# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 659f887e-df0e-56b2-a878-3ad77c4b5a16
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.12.2011 D-6286/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6286-2011_2011-12-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6286/2011

U r t e i l   v om   6 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger;  
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka, 
vertreten durch Barbara Frei­Koller,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 17. Oktober 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Eigenen Angaben  zufolge  verliess  der Beschwerdeführer  –  ein  sri­
lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie – seinen Heimatstaat am 
3. Juni 2008 und gelangte am 10. November 2008 illegal in die Schweiz, 
wo  er  gleichentags  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (…)  um Asyl 
nachsuchte. Am 12. November 2008 fand die Befragung zur Person statt 
und  am  11.  August  2009  wurde  der  Beschwerdeführer  zu  seinen 
Asylgründen angehört.

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend, 
er  sei  in  B._______  geboren  worden  und  habe  hauptsächlich  in 
C._______  im Distrikt  B._______  gelebt.  Er  habe  unter  dem  in  seinem 
Heimatland herrschenden Bürgerkrieg gelitten. Seit dem Jahr 2004 habe 
er die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) unterstützt, indem er ihnen 
beispielsweise Lebensmittel gebracht habe. Weil er verraten worden sei, 
habe  die  sri­lankische  Armee  ihn  seit  dem  Jahr  2005  gesucht  und  im 
Januar 2007 zu Hause festgenommen. Die Soldaten hätten ihn einen Tag 
lang im Camp festgehalten und geschlagen. Dank der Intervention eines 
Mannes  der  Eelam  People's  Democratic  Party  (EPDP)  sei  er  gegen 
Bezahlung  freigelassen  worden.  Im  Mai  2008  sei  er  ins  Vannigebiet 
gefahren,  von  wo  er  Sri  Lanka  im  Juni  2008  per  Schiff  in  Richtung 
D._______  verlassen  habe.  Von  E._______  sei  er  via  F._______ 
beziehungsweise  via  ein  afrikanisches  Land  und  F._______  nach 
G._______ geflogen.

A.b.  Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  seinen 
Geburtsschein,  Kopien  seines  Identitäts­  und  Schülerausweises  sowie 
eines  Ausweises  der  Post  und  eine  Kopie  des  Todesscheins  seiner 
Schwester zu den Akten.

B. 
Mit Verfügung vom 17. Oktober 2011 – eröffnet am 19. Oktober 2011 – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  sein Asylgesuch vom 10. November 
2008  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug an.

C. 
Mit Eingabe vom 18. November 2011 liess der Beschwerdeführer gegen 
diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 

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und  beantragen,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  vollumfänglich 
aufzuheben und  ihm hierzulande Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die 
Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs 
festzustellen  und  als  Folge  davon  ihm  die  vorläufige  Aufnahme  in  der 
Schweiz  zu  gewähren.  Es  sei  ihm  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu 
gewähren  und  insbesondere  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Es  sei  festzustellen,  dass  die 
Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  habe,  und  ihm  sei  zu  allfälligen 
Stellungnahmen  des  Beschwerdegegners  ein  Replikrecht  zu  gewähren.

Als Beweismittel wurden der Arbeitsvertrag vom 12. April 2010 zwischen 
der  H._______  und  dem  Beschwerdeführer  sowie  Lohnabrechnungen 
vom August bis Oktober 2011 ins Recht gelegt.

Auf die Beschwerdebegründung wird – soweit entscheidrelevant – in den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  Abs. 1  und  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 48 
Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4.  Der  Beschwerde  kommt  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende 
Wirkung  zu  (Art.  55  Abs.  1  VwVG),  weshalb  der  Antrag,  es  sei 
festzustellen,  dass  die  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  habe,  als 
gegenstandslos zu erachten ist.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet, weshalb der Antrag auf 
Gewährung des Replikrechts sich als gegenstandslos erweist.

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 

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frauenspezifischen Fluchtgründen  ist Rechnung zu  tragen  (Art. 3 Abs. 2 
AsylG).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 
5.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  der 
Begründung ab, seine Vorbringen vermöchten weder den Anforderungen 
an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  noch  denjenigen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG zu genügen. Sie widersprächen 
der  allgemeinen  Lebenserfahrung,  seien  widersprüchlich  und 
unsubstanziiert.  Auch  die  Reiseschilderungen  seien  unglaubhaft 
ausgefallen.  Angesichts  seines  geringen  politischen  Profils  sei  nicht 
davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  zum  jetzigen  Zeitpunkt 
mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  von  asylrelevanten  Schwierigkeiten 
bedroht  sei.  Seine  Vorbringen  seien  nicht  asylrelevant.  Schliesslich 
enthielten  die  eingereichten  Beweismittel  keine  Hinweise  auf  eine 
asylrelevante Verfolgung des Beschwerdeführers durch die sri­lankischen 
Behörden.  Sie  stünden  in  keinem  direkten  Zusammenhang  mit  seinen 
Vorbringen,  sondern  gäben  lediglich  Aufschluss  auf  seine  Identität  und 
den Tod einer Schwester.

Den  Vollzug  der  Wegweisung  erachtete  das  Bundesamt  als  zulässig, 
zumutbar und möglich.

5.2.  In der Beschwerde wird die Verletzung von Bundesrecht gerügt und 
diesbezüglich  geltend  gemacht,  das BFM habe durch  die  ungenügende 
Sachverhaltsfeststellung sowie die daraus gezogenen, unsubstanziierten 
und ebenso unzutreffenden Folgerungen Art. 3 und Art. 7 AsylG verletzt. 
Nach  einer  genauen  Prüfung  der  vorliegenden  Akten  kommt  das 
Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss,  dass  die  Ausführungen  in  der 
Rechts­mitteleingabe  nicht  geeignet  sind,  die  als  zutreffend  zu 
erachtenden  Erwägungen  des  BFM  zu  entkräften.  So  ist  insbesondere 
festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer, als man bei der Befragung 

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zur  Person  von  ihm wissen wollte,  womit  er  die  LTTE  unterstützt  habe 
(vgl.  Befragungsprotokoll  vom  12.  November  2008,  A1  S.  5),  ohne 
Weiteres  möglich  gewesen  wäre,  neben  der  erwähnten 
Lebensmittellieferung  gleichzeitig  auch  auf  das  Verfassen  von 
Flugblättern  hinzuweisen. Demzufolge  ist  seine Argumentation,  er  habe 
sich  kurz  halten  sollen  und  sei  ausserdem  in  einer  enormen 
Stresssituation  gewesen,  als  unbehelflicher  Erklärungsversuch  zu 
qualifizieren. Darüber hinaus wird das mangelnde Erinnerungsvermögen 
des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  des  Inhalts  der  Flugblätter 
dahingehend  begründet,  dass  der  aggressive  Ton  des  Übersetzers  ihn 
verunsichert  hätte,  weshalb  er  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  genaue 
Angaben  über  den Wortlaut  der Drohmitteilungen  zu machen.  Vor  dem 
Hintergrund,  dass  der  bei  der  Anhörung  anwesende  Hilfswerksvertreter 
zum  Protokoll  keinerlei  Einwände  anmeldete  (vgl.  Anhörungsprotokoll 
vom  11.  August  2009,  A14 S.  15),  vermag  der  Beschwerdeführer  auch 
aus diesem Vorbringen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Der Vorwurf 
erweist sich als unberechtigt. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 
im  Übrigen  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Es erübrigt sich somit, auf 
die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  einzugehen,  da  das 
Gericht  dadurch  zu  keiner  anderen  Einschätzung  gelangen  würde.  Die 
erhobene Rüge der Verletzung von Bundesrecht ist nach dem Gesagten 
als unbegründet zu erachten.

Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7. 

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7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen 
gilt  gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Peter  Uebersax/Beat  Rudin/Thomas  Hugi 
Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.]  Ausländerrecht,  Handbücher  für  die 
Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Auflage, Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

7.2.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 

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Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerde­
führers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5 
AsylG rechtmässig.

7.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 
den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.3.1. Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Urteil BVGE E­6220/2006 
vom  27.  Oktober  2011  zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  abgewiesener  sri­lankischer  Asylsuchender 
tamilischer  Ethnie  eine  Neubeurteilung  der  Lage  vor.  Nachdem  es  im 
Jahr  2008  die  Rückkehr  abgewiesener  sri­lankischer  Asylsuchender 
tamilischer  Ethnie  im  Norden  und  Osten  des  Landes  im  Regelfall 
aufgrund  des  Bürgerkriegs  als  nicht  zumutbar  bezeichnet  hat  (BVGE 
2008/2),  stellte  es  in  seinem  neuen  Entscheid  fest,  dass  sich  die 
Sicherheitslage  in Sri  Lanka  seit Beendigung des militärischen Konflikts 
zwischen der sri­lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich 
verbessert  und  stabilisiert  hat.  Die  LTTE wurden militärisch  vernichtend 
geschlagen;  von  den  LTTE  geht  heute  keine  Verfolgung  mehr  aus. 
Gemäss dem Urteil  ist  der Wegweisungsvollzug grundsätzlich  zumutbar 

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hinsichtlich  des  gesamten Gebiets  der Ostprovinz  und  auch  hinsichtlich 
der  Nordprovinz,  dort  allerdings  mit  Ausnahme  des  Vanni­Gebiets 
(geografisch  definiert  in  E.  13.2.2.1),  wobei  namentlich  bei  Personen, 
deren  letzter  Aufenthalt  in  der Nordprovinz  längere  Zeit  zurückliegt,  die 
aktuellen  Lebens­  und  Wohnverhältnisse  sorgfältig  abzuklären  und  auf 
die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  hin  zu  überprüfen  sind.  In 
diesem  Zusammenhang  erscheinen  für  das  Bundesverwaltungsgericht 
namentlich  die  Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes  und  die 
konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums sowie der 
Wohnsituation als begünstigende Faktoren.

7.3.2. Aufgrund der persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers ist 
in  casu  vom  Vorhandensein  solcher  begünstigender  Faktoren 
auszugehen.  Es  handelt  sich  zunächst  um  einen  jungen,  gemäss  den 
Akten  gesunden Mann,  der  über  eine mehrjährige  Schulbildung  verfügt 
und  von  2005  bis  2007  in  B._______  einen  Computerkurs  besucht  hat 
(vgl. A1 S. 2, A14 S. 4 F23 ff.). In Anbetracht dieser Sachlage kann davon 
ausgegangen  werden,  dass  es  ihm  bei  einer  Rückkehr  in  seinem 
Heimatland gelingen wird, eine Arbeitsstelle zu finden, um für sich selbst 
zu  sorgen,  weshalb  er  –  entgegen  anderslautender  Auffassung  –  nicht 
auf das bescheidene Einkommen seines Vaters angewiesen sein wird. Im 
Weiteren  besteht  in  der Heimat  ein  tragfähiges Beziehungsnetz  (Eltern, 
eine  Schwester  und  zwei  Brüder,  vgl.  A1  S.  3),  welches  dem 
Beschwerdeführer  bei  der  Wiedereingliederung  behilflich  sein  kann. 
Zudem gelang es  ihm nicht,  eine asylrelevante Verfolgung glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  dem  Beschwerdevorbringen,  die  Familie  habe  Angst, 
Opfer staatlicher Gewalt zu werden, wenn er ins Elternhaus zurückkehre, 
jegliche  Grundlage  entzogen  ist.  Angesichts  dessen  ist  davon 
auszugehen, dass er auch weiterhin bei seiner Familie Unterkunft finden 
wird.  Sodann  sind  keine  weiteren  persönlichen  Gründe  ersichtlich, 
aufgrund  derer  geschlossen  werden  könnte,  der  Beschwerdeführer 
geriete  im  Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenzbedrohende  Situation, 
weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  –  in  Übereinstimmung  mit  dem 
BFM – als zumutbar zu bezeichnen ist.

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG, 
dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

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7.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

9. 
9.1. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf 
Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr 
Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (Art.  65  Abs.  1  VwVG).  Dabei 
verfügt  eine  Person  dann  nicht  über  die  erforderlichen Mittel,  wenn  sie 
ohne  Beeinträchtigung  des  notwendigen  Lebensunterhaltes  die 
Prozesskosten nicht zu bestreiten vermag.

Angesichts  des  Umstands,  wonach  sich  die  Rechtsbegehren  als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  ist  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege  abzuweisen. Da  die  Voraussetzungen  von 
Art.  65
Abs. 1 VwVG (bedürftig/nicht aussichtslos) kumulativ erfüllt sein müssen, 
kann vorliegend darauf verzichtet werden, das Kriterium der Bedürftigkeit 
zu prüfen.

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird 
mit vorliegendem Urteil gegenstandslos.

9.2.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand: