# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 579ac488-520c-5a22-b8db-c33895ac899d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 31.03.2016 IV-2015/201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2015-201_2016-03-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2015/201

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 31.03.2016

Entscheiddatum: 31.03.2016

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 31.03.2016
Art. 16c Abs. 1 lit. a, Art. 31 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 SVG (SR 741.01). Der 
Fahrzeuglenker verursachte auf der Autobahn einen Verkehrsunfall zufolge 
Aquaplanings. Bestätigung des dreimonatigen Führerausweisentzugs wegen 
schwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften, obwohl er 
im Strafverfahren wegen einfacher Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 
Abs. 1 SVG verurteilt wurde (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 
31. März 2016, IV-2015/201).

Präsident Urs Gmünder, hauptamtlicher Richter Thomas Vögeli und Richter Urs Früh, 

a.o. Gerichtsschreiberin Claudia Paly

 

 

X, Rekurrent,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Führerausweisentzug (Warnungsentzug)

 

Sachverhalt:

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A.- X besitzt den Führerausweis für die Fahrzeugkategorie B seit dem 7. Februar 2012. 

Der Leumund als Motorfahrzeuglenker ist ungetrübt. Am Freitag, 17. April 2015, gegen 

22 Uhr, lenkte er einen Personenwagen von Flawil herkommend in Richtung Abtwil. In 

Gossau nahm er die Einfahrt auf die Autobahn A1 und fuhr in Richtung Winkeln. Zu 

jenem Zeitpunkt regnete es stark und die Fahrbahn war entsprechend nass. Auf Höhe 

des Rastplatzes Wildhus wechselte X von der Normal- auf die Überholspur, um ein 

anderes Fahrzeug zu überholen. Dabei geriet er ins Schleudern, drehte sich im 

Gegenuhrzeigersinn, prallte mit der linken Fahrzeugfront gegen die Mittelleitplanke und 

schleuderte von der Überholspur in Richtung Pannenstreifen. Das Fahrzeug prallte mit 

dem Heck gegen die rechte Aussenleitplanke und kam quer zur Fahrbahn zum 

Stillstand, wobei die Fahrzeugfront in Richtung Normalspur zeigte. Ein nachfolgender 

Personenwagen wich auf die Überholspur aus. Er streifte das Fahrzeug von X. Ein 

zweiter nachfolgender Personenwagen prallte sodann mit der Front in das vor ihm 

fahrende Fahrzeug, welches zuvor jenes von X gestreift hatte. Sämtliche Beteiligten 

blieben unverletzt. Die Unfallfahrzeuge und die Leitplanken wurden beschädigt.

Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Gossau vom 3. Juni 2015 wurde X im 

Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall vom 17. April 2015 wegen Verletzung der 

Verkehrsregeln (Verursachen eines Verkehrsunfalles) zu einer Busse von Fr. 500.– 

verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen leitete wegen 

des Verkehrsunfalls vom 17. April 2015 ein Administrativmassnahmeverfahren gegen X 

ein. Es entzog den Führerausweis mit Verfügung vom 25. August 2015 wegen schwerer 

Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für drei Monate.

C.- Dagegen erhob X mit Eingabe vom 9. September 2015 Rekurs. Sinngemäss 

verlangte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, und zwar mit der 

Begründung, dass das Strassenverkehrsamt zu Unrecht von einer schweren 

Widerhandlung ausgegangen sei. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 6. 

Oktober 2015 auf eine Vernehmlassung. Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

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Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 9. September 2015 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem 

Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03, abgekürzt: OBG) 

ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung 

ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), 

mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine 

leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe 

Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden 

trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird 

dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf 

genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine 

mittelschwere Widerhandlung liegt vor, wenn durch Verletzung von Verkehrsregeln eine 

Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird (Art. 16b 

Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer dann 

auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle 

qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl. BBl 1999 S. 4487).

3.- a) Der Rekurrent bestreitet im Rekurs nicht, dass er infolge Aquaplanings die 

Herrschaft über sein Fahrzeug verlor, als er mit einer Geschwindigkeit von 125 km/h 

auf der Autobahn unterwegs war. Er verursachte einen Verkehrsunfall und verletzte 

damit Art. 32 Abs. 1 SVG schuldhaft. Nach dieser Bestimmung ist die Geschwindigkeit 

stets den Umständen, namentlich den Strassen- und Sichtverhältnissen anzupassen. 

Er beruft sich auf den rechtskräftigen Strafbefehl und geht davon aus, dass sich die 

Vorinstanz an die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft zu halten habe. Die 

Strafbehörde sei von einer einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 

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SVG ausgegangen. Demgegenüber habe die Vorinstanz den Führerausweis aufgrund 

einer schweren Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) für drei Monate entzogen 

(Art. 16c Abs. 1 SVG). Weiter führte der Rekurrent aus, dass er aufgrund seiner 

beruflichen Tätigkeit als IT-Aussendienstmitarbeiter und der täglichen Pikettdienste auf 

den Führerausweis angewiesen sei.

b) Nach Strassenverkehrsdelikten befindet das Strafgericht über die strafrechtlichen 

Sanktionen (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Busse) und die Verwaltungsbehörde in einem 

separaten Verfahren über Administrativmassnahmen (insbesondere 

Führerausweisentzug, Verwarnung). Die Zweispurigkeit des Verfahrens ist zulässig, 

kann aber – bei fehlender Koordination – dazu führen, dass derselbe Lebensvorgang zu 

voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und 

Justizbehörden führt und die erhobenen Beweise abweichend gewürdigt und rechtlich 

beurteilt werden. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat die Verwaltungsbehörde im 

Interesse von Rechtseinheit und Rechtssicherheit gemäss konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich mit ihrem Entscheid zuzuwarten, 

bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt. Denn das Strafverfahren bietet durch die 

verstärkten Mitwirkungsrechte des Beschuldigten, die umfassenderen persönlichen 

und sachlichen Ermittlungsinstrumente sowie die weiterreichenden prozessualen 

Befugnisse besser Gewähr dafür, dass das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung näher 

bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht durchwegs derselben Formstrenge 

unterliegenden Verwaltungsverfahren. Massgeblich ist also grundsätzlich der 

Sachverhalt, wie er im Strafverfahren festgestellt wurde. Die Verwaltungsbehörde darf 

von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur dann abweichen, wenn sie 

Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter 

unbekannt waren oder die er nicht beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, 

deren Würdigung zu einem anderen Entscheid führt, wenn die Beweiswürdigung durch 

den Strafrichter den feststehenden Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der 

Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche 

Rechtsfragen abgeklärt hat, namentlich die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln 

übersehen hat (BGE 124 II 103 E. 1c; Entscheid der Verwaltungsrekurskommission 

[VRKE] IV-2012/126 vom 21. März 2013, in: www.gerichte.sg.ch). Die 

Verwaltungsbehörde hat vor allem dann auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, 

wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergangen ist (BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa). Die 

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Bindungswirkung an die Sachverhaltsdarstellung besteht aber auch dann, wenn die 

Strafsache mit Bussenverfügung erledigt wurde, welche sich ausschliesslich auf den 

Polizeirapport stützt, sofern der Betroffene wusste oder angesichts der Schwere der 

ihm angelasteten Übertretung voraussehen musste, dass gegen ihn auch ein Verfahren 

wegen Führerausweisentzuges eingeleitet wird oder er darüber informiert worden ist, 

und er es im Rahmen des summarischen Strafverfahrens unterlassen hat, seine 

Verteidigungsrechte wahrzunehmen. Unter diesen Umständen darf er nicht das 

Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge 

zu stellen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_476/2014 vom 29. Mai 2015 E. 2.3; 

BGE 123 II 97 E. 3c/aa).

In Bezug auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts ist die Verwaltungsbehörde an 

das Strafurteil gebunden, wenn die rechtliche Beurteilung sehr stark von der 

Würdigung von Tatsachen abhängt, die der Strafrichter besser kennt als die 

Verwaltung, etwa wenn er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (BGE 119 

Ib 158 E. 3c, mit Hinweisen; 136 II 447 E. 3.1). Folglich ist die Verwaltungsbehörde in 

Fällen, wo der Strafrichter seine Verfügung lediglich aufgrund eines Polizeirapports und 

ohne untersuchungsrichterliche Einvernahme des Betroffenen oder von Zeugen 

erlassen hat, nicht an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts im Strafverfahren 

gebunden.

Der Rekurrent wurde im Strafverfahren gestützt auf den Polizeirapport und die 

polizeilichen Befragungen der Beteiligten im Anschluss an den Unfall mit Strafbefehl 

vom 3. Juni 2015 wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG 

schuldig gesprochen. Er wurde durch die Staatsanwaltschaft nicht befragt. Die 

Vorinstanz stützte ihre Würdigung auf die gleichen Grundlagen wie die 

Strafverfolgungsbehörde. Weder im vorinstanzlichen noch im Rekursverfahren wurden 

zusätzliche tatsächliche Abklärungen beantragt. Unter diesen Umständen ist die 

Verwaltungsbehörde nicht an die rechtliche Würdigung der Strafverfolgungsbehörde 

gebunden. Zu prüfen bleibt gleichwohl, ob sie zu Recht von der rechtlichen Beurteilung 

im Strafverfahren abgewichen ist.

c) aa) Die Vorinstanz begründete die Annahme einer schweren Widerhandlung gegen 

die Strassenverkehrsvorschriften in ihrer Verfügung vom 25. August 2015 damit, dass 

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der Rekurrent durch sein Fehlverhalten grob schuldhaft einen Verkehrsunfall verursacht 

und die Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet habe. Der Rekurrent hätte seine 

Fahrweise den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen müssen. Die Vorinstanz warf 

dem Rekurrenten insbesondere vor, dass er trotz starken Regens und nasser Fahrbahn 

mit der allgemein zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf der Autobahn 

gefahren sei. Zufolge Aquaplanings, welches den Verlust der Steuerungs- und 

Bremsmöglichkeit zur Folge gehabt habe, habe der Rekurrent die Sicherheit des 

Verkehrs ernstlich gefährdet. Die Vorinstanz stufte sodann das Verschulden des 

Rekurrenten als schwer ein, da er die Geschwindigkeit in keiner Weise an die 

gegebenen Strassenverhältnisse angepasst habe.

bb) Gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer durch 

grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 

hervorruft oder in Kauf nimmt. Art. 90 Abs. 2 SVG ist objektiv erfüllt, wenn der Täter 

eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerwiegender Weise missachtet und die 

Verkehrssicherheit abstrakt oder konkret gefährdet hat. Subjektiv erfordert der 

Tatbestand, dass dem Täter aufgrund seines rücksichtslosen oder sonst wie 

schwerwiegend regelwidrigen Verhaltens zumindest eine grobe Fahrlässigkeit 

vorzuwerfen ist. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinn von Art. 90 

Abs. 2 SVG ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Die erhöhte 

abstrakte Gefahr setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder 

Verletzung voraus (vgl. BGE 123 II 106 E. 2a und 37 E. 1b). Grobe Fahrlässigkeit ist 

immer dann zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner 

krass verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Sie kann aber auch vorliegen, wenn er 

die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, 

also unbewusst fahrlässig handelt. In solchen Fällen bedarf die Annahme grober 

Fahrlässigkeit jedoch einer sorgfältigen Prüfung. Sie wird nur zu bejahen sein, wenn 

das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ebenfalls auf 

Rücksichtslosigkeit beruht und daher besonders vorwerfbar ist (vgl. BGE 118 IV 283 

E. 4; 131 IV 133 E. 3.2). Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) 

Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2 

mit weiteren Hinweisen).Die Annahme einer schweren Widerhandlung bedarf damit 

nach wie vor sowohl einer qualifizierten objektiven Gefährdung als auch eines 

qualifizierten Verschuldens. Ist das Verschulden gross, die Gefährdung aber gering 

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oder umgekehrt das Verschulden gering und die Gefährdung gross, so handelt es sich 

um eine mittelschwere Widerhandlung (BBl 1999 S. 4489). Für die Abstufung innerhalb 

der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr 

abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, 

umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefährdung (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). 

Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich 

daherkommenden Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer 

Körperverletzung oder gar Tötung bestand. Erst recht ist eine konkrete Gefahr zu 

bejahen, wenn es zu einem Unfall gekommen ist, mit anderen Worten sich die 

hervorgerufene Gefahr verwirklicht hat (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 

1999, S. 12). Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei 

Eintritt der Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen.

cc) Der Rekurrent verlor auf der Autobahn A1 infolge Aquaplanings die Herrschaft über 

seinen Personenwagen. Ein vom Lenker nicht mehr beherrschter Wagen auf 

Autobahnen, wo ausschliesslich mit hohen Geschwindigkeiten gefahren wird, bedeutet 

immer eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Es besteht vor allem das 

Risiko von Auffahrunfällen mit erheblichen Folgen für die Beteiligten (BGer 

1C_249/2012 vom 27. März 2013 E. 2.2.4; BGE 120 Ib 312 E. 4c S. 316). Im 

vorliegenden Fall verhält es sich nicht anders. Der Verlust der Herrschaft über das nicht 

mehr steuerbare Fahrzeug infolge Aquaplanings führte nicht nur zu einer konkreten 

Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Vielmehr verwirklichte sich die Gefahr, indem 

es zu Folgeunfällen kam. Das beschädigte Fahrzeug des Rekurrenten blieb als 

Hindernis auf der Autobahn stehen, wobei das Heck auf dem Pannenstreifen und die 

Front mitsamt den Vorderrädern auf der Normalspur standen. Sodann waren die 

Sichtverhältnisse wegen Regens und Dunkelheit erschwert, weshalb der Unfallwagen 

für die nachfolgenden Fahrzeuge schwieriger zu erkennen war. Mithin lag eine 

ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer vor. Dass es zu keinen gravierenderen 

Unfallfolgen kam, ist glücklichen Umständen zu verdanken.

dd) Nach Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer sein Fahrzeug ständig so beherrschen, 

dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Wesentliche Voraussetzung dafür 

ist eine situationsangemessene Geschwindigkeit. Gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG ist die 

Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten 

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von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Für 

die Sicherheit im Strassenverkehr ist von grundlegender Bedeutung, dass die 

Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit den Umständen anpassen. Je weniger die 

Geschwindigkeit den Verhältnissen angepasst ist, desto schwerer wiegt das 

Verschulden. Bei der Beurteilung können allgemeine Empfehlungen berücksichtigt 

werden, welche den Fahrzeuglenkern für gewisse Situationen (zum Beispiel 

Witterungsbedingungen, welche insbesondere die Gefahr von Aquaplaning schaffen) 

die Einhaltung bestimmter Tempolimiten anraten (vgl. BGer 6A.29/2003 vom 6. Juni 

2003, E. 3.2.2 und 3.3). Aquaplaning ist darauf zurückzuführen, dass die Reifen beim 

Abrollvorgang auf nasser Fahrbahn nicht genügend Wasser in die Profilschnitte 

aufzunehmen oder zu verdrängen vermögen, so dass sie aufschwimmen (vgl. BGer 6A.

89/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.2). Bei welcher Geschwindigkeit Aquaplaning auftritt, 

wird vorab beeinflusst durch das Ausmass des Wasserfilms, die Beschaffenheit der 

Fahrbahnoberfläche sowie die Art der Reifen und deren Zustand. Ausschlaggebend für 

das Aufschwimmen der Reifen auf einem Wasserkeil mit Verlust der Steuerungs- und 

Bremsmöglichkeit ist letztlich die Fahrgeschwindigkeit (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss 

des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I: Grundlagen, Verkehrszulassung 

und Verkehrsregeln, 2. Aufl. 2002, Rz. 607). Ob es zu einem Aufschwimmen der Reifen 

kommt, hängt wesentlich von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs ab. Untersuchungen 

haben ergeben, dass je nach Bauart und Verschleiss der Reifen schon bei 

Geschwindigkeiten unter 80 km/h auf entsprechend nasser Fahrbahn akute 

Aquaplaning-Gefahr droht (vgl. BGE 120 Ib 312 E. 4c mit Hinweis auf BGE 103 IV 41). 

Wer mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h auf der Normalspur einer regennassen 

Fahrbahn unterwegs ist, den trifft in der Regel ein mittelschweres bis schweres 

Verschulden (vgl. BGer 6A.41/2005 vom 20. Oktober 2005 E. 3).

Das Bundesgericht beurteilte das Verschulden eines Motorfahrzeuglenkers als schwer, 

der Ende August gegen 20.00 Uhr auf der Autobahn bei starkem Regen und einer 

Geschwindigkeit von etwa 120 km/h infolge Aquaplanings die Herrschaft über sein 

Fahrzeug verlor. Der Lenker habe unter diesen Umständen grobfahrlässig gehandelt, 

weil er sich der Gefährlichkeit der verkehrswidrigen Fahrweise bewusst sein musste 

und es auch war (vgl. BGE 120 Ib 312 E. 4c). In einem neueren Entscheid erkannte das 

Bundesgericht ebenfalls auf eine schwere Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln 

und damit ein schweres Verschulden, nachdem ein Fahrzeuglenker trotz nasser 

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Fahrbahn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h in einer Kurve auf der 

Autobahn ausgefahren und die Herrschaft über sein Fahrzeug aufgrund Aquaplanings 

verloren hatte sowie ins Schleudern geraten war. Erschwerend kam in diesem Fall 

hinzu, dass die Hinterreifen eine Profilrillentiefe von knapp über 1,6 mm betrugen und 

der Fahrzeuglenker seine Fahrweise auch an die nur noch minimale Profiltiefe seiner 

Pneus hätte anpassen müssen. Das Bundesgericht erwog, dass die Möglichkeit einer 

konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nahe gelegen habe und daher von 

einer ernstlichen Gefährdung der Sicherheit anderer auszugehen sei. Ebenso sei das 

Verschulden des Fahrzeuglenkers als schwer einzustufen. Es müsse als bekannt 

vorausgesetzt werden, dass eine Fahrt von rund 120 km/h unter den gegebenen 

Strassenverhältnissen das Risiko von Aquaplaning hervorrufe (vgl. BGer vom 

1C_249/2012 vom 27. März 2013 E.2.2.4 und E.2.2.5).

Die Verwaltungsrekurskommission ging bei einer Fahrzeuglenkerin, die im September 

nachmittags um 15.00 Uhr bei starkem Regen auf der Autobahn mit einer 

Geschwindigkeit von 100 km/h infolge Aquaplanings die Herrschaft über das Fahrzeug 

verlor und anschliessend auf dem Normalstreifen zum Stillstand kam, von einer 

schweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln aus. Sie nahm eine ernstliche 

Gefahr für die Sicherheit nachfolgender Verkehrsteilnehmer sowie eine grobe 

Fahrlässigkeit der Fahrzeuglenkerin an (vgl. VRKE IV-2003/43 vom 2. Juli 2003 E. 4b/

bb). Ebenfalls von einer schweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln ging sie im 

Fall eines Fahrzeuglenkers aus, der nachts mit einem Personenwagen auf der 

Autobahn bei Regen mit 130 km/h unterwegs war, infolge Aquaplanings ins Schleudern 

geriet und auf der Normalspur zum Stillstand kam. Das Gericht bejahte auch hier ein 

schweres Verschulden (VRKE IV-2007/117 vom 6. März 2008 E. 4c/bb und cc).

Im vorliegenden Fall war der Rekurrent gegen 22 Uhr auf der Autobahn A1 mit der 

zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h unterwegs, wobei er diese beim 

Überholmanöver unmittelbar vor dem Unfall gemäss eigenen Angaben um 5 km/h 

überschritt. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h 

gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. d der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt: VRV) 

bezieht sich nach dem Wortlaut ausdrücklich auf günstige Strassen-, Verkehrs- und 

Sichtverhältnisse. Zur Witterung im Unfallzeitpunkt ist in der Beschreibung des 

Unfallhergangs von starkem Regenschauer die Rede. Der Rekurrent erklärte in der 

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polizeilichen Befragung, dass es stark geregnet habe (act. 9/12). Eine Unfallgegnerin 

meinte, dass die Sichtverhältnisse wegen des Regens und der nassen Strasse eher 

schlecht gewesen seien (act. 9/16). Damit waren sowohl die Strassen- als auch die 

Sichtverhältnisse keinesfalls günstig. In einer solchen Situation muss der Autofahrer 

selbst auf Autobahnen mit vereinzelten grossen Wasserlachen infolge unebener 

Fahrbahn oder ungenügenden Abflusses rechnen (vgl. Schaffhauser, a.a.O., Rz. 607 

mit Hinweisen). Dass bei Regen und relativ hoher Geschwindigkeit die Gefahr von 

Aquaplaning latent vorhanden ist, muss bei einem Autofahrer als bekannt 

vorausgesetzt werden. Im Zweifelsfall gebietet denn auch die Vorsichtspflicht, eine 

Sicherheitsmarge einzulegen und die bei optimalen Verhältnissen auf Autobahnen 

zulässige Geschwindigkeit den Umständen entsprechend - gegebenenfalls auch 

erheblich - herabzusetzen (vgl. dazu GVP 1994 Nr. 14). Daran hat sich der Rekurrent 

nicht gehalten. Er war mit einer für die Witterungs-, Strassen- und Sichtverhältnisse 

offensichtlich zu hohen Geschwindigkeit unterwegs und passte damit die 

Geschwindigkeit nicht den Umständen an. Sodann fuhr er nicht eine Geschwindigkeit, 

die den Begebenheiten seines Fahrzeuges entsprach. Offenbar war ihm bewusst, dass 

breitere Reifen ein höheres Risiko für Aquaplaning aufweisen (act. 9/12). Das 

Verschulden ist unter den gegebenen Umständen als schwer einzustufen; es liegt 

zumindest Grobfahrlässigkeit vor.

d) Zusammengefasst ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von der rechtlichen 

Beurteilung durch die Strafbehörden abgewichen ist und das Verhalten des 

Rekurrenten als schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im 

Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG qualifiziert hat.

Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind gemäss 

Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die 

Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als 

Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. 

Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Der Führerausweis 

wird nach einer schweren Widerhandlung für mindestens drei Monate entzogen (Art. 

16c Abs. 2 lit. a SVG). Diese Mindestentzugsdauer hat die Vorinstanz verhängt, 

weshalb die angefochtene Verfügung auch hinsichtlich der Massnahmedauer zu 

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bestätigen und die berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis nicht 

massnahmemindernd berücksichtigt werden kann.

4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dies hat zur Folge, 

dass die amtlichen Kosten, eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘200.– (vgl. Art. 7 Ziff. 122 

der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12), dem Rekurrenten aufzuerlegen sind 

(Art. 95 Abs. 1 VRP). Zwar erging die angefochtene Verfügung am gleichen Tag, an 

welchem der Strafbefehl bei der Vorinstanz einging. Dem Strassenverkehrsamt kann 

trotzdem nicht vorgeworfen werden, dass sie den rechtskräftigen Abschluss des 

Strafverfahrens nicht abgewartet habe. Denn gemäss eigenen Angaben stellte der 

Rekurrent der Vorinstanz anfangs August eine Kopie des damals bereits in Rechtskraft 

erwachsenen Strafbefehls vom 3. Juni 2015 zu. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– 

ist mit der Entscheidgebühr zu verrechnen.

 

Entscheid:

1.   Der Rekurs wird abgewiesen.

2.   Der Rekurrent hat die amtlichen Kosten von Fr. 1‘200.– zu bezahlen, unter 

Verrechnung

      des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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