# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a42bdd7c-8e10-5b10-99cc-0dcbaffd7e0a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.08.2017 S 2017 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-42_2017-08-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 42

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 17. August 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Elisabeth Blumer,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ arbeitete bis zum 30. November 2015 als (ungelernter) Platten-

leger. Seitdem ist er in dieser Tätigkeit aufgrund chronischer Gefässent-

zündungen zu 100 % arbeitsunfähig. Am 17. November 2015 meldete er 

sich (erneut) zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle Graubünden an.

2. Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2017 verneinte die IV-Stelle einen An-

spruch auf eine Invalidenrente, woraufhin A._____ dagegen am 27. Janu-

ar 2017 Einwand erhob. Am 3. Februar 2017 bestätigte die IV-Stelle ihren 

Vorbescheid und verfügte, dass A._____ keinen Anspruch auf eine Invali-

denrente habe. Sie führte im Wesentlichen aus, dass aufgrund ihrer Ab-

klärungsergebnisse ab Juli 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in 

der bisherigen Tätigkeit als Plattenleger bestanden habe. Eine behinde-

rungsgerechte Tätigkeit indessen in vollem Ausmass schon immer mög-

lich gewesen sei. 

3. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 6. März 

2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Neuü-

berprüfung des Leistungsbegehrens. Seine Erwerbsunfähigkeit resp. der 

IV-Grad sei ab dem 1. Dezember 2015 auf 100 % festzulegen. Eventuali-

ter seien berufliche Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen. Begrün-

dend trug er im Wesentlichen vor, sein langjähriger Hausarzt attestiere 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus seiner subjektiven Wahrnehmung 

sei er nicht zu 100 % arbeitsfähig. Die Schmerzen und Gehbehinderung 

hätten auch psychische Störungen verursacht. Es sei daher eine umfas-

sende Gesundheitsuntersuchung vorzunehmen. Sollte keine Rente ge-

sprochen werden, so seien Integrationsmassnahmen zu treffen. 

Gleichzeitig stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung. 

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4. Mit Vernehmlassung vom 13. April 2017 beantragte die IV-Stelle (nach-

folgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie 

machte im Wesentlichen geltend, einzig der Rentenanspruch des Be-

schwerdeführers bilde Gegenstand der angefochtenen Verfügung, 

während berufliche Eingliederungsmassnahmen demgegenüber bereits 

geprüft und mit Mitteilung vom 23. November 2016 abgeschlossen wor-

den seien. Gestützt auf die Arztberichte der behandelnden Fachärztin Dr. 

med. B._____ habe der RAD-Arzt Dr. med. C._____ in der Abschlussbe-

urteilung nachvollziehbar und schlüssig festgehalten, dass für adaptierte 

Tätigkeiten keine medizinischen Einschränkungen bestünden. Der Be-

schwerdeführer bringe zwar pauschal vor, dass er sich subjektiv (auch in 

adaptierten Tätigkeiten) nicht zu 100 % arbeitsfähig fühle und dass er an 

psychischen Beschwerden leide, belege diese Vorbringen aber nicht im 

Geringsten. Insbesondere sei nicht dargetan, dass der Beschwerdeführer 

auch in behinderungsgeeigneten Tätigkeiten entgegen der Ansicht der 

behandelnden Fachärztin und des RAD arbeitsunfähig sein sollte.

5. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet vorliegend die Verfügung der Beschwerdegeg-

nerin vom 3. Februar 2017. Das Verwaltungsgericht ist aufgrund von 

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All-

gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Ver-

bindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

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rechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der Beschwerde sachlich 

und örtlich zuständig. Als formeller und materieller Verfügungsadressat ist 

der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfügung unmittelbar be-

troffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlicher Über-

prüfung (Art. 59 ATSG). Überdies wurde die Beschwerde frist- und form-

gerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 60 und Art. 61 lit. b 

ATSG). Demzufolge ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2. Streitig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in 

einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit und damit, ob er einen Renten-

anspruch hat oder nicht. Zu präzisieren ist, dass ihm eine allfällige Rente 

angesichts der am 1. November 2015 erfolgten Neuanmeldung (Bg-act. 

3) unter Berücksichtigung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b 

IVG frühestens ab dem 1. Dezember 2016 zugesprochen werden könnte.

3. a) Vorweg ist über die Zulässigkeit des Eventualbegehrens auf Vornahme 

von Integrationsmassnahmen zu befinden. Der Beschwerdeführer führt 

diesbezüglich aus, sollte keine Rente gesprochen werden, so seien Inte-

grationsmassnahmen zu treffen. Er kenne nur die Arbeit als Bodenleger, 

könne kein Deutsch und sei nur fünf Jahre zur Schule gegangen. Eine 

Bürotätigkeit sei utopisch. Zur Integration in den Arbeitsprozess sollten 

daher eine richtige Beratung und Schulung möglich sein. 

b) Entgegen diesem Antrag ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflich-

ten, dass hier einzig der Rentenanspruch des Beschwerdeführers Verfü-

gungsgegenstand bildet, während berufliche Eingliederungsmassnahmen 

bereits geprüft und mit Mitteilung vom 23. November 2016 (vgl. Bg-act. 

45) abgeschlossen wurden, da sich der Beschwerdeführer nach Angaben 

der Beschwerdegegnerin nicht arbeitsfähig fühle (vgl. Bg-act. 51 S. 7). 

Hierüber verlangte der Beschwerdeführer offenbar keine beschwerdefähi-

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ge Verfügung. Hinzuweisen bleibt, dass der Beschwerdeführer – wie im 

erwähnten Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 23. November 2016 

mitgeteilt – betreffend eine Wiederaufnahme der Eingliederung wieder auf 

die Beschwerdegegnerin zukommen kann, wenn sich die Verhältnisse 

ändern und diese medizinisch belegt sind. Auf das Eventualbegehren ist 

demnach nicht einzutreten. 

4. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, 

d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-

fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-

anspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-

den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-

samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hin-

sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem 

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Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 

für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungs-

verfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf 

Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-

verlässigkeit der Expertise sprechen. In Bezug auf Berichte von Hausärz-

ten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 

dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-

ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 

(vgl. BGE 125 V 351 E.3a mit Hinweisen). Auch den Berichten und Gut-

achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, so-

fern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit be-

stehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs-

verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangeln-

de Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be-

sonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 

Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die 

erhebliche Bedeutung, die den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein stren-

ger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c mit Hin-

weisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4). 

5. Vorliegend unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in der ange-

stammten Tätigkeit als Plattenleger aufgrund seiner Gefässerkrankung 

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nicht mehr arbeitsfähig ist. Nach der letzten Einschätzung vom 11. De-

zember 2011 der ausgewiesenen Fachärztin FMH für Innere Medizin und 

Angiologie, Dr. med. B._____, ist der Beschwerdeführer in einer adaptier-

ten Tätigkeit hingegen uneingeschränkt arbeitsfähig. Diese führte diesbe-

züglich aus, dass eine sitzende, stehende und abwechselnd gehende 

Tätigkeit in warmer trockener Umgebung (keine Bauarbeiten) unbegrenzt 

möglich sei (vgl. Bg-act. 46 S. 3 f.). Dr. med. B._____ hat den Beschwer-

deführer mehrfach über einen längeren Zeitraum hinweg behandelt (vgl. 

die Arztberichte vom 16. Februar 2016 [Bg-act. 25] und 22. April 2016 

[Bg-act. 28] sowie die Verlaufsberichte samt Beiblatt vom 5. Juli 2016 [Bg-

act. 30] und 11. Dezember 2016 [Bg-act. 46]) und bleibt konsequent bei 

ihrer Einschätzung. Zuletzt attestierte sie am 11. Dezember 2016 (Bg-act. 

46 S. 1) insgesamt eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Die 

von Dr. med. B._____ geschätzte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers  

wird vom RAD vollumfänglich geteilt. So hielt der RAD-Arzt Dr. med. 

C._____ am 23. September 2016, in Kenntnis der ergangenen Arztberich-

te, fest, dass die Arbeitsfähigkeit für sitzende Tätigkeiten medizinisch-

theoretisch weiterhin 100 % betrage (vgl. Bg-act. 51 S. 7). Demgegenüber 

macht der Beschwerdeführer  geltend, er selbst sehe sich nach seiner 

subjektiven Einschätzung als nicht arbeitsfähig und die körperlichen Ein-

schränkungen hätten auch zu psychischen Störungen geführt. Begrün-

dend legt er lediglich ein ärztliches Zeugnis seines Hausarztes Dr. med. 

D._____ vom 13. Januar 2017 ins Recht, welcher eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 % im Zeitraum vom 13. Januar 2017 bis zum 13. Februar 2017 

attestiert, jedoch ohne jegliche Begründung oder Diagnose (vgl. Bf-act. 3). 

Dies reicht allerdings offensichtlich nicht aus, um die wiederholte, fundier-

te Einschätzung der Fachärztin Dr. med. B._____ und des RAD in Zweifel 

zu ziehen. Schliesslich wird auch das Argument, die Schmerzen und 

Gehbehinderung hätten auch psychische Störungen verursacht, nicht wei-

ter belegt. In antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 

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131 I 153 E.3, 124 I  208 E.4a) ist infolge der bloss behaupteten, medizi-

nisch und durch die Aktenlage aber nicht nachgewiesenen, psychischen 

Störungen auf die beantragte Vornahme einer umfassenden Gesund-

heitsuntersuchung zu verzichten.

6. Zusammenfassend ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in adaptierter Tätigkeit auszugehen. Die Ermittlung eines 

Invaliditätsgrades von 3.38 % aufgrund des Einkommensvergleichs wird 

nicht gerügt und ist auch nicht zu beanstanden. Somit besteht kein An-

spruch auf eine Invalidenrente, weshalb die angefochtene Verfügung vom 

3. Februar 2017 zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde 

abzuweisen ist.

7. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend erscheinen Gerichtskos-

ten von Fr. 400.-- als angemessen. Diese werden dem unterliegenden 

Beschwerdeführer auferlegt. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht 

keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

b/aa) Zu beurteilen ist noch der Antrag des Beschwerdeführers auf Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege vor dem Verwaltungsgericht. Nach 

Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforderlichen 

(Geld-) Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, sofern 

ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Nach Art. 76 Abs. 1 

VRG kann die Behörde durch verfahrensleitende Verfügung oder mit dem 

Entscheid in der Hauptsache einer Partei die unentgeltliche Prozess-

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führung bewilligen, wenn ihr Antrag nicht offensichtlich mutwillig oder von 

vornherein aussichtslos ist. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwen-

dig ist, hat die bedürftige Person überdies Anspruch auf einen unentgeltli-

chen Rechtsbeistand (vgl. Art. 76 Abs. 3 VRG sowie Art. 61 lit. f ATSG). 

Als aussichtslos gelten Verfahren, bei denen die Gewinnchancen be-

trächtlich geringer sind als die Verlustgefahr und deshalb kaum mehr als 

ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als 

aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr 

die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massge-

bend ist, ob die Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei ver-

nünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei 

soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen 

würde, nicht allein deswegen anstrengen können, weil er nichts kostet 

(vgl. BGE 122 I 267 E.2b).

b/bb) Im konkreten Fall erscheint zwar das Erfordernis der Mittellosigkeit infolge 

der dem Beschwerdeführer von seiner Wohngemeinde gewährten sozial-

hilferechtlichen Unterstützung als erfüllt; indessen muss die Beschwerde-

erhebung als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden, zumal die 

Vorbringen des Beschwerdeführers über seine subjektive Einschätzung 

und das von ihm eingelegte, den Anforderungen an einem Beweismittel 

nicht erfüllende Arztzeugnis nicht geeignet waren, die angefochtene Ver-

fügung in Frage zu stellen.  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

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2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung 

wird abgewiesen. 

3. Die Kosten von Fr. 400.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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