# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 759c3c87-77b8-5b4d-b866-6455875e8f74
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.12.2022 LB220020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB220020_2022-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB220020-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. M. Sarbach und Oberrichter Dr. E. Pahud sowie Gerichtsschrei-

berin MLaw M. Schnarwiler 

Urteil vom 7. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
Kläger und Berufungskläger 

 

1, 2, 3 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Stockwerkeigentümergemeinschaft D._____,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Anfechtung Stockwerkeigentümerversammlungsbeschlüsse vom 
21. März 2016 
 
Berufung gegen ein Urteil der I. Abteilung des Bezirksgerichtes Horgen vom 
22. März 2022; Proz. CG160012 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 2 S. 2) 

"1. Beschluss Nr. 3 der Versammlung vom 21. März 2016 ("Jahres-
rechnung 2015") sei aufzuheben. 

2. Beschluss Nr. 4 der Versammlung vom 21. März 2016 ("Budget 
2016") sei aufzuheben. 

3. Beschluss Nr. 6 der Versammlung vom 21. März 2016 (Einsichts- 
und Informationsrecht der Kläger betreffend Fertigstellungsarbei-
ten) sei feststellend als nichtig zu qualifizieren, eventuell aufzuhe-
ben. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-
steuer) zulasten der Beklagten." 

 

Urteil des Bezirksgerichtes: 
(act. 76) 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 4'000.– festgesetzt.  

3. Es wird vorgemerkt, dass die Kläger Kostenvorschüsse von insgesamt 

CHF 4'000.– geleistet und die Kosten des Schlichtungsverfahrens in der Hö-

he von CHF 250.– getragen haben. 

4. Die Gerichtskosten werden unter solidarischer Haftung den Klägern aufer-

legt und aus den von ihnen geleisteten Vorschlüssen bezogen. 

5. Die Kläger werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Beklagten ei-

ne Parteientschädigung von CHF 6'500.– (zzgl. MWST) zu bezahlen. 

6./7. [Mitteilungen / Rechtsmittel] 

Berufungsanträge: 
(act. 74 S. 2) 

"1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Klage im Sinne 
der klägerischen Rechtsbegehren gutzuheissen. 

- 3 - 

 Die Beschlüsse Nm. 3, 4 und 6 der Stockwerkeigentümerver-
sammlung vom 21. März 2016 seien aufzuheben. 

2. Eventuell sei das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache 
zur erneuten Entscheidfindung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Die Gerichtskosten, auch jene des vorinstanzlichen Verfahrens, 
seien der Beklagten und Berufungsbeklagten aufzuerlegen. 

 Den Klägern und Berufungsklägern sei sowohl für das vorliegen-
de Berufungsverfahren wie auch für das vorangehende erstin-
stanzliche Verfahren eine angemessene Umtriebsentschädigung 
(zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beklagten und Beru-
fungsbeklagten zuzusprechen." 

 

Erwägungen: 

I.  

1. An der E._____-strasse 1-2 in F._____/ZH steht eine Überbauung mit dem 

Namen "D._____". Die Kläger und Berufungskläger (fortan: Kläger) sind Stock-

werkeigentümer. Die Beklagte und Berufungsbeklagte (fortan: Beklagte) ist die 

Gemeinschaft der Stockwerkeigentümer. Die Parteien standen und stehen sich in 

diversen Prozessen vor Bezirks-, Ober- und Bundesgericht gegenüber. Gegen-

stand des vorliegenden Verfahrens bildet die Anfechtung von Beschlüssen der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft vom 21. März 2016. Gemäss den sich in der 

Minderheit befindenden Klägern lag der damals beschlossenen Jahresrechnung 

2015 (Traktandum Ziff. 3) sowie der Budgetfestsetzung 2016 (Traktandum Ziff. 4) 

ein falscher Nebenkostenverteilschlüssel zugrunde, zudem fochten sie einen Be-

schluss Einsichts- und Informationsrechte betreffend (Traktandum Ziff. 6) an. Die 

Vorinstanz hat die entsprechende Anfechtungsklage wegen Nichteinhaltung der 

Anfechtungsfrist abgewiesen. Dagegen wehren sich die Kläger mit ihrer Berufung. 

2. Der Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens ist im angefochtenen Urteil des 

Bezirksgerichts Horgen (Vorinstanz) vom 22. März 2022 dargestellt (act. 76 

S. 8 ff.); darauf kann verwiesen werden. Das Urteilsdispositiv ist vorne wiederge-

geben. 

- 4 - 

 Am 11. Mai 2022 erhoben die Kläger Berufung (act. 74). Mit Verfügung vom 

27. Juni 2022 wurde ihnen Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt. 

Gleichzeitig wurde das Rubrum dahingehend angepasst, dass die verstorbene 

bisherige Klägerin 2, deren Rechtsnachfolger der Kläger 1 ist, aus dem Rubrum 

gestrichen wurde (act. 77). Weiterungen sind nicht erforderlich. Das Verfahren ist 

spruchreif (vgl. Art. 312 Abs. 1 HS 2 ZPO). 

II.  

1. Die Kläger sind durch das angefochtene Urteil beschwert. Es handelt sich 

um einen berufungsfähigen Entscheid (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO; vgl. 

act. 76 S. 32 E. VI.). Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 

Abs. 1 ZPO; vgl. act. 71/1) und der Kostenvorschuss wurde geleistet (act. 79). 

Dem Eintreten auf die Berufung steht nichts entgegen. 

