# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a665e732-247b-5c0c-b810-684418e1714b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.02.2021 720 20 247/50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-247-50_2021-02-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 18. Februar 2021 (720 20 247 / 50) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung  
 
 
Bemessung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit. Der RAD hat zu Unrecht auf die Be-
urteilung des Kreisarztes abgestellt. 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, 
Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor-
nach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1964 geborene A.____ erlitt am 8. Juni 2014 einen Autounfall, als sie mit ihrem Ge-
ländewagen rückwärts in einen Baum prallte, sich dabei an der rechten Schulter verletzte und 
eine HWS-Distorsion erlitt. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) erbrachte in 
der Folge die gesetzlichen Leistungen, welche mit Verfügung vom 11. Mai 2015 wegen Wegfalls 
der unfallbedingten Kausalität per Ende Mai 2015 eingestellt wurden. Nachdem die Versicherte 
hiergegen Einsprache erhoben hatte, stellte die Suva ihre Leistungen mit Einspracheentscheid 

 
 
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vom 14. April 2019 schliesslich per 16. November 2015 ein. Eine hiergegen erhobene Be-
schwerde hiess das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 9. Januar 2020 gut und wies die Angelegenheit in 
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids zur Anordnung einer versicherungsexter-
nen medizinischen Begutachtung an die Suva zurück. Das entsprechende Gutachten von 
Dr. med. B.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, erging am 8. Oktober 2020. 
 
B. Bereits am 20. Mai 2015 hatte sich die Versicherte zum Leistungsbezug bei der Eidge-
nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Nach Abklärung der ge-
sundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sprach ihr die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
mit Verfügung vom 27. Mai 2020 eine befristete ganze IV-Rente vom 1. Januar 2017 bis 31. 
Dezember 2017 zu. 
 
C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 29. 
Juni 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht und beantragte, es sei ihr ab 1. November 2015 eine 
ganze IV-Rente zuzusprechen. Zur Begründung brachte sie zusammenfassend vor, dass ihr ein 
Rentenanspruch bereits ab November 2015 zustehe, weil für die Ermittlung des IV-Grads nicht 
auf die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit abgestellt werden dürfe. Sie habe sich damals 
noch in der Heilungsphase befunden und hätte deshalb damit rechnen können, wieder ihre Ar-
beitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Service-Angestellte zu erreichen. Die Aufnahme 
einer Verweistätigkeit dürfe ihr für die Zeit vom 1. November bis Ende 2016 nicht zugemutet 
werden, sondern es sei in dieser Periode von einem IV-Grad von 50% auszugehen. Aufgrund 
des vorbestehenden Bezugs einer Witwenrente der AHV bestehe deshalb bereits ab November 
2015 Anspruch auf eine ganze IV-Rente.  

 
D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 12. August 2020 auf Abweisung der Be-
schwerde. Zur Begründung brachte sie unter Verweis auf die Einschätzung ihres regional-ärztli-
chen Dienstes (RAD) vor, dass der Versicherten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe-
ginns sechs Monate nach Eingang der IV-Anmeldung per November 2015 die Ausübung einer 
Tätigkeit als kaufmännische Sachbearbeiterin wieder vollständig zumutbar gewesen sei.  

 
E. Mit Replik vom 6. November 2020 liess die Beschwerdeführerin geltend machen, dass 
nicht auf die Beurteilung des RAD abgestellt werden könne, weil hiervon abweichende Stellung-
nahmen insbesondere seitens der behandelnden Ärzte bestünden. Sowohl der Kreisarzt der 
Suva als auch die behandelnden Ärzte hätten bestätigt, dass sie im massgebenden Zeitraum zu 
lediglich 50% arbeitsfähig gewesen sei. 

 
F. Mit Duplik vom 1. Dezember 2020 machte die IV-Stelle geltend, dass auch der Kreisarzt 
der Suva in seiner Stellungnahme vom 6. Mai 2015 zum Schluss gekommen sei, dass keine 
strukturell-objektivierbaren Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten. Diese Einschätzung habe der 
Kreisarzt der Suva am 5. November 2015 bestätigt. Vor diesem Hintergrund sei er davon ausge-
gangen, dass keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen habe. Der RAD habe 
sich zu Recht auf diese Beurteilung abgestützt.  

 

 
 
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G. Mit Eingabe vom 10. Dezember 2020 liess die Beschwerdeführerin geltend machen, die 
Aussage des Kreisarztes habe sich lediglich auf unfallbedingte Befunde bezogen. Der RAD habe 
deshalb zu Unrecht auf seine Beurteilung abgestellt. Aufgrund des mittlerweile eingegangenen 
Gutachtens von Dr. B.____ vom 8. Oktober 2020 stehe ausserdem fest, dass die kreisärztliche 
Beurteilung hinsichtlich der Unfallkausalität falsch gewesen sei. Umso weniger dürfte sich die IV-
Stelle auf die zuvor ergangene Beurteilung ihres Kreisarztes abstützen. Ihre Arbeitsunfähigkeit 
sei schliesslich durch diverse Arztzeugnisse ausgewiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht   i n   E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 29. Juni 2020 ist demnach einzutreten.  
 
2. Zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist dabei jener 
Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2020 entwi-
ckelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Der 
Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

 
 
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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15, E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310, E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93, E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen 
Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-statten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

 
 
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Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 
125 V 351, E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351, E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465, E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351, E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
5.1 Zwischen den Parteien ist unbestritten geblieben, dass der Versicherten seit ihrer Arth-
roskopie-Operation am 16. Januar 2017 infolge einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit (IV-Dok 50, 
60) eine ganze IV-Rente zusteht. Nach Lage der Akten ebenso unbestritten wie unzweifelhaft 
geblieben ist die Tatsache, dass ab 1. Oktober 2017 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100% zu 
attestieren war (IV-Dok 57, S. 1). Mit Blick Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenver-
sicherung (IVV) vom 17. Januar 1961, wonach eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu be-
rücksichtigen ist, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und 
voraussichtlich weiterhin andauern wird, steht der Versicherten mithin für das ganze Jahr 2017 
eine ganze IV-Rente zu. Nachdem ihr in der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2020 ent-
sprechend ab Januar 2017 bis Ende Dezember 2017 eine ganze Rente zugesprochen worden 
ist, steht demnach einzig zur Diskussion, ob und in welcher Höhe die Beschwerdeführerin in der 
Periode zwischen 1. November 2015 bis Ende 2016 Anspruch auf eine IV-Rente besitzt.  
 
5.2 Die IV-Stelle begründete ihre Leistungszusprache erst ab Januar 2017 unter Hinweis auf 
die Stellungnahme des RAD vom 12. November 2018 (IV-Dok 68, S. 7) damit, dass die Ausübung 
einer Tätigkeit als kaufmännische Sachbearbeiterin sechs Monate nach Eingang der IV-
Anmeldung vom 26. Mai 2015 wieder vollständig zumutbar gewesen sei. Dieser Ansicht kann 
nicht gefolgt werden. Aus der von ihr zitierten RAD-Beurteilung geht hervor, dass seit dem Un-
tersuchungszeitpunkt durch den Kreisarzt der Suva im Januar 2015 eine durchgehend unlimitierte 
Arbeitsfähigkeit lediglich vorstellbar wäre (IV-Dok 68, S. 7). Auf eine derart vage Einschätzung 
kann nicht abgestellt werden. Daran ändert auch nichts, dass sich der RAD bei seiner Einschät-
zung auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht der Suva vom 28. Januar 2015 berufen hat 
(IV-Dok 9.88). Daraus geht zwar hervor, dass die Versicherte im Bürobereich aktuell vollständig 
arbeitsfähig sei. Nichts desto trotz erweist sich der Verweis des RAD auf diese kreisärztliche 
Beurteilung als nicht stichhaltig. Der Kreisarzt geht nämlich bereits einen Monat später in seiner 
Untersuchung vom 27. Februar 2015 davon aus, dass die Versicherte aufgrund einer eingetrete-
nen Verschlechterung der Schmerzproblematik sowohl im Büro- als auch im Servicebereich le-
diglich noch zu 50% arbeitsfähig sei (IV-Dok 9.98, S. 4 f.). Entscheidend ist nun allerdings ohnehin 
erst die Zeit ab November 2015 (oben, Erwägung 5.1). In diesem Zusammenhang führt die IV-

 
 
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Stelle einzig aus, dass die externen klinischen Untersuchungen bis zur kreisärztlichen Abschluss-
untersuchung am 5. November 2015 (IV-Dok 27.7) keine Befunde ergeben hätten, welche die 
der Versicherten noch zumutbare Arbeitsfähigkeit eingeschränkt hätten. Dieser Einschätzung ist 
entgegen zu halten, dass sich die kreisärztliche Beurteilung vom 5. November 2015 einzig auf 
unfallbedingte Einschränkungen bezogen hat. Lediglich aber immerhin ergibt sich aus diesem 
kreisärztlichen Untersuchungsbericht aber auch, dass aktuell noch bestehende Beschwerden al-
lenfalls auf krankhaft bedingte Umstände zurückzuführen seien (IV-Dok 27.7, S. 3 f.). Der Kreis-
arzt scheint anlässlich seiner Untersuchung mit anderen Worten demnach davon ausgegangen 
zu sein, dass sehr wohl andauernde Beschwerden vorhanden waren, welche die Versicherte da-
mals noch eingeschränkt haben. Auch wenn im Zeitpunkt seiner kreisärztlichen Untersuchung 
vom Fehlen einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen war, kann heute mithin nicht 
der Schluss gezogen werden, die Versicherte sei aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht 
überwiegend wahrscheinlich wieder vollständig arbeitsfähig gewesen. Gegen eine solche 
Schlussfolgerung spricht ausserdem der Umstand, dass das Kantonsgericht mit Urteil vom 9. 
Januar 2020 festgehalten hat, dass Zweifel an den kreisärztlichen Untersuchungsergebnissen 
der Suva bestehen, weshalb die versicherungsinternen Einschätzungen der Kreisärzte nicht 
überzeugen könne. Weil die Suva den medizinischen Sachverhalt nur unvollständig abgeklärt 
hatte, verbietet es sich, für den nunmehr hier im Streit stehenden Anspruch auf IV-Leistungen auf 
die schon damals als ungenügend taxierten Einschätzungen der Kreisärzte abzustellen. 
 
5.3 Gegen die Sichtweise der IV-Stelle spricht andererseits aber auch die Einschätzung des 
behandelnden Hausarztes, der für die hier interessierende Periode ab November 2015 eine 
durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert hat (Suva-Dok 198). Zudem ist auch der be-
handelnde Orthopäde bereits im Juli 2015 davon ausgegangen, dass die Versicherte infolge ihrer 
schulterbedingten Schmerzproblematik keine volle Arbeitsleistung mehr im Büro zu erbringen in 
der Lage, sondern vorerst ebenfalls nur im Umfang von lediglich 50% arbeitsfähig ist (Suva-Dok 
127). Dasselbe ergibt sich schliesslich auch aus den Verlaufskontrollen der behandelnden Neu-
rologin (Suva-Dok 163). Von besonderer Relevanz sind nun aber vor allem die aus der durch die 
Suva veranlassten externen Exploration der Versicherten durch Dr. B.____ resultierenden Unter-
suchungsergebnisse. Aus dessen Gutachten vom 8. Oktober 2020 geht hervor, dass die Versi-
cherte seit dem Unfallereignis vom 8. Juni 2014 an durchgehenden Schulterbeschwerden gelitten 
habe. Dieser Umstand spiegle sich im Verlauf der Arbeitsfähigkeit wider, wonach bereits seit 
Februar 2015 bis hin zur Operation Mitte Januar 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestanden 
habe (a.a.O., S. 33). In seinen Schlussfolgerungen kommt der Gutachter zum Schluss, dass so-
wohl die erlittene Pulley- als auch SLAP-Läsion an der rechten Schulter mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit auf den erlittenen Unfall zurückzuführen seien (a.a.O., S. 35, ad Ziffer 7.3.4), und 
diese Läsionen die Ursachen der nachfolgenden Beschwerden darstellen würden (a.a.O., S. 33). 
Daraus ergibt sich zweierlei: Einerseits erweisen sich die kreisärztlichen Einschätzungen, auf 
welche sich der RAD und mit ihm nunmehr auch die IV-Stelle gestützt haben, als unzutreffend, 
weil sie zu Unrecht eine fortbestehende Unfallkausalität der Schulterbeschwerden verneint ha-
ben. Andererseits attestiert auch der von der Suva beauftragte externe Gutachter durchgehend 
und in Übereinstimmung mit den vorab zitierten Einschätzungen der behandelnden Ärzte bereits 
ab Februar 2015 bis Mitte Januar 2017 ebenfalls eine nur hälftige Arbeitsfähigkeit der Versicher-
ten. Allfällige Gründe, welche gegen die Einschätzung von Dr. B.____ sprechen würden, sind 

 
 
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keine ersichtlich (oben, Erwägung 4.3). Entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffassung 
ist demnach sechs Monate nach der IV-Anmeldung für die Zeit ab November 2015 bis Januar 
2017 zweifellos von einer noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von lediglich 50% auszuge-
hen. 
 
6. Die erwerblichen Auswirkungen dieser gesundheitlichen Einschränkung sind zwischen 
den Parteien zu Recht ebenfalls unbestritten geblieben. Bei einer identischen Grundlage sowohl 
beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen (Lohnstrukturerhebung LSE 2016, Tabelle T17, 
Bürokräfte und verwandte Berufe, Frauen, Fr. 5'894.—) resultiert in Anlehnung an den Prozent-
vergleich ab November 2015 mithin ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Infolge des ausgewie-
senen Bezugs einer Witwenrente besitzt die Versicherte gemäss Art. 43 IVG demnach bereits ab 
1. November 2015 bis 31. Dezember 2017 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Die Beschwerde 
ist bei diesem Ergebnis gutzuheissen.  
 
7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest, welche 
gemäss § 20 Abs. 3 VPO der IV-Stelle als unterliegende Partei aufzuerlegen sind. Der geleistete 
Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin demnach zurückzuerstatten.  
 
7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Beschwerdefüh-
rerin deshalb eine Parteientschädigung zuzusprechen. Diese ist der IV-Stelle aufzuerlegen, wel-
che die materiell unterlegene Gegenpartei ist (BGE 127 V 107 E. 6b und Urteil des Bundesge-
richts vom 20. Oktober 2008, 9C_806/2007, E. 5). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
hat in seiner Honorarnote vom 18. Dezember 2020 für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
einen angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstandenden 
Zeitaufwand von insgesamt neun Stunden und 20 Minuten geltend gemacht, welcher praxisge-
mäss mit Fr. 250.— pro Stunde zu entgelten ist. Die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen 
im Umfang von Fr. 134.— sind ebenfalls angemessen. Damit ist der Beschwerdeführerin eine 
Parteientschädigung für das vorliegende Beschwerdeverfahren in der Höhe von insgesamt Fr. 
2'657.30 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
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Demgemäss wird   e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle vom 
27. Mai 2020 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwer-
deführerin vom 1. November 2015 bis 31. Dezember 2017 Anspruch auf 
eine ganze Rente der IV besitzt.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.— wird der Be-
schwerdeführerin zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'657.30 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) auszurichten.