# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae3852f6-eb30-58f8-9632-2fb5fc7f7e78
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.04.2015 PQ140077
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ140077_2015-04-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ140077-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichterin lic. iur. M. Stamm-

bach sowie Gerichtsschreiber lic. iur. T. Engler. 

 

Beschluss und Urteil vom 9. April 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. X._____,  

 

gegen 

 
B._____,  

Beschwerdegegner 

 

betreffend Besuchsrecht 

 
Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 22. Oktober 

2014 i.S. C._____, geb. tt.mm.1999, D._____, geb. tt.mm.2001, und E._____, 
geb. tt.mm.2004; VO.2014.32 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Win-

terthur-Andelfingen) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

 

1. A._____ (Beschwerdeführerin) und B._____ (Beschwerdegegner) sind die 

seit Mai 2009 geschiedenen Eltern von C._____, geboren tt.mm.1999, D._____, 

geboren tt.mm.2001 und E._____, geboren tt.mm.2004. Der Einzelrichter des Be-

zirksgerichtes Andelfingen änderte mit Entscheid vom 18. Juni 2012 das Schei-

dungsurteil aus dem Jahre 2009 gestützt auf eine vollständige Vereinbarung der 

Eltern ab und stellte C._____ unter die alleinige elterliche Sorge des Vaters und 

die beiden Mädchen unter die alleinige elterliche Sorge der Mutter (act. 10/3). Der 

Einzelrichter legte sodann gestützt auf die getroffene Vereinbarung der Eltern das 

Besuchsrecht fest und errichtete - wie von den Eltern beantragt - eine Besuchs-

rechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB. Der Beistand wurde mit der Auf-

gabe betraut, zusammen mit den Parteien die Detailregelungen des Kontaktes 

zwischen den Eltern und den Kindern festzulegen. Als Beiständin wurde F._____, 

c/o Zentrum ..., Jugend- und Familienberatung …, ernannt. Streitgegenstand sind 

diese Detailregelungen des Besuchsrechts und der nach Auffassung der Eltern 

immer wieder unstimmig stattfindende Kontakt zwischen D._____ und E._____ 

und dem Vater. Die Auseinandersetzung hat sich akzentuiert, nachdem B._____ 

kund tat, er würde ins Berner Oberland umziehen. Er sah sich aufgrund der räum-

lichen Distanz nicht mehr im Stande, seine Töchter jedes zweite Wochenende auf 

Besuch zu nehmen und beantragte eine Reduzierung des Besuchsrechts auf 

einmal im Monat. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Bezirke Win-

terthur-Andelfingen (KESB) trug dieser Änderung des Wohnsitzes des Vaters 

Rechnung und passte in ihrem Entscheid vom 31. März 2014 das Besuchsrecht 

den neuen Gegebenheiten an (act. 10/66). Im Übrigen kann, um unnötige Wie-

derholungen zu vermeiden, und weil heute nicht mehr rechtserheblich, für die um-

fangreiche Prozessgeschichte auf die Darstellung im Entscheid der KESB verwie-

sen werden (act. 10/66  

S. 1-6). Eine von der Mutter gegen diesen Entscheid der KESB eingereichte Be-

schwerde wies der Bezirksrat Winterthur mit Urteil vom 22. Oktober 2014 weitge-

hend ab (act. 10/74= act. 7/13 = act. 6). Innert Frist liess die Mutter Beschwerde 

- 3 - 

gegen das Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 22. Oktober 2014 einreichen 

und stellte verschiedene Anträge, welche vor allem Detailregelungen des Be-

suchsrechts betreffen (act. 2 S. 2 f.):  

"1. Das Wochenendbesuchsrecht sei wie folgt zu regeln:  

Der Beschwerdegegner ist berechtigt und verpflichtet, die unter der Obhut der Be-

schwerdeführerin stehenden Kinder D._____ und E._____ alle 28 Tage auf seine 

Kosten zu oder mit sich auf Wochenendbesuch zu nehmen.  

Die Übernahme der beiden Kinder D._____ und E._____ durch den Beschwerde-

gegner erfolgt jeweils freitags um 18:30 im Bahnhof H._____ und die Rückreise am 

Sonntag derart, dass die Kinder um 20:08 in I._____ (Bus von …) eintreffen.  

Das Wochenendbesuchsrecht darf nur mit D._____ und E._____ gemeinsam aus-

geübt werden.  

 2. Der Beschwerdegegner wird berechtigt und verpflichtet, auf eigene Kosten D._____ 

und E._____ an Ostern (Karfreitag, 09:00 Uhr, bis Ostermontag, 18:00 Uhr), sowie 

wahlweise an Auffahrt, Donnerstag 09:00, bis Sonntag 18:00 Uhr, oder an Pfings-

ten, Freitag 18:00 bis Montag 18:00 mit sich zu Besuch zu nehmen.  

 Das Feiertagsbesuchsrecht (z.B. Auffahrt oder Pfingsten) hat der Beschwerdegeg-

ner der Beschwerdeführerin jeweils acht Wochen zum voraus bekannt zu geben.  

 3. Die Beschwerdeführerin ist berechtigt, die drei Kinder C._____, D._____ und 

E._____ während zwei Wochen im Jahr zusammen in die Ferien zu nehmen.  

 4. Der Beschwerdegegner ist berechtigt und verpflichtet, die Kinder auf seine Kosten 

zwei Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Mädchen 

D._____ und E._____ sind zusammen in die Ferien zu nehmen.  

 Die Mädchen D._____ und E._____ sind an ihrem Wohnsitz in die Ferien abzuho-

len und wieder dort hin zu bringen.  

 Winterferien ausgeschlossen, sofern die beiden Mädchen nicht parallel Winterferien 

haben.  

 Die Ferien sind bis spätestens Ende Januar eines jeden Jahres definitiv festzule-

gen.  

