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**Case Identifier:** c8581fa8-46b8-5629-8641-4d7222ed8bb1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.02.2022 200 2021 446
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-446_2022-02-08.pdf

## Full Text

200 21 446 IV
LOU/TOZ/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Februar 2022

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1975 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Februar 2017 unter Hinweis auf seit einem Unfall vom 
9. Februar 2016 (Sturz auf das Gesäss) bestehende Rückenbeschwerden 
und intermittierende Depressionen bei der Invalidenversicherung zum Leis-
tungsbezug an (Antwortbeilagen [AB] der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin] 3.17 S. 1, 3.55, AB 5). Die IVB nahm in der Folge er-
werbliche und medizinische Abklärungen vor, holte Akten der Krankentag-
geldversicherung des Versicherten ein (AB 57.1 bis 57.3), gewährte Frühin-
terventionsmassnahmen in Form eines … (AB 50) und veranlasste eine 
dreimonatige berufliche Abklärung in der C.________ (AB 58), welche aus 
gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgebrochen wurde (AB 66, AB 73 
S. 3). Mit Verfügung vom 29. Januar 2020 (AB 93) schloss die IVB die zu-
vor gewährte Arbeitsvermittlung (AB 86) ab, da ein operativer Eingriff be-
vorstand. Gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten D.________ 
(MEDAS), vom 18. März 2021 (AB 141.1 bis 141.6) stellte die IVB mit Vor-
bescheid vom 24. März 2021 (AB 142) bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) 
von 2 % die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Daran hielt sie 
nach erhobenem Einwand vom 11. Mai 2021 (AB 146) fest und verfügte am 
18. Mai 2021 wie im Vorbescheid vorgesehen (AB 149).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 18. Juni 2021 Beschwerde und beantragte die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer Invalidenrente. 
Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen anzuordnen. Weiter 
ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtli-
che Anwältin.

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Mit Beschwerdeantwort vom 2. August 2021 beantragte die Beschwerde-
gegnerin unter Einreichung einer Stellungnahme von med. pract. 
E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztli-
cher Dienst (RAD), vom 26. Juli 2021 die Abweisung der Beschwerde. 

Von der Möglichkeit, eine Replik einzureichen, machte der Beschwerdefüh-
rer keinen Gebrauch (vgl. prozessleitende Verfügung vom 17. September 
2021).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Mai 2021 (AB 149). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer insofern eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs geltend, als die Beschwerdegegnerin in der ange-
fochtenen Verfügung nicht auf die im Vorbescheidverfahren kritisierten 
Punkte bezüglich des Gutachtens der MEDAS vom 18. März 2021 (AB 
141.1 bis 141.6) eingegangen sei (vgl. Beschwerde S. 3 Art. 2). 

2.2 Die Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungs-
pflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 
Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Sie soll ver-
hindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und 
den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht 
anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als 
auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein 
Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überle-
gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 
auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass 
sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 
I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2020 IV Nr. 57 S. 194 
E. 3.1.2).

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung (AB 
149) die massgeblichen Rechtsnormen und die Überlegungen insbesonde-

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re zur gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit genannt, von denen sie 
sich bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid 
stützt. Mit Blick auf diese Begründung konnte der juristisch vertretene Be-
schwerdeführer die Verfügung zweifellos sachgerecht anfechten. Es ist, wie 
bereits ausgeführt (vgl. E. 2.2 hiervor), nicht erforderlich, dass sich die Be-
schwerdegegnerin mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
setzt und jede einzelne Rüge ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie 
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. 
Damit liegt keine Verletzung der Begründungspflicht resp. des rechtlichen 
Gehörs vor. Doch selbst wenn von einer Gehörsverletzung auszugehen 
wäre, die indes nicht als schwerwiegend gewertet werden könnte, würde 
diese als geheilt gelten, da sich der Beschwerdeführer vor dem angerufe-
nen Gericht, das sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage und die 
Angemessenheit frei überprüfen kann, äussern konnte (vgl. BGE 137 I 195 
E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2021 IV Nr. 43 S. 140 
E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

3.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hin-
sicht - vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen - 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

3.1

3.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.1.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so 
begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klas-
sifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 
E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsscha-
den eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich 
anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 
E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

3.2 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

3.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

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Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1). 

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

4.1.1 Im Bericht der Psychiatrischen Dienste F.________ vom 4. Mai 
2017 (AB 31) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine akute Belastungssituation bei Trennung (ICD-10 F43.1 [recte wohl 
F43.0), eine depressive Störung (ICD-10 F32.11) und eine Somatisie-
rungsstörung (ICD-10 F45.0) genannt (AB 31 S. 2 Ziff. 1.1). Zum jetzigen 
Leiden gebe der Beschwerdeführer eine Trennung von seiner Partnerin, 
Sturz von einer Treppe und eine Kündigung durch seinen Arbeitgeber an 
(AB 31 S. 2 Ziff. 1.4). Aus psychiatrischer Sicht habe sich der Befund inso-
fern gebessert, als der Beschwerdeführer noch leichte Stimmungsschwan-
kungen aufweise. Er wünsche zur weiteren Stabilisierung der aktuellen 
persönlichen und beruflichen Situation eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Begleitung (AB 31 S. 4 Ziff. 1.4). 

4.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
12. November 2017 (AB 38 S. 2 bis 7) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine Spondylolyse/Listhese L5/S1, operativ versorgt am 27. Juni 2017 
(AB 38 S. 2 Ziff. 1.1), und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 
vom 26. Juni bis 5. November 2017 (AB 38 S. 4 Ziff. 1.6). Der Beschwerde-
führer sollte in die bisherige Tätigkeit reintegriert werden; postoperativ be-
stehe eine reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit für voraussichtlich 
sechs bis zwölf Monate (AB 38 S. 4 Ziff. 1.7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 8

4.1.3 Dem Verlaufsbericht der Psychiatrischen Dienste F.________ vom 
28. Dezember 2017 (AB 45) ist ein Status nach Anpassungsstörung mit 
Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) zu entnehmen 
(AB 45 S. 2 Ziff. 2). Der Gesundheitszustand habe sich verbessert (AB 45 
S. 2 Ziff. 1). Es lägen keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit vor (AB 45 S. 2 Ziff. 3). 

4.1.4 Im Bericht vom 22. August 2018 (AB 74 S. 2) über eine gleichen-
tags durchgeführte Magnetresonanztomografie (MRT) des rechten Knies 
führte Dr. med. H.________, Fachärztin für Radiologie, aus, es bestünden 
eine leichte retropatellare Chondropathie in der lateralen Facette mit fissu-
ralem Knorpeleinriss, eine mittelschwere Chondropathie der Trochlea zen-
tral mit fissuralen Knorpeleinrissen und möglicher Delamination des Knor-
pels sowie eine beginnende Signalveränderung der subchondralen Grenz-
lamelle. Abgesehen davon lägen intakte Kniebinnenstrukturen und keine 
Hinweise auf eine Meniskus- oder Seitenbandläsion vor.

4.1.5 Die RAD-Ärztin med. pract. E.________ hielt am 10. Oktober 2018 
fest, dass dem Beschwerdeführer spätestens sechs Monate nach der er-
folgten Rückenoperation vom 27. Juni 2017 eine körperlich leichte, ange-
passte Tätigkeit (wechselbelastend) ganztätig zu 80 % bis 100 % zumutbar 
sei. Dieses Zumutbarkeitsprofil gelte auch für die Knieproblematik (AB 75 
S. 5).

4.1.6 Im Bericht des Spitals I.________ vom 6. Januar 2020 (AB 117 
S. 13) wurden als Hauptdiagnosen ein chronisches lumbosakrales 
Schmerzsyndrom sowie eine Migräne genannt. Durch die Physiotherapie 
habe eine deutliche Linderung der linksseitigen Schulterschmerzen erzielt 
werden können, so dass diesbezüglich keine weiteren Massnahmen not-
wendig seien. Auch die lumbalen Rückenschmerzen seien nach der intraar-
tikulären Infiltration vom 29. Juni 2019 nur minim vorhanden. Nur bei stren-
ger Belastung komme es zu kurzzeitig einschiessenden Schmerzen im 
Rücken. Der Beschwerdeführer sei mit der erreichten Schmerzlinderung 
der Rückenbeschwerden sehr zufrieden. Ab heute werde die Arbeitsfähig-
keit von 50 % auf 60 % gesteigert.

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4.1.7 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 5. August 2020 (AB 122 S. 2 bis 5) als Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbosakrales Schmerz-
syndrom, eine Gonarthrose links, eine psychosoziale Belastungssituation 
und ein mittelschweres obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) unter 
CPAP-Therapie (Beatmungsmaske während Nachtschlaf) seit Februar 
2015 fest (AB 122 S. 2 Ziff. 3). Der Gesundheitszustand sei stationär (AB 
122 S. 2 Ziff. 1). Durch konservative Massnahmen könne eine gewisse 
Regredienz der Schmerzsymptomatik erzielt werden, jedoch werde länger-
fristig weiterhin eine eingeschränkte Belastbarkeit des Rückens bestehen 
(AB 122 S. 4 Ziff. 9). In der bisherigen Tätigkeit in der … liege eine Arbeits-
unfähigkeit von 50 % vor (AB 122 S. 4 Ziff. 11). Längerfristig werde eine 
schrittweise Steigerung des Arbeitspensums möglich sein (AB 122 S. 4 
Ziff. 13). 

4.1.8 Dem Bericht von Dr. med. G.________ vom 8. Dezember 2020 
(Beschwerdebeilage [BB] 7) sind folgende Diagnosen zu entnehmen: 

- Verdacht auf aktivierte Facettengelenksarthrose L4/5 beidseits und Myo-
gelosen lumbal
- St. n. Faszienreizung durch Implantatmaterial links (L5 und S1)
- St. n. OSME (Osteosynthesematerialentfernung) links, 7.5.2020
- St. n. partieller OSME, Pedikelschrauben/Stab rechts
- laufende konservative Therapie, Job Reintegration 50 %
- Pseudarthrose L5/S1 unwahrscheinlich
- St. n. Spondylodese L5/S1, 27.6.2017, bei Indikation: Spondylo-

    lyse und Wirbelgleiten

Mit den Metallentfernungen (zuletzt im Mai 2020) habe ein gewisser Anteil 
des Beschwerdebildes verbessert werden können. Mit nicht geringer Fre-
quenz träten dennoch Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule 
(LWS) auf. Aktuell sei ein sehr guter Zustand erreicht. Der Beschwerdefüh-
rer sei wieder zu 50 % arbeitsfähig. Die derzeitige Behandlung könne ab-
geschlossen werden. Es werde ein Termin für eine Jahreskontrolle im Mai 
2021 vereinbart. 

Am 8. Februar 2021 berichtete Dr. med. G.________, dass sich aufgrund 
der klinischen Untersuchung keine wesentlichen neuen Aspekte ergeben 
hätten. Es lägen insbesondere reizfreie Narbenverhältnisse und keine sen-
somotorischen Defizite vor. Durch die aktuelle Überbelastung sei es ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 10

mutlich zu einer erneuten Aktivierung der Facettengelenksarthrose im An-
schluss Segment L4/L5 gekommen. Eine Dynamik am operativ versorgten 
Segment L5/S1 sei bei stabiler Situation eher unwahrscheinlich, aber nicht 
ganz ausgeschlossen. Da unter der verordneten Analgesie bereits eine 
wesentliche Besserung eingetreten sei, seien vorerst keine diagnostischen 
Schritte eingeleitet worden (BB 4 S. 1).

4.1.9 Im polydisziplinären (orthopädisch/traumatologisch-neurologisch-
internistisch-psychiatrischen) Gutachten der MEDAS vom 18. März 2021 
(AB 141.1 bis 141.6) wurden die folgenden Diagnosen gestellt (AB 141.1 
S. 8 Ziff. 4.2): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
- Chronische Schmerzen der LWS

o St. n. Operation am 27.6.2017 im Sinne der Dekompression 
und Lyse L5/S1 mit Bandscheibenprothesenimplantation und 
Spondylodese L5/S1

o St. n. Operation am 15.1.2019 mit Teilmetallentfernung 
(Spondylodese L5/S1)

o St. n. Operation am 7.5.2020 mit Restmetallentfernung
o ohne neurologische Residuen, ohne Auffälligkeiten der para-

vertebralen Muskulatur

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
- V. a. Spannungskopfschmerzen, DD Migräne ohne Aura
- Adipositas, BMI (Body-Mass-Index) 35.6 kg/m2

- Hyperlipidämie
- St. n. Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
- Leichtgradige Osteopenie einzelner Skelettregionen
- St. n. HWS-Distorsion am 22.5.2020 ohne röntgenologische Verletzungs-

folgen (Röntgen 23.5.2020)
- Residuelle Zeichen eines durchgemachten Morbus Scheuermann, 

höhengeminderte Wirbelkörper 7 - 9 ohne Funktionseinschränkung 
(Röntgenuntersuchung 12/2008, MRI 14.4.2016)

- Intermittierende Schmerzen des rechten Kniegelenkes bei beginnenden 
retropatellaren Knorpelschäden (MRI 22.8.2018) ohne Funktionsein-
schränkung des Kniegelenkes

- St. n. Operation des linken Kniegelenkes 13/14-jährig im Sinne einer 
fraglichen Schleimbeutelentfernung

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 11

- St. n. komplexer Fraktur des rechten Oberarmes und operativer Behand-
lung in der Vergangenheit ohne zu objektivierende Funktionseinschrän-
kungen

Der orthopädisch-traumatologische Gutachter hielt fest, dass der Be-
schwerdeführer gleichmässige Einschränkungen des Aktivitätenniveaus in 
vergleichbaren Lebensbereichen angebe. Hier ergäben sich aber deutliche 
Widersprüche. Den eigenen Angaben zufolge könne der Beschwerdeführer 
die derzeitige Tätigkeit in einem Pensum von 50 % problemlos absolvieren, 
er gehe auch täglich mit dem Hund eines Kollegen spazieren. Er sei wei-
terhin zu erstaunlichen sportlichen Aktivitäten in der Lage, er spiele selber 
aktiv zweimal in der Woche … und sei zudem in diesem Sport als … tätig. 
Insofern seien die geklagten Symptome und Funktionseinbussen weder 
konsistent noch plausibel und könnten in der Intensität nicht nachvollzogen 
werden. Sodann korrelierten die vom Beschwerdeführer geklagten Be-
schwerden nicht mit dem ersichtlichen Gangbild im Verlauf der Untersu-
chung, nicht mit dem Schmerzverhalten bei der Begutachtung und nicht mit 
den ersichtlichen Spontanbewegungen. Die Funktionsbeeinträchtigungen 
stimmten nicht mit dem äusseren Erscheinungsbild (z.B. mit der Beschwie-
lung im Seitenvergleich, mit den zu eruierenden Aktivitäten des täglichen 
Lebens, mit der ersichtlichen Muskulatur und Trophik) überein (AB 141.3 
S. 11 Ziff. 7.3). Die bisherige Tätigkeit als … / angelernter … sei nicht mehr 
zumutbar (AB 141.3 S. 12 f. Ziff. 7.4 und 8). Hingegen bestehe in einer 
körperlich leichten, angepassten Tätigkeit (wechselweise im Sitzen, Gehen 
oder Stehen mit selbst gewählten Positionswechseln, keine ausschliesslich 
stehenden und gehenden Arbeiten, keine häufigen Gerüst- und Leitertätig-
keiten, keine Zwangshaltung für die unteren Extremitäten oder die LWS) 
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % (AB 141.3 S. 11 Ziff. 7.4, 
AB 141.3 S. 12 f. Ziff. 7.4 und 8). Dieses Zumutbarkeitsprofil gelte seit Fe-
bruar 2016. Eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit sei im Längsschnittverlauf bis zur Operation vom 27. Juni 2017 
nicht nachvollziehbar. Die genannte Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätig-
keit sei drei Monate nach der Operation vom 27. Juni 2017 bzw. am 1. Ok-
tober 2017, ferner drei Monate nach der Teilmetallentfernung vom 15. Ja-
nuar 2019 resp. am 15. April 2019 und drei Monate nach der Restmetal-
lentfernung vom 17. Mai 2020 (recte: 7. Mai 2020; AB 117 S. 5) bzw. am 1. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 12

August 2020 (Röntgenuntersuchung vom 28. Juli 2020) eingetreten (AB 
141.3 S. 13 Ziff. 8). Als Ressourcen seien die weitgehend unauffällige klini-
sche Untersuchung der LWS, ohne Hinweise auf eine radikuläre oder 
pseudoradikuläre Symptomatik, sowie die unauffälligen übrigen orthopä-
disch-traumatologischen Untersuchungsergebnisse zu nennen (AB 141.3 
S. 11 Ziff. 7.4).

Aus neurologischer Sicht konnte keine Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellt werden (AB 141.4 S. 7 Ziff. 6). Es bestehe eine 
deutliche Diskrepanz zwischen den generell und während der neurologi-
schen Begutachtung angegebenen Rückenschmerzen sowie dem Fehlen 
jeglicher Schmerzäusserung, nervaler Dehnungszeichen und nervaler Defi-
zite (AB 141.4 S. 8 Ziff. 7.3). 

Internistischerseits konnte ebenfalls keine Diagnose mit Relevanz auf die 
Arbeitsfähigkeit erhoben werden (AB 141.5 S. 8 Ziff. 6). Das Anfang 2015 
diagnostizierte OSAS sei mit einer CPAP-Therapie behandelt worden, wel-
che mittlerweile nicht mehr durchgeführt werde (AB 141.5 S. 7 Ziff. 6). 

Der psychiatrische Gutachter konnte keine Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit stellen. Es seien keine der im ICD-10-Katalog festge-
legten Kriterienkonstellationen in ausreichender Form erfüllt, dies betreffe 
insbesondere auch die im Aktenverlauf zur Darstellung gebrachten Enti-
täten einer "depressiven Störung", einer "Somatisierungsstörung" sowie 
einer "akuten Belastungssituation". Es bestehe ein Status nach Anpas-
sungsstörung (ICD-10 F43.2) im Rahmen einer stattgehabten lebenspart-
nerschaftlichen Trennungsphase, welcher keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit habe. Die vom Beschwerdeführer geklagten wechselhaft depri-
mierten Gemütszustände gründeten auf realen Begebenheiten im Rahmen 
einer zunehmend schwierigeren Lebenssituation (körperliche Beeinträchti-
gungen, Arbeitslosigkeit, Bezug von Sozialhilfe) und seien von rein reakti-
vem Bestand (AB 141.6 S. 7 Ziff. 6). Es bestünden keine Einschränkungen 
der Arbeitsfähigkeit (AB 141.6 S. 10 f. Ziff. 8).

In der interdisziplinären Beurteilung wurde das im Rahmen der orthopä-
disch-traumatologischen Begutachtung erstellte Zumutbarkeitsprofil wie-
derholt (AB 141.1 S. 10 f. Ziff. 4.5 und 4.7 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 13

4.1.10 Im Bericht vom 24. März 2021 (BB 6) nannte Dr. med. 
G.________ neben den bekannten Diagnosen neu einen unspezifischen 
Rückenschmerz und einen Zustand nach Infiltration der Facettengelenke 
L4/5 vom 12. Februar 2021 (Schmerzreduktion: 10 %). Der diagnostische 
Zweck dieser Intervention sei sicherlich erfüllt, eine therapeutische Wirkung 
habe aber leider nicht erzielt werden können. Beim Segment L5/S1 liege 
mit höchster Wahrscheinlichkeit eine knöchern stabile Situation bei osssär 
durchgebauter vorderer Säule vor. Die Pedikelschrauben-Stabsysteme 
seien rechts und links entfernt worden, womit kein Grund mehr für eine 
myofasziale Reizung dorsal bestehe. 

4.1.11 Stellung nehmend zu den im gerichtlichen Verfahren neu aufgeleg-
ten Berichten von Dr. med. G.________ vom 8. Dezember 2020, 8. Febru-
ar 2021 und 24. März 2021 (BB 4 und 6 f.) führte die RAD-Ärztin med. 
pract. E.________ am 26. Juli 2021 aus, in diesen fänden sich keine we-
sentlichen neuen Aspekte bzw. keine relevanten neuen, objektiv klinischen 
Befunde. Vielmehr bestätige Dr. med. G.________ explizit, dass reizlose 
Narbenverhältnisse im Bereich der LWS und keine sensomotorischen Defi-
zite bestünden. Somit liege seit der Begutachtung durch die MEDAS im 
Wesentlichen ein stationärer Gesundheitszustand vor. Die vom Beschwer-
deführer postulierte Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei daher 
medizinisch weder belegt noch begründet. An der gutachterlichen Beurtei-
lung könne weiterhin festgehalten werden (AB 152 S. 6).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 14

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 18. Mai 2021 (AB 149) massgeblich auf das polydisziplinäre Gutach-
ten der MEDAS vom 18. März 2021 (AB 141.1 bis 141.6) gestützt. Dieses 
erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.2 hier-
vor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen (vgl. AB 141.1 S. 3 Ziff. 2) und sind in Kenntnis der Vorakten (AB 
141.2 S. 1 bis 14) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwer-
den getroffen worden. Wie sich nachfolgend ergibt, sind die Ausführungen 
in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und 
die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand resp. zur 
medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf 
werden nachvollziehbar begründet. Auch stehen die einzelnen Fachbeurtei-
lungen (AB 141.3 bis 141.6) in Übereinstimmung untereinander und flossen 
in die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung (AB 141.1 S. 5 bis 13 Ziff. 4.1 ff.) 
ein, so dass darauf abzustellen ist. Demnach besteht in einer körperlich 
leichten, angepassten Tätigkeit (wechselbelastend zwischen Sitzen, Ste-
hen und Gehen, keine ausschliesslich stehenden und gehenden Arbeiten, 
keine häufigen Gerüst- und Leitertätigkeiten, keine Zwangshaltung für die 
unteren Extremitäten oder die LWS) eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 100 % (AB 141.1 S. 10 f. Ziff. 4.5 und 4.8). 

4.3.1 Im psychiatrischen Teilgutachten schloss der psychiatrische Gut-
achter auf keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit und verneinte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in nachvoll-
ziehbar begründeter Weise. Die retrospektiv festgestellte Anpassungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 15

störung (ICD-10 F43.2) gründete in äusseren Umständen (Trennung von 
der Partnerin; vgl. AB 31 S. 2 Ziff. 1.4, AB 141.6 S. 7 Ziff. 6) und ist remit-
tiert, was im Einklang mit den Beurteilungen in den Berichten der Psychia-
trischen Dienste F.________ vom 4. Mai 2017 und 28. Dezember 2017 
steht (vgl. AB 31 S. 2 Ziff. 1.1, AB 45 S. 2 Ziff. 2). Fehlt es - wie vorliegend - 
an einer fachärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit, bedarf es grundsätzlich 
nicht dem Vorgehen nach dem strukturierten Beweisverfahren (vgl. E. 3.1.2 
hiervor) und einer Indikatorenprüfung. Dies erübrigt sich auch deshalb, da 
mit einer Indikatorenprüfung eine im Rahmen einer psychischen Diagnose 
attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert wird. Vorliegend wird aber vom Ex-
perten mit nachvollziehbarer und überzeugender Begründung keine Ar-
beitsunfähigkeit im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen festge-
stellt. Eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte kann 
auch aus einer Indikatorenprüfung nicht resultieren (Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 10. August 2021, 8C_153/2021, E. 5.4.2). 

4.3.2 Gestützt auf die Teilgutachten der Neurologie und der Inneren 
Medizin sind keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit er-
stellt (AB 141.4 S. 7 Ziff. 6, AB 141.5 S. 8 Ziff. 6); Gegenteiliges wird denn 
auch vom Beschwerdeführer nicht vorgebracht (vgl. Beschwerde, S. 3 f. 
Art. 3). 

In orthopädisch-traumatologischer Hinsicht hat der Gutachter - unter Darle-
gung der Anamnese, der orthopädisch-traumatologischen Untersuchungs-
befunde und der Verhaltensbeobachtungen während der Begutachtung (AB 
141.3 S. 2 bis 8 Ziff. 3 bis 4.3) - schlüssig und nachvollziehbar aufgezeigt, 
dass der Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an 
chronischen Schmerzen der LWS leidet (AB 141.3 S. 9 Ziff. 6) und in einer 
angepassten Tätigkeit - aus orthopädisch-traumatologischer resp. interdis-
ziplinärer Sicht - eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % besteht 
(AB 141.1 S. 10 f. Ziff. 4.5 und 4.8, AB 141.3 S. 13 Ziff. 8). Der Experte hat 
weiter einleuchtend begründet, dass diese Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
seit Februar 2016 gilt (AB 141.3 S. 13 Ziff. 8); die vorübergehenden Ar-
beitsunfähigkeiten nach den Operationen vom 27. Juni 2017, 15. Januar 
2019 und 7. Mai 2020 sind nicht zu berücksichtigen, da sie nicht länger als 
drei Monate gedauert haben (vgl. Art. 88a Abs. 2 der Verordnung vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 16

17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die 
orthopädisch-traumatologische Einschätzung lässt sich ohne Weiteres in 
das von den übrigen behandelnden Ärzten gezeichnete Gesamtbild einfü-
gen (vgl. AB 74 S. 2, AB 117 S. 13, AB 122 S. 2 und 4) und korreliert mit 
der Beurteilung der RAD-Ärztin med. pract. E.________ vom 10. Oktober 
2018 (AB 75 S. 5). 

Hieran vermögen die Berichte von Dr. med. G.________ vom 12. Novem-
ber 2017, 8. Dezember 2020, 8. Februar 2021 und 24. März 2021 (AB 38 
S. 2 bis 7, BB 4 und 6 f.) nichts zu ändern. Sie enthalten - wie die RAD-
Ärztin med. pract. E.________ in der Stellungnahme vom 26. Juli 2021 
(AB 152 S. 6) zutreffend ausgeführt hat - keine wesentlich neuen Aspekte 
oder Elemente, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un-
gewürdigt geblieben wären. Damit ist - entgegen der Darstellung in der 
Beschwerdeschrift (vgl. S. 4 Art. 3) - eine wesentliche Verschlechterung der 
gesundheitlichen Situation im Nachgang zur Begutachtung nicht eingetre-
ten. 

Schliesslich vermögen auch die Einwände des Beschwerdeführers am Er-
gebnis nichts zu ändern. Nicht zu überzeugen vermag zunächst dessen 
Kritik hinsichtlich allfälliger Fehler in der Anamneseerhebung (betreffend 
die täglichen Spaziergänge mit dem Hund eines Kollegen und die sport-
lichen Aktivitäten) durch die Gutachter (vgl. Beschwerde, S. 3 Art. 2), hat 
doch der Beschwerdeführer während der Untersuchungen gegenüber allen 
Gutachtern offensichtlich gleiche Angaben zu Tagesablauf, Freizeitakti-
vitäten und Hobbys gemacht bzw. finden sich in allen Teilgutachten identi-
sche Angaben zu den Spaziergängen mit dem Hund und den sportlichen 
Aktivitäten (AB 141.3 S. 4 Ziff. 3.2, AB 141.4 S. 4 Ziff. 3.2, AB 141.5 S. 5 
Ziff. 3.2, AB 141.6 S. 4 Ziff. 3.2). Abgesehen davon wird die Frage nach der 
zumutbaren Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten nach Massgabe der ob-
jektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung resp. auf der Grundlage der 
von den Gutachtern erhobenen objektiven Untersuchungsbefunde und 
nicht gestützt auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers beur-
teilt. Gleiches gilt auch in Bezug auf die vom Beschwerdeführer anlässlich 
der Begutachtung geäusserte Selbsteinschätzung (vgl. Beschwerde, S. 3 
Art. 2; AB 141.3 S. 11 Ziff. 7.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 17

Anhaltspunkte, dass weitere abklärungsbedürftige bzw. somatische Befun-
de mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen, sind weder ersicht-
lich noch werden solche vom Beschwerdeführer überzeugend aufgezeigt. 
Damit erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 
E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV 
Nr. 50 S. 163 E. 4) die eventualiter beantragten weiteren Abklärungen (vgl. 
Beschwerde S. 2 Ziff. I.2).

5.

5.1 Ausgehend von der zumutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
100 % in einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 4.3 hiervor) ist der IV-Grad im 
Folgenden mittels Einkommensvergleichs zu bestimmen.

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statisti-
sche Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-
nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV 
Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 18

nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). 

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). 

Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug vom Februar 
2017 (AB 5) und der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 
IVG ist bei Annahme eines erfüllten Wartejahres (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG) der hypothetische frühestmögliche Rentenbeginn auf August 2017 
festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist die Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen.

5.2.1 Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer über eine Anlehre als 
… verfügt (AB 5 S. S. 5 Ziff. 5.3) und vor dem Unfallereignis im Februar 
2016 (Sturz auf das Gesäss) als … tätig war (vgl. AB 3.55 S. 1, AB 141.3 
S. 3 Ziff. 3.2, AB 141.5 S. 4 Ziff. 3.2), ist das Valideneinkommen - da die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 19

bisherige Tätigkeit im Rahmen eines Integrationsprogramms der Sozial-
behörde ausgeübt wurde (AB 96 S. 1; vgl. Beschwerde, S. 3 Art. 2) - auf 
der Basis der LSE 2016, Durchschnittswert im …, zu ermitteln. Gemäss der 
Tabelle TA1 der LSE 2016 (abrufbar unter www.bfs.admin.ch) beträgt der 
massgebliche monatliche Bruttolohn (Ziff. 41 bis 43 […], Kompetenzniveau 
1 [einfache Tätigkeiten … oder … …], Männer) Fr. 5‘508.--. Aufgerechnet 
auf ein Jahr und angepasst sowohl an die Nominallohnentwicklung bis zum 
Jahr 2017 (Bundesamt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.15, Nominallohnin-
dex, Männer, 2016 - 2020, Ziff. 41 bis 43, Index Jahr 2016: 100.4 Punkte, 
Index Jahr 2017: 100.7 Punkte) als auch an die betriebsübliche Wochenar-
beitszeit im Jahr 2017 von 41.3 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], 2019, Ziff. 41 bis 43) resultiert 
daraus ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 68'448.05 
(Fr. 5‘508.-- x 12 : 100.4 x 100.7 : 40 h x 41.3 h). Dieses wird vom Be-
schwerdeführer denn auch nicht bestritten (vgl. Beschwerde, S. 5 Art. 4). 

5.2.2 Da der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen aufgrund des Ta-
bellenlohns zu bestimmen. Gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2016 beträgt 
der massgebliche monatliche Bruttolohn (Total, Männer, Kompetenzni-
veau 1) Fr. 5'340.--. Aufgerechnet auf ein Jahr und angepasst sowohl an 
die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2017 (BFS, Tabelle T1.1.15, To-
tal, Index Jahr 2016: 100.6 Punkte, Index Jahr 2017: 101.0 Punkte) als 
auch an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2017 von 41.7 
Stunden (BUA, 2017, Total) ergibt dies - unter Berücksichtigung der zu-
mutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % (vgl. E. 5.1 hiervor) - 
ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 67'069.-- (Fr. 5'340.-- x 12 : 
100.6 x 101.0 : 40 h x 41.7 h).

Der Umstand, dass der Beschwerdeführer gemäss dem Gutachten der 
MEDAS vom 18. März 2021 (AB 141.1 bis 141.6) nur noch für körperlich 
leichte Tätigkeiten mit weiteren einschränkenden Faktoren (wechselbelas-
tend zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, keine ausschliesslich stehenden 
und gehenden Arbeiten, keine häufigen Gerüst- und Leitertätigkeiten, keine 
Zwangshaltung für die unteren Extremitäten oder die LWS) arbeitsfähig ist 
(vgl. E. 4.3 hiervor), stellt keinen Grund für einen Abzug dar (vgl. Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 20

schwerde, S. 5 Art. 4), bietet doch der ausgeglichene Arbeitsmarkt im 
Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von körperlich leichten Tätigkeiten, die 
den im Gutachten umschriebenen Einschränkungen Rechnung tragen 
(Entscheid des BGer vom 30. September 2019, 8C_219/2019, E. 5.2). 
Nicht abzugsrelevant ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung fer-
ner die vom Beschwerdeführer geltend gemachte reduzierte Schulbildung 
(vgl. Beschwerde, S. 5 Art. 4), da diesem Aspekt mit der Wahl des Kompe-
tenzniveaus 1 bereits Rechnung getragen wird (Entscheid des BGer vom 
26. November 2019, 8C_549/2019, E. 7.7). 

5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 68'448.05 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 67'069.-- resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 1'379.05, was einem IV-Grad von gerundet 2 % (zur Rundung: BGE 130 
V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1) entspricht. 
Damit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Ein solcher ergäbe 
sich auch nicht bei Gewährung des beantragten (hier nicht gerechtfertigten) 
Abzuges von 20 % (vgl. Beschwerde, S. 5 Art. 4), der IV-Grad beliefe sich 
diesfalls auf nicht rentenbegründende 22 % ([Fr. 68'448.05 - Fr. 53'655.20 
{Fr. 67'069.-- x 0.8}] : Fr. 68'448.05 x 100). 

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 18. Mai 2021 
(AB 149) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

7.

Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 21

gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne der Prozessarmut ist 
aufgrund der Akten ausgewiesen (vgl. Beschwerde, S. 5 Art. 5, sowie BB 
9). Des Weiteren kann der Prozess nicht als von vornherein aussichtslos im 
Sinne der bundesgerichtlichen Praxis bezeichnet werden (vgl. BGE 140 V 
521 E. 9.1 S. 537). Schliesslich erscheint der Beizug einer Rechtsvertre-
tung angesichts der Rechtsunkundigkeit des Beschwerdeführers sowie der 
tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten geboten. Demnach ist dem 
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin zu gewähren.

7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, grundsätzlich 
zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege ist er - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - jedoch von der Zahlungspflicht 
zu befreien.

7.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG 
([Umkehrschluss]).

7.4 Festzusetzen bleibt indes das amtliche Honorar von Rechtsanwältin 
B.________.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 22

ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Honorarnote vom 1. Oktober 2021 macht Rechtsanwältin B.________ 
einen Aufwand von 5.33 Stunden (à 250.--) bzw. ein Honorar von 
Fr. 1'332.50 zuzüglich Auslagen von Fr. 98.70 sowie Mehrwertsteuer von 
7.7 % (von Fr. 1'431.20) im Betrag von Fr. 110.20, total Fr. 1'541.40, und 
"Barauslagen" von Fr. 93.-- (Rechnung von Dr. med. G.________ vom 
18. Juni 2021) geltend. Zunächst ist der Aufwand um die auf den - bei den 
Akten nicht befindlichen - Brief an Dr. med. J.________ vom 9. August 
2021 entfallenden Fr. 42.50 (0.17 x Fr. 250.--) zu kürzen. Sodann waren 
die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte von Dr. med. 
G.________ vom 8. Dezember 2020, 8. Februar 2021 und 24. März 2021 
(BB 4 und 6 f.) zur Klärung der medizinischen Sachlage nicht erforderlich 
resp. hat die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt rechts-
genüglich abgeklärt (vgl. E. 4.3 und 4.3.2 hiervor), weshalb die entspre-
chende Position von Fr. 93.-- nicht zu entschädigen ist (vgl. dazu Art. 45 
Abs. 1 ATSG; SVR 2018 IV Nr. 77 S. 257 E. 8). 

Folglich ist der tarifmässige Parteikostenersatz auf total Fr. 1'495.60 
(Fr. 1'290.-- [5.16 Stunden à 250.--], zuzüglich Auslagen von Fr. 98.70 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 106.90 [7.7% von Fr. 1'388.70]) und das amtliche 
Honorar auf total Fr. 1'217.75 (Fr. 1'032.-- [5.16 Stunden à 200.--], zuzüg-
lich Auslagen von Fr. 98.70 und Mehrwertsteuer von Fr. 87.05 [7.7% von 
Fr. 1'130.70]) festzusetzen. Demnach ist Rechtsanwältin B.________ nach 
Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches 
Honorar von Fr. 1'217.75 auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entspre-
chend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1'495.60 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'217.75 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Feb. 2022, IV/21/446, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.