# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3712d2ad-1d77-5030-bd58-2dc83abdf7ad
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-18
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 18.05.2017 VG.2017.00019 (VG.2017.523)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2017-00019_2017-05-18.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 18. Mai 2017

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2017.00019

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

    

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Assistenzbeitrag

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Die am […] geborene A.______ erlitt am 8. Oktober
  2001 als Beifahrerin bei einem Selbstunfall eine Luxationsfraktur Th12/L1 mit
  konsekutiver Paraplegie. Sie bezog vom 1. Oktober 2002 bis 31. Juli 2003 eine
  ganze Invalidenrente, danach eine halbe Invalidenrente. Ferner wurde ihr ab
  dem 1. Oktober 2012 eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit leichten
  Grades zugesprochen.

  
	
   

  
	
  1.2 Am 24. April 2015 meldete sich A.______ bei der
  IV-Stelle zum Bezug eines Assistenzbeitrags der Invalidenversicherung an.

  
	
   

  
	
  1.3 Die IV-Stelle leitete am 10. September 2015 von
  Amtes wegen ein Revisionsverfahren zur Abklärung der Hilflosenentschädigung
  und Anfang 2016 auf Gesuch von A.______ hin ein Revisionsverfahren bezüglich
  der Invalidenrente ein. Am 20. Juni 2016 sprach die IV-Stelle A.______ ab dem
  1. September 2015 eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit mittleren
  Grades bei Aufenthalt zu Hause zu. Sodann erhöhte sie die Invalidenrente von
  A.______ mit Vorbescheid vom 8. September 2016 und Verfügung vom 17.
  November 2016 von einer halben auf eine Dreiviertelsrente.

  
	
   

  
	
  1.4 Die IV-Stelle erliess am 13. September 2016 zwei
  Vorbescheide. Im ersten stellte sie A.______ für den Zeitraum vom 1. April
  bis 31. August 2015 einen Assistenzbeitrag von monatlich Fr. 845.85 bzw.
  maximal Fr. 9'304.35 pro Jahr in Aussicht; im zweiten ab dem 1.
  September 2015 einen solchen von monatlich Fr. 183.25 bzw. maximal
  Fr. 2'015.75 pro Jahr. Mit zwei Verfügungen vom 9. Februar 2017 hielt
  sie an ihren Vorbescheiden fest.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Gegen die Verfügungen der
  IV-Stelle vom 9. Februar 2017 erhob A.______ am 6. März 2017 Beschwerde beim
  Verwaltungsgericht und stellte den Antrag, es seien die Verfügungen der
  IV-Stelle vom 9. Februar 2017 aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne der
  Erwägungen an diese zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
  zu Lasten der IV-Stelle.

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle schloss am
  5. April 2017 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
  vom 19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
  Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
  Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Ziel des Assistenzbeitrags ist die Förderung einer
  eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebensführung in einer
  Privatwohnung (Botschaft des Bundesrats zur Änderung des Bundesgesetzes über
  die Invalidenversicherung [6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket] vom 24.
  Februar 2010, BBl 2010 1817 ff., 1865). Anspruch auf einen Assistenzbeitrag
  haben gemäss Art. 42quater Abs. 1 IVG Versicherte, denen eine
  Hilflosenentschädigung der IV nach Art. 42 Abs. 1-4 IVG ausgerichtet wird
  (lit. a), die zu Hause leben (lit. b) und volljährig sind (lit. c). 

  
	
   

  
	
  Ein Assistenzbeitrag wird
  nach Art. 42quinquies IVG gewährt für Hilfeleistungen, die
  von der versicherten Person benötigt und regelmässig von einer natürlichen
  Person (Assistenzperson) erbracht werden, die von der versicherten Person
  oder ihrer gesetzlichen Vertretung im Rahmen eines Arbeitsvertrags angestellt
  wird (lit. a) und weder mit der versicherten Person verheiratet ist, mit ihr
  in eingetragener Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft
  führt noch in gerader Linie mit ihr verwandt ist (lit. b). 