- 4 - 

 5. Bei der Ausübung des Besuchsrechts sind beide Parteien verpflichtet, bei Ver-

spätungen den anderen mindestens 30 Minuten vorher und zwar per sms zu orien-

tieren.  

 Bei Zugsfahren der beiden Mädchen nach H._____, im Fall, in dem der Beschwer-

degegner D._____ und E._____ in I._____ ahholt sowie bei zwingender Verhinde-

rung des Beschwerdegegners, hat dieser bis zum Abholtag um 14:00 Uhr per sms 

der Beschwerdeführerin Bericht zu geben.  

 6. Bei Dahinfallen von Besuchs- und Ferienrechten infolge Krankheit des Beschwer-

degegners hat dieser binnen fünf Tagen der Beschwerdeführerin ein Arztzeugnis zu 

senden. 

 7. Bei Verhinderung des Beschwerdegegners an der Ausübung des Besuchsrechtes 

ist dieser berechtigt und verpflichtet, dieses innert absehbarer und nützlicher Frist 

nachzuholen.  

 8. Ein erweitertes Besuchs- und Ferienrecht mit Bezug auf D._____ und/oder E._____ 

bedarf der ausdrücklichen Zustimmung der Beschwerdeführerin. 

 Eventuell: Das Urteil des Bezirksrates vom 22. Oktober 2014 sei ganz oder teilwei-
se aufzuheben und das Verfahren sei an diesen zurückzuweisen, zwecks Richtig-

stellung des Sachverhaltes und neuer Entscheidung." 

2.1. Die Beschwerdeführerin liess in einer Noveneingabe vom 10. Dezember 

2014 vorbringen, dass sie in Erfahrung hatte bringen können, dass der Be-

schwerdegegner gar nicht in den Kanton Bern umgezogen sei, sondern nach wie 

vor in J._____ ZH lebe und arbeite. Das Besuchsrecht sei daher mit Ausnahme 

des Ferienbesuchsrechts im Kanton Zürich auszuüben (act. 11 S. 3 oben). Mit 

Verfügung vom 8. Januar 2015 wurde dem Beschwerdegegner Frist zur Erstat-

tung der Beschwerdeantwort angesetzt, und die Prozessleitung im Sinne von Art. 

124 Abs. 2 ZPO an die Referentin delegiert (act. 15). Die Beschwerdeantwort ging 

innert Frist am 6. Februar 2015 beim Gericht ein (act. 17). Der Beschwerdegegner 

schliesst zusammengefasst und im Wesentlichen auf Abweisung der Beschwer-

de, einzig in Bezug auf die Berechnung der Anzahl der Besuchswochenenden 

stellt er den folgenden (sinngemässen) Antrag (act. 17 S. 2):  

- 5 - 

 "Punkt 2  

 Ich möchte aber noch einen Zusatz zur genauen Definition des Feiertags- und Feri-

enbesuchsrecht anhängen. In den Monaten, in denen das Feiertags- und Ferienbe-

suchsrechtsrecht in Anspruch genommen wird, entfällt das Wochenendbesuchs-

recht." 

Der Beschwerdegegner stellte sodann ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspfle-

ge (act. 17 S. 3 unten). Mit Verfügung vom 10. Februar 2015 (act. 20) wurde dem 

Beschwerdegegner Frist angesetzt, um dem Gericht mittels Unterlagen seine 

finanziellen Verhältnisse darzulegen. Ebenso wurde mit genannter Verfügung den 

Parteien zur Wahrung des rechtlichen Gehörs die Telefonnotiz der Referentin 

vom 10. Februar 2015 zugestellt, aus welcher sich die Wochenend- und Ferien-

planung der Beiständin F._____ für das Jahr 2015 ergibt (act. 18 und act. 19). Die 

Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 20. Februar 2015 (act. 24) und der 

Beschwerdegegner mit Eingabe vom 17. Februar 2015 (act. 22) hierzu Stellung. 

Mit Kurzbrief vom 24. Februar 2015 wurden die soeben erwähnten Dokumente 

samt Beilagen der respektiven Gegenseite zugestellt (act. 26/1-2, act. 27/1-2).  

3. Die KESB hat einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung ent-

zogen (act. 10/66 S. 16, Dispositivziffer 16). Da der Bezirksrat nichts anderes an-

ordnete, und vor Obergericht keine entsprechende Anträge gestellt wurden, auch 

kein Anlass auf Wiedererteilung eines Suspensiveffektes besteht, bleibt es bei 

den Anordnungen der KESB (Art. 450c ZGB). Es wurden die Akten von Bezirksrat 

und der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde beizogen (§§ 66 ff. EG KESR; 

act. 7/1-15, act. 8/1-23, act. 9/1-17, act. 10/1-75). Weitere prozessleitende Hand-

lungen wurden nicht getroffen. Auf die Vorbringen der Parteien ist, soweit erfor-

derlich, im Nachfolgenden einzugehen. Die Sache ist spruchreif, wie zu zeigen 

sein wird 

- 6 - 

II. 

 

1. Vorab gilt es festzuhalten, dass der Bezirksrat in seinem 18-seitigen Ent-

scheid vom 22. Oktober 2014 das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht 

verletzte (act. 2 S. 6). Ein Gericht hat auf die Vorbringen einer Partei nur, aber 

immerhin, so weit einzugehen, als es für die Entscheidfindung notwendig ist. Der 

Bezirksrat ist auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 

10. Juni 2014 (act. 7/11/1) eingegangen. Insbesondere hat er ausgeführt, weshalb 

ein Weihnachtsbesuchsrecht nicht explizit festlegt wird (act. 6 S. 11 unten), und 

weshalb er den Beschwerdegegner im Krankheitsfall nicht zu Arztzeugnissen ver-

pflichtet (act. 6 S. 14 unten). Die Beschwerdeführerin ist heute mit H._____ als 

"Antrittsort" bzw. Übergabeort für das Wochenendbesuchsrecht einverstanden. 

