# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b6bd04a-72d6-551c-975a-96c30167893c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 19.12.2022 S 2022 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-122_2022-12-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 19. Dezember 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA MLaw B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2022 122

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Urteil S 2022 122

A. Die Versicherte, A.________, Jahrgang 1995, ohne abgeschlossene Ausbildung, 
meldete sich am 14. Dezember 2015 aufgrund einer Borderline Störung erstmals zum 
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (S 2021 59 IV-act. 1). Am 4. Mai 2016 
forderte die IV-Stelle die Versicherte im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht auf, wöchentliche 
Psychotherapiesitzungen wahrzunehmen und mindestens während drei Monaten einen 
Abstinenznachweis von allen illegalen Drogen zu erbringen (S 2021 59 IV-act. 14). Beiden 
Auflagen kam die Versicherte in der Folge nach (vgl. S 2021 59 IV-act. 18 und 20). Am 
2. November 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten Berufsberatung und Abklärung 
der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (S 2021 59 IV-act. 23). Danach folgte ab dem 
1. Januar 2017 ein dreimonatiges Belastbarkeitstraining bei der D.________ (S 2021 59 
IV-act. 27 und 29), anlässlich dessen es der Versicherten aber nicht gelang, ihre 
Präsenzzeit von vier Tagen die Woche à drei Stunden pro Tag aufrechtzuerhalten, 
weshalb das Belastbarkeitstraining am 23. Februar 2017 abgebrochen wurde (S 2021 59 
IV-act. 38). In der Folge erhielt die Versicherte eine Kostengutsprache für die 
Berufsvorbereitung im Hinblick auf eine erstmalige berufliche Ausbildung zur Haus-
wirtschaftspraktikerin EBA (S 2021 59 IV-act. 44). Nachdem sie die Berufsvorbereitung bei 
der D.________ erfolgreich absolviert und das Pensum wie vereinbart hat steigern 
können, begann sie im August 2018 bei der D.________ eine entsprechende Ausbildung 
(S 2021 59 IV-act. 51). Im Sommer 2019 musste die Versicherte die Ausbildung aus 
gesundheitlichen Gründen jedoch unterbrechen und per 15. Oktober 2019 wurde die 
berufliche Massnahme schliesslich abgebrochen, nachdem die behandelnde Psychiaterin 
die Ausbildungsfähigkeit in Frage gestellt hatte (vgl. S 2021 59 IV-act. 82). Daraufhin 
schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung im Dezember 2019 ab (vgl. S 2021 59 
IV-act. 85). Da aufgrund der medizinischen Akten für die IV-Stelle nicht sicher erkennbar 
war, ob die Versicherte ausbildungsfähig ist oder nicht, gab sie zur Klärung dieser Frage 
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag (S 2021 59 IV-act. 88). Das Gutachten von 
Dr. C.________ datiert vom 18. Dezember 2020. Darin kam Dr. C.________ zum Schluss, 
dass aus psychiatrischer Sicht eine Ausbildung im üblichen Vollzeitpensum möglich und 
zumutbar sei. Er stellte jedoch fest, dass die Leistungsfähigkeit um 10 bis 20 % reduziert 
sei (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 58). Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2021 (S 2021 59 
IV-act. 103) bzw. Verfügung vom 11. März 2021 (S 2021 59 IV-act. 108) wies die IV-Stelle 
das Leistungsbegehren ab. 

B. Hiergegen gelangte A.________ am 26. April 2021 an das Verwaltungsgericht des 
Kantons Zug (Verfahren S 2021 59), welches mit Urteil S 2021 59 vom 17. Februar 2022 
die Beschwerde abwies. 

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Urteil S 2022 122

C. Mit Schreiben vom 23. Juni 2022 teilte der Präsident des Verwaltungsgerichts den 
Parteien mit, dass ein an der Urteilsfindung beteiligt gewesenes Mitglied des 
Verwaltungsgerichts die im Kanton Zug geltende, gesetzliche Wohnsitzpflicht für die Wahl 
und Ausübung des Richteramtes im Zeitpunkt der Urteilsfällung nicht mehr erfüllt habe, 
was einen Revisionsgrund nach § 87 Ziff. 2 VRG darstelle.

D. Mit Revisionsgesuch vom 19. Juli 2022 ersuchte A.________ daraufhin um neuen 
Entscheid (Revisionsverfahren S 2022 86). Die IV-Stelle liess sich im Revisionsverfahren 
nicht vernehmen. Mit Gesamtgerichtsentscheid S 2022 86 vom 4. Oktober 2022 hiess das 
Verwaltungsgericht das Revisionsgesuch gut, hob das Urteil S 2021 59 vom 17. Februar 
2022 auf und wies die Sache zu neuem Entscheid an die sozialversicherungsrechtliche 
Kammer des Verwaltungsgerichts zurück.

E. Den Parteien wurde daraufhin mit Schreiben vom 7. Oktober 2022 mitgeteilt, dass 
ihre Streitsache nach der Rückweisung des Gesamtgerichts an die 
sozialversicherungsrechtliche Kammer zum neuen materiellen Entscheid fortan unter der 
Verfahrensnummer S 2022 122 geführt werde. Der Schriftenwechsel werde nicht wieder 
aufgenommen. Es würden sämtliche Akten aus dem Verfahren S 2021 59 beigezogen 
(auch Weiterbestand der UP/URB-Verfügung vom 9. Juni 2021). Die Parteien liessen sich 
hierauf nicht vernehmen.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 11. März 2021) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 
V 364 E. 7.1).

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil die angefochtene 

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Urteil S 2022 122

Verfügung vor dem Inkrafttreten dieser IVG-Änderung datiert, finden die bis 31. Dezember 
2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung und werden in 
dieser Fassung zitiert.

2. Die Eintretensvoraussetzungen sind nach wie vor gegeben, die revisionsweise 
Rückweisung zum materiellen neuen Entscheid hat daran nichts geändert:

Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus dem 
Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort 
der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 11. März 
2021. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim 
zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 26. April 
2021 der Post übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss 
Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit unter 
Berücksichtigung von Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG – Fristenstillstand vom siebten Tag vor 
Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern – gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist 
von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen 
Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die 
Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Invalidität ist 

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Urteil S 2022 122

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 
entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Die 
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aber als vereinbar 
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So ist namentlich den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung grundsätzlich volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. 
Demgegenüber darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte von Hausärzten – wie auch 
von behandelnden Fachärzten (EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4) – der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 
aussagen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Berichte der behandelnden 
Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie grundsätzlich mit 
Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den 
behandelnden Spezialarzt und namentlich für den therapeutischen Psychiater mit seinem 

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besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, welcher die geklagten Beschwerden als 
Faktum hinzunehmen hat (BGer 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3 mit 
Hinweisen). Immerhin verpflichtet aber jede substanziiert vorgetragene Einwendung den 
Richter, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung 
folgend zu prüfen, ob sie in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schluss-
folgerungen eines vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gutachters 
derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 
351 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen). 

4. Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Ausbildungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

4.1 Zwei Jahre vor der Erstanmeldung bei der IV-Stelle wurde die Versicherte in der 
E.________ vom 26. November 2013 bis 6. Februar 2014 stationär behandelt. Die Ärzte 
gingen von einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10 
F60.31) und einer Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst] (ICD-10 F41.0) aus. Das 
erfolgreiche Absolvieren einer beruflichen Ausbildung in der freien Wirtschaft wurde bei 
der weiterhin bestehenden emotionalen Instabilität mit ausgeprägten Insuffizienzgefühlen 
prognostisch als eher ungünstig beurteilt, weshalb die Ärzte eine Ausbildung im 
geschützten Rahmen empfahlen (S 2021 59 IV-act. 10 S. 8 ff.). 

4.2 Seit dem 13. November 2014 befand sich die Versicherte beim F.________ in 
Behandlung. Nachdem es am 30. Januar 2015 offenbar zu einem längeren 
Therapieunterbruch gekommen ist, hat sie sich am 25. September 2015 erneut vorgestellt. 
Aufgrund ihrer bekannten psychischen Erkrankung und ihres damaligen psychischen 
Zustandes sahen die Ärzte eine Vermittelbarkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht als möglich 
an. Die Arbeitsfähigkeit im zweiten Arbeitsmarkt schwankte zum damaligen Zeitpunkt 
zwischen 50 bis 100 % (S 2021 59 IV-act. 4). Im Verlaufsbericht zuhanden der IV-Stelle 
vom 26. Januar 2016 bestätigten die Ärzte die Diagnose einer emotional instabilen 
Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typus. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit hielten sie einen Status nach psychische und Verhaltensstörung durch 
Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1) fest. Die Ärzte führten aus, dass die 
Versicherte diesmal zunehmendes Vertrauen zeige und sich in die ambulante 
Psychotherapie einbinden lasse. Das Arbeitspensum im H.________ habe schrittweise auf 
100 % angepasst werden können. Laut Betreuer des H.________ seien die Beziehungen 
mit den Arbeitskollegen bis jetzt unproblematisch. Trotzdem war aus Sicht der Ärzte eine 

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Vermittelbarkeit im ersten Arbeitsmarkt ebenso wie eine Lehre an einem nicht geschützten 
Arbeitsplatz weiterhin nicht gegeben und die Ärzte sahen eine IV-unterstützte berufliche 
Integration aufgrund der Erkrankung der Versicherten als unabdingbar an (S 2021 59 IV-
act. 12). 

4.3 Am 5. April 2016 nahm RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin, zum Fall Stellung und führte aus, die Versicherte leide 
unbestrittenermassen an einer psychischen Störung. Sie sei allerdings weder 
krankheitseinsichtig noch compliant und längst nicht adäquat therapiert, nicht glaubhaft 
abstinent und stehe unter Benzodiazepinen. Der Gesundheitszustand habe sich somit 
noch nicht stabilisiert. Unter diesen Voraussetzungen sei eine Eingliederung in die 
Arbeitswelt sehr schwierig und nicht unterstützungswürdig (S 2021 59 IV-act. 13). Auf 
Empfehlung der RAD-Ärztin forderte die IV-Stelle die Versicherte in der Folge im Rahmen 
ihrer Mitwirkungspflicht dazu auf, wöchentliche Psychotherapiesitzungen wahrzunehmen 
und mindestens während drei Monaten Abstinenznachweise zu erbringen (S 2021 59 IV-
act. 14). 

4.4 In der Folge begab sich die Versicherte wöchentlich in die Psychotherapie bei 
lic. phil. I.________, Fachpsychologin für Klinische Psychologie und Psychotherapie FSP, 
nachdem eine erste Behandlungstranche bei ihr bereits von April 2013 bis März 2014 
stattgefunden hatte. Während es der Versicherten zum damaligen Zeitpunkt noch nicht 
gelang, sich auf eine regelmässige psychotherapeutische Behandlung einzulassen, zeigte 
sie im Rahmen der ab Juni 2016 aufgenommenen Therapie Motivation und auch Willen, 
an der Selbsthilfe zu arbeiten. Die Psychologin ging von einer Borderline 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) aus und sah eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als 
möglich an. Unklar sei jedoch, wann die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden könne. Dies sei 
stark abhängig vom Aufbau von Hoffnung und Selbstvertrauen (S 2021 59 IV-act. 20). Die 
Urinkontrollen vom 20. Juni, 4. Juli und 3. August 2016 fielen negativ aus (S 2021 59 IV-
act. 18). 

4.5 Ab dem 1. Januar 2017 folgte ein dreimonatiges Belastbarkeitstraining bei der 
D.________. Dem Bericht vom 5. April 2017 kann entnommen werden, dass die 
Versicherte zwar gewissenhaft und korrekt gearbeitet habe, es ihr aber nicht möglich 
gewesen sei, ihre Präsenzzeit von vier Tagen die Woche à drei Stunden pro Tag 
aufrechtzuerhalten. Mit Ausnahme der ersten Woche habe sie mindestens einen Tag pro 

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Woche gefehlt. Zudem habe sie Schwierigkeiten gehabt, ihre Konzentration und 
Motivation während der Präsenzzeit aufrecht zu erhalten (S 2021 59 IV-act. 38). 

4.6 Daraufhin erhielt die Versicherte eine Kostengutsprache für die Berufsvorbereitung 
im Hinblick auf eine erstmalige berufliche Ausbildung zur Hauswirtschaftspraktikerin EBA 
(S 2021 59 IV-act. 44). Nachdem sie die Berufsvorbereitung bei der D.________ 
erfolgreich absolviert und das Pensum wie vereinbart hat steigern können, begann sie im 
August 2018 bei der D.________ eine entsprechende Ausbildung (S 2021 59 IV-act. 51). 
Im Sommer 2019 musste die Versicherte die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen 
jedoch unterbrechen und per 15. Oktober 2019 wurde die berufliche Massnahme 
schliesslich abgebrochen (vgl. S 2021 59 IV-act. 82).

4.7 Am 30. Januar 2020 berichtete die behandelnde Psychiaterin Dr. med. 
J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, über die ambulante 
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung seit dem 31. Oktober 2018. Als 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie eine emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung, Typ II-Borderline (ICD-10 F60.31), eine Angst- und Panikstörung 
(ICD-10 F41) und eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) fest. Als 
Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie rezidivierende 
Migräneattacken. Diese Diagnose sei 2013 in der E.________ gestellt worden. Was die 
Arbeitsfähigkeit anbelangt, hielt sie diverse Arbeitsunfähigkeiten zwischen 50 und 100 % 
zwischen dem 3. April 2019 und dem 27. Februar 2020 fest. Die Versicherte sei aufgrund 
der Krankheit nicht belastbar und bisher nie zu einer längeren und kontinuierlichen 
Tätigkeit in der Lage gewesen. Es sei zu psychischen Dekompensationen mit Ängsten, 
Selbstverletzungen, Suizidalität und Depressionen oder emotionaler Instabilität 
gekommen. Die Prognose sei ungünstig. Die Versicherte habe bereits eine IV Rente und 
eine Lehre im D.________ nicht geschafft. Sie sei zu krank für 
Wiedereingliederungsmassnahmen (S 2021 59 IV-act. 86). 

4.8 Am 6. Februar 2020 nahm der für den vorliegenden Fall neu zuständige RAD-Arzt 
Dr. med. K.________, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, Stellung und führte aus, 
den Neuakten könne der Sachverhalt entnommen werden, dass die beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen Mitte Oktober 2019 angesichts einer Verschlechterung des 
psychischen Gesundheitszustandes und der behandlerseitig in Frage bzw. Abrede 
gestellten Ausbildungsfähigkeit erfolglos abgebrochen worden seien. Ein AMDP-konform 
erhobener psychopathologischer Untersuchungsbefund lasse sich dem aktuellen 

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Urteil S 2022 122

Arztbericht der behandelnden Psychiaterin nicht entnehmen. Aus diesem Grund schlug 
der RAD-Arzt eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vor (S 2021 59 IV-act. 87). 

4.9 Die IV-Stelle beauftragte in der Folge Dr. C.________ mit der psychiatrischen 
Begutachtung der Versicherten (S 2021 59 IV-act. 92). Doktor C.________ erstattete sein 
Gutachten am 18. Dezember 2020. Er stellte darin die sich auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirkenden Diagnosen des schädlichen Gebrauchs von Cannabis (ICD-10 F12.1) und 
von emotional instabil akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1). Zur 
Arbeitsfähigkeit gab er an, dass es der Versicherten aus psychiatrischer Sicht möglich und 
zumutbar sei, eine Ausbildung im üblichen Vollzeitpensum zu absolvieren. Die 
Leistungsfähigkeit sei aber durch die Dysfunktionalität der deutlich werdenden 
akzentuierten Persönlichkeitszüge herabgesetzt. Die Minderung der Leistungsfähigkeit 
liege je nach sozialem Kontext bei geschätzten 10 bis 20 %. Diese psychische (explizit 
nicht psychiatrische) Leistungseinschränkung von 10 bis 20 % beziehe sich in 
Ermangelung der Vergleichsgrösse einer prämorbiden Leistungsfähigkeit auf die 
durchschnittliche Leistungsfähigkeit von Auszubildenden der hier in Frage kommenden 
Ausbildungsstufe. Sie liege im Rahmen normalpsychologischer Leistungsschwankungen 
bzw. interpersoneller Belastbarkeitsunterschiede. Der Verlauf der bisherigen 
Ausbildungsversuche/Massnahmen sei dadurch nicht erklärbar, sondern nur in 
Kombination mit der überwiegenden Bedeutung einer unzureichenden Motivation, wobei 
durch Aggravation der Belastungsreaktionen und Auswirkungen der akzentuierten 
Persönlichkeitszüge der Eindruck einer störungsbedingten Minderung der Arbeitsfähigkeit 
entstanden sei. Selbst unter der Annahme, die Kompensation der im Vergleich zum 
Durchschnitt unterdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit werde durch die Folgen des 
Cannabisabusus erschwert, seien die Abbrüche der Ausbildungen bzw. Massnahmen 
psychiatrisch nicht erklärbar. Die herabgesetzte Kompensierbarkeit durch den 
Cannabiskonsum sei zudem leicht überwindbar, da ein Verzicht auf den Konsum möglich 
und zumutbar sei, ausserdem medizinisch-prognostisch sinnvoll (S 2021 59 IV-act. 101). 

4.10 RAD-Arzt Dr. K.________ nahm am 12. Januar 2021 aus 
versicherungsmedizinischer Sicht Stellung zum Gutachten. Er hielt dazu fest, dass das 
Gutachten inhaltlich und formal korrekt sei und die an ein psychiatrisches Gutachten 
gestellten Qualitätskriterien vollumfänglich zu erfüllen vermöchte. Der Gutachter setze sich 
intensiv mit den Vorakten und den behandlerseitig gestellten Diagnosen auseinander und 
begründe die von der behandlerseits abweichende diagnostische Zuordnung und deren 

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Urteil S 2022 122

Konsequenzen in Bezug auf die Beurteilung bzw. Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in nachvollziehbarer Weise. Daher könne das Gutachten der IV-Stelle 
als Entscheidungsgrundlage empfohlen werden (S 2021 59 IV-act. 102). 

5. Die Beschwerdegegnerin stellt in der Beurteilung des Leistungsbegehrens auf das 
Gutachten von Dr. C.________ vom 18. Dezember 2020 (S 2021 59 IV-act. 101) ab, 
wonach die bisherigen Ausbildungsabbrüche aus psychiatrischer Sicht nicht erklärbar 
seien und es der Beschwerdeführerin möglich und zumutbar sei, eine Ausbildung im 
üblichen Vollzeitpensum zu absolvieren. Wie unter Erwägung 3.2 ausgeführt, ist den im 
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche 
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen.

5.1 Das psychiatrische Gutachten von Dr. C.________ vom 18. Dezember 2020 ist 
umfassend, basiert auf Kenntnis sämtlicher Vorakten und beruht auf allseitigen 
Untersuchungen. Es berücksichtigt auch die von der Beschwerdeführerin geklagten 
Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 
der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die Schlussfolgerungen sind zudem 
begründet, einleuchtend und nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich 
voller Beweiswert zu. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin 
vorgebrachten Rügen und Einwendungen gegen das Gutachten stichhaltig sind und an 
dessen Beweiswert etwas zu ändern vermögen.

5.1.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich zunächst auf den Standpunkt, das Gutachten 
von Dr. C.________ imponiere von Anfang an durch seine Voreingenommenheit ihr 
gegenüber. Indem von Beginn weg sämtliche auch noch so unwesentlichen alltäglichen 
Inkonsistenzen herausgepickt und unterstrichen worden seien, sei eine objektive 
ausgewogene Beurteilung des Gesundheitsschadens von Anfang an nicht möglich 
gewesen. Dieser Vorwurf geht fehl. Das Gutachten enthält keine Anhaltspunkte, welche 
auf eine mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit von Dr. C.________ hinweisen 
würden. Medizinische Gutachter haben die Aufgabe, gezeigte Symptome und geltend 
gemachte Beschwerden auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen. Es ist gerade 
Aufgabe der Gutachter, allseitige Befunde zu erheben und deren Auswirkungen bei der 
Untersuchung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu zählen insbesondere Angaben 

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zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Inkonsistenz und Vagheit der 
gemachten Angaben und über Hinweise, welche zur Annahme von Aggravation oder gar 
Simulation führen. Es ist somit gerade Pflicht eines Arztes, auf Inkonsistenzen, 
Widersprüche und Aggravation/Simulation hinzuweisen. Dies hat der Sachverständige 
denn auch getan. Entsprechend seiner Aufgabe als Gutachter wies er auf mehrere 
Inkonsistenzen in der Anamnese und betreffend die Angaben zum aktuellen Zustand hin 
(vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 17 und 31 ff.) und kam zum Schluss, dass die Angaben der 
Beschwerdeführerin, schwerwiegend psychisch beeinträchtigt zu sein, in einem deutlichen 
Widerspruch zu der Art, wie sie lebe und ihrem Verhalten gegenüber der Behandlung 
stehe (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 34). In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die 
Falschangaben der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Cannabiskonsums (vgl. S 2021 
59 IV-act. 101 S. 12) und stellte eine teilweise Malcompliance fest, war die Substanz des 
Medikaments Quetiapin sowie der länger nachweisbare wirksame Hauptmetabolit in der 
Blutuntersuchung doch nicht nachweisbar, obwohl die Beschwerdeführerin angegeben 
hatte, dieses Medikament in einer Dosis von immerhin 300 mg einzunehmen (vgl. S 2021 
59 IV-act. 101 S. 19 und 33). Nachvollziehbar konnte der Sachverständige damit belegen, 
dass die Beschwerdeführerin dieses Medikament bereits seit längerer Zeit nicht 
eingenommen hat. Zusammen mit der falschen Angabe zum Drogenkonsum sprach dies 
für den Gutachter gegen die uneingeschränkte Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen, was 
schlüssig erscheint. Daraus auf eine Voreingenommenheit zu schliessen, geht jedenfalls 
nicht an. Des Weiteren ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass der Gutachter 
nicht von Simulation, sondern nur, aber immerhin, von Aggravation gesprochen hat. Im 
Übrigen ist mit der Beschwerdegegnerin einig zu gehen, dass es gerade Aufgabe des 
Sachverständigen war, allfällige psychiatrische Ursachen für die Probleme bei der 
beruflichen Eingliederung zu finden. Dieser Aufgabe kam Dr. C.________ nach. 
Wesentliche gesundheitliche Probleme konnte der Sachverständige zwar nicht als 
Ursache finden, hingegen stellte er eine ungenügende Motivation der Beschwerdeführerin 
fest, was er plausibel und nachvollziehbar darlegte. 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin konkrete Vorhaltungen 
an den Sachverständigen, die objektiv auf eine Voreingenommenheit schliessen liessen, 
nicht darzutun vermochte. Schliesslich weist nichts darauf hin, dass die psychiatrische 
Begutachtung nicht sorgfältig oder der konkreten Fragestellung nicht angemessen 
vorgenommen worden wäre. 

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5.1.2 Soweit die Beschwerdeführerin weiter einwendet, es fehle eine sachgerechte 
Auseinandersetzung mit den abweichenden Berichten der Behandler, kann ihr ebenso 
wenig gefolgt werden. Wie sich aus dem Gutachten ergibt, nahm Dr. C.________ zu den 
in psychiatrischer Hinsicht massgebenden Vorberichten – es handelt sich dabei im 
Wesentlichen um die Berichte der E.________, des F.________ und der behandelnden 
Psychiaterin Dr. J.________ – eingehend Stellung (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 28 ff.) 
und diskutierte die seitens der Behandler bisher gestellten Diagnosen ausführlich und in 
Anlehnung an die anerkannten Klassifikationskriterien (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 42 
ff.). Dabei legte Dr. C.________ detailliert und nachvollziehbar dar, weshalb er die in den 
Vorberichten diagnostizierten Störungen – mittelschwere depressive Episode, Angst- und 
Panikstörung sowie posttraumatische Störung – nicht diagnostizieren kann (vgl. S 2021 59 
IV-act. 101 S. 48 f.). 

Ebenfalls befasste er sich sehr ausführlich mit der vordiagnostizierten emotional instabilen 
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ. In diesem Zusammenhang stellte 
Dr. C.________ fest, dass die in den Vorberichten beschriebenen emotional instabilen 
Persönlichkeitszüge zwar plausibel und nachvollziehbar seien. Gleichzeitig wies er aber 
auch darauf hin, dass sich eine überzeugende Begründung, weshalb sie tatsächlich im 
Rahmen der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung vorliegen würden, nicht finden liesse 
(vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 28). Insbesondere erwähne auch Dr. J.________ nicht, 
weshalb sie den berichteten ängstlichen Zuständen bzw. affektiven Verstimmungen, die 
sie beschreibe, eine eigenständige diagnostische Bedeutung beimesse. Eine 
Stellungnahme ihrerseits zur Abgrenzung akzentuierter Züge gegenüber einer 
Persönlichkeitsstörung fehle gerade (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 29 f.). In der Folge ging 
der Sachverständige der Frage nach, ob die emotional instabilen 
Persönlichkeitseigenschaften der Beschwerdeführerin in einer Ausprägung vorliegen, 
welche die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert rechtfertigen. Dabei 
wies er darauf hin, dass zu keinem Zeitpunkt ein überzeugender Beleg erbracht worden 
sei, dass die gegebenen Persönlichkeitseigenschaften so ausgeprägt seien, dass eine 
Persönlichkeitsstörung in Abgrenzung zu akzentuierten persönlichkeitsbildenden Zügen 
vorliege. Dies an der Stelle zu diskutieren, sei auch deswegen von Bedeutung und 
notwendig, weil die festgestellte Aggravation Anlass zu differenzierter Relativierung der 
Angaben geben müsse (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 43). Dementsprechend gab der 
Experte in der Folge die gemäss ICD-10 für die Diagnose der Persönlichkeitsstörung 
erforderlichen Klassifikationskriterien wieder (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 43 ff.) und kam 
würdigend zum Schluss, dass die bei der Beschwerdeführerin feststellbaren emotional 

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instabilen Eigenschaften für eine Persönlichkeitsstörung zu gering ausgeprägt und zu 
wenig ubiquitär nachteilig wirksam seien. Sie seien aber Ausdruck einer affektiv-kognitiven 
Normabweichung und führten in ganz spezifischen Situationen zu einer Störung der 
Befindlichkeit. Bei der Beschwerdeführerin würden somit akzentuierte Persönlichkeitszüge 
vorliegen, welchen gemäss den Bestimmungen der psychiatrischen Diagnostik, 
insbesondere der ICD-10, aber kein Krankheitswert im Sinne einer psychiatrischen 
Störung zukomme (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 48). Das soeben Ausgeführte zeigt, dass 
Dr. C.________ einleuchtend darzulegen vermochte, weshalb bei der Beschwerdeführerin 
"nur" akzentuierte Persönlichkeitszüge und keine Persönlichkeitsstörung vorliegt. Dabei 
setzte sich der Sachverständige insbesondere auch sehr eingehend mit sämtlichen 
Lebensbereichen der Beschwerdeführerin und eben gerade nicht nur mit ihrer beruflichen 
Entwicklung auseinander und zeigte auf, dass keine allgemeine Beeinträchtigung des 
Lebens erkennbar sei. Wiederholt stellte Dr. C.________ in diesem Zusammenhang fest, 
dass die Beschwerdeführerin seit längerem in einer stabilen, liebevollen und 
harmonischen Beziehung sei, dass sie mit ihrem Partner seit einem Jahr den eigenen 
Haushalt führe, wodurch die Beziehung zu ihrer Primärfamilie neu reguliert worden sei und 
dass sie gemeinsam mit ihm auch Freundschaften ausserhalb des Familienkreises pflege 
und normal üblichen Alltagsaktivitäten wie Tierpark-, Kinobesuchen, Spaziergängen, 
Fischen oder Bräteln nachgehe (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 beispielsweise S. 11, 36, 38, 
46). Damit konnte der Sachverständige nachvollziehbar darlegen, dass in diesen 
Lebensbereichen keine wirklichen Einschränkungen erkennbar seien. Auswirkungen bzw. 
Krisen, die mit diesen Lebensbereichen interagieren, konnte der Sachverständige 
jedenfalls nicht erkennen (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 28). Soweit die 
Beschwerdeführerin dagegen unter anderem vorbringt, es bestehe bei ihr ein sozialer 
Rückzug und es fehlten freundschaftliche Beziehungen, kann ihr nicht gefolgt werden, 
zeigt das soeben Ausgeführte doch auf, dass sich an mehreren Stellen im Gutachten 
gegenteilige Angaben finden lassen. Der Beschwerdeführerin ist des Weiteren zwar 
zuzustimmen, dass im Gutachten auch erwähnt wird, sie sei als Jugendliche gemobbt 
worden und es sei für sie schwierig gewesen, Freundschaften zu schliessen. Als Grund 
hierfür wurde jedoch angegeben, sie und ihre Mutter seien in der Kindheit insgesamt 10-
mal innerhalb des Kantons Zug umgezogen. An gleicher Stelle ist zudem nachzulesen, 
dass sie trotz des Mobbings auch Freundinnen gehabt habe (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 
S. 11). Darüber hinaus setzte sich der Gutachter auch eingehend mit der Kindheit der 
Beschwerdeführerin auseinander und zeigte auf, dass die Lebensumstände sicher 
optimaler hätten sein können, sie allerdings keinesfalls so aussergewöhnlich gewesen 
seien, dass sie per se das Risiko der Entstehung einer psychischen Störung bedeuten 

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würden. Es sei eine sehr häufige Realität, dass Kinder von Wanderarbeitern bei 
Grosseltern aufwachsen würden. Im gleichen Zusammenhang wies der Sachverständige 
sodann darauf hin, dass die Beschwerdeführerin nicht konkret habe angeben können, 
welchen negativen Einflüssen sie ausgesetzt gewesen sei, abgesehen von der nicht 
überprüfbaren, durch kein Beispiel näher beschriebenen Angabe, die Grossmutter hätte 
sich manipulativ verhalten. Eine nicht unübliche Kindheit konnte der Experte jedenfalls 
nicht erkennen (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 31). Was schliesslich ihr Sozialverhalten und 
ihre Beziehungsgestaltung anbelangt, kam Dr. C.________ zum Schluss, dass dieses 
nicht auffällig normabweichend sei, auch wenn die Beschwerdeführerin über eine 
zumindest ambivalente Beziehung zur Mutter, vor allem aber zur Grossmutter berichte. 
Ein prinzipiell unflexibles, unangepasstes oder sonst unzweckmässiges 
Beziehungsverhalten liess sich nicht finden (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 46 f.). Entgegen 
der Auffassung der Beschwerdeführerin stellte der Sachverständige somit zu Recht fest, 
dass sie die anderen Bereiche des Lebens ohne erkennbare Krisen bewältigen könne und 
die Schwierigkeiten durchwegs im Kontext der beruflichen Integration nach 
Schulabschluss auftreten würden. 

5.1.3 Ebenfalls fehl geht der Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Gutachter habe sich 
vor allem mit allgemeinen Abhandlungen zu Persönlichkeitsstörungen begnügt und sich 
mit der eigentlichen Symptomatik der Borderline-Störung nicht auseinandergesetzt. 
Diesbezüglich scheint die Beschwerdeführerin zu übersehen, dass das Krankheitsbild der 
Borderline-Störung zu der Klassifikation der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.3-) gehört. In der ICD-10 werden nämlich zwei Erscheinungsformen der 
emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, worauf auch Dr. C.________ hingewiesen hat 
(vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 42), unterschieden: zum einen der impulsive Typ (ICD-10 
F60.30) und zum anderen der Borderline-Typ (ICD-10 F60.31). Die emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung ist schliesslich wiederum eine Form der sogenannten spezifischen 
Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F60.-). Damit also eine emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ diagnostiziert werden kann, müssen – 
zusätzlich zu weiteren Kriterien – zunächst einmal die allgemeinen diagnostischen 
Kriterien einer Persönlichkeitsstörung vorliegen. Das soeben Ausgeführte erklärt nun aber 
auch, weshalb sich Dr. C.________ sehr ausführlich mit den allgemeinen Kriterien einer 
Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 F60 in Abgrenzung zu den akzentuierten 
Persönlichkeitszügen auseinandergesetzt hat. Konnte der Sachverständige den emotional 
instabilen Persönlichkeitseigenschaften aber gerade kein krankheitswertiger 
Störungscharakter beimessen, konnte er mithin keine Persönlichkeitsstörung im Sinne von 

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ICD-10 F60 diagnostizieren, musste er sich in der Folge auch nicht mehr eingehender mit 
der Borderline-Störung auseinandersetzen. Immerhin ist in diesem Zusammenhang noch 
einmal darauf hinzuweisen, dass Dr. C.________ im Rahmen seiner diagnostischen 
Auseinandersetzung einleitend auch auf die zwei Erscheinungsformen der emotional 
instabilen Persönlichkeitsstörung – impulsiver Typ und Borderline-Typ – hinwies und die 
entsprechenden Merkmale insbesondere auch gerade diejenigen des Borderline-Typus 
darlegte (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 42). Sodann zeigte er auch auf, dass sich das 
prototypische, zentrale Kernkriterium der Borderline Persönlichkeitsstörung – in vielen 
persönlichen und sozialen Situationen unflexibles, unangepasstes oder sonst 
unzweckmässiges Beziehungsverhalten – bei der Beschwerdeführerin gerade nicht finden 
lasse, sei doch ihr Sozialverhalten und ihre Beziehungsgestaltung nicht auffällig 
normabweichend trotz ambivalenter Beziehung zur Mutter bzw. vor allem zur Grossmutter 
(vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 46 f.). Dem Gericht erschliesst sich nach dem soeben 
Ausgeführten jedenfalls nicht, inwiefern die Diagnoseherleitung des Sachverständigen 
falsch sein sollte. 

5.1.4 Auch dass Dr. C.________ bei der behandelnden Psychiaterin keine 
Fremdanamnese eingeholt hat, spricht nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens. 
Doktor C.________ standen bei der Verfassung des Gutachtens sämtliche medizinischen 
Stellungnahmen und dabei insbesondere auch gerade der Bericht von Dr. J.________ 
vom 30. Januar 2020 (S 2021 59 IV-act. 86) zur Verfügung. Dazu hat der Sachverständige 
ausführlich Stellung genommen und nachvollziehbar aufgezeigt, weshalb der 
Einschätzung der behandelnden Psychiaterin nicht gefolgt werden kann (vgl. S 2021 59 
IV-act. 101 S. 29 f. und 48 f.). Ob der Gutachter weitere medizinische Berichte hätte 
hinzuziehen sollen, ob er Rücksprache mit den behandelnden Fachleuten hätte nehmen 
sollen oder ob er auch fremdanamnestische Abklärungen hätte tätigen sollen, liegt 
gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung alleine in seinem fachärztlichen 
Ermessen. Eine Expertise wird in Auftrag gegeben, soweit die vorhandenen medizinischen 
Akten nicht genügen, um ein vollständiges Bild über den Gesundheitszustand und die 
Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person zu geben. Es ist daher nicht Aufgabe eines 
Gutachters, seine Diagnosen mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren (statt vieler BGer 
8C_137/2018 vom 20. August 2018 E. 4.2.2).

5.1.5 Des Weiteren stellte der Sachverständige nicht in Abrede, dass sich die 
Beschwerdeführerin aktuell in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung befindet. 
Wie bereits unter Erwägung 5.1.1 angesprochen, stellte er aber zu Recht fest, dass eine 

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medikamentöse Stimmungsstabilisierung entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin 
nicht stattfindet (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 19). Sodann zeigte er auf, dass sich diese 
aktiv verschwiegene selektive Malcompliance stimmig in die anderen Informationen 
einfüge, die Rückschlüsse auf die subjektive Behandlungsbedürftigkeit erlaubten. So 
verwehre sich die Beschwerdeführerin relativ seit Beginn der Dokumentation 2014 und bis 
dato gegen alle Versuche, die Behandlung zu intensivieren, sei es, indem sie eine 
stationäre Behandlung antrete, die ambulante Psychotherapie intensiviere oder das 
Antidepressivum mit dem Stimmungsstabilisator kombiniere. Der Gutachter ging somit nur, 
aber immerhin und dies mit einer nachvollziehbaren Begründung davon aus, dass die 
Beschwerdeführerin die Intensivierung verweigere, nicht aber, dass sie die gesamte 
Behandlung von sich weise (vgl. S 2021 59 IV-act. 101 S. 34). Dies wiederum spricht 
schliesslich aber für einen geringeren ausgeprägten Leidensdruck, als von der 
Beschwerdeführerin geltend gemacht (vgl. dazu auch S 2021 59 IV-act. 101 S. 33 f.). 

5.1.6 Zu guter Letzt darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Beschwerdeführerin 
ihre Einwände mit keinerlei medizinischen Ausführungen eines Arztes untermauert hat. 
Ohnehin liegen überhaupt keine ärztlichen Berichte oder Stellungnahmen vor, die sich 
zum Gutachten äussern und aufzeigen würden, weshalb darauf nicht abgestellt werden 
kann. Es darf davon ausgegangen werden, dass der ausgewiesene gutachterliche 
Facharzt die Gesundheitsstörungen und die daraus abgeleiteten Einschränkungen in 
objektiver Hinsicht besser einzuschätzen vermag als die Beschwerdeführerin selbst als 
medizinische Laiin. Am Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens vermag die 
anderweitige Einschätzung der Beschwerdeführerin jedenfalls nichts zu ändern. 

5.2 Nach dem Dargelegten ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 
nicht geeignet sind, die ausschlaggebende Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens 
von Dr. C.________ in Frage zu stellen. Entgegen der Rüge der Beschwerdeführerin kann 
daher vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden, womit kein Raum für eine 
erneute psychiatrische Begutachtung bleibt und der entsprechende Antrag der 
Beschwerdeführerin in Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung abzuweisen ist.

6. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch 
der Beschwerdeführerin auf weitere Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht 
verneint hat, sich die angefochtene Verfügung vom 11. März 2021 mithin als rechtmässig 
erwiesen hat. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie 
vollumfänglich abzuweisen ist.

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7. Im Verfahren S 2021 59 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um 
unentgeltliche Rechtspflege mit Verfügung vom 9. Juni 2021 bewilligt und ihr für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in der Person von RA MLaw B.________ eine 
unentgeltliche Rechtsbeiständin beigestellt. Nachdem davon auszugehen ist, dass sich die 
finanziellen Verhältnisse seit diesem Zeitpunkt nicht in anspruchsbegründender Weise 
geändert haben, sind der Beschwerdeführerin auch für das vorliegende Verfahren keine 
Kosten aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht 
auszurichten. Die von der Beschwerdeführerin beigezogene Rechtsvertreterin ist für ihren 
Aufwand in den beiden Verfahren S 2021 59 und S 2022 122 ausgehend von einem 
Stundenansatz von Fr. 220.– und in Berücksichtigung des Umstandes, dass nur der 
notwendige Aufwand verrechnet werden kann, ermessensweise mit insgesamt Fr. 1'900.– 
(inkl. Barauslagen und MWST) aus der Staatskasse zu entschädigen. Nachdem der 
Rechtsvertreterin die ihr im Verfahren S 2021 59 zugesprochene Entschädigung in der 
Höhe von Fr. 1'700.– bereits ausbezahlt wurde, verbleibt ein Entschädigungsanspruch von 
Fr. 200.–, der bei Rechtskraft des vorliegenden Entscheids ausbezahlt wird. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin wird für das vorliegende 
Beschwerdeverfahren mit Fr. 200.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der 
Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 19. Dezember 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am