  
	
   

  
	
  Grundlage für die
  Berechnung des Assistenzbeitrags ist gemäss Art. 42sexies Abs. 1
  IVG die für die Hilfeleistungen benötigte Zeit. Davon abgezogen wird die
  Zeit, die folgenden Leistungen entspricht: der Hilflosenentschädigung nach
  den Art. 42-42ter IVG (lit. a); den Beiträgen für Dienstleistungen
  Dritter anstelle eines Hilfsmittels nach Art. 21ter
  Abs. 2 IVG (lit. b); dem für die Grundpflege ausgerichteten Beitrag der
  obligatorischen Krankenpflegeversicherung an Pflegeleistungen nach Art. 25a
  des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; lit.
  c). Der Bundesrat legt nach Art. 42sexies Abs. 4 IVG
  u.a. die Bereiche und die minimale und maximale Anzahl Stunden, für die
  ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird (lit. a), sowie die Pauschalen für Hilfeleistungen
  pro Zeiteinheit im Rahmen des Assistenzbeitrags (lit. b) fest.

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 39c der Verordnung über die Invalidenversicherung
  vom 17. Januar 1961 (IVV) kann in den folgenden Bereichen ein Hilfebedarf
  anerkannt werden: alltägliche Lebensverrichtungen (lit. a); Haushaltsführung
  (lit. b); gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung (lit. c);
  Erziehung und Kinderbetreuung (lit. d); Ausübung einer gemeinnützigen oder
  ehrenamtlichen Tätigkeit (lit. e); berufliche Aus- und Weiterbildung (lit.
  f); Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt (lit. g);
  Überwachung während des Tages (lit. h); Nachtdienst (lit. i). Nach Art. 39e
  Abs. 1 IVV bestimmt die IV-Stelle den anerkannten monatlichen Hilfebedarf
  in Stunden. Es gelten dabei die folgenden monatlichen Höchstansätze: für
  Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit. a-c IVV pro alltägliche
  Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der Hilflosenentschädigung
  festgehalten wurde, 20 Stunden bei leichter Hilflosigkeit, 30 Stunden
  bei mittlerer Hilflosigkeit und 40 Stunden bei schwerer Hilflosigkeit (lit.
  a); für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit. d-g IVV insgesamt
  60 Stunden (lit. b); für die Überwachung nach Art. 39c lit. h IVV 120 Stunden.
  Bei versicherten Personen mit leichter Hilflosigkeit, die dauernd auf
  lebenspraktische Begleitung nach Art. 38 IVV angewiesen sind, werden zwei
  alltägliche Lebensverrichtungen berücksichtigt (Art. 39e Abs. 3 lit. c i.V.m.
  Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, umstritten sei
  die Frage welches der Assistenzbedarf vor und nach der Verschlechterung des
  Gesundheitszustands bzw. der Erhöhung des Hilflosigkeitsgrads sei. Die
  Beschwerdegegnerin habe den Assistenzbedarf am 26. Januar 2016 abgeklärt. Am
  fraglichen Tag sei ebenfalls die Abklärung für die Hilfslosenentschädigung
  gemacht worden. Die Beschwerdegegnerin vertrete den Standpunkt, dass ein
  Assistenzbedarf in Bezug auf die alltäglichen Lebensverrichtungen, den
  Haushalt sowie die gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung bestehe
  und dieser 41,28 Stunden pro Monat vor und nach der Verschlechterung des
  Gesundheitszustandes ausmache. Unter Berücksichtigung der Höchstgrenze (40
  Stunden pro Monat) und der zugesprochenen Hilflosenentschädigung werde der
  Assistenzbeitrag im Zeitraum bis 31. August 2015 mit Fr. 845.85 pro Monat
  (erste Verfügung) bzw. im Zeitraum ab 1. September 2015 mit Fr. 183.25 pro
  Monat (zweite Verfügung) beziffert. Sie, die Beschwerdeführerin, sei nicht
  damit einverstanden, dass der Assistenzbedarf vor und nach der Verschlechterung
  des Gesundheitszustands bzw. der Erhöhung des Hilflosigkeitsgrades gleich
  hoch festgesetzt werde. Ihr Gesundheitszustand habe sich dauerhaft und wesentlich
  verschlechtert. Insbesondere die starke Zunahme der Schmerzsymptomatik habe
  zur Folge, dass sie einerseits mehr Medikamente zu sich nehmen und andererseits
  während des Tages längere Ruhepausen einlegen müsse. Ebenfalls benötige sie
  mehr Schlaf. All diese Umstände hätten dazu beigetragen, dass mit Bezug auf
  die versicherten Assistenzbereiche gemäss Art. 39c lit. a, b und c IVV ein
  Mehraufwand eingetreten sei. Es sei widersprüchlich, wenn die Beschwerdegegnerin
  von einer Erhöhung des Hilflosigkeitsgrads ab 1. September 2015 ausgehe, im
  Gegensatz dazu aber den Anstieg des Assistenzbeitrags verneine. Die Bedarfsabklärung
  sei am 26. Januar 2016 und damit nach Eintritt der Verschlimmerung der
  Hilflosigkeit durchgeführt worden. Die Beschwerdegegnerin habe im fraglichen
  Zeitraum den Assistenzbedarf von 41,28 Stunden pro Monat als massgeblichen
  Assistenzbedarf bis zum 31. August 2015, als die Beschwerdeführerin in
  leichtem Grad hilflos gewesen sei, berücksichtigt. Daher sei zwingend davon
  auszugehen, dass der ab 1. September 2015 massgebliche Assistenzbedarf höher
  sei. Der Assistenzbedarf bis 31. August 2015 und derjenige ab
  1. September 2015 seien separat zu erfassen. Insgesamt benötige sie
  Hilfe bei der Körperpflege der unteren Körperregionen und auch Begleitung und
  Fahrt zu Arztbesuchen und Therapiestunden, was einen Assistenzbedarf ab 1.
  September 2015 von 61,28 Stunden pro Monat bewirke.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, am 26. Januar 2016
  bzw. 15. Juni 2016 habe sie eine Haushaltsabklärung sowie eine Ermittlung des
  Hilfebedarfs an Hand einer Selbstdeklaration durchgeführt. Diese hätten
  ergeben, dass die Beschwerdeführerin in zwei Lebensverrichtungen
  (Fortbewegung im Freien und Körperpflege) seit Januar 2014 auf Dritthilfe
  angewiesen sei. Seit 8. Oktober 2002 sei die lebenspraktische Begleitung
  ausgewiesen. Insbesondere sei auch festgestellt worden, dass der
  Lebenspartner der Beschwerdeführerin jeweils am Wochenende bei ihr weile und
  sie dann zusammen den Vorrat im Rahmen eines Grosseinkaufs besorgen würden.
  Der Assistenzbeitrag sei an Hand der tatsächlich erbrachten Assistenzstunden
  ermittelt worden und nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Grundsätzlich beschafft
  die IV-Stelle alle für die Beurteilung des Falls und für den Entscheid
  nötigen Angaben und Unterlagen. Sie führt die Abklärungen selber durch, einschliesslich
  allenfalls erforderlicher Erhebungen vor Ort. Ausnahmsweise kann sie Dritte
  damit beauftragen. Grundsätzlich ist immer eine Abklärung an Ort und Stelle
  durchzuführen, wobei die versicherte Person zwingend dabei sein muss. Die
  IV-Stelle verwendet für Abklärungen das FAKT2-Formular. Der FAKT2 ist ein
  Abklärungsinstrument, das gleichzeitig als Abklärungsbericht gelten kann, den
  Assistenzbeitrag berechnet und die wichtigen Informationen für die Verfügung
  zusammenfasst (Bundesamt für Sozialversicherungen, Kreisschreiben über den Assistenzbeitrag
  [KSAB], gültig ab 1. Januar 2015, Rz. 6013 ff.). Dieses Vorgehen mittels
  standardisierter Abklärung der individuellen Situation entspricht dem Willen
  des Gesetzgebers und soll der Rechtsgleichheit dienen (Botschaft, S. 1902). 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Beschwerdegegnerin berechnete sowohl für den
  Zeitraum vom 1. April 2015 bis 31. August 2015 als auch für denjenigen ab dem
  1. September 2015 einen Hilfebedarf für die Bereiche alltägliche
  Lebensverrichtungen, Haushalt und gesellschaftliche Teilhabe/Freizeitgestaltung
  von insgesamt 41,28 Stunden pro Monat. Bis am 31. August 2015 bezog die Beschwerdeführerin
  eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit leichten Grades, weshalb die
  Beschwerdegegnerin in Anwendung von Art. 39e Abs. 3 lit. c i.V.m. Art.
  39e Abs. 2 lit. a Ziff. 1 IVV nur einen Hilfebedarf von 40 Stunden
  anerkannte. Davon zog sie nach Art. 42sexies Abs. 1 lit. a IVG die
  Hilflosenentschädigung im Umfang von 14,29 Stunden (Fr. 470.- ./. Fr. 32.90:
  vgl. KSAB, Rz. 4107) ab, was einen zu entschädigenden Hilfebedarf von 25,71 Stunden
  pro Monat ergab. Damit resultierte ein Assistenzbeitrag von monatlich Fr.
  845.85 (25,71 x Fr. 32.90).

  
	
   

  
	
  Seit dem 1. September 2015
  bezieht die Beschwerdegegnerin eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit
  mittleren Grades. Dies hatte bei der Berechnung des Assistenzbeitrags
  einerseits zur Folge, dass der gesamte Hilfebedarf von 41,28 Stunden
  anerkannt wurde, andererseits war davon die Hilflosenentschädigung im Umfang
  von 35,71 Stunden (Fr. 1'175.- ./. Fr. 32.90) abzuziehen. Damit waren
  noch 5,57 Stunden zu entschädigen, was den Assistenzbeitrag von Fr. 183.25
  pro Monat ergab (5,57 x Fr. 32.90).

  
	
   

  
	
  5.2 Die Beschwerdeführerin erkennt einen Widerspruch
  darin, dass ihr per 1. September 2015 eine Hilflosenentschädigung für
  Hilflosigkeit mittleren statt leichten Grades zugesprochen, der
  Assistenzbedarf aber nicht angepasst wurde. Sie verkennt dabei, dass ihr die
  höhere Hilflosenentschädigung nicht wegen einer Verschlechterung des
  Gesundheitszustands zugesprochen wurde. Ein solcher Widerspruch liegt bereits
  deshalb nicht vor, weil die Beschwerdegegnerin die Erhöhung der
  Hilflosenentschädigung am 20. Juni 2016 damit begründete, dass die Beschwerdeführerin
  bereits seit Januar 2014 in zwei Lebensverrichtungen auf Dritthilfe
  angewiesen sei und die lebenspraktische Begleitung seit dem 8. Oktober 2002
  ausgewiesen sei. Dass die Hilflosenentschädigung per 1. September 2015 erhöht
  wurde, lag nicht in einer nach dem 1. April 2015 eingetretenen
  Verschlechterung des Gesundheitszustands begründet, sondern erfolgte, weil
  die Revision von Amtes wegen am 10. September 2015 eingeleitet wurde und die
  Hilflosenentschädigung erst von dem Monat an, in dem eine Revision von Amtes
  wegen vorgesehen war, erhöht werden durfte (Art. 88bis Abs. 1
  lit. b IVV). 

  
	
   

  
	
  Die Erhöhung der
  Invalidenrente per 1. Januar 2016 begründete die Beschwerdegegnerin hingegen
  damit, dass bei der Beschwerdeführerin spätestens seit dem 1. Oktober 2015
  eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten sei. Indessen gilt
  es zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin am 26. Januar 2016 – also nach
  der mutmasslichen Verschlechterung des Gesundheitszustands – den Hilfebedarf
  der Beschwerdeführerin vor Ort abklärte. Wenn sich die Beschwerdeführerin nun
  auf den Standpunkt stellt, dass der Hilfebedarf seit dem 1. September
  2015 höher sein müsse als derjenige davor, kann dies nur zur Folge haben,
  dass der Hilfebedarf bis am 31. August 2015 tiefer liegt, als am 26. Januar
  2016 ermittelt wurde. Insofern kam die Beschwerdegegnerin der
  Beschwerdeführerin entgegen, indem sie bei der Höhe des Hilfebedarfs nicht
  zwischen dem Zeitraum vom 1. April bis 31. August 2015 und demjenigen ab dem
  1. September 2015 differenzierte.

  
	
   

  
	
  5.3 

  
	
  5.3.1 Zu prüfen bleibt, ob der Hilfebedarf zutreffend
  ermittelt wurde. Dabei ist zwischen den Stufen 0 (kein Bedarf), 1
  (punktueller Hilfebedarf), 2 (Hilfebedarf bei mehreren Verrichtungen), 3
  (Hilfebedarf bei den meisten Verrichtungen [geringe Eigenleistung]) und 4
  (umfassend und ständig bei allem [keine Eigenleistung]) zu unterscheiden. Im
  Anhang 3 des KSAB werden dabei die zeitlichen Bandbreiten nach Stufen
  und Bereichen aufgeführt. Zu beachten ist, dass das Gericht, sofern der
  Abklärungsbericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage darstellt, in das
  Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur eingreift, wenn klar
  feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen (BGE 140 V 543 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  5.3.2 Zum Teilbereich Körperpflege macht die
  Beschwerdeführerin geltend, dass sie zusätzliche Hilfe im Umfang von 20
  Minuten pro Tag benötige, da es ihr nicht mehr möglich sei, die tieferen
  Körperregionen, insbesondere die Füsse eigenständig versorgen zu können. 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  berücksichtige dies beim Punkt 1.4.1 des FAKT2 "Körperwäsche",
  indem sie ausführte, dass die Beschwerdeführerin beim Unterkörper Hilfe benötige,
  sich aber den Oberkörper selbst waschen und abtrocknen könne. Dass dabei die
  Stufe 2 mit einem Hilfebedarf von 10 Minuten angewandt wurde, ist sicherlich
  zutreffend, wäre es doch für die Stufe 3 erforderlich, dass die Eigenleistung
  nur gering ist und ein Hilfebedarf bei den meisten Verrichtungen besteht, was
  die Beschwerdeführerin selbst nicht geltend macht.

  
	
   

  
	
  5.3.3 Hinsichtlich der Reinigungsarbeiten führt die
  Beschwerdeführerin aus, dass ihr die Reinigung des Bodens, Staubsaugen,
  andere Reinigungsarbeiten und die Wochenkehr nicht mehr möglich seien. 

  
	
   

  
	
  Wesentlich ist vorliegend,
  dass die Beschwerdeführerin gemäss ihrer Selbstdeklaration vom 26. Januar
  2016 für fünfeinhalb Stunden pro Woche durch eine Haushaltshilfe der Spitex
  unterstützt wird. So gab sie denn auch an, dass das WC durch die Spitex gereinigt
  werde und diese auch die Boden- und die Grundreinigung in der Küche mache).
  Damit ist die Beschwerdeführerin für einen wesentlichen Teil der täglichen
  und wöchentlichen Reinigungsarbeiten nicht auf eine Assistenzperson
  angewiesen, weshalb auch bei den Tätigkeiten "Tageskehr" und
  "Wochenkehr" die Stufe 2 mit 4 bzw. 6 Minuten pro Tag
  gerechtfertigt ist (vgl. auch KSAB, Rz. 4109.1). 

  
	
   

  
	
  5.3.4 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie
  müsse drei- bis fünfmal für ausserhäusliche Termine wie Arzt- oder
  Therapiebesuche begleitet werden, wodurch ein zusätzlicher Assistenzbedarf
  von 5 Stunden pro Monat zu berücksichtigen sei. Längere Autofahrten könne sie
  nur eingeschränkt wahrnehmen, wobei eine Assistenzperson dabei sein müsse.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  stufte die Beschwerdeführerin bei der Tätigkeit "Ernährungs-, Menu- und
  Einkaufsplanung" in die Stufe 0 ein, was zu Recht nicht beanstandet
  wird. Bei den Tätigkeiten "Einkaufen, Einräumen, Versorgen" und
  "andere Besorgungen" erfolgte jeweils eine Einstufung in die Stufe
  2. Dies wurde damit begründet, dass die Beschwerdeführerin Handreichungen im
  Laden, Hilfe beim Grosseinkauf und bei schweren Sachen benötige, aber einmal
  pro Woche einen Grosseinkauf mit ihrem Lebenspartner mache. Ihre Kleider
  bestelle sie; die Post oder Ämter könne sie aber nur alleine besuchen, wenn
  diese rollstuhlgängig seien. Unter diesen Umständen erweist sich die Stufe 2
  als sachgerecht, da die Beschwerdeführerin zwar bei mehreren Verrichtungen
  Hilfe benötigt, aber immer noch deutlich mehr als eine geringe Eigenleistung
  erbringen kann. Ergibt sich aber, dass im Total die Stufe 2 resultiert, kann
  gemäss Ziff. 2.4.5 des FAKT2 kein Zusatzaufwand für den Transport und die
  Begleitung zu Arzt- und Therapiekonsultationen anerkannt werden (vgl. auch
  KSAB, Rz. 4016).

  
	
   

  
	
  5.3.5 Da bei den übrigen Tätigkeiten der ermittelte
  Hilfebedarf zu Recht unbestritten ist, ergibt sich, dass die
  Beschwerdegegnerin den Hilfebedarf korrekt ermittelt hat. Die sich daraus
  ergebende Berechnung des Assistenzbeitrags (vgl. dazu E. II/5.1) wurde zu
  Recht nicht beanstandet. Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im
  Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Die
  pauschalen Gerichtskosten von Fr. 600.- sind der Beschwerdeführerin
  aufzuerlegen und mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss
  zu verrechnen. Ausgangsgemäss steht ihr keine Parteientschädigung zu (Art. 1
  Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt und
    mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Es
    wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]