Dass ohne Not kurzfristig abgesagte Besuche nicht angehen, weil für die Kinder 

im hohen Masse enttäuschend, weiss der Beschwerdegegner.  

 

2. Aus den unter Ziffer I. hiervor wiedergegebenen Anträgen ist ersichtlich, 

dass die Beschwerdeführerin den angefochtenen Entscheid der KESB nicht in 

grundsätzlicher Art und Weise in Frage stellt. Angefochten waren im erstinstanzli-

chen Beschwerdeverfahren Dispositiv Ziff. 2a, 2b, 3a, 3b und 4 des Entscheides 

der KESB vom 31. März 2014, welche das Besuchsrecht (Wochenend- und Feier-

tagsbesuchs- sowie Ferienbesuchsrecht) regelten. Ausserdem beantragte die Be-

schwerdeführerin, dass der Kindsvater per sms, Mail oder Telefon mitteile, falls 

die Kinder mit mehr als einer halben Stunde Verspätung zurückgebracht würden 

(act. 7/1 S. 2-4). Der Bezirksrat änderte mit seinem Urteil den Entscheid der 

KESB geringfügig mit Bezug auf Dispositiv Ziff. 2 und 3, nahm bezüglich Disposi-

tiv Ziff. 6 eine Modifikation vor und bestätigte im Übrigen den Entscheid der 

KESB. Soweit die Beschwerdeführerin im zweiten Beschwerdeverfahren mit ihren 

Anträgen über diejenigen im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren hinausgeht, 

ist vorab in formeller Hinsicht festzuhalten, dass hierauf nicht eingetreten werden 

kann, soweit es sich nicht aus Gründen der Offizialmaxime als notwendig erweist. 

Gegenstand des zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens sind grundsätzlich 

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Entscheid und Verfahren des Bezirksrates. Mit ihrer zweitinstanzlichen Be-

schwerde will die Beschwerdeführerin im Wesentlichen detailliertere Regelungen 

des Besuchsrechts angefügt haben. Soweit sie inhaltlich dasselbe verlangt, fehlt 

es sowohl an einer materiellen Beschwer wie auch an einem rechtlich schützens-

werten Interesse, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.  

 

In der Sache ist mittlerweile unbestritten, dass sich der Beschwerdegegner per 

23. Dezember 2014 von J._____ ZH nach K._____ BE abgemeldet hat und dort 

wohnt. Ebenso ist anerkannt, dass die beiden Töchter D._____ und E._____ sehr 

gerne zum Vater gehen. Das Besuchsrecht funktioniert (act. 19, act. 24 S. 2). Es 

wird nicht geltend gemacht, dass die Beiständin die ihr übertragenen Aufgaben 

nicht wahrnimmt. Das Problem liegt bei den Eltern. Konkret besteht die Schwie-

rigkeit darin, dass die Eltern nicht miteinander kommunizieren. So müsste es eine 

Selbstverständlichkeit sein, dass sich die Eltern etwa über den Kauf bzw. die Tra-

gung der Kosten eines Jugend GA für die Kinder verständigen können (act. 22 

S. 1 unten). Die Mutter hat den Vater direkt über ihre geplante Reise nach Austra-

lien zu orientieren. Die Parteien werden auf Art. 275a Abs. 1 ZGB hingewie-
sen, wonach die Beschwerdeführerin die Pflicht trifft, den Beschwerdegeg-

ner über besondere Ereignisse im Leben der Kinder zu informieren und vor 

Entscheidungen, die für die Entwicklung der Kinder wichtig sind, anzuhö-
ren. Die Eltern müssen miteinander reden und Abmachungen treffen, auch wenn 

es offensichtlich für sie schwierig ist. Die Eltern werden daher dringend ermahnt, 

dass sie zum Wohle ihrer drei Kinder, die offenbar selbst mit eigenen Problemen 

genug zu tun haben, die Kommunikation miteinander aufnehmen. Sind die Eltern 

dazu nicht im Stande, miteinander zum Wohle ihrer Kinder zu kommunizieren und 

zu kooperieren, müssen sie, und nicht die Kinder, professionelle Hilfe in Anspruch 

nehmen. Keinesfalls geht es an, dass die erst elfjährige E._____ als Bote zwi-

schen den Eltern fungiert. Der Beschwerdegegner ist auf Art. 275a Abs. 2 ZGB 

hinzuweisen, der ihm als Elternteil ohne elterliche Sorge ein Auskunftsrecht zuge-

steht. Der Beschwerdegegner kann bei Drittpersonen wie namentlich bei Lehrern, 

Ärzten, in gleicher Weise wie die Beschwerdeführerin Auskünfte über den Zu-

stand und die Entwicklung von D._____ und E._____ einholen.  

- 8 - 

3.1. Diese Ermahnungen vorausgestellt ist zu den Anträgen der Beschwerdefüh-

rerin festzuhalten, dass die KESB Winterthur-Andelfingen in ihrem Entscheid vom 

31. März 2014 eine sehr ausführliche, den konkreten Verhältnissen Rechnung 

tragende Regelung getroffen hat (act. 10/66 S. 14 ff.). Gemäss KESB Entscheid 

sind die beiden Töchter D._____ und E._____ an 12 Wochenenden pro Jahr von 

Freitag Abend 18 Uhr 30 (Eintreffenszeit im HB Bern) bis Sonntag Abend 20 Uhr 

(Eintreffenszeit in I._____) bei ihrem Vater (act. 10/66 S. 14, Dispositivziffer 2.a). 

Ebenso sind die Feiertagsbesuche im Detail geregelt (act. 10/66 S. 14, Dispositiv-

ziffer 2.b). Sowohl die KESB (act. 10/66 S. 14, Dispositivziffer 6) als auch der Be-

zirksrat in leicht abgeänderter Weise hielten fest (act. 6 S. 16 Dispositivziffer IV), 

dass der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin acht Wochen im Voraus 

mitzuteilen hat, ob er die beiden Töchter an Auffahrt oder an Pfingsten (zusätzlich 

zu den Ostertagen) auf Besuch nimmt. Die Anfang - und Endzeiten der Feiertags-

besuche sind im Entscheid der KESB geregelt (act. 2 S. 2 Anträge Ziffern 1 und 2; 

act. 10/66 S. 14, Dispositivziffer 2.b), weshalb die Anträge Ziffern 1 und 2 abzu-

weisen sind. Gleiches gilt für die Frage, wann Besuche nachzuholen sind und 

wann sie verfallen (act. 2 S. 3 Antrag Ziffer 7; act. 10/66 S. 15, Dispositivziffer 5). 

Die Ferienregelung lässt auch keine Fragen offen. Entgegen dem Beschwerde-

gegner dauert eine Ferienwoche von Samstag 9 Uhr bis zum darauffolgenden 

Sonntag, 18 Uhr (act. 10/66 S. 15, Dispositivziffer 4). Das Wochenendbesuchs-

recht ist damit nicht abgegolten, sondern kommt (12 Mal) hinzu (act. 17 S. 2). Die 

festgelegten Zeiten verstehen sich als Anfangszeit bzw. als Endzeit des Ferien-

besuches. Es gilt, dass der Besuchsberechtigte auf eigene Kosten die Kinder für 

die Ferien an deren Wohnort abholt (um 9 Uhr), und am darauffolgenden Sonntag 

um 18 Uhr wieder an ihren Wohnort zurückbringt.  

 

3.2. Die Beiständin kann ein Besuchsrecht zwar nicht ausdehnen oder ein-

schränken (dafür ist die KESB zuständig), aber sie kann innerhalb des festgesetz-

ten Besuchsrechts in eigenem Ermessen die Detailregelungen entscheiden. Es 

steht ihr die Kompetenz zu, die 12 Wochenenden im Jahr festzulegen, an denen 

die beiden Töchter mit ihrem Vater zusammen sind (act. 3/4 S. 8, Dispositivziffer 

3 c). Ebenso kommt ihr gemäss Urteil vom 18. Juni 2012 des Einzelrichters des 

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Bezirksgerichtes Andelfingen die Kompetenz zu, selbständig und verbindlich die 

Ferienwochen festzulegen, sollten sich die Parteien nicht einigen können (act. 3/4 

S. 8, Dispositivziffer 3 c). Die Beiständin F._____ setzt die Regelung der KESB 

bemüht und gewissenhaft mit einer Jahresplanung um (act. 18). Sie berücksichtigt 

zu Recht, dass die Kinder mit zunehmenden Alter eigene, für sie wichtige, aus-

serschulische Aktivitäten haben, wie auch Geburtstagsfeste usw., auf die bei der 

Festlegung der konkreten Wochenendbesuche Rücksicht zu nehmen ist.  

 

Keine der Parteien macht geltend, die Beiständin habe es versäumt, innert nützli-

cher Frist die Besuchstermine festzusetzen (act. 17 S. 2 unten). Ebenso ist für al-

le involvierten Seiten klar, dass die beiden Mädchen bis auf Weiteres (nur) zu-

sammen mit dem Vater in die Ferien gehen. Die Geschwister haben es gut mitei-

nander. Der 16-jährige C._____ will selbst entscheiden, wann er die Mutter be-

sucht, und ob er zusammen mit der Mutter und den beiden jüngeren Schwestern 

in die Ferien fahren will. Es blieb unbestritten, dass C._____ während des nächs-

ten Jahreswechsels zusammen mit der Mutter und den beiden Schwestern nach 

Australien reisen möchte, wo die beste Freundin der Mutter wohnt, die zugleich 

Patin von C._____ ist (act. 24 S. 4, act. 19). Dieses Vorhaben zeigt, dass es in 

erster Linie an den Eltern liegt, zum Wohle ihrer Kinder im Voraus, verbindlich, 

unter Berücksichtigung der bei den Kindern liegenden Umstände (wie Schul-, 

Sportanlässe, Lager, Gesundheit der Kinder usw.) eine definitive Regelung der 

Ferien zu finden, die auch einmal Skiferien sein können (vgl. hierzu act. 17 S. 2, 

act. 24 S. 3). Es besteht daher kein zusätzlicher Regelungsbedarf (act. 2 S. 2 An-

träge Ziffern 3 und 4). Die Anträge Ziffern 3 und 4 sind abzuweisen. Es liegt in der 

Natur der Sache, dass bei der Festlegung von Kontakten, in denen fünf Personen 

mit ihren eigenen Plänen einzubeziehen sind, nicht jede Eventualität geregelt 

werden kann.  

 

3.3. Gemäss Beiständin F._____ ist von keiner Seite in Frage gestellt (act. 19), 

dass die beiden Mädchen derzeit und bis auf Weiteres nur zusammen mit dem 

Zug zum Vater reisen würden (act. 24 S. 2). Es liegt in der Verantwortung der El-

tern abzuschätzen, ob D._____ bzw. E._____ dereinst imstande sein wird, die 

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Reise zum Vater allein anzutreten. Der persönliche Kontakt zwischen dem Vater 

und den Töchtern wird durch die Beiständin kontinuierlich begleitet, und sie kann 

Entwicklungen der Kinder bei der Ausgestaltung der Besuche Rechnung tragen. 

Es rechtfertigt sich daher nicht, im auf eine Momentaufnahme fixierten gerichtli-

chen Verfahren die Regelung festzuhalten, dass die beiden Mädchen (bis zur 

Volljährigkeit) ausschliesslich nur zusammen die Reise zum Vater antreten dür-

fen.  

