# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32d38528-6127-5562-8a09-ad6c66b8be67
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2025 E-335/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-335-2025_2025-02-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-335/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regina Derrer, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer,  

Gerichtsschreiber Janic Lombriser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Somalia,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 17. Dezember 2024 / N (…). 

 

 

 

E-335/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Somalia gemäss eigenen Angaben Ende 

20(…) und suchte am 10. September 2023 in der Schweiz um Asyl nach. 

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) ergab, dass er am (…) Juli 2023 in Italien daktyloskopiert 

worden war. 

B.  

Die Vorinstanz führte mit dem Beschwerdeführer am 30. November 2023 

die Erstbefragung für unbegleitete Minderjährige (EB UMA) durch (Proto-

koll in den SEM-Akten […] [A]14) und hörte ihn am 26. März 2024 vertieft 

zu seinen Asylgründen an (A22). Dabei führt der Beschwerdeführer im We-

sentlichen aus, er sei Somali und Angehöriger der Clanfamilie der (…) 

(Clan […], Subclan […], Subsubclan […]). Er sei zunächst bei seinen Eltern 

aufgewachsen, die als Nomaden in der Umgebung von B._______ (Region 

C._______) lebten. Zudem habe er eine Tante und vier Onkel mütterlicher-

seits, die in D._______ (Puntland) leben würden. Im Alter von sechs Jahren 

sei er nach E._______ (Region C._______) zu seinem Onkel väterlicher-

seits gezogen und habe dort sechs Jahre die Schule besucht. 20(…) habe 

er aus finanziellen Gründen die Schule verlassen und sei als ungefähr 

Zwölfjähriger allein in die Stadt B._______ gezogen. Dort habe er mit 

Freunden, die für seinen Lebensunterhalt aufgekommen seien, in einer 

Wohnung gelebt und fünf Jahre nichts getan beziehungsweise sei er nur 

spazieren und Fussballspielen gegangen. Ende 2022 sei er, nachdem die 

somaliländische Armee wahllos auf die Zivilbevölkerung geschossen habe, 

aus B._______ nach F._______ geflüchtet. Von dort aus sei er mit der Hilfe 

von Schleppern über den G._______ und H._______ nach Italien gelangt 

und schliesslich illegal in die Schweiz eingereist. Die Reise nach Europa 

sei durch die Verwandten bezahlt worden. 

C.  

Am 4. April 2024 verfügte das SEM die Zuteilung ins erweiterte Verfahren. 

Gleichentags teilte die zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM die Nie-

derlegung des Mandats mit. 

D.  

Aufgrund von Zweifeln an der angeblichen Herkunft des Beschwerdefüh-

rers beauftragte das SEM die amtsinterne Fachstelle LINGUA mit einer 

Herkunftsabklärung. Basierend auf einem Telefongespräch am 30. Mai 

2024 erstellte die sachverständige Person eine Evaluation der 

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Seite 3 

landeskundlich-kulturellen Kenntnisse des Beschwerdeführers sowie eine 

linguistische Analyse. In ihrem Bericht vom 26. Juni 2024 (A34) kam sie 

zum Schluss, dass der Beschwerdeführer definitiv hauptsächlich in 

E._______ und B._______ sozialisiert worden sei. 

E.  

Mit Eingabe vom 18. Juli 2024 zeigte die rubrizierte Rechtsvertreterin die 

Mandatsübernahme an. 

F.  

Mit Verfügung vom 17. Dezember 2024 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, wies 

ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

G.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

16. Januar 2025 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er bean-

tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei seine Flücht-

lingseigenschaft anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter 

sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumut-

bar und unmöglich sei und es sei seine vorläufige Aufnahme anzuordnen. 

Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses, um Beiordnung eines amtlichen Rechts-

beistands sowie eventualiter um Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 2025 wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands ab. Gleichzeitig forderte sie 

den Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses innert 

Frist auf. 

I.  

Am 5. Februar 2025 ging der Kostenvorschuss bei der Gerichtskasse ein. 

