# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 626ec052-407f-5eec-8443-e63650c15002
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 12.02.2018 SK2 2017 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2017-25_2018-02-12.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 12. Februar 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 17 25 14. Februar 2018

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
RichterInnen Hubert und Brunner
Aktuar Nydegger

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X.A._____, Beschwerdeführer, der X.B._____, Beschwerdeführerin, des 
X.C._____, Beschwerdeführer, der X.D._____, Beschwerdeführerin, des 
X.E._____, Beschwerdeführer, der X.F._____, Beschwerdeführerin, sowie des 
X.G._____, Beschwerdeführer, alle vertreten durch Fürsprecher Urs Kröpfli, Zür-
cherstrasse 310, 8500 Frauenfeld, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Juni 2017, 
mitgeteilt am 12. Juni 2017, in Sachen des Y._____, Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gregor Benisowitsch, Bahnhofstrasse 20, 8800 Thal-
wil,

betreffend fahrlässige Tötung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 31. Januar 2015, um ca. 13.38 Uhr, ereignete sich am A._____, Ge-
meindegebiet O.1_____, am sogenannten B._____ ein Lawinenunfall, bei dem 
insgesamt fünf Personen den Tod fanden. Die Schneemassen erfassten acht Teil-
nehmer einer von einem Tourenleiter geführten neunköpfigen Skitourengruppe 
des C._____. Der voraus fahrende Gruppenleiter, D._____, wurde als einziger von 
der Lawine nicht erfasst. Die Gruppenmitglieder E._____, F._____ und G._____ 
konnten trotz sofort eingeleiteter Rettung nur noch tot aus den Schneemassen 
geborgen werden. H._____ und I._____ wurden in Spitäler nach O.2_____ und 
O.3_____ verbracht, wo sie ihren Verletzungen am 31. Januar 2015 bzw. am 1. 
Februar 2015 erlagen. J._____ und K._____ wurden beim Unfall verletzt. L._____ 
konnte von anderen Alpinisten unverletzt geborgen werden.

Die Unfalltour war Bestandteil des Tourenprogramms 2015 der C._____-Sektion 
_____ und clubintern zur (unentgeltlichen) Teilnahme ausgeschrieben. Gemäss 
Ausschreibung war für die als "wenig schwierig" ("WS") eingestufte Tour der eh-
renamtlich tätige C._____-Tourenleiter D._____ verantwortlich. Alle schliesslich für 
die Unfalltour angemeldeten Personen waren C._____-Mitglieder und nahmen 
öfters an Skitouren teil. Verschiedene Gruppenmitglieder hatten auch entspre-
chende Kurse besucht. Den Tourenleiter kannten die Teilnehmenden vor dem 31. 
Januar 2015 grösstenteils nicht.

B. Am 2. Februar 2015 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden, Zweig-
stelle O.4_____ (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), ein Strafverfahren gegen den 
Tourenleiter D._____ wegen fahrlässiger Tötung gemäss Art. 117 StGB etc. Im 
Zuge der Ermittlungen wurden namentlich der Beschuldigte, die überlebenden 
Teilnehmer der Skitourengruppe sowie weitere Personen, die sich am Unfalltag 
am A._____ auf einer Skitour befunden hatten, zur Sache befragt.

C. Am 1. Februar 2016 setzte die Staatsanwaltschaft Dr. sc. nat. ETH 
M._____, Leiter WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in 
O.4_____ und Tourenleiter, sowie Dr. sc. ETH N._____, wissenschaftlicher Mitar-
beiter am SLF und staatlich geprüfter Berg- und Skiführer IVBV, als Sachverstän-
dige ein. Gemäss Gutachterauftrag hatten sich die Sachverständigen insbesonde-
re über die am Unfalltag herrschenden Wetter-, Schnee- und Lawinenverhältnisse, 
über die von D._____ für die Skitourengruppe gewählte Route und das Verhalten 
der Gruppe bzw. ihrer einzelnen Mitglieder im Gelände zu äussern.

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D. Das Gutachten wurde per 26. Juli 2016 abgeschlossen und - gestützt auf 
eine Anschlussfrage der Staatsanwaltschaft und Eingaben der Parteien - am 18. 
April 2017 um einen Zusatz ergänzt. Dr. sc. nat. ETH M._____ hatte die Unfallört-
lichkeiten im Auftrag und mit der Staatsanwaltschaft bereits am Unfalltag aufge-
sucht und vor Ort erste Erhebungen getätigt.

E. Mit Parteimitteilung vom 9. August 2016 teilte die Staatsanwaltschaft mit, 
dass die Strafuntersuchung gegen D._____ abgeschlossen sei, und stellte die 
Einstellung des Verfahrens in Aussicht.

F. Mit Verfügung vom 7. Juni 2017, mitgeteilt am 12. Juni 2017, stellte die 
Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen D._____ wegen fahrlässiger Tötung 
ein. Die Kosten wurden auf die Staatskasse genommen und D._____ erhielt eine 
Entschädigung in Höhe von CHF 37'035.75 (inkl. MWSt.) zugesprochen.

G. Dagegen erhoben X.A._____, X.B._____, X.C._____, X.D._____, 
X.E._____, X.F._____ sowie X.G._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit 
Eingabe vom 23. Juni 2017 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden 
und beantragten, was folgt:

"1. Es sei die Einstellungsverfügung vom 7. Juni 2017 aufzuheben.

2. Die Verfahrenskosten seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen 
und diese sei zu verpflichten, die Beschwerdeführer und Beschwerde-
führerinnen angemessen ausserrechtlich zu entschädigen."

H. Mit Stellungnahme vom 30. Juni 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

I. In seiner Stellungnahme 10. Juli 2017 beantragte D._____ (nachfolgend: 
Beschwerdegegner), was folgt:

"1. Die Beschwerde der Privatklägerschaft vom 23. Juni 2017 sei vollum-
fänglich abzuweisen.

2. Den Beschwerdeführern/Privatklägern seien die Verfahrenskosten un-
ter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen.

3. Dem Beschuldigten D._____ sei unter solidarischer Haftbarkeit der 
Beschwerdeführer/Privatkläger für die anwaltlichen Aufwendungen 
(gemäss nachfolgender Auflistung) seines Rechtsbeistandes im Be-
schwerdeverfahren eine angemessene Entschädigung auszurichten."

J. Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf 
die Erwägungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwalt-
schaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die 
Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung 
[KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
einzu-reichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerde-
führende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. 
der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen ande-
ren Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie 
anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 
2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als 
auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) 
gerügt werden. Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben wer-
den.

1.2. Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 
StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach 
Art. 105 StPO, soweit sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung eines Entscheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsver-
fügung beschwert sind (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Geschädigte können die Ein-
stellungsverfügung - von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen - nur 
dann anfechten, wenn sie sich als Privatkläger im Strafpunkt konstituiert haben 
(Art. 118 Abs. 1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 
2012 E. 2.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 
6 zu Art. 322 StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/
Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. 
Aufl., Zürich 2014, N 9 zu Art. 322 StPO). Als geschädigte Person gilt, wer durch 
die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 
StPO). Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige und schuldhafte 
Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin bleibt sie eine 
blosse Hypothese (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wi-

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prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. 
Aufl., Basel 2014, N 20 zu Art. 115 StPO).

1.3. Stirbt die geschädigte Person, ohne auf ihre Verfahrensrechte als Privatklä-
gerschaft verzichtet zu haben, so gehen ihre Rechte auf die Angehörigen im Sinne 
von Art. 110 Abs. 1 StGB in der Reihenfolge der Erbberechtigung über (Art. 121 
Abs. 1 StPO). Angehörige einer Person im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB sind ihr 
Ehegatte, ihre eingetragene Partnerin oder ihr eingetragener Partner, ihre Ver-
wandten in gerader Linie, ihre vollbürtigen und halbbürtigen Geschwister, ihre Ad-
optiveltern, ihre Adoptivgeschwister und Adoptivkinder.

1.4. Beim Beschwerdeführer X.A._____ handelt es sich um den Sohn von 
E._____ (vgl. StA act. 3.1), der beim Lawinenunglück am A._____ tödlich ver-
unglückt ist. Bei der Beschwerdeführerin X.B._____ dürfte es sich gemäss der 
sich bei den Akten befindlichen Zivilstandsmeldung betreffend E._____ (vgl. StA 
act. 6.3) um dessen Ehefrau handeln. Beide sind Angehörige im Sinne von Art. 
110 Abs. 1 StGB bzw. Art. 121 Abs. 1 StPO und - als Sohn bzw. Ehefrau des Ver-
storbenen - gleichermassen berechtigt, sich als Privatklägerschaft zu konstituieren 
(vgl. Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., N 11 zu Art. 121 StPO).

Die Beschwerdeführer X.C._____ und X.D._____ sind die Eltern der verstorbenen 
I._____ (vgl. StA act. 3.14) und damit deren Angehörige im Sinne von Art. 110 
Abs. 1 StGB bzw. Art. 121 Abs. 1 StPO, sodass sie ebenfalls berechtigt sind, sich 
als Privatklägerschaft zu konstituieren.

Bei der Beschwerdeführerin X.F._____ handelt es sich um die Ehefrau des ver-
storbenen G._____; die Beschwerdeführer X.G._____ und X.E._____ sind die 
Söhne von G._____ (vgl. StA act. 3.19). Sie sind damit sämtlich als Angehörige im 
Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB bzw. Art. 121 Abs. 1 StPO zu betrachten und - als 
Söhne bzw. Ehefrau des Verstorbenen - gleichermassen berechtigt, sich als Pri-
vatklägerschaft zu konstituieren (vgl. Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., N 11 zu Art. 
121 StPO).

1.5. Die Beschwerdeführer machen geltend, als "Zivilklägerinnen und Zivilklä-
ger" seien sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Beschwerde, S. 2). Dabei 
übersehen sie, dass eine Konstituierung als Privatklägerschaft lediglich im Zivil-
punkt gerade nicht dazu berechtigt, die Einstellung eines Strafverfahrens mittels 
Beschwerde anzufechten (vgl. Erwägung 1.2). Die Beschwerdeführer haben sich 
indes allesamt rechtzeitig und formgültig als Privatklägerschaft nicht nur im Zivil-, 

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sondern auch im Strafpunkt konstituiert (vgl. StA act. 3.8, 3.9, 3.16, 3.17, 3.18 und 
3.19), sodass sie zur vorliegenden Beschwerde legitimiert sind.

1.6. Da sich die vorliegende Beschwerde als frist- und formgerecht erweist und 
auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist darauf einzutreten.

2.1. Die Beschwerdeführer beantragen die Aufhebung der angefochtenen Ein-
stellungsverfügung und die Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Strafver-
folgung. Es stehe ein mehrfach in eklatanter Weise sorgfaltswidriges Verhalten 
des Beschwerdegegners zur Diskussion, womit die Strafverfolgung keinesfalls 
einzustellen sei. Auch bei Vorliegen allfälliger berechtigter Zweifel an der Strafbar-
keit des Beschwerdegegners sei entsprechend dem Grundsatz "in dubio pro durio-
re" die Angelegenheit an das urteilende Gericht zu überweisen (Beschwerde, S. 
25 f.).

2.2. Die Staatsanwaltschaft stellte das gegen den Beschwerdegegner geführte 
Strafverfahren mit der Begründung ein, weder dem Beschwerdegegner noch einer 
anderen Person könne ein sorgfaltswidriges Verhalten nachgewiesen werden. Für 
den Fall, dass sich eine Einzelbefahrung des Unfallhanges aufgedrängt haben 
sollte, würde es am hypothetischen Kausalzusammenhang fehlen. Eine Verurtei-
lung des Beschwerdegegners und/oder weiterer Personen wegen fahrlässiger 
Tötung falle entsprechend nicht in Betracht, weshalb die Strafuntersuchung unter 
Übernahme der Verfahrenskosten auf die Staatskasse einzustellen sei (Einstel-
lungsverfügung, E. 10).

2.3. Die Staatsanwaltschaft hält an der verfügten Einstellung des Strafverfah-
rens fest und beantragt im Beschwerdeverfahren die kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde (KG act. A.2). Der Beschwerdegegner beantragt ebenfalls die kosten-
fällige Abweisung der Beschwerde sowie die Zusprechung einer angemessenen 
ausseramtlichen Entschädigung für das Beschwerdeverfahren zulasten der Be-
schwerdeführer (KG act. A.3).

2.4. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO u.a. die Ein-
stellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (lit. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b) oder wenn Rechtferti-
gungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c). Der Entscheid 
über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro 
duriore" zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft 
grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozess-
voraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit ei-

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nem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurtei-
lung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso 
wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei 
schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder 
Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrecht-
lichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zustän-
dige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist 
auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (vgl. zum 
Ganzen BGE 143 IV 241 E. 2.2.1. m.w.H.).

Ein Fall von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO liegt vor, wenn der ursprünglich vorhande-
ne Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, dass sich eine 
Anklage rechtfertigt, d.h. wenn unter einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht 
mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichtes gerechnet werden kann und 
auch keine konkret zu erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Re-
sultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (vgl. Beschluss des Kantonsge-
richts von Graubünden SK2 14 39 vom 11. Februar 2015, E. 2, mit Hinweis auf 
PKG 1997 Nr. 36 E. 5). Die Sachverhaltsfeststellung obliegt indes grundsätzlich 
dem urteilenden Gericht. Die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz dür-
fen bei Entscheiden über die Einstellung eines Strafverfahrens den Sachverhalt 
daher nicht wie ein urteilendes Gericht feststellen. Sachverhaltsfeststellungen 
müssen in Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" jedoch auch 
bei Einstellungen zulässig sein, soweit gewisse Tatsachen "klar" bzw. "zweifels-
frei" feststehen, so dass im Falle einer Anklage mit grosser Wahrscheinlichkeit 
keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Davon kann indes nicht ausge-
gangen werden, wenn eine abweichende Beweiswürdigung durch das Gericht 
ebenso wahrscheinlich erscheint. Den Staatsanwaltschaften ist es nach dem 
Grundsatz "in dubio pro duriore" lediglich bei einer unklaren Beweislage untersagt, 
der Beweiswürdigung des Gerichts vorzugreifen. Sachverhaltsfeststellungen der 
Staatsanwaltschaften sind im Rahmen von Art. 319 Abs.1 lit. b und c StPO in der 
Regel gar notwendig. Auch insoweit gilt jedoch, dass der rechtlichen Würdigung 
der Sachverhalt "in dubio pro duriore", d.h. der klar erstellte Sachverhalt zugrunde 
gelegt werden muss (BGE 143 IV 241 E. 2.3.2.).

