# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c75e886e-6c37-5ee4-b1fa-a2e20eeafd6d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Handelsgericht 16.11.2018 HG 2014 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2014-42_2018-11-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Handelsgericht

Cour suprême
du canton de Berne

Tribunal de commerce

Entscheid
HG 14 42

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 03
Fax +41 31 634 50 53
handelsgericht.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. November 2018

Besetzung Oberrichter Josi (Präsident), Handelsrichter Ihlenfeld und Han-
delsrichter Flükiger
Gerichtsschreiberin Marti-Schreier

Verfahrensbeteiligte A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________

Klägerin

gegen

C.________ AG
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. D.________

Beklagte

Gegenstand Vertragsrecht

Klage vom 22.04.2014

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Regeste:

- Keine Kompetenzattraktion gestützt auf Art. 15 Abs. 2 ZPO (objektive Klagenhäufung), 
wenn der Kläger sich für seine Forderung (alternativ) auf mehrere sachlich zusammen-
hängende Verträge stützt, für die aber unterschiedliche Gerichtsstandsvereinbarungen 
geschlossen wurden (E. 18-22).

- Rechtliche Qualifikation eines Planervertrags; Grundsätze der Abgrenzung von Werk-
vertrag und Auftrag, Anwendung im konkreten Fall (E. 30-40).

- Haftung für Vertragsverletzungen (insb. Überwachungsfehler und Beratungsfehler) bei 
arbeitsteiliger Projektorganisation (E. 33-37, insb. E. 34). 

- Hypothetische Kausalität: Grundsätze; rechtmässiges Alternativverhalten (E. 38).

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Die A.________ (Klägerin) liess gemeinsam mit der Luftwaffe in den Jahren 2000-
2005 auf dem Areal des Flugplatzes J.________ das neue Air Navigation Center 
K.________ (A.________-Flugsicherungszentrum; nachfolgend: ANZ) planen und 
erbauen. Im Zusammenhang mit diesem Neubau betraute die Klägerin die 
C.________ AG (Beklagte) mit verschiedenen Beratungs- und Planungsaufgaben.

2. Das ANZ wurde in den Jahren 2003-2005 erbaut. Im Frühjahr 2007 riet die mit der 
«Entwicklung eines Grundschutzstandards für A.________» beauftragte 
U.________ GmbH der Klägerin, die Hochwassersicherheit des ANZ genauer un-
tersuchen zu lassen. In der Folge holte die Klägerin drei Gutachten ein und kam 
gestützt darauf zum Schluss, das ANZ sei ungenügend geschützt gegen Hochwas-
ser. Sie liess im Frühjahr 2013 einen Hochwasserschutzdamm um das ANZ erbau-
en. Die Kosten für die Hochwasserschutzmassnahmen fordert sie nun von der Be-
klagten zurück, da diese es unterlassen habe, das Hochwasserrisiko sorgfältig ab-
zuklären oder zumindest abklären zu lassen; der nachträglich erstellte Hochwas-
serschutzdamm hätte nicht gebaut werden müssen, wenn die Erdgeschosse von 
Anfang an auf einer um rund 60 cm höher gelegenen Höhenkote ([x+60cm] m.ü.M. 
statt [x] m.ü.M.) geplant worden wären (Rz. 32.1 ff. Klage). Die Beklagte bestreitet 
sämtliche Anspruchsvoraussetzungen (Vertragsverletzung/Mangel, Schaden, Kau-
salität, Verschulden; vgl. Rz. 7, Rz. 17 f. Duplik).

3. Mit Klage vom 22. April 2014 beantragt die Klägerin was folgt (pag. 2):

1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 797‘149.50 zzgl. Ver-
zugs- und Schadenszins von 5% ab dem 30. Juni 2005 zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

4. Mit Klageantwort vom 27. August 2014 beantragt die Beklagte was folgt (pag. 49):

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1. Die Klage vom 22. April 2014 sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Klägerin.

5. Mit Replik vom 2. Februar 2015 hält die Klägerin am Rechtsbegehren der Klage 
fest (pag. 120).

6. Mit Duplik vom 28. August 2015 wiederholt die Beklagte das Rechtsbegehren der 
Klageantwort (pag. 271).

7. An der Hauptverhandlung vom 5. Juli 2016 verzichteten beide Parteien auf den 
ersten Parteivortrag und verwiesen auf die Rechtsschriften (pag. 358).

8. Mit Verfügung vom 27. März 2017 (pag. 418 ff.) beauftragte das Handelsgericht 
Frau E.________, Dipl.-Ing. ETH, mit der Erstellung eines Gutachtens (Art. 183 ff. 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO; SR 272]) 
zu den Folgen eines allfälligen Ausfalls des A.________-Flugsicherungszentrum. 
Frau E.________ erstattete das Gutachten am 23. Mai 2017 (pag. 452 ff.) und 
beantwortete mit Schreiben vom 26. August 2017 Ergänzungsfragen (pag. 681 f.).

9. Mit Verfügung vom 27. März 2017 (pag. 414 ff.) ersuchte das Handelsgericht 
zudem das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich 
(nachfolgend: AWEL) um schriftliche Auskunft (Art. 190 ZPO) zu verschiedenen 
Fragen des Hochwasserschutzes. Mit Schreiben vom 5. Mai 2017 erteilte das 
AWEL die schriftliche Auskunft (pag. 442 ff.), mit Schreiben vom 22. August 2017 
beantwortete es Ergänzungsfragen (pag. 677 ff.).

10. Mit Verfügung vom 19. September 2017 (pag. 684 ff.) beschränkte das 
Handelsgericht das Verfahren auf die Frage der Haftung, d.h. auf die folgenden 
Fragen:

- Vertragsverletzung;
- Mängelrüge (inkl. Frage nach deren Erforderlichkeit);
- Verschulden;
- Kausalität (ohne Beurteilung der Frage, ob die Eingriffe am Bach S.________ 

die erforderliche Hochwassersicherheit gewährleisten und ob das Gutachten der 
P.________ GmbH die Abflussmenge HQ300 korrekt ermittelt hat; diese Fragen 
wären gegebenenfalls nach Aufhebung der Verfahrensbeschränkung zu klären).

11. Am 18. September 2018 fand eine Fortsetzungsverhandlung zur (vorgezogenen) 
Einvernahme des Zeugen F.________

12. Mit Schreiben vom 20. September 2018 (pag. 761 ff.) reichte die Beklagte als 
Novum ein E-Mail von G.________ (damaliger Projektleiter der Klägerin) an 
F.________ ein. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2018 (pag. 767 ff.) zog die Klägerin 
daraufhin ihren Antrag auf Einvernahme von G.________ als Zeugen (geplant für 
die Fortsetzungsverhandlung vom 5. Oktober 2018) zurück. Mit Verfügung vom 

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2. Oktober 2018 setzte der Instruktionsrichter die Zeugeneinvernahme von 
G.________ ab (pag. 771 f.). 

13. Am 5. Oktober 2018 wurde die Verhandlung fortgesetzt mit den Parteibefragungen 
von V.________, W.________ und H.________ (pag. 781 ff.). Zudem wurde 
I.________ als Zeuge einvernommen (pag. 799 f.). Diese vier Einvernahmen 
wurden auf Tonband aufgezeichnet und zusätzlich protokolliert; das Protokoll 
wurde indessen am Ende der Einvernahmen weder vorgelesen noch unterzeichnet 
(Art. 176 Abs. 1 und 2 ZPO). Den Parteien wurde Gelegenheit zu 
Protokollberichtigungsbegehren gegeben; sie hatten keine solchen Begehren 
(pag. 803). Die aufgezeichneten Einvernahmen befinden sich auf einem USB-Stick 
gespeichert bei den Akten (vor pag. 781). Nachfolgend werden die Aussagen aus 
Praktikabilitätsgründen jeweils mit Hinweis auf die Fundstelle im Protokoll (pag. xxx 
Zeile xxx) zitiert. 

14. Am 8. Oktober 2018 folgten die Schlussvorträge und die Urteilsberatung in 
Anwesenheit der Parteien (pag. 802 ff.; Plädoyernotizen Klägerin: pag. 808 ff.; 
Beklagte: pag. 819 ff.). 

II. Formelles

15. Das Gericht tritt auf eine Klage ein, sofern die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind 
(Art. 59 Abs. 1 ZPO). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob dies der Fall ist 
(Art. 60 ZPO).

16. Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts ist unbestritten: Die Klage betrifft 
zumindest die geschäftliche Tätigkeit der Beklagten, der Streitwert erreicht 
CHF 30'000.00 und die Parteien sind im schweizerischen Handelsregister einge-
tragen (Art. 6 Abs. 1 und 2 ZPO i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes vom 
11. Juni 2009 zur Zivilprozessordnung, zur Strafprozessordnung und zur Jugends-
trafprozessordnung [EG ZSJ; BSG 271.1]; BGE 139 III 67 E. 1.2 S. 69 f.).

17. Das Handelsgericht ist auch funktionell zuständig, da ein Schlichtungsverfahren 
entfällt (Art. 198 Bst. f ZPO).

18. Die Beklagte bestreitet hingegen teilweise die örtliche Zuständigkeit des Handels-
gerichts des Kantons Bern. Die Klägerin bringt zur Begründung ihrer Forderung 
(Kosten Hochwasserschutzdamm) vor, die Beklagte habe beim Neubau dem 
Hochwasserschutz nicht genügend Rechnung getragen und damit mehrere Verträ-
ge verletzt. Die Parteien haben im Zusammenhang mit dem Neubau des Flugsiche-
rungszentrums die folgenden Verträge geschlossen:

18./24. August 2000 Vertrag betreffend strategische Planung und Vorstudien; Ge-
richtsstandsvereinbarung: Genf (Art. 13 Vertrag, Klagebeila-
ge [nachfolgend: KB] 3).

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3. Mai 2001 Vertrag «Unterstützung A.________-Neubau»; Gerichts-
standsvereinbarung: Zürich (Ziff. 14 Vertrag, KB 5).

3./16. Mai 2001 Generalplanervertrag; Gerichtsstandsvereinbarung: Zürich 
(Ziff. 14 Vertrag, KB 6).

12./31. Juli 2002 Einzelplanervertrag; Gerichtsstandsvereinbarung: Geschäfts-
sitz der Beauftragten, mithin der Beklagten (Ziff. 13.2 Vertrag, 
KB 8).

7./8. Juli 2003 Einzelplanervertrag; Gerichtsstandsvereinbarung: Geschäfts-
sitz der Beauftragten, mithin der Beklagten (Ziff. 13.2 Vertrag, 
KB 10).

7./8. Juli 2003 Einzelplanervertrag Oberbauleitung; Gerichtsstandsvereinba-
rung: Geschäftssitz der Beauftragten, mithin der Beklagten 
(Ziff. 13.2 Vertrag, KB 11).

19. Die Klägerin beruft sich für die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kan-
tons Bern auf den Einzelplanervertrag vom 12./31. Juli 2002, wonach die Gerichte 
am Geschäftssitz der Beklagten (aaa. [Kanton Bern]; KB 2) zuständig sind. Für An-
sprüche aus den letzten drei (Einzelplaner-)Verträgen bestreitet die Beklagte die 
örtliche Zuständigkeit zu Recht nicht.

20. Für Ansprüche aus den ersten drei Verträgen verweist die Beklagte hingegen auf 
die Gerichtsstandsvereinbarungen (Art. 17 ZPO), welche als Gerichtsstand Genf 
und Zürich vorsehen. Die Beklagte verzichtet mit Bezug auf den Generalplanerver-
trag vom 3./16. Mai 2001 aus «prozessökonomischen Gründen» darauf, die feh-
lende örtliche Zuständigkeit geltend zu machen; sie lässt sich auf das Verfahren 
am Handelsgericht des Kantons Bern ein (Art. 18 ZPO). Damit ist auch in Bezug 
auf diesen Vertrag die örtliche Zuständigkeit gegeben.