  

E-335/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 

AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AslyG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und der 

Beschwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Nach-

dem auch der Kostenvorschuss fristgerecht einbezahlt wurde, ist auf die 

Beschwerde – vorbehältlich des unter E. 1.4 Gesagten – einzutreten. 

1.4 Nachdem der Beschwerde von Gesetzes wegen die aufschiebende 

Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese auch nicht 

entzogen hat, ist auf den Verfahrensantrag auf Erteilung der aufschieben-

den Wirkung nicht einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 In der Beschwerde wird ein Rückweisungsbegehren gestellt, welches 

damit begründet wird, dass die Vorinstanz aufgrund der sehr kurzen Befra-

gungen wesentliche Sachverhaltselemente nicht vertieft erfragt habe. Zu-

dem habe sie ihn nicht mit allen wesentlichen Widersprüchen konfrontiert 

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Seite 5 

sowie nicht sämtliche seiner Aussagen in ihrem Entscheid beachtet und 

sein junges Alter weder bei der Befragung noch bei der Bewertung seiner 

Aussagen berücksichtigt. Diese Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allen-

falls geeignet sein könnten, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung 

zu bewirken (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Ver-

waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.). 

4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter dieser Norm aufgeliste-

ten Beweismittel. Als Verfahrensmaxime besagt der Untersuchungsgrund-

satz, dass die Verwaltungsbehörden für die Beschaffung des die Urteils-

grundlage bildenden Tatsachenmaterials zuständig sind. Er auferlegt der 

Behörde die Pflicht, von Amtes wegen den rechtserheblichen Sachverhalt 

vollständig und richtig zu ermitteln und beinhaltet gewissermassen eine Art 

«behördliche Beweisführungspflicht» (vgl. KRAUSKOPF/EMMENE-

GER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar 

VwVG, 2023, Art. 12 N. 16). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine 

Grenze an der gesetzlichen Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 13 VwVG) 

sowie im Asylverfahren durch die besondere Mitwirkungspflicht einer asyl-

suchenden Person (Art. 8 AsylG). Die unrichtige oder unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der Untersu-

chungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 49 Bst. b VwVG). Unrich-

tig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und 

aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird; unvollständig ist sie, wenn 

nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksich-

tigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., 3. Aufl. 2013, N. 1043). 

4.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, 

dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich 

hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksich-

tigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen 

muss (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Ob sich die Behörde tatsächlich mit allen er-

heblichen Vorbringen der Parteien befasst und auseinandergesetzt hat, 

lässt sich erst aus der Begründung erkennen. Im Asylverfahren sind die 

Anforderungen an die Begründungsdichte regelmässig hoch, wiegen die 

rechtlich geschützten Interessen der Betroffenen doch allgemein schwer 

(vgl. PATRICK SUTTER, in: Praxiskommentar VwVG, 2019, Art. 32 VwVG, 

Rz. 2). Insgesamt muss der Entscheid so abgefasst sein, dass ihn der Be-

troffene gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur möglich ist, 

wenn sich sowohl er als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite 

des Entscheides ein Bild machen können. Dabei kann sich die Behörde in 

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ihrer Argumentation zwar auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-

punkte beschränken; sie darf aber nur diejenigen Argumente stillschwei-

gend übergehen, die für den Entscheid erkennbar unbehelflich sind. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1; BVGE 2007/21 E. 10.2 m.w.H.). 

4.4 Das Gericht kommt zum Schluss, dass sich aus den Akten keine Hin-

weise darauf ergeben, dass der rechtserhebliche Sachverhalt nicht voll-

ständig und richtig festgestellt sowie der Anspruch auf rechtliches Gehör 

verletzt worden wäre. Insbesondere hat die Vorinstanz den Beschwerde-

führer sowohl bezüglich der Anhörungsdauer als auch der Tiefe der Frage-

stellung im Rahmen der EB UMA und der Anhörung nach Art. 29 AsylG 

seinem Alter entsprechend und rechtsgenüglich befragt (A14, A22). Das 

nicht weiter begründete Rechtsbegehren ist daher abzuweisen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung hält die Vorinstanz im 

