# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee24081c-f76e-51ba-b9b8-1c064571bc08
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-30
**Language:** de
**Title:** Abstützen auf Gutachten, Prozentvergleich
**Docket/Reference:** IV.2012.00100
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00100.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00100
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiber Brühwiler
Urteil
vom
30. September 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Hans
Stünzi
Stünzi
Weber Rechtsanwälte
Seestrasse 162a, Postfach, 8810 Horgen
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1958 und Mutter einer erwachsenen Tochter und eines erwachsenen Sohnes
(Urk. 7/17 Ziff. 2.3, Ziff. 3.1)
,
war zuletzt
seit 1. Mai 2002 beim
Y.___
als nebenamtliche Hauswartin (vgl. Urk. 7/31)
, vom 3. Oktober 2007 bis 29. April 2009 als Rein
igungskraft bei der
Z.___
(vgl. Urk. 7/17 Ziff. 5.4
, Urk. 7/7/3-20
)
und
vom 1. September bis 30. November 2008 bei
A.___
als Haushalts
hilfe angestellt
(vgl. Urk. 7/29). Aufgrund von Beschwerden im Nacken, Rücken, Gelenk und Fuss wurde ihr seit dem 26. November 2008 ein
e vollständige Ar
beitsunfähigkeit attestiert (Urk. 7/7/21-31).
Die Helsana Versicherungen AG als zuständige Krankentaggeldversicherung erbrachte in der Folge
Taggeldleistun
gen
(vgl. Urk. 7/5) und die Versicherte wurde von ihrer Hausärztin, welche
sie
vom 1
1.
bis 13. Februar 2009 in der Rheumaklinik des
B.___
im Rahmen eines
Arbeitsassessment
s
begutachten liess (vgl. Bericht vom 3. März 2009
;
Urk. 7/4)
,
am 17. August 2009 mit dem Formular Früherfassung
bei der Invalidenversicherung
gemeldet
(Urk. 7/8).
Nachdem die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Versicherte mit Schreiben vom 16. September 2009 dazu aufgefordert hatte, das Anmeldeformular auszu
füllen (Urk. 7/13)
,
meldete sie sich am 28. September 2009 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/17).
Die IV-Stelle holte in der Folge medizinische Berichte (Urk. 7/24-25, Urk. 7/35), Arbeitgeberberichte (Urk. 7/29, Urk. 7/31)
sowie
einen Auszug aus dem indivi
duellen Konto (IK-Auszug, Urk. 7/22)
ein und liess die Versicherte durch ihren internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch untersuchen (Bericht vom 6. August 2010; Urk. 7/40)
. Ferner
holte
sie
bei der MEDAS
C.___
ein polydisziplinäre
s
Gutachten
ein, das
am 27. Juni 2011
erstattet
wurde
(Urk. 7/51).
Mit Vorbescheid vom 15. August 2011 stellte die IV-Stelle die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht (Urk. 7/57). Dagegen erhob die Versicherte am 13. September 2011 Einwände (Urk. 7/62). Die IV-Stelle holte in der Folge eine Stellungnahme bei der MEDAS
C.___
ein (vgl. Urk. 7/65-66)
, zu wel
cher sich die Versicherte mit Eingabe vom 1. November 2011 vernehmen liess
(Urk. 7/68). Am 12. Dezember 2011 erging die Verfügung, mit welcher ein Rentenanspruch verneint wurde (Urk. 7/70 = Urk. 2).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2011 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 27. Januar 2012 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und ihr sei ab dem 28. September 2009 eine volle (richtig: ganze), eventu
ell eine Dreivier
tels- und sube
ventuell eine halbe Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Ferner reichte sie
einen neuen
Arztbericht ein (Urk. 3/2
= Urk. 7/72
).
Mit
Beschwerde
antwort
vom 7. März 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6).
2.2
Mit Verfügung vom 21. März 2012 (Urk. 8) stellte das Gericht die
Beschwer
de
ant
wort
der Beschwerdeführerin zu und holte eine ergänzende medizinische Stellungnahme bei der MEDAS
C.___
ein, welche
am
28. März 2012 erging (Urk. 11).
Dazu nahm
die Beschwerdegegnerin
am 27. April 2012 gestützt auf d
as
Feststellungs
blatt
des
RAD vom 24. April 2012 (Urk. 16) Stel
lung (Urk
. 15), welche mit Schreiben vom 15. Mai 2012 der Beschwerdeführerin zugestellt wurde (Urk. 17).
Mit Verfügung vom 10. Juli 2013 wurde
sodann
die
D.___
zum Prozess beigeladen (Urk. 18), welche sich in der Folge nicht ver
nehmen liess.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mensvergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen An
nä
he
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenom
men, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
herungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche
Er
werbseinkommen
ist alsdann mit 100  % zu bewerten, während das
In
validen
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt. Diese
Berech
nungsweise
ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhält
nisse so
liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent (
Art.
28
Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (so
ge
nannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a S. 313; Urteil des Bundesge
richts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer angestammten wie auch in einer Verweistätigkeit vom 22. September 2009 bis 16. Juni 2010 vollständig arbeitsunfähig gewesen
sei
und seither keine IV-relevante Einschränkung
mehr
bestehe, weshalb die Wartezeit von einem Jahr nicht erfüllt sei (Urk. 2 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (Urk. 1)
im Wesentlichen
auf den Standpunkt,
sie sei aus psychiatrischer Sicht wegen der generalisierten Angststörung in jeder Tätigkeit zu
mindestens
50 % einge
schränkt
, wobei noch abzuklären sei, inwieweit sie aus psychiatrischer Sicht die notwendigen Ressourcen habe, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen (die Krankheitswert hätten) und abgesehen von der generalisierten Angststörung einer Arbeit nachzugehen
(S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente, mithin die Arbeitsfähigkeit und der Invaliditätsgrad.
3.
3.1
Auf Zuweisung der Hausärztin der Beschwerdeführerin und z
ur Festlegung der Arbeitsfähigkeit
sowie Evaluation der weiteren Arbeitsfähigkeit erfolgte
vom
1
1.
b
is
13. Februar 2009 ein
Arbeitsassessment
in der Rheumaklinik
des
B.___
(Bericht vom 3. März 2009; Urk. 7/4). Als Diagnose
wurde ein chronisches
zerviko
- und
lumbospondylogenes
Syndrom rechtsbetont mit muskulärer
Dysbalance
,
mit
einer
Diskusprotrusion
C6/6 mit möglichem Nervenwurzelkontakt C6 beidseits
und
bei
elektromyographische
m
Zeichen einer früheren leichten Wurzelschädigung C6 ohne Hinweise auf eine frische Läsion (S. 1)
,
genannt
.
Es wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide seit drei bis vier Monaten an Schmerzen im Nacken- und Schultergürtel bis zu den Armen rechtsbetont, an Schwindel und Nausea sowie an belastungsabhängige
n
Fusssohlenschmerzen. Bei den Tests
habe
die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen eine schlechte
Leistungsbereitschaft gezeigt
, die demonstrierte Belastbarkeit sei nur minimal und es sei eine deutliche Selbstlimitierung
mit fünf
Inkonsistenzpunkten
fest
gestellt worden.
Infolge erheblicher Symptomausweitung seien die Resultate von
den
ergonomischen Tests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung hätte erbracht werden können, als bei den Tests gezeigt
worden sei
.
Aus somatischer Sicht lasse sich d
as Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen mit den relativ geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden
anlässlich
der klinischen Untersuchung und
der
bildgebenden Abklä
rung nur ungenügend erklären. Daher
habe
sich die Ermittlung der Arbeitsfä
higke
it auf medizinisch-theoretische
Überlegungen
gestützt
, ergänzt durch die Beoba
chtungen bei den Leistungstests (S. 3 Ziff. 1).
