# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e1c35fa-fa99-522e-8537-be19c65833fb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft 18.02.2021 720 20 352
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_005_720-20-352_2021-02-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 18. Februar 2021 (720 20 352 / 51) 
___________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Invaliditätsbemessung; Würdigung der Arztberichte  
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Ad-
vokat, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A.1 Die 1967 geborene A.____ meldete sich am 31. Mai 2011 (Eingang) zur Früherfassung 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an und ersuchte um Umschulung, welche 
von der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) am 4. Juli 2011 abgelehnt wurde (vgl. act. 5).  
 
A.2 Am 30. April 2012 reichte die Versicherte ein weiteres Gesuch ein und beantragte un-
ter Hinweis auf somatische Beschwerden berufliche Massnahmen und eine Rente. Die IV-Stelle 
untersuchte in der Folge den rechtserheblichen Sachverhalt und verneinte den Leistungsan-

 

 
 
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spruch von A.____ auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente bei einem in Anwendung 
der gemischten Methode errechneten Invaliditätsgrad von 1 % (vgl. rechtskräftige Verfügung 
vom 24. Februar 2014).  
 
A.3 Die Versicherte stellte am 9. Mai 2016 (Eingang) ein weiteres Leistungsgesuch bei der 
IV-Stelle. Unter Hinweis auf somatische und psychische Beschwerden ersuchte sie um Ausrich-
tung einer Rente. Die IV-Stelle klärte erneut die erwerbliche, die gesundheitliche und die haus-
wirtschaftliche Situation ab und holte bei Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie und Innere Me-
dizin, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein bidisziplinäres Gutachten 
ein, welches am 8./9. Juni 2017 erstattet wurde. Gestützt auf diese Abklärungsergebnisse stell-
te sie mit Vorbescheid vom 31. Januar 2018 die Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aus-
sicht. Hiergegen erhob die Versicherte am 14. Februar 2018 provisorisch und am 9. April 2018, 
nunmehr vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, einen begründeten Einwand. Gleichzeitig 
stellte sie ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung für das verwaltungs-
interne Verfahren, welches sowohl von der IV-Stelle als – auf entsprechenden Beschwerde der 
Versicherten hin – auch von der Präsidentin des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), rechtskräftig abgelehnt wurde (vgl. Urteil vom 
18.Oktober 2018, 720 18 197). Nachdem die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt weiter 
abgeklärt hatte und dabei die Versicherte erneut durch die Dres. B.___ und C.____ begutach-
ten liess (vgl. bidisziplinäres Gutachten vom 7./19. März 2019), sprach sie ihr mit Verfügung 
vom 22. Juli 2020 bei einem in Anwendung der gemischten Methode mit den Anteilen Erwerb 
75 % und Haushalt 25 % errechneten Invaliditätsgrad von 77 % für die Zeit vom 1. November 
2016 bis 31. Mai 2017 eine ganze Rente zu.  
 
B. Dagegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet, 
am 14. September 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie beantragte, es sei die angefoch-
tene Verfügung vom 22. Juli 2020 teilweise aufzuheben. Dementsprechend sei ihr ab dem 
1. März 2018 eine Viertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zum neuen 
Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. 
Eventualiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit 
Advokat Dr. Nicolas Roulet zu bewilligen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, 
dass die IV-Stelle ihren Entscheid auf unzureichende medizinische Unterlagen stütze. Zudem 
sei vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen. 
 
C. Das Kantonsgericht bewilligte der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 6. Oktober 
2020 die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat 
Dr. Nicolas Roulet als Rechtsvertreter.  
 
D. Die IV-Stelle liess sich am 12. Oktober 2020 vernehmen und beantragte die Abweisung 
der Beschwerde. 
 
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene Beschwerde ist einzutreten. 
 
2. Streitig ist und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2018 An-
spruch auf eine unbefristete Invalidenrente hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er 
sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. Juli 2020 entwickelt hat. Dieser Zeit-
punkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefug-
nis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 
 
3.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % ar-
beitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindes-
tens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch 
auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).  
 
4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu-
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dies 

 

 
 
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ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Unterva-
rianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausseror-
dentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der 
Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig 
sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me-
thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 
 
4.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in einem Aufgabenbereich (z.B. Haus-
halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, 
wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in 
welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Betäti-
gungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die hingegen nur zum Teil erwerbstätig 
sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch 
im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG 
festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der IV-Grad entsprechend der Behinderung in beiden Berei-
chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). Ist bei diesen Versicherten 
anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsscha-
den ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den 
Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27bis der Verordnung über die Invalidenversi-
cherung [IVV] vom 17. Januar 1961 in der bis Ende 2017 geltende Fassung).  
 
