# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75c9d539-5375-5d51-9c5e-6975afe50aaf
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-10
**Language:** de
**Title:** Abweisung des Rentenbegehrens gestützt auf RAD-Untersuchungsbericht rechtens.
**Docket/Reference:** IV.2013.00736
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00736.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00736
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
10. Dezember 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Zivojin Djokic
Rechtsberatung Djokic
Lagerstrasse 95, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1966, reiste im Jahr 1989 aus Kroatien in die Schweiz ein (
Urk.
7/9/1). Seit
1989
war
er für die
Firma Y.___
als
Hilfs
schreiner
und Chauffeur tätig (
Urk.
7/9/5). Am 2
4.
Mai 2011 meldete er sich unter Hinweis auf seit 2004 bestehende Rückenschmerzen
(
Urk.
7/9/5)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/9,
7/12). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerb
licher (
Urk.
7/13
,
Urk.
7/58,
Urk.
7/75
) und medizinischer Hinsicht (
Urk.
7/16
, Urk.
7/20
)
, wobei sie insbesondere
die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
7/17
,
Urk.
7/41, Urk. 7/43-44
,
Urk.
7/49
)
be
i
zog und die
berufliche Abklä
rung in der
Zentrums Z.___
vom 22. August bis 16. September 2011 (Urk.
7/34)
veranlasste
.
Mit Vorbescheid vom
6.
Juni 2012 stellte die IV-Stelle
X.___
die Ab
wei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk.
7/56).
Dagegen erhob der Ver
si
cherte am
1.
Juli 2012 Einwand (Urk.
7/62). Mit Eingabe vom 16. September 2012 (
Urk.
7/71)
liess
er
den
Bericht von Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 4.
September 2012 (
Urk.
7/70
/1-3
) und den
jenigen
der
Klinik B.___
vom 1
9.
Juli 2012 (
Urk.
7/
70/4-5) ein
rei
chen
. Am 2
0.
Dezember 2012 fand eine ärztliche Unter
suchung des Versicherten durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) statt (
Urk.
7/73
, Urk.
7/
79-
80
).
Die IV-Stelle stellte d
en
RAD-Unter
suchungsbericht vom 18.
Fe
bruar 2013 (Urk.
7
/79-80) dem Versicherten zu
r
Stellungnahme zu
(
Urk.
7/82)
, woraufhin dieser drei weitere Arztberichte einreichte (Urk.
7/86,
Urk.
7/89
, Urk. 7/91
)
.
Nach Prüfung des Einwandes
ver
neinte
die IV-Stelle a
m 2
8.
Juni 2013 wie
vor
beschieden
einen Rentenanspruch des Versicherten
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 3
1.
August 2013 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm eine Invalidenrente zuzuspre
chen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
September 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
7/1-9
7
]), was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 2
6.
Sep
tember 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine In
validen
rente hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
Juni 2013 führte die
Beschwerde
geg
nerin
im Wesentlichen aus, gemäss den Schlussfolgerungen des RAD bestehe in einer der Behinderung optimal angepassten Tätigkeit seit Ablauf der Wartezeit bis zum
1.
April 2012 eine Restarbeitsfähigkeit von 100
%
und ab dem
2.
April 2012 eine Restarbeitsfähigkeit von 80
%
.
Die vom Beschwerdeführer einge
reichten Arztberichte
enthielten
keine medizinischen Befunde, welche auf einen veränderten Gesundheitszustand schliessen lassen würden. Gegenüber dem möglichen Einkommen ohne Gesundheitsschaden resultiere kein
rentenbe
grün
dender
Invaliditätsgrad (
Urk.
2 S. 2).
1.3
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, der medizini
sche Sachverhalt sei nicht korrekt ermittelt und seine gesundheitliche Beein
trächtigung sei fehlerhaft gewürdigt worden, was eine unkorrekte Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit zur Folge gehabt habe. Es bestehe eine offen
sichtlich
e
Dis
krepanz zwischen dem Untersuchungsbericht des RAD und den Berichten der behandelnden Ärzte (
Urk.
1 S. 4).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesge
setz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung [IVG]).
2.3
2.3.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erled
igen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
–
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
–
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
siche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.3.2
Den Stellungnahmen des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 3 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV) kommt Beweiswert zu, wenn sie den all
ge
meinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genü
gen (BGE 125 V 351
E. 3a
und 3b
;
Urteil des Bundesgerichts 9C_865/2009 vom 3.
Dezember 2009 E. 2.2
). Die RAD-Ärzte respektive
Ärztinnen müssen sodann über die im Einzel
fall gefragten persönlichen und fachlichen Quali
fika
tionen ver
fü
gen (Urteile des Bundes
gerichts 9C_724/2011 vom 23. Februar 2012 E. 3.2
, 9C_865/2009 vom
3.
Dezember 2009 E. 2.2
und 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.
4.
3.1
je
mit Hin
weisen).
3.
3.
1
Dem Schlussbericht der
Zentrums Z.___
vom 2
9.
September 2011 ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer bei behinderungsangepassten Tätigkeiten an einem eingerichteten Arbeitsplatz, wie zum Beispiel Elektro-/Kleingeräte-Montagen
,
durchschnittlich eine 70%ige Gesamtarbeitsleistung unter ganztä
gi
ger Verwertung gezeigt habe, wobei die Leistungseinschränkung medizinisch begründet gewesen sei durch gelegentliche kurze zusätzliche
Ent
lastungspausen
respektive ein kontrolliertes und deswegen etwas verlangs
amtes
Arbeits
verhal
ten
(
Urk.
7/34/8). Beispielsweise im Rahmen einer drei- bis sechs
monatigen Übergangszeit, im Sinne eines Praktikums, einer Einarbeitung oder allenfalls auch eines Arbeitstrainings, könne bei optimal behinderungsgerechten Arbeits
verhältnissen, durch allmähliche Gewöhnung an die arbeitsspezifische
Belas
tung und bei vorausgesetzt im weiteren einigermassen stabilem ge
sund
heitli
chen Verlauf, eine zumindest graduelle Steigerung der
Gesamtarbeits
leistung
, unter ganztägiger Verwertung in Richtung 80 bis 100
%
, ange
strebt
werden
(
Urk.
7/34/8-9).
3.2
3.2.1
RAD-Arzt
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, stellte i
m Untersuchungsbericht
vom 1
8.
Februar 2013
die
Diag
nosen
(
Urk.
7/79/5-6)
:
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der
Lendenwir
belsäule
(LWS) bei
-
chronisch rezidivierendem
lumbovertebralem
Schmerzsyndrom (seit 2001),
-
erosiver
Osteochondrose
L5/S1 mit diskreter
Listhese
(2010)
-
Diskushernie L4/5 mit stattgehabter
foraminaler
Kompression der
Ner
venwurzel
L4 rechts (2005)
-
Schmerzhafte Belastungseinschränkung des rechten Kniegelenks bei medi
aler und lateraler Meniskusläsion (Dezember 2011)
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des linken Hüft
gelenks (seit 2009)
-
Verdacht auf aktivierte
Acromioclavicular
(AC)
-Gelenksarthrose links (De
zember 2012)
Dr.
C.___
führte in seiner Beurteilung aus, dass anhand der vorliegenden medizi
nischen Berichte und der körperlichen Untersuchung vom 2
0.
Dezember 2012 ein somatischer Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit beein
träch
tige
,
ausgewiesen sei (
Urk.
7/79/6).
In der bisherigen Tätigkeit als Schreiner sei der Beschwerdeführer seit
3.
März 2011 und weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit (mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne h
äufige die LWS, die Hüftgelenke, das rechte Kniegelenk und die linke Schulter belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten [Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit] und ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände) bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/79/6).
3.2.2
RAD-Arzt
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH, diagnostizierte im Untersuchungsbericht vom 1
8.
Februar 2013 als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine
An
passungsstörung
mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22) und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
to
ren (ICD-10: F45.41) [
Urk.
7/80/6].
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
D.___
fest, unter Berücksichtigung der Akten
lage sei ab Beginn der ambulanten fachpsychiatrischen Behandlung bei
Dr.
A.___
vom
2.
April 2012 bis auf weiteres in der bisherigen und in einer ange
passten Tätigkeit
eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit mit folgendem Ressourcen- und
Be
lastungsprofil
ausgewiesen: Rückenadaptierte, behinderungsgerechte
Arbeitsein
sätze
bei zeitlich flexiblen Tätigkeiten ohne permanente
n
Zeit- und Termin
druck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen, in wohlwollende
r
und
konflik
t
ar
me
r
Arbeitsatmosphäre.
Bei Adaptierung am Arbeitsplatz sei innerhalb eines Viertel
j
ahres ein Vollpensum
erreichbar
(
Urk.
7/80/8)
.
3.3
Dem
Bericht von
Dr.
med.
E.___
vom
2.
März 2012
sind die Diag
nosen chronische Lumbago mit rechtsseitige
r
Ischialgie bei
Osteochondrose
L4/5 rechts un
d
Spondylarthrosen
,
Impingement
linke Hüfe, chronische gast
rische
Refluxbeschwerden
, Zustand nach mehrfachen Infiltrationen (
Foramen
L4 beidseits November 2010, März 2011), linkskonvexe Skoliose der unteren
Brust
wirbelsäule
(BWS) und oberen LWS, Zustand nach röntgengesteuerten
Facetten
gelenksinfiltrationen
L4/5 beidseits (September 2011)
zu entnehmen (
Urk.
7/78
/1
)
.
3.4
Am 2
9.
April 2013
diagnostizierte
Dr.
med.
F.___
, Facharzt FMH für
Innere Medizin, ein rezidivierendes
lumbospondylogenes
bis
radi
ku
lä
res
Syndrom L4 rechts,
eine
Coxa
Saltans
beidseits,
ein
linksbetontes
Hüft
im
pinge
ment
, einen radiären Riss lateraler Meniskus rechtes Knie sowie eine rezi
di
vie
rende depressive Störung, seit September 2012
schwergradig
(
Urk.
7/86/1). Als Chauffeur und Schreiner sei der Beschwerdeführer seit
3.
März 2011 zu 100%
arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei er von in
ternis
tis
cher Seite her zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/86/2).
3.5
Dr. med.
G.___
, Oberarzt Rheumatologie an der
Klinik B.___
, diagno
sti
zierte
am 3
1.
Mai 2013
chronisch
-rezidivierende
lumbospondylogene
Schmer
zen, eine medial betonte
Gonarthrose
rechts,
ein
f
emoro
a
cetabuläres
Impinge
ment
beidseits sowie vermehrt belastungsabhängige Schultergelenksschmerzen links (Urk. 7/89/1). Er hielt weiter fest, dass die Beschwerden des Beschwerde
führers im Bereich des Bewegungsapparates zuletzt wieder zugenommen hätten. Im Vordergrund stün
den die Schmerzen im Bereich der Hüfte links
. Die neu aufgetretenen Schmerzen im Bereich der Schulter links seien im Sinne einer
Im
pingementsymptomatik
und auch einer möglichen symptomatischen
AC-Gelenksarthrose zu interpretieren
(
Urk.
7/89
/2
).
3.6
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
stellte
am
6.
März 2013
die Diagnose
einer
rezidivierende
n
depressive
n
Stö
rung, Teilremission einer schweren Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) [
Urk. 7/91
/1]
.
Der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit zumindest seit Behandlungsbeginn und weiterhin
zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/91/2).
4.
4.1
Nachdem vorliegend die Auswirkungen der geklagten Schulter-, Rücken-, Hüft- und Kniebeschwerden des Beschwerdeführers sowie die geklagten psychischen Beschwerde
n
zu beurteilen sind, erweist sich die von
der IV-Stelle veran
lasste orthopädisch/psychiatrische
RAD-
Untersuchung vom 2
0.
Dezember 2012 als umfassend.
Die
Dr
es
.
C.___
(Orthopädie) und
D.___
(Psychiatrie) erstellten ihre jeweiligen Berichte in Kenntnis der
Vorakten
, zu welchen sie auch Stellung genommen haben (vgl. insbes.
Urk.