2.5. Die Staatsanwaltschaft führte gegen den Beschwerdegegner ein Strafver-
fahren wegen (mehrfacher) fahrlässiger Tötung im Sinne von Art. 117 StGB. 
Gemäss Art. 117 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 
bestraft, wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht. Fahrlässig begeht 
ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidri-

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ger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig 
ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach 
den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 
12 Abs. 3 StGB).

2.6. Was den Ablauf der vom Beschwerdegegner geleiteten Skitour vom 31. 
Januar 2015 betrifft, kann vorläufig von folgendem Sachverhalt ausgegangen wer-
den:

2.6.1. Der Beschwerdegegner traf sich mit den Skitour-Teilnehmenden am fragli-
chen Tag um ca. 7.45 Uhr im Reha-Zentrum in O.1_____. Dort informierte er die 
Anwesenden über die Lawinensituation, die Aufstiegsroute und den vorbehaltenen 
Entschluss betreffend Abfahrtsroute. Nach einer Funktionskontrolle der Lawinen-
verschüttetensuchgeräte (LVS-Geräte) brach die neunköpfige Gruppe um ca. 9.00 
Uhr zur Tour auf. Nach zwei Verpflegungspausen erreichte die Gruppe kurz nach 
13.00 Uhr den Gipfel des A._____, wo sie einen kurzen Halt machte. Während 
des Aufstiegs stellte sich heraus, dass bereits mehrere Personen den Unfallhang 
befahren hatten.

2.6.2. Vom Gipfel fuhr der Beschwerdegegner mit seiner Gruppe zunächst über 
den Gipfelsüdhang zum Kreuzungspunkt mit der Aufstiegsspur (Koordinaten 
_____). Der Beschwerdegegner erklärte hierzu, er habe diese Abfahrt genutzt, um 
das fahrerische Können der Teilnehmenden zu überprüfen. Dabei habe er festge-
stellt, dass G._____ am sichersten auf den Skis gestanden sei. Am erwähnten 
Kreuzungspunkt entfernte sich der Beschwerdegegner kurzzeitig von der Gruppe, 
um den Unfallhang mit den vorhandenen Abfahrtsspuren einzusehen und - wie 
bereits wiederholt beim Aufstieg - mit dem Skistock den Schneewiderstand zu prü-
fen. Schliesslich beurteilte er es als vertretbar, den späteren Unfallhang in Rich-
tung Alphütte B._____ zu befahren. Vor der Abfahrt erteilte er - wie die meisten 
Gruppenmitglieder im Nachhinein bestätigen konnten - folgende Anweisungen:

• Alle hätten rechts seiner Spur zu fahren.

• Zwischen allen Personen sei ein Abstand von mindestens je 10 bis 20 m 
einzuhalten.

• An letzter Stelle habe G._____ als sicherster Skifahrer zu fahren.

2.6.3. In der Folge fuhr der Beschwerdegegner als Erster in den Unfallhang. Als 
Zweiter folgte K._____. Die Reihenfolge der weiteren Personen konnte nicht ab-

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schliessend geklärt werden. Dabei hielten zumindest J._____ und K._____ im 
Hang kurz an, wodurch es bei der Abfahrt auch zu Positionswechseln gekommen 
sein kann.

2.6.4. Beim Unfallhang handelt es sich um einen Hangbereich im orographisch 
rechten Teil des vom A._____ nach Osten abfallenden grossen Hanges. Dieser ist 
im oberen Teil leicht muldenförmig und wird orographisch links durch einen 
schwach ausgeprägten Rücken begrenzt, der den Unfallhang optisch vom gros-
sen, sehr steilen Osthang des A._____ abgrenzt. Der Unfallhang ist rund 170 m 
hoch, nach Nordost ausgerichtet und die obere Hälfte ist der Hangneigungsklasse 
30 bis 35 Grad zuzuordnen. Unterhalb ist der Hang flacher.

2.6.5. Als sich ein Teil der Gruppe noch im Unfallhang befand, löste sich dort eine 
primäre Lawine. Gemäss Aussagen von Zeugen löste sich kurze Zeit später im 
orographisch links angrenzenden, 35 bis 40 Grad steilen grossen Osthang eine 
zweite Lawine. Diese Schneemassen haben die - wohl zumindest teilweise schon 
von der Primärlawine erfassten - Gruppenmitglieder in Richtung Alp B._____ ge-
schoben und bis zu 2.5 m tief verschüttet.

2.6.6. Der voraus fahrende Gruppenleiter, D._____, wurde als einziger von der 
Lawine nicht erfasst. Die Gruppenmitglieder E._____, F._____ und G._____ konn-
ten trotz sofort eingeleiteter Rettung nur noch tot aus den Schneemassen gebor-
gen werden. H._____ und I._____ wurden in Spitäler nach O.2_____ und 
O.3_____ verbracht, wo sie ihren Verletzungen am 31. Januar 2015 bzw. am 1. 
Februar 2015 erlagen. J._____ und K._____ wurden beim Unfall verletzt. L._____ 
konnte von anderen Alpinisten unverletzt geborgen werden.

Alle Gruppenmitglieder trugen zum Ereigniszeitpunkt korrekt eingeschaltete LVS-
Geräte und führten Sondierstangen sowie Lawinenschaufeln mit.

2.6.7. Die Unfalltour war Bestandteil des Tourenprogramms 2015 der C._____-
Sektion _____ und clubintern zur (unentgeltlichen) Teilnahme ausgeschrieben. 
Gemäss Ausschreibung war für die als "wenig schwierig" ("WS") eingestufte Tour 
der Beschwerdegegner als ehrenamtlich tätiger C._____-Tourenleiter verantwort-
lich. Alle schliesslich für die Unfalltour angemeldeten Personen waren C._____-
Mitglieder und nahmen öfters an Skitouren teil. Verschiedene Gruppenmitglieder 
hatten auch entsprechende Kurse besucht. Den Tourenleiter kannten die Teil-
nehmenden vor dem 31. Januar 2015 grösstenteils nicht.

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2.7. Bezüglich Wetter-, Temperatur und Windverhältnissen sowie hinsichtlich 
der Lawinensituation hielt das von der Staatsanwaltschaft Graubünden in Auftrag 
gegebene Gutachten (StA act. 8.35), was folgt, fest:

2.7.1. In der Woche vor dem 31. Januar 2015 steuerte ein Tiefdrucksystem mit 
Zentrum über Norwegen in einer nordwestlichen Höhenströmung polare Luftmas-
sen nach Mitteleuropa. Dementsprechend war die Witterung im zu beurteilenden 
Gebiet geprägt von weitgehend bewölktem Himmel, leicht unterdurchschnittlichen 
Temperaturen und mehreren Schneefällen bis in tiefe Lagen. Nachdem es An-
fangs der Woche schon intensive Niederschläge von bis zu 50 cm innerhalb von 
zwei Tagen am östlichen Alpennordhang und in Nordbünden gegeben hatte, setz-
te dort am Mittwoch Abend mit dem Eintreffen eines Frontensystems auf der Al-
pennordseite erneut Schneefall ein und der Wind blies in Gipfellagen meist mäs-
sig, teils stark aus westlichen und nordwestlichen Richtungen. Während die Neu-
schneesumme von drei Tagen (29. bis 31. Januar 2015) in O.5_____ 1610 m ü. 
M. (rund 10 km nördlich des A._____) 44 cm betrug, nahm sie nach Süden und 
Osten hin ab und betrug z.B. im rund 7 km südlich des A._____ gelegenen 
O.6_____ 1090 m ü. M. noch 23 cm. Die Gutachter schätzen, dass binnen dreier 
Tage bis zum Morgen des 31. Januar 2015 im zu beurteilenden Gebiet 20 bis 30 
cm Schnee gefallen sei (Gutachten, S. 3). Am Unfalltag selbst kam es in der be-
treffenden Region zu einer kurzen Beruhigung der Wetterlage, bevor am Abend 
eine weitere Störung eintraf.

2.7.2. Am 31. Januar 2015 waren nach dem Abklingen der Niederschläge in den 
Morgenstunden Aufhellungen bei niedrigen Lufttemperaturen um -9°C auf 2000 m 
ü. M. und nur noch schwache bis mässige Winde prognostiziert. Gemäss Gutach-
ter sei das Wetter am Unfalltag wie in der Vorhersage erwartet eingetreten, wobei 
die Windgeschwindigkeiten in den Gipfellagen der Region höchstens schwach 
gewesen seien und unter den erwarteten Geschwindigkeiten gelegen hätten. In 
Bezug auf das Wetter hätten somit günstige Tourenverhältnisse geherrscht (Gut-
achten, S. 4).

2.7.3. Im Lawinenbulletin vom 30. Januar 2015 (17.00 Uhr) wurde die Lawinenge-
fahr im betreffenden Gebiet als "erheblich" prognostiziert (Gebiet E). Als Gefah-
renstellen wurden Hänge aller Expositionen oberhalb von 1800 m ü. M. bezeichnet 
und die zu erwartende Gefahrensituation wurde mit den beiden Mustern (Lawi-
nenproblemen) "Neuschnee" und "Triebschnee" beschrieben. Im Lawinenbulletin 
vom 31. Januar 2015 von 8.00 Uhr wurde die Lawinensituation für das betreffende 
Gebiet gleich wie am Vorabend eingeschätzt; es gab keine Änderungen.

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2.8.1. Aufgrund der geschilderten Umstände hielten die Gutachter fest, dass es 
sich beim Unfallhang klarerweise um einen potentiellen Lawinenhang gehandelt 
habe, was vom Tourenleiter auch erkannt worden sei. Befänden sich Spuren in 
einem Hang, d.h. sei der Hang vorgängig befahren worden, bestehe für nachfol-
gende Befahrungen grundsätzlich eine kleinere Wahrscheinlichkeit für eine Lawi-
nenauslösung. Die Tatsache, dass vor dem Unfall bereits mehrere Wintersportler 
den Unfallhang befahren hätten, deute darauf hin, dass auf der gewählten Ab-
fahrtsroute das Risiko einer Auslösung nicht ausgesprochen hoch gewesen sei. 
Auch wenn Spuren in einem Hang nicht auf sichere Verhältnisse schliessen lies-
sen, so handle es sich bei den durch Skifahrer entstandenen Spuren doch um ei-
nen reellen Test der Schneedeckenstabilität mit günstigem Ausgang. Je mehr 
Spuren in einem Hang vorhanden seien, desto besser lasse sich die Hangstabilität 
beurteilen. Es habe in Bezug auf die Verhältnisse keine weiteren Hinweise gege-
ben, dass der spätere Unfallhang als besonders gefährlich hätte beurteilt werden 
müssen. In Bezug auf die Geländeeigenschaften sei zu bemerken, dass man sich 
am Fusse des Unfallhanges in einem Bereich befinde, der von grossen Hängen 
umgeben sei. Dies sei vor allem nach dem Unfall offensichtlich geworden. Solche 
Geländeeigenschaften würden besondere Vorsicht in Situationen erfordern, in de-
nen mit Fernauslösungen zu rechnen sei. Grundsätzlich sei bei erheblicher Lawi-
nengefahr die Gefahr von Fernauslösungen zu beachten. Fernauslösungen seien 
bei grosser Lawinengefahr typisch und träten bei erheblicher Lawinengefahr vor 
allem gegen den oberen Rand der Gefahrenstufe hin auf. Im Lawinenbulletin wer-
de bei erheblicher Lawinengefahr oft auf Fernauslösungen hingewiesen, um klar 
zu machen, dass es sich um eine eher kritische Situation handle. Im gültigen La-
winenbulletin für das Unfallgebiet hätten Fernauslösungen keine Erwähnung ge-
funden, wohl aber im Gefahrenbeschrieb für andere Regionen. Die in kritischen 
Situationen typischen Risse seien nicht, Wumm-Geräusche lediglich von einem 
Skitourengeher beobachtet bzw. wahrgenommen worden. In Anbetracht dessen 
gelangten die Gutachter zum Schluss, dass am Unfalltag im Unfallhang nicht mit 
Fernauslösungen habe gerechnet werden müssen. Es sei für den Tourenleiter 
somit nicht zu erkennen gewesen, dass seine Gruppe im unteren Teil des Unfall-
hanges durch eine Lawine aus dem grossen Osthang des A._____ gefährdet sein 
könnte (vgl. Gutachten, S. 7 f.).

2.8.2. Wie das Schneeprofil vom Unfalltag am Lawinenanriss zeige, sei die 
Schneebrettlawine in einer schwachen Schicht (eingeschneiter Oberflächenreif) 
angebrochen. Die Anrisshöhe habe am Profilort 70 cm betragen. Die Auslösung 
sei höchstwahrscheinlich durch die lokalen Zusatzbelastungen der abfahrenden 

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Tourengruppe erfolgt. Es sei davon auszugehen, so die Gutachter weiter, dass die 
Lawine durch die Belastung einer Einzelperson ausgelöst worden sei, da es keine 
Anhaltspunkte gebe, dass sich Gruppenmitglieder einander auf wenige Meter 
genähert hätten, so dass sich die Zusatzbelastungen addiert hätten. Die Gutachter 
erachten die Wahrscheinlichkeit eines spontanen Abganges als äusserst gering. 
Die meteorologischen Bedingungen für Spontanauslösungen seien nicht gegeben 
gewesen und es seien keine weiteren spontanen Lawinen in der näheren Umge-
bung beobachtet worden. Auch eine Auslösung der Lawine durch Drittpersonen 
werde als kaum wahrscheinlich angesehen (Gutachten, S. 8).

2.8.3. Das Gutachten hält weiter fest, der Tourenleiter habe angeordnet, dass alle 
Gruppenmitglieder rechts von seiner Spur fahren sollten; er selber habe beabsich-
tigt, am linken Rand der bestehenden Spuren zu fahren. Zusätzlich existiere ein 
GPS-Track von L._____, aus dem hervorgehe, dass L._____ im Vergleich mit 
dem GPS-Track von O._____, einem Tourengeher, der den Hang vor der Touren-
gruppe des Beschwerdegegners befahren habe, auf einer Meereshöhe von etwa 
2200 m nach Norden und somit orographisch nach links gefahren sei und folglich 
den Bereich mit den vielen Spuren verlassen haben dürfte. Die Gutachter gingen 
im Folgenden von der Konstellation aus, dass L._____ den Bereich der bereits 
vorhandenen Spuren im Unfallhang verlassen hat, hielten indes fest, es sei nicht 
möglich, die Lawinenauslösung einer einzelnen Person zuzuordnen. Ausserdem 
könne nicht beurteilt werden, ob eine Person, die ausserhalb oder innerhalb des 
Spurbandes abgefahren sei, die Lawine ausgelöst habe. Die entsprechenden 
Wahrscheinlichkeiten seien in beiden Fällen in etwa ähnlich gross gewesen (vgl. 
Gutachten, S. 9 f.).