Es ist unbestritten und eine Selbstverständlichkeit, dass sich die Eltern informie-

ren, wenn sich die Kinder mehr als eine halbe Stunden verspäten (act. 6 S. 16 

Dispositivziffer II). Ob diese Meldung mittels elektronischer Kurznachricht - so will 

es die Beschwerdeführerin explizit angeordnet haben (act. 2 S. 2 unten Antrag 

Ziffer 5) - oder durch ein kurzes Telefonat auf das Mobiltelefon erfolgt, muss dem 

betreffenden Elternteil überlassen werden. Der wartende Elternteil muss seiner-

seits sicherstellen, dass er erreichbar ist und ihn die Meldung oder Mitteilung auch 

tatsächlich erreichen kann.  

 

3.4. Es besteht keine Veranlassung den Beschwerdegegner zu verpflichten, der 

Beschwerdeführerin ein Arztzeugnis zu senden, falls er Besuchs- oder Ferien-

rechte infolge Krankheit nicht hat wahrnehmen können (act. 2 S. 2 Antrag Ziffer 

6). Es wird nicht glaubhaft dargelegt, dass der Beschwerdegegner konstant und 

treuwidrig seinem Pflichtrecht auf Aufrechterhaltung des Kontaktes zu seinen bei-

den Töchtern nicht nachkommt. Es blieb vielmehr unbestritten, dass der Be-

schwerdegegner in den letzten Jahren nur zwei Mal wegen Krankheit die Besuche 

absagen musste (act. 17 S. 3 oben, act. 24 S. 3). Auch der Antrag 6 ist abzuwei-

sen.  

 

3.5. Die KESB und auch der Bezirksrat sahen vor, dass die Wochenendbesuche 

jeweils am Freitag, um 18 Uhr 30, ab Hauptbahnhof Bern beginnen (act. 10/66 

S. 14, Dispositivziffer 2.a). Beide Parteien plädieren inzwischen dafür, dass die 

beiden Mädchen am Freitag Abend mit einer direkten Zugsverbindung von Win-

terthur bis nach H._____ fahren sollen, und sie der Vater dort um 18 Uhr 30 in 

Empfang nimmt (act. 2 S. 2 Antrag Ziffer 1, S. 9, act. 17 S. 1 f.). Dispositivziffer 2 

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a) des Entscheides der KESB Winterthur und Andelfingen vom 31. März 2014 ist 

daher dahingehend umzuformulieren, dass der Vater berechtigt und verpflichtet 

ist, D._____ und E._____ (alle 28 Tage) von Freitag, 18 Uhr 30 ab Bahnhof 

H._____ auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Am 

Sonntag Abend bleibt es bei der Regelung der KESB: Die Kinder haben um 17 

Uhr 25 ab Bahnhof H._____ eine direkte Zugsverbindung nach Winterthur. Die 

Verbindung erlaubt ihnen kurz nach 20 Uhr zu Hause einzutreffen (act. 17 S. 1 

unten). Um Konflikte im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts zu 

vermeiden, welche für die Kinder belastend sind, hat der Vater jeweils 24 Stunden 

vorher (also spätestens bis Donnerstag Nachmittag 16 Uhr, bzw. Sonntag Nach-

mittag 17 Uhr 30, per sms [der Mutter], bzw. mündlich [den Kindern]) mitzuteilen, 

ob er die Kinder mit dem Auto in I._____ abholen kommt, und ob er sie am Sonn-

tag Abend nach Hause bringt. Ohne Bericht des Vaters steht für die Kinder fest, 

dass sie mit dem Zug (Freitag in I._____ ab 15 Uhr 47; bzw. Sonntag in H._____ 

ab 17 Uhr 25) reisen. Diese Ergänzung ist in Dispositivziffer 2 a) des Dispositivs 

des Entscheides der KESB vom 31. März 2014 anzufügen.  

 

3.6. Es versteht sich von selbst, dass die sorgeberechtigte Mutter zu einem er-

weiterten Wochenend- oder Ferienbesuchsrecht ihre Zustimmung geben muss 

(act. 2 S. 2 Antrag Ziffer 8). Spontaner Kontakt zwischen dem Vater und den älter 

werdenden Töchtern ist zu unterstützen. Gerade auch in Anbetracht dessen, dass 

offenbar Fremdbetreuungsmöglichkeiten, möglicherweise zur Entlastung der Mut-

ter, ein Thema sind (act. 10/66 S. 16, Dispositivziffer 11), ermutigt die Mutter wei-

tergehende Besuche auch im eigenen Interesse und der Vater hat dazu verläss-

lich und auch kurzfristig Hand zu bieten; das "Abzählen" der Anzahl der Be-

suchswochenenden ist einem spontanen Kontakt nicht förderlich.  

 

4. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass neu H._____ (anstatt Bern) als Ein-

treffensort für die Kinder gilt, wenn sie mit dem Zug die Reise in das Besuchswo-

chenende antreten, und neu festzuhalten ist, dass der Vater 24 Stunden vorher 

mitteilt, falls er die Kinder in I._____ abholen kommt bzw. dorthin zurück bringt 

oder er (aus dringenden Gründen) an der Wahrnehmung des Besuchsrechts ver-

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hindert sein sollte. Im Übrigen besteht keine Veranlassung für das Gericht, die 

Regelung der KESB bzw. des Bezirksrates zu ergänzen und so noch mehr autori-

tativ in die Befugnisse und das Ermessen der Beiständin einzugreifen.   

Dispositiv Ziff. 2 a) des Entscheides der KESB ist in diesem Sinn abzuändern. 

