# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e6989a4-461d-5e19-b954-a16331b44dfa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-04-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 04.04.2006 ZF 2005 80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-80_2006-04-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 04. April 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 80

(Die gegen diese Entscheidung erhobene Berufung hat das Bundesgericht 
mit Urteil vom 21. Dezember 2006 (5C.2333/2006) abgewiesen und die staats-
rechtliche Beschwerde hat das Bundesgericht mit Urteil vom 21. Dezember 
2006 (5P.392/2006) abgewiesen.)

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer und Vital
Aktuarin Mosca

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des W., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Do-
minik Infanger, Postfach 421, Hinterm Bach 40, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 23. September 2005, mitgeteilt am 21. 
November 2005, in Sachen der X., Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Schreiber, Postfach 180, Hartbertstrasse 11, 7002 
Chur, gegen den Beklagten und Berufungskläger, 

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung,

hat sich ergeben:

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A. Der am 25. November 1952 in A. als Bürger von B. geborene W. und 
die am 11. September 1961 in C. geborene X. heirateten am 4. September 1981 
vor Zivilstandsamt D.. Sie sind Eltern der Tochter E., geboren am 7. März 1983, 
sowie des Sohnes F., geboren am 7. Dezember 1985. Seit dem 1. Mai 2000 leben 
die Ehegatten getrennt. W. verblieb in der ehelichen Wohnung in D., während X. 
eine Wohnung in A. mietete.

B. 1. Auf entsprechendes Gesuch hin erklärte der Bezirksgerichts-
präsident Imboden als Eheschutzrichter die Parteien mit Verfügung vom 4. April 
2000 als berechtigt, den gemeinsamen Haushalt auf unbestimmte Zeit aufzuheben. 
Die beiden Kinder wurden unter die alleinige Obhut der Mutter gestellt und dem 
Vater ein Besuchsrecht eingeräumt. W. wurde sodann verpflichtet, ab Mai 2000 an 
den Unterhalt seiner Familie monatliche Beiträge von Fr. 3'862.-- zuzüglich Kinder-
zulagen zu bezahlen.

2. Im Rahmen des gegen diesen Entscheid beim Kantonsgerichtspräsi-
dium Graubünden anhängig gemachten Rekursverfahrens schlossen die Parteien 
am 15./19. Mai 2000 einen Vergleich ab, in welchem sie sich über die umstrittenen 
Punkte einigten. Tochter E. wurde unter die alleinige Obhut der Mutter und Sohn F. 
unter die alleinige Obhut des Vaters gestellt. W. verpflichtete sich, an den Unterhalt 
von X. und der Tochter E. für den Monat Mai 2000 Fr. 3'280.-- zuzüglich Kinderzu-
lage und ab Monat Juni 2000 monatliche Beiträge von Fr. 2'480.-- zuzüglich Kinder-
zulage zu bezahlen.

3. Mit Eingabe vom 13. Juni 2002 stellte W. beim Bezirksgerichtspräsi-
dium Imboden ein Gesuch um Abänderung der Eheschutzmassnahmen. Er bean-
tragte, er sei unter Anrechnung des von X. geschuldeten Unterhaltsbeitrages für 
den Sohn F. zu verpflichten, ihr monatlich Fr. 226.-- zu bezahlen. X. liess mit Ver-
nehmlassung vom 5. Juli 2002 beantragen, der monatliche Unterhaltsbeitrag des 
Ehemannes sei auf Fr. 1'500.-- festzulegen. Mit Verfügung des Bezirksgerichtsprä-
sidiums Imboden vom 17. Juli 2000 wurde W. verpflichtet, der Ehefrau ab Juni 2002 
monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 400.-- zu bezahlen.

4. Gegen diese Verfügung liess X. am 26. Juli 2002 Rekurs beim Kan-
tonsgerichtspräsidium Graubünden erheben. Sie beantragte, der angefochtene Ent-
scheid sei aufzuheben und der monatliche Unterhaltsbeitrag von W. an die Rekur-
rentin sei mit Wirkung ab 1. Juni 2002 auf Fr. 1'500.-- festzulegen. In seiner Ver-
nehmlassung vom 26. August 2002 stellte der Ehemann das Begehren um Abwei-

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sung und eventualiter Rückweisung an die Vorinstanz. Anlässlich der Einigungsver-
handlung vom 5. September 2002 schlossen die Parteien einen Vergleich. Unter 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Imboden 
vom 17./19. Juli 2002 und Abänderung der Parteivereinbarung vom 15./19. Mai 
2000 verpflichtete sich W., X. ab Juni 2002 für die effektive Dauer der Trennung 
einen monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 900.-- zu leisten. Die 
Ehefrau verpflichtete sich, dem Ehemann die Hälfte eines allfälligen 13. Monatsloh-
nes auszubezahlen. Mit Verfügung vom 5. September 2002 schrieb das Kantons-
gerichtspräsidium das Rekursverfahren als durch Vergleich erledigt ab.

C. Am 24. Juli 2000 ersuchte X. den Kreispräsidenten des Kreises A. 
erstmals um Ansetzung einer Sühneverhandlung betreffend Ehescheidung und Ne-
benfolgen. Anlässlich der Verhandlung vom 5. September 2000 beschlossen die 
Parteien die Offenhaltung des Protokolls, woraufhin das Verfahren mehrmals sistiert 
wurde. Am 4. März 2002 wurde der Leitschein den Parteien zugestellt, jedoch in der 
Folge nicht prosequiert. Auf Gesuch des Ehemannes vom 17. Juni 2002 hin, erliess 
der Kreispräsident des Kreises A. -  nach Stellungnahme der Ehefrau vom 28. Juni 
2002 - am 2. Juli 2002 ein Kostendekret.

D. Mit Schreiben vom 26. April 2004 machte X. erneut ein Vermittlungs-
begehren betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen beim Kreispräsidenten des 
Kreises A. angängig. Am 16. Juni 2004 beziehungsweise 25. Juni 2004 teilten beide 
Ehegatten ihre Absicht mit, eine Ehescheidungskonvention abzuschliessen, wes-
halb die Angelegenheit dem Bezirksgerichtspräsidium Plessur zu überweisen sei. 
Diese Überweisung veranlasste der Kreispräsident A. mit Verfügung vom 29. Juni 
2004.

Am 17. August 2004 wurden die Eheleute je einzeln sowie gemeinsam durch 
das Bezirksgerichtspräsidium A. angehört. Beide erklärten, die Scheidung der Ehe 
zu wünschen. In Bezug auf die Nebenfolgen wurde keine Einigung erzielt, woraufhin 
das Bezirksgerichtspräsidium Plessur das einvernehmliche Scheidungsverfahren 
mit prozessleitender Verfügung vom 19. August 2004 abschrieb und es in ein sol-
ches bei Teileinigung wandelte. X. wurde Frist angesetzt, um ihre Anträge zu den 
Nebenfolgen einzureichen.

E. Am 13. September 2004 stellte X. folgende Anträge:

„1. Der Beklagte sei zu folgenden monatlichen, zum voraus auf den ersten 
eines jeden Monats zahlbaren Unterhaltsleistungen an die Klägerin zu 
verpflichten:

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- Fr. 1'500.--; eventuell Fr. 1'060.-- bis zum Zeitpunkt, da die Klägerin in 
den Genuss einer AHV-Rente gelangt unter Aufnahme einer jährlichen 
Indexierung.

2. Unter dem Titel Güterrecht sei der Beklagte zu folgenden Leistungen an 
die Klägerin zu verpflichten:
- Herausgabe der unter Ziffer III.9 aufgeführten Gegenstände;
- Bezahlung von Fr. 130'000.-- resp. eines noch nach Vorliegen des Be-
weisergebnisses zu bestimmenden Betrags als Abgeltung für den hälfti-
gen Errungenschaftsanteil.

3. Die Pensionskassenguthaben seien je per Vermögensstand Schei-
dungszeitpunkt unter den Parteien hälftig aufzuteilen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten.“

In seiner Vernehmlassung vom 1. November 2004 liess W. folgendes bean-
tragen:

„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Der Antrag der Klägerin auf Zusprechung einer Unterhaltsrente sei ab-
zuweisen, und es sei auf die Zusprechung einer nachträglichen Unter-
haltsrente zu verzichten.
Eventualiter sei der Klägerin eine Unterhaltsrente von Fr. 110.-- pro Mo-
nat zuzusprechen bis die arbeitsbedingten Fahrspesen (Strecke A./S.) 
und die Kosten der Klägerin für die auswärtige Verpflegung dahinfallen, 
längstens jedoch für ein Jahr.

3. Es sei der Wert des im Eigentum des Beklagten stehenden Miteigen-
tumsanteils an der Liegenschaft an der Via Baselgia 16 in 7403 D. mit-
tels Expertise zu ermitteln.

