# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd939dd1-d3eb-54f8-8f7f-615e218981cb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2018 200 2017 1081
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-1081_2018-05-17.pdf

## Full Text

200 17 1081 IV
SCP/REL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2018

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Fuhrer 
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch B.________ GmbH, C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. November 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
Inhaber der im Handelsregister nicht eingetragenen Einzelfirma 
„D.________“ (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin; act. II] 27 S. 3), meldete sich am 12. Dezember 2014 unter Hin-
weis auf eine Multiple Sklerose bei der Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (act. II 1). Die IVB nahm Abklärungen in beruflicher und 
medizinischer Hinsicht vor und liess den Versicherten interdisziplinär in den 
Fachrichtungen Orthopädie, Psychiatrie, Innere Medizin, Neurologie und 
Neuropsychologie begutachten (act. II 29). Gestützt auf das entsprechende 
Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle E.________ (MEDAS) vom 
8. September 2016 (act. II 40.1) und auf einen Abklärungsbericht für 
Selbständigerwerbende vom 28. Oktober 2016 (act. II 44) stellte sie dem 
Versicherten mit Vorbescheid vom 2. November 2016 (act. II 45) die Ab-
weisung des Leistungsbegehrens bei einem rentenausschliessenden Inva-
liditätsgrad (IV-Grad) von 30 % in Aussicht. Damit zeigte sich der Versi-
cherte – vertreten durch die F.________ AG, Advokatin lic. iur. G.________ 
(act. II 46) bzw. durch Rechtsanwalt H.________ (act. II 51) – nicht einver-
standen. Nach Einholen einer Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD [act. II 58]) und des Abklärungsdienstes (act. II 64) verfügte 
die IVB am 8. November 2017 (act. II 65) dem Vorbescheid entsprechend 
und verneinte einen Anspruch auf eine IV-Rente.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 11. Dezember 2017 Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Er beantragt die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung, eine neue Prüfung des Rentenanspruchs mit Be-
messung des IV-Grades von 60 % sowie eventualiter die Durchführung 
eines „neutralen Gutachtens einer Drittperson“. Am 15. Dezember 2017 
reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen und am 5. Januar 2018 
Ergänzungen zur Beschwerde ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde und reichte eine Stellungnahme 
des RAD vom 2. Februar 2018 zu den Akten.

Am 27. März 2018 reichte der Beschwerdeführer – neu vertreten durch die 
B.________ GmbH, C.________ – Schlussbemerkungen ein und präzisier-
te die Rechtsbegehren wie folgt (S. 3): 

1. Die Verfügung vom 8. November 2017 der Beschwerde-
gegnerin sei aufzuheben

2. Dem Beschwerdeführer sei eine Rente der Invalidenver-
sicherung nach IVG anzuerkennen

3. Eventualiter sei ein Obergutachten zu erstellen
4. Subeventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegne-

rin zurück zu weisen
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin

Mit Eingabe vom 19. April 2018 hielt die Beschwerdegegnerin unter Hin-
weis auf eine neue Stellungnahme des RAD vom 17. April 2018 an ihrem 
gestellten Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. 

Im Rahmen der mit „Triplik“ betitelten Schlussbemerkungen vom 30. April 
2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren fest und reich-
te zwei weitere medizinische Berichte zu den Akten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerden einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. November 2017 
(act. II 65). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Ar-
beitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behand-
lung und Eingliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für 
die betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage 
kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen 
Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 
S. 346).

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2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Zur medizinischen Situation des Beschwerdeführers findet sich in 
den Akten Folgendes:

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3.1.1 Der behandelnde Neurologe Dr. med. I.________, Facharzt für 
Neurologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 4. Februar 2015 
(act. II 13) eine Multiple Sklerose. Im Vordergrund ständen eine spastisch-
ataktische Gangstörung sowie eine körperliche Fatigue-Symptomatik (S. 3). 
Dies bedinge eine Stand- und Gangstörung mit eingeschränkter Steh- und 
Gehfähigkeit, aufgrund der Fatigue-Symptomatik nehme dies im Tagesver-
lauf zu, so dass der Beschwerdeführer maximal einen halben Tag arbeits-
fähig sei (S. 3). Stehen und Laufen sei nur noch sehr eingeschränkt zumut-
bar, Tätigkeiten mit Positionswechsel und auch viel Sitzen seien besser 
geeignet und geistige Tätigkeiten seien wahrscheinlich eher gering einge-
schränkt. Somit sei ein Arbeitspensum für Tätigkeiten im Stehen und Lau-
fen maximal fünf Stunden am Tag mit verlangsamter bzw. eingeschränkter 
Leistung zumutbar und es bestehe wahrscheinlich eine bessere Leistungs-
fähigkeit für vorwiegend sitzende und geistige Tätigkeiten.

3.1.2 Im Verlaufsbericht vom 29. Juni 2015 (act. II 18) hielt Dr. med. 
I.________ fest, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 
stationär sei (S. 2). Die spastisch-ataktische Gangstörung verunmögliche 
Arbeiten in stehender und laufender Position, insbesondere in … . Wegen 
der Erschöpfungszustände sei kein volles Pensum mehr möglich, der Ver-
lauf habe gezeigt, dass der Beschwerdeführer noch maximal zu 40 % leis-
tungsfähig sei, wobei keine geistige oder psychische Einschränkungen 
beständen (S. 3). Bei fehlenden Hinweisen für eine kognitive Fatigue soll-
ten vorwiegend sitzende und geistige Tätigkeiten weniger eingeschränkt 
sein, was aber letztlich versucht werden müsse.  