2. Es kann mit Berufung sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (vgl. Art. 310 

ZPO). Die Berufungsinstanz kann sämtliche Mängel in Tat- und Rechtsfragen frei 

und uneingeschränkt prüfen (sog. volle Kognition in Tat- und Rechtsfragen), vor-

ausgesetzt, dass sich die Berufung erhebende Partei mit den Entscheidgründen 

der ersten Instanz auseinandersetzt und konkret aufzeigt, was am angefochtenen 

Urteil oder am Verfahren der Vorinstanz falsch gewesen sein soll (vgl. ZR 110 

[2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4); blosse Verwei-

se auf die Vorakten genügen nicht (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, 

Art. 311 N 36 f.). Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetra-

genen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung ebenso 

wenig wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanz-

lichen Erwägungen (vgl. auch BGE 138 III 374 ff., E. 4 = Pra 102 [2013] Nr. 4). 

 Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur noch berücksichtigt werden, 

wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 

schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die-

jenige Partei, welche vor der Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen 

will, hat darzutun und zu beweisen, dass diese Voraussetzungen vorliegen. Im 

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Falle unechter Noven hat sie namentlich die Gründe detailliert darzulegen, wes-

halb sie die Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Instanz hat 

vorbringen können (vgl. BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1; 

OGer ZH LB170050 vom 22. September 2017, E. II./3; LB170028 vom 30. No-

vember 2017, E. II./1.2; LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III./1b; LB130063 vom 

17. September 2014, E. II./2; LB140014 vom 3. Juni 2014, E. III./2). 

III.  

1.1. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid vorab die Einhaltung der Klagefrist be-

treffend die angefochtenen Beschlüsse unter Traktanden Ziff. 3 und 4 geprüft und 

hierzu zusammenfassend Folgendes festgehalten: 

Beschlüsse der Stockwerkeigentümerversammlung seien grundsätzlich nach den 

Vorschriften des Vereinsrechts über die Anfechtung von Vereinsbeschlüssen an-

zufechten (Art. 712m Abs. 2 i.V.m. Art. 75 ZGB), mithin binnen Monatsfrist seit 

Kenntnisnahme vom ganzen Inhalt des Beschlusses. Es handle sich bei der Mo-

natsfrist um eine materiellrechtliche Verwirkungsfrist, deren Einhaltung von Amtes 

wegen zu prüfen sei. Fristwahrend sei die Postaufgabe des Schlichtungsgesuchs, 

wobei gemäss Art. 132 Abs. 2 i.V.m. Art. 77 Abs. 1 Ziff. 3 OR das Schlichtungs-

gesuch an demjenigen Tag des Folgemonats, der dieselbe Zahl trage wie der Tag 

der Kenntnisnahme, der Post zu übergeben sei.  

 Die Kläger seien an der Stockwerkeigentümerversammlung vom 21. März 

2016 durch G._____ vertreten gewesen, welcher für die damalige Verwaltung an 

der Versammlung teilgenommen und dabei sowohl den Vorsitz als auch die Pro-

tokollierung übernommen habe. Die entsprechende Vollmacht bevollmächtige 

G._____, die Kläger "in den verschiedenen Traktanden und bei den Abstimmun-

gen gemäss dem vorliegenden Schreiben zu vertreten". Unbekannt sei, wann die 

Kläger persönlich von den angefochtenen Beschlüssen Kenntnis erlangt hätten, 

doch komme es hierauf nicht an. Wer rechtsgültig einen anderen ermächtige, in 

seinem Namen ein Rechtsgeschäft zu tätigen, werde dadurch gemäss Art. 32 

Abs. 1 OR selbst berechtigt und verpflichtet; sämtliche Rechtswirkungen des Ver-

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tretungsgeschäfts träten unmittelbar beim Vertretenen ein, wie wenn der Vertrete-

ne selbst gehandelt hätte. Lasse sich ein Stockwerkeigentümer bei einer Ver-

sammlung vertreten, sei somit in der Regel nicht die Kenntnisnahme des vertrete-

nen Stockwerkeigentümers vom anzufechtenden Beschluss für die Berechnung 

der Anfechtungsfrist massgebend, sondern diejenige des Vertreters. Gegen aus-

sen, insbesondere gegenüber der Stockwerkeigentümergemeinschaft, hätten die 

Kläger keinerlei Beschränkung der an G._____ erteilten Vollmacht kundgetan, et-

wa dass er nicht berechtigt wäre, Erklärungen für die Kläger entgegenzunehmen. 

Auch der bei den Akten liegenden Vollmacht würde sich solches nicht entnehmen 

lassen, vielmehr erfolge die Bevollmächtigung umfassend zur Vertretung "in den 

verschiedenen Traktanden und bei den Abstimmungen". Die Kläger hätten sich 

das Wissen ihres Vertreters somit anrechnen zu lassen. 

 Demnach sei die Kenntnisnahme des Vertreters der Kläger für die Fristbe-

rechnung massgebend. Es müsse davon ausgegangen werden, dass G._____ 

am Tag der Versammlung, dem 21. März 2016, Kenntnis vom ganzen Inhalt der 

streitgegenständlichen Beschlüsse erhalten habe. Die einmonatige Anfechtungs-

frist habe damit am 21. April 2016 geendet. Das Schlichtungsgesuch sei am 13. 

