# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00e34d62-d14c-597a-92f5-956b75f8cf3f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.02.2012 IV 2010/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-3_2012-02-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.05.2020

Entscheiddatum: 13.02.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2012
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung eines RAD-Berichts. Auf 
Grund abweichender medizinischer Beurteilungen Rückweisung zur 
externen neurologischen Begutachtung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2012, IV 
2010/3).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg-Haltinner, Versicherungsrichterin Marie Löhrer,

a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 13. Februar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ wurde von seiner Mutter infolge "Frühgeburt" am 16. August 1971 zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (act. 4.3/3). Der 

behandelnde Kinderarzt des Kinderspitals St. Gallen diagnostizierte im Bericht vom 

17. Oktober 1971 eine Frühgeburt in der 30. Schwangerschaftswoche mit einem 

Geburtsgewicht von 1'250g (vorzeitige Plazentalösung), eine Hypoglycämie sowie 

Hydrocelen beidseits und subsumierte sie unter die Geburtsgebrechen Ziff. 494 

(Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 2000g bis zur Erreichung eines 

Gewichts von 3000g), Ziff. 451 (Angeborene Störungen des Kohlehydrat-Stoffwechsels) 

und 356 (Hydrocele testis et funiculi congenita und Zysten des Ligamentum teres, 

sofern Operation notwendig ist) der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV, 

SR 831.232.21; act. G 4.3/6). Mit Verfügung vom 5. November 1971 sprach die 

Invalidenversicherung dem Versicherten sämtliche zur Behandlung dieser 

Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen zu (act. G 4.3/7).

A.b   Im Bericht vom 21. Oktober 1972 stellte Dr. med. B.___ die Diagnose eines 

Cerebralschadens, einer psychomotorischen Retardation sowie einer Diplegia spatica 

inf., was einem Geburtsgebrechen gemäss Ziff. 390 GgV (Angeborene cerebrale 

Lähmungen [spastisch, dyskinetisch, ataktisch]) entspreche (act. G 4.3/11). Gestützt 

darauf sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 14. November 1972 

sämtliche zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 390 GgV notwendigen 

medizinischen Massnahmen zu (act. G 4.3/12).

A.c   Nachdem der Versicherte die 1. bis 3. Primarklasse besuchen konnte, wechselte 

er für die 4. Klasse in die Schule C.___ (act. G 4.3/65). Ab der 5. Klasse besuchte er die 

Schule D.___. Gemäss Abklärungsbericht zur beruflichen Eingliederungsmöglichkeit 

der IV-Stelle vom 3. Dezember 1987 hatten sich die seit Jahren therapierten 

Bewegungsstörungen weitgehend zurückgebildet. Spitzfüsse würden einen 

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schlenkernden Gang bewirken, die Störungen an den Händen seien jedoch diskret (act. 

G 4.3/68, 80).

A.d   Von 1988 bis 1990 absolvierte der Versicherte eine Lehre als Autoservicemann 

(act. G 4.3/88) und von 1990 bis 1992 eine Zusatzlehre als Automonteur (act. G 4.3/87).

A.e   Mit IV-Anmeldung vom 5. Februar 1992 beantragte der Versicherte die Zusprache 

einer Rente bzw. Teilrente wegen spastischer CP Tetraplegie, einem beinbetonten 

Kreuzphänomen sowie Spitzfuss mehr rechts (act. G 4.3/92). Die Regionalstelle für 

berufliche Eingliederung Behinderter kam im Bericht vom 19. Februar 1993 zum 

Schluss, dass der Versicherte als Automonteur in seiner Leistungsfähigkeit wesentlich 

eingeschränkt sei. Der beträchtliche Teil der Berufsanforderungen an einen 

Automonteur bestünde aus Schnelligkeit, körperlicher Beweglichkeit und Krafteinsatz, 

was der Versicherte nur zum Teil mitbringe (act. G 4.3/100). Die IV-Stelle verfügte am 

11. Juni 1993 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 43% eine halbe Invalidenrente 

(Härtefall) ab 1. September 1992 (act. G 4.3/105). Infolge einer Rentenrevision 

reduzierte sie mit Verfügung vom 28. Oktober 1994 die halbe Rente auf eine 

Viertelsrente, weil das Einkommen des Versicherten die massgebende 

Einkommensgrenze übersteige und somit kein Härtefall mehr vorliege (act. G 4.3/112). 

Am 2. November 1994 stellte der Versicherte ein Wiedererwägungsgesuch und 

beantragte gleichzeitig die Ausrichtung einer halben Rente sowie die Übernahme der 

Kosten für eine Umschulung, da ihm die Arbeitsstelle gekündigt worden sei (act. 

G 4.3/113). Am 29. Januar 1995 berichtete der Versicherte, er habe am 12. Dezember 

1994 eine neue Stelle in einer Fensterladenfabrik angetreten (act. G 4.3/117).

A.f    Mit Verfügung vom 14. September 1995 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

berufliche Massnahmen für eine zweijährige Umschulung zum Autoersatzteilverkäufer 

zu (act. G 4.3/124, 121). Am 15. September 1995 wurde die Aufhebung der Rente per 

30. November 1995 verfügt (act. G 4.3/126).

A.g   Im Schreiben vom 2. Juni 2005 hielt Dr. med. E.___, Klinik M.___, fest, der 

Versicherte leide unter Beschwerden in den Beinen, welche sich infolge einer 

spastischen Diplegie auf Grund einer cerebralen Parese perinatal bedingt ergäben. Er 

arbeite zurzeit als Ersatzteilverkäufer in einem Job mit Wechselbelastung. Dennoch sei 

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die Belastung zu gross und bedeute eine Überbelastung, weshalb ein Jobwechsel in 

eine leichte und vorwiegend sitzende Tätigkeit notwendig sei (act. G 4.3/138). Am 

21. Juni 2005 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle mit Antrag auf 

Berufsberatung, Umschulung und Arbeitsvermittlung an (act. G 4.3/141).

A.h   Im Arztbericht vom 27./28. September 2005 befand Dr. E.___ den Versicherten 

seit Beginn der aktuellen Tätigkeit als Ersatzteilverkäufer zu 100% arbeitsunfähig (act. 

G 4.3/152). Vom 26. Juni 2006 bis 21. Juli 2006 fand eine berufliche Abklärung in der 

Institution Appisberg statt. Im Schlussbericht vom 19. August 2006 wurde festgehalten, 

dass der Versicherte die regulären Arbeitszeiten (07:30 bis 11:30 Uhr sowie 13:00 bis 

16:30 Uhr, Freitagnachmittag frei) jederzeit habe einhalten können. Zusätzliche Pausen 

seien nicht notwendig gewesen. Es sei deutlich geworden, dass rund zwei Drittel einer 

Arbeit sitzend ausführbar sein sollten. Schulisch anspruchsvollere 

Ausbildungsmassnahmen seien nicht zu empfehlen. Unter Berücksichtigung der 

Abklärungsresultate könne bei Beachtung der aktuellen medizinischen Situation eine 

uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei behinderungsangepassten 

Tätigkeiten attestiert werden (act. G 4.3/166). Die Berufsberaterin führte im 

Schlussbericht vom 27. März 2007 aus, der Versicherte sei aktuell an einer Lehre als 

Elektropraktiker interessiert, weshalb eine Schnupperlehre geplant sei. Die 

Möglichkeiten der Berufsberatung seien erschöpft, weshalb die IBB-Abklärung 

abgeschlossen werde (act. 4.3/174-2).

A.i     Dr. med. F.___, FMH für physikalische Medizin, Rehabilitation und 

Rheumatologie, berichtete am 7. Mai 2007, es liege eine spastische Cerebralparese 

nach Frühgeburt mit deutlich beinbetonter Tetraspastik und zunehmenden 

Feinmotorikstörungen vor. Im Vergleich zum Status vom Januar 2005 scheine die 

Spastizität insbesondere beim Gang tendenziell zuzunehmen. Manifest geworden sei - 

auch im neurologischen Status - eine Spastizität der oberen Extremitäten, 

insbesondere der Hände mit sogenanntem Clumsy-Movement (act. G 4.3/185).

A.j     Am 6. September 2007 hielt der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. G.___, FMH 

für Innere Medizin, fest, der Versicherte ermüde unverändert rasch bei längerem 

Stehen und habe Schmerzen in den Beinen. Es bestünden zunehmend koordinative 

feinmotorische Störungen. Er sei subjektiv unterbeansprucht. Die bisherige Tätigkeit sei 

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noch zumutbar, allerdings nicht optimal. Der Versicherte sollte geistig mehr gefordert 

werden (act. G 4.3/183).

A.k   Dr. med. H.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) befand die Beschwerden 

mit Stellungnahme vom 30. November 2007 als nachvollziehbar. Der Versicherte sei als 

Ersatzteilverkäufer zu 100% arbeitsunfähig. Leidensadaptiert sei er nahezu 

uneingeschränkt leistungsfähig (überwiegend sitzend, körperlich leicht). Auf Grund der 

Feinmotorikstörung der Hände sowie der raschen Ermüdbarkeit könne jedoch eine 

20%ige Leistungsminderung bei erhöhtem betriebsunüblichem Pausenbedarf 

zugestanden werden, womit der Versicherte zu 80% adaptiert arbeitsfähig sei (act. 

G 4.3/186).

A.l     Am 29. Mai 2008 wurde der Versicherte von der RAD-Ärztin Dr. med. I.___, 

Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, neurologisch untersucht. Im Bericht vom 

12. Juni 2008 stellte Dr. I.___ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

infantile Cerebralparese mit leichtgradiger paraspastischer Gangstörung und 

linksbetonter Fussfehlstellung (ICD-10 G80.1) fest und attestierte für leidensadaptierte 

Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80% bei 100%iger Präsenzzeit. Die 

Leistungseinschränkung von 20% begründete sie ebenfalls mit einem erhöhten Bedarf 

an Pausen und Positionswechseln (act. G 4.3/200).

A.m PD Dr. med.  J.___ und Dr. med. K.___ der Interdisziplinären medizinischen 

Dienste Muskelzentrum / ALS clinic des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) 

diagnostizierten im Bericht vom 17. Juli 2008 auf Grund einer am 16. Juli 2008 

durchgeführten Untersuchung eine Bein- und linksbetonte Tetraspastik im Rahmen 

einer infantilen Cerebralparese bei Status nach Früh- und Mangelgeburt, mit 

muskulärer Ermüdbarkeit und "central fatigue" Syndrom sowie belastungsabhängigen 

Myalgien. Es bestehe auch in sitzender Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Therapeutisch seien eine perorale Medikation (Antispastika) und lokale Botox-

Injektionen zu empfehlen. Dies werde sich aber nicht zwingend und vor allem nicht 

umgehend in eine erhöhte Arbeitsfähigkeit übersetzen lassen. Deshalb sei eine 

Umschulung sowie eine halbe IV-Rente zu unterstützen (act. G 4.3/207). Mit Schreiben 

vom 30. Oktober 2008 bestätigte Dr. K.___ seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 

50% nochmals ausdrücklich (act. G 4.3/212).

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A.n   Am 30. Oktober 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Berufs- und 

Eingliederungsmassnahmen würden abgeschlossen. Aktuell würde er keine beruflichen 

Massnahmen, sondern die Rentenprüfung wünschen (act. G 4.3/211). Mit 

Stellungnahme vom 14. November 2008 erklärte der Versicherte, dabei müsse es sich 

um ein Missverständnis handeln. Er habe mit der IV-Berufsberaterin lediglich 

abgemacht, dass prioritär die Rentenprüfung verfolgt werde und nach deren Abschluss 

erneut berufliche Massnahmen geprüft würden. Auf Grund seiner gesundheitlichen 

Einschränkungen könne er das bisher Gelernte nicht mehr marktkonform verwerten, 

weshalb er alles Interesse an einer Umschulung habe, um auf dem Arbeitsmarkt so 

weit möglich wieder bestehen zu können (act. G 4.3/214).

A.o   Der RAD-Arzt Dr. med. L.___ hielt am 17. Dezember 2008 fest, dass die in der 

Neurologischen Klinik des KSSG durchgeführte Untersuchung vom 16. Juli 2008 keine 

neuen Aspekte hinsichtlich des Gesundheitszustands des Versicherten aufzuzeigen 

vermöge. Beim Bericht der Neurologen des KSSG handle es sich somit lediglich um 

eine andere Einschätzung der im Wesentlichen gleichen medizinischen Sachlage. Am 

RAD-Gutachten könne daher festgehalten werden (act. G 4.3/218).

A.p   Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, das Rentenbegehren gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 22% abzuweisen 

(act. G 4.3/224).

A.q   Am 13. März 2009 liess der Versicherte durch die procap Einwand erheben. Seine 

Rechtsvertreterin führte zur Begründung aus, dass die Restarbeitsfähigkeit noch nicht 

abschliessend geklärt sei. Für die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei der 

Versicherte auf berufliche Massnahmen der IV angewiesen (act. G 4.3/227). Am 

14. April 2009 liess der Versicherte eine weitere Stellungnahme des Muskelzentrums 

des KSSG vom 9. April 2009 einreichen, wonach er in einer adaptierten Tätigkeit 

lediglich zu 50% arbeitsfähig sei (act. G 4.3/229). Am 4. Mai 2009 wurde ein Bericht 

von Dr. E.___ vom 17. April 2009 nachgereicht (act. G 4.3/230). Gemäss ihrer 

Beurteilung bestand beim Versicherten eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 

50%. Schmerzen und eine erhöhte Ermüdbarkeit ständen im Vordergrund (act. 

G 4.3/231). Der RAD-Arzt Dr. L.___ befand dazu in seiner Stellungnahme vom 19. Mai 

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2009, dass der Bericht keine grundsätzlich neuen Befunde oder Diagnosen enthalte 

(act. G 4.3/232).

A.r    Die IV-Stelle verfügte am 24. November 2009 im Sinn des Vorbescheids und wies 

einen Rentenanspruch ab. Des Weiteren erwog sie, dass berufliche Massnahmen im 

Umfang von 50% begonnen werden könnten. Ziel müsse es jedoch sein, dass diese 

Massnahmen auf 80% gesteigert werden könnten (act. G 4.3/240).

B.     

B.a   Am 11. Januar 2010 liess der Versicherte durch Advokat lic. iur. Martin 

Boltshauser, procap, Olten, Beschwerde erheben. Der Rechtsvertreter beantragte, die 

Verfügung vom 24. November 2009 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zu 

weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Zur Begründung verwies er insbesondere auf den Arztbericht 

von Dr. F.___ vom 7. Mai 2007, welcher eine Zunahme der Spastizität im Vergleich zum 

Status vom Januar 2005 bestätigte und die Müdigkeit des Beschwerdeführers mit der 

Spastizität erklärte. Insgesamt bestehe zudem eine grosse Diskrepanz zwischen den 

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen der Ärzte des KSSG, der Klinik M.___ und des 

Hausarztes einerseits und den Einschätzungen der RAD-Ärzte andererseits. Erstere 

gingen von einer Arbeitsunfähigkeit von 50%, Letztere lediglich von einer solchen von 

20% aus. Daher sei die Invaliditätsbemessung auf Grund einer klaren und alle 

vorhandenen Arztberichte einschliessenden Arbeitsunfähigkeitseinschätzung 

vorzunehmen (G 1).

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 30. März 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde mit der Begründung, dass kein Anlass bestehe, von der 

RAD-Beurteilung abzuweichen. Dies gehe auch aus den Stellungnahmen der RAD-

Ärzte Dr. L.___ vom 22. März 2010 und Dr. I.___ vom 18. März 2010 hervor (act. G 4, 

G 4.1, G 4.2).

B.c   Mit Replik vom 23. Juni 2010 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. 

Der Rechtsvertreter bemängelte, dass lediglich eine Stellungnahme beim RAD 

eingeholt worden sei. Weder seien Rückfragen an die behandelnden Ärzte gestellt 

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worden noch sei die RAD-Ärztin bei ihrer Beurteilung im Besitz der aktuellen 

Unterlagen gewesen (act. G 10).

B.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik (act. G 13).

B.e   Am 10. Januar 2011 teilte die Beschwerdegegnerin unter Einreichung der 

zugehörigen Akten mit, das Verfahren betreffend Durchführung beruflicher 

Massnahmen sei abgeschlossen worden (act. G 14). Gemäss ihrer vorangegangenen 

Mitteilung vom 23. Dezember 2010 hatte die berufliche Abklärung frühzeitig 

abgebrochen und die Kostengutsprache per 17. November 2010 aufgehoben werden 

müssen, nachdem die geforderte Mindestpräsenzzeit von anfänglich 50% auch bei 

besten Bedingungen beispielsweise einem belastungsfreien Arbeitsweg nicht hatte 

erreicht werden können. Es bleibe vorerst der rechtskräftige Gerichtsentscheid 

betreffend Rente abzuwarten (act. G 14.1). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

hielt am 25. Februar 2011 fest, die Sistierung beruflicher Massnahmen sei momentan 

sinnvoll. Sie sollte im Zusammenhang mit der definitiven Klärung der ärztlich 

attestierten Arbeitsunfähigkeit nochmals neu geprüft werden (act. G 18).

Erwägungen:

1.      

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass 

der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung datiert vom 

24. November 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten 

der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. 

Daher und auf Grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die 

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noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals 

geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-

Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des 

Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber 

der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die 

seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.

2.      

2.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.

2.2    Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.4    Gemäss Art. 16 ATSG setzt der Einkommensvergleich zur Ermittlung der für den 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität den Abschluss allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen bzw. die Feststellung voraus, dass keine Eingliederung 

möglich ist. Diese Bedingung der Rentenzusprache wird als Grundsatz der 

"Eingliederung vor Rente" bezeichnet (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 

Zürich 2009, Rz 22 zu Art. 16, Rz 15 zu Art. 7). Es handelt sich hierbei um eine 

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Komponente der allgemeinen Schadenminderungspflicht (vgl. Ueli Kieser, a.a.O., 

Vorbemerkungen Rz 47). Nach diesem Grundsatz soll keine Invalidenrente ausgerichtet 

werden, bevor nicht alles Mögliche und Zumutbare versucht worden ist, um die 

behinderungsbedingte Erwerbseinbusse zu beseitigen oder zumindest zu reduzieren. 

Dies geschieht in der Regel mittels beruflicher Eingliederungsmassnahmen (vgl. 

unveröffentlichtes Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

12. Dezember 2006, IV 2005/127, E. 3a).

2.5    Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

zu durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen, entsteht ein 

Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Das Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen geht in ständiger Praxis davon aus, dass ein (vorläufiger) Rentenanspruch 

auch für jene Fälle besteht, in denen die Eingliederung bei Ablauf des sogenannten 

Wartejahres noch nicht abgeschlossen ist bzw. in denen die Eingliederungsfähigkeit bei 

Ablauf des Wartejahres noch nicht definitiv verneint werden kann (vgl. auf dem Internet 

publizierte Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Januar 

2007, IV 2006/58, E. 1a mit Hinweisen auf die kantonale Rechtsprechung, vom 27. April 

2011, IV 2010 186, E. 1.4). Auch die einen vorläufigen Rentenanspruch begründende 

Invalidität ist durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dieser 

Einkommensvergleich stützt sich aber - in Abweichung von Art. 16 ATSG - auf die 

Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf (Art. 6 Satz 1 ATSG), es sei denn, der versicherten 

Person wäre zumutbar, durch die ohne jede Eingliederung mögliche Ausübung eines 

anderen Berufes den Eintritt einer rentenbegründenden vorläufigen Invalidität zu 

verhindern oder zumindest den Invaliditätsgrad zu reduzieren (Art. 6 Satz 2 ATSG).

2.6    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

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Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss kommt 

einem Gutachten oder anderen medizinischen Beurteilungen schon dann kein voller 

Beweiswert zu, wenn Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht 

feststehen, dass die medizinischen Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen 

entsprechen, was nicht mit medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden in der 

Regel nicht beurteilen können (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 

seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 

2002, I 779/01, E. 4.2).

3.      

3.1    Vorab ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Die 

Beschwerdegegnerin stützte sich für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf den 

Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. I.___ vom 12. Juni 2008. Dagegen bringt der 

Beschwerdeführer vor, dass dieser Bericht lediglich vom RAD stamme und sich dessen 

Beurteilung bezüglich der Höhe der Arbeitsfähigkeit beträchtlich von denjenigen der 

Klinik M.___, des KSSG sowie des Hausarztes unterscheide.

3.2    Gemäss Art. 59 Abs. 2  IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV-

Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs 

zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG 

massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit des Versicherten fest, eine zumutbare 

Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem 

medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 IVV beurteilen die 

bis

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regionalen ärztlichen Dienste die medizinischen Voraussetzungen des 

Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer 

medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des 

Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die regionalen ärztlichen Dienste können bei Bedarf 

selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen, und sie halten die 

Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2). Sinn und Zweck dieser im Rahmen 

der 5. IV-Revision (Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006; AS 2007 5129 ff.) neu 

geschaffenen, seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Bestimmungen liegen darin, dass 

die IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene 

Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen auf Grund ihrer speziellen 

versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die 

Invalidenversicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der versicherten 

Personen verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der 

Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und 

Sozialversicherung (Bestimmung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) 

geschaffen werden. Der RAD bezeichnet die zumutbaren Tätigkeiten und die 

unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begründeten 

zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung eine 

objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der 

versicherten Personen ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die 

IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch 

zumutbar ist und was nicht. Das Bundesgericht hat bereits unter der bis 31. Dezember 

2007 geltenden Rechtslage erkannt, dass Berichte regionaler ärztlicher Dienste 

materiell Gutachtensqualität haben können (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 

2009, 9C_323/09, E. 4.2 und 4.3 mit Hinweisen).

3.3    Auf eine Stellungnahme des RAD kann allerdings nur abgestellt werden, wenn sie 

den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügt. 

Sie muss insbesondere in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sein 

und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge 

einleuchten; die Schlussfolgerungen sind zu begründen (BGE 125 V 351 E. 3a mit 

Hinweisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind jedoch 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4).

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_323%2F2009&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-351%3Ade&number_of_ranks=0#page351

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3.4    Vorliegend stützt sich der RAD-Bericht vom 12. Juni 2008 neben den Vorakten 

auf eine knapp dreistündige Untersuchung durch Dr. I.___ (act. G 4.3/200-6). Die 

Anamnese ist umfassend. Zudem scheint die Beurteilung in Kenntnis sämtlicher 

Vorakten ergangen zu sein, obgleich nicht alle Arztberichte namentlich aufgeführt 

wurden, wie dies die Beschwerdegegnerin am 28. Juli 2008 bestätigt hat (vgl. act. 

G 4.3/205). Dr. I.___ kam in ihrem Bericht zum Schluss, dass die geklagte 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die im Verlauf eines Arbeitstages 

zunehmende schmerzhafte spastische Tonuserhöhung der Beinmuskulatur nach 

längerer körperlicher Belastung aus neurologischer Sicht durchaus mit den aktuellen 

Untersuchungsbefunden und der Grunderkrankung der infantilen cerebralen Parese 

erklärt werden könne. Insofern benötige der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt 

einen adaptierten Arbeitsplatz. Jedoch könne eine Leistungsbeeinträchtigung durch 

abnorme Ermüdbarkeit auf Grund der neurologischen Diagnose und Befunde nicht 

schlüssig erklärt werden. Im Rahmen der Untersuchung habe sich herausgestellt, dass 

der Beschwerdeführer auch ohne Arbeitstätigkeit eine Tagesstruktur mit wenig 

Freizeitaktivitäten und einer ca. 10-stündigen nächtlichen Ruhephase gewohnt sei. 

Auch werde deutlich, dass der Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte 

Montagetätigkeit als eher monoton empfunden habe und seine nachlassende 

Spannkraft bei dieser Arbeit als Müdigkeit/Erschöpfung erlebe. Als Tätigkeitsprofil gab 

Dr. I.___ körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit von 

Positionswechseln und vermehrten Pausen bei verstärkter Spastik an. Sie sollten keine 

längeren Gehstrecken, kein Heben und Transportieren von sperrigen bzw. schwereren 

Lasten, d.h. von solchen von mehr als 10kg, keine Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, 

keine hohen Anforderungen an feinmotorische Präzision (z.B. Uhrmacher, Optiker etc.) 

und keine besonders anspruchsvollen kognitiven Anforderungen insbesondere an die 

schriftsprachliche Ausdrucksfähigkeit beinhalten. Derart adaptiert betrage die 

Arbeitsfähigkeit 80% bei einer 100%igen Präsenzzeit mit 20%iger 

Leistungseinschränkung wegen erhöhtem Bedarf an Pausen und Positionswechseln 

(act. G 4.3/200-7). Damit bleibt zu prüfen, ob die von der RAD-Ärztin attestierte 

Arbeitsfähigkeit von 80% mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist und zu Recht Grundlage für die 

Ermittlung des Invaliditätsgrads gebildet hat.

4.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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4.1    Hinsichtlich der geltend gemachten Ermüdbarkeit hatte Dr. F.___ entgegen der 

Beurteilung von Dr. I.___ bereits im Bericht vom 7. Mai 2007 festgehalten, dass sich 

diese durch die Spastizität erklären liesse, welche im Vergleich zum Status vom Januar 

2005 tendenziell zuzunehmen scheine und ihrerseits zu zunehmenden Überlastungs-

tendopathien führe (act. G 4.3/185-2). Dies lässt sich auch mit dem Bericht von 

Dr. E.___ vom 25. Januar 2005 vereinbaren, welche schon damals das Problem der 

muskulären Überlastung hervorhob, die eine Kombination von Spastizität und erhöhter 

Muskelarbeit im Lichte der Spastizität, aber auch der Weichteilverkürzungen zeige (act. 

G 4.3/198-2). Die Neurologen des KSSG, PD Dr. B.___ und Dr. K.___, stellten im 

Bericht vom 17. Juli 2008 belastungsabhängige Myalgien fest. Die bein- und 

linksbetonte Tetraspastik mit leichter distaler Parese der Beine mit paraspastischer 

Gangstörung und einer durch die Spastik bedingten Fingerfeinmotorikstörung mit 

beginnender Kontraktur im Sprunggelenk beidseits sei ätiologisch am ehesten auf eine 

infantile Cerebralparese bei Früh- und Mangelgeburt zurückzuführen. Im Laufe der 

Jahrzehnte sei es im Rahmen der Dekonditionierung und des Alterungsprozesses zu 

einer stärkeren Ermüdbarkeit gekommen. Zusätzlich bestehe auch eine Komponente 

von "central fatigue". Elektrodiagnostisch fänden sich objektivierbare Zeichen der 

Spastik. Elektromyographisch fänden sich diskrete chronisch-neurogene 

Veränderungen. Diese Befunde würden die Diagnose unterstützen. Gestützt darauf 

befanden die Neurologen den Beschwerdeführer auch in sitzender Tätigkeit wie 

beispielsweise bei der Arbeit in der Produktion von Kabelbäumen zu 50% 

arbeitsunfähig (act. G 4.3/2072f.). Diese Einschätzung bekräftigte Dr. K.___ mit 

Schreiben vom 30. Oktober 2008 nochmals, nun auch in Kenntnis von der 

abweichenden Beurteilung Dr. I.___s (act. G 4.3/212).

4.2    Auch Dr. E.___ schätzte die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit im Bericht 

vom 17. April 2009 auf 50%. Im Vordergrund würden Schmerzen und eine erhöhte 

Ermüdbarkeit stehen. Die Schmerzen seien klar belastungsabhängig und im Rahmen 

der Spastik, des abnormen Bewegungs- und Belastungsmusters, skelettal leicht zu 

erklären. Die Ermüdbarkeit bestehe aus zwei Komponenten. Durch die Spastizität in 

den Extremitäten, die bestehenden Kontrakturen und das abnormale Bewegungs- und 

Belastungsmuster sei der Energieverbrauch für den Beschwerdeführer im Alltag erhöht 

und es bestehe eine wesentlich periphere Komponente der erhöhten Ermüdbarkeit. 

Zudem bestehe - wie anamnestisch ersichtlich sei - schon seit dem Schulalter mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Sicherheit eine erhöhte zentrale Ermüdbarkeit. Erhöhte Ermüdbarkeit sei eines der 

Kardinalsymptome vieler Schädigungen des Zentralnervensystems. Beim 

Beschwerdeführer bestehe eine zentrale kognitive Ermüdbarkeit, die wiederum seine 

Leistungsfähigkeit zeitlich limitiere. Ausserdem leide er mit einiger Wahrscheinlichkeit 

auch an Störungen der Exekutivfunktionen. Im Schlussbericht BEFAS von 2006 werde 

ihm bei "kopflastigen Aufgaben eine gewisse Umständlichkeit und Mühe mit flexiblen 

Wechseln zwischen verschiedenen Tätigkeiten attestiert" sowie eine "Tendenz zur 

Selbstüberschätzung". Schliesslich sei im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers bekannt, dass Personen mit einer Behinderung wie beispielsweise 

einer Cerebralparese einen frühzeitigen Alterungs- und Abnutzungsprozess aufwiesen, 

der ihre Leistungsfähigkeit verglichen mit einer nicht behinderten Bevölkerung 

signifikant früher einschränke (act. G 4.3/231). Der RAD-Arzt Dr. L.___ hielt bezüglich 

der Beurteilung von Dr. E.___ fest, dass der Bericht keine grundsätzlich neuen Befunde 

oder Diagnosen enthalte. Wiederum handle es sich lediglich um eine identische, im 

Vergleich zur RAD-Untersuchung vom 29. Mai 2008 unveränderte medizinische 

Sachlage. Daher sei an der Stellungnahme des RAD vom 17. Dezember 2008 

festzuhalten (act. G 4.3/232).

4.3    Während Dr. I.___ somit keine somatische Erklärung für die geltend gemachte

starke Ermüdbarkeit des Beschwerdeführers fand (vgl. act. G 4.3/200-7) bzw. diese

einem seit jeher bestehenden Schlaf-Wach-Rhythmus mit einer zehnstündigen 

Ruhephase und einem motivational begründeten Aspekt (gemäss seinen Aussagen 

wolle der Beschwerdeführer "keine Dubeli-Arbeit" machen müssen) zuordnete (vgl. 

Stellungnahme von Dr. I.___ vom 18. März 2010, act. G 4.2; act. G 4.3/200-6), 

begründeten die behandelnden Ärzte Dr. E.___, PD Dr. B.___ und Dr. K.___ die 

Ermüdbarkeit nachvollziehbar aus körperlicher Sicht. Obgleich die allgemeine Aussage 

von Dr. E.___, dass bei Menschen mit Cerebralparese (CP) mit zunehmendem Alter 

eine erhöhte körperliche und zentrale Müdigkeit auftreten könne, noch nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auch eine solche beim Beschwerdeführer belegt, 

zeigt sie doch eine wahrscheinliche Tendenz dazu an. Insofern sprechen auch die von 

Dr. I.___ ins Feld geführten jüngeren Untersuchungsergebnisse aus Norwegen, welche 

eine mit zunehmendem Alter signifikant vermehrte körperliche, jedoch keine vermehrte 

mentale Ermüdbarkeit bei Personen mit CP auswiesen, ebenfalls für eine erhöhte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Wahrscheinlichkeit einer zumindest in körperlicher Hinsicht bestehenden erheblichen 

Ermüdbarkeit.

4.4    In der Stellungnahme vom 18. März 2010 bemängelte Dr. I.___, die KSSG-

Neurologen würden keine nähere Begründung für die Diagnose eines central fatigue 

liefern. Tatsächlich ist für den medizinischen Laien nicht genau nachvollziehbar, 

gestützt auf welche konkrete Untersuchung sich die Diagnose eines central fatigue 

zeigte. Dennoch führten die beiden Neurologen insgesamt auf, dass die neurologischen 

Untersuchungen (elektrodiagnostisch und elektromyographisch) ihre Diagnosen 

abstützen würden, was Dr. I.___ nicht mit konkreten Einwänden entkräften konnte (vgl. 

Stellungnahme von Dr. I.___ vom 18. März 2010, act. G 4.2).

4.5    Mit Blick darauf, dass sowohl die Beurteilungen von Dr. E.___ als auch jene von 

Dr. B.___ und Dr. K.___ begründet und nachvollziehbar erscheinen und deren 

Einschätzungen hinsichtlich der Höhe der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im 

Gegensatz zu derjenigen von Dr. I.___ von 80% einheitlich 50% betragen, ist die 

Beweiskraft der Beurteilung von Dr. I.___ in Frage gestellt. Folglich können die Zweifel 

an der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I.___ auch nicht einfach - wie RAD-Arzt Dr. 

L.___ geltend machte - mit der Begründung, bei den anderen Beurteilungen handle es 

sich um eine "lediglich andere Einschätzung der im Wesentlichen gleichen 

medizinischen Sachlage" aus der Welt geschafft werden. Vielmehr wäre zu erwarten 

gewesen, dass die RAD-Ärzte ihre im Vergleich zu den behandelnden Neurologen 

abweichende Beurteilung einlässlich begründen bzw. in kritischer Abwägung 

diskutieren würden.

4.6    Insgesamt bestehen zwischen den verschiedenen neurologischen Beurteilungen 

unüberbrückbare Gegensätze, so dass es für das Gericht nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit beurteilbar ist, welche Einschätzung der Invaliditätsbemessung zu 

Grunde zu legen ist (vgl. Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

16. Mai 2007, IV 2006/91, E. 2c, und vom 14. April 2010, IV 2009/69, E. 2.5). Es 

rechtfertigt sich daher, im Sinn des Antrags des Beschwerdeführers die Sache zur 

Vornahme einer neurologischen Begutachtung durch eine noch nicht mit dem Fall 

befasste Gutachtensstelle an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dem 

Beschwerdeführer wurden in der angefochtenen Verfügung vom 24. November 2009 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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bereits berufliche Masnahmen in Aussicht gestellt, welche mittlerweile jedoch wieder 

abgebrochen werden mussten (vgl. IV-Mitteilung vom 23. Dezember 2010, act. G 14.1). 

In der Folge wird die Beschwerdegegnerin, sobald die Höhe der Arbeitsfähigkeit 

feststeht, erneut über den Rentenanspruch sowie über einen allfälligen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen zu befinden haben.

5.        

5.1    In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 

24. November 2009 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung und zu 

neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss des Beschwerdeführers von Fr. 600.-- ist 

ihm zurückzuerstatten.

5.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat auf die 

Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der Bedeutung und dem Aufwand der 

Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

24. November 2009 aufgehoben. Die Sache wird zur ergänzenden Abklärung und zu 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.     Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

3.     Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2012
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung eines RAD-Berichts. Auf Grund abweichender medizinischer Beurteilungen Rückweisung zur externen neurologischen Begutachtung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2012, IV 2010/3).

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