3.1.3 Im interdisziplinären Gutachten vom 8. September 2016 
(act. II 40.1), für welches der Beschwerdeführer orthopädisch, psychia-
trisch, allgemein-internistisch, neurologisch sowie neuropsychologisch un-
tersucht wurde, diagnostizierten die Fachärzte mit Relevanz für die Arbeits-
fähigkeit eine Multiple Sklerose, schubförmig-teilremittierend unter Immun-
modulation (S. 20). Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit seien eine lum-
bale Spondylolisthesis Meyerding I und eine kleine subligamentäre Diskus-
hernie LWK4/5 jeweils ohne Neurokompression, sowie diskrete basale 
Spondylarthrosen beidseits, geringgradige genua valga, Knick-Senk-
Spreizfuss beidseits, ein kleines Konvexitätsmeningeom ohne klinische 

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Relevanz sowie nicht-valide kognitive Minderleistungen in den Bereichen 
Aufmerksamkeit, Neugedächtnis, Exekutivfunktionen, Sprache und Visuo-
konstruktion (S. 20). 

Der neurologische Facharzt Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, 
hielt in seinem Teilgutachten fest, dass anlässlich der gegenwärtigen klini-
schen Untersuchung die in den Akten noch relativ deutlich auffälligen atak-
tischen Störungen nicht in dieser Ausprägung feststellbar seien (S. 13). 
Das unbemerkt beobachtete Gangbild sei völlig flüssig, locker, entspannt 
und es zeige sich ein normales Mitschwingen, normale Schrittlänge, keine 
Steifigkeit oder Ataxie. Auch bei der Ermüdung gebe der Beschwerdeführer 
explizit an, dass eben kein Verschwommen-Sehen, keine Doppelbilder und 
kein unscharfes Sehen bestehe, es werde eher eine Art „Müdigkeit der Au-
gen“ beschrieben ohne eigentliche Sehstörung. Zur Fatigue-Symptomatik 
werde zwar angegeben, dass diese im Tagesverlauf nach ein oder zwei 
Stunden schon beginnen könne, doch sei dies in der klinischen Untersu-
chung, die immerhin drei Stunden lang durchgeführt wurde, nicht aufgefal-
len (S. 14). Insgesamt scheine wohl unter der gegenwärtigen Behandlung 
mit Aubagio, einer konsequenten immunmodulatorischen Therapie ent-
sprechend, als auch unter 4-Aminopyridin (ein auf Fatigue-Symptomatik 
günstig wirkendes Präparat) eine doch deutliche Verbesserung eingetreten 
zu sein, welche die vormals angegebene Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit von 60 % nicht nachvollziehbar mache. Kognitive Beeinträchtigungen 
würden zudem nicht geschildert, respektive fielen nicht auf. Versiche-
rungsmedizinisch könne insbesondere bezüglich der sensomotorischen 
Funktionen, auch der Koordinationsfunktion, allenfalls eine Einschränkung 
für das längere Gehen als denkbar erachtet werden, ein sehr diskretes dis-
tal betontes, nur über den Reflexstatus noch tendenziell feststellbares 
spastisches Zustandsbild links sei noch vorhanden, eine relevante 
Gangstörung gröberer Art sei jedoch nicht feststellbar. Es bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 %. Die gegenwärtige Arbeit in selbst-
ständiger Tätigkeit erscheine diesbezüglich bei flexibler Zeiteinteilung auch 
gut angepasst.

Im internistischen Teilgutachten konnte Dr. med. K.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Prävention und Gesundheits-

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wesen, weder eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, noch 
eine solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen (act. II 40.1 
S. 28). Die Arbeitsfähigkeit sei aus internistischer Sicht nicht eingeschränkt.

Aus orthopädischer Sicht konnte Dr. med. L.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eben-
falls keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben 
(act. II 40.1 S. 35). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine 
lumbale Spondylolisthesis Meyerding I und eine kleine subligamentäre Dis-
kushernie LWK4/5 jeweils ohne Neurokompression, sowie diskrete basale 
Spondylarthrosen beidseits, geringgradige genua valga sowie Knick-Senk-
Spreizfuss beidseits. Sowohl in der angestammten, wie auch in einer an-
gepassten Tätigkeit bestehe eine Leistung von 100 % in einem Zeitpensum 
von 8,5 Stunden pro Tag. Idealerweise arbeite der Beschwerdeführer in 
einer körperlich leichten oder mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit 
zwischen Stehen, Gehen und Sitzen.

Auch Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
konnte in seinem Fachgebiet keine Diagnosen mit oder ohne Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit feststellen und attestierte in der angestammten so-
wie in einer angepassten Tätigkeit eine 100 %ige Leistungsfähigkeit in ei-
ner Präsenzzeit von 8,5 Stunden pro Tag (act. II 40.1 S. 41).

Als neuropsychologische Diagnosen führte lic. phil. N.________, Fachpsy-
chologin für Neuropsychologie in ihrem Teilgutachten vom 29. August 2016 
(act. II 40.3) nicht-valide Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksam-
keit, Neugedächtnis, Exekutivfunktionen, Sprache und Visuokonstruktion 
auf (S. 8). Die Belastbarkeit sei für die Dauer der Untersuchung unauffällig 
gewesen, der Beschwerdeführer habe keine Ermüdungszeichen und kein 
Gähnen oder keinen Leistungsabfall gezeigt (S. 4). Da sich klinisch keine 
Hinweise auf kognitive Schwierigkeiten ergäben, bestehe ein Verdacht auf 
eine Dissimulation. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit entsprächen die 
gezeigten Leistungen nicht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit, die erhal-
tenen Ergebnisse seien invalide (S. 7). Die fehlende Motivation habe der 
Beschwerdeführer mehrfach betont und sei in seinem Verhalten deutlich 
sichtbar gewesen (Verweigern und Abbruch von Aufgaben), die Anstren-
gungsbereitschaft sei damit klar herabgesetzt gewesen.

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In ihrer interdisziplinären versicherungsmedizinischen Beurteilung der 
Funktionen und Arbeitsfähigkeit kamen die Gutachter gemeinsam zum 
Schluss, dass zusammenfassend in der Beurteilung des objektivierbaren 
medizinischen Sachverhaltes auf neurologischem Fachgebiet Funktions-
einschränkungen betreffend die Möglichkeit einer bestehenden Fatigue-
Symptomatik, ein sehr diskretes distal betontes, nur über den Reflexstatus 
noch tendenziell feststellbares spastisches Zustandsbild sowie eine leichte 
sensomotorische Funktionsstörung mit der Koordinationsstörung zu nen-
nen seien, welche einer versicherungsmedizinischen Beurteilung bedürften 
(act. II 40.1 S. 18). Nach Einstellung auf Aubagio und 4-Aminopyridin seien 
keine neuen schubförmigen Ereignisse mehr aufgetreten und der Status sei 
(auch bildgebend) weitegehend identisch geblieben. In Gesamtschau aller 
Fachbereiche dominiere die Beurteilung auf neurologischem Fachgebiet 
und interdisziplinär könne eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 % an-
genommen werden sowohl für die angestammte, wie auch für leidensan-
gepasste Verweistätigkeiten (S. 19). Diese Bewertung gelte mit objektivier-
barer Stabilisierung auch im MRI-Verlauf zumindest überwiegend wahr-
scheinlich ab Mai 2015, mindestens aber ab aktueller Begutachtung 
(S. 21). Relevante Einflüsse von psychiatrischer, orthopädischer und inter-
nistischer Seite seien retrospektiv nicht objektivierbar. 

3.1.4 Im Bericht vom 24. November 2016 (act. II 51 S. 4 f.) wiederholte 
Dr. med. I.________ die Diagnose einer Multiplen Sklerose, schubförmig-
intermittierend und attestierte dem Beschwerdeführer eine 40 %ige Arbeits-
fähigkeit. Das Hauptproblem sei die sogenannte spastisch-ataktische 
Gangstörung, welche einer motorischen Fatigue-Symptomatik („muskuläre 
Erschöpfung“) unterliege, so dass initial das Laufen noch recht gut gehe, 
sich dann aber mit zunehmender Belastung die Gangstörung demaskiere. 
Im MEDAS-Gutachten werde die Gangstörung relativiert, was nicht nach-
vollziehbar sei. Das Setting der Begutachtung sei völlig ungeeignet, um das 
neurologische Problem valide zu erfassen. Zudem sei eine neuropsycholo-
gische Begutachtung ebenfalls ungeeignet, um eine motorische Fatigue zu 
evaluieren. Es sei zusammenfassend nicht nachvollziehbar, wie der Be-
schwerdeführer mit dieser Gangstörung seine Arbeiten als …, beziehungs-
weise im … zu 70 % erfüllen solle.

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3.1.5 Nachdem er vom 8. bis zum 14. Dezember 2016 elektrophysiologi-
sche Untersuchungen durchgeführt hatte, führte Dr. med. I.________ in 
seinem Bericht vom 15. Dezember 2016 (act. II 54 S. 2 f.l = Beschwerde-
beilage [act. IC] 2) aus, dass die Befunde sehr gut mit dem Beschwerdebild 
des Beschwerdeführers mit spastisch-ataktischer Gangstörung mit relevan-
ter motorischer Fatigue-Symptomatik sowie Störung des linken Armes kor-
relierten (S. 3). Die nun erhobenen Befunde erhärteten die Auffassung des 
Beschwerdeführers, dass er seiner Meinung nach ungerecht beurteilt wor-
den sei. Es sei nicht nachvollziehbar, wie dessen Beschwerden bagatelli-
siert würden.

3.1.6 Die RAD-Ärztin Dr. med. O.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie und Fachärztin für Neurologie, fasste ihn ihrem Bericht 
vom 3. Mai 2017 (act. II 58) die vorliegenden medizinischen Akten zusam-
men und hielt fest, dass die von Dr. med. I.________ durchgeführten elek-
tro-physiologischen Messungen lediglich die Diagnose Multiple Sklerose 
stützten, jedoch keine weitere Aussagekraft hätten (S. 7). Wenn der be-
handelnde Neurologe „einen deutlich pathologischen Fatigue-Score für die 
Motorik“ erhoben habe, habe dies für die objektive Leistungsbeurteilung 
keine Bedeutung, da es sich um eine Selbsteinschätzung anhand einer 
Fragebogenerhebung handle. Die MEDAS-Begutachtung habe zu unter-
schiedlichen Erhebungszeitpunkten (vormittags und nachmittags) stattge-
funden und sämtliche so tageszeitunabhängig dokumentierten motorischen 
Leistungen sprächen sowohl gegen die von Dr. med. I.________ behaupte-
te leistungsrelevante spastisch-ataktische Gangstörung als auch gegen die 
behauptete leistungsrelevante Muskelschwäche. Zusammengefasst liege 
sogar eher eine wohlwollende Leistungsbeurteilung der MEDAS und damit 
keine versicherungsmedizinische Gründe für eine erneute neurologische 
Beurteilung vor.

3.1.7 Im Bericht vom 2. August 2017 (Beschwerdebeilage [IA] 8) äusserte 
der behandelnde Neurologe Dr. med. I.________ Kritik an der Stellung-
nahme des RAD vom 3. Mai 2017 (act. II 58). Bezüglich der funktionellen 
Auswirkungen verweise die RAD-Ärztin erneut auf den Neurostatus, wel-
cher ja nur diskrete Auffälligkeiten gezeigt habe (S. 2). Hier sei darauf hin-
zuweisen, dass das Phänomen der motorischen Fatigue in einer klinischen 

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Untersuchung bzw. durch eine Beobachtung einer kurzen Gehstrecke nicht 
valide beurteilt werden könne. Es sei zudem durchaus möglich, dass auch 
Patienten mit Fatigue … könnten, jedoch nicht mehr so ausdauernd wie 
früher. Das MEDAS-Gutachten (act. II 40.1) und die Stellungnahme des 
RAD (act. II 58) seien inakzeptabel, sicher nicht stichhaltig, fehlerhaft und 
machten einen tendenziösen Eindruck. Angesichts der Umstände wäre ein 
Gutachten an einem MS-Zentrum einer neurologischen Universität zu wün-
schen, um eine hinreichende Qualität zu gewährleisten.

3.1.8 In der Stellungnahme vom 2. Februar 2018 (in den Gerichtsakten) 
führte die RAD-Ärztin Dr. med. O.________ aus, dass an der beim Be-
schwerdeführer diagnostizierten Multiplen Sklerose mit intermittierend-
schubförmigem Verlauf unter Immunmodulation keine diagnostischen Zwei-
fel beständen (S. 3). In den kernspintomographischen Verlaufskontrollen 
sei keine Progredienz der Läsionen im Gehirn und auf Rückenmarksebene 
und keine aktiven Herde im Gehirn festgestellt worden. Die vorbeschriebe-
nen Myeloläsionen in Höhe HWK 4/5 bis HWK 5/6 seien in unveränderter 
Ausdehnung beschrieben. Zu den Untersuchungen bei der MEDAS sei der 
Beschwerdeführer an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Uhrzei-
ten jeweils mit dem PKW gefahren. Dass der Beschwerdeführer die gezeig-
ten Leistungen in der Begutachtungssituation habe erbringen können und 
dass er diese Leistungen auch in seiner Freizeit (z.B. beim …) erbringe, 
spreche gesamtheitlich gegen das Vorhandensein einer in Bezug auf das 
Erwerbsleben leistungsrelevanten motorischen Fatigue (S. 4). Hinzu kom-
me, dass er sich den wechselnden Anforderungen einer mehrstündigen 
Begutachtung an verschiedenen Tagen in Folge gut habe anpassen kön-
nen. Zusammengefasst ergäben sich keine neuen medizinischen Ge-
sichtspunkte hinsichtlich der Beurteilung des Leistungsvermögens im ME-
DAS-Gutachten (S. 5).

3.1.9 Der Hausarzt Dr. med. P.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, nahm im Beschwerdeverfahren mit Schreiben vom 2. März 2018 
(Beschwerdebeilage [act. IB] 4, inhaltlich im Übrigen nahezu identisch mit 
seinem Schreiben vom 17. November 2017 zu Handen des früheren 
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers [act. IC 1]) Stellung und führte 
aus, der Beschwerdeführer beklage sich über körperliche und auch geistige 

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Fatigue seit er ihn kenne. Diese sei zugegebenermassen schwierig zu ob-
jektivieren und bedürfe einer umfassenden Exploration durch einen erfah-
renen Untersucher. Bezüglich der Diskussion der Arbeitsfähigkeit sei zu-
dem das wichtige Themenfeld der beim Beschwerdeführer aufgetretenen 
neuropsychologischen Veränderungen nicht oder zu wenig berücksichtigt 
worden. Auf Grund dieser Überlegungen empfehle er eine erneute einge-
hende Exploration durch eine arbitrierende Fachinstanz.

3.1.10 In der Stellungnahme vom 17. April 2018 (in den Verfahrensakten) 
hielt die RAD-Ärztin Dr. med. O.________ fest, dass sich aus den im ver-
waltungsrechtlichen Verfahren neu eingereichten medizinischen Akten kei-
ne neuen versicherungsmedizinisch relevanten Aspekte ergäben (S. 6). 
Seit 2015 habe keine Progredienz der kernspintomographisch nachgewie-
senen Läsionen bestanden und es bestehe in der Gesamtbetrachtung ak-
tuell eine positive Erwerbsprognose (S. 5). Die anlässlich der MEDAS-
Begutachtung gemachten Angaben sprächen mehrheitlich sowohl gegen 
das Vorliegen einer leistungsrelevanten primären MS-Fatigue als auch ge-
gen eine sekundäre Fatigue aus anderen Gründen. Zur Vorbeugung einer 
(leistungsrelevanten) Fatigue sei es dem Beschwerdeführer zudem mög-
lich, sportlich aktiv zu sein als auch eine privaten wie beruflichen Tagesak-
tivitäten einschliesslich Pausen selbstständig zu planen. Prognostisch 
günstig seien zudem der bisher blande Krankheitsverlauf, das Ansprechen 
auf die immunmodulierende Therapie, das Fehlen krankheitswertiger kogni-
tiver und affektiver Störungen, die aktive Krankheitsbewältigung des Be-
schwerdeführers als auch Art und Umfang seiner aktiven Teilhabe in der 
Gemeinschaft (berufliche Arbeitsgestaltung nach Auftragslage, Selbststän-
digkeit bei den alltäglich wiederkehrenden Verrichtungen und in der Haus-
haltsführung, am Wochenende …, …, stabile Partnerschaft) zu werten. Die 
Leistungsbeurteilung im MEDAS-Gutachten sei wohlwollend ausgefallen, 
weil der neurologische Gutachter bei seiner Leistungsbeurteilung bereits 
die Möglichkeit eine Fatigue berücksichtigt habe, obwohl keine objektiven 
Befunde für eine leistungsrelevante Fatigue vorgelegen seien (S. 6).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 8. September 2016 
(act. II 40.1) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (BGE 125 V 351 
E. 3b/ee S. 353). Die Experten haben in Kenntnis der gesamten medizini-
schen Akten in jeder Fachdisziplin eine ausführliche Anamnese (Hauptgut-
achten Neurologie S. 6 ff., Allgemeine Innere Medizin S. 25 f., Orthopädie 
S. 29 ff., Psychiatrie S. ff., und Teilgutachten Neuropsychologie act. II 40.3 
S. 2) und die objektiven Befunde (Hauptgutachten S. 10 f., S. 27, S. 31 ff., 
S. 38 f. und Teilgutachten S. 3 ff.) erhoben. In der Beurteilung haben sich 
alle Gutachter zu den Befunden geäussert und die Diagnosen nachvoll-
ziehbar begründet. Alle im Gutachten enthaltenen Feststellungen beruhen 
damit auf eigenen Abklärungen der Sachverständigen und sind in Kenntnis 
der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerun-
gen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, umfassend und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 14

einlässlich begründet. Schliesslich stehen auch die verschiedenen Teilbe-
urteilungen untereinander in Übereinstimmung und die Erkenntnisse der 
Gutachter flossen in die überzeugende interdisziplinäre Beurteilung ein. 
Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 8. September 2016 
(act. II 40.1) erweist sich damit als voll beweiskräftig.

3.4 Festzuhalten ist zunächst, dass sowohl das Vorliegen der Diagnose 
einer unter Immunmodulation schubförmig-teilremittierenden Multiplen 
Sklerose wie auch die Feststellung der RAD-Ärztin Dr. med. O.________ in 
ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2018 (in den Verfahrensakten), wo-
nach es aufgrund der kernspintomographischen Verlaufskontrollen zu kei-
ner Progredienz der Läsionen im Gehirn und auf der Rückenmarksebene 
gekommen sei und keine aktiven Herde im Gehirn beständen, unbestritten 
sind.

3.5 Bestritten wird hingegen die neurologische Beurteilung des funktio-
nellen Leistungsvermögens beziehungsweise der vom Beschwerdeführer 
beklagten Symptome der Gangstörung und der motorischen Fatigue. 

3.5.1 Die Gutachter der MEDAS kommen diesbezüglich in ihrem Gutach-
ten vom 8. September 2016 (act. II 40.1) zum Schluss, dass die allenfalls 
gering feststellbare Ausprägung der Fatigue-Symptomatik nicht das – von 
den behandelnden Ärzten genannte – erhöhte Mass einer 60 %igen Ar-
beitsunfähigkeit zu begründen vermöge, sondern je nach Tagesverfassung 
und Witterung eine Einschränkung von maximal 30 % sowohl in der ange-
stammten wie auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit denkbar sei 
(act. II 40.1 S. 24). Namentlich weist auch die RAD-Ärztin Dr. med. 
O.________ in ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2018 (in den 
Verfahrensakten) mit Recht darauf hin, dass die Begutachtungen in der 
MEDAS zu unterschiedlichen Tageszeiten stattgefunden haben und dass 
aufgrund des vom Beschwerdeführer beschriebenen Tagesablaufs mit 
Aufstehen zwischen 06.30 und 07.00 Uhr (vgl. act. II 40.1 S. 9, S. 26, S. 31 
und S. 38) die beklagte, sich angeblich nach ein bis eineinhalb Stunden 
nach dem Aufstehen einstellende Müdigkeit anlässlich der verschiedenen 
Begutachtungen von den Gutachtern hätte bemerkt werden müssen. Dies 
war jedoch, wie im MEDAS-Gutachten aufgrund der erhobenen Befunde 
und der von den Gutachtern gemachten Beobachtungen einlässlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 15

begründet wird, keineswegs der Fall. Zudem ist es dem Beschwerdeführer 
zur Vorbeugung seiner (leistungsrelevanten) Fatigue möglich, sportlich 
aktiv zu sein und seine privaten wie beruflichen Tagesaktivitäten 
einschliesslich der jeweiligen Pausen selbstständig zu planen 
(Stellungnahme RAD vom 17. April 2018 S. 5 [in den Verfahrensakten]) 
und so einer Einschränkung aufgrund der Fatigue entgegen zu treten. 
Dennoch sind die Fachärzte und insbesondere der neurologische Gutach-
ter Dr. med. J.________ – anders als der Beschwerdeführer im Rahmen 
der Schlussbemerkungen vom 27. März 2018 ausführt – im MEDAS-
Gutachten vom 8. September 2016 (act. II 40.1) durchaus von einer 
Beeinträchtigung des funktionellen Leistungsvermögens zufolge einer unter 
besonderen Umständen auftretenden Fatigue ausgegangen und haben 
diese im Rahmen einer durchschnittlichen Einschränkung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von maximal 30% berücksichtigt (vgl. S. 14). Weiter wird 
denn auch nachvollziehbar und überzeugend begründet, weshalb sich die 
vom behandelnden Neurologen attestierte generelle Arbeitsunfähigkeit von 
60 % weder mit den klinischen Befunden noch der Ausprägung des 
Krankheitsbildes nachvollziehen lässt (S. 13 f.). Die von Dr. med. 
P.________ festgestellte „Divergenz“ (vgl. act. IB 4 bzw. act. IC 1) erweist 
sich insoweit als geklärt und es bedarf keinen arbiträren Drittmeinungen.

Soweit der behandelnde Neurologe Dr. med. I.________ (act. II 13, 
act. II 18 und act. IA 8) wie auch der Hausarzt Dr. med. P.________ 
(act. IB 4) dagegen einzig auf die subjektiven Empfindungen und Schilde-
rungen des Beschwerdeführers abstellen und die aufgrund der von ihm 
effektiv ausgeübten Tages- und insbesondere Wochenendaktivitäten wie 
das … nicht kritisch hinterfragen, überzeugt dies nicht. Diesbezüglich hat 
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mit-
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels-
fällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc 
S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den 
allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden 
Spezialarzt wie vorliegend den Neurologen Dr. med. I.________ (Entscheid 
des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 16

3.5.2 Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 9, Ziff. 3) hat 
sich insbesondere der neurologische Gutachter Dr. med. J.________ denn 
auch sehr wohl mit der geltend gemachten spastisch-ataktischen 
Gangstörung und dem motorischen Fatigue-Syndrom auseinandergesetzt 
(vgl. AB 40.1 S. 12). So hat er nachvollziehbar begründet, dass er erstere – 
soweit überhaupt erkennbar – mit Bezug auf den vorliegend massgeben-
den Beweisgegenstand nicht für erheblich erachtet und andererseits die 
Fatigue in Anbetracht der erhobenen Befunde bloss unter besonderen kli-
matischen Bedingungen als leistungsbeeinträchtigend beurteilt (act. II 40.1 
S. 14). Zudem hat Dr. med. J.________ auch darauf hingewiesen, dass 
sich die Gehfähigkeit bei guter Verträglichkeit von Aubagio verbessert hat 
und sich das Beschwerdebild insgesamt witterungsabhängig fluktuierend 
zeige. Aufgrund der von ihm erhobenen Befunde stellte er hierauf in nach-
vollziehbarer Weise fest, dass die in den Akten als auffällig beschriebenen 
ataktischen Störungen in einer solchen Ausprägung nicht feststellbar sind 
und auch bezüglich der Feinmotorik und Koordination der Hände keine 
erkennbar relevanten Defizite vorliegen (S. 13). Weiterer Abklärungen be-
darf es hierzu deshalb nicht.

3.5.3 Wenn der Beschwerdeführer und der von ihm zur Unterstützung im 
Beschwerdeverfahren beigezogene Dr. med. P.________ in der 
Stellungnahme vom 2. März 2018 (act. IB 4 bzw. act. IC 1) schliesslich auf 
die in der Fachliteratur beschriebenen allgemeinen Auswirkungen der Mul-
tiplen Sklerose hinweisen (vgl. act. IB 3), ist dies insoweit nicht 
beweisrelevant, als vorliegend einzig das bei objektiver Beurteilung 
tatsächliche funktionelle Leistungsvermögen des Beschwerdeführers den 
Beweisgegenstand bildet. So weist die RAD-Ärztin in ihrer Stellungnahmen 
vom 2. Februar 2018 (S. 4) und vom 17. April 2018 (S. 5 [beide in den 
Verfahrensakten]) mit nachvollziehbarer Begründung – und im Übrigen in 
Übereinstimmung mit dem behandelnden Neurologen Dr. med. I.________ 
in seinen Berichten vom 4. Februar 2015 und vom 29. Juni 2015 (vgl. 
act. II 13 S. 3 bzw. act. II 18 S. 3) – darauf hin, dass beim 
Beschwerdeführer keine kognitiven und affektiven Einschränkungen 
beobachtbar waren und ausreichende motorisch-sensorische Fähigkeiten 
exploriert wurden. Schliesslich ist der Beschwerdeführer auch nicht zu 
hören, wenn er anlässlich der Schlussbemerkungen vom 27. März 2018 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 17

gegen das Zumutbarkeitsprofil einwendet und nunmehr geltend macht, bei 
der ausgeübten Tätigkeit als … handle es sich um eine körperlich schwere 
Arbeit (S. 7). Anlässlich der MEDAS-Begutachtung hatte er in den 
verschiedenen Untersuchungen noch mehrfach angegeben, dass es sich 
bei dieser Tätigkeit um eine leichtere als diejenige im erlernten Beruf als … 
handle (act. II 40.1 S. 6; vgl. dazu auch S. 28 f. sowie act. II 40.3 S. 2). 
Damit war den Gutachtern durchaus bewusst, welchen körperlichen 
Belastungen der Beschwerdeführer in der von ihm aktuell ausgeübten 
Tätigkeit ausgesetzt ist. Wie die Beschwerdegegnerin in ihren 
Schlussbemerkungen vom 19. April 2018 zu Recht ausführt, beinhaltet 
diese Tätigkeit auch unterschiedliche und nicht durchgehend schwere und 
damit schlussendlich zumutbare Arbeiten.

3.6 Zusammenfassend ist damit auf das Gutachten der MEDAS vom 
8. September 2016 (act. II 40.1) abzustellen und der medizinische Sach-
verhalt erweist sich als genügend abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin war 
denn aufgrund der fachärztlichen Beurteilung der Akten durch die RAD-
Neurologin Dr. med. O.________ (act. II 58) auch nicht dazu verpflichtet, 
von den Gutachtern eine ergänzende Stellungnahme zur Gutachtenskritik 
einzuholen, da sich das im MEDAS-Gutachten formulierte Zumutbar-
keitsprofil nach dem hiervor Dargelegten hinsichtlich der umstrittenen Leis-
tungsbeeinträchtigungen als nachvollziehbar begründet erweist, so dass 
darauf abzustellen ist. Von weiteren Beweismassnahmen und dabei insbe-
sondere von einer Exploration durch eine arbiträre Fachinstanz (vgl. 
Schreiben von Dr. med. P.________ [act. IB 4 bzw. act. IC 1]) oder der 
Erstellung eines Obergutachtens – wie sie vom Beschwerdeführer in den 
Schlussbemerkungen vom 27. März 2018 eventualiter beantragt wird (S. 2 
Rechtsbegehren 3) – sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, 
weshalb auf deren Durchführung in antizipierter Beweiswürdigung verzich-
tet werden kann (BGE 122 V 157 E.  1d S. 162). Es ist davon auszugehen, 
dass dem Beschwerdeführer sowohl die angestammte, wie auch eine ideal 
angepasste Tätigkeit (ohne laufend schwere Arbeiten, ohne grössere Hitze, 
ohne erhöhte Anforderungen an den Gleichgewichtssinn, ohne häufiges 
Treppensteigen, ohne exponierte Tätigkeiten, im Wechselrhythmus mit der 
Möglichkeit eines selbstständigen Bewegungswechsels und selbstständiger 
Pausenregelung [act. II 40.1 S. 20 f.]) zu mindestens 70 % zumutbar ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 18

Diese Arbeitsfähigkeit besteht zumindest überwiegend wahrscheinlich seit 
Mai 2015, spätestens aber seit der Begutachtung vom Mai 2016 (S. 21).

4.

Gestützt auf die festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist der IV-Grad zu ermitteln:

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). 

4.1.3 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der IV-Grad bestimmen lässt. Insoweit 
die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt wer-
den können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstän-
de zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu 
vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 
29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverläs-
sig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode 
für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) zunächst anhand eines Betäti-
gungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen. Diese ist 
alsdann im Hinblick auf ihre erwerblichen Auswirkungen noch besonders zu 
gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 19

mögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwen-
digerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben 
(ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1 S. 31, 104 
V 135 E. 2c S. 138).

4.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222; 143 V 
295 E. 4.1.3 S. 300). Vorliegend ist der Einkommensvergleich unter 
Berücksichtigung der Anmeldung im Dezember 2014 (act. II 1) und der mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit ab Mai 2015 attestierten Arbeitsunfähig-
keit (act. II 40.1 S. 21) auf das Jahr 2016 hin durchzuführen (Art. 28 Abs. 1 
i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG).

4.4 Die Beschwerdegegnerin stellt für die Invaliditätsbemessung auf 
den Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 28. Oktober 2016 
ab (act. II 44). Dieser erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. 
E. 4.2 vorstehend). Insbesondere bestehen keine Anzeichen dafür, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 20

die Abklärungsperson nicht hinreichend qualifiziert ist. Ferner ist nicht zu 
beanstanden, dass der Abklärungsdienst den IV-Grad nach der allgemei-
nen Methode des Einkommensvergleichs (vgl. E. 4.1.3 hiervor) errechnete. 
So gelangt doch die ausserordentliche Bemessungsmethode (BGE 128 V 
29 E. 1 S. 31, 104 V 135 E. 2c S. 138) – entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers in den Schlussbemerkungen vom 27. März 2018 und vom 
30. April 2018 – vorliegend nicht zur Anwendung, da sich die Vergleichs-
einkommen zuverlässiger ermitteln lassen als mittels Betätigungsvergleichs 
und im Übrigen zum selben Ergebnis führt (vgl. E. 4.5 hiernach). Soweit im 
Abklärungsbericht vom 27. Oktober 2016 dennoch ein Betätigungsvergleich 
vorgenommen wurde (AB 44 S. 5 Ziff. 4) ist dies für die Invaliditätsbemes-
sung nicht von Bedeutung und führte ferner zum selben Ergebnis wie der 
Einkommensvergleich.

4.5

4.5.1 Was die Ermittlung des Valideneinkommens betrifft, beanstandet 
der Beschwerdeführer in den Schlussbemerkungen vom 27. März 2018 
(S. 12 f.) zu Recht, dass die Beschwerdegegnerin hierzu auf den Durch-
schnitt des von ihm erzielten Einkommens in den Jahren 2011 bis 2013 
abgestellt hat (vgl. act. II 44 S. 6 f.). Gemäss dem neurologischen MEDAS-
Gutachter (act. II 40.1 S. 15) wie auch nach dem behandelnden Neurolo-
gen Dr. med. I.________ (act. II 10 S. 10) wurde die Multiple Sklerose 
erstmals im Jahr 2012 festgestellt, weshalb die Zahlen der Jahre 2012 und 
2013 aus der Zeit nach Eintritt des Gesundheitsschadens stammen und 
nicht zur Feststellung des Valideneinkommen hinzugezogen werden kön-
nen (vgl. E. 4.1.1 vorstehend). 

4.5.2 Soweit der Beschwerdeführer aber anlässlich der Begutachtung 
geltend machte, er habe früher fünf bis acht Angestellte beschäftigt 
(act. II 40.1 S. 29), wovon drei permanent angestellt gewesen seien 
(act. II 40.1 S. 6), lässt sich dies aufgrund der vor Eintritt des Gesundheits-
schadens im Jahr 2012 ausgewiesenen Geschäftszahlen bzw. der Erfolgs-
rechnungen der Jahre 2010 und 2011 nicht vollumfänglich nachvollziehen. 
In diesen Jahren betrug der gesamte Lohnaufwand bloss Fr. 128‘863.75 
(act. II 22.3 S. 5) bzw. Fr.115‘914.– (act. II 22.2 S. 5), was gegen die Fest- 
und Vollzeitanstellung von drei Facharbeitern plus allenfalls weiterer zwei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 21

bis fünf Arbeitnehmern spricht. Nach der Einschätzung des behandelnden 
Neurologen Dr. med. I.________ bestünde zudem eine bessere Leistungs-
fähigkeit in vorwiegend sitzenden und geistigen Tätigkeiten (act. II 13 S. 3 
und act. II 18 S. 3), womit anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer in 
den Bereichen Betriebsleitung mit planerischen, akquirierenden und bera-
tenden Tätigkeiten über eine höhere als die vom Abklärungsdienst im 
Durchschnitt über alle Bereiche angenommene Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit verfügen würde. Es ist damit nicht nachvollziehbar, weshalb die 
betriebliche Umstrukturierung – wie dies der Beschwerdeführer in seiner 
Beschwerdeergänzung vom 5. Januar 2018 (S. 3 f. Ziff. 2.a) geltend macht 
(vgl. dazu auch Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 28. Okto-
ber 2016 [act. II 44 S. 4 Ziff. 3.5] und MEDAS-Gutachten vom 8. September 
2016 [act, II 40.1 S. 6]) – mit Entlassung des Personals bzw. eine „Redi-
mensionierung des Geschäftsumfangs“ allein aus gesundheitlichen Grün-
den erfolgt sein soll, zumal es in den Akten auch Hinweise darauf gibt, dass 
die Umstrukturierung aus wirtschaftlichen und damit IV-fremden Gründen 
erfolgte (act. II 40.1 S. 6).

4.5.3 Wie es sich mit der Ermittlung des Validen- und Invalideneinkom-
mens im Genauen verhält, kann aber letzten Endes offen bleiben. Wie die 
Experten im MEDAS-Gutachten vom 8. September 2016 (act. II 40.1 S. 21) 
festgehalten haben, ist dem Beschwerdeführer eine 70 %ige Arbeitsfähig-
keit sowohl in einer angepassten, wie auch in der angestammten Tätigkeit 
zumutbar. Die bisher (und auch weiterhin in reduzierten Umfang) ausgeüb-
te Arbeit als … entspricht – unter der Berücksichtigung der attestierten ma-
ximalen Einschränkung von 30 % (vgl. E. 3.6 vorstehend) – dem von den 
MEDAS-Gutachtern formulierten Anforderungsprofil. Wie die Beschwerde-
gegnerin in ihren Schlussbemerkungen vom 19. April 2018 richtig ausge-
führt hat, beinhaltet die Tätigkeit als … nicht ausschliesslich schwere Tätig-
keiten, sondern auch wechselbelastende Arbeiten, so dass der zuletzt aus-
geübte Beruf dem von den Gutachtern formulierten Anforderungsprofil ent-
spricht (vgl. dazu E. 3.5 vorstehend). Zur Festlegung des Invalidenein-
kommens ist folglich ebenfalls auf die entsprechenden, bis im Jahr 2011 
erzielten Verdienstmöglichkeiten abzustellen ist. Wird zur Bestimmung der 
Vergleichseinkommen dieselbe Vergleichsgrösse herangezogen, entspricht 
der IV-Grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 22

allfälligen Abzuges (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 20. April 
2015, 8C_304/2014, E. 6). Vorliegend rechtfertigt sich die Vornahme eines 
solchen Abzuges nicht, denn die leidensbedingte Einschränkungen sind 
bereits in der attestierten Arbeitsfähigkeit enthalten. Weitere Faktoren wie 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad rechtfertigen ebenfalls keinen Abzug. Der IV-Grad des Beschwerde-
führers beträgt damit – unabhängig von den zu Grunde gelegten Validen- 
und Invalideneinkommen – 30 %, was nicht zum Bezug einer Rente be-
rechtigt (vgl. E. 2.2 vorstehend).

5.

Nach dem hiervor Ausgeführten hat die Beschwerdegegnerin bei einem IV-
Grad von 30 % zu Recht den Anspruch auf eine IV-Rente verneint. Die 
angefochtene Verfügung vom 8. November 2017 (act. II 65) ist nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.– (vgl. prozesslei-
tende Verfügung vom 14. Dezember 2017 Ziff. 1.f), werden entsprechend 
dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezahlung aufer-
legt. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder der Beschwerdefüh-
rer (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) noch 
die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2018, IV/17/1081, Seite 23

Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.– werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ GmbH, C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.