Mai 2016 beim Friedensrichteramt eingegangen. Dass die Sendung bereits am 

oder vor dem 21. April 2016 der Post übergeben worden sei, sei nicht geltend 

gemacht worden und erschiene bei einer Postzustellung innerhalb der Schweiz 

denn auch nicht üblich, wobei die Behauptungs- und Beweislast hierfür die Kläger 

treffen würde. Das Schlichtungsgesuch sei damit rund drei Wochen zu spät einge-

reicht worden und die Anfechtungsfrist gemäss Art. 712m Abs. 2 i.V.m. Art. 75 

ZGB insoweit nicht eingehalten, was zur Abweisung der klägerischen Rechtsbe-

gehren Ziff. 1 und 2 (Jahresrechnung 2015 und Budget 2016) führe (act. 76 

S. 19 ff. E. B.1.). 

1.2. Betreffend den Beschluss unter Traktandum Ziff. 6 hat die Vorinstanz so-

dann festgehalten, dieser Beschluss sei entgegen dem Dafürhalten der Kläger 

nicht nichtig, da er keinen derart schweren inhaltlichen Mangel aufweise. Nur bei 

Nichtigkeit wäre die Anfechtung des entsprechenden Beschlusses an keine Frist 

gebunden. Da indes keine Nichtigkeit vorliege, sei die Anfechtung auch dieses 

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Beschlusses verspätet erfolgt, weshalb auch das diesbezügliche Rechtsbegehren 

abzuweisen sei (act. 79 S. 22 ff. E. B.2.). 

2.1. Die Kläger machen mit ihrer Berufung dagegen betreffend die Beschlüsse 

zur Jahresrechnung 2015 und Budgetfestsetzung 2016 zusammenfassend gel-

tend, entgegen der Vorinstanz könne ihnen das Wissen des Verwalters nicht an-

gerechnet werden. Sie hätten dem Verwalter eine eng umrissene Vollmacht er-

teilt, und es sei insbesondere nicht Teil des Auftrags gewesen, die Kläger umge-

hend über die Beschlussfassung zu informieren. Sie legen sodann die von ihnen 

erteilte Vollmacht an den Verwalter aus und kommen dabei zum Ergebnis, es ha-

be keinerlei Erwartungshaltung gegeben, dass der Verwalter die Kläger vorab, al-

so vor der offiziellen Zustellung des Protokolls, informieren würde. Es sei ohne 

Weiteres zulässig, jemanden mit einer reinen Willenskundgabe an einen Dritten 

zu beauftragen, ohne dass darin zugleich die Abrede erkannt würde, der Vertreter 

habe in der Folge Informationen von diesem zurück an den Vertretenen zu trans-

portieren. Aus dem Auftrag an den Verwalter, instruktionsgemäss abzustimmen, 

ergebe sich objektiv betrachtet überhaupt nicht automatisch die Meinung, auch 

nicht vermutungsweise, dass der Verwalter den betreffenden abwesenden Eigen-

tümer auch umgehend über die Abstimmungsergebnisse orientieren solle (act. 74 

S. 5 ff. Rz 6; hierzu E. 3.1.-3.3. nachfolgend). Im Weiteren bringen die Kläger vor, 

ob aufgrund ausserordentlicher Umstände für den Beginn des Fristenlaufs anstatt 

auf den Tag der Protokollzustellung auf den Tag der Beschlussfassung abzustel-

len sei, hätte die Vorinstanz gar nicht von Amtes wegen prüfen dürfen, sondern 

nur auf nicht erhobene Einrede hin. Jedenfalls sei die Thematik von keiner Partei 

aufgeworfen worden, weshalb den Parteien vor der Urteilsfällung das rechtliche 

Gehör zu gewähren gewesen wäre. Die Vorinstanz hätte zudem gar nicht davon 

ausgehen dürfen, dass die Parteien betreffend den Inhalt der Vertretungsvoll-

macht des Verwalters unterschiedliche Standpunkte vertreten würden (act. 74 

S. 13 ff. Rz 7; hierzu nachfolgend E. 3.4.).  

2.2. Betreffend den Beschluss unter Traktandum Ziff. 6 bringen die Kläger so-

dann vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht die Nichtigkeit dieses Beschlusses ver-

neint. Die beschlossene Nichterteilung von Auskünften sei ein Grundrechts-

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verstoss. Die Stockwerkeigentümer hätten einen umfassenden Anspruch auf In-

formation, und die streitgegenständliche Informationsverweigerung sei eine 

schwere Pflichtverletzung der Verwaltung, wie selbst das Bundesgericht im Ver-

fahren betreffend Absetzung der Verwaltung festgestellt habe. Die Vorinstanz ha-

be überdies auch diesbezüglich das rechtliche Gehör der Parteien verletzt (act. 74 

S. 15 ff. Rz 8; hierzu nachfolgend E. 4.2.). 

3.1.1 Wer einen anderen rechtsgültig ermächtigt, in seinem Namen ein Rechtsge-

schäft zu tätigen, wird dadurch selbst berechtigt und verpflichtet (vgl. Art. 32 Abs. 

1 OR). Sämtliche Rechtswirkungen des Vertretungsgeschäfts treten unmittelbar 

beim Vertretenen und beim Dritten (resp. im Falle eines mehrseitigen Rechtsge-

schäfts: bei den Dritten) ein. Das Handeln des Vertreters wirkt, wie wenn der Ver-

tretene selbst gehandelt hätte (BSK OR I-WATTER, 7. Aufl. 2020, Art. 32 N 23). 

Das betreffende Rechtsgeschäft gilt demgemäss als Rechtsgeschäft unter Anwe-

senden (ZK OR 32-40, 3. Aufl. 2020, KLEIN, allg. Einl. zu Art. 32-40 N 142 i.f.). 