4. Der Antrag der Klägerin auf Bezahlung von Fr. 130'000.-- aus Güterrecht 
sei abzuweisen und der Klägerin sei aus Güterrecht die Hälfte des fol-
genden Wertes zuzusprechen: Wert des Miteigentumsanteils an der Lie-
genschaft an der Y. in D. gemäss Ziffer 3 hiervor abzüglich Fr. 158'100.--
, abzüglich Fr. 2'203.95, abzüglich Zins zu 5 % auf Fr. 2'203.95 seit 14. 
Oktober 2002, abzüglich 700.60, abzüglich Zins zu 5 % auf Fr. 700.60 
seit 14. Oktober 2002, abzüglich Fr. 3'000.--, abzüglich Fr. 20'000.-- und 
zuzüglich Fr. 8'000.--.

5. Die von der Klägerin beantragte hälftige Aufteilung der Pensionskassen-
guthaben sei abzuweisen und für die Ehedauer zu ermittelnde Austritts-
leistung des Beklagten sei zu einem Viertel der anderen Partei zuzu-
sprechen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.“

In ihrer Stellungnahme vom 17. Dezember 2004 hielt X. an ihren Rechtsbe-
gehren fest und beantragte die Abweisung der Begehren des Ehemannes mit Aus-
nahme von Ziffer 1., wonach die Ehe der Parteien zu scheiden sei. W. hielt in seiner 
Vernehmlassung vom 10. März 2005 an seinen Anträgen fest. Nach der Stellung-

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nahme der Ehefrau vom 11. April 2005 und derjenigen des Ehemannes vom 3. Mai 
2005 wurde der Rechtsschriftenwechsel abgeschlossen.

F. Am 26. Januar 2005 liess W. beim Bezirksgerichtspräsidium Plessur 
beantragen, die Scheidung umgehend auszusprechen und die Scheidungsneben-
folgen ad seperatum zu verweisen. Das Bezirksgerichtspräsidium Plessur wies das 
Gesuch – nach Stellungnahme der Ehefrau – am 22. März 2005 ab.

G. Mit Beweisverfügung vom 5. Januar 2005 erklärte das Bezirksge-
richtspräsidium Plessur die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden sowie 
die Zeugen Dr. med. G., Dr. med. H., Dr. med. I., Dr. med. J., F. und K. für rechts-
erheblich. Von den ersten vier Zeugen werde eine schriftliche Auskunft gemäss Art. 
187 ZPO eingeholt. Gleichzeitig wurden die Parteien aufgefordert, verschiedene Ur-
kunden zu edieren. Über die Anordnung einer Expertise werde nach erfolgten Zeu-
geneinvernahmen und über die Durchführung eines Augescheins an der Hauptver-
handlung entschieden.

Gegen diese Beweisverfügung liessen X. am 11. Januar 2005 und W. am 26. 
Januar 2005 Beschwerde erheben. Das Bezirksgerichtspräsidium Plessur ergänzte 
am 4. Februar 2005 die Beweisverfügung vom 5. Januar 2005 dahingehend, dass 
es die Zeugin E. für rechtserheblich erklärte, die Parteien zur Einreichung von Zeu-
genfragen aufforderte, die am 26. Januar 2005 ins Recht gelegten Zeugenfragethe-
men den Zeugen Dr. med. G., Dr. med. G., Dr. med. I. unterbreitete, weitere Editio-
nen anordnete sowie die Stellungnahme vom 17. Dezember 2004 ins Recht nahm 
und dem Ehemann zur Vernehmlassung unterbreitete. Mit Verfügung des Bezirks-
gerichtspräsidiums Plessur vom 22. März 2005 wurden die Beschwerden als ge-
genstandslos abgeschrieben.

H. Gemäss Vorladung vom 19. Juli 2005 werde anlässlich der Hauptver-
handlung über die Einholung einer Expertise über den Gesundheitszustand von X. 
entschieden. X. reichte innert der Frist von Art. 98 Ziff. 1 ZPO neue Urkunden ein. 
Mit Schreiben vom 26. August 2005 liess W. die Ergänzung der Beweisverfügung 
beantragen: Einvernahme von Z. als Zeugin sowie die Durchführung einer Expertise 
betreffend den Gesundheitszustand der Ehefrau. Mit Verfügung vom 14. September 
2005 wies das Bezirksgerichtspräsidium Plessur diese Beweisanträge ab.

I. Am 23. September 2005 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirks-
gericht Plessur statt. Anlässlich der Hauptverhandlung reduzierte der Rechtsvertre-
ter von X. den in den Rechtsschriften geltend gemachten Unterhaltsbeitrag von Fr. 

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1'500.-- beziehungsweise Fr. 1'060.-- auf Fr. 1'400.-- und die güterrechtliche Aus-
gleichsforderung von Fr. 130'000.-- auf Fr. 83'500.--. Der Rechtsvertreter von W. 
hielt dem Grundsatz nach an den Anträgen fest. In Abänderung dazu sei betreffend 
Forderung aus Güterrecht (Ziffer 4) Vormerk zu nehmen, dass der Betrag um Fr. 
500.-- reduziert werde. Des Weiteren sei Ziffer 4 der Rechtsbegehren insofern zu 
verdeutlichen, als der Antrag der Ehefrau Ziffer 2 Lemma 1 (Herausgabe diverser 
Gegenstände) abzuweisen sei. Mit Urteil vom 23. September 2005, mitgeteilt am 
21. November 2005, erkannte das Bezirksgericht Plessur:

„1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.

2. W. wird verpflichtet, an den Unterhalt von X. ab Eintritt der Rechtskraft 
des Scheidungsurteils einen monatlich im voraus zahlbaren Unterhalts-
beitrag von Fr. 900.-- bis zum Zeitpunkt des ordentlichen Pensionie-
rungsalters von W. und daraufhin Fr. 450.-- bis zum Zeitpunkt des or-
dentlichen Pensionierungsalters von X. zu leisten.

3. Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 2 basiert auf dem Landesindex der 
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand September 
2005, d.h. 104.7 (Basis Mai 2000 = 100 Punkte). Er ist jährlich auf den 1. 
Januar nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres 
anzupassen, es sei denn, W. beweise, dass sein Einkommen nicht im 
gleichen Verhältnis angestiegen ist. Die Anpassung des Unterhatlsbei-
trages erfolgt grundsätzlich nach folgender Formel:
Neuer UB = ursprüngl. Beitrag x Index per November des Vorjahres
                                                    104.7
Bei einer geringeren Lohnerhöhung wird der Unterhaltsbeitrag in ent-
sprechend tieferem Masse angepasst, während bei unverändertem Lohn 
eine Anpassung des Unterhaltsbeitrages entfällt.

4. Die Vereinbarung der Parteien bezüglich der güterrechtlichen Auseinan-
dersetzung wird genehmigt.

W. wird mit Eintritt der Rechtskraft des Urteils verpflichtet, X. per Saldo 
aller Ansprüche Fr. 70'000.-- zu bezahlen.

X. erhält die Hälfte der Fotoalben und Kinderzeichnungen sowie sämtli-
che Kindersachen (vor allem Babykleider) zu Eigentum.

Die Auswahl der Fotoalben und Kinderzeichnungen sowie die Aushändi-
gung der Gegenstände erfolgt unter Mitwirkung des gemeinsamen Soh-
nes F..

5. Jede Partei hat Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsge-
setz für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehe-
gatten.

Nach Eintritt der Rechtskraft dieser Ziffer wird die Streitsache gestützt 
auf Art. 142 Abs. 2 und 3 ZGB von Amtes wegen an das Verwaltungsge-
richt des Kantons Graubünden überwiesen.

6. Die Kosten des Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 5'440.40 (Gerichtskos-
ten Fr. 4'500.--, Schreibgebühren Fr. 126.--, Barauslagen Fr. 914.40) ge-

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hen je zur Hälfte zu Lasten von W. und X..
Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.
Da X. mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege prozessiert, 
werden die Kosten vorläufig der Stadt A. in Rechnung gestellt.

7. Dem Parteivertreter der Ehefrau wird eine Frist von 10 Tagen ab Mittei-
lung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorarnote 
betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzureichen und 
seine diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nicht-Einhaltung die-
ser Frist wird der Bezirksgerichtsvizepräsident den Aufwand nach pflicht-
gemässem Ermessen festsetzen.

8. (Mitteilung)“

J. Dagegen liess W. am 12. Dezember 2005 Berufung an das Kantons-
gericht von Graubünden erklären. Er beantragt:

„A. Zur Sache

1. Die Ziffern 2,3, und 6 des Dispositivs des angefochtenen Urteils seien 
aufzuheben.

2. Der Antrag der Klägerin und Berufungsbeklagten auf Zusprechung einer 
Unterhaltsrente sei abzuweisen.

3. Die amtlichen und ausseramtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfah-
rens seien gemäss Ausgang des vorliegenden Berufungsverfahrens neu 
zu verlegen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 7.6 % Mehrwert-
steuer, für das Verfahren vor Kantonsgericht zu Lasten des Klägers und 
Berufungsbeklagten.

B. Zum Verfahren

1. Die Verfügung des Bezirksgerichtsvizepräsidenten Plessur vom 14. Sep-
tember 2005 und die anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht 
Plessur vom 23. September 2005 gefällten Beiurteile, womit die Anträge 
des Berufungsklägers auf Durchführung
- einer Expertise über den Gesundheitszustand der Berufungsbeklagten 
und

- eines Augenscheins in den Wohnungen der Parteien
abgelehnt wurden, seien aufzuheben und die folgenden, rechtzeitig vor-
instanzlich offerierten Beweismittel seien abzunehmen:
- Expertise über den Gesundheitszustand der Berufungsbeklagten und
- Augenschein in den Wohnungen der Parteien.

2. Es seien noch folgende Beweismittel (Urkunden) als relevant zu erklären:
-  Fotographien der ehelichen Wohnung (act. 65)
- Schreiben F./Dr. Dominik Infanger vom 4. Dezember 2005 (act. 66)
- Inserate aus der SO (Jahrgang 2005) betr. Medizinische Praxisassis-
tentinnen (act. 67)
- Inserate aus der SO (Jahrgang 2004) betr. Medizinische Praxisassis-
tentinnen (act. 68)
- Individuelle Studien- und Lebenshaltungskosten für Studierende 
(act.69) 

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- Fort- und Weiterbildungsprogramm des eidgenössischen Berufsver-
bandes Medizinischer Praxis-Assistentinnen 2005/2006 (act. 70)

3. Es sei folgende Expertise anzuordnen: Arbeitsmarkt für medizinische 
Praxisassistentinnen (MPA) in Graubünden, Churer und St. Galler Rhein-
tal in den Jahren 2000 bis heute und in Zukunft.“

K. An der mündlichen Berufungsverhandlung vom 4. April 2006 waren 
die beiden Rechtsvertreter Rechtsanwalt Dr. iur. Dominik Infanger und Rechtsan-
walt Dr. iur. Christian Schreiber sowie die Parteien anwesend. W. liess  seine schrift-
lichen Berufungsanträge bestätigen. X. liess die kostenfällige Abweisung der Beru-
fung beantragen. Ebenfalls abzuweisen seien die Beweisanträge betreffend Durch-
führung einer Expertise über den Gesundheitszustand von X. sowie Augenschein 
in den Wohnungen der Parteien. Rechtsanwalt Dr. iur. Dominik Infanger und 
Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Schreiber gaben von ihren Vorträgen im Sinne von 
Art. 51 Abs. 1 lit. b OG schriftliche Ausführungen zu den Akten.

Auf die Begründung der Anträge sowie auf das angefochtene Urteil wird, so-
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte in vermögensrechtlichen Streitigkei-
ten mit einem Streitwert von über Fr. 8'000.-- ist Berufung gegeben (Art. 218 Abs. 1 
in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 1 ZPO). Sie ist innert der peremptorischen Frist von 
20 Tagen seit der schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formu-
lierten Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile so-
wie neue Einreden, soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 
ZPO). Die Berufung beschränkt sich im vorliegenden Fall auf vermögensrechtliche 
Folgen der Scheidung. Im Hinblick auf Art. 51 Abs. 1 lit. a OG darf festgestellt wer-
den, dass die Berufung den Streitwert von mindestens Fr. 8'000.-- gemäss Art. 46 
OG erreicht, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts als Be-
rufungsinstanz gegeben ist (Art. 218 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 1 ZPO). 

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Die Berufung wurde form- und fristgerecht erklärt, und der Berufungskläger ist be-
schwert. Auf die Berufung ist daher einzutreten.

2. Bevor auf den vor Berufungsinstanz in materieller Hinsicht einzig noch 
strittigen Punkt der Unterhaltszahlungen einzugehen ist, sind noch einige formelle 
Anträge des Berufungsklägers zu behandeln. 

a) Gemäss der für das Ehescheidungsverfahren geltenden bundesrecht-
lichen Spezialbestimmung von Art. 138 Abs. 1 ZGB können neue Tatsachen und 
Beweismittel in der oberen kantonalen Instanz ohne Einschränkung vorgebracht 
werden. Dabei ist unerheblich, ob die neuen Tatsachen und Beweismittel bereits 
vor (unechte Noven) oder erst nach (echte Noven) dem erstinstanzlichen Urteil exis-
tiert haben. Mit der zitierten Bestimmung enthält das neue Scheidungsrecht eine 
Vorschrift, die eine allfällige kantonalrechtliche Eventualmaxime, im Sinne eines 
bundesrechtlichen Minimalstandards einschränkt (vgl. Leuenberger, in Praxiskom-
mentar, Scheidungsrecht, Basel 2000, N 1 zu Art. 138 ZGB). Das bedeutet also, 
dass die bundesrechtliche Vorschrift von Art. 138 Abs. 1 ZGB den Bestimmungen 
der kantonalen Zivilprozessordnung vorgeht (vgl. Sutter/Freiburghaus, Kommentar 
zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N 7 zu Art. 138 ZGB; Leuenberger, 
a.a.O., N 2 zu Art. 139 ZGB, je mit Hinweisen). Die Modalitäten des Rechtsmittel-
verfahrens richten sich indes grundsätzlich nach kantonalem Recht. Dies gilt auch 
für die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt innerhalb des Rechtsmittelverfahrens neue 
Tatsachen, neue Beweismittel und neue Rechtsbegehren geltend gemacht werden 
können (vgl. Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 21 zu Art. 138 ZGB; Leuenberger, 
a.a.O., N 6 zu Art. 138 ZGB). Im Kanton Graubünden ist diese Frage in Art. 5d Abs. 
2 EGzZGB geregelt. Danach sind die Anträge in der oberen kantonalen Instanz mit 
der Berufungserklärung beziehungsweise innert der Frist für die Anschlussberufung 
zu stellen und kurz zu begründen (vgl. PKG 2004 Nr. 1). 

b) Der Berufungskläger beantragt in seiner Berufungserklärung folgende 
Urkunden zu den Akten zu nehmen: Fotographien der ehelichen Wohnung (kB 65), 
Schreiben F./Dr. Dominik Infanger vom 4. Dezember 2005 (kB 66), Inserate Südost-
schweiz betreffend Medizinische Praxisassistentinnen (kB 67 und 68), Individuelle 
Studien- und Lebenshaltungskosten für Studierende (kB 69), Fort- und Weiterbil-
dungsprogramm des eidgenössischen Berufsverbandes Medizinischer-Praxis-As-
sistentinnen 2005/2006 (act. 70). Diesem Antrag wird entsprochen, da diese Be-
weismittel rechtzeitig, das heisst mit der Berufungserklärung angeboten worden 
sind.

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c) Der Berufungskläger beantragt die Durchführung einer Expertise über 
den Gesundheitszustand der Berufungsbeklagten. Zur Begründung führt er im We-
sentlichen aus, die Vorinstanz habe zu Unrecht den Gesundheitszustand der Ehe-
frau durch die im Recht liegenden ärztlichen Zeugnisse und die schriftlichen Aus-
künfte von Dr. med. I., G. und H. als genügend belegt, erachtet. Bei genauer Be-
trachtung der Aussagen der drei Ärzte erhelle, dass letztere von einer Erkrankung 
reden würden, aber keiner der drei Ärzte habe die Diagnose je gestellt. Die Tatsa-
che, dass die Vorinstanz der Ehefrau eine Rente bis zu ihrer Pensionierung zuge-
sprochen habe, zeige, dass unterschwellig von einer Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes der Ehefrau ausgegangen worden sei. 

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Es kann dem angefochte-
nen Urteil in keiner Weise entnommen werden,  der Ehefrau sei darum eine Rente 
bis zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung zugesprochen worden, weil mit der Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustandes gerechnet werde. Die Vorinstanz ist von 
einer Arbeitsfähigkeit der Ehefrau von 100 % ausgegangen. Da – wie noch zu zei-
gen sein wird – das Kantonsgericht in diesem Punkt der Vorinstanz folgt – erübrigt 
sich die Durchführung einer Expertise über den Gesundheitszustand der Berufungs-
beklagten.

d) Der Berufungskläger beantragt die Durchführung eines Augenscheins 
in den Wohnungen der Parteien, um zu ergründen, wie der Lebensstandard der 
Eheleute während ihrer Ehe war und wie die Berufungsbeklagte heute wohnt. 

Auch diesem Antrag wird nicht entsprochen. Der während der Ehe gelebte 
Standard einerseits und der heutige Lebensstandard andererseits ergeben sich 
nicht massgeblich aus den Wohnungs- beziehungsweise Hauseinrichtungen an 
sich, sondern aus den zur Verfügung gestandenen beziehungsweise stehenden fi-
nanziellen Mitteln. Diese Mittel müssen nicht zwingend in die Hauseinrichtung flies-
sen. Es ist durchaus denkbar, dass diese Mittel anderweitig (Kleider, Auto, Ferien, 
Freizeit etc.) verwendet werden. Es macht darum keinen Sinn, einen Augenschein 
in den Wohnungen der Parteien durchzuführen.

e) Im Weiteren beantragt der Berufungskläger die Anordnung einer Ex-
pertise über den Arbeitsmarkt für medizinische Praxisassistentinnen (MPA) in 
Graubünden, Churer und St. Galler Rheintal in den Jahren 2000 bis heute und in 
Zukunft. Die Vorinstanz habe mehrfach auf den Arbeitsmarkt verwiesen, der mitver-
antwortlich sei, weshalb die Berufungsbeklagte ihre Eigenversorgungskapazität 

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nicht erhöhten könne. Da im Recht keine Beweismittel liegen, welche irgendwelche 
Aussagen zum Arbeitsmarkt beinhalten würden, sei es sinnvoll, eine entsprechende 
Expertise durchzuführen.

Der Berufungskläger lässt ausser Acht, dass die Berufungsbeklagte bereits 
4 Jahre nach Lehrabschluss die Tätigkeit als medizinische Praxisassistentin aufge-
geben und bis zur Trennung - während 17 Jahren - nicht mehr ausgeübt hat. Selbst 
wenn entsprechende Arbeitsstellen angeboten werden, dürften die Aussichten ge-
ring sein, dass X. angestellt wird. Dies zeigt denn auch ihre frühere Bewerbung bei 
der Höhenklinik U. (vgl. kB 5). Mit anderen Worten gilt es zu beachten, dass mit 
dem Nachweis, dass ein entsprechender Arbeitsmarkt vorhanden ist, keineswegs 
erwiesen ist, dass die Berufungsbeklagte auch eine entsprechende Stelle erhalten 
würde. Dieser Beweisantrag ist darum abzuweisen.

f) Anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung vor Kantonsgericht 
vom 4. April 2006 reichte der Berufungskläger folgende Urkunden ein: Auszug GKB 
betreffend 1. Hypothek, Auszug GKB betreffend 2. Hypothek, Anzeige ÖKK für 
Steuerformular, Lohnausweis 2005 mit Lohnabrechnung Dezember 2005, Lohner-
hebung Bundesamt für Statistik für die Ostschweiz. Diese Urkunden sind  zu spät 
eingereicht worden und müssen deshalb unberücksichtigt bleiben. Wie bereits aus-
geführt, müssen Beweismittel in der oberen kantonalen Instanz mit der Berufungs-
erklärung beziehungsweise innert der Frist für die Anschlussberufung angeboten 
werden (vgl. PKG 2004 Nr. 1). Eine Ausnahme bildet die Lohnerhebung des Bun-
desamts für Statistik, weil Grundlage der Tatsachenfeststellung auch das Wissen 
des Gerichts über allgemein- oder gerichtsnotorische Tatsachen bildet; dazu kön-
nen allgemein zugängliche Tatsachen gezählt werden, selbst wenn das Gericht sie 
ermitteln muss (BGE 128 III 7 f. E. c.bb.).

3. An nachehelichen Unterhalt hat das Bezirksgericht Plessur der Kläge-
rin einen monatlichen Beitrag von Fr. 900.-- bis zum Zeitpunkt des ordentlichen Pen-
sionierungsalters des Beklagten und daraufhin einen monatlichen Beitrag von Fr. 
450.-- bis zum Zeitpunkt des ordentlichen Pensionierungsalters der Klägerin zuer-
kannt. W. will keinen Unterhaltsbeitrag an X. leisten.

a) Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Un-
terhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen, 
so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1 
ZGB). Bei der neurechtlichen Regelung des nachehelichen Unterhalts handelt es 

12

sich in Abkehr vom Verschuldensprinzip nicht um einen Schadenersatz. Es geht 
aber auch nicht um die Vermeidung von Bedürftigkeit im Sinne von Art. 152 aZGB, 
denn ein Unterhaltsbeitrag nach Art. 125 ZGB kann unabhängig von drohender Be-
dürftigkeit angeordnet werden (Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N. 2 zu Art. 125 ZGB). 
Ziel des nachehelichen Unterhalts ist vielmehr der Ausgleich ehebedingter wirt-
schaftlicher Nachteile, welche sich bei der Scheidung manifestieren. Beim Ent-
scheid über die Höhe und Dauer des Beitrages zählt Art. 125 Abs. 2 ZGB in Ziff. 1 
bis 8 verschiedene Kriterien für die Bemessung beziehungsweise für das Bestehen 
oder Nichtbestehen einer Rente auf, namentlich die Aufgabenteilung in der Ehe, die 
Dauer der Ehe, die Lebensstellung, das Alter und die Gesundheit der Ehegatten, 
das Einkommen und Vermögen, die Betreuung der Kinder, die berufliche Ausbil-
dung und die Erwerbsaussichten der Ehegatten, der mutmassliche Aufwand für die 
berufliche Eingliederung anspruchsberechtigter Personen sowie die Anwartschaf-
ten aus AHV und beruflicher oder privater Vorsorge. Aus dem Gesetzeswortlaut 
geht klar hervor, dass diese Aufzählung nicht abschliessender Natur ist, aber auch 
je nach Sachlage nicht alle der genannten Kriterien zu berücksichtigen sind (Sut-
ter/Freiburghaus, a.a.O., N 76 f. zu Art. 125 ZGB). Es bestimmen letztlich die Um-
stände des Einzelfalles, was unter dem gebührenden Unterhalt unter Einschluss 
einer angemessenen Altersvorsorge zu verstehen ist. Dieser beinhaltet auch nicht 
die Garantie des während der Ehe gelebten Lebensniveaus, da mit der Scheidung 
regelmässig erhebliche Mehrkosten verbunden sind, die eine Einschränkung in der 
Leistungsfähigkeit der Ehegatten nach sich ziehen. Aus dem mit dem nacheheli-
chen Unterhalt verfolgten Ziel des Ausgleichs ehebedingter wirtschaftlicher Nach-
teile ist andererseits zu schliessen, dass insbesondere bei einer langen Ehedauer 
der während der Ehe gepflegte Lebensstil wenn möglich beibehalten werden soll 
(Urteil des Bundesgerichts 5C.278/2000 vom 4. April 2001, S. 6). In diesem Sinn 
bildet die von den Ehegatten einvernehmlich gewählte, zuletzt gelebte Lebens-
führung die obere Grenze des gebührenden Unterhalts (Urteil der Zivilkammer des 
Kantonsgerichts ZF 00 55 vom 30. Oktober 2000 E. 5.b; Sutter/Freiburghaus, 
a.a.O., N 15 zu Art. 125 ZGB mit Hinweis auf die Botschaft zum neuen Scheidungs-
recht in BBl 1996 I 1ff., Ziff. 233.52, S. 116; Hausheer, Der Scheidungsunterhalt und 
die Familienwohnung, in: Hausheer, Vom alten zum neuen Scheidungsrecht, Bern 
1999, S. 119 ff., S. 148). Im Sinne einer Ausnahme von den allgemeinen Grundsät-
zen ist die Lebenshaltung des anspruchsberechtigten Ehegatten während der Tren-
nungszeit massgebend, wenn die Ehegatten vor der Scheidung bereits über eine 
längere Zeit hinweg getrennt gelebt haben. Diesfalls findet einen Anknüpfung an 
eine eheliche oder voreheliche Lebenshaltung nicht statt (Urteil des Bundesgerichts 
5C.25/2004 vom 17. Juni 2004, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 129 III 7 E. 3.1.1). Der 

13

bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zu entnehmen, dass eine vierjährige Tren-
nung zu wenig lang ist, um auf den Lebensstandard während der Trennungszeit 
abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 5C.90/2004 vom 15. Juli 2004 E. 4.2.1). 
Demgegenüber ist bei Trennungszeiten zwischen 9 und 12 Jahren die Lebenshal-
tung des anspruchsberechtigten Ehegatten während der Trennungszeit massge-
bend (BGE 129 III 7, E. 3.1.1; BGE 121 III 201 E. 3).

b) Eine Unterhaltsverpflichtung fällt nur insoweit in Betracht, als dadurch nicht 
in das Existenzminimum der pflichtigen Partei eingegriffen wird. Der Umfang dieser 
Garantie richtet sich nach dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum im Sinne 
von Art. 93 SchKG. Dabei wird trotz des darin enthaltenen Ermessens regelmässig 
auf die Empfehlungen der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der 
Schweiz zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 
93 SchKG abgestellt, welche von 20 Kantonen unverändert als Richtlinien übernom-
men wurden (vgl. dazu Vonder Mühll, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuld-
betreibung und Konkurs, SchKG II, Basel 1998, N 22 ff. zu Art. 93 SchKG). Diese 
Empfehlungen wurden der Teuerung angepasst und vom Kantonsgerichtsaus-
schuss als Aufsichtsbehörde mit Kreisschreiben vom 17. Januar 2001 per 1. März 
2001 übernommen. Nur dann, wenn genügend finanzielle Mittel zur Verfügung ste-
hen, ist dieser Notbedarf um die ordentliche Steuerlast und um gewisse Versiche-
rungsbeiträge zum so genannten familienrechtlichen Existenzminimum zu erweitern 
(BGE 126 III 356). Eine nochmalige Erhöhung um 20% ist nach der Rechtsprechung 
des Kantonsgerichtes hingegen nicht vorzunehmen (Urteil der Zivilkammer des 
Kantonsgerichts ZF 00 55 vom 30. Oktober 2000 E. 5.c; ZBJV 1999 S. 21). Diese 
Erhöhung hatte bis zum Inkrafttreten des revidierten Scheidungsrechtes ihren 
Grund in einer gesetzespolitisch gewollten Einschränkung der nachehelichen Soli-
darität (vgl. BGE 123 III 5). Eine Bevorzugung des wirtschaftlich leistungsfähigeren 
geschiedenen Ehegatten lässt sich nun aber nach dem vorhin erwähnten Willen des 
Gesetzgebers nicht mehr rechtfertigen (Hausheer, a.a.O., S. 128 f.; vgl. auch Bau-
mann, Praxiskommentar zum Scheidungsrecht, Basel/Genf/München 2000, N 33 
zu Art. 125 ZGB; a.M. Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 74 zu Art. 125 ZGB, die sich 
für einen Zuschlag von 20% auf den Grundbetrag aussprechen).

c) Diesen verschiedenen, die Rente bestimmenden Faktoren wird am ehe-
sten mit der Ermittlung des Unterhaltsbeitrages nach der so genannten konkreten 
Berechnungsmethode Rechnung getragen. Nach dieser Methode werden die Ein-
kommen der Ehegatten ihrem minimalen Grundbedarf nach Auflösung des gemein-
samen Haushaltes gegenübergestellt. Daraus ergibt sich ein Fehlbetrag oder ein 

14

Überschuss. Verbleibt danach ein Überschuss, so ist dieser grundsätzlich hälftig 
zwischen den Ehegatten zu teilen. Abweichungen von diesem Verteilungsschlüssel 
sind vor allem geboten, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind und deren Un-
terhalt nur einen minimalen, nicht aber den effektiven Bedarf deckt (Schwenzer, 
FamKomm Scheidung, Bern 2005, N 75-78 zu Art. 125 ZGB).

d) Ausgangspunkt ist somit einerseits die Leistungsfähigkeit der geschiede-
nen Ehegatten, andererseits ihr jeweiliger Bedarf. Der Ehemann arbeitet bereits seit 
vielen Jahren als Leiter des Sicherheitsdienstes in der L. in M.. Einer bei den Akten 
liegenden Lohnabrechnung vom September 2004 lässt sich entnehmen, dass der 
Beklagte ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 7'030.-- erzielt. Anlässlich der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte W. aus, ein monatliches Nettoeinkom-
men von Fr. 7'100.-- zu erhalten. Zuzüglich des monatlichen pro rata Anteils am 13. 
Monatslohn ergibt dies ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 7'690.--. Der Be-
klagte ist gesundheitlich angeschlagen. Dr. med. J. bestätigte am 17. Juni 2004, 
dass der Beklagte zu 50 % arbeitsfähig sei (bB 20). In seinem schriftlichen Bericht 
vom 23. Mai 2005 hielt Dr. med. J. fest, dass W. durch die schwere Spondylarthro-
pathie im Rahmen eines Morbus Bechterew stark eingeschränkt sei. Beim Patienten 
sei diese Krankheit weit fortgeschritten. Trotzdem nimmt der Ehemann nach wie vor 
ein Vollpensum war. Zu Recht ist deshalb die Vorinstanz von der tatsächlichen Si-
tuation ausgegangen. Strittig ist die Leistungsfähigkeit der Klägerin. X. schloss im 
September 1979 ihre Lehre als Arztgehilfin erfolgreich ab. Nach der Heirat im Jahre 
1981 arbeitete sie noch rund 1 ½ Jahre auf dem erlernten Beruf. Danach gab sie 
den Beruf auf, um sich der Familie widmen zu können. Nach der Trennung von 
ihrem Ehemann war die Klägerin vom 27. Mai 2000 bis zum 1. November 2000 
Teilzeit bei der N. in A. als Buffet-Mitarbeiterin in Anstellung. Vom 24. November 
2000 bis zum 30. April 2002 war sie als Aushilfsverkäuferin für die O. in A. tätig, 
vom 7. Mai 2001 bis 30. April 2002 arbeitete sie als Call Center Agentin bei der P. 
AG, vom 1. Mai 2002 bis zum 30. Juni 2004 für die Q. in A., vom 1. Juli 2004 bis 
Ende Januar 2005 für die R. in S. und schliesslich war sie vom 1. Februar 2005 bis 
zum 30. September 2005 für die Buchhandlung T. in A. tätig. Gekündigt wurde ihr 
jeweils aus betrieblichen Gründen wie Aufhebung der Stelle (kB 49), Verkleinerung 
der Ladenfläche (kB 3 und 52) oder wegen innerbetrieblichen Personalumstruktu-
rierungen (kB 57). Ging die Kündigung von ihr aus (kB 51), hatte sie zuvor eine neue 
Anstellung gefunden. Bei den Akten befinden sich sodann verschiedene Bewerbun-
gen der Klägerin (kB 5), unter anderem eine Bewerbung als Arztgehilfin für die Klinik 
U.. Die Vorinstanz hat der derzeit arbeitslosen Klägerin ein hypothetisches Einkom-
men von monatlich Fr. 2'800.-- angerechnet. Dies entspricht dem durchschnittlichen 

15

Verdienst der Klägerin in den letzten sechs Jahren. W. will demgegenüber X. ein 
hypothetisches Einkommen zwischen Fr. 3'400.-- und Fr. 3'700.-- anrechnen. Die 
Klägerin müsse spätestens seit der Trennung im Februar 2000 keinen Betreuungs-
pflichten mehr nachkommen, weshalb es ihr zuzumuten sei, einer 100 % Anstellung 
nachzugehen. Zu Recht sei die Vorinstanz davon ausgegangen, dass auch die Ge-
sundheit der Klägerin eine Vollzeitbeschäftigung zulasse. Für die Frage nach der 
Höhe des anrechenbaren hypothetischen Einkommens sei auf die aktuellste Lohn-
strukturerhebung 2004 des Bundesamts für Statistik abzustellen. Als gelernte Arzt-
gehilfin sei es naheliegend, ihr ein hypothetisches Einkommen im Gesundheits- und 
Sozialwesen aufzurechnen. Dies würde einem monatlichen Nettoeinkommen von 
Fr. 3'700.-- entsprechen. Es sei der Klägerin auch möglich, dieses Einkommen zu 
erzielen. Die Nachfrage als Arztgehilfin sei vorhanden. Trotzdem habe sich die Klä-
gerin in den sechs Jahren der Trennung nur einmal für eine Arbeit als Arztgehilfin 
beworben. X. müsse sich auch um besser bezahlte Stellen bemühen. Es sei un-
zulässig, dass die Vorinstanz vom durchschnittlichen in den letzten sechs Jahren 
erzielten Verdienst ausgegangen sei. Das Durchschnittseinkommen der vergange-
nen Jahre sei nur dann massgeblich, wenn der betreffende Ehegatte bei gleich blei-
bender Tätigkeit Lohnschwankungen unterliege. Zudem habe sich die Vorinstanz 
nicht mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich der Lohn der Klägerin in Zukunft 
entwickeln werde.

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Ob und in welchem Aus-
mass einem Ehegatten die Aufnahme beziehungsweise Ausdehnung einer Er-
werbstätigkeit nach der Scheidung tatsächlich möglich und zumutbar ist, hängt von 
verschiedenen Faktoren ab: Neben der Dauer der Ehe sind insbesondere die 
während der Ehe vereinbarte Aufgabenteilung und ein damit verbundener Berufs-
unterbruch sowie das Alter des den Unterhalt beanspruchenden Ehegatten zu 
berücksichtigen. Weiter können persönliche Gründe (Gesundheitszustand, Ausbil-
dung) oder objektive Umstände (Arbeitsmarktlage) einer Wiedereingliederung ins 
Berufsleben entgegenstehen (BGE 127 III 136 E. 2a). Im vorliegenden Fall hat die 
Ehe 19 Jahre gedauert, was einer langen Ehedauer entspricht. Die Parteien haben 
eine klassische Hausgattenehe geführt, wobei die Klägerin sich ausschliesslich um 
die Familie gekümmert hat. Seit November 1982 bis zur Trennung im Jahre 2000 
ist sie während rund 17 Jahren keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen. Im Zeitpunkt 
der Trennung war X. 39-jährig. Nun ist sie bald 45 Jahre alt. Eine nacheheliche 
Kinderbetreuungspflicht liegt nicht vor, da die Tochter volljährig ist. Aufgrund des-
sen, dass die Klägerin lediglich rund vier Jahre auf dem erlernten Beruf als medizi-
nische Praxisassistentin tätig war und anschliessend während 17 Jahren keiner ent-

16

lohnten Arbeit nachging, ist nicht zu erwarten, dass erstere eine Anstellung auf die-
sem Sektor finden wird. Der Berufsunterbruch war zu lang, die Berufserfahrung be-
scheiden, die Entwicklung auf diesem Tätigkeitsbereich bedeutend und dement-
sprechend der Kenntnisstand der Klägerin beschränkt, weshalb die Vorinstanz zu 
Recht angenommen hat, der Klägerin werde keine Stelle als Arztgehilfin anvertraut. 
Ihre Suchbemühungen und die tatsächlich während der Trennungszeit bekleideten 
Stellen zeigen denn auch, dass die Klägerin nicht in der Lage ist, ein Nettoeinkom-
men von monatlich zwischen Fr. 3'400.-- und Fr. 3'700.-- zu erzielen. Vielmehr ist – 
wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat (vgl. Art. 229 Abs. 3 ZPO) - von einem 
monatlichen Nettoverdient von rund Fr. 2'800.-- auszugehen. Seit bereits fast einem 
Jahr ist die Klägerin arbeitslos. Trotzdem rechtfertigt es sich, ihr ein hypothetisches 
Einkommen in dieser Höhe anzurechen. Es ist ihr mit anderen Worten möglich und 
auch zuzumuten, einen Nettoverdienst von monatlich Fr. 2'800.-- zu erlangen, wie 
dies die Vergangenheit auch gezeigt hat. In diesem Zusammenhang ist nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanz den in der Trennungszeit (Mai 2000 bis Septem-
ber 2005) wirklich erzielten durchschnittlichen Verdienst zugezogen hat, um das hy-
pothetische Einkommen zu ermitteln, zumal diese Zahlen aufzeigen, was für ein 
Einkommen die Klägerin unter den gegebenen Umständen zu erwirtschaften in der 
Lage ist. Es ist kaum anzunehmen, dass die Klägerin ihr angerechnetes monatli-
ches Nettoeinkommen in Zukunft wird steigern können. Der Betrag von Fr. 2'800.-- 
entspricht einem vollen Arbeitspensum, obwohl aufgrund der bei den Akten liegen-
den Arztzeugnisse davon auszugehen ist, dass die Klägerin mit gesundheitlichen 
Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Dr. med. H., Facharzt für orthopädische Chirurgie, 
führte in seiner schriftlichen Auskunft vom 31. Mai 2005 aus, die Klägerin sei vom 
5. November 2003 bis zum 2. Juni 2004 bei ihm in ärztlicher Behandlung gewesen. 
Es sei bei der Patientin eine Schleimbeutelentzündung am Hüftgelenk diagnostiziert 
worden. Den Akten könne entnommen werden, dass auch eine Fibromyalgie 
(Weichteilrheuma) und ein lumbospondylogenes Syndrom links bei Spondylar-
throse (Rückenleiden) vorliegen würden. Medizinisch theoretisch könne eine Ein-
schränkung der Erwerbsfähigkeit von rund 25 % vorliegen. Bei adaptierter Tätigkeit 
könne der Patientin ein volles Arbeitspensum zugemutet werden. Eine Verschlech-
terung des Zustandes müsse nicht zwangsmüssig eintreten. Gelegentliche 
Schmerzschübe seien jedoch nicht auszuschliessen (in diesem Sinne auch der Be-
richt vom 21. Juni 2004, kB 10). Dr. med. I., Facharzt für Innere Medizin, nahm in 
seinem schriftlichen Bericht vom 13. Mai 2005 wie folgt Stellung: X. sei seit 14. Ja-
nuar 2000 bei ihm in Behandlung. Ab März 2002 habe ihn die Patientin verschie-
dentlich wegen Gelenkschmerzen im Bereich des linken Hüftgelenkes mit Ausstrah-
lungen in den Unterschenkel sowie Rückenschmerzen aufgesucht. Am 3. Septem-

17

ber 2004 habe er der Patientin ein Zeugnis ausgestellt, in dem er bestätigt habe, 
dass X. wegen einer schmerzhaften chronischen Krankheit aus dem rheumatischen 
Formenkreis unter dauernder ärztlicher Behandlung stehe und nicht 100 % arbeits-
fähig sei. Die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit sei aber von ihm zu keinem Zeit-
punkt quantifiziert worden. Vorausblickend lasse sich nicht sagen, ob sich der Ge-
sundheitszustand der Patientin sich verschlechtern werde (vgl. auch Arztbericht 
vom 3. September 2004, kB 11). Dr. med. G., Fachärztin für Innere Medizin, führte 
in ihrem schriftlichen Bericht vom 26. April 2005 aus, die Diagnose der Weichteil-
rheuma und Rückenbeschwerden habe zunächst der Hausarzt Dr. I. gestellt. Letz-
terer habe die Patientin an sie zur weiteren Behandlung überwiesen. Eine dauernde 
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit könne heute nicht mit Sicherheit vorausgesagt 
werden. Es müsse nicht mit einer anhaltenden Verschlechterung der Symptomatik 
gerechnet werden. Es sei jedoch zu berücksichtigen, dass es sich um ein chroni-
sches Leiden handle. In ihrem Attest vom 22. August 2005 erklärte Dr. med. G., die 
Patientin sei von ihrem Hausarzt Dr. med. I. an sie zur weiteren rheumatologischen 
Abklärung und Therapie überwiesen worden. Sie habe bereits initial mittels Ana-
mnese und klinischer Untersuchung die Diagnose einer Fibromyalgie gestellt. In der 
Zwischenzeit seien noch schwerere chronische Entzündungen im Bereich der Hüft-
gelenke hinzugekommen. Zurzeit sei die Arbeitsfähigkeit konstant leicht einge-
schränkt und es bestehe keine Aussicht auf Besserung (kB 53). Obwohl aufgrund 
der ärztlichen Atteste und schriftlichen Auskünfte wohl davon auszugehen ist, dass 
die Arbeitsfähigkeit der Klägerin zumindest leicht eingeschränkt ist, hat sie bis zur 
Kündigung im September 2005 weitgehend ein volles Arbeitspensum erfüllt. In 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist demnach auch bei der Ehefrau von den 
tatsächlichen Verhältnissen auszugehen. Dies umso mehr, als die Klägerin keine 
Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben hat und aufgrund der ärztlichen 
Auskünfte nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden kann, wie sich der Gesund-
heitszustand entwickeln wird. Zu Recht macht der Beklagte schliesslich in Zusam-
menhang mit der Ermittlung des Einkommens der Klägerin geltend, letzteren sei ein 
Einkommen aus der Anlage der ihr aus Güterrecht (vgl. Dispositiv Ziff. 4 Abs. 2 des 
vorinstanzlichen Urteils) zugesprochenen Summe von Fr. 70'000.-- aufzurechnen 
(Schwenzer, a.a.O., N 22 zu Art. 125 ZGB; Gloor/Spycher, Basler Kommentar, Zi-
vilgesetzbuch I, 2. Aufl., Basel 2002, N 9 zu Art. 125 ZGB). Wenn man von einer 
Rendite von 3 % ausgeht, vermag die Klägerin einen jährlichen Vermögensertrag 
von Fr. 2'100.-- zu erzielen. Demgemäss stehen ihr - umgerechnet in eine Rente - 
monatlich Fr. 175.-- zur Verfügung. Gesamthaft beläuft sich ihr monatliches Netto-
einkommen somit auf Fr. 2'975.--.

18

e) Den genannten anrechenbaren Einkünften von Fr. 7'690.-- des Ehe-
mannes und Fr. 2'975.-- der Ehefrau sind ihr jeweiliger Bedarf gegenüberzustellen. 
Dieser wird bestimmt, indem zum Grundbetrag gemäss Richtlinien der Betreibungs- 
und Konkursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums die Wohnkosten, die Krankenkassenprämien, die Auslagen für 
andere notwendige Versicherungen und Steuern addiert werden. Die Vorinstanz hat 
dem Ehemann einen Grundbetrag von Fr. 1'250.-- angerechnet, da er den Sohn F. 
unterstützt. Sodann wurde ein Liegenschaftsaufwand von insgesamt Fr. 957.--  er-
mittelt: Hypothekarzins Fr. 426.00 (bB 61), pauschale Unterhaltskosten gemäss Er-
fahrungswerten der Steuerbehörde Fr. 270.00 (25 % vom um 5 % verminderten 
Eigenmietwert, bB 48), Prämie der Gebäudeversicherungsanstalt Fr. 11.-- (bB 56), 
Gebühren für Wasser und Abwasser Fr. 84.-- (bB 58), Kaminfeger Fr. 9.-- (bB 62), 
Strom allgemein Fr. 67.00 (bB 59), Heizöl Fr. 90.00 (1/2 des Durchschnitts der Jahre 
2003 und 2004, bB 57). Für die auswärtige Verpflegung wurde dem Beklagten Fr. 
170.-- aufgerechnet (bB 17) und für die Fahrten zum Arbeitsplatz monatlich Fr. 367.-
-, da er in der Funktion als Leiter des Betreuungs- und Sicherheitsdienstes sowie 
für die Leistung des Pikettdienstes auf sein privates Auto angewiesen ist (vgl. Zeu-
genaussage V., Direktor der L.). Die Vorinstanz hat Fr. 1.-- pro gefahrenem Kilome-
ter berücksichtigt (220 Arbeitstage; jeweils 20 Km pro Tag). Gemäss Art. 28 ABzPV 
beträgt die Kilometervergütung für Fahrten mit dem Auto jedoch lediglich 60 Rap-
pen, weshalb gesamthaft monatlich Fr. 220.-- zu addieren wären. Da sich die Klä-
gerin jedoch mit den Zahlen der Grundbedarfsrechnung der Vorinstanz ausdrücklich 
einverstanden erklärt hat (vgl. schriftliches Plädoyer S. 4), werden Fr. 367.-- ange-
rechnet. Hinzu gezählt wurden Krankenkassenprämien von monatlich Fr. 253.40 
(bB 22) sowie Arztkosten von Fr. 25.-- pro Monat, Kosten für die Bechterew-Grup-
pentherapie von monatlich Fr. 40.-- (bB 25) und Kosten von Fr. 60.-- monatlich für 
die Infusionsbehandlung (bB 25-35, Jahr 2004). Berücksichtigt wurde überdies ein 
Betrag in der Höhe von Fr. 1'000.-- pro Monat, da er den studierenden Sohn F. 
finanziell unterstütze. Die Steuerbelastung wurde auf rund Fr. 850.-- pro Monat ge-
schätzt. Zum Zwischenbetrag von Fr. 4’0975.40 wurde ein Zuschlag von 20 % ad-
diert (Fr. 995.10) sowie die Prämien für Hausrat- und Haftpflichtversicherung (Fr. 
40.--; bB 43). Insgesamt ergab dies ein Grundbedarf von Fr. 6'010.50. Der Beklagte 
macht in Zusammenhang mit der Grundbedarfsberechnung geltend, neu betrage 
die Hypothekarbelastung Fr. 585.-- pro Monat statt den berücksichtigten Fr. 426.--. 
Zudem würden sich die Gesundheitskosten auf Fr. 140.-- monatlich belaufen. Wie 
bereits ausgeführt (E. 2.f), müssen die für den Beweis der höheren Hypothekarbe-
lastung und der höheren Gesundheitskosten eingereichten Akten aus dem Recht 
gewiesen werden, weshalb diesbezüglich auf die Zahlen der Vorinstanz abzustellen 

19

ist. Zu beanstanden ist hingegen, dass die Vorinstanz einen Zuschlag von 20% auf 
den Grundbedarf addiert hat. Nach der Praxis des Kantonsgerichtes ist dieser Zu-
schlag nach revidiertem Eherecht nicht mehr zulässig (vgl. E. 3.b; Urteil der Zivil-
kammer des Kantonsgerichts ZF 05 71 vom 31. Januar 2006 E. 3.b). Schliesslich 
gilt es zu beachten, dass gemäss neuster Rechtsprechung des Bundesgerichts 
(5P.361/2005 vom 19. Januar 2006) Ansprüche mündiger Kinder gestützt auf Art. 
277 Abs. 2 ZGB hinter dem nachehelichen Unterhalt zurückstehen müssen und folg-
lich Unterhaltskosten für das mündige Kind nicht in das (erweiterte) Existenzmini-
mum des unterhaltspflichtigen Ehegatten eingeschlossen werden dürfen. Vorlie-
gend hat die Klägerin jedoch einen Unterhaltsbeitrag an F. in Höhe von Fr. 1'000.-- 
als Teil des Grundbedarfes des Beklagten anerkannt (vgl. Stellungnahme vom 17. 
Dezember 2004, S. 5). Es kann an dieser Stelle offen gelassen werden, ob die Fr. 
1'000.-- aufgrund des Einverständnisses der Klägerin in der Grundbedarfsrechnung 
beachtet werden dürfen. Wie noch zu zeigen sein wird, hat der Beklagte - selbst 
wenn man zu seinen Gunsten den Beitrag an F. in der Höhe von Fr. 1'000.-- einbe-
zieht – die von der Vorinstanz ermittelten Fr. 900.-- pro Monat zu bezahlen. Bei der 
Ehefrau hat die Vorinstanz folgende Beträge berücksichtigt: einen Grundbetrag von 
Fr. 1'100.--, einen Wohnungsmietzins von Fr. 1'100.-- (inklusive einer Pauschale für 
Nebenkosten; kB 12), Krankenkassenprämien von monatlich Fr. 260.20 (kB 36), 
Auslagen für den Arzt, bestehend aus dem Anteil an der Franchise (Fr. 25.--; kB 36) 
und dem geschätzten Selbstbehalt pro Monat (Fr. 15.--; vgl. kB 39 sowie an der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung eingereichte Abrechnungen) und den Steuern 
von Fr. 284.--. Zum Zwischenbetrag von Fr. 2'784.20 wurde der Zuschlag von 20 % 
(Fr. 556.80) addiert sowie die Beiträge für Hausrat- und Haftpflichtversicherung (Fr. 
40; kB 20,21). Wenn nun auch bei der Ehefrau vom Zuschlag von 20 % abgesehen 
wird, ergeben sich folgende Bedarfsrechnungen:

Grundbedarf Mann: 

Grundbetrag Ehemann. Fr. 1'250.00

Wohnkosten Fr. 957.00

Krankenkassenprämien Fr.    253.40

Auswärtige Verpflegung Fr. 170.00

Auto Fr.      367.00

Unterhaltsbeitrag F. Fr. 1'000.00
1’0001

1’000

Arztkosten Fr. 25.00

20

Bechterew-Therapie Fr. 40.00

Infusionsbehandlung Fr. 60.00   

Hausrats- und Haftpflichtversicherung Fr. 40.00

Steuern Fr. 850.00

Total Fr. 5'012.40 

Grundbedarf Frau:

Grundbedarf Ehefrau Fr. 1'100.00

Wohnungsmiete Fr. 1'100.00

Krankenkasse Fr. 260.20

Arzt (Franchise) Fr. 25.00

Arzt (Selbstbehalt) Fr. 15.00

Hausrats- und Haftpflichtversicherung Fr. 40.00

Steuern Fr. 284.00

Total Fr. 2'824.20

Der Eigenversorgungskapaziät der Parteien von Fr. 10'665.-- (Fr. 7'690 + Fr. 
2'975.--) steht ein Gesamtnotbedarf von Fr. 7'836.60 (Fr. 5’012.40 + Fr. 2'824.20) 
gegenüber. Es verbleibt somit ein Überschuss von Fr. 2'828.40. Die Vorinstanz hat 
aufgrund der Tatsache, dass der Beklagte den mündigen Sohn F. finanziell unter-
stützt, den Überschuss zu 2/3 ersterem überlassen. Abweichungen von der hälfti-
gen Verteilung des Überschusses sind vor allem geboten, wenn gemeinsame Kin-
der vorhanden sind und deren Unterhalt nur einen minimalen, nicht aber den effek-
tiven Bedarf deckt. Hier muss die Beteiligung der Kinder am Überschuss sicherge-
stellt werden. Abweichungen mögen auch bei besonders günstigen wirtschaftlichen 
Verhältnissen angezeigt sein, wenn die Ehegatten auch nach Aufhebung des ge-
meinsamen Haushalts weiterhin über eine Sparquote verfügen (Schwenzer, a.a.O., 
N 78 zur Art. 125 ZGB mit weiteren Hinweisen). Vorliegend unterstützt der Beklagte 
den studierenden mündigen Sohn. In diesem Zusammenhang gilt es jedoch zu be-
achten, dass grundsätzlich der nacheheliche Unterhaltsanspruch der Unterstützung 
von erwachsenen Kindern in Ausbildung vorgeht (Urteil des Bundesgerichtes 
5P.361/2005 vom 19. Januar 2006). Dementsprechend ist der Überschuss von Fr. 
2'828.40 vorliegend hälftig zu teilen. Wird der hälftige Überschussanteil (Fr. 
1'414.20) auf beide Ehegatten aufgeteilt, so ergibt sich folgendes Bild:

21

Mann Frau

Grundbedarf Fr. 5'012.40 Fr. 2'824.20
Überschuss Fr. 1'414.20 Fr. 1'414.20
total Fr. 6’426.60 Fr. 4'238.40
minus eigenes Einkommen        - Fr. 7'690.00       Fr. 2'975.00
Ausgleichsbetrag          -Fr. 1263.40 Fr. 1'263.40

f) Im Resultat ist nicht zu beanstanden, dass das Bezirksgericht Plessur 
W. verpflichtet hat, einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 900.-- zu bezahlen. 
Jedenfalls wäre eine tiefere Rente nicht gerechtfertigt, zumal die Vorinstanz zu 
Gunsten des Beklagten einen Unterhaltbeitrag an F. in Höhe von Fr. 1'000.-- in die 
Grundbedarfsrechnung des Beklagten einbezogen hat. 

4. Der Kläger wendet ein, der während der Ehe gelebte Lebensstandard 
bilde die oberste Grenze für einen allfälligen nachehelichen Unterhalt. Die von der 
Vorinstanz vorgenommene Berechnung, wonach jede Partei über einen Über-
schuss von Fr. 975.-- pro Monat verfügen konnte, sei aus verschiedenen Gründen 
nicht treffend. Die Vorinstanz habe es unterlassen, die Kosten für die auswärtige 
Verpflegung und die Fahrzeugkosten in die Unterhaltsberechnung einzubeziehen. 
Sodann seien ein Zuschlag von 20 % und diverse Versicherungskosten hinzuzuad-
dieren. Somit verbleibe lediglich ein Überschuss von Fr. 215.--, respektive von et-
was mehr als Fr. 100.-- pro Ehegatte. Der Beklagte übersieht bei seiner Berech-
nung, dass sein Nettomonatseinkommen (inkl. Anteil 13. Monatslohn, aber ohne 
Kinderzulagen) nicht Fr. 7'000.--, sondern Fr. 7'275.-- betrug (vgl. Entscheid des 
Eheschutzrichters des Bezirksgerichtes Imboden vom 4. April 2000, S.3). Demge-
genüber belief sich der Grundbedarf der Familie auf rund Fr. 5'229.--. In diesem 
Zusammenhang gilt es zu beachten, dass im Zeitpunkt der Trennung die Richtlinien 
für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 1. Januar 
1994 Geltung hatten und deshalb etwas kleinere Grundbeträge anzurechnen sind. 
Sodann ist, wie bereits ausgeführt, kein Zuschlag von 20 % vorzunehmen.

Grundbedarf: 

Grundbetrag Eheleute Fr. 1'350.00

Grundbetrag E. Fr. 470.00

Grundbetrag F. Fr. 375.00

Wohnkosten Fr. 957.00

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Krankenkassenprämien Fr.    500.00

Gesundheitskosten Fr. 100.00

Schulung Kinder Fr. 200.00

Auswärtige Verpflegung Fr. 170.00

Auto Fr.      367.00

Hausrats- und Haftpflichtversicherung Fr. 40.00

Steuern Fr. 700.00

Total Fr. 5'229.00

Eine Gegenüberstellung von Nettoeinkommen (Fr. 7'275.--) und Grundbedarf 
(Fr. 5'229.--) ergibt ein Überschuss von Fr. 2’046.--. Berücksichtigt man, dass die 
Kinder sich mit 10 bis 15 % am Überschuss beteiligen, verbleibt jedem Ehegatten 
ein Betrag von Fr. 900.--. Demnach hat die Vorinstanz das Prinzip nicht verletzt, 
wonach der während der Ehe gelebte Lebensstandard die oberste Grenze für einen 
allfälligen nachehelichen Unterhalt bildet. Ob vorliegend der während der Ehe ge-
lebte Lebensstandard oder die Lebenshaltung des anspruchsberechtigten Ehegat-
ten während der Trennungszeit massgeblich ist, kann demnach offen gelassen wer-
den, da die von der Vorinstanz zugesprochene Rente in jedem Fall nicht zu hoch 
ist.

5. Die Vorinstanz hat W. verpflichtet, an den Unterhalt von X. ab Eintritt 
der Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlichen Unterhaltbeitrag von Fr. 
900.-- bis zum Zeitpunkt des ordentlichen Pensionierungsalters von W. und darauf-
hin Fr. 450.-- bis zum Zeitpunkt des ordentlichen Pensionierungsalters von X. zu 
leisten. Der Beklagte wendet dagegen ein, bei der Beurteilung der Frage, ob der 
Wiedereinstieg oder eine lebenslängliche Rente zuzumuten sei, sei auf den Zeit-
punkt der Trennung abzustellen. Die Ehefrau sei zum Zeitpunkt der Trennung 38 
Jahre alt gewesen. Die Vorinstanz habe zu Unrecht stets das heutige Alter der Klä-
gerin (44 Jahre) berücksichtigt. Zudem sei zu beachten, dass – falls das vorinstanz-
liche Urteil geschützt werde – die Klägerin nach 18 Ehejahren bis zur Trennung 
noch rund 25 Jahre Unterhalt erhalten würde, was unvertretbar sei. Wenn die so 
festgelegte Unterhaltspflicht ende, sei er (der Beklagte) 72 Jahre alt. Dieser Argu-
mentation kann nicht gefolgt werden. Die Dauer des Unterhaltsanspruchs bestimmt 
sich danach, bis zu welchem Zeitpunkt es dem Unterhaltsberechtigten nicht zumut-
bar ist, für seinen gebührenden Unterhalt selbst aufzukommen (Schwenzer, a.a.O., 
N 36 zu Art. 125 ZGB). Zwar ist dem Beklagten insofern zuzustimmen, als für die 
Frage der Zumutbarkeit der Aufnahme der Erwerbsfähigkeit auf den Zeitpunkt der 

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definitiven Trennung abzustellen ist (BGE 127 III 136; Schwenzer, a.a.O., N 53 zu 
Art. 125 ZGB). Die Klägerin war bei der Trennung im Mai 2000 nahe 39 Jahre alt. 
Die Vorinstanz ist nun aber keineswegs davon ausgegangen, es sei der Klägerin 
nicht zuzumuten, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Im Gegenteil, wurde doch der 
zum Zeitpunkt der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und auch noch gegenwärtig 
erwerbslosen Klägerin ein hypothetisches Nettoeinkommen von monatlich Fr. 
2'800.-- aufgerechnet. Es gilt vorliegend zu berücksichtigen, dass die Klägerin 
während der langen Ehedauer (19 Jahre) keiner Erwerbsfähigkeit nachgegangen 
ist, sondern sich ausschliesslich der Kinderbetreuung gewidmet hat. X. war nur rund 
vier Jahre auf dem erlernten Beruf als Arztgehilfin tätig und ist anschliessend 
während 17 Jahren keiner entlohnten Arbeit nachgegangen. Dementsprechend hat 
sie auch auf Weiterbildung verzichtet. Die langjährige Abwesenheit von der Berufs-
welt, die fehlende Berufspraxis, das Alter der Klägerin, die derzeitige Arbeitsmarkt-
lage und die während der Trennungszeit bekleideten Arbeitsstellen zeigen, dass die 
Klägerin kaum eine Stelle als medizinische Praxisassistentin finden wird, sondern 
sich mit schlecht bezahlten Arbeitsstellen im Verkauf oder Service wird begnügen 
müssen. Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, ist nicht davon auszugehen, 
dass sie ihre Eigenversorgungskapazität wird steigern und den gebührenden Un-
terhalt, gemessen am zuletzt gelebten ehelichen Lebensstandard, aus eigenem Er-
werb wird decken können. Dies umso mehr, als die Klägerin nun schon seit bald 
einem Jahr arbeitslos ist. Es gilt auch zu berücksichtigen, dass der Beklagte auf-
grund des höheren Erwerbseinkommens besser in der Lage sein wird, eine ange-
messene Altersvorsorge aufzubauen. Auch wenn das während der Ehedauer an-
geäufnete Altersvorsorgeguthaben (wie auch dasjenige der Ehefrau) hälftig geteilt 
wird (vgl. Dispositiv Ziff. 5 des vorinstanzlichen Urteils), wird er in der Lage sein, in 
den verbleibenden Jahren bis zur voraussichtlichen Pensionierung (30. November 
2017) weitere Altersguthaben anzusparen, welche diejenige der Klägerin überstei-
gen werden. Kommt hinzu, dass in absehbarer Zeit der Sohn F. sein Studium be-
enden wird und ab diesem Zeitpunkt W. über mehr finanzielle Mittel zur Verfügung 
stehen werden. Aufgrund all dieser Gründe ist nicht zu beanstanden, dass die Vor-
instanz dem Beklagten verpflichtet hat, der Klägerin monatlich Fr. 900.-- bis zum 
Zeitpunkt seiner ordentlichen Pensionierung und daraufhin Fr. 450.-- bis zum Zeit-
punkt des ordentlichen Pensionierungsalters von X. zu bezahlen. Mit der Halbierung 
der Rente im Zeitpunkt der ordentlichen Pensionierung des Beklagten wurde dem 
Umstand gebührend Rechnung getragen, dass W. ab diesem Zeitpunkt über weni-
ger Einkommen verfügen wird.

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6. Im Resultat ist die Berufung somit vollumfänglich abzuweisen. Bei die-
ser Sachlage rechtfertigt sich keine Änderung der vorinstanzlichen Kostenvertei-
lung. Die Klägerin hat denn auch nicht dargetan, inwiefern die vorinstanzliche Kos-
tenverteilung zu beanstanden ist, falls das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur 
bestätigt wird. 

Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen – bei diesem Ausgang des Ver-
fahrens – zu Lasten des Berufungsklägers, welcher die Berufungsbeklagte zudem 

ausseramtlich angemessen zu entschädigen hat (Art. 223 ZPO in Verbindung mit 
Art. 122 Abs. 1 und 2 ZPO).

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 5'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 390.--, insgesamt Fr. 5'390.-
-, gehen zu Lasten des Berufungsklägers, welcher die Berufungsbeklagte 
ausseramtlich mit Fr. 2'000.-- einschliesslich Mehrwertsteuer zu entschädi-
gen hat.

3. Mitteilung an:

Nach Eintritt der Rechtskraft an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: