# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f63cfaa-e78b-5c9f-9e7b-5dbb84a3bbdf
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-27
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 1.9.2009 - 31.12.2010 und 1.1.2011 - 31.12.2011
**Docket/Reference:** ST.2014.265
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2014_265_lb.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2014.265 

Entscheid 

 27. Februar 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

In Sachen 

A   A G ,    

vertreten durch lic.iur. Stefan Weber,  
Probst & Partner AG, Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur,  

Rekurrentin,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

Staats- und Gemeindesteuern 1.9.2009 - 31.12.2010 und 1.1.2011 - 31.12.2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG mit Sitz in Gemeinde B (nachfolgend die Pflichtige) bezweckt die 

Erbringung  von  Dienstleistungen  im  Bereich  Vermögensverwaltung,  Finanzberatung, 

Risikomanagement  und Derivate,  und  die  Entwicklung  von  Finanzprodukten  aller  Art. 

Sie wurde am 1. September 2009 im Handelsregister eingetragen. Die Aktien sind im 

Eigentum der C Ltd. (C AG), Gemeinde B, deren Inhaber zugleich Geschäftsführer der 

Pflichtigen ist. Mit der Steuererklärung 1.9.2009 - 31.12.2010 (überjähriges erstes Ge-

schäftsjahr)  stellte  die  Pflichtige  den  Antrag  auf  Besteuerung  als  gemischte  Gesell-

schaft gemäss § 74 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG).  

Das  kantonale  Steueramt  nahm  am  25./26.  September  2013  eine  Buchprü-

fung der beiden ersten Geschäftsjahre vor. Im Revisionsbericht vom 27. Mai 2014 stell-

te  der  steueramtliche  Revisor  der  Pflichtigen  diverse  Aufrechnungen  in  Aussicht  und 

verweigerte ihr den Status einer gemischten Gesellschaft.  

In  der  Folge  einigten  sich  die  Parteien  auf  die  Steuerfaktoren,  hingegen  be-

stand  die  Pflichtige  auf  dem  Status  als  gemischte  Gesellschaft.  Am  10.  Juni  2014 

schätzte das kantonale Steueramt sie für die Steuerperiode 1.1.2010 - 31.12.2010 mit 

einem  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr.  265'700.-  und  einem  steuerbaren  Kapital  von 

Fr. 134'000.- und für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2011 mit einem steuerbaren Rein-

gewinn  von  Fr.  910'500.-  sowie  einem  steuerbaren  Kapital  von  Fr.  636'000.-  ein.  Es 

erwog, dass die Gesellschaft Dienstleistungen ins Ausland exportiere, welche am Sitz 

in Gemeinde B erarbeitet würden; eine solche Konstellation berechtige nicht zum privi-

legierten Status als gemischte Gesellschaft.  

B.  Hiergegen  erhob  die Pflichtige am  23.  Juni  2014  Einsprache mit  dem  An-

trag, ihr den Status als gemischte Gesellschaft zu gewähren. Sie erfülle aufgrund ihrer 

extrem  auslandsorientierten  Tätigkeit  sämtliche  Kriterien.  Am  4.  Juli  2014  korrigierte 

das  kantonale  Steueramt  die  Bezeichnung  der  ersten  Steuerperiode  auf  1.9.2009  - 

31.12.2010  und  gab  der  Pflichtigen  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  hierzu.  Am 

24. September 2014 wies es die Einsprache ab.  

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C. Am 23. Oktober 2014 erhob die Pflichtige Rekurs, unter Wiederholung des 

Einspracheantrags;  eventualiter  sei  der  resultierende  zusätzliche  Steueraufwand  zu 

berücksichtigen. Das kantonale Steueramt schloss am 12. November 2014 auf Abwei-

sung des Rechtsmittels. Mit Replik vom 17. November 2014 hielt die Pflichtige und mit 

Duplik vom 11. Dezember 2014 die Vorinstanz an den bisherigen Anträgen fest.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Laut verbindlicher bundesrechtlicher Vorgabe im Bundesgesetz über die 

Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezem-

ber 1990  (StHG)  haben  die  Kantone  Kapitalgesellschaften,  Genossenschaften  und 