Wird die Ermächtigung zur Vertretung seinerseits durch ein Rechtsgeschäft ein-

geräumt, so beurteilt sich der Umfang der Ermächtigung nach dessen Inhalt 

(Art. 33 Abs. 2 OR). Wird die Ermächtigung vom Vollmachtgeber einem Dritten 

mitgeteilt, so beurteilt sich ihr Umfang diesem gegenüber nach Massgabe der er-

folgten Kundgebung (Art. 33 Abs. 3 OR). 

3.1.2 Die Kläger haben dem Verwalter vor der streitgegenständlichen Versamm-

lung ein Einschreiben mit dem Titel "Stellvertretung an der 11. ordentlichen Eigen-

tümerversammlung vom 21. März 2016 und Fragen zur Jahresrechnung 2015" 

zukommen lassen (act. 4/10). Im einleitenden Satz des dreiseitigen Schreibens 

an den Verwalter steht, [wir] "erteilen Ihnen hiermit die Vollmacht, uns in den ver-

schiedenen Traktanden und bei den Abstimmungen gemäss dem vorliegenden 

Schreiben zu vertreten". Im Schreiben werden zu den Traktanden Fragen gestellt, 

mit der Aufforderung, diese Fragen inklusive der Antworten ins Protokoll aufzu-

nehmen, sodann wird dem Verwalter aufgetragen, wie er bei den ordentlich trak-

tandierten Abstimmungen zu stimmen habe, und zu Traktandum 6 (Antrag von 

Rechtsanwalt X._____ auf Gewährung Einsichts- und Informationsrecht) wird 

über eine halbe Seite ein Kommentar abgegeben (vgl. auch act. 74 S. 5 Rz 6.1.). 

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Aus diesen Formulierungen der anwaltlich vertretenen Kläger geht mit anderen 

Worten hervor, dass der Verwalter an der Versammlung als Stellvertreter bevoll-

mächtigt wurde, die Kläger bei den verschiedenen Traktanden sowie bei den Ab-

stimmungen darüber zu vertreten, gemäss den im Schreiben erteilten Instruktio-

nen. 

3.2.1 Auch die Kläger gehen davon aus, dass der Verwalter für sie als Vertreter 

an der Versammlung teilgenommen hat. Sie bringen in ihrer Berufung zum Um-

fang der von ihnen erteilten Vollmacht indes vor, es habe sich entgegen der Vor-

instanz nicht um eine "umfassende" Vollmacht gehandelt. Eine umfassende Voll-

macht enthalte Formulierungen wie "…wird zu allen Rechtshandlungen eines Ge-

neralbevollmächtigten mit dem Recht, Stellvertreter zu ernennen, bevollmächtigt" 

oder laute etwa auf "Abschluss von Verträgen" usw. (act. 74 S. 5 f. Rz 6.1.). Das 

geht an der Sache vorbei, hat doch die Vorinstanz entgegen den Klägern nicht 

festgehalten, es habe vorliegend eine umfassende Vollmacht im Sinne einer Ge-

neralvollmacht bestanden, sondern die Kläger hätten eine Bevollmächtigung um-

fassend oder uneingeschränkt erteilt zur Vertretung "in den verschiedenen Trak-

tanden und bei den Abstimmungen gemäss dem vorliegenden Schreiben [zu ver-

treten]" (act. 76 S. 20 f.). Das ist nach dem soeben Dargelegten zutreffend. 

3.2.2 Fehl geht ebenso, wenn die Kläger in der Berufungsschrift wiederholt vor-

bringen, es sei nicht Teil des Auftrags an den Verwalter gewesen, die Kläger um-

gehend über den Ausgang der Abstimmung zu informieren (act. 74 passim; die-

selbe Argumentation wurde auch im Verfahren ZK1 12 33 vor Kantonsgericht 

Graubünden vorgebracht [E. 3.b. S. 7] und sodann im Urteil vom 16. Juli 2012 

verworfen). Ermächtigt jemand einen anderen rechtsgültig, für ihn ein Rechtsge-

schäft vorzunehmen, so treten die Rechtswirkungen des entsprechenden Ge-

schäfts wie gesehen nach dem Wesen des Stellvertretungsrechts unmittelbar 

beim Vertretenen ein, unabhängig davon, ob er um den Abschluss des betreffen-

den Rechtsgeschäfts schon weiss oder nicht, denn das Wissen des Vertreters 

wird dem Vertretenen zugerechnet (vgl. BSK OR I-WATTER, Art. 32 N 25 f.). In der 

rechtsgeschäftlichen Vollmachtserteilung an den Stellvertreter bedarf es diesfalls 

gar keines Auftrags, den Vertretenen umgehend über das betreffende Rechtsge-

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schäft – vorliegend die Beschlussfassung zu einzelnen Traktanden an der Stock-

werkeigentümerversammlung – zu informieren. Rechtlich gesehen kommt es auf 

den Zeitpunkt, wann der Vertretene vom Stellvertreter die Information über die 

Beschlussfassung erhält, demnach nicht an. Freilich ist das Wissen um das Re-

sultat der Beschlussfassung beim Vertretenen vorerst reine Fiktion, und wo es auf 

dieses Wissen ankommt – etwa um einen Beschluss fristwahrend anzufechten –, 

da wird es am Vertretenen liegen, sich effektiv Kenntnis zu verschaffen. Schickt 

ein Eigentümer einen Stellvertreter an eine Versammlung mit der Instruktion, ge-

wisse Beschlussanträge abzulehnen, so ist ihm ohne Weiteres zumutbar, sich 

beim Stellvertreter über den Ausgang der Abstimmung zu erkundigen, falls er den 

Beschluss anzufechten erwägt. Das haben die Kläger unterlassen. Im vorliegen-

den Fall ist das umso weniger verständlich, als die Absicht zur Anfechtung wohl 

von Anfang an bestand, hatten doch die Kläger bereits in beiden Jahren zuvor je 

die Beschlüsse betreffend Jahresrechnung und Budgetfestsetzung wegen des 

auch 2016 angewandten Kostenverteilschlüssels angefochten, wobei beide Pro-

zesse (CG140024-F sowie CG150020-F) damals am Bezirksgericht Horgen hän-

gig waren. 

