# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35a20d69-7458-51bc-8f51-85ea16931fce
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 09.01.2020 CN.2019.6
**Docket/Reference:** CN.2019.6
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CN-2019-6_2020-01-09

## Full Text

Übertragung der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren CA.2019.27;;Übertragung der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren CA.2019.27;;Übertragung der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren CA.2019.27;;Übertragung der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren CA.2019.27

Verfügung vom 9. Januar 2020 
Berufungskammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Olivier Thormann, Vorsitzender 

Gerichtsschreiber Franz Aschwanden 

 

 

 

Partei  A., 

 

 

  

  

Gegenstand 

 

Übertragung der amtlichen Verteidigung im Berufungs-

verfahren CA.2019.27 

  

Bunde s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  CN.2019.6 

Hauptgeschäftsnummer:   CA.2019.27 

- 2 - 

Der Vorsitzende erwägt: 

1. Gemäss Verfügung der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SN.2019.3 vom 

14. März 2019 (TPF pag. 6.911.001 ff.) wurde im vorinstanzlichen Verfahren für 

A. gestützt auf Art. 130 lit. c StPO Rechtsanwalt B. als amtlicher Verteidiger bei-

geordnet. 

 

2. Rechtsanwalt B. teilte mit Schreiben vom 14. Oktober 2019 (TPF pag. 6.940.002 

f.) mit, dass seine Kanzlei für die Verteidigung von A. in einem allfälligen Beru-

fungsverfahren nicht zur Verfügung stehe und er das Mandat als beendet er-

achte. 

 

3. Gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Satz 2 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische 

Finanzmarktaufsicht (FINMAG, SR 956.1) ist das EFD verfolgende Behörde bei 

Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG und der übrigen 

Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG. Aus dem Schreiben des Leiters 

Rechtsdienst EFD Fritz Ammann vom 13. November 2019 (CAR pag. 2.100.004) 

geht sinngemäss hervor, dass das EFD beabsichtigt, sich am vorliegenden Be-

rufungsverfahren aktiv zu beteiligen. A. steht im Berufungsverfahren somit pro-

fessionellen und spezialisierten Juristen gegenüber, die den staatlichen Strafan-

spruch vertreten. Zur Verwirklichung der Waffengleichheit zwischen Strafverfol-

gung und Beschuldigtem (vgl. DANIEL JOSITSCH, Grundriss des schweizerischen 

Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, S. 11, N 34) erscheint es deshalb notwendig, 

dass A. weiterhin verteidigt wird (vgl. Art. 130 lit. c StPO). Die Verfahrensleitung 

hat die amtliche Verteidigung somit auf eine andere Person (als Rechtsanwalt 

B.) zu übertragen (vgl. Art. 134 Abs. 2 i.V.m. Art. 133 Abs. 1 StPO). 

 

4. Mit Schreiben vom 19. November 2019 (CAR pag. 6.101.001) wurde A. gemäss 

Art. 133 Abs. 2 StPO dazu eingeladen, innert 10 Tagen seine Wünsche bzw. Prä-

ferenzen betreffend die neue amtliche Verteidigung mitzuteilen. 

 

5. Per Eingabe vom 27. November 2019 (CAR pag. 6.101.003) teilte A. dazu sinn-

gemäss Folgendes mit: Falls im Berufungsverfahren parallele Aktivitäten auf Par-

lamentsebene nötig seien, käme als amtlicher Verteidiger etwa der bekannte 

Wirtschaftsanwalt C. in Betracht. Sollte das Bundesstrafgericht bank- und finanz-

marktrechtliche sowie aktienrechtliche Kompetenz eher für sinnvoll halten, kä-

men etwa Prof. Dr. D. (E. AG, Zürich) sowie als Alternative die gängigen 

Rechtsprofessuren für Kapitalmarktrecht aus Zürich oder St. Gallen in Betracht. 

 

 

 

 

- 3 - 

6.  

6.1 Entgegen der Auffassung von A. kann es im vorliegenden Berufungsverfahren 

im Sinne der Gewaltentrennung nicht Aufgabe der amtlichen Verteidigung sein, 

«parallele Aktivitäten auf Parlamentsebene» zu betreiben. Bereits aus diesem 

Grund erscheint es nicht sinnvoll, Nationalrat und Wirtschaftsanwalt C. (Genf) 

betreffend die amtliche Verteidigung von A. anzufragen. 

6.2 Gemäss dem Wunsch von A. wurde am 29. November 2019 versucht, mit Prof. 

Dr. D. (E. AG) Kontakt aufzunehmen. Seine Assistentin, Frau F., teilte nach 

Rücksprache dem Gericht am 29. November 2019 telefonisch mit, dass Herr D. 

bzw. die E. AG kein Interesse an einer notwendigen Verteidigung von A. habe. 

6.3 Da – entgegen den Wünschen von A. – C. und D. als amtliche Verteidiger ausser 

Betracht fallen, ist als Anknüpfungspunkt für die Bestellung der amtlichen Ver-

teidigung auf den Sitz der «G. AG» abzustellen, der sich in Zürich befindet (vgl. 

EFD pag. 442.1-113, 020 0001). 

6.4 Das Gericht erkundigte sich deshalb am 2. Dezember 2019 beim Pikettdienst 

Strafverteidigung des Kantons Zürich (Telefonat mit dem diensthabenden Rechts-

anwalt H. von I. AG, Winterthur und Zürich) betreffend eine amtliche Verteidigung 

für A. Rechtsanwalt H. teilte dem Gericht am gleichen Tag mit, dass Rechtsanwalt 

J., Partner bei I. AG, bereit sei, das Mandat als amtlicher Verteidiger von A. per-

sönlich zu übernehmen. Rechtsanwalt J. sei während drei Jahren Assistent bei 

Herrn D. gewesen und dementsprechend auf dem Gebiet des Finanzmarktrechts 

versiert. Zudem sei er während neun Jahren Richter am Bezirksgericht Zürich, un-

ter anderem im Strafrecht, gewesen. Seit mehreren Jahren sei er nun als Anwalt 

tätig (vgl. die beiliegende Kopie des E-Mail-Austauschs zwischen Gerichtsschrei-

ber Franz Aschwanden und Rechtsanwalt H. vom 2. Dezember 2019). 

7. Gemäss diesen Ausführungen bringt Rechtsanwalt J., Partner bei I. AG, sämtliche 

Voraussetzungen mit, um im vorliegenden Berufungsverfahren CA.2019.27 die 

amtliche Verteidigung zu übernehmen. Dabei wird auch der von A. geäusserte 

Wunsch betreffend Prof. Dr. D. sinngemäss berücksichtigt, da Rechtsanwalt J. 

während drei Jahren dessen Assistent war. Die Verfahrensleitung überträgt die 

amtliche Verteidigung von A. somit auf Rechtsanwalt J. (vgl. Art. 134 Abs. 2 

i.V.m. Art. 133 Abs. 1 StPO). 

- 4 - 

Der Vorsitzende verfügt: 

1. Die amtliche Verteidigung von A. im Berufungsverfahren CA.2019.27 wird mit 

Wirkung ab sofort auf Rechtsanwalt J., I. AG, übertragen. 

2. Für diesen Entscheid entstehen keine Kosten. 

3. Dieser Entscheid wird Rechtsanwalt J. und dem Beschuldigten zugestellt und 

den übrigen Parteien des Hauptverfahrens in Kopie zur Kenntnis mitgeteilt. 

Im Namen der Berufungskammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

 

Beilagen: 

–  Kopie des E-Mail-Austauschs zwischen Gerichtsschreiber Franz Aschwanden und 

Rechtsanwalt H. vom 2. Dezember 2019 

– Kopie der Stellungnahme von A. vom 27. November 2019 

 

Zustellung an: 

–  Herrn Rechtsanwalt J., I. AG 

–  Herrn A 

  

Kopien z.K. an die übrigen Parteien im Berufungsverfahren CA.2019.27: 

 Bundesanwaltschaft, Frau Staatsanwältin Lucienne Fauquex 

 Eidgenössisches Finanzdepartement, Herrn Fritz Ammann, Leiter Rechtsdienst EFD 

- 5 - 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Beschwerde an das Bundesgericht 

 
Gegen selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 
kann beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, innert 30 Tagen nach der Zustellung der vollständigen Aus-

fertigung, mittels begründeter Beschwerdeschrift Beschwerde eingelegt werden. Das Beschwerderecht und 
die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78-81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR. 173.110) geregelt. 
 
 
 
Hinweis 

Die amtliche Verteidigung wird nach dem Anwaltstarif des Bundes entschädigt. Das urteilende Gericht legt die 
Entschädigung am Ende des Verfahrens fest (vgl. Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO). Gegen den Entschädigungs-
entscheid kann die amtliche Verteidigung beim Bundesstrafgericht Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b 
StPO analog). Wird die beschuldigte Person zu den Verfahrenskosten verurteilt, so ist sie, sobald es ihre 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, verpflichtet: a. dem Bund die Entschädigung zurückzuzahlen; b. der 
Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten 
(Art. 135 Abs. 4 StPO). Der Anspruch des Bundes oder des Kantons verjährt in 10 Jahren nach Rechtskraft 
des Entscheides (Art. 135 Abs. 5 StPO).