# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 652fbc07-5a8d-5ec2-8a75-d4bcd0a3e92b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.04.2015 200 2014 854
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-854_2015-04-02.pdf

## Full Text

200 14 854 IV
MAW/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. April 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/14/854, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1956 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war zuletzt bis im November 2010 als … angestellt und kündigte diese Stel-
le aus gesundheitlichen Gründen (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin, act. II] 15). Am 19. Oktober 2011 meldete sich 
die Versicherte aufgrund einer seit Ende Oktober 2010 bestehenden Er-
schöpfungsdepression bei der IVB zum Leistungsbezug an (act. II 2). In der 
Folge nahm die IVB Abklärungen in beruflicher und medizinischer Hinsicht 
vor, holte unter anderem die Akten des zuständigen Krankentaggeld-
Versicherers ein (act. II 16) und übernahm die Kosten für eine berufliche 
Abklärung vom 1. bis zum 17. Juni 2012 (act. II 34) und für ein Aufbautrai-
ning für die Dauer von insgesamt neun Monaten (vom 20. August 2012 bis 
zum 3. Mai 2013 [act. II 40, act. II 51 und act. II 55]). Nach einer schriftli-
chen Anfrage an den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stellen 
Bern/Freiburg/Solothurn (act. II 59) liess die IVB die Versicherte psychia-
trisch begutachten (act. II 61). Das entsprechende Gutachten datiert vom 
11. November 2013 (act. II 87.1).

Nach Einholen eines Abklärungsberichtes Haushalt (act. II 92) stellte die 
IVB mit Vorbescheid vom 16. Mai 2014 die Abweisung des Leistungsbe-
gehrens in Aussicht, da keine invalidenversicherungsrechtlich erheblichen 
Gesundheitsschäden vorlägen (act. II 93). Damit zeigte sich die Versicherte 
mit Einwand vom 9. Juni 2014 nicht einverstanden und reichte weitere me-
dizinische Berichte zu den Akten (act. II 94). Nach Rücksprache mit dem 
RAD (act. II 97) verfügte die IVB am 28. Juli 2014 (act. II 100) dem Vorbe-
scheid entsprechend und verneinte den Anspruch auf Leistungen der Inva-
lidenversicherung (IV). 

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte – nunmehr vertreten durch 
Fürsprecher C.________, B.________ – am 15. September 2014 Be-

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schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern und stellte folgende 
Anträge:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juli 2014 sei auf-
zuheben.

2. Es seien berufliche Massnahmen zuzusprechen.
3. Es sei eine IV-Rente zuzusprechen.
4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu 

bewilligen und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheits-
leistungen zu befreien. Zudem sei ihr die unentgeltliche Verbei-
ständung durch den Unterzeichnenden zu gewähren.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwer-
degegnerin.

Aufforderungsgemäss reichte die Beschwerdeführerin am 6. Oktober 2014 
Unterlagen für das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein und liess 
am 3. November 2014 eine ärztliche Stellungnahme des behandelnden 
Psychiaters zu den Akten erkennen.

Am 6. November 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin unter Hinweis 
auf die Stellungnahme des RAD vom 4. November 2014 und diejenige des 
Abklärungsdienstes vom 5. November 2014 auf eine ausführliche Be-
schwerdeantwort und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Replik vom 12. Januar 2015 und Duplik vom 30. Januar 2015 hielten 
beide Parteien an ihren Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 

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11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 
19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. Juli 2014 
(act. II 100). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf Leistungen der IV, insbesondere auf berufliche Massnahmen und 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

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Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.4 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 
nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

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welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Demgegenüber fällt es nicht in den Aufgaben-
bereich des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu 
äussern, da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern 
auch von erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist den medizinischen Akten im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der Psychiater Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 15. März 2012 
(act. II 29) eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10: 
F43.21). Er attestierte keine Arbeitsunfähigkeit und empfahl als zukünftige 
Therapie, dass eine Arbeit aufgenommen werden solle, die soziale Sicher-
heit und Kontakt bringen würde.

3.1.2 Die behandelnde Hausärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt in ihrem Bericht vom 30. August 
2012 (act. II 48) die Diagnose einer Erschöpfungsdepression fest, welche 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Ziff. 2). Der Gesundheitszustand 
habe sich verbessert (Ziff. 1). Seit dem 1. August 2011 sei die Beschwerde-
führerin zu 50 % arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 5). Sie sei bei der Arbeit schnell 
überfordert, fühle sich insuffizient und durch negative Bemerkungen sofort 
verunsichert (S. 3 Ziff. 1).

3.1.3 Im psychiatrischen Gutachten vom 11. November 2013 (act. II 87.1) 
hielten Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, und die Psycholo-
gin FSP G.________, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode 
(ICD-10: F33.0), und eine Persönlichkeitsakzentuierung mit zwanghaften, 
narzisstischen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10: Z73.1) fest (S. 13 
Ziff. 3.1). Die Beschwerdeführerin leide gegenwärtig an einer leicht ausge-

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prägten depressiven Symptomatik und es könne von einer frühkindlichen 
Traumatisierung und psychiatrisch von einer Retraumatisierung ausgegan-
gen werden (S. 18). Hier dekompensiere die Beschwerdeführerin und gera-
te in einen Erschöpfungszustand mit depressiven Symptomen und grosser 
Verzweiflung. Sie sei gegenwärtig extrem vulnerabel und erlebe die negati-
ven Erfahrungen im Zusammenhang mit den Bemühungen um einen Wie-
dereinstieg als Retraumatisierung. Es werde empfohlen, die Beschwerde-
führerin bei ihrem Wiedereinstieg in das Berufsleben zu unterstützen 
(S. 19). Sie brauche finanzielle und berufliche Sicherheit, wobei eine ge-
wisse finanzielle Sicherheit erreicht werden könnte, indem ihr zunächst 
eine Rente gewährt werde. Zu empfehlen sei zu Beginn ein Platz mit viel 
Struktur, klaren Anweisungen mit der Option, die Anforderungen zu stei-
gern, sobald eine gewisse Stabilität erreicht sei. Auch bei Wiedererlangung 
der vollen Arbeits- und Leistungsfähigkeit als ungelernte … und mit ihrem 
Alter beständen nur bedingte Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die 
Beschwerdeführerin sei eigentlich arbeits- und leistungsfähig und hochmo-
tiviert, wieder im Arbeitsleben nachhaltig Fuss zu fassen (S. 20 Ziff. C.3). 
Die Gutachter empfahlen, mit einem 50 %igen Pensum in einer adäquaten 
Tätigkeit zu starten, wobei das Pensum bei Bedarf gesteigert werden kön-
ne (Ziff. C.4). Wichtig sei ein wohlwollendes und wertschätzendes Umfeld, 
in welchem die bisherigen Tätigkeiten durchaus als zumutbar erschienen 
(S. 21 Ziff. C.10).

3.1.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, und der Psychologe I.________ der Psychiatrischen Dienste 
J.________ diagnostizierten in ihrem Bericht vom 10. Juni 2014 (act. II 94 
S. 2 f.) eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung 
(ICD-10: F62.0) als Folge einer Posttraumatischen Belastungsstörung 
(PTBS; ICD-10: F43.1). Nach fünf Monaten Behandlung seien sie – auf-
grund neuer Elemente, welche nach dem Gutachten vor einem Jahr ans 
Licht gekommen seien – zur Feststellung gelangt, dass bei der Beschwer-
deführerin eine ganze Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Beschwerdeführerin 
sei stark mit ihrer frühkindlichen Vergangenheit konfrontiert worden, was 
die traumatisierenden Erlebnisse ihrer Kindheit getriggert habe. Schon ein 
Leben lang habe sie unter einer chronischen rezidivierenden depressiven 
Störung (ICD-10: F33) mit mehreren Episoden unterschiedlicher Intensität 

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gelitten. Klar habe nun die oben genannte Persönlichkeitsstörung diagnos-
tiziert werden können und die neuen Erkenntnisse begründeten eine 
100 %ige chronische Erwerbsunfähigkeit (S. 2).

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, fasste in seinem Bericht vom 25. Juni 2014 
(act. II 97) die vorliegenden Akten zusammen und führte aus, dass sich der 
Vorbescheid unter anderem auf das Gutachten von Dr. med. F.________ 
vom 11. November 2013 (act. II 87.1) gestützt habe und dass dem Gutach-
ter die negativen Kindheitserlebnisse bzw. kindlichen Traumata zum Zeit-
punkt der Begutachtung bekannt gewesen seien und entsprechend in der 
Beurteilung gewürdigt und gewertet worden seien (S. 3). Wenn schliesslich 
im Bericht der Psychiatrischen Dienste J.________ die Diagnose einer an-
dauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung als Folge einer 
PTBS und einer daraus folgenden „hundertprozentigen chronischen Er-
werbsunfähigkeit“ angegeben worden sei, könne dem nicht gefolgt werden, 
da eine PTBS nicht ausgewiesen sei, weil eine solche gemäss ICD-10 in-
nerhalb von sechs Monaten nach dem Trauma hätte beginnen müssen, 
wofür es keine Hinweise gebe (S. 4). Auch eine andauernde Persönlich-
keitsänderung nach Extrembelastung sei nicht ausgewiesen, da eine sol-
che gemäss ICD-10 über mindestens zwei Jahre bestanden haben müsste, 
wofür es keine entsprechenden Hinweise gebe. Zudem stelle sich die Fra-
ge, ob die von der Beschwerdeführerin aufgeführten negativen Kindheitser-
lebnisse/Traumata mit jenen Extrembelastungen, wie sie gemäss ICD-10 
im Zusammenhang mit einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach 
Extrembelastung genannt werden, vergleichbar seien. Aus psychiatrischer 
Sicht sei eine IV-relevante Gesundheitsverschlechterung nicht ausgewie-
sen, es handle sich im Wesentlichen um eine andere Beurteilung des glei-
chen Sachverhalts.

3.1.6 Im Bericht vom 10. September 2014 (Beschwerdebeilagen [act. I] 4) 
der Psychiatrischen Dienste J.________ ergänzten Dr. med. H.________ 
und der Psychologe I.________ ihren Bericht vom 10. Juni 2014 (act. II 94 
S. 2 f.) und fassten den Bericht einer Zeitzeugin zusammen, welche die 
Beschwerdeführerin in ihrer ersten Zeit im Kinderheim begleitet hatte. Die 
Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelas-

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tung als Folge einer PTBS stehe nicht in Diskrepanz zu den früheren Dia-
gnosen, diese seien vielmehr aus heutiger Sicht als Zeichen der schon 
lange darunterliegenden Persönlichkeitsänderung wahrzunehmen (S. 2 
Ziff. 2.B). Die Hauptmerkmale einer Persönlichkeitsänderung nach Extrem-
belastung hätten die Beschwerdeführerin schon seit Jahrzehnten begleitet 
(Ziff. 2.C). Schliesslich seien die Frühtraumata der Beschwerdeführerin 
vergleichbar mit den Beispielen von ICD-10 im Kapitel F62.0, denn der 
Hauptfaktor für die Entwicklung einer PTBS sei die subjektive Dimension 
und die Beschwerdeführerin habe sich sehr wohl in einer Gefühlssituation 
von bedrohtem Leben befunden (Ziff. 2.D). Somit könne klar eine andau-
ernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) dia-
gnostiziert werden, welche eine 100 %ige chronische Erwerbsunfähigkeit 
begründe (S. 2).

3.1.7 Im Schreiben vom 15. Oktober 2014 (act. I 7) der Psychiatrischen 
Dienste J.________ an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führ-
ten Dr. med. H.________ und der Psychologen I.________ aus, dass die 
bei der Beschwerdeführerin früher gestellten Diagnosen der Erschöpfungs-
depression oder der Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion 
(ICD-10: F43.21) als Zeichen der Persönlichkeitsänderung nach Extrembe-
lastung zu verstehen seien und eine schwerwiegende Komorbidität darstell-
ten. Mit extremen Ekzemen, Nesselfieber, „geschwollenem“ Kopf und ver-
spanntem Nacken, der starke Migräne verursache, lägen chronische kör-
perliche Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei un-
veränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission 
vor (S. 2). Zudem lebe sie zurückgezogen und pflege wenige soziale Kon-
takte. Der Überlebensstress, den die Beschwerdeführerin als Kind erlebt 
habe und der sich bis heute durch Mangel an Selbstvertrauen, sozialem 
Rückzug sowie mangelhafter Affekt- und Emotionsregulierung ausdrücke, 
habe sich als Grundmotor der psychischen Dynamik verfestigt. Die Arbeit in 
der Akuttagesklinik und der Tagesklinik habe die Beschwerdeführerin mit 
ihrer frühkindlichen Vergangenheit konfrontiert, was zu einer emotionalen 
Verarbeitung der extrem traumatisierenden Erlebnisse geführt habe und bei 
ihr zu einer klareren Krankheitseinsicht geführt habe. Aus medizinischer 
Sicht sei nicht mehr mit einer mittelfristigen Heilung der Symptomatik zu 
rechnen (S. 3).

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 28. Juli 2014 (act. II 100) massgeblich auf die Beurteilung von 
Dr. med. F.________ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 11. No-
vember 2013 (act. II 87.1) gestützt.

Dieses Gutachten vom 11. November 2013 (AB 87.1) erfüllt hinsichtlich der 
gestellten Diagnosen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf 
eigenen Abklärungen des Sachverständigen und sind in Kenntnis der Vor-
akten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen 
worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusam-
menhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand bzw. zu den gestellten Diagnosen werden nachvoll-

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ziehbar begründet. Die psychiatrische Begutachtung ist von der Diagnose 
her schlüssig und stimmt mit früheren Arztberichten überein: Zwar hatte 
Dr. med. D.________ in seinem Bericht vom 15. März 2012 (act. II 29) eine 
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion diagnostiziert, während der 
psychiatrische Gutachter allein eine leicht ausgeprägte depressive Sym-
ptomatik festhielt (act. II 87.1 S. 18), doch führte er diese implizit ebenfalls 
auf die frühkindliche Traumatisierung zurück. Schliesslich ging auch die 
behandelnde Hausärztin Dr. med. E.________ von einer Erschöpfungsde-
pression aus (act. II 48).

Nach dem Ausgeführten ist das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
F.________ und lic. phil. G.________ vom 11. November 2013 
(act. II 87.1) in diagnostischer Hinsicht voll beweiskräftig, weshalb darauf 
abzustellen ist. 

3.4 Hinsichtlich der attestierten Arbeitsunfähigkeit kann hingegen nicht 
auf die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters Dr. med. F.________ 
abgestellt werden. Gemäss dem psychiatrischen Gutachten vom 11. No-
vember 2013 ist die Beschwerdeführerin „eigentlich arbeits- und leistungs-
fähig“ (act. II 87.1 S. 20 Ziff. C.3). Die Gutachter empfehlen jedoch trotz-
dem, mit einem 50 %igen Pensum in einer adäquaten Tätigkeit zu starten, 
wobei das Pensum bei Bedarf gesteigert werden könne (Ziff. C.4). Bei der 
Frage, ob im Rahmen der Invaliditätsbemessung auf die von den psychia-
trischen Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % abgestellt werden 
kann, ist zu berücksichtigen, dass es gemäss Rechtsprechung in sämtli-
chen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen, somit auch bei Depressi-
onen, keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutacht-
lich) befassten Arztpersonen ist, selber abschliessend und für die rechts-
anwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob 
das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorüber-
gehenden Arbeitsunfähigkeit bestimmter Höhe und Ausprägung führt (BGE 
140 V 193 E. 3.1 S. 194). Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es 
erstens, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Ent-
wicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerech-
ter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Be-
schwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu 

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stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür 
Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgen-
abschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die 
Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Be-
urteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsun-
fähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen 
Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 
140 V 193 E. 3.2 S. 195; vgl. auch E. 2.5 hiervor). Folglich ist im Rahmen 
einer rechtlichen Würdigung zu beurteilen, ob das medizinisch festgestellte 
Leiden zu einer im Sozialversicherungsrecht anerkannten Arbeitsunfähig-
keit führt (vgl. E. 2.4 hiervor). 

Soweit die Beschwerdeführerin den Bericht der Psychiatrischen Dienste 
J.________ vom 15. Oktober 2014 (act. I 7) einreicht, in welchem die 
Fachärzte die Kriterien zur Annahme der Unzumutbarkeit einer willentlichen 
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess 
diskutieren, ist festzuhalten, dass eine depressive Störung unbestrittener-
massen für sich keinen pathogenetisch (ätiologisch) unklaren syndromalen 
Zustand darstellt, bei welchem die Rechtsprechung zu den somatoformen 
Schmerzstörungen (Frage der Zumutbarkeit einer willentlichen Schmerzü-
berwindung) zur Anwendung gelangen würde (vgl. SVR 2014 IV Nr. 12 
S. 48 E. 3.2 und S. 49 E. 4.2.3; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
15. Januar 2013, 8C_217/2012, E. 5.3.1). Indes ist es wie vorstehend er-
wähnt – auch bei Depressionen – keineswegs allein Sache der Arztperson, 
abschliessend und verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festge-
stellte Leiden zu einer im Sozialversicherungsrecht anerkannten Arbeitsun-
fähigkeit führt, zumal zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsun-
fähigkeit keine Korrelation besteht und die medizinische Folgenabschät-
zung notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist sowie unausweichlich 
Ermessenszüge trägt (vgl. wiederum BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 194 f.).

3.5

3.5.1 Soweit der psychiatrische Gutachter Dr. med. F.________ aufgrund 
der bestehenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, eine 

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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert hat (act. II 87.1 
S. 20 Ziff. C.4), kann ihm nicht gefolgt werden: Denn eine leichte depressi-
ve Episode allein ist rechtsprechungsgemäss (grundsätzlich) nicht geeig-
net, eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 
ATSG) zu begründen, zumal bei einem derartigen Gesundheitsschaden in 
der Regel davon auszugehen ist, dass die versicherte Person die daraus 
resultierenden Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit bei Aufbietung allen 
guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden 
könnte (Entscheid des BGer vom 25. Januar 2010, 9C_260/2009, E. 2.3). 
Eine depressive Störung unterscheidet sich von einer depressiven Episode 
hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere 
der Erkrankung (Entscheid des BGer vom 14. August 2013, 9C_917/2012, 
E. 3.2).

3.5.2 An dieser Einschätzung nichts zu verändern vermögen die Berichte 
der psychiatrischen Dienste J.________ vom 10. Juni 2014 (act. II 94 
S. 2 f.) und vom 10. September (act. I 4) bzw. 15. Oktober 2014 (act. I 7), 
welche – nach Erlass des Vorbescheides vom 16. Mai 2014 (act. II 93) 
bzw. der hier angefochtenen Verfügung vom 28. Juli 2014 (act. II 100) – zur 
Begründung eines Leistungsanspruches verfasst wurden. Insbesondere die 
implizite Kritik am psychiatrischen Gutachten von Dr. med. F.________ 
vom 11. November 2013 (act. II 87.1), wonach dieser die schwere Kindheit 
der Beschwerdeführerin bei seiner Beurteilung nicht berücksichtigt habe, 
geht hier fehl (vgl. auch den Bericht des RAD-Arztes Dr. med. K.________ 
vom 25.Juni 2014 [act. II 97]). Sowohl die behandelnde Hausärztin 
Dr. med. E.________ (act. II 48) als auch der früher behandelnde Psychia-
ter Dr. med. D.________ (act. II 29) hatten – genau so wie auch der psych-
iatrische Gutachter (act. II 87.1) – die schwere Kindheit und deren Auswir-
kungen auf das heutige Leben der Beschwerdeführerin berücksichtigt und 
gewürdigt. Dies hat schliesslich auch dazu geführt, dass der psychiatrische 
Gutachter Dr. med. F.________ in seinem Gutachten vom 11. November 
2013 (act. II 87.1) mit einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit eine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit attestiert hat, die weit über das hinausgeht, was 
den Gepflogenheiten bei einer leichten depressiven Störung, gegenwärtig 
leichte Episode, entspricht. Auffallend dabei ist insbesondere auch, dass er 
nicht klar Stellung bezieht und die noch zumutbare Arbeitsfähigkeit der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/14/854, Seite 14

schwerdeführerin attestiert, sondern vielmehr festhält, dass diese „eigent-
lich arbeits- und leistungsfähig“ sei und hiernach vage ausführt, dass er 
„empfehle, mit einem 50 %igen Pensum in einer adäquaten Tätigkeit zu 
starten“ (S. 20 Ziff. C3 und Ziff. C4).

Symptomatisch ist denn schliesslich auch, dass psychosoziale Probleme 
am letzten Arbeitsplatz zur Krankschreibung und schliesslich zur Anmel-
dung bei der Invalidenversicherung geführt haben. So fühlte sich die Be-
schwerdeführerin unter Druck, eine Festanstellung zu erhalten und wurde 
in der Folge von der Hausärztin zu 100 % krankgeschrieben, weil es für sie 
medizinisch nicht mehr vertretbar sei, diese Tätigkeit auszuüben (vgl. 
act. II 22.7, act. II 48 S. 3 und act. II 87.1 S. 3 Ziff. 1.2).

3.5.3 Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass sogenannte Z-Kodierungen 
– wie die hier diagnostizierte Persönlichkeitsakzentuierung mit zwanghaf-
ten, narzisstischen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10: Z73.1) – 
nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens fallen 
(SVR 2008 IV Nr. 15 S. 45 E. 2.2.2.2). 

3.6 Nach dem hiervor Dargelegten ist entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin bzw. der Fachärzte der Psychiatrischen Dienste 
J.________ (act. I 4 und act. I 7) davon auszugehen, dass kein invalidisie-
render Gesundheitsschaden vorliegt.

4.

Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, den Status der Beschwerdeführerin 
festzulegen und die Frage kann offen gelassen werden, ob zur IV-Grad-
Bemessung von einem gemischten Status oder von einer 100 %igen Er-
werbstätigkeit auszugehen ist, wie es in der Beschwerde vom 15. Septem-
ber 2014, S. 4 Ziff. II.3, beantragt wurde. Da keine Invalidität im Rechtssin-
ne (vgl. E. 2.1 hiervor) vorliegt, fehlt es an der grundsätzlichen Vorausset-
zung für Leistungen der Invalidenversicherung und es besteht somit kein 
Anspruch auf eine IV-Rente oder berufliche Massnahmen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/14/854, Seite 15

5.

Nach dem Ausgeführten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
28. Juli 2014 (act. II 100) als rechtens und ist nicht zu beanstanden. Die 
dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und deshalb abzuweisen.

6.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 111 Abs. 1 und Abs. 2 VRPG).

Die Prozessarmut ist aufgrund der Akten und angesichts der Sozialhilfeab-
hängigkeit ausgewiesen (Beschwerdebeilagen [act. IA] 7 bis act. IA 9). 
Auch kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet 
werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung 
hinsichtlich der Verfahrenskosten im Gerichtsverfahren ist somit gutzuheis-
sen.

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.–- festge-
setzt und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der 
gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 6.1 hiervor) wird die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/14/854, Seite 16

6.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]). Festzusetzen bleibt indes das amtliche Honorar von Für-
sprecher C.________.

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenansatz amtli-
cher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsberatungsstellen 
unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 I 1 
E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr.130.– festgesetzt. Dieser 
allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im konkreten Fall mit 
dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschreiben der Sozialversi-
cherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Die Kostennote von Fürsprecher C.________ vom 9. Februar 2015 ist hin-
sichtlich der geltend gemachten Stundenzahl nicht zu beanstanden. Hinge-
gen ist die Entschädigung für die angegebenen 636 Fotokopien auf 100 zu 
kürzen. Entsprechend wird das amtliche Honorar auf Fr. 1'774.50 (13.65 
Stunden à Fr. 130.–), zuzüglich Auslagen von Fr. 148.80 und Mehrwert-
steuer von Fr. 153.85, somit auf total Fr. 2'077.15, festgesetzt. Die Be-
schwerdeführerin hat dem Kanton Bern auch diese Kosten gemäss den 
Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzubezahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.– werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/14/854, Seite 17

die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Dem amtlichen Anwalt, Fürsprecher C.________, wird nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'077.15 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 

6. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.