Hrsg.), Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 
1995, St. Gallen 1995, S. 195 ff., 211, mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil U 276/01 vom 
14. Februar 2002, E. 4; Urteil 8C_504/2007 E. 5.4). 
 
6. Zusammengefasst kann die Leistung somit nicht gestützt auf Art. 37 Abs. 1 UVG verweigert 
werden, da weder ein Suizidversuch noch eine beabsichtigte Körperschädigung vorliegt. Zu 
prüfen wird jedoch sein, ob die Beschwerdeführerin grobfahrlässig gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG 
gehandelt hat, was eine Leistungskürzung zur Folge haben könnte. Ebenfalls zu prüfen ist, ob 
allenfalls ein Wagnis im Sinne von Art. 39 in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 UVV vorliegt, was 
ebenfalls eine Kürzung oder gar eine Verweigerung der Versicherungsleistung zur Folge haben 
kann. Da diese Möglichkeiten der Leistungsreduktion oder -verweigerung jedoch nicht Inhalt 
des angefochtenen Einspracheentscheids sind und sich die Parteien folglich nicht damit ausei-
nandergesetzt haben, kann das Kantonsgericht darüber in vorliegendem Verfahren nicht ent-
scheiden. Der Fall ist folglich an die SUVA zurückzuweisen, um den Leistungsanspruch festzu-
legen. 
 
7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien 
kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 

 
 
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7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Als Obsiegen im Sinne der genannten Bestimmung gilt grundsätzlich 
auch die Rückweisung der Angelegenheit an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung 
(BGE 132 V 235 E. 6.2 mit Hinweisen). Überdies entspricht diese Rückweisung dem Eventual-
antrag der Beschwerdeführerin. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Beschwer-
deführerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der SUVA zuzusprechen. Der Rechts-
vertreter der Beschwerdeführerin führt in seiner Honorarnote vom 24. Juni 2011 einen Zeitauf-
wand von insgesamt 7 Stunden auf. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässig in Anbetracht 
der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu 
dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung 
gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind 
sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 12.--. Der Beschwerdeführerin 
ist folglich eine Parteientschädigung von Fr. 1'902.95 (7 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von 
Fr. 12.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der SUVA zuzusprechen. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einsprache-
entscheid der SUVA vom 26. September 2011 aufgehoben und die 
Angelegenheit zur Festsetzung des Leistungsanspruchs im Sinne der 
Erwägungen an die SUVA zurückgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die SUVA hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 1'902.95 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 

 
 
 
Gegen diesen Entscheid hat die SUVA am 26. März 2012 beim Bundesgericht Beschwerde erhoben 
(siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_271/2012).  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht