# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e61b71d4-9943-5785-ad69-4a8bb257e4d5
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-23
**Language:** de
**Title:** Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den als Rückfall geltend gemachten Fussbeschwerden und dem Unfall ist nicht überwiegend wahrscheinlich.
**Docket/Reference:** UV.2018.00041
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2018.00041.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2018.00041
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
2
3.
Mai 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, gebo
ren 1965, arbeitete bei der Y.___
AG als Vor
ar
bei
ter und war in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk.
6/
1). Am 8. August 2013 stürzte er bei Schleif- und Spitzarbeiten von der Leiter (Urk.
6/
1). Die E
rstbehandlung erfolgte gleichen
tags in der Klinik
Z.___
, wo eine Schnittverletzung am 5. Finger der linken Hand
, eine Ober
armkontusion
und eine
Thoraxkontusion
links diagnostiziert wurden (Urk.
6/
5
-6
). Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (vgl. Urk.
6/
2-4). Dr. med.
A.___
, FMH orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersuchte den Ve
rsicherten am 26. August 201
3.
Er diag
nostizierte eine beim Sturz vom 8. August 2013 erlittene Schulterkontusion links mit aktuell subacromialen Schmerzen sowie einen Status nach einer Knie
kon
tusion links mit ausgeprägter Bursitis
präpatellaris
. Deswegen attestierte er dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit, welche er ab 27. August 2013 auf 50 % reduzierte (Urk.
6/
8, Urk.
6/
10). Am 17. September 2013 wurde die Be
handlung der Schnittverletzung an der linken Hand abgeschlossen (Urk.
6/
9). Dr.
A.___
veranlasste unter anderem bildgebende Untersuchungen der linken Schulter und des linken Knies (Urk.
6/
17, Urk.
6/
23, Urk.
6/
26) und schrieb den Versicherten auch im weiteren Verlauf zu 50 % arbeitsunfähig (Urk.
6/
10, Urk.
6/
21 Urk.
6/
41, Urk.
6/
49 S. 2-3). Alsdann wurde der Versi
cherte am 30. April 2014 am linken Knie operiert (Urk.
6/
53 S. 2, Urk.
6/
57 S. 2). Es folgten angiologische Untersuchungen zur Abklärung der vom Ver
sicherten geklagten Herz- und Gefässbeschwerden (vgl. Urk.
6/
55, Urk.
6/
68, Urk.
6/
71, Urk.
6/
74). Am 12. Feb
ruar 2015 untersuchte der Suva-Kreisarzt den Versicherten (Urk.
6/
122). Nach weiteren Abklärungen durch die Suva hielt der Kreisarzt am 21. April 2015 fest, dass die Durchblutungsstörung nicht Folge eines Unfalls sei und im Übrigen unfallbedingt keine Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in der bisherigen Tätigkeit mehr be
stünde (Urk.
6/
136 S. 1).
Gestützt darauf verneinte die Suva mit Verfügung vom 12. Mai 2015 ihre Leis
tungspflicht bezüglich der Gefässbeschwerden und stellte ihre aufgrund des Un
falles vom 8. August 2013 erbrachten Heilbehandlungs- und Taggeld
leistun
gen per 1. Juni 2015 ein (Urk.
6/
143).
Dar
a
n hielt
die Suva mit
Einsprache
ent
scheid
vom 18. November 2015
fest (Urk. 6/160
).
Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid am
4.
Januar 2016 erhobene Beschwerde (
Urk.
6/169) wies d
a
s Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich mit
rechtskräftigem
Urteil UV.2016.00003
vom 3
1.
Januar 2017
ab (
Urk.
6/186).
1.2
In der Folge meldete die
Unia
Arbeitslosenkasse der Suva
am
3.
Juli 2017
Fussbe
schwerden von
X.___
als
Rückfall zum Unfall vom
8.
August 2013 (
Urk.
6/193).
Die Suva lehnte ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom
9.
August 2017 ab, da aufgrund der medizinischen Unterlagen kein sicherer oder wahr
scheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
8.
August 2013 und den gemeldeten Beschwerden bestehe (
Urk.
6/197).
Damit war
X.___
nicht einverstanden
(
Urk.
6/200). D
ie Suva
holte
die ärztliche Beurteilung
ihres
Kreisarzte
s
vom
1.
September 2017 ein
(
Urk.
6/206).
Daraufhin lehnte sie ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom
6.
September 2017 ab (
Urk.
6/209).
Dagegen erhob
X.___
am 1
3.
September 2017 Einsprache (
Urk.
6/210), welche die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Januar 2018 ab
wies (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
2
.
Februar 2018
Beschwerde
und beantragte sinngemäss
, die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, i
h
m die gesetzlichen Un
fallversicherungsleistungen zu erbringen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 5. März 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage der Suva-Akten [
Urk.
6/1-226]), was dem Beschwerdeführer am
6.
März 2018 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
7)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
8. August 2013
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Einglie
derungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Erleidet
der Versicherte
durch den Unfall eine dauernde erheblich Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat
er
Anspruch auf eine angemessene Integritäts
ent
schädigung (
Art.
24
Abs.
1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adä
quanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der
Verordnung über die Unfallversicherung
,
UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeits
unfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein na
tür
licher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen
oder Therapeuten
ist auf die Erfahrungstatsache hin
zuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
.
Wohl kann die einen län
geren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkennt
nisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper
sonen b
eziehungs
w
eise
Therape
uten
zu anderslauten
den Einschätzungen gelan
gen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung auf
drängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige
-
und nicht rein sub
jektive
r Interpretation entspringende -
Aspekte benennen, die bei der Begutach
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2
.
2.1
Med.
pract
.
B.___
, Facharzt für Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, hielt in seiner chirurgischen Beurteilung vom 2
5.
Januar 2016 fest, dass der Unfall vom
8.
August 2013 zu folgenden Verletzungen geführt habe (
Urk.
6/173 S. 11):
-
Schnittverletzung des linken Kleinfingers
-
Prellung des
Thorax linksseitig
-
Prellung des linken Oberarms
-
Möglicherweise Prellung des linken Kniegelenks zu einer Bursitis
präpatellaris
. Ein Kniebinnenschaden sei mit dem MRI vom 1
6.
November 2013 ausgeschlossen worden.
Dazu hielt med.
pract
.
B.___
fest, dass die im Rahmen des Unfall
s
erlittenen Verletzungen des linken Kleinfingers, des Thorax links sowie der Prellung des linken Oberarms
zeitgerecht und ohne funktionelle Defizite abgeheilt seien. Es verbleibe eine lokalisierte Sensibilitätsstörung am Kleinfinger. Die Bursitis
präpa
tellaris
sei nicht überwiegend wahrscheinlich Folge des Unfalls vom 8. August 201
3.
Die Krankheit sei durch die operative Entfernung des Schleimbeutels sach
gerecht behandelt worden. Eine vollständige Heilung sei nach der Operation do
kumentiert.
Nach sachgerechter Therapie der Bursitis gebe es keine Gefähr
dung der Gesundheit des Beschwerde
führers durch kniende Tätigkeiten mehr, die me
dizinisch begründet wäre (Urk. 6/173 S. 13). Im Rahmen der kreisärztlichen Un
tersuchung durch
Dr.
C.___
vom 1
2.
Februar 2015 habe der Beschwerdeführer jedoch wieder ein hinkendes Gangbild und eine eingeschränkte Funktion des lin
ken Kniegelenks gezeigt. Damals habe er auch Schmerzen und eine Sensibi
litäts
störung des linken Beines angegeben. Diese Beschwerden würden jedoch keine unfallbedingte medizinische Erklärung finden.
Dr.
A.___
habe spätes
tens am 2
6.
August 2014 eine normale Gehfähigkeit, eine reizlose Narbe und eine fast freie Funktion des Kniegelenks dokumentiert.
Dr.
A.___
habe den Beschwer
deführer zudem häufig und gründlich untersucht. Nicht schlüssig zu den demons
trierten Einschränkungen habe
Dr.
C.___
eine seitengleich kräftig ent
wickelte Muskulatur beider Beine, eine freie Funktion des linken Kniegelenks, eine gute Verschieblichkeit der Patella und eine gut auf der Unterlage verschiebliche Narbe
festgestellt
.
Dr.
C.___
habe gleichfalls keine Erklärung für die Gang
störung und die Bewegungseinschränkung gefunden. Die Befundver
schlech
terung im Bereich des linken Beines sei somit nicht überwiegend
wahrscheinlich Folge des Unfall
ereignisses vom
8.
August 2013 oder der erfolgten operativen Behandlung (
Urk.
6/173 S. 11).
Med.
pract
.
B.___
führte sodann aus, dass
ab
dem
1. Juni 2015 von
einer
weite
re
n ärztlichen
Be
handlung
k
eine Bes
serung des unfallbeding
ten Gesund
heits
zu
standes zu er
warten
gewesen sei
(Urk. 6/173 S. 13). A
b diesem Zeitpunkt
habe
auch k
eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde
führers in seiner ange
stammten Tätigkeit als Bauarbeiter
mehr bestanden
(Urk. 6/173 S. 14)
.
2.2
2.2.1
Im Zusammenhang mit der Rückfallmeldung
vom
3.
Juli 2017 (
Urk.
6/193)
vom wurden folgende Arztberichte aufgelegt:
2.
2.2
Dr.
med.
D.___
, leitender Arzt Fusschirurgie,
Klinik E.___
, stellte im Bericht vom 1
1.
Mai 2017 die folgende Diagnose
(
Urk.
6/187 S. 1)
:
Unklare posttraumatisch auftretende Schmerzen oberes Sprunggelenk
beidseits zirkulär bei radiologisch nachweisbaren Os
trigonum
oder
prominentem
Prozessus
posterior
tali
beidseits bei
Senkfüssigkeit
beidseits
Er attestierte dem Beschwerdeführer seit dem
6.
April 2017 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
6/194).
2.2.3
Im Bericht vom 2
2.
Mai 2017
führte
Dr.
D.___
sodann
aus
, dass die MRI-Bilder auf eine traumatisierte
Coalitio
subtal
a
r
beidseits hinweisen würden. Auf der linken Seite
komme
zusätzlich ein kleines O
s
trigonum
ohne signifikante
perip
fokale
Flüssigkeitsansammlung
zur Darstellung
. Das obere Sprungge
lenk
stelle
sich beidseits intakt dar (
Urk.
6/189 S. 1).
2.2.
4
Suva-Kreisarzt
Prof.
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Trauma
tologie
, hielt in seiner Beurteilung vom
1.
September 2017
fest,
Dr.
D.___
habe
ausgeführt, dass beim Beschwerde
führer
eine traumatisierte
Coalitio
talocalcanear
bei Arthrose des USG
vorliegen würde. Nach Kenntnis der zahlreichen medizinischen Berichte könne nur mit einer möglichen Wahrschein
lichkeit ein kausaler Zusammenhang zwischen den Beschwerden an den Füssen, den Verän
derungen
im MRI des rechten
OSG’s
vom 1
8.
Mai 2017 festgestellt wer
den. Er verweise auf die ausführliche chirurgische Beurteilung von
Dr.
B.___
vom 2
5.
Januar 201
6.
Hierin würden sich keine Beschwerden - weder am rechten noch am linken Fuss -
finden
, die auf das Un
fallereignis vom
8.
August 2013 zurückzuführen wären. Die geplante Operation, im Sinne einer Arthrodese des linken unteren Sprunggelenkes sei somit nur mit einer möglichen Wahrschein
lichkeit kausal zum Unfallereignis vom
8.
August 201
3.
Weder in den zei
tnahen Berichten nach dem
Unfallereignis vom
8.
August
2013
der Klinik
Z.___
n
o
ch in den nachfolgenden Berichten und in den bildgebenden Befunden, würden sich Hinweise
finden lassen
, dass unfall
bedingte strukturelle traumatische Läsionen in Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
8.
August 2013
entstan
den seien
. Erst im Mai 2017, somit vier Jahre nach dem Unfallereignis
, seien von Dr.
D.___
unklare Schmerzen im Bereich des oberen Sprung
gelenkes beid
seits
beschrieben worden
.
Somit würden allfälligen Beschwerden an den Sprung
gelenken beidseits der zeitliche Zusammenhang zum Unfallereignis vom
8.
August 2013 fehlen (
Urk.
6/206 S. 1).
2.2.
5
In ihrer Stellungnahme vom 2
3.
Oktober 2017 hielten
Dr.
med.
G.___
, Oberärztin Fusschirurgie,
Klinik E.___
,
und
Dr.
D.___
fest, dass beim Beschwer
de
führer
sicherlich
eine angeborene
Coalitio
talocalcanear
beidseits bestehe.
Wie schon vorbeschrie
ben hätten hier vor dem Unfallereignis niemals Beschwerden bestanden. Die Akti
vierung einer vorbestehende
n
Coalitio
durch einen Unfall sei aus fusschirurgischer Sicht absolut typisch und bei einem Stu
rz aus 4 Metern sicherlich nach
vollziehbar. Eine aktivierte
Co
a
litio
talocal
can
ear
e
sei ein Krank
heitsbild, welches typischerweise häufig erst in einer fusschirurgischen Spezial
abteilung und meist durch selbständige Sichtung der MRI-Bilder in Einklang mit dem klinischen Befund diagnostiziert werde
(
Urk.
6/219 S. 2)
.
3.
Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
e
des Bun
desgerichts
8C_780/2016 vom 2
4.
März 2017
E.
6
.1
und 9C_411/2018 vom 2
4.
Oktober 2018 E. 4.2
,
mit
je
Hinweisen).
Dies trifft vorliegend auf die Beurtei
lung von
Dr.
F.___
vom
1.
September 2017 zu.
Gemäss Dr.
F.___
ist ein Kausalzu
sammenhang zwischen de
m
Unfall vom 8. August 2013 und den vom Beschwer
deführer nunmehr geklagten Fuss
be
schwerden zu verneinen, weil
sich
in den medizinischen Akten nach diesem Un
faller
eignis keine Beschwerden - weder am rechten noch am linken Fuss
-
die auf das Unfallereignis vom 8. August 2013 zurückzuführen wären
,
finden lassen würden. Dies überzeugt, denn
Hinweise auf Fussbeschwerden sind
in den echtzeitlichen Akten
keine vorhanden
.
Nachdem der Beschwerdeführer am
8.
August 201
3
bei der Arbeit in der Klinik
Z.___
aus rund drei Metern von einer Leiter gestürzt war (
Urk.
6/6),
wurden
seine
Ver
letzungen
in derselben Klinik
behandelt. Dort wurden eine Schnitt
verletzung am 5. Finger der linken Hand, eine Oberarmkon
tusion und eine
Thora
xkontusion
links diagnostiziert
(Urk. 6/5-6). Von Fussbeschwerden
, an welchen de
r
Be
schwerdeführer aufgrund
des Unfalles vom
8.
August 2013
gelit
ten hätte,
ist in den Berichten der
Klinik
Z.___
nicht die Rede.
In der Folge wurde der Be
schwerdeführer am 26. August 2013 von Dr.
A.___
- vor
nehmlich wegen seine
r
Schulterbeschwerden -
untersucht.
Auch gegenüber diesem Arzt erwähnt
e
er keine Fussbeschwer
den. Es leuchtet nicht ein, weshalb der Beschwerdeführer damals
über noch bestehende Schmerzen am linken Knie
klagte
(Urk. 6/8)
, die angeblich seit dem Unfall vom
3.
August 201
3
bestehenden Beschwerden
im obe
ren Sprunggelenk beidseits (vgl.
Urk.
6/187 S. 1)
jedoch un
erwähnt liess
.
Nach der Behandlung durch
Dr.
A.___
bestand am 26.
August 2014 in Bezug auf das linke Knie wieder eine normale Gehfähigkeit (
Urk.
6/71 S.
1).
Eine Einschrän
kung der Gehfähigkeit wegen Sprunggelenks
beschwer
den
wurde damals
von
Dr.
A.___
nicht
angegeben
.
Dr.
G.___
und Dr.
D.___
gingen
davon aus, dass durch den Unfall vom
8.
August 2013 eine ange
borene
Coalitio
talocalcanear
e
beidseits des Beschwerdeführers «aktiviert» worden sei.
Zur Be
gründung
führten
sie
im Wesentlichen
aus, dass
Fusschirurgen am besten dafür qualifiziert seien, um diesen
Befund
zu beurteilen
(Urk. 6/219 S. 2).
Für eine schlüssige und überzeugende Beantwortung der Frage, ob die vom Beschwerde
führer geklagten Fussbeschwerden auf den Unfall vom
8
.
August 2013
zurück
zuführen sind
, genügen
deren
Ausführungen
aber nicht. Die Ärzte der
Klinik E.___
gingen nicht darauf ein, dass sich der Beschwerdeführer gemäss den echt
zeitlichen Akten beim Sturz von der Leiter die Füsse nicht verletzt hatte. Ebenso wenig haben sie in ihre Beurteilung einbezogen, dass in den medizinischen Be
richten, welche in den Tagen
nach diesem Unfallereignis
verfasst wurden,
keine
Fussbeschwerden
des Beschwerdeführers erwähnt wurde
n
.
Dieser Umstand steht im Widerspruch zur Beurteilung dieser Ärzte, wonach der
Sturz vom 8. August 2013
der «Aktivierung» der angeborenen
Coalitio
talocal
c
anear
e
bewirkt haben soll
.
Mit möglichen anderen Gründen für die Fussbeschwerden des Beschwerde
führers, welche in keinem Zusammenhang mit dem Unfall vom 8. August 2013 stehen, setzten sich die Ärzte der
Klinik E.___
gar nicht auseinander. Abge
sehen davon fehlt es nicht nur an echtzeitlich vorhandenen Fussbeschwerden, sondern auch an
eindeutige
n
Brückensymp
tomen
zwischen dem Unfall und dem geltend gemachten Rückfall
(Urteil des Bundesgerichts 8C_755/2018 vom 1
1.
Februar 2019 E. 4.4.3). Dies
bezüglich
ist auf das Gutachten des S
pitals
H.___
vom 1
8.
Oktober 2015
(
Urk.
6/171)
hinzuweisen. Der Beschwerdeführer wurde dort am 1
5.
Oktober 2015 untersucht.
Damals klagte der Beschwerdeführer über seit dem Unfall vom
8.
August 2013 bestehende Knie- und Unterschenkel
schmerzen links (
Urk.
6/171 S. 16). Nach der klinischen Untersuchung führten die Gutachter die Befunde am linken Knie auf und hielten dazu fest, dass die übrigen Gelenke
- mithin auch die Sprunggelenke -
sich unauffällig darstellen würden (
Urk.
6/171 S. 13).
Auch
kann nicht einzig
deswegen
von unfallkausalen
Beschwerden
ausge
gange
n, weil die Fussbe
schwerden
erst
nach dem Unfall vom 8. August 2013 aufgetreten sind. Dies würde auf eine unzulässige post-hoc-ergo-
propter
-hoc-Argumentation hinauslaufen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_834/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Schliesslich ist vorliegend der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde
Ä
rzte im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (E.
1.5.3).
Die Berichte und Stellungnahme
n
von Dr.
G.___
und Dr.
D.___
ver
mögen somit keine Zweifel an der Beurteilung von Dr.
F.___
vom 1. September 2017
(Urk. 6/206)
zu begründen.
Dessen Beurteilung erweist sich vielmehr als schlüssig und überzeugend. Es ist demnach nicht mit dem erforderlichen Beweis
grad
der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass die vom Beschwerdeführer als Rückfall zum Unfall vom
8.
August 2013 geltend gemachten Fussbeschwerden in einem natürlichen Zusammenhang zu diesem Unfallereignis stehen. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht
daher
zu Recht verneint.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Be
schwerde
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher