# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a914db97-0fd3-5a55-8230-3ebad94bec7e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.07.2010 C-3940/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3940-2009_2010-07-20.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3940/2009/frj/fas
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  J u l i  2 0 1 0
 

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Michael Peterli, 
Richter Alberto Meuli, Richter Beat Weber, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

Verein santésuisse, 
handelnd durch Geschäftsstelle santésuisse Bern, 
Waisenhausplatz 25, Postfach 605, 
3000 Bern 7 Bärenplatz,
und diese vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Andreas Gafner, Neuengasse 19, Postfach 653, 
2501 Biel/Bienne,
Beschwerdeführer,

gegen

Verein diespitäler.be, c/o Spital STS AG, 
Krankenhausstrasse 12, 3600 Thun,
Beschwerdegegner,

Regierungsrat des Kantons Bern,
Rathausgasse 1, Postgasse 68, 3011 Bern,
vertreten durch die 
Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) des Kantons 
Bern,
Rathausgasse 1, 3011 Bern.

Krankenversicherung, Tarifvertrag 
(Regierungsratsbeschluss Nr. 0889 vom 13. Mai 2009 
betreffend die Festsetzung der Tarife ab dem 

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

C-3940/2009

1. Januar 2009 für die stationäre Behandlung auf der 
allgemeinen Abteilung in den psychiatrischen Kliniken 
des Kantons Bern).

Seite 2

C-3940/2009

Sachverhalt:

A.

A.a Mit Schreiben vom 23. Juni 2008 und vom 14. Juli 2008 teilten der 
Verein diespitäler.be und der Verein santésuisse, handelnd durch die 
Geschäftsstelle  santésuisse  Bern  (nachfolgend  santésuisse),  der 
Gesundheits-  und Fürsorgedirektion  des  Kantons Bern  (nachfolgend 
GEF) das Scheitern  der  Verhandlungen über  die  Tarife 2009 für  die 
stationäre  Behandlung  in  den  öffentlich  subventionierten  psychiatri-
schen  Kliniken  (allgemeine  Abteilung)  mit  (Akt. 9  I/3  und I/6).  Der 
Verein  diespitäler.be  kündigte  (als  Rechtsnachfolger  des  Verbands 
Bernischer Krankenhäuser [VBK]) die Verträge zwischen santésuisse 
und  VBK  über  die  stationäre  und  teilstationäre  Behandlung  in  den 
psychiatrischen  Institutionen  des  Kantons  Bern  am  27. Juni  2008 
(Akt. 9  I/5,  vgl.  auch  Akt. 9  I/59).  Am  12. September  2008  gab  der 
Verein  diespitäler.be  der  GEF  bekannt,  betreffend  die  Tarife  für 
Tageskliniken und die Behandlung von Chronischkranken und Pflege-
bedürftigen  sei  eine  Einigung  erzielt  worden,  und  beantragte 
gleichzeitig, die Tarife ab Januar 2009 für die stationäre Behandlung in 
den Bereichen Erwachsenenpsychiatrie (ab 1.-90. Tag und ab 91. Tag) 
sowie Kinder-  und Jugendpsychiatrie  seien durch den Regierungsrat 
festzusetzen (Akt. 9 I/16). Von der Vertragskündigung betroffen waren 
folgende Institutionen: Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD, 
psychiatrisches  Universitätsspital),  Psychiatriezentrum  Münsingen 
(PZM),  Psychiatrische  Dienste  Biel-Seeland-Berner  Jura  (PDBBJ), 
Privatklinik  Meiringen  (PM),  Psychiatrischer  Dienst  Regionalspital 
Emmental  (RSE),  Psychiatrische  Dienste  Spital  Region  Oberaargau 
(SRO) und Soteria, Bern.

A.b Die GEF holte bei den Parteien die Akten (Akt.  9 I/7) sowie eine 
Stellungnahme der  Preisüberwachung  (vom 5. Dezember  2008)  ein. 
Letztere  empfahl,  die  Tagespauschalen  zu  Lasten  der  sozialen 
Krankenversicherung  seien  im  Bereich  Erwachsenenpsychiatrie  auf 
maximal  Fr. 237.-  (1. - 90. Tag)  bzw.  Fr. 158.-  (ab  91. Tag),  in  der 
Kinder-  und  Jugendpsychiatrie  auf  maximal  Fr. 319.-  festzusetzen 
(Akt. 9  I/28).  Santésuisse  beantragte  mit  Schreiben  vom 21. Januar 
2009,  es seien die Tarife gemäss den Empfehlungen der  Preisüber-
wachung festzusetzen (Akt. 9 I/34). Der Verein diespitäler.be wendete 
in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2009 hingegen ein, die von 
der  Preisüberwachung  empfohlenen  Tarife  lägen  weit  unter  den 

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Ansätzen  für  das  Jahr  2008.  Insbesondere  die  Reduktionen  beim 
Kostendeckungsgrad sowie der  Abzug für  Lehre und Forschung und 
aufgrund von Überkapazität wurden als nicht sachgerecht bezeichnet 
(Akt. 9 I/37). 

A.c Mit  Beschluss  Nr. 0889  vom  13. Mai  2009  (nachfolgend  RRB 
Nr. 0889) setzte der Regierungsrat des Kantons Bern (im Folgenden 
Regierungsrat)  die  Tarife  ab  dem 1. Januar  2009  für  die  stationäre 
Behandlung  auf  der  allgemeinen  Abteilung  in  den  psychiatrischen 
Kliniken  des  Kantons  Bern  wie  folgt  fest:  In  der  Erwachsenen-
psychiatrie Fr. 250.- vom 1. - 90. Tag und Fr. 166.- ab dem 91. Tag, in 
der Kinder- und Jugendpsychiatrie Fr. 397.- (Akt. 1/2). Zur Begründung 
führte der Regierungsrat unter anderem aus, er erachte aufgrund der 
eingereichten  Unterlagen  einen  Kostendeckungsgrad  von  47 %  als 
angemessen. Der von der Privatklinik Meiringen ausgewiesene Verlust 
dürfe  –  entsprechend  den  Empfehlungen  der  Preisüberwachung  – 
nicht in die Berechnung der anwendbaren Kosten einfliessen. Bei den 
Kostenrechnungen der UPD finde sich kein Anhaltspunkt, wonach die 
Kosten  für  Lehre  und  Forschung  nicht  korrekt  aufgeführt  seien.  Es 
bestehe  deshalb  –  entgegen  der  Auffassung  der  Preisüberwachung 
und von santésuisse – keine Veranlassung,  einen Pauschalabzug in 
der  Höhe  von  25 %  der  Betriebskosten  vorzunehmen.  Nicht  gefolgt 
werden  könne  der  Preisüberwachung  auch  beim  vorgenommenen 
Abzug wegen Überkapazität. Da die Institutionen UPD, PZM, PDBBJ 
und PM gemäss Leistungsauftrag eine Notaufnahmepflicht hätten, sei 
der  normative  Bettenbelegungsgrad  auf  85 %  (nicht  auf  90 %) 
festzusetzen.  Die  Wirtschaftlichkeitsprüfung  sei  durch  intrakantonale 
Betriebsvergleiche erfolgt, wobei – im Bereich Erwachsenenpsychiatrie 
– die drei  kleineren stationären psychiatrischen Einrichtungen (RSE, 
SRO und  Soteria)  nicht  in  den  Kostenvergleich  einbezogen  worden 
seien.  Auch  die  Tarife  der  Kinder-  und  Jugendpsychiatrie  habe  der 
Regierungsrat einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen.

B.
Der Verein santésuisse liess,  vertreten durch Rechtsanwalt  Andreas 
Gafner, am 18. Juni 2009 Beschwerde erheben und beantragen, der 
RRB  Nr. 0889  vom 13. Mai  2009  sei  –  unter  Kosten-  und  Entschä-
digungsfolgen – aufzuheben und der Tarif für die stationäre Behand-
lung in psychiatrischen Kliniken des Kantons Bern sei für die Zeit ab 
1. Januar 2009 folgendermassen festzusetzen: 

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- Erwachsenenpsychiatrie: Fr. 237.- (1. - 90. Tag)
Fr. 158.- (ab 91. Tag)

- Kinder- und Jugendpsychiatrie: Fr. 319.-

Der  Beschwerdeführer  brachte  im  Wesentlichen  vor,  der  Kosten-
deckungsgrad sei abweichend von der Praxis auf 47 % statt auf 46 % 
festgesetzt  worden.  Weiter  sei  der  vom  Regierungsrat  akzeptierte 
Aufwand der  UPD für  Lehre  und  Forschung  von lediglich  5.4 % un-
realistisch  tief,  weshalb  der  Pauschalabzug  von  25 %  hätte  vorge-
nommen werden müssen. Im Widerspruch zur Praxis des Bundesrates 
stehe  auch  ein  normativer  Bettenbelegungsgrad  von  85 %  für  psy-
chiatrische Kliniken mit Notfallaufnahmepflicht. Bei der Wirtschaft lich-
keitsprüfung habe der Regierungsrat ein anderes Vergleichsspital als 
santésuisse  und  Preisüberwachung  gewählt  und  –  entgegen  den 
Ausführungen  im  Beschluss  –  die  drei  kleinsten  Institutionen  mit 
einbezogen. Die  von  santésuisse  gewählte  Methode  –  welche  auch 
derjenigen der Preisüberwachung entspreche – sei sachgerechter. Der 
festgesetzte  Tarif  für  Kinder-  und Jugendpsychiatrie  sei  sogar  höher 
als  vom Verein diespitäler.be beantragt  und massiv  höher als  in  der  
Berechnung  der  Preisüberwachung,  wobei  diese  Abweichung  nicht 
begründet werde. 

C.
Mit  Zwischenverfügung  vom  30. Juni  2009  setzte  der  zuständige 
Instruktionsrichter  den  Kostenvorschuss  auf  Fr. 4'000.-  fest  und 
forderte  die  Parteien  auf,  zur  Frage  des  für  die  Verfahrensdauer 
anwendbaren Tarifs Stellung zu nehmen (Akt. 2). Der Kostenvorschuss 
ging am 10. Juli 2009 bei der Gerichtskasse ein (Akt. 6).

D.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  3. August  2009  beantragte  die 
Vorinstanz,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen  und  für  die  Dauer  des 
Beschwerdeverfahrens  sei  der  ab  1. Januar  2008  gültige  Tarif 
anzuwenden (Akt. 9). 

E.
Der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner beantragten über-
einstimmend,  vorläufig  sei  der  für  das  Jahr  2008 gültige  Tarif  anzu-
wenden  (Akt. 7  und 12).  Mit  Zwischenverfügung  vom 14. September 
2009 (Akt. 13) wurde für die Dauer des Verfahrens einstweilen der vom 
Regierungsrat genehmigte Tarif für das Jahr 2008 festgesetzt (Erwach-

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senenpsychiatrie: Fr. 251.- [1. bis 90. Tag] bzw. Fr. 167.- [ab 91. Tag], 
Kinder- und Jugendpsychiatrie: Fr. 355.-).

F.
Der Beschwerdegegner beantragte in seiner Beschwerdeantwort vom 
16. September  2009  die  kostenfällige  Abweisung  der  Beschwerde 
(Akt. 14).

G.
Die  Preisüberwachung  hielt  mit  Eingabe  vom  23. Oktober  2009  an 
ihrer Empfehlung vom 5. Dezember 2008 fest (Akt. 19).

H.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schloss sich in seiner Stellung-
nahme vom 14. Dezember 2009 im Wesentlichen den Empfehlungen 
der  Preisüberwachung  an.  Der  Beschluss  des  Regierungsrates  sei 
deshalb aufzuheben und der Tarif neu festzusetzen (Akt. 21). 

I.
Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Beteiligten  und  die  eingereichten 
Akten wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen 
der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Nach Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die 
Krankenversicherung (KVG, SR 832.10)  kann gegen Beschlüsse der 
Kantonsregierungen  nach  Art. 47  KVG  beim  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde geführt werden. Der angefochtene RRB Nr. 0889 
vom  13. Mai  2009  wurde  gestützt  auf  Art. 47  KVG  erlassen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde 
zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG).

2.
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 
Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 
173.32)  und  Art. 53  Abs. 2  Satz 1  KVG  grundsätzlich  nach  dem 
Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren  (VwVG,  SR  172.021).  Vorbehalten  bleiben  allfällige  Abwei-

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chungen  des  VGG  und  die  besonderen  Bestimmungen  des  Art.  53 
Abs. 2 KVG.

2.1 Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit 
zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a); durch die angefochtene Verfügung 
besonders  berührt  ist  (Bst. b);  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an 
deren Aufhebung oder  Änderung hat  (Bst. c). Der  Beschwerdeführer 
hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist Adressat des 
angefochtenen Beschlusses,  weshalb  die  Beschwerdelegitimation zu 
bejahen ist. 

2.2 Die  Beschwerde  ist  innerhalb  von 30 Tagen nach  Eröffnung  der 
Verfügung  einzureichen  (Art. 50  Abs. 1  VwVG).  Der  RRB  Nr. 0889 
wurde  dem Beschwerdeführer  am 19. Mai  2009  zugestellt  (Akt. 1/2) 
und  die  Beschwerde  am  18. Juni  2009  der  schweizerischen  Post 
übergeben. Auf die rechtzeitig erhobene und formgerecht (vgl. Art.  52 
VwVG) eingereichte Beschwerde ist – nachdem auch der Kostenvor-
schuss fristgerecht geleistet wurde – einzutreten. 

2.3 Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Preisüberwachung 
(PUE)  wurden  im  Instruktionsverfahren  eingeladen,  eine  Stellung-
nahme einzureichen. Im vorliegenden Verfahren sind die PUE und das 
BAG jedoch nicht Parteien im Sinne von Art. 6 VwVG. 

2.3.1 Die  Beschwerdeinstanz  kann  andere  Beteiligte,  welchen  im 
Beschwerdeverfahren nicht  Parteistellung zukommt,  einbeziehen und 
von  diesen  eine  Stellungnahme einholen  (vgl.  Art. 57  Abs. 1  VwVG, 
siehe auch  FRANK SEETHALER/KASPAR PLÜSS,  in: Praxiskommentar VwVG, 
Waldmann/Weissenberger  (Hrsg.),  Zürich  2009 [nachfolgend: Praxis-
kommentar VwVG], Art. 57 N. 16,  VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, 
a.a.O.,  Art. 6  N. 58;  ANDRÉ MOSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  (Hrsg.), 
Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG),  Zürich  2008  [nachfolgend: VwVG-Kommentar],  Art. 57  N. 6; 
BGE 122 II 382 E. 2c, BGE 124 II 409 E. 2, BGE 135 II 384 E. 1.2.1). 
Unter  "andere  Beteiligte"  im  Sinne  von  Art. 57  Abs. 1  VwVG  (bzw. 
"weitere Beteiligte" im Sinne von Art. 102 Abs. 1 des Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]) fallen insbesondere 
Behörden, die im erstinstanzlichen Verfahren anzuhören sind ( ISABELLE 
HÄNER,  Die  Beteiligten  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungs-
prozess,  Zürich  2000,  Rz. 293),  sowie  in  ihrer  Aufgabenerfüllung 
betroffene  Amtsstellen  (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsver-

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fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
Rz. 527). Ob  auch Fachstellen,  die als  Sachverständige beigezogen 
werden  (d.h.,  die  Gutachten  oder  Amtsberichte,  welche  materiell 
Gutachtenscharakter  aufweisen,  erstellen),  als  weitere Beteiligte  zu 
qualifizieren  sind,  erscheint  fraglich  (vgl.  HÄNER und  KÖLZ/HÄNER, 
ebenda,  MOSER,  a.a.O.,  N. 6).  Sofern  jedoch  eine  Kommission  von 
Sachverständigen  im  erstinstanzlichen  Verfahren  von  Gesetzes 
wegen  beteiligt  ist  und  Antrag  an  die  entscheidende  Behörde  zu 
stellen hat, kann sie als "weitere Beteiligte" ins Beschwerdeverfahren 
einbezogen werden (vgl. BGE 135 II 384 E. 1.2). 

2.3.2 Die PUE ist  im Tariffestsetzungsverfahren nach Art.  47 Abs. 1 
KVG von  der  Kantonsregierung  anzuhören  (vgl.  Art. 14  Abs. 1  des 
Preisüberwachungsgesetzes  vom  20. Dezember  1985  [PüG,  SR 
942.20], RKUV 2001 KV 177 S. 353 E. 2.1, RKUV 1997 KV 16 S. 343 
E. 4). Sie kann gemäss Art. 14 Abs. 1 Satz 2 PüG beantragen,  auf 
die  Preiserhöhung  ganz  oder  teilweise  zu  verzichten  oder  einen 
missbräuchlich beibehaltenen Preis zu senken. Den Stellungnahmen 
der  PUE  kommt  nicht  –  oder  jedenfalls  nicht  in  erster  Linie  –  die 
Funktion  zu,  eine  sachverständige  Ermittlung  und  Würdigung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  zu  Handen  der  entscheidenden 
Behörde  vorzunehmen  (vgl.  Art. 12  Bst. e  VwVG,  PATRICK L.  KRAUS-
KOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 12 N. 147 f.). 
Vielmehr  hat  die  PUE auch  eine  Beurteilung vorzunehmen,  ob der 
von  der  Kantonsregierung  in  Aussicht  genommene  Tarif  als  miss-
bräuchlich  im  Sinne  des  PüG  zu  qualifizieren  ist.  Insofern  als  die 
PUE eine rechtliche Beurteilung vornimmt, handelt es sich nicht um 
ein  Beweismittel  und  somit  auch  nicht  um  einen  Amtsbericht,  wel-
chem materiell Gutachtenscharakter zukommt (vgl. dazu BGE 123 V 
331  E. 1b,  KÖLZ ALFRED/BOSSHART JÜRG/RÖHL MARTIN,  Kommentar  zum 
Verwaltungsrechtspflegegesetz  des  Kantons  Zürich,  2. Aufl.,  Zürich 
1999, § 7 N. 78). Als solcher hätte sich der Bericht der PUE nämlich 
nicht zu Rechtsfragen, sondern nur zu den von der entscheidenden 
Behörde  gestellten  Fragen  zum Sachverhalt  zu  äussern  (vgl.  auch 
CHRISTOPH AUER,  in:  VwVG-Kommentar,  Art. 12  N. 43). Die  vom Bun-
desverwaltungsgericht  übernommene  Rechtsprechung  des  Bundes-
rates  zur  Stellung  der  PUE-Empfehlungen  (vgl.  Zwischenverfügung 
BVGer C-297/2009 vom 8. Juli 2009 mit Hinweisen) ist entsprechend 
zu präzisieren. 

Die PUE kann demnach als Fachstelle, die im erstinstanzlichen Ver-

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fahren  anzuhören  war,  im  Verfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht 
ohne Weiteres einbezogen werden. 

2.3.3 Das  BAG  ist  das  für  die  Krankenversicherung  zuständige 
Bundesamt. Ihm kommen bei  der  Durchführung  der  obligatorischen 
Krankenversicherung  –  wenn  auch  nicht  explizite  bei  der  Tarif -
festsetzung nach Art. 47 KVG – wesentliche Aufsichtsfunktionen zu 
(vgl. Art. 21 KVG, Art. 24 ff. KVV). Es rechtfertigt sich, angesichts des 
unbestreitbar  bestehenden  Zusammenhanges  zwischen  den  Tarif-
fragen und den Kosten der obligatorischen Krankenversicherung, das 
BAG als für die Durchführung des KVG-Obligatoriums verantwortliche 
Behörde am Verfahren zu beteiligen. 

2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit  des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG). 
Neue  Tatsachen  und  Beweismittel  dürfen  nur  so  weit  vorgebracht 
werden, als erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. Neue 
Begehren sind unzulässig (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG). 

Tariffestsetzungsbeschlüsse  nach  Art. 47  KVG sind  vom Bundesver-
waltungsgericht  –  im  Unterschied  zu  Beschlüssen  über  die  Spital-
planung (vgl. Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG) – mit voller Kognition zu über-
prüfen.

2.4.1 Nach der Rechtsprechung hat auch eine Rechtsmittelbehörde, 
der  volle  Kognition  zusteht,  in  Ermessensfragen  einen  Entschei-
dungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren. Sie hat eine unange-
messene Entscheidung zu korrigieren, kann aber der Vorinstanz die 
Wahl  unter  mehreren  angemessenen  Lösungen  überlassen  (BGE 
133  II  35  E. 3).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  daher  nur  den 
Entscheid der unteren Instanz zu überprüfen und sich nicht an deren 
Stelle zu setzen (vgl. BGE 126 V 75 E. 6). Insbesondere dann, wenn 
die  Ermessensausübung,  die  Anwendung  unbestimmter  Rechtsbe-
griffe oder die Sachverhaltswürdigung hoch stehende, spezialisierte 
technische,  wissenschaftliche  oder  wirtschaftliche  Kenntnisse  erfor-
dert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprüfung vorins-
tanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3, BGE 
133 II 35 E. 3, BGE 128 V 159 E. 3b/cc). Es stellt daher keine unzu-

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lässige  Kognitionsbeschränkung  dar,  wenn  das Gericht  –  das nicht 
als Fachgericht ausgestaltet ist – nicht ohne Not von der Auffassung 
der  Vorinstanz abweicht,  soweit  es um die  Beurteilung technischer, 
wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Spezialfragen geht, in denen 
die  Vorinstanz  über  ein  besonderes  Fachwissen  verfügt  (vgl.  BGE 
135 II  296 E. 4.4.3,  BGE 133 II  35  E. 3  mit  Hinweisen; siehe zum 
Ganzen  auch  YVO HANGARTNER,  Behördenrechtliche  Kognitions-
beschränkungen  in  der  Verwaltungsrechtspflege,  in:  Benoît  Bovay/ 
Minh  Son  Nguyen  [Hrsg.],  Mélanges  en  l'honneur  de  Pierre  Moor, 
Bern  2005,  S. 319 ff.;  RETO FELLER/MARKUS MÜLLER,  Die  Prüfungszu-
ständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  –  Probleme  der  prak-
tischen  Umsetzung,  Schweizerisches  Zentralblatt  für  Staats-  und 
Verwaltungsrecht [ZBl] 110/2009 S. 442 ff.).

2.4.2 Im Bereich der Tariffestsetzungen gilt es indessen zu beachten, 
dass  die  Kantonsregierung  die  PUE  nicht  nur  anhören,  sondern 
gemäss Art. 14 Abs. 2 PüG auch begründen muss, wenn sie deren 
Empfehlung nicht  folgt. Nach der  Rechtsprechung des Bundesrates 
kommt den Empfehlungen der PUE ein besonderes Gewicht zu, weil 
die auf Sachkunde gestützte Stellungnahme bundesweit einheitliche 
Massstäbe  bei  der  Tariffestsetzung  setzt  (vgl.  RKUV  1997  KV  16 
S. 343 E. 4.6). Das Gericht hat sich insbesondere dann eine Zurück-
haltung  aufzuerlegen,  wenn  der  Entscheid  der  Vorinstanz  mit  den 
Empfehlungen der PUE übereinstimmt. 

2.4.3 Weicht die Kantonsregierung hingegen von den Empfehlungen 
der PUE ab, kommt weder der Ansicht der PUE noch derjenigen der 
Vorinstanz generell ein Vorrang zu (vgl. auch  DANIEL STAFFELBACH/YVES 
ENDRASS,  Der  Ermessensspielraum  der  Behörden  im  Rahmen  des 
Tariffestsetzungsverfahrens  nach  Art. 47  in  Verbindung  mit  Art. 53 
KVG, Zürich etc. 2006 Rz. 231). Nach dem Willen des Gesetzgebers 
obliegt es – trotz Anhörungs- und Begründungspflicht gemäss Art.  14 
PüG –  der  Kantonsregierung,  bei  vertragslosem Zustand  den  Tarif 
festzusetzen (vgl. auch RKUV 2004 KV 265 S. 2 E. 2.4; RUDOLF LANZ, 
Die  wettbewerbspolitische  Preisüberwachung,  in:  Thomas  Cottier/ 
Matthias  Oesch  [Hrsg.],  Schweizerisches  Bundesverwaltungsrecht, 
Band  XI,  Allgemeines  Aussenwirtschafts-  und  Binnenmarktrecht, 
2. Aufl.,  Basel  2007,  N. 113). Das  Gericht  hat  in  diesen  Fällen 
namentlich zu prüfen, ob die Vorinstanz die Abweichung in nachvoll-
ziehbarer Weise begründet hat. Im Übrigen unterliegen die verschie-
denen Stellungnahmen – auch der  weiteren Verfahrensbeteiligten – 

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der freien Beweiswürdigung bzw. Beurteilung durch das Bundesver-
waltungsgericht (vgl. BGE 124 II 409 E. 2). 

3.
Streitig  und  im  vorliegenden  Verfahren  zu  beurteilen  ist  der  für  die 
psychiatrischen  Kliniken  im  Kanton  Bern  festgesetzte  Tarif  für  die 
stationäre Behandlung in der allgemeinen Abteilung ab Januar 2009.

3.1 Gemäss Art. 43 KVG erstellen die Leistungserbringer ihre Rech-
nungen nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Der Tarif ist die Grundlage 
für die Berechnung der Vergütung; er kann namentlich einen Zeittarif 
oder  einen  Pauschaltarif  vorsehen  (Abs. 2  Bst. a  und c).  Tarife  und 
Preise  werden  in  Verträgen  zwischen  Versicherern  und  Leistungser-
bringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten 
Fällen  von  der  zuständigen  Behörde  festgesetzt.  Dabei  ist  auf  eine 
betriebswirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur der 
Tarife  zu  achten  (Abs. 4).  Die  Vertragspartner  und  die  zuständigen 
Behörden  achten  darauf,  dass  eine  qualitativ  hochstehende  und 
zweckmässige  gesundheitliche  Versorgung  zu  möglichst  günstigen 
Kosten erreicht wird (Abs. 6).

3.2 Parteien  eines  Tarifvertrages  sind  einzelne  oder  mehrere  Leis-
tungserbringer  oder  deren  Verbände  einerseits  sowie  einzelne  oder 
mehrere  Versicherer  oder  deren Verbände anderseits  (Art. 46 Abs. 1 
KVG). Der Tarifvertrag bedarf der Genehmigung durch die zuständige 
Kantonsregierung oder,  wenn er  in  der  ganzen Schweiz  gelten soll, 
durch  den  Bundesrat  (Art. 46  Abs. 4  Satz 1  KVG).  Die  Frist  für  die 
Kündigung eines Tarifvertrages beträgt mindestens 6 Monate (Art. 46 
Abs. 5 KVG).

3.3 Kommt zwischen Leistungserbringern und Versicherern kein Tarif-
vertrag  zustande,  so  setzt  die  Kantonsregierung  nach  Anhören  der 
Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG). Können sich Leistungs-
erbringer  und  Versicherer  nicht  auf  die  Erneuerung  eines  Tarifver-
trages  einigen,  so  kann  die  Kantonsregierung  den  bestehenden 
Vertrag  um  ein  Jahr  verlängern.  Kommt  innerhalb  dieser  Frist  kein 
Vertrag zustande, so setzt sie nach Anhören der Beteiligten den Tarif 
fest (Art. 47 Abs. 3 KVG). Die Kantonsregierung kann im vertragslosen 
Zustand  nach  der  Auflösung  eines  bestehenden  Vertrags  entweder 
nach Abs. 1 selbst einen Tarif festsetzen oder nach Abs. 3 den Vertrag 
um  ein  Jahr  verlängern  (RKUV  2001  KV 177  S. 353  E. 2.1,  unver-

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öffentlichter Bundesratsentscheid [BRE] vom 23. September 1996 [96-
84 TG] E. 4). 

3.4 Die besonderen Grundsätze betreffend Tarifverträge mit Spitälern 
werden  in  Art. 49  KVG geregelt.  Diese  sind  auch  von  der  Kantons-
regierung  zu  beachten,  wenn  sie  den  Tarif  hoheitlich  festsetzt  (vgl. 
unveröffentlichter BRE vom 23. Juni 2004 [02-11-23 TG] E. 4).

3.4.1 Die in Art. 49 Abs. 1 KVG (in der ab 1. Januar 2009 geltenden 
Fassung)  neu  vorgesehenen  leistungsbezogenen  (Fall-)Pauschalen, 
welche  auf  gesamtschweizerisch  einheitlichen  Strukturen  beruhen, 
wurden  bisher  noch  nicht  eingeführt;  die  Einführung  muss  bis  am 
31. Dezember  2011  abgeschlossen  sein  (Übergangsbestimmungen 
zur  Änderung  vom  21. Dezember  2007  [Spitalfinanzierung]  Abs. 1). 
Das Gleiche gilt für den per 1. Januar 2009 eingefügten Art. 49a KVG 
betreffend Abgeltung der stationären Leistungen (vgl. RRB Nr. 0889, 
S. 6 FN 8). Der angefochtene Entscheid ist daher im Lichte des Art. 49 
KVG, in  der  Fassung vom 18. März 1994 (AS 1995 1328), zu beur-
teilen  (vgl.  Abs. 4  der  erwähnten  Übergangsbestimmungen;  GEBHARD 
EUGSTER,  Rechtsprechung  des Bundesgerichts  zum KVG,  Zürich  etc. 
2010, Art. 49 N. 1), weshalb die Bestimmung im Folgenden in der bis 
Ende 2008 in Kraft gestandenen Fassung zitiert wird. 

3.4.2 Nach altArt. 49 Abs. 1 KVG vereinbaren die Vertragsparteien für 
die Vergütung der stationären Behandlung einschliesslich Aufenthalt in 
einem Spital  (im  Sinne  von Art. 39  Abs. 1  KVG)  Pauschalen.  Diese 
decken  für  Kantonseinwohner  und  -einwohnerinnen  bei  öffentlichen 
oder  öffentlich  subventionierten  Spitälern  höchstens  50 % der  anre-
chenbaren Kosten je Patient oder Patientin oder je Versichertengruppe 
in der allgemeinen Abteilung. Die anrechenbaren Kosten werden bei 
Vertragsabschluss ermittelt. Betriebskostenanteile  aus Überkapazität, 
Investitionskosten sowie Kosten für Lehre und Forschung werden nicht 
angerechnet. 

3.4.3 Die Spitäler ermitteln ihre Kosten und erfassen ihre Leistungen 
nach einheitlicher Methode; sie führen hiezu eine Kostenstellenrech-
nung und eine Leistungsstatistik. Die Kantonsregierung und die Ver-
tragsparteien können die Unterlagen einsehen. Der Bundesrat erlässt 
die  nötigen  Bestimmungen  (altArt. 49  Abs. 6  KVG).  Diesem  Auftrag 
des Gesetzgebers ist  der Bundesrat  mit  dem Erlass der Verordnung 
vom  3. Juli 2002  über  die  Kostenermittlung  und  die  Leistungserfas-

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sung  durch  Spitäler  und  Pflegeheime  in  der  Krankenversicherung 
(VKL, SR 832.104) nachgekommen (in Kraft seit 1. Januar 2003). 

3.4.4 Nach altArt. 49 Abs. 7 KVG ordnen die Kantonsregierungen und, 
wenn nötig, der Bundesrat Betriebsvergleiche zwischen Spitälern an. 
Die  Spitäler  und  die  Kantone  müssen  dafür  die  nötigen  Unterlagen 
liefern.  Ergibt  der  Betriebsvergleich,  dass  die  Kosten  eines  Spitals 
deutlich über den Kosten vergleichbarer Spitäler liegen, oder sind die 
Unterlagen eines Spitals ungenügend, so können die Versicherer den 
Tarifvertrag  nach  Art. 46  Abs. 5  KVG  kündigen  und  der  Genehmi-
gungsbehörde  (im  Sinne  von  Art. 46  Abs. 4  KVG)  beantragen,  die 
Tarife auf das richtige Mass zurückzuführen.

3.5 Die VKL regelt  die einheitliche Ermittlung der Kosten und Erfas-
sung der Leistungen im Spital-  und Pflegeheimbereich (Art. 1 Abs. 1 
VKL). Aufgrund der KVG-Revision zur Spitalfinanzierung wurde auch 
die VKL am 22. Oktober 2008 per 1. Januar 2009 geändert (AS 2008 
5105). Die Anwendung der revidierten VKL würde voraussetzen, dass 
der  Tarif  bereits  nach  den  Grundsätzen  des  seit  1. Januar  2009  in 
Kraft stehenden Art. 49 KVG festzusetzen wäre, was vorliegend – wie 
bereits festgestellt  – nicht der Fall ist  (vgl. auch den Kommentar des 
BAG zu den Änderungen der VKL und der KVV vom 22. Oktober 2008 
[www.bag.admin.ch  >  Themen  >  Krankenversicherung  >  Revisionen 
der  Krankenversicherung  >  Abgeschlossene  Revisionen  >  Verord-
nungsänderungen > Archiv: Abgeschlossene Verordnungsänderungen 
im Jahr 2008; abgerufen am 20. Mai 2010]). Es ist deshalb – wie bei 
Art. 49 KVG – auf die bis Ende Dezember 2008 gültige Fassung der 
VKL abzustellen.

4.
Der Beschwerdeführer beanstandet zunächst den vom Regierungsrat 
festgesetzten Kostendeckungsgrad von 47 %.

4.1 Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesrates  sind  die  Spitäler  – 
obwohl  dies aus dem deutschen Wortlaut  des altArt. 49 Abs. 6 KVG 
nicht  klar  hervorgeht  –  gehalten,  nebst  der  Leistungsstatistik  eine 
Betriebsabrechnung  vorzulegen,  welche  die  Kostenrechnung  (beste-
hend aus der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung) 
sowie  die  Ermittlung  des  Betriebserfolges  umfasst  (RKUV 2005  KV 
338  S. 339  E. 5.2).  Legt  ein  Spital  eine  gute  Kostenstellenrechnung 
sowie eine vollständige,  qualitativ  gute,  ausreichend detaillierte Kos-
tenträgerrechnung (inkl. Leistungserfassung) vor, ist  die Kostentrans-

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parenz vollständig gegeben (a.a.O. E. 6.2 mit Hinweisen). 

Bei  ungenügender  Kostentransparenz  besteht  die  Gefahr,  dass  die 
Spitalpauschalen  bei  öffentlich  subventionierten  Spitälern  mehr  als 
das gesetzlich vorgesehene Maximum (höchstens 50 % der anrechen-
baren  Kosten)  decken.  Der  Bundesrat  hat  deshalb  den  Grad  der 
Kostendeckung  (oder  Deckungsquote)  je  nach  Kostentransparenz 
abgestuft.  Lag  eine  gute  Kostenstellenrechnung  –  jedoch  keine 
Kostenträgerrechnung  –  vor,  wurde  die  Deckungsquote  auf  46 % 
festgesetzt  (RKUV  2002  KV  220  [nur  elektronische  Publikation] 
E. 13.2). Eine höhere Deckungsquote von 48 % gewährte der Bundes-
rat  im Fall  eines öffentlichen Spitals,  welches über  eine – allerdings 
noch nicht restlos genügende – Kostenträgerrechnung verfügte (unver-
öffentlichter  BRE vom 2. Juli  2003 [02-16 WS] E. 5.2.2,  vgl. auch in 
RKUV 2005 KV 325 S. 159 [BRE vom 30. Juni 2004] nicht veröffent-
lichte E. 12.1 mit Hinweisen). 

4.2
In der VKL wurden die von der Rechtsprechung entwickelten Grund-
sätze zur Nachvollziehbarkeit der Kosten übernommen (vgl. Stellung-
nahme des  Bundesrates  vom 30. September  2002  zum Bericht  der 
Geschäftsprüfungskommission  des  Ständerates  vom  5. April  2002 
betreffend die „Aufsichtseingabe der Kantone zur Entscheidpraxis des 
Bundesrates  bei  Beschwerden  gegen  Tarifentscheide  der  Kantons-
regierungen in der Krankenversicherung“ [BBl 2003 334]). 

4.2.1 Die  Ermittlung  der  Kosten  und  die  Erfassung  der  Leistungen 
muss gemäss Art. 2  Abs. 1 VKL so erfolgen,  dass damit  namentlich 
die Grundlagen geschaffen werden für  die Unterscheidung der  Leis-
tungen und der Kosten zwischen der stationären, teilstationären (mit 
dem am 1. Januar  2009  in  Kraft  getretenen  Art. 49  KVG wurde  die 
Kategorie  „teilstationäre  Behandlung“  aufgehoben),  ambulanten  und 
Langzeitbehandlung (Bst. a), die Bestimmung der Leistungen und der 
Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung in der stationä-
ren  Behandlung  im  Spital  (Bst. b)  und  die  Ausscheidung  der  nicht 
anrechenbaren Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 
in der stationären Behandlung im Spital  (Bst. g). Die Unterscheidung 
und Bestimmung der in Abs. 1 genannten Kosten und Leistungen soll 
die Bildung von Kennzahlen (Bst. a), Betriebsvergleiche auf regionaler, 
kantonaler und überkantonaler Ebene zur Beurteilung von Kosten und 
Leistungen (Bst. b), die Berechnung der Tarife (Bst. c), die Berechnung 

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von Globalbudgets (Bst. d), die Aufstellung von kantonalen Planungen 
(Bst. e),  die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit  und Billigkeit  der Leis-
tungserbringung (Bst. f) sowie die Überprüfung der Kostenentwicklung 
und des Kostenniveaus (Bst. g) erlauben (Art. 2 Abs. 2 VKL).

4.2.2 Nach Art. 9 Abs. 1 und 2 VKL müssen die Spitäler eine Kosten-
rechnung  führen,  welche  insbesondere  die  Elemente  Kostenarten, 
Kostenstellen,  Kostenträger  und  die  Leistungserfassung  umfassen 
muss.  AltArt. 10  Abs. 1  VKL  verpflichtet  die  Spitäler  zudem,  eine 
Finanzbuchhaltung zu führen.

4.3 Der  Regierungsrat  und  der  Verein  diespitäler.be  erachten  die 
eingereichten Kostenrechnungen als transparent, weshalb der Kosten-
deckungsgrad auf 47 % festzusetzen sei. Demgegenüber vertreten der 
Beschwerdeführer, die PUE und das BAG die Ansicht, es könne ledig-
lich ein Deckungsgrad von 46 % gewährt werden, weil keine Kosten-
trägerrechnung vorliege.

4.3.1 Im angefochtenen Beschluss  wird  dazu Folgendes ausgeführt: 
Für psychiatrische Leistungen gebe es bis anhin noch keine kosten-
adäquatere  Leistungseinheit  als  die  Pflegetage.  Daher  würden  die 
Tarife in der Psychiatrie – im Unterschied zur Akutsomatik – nach wie  
vor pflegetagorientiert  ermittelt. Für pflegetagorientierte Tarife sei ein 
Kalkulationsobjekt  (Kostenträger)  dann  zweckmässig,  wenn  es  die 
Kosten der  erbrachten Pflegetage sachgerecht  abbilde. Diese Anfor-
derung  würden  die  eingereichten  Kostenrechnungen  erfüllen.  Weiter 
wird darauf hingewiesen, dass die psychiatrischen Institutionen zudem 
daran seien, eine fallorientierte Kostenträgerrechnung aufzubauen. Da 
die  Kostenträgerrechnungen  noch  nicht  in  allen  Institutionen  den 
gleichen Stand aufwiesen,  erachte der Regierungsrat  auf  Grund der 
eingereichten  Unterlagen  einen  Kostendeckungsgrad  von  47 %  als 
angemessen (S. 6 f.).

4.3.2 Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Weder aus der 
Rechtsprechung des Bundesrates noch aus der VKL kann geschlos-
sen werden,  dass für  psychiatrische Institutionen geringere Anforde-
rungen an die Kostenrechnungen zu stellen wären bzw. die erforder-
liche Transparenz auch lediglich mit Kostenstellenrechnungen gewähr-
leistet würde. Auch dem Handbuch REKOLE® von H+ (PASCAL BESSON, 
REKOLE® Betriebliches  Rechnungswesen  im  Spital,  3. Aufl.  Bern 
2008)  lässt  sich  nicht  entnehmen,  dass  Kostenträgerrechnungen  im 
Bereich  Psychiatrie  nicht  erforderlich  wären  (vgl.  S. 17,  S. 253  ff.), 

Seite 15

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zumal  die  Kostenträgerrechnung  unter  anderem  eine  transparente 
Ausscheidung der Kosten für Lehre und Forschung gewährleisten soll 
(vgl.  BESSON,  a.a.O., S. 272 ff.). Im Übrigen erscheint die Begründung 
des Regierungsrates etwas widersprüchlich, wenn er zunächst sinnge-
mäss geltend macht, in der Psychiatrie sei eine Kostenträgerrechnung 
entbehrlich, und gleich anschliessend ausführt, die Kostenträgerrech-
nungen würden in den psychiatrischen Institutionen eingeführt. Allein 
der  Umstand,  dass  mit  der  Einführung  der  nach  Art.  9  Abs. 2  VKL 
erforderlichen Kostenträgerrechnung begonnen wurde, rechtfertigt  für 
das  Bundesverwaltungsgericht  kein  Abweichen  von  der  konstanten 
Rechtsprechung des Bundesrates, wonach bei Vorliegen einer guten 
Kostenstellenrechnung ein Kostendeckungsgrad von 46 % zu gewäh-
ren ist.

4.3.3 Dass die Tarifparteien in ihrem bis Ende 2008 gültigen Tarifver-
trag einen Kostendeckungsgrad von 47 % vereinbart hatten, ändert an 
dieser Beurteilung nichts. Der Regierungsrat hatte nur die Möglichkeit,  
den Tarif neu festzusetzen oder den bestehenden Vertrag um ein Jahr  
zu  verlängern.  Eine  dritte  Möglichkeit,  im  Sinne  einer  Vertragsver-
längerung  mit  Änderung  einzelner  Bestimmungen,  gibt  es  nach  der 
Rechtsprechung des Bundesrates, welche fortzuführen ist, nicht (BRE 
vom 23. September 1996 [96-84 TG] E. 4 mit Hinweis auf VPB 54.34 
und 56.44; vgl. auch  EUGSTER,  a.a.O., Art. 47 N. 11 und 13). Wird der 
Tarif neu festgesetzt, muss dieser den Anforderungen, welche sich aus 
Gesetz und Rechtsprechung ergeben, entsprechen. 

4.4 Vorliegend ist der Kostendeckungsgrad demnach auf 46 % festzu-
setzen.

5.
Streitig ist weiter der Abzug für Lehre und Forschung.

5.1 Nach altArt. 49  Abs. 1  KVG sind  die  Kosten für  Lehre  und  For-
schung  von  den  auf  die  Pauschalen  anrechenbaren  Kosten  abzu-
ziehen. 

5.1.1 Die Kosten für die Lehre umfassen laut altArt. 7 Abs. 1 VKL die 
Aufwendungen  für  die  theoretische  und  praktische  Ausbildung  der 
Studierenden der Medizin bis zum Erwerb des Staatsexamens (Bst. a), 
die Weiterbildung der Ärzte und Ärztinnen bis zum Erwerb eines Fach-
arzttitels  (Bst. b),  die  Aus-  und  Weiterbildung  des  übrigen  medizini-
schen akademischen Personals  (Bst. c),  die  theoretische und prakti-

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sche Aus-  und Weiterbildung des Pflegepersonals  (Bst. d)  sowie die 
theoretische  und  praktische  Aus-  und  Weiterbildung  des  Personals 
medizinisch-technischer  und  medizinisch-therapeutischer  Fachberei-
che (Bst. e).

5.1.2 Die Kosten für  die Forschung umfassen die Aufwendungen für 
systematische schöpferische Arbeiten und experimentelle Entwicklung 
zwecks Erweiterung des Kenntnisstandes sowie deren Verwendung mit 
dem Ziel,  neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden. Darunter  fallen 
Projekte,  die  zur  Gewinnung  wissenschaftlicher  Erkenntnisse  sowie 
zur Verbesserung der Prävention, der Diagnostik und Behandlung von 
Krankheiten ausgeführt werden (altArt. 7 Abs. 2 VKL).

5.1.3 Ebenfalls als Kosten für Lehre und Forschung gelten die indirek-
ten Kosten sowie die Aufwendungen, die durch von Dritten finanzierte 
Lehr-  und  Forschungstätigkeiten  verursacht  werden  (altArt.  7  Abs. 3 
VKL).

5.1.4 Die  Definition  der  Lehre  und  Forschung  in  altArt. 7  VKL  ent-
spricht im Wesentlichen der bundesrätlichen Praxis (BRE vom 23. Juni 
2004 [02-11-23  TG]  E. 6.3.2),  wonach von einem weiten Begriff  der 
Lehre und Forschung auszugehen ist. Ein Abzug für Lehre ist immer 
vorzunehmen, wenn Angestellte gemäss Pflichtenheft zumindest wäh-
rend eines Teils ihrer Arbeitszeit als Ausbildnerin oder Ausbildner tätig 
sind; die entsprechenden Kosten sind auszuweisen (RKUV 2002 KV 
220 [nur elektronische Publikation] E. 1.6.3, unveröffentlichte BRE vom 
14. April  1999 [98-94 SG]  E. 8.3.2  und vom 4. März  2005 [03-24-25 
LU] E. 16). 

5.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesrates, welche auch in dieser 
Hinsicht  fortzuführen  ist,  sind  die  effektiven  Kosten  für  Lehre  und 
Forschung  abzuziehen,  sofern  diese bekannt  sind; anderenfalls  sind 
normative  Abschlagssätze  anzuwenden  (RKUV  2002  KV  220  [nur 
elektronische Publikation] E. 10.1, RKUV 1997 KV 16 S. 343 E. 8.2). 
Sind die Kosten für Lehre und Forschung nicht ausgewiesen, kommen 
praxisgemäss folgende, nach Spitalgrösse und -typ abgestufte Abzüge 
zur Anwendung: bei Universitätsspitälern 25 %, bei mittelgrossen und 
grossen  Spitälern  (über  125 Betten)  5 %,  bei  Spitälern  mit  75 - 124 
Betten 2 % und bei kleineren Spitälern 1 % (vgl. RKUV 1997 KV 17 
S. 375  E. 8.2,  RKUV  2002  KV  220  [nur  elektronische  Publikation] 
E. 10.1.1).

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5.3 Unbestritten  ist,  dass  die  Nicht-Universitätsspitäler  in  ihren  Kos-
tenrechnungen die  effektiven  Kosten  für  Lehre  und  Forschung  nicht 
oder  nicht  vollständig  ausweisen  und  deshalb  der  entsprechende 
Pauschalabzug vorzunehmen ist. Streitig und vorliegend zu prüfen ist, 
ob die von den UPD ausgewiesenen Kosten in der Höhe von 5.4 % der 
Gesamtkosten vollständig sind.

5.3.1 Im angefochtenen Beschluss hat der Regierungsrat dazu ausge-
führt, er finde keinen Anhaltspunkt, dass die von der UPD ausgewie-
senen  Kosten  für  Lehre  und  Forschung  nicht  korrekt  seien.  Daher 
bestehe  entgegen  der  Auffassung  von  santésuisse  und  PUE  keine 
Veranlassung  für  einen  Pauschalabzug  in  der  Höhe  von  25 %  der 
Betriebskosten (S. 7).

5.3.2 Der  Beschwerdeführer  erachtet  –  wie  die  PUE –  die  von den 
UPD ausgewiesenen Kosten in  der Höhe von 5.4 % im Vergleich zu 
dem nach der Praxis vorzunehmenden Pauschalabzug von 25 % als 
unrealistisch tief (Akt. 1 S. 8, zur Stellungnahme der PUE vgl. Akt. 19 
und Akt. 9  I/28  S. 5). Der  Lehre  und  Forschung käme bei  den UPD 
jedoch ein hoher Stellenwert zu, wie sich auf ihrer Homepage deutlich 
zeige. 

5.3.3 Der  Beschwerdegegner  macht  geltend,  die  Kosten  seien  von 
den UPD in  ihrer  Kostenrechnung  detailliert  ausgeschieden worden. 
Der  Beschwerdeführer  zweifle  die  ausgewiesenen  Kosten  an,  ohne 
seinen Vorwurf zu konkretisieren und konkrete Fehler, Missrechnungen 
oder Auslassungen zu belegen. Weiter sei  der normative Abzug von 
25 % für Universitätsspitäler im Bereich Akutsomatik festgesetzt wor-
den. Die Kosten für Lehre und Forschung in der Psychiatrie könnten 
jedoch  nicht  mit  denjenigen  in  der  Akutsomatik  verglichen  werden. 
Dass für die Lehre und Forschung in der Psychiatrie wesentlich weni-
ger teure technische Einrichtungen benötigt würden und deshalb die 
Kosten erheblich geringer seien als in der Akutsomatik, sei allgemein 
bekannt und jederzeit belegbar (Akt. 14 S. 3 f.).

5.3.4 Die Argumentation der Vorinstanz stimmt weitgehend mit derje-
nigen des Beschwerdegegners überein. Ergänzend führt  sie aus, die 
Mutmassungen  des  Beschwerdeführers  würden  auch  deshalb  nicht 
gestützt,  weil  bei  Anwendung  des  normativen  Abzuges  von  25 % 
gerade  das  Universitätsspital  die  mit  Abstand  tiefsten  Kosten  pro 
Pflegetag ausweisen würde,  obwohl  dort  die medizinisch anspruchs-
vollsten Patientinnen und Patienten behandelt würden (Akt. 9 S. 4). 

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5.3.5 Das  BAG  führt  in  seiner  Stellungnahme  aus,  das  nähere 
Studium der Kostenstellen habe ergeben, dass – entgegen den Aus-
führungen  des  Regierungsrates  –  Anhaltspunkte  vorlägen,  dass  die 
ausgewiesenen Kosten nicht korrekt und zu tief seien. Beispielsweise 
würden  für  Assistenzärztinnen  und  -ärzte  sowie  für  medizinische 
Praktikantinnen und Praktikanten nur bei ganz wenigen Kostenstellen 
(Abteilung für  Psychotherapie und einzelne Kostenstellen im Bereich 
Forschung)  überhaupt  Kosten  für  Lehre  ausgewiesen.  Weshalb  bei 
den  Gehältern  des  in  Aus-  oder  Weiterbildung  stehenden  medizini -
schen Personals oft keine bzw. insgesamt so geringe Abzüge für Lehre 
vorgenommen  worden  sei,  lasse  sich  den  Akten  nicht  entnehmen. 
Angesichts der Intransparenz und der festgestellten Hinweise auf  zu 
tief ausgewiesene Kosten im Bereich Lehre und Forschung halte das 
BAG einen  normativen  Abzug  für  gerechtfertigt.  Im  Übrigen  sei  die 
Argumentation des Beschwerdegegners und der Vorinstanz betreffend 
zu hohem Pauschalabzug nicht stichhaltig. 

5.4 Nach der  vom Regierungsrat  vorgenommenen Berechnung  bzw. 
der von ihm als  plausibel erachteten Kostenrechnungen der Kliniken 
würden die UPD als  Universitätsspital  5.4 % der  Betriebskosten und 
die zweitgrösste  Klinik,  das PZM, 5 % der  Personalkosten für  Lehre 
und Forschung ausgeben. Allein dieser Vergleich lässt gewisse Zweifel 
entstehen, dass die von den UPD ausgewiesenen Kosten alle nicht -
anrechenbaren Kosten im Sinne von Art. 7 VKL enthalten. 

5.4.1 Wie ein Blick auf  die Homepage und in den Jahresbericht  der 
UPD  zeigt,  nimmt  die  Lehre  und  Forschung  einen  wichtigen 
Stellenwert  ein  (www.gef.be.ch/upd;  www.puk.unibe.ch  [besucht  am 
21.5.2010]).  Die  UPD  führen  zwei  Forschungsabteilungen  (für 
Psychiatrische  Neurophysiologie  und  für  Psychotherapie)  und  eine 
Sektion  Versorgungsforschung  sowie  verschiedene  Projektgruppen, 
die  über  bestimmte  Themen  Forschung  betreiben.  Aus-  und  Weiter-
bildung  werden  insbesondere  in  den  Bereichen  Medizin/Psychiatrie, 
Psychologie und Pflege angeboten. Vor diesem Hintergrund erscheint 
der  von den UPD ausgewiesene Betrag tatsächlich  als  unrealistisch 
tief und hätte zumindest einer genaueren Überprüfung durch die Vor-
instanz bedurft.

5.4.2 Die  Akten  enthalten  Auszüge  einzelner  Kostenstellen,  welche 
Kosten für Lehre und/oder Forschung ausweisen. Aus den Unterlagen 
geht jedoch beispielsweise nicht hervor, ob bzw. welche der „üblichen“ 

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Aus- und Weiterbildungskosten, die in einer psychiatrischen (Uni)Klinik 
anfallen, ausgeschieden wurden, namentlich Lohnkosten für Personal, 
das  an  Weiterbildungen  teilnimmt  oder  mit  Ausbildungsaufgaben 
betraut ist. Zudem scheint auch der Beschwerdegegner davon auszu-
gehen, dass die UPD nicht alle Kosten – einschliesslich die indirekten 
Kosten – ausgewiesen hat. Jedenfalls wird im Schreiben vom 23. Juni 
2008  an  die  GEF,  mit  welchem  diespitäler.be  das  Scheitern  der 
Verhandlungen mitteilte,  ausgeführt,  die UPD würden die Kosten für 
Lehre und Forschung gemäss REKOLE ausscheiden, sie verfüge aber 
nicht  über  eine detaillierte Erfassung aller  Leistungen für  Lehre  und 
Forschung. Vom Tarifausschuss Psychiatrie  sei  daher  vorgeschlagen 
worden,  die  effektiven (recte: ausgewiesenen)  Kosten für  Lehre  und 
Forschung sowie zusätzlich 5 % in Abzug zu bringen. Dieser Vorschlag 
sei von santésuisse jedoch abgelehnt worden (Akt. 9 I/3). Selbst wenn 
die Parteien nicht auf ihre Aussagen während den Tarifverhandlungen 
behaftet  werden  können,  ist  die  inhaltliche  Aussage  betreffend  der 
transparent  auszuweisenden  Kosten  für  Lehre  und  Forschung  ein-
deutig.

5.4.3 Im Rahmen der Vertragsverhandlungen wurden auch die Quoten 
für  Lehre  und  Forschung  von zwei  anderen  psychiatrischen  Univer-
sitätskliniken  herangezogen,  welche  mit  11 %  bzw.  12 %  deutlich 
höhere  Kosten  auswiesen  als  die  UPD  (vgl.  Protokoll  vom 12. Juni 
2008, Akt. 9 II/119). Angesichts der sehr tiefen Quote, welche von den 
UPD für Lehre und Forschung ausgewiesen wurden, und der Indizien, 
dass  die  Kosten  nicht  vollständig  ausgeschieden  wurden,  kann  es 
nicht  Sache  des  Beschwerdeführers  sein,  konkrete  Fehler  nachzu-
weisen. Vielmehr  wäre es Aufgabe der  Klinik  gewesen zu erläutern,  
wie  die  Ausscheidung vorgenommen wurde  und  weshalb  eine solch 
tiefe Quote als plausibel erscheinen soll. Es sei hier nochmals auf die 
obigen  Ausführungen  zur  Transparenz  der  vorgelegten  Unterlagen 
verwiesen.

5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die effektiven Kosten für 
Lehre und Forschung von den UPD nicht hinreichend ausgeschieden 
und  ausgewiesen  wurden,  weshalb  ein  normativer  Abzug  vorzu-
nehmen ist. Dieser beträgt nach der Rechtsprechung für Universitäts-
spitäler 25 % der Gesamtkosten. 

5.5.1 Das erst  im Beschwerdeverfahren  vorgebrachte  Argument  des 
Beschwerdegegners,  für  die  Lehre  und  Forschung  würden  in  der 

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Psychiatrie  wesentlich  weniger  teure  technische  Einrichtungen 
benötigt  und deshalb  seien die Kosten erheblich  geringer  als  in  der 
Akutsomatik  (was allgemein  bekannt  und jederzeit  belegbar  sei),  ist 
nicht zu hören (vgl. Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG). 

5.5.2 Die Pauschalabzüge für Lehre und Forschung stellen nach der 
Rechtsprechung des Bundesrates lediglich ein Korrektiv dar, welches 
anzuwenden ist, wenn die Spitäler ihrer Pflicht, die effektiven Kosten 
auszuscheiden, nicht nachgekommen sind. Daher sind an die Berech-
nungen der Pauschalabzüge keine sehr differenzierten Anforderungen 
zu  stellen  (unveröffentlichter  BRE  vom  14. April  1999  [98-94,  SG] 
E. 8.3.4). Der Bundesrat wendete in den Bereichen Akutsomatik und 
Psychiatrie  die  gleichen  Pauschalabzüge  an  (vgl.  unveröffentlichter 
BRE  vom 23. Juni  2004  [02-11-23,  TG]  E. 6.3.2,  siehe  auch  RKUV 
1997 KV 17 S. 375 E. 8.2 und E. 10.3.2). Es besteht für das Bundes-
verwaltungsgericht kein Anlass, von dieser Praxis abzuweichen.

5.6 Entsprechend  dem Antrag  des  Beschwerdeführers  ist  somit  bei 
der UPD ein Abzug von 25 % (von den Betriebskosten) vorzunehmen.

6.
Nicht zu den anrechenbaren Kosten gehören gemäss altArt. 49 Abs. 1 
KVG Betriebskostenanteile aus Überkapazität. 

6.1 Ob in einem Spital Überkapazitäten bestehen, beurteilt sich nach 
der  Rechtsprechung des Bundesrates  aufgrund der  Bettenbelegung. 
Dabei wurde der Auslastungsschwellenwert für Akutspitäler mit Notfall-
station  auf  85 % festgelegt.  Für  Akutspitäler  ohne  Notfallstation,  für 
Psychiatrie-,  Geriatrie-  und  Rehabilitationsspitäler  gilt  hingegen  ein 
Auslastungsschwellenwert von 90 % (RKUV 1997 KV 17 S. 375 E. 8.4, 
RKUV  1997  KV  16  S. 343  E. 8.1.2  unveröffentlichter  BRE  vom 
14. April 1999 [98-94, SG] E. 8.2.2, vgl. auch RKUV 2002 KV 220 [nur 
elektronische Publikation] E. 10.1.2).

6.2 Die  einzelnen  Kliniken  weisen  folgende  Bettenbelegungsgrade 
aus:  UPD  Erwachsenenpsychiatrie  (Erw.)  91 %,  UPD  Kinder  und 
Jugendpsychiatrie  (KJP)  94.82 %,  PZM  87 %,  SPJBB  Erw.  78 %, 
SPJBB KJP 99.69 %, PM 100 %, RSE 93 %, Soteria 86 %, SRO 83 % 
(Akt. 9 I/28). 

6.2.1 Die  Vorinstanz  hat  erwogen,  die  psychiatrischen  Institutionen, 
die gemäss Leistungsauftrag eine Notfallaufnahmepflicht hätten (UPD, 

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PZM,  PDBBJ  und  PM),  seien  als  Akutspitäler  mit  Notfallstation  zu 
qualifizieren,  weshalb  der  Bettenbelegungsgrad  mindestens  85 %  – 
und  nicht  90 %  wie  von  der  PUE  vertreten  –  betragen  müsse.  Ein 
Abzug  für  Überkapazität  wurde  bei  drei  Institutionen  (SPJBB  Erw., 
Soteria und SRO) vorgenommen (Akt. 9 I/51 S. 8 und 10).

6.2.2 Der  Beschwerdeführer  bringt  vor,  nach  der  Rechtsprechung 
müsse  für  alle  psychiatrischen  Kliniken  ein  normativer  Bettenbele-
gungsgrad  von  90 % gelten.  Es  bestünden  deshalb  in  den  Kliniken 
PZM, SPJBB (Erw.), Soteria und SRO Überkapazitäten (Akt. 1 S. 9).

6.2.3 Nach  Ansicht  des  Beschwerdegegners  hat  der  Bundesrat  in 
seiner  Rechtsprechung  nicht  zwischen  akutsomatischen  und  akut-
psychiatrischen Institutionen unterschieden. Kliniken, die gemäss Leis-
tungsvertrag eine Dienst- und Aufnahmepflicht zu erfüllen hätten, wür-
den eine Notfallstation im Sinne der bundesrätlichen Praxis betreiben, 
weshalb der Auslastungsschwellwert bei 85 % liege (Akt. 14 S. 4). 

6.2.4 Die  Vorinstanz  geht  laut  ihren  Ausführungen  in  der  Vernehm-
lassung davon aus,  dass die PUE in  ihrer  Publikation  „Spitaltarife  – 
Praxis des Preisüberwachers bei der Prüfung von stationären Spital -
tarifen“  vom  Dezember  2006  ([nachfolgend:  PUE-Broschüre  Spital-
tarife], Ziff. 3.1.1 Bst. a) irrtümlicherweise nur somatische Spitäler als 
Akutspitäler  bezeichne.  Auch  ein  psychiatrisches  Spital  könne  ein 
Akutspital  sein. Die psychiatrischen Kliniken im Kanton Bern würden 
denn auch so genannte Akutabteilungen führen (Akt. 9 S. 5). 

6.2.5 Die  PUE  führt  in  ihrer  Stellungnahme  vom  23. Oktober  2009 
aus,  eine  Notfallstation  eines  psychiatrischen  Spitals  könne  ihres 
Erachtens  nicht  mit  einer  Notfallstation  eines  Akutspitals  verglichen 
werden. Unterschiedlich seien die Anzahl Patientinnen und Patienten, 
die via Notfallstation ins Spital aufgenommen würden, die notwendige 
Infrastruktur  und  das  Personal,  welches  zur  Aufrechterhaltung  der 
Notfallstation  zur  Verfügung  gestellt  werden  müsse.  Sofern  ein 
psychiatrisches  Spital  wegen  der  Notfallaufnahmepflicht  Reserven 
einbauen  müsse,  so  dass  die  Sollauslastung  von  90 %  nicht  mehr 
eingehalten werden könne, wäre eine Reduktion des Schwellenwertes 
für  die  Zukunft  denkbar. Der  entsprechende  Nachweis  obliege  aber 
den Spitälern (Akt. 19).

6.2.6 Das BAG schliesst  sich der  Ansicht  der  PUE an und verweist 
darauf, dass in der Rechtsprechung des Bundesrates nicht zwischen 

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psychiatrischen  Kliniken  mit  und  ohne  Notfallstation  unterschieden 
werde (Akt. 21 S. 7).

6.3 Zur vorliegend streitigen Frage hat sich der Bundesrat in seinen 
Entscheiden nie explizit geäussert. 

6.3.1 Die Krankenhaustypologie des Bundesamtes für Statistik (BFS), 
auf  welche  auch  die  Rechtsprechung  abstellt  (vgl.  nachfolgende 
E. 10.5.1), unterscheidet zwischen den beiden Hauptkategorien „Allge-
meine Krankenhäuser“  (K1)  und „Spezialkliniken“ (K2). Die psychiat-
rischen Kliniken bilden eine Unterkategorie der Spezialkliniken (K21) 
und werden in zwei Versorgungsniveaus unterteilt, wobei für die Unter-
scheidung die Anzahl Pflegetage massgebend ist  (vgl. Krankenhaus-
typologie, Version 5.2, BFS, Neuchâtel 2006, S. 3 f. und S. 7). In der 
Medizinischen Statistik der Krankenhäuser werden unter dem Begriff 
„Akutspitäler“ alle allgemeinen Krankenhäuser sowie die Spezialklini-
ken für Chirurgie, Gynäkologie/Neonatologie und Pädiatrie zusammen-
gefasst. Nicht unter die Akutspitäler fallen die psychiatrischen Kliniken 
(vgl.  BFS  Aktuell  vom  März  2007,  Spitalaufenthalte  im  Überblick  – 
Ergebnisse aus der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser 2005, 
S. 6  [www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/publikationen.html?
publicationID=2586;  abgerufen  am  10.6.2010]).  In  den  Studien  des 
BAG wird der Begriff „Akutspitäler“ im gleichen Sinne verwendet (vgl. 
Qualitätsindikatoren der  Schweizer  Akutspitäler  2006,  Statistiken zur 
Krankenversicherung, BAG, PDF-Version vom 17. Februar 2009, S. 13 
[www.bfs.admin.ch > Themen > 14 – Gesundheit > Zum Nachschlagen 
> Publikationen; abgerufen am 10.6.2010]). 

6.3.2 Aufgrund der von der  Rechtsprechung vorgenommenen Unter-
scheidung zwischen Akutspitäler mit Notfallstation einerseits und Akut-
spitäler  ohne  Notfallstation,  Psychiatrie-,  Geriatrie-  und  Rehabilita-
tionsspitäler  andererseits  ist  davon  auszugehen,  dass  unter  dem 
Begriff  „Akutspitäler“  –  entsprechend der  Terminologie des BFS und 
des  BAG im Bereich  Statistik  –  lediglich  somatische  und  nicht  psy-
chiatrische Spitäler erfasst werden sollten. Nach der Rechtsprechung 
des Bundesrates gilt  im Bereich der stationären Psychiatrie lediglich 
die Besonderheit, dass eine normative Korrektur der Aufenthaltsdauer 
nicht  möglich  ist,  weshalb  von  der  tatsächlichen  Anzahl  Pflegetage 
auszugehen ist (vgl. BRE vom 23. Juni 2004 [02-11-23 TG] E. 6.3.1). 
Aus  der  Rechtsprechung  des  Bundesrates  lässt  sich  jedoch  nicht 

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ableiten, dass bei psychiatrischen Kliniken zwischen zwei Kategorien – 
mit bzw. ohne Notfallaufnahme – unterschieden werden soll.

6.3.3 Die Argumentation des Beschwerdegegners und der Vorinstanz 
erscheint zwar insofern nachvollziehbar, dass psychiatrische Kliniken, 
die gemäss Leistungsauftrag verpflichtet sind, Notfälle aufzunehmen, 
über eine gewisse Kapazitätsreserve verfügen müssen. Da in anderen 
Kantonen die Bettenbelegung zum Teil deutlich über 90 % liegt  (vgl. 
bspw. BRE vom 23. Juni  2004 [02-11-23 TG]  E. 6.3.1; Jahresbericht 
2009  der  Psychiatrischen  Universitätsklinik  Zürich  [www.pukzh.ch  > 
Aktuelles;  abgerufen  am  31.5.2010]  S. 58),  kann  ein  Auslastungs-
schwellenwert  von 90 % in  den  psychiatrischen  Kliniken  mit  Notfall-
aufnahmepflicht  jedoch  nicht  als  offensichtlich  zu  hoch  bezeichnet 
werden. Weder die Vorinstanz noch der Beschwerdegegner machen – 
unter  Vorlage  entsprechender  Beweise  –  geltend,  eine  durchschnitt-
liche  Auslastung  der  Kliniken  von  mindestens  90 %  würde  dazu 
führen,  dass  Akutabteilungen  periodisch  überbelegt  seien  und  die 
erforderliche Qualität  in  der  Versorgung deshalb nicht  mehr gewähr-
leistet wäre. Wie die PUE und das BAG zu Recht bemerkten, müssten 
die  Spitäler  den  Nachweis  erbringen,  dass  eine  Auslastungsreserve 
von 10 % in der Praxis unzureichend ist. 

6.4 Nach  dem Gesagten  hätte  die  Vorinstanz  ihrer  Berechnung  bei 
allen  Kliniken  einen  Auslastungsschwellenwert  von  90 %  zugrunde 
legen  müssen.  Die  Abzüge  wegen  Überkapazität  sind  demnach 
gemäss  dem  Antrag  des  Beschwerdeführers  –  welcher  mit  den 
Empfehlungen der PUE übereinstimmt – bei den Kliniken PZM, SPJBB 
(Erw.), Soteria und SRO vorzunehmen. 

7.
Die Bestimmung, wonach die Kantonsregierung bei der Genehmigung 
von Tarifverträgen zu prüfen hat,  ob diese mit  dem Gesetz und dem 
Gebot der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit im Einklang stehen (Art.  46 
Abs. 4  KVG),  gilt  auch  bei  der  Tariffestsetzung  im  vertragslosen 
Zustand  nach  Art. 47  KVG (BVGE  C-6571/2007  vom 21. Juni  2010 
E. 4.3; RKUV 2004 KV 311 S. 502 E. 3.3). 

7.1 Bei  Vergleichen  zwischen  Spitälern  dürfen  nach  der  Recht-
sprechung des Bundesrates nicht einfach die blossen Tarife einander 
gegenüber  gestellt  werden,  weil  damit  nicht  gewährleistet  ist,  dass 
Gleiches  mit  Gleichem  verglichen  wird  und  daraus  die  richtigen 
Schlüsse  gezogen  werden.  Eine  taugliche  Vergleichsbasis  besteht 

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daher nur dann, wenn Kosten einander gegenüber gestellt werden, die 
auf vergleichbare Leistungen entfallen. In diesem Sinne sind zunächst 
die  mit  den  strittigen  Tarifen  abgegoltenen  Leistungen  eines  Spitals 
sowie die darauf entfallenden Kosten zu bestimmen und sodann den 
Leistungen  sowie  Kosten  eines  oder  mehrerer  anderer  Spitäler  (im 
Folgenden: Referenzspitäler) gegenüber zu stellen. Der an Hand der 
Zahlen der Referenzspitäler ermittelte Wert wird als Benchmark (oder 
auch als Referenzwert  oder Vergleichswert) bezeichnet, die Methode 
zur  Bestimmung  und  zum Vergleich  der  Leistungen  und  Kosten  als 
Benchmarking  und  das  zu  vergleichende  Spital  als  das  zu  bench-
markende Spital (RKUV 2002 KV 232 S. 480 E. 16.2.1 mit Hinweis).

7.2 Die  Verfahrensbeteiligten  sind  sich  darin  einig,  dass  im  Bereich 
der Erwachsenenpsychiatrie ein intrakantonales Benchmarking vorzu-
nehmen und bei Institutionen, welche gegenüber dem Referenzspital 
um mehr als 5 % höhere Kosten pro Pflegetag aufweisen, ein Abzug 
vorzunehmen seien. Im Übrigen gehen die Meinungen zur Ermittlung 
des Referenzspitals und zur Methode des Benchmarkings aber ausei-
nander. 

7.2.1 Der  Beschwerdegegner  hat  in  seiner  Kostenrechnung  vom 
17. April  2008  (bzw.  14. Oktober  2008) die  PM  als  zweitgünstigste 
Klinik  als  Referenzspital  bezeichnet  und  einen  Benchmark  von 
Fr. 524.- ermittelt. Die gemäss dieser Berechnung höheren Kosten der 
SPJBB, Soteria und SRO (nicht aber diejenigen der UPD) wurden auf  
den Vergleichswert  gekürzt. Die  Kosten des  RSE pro  Pflegetag von 
Fr. 442.- wurden auf Fr. 524.- angehoben (Akt. 9 II/191). 

7.2.2 Der Beschwerdeführer hat in seiner Eingabe an die Vorinstanz 
vom  11. September  2008  ausgeführt,  die  Nettobetriebskosten  pro 
Klinik seien – mit Ausnahme der Soteria – einem Benchmarking unter-
zogen worden. Als Referenzgrösse habe das PZM gedient, wobei eine 
Toleranz von plus 5 % zugelassen worden sei (Akt. 9 II/230). Nach der 
Berechnung von santésuisse wäre das PZM die zweitgünstigste Klinik, 
wenn das RSE (als kleine Institution) und die UPD nicht berücksichtigt  
werden.

7.2.3 Wie aus der Stellungnahme der PUE an die Vorinstanz hervor-
geht,  hatten sich die Tarifparteien in früheren Tarifverhandlungen auf 
ein Benchmarking geeinigt,  das ausgehend von der zweitgünstigsten 
Institution  –  ausser  UPD  und  die  drei  kleinen  Institutionen  RSE, 
Soteria  und  SRO –  mit  einem  Zuschlag  von  5 %  operierte.  Dieses 

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Benchmarking  sei  von  der  PUE  analog  übernommen  worden.  Als 
Referenzgrösse  dienten  ebenfalls  die  standardisierten  betriebswirt-
schaftlichen  Kosten  (STKo)  des  PZM.  Den  vom  Benchmarking 
betroffenen Institutionen (SPJBB, Soteria und SRO) seien 5 % höhere 
STKo (Fr. 515.-) zugewiesen worden (Akt. 9 I/28 S. 9). 

7.2.4 Im  angefochtenen  Entscheid  führt  der  Regierungsrat  aus,  er 
habe die Wirtschaftlichkeitsprüfung nach der Methode der PUE (Fall -
kosten-Vergleich  intrakantonal;  vgl.  dazu  PUE-Broschüre  Spital tarife 
S. 26) durchgeführt. Demnach gelte ein Spital als wirtschaftlich, wenn 
seine Fallkosten nicht mehr als 5 % über denjenigen des günstigsten 
(nicht  des  zweitgünstigsten)  kantonalen  Vergleichsspitals  lägen.  In 
Übereinstimmung mit den Auffassungen der Parteien seien hingegen 
die drei kleinen stationären psychiatrischen Einrichtungen (RSE, Sote-
ria und SRO) nicht in den Kostenvergleich einbezogen worden, da die 
Zufallsschwankungen  aufgrund  der  geringen  Grösse  keine  verläss-
lichen, statistischen Aussagen zuliessen.

Als  Referenzspital  diente  die  PM  mit  den  ermittelten  Kosten  von 
Fr. 480.- pro Pflegetag. Bei den über dem Referenzwert von Fr. 504.- 
(Kosten  PM  plus  5 %)  liegenden  Institutionen  PZM,  UPD,  SPJBB, 
Soteria  und  SRO  wurden  die  Kosten  entsprechend  reduziert,  beim 
RSE  wurden  die  anrechenbaren  Kosten  von  Fr. 439.-  auf  Fr. 504.- 
angehoben.

Die Vorinstanz hat zudem – im Unterschied zu den übrigen Beteiligten 
– auch bei den beiden Institutionen der KJP ein Benchmarking vorge-
nommen.

7.3 Da der Regierungsrat den Tarif hoheitlich neu festsetzte und nicht 
den bisherigen Vertrag gestützt  auf  Art. 47  Abs. 3  KVG verlängerte, 
war er nicht gehalten, eine zwischen den Vertragsparteien vereinbarte 
Methode  des  Benchmarkings zu übernehmen (vgl.  E. 4.3.3  hiervor). 
Das von ihm im Rahmen der Tariffestsetzung gewählte Benchmarking 
muss  den  von der  Rechtsprechung  formulierten  Anforderungen  ent-
sprechen.

7.3.1 Aus der Forderung, dass nur Gleiches mit Gleichem verglichen 
werden darf, folgt nach der Rechtsprechung des Bundesrates, dass (1) 
das zu benchmarkende Spital und die Referenzspitäler über dieselben 
rechnerischen Grundlagen in Form von Kostenstellenrechnungen ver-

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fügen müssen. Zudem (2) müssen die Leistungen und Kosten des zu 
benchmarkenden Spitals und der Referenzspitäler an Hand bestimm-
ter  Kriterien fassbar  und vergleichbar  sein  (je  nach Art  des Kosten-
vergleichs  beispielsweise hinsichtlich  Versorgungsstufe,  Leistungsan-
gebot in Diagnostik und Therapie, Zahl und Art sowie Schweregrad der 
Fälle  oder  hinsichtlich  Leistungen  in  Hotellerie/Service  und  Pflege 
[RKUV 2005 KV 325 S. 159 E. 11.1; vgl. auch BVGE 2009/24 E. 4.2.4 
S. 299]).

7.3.2 Wenn die Leistungen vergleichbar sind, so ist zu vermuten, dass 
auch  deren  Kosten  etwa  gleich  hoch  liegen  werden.  Falls  dies  im 
Einzelfall  nicht  zutrifft  und  das  zu  benchmarkende  Spital  für  die 
strittigen Leistungen höhere Kosten aufweist als die Referenzspitäler, 
kann das Spital  diese Vermutung umstossen, indem es die höheren 
Kosten  stichhaltig  begründet.  Wenn  dies  nicht  gelingt,  so  ist  anzu-
nehmen,  dass  die  höheren  Kosten  mindestens  teilweise  auf  einer 
unwirtschaftlichen  Leistungserbringung  beruhen,  was  mit  dem  KVG 
nicht  vereinbar  und daher  beim zu benchmarkenden Spital  zu korri-
gieren ist (Art. 43 Abs. 6 und 7 sowie Art. 46 Abs. 4 KVG; RKUV 2002 
KV 232 S. 480 E. 16.2.1, RKUV 2005 KV 325 S. 159 E. 11.1).

7.4 Das von der Vorinstanz vorgenommene Benchmarking erfüllt  die 
Anforderungen der Rechtsprechung nicht.

7.4.1 Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  es  nicht  zulässig  ist,  bei  den 
günstigeren Institutionen die effektiv ermittelten anrechenbaren Kosten 
auf den Benchmark anzuheben – vorliegend die Erhöhung beim RSE 
von  Fr. 439.-  auf  Fr. 504.-  Mit  dem Benchmarking  soll  lediglich  ver-
hindert werden, dass unwirtschaftlich erbrachte Leistungen nicht von 
der Krankenversicherung finanziert werden (vgl. auch RKUV 2002 KV 
213 S. 195 E. 8.3.2 in fine),  nicht aber die wirtschaftlich arbeitenden 
Spitäler mit einer Prämie zu belohnen. 

7.4.2 Der Regierungsrat hat bei den Institutionen UPD, PZM, PDBBJ, 
SRO  und  Soteria  einen  Abzug  wegen  unwirtschaftlicher  Leistungs-
erbringung  vorgenommen.  Der  Entscheid  enthält  jedoch  keine 
Ausführungen zur Frage der Vergleichbarkeit  der  Kliniken und deren 
Leistungen. Die Ausführungen der Vorinstanz in der Vernehmlassung 
dazu  sind  zudem  widersprüchlich,  da  im  Zusammenhang  mit  dem 
Abzug für Lehre und Forschung vorgebracht wird, im Universitätsspital 
würden die medizinisch anspruchsvollsten Patientinnen und Patienten 
behandelt (Akt. 9 S. 4), beim Benchmarking aber davon ausgegangen 

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wird, dass die Leistungen der UPD mit denjenigen der übrigen Kliniken 
ohne Weiteres vergleichbar seien (vgl. a.a.O. S. 6). 

7.4.3 Der  Beschwerdeführer  hat  in  seiner  bei  der  Vorinstanz  einge-
reichten  Tarifberechnung  die  Soteria  vom Benchmarking  ausgenom-
men und – im Unterschied zu den Berechnungen der Vorinstanz, der 
PUE und der Kliniken – bei dieser Institution auch keinen Wirtschaft -
lichkeitsabzug vorgenommen. Eine Begründung  dafür  lässt  sich  den 
Akten nicht  entnehmen. Da die  Soteria  (als  sehr  kleine Einrichtung) 
sich  mit  einem speziellen  Therapiekonzept  für  eine  besondere  Ziel-
gruppe  anbietet  (vgl.  www.soteria.ch  [besucht  am 2. Juni  2010]),  ist 
diese  Institution  nicht  nur  aufgrund  der  geringen  Anzahl  Pflegetage 
vom  Benchmarking  auszunehmen,  sondern  insbesondere  weil  sie 
nicht  die  gleichen  Leistungen  erbringt.  Zweifelhaft  erscheint  die 
Vergleichbarkeit aber auch bei den anderen beiden Kleininstitutionen, 
insbesondere beim SRO, welches – soweit ersichtlich – im Bereich der 
stationären Psychiatrie  nur eine Kriseninterventionsstation führt  (vgl. 
www.psychiatrie-sro.ch/803.html [besucht am 2. Juni 2010]). Das RSE 
betreibt eine offen geführte psychiatrische Station im Spital Burgdorf 
mit 18 Betten (www.rs-e.ch/18_1031.html, [besucht am 2. Juni 2010]). 

7.4.4 Den  Kliniken  UPD,  PZM,  PDBBJ  und  PM  wurde  mit  RRB 
Nr. 2838 vom 29. Juni 1988 ein Pflichtaufnahmegebiet zugeteilt (Akt. 9 
I/39). In  diesem Punkt  sind diese vier  Kliniken vergleichbar. Ob das 
Leistungsangebot  tatsächlich  gleich  ist,  lässt  sich  indessen  nicht 
ermitteln.

7.4.5 Ebenfalls  nicht  beurteilt  werden  kann  die  Vergleichbarkeit  der 
beiden Institutionen im Bereich KJP (UPD und SPJBB).

7.5 Als Ergebnis kann somit bloss festgehalten werden, dass die vor-
liegenden  Akten  kein  rechtskonformes  Benchmarking  ermöglichen, 
weil  nicht  festgestellt  werden  kann,  ob  bzw.  welche  Kliniken  mitei-
nander  vergleichbar  sind. Deshalb  kann  auch  nicht  auf  eine  andere 
von  den  Verfahrensbeteiligten  vorgeschlagene  Methode  abgestellt 
werden. Die Sache ist  deshalb zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

8.
Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, verstösst nicht nur 
der von der Vorinstanz für den Bereich Erwachsenenpsychiatrie fest-
gesetzte Tarif gegen Bundesrecht, sondern auch der Tarif für die KJP 

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(zu  Letzterem  siehe  insbesondere  E. 5  [Abzug  für  Lehre  und  For-
schung UPD] und E. 7 [Benchmarking]). 

9.
Anzufügen bleibt,  dass die Tarifberechnungen der Verfahrensbeteilig-
ten (Klinken, santésuisse, PUE und Regierungsrat) nicht nur hinsicht -
lich der vom Beschwerdeführer explizite gerügten Punkte auseinander-
gehen.  Zum  Teil  stimmen  bereits  die  der  Berechnung  zu  Grunde 
gelegten  Kosten  nicht  überein.  Dem angefochtenen  Beschluss  lässt 
sich  indessen  nicht  entnehmen,  weshalb  sich  die  Vorinstanz  auf 
welche Zahlen gestützt  hat.  Auch aus diesem Grund  kann  der  Tarif 
nicht vom Bundesverwaltungsgericht neu festgesetzt werden.

10.

10.1 Bei der Neufestsetzung der Tarife wird die Vorinstanz zudem zu 
berücksichtigen haben, dass nach der Rechtsprechung Gruppentaxen 
–  dieselbe  Pauschale  für  eine  Gruppe  von  Spitälern  –  nur  unter 
bestimmten  Voraussetzungen  zulässig  ist.  Da  die  Kosten  gemäss 
Art. 49 KVG für jedes Spital separat zu ermitteln sind, müssen grund-
sätzlich  auch  die  Pauschalen  für  jedes  Spital  einzeln  berechnet 
werden.  Gruppentaxen  sind  ausnahmsweise  dort  zulässig,  wo  die 
Spitäler  bei  entsprechender Struktur  vergleichbare Kosten aufweisen 
(RKUV  2002  KV  220  [nur  elektronische  Publikation]  E.  10.5  mit 
Hinweis; EUGSTER, a.a.O., Art. 49 N. 19).

10.2 Der Bundesrat hat sich in seiner Rechtsprechung vorwiegend mit 
dem  interkantonalen  Vergleich  von  (somatischen)  Akutspitälern  be-
fasst. Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigen sich daher die 
nachfolgenden Ausführungen zum Benchmarking. 

10.2.1 Im  Bereich  der  Akutspitäler  stehen  für  den  (interkantonalen) 
Vergleich  der  Fallkosten  in  der  Regel  die  Casemix-Indizes-Berech-
nungen  (durchschnittlicher  Schweregrad  der  in  einem Spital  behan-
delten  Fälle)  im  Vordergrund  (vgl.  eingehend  RKUV  2005  KV  325 
S. 159 E. 11). Nach der Rechtsprechung des Bundesrates eignet sich 
indessen  auch  die  Krankenhaustypologie  bzw.  die  Einreihung  der 
Spitäler  in  eine  der  Versorgungsstufen  als  Einstieg  für  Betriebsver-
gleiche, weil sich daraus drei grundsätzliche Schlüsse ziehen lassen: 
(1) Spitäler  der  gleichen  Stufe müssten ähnliche Kostenniveaus auf-
weisen, (2) ein Spital sollte zumindest nicht teurer sein als eines, das 
eine Versorgungsstufe höher liegt, und (3) ein Spital kann nicht gleich 

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teuer  oder  teurer  sein  als  eines,  das mindestens zwei  Versorgungs-
stufen  höher  liegt.  Weist  ein  zwei  Stufen  tiefer  liegendes  Spital 
dennoch gleiche oder höhere Kosten aus, entsteht (automatisch) die 
Vermutung der unwirtschaftlichen Leistungserbringung und es obliegt 
dem  betreffenden  Spital  diese  Vermutung  umzustossen.  Hingegen 
entsteht eine solche Vermutung nicht ohne Weiteres bei einem auf der 
gleichen  oder  um eine  Stufe  tiefer  liegenden  Spital,  weil  zahlreiche 
Unterschiede  die  verschiedenen  Kostenniveaus  erklärbar  machen 
können (RKUV 2005 KV 326 S. 172 E. 3.3). 

10.2.2 Im Bereich der Psychiatrie lässt sich aus der Versorgungsstufe 
kaum  etwas  für  die  Betriebsvergleiche  ableiten,  weil  die  Kranken-
haustypologie für psychiatrische Kliniken (2 Versorgungsniveaus, vgl. 
E. 6.3.1)  im  Vergleich  zu  den  allgemeinen  Spitälern  (mit  5  Versor-
gungsniveaus)  weit  weniger  Differenzierungen  vornimmt.  Der  Case-
Mix-Index  ist  eine  der  Grundlagen  für  die  Festsetzung  von  (diag-
nosebezogenen)  Fallpauschalen  in  den  Akutspitälern  und  wird  für 
psychiatrische Kliniken nicht ermittelt, weil noch nicht festgelegt ist, ob 
bzw. nach welchen Kriterien der Schweregrad der  in  der Psychiatrie 
behandelten Fälle bestimmt werden kann/soll (vgl. www.swissdrg.org > 
Informationen zu SwissDRG sowie SwissDRG System 0.2 >  Bericht 
betreffend  Tarifentwicklungen  in  den  Bereichen  Psychiatrie,  Rehabi-
litation und Geburtshäuser, vom 12.6.2009 [nachfolgend: Bericht Tarif-
entwicklungen]; besucht  am 10.6.2010; Kommentar des BAG zu den 
Änderungen der KVV per 1. Januar 2009, S. 5 [vgl. E. 3.5 hiervor]). Für 
den Kostenvergleich im Bereich Psychiatrie kann der Case-Mix-Index 
deshalb keine Rolle spielen. Im Hinblick auf die Einführung von leis-
tungsbezogenen Pauschalen gemäss dem neuen Art. 49 Abs. 1 KVG 
(in der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) soll auch bei Tagespau-
schalen die Art  der Leistung einerseits und die Ressourcenintensität 
bzw.  die  Intensität  der  Leistung  andererseits  berücksichtigt  werden 
(vgl. Art. 59d Abs. 4 KVV [in Kraft seit 1. Januar 2009]; soeben zitierter 
Kommentar  des  BAG S. 11 f.). Zur  Zeit  liegt  noch kein  Tarifierungs-
projekt  der  SwissDRG  AG  für  den  Bereich  Psychiatrie  vor,  aus 
welchem  sich  allenfalls  anerkannte  Kriterien  zur  Beurteilung  einer 
wirtschaftlichen  Leistungserbringung  in  der  stationären  Psychiatrie 
ableiten liessen (vgl. Bericht Tarifentwicklungen).

10.2.3 Daraus  folgt,  dass  allein  die  höheren  anrechenbaren  Kosten 
der  einen psychiatrischen Klinik  gegenüber  einer  anderen Institution 
noch nicht die Vermutung der unwirtschaftlichen Leistungserbringung 

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begründet. Vielmehr muss – wie der Bundesrat in RKUV 2005 KV 326 
S. 172  erwogen  hat  –  zunächst  glaubhaft  gemacht  werden,  dass 
tatsächlich  einerseits  Vergleichbarkeit  und  andererseits  unwirtschaft-
liche  Leistungserbringung  gegeben  sind,  was  eine  entsprechend 
zuverlässige und umfassende Datenbasis erfordert (E. 3.3).

11.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 
dass der  angefochtene RRB vom 13. Mai  2009 aufzuheben und die 
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese im Sinne der 
Erwägungen den Tarif neu festsetze.

12.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

12.1 Das Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  gemäss Art. 63  Abs. 1 
VwVG die  Verfahrenskosten in  der  Regel  der  unterliegenden  Partei. 
Den  Vorinstanzen  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt  (Art.  63 
Abs. 2 VwVG). Als unterliegende Partei hat der Beschwerdegegner die 
Verfahrenskosten  zu  tragen.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  des  Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  bemisst  sich  die 
Gerichtsgebühr  nach Umfang und Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art 
der  Prozessführung  und  finanzieller  Lage  der  Parteien.  Zu  berück-
sichtigen ist,  dass es sich bei Tariffestsetzungsstreitigkeiten um eine 
Streitigkeit mit Vermögensinteresse im Sinne von Art. 4 VGKE handelt, 
der Streitwert indessen nicht bestimmbar ist (vgl. BVGE C-4308/2007 
vom 13. Januar 2010 E. 8.1). Für das vorliegende Verfahren sind die 
Verfahrenskosten auf Fr. 4'000.- festzusetzen.

Dem  Beschwerdeführer  ist  der  geleistete  Kostenvorschuss  zurück-
zuerstatten.

12.2 Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 
Abs. 1 VwVG und Art. 7  des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE,  SR 173.320.2)  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung. Der 
unterlegene Beschwerdegegner hat sich mit  selbständigen Begehren 
am Verfahren  beteiligt,  weshalb  ihm  die  Parteientschädigung  aufzu-
erlegen  ist  (vgl.  Art. 64  Abs. 3  VwVG).  Da  keine  Kostennote  einge-
reicht wurde, ist  die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

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(vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des gebotenen und 
aktenkundigen  Aufwandes  erscheint  eine  Entschädigung  von 
Fr. 4'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) angemessen.

13.
Die  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  an  das 
Bundesgericht  gegen  Entscheide  auf  dem Gebiet  der  Krankenversi-
cherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i 
VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist unzulässig 
(vgl.  Art. 83  Bst. r  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]). Das vorliegende Urteil ist somit endgültig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefoch-
tene Beschluss aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurück-
gewiesen  wird,  damit  sie  im  Sinne  der  Erwägungen  den  Tarif  neu 
festsetze.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.- werden dem Beschwerdegegner 
auferlegt.  Der  Betrag  ist  innert  30 Tagen  nach  Versand  des  vorlie-
genden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

Dem  Beschwerdeführer  wird  der  geleistete  Kostenvorschuss  von 
Fr. 4'000.- zurückerstattet.

3.
Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung zu Lasten des 
Beschwerdegegners in der Höhe von Fr. 4'500.- (pauschal, inkl. Mehr-
wertsteuer) zugesprochen.

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- den  Beschwerdegegner  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Einzahlungs-

schein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 0889; Gerichtsurkunde)
- das Bundesamt für Gesundheit (zur Kenntnis)
- die Preisüberwachung (zur Kenntnis)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

Versand: 

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