# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69a6f46c-b986-5c13-a70d-b5e29fc4d4ec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.06.2009 D-6707/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6707-2006_2009-06-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6707/2006/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richter Gérard Scherrer, Richter Bendicht Tellenbach, 
Gerichtsschreiberin Milva Franceschi.

A._______, Bosnien-Herzegowina,
vertreten durch das Comité valaisan pour la défense du 
droit d'asile, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. Juli 2003 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6707/2006

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A.
A.a
Die Beschwerdeführerin – Muslimin mit letztem Wohnsitz in Kladanj – 
verliess  ihre  Heimat  am 1. November  2002 und gelangte  am 3. No-
vember 2002 in die Schweiz, wo sie im Empfangs- und Verfahrenszen-
trum  C._______  selbentags  ein  Asylgesuch  stellte.  Dort  fand  am 
5. November 2002 eine summarische Befragung statt. Am 12. Dezem-
ber 2002 führte die kantonale Behörde eine Anhörung durch.

A.b
Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  verweist  die  Beschwerdeführerin 
vorab auf die Asylvorbringen ihrer Eltern (D-6993/2006, N (...)). Ihr Va-
ter  (D._______)  habe  aus  Versehen  einen  Waffengefährten 
(E._______) während seines Dienstes in der bosnischen Armee ange-
schossen,  welcher  den  Folgen  seiner  Verletzung  erlegen  sei.  An-
schliessend hätten sich die Angehörigen des Waffengefährten an ih-
rem Vater beziehungsweise an ihrer ganzen Familie rächen wollen. In 
der Folge seien ihre Eltern und ihre zwei Geschwister in die Schweiz 
geflohen. Im März 2002 sei ein Familienmitglied (F._______) in einem 
Restaurant zusammengeschlagen worden. Die Täter hätten nach der 
Adresse von ihr und ihrer Schwester gefragt sowie Drohungen gegen 
ihren Vater ausgesprochen. In der folgenden Nacht hätten Unbekannte 
zweimal bei ihr an die Haustüre geklopft. Sie habe die Türe nicht geöff-
net,  jedoch habe sie  den Stimmen gelauscht  und vernommen,  dass 
der  Tod von E._______  an ihr  gerächt  werden soll.  Aufgrund dieser 
Drohungen sei sie Mitte März 2002 nach Sarajevo gezogen, wo sie ab-
wechslungsweise bei zwei Freundinnen gewohnt habe. Tagsüber habe 
sie Vorlesungen an der Universität besucht, um ihr Pädagogikstudium 
abzuschliessen. Am 1. November  2002 sei  sie  vor der  Universität  in 
Sarajevo von einem Polizisten gefragt worden, ob sie die Tochter von 
D._______ sei. Dies habe sie bejaht,  woraufhin zwei zivile Personen 
auf sie zugekommen seien, sie beschimpft und ihr gesagt hätten, sie 
werde nun sehen, wer ihn getötet habe ("tu verras maintenant, toi, qu'il 
a tué lui"). Auch diese Aussage sei so zu interpretieren, dass sie als 
Tochter für den Tod des E._______ hätte bezahlen müssen. Es sei zu 
einer  Rauferei  gekommen,  weshalb  ihr  ein  Taxichauffeur  zugerufen 
habe, sie solle in sein Auto einsteigen. Ein anderer Taxichauffeur habe 
die Polizei gerufen. Die Unbekannten hätten sich daraufhin davonge-
macht. Bei den aufgezählten Ereignissen sei jeweils die Polizei infor-

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miert worden beziehungsweise habe sie (die Beschwerdeführerin) An-
zeige erstattet. Die Behörden seien ihr weder zu Hilfe gekommen noch 
seien Untersuchungen eingeleitet worden. Sie (die Beschwerdeführe-
rin) sei aufgrund dieser Situation terrorisiert gewesen, weshalb sie das 
Land verlassen habe. 

B.
Mit Verfügung vom 18. Juli 2003 lehnte das BFF das Asylgesuch vom 
3. November 2002 ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnete den Wegweisungsvollzug an.

C.
Mit Eingabe vom 20. August 2003 erhob die Beschwerdeführerin bei 
der  damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung und beantrag-
te deren Aufhebung und die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft. 
Eventualiter  ersuchte  sie  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungs-
vollzuges um Gewährung der vorläufigen Aufnahme. In formeller Hin-
sicht  stellte  sie  das Gesuch um Verzicht  einer Erhebung der Verfah-
renskosten  beziehungsweise  des  Kostenvorschusses. Zudem reichte 
sie  je  ein  Arztzeugnis  von Dr. med. G._______  vom 6. August 2003 
und von Dr. H._______ vom 24. Juli 2003 zu den Akten.

D.
Mit  Zwischenverfügung  der  damals  zuständigen  Instruktionsrichterin 
der ARK vom 12. September 2003 wurde auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses verzichtet. Der Entscheid über das Gesuch um Erlass 
der Verfahrenskosten wurde in den Endentscheid verschoben.

E.
In der Vernehmlassung vom 29. April 2005 hielt die Vorinstanz vollum-
fänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde.

F.
Mit Zwischenverfügung vom 3. April 2008 wurde die Beschwerdeführe-
rin aufgefordert, einen Arztbericht sowie eine Stellungnahme einzurei-
chen.  Gleichzeitig  wurde  ihr  eine  Kopie  der  Vernehmlassung  vom 
29. April 2005 ohne Replikrecht zugestellt.

G.
Am 15. April 2008 reichte die Beschwerdeführerin einen persönlichen 

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Bericht und ein Arztzeugnis von Dr. med. G._______ vom 7. April 2008 
ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur  Einreichung der 
Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

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2.
2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.  
3.1 Die Vorinstanz führte  in  ihrer  Verfügung aus,  die Asylvorbringen 
der Beschwerdeführerin beruhten vorwiegend auf denjenigen ihres Va-
ters. Da diese jedoch von den schweizerischen Asylbehörden bereits 
als unglaubhaft qualifiziert worden seien, seien auch die Erzählungen 
der  Beschwerdeführerin  unglaubhaft.  Zudem  bezweifelte  die  Vor-
instanz, dass die Beschwerdeführerin am 1. November 2002 noch Dro-
hungen  erfahren  habe,  welche  auf  Geschehnisse  zurückgingen,  die 
acht Jahre zurücklägen. Weiter sei es auch nicht nachvollziehbar, dass 
ein  Polizist  sich  der  Beschwerdeführerin  auf  der  Strasse  genähert 
habe,  um  ihr  unverzüglich  mitzuteilen,  es  werde  nun  der  Tod  von 
E._______ an ihr gerächt. Auch sei das Verhalten des Verlobten der 
Beschwerdeführerin  und der beiden Taxichauffeure im gesamten Zu-
sammenhang unrealistisch. Schlussendlich sei  festzuhalten, dass die 
bosnischen Behörden geschlossen gegen islamische Übergriffe in ih-
rem Heimatland vorgingen,  vor allem seit  dem 11. September 2001. 

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Somit seien die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht glaubhaft im 
Sinne von Art. 7 AsylG.

3.2 Die  Beschwerdeführerin  macht  in  der  Beschwerdeeingabe  gel-
tend,  dass  ihr  Vater  seine  Asylvorbringen  glaubhaft  dargelegt  habe. 
Seit  ihr  Vater  den  Waffengefährten  E._______  aus  Versehen  umge-
bracht habe, werde die ganze Familie vom Clan des Opfers verfolgt. 
Die Beschwerde des Vaters sei im jetzigen Zeitpunkt noch bei der letz-
ten  Instanz  hängig,  weshalb  die  Vorinstanz  nicht  feststellen  könne, 
dass gemäss den schweizerischen Asylbehörden die Vorbringen von 
D._______ unglaubhaft seien. Eine Vendetta könne sich über mehrere 
Generationen hinziehen und auch zu einem späteren Zeitpunkt noch 
vollstreckt werden. Dr. med. G._______ bestätige im Übrigen, dass sie 
(die Beschwerdeführerin) an den Konsequenzen einer schweren per-
sönlichen Aggression leide, was wiederum die Vendetta glaubhaft ma-
che. Entsprechend stelle sich die Frage, weshalb sie und ihre Familie 
an  einer  schweren  Posttraumatischen  Belastungsstörung  (PTBS)  lit-
ten. Trotz den schwierigen Bedingungen in ihrem Heimatland habe sie 
sich (die Beschwerdeführerin) bemüht, weiterhin dort zu wohnen und 
zu  studieren.  Seit  dem  Krieg  in  Bosnien-Herzegowina  seien  immer 
noch die gleichen Personen an der Macht, weshalb die Familie auch 
keinen Schutz vom Heimatland erwarten könne. 

4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass mit einem ärztlichen Bericht grundsätzlich 
nicht  die Ursache einer  geltend gemachten psychischen Erkrankung 
bewiesen  werden  kann  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  1999 Nr. 5 E. 4f.bb 
S. 32). Die behandelnden Ärzte werden in der Regel eine weitgehend 
zuverlässige Diagnose des vorliegenden Krankheitsbildes stellen kön-
nen. Bezüglich der Ursachen der Krankheit sind sie jedoch vorwiegend 
auf  die  Aussagen  der  Patientin  angewiesen.  Die  Beurteilung  der 
Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorbringen ist ebenso wie die 
Beurteilung  der  Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  eine 
Rechtsfrage, deren Beantwortung – wie im Übrigen auch die Beweis-
würdigung – Aufgabe der  entscheidenden  Behörde beziehungsweise 
des Gerichts ist (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.1 S. 378; EMARK 1996 Nr. 16 
E. 3e.bb  S. 144).  Die  Ausführungen  im  ärztlichen  Bericht  vermögen 
angesichts der vom Bundesverwaltungsgericht als nicht glaubhaft er-

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achteten Asylvorbringen (vgl. nachfolgend Ziff. 5), nicht zu einer ande-
ren Würdigung des Sachverhalts zu führen. 

4.2 Im  Weiteren  liegt  auch  keine  Verletzung  von  Verfahrensrechten 
vor,  wie  dies  die  Beschwerdeführerin  in  ihrem  persönlichen  Bericht 
vom 15. April 2008 geltend macht. Das BFM hat vorliegend durch sei-
ne  Würdigung  der  eingereichten  ärztlichen  Berichte  im  Zusammen-
hang  mit  der  gesamten  Aktenlage  den  Sachverhalt  weder  unrichtig 
noch  unvollständig  abgeklärt  und  war  auch  nicht  verpflichtet,  eine 
Zweitmeinung einzuholen. 

5.
5.1 Eine  Prüfung  der  Akten  ergibt,  dass  das  Asylgesuch  der  Be-
schwerdeführerin  abzuweisen ist,  weil  sie  ihre Asylvorbringen in ei-
ner ingesamt nicht glaubhaft gewordenen Weise dargestellt hat.

5.2 Mitte März 2002, als die Beschwerdeführerin alleine zu Hause ge-
wesen sei, hätten Personen um Mitternacht an ihre Haustüre geklopft 
und  gesagt,  man  werde  sie  töten.  Dieses  Ereignis  erzählte  die  Be-
schwerdeführerin mit wenigen Worten und ohne Einzelheiten. Da dies 
ein Moment der Angst gewesen sein muss, wäre jedoch zu erwarten 
gewesen, dass sie ihre Gefühle zumindest  ansatzweise beschrieben 
hätte. Im  Weiteren  ist  es  nicht  nachvollziehbar,  warum diese  Unbe-
kannten lediglich an ihrer Haustüre geklingelt haben sollen und nicht 
versucht  haben,  in  ihre  Wohnung  einzudringen,  wenn  sie  unbedingt 
der  Beschwerdeführerin  hätten  Schaden  zufügen  wollen  (Akte  A8 
S. 9).  Zu  dieser  Auffassung  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
auch deshalb, weil die Unbekannten durch die benachrichtigte Polizei 
erfahren hätten, dass sich die Beschwerdeführerin in der Wohnung be-
finde  (Akte  A1  S. 5).  Im Weiteren  bestehen  Ungereimtheiten  in  der 
Häufigkeit der Besuche der Unbekannten. An der summarischen Be-
fragung gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll, dass das erste Mal 
um Mitternacht beziehungsweise eine Stunde später an ihre Türe ge-
klopft  worden sei. Von diesem zweiten  Klopfen erwähnte  sie  an der 
kantonalen Anhörung nichts mehr, vielmehr erklärte sie, dass die Un-
bekannten  einige  Tage  später  nochmals  gekommen  seien  (Akte  A1 
S. 5, A8 S. 9). 

Ausserdem machte die Beschwerdeführerin geltend, dass die Polizei 
allgemein auf ihre Meldungen nie reagiert habe; sie habe sich zweimal 
telefonisch und einmal  persönlich beim Polizeiposten B._______ ge-

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meldet (Akte A8 S. 10 und 11). Diese Aussage steht allerdings im Wi-
derspruch  zum  Schreiben  der  Polizei  von  B._______  vom  5.  April 
2002,  worin  diese  bestätigt,  dass  sie  auf  Ersuchen  der 
Beschwerdeführerin  am  22. März  2002  im  Restaurant  "H._______" 
interveniert habe. Im Weiteren ist diesem Antwortschreiben der Polizei 
von B._______ zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin beim 
Raufhandel  vom  März  2002,  als  F._______  verletzt  worden  sei,  im 
genannten Restaurant aufgehalten habe, was wiederum gegensätzlich 
zur früheren Aussage der Beschwerdeführerin steht, sie sei zu jenem 
Zeitpunkt nicht vor Ort gewesen (Akte A8 S. 9 und Polizeirapport vom 
5. April 2002 im N-Dossier N (...) der Eltern der Beschwerdeführerin). 
Die Vorbringen sind mithin als nicht glaubhaft zu qualifizieren.

5.3 Ferner  gab  die  Beschwerdeführerin  die  Ereignisse  vom Novem-
ber 2002  an  mehreren  Passagen  chronologisch  verschieden  wieder. 
So erklärte sie, dass die zwei Zivilpersonen, welche vor der Universität 
auf sie zugekommen seien, sofort an ihr gezerrt, sie in eine Ecke ei-
nes Gebäudes gestossen hätten und sie dann zu schreien begonnen 
habe  (Akte A8 S. 8). An der summarischen Befragung erwähnte die 
Beschwerdeführerin  nichts  davon,  dass  sie  von  den  Tätern  in  eine 
Ecke gedrängt worden sei beziehungsweise sie geschrieen habe (Akte 
A1 S. 5). Die Zweifel auch an diesem Geschehnis werden weiter da-
durch untermauert,  dass die Beschwerdeführerin einmal zu Protokoll 
gab, sie habe das Bewusstsein verloren, als sie ins Taxi geflohen sei, 
um später darzulegen, zu jenem Zeitpunkt habe ihr der Taxichauffeur 
ein Fruchtsaft zum Trinken angeboten (Akte A1 S. 5, Akte A8 S. 8).

5.4 Aufgrund der geschilderten Vorfälle sah sich die Beschwerdeführe-
rin eigenen Angaben zufolge veranlasst, ihren Wohnort mehrmals zu 
wechseln. Diesbezüglich machte sie im Laufe der Befragungen eben-
falls verschiedene Angaben. Einmal teilte die Beschwerdeführerin mit, 
dass sie seit ungefähr 1992 bis zum Tod ihrer Grossmutter im Septem-
ber 2002 stets an der gleichen Adresse in B._______ gewohnt habe 
(Akte A1 S. 1). Ein andermal will sie seit ungefähr 1992 bis Ende 1999 
in einem unbewohnten Haus eines Serben ausserhalb B._______ ge-
lebt haben (Akte A8 S. 5). Zu einem späteren Zeitpunkt gab sie zu Pro-
tokoll, dass sie auf Rat von F._______ Mitte März 2002 B._______ ver-
lassen respektive die Adresse sofort  gewechselt  habe, nachdem die 
Unbekannten an ihre  Türe  geklopft  hätten  (Akte  A8 S. 9). Sie  habe 
dann abwechslungsweise bei zwei verschiedenen Freundinnen in Sa-

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rajevo gewohnt (Akte A8 S. 4, 5 und 9). Diese Ungereimtheiten deuten 
erneut auf die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen hin.

5.5 Schlussendlich  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Verfolgung  der 
Beschwerdeführerin  angeblich  unmittelbar  nach  dem  negativen  Be-
schwerdeentscheid vom 11. März 2002 (N (...)) ihrer Eltern begonnen 
habe. Aufgrund der bisherigen Ausführungen und weil  dem Sachver-
halt kein nachvollziehbarer Grund zu entnehmen ist, warum die Über-
griffe gerade in diesem Zeitpunkt begonnen haben, erhärten sich die 
Zweifel  an der Glaubhaftigkeit  der Vorbringen. Im Übrigen stellte die 
ARK bereits mit dem genannten Urteil  vom 11. März 2002 fest, dass 
die behaupteten Übergriffe und Belästigungen der verfeindeten Familie 
überwiegend unglaubhaft erscheinen, weil die Aussagen der Eltern der 
Beschwerdeführerin zahlreiche Widersprüche enthielten. 

Somit  folgt  zusammenfassend,  dass  die  Beschwerdeführerin  nicht 
glaubhaft dargelegt hat, sie habe im Heimatland ernsthafte Nachteile 
im Sinne von Art. 3 AsylG erlebt oder müsse solche für die Zukunft in 
begründeter Weise befürchten.

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

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7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  in  den Heimatstaat  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe-
rin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 

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drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.5 Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ist zum heuti-
gen Zeitpunkt nicht mehr von einer allgemeinen Situation der Gewalt 
oder  von  kriegerischen  oder  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen  in 
Bosnien-Herzegowina auszugehen, welche für die Beschwerdeführerin 
bei einer Rückkehr eine konkrete Gefährdung darstellen würden. Seit 
dem Abschluss des Friedensabkommens von Dayton am 14. Dezem-
ber 1995 hat sich die allgemeine Lage in Bosnien-Herzegowina konti-
nuierlich normalisiert und stabilisiert. Die Beibehaltung dieser Entwick-
lung bestätigte sich auch nach den Wahlen vom 5. Oktober 2002. Die 
Sicherheitslage in Bosnien-Herzegowina hat sich in den letzten Jahren 
wesentlich verbessert, obgleich das Verhältnis der verschiedenen Eth-
nien zueinander weiterhin von Spannungen geprägt und die wirtschaft-

liche Lage schwierig ist.  Auf Grund der angelaufenen politischen und 
juristischen Reformen und der langsamen aber stetigen Verbesserung 
der Rückkehrbedingungen erklärte der Schweizer Bundesrat Bosnien-
Herzegowina mit Beschluss vom 25. Juni 2003 zum so genannten ver-
folgungssicheren  Herkunftsstaat.  In  Anbetracht  dessen  erachtet  das 
Bundesverwaltungsgericht  einen  Wegweisungsvollzug  für  die  Be-
schwerdeführerin als zumutbar, was die politische und wirtschaftliche 
Lage  anbelangt.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  persönliche  Gründe  der  Be-
schwerdeführerin den Wegweisungsvollzug als nicht zumutbar erschei-
nen lassen.

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7.6
7.6.1 Bei der Prüfung der Frage der Zumutbarkeit in ein Gebiet, wel-
ches grundsätzlich als sicher gilt, sind im Rahmen einer Gesamtwürdi-
gung  individuelle  Faktoren  – namentlich  das  Vorhandensein  bezie-
hungsweise  Fehlen  eines  familiären  oder  sozialen  Netzes  und  von 
Wohneigentum, das Alter, die Gesundheit, das Geschlecht und allfälli-
ge familiäre Verpflichtungen – zu gewichten.

7.6.2 Im Zusammenhang mit den geltend gemachten gesundheitlichen 
Problemen ist vorab darauf hinzuweisen, dass Gründe ausschliesslich 
medizinischer Natur den Wegweisungsvollzug im Allgemeinen nicht als 
unzumutbar erscheinen lassen, es sei denn, die erforderliche Behand-
lung sei wesentlich und im Heimatland nicht erhältlich. Dabei wird als 
wesentlich die allgemeine und dringliche medizinische Behandlung er-
achtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz 
absolut  notwendig ist. Alleine aus dem Umstand,  dass der medizini-
sche Standard in der Schweiz höher ist als im Heimat- respektive Her-
kunftsland,  kann – entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin – 
nicht bereits auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlos-
sen werden (vgl. EMARK 2003 Nr. 24).

7.7 Dem  letzten  Arztzeugnis  von  Dr.  med  G._______  vom  7. Ap-
ril 2008 ist  zu entnehmen,  dass er  die Beschwerdeführerin  seit  dem 
14. Mai 2003 begleite. Ihre Leidensgeschichte sei unmittelbar an derje-
nigen ihres Vaters angelehnt, weil die Verfolger des Vaters die ganze 
Familie  bedrohten.  Die  Beschwerdeführerin  leide  nach  wie  vor  an 
Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Alpträumen, Angstzuständen, Verwir-
rung, Höhenphobie, Grübeln, Zittern, Beklommenheit, Luftmangel, Ver-
zweiflung und Kraftlosigkeit. Im Weiteren habe sie suizidale Gedanken 
beziehungsweise sei kohärentes Verhalten und Reflektieren für sie un-
möglich sowie entkräfte sie reelle, schwere Ereignisse und mache sie 
unpersönlich. In den Konsultationen breche sie in Tränen aus, habe ein 
düsteres Gesicht, sei traurig, konfus, rede oft an der Wahrheit vorbei, 
um sich an einer besseren Realität festzuhalten. Dr. med. G._______ 
diagnostizierte – wie bereits im Bericht vom 6. August 2003 – PTBS, 
Todesangst  und  Depression. Die  Beschwerdeführerin  könne  nicht  in 
ihr Heimatland zurückkehren, ohne dass sich ihr psychischer Zustand 
dekompensiere. Zudem wäre sie in Bosnien-Herzegowina unfähig, ei-
ner Arbeit  nachzugehen. In ihrem Heimatland brauchte sie hohe Do-
sen von Neuroleptika  und eine privilegierte  Behandlung –  beispiels-
weise durch einen Psychiater, welcher für eine ausländische Nichtre-

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gierungsorganisation arbeite und dem medizinischen Kodex unterste-
he – um ihre Gesundheit derart stabilisieren zu können, dass sie einer 
Arbeit oder einem Studium nachgehen könnte. Ihr Heimatland erinnere 
die Beschwerdeführerin unweigerlich an ihre Traumatisierung.

7.8 Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  in  Würdigung  der  einge-
reichten Arztzeugnisse zum Schluss, dass die attestierten gesundheit-
lichen Probleme der  Beschwerdeführerin  nicht  in  Frage gestellt  wer-
den, jedoch – entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin – nicht 
dergestalt  sind,  dass  die  Behandlung,  welche  zur  Gewährung  einer 
menschenwürdigen Existenz notwendig ist, nicht auch in Bosnien-Her-
zegowina erfolgen kann. Insbesondere ist festzustellen, dass gemäss 
dem Arztzeugnis keine Medikation stattfindet und allenfalls erforderli-
che Neuroleptika oder ähnliche Medikamente respektive eine psycho-
therapeutische  Behandlung  im  Heimatland  erfolgen  kann.  Beispiels-
weise verfügt das Spital von Tuzla, welches ungefähr 60 Kilometer von 
B._______ entfernt ist,  sowohl über die notwendige medizinische In-
frastruktur als auch über einen psychiatrischen Dienst. Zudem existie-
ren in Tuzla zwei Nichtregierungsorganisationen, "Amica Educa" und 
"Vive Zene", die psychosoziale und psychiatrische Hilfe für Frauen an-
bieten. Bei  diesen beiden Organisationen ist  grundsätzlich eine kos-
tenfreie Behandlung möglich. Da die Zahl der Nachfragen nach einer 
Behandlung  hoch  sein  kann,  könnte  die  Beschwerdeführerin  bereits 
von der Schweiz aus mit  diesen Zentren in Kontakt treten, damit sie 
bei Ankunft in Bosnien-Herzegowina relativ schnell eine Therapie be-
ginnen kann. So verfügt "Amica Educa" über eine Kontaktstelle in der 
Schweiz. 

Die 29-jährige Beschwerdeführerin lebte bis zu ihrem 22. Lebensjahr 
in  ihrem  Heimatland,  besuchte  dort  das  Gymnasium,  machte  an-
schliessend eine Lehre, welche sie mit einem Diplom abschloss. Wei-
ter nahm sie bis zu ihrer Ausreise im November 2002 an verschiede-
nen pädagogischen Kursen der Universität teil. Den ersten Teil dieses 
Diploms hat sie erfolgreich abgeschlossen (Akte A1 S. 2, A8 S. 6 und 
12). An den Befragungen stellte sich die Beschwerdeführerin als eine 
selbstbewusste junge Frau dar, welche mit Courage ihr Leben in ihrem 
Heimatland  organisierte  und  mit  grossem  Engagement  ihr  Studium 
fortsetzte  und erfolgreich  abschliessen wollte,  obwohl  ihre  Eltern  ihr 
nicht  mehr  zur  Seite  stehen  konnten.  Demzufolge  ist  entgegen  der 
Darstellung im letzten ärztlichen Zeugnis davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführerin die berufliche und soziale Reintegration in ihrem 

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Heimatland  gelingen  wird.  Zudem  können  die  beiden  Geschwister, 
welche über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügen so-
wie ihre Eltern (D-6938/2006, D-6993/2006), welche mit gleichdatier-
tem Urteil wie das Vorliegende, vorläufig in der Schweiz aufgenommen 
werden, die Beschwerdeführerin grundsätzlich finanziell  unterstützen. 
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres verwandt-
schaftlichen und sozialen Beziehungsnetzes in Bosnien-Herzegowina 
–  ihre  ältere  Schwester  I._______,  der  Verwandte  F._______, 
mehreren Onkeln und Tanten (vgl. Dossier der Eltern D-6993/2006) – 
in ihrem Heimatland beim Aufbau einer neuen Existenzgrundlage nicht 
auf sich allein gestellt sein wird und die Möglichkeit hat, medizinische 
Rückkehrhilfe im Sinne von Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG zu beantragen. 

7.9 Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung 
auch als zumutbar.

7.10 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten ist.

10.
10.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1  VwVG). Da aufgrund der  vorstehenden 
Ausführungen den Beschwerdebegehren keine ernsthaften Erfolgsaus-
sichten beschieden waren, ist von dieser Regel nicht abzuweichen und 
der entsprechende verfahrensrechtliche Antrag, auf die Erhebung der 

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Verfahrenskosten sei zu verzichten, entsprechend abzuweisen ist. 

10.2 Demzufolge  sind  die  Verfahrenskosten  der  Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 
festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

10.3 Die Ausrichtung einer Parteientschädigung fällt bei diesem Aus-
gang des Verfahrens nicht in Betracht (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie 
Art. 15 i.V.m. Art. 5 zweiter Satz VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Milva Franceschi

Versand:

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