3.2.3 Was schliesslich die Kundgabe der Ermächtigung an die Dritte – die Ge-

meinschaft der Stockwerkeigentümer – angeht, so hat der Verwalter zu Beginn 

der Stockwerkeigentümerversammlung gemäss Protokoll bekannt gegeben, die 

Kläger würden durch ihn vertreten. Folgerichtig wurden denn auch die Kläger un-

ter "anwesend, vertreten durch" im Protokoll aufgeführt (act. 4/7 S. 1). Dies ist un-

angefochten geblieben. Die Beklagte musste und durfte somit davon ausgehen, 

dass der Verwalter die Kläger an der Versammlung vertritt. Die Kläger führen 

selbst in ihrer Berufungsschrift an, es sei darum gegangen, mittels der Handlun-

gen des Verwalters an der Diskussion teilnehmen zu können und auf die Willens-

bildung an der Versammlung Einfluss zu nehmen. Die Ansicht der Kläger, der 

Verwalter sei lediglich mit einer reinen Willenskundgabe an einen Dritten beauf-

tragt gewesen, ist nicht zutreffend. Dem Verwalter kam vorliegend Vertretungs-

vollmacht zu, und er war nicht als Hilfsperson blosser Bote der Kläger (Art. 27 

OR). Entgegen den Klägern kommt es dabei auch nicht darauf an, ob die Beklag-

te eine Erwartungshaltung hatte, dass der Vertreter die durch ihn vertretenen 

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Stockwerkeigentümer umgehend über die Beschlussfassung informieren würde 

oder nicht und ob es zwischen den Parteien einen diesbezüglichen tatsächlichen 

Konsens gegeben hätte (act. 74 S. 6 Rz 6.1., S. 7 Rz 6.2.1., S. 8 Rz 6.2.4., S. 10 

Rz 6.2.5., S. 12 Rz 6.3.). Falls die Beklagte im Übrigen gleich wie die Kläger irr-

tümlich davon ausgegangen sein sollte, für die Kläger wäre die Zustellung des 

Protokolls und nicht die Beschlussfassung fristauslösend für die Anfechtungskla-

ge gewesen, so hätten sich beide Seiten in einem Rechtsirrtum befunden, was 

den Fristenlauf indes unberührt liesse. 

3.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Kläger durch den Verwalter an der 

streitgegenständlichen Versammlung vertreten waren, wobei der Verwalter die 

Kläger in den verschiedenen Traktanden und bei den Abstimmungen gemäss den 

vorgängig erteilten Instruktionen uneingeschränkt vertrat. Die Kläger müssen sich 

damit das Wissen ihres ordentlich bestellten und mit den üblichen Rechten und 

Pflichten ausgestatteten Stellvertreters anrechnen lassen, zumal sie im Aussen-

verhältnis gegenüber der Beklagten keinerlei Beschränkungen ihrer Vollmacht 

kundgetan hatten. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hatte (unter Hinweis 

auf KGer GR, ZK1 12 33 vom 16. Juli 2012, E. 3c S. 7 f. sowie auf BSK ZGB I-

SCHERRER/BRÄGGER, Art. 75 N 25), müssen sich die Kläger unter diesen Umstän-

den insbesondere das Wissen ihres Stellvertreters um die Beschlussfassung zu-

rechnen lassen. Die Frist zur Anfechtung des Beschlusses begann gemäss 

Art. 132 Abs. 1 OR am Tag nach Kenntnisnahme (Art. 712m Abs. 2 i.V.m. Art. 75 

ZGB) zu laufen, mithin am 22. März 2016, und endete damit am 21. April 2016. 

Dass sie das Schlichtungsgesuch entgegen der Vorinstanz spätestens am 21. Ap-

ril 2016 zur Post gegeben hätten, machen die Kläger nicht geltend. Es bleibt da-

her dabei, dass die Anfechtung der Beschlüsse betreffend Jahresrechnung 2015 

und Budget 2016 verspätet erfolgte. 

3.4.1 Entgegen den Klägern hatte die Vorinstanz die Frage, ob die Anfechtungs-

frist als materielle Verwirkungsfrist eingehalten war, von Amtes wegen und nicht 

auf blosse Einrede hin zu prüfen (BSK ZGB I-SCHERRER/BRÄGGER, Art. 75 N 22 

m.w.H.). Im Rahmen dieser Prüfung ist nicht zuletzt der fristauslösende Tag zu 

bestimmen. Richtig ist indes, dass die Thematik von keiner Partei im Verlauf des 

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Verfahrens aufgeworfen worden war. Stützt eine Behörde oder ein Gericht einen 

Entscheid auf eine Begründung, welche im vorangegangenen Verfahren von kei-

ner Seite aufgeworfen worden war, ohne den Parteien vorab eine Äusserungs-

möglichkeit zu geben, so kann dies einen gemäss Art. 29 Abs. 2 BV verpönten 

Überraschungsentscheid darstellen; dies jedenfalls dann, wenn die betreffende 

Begründung von den Parteien in keiner Weise zu erwarten war ("un motif juridique 

[…] dont aucune des parties en présence ne s'est prévalue et ne pouvait supputer 

le pertinence in casu", BGE 114 Ia 97 E. 2a S. 99). Letzteres könnte vorliegend 

fraglich erscheinen, denn die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der 

Rechtzeitigkeit der Anfechtungsklage ist per se eigentlich kein überraschendes 

Argument. Zu beachten ist vorliegend indes, dass das Verfahren vor Vorinstanz 

bereits mit Eingabe vom 10. Oktober 2016 rechtshängig gemacht worden war 

(act. 2 samt Beilagen) und auch die Vorinstanz selbst offenbar erst in ihrem Urteil 

vom 22. März 2022, nach Durchführung des gesamten Verfahrens zur Sache, die 

Problematik der Rechtzeitigkeit der Anfechtungsklage entdeckte. Unter diesen 

Umständen wäre es angezeigt gewesen, den Parteien vor Erlass des Urteils 

diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewähren. Indem die Vorinstanz dies un-

terliess, wurde das rechtliche Gehör der Parteien verletzt. 

3.4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör bildet eine formelle Verfahrensgarantie, 

womit seine Verletzung grundsätzlich ungeachtet der materiellen Begründetheit 

des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des an-

gefochtenen Entscheids führt, wenn eine Heilung in oberer Instanz ausser Be-

tracht fällt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Heilung von Gehörsverlet-

zungen geht dahin, dass eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des 

rechtlichen Gehörs als geheilt gelten kann, wenn die betroffene Person die Mög-

lichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den 

Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraus-

setzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei ei-

ner schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die 

Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-

rungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beför-

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derlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre (anstelle vieler vgl. 

BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197 f.). 

 Ihre Begründung findet diese Rechtsprechung darin, dass der Anspruch auf 

rechtliches Gehör kein Selbstzweck ist: Ungeachtet der formellen Natur des Ge-

hörsanspruchs besteht dann kein schützenswertes Interesse an der Aufhebung 

des angefochtenen Entscheides, wenn eine allfällige Verletzung des rechtlichen 

Gehörs keinen Einfluss auf den Verfahrensausgang gehabt hätte (BGer 

5A_120/2019 vom 21. August 2019 E. 2). Andernfalls besteht die Gefahr, dass 

die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz allein wegen der festgestellten Ge-

hörsverletzung zu einem Leerlauf und einer unnötigen Verzögerung führt. Es wird 

deshalb für eine erfolgreiche Rüge der Verweigerung des rechtlichen Gehörs 

grundsätzlich vorausgesetzt, dass die betroffene Partei in der Begründung des 

Rechtsmittels angibt, welche Vorbringen sie in das vorinstanzliche Verfahren bei 

Gewährung des rechtlichen Gehörs eingeführt hätte und inwiefern diese hätten 

erheblich sein können (BGer 5A_561/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 2.3).  

3.4.3 Die Kläger haben in ihrer Berufungsschrift vorgebracht, was sie bei Gewäh-

rung des rechtlichen Gehörs zur Frage der Rechtzeitigkeit der Anfechtungsklage 

– resp. zur Frage, ab wann die Klagefrist zu laufen begann – vorgebracht hätten 

(act. 74 S. 5 ff. Rz 6). Wie bereits gesehen (oben, E. 3.1.-3.3.) hätten ihre diesbe-

züglichen Vorbringen am Verfahrensausgang nichts zu ändern vermocht. Damit 

besteht gemäss der soeben wiedergegebenen bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung kein schützenswertes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheides. Die von der Vorinstanz begangene Verletzung des rechtlichen Gehörs 

bleibt aus diesem Grund vorliegend ohne Folgen. 

3.5. Die Berufung betreffend die angefochtenen Beschlüsse unter Traktanden 

Ziff. 3 und 4 ist damit abzuweisen. 

4. Betreffend den Beschluss unter Traktandum Ziff. 6 (Nichtgewährung von In-

formationen durch die Verwaltung über die Fertigstellungsarbeiten) verlangten die 

Kläger die Feststellung von dessen Nichtigkeit, eventualiter fochten sie diesen 

- 14 - 

Beschluss an. Wie gesehen verneinte die Vorinstanz die Nichtigkeit und wies die 

eventualiter gestellte Anfechtungsklage infolge Verspätung ab. 

4.1. Vorab stellt sich indes die Frage des Rechtsschutzinteresses. Staatlicher 

Rechtsschutz soll nicht Selbstzweck sein. Die klagende Partei muss ein schutz-

würdiges Interesse am geltend gemachten Anspruch haben. Am erforderlichen 

schutzwürdigen Interesse fehlt es etwa, wenn nicht ersichtlich ist, worin das Inte-

resse am Erlass eines autoritativen Entscheids des angerufenen Gerichts beste-

hen könnte, insbesondere, wenn der Prozess aus purer Rechthaberei geführt wird 

(vgl. ZK ZPO-ZÜRCHER, Art. 59 N 12 m.w.H.). 

 Vorliegend ist hierzu Folgendes festzuhalten: Das Begehren auf Feststellung 

der Nichtigkeit des Beschusses kann weder dazu dienen, die entsprechende 

Pflichtverletzung der Verwaltung autoritativ feststellen zu lassen, noch dazu, die 

Verwaltung dereinst abberufen zu können, denn beides ist bereits erfolgt (BGer 

5A_521/2016 vom 9. Oktober 2017 betreffend Abberufung der Verwaltung). Das 

Interesse der Kläger besteht auch nicht darin, die mit dem streitgegenständlichen 

Beschluss verweigerten Informationen zu erhalten, haben sie doch hierfür (zuläs-

sigerweise) ein eigenes Verfahren auf Erteilung der betreffenden Informationen 

eingeleitet (BGer 5A_521/2016 vom 9. Oktober 2017, E. 3.4.2.). Ob die theore-

tisch bestehende Gefahr, die Stockwerkeigentümergemeinschaft könnte in einem 

anderen Fall (betreffend andere verlangte Informationen) wiederum beschliessen, 

die (neue) Verwaltung habe den Klägern die betreffenden Informationen nicht zu 

erteilen, genügen würde, das Rechtsschutzinteresse an der Feststellung der Nich-

tigkeit des Beschlusses Nr. 6 der Versammlung vom 16. März 2016 zu bejahen, 

erscheint fraglich. Die Frage kann jedoch offen gelassen werden, wie die nachfol-

genden Erwägungen zeigen. 

4.2. Die Vorinstanz hat geprüft, ob der Beschluss wie von den Klägern geltend 

gemacht als nichtig zu qualifizieren sei (act. 76 E. B.2 S. 22 ff.). Nichtigkeit eines 

Beschlusses setzt eine qualifizierte Fehlerhaftigkeit voraus. Eine solche liegt etwa 

vor, wenn eine gravierende Widerrechtlichkeit gegeben ist, welche die Struktur  

oder das Institut des Stockwerkeigentums verletzt. Ebenso nichtig ist ein Be-

schluss, der unmoralisch ist, einen unmöglichen Inhalt hat oder Persönlichkeits-

- 15 - 

rechte ohne Rechtsgrund verletzt. Das ist etwa dann der Fall, wenn einem Stock-

werkeigentümer definitiv jegliches Stimmrecht entzogen oder die Wertquote eines 

Stockwerkeigentümers ohne dessen Zustimmung abgeändert wird. Auch schwer-

wiegende formelle Fehler können zur Nichtigkeit führen, beispielsweise wenn eine 

Stockwerkeigentümerversammlung durch eine unzuständige Person einberufen 

oder ein Stockwerkeigentümer in fehlbarer Weise und willentlich nicht zu einer 

solchen Versammlung eingeladen wird. Nichtigkeit ist dabei die Ausnahme, in der 

Regel und zumindest in Zweifelsfällen ist aus Gründen der Rechtssicherheit von 

blosser Anfechtbarkeit auszugehen (vgl. ZK ZGB-WERMELINGER, Art. 712m 

N 208 f., N 213 m.w.H.; MEIER-HAYOZ/REY, in: Berner Kommentar, Art. 712a-712t 

ZGB, Bern 1988, Art. 712m N 148). Dies hat bereits die Vorinstanz zutreffend 

festgehalten. 

 Die Vorinstanz hat sodann mit Verweis auf BGE 144 III 100 festgestellt, dass 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Aus-

kunftserteilung an ein Verwaltungsratsmitglied einer Aktiengesellschaft die Nich-

tigkeit eines Verwaltungsratsbeschlusses, welcher einem Mitglied die Auskunft 

verwehre, die Ausnahme bilde und nur mit Zurückhaltung anzunehmen sei. Da 

gemäss Bundesgericht eine offensichtlich grundlose Verweigerung von Informati-

onen praktisch nicht existiere, würde Nichtigkeit im Zusammenhang mit Art. 715a 

OR kaum je in Frage kommen. Auch die diesbezügliche Literatur führe aus, dass 

Verfahrensmängel wegen Verstössen gegen die aktienrechtliche Informationsord-

nung in den Anwendungsbereich der Anfechtbarkeit fallen würden, und auch bei 

sehr groben Verletzungen gegen Informationsrechte der Aktionäre sei Nichtigkeit 

kaum denkbar, weil solche Verletzungen wertungsmässig nicht an die Grundfeste 

der Generalversammlung rührten (act. 76 S. 30 E. 1, unter Verweis auf BERTRAND 

SCHOTT, Aktienrechtliche Anfechtbarkeit und Nichtigkeit von Generalversamm-

lungsbeschlüssen wegen Verfahrensmängeln, Diss. Zürich 2009). Auch bei den in 

der Literatur genannten Beispielen für die Nichtigkeit von Beschlüssen einer 

Stockwerkeigentümerversammlung würden hohe Massstäbe angelegt. Genannt 

werde etwa der Fall, in dem einem Stockwerkeigentümer definitiv jegliches 

Stimmrecht entzogen werde (ebenda, unter Verweis auf ZK ZGB-WERMELINGER, 

Art. 712m N 209). Auch wenn dem Informationsrecht eines Stockwerkeigentü-

- 16 - 

mers eine hohe Bedeutung zukomme, sei vorliegend den Klägern keinesfalls 

dauerhaft jeglicher Informationsanspruch über gemeinschaftliche Angelegenhei-

ten aberkannt worden, vielmehr seien ihnen lediglich die mit Schreiben vom 

24.3.2013 verlangten Auskünfte und Unterlagen verweigert worden. Eine solche 

einmalige Auskunftsverweigerung vermöge noch nicht per se einen derartigen 

Schweregrad zu erreichen, dass der Beschluss geradezu als nichtig anzusehen 

wäre. Überdies sei zu beachten, dass die Informationsverweigerung nicht als voll-

kommen grundlos oder gar schikanös erscheine, habe doch die Beklagte grund-

sätzlich plausibel dargelegt, dass sie den Klägern nicht habe offen legen wollen, 

ob diese mit ihren vereinbarungsgemäss geleisteten Pauschalzahlungen besser 

oder schlechter gefahren seien als ohne eine vergleichsweise vereinbarte Pau-

schalabgeltung (act. 76 S. 30 E. 3.).  

 Vor Vorinstanz hatten die Kläger noch geltend gemacht, der streitgegen-

ständliche Beschluss sei wegen eines schweren formellen Mangels nichtig, weil 

der Verwaltung gar kein Traktandierungsrecht zukomme. Die Vorinstanz hat dies 

zu Recht verneint, und die Kläger halten in der Berufung nicht mehr daran fest, 

sondern machen nunmehr ausschliesslich noch eine inhaltliche Mangelhaftigkeit 

des Beschlusses mit Nichtigkeitsfolge geltend. Was die Kläger diesbezüglich vor-

bringen, vermag indes nicht zu überzeugen. Wohl hat der streitgegenständliche 

Beschluss die Informationsrechte der Kläger verletzt, doch auch wenn das Infor-

mationsrecht als stockwerkeigentümerrechtliches Grundrecht angesehen wird 

(act. 74 S. 16 Rz 8.4.1.), so folgt daraus entgegen den Klägern nicht per se, dass 

ein Verstoss gegen ein solches Grundrecht in jedem Fall Nichtigkeit nach sich 

ziehen müsste. Richtig ist auch, dass die beharrliche Informationsverweigerung 

der (damaligen) Verwaltung eine schwere Pflichtverletzung darstellte, wie das 

Bundesgericht festgehalten hat (BGer 5A_521/2016 vom 9. Oktober 2017, E. 

3.4.4.; darauf verweisend act. 74 S. 17). Letzteres war jedoch nicht Gegenstand 

des streitgegenständlichen Beschlusses, dieser macht vielmehr die Erteilung der 

verlangten Informationen und Unterlagen abhängig von der Zustimmung der übri-

gen Stockwerkeigentümer. Auch das ist unzulässig. Allerdings erfolgte diese un-

zulässige Informationsbeschränkung – wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten 

hat – im vorliegenden Fall nicht völlig grundlos oder geradezu schikanös, was die 

- 17 - 

Kläger in ihrer Berufung übrigens nicht in Frage stellen. Auch die weiteren Vor-

bringen der Kläger gehen lediglich dahin, dass der Beschluss zweifelsohne unzu-

lässig war, da gegen das Informationsrecht verstossend, indes zeigen die Kläger 

nicht auf, inwiefern die Informationsverweigerung im vorliegenden Fall einen der-

art schwerwiegenden Mangel darstellen sollte, dass der entsprechende Beschluss 

entgegen der Regel nicht nur anfechtbar, sondern gar nichtig wäre. Zur Rüge der 

Gehörsverletzung durch die Vorinstanz kann auf das oben bereits Ausgeführte 

verwiesen werden (oben, E. 3.4.).  

 Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz geschlossen hat, 

der streitgegenständliche Beschluss Nr. 6 sei nicht nichtig, sondern anfechtbar. 

Wie bereits ausgeführt, haben die Kläger indes die materiellrechtliche Anfech-

tungsfrist nicht eingehalten. Die Berufung ist demnach auch diesbezüglich abzu-

weisen. 

5. Zusammenfassend ist die Berufung damit abzuweisen. 

IV. 

1. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Berufungsverfahrens 

den Klägern aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Ausgehend vom Streitwert von 

Fr. 70'000.– (vgl. act. 65 S. 27 E. V.1; act. 66 S. 2) ist die Gerichtsgebühr in An-

wendung von § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 4 Abs. 1 GebV OG auf 

Fr. 7'150.– festzusetzen.  

2.  Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen, den Klägern nicht, weil 

sie unterliegen, der Beklagten nicht, weil ihr keine zu entschädigenden Aufwände 

entstanden sind. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 

22. März 2022 (CG160012-F) wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 7'150.– festgesetzt. 

- 18 - 

3. Die Gerichtskosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden den Beru-

fungsklägern auferlegt und mit dem von ihnen geleisteten Vorschuss ver-

rechnet. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter 

Beilage eines Doppels von act. 74, sowie an das Bezirksgericht Horgen, je 

gegen Empfangsschein. 

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 70'000.–. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Vorsitzende: 

 
 
 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw M. Schnarwiler 
 
 
versandt am: 
 
 

	Urteil vom 7. Dezember 2022
	Urteil des Bezirksgerichtes: (act. 76)
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 4'000.– festgesetzt.
	3. Es wird vorgemerkt, dass die Kläger Kostenvorschüsse von insgesamt CHF 4'000.– geleistet und die Kosten des Schlichtungsverfahrens in der Höhe von CHF 250.– getragen haben.
	4. Die Gerichtskosten werden unter solidarischer Haftung den Klägern auferlegt und aus den von ihnen geleisteten Vorschlüssen bezogen.
	5. Die Kläger werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 6'500.– (zzgl. MWST) zu bezahlen.
	6./7. [Mitteilungen / Rechtsmittel]
	Berufungsanträge: (act. 74 S. 2)
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 22. März 2022 (CG160012-F) wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 7'150.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden den Berufungsklägern auferlegt und mit dem von ihnen geleisteten Vorschuss verrechnet.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter Beilage eines Doppels von act. 74, sowie an das Bezirksgericht Horgen, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...