4.4 Mit der am 1. Dezember 2017 beschlossenen Änderung der IVV und der dazu ergan-
genen Übergangsbestimmung, in Kraft ab 1. Januar 2018 (vgl. AS 2017 7581 f.), wird für Teil-
erwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich Haushalt betätigen, ein neues Berech-
nungsmodell statuiert (Art. 27bis Abs. 2-4 IVV). Dieses sieht neuerdings vor, dass für die Ermitt-
lung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbsfähigkeit für das Valideneinkommen nicht 
mehr auf das Einkommen aus einem Teilzeitpensum abgestellt, sondern das entsprechende 
Einkommen auf eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27bis Abs. 3 
lit. a IVV). Die so berechnete prozentuale Erwerbseinbusse wird sodann weiterhin anhand des 
Beschäftigungsgrads gewichtet, welchen die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wä-
re (lit. b). Nach der dazu ergangenen Übergangsbestimmung Ziff. II Abs. 1 ist für die im Zeit-
punkt des Inkrafttretens der Änderung vom 1. Dezember 2017 laufenden Dreiviertelrenten, hal-
ben Renten und Viertelrenten, die in Anwendung der gemischten Methode zugesprochen wur-
den, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzuleiten. Eine 
allfällige Erhöhung der Rente kann demnach erst auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser 
Änderung erfolgen. Art. 27bis Abs. 2-4 IVV hingegen auf Renten anzuwenden, die vor dem 
1. Januar 2018 zugesprochen worden waren, liefe im Ergebnis auf eine Anwendung noch nicht 
in Kraft stehenden Rechts hinaus, was einer unzulässigen positiven Vorwirkung gleichkäme 
(BGE 129 V 455 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017, 
9C_553/2017, E. 6.2). 

 

 
 
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4.5 Vorliegend bemass die IV-Stelle den Invaliditätsgrad der Versicherten nach der ge-
mischten Methode. Dabei stellte sie bei der Festlegung der Anteile der Erwerbs- und der Haus-
haltstätigkeit auf die im ''Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit'' vom 19. Dezember 
2017 (act. 107) wiedergegebenen Angaben ab, wonach die Beschwerdeführerin ohne gesund-
heitliche Beeinträchtigung in einem Pensum von 75 % eines Vollpensums einer ausserhäusli-
chen Erwerbstätigkeit nachgegangen und in den übrigen 25 % im Tätigkeitbereich beschäftigt 
gewesen wäre. Gestützt auf diese Aussage setzte die IV-Stelle den Anteil im Erwerbsbereich 
auf 75 % und jenen der Haushaltstätigkeit auf 25 % fest, was von der Versicherten zu Recht 
nicht in Frage gestellt wird. 
 
5.1 Gemäss Art. 17 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu-
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-
flussen. Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des 
Invaliditätsgrades bildet die letzte der versicherten Person eröffnete rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts-
abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 
V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). 
 
5.2 Bei der am 9. Mai 2016 eingereichten Anmeldung zum Leistungsbezug handelt es sich 
zwar nicht um eine Rentenrevision nach Art. 17 ATSG, sondern um eine Neuanmeldung, nach-
dem die IV-Stelle einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 24. Februar 2014 rechtskräftig 
verneint hatte. Gleichwohl zielt auch die Neuanmeldung auf eine erneute Prüfung des Leis-
tungsanspruchs aufgrund veränderter Verhältnisse ab (Art. 87 Abs. 4 IVV in Verbindung mit 
Art. 87 Abs. 3 IVV; zur Prüfung der Eintretensfrage vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a; BGE 109 V 
114 E. 2b, BGE 109 V 264 f. E. 3; für die materiellen Voraussetzungen: BGE 130 V 64). Die 
Gemeinsamkeiten sowohl bei einer Rentenrevision als auch bei einer Neuanmeldung legen es 
deshalb nahe, die entscheidende Frage nach einer anspruchserheblichen Änderung des Invali-
ditätsgrads nach denselben Grundsätzen zu prüfen (BGE 133 V 108 E. 5.2). Die versicherte 
Person muss sich somit das Ergebnis der letztmaligen materiellen Überprüfung des Rentenan-
spruchs auch im Rahmen eines erneuten Leistungsgesuchs entgegenhalten lassen. 
 
5.3 Eine einlässliche materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklä-
rung des medizinischen Sachverhalts erfolgte letztmals im Rahmen der IV-Anmeldung vom 
30. April 2012. Gestützt auf die Berichte von Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie, 
vom 29. März 2014, Dr. med. E.____, FMH Allgemeinmedizin, vom 2. Juni 2012 und Dr. med. 
F.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 4. April 2013 sowie den Ergebnissen aus der 
Haushaltsabklärung (vgl. Bericht vom 3. Oktober 2013) eröffnete die IV-Stelle der Versicherten 
mit Verfügung vom 24. Februar 2014, dass sie keinen Anspruch auf eine Rente habe. Zeitliche 
Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen 
Verfügung vom 22. Juli 2020 eine erhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen ein-
getreten ist, die in Analogie zu Art. 17 ATSG eine Leistungszusprache rechtfertigen würde, bil-

 

 
 
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det demnach die Situation, wie sie im Zeitpunkt der Verfügung der IV-Stelle vom 24. Februar 
2014 bestanden hatte. 
 
6.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
6.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 
E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die 
zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgegliche-
nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut-
barerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in 
der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva-
lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
6.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 
als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
6.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit 
weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 

 

 
 
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externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung 
entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Ur-
teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 9. August 2000, I 437/99 und 
I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien-
ten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden 
Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder 
Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden 
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die 
einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte 
bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche 
Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut-
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 
E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten 
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 
25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine 
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein sub-
jektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begut-
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 
2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 
 
7. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersu-
chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zu-
mindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
8.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden werden diejenigen Gutachten und 
Berichte wiedergegeben, welche sich als zentral erweisen. 
 
8.2.1 Im Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 30. April 2012 diagnostizierte 
Dr. D.____ am 29. März 2012 eine medial betonte Gonarthrose, einen Status nach Tibiavalgisa-

 

 
 
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tionsosteotomie (TVO) und sekundärer Revarisierung rechts. Als Nebendiagnosen nannte er 
rezidivierende Lumbalgien und eine Adipositas. Die Versicherte leide seit circa 2009 an 
Knieproblemen rechts, welche ab 2010 zugenommen hätten. Aus diesem Grund sei bei einer 
varusbetonten Gonarthrose am 4. März 2011 eine zuklappende TVO mit subcapitaler Fibula-
osteotomie rechts durchgeführt worden. Im postoperativen Verlauf sei es zu einer Revarisierung 
des Tibiakopfs und zu einer leichten medialen Versetzung des Tibiaplateaus gekommen. In der 
Zwischenzeit sei die Osteotomie konsolidiert und die Versicherte im Alltag einigermassen kom-
pensiert. Anstrengend sei aber weiterhin das Treppensteigen. Dr. D.____ attestierte der Be-
schwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit und eine 50%ige in 
einer teils gehend und teils stehend zu verrichtenden Arbeit. 
 
8.2.2 Dr. E.____ nannte am 2. Juni 2012 eine Gonarthrose rechts, eine Gonarthrose links, 
eine Trimalleolarfraktur links am 30. August 2009, eine depressive Episode, eine Adipositas, 
eine Fasciitis plantaris links, ein chronisch rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom, eine Polli-
nosis und ein Asthma Bronchiale. Die Versicherte sei aufgrund ihrer Beschwerden als Schuh-
verkäuferin nicht mehr arbeitsfähig. In einer sitzenden Tätigkeit läge eine Arbeitsfähigkeit von 
100 % vor, in einer wechselbelastenden Beschäftigung eine solche von 50 %.  
 
8.2.3 Anfangs April 2013 führte Dr. F.____ aus, dass die Beschwerdeführerin mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit an einer Gonarthrose rechts, einem Status nach TVO und einer sekun-
dären Revarisierung, einer leichten Patella alta rechts und einem Status nach ambulanter Me-
tallentfernung am 8. Mai 2012 leide. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine Adi-
positas, rezidivierende Lumbalgien, ein Status nach Trimalleolarfraktur links am 30. August 
2009 und ein postoperativer Infekt. Das rechte Knie der Versicherten sei deutlich in der Belast-
barkeit eingeschränkt. Deshalb könne sie nicht längere Zeit stehen oder gehen und keine 
schweren Lasten heben. Sie sei aber bei der Ausübung einer rein sitzenden Tätigkeit nicht ein-
geschränkt. Eine stehende Beschäftigung sei höchstens während 2 Stunden pro Tag zumutbar. 
Hingegen könne sie eine den Beschwerden angepasste wechselbelastenden Arbeit uneinge-
schränkt ausüben.  
 
8.3.1 Nachdem sich die Beschwerdeführerin am 8. Mai 2016 erneut zum Leistungsbezug 
angemeldet hatte, holte die IV-Stelle bei Dr. B.____ und Dr. C.____ ein bidisziplinäres Gutach-
ten ein, welches am 8./9. Juni 2017 erstattet wurde. Dr. B.____ diagnostizierte am 8. Juni 2017 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit belastungsabhängige Restbeschwerden im rechten Knie 
mit/bei Status nach Arthroskopie, medialer Teilmeniskektomie, TVO, subkapitaler Fibulaosteo-
tomie rechts bei medialer Überlastung, medialer Meniskushinterhornläsion am 4. März 2011, 
Status nach Metallentfernung einer L-Platte proximal bei Tibia rechts am 8. Mai 2012, Status 
nach Knietotalprothese rechts bei Pangonarthrose am 21. Mai 2014, Status nach Punktion des 
Kniegelenks rechts zur Zellzahlbestimmung und bakteriologischen Untersuchung bei Lockerung 
der tibialen Komponente am 25. Juli 2016 und Status nach Knie-Totalprothese rechts mit retro-
patellarem Ersatz bei TP-Lockerung bei eventuellem Infekt am 17. Oktober 2016. Ohne Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine Adipositas (BMI 40,1 kg/m2), anamnestisch eine begin-
nende Gonarthrose links, eine schmerzfreie Situation betreffend das linke obere Sprunggelenk 
(OSG) und gemäss den Akten eine Schwerhörigkeit (mit Hörgeräten versorgt, welche derzeit 

 

 
 
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nicht getragen würden) sowie eine Pollinosis und Asthma bronchiale. Die Versicherte sei in der 
angestammten Tätigkeit als Schuhverkäuferin nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten 
Verweistätigkeit bestünde aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Eine sol-
che Tätigkeit müsse folgendes Profil umfassen: von Seiten des rechten Knies könne die Versi-
cherte nicht im körperlich mittelschweren oder schweren Bereich arbeiten. Sie könne nicht 
Knien oder Kauern, repetitiv auf Leitern oder Gerüste steigen oder auf unebenem Boden gehen. 
Hingegen sei ihr eine körperlich leichte Tätigkeit, welche sie vorwiegend sitzend ausüben könne 
und welche wechselbelastend sei sowie die genannten Restriktionen beachte, in einem Ganz-
tagespensum zumutbar. Dr. C.____ nannte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 
9. Juni 2017 keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss bestünden eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert, eine Alkoholabhängigkeit, gegenwär-
tig abstinent, ein Status nach Cannabis- und Sedativabhängigkeit sowie nach schädlichem Ge-
brauch von Kokain und eine Opiatabhängigkeit bei Teilnahme an einem ärztlich kontrollierten 
Ersatzdrogenprogramm. Er führte aus, dass im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung kei-
ne psychopathologischen Befunde hätten erhoben werden können. Die Beschwerdeführerin sei 
im Alltag nicht durch psychische Beschwerden eingeschränkt. Sie sei seit Jahren arbeitslos, 
befinde sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation und zeige auch wenig Motivation, 
sich beruflich zu reintegrieren. All dies könne dazu beitragen, dass sie sich durch ihre Be-
schwerden mehr eingeschränkt fühle, als sich dies objektivieren lasse. Sie sei aus psychiatri-
scher Sicht zu 100 % arbeitsfähig. In der Konsensbeurteilung stellten die Dres. B.____ und 
C.____ fest, dass die rheumatologische Beurteilung für beide Disziplinen als Gesamtbeurteilung 
gelte. 
 
8.3.2 Dr. med. G.____, FMH Neurologie, berichtete am 15. Dezember 2017, dass sich bei 
der Beschwerdeführerin ein leichtes Zervikalsyndrom mit radikulärer Reizsymptomatik C6 links, 
ein leichtes Lumbovertebralsyndrom mit Anhaltspunkten für eine beginnende radikuläre 
Reizsymptomatik, Schmerzen prätibial rechts bei Verdacht auf eine radikuläre Irritation L4, eine 
Alkoholproblematik (seit drei Jahren abstinent), eine Hörverminderung und ein Zustand nach 
Knieumstellungsoperation rechts im Jahr 2011 fänden. Am 18. Juli 2018 führte Dr. G.____ wei-
ter aus, dass sie die Beschwerdeführerin ausschliesslich am 14. Dezember 2017 konsiliarisch 
untersucht habe, weshalb es ihr nicht möglich sei, sich zur quantitativen Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit zu äussern.  
 
8.3.3 Am 6. September 2018 diagnostizierte die behandelnde Ärztin der H.____ eine rezidi-
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische 
Symptome, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Folgen, Essat-
tacken bei sonstigen psychischen Störungen, eine ängstliche vermeidende Persönlichkeitsstö-
rung und eine Adipositas. Es wurde ausgeführt, dass seit Anfang Mai 2018 eine zunehmende 
psychische Verschlechterung festgestellt worden sei. Die Beschwerdeführerin zeige ein schwe-
res depressives Zustandsbild im Zusammenhang mit diversen persistierenden Belastungssitua-
tionen. Sie berichte über starke Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit und Schlafschwierigkei-
ten. Sie sei energie- und antriebslos und sehe mangels Einflussmöglichkeiten keine Zukunft. 
Sie äussere Schuldgefühle und Suizidgedanken und weine phasenweise nur noch. Sie fühle 
sich ohnmächtig. Zusätzlich leide sie unter sozialen Belastungen als alleinerziehende Mutter 

 

 
 
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eines körperlich behinderten 14-jährigen Sohns, der aktuell Schwierigkeiten in Bezug auf die 
Berufswahl habe. Die Beschwerdeführerin sei zu 100 % arbeitsunfähig.  
 
8.3.4.1 Da aufgrund der Angaben von Dr. G.____ und der H.____ von einer zwischenzeitli-
chen Verschlechterung des Gesundheitszustands auszugehen war, holte die IV-Stelle ein wei-
teres Gutachten bei den Dres. B.____ und C.____ ein, welches am 4./18. März 2019 erstattet 
wurde. Dr. C.____ diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit am 4. März 2019 eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Die Versicherte sei aus psy-
chiatrischer Sicht sowohl in der angestammten Tätigkeit als Schuhverkäuferin als auch in einer 
Verweistätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. Sie leide seit Jahren immer wieder unter leichtgradigen 
depressiven Verstimmungen. Während im Rahmen der Begutachtung im Jahr 2017 keine de-
pressiven Symptome hätten festgestellt werden können, zeige sich aktuell ein leichtes depres-
sives Zustandsbild. Diagnostisch handle es sich um eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte Episode. Das Ausmass der geklagten Beschwerden könne durch die soma-
tischen Befunde weitgehend objektiviert werden. Die Versicherte fühle sich aber durch ihre Be-
schwerden mehr eingeschränkt, als dies objektiv feststellbar sei. Eine Schmerzstörung könne 
unter diesen Umständen jedoch nicht diagnostiziert werden. Es müsse vielmehr von einer ge-
wissen psychischen Überlagerung im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung ausgegangen 
werden. Nach wie vor bestehe eine Cannabisabhängigkeit, da die Versicherte täglich Cannabis 
konsumiere.  
 
8.3.4.2 Dr. B.____ nannte am 18. März 2019 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine fortge-
schrittene medial betonte Pangonarthrose links, belastungsabhängige Restbeschwerden im 
rechten Knie mit/bei Status nach Arthroskopie, medialer Teilmeniskektomie, TVO, subkapitaler 
Fibulaosteotomie rechts bei medialer Überlastung, medialer Meniskushinterhornläsion am 4. 
März 2011, Status nach Metallentfernung einer L-Platte proximal Tibia rechts am 8. Mai 2012, 
Status nach Knietotalprothese rechts bei Pangonarthrose am 21. Mai 2014, Status nach Punk-
tion des Kniegelenks rechts zur Zellzahlbestimmung und bakteriologischen Untersuchung bei 
Lockerung der tibialen Komponente am 25. Juli 2016 und Status nach Knie-Totalprothese 
rechts mit retropatellarem Ersatz bei TP-Lockerung bei eventuellem Infekt am 17. Oktober 
2016. Im Rahmen der Begutachtung habe sich eine deutliche Bewegungseinschränkung der 
Knieflexion links und im Röntgenbild eine fortgeschrittene medial betonte Pangonarthrose links 
gezeigt. Den aktuellen Röntgenbildern sei auch eine beginnende Coxarthrose links zu entneh-
men, wo die Versicherte aber keinerlei Beschwerden habe. Dr. B.____ erkannte in Bezug auf 
das Belastungsprofil keine Veränderung im Vergleich zur Begutachtung aus dem Jahr 2017. Er 
erachtete die Beschwerdeführerin als Schuhverkäuferin nach wie vor als 100 % arbeitsunfähig. 
In einer leichten, knieschonenden Tätigkeit bestehe hingegen weiterhin eine volle Arbeitsfähig-
keit. In ihrer Konsensbeurteilung hielten die Dres. C.____ und B.____ fest, dass die Beschwer-
deführerin aufgrund der Verschlechterung des Gesundheitszustands aus psychiatrischer Sicht 
ab März 2018 in jeglicher Verweistätigkeit, welche dem somatischen Profil (nicht kniend oder 
kauernd arbeiten, nicht repetitiv bücken, nicht auf unebenem Boden gehen, nicht auf Leitern 
oder Gerüste steigen, nicht dauernd nur Treppensteigen [gelegentliches Treppensteigen ist 
zumutbar]) Rechnung trage, zu 80 % arbeitsfähig bezogen auf ein Ganztagespensum sei.  
 

 

 
 
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8.3.5 Die IV-Stelle ersuchte den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) um eine Stellungnahme 
zum bidisziplinären Gutachten der Dres. B.____ und C.____. Am 20. März 2019 kam Dr. med. 
I.____, Facharzt Allgemeinmedizin, zum Schluss, dass dem Gutachten voller Beweiswert zu-
komme, weshalb darauf abgestellt werden könne.  
 
8.3.6 Der behandelnde Orthopäde Dr. med. J.____, FMH Orthopädische Chirurgie, diagnos-
tizierte am 6. Mai 2020 eine mediale Gonarthrose links und einen Status nach einem Wechsel 
der Knie-Teilprothese rechts. Der Gesundheitszustand sei aktuell stationär. Im Rahmen des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht von 
Dr. J.____ ein. Diesem ist zu entnehmen, dass am 30. November 2020 eine prothetische Ver-
sorgung des linken Kniegelenks geplant sei, und dass die Beschwerdeführerin aktuell als 
Schuhverkäuferin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Mit der geplanten Implantation einer Knie-
totalprothese und der zu erwartenden Verbesserung der Geh- und Stehfähigkeit könne die Ar-
beitsfähigkeit im angestammten Beruf als Verkäuferin aber auf 50 % gesteigert werden. Eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit sei aus Sicht von Dr. J.____ aufgrund der Co-Morbiditäten und ande-
rer Beschwerden nicht zu erwarten.  
 
9.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 22. Juli 2020 bei der Be-
urteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf 
die Ergebnisse in den Gutachten der Dres. C.____ und B.____. Sie ging demzufolge davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Schuhverkäuferin nicht mehr aus-
üben könne. Eine angepasste leichte Verweistätigkeit sei ihr aber aus gesamtmedizinischer 
Sicht zu 80 % zumutbar. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist trotz der Kritik der Be-
schwerdeführerin (vgl. dazu die nachstehenden Erwägungen) im Ergebnis nicht zu beanstan-
den. Wie in Erwägung 6.3 f. hiervor ausgeführt, prüft das Gericht frei, ob die verfügbaren Unter-
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 
Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet und seine 
Schlussfolgerungen begründet sind. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben 
könnten, die Ergebnisse im Gutachten der Dres. C.____ und B.____ vom 4./18. März 2019 in 
Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten 
die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage 
erfüllt. So weist es weder formale noch relevante inhaltliche Mängel auf und beruht auf allseiti-
gen Untersuchungen. Die Versicherte wurde hinreichend somatisch und psychiatrisch explo-
riert. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 8.3.4.1 f. hiervor) wiedergegebenen Darlegungen 
im Gutachten der Dres. C.____ und B.____ vom 4./18. März 2019 vermögen im Ergebnis zu 
überzeugen.  
 
9.2.1 Daran ändern die Einwände in der Beschwerde nichts. Mit der Beschwerdeführerin ist 
zunächst zwar davon auszugehen, dass sich ihr Gesundheitszustand aus psychiatrischer Sicht 
ab März 2018 insofern verschlechtert hatte, als dass mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nun-
mehr eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, diagnostiziert wur-
de. Dies wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten. Darüber hinaus erhob 

 

 
 
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Dr. C.____ keine weiteren Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, was aufgrund der 
festgestellten Befunde einleuchtet. Er macht deutlich, dass die von der Beschwerdeführerin 
geklagten Beschwerden weitgehend durch die somatischen Befunde objektiviert werden konn-
ten. Unter diesen Umständen konnte er keine Schmerzstörung diagnostizieren, zeichnet sich 
diese Diagnose doch dadurch aus, dass sich die behaupteten Beschwerden nicht durch ein 
somatisches Korrelat objektivieren lassen. Dass Dr. C.____ unter diesen Umständen – entge-
gen der Auffassung der Beschwerdeführerin – die Auswirkungen einer Schmerzstörung nicht 
vertieft diskutierte und auch auf Ausführungen zu allfälligen Morbiditätskriterien verzichtete, liegt 
auf der Hand. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass nicht alleine aufgrund der Diagnose auf 
das Ausmass der Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit geschlossen werden 
kann. Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine 
Arbeitsleistung zu erbringen, was sich nach einem weitgehend objektivierten Massstab beur-
teilt (BGE 143 V 409 E. 4.2.1). Es ist auch nicht zu beanstanden, dass Dr. C.____ in seinem 
Teilgutachten vom 4. März 2019 einzig auf die Ausführungen der H.____ vom 6. September 
2018 hinwies, sind doch seit seiner letzten Begutachtung im Juni 2017 (vgl. Teilgutachten vom 
9. Juni 2017, E. 8.3.1) keine weiteren Berichte zum psychischen Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin ergangen. Dem Bericht der behandelnden Therapeutin der H.____ ist im Üb-
rigen kein pathologischer Befund zu entnehmen, sondern in erster Linie die subjektiven Anga-
ben der Beschwerdeführerin, weshalb er keine Zweifel an den plausiblen Ausführungen des 
Gutachters zu begründen vermag. Dr. C.____ hat sich – entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin – auch mit den Standardindikatoren auseinandergesetzt (vgl. Seiten 12 ff. des 
psychiatrischen Teilgutachtens). So wird deutlich, dass sie ihren Alltag trotz ihrer Beschwerden 
aktiv gestaltet und in einer stabilen Beziehung lebt. Zudem sind ihre sozialen Kontakte intakt, 
weshalb kein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Lebensbelangen attestiert wurde. Auch 
die Behandlung ihrer Beschwerden sei adäquat und Inkonsistenzen hätten keine erhoben wer-
den können. Insgesamt erweist sich die Kritik der Beschwerdeführerin an der psychiatrischen 
Begutachtung von Dr. C.____ als unbegründet. 
 
9.2.2 Auch die Einwände der Beschwerdeführerin am rheumatologischen Teilgutachten von 
Dr. B.____ vom 18. März 2019 gehen fehl. Dabei führte sie mit Blick auf die Ausführungen von 
Dr. J.____ vom 7. September 2020 aus, dass am 30. November 2020 eine prothetische Ver-
sorgung des linken Knies geplant sei, welche sich auch auf ihre Leistungsfähigkeit auswirke. 
Sinngemäss machte sie geltend, dass die von Dr. B.____ angenommene 100%ige Arbeitsfä-
higkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht mehr Bestand habe. Dieser Auffassung kann nicht 
gefolgt werden. So berücksichtigte Dr. B.____ in seinem Gutachten auch die Situation am lin-
ken Knie und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine fortgeschrittene 
medial betonte Pangonarthrose links. Zudem wies er betreffend das linke Knie auf eine Ver-
schlechterung des Zustands hin, der über kurz oder lang zu einem Knieersatz führen würde 
(vgl. Seite 51). Er ging aber davon aus, dass seine Zumutbarkeitsbeurteilung auch bei einem 
allfälligen Knieersatz links weiterhin Bestand habe, was überzeugt und letztlich auch vom be-
handelnden Orthopäden nicht anders beurteilt wurde. Dieser wies nämlich in seinem Bericht 
vom 7. September 2020 darauf hin, dass mit der geplanten Implantation einer Knietotalprothese 
links und der zu erwartenden Verbesserung der Geh- und Stehfähigkeit die Arbeitsfähigkeit im 
angestammten Beruf als Verkäuferin auf 50 % gesteigert werden könne. Dr. J.____ ging daher 

 

 
 
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im Gegensatz zu Dr. B.____ selbst in der angestammten Tätigkeit von einer Restarbeitsfähig-
keit aus. Da er in der Folge aber auf eine Zumutbarkeitsbeurteilung in einer Verweistätigkeit 
verzichtete, kann nicht auf seine Ausführungen abgestellt werden. Demgegenüber berücksich-
tigt Dr. B.____ die Gesamtsituation an beiden Knie in seiner Befunderhebung und Beurteilung. 
Er kam dabei einleuchtend und nachvollziehbar zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin die 
angestammte Tätigkeit als Schuhverkäuferin nicht mehr ausüben kann, aber eine angepasste 
Arbeit zu 80 % zumutbar ist. 
 
10.1 Die Versicherte macht weiter sinngemäss geltend, ihre Restarbeitsfähigkeit lasse sich 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwerten. Bei der Prüfung der wirtschaftlichen 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten 
ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von 
Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so einge-
schränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder 
dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 
möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausge-
schlossen erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit 
Hinweisen). Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein ge-
wisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern be-
zeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger 
Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4 mit 
Hinweisen).  
 
10.2 Unbestritten ist, dass die 53-jährige Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit als Schuh-
verkäuferin nicht mehr arbeitsfähig ist. Nach dem hier massgebenden Gutachten der Dres. 
C.___ und B.____ vom 4./18. März 2019 sind ihr aber körperlich leichte adaptierte Tätigkeiten, 
welche sie vorwiegend sitzend ausüben kann, zu 80 % möglich. Bei diesem Zumutbarkeitsprofil 
steht der Versicherten trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach wie vor ein breiter 
Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen, so dass nicht 
von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkei-
ten auszugehen ist. Damit erweist sich die Rüge der Versicherten als unbegründet. 
 
11. Zusammenfassend steht fest, dass das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und 
B.____ vom 4./18. März 2019 eine zuverlässige Beurteilung des medizinischen Sachverhalts 
und der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Verfügungserlasses erlaubt. Es geht daraus auch 
hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzten einlässlichen 
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs im Rahmen der IV-Anmeldung vom 30. April 2012 
insofern verschlechtert hat, als sie nunmehr noch in einer adaptierten Verweistätigkeit noch zu 
80 % arbeitsfähig ist. Die nach der Begutachtung ergangenen Berichte vermögen die gutachter-
lichen Feststellungen nicht in Zweifel zu ziehen. Es besteht daher in antizipierter Beweiswürdi-
gung kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts vom 12. August 2020, 8C_313/2020, E. 11.5 mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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12.1 In der angefochtenen Verfügung vom 22. Juli 2020 führte die IV-Stelle den Einkom-
mensvergleich gemäss Art. 16 ATSG in Anwendung der gemischten Methode durch (vgl. oben 
E. 4.3 ff.). Dabei stützte sie sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf die 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik. Die Beschwerdeführerin bestrei-
tet weder die Höhe des so ermittelten Valideneinkommens von Fr. 63'757.--, welches zugunsten 
der Beschwerdeführerin auf das Kompetenzniveau 3 der entsprechenden LSE-Tabelle abge-
stützt wurde, noch des unter Berücksichtigung der attestierten Restarbeitsfähigkeit von 80 % 
berechneten Invalideneinkommens von Fr. 43'839.-- (Fr. 54'799.-- x 0.8). Diesbezüglich kann 
auf die korrekten Ausführungen in der angefochtenen Verfügung vom 22. Juli 2020 verwiesen 
werden. Hingegen bringt sie vor, dass die IV-Stelle auf das Invalideneinkommen einen leidens-
bedingten Abzug von 25 % hätte gewähren müssen.  
 
12.2.1 Wird das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE ermittelt, sind praxisgemäss ver-
schiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das EVG seine Rechtsprechung zu 
den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die 
Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Ein-
schränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/ Aufenthaltskategorie und Beschäfti-
gungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist 
der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden 
Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b).  
 
12.2.2 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung keinen Abzug vom Tabel-
lenlohn gewährt, was in Würdigung der gegebenen Umstände sowie unter Berücksichtigung 
aller in Betracht fallenden Merkmale entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht 
zu beanstandet ist. Insbesondere verkennt sie, dass gesundheitliche Einschränkungen, welche 
bereits im medizinischen Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt wurden, nicht ein weiteres Mal über 
die Anwendung eines leidensbedingten Abzugs beachtet werden können (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts vom 14. November 2008, 9C_362/2008, E. 3.2.4). Der Beschwerdeführerin ist es 
insgesamt noch möglich, eine adaptierte Verweistätigkeit im Umfang von 80 % zu verrichten. 
Damit wurden ihre Beschwerden bereits in der attestierten Arbeitsfähigkeit und dem Anforde-
rungsniveau 1 der LSE beachtet. Weiter rechtfertigen auch die Kriterien Lebensalter, Dienstjah-
re und Nationalität/Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad keinen Abzug vom Tabellen-
lohn. 
 
12.3 Aus der Gegenüberstellung des massgebenden Valideneinkommen von Fr. 63'757.-- 
und dem Invalideneinkommen von Fr. 43'839.-- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 19'918.-- und damit ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 31.24 %. 
 
12.4 Aufgrund der gemischten Bemessungsmethode sind die Invaliditätsgrade im Erwerbs- 
und im Haushaltbereich zu gewichten. Danach ergibt sich im Erwerbsbereich ein Invaliditäts-
grad von 23.4 % (0,75 x 31.24 %). Der gewichtete Invaliditätsgrad im Haushaltbereich beträgt – 
unter Berücksichtigung der Erhebungen im Haushaltsbericht vom 9. Januar 2018 – 1.6 % (0,25 
x 6.4 %), was von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestritten wird. Insgesamt beläuft sich 

 

 
 
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der Invaliditätsgrad auf 25 % (23.4 % + 1.6 %). Damit liegt der in Anwendung der gemischten 
Bemessungsmethode berechnete Invaliditätsgrad ab dem 1. März 2018 unter dem für einen 
Rentenanspruch erforderlichen Mindestinvaliditätsgrad von 40 %. Ein Rentenanspruch ist daher 
zu verneinen.  
 
12.5 Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in der angefochte-
nen Verfügung vom 22. Juli 2020 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente ab 
dem 1. März 2018 abgelehnt hat. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde erweist 
sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.  
 
13.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist aller-
dings mit Verfügung vom 6. Oktober 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. 
Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  
 
13.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. Da der Beschwerdeführerin in der genannten Verfügung vom 6. Oktober 2020 die unent-
geltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Be-
mühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die 
Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Ver-
beiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner 
Honorarnote vom 26. Oktober 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 8.75 
Stunden geltend gemacht, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und 
Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Aus-
lagen in Höhe von Fr. 161.60. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführer ist deshalb ein Hono-
rar in der Höhe von Fr. 2'058.80 (8.75 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 161.60 zuzüglich 
7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
13.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine 
Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, 
sobald sie dazu in der Lage ist. 
 
 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar von Fr. 2'058.80 
(inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtkasse aus-
gerichtet. 

 
Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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