Wesentlichen fest, dass der Beschwerdeführer seine vorgebrachten Asyl-

gründe nicht habe glaubhaft machen können und sie im Übrigen flücht-

lingsrechtlich nicht relevant seien. Namentlich habe er widersprüchliche 

Angaben zu seiner Biografie und zum Zeitpunkt seiner angeblichen Flucht 

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Seite 7 

aus B._______ gemacht. Seine zeitlichen Angaben – insbesondere, dass 

er B._______ Ende (…) verlassen habe – würden nicht mit den später im 

(…) tatsächlich stattgefundenen somaliländischen Angriffen auf die Zivilbe-

völkerung von B._______, im Zuge derer Zehntausende nach F._______ 

geflohen seien, übereinstimmen. Seine diesbezüglichen Schilderungen der 

Schiessereien schienen vom Hörensagen oder aus den Medien zu stam-

men. Zudem sei die vorgebrachte Flucht infolge einer Situation allgemeiner 

Gewalt erfolgt, weshalb selbst bei Annahme der Glaubhaftigkeit der Vor-

bringen keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung vorliegen würde. 

6.2 Der Beschwerdeführer wendet in seiner Beschwerde im Wesentlichen 

ein, dass entgegen den Ausführungen der Vorinstanz seine Aussagen bei 

einer gesamthaften Betrachtung glaubhaft seien. Diese seien in den we-

sentlichen Punkten übereinstimmend und würden auch den Gegebenhei-

ten in Somalia, seinem Bildungsstand und seinem Alter entsprechen. Ins-

besondere habe er glaubhaft angegeben, dass er in B._______ mit seinen 

Freunden unterwegs in (…) gewesen sei, als von einem Fahrzeug aus auf 

die Leute geschossen worden sei. Nach diesem Übergriff habe er sich zur 

Flucht entschlossen, da er gewusst habe, dass eine Eskalation des Kon-

fliktes bevorstehe. Zudem sei es nicht widersprüchlich, dass er als Zwölf-

jähriger nicht zu seinen Eltern habe zurückkehren können, da ihm dort eine 

Zwangsrekrutierung durch die Al Shabaab gedroht habe. Schliesslich 

könne er als Angehöriger des Clans, der in B._______ gegen Somaliland 

kämpfe, nicht in seine Heimat zurückkehren. Er würde aufgrund seiner 

Clanzugehörigkeit verfolgt und getötet werden. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt hat. Die Ausfüh-

rungen auf Beschwerdeebene vermögen der vorinstanzlichen Einschät-

zung in der angefochtenen Verfügung nichts Stichhaltiges entgegenzuset-

zen. Darauf kann mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen werden: 

7.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz in der angefochtenen 

Verfügung zutreffenderweise zum Schluss gelangte, die Vorbringen des 

Beschwerdeführers – insbesondere die geltend gemachte Flucht aus 

B._______ wegen der Übergriffe durch die somaliländischen Streitkräfte – 

seien nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG. Diesbezüglich hat sie zu 

Recht erwogen, dass die Aussagen des Beschwerdeführers in wesentli-

chen Punkten widersprüchlich sind, weshalb auf die entsprechenden 

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Seite 8 

Ausführungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist (vgl. an-

gefochtene Verfügung, Ziff. II.2 f., S. 3 ff.). Die Ausführungen in der Rechts-

mitteleingabe sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung des Sach-

verhalts zu führen, da sie die Ungereimtheiten nicht erklären können. Ins-

besondere ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz betreffend das vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte fluchtauslösende Ereignis festzuhal-

ten, dass die somaliländischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung von 

B._______ erst im (…) begonnen haben und der Beschwerdeführer dies-

bezüglich widersprüchliche zeitliche Angaben machte, zumal er namentlich 

angab, dass er Ende 20(…) aus B._______ ausgereist sei (A14 Ziff. 1.06, 

A22 F135). 

7.3 Sodann gelangt das Gericht zum Schluss, dass es den Vorbringen des 

Beschwerdeführers selbst bei unterstellter Glaubhaftigkeit an der flücht-

lingsrechtlichen Relevanz im Sinne von Art. 3 AsylG fehlt. Insbesondere ist 

dem geltend gemachten Vorbringen, er sei Ende 20(…) mit seinen Freun-

den unterwegs zu (…) in B._______ gewesen, als von einem Fahrzeug 

aus auf die Leute geschossen worden sei, weshalb er anschliessend aus-

gereist sei, mangels Gezieltheit der Verfolgung die flüchtlingsrechtliche Re-

levanz abzusprechen. Dabei ist aus der in der Beschwerde hierzu zitierten 

Quellenangabe, wonach am (…) ein somaliländischer Oppositionspolitiker 

(…) in B._______ von bewaffneten Männern getötet worden sei und es 

anschliessend zu Demonstrationen gekommen sei, woraufhin die somali-

ländischen Streitkräfte mehrere Demonstranten getötet hätten (vgl. 

[Quelle]), kein direkter Zusammenhang zum Beschwerdeführer ersichtlich. 

An dieser Einschätzung ändern auch die unsubstantiiert geltend gemachte 

Verfolgung aufgrund der Clanzugehörigkeit des Beschwerdeführers und 

der auf Beschwerdestufe erstmals pauschal vorgebrachte Einwand, es 

habe ihm bei einer Rückkehr zu seinen Eltern eine Zwangsrekrutierung 

durch die Al Shabaab gedroht, nichts. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

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Seite 9 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG und Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) rechtmässig. 

9.2.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihm vorliegend nicht gelungen. 

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Seite 10 

9.2.3 Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt 

den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-

scheinen. Diesbezüglich kann darauf verwiesen werden, dass das Bundes-

verwaltungsgericht selbst für Mogadischu nicht von einer Situation allge-

meiner Gewalt ausgeht (vgl. BVGE 2013/27) und die Lage in den Regionen 

Puntland und Somaliland sich vergleichsweise besser präsentieren als in 

der Hauptstadt (vgl. Referenzurteile des BVGer E-6310/2017 vom 15. Ja-

nuar 2020 E. 9.2 und E-591/2018 vom 29. Juli 2020 E. 9). Gemäss Er-

kenntnissen des Gerichts haben Puntland und Somaliland im Vergleich zu 

anderen Teilen Somalias ein grosses Mass an Sicherheit, Stabilität und 

Entwicklung erreicht. 

An dieser Einschätzung vermag auch die aktuelle Lage im umstrittenen 

östlichen Grenzgebiet zwischen Somaliland und Puntland, namentlich die 

schwelenden Konflikte in der Region C._______ – wo der Beschwerdefüh-

rer gemäss LINGUA-Bericht bis zu seiner Ausreise gelebt habe 

(E._______ und B._______; vgl. A34) – nichts zu ändern, auch wenn es 

ab Februar 2023 zu neuerlichen Konflikthandlungen kam. So ist dort seit 

August 2023 wieder Ruhe eingekehrt, auch wenn die Lage sich nach wie 

vor als fragil erweist (vgl. Urteil des BVGer E-1827/2024 vom 26. April 2024 

E. 8.2.3 m.w.H.). Insbesondere kann aus den vom Beschwerdeführer in 

der Beschwerde zitierten Quellen auch nicht geschlossen werden, dass in 

anderen Teilen Puntlands und Somalilands kriegerische Handlungen im 

Gange wären oder eine Situation allgemeiner Gewalt in Puntland und So-

maliland vorläge. Bezüglich dieser Teile ist auf die zuvor dargelegte ver-

hältnismässig vorteilhaftere Menschenrechtslage in Puntland und Somali-

land zu verweisen (vgl. E. 9.2.3 Abs. 1 hiervor). 

9.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 Im grössten Teil Somalias (Landesteile Süd- und Zentralsomalia) 

herrschen seit längerer Zeit Verhältnisse, die dazu führen, den Wegwei-

sungsvollzug generell – das heisst ungeachtet aller individueller Umstände 

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Seite 11 

– als unzumutbar zu qualifizieren (vgl. BVGE 2013/27 E. 8.3 m.w.H.). Der 

Vollzug von Wegweisungen nach Somaliland oder Puntland kann sich bei 

Vorliegen begünstigender Umstände (enge Verbindungen zur Region, 

Möglichkeit der Existenzsicherung oder wirkungsvolle Unterstützung durch 

den Familienclan) als zumutbar erweisen (vgl. Referenzurteile des BVGer 

E-591/2018 vom 29. Juli 2020 E. 9, insbes. E. 9.3.5 [Somaliland] und 

E-6310/2017 vom 15. Januar 2020 E. 10 f., insbes. E. 11.2.4 [Puntland]). 

Der Beschwerdeführer stammt aus der an der Grenze zwischen Somali-

land und Puntland liegenden umstrittenen Region C._______. Die Lage in 

B._______, wo er sich in den letzten Jahren vor seiner Ausreise aufgehal-

ten habe, hat sich, wie zuvor dargelegt, seit August 2023 zwar beruhigt, ist 

aber nach wie vor fragil. Aus den Unruhen in der Region C._______ kann 

jedoch, wie bereits ausgeführt, nicht geschlossen werden, dass sich der 

Wegweisungsvollzug nach Puntland respektive Somaliland als Ganzes als 

unzumutbar erweist (vgl. a.a.O. E. 9.2.3 Abs. 2). Entgegen den in der Be-

schwerdeeingabe geäusserten Befürchtung wird der Beschwerdeführer 

nicht in eine Konfliktregion zurückkehren müssen. 

Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist ausserdem nicht grundsätz-

lich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht allenfalls auch 

an einen anderen Ort in seinem Heimatstaat, insbesondere nach 

D._______ in Puntland, ziehen könnte, sollte er konfliktbedingt nicht in die 

Region C._______ zurückkehren können. Anlässlich der Anhörung gab er 

an, er habe namentlich in D._______ mehrere Verwandte, welche ihn auch 

bei der Finanzierung der Reise nach Europa unterstützt hätten (A22 F122 

ff.), so dass davon ausgegangen werden darf, dass er dort über ein intaktes 

familiäres Netz verfügt, welches ihn gesellschaftlich und wirtschaftlich bei 

der Wiedereingliederung unterstützen kann. Zudem gehört er den (…) (Fa-

milienclan […]) und damit einem etablierten Familienclan an. Die (…) leben 

den Erkenntnissen des Gerichts zufolge nebst der zwischen Somaliland 

und Puntland umstrittenen Grenzregionen auch in Puntland selbst und sind 

insbesondere auch in D._______ präsent. Vor diesem Hintergrund darf 

dem Beschwerdeführer – im Sinne einer Aufenthaltsalternative – zugemu-

tet werden, sich allenfalls in D._______ niederzulassen, sofern die Kämpfe 

in seiner Heimatregion C._______ tatsächlich wieder aufflammen sollten. 

9.3.2 Zwar wird der Beschwerdeführer in Puntland respektive Somaliland 

– der allgemeinen Lage entsprechend – keine einfachen Bedingungen vor-

finden; dennoch ist aufgrund der vorstehenden Erwägungen, seines noch 

jungen Alters sowie seiner guten Gesundheit und den ihm zumutbaren 

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Seite 12 

Bemühungen davon auszugehen, dass ihm die soziale und wirtschaftliche 

Reintegration gelingen wird. Auch wenn eine Rückkehr in den Heimatstaat 

mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein kann, sind die Anforderun-

gen zur Annahme einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 

AIG vorliegend nicht erfüllt. Schliesslich hat er die Möglichkeit, individuelle 

Rückkehrhilfe (vgl. Art. 73 ff. AsylV 2 [SR 142.312]) zu beantragen, was 

ihm gegebenenfalls die wirtschaftliche Wiedereingliederung in seinem Hei-

matstaat erleichtern könnte. 

9.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den am 5. Februar 2025 vom Be-

schwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-335/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss beglichen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regina Derrer Janic Lombriser 

 

 

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