# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f098eea6-6783-5161-b224-b9523c16f62d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 06.07.2018 130 2018 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_130-2018-3_2018-07-06.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

abgewiesen (VGE 2018/232 vom 15.11.2018).

RA Nr. 130/2018/3 Bern, 6. Juli 2018

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

C.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis IV (TBA OIK IV), Dunantstrasse 13, 
3400 Burgdorf

betreffend die Verfügung des Tiefbauamts des Kantons Bern, Oberingenieurkreis IV vom 
12. März 2018 (01007; Verkehrssanierung E.________ )

I. Sachverhalt

1. Am 29. November 2017 schrieb das Tiefbauamt des Kantons Bern, 

Oberingenieurkreis IV (im Folgenden Vergabestelle) den Dienstleistungsauftrag 

"D.________brücke" im Zusammenhang mit dem Projekt Verkehrssanierung E.________ " 

im offenen Verfahren auf der Website des Vereins für ein Informationssystem über das 

öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz (www.simap.ch) aus. Der Auftrag umfasst 

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die Planung der D.________brücke sowie die Unterstützung und Mitwirkung bei der 

Koordination und Dossierzusammenstellung für die gesamte Neubaustrecke. Die 

ausgeschriebenen Leistungen betreffen die SIA-Teilphasen 32 (Bauprojekt) und 33 

(Bewilligungsverfahren / Auflageprojekt). Gemäss den Ausschreibungsunterlagen vom 29. 

November 2017 gewichtete die Vergabestelle die Zuschlagskriterien "Fachkompetenz, 

Schlüsselpersonal und Projektorganisation" mit 40 %, das "Vorgehenskonzept und PQM" 

mit 30 %, den Angebotspreis mit 20 % sowie die "Präsentation des Angebots" mit 10 %. 

Das Zuschlagskriterium "Fachkompetenz, Schlüsselpersonal und Projektorganisation" ist 

zudem in die Subkriterien "Projektleiter" sowie "Teamorganisation" unterteilt.

Es gingen insgesamt fünf Angebote ein. Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die 

Beschwerdegegnerin reichten innert Frist ein geeignetes Angebot ein. Mit 

Zuschlagsverfügung vom 12. März 2018 erteilte die Vergabestelle der 

Beschwerdegegnerin den Zuschlag. Unter dem Titel "Begründung" führte sie aus, gemäss 

Art. 30 ÖBV1 erhalte das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag. Die Begründung 

könne den Beilagen entnommen werden. Diese Beilagen bestanden aus einer 

Vergleichstabelle mit den erhaltenen Punkten bei den Zuschlagskriterien und den 

bereinigten Endsummen aller Angebote sowie einer Bewertungsübersicht des jeweils 

eigenen Angebots. 

2. Gegen die Zuschlagsverfügung vom 12. März 2018 erhob die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 22. März 2018 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion 

des Kantons Bern (BVE). Sie beantragt die Aufhebung des Zuschlags an die 

Beschwerdegegnerin und die Erteilung des Zuschlags an sich. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht beantragt sie, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihr 

sei, soweit zulässig, Akteneinsicht zu gewähren. Sie macht insbesondere geltend, ihr 

Angebot sei im Bereich der Teamorganisation zu schlecht bewertet worden. 

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Vergabestelle beantragt mit 

1 Verordnung vom 16. Oktober 2002 über das öffentliche Beschaffungswesen (ÖBV; BSG 731.21).
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

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Stellungnahme vom 6. April 2018 die Beschwerde sei abzuweisen und ihr sei keine 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Beschwerdegegnerin machte in ihrer Eingabe vom 

28. März 2018 geltend, ihre Offerte beinhalte vertrauliche Dokumente und sei nicht offen zu 

legen. Mit Verfügung vom 12. April 2018 erteilte das Rechtsamt der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung und gewährte der Beschwerdeführerin insoweit Akteneinsicht, als 

keine Geschäftsgeheimnisse und oder die Identität der übrigen Anbieterinnen verraten 

wurden. Mit Verfügung vom 26. April 2018 stellte das Rechtsamt der Beschwerdeführerin 

die entsprechend anonymisierten Verfahrensakten zu und gab ihr Gelegenheit, ihre 

Beschwerde zu ergänzen. Am 16. Mai 2018 reichte die Beschwerdeführerin ihre 

Ergänzungen ein und mit Eingabe vom 29. Mai 2018 nahm die Vergabestelle dazu 

Stellung. 

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Nach Art. 12 Abs. 1 ÖBG3 können Verfügungen kantonaler Auftraggeberinnen und 

Auftraggeber mit Beschwerde bei der in der Sache zuständigen Direktion des 

Regierungsrats angefochten werden. Die Vergabestelle ist eine kantonale 

Verwaltungseinheit der BVE und daher eine kantonale Auftraggeberin im Sinne des ÖBG. 

Die BVE ist deshalb zur Behandlung der Beschwerde zuständig. 

Das Angebot der Beschwerdeführerin ist beim Zuschlag nicht berücksichtigt worden. Als 

Zweitplatzierte hat sie im Fall der Gutheissung ihrer Beschwerde eine realistische Chance, 

mit ihrem Angebot zum Zug zu kommen. Sie hat somit ein schutzwürdiges Interesse an der 

Anfechtung der Zuschlagsverfügung. Die Beschwerde ist innert der zehntägigen 

Rechtsmittelfrist eingereicht worden. Sie enthält einen Antrag und eine Begründung. Der 

3 Gesetz vom 11. Juni 2002 über das öffentliche Beschaffungswesen (ÖBG; BSG 731.2).

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geschätzte Auftragswert liegt zudem über dem Schwellenwert anfechtbarer Verfügungen 

gemäss Art. 11 Abs. 2 ÖBG. Die BVE tritt auf die Beschwerde ein. 

2. Beurteilungskriterien

a) Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, einschliesslich Rechtsfehler bei der 

Ausübung des Ermessens, und die unrichtige und unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 14 Abs. 2 ÖBG).

Den Vergabestellen kommt bei der Festlegung der Zuschlagskriterien, deren Gewichtung 

und den anzuwendenden Bewertungsmethoden ein erheblicher Ermessensspielraum zu. 

Die Unangemessenheit des Vergabeentscheides kann mit Beschwerde denn auch nicht 

geltend gemacht werden (Art. 14 Abs. 2 ÖBG, Art. 16 Abs. 1 und 2 IVöB4). Sofern die 

Vergabestelle ihr Ermessen nicht willkürlich ausgeübt hat, hat sich die Beschwerdeinstanz 

daher bei der Prüfung der Bewertung eine gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen.5 

Besondere Zurückhaltung ist namentlich dann angezeigt, wenn ein Zuschlagskriterium in 

Frage steht, das die Vergabestelle aufgrund ihrer Vertrautheit mit einer technischen 

Materie am ehesten zu beurteilen vermag.6 Die Angebotsbewertung muss aber in sachlich 

haltbarer und nachvollziehbarer Weise erfolgen. Die Bewertungsmethode darf nicht zu 

Ergebnissen führen, welche die in der Ausschreibung bekannt gegebene Gewichtung der 

Zuschlagskriterien verwischt.7 Zudem stellt die Beschwerdeinstanz den Sachverhalt von 

Amtes wegen fest (Art. 18 Abs. 1 VRPG8) und wendet auch das entsprechende Recht an 

(Art. 20a Abs. 1 VRPG).

 

b) Die qualitativen Zuschlagskriterien bzw. deren Subkriterien wurden gemäss den 

Ausschreibungsunterlagen nach folgender Notenskala bewertet, wobei in Dezimalen 

abgestuft werden kann: Note 1 (wertlos, ohne Aussagekraft, nicht beurteilbar), Note 2 

(ungenügend, die Anforderungen nicht erfüllt), Note 3 (genügend, die Anforderungen 

4 Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994, Anhang I 
zum ÖBG; BSG 731.2. 
5 BGer 2C_346/2013 vom 20. Januar 2014 E. 1.3.4; BGer 2D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 4.2 mit 
Hinweisen.
6 VGE 21040 vom 4. Mai 2001, E. 4b.
7 VGE 2016/291 vom 3. April 2017, E. 6.1.
8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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erfüllt), Note 4 (gut, die Anforderungen teilweise übertroffen), Note 5 (ausgezeichnet, 

innovativ, weit über den Anforderungen liegend).9

Gemäss der Stellungnahme der Vergabestelle benutzte sie die Note 3 als 

Bewertungsbasis, die mit der Erfüllung der projektseitig gestellten Anforderungen erreicht 

werden konnte. Sie habe keine Abzüge vorgenommen, sondern sie habe beurteilt, in 

welchem Ausmass die Anbietenden diese Anforderungen erfüllen, beziehungsweise unter- 

oder übertroffen haben.

3. Beurteilung des Projektleiters – Referenzprojekte

a) Die Vergabestelle hat das Subkriterium "Projektleiter" anhand des "Inhalts und der 

Vergleichbarkeit der Referenzen", der "Fachkompetenz / Erfahrung" und des "offerierten 

Leistungsanteil" bewertet. Dabei hat sie die ersten beiden mit 8 % und das dritte Kriterium 

mit 4 % gewichtet. Die Vergabestelle erteilte dem Angebot der Beschwerdeführerin beim 

Subkriterium "Projektleiter" insgesamt die Note 4.6. Bei den "Referenzen" erhielt die 

Beschwerdeführerin die Note 4, bei der "Erfahrung / Fachkompetenz" und beim "offerierten 

Leistungsanteil" je die Note 5.10 Das Angebot der Beschwerdegegnerin bewertete die 

Vergabestelle insgesamt mit der Note 5. Bei den "Referenzen" sowie bei der "Erfahrung / 

Fachkompetenz" erhielt sie je die Note 5, beim "offerierten Leistungsanteil" die Note 4.8.11 

Umstritten ist lediglich die Bewertung des Kriteriums "Referenzen". Dabei sollten gemäss 

der Ausschreibung sowie der Auswertung insbesondere der Inhalt und die Vergleichbarkeit 

der zwei Referenzen massgeblich sein.12

Die Beschwerdeführerin hat zwei Projekte als Referenzen angegeben, welche sie über alle 

SIA-Teilphasen begleitete, respektive leitete. Die eine (Zwillings-) Brücke weist eine Länge 

von 2 x 275 m auf und ist in der Stahl-Beton-Verbundesbauweise erstellt. Bei der anderen 

handelt es sich um eine Spannbetonbrücke mit stützenfreier Querung der Aare im Rahmen 

einer neuen Ortsumfahrung. Die Beschwerdegegnerin hat als Referenzobjekte einerseits 

eine 390 m lange Spannbetonkonstruktion über die Aare, die sie über sämtliche SIA-

9 Vgl. B5.3 Zuschlagskriterien, Bewertung und Vergabe, Vorakten pag. 164.
10 Vgl. Zuschlagskriterien Anbieter A, Vorakten pag. 206.
11 Vgl. Zuschlagskriterien Anbieter C, Vorakten pag. 204.
12 Vgl. Zuschlagskriterien, Bewertung und Vergabe, Vorakten pag. 164.

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Phasen begleitete, respektive leitete und andererseits das Vorprojekt zum 

ausgeschriebenen Vergabeprojekt (SIA-Teilphase Nr. 31) angegeben.

b) Bei der Auswertung der Angebote hielt die Vergabestelle beim Angebot der 

Beschwerdeführerin fest, die Komplexität und die bearbeiteten Phasen der Referenzen 

würden die Anforderungen der Verkehrssanierung E.________ teilweise übertreffen, 

allerdings sei keines der Projekte mit der Freivorbaumethode erstellt worden. Beim 

Angebot der Beschwerdegegnerin merkte sie an, die Komplexität sei mit der 

Verkehrssanierung E.________ identisch, bei beiden handle es sich um Neubauprojekte, 

bei welchen die Freivorbaumethode zur Anwendung komme. Die F.________brücke sei 

zudem über alle Phasen abgewickelt worden. In ihrer Stellungnahme zur Beschwerde 

macht die Vergabestelle geltend, sie habe die Tatsache, dass es sich bei den 

Referenzprojekten der Beschwerdeführerin nicht um Freivorbaubrücken handle nicht per 

se negativ gewertet, sondern alle Aspekte der eingereichten Referenzen und deren 

Erfüllungsgrad in Bezug auf die projektseitig gestellten Anforderungen bewertet. Auf Grund 

des der Ausschreibung beigelegten Vorprojekts sei aus den Ausschreibungsunterlagen 

aber klar hervorgegangen, dass sich die Freivorbaumethode als Methode der Wahl 

durchgesetzt habe und die Anbieter daher optimalerweise Referenzprojekte einreichten, 

bei denen sie diese Methode angewendet hatten. In ihrer Stellungnahme zur ergänzten 

Beschwerde präzisiert die Vergabestelle, einen Zusatzpunkt habe sie je für ein Projekt über 

alle Phasen sowie für ein Projekt im Freivorbau erteilt. Die Beschwerdegegnerin habe mit 

dem Projekt F.________ brücke" beide Pluspunkte erhalten. Demgegenüber habe die 

Beschwerdeführerin zwar zwei Referenzen, die sie über alle Phasen abgeschlossen habe, 

eingereicht, hingegen sei keine Referenz im Freivorbau erstellt worden. Daher habe sie nur 

die Note 4 erhalten. 

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, es sei aus den 

Ausschreibungsunterlagen nicht hervorgegangen, dass die Brücke als Freivorbaubrücke 

geplant werden müsse. Die Anwendung dieser Methode sei zudem bei der 

D.________brücke auch nicht zwingend, sondern diese Brücke könne auch in einem 

anderen Verfahren erstellt werden. Zudem weise der Projektleiter auch Erfahrung mit der 

Freivorbaumethode auf. Anlässlich der Präsentation habe die Beschwerdeführerin ein 

entsprechendes Referenzprojekt vorgestellt. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wieso die 

Beschwerdegegnerin die Note 5 erhalten habe, insbesondere da eine der Referenzen das 

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Vorprojekt zur ausgeschriebenen Leistung darstelle und damit die zu erbringenden SIA-

Teilphasen Nr. 32 und 33 nicht umfasse. 

c) Den Ausschreibungsunterlagen zufolge sollten die Anbieterinnen die Planung der 

D.________brücke sowie die Unterstützung und Mitwirkung bei der Koordination und 

Dossierzusammenstellung für die gesamte Neubaustrecke basierend auf den SIA-

Teilphasen 32 (Bauprojekt) bis 33 (Baubewilligungsverfahren / Auflageprojekt) offerieren.13 

Gemäss den in der Ausschreibung bekanntgegebenen Zuschlagskriterien erfolgte die 

Bewertung des Projektleiters insbesondere auch anhand des Inhalts und der 

Vergleichbarkeit von zwei Referenzen.14 

Referenzen dienen dazu, dass sich die Vergabestelle ein Bild der bisherigen Leistungen 

einer Anbieterin machen kann. Massgeblich für die Vergleichbarkeit von Referenzen mit 

dem Vergabegegenstand muss die im Rahmen der Referenzprojekte erbrachte Leistung 

sein. Damit die Referenzen vergleichbar sind, sollten sie ein möglichst ähnliches Projekt 

betreffen. Dementsprechend wirkt sich der konkrete Inhalt eines Projekts immer auch auf 

die Vergleichbarkeit aus. Da die Vergabestelle allerdings gemäss der Ausschreibung 

sowohl die Vergleichbarkeit als auch den Inhalt der Referenzen beurteilen wollte, ist es 

sachgemäss, diese beiden Aspekte separat zu beurteilen.

Die Realisierung eines Bauvorhabens bedingt das erfolgreiche Bearbeiten von 

verschiedenen Phasen. SIA-Teilphase Nr. 31 umfasst das Vorprojekt, Teilphase Nr. 32 das 

Bauprojekt, Teilphase Nr. 33 das Bewilligungsverfahren / Auflageprojekt, Teilphase Nr. 41 

die Ausschreibung und Nr. 51 die Realisierung. Beim Vorprojekt dominieren die Konzeption 

und die Wirtschaftlichkeit eines Projekts. Beim Bauprojekt sollen das Projekt optimiert, die 

Kosten veranschaulicht und die Termine definiert werden. Insbesondere sollen die 

Entscheidgrundlagen geschaffen werden für die Auswahl der am besten geeigneten 

Ausführungsvariante. Im Rahmen des Bewilligungsverfahrens erfolgt die Baueingabe und 

die Kosten sowie die Termine sind zu verifizieren.15 Da bei den unterschiedlichen SIA-

Teilphasen verschiedene Leistungen gefragt sind, bedingt eine gute Vergleichbarkeit der 

13 Vgl. Detaillierter Aufgabenbeschrieb der Ausschreibung, Vorakten pag. 184.
14 Vgl. Zuschlagskriterien, Bewertung und Vergabe, Vorakten pag. 164.
15 Vgl. Leistungstabelle gemäss LM SIA 112, 2001 der Koordinationskonferenz der Bau- und 
Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren.

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Projekte nicht nur ein ähnliches Bauprojekt sondern insbesondere auch, dass die 

Anbieterin dieselben Phasen bearbeitet hat. 

d) Beide Anbieterinnen haben in ihren Angeboten jeweils zwei Referenzen angegeben. 

Die Beschwerdeführerin hat bei beiden Referenzprojekten sämtliche SIA-Teilphasen resp. 

insbesondere die SIA-Teilphasen Nr. 32 und 33 bearbeitet. Es handelt sich zudem auch 

um grössere Brückenprojekte. Dementsprechend sind beide Referenzen mit der zu 

erbringenden Leistung grundsätzlich vergleichbar.

Bei der ersten Referenz der Beschwerdegegnerin handelt es sich um ein grosses 

Brückenprojekt und die Beschwerdegegnerin hat es über alle Phasen abgewickelt. Diese 

Referenz ist dementsprechend mit der zu erbringenden Leistung vergleichbar. Die zweite 

Referenz des Angebots der Beschwerdegegnerin betrifft das Vorprojekt zum 

Vergabegegenstand. Es umfasst damit eine andere SIA-Teilphase als die zu erbringende 

Leistung. Falls die erbrachten Leistungen des Vorprojekts und die ausgeschriebenen 

Leistungen im vorliegenden Fall identisch wären, wie dies die Beschwerdegegnerin in 

ihrem Angebot dargelegt hat,16 so erübrigte sich die Planung und Bearbeitung der SIA-

Teilphasen 32 und 33. Dieser Auffassung ist daher nicht zu folgen, sondern das Vorprojekt 

kann die üblichen Anforderungen an die Vergleichbarkeit kaum erfüllen. Eine der 

Referenzen der Beschwerdegegnerin erweist sich somit als schlecht geeignet, um die 

Qualitäten des Projektleiters für die zu erbringende Leistung aufzuzeigen. 

e) Gemäss der Auswertung der Vergabestelle übertreffen die Referenzen der 

Beschwerdeführerin die Anforderungen an die Komplexität der Verkehrssanierung 

E.________ teilweise. Allerdings sind sie nicht mit der Freivorbaumethode erstellt. Das 

erste Referenzprojekt der Beschwerdegegnerin ist mit der Komplexität der 

D.________brücke identisch. Zudem ist es (teilweise) mit der Freivorbaumethode erstellt.

Gemäss dem Vorprojekt soll die D.________brücke eine Gesamtlänge von 471.5 m 

aufweisen. Sie soll als Viadukt mit 10 Feldern ausgestaltet sein. Der Flussbereich soll als 

Sprengwerkrahmen mit V-Stielen mit einer Hauptspannweite von 131.5 m ausgebildet 

werden, welcher den Viadukt in Längsrichtung stabilisiert. Die anschliessenden Uferfelder 

mit einer Spannweite von jeweils 50 m sollen mit einer schiefen Strebe ab dem 

16 Vgl. Angebot der Beschwerdegegnerin, Formular C, S. 13.

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Kämpferfundament gestützt werden. Ein Teil der Brücke soll im Freivorbau und ein Teil auf 

Lehrgerüst erstellt werden.17 

Aus den Ausschreibungsunterlagen ging nicht hervor, welche Elemente des Vorprojekts 

und des Baubeschriebs für die Vergabestelle als zwingende Bestandteile des eigentlichen 

Projekts zu betrachten sind. Insbesondere gab die Vergabestelle nicht bekannt, welche 

Anforderungen sie an den Inhalt von Referenzprojekten stellt. Es steht grundsätzlich im 

Ermessen der Vergabestelle, Erfahrung mit der Freivorbaumethode sowie Projekte, die 

über sämtliche Teilphasen bearbeitet worden sind, positiv zu werten. Die klare und einzige 

Punkteverteilung für die Erfahrung mit der Freivorbaumethode sowie für ein Projekt über 

alle Phasen ging aus der Ausschreibung nicht hervor. Diese Punkteverteilung ist überdies 

auch nicht in der schriftlichen Auswertung der Angebote abgebildet. Gemäss diesen 

Auswertungen hat die Vergabestelle insbesondere auch die Komplexität der Referenzen im 

Vergleich zur Verkehrssanierung E.________ beurteilt und sie als identisch oder die 

Anforderungen teilweise übertreffend resp. unter den Anforderungen liegend bewertet. Der 

Stellungnahme der Vergabestelle im vorliegenden Verfahren zufolge konnten die 

Anbieterinnen aber damit keine Zusatzpunkte erzielen. Die klare Punkteverteilung für die 

Erfahrung mit der Freivorbaumethode sowie für ein Projekt über alle Phasen erscheint 

beliebig, genauso hätte die Vergabestelle beispielsweise für die Komplexität der 

Referenzprojekte oder das Merkmal eines Viadukts Zusatzpunkte verteilen können. Diese 

Kriterien hat sie gemäss den schriftlichen Auswertungen auch je bei einer der 

Anbieterinnen bemängelt.18 Zudem ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die maximale 

Punktzahl bereits mit einem Projekt, das die Anforderungen der Vergabestelle resp. beide 

Pluspunkte erfüllt, erreicht werden konnte. 

Demzufolge hätte die Vergabestelle die Referenzen der Beschwerdeführerin nicht einzig 

mit dem Argument des fehlenden Nachweises der Erfahrung mit der Freivorbaumethode 

"nur" mit der Note 4 bewerten dürfen. Eben so wenig konnte ausschlaggebend sein, dass 

sie sämtliche Teilphasen der Bauprojekte bearbeitet hat. Da die Referenzen aber gemäss 

der Auffassung der Vergabestelle die Anforderungen an die D.________brücke resp. an 

das Verkehrssanierung-E.________-Projekt teilweise überschreiten, ist es insgesamt 

plausibel, dass die Beschwerdeführerin dafür die Note 4, gut, die Anforderungen teilweise 

17 Vgl. Vorprojekt Umfahrung, Projektbasis Verkehrssanierung E.________, Bericht D.________brücke, insb. S. 
1 und 8.
18 Vgl. Vorakten pag. 202 / 205.

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übertroffen, erhalten hat. Die Vergabestelle hat daher bei der Bewertung des Angebots der 

Beschwerdeführerin das ihr zustehende Ermessen nicht überschritten. Die Benotung der 

Beschwerdeführerin mit der Note 4 ist insgesamt nicht zu beanstanden. 

Auch der Inhalt des ersten Referenzprojekts der Beschwerdegegnerin ist positiv zu werten. 

