# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8014ad00-714e-557e-94eb-ae0740712822
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.08.2014 SB130028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130028_2014-08-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer   
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB130028-O/U/ad 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Burger, Ersatz-

oberrichter lic. oec. publ. et lic. iur. Ernst sowie die Gerichtsschreibe-

rin MLaw Mondgenast 

 

Urteil vom 27. August 2014 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter, Erstberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, vertreten durch STA M. Jean-
Richard-dit-Bressel,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. B._____, 
Privatklägerin und Zweitberufungsklägerin  

2. C._____,  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

3. D._____,  
Privatkläger und Anschlussberufungskläger 

 

2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur Y._____ 

-  2  - 

 

betreffend gewerbsmässigen Wucher etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 
22. November 2012 (DG120017)

-  3  - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 23. Januar 

2012 (Urk. 2) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des gewerbsmässigen Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziff. 2 StGB, sowie 

− des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der unrechtmässigen 

Aneignung im Sinne von Art. 137 Ziff. 1 StGB. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage 

durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüg-

lich 2 Tage erstandene Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

5. Die Zivilklagen der folgenden Privatkläger werden auf den Zivilweg verwie-

sen: 

− der Privatkläger 1, Schadenersatz Fr. 155'646.– zuzgl. 5 % Zins ab Ereig-

nisdatum; 

− die Privatklägerin 2, Schadenersatz Fr. 41'596.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 3, Schadenersatz Fr. 69'756.– zuzgl. 5 % Zins ab Ereig-

nisdatum; 

-  4  - 

− die Privatklägerin 4, Schadenersatz Fr. 68'033.– und Genugtuung 

Fr. 10'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 5, Schadenersatz Fr. 184'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− die Privatklägerin 6, Schadenersatz Fr. 75'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 7, Schadenersatz Fr. 50'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Ereig-

nisdatum; 

− die Privatklägerin 8, Schadenersatz Fr. 48'500.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 9, Schadenersatz Fr. 100'000.–; 

− der Privatkläger 10, Schadenersatz Fr. 125'000.– und Genugtuung 

Fr. 10'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 11, Schadenersatz Fr. 100'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− die Privatklägerin 12, Schadenersatz Fr. 100'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− die Privatklägerin 13, Schadenersatz EUR 150'750.– zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

− die Privatkläger 14 und 15, Schadenersatz EUR 50'000.– und Genugtu-

ung EUR 12'500.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 16, Schadenersatz Fr. 230'000.– und Genugtuung 

Fr. 20'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 17, Schadenersatz Fr. 34'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− die Privatklägerin 18, Schadenersatz USD 259'346.30 zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

-  5  - 

− der Privatkläger 19, Schadenersatz Fr. 270'000.– und Genugtuung 

Fr. 50'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 20, Schadenersatz Fr. 75'000.– und Genugtuung 

Fr. 15'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 21, Schadenersatz EUR 50'000.– zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 22, Schadenersatz Fr. 130'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 23, Schadenersatz Fr. 130'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 24, Schadenersatz Fr. 29'000.–; 

− der Privatkläger 25, Schadenersatz EUR 50'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− die Privatkläger 26 und 27, Schadenersatz EUR 100'000.– zuzgl. 5 % 

Zins ab Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 28, Schadenersatz Fr. 77'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 29, Schadenersatz EUR 40'000.– und Genugtuung 

EUR 10'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 30, Schadenersatz EUR 50'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 31, Schadenersatz EUR 50'000.– und Genugtuung in 

gleicher Höhe; 

− der Privatkläger 32, Schadenersatz EUR 107'000.– zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 33, Schadenersatz EUR 120'000.– zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 34, Schadenersatz EUR 45'000.–; 

-  6  - 

− der Privatkläger 35, Schadenersatz Fr. 75'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Ereig-

nisdatum; 

− die Privatklägerin 36, Schadenersatz EUR 50'000.– und Genugtuung in 

gleicher Höhe, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 37, Schadenersatz EUR 50'000.– zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 38, Schadenersatz Fr. 139'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− die Privatklägerin 39, Schadenersatz EUR 800'000.– zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 40, Schadenersatz EUR 700'000.– zuzgl. 5 % Zins ab 

Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 41, Schadenersatz EUR 50'000.– zuzgl. 5 % Zins ab Er-

eignisdatum; 

− der Privatkläger 42, Schadenersatz Fr. 62'760.– und Genugtuung in glei-

cher Höhe, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 43, Schadenersatz Fr. 70'000.– und Genugtuung 

Fr. 20'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 44, Schadenersatz Fr. 81'500.– und Genugtuung 

Fr. 2'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− die Privatklägerin 45, Schadenersatz in unbezifferter Höhe; 

− der Privatkläger 46, Schadenersatz in unbezifferter Höhe; 

− der Privatkläger 47, Schadenersatz EUR 196'890.– und Genugtuung 

EUR 19'600.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum; 

− der Privatkläger 48, Schadenersatz Fr. 100'000.– und Genugtuung 

Fr. 20'000.–, jeweils zuzgl. 5 % Zins ab Ereignisdatum. 

6. Der Antrag des Privatklägers 16 auf Zusprechung von Fr. 45'000.– aus der 

Ersatzforderung wird abgewiesen. 

-  7  - 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat eine Ersatzforderung in Höhe 

von Fr. 130'000.– zu bezahlen. 

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 8'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'978.15   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 40'076.40   amtliche Verteidigung (bereits vergütet) 

Fr.    amtliche Verteidigung (noch ausstehend) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich: 

(Urk. 75 S. 1) 

1. Die Ziffern 2, 3, 4 und 7 des Dispositivs des Urteils vom 22.11.2012 

des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, gegen A._____ betreffend 

gewerbsmässigen Betrug etc. (Geschäfts-Nr.: DG120017) seien aufzu-

heben.  

2.  A._____ sei der unrechtmässigen Aneignung im Sinne von Art. 137 

Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

3.  A._____ sei unter Anrechnung der Untersuchungshaft mit einer Frei-

heitsstrafe von dreieinhalb Jahren zu bestrafen.  

4.  A._____ sei zur Zahlung einer Ersatzforderung von Fr. 440'213.15 an 

den Staat zu verpflichten.  

-  8  - 

5.  Das Urteil sei gemäss den vor Vorinstanz gestellten Anträgen zu fällen.  

b) Des Privatklägers D._____: 

(sinngemäss, Urk. 76) 

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Wiedergutma-

chung und Schadenersatzforderung von Fr. 215'969.35 zu bezahlen.  

c) Der Privatklägerin C._____: 

 (sinngemäss, Urk. 59) 

 Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin einen Schadenser-

satzanspruch in der Höhe von USD 259'345.30 zzgl. 5 % Zinsen ab Ereig-

nisdatum zu bezahlen.  

d) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 77 S. 1) 

1.  Die Ziffern 1, 3, 4, 5, 7 und 9 des erstinstanzlichen Urteils seien aufzu-

heben und A._____ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.  

2.  Eventualiter sei eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten auszusprechen 

unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges und es sei eine Probe-

zeit von 3 Jahren auszusprechen.  

3.  Von der Ansetzung einer Ersatzforderung sei abzusehen. Eventualiter 

sei sie auf maximal Fr. 60'000.– zu beschränken.  

4.  Die Zivilforderungen seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg 

zu verweisen bzw. im Falle eines Freispruchs nicht darauf einzutreten.  

-  9  - 

5.  Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) ausgangsgemäss.  

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

 1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 22. November 

2012 wurde der Beschuldigte A._____ des gewerbsmässigen Wuchers (Art. 157 

Ziff. 2 StGB) sowie des gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 Abs. 2 StGB) schul-

dig gesprochen. Vom Vorwurf der unrechtmässigen Aneignung im Sinne von Art. 

137 Ziff. 1 StGB wurde er freigesprochen. Das Gericht bestrafte ihn mit 28 Mona-

ten Freiheitsstrafe und gewährte ihm bezüglich eines Strafteils von 22 Monaten 

den bedingten Strafvollzug mit zwei Jahren Probezeit. Zahlreiche Privatkläger 

wurden mit ihren Schadenersatzforderungen auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen (Urk. 46 S. 110–113). 

 2.1. Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten, der Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich (fortan: Staatsanwaltschaft) und den Privatklägern 

E._____, B._____ und D._____ anlässlich der Urteilseröffnung vom 

29. November 2012 mündlich eröffnet und das begründete Urteil ausgehändigt 

(Prot. I S. 47).  

 2.2.  Mit Eingabe vom 5. Dezember 2012 reichte die Verteidigung fristge-

recht die Berufungserklärung ein (Urk. 49). Die Staatsanwaltschaft erhob mit 

Schreiben vom 22. Februar 2013 (Urk. 52), der Privatkläger D._____ mit Schrei-

ben vom 22. Februar 2013 (Urk. 53) sowie die Privatklägerin C._____ mit Schrei-

-  10  - 

ben vom 7. März 2013 (Urk. 59) Anschlussberufung. Beweisergänzungen wurden 

keine beantragt. 

 2.3.1. Die Privatklägerin B._____ reichte mit Schreiben vom 8. Dezember 

2012 die Berufungserklärung ein (Urk. 48). Mit Verfügung des Präsidenten der II. 

Strafkammer des Obergerichts vom 6. Februar 2013 wurde dem Beschuldigten, 

den übrigen Privatklägern und der Staatsanwaltschaft Frist zur Erklärung der An-

schlussberufung oder Stellung eines Nichteintretensantrags angesetzt (Urk. 50). 

Die Verfügung wurde dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten am 15. Feb-

ruar 2013 zugestellt (Urk. 51), worauf er mit Eingabe vom 26. Februar 2013 frist-

gerecht beantragte, dass auf die Berufung der Privatklägerin B._____ zufolge 

verspäteter Berufungsanmeldung nicht einzutreten sei (Urk. 58). Mit Präsidialver-

fügung vom 12. April 2013 wurde der Zweitberufungsklägerin B._____ Frist zur 

freigestellten Stellungnahme zum Nichteintretensantrag angesetzt (Urk. 65). Die 

Verfügung wurde der Appellantin am 24. April 2013 zugestellt (Urk. 66/2). Sie 

liess die Frist unbenützt verstreichen. 

 2.3.2. An der heutigen Berufungsverhandlung ist die Privatklägerin B._____ 

unentschuldigt nicht erschienen und liess sich auch nicht anwaltlich vertreten 

(Prot. II S. 6; Art. 93 StPO). Androhungsgemäss ist somit vom Rückzug der Beru-

fung der Privatklägerin auszugehen und das Verfahren unter ausgangsgemässer 

Regelung der Kostenfolgen als erledigt abzuschreiben (S. 2 der Vorladung, Art. 

407 Abs. 1 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 Mangels wesentlicher Umtriebe entfällt eine Prozessentschädigung an den 

Beschuldigten und der Privatklägerin sind die Gerichtskosten mangels finanzieller 

Leistungsfähigkeit zu erlassen.  

 2.4.  Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO). 

 Der Beschuldigte beantragte in seiner Berufungserklärung einen vollumfäng-

lichen Freispruch, d.h. Dispositivziffern 1, 3, 4, 5, 7 und 9 des Urteils seien aufzu-

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heben (Urk. 49). Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung 

nicht (Urk. 52) bzw. beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung, die Ziffern 

2, 3, 4 und 7 des Dispositivs des Urteils vom 22. November 2012 des Bezirksge-

richts Bülach seien aufzuheben und der Beschuldigte sei der unrechtmässigen 

Aneignung im Sinne von Art. 137 Ziff. 1 StGB schuldig und mit einer Freiheitsstra-

fe von dreieinhalb Jahren zu bestrafen und zu einer Ersatzforderung von 

Fr. 440'213.15 an den Staat zu verpflichten (Urk. 75). Die Privatkläger D._____ 

und C._____ beantragten sinngemäss in Abänderung von Dispositivziffer 4 des 

Urteils eine Zusprechung ihrer Zivilforderungen (Urk. 53 und 59). Damit ist festzu-

stellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 22. Novem-

ber 2012, bezüglich der Dispositivziffern 5 teilweise (Zivilforderungen mit Aus-

nahme von Privatkläger 16 [D._____] und 18 [C._____]), 6 (Abweisung Antrag 

Privatkläger D._____ auf Zusprechung von Fr. 45'000.– aus der Ersatzforderung) 

und 8 (Kostenaufstellung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

 3. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die 

eingangs erwähnten Anträge stellen. 

II. Anklagevorhalt 

 1.1. Der Anklage liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt zugrunde: 

Der Beschuldigte betätigt sich im Devisenhandel. Zusammen mit den zwei (zwi-

schenzeitlich rechtskräftig verurteilten) Mitbeschuldigten F._____ (Proz. Nr. 

SB130029) und G._____ (SB130030) übernahm der Beschuldigte im Herbst 2005 

die H._____ AG als substanzlosen Aktienmantel, mit der Absicht, mittels dieser 

Gesellschaft möglichst viele Vermögensverwaltungsaufträge zum Devisenhandel 

zu akquirieren. A._____ war dabei für den Devisenhandel zuständig, die Mitbe-

schuldigten F._____ und G._____ für die Anwerbung der Kunden. Diese Tätigkeit 

übten die Beschuldigten vom September 2005 bis Mai 2007 aus. 

 Der Gesellschaftszweck der H._____ AG umfasste u.a. den Handel mit De-

visen und das Erbringen von Dienstleistungen im Bereich der Vermögens-, Fi-

nanz- und Unternehmensberatung ihrer Kundschaft.  

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 Der Devisenhandel der H._____ AG war so ausgestaltet, dass die akquirier-

ten Kunden ihr Geld hauptsächlich bei der I._____ (bis ungefähr Mitte Februar 

2006) und bei der J._____ (ab Mitte Februar 2006) auf ein Bankkonto der Devi-

senhandelsplattform K._____ SA, ..., einzahlten. Die H._____ AG liess sich von 

den Kunden dazu bevollmächtigen, mit den bei der K._____ SA deponierten Gel-

dern als externe Vermögensverwalterin Devisenhandel zu betreiben, wobei die 

H._____ AG keine Befugnis erhielt, Überweisungen oder Bankabhebungen vor-

zunehmen.  

 Die H._____ AG fasste die Kunden (bzw. deren Einzahlungen) in drei Grup-

pen zusammen, für die der Devisenhandel gemeinsam abgewickelt wurde. Die 

meisten Kunden wurden zur Gruppe L1._____ zusammengefasst. Die Ergebnisse 
aus dem Devisenhandel wurden auf die einzelnen Kunden verteilt, d.h. jedes 

Kundenkonto der L1._____ wurde bei der K._____ individuell geführt.  