2.8.4. Bezüglich der Frage, wie die Gutachter den Entscheid des Beschwerde-
gegners, den späteren Unfallhang mit seiner Gruppe zu befahren, beurteilten, hiel-
ten diese fest, beim Unfallhang habe es sich grundsätzlich um einen potentiellen 
Lawinenhang gehandelt. Dieser sei der Hangneigungsklasse 30 bis 35 Grad zu-
zuordnen. Da dieser Hang bereits viele Spuren aufgewiesen habe, die Beobach-
tungen nicht auf Fernauslösungen hingedeutet hätten und das Lawinenbulletin 
nicht vor Fernauslösungen oder grösseren Lawinen gewarnt habe, entspreche es 
in solchen Situationen bei erheblicher Lawinengefahr gängiger Praxis, nicht den 
"ganzen" Hang - d.h. nicht auch den gesamten grossen Osthang des A._____, der 
zum Teil 35 bis 40 Grad steil sei - für die Beurteilung der Steilheit im Rahmen der 
Tourenplanung miteinzubeziehen. Gemäss der Grafischen Reduktionsmethode 
(GRM) stelle das Befahren des 30 bis 35 Grad steilen Unfallhanges bei erhebli-
cher Lawinengefahr ein "erhöhtes" Risiko dar ("oranger" Bereich), das mit geeig-

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neten Vorsichtsmassnahmen zu reduzieren sei. Während die Grafische Redukti-
onsmethode im Einzelhang für wenig erfahrene Personen eine wesentliche Hilfe 
darstelle, könnten erfahrene Personen eine differenziertere Betrachtung vorneh-
men und zusätzlich hangspezifische Faktoren berücksichtigen. Neben Informatio-
nen aus der Tourenplanung bildeten die eigenen Beobachtungen während des 
Tages die Basis für die Beurteilung des Einzelhanges. Insofern sei zu beachten, 
dass es im zu beurteilenden Fall keine Anzeichen für besonders viel Neu- oder 
Triebschnee gegeben habe. Vor einer ungünstigen Altschneesituation sei eben-
falls nicht gewarnt worden. Im Hang seien bereits viele Spuren vorhanden gewe-
sen, die einer Linie der geringsten Neigung gefolgt seien. Im Unfallhang gebe es 
im Weiteren auch keine ungünstigen Geländeformen. Schliesslich scheine der 
Tourenleiter gemäss Zeugenaussagen keine Hinweise darauf gehabt zu haben, 
dass die Gruppenmitglieder der Abfahrt nicht gewachsen sein würden. Dies alles 
deute darauf hin, dass es keine Hinweise gegeben habe, die den Hang als beson-
ders kritisch hätten erscheinen lassen und der Gruppe am betreffenden Tag einen 
Verzicht nahegelegt hätten. Die Risikoschätzung mithilfe der Grafischen Redukti-
onsmethode könne mit risikoerhöhenden und -mindernden Faktoren ergänzt wer-
den. Im zu beurteilenden Fall seien die Faktoren "grosse Gruppe" und "grosser 
Hang" eher ungünstig, während die Tatsache, dass der Hang bereits viele Spuren 
(mindestens 15) aufgewiesen habe und generell wohl regelmässig befahren wer-
de, als risikomindernd zu werten (vgl. Gutachten, S. 11 f.). Das Befahren eines 
"grossen Hanges" mit einer "grossen Gruppe" unter den gegebenen Verhältnissen 
erfordere grundsätzlich eine klare Kommunikation betreffend die Formation in der 
Abfahrt und des Sammelpunktes. Um das Risiko einer Auslösung zu reduzieren, 
gelte es, Abstände zwischen den Abfahrenden einzuhalten und Sammelpunkte im 
Hang zu vermeiden. Der Tourenleiter habe einen Mindestabstand von 10 bis 20 m 
zwischen den abfahrenden Teilnehmern vorgegeben und einen Schlussmann be-
stimmt. Damit habe die Auslösewahrscheinlichkeit verringert werden können, in-
dem eine grosse Belastung durch sich einander nähernde Skifahrer ausgeschlos-
sen worden sei. Grössere Abstände wären, so die Gutachter, zwar grundsätzlich 
empfehlenswert gewesen und würden in der Praxis auch häufig angeordnet. Die 
effektivste Massnahme sei indes das Einzelfahren. Die Anordnung des Einzelfah-
rens ziele darauf ab, dass sich nach Möglichkeit immer nur eine Person im Gefah-
renbereich befinde. Damit solle sichergestellt werden, dass im Falle einer Lawi-
nenauslösung nur eine Person erfasst werde, vorausgesetzt die anderen Grup-
penmitglieder warteten an sicheren Sammelpunkten. Im zu beurteilenden Fall sei 
davon auszugehen, dass diese Vorsichtsmassnahme zu einer geringeren Anzahl 
an Verschütteten und letztlich somit zu weniger Todesopfern geführt hätte. Im 

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Nachhinein scheine klar, dass die Anweisung zum Einzelfahren die Konsequen-
zen der Lawine vermutlich verringert hätte. Es lasse sich jedoch nicht beurteilen, 
ob das Einzelfahren die Auslösung der Lawine verhindert hätte (vgl. Gutachten, S. 
13 f.). Sehr versierte Tourenleiter und Bergführer, die bei grossen Unsicherheiten 
in der Beurteilung der Lawinengefahr den Fokus auf mögliche Konsequenzen ei-
ner Lawinenauslösung richteten, würden Einzelfahren als Standardmassnahme 
anordnen, falls die Verhältnisse besondere Vorsicht erforderten. In diesem Sinne 
werde die Unterlassung des Tourenleiters, Einzelfahren anzuordnen, als nicht op-
timal beurteilt. Aufgrund der schwierigen Erkennbarkeit werde es allerdings als 
vertretbar erachtet, dass der Tourenleiter Einzelfahren nicht angeordnet habe (vgl. 
Gutachten, S. 17).

2.8.5. In ihrer Ergänzung zum Gutachterauftrag vom 18. April 2017 (StA act. 8.46) 
halten die Gutachter in Bezug auf die Einzelbefahrung des Unfallhanges fest, dass 
im zu beurteilenden Fall ein Sammelpunkt bei der Alphütte B._____ ungeeignet 
gewesen sei, da diese zu weit weg vom Unfallhang sei und teilweise wohl keine 
direkte Sicht bestehe. Ein Sammelpunkt hätte damit im Bereich des Hangfusses 
gewählt werden müssen. Hätte der Tourenleiter also Einzelfahren angeordnet und 
am Fuss des Osthanges einen Sammelpunkt bestimmt, sei es durchaus möglich, 
dass sich im Falle einer Lawinenauslösung der Sammelpunkt im Bereich der gros-
sen Lawine aus dem Osthang befunden hätte. Damit sei ebenfalls nicht ausge-
schlossen, dass doch mehrere Mitglieder der Gruppe erfasst und verschüttet wor-
den wären. Insofern hätte das Anordnen des Einzelfahrens nicht zwingend zu ei-
nem geringeren Schadensausmass geführt, wie noch im Gutachten angenommen 
worden sei.

2.9. Die Beschwerdeführer bringen gegen die Feststellungen und Schlussfolge-
rungen der Gutachter eine Reihe von Einwänden vor. Sofern erforderlich, ist dar-
auf im Folgenden einzugehen.

2.9.1. Die Beschwerdeführer bringen zunächst vor, dass sich die Gutachter des 
SLF in einer "problematischen Stellung" befinden würden. Ein entsprechendes 
Ausstandsgesuch wird jedoch explizit nicht gestellt (vgl. Beschwerde, S. 4 f.), so-
dass es - namentlich auch in Anbetracht des Ausgangs des Beschwerdeverfah-
rens - hierzu keiner weiteren Ausführungen bedarf. Im Übrigen wäre ein entspre-
chendes Ausstandsgesuch ohnehin verspätet (vgl. Art. 183 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 
58 Abs. 1 StPO ["ohne Verzug"]). Es wird Aufgabe des Sachgerichtes sein, eine 
umfassende Beweiswürdigung vorzunehmen, wobei auch der Frage nachzugehen 

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sein wird, inwieweit im Einzelnen auf die gutachterlichen Feststellungen abgestellt 
werden kann (vgl. unten Erwägung 3).

2.9.2. Die Beschwerdeführer monieren die Vorgehensweise der Gutachter, wo-
nach diese für die Eruierung der für den Unfalltag relevanten Neuschneemenge 
(lediglich) auf die dem Unfalltag vorangegangenen drei Tage abgestellt hätten. 
Vielmehr sei für den Unfalltag von einer relevanten Neuschneemenge von mindes-
tens 50 bis 80 cm auszugehen, womit die kritische Neuschneemenge nicht nur 
erreicht, sondern weit überschritten worden sei. Diese Neuschneemenge entspre-
che den addierten Neuschneemengen der letzten sieben Tage vor der geplanten 
Tour, worauf angesichts täglichen Neuschneefalls bei tiefen Temperaturen abzu-
stellen gewesen wäre (Beschwerde, S. 8 f.).

Es dürfte anerkannter Praxis entsprechen, bei der Einschätzung der Lawinenge-
fahr die Neuschneemenge der vorangegangenen drei Tage zu berücksichtigen. 
Warum von dieser Regel im vorliegenden Fall abgewichen werden sollte, ist nicht 
ersichtlich, kann vorliegend aber letztlich offen gelassen werden. Immerhin ist an-
zumerken, dass sich der Neuschnee wohl auch bei über längere Zeit mit fortge-
setztem Schneefall setzen bzw. mit der bereits bestehenden Schneedecke verfes-
tigen dürfte. Zu hinterfragen ist indes die von den Gutachtern ermittelte Neu-
schneemenge im Unfallhang von 20 bis 30 cm. Gemäss Gutachten nahm die 
Neuschneemenge gegen Süden und Osten ab. Im südlicher gelegenen O.6_____ 
auf einer Höhe von 1090 m ü. M. wurde für den entsprechenden Zeitraum eine 
Neuschneesumme von 23 cm gemessen (Gutachten, S. 3). Insofern ist nicht 
nachvollziehbar, wenn die Gutachter für den weiter nördlich und rund 1000 m 
höher gelegenen Unfallhang von einem Bandbreitenminimum (20 cm) ausgehen, 
das unter dem Wert der in O.6_____ gemessenen Menge (23 cm) liegt. Die 
Staatsanwaltschaft führt hierzu aus, die Experten hätten ihre Schlussfolgerungen 
nachvollziehbar dargelegt. Zudem habe sich Dr. M._____ noch am Unfalltag ins 
Lawinengebiet begeben und dort ein Schneeprofil erstellen können (vgl. KG act. 
A.2). Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass die Gutachter die relevante Neu-
schneemenge nicht anhand des Schneeprofils bestimmten, sondern anhand von 
Messwerten von in der näheren Umgebung gelegenen Messstationen schätzten. 
Eine Bezugnahme bei dieser Schätzung auf das von Dr. M._____ am Unfalltag 
angelegte Schneeprofil geht aus dem Gutachten nicht hervor. Die relevante Neu-
schneemenge im Unfallhang dürfte angesichts der aktenkundigen Messwerte von 
nahe gelegenen Messstationen wohl eher mehr als 30 cm betragen haben.

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2.9.3. Die Beschwerdeführer beanstanden im Weiteren, die im Gutachten vorge-
nommene Trennung zwischen "grossem Osthang" und "Unfallhang" sei unzuläs-
sig. Da erhebliche Lawinengefahr geherrscht habe, hätte, so die Beschwerdefüh-
rer weiter, der gesamte Osthang in die Beurteilung miteinbezogen werden müssen 
(Beschwerde, S. 5 f.). Ungenau sei sodann die Angabe, der "Unfallhang" sei der 
Hangneigungsklasse 30 bis 35 Grad zuzuordnen (Beschwerde, S. 6).

Wie der Beilage 5 des Gutachtens entnommen werden kann, ist die Zuordnung 
des Unfallhanges zur Hangneigungsklasse 30 bis 35 Grad korrekt. Was die Be-
schwerdeführer daraus ableiten wollen, dass das SLF in der Rubrik "Aktuelle Un-
fälle" auf ihrer Homepage die massgebende Steilheit mit "ca. 35°" angegeben hat 
(vgl. Beschwerde, S. 7), ist nicht ersichtlich. Jedenfalls liegt darin kein Wider-
spruch zu den entsprechenden Feststellungen im Gutachten. Ob der grosse Ost-
hang in die Risikobeurteilung hätte miteinbezogen werden müssen, ist dagegen 
eine andere Frage, die nicht hier entschieden zu werden braucht (vgl. unten Er-
wägung 3).

2.9.4. Die Beschwerdeführer machen sodann geltend, angesichts der (erkennba-
ren) Umstände hätte der Beschwerdegegner eine Einzelbefahrung des Hanges 
anordnen oder auf eine Befahrung gänzlich verzichten müssen. Im Übrigen gehe 
die Staatsanwaltschaft von einem anderen Sachverhalt als die Gutachter aus. 
Letztere hätten vorgebracht, es gebe keine Anhaltspunkte, die dafür sprechen 
würden, dass sich die Tourenteilnehmer angenähert hätten, weshalb davon aus-
zugehen sei, eine einzelne Person habe die Lawine ausgelöst. Mit keinem Wort 
würden die Gutachter auf die Tatsache eingehen, dass zwei Teilnehmer unmittel-
bar vor der Lawinenauslösung im Hang angehalten hätten (Beschwerde, S. 12 f.). 
Ausserdem habe der Beschwerdegegner keine Möglichkeit gehabt, die Einhaltung 
seiner Anordnungen zu kontrollieren, da er als erster abgefahren sei. Schliesslich 
seien die angeordneten Sicherheitsabstände von 10 bis 20 m nicht ausreichend 
gewesen (Beschwerde, S. 20).

Die Gutachter halten fest, es gebe keine Anhaltspunkte, dass sich Gruppenmit-
glieder im Unfallhang einander auf wenige Meter genähert hätten. Insofern seien 
die Zusatzbelastungen durch die einzelnen Personen der Tourengruppe nicht zu 
addieren (vgl. Gutachten, S. 8). Diese Ausführungen sind immerhin in Zweifel zu 
ziehen. So ist einerseits davon auszugehen, dass ein oder zwei Mitglieder der 
Tourengruppe im Unfallhang angehalten haben. Andererseits kann angenommen 
werden, dass die einzelnen Personen den Unfallhang mit unterschiedlichen Ge-
schwindigkeiten befahren haben. Bereits aus diesen Gründen kann eine Annähe-

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rung einzelner Mitglieder auf wenige Meter nicht ausgeschlossen werden. Unter-
mauert wird dies denn auch durch die Tatsache, dass mehrere Mitglieder der Tou-
rengruppe eine Person sollen sagen gehört haben, dass sich eine Lawine aus-
gelöst habe bzw. ihnen nähere. Denn bei einem Abstand von 10 bis 20 m wäre 
dies unter Berücksichtigung des Fahrtwindes, der Konzentration auf das eigene 
Fahren und des Tragens eines Helms (oder einer Mütze) kaum möglich. Es kann 
somit schwerlich angenommen werden, dass die vorgegebenen Abstände zu kei-
ner Zeit unterschritten worden sind. Insofern kann auch nicht mit genügender 
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass die Lawine durch die Zusatzbe-
lastung lediglich einer einzelnen Person ausgelöst worden ist. Denn die Schluss-
folgerung der Gutachter, dass die Lawine durch eine Einzelperson ausgelöst wor-
den sei, beruht auf der Annahme, dass sich die Einzelpersonen im Unfallhang 
nicht auf wenige Meter genähert hätten. Wie gezeigt, ist diese Annahme in Zweifel 
zu ziehen, sodass auch der Schlussfolgerung, die Lawine sei durch die Zusatzbe-
lastung einer einzelnen Person ausgelöst worden, nicht ohne weiteres gefolgt 
werden kann.

2.9.5. Geht man davon aus, dass die Anweisungen des Tourenleiters bezüglich 
Einhalten der vorgegebenen Abstände nicht (durchwegs) eingehalten wurden, so 
gilt es zu prüfen, ob dies dem Tourenleiter angelastet werden kann. Dabei ist 
grundsätzlich zu bemerken, dass das Prinzip der Eigenverantwortung im Alpinis-
mus einen hohen Stellenwert einnimmt (dazu eingehend Erik Lustenberger, Die 
Eigenverantwortung im Alpinismus, HAVE 2013, S. 115 ff.). Andererseits stellt die 
Nichtbefolgung einer Weisung des Führers bzw. Leiters ein grobes Selbstver-
schulden des Teilnehmers dar, sofern sie auf pflichtwidriger Unvorsichtigkeit (oder 
gar Vorsatz) beruht. Im vorliegenden Zusammenhang ist zu bedenken, dass Fahr-
fehler grundsätzlich dem besten Fahrer passieren können bzw. dass auch der 
beste Fahrer unter Umständen dazu gezwungen ist, in einem Hang anzuhalten. 
Diese Erfahrungstatsache wiederum hat jedoch auch vom Tourenleiter in seine 
Überlegungen einzufliessen bei der Frage, auf welche Weise ein bestimmter Hang 
zu befahren sei. Mit anderen Worten kann er sich nur dann auf die Erteilung einer 
bestimmten Weisung berufen, wenn deren Einhaltung aufgrund der konkreten 
Umstände vernünftigerweise erwartet werden darf.

In diesem Zusammenhang bringen die Beschwerdeführer vor, dem Beschwerde-
gegner habe zur Beurteilung der skifahrerischen Fähigkeiten der Tourenteilneh-
mer ausschliesslich der wenig aussagekräftige Aufstieg sowie die sehr kurze Ab-
fahrt vom Gipfel bis zum Einstieg in den Osthang zur Verfügung gestanden. Im 
Moment, als der Beschwerdegegner die Anordnung hinsichtlich Abfahrtskorridor 

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sowie Verzicht auf Einzelbefahrung getroffen habe, habe er sich noch kaum ein 
Bild über die skifahrerischen Fähigkeiten der ihm anvertrauten Teilnehmer der von 
ihm geführten Tourengruppe machen können (Beschwerde, S. 10). Die Staatsan-
waltschaft geht davon aus, der Beschwerdegegner habe während der (ersten) Ab-
fahrt über den Gipfelsüdhang zum Kreuzungspunkt genutzt, um das fahrerische 
Können der Teilnehmenden zu prüfen. Dabei hätten sich keine Hinweise auf fahr-
technische Schwierigkeiten ergeben (Einstellungsverfügung, E. 5). Es stellt sich 
aber in der Tat die Frage, ob diese recht kurze Abfahrt genügen konnte, damit der 
Beschwerdegegner davon ausgehen durfte, dass seine Anweisungen im Unfall-
hang eingehalten werden könnten, zumal er voraus fuhr und zumindest nicht die 
ganze Zeit nach hinten schauen und die Fahrweise der Teilnehmenden beobach-
ten konnte. Vor diesem Hintergrund kann somit nicht von vornherein gesagt wer-
den, der Beschwerdegegner habe in ausreichender Weise und damit sorgfalts-
gemäss dafür gesorgt, dass seine Anweisungen eingehalten würden. Insofern 
lässt sich auch nicht mit hinreichender Sicherheit sagen, dass eine Einzelbefah-
rung nicht nötig gewesen wäre.

2.9.6. Die Beschwerdeführer machen des Weiteren geltend, bei Einzelbefahrung 
und Bestimmung eines sinnvollen Sammelpunktes ausserhalb des Auslaufbe-
reichs einer möglichen Lawine wäre ausschliesslich die lawinenauslösende Per-
son verschüttet worden. Das Schadensausmass wäre bei pflichtgemässer Sorgfalt 
somit wesentlich geringer gewesen (Beschwerde, S. 24).

Bezüglich der Variante der Einzelbefahrung hielten die Gutachter ursprünglich 
fest, diese stelle die effektivste Vorsichtsmassnahme dar. Sie ziele darauf ab, 
dass sich nach Möglichkeit immer nur eine Person im Gefahrenbereich befinde. 
Damit solle sichergestellt werden, dass im Falle einer Lawinenauslösung nur eine 
Person erfasst werde, vorausgesetzt die anderen Gruppenmitglieder warteten an 
sicheren Sammelpunkten. Im zu beurteilenden Fall sei davon auszugehen, dass 
diese Vorsichtsmassnahme zu einer geringeren Anzahl an Verschütteten und 
letztlich somit zu weniger Todesopfern geführt hätte. Im Nachhinein scheine klar, 
dass die Anweisung zum Einzelfahren die Konsequenzen der Lawine vermutlich 
verringert hätte (vgl. Gutachten, S. 13 f.). Sehr versierte Tourenleiter und Bergfüh-
rer, die bei grossen Unsicherheiten in der Beurteilung der Lawinengefahr den Fo-
kus auf mögliche Konsequenzen einer Lawinenauslösung richteten, würden Ein-
zelfahren als Standardmassnahme anordnen, falls die Verhältnisse besondere 
Vorsicht erforderten. In diesem Sinne werde die Unterlassung des Tourenleiters, 
Einzelfahren anzuordnen, als nicht optimal beurteilt. Aufgrund der schwierigen 
Erkennbarkeit werde es allerdings als vertretbar erachtet, dass der Tourenleiter 

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Einzelfahren nicht angeordnet habe (vgl. Gutachten, S. 17). In ihrer Ergänzung 
zum Gutachterauftrag vom 18. April 2017 (StA act. 8.46) weichen die Gutachter 
von dieser Schlussfolgerung insofern ab, als sie festhielten, es sei nicht ausge-
schlossen, dass trotz Einzelbefahrung des Unfallhanges mehrere Mitglieder der 
Gruppe erfasst und verschüttet worden wären, sodass - entgegen dem, was noch 
im Gutachten angenommen worden sei - das Anordnen des Einzelfahrens nicht 
zwingend zu einem geringeren Schadensausmass geführt hätte. Denn im zu beur-
teilenden Fall sei ein Sammelpunkt bei der Alphütte B._____ ungeeignet gewesen, 
da diese zu weit weg vom Unfallhang sei und teilweise wohl keine direkte Sicht 
bestehe. Ein Sammelpunkt hätte damit im Bereich des Hangfusses gewählt wer-
den müssen. Hätte der Tourenleiter also Einzelfahren angeordnet und am Fuss 
des Osthanges einen Sammelpunkt bestimmt, sei es durchaus möglich, dass sich 
im Falle einer Lawinenauslösung der Sammelpunkt im Bereich der grossen Lawi-
ne aus dem Osthang befunden hätte.

Die Staatsanwaltschaft hält in der angefochtenen Einstellungsverfügung fest, soll-
te sich eine Einzelbefahrung des Unfallhanges aufgedrängt haben, würde es am 
hypothetischen Kausalzusammenhang fehlen (Einstellungsverfügung, E. 10). Die 
Staatsanwaltschaft begründet diese Schlussfolgerung zwar nicht weiter; es kann 
aber angenommen werden, dass sie sich hierbei auf die zuvor wiedergegebene 
Einschätzung der Gutachter in der Ergänzung zum Gutachterauftrag stützt. Bei 
Lichte besehen geht es dabei um die sogenannte Erfolgsrelevanz des Sorgfalts-
verstosses, wonach zu untersuchen ist, ob der Erfolgseintritt gerade auf die Nicht-
einhaltung der gebotenen Sorgfalt zurückzuführen ist. Das Bundesgericht prüft in 
diesem Zusammenhang, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten ausgeblie-
ben wäre. Da sich ein solcher hypothetischer Kausalzusammenhang nicht mit 
Gewissheit beweisen lässt, genügt es für die Zurechnung des Erfolges, wenn das 
pflichtwidrige Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad der Wahr-
scheinlichkeit bzw. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache 
des Erfolges bildete (vgl. etwa BGE 130 IV 7 E. 3.2.).

Zunächst ist festzuhalten, dass die diesbezügliche Einschätzung der Gutachter im 
Gutachten wenig schlüssig erscheint. So bezeichnen sie es zum einen als nicht 
optimal, dass keine Einzelbefahrung angeordnet worden sei, und weisen darauf 
hin, dass sehr versierte Tourenleiter und Bergführer, die bei grossen Unsicherhei-
ten in der Beurteilung der Lawinengefahr den Fokus auf mögliche Konsequenzen 
einer Lawinenauslösung richteten, Einzelfahren als Standardmassnahme anord-
nen würden, falls die Verhältnisse besondere Vorsicht erforderten. Ungeachtet 
dessen halten sie die vom Beschwerdegegner gewählte Gruppenbefahrung des 

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Unfallhanges im Ergebnis als vertretbar. Dabei handelt es sich indes - wie die Be-
schwerdeführer zu Recht vorbringen (vgl. Beschwerde, S. 23) - um eine Wertung, 
die letztlich den Strafbehörden verbleibt. Im Weiteren gingen die Gutachter 
zunächst davon aus, dass eine Einzelbefahrung zu einer geringeren Anzahl an 
Verschütteten und letztlich somit zu weniger Todesopfern geführt hätte. In der Er-
gänzung zum Gutachterauftrag verneinen sie dann aber die zuvor angenommene 
Erfolgsrelevanz und halten fest, ein bei Einzelbefahrung geeigneter Sammelpunkt 
hätte sich im Gefahrenbereich der Lawine befunden, sodass auch in diesem Fall 
mehrere Mitglieder der Gruppe erfasst und verschüttet worden wären. Das Anord-
nen des Einzelfahrens hätte deshalb - so die Gutachter - nicht zwingend zu einem 
geringeren Schadensausmass geführt. Ob tatsächlich kein idealer Sammelpunkt 
ausserhalb des späteren Lawinenkegels hätte gewählt werden können, ist jedoch 
immerhin in Frage zu stellen. So hätte möglicherweise der vom Abfahrtspunkt sehr 
gut einsehbare kleine Hügel südwestlich der Alphütte B._____ (vgl. etwa Gutach-
ten, S. 16, Abbildung 5) in Betracht gezogen werden können, zumal sich die Lawi-
ne vor diesem Hügel offenbar staute (vgl. hierzu insb. die Fotos Nr. 7-8 von StA 
act. 4.4). Falls aber kein geeigneter Sammelpunkt an einer "ungefährlichen" Stelle 
hätte gewählt werden können, hätte sich die Frage gestellt, ob es vertretbar sei, 
den Hang überhaupt zu befahren.

3. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass in Anbetracht der geschilderten 
Umstände nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem Freispruch des 
Beschwerdegegners ausgegangen werden kann. Die Einstellung des Strafverfah-
rens verletzt daher - insbesondere auch angesichts der Schwere der Tatfolgen - 
den Grundsatz in dubio pro duriore, wonach im Zweifel Anklage zu erheben ist. 
Auf die übrigen Vorbringen der Beschwerdeführer braucht an dieser Stelle nicht 
eingegangen zu werden. Es wird Aufgabe des Sachgerichtes sein, sowohl eine 
umfassende Beweiswürdigung als auch eine eingehende rechtliche Auseinander-
setzung mit der in Fällen wie dem vorliegenden von Tourenleitern zu erwartenden 
Vorsichtsmassnahmen vorzunehmen. Dabei wird auch ein allfälliges Fehlverhalten 
von L._____ und dessen Auswirkungen auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit 
des Beschwerdegegners zu thematisieren sein. Insofern braucht auch der Antrag 
der Beschwerdeführer um eine weitergehende Auswertung des GPS-Tracks von 
L._____ (vgl. Beschwerde, S. 21) nicht an dieser Stelle behandelt zu werden. Die 
Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Einstellungsverfügung auf-
zuheben und die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft zur Fortführung des 
Verfahrens im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. Praxisgemäss ist auf Wei-
sungen an die Staatsanwaltschaft zu verzichten, zumal hierfür keine hinreichende 

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Veranlassung besteht (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 
15 6 vom 13. Mai 2015, E. 5).

4.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat nach Art. 428 Abs. 4 StPO der 
Kanton Graubünden die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. In Anwen-
dung von Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren 
(VGS; BR 350.201) werden die Kosten des Beschwerdeverfahrens vorliegend auf 
CHF 2'000.00 festgesetzt.

4.2. Im Weiteren hat der Kanton Graubünden die Beschwerdeführer gestützt auf 
Art. 436 Abs. 3 StPO, welcher trotz Verweis auf das Berufungsverfahren auch im 
Beschwerdeverfahren Anwendung findet (vgl. Stefan Wehrenberg/Friedrich Frank, 
in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 14 zu Art. 436 StPO; Yvona Griesser, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 4 zu Art. 436 StPO), hierfür ausserge-
richtlich zu entschädigen. Mangels Einreichen einer Honorarnote ist die beantragte 
Entschädigung praxisgemäss nach Ermessen festzusetzen. Angesichts der sich 
stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie in Anbetracht des Umfangs der abge-
fassten Rechtsschrift erscheint eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von 
CHF 3'000.00 (inkl. Spesen und MWSt.) als angemessen.

Seite  22 — 22

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfü-
gung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Juni 2017 aufgehoben 
und die Sache an die Staatsanwaltschaft Graubünden zur Fortführung des 
Verfahrens im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden.

3. Der Kanton Graubünden hat X.A._____, X.B._____, X.C._____, X.D._____, 
X.E._____, X.F._____ sowie X.G._____ für das Beschwerdeverfahren mit 
insgesamt CHF 3'000.00 (inkl. Spesen und MWSt.) ausseramtlich zu ent-
schädigen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: