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**Case Identifier:** b556e6e6-3ab8-5c80-8888-3e31b51373f8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.01.2021 725 20 71/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-71-14_2021-01-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 21. Januar 2021 (725 20 71 / 14) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung der Tatbestandsmerkmale des äusseren Faktors und der Ungewöhnlichkeit bei 

einem durch Schwindel ausgelösten Sturz 

 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Lena Ei-
chenberger 
 
 

Parteien Visana AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15, 
Beschwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 
8048 Zürich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Martin Bürkle, 
Rechtsanwalt LL.M., Thouvenin Rechtsanwälte KLG, Klausstrasse 
33, 8024 Zürich 
 
 
 

Beigeladene A.____ 
 

  
 
 

Betreff Leistungen 
 

 

 

 
 
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A.1 Die 1961 geborene A.____ arbeitet seit 1. Januar 2009 als Pflegefachfrau HF bei der 
B.____ GmbH und ist bei der SOLIDA Versicherungen AG (SOLIDA) gegen die Folgen von 
Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Gemäss Bagatell-
Unfallmeldung vom 16. Mai 2019 stürzte A.____ am 1. April 2019 infolge eines Schwindelan-
falls bei akuter Übelkeit zu Boden und verletzte sich dabei am Mittelfinger. 
 

A.2 Mit Schreiben vom 18. Juni 2019 lehnte die SOLIDA ihre Leistungspflicht ab, da weder 
ein Unfall noch eine Listendiagnose vorliege. Der Sturz sei durch eine innere krankheitsbeding-
te Fehlursache ausgelöst worden und erfülle damit den Tatbestand des äusseren Faktors nicht. 
Die Leistungsverweigerung wurde mit Verfügung vom 29. August 2019 bestätigt. Gegen diese 
Verfügung erhob die obligatorische Krankenpflegeversicherung, die Visana AG (Visana), am 
25. September 2019 Einsprache. Sie hielt fest, dass unmittelbare und adäquat kausale Ursache 
der Verletzung der Sturz der Versicherten gewesen sei. Dieser erfülle ungeachtet dessen, ob er 
sich wegen eines Bewusstseinsverlusts ereignete oder nicht, die Voraussetzungen des Unfall-
begriffs. Mit Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 hielt die SOLIDA an ihrem ablehnenden 
Entscheid fest und verneinte das Vorliegen eines Unfallereignisses, da der durch den Schwin-
del ausgelöste Sturz mangels Einwirkung eines äusseren Faktors und mangels Ungewöhnlich-
keit den Unfalltatbestand nicht erfülle. Die Gesundheitsbeeinträchtigung sei als Krankheit ein-
zustufen, für welche die Krankenversicherung die Leistung zu übernehmen habe. 
 

B. Hiergegen erhob die Visana am 17. Februar 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht 
des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin be-
antragte sie, dass der Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin zu verpflichten sei, für den Unfall vom 1. April 2019 die gesetzlichen Leis-
tungen nach UVG zu erbringen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Be-
schwerdegegnerin. Zur Begründung verwies die Visana im Wesentlichen auf die bundesgericht-
liche Praxis, wonach es sich bei einem Sturz – auch wenn dieser durch eine innere Tatsache 
(u.a. Schwindel) ausgelöst wurde – um einen äusseren Faktor handle. Die Qualifikation als Un-
fall könne nicht ausgeschlossen werden, sofern die Kausalität des Sturzes mit der Verletzung 
gegeben sei. Auch sei das Element der Ungewöhnlichkeit bei einem Sturz problemlos vorhan-
den. Es seien somit alle Tatbestandselemente des Unfallbegriffs erfüllt. 
 

C. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2020 am Antrag 
auf Abweisung der Beschwerde vollumfänglich fest. 
 

D. Die Versicherte selber erhob gegen den Einspracheentscheid der SOLIDA vom 
23. Januar 2020 keine Beschwerde. Da sie jedoch vom Ausgang des Prozesses mitbetroffen 
ist, wurde sie vom Kantonsgericht mit Verfügung vom 26. Mai 2020 zum vorliegenden Be-
schwerdeverfahren beigeladen. Sie liess sich zur Sache nicht vernehmen. 
 

 

 

 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 In vorstehender Sache hat die Visana Einsprache gegen die Verfügung vom 
29. August 2019 erhoben. Der Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 ist jedoch fälschli-
cherweise der Visana Services AG eröffnet worden. Die Visana hat in ihrer Beschwerde unter 
Vorlage von zwei Handelsregisterauszügen darauf hingewiesen, dass die Visana Services AG 
eine reine Dienstleistungsgesellschaft sei und die operativen Geschäfte der Visana führe. Die 
Visana hat sich nun – als Versicherungsträgerin – vorbehältlich der Zustimmung der Gegenpar-
tei mit einem Parteiwechsel einverstanden erklärt. Hierzu hat die Beschwerdegegnerin in ihrer 
Vernehmlassung ihr Einverständnis gegeben. 
 

1.2 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss 
Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-
entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-
schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-
gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 
hat. Vorliegend befindet sich der Wohnsitz der beigeladenen Versicherten in X.____, weshalb 
die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut 
§ 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) 
vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge-
richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. 
 

1.3 Zur Beschwerde berechtigt ist gemäss Art. 59 ATSG nebst der versicherten Person 
auch, wer durch die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Die Visana erfüllt diese Vo-
raussetzungen, denn der angefochtene Einspracheentscheid tangiert ihre Leistungspflicht als 
Krankenpflegeversicherung der Versicherten. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erho-
bene – Beschwerde der Visana vom 17. Februar 2020 ist demnach einzutreten. 
 

2.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 1. April 2019 als Unfall im 
Rechtssinn zu qualifizieren ist. 
 

2.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 
 

2.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtspre-
chung auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (BGE 130 V 117 E. 2 mit Hinweis auf 
RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100). Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Er-
fordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begrün-

 

 
 
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deter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" be-
einflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Fak-
tor zu bejahen; denn der äussere Faktor − Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt − ist 
wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 
E. 2 mit Hinweisen). Weiter hat sich das Bundesgericht in BGE 134 V 72 einlässlich zum Be-
griffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit geäussert. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er 
− nach einem objektiven Massstab − nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Der äussere Faktor ist zentrales Begriffscharakteris-
tikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Gegenstück zur − den Krankheitsbegriff konstituie-
renden − inneren Ursache. Die Bezeichnung der massgebenden Genese wird aber erst durch 
die weiter erforderliche Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ermöglicht. Die meisten Krank-
heiten beruhen auf einer Wechselwirkung von inneren und äusseren Faktoren; oft ist die letzt-
lich pathogene innere Ursache ihrerseits ohne Umwelteinflüsse nicht denkbar. Das Begriffs-
merkmal der Ungewöhnlichkeit wurde entwickelt, um die "tausendfältigen kleinen und kleinsten 
Insulte des täglichen Lebens, die als solche gänzlich unkontrollierbar sind und deshalb nur beim 
Hinzutreten von etwas Besonderem Berücksichtigung finden sollen", aus dem Unfallbegriff aus-
zuscheiden (BGE 134 V 77 E. 4.1.1, mit Hinweis auf ALFRED BÜHLER, Der Unfallbegriff, in: Alf-
red Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, S. 234). Das Merkmal des 
Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkungen, die aus 
alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheits-
schädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran 
ändert die blosse Auslösung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; 
Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich ist, dass 
eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 77 E. 4.1.1). Nach der Recht-
sprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des 
äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhn-
lichkeit ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich 
gezogen hat. Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelt-
einwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 80 E. 4.3.1). Bei Schädigun-
gen, die sich auf das Körperinnere beschränken, unterliegt der Nachweis eines Unfalls strengen 
Anforderungen, weil die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen 
Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer 
äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrschein-
lichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 
8C_189/2010, E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 99 V 136 E. 1). Das Erfordernis des äusseren Fak-
tors kann auch durch ein Geschehen erfüllt werden, das sich im Körperinneren abspielt. Eine 
innere Ursache kann der Auslöser eines Unfalls sein oder diesen zumindest begünstigt haben. 
In einem solchen Fall muss das Unfallereignis die natürliche und adäquate Ursache des Ge-
sundheitsschadens sein, damit ein Unfall im Rechtssinne angenommen werden kann 
(BGE 142 V 439 E. 2, 102 V 133 E. b). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung trifft dies 
beispielsweise bei einem durch intermittierenden Blutdruckabfall verursachten Sturz mit Schen-
kelhalsbruch zu, da die Cerebralsklerose nicht als entscheidende physiologische Ursache der 
Fraktur betrachtet werden kann, weshalb von einer Unfallfolge auszugehen ist. Anders zu ent-
scheiden wäre, wenn sich aus der Gesamtbeurteilung des Gesundheitszustandes ergäbe, dass 

 

 
 
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der Sturz gegenüber der Cerebralsklerose und ihren Auswirkungen als Ursache in den Hinter-
grund träte (BGE 102 V 133 E. b). 
 

3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 
122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache 
der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 

3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und − im Beschwerdefall − das Gericht dürfen 
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b). Im Streitfall obliegt 
es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. 
Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise 
zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser 
Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit 
erstellt − die blosse Möglichkeit genügt nicht −, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was 
sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b mit Hin-
weis; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Januar 2011, 8C_709/2010, E. 2.2 und vom 
20. Februar 2007, U 346/05, E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen). 
 

4.1 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folgt dar. Die Versicherte gab im Fra-
gebogen zum Unfallhergang an, dass sie akut an Übelkeit gelitten habe. Durch den Brechreiz 
sei sie schnell aufgestanden und habe einen akuten unvorhergesehenen Schwindelanfall be-
kommen. Sie sei zu Boden gestürzt und habe sich dabei den Mittelfinger aufgeschlagen. Mit 
Schreiben vom 14. Juni 2019 hielt Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und 
Rheumatologie, fest, dass gemäss Bericht des Spitals Y.____ vom 22. Mai 2019 ein Distorsi-
onstrauma des dritten Fingers an der rechten Hand anlässlich eines Sturzereignisses diagnosti-
ziert worden sei. Laut Dr. C.____ sei die Diagnose traumatisch bedingt und nicht auf eine Er-
krankung oder Degeneration zurückzuführen.  
 

 

 
 
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4.2 Die Parteien sind sich einig, dass drei der fünf Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs 
– Körperverletzung, Plötzlichkeit und fehlende Absicht – erfüllt sind. Uneinig sind sich die Par-
teien indessen, ob die äussere Einwirkung und deren erforderliche Ungewöhnlichkeit vorliegend 
gegeben sind. 
 

4.3 Strittig und zu prüfen ist, ob das Tatbestandsmerkmal des äusseren Faktors gegeben 
ist. 
 

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines äusseren Faktors. Zur Begrün-
dung verweist sie auf das Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich (UV.2017.00010) vom 
8. November 2018 und auf BGE 142 V 219 sowie 142 V 435. Dem Urteil UV.2017.00010 lag 
der Sachverhalt zugrunde, dass die Beschwerdeführerin in der Küche in Ohnmacht gefallen und 
auf ihre linke Schulter und den Hals gestürzt war. Ursache des Sturzes war somit ein plötzlicher 
Bewusstseinsverlust. Das Sozialversicherungsgericht Zürich führte aus, dass es bei einem un-
vermittelt auftretenden Bewusstseinsverlust ohne äussere Einwirkung am Erfordernis des aus-
serhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren und sinnfälligen Ereignisses fehle. Die 
Ohnmacht und der darauffolgende Sturz seien durch eine körperliche Fehlfunktion verursacht 
worden und mithin nicht Unfall- sondern Krankheitsfolge. In BGE 142 V 219 hatte sich das Bun-
desgericht mit dem Fall eines Beschwerdeführers zu beschäftigen, bei welchem eine Hüftpro-
these brach, als er sein Auto durch eine nicht vollständig geöffnete Tür verliess. Das Gericht 
kam zum Ergebnis, der Bruch der Prothese stelle ein rein innerer Vorgang dar, weshalb ein 
äusserer Faktor und somit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen sei. BGE 142 V 435 beruht 
auf dem Fall eines Wanderers, dem plötzlich übel wurde und der – nachdem er erbrechen 
musste – kopfüber in eine 60 Meter tiefe Geröllhalde stürzte und verstarb. Der Notarzt der Rega 
diagnostizierte beim Wanderer provisorisch einen Herzkreislaufstillstand, ein Schädel-
Hirntrauma, den Verdacht von Brüchen der Halswirbelsäule, mehrerer Brüche auf der Ebene 
der Gesichtsknochen und ein vorhergehendes Herzereignis. Das Bundesgericht kam zum 
Schluss, es liege kein äusserer Faktor vor, sondern der Tod des Versicherten sei überwiegend 
wahrscheinlich durch ein kardiovaskuläres Ereignis verursacht worden. 
 

4.3.2 Der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt werden. Das Urteil des Sozialversiche-
rungsgerichts Zürich (UV.2017.00010) steht im Widerspruch zur geltenden Rechtsprechung, 
wonach ein Sturz ungeachtet dessen, ob er sich wegen eines Schwindelanfalls ereignete oder 
nicht, die Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt (BGE 102 V 133 E. b). Zudem setzt sich 
das Urteil mit den zitierten Bundesgerichtsurteilen (BGE 142 V 219 und 142 V 435) inhaltlich 
nicht auseinander. Die BGE 142 V 219 zugrundeliegende Konstellation ist von vorliegendem 
Sachverhalt klar abzugrenzen, da der Sturz im Gegensatz zum Prothesenbruch einen äusseren 
und nicht bloss einen inneren Faktor darstellt. Diese Rechtsprechung kann folglich nicht auf den 
vorliegend zu beurteilenden Fall angewendet werden. Gleich verhält es sich mit 
BGE 142 V 435. Denn im Vergleich zum vorliegenden Sachverhalt war der Sturz auf der Berg-
wanderung gerade nicht überwiegend kausal für den Tod, vielmehr war dieser durch innere 
Faktoren (kardiovaskuläres Ereignis) verursacht worden. Auch kann − entgegen der Auffassung 
der Beschwerdegegnerin − das Erfordernis des äusseren Faktors durch ein Geschehen erfüllt 
werden, das sich im Körperinneren abspielt, wobei eine innere Ursache der Auslöser eines Un-

 

 
 
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falls sein oder diesen zumindest begünstigt haben kann (vgl. E. 2.3 hiervor). In einem solchen 
Fall muss das Unfallereignis die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens 
sein, damit ein Unfall im Rechtssinne angenommen werden kann. 
 

Im vorliegend zu beurteilenden Fall ist die Versicherte gestürzt und hat sich beim Sturz am Fin-
ger verletzt. Unmittelbare und adäquat kausale Ursache des Distorsionstraumas des Fingers 
war der Sturz, da ohne diesen ein Schwindelanfall alleine nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht zu einer solchen Verletzung führt. Mit ande-
ren Worten kann der Sturz nicht weggedacht werden, ohne dass das eingetretene Distorsions-
trauma entfiele. Andererseits ist das Distorsionstrauma kein typischer Gesundheitsschaden, der 
erfahrungsgemäss als alleinige Folge eines Schwindelanfalls auftreten kann, weshalb dieser 
nicht als entscheidende physiologische Ursache der Fingerverletzung betrachtet werden kann. 
Der innere Zustand der Beschwerdeführerin hat das Unfallereignis möglicherweise begünstigt, 
er ist jedoch nicht die unmittelbare Ursache des Gesundheitsschadens. Der Sturz ist somit als 
äusserer mitwirkender Faktor zu qualifizieren.  
 

4.4 Strittig und zu prüfen bleibt, ob das Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt 
ist. 
 

4.4.1 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass der blosse Sturz ohne weitere von aussen 
hinzutretende Umstände das Merkmal der Ungewöhnlichkeit nicht erfülle.  
 

4.4.2 Der Beschwerdegegnerin ist nicht zuzustimmen. So bejahte das Bundesgericht ohne 
weiteres den Unfallcharakter eines Sturzes aus einem Fenster nach einem Schwindelanfall (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 1. Juli 2015, 8C_103/2015). Wie in Erwägung 2.3 dargelegt, kann 
das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung beste-
hen, wobei ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf der Körperbe-
wegung programmwidrig beeinflusst haben muss. Im vorliegenden Fall ist der Sturz als in der 
Aussenwelt begründeter Umstand anzusehen, der den Ablauf der Körperbewegung programm-
widrig beeinflusst hat. Das Merkmal der Ungewöhnlichkeit ist daher in der unkoordinierten Ei-
genbewegung erfüllt. Sodann muss vorliegend die unmittelbare Ursache der Schädigung nicht 
unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein, da das Distorsionstrauma des 
Fingers nicht als alleinige Folge eines Schwindelanfalls auftreten kann. 
 
Es bleibt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach vorbestehende ge-
sundheitliche Probleme (u.a. Schwindel), die ein Unfallereignis verursachten, bei der Prüfung 
des ungewöhnlichen äusseren Faktors auszuklammern sind, da es sich dabei um individuelle 
Fähigkeiten handelt, die kein massgebendes Kriterium zur objektivierten Bejahung oder Vernei-
nung der Ungewöhnlichkeit darstellen. Ansonsten würden Personen, welche beispielsweise 
aufgrund ihrer Behinderung ein höheres Unfallrisiko verkörpern, diskriminiert (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 11. Februar 2009, 8C_500/2008, E. 4.3, BGE 134 V 79 E. 4.2.3). 
 

4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl das Tatbestandsmerkmal des äusseren 
Faktors wie auch dasjenige der Ungewöhnlichkeit gegeben ist und das Ereignis vom 1. Ap-

 

 
 
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ril 2020 somit als Unfall im Rechtssinn zu qualifizieren ist. Demzufolge ist die Beschwerde in 
dem Sinne gutzuheissen, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 auf-
zuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die SOLIDA zurückzuweisen ist. 
Dabei hat sie die übrigen Anspruchsvoraussetzungen hinsichtlich einer gesetzlichen Leistungs-
pflicht zu prüfen. 
 

5. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gültig gewesenen, hier anwendbaren 
Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. Januar 2021) hat der Prozess vor 
dem kantonalen Gericht für die Parteien in der Regel kostenlos zu sein. Es sind demnach für 
das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird der nicht 
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin nicht ausgerichtet. 
 

6.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Ju-
ni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zu-
lässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger 
zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern 
um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-
weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-
rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 

6.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte-
ne Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 aufgehoben und die 
Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und 
zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen 
wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 

 

 
 
 
 
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