 Das einbezahlte Basiskapital der Kunden diente dabei als Sicherheitspolster 

für den Fall, dass Verluste eintreten würden. Das System der K._____ SA liess es 

zu, dass Devisen für den 100-fachen Wert des Grundkapitals (100-facher "Hebel") 

eingekauft werden konnten. Das System der K._____ SA berechnete ab dem 6. 

November 2006 täglich die Gewinne und Verluste, die bei der Schliessung sämtli-

cher offener Positionen realisiert würden. Zeigte diese Rechnung, dass das 

Grundkapital die Verluste nicht mehr deckten, so wurden automatisch sämtliche 

Positionen geschlossen und ein weiterer Handel war nicht mehr möglich (Margin 

Call). Vor der Systemumstellung vom 5. November 2006 zeigte das System der 

K._____ online nur geschlossene Positionen.  

 Für jede Öffnung und Schliessung der Position fiel bei der K._____ SA zu-

lasten des Kunden eine sogenannte Interbank-Kommission von UDS 325 pro 

USD 1'000'000 an. Davon gingen USD 250 an die H._____ AG und USD 75 an 

die K._____ SA.  

 Insgesamt bezahlten die Kunden der L1._____-Gruppe Fr. 8'473'593 ein. 

Innerhalb der fraglichen Zeitperiode von rund 20 Monaten gingen bei einem 

Transaktionsvolumen von knapp 17.5 Milliarden USD für die L1._____-Gruppe 

-  13  - 

durch Kommissionen (69.8 %) und Handelsverluste (30.02 %) insgesamt USD 

6'941'880 verloren. 

 Die Gruppe L2._____ umfasste nur zwei Einzahlungen von insgesamt USD 
455'000, wobei diese Investition im Umfang von rund 90 % erhalten blieb.  

 Hingegen erlitten die in der Gruppe L3._____ zusammengefassten Kunden 
nach der Investition von USD 950'536.70 mit dem nach dem Margin Call verblie-

benen Restbetrag von EUR 8'375.44 (= USD 11'571.79) praktisch einen Totalver-

lust, wobei das Handelsvolumen über USD 2.3 Mrd. betrug. Die Kommissionslast 

von USD 778'354.27 machte 83 %, der Handelsverlust von USD 160'310.64 17 % 

des Gesamtverlustes aus. Da diese Investitionen indessen über die M._____ Ltd. 

erfolgten, welche durch ein Garantiepapier abgesichert waren, erlitten die Kunden 

keinen Totalverlust, sondern erhielten den investierten Wert zu einem grossen 

Teil zurück.  

 1.2.  Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten A._____ (und den Mitbe-

schuldigten F._____ und G._____) vor, sie hätten mit dieser Vorgehensweise die 

Absicht gehabt, sich unrechtmässig zu bereichern, da für die Kunden von vorne-

herein keine Chance auf einen Gewinn bestanden habe bzw. sie früher oder spä-

ter mit einem Totalverlust zu rechnen hatten. Von Anfang an habe der Beschul-

digte A._____ einvernehmlich mit den Mitbeschuldigten F._____ und G._____ die 

Absicht gehabt, ein Handelskonzept zu verfolgen, bei dem dieser an sich harmlos 

wirkende Kommissionssatz (0.325 ‰) jeden Monat durchschnittlich 10 % des 

durchschnittlichen Grundkapitals der Kunden beanspruchen würde. Sodann sei 

die Leistung der Beschuldigten in einem offensichtlichen Missverhältnis zum 

Kommissionsertrag gestanden. Die Löhne für die drei Mitbeschuldigten hätten 

sich für die gesamte Zeitspanne vom November 2005 bis April 2007 auf Fr. 

1'426'757.40 belaufen. Die den Kunden zur Verfügung gestellten Unterlagen sei-

en sodann so abgefasst gewesen und präsentiert worden, dass die Kunden die 

Kommissionsrisiken nicht bemerkt hätten. Insbesondere sei die sogenannte "in-

terbank commission" unauffällig im Vollmachtsformular der K._____ SA platziert 

gewesen. Die Kommissionslasten seien sodann nicht getrennt von den Handelse-

rgebnissen ausgewiesen worden, sodass selbst aufmerksame und kritische Kun-

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den keine Möglichkeiten hatten, zu erkennen, welche Bedeutung die Interbank-

Kommissionen tatsächlich gehabt hatten.  

 Die Kunden hätten zwar den Stand ihrer Geschäfte online abfragen können, 

doch seien die dort verfügbaren Zahlen selbst für Kunden mit Erfahrung im Devi-

senhandel schwer verständlich gewesen.  

 Die Beschuldigten erweckten sodann den falschen Anschein, die Interessen 

der Kunden wahrzunehmen. Sie hätten darauf hingewiesen, dass die H._____ AG 

seit 19.. bestehe und damit den Anschein einer langen Firmentradition erweckt, 

was Vertrauen geschaffen hätte. Sie hätten verschwiegen, dass sie die H._____ 

AG als Aktienmantel übernommen hatten. Zwar wäre die Firmengeschichte für 

Kunden über eine Handelsregister-Recherche erkennbar gewesen, doch brauche 

es dazu einiges an Knowhow und eine überdurchschnittlich ausgebildete Skepsis. 

Die Beschuldigten hätten periodische Abrechnungen versprochen und lieferten 

auch monatlich solche, doch diese hätten nicht der Wahrheit entsprochen. Statt 

der tatsächlich erwirtschafteten Verluste seien regelmässig leichte Gewinne aus-

gewiesen worden, wobei die Beschuldigten von allem Anfang an die Absicht ver-

folgt hätten, die Kunden damit konsequent über die Entwicklung der Portefeuilles 

zu täuschen. Die Beschuldigten hätten sodann den Kunden zwar angeboten, den 

Handel spätestens bei 30 % Verlust einzustellen, hätten sich aber nicht an ent-

sprechende Vereinbarungen gehalten. 

 1.3.  Die Anklagebehörde wirft nun den Beschuldigten A._____, F._____ 

und G._____ vor, sie hätten sich als Mittäter des gewerbsmässigen Wuchers, 

eventualiter des gewerbsmässigen Betrugs und subeventualiter der mehrfach 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gemacht (Urk. 2 S. 92 

i.V.m. Urk. 24/1 S. 9).  

 2.1.  Die Verteidigung lässt zunächst vorbringen, die Kommissionen beweg-

ten sich im branchenüblichen Bereich und die Kunden seien nicht absichtlich über 

die schlechte Performance im Dunkeln gelassen worden. Sodann existiere kein 

Gutachten zur Frage der Handelsüblichkeit gewisser Vorgänge, so betreffend 

Vertragsdokumente, Anzahl Transaktionen pro Monat (auch unter Berücksichti-

-  15  - 

gung der Hebelwirkung) und der Darstellung der Abrechnung im Zusammenspiel 

mit der jederzeitigen Online-Abfragemöglichkeit.  

 Die These der Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte A._____ habe sich auf 

kriminelle Art und Weise ein Leben in Saus und Braus auf Kosten seiner Kund-

schaft geleistet (exzessives Trading zwecks Generierung von Kommissionen aus 

Anlagegeldern), basiere mangels klarer Beweise auf einem Induktionsschluss: 

Die Staatsanwaltschaft schliesse vom konkreten Devisenhandel bzw. der Kom-

missionsstruktur einerseits und dem Informationsfluss zwischen der H._____ AG 

und den Anlegern anderseits auf eine gemeinsame kriminelle Energie der Be-

schuldigten (Urk. 26 S. 7 ff.).  

 Es fehle sodann an vorgetäuschten Vertrauensgrundlagen. Der Beschuldig-

te A._____ habe an keinem Kundengespräch mitgewirkt. Die Kunden seien auch 

nicht durch die von der H._____ AG benützten Vertragswerke in die Irre geführt 

worden. Sie hätten jederzeit den Kontostand online prüfen können. Die H._____ 

AG setzte sich dadurch einer potentiell dauernden Prüfung der Kunden aus. Die 

Annahme sei ebenso falsch, die Beschuldigten hätten durch falsche Abrechnun-

gen (weil nicht alle Angaben enthaltend) den Kunden Informationen vorenthalten. 

Die Verträge seien Standarddokumente und die Privatkläger hätten sie nicht unter 

Druck unterzeichnet. Es lägen keine Anhaltspunkte für Täuschungen bei den Ak-

quisitionsgesprächen vor (Urk. 26 S. 11 f.). 

 Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt der Verteidiger an den bisherigen 

Einwänden fest und bestritt erneut die Übermässigkeit der Kommissionen. Die 

"Churning"-Entscheide des Bundesgerichts würden von weit höheren Kommissio-

nen und Anzahl Trades ausgehen. Der eingesetzte Hebel habe sodann höchstens 

vier und nicht - wie laut Bericht des Wirtschaftsprüfers - 40 betragen (Urk. 77 

S. 7). Der Beschuldigte A._____ habe sodann keine Kontrolle darüber gehabt, 

welche Daten von den Mitbeschuldigten G._____ und F._____ an die Privatkläger 

weitergeleitet worden seien. Der Beschuldigte A._____ halte es sodann für mög-

lich, dass diese die Kunden "über den Tisch gezogen hätten" (Urk. 77 S. 8 i.V.m. 

Prot. II S. 44). Was die Unerfahrenheit der Kunden angehe, so gehe er davon 

aus, dass diese von den Mitbeschuldigten G._____ und F._____ aufgeklärt wor-

-  16  - 

den seien (Urk. 77 S. 11) bzw. diese eine saubere Vermarktungsstrategie gehabt 

hätten (Urk. 77 S. 13). Auf diese und noch weitere Einwände wird an entspre-

chender Stelle einzugehen sein. 

 2.2.  Der Beschuldigte A._____ hat in seiner Stellungnahme anlässlich der 

Schlusseinvernahme vom 8. November 2011 zu den einzelnen Anklagevorhalten 

(Urk. 2, Ziff. 1 bis 28) grundsätzlich die Darstellung der Organisation und Ablauf 

des Devisenhandels, die Kommissionsstruktur und die ausbezahlten Löhne nicht 

bestritten. Er stellte hingegen klar in Abrede, dass das Hauptziel der Tätigkeit die 

Kommissionen und Retrozessionen und nicht der Nettogewinn für die die Kunden 

gewesen sei. Er bestreitet, mit unlauteren, betrügerischen Absichten gehandelt zu 

haben (vgl. Ordner 14, Urk. 210718–210751, Beantwortung der Fragen 3101–

3189). Daran hielt er an der erst- und zweitinstanzlichen Verhandlung fest 

(Urk. 20/1 S. 1 ff.; Prot. II S. 46). Ergänzend behauptete er, dass die Privatkläger 

nebst dem Online-Zugriff noch täglich eine E-Mail des Brokers über den Konto-

stand erhalten hätten. Was die Hebelwirkung angehe, so habe er im Schnitt einen 

Hebel zwischen 1 bis 2, maximal zwischen 4 bis 5 eingesetzt (Prot. II S. 21 und 

33).  

III. Prozessuales 

 Die Staatsanwaltschaft eröffnete die Untersuchung am 11. Dezember 2007 

(Urk. 010001), mithin unter dem Regime der kantonalzürcherischen Strafprozess-

ordnung. Am 1. Januar 2011 wurde diese von der eidgenössischen Strafprozess-

ordnung abgelöst. Gemäss Art. 448 StPO behalten Verfahrenshandlungen, die 

vor Inkrafttreten dieses Gesetzes angeordnet worden sind, ihre Gültigkeit. 

IV. Materielles/Rechtliches 

  Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des gewerbsmässigen Wuchers im 

Sinne von Art. 157 Ziff. 2 StGB sowie des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne 

von Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen sowie im Nebenpunkt der un-

rechtmässigen Aneignung im Sinne von Art. 137 Abs. 1 StGB freigesprochen. 

-  17  - 

A. Wucher gemäss Art. 157 StGB 

 1.  Unter der Marginalie "Wucher" wird nach Art. 157 Ziff. 1 StGB mit Frei-
heitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft, wer die Zwangslage, die Abhängigkeit, die 

Unerfahrenheit oder die Schwäche im Urteilsvermögen einer Person dadurch 

ausbeutet, dass er sich oder einem anderen für eine Leistung Vermögensvorteile 

gewähren oder versprechen lässt, die zur Leistung wirtschaftlich in einem offen-

baren Missverhältnis stehen. Art. 157 Ziff. 2 StGB sieht für gewerbsmässigen 

Wucher einen Strafrahmen von einem Jahr bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe vor. 

 2.  In objektiver Hinsicht stehen vorliegend die Tatbestandsmerkmale des 

offenbaren wirtschaftlichen Missverhältnisses der ausgetauschten Leistungen und 

die Unerfahrenheit der Opfer im Vordergrund. 

 2.1.  Offenbares Missverhältnis 

Der zentrale Vorwurf der Staatsanwaltschaft geht dahin, dass die vom Beschul-

digten A._____ und seinen Mitbeschuldigten G._____ und F._____ generierten 

Kommissionserträge in einem Missverhältnis zu ihrer Leistung für den Kunden 

gestanden hätten. 

 2.1.1. Das Missverhältnis ist ein offenbares, wenn es in grober Weise gegen 

die Massstäbe des anständigen Verkehrs verstösst, wenn die Grenzen dessen, 

was unter Berücksichtigung aller Umstände im Verkehr üblich ist und als ange-

messen gilt, erheblich überschritten sind; es muss ein auffälliges sein und sich je-

dem Kundigen als solches aufdrängen (Trechsel/Crameri, in Trechsel/Pieth 

[Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 157 N 10 unter Hinweis auf 

BGE 92 IV 134 f.). Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist für die Be-

wertung der Angemessenheit entscheidend, in welchem Ausmass sich die Höhe 

der Kommission auf die Gewinnchancen auswirkt (BGer vom 24. August 2007; 
6P.37/2007 Erw. 7.3.). Das Bundesgericht hat dabei festgehalten, dass die Wert-

steigerung im Durchschnitt mehr als 52 % hätte betragen müssen, um ein Invest-

ment erfolgreich zu machen. 39 % der getätigten Transaktionen sei mit Gewinn, 

61 % mit Verlust abgeschlossen worden, was laut dem Gutachten (bei Options-

-  18  - 

geschäften) marktüblich sei. Die Bewirtschaftung der Einzahlungen von insge-

samt USD 19'201'691 habe zu Verlusten von insgesamt 12'754'526, geführt, was 

einer negativen Performance von 66 % entspreche. Die Verluste aus dem eigent-

lichen Optionsgeschäft, d.h. durch die Marktbewegungen, hätten lediglich USD 

1'449'592 betragen, was einer negativen Performance der Einzahlungen von 8 % 

entsprochen hätte. Zum deutlich grössten Teil seien die Kundenverluste somit 

durch die belastenden Kommissionen von total USD 11'284'934 (i.e. 88.5 %) ent-

standen. Die Kommissionen hätten 27.3 bzw. 28.6 % des von den Kunden einbe-

zahlten Betrages entsprochen. Das Bundesgericht erkannte damit diese Leistung 

als wucherisch. In einem weiteren Entscheid des Bundesgerichts vom 6. Oktober 

2009 (6B_10/2009) wurden die erhobenen Kommissionen von 0.5 % und 9 % des 

Aktienbasiswertes, was pro Optionsgeschäft 25–61 % der Prämie (Kaufpreis der 

Option) ausgemacht habe und damit die Gewinnchancen der Anleger verunmög-

licht habe, als offenbares Missverhältnis dargestellt.  

 2.1.2.1. In der Anklageschrift wird dieses Missverhältnis in Ziffer 11 und 
12 behauptet: In Prozenten des durchschnittlichen Grundkapitals sei in der Grup-
pe L1._____ eine durchschnittliche Kommissionsbelastung von 10.55 % an-
gefallen. A._____ habe diese Kommissionen generiert, indem er das jeweilige 

monatliche Durchschnittskapital in 20 Monaten gestützt auf 867 Orders (durch-

schnittlich rund 43 Orders pro Monat) 6‘493 mal umgeschlagen habe. A._____ 

habe zwar insgesamt in sieben Monaten ein positives Handelsergebnis und in vier 

Monaten sogar ein positives Gesamtergebnis erzielt, doch in der Gesamtbetrach-

tung der 20 Monate habe er durch den Handel im Durchschnitt Verluste von 4.6 % 

pro Monat erwirtschaftet. Insgesamt seien durch Kommissionen und Handelser-
folg USD 6'941'880 verloren gegangen. Dieser Betrag setze sich zusammen aus 
Handelsverlusten von USD 2'097'334 (30.2 % der Gesamtverluste) und aus 

Kommissionen von USD 4'844'545 (69.8 % der Gesamtverluste), wovon ge-
mäss dem vereinbarten Schlüssel USD 3'726'573 der H._____ AG und USD 

1'117'972 der K._____ SA zuzuteilen gewesen seien.  

 Über L3._____ habe A._____ im Einvernehmen mit F._____ und G._____ 
im selben Sinne wie über L1._____ gehandelt. Am 16.01.2007 habe die M._____ 

-  19  - 

Ltd. USD 950‘536.70 auf L3._____ deponiert. Am 14.02.2007 sei die Front Fee 

von USD 14‘258.05 abgezogen und am 05.09.2007 der nach dem Margin Call 

verbliebene Restbetrag von EUR 8‘375.44 (= USD 11‘571.79) ausgezahlt worden. 

Das Handelsvolumen von der Eröffnung am 16.01.2007 bis zum Margin Call am 

18.07.2007 habe USD 2‘351‘065‘279.23 betragen. Das habe zu einer Interbank-
Kommission (Volumen-Kommission) von total USD 764‘096.22 (ca. 3.25 PIP) 
geführt, wovon die K._____ SA USD 587‘194.28 (ca. 2.5 PIP) an die H._____ AG 

weitergeleitet und USD 176‘517.47 (ca. 0.75 PIP) selber behalten habe. Demnach 

seien über L3._____ Verluste von USD 938‘964.91 entstanden, und zwar USD 

778‘354.27 (83 %) durch die Kommissionslasten und USD 160‘310.64 (17 %) 

durch das Handelsergebnis. 

 Die Gruppe L2._____ sei vergleichsweise unbedeutend gewesen. Von den 
dort investierten total USD 455‘000.00 seien USD 411‘593.76 (90 %) erhalten ge-

blieben. 

 In Bezug auf die von der H._____ AG betreuten Gruppen L1._____, 
L2._____ und L3._____ habe das Transaktionsvolumen total USD 
17‘472‘413‘000 betragen. Insgesamt habe die K._____ SA der H._____ AG vom 

07.11.2005 bis am 13.04.2007 unter dem Titel „Volume Commissions“ (VC) 
USD 4‘368‘103.18 und unter dem Titel „Front Fees“ (FF) USD 130‘739.88, somit 
total USD 4‘498‘843.06 überwiesen (Urk. 2 S. 13 f.). 

 2.1.2.2. Nach Ziffer 12 der Anklageschrift hätte A._____ gemäss seinem 
Handelskonzept mit dem Devisenhandel einen durchschnittlichen Gewinn von 

über 10 % pro Monat – entsprechend 120 % pro Jahr – erwirtschaften müssen, 

um die Kommission ohne Aufzehrung des Grundkapitals zu decken. Dies sei ihm 

in vier von 20 Monaten gelungen. Auch wenn A._____ hervorragende Handelser-

folge erzielt hätte, jedoch ohne den Durchschnitt von 10 % zu überschreiten, so 

wäre das Kundenvermögen gleichwohl mit der Zeit durch die Kommissionslasten 

vollständig aufgezehrt worden.  

 2.1.3. Der Beschuldigte A._____ liess, wie bereits erwähnt, vortragen, die 

Kommissionen hätten sich im handelsüblichen Bereich bewegt. Er habe auch 

-  20  - 

nicht durch sein Trading absichtlich hohe Kommissionen generiert. Die Staatsan-

waltschaft habe es insbesondere unterlassen, von Fachpersonen Meinungen ein-

zuholen zur Feststellung der Handelsüblichkeit gewisser Vorgänge (z.B. Anzahl 

der Transaktionen pro Monat [inkl. Hebel]). Sodann sei die Höhe der Kommission 

(3,25 PIP) von der K._____ vorgegeben worden. Die durchschnittliche Trade-

Taktung von 43 Vorfällen im Monat sei im Vergleich zur Praxis bei anderen Tra-

dern (vgl. allein die rund 60'000 bei der N._____ GmbH) am unteren Rand anzu-

siedeln. Sodann hätte der Beschuldigte einen um ein Vielfaches höheren Hebel 

zur Anwendung bringen können, wäre es seine Absicht gewesen, hohe Kommis-

sionen zu generieren. Auch die prozentuale Höhe von 10 % weise klar eben nicht 

auf ein exzessives, allein auf Kommissionsertrag abzielendes Handeln, sprich 

"Churning" hin. Erst monatliche Kommissionsanteile von mehr als 17 % würden 

ein Indiz für "Churning" darstellen. Der fatale Hauptdenkfehler begehe jedoch 
die Staatsanwaltschaft, wenn sie vorrechne, die H._____ AG hätte im Jahr 120 % 

Gewinn machen müssen, um allein die angefallenen Kommissionsabgänge zu 

kompensieren. Den gleichen Denkfehler begehe man übrigens auch, wenn man 

die 10 % Kommissionsbelastung dem von der H._____ AG geplanten monatli-

chen Return von maximal 3 % gegenüberstelle. Dies sei eine unzulässige Vermi-

schung einer Rückwärtsbetrachtung mit einer Vorwärtsprognose. Eine reine ex-

post Betrachtung bzgl. der angefallenen Kommissionen werde gleichsam als Ba-

sis für eine Vorabprognose des im Jahr zu erwirtschafteten Gewinns genommen. 

Dies sei begriffslogisch falsch. Die anfallenden Kommissionen seien vom Resultat 

unabhängig. Negativ-Kommissionen seien die Folge von Trades, die keinen Ge-

winn abwerfen würden. Sie seien nicht eine antizipierte Grösse, die als Messlatte 

für den zu erwirtschafteten Gewinn herangezogen werden könnten. Alle diese 

Trades hätten auch positiv sein können. Es sei betriebslogisch unstatthaft, von 

später angefallenen Kosten auf frühere Bewegungen Rückschlüsse zu ziehen und 

deshalb auf eine planmässig vereinbarte Schädigung zu schliessen (Urk. 26 S. 8 

ff., Prot. S. 30). 

 2.1.4.1. Vorliegend wurde das eingesetzte Kapital der Gruppe L1._____ 
durch Kommissionen und Handelsverluste im Umfang von USD 6'941'880 aufge-

braucht, nämlich 30.2 % durch Handelsverluste (USD 2'097'334) und 69.8 % 

-  21  - 

durch Kommissionen (USD 4'844'545), wobei der H._____ AG gemäss vereinbar-

tem Schlüssel 53.7 % (USD 3'726'573) zuflossen. Bei L3._____ waren die Verlus-
te von USD 938'964 auf Handelsverluste im Umfang von 17 % und auf Kommis-

sionen an die H._____ AG im Umfang von 62.5 % (USD 587'194) zurückzufüh-
ren. Die Gruppe L2._____ fällt gemäss Anklage nicht weiter ins Gewicht, da 90 % 

des Kapitals erhalten geblieben seien.  

 Die monatlich angefallenen Kommissionen schwankten im Verhältnis zum 

durchschnittlich eingesetzten Kapital stark, wie sich der Anklageschrift entnehmen 

lässt, und zwar zwischen 6.4 % (Juni 2006) und 89.9 % (im April 2007). Dies 

ergibt eine auf das monatliche Durchschnittskapital bezogene durchschnittliche 

Kommissionsbelastung von 10.55 %. Zu beachten ist sodann, dass sie an acht 

Monaten (von 20 Monaten, wobei während zwei Monaten kein Handel stattgefun-

den hat) teilweise deutlich über 10 % lag. Der durchschnittliche Handelsverlust 

hat dabei pro Monat 4.6 % betragen. Der Schluss der Anklagebehörde, eine mo-

natliche Performance von über 10 % wäre notwendig gewesen, um das Geschäft 

für die Investoren überhaupt profitabel zu machen, ist in der Gesamtbetrachtung 

zutreffend (vgl. aber unten Ziff. IV.B.4.3.1.). 

 2.1.4.2. Der Beschuldigte lässt – wie bereits erwähnt (vorstehend Ziff. 2.1.3.) 

– vorbringen, die ex-post-Analyse ergebe ein falsches Bild, da diese als Basis für 

die Prognose genommen werde. Indessen führt auch eine ex-ante-Betrachtung 

zum gleichen Ergebnis. Gemäss Berechnung des Wirtschaftsprüfers wird zur De-

ckung der Kommissionen (an die K._____ und H._____ AG) eine Kursentwick-
lung von 0.065021 % benötigt. Bleibe die Kursentwicklung darunter, entstehe für 
den Kunden ein Verlust, bei einer Kursentwicklung über diesen 0.065 % beginne 

die effektive Gewinnzone für den Kunden (Urk. 11/175001). Eine weitere Berech-

nung zeigt, dass die effektive Kommissionsbelastung für ein Grundkapital von 
USD 25'000 bei einem angenommenen Hebel von 40 und der Interbankkommis-
sion von USD 325 (bzw. USD 650 pro Roundturn) pro gehandelte Million 2.6 % 
für ein Devisengeschäft beträgt. Der Minimumgewinn hätte somit für eine 
Transaktion bei einem Grundkapital von USD 25'000 und einem Hebel 40 min-

destens 2.6 % betragen müssen, um die gesamte Kommission zu verdienen (Be-

-  22  - 

rechnung: USD 25'000 x 40 [Hebel] = USD 1'000'000, davon beträgt die Kommis-

sion (Kauf/Verkauf) USD 650; [USD 650 / USD 25'000] x 100 = 2.6 %).  

 Bereits diese (ex-ante) Berechnungen zeigen, dass – je nach eingesetztem 

Hebel – erhebliche Bewegungen der Devisenkurse notwendig waren, damit der 

Anleger nicht in der Verlustzone blieb. Ohne Hebel reichen zwar Kursveränderun-

gen von 0.065 %, um die Kommission zu verdienen. Bei einem Hebel von 10 sind 

bereits 0.6 % und bei einem Hebel von 100 Kursveränderungen von 6.5 % pro 
Transaktion notwendig.  

 Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, der im 

Bericht des Wirtschaftsprüfer erwähnte Hebel von 40 sei wohl auf einen Ver-

schrieb zurückzuführen. Der Beschuldigte A._____ habe bei seinen Geschäften 

maximal den Hebel vom Vierfachen eingesetzt, in der Regel nur einen Hebel von 

zwei bis zweieinhalb, zumal die grösste Position bei K._____ rund 25 Millionen 

betragen habe und das grösste gesamthafte Kundenkapital bei rund 7 Millionen 

sei (Urk. 77 S. 5, Prot. II S. 42). Die Anlagen seien stets als virtueller Pool getätigt 

worden und es sei gesamthaft getradet worden. Das höchste Volumen sei unge-

fähr bei 25 Millionen gelegen. Der höchste Wert der gesamten Kundengelder ha-

be rund 7 Millionen betragen. Dies ergebe einen Hebel von knapp vier (25 / 7 = 

3.5). Es sei nicht nachvollziehbar, wie daraus ein Hebel von 40 hätte resultieren 

sollen (Urk. 77 S. 7). Dazu ist Folgendes zu bemerken: Der Wirtschaftsprüfer geht 

in seinem Bericht von einem normalerweise eingesetzten Hebel von 40 aus (Urk. 

1/002006). Dieser Wert lässt sich mit der Analyse des Kontos der Privatkläger 

O._____ und P._____ (Privatkläger Nr. 14 und 15 bzw. Anklageschrift Nr. 63) 

plausibilisieren. Die Privatkläger haben Ende September 2006 knapp EUR 50'000 

bzw. USD 62'458 investiert (Urk. 34/410321). Per Ende Oktober 2006 belief sich 

dieser Wert noch auf USD 58'166.98, per 1. November 2006 auf USD 47'269.81 

(Urk. 8/164002). In diesem Zeitraum wurde mit diesem Kapital in fünf parallel 

durchgeführten Trades (Nr. 210004 [Urk. 8/164008 f.]; Nr. 210015 [Urk. 8/164014 

f.]; Nr. 210034 [Urk. 8/164010]; Nr. 214910 [Urk. 8/164007] und Nr. 215410 [Urk. 

8/164012]) ein Handelsvolumen von rund USD 1'650'496 umgesetzt. Wird nun 

das Handelsvolumen zum eingesetzten Kapital ins Verhältnis gesetzt , so ergibt 

-  23  - 

sich ein Hebel von deutlich über 30 (USD 1'650'496 / USD 50'000 = 33). Unter 

Berücksichtigung des Umstandes, dass mit zwei Geschäften (Trade 210004 und 

Trade 210015) in offene Verlustpositionen mit einem sofortigen erheblichen Wert-

verlust investiert wurde, welches zu einer deutlichen Verminderung des Grundka-

pitals führte, ist noch von einer verstärkten Hebelwirkung auszugehen. Damit ist 

aber der Einwand des Beschuldigten widerlegt, er habe mit maximal vierfachem 

Hebel getradet. Abgesehen davon kann der Berechnung des Verteidigers nicht 

gefolgt werden. Entgegen seiner Behauptung betrugen die zur Verfügung stehen-

den Kundengelder bei L1._____ maximal USD 4.474 Millionen (Juli 2006) bzw. im 

Durchschnitt USD 4.3 Millionen, und nicht USD 7 Millionen. Die Hebelwirkung 

würde dann gemäss seinem Beispiel rund 5.8 (= 25 / 4.3) betragen.  

  Die Vorinstanz hat den durchschnittlichen Hebel gestützt auf die Angaben in 

Anklageziffer 39 der Anklageschrift (Handelsvolumen geteilt durch das durch-

schnittlich eingesetzte Kapital und durch die Anzahl Trades) mit 7.5 berechnet 

(Urk. 38 S. 26). Die Staatsanwaltschaft hat anlässlich der Berufungsverhandlung 

ebenfalls auf diese Berechnungsweise verwiesen (Prot. II S. 44). Diesem Ansatz 

kann gefolgt werden, obwohl davon auszugehen ist, dass damit der tatsächlich im 

Einzelnen eingesetzte Hebel unterschätzt wird. Der Grund dafür ist, dass ein Teil 

der offenen Positionen, die nicht für Investitionen eingesetzt werden können, 

ebenfalls in der "durchschnittlichen Equity pro Monat" aufscheint. Da somit der ef-

fektiv für den Handel zur Verfügung stehende Teil geringer ist, muss entspre-

chend der Hebel höher angesetzt werden, um das entsprechende Handelsvolu-

men zu generieren. Da diese Berechnungsweise anhand der monatlichen aggre-

gierten Zahlen in der Anklageschrift (Anklageziffer 34–39) eine geringere Hebel-

wirkung belegen, wirkt sich dies zugunsten des Beschuldigten A._____ aus. Des-

halb ist von dieser Berechnungsmethode auszugehen. Im Gesamtdurchschnitt 

führt diese Hebelwirkung zu einer Kommissionsbelastung für das eingesetzte 
Kapital von 0.4875 % pro Transaktion (Berechnung: USD 25'000 x 7.5 [Hebel] = 
187500 x 0.00065 = 121.875 / 25000 = 0.004875 x 100 = 0.4875 % bzw. allge-

mein: 0.00065 [Kommission] x 7.5 [Hebel] = 0.004875). Um die Kommission zu 

verdienen, brauchte es deshalb im Durchschnitt eine Kursveränderung im Devi-

senkurs von bspw. GBP/USD von 1.9000 auf 1.9092625 (Berechnung: 1.90 x 

-  24  - 

1.004875). Dies mag auf den ersten Blick als gering erscheinen. Der Devisen-

handel ist aber in der Regel auf das Ausnützen kleinster Kursdifferenzen ausge-

richtet. Dies war auch die Absicht des Beschuldigten. So führte der Privatkläger 

Q._____ anlässlich seiner Einvernahme diesbezüglich aus, dass gemäss Anga-

ben des Beschuldigten (bei der Vertragsunterzeichnung) die Absicht gewesen sei, 

minimale Kursveränderungen bei den zu handelnden Währungspaaren auszunut-

zen (Urk. 14/210565). Bezeichnenderweise wären auch die Beispiele des Be-

schuldigten A._____ anlässlich der erst- und zweitinstanzlichen Hauptverhand-

lung, als er den Handel erklärte, für den Kunden ein Verlustgeschäft geblieben: 

Der Anstieg von EUR/USD von 1.25 auf 1.2520 (Urk. 20/1 S. 10) bzw. von 

EUR/USD von 1.4000 auf 1.4010 (Prot. II S. 34) hätte die Kommissionslast ge-

mäss obgenannten Zahlen nicht gedeckt, da der Kurs auf über 1.25609375 (= 

1.25 x 1.004875) bzw. 1.406825 (1.40 x 1.004875) hätte steigen müssen. Des-

halb erschwert bereits eine solche – auf den ersten Blick geringe – Kommissions-

belastung eine Gewinnerzielung für den Anleger beträchtlich. Der vom Beschul-

digten eingesetzte Hebel variierte sodann zwischen 4.3 [= 246 / 57, d.h. Um-
schlag Equity dividiert durch Anzahl Aufträge] (Mai 2006) bis zu 56 [=1467 / 26] 
(Februar 2007) und 62 [= 2'767 / 44] (April 2007; Urk. 2 S. 75 ff.). Bei letzterem 
Hebel beträgt die Kommissionsbelastung pro Geschäft bereits über 4 % [= (62 x 

0.00065) x 100]. Hervorzuheben ist, dass diese Belastung (gemessen am Grund-

kapital) pro getätigte Transaktion anfällt.  

 Somit beträgt auch bei der vorerwähnten (durchschnittlichen) Belastung von 

0.4875 % pro Transaktion bei 32 Transaktionen pro Tag (wie z.B. am 29. Dezem-

ber 2006, siehe nachfolgend) die Belastung des eingesetzten Grundkapitals be-

reits 15.6 % [0.4875 x 32] bzw. bei durchschnittlich 42 Trades pro Monat 20 %. 

Wird zudem der durchschnittlich im Dezember 2006 eingesetzte Hebel von 8.9 (= 

820 / 92) der Berechnung zugrunde gelegt (0.00065 [Kommission] x 8.9 [Hebel] = 

0.005785), läge die Belastung bei über 24 % (= 0.005785 x 42 Trades). Gemäss 

Anklageziffer 37 betrug die effektive Belastung 26.7 Prozent. Dies belegt, dass 

die Hebelwirkung – wie vorstehend ausgeführt – mit den aggregierten Zahlen et-

was unterschätzt wird.  

-  25  - 

 Dass die Kommissionsbelastung vorliegend die Gewinnmöglichkeiten erheb-

lich einschränkt, zeigt sich auch im Umstand, dass der Beschuldigte zwar in sie-

ben von 18 (gehandelten) Monaten einen Handelserfolg erwirtschaftete, aber nur 

in vier Monaten die Anleger einen Gewinn erhielten. So konnte z.B. der Beschul-

digte im Februar 2007 einen Handelserfolg von USD 97'479 erzielen, welcher je-

doch durch die Kommissionsbelastung für die H._____ AG (USD 213'431) voll-

ständig vernichtet wurde. 

 2.1.4.3. Der Beschuldigte lässt bestreiten, dass zufolge unangemessener 
Handelstätigkeit eine überhöhte Kommissionsbelastung entstanden sei, welche 
die Gewinnchance erheblich beeinträchtigt bzw. pulverisiert hätte (Urk. 77 S. 8 f.).  

 Diese als sog. "Churning" bezeichnete Vorgehensweise (Ausplünderung ei-

nes Kontos über die Gebühren) soll nach amerikanischer Rechtsprechung dann 

vorliegen, wenn der Kommissionsanteil, gemessen am durchschnittlichen Konto-

wert pro Monat, über 17 % liegt (Sara Cimarolli, Anlagebetrug, Diss. Zürich 2000, 

S. 129). Ein weiteres Indiz für exzessiven Handel liege dann vor, wenn eine hohe 

Anzahl von kurzfristigen Transaktionen (day trades, overnight trades, two day tra-

des) getätigt worden seien. Bei diesen kurzfristigen Transaktionen, bei denen die 

Kommission ebenso hoch sei wie bei langfristigen, seien die Kursbewegungen 

geringer und entsprechend die Spesenbelastung höher als bei langfristigen Ge-

schäften. Dies deute daraufhin, dass die Handlungsweise des Händlers in erster 

Linie auf Erzielung von Kommissionseinnahme gerichtet sei. Für die Beurteilung 
für das Vorliegen von Churning sei auf die Gesamtheit der Transaktionen ab-
zustellen (vgl. Cimarolli, a.a.O., S. 129). 

 Die Anklage geht für die gesamte Zeitspanne von 20 Monaten von 867 Or-

ders bzw. von durchschnittlich 43 Orders pro Monat aus. Diese Anzahl erscheint 

zwar unter Berücksichtigung, dass es vorliegend um Devisenhandel geht, nicht 

besonders hoch. Im Bericht betreffend die K._____ zuhanden der FINMA (Urk. 

17/221519 ff.) wird festgehalten, die Bestimmung von Kriterien beim Devisenhan-

del zur Annahme von "Churning" sei sehr schwierig. Der Devisenhandel könne 

nicht mit klassischer Verwaltung von Wertschriftendepots verglichen werden. In 

diesem Bereich sei das Prinzip gerade die Multiplikation der Operationen an ei-

-  26  - 

nem Instrument, nämlich dem Währungspaar auf dem Devisenmarkt. Der Kunde 

des Brokers wolle üblicherweise die auf dem Margenkonto einbezahlten Mittel als 

Sicherung für den Hebeleffekt einsetzen. Es handle sich nicht um ein eigentliches 

Depot, bei welchem der Kunde erwarten könne, sein Geld zurückzuerhalten (Urk. 

17/221574).  

 Vorliegend kann angesichts der insgesamt geringen Anzahl der Transaktio-

nen in 20 Monaten nicht von einem typischen "Churning" ausgegangen werden. 

Dies schliesst indessen nicht aus, dass in einzelnen Phasen der Handel den Ein-

druck erweckt, das Ziel sei vor allem die Generierung von Kommissionen. Werden 

die Geschäfte in jenen Monaten mit überdurchschnittlichen Kommissionsanteilen 

am Grundkapital näher betrachtet, so ist keine eigentliche Handelsstrategie er-

kennbar. So wurden bspw. am 29. Dezember 2006 32 Transaktionen vorgenom-

men mit einem Gesamtvolumen von USD 490'000'000 (Käufe und Verkäufe von 

GBP gegen USD für je GBP 125'000'000; Urk. 38/411473–411482). Dabei wur-

den über USD 159'000 Kommissionen generiert, bei einem Handelsverlust an 

diesem Tag von rund USD 25'000 (Urk. 38/411389 f.). 

 Auf Vorhalt dieser Transaktionen (insbesondere auch mit Hinweis auf über 

23 Transaktionen zwischen 14:05 Uhr und 15:53 Uhr) vermochte der Beschuldig-

te A._____ anlässlich der Berufungsverhandlung die darauf basierende Handels-

strategie nicht überzeugend zu erklären. Für seine Aussage, er habe durch Aus-

nützen kurzfristiger Kursbewegungen Gewinne generieren wollen, konnte er ge-

rade den Tatbeweis nicht erbringen (Prot. II S. 14 ff.).  

 Dieses Handelsmuster findet sich auch an anderen Tagen, wie zum Beispiel 

am 28. Februar 2007: Da erwirtschaftete der Beschuldigte A._____ zwar mit 11 

Trades und bei einem Handelsvolumen von USD 430 Millionen einen Gewinn von 

USD 146'548.70, welcher indessen durch die Kommissionen in Höhe von USD 

279'971 pulverisiert wurde, so dass für die Privatkläger ein Totalverlust von USD 

132'698 verblieb (Urk. 38/411393 und Urk. 38/411491–497; vgl. auch Analyse be-

treffend Handel am 31. Oktober 2006, Urk. 10/170001–004). Unter Berücksichti-

gung der gesamten Handelstätigkeit zeigt sich, dass diese Handelsstrategie 

(kurzfristiges, intensives Ausnützen minimaler Kursdifferenzen in einem Wäh-

-  27  - 

rungspaar, vor dem Hintergrund längerfristig aufgebauter Positionen) – auch bei 

anscheinend niedrigen prozentualen Belastungen – in erster Linie auf die Erzie-

lung von Kommissionseinnahmen gerichtet war. Aus den Unterlagen geht auch 

hervor, dass der CEO der K._____, R._____, die Strategie des Beschuldigten 

nicht verstanden und ihn zur Stellungnahme aufgefordert hatte (Urk. 38/411513). 

Ein Hinweis auf ein kommissionsbezogenes Handeln ist auch im Umstand zu se-

hen, dass eine erhöhte Handelsaktivität bei sinkender Equity feststellbar ist. Die-

ses Phänomen zeigt sich zu Beginn und am Ende der Handelsperiode, wie sich 

dem Bericht des Wirtschaftsprüfers entnehmen lässt (Urk. 1/002012). Damit kor-

respondieren auch überdurchschnittlich hohe Kommissionsanteile am durch-

schnittlich eingesetzten Kapital. 

 2.1.4.4. Dem Beschuldigten wird nicht vorgeworfen, dass er für seine Tätig-

keit eine Kommission verlangt hat. Der Vorwurf beschlägt die Übermässigkeit der 

Kommission und zwar in ihrer Anwendung. Ein Gutachten zur Kommissionshöhe 

erübrigt sich deshalb. Festzuhalten bleibt aber immerhin, dass die in den Akten 

liegenden neuen Vereinbarungen betreffend Volumenkommission deutlich tiefere 

Ansätze aufweisen, was auch zeigt, dass bereits der vorliegend angewendete 

Satz von 250 USD übersetzt ist (vgl. dazu Urk. 38/411364: 40 USD/Million; 

38/411373: 0 bzw. 80 USD/Million.) 

 2.1.4.5. Diese Ausführungen können grundsätzlich auch für die Gruppe 
L3._____ übernommen werden. Im Übrigen kann vollumfänglich auf die  
vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 38 S. 29 f.). 

 2.1.5. Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Wahrschein-

lichkeit, dass die Kunden bei diesen erhobenen Kommissionen und der zugrunde-

liegenden, auf die Kommissionen gerichtete Handelsstrategie, Gewinne erzielen 

konnten, sehr klein ist. Angesichts dieser deutlichen Zahlen ist festzustellen, dass 

in grober Weise gegen die Massstäbe des anständigen Verkehrs verstossen wur-

de und die angemessenen Grenzen erheblich überschritten wurden. Demnach ist 

die Schlussfolgerung der Vorinstanz zu übernehmen, wonach Leistung (Kommis-

sionseinnahmen) und Gegenleistung (Devisenhandel) in einem offenbaren Miss-

verhältnis zu einander stehen. Demnach ist Wucher zu bejahen.  

-  28  - 

 2.2. Unerfahrenheit 

 2.2.1. Die Anklagebehörde behauptet in der Anklageschrift in den Ziffern 
13, 14 und 15, dass sich die Privatkläger wegen ihrer Unerfahrenheit auf einen 
Vertrag mit dieser Kommissionsgrundlage eingelassen hätten. Sie hätten in die-
sem spezifischen Segment der Spekulation das Kommissionsrisiko über-
haupt nicht erkannt. Die Grundlagen der Kommissionsbelastung seien in um-
fangreichen Formularsets enthalten gewesen. Da solche in der Finanzbranche 

üblich seien, hätten die Privatkläger keinen Anlass zu Misstrauen gehabt. 

 2.2.2. Nach der Rechtsprechung genügt für die Annahme der Unerfahrenheit 

gemäss Art. 157 StGB nicht die blosse Unkenntnis der im Einzelfall relevanten 

Gegebenheiten. Vorausgesetzt wird vielmehr eine allgemeine Unkenntnis im be-

treffenden Geschäftsbereich: "(...) il doit s'agir d'une inexpérience générale se 

rapportant au domaine des affaires et non pas d'une inexpérience relative au con-

trat en cause" (BGE 130 IV 106 E. 7.3). Auf Unerfahrenheit kann sich im Übrigen 

nicht berufen, wer über die Risiken und Kosten eines Geschäfts hinreichend auf-

geklärt wurde (BERNARD CORBOZ, Les infractions en droit suisse, vol. I, 2002, 

art. 157 CP n. 21) oder sich über die Auswirkungen eines von ihm abgeschlosse-

nen Geschäfts keine Gedanken macht. Bei kaufmännisch schwierigen Ge-
schäften ist allerdings weniger auf eine "durchschnittliche" Erfahrung als 
vielmehr auf einen der Geschäftsart typischen Informationsmangel auf Sei-
ten des Geschädigten abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 6P.37/2007 vom 
24. August 2007 E. 7.4 mit Hinweisen). Wer bspw. in Anlagegeschäften unerfah-

ren ist, kennt sich nicht schon deshalb in Bankgeschäften aus, weil er über ein 

Bankkonto verfügt. Zudem erlauben durchschnittliche Kenntnisse in Bank- und 

Anlagegeschäften nicht, die Unerfahrenheit gemäss Art. 157 StGB auch mit Be-

zug auf den Einsatz von Derivaten zu verneinen, da es sich bei Letzterem um ei-

nen Geschäftsbereich mit besonderen Gesetzmässigkeiten handelt, die nicht oh-

ne eingehendes Studium erfasst werden könne (BGer 6P.26/2006 und 

6S.29/2006 vom 18. Oktober 2006). Wurden Kunden in Bezug auf Optionsge-

schäfte auf Aktien, Devisen, Zinsen und Rohstoffen über die Höhe der Kommissi-

on hinreichend informiert, kann Unerfahrenheit angesichts der komplexen Anla-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_10%2F2009&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-IV-106%3Ade&number_of_ranks=0#page106

-  29  - 

gevehikel gleichwohl bejaht werden, wenn dem Geschädigten nicht die Informati-

onen geliefert wurden, die sie benötigt hätten, um zu erkennen, dass die Gewinn-

chancen in Tat und Wahrheit äusserst gering waren (BGer 6P_37/2007 vom 24. 

August 2007). Unerfahrenheit hat das Bundesgericht auch bejaht bei Anlagege-

schäften, die aufgrund der Gebühren und Kommissionen einen Gewinn nahezu 

ausschlossen, was der in Börsen- und Optionsgeschäften völlig unerfahrene Kun-

de nicht erkennen konnte (BGer 6B_10/2009 vom 6. Oktober 2009; vgl. auch Jürg 

Ackermann, Unerfahrenheits-Wucher als neuartiges Wirtschaftsdelikt, in: Ulrich 

Sieber et al [Hrsg.], Strafrecht und Wirtschaftsrecht, Festschrift für Klaus Tiede-

mann, Köln/München 2008, S. 1163–1180).  

 2.2.3. Vorliegend mussten die Anleger – wie in der Anklage detailliert be-

schrieben – in der Regel in einem Zug je ein Formularset von der H._____ AG 

und von der K._____ SA unterschreiben. Das erstere auf Deutsch, das letztere 

auf Englisch. Insgesamt hat jeder Kunde mindestens 20 Unterschriften geleistet. 

In den Allgemeinen Vertragsbedingungen zum Anlageauftrag an die H._____ AG 

ist in Ziffer 6 die einmalige Bearbeitungsgebühr (Management Fee) von 1.5 % des 

investierten Kapitals sowie in Ziffer 7 die Erfolgsbeteiligung (Performance Fee) 

von 20 % geregelt. Diese ist klar und verständlich. Dass Gebühren für eine 

Dienstleistung geschuldet werden, war jedem Anleger klar. Diese Gebühren wur-

den auch prominent auf den Formularen mit der entsprechenden Überschrift („At-

torney Fees Agreement“, „Fee Payment Authorisation“) präsentiert (z.B. Urk. 
25/311059 und 311060). So entstand für den Anleger der Eindruck, die H._____ 

AG lebe von diesen beiden Abzügen. Mit diesen zwei Formularen liess sich 

K._____ ausdrücklich dazu ermächtigen, dem Kunden die Front Fee von 1.5 % (= 

Management Fee) sowie die Performance Fee von 20 % zugunsten der H._____ 
AG zu belasten.  

 Von weiteren Belastungen ist in diesen Formularen nicht die Rede. Folglich 

ist die beiläufig formulierte Ziffer 9, „Rückvergütung“, der allgemeinen Vertragsbe-

dingungen der H._____ AG nicht geeignet, von einem Kunden, der nicht über im 

engsten Sinne einschlägige Erfahrungen verfügt, als Grundlage der weitaus be-

deutendsten Einnahmequelle der H._____ AG erkannt zu werden: „Die H._____ 

-  30  - 

AG hat Anspruch auf eine marktübliche Rückvergütung durch die Bank [bzw. den 

Broker], über deren Konten die Devisentransaktionen (Roundturn) getätigt wer-

den“. 

 Die eigentlichen, wirklich ins Gewicht fallenden Kosten, sind sehr unauffällig 

platziert worden, nämlich im Vollmachtformular „Power of Attorney“ der 
K._____, womit die H._____ AG von den Kunden bevollmächtigt wurde, mit ihren 

Einlagen bei der K._____ zu handeln. Dieses nur in englischer Sprache abgefass-

te Formular umfasst sieben Ziffern. In Ziffer 6 findet sich diese sogenannte „inter-

bank commission“ (= Volume Commission), welche lautet: „Customer signing this 

Power of Attorney is aware that he is charged a total interbank commission of 325 

USD per million USD traded“. 

 Somit ist bereits die in einem Vollmachtformular versteckte Erwähnung der 

Kommission schwierig zu finden; die Kombination sodann mit dem Rückvergü-

tungshinweis setzt sodann spezifisches Fachwissen voraus. Dazu kommt, dass 

sich der Sinn dieser Bestimmung nicht ohne Weiteres erschliesst. Gemäss dem 

"Rapport d'Enquête" zuhanden der FINMA betreffend die K._____ (Urk. 

17/221519 ff.) könne die Bezeichnung der Kommission mit "interbank" so ver-

standen werden, dass es sich um Kosten von auf der Gegenseite der K._____ be-

teiligten Banken handle. Der Durchschnittsanleger sei nicht in der Lage, zu ver-

stehen, dass die "Interbank"-Kommission in Wirklichkeit die Entschädigung für die 

K._____ sei, welche keine Bank sei, und – durch den Mechanismus der Retro-

zession – jene des Vermögensverwalters (i.e. H._____ AG), welcher ebenfalls 

keine Bank sei. Bereits die Bezeichnung der Kommission sei deshalb verwirrend 

(Urk. 17/221545).  

 Dazu kommt, dass die Bestimmung noch nichts über die effektive Höhe der 

Kommissionslast aussagt, da je nach eingesetztem Hebel diese sehr unterschied-

lich ausfallen kann. Damit ist selbst für einen mit Bankgeschäften vertrauten An-

leger schwierig, das Kommissionsrisiko im Verhältnis zu den Gewinnchancen ein-

schätzen zu können.  

-  31  - 

 2.2.4. Den meisten Anlegern im vorliegenden Fall sind diese Art von Bör-

sengeschäften fremd. Grösstenteils haben sie keine Erfahrungen im Devisenhan-

del. Sie sind meistens durch die Vermittler E._____/S._____, durch T._____, 

U._____ sowie V._____ und W._____ zur H._____ AG gelangt. Oftmals waren es 

ältere Personen (17 Privatkläger waren im Zeitpunkt der Anlage über 60 Jahre alt 

[PK 1, 6, 8, 13, 16, 21, 22, 25, 29, 31, 34, 36, 38, 39, 40, 41, 42), hatten kein spe-

zifisches Fachwissen (Automechaniker/Verkäufer [Anleger 2]; Chemiker [Anleger 

3], Metzgermeister [Anleger 5], Physiotherapeut [Anleger 7 = Privatkläger 3], Apo-

theker [Anleger 12 = Privatkläger 44], selbständige Kauffrau [Anlegerin 14 = Pri-

vatklägerin 40], pensionierte Coiffeuse [Anlegerin 16 = Privatklägerin 11] bzw. 

pensionierte Friseurmeisterin [Anlegerin 58 = Privatklägerin 13] etc.) und auch 

keine oder ungenügende Englischkenntnisse. Dies ergibt sich zunächst aus den 

Einvernahmen verschiedener Privatkläger: Die Vorinstanz hat die entspre-
chenden Aussagen zusammengefasst, worauf zu verweisen ist (Urk. 38 S. 19 f. 

[Privatkläger 5, 16, 13, 28, 35, 25, 26, 33 und 46]; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 Die Staatsanwaltschaft hat sodann nach Art. 145 StPO bei mehreren Anle-

gern schriftliche Berichte eingeholt. Die Vorinstanz hat sie insbesondere nach 
der Frage ausgewertet, ob die Privatkläger bereits Erfahrungen in Devisenanla-

gen gehabt hätten. Sie kam zum Ergebnis, dass lediglich drei Privatkläger 

(BA._____, Nr. 44; BB._____, Nr. 47 und BC._____, Nr. 48) bereits vor ihrem En-

gagement bei H._____ Erfahrungen mit Devisenanlagen gemacht hätten. Die üb-

rigen angefragten 24 Privatkläger verneinten vorgängige Erfahrungen im Devi-

senhandel. Darauf kann ebenfalls verwiesen werden (Urk. 38 S. 20 f.). Bereits an 

dieser Stelle ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Erfahrungen im Devisen-

handel nur ein Kriterium zur Qualifikation der Unerfahrenheit ist. 

 2.2.5. a) Der Beschuldigte A._____ führte anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung aus, es habe keinen typischen Kunden gegeben. Es habe sol-

che mit sehr grossen, aber auch welche mit kleinem Vermögen gegeben. Er habe 

nur zehn Kunden kennengelernt. Zwei seien Apotheker gewesen, E._____ habe 

eine eigene Firma gehabt und S._____ sei Physiotherapeut gewesen. Auf Frage, 

ob es darunter auch Spezialisten im Devisenhandel gegeben habe, erklärte er, es 

-  32  - 

habe Kunden gegeben, die detaillierte Auskünfte gewollt hätten, aber auch sol-

che, die keine Ahnung vom Devisengeschäft gehabt hätten (Urk. 20/1 S. 13 f.). 

Als Spezialist im Finanzbereich, speziell im Devisenhandel nannte er E._____, 

welcher eine Doppelfunktion gehabt habe, als Kunde und gleichzeitig Vertriebs-

partner. BC._____ (Privatkläger Nr. 48) sei auch gut informiert gewesen, da die 

Gespräche mit ihm sehr technisch gewesen seien. Die Beratungsgespräche seien 

jeweils von den Mitbeschuldigten F._____ und G._____ sowie BD._____ geführt 

worden.  

  b)  Die Vorinstanz hat auch die entsprechenden Aussagen der Mitbe-

schuldigen F._____ und G._____ wiedergegeben. Danach hätten sie bei Kunden 

mit wenig oder gar keiner Erfahrung die wichtigen Punkte im Vertrag besprochen. 

An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte sodann F._____, ein Grossteil 

der Kunden seien versierte Leute, Unternehmer gewesen. Er bestritt sodann, 

dass ein besonderes Fachwissen notwendig gewesen sei, um die Kommissions-

belastung im Devisenhandel nachzuvollziehen. Auch der Mitbeschuldigte 

G._____ gab an, es brauche lediglich gesunden Menschenverstand, um den Ab-

lauf des Devisenhandels zu verstehen. Er erklärte sodann erneut, die Vertriebs-

partner hätten als Finanzintermediäre ein entsprechend fundiertes Wissen ge-

habt. Auch die Beschuldigten hätten in den Gesprächen den Kunden die Kennt-

nisse gegeben, um solche Anlagen zu tätigen (Urk. 38 S. 21 f.). 

 2.2.6. Diese Angaben der Beschuldigten erweisen sich nicht als glaubhaft, 

was die Information der Anleger ohne Fachwissen insbesondere betreffend den 

Kommissionanteil am Handel anbelangt. Dies ergibt sich aus der Durchsicht der 

von der Staatsanwaltschaft eingeholten schriftlichen Berichten, wie auch aus den 

Aussagen der Privatkläger. So erklärte bspw. die Privatklägerin BE._____ als 
Auskunftsperson, sie sei über den Vermittler T._____ zur H._____ AG gekom-
men. Die Verträge hätte sie in ... [Ort] innert 5 Minuten unterzeichnet. F._____ 

habe sie ihr in schnellem Tempo vorgelegt (Urk. 14/210593); sie sei der engli-

schen Sprache nicht mächtig und sie habe noch nie mit Devisenhandel zu tun ge-

habt (Urk. 14/210595). Die Interbank-Kommissionsklausel sei nicht besprochen 

worden und des Kommissionsrisikos zufolge des Hebeleffektes sei sie sich abso-

-  33  - 

lut nicht bewusst gewesen. Auch wenn ihr gesagt worden wäre, die Kommission 

betrage USD 325 pro gehandelte Million, so hätte sie dies als harmlos empfunden 

(Urk. 14/210597). Diese Aussagen sind glaubhaft. Daraus geht klar hervor, dass 

keine Aufklärung der Anleger, wie sie der Mitbeschuldigte F._____ behauptet hat, 

stattgefunden hat. Damit ist diese Privatklägerin ohne Weiteres als in Devisenan-

lagen unerfahren einzustufen. Daran ändert nichts, dass sie bei der Vertragsun-

terzeichnung von ihrem Ehemann und gemeinsamen Bekannten, von denen einer 

"auch ein bisschen Ahnung hatte von solchen Sachen" (Urk. 14/210593), begleitet 

wurde. Diesem Bekannten habe das Ganze ebenfalls einen guten Eindruck ge-

macht. Dass er das Kommissionsrisiko erkannt und sie darüber aufgeklärt hat, 

geht aus ihren Aussagen nicht hervor. Die Privatklägerin B._____ (Nr. 13) schil-
dert ähnliche Erfahrungen. Der ganze Vorgang der Unterzeichnung im Haus der 

H._____ AG habe höchstens eine Viertelstunde gedauert. Sie sei weder über den 

Hebeleffekt noch über die Interbankkommission aufgeklärt worden (Urk. 

14/210563). Weitere, inhaltlich gleichlautende Aussagen, finden sich auch bei den 

meisten anderen Privatklägern. Dieses Bild wird durch die schriftlichen Berichte 

der Privatkläger verfestigt: Die Privatklägerin BF._____ (Nr. 37) kam über die 
Vermittler V._____ und W._____ zur M._____ Ltd. Sie habe G._____ und 
F._____ drei Mal kurz gesehen und gesprochen. Aufgrund der Beratung sei sie 

von keinen Verlusten ausgegangen. Die Belastung des Grundkapitals mit Kom-

missionen sei nicht besprochen worden (Urk. 30/347016 ff.). Das Ehepaar 

O._____ und P._____ (Privatkläger Nr. 14 und 15) wurde durch die Vermittler 
U._____ und T._____ der H._____ AG zugeführt. Sie hatten bisher keine Erfah-
rungen in Devisenanlagen gehabt. Über die Kommission wurden sie nicht aufge-

klärt (Urk. 25/308033). Die Privatklägerin C._____ (Nr. 18) wurde ebenfalls über 
die Vermittler U._____ und T._____ der H._____ AG zugeführt. Sie hatte vorgän-

gig keine Erfahrung mit Devisenanlagen und wurde auch nicht über die Kommis-

sionsbelastung aufgeklärt (Urk. 26/316055 ff.). Weitere Belegstellen sind im vo-

rinstanzlichen Urteil aufgeführt (Urk. 38 S. 21). Insgesamt ist davon auszugehen, 

dass die Beschuldigten A._____ bzw. die Mitbeschuldigten G._____ und F._____ 

entgegen ihren Behauptungen die Anleger nicht über die Kommissionsrisiken 

aufgeklärt haben. 

-  34  - 

 2.2.7. Verschiedene Anleger haben sich wegen ihrer Unerfahrenheit auf den 

Rat ihrer Verwandten, Familienmitglieder und Bekannten verlassen, als sie bei 

der H._____ AG eine Anlage getätigt haben: So BG._____, BH._____, BI._____, 

BJ._____ und BK._____ auf Rat und Vermittlung von E._____ und S._____ (Urk. 

13/210320) sowie BL._____ und BM._____ auf den Rat von BN._____ (Sohn und 

Ehemann; Urk. 13/210351). Die Vorinstanz hat bei diesen Anlegern erwogen, 

dass unkundige Anleger, die eine in Devisengeschäften erfahrene Person beige-

zogen hätten, gegenüber dem Täter nicht mehr in einer Situation der Unterlegen-

heit seien. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass indessen diese beigezo-

gene Person mit dem Täter gleichgelagerte Interessen verfolge, sei dennoch die 

Unerfahrenheit im Sinne von Art. 157 des Opfers gegeben. Davon sei vorliegend 

bei den Vertriebspartnern auszugehen, die vom Beschuldigten bzw. G._____ und 

F._____ für vermittelte Anleger Provisionen erhalten hätten oder an eingenom-

menen Kommissionen beteiligt gewesen seien (Urk. 38 S. 22). Letztere Schluss-

folgerung ist indessen insofern zu relativieren, als auch die Vermittler E._____ 

und S._____ als Vertriebspartner für die H._____ AG tätig waren und somit auch 

hier gleichgelagerte Interessen wie bei den Beschuldigten vorliegen (Urk. 

13/210320; 13/210332). Dazu kommt, dass S._____ zwar als Vertriebspartner tä-

tig war, indessen die Frage der Retrozession und der Interbankkommission nicht 

verstanden hat (Urk. 13/210343 f.). Ebenso hat BN._____, obwohl Jurist und be-

reits mit Devisengeschäften im Zusammenhang mit der BO._____ etwas vertraut, 

den Zusammenhang mit der Interbankbelastung und dem damit verbundenen 

Kommissionsrisiko nicht erkannt (Urk. 13/210364). Deshalb kann auch hier nicht 

von einer Wissenszurechnung auf die Personen vorgenommen werden, die sei-

nem Rat gefolgt sind. Sie waren somit nicht in der Lage, die Auswirkungen der 

Kommissionen auf die Gewinnchancen hinreichend zu erkennen. 

 2.2.8. Die Vorinstanz hat sodann mit Hinweis auf das Anklageprinzip nur bei 

jenen Privatklägern die Frage der Unerfahrenheit geprüft, bei denen sich die An-

klageschrift in Ziff. 29 diesbezüglich auch äussere, wobei aus dem Beruf alleine 

nichts abgeleitet werden könne (Urk. 38 S. 23). Dem kann nicht gefolgt werden. In 

der Anklageschrift wird die Tatbestandsmässigkeit der Unerfahrenheit der Anleger 

in den Anklageziffern 14,15, 17 und 24 umschrieben. Dass nicht bei jedem Anle-

-  35  - 

ger in Anklageziffer 29 ausdrücklich erwähnt wird, weshalb er unerfahren sein 

soll, hindert nicht eine rechtliche Subsumption  unter dem Gesichtspunkt der Un-

erfahrenheit. Die Erwähnung bei einzelnen Anlegern, sie hätten keine Erfahrung 

im Devisenhandel, ist ein Hinweis auf ein Beweismittel, dass der Würdigung offen 

steht, und kein Anklagevorhalt. Zu beachten ist auch, dass für diese Frage nicht 

nur bisherige Erfahrungen mit Devisenhandel von Relevanz sind, sondern auch 

weitere Umstände, die Rückschlüsse auf die Kenntnisse der Anleger über die 

Auswirkungen von Handel und Kommission etc. aufzeigen.  

 2.2.9. Zusammengefasst ist somit unter dem Titel der Unerfahrenheit fest-

zuhalten, dass ein Grossteil der Anleger die Kriterien für dieses Tatbestands-

merkmal erfüllt. Einige Anleger, wie E._____, aber auch die Privatklägerin 

BP._____, welche erklärte, die Kommissionskosten hätten sich gemäss ihrer Vor-
stellung auf 15 bis 30 % des Grundkapitals pro Jahr belaufen (Urk. 25/309044–

49) können nicht als unerfahren im Sinne von Art. 157 StGB gelten. Entgegen der 

Vorinstanz hat dies jedoch nicht zur Folge, dass diesbezüglich kein Schuldspruch 

erfolgen könnte, da bei solchen Anlegern versuchte Tatbegehung anzunehmen 

ist.  

 3.  Vorsatz 

 Dem Beschuldigten A._____ war bewusst, dass der Grossteil der Anleger 

von Devisengeschäften keine Vorstellung hatte, geschweige denn von den Kom-

missionsrisiken. Wie bereits vorstehend ausgeführt, waren die Formulare so ge-

staltet, dass die Wahrnehmung der Anleger auf die Gewinnbeteiligung und die 

einmalige Management Fee als Kosten für die Anlage fokussiert wurde. Die 

Kommissionsbelastung wurde aber auch während der gesamten Handelsperiode 

den Anlegern nicht transparent gemacht. Die von der H._____ AG ausgestellten 

monatlichen Abrechnungen wiesen die Kommissionsbelastung nicht nur nicht 

aus, vielmehr wurden den Anlegern gegenteils sogar eine Beteiligung an der 

Kommission ausbezahlt (vgl. z.B. Urk. 15/220074). Eine Online-Abfrage der 

Kommissionsbelastung war nicht möglich, es sei denn, der Anleger hätte den ent-

sprechenden Wunsch an K._____ gerichtet (Urk. 13/210208 f.). Indessen bestand 

für den Anleger in Unkenntnis des Kommissionsmechanismus dafür keine Veran-

-  36  - 

lassung. Diese Verschleierungstaktik belegt klar den Vorsatz des Beschuldigten 

A._____, die Unerfahrenheit der Anleger auszubeuten. Den Beschuldigten war 

auch der wucherische Charakter dieser Kommissionsbelastung bewusst, ver-

brauchten diese doch in erheblichem (und zunehmendem) Ausmass das einbe-

zahlte Grundkapital. Der Beschuldigte A._____ hatte den Überblick über die mo-

natlich anfallenden Kommissionen (Urk. 14/210726). Im Übrigen kann auf die zu-

treffenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 38 S. 30). 

 4.  Mittäterschaft und Gewerbsmässigkeit  

 4.1.  Die Anklage wirft dem Beschuldigten A._____ vor, zusammen mit den 

Mitbeschuldigten F._____ und G._____ als Mittäter gehandelt zu haben. A._____ 

sei innerhalb der H._____ AG v.a. für den Devisenhandel zuständig gewesen, 

während F._____ und G._____ sich mit der Akquisition von Kunden befasst hät-

ten. Stets seien alle mit den Handlungen der anderen einverstanden gewesen, 

und zwar nicht nur dem Grundsatze nach, sondern auch in der konkreten Ausge-

staltung (Anklageziffer 4). Der Beschuldigte A._____ bekräftigte in der Untersu-

chung, sie seien ein Team gewesen (Urk. 14/210722). Dies widerspiegelt sich 

nicht zuletzt auch in der gleichmässigen Auszahlung der Löhne (vgl. Aufstellung 

in Urk. 2 S. 8 ff.). Die Vorinstanz ist nach ausführlichen Erwägungen zum Schluss 

gelangt, dass die Beschuldigten als Mittäter gehandelt haben. Darauf ist zu ver-

weisen (Urk. 38 S. 14–18). Die Verteidigung, die anlässlich der Berufungsver-

handlung die Mittäterschaft bestritt bzw. erst in der letzten Phase eine solche an-

erkennen will (Urk. 77 S. 13), vermag mit ihren Argumenten nicht zu überzeugen. 

Gerade der Beschuldigte A._____ war als "Finanz-Nerd" an vorderster Front im 

Devisenhandel dabei und somit als erster im Bilde, wie sich das Vermögen der 

Privatkläger als Folge der Kommissionen rasant verminderte.  

 4.2.  Die Anklage wirft den Beschuldigten gewerbsmässiges Handeln vor. 

Sie hätten die H._____ AG im dritten Quartal 2005 als leeren Gesellschaftsmantel 

ohne Aktiven und Passiven übernommen, um dann für die Firma möglichst viele 

Vermögensverwaltungsaufträge für Devisenhandel zu akquirieren und grundsätz-

lich jede Gelegenheit zu einem Vertragsabschluss zu nutzen. Sie hätten dabei die 

Absicht verfolgt, ihre Arbeitskraft weitgehend in den Dienst der H._____ AG zu 

-  37  - 

stellen und einen Umsatz zu erzielen, der es ihnen ermöglichen sollte, jedem von 

ihnen einen Jahreslohn in der Grössenordnung von Fr. 300'000 auszuzahlen (An-

klageziffer 3, 4 und 6). Der Beschuldigte bestritt diese Darstellung der Anklage 

nicht (Urk. 14/210720 f.; Urk. 20/1 S. 9 f. und S. 12 f.), ebenso wenig wie die Ver-

teidigung. Die Vorinstanz hat die Gewerbsmässigkeit bejaht. Auf ihre zutreffenden 

Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 38 S. 31 f.). 

 5.  Zusammenfassung 

 Der Beschuldigte A._____ hat sowohl die objektiven wie subjektiven Tatbe-

standsmerkmale des gewerbsmässigen Wuchers gemäss Art. 157 Ziff. 1 in Ver-

bindung mit Ziff. 2 StGB erfüllt. Er hat die Unerfahrenheit der Anleger im Devisen-

geschäft, insbesondere bezogen auf das Kommissionsrisiko, mittels krass über-

höhter Kommissionslast ausgebeutet, um sich (bzw. über die H._____ AG) ein 

regelmässiges Auskommen zu verschaffen. Im Gegensatz zur Vorinstanz ist da-

bei – wie vorstehend ausgeführt (Ziff. IV.A.2.2.) die Strafbarkeit der Handlungen 

nicht auf einen bestimmten Kundenkreis zu beschränken. Das Handeln der Be-

schuldigten war, wie dies in der Gewerbsmässigkeit zum Ausdruck kommt, auf 

unbestimmt viele ausgerichtet. Wie in Anklageziffer 20 umschrieben, ist in jenen 

Fällen, wo ein erfahrener Kunde ohne nähere Prüfung das Angebot der H._____ 

AG annimmt und damit der Kausalverlauf unterbrochen wird, mithin sich die sub-

jektiv gewollten Tatbestandsmerkmale nicht erfüllt haben, Versuch anzunehmen. 

Dieser geht im entsprechenden vollendeten gewerbsmässigen Delikt auf (BGE 

123 IV 117). 

B. Betrug 

 1.  Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges u.a. schuldig, 
wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jeman-

den durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 

und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst 

oder einen andern am Vermögen schädigt. 

-  38  - 

 2.  Der zentrale Vorwurf der Staatsanwaltschaft geht dahin, dass die 
vom Beschuldigten A._____ und den Mitbeschuldigten generierten Kom-
missionserträge durch arglistige Täuschung der Anleger ermöglicht wur-
den. Nicht vorgeworfen wird dem Beschuldigten, er habe die Geschädigten arglis-
tig zu Devisenhandel verführt und sie mittels Fehlspekulation geschädigt. 

 Der Betrugsvorwurf beschlägt zum einen das Verhalten des Beschuldigten 

A._____ und seiner Mitbeschuldigten G._____ und F._____ im Hinblick auf die 

Akquisition der Kunden mittels arglistiger Täuschung bezüglich der mit der De-
visenanlage verbundenen Handelsstrategie, welche zufolge der Kommissions-
last den Anlegern keine realistische Perspektive bezüglich der Beteiligung an ei-

nem allfälligen Handelsgewinn gegeben habe. Dabei sei das Vorgehen insofern 

arglistig gewesen, als in den Vertragsunterlagen (den sog. Formularsets) die 

Kommissionsrisiken nicht leicht zu erkennen gewesen seien und sodann die Onli-

ne-Abfrage bei K._____ selbst für aufmerksame und kritische Kunden aus ver-

schiedenen Gründen keine Möglichkeit zur Aufklärung über die Bedeutung der In-

terbank-Kommission geboten habe (Anklageziffer 12, 13, 15 und 17). Zum ande-

ren wird ihnen eine arglistige Täuschung der Kunden betreffend die Vertrau-
ensgrundlagen bei der Akquisition vorgeworfen, indem sie eine Unternehmens-
tradition, eine Bereitschaft zur regelmässigen und wahrheitsgemässen 
schriftlichen Information über die Entwicklung der Anlage und (für einen 
Teil der Anleger) einen Handelsstopp bei Eintritt eines 30 % Verlustes des 
eingezahlten Kapitals vorgespiegelt hätten (Anklageziffer 19).  

 3.1.  Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit den verschiedenen, von den 

Beschuldigten eingesetzten und in der Anklage umschriebenen Täuschungsele-

menten auseinandergesetzt. Sie ist dabei unter Wiedergabe und Würdigung der 

verschiedenen Beweismittel zum Schluss gelangt, dass mit der Anklägerin als er-

stellt zu betrachten sei, dass die Beschuldigten (und damit auch der Beschuldigte 

A._____) die Kunden der H._____ AG über die wahren Kommissionsbelastungen 

arglistig getäuscht hätten, diese die Kommissionsrisiken somit nicht leichthin hät-

ten erkennen können (betr. Täuschungsmittel Formularset). Ebenso hätten die 

Beschuldigten mit ihren monatlichen Abrechnungen die Privatkläger über den 

-  39  - 

wahren Bestand ihrer Anlagen getäuscht, und dies auch dann, wenn sich diese 

beim Beschuldigten nach dem Grund für die Differenz zwischen den online abruf-

baren Daten und jenen der H._____-Abrechnungen erkundigt hätten. Insoweit 

wird damit die mangelnde Transparenz betreffend effektiven Kontoständen als 

arglistiges Täuschungselement als erstellt betrachtet. Ebenso geht die Vorinstanz 

davon aus, dass die Sicherung (Handelsstoppklausel bei 30 % Verlust) einzelnen 

Anlegern lediglich vorgetäuscht worden sei, ohne dass sich der Beschuldigte 

A._____ jemals wirklich hätte daran halten wollen. Zur Vermeidung unnötiger 

Wiederholungen kann vorab auf diese zutreffenden Erwägungen im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden (Urk. 38 S. 33–73). 

 3.2. Der eingeklagte Sachverhalt bzw. die Erkenntnisse der Vorinstanz be-

ruhen insbesondere auf den Aussagen des Beschuldigten A._____, der Mitbe-

schuldigten G._____ und F._____ sowie einer ganzen Reihe von Privatklägern 

(S._____ [Privatkläger 3], BL._____ [Privatklägerin 5], E._____ [Privatkläger 7], 

B._____ [Privatklägerin 13], D._____ [Privatkläger 16], BQ._____ [Privatkläger 

25], BR._____ [Privatkläger 26], BE._____ [Privatklägerin 28], Q._____ [Privat-

kläger 33], BS._____ [Privatkläger 35] und BT._____ [Privatkläger 46]). Sodann 

wurde auch BN._____, Sohn der Privatklägerin 3 und Ehemann der Privatklägerin 

17 sowie weitere Personen aus dem Umfeld der H._____ AG einvernommen, wie 

BU._____, Treuhänder und Buchhalter der H._____ AG, BD._____, Administrator 

und Riskmanager und ab Januar 2007 Geschäftsführer der H._____ AG sowie 

R._____, Verwaltungsratspräsident der K._____. Wichtige Erkenntnisse ergaben 

sich aus dem Bericht des Wirtschaftsprüfers BV._____. Die Vorinstanz würdigte 

sodann die entsprechenden Urkunden (Formularset, Vermögensausweise etc.). 

Zusammenfassend und teilweise ergänzend kann zunächst in prozessualer Hin-

sicht Folgendes festgehalten werden: 

 3.2.1. Die Vorinstanz hat zu Recht unter Hinweis auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung (BGer 6B_466/2008, Urteil vom 15. Dezember 2008, E.3.3.) er-

wogen, dass bei einem serienmässig begangenen Betrug, wo das Handlungs-

muster des Täters auf eine ganze Opfergruppe angelegt ist, das Gericht, soweit 

die Einzelfälle in tatsächlicher Hinsicht gleichgelagert sind und sich bezüglich Op-

-  40  - 

fergesichtspunkten nicht wesentlich unterscheiden, das Tatbestandsmerkmal na-

mentlich der arglistigen Täuschung, zunächst in allgemeiner Weise für alle Ein-

zelhandlungen gemeinsam prüfen darf. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehal-

ten, dass vorliegend die Anleger über die Mitbeschuldigten F._____ und G._____ 

oder über Vertriebspartner zur H._____ gekommen seien. Allen Kunden seien 

Formularverträge der K._____ und der H._____ vorgelegt und gleichermassen er-

läutert sowie darstellungsgleiche Abrechnungen zugestellt worden (Urk. 38 S. 33 

mit Verweisen auf Erw. 5.3.1. g (S. 39) und 5.3.3. g (S. 53). Die Einzelfälle seien 

gleichgelagert und würden sich nicht wesentlich unterscheiden. Zu ergänzen ist 

noch, dass allfällige Unterschiede hinsichtlich Opfergesichtspunkten ohne Bedeu-

tung sind, soweit auch bei Kunden, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt bei 

ähnlichen, mit anderen Firmen abgewickelten Geschäften zu Verlust gekommen 

waren und denen eine gewisse Geschäftserfahrung attestiert werden muss, Arg-

list zu bejahen ist (BGer 6B_466/2008, Urteil vom 15. Dezember 2008, E. 3.3.).  

 Es liegt somit ein eigentliches Seriendelikt vor, so dass eine vertiefte Ausei-

nandersetzung mit Einzelfällen nicht erforderlich ist. 

 3.2.2. Die Vorinstanz verzichtete auf die Würdigung der von den Privatklä-

gern eingeholten schriftlichen Berichte. Wie bereits vorstehend unter dem Tatbe-

stand des Wuchers erwähnt, wurden von der Untersuchungsbehörde von einer 

Vielzahl von Geschädigten schriftliche Berichte im Sinne von Art. 145 StPO ein-

geholt (vgl. entsprechende Urk. in Ordner 34–39). Der Beweiswert dieser schriftli-

chen Berichte ist zwar insofern beschränkt, als sie nur an Stelle von Einvernah-

men treten, soweit ihr Wahrheitsgehalt nicht bestritten ist und sie beweismässig 

bedeutsam sind (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 145 N 7). Da im 

vorliegenden Fall mit den vorstehend einvernommenen Privatklägern der Sach-

verhalt beweismässig genügend abgesichert ist, kann unabhängig davon, ob der 

Wahrheitsgehalt der schriftlichen Berichte von der Verteidigung bestritten wird, 

auf die Angaben zumindest ergänzend abgestellt werden. Eine Durchsicht dieser 

schriftlichen Berichte führt dabei zu einer zusätzlichen Bestätigung der bisherigen 

beweismässigen Erkenntnisse.  

-  41  - 

 3.2.3. Die Vorinstanz ist zutreffend von der Verwertbarkeit der Aussagen der 

Privatkläger und der weiteren Mitbeteiligten ausgegangen, was zu Recht von der 

Verteidigung auch nicht moniert wurde. Der Wirtschaftsprüfer BV._____ erstattete 

den Bericht vom 23. Dezember 2011 (Urk. 1/002001 ff.) nicht als Sachverständi-

ger gemäss Art. 182 ff. StPO. Mithin ist deshalb von einem schriftlichen Bericht im 

Sinne von Art. 195 StPO auszugehen. Die Verteidigung und der Beschuldigte hat-

ten gegen diesen Bericht keine substantiierten Einwendungen vorgebracht. Der 

Einwand, der Wirtschaftsprüfer sei von einem nicht richtigen Hebeleffekt ausge-

gangen, wurde vorstehend abgehandelt (Ziff. IV.A.2.1.4.2). Im Übrigen beschlägt 

diese Kritik nicht die Erhebung der Zahlen als solche, wie sie in die Anklageschrift 

Eingang gefunden haben. Der Bericht ist deshalb verwertbar.  

 3.3.1. Was nun die Täuschung der Privatkläger über die Kommissionsrisiken 

angeht, so ist Folgendes festzuhalten. Die Aussagen der Privatkläger betreffend 

Vorgehen der Beschuldigten beim Vertragsabschluss zeigen ähnliche Muster 
bei den Gesprächsabläufen (vgl. dazu auch bereits vorstehend Ziff. IV.B.2.2.6.). 

Bei nicht besonders versierten Anlegern verliefen die Gespräche in der Regel 

kurz; das Ziel war nicht eine umfassende Aufklärung der Privatkläger über die 

Handelsrisiken bzw. insbesondere Kommissionsrisiken. So schilderte B._____ als 
Privatklägerin detailliert den Ablauf der Gespräche. Realistisch ist insbesondere 

die Reaktion des Mitbeschuldigten F._____, dem Wortführer, der ihren Wunsch 

nach Durchlesen der Verträge mit der Bemerkung abtat, dies würde Stunden 

dauern (Urk. 14/210558 f.). Die Privatkläger BR._____ und BE._____ schilderten 
die gleiche rasche Vorgehensweise bei der Vertragsunterzeichnung. Keiner die-

ser Privatkläger hat angeführt, er sei auf die Interbank-Kommission hingewiesen 

worden bzw. er habe sich darüber Gedanken gemacht (Urk. 14/210597, 

14/210607). BN._____ als bereits erfahrener Anleger (bei der „BO._____“) und 

federführend für verschiedene Verwandte und Bekannte, bestätigte ebenfalls eine 

relative, oberflächliche und saloppe Besprechung des Vertragswerks. Auch der 

Treuhänder BU._____, der einmal bei einer Vertragsunterzeichnung dabei war, 

bestätigt diese Erkenntnisse, wonach der Vertrag ungelesen unterschrieben wor-

den sei und die Kommissionen nicht zur Sprache gekommen seien. Auch versier-

tere Privatkläger, wie Q._____ oder D._____, haben zwar Kenntnis der Vertrags-

-  42  - 

bestimmungen gehabt, aber auch sie haben die Auswirkungen der sog. Volumen-

kommission nicht verstanden (Urk. 14/210575; 14/210490). Der Privatkläger 

BT._____ war einer der wenigen Anleger, dem die Gebühren bewusst waren, inkl. 
Retrozessionen (Urk. 14/210766). Insgesamt zeichnen diese Aussagen der Pri-

vatkläger ein glaubhaftes Bild über die Vertragsunterzeichnungen. Die Aussagen 

der Mitbeschuldigten G._____ und F._____, wonach die Anleger über die Kom-

missionsrisiken aufgeklärt worden seien, wirken dem gegenüber nicht überzeu-

gend und vermögen die Darstellung der Privatkläger bzw. der darauf basierende 

Anklagesachverhalt nicht in Zweifel zu ziehen. Daran ändert nichts, dass sie al-

lenfalls die Anleger auf das Risiko eines Totalverlustes hingewiesen haben, wie 

der Mitbeschuldigte G._____ erklärte. Zu Recht behauptet er denn auch nicht, er 

habe das Risiko eines Totalverlusts teilweise bedingt durch das Kommissionsrisi-

ko erklärt. Dass die Formulare von der K._____ vorgegeben gewesen seien, so 

der Beschuldigte A._____, entbindet die Beschuldigten indessen nicht von der In-

formationspflicht der Anleger, insbesondere über das Kostenrisiko der Anlage.  

 Dass die Kommissionsbestimmung im Vertragswerk sodann sehr unüber-

sichtlich in der Vollmachterklärung aufgeführt war, wurde bereits vorstehend unter 

Erw. IV.A.2.2.3. angeführt.  

 Eine transparente Information der Anleger über die Kosten hätte erfordert, 

dass die Kosten alle auf einem Blatt aufscheinen, wie die einmalige Grundgebühr 

und die Performance Fee. So jedoch wurde eine gewollte Unübersichtlichkeit ge-

schaffen. Dazu kommt, dass die Angabe der Interbankkommission pro gehandelte 

Million die Anleger, welche einen Bruchteil davon auf ihr Konto einbezahlt hatten, 

über die Auswirkungen dieser Gebühr im Unklaren liess. Auch wenn die Hebel-

wirkung im Zusammenhang mit dem Devisenhandel sicher zur Sprache kam, war 

die Verbindung zu dieser Kommission ohne besonderen Hinweis für den Anleger 

nicht erkennbar. Eine solche Aufklärung hat nicht stattgefunden. Damit wurden 

die Anleger über die Höhe der anfallenden Interbank-Kommission und dem damit 

verbundenen Kostenrisiko bei der Vertragsunterzeichnung getäuscht.  

 3.3.2. Als weitere Täuschungshandlung wirft die Anklage dem Beschuldigten 

vor, bei den Anlegern den Eindruck hervorgerufen zu haben, sie würden über 

-  43  - 

ihren Vermögensstand auf dem Laufenden gehalten, sei es ‚online‘ bei der 
Handelsplattform K._____, sei es über monatliche Vermögensausweise. Aus den 

Aussagen der Privatkläger geht hervor, dass einige Privatkläger keinen Online-

Zugriff hatten (B._____, D._____, BR._____, trotz Abmahnung keine Login-

Daten; BE._____, Q._____ [keine Rede von Login-Daten]; BT._____). Jene Pri-

vatkläger, die den Online-Zugriff erhalten hatten (S._____, E._____) gaben an, 

dass sie die Zahlen nicht verstanden bzw. diese nicht mit den Abrechnungen der 

H._____ AG übereingestimmt hätten. Auch sei der Zugriff nicht immer möglich 

gewesen. Der Privatkläger BQ._____ gab an, die Daten seien undurchsichtig und 

nicht zu interpretieren gewesen. Er habe sich auf die monatlichen Kontoauszüge 

verlassen. Aus den Aussagen geht auch klar hervor, dass bei Nachfragen der Pri-

vatkläger betreffend Differenzen zwischen dem tieferen Online-Kontostand und 

dem Kontostand gemäss dem monatlichen Kontoauszug der Beschuldigte 

A._____ sie mit Erklärungen zu beruhigen versuchte. So äusserte er sich gegen-

über E._____ dahingehend, dass die Online-Daten nur die geschlossenen Positi-

onen aufzeigten, dass alles was im Handel sei, da nicht dabei sei. Er habe explizit 

gesagt, dass das als Sicherheit für den Devisenhandel verwendete Kapital in der 

Online-Abrechnung der K._____ nicht mehr als Teil des Kundenkapitals ausge-

wiesen werde. Die Margin werde blockiert und auf dem Account sei nur das Geld, 

dass aktuell gerade noch für den Handel verwendet werden könne 

(Urk.13/210303 f.). Damit ist aber auch der Einwand des Beschuldigten A._____ 

anlässlich der Berufungsverhandlung widerlegt, wonach die Kunden von den Mit-

beschuldigten F._____ und G._____ falsch informiert worden seien und er nur die 

Daten der K._____ übermittelt habe. Vielmehr hat er auch aktiv zur Fehlinformati-

on der Kunden beigetragen und kann sich damit nicht aus der Verantwortung 

schleichen (Urk. 77 S. 6 i.V.m. Prot. II S. 24 ff.). Aus allen Aussagen geht klar 

hervor, dass sich die Privatkläger mit Blick auf die monatlichen Kontoauszüge der 

H._____ AG, was den Vermögensbestand ihrer Anlage angeht, in Sicherheit 

wiegten. Auch für BN._____ waren die monatlichen Auszüge der H._____ AG 

verbindlich, deshalb habe für ihn keine Veranlassung bestanden, sich um Login-

Daten zu bemühen. Selbst für BD._____, Administrator und Riskmanager der 

H._____ AG, waren die Online-Daten unverständlich, da diese total kompliziert 

-  44  - 

gewesen seien (Urk. 13/210005). BU._____, der Treuhänder der H._____ AG, 

bezweifelte, dass Kunden auf der Online-Plattform riskante hängige Positionen 

hätten feststellen können. Das Problem hätten auch die Kunden gehabt (Urk. 

14/210658). R._____, CEO der K._____, erklärte bzgl. der Informationen betref-

fend Kommissionen, die Angabe von Nettopreisen sei in der Branche üblich. Die 

Kunden hätten aber jederzeit Auszüge mit Bruttokursen und Kommissionen ver-

langen können (Urk. 13/210208 f.). Er gab sodann auch an, dass die Online-

Abfrage anfänglich wegen technischer Probleme erschwert war. Diese Aussagen 

werden vom Wirtschaftsprüfer BV._____ bestätigt. So konnten bis November 

2006 nur nichtssagende und unverständliche Zahlen abgerufen werden, insbe-

sondere keine offenen Positionen und nach Umstellung des Systems habe das 

System noch immer keine Kommissionsbelastung gezeigt (Urk. 8/160006).  

 Dagegen vermögen die Ausflüchte der Beschuldigten nicht anzukommen, 

insbesondere was die angeblich einfache Lesbarkeit der Online-Abfrage angeht, 

woraus die Equity hervorgegangen sei, was der (eigentliche) Vermögensstand 

nach Abzug der offenen Positionen wiedergegeben habe (Beschuldigter A._____) 

bzw. den Kunden seien nur die geschlossenen Positionen mitgeteilt worden, da 

die Darstellung der offenen Positionen schwierig gewesen sei (Mitbeschuldigter 

F._____). Der Mitbeschuldigte G._____ habe der Angabe von A._____ vertraut, 

dass der Verlust im Handel wieder mit offenen Positionen aufgefangen werden 

könne, was er den Kunden so mitgeteilt habe. 

 Insgesamt ergibt sich auch hier ein Bild vom Vorgehen der Beschuldigten, 

die den Privatklägern transparente Informationen über die Entwicklung ihrer Anla-

ge versprochen haben (Online-Abfrage, monatliche Kontoauszüge und mündliche 

Auskünfte), aber im Ergebnis gerade das Gegenteil bewirkten. Mit diesen Täu-

schungsmanövern bewirkten sie zunächst den Aufbau einer Vertrauensposition 

betr. Rechtschaffenheit ihres Vorgehens, was bei der Akquisition eine entschei-

dende Rolle für die Entscheidung der Anleger spielte, ihr Geld der H._____ AG 

anzuvertrauen. Dieses Verhalten führte sodann dazu, dass die Anleger das Geld 

bei der H._____ AG beliessen und einige noch zusätzlich Gelder investierten. 

-  45  - 

 Im Zusammenhang mit dem Aufbau der Vertrauensposition spielt auch die 

vorgespiegelte Unternehmenstradition eine Rolle, welche die Vorinstanz zu Un-
recht verneint (Urk. 38 S. 62 ff., S. 65). Der Prospekt (Urk. 26/312109–119) zeigt 

klar die Intentionen der Beschuldigten ("Traditionen prägen eine Gesellschaft 

Traditionen vergehen nie"; "H._____ AG steht für Tradition und Kontinuität" (Urk. 

26/312110). Vor diesem Hintergrund wirkt die Aussage des Beschuldigten 

A._____, die (Jahres)zahl 19.. sei aus rein gestalterischen Aspekten im Firmenlo-

go verwendet worden, als weitere Ausrede. Selbst der kurze Zeit als Verwaltungs-

rat amtierende BW._____ beanstandete bei seinem ersten Treffen mit den Mitbe-

schuldigten F._____ und G._____ diese irreführende Angabe (Urk. 38 S. 64). Der 

Privatkläger BS._____ ging deswegen von einer seriösen Firma aus (Urk. 38 S. 

63). Wo sich die Privatkläger durch diese Angabe nicht täuschen liessen, ist von 

einem Versuch auszugehen. 

 Diese Täuschungshandlungen erlaubten den Beschuldigten, mit dem Han-

del weiter unbehelligt Kommissionseinnahmen zu generieren, ohne Gefahr zu lau-

fen, dass die Privatkläger ihre Gelder abziehen würden.  

 Vorliegend von Bedeutung im Hinblick auf den Vorwurf der Täuschung der 

Anleger ist nicht das Verheimlichen der eigentlichen Fehlspekulation, sondern das 

Verhindern der Wahrnehmung derselben. Die Privatkläger hatten damit keine 

Entscheidungsgrundlage, um auf den Vermögensverlust mit einem Rückzug der 

Anlage zu reagieren.  

 Auch aufgrund der monatlichen Vermögensausweise der H._____ AG waren 

die Privatkläger nicht in der Lage, den richtigen Vermögensstatus und insbeson-

dere die Kommissionslast zu erkennen (dazu mehr unten). 

 3.3.3. Zu Recht als erstellt erachtet hat die Vorinstanz sodann – wie bereits 

erwähnt – als weitere Täuschungshandlung die monatlichen Zusendungen von 

falschen Abrechnungen (Urk. 38 S. 49 ff.). Der Wirtschaftsprüfer hat gestützt 
auf die Angaben der K._____ eine nach Monaten gegliederte Aufstellung über die 

Kundeneinzahlungen, Auszahlungen an Kunden, Gebühren und Kommissionen 

sowie den Handelserfolg erstellt betreffend das Konto L1._____. Diese Zahlen 

-  46  - 

wiederspiegeln die sog. Equity (= effektives totales Guthaben der Kunden im Fal-
le der Kontosaldierung). Diese Berechnungen wurden von der Verteidigung zu 

Recht nicht in Zweifel gezogen (Urk. 26 S. 2 ff.). Für 13 Privatkläger wurde dabei 

ein Vergleich zwischen diesen Equity-Zahlen und jenen in den monatlichen Ab-

rechnungen der H._____ AG gemacht, festgehalten in der Anklageschrift auf den 

Seiten 56–70 (Urk. 2). Diese Zahlen zeigen mit aller Deutlichkeit die Diskrepanz 

zwischen wirklicher Werteentwicklung und der von den Beschuldigten vorgespie-

gelten. Dabei kann sich der Beschuldigte nicht damit retten, dass die H._____ AG 

den Privatklägern nur die sog. Balance-Zahlen (= getätigte Einlagen und Bezüge, 
die belastenden Gebühren und die realisierten Transaktionserlöse) mitgeteilt ha-

be, mithin nur die geschlossenen Positionen und nicht die nicht realisierten Ge-

winne und Verluste. Denn auch diese Abrechnungen entsprachen nicht der 

Wahrheit, so der Gutachter (Urk. 1/002005). Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht 

darauf hingewiesen hat, ergibt sich dies bereits unter Berücksichtigung der mo-

natlichen, an die H._____ AG ausbezahlten Kommissionen (Urk. 24/2 S. 1 f.; vgl. 

dazu Anklageziffer 11). Da diese sodann auch nach Ansicht des Beschuldigten 

nur bei geschlossenen Positionen anfallen, hätten sie erst Recht auf den Abrech-

nungen über eine Verminderung der Balance-Zahlen aufscheinen müssen, was 

aber nicht der Fall ist.  

 Die Kommissionsbelastung bzw. das Ausmass dieser Belastung war dem-

nach für die Privatkläger aufgrund der monatlichen H._____-Auszügen nicht er-

sichtlich. 

 Nebst dem falschen Kontostand wurde den Privatklägern auch noch eine 

monatliche "Kommissionsabrechnung" zugestellt, welche ab August 2006 in 
"Renditebeteiligung" umbenannt wurde (vgl. z.B. Urk. 26/312065–76 und 
26/312047–064). Auch auf diesen Abrechnungen sind die Kommissionsbelastun-

gen nicht ersichtlich. Es handelt sich um eine Teil-Rückerstattung der von der 

H._____ AG erhaltenen Retrozession auf der Volumenkommission (so auch der 

Wirtschaftsprüfer BV._____, Urk. 1/002005). Die Umbenennung in "Renditebetei-

ligung" änderte nichts am Informationsgehalt für die Privatkläger. Sie diente in-

dessen dazu, die wirtschaftliche Natur dieser Rückerstattung weiter zu verschlei-

-  47  - 

ern. Die Erklärung des Beschuldigten, die Bezeichnung mit Renditebeteiligung sei 

für die Privatkläger aus steuerlicher Sicht vorteilhafter gewesen (Urk.14/210731 f.; 

auch an der Berufungsverhandlung Prot. II S. 18 f.), ist nicht nachvollziehbar, stel-

len diese Auszahlungen grundsätzlich eine abzugsfähige Verminderung der In-

vestitionskosten dar und keinen steuerpflichtigen Ertrag. Dass sich die Privatklä-

ger über die Natur dieser Auszahlung täuschen liessen, geht aus den Einvernah-

men hervor (u.a. D._____, BR._____, BS._____, BT._____; vgl. Zusammenfas-

sung in Urk. 38 S. 58–60), aber auch aus den schriftlichen Stellungnahmen (z.B. 

BB._____, Urk. 28/326068). Entgegen der Vorinstanz (Urk. 38 S. 61) ist gestützt 

auf diese Aussagen davon auszugehen, dass sich zumindest ein Teil der Privat-

kläger über die wirtschaftliche Natur dieser Auszahlungen hat täuschen lassen 

und von einer positiven Entwicklung ihrer Anlage ausging. Daran vermag auch 

nichts zu ändern, dass die ursprüngliche Bezeichnung mit Kommissionsabrech-

nung überschrieben war, glaubten doch einige Anleger, dies sei Teil eines Ge-

winns und nicht nur eine Verminderung ihrer Anlagekosten (E._____; Urk. 38 S. 

58).  

 3.3.4. Die Anklage bringt als weiteres Element zur Vortäuschung einer Ver-

trauensgrundlage die angebliche Handelsstoppklausel bei 30 % Verlust vor 
(Urk. 2 S. 26). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass erwiesen sei, dass die Be-

schuldigten mit einem Teil der Kunden eine solche Handelsstoppklausel verein-

bart hätten; ebenso sei erstellt, dass die Beschuldigten diese Zusage einer Absi-

cherung der Anlage gegenüber den Kunden abgegeben hätten, ohne dass dies 

zu jenem Zeitpunkt, Ende 2005 bis 2006, technisch möglich gewesen wäre. So-

dann sei erwiesen, dass diese Handelsstoppklausel als Verkaufsargument ge-

dient habe. Die Aussage des Beschuldigten, erst Ende 2006 von den Mitbeschul-

digten über diese Klausel informiert worden zu sein, hat die Vorinstanz zu Recht 

als unglaubhaft gewürdigt (Urk. 38 S. 73). Die Vorinstanz geht wie die Anklage 

davon aus, dass die Beschuldigten die Handelsstoppklausel nicht hätten befolgen 

wollen. Nach ihrem Dafürhalten lasse sich aber nicht erstellen, dass die Beschul-

digten damit beabsichtigt hätten, den Kunden weiterhin möglichst viele Kommissi-

onen zu ihren Gunsten zu belasten (Urk. 38 S. 73). 

-  48  - 

 Dieser Einschätzung kann nicht gefolgt werden. Die Aussagen des Beschul-

digten zur Handelsstoppklausel sind sehr widersprüchlich. Bei der ersten polizeili-

chen Befragung nimmt er zu diesem Vorhalt nicht direkt Stellung, sondern ver-

weist darauf, die Kunden hätten das Risiko eines Totalverlustes bei Vertragsab-

schluss gekannt (Urk. 21/230019). Bei der von der Staatsanwaltschaft an die Po-

lizei delegierten Einvernahme vom nächsten Tag wiederholt er zunächst die To-

talverlustakzeptanz der Anleger. Alsdann brachte er vor, dass bei offenen Positio-

nen kein eigentlicher Verlust realisiert worden sei. Als es dann Ende 2006 zu ei-

nem Crash auf Dollar und Pfund gekommen sei, sei es schon zu spät gewesen,