# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da68102a-a2fd-5622-bad4-913bef71ca6e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2008 D-1219/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1219-2008_2008-09-01.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1219/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
Togo,
vertreten durch Patrick Stoudmann, Advokat, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom
24. Januar 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1219/2008

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin ihren Hei-
matstaat am 8. Juli 2006 in Richtung (...). Am 15. Juli 2006 habe sie 
(...)  verlassen und sei am 16. Juli 2006 über (...) in die Schweiz ge-
langt,  wo sie am darauffolgenden Tag ein Asylgesuch einreichte. Am 
24. Juli 2006 fand im Empfangs- und Verfahrenszentrum (...) die Kurz-
befragung statt, und am 3. Oktober 2006 erfolgte die Anhörung zu den 
Asylgründen durch (...). Die Beschwerdeführerin machte dabei im We-
sentlichen geltend,  sie habe in (...)  in einer Wohnung gelebt,  die  ihr 
Freund, ein Colonel, für sie gemietet habe. Ihr Freund habe ihr im Zu-
sammenhang mit  der Armee und seinem Beruf diverse Geheimnisse 
anvertraut. Im Jahr 2000 sei sie Parteimitglied der (...) geworden. Ei-
nes Tages sei der Colonel in ihrer Wohnung erschienen und habe dort 
ihre Mitgliederkarte gefunden. Er sei wütend geworden und habe die 
Beschwerdeführerin  zur  Rede  gestellt.  Als  sie  ihm gestanden  habe, 
der (...) anzugehören, habe er ihr vorgeworfen, der Partei Geheimnis-
se  offenbart  zu  haben,  welche  er  ihr  anvertraut  habe.  Aus  diesem 
Grund  habe  der  Colonel  geglaubt,  sie  sei  eine  Gefahr  für  ihn.  An-
schliessend habe er  die Karte  mitgenommen und sei  weggegangen. 
Einige Zeit später sei die Beschwerdeführerin vom Chauffeur des Co-
lonel bei sich zu Hause abgeholt worden, um in dessen Büro gebracht 
zu werden. Dort habe sie dem Colonel gegenüber beteuert, nichts ge-
gen ihn vorgenommen zu haben. Sie sei von ihm mehrmals geohrfeigt 
worden und habe danach sein Büro verlassen müssen. Später sei der 
Chauffeur gekommen und habe sie nach Hause gebracht. Unterwegs 
habe ihr dieser mitgeteilt, der Colonel habe jemanden angerufen, um 
sie zu Hause abzuholen; ihr Leben sei in Gefahr. Infolgedessen habe 
sie zu Hause ihre Ersparnisse geholt und die Wohnung verlassen.

Zur  Untermauerung  ihrer  Vorbringen  reichte  die  Beschwerdeführerin 
dem BFM folgende Beweismittel ein: Zwei Fotos des Colonel, eine Mit-
gliederkarte der (...), ein Heft Mitgliederbeiträge betreffend sowie eine 
Bescheinigung der (...).

B.
Mit  Verfügung vom 24. Januar 2008  - eröffnet  am 28. Januar 2008 - 
wies  das  BFM das Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  mit  der  Be-
gründung ab, sie erfülle die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) wegen man-

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gelnder Glaubhaftigkeit  der Vorbringen nicht. Gleichzeitig verfügte es 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug.

C.
Mit Beschwerde vom 25. Februar 2008 an das Bundesverwaltungsge-
richt  beantragte die Beschwerdeführerin  durch ihren  Rechtsvertreter, 
es sei die angefochtene Verfügung in dem Sinne zu verbessern, dass 
die Beschwerdeführerin als Flüchtling anerkannt und ihr Asyl gewährt 
werde. Folglich sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und an die 
Vorinstanz  zur  Neubeurteilung  im  Sinne  der  Beschwerdevorbringen 
zurückzuweisen. Für die Dauer des Asylverfahrens sei der Beschwer-
deführerin der Aufenthalt in der Schweiz zu gestatten.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2008 forderte der zuständige 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Beschwerde-
führerin unter  Hinweis auf  die Säumnisfolge zur Leistung eines Kos-
tenvorschusses in der Höhe von Fr. 600.-- innert Frist auf.

E.
Mit  Schreiben  vom 13. März  2008  ersuchte  die  Beschwerdeführerin 
um Zahlung des erhobenen Kostenvorschusses in monatlichen Raten 
von Fr. 200.--.

F.
Mit  Eingabe  vom  14.  März  2008  ersuchte  die  Beschwerdeführerin 
durch  ihren  Rechtsvertreter  um  Fristverlängerung  zur  Leistung  des 
Kostenvorschusses um 14 Tage.

G.
Mit Zwischenverfügung vom 18. März 2008 wies der zuständige Inst-
ruktionsrichter  die  Gesuche  um  Ratenzahlung  beziehungsweise  um 
Fristverlängerung ab und setzte eine Nachfrist von drei Tagen zur Be-
gleichung des ausstehenden Kostenvorschusses von Fr. 600.--.

H.
Der Kostenvorschuss wurde am 25. März 2008 fristgemäss einbezahlt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin ist  daher  zur  Einreichung der 
Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine solche Beschwerde, weshalb der Beschwerdeentscheid nur sum-
marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.

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4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.

5.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit 
der Begründung ab, ihre Vorbringen würden den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 AsylG nicht genügen. So stehe der 
Inhalt des als Beweismittel eingereichten Bestätigungsschreibens der 
(...) teilweise in wesentlichem Widerspruch zu den Asylvorbringen der 
Beschwerdeführerin. Bei der kantonalen Anhörung habe sie beispiels-
weise geltend gemacht, kein aktives Mitglied der (...) gewesen bezie-
hungsweise selten zu deren Meetings gegangen zu sein. Demgegen-
über gehe aus dem Bestätigungsschreiben hervor, dass die Beschwer-
deführerin aktives Parteimitglied gewesen sei und unter anderem re-
gelmässig an deren Kundgebungen teilgenommen habe. Ferner stün-
den auch ihre Aussagen, die sie bei der Befragung im Empfangszent-
rum gemacht habe, zum Teil nicht im Einklang mit den Aussagen an-
lässlich der kantonalen Anhörung. So habe sie im Empfangszentrum 
erklärt, nachdem sie vom Colonel in dessen Büro befragt worden sei, 
habe dieser sie aus dem Büro geschickt und aufgefordert, draussen zu 
warten. Hingegen habe sie bei  der  kantonalen Anhörung behauptet, 

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nach der Befragung sei sie vom Colonel aus dem Büro geworfen wor-
den, so dass sie dabei die Treppe hinuntergestürzt sei.

5.2 In  der  Beschwerde  wird  im  Wesentlichen  geltend  gemacht,  die 
Vorinstanz habe ihr Ermessen überschritten, indem sie die Vorbringen 
der  Beschwerdeführerin  als  widersprüchlich  und  unglaubwürdig  be-
wertet habe. Es wird unter anderem vorgebracht, die Beschwerdefüh-
rerin habe bei der kantonalen Anhörung erklärt, kein aktives Mitglied 
der (...) zu sein. Diese Aussage entspreche dem bei der Befragung im 
Empfangszentrum geltend gemachten Vorbringen, in der Partei keine 
offizielle  Funktion  ausgeübt  zu  haben.  Die  Hauptaufgabe  der  Be-
schwerdeführerin habe lediglich darin bestanden, der Partei in logisti-
scher Hinsicht zur Hand zu gehen. Im Weiteren wird in der Beschwer-
de geltend gemacht, die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Be-
fragung  im Empfangszentrum geschildert,  der  Colonel  habe  sie  aus 
dem Büro geschickt, während sie bei der kantonalen Anhörung erklärt 
habe, er habe sie aus dem Büro geworfen. Beide Ausdrücke seien fast 
bedeutungsgleich,  in  dem Sinne,  dass  die  Beschwerdeführerin  ohne 
Schonung vor die Bürotür gestellt  worden sei. Im Gegensatz zur vor-
instanzlichen Auffassung erfülle die Beschwerdeführerin durchaus die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne des Gesetzes, habe sie doch seitens 
des Heimatstaates Beeinträchtigungen ihres Lebens beziehungsweise 
ihrer Freiheit zu befürchten. Infolgedessen seien die Anforderungen für 
eine Gutheissung des Asylgesuchs gegeben.

5.3 Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der kanto-
nalen  Anhörung  zu Protokoll  gegeben  hat,  kein  aktives  Mitglied  der 
(...) gewesen zu sein und keine offizielle Funktion bekleidet zu haben, 
weckt  bereits  begründete  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  geltend 
gemachten Verfolgung. Diese Zweifel werden durch die von der Vorins-
tanz  in  den  Erwägungen  angeführten  Widersprüche  in  wesentlichen 
Punkten der Aussagen der Beschwerdeführerin erhärtet. Zur Vermei-
dung von Wiederholungen wird  diesbezüglich auf die zutreffende Be-
gründung  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  (vgl.  Art.  109 
Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 4 VwVG).  Zwar hat  die Be-
schwerdeführerin sowohl bei der Erstbefragung im Empfangszentrum 
als auch anlässlich der kantonalen Anhörung übereinstimmend vorge-
bracht,  vor die Bürotür gestellt  worden zu sein. Die - bei  Wahrunter-
stellung - gegen sie gerichtete Anwendung von massiver Gewalt sei-
tens des Colonel, welche zu einem gefährlichen Treppensturz (vgl. A6, 
S. 7) geführt haben soll, machte die Beschwerdeführerin erst bei der 

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kantonalen  Anhörung  geltend.  Erfahrungsgemäss  ist  jedoch  davon 
auszugehen, dass eine tatsächlich verfolgte Person den Behörden, bei 
denen sie Schutz sucht, bereits anlässlich der Erstbefragung alle wich-
tigen Gründe  mitteilt,  welche sie  zum Verlassen  ihres  Heimatlandes 
bewogen haben. Schliesslich ist davon auszugehen, dass - bei Wahr-
unterstellung - der Colonel aufgrund seiner Funktion über Mittel  und 
Wege verfügt hätte, die Beschwerdeführerin in seinem Büro festneh-
men zu lassen. Vor diesem Hintergrund ist die vorgebrachte Gefahr ei-
ner nach dem Rauswurf aus dem Büro vom Colonel angeblich telefo-
nisch  angeordneten  Festnahme  der  Beschwerdeführerin  bei  ihr  zu 
Hause gleichermassen als unglaubhaft zu qualifizieren. Demnach er-
weisen  sich  die  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  in  wesentlichen 
Punkten als unglaubhaft.

5.4 Das Bundesverwaltungsgericht kommt somit auch nach einer ge-
nauen Prüfung der Akten zum Schluss, dass die Ausführungen in der 
Beschwerde nicht  geeignet  sind,  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  zu 
entkräften. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Aus-
führungen in der Beschwerde näher einzugehen, zumal sie nicht zu ei-
ner anderen Beurteilung zu führen vermögen. Es ergibt sich, dass die 
Beschwerdeführerin keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder 
glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat ihr Asylgesuch zu Recht 
abgelehnt.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

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7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

7.2.1 So darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein 
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem 
sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-
den (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens 
vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

7.2.2 Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  in  den  Heimatstaat ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

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7.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwer-
deführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den 
Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  die  Beschwerdeführerin  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihr  im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behand-
lung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hin-
weisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Sicherheitslage und  Menschenrechtssituation in Togo lässt 
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.3.1 In  der  angefochtenen  Verfügung  hielt  die  Vorinstanz  fest,  der 
Wegweisungsvollzug sei nach vernünftigem Ermessen ohne jede Ein-
schränkung zumutbar. Gegenwärtig  könne in Togo nicht  von Bürger-
krieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  ausgegangen werden, 
so dass kein Anlass bestehe, für alle Angehörigen dieses Landes eine 
konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG anzunehmen. 
Zudem würden im vorliegenden Fall  auch keine individuellen Gründe 
gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen.

7.3.2 Der Rechtsvertreter macht in der Beschwerde geltend, das Le-
ben beziehungsweise die Freiheit der Beschwerdeführerin sei in ihrem 
Heimatstaat in Anlehnung an ihre Vorbringen in Gefahr.

7.3.3 Das Bundesverwaltungsgericht  gelangt  zum Schluss,  dass  die 
während  den  Präsidentschaftswahlen  im  April  2005  stattgefundenen 

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tödlichen  Gewaltverbrechen  sowie  Gewaltausschreitungen  zwischen 
Oppositionellen  und Sicherheitskräften  nicht  dazu führen,  im gegen-
wärtigen Zeitpunkt in Togo von einer dermassen angespannten Sicher-
heits-  und Menschenrechtslage auszugehen, als  dass eine Rückfüh-
rung dorthin als generell unzumutbar betrachtet werden müsste.

7.3.4 Gemäss  eigenen  Angaben  hat  die  Beschwerdeführerin  eine 
Lehre als Coiffeuse absolviert und war von 2005 bis zu ihrer Ausreise 
im Verkauf  von Damenbekleidung tätig. Angesichts  des noch jungen 
Alters  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  beruflichen  Erfahrungen  in 
Togo ist davon auszugehen, dass in ihrer Heimat eine Reintegration in 
den Arbeitsmarkt möglich sein wird. Bei der Wiedereingliederung wer-
den ihr ihre in der Heimat verbliebenen Verwandten behilflich sein kön-
nen. Die Rückkehrhilfe der Schweiz wird ihr den Wiedereinstieg in ihrer 
Heimat ebenfalls erleichtern können. Zudem sind keine weiteren per-
sönlichen  Gründe  ersichtlich,  aufgrund  derer  unter  Umständen  ge-
schlossen werden könnte, die Beschwerdeführerin gerate im Falle der 
Rückkehr in  eine existenzbedrohende Situation,  weshalb der Vollzug 
der Wegweisung - in Übereinstimmung mit der Vorinstanz - auch dies-
bezüglich als zumutbar zu bezeichnen ist.

7.4 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insgesamt

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Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 25. März 2008 in glei-
cher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

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