# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebb62d01-c8ac-5c53-ba9e-d74c136ad18f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-29
**Language:** de
**Title:** Denkmalschutz. ISOS. Photovoltaikanlage auf dem Dach eines inventarisierten Gebäudes.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0053/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0053-2018_vom_29._mai_2018.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2018.00003 
0053/2018  

Entscheid vom 29. Mai 2018   

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Baurichter Stefano Terzi, Baurichterin 
Sabine Ziegler, Gerichtsschreiber Fabian Vonlanthen     

in Sachen 

Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Eichstrasse 29, 8045 Zürich  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, [….] 
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  
3.  R. und N. M., [….]  

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss vom 7. November 2017 und Verfügung Baudirekti-
on  Kanton  Zürich  vom  6.  Oktober  2017;  Baubewilligung  bzw.  ortsbild-
schutzrechtliche Bewilligung für Dachsanierung mit Photovoltaikanlage 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  7.  November  2017  erteilte  der  Gemeinderat  von  X  R. 

und  N.  M.  die  Baubewilligung  für  die  Dachsanierung  mit  Installation  einer 

Photovoltaikanlage  auf  der  südwestlichen  Dachfläche  des  Wohnhauses 

Vers.-Nr. 904 auf dem Grundstück Kat.-Nr. [….] in X. Mit dem kommunalen 

Entscheid  wurde  die  im  koordinierten  Verfahren  ergangene  Verfügung  Nr. 

BVV  17-1297  vom  6.  Oktober  2017  eröffnet,  mit  welcher  die  Baudirektion 

das Vorhaben in Bezug auf den Ortsbildschutz bewilligte. 

B. 

Gegen diese Entscheide erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom 4. Januar 2018 rechtzeitig Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons 

Zürich und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Entscheide, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

C. 

Mit  Verfügung  vom  5.  Januar  2018  wurde  der  Rekurseingang  vorgemerkt 

und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit  Eingaben  vom  5.  bzw.  8.  Februar  2018  reichten  die  Baudirektion  und 

der Gemeinderat X ihre Rekursvernehmlassungen ein und beantragten die 

Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter gesetzlicher 

Kostenfolge  zulasten  der  Rekurrentschaft.  Die  Bauherrschaft  beantragte 

mit Eingabe vom 7. Februar 2018 ebenfalls die Abweisung des Rekurses. 

E. 

Mit Replik vom 5. März 2018 sowie mit Dupliken vom 26. März 2018 hielten 

die Rekurrierenden bzw. die Baudirektion und der Gemeinderat  X an ihren 

Anträgen fest. 

Die Bauherrschaft verzichtete stillschweigend auf eine Duplik. 

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Seite 2 

 
 
F. 

Am 18. April 2018 führte eine Delegation der 2. Abteilung des Baurekursge-

richts einen Augenschein vor Ort durch. 

G. 

Auf  die  Parteivorbringen  und  die  Feststellungen  anlässlich  des  Augen-

scheins wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, in den nachfol-

genden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Gemäss § 338b Abs. 1 lit. a Planungs- und Baugesetz (PBG) sind gesamt-

kantonal  tätige  Vereinigungen,  die  sich  seit  wenigstens  zehn  Jahren  im 

Kanton  statutengemäss  dem  Natur-  und  Heimatschutz  oder  verwandten, 

rein ideellen Zielen widmen, zum Rekurs gegen Anordnungen und Erlasse 

berechtigt,  soweit  diese  sich  auf  den  III.  Titel  (Natur-  und  Heimatschutz, 

§§ 203  -  217  PBG)  oder  §  238  Abs. 2  stützen.  Der  Rekurrent  erfüllt  diese 

Voraussetzungen  unbestrittenermassen.  Da  auch  die  übrigen  Prozessvo-

raussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Das Baugrundstück ist gemäss geltender Bau- und Zonenordnung der Ge-

meinde  X  (BZO)  der  Kernzone  zugeschieden  und  befindet  sich  innerhalb 

des  Perimeters  des  Bundesinventars  der  schützenswerten  Ortsbilder  der 

Schweiz  von  nationaler  Bedeutung  (ISOS)  mit  Erhaltungsziel A.  Es  ist  mit 

dem Doppelwohnhaus Assek.-Nrn. 903 und 904 überstellt, das im Inventar 

der Denkmalschutzobjekte mit kommunaler Bedeutung figuriert. Das streit-

gegenständliche Bauvorhaben betrifft den Gebäudeteil Assek.-Nr. 904 und 

umfasst  nebst  einer  Dachsanierung  die 
Indach-
Photovoltaikanlage  (51,2  m2)  auf  der  südwestseitigen  Dachfläche  sowie 
den Einbau von drei rhombusförmigen Glasziegelfeldern von max. je 0,5 m2 
auf der nordostseitigen Dachfläche. 

Installation  einer 

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3.1. 

Der  Rekurrent  macht  im  Wesentlichen  geltend,  die  geplante  Photovoltaik-

anlage  sei  mit  den  Zielen  des  Ortsbildschutzes  nicht  vereinbar.  Die  Auf-

nahme eines Gebiets in das ISOS mit Erhaltungsziel A bedeute, dass alle 

Bauten, Anlageteile und Freiräume in diesem Gebiet ungeschmälert zu er-

halten und störende Eingriffe zu beseitigen seien. Photovoltaikanlagen dürf-

ten  solche  Objekte  nicht  wesentlich  beeinträchtigen.  Das  Anliegen  der 

Energiegewinnung  müsse  gegenüber  der  Beeinträchtigung  von  ISOS-

Schutzobjekten mit dem Erhaltungsziel A generell als absolut unbedeutend 

bezeichnet werden. Ein Abrücken vom Ziel der ungeschmälerten Erhaltung 

erscheine  bei  hochrangigen  Schutzobjekten  unter  dem  Gesichtspunkt  der 

Energiewende  nicht  gerechtfertigt.  Das  Bundesgericht  habe  im  Entscheid 

BGr 1C_179/2015 festgehalten, dass ein Photovoltaikdach angesichts sei-

ner Grösse, der dunklen Farbe und der völlig anderen Materialisierung eine 

wesentliche  Beeinträchtigung  eines  Schutzobjekts  bewirke.  Eine  Beein-

trächtigung habe das Bundesgericht auch in einem Fall betreffend ein Pro-

jekt in X bejaht (BGr 1C_99/2017). 

Auch die vorliegend zu beurteilende Photovoltaikanlage habe eine wesent-

liche Beeinträchtigung des geschützten Ortsbildes zur Folge. Sie sei relativ 

gut  einsehbar und  werde nur  teilweise  durch  Bäume  verdeckt. Ausserhalb 

der  Vegetationszeit  oder  im  Falle  des  Verschwindens  der  Bäume  sei  die 

Photovoltaikanlage voll sichtbar. Es sei damit zu rechnen, dass die Bäume 

nicht auf alle Zeiten bestehen bleiben würden. Die Photovoltaikanlage führe 

ausserdem zu einer völlig anderen Materialisierung der Dachfläche in einer 

dunklen Farbe und beeinträchtige auch das Erscheinungsbild des anderen 

Teils des Doppelwohnhauses. Dies nicht nur wegen der optischen Wirkung 

der  Photovoltaikanlage  an  sich,  sondern  auch  aufgrund  des  Niveauunter-

schieds  zwischen  den  beiden  Dachhälften,  der  durch  die  Aufbringung  der 

Isolationsschicht  entstehe.  Dieser  Absatz  werde  auch  aus  grösserer  Dis-

tanz deutlich erkennbar sein. 

Nebst einer wesentlichen Beeinträchtigung des Ortsbildes stelle die geplan-

te Photovoltaikanlage auch eine unzulässige Beeinträchtigung des Inventa-

robjekts an sich dar. Im Inventarblatt sei der Situationswert des Objekts mit 

A und der Eigenwert mit B bewertet. Gleichzeitig werde das Erscheinungs-

bild sowie die hohe Bedeutung des Objekts im Orts- und Strassenbild her-

vorgehoben.  Dies  bedeute  notwendigerweise,  dass  der  Erhaltung  der  ge-
schlossenen  Dachfläche  mit  traditioneller  Eindeckung  besondere  Bedeu-

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tung zukomme. Die Dachfläche präge das Erscheinungsbild des Gebäudes 

in dominanter Weise, speziell gegen die Strasse hin. Der Ersatz der traditi-

onellen Biberschwanzziegel durch ein Photovoltaikdach beeinträchtige den 

Situationswert des Objekts ebenso wie dessen Eigenwert. 

Überdies sei zu befürchten, dass mit der Erteilung der Bewilligung ein Prä-

judiz geschaffen werde. Aufgrund des Rechtsgleichheitsgebots seien ande-

re  Gesuche  zur  Errichtung  von  Photovoltaikanlagen  künftig  ebenfalls  zu 

bewilligen. 

3.2. 

Die Baudirektion hält dem entgegen, aufgrund der ortsbaulichen Gegeben-

heiten  bestehe  vorliegend  nur 

insoweit  eine  Beeinträchtigung  von 

Schutzobjekten,  als generell  die  Dachlandschaft  in  ihrer Erscheinungsart  - 

hinsichtlich Materialien und Konstruktionsweise - mit dem Bau der Dachan-

lage  tangiert  werde.  Demzufolge  sei  insbesondere  bei  Veränderungen  an 

Dächern  eine  entsprechend  hohe  Sorgfalt  hinsichtlich  der  konstruktiven 

Umsetzung  und Einordnung  wichtig.  Diesem  Umstand  sei bei der Beurtei-

lung  der vorliegenden Photovoltaikanlage  Rechnung  getragen  worden.  Mit 

der  Integration  der  Photovoltaikanlage  in  die  Dachfläche  werde  eine  sorg-

fältige Einpassung und zurückhaltende Wirkung für die bauliche Umgebung 

erzielt. Aufgrund des relativ steil nach Süden abfallenden Hangs, der dich-

ten  Baumbepflanzung  sowie  der  leicht  von  der  Strasse  abgedrehten  Lage 

der  massgebenden  Dachfläche  sei  die  direkte  Wahrnehmbarkeit  der  Pho-

tovoltaikanlage  gering.  Gemessen  an  den  Schutzzielen  des  ISOS  bewirke 

die  geplante  Photovoltaikanlage,  unter  Berücksichtigung  der  in  den  ange-

fochtenen  Verfügungen  angeordneten  Nebenbestimmungen,  somit  keine 

wesentliche Beeinträchtigung des Ortsbildes [….] im Weiler G. 

3.3. 

Die  kommunale  Baubehörde  bringt  vor,  die  geplante  Photovoltaikanlage 

habe keine Beeinträchtigung des Inventarobjekts zur Folge. Dem Rekurren-

ten  sei  nicht  zuzustimmen,  wenn  er  aufgrund  des  Inventarbeschriebs  sa-

lopp  behaupte,  der  Einhaltung  der  geschlossenen  Dachfläche  mit  traditio-

neller  Eindeckung  komme  besondere  Bedeutung  zu.  Die  Dachfläche  sei 

zwar durchaus ansprechend, jedoch [….] in diesem ländlichen Gebiet nicht 

so  besonders,  dass  deshalb  keine  Veränderungen  daran  vorgenommen 
werden dürften. Die Besonderheit des Gebäudes basiere in erster Linie auf 

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seinem Situationswert, d.h. auf dessen Bedeutung für das Ortsbild. Die In-

ventarisierung  der  Baute  sei  denn  auch  aufgrund  deren  stattlichen  Volu-

mens und Erscheinung erfolgt. Das Schutzziel werde nicht in Frage gestellt, 

da das Volumen der Baute und dessen Erscheinung samt Stellung erhalten 

blieben. 

Der  Gemeinderat  habe  vorliegend  eine  Ausnahmebewilligung  gemäss 

§ 220  PBG  erteilt,  weil  die  Photovoltaikanlage  einsehbar  sei,  was  dem 

strengen Wortlaut  von  Art.  8  Abs.  6  BZO  an  sich  widerspreche.  Immerhin 

sei aber zu berücksichtigen, dass die Einsehbarkeit vom öffentlichen Raum 

aus  äusserst  beschränkt  sei  und  sich  durchaus  eine  Ausnahme  rechtferti-

gen lasse.  

Der  durch  die  Aufdachisolation  resultierende  Niveauunterschied  zwischen 

den  beiden  Hausteilen  [….]  sei  praktisch  vernachlässigbar.  Wichtig  seien 

durchgehende Traufen und eine auf das Gebäude zugeschnittene kernzo-

nentypische  Farbwahl  und  Materialisierung.  Diese  Auflagen  seien  in  der 

Baubewilligung  aufgeführt,  womit  eine  kernzonenkonforme  Baute,  welche 

die Schutzziele berücksichtige, sichergestellt sei. 

3.4. 

Auch die private Rekursgegnerschaft ist zusammengefasst der Ansicht, die 

Photovoltaikanlage  stelle  keine  unzulässige  Beeinträchtigung  des  Erschei-

nungsbilds  des  Gebäudes  dar.  Die  überwiegende  Mehrheit  der Betrachter 

sehe  entweder  die  Frontseite  oder  die  nordöstliche  Seite  des  Gebäudes, 

welche  allerdings  durch  die  Scheune  weitgehend  verdeckt  werde.  In  der 

Wahrnehmung  der  Betrachter  werde  somit  das  Erscheinungsbild  des  Ge-

bäudes  und  im  Übrigen  auch das  Orts-  und Strassenbild, für welches  das 

Gebäude in der Begründung zum Schutzziel ein wichtiges Element darstel-

le, deutlich stärker durch die Frontseite und die nordöstliche Dachseite ge-

prägt, als durch die gegen Südwesten geneigte Dachfläche. 

Das  Dach  des  Gebäudes  sei  von  keinem  Punkt  des  öffentlichen  Raumes 

vollständig einsehbar. Bäume und Sträucher, aber auch der als Gartenhaus 

genutzte  ehemalige  Schweinestall  verdeckten  das  gegen  Südwesten  aus-

gerichtete  Dach  weitestgehend.  Aufgrund  der  eingeschränkten  Einsehbar-

keit  könne  die  Photovoltaikanlage  höchstens  eine  geringe  oder  einge-

schränkte Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes darstellen. Dies werde 
zusätzlich durch den Umstand erhärtet, dass die  Photovoltaikanlage nur in 

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einem  Bereich  von  weniger  als  80  Grad  überhaupt  eingesehen  werden 

könne. 

Der  vom  Rekurrenten  bemängelte  Niveauunterschied  der  Dachfläche  zum 

anderen Hausteil habe nach zwei Projektüberarbeitungen in Absprache mit 

der Baudirektion und der kommunalen Baubehörde um mehr als die Hälfte 

reduziert werden können und betrage nun lediglich noch 12 cm, was weni-

ger als 1 Prozent der Gebäudehöhe entspreche. 

4.1. 

Gemäss  Art. 18a  Abs. 3  des  Raumplanungsgesetzes  (RPG)  bedürfen  So-

laranlagen auf Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler 

Bedeutung  stets  einer  Baubewilligung.  Sie  dürfen  solche  Denkmäler  nicht 

wesentlich  beeinträchtigen.  Nach  Art. 32b  lit. b  der  Raumplanungsverord-

nung  (RPV)  zählen  Gebiete  im  Perimeter  des  Bundesinventars  der  schüt-

zenswerten  Ortsbilder  der  Schweiz  von  nationaler  Bedeutung  (ISOS)  mit 

Erhaltungsziel  A  zu  solchen  Kulturdenkmälern.  Das  Bauvorhaben  liegt  in-

nerhalb  eines  solchen  Gebiets  (Ortsbild  Weiler  G.,  [….]).  Gemäss  Art. 6 

Abs. 1  des  Natur-  und  Heimatschutzgesetzes  (NHG)  wird  durch  die  Auf-

nahme eines Objekts von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes 

dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, je-

denfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen 

Ersatzmassnahmen  die  grösstmögliche  Schonung  verdient.  Kommt  einem 

Inventar-Objekt  das  Erhaltungsziel  A  zu,  bedeutet  dies,  dass  alle  Bauten, 

Anlageteile  und  Freiräume  in  diesem  Gebiet  integral  zu  erhalten  und  stö-

rende  Eingriffe  zu  beseitigen  sind  (BGer 1C_179/2015  vom 11.  Mai 2015, 

E. 4).  

Vorliegend  ist  daher  zu  prüfen,  ob  das  im  ISOS  mit  Erhaltungsziel  A  ver-

zeichnete  und  deshalb  von  Art. 18a  Abs. 3  RPG  i.V.m.  Art. 32b  lit. b  RPV 

erfasste Gebiet "G." durch die Errichtung der geplanten Photovoltaikanlage 

wesentlich beeinträchtigt wird. Eine wesentliche Beeinträchtigung im Sinne 

der Natur-  und  Heimatschutzgesetzgebung  liegt  vor,  wenn  die Photovolta-

ikanlage  aufgrund  konkreter Gegebenheiten das  Schutzobjekt  in  zentralen 

Bereichen  trifft  bzw.  die  für  das  Objekt  definierten  Schutzziele  in  Frage 

stellt. Wenn die Schutzziele zwar tangiert werden, der Eingriff aber ein ge-

wisses, geringes Mass nicht überschreitet und somit noch nicht vom Gebot 
der  ungeschmälerten  Erhaltung  abweicht,  liegt  keine  wesentliche  Beein-

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trächtigung vor. Für solche Fälle schliesst Art. 18a Abs. 3 RPG eine weitere 

Interessenabwägung aus und bestimmt, dass das Interesse am Eingriff zur 

Nutzung  von  Solarenergie  höher  wiegt  als  das  Interesse  an  der  gänzlich 

ungeschmälerten Erhaltung des Schutzobjekts. 

4.2. 

Auf kantonaler Ebene statuiert § 238 Abs. 4 PBG, dass sorgfältig in Dach- 

und Fassadenflächen integrierte Solaranlagen bewilligt werden, wenn nicht 

überwiegend  öffentliche  Interessen  (gemeint  sind  namentlich  solche  des 

Natur-  und  Heimatschutzes)  entgegenstehen.  Im  Anwendungsbereich  von 

Art. 18a Abs. 3 RPG kommt dieser Bestimmung insofern noch eine Bedeu-

tung zu, als dass sie bundesrechtskonform auszulegen ist. 

Keine  eigenständige  Bedeutung  mehr  kommt  demgegenüber  der  kommu-

nalen Vorschrift von Art. 8 Abs. 6 BZO zu, die die Errichtung von Solaran-

lagen  bei  schützenswerten  Einzelobjekten  und  Hauptgebäuden  in  Kernzo-

nen nur dann für zulässig  erklärt,  wenn  sie nicht  einsehbar sind.  In  Fällen 

wie  dem  vorliegenden,  wo  das  streitbetroffene  Gebäude  nicht  nur  in  der 

Kernzone, sondern gleichzeitig auch im Perimeter des Bundesinventars der 

schützenswerten  Ortsbilder der Schweiz  von  nationaler Bedeutung  (ISOS) 

mit Erhaltungsziel A liegt, erweist sich die Bestimmung nach in Kraft treten 

von  Art.  18a  Abs.  3  RPG  als  bundesrechtswidrig,  weil  sie  die  Errichtung 

von  Solaranlagen  stärker  einschränkt,  als  dies  Art.  18a  Abs.  3  RPG  vor-

sieht.  Die  laufende  BZO-Revision  sieht  denn  auch  vor,  dass  die  entspre-

chende  Bestimmung  gestrichen  wird 

(Revision  2016/17,  Stand 

30. November 2017, Version für die öffentliche Auflage). 

In diesem Zusammenhang ist vorab folgendes festzuhalten: Die kommuna-

le  Baubehörde  ging  fälschlicherweise  von  der  Anwendbarkeit  von  Art.  8 

Abs.  6  BZO  aus  und  erteilte  der  Bauherrschaft  -  mangels  Vorliegen  der 

entsprechenden  Voraussetzungen  -  für  die  Errichtung  der  Photovoltaikan-

lage eine Ausnahmebewilligung gestützt auf § 220 PBG. Eine solche setzt 

das Vorliegen besonderer Verhältnisse voraus. Die Baubehörde begründe-

te  die  Ausnahmebewilligung  indes  alleine  mit  dem  Interesse  der  Energie-

gewinnung. Wie der Rekurrent zutreffend vorbringt, könnte sich hierauf je-

der  andere  Gesuchsteller  ebenfalls  berufen,  da  alle  Photovoltaikanlagen 
der Energiegewinnung dienen. Mangels Vorliegen besonderer Verhältnisse 
war  die  Erteilung  der  Ausnahmebewilligung  daher  offensichtlich  unrecht-

mässig.  Diesem  Umstand  kommt  vorliegend  allerdings  keine  weitere  Be-

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deutung zu, da sich die Photovoltaikanlage - wie sogleich aufzuzeigen sein 

wird - gestützt auf Art. 18a Abs. 3 RPG als bewilligungsfähig erweist. 

5.1. 

Soweit  der  Rekurrent  vorab  in  pauschaler  Weise  vorbringt,  das  Anliegen 

der  Energiegewinnung  müsse  gegenüber  der  Beeinträchtigung  von  ISOS-

Schutzobjekten mit dem Erhaltungsziel A generell als absolut unbedeutend 

bezeichnet  werden,  kann  ihm  nicht  gefolgt  werden.  Der  Gesetzgeber  hat 

mit Erlass von Art. 18a Abs. 3 i.V.m. Art. 32b lit. b RPV die Errichtung von 

Solaranlagen  auf  ISOS-Schutzobjekten  mit  dem  Erhaltungsziel  A  explizit 

als zulässig erklärt. Voraussetzung ist einzig, dass dies nicht zu einer we-

sentlichen Beeinträchtigung des Schutzobjekts führt, was im Folgenden zu 

prüfen ist. 

5.2. 

Gemäss  ISOS  ist das Gebiet  G.  geprägt  von  einer  bäuerlichen  Haufenbe-

bauung  mit  ein-  und  zweigeschossigen  Satteldachbauten.  Gewürdigt  wird 

dabei insbesondere die Bebauung entlang  der von Nordwesten nach Süd-

osten  verlaufenden  Hauptachse  Richtung  Y  [….],  an  der  sich  mehrheitlich 

traufständig  angeordnete  kleinere  und  grössere  Ökonomiegebäude  sowie 

ein  stattliches  Mehrzweckbauernhaus  finden.  Von  Bedeutung  seien  weiter 

die  unterschiedlichen  Volumen  der  Gebäude  und  ihre  verschiedenen  opti-

schen  Bezüge  zueinander,  wodurch  ein  spannungsvoller  Strassenraum 

entstehe. Das Gebäude Assek.-Nr. 904 wird als Baute im zweiten Glied be-

zeichnet. Keine spezielle Erwähnung findet die Dachlandschaft. Im Gegen-

satz zu den entlang der Hangkante aufgereihten Häuser des Weilers  Z sei 

die Siedlung G. nicht von weither sichtbar. [….]  

5.3. 

Diese  Feststellungen  bestätigten  sich  anlässlich  des  Augenscheins.  Die 

Bebauungsstruktur der kleinräumigen Siedlung G. und dessen topographi-

sche  Lage  an  der  steilen  Hangkante  haben  zur  Folge,  dass  das  Ortsbild 

des Weilers hauptsächlich von der auf dem Hochplateau entlang verlaufen-

den  H.-Strasse  aus  wahrgenommen  werden  kann.  Eine  ortsbildprägende 
Wirkung  kommt  daher  primär  den  Gebäuden  entlang  der  H.-strasse  zu, 
wobei  insbesondere  die  gegen  die  Strasse  ausgerichteten  Fassaden  und 

Dachflächen  von  wesentlicher  Bedeutung  sind.  Demgegenüber  liegt  das 

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Seite 9 

 
 
streitbetroffene  Gebäude  zur  H.-strasse  zurückversetzt  in  zweiter  Bautiefe 

an  der  südlichen  Hangkante  und  ist  entsprechend  für  den  ortsbildprägen-

den  Strassenraum  von  untergeordneter  Bedeutung.  Die  südwestliche 

Dachfläche, auf der die Photovoltaikanlage zu liegen kommen soll, ist von 

der H.-strasse von keinem Punkt aus sichtbar. Wie der private Rekursgeg-

ner zutreffend vorbringt, ist die entsprechende Dachfläche lediglich von ei-

nem kleinen Abschnitt der S.-strasse aus sichtbar (vgl. Fotos Nr. 2, 3 und 4, 

act. 10 S. 5). Aufgrund der relativ steilen Hanglage und der sich am Ende 

der S.-strasse befindlichen Kurve ist von diesem Standort aus der ortsbild-

prägende  Strassenraum  entlang  der  H.-strasse  indes  nicht  sichtbar.  Der 

Frage,  inwieweit  die  Solaranlage  zusätzlich  durch  Bäume  und  Sträucher 

verdeckt wird, kommt daher vorliegend keine entscheidende Bedeutung zu. 

Ebenso wenig kann der Ansicht des Rekurrenten gefolgt werden, die  Pho-

tovoltaikanlage beeinträchtige aufgrund der optischen Wirkung und des Ni-

veauunterschieds  zwischen den  beiden  Dachhälften den  anderen Teil  des 

Doppelwohnhauses.  Angesichts  des  stattlichen  Volumens  des  Doppel-

wohnhauses wirkt sich ein Niveauunterschied von 12 cm nicht störend aus, 

zumal die Traufen weiterhin durchgehend und die Ort- und Traufabschlüsse 

eine  schlanke  Gestaltung  aufweisen  werden.  Davon  dass  dieser  Absatz 

auch aus grösserer Distanz deutlich erkennbar sein werde, kann keine Re-

de  sein.  Auch  das  Gebäude  Assek.-Nr.  1801  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. [….],  das  sich  an  prominenter  Lage  bei  der  Wegkreuzung  an  der 

H.-strasse  befindet,  weist  gegenüber  den  angebauten  Gebäuden  Assek.-

Nrn.  1800  und  393  auf  den  Grundstücken  Kat.-Nrn.  [….]  einen  Dachflä-

chen-Niveauunterschied  auf  (vgl.  Foto  Nr.  8).  Generell  lässt  sich  sagen, 

dass Niveauunterschiede von Dachflächen gerade bei historisch wertvollen 

Ortsbildern, beispielsweise einer Altstadt, durchaus häufig vorkommen. Be-

züglich der optischen Wirkung der Photovoltaikanlage wurde sodann mittels 

Auflagen  in  der  Baubewilligung  sichergestellt,  dass  eine  möglichst  dach-

bündige  Anordnung  erfolgt  und  die  einzelnen  Module  inkl.  deren  Rahmen 

eine dunkle, dem Dach angepasste einheitliche Farbgebung aufweisen und 

reflexionsarm  sind.  Wie  die  Baudirektion  zutreffend  ausführt,  wurde  damit 

dem  Umstand,  dass  in  ISOS-A  Gebieten  Veränderungen  an  Dächern  hin-

sichtlich der konstruktiven Umsetzung und Einordnung besonders sorgfältig 

anzugehen sind, gebührend Rechnung getragen, indem so eine sorgfältige 
Einpassung und zurückhaltende Wirkung für die bauliche Umgebung erzielt 
wird. 

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Seite 10 

 
 
Angesichts dieser Umstände erweist sich die Auffassung der Baudirektion, 

die  Photovoltaikanlage  bewirke  keine  wesentliche  Beeinträchtigung  des 

Ortsbildes von G., als nachvollziehbar und sachgerecht und ist demgemäss 

nicht zu beanstanden. 

5.4. 

Daran vermögen auch die vom Rekurrenten zitierten Entscheide des Bun-

desgerichts nichts zu ändern. Im Entscheid BGr 1C_179/2015 stand die Er-
richtung  einer  250  m2  grossen  Photovoltaikanlage  auf  dem  Dach  eines 
Ökonomiegebäudes  zur  Beurteilung,  das  vom  öffentlichen  Raum  allseits 

sehr gut einsehbar war. Das Bundesgericht erwog, im Vergleich zu den um-

liegenden Gebäuden sei das Dach der Ökonomiebaute bereits heute relativ 

gross  und  werde  durch  die  nächstgelegenen  Wohnhäuser  nicht  abge-

schirmt.  Die  geplante  Photovoltaikanlage  wäre  auch  von  weitem  gut  ein-

sehbar  und  würde  die  Fernwirkung  des  Weilers  stark  beeinflussen.  Damit 

präsentierten  sich  die  Verhältnisse  grundlegend  anders  als  im  vorliegend 

zu beurteilenden Fall, wo die Fläche der Photovoltaikanlage lediglich ca. 50 
m2  beträgt  und  sich  die  Einsehbarkeit  auf  einen  kleinen  Strassenabschnitt 
beschränkt, von dem aus der eigentliche Weiler gar nicht wahrnehmbar ist. 

Auch  aus  dem  zitierten  Entscheid  BGr  1C_99/2017  vom  20.  Juni  2017 

vermag  der  Rekurrent  nichts  zu  seinen  Gunsten  abzuleiten.  In  jenem  Fall 

ging es um die Anbringung einer Photovoltaikanlage an einen in der Land-

wirtschaftszone gelegenen Maschendrahtzaun. Das Bundesgericht hatte zu 

prüfen,  ob  dadurch  die  Identität  der Baute  einschliesslich  ihrer  Umgebung 

im Sinne von Art. 24c Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 42 RPV  in den wesentlichen 

Zügen gewahrt bleibe. Mit der Frage, ob dies eine wesentliche Beeinträch-

tigung  eines  Schutzobjekts  im  Sinne  von  Art.  18a  Abs.  3  darstelle,  hatte 

sich das Bundesgericht in diesem Fall nicht zu befassen. 

6.1. 

Nachdem  der  Photovoltaikanlage  aus  ortsbildschutzrechtlicher  Sicht  keine 

Hindernisse  entgegenstehen,  bleibt  zu  prüfen,  ob  sich  die  Photovoltaikan-

lage  auch  in  denkmalpflegerischer  Hinsicht  als  bewilligungsfähig  erweist. 

Der Rekurrent macht in diesem Zusammenhang geltend, die  Photovoltaik-

anlage  stelle  eine  unzulässige  Beeinträchtigung  des  sich  im  Inventar  der 

Denkmalschutzobjekte mit kommunaler Bedeutung  befindlichen Gebäudes 
dar. 

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Bei  der  Prüfung  dieser  Frage  gilt  es  zu  berücksichtigen,  dass  den  Denk-

malpflegebehörden  bei  denkmalpflegerischen  Anordnungen  eine  gewisse 

Entscheidungsfreiheit zukommt. Steht ein kommunales Schutz- oder Inven-

tarobjekt  zur  Beurteilung,  fusst  dieser  Beurteilungsspielraum  auch  auf  der 

Gemeindeautonomie. Solche Anordnungen sind namentlich dann mit einer 

gewissen Zurückhaltung zu überprüfen, wenn es um die Frage der Qualifi-

kation eines Objekts als wichtiger Zeuge, um die Auswahl unter  mehreren 

Schutzobjekten oder ‒ wie vorliegend ‒ um die Bestimmung des Umfangs 

einer Schutzmassnahme geht. 

6.2. 

Ausgangspunkt  für  die  vorzunehmende  Interessenabwägung  bildet  der  im 

Inventareintrag festgehaltene Schutzzweck. Dieser wird wie folgt umschrie-

ben: "Erhalten von Stellung, Volumen und Erscheinungsbild". Beschrieben 

wird  das  Gebäude  als  zweigeschossiges  verputztes  Haus  mit  auf  zwei 

Ebenen  ausgebautem  Satteldach,  zwei  Klebdächern,  Giebellukarne  und 

teilweise freiem Sockelgeschoss (act. 14.16). 

Die geplante bauliche Massnahme hat einzig zur Folge, dass auf der süd-

westlichen  Dachfläche  die  bestehenden  Tonziegel  entfernt  und  durch  So-

larmodule  ersetzt  werden.  Die  blosse  Änderung  der  Materialisierung  der 

Dachhaut  stellt  keinen  schwerwiegenden  Eingriff  in  die  Bausubstanz  des 

Gebäudes dar, bleibt doch diese  ‒ abgesehen von den Ziegeln ‒ vollstän-

dig unangetastet und erhalten. Auch das Bundesgericht wertet die Installa-

tion  einer  Photovoltaikanlage  grundsätzlich  lediglich  als geringfügigen  Ein-

griff in das Erscheinungsbild eines Gebäudes. Es hielt fest, bei der Installa-

tion einer Photovoltaikanlage sei nur mit Zurückhaltung davon auszugehen, 

die Identität einer Baute oder Anlage einschliesslich ihrer Umgebung werde 

dadurch erheblich beeinträchtigt (BGr 1C_99/2017, E. 3.2., m.w.H.). 

Entgegen  der  Meinung  des  Rekurrenten  kann  auch  aus  dem  Inventarein-

trag  keineswegs  geschlossen  werden,  der  Erhaltung  der  geschlossenen 

Dachfläche mit traditioneller Eindeckung komme besondere Bedeutung zu. 

Die  Dacheindeckung  wird  im  Inventareintrag  nicht  speziell  erwähnt,  wes-

halb  sich  die  Schutzvermutung  darauf  höchstens  in  genereller  Weise  als 

allgemeiner  Bestandteil  des  Erscheinungsbildes  erstreckt.  Durch  die  Pho-
tovoltaikanlage erfährt die Dachfläche zwangsläufig eine gewisse Verände-
rung,  die  ‒  wie  jede  äusserlich  sichtbare  Änderung  an  einem  Gebäude  ‒ 

das Erscheinungsbild des Gebäudes zwar tangiert. Die konkrete Ausgestal-

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tung der Photovoltaikanlage bietet vorliegend aber Gewähr dafür, dass die 

Auswirkungen  auf  das  Erscheinungsbild  lediglich  von  untergeordneter  Be-

deutung  sind.  Dank  der  vollflächigen  Eindeckung  mit  dunklen,  reflexions-

armen Modulen tritt die Photovoltaikanlage nur dezent in Erscheinung. Das 

Dach  wird  weiterhin  als  ruhige  und  geschlossene  Fläche  wahrgenommen. 

Die geschützte Dachform bleibt unverändert, ebenso die für den Charakter 

des Doppelwohnhauses prägenden Elemente wie die Kubatur, die Stellung 

im  Orts-  und  Strassenbild  sowie  die  hauptstrassenseitigen  Fassaden,  die 

vom Eingriff allesamt nicht betroffen sind. 

Insgesamt  wird  damit  das  Schutzziel  zwar  tangiert,  nicht  aber  dermassen 

stark beeinträchtigt, als dass das heimatschutzrechtliche Interesse am un-

veränderten  Erhalt  des  Inventarobjekts  das  hoch  zu  gewichtende  öffentli-

che  Interesse  an  der  Förderung  von  Solarenergie  sowie  das  private  Inte-

resse des Bauherrn überwiegen würde. Die Auffassung der Vorinstanz, die 

Photovoltaikanlage  sei  mit  dem  Schutzzweck  des  Inventarobjekts  verein-

bar, ist daher nicht zu beanstanden. 

7.1. 

Weiter stört sich der Rekurrent an den drei Glasziegelfeldern bei der ostsei-

tigen Dachfläche. Diese seien aufgrund ihrer Form als Rhomboiden mit his-

torischen  Dachflächen  unvereinbar  und  würden  gegen  Art.  8  Abs.  3  BZO 

verstossen,  wonach  Dächer  in  Kernzonen  mit  Tonziegel  einzudecken  sei-

en.  Abgesehen  von  der  Beurteilung  der  Zulässigkeit  von  Solaranlagen  sei 

Art. 8 Abs. 3 BZO durch § 238 Abs. 4 PBG nicht derogiert worden. 

7.2. 

Wie der Rekurrent zutreffend erkennt, derogiert § 238 Abs. 4 PBG kommu-

nale  Bestimmungen  über  Dacheindeckungen  nur  im  Anwendungsbereich 

von Solaranlagen (vgl. dazu BRGE IV Nr. 0155/2017, E. 4.3, m.w.H.). Art. 8 

Abs.  3  BZO  bleibt  damit  zwar  grundsätzlich  anwendbar,  steht  der  Errich-

tung  von  Glasziegelfeldern  aber  nicht  entgegen.  Die  Bestimmung  soll  si-

cherstellen,  dass  Dächer  in  Kernzonen  nicht  mit  ortsfremden  Materialien 

wie  beispielsweise  Blech  oder  Eternit  gedeckt  werden.  Glasziegelfelder 

stellen demgegenüber keine Dacheindeckung dar. Vielmehr handelt es sich 

dabei  um  zurückhaltende  Elemente,  um  bei  historischen  Bauten  bessere 
Lichtverhältnisse  in  Dachgeschossen  zu  ermöglichen.  Sie  sind  funktional 

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vergleichbar  mit  Dachflächenfenstern,  welche  gem.  Art.  8  Abs.  5  BZO 

ebenfalls  erlaubt  sind.  In  der  Kernzone  G.  finden  sich  denn  auch  bereits 

mehrere Dächer mit Glasziegelfelder (z.B. Gebäude Assek.-Nrn. 393, 397, 

1800).  Wieso  eine  rhomboide  Form  mit  historischen  Dachflächen  per  se 

unvereinbar sein soll, legt der Rekurrent nicht substantiiert dar und ist auch 

nicht  ersichtlich.  Mit  der  Baudirektion  ist  festzuhalten,  dass  aus  Sicht  des 

Ortsbildschutzes  nicht  massgebend  ist,  ob  Glasziegelfelder  als  Rechtecke 

oder  als  Rhomboiden  in  Erscheinung  treten.  Aufgrund  der  dezenten  Ein-

gliederung  in  die  Dachfläche  haben  sie  auch  keine  Beeinträchtigung  des 

Inventarobjekts zur Folge, sondern tragen im Gegensatz etwa zu Lukarnen 

oder Schleppgauben  gerade  zum  Erhalt  einer  ruhigen  und  geschlossenen 

Dachfläche bei. 

8.1. 

Schliesslich moniert der Rekurrent, der Bewilligung der  Photovoltaikanlage 

käme  eine  grosse  präjudizielle Wirkung  zu.  Es  sei  zu  befürchten,  dass  im 

Weiler  G.  zahlreiche  weitere  Häuser  mit  einer  Photovoltaikanlage  ausge-

stattet werden, da ähnliche Projekte aufgrund des Rechtsgleichheitsgebots 

ebenfalls zu bewilligen wären. 

8.2. 

Streitgegenstand des vorliegenden Rekursverfahrens bildet einzig die Pho-

tovoltaikanlage  auf der südwestlichen  Dachfläche des Wohnhauses  Vers.-

Nr. 904. Deren Bewilligungsfähigkeit ist auf Grundlage der im Zeitpunkt des 

Entscheids  herrschenden  Gegebenheiten  zu  beurteilen.  Mögliche  künftige 

Photovoltaikanlagen auf anderen Gebäuden sind daher nicht geeignet, die 

Bewilligungsfähigkeit der vorliegend zu beurteilenden Photovoltaikanlage in 

Frage zu stellen. Das Rechtsgleichheitsgebot entbindet nicht von einer Ein-

zelfallprüfung.  Allfällige  künftige  Baugesuche  für  andere  Photovoltaikanla-

gen wären somit in jedem Einzelfall zu prüfen, wobei der Stellung und Posi-

tionierung  des  betroffenen  Gebäudes  und  der  damit  einhergehenden  Be-

deutung  für  das  Ortsbild  regelmässig  entscheidendes  Gewicht  zukommt. 

Die für die Bewilligungsfähigkeit der streitgegenständlichen Photovoltaikan-

lage ausschlaggebenden besonderen Verhältnisse (vgl. E. 5.3.) lassen sich 

keineswegs  unbesehen  auf  andere  Gebäude  des  Weilers  G.  übertragen. 

Die Befürchtung des Rekurrenten, im Weiler G. könnten alsbald zahlreiche 

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weitere  Häuser  mit  einer  Photovoltaikanlage  ausgestattet  werden,  erweist 

sich daher als unbegründet. 

9.1. 

Die rekurrentischen Rügen erweisen sich damit als unbegründet. Dies führt 

zur Abweisung des Rekurses. 

[….] 

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