# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22f1e00c-663f-5247-8a69-6c2c04829269
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.08.2017 S 2017 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-92_2017-08-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 92

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin Moser und Specchia als Aktuar ad hoc

URTEIL

vom 16. August 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch SYNA - die Gewerkschaft, 

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ ist gelernter Sanitätsmonteur und zuletzt als solcher tätig. Am 3. 

September 2015 meldete er einen Anspruch auf Arbeitslosenversiche-

rungstaggeld im Umfang von 100% ab dem 15. September 2015 an.

2. Mit Schreiben vom 14. Februar 2017 teilte das Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden (nachfolgend: KIGA) A._____ mit, dass er in der 

Kontrollperiode Januar 2017 nur acht verwertbare persönliche Arbeits-

bemühungen vorgenommen habe. Bei drei von den elf aufgeführten 

Bemühungen handle es sich um Wiederholungen, weshalb sie nicht ge-

wertet werden könnten. A._____ wurde im Schreiben zudem aufgefordert 

eine Stellungnahme abzugeben.

3. In seiner Stellungnahem vom 15. Februar 2017 führte A._____ aus, dass 

alle elf Arbeitsbemühungen im Januar 2017 zu werten seien, da er bei 

den drei in Frage stehenden Firmen aufgefordert worden sei, sich zu ei-

nem späteren Zeitpunkt erneut zu bewerben. Er führte weiter aus, dass er 

trotz Krankheit vom 1. Januar 2017 bis zum 8. Januar 2017 elf Arbeits-

bemühungen vorgenommen habe. Das entsprechende Arztzeugnis habe 

er zusammen mit dem Formular der Unia überreicht.

4. Mit Verfügung vom 24. Februar 2017 wurde A._____ wegen ungenügen-

der Arbeitsbemühungen in der Kontrollperiode Januar 2017 für drei Tage 

die Anspruchsberechtigung eingestellt.

5. Dagegen erhob A._____ am 8. März 2017 Einsprache. Er begründete 

seine Einsprache damit, dass nirgends festgehalten worden sei, wieviel 

Arbeitsbemühungen genügend seien und dass es ihm durch die Krankheit 

nur beschränkt möglich gewesen sei, sich um Arbeit zu bemühen. Die 

drei erneuten Anfragen bei denselben Firmen seien damit zu erklären, 

dass er von diesen aufgefordert worden sei, sich im Januar 2017 erneut 

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zu bewerben. Daraufhin wurde A._____ am 4. Mai 2017 vom KIGA aufge-

fordert, mittels Bestätigung der betreffenden Firmen nachzuweisen, dass 

man ihm tatsächlich gesagt habe, sich im Januar 2017 nochmals zu mel-

den. Mit Schreiben vom 15. Mai 2017 teilte A._____ dem KIGA mit, dass 

er keine Bestätigungen bekommen habe, weil bei den entsprechenden 

Firmen unterdessen andere Mitarbeiter arbeiteten oder sie sich an die te-

lefonische Bewerbung nicht mehr erinnern könnten.

6. Mit Entscheid vom 31. Mai 2017 wies das KIGA die Einsprache ab. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass es A._____ trotz 

Aufforderung nicht gelungen sei, Bestätigungen der drei Firmen einzuho-

len. Deshalb sei überwiegend wahrscheinlich, dass er sich ohne besonde-

re Veranlassung neuerlich dort gemeldet habe, womit diese drei Bewer-

bungen nicht gewertet werden könnten. Zudem sei er trotz Krankheit in 

der Lage gewesen elf Arbeitsbemühungen vorzunehmen. Dass drei die-

ser elf Arbeitsbemühungen nicht gewertet werden könnten, habe vorlie-

gend keinen Zusammenhang mit der Krankheit.

7. Gegen den Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: Be-

schwerdeführer) am 20. Juni 2017 Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden. Beantragt wurde die Aufhebung des Ent-

scheides und die Nachzahlung der drei Taggelder. Begründend wurde 

ausgeführt, dass die in Frage stehenden drei Arbeitsbemühungen gewer-

tet werden müssten und falls diese nicht gewertet werden könnten, hätte 

der Beschwerdeführer aufgrund seiner Krankheit im Januar 2017 immer 

noch eine genügende Zahl an Arbeitsbemühungen vorzuweisen.

8. Mit Stellungnahme vom 29. Juni 2017 beantragte das KIGA (nachfolgend: 

Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Es wiederholte da-

bei die im Einspracheentscheid gemachten Ausführungen.

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, auf 

den angefochtenen Entscheid vom 31. Mai 2017 sowie auf die im Recht 

liegenden Beweismittel wird, soweit erforderlich und rechtserheblich, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 31. Mai 2017. Gegen Einspracheentschei-

de aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung kann gemäss Art. 1 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-

rung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 56 und 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG; SR 830.1) Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge-

richt eingereicht werden. Laut Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 

der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) ist für die Beurteilung von Be-

schwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen 

Amtsstelle das Versicherungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. 

Der angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Amt für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) als kantonale Amtsstelle im Sin-

ne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche Zuständigkeit des ange-

rufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwal-

tungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Als Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten.

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b) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht über-

schreitet und aufgrund von Art. 43 Abs. 2 VRG keine Fünferbesetzung 

vorgeschrieben ist. Der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers be-

trägt Fr. 5'554.-- und wird ihm im Umfang von 80 % entschädigt (be-

schwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). Dies entspricht gemäss Art. 23 

Abs. 1 AVIG und Art. 40a AVIV einem Taggeld von Fr. 204.75 (Fr. 5'554.-

- : 21.7 Tage x 0.8). Mit Verfügung vom 24. Februar 2017, bestätigt durch 

den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 31. Mai 2017, 

wurde der Beschwerdeführer für drei Tage in der Anspruchsberechtigung 

eingestellt, was einem Streitwert von Fr. 614.25 (Fr. 204.75 x 3 Tage) 

entspricht. Da der Streitwert somit unter Fr. 5'000.-- liegt und kein Fall von 

Art. 43 Abs. 2 VRG vorliegt, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin gege-

ben.

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der Ein-

spracheentscheid des Beschwerdegegners vom 31. Mai 2017. In materi-

eller Hinsicht ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Einstellung in 

der Anspruchsberechtigung von drei Tagen wegen ungenügender Ar-

beitsbemühungen in der Kontrollperiode Januar 2017 rechtmässig ist.

3. a) Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG hat ein Versicherter, der Versicherungsleistun-

gen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes 

alles Zumutbare zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden 

oder zu verkürzen. Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, 

nötigenfalls auch ausserhalb seines bisherigen Berufes (Satz 2). Der Ver-

sicherte muss sich laut Art. 26 Abs. 1 AVIV gezielt um Arbeit bemühen, in 

der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung. Diese Bemühungen 

müssen bei der zuständigen Amtsstelle nachgewiesen werden können 

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(Art. 17 Abs. 1 Satz 3 AVIG) und zwar für jede Kontrollperiode - d.h. für 

jeden Kalendermonat (Art. 27a AVIV) - spätestens am fünften Tag des 

folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag, 

wobei ohne entschuldbaren Grund verspätet nachgewiesene Arbeits-

bemühungen nicht mehr berücksichtigt werden (Art. 26 Abs. 2 AVIV). 

Wenn sich der Versicherte persönlich nicht genügend um zumutbare Ar-

beit bemüht, so ist er gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in der Anspruchs-

berechtigung einzustellen (vgl. zum Ganzen NUSSBAUMER, Arbeitslosen-

versicherung, in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungs-

recht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, S. 2517 f. Rz. 

843 ff.). Bei den Art. 17 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt es 

sich um eine gesetzliche Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht 

geltenden Schadensminderungspflicht. Daraus schliesst die Praxis, dass 

der Versicherte alle Anstrengungen zu unternehmen und jede zumutbare 

Gelegenheit zu ergreifen hat, um seine Arbeitslosigkeit zu beenden (CHO-

PARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss., Zürich 1998, 

S. 134). Der Versicherte hat von sich aus, d.h. ohne besondere Aufforde-

rung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes, sein Mög-

lichstes zur Schadensminderung vorzukehren (Urteil des Eidgenössi-

schen Versicherungsgerichts C 199/05 vom 29. September 2005 E.2.1; 

KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bun-

desgerichts zum AVIG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 17 S. 102).

b) Was die Anzahl der monatlich zu verlangenden Arbeitsbemühungen be-

trifft, nennt das Gesetz weder eine fixe Zahl noch einen hinreichend be-

stimmten Rahmen. Auch bezüglich der qualitativen Anforderungen geben 

die gesetzlichen Bestimmungen nur rudimentäre Anhaltspunkte. Lehre 

und Rechtsprechung haben indes sowohl quantitative wie auch qualitative 

Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob jemand genügend 

persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, erleichtern. So 

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schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der Regel durchschnitt-

lich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als genügend erachtet werden 

(vgl. dazu BGE 139 V 524 E.2.1.4; ferner KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 103, 

173 f.). Das Bundesgericht betonte aber auch, dass eine allgemein gültige 

Aussage über die erforderliche Mindestzahl an Bewerbungen nicht mög-

lich sei (Urteil des Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 

E.5.1). Insofern handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, 

die für den Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die je-

weiligen konkreten - objektiven wie subjektiven - Umstände und Möglich-

keiten, worunter etwa das Alter, der Gesundheitszustand, die Schulbil-

dung, allfällige Sprachschwierigkeiten, die Berufserfahrung der Versicher-

ten und auch die Arbeitsmarktlage fallen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.2 und C 258/06 vom 6. Fe-

bruar 2007 E.2.2).

c) Bei der Beurteilung der Frage, ob die Arbeitsbemühungen in quantitativer 

und qualitativer Hinsicht genügend sind, steht der verfügenden Behörde 

ein gewisser Ermessensspielraum zu, wobei die persönlichen Arbeits-

bemühungen eines Versicherten in der Regel streng beurteilt werden (vgl. 

unter anderem BGE 120 V 74 E.4a; CHOPARD, a.a.O., S.138 ff., GER-

HARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, Art. 1-

58, Bern 1988, Art. 17 Rz. 14 f.). Anfragen bei Arbeitgebern, die keine 

Stelle ausgeschrieben haben, können zwar nicht zum vornherein als sinn-

los betrachtet werden, vermögen jedoch für sich alleine dem Erfordernis 

einer gezielten und intensiven Arbeitssuche nicht gerecht zu werden 

(CHOPARD, a.a.O., S. 138). Daraus resultiert die Pflicht der arbeitslosen 

Person, sich in erster Linie um ausgeschriebene und damit offene Ar-

beitsgelegenheiten zu bemühen, bei denen die Aussichten auf einen Ar-

beitsvertragsabschluss erheblich grösser sind (vgl. Urteil des Bundesge-

richts C 257/05 vom 1. März 2006 E.3.2). Telefonische oder durch per-

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sönliche Vorsprache erfolgende Blindbewerbungen dienen zwar der Ab-

klärung, ob eine Stelle frei ist, entbinden aber keinesfalls von der Pflicht 

zur ordentlichen Bewerbung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 

26 Abs. 1 AVIV. Unter diesen Gesichtspunkten ist zum Beispiel eine Kon-

taktnahme mit einem Stellenvermittlungsbüro zwar durchaus sinnvoll und 

empfehlenswert, vermag jedoch ohne zusätzliche persönliche Anstren-

gungen der Schadensminderungspflicht nach Art. 17 Abs. 1 AVIG nicht zu 

genügen. Vielmehr hat sich die arbeitslose Person auch persönlich um of-

fene und ausgeschriebene Stellen zu bemühen, was auch die Pflicht be-

inhaltet, sich sofort auf jedes in Frage kommende Inserat zu melden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts C 296/02 vom 20. Mai 2003 E.3.2).

4. Vorliegend ist aktenkundig und unbestritten, dass der Beschwerdeführer 

in der Kontrollperiode Januar 2017 acht verwertbare Arbeitsbemühungen 

getätigt hat. Strittig ist in casu, ob die in Frage stehenden drei Arbeits-

bemühungen, welche Wiederholungen aus den Vormonaten darstellen, 

gewertet werden können. Bei der ersten Firma bewarb sich der Be-

schwerdeführer am 15. November 2016 und erneut am 18. Januar 2017 

als Sanitärmonteur. Am 13. Dezember 2016 bewarb er sich bei der zwei-

ten Firma als Küchenhilfe, dann wiederum am 16. Januar 2017. Ebenfalls 

als Sanitärmonteur bewarb er sich bei der dritten Firma am 19. Dezember 

2016 und erneut wieder am 19. Januar 2017 (Bg-act. 6-8). Das Verwal-

tungsgericht hat bereits mehrfach festgehalten, dass wiederholte 

Bemühungen die qualitativen Anforderungen nur dann erfüllen, wenn sie 

in Würdigung der konkreten Umstände reelle Chancen auf Erhalt eines 

Arbeitsplatzes eröffnen (vgl. die Urteile des Verwaltungsgerichts des Kan-

tons Graubünden S 11 167 vom 9. März 2012 E.2d sowie S 01 228 vom 

23. November 2001 E.3b mit weiteren Hinweisen). Dies ist der Fall, wenn 

beispielsweise ein Arbeitgeber einer versicherten Person eine Stelle zu 

einem späteren Zeitpunkt in Aussicht stellt, sie zu einer nochmaligen Be-

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werbung aufgefordert wurde oder wenn zwischen den Bewerbungen eine 

gewisse vernünftige Zeitspanne liegt, die eine reelle Chance auf einen 

Arbeitsplatz erhöht. Denn nur in diesen Fällen würde auch eine erneute 

Bewerbung dem Aspekt des qualitativen Erfordernisses gerecht werden. 

Vorliegend forderte der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 4. Mai 2017 auf, sich von den in Frage stehenden drei 

Firmen bestätigen zu lassen, dass ihm tatsächlich gesagt wurde, sich 

nochmals im Januar 2017 zu bewerben (Bg-act. 12). Mit Schreiben vom 

15. Mai 2017 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er keine schriftliche 

Bestätigung erlangen könne, weil bei den Firmen entweder andere Per-

sonen arbeiteten als dannzumal oder bei der telefonischen Bewerbung 

sich niemand mehr an ihn erinnern könne (Bg-act. 13). Der Beschwerde-

führer konnte somit nicht nachweisen, dass er zu einer erneuten Bewer-

bung aufgefordert worden wäre. Es muss daher davon ausgegangen 

werden, dass er sich bei den drei genannten Firmen im Januar 2017 ohne 

besondere Veranlassung erneut gemeldet hat. Sodann ist bei solch kurz-

en Zeitintervallen zwischen zwei Bewerbungen bei der gleichen Firma er-

fahrungsgemäss keine Veränderung im Personalbestand zu erwarten, 

insbesondere nicht, wenn es sich um Klein- und Mittelbetriebe handelt. 

Wiederholte Anfragen sind daher in diesen Fällen in der Regel nutzlos 

und erbringen bloss formelle Nachweise der Arbeitssuche. Unter Berück-

sichtigung der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung kann festgehal-

ten werden, dass die drei in Frage stehenden Bewerbungen in der Kon-

trollperiode Januar 2017 aus den vorgenannten Gründen grundsätzlich 

nicht gewertet werden können. Die Frage kann aber letztlich offen gelas-

sen werden. Denn wie nachfolgend in Erwägung 5 aufgezeigt wird, erwei-

sen sich die übrigen acht nachgewiesenen Arbeitsbemühungen in quanti-

tativer Hinsicht als genügend.

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5. a) Der Beschwerdeführer rügt, dass er in der Kontrollperiode Januar 2017 

unabhängig davon, ob die drei entsprechenden Arbeitsbemühungen ge-

wertet würden oder nicht, er genügend Arbeitsbemühungen vorgewiesen 

habe, da er im Januar nachweislich acht Tage krank gewesen sei und 

während dieser Zeit keine Arbeitsbemühungen habe tätigen können. Die 

Krankheitstage seien von der geforderten Anzahl Arbeitsbemühungen im 

Verhältnis abzuziehen.

Der Beschwerdegegner bringt dagegen vor, dass der Beschwerdeführer 

in der Kontrollperiode Januar 2017 trotz Krankheit effektiv in der Lage 

gewesen sei, elf Arbeitsbemühungen vorzunehmen. Sodann sei das zwei-

te Arztzeugnis verspätet eingereicht worden.

b) Wie bereits vorne in Erwägung 3 ausgeführt wurde, kommt es bei der Be-

urteilung der Arbeitsbemühungen auf quantitative wie auch auf qualitative 

Aspekte an. Bei der Quantität der Arbeitsbemühungen kann man sich 

nicht auf eindeutige Zahlenwerte festlegen. Die Verwaltungspraxis ver-

langt zwar in der Regel zehn bis zwölf Bewerbungen, wobei es sich bei 

diesen Angaben nicht um eine starre Grenze handelt, sondern die subjek-

tiven und objektiven Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind. 

Somit sind persönliche Umstände und Möglichkeiten der versicherten 

Person zu beachten. In casu war der Beschwerdeführer während der 

Kontrollperiode Januar 2017 nachweislich vom 1. Januar bis 8. Januar 

2017 krankgeschrieben (Bg-act. 14 und 15). Der Krankheitsfall einer ver-

sicherten Person stellt einen solch persönlichen Umstand dar, welcher bei 

der Bewertung der Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht zu beach-

ten ist. Für das Bundesgericht stellt der Krankheitsfall ein zu berücksichti-

gendes persönliches Merkmal dar, welches bei der Beurteilung der An-

zahl Arbeitsbemühungen einzufliessen hat (Urteil des Bundesgerichts 

8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009, E.5.2). Das Argument des Be-

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schwerdegegners, dass der Beschwerdeführer offensichtlich trotz Krank-

heit in der Lage gewesen sei, elf effektiven Arbeitsbemühungen (wovon 

drei Wiederholungen darstellen) vorzunehmen, darf dem Beschwerdefüh-

rer somit nicht zum Nachteil gereichen. Der Beschwerdegegner bringt so-

dann vor, dass das zweite Arztzeugnis verspätet eingereicht worden sei, 

legt aber nicht dar, welche allfälligen Konsequenzen daraus zu ziehen 

wären. Das erste Arztzeugnis vom 20. Dezember 2016 attestierte dem 

Beschwerdeführer eine 100 % Arbeitsunfähigkeit vom 20. Dezember 

2016 bis zum 3. Januar 2017 (Bg-act. 14). Das zweite Arztzeugnis, datiert 

vom 5. Januar 2017, verlängerte die 100 % Arbeitsunfähigkeit bis zum 8. 

Januar 2017 (Bg-act. 15). Für das Gericht ist nicht ersichtlich weshalb das 

Arztzeugnis vom 5. Januar 2017 verspätet sein soll und was der Be-

schwerdegegner daraus ableiten will. Der Beschwerdeführer teilte dem 

Beschwerdegegner bereits mit seiner Stellungnahme vom 16. Februar 

2017 mit, dass er bis am 8. Januar 2017 krank gewesen sei und das Arzt-

zeugnis der Unia weitergeleitet habe. Mit seiner Einsprache vom 8. März 

2017 gegen die Verfügung vom 24. Februar 2017 reichte der Beschwer-

deführer dem Beschwerdegegner das Arztzeugnis vom 5. Januar 2017 

ein (Bg-act. 9 und 11). Der Beschwerdegegner beanstandete weder in 

seiner Verfügung vom 24. Februar 2017, dass ein allfälliges Arztzeugnis 

zu spät eingereicht worden sei, noch wurde der Beschwerdeführer aufge-

fordert, ein Arztzeugnis nachzureichen.

c) Zusammengefasst kann somit gesagt werden, dass die Krankheit des 

Beschwerdeführers vom 1. bis zum 8. Januar 2017 in der Kontrollperiode 

Januar 2017 aus den vorgenannten Gründen zu berücksichtigen ist und 

die Anzahl der geforderten Arbeitsbemühungen entsprechend anzupas-

sen ist. So standen dem Beschwerdeführer in der Kontrollperiode Januar 

2017 drei Wochen zur Verfügung, um sich für geeignete Stellen zu 

bemühen. Bei den praxisgemäss geforderten zehn bis zwölf Arbeits-

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bemühungen pro Monat sind das durchschnittlich zweieinhalb bis drei Ar-

beitsbemühungen pro Woche. Auf drei Wochen hochgerechnet ergibt das 

siebeneinhalb bis neun Arbeitsbemühungen. Damit sind im vorliegenden 

Fall die acht nachgewiesenen Arbeitsbemühungen des Beschwerdefüh-

rers in quantitativer Hinsicht nicht zu beanstanden. Diese werden vom 

Beschwerdegegner sodann zu Recht in qualitativer Hinsicht nicht bemän-

gelt. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung von drei Tagen wegen 

ungenügender Arbeitsbemühungen in der Kontrollperiode Januar 2017 

erweist sich damit als nicht rechtens. 

6. a) Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde somit gutzuheissen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 31. Mai 2017 aufzuheben.

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung - für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben.

c) Der obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 61 lit. g ATSG An-

spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsge-

richt festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu-

tung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemes-

sen (Art. 61 lit. g ATSG). Der durch die Gewerkschaft SYNA vertretene 

obsiegende Beschwerdeführer steht eine ermessensweise auf Fr. 300.-- 

festgesetzte Parteientschädigung zu.

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

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1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid vom 31. 

Mai 2017 wird aufgehoben.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden wird verpflichtet, 

A._____ eine Parteientschädigung von Fr. 300.-- zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]