Die Ärzte attestierten d
er
Beschwerdeführerin eine zumutbare Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Arbeitstätigkeit von 100 %, wobei
sie ausführten, dass
die Arbeitsfähigkeit schrittweise innert zwei bis vier Wochen bis zur vollen Arbeitsfähigkeit zu steigern und längerfristig mit der Erhaltung einer vollen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Arbeitstätigkeit zu rechnen sei (S. 3 Ziff. 1.1). Mindestens leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten seien ganz
tags zumutbar (S. 3 Ziff. 1.2).
3.2
Mit Bericht vom 9. Oktober 2009
(
Urk.
7/24)
diagnostizierte Dr. med.
E.___
,
Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie
,
eine depressive Ent
wicklung, zur
zeit
mittelgradige de
pressive Episode (ICD-10 F33.1),
ein zervika
les Schmerzsyndrom und Rückenschmerzen (Ziff. 1.1). Sie empfahl die Weiter
führung der 22. September 2009 begonnen
en
ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung in der Muttersprache der Beschwerdefü
hre
rin und attestierte
in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 22. September 2009
und
bis auf w
eiteres (Ziff. 1.5-6).
3.3
Dr. med.
F.___
,
Fachärztin für Physikalische Medizin,
welche
die Be
schwerdeführerin seit November 2008 behandelte
,
berichtete der
Beschwerde
gegnerin
am 9. Oktober 2010 (Urk. 7/25).
Als Diagn
ose nannte sie ein chronisches
zervik
ov
ertebrales
und rezidivierendes
z
ervi
k
oradikuläres
Reizsyndrom C6 links bei Diskushernie C5/6 mit
Wurzel
schädigung
C6 links, eine bilaterale
Protrusion
C6/7, ein Carpaltun
n
elsyndrom beidseits, ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei Fehlhaltungen und Fehlbelastung der Wirbelsäule
, eine sekundäre Generalisierungstendenz sowie eine depressive Entwicklung (Ziff. 1.1).
Sie attestierte der Beschwerdeführerin vom 26.  November 2008 bis 31. August 2009 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und bezifferte die Arbeitsfähigkeit in angestammter wie auch
in
angepasster Tätigkeit ab 1. September 2009 und
bis auf w
eiteres mit 50 % (Ziff. 1.6
-7
).
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin führte Dr.
F.___
am 23. Februar 2010
(Urk. 7/33)
ergänzend
aus, die Arbeitsunfähigkeit zu 100 % bis 31. August 2009 sei wege
n
Zervikalgien
beziehungsweise
Zervik
obrachialgien
festgelegt worden. Die Schmerzen seien nicht nur
im Nackenbereich
vorhanden
sondern
es bestünden
auch
Zervik
o
brach
ial
gien
mit Ausstrahlungen in beide Arme, vorwiegend rechts. Die
angestammte Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin nicht mehr ausüben. Neuerdings
stünden
die Schwindelbeschwerden mit wie
derholtem
Schwankschwindel
im Vordergrund. Allerdings könnten die radiolo
gisch multiplen unspezifischen
mikroangiopathischen
Marknageldemialinisie
rungen
, deren Ursache noch unklar sei, für den Schwindel verantwortlich sein. Unter diesen Umständen sei eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit noch nicht vorauszusehen (S. 1).
3.4
Dr. med.
G.___
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH vom RAD, berichtete am 6. August 2010 gestützt auf die psychiatrische Unter
suchung der Beschwerdeführerin vom 16. Juni 2010
(Urk. 7/40)
. Er nannte fol
gende Diagnosen (S. 5 Ziff. 9):
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und leichte de
pressive Reaktion (ICD-10 F32.0) bei chronisch
em
zerv
iko
vertebral
em
und rezidivierendem
zerviko
r
adikulärem
Reizsyndrom
-
Diskushernie C5/C6 mit Wurzelschädigung C6 links
-
b
ilaterale
Protrusion
C6/C7
-
Carpaltunnelsyndrom beidseits
-
c
hronisches
lumbo
spondylogenes
Syndrom bei Fehlhaltung,
Fehlbelas
tung
der Wirbelsäule, Übergangswirbel L5
Er führte aus, bei der psychiatrischen Untersuchung habe sich nur ein mässig ausgeprägtes, sicherlich reaktives depressives Syndrom im Rahmen einer
chro
nifizierten
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, für welche nach den vor
lie
genden somatischen Befunden kein ausreichendes organisches Korrelat
bestehe
, gezeigt. Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin werde nach ihrem Selbstverständnis vorwiegend durch die allseitigen Schmerzen und Be
schwerden des
muskulo-skelettalen
Systems sowie eines
-
vermutlich Kreislauf bedingten
-
Schwindelsyndroms verursacht. Eine schwere
psychiatrisch rele
vante Symptomatik sei von der Beschwerdeführerin nicht geschildert worden. Es sei jedoch nachvollziehbar, dass das ständige Erleben massiver körperlicher
Beschwerden zu einer bislang milden depressiven Entwicklung geführt habe
, insbesondere da die somatischen Behandlungsansätze keine wesentlichen Ver
besserungen erbracht hätten (S. 5 Ziff. 10). Aus psychiatrischer Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin derzeit eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit einer milden depressiven Reaktion, welche keine relevante Arbeitsunfähig
keit begründen würd
en
. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin geklagten massiven Schmerzsymptomatik mit den neurologischen Symptomen wie Schmerz, Taubheit, Schwindel, erscheine eine umfassende Abklärung sinnvoll (S. 5 Ziff. 11).
3.
5
Die Beschwerdegegnerin gab in der Folge ein polydisziplinäres Gutachten bei der MEDAS
C.___
in Auftrag. Das Gutachten datiert vom 27. Juni 2011 (Urk.
7/51
/1-17
) und ist von Dr.
med.
H.___
,
Rheumatologie FMH, und Dr. med.
I.___
,
Allgemeine Medizin FMH, unterzeichnet. Bestandteil des Gutachtens bildet ein rheumatologisches Konsilium von Dr. med.
J.___
,
FMH Rheumatologie
(Bericht
vom 15. März 2011
;
Urk. 7/51/20-28) so
wie ein psychiatrisches Konsilium von
pract
. med.
K.___
,
FMH Psychi
atrie und Psychotherapie
(Bericht
vom 4. Mai 2011
;
Urk. 7/51/30-39).
Die Gutachter nannten als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumut
baren Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1). Als Diagnosen ohne wesentliche Eins
chränkung der Arbeitsfähigkeit
nannten die Gutachter ein
chronifiziertes
fibromyalgiformes
Ganzkörperschmerzsyndrom ohne adäquates organisches Korrelat am Bewegungsapparat
beziehungsweise
einen
Verdacht auf
eine
somatoforme
Schmerzstörung,
ferner
ein
panvertebra
les
Schmerzsyndrom
, eine arterielle Hypertonie sowie
einen Verdacht auf eine
leicht
e bis mitt
l
ere
depressive Störung
(S. 15 Ziff. 4.1-2).
Die Gutachter führten weiter aus,
die Beschwerdeführerin habe anlässlich der jetzigen Abklärungsuntersuchungen vor allem über Rücken- und
Schulter
schmerzen
sowie Schwindel geklagt und ausgeführt, sie
habe
eigentlich überall Schmerzen, welche immer vorhanden seien. Schmerzlindernde oder verstär
kende Faktoren habe die Beschwerdeführerin nicht angegeben. Der Schwindel komme einfach so, beim Aufstehen oder auch
beim
Liegen im Bett, vielleicht eine halbe Stunde oder länger dauernd, mit der Zeit beruhige sich dann alles und d
er Schwindel verschwinde wieder (S. 14 oben).
Bezüglich der geklagten generalisierten Körperschmerzen leide die Beschwerde
führerin gemäss aktueller fachärztlicher rheumatologischer Beurteilung vor allem an einem chronischen diffusen therapierefraktären
fibromyalgiformen
Ganzkörperschmerzsyndrom ohne adäquate
m
Substrat am Bewegungsapparat, wobei aufgrund des grotesken Schmerzverhaltens der Beschwerdeführerin eine
adäquate rheumatologische Untersuchung nicht durchführbar gewesen
sei. Di
agnostisch
sei
ein zusätzliches
Panvertebralsyndrom
bei Wirbelsäulenfehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskuläre
Dysbalance
,
Dekonditionierung
und
eine
Adi
positas vom Schmerzsyndrom abgrenzbar. In Berücksichtigung
der effektiv ob
jektivierbaren B
efunde seien die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführe
rin, welche ausgeprägte Diskrepanzen
gezeigt habe
, aus rheumatologischer Sicht nicht erklärbar. Eine nennenswerte Funktionseinschränkung oder Arbeitsunfä
higkeit sei somit den Bewegungsapparat betreffend nicht zu begründen (S. 14 unten).
In psychiatrischer Hinsicht stehe eine generalisierte Angststörung im Vorder
grund, möglicherweise ausgelöst durch die lebensgefährliche Erkrankung des Ehemannes im Jahr 2004 und auch unter Mitbeteiligung der erlebten Todesfälle von vier ihrer sechs Kinder.
Diese erreiche
wegen
der
Schwere ihrer Ausprägung wesentliche
n
Krankheitswert. Die Angst nehme im
Alltag der B
eschwerdefüh
rerin einen grossen Raum ein und schränke ihren Aktionsradius sehr ein. Wenn auch aktuell die Symptome/Kriterien einer Depression als erfüllt zu betrachten seien, liesse sich in Berücksichtigung der vorliegenden Arztberichte sowie der eher unauffällig wirkenden Psyche anlässlich der jetzigen Untersuchung die Diagnose einer leichten bis mittelschweren depressiven Störung nur als
Ver
dachts
diagnose
und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen.
Aus psychiatrischer Sicht sei
bei im Wesent
lichen unverändertem psychischem
Gesundheitszustand seit der IV-Anmeldung vom 28. September 2009 der
Be
schwerdeführerin aufgrund der Angststörung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für jede in Frage kommende berufliche Tätigkeit zu attestieren
.
Die gekla
gten Schwindelbeschwerden vermöcht
en bei unauffälligem Neurostatus keine zu
sätzliche
Einschränkung zu begründen (S. 15 oben).
Zusammenfassend attestierten die Gutachter
aufgrund der generalisierten
Angst
störung
der Beschwerdeführerin sowohl in angestammter Tätigkeit im Reinigungsdienst beziehungsweise als Hauswartin sowie auch in allen anderen allenfalls in Frage kommenden Berufsarbeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit 28. September 2009 (S. 16 Ziff. 5.1, Ziff. 5.2, Ziff. 5.4).
3.6
Dr.
G.___
vom RAD nahm am
6.
Juli
2011 (Urk. 7/55/1-3) zum Gutachten der MEDAS
C.___
vom 27. Juni 2011 Stellung. Er führte aus, das Gut
achten sei in Bezug auf die somatischen Teiluntersuchungen umfassend (S. 1 unten). Hingegen könne aus Sicht des RAD nicht auf den psychiatrischen Teil des MEDAS-Gutachten
s
abgestellt werden.
Die wenigen Hinweise auf eine Angststörung der Beschwerdeführerin bei weitestgehend fehlenden
Spontanan
gaben
dazu in den Schilderungen der Beschwerden würden nicht ausreichen,
aktuell und rückblickend eine generalisierte Angststörung zu diagnostizieren (S. 2 oben). Somit könne weiterhin auf
die
anlässlich der psychiatrischen Untersuchung
des RAD
festgestellte Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, überwiegend wahrscheinlich ausgelöst durch die schwere Er
krankung des Ehemanns, und einer im Verlauf hinzutretenden depressiven Störung, anfangs mittelgradig, derzeit noch leicht ausgeprägt, ausgegangen werden (S. 2 unten).
3.7
Die
MEDAS-
Gutachter nahmen auf Anfrage der Beschwerdegegnerin mit Schrei
ben vom 11. Oktober 2011 (Urk. 7/66)
Stellung
zu den
von
der Beschwer
deführerin anlässlich des
Einspracheverfahrens
erhobenen Einwänden
(vgl.
Urk. 7/62)
und führten aus, das erwähnte
fibromyalgiforme
Ganzkörperschmerz
syndrom
sei aufgrund eines aus rheumatologischer Sicht fehlenden adäquaten Substrates am Bewegungsapparat (nicht objektivierbar
er Gesundheitsschaden) unter den
Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf
geführt. Bezüglich
somatoformer
Schmerzstörung sei lediglich ein entsprechen
der Verdacht geäussert worden,
weshalb die
Diagnose möglicherweise, nicht aber überwiegend wahrscheinlich
,
vorliege
. Eine Arbeitsunfähigkeit lasse sich deshalb dadurch nicht begründen.
Von der psychischen Verfassung her sei der Beschwerdeführerin somit trotz der subjektiv erlebten Schmerzen zumutbar
,
einer Arbeit nachzugehen, wobei sie aufgrund der generalisierten Angststörung eine 50%ige Einschränkung in ihrer Arbeitsfähigkeit erleide (S. 1 f.).
3.
8
Auf Zuweisung der behandelnden Ärztin wurde die Beschwerdeführerin vom 5. September bis 1. Oktober 2011 in der
L.___
zur sta
tionären interdisziplinären Schmerztherapie (Gewichtsabnahme,
Schmerzreduk
tion
, Kräftigung
und
allgemeine
Rekonditionierung
) hospitalisiert. Mit
Aus
trittsbericht
vom
1. Oktober 2011 (Urk. 7/72/1-3
) nannten die Ärzte folgende Diagnosen (S. 1):
-
zervikales Schmerzsyndrom
-
chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelschwere Episode
-
leichte Adipositas
-
Migräne
-
arterielle Hypertonie
-
prämenstruelles
Syndrom
-
rezidivierende Epistaxis
Die Ärzte berichteten, die Beschwerdeführerin sei stets motiviert gewesen und habe die Therapi
en immer regelmässig besucht. Sie
habe
am
1.
Oktober 2010 in gutem Allgemeinzustand und leicht verbesserter Belastbarkeit in die gewohnte
häusliche Umgebung entlassen werden
können
, wobei aus therapeutischer Sicht die Ziele nur teilweise erreicht
worden seien
(S. 2).
3.9
Mit Schreiben vom 28. März 2012 (Urk. 11) nahm
auf Ersuchen des Gerichts
Dr.
K.___
von der MEDAS
C.___
Stellung zu den Erwägungen des RAD vom 6. Juli 2011 (vgl. vorstehend E. 3.
6
). Dabei führte er unter anderem aus, es seien neun geforderte Kriterien der Angststörung und somit fünf mehr als vom ICD gefordert erfüllt und damit Belege und Befunde gegeben
(S. 1)
.
Ausserdem habe er die Depression und die
somatoforme
Schmerzstörung als Verdacht
sdiagnose
angegeben, da er die Depression
zwar
für möglich halte, es sich jedoch viele
(
von ihm im Gutachten dargelegte
n)
Widersprüche gezeigt h
ätten
und anlässlich der Exploration
die Depression
kaum wirklich spürbar gewesen sei. Die
somatoforme
Schmerzstörung sei aus zwei Gründen zum Ver
dacht geworden: Erstens habe die Beschwerdeführerin zwar über Schmerzen berichtet, diese aber weder auf mimische, gestische oder sonstige Art gezeigt. Zweitens seien die Symptome auch über die generalisierte Angststörung abge
deckt und erklärbar (S. 2 oben).
Eine Kommentierung der Begründung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
G.___
erübrige sich, da er von nicht nachvoll
ziehbaren falschen Diagnosen auf Basis fehlender gründlicher und umfassender Untersuchung ausgehe (S. 2 unten).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das MEDAS-Gutachten vom 27. Juni 2011 (
vorstehend E. 3.5
) auf
den für die strittigen Belange um
fassenden und allseitigen Untersuchungen
beruht
und die von der Beschwerde
führerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise
berücksichtigt
. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. So machten die Gutachter darauf aufmerksam, dass sich die von der Beschwerdeführerin be
klagten Schmerzen im ganzen Körper durch somatische Untersuchungsbefunde nicht hinreichend erklären liessen und die Kriterien
einer
somatoformen
Schmerzstörung beziehungsweise einer leichten bis mittelschweren depressive Episode nicht erfüllt seien beziehungsweise nur als Verdachtsdiagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu stellen seien
(S. 15
, vgl. auch vorste
hend E. 3.9
).
Die Gutachter zeigten zudem auf, dass die eingehende psychiatrische Explora
tion
eine dominierende generalisierte und anhaltende Angststörung (ICD-10 F41.1) ergeben habe, welche der Schwere ihrer Ausprägung wegen wesentlichen Krankheitswert erreiche und im Alltag der Beschwerdeführerin einen grossen
Raum einnehme sowie ihren Aktionsradius sehr einschränke (S. 15)
.
Weiter be
zogen die Gutachter
begründet
und nachvollziehbar
Stellung zur abweichenden Einschätzung
en
von Dr.
G.___
und Dr.
E.___
bezüglich
einer
somatofor
men
Schmerzstörung
und
der Diagnose einer leichten bis mittelschweren depressiven Störung (S. 15 oben).
Das Gutachten leuchtet
sodann
in der Darle
gung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schluss
folgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. So zeigten die Gutachter in nachvollziehbarer Weise auf, dass die
Beschwerdesymptomatik möglicherweise
in Zusammenhang mit
der lebensge
fährlichen Erkrankung
des
Ehemannes
der Beschwerdeführerin
im Jahre 2004 und unter Mitbeteiligung der erlebten Todesfälle von vier ihrer sechs Kindern zu bringen
sei
.
Schliesslich zeigten sie auf, dass die Besc
hwerdeführerin lediglich in der Lage
,
sei im Umfang von 50 %
körperliche Arbeiten
zu verrichten
, wobei sowohl die bisherigen Tätigkeiten im Reinigungsdienst und als Hauswartin
,
als auch alle anderen in Frage kommenden Berufsarbeiten möglich
seien
(S. 16).
Das
MEDAS
-Gutachten erfüllt damit entgegen den Ausführungen der
Beschwer
degegnerin
die praxisgemässe
n Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.4) vollumfäng
lich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
Demgegenüber kann auf die Beurteilung
en
des RAD-Arztes
Dr.
G.___
vom
6. August
2010 (
vgl. vorstehend E. 3.
4
) und vom
6. Juli 2011
(
vgl. vorstehend E. 3.
6
)
nicht abgestellt werden.
So nannte er als Diagnose eine anhaltende
soma
toforme
Schmerzstörung und eine leichte depressive Störung, welche keine relevante Arbeitsunfähigkeit begründen würden
und verneinte das Vorliegen einer Angststörung mit der Begründung, die wenigen Hinweise und fehlenden Spontanangaben der Beschwerdeführerin
würden hierzu nicht ausreichen
. Da
ran hielt er
auch nach Eingang des MEDAS-Gutachtens fest, obwohl der
Gut
achter nachvollziehbar darlegte, dass neun von fünf geforderten Kriterien ge
mäss dem ICD-Code für eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) erfüllt seien
und die Angststörung (als eigenständiges Leiden)
ursächlich sei für die aus rein psychiatrischer Sicht attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwer
de
führerin. Ebenfalls erläuterte
der Gutachter
ausführlich
und überzeugend
,
dass in Berücksichtigung der vorliegenden Arztberichte von
Dr.
E.___
s
owie der eher unauffällig wirkenden Psyche anlässlich der rheumatologischen und inter
ni
s
ti
schen Untersuchung und der „Sprachlosigkeit“ der Beschwerdeführerin zu ihren eigenen Gefühlen die Diagnose einer leichten bis mittelschweren depressi
ven Störung nur als Verdachtsdiagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu stel
len sei, wobei ähnliche Überlegungen auch für die
somatoforme
Schmerz
störung
gelten würden. Damit liege die Diagnose der
somatoformen
Schmerz
störung
nur möglicherweise aber nicht überwiegend wahrscheinlich vor.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin rügte,
es sei abzuklären, ob sie aus psychiat
ri
scher Sicht über Ressourcen verfüge, neben der diagnostizierten generalisier
ten Angststörung aufgrund ihrer
somatoformen
Schmerzstörung einer Arbeit nachzugehen (Urk. 1 S. 5 ff.), ist ih
r
ent
gegenzu
halten, dass im
MEDAS-Gut
achten lediglich ein Verdacht auf eine
somatoforme
Schmerzstörung geäussert wurde (vgl. vorstehend E. 3.6
, E. 4.2
)
.
Folglich ist
gemäss der überzeugenden gutachterlichen Einschätzung
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass eine
somatoforme
Schmerzstörung vorliegt, welche
eine
Überprüfung
der Überwindbarkeit
mittels der
Foerster-Kriterien
im Rahmen der Überwindbarkeitsrechtsprechung
(vgl. BGE 130 V 352) bedarf
.
Selbst bei Annahme,
dass die generalisierte Angststörung eine
Komorbidität
oder eine Begleiterscheinung zur
somatoformen
Schmerzstörung darst
ellen würde
, wie dies die
Beschwerdeführerin vorbrachte
,
erübrigt sich auch
hier
die Prüfung der Überwindbarkeit im Sinne der Rechtsprechung
, da vorliegend so
wohl von den MEDAS-Gutachtern
,
als auch von Dr.
G.___
bezogen auf eine allfällige
somatoforme
Schmerzstörung
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde.
Wenn diesbezüglich schon aus medizinischer Sicht keine Einschrän
kung attestiert wurde, erübrigt sich eine zusätzliche Prüfung der
versiche
rungs
rechtlichen
Relevanz
im Sinne der Überwindbarkeitsrechtsprechung.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin in ihren ange
stammten Tätigkeiten als Raumpflegerin und Hauswartin sowie für alle anderen allenfalls in Frage kommenden Berufsarbeiten (angepasste Tätigkeiten) seit 28. September 2009 zu 50 % als arbeitsfähig zu erachten ist.
5.
5.1
Damit
sind
der Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Raum
pflegerin und Hauswartin im gleichen Umfang wie
in
eine
r
angepasste
n
Arbeit zumutbar.
Gemäss Feststellungsblatt ging die Beschwerdegegnerin von einer 100%igen Erwerbstätigkeit aus (Urk. 7/39/1), was angesichts des Umstan
des, dass die Beschwerdegegnerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens
zur glei
chen Zeit
bei insgesamt drei Arbeitgebern mit unterschiedlichem Beschäfti
gungsgrad (
Z.___
70 %,
Y.___
20 %,
A.___
10 %, Urk. 7/17 Ziff. 5.4)
gearbeitet hat,
nicht zu beanstanden ist.
Aufgrund dieser Tatsache genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die Gegenüber
stellung blosser Prozentzahlen
(vgl. vorstehend E. 1.5)
. Daraus
resultiert
ein Invaliditätsgrad von 50
%
und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente.
5.2
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit Wir
kung ab
1. Oktober 2010
(Beginn Wartezeit 22. September 2009, Urk. 7/55 S. 4)
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung
mit der Feststel
lung
aufzuheben, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2010 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat
.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
Damit sind insbesondere auch die Kosten erfasst, die durch die Beantwortung der vom Gericht gestellt
en Zusatzfragen entstanden sind (Urk.
11-
12).
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine
Prozessentschä
di
gung
, welche unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des Prozesses und bei einem praxisgemässen Ansatz von Fr. 200.--
pro Stunde auf Fr.
2‘100
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird
die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 12. Dezember 2011
aufgehoben, und es wird fe
stge
stellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1.
Oktober 20
10
Anspruch auf
eine halbe Rente der Invalidenversicherung
hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
1‘000
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
2'100
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Hans
Stünzi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrühwiler
MO/PB/MTversandt