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**Case Identifier:** d00b8469-de28-5b85-8949-321b9468a628
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.01.2022 200 2021 585
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-585_2022-01-13.pdf

## Full Text

200 21 585 UV
ACT/COC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Januar 2022

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 29. Juli 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2022, UV/21/585, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1955 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit dem 1. September 1998 bei der B.________ SA als .../
... angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert. 
Gemäss Unfallmeldung vom 14. September 2000 wurde der Versicherte 
am 3. September 2000 als ... eines ... von "vielen Männern" attackiert. Da-
bei wurde ihm mehrmals mit verschiedenen Gegenständen gegen den Kopf 
und den ganzen Körper geschlagen und er wurde getreten. Als betroffener 
Körperteil wurden die linke Schulter und der ganze Körper und als Schädi-
gung "Schulter ausgerenkt, gerissene Sehne, Wunden am Kopf, blaue Fle-
cken am ganzen Körper" angegeben (Akten der Suva, Antwortbeilage [AB] 
147). Mit Verfügung vom 30. September 2002 (AB 8) sprach die Suva für 
die verbliebenen Unfallfolgen (an der linken Schulter; vgl. AB 4) eine Inte-
gritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10% zu; 
dagegen verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Diese Ver-
fügung blieb unangefochten. Ferner verneinte die Suva mit Verfügung vom 
19. März 2003 (AB 15) mangels Kausalzusammenhangs eine Leistungs-
pflicht bezüglich der geltend gemachten rechtsseitigen Schultergelenksbe-
schwerden und der linken Fingerbeschwerden (Einschlafgefühl). Die hier-
gegen erhobene Einsprache (AB 104) hiess die Suva mit (unangefochten 
gebliebenem) Entscheid vom 6. November 2003 (AB 22) insofern teilweise 
gut, als sie ihre Leistungspflicht betreffend die Parästhesien in den linken 
Fingern bejahte. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab. 

Im weiteren Verlauf stellte die Suva mit Schreiben vom 13. November 2012 
(AB 75) die bislang im Zusammenhang mit den bestehenden psychischen 
Beschwerden und den Schlafstörungen erbrachten gesetzlichen Versiche-
rungsleistungen per 30. November 2012 mangels eines adäquaten Kausal-
zusammenhanges zwischen den besagten Beschwerden und dem Ereignis 
vom 3. September 2000 ein.

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Am 28. August 2020 meldete sich der Versicherte erneut bei der Suva und 
machte einen Rückfall resp. Spätfolgen zum Unfall vom 3. September 2000 
geltend. Dabei verwies er auf "Schlaflose Nächte, dauerhafte gesundheitli-
che Probleme, wie physisch als auch psychisch" (AB 78 S. 1). Nach Beizug 
verschiedener Arztberichte und Einholung einer Beurteilung durch das Zen-
trum C.________, Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie (AB 149), 
verneinte die Suva mit Verfügung vom 25. Mai 2021 (AB 152) ihre Leis-
tungspflicht, da kein sicherer oder wahrscheinlicher Zusammenhang zwi-
schen dem Ereignis vom 3. September 2000 und den beklagten Beschwer-
den bestehe. Die dagegen erhobene Einsprache (AB 156) wies die Suva 
mit Entscheid vom 29. Juli 2021 (AB 162) ab.

B.

Am 30. August 2021 leitete das Kantonsgericht E.________ eine auf den 
26. August 2021 datierte Eingabe des Versicherten an das Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern weiter, mit welcher dieser um Aufhebung des Ein-
spracheentscheids vom 29. Juli 2021 ersuchte. Das Verwaltungsgericht 
nahm diese Eingabe als Beschwerde entgegen.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2021 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2

1.2.1 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 29. Juli 
2021 (AB 162). Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Be-
schwerdegegnerin im Zusammenhang mit den als Rückfall resp. Spätfol-
gen zum Ereignis vom 3. September 2000 geltend gemachten Beschwer-
den am linken Arm (AB 162 S. 7 Ziff. 5).

1.2.2 Über die geklagten Beschwerden an der rechten Schulter sowie 
über die psychischen Beschwerden hat die Beschwerdegegnerin dagegen 
noch keinen Einspracheentscheid erlassen, weshalb diese Beschwerden 
nicht Teil des Anfechtungsobjekts bilden. Anders als im Einspracheent-
scheid vom 29. Juli 2021 (AB 162 S. 4 Ziff. 1) und in der Beschwerdeant-
wort (S. 2 Ziff. 4.1 und S. 3 Ziff. 4.3) ausgeführt, war der Streitgegenstand 
im Einspracheverfahren nicht auf die Beschwerden am linken Arm be-
schränkt: Einerseits war die dem Einspracheentscheid vorangehende Ver-
fügung vom 25. Mai 2021 umfassend (AB 152), andererseits können Rück-
fälle und Spätfolgen auch bei rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren (wie 
hier) im Rahmen einer Neuanmeldung geltend gemacht werden (THOMAS 
FLÜCKIGER, in FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommen-
tar zum Unfallversicherungsgesetz, 2019, Art. 22 N. 45 und 52). Den Ent-
scheid darüber wird die Beschwerdegegnerin nachzuholen haben, insbe-
sondere zumal sie bis 2012 Leistungen für psychische Beschwerden er-
bracht hat und die Leistungseinstellung einzig mit dem Hinweis auf BGE 
115 V 133 begründete (AB 75), während sie sich im angefochtenen Ein-
spracheentscheid zu den geltend gemachten Armbeschwerden rechts gar 

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nicht äusserte. Zu vergleichen sein wird der Sachverhalt zur Zeit der Leis-
tungsablehnungen in den Jahren 2002 (AB 8; Rente), 2003 (AB 15 und 22; 
Schultergelenksbeschwerden rechts [AB 22 S. 5 Ziff. 5]) und 2012 (AB 75; 
psychische Beschwerden) mit demjenigen, der sich bis zum noch zu erlas-
senden Einspracheentscheid entwickelt hat. Diesbezüglich werden die Ak-
ten an die Beschwerdegegnerin überwiesen, damit sie auch insoweit einen 
Einspracheentscheid erlasse. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).

2.1.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

2.1.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-

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frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 
S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.1.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). 

2.2 Die Versicherungsleistungen werden grundsätzlich auch für Rück-
fälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 Teilsatz 1 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Bei 
einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeint-
lich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher-
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht 
man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organi-
sche oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearte-
ten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254, 118 V 293 
E. 2c S. 296).

Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
im Sinne von Art. 11 UVV des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen 
den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versi-
cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dabei kann der Unfallversiche-
rer nicht auf der Anerkennung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall 
oder einem früheren Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c 
S. 296; RKUV 1994 U 206 S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; SVR 2016 UV 
Nr. 15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen und Spätfol-
gen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen 
Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem 

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Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche 
Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Be-
einträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrschein-
lichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Be-
weislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus 
(SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57 E. 2.2.2; Entscheid des Bundesgerichts vom 
19. Dezember 2016, 8C_61/2016, E. 3.2).

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer am 3. September 2000 
einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat und danach unfallkausale Be-
schwerden (namentlich) an der linken Schulter aufgetreten sind. Die Be-
schwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistungen 
erbracht und insbesondere für die verbliebenen Unfallfolgen an der linken 
Schulter eine Integritätsentschädigung zugesprochen (AB 4 und 8).

Zu prüfen ist, ob es sich bei den vom Beschwerdeführer geltend gemach-
ten Beschwerden am linken Arm um einen Rückfall oder eine Spätfolge 
bezüglich des Unfalles vom 3. September 2000 im Sinne von Art. 11 UVV 
handelt (vgl. E. 2.2 hiervor) und dabei insbesondere, ob die geklagten Be-
schwerden in einem anspruchsbegründenden natürlichen Kausalzusam-
menhang zum besagten Unfall stehen. Die massgeblichen medizinischen 
Unterlagen zeigen diesbezüglich das folgende Bild:

3.1.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im 
Bericht vom 2. Dezember 2002 (AB 113) ein rezidivierendes Einschlafge-

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fühl der Finger III-V in der Nacht, möglicherweise lagerungsbedingte Irrita-
tion des unteren Plexus brachialis, ohne Nachweis von auffälligem Neuro-
status und bei normaler Elektrophysiologie, einen Status nach Schulter-
luxation links im Rahmen eines tätlichen Überfalls sowie einen Status nach 
arthroskopischer Arthrolyse der linken Schulter, Periarthritis humeroscapu-
laris rechts. Bei der Untersuchung seien keine neurologischen Ausfälle 
festgestellt worden. Die Sensibilität werde unscharf begrenzt und etwas 
über das Ulnarisgebiet hinausgehend alteriert angegeben, ebenfalls am 
lateralen Oberarm, hier ebenfalls über dem Versorgungsgebiet des Nervus 
axillaris hinausgehend und ohne Ausfall. Die Elektrophysiologie sei normal, 
insbesondere die Ulnarisneurographie inkl. F-Wellen und die EMG (Elektro-
myographie) aus dem Deltoideus, welche keine chronische neurogene Lä-
sion zeige und somit stark gegen eine erlittene Axillarislähmung spreche. 
Die beklagten Parästhesien seien möglicherweise im Rahmen einer lage-
rungsbedingten Irritation des unteren Plexus zuzuschreiben (S. 2).

3.1.2 Im Bericht des Spitals G.________ vom 30. März 2016 (AB 91) 
wurde eine langstreckige zervikale Läsion unklarer Ätiologie (HWK 5 bis 
HWK 7) und eine intermittierende nächtliche Dysästhesie der Hände unkla-
rer Genese diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit sei gegeben (S. 1). Es habe 
sich im Rahmen der Abklärung der intermittierenden nächtlichen Dysästhe-
sie der Hände eine langstreckige zervikale Läsion im MRT der Halswir-
belsäule (HWS) gefunden. Die Ätiologie der Myelopathie müsse offen ge-
lassen werden. Laborchemisch zeige sich ein normales Holo TC (Ho-
lotranscobalamin), was gegen eine funikuläre Myelose spreche (S. 2).

3.1.3 Prof. Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie, führte im Be-
richt vom 15. Januar 2018 (AB 89) keine Diagnosen auf. Aktuell bestehe 
eine Bewegungseinschränkung der linken Schulter. Die Gefühlsstörungen 
an allen Fingern hätten zugenommen, in der Nacht deutlicher, dann noch 
mit starken Schmerzen. Neu träten sie auch rechts auf, wenn der Be-
schwerdeführer links liege. Besondere Nackenschmerzen bestünden nicht. 
Die Kraft in der linken Hand habe leicht abgenommen (S. 1). Die klinische 
Präsentation sei einem Karpaltunnelsyndrom sehr ähnlich, die Neurogra-
phie sei aber normal. Eine Läsion im Bereich des Plexus brachialis bei der 
Verletzung nach dem Angriff sei möglich. Ein Zusammenhang mit der 

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Signalalteration im MRI (der HWS; vgl. AB 90) könne auch bestehen, aller-
dings habe sich diese im Verlauf nicht verändert, so dass die neu erschie-
nene Symptomatik eher nicht dadurch erklärt werde (S. 2). 

3.1.4 Dr. med. D.________ führte im Aktenbericht vom 14. April 2021 (AB 
149) aus, eine von Dr. med. F.________ im Bericht vom 2. Dezember 2002 
(AB 113) postulierte Irritation des Plexus brachialis nach Schulterluxation 
sei aus neurologisch-versicherungsmedizinischer Sicht möglich, jedoch 
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Echtzeit-
lich hätten Beschwerdeangaben zu einem unfallnahen Zeitpunkt für das 
Unfallgeschehen vom 3. September 2000 bestanden, jedoch ohne funktio-
nelle Relevanz. Ein Plexusschaden bestehe nicht mit dem notwendigen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bei fehlendem nicht 
geeigneten Unfallgeschehen bzw. (fehlenden) strukturell objektivierbaren 
Unfallfolgen und klinisch fehlenden Paresen. Bezogen auf die im Bericht 
des Spitals G.________ vom 30. März 2016 (AB 91) erwähnte stationäre 
zervikale myelopathische Signalalteration bestehe aus neurologisch-
versicherungsmedizinischer Sicht keine natürliche Kausalität zum Unfallge-
schehen vom 3. September 2000 ("weder echtzeitliche Dokumentation von 
HWS Veränderung noch bilddiagnostische Befunde sprechen für eine 
überwiegend wahrscheinliche traumatische Genese"). Eine weitere neuro-
logische Abklärung vom 15. Januar 2018 habe zu keiner überwiegend 
wahrscheinlichen bestätigten Diagnose im Zusammenhang mit dem Unfall-
geschehen vom 3. September 2000 geführt (S. 4). Dr. med. D.________ 
kam zum Schluss, dass die ab dem 30. März 2016 geltend gemachten Be-
schwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis 
vom 3. September 2000 zurückzuführen seien (S. 5).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2022, UV/21/585, Seite 10

abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). Der Be-
weiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

3.3 Vorliegend erfüllt der Aktenbericht von Dr. med. D.________ vom 
14. April 2021 (AB 149) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Dass der Facharzt keine eigene Unter-
suchung durchgeführt hat, schadet nicht. Denn die Voraussetzungen für 
einen rechtsgenüglichen Aktenbericht sind vorliegend erfüllt (SVR 2020 IV 
Nr. 38 S. 134 E. 4.3), zumal es sich um eine Kausalitätsbeurteilung bei 
feststehendem Sachverhalt handelt. Darüber hinaus sind Anamnese und 
Verlauf ausführlich in den Akten dokumentiert. Dr. med. D.________ hat 
sich in seiner ärztlichen Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorak-
ten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerde-
führers auseinandergesetzt. Dabei hat er unter Bezugnahme auf die Ana-
mnese bzw. die Schilderung des Unfallgeschehens, die klinischen Befunde, 
die Bildgebung und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden 
einleuchtend und nachvollziehbar begründet, dass die ab dem 30. März 
2016 geltend gemachten Beschwerden (an der oberen linken Extremität) 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. Septem-
ber 2000 zurückzuführen sind (S. 4 f.). Diesbezüglich legte er unter Hinweis 
auf die fehlenden strukturell objektivierbaren Unfallfolgen und die klinisch 
fehlenden Paresen schlüssig dar, dass der Beschwerdeführer beim Unfall 
vom 3. September 2000 – entgegen der Beurteilung von Dr. med. 
F.________ im Bericht vom 2. Dezember 2002 (AB 113) – mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit keinen Plexusschaden erlitten hat. Ferner begrün-

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dete Dr. med. D.________ nachvollziehbar, dass die Veränderungen an 
der HWS mangels echtzeitlich dokumentierter Veränderungen in diesem 
Bereich und unter Berücksichtigung der bilddiagnostischen Befunde nicht 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfall-
geschehen vom 3. September 2000 stehen (S. 4). Diese Beurteilung ist in 
sich schlüssig und überzeugt. Medizinische Berichte, die dieser Einschät-
zung widersprächen, finden sich in den Akten nicht und wurden auch im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht eingereicht. 

3.4 Nach dem Dargelegten ist ein natürlicher Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall vom 3. September 2000 und den weiterhin geklagten 
Beschwerden am linken Arm nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, d.h. 
die geltend gemachten Beschwerden am linken Arm sind nicht Folge des 
Unfalles vom 3. September 2000. Damit besteht keine Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin.

Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich damit als korrekt, 
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 
1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 61 fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Akten werden an die Suva überwiesen, damit sie über einen allfäl-
ligen Leistungsanspruch hinsichtlich der Schulterprobleme rechts so-
wie der psychischen Probleme entscheide.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.