# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b2af71b-28fe-542c-a583-cbb3d689d375
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2008 E-4797/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4797-2008_2008-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4797/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
Irak,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
20. Juni 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4797/2008

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer,  irakischer 
Staatsangehöriger  kurdischer  Ethnie  und  islamischen  Glaubens  aus 
(...)  (Suleymaniya,  Nordirak)  Anfang  November  2006  seinen  Hei-
matstaat und reiste über Jordanien, die Türkei und Griechenland in die 
Schweiz, wo er  am 9. Januar 2007 um Asyl nachsuchte. Nach einer 
Befragung durch die Flughafenpolizei Zürich am 10. Januar 2007 und 
der  Bewilligung  der  Einreise  durch  das  BFM am 17. Januar  2006 – 
fand  am  16.  Februar  2007  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
Kreuzlingen die Erstbefragung statt, und am 2. Oktober 2007 erfolgte 
die Anhörung zu den Asylgründen durch das Migrationsamt des Kan-
tons Zürich.

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer dabei geltend, er sei 
von Beruf Buchhändler und habe in der Heimat das Buch (...) verkauft. 
Nachdem der  Verfasser  des  Buches zum Tode verurteilt  worden sei 
und  das  Land  verlassen  habe,  habe  er  Schwierigkeiten  bekommen. 
Aus Angst,  von Islamisten getötet  zu werden,  habe er  beschlossen, 
das Land zu verlassen.

B.
Mit  Verfügung  vom  vom  20.  Juni  2008  stellte  das  BFM  fest,  der 

Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht, lehnte das 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie 

deren Vollzug an. 

C.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe 

vom 18.  Juli  2008  Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht  und 

beantragte, es sei die Verfügung des BFM vom 20. Juni 2008 aufzuhe-

ben und auf das Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die Flücht-

lingseigenschaft festzustellen. Subeventualiter sei festzustellen, dass 

die Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei. In verfah-

rensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltli-

chen  Rechtspflege  und  um  Verzicht  auf  Erhebung  eines 

Kostenvorschusses.

D.  
Mit  prozessleitender  Verfügung  vom  24.  Juli  2008  wies  die  Inst-

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ruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts die Gesuche um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf Erhe-
bung eines Kostenvorschusses ab und setzte dem Beschwerdeführer 
eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 600.-. Dieser 
wurde am 26. Juli 2008 einbezahlt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2.1 In Anwendung des Grundsatzes  iura novit curia  (Rechtsanwen-
dung von Amtes wegen) ist  das  Rechtsbegehren 1 der  Beschwerde 
vom 18. Juli 2008 in dem Sinne umzudeuten, dass eine Gutheissung 
des Asylgesuchs anbegehrt wird.

1.2.2 Entsprechend demselben Grundsatz wird sodann das Rechtsbe-
gehren 3 der  Beschwerde in  dem Sinne interpretiert,  dass statt  der 
Wegweisung als solche der Vollzug derselben angefochten wird.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

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oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 
AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung des Schriftenwechsels 
verzichtet.

4.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn-
te,  wegen ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-
gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, 
solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; 
den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).

4.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.
5.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da 
seine  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss 
Art. 7 AsylG nicht zu genügen vermöchten, zumal sie widersprüchlich 
und unsubstanziiert ausgefallen seien. Die vom Beschwerdeführer an-
lässlich  der  Befragungen getätigten  Ausführungen  betreffend  die 
gelagerten respektive verkauften Exemplare des Buches  (...), dessen 

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Erscheinungsdatum sowie hinsichtlich der konkreten Bedrohungssitua-
tion enthielten namhafte Ungereimtheiten. Sodann sei das Vorbringen 
im Rahmen der  Bundesanhörung,  gegen  den  Beschwerdeführer  be-
stehe  ein  Haftbefehl,  nicht  hinreichend  begründet,  zumal  dieser  ein 
entsprechendes  Dokument  entgegen  der  ihm  obliegenden  Mitwir-
kungspflicht  von  Art.  8  Abs.  1  Bst.  d  AsylG  auch  nach  Ablauf  von 
weiteren rund zehn Monaten nicht beigebracht habe.

5.2 Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung 
von Bundesrecht, indem zu Unrecht von der Unglaubhaftigkeit der Vor-
bringen ausgegangen worden sei.

Was die vom BFM festgestellten Ungereimtheiten betreffend den Ver-
kauf  des  fraglichen Buches anbelangt,  ist  auf  die Ausführungen der 
Vorinstanz zu verweisen, wonach der Beschwerdeführer bei der Erst-
befragung das Jahr (...)  als Erscheinungsjahr des Werks angegeben 
hatte (A19 S. 6),  wogegen er in der direkten Anhörung ausführte, er 
habe  das  Buch  bereits  seit  (...)  an  verschiedene  Buchhandlungen 
verteilt  (A29 S.11). Sodann hat der Beschwerdeführer bei der Befra-
gung im Empfangszentrum angegeben, von insgesamt 4000 verfügba-
ren  Exemplaren  deren  3500  verkauft  zu  haben  (A19  S. 6).  Bei  der 
kantonalen Anhörung hingegen bezifferte er die Anzahl der gelagerten 
Exemplare  mit  5000,  wovon  er  zwischen  4000  und  4500  Ausgaben 
verkauft  habe  (A29  S. 11).  Es  erscheint  nicht  nachvollziehbar,  dass 
eine Person, welche verfolgt worden und deswegen gezwungen gewe-
sen sein soll, ihr Heimatland zu verlassen, nicht in der Lage ist, die ge-
nauen Umstände der die Verfolgung begründenden Ereignisse einiger-
massen  schlüssig  darzulegen. Die  in  der  Beschwerdeschrift  diesbe-
züglich  unternommenen  Erklärungs-  und  Entkräftungsversuche,  der 
Beschwerdeführer habe sich psychisch in einer schwierigen Situation 
befunden und Angst vor Tötung und Unsicherheit gehabt, erscheinen 
nicht stichhaltig und sind klarerweise als Schutzbehauptung zu werten.

Des Weiteren müssen auch die Angaben zur Verfolgungssituation  als 
widersprüchlich bezeichnet werden. So erklärte der Beschwerdeführer 
bei der Erstbefragung, er sei wegen des Bücherverkaufs niemals per-
sönlich bedroht  worden,  habe aber auf  dem Markt  Islamisten sagen 
hören,  die  Verkäufer  des  Buches  müssten  umgebracht  werden 
(A19 S. 7). Auch hätten seines Wissens die anderen Verkäufer des Bu-
ches keine konkreten Probleme gehabt  (A. 19  S. 6). In  Abweichung 
hiervon führte er in der kantonalen Anhörung aus, alle Verkäufer des 

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Buches seien verfolgt,  er  selbst sei  gar von einer Person beschattet 
worden  (A29  S.  9  f.).  Bezeichnenderweise  erfolgte  damit  die 
Geltendmachung  einer  asylrechtlich  relevanten  Verfolgungssituation 
erst  anlässlich  der  letzten  behördlichen  Befragung,  mithin  nachdem 
sich  der  Beschwerdeführer  bereits  während  neun  Monaten  in  der 
Schweiz aufgehalten hatte. Die  bei  der  kantonalen Anhörung vorge-
brachte  Verfolgungssituation  ist  somit  als  nachgeschobene  Sachver-
haltsanpassung zu qualifizieren, auf die deshalb nicht weiter einzuge-
hen ist. Dies hat auch für das – ebenfalls erst anlässlich der kantona-
len  Anhörung  getätigte  –  Vorbringen  zu  gelten,  gegen  den 
Beschwerdeführer bestehe in der Heimat ein Haftbefehl (A29 S. 6, 13), 
zumal er bis heute, mithin ein Jahr nach der getätigten Behauptung, 
kein entsprechendes Dokument beigebracht hat.

5.3 Zusammenfassend folgt, dass der Beschwerdeführer keine Grün-
de nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft  machen kann. Das 
BFM hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-

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vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 
Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. 
März 2002, BBl 2002 3818).

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In der angefochtenen Verfügung hielt die Vorinstanz im Wesentlichen 
fest, in den drei nordirakischen Provinzen Dohuk, Erbil und Suleymani-
ya herrsche keine Situation allgemeiner Gewalt. Auch sprächen im vor-
liegenden Fall  keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs,  zumal  der  Beschwerdeführer sein ganzes Le-
ben in Suleymaniya verbracht habe und dort über ein entsprechendes 
familiäres und soziales Beziehungsnetz verfüge. Im Weiteren habe er 
eine  überdurchschnittliche  Ausbildung  durchlaufen  und  verfüge  über 
berufliche Erfahrung als Buchhändler. Der Wegweisungsvollzug sei da-
her grundsätzlich zumutbar.

Demgegenüber weist die Beschwerdeeingabe auf die schlechte Men-
schenrechts- und Sicherheitslage im Nordirak hin. Es wird ausgeführt, 
sie  sei  von  der  Lage  im  Zentral-  und  Südirak  abhängig,  weswegen 
Anschläge  auch  im Nordirak  nicht  ausgeschlossen  werden  könnten. 
Auch in den kurdischen Nordprovinzen herrsche damit eine Situation 
allgemeiner Gewalt.

Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  in  einem  Grundsatzurteil  vom 
14. März 2008 (E-4243/2007, publiziert unter BVGE 2008/5) aufgrund 
einer umfassenden Beurteilung der aktuellen Situation in den nordira-
kischen Provinzen Dohuk, Suleymaniya und Erbil zum Schluss gekom-
men, dass in den drei kurdischen Provinzen keine Situation allgemei-
ner Gewalt herrscht und die dortige politische Lage nicht dermassen 
angespannt ist, als dass eine Rückführung dorthin als generell unzu-
mutbar betrachtet werden müsste. 

Zusammenfassend wurde im erwähnten Entscheid festgehalten, dass 
die Anordnung des Wegweisungsvollzugs in die drei kurdischen Pro-
vinzen des Nordiraks (Dohuk,  Erbil  und Suleymaniya) unter  der Vor-
aussetzung  zumutbar  ist,  dass  die  betreffende  Person  ursprünglich 
aus der Region stammt oder längere Zeit dort gelebt hat und über ein 
soziales  Netz  (Familie,  Verwandtschaft  oder  Bekanntenkreis)  oder 
über Beziehungen zu den herrschenden Parteien verfügt. Für allein-
stehende Frauen und für Familien mit  Kindern sowie für Kranke und 
Betagte ist  bei  der Feststellung der Zumutbarkeit  des Wegweisungs-
vollzugs  jedoch  grosse  Zurückhaltung  angebracht  (vgl. a.a.O. E. 7.5 
und insbesondere 7.5.8).

Der  (...)-jährige  und  gemäss  Aktenlage  gesunde  Beschwerdeführer 
stammt aus der Provinz Suleymaniya, wo er eigenen Angaben zufolge 

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geboren  ist,  seine  Kindheit  verbrachte  (bis  [...])  und  die  letzten 
(...) Jahre bei  (...)  wohnte (A29 S. 6). Es ist  vor  diesem Hintergrund 
davon auszugehen, dass er über ein soziales Beziehungsnetz verfügt, 
mithin bei  einer  Rückkehr  dorthin  nicht  auf  sich  allein  gestellt  wäre. 
Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zumutbar zu bezeichnen.

6.4 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.5 Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach dem Gesagten fällt  eine  Anord-
nung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art.  83  Abs.  1-4 
AuG).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt  und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Es ist 
somit festzustellen, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerde-
führers zu Recht abgelehnt und die Wegweisung sowie deren Vollzug 
zu  Recht  angeordnet  hat.  Die  Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten 
abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf  insgesamt Fr.600.- 
festzusetzen  (Art. 16  Abs. 1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art. 2  und  3  des 
Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]) 
und mit dem am 26. Juli 2008 geleisteten Kostenvorschuss in dersel-
ben Höhe zu verrechnen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 26. Juli  2008 in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

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