Zusammenfassend gilt nunmehr folgende Besuchsrechtsregelung:   

2. ln Abänderung von Dispositivziffer 1.3 Iit. a des Scheidungsurteils vom 18. Juni 2012 des 

Bezirksgerichts Andelfingen betreffend Abänderung, Dispositivziffer 3, 4 und 5 der damaligen 

Vormundschaftsbehörde I._____ vom 24. Oktober 2012 sowie Dispositivziffer 1 und 2 des Ent-

scheides der KESB Winterthur-Andelfingen vom 28. Mai 2013 gilt betreffend das Besuchsrecht 

von D._____, geb. tt.mm.2001, und E._____, geb. tt.mm.2004, beide von … BE, ab Juli 2014 neu: 

a) Wochenende: Der Kindsvater wird berechtigt und verpflichtet erklärt D._____ und E._____ alle 

vier Wochen bzw. alle 28 Tage, von Freitag, 18 Uhr 30 ab Bahnhof H._____, bis Sonntag, 20 Uhr, 

Eintreffen in I._____, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Der Kinds-

vater ist verpflichtet, D._____ und E._____ jeweils vom Bahnhof H._____ abzuholen bzw. hinzu-

bringen. Bezüglich der Zeiten ist eine Flexibilität hinsichtlich des Zugfahrplanes zu berücksichtigen 

und zu erlauben. Falls die Kinder nicht den Zug nehmen, soll der Kindsvater oder die Grosseltern 

väterlicherseits sie spätestens um 18 Uhr 30 abholen. Der Kindsvater teilt spätestens 24 Stunden 

vorher per sms der Kindsmutter mit, falls er bzw. die Grosseltern die Kinder in I._____ abholen 

kommen bzw. dorthin zurück bringen, oder er (aus dringenden Gründen) an der Wahrnehmung 

des Besuchsrechts verhindert sein sollte.  

b) Feiertage: Der Kindsvater wird zudem berechtigt und verpflichtet erklärt, D._____ und E._____ 

an Ostern, Karfreitag 9.00 Uhr, bis Ostermontag 18.00 Uhr, und wahlweise an Auffahrt, Donners-

tag 9.00 Uhr, bis Sonntag 18.00 Uhr, oder an Pfingsten, Freitag 18.30 ab Hauptbahnhof Bern, bis 

Montag 18.00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich oder mit sich zu nehmen. 

c) Die Eltern haben sich gegnseitig Meldung zu machen, wenn sich die Kinder um mehr als eine 

halbe Stunde verspäten.  

3. ln Abänderung von Dispositivziffer 1.3 lit. a des Scheidungsurteils vom 18. Juni 2012 des Be-

zirksgerichts Andelfingen betreffend Abänderung, Dispositivziffer 3, 4 und 5 der damaligen Vor-

mundschaftsbehörde I._____ vom 24. Oktober 2012 sowie Dispositivziffer 1 und 2 des Entschei-

des der KESB Winterthur-Andelfingen vom 28. Mai 2013 gilt betreffend das Besuchsrecht von 

C._____, gebe. tt.mm.1999, von … BE folgendes:  

a) Die Kindsmutter wird berechtigt und verpflichtet erklärt, C._____ alle vier Wochen bzw. alle 28 

Tage von Freitag 18.30 Uhr, bis Sonntag 20.00 Uhr, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf 

- 13 - 

Besuch zu nehmen - unter der Berücksichtigung, dass das Besuchswochenende C._____ bei sei-

ner Mutter nahegelegt, jedoch nicht aufgezwungen wird. Er hat der Kindsmutter jeweils zwei Tage 

vor dem Wochenende bekannt zu geben, ob er zu ihr kommen möchte. Einvernehmlich können 

zwischen der Mutter und ihrem Sohn zusätzliche Besuchswochenenden vereinbart werden.  

b) Feiertage: Die Kindsmutter wird berechtigt und verpflichtet erklärt, bei demjenigen verlängerten 

Wochenende, wo D._____ und E._____ nicht zu ihrem Vater gehen - Auffahrt, Donnerstag 9.00 

Uhr, bis Sonntag 18.00 Uhr, oder Pfingsten, Freitag 18.30, bis Montag 18.00 Uhr- C._____ auf ei-

gene Kosten mit oder zu sich auf Besuch nehmen- unter der Berücksichtigung, dass das Feier-

tagswochenende bei seiner Mutter C._____ nahegelegt, jedoch nicht aufgezwungen wird. 

4. Es wird davon Vormerk genommen, dass gemäss Dispositivziffer 1.3 lit. b des Scheidungsur-

teils vom 18, Juni 2012 des Bezirksgerichts Andelfingen betreffend Abänderung, die Parteien aus-

serdem berechtigt sind, die unter der elterlichen Sorge des anderen stehenden Kinder während 

zweier Wochen im Jahr auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Konkre-

tisiert wird diese Regelung wie folgt: Die zwei Wochen Ferien dürfen nicht zusammenhängend 

ausgeübt werden. Eine Ferienwoche dauert von Samstag, 9.00 Uhr, bis zum darauffolgenden 

Sonntag, 18.00 Uhr:  

5. Die Kindseltern werden gestützt auf Art. 273 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 307 Abs. 3 ZGB angewie-

sen, ausgefallene Besuchsrechte nachzuholen, in der Anzahl Tage, welche nicht wahrgenommen 

werden konnten, sofern der Verhinderungsgrund bei den Kindseltern liegt. Ein eigenes Verschul-

den oder Nichtverschulden der Beteiligten an der Verhinderung des Besuchsrechts hat diesbezüg-

lich keinen Einfluss. Liegt der Verhinderungsgrund beim Kind selbst, so ist das Besuchswochen-

ende nicht nachzuholen. Diese Regelung gilt neu mit diesem Entscheid, allfällige Besuchstage, 

welche bis zum heutigen Zeitpunkt ausgefallen sind, sind nicht nachzuholen. 

6. Die Kindseltern werden gestützt auf Art. 273 Abs. 2 i.V.m. Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, 

mithilfe der Beiständin einen neuen Besuchsrechtsplan ab Juli 2014 zu erstellen. Der Kindsvater 

ist verpflichtet der Beiständin ab Jahr 2015 mitzuteilen, ob er die Kinder jeweils an Auffahrt oder 

Pfingsten zu sich nehmen wird. Hinsichtlich der Feiertage ist der Vater verpflichtet, der Beiständin 

und der Kindsmutter mindestens acht Wochen vor Auffahrt schriftlich mitzuteilen, wann er D._____ 

und E._____ zu oder mit sich auf Besuch nimmt. 

 

5.1. Der Beschwerdegegner thematisiert eine Reduzierung der Kinderunterhalts-

beiträge (act. 17 S. 3). Für die streitige Abänderung von im Scheidungsurteil 

rechtskräftig geregelten Nebenfolgen, welche die ehemaligen Ehegatten betref-

fen, verweist Art. 284 Abs. 3 ZPO sinngemäss auf die Bestimmungen über die 

Scheidungsklage (Art. 290 ff. ZPO i.V.m. Art. 134 Abs. 3 und 4 ZGB). Soweit der 

- 14 - 

Kinderunterhalt strittig ist, bleibt es bei der gerichtlichen Zuständigkeit. Unter-

haltsberechtigt ist zwar das Kind. In wirtschaftlichen Belangen wird es aber durch 

den Inhaber der elterlichen Sorge vertreten, weshalb sein Anspruch während der 

Minderjährigkeit durch Leistung an den gesetzlichen Vertreter zu erfüllen ist 

(Art. 289 Abs. 1 ZGB). Der Beschwerdegegner hat daher die Kinderunterhaltsbei-

träge an die Beschwerdeführerin zu leisten (act. 17 S. 3).  

 

5.2. Der Beschwerdeführer macht sich Sorgen über das Wohlergehen von 

E._____, weil sie fast täglich von der Mutter angeschrien werde (act. 17 S. 4, act. 

22 S. 2). Der Beschwerdegegner regt an, der Beiständin F._____ erweiterte Auf-

gaben zu übertragen. Er stellt die Frage in den Raum, ob die Beiständin F._____ 

eine Vertrauensperson von E._____ und D._____ sein könnte (act. 22 S. 2 oben). 

Vorliegend wurde eine Besuchsrechtsbeistandschaft errichtet (act. 10/3, act. 

10/66). Wie der Beschwerdegegner richtig festhält, beschränkt sich derzeit der 

Aufgabenbereich der Beiständin auf die Regelung des Besuchsrechts. Eine Bei-

standsperson vertritt die Interessen der Kinder - und nicht diejenigen der Eltern. 

Selbstverständlich ist die Beistandsperson beiden Elternteilen gleichermassen 

verpflichtet, und sie versucht, mit beiden Elternteilen eine gute Zusammenarbeit 

zu finden. Sie wird von allen involvierten Personen Sachen in Erfahrung bringen, 

die sie unter Umständen als vertraulich taxiert und daher nicht weiterleitet. Eine 

Beistandsperson, die "nur" das Besuchsrecht zu regeln hat, hat im Rahmen die-

ses Kontaktes auch für das Kind ein offenes Ohr und kann somit eine Art Kontakt- 

bzw. Vertrauensperson sein. Es ist zu unterscheiden zwischen dem Auftrag an 

die Beiständin im Sinne der Administration des Falles (z.B. wie viel Aufwand soll 

getätigt werden; Kosten des Falles) und zwischen dem Auftrag im Sinne der Er-

mächtigung, nötigenfalls im Interesse der Kinder auch gegen den Willen der El-

tern aufzutreten. Die Beiständin kann somit bereits heute über den eigentlichen 

Auftrag hinaus im Interesse der Kinder und für sie tätig sein. D._____ ist vermu-

tungsweise alt genug, um von sich aus die Beiständin mit anstehenden Fragen 

und Anliegen zu konfrontieren. In diesem Sinn kann die Beiständin daher heute 

schon durchaus als Vertrauensperson der Kinder fungieren. Werden die Kinder, 

vor allem E._____ noch als zu jung betrachtet, um von sich aus den Kontakt mit 

- 15 - 

der Beiständin zu suchen, oder lehnt ein Elternteil strikt einen so verstandenen 

Auftrag ab, dann ist ein formeller Auftrag in Betracht zu ziehen, damit die Beistän-

din über die Regelung des Besuchsrechts hinaus sich selbst aktiv zu den Kindern 

hinbewegen kann. Bei der Erteilung eines formellen, erweiterten, Auftrages an die 

Beiständin gilt Folgendes: Ist das Wohl von Kindern gefährdet und sorgen die El-

tern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu nicht imstande, so trifft die 

KESB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 

ZGB). Die KESB kann einerseits gestützt auf Art. 307 ZGB den Eltern verbindli-

che Weisungen erteilen (wie z.B. die Anordnung einer Familienbegleitung) und sie 

kann, wie vorliegend vom Beschwerdegegner thematisiert, den Aufgabenbereiche 

der Beiständin F._____ entsprechend den Bedürfnissen der Kinder und Eltern auf 

Unterstützung bei der Erziehung erweitern. Die Beiständin handelt dann im Rah-

men des ihr erteilten erweiterten Auftrages, (auch) als Erziehungsbeiständin (ge-

stützt auf Art. 307 ZGB; "mit Rat und Tat unterstützen") oder als Beiständin mit 

besonderen Aufgaben (gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB), wenn ihr etwa die Auf-

gabe übertragen wird, eine von der KESB angeordnete Familienbegleitung zu 

überwachen. Will der Beschwerdegegner, dass die Beiständin verbindlich, im 

Sinne einer ihr auferlegten Pflicht, in einem weiter als bisher definierten Interesse 

der Kinder amten soll, hat er sich an die KESB Winterthur Andelfingen zu wenden 

und dort mit seinem Anliegen vorstellig zu werden. Das Obergericht als zweite 

Rechtsmittelinstanz kann, von Ausnahmen abgesehen, lediglich die von den Vo-

rinstanzen getroffenen Anordnungen überprüfen.  

 

III. 

 

1.1. Die Beschwerdeführerin unterliegt mit Ausnahme hinsichtlich der Frage der 

Berechnung der Anzahl der Besuchswochenenden und der beiden Nebenpunkte 

"H._____" als Eintreffensort für das Besuchswochenende und die Regelung für 

den Fall, dass die Kinder nicht mit dem Zug anreisen (Mitteilung per Telefon oder 

sms). Der Beschwerdegegner unterliegt lediglich in der Frage hinsichtlich der 

Frage der Berechnung der Anzahl der Besuchswochenende. Es rechtfertigt sich 

die Kosten des zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin 

- 16 - 

zu 4/5 und dem Beschwerdegegner zu 1/5 aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO 

i.V.m. § 40 Abs. 3 EG KESR). Die Entscheidgebühr ist im unteren Rahmen des in 

Kindesschutzsachen Üblichen auf Fr. 2'000.- festzusetzen (vgl. auch § 5 Abs. 1 

i.V.m. § 12 Abs. 1-2 GebV OG), Die Beschwerdeführerin ist weiter zu verpflichten, 

dem Beschwerdegegner eine reduzierte Umtriebsentschädigung von Fr. 80.-- zu 

bezahlen.  

 

1.2. Das Gesuch des Beschwerdegegners um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege ist abzuweisen. Der Beschwerdegegner hat trotz Aufforderung 

(act. 20) insbesondere nicht seine existenzsichernden Aufwandpositionen darge-

legt (act. 22).  

2. Der Bezirksrat hat die Kosten seines Verfahrens der Beschwerdeführerin im 

Betrag von Fr. 1'100.-- und dem Beschwerdegegner im Betrag von Fr. 100.-- auf-

erlegt und keine Parteientschädigung zugesprochen (act. 6 S. 17, Dispositivziffer 

VI.). Letzteres sowie die bezirksrätliche Kostenfestsetzung sind unangefochten 

geblieben (vgl. act. 2 und act. 17), weshalb es insgesamt bei der Kosten- und 

Entschädigungsregelung gemäss Dispositivziffern VI des Urteils vom 22. Oktober 

2014 bleibt.  

Es wird beschlossen:  

1. Das Gesuch des Beschwerdegegners um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird abgewiesen.  

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung gemäss nachfolgendem 

Erkenntnis.  

Es wird erkannt:  

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziff. 2 a) des Ent-

scheides der KESB Winterthur-Andelfingen vom 31. März 2014 wie folgt  

geändert bzw. ergänzt:  

- 17 - 

"Der Kindsvater wird berechtigt und verpflichtet erklärt D._____ und E._____ 

alle vier Wochen bzw. alle 28 Tage, von Freitag, 18 Uhr 30 ab Bahnhof 

H._____, bis Sonntag, 20 Uhr, Eintreffen in I._____, auf eigene Kosten mit 

sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Der Kindsvater ist verpflichtet, 

D._____ und E._____ jeweils vom Bahnhof H._____ abzuholen bzw. hinzu-

bringen. Bezüglich der Zeiten ist eine Flexibilität hinsichtlich des Zugfahrpla-

nes zu berücksichtigen und zu erlauben. Falls die Kinder nicht den Zug 

nehmen, soll der Kindsvater oder die Grosseltern väterlicherseits sie spätes-

tens um 18 Uhr 30 abholen. Der Kindsvater teilt spätestens 24 Stunden vor-

her per sms der Kindsmutter mit, falls er bzw. die Grosseltern die Kinder in 

I._____ abholen kommen bzw. dorthin zurück bringen, oder er (aus dringen-

den Gründen) an der Wahrnehmung des Besuchsrechts verhindert sein soll-

te.  

Im übrigen Umfang wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzu-

treten ist und der Entscheid der KESB vom 31. März 2014 mit den Ergän-

zungen gemäss Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 22. Oktober 2014 

wird bestätigt. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt, zu 4/5 der Beschwer-

deführerin und zu 1/5 dem Beschwerdegegner auferlegt.  

3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner eine re-

duzierte Umtriebsentschädigung von Fr. 80.-- zu bezahlen.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Kindes- und Erwachsenenschutz-

behörde Winterthur-Andelfingen, die Direktion der Justiz und des Innern 

(Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – unter Rücksendung der einge-

reichten Akten – an den Bezirksrat Winterthur, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

- 18 - 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. T. Engler 
 
 
versandt am: 

	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch des Beschwerdegegners um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
	2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung gemäss nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziff. 2 a) des Entscheides der KESB Winterthur-Andelfingen vom 31. März 2014 wie folgt  geändert bzw. ergänzt:
	"Der Kindsvater wird berechtigt und verpflichtet erklärt D._____ und E._____ alle vier Wochen bzw. alle 28 Tage, von Freitag, 18 Uhr 30 ab Bahnhof H._____, bis Sonntag, 20 Uhr, Eintreffen in I._____, auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch ...
	Im übrigen Umfang wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist und der Entscheid der KESB vom 31. März 2014 mit den Ergänzungen gemäss Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 22. Oktober 2014 wird bestätigt.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt, zu 4/5 der Beschwerdeführerin und zu 1/5 dem Beschwerdegegner auferlegt.
	3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner eine reduzierte Umtriebsentschädigung von Fr. 80.-- zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...