# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4eebbbc-78dc-565d-9b18-bbf01a176e16
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.12.2008 E-7795/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7795-2008_2008-12-11.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7795/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

A._______, geboren (...),
Georgien,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 21. November 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7795/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer – ein georgischer Staatsangehöriger geor-
gischer Volkszugehörigkeit mit letztem Wohnsitz in B._______  – sein 
Heimatland eigenen Angaben zufolge Mitte September 2008 verliess 
und  mit  einem  Bus  und  Identitätspapieren  einer  Drittperson  über 
Istanbul und die Schweiz nach Lyon reiste,

dass  er  sodann  mit  dem  Zug  am  14.  Oktober  2008  wieder  in  die 
Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  im  Transitzentrum  (TZ) 
Altstätten um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  summarischen  Befragung  vom  24.  Oktober 
2008 im TZ Altstätten und der direkten Bundesanhörung vom 17. No-
vember  2008  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen 
geltend machte, wegen seiner ehemaligen Drogenabhängigkeit sei er 
mehrmals festgenommen und jeweils  zwei  bis  drei  Tage in  Untersu-
chungshaft festgehalten worden (A1. S. 5; A10, S. 5),

dass er  sich öffentlich gegen die aktuelle  georgische Regierung von 
Saakashvili  geäussert,  was jedoch keine weiteren Konsequenzen zur 
Folge gehabt habe (vgl. A1, S. 5; A10, S. 5),

dass er während circa sechs oder acht Jahren als Geschäftsleiter die 
(...) seines Vaters in C._______ geführt habe,

dass nach der Veränderung der politischen Lage in Georgien mehrere 
seiner  Handelspartner  im  Februar/März  2007  wegen  illegaler  Ge-
schäfte festgenommen worden seien,

dass bei  einem der  Handelspartner  eine Liste der  (...)  sichergestellt 
worden  sei,  auf  welcher  der  Name D._______   aufgeführt  gewesen 
sei, 

dass  D._______  zurzeit  in  Haft  sei,  die  Untersuchungen  auf 
Hochtouren  laufen  würden,  eine  Gerichtsverhandlung  jedoch  noch 
nicht stattgefunden habe,

dass er sich fürchte, mit der Polizei 'Probleme' zu kriegen, wenn der 
Name D._______ auch mit ihm in Verbindung gebracht werde, 

Seite 2

E-7795/2008

dass  er  von  seiner  Familie  – mit  welcher  er  täglich  telefonischen 
Kontakt habe – erfahren habe, dass er eine Vorladung erhalten habe, 
um zum Reservisten ausgebildet zu werden, was zur Folge hätte, dass 
er im Krieg eingesetzt würde, wozu er keine Lust habe (A10, S 5),

dass er aus diesen Gründen sein Heimatland im September 2008 ver-
lassen habe,

dass das BFM mit Verfügung vom 21. November 2008  – eröffnet am 
27. November  2008  – in  Anwendung  von Art.  32  Abs. 1  Bst.  a  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asyl-
gesuch  des  Beschwerdeführers  vom  14.  Oktober  2008  nicht  eintrat 
und  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  anordnete  und  deren 
Vollzug anordnete, wobei dieser die Schweiz am Tag nach Eintritt der 
Rechtskraft der Verfügung zu verlassen habe,

dass  es  zudem  die  Aushändigung  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis verfügte,

dass das BFM zur Begründung seines Entscheides im Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe den Behörden trotz  Aufforde-
rung innert 48 Stunden und bis dato keine Identitätsdokumente einge-
reicht, 

dass aufgrund der protokollierten Aussagen festzuhalten sei, dass er 
georgische Identitätspapiere besitze, und davon auszugehen sei, dass 
sich der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise bewusst gewesen sei, 
sich  in  jedem  Gast-  beziehungsweise  Asylland  über  seine  Identität 
rechtsgenügend ausweisen zu müssen,

dass zudem keine Hinweise vorliegen würden, dass der Beschwerde-
führer  seit  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  Anstrengungen unternom-
men hätte, um sich Reise- oder Identitätspapiere zukommen zu las-
sen, obschon er seit der Aufforderung zur Abgabe von Identitätspapie-
ren vom 14. Oktober 2008 Kontakt mit seiner Familie gehabt habe,

dass im vorliegenden Fall damit keine entschuldbaren Gründe vorlie-
gen  würden,  die  es  dem  Beschwerdeführer  verunmöglicht  hätten, 
binnen Frist echte Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,

dass  bei  Papierlosigkeit  zu  prüfen  sei,  ob  aufgrund  der  Anhörung 
sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft 

Seite 3

E-7795/2008

festgestellt  werden könne oder ob zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig seien,

dass es sich bei den vom Beschwerdeführer geschilderten Vorfällen zu 
seiner  Furcht,  wegen seiner illegalen (...)  festgenommen zu werden, 
offensichtlich nicht um eine Verfolgung aus einem der in Art. 3 AsylG 
abschliessend aufgezählten Gründen handle,

dass  aufgrund  des  Vorgebrachten  keine  Hinweise  für  die 
Notwendigkeit asylrechtlichen Schutzes vorliegen würden, 

dass  die  nachträglich  geltend  gemachte  Einberufung  in  den 
Militärdienst keine Verfolgungsmassnahme gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG 
darstelle, zumal staatliche Massnahmen der Durchsetzung staatsbür-
gerlicher Pflichten dienen würden, 

dass  der  Beschwerdeführer  somit  die  Anforderungen  an  die  Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und zusätzli-
che  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder 
eines Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Akten nicht er-
forderlich seien,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle  und keine Gründe ersichtlich seien,  die auf  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges 
schliessen liessen, zumal der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-
schaft offensichtlich nicht erfülle und ihm im Heimatstaat mangels ge-
genteiliger Anhaltspunkte keine durch Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  4.  Dezember  2008  – 
Poststempel – gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erhob und dabei beantragte, die aufschiebende Wirkung 
der Beschwerde sei  wiederherzustellen,  der  angefochtene Entscheid 
sei aufzuheben und die vorinstanzliche Behörde sei anzuweisen, auf 
das Asylgesuch einzutreten, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, es sie ihm die unentgeltli-
che  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 

Seite 4

E-7795/2008

172.021)  zu  gewähren  und  es  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses zu verzichten, 

dass  der  Beschwerde  eine  Kopie  seiner  georgischen  Identitätskarte 
sowie ein Bericht über die Sicherheitslage in Georgien vom 12. August 
2008 beigelegt wurden,

dass die vorinstanzlichen Akten am 8. Dezember 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  der  Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende  Wirkung 
zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das BFM in der angefochtenen 
Verfügung  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung 
nicht entzogen hat (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG), 

dass  der  Beschwerdeführer  somit  berechtigt  ist,  sich  bis  zum  Ab-
schluss  des  Asylverfahrens in  der  Schweiz  aufzuhalten  (vgl.  Art.  42 
Abs. 1 AsylG), 

dass demzufolge auf das Rechtsbegehren, die aufschiebende Wirkung 
der Beschwerde sei wiederherzustellen, mangels Rechtsschutzinteres-
ses nicht einzutreten ist, 

Seite 5

E-7795/2008

dass auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 

Seite 6

E-7795/2008

solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach 
Prüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts  – 
überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Rei-
se- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass nämlich insbesondere die Ausführungen des Beschwerdeführers 
anlässlich der direkten Anhörung (A10 S. 3) sowie in der Beschwerde-
schrift, wonach er nicht gewusst habe, wie er seine in der Heimat sich 
befindliche Identitätskarte  hätte in  die Schweiz kommen lassen kön-
nen, nicht zu überzeugen vermag, zumal nicht einzusehen ist, warum 
seine an derselben Adresse in B._______ wohnhaften Verwandten (A1 
S. 3, A10 S. 3) dieselbe nicht einfach per Post hätten schicken können, 

dass ausserdem nicht  nachvollzogen werden kann,  weshalb der Be-
schwerdeführer mit einem authentischen Reisepass aus Georgien hät-
te ausreisen, diesen aber in Istanbul hätte zurücklassen sollen A1 S. 
3),  

dass im Übrigen weitestgehend ausgeschlossen werden kann, dass es 
dem Beschwerdeführer angesichts der strengen Grenzkontrollen und 
der Vielzahl notwendiger Transitländer (Bulgarien, Rumänien, Ungarn, 
Österreich) möglich gewesen wäre, ohne authentische und rechtsge-

Seite 7

E-7795/2008

nügliche Ausweispapiere von der Türkei bis in die Schweiz und von da 
zu Fuss nach Frankreich (A1, S. 7) zu gelangen, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  unsubstanziierten 
und realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdeführers sowie der 
gesamten Aktenlage davon ausgeht, er habe bei seiner Einreise in die 
Schweiz authentische Identitäts- und Reisepapiere besessen, welche 
er jedoch innert 48 Stunden und bis heute in Verletzung seiner gesetz-
lichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweize-
rischen Behörden nicht aushändigte, 

dass daran auch das Nachreichen eines angeblichen Identitätspapiers 
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nichts zu ändern vermag (vgl. 
dazu EMARK 1999 Nr. 16  E. 5),  zumal  der  sich  seit  dem 14. Okto-
ber 2008 in der Schweiz aufhaltende Beschwerdeführer das entspre-
chende Dokument wesentlich früher hätte einreichen können und es 
sich  beim  nachgereichten  Dokument  zudem  um  eine  völlig 
unkenntliche Kopie handelt, 

dass  auch  das  diesbezügliche  Vorbringen  in  der  Beschwerdeschrift, 
wonach  die  Zeit  zwischen  der  direkten  Anhörung  vom  17. Novem-
ber 2008 und dem vorinstanzlichen Entscheid am 21. November 2008 
zur Papierbeschaffung nicht genügt habe, nicht zu hören ist, zumal der 
Beschwerdeführer  bereits  am  14. Oktober 2008  und  am  24. Okto-
ber 2008 aufgefordert wurde, Identitätspapiere beizubringen (A1, S. 4),

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu 
Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und zusätzliche Abklärungen 
zu deren Feststellung beziehungsweise derjenigen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat, 

dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der Befragung im Empfangszentrum vom  24. Oktober 2008 und 
der Anhörung vom 17. November 2008 darstellt, unter Verzicht auf zu-
sätzliche tatbeständliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen ei-
ner bloss summarischen Prüfung der eindeutige Schluss gezogen wer-
den kann, dass der Beschwerdeführer offensichtlich die Flüchtlingsei-
genschaft  nicht  erfüllt,  und  einem Vollzug  seiner  Wegweisung  keine 
Hindernisse entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG),

dass  zunächst  die  in  der  Beschwerde  vertretene  Auffassung,  die 
Vorinstanz habe bei einem auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gestützten 

Seite 8

E-7795/2008

Entscheid nicht zu prüfen, ob ein Asylgesuchsteller glaubwürdig bzw. 
seine Aussagen glaubhaft seien, nicht geteilt werden kann, da sich die 
zu  prüfende  Offensichtlichkeit  der  fehlenden  Flüchtlingseigenschaft 
sowohl  aus  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen,  als  auch  aus  der 
fehlenden  Asylrelevanz ergeben  kann (vgl. BVGE 2007/8  E. 5.6.4  – 
5.6.5 S. 89 ff.),

dass  überdies  das  BFM  im  Rahmen  der  Beurteilung  der  geltend 
gemachten Asylgründe nicht auf Unglaubhaftigkeit der Vorbringen ge-
schlossen sondern in der Entscheidbegründung – zu Recht –  ausge-
führt hat, bei den geschilderten Vorfällen handle es sich nicht um eine 
Verfolgung  aus  den  in  Art.  3  AsylG  abschliessend  aufgezählten 
Gründen,

dass  es  sich  bei  den  Festnahmen  wegen  Drogenkonsums  um  die 
behördliche  Verfolgung  eines  gemeinstrafrechtlichen  Delikts  handelt, 
welche  keinerlei  asylrechtliche  Relevanz  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
entfaltet,

dass  auch einer  drohenden  Strafuntersuchung wegen Verdachts  auf 
illegale  (...)  kein politischer  Charakter  zukommt und es  vielmehr  ein 
legitimer  Anspruch  der  georgischen  Behörden  ist,  strafbare 
Handlungen auf ihrem Staatsgebiet zu untersuchen,

dass schliesslich die Einberufung in den Militärdienst  eine staatliche 
Massnahme zur Durchsetzung einer staatsbürgerlichen Pflicht darstellt 
und somit auch hierin kein Asylgrund zu erblicken ist, 

dass sich schliesslich festzustellen ist, dass sich die Ausführungen in 
der Beschwerde teilweise auf Art. 32 Abs. 2 Bst a in der Fassung des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni 1999  (AS  1999  2262)  beziehen,  welche 
indessen durch die Fassung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a gemäss Ziff. I 
des  Bundesgesetzes  vom 16.  Dezember  2005  (AS  2006  4767,  BBl 
2002 6845) mit  Wirkung seit  1. Januar  2007 ersetzt  wurde,  weshalb 
auf diese nicht weiter einzugehen ist,

dass Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG entgegen der in der Beschwerde ver-
tretenen Auffassung nicht per se völkerrechtswidrig ist, sondern völker-
rechtskonform auszulegen und anzuwenden ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 
6.2 S. 93),

Seite 9

E-7795/2008

dass mit  der Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG vorliegend 
keine völkerrechtlichen Bestimmungen verletzt wurden,

dass  es  sich  damit  erübrigt  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift vom 4. Dezember 2008 näher einzugehen, 

dass  das  BFM  insgesamt  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a 
AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-
getreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be-
stimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Auslän-
der [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 

Seite 10

E-7795/2008

weshalb  das  in  Art. 5  AsylG und Art.  33  FK verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschen-
rechtswidrige  Behandlung ersichtlich  sind,  die  im Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar  erweist,  wenn  sie  im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge über eine solide 
Schulbildung verfügt, keine gesundheitlichen Probleme geltend macht 
und gemäss eigenen Angaben vor der Ausreise während (...) Jahren 
das  väterliche  Geschäft  für  (...)  als  Geschäftsführer  geleitet  hat, 
weshalb davon auszugehen ist,  er  bringe gute Voraussetzungen mit, 
um in seiner Heimat ein eigenes Auskommen zu finden, mithin nicht in 
eine existenzbedrohende Situation zu geraten,

dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatland mit den dort wohn-
haften Familienangehörigen  – Eltern und eine verheiratete Schwester 
(vgl. A1,  S. 3), Freunde und Berufskollegen  – über ein soziales und 
familiäres Netz verfügt,

dass sich – entgegen den nicht über Allgemeinplätze hinausgehenden 
Ausführungen in der Beschwerde – die allgemeine Lage in Georgien 
weitgehend  beruhigt  hat  und  aufgrund  dem  von  der  Europäischen 
Union  (EU)  vermittelten  Waffenstillstand  keine  Situation  allgemeiner 
Gewalt mehr herrscht,

dass diesbezüglich auf die ausführlichen Erwägungen der vorinstanzli-
chen Verfügung verwiesen werden kann (vgl. Beschwerde S. 4, II), 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 

Seite 11

E-7795/2008

oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache das Gesuch 
um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstands-
los geworden ist,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG beantragte,

dass das Verfahren aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aus-
sichtslos zu bezeichnen ist und das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG somit abzuwei-
sen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

E-7795/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N_______  (per Kurier; in Kopie)
- das (...) (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

Seite 13