Stiftungen, welche in der Schweiz keine Geschäftstätigkeit, sondern bloss eine Verwal-

tungstätigkeit  ausüben,  gewinnsteuerlich  zu  entlasten  (Art.  28  Abs.  3).  Qualifizierte 

Beteiligungserträge  sowie  entsprechende  Kapital-  und  Aufwertungsgewinne  bleiben 

steuerfrei  (lit.  a);  übrige  Einkünfte  aus  der  Schweiz  unterliegen  der  ordentlichen  Be-

steuerung (lit. b) und übrige Einkünfte aus dem Ausland werden nach der Bedeutung 

der Verwaltungstätigkeit in der Schweiz besteuert (lit. c). Ähnlich sind gemäss Geset-

zesnovelle  vom  10.  Oktober  1997  (gültig  ab  1.  Januar  1998;  Unternehmenssteuerre-

form  1997)  Kapitalgesellschaften  und  Genossenschaften  zu  behandeln,  deren  Ge-

schäftstätigkeit  überwiegend  auslandsbezogen  ist  und  die  in  der  Schweiz  nur  eine 

untergeordnete Geschäftstätigkeit entfalten (Abs. 4).  

Gestützt darauf hat der kantonale Gesetzgeber die spezielle Besteuerungsre-

gel von § 74 StG erlassen: 

1  Kapitalgesellschaften,  Genossenschaften  und  Stiftungen,  die  in  der  Schweiz 

eine  Verwaltungstätigkeit,  aber  keine  Geschäftstätigkeit  ausüben,  entrichten 

die Gewinnsteuer wie folgt:  

a.  Erträge  aus  Beteiligungen  gemäss  §  72  sowie  Kapital-  und  Aufwertungs-

gewinne auf solchen Beteiligungen sind steuerfrei;  

b.  die übrigen Einkünfte aus der Schweiz werden ordentlich besteuert; 

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c.  die  übrigen  Einkünfte  aus  dem  Ausland  werden  nach  der  Bedeutung  der 

Verwaltungstätigkeit in der Schweiz ordentlich besteuert; 

d.  der  geschäftsmässig  begründete  Aufwand,  der  mit  bestimmten  Einkünften 

in wirtschaftlichem Zusammenhang steht, wird von diesen vorweg abgezo-

gen. Verluste auf Beteiligungen im Sinn von lit. a können nur mit Erträgen 

gemäss lit. a verrechnet werden.  

2  Kapitalgesellschaften  und  Genossenschaften,  deren  Geschäftstätigkeit  über-

wiegend auslandsbezogen ist und die in der Schweiz nur eine untergeordnete 

Geschäftstätigkeit ausüben, entrichten die Gewinnsteuer gemäss Abs. 1. Die 

übrigen Einkünfte aus dem Ausland gemäss Abs. 1 lit. c werden nach Mass-

gabe des Umfangs der Geschäftstätigkeit in der Schweiz besteuert.  

Beim  Begriffspaar  Geschäftstätigkeit  –  Verwaltungstätigkeit  sowie  der  Frage, 

wann eine Tätigkeit überwiegend auslandsbezogen ist, handelt es sich um unbestimm-

te  Rechtsbegriffe,  bei  deren  Auslegung  den  Kantonen  ein  grosser  Gestaltungsspiel-

raum verbleibt (Duss/von Ah/Rutishauser, in: Kommentar zum schweizerischen Steuer-

recht,  Band  I/1,  2.  A.,  2002,  Art.  28  N  128  StHG).  Allgemein  versteht  man  unter 

Geschäftstätigkeit  eine  industrielle,  gewerbliche  oder  kommerzielle  Tätigkeit,  die  als 

aktive  Teilnahme  am  Wirtschaftsverkehr  durch  Angebot,  Einkauf  und  Produktion  von 

Gütern und Dienstleistungen erscheint (Duss/von Ah/Rutishauser, Art. 28 N 137 StHG, 

mit  Verweis  auf  die  Botschaft  Steuerharmonisierung).  Entscheidende  Bedeutung 

kommt der Lokalisierung der Geschäftstätigkeit zu. Dabei stellt sich die Frage, ob aus 

der Formulierung "in der Schweiz" ein Ursprungsraum- oder ein Wirkungsraumprinzip 

abzuleiten ist (Duss/von Ah/Rutishauser, Art. 28 N 140 StHG). Auch hier wird den Kan-

tonen ein Spielraum zugestanden.  

b) aa) Zu diesen Fragen hat die Finanzdirektion die Weisung über die Besteu-

erung von Beteiligungs-, Holding-, Domizil- und gemischten Gesellschaften erlassen (in 

der  Fassung  vom  17.  Oktober  2000,  ZStB  Nr.  26/051;  ab  2011  in  der  Fassung  vom 

12. November 2010, ZStB Nr. 26/052, nachfolgend Weisung).  

Als Verwaltungstätigkeit gilt gemäss Ziff. 42 der Weisung zunächst die Verwal-

tung  des  eigenen  Vermögens,  d.h.  des  Vermögens,  welches  die  Gesellschaft  bereits 

besitzt  und welches  sie  ohne  aktive  kommerzielle  Tätigkeit  dazu erwirbt.  Hilfstätigkei-

ten wie die Verwertung immaterieller Rechte, Vermittlung von Know-How sowie Faktu-

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rierung und Inkasso, gelten ebenfalls als Verwaltungstätigkeit, sofern sie keinen eigent-

lichen  Bürobetrieb  und  keinen  grösseren  Personaleinsatz  in  der  Schweiz  erfordern. 

Dagegen erscheinen Akquisitionen, Marktuntersuchungen, Handels- und Agententätig-

keiten  sowie  die  Ausübung  von  Beratungs-  und  Werbefunktionen  in  der  Schweiz  als 

Geschäftstätigkeit.  

Auf  eine  Geschäftstätigkeit  im  Ausland  bzw.  auf  eine  Verwaltungstätigkeit  in 

der Schweiz ist jedoch auch dann zu schliessen, wenn im Rahmen von Anweisungen 

aus  dem  Ausland  und  ohne  wesentlichen  Bezug  zum  schweizerischen  Markt  so  ge-

nannte Ausland-Ausland-Geschäfte (Handelstätigkeit mit Einkauf und Verkauf im Aus-

land) getätigt werden (Ziff. 43 der Weisung).  

Als  Anweisungen  im  Sinn  des  vorstehenden  Absatzes  gelten  allgemeine 

Handlungsanweisungen oder konkrete Weisungen der geschäftsleitenden Organe oder 

übergeordneter Leitungsorgane bei Konzerngesellschaften (Ziff. 44 der Weisung).  

Gemäss Ziff. 64 der Weisung ist im Gegensatz zu den Domizilgesellschaften, 

welche in der Schweiz keine Geschäftstätigkeit ausüben, für gemischte Gesellschaften 

eine untergeordnete Geschäftstätigkeit in der Schweiz zulässig. Die Geschäftstätigkeit 

muss  aber  überwiegend  auslandsbezogen  sein.  Dies  ist  grundsätzlich  dann  der  Fall, 

wenn  mindestens  80  Prozent  des  Bruttoertrags  aus  ausländischen  Quellen  stammen 

und 80 Prozent des Aufwands für die eigene oder durch Dritte erfolgte Leistungserstel-

lung im Ausland anfällt. Dabei wird auf den Sitz oder Wohnsitz des Rechnungsstellers 

abgestellt. Die ertrags- und aufwandseitigen Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt 

sein.  

bb)  Diese  Festlegungen  in  der  Weisung  sind  soweit  ersichtlich  in  Überein-

stimmung mit den bundesrechtlichen Vorgaben, weshalb auf sie abzustellen ist. Dabei 

ist  davon  auszugehen,  dass  Ziff.  64  der  Weisung  an  Ziff.  42  der  Weisung  anknüpft, 

mithin die dort enthaltenen Definitionen der Geschäfts- und Verwaltungstätigkeit eben-

falls gelten. Damit reicht es für die Qualifikation als gemischte Gesellschaft nicht aus, 

wenn  die  quantitativen  Voraussetzungen  nach  Ziff.  64  der  Weisung  erfüllt  sind,  son-

dern  muss  es  sich  bei  der  auslandsbezogenen  Geschäftstätigkeit  auch  qualitativ  um 

eine solche nach Ziff. 42 und 43 der Weisung handeln.  

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Mit  Bezug  auf  die  letztgenannten  Bestimmungen  ist  zu  unterstreichen,  dass 

nach  zürcherischer  Praxis  nur  bei  reinen  Ausland-Ausland-Geschäften  keine  Ge-

schäftstätigkeit in der Schweiz vorliegt. Dies wird durch Ziff. 64 der Weisung gemildert, 

vorausgesetzt, dass nicht nur mehr als 80% des Ertrags, sondern auch des Aufwands 

im  Ausland  anfällt.  Wenn  aber  nach  der  Zürcher  Praxis  bereits  allein  in  der  Schweiz 

angefallener  Aufwand  über  einer  gewissen  Höhe  ausreicht,  um  den  Status  als  ge-

mischte Gesellschaft hinfällig werden zu lassen, ist zu schliessen, dass für die Lokali-

sierung einer Aktivität auf den Ort abgestellt wird, wo der Aufwand generiert wird, somit 

auf  den  Arbeitsort.  Mithin gelangt  das  Ursprungsortsprinzip zur  Anwendung  und nicht 

das in der Literatur bevorzugte Wirkungsraumprinzip (Duss/von Ah/Rutishauser, Art. 28 

N 140 StHG). Betreffen die Vergütungen aus dem Ausland demnach im Wesentlichen 

in  der  Schweiz  erbrachte  Dienstleistungen,  liegt  eine  Dienstleistungsgesellschaft  vor, 

für  welche  das  ordentliche  Besteuerungssystem  greift.  Werden  hingegen  Dienstleis-

tungen  abgegolten,  welche  Wertschöpfungen  im  Ausland  enthalten,  spielt  die  Privile-

gierung für Verwaltungsgesellschaften (StRK II, 11. Februar 2005, 2 ST.2004.518, bes-

tätigt  mit  VGr,  16.  November  2005,  SB.2005.00029;  StRK  I,  30.  August  2002, 

1 ST.2001.89). Auch im letzteren Fall ist indessen – wie aus Ziff. 43 der Weisung klar 

hervorgeht  –  zusätzlich  vorausgesetzt,  dass  die  Tätigkeit  im  Rahmen  von  Anweisun-

gen aus dem Ausland erfolgt.  

2. a) aa) Gemäss den nicht bestrittenen Feststellungen des kantonalen Steu-

eramts entwickelte die Pflichtige massgeschneiderte strukturierte Produkte für Anlage-

fonds  institutioneller  Kunden  und  für  vermögende  Privatkunden.  Der  Marktzugang  er-

folgte  über  einen  unabhängigen  Dritten.  Die  Vermittlungsprovisionen  für  die  Kunden-

akquisitionen gingen an zwei ausländische Gesellschaften. Die Emission erfolgte über 

ausländische  Banken,  die  Zeichnung/Abwicklung  für  Direktkunden  über  die  Pflichtige 

und  für  indirekte  Kunden  über  Vertriebspartner.  Die  Pflichtige  beschäftigte  ihren  Ge-

schäftsführer  sowie  einen  angestellten  Finanzmathematiker,  welche  beide  im  Kanton 

Zürich  wohnhaft  waren.  Während  die  Problemstellung  durch  den  Geschäftsführer  mit 

dem  Kunden  vor  Ort  im  Ausland  analysiert  wurde,  erfolgte  die  Problemlösung  sowie 

die Spezifikation der Derivate in den Räumen der Pflichtigen in Gemeinde B durch die 

beiden Angestellten. In den beiden ersten Geschäftsperioden benutzte sie vier Zimmer 

in der Privatliegenschaft des Geschäftsführers, ab 2012 mietete sie in der Nachbarlie-

genschaft Büroräumlichkeiten. 

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bb)  Die  Pflichtige hat  zur  Begründung  des  Status  als gemischte  Gesellschaft 

für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2011 eine Spartenrechnung vorgelegt. Darin wies sie 

den  gesamten  Ertrag  von  Fr.  5'992'042.-  dem  Ausland  zu.  Beim  Aufwand  schied  sie 

dem  Ausland  einen  Dienstleistungsaufwand  von  Fr.  4'013'364.-  zu;  den  übrigen  Auf-

wand teilte sie auf in einen Inlandanteil von Fr. 97'018.- und einen ausländischen Anteil 

von  Fr.  685'784.-.  Weiter  macht  sie  geltend,  dass  sie  die  Voraussetzungen  für  eine 

Besteuerung  als  gemischte  Gesellschaft  in  geradezu  idealtypischer  Weise  erfülle: 

Praktisch der gesamte Bruttoertrag stamme aus dem Ausland, und mehr als 80% der 

Leistungserstellung  entfalle  auf  ausländische  Parteien.  Die  von  ihr  konstruierten  Fi-

nanzprodukte  würden  von  nicht-schweizerischen  Interessenten  gezeichnet.  Zwischen 

den ausländischen Kunden und Zahlungsempfängern würden keine direkten wirtschaft-

lichen Beziehungen bestehen, welche es rechtfertigen würden, eine Verrechnung vor-

zunehmen.  Die  gesamte  Tätigkeit  aller  involvierten  Parteien  (Emittenten,  Investoren, 

Endkunden,  ausländische  Depotbanken,  ausländische  Anwälte  und  Spezialisten)  sei 

extrem  international  orientiert.  Diese  internationale  Ausrichtung  komme  auch  in  der 

Spartenrechnung  und  der  sehr  intensiven  Reisetätigkeit  des  Geschäftsführers  zum 

Ausdruck.  Zudem  hätten  auch  die  dem  Inland  zuzuordnenden  Aufwendungen  durch 

die intensive Reisetätigkeit des Geschäftsführers ebenfalls eine starke Auslandorientie-

rung. Die in der Schweiz erfolgte Verarbeitung der Aufträge habe den Charakter einer 

Hilfstätigkeit, die im Jahr 2010 noch von einer Gruppengesellschaft eingekauft worden 

sei; 2011 sei der betreffende Mitarbeiter direkt von der Pflichtigen angestellt worden zu 

einem Salär von Fr. 150'000.-.  

b)  Als  erstes  ist  festzustellen,  dass  die  Aktivitäten  der  Pflichtigen  für  sich  – 

ungeachtet  der  Frage  der  Lokalisierung  –  eine  Geschäftstätigkeit  und  nicht  eine  Ver-

waltungstätigkeit darstellen. Im Kern handelt es sich um die Entwicklung und den Ver-

trieb  von  spezialisierten  Finanzprodukten  an  Kunden.  Damit  ist  auch  ein  Marktauftritt 

verbunden, indem Kunden mit hohem Provisionseinsatz akquiriert werden. Die Finanz-

produkte selbst werden durch Analyse von Kundenbedürfnissen und unter Einsatz von 

spezialisiertem  finanzmathematischem  Fachwissen  entwickelt,  sodass  die  Aktivitäten 

auch  eine  Beratungskomponente  enthalten.  All  dies  geht  weit  über  den  Rahmen  von 

Hilfstätigkeiten  wie  die  Verwertung  immaterieller  Rechte,  Vermittlung  von  Know-How 

sowie Fakturierung und Inkasso hinaus.  

Selbst  wenn  man  unterstellt,  dass  diese  Aktivitäten  ohne  jeden  Bezug  zum 

schweizerischen Markt entfaltet wurden, stellen sie nach der zürcherischen Praxis ge-

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mäss  Ziff.  43  der  Weisung  von  vornherein  nur  dann  Geschäftstätigkeiten  im  Ausland 

dar,  wenn  sie  im  Rahmen  von  Anweisungen  aus  dem  Ausland  erfolgten.  Als  solche 

gelten nach Ziff. 44 der Weisung allgemeine oder konkrete Weisungen der geschäfts-

leitenden  Organe.  Der  Geschäftsführer  der  Pflichtigen  hielt  sich  nun  zwar  nach  ihren 

Ausführungen aufgrund seiner intensiven Reisetätigkeit 2009/2010 95 Arbeitstage und 

2011  180  Arbeitstage  im  Ausland  auf.  Dies  reicht  indessen  –  weil  in  keiner  Art  und 

Weise überwiegend – nicht aus, um als Leitung aus dem Ausland zu qualifizieren, zu-

mal der Geschäftsführer selbst seinen Wohnsitz in Gemeinde B hatte und die Pflichtige 

zumindest  im  ersten  Geschäftsjahr  dort  und  später  in  der  Nachbarliegenschaft  über 

Büroräume verfügte. Nicht zum Tragen kommt auch der zweite in Ziff. 44 der Weisung 

erwähnte  Fall  der  sich  im  Ausland  befindenden  übergeordneten  Leitungsorgane  bei 

Konzerngesellschaften.  Die  Pflichtige  gehört  einer  Holding,  welche  ebenfalls  Sitz  in 

Gemeinde B hat und dem Geschäftsführer gehört.  

Fehlt  es  damit  bereits  am  Tätigwerden  aufgrund  von  Anweisungen  aus  dem 

Ausland,  stellen  die Aktivitäten  der  Pflichtigen  von  vornherein keine  Verwaltungstätig-

keiten in der Schweiz dar und sind die Voraussetzungen für die Gewährung des Status 

als gemischte Gesellschaft nicht erfüllt.  

3. Für den damit eingetretenen Fall beantragt die Pflichtige, es sei für die zu-

sätzlichen Steuern aufwandmindernd eine Steuerrückstellung zuzulassen.  

Zum  geschäftsmässig  begründeten  Aufwand  juristischer  Personen  gehören 

gemäss  §  65  Abs.  1  lit.  a  StG  auch  Steuern.  Abzugsberechtigt  sind  die  bezahlten 

und/oder geschuldeten Steuern von Bund und Kanton sowie des Auslands (Steuerbus-

sen ausgenommen). Nach dem Imparitätsprinzip dürfen Gewinne erst im Zeitpunkt der 

Realisation erfasst werden, während Vermögensabgänge ohne Gegenleistung bereits 

im  Zeitpunkt,  in  dem  sie  erkennbar  sind,  bzw.  spätestens  bei  der folgenden Bilanzer-

stellung  berücksichtigt  werden  müssen.  Für  im  Zeitpunkt  der  Bilanzerstellung  noch 

nicht  veranlagte,  aber  gleichwohl  geschuldete  Steuern  sind  daher  Rückstellungen  zu 

bilden.  

Nach  einem  neuen  Entscheid  des  Bundesgerichts  (19.  Dezember  2014, 

2C_1218/2013 bzw. 2C_1219/2013 E. 5.5) haben bei Aufrechnungen die Steuerbehör-

den die Steuerrückstellung von Amtes wegen zu erhöhen.  Damit ist die abweichende 

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frühere  Praxis  im  Kanton  Zürich  überholt  (RB  1999  Nr.  141  =  ZStP  2000,  31;  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  §  65 

N 6 StG). Gestützt auf diese neue höchstrichterliche Vorschrift ist die beantragte Steu-

errückstellung zu gewähren.  

Gemäss dem Berechnungstool auf der Webseite des kantonalen Steueramts 

(www.steueramt.zh.ch)  ergibt  sich  für  die  Steuerperiode  1.9.2009  -  31.12.2010  eine 

Steuerrückstellung  von  Fr.  50'496.-  und  für  die  Steuerperiode  1.1.2011  -  31.12.2011 

von Fr. 173'232.-. Dies ergibt folgende Korrekturen:  

Steuerperiode  

1.9.2009 - 31.12.2010 

1.1.2011 - 31.12.2011 

Reingewinn  Eigenkapital  

Reingewinn  Eigenkapital 

Fr.  

Fr.  

Fr.  

Fr.  

gemäss Einschätzung  

265'735.-  134'735.- 

910'509.- 

636'572.- 

Steuerrückstellung 

  50'496.- 

  50'496.- 

173'232.- 

173'232.- 

neu 

gerundet 

215'239.- 

84'239.- 

737'277.- 

463'340.- 

215'200.- 

84'000.- 

737'200.- 

463'000.-. 

4. Gestützt  auf  diese  Erwägungen  ist  der  Rekurs  teilweise gutzuheissen.  Bei 

diesem  Ausgang  sind  die  Kosten  den  Parteien  anteilsmässig  aufzuerlegen  (§  151 

Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrentin  wird  wie  folgt  einge-

schätzt: 

Steuerperiode 

1.9.2009 - 31.12.2010 

1.1.2011 - 31.12.2011 

[…] 

steuerbarer 
Reingewinn 

Fr. 

215'200.- 

84'000.- 

Satz 

% 

8,0 

8,0 

steuerbares 
Eigenkapital  Satz 

Fr. 

‰ 

737'200.- 

0,75 

463'000.- 

0,75. 

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