7/79/6, Urk. 7/80/7). Sie haben den Beschwerdeführer persönlich untersucht und
bei ihrer Beurteilung
die ge
klagten Beschwerden wie auch
das
Verhalten
des Beschwerdeführers
berücksichtigt (vgl.
in
s
bes. Urk.
7/79/
1,
Urk.
7/80/1-6). Die RAD-Untersuchungsberichte vom 1
8.
Februar 2013
(
Urk.
7/79-80)
sind schlüssig und überzeugend begründet, so dass ihnen grundsätzlich voller Beweiswert zukommt.
4.2
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass er
aufgrund
seiner psychischen Beschwerden zu 100
%
arbeitsunfähig sei
(
Urk.
1 S.
2
)
.
Er stützt sich hierbei auf die Ein
schätzung des
behandelnde
n
Psychiater
s Dr.
A.___
(
Urk.
1 S. 2-3, vgl.
E. 3.6)
.
Demgegenüber
attestierte ihm RAD-Arzt Dr.
D.___
eine 20%ige Arbeitsun
fähigkeit, mit einer mögliche
n
Steigerung innerhalb eines
Viertel
j
ahres hin zu einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit
bei Adaptierung
am
Arbeitsplatz
(E.
3.2.2). Nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung kann die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Der begutachtenden Person ist deshalb praktisch ein gewisser Spiel
raum – innerhalb dessen verschiedene medizinische Inter
pre
tationen mög
lich
, zulässig und zu respektieren sind – zu gewähren, sofern dabei lege
artis
vorge
gangen worden ist. Daher und unter Be
achtung der Divergenz von medizini
schem Behandlungs- und Ab
k
lärungsauftrag (BGE
124 I 170 E. 4) kann eine medizinische Ad
minist
rativ- oder Gerichtsexpertise nicht stets in Frage gestellt und zum Anlass weite
rer Ab
klärungen genommen werden, wenn die behan
delnden Ärzte zu unter
schiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgän
gig geäusserten ab
weichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn
die
se
objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorbringen
, welche im Rahmen
der psy
chiatrischen Begutachtung
unerkannt geblieben und geeignet
sind
, zu einer ab
weichenden Beurteilung zu führen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_215/2012 vom 11. Juli 2012 E. 7.4 mit weiteren Hinweisen).
In seiner Stellungnahme
vom
6.
Juni 2013
zum RAD-Untersuchungsbericht von
Dr.
D.___
führt
Dr.
A.___
aus, aus dem RAD-Untersuchungsbericht gehe nicht klar hervor, ab wann sich die
dort
diag
nostizierte Anpassungsstörung ent
wi
ckelt habe und auf was genau der Beschwerdeführer mit einer
Anpassungs
stö
rung
reagiert habe. Eine Anpassungsstörung beginne
innerhalb
eines Monats nach dem belastenden Ereignis oder der Lebensveränderung, und die Symptome würden meist nicht länger als sechs Monate anhalten (
Urk.
7/91).
Dem Untersu
chungsbericht von
RAD-Arzt
Dr.
D.___
vom 1
8.
Februar 2013 (Urk.
7/80) kann allerdings entnommen werden, dass dieser
einerseits die
krankheitsbe
din
gte
Abstinenz vom Arbeitsplatz
des Beschwerdeführers
bei über Jahre hin
weg bestehendem kon
tinuierlichen Leistungs
niveau mit einem 100%-Pensum
anführte
, was er als „deutlichen Leistungsknick“ im Leben des Beschwerdefüh
rers bezeichnete,
und
ander
seits den Umstand
berücksichtigte
, dass sich der Beschwerdeführer erst seit
2.
April 2012 in psychia
trischer Be
handlung befin
det.
Insofern
ist
die
am 2
0.
Dezember 201
2 gestellte Diagnose einer
Anpas
sungs
störung
nachvollziehbar
.
Es ist weiter
darauf hinzu
weisen,
dass RAD-Arzt
Dr.
D.___
bei Adaptierung am Arbeitsplatz
e
ine Steigerung
der Arbeitsfähig
keit
inner
halb eines Viertel
j
ahres bis hin zu einer 100%ige
n
Arbeits
fähigkeit für möglich hält (E. 3.2.2).
Anders
als
RAD-Arzt
Dr.
D.___
diagnostizierte der behandelnde Psychiater
Dr.
A.___
am
4.
September 2012
eine rezidivierend
e
depressive Störung, gegen
wärtig schwere Episode ohne psychotische S
ymptome (ICD-10: F33.2)
[
Urk.
7/70/2]
. Am 6.
Juni 2013 schrieb
Dr.
A.___
, dass es zu einer Teilremission
der schweren Epi
sode gekommen sei (
Urk.
7/91
/1
). Für die Diagnose der rezi
di
vierenden de
pres
siven Störung habe
die Anamnese mit der depressiven Epi
sode nach dem Tod der Mutter
des Beschwerdeführers
sowie
,
zu
Behandlungs
beginn
,
das klinische Bild der schweren Depression gesprochen. Es sei zudem eine Untersuchung mittels der Hamilton-Depressionsskal
a
durchgeführt worden (
Urk.
7/91/2, vgl. auch
Urk.
7/70/2). Zum Letzteren
ist festzuhalten, dass die
Recht
sprechung einem
testmässigen Erfassen der Psychopathologie
im Rahmen der psychiatrischen Exploration generell nur ergänzende Funktion bei
misst
. Aus
schlaggebend bleibt die klinische Untersuchung mit
Anamnese
erhebung
, Symptomerfassung und
Ver
haltensbeobachtung
(statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_255/2014 vom 2
9.
April 2014 E. 3.2 mit
weiteren Hin
weisen).
In seinem Untersuchungsbericht vom 1
8.
Februar 2013
(
Urk.
7/80)
nahm
RAD-
Arzt
Dr.
D.___
a
uch zur Diagnose von
Dr.
A.___
Stellung. Er führt
e
aus, dass die Diagnose
einer
rezidivierend
en
depressive
n
Störung, gegen
wärtig schwere Epi
sode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)
,
nicht nach
vollzogen werden könne, da die Kardinalsymptome einer schweren Depression
,
nämlich massive Denkhemmung und massive psychomotorische Blockaden
,
beim Beschwerdeführer
gänzlich fehlen würden und schwer depressive Menschen in der Regel stationär behandelt werden müssten. Eine teilstationäre oder statio
näre fachpsychiatrische Behandlung habe
beim Beschwerdeführer
bisher ni
cht
stattgefunden
,
und es liesse sich auch keine hereditäre Prä
disposition für affek
tive Erkrankungen aus der neuropsychiatrischen
Familien
anamnese
herausar
beiten. Gegen eine mittel
gradige bis schwere Depression spre
che auch der Schlussbericht des Zentrums Z.___
zur Abklärung vom 22.
August bis 1
6.
September 2011
(
Urk.
7/34)
, dem zufolge der Beschwerde
führer gute Umgangsformen in der Zusammenarbeit gezeigt habe
und sich aktiv be
teiligt habe. Sein Erscheinungsbild sei jederzeit gepflegt und in Ordnung gewesen. Bei rückenadaptier
t
en, behinderungsgerechten
Arbeitsein
sätzen
habe er ohne zusätzliche Pausen das reguläre Vollzeitpensum einhalten können (Urk.
7/80/7). Ferner habe
Dr.
F.___
den Ge
sund
heitszustand des Beschwerdeführer
s
nur sechs Wochen vor Beginn der psychia
trischen Therapie als stationär bezeichnet und
über
keinerlei psychische Störungen berichtet, was gegen die Feststellung von
Dr.
A.___
, wonach eine lang an
dauernde depressive Entwick
lung mit erneuter psychischer Dekompensation be
stehe, spreche (Urk.
7/80/7-8). Dies
e Stellungnahme
überzeug
t
.
D
er
abweichende
Standpunkt
von
Dr.
A.___
erklärt sich mit dem Unterschied zwischen
medi
zinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag
.
Dr.
A.___
nennt indes keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, welche Zweifel am Unter
su
chungsbericht von RAD-Arzt
Dr.
D.___
vom 1
8.
Februar 2013
(
Urk.
7/80)
begründen würden.
4.3
In somatischer Hinsicht bringt der Beschwerdeführer vor, dass seine
Arbeits
fähigkeit
– auch in einer Verweisungstätigkeit –
aufgrund seiner
somatischen Beschwerden zu mindestens
50
%
eingeschränkt sei (Urk. 1 S. 2)
.
Dem ist
entge
genzuhalten, dass
der Schlussbericht de
s Zentrums Z.___
von einer auf
80
%
- 100
%
steigerbaren
Arbeitsfähigkeit berichtete (E. 3.1) und
Dr.
F.___
, welcher den Beschwer
deführer seit 16.
September 2004 behandelt (
Urk.
7/20/1),
a
m 29. April 2013 festhielt, der Beschwerdeführer
sei
in einer
Verweisungstä
tig
keit
aus inter
ni
sti
scher Sicht zu 100
%
arbeitsfähig
(E.
3.4
)
.
D
ie
vom Beschwer
de
führer
weiter aufgelegten Berichte des Neurochirurgen
Dr.
E.___
vom
2.
März 2012
(
Urk.
7/78) und der
Klinik B.___
vom 3
1.
Mai 2013
(
Urk.
7/89)
vermögen keine Zweifel an der Beurteilung von
RAD-Arzt
Dr.
C.___
zu begründen.
Auch
gemäss
diesen Berichten stehen die Rücken-, Hüft- und Kniebeschwerden sowie die belastungsabhängigen
Schul
-
tergelenks
schmerzen
des Beschwerdeführers
im Vordergrund. Diese Beschwer
den sind von
Dr.
C.___
in seinem Unter
suchungsbericht vom 1
8.
Februar 2013
(
Urk.
7/79) berücksichtigt worden.
4.4
Mit den RAD-Ärzten ist demnach davon auszugehen, dass beim Beschwerde
führer in einer leidensangepassten Tätigkeit
aufgrund
der psychischen Be
schwerden eine Arbeitsunfähigkeit von
(höchstens)
20
%
besteht (E. 3.2).
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte gesundheitliche Einschränkung
des Beschwerdeführers
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Die Beschwerdegegnerin ging hinsichtlich des
Valideneinkommens
vo
m
für das Jahr 2010
im Indivi
du
ellen Konto (IK) des Beschwerdeführers
eingetragenen Lohn von Fr. 70‘509
.--
(
Urk.
7/75/3) aus (
Urk.
7/53/1). Unter Berücksichtigung der
Nominallohnent
wicklung
/Männer
von 2150 Punkten im Jahr 2010 a
uf 21
88 Punkte im Jahr 2012 (
Die Volkswirtschaft 12-2014, Tabelle B10.3, S. 93)
resultiert
ein hypo
the
tisches
Validen
ein
kommen
2012 von
Fr.
71‘755.2
0.
Die Beschwerdegegnerin hat
bezüglich des Invalideneinkommens zu Recht auf
den Tabellenlohn TA1 Total (
Ziff.
02-96)
gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE)
2010
des Bundesamtes für Statistik (BFS) abgest
ellt. Mit Blick auf die vom Zentrum Z.___
erhobenen Res
sourcen des Beschwerdeführers (
Urk.
7/34/5-6)
,
ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
im vorliegenden Fall
nicht vom
Anforderungs
ni
veau
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) sondern vom
Anforderungs
niveau
3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) ausgegangen ist. Unter Be
rücksich
tigung des von der Beschwerdegegnerin gewährten Abzugs vom Tabellenlohn von 10
%
, weil der Beschwerdeführer nur noch Teilzeitarbeit verrichten k
önne (
Urk.
7/53/2)
,
ergibt sich im dem Beschwerdeführer zumut
baren 80%-Pensum ein hypothetisches Invalideneinkommen 2012 von
Fr.
54‘164.2
4.
Beim
Ein
kommensvergleich
(
Valideneinkommen
:
Fr.
71‘755.20, Invalideneinkommen: Fr. 54‘164.24) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 17‘590.96 beziehungs
weise ein Invaliditätsgrad von gerundet 25
%
(24,51 %), welcher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet (E. 2.2).
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr.
600.--
dem unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Zivojin Djokic
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher