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**Case Identifier:** c5bf2b41-4a6a-5ac7-8837-569a90f09294
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.04.2016 200 2015 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-63_2016-04-28.pdf

## Full Text

200 15 63 IV und
200 15 64 IV (2)
SCP/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. April 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________ 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 5. und 19. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene und aus … stammende, 1995 in die Schweiz eingereiste 
und zuletzt (bis November 2005) als … angestellte A.________ (nachfol-
gend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich im Dezember 
2005 unter Hinweis auf die Folgen einer bei einem Sturz im Mai 2005 zu-
gezogenen Verletzung des linken Ellbogens bei der Eidgenössischen Inva-
lidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern, 
[nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 1; 2 S. 8; 44 S. 1). 
Die IVB holte die Akten des Unfallversicherers (C.________) ein (act. II 
12), beinhaltend u.a. einen Bericht über die kreisärztliche Abschlussunter-
suchung von Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie (act. II 12 S. 15 
ff.), und tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Zudem gewähr-
te sie dem Versicherten Berufsberatung (act. II 36). Ab Sommer 2006 wur-
de dem gemäss eigenen Angaben in den 90er-Jahren während des 
Bosnienkrieges in einem Kriegsgefangenenlager gefangen gehaltenen und 
gefolterten Versicherten wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung 
(PTBS) bzw. andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II 40 S. 3), woraufhin die 
IVB die beruflichen Massnahmen abschloss (act. II 43) und bei Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regiona-
ler Ärztlicher Dienst (RAD), einen Untersuchungsbericht (act. II 53) einhol-
te. Darin attestierte die RAD-Ärztin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für 
sämtliche Tätigkeiten (S. 3). Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 
20. März 2008 (act. II 57) sprach die IVB dem Versicherten rückwirkend ab 
Mai 2006 eine halbe und ab Juli 2006 eine ganze Invalidenrente zu, welche 
im Oktober 2009 revisionsweise bestätigt wurde (act. II 66). Ferner richtete 
ihm die C.________ für die unfallbedingten Beeinträchtigungen am Ellbo-
gen ab August 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 13% eine Invalidenrente 
sowie eine auf einer Integritätseinbusse von 10% basierende Integritäts-
entschädigung aus (Verfügung vom 15. August 2007 [act. II 49 S. 2 ff.]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 3

B. 

Im Mai 2012 leitete die IVB eine weitere Revision von Amtes wegen ein 
(act. II 72). Sie zog erwerbliche und medizinische Berichte bei, führte eine 
Befragung des Versicherten durch (act. II 80) und holte bei der RAD-Ärztin 
Dr. med. E.________ einen ärztlichen Bericht (act. II 84) respektive einen 
Untersuchungsbericht ein (act. II 85). Ferner veranlasste sie aufgrund eines 
im … 2012 erfolgten anonymen Hinweises, wonach der Versicherte putzen 
gehe (act. II 94), eine Observation (Beweissicherung vor Ort [BvO; act. II 
89]), welche im Zeitraum zwischen Dezember 2013 und April 2014 statt-
fand (S. 2). Nachdem die IVB die Observationsunterlagen den RAD-Ärzten 
Dres. med. F.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, Physikalische 
Medizin und Rehabilitation FMH sowie Tropenmedizin und Reisemedizin 
FMH, und E.________ zur Beurteilung vorgelegt (act. II 90 f.) und den Ver-
sicherten mit den Ergebnissen der BvO konfrontiert hatte (act. II 95), sistier-
te sie mit Verfügung 21. August 2014 (act. II 93) die Rentenzahlungen per 
sofort. Ferner stellte sie mit Vorbescheid vom 28. August 2014 (act. II 97) 
bei einem Invaliditätsgrad von 12% die rückwirkende Aufhebung der Rente 
per 30. November 2013 sowie die Rückforderung der für die Zeit ab 1. De-
zember 2013 zu Unrecht bezogenen Leistungen in Aussicht. Dagegen liess 
der Versicherte Einwand erheben und Berichte der behandelnden Ärzte 
einreichen (act. II 113), woraufhin die IVB bei Dr. med. E.________ eine 
Stellungnahme einholte (act. II 122). Nachdem das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern eine gegen die sofortige Rentensistierung erhobene Be-
schwerde (act. II 112 S. 3 ff.) mit (unangefochten gebliebenem) Urteil vom 
5. November 2011 (richtig: 2014 [act. II 120]) abgewiesen hatte, hob die 
IVB mit Verfügung vom 5. Dezember 2014 (act. II 123) – wie im Vorbe-
scheid angekündigt – die Invalidenrente rückwirkend per 30. November 
2013 auf. Mit weiterer Verfügung vom 19. Dezember 2014 (act. II 124) for-
derte sie für die Zeit vom 1. Dezember 2013 bis 31. August 2014 zu viel 
erbrachte Rentenleistungen im Betrag von insgesamt Fr. 5‘202.-- (9 Mona-
te à Fr. 578.--) zurück. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 4

C.

Gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2014 liess der Versicherte, vertre-
ten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 22. Januar 2015 
Beschwerde erheben (Verfahren IV 200 2015 63) und folgende Rechtsbe-
gehren stellen: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. Dezember 2014 sei 
aufzuheben.

2. a. Dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze Invalidenrente aus-
zurichten.

b. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Beschwer-
degegnerin zurückzuweisen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit weiterer und gleichentags datierter Eingabe liess der Versicherte auch 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Dezember 2014 erheben (Ver-
fahren IV 200 2015 64). Er stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Rückerstattungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 19. De-
zember 2014 sei aufzuheben.

2. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen.

3. Das vorliegende Verfahren sei bis zum Entscheid über die Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde betreffend die Verfügung der Beschwerde-
gegnerin vom 5. Dezember 2014 zu sistieren. Nach Wiederaufnahme 
des Verfahrens sei dem Beschwerdeführer Frist zur Beschwerdeergän-
zung anzusetzen. 

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

In der Begründung betreffend die Beschwerde gegen die Verfügung vom 
5. Dezember 2014 macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 
die im Rahmen der Observation getroffenen Feststellungen dienten wegen 
ihrer sehr beschränkten Aussagekraft nicht der Untermauerung der seitens 
der Beschwerdegegnerin vorgebrachten erheblichen Verbesserung des 
Gesundheitszustandes (S. 8, Art. 8). Mit Bezug auf den Untersuchungsbe-
richt von Dr. med. E.________ wisse der unterzeichnende Anwalt aus ei-
gener Erfahrung, dass ein zielorientiertes Gespräch mit dem 
Beschwerdeführer nur unter erschwerten Umständen erreicht werden kön-
ne, sodass mit Blick auf die 70minütige, knappe Dauer der Untersuchung 

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Zweifel an deren Fundiertheit aufkämen. Während Dr. med. E.________ im 
Jahre 2007 den behandelnden Fachleuten noch zugestimmt und klarerwei-
se eine vollständige Arbeitsunfähigkeit festgestellt habe – und überdies zu 
einer sehr negativen Prognose gelangt sei –, komme sie in den Berichten 
vom 8. April 2014 zu gänzlich anderen Befunden und stelle eine Verbesse-
rung fest. Die vom RAD attestierte, massive Verbesserung des psychi-
schen Gesundheitszustandes widerspreche auch den Einschätzungen der 
behandelnden Psychiaterin, med. pract. G.________, Fachärztin für Psych-
iatrie und Psychotherapie FMH, und des Hausarztes, Dr. med. 
H.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, welche noch im Jahr 2012 
festgehalten hätten, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers nicht 
verbessert habe. Angesichts dieser unterschiedlichen Ansichten der Fach-
personen sei eine unabhängige Begutachtung angezeigt, zumal die behan-
delnden Ärzte an ihrer Einschätzung in den Berichten vom 19. und 
22. September 2014 (Akten des Beschwerdeführers, [act. I], 6 f. und act. II 
113 S. 15 ff.) festhielten (S. 8 f., Art. 9). Auch nennten die RAD-Berichte 
keine Erklärung dafür, warum sich der Zustand des Beschwerdeführers 
unverhofft in diesem Ausmass gebessert habe. Weiter nehme die RAD-
Ärztin keine Stellung zur Diagnose der andauernden Persönlichkeitsände-
rung nach Extrembelastung (S. 9, Art. 9). Indem die Beschwerdegegnerin 
zudem formalistisch argumentiere, es seien die PTBS-Diagnosekriterien 
nicht erfüllt – deren Vorhandensein nicht abgeklärt worden und überdies 
nicht zwingend sei –, verletze sie den Untersuchungsgrundsatz (S. 11, Art. 
10). Sodann werde nicht dargetan, inwiefern der Beschwerdeführer Leis-
tungen zu Unrecht erwirkt habe und seiner Meldepflicht nicht nachgekom-
men sein soll, weshalb die Voraussetzungen gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b 
IVV nicht erfüllt seien (S. 13, Art. 9), womit auch die angefochtene Rücker-
stattungsverfügung – welche sich inhaltlich auf die am 5. Dezember 2014 
unzulässigerweise verfügte rückwirkende Renteneinstellung stütze – auf-
zuheben sei (vgl. Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Dezember 
2014, S. 3, Art. 2).

Mit Verfügung vom 26. Januar 2015 vereinigte der Instruktionsrichter die 
Verfahren IV 200 2015 63 und IV 200 2015 64 und wies die übrigen Verfah-
rensanträge des Beschwerdeführers, soweit anderslautend, ab. 

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Mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2015 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerden. 

Mit Replik vom 24. März 2015 hält der Beschwerdeführer an den be-
schwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest und bestätigt im Wesentli-
chen seine bisherigen Standpunkte. Ergänzend macht er geltend, er und 
seine Lebenspartnerin seien am … Opfer einer Gewaltattacke seitens sei-
ner ehemaligen Lebenspartnerin geworden. Diese Eskalation sei ebenfalls 
gesundheitsrelevant und eine weitergehende Abklärung sei auch in dieser 
Hinsicht angezeigt (S. 9, Art. 20). 

Mit Duplik vom 24. April 2015 hält die Beschwerdegegnerin an ihren 
Rechtsbegehren und Standpunkten fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit seinen An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerden einzutreten. 

1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 5. Dezember 2014 (act. II 
123 [rückwirkende Renteneinstellung]) sowie 19. Dezember 2014 (act. II 
124 [Rückforderung]). Streitig und zu prüfen ist die Aufhebung der Invali-
denrente per Ende November 2013 sowie, ob der Beschwerdeführer bezo-
gene Leistungen zurückerstatten muss.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Zu prüfen ist zunächst die Rechtmässigkeit der mit Verfügung vom 5. De-
zember 2014 (act. II 123) per Ende November 2013 revisionsweise erfolg-
ten Rentenaufhebung.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 8

2.1.2 Invalidenversicherungsrechtlich kommt es nicht auf die Diagnose, 
sondern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die 
Arbeitsfähigkeit hat. Massgebend ist in erster Linie der lege artis erhobene 
psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Wird 
eine 'ICD-10 F'-kodierte psychiatrische Diagnose gestellt, ist für die 
Nachvollziehbarkeit der Diagnosefindung für die rechtsanwendenden 
Behörden erforderlich, dass der Gutachter oder die Gutachterin wenigstens 
kurz darlegt, welche der charakterisierenden Kriterien inwiefern und wie 
ausgeprägt gegeben sind (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. 
März 2016, 9C_634/2015, E. 6.1; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 9

ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 

2.3.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

2.3.5 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der 
Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt rückwirkend 
vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn die 
unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der 
Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 
831.201) zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88bis Abs. 
2 lit. b IVV in der bis 31. Dezember 2014 gültigen und vorliegend 
massgeblichen Fassung). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 10

3.

3.1 Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 20. März 2008 
(act. II 57) sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab Mai 
2006 eine halbe bzw. ab Juli 2006 eine ganze Invalidenrente zu, welche mit 
Revisionsverfügung vom 5. Dezember 2014 (act. II 123) rückwirkend auf-
gehoben wurde. Die Verfügung vom 20. März 2008 beruht auf einer umfas-
senden Prüfung der anspruchserheblichen Tatsachen, was auf die 
Mitteilung vom 15. Oktober 2009 (act. II 66) nicht zutrifft, weshalb sie nicht 
als Referenzzeitpunkt in Frage kommt (vgl. E. 2.3.4 vorne). Massgebende 
Vergleichszeitpunkte im vorliegenden Revisionsverfahren bilden demnach 
die Verfügung vom 20. März 2008 und die nunmehr angefochtene Verfü-
gung vom 5. Dezember 2014. 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 20. März 2008 (act. II 57) präsen-
tierte sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Wesentli-
chen wie folgt: 

3.2.1 Im zu Handen der C.________ erstellten Bericht vom 29. Novem-
ber 2005 zur ärztlichen Abschlussuntersuchung (act. II 12 S. 15 ff.) dia-
gnostizierte Dr. med. D.________ einen Status nach Sturz von der Leiter 
am 11. Mai 2005 mit Kontusion Thorax links und Radiusköpfchenfraktur 
links sowie einen Status nach Heckkollision am 26. Juli 2005 mit tem-
porären Cervicocephalgien (S. 19). Der Beschwerdeführer sei einerseits 
eine differenzierte, anderseits aber auch schwer zu greifende Persönlich-
keit, die multipelste Beschwerden beklage, sich ständig mit einem Unglück 
konfrontiert sehe. Er fühle sich weiterhin nicht voll arbeitsfähig. Er habe 
seine Gesundheit verloren. Er – Dr. med. D.________ – sehe lediglich in 
Bezug auf den linken Ellbogen bleibende Schäden. Die Beschwerden in 
Bezug auf die Heckkollision liessen sich nicht organisch strukturellen Läsi-
onen zuordnen (S. 21). Nicht zumutbar seien schwere mechanisch belas-
tende Arbeiten, die linksseitig durchgeführt werden müssten. Es entfielen 
damit Arbeiten auf dem Bau wie auch die ehemalige Tätigkeit der …. Das 
Heben und Tragen von Gewichten repetitiv über 20kg hinaus sei kontra-
produktiv. Auch Arbeiten, die mit repetitiver Umwendebeweglichkeit sowie 

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mit zusätzlicher Gewichtsbelastung und Druck einhergingen, seien auszu-
schliessen, ebenso wie Tätigkeiten mit Vibrationsexposition (S. 19). 

3.2.2 Mit Bericht vom 21. März 2007 (act. II 40 S. 2 ff.) hielt med. pract. 
G.________ als psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit eine komplexe PTBS (ICD-10 F43.1), eine andauernde Persönlich-
keitsänderung nach Extrembelastung mit paranoider 
Persönlichkeitsentwicklung mit histrionischen und impulsiven Zügen (ICD-
10 F62.0), eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F32.1) sowie einen Verdacht auf eine beginnende wahnhafte 
Störung (ICD-10 F22.0) fest (S. 2). Von psychischer Seite ergebe sich seit 
Herbst 2005 eine progrediente Verschlechterung, die seit Sommer 2006 
aus fachärztlicher Sicht zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Die psy-
chischen Beschwerden übten einen Einfluss auch auf die Alltagsbewälti-
gung aus, so dass der Beschwerdeführer in diesen Bereichen ebenfalls 
Einbussen erlitten habe. Um persönliche Aufgaben zu verrichten, benötige 
er viel mehr Zeit, meide Gesellschaft, fahre nur noch selten mit seinem 
Auto (S. 3). Von psychischer Seite sei infolge des aktuellen Zustandsbildes 
auch eine angepasste Arbeit in einem geschützten Rahmen nicht indiziert. 
Eine niederschwellige Arbeit, bei welcher der Beschwerdeführer das Ar-
beitspensum sowie das Arbeitstempo bestimmen könne, sei durchführbar 
(S. 4).

3.2.3 Im Untersuchungsbericht vom 21. November 2007 (act. II 53) dia-
gnostizierte die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ in psychiatrischer Hin-
sicht eine komplexe PTBS (ICD-10 F43.1), eine andauernde 
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung mit paranoider Persönlich-
keitsentwicklung mit impulsiven Zügen, eine depressive Störung gegenwär-
tig schwere Episode (ICD-10 F33.1) sowie eine wahnhafte Störung (ICD-10 
F22.0 [S. 2]). Der Beschwerdeführer habe während der ganzen Untersu-
chung in erster Linie über seine Kriegserlebnisse berichtet. Er sei … … und 
im Zuge des Balkankrieges offensichtlich in eine Art Konzentrationslager 
gekommen. Er habe Verhältnisse geschildert, welche eindeutig Folterun-
gen körperlicher, demütigender Art inklusive sexueller Übergriffe beinhalte-
ten. Er habe sich immer wieder in den Schilderungen des Krieges verloren. 
Es sei nicht gelungen, ihn auf ein anderes Thema zu fokussieren (S. 1). 

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Der Beschwerdeführer habe an sich keine Beschwerden in dem Sinn schil-
dern können, weil seine Beschwerden die seien, dass er ununterbrochen in 
seiner „Welt der Kriegserlebnisse“ lebe und in seiner Art zu erzählen prak-
tisch nicht im Hier und Jetzt anwesend sei. Auch nach mehrmaligen Versu-
chen sei es nicht gelungen, mit ihm konkret an einem anderen Thema zu 
bleiben. Bei Versuchen darauf zu bestehen, sei er nur irritiert und noch 
psychotischer geworden (S. 2). Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit für sämtliche Tätigkeiten. Der Gesundheitszustand sei in einem Aus-
mass, in einer Schwere und in einer Ausprägung vorhanden, wo es 
unwahrscheinlich sei, dass es jemals noch zu einer relevanten Besserung 
kommen werde (S. 3). 

3.3 Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung vom 20. März 
2008 und der hier angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2014 (vgl. 
E. 3.1 vorne) präsentiert sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen 
wie folgt: 

3.3.1 Im Bericht vom 17. Juli 2012 (act. II 76) hielt Dr. med. H.________ 
fest, der (somatische) Gesundheitszustand sei stationär (S. 1). 

3.3.2 Med. pract. G.________ bezeichnete mit Bericht vom 14. Novem-
ber 2012 (act. II 78) den psychischen Gesundheitszustand bei gleich ge-
bliebenen Diagnosen ebenfalls als stationär (S. 1). Da sich der 
Beschwerdeführer von seiner langjährigen Freundin getrennt habe, sei es 
in den letzten Monaten zeitweise zu verstärkten posttraumatischen und 
wahnhaften Symptomen gekommen (S. 2). Der Beschwerdeführer sehe 
zudem Feinde und fühle sich bedroht. Eine Integrierung in den Arbeits-
markt sei weiterhin nicht zumutbar (S. 3). 

3.3.3 Im Untersuchungsbericht vom 8. April 2014 (act. II 85) nannte die 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ keine die Arbeitsfähigkeit einschränken-
den psychiatrischen Diagnosen mehr. Unter Diagnosen ohne Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie Folgendes fest: „Manipulative 
Persönlichkeitszüge sind nicht sicher ausschliessbar, paranoide Züge sind 
nicht mehr vorhanden im Vergleich zu 2007 RAD-Untersuchung, St. post 
depressiver Episode, remittiert, St. post wahnhafter Störung“ (S. 16).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 13

In der aktuellen Untersuchung fänden sich keine Befunde, welche einer 
Depression, Angststörung oder Zwangsstörung entsprächen. Der Be-
schwerdeführer habe immer wieder lächeln können, solange man nicht von 
der Eventualität einer beruflichen Wiedereingliederung gesprochen habe. 
Die geschilderten Aktivitäten in der Freizeit (vgl. S. 13) sprächen zudem 
auch gegen eine Antriebsstörung, wie sie im Rahmen von verschiedenen 
psychiatrischen Störungen beständen, zum Beispiel einer Depression. 
Auch fänden sich keine Hinweise für einen gesteigerten Antrieb und erhöh-
te Impulsivität sowie verminderte Frustrationstoleranz. Es beständen auch 
keine Sinnestäuschungen und keine Ich-Störungen. Was Befunde aus dem 
Wahnspektrum anbelange, so sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
seine Schilderungen von Anbeginn so gestaltet habe, dass er seine Sicht-
weise zum Entstehen der Veränderungen in Ex-Jugoslawien dargelegt ha-
be. Er habe keine Angaben gemacht, dass er sich hier verfolgt fühle. Die 
Art und Weise, wie klar und formal geordnet er das ganze Gespräch über 
habe denken und formulieren können, habe eher den Eindruck erweckt, 
dass er in der Gesprächsführung immer die Führung habe übernehmen 
wollen mit dem Ziel, von Themen wie berufliche Eingliederung abweichen 
oder ablenken zu wollen (S. 16). Was die Frage nach einer PTBS-
Symptomatik anbelange sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer an-
lässlich der Untersuchung über Albträume berichtet, aber umgekehrt sehr 
ausführlich über den Bosnienkrieg gesprochen habe. Im Gegensatz zu 
2007 sei er diesmal aus dem Thema ablenkbar gewesen und habe keine 
formalen Denkstörungen oder mit an überwiegender Wahrscheinlichkeit 
grenzende wahnhafte Befunde gezeigt. Dass der Beschwerdeführer ange-
sichts von Kriegserlebnissen Albträume haben könne, sei durchaus mög-
lich. Eine hintergründige PTBS-Symptomatik sei damit nicht 
ausschliessbar, jedoch habe diese den Beschwerdeführer bis zu seinem 
Unfallereignis im 2005 nicht an der Arbeitsfähigkeit behindert. Dass sich 
aus den Albträumen eine Einschränkung im Sinne einer erhöhten Tages-
müdigkeit oder Schläfrigkeit ergebe, könne an Hand der Verhaltensbeob-
achtung, der Befunde und der geschilderten Alltagsaktivitäten 
ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer habe anlässlich der aktuel-
len Untersuchung auch keine Hinweise auf dissoziative Phänomene oder 
Hyperarousal gezeigt. Er habe eine breite Palette an Gefühlen zeigen kön-
nen und keine Neigungen zu impulsiven Zügen präsentiert. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 14

Klinisch habe sich in dieser RAD-Untersuchung ein anderes Bild und eine 
andere Befundlage als 2007 im Sinne einer Verbesserung und besseren 
Stabilität des psychischen Zustandes gezeigt, wofür auch die Schilderun-
gen des Beschwerdeführers zur Alltagsaktivität und seinen gelebten inter-
aktionellen Kontakten passten. Anlässlich der aktuellen Untersuchung 
könne daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr eine 
Diagnose mit wahnhaften, paranoiden Befunden gestellt werden.

Medizinisch-theoretisch bestehe zeitlich keine Einschränkung im Zumut-
barkeitsprofil. Dass der Beschwerdeführer seit Jahren einer Erwerbstätig-
keit fern sei, müsse einer Dekonditionierung vom Arbeitsprozess 
zugeordnet werden, welche nach Angewöhnung an einen Arbeitsprozess 
üblicherweise überwindbar sei. Hinsichtlich interaktioneller Kontakte könnte 
es sinnvoll sein, wenn er nicht ausgerechnet mit Personen aus Kulturen 
von Ex-Jugoslawien zusammenarbeiten müsste. Allerdings sei er fähig zur 
Impulskontrolle und Frustrationstoleranz und erkenne die Folgen seines 
Tuns, sodass an sich auch diesbezüglich die Einschränkungen relativiert 
werden könnten. Medizinisch-theoretisch seien seinen schulischen Fähig-
keiten entsprechende Tätigkeiten im Freien, nicht so sehr in „Büroteams“, 
zumutbar (S. 17). 

3.3.4 Im Bericht vom 4. Juni 2014 (act. II 90) hielt der RAD-Arzt Dr. med. 
F.________ fest, gemäss C.________-Profil seien dem Beschwerdeführer 
aus somatischer Sicht leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztags zumut-
bar, dies bei einer repetitiven Gewichtsbelastung bis 10kg, keinen Arbeiten 
über Schulterhöhe mit dem linken Arm, keinen Belastungen am extendier-
ten linken Arm, ohne Schaufeln, Pickeln etc. Es lägen in der Zwischenzeit 
keine Berichte vor, welche dieses Zumutbarkeitsprofil in Frage stellten. Die 
im Observationsmaterial festgestellten praktischen Arbeiten dokumentier-
ten sogar Tätigkeiten, die über dieses Zumutbarkeitsprofil hinausgingen 
(S. 2). 

3.3.5 Im ärztlichen Bericht vom 5. Juni 2014 (act. II 91) nahm Dr. med. 
E.________ zu den Observationsunterlagen Stellung und hielt fest, man 
sehe, dass der Beschwerdeführer völlig unauffällig öffentliche Verkehrsmit-
tel benutzen könne; man sehe keine Verhaltensweisen, die auf ein Sich-
verfolgt-fühlen hinweisen würden; auch zeigten die längeren Autofahrten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 15

dass sich der Beschwerdeführer orientieren und konzentrieren könne. Fer-
ner sprächen die Aufnahmen im Kasernenareal gegen eine PTBS. Die 
Verbesserung des Gesundheitszustandes sei ab dem Beginn der Observa-
tion (19. Dezember 2013) sichtbar ausgewiesen (S. 2).  

3.3.6 Mit zu Handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ver-
fasstem Bericht vom 22. September 2014 (act. II 113 S. 16 ff.) hielt med. 
pract. G.________ als Diagnosen eine komplexe PTBS bei einer andau-
ernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sowie wahnhafter 
Störung fest. Die depressive Störung sei inzwischen remittiert (S. 16 f.). 
Beim Beschwerdeführer bestehe hingegen weiterhin eine PTBS. Auch 
wenn Dr. med. E.________ im April 2014 beobachtet habe, dass der Be-
schwerdeführer ausführlich über den Bosnienkrieg berichtet habe und et-
was leichter als früher von diesem Thema ablenkbar gewesen sei, 
schlössen diese beiden Beobachtungen eine PTBS nicht aus. Auch der 
Umstand, dass er oft mit zumindest teilweiser militärischer Kampfbeklei-
dung auftauche oder der Vereidigung des Sohnes seiner Freundin beim 
Schweizer Militär beiwohne, schliesse eine PTBS nicht aus. Das Fehlen 
von formalen Denkstörungen und wahnhaften Befunden dienten zudem 
nicht zur Diagnoseerhebung einer PTBS. Obwohl ein Vermeidungsverhal-
ten häufig vorliege, beobachte man bei manchen Traumapatienten immer 
wieder eine fast selbstzerstörerische Konfrontation mit Situationen, die ih-
nen ihr Leiden verschlimmern und ihre Erinnerung an die traumatisierenden 
Momente wachrütteln würden. Zudem beständen beim Beschwerdeführer 
weiterhin Symptome wie Flashbacks, Hyperarousal, Dissoziationen, Alb-
träume und Depersonalisation sowie eine vegetative Übererregtheit mit 
Vigilanzsteigerung. Aufgrund der langen Behandlungsjahre zeigten sich 
gewisse Verbesserungen, doch beständen weiterhin Symptome, die die 
Diagnose einer PTBS rechtfertigten. Auch bestehe beim Beschwerdeführer 
weiterhin eine wahnhafte Störung. Er glaube fest an seine Verschwörungs-
theorie(n), wie es zum Krieg in Bosnien gekommen sei, sei davon ausge-
hend sehr schnell auch in internationalen aktuellen 
Verschwörungstheorien, von welchen er wieder auf die nationale Ebene 
Bosniens zurückkomme (S. 17). Aufgrund dieser weiter bestehenden Dia-
gnose einer wahnhaften Störung, auf dem Boden einer PTBS, mit immer 
wiederkehrenden verbalen und nicht verbalen Ausbrüchen, beurteile sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 16

den Beschwerdeführer in der freien Marktwirtschaft als nicht arbeitsfähig 
(S. 18). 

3.3.7 Dr. med. H.________ hielt mit Bericht vom 19. September 2014 
(act. II 113 S. 15) fest, der psychische und somatische Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers habe sich seit 2001 (Beginn der ärztlichen Betreu-
ung) nicht verändert. 

3.3.8 Mit Bericht vom 2. Dezember 2014 (act. II 122) äusserte sich Dr. 
med. E.________ zu den Voraussetzungen der PTBS im Allgemeinen und 
zu deren konkreten Vorliegen im Besonderen, wobei sie festhielt, dass so-
wohl aufgrund der eigenen Untersuchung wie auch gestützt auf das Obser-
vationsmaterial die Diagnose der PTBS nicht gestellt werden könne (S. 3). 

3.3.9 Med. pract. G.________ hielt mit zu Handen des Rechtsvertreters 
verfasstem Bericht vom 15. Januar 2015 (act. II 128 S. 22) fest, Dr. med. 
E.________ definiere die Diagnose der PTBS zu eng und übersehe, dass 
das Vermeidungsverhalten zur Diagnosestellung nicht wesentlich sei. 

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 17

kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem 
externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie 
den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen 
und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen 
verfügt. Auf das Ergebnis von RAD-Berichten kann nicht abgestellt werden, 
wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
bestehen (Entscheid des BGer vom 3. Oktober 2014, 8C_197/2014, 
E. 4.2). 

Schliesslich hängt der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten 
Gutachtens wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Be-
weisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht (Ent-
scheid des BGer vom 28. Oktober 2014, 9C_459/2014, E. 2). 

3.5 Der (ohne Kenntnis der Observationsunterlagen erstellte) Untersu-
chungsbericht von Dr. med. E.________ vom 8. April 2014 (act. II 85) erfüllt 
die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4.2 vor-
ne) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Er ist 
nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind überzeugend begründet. 
Insbesondere setzt sich die RAD-Ärztin detailliert und kritisch mit dem psy-
chopathologischen Befund und dem Schweregrad der Symptomatik (vgl. 
E. 2.1.2 vorne) auseinander und bezieht sich sodann auch explizit auf das 
Beweisthema einer potentiell revisionsrelevanten Änderung des Gesund-
heitszustandes (vgl. E. 3.4.2 vorne). 

3.5.1 Im Untersuchungsbericht vom 21. November 2007 (act. II 53) hatte 
Dr. med. E.________ festgehalten, im Gespräch zeige sich rasch, dass die 
Themen des Beschwerdeführers ausschliesslich um die Vergangenheit und 
die Kriegserlebnisse kreisten. Die Art und Weise, wie er das berichte zeige, 
dass er nicht im Hier und Jetzt anwesend sei. Im Psychostatus sei der Be-
schwerdeführer bewusstseinseingeengt. Situativ sei er nur soweit orientiert, 
dass es sich hier um ein Gespräch in der IV handle, aber worum genau es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 18

gehe erkenne er nicht. Dies sei ihm krankheitsbedingt nicht möglich. Die 
Auffassung und Konzentration seien gestört. Das Abstraktionsvermögen 
sei aufgehoben. Sein formales Denken sei schwerst beeinträchtigt, inhalt-
lich paranoid, teilweise psychotisch paranoid, jedenfalls ausschliesslich auf 
die Themen der Vergangenheit eingeengt. Der Beschwerdeführer sei nicht 
in die Gegenwart abholbar. Die Gedächtnisfunktionen seien – soweit sie 
die Erlebnisse von damals beträfen – in Ordnung, darüber hinaus jedoch 
nicht explorierbar. Befürchtungen und Ängste seien paranoid psychotischer 
Art, in mehrfacher Weise vorhanden und deutlich ausgeprägt. Der Be-
schwerdeführer halluziniere nicht, habe aber paranoide Wahnideen sowie 
eine schwere Ich-Störung im Sinne von Derealisation, Depersonalisation 
und Dissoziation. Der Beschwerdeführer sei nicht schwingungsfähig und in 
der Grundstimmung schwer depressiv. Eine andere Stimmung sei gar nicht 
erkennbar (S. 2). 

In sehr deutlichem Kontrast dazu präsentierten sich anlässlich der Untersu-
chung vom 3. April 2014 eine in jeder Hinsicht weitgehend blande Befund-
lage (vgl. act. II 85 S. 14 f.) und keine Hinweise auf nennenswerte 
Aktivitäts- und Partizipationsstörungen (vgl. Mini-ICF-Rating, S. 15). Insbe-
sondere war der Beschwerdeführer gemäss Dr. med. E.________ im Un-
terschied zur Untersuchung im November 2007 vom Thema „Bosnienkrieg“ 
ablenkbar und zeigte keine formalen Denkstörungen oder wahnhaften Be-
funde mehr (S. 17). Auch schilderte der Beschwerdeführer diverse Akti-
vitäten, die seine Tage füllten (S. 13). Weiter verfügt der Beschwerdeführer 
gemäss der RAD-Ärztin über umfassende Ressourcen wie körperliche 
Stärke, ein derzeit funktionierendes soziales Umfeld und Wegefähigkeit; er 
kann Autofahren, ist geistig nicht eingeschränkt und die Depression ist voll 
remittiert (act. II 84 S. 14). Vor diesem Hintergrund überzeugt ihre Schluss-
folgerung, wonach sich der Gesundheitszustand seit der letzten Untersu-
chung gebessert hat und derzeit keine sich auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirkende psychiatrische Diagnose nach ICD-10 mehr explorierbar ist. 

3.5.2 Die von Dr. med. E.________ festgestellte Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes wird durch die im Rahmen der (unbestrittenermassen 
rechtmässig erfolgten) BvO gemachten Beobachtungen und Filmaufnah-
men bzw. durch das darin dokumentierte Verhalten untermauert, sind doch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 19

auf den Aufnahmen keinerlei Einschränkungen sichtbar, welche Rück-
schlüsse auf die von den behandelnden Ärzten und vom Beschwerdeführer 
geltend gemachten invalidisierenden somatischen und psychischen Be-
schwerden erlauben: Die zwischen dem 19. Dezember 2013 und dem 
3. April 2014 und damit über einen repräsentativen Zeitraum hin erfolgten 
Observationen belegen, dass es dem Beschwerdeführer entgegen seinen 
Angaben gegenüber der Beschwerdegegnerin im August 2013 (act. II 80 
S. 2) offenbar ohne weiteres möglich ist, bei jeder Gelegenheit Auto zu 
fahren. Auch die linke Hand konnte er entgegen seinen Angaben (S. 1) 
jederzeit und ohne erkennbare Schwierigkeiten für verschiedenste Funktio-
nen einsetzen. So zeigen die Videosequenzen vom 22. und 24. Januar 
2014 auf, dass der Beschwerdeführer in Kooperation mit anderen Perso-
nen selbst schwere Tätigkeiten wie Abbrucharbeiten und das Herumtragen 
schwerer Gegenstände zu verrichten in der Lage ist und dabei seine bei-
den Arme und Hände ohne Schonung oder sichtbaren Leidensdruck einzu-
setzen vermag, welche Beobachtungen mit seiner offenbar festen 
Überzeugung, zu keiner Erwerbstätigkeit fähig zu sein (vgl. act. II 84 S. 14), 
nicht in Einklang zu bringen sind. Ferner zeigt sich der Beschwerdeführer – 
nicht nur am Telefon – auch äusserst kommunikativ und gestikulierend. 
Insbesondere korrespondiert sein in sämtlichen Videosequenzen gezeigtes 
Verhalten nicht mit seinem Vorbringen gegenüber der Beschwerdegegne-
rin, seit dem Unfall vom Mai 2005 nicht mehr dieselbe Person zu sein, wo-
bei ihn die Angst einfach „verrückt“ mache (act. II 80 S. 3), bewegt sich der 
Beschwerdeführer doch ohne sichtbare Einschränkungen im öffentlichen 
Raum. Gänzlich in Widerspruch zu den geltend gemachten wahnhaften 
Verfolgungsängsten und der ausgestandenen Lagerhaft mit Folter durch … 
… steht sein Verhalten auf dem Areal der Kaserne … am …, wobei er mit-
ten unter Zivil- und Militärpersonen den Einmarsch von militärischen Grup-
pen bejubelt und beklatscht. Dr. med. E.________ hielt hierzu im ärztlichen 
Bericht vom 5. Juni 2014 denn auch fest, Traumatisierte mieden alles und 
jede Situation, welche sie an das Trauma erinnerten, wohingegen der Be-
schwerdeführer kein Vermeidungsverhalten zeige, wie es für Kriegstrauma-
tisierte zu erwarten wäre (vgl. act. II 91 S. 2; 126 S. 3). 

3.5.3 Aus dem Dargelegten folgt zweierlei: Erstens sind die vom Be-
schwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin gemachten Aussagen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 20

mindestens teilweise als unwahr oder unvollständig zu qualifizieren und es 
muss geschlossen werden, dass er seine körperlichen und psychischen 
Einschränkungen gravierender darstellt, als sie tatsächlich sind. Zweitens 
lässt das in den Filmaufnahmen dokumentierte Verhalten keine Einschrän-
kungen erkennen: Soweit die RAD-Ärzte Dres. med. E.________ und 
F.________ den Beschwerdeführer deshalb in einer angepassten Tätigkeit 
als voll arbeitsfähig einschätzten, ist dies auch vor dem Hintergrund der 
Ergebnisse der BvO ohne weiteres nachvollziehbar. 

3.6 Was der Beschwerdeführer unter Bezugnahme auf die Berichte 
der behandelnden Ärzte dagegen vorbringt, ändert daran nichts: 

3.6.1 Zunächst trifft es zwar zu, dass die behandelnden Ärzte med. 
pract. G.________ und Dr. med. H.________ im Jahr 2012 einen unverän-
derten Gesundheitszustand festgehalten haben (vgl. act. II 76; 78). Da in-
des vorliegend eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ab 
Dezember 2013 zur Diskussion steht, kann der Beschwerdeführer aus die-
sen Berichten nichts zu seinen Gunsten ableiten.

3.6.2 Soweit Dr. med. H.________ sodann in seinem Bericht vom 
19. September 2014 (act. II 113 S. 15) geltend macht, der Gesundheitszu-
stand des Beschwerdeführers habe sich seit 2001 nicht verändert und sich 
dabei auch auf den (vorliegend einzig strittigen) psychischen Gesundheits-
zustand bezieht, ist festzuhalten dass dieser Arzt nicht über eine Fachaus-
bildung als Psychiater verfügt und seine Einschätzung nicht weiter 
begründet. Somit kommt seiner Einschätzung insofern kein Beweiswert zu. 

3.6.3 Ferner attestiert die seit Jahren behandelnde Psychiaterin med. 
pract. G.________ dem Beschwerdeführer auch weiterhin eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit „in der freien Marktwirtschaft“ und begründet dies mit 
einer wahnhaften Störung auf dem Boden einer PTBS (act. II 113 S. 18). 

Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass die Beurteilung der Auswir-
kungen eines Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit entgegen der 
offenbaren Auffassung von med. pract. G.________ vor dem Hintergrund 
des ausgeglichenen, nicht des konkreten Arbeitsmarktes zu erfolgen hat 
(zum Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes, vgl. BGE 138 V 457 E. 
3.1 S. 459). Im Weiteren anerkennt auch sie, dass die depressive Störung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 21

welche im Jahr 2007 noch vorgelegen habe, in der Zwischenzeit remittiert 
sei. Auch räumt die behandelnde Psychiaterin ein, dass aufgrund „der lan-
gen Behandlungsjahre“ sich mit Bezug auf die PTBS gewisse Verbesse-
rungen zeigten, weshalb die von ihr weiterhin postulierte gänzliche 
Arbeitsunfähigkeit schon insoweit nicht überzeugt. Im Weiteren lassen ihre 
Berichte vom 22. September 2014 (act. II 113 S. 16 ff.) und 15. Januar 
2015 (act. II 128 S. 22) eine ausführliche, detaillierte und objektivierte Er-
hebung des psychopathologischen Befundes vermissen bzw. es wird für 
die Diagnosestellung massgebend auf die subjektiven Befindlichkeitsanga-
ben des Beschwerdeführers abgestellt. Sodann geht aus den nämlichen 
Berichten nicht hervor, ob und wenn ja inwieweit med. pract. G.________ 
die Ergebnisse der Ende 2013/Anfangs 2014 durchgeführten Observation 
vorlagen. Jedenfalls lassen sie jegliche Kommentierung der Filmaufnah-
men, welche auf weitgehend uneingeschränkte Ressourcen zur Überwin-
dung der geltend gemachten Beschwerden hinweisen (vgl. E. 3.5.2 vorne), 
vermissen und die im Bericht vom 22. September 2014 attestierte 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten erweist sich vor dem Hinter-
grund des im Rahmen der BvO dokumentierten Verhaltens des Beschwer-
deführers als nicht nachvollziehbar. 

Im Weiteren macht med. pract. G.________ geltend, Dr. med. E.________ 
definiere die diagnostischen Voraussetzungen für die PTBS zu eng. Na-
mentlich sei ein Vermeidungsverhalten, das eine Wiedererinnerung an das 
Trauma hervorrufen könne, für die Diagnosestellung nicht erforderlich (act. 
II 128 S. 22). Mit ihrer Kritik übersieht die behandelnde Psychiaterin in 
grundsätzlicher Hinsicht, dass Dr. med. E.________ keinerlei Befunde 
mehr erheben konnte, welche überwiegend wahrscheinlich auf eine PTBS 
schliessen liessen. Dem Kriterium des Vermeidungsverhaltens kam somit 
zum vornherein keine konstitutive Bedeutung zu. Davon abgesehen, ist es 
mit Dr. med. E.________ nicht nachvollziehbar, dass eine angeblich unter 
einer invalidisierenden PTBS leidende kriegstraumatisierte Person ausge-
rechnet ein militärgeprägtes Umfeld aufsucht und sich dabei sichtlich wohl 
fühlt. In Anbetracht der filmisch dokumentierten und insoweit aufschlussrei-
chen Gefühlslage des Beschwerdeführers erscheint es – worauf auch die 
RAD-Ärztin hinweist (vgl. act. II 122 S. 3) – auch nicht plausibel, dass die-
ser, wie die behandelnde Psychiaterin geltend macht, eine entsprechende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 22

Konfrontation „in selbstzerstörerischer Weise“ (act. II 113 S. 17) gesucht 
hätte. Soweit med. pract. G.________ schliesslich geltend macht, das von 
Dr. med. E.________ befundete Verhalten – insbesondere die bessere 
Ablenkbarkeit vom Thema „Bosnienkrieg“ – schliesse eine PTBS nicht aus, 
verkennt sie, dass der Nachweis für den Wegfall oder die Minderung eines 
Gesundheitsschadens im revisionsrechtlichen Kontext lediglich, aber im-
merhin, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
erfolgen hat. Zwar schloss auch Dr. med. E.________ eine „hintergründige“ 
PTBS-Symptomatik nicht aus (act. II 85 S. 17), hielt aber fest, dass mit 
Blick auf die Befundlage sowie in Anbetracht der Tatsache, dass der Be-
schwerdeführer bis ins Jahr 2005 arbeitsfähig war, keine die Arbeitsfähig-
keit einschränkende PTBS mehr diagnostizierbar sei. Mit diesen 
überzeugenden Ausführungen ist der Wegfall der nämlichen Diagnose 
rechtsgenüglich bzw. überwiegend wahrscheinlich erstellt. Schliesslich 
vermögen die Ausführungen der behandelnden Psychiaterin auch insofern 
nicht zu überzeugen, als aus der Schilderung von (als solche bezeichne-
ten) Verschwörungstheorien direkt auf das Vorliegen einer wahnhaften 
Störung geschlossen wird (act. II 113 S. 17). Diesbezüglich hat Dr. med. 
E.________ schlüssig ausgeführt, warum ihrer Einschätzung nach keine 
Befunde aus dem Wahnspektrum mehr zu erheben seien, bzw. dass in den 
ausführlichen, klar und formal geordneten Schilderungen des Beschwerde-
führers rund um die Veränderungen in Ex-Jugoslawien ein Instrument der 
Gesprächsführung zu erkennen sei, um vom Thema der beruflichen Ein-
gliederung abzulenken (vgl. act. II 85 S. 16). Diese Einschätzung leuchtet 
gerade auch mit Blick auf die Ergebnisse der Observation durchaus ein. 

3.6.4 Auch die übrigen, in der Beschwerde vom 22. Januar 2015 und in 
der Replik vom 24. März 2015 vorgebrachten Einwände vermögen den 
Beweiswert der Einschätzungen von Dr. med. E.________ nicht zu schmä-
lern: 

Soweit der Beschwerdeführer die Begutachtungsdauer von 70 Minuten 
kritisiert (Beschwerde, S. 8, Art. 9), verkennt er, dass der Aussagegehalt 
einer Expertise zuvorderst davon abhängt, ob sie inhaltlich vollständig und 
im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies – wie hier – zu, ist die 
Untersuchungsdauer rechtsprechungsgemäss nicht entscheidend. Im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 23

Weiteren hat 
Dr. med. E.________ ihre unterschiedlichen Schlussfolgerungen im 
Vergleich zu jenen im Untersuchungsbericht vom 21. November 2007 (act. 
II 53) ausführlich und überzeugend begründet, wobei sie dies in Kenntnis 
der Berichte der behandelnden Ärzte tat (vgl. act. II 85 S. 11). Zwar mag es 
zutreffen, dass Dr. med. E.________ im November 2007 eine schlechte 
Prognose gestellt und eine Besserung als unwahrscheinlich, indes nicht als 
ausgeschlossen beurteilt hat (vgl. act. II 53 S. 3). Selbst jedoch, wenn man 
diese Prognose retrospektiv in Frage stellen wollte, vermöchte dies nicht 
den Beweiswert des hier massgebenden Untersuchungsberichts vom 
8. April 2014 zu schmälern, zumal es im Wesen von (medizinischen) 
Prognosen liegt, dass sie eintreffen können oder nicht und die fragliche 
Prognose über sechseinhalb Jahre zurückliegt. Im Weiteren gereicht es Dr. 
med. E.________ nicht zum Vorwurf, dass sie nicht explizit nach dem 
Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung geforscht hat 
(Beschwerde, S. 9, Art. 9), da für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die 
Befundlage und die gezeigte Symptomatik massgebend ist, welche dem 
Gesagten zufolge bescheiden sind respektive sich erheblich gebessert 
haben. Auch entbehrt die Kritik, die Einhaltung von Diagnosekriterien sei 
formalistisch (vgl. Beschwerde, S. 11), einer rechtlichen Grundlage, ist es 
gegenteils doch gerade die Pflicht eines Gutachters, die Diagnose anhand 
der entsprechenden Kriterien zu validieren (vgl. E. 2.1.2 vorne). Sodann 
greift der Vorwurf des Beschwerdeführers, es fehle mit Bezug auf die 
Aspekte des sozialen Lebens an einer sachverhaltlichen Vergleichsbasis, 
da diese Umstände im Jahre 2007 gar nicht erhoben worden seien (Replik, 
S. 2 f., Art. 11), ins Leere: Tatsächlich waren diese Faktoren anlässlich der 
Untersuchung im November 2007 krankheitsbedingt gar nicht explorierbar, 
hielt Dr. med. E.________ hierzu doch fest, es sei nicht gelungen, den 
Beschwerdeführer auf ein anderes Thema als jenes des Bosnienkrieges zu 
fokussieren (act. II 53 S. 1 f.). Im Unterschied dazu war der 
Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung im April 2014 vom 
besagten Thema ablenkbar, woraus Dr. med. E.________ – im Verbund 
mit weiteren Aspekten – denn auch eine wesentliche Besserung der 
Beschwerdensymptomatik abgeleitet hat (act. II 85 S. 17). Ferner ist der 
Einwand, die im Rahmen der BvO gefilmten Tätigkeiten entsprächen keiner 
eigentlichen Erwerbstätigkeit (Beschwerde, S. 6, Art. 7), unbehelflich, steht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 24

doch vorliegend ein Revisionsgrund im Sinne eines gebesserten 
Gesundheitszustandes zur Diskussion und wird mit den Videosequenzen 
dokumentiert, dass der Beschwerdeführer dem bereits Dargelegten zufolge 
in leistungsmässiger Hinsicht über weitaus grössere Ressourcen verfügt, 
als er selber behauptet bzw. als sie durch die Berichte der behandelnden 
Ärzte attestiert werden (vgl. E. 3.5.2 vorne). Davon abgesehen, hat der 
Beschwerdeführer im Revisionsfragebogen angegeben, auch keinen 
unentgeltlichen Arbeiten nachzugehen (vgl. act. II 72 S. 3). Schliesslich 
bleibt festzuhalten, dass der vom Beschwerdeführer geltend gemachte 
Angriff vom … durch seine Ex-Partnerin gegen ihn und seine jetzige 
Lebenspartnerin nach dem hier massgebenden und sich bis zum 
5. Dezember 2014 erstreckenden Überprüfungszeitraum erfolgte, weshalb 
dieses neue Sachverhaltselement vorliegend unberücksichtigt zu bleiben 
hat. 

3.6.5 Insgesamt zeigen die Berichte der behandelnden Ärzte keine 
Aspekte auf, welche durch die Dres. med. E.________ und F.________ 
unberücksichtigt geblieben wären, weshalb sie auch keine – auch nur ge-
ringen – Zweifel am Beweiswert deren Berichte zu begründen vermögen 
(vgl. E. 3.4.2 vorne). Der rechtserhebliche Sachverhalt erweist sich dem-
nach als hinreichend und rechtskonform abgeklärt, womit der Anspruch auf 
rechtliches Gehör nicht verletzt wurde (vgl. Beschwerde, S. 11, Art. 10) und 
es entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers keines weiteren 
medizinischen Gutachtens bedarf. 

3.7

3.7.1 Aus dem Dargelegten folgt, dass mit dem durch Dr. med. 
E.________ erstellten Untersuchungsbericht und den durch sie beurteilten 
Ergebnissen der BvO eine Änderung in den tatsächlichen bzw. medizini-
schen Verhältnissen im Sinne einer Verbesserung des psychischen Ge-
sundheitszustandes respektive seiner Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit und somit ein Revisionsgrund ausgewiesen ist (vgl. 
E. 2.3.2 vorne). Im Rahmen des diesfalls allseitig zu prüfenden Rentenan-
spruchs (vgl. E. 2.3.3 vorne) ist weiter festzustellen, dass in psychischer 
Hinsicht kein die Arbeitsfähigkeit beeinflussender Gesundheitsschaden 
mehr vorliegt (act. II 85 S. 16). In somatischer Hinsicht sind dem Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 25

schwerdeführer gemäss Bericht von Dr. med. F.________ vom 4. Juni 
2014 (act. II 90 S. 2) schwerere Arbeiten zuzumuten, als dies im Zumutbar-
keitsprofil der C.________ festgehalten worden sei. Anzufügen ist, dass 
sich das von Dr. med. F.________ erwähnte Zumutbarkeitsprofil (leichte 
bis mittelschwere Arbeiten ganztags, bei einer repetitiven Gewichtsbelas-
tung bis 10kg, keinen Arbeiten über Schulterhöhe mit dem linken Arm, kei-
nen Belastungen am extendierten linken Arm sowie ohne Schaufeln, 
Pickeln etc.) – soweit ersichtlich – nicht in den Akten befindet bzw. das von 
Dr. med. D.________ am 29. November 2005 erstellte Zumutbarkeitsprofil 
leicht davon abweicht (vgl. act. II 12 S. 19). Auf eine Aktenergänzung kann 
indes verzichtet werden, da der Beschwerdeführer in Anbetracht der in den 
Filmaufnahmen aufgezeichneten Arbeiten sowie gestützt auf die Stellung-
nahme von Dr. med. F.________ (act. II 90 S. 2) offensichtlich schwerere 
Arbeiten (z.B. auch Pickeln) zu verrichten in der Lage ist, als in den vorge-
nannten Zumutbarkeitsprofilen definiert. Davon abgesehen besteht auf-
grund der Akten – auch unter Ausblendung der Observationsergebnisse – 
kein Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht 
angepasste (mindestens leichte bis mittelschwere) Tätigkeiten zeitlich un-
eingeschränkt ausüben kann. 

3.7.2 Gestützt auf diese medizinisch-theoretischen Prämissen ist nach-
folgend der Invaliditätsgrad (Art. 16 ATSG) zu bestimmen: 

Indem der Beschwerdeführer nach seiner Einreise in die Schweiz lediglich 
eine (kurzfristige) Festanstellung bzw. mehrere Temporäranstellungen in-
nehatte (vgl. act. II 40 S. 4; 43 S. 2), ist das Valideneinkommen praxis-
gemäss aufgrund von Tabellenlöhnen gemäss Schweizerischer 
Lohnstrukturerhebung (LSE) zu ermitteln (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 
S. 30). Da er sodann über keinen anerkannten Berufsabschluss in der 
Schweiz verfügt (vgl. act. II 16), ist für die Bestimmung des ohne Gesund-
heitsschaden theoretisch erzielten Einkommens grundsätzlich auf Tabelle 
TA1, Wert Total, Anforderungsniveau 4, Männer der LSE 2010 bzw. auf 
Tabelle TA1, Wert Total, Kompetenzniveau 1, Männer der LSE 2012 (zu 
deren grundsätzlichen Anwendbarkeit auch in Revisionsfällen vgl. Ent-
scheid des BGer vom 4. April 2016, 9C_632/2015 [zur Publikation vorge-
sehen], E. 2.5.7) abzustellen und der so erhaltene Wert per 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 26

Verfügungszeitpunkt (5. Dezember 2014) der nominalen Teuerung anzu-
passen (vgl. Entscheid des BGer vom 10. Mai 2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5). 
Weil das Invalideneinkommen – unter Zugrundelegung einer vollschichtig 
zumutbaren angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.7.1 vorne) – vorliegend basie-
rend auf denselben Tabellenwerten zu ermitteln ist, erübrigt sich eine ge-
naue Bezifferung der Vergleichseinkommen bzw. entspricht der 
Invaliditätsgrad einem allfälligen leidensbedingten Abzug, welcher höchs-
tens 25% betragen darf (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; Entscheid des BGer 
vom 24. Juli 2014, 8C_450/2014, E. 7.3). 

3.7.3 Beträgt demnach der Invaliditätsgrad maximal 25%, hat die Be-
schwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint. 

3.8 Sodann ist der Zeitpunkt der Renteneinstellung zu prüfen: 

Aufgrund der Ergebnisse der BvO (act. II 89) sowie der gestützt darauf er-
folgten ärztlichen Einschätzungen (act. II 90 f.) ist überwiegend wahr-
scheinlich erstellt, dass der verbesserte Gesundheitszustand bzw. der 
Revisionsgrund spätestens im Dezember 2013, mithin im Zeitpunkt der 
ersten Überwachung, vorlag. Dies stellte eine entscheidende, der Melde-
pflicht unterliegende Änderung in den rechtserheblichen Tatsachen dar, 
wobei der Beschwerdeführer gehalten gewesen wäre, von sich aus die 
Beschwerdegegnerin zu informieren (Art. 77 IVV). Die entsprechende Un-
terlassung ist denn auch kausal für die in der Folge unrichtige Leistungs-
ausrichtung. Nachdem der Beschwerdeführer zudem in der Mitteilung vom 
15. Oktober 2009 (act. II 66) ausdrücklich auf die Meldepflicht hingewiesen 
worden war und er im Revisionsfragebogen gegenüber der Beschwerde-
gegnerin angegeben hatte, auch keiner freiwilligen Arbeit nachzugehen 
(act. II 72 S. 3), ist schliesslich auch das für den Tatbestand der Melde-
pflichtverletzung erforderliche schuldhafte Fehlverhalten ohne weiteres zu 
bejahen (Entscheid des BGer vom 29. Oktober 2012, 9C_245/2012, 
E. 4.1). 

Die rückwirkende Renteneinstellung per Ende November 2013 (act. II 123 
S. 4) gestützt auf Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV ist somit nicht zu beanstanden 
(vgl. E. 2.3.5 vorne) und die Beschwerde insoweit abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 27

4.

Zu prüfen ist schliesslich die Rechtmässigkeit der Rückforderung über 
Fr. 5‘202.-- für die im Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis 31. August 2014 
erbrachten Rentenleistungen (act. II 124). 

4.1

4.1.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 
25 Abs. 1 Satz 1 ATSG). Die Voraussetzung für eine Rückforderung ist bei 
einer Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben, falls sie gemäss 
Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend erfolgt (BGer 9C_245/2012, E. 5.1.1). 
Ein Rückkommenstitel im Sinne einer Wiedererwägung oder einer 
prozessualen Revision gemäss Art. 53 ATSG ist diesfalls nicht erforderlich 
(vgl. Entscheid des BGer vom 22. April 2013, 8C_127/2013, E. 5). 

4.1.2 Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jah-
res, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, 
spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der 
einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG).

4.2 Wie in E. 3.8 vorne ausgeführt, stellte die Beschwerdegegnerin die 
Rentenleistungen zu Recht gestützt auf Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV 
rückwirkend per Ende November 2013 ein. Somit ist hinsichtlich der im 
Zeitraum von Dezember 2013 bis August 2014 weiterhin ausgerichteten 
Rentenleistungen grundsätzlich ein Rückforderungsanspruch gegeben (vgl. 
E. 4.1.1 vorne). 

Nachdem die Beschwerdegegnerin das Observationsmaterial den RAD-
Ärzten Dres. med. F.________ und E.________ zur Beurteilung vorgelegt 
(act. II 90 f.) und den Beschwerdeführer am 18. August 2014 mit den 
Ergebnissen der BvO konfrontiert hatte, sistierte sie mit Verfügung vom 
21. August 2014 (act. II 93) die Rentenzahlungen per sofort. Mit 
Vorbescheid vom 28. August 2014 (act. II 97) stellte die 
Beschwerdegegnerin sodann die Rückforderung der für die Zeit ab 1. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 28

Dezember 2013 erbrachten Rentenleistungen in Aussicht. Da bei der Rück-
forderung unrechtmässig bezogener Leistungen der Invalidenversicherung 
der Erlass des Vorbescheids rechtsprechungsgemäss als fristwahrend gilt 
(BGE 133 V 579 E. 4.3.1 S. 584; SVR 2011 IV Nr. 52 S. 156 E. 2) und es 
ausreichend ist, wenn die Rückforderung als solche ausreichend präzis 
umschrieben wird (SVR 2011 IV Nr. 52 S. 156 E. 5.1) – was auf den Vor-
bescheid vom 28. August 2014 zutrifft –, erfolgte die Rückforderung inner-
halb der einjährigen Verwirkungsfrist. Gegenteiliges macht auch der 
Beschwerdeführer nicht geltend. 

Sodann bestreitet der Beschwerdeführer die Rückforderung auch in mass-
licher Hinsicht zu Recht nicht und es besteht insoweit kein Anlass für Wei-
terungen (BGE 110 V 48 E. 4a S. 53). Indem schliesslich auch die absolute 
Verwirkungsfrist von fünf Jahren gewahrt ist, ist die Rückforderung nicht zu 
beanstanden. 

4.3 Zusammenfassend besteht die Rückforderungsverfügung zu 
Recht und die dagegen gerichtete Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 29

allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2016, IV/15/63, Seite 30

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.