Insbesondere durfte sich die Erfahrung mit der Freivorbaumethode positiv auswirken. Da 

die Vergabestelle aber bei ihrer Beurteilung beide Referenzen berücksichtigen müsste und 

die zweite Referenz die Anforderungen an die Vergleichbarkeit nicht erfüllt, ist es nicht 

nachvollziehbar und berechtigt, dass sie insgesamt die Maximalnote erreichte. Weil diese 

zweite Referenz die Anforderungen an eine gute Vergleichbarkeit nicht erfüllt, hätte das 

Angebot der Beschwerdegegnerin insgesamt nur als genügend, die Anforderungen erfüllt, 

und damit mit der Note 3 beurteilt werden dürfen.

f) Die Punkteverteilung resp. insbesondere die Bewertung des Angebots der 

Beschwerdegegnerin durch die Vergabestelle insgesamt steht nicht im Einklang mit der 

ausgeschriebenen Leistung und den in den Ausschreibungsunterlagen dargelegten 

Anforderungen an die Angebote.  Die Anbieterinnen hätten auf Grund der 

Ausschreibungsunterlagen nicht mit dem von der Vergabestelle angewendeten 

Beurteilungsschema rechnen müssen. Die Beurteilung des Angebots der 

Beschwerdegegnerin bei diesem Kriterium mit der Maximalnote ist nicht nachvollziehbar 

und kann nicht mit dem der Vergabestelle zustehenden Ermessen begründet werden. Das 

Angebot der Beschwerdegegnerin hätte beim Kriterium "Referenzen" nur mit der Note 3 

beurteilt werden dürfen. Unter Berücksichtigung der "Fachkompetenz / Erfahrung" mit der 

Note 5 und des "Offerierten Leistungsanteils" mit der Note 4.8 hätte die 

Beschwerdegegnerin beim Subkriterium des "Projektleiters" insgesamt nur die Note 4.16 

erhalten dürfen. Bei einer Gewichtung von 20 % hätte die Beschwerdegegnerin daher bei 

diesem Subkriterium nur 0.83 anstatt 0.9919 Punkte erhalten dürfen. Demgegenüber ist die 

Bewertung der Beschwerdeführerin mit 0.92 Punkten nicht zu beanstanden.

4. Bewertung der Teamorganisation

19 Vgl. Vorakten pag. 201.

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a) Die Teamorganisation ist das zweite Subkriterium des Zuschlagskriteriums 

"Fachkompetenz, Schlüsselpersonal und Projektorganisation und fällt ebenfalls mit 20 % 

ins Gewicht. Gemäss den Ausschreibungsunterlagen (Formular C) ist in Bezug auf die 

Teamorganisation Folgendes verlangt: "Beschreiben und begründen Sie die vorgesehene 

Organisation des Projektteams mit der zugehörigen Aufgaben- und Kompetenzverteilung. 

Zeigen Sie dabei, wie die erforderlichen Fachbereiche personell abgedeckt werden (Name 

der Mitarbeiter und Firmenzugehörigkeit) und wie Sie die Koordination zwischen den 

einzelnen Fachbereichen wahrnehmen."20 

Die Beschwerdeführerin nannte in ihrem Angebot namentlich den Projektleiter sowie 

seinen Stellvertreter und die zuständige Person für die Gestaltung. Diese sollen das 

Kernteam bilden. Der Projektleiter ist zudem für die Koordination mit dem Los 

"Neubaustrecke exkl. D.________brücke" sowie mit den externen Spezialisten des 

Bauherrn zuständig. Die Qualitätssicherung stellt die Beschwerdeführerin mit einer internen 

Drittperson sicher. Das Kernteam soll zudem namentlich durch eine Statikerin, einen 

Konstrukteur sowie mit einer für den Bauablauf und die Kosten zuständige Person ergänzt 

werden. Demgegenüber koordiniert bei der Beschwerdegegnerin der Projektleiter die 

Aufgaben und die Termine. Sein Stellvertreter ist zusätzlich für die Qualitätssicherung 

zuständig. Das Team besteht namentlich aus Personen, die für die Projektierung des 

Überbaus und des Bauvorgangs sowie für den Unterbau und die Geotechnik zuständig 

sind. Die Vergabestelle bewertete die Beschwerdeführerin bei diesem Zuschlagskriterium 

mit der Note 2 (ungenügend, die Anforderungen nicht erfüllt). Demgegenüber erhielt die 

Beschwerdegegnerin die Note 4 (die Anforderungen teilweise übertroffen).

b) Gemäss der Auswertungstabelle weist die Teamorganisation der Beschwerdeführerin 

eine umständliche Stellvertreterregelung auf (Stellvertreter ist in keiner anderen Funktion 

involviert). Aus Sicht der Vergabestelle sei ein Stellvertreter ohne weitere erkennbare 

Projektaufgaben nicht zielführend. Demgegenüber bezeichnet sie den Mandatsstil der 

Beschwerdegegnerin als zielführend und nachvollziehbar abgebildet.21

Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Kernteam arbeite sehr eng zusammen. Es sei 

selbstverständlich, dass der stellvertretende Projektleiter eine leitende Funktion im Projekt 

habe und das Projektteam zusammen mit dem Projektleiter führe. Er könne jederzeit und 

20 Vgl. C3.1.2, Darstellung der Teamorganisation, Vorakten pag. 153.
21 Vgl. Zuschlagskriterien Anbieter A und C, Vorakten pag. 204/206.

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ohne Einschränkung oder Einarbeitungszeit den Projektleiter vertreten. Die gemeinsame 

Leitung sei nicht umständlich sondern sehr komfortabel.

Gemäss der Beilage C5 des Angebots der Beschwerdeführerin gehört der stellvertretende 

Projektleiter zu einem aus drei Personen bestehenden Kernteam. In der schriftlichen 

Umschreibung der Projektorganisation führt die Beschwerdeführerin in ihrem Angebot aus, 

sämtliche Fachdisziplinen sollten im Kernteam vertreten sein. Dessen Struktur sei bewusst 

schlank ausgestaltet, um die Entscheidungs- und Kommunikationswege kurz zu halten und 

die Effizienz zu steigern. 

Gemäss dieser Umschreibung nimmt der stellvertretende Projektleiter als Teil eines aus 

drei Personen bestehenden Kernteams im Projekt eine zentrale Funktion ein. Er ist bei 

Entscheidungen grundsätzlich unabhängig von der Anwesenheit des Projektleiters 

einbezogen. Damit legt die Beschwerdeführerin dar, dass dem stellvertretenden 

Projektleiter nicht eine Art Pikett-Stellung zukommt, sondern er ist stark in das Projekt 

integriert und nimmt eine leitende Funktion wahr. Die von der Vergabestelle anders 

lautenden Befürchtungen sind damit unbegründet und ihr Vorwurf, dies gehe aus dem 

Angebot der Beschwerdeführerin nicht hervor, resp. die Beschwerdeführerin habe eine 

umständliche Stellvertretungsregelung, ist ungerechtfertigt. 

Demgegenüber ist der stellvertretende Projektleiter beim Angebot der Beschwerdegegnerin 

gleichzeitig für das Qualitätsmanagement zuständig. Auf Grund dieser Position ist er zwar 

über den Projektverlauf informiert, um seine Aufgabe der Qualitätssicherung wahrnehmen 

zu können, er dürfte aber in erster Linie eine Aussenperspektive einnehmen. Auch diese 

Organisationform kann gut funktionieren. Insbesondere stellt auch diese Organisation 

sicher, dass der stellvertretende Projektleiter ohne grosse Einarbeitungszeit den 

Projektleiter ersetzen kann. Dementsprechend sind beide Stellvertreterregelungen 

grundsätzlich "zielführend" resp. erfüllen die Anforderungen der Vergabestelle. 

Insbesondere da die Ausschreibungsunterlagen den Anbieterinnen diesbezüglich keine 

Vorgaben machten, ist keines der Angebote in diesem Bereich besser oder schlechter zu 

bewerten.

c) Weiter bemängelte die Vergabestelle bei der Auswertung der Angebote bei der 

Beschwerdeführerin die Nichtbesetzung von Fachspezialisten (Geotechnik, Entwässerung, 

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Materialbewirtschaftung, Bauphasen und -logistik).22 In ihrer Vernehmlassung präzisiert sie, 

da Brückenbauten immer geotechnische Fragenstellungen mit sich brächten, handle es 

sich bei der Geotechnik um eine wichtige Teamstelle. Dasselbe gelte auch für die 

Materialbewirtschaftung. In der Ausschreibung sei denn auch die Leistung "Ausarbeitung 

Materialbewirtschaftungskonzept" verlangt. 

Die Beschwerdeführerin wendet ein, die Ausschreibung habe keinen Hinweis enthalten, 

dass ein Geotechniker gefragt sei, die Auftraggeberin habe vielmehr selber einen 

Geologen als externen Spezialisten beauftragt. Zudem habe die Beschwerdeführerin 

ausdrücklich darauf hingewiesen, sie ergänze das Kernteam mit weiteren Spezialisten. 

Ebenso wenig sei aus der Ausschreibung hervorgegangen, dass die Funktion der 

Materialbewirtschaftung separat zu nennen gewesen wäre. Die Materialbewirtschaftung sei 

lediglich bei den zu erbringenden Leistungen aufgelistet gewesen. Diese sei wegen den 

bescheidenen Aushubkubaturen im Brückenbau kein spezielles Thema. Die Bearbeitung 

erfolge bei ihrem Angebot durch die verantwortliche Person für den Bauablauf. Falls die 

Vergabestelle die Namen des Geotechnikers und des Materialbewirtschafters hätte kennen 

wollen, so hätte sie dies in den Ausschreibungsunterlagen aufzeigen sollen.

Auf dem Organigramm der Beschwerdeführerin sind neben dem Kernteam und dem 

Qualitätsmanagement zusätzlich die verantwortlichen Personen für die Statik, die 

Konstruktion sowie für den Bauablauf und die Kosten aufgeführt. Ihr wirft die Vergabestelle 

vor, sie habe die Besetzung der Fachspezialisten (z.B. Geotechnik, Entwässerung, 

Materialbewirtschaftung, Bauphasen, Baulogistik ect.) nicht aufgezeigt. Die 

Beschwerdegegnerin hat hingegen die Personen, die für die Projektierung des Überbaus 

und Bauvorgang sowie für den Unterbau und die Geotechnik und die Personen, die für die 

Pläne und Visualisierung zuständig sind, namentlich genannt. Beide Anbieterinnen haben 

dementsprechend nicht sämtliche von der Vergabestelle erwarteten Fachspezialisten 

dargestellt: Beide haben die Personen, die für die Entwässerung, Materialbewirtschaftung, 

Bauphasen- und logistik zuständig sein sollen, nicht namentlich erwähnt. Die 

Beschwerdegegnerin hat im Vergleich zur Beschwerdeführerin einzig die für die 

Geotechnik zuständige Person namentlich in ihrem Angebot bezeichnet. Dieser kleine 

Unterschied rechtfertigt es allerdings nicht, diesen Punkt nur beim Angebot der 

Beschwerdeführerin zu kritisieren. Insbesondere da die beiden Anbieterinnen ganz 

22 Vgl. Zuschlagskriterien Anbieter A, Vorakten pag. 206.

RA Nr. 130/2018/3 14

grundsätzlich andere Teamorganisationen mit unterschiedlichen Positionen gewählt haben. 

So hat die Beschwerdeführerin im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin beispielsweise 

dafür die für die Statik verantwortliche Person namentlich erwähnt. Diese Position ist 

gemäss der Aussage der Vergabestelle ebenfalls eine grundlegende Tätigkeit bei der 

Planung eines Brückenbauwerks. Demzufolge haben beide Anbieterinnen nicht sämtliche 

Fachspezialisten in ihrer Teamorganisation aufgeführt, die die Vergabestelle grundsätzlich 

gerne bei der Teamorganisation abgebildet gehabt hätte. Die beiden Angebote hätten 

entsprechend auch in diesem Punkt ähnlich bewertet werden müssen. 

d) Schliesslich bemängelt die Vergabestelle beim Angebot der Beschwerdeführerin die 

geringe Erfahrung der Statikerin.23 Diese Fachspezialistin sei zwar keine Schlüsselperson, 

die Brückenstatik beinhalte aber die grundlegende Tätigkeit bei der Planung eines 

Brückenbauwerks. Daher sei es aus Sicht der Vergabestelle unabdingbar, dass diese 

Tätigkeit eine Person mit viel Erfahrung ausübe. Dies bestätige sich auch im Vergleich mit 

den Konkurrenzofferten, welche für die betroffene Tätigkeit Mitarbeiter mit 20 und mehr 

Jahren Berufserfahrung einsetzten. Bei der Beurteilung der Statikerin sei die 

Berufserfahrung zwar nicht das einzige Qualitätskriterium. Es sei aber nicht zu 

beanstanden, dass bei ähnlicher Qualifikation die Dauer der Berufserfahrung bei der 

Bewertung eine Rolle spiele, auch wenn dieser Teilaspekt nicht schon in der 

Ausschreibung dargelegt worden sei. Demgegenüber wertete die Vergabestelle die grosse 

Erfahrung des Teams der Beschwerdegegnerin als positiv. 

Die Beschwerdeführerin rügt, für die Fachspezialistin Statik seien keine Referenzen 

verlangt worden. Die von ihr eingesetzte Person sei sehr gut ausgebildet und weise mit der 

Mitarbeit bei acht grösseren Brückenprojekten auch eine grosse berufliche Erfahrung auf. 

Die Vergabestelle habe zudem gemäss den Ausschreibungsunterlagen zwar eine 

Personalliste aber nicht zwingend die Angabe der jeweiligen Berufserfahrung verlangt. 

Dementsprechend sei dieser Punkt nicht bewertbar.

Gemäss den Ausschreibungsunterlagen bewertete die Vergabestelle die anbieterseitig 

dargestellte Organisation und die Sicherstellung der erforderlichen Ressourcen und 

Kompetenzen. Die Person, die für die Statik zuständig ist, musste nicht namentlich erwähnt 

sein. Insbesondere oblag es den Anbieterinnen gemäss der Ausschreibung nicht, 

23 Vgl. Zuschlagskriterien Anbieter A, Vorakten pag. 206.

RA Nr. 130/2018/3 15

aufzuzeigen, wieviel Erfahrung diese Person aufweist. Auch entsprechende Referenzen 

verlangte die Vergabestelle in den Ausschreibungsunterlagen nicht. Beim Angebot der 

Beschwerdegegnerin ist die Person, die für diesen Bereich zuständig ist, auch nicht 

namentlich genannt und die Vergabestelle hat dies nicht bemängelt. Es kann daher nicht 

ins Gewicht fallen, dass eine einzelne Person in einem Team nicht über eine sehr 

langjährige Erfahrung verfügt, sondern "erst" seit drei Jahren berufstätig ist. Insbesondere 

da die übrigen Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin mehr als 10 Jahre Berufserfahrung 

aufweisen. Sowohl der Projektleiter der Beschwerdeführerin als auch derjenige der 

Beschwerdegegnerin und die Teams insgesamt weisen eine grosse resp. langjährige 

Erfahrung auf. Auch in diesem Punkt sind die beiden Angebote dementsprechend 

gleichwertig, resp. es rechtfertigt sich nicht, die Angebote unterschiedlich zu bewerten.

e) Im Übrigen hat die Vergabestelle bei der Beschwerdegegnerin die Koordination 

gegenüber weiteren Mandanten sowie die Bearbeitung der Schnittstellen kritisiert.24 Diesen 

Punkt hat die Vergabestelle bei der Beschwerdeführerin nicht hervorgehoben. Die 

Beschwerdegegnerin hat in ihrem Angebot einzig festgehalten, der Projektleiter sichere die 

Schnittstelle zum Bauherrn und zu den Nachbarlosen und wirke als Schaltstelle zu den 

Spezialisten des Bauherrn und dem Projektteam. In ihrem Angebot hat 

Beschwerdeführerin demgegenüber dargelegt, der Projektleiter sei insbesondere die 

Ansprechperson für das Mandat "D.________brücke" und für die Koordination mit dem Los 

"Neubaustrecke exkl. D.________brücke" sowie mit den externen Spezialisten des 

Bauherrn zuständig. Sie plane eine proaktive Schnittstellenbearbeitung. Die erforderlichen 

Dokumente seien frühzeitig zu koordinieren. Es seien das übergeordnete Terminprogramm 

sowie die Meilensteine des Gesamtprojekts spezifisch zu analysieren. Im Gegensatz zur 

Beschwerdegegnerin hat sie im Organigramm auch die übergeordnete Planung resp. die 

verschiedenen Akteure des gesamten Projekts dargestellt.

Die Vergabestelle hat im Bereich der Koordination nur das Angebot der 

Beschwerdegegnerin bemängelt. Der Vergleich der beiden Angebote im Bereich der 

Koordination zeigt auf, dass die Beschwerdeführerin diesen detaillierter und sorgfältiger 

dargestellt hat. Insbesondere hat sie die Schnittstellenproblematik und die Wichtigkeit der 

Koordination erkannt. In diesem Bereich hätte daher das Angebot der Beschwerdeführerin 

im Vergleich zum Angebot der Beschwerdegegnerin besser abschneiden müssen.

24 Vgl. Zuschlagskriterien Anbieter C, Vorakten pag. 204.

RA Nr. 130/2018/3 16

f) Der Vergleich der beiden Angebote ergibt insgesamt ein ebenbürtiges Bild: Im 

Bereich der Mandatsführung sind die beiden Angebote gleich und im Bereich der 

Darstellung der Fachspezifikation ebenfalls ähnlich zu bewerten. Auch weisen beide 

Teams durchschnittlich über langjährige Erfahrung aus. Einzelnen Personen, die in der 

Ausschreibung nicht explizit genannt sind, können bei der Gesamtbeurteilung nicht ins 

Gewicht fallen. Die Schnittstellenbearbeitung und die Koordination mit dem anderen Los 

hat die Beschwerdeführerin demgegenüber sorgfältiger als die Beschwerdegegnerin 

beschrieben. Dementsprechend wären die beiden Angebote im Bereich der 

Teamorganisation, Bewertung der dargestellten Organisation und Sicherstellung der 

erforderlichen Ressourcen und Kompetenzen gleich zu bewerten gewesen. Es ist nicht 

nachvollziehbar, weshalb die Vergabestelle das Angebot der Beschwerdeführerin als die 

Anforderungen nicht erfüllt und demgegenüber das Angebot der Beschwerdegegnerin als 

die Anforderungen teilweise übertroffen einstufte. Mit dieser Bewertung hat die 

Vergabestelle das ihr zustehende Ermessen überschritten. Beide Angebote sind bei 

diesem Subkriterium mit der gleichen Punktzahl resp. Note zu bewerten. 

Aus den vorhandenen Unterlagen ist kaum eruierbar, wie die Teamorganisation hätte 

dargestellt sein sollen, damit ein Angebot die Vorgaben der Vergabestelle erfüllt oder 

übertroffen hätte. Ob die beiden Angebote je mit der Note 2, 3 oder 4 bewertet werden, 

wirkt sich aber auf den Ausgang des Verfahrens nicht aus; In jedem Fall erfolgte eine 

Angleichung der beiden Angebote um 0.4 Punkte zu Gunsten der Beschwerdeführerin. Mit 

Blick auf die konkrete Auswertung ist beiden Angeboten die Note 3 zu erteilen. Bei einer 

Gewichtung von 20 % erhalten die Beschwerdeführerin wie auch die Beschwerdegegnerin 

daher bei diesem Subkriterium 0.6 Punkte.

5. Auswirkungen und Ergebnis

a) Auf Grund der Änderung der Bewertung des Angebots der Beschwerdegegnerin im 

Bereich der Referenzen von der Note 5 auf die Note 3 erhält die Beschwerdegegnerin beim 

Subkriterium Projektleiter insgesamt nur die Note 4.16. Unter Berücksichtigung der 

Gewichtung von 20 % ergibt dies 0.83 Punkte, resp. 0.16 Punkte weniger als bisher. Erfolgt 

eine Angleichung der beiden Angebote im Bereich der Teamorganisation und wird das 

Angebot der Beschwerdegegnerin anstatt mit der Note 4 mit der Note 3 bewertet, ergibt 

RA Nr. 130/2018/3 17

dies eine weitere Reduktion um 0.2 Punkte. Dementsprechend erzielt die 

Beschwerdegegnerin eine Gesamtnote von 3.89 anstatt 4.25 Punkte. Auf Grund der 

Angleichung der Angebote im Bereich der Teamorganisation auf dieselbe Note (3) erreicht 

die Beschwerdeführerin demgegenüber insgesamt 0.2 Punkte mehr; das heisst sie ist mit 

der Gesamtnote von 4.14 anstatt 3.94 Punkte zu bewerten.

b) Demzufolge erzielt das Angebot der Beschwerdeführerin die beste Bewertung resp. 

stellt das wirtschaftlich günstigste Angebot für das Projekt "D.________brücke" dar. 

Dementsprechend erweist sich die Beschwerde insgesamt als begründet und ist daher 

gutzuheissen. Der Zuschlag für die D.________brücke; SIA-Teilphasen Nr. 32 und 33 an 

die Beschwerdegegnerin ist aufzuheben und der Zuschlag ist der Beschwerdeführerin zu 

erteilen. 

c) Auf Grund dieses Ergebnisses erübrigt sich, zu überprüfen, ob die Vergabestelle 

auch bei der Bewertung der Zuschlagskriterien des Vorgehenskonzepts und PQM sowie 

bei der Präsentation der Angebote ihr Ermessen allenfalls überschritten haben könnte. 

6. Verfahrenskosten

a) Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr 

von Fr. 1'600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV25).

Nach Art. 108 Abs. 1 VRPG hat die unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen, 

es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder 

besondere Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben. Bei diesem 

Verfahrensausgang obsiegt die Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin hat keine 

Anträge gestellt. Ihr werden dementsprechend keine Kosten auferlegt. Der Vergabestelle 

könnten nur Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn sie in ihren Vermögensinteressen 

betroffen wäre (Art. 108 Abs. 2 VRPG). Gegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens ist ein Zuschlag im öffentlichen Beschaffungsrecht. Dieses 

Verfahren zielt nicht auf das Feststellen oder Zusprechen einer bestimmten Geldsumme 

25 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

RA Nr. 130/2018/3 18

ab. Bei submissionsrechtlichen Streitigkeiten sind daher keine vermögensrechtlichen 

Interessen zu wahren.26 Es wird auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet. 

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern 

nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung 

oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als 

gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). 

Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden 

Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV27 beträgt das Honorar in 

verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.00 bis Fr. 11'800.00 pro Instanz. 

Innerhalb dieses Rahmens bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache 

gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 

Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG28). Sind bedeutende vermögensrechtliche Interessen zu 

wahren, wird auf dem Honorar ein Zuschlag von bis zu 200 Prozent gewährt (Art. 11 Abs. 2 

PKV). 

Die Kostennote des Anwalts der Beschwerdeführerin beträgt Fr. 13'807.15 (exkl. 

Mehrwertsteuer) zuzüglich Auslagen von Fr. 402.15. Da bei submissionsrechtlichen 

Streitigkeiten, wie erwähnt (E. 6a), keine vermögensrechtlichen Interessen zu wahren sind, 

rechtfertigt sich kein Zuschlag nach Art. 11 Abs. 2 PKV. Bei einem zu erwartenden 

Auftragsvolumen von ungefähr Fr. 300'000.– stuft die BVE die Bedeutung der Streitsache 

als durchschnittlich ein. Angesichts des doppelten Schriftenwechsels sowie der 

Komplexität des Falles ist der hierfür gebotene Zeitaufwand leicht überdurchschnittlich. 

Daher erachtet die BVE eine Ausschöpfung des Kostenrahmens von 65 % und damit ein 

Parteikostenersatz von Fr. 7'810.00 zuzüglich Auslagen von Fr. 402.15 und 

Mehrwertsteuer als angemessen. 

Die Vergabestelle hat dementsprechend der  der Beschwerdeführerin die Parteikosten im 

Umfang von Fr. 8'844.50 zu ersetzen.

26 VGE 21741 vom 10. Juni 2005, E. 6.
27 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; 
PKV; BSG 168.811).
28 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11).

RA Nr. 130/2018/3 19

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Zuschlag vom 12. März 2018 an die 

Beschwerdegegnerin wird aufgehoben. Der Zuschlag für das Projekt 

"D.________brücke" wird der Beschwerdeführerin erteilt.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Vergabestelle hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten im Betrag von 

Fr. 8'844.50 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- C.________, eingeschrieben

- Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis IV (TBA OIK IV), eingeschrieben

- Tiefbauamt des Kantons Bern (TBA), im Haus

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident