# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e3bd71f-8933-5fed-b8a1-191e4744421a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 24.08.2010 S 2010 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2010-40_2010-08-24.pdf

## Full Text

S 10 40

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 24. August 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kursbesuch (Anspruch nach AVIG)

1. a) Der heute 56-jährige … (geb. … 1954) ist studierter und promovierter 

Geograph. Zuletzt war er als Redaktor bei der … angestellt. Am 13.02.2009 

meldete sich der Versicherte bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) zum 

Bezug einer Arbeitslosenentschädigung (zu 100%) ab dem 01.05.2009 an, da 

ihm die bisherige Arbeitsstelle gekündigt worden sei. Am 17.09.2009 stellte 

der Versicherte zudem ein Gesuch auf Übernahme der Kosten für den Kurs 

„Immobilienbewertung mit eidgenössischem Fachausweis“ sowie mit einer 

Kursdauer vom April 2010 bis Februar 2011 im Umfange von total Fr. 7'576.-

- (inkl. Spesen).

b) Mit Verfügung vom 05.01.2010 lehnte das Amt für Industrie, Gewerbe und 

Arbeit Graubünden (KIGA), Abteilung arbeitsmarktliche Massnahmen, das 

Kursgesuch ab, wogegen der Versicherte am 13.01.2010 Einsprache erhob, 

welche das KIGA mit Entscheid vom 09.02.2010 abwies.

2. Dagegen erhob der Versicherte am 05.03.2010 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem sinngemässen 

Begehren um Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. Er 

beantragte, es sei – zusätzlich zu den Taggeldern der ALV – der Besuch des 

„Vertiefungskurses Immobilienbewertung“ der svit/realis-Schule gemäss 

Gesuch vom 17.09.2009 finanziell zu unterstützen. Insbesondere sei zu 

prüfen, ob allenfalls gemäss Eventualantrag der Einsprache vom 13.01.2010 

ein Teilbetrag (in der Höhe der Kurskosten oder allenfalls auch darunter) 

bewilligt werden könne. Zur Begründung brachte er vor, dass ihm seine 

bisherige Arbeitsstelle als Chefredaktor der „…“ per Ende Januar 2009 durch 

die Arbeitgeberin gekündigt worden sei. Aufgrund seines Alters, der 

spezifischen Ausbildung zum promovierten Naturwissenschaftler, der 

monopolartig strukturierten Medienlandschaft in Graubünden, der kurzen 

Erfahrung im Tages- und Lokaljournalismus (nur 18 Monate) und dem 

Stellenabbau bei Zeitungsredaktionen sei der Zugang zum Arbeitsmarkt für 

ihn erschwert. Vor seiner Tätigkeit bei der … sei er während 18 Jahren beim 

Hauseigentümerverband (HEV) Schweiz im Kader als leitender Redaktor der 

Verbandszeitung, als Verantwortlicher für den Pressedienst, als Leiter der 

verbandseigenen Kurse über die Liegenschaftsverwaltung und federführend 

bei verschiedenen liegenschaftsspezifischen Spezialprojekten (inklusive 

Konzeption und Umsetzung der Projekte) sowie der Herausgabe diverser 

immobilienspezifischer Bücher tätig gewesen. Es sei daher naheliegend, dass 

er den Aufbau auf seinem stabilen Fundament im Immobilienbereich 

anstrebe. Der bereits im Kurs vom 04.-08.05.2009 bezüglich 

arbeitsmarktlicher Massnahmen erarbeitete Aktionsplan habe als 

Wiedereingliederungsmassnahme den fraglichen Kursbesuch bei der 

svit/realis-Schule vorgeschlagen. Es seien dazu entsprechende 

Erkundigungen bei der Schweizerischen Fachprüfungskommission für 

Immobilienfragen (SFPKI) betreffend Eidgenössischer Fachprüfung 

Immobilienbewerter eingezogen worden. Dabei sei die Zulassung zur 

eidgenössischen Fachprüfung bestätigt und der direkte Besuch des 

„Vertiefungslehrgangs“ gestattet worden, womit beträchtlich Zeit und Kosten 

gespart werden könnten. Normalerweise müsse zuerst ein Einstiegs- und 

Basiskurs samt Prüfung absolviert werden, was in der Regel eine 

Ausbildungsdauer von 2-3 Jahren (einzig Vertiefungslehrgang 10 Monate 

kürzer) bedeute. Mit der vom Experten des KIGA empfohlenen 

Umschulungsmassnahme zur Erlangung des eidgenössischen 

Fachausweises könne er auf 18 Jahre (beim HEV) erworbenes Fachwissen 

zurückgreifen und dieses vertiefen. Anders sei auch nicht erklärbar, dass ihm 

die SFPKI den Besuch des Einstiegs- und Basiskurses samt Prüfung erlasse 

und ihm eine verkürzte Ausbildung ermögliche. Die reinen Kurskosten würden 

zudem nicht Fr. 7'500.--, sondern Fr. 4'500.-- betragen. Im Betrag von Fr. 

7'500.-- seien noch die Kosten für die Übernachtung und die Verpflegung 

enthalten. Er erwarte nicht, dass ihm zusätzlich zu den Kurskosten und zu den 

Taggeldern der ALV noch Spesen und Fahrkosten vergütet würden. Beim 

beantragten Kurs handle es sich auch um keine umfassende 

Grundausbildung, da der Kurslehrgang einen Fachhochschul- oder 

Hochschulabschluss und Praxis voraussetze. Der Kurs sei vielmehr eine 

ergänzende Ausbildung zum in der Praxis erworbenen Fachwissen. Er sei 

nicht auf die Erreichung eines höheren Berufszieles ausgerichtet, sondern 

berufsbegleitend zu absolvieren. Der Kurs (Vertiefungslehrgang) daure 

weniger als 12 Monate (BGE 111 V 276). Er würde die 

Weiterbildungsmassnahme bestimmt nicht absolvieren, wenn er nicht 

arbeitslos geworden wäre, sondern weiterhin als Redaktor hätte tätig sein 

können. Nach Stellenabsagen auf ca. 90 Bewerbungen im redaktionellen 

Bereich und dem Kursbesuch auf dem Immobiliensektor bestehe für ihn die 

Möglichkeit, noch einmal im Berufsleben Fuss zu fassen. Viele 

Immobilienfirmen würden ihre Absagen auf seine Stellenbewerbungen mit 

dem fehlenden eidgenössischen Fachausweis begründen. Umgekehrt habe 

er positive Signale und Äusserungen zur geplanten Umschulung erhalten, weil 

sich daraus möglicherweise neues Potential für eine Immobilienfirma ergeben 

könne. Mit der Umschulung sei auch (wieder) eine selbständige 

Erwerbstätigkeit denkbar.

3. In seiner Stellungnahme beantragte das KIGA die kostenfällige Abweisung 

der Beschwerde. Zur Begründung machte es geltend, dass im angefochtenen 

Entscheid vom 09.02.2010 die der öffentlichen Arbeitsvermittlung gemeldeten 

Stellen den gemeldeten Stellensuchenden gegenüber gestellt worden seien. 

Dabei habe sich folgendes Bild gezeigt: Geograph (offen 0; Stellensuchende 

146); Journalist (offen 1; Stellensuchende über 300); Immobilienbewerter 

(offen 0; immerhin 2 Immobilienverwalter und 7 Immobilienmakler offen; 

Stellensuchende 56 Immobilienverwalter und 210 Immobilienmakler). 

Verglichen werden könnten aber nur jene offenen Stellen und 

Stellensuchenden, die auch bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung gemeldet 

seien. Es könne deshalb zutreffen, dass in privaten Inseraten gelegentlich 

Immobilienbewerter oder Schätzer gesucht würden. Nach Ansicht des KIGA 

dürften für das Ein- und Abschätzen der Arbeitsmarktchancen aber nur die 

öffentlich gemeldeten Stellen berücksichtigt werden. Die angestrebte 

Ausbildung des Beschwerdeführers ziele indessen in die falsche Richtung. 

Anders wäre die Sache zu beurteilen, wenn eine Zusicherung für eine 

konkrete Stelle – unter Vorbehalt der Absolvierung des Kurses – bereits 

erfolgt wäre. Dies sei hier aber gerade nicht der Fall. Die Kurskosten und die 

Kursdauer stünden vielmehr in einem krassen Missverhältnis zur Aussicht auf 

Verbesserung der Wiedereingliederungschancen (Kreisschreiben über die 

arbeitsmarktlichen Massnahmen, Bern 2009, Rz. A 16 und A 20).

4. In der Replik ergänzte der Beschwerdeführer noch, dass die Kurskosten im 

engeren Sinne Fr. 4'842.-- (inkl. MWST) betragen würden. Der von der 

Vorinstanz genannte Streitwert (inkl. Übernachtung/Spesen) stimme nicht, da 

er jene Pauschalbeträge nicht zwingend geltend mache. Der beantragte Kurs 

stelle weder eine Grundausbildung noch eine allgemeine Förderung der 

beruflichen Interessen dar; geschweige denn nur eine Wunschvorstellung. 

Seine Vermittlungsfähigkeit werde durch den Kurs gefördert. Zwar habe das 

kantonale Schätzungsamt Schätzer gesucht, ihm aber – trotz 

Vorstellungsgesprächs – letztlich eine Absage wegen fehlender fachlicher 

Kenntnisse erteilt. Die nur der öffentlichen Arbeitsvermittlung gemeldeten 

Stellen und Stellensuchenden stelle keine reale Situation dar. In den letzten 

11 Monaten habe er allein im Raum Ostschweiz/Zürich 39 Bewerbungen auf 

dem Sektor Redaktion/Journalismus sowie 29 Bewerbungen auf dem 

Immobiliensektor – ohne Erfolg – versandt. Einem 56-jährigen Mann werde 

auch keine Zusicherung für eine Stelle – unter Vorbehalt der Absolvierung 

eines Kurses – gemacht. Vielmehr müsse die Absolvierung des Kurses bereits 

nachgewiesen werden. Aufgrund der 90 Bewerbungsabsagen müsse erkannt 

werden, dass sein Profil nicht mehr gefragt sei, weshalb nun Handlungsbedarf 

bestehe. Die Vorinstanz habe dazu keine echten Alternativen zur 

Wiedereingliederung aufgezeigt. Das KIGA habe nur eine 6-monatige 

Teilnahme am Einsatzprogramm KADES angeordnet, was die Teilnahme am 

strittigen Kurs verunmöglicht und ihn überfordert hätte. Das KADES-

Programm sei für ihn nicht zielgerichtet.

5. In der Duplik stellte das KIGA klar, dass kein ausdrücklicher Verzicht auf die 

Pauschalbeträge (Kosten Übernachtung/Spesen) erfolgt sei. Nur die 

gemeldeten Stellen seien einigermassen objektivierbar. Der 

Beschwerdeführer reiche die Liste mit seinen Bewerbungen ein, weise jedoch 

nicht nach, dass die angeschriebenen Arbeitgeber auch tatsächlich offene 

Stellen publiziert hätten.

6. Auf Rückfrage der Instruktionsrichterin teilte das KIGA dem Gericht mit E-Mail 

vom 03.06.2010 noch mit, dass die der öffentlichen Arbeitsvermittlung 

gemeldeten Stellen teils auf dem Internet (www.treffpunkt-arbeit.ch) 

einsehbar seien. Wenn es der Arbeitgeber aber nicht wünsche, erscheine 

seine Stelle nicht auf diesem Portal. Daher ergebe sich nur ein 

unvollständiges Bild. Weiter bediente das KIGA das Gericht mit der 

Verordnung über das Informationssystem für die Arbeitsvermittlung und die 

Arbeitsmarktstatistik (AVAM-Verordnung; SR 823.114).

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 59 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVlG) erbringt die 

Versicherung finanzielle Leistungen für arbeitsmarktliche Massnahmen zu 

Gunsten von versicherten Personen und von Personen, die von 

Arbeitslosigkeit bedroht sind (Abs. 1). Mit arbeitsmarktlichen Massnahmen 

soll die Eingliederung von Versicherten, die aus Gründen des Arbeitsmarktes 

erschwert vermittelbar sind, gefördert werden (Abs. 2). Solche Massnahmen 

sollen insbesondere (lit. a) die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten 

verbessern, damit diese rasch und dauerhaft wieder eingegliedert werden 

können oder (lit. b) die beruflichen Qualifikationen entsprechend den 

Bedürfnissen des Arbeitsmarktes fördern. Laut Art. 59 Abs. 3 AVlG müssen 

für die Teilnahme an arbeitsmarktlichen Massnahmen (Art. 60-71d AVlG) 

kumulativ folgende Bedingungen erfüllt sein: (lit. a) die 

Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 8 AVlG, sofern nichts anderes bestimmt 

ist; und (lit. b) die spezifischen Voraussetzungen für die betreffende 

http://www.treffpunkt-arbeit.ch

Massnahme. Als Bildungsmassnahmen im Sinne von Art. 60 AVlG gelten 

namentlich individuelle oder kollektive Kurse zur Umschulung, Weiterbildung 

oder Eingliederung sowie Übungsfirmen und Ausbildungspraktika (Abs. 1). 

Für die Teilnahme an Kursen können Leistungen beanspruchen (Abs. 2 lit. a): 

Versicherte nach Art. 59b Abs. 1 AVlG; und (lit. b) Personen, die unmittelbar 

von Arbeitslosigkeit bedroht sind, nach Art. 62 Abs. 2 AVlG (vgl. dazu Urteile 

des Verwaltungsgerichts VGU S 02 227 E. 1 und S 02 254 E. 2).

b) Diese Vorgaben setzen somit für einen Leistungsanspruch auf Umschulung, 

Weiterbildung oder Eingliederung stets das Vorliegen einer arbeitsmarktlichen 

Indikation voraus (vgl. dazu BG-Urteil C 193/00 E. 1 vom 3. Dezember 2001). 

Das bedeutet, dass die Kursauslagen nur dann von der 

Arbeitslosenversicherung übernommen werden, falls eine bestimmte 

Fortbildung nach der konkreten Arbeitsmarktlage als notwendig erscheint und 

die Vermittlungsfähigkeit des Kursbesuchers erheblich gesteigert werden 

kann. Eine finanzielle Unterstützung wird folglich nur gewährt, wenn die 

aktuelle Arbeitsmarktlage die vorgesehene Massnahme unmittelbar gebietet. 

So soll verhindert werden, dass Leistungen zu Zwecken in Anspruch 

genommen werden, die nicht mit den Zielen der Arbeitslosenversicherung im 

Zusammenhang stehen (ARV 1993/1994 Nr. 6 und Nr. 39). Dieser 

Leitgedanke ist in Art. 59 Abs. 2 AVlG gesetzlich verankert. Die Finanzierung 

der Grundausbildung sowie die allgemeine Förderung der beruflichen 

Interessen und Wunschvorstellungen sind dagegen nicht Sache der 

Arbeitslosenversicherung (BGE 112 V 398 E. 1a; ARV 1998 Nr. 17). Die 

Grenze zwischen Grund- und allgemeiner beruflicher Weiterbildung 

einerseits, sowie Umschulung und Weiterbildung im 

arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinne andererseits ist fliessend (BGE 

108 V 166). Da ein und dieselbe Vorkehr beiderlei Merkmale aufweisen kann 

und praktisch jede Massnahme der allgemeinen Berufsausbildung zugleich 

der Vermittlungsfähigkeit des Versicherten zugute kommt, ist entscheidend, 

welche Aspekte im konkreten Fall unter Würdigung aller Umstände 

überwiegen (BGE 111 V 274 E. 2c; ARV 1990 Nr. 9). Die Beurteilung von 

Präventivmassnahmen hat indes praxisgemäss aufgrund einer 

prognostischen Betrachtungsweise zu erfolgen, und nicht nach dem im 

Einzelfall eingetretenen Erfolg oder Misserfolg (so auch: BG-Urteil C 242/05 

E. 1.2 vom 6. Oktober 2006). Die ständige Rechtsprechung macht die 

Unterstützung der Weiterbildung durch finanzielle Leistungen von der 

Wahrscheinlichkeit abhängig, dass die Vermittlungsfähigkeit durch einen mit 

Blick auf ein konkretes berufliches Ziel absolvierten Kurs tatsächlich und in 

beträchtlichem Masse gefördert wird (ARV 1985 Nr. 23). Der Begriff der 

Vermittlungsfähigkeit ist hierbei nicht im Sinne der primär subjektiv 

ausgerichteten Vermittlungsfähigkeit des Versicherten nach Art. 15 AVlG, 

sondern vielmehr als objektive arbeitsmarktliche Vermittelbarkeit des 

Versicherten zu verstehen (vgl. zum Ganzen: Gerhard Gerhards, Kommentar 

zum AVIG, Band II, Bern 1988, Note 43 zu Art. 59; Murer/Stauffer, 

Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 

Insolvenzentschädigung, Zürich 2008, zu Art. 59 S. 232-237; SVR-

Rechtsprechung 8-9/2005, ALV Nr. 6 S. 19-21). Erst kürzlich stellte das 

Bundesgericht im Weiteren noch klar, dass das Gesetz gerade bei 

erschwerter Vermittlungsfähigkeit die arbeitsmarktlichen Massnahmen 

(ausdrücklich) vorsehe, weshalb die Begründung, der Versicherte sei 

allgemein erschwert vermittelbar und habe deshalb keinen Anspruch auf z.B. 

einen Sprachkurs, dem Sinn und Zweck von Art. 59 AVlG widersprechen 

würde (BG-Urteil 8C_146/2007 E. 2.2 vom 14. November 2007; vgl. 

Kreisschreiben über die Arbeitsmarktlichen Massnahmen [AMM] vom Jan. 

2009).

c) Strittig ist vorliegend die Pflicht zur Kostenübernahme durch die 

Arbeitslosenversicherung für den Kurs “Immobilienbewertung mit 

eidgenössischem Fachausweis [Vertiefungslehrgang]“ geblieben. Während 

sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, dass seine Chancen für 

eine Arbeitsstelle auf dem Immobiliensektor durch den Besuch und die 

Absolvierung der erwähnten Zusatzausbildung markant erhöht würden, ist das 

KIGA anhand des ihm zur Verfügung stehenden Zahlenmaterials (Verhältnis 

zwischen den als offen gemeldeten Stellen und Stellensuchenden: Als 

Geograph 0:146, Journalist 1:300 oder Immobilienverwalter 2:56 bzw. 

Immobilienmakler 7:210) zum gegenteiligen Schluss gelangt, weshalb es die 

beantragte Kostenübernahme mangels Verbesserung der Vermittelbarkeit 

des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 59 Abs. 2 AVlG ablehnte. Dieser 

Beurteilung der Vorinstanz vermag sich das Gericht aufgrund der 

Besonderheiten und Merkmale des Einzelfalls bzw. der Lebens- und 

Berufsbiographie des Beschwerdeführers nicht anzuschliessen. Zwar ist es 

richtig, dass der Beschwerdeführer – wie das KIGA im Einspracheentscheid 

noch selbst anerkannte – aufgrund seines beruflichen Werdegangs 

(Ausbildung zum promovierten Geograph) als erschwert vermittelbar  zu 

gelten hat, da der Arbeitsmarkt für diese Berufsgattung kaum Stellen anbietet 

(Verhältnis 0:146). Für eine sehr günstige Zukunftsprognose betreffend 

baldiger Beendigung der Arbeitslosigkeit fällt beim Gesuchsteller aber 

dennoch ins Gewicht, dass er – trotz Studium samt Abschluss als Geograph 

– auf einem ganz anderen Tätigkeitsgebiet als Redaktor einer 

Verbandszeitung (HEV) in leitender Stellung (Kadermitglied) Fuss fassen 

konnte und diesen verantwortungsvollen Posten während 18 Jahren zur 

Zufriedenheit der damaligen Arbeitgeberin erfüllen konnte. In dieser langen 

Zeitspanne konnte er offensichtlich wichtige Erfahrungen auf der 

Immobilienbranche sammeln, eigenständig verarbeiten und marktgerecht an 

Dritte (Abonnenten HEV) weitergeben. Eine solch lange und intensive 

Themenbetreuung in der realen Geschäftswelt kann der Grundausbildung als 

Immobilienverwalter/Immobilienmakler nahezu gleichgestellt werden, da sich 

die Anforderungsprofile dieser beiden Berufszweige durchaus miteinander 

vergleichen lassen (vgl. Beilagen: Qualifikationsprofil und erarbeiteter 

Aktionsplan vom 08.05.2009; Zwischenzeugnis vom 23.05.2000 und 

Arbeitszeugnis HEV vom 31.10.2007). Es darf deshalb davon ausgegangen 

werden, dass ihn der fragliche Vertiefungskurs auf dem Immobiliensektor 

tatsächlich auch dem Arbeitsmarkt näher bringen wird, was die Übernahme 

der Kurskosten zu rechtfertigen vermag. Im Gegensatz dazu kann die lediglich 

18 Monate dauernde Journalistentätigkeit bei einem Lokalblatt in einer 

touristisch vor allem im Winter pulsierenden Gegend in den Bergen nicht 

weiter von Belang sein, da eine vertiefte Einarbeitung in die Mechanismen des 

Tagesjournalismus in einer derart kurzen Zeit nicht möglich war. Die 

arbeitsmarktliche Ausgangslage des Beschwerdeführers auf dem hier allein 

interessierenden Immobiliensektor darf indessen als ganz anders bezeichnet 

werden. Mit seiner langjährigen Tätigkeit beim HEV hatte er fast täglich mit 

Immobilenfragen zu tun. Mit der Absolvierung des beantragten 

„Vertiefungskurses auf dem Immobiliensektor“ auf Kosten der ALV betritt er 

folglich kein Neuland, weshalb auch nicht von einer allgemeinen Förderung 

der beruflichen Interessen oder bloss subjektiven Wunschvorstellung die 

Rede sein kann. Bestätigt wird diese Darstellung noch dadurch, dass dem 

Beschwerdeführer von der zuständigen Kursleitung auf dessen Anfrage mit 

Zulassungsbestätigung vom 16.09.2009 ausdrücklich versichert wurde, dass 

er anhand seiner guten Vorbildung in dieser Materie direkt in den 

Vertiefungslehrgang einsteigen könne. Eine Erhöhung der künftigen 

Berufschancen bzw. Steigerung der Vermittelbarkeit liegt demnach aber 

offensichtlich auf der Hand, zumal so unbestritten sowohl Zeit (anstatt 2-3 

Jahre Ausbildung nur 11 Monate) als auch Geld (vgl. Rechnung SVIT-Schule 

vom 02.03.2010) für den Erhalt einer neuen Stelle auf dem Immobiliensektor 

eingespart werden können, was im Interesse aller Beteiligten für eine 

möglichst rasche Beendigung der unerwartet eingetretenen Arbeitslosigkeit 

liegt. Kommt hinzu, dass die berufliche Aktivitätszeit des heute 56-jährigen 

Gesuchstellers immerhin noch ca. neun Jahre (reguläres Pensionsalter bei 

Männern liegt in der Schweiz bei 65 J.) dauern wird, womit die staatliche 

„Investition“ über Fr. 4'842.-- (gemäss eigenem Ergänzungsantrag des 

Beschwerdeführers in der Replik) auch wirtschaftlich sinnvoll erscheint. 

Daraus folgt, dass eine Verbesserung der Vermittlungsfähigkeit gemäss Art. 

59 Abs. 2 AVlG bejaht werden kann.

2. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 09.02.2010 (samt Verfügung 

vom 05.01.2010) erweist sich demnach als nicht rechtens, was zu seiner 

Aufhebung und zur Gutheissung der Beschwerde im Umfange der reinen 

Kurskosten von Fr. 4'842.-- (ohne Übernachtung/Spesen) führt. Das KIGA hat 

diese Auslagen also im Resultat zu übernehmen.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger 

Prozessführung nach Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) kostenlos ist. Eine 

aussergerichtliche Entschädigung an den obsiegenden nicht anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführer entfällt indessen praxisgemäss (Art. 61 lit. g 

ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgehoben 

und das KIGA verpflichtet, die reinen Kurskosten in der Höhe von Fr. 4'842.-- 

zu übernehmen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.