# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2a4d428-da6f-5f27-90ae-5068c16065d1
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-04-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.04.2015 BG.2015.11
**Docket/Reference:** BG.2015.11
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2015-11_2015-04-29

## Full Text

Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO).;;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO).;;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO).;;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO).

Beschluss vom 29. April 2015  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

KANTON SCHWYZ,  

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

KANTON ZÜRICH,  

 

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2015.11 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Schwyz führen gegen A. eine 

Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf einfache Körperverletzung mit 

einem gefährlichen Gegenstand, begangen am 1. Februar 2014 in Z. (SZ) 

zum Nachteil von B. In diesem Zusammenhang führen die Strafverfol-

gungsbehörden ebenfalls gegen A., B., C. und D. eine Strafuntersuchung 

wegen des Verdachts auf Raufhandel, mutmasslich begangen am 1. Feb-

ruar 2014 in Z. (U-act. SUH 2014 764, 8.2.00 ff.; SUH 2014 1051-1053, 

8.0.00 ff.). Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Schwyz führen ge-

gen A. zudem auch Strafuntersuchungen wegen des Verdachts der einfa-

chen Körperverletzung, begangen am 2. März 2014 in Y. (SZ) zum Nachteil 

von E. (U-act. SUH 2014 764, 8.1.00 ff.), und wegen Verdachts grober Ver-

letzung der Verkehrsregeln sowie mehrfacher einfacher Verletzung der 

Verkehrsregeln, begangen am 1. Juni 2014 in X. (SZ) (U-act. SUH 2014 

764, 8.3.00 ff.). 

 

Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich führen gegen A. und 

weitere Beteiligte eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts der ver-

suchten schweren Körperverletzung und des Angriffs, begangen am 

9. November 2014 in W. (ZH) zum Nachteil von F. (ref 2014/10004795). 

 

 

B. Am 20. November 2014 stellte die Staatsanwaltschaft See / Oberland (ZH) 

ein erstes Ersuchen an die Staatsanwaltschaft Höfe Einsiedeln (SZ) um 

Übernahme des bei ihr gegen den Beschuldigten A. pendenten Verfahrens 

(act. 1.3). Mit Schreiben vom 25. November 2014 lehnte die Staatsanwalt-

schaft Höfe Einsiedeln die Verfahrensübernahme ab und ersuchte die 

Staatsanwaltschaft See / Oberland ihrerseits um Übernahme der gegen A., 

B., C. und D. geführten Strafverfahren (act. 1.4). Mit Schreiben vom 

15. Dezember 2014 lehnte die Staatsanwaltschaft See / Oberland dieses 

Ersuchen ab und ersuchte die Staatsanwaltschaft Höfe Einsiedeln erneut 

um Übernahme der von ihr gegen A. geführten Strafuntersuchung 

(act. 1.5). 

 

Am 15. Januar 2015 gelangte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 

Schwyz an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich mit Ersuchen 

um Übernahme der Strafverfahren gegen A., B., C. sowie D. (act. 1.1). Mit 

Schreiben vom 17. Februar 2014 wurde die Übernahme der Strafuntersu-

chungen seitens der Oberstaatsanwaltschaft Zürich abgelehnt (act. 1.2). 

 

 

- 3 - 

 

 

C. Mit Gesuch vom 27. Februar 2015 stellt die Oberstaatsanwaltschaft des 

Kantons Schwyz bei diesem Gericht den Antrag, die Behörden des Kan-

tons Zürich seien als berechtigt und verpflichtet zu erklären, die durch die 

Staatsanwaltschaft Höfe Einsiedeln, Kanton Schwyz, eingeleiteten Strafver-

fahren gegen die Beschuldigten A., B., C. und D. durchzuführen (act. 1, 

S. 2). Ebenfalls beantragt sie, die Verfahrensakten der von der Staatsan-

waltschaft See / Oberland geführten Strafuntersuchung beizuziehen (act. 1, 

S. 3) und allenfalls die Trennung der beiden Verfahren gemäss Art. 30 

StPO zu prüfen (act. 1, S. 8). 

 

Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich verlangt mit Schreiben 

vom 11. März 2015, es seien die Strafverfolgungsbehörden des Kantons 

Schwyz zur Verfolgung und Beurteilung der dem Beschuldigten A. vorge-

worfenen Straftaten für berechtigt und verpflichtet zu erklären (act. 3, S. 2). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Die Strafbehörden prüfen ihre Zuständigkeit von Amtes wegen und leiten 

einen Fall wenn nötig der zuständigen Stelle weiter (Art. 39 Abs. 1 StPO). 

Erscheinen mehrere Strafbehörden als örtlich zuständig, so informieren 

sich die beteiligten Staatsanwaltschaften unverzüglich über die wesentli-

chen Elemente des Falles und bemühen sich um eine möglichst rasche Ei-

nigung (Art. 39 Abs. 2 StPO). Können sich die Strafverfolgungsbehörden 

verschiedener Kantone über den Gerichtsstand nicht einigen, so unterbrei-

tet die Staatsanwaltschaft des Kantons, der zuerst mit der Sache befasst 

war, die Frage unverzüglich, in jedem Fall vor der Anklageerhebung, der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum Entscheid (Art. 40 

Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Hinsichtlich der Frist, innerhalb 

welcher die ersuchende Behörde ihr Gesuch einzureichen hat, ist im Nor-

malfall die Frist von zehn Tagen gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO analog an-

zuwenden (vgl. hierzu u. a. TPF 2011 94 E. 2.2 S. 96). Die Behörden, wel-

che berechtigt sind, ihren Kanton im Meinungsaustausch und im Verfahren 

vor der Beschwerdekammer zu vertreten, bestimmen sich nach dem jewei-

ligen kantonalen Recht (Art. 14 Abs. 4 StPO). 

 

- 4 - 

 

 

1.2 Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 

das Gesuch ist einzutreten. 

 

 

2. Für die Verfolgung und Beurteilung einer Straftat sind die Behörden des Or-

tes zuständig, an dem die Tat verübt worden ist (Art. 31 Abs. 1 Satz 1 

StPO). Hat eine beschuldigte Person mehrere Straftaten an verschiedenen 

Orten verübt, so sind für die Verfolgung und Beurteilung sämtlicher Taten 

die Behörden des Ortes zuständig, an dem die mit der schwersten Strafe 

bedrohte Tat begangen worden ist. Bei gleicher Strafdrohung sind die Be-

hörden des Ortes zuständig, an dem zuerst Verfolgungshandlungen vorge-

nommen worden sind (sog. forum praeventionis; Art. 34 Abs. 1 StPO). Bei 

der Beurteilung der Gerichtsstandsfrage muss von der aktuellen Verdachts-

lage ausgegangen werden. Massgeblich ist nicht, was dem Beschuldigten 

schlussendlich nachgewiesen werden kann, sondern der Tatbestand, der 

Gegenstand der Untersuchung bildet, es sei denn, dieser erweise sich von 

vornherein als haltlos oder sei sicher ausgeschlossen. Der Gerichtsstand 

bestimmt sich also nicht nach dem, was der Täter begangen hat, sondern 

nach dem, was ihm vorgeworfen wird, das heisst, was aufgrund der Akten-

lage überhaupt in Frage kommt. Dabei stützt sich die Beschwerdekammer 

auf Fakten, nicht auf Hypothesen. Es gilt der Grundsatz in dubio pro durio-

re, wonach im Zweifelsfall auf den für den Beschuldigten ungünstigeren 

Sachverhalt abzustellen bzw. das schwerere Delikt anzunehmen ist 

(vgl. zuletzt u. a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2014.14 vom 

3. September 2014, E. 2.2 m.w.H.). 

 

 

3.  

3.1 Zwischen den Parteien umstritten ist in materieller Hinsicht insbesondere 

die rechtliche Qualifikation der durch A. am 1. Februar 2014 in Z. (SZ) zum 

Nachteil von B. mutmasslich verübten strafbaren Handlungen. Konkret wird 

A. vorgeworfen, B. eine Bierflasche an den Kopf geschlagen zu haben. Der 

Gesuchsgegner sieht in dem Schlag mit der Bierflasche eine einfache qua-

lifizierte Körperverletzung, evtl. eine versuchte schwere Körperverletzung in 

Realkonkurrenz mit einer einfachen Körperverletzung oder evtl. eine ver-

suchte schwere Körperverletzung (act. 1.2, S. 3). Der Gesuchsteller hält 

demgegenüber dafür, dass es sich bei dem Schlag mit der Bierflasche auf 

den Kopf von B. um eine einfache Körperverletzung mit einem gefährlichen 

Gegenstand gemäss Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 StGB handle 

(act. 1). 

 

- 5 - 

 

 

3.2 Der Tatbestand der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB schützt Körper, körperliche Integrität, körperliche und geistige 

Gesundheit. Das Bewirken oder Verschlimmern eines krankhaften Zustan-

des oder das Verzögern seiner Heilung ist vom Tatbestand ebenfalls er-

fasst. Dieser wird etwa erfüllt durch Zufügen äusserer oder innerer Verlet-

zungen und Schädigungen, wie unkomplizierte, verhältnismässig rasch und 

problemlos völlig ausheilende Knochenbrüche oder Hirnerschütterungen, 

durch Schläge, Stösse und dergleichen hervorgerufene Quetschungen, 

Schürfungen, Kratzwunden, ausser wenn sie keine weitere Folge haben als 

eine vorübergehende harmlose Störung des Wohlbefindens. Kommt die 

bloss vorübergehende Störung einem krankhaften Zustand gleich (etwa 

durch Zufügen von erheblichen Schmerzen, Herbeiführen eines Nerven-

schocks, Versetzen in einen Rausch- oder Betäubungszustand), ist eben-

falls eine einfache Körperverletzung gegeben (BGE 134 IV 189 E. 1.1; 

119 IV 25 E. 2a S. 26; 103 IV 65 E. II.2.c). 

 

Gegenstände werden dann als gefährlich im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 StGB angesehen, wenn sie so verwendet werden, dass die Gefahr 

einer schweren Gesundheitsschädigung im Sinne von Art. 122 StGB ent-

steht (BGE 101 IV 285; Urteil des Bundesgerichts 6B_590/2014 vom 

12. März 2015, E. 1.3). Das Bundesgericht bejahte in BGE 101 IV 285 etwa 

die Frage, ob ein aus ca. vier Metern gegen den Kopf eines Menschen ge-

schleudertes Bierglas ein gefährliches Werkzeug darstellt. Die Bedeutung 

der Wurfdistanz und der Schwere des Glases erachtete das Bundesgericht 

in einem späteren Entscheid hingegen als gering (Urteil des Bundesge-

richts 6B_590/2014 vom 12. März 2015, E. 1.3). 

 

Eine schwere Körperverletzung nach Art. 122 StGB liegt vor, wenn eine 

vorsätzlich herbeigeführte Körperverletzung zu einem Verletzungserfolg in 

der Form der in Art. 122 StGB umschriebenen Alternativen führt, wobei sich 

der Vorsatz des Täters auf die Schwere der Verletzungsfolge beziehen 

muss. Als Alternativen nennt Art. 122 StGB die lebensgefährliche Verlet-

zung, die vorsätzliche Verstümmelung des Körpers, eines wichtigen Orga-

nes oder Gliedes eines Menschen, das Unbrauchbarmachen eines wichti-

gen Organes oder Gliedes, das bleibende Arbeitsunfähig-, Gebrechlich- 

oder Geisteskrankmachen eines Menschen, die arge und bleibende Ent-

stellung des Gesichts eines Menschen sowie die vorsätzliche Verursa-

chung einer anderen schweren Schädigung des Körpers oder der körperli-

chen oder geistigen Gesundheit eines Menschen. 

 

3.3 Unbestritten ist im vorliegenden Fall das Verwenden einer Bierflasche 

durch A. als Schlaginstrument. Die Annahme der Strafverfolgungsbehörde 

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des Kantons Schwyz, dass die besagte Bierflasche als gefährlicher Gegen-

stand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB zu qualifizieren sei, führt 

auch zur Annahme, dass bei Verwendung der Bierflasche als gegen einen 

Kopf gerichtetes Schlaginstrument die Gefahr einer schweren Körperverlet-

zung zumindest nicht ausgeschlossen war (vgl. BGE 101 IV 285). 

 

Auch gestützt auf den geschilderten Ablauf des Vorfalls erscheint der Vor-

wurf der versuchten schweren Körperverletzung nicht als von Vornherein 

haltlos. Ein Schlag mit einer Glasflasche auf den Kopf eines Menschen 

birgt stets die Gefahr, diesen schwer zu verletzen. So hielt das Bundesge-

richt in seinem Urteil 6B_590/2014 vom 12. März 2015 (dort E. 1.3) fest, 

dass ein Täter, welcher ein Glas gegen den Kopf seines Widersachers wer-

fe, das Risiko eingehe, diesem schwere Verletzungen zuzufügen, sei es 

durch den Aufprall des Glases selbst oder das Zerbersten des Glases beim 

Aufprall gegen das Gesicht in Augennähe. Mithin bestehe dabei die Gefahr, 

die Augen des Opfers schwer zu treffen und diese nachhaltig zu verletzen. 

Das Bundesgericht führte weiter aus, dass mit Quetschwunden stets auch 

eine Infektionsgefahr einhergehe (Urteil des Bundesgerichts 6B_590/2014 

vom 12. März 2015, E. 1.2). Gemäss eigenen Angaben erlitt B. eine Prel-

lung an der rechtsseitigen Stirn sowie Schnittwunden in der Schläfenge-

gend (in unmittelbarer Augennähe) und am Kinn (U-act. SUH 2014 764, 

8.2.02, S. 4). Offen bleiben kann die Frage, ob das als Schlaginstrument 

verwendete Bierglas beim Aufprall gegen den Kopf von B. in Brüche ging, 

wobei insbesondere die erlittenen Schnittwunden das Zerbrechen der Bier-

flasche zumindest nahelegen. Selbst wenn die Flasche – wie von D. be-

hauptet (U-act. SUH 2014 764, 8.2.05, S. 6) – nicht zerbarst, verursachte 

A. durch seinen Schlag nicht unerhebliche Verletzungen u. a. in unmittelba-

rer Augennähe. Der Gesuchsteller geht davon aus, dass die vom Opfer er-

littenen Verletzungen einen Schluss auf den Kraftaufwand des Beschuldig-

ten beim Schlag zulassen würden bzw. darauf, was der Beschuldigte mit 

dem Schlag zu bewirken gedachte und mit was für Verletzungen er zu 

rechnen gehabt habe bzw. was für Verletzungen er in Kauf genommen ha-

be (act. 1, S. 6). Neben den Angaben von B. bzw. des Polizeirapports indi-

ziert auch die ärztliche Bestätigung, in welcher die Behandlung einer Prel-

lung mit einer Rissquetschwunde an der rechten Schläfe attestiert wird (U-

act. SUH 2014 764, 3.2.04) – entgegen der Ansicht des Gesuchstellers – 

eine erhebliche Krafteinwirkung auf den Kopf von B. und legt die Inkauf-

nahme einer schweren Körperverletzung seitens A. zumindest nahe. Die 

vorgebrachten Umstände, wonach B. nach dem Schlag nicht zu Boden ge-

gangen sei und die Bar selbständig verlassen habe, vermögen daran nichts 

zu ändern, sind Schmerzempfinden und Verhalten nach einer Verletzung 

doch sehr individuell ausgeprägt. Gemäss dem Grundsatz in dubio pro du-

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riore erscheint vorliegend die Qualifikation der von A. am 1. Februar 2014 

in Z. (SZ) zum Nachteil von B. begangenen Tat als versuchte schwere Kör-

perverletzung nicht von vornherein haltlos. 

 

3.4 Die mit den schwersten Strafen bedrohten, mutmasslich in den Kantonen 

Zürich und Schwyz verübten Taten, welche aufgrund der Aktenlage in Fra-

ge kommen, sind hiernach dieselben. Der Kanton Schwyz ist somit als zu-

erst befasster Kanton gestützt auf Art. 34 Abs. 1 StPO für die Verfolgung 

und Beurteilung der A. zur Last gelegten Taten zuständig. 

 

3.5 Lediglich anzufügen bleibt, dass sich eine Trennung der bisher in zwei ver-

schiedenen Kantonen geführten Verfahren gegen A. im Sinne von Art. 30 

StPO nicht aufdrängt. Mögen die Strafuntersuchungen gegen die übrigen in 

den Vorfall vom 9. November 2014 in W. involvierten Beteiligten allesamt 

im Kanton Zürich geführt werden, sind sämtliche potentiellen Mittäter je-

doch gemäss Angaben des Gesuchsgegners nach Jugendstrafrecht zu be-

urteilen (act. 1.2, S. 4). Eine Beurteilung aller Tatbeteiligten durch ein und 

dasselbe Gericht kann angesichts dieses Umstandes ohnehin nicht erreicht 

werden. Die Schwyzer Strafuntersuchungsbehörden werden die Untersu-

chung diesbezüglich mit den zuständigen Jugendstrafuntersuchungsbehör-

den des Kantons Zürich zu koordinieren haben. 

 

 

4. Im vorliegenden Fall sind weder Gründe für ein Abweichen vom gesetzli-

chen Gerichtsstand ersichtlich noch wurden solche geltend gemacht. 

 

 

5. Nach dem Gesagten erweist sich das Gesuch als unbegründet und wird 

abgewiesen. Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Schwyz sind so-

mit berechtigt und verpflichtet, die durch sie eingeleiteten Strafverfahren 

gegen die Beschuldigten A., B., C. und D. durchzuführen. Ebenfalls werden 

die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Schwyz für berechtigt und ver-

pflichtet erklärt, die A. im Kanton Zürich zur Last gelegten Delikte zu verfol-

gen und zu beurteilen. 

 

 

6. Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 423 Abs. 1 StPO). 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Schwyz sind berechtigt und ver-

pflichtet, sämtliche A., B., C. und D. zur Last gelegten Delikte zu verfolgen 

und zu beurteilen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 29. April 2015 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz  

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.