# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0c1f2a5-b485-54cb-bbbd-b2b07bdc298f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 24.11.2021 110 2021 125
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2021-125_2021-11-24.pdf

## Full Text

1/8

Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2021/125

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 25. November 2021

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen, Bauverwaltung, Schönriedstrasse 8, 
3792 Saanen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen vom 16. Juli 2021 
(Projektänderung Nr. 2018-084-001; Um- und Wiederaufbau Stafel) und die Verfügung des 
Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 5. Februar 2021 (G.- Nr.: 2018.JGK.2718)

I. Sachverhalt

1. Das Stafel (Weidhaus) des Beschwerdeführers wurde im Januar 2018 durch einen Sturm 
beschädigt. Am 18. September 2018 erteilte die Gemeinde dem Beschwerdeführer die 
Baubewilligung für den Um- und Wiederaufbau des nicht mehr landwirtschaftlich genutzten 
Stafels. Zugleich eröffnete sie die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG1 des Amts für 
Gemeinden und Raumordnung (AGR). Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone und im 
Gewässerschutzbereich Au. 

2. Mit Schreiben vom 25. Februar 2020 teilte das Amt für Wasser und Abfall (AWA) der 
Gemeinde mit, dass dem AWA das Abnahmeprotokoll für die abflusslose Grube noch nicht 
zugestellt worden sei. Der Beschwerdeführer teilte dem AWA mit, dass nun ein geschlossenes 
Abwassersystem geplant sei. Auf Aufforderung des AWA und der Gemeinde reichte der 
Beschwerdeführer am 4. August 2020 bei der Gemeinde eine Projektänderung ein. Auf den 
Plänen waren nebst den neuen Fäkalientanks diverse weitere Abweichungen vom bewilligten 
Projekt ersichtlich, welche namentlich Grundrissänderungen mit Vergrösserung des Vorraums im 
Erdgeschoss und im Dachgeschoss sowie die Fassade (Fenster, Einwandung einer Laube, Türen) 
betrafen. 

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)

BVD 110/2021/125 

2/8

Auf Aufforderung der Gemeinde reichte der Beschwerdeführer am 4. September 2020 für das 
geänderte Projekt ein Baugesuch ein (datiert vom 31. August 2020). Am 16. Oktober 2020 reichte 
er die vervollständigte Eingabe ein (datiert vom 14. Oktober 2020). 

3. Das AWA stimmte dem Einbau der zwei vorgesehenen Fäkalientanks mit Amtsbericht vom 
18. Februar 2021 mit Auflagen zu, die Gemeinde erteilte am 24. Februar 2021 eine separate 
Gewässerschutzbewilligung. 

4. Die Gemeinde teilte dem Beschwerdeführer mit, dass sie das Bauvorhaben vorerst nur dem 
AGR zur Stellungnahme unterbreite. Mit Verfügung vom 5. Februar 2021 verweigerte das AGR 
folgenden Vorhaben die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG (Ziffer 1):

«1. Die Erweiterung der Bruttogeschossfläche, soweit sie das Maximalmass von 12 m2 überschreitet 
(6,65 m2) und damit wohl auch die gegenüber dem bewilligten Projekt verschobene Treppe EG-DG.

2. Die Erweiterung des Vorplatzes im Dachgeschoss.
3. Die (Neu-)Einwandung der Laube West.
4. Der Einbau einer zusätzlichen, neuen Tür im Erdgeschoss Ost.»

In Ziffer 2 der Verfügung erteilte das AGR für die übrigen Projektänderungen die 
Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG. 

5. Die Gemeinde brachte dem Beschwerdeführer den Inhalt der Verfügung des AGR zur 
Kenntnis und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass sie 
für die nicht bewilligungsfähigen Teile des Bauvorhabens ein Wiederherstellungsverfahren 
einleiten müsse. Der Beschwerdeführer nahm mit Schreiben vom 2. März 2021 ausführlich 
Stellung.

6. Mit Verfügung vom 16. Juli 2021 erteilte die Gemeinde dem «eingangs beschriebenen 
Bauvorhaben» (Seite 1: «Interne Anpassungen, Fassadenänderungen, Präzisierung von 
Fäkalientank und Entwässerung») den Bauabschlag und ordnete die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustandes wie folgt an (Ziffer 1.2 des Entscheids): 

«Spätestens 3 Monate nach Rechtskraft dieses Bauabschlags ist der rechtmässige Zustand herzustellen. 
Es sind folgende Massnahmen durchzuführen:
1. Die Erweiterung der Bruttogeschossfläche, soweit sie das Maximalmass von 12 m2 überschreitet 

(6,65 m2) und damit wohl auch die gegenüber dem bewilligten Projekt verschobene Treppe EG-DG.
2. Die Erweiterung des Vorplatzes im Dachgeschoss und im Erdgeschoss ist wie in der Baubewilligung 

vom 18.09.2018 bewilligt zurückzubauen.
3. Die (Neu-)Einwandung der Laube West ist wie in der Baubewilligung vom 18.09.2018 bewilligt 

zurückzubauen.
4. Der Einbau einer zusätzlichen, neuen Tür im Erdgeschoss Ost ist wie in der Baubewilligung vom 

18.09.2018 bewilligt zurückzubauen.»

Gleichzeitig drohte die Gemeinde die Ersatzvornahme und eine Busse bei Nichtbefolgung an.

7. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer durch die B.________ AG am 21. Juli 
2021 Beschwerde bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Hinsichtlich 
der Wiederherstellungsmassnahmen von Ziff. 1 und 2 und schlägt er eine Reduzierung der 
Bruttogeschossfläche mittels Abtrennwänden und Türe vor. Weiter erklärt er, bezüglich der 
Anordnung von Ziffer 3 gehe er davon aus, dass nur der blau eingekreiste Teil an der Westfassade 
gemeint sei. Die anderen Teile auf der Laube habe er aus Gründen des Witterungsschutzes fix 
ausgeführt. Zur Anordnung von Ziffer 4 hält er fest, er sei bereit, die Türe zurückzubauen und 

BVD 110/2021/125 

3/8

stattdessen dort das Fenster gemäss Baubewilligungsplan einzubauen. Er beantragt eine 
Besprechung und Begehung vor Ort zwecks Klärung und Neubeurteilung der beanstandeten 
Punkte.

8. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet2, bat den 
Beschwerdeführer mitzuteilen, ob er als Baugesuchsteller Beschwerde erheben wollte und gab 
ihm Gelegenheit, die Beschwerde im gegebenen Fall korrekt unterzeichnet einzureichen und 
seine Wohnadresse bekannt zu geben. Der Beschwerdeführer reichte die Beschwerde am 24. 
August 2021 in seinem Namen unterzeichnet wieder ein.

Das Rechtsamt holte die Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde 
beantragt mit Stellungnahme vom 17. August 20201, die Beschwerde sei abzuweisen. Sie hält 
fest, gemäss der Verfügung des AGR sei die Projektänderung nur zum Teil bewilligungsfähig. Aus 
diesen Gründen habe die BauPlaKo den Bauabschlag zu erteilen. Das AGR beantragt mit 
Stellungnahme vom 27. August 2021, die Beschwerde sei abzuweisen. Das AGR bringt vor, das 
zulässige Erweiterungsmass sei klar überschritten. Die vom Beschwerdeführer genannten 
Vorschläge zur Reduktion der Bruttogeschossfläche seien nicht Gegenstand der Projektänderung 
gewesen und hätten in der Verfügung des AGR daher nicht berücksichtigt werden können. Die 
Wiederherstellungsmassnahmen beträfen die gesamte Laube West. 

9. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide und Wiederherstellungsverfügungen können innert 30 Tagen seit Eröffnung 
mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden (Art. 40 und 49 BauG3). Verfügungen des 
AGR über Ausnahmegesuche nach den Art. 24 bis 24e und Art. 37a RPG können zusammen mit 
dem Bauentscheid ebenfalls mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden (Art. 84 Abs. 4 
BauG). Die BVD ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

b) Der Beschwerdeführer ist als Baugesuchsteller und als Adressat der 
Wiederherstellungsanordnungen zur Beschwerde befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG und Art. 65 
VRPG4). Er ist durch die vorinstanzlichen Entscheide beschwert und daher zur 
Beschwerdeführung legitimiert. 

c) Parteieingaben müssen einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine 
Begründung sowie eine Unterschrift enthalten (Art. 32 Abs. 2 VRPG). Praxisgemäss dürfen an 
Eingaben von juristischen Laien keine hohen Anforderungen gestellt werden (Verbot des 
überspitzten Formalismus). Die beschwerdeführende Person muss jedoch darlegen, inwiefern und 
aus welchen Gründen sie dem angefochtenen Entscheid nicht zustimmen kann.5 Dem 
Antragerfordernis ist Genüge getan, wenn sich aus dem Zusammenhang und unter Zuhilfenahme 

2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
5 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 13.

BVD 110/2021/125 

4/8

der Begründung sinngemäss ergibt, was anbegehrt wird.6 Der Beschwerdeführer legt dar, mit 
welchen Anordnungen er nicht einverstanden ist und verlangt eine Neubeurteilung. Sinngemäss 
beantragt er die Aufhebung und Änderung des angefochtenen Entscheids der Gemeinde unter 
Berücksichtigung seiner Änderungsvorschläge. Dem Antrags- und Begründungserfordernis ist 
damit Genüge getan. Die Beschwerde wurde korrekt unterzeichnet wieder eingereicht. Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Rückweisung

a) Nach Art. 72 Abs. 1 VRPG entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache oder weist die 
Akten ausnahmsweise mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück. Wie die 
nachfolgenden Erwägungen zeigen, scheidet eine Beurteilung der Beschwerdesache durch die 
BVD aus mehreren Gründen aus.

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV7 gibt den Parteien unter 
anderem das Recht, sich vor Erlass einer Verfügung oder eines Entscheids zu den 
Sachumständen zu äussern (Art. 21 VRPG). Dem Äusserungs- und Anhörungsrecht kommt eine 
umfassende Tragweite zu, namentlich bei Entscheiden und Verfügungen, die in die Rechtsstellung 
des Einzelnen eingreifen und diesen belasten. Damit der Verpflichtete seinen Standpunkt wirksam 
zur Geltung bringen kann, muss er vorweg in geeigneter Weise über die entscheidwesentlichen 
Vorgänge und Grundlagen orientiert werden.8 Die Gemeinde muss daher das rechtliche Gehör zu 
den konkret in Aussicht genommenen Wiederherstellungsmassnahmen gewähren. Dies ist 
vorliegend nicht geschehen. Die Gemeinde teilte dem Beschwerdeführer nur mit, dass sie über 
die nicht bewilligungsfähigen Teile ein Wiederherstellungsverfahren einleiten müsse. Der 
Beschwerdeführer erhielt in der Folge jedoch nie Kenntnis der voraussichtlichen 
Wiederherstellungsmassnahmen und hatte daher auch keine Gelegenheit, sich vor Erlass der 
Wiederherstellungsverfügung dazu zu äussern. Dies war ihm erst mit Einreichung der Beschwerde 
möglich. Die Gemeinde hat das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers erheblich verletzt. Eine 
Heilung der Gehörsverletzung scheidet im vorliegenden Verfahren aus, da weitere Gründe für eine 
Rückweisung gegeben sind.

c) Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest, wobei den Parteien eine 
Mitwirkungspflicht zukommt (vgl. 18 und 20 VRPG). In den Vorakten ist kein Dokument über eine 
baupolizeiliche Kontrolle vorhanden. Es besteht auch kein Hinweis, dass die Gemeinde im 
vorliegenden Fall den baupolizeilichen Sachverhalt vor Ort selber überprüfte. Soweit ersichtlich 
stützte sich die Gemeinde bei der Wiederherstellungsanordnung einzig auf die vom 
Beschwerdeführer eingereichten Plangrundlagen. Ob die Pläne die Abweichungen vom 
bewilligten Bauvorhaben vollständig und korrekt zeigen, ist jedoch nicht belegt. In diesem 
Zusammenhang interessiert insbesondere, wie es sich beim Gade im Dachgeschoss verhält. Auf 
dem Grundrissplan der vorliegenden Projektänderung gibt es zwei Räume mit dieser 
Bezeichnung, die Trennwand mit Türe wird als «bestehend» bezeichnet. Davon war in der 
Voranfrage und im Baubewilligungsverfahren von 2018 soweit ersichtlich nicht die Rede. Auf den 
entsprechenden Grundrissplänen war der Gade als ein einziger grosser Raum ohne 
Raumabtrennung eingezeichnet. Es ist nicht Sache der BVD als Beschwerdeinstanz, den 
baupolizeilichen Sachverhalt abzuklären.

6 Daum, a.a.O., Art. 32 N. 18.
7 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101).
8 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art.  21 N.  2, 5, 8.

BVD 110/2021/125 

5/8

d) In der Wiederherstellungsverfügung sind die Massnahmen genau zu bezeichnen, welche 
die Pflichtigen zur Herbeiführung des rechtmässigen Zustands zu treffen haben.9 Eine Anordnung 
muss so konkret und unmissverständlich sein, dass sie unmittelbar durchgesetzt werden kann. Es 
muss sowohl für die Verfügungsadressaten als auch die verfügende Behörde gleichermassen klar 
sein, was zwischen ihnen genau gilt. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Bei den 
Wiederherstellungsmassnahmen orientierte sich die Gemeinde im Wesentlichen an der Verfügung 
des AGR, in der die betroffenen (nicht bewilligungsfähigen) Bauteile teilweise nur grob 
umschrieben sind. Ziffer 1 der Wiederherstellungsverfügung ist vage formuliert und enthält noch 
keine konkrete Massnahme. Hinsichtlich der Erweiterung der Vorplätze im Dachgeschoss und im 
Erdgeschoss erfolgt in Ziffer 2 eine Präzisierung, allerdings bleibt dabei unklar, was bezüglich der 
Treppe gilt, ob diese auch von der Wiederherstellung erfasst wird. Der Beschwerdeführer legt 
Ziffer 3 («(Neu-)Einwandung der Laube West») dahingehend aus, dass nur der ganz rechts an 
der Westfassade befindliche Teil gemeint sei. Dem widerspricht das AGR. Die 
Wiederherstellungsmassnahme von Ziffer 3 ist nicht ausreichend konkret umschrieben und kann 
daher unterschiedlich verstanden werden. Die Anordnungen von Ziffer 1 bis 3 lassen zu viel 
Interpretationsspielraum. Da die Massnahmen zu unbestimmt sind, können sie im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren nicht beurteilt werden.

e) Im nachträglichen Baubewilligungsverfahren ist zu prüfen, ob das Bauvorhaben wenigstens 
teilweise bewilligt werden kann (Art. 46 Abs. 2 Bst. c BauG). Das AGR verweigerte die 
Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG nicht für das gesamte Bauvorhaben, sondern nur für die 
in Ziffer 1 seiner Verfügung genannten Teile. In Ziffer 2 gewährte das AGR «für die übrigen 
Projektänderungen» die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG. Dennoch erteilte die Gemeinde 
dem gesamten Bauvorhaben den Bauabschlag. Dem Bauentscheid ist nicht zu entnehmen, 
weshalb die Gemeinde diejenigen Teile des Bauvorhabens, für die das AGR eine 
Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG gewährte, nicht als bewilligungsfähig beurteilt. Die 
fehlende Begründung stellt zugleich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar (vgl. Art. 52 Abs. 
1 Bst. b VRPG).

f) Kann ein Bauvorhaben auch nachträglich nicht bewilligt werden, entscheidet die 
Baubewilligungsbehörde zugleich darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand 
wiederherzustellen ist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). Dies bedeutet, dass bei allen nicht 
bewilligungsfähigen Teilen entschieden werden muss, ob und gegebenenfalls welche 
Massnahmen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes angeordnet werden. Auch ein 
allfälliger Wiederherstellungsverzicht ist zu verfügen. Im vorliegenden Fall entschied die 
Gemeinde im Rahmen der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes nur über diejenigen 
Teile, für die auch das AGR keine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG erteilte. Der 
Bauabschlag der Gemeinde betrifft jedoch das ganze Bauvorhaben. Bei den übrigen Teilen des 
Vorhabens fehlt ein Entscheid über die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes. Dies 
führt namentlich bei den Fäkalientanks zu Unklarheiten und Widersprüchen. Gemäss der 
Umschreibung des Bauvorhabens auf Seite 1 des angefochtenen Entscheids umfasst das 
Bauvorhaben auch die «Präzisierung von Fäkalientank und Entwässerung». Sofern die Gemeinde 
den Fäkalientanks tatsächlich den Bauabschlag erteilen wollte – was in Widerspruch zu ihrer 
Gewässerschutzbewilligung stünde – hätte sie auch diesbezüglich über die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustandes entscheiden müssen. Im Übrigen müsste die 
Gewässerschutzbewilligung in den Bauentscheid integriert werden, da die Fäkalientanks 
Gegenstand des Bauvorhabens sind. 

9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 5. Aufl., Band I, Bern 2020, Art. 46 N. 10 
und 13.g.

BVD 110/2021/125 

6/8

g) Die genannten verfahrensmässigen Mängel, die Unklarheiten und Widersprüche 
verunmöglichen eine Beurteilung der Beschwerdesache durch die BVD. Der angefochtene 
Entscheid der Gemeinde ist daher aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens im 
Sinne der vorgenannten Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

h) Die vorliegende Projektänderung wurde noch nicht publiziert. Sofern das Bauvorhaben 
(teilweise) als bewilligungsfähig erachtet wird, ist das Baubewilligungsverfahren fortzusetzen 
(namentlich mit Publikation und Einholung allfälliger weiterer Fachberichte). 

Der Beschwerdeführer nannte und skizzierte in seiner Beschwerde Lösungen zur 
Wiederherstellung der zulässigen Bruttogeschossfläche. Im Rahmen des weiteren Verfahrens ist 
daher auch zu prüfen, ob die skizzierten Lösungen geeignet wären, den rechtmässigen Zustand 
wiederherzustellen. Dem Beschwerdeführer ist Gelegenheit zu geben, seine Vorschläge auf 
Plänen aufzuzeigen und Berechnungen einzureichen. Sofern die Vorschläge bewilligungsfähig 
erscheinen, könnte dafür eine Projektänderung eingereicht werden. Hinzuweisen bleibt, dass die 
allfällige Projektänderung in Zusammenhang mit der Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustandes steht. Im Falle dass sie bewilligt werden kann, müsste die Baubewilligung mit der 
Verpflichtung verbunden werden, dass dieses Vorhaben innert einer bestimmten Frist 
auszuführen ist. 

3. Kosten

a) Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von CHF 800.– (Art. 103 
Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV10). 

Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale 
Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände 
rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei einem 
Rückweisungsentscheid wird praxisgemäss von einem vollumfänglichen Obsiegen 
ausgegangen.11 Der Gemeinde können keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 108 Abs. 2 
i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Verfahrenskosten trägt demnach der Kanton.

b) Der Beschwerdeführer war nicht anwaltlich vertreten und hat daher keinen Anspruch auf 
Parteikostenersatz (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

III. Entscheid

1. Der Bauentscheid mit Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Saanen vom 16. Juli 
2021 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Die Beschwerde wird insoweit 
gutgeheissen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

10 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21).
11 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art.  108 N. 6.

BVD 110/2021/125 

7/8

BVD 110/2021/125 

8/8

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen, Bauverwaltung, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per E-Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Rückweisungsentscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden, wenn 
die Voraussetzungen nach Art. 61 i.V.m. Art. 74 Abs. 3 VRPG erfüllt sind. Eine allfällige 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss einen 
Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift 
enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.