21. Demgegenüber bestreitet die Beklagte die örtliche Zuständigkeit in Bezug auf die 
ersten beiden Verträge vom 18./24. August 2000 und vom 3. Mai 2001. Da die Par-
teien in diesen Verträgen als Gerichtsstand Genf bzw. Zürich vereinbart haben, ist 
das Handelsgericht des Kantons Bern für Ansprüche aus diesen Verträgen örtlich 
nicht zuständig. Daran ändert auch Art. 15 Abs. 2 ZPO (objektive Klagenhäufung) 
nichts, wonach bei mehreren, in sachlichem Zusammenhang stehenden An-
sprüchen gegen eine beklagte Partei jedes Gericht zuständig ist, das für einen der 
Ansprüche zuständig ist. Selbst wenn diese Bestimmung anwendbar wäre, obwohl 
die Klägerin Anspruchsgrundlagen häuft und nicht Ansprüche, wäre eine Begrün-
dung der örtlichen Zuständigkeit gestützt auf Art. 15 Abs. 2 ZPO nur zulässig für 
Ansprüche, für welche keine Gerichtsstandsvereinbarung besteht (BERNHARD BER-
GER, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, Band I, 2012, Art. 17 N. 69 m.w.H.); diese Voraussetzung ist vorlie-
gend gerade nicht erfüllt.

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22. Damit ist auf die Klage mangels örtlicher Zuständigkeit nicht einzutreten, soweit die 
Klägerin ihre Ansprüche auf die zwischen den Parteien geschlossenen Verträge 
vom 18./24. August 2000 und vom 3. Mai 2001 stützt. Im Übrigen ist auf die Klage 
einzutreten.

23. Die Urteilsfindung erfolgt in Dreierbesetzung, wobei zwei Fachrichter mitwirken 
(Art. 3 ZPO i.V.m. Art. 45 Abs. 1 und 2 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

III. Sachverhalt

24. Parteien des vorliegenden Verfahrens sind die A.________ (Klägerin; Aktienge-
sellschaft mit Sitz in yyy.________) und die C.________ AG (Beklagte; Aktienge-
sellschaft mit Sitz in aaa. [Kanton Bern]). Die Klägerin bezweckt die Erbringung von 
Leistungen auf dem Gebiet der Flugsicherung in den ihr durch den Bund zugewie-
senen Bereichen (KB 1). Die Beklagte bezweckt die Leistung von Entwicklungs- 
und Forschungsarbeiten und Erbringung von Dienstleistungen im Projekt-, Bau- 
und Facilitymanagement sowie in der automatischen Datenverarbeitung auf den 
Gebieten der Organisation, Planung, Projektierung, Administration und Informati-
onsverarbeitung (KB 2).

25.

25.1 Die Klägerin liess gemeinsam mit der Luftwaffe in den Jahren 2000-2005 auf dem 
Areal des Flugplatzes J.________ das neue Air Navigation Center K.________ 
(A.________-Flugsicherungszentrum; nachfolgend: ANZ) planen und erbauen. Im 
Zusammenhang mit diesem Neubau betraute die Klägerin die Beklagte mit ver-
schiedenen Beratungs- und Planungsaufgaben.

25.2 Am 18./24. August 2000 schlossen die Parteien einen ersten Vertrag (KB 3) ab. 
Darin verpflichtete sich die Beklagte zur Coaching der Task-Force, zu übergeord-
neten Projektmanagement-Leistungen, zu verschiedenen Arbeiten im Zusammen-
hang mit den Projektierungsgrundlagen und zum Verfassen eines Schlussberichts 
(Art. 1 Vertrag i.V.m. Ziff. 5 Angebot der Beklagten). 

25.3 Am 3. Mai 2001 schlossen die Parteien den Vertrag «Unterstützung A.________-
Neubau» ab (KB 5). Gegenstand des Vertrags bildeten Leistungen für das Coa-
ching der Projekt- und Teilprojektleitung Betrieb während der Vorprojektphase für 
den A.________-Neubau sowie für das Einholen der Baubewilligung (Ziff. 1 Ver-
trag). 

25.4 Am 3./16. Mai 2001 schlossen die Parteien einen Generalplanervertrag ab (KB 6). 
Dieser regelte nach dessen Ziff. 1 die Planungsphasen Vorprojekt (Phase 3.1) und 
Bauprojekt (Phase 3.2) gemäss Leistungsmodell 95 des SIA (KB 7). Zum detaillier-
ten Vertragsinhalt siehe unten E. 31.

25.5 Am 19. März 2002 wurde der private Gestaltungsplan «A.________», den die Be-
klagte im Rahmen des Vertrags «Unterstützung A.________-Neubau» erarbeitet 

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hatte, von der Gemeindeversammlung festgesetzt; mit Verfügung vom 2. Juli 2002 
wurde er von der Baudirektion des Kantons Zürich genehmigt (Rz. 7 Klage, Rz. 24 
und Rz. 269 Klageantwort). 

25.6 Am 31. Mai 2002 erfolgte die Baueingabe für das Projekt A.________-Neubau 
(Rz. 8 Klage, Rz. 24, Rz. 269 Klageantwort). 

25.7 Am 12./31. Juli 2002 schlossen die Parteien einen SIA-Einzelplanervertrag ab 
(KB 8). Darin verpflichtete sich die Beklagte zur Übernahme der Generalplaner-
funktion für die Projektierung des ANZ in folgenden Planungsphasen nach dem 
Leistungsmodell SIA 112/2001 (KB 9): Bauprojekt (Phase 32), Ausschreibung, Of-
fertvergleich, Vergabeantrag (Phase 41) und Ausführungsprojekt 1. Teil (30 %; 
Phase 51). 

25.8 Am 16. September 2002 wurde die Baubewilligung für das ANZ erteilt (Rz. 8 Klage, 
Rz. 24 und Rz. 269 Klageantwort). 

25.9 Mit Generalunternehmer-Werkvertrag vom 3./7. Juli 2003 beauftragte die Klägerin 
die Z.________ AG mit dem Bau des ANZ (Rz. 12 Klage, Rz. 269 Klageantwort). 

25.10 Am 7./8. Juli 2003 schlossen die Parteien zwei weitere SIA-Einzelplanerverträge ab 
(Rz. 11 Klage, Rz. 24 und Rz. 269 Klageantwort): Mit einem Vertrag (KB 10) über-
nahm die Beklagte wiederum die Generalplanerfunktion für die verbleibenden SIA-
Phasen Ausführungsprojekt 2. Teil (70 %; Phase 51), Ausführung (ohne Baulei-
tung; Phase 52) sowie Inbetriebnahme und Abschluss (Phase 53); mit dem ande-
ren Vertrag (KB 11) übernahm die Beklagte die Oberbauleitung. 

25.11 Am 11. August 2003 erteilte die Gemeinde Y.________ die Baufreigabe; noch im 
August begannen die Bauarbeiten (Rz. 12.1 Klage, Rz. 269 Klageantwort).

25.12 Am 30. Juni 2005 wurde das gesamte Bauwerk (ANZ) abgenommen, unter Vorbe-
halt gewisser Arbeiten und Leistungen, die vorliegend irrelevant sind (Rz. 12.2 Kla-
ge, Rz. 269 Klageantwort). 

25.13 Im Frühjahr 2007 beauftragte die Klägerin die U.________ GmbH mit der «Entwick-
lung eines Grundschutzstandards für A.________». Die U.________ GmbH führte 
zu diesem Zweck u.a. ein Pilot-Audit im ANZ durch (Rz. 13 Klage, Rz. 269 Kla-
geantwort). Sie riet der Klägerin ausserhalb des eigentlichen Schlussberichts, die 
Hochwassersicherheit des ANZ genauer untersuchen zu lassen. 

25.14 Daraufhin beauftragte die Klägerin im Herbst 2007 die Q.________ GmbH mit der 
Untersuchung der Hochwassergefährdung im Falle eines 100-jährlichen Regen-
ereignisses (Rz. 14 Klage). Die Q.________ GmbH erstattete ihren Bericht am 
7. November 2007 (KB 12). Sie kam darin zum Schluss, insbesondere der einge-
dolte Abschnitt des Bachs S.________ vor dem Zufluss des Bachs T.________ bil-
de einen eindeutigen Schwachpunkt (S. 6 f. Bericht). 

25.15 Am 28. November 2008 erstattete die Q.________ GmbH einen zweiten Bericht 
(KB 14) zur Hochwassergefährdung im Falle eines 300-jährlichen Hochwasser-
ereignisses (HQ300; Rz. 16 Klage, Rz. 24 Klageantwort). Darin kam die Q.________ 
GmbH erneut zum Schluss, es drohe eine Überschwemmung aufgrund einer Über-

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schreitung der Durchflusskapazität der Bach S.________-Dole vor der Einmündung 
des Bachs T.________ (Ziff. 11 S. 20 Bericht). 

25.16 Im Frühjahr 2010 beauftragte die Klägerin die P.________ GmbH (geschäfts-
führender Gesellschafter: Dr. R.________) mit einer erneuten Begutachtung des 
Hochwasserrisikos (Rz. 18 Klage). 

25.17 Mit Schreiben vom 2. Juni 2010 an die Beklagte rügte die Klägerin diverse Mängel, 
darunter auch die behauptete ungenügende Hochwassersicherheit des ANZ (Ant-
wortbeilage [nachfolgend: AB] 32). 

25.18 Im August 2010 erstattete die P.________ GmbH ihr Gutachten (KB 15; Rz. 18 
Klage, Rz. 24 Klageantwort). Darin kam sie zum Schluss, bei einem Hochwasser 
HQ100 seien beim ANZ keine wesentlichen Probleme zu erwarten (S. 20 oben). Bei 
einem Hochwasser HQ300 würde die Wasseroberfläche des durch eine Überuferung 
des Bachs S.________ entstehenden Sees auf [x-5 cm] m.ü.M. steigen (S. 19 un-
ten, S. 20). Bei [x-5 cm] m.ü.M. liege der Wasserstand im «kritischen Bereich» 
(S. 20). Bei einem Extremsthochwasser (EEQ) steige der Wasserstand auf 
[x+40cm] m.ü.M., wodurch das Gebäude ohne zusätzliche Massnahmen geflutet 
werde (S. 20).

IV. Beurteilungsgegenstand; relevante Verträge

26. Aufgrund der eingeschränkten örtlichen Zuständigkeit des Handelsgerichts des 
Kantons Bern (vgl. oben E. 18 ff.) kann die Klägerin ihre Ansprüche auf folgende 
vier Verträge stützen: 

3./16. Mai 2001 Generalplanervertrag (KB 6)
12./31. Juli 2002 Einzelplanervertrag (KB 8)
7./8. Juli 2003 Einzelplanervertrag (KB 10)
7./8. Juli 2003 Einzelplanervertrag Oberbauleitung (KB 11)

27. In ihren Ausführungen zur behaupteten Vertragsverletzung der Beklagten 
(Rz. 22 ff. Klage) erwähnt die Klägerin den Einzelplanervertrag Oberbauleitung 
vom 7./8. Juli 2003 (KB 11) nicht. Sie macht mithin keine Verletzung dieses Ver-
trags geltend.

28. Den Einzelplanervertrag vom 7./8. Juli 2003 (KB 10) erwähnt die Klägerin in ihren 
Ausführungen zur behaupteten Vertragsverletzung an einer Stelle (Rz. 25.3.1 Kla-
ge): Sie weist darauf hin, dass die voranstehend beschriebenen Pflichten aus dem 
Einzelplanervertrag vom 12./31. Juli 2002 (Qualitäts- und Risk-Management, Pro-
jekthandbuch) auch im anschliessenden Vertrag vom 7./8. Juli 2003 enthalten sei-
en. Weiter geht sie nicht auf den Vertrag vom 7./8. Juli 2003 ein und die nachfol-
genden Ausführungen in der Klage betreffen den Zeitraum vor Abschluss dieses 
Vertrags im Juli 2003 (Rz. 25.3.2 bis Rz. 29 Klage). Die Beklagte bringt zu Recht 
vor (Rz. 68 ff. Klageantwort; vgl. auch Rz. 40 Replik und Rz. 206 Duplik), dass die 
Klägerin eine Verletzung des Einzelplanervertrags vom 7./8. Juli 2003 (KB 10) nicht 
oder jedenfalls nicht substanziiert behauptet. 

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29. Als Anspruchsgrundlagen für den behaupteten Anspruch der Klägerin fallen somit 
einzig der Generalplanervertrag vom 3./16. Mai 2001 (KB 6; dazu nachfolgend 
Ziff. V E. 30 ff.) und der Einzelplanervertrag vom 12./31. Juli 2002 (KB 8; dazu un-
ten Ziff. VI E. 40 f.) in Betracht.

V. Generalplanervertrag vom 3./16. Mai 2001

30. Die Klägerin macht geltend, die Beklagte habe den Generalplanervertrag vom 
3./16. Mai 2001 (KB 6) verletzt. Zwischen den Parteien ist sowohl der Inhalt als 
auch die rechtliche Qualifikation dieses Vertrags umstritten. 

30.1 Grundlage für die rechtliche Qualifikation eines Vertrages bildet dessen Inhalt. 
Der Inhalt eines Vertrags (namentlich als Grundlage für die Vertragsqualifikation) 
bestimmt sich in erster Linie durch subjektive Auslegung, das heisst nach dem 
übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches, Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR; SR 220]). Kann ein tatsächlich überein-
stimmender Wille der Parteien nicht festgestellt werden, so ist der Vertrag nach 
dem Vertrauensprinzip auszulegen, d.h. der mutmassliche Parteiwille ist danach zu 
ermitteln, wie der jeweilige Erklärungsempfänger die Willensäusserung der andern 
Vertragspartei nach den gesamten Umständen nach Treu und Glauben verstehen 
durfte und musste (BGE 140 III 134 E. 3.2 mit Verweisen). Dabei ist vom Wortlaut 
der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern aus ihrem kon-
kreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind (BGE 142 III 671 E. 3.3 S. 675; 
140 III 391 E. 2.3 S. 398; 138 III 659 E. 4.2.1 S. 666; 123 III 165 E. 3a S. 168). 
Demnach ist der vom Erklärenden verfolgte Regelungszweck massgebend, wie ihn 
der Erklärungsempfänger in guten Treuen verstehen durfte und musste 
(BGE 142 III 671 E. 3.3 S. 675; 140 III 391 E. 2.3 S. 398; 138 III 659 E. 4.2.1 
S. 666). Nachträgliches Parteiverhalten ist bei der Auslegung nach dem Vertrau-
ensprinzip nicht von Bedeutung; es kann höchstens – im Rahmen der Beweiswür-
digung – auf einen tatsächlichen Willen der Parteien schliessen lassen 
(BGE 132 III 626 E. 3.1 S. 632 mit Hinweisen). 

30.2 Ein Planervertrag kann als einfacher Auftrag (Art. 394 ff. OR), als Werkvertrag 
(Art. 363 OR) oder als gemischter Vertrag ausgestaltet sein (PETER 
GAUCH/PATRICK MIDDENDORF, in: Die Planerverträge, Stöckli/Siegenthaler [Hrsg.], 
2013, N. 1.29). Lehre und Rechtsprechung beschäftigen sich dabei meist mit der 
Qualifikation von Architektenverträgen; die dabei entwickelten Kriterien für die 
rechtliche Einordnung der Verträge müssen jedoch analog auch für andere Planer-
verträge gelten (so ausdrücklich in Bezug auf den Ingenieurvertrag: Urteile des 
Bundesgerichts 4A_53/2012 vom 31. Juli 2012 E. 3.4 und 4A_55/2012 vom 31. Juli 
2012 E. 4.4; für alle Planerverträge: GAUCH/MIDDENDORF, a.a.O.). Den Architekten-
vertrag oder den Ingenieurvertrag mit stets gleichem Inhalt gibt es nicht; vielmehr 
ist darauf abzustellen, welche Leistungen die Parteien im konkreten Vertrag ver-
einbart haben (Urteile des Bundesgerichts 4A_90/2013 vom 10. Juni 2013 E. 3; 
4A_53/2012 vom 31. Juli 2012 E. 3.4; 4A_55/2012 vom 31. Juli 2012 E. 4.4; 
4A_252/2010 vom 25. November 2010 E. 4.1). Den Gesamtvertrag des Architekten 

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qualifiziert das Bundesgericht als gemischten Vertrag, der erlaubt, je nach den 
konkreten Umständen eine sachgerechte Lösung nach Massgabe des Auftrags- 
oder Werkvertragsrechts zu finden (BGE 134 III 361 E. 5.1; 127 III 543 E. 2a 
S. 545; 114 II 53 E. 2b S. 56 mit Hinweisen). Dabei sind Ingenieurleistungen, bei 
denen ein mess- und objektivierbarer Erfolg geschuldet ist, dem Werkvertragsrecht 
zu unterstellen. Entsprechend wendet das Bundesgericht auf Ingenieurleistungen 
wie etwa Vorarbeiten, Vorstudien, Vorprojekte, Ausführungspläne und Ausschrei-
bungsunterlagen Werkvertragsrecht an (BGE 119 II 40 E. 2e S. 46). Das Bundes-
gericht hat sodann festgehalten, dass eine Spaltung der Rechtsfolgen denkbar ist, 
indem sich etwa die Haftung für einen Planungsfehler nach werkvertraglichen Re-
geln, jene für unsorgfältige Bauleitung nach auftragsrechtlichen Regeln richten 
kann (BGE 109 II 462 E. 3d S. 466; so auch BGE 134 III 361 E. 5.1: unterschiedli-
che Rechtsfolgen je nach Streitgegenstand; Urteile des Bundesgerichts 
4A_90/2013 vom 10. Juni 2013 E. 3; 4A_53/2012 vom 31. Juli 2012 E. 3.4; 
4A_55/2012 vom 31. Juli 2012 E. 4.4).

31. Die Parteien vereinbarten im Generalplanervertrag vom 3./16. Mai 2001 (KB 6) 
was folgt: 

31.1 Der Generalplanervertrag vom 3./16. Mai 2001 regelte nach dessen Ziff. 1 die Pla-
nungsphasen Vorprojekt (Phase 3.1) und Bauprojekt (Phase 3.2) gemäss Leis-
tungsmodell 95 des SIA (KB 7). Die Teilleistungen «324 Detailstudien Bau» und 
«325 Detailstudien Technik» waren dabei soweit zu erbringen, dass die Erfüllung 
der Phasenziele gewährleistet war: die rechtskräftige Baubewilligung und ein Kos-
tenvoranschlag (Genauigkeit +/- 10%) samt verbindlichen Grundlagen.

31.2 Vertragspartner der Klägerin war nach Ziff. 2 des Vertrags auf der Unternehmersei-
te eine Planergemeinschaft, bestehend aus der Beklagten (zuständig für Projektlei-
tung), F.________ (Architektur), der L.________ AG (Bauingenieurin), der 
M.________ AG (Gebäudetechnik), der N.________ AG (Bauphysik) und der 
O.________ AG (Geologie/Geotechnik). Nach Ziff. 12 der Vertragsurkunde ver-
pflichteten sich die Auftragnehmer gegenüber der Auftraggeberin (Klägerin) als se-
parate Schuldner: Jeder Auftragnehmer verpflichte sich nur zur Erfüllung der von 
ihm selber in Beilage 1 des Vertrags versprochenen Leistungen und es bestehe 
keine Solidarschuldnerschaft mit den anderen Auftragnehmern.

31.3 Die Parteien erklärten in Ziff. 5 des Vertrags folgende Unterlagen zu Vertragsbe-
standteilen: Mandat Projektleitung A.________-Neubau inkl. Beilagen, Bericht «An-
trag A.________-Neubau» vom 19. Dezember 2000 und die SIA Norm V 112, Aus-
gabe 1996.

31.4 Die von den Auftragnehmern geschuldeten Leistungen waren gemäss Ziff. 7 des 
Vertrags in der Vertragsbeilage 1 festgelegt. Darin werden die geschuldeten Leis-
tungen im Einzelnen aufgeführt und den verschiedenen Leistungserbringern zuge-
teilt. Nach Vertragsbeilage 1 hatte die Beklagte im Zusammenhang mit dem Vor-
projekt (Ziff. 3.1 Vertragsbeilage 1 [Teil von KB 6]) u.a. folgende Aufgaben (jeweils 
detailliert beschrieben im SIA-Leistungsmodell 95, KB 7):

- Leitung GPL-Team (Generalplanerteam; Ziff. 310.01)

https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_53%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-361%3Ade&number_of_ranks=0#page361
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_53%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-III-543%3Ade&number_of_ranks=0#page543
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_53%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-II-53%3Ade&number_of_ranks=0#page53
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_53%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-II-40%3Ade&number_of_ranks=0#page40
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_53%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-II-462%3Ade&number_of_ranks=0#page462
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_53%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-361%3Ade&number_of_ranks=0#page361

11

- Einführen der Projektorganisation (Ziff. 310.02), gemeinsame Zuständigkeit mit 
der Gebäudetechnikerin

- Erstellen des PQM-Planes, Projekthandbuch (Ziff. 310.03; PQM bedeutet «pro-
jektbezogenes Qualitätsmanagement»)

- Herbeiführen der phasenbezogenen Entscheide (Ziff. 310.05), gemeinsame 
Zuständigkeit mit der Gebäudetechnikerin

- Umsetzen PQM-Plan, Projekthandbuch (Ziff. 310.07), gemeinsame Zuständig-
keit mit sämtlichen anderen Planern

- Prüfen des Vorprojekts (Ziff. 313.06)

- Koordinieren der Planungsarbeiten (Ziff. 313.07)

- Zusammenstellung baurechtlicher Grundlagen (Ziff. 316.01), gemeinsame Zu-
ständigkeit mit der Gebäudetechnikerin

31.5 Nicht zuständig war die Beklagte u.a. für folgende Aufgaben:

- Gesamtes Modul 311 (Projektgrundlagen Phase 3), namentlich: Vervollständi-
gen der Unterlagen und Erstellen nicht vorhandener Unterlagen (Zuständigkeit 
Architekt, Gebäudetechnikerin) sowie Baugrunduntersuchungen (Zuständigkeit 
O.________ AG)

- Erstellen des Nutzungs- und Sicherheitsplans (Ziff. 313.05); Zuständigkeit 
Bauingenieurin

31.6 Im Zusammenhang mit dem Bauprojekt (Ziff. 3.2 Vertragsbeilage 1 [Teil von KB 6]) 
war die Beklagte u.a. zuständig für:

- Leitung GPL-Team (Generalplanerteam; Ziff. 320.01)

- Umsetzen der Massnahmen zur QS (Qualitätssicherung; Ziff. 320.02), gemein-
same Zuständigkeit mit dem Architekten und der Bauingenieurin

- Herbeiführen der phasenbezogenen Entscheide (Ziff. 320.04), gemeinsame 
Zuständigkeit mit dem Architekten und der Gebäudetechnikerin

- Umsetzen PQM-Plan, Projekthandbuch (Ziff. 320.07), gemeinsame Zuständig-
keit mit Architekt, Bauingenieurin, Gebäudetechnikerin

- Koordinieren der Planungsarbeiten (Ziff. 321.08)

31.7 Nicht zuständig war die Beklagte u.a. für folgende Aufgaben:

- Optimieren Vorprojekt, Konkretisieren Projektidee (Ziff. 321.01); Zuständigkeit 
Architekt und Bauingenieurin

- Ausarbeiten der Projektpläne (Ziff. 321.02); Zuständigkeit Architekt und Bauin-
genieurin

- Abstimmen des Baus auf Nutzung und Betriebsprojekt (Ziff. 321.03); Zustän-
digkeit Architekt

- Ergänzen des Nutzungs- und Sicherheitsplans (Ziff. 321.07); Zuständigkeit 
Bauingenieurin

12

- Ergänzen des Sicherheitsplans (Ziff. 324.03); Zuständigkeit Architekt und 
Bauingenieurin

31.8 Vertragsbestandteile waren nach Ziff. 5.2 Generalplanervertrag auch die SIA-Norm 
V 112, Ausgabe 1996, und das «Mandat Projektleitung A.________-Neubau (Stand 
02. April 2001), inkl. Beilagen» (Vertragsbeilage 6 in KB 5). Danach hatte die Be-
klagte als Projektcoach das effiziente Zusammenwirken des Projektteams, das Pro-
jektcontrolling, die Qualitätskontrolle und das Risk-Management zu organisieren 
(S. 3 unten). 

32. Ziel der Phase unter dem Generalplanervertrag war die Erarbeitung eines Vorpro-
jekts und eines Bauprojekts. Die Beklagte schuldete dabei sowohl Koordinationsar-
beiten (ohne messbaren Arbeitserfolg) als auch Planungsleistungen (Projektie-
rung). Es liegt somit ein gemischter Vertrag vor mit Elementen des Werkvertrags-
rechts und solchen des Auftragsrechts. Das jeweils anwendbare Recht ist dabei für 
alle nach Ansicht der Klägerin geschuldeten und verletzten Pflichten einzeln zu be-
stimmen und richtet sich nach dem konkreten Vorwurf. Nachfolgend ist somit auf 
die von der Klägerin behaupteten Vertragsverletzungen einzugehen. 

33. Die Klägerin begründet ihre Forderung mit drei unterschiedlichen, sich teilweise 
ausschliessenden Argumentationslinien: Sie macht erstens geltend, die Beklagte 
hätte das Hochwasserrisiko selbst abklären müssen (Planungsfehler; Rz. 23.4.2 
und Rz. 29 Klage; vgl. sogleich E. 35). Jedenfalls aber hätte die Beklagte – zwei-
tens – überwachen und wenn nötig dafür sorgen müssen, dass dieses Risiko 
(durch andere Vertragspartner) abgeklärt wird (Überwachungsfehler; Rz. 61.1, 
Rz. 66.3 und Rz. 106.1 Replik; dazu unten E. 36). Drittens bringt die Klägerin vor, 
die Beklagte hätte sie darauf hinweisen müssen, dass sich aufgrund der noch nicht 
vorhandenen Gefahrenkartierung in der Gemeinde Y.________ ohne eine Ein-
zelabklärung durch einen Fachmann nichts über die Hochwassergefährdung sagen 
lasse und dieser Punkt grundsätzlich ein Risiko darstelle (Beratungsfehler; dazu 
unten E. 37). 

34. Die Klägerin wirft der Beklagten somit verschiedene Vertragsverletzungen vor. Eine 
Vertragsverletzung ist einmal zu bejahen, wenn ausdrücklich vereinbarte Pflichten 
verletzt werden. Bei Planerverträgen werden zudem verschiedene Pflichten des 
Planers auch ohne ausdrückliche Vereinbarung aus der allgemeinen Sorgfalts- und 
Treuepflicht abgeleitet, so etwa Informations-, Aufklärungs-, Beratungs- und Ab-
mahnungspflichten (vgl. Art. 364 Abs. 1 OR zum Werkvertrag; Art. 398 Abs. 1 und 
2 OR zum Auftrag; BEAT DENZLER/MICHAEL HOCHSTRASSER, in: Die Planerverträge, 
Stöckli/Siegenthaler [Hrsg.], 2013, N. 8.114 ff.). Die allgemeine Sorgfalts- und 
Treuepflicht ist eine Nebenpflicht (DENZLER/HOCHSTRASSER, a.a.O., N. 8.115). Zu 
beachten ist, dass ein Planer keine «Kasko-Versicherung» für den Bauherrn ist 
(vgl. DENZLER/HOCHSTRASSER, a.a.O., N. 8.142). Nicht jeder Schaden kann mithin 
auf den Planer überwälzt werden (vgl. DENZLER/HOCHSTRASSER, a.a.O., N. 8.143). 

13

Welche Sorgfaltspflichten ein Vertragspartner auch ohne ausdrückliche Vereinba-
rung hat, hängt von den jeweiligen Umständen ab. Zu berücksichtigen ist etwa die 
Wahl einer arbeitsteiligen Arbeitsform, wie sie im vorliegenden Generalplanerver-
trag erfolgt ist. Grundsätzlich gilt hier, dass sich der Oberverantwortliche – in Ab-
hängigkeit der eigenen Fachkenntnisse – umso eher auf die Arbeiten der einzelnen 
Beteiligten verlassen darf, je mehr Spezialkenntnisse gefragt sind. Das Projekt 
«Neubau ANZ» enthielt die zwei Teilprojekte Betrieb und Bau (vgl. Beilage 3 zum 
Generalplanervertrag [KB 6]). Die Gesamtverantwortung für ein Teilprojekt impli-
ziert dabei nicht, dass ein Fehler eines Beteiligten des Teilprojekts stets dem Ge-
samtverantwortlichen zur Last gelegt werden könnte. 

Die Substanziierung des Vorwurfs einer Sorgfaltspflichtverletzung setzt bei dieser 
Ausgangslage voraus, dass sich die Klägerin mit den Verantwortlichkeiten der ein-
zelnen Beteiligten befasst und die konkreten Zuständigkeiten im Zusammenhang 
mit der Abklärung des Hochwasserrisikos darlegt. Weiter wäre aufzuzeigen, wann 
die zuständigen Akteure inwiefern ihre Pflichten verletzt haben sollen. Die Klägerin 
beschränkt sich indessen über weite Strecken darauf, aus den allgemeinen Begrif-
fen «PQM», «Coaching», «Qualitätskontrolle» oder «Projekthandbuch» eine Ver-
antwortlichkeit der Beklagten herzuleiten. Dem Handelsgericht liegen etwa weder 
Protokolle der Sitzungen in den relevanten Zeiträumen vor noch Angaben zu den 
konkreten Abläufen und der Zusammenarbeit der Beteiligten. Weitere wichtige, 
auch in den Einvernahmen erwähnte Unterlagen befinden sich nicht in den Akten: 
So hat H.________ (Leiter des Generalplanerteams für die Beklagte beim Bau des 
ANZ) ausgesagt, als Basis des Risk-Managements habe man ein «Instrument» auf 
der Basis von Excel verwendet, das von der Klägerin entwickelt worden sei und in 
welches das ganze Projektleitungssitzung-Team und übergeordnete Stellen sämtli-
che möglichen, denkbaren Risiken und – falls nötig – Massnahmen eingegeben 
habe (pag. 794 Zeilen 288 ff.). Weiter sagte H.________ aus, der Q-Lenkungsplan 
(vgl. zum Begriff unten E. 36.10) sei das Projektpflichtenheft (pag. 795 Zeile 359); 
auch der Architekt F.________ bezog sich in seiner Einvernahme auf das Projekt-
pflichtenheft der Bauherrschaft, das ein sehr umfangreiches Buch gewesen sei, 
sich fortlaufend entwickelt habe und spätestens am 31. Januar 2002 vorgelegen 
habe (Protokoll vom 18. September 2018, pag. 757 Zeilen 74 ff.; AB 17). Das er-
wähnte «Excel-Instrument» bzw. dessen Inhalt und das Projektpflichtenheft hat die 
Klägerin nicht eingereicht. Sie schliesst im Wesentlichen allein aus der Funktion 
der Beklagten auf eine Sorgfaltspflichtverletzung. Soweit die Klägerin den Anforde-
rungen an die substanziierte Behauptung der Anspruchsgrundlagen nicht genügt, 
ist ihre Klage abzuweisen; im Detail ist darauf bei der Behandlung der einzelnen 
Vorwürfe einzugehen (sogleich E. 35 ff.). 

35. Zunächst ist der erste Vorwurf der Klägerin zu prüfen, die Beklagte hätte das 
Hochwasserrisiko selbst abklären müssen (Planungsfehler). Nach Ansicht der Be-
klagten wirft ihr die Klägerin damit eine Fehlplanung vor, deren Vorliegen und Fol-
gen sich nach Werkvertragsrecht richte (Rz. 194 f. Klageantwort, Rz. 378 ff. Du-
plik). 

14

35.1 Im Allgemeinen sind Leistungen, bei denen ein mess- und objektivierbarer Erfolg 
geschuldet ist, dem Werkvertragsrecht zu unterstellen; dies gilt etwa für Vorarbei-
ten, Vorstudien, Vorprojekte, Ausführungspläne und Ausschreibungsunterlagen 
(Urteile des Bundesgerichts 4A_53/2012 vom 31. Juli 2012 E. 3.4; 4A_55/2012 
vom 31. Juli 2012 E. 4.4). Eine fehlerhafte Planung liegt vor, wenn der Planer ge-
gen eine vereinbarte Pflicht verstösst oder die anerkannten Regeln der Baukunde 
verletzt (DENZLER/HOCHSTRASSER, a.a.O., N. 8.49 ff.). So ist etwa dem Ingenieur 
eine Fehlplanung vorzuwerfen, wenn er zur Projektierung einer Baugrube und zur 
Baugrubensicherung verpflichtet ist und die Bodenbeschaffenheit nicht prüft oder – 
bei fehlendem Know-How – prüfen lässt (Urteil des Bundesgerichts 4C.284/2006 
vom 7. November 2006 E. 4.4; DENZLER/HOCHSTRASSER, a.a.O., N. 8.63; RAINER 
SCHUMACHER, in: Das Architektenrecht, Gauch/Tercier [Hrsg.], 3. Aufl. 1995, 
N. 484). Der Architekt plant fehlerhaft, wenn er die örtlichen Gegebenheiten nicht 
sorgfältig abklärt und keine Massnahmen gegen eindringendes Wasser ergreift 
(DENZLER/HOCHSTRASSER, a.a.O., N. 8.65). Der Planer verletzt den Vertrag, wenn 
er bei der Projektierung und Realisierung eines Bauwerks die Erdbebensicherheit 
ausser Acht lässt; fehlerhaft ist die Planung insbesondere, wenn er die möglichen 
Gefahrenbilder nicht erarbeitet und nicht dafür sorgt, dass die erforderlichen Si-
cherheitsdispositionen getroffen werden (DENZLER/HOCHSTRASSER, a.a.O., 
N. 8.70). Die Haftung für einen Planungsfehler richtet sich nach den Bestimmungen 
des Werkvertrags (BGE 109 II 462 E. 3d S. 466; Urteile des Bundesgerichts 
4A_53/2012 vom 31. Juli 2012 E. 3.4; 4A_55/2012 vom 31. Juli 2012 E. 4.4). 

35.2 Der Vorwurf der Klägerin, die Beklagte haben entgegen einer entsprechenden ver-
traglichen Verpflichtung das Hochwasserrisiko nicht abgeklärt, weshalb das Erdge-
schoss 60 cm zu tief geplant worden sei, reiht sich ohne weiteres in die soeben 
(E. 35.1) aufgeführten Konstellationen ein. Es handelt sich dabei um Vorarbeiten 
der Projektierung. Die Klägerin selbst führte in ihrer Mängelrüge aus, der ungenü-
gende Hochwasserschutz stelle aus ihrer Sicht einen Planungsmangel dar (Schrei-
ben vom 2. Juni 2010, AB 32 S. 1 unten). Auch der Rechtsvertreter der Klägerin 
ging in seinem Schreiben vom 14. Februar 2012 (AB 11 S. 1) von der Anwendung 
von Werkvertragsrecht aus (vgl. dazu Rz. 196 Klageantwort). Die Klägerin wirft der 
Beklagten somit einen Planungsfehler vor, der zum Mangel am Bauwerk geführt 
habe, dass dieses keinen genügenden Schutz gegen Hochwasser biete. Die Beur-
teilung des behaupteten Planungsfehlers richtet sich nach Werkvertragsrecht. 

35.3 Die Klägerin verlangt von der Beklagten Schadenersatz für die Kosten, die ihr im 
Zusammenhang mit dem nachträglichen Bau eines Damms zur Verbesserung der 
Hochwassersicherheit entstanden sind. Da das Werk vorliegend in den Vorarbeiten 
der Projektierung bzw. allgemein gesprochen in der Planung besteht und nicht im 
erbauten ANZ an sich, besteht der geltend gemachte Werkmangel aus einer feh-
lerhaften Planung und handelt es sich beim behaupteten Schaden um einen Man-
gelfolgeschaden, für den der Unternehmer bei Verschulden (und bei Bejahung ei-
nes Kausalzusammenhangs zwischen dem behaupteten Mangel und dem geltend 
gemachten Schaden; vgl. PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl. 2011, N. 1855, 
N. 1863, N. 1884 ff.) Ersatz fordern kann (vgl. Art. 368 Abs. 1 und 2 OR). Ob ein 
Mangel vorliegt, beurteilt sich nach Massgabe des konkreten Vertragsinhaltes 
(BGE 114 II 239 E. 5a/aa S. 244). Entscheidend ist die Abweichung der tatsächli-

15

chen Beschaffenheit von der vertraglich geschuldeten (Urteile des Bundesgerichts 
4A_646/2016 vom 8. März 2017 E. 2.3; 4A_173/2014 vom 10. Juni 2014 E. 5.4). 

35.4 Damit stellt sich die Frage, ob die Beklagte im Rahmen ihrer Planung auch die Ab-
klärung des Hochwasserrisikos schuldete. Zunächst ist festzustellen, ob ein über-
einstimmender wirklicher Parteiwille bestand. Die Klägerin behauptet implizit einen 
solchen, indem sie ausführt, die Parteien stimmten darin überein, dass es zur Sorg-
faltspflicht eines Planers gehöre, die örtliche Gefährdung abzuklären (Rz. 23 Kla-
ge). Den Beweismitteln lässt sich nichts dazu entnehmen, ob die Parteien den Ver-
trag im Zeitpunkt des Vertragsschlusses so verstanden haben, dass sich die Be-
klagte damit zur Abklärung des Hochwasserrisikos verpflichte. Nachträgliches Par-
teiverhalten kann zwar im Rahmen der Beweiswürdigung auf einen tatsächlichen 
Willen der Parteien schliessen lassen (vgl. oben E. 30.1). Die Klägerin stützt sich 
auf ein Schreiben der Beklagten (AB 2), worin diese tatsächlich ausführt, ein «Pla-
ner hat im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht die örtliche Gefährdung abzuklären. Da-
bei stellt er in erster Linie auf folgende Planungsunterlagen ab: (…)». Die Beklagte 
wendet jedoch zu Recht ein, dass der Rechtsvertreter der Klägerin selbst in einem 
Schreiben ausgeführt habe, die Beklagte habe an einer Besprechung vom 19. April 
2011 bemerkt, Abklärungen zur Hochwassersicherheit gehörten grundsätzlich nicht 
zum Aufgabenbereich eines Generalplaners (AB 9 S. 8 unten). Das nachträgliche 
Verhalten der Beklagten ergibt somit kein so klares Bild, dass dadurch auf einen 
tatsächlichen Willen der Beklagten geschlossen werden könnte, sie habe sich mit 
dem Abschluss des Generalplanervertrags zur Abklärung des Hochwasserrisikos 
verpflichten wollen. Aufgrund der vorliegenden Beweise lässt sich somit kein über-
einstimmender wirklicher Parteiwille feststellen. 

35.5 Damit ist der Vertrag nach dem Vertrauensprinzip auszulegen. Die Zuständigkei-
ten der einzelnen Planer ergibt sich aus der Vertragsbeilage 1 zum Generalplaner-
vertrag (vgl. im Detail oben E. 31.4 ff.). Danach war die Beklagte in der Phase Vor-
projekt alleine zuständig für die Leitung des Generalplanerteams, das Erstellen des 
PQM-Planes und des Projekthandbuchs, die Prüfung des Vorprojekts und die Ko-
ordination der Planungsarbeiten. In der Phase Bauprojekt war die Beklagte alleine 
zuständig für die Leitung des Generalplanerteams und die Koordination der Pla-
nungsarbeiten. Zeitlich ist die Abklärung des Hochwasserrisikos dem Vorprojekt 
zuzuordnen, dessen Phasenziel in der Definition der optimalen baulichen Lösung 
besteht (KB 7 S. 7 oben). Denn für die optimale bauliche Lösung wäre ein Hoch-
wasserrisiko nach den Behauptungen der Klägerin einzubeziehen gewesen, indem 
die EG-Kote des Gebäudes um 60 cm höher anzusetzen gewesen wäre (vgl. 
Rz. 32.1 ff. Klage). Im Rahmen des Vorprojekts hatte die Abklärung der örtlichen 
Verhältnisse und der damit verbundenen Risiken nach Ansicht des Handelsgerichts 
im Modul 311 (Projektgrundlagen) zu erfolgen: Ziel dieses Moduls war nach dem 
(zum Vertragsbestandteil erklärten) SIA-Leistungsmodell 95 (KB 7) die Kenntnis al-
ler projektrelevanten Grundlagen. Projektrelevant sind auch Risiken. Zum Modul 
311 gehört das Organisieren und Zusammenstellen der Unterlagen betreffend To-
pographie, Baugrund, Gesetze und Verordnungen, raumplanerische und städte-
bauliche Vorgaben und ökologisches Umfeld (KB 7 S. 7). Die Abklärung des 
Hochwasserrisikos wäre hier wohl primär der Topographie und dem Baugrund zu-

16

zuordnen. Zur Beschaffung der Projektgrundlagen gehört auch das Erstellen nicht 
vorhandener Unterlagen als Projektierungsgrundlage. 

35.6 Für das Modul 311 war die Beklagten gerade nicht zuständig, weder für das Ver-
vollständigen der Unterlagen noch für das Erstellen nicht vorhandener Unterlagen, 
für die Baugrunduntersuchungen oder für das Erstellen des Nutzungs- und Sicher-
heitsplans. Für das Vervollständigen der Unterlagen und für das Erstellen nicht 
vorhandener Unterlagen war nach Vertragsbeilage 1 zum Generalplanervertrag 
primär der Architekt zuständig (Nennung in allen Ziffern [Ziff. 01-03]), zudem das 
für die Gebäudetechnik zuständige Unternehmen und (für Anpassungen / Ab-
brüche) die Bauingenieure. Somit hatte primär der Architekt dafür zu sorgen, dass 
die Unterlagen vervollständigt werden; er musste mithin deren Vollständigkeit si-
cherstellen. Die Klägerin hat nicht aufgezeigt, aus welchen konkreten vertraglichen 
Grundlagen sich eine Pflicht der Beklagten zur Abklärung des Hochwasserrisikos 
ergeben hätte. Aus den vorhandenen Beweismitteln ergibt sich, dass eine solche 
Abklärung wohl dem Architekten oblegen hätte. Die Beklagte durfte nach Treu und 
Glauben davon ausgehen, sie sei nicht zuständig für die Abklärung des Hochwas-
serrisikos. Nachdem die Beklagte somit im Rahmen der Planung keine Abklärung 
des Hochwasserrisikos schuldete, ist auch ein Planungsfehler zu verneinen. 

35.7 Die Beklagte macht geltend, selbst wenn sie vertraglich zur Abklärung des Hoch-
wasserrisikos verpflichtet gewesen wäre und ein Mangel bejaht würde, sei die 
Mängelrüge jedenfalls zu spät erfolgt, womit ein allfälliger Anspruch verwirkt sei 
(Rz. 189 ff., Rz. 201 ff. Klageantwort, Rz. 385 ff. Duplik; vgl. im Detail unten 
E. 35.9 ff.).

35.8 Auch die Geltendmachung eines Mangelfolgeschadens setzt eine rechtzeitige Rü-
ge des Mangels voraus (Urteil des Bundesgerichts 4A_55/2012 vom 31. Juli 2012 
E. 3 f., insb. E. 7.6). Nach Art. 367 Abs. 1 OR hat der Besteller, sobald es nach 
dem üblichen Geschäftsgange tunlich ist, dessen Beschaffenheit zu prüfen und den 
Unternehmer von allfälligen Mängeln in Kenntnis zu setzen. Wird das abgelieferte 
Werk vom Besteller ausdrücklich oder stillschweigend genehmigt, so ist der Unter-
nehmer von seiner Haftpflicht befreit, soweit es sich nicht um Mängel handelt, die 
bei der Abnahme und ordnungsmässigen Prüfung nicht erkennbar waren oder vom 
Unternehmer absichtlich verschwiegen wurden (Art. 370 Abs. 1 OR). Stillschwei-
gende Genehmigung wird angenommen, wenn der Besteller die gesetzlich vorge-
sehene Prüfung und Anzeige unterlässt (Art. 370 Abs. 2 OR). Treten die Mängel 
erst später zu Tage, so muss die Anzeige sofort nach der Entdeckung erfolgen, 
widrigenfalls das Werk auch bezüglich dieser Mängel als genehmigt gilt (Art. 370 
Abs. 3 OR). 

Bei der Beurteilung, ob eine Mängelrüge rechtzeitig erfolgt ist, muss auf die konkre-
ten Umstände des Einzelfalls, insbesondere auf die Art der Mängel abgestellt wer-
den. Entscheide in anderen Fällen sind deshalb nur mit Zurückhaltung heranzuzie-
hen. Grundsätzlich ist die Rügefrist kurz zu bemessen, wenn es sich um einen 
Mangel handelt, bei dem die Gefahr besteht, dass ein Zuwarten zu einem grösse-
ren Schaden führen kann (BGE 118 II 142 E. 3b S. 148 mit Hinweis). Wenn dies 
wie vorliegend nicht der Fall ist, hält das Bundesgericht eine siebentägige Rügefrist 
für angemessen (vgl. Urteile 4A_53/2012 vom 31. Juli 2012 E. 6.2; 4A_82/2008 

17

vom 29. April 2009 E. 7.1; 4C.82/2004 vom 3. Mai 2004 E. 2.3 mit Hinweis, in: Pra 
93/2004 Nr. 146 S. 828). Wie lange sich der Besteller mit der Rüge Zeit nehmen 
darf, ist nach objektiven Kriterien zu beurteilen. Der Zweck der kurzen Rügefrist 
nach Art. 370 Abs. 3 OR, d.h. das Bestreben nach rascher Schaffung von Rechts-
sicherheit, gebietet es, dass der Besteller, wenn er den Mangel einmal zuverlässig 
festgestellt hat, rasch zur Anzeige an den Unternehmer schreitet (Urteile des Bun-
desgerichts 4A_53/2012 vom 31. Juli 2012 E. 6.2; 4C.159/1999 vom 28. Juli 2000 
E. 1b/bb). 

Die Rügefrist beginnt mit der Entdeckung des Mangels zu laufen. Nach der Recht-
sprechung gilt ein Mangel erst als entdeckt, wenn der Besteller davon solche 
Kenntnis erlangt hat, dass er eine genügend substanziierte Rüge erheben kann. 
Bei Mängeln, die nach und nach zum Vorschein kommen, weil sie in ihrer Ausdeh-
nung oder Intensität wachsen, genügen dafür noch nicht die ersten Anzeichen. Bei 
solchen Mängeln darf deshalb eine Entdeckung erst angenommen werden, wenn 
der ernsthafte Charakter des Zustandes deutlich wird und der Besteller die Bedeu-
tung und Tragweite der Mängel erfassen kann (BGE 131 III 145 E. 7.2; 118 II 142 
E. 3b S. 148 f.). 

Will der Besteller aus Art. 370 Abs. 3 OR Rechte ableiten, so hat er nach der all-
gemeinen Regel des Art. 8 ZGB die Rechtzeitigkeit der Rüge darzutun. Dazu 
gehört auch der Beweis, wann der gerügte Mangel für ihn erkennbar geworden ist, 
wie und wem er ihn mitgeteilt hat (BGE 107 II 172 E. 1a S. 176; 118 II 142 E. 3a 
S. 147; Urteil des Bundesgerichts 4A_252/2010 vom 25. November 2010 E. 6.2). 

35.9 Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass sie im Generalplanervertrag keine von 
der gesetzlichen Regelung abweichende Vereinbarung getroffen haben (Rz. 202 ff. 
Klageantwort, Rz. 111 ff. Replik) und die Mängelrüge der Klägerin mit Schreiben 
vom 2. Juni 2010 (AB 32) an die Beklagte erfolgte (Rz. 24 Klageantwort, Rz. 115.4 
Replik). Die Beklagte ist der Ansicht, diese Mängelrüge sei zu spät erfolgt. Die Klä-
gerin habe nach ihren eigenen Ausführungen schon im Jahr 2007 vom AWEL er-
fahren, dass das ANZ «hochwassertechnisch» gesehen ein Sonderobjekt sei, das 
einen Schutz gegen Hochwasserereignisse der Kategorie HQ300 erfordere (Rz. 395 
Duplik). Ein Hochwasser HQ300 bedeutet ein Hochwasserereignis mit der Abflusss-
pitze Q, die mit einer bestimmten Jährlichkeit (hier: alle 300 Jahre) zu erwarten ist 
(AB 8 S. 16). Spätestens aber nach dem Q.________-Bericht von 2008, mit wel-
chem für eine 300-jährliche Wiederkehrperiode die Hochwassergefährdung als 
«vorhandenes Problem» erkannt worden sei, hätte die Klägerin untrügliche Anzei-
chen für einen Mangel gehabt (Rz. 403 Duplik). 

35.10 Die Klägerin macht geltend, Klarheit über die volle Bedeutung und Tragweite der 
Mangelhaftigkeit habe erst das Gutachten der P.________ GmbH vom August 
2010 gebracht (Rz. 115.4 Replik). Der Gutachter Dr. R.________ habe die Klägerin 
schon vor Ablieferung des Gutachtens telefonisch darüber unterrichtet, dass nach 
seiner vorläufigen Beurteilung die Gefährdungssituation wesentlich ernsthafter sei, 
als dies nach dem Bericht der Q.________ der Fall sei (a.a.O.; vgl. auch Rz. 18.1 
Klage). Gestützt auf diese vorläufige Beurteilung habe die Klägerin den Mangel be-
treffend Hochwassersicherheit mit Schreiben vom 2. Juni 2010 gerügt und sei da-
mit ihren Rügeobliegenheiten in zeitlicher Hinsicht nachgekommen (a.a.O.). In der 

18

Replik zum Schlussvortrag der Beklagten hat die Klägerin nochmals geltend ge-
macht, der Werkmangel sei ihr in seinem ganzen Ausmass erst mit dem 
P.________-Bericht klar geworden (pag. 806 erster Absatz a.E.). 

35.11 Die Beklagte bestreitet, dass das von der Klägerin behauptete Telefongespräch 
stattgefunden hat (Rz. 271 ff. Klageantwort, Rz. 398 ff. Duplik). Die Klägerin habe 
keine Angaben dazu gemacht, wann und mit wem dieses Telefonat angeblich ge-
führt worden sei (Rz. 398 Duplik). Es handle sich um eine reine Schutzbehauptung. 
Es sei auch nicht logisch, dass ein Gutachter ein vorläufiges Ergebnis bekanntge-
be, obwohl er die Untersuchungen erst drei Monate später abschliesse (Rz. 400 
Duplik). Die Klägerin habe zudem in ihrem Schreiben vom 2. Juni 2010 betreffend 
Mängelrüge als Begründung für den Zeitpunkt des Schreibens auf die drohende 
Verjährung am 30. Juni 2010 verwiesen (Rz. 402 Duplik). Sie habe offensichtlich 
übersehen, dass Rügefrist und Verjährungsfrist nicht zusammenfallen würden. 

35.12 Die Klägerin offeriert für ihre Behauptung, der Gutachter Dr. R.________ habe sie 
bereits vor Ablieferung seines Gutachtens telefonisch über die ernsthafte Gefähr-
dungssituation unterrichtet, in der Klage (Rz. 18.1) lediglich das Gutachten der 
P.________ GmbH und in der Replik (Rz. 115.4) gar kein Beweismittel. Die bestrit-
tene Behauptung ist daher unbewiesen. Deshalb sei nur am Rande angemerkt, 
dass die Behauptung der Klägerin, sie habe sich aufgrund eines Telefongesprächs 
mit Dr. R.________ zur Mängelrüge veranlasst gesehen, schon aus folgendem 
Grund nicht glaubwürdig ist: Die Klägerin begründet ihre Mängelrüge im Schreiben 
vom 2. Juni 2010 (AB 32) damit, die ihr derzeit vorliegenden Informationen und Ab-
klärungen würden darauf hindeuten, dass das ANZ nicht einmal gegen ein 50-
jährliches Hochwasserereignis (HQ50) ausreichend geschützt sei. Dr. R.________ 
kam in seinem Gutachten jedoch zum Schluss, selbst bei einem Hochwasser HQ100 
seien noch keine wesentlichen Probleme zu erwarten (KB 15 S. 20). Wahrscheinli-
cher ist, dass sich die Klägerin auf den Bericht der Q.________ vom 7. November 
2007 stützte, wonach «die Eindolung des Bachs S.________ im Osten der Lande-
bahn (…) selbst die Wassermengen aus einem 50-jährlichen Regenereignis nicht 
zu schlucken [vermöge]» (KB 12 S. 6 oben). Es ist daher nicht plausibel, dass sich 
die Klägerin in ihrem Schreiben auf Informationen von Dr. R.________ stützte und 
diese zum Anlass für die Mängelrüge nahm. 

35.13 Beim behaupteten Mangel der ungenügenden Hochwassersicherheit handelt es 
sich nicht um einen in seiner Ausdehnung oder Intensität wachsenden Mangel. Der 
Mangel gilt daher als entdeckt, wenn der Besteller davon solche Kenntnis erlangt 
hat, dass er eine genügend substanziierte Rüge erheben kann. Zwischen den Par-
teien ist unbestritten, dass die Mängelrüge mit Schreiben vom 2. Juni 2010 genü-
gend substanziiert erfolgte. In ihrem (zweiten) Bericht vom 28. November 2008 
kam die Q.________ zum Schluss, die «aus dem Nahbereich des A.________-
Zentrums anfallenden Regenwassermengen 300-jährlicher Wahrscheinlichkeit 
[könnten] zu Überschwemmungen» führen und nebst «der Flutung von Gelände-
vertiefungen und tiefer gelegenen Gebäudebereichen wie Notausstiege und Zu-
fahrten» könne auch «über das Gitterrost im süd-westlichen Teil des A.________-
Gebäudes Wasser in den Kellergeschossen eindringen, das zur Beeinträchtigung 
von betriebswichtigen Maschinen und Anlagen führt» (KB 14 S. 20 Ziff. 10 a.E.). 

19

Damit verfügte die Klägerin bereits mit dem zweiten Q.________-Bericht vom 
28. November 2008 über eine genügende Grundlage, um den behaupteten Mangel 
substanziiert zu rügen. Die Klägerin hat nicht bewiesen, dass sie sich erst aufgrund 
eines Vorkommnisses, das sich nach Ablieferung des zweiten Q.________-
Berichtes ereignete, in der Lage zur Erhebung ihrer (substanziierten) Mängelrüge 
sah. Damit hat die Klägerin auch die Rechtzeitigkeit ihrer Mängelrüge nicht be-
wiesen. 

35.14 Fazit zum ersten Vorwurf der Klägerin, die Beklagte hätte das Hochwasserrisiko 
selbst abklären müssen (Planungsfehler): Die Beklagte durfte nach Treu und Glau-
ben davon ausgehen, sie sei nicht zuständig für die Abklärung des Hochwasserrisi-
kos. Zudem gilt das Werk mangels rechtzeitiger Mängelrüge ohnehin als geneh-
migt, womit die Beklagte von ihrer Haftpflicht – sollte sie denn haften – befreit ist. 

36. Der zweite Vorwurf der Klägerin lautet dahin gehend, dass die Beklagte die Ab-
klärung des Hochwasserrisikos (durch andere Vertragspartner) hätte überwachen 
und wenn nötig für eine Abklärung hätte sorgen müssen (Überwachungsfehler). 

36.1 Als vertragliche Grundlage für die behaupteten Pflichten der Beklagten gibt die 
Klägerin an, die Beklagte sei nach dem Generalplanervertrag für das «Projektbe-
zogene Qualitätsmanagement (PQM)» verantwortlich gewesen und habe das Pro-
jekthandbuch erstellen und umsetzen müssen (Rz. 25.2 Klage). Sie verweist zu 
diesem Thema auf ihre weiteren Ausführungen in Rz. 25.3.2 der Klage. Diese be-
ziehen sich allerdings auf das erste Projekthandbuch (Version 0) vom 4. Oktober 
2002. Zu diesem Zeitpunkt war die Baubewilligung für das ANZ bereits erteilt (oben 
E. 25.8: Erteilung Baubewilligung am 16. September 2002). Damit war der Gene-
ralplanervertrag vom 3./16. Mai 2001 bereits erfüllt, waren doch Inhalt dieses Ver-
trags die Planungsphasen Vorprojekt und Bauprojekt mit dem Phasenziel einer 
rechtskräftigen Baubewilligung (oben E. 25.4; aus den Akten ergibt sich kein Hin-
weis darauf, dass die Baubewilligung Gegenstand eines Rechtsmittelverfahrens 
gewesen wäre). 

In der Replik (pag. 119 ff.) ergänzt die Klägerin, die Beklagte habe ihre Pflicht zur 
Leitung des Generalplanerteams verletzt sowie die Pflicht, das PQM, das Risk-
Management und das Projekthandbuch zu erstellen und umzusetzen (Rz. 35 Re-
plik). Die Beklagte sei darauf zu behaften, dass das Risk-Management einen inte-
grierten Bestandteil des PQM bilde (Rz. 38.2.2 Replik). Sie habe sich verpflichtet, 
das PQM sowie das Projekthandbuch zu erstellen und zusammen mit den Mass-
nahmen zur Qualitätssicherung auch umzusetzen (Rz. 38.2.3 Replik). Zudem bilde 
das Mandat «Projektleitung A.________-Neubau» (Vertragsbeilage 6 in KB 5) Be-
standteil des Generalplanervertrags (vgl. Ziff. 5 Generalplanervertrag); danach un-
terstütze die Beklagte als Baumanagement-Expertin den Projektleiter bei der Erfül-
lung seiner Aufgaben und organisiere als Projektcoach das effiziente Zusammen-
wirken des Projektteams, das Projektcontrolling, die Qualitätskontrolle und das 
Risk-Management (Rz. 112 Replik). 

36.2 Die Beklagte wirft der Klägerin vor, sie habe ungenügend substanziiert, welche 
Pflichten welches Vertrags die Beklagte genau verletzt habe (Rz. 15 ff., Rz. 77 ff. 
Klageantwort). Im Rahmen des PQM sei es Sache des Auftraggebers, die Risiken 

20

zu analysieren und im Q-Lenkungsplan (Projektpflichtenheft, nicht zu verwechseln 
mit dem Projekthandbuch) zu definieren (Rz. 87 Klageantwort). Diese Verantwor-
tung verbleibe stets beim Auftraggeber. Es sei nicht Aufgabe der Beklagten gewe-
sen, im Rahmen des PQM anstelle der Klägerin zu analysieren, welche betriebli-
chen Risiken mit dem Projekt der Klägerin als Auftraggeberin verbunden seien 
(Rz. 88 Klageantwort). Dies werde auch im Projekthandbuch Version 0 (KB 27), 
Projekthandbuch Version 1 (KB 28) und im Merkblatt 2007 «Qualität im Bauwesen» 
(KB 29) bestätigt (Rz. 89 ff. Klageantwort). Ohnehin handle es sich beim PQM und 
beim Risikomanagement um reine Organisationstools; Verpflichtungen bauinhaltli-
cher Art des Gesamtleiters würden dadurch nicht geschaffen (Rz. 38 f. Duplik). 

36.3 Bei der von der Klägerin geltend gemachten vertraglichen Pflicht zur Koordination 
und Überwachung steht eher das sorgfältige Tätigwerden als ein bestimmter, 
mess- und objektivierbarer Arbeitserfolg in Form eines (körperlichen oder geistigen) 
Werks im Vordergrund. Die Klägerin hatte danach nicht selbst ein Werk zu erstel-
len, sondern bloss die Planer zu überwachen, welche ihrerseits das (nach Werkver-
trag geschuldete) Werk zu erstellen hatten. Damit richten sich die Folgen einer all-
fälligen Verletzung der behaupteten Pflichten wohl nach Auftragsrecht (so auch 
die Klägerin, Rz. 106.3 Replik). Die rechtliche Qualifikation kann aber letztlich of-
fenbleiben, wenn die Beklagte gar keine entsprechenden vertraglichen Pflichten 
hatte oder diese jedenfalls nicht verletzt hat (dazu sogleich E. 36.4 ff.). 

36.4 Zunächst stellt sich die Frage nach einem übereinstimmenden wirklichen Parteiwil-
len. Den Beweismitteln lässt sich nichts dazu entnehmen, ob die Parteien den Ver-
trag im Zeitpunkt des Vertragsschlusses so verstanden haben, dass sich die Be-
klagte damit verpflichtet habe, die Abklärung des Hochwasserrisikos zu überwa-
chen. Die Klägerin behauptet auch einzig implizit einen übereinstimmenden wirkli-
chen Parteiwillen zur Verpflichtung der Beklagten, die örtliche Gefährdung (selbst) 
abzuklären (vgl. Rz. 23 Klage); dies betrifft indessen den Planungsfehler (oben 
E. 35) und nicht den Überwachungsfehler. Aufgrund der vorliegenden Beweise 
lässt sich kein übereinstimmender wirklicher Parteiwille feststellen. 

36.5 Damit ist der Vertrag nach dem Vertrauensprinzip auszulegen. Es ist mithin da-
nach zu fragen, ob die Beklagte die Willensäusserung der Klägerin nach den ge-
samten Umständen nach Treu und Glauben so verstehen musste, dass ihr die 
Überwachung von Abklärungen zum Hochwasserrisiko obliegt. Die Klägerin sieht 
die Vertragsgrundlage dafür in der Verpflichtung der Beklagten, das PQM, das 
Risk-Management (als Bestandteil des PQM) und das Projekthandbuch zu erstel-
len und umzusetzen, den Projektleiter zu unterstützen und als Projektcoach das ef-
fiziente Zusammenwirken des Projektteams, das Projektcontrolling, die Qualitäts-
kontrolle und das Risk-Management zu organisieren (vgl. oben E. 36.1). 

36.6 Die Aufgaben der verschiedenen Planer wurden bereits oben bei der Prüfung des 
Vorwurfs eines Planungsfehlers ausgeführt (oben E. 35.5). Daraus ergibt sich, dass 
die Parteien eine arbeitsteilige Ausführung der geschuldeten Leistungen vereinbart 
haben. Die Beklagte hatte nicht die Projektgrundlagen zu erarbeiten, sondern ledig-
lich zu sammeln und die Arbeiten zu koordinieren. 

21

36.7 Fraglich ist nun, ob die Beklagte vertraglich auch verpflichtet war, die gesammelten 
und koordinierten Arbeitsergebnisse der anderen Planer inhaltlich zu überprüfen. 
Die Klägerin leitet diese Pflicht aus allgemeinen Begriffen wie PQM (projektbezo-
genes Qualitätsmanagement), Projektcontrolling, Qualitätskontrolle und Risk-
Management ab. Konkret verweist sie einzig (zur Auslegung des Begriffs PQM) auf 
das SIA-Merkblatt 2007 zur Qualität im Bauwesen, Ausgabe 2001 (nachfolgend: 
Merkblatt 2007; KB 29; Vorgängerversion KB 45). Das dritte Kapitel des Merkblatts 
2007 befasst sich mit dem Projektbezogenen Qualitätsmanagement (PQM). Darin 
wird die Durchführung einer Risikoanalyse, -bewertung und -beurteilung empfoh-
len; dazu wird auf eine Checkliste im Anhang verwiesen (S. 27). Die Checkliste 
empfiehlt für grössere und/oder komplexe Projekte eine vertiefte Risikoanalyse. 
Unter den Stichworten zu möglichen Risikofaktoren wird unter «Umwelt, Ökologie» 
das «Hochwasserrisiko» aufgeführt. Daraus leitet die Klägerin ab, die Beklagte hät-
te sicherstellen müssen, dass dieses Projektrisiko ermittelt und beurteilt wird 
(Rz. 55.2 Replik). 

36.8 Die Beklagte bestreitet die Anwendbarkeit des Merkblatts 2007; dieses sei nicht 
Vertragsbestandteil (Rz. 108 Klageantwort, Rz. 160 und Rz. 239 Duplik). Jedenfalls 
aber sei es danach Sache des Auftraggebers, die Risiken mit Blick auf das konkre-
te Projekt zu analysieren und im Q-Lenkungsplan zu definieren (Rz. 87 ff., Rz. 93 
Klageantwort). Die Checkliste richte sich an den Auftraggeber (Rz. 81, Rz. 106 ff. 
Klageantwort). 

36.9 Die Parteien haben die Geltung des Merkblatts 2007 nicht konkret vereinbart. Das 
Merkblatt gehört zum SIA-Normenwerk (vgl. KB 29 S. 2). Die Parteien haben im 
Generalplanervertrag (KB 6) zur Reihenfolge der verschiedenen Vertragsbestand-
teile vereinbart, in erster Linie seien die Bestimmungen der Vertragsurkunde mit 
den Beilagen massgebend (Ziff. 5 Vertrag). Erst in zweiter Linie ist etwa die «SIA 
Norm V 112, Ausgabe 1996» anwendbar (Ziff. 5 Vertrag). Nachdem nach Ausle-
gung der Beilage 1 des Vertrags primär der Architekt für die Abklärung des Hoch-
wasserrisikos zuständig war (vgl. oben E. 35.6), vermag das Merkblatt 2007 daran 
jedenfalls nichts zu ändern. Eine Zuständigkeit der Beklagten ergibt sich aus dem 
Merkblatt 2007 ohnehin nicht; vielmehr wäre danach die Klägerin zuständig für die 
Abklärung des Hochwasserrisikos, wie sich aus der nachfolgenden Erwägung er-
gibt. 

36.10 Wie die Beklagte zutreffend vorbringt, gehört die «Durchführung der Risikoanalyse, 
Risikobewertung und Risikobeurteilung sowie deren phasenweise Überprüfung» 
gemäss dem Merkblatt 2007 zu den Aufgaben des Auftraggebers (KB 29 S. 32 
oben, vgl. auch Schema S. 25). Nach dem von der Klägerin selbst eingereichten 
und angerufenen Merkblatt 2007 wäre somit die Analyse, Bewertung und Beurtei-
lung des Risikos «Hochwasser» Sache der Klägerin gewesen. Sie bringt zwar vor, 
die Beklagte habe das PQM und das Risk-Management für sie übernommen (Her-
vorhebung im Original, Rz. 55.1 Replik; vgl. auch Rz. 25.3.3, Rz. 29 Klage). Dieses 
Argument ändert aus drei Gründen nichts an der Zuständigkeit der Klägerin 
(gemäss Merkblatt) für die Analyse, Bewertung und Beurteilung des Risikos 
«Hochwasser»: Erstens stammt das Zitat der Klägerin (Übernahme des PQM) aus 
dem Projekthandbuch Version 1 vom 31. März 2003; daraus lässt sich für die (zeit-

22

lich vorangehende) Phase des Generalplanervertrags nichts ableiten. Zweitens 
gehören sowohl Risikoanalyse und -bewertung wie auch Risikobeurteilung nach 
dem Merkblatt noch gar nicht zum PQM (KB 29 S. 25 Schema: vgl. Inhalt PQM in-
nerhalb des gepunkteten Rahmens). Drittens ist eine Delegation der Risikoanalyse, 
-bewertung und -beurteilung im Merkblatt 2007 nicht vorgesehen. Dass die Mög-
lichkeit einer Delegation – wenn eine solche bestehen würde – im Merkblatt aus-
drücklich erwähnt würde, zeigt sich im Kapitel zum sog. Q-Lenkungsplan, dessen 
Ausarbeitung gemäss ausdrücklicher Regelung im Merkblatt an den Gesamtleiter 
delegiert werden kann (KB 29 S. 28 unten). Im Übrigen hilft der Klägerin auch nicht 
weiter, dass die Ausarbeitung des Q-Lenkungsplans (worin die Projektanforderun-
gen und deren Gewichtung festlegt werden wie auch die Risikostrategie; KB 29 
S. 28 oben) an den Gesamtleiter delegiert werden kann. Eine solche Delegation ist 
in Bezug auf den Generalplanervertrag nicht substanziiert behauptet, wobei der Q-
Lenkungsplan ohnehin auf die Ergebnisse der (von der Auftraggeberin durchzu-
führenden) Risikoanalyse, -bewertung und -beurteilung abstellen würde, die Ver-
antwortung für den Q-Lenkungsplan gemäss dem Merkblatt selbst bei einer Dele-
gation beim Auftraggeber verbleibt und fraglich ist, ob die Beklagte überhaupt «Ge-
samtleiterin» war. Nach dem Merkblatt 2007 zum PQM wäre somit die Klägerin für 
die Abklärung des Hochwasserrisikos zuständig gewesen. 

36.11 Nachdem das Merkblatt 2007 somit keine Grundlage für eine Verpflichtung der 
Beklagten bietet, die gesammelten und koordinierten Arbeitsergebnisse der ande-
ren Planer inhaltlich zu überprüfen, ist eine Haftung der Beklagten nicht dargetan. 
Die Klägerin zeigt nicht auf, wer denn ihrer Ansicht nach für eine Abklärung des 
Hochwasserrisikos zuständig gewesen wäre, inwiefern die zuständige Person das 
Hochwasserrisiko ungenügend abgeklärt habe und inwiefern dies auf eine unsorg-
fältige Überwachung durch die Beklagte zurückzuführen sei. Sie begnügt sich da-
mit, in allgemeiner Weise geltend zu machen, die Beklagte hätte für eine (den aus 
heutiger Sicht bestehenden Anforderungen der Klägerin genügende) Abklärung 
des Hochwasserrisikos sorgen müssen. Die Beklagte brachte zwar ihrerseits vor, 
der Architekt F.________ und der Geologe I.________ hätten die Hochwasserrisi-
ken abgeklärt (Rz. 112 Klageantwort), woraufhin die Klägerin dies bestritt und in 
Bezug auf das Geotechnische Institut monierte, die Beklagte hätte in ihrem Auftrag 
zur Abklärung des Baugrundes explizit auch eine Abklärung des Hochwasserrisikos 
fordern müssen (Rz. 58, Rz. 60 Replik). Die Klägerin macht gleich anschliessend 
aber wiederum pauschal geltend, die Beklagte hätte dafür sorgen müssen, dass 
«die Hochwasserrisiken von dem dafür eingesetzten Spezialisten gewissenhaft und 
mit der gebotenen Sorgfalt abgeklärt werden». Nach Auslegung des Generalpla-
nervertrags war primär der Architekt für die Abklärung des Hochwasserrisikos zu-
ständig (vgl. oben E. 35.6); diesem oblag die Überprüfung der Vollständigkeit der 
Projektgrundlagen. Der Beklagten hätte damit höchstens die «Überprüfung dieser 
Überprüfung» zukommen können. Ob offensichtliche Überprüfungslücken vorlagen, 
lässt sich indessen ohne Kenntnis der konkreten Arbeitsabläufe und Arbeitsergeb-
nisse nicht beurteilen. Die Klägerin legt nicht dar, inwiefern der Beklagten hätte auf-
fallen müssen, dass ein Hochwasserrisiko bestanden habe und dieses näher hätte 
abgeklärt werden müssen. Damit kommt die Klägerin ihrer Pflicht zur substanziier-
ten Behauptung der Vertragsverletzung nicht nach. Bei einem Vorwurf unsorgfälti-

23

ger Überwachung geht es nicht an, wie bei einem Werkvertrag auf den ausbleiben-
den Erfolg abzustellen und gewissermassen aus dem (behaupteten) ungenügen-
den Ergebnis zu schliessen, die Überwachung habe nicht ausgereicht. 

36.12 Abschliessend sei noch erwähnt, dass die Klägerin mit der behaupteten Vertrags-
verletzung durch ungenügende Überwachung eine unzulässige Sicht ex post ein-
nimmt, indem sie aus ihrer heutigen Überzeugung, der Hochwasserschutz sei beim 
Bau des ANZ nicht ausreichend berücksichtigt worden, auf eine ungenügende 
Überwachung durch die Beklagte schliesst. Zudem berücksichtigt sie nicht, dass 
zwischen den Planern nach dem Generalplanervertrag gerade keine Solidarhaftung 
besteht. Die vertraglich nicht gewollte Solidarhaftung kann nicht über den Umweg 
einer «Gesamtverantwortung» der Beklagten als Leiterin des Generalplanerteams 
herbeigeführt werden. Die Beklagte übernahm keine Garantie für die Vollständig-
keit der von den anderen Planern gelieferten Arbeitsergebnisse. Sie war nach dem 
Generalplanervertrag (nur, aber immerhin) verpflichtet, die Interessen der Klägerin 
nach bestem Wissen und Können und unter Beachtung des allgemein anerkannten 
Wissensstandes ihres Fachgebietes zu wahren (Ziff. 16.1 Generalplanervertrag, 
KB 6; vgl. dazu Rz. 123 Klageantwort). Die Beklagte musste zwar einen Grobüber-
blick behalten und nötigenfalls auf eine vollständige Abklärung und Dokumentation 
hinwirken, war aber weder verpflichtet noch in der Lage, für jeden Teilbereich eine 
Plausibilitäts- und Vollständigkeitsprüfung durchzuführen. Sie durfte sich im Rah-
men der vereinbarten Arbeitsteilung grundsätzlich darauf verlassen, dass die ver-
schiedenen Fachleute ihre Aufgaben sorgfältig erfüllen; vorbehalten bleiben offen-
sichtliche Lücken, die der Beklagten hätten auffallen müssen. Dass vorliegend 
(nach den Kenntnissen zum damaligen Zeitpunkt) eine offensichtliche Lücke vorge-
legen hätte, ist nicht dargetan. 

36.13 Fazit zum zweiten Vorwurf der Klägerin, die Beklagte hätte die Abklärung des 
Hochwasserrisikos (durch andere Vertragspartner) überwachen und wenn nötig für 
eine Abklärung sorgen müssen (Überwachungsfehler): Nach dem von der Klägerin 
angerufenen, aber nicht massgebenden SIA-Merkblatt 2007 wäre die Klägerin 
selbst für die Abklärung des Hochwasserrisikos zuständig gewesen. Im Übrigen 
beschränkt sich die Klägerin darauf, eine ungenügende Überwachung pauschal zu 
behaupten. Sie nimmt dabei eine unzulässige Sicht ex post ein und berücksichtigt 
nicht, dass zwischen den Planern nach dem Generalplanervertrag keine Solidar-
haftung besteht. Die Beklagte durfte sich im Rahmen der vereinbarten Arbeitstei-
lung grundsätzlich darauf verlassen, dass die verschiedenen Fachleute ihre Aufga-
ben sorgfältig erfüllen. Ein Überwachungsfehler ist nicht dargetan. 

37. Schliesslich macht die Klägerin geltend, die Beklagte hätte die Klägerin darauf hin-
weisen müssen, dass sich aufgrund der noch nicht vorhandenen Gefahrenkartie-
rung in der Gemeinde Y.________ ohne eine Einzelabklärung durch einen Fach-
mann nichts über die Hochwassergefährdung sagen lasse und dieser Punkt 
grundsätzlich ein Risiko darstelle (Beratungsfehler; Rz. 66.3 Replik). Dies gelte 
umso mehr, als sich in unmittelbarer Nähe zum ANZ der Bach S.________ und 
damit ein offenes Fliessgewässer befinde (a.a.O.). 

24

37.1 Die behauptete unterbliebene Beratung ist lediglich dann relevant, wenn die Kläge-
rin bei erfolgtem Hinweis durch die Beklagte tatsächlich weitere Abklärungen zum 
Hochwasserrisiko getätigt und letztlich das Bauprojekt angepasst hätte. Dieser hy-
pothetische Kausalzusammenhang ist indessen zu verneinen; es wird hier auf die 
Ausführungen unten in E. 38 verwiesen. 

37.2 Im Übrigen wäre aus den nachfolgenden Gründen auch eine Vertragsverletzung 
(Sorgfaltspflichtverletzung) zu verneinen. 

37.2.1 Wie beim geltend gemachten Überwachungsfehler steht auch beim behaupteten 
Beratungsfehler das sorgfältige Tätigwerden im Vordergrund und nicht ein be-
stimmter, mess- und objektivierbarer Arbeitserfolg in Form eines (körperlichen oder 
geistigen) Werks (vgl. oben E. 36.3). Die Klägerin wirft der Beklagten denn auch 
implizit eine Verletzung ihrer Sorgfaltspflicht vor. Anwendbar ist somit Auftrags-
recht. Nach Art. 398 Abs. 2 OR haftet der Beauftragte für getreue und sorgfältige 
Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts. 

37.2.2 Die Verletzung der Sorgfaltspflicht wegen unterbliebener Beratung setzt voraus, 
dass die Beklagte einen Beratungsbedarf bei der Klägerin erkennen konnte (vgl. 
zur Voraussetzung der Erkennbarkeit etwa Urteile des Bundesgerichts 
4A_137/2015 vom 19. August 2015 E. 6.3; 4A_679/2010 vom 11. April 2011 
E. 6.5.1). Die Klägerin wirft der Beklagten vor, diese hätte die noch nicht vorhande-
ne Gefahrenkartierung in der Gemeinde Y.________ zum Anlass nehmen müssen, 
die Klägerin auf die potentielle Hochwassergefährdung hinzuweisen. Allgemein gilt: 
Je höher das Hochwasserrisiko ist, desto eher ist erkennbar, dass die Bauherrin 
einer Beratung bedarf und auf die Frage des Hochwasserschutzes hinzuweisen ist, 
wenn sie sich nicht selbst damit befasst und ein Ziel für den Schutz des Gebäudes 
gegen Hochwasser festlegt (Schutzziel). Je geringer ein Hochwasserrisiko aber ist, 
desto eher liegt es im Verantwortungsbereich der Bauherrin, ein höheres Schutz-
ziel zu definieren, wenn sie ein solches wünscht. Ist das Risiko z.B. sehr klein, 
wünscht die Bauherrin aber einen Schutz gar gegen ein Extremsthochwasser 
(EEQ), so ist es ihre Aufgabe, ein entsprechendes Schutzziel zu definieren und be-
kanntzugeben; tut sie dies nicht, ist für die Planer nicht erkennbar, dass das Ge-
bäude den Anforderungen der Bauherrin an den Hochwasserschutz nicht genügt. 
Vorliegend musste die Beklagte weder von einem (Handlungsbedarf indizierenden) 
Hochwasserrisiko ausgehen noch musste sie erkennen, dass die Klägerin ein 
höheres Schutzziel definieren würde, wenn sie auf die Problematik Hochwasser-
schutz aufmerksam gemacht würde. Denn erstens durfte sich die Beklagte im 
Rahmen der vereinbarten Arbeitsteilung grundsätzlich – vorbehalten: offensichtli-
che Lücken – darauf verlassen, dass die verschiedenen Fachleute ihre Aufgaben 
sorgfältig erfüllen und somit ein Hochwasserrisiko erkannt hätten (vgl. oben 
E. 36.12). Offensichtliche Lücken sind nicht dargetan. Zweitens wusste die Beklag-
te zwar, dass es sich beim ANZ um ein komplexes technisches Werk handelte. Sie 
musste aber bei der vereinbarten arbeitsteiligen Organisation nicht alle im Gutach-
ten E.________ (pag. 452 ff.; vgl. dazu unten E. 38.6) aufgezeigten Konsequenzen 
kennen, welche ein (durch ein Hochwasser allenfalls möglicher) Ausfall des ANZ 
hätte. Spezifische betriebliche Erfordernisse waren hier durch die Teilprojektleitung 
(nachfolgend: TPL) Betrieb einzubringen (dazu sogleich E. 37.2.4). Die Beklagte 

25

konnte somit einen zusätzlichen Beratungsbedarf bei der Klägerin nicht erkennen. 
Dass neben dem ANZ ein offenes Fliessgewässer (Bach S.________) liegt, war 
der Klägerin zudem genauso bekannt wie der Beklagten; ein erkennbarer Bera-
tungsbedarf ergibt sich aus diesem Umstand nicht. 

37.2.3 Im Übrigen ist der Vorwurf der Klägerin unsubstanziiert. Sie behauptet lediglich, die 
Beklagte hätte sie auf die noch nicht vorhandene Gefahrenkartierung hinweisen 
müssen, ohne darzulegen, woraus sich eine solche vertragliche Pflicht ergeben 
hätte.

37.2.4 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Festlegung des Schutzziels in Bezug 
auf den Hochwasserschutz und die sich in diesem Zusammenhang stellenden Fra-
gen ohnehin nicht in den Zuständigkeitsbereich der Beklagten fielen. Wie bereits 
ausgeführt (E. 37.2.2), sind die Projektanforderungen grundsätzlich von der Bau-
herrin zu formulieren. Das Schutzziel ergibt sich zudem aus den betrieblichen Er-
fordernissen des ANZ. Mithin war es primär der Teilprojektleiter Betrieb, welcher für 
die Fragen zuständig war, was bei Ausfall eines Betriebsteils geschieht und wel-
ches Ausfallrisiko hinnehmbar ist. So kamen etwa Änderungen und Ergänzungen 
des Projektpflichtenhefts nach den Aussagen von H.________ denn auch primär 
vom Betrieb (pag. 796 Zeilen 389 f.). Der Teilprojektleiter Betrieb hat auch das Ex-
cel-Instrument zum Risikomanagement konfiguriert (pag. 794 Zeilen 286-296). 
H.________ hat weiter ausgesagt, man habe nachträglich Erschütterungsmessun-
gen gemacht, weil die Luftwaffe Bedenken gehabt habe, die mit dem Bau des ANZ 
verbundenen Erschütterungen könnten zum Ausfall eines Systems führen 
(pag. 797 f. Zeilen 448-451, 462-473). Dabei handelt es sich um betriebliche Anfor-
derungen; die Luftwaffe war in der Teilprojektleitung Betrieb vertreten, nicht aber in 
der (von der Beklagten geleiteten) Teilprojektleitung Bau oder im Generalplaner-
team (Organigramm Beilage 3 zum Generalplanervertrag, KB 6). Als Beispiel für 
eine betriebliche Risikovorgabe sei auch die Aussage des Zeugen F.________ er-
wähnt, wonach die sensiblen Räume in die Mitte des Gebäudes gelegt worden sei-
en, um sie vor Beschuss zu schützen (Protokoll vom 18. September 2018, pag. 757 
Zeilen 48-52). Schliesslich war es auch eine Anforderung der «TPL-Betrieb», die 
Verbindungstüre zwischen der Haustechnikzentrale und dem Parkgeschoss im Un-
tergeschoss des Gebäudes A (neu) in einer wasserdichten Ausführung vorzusehen 
(AB 27 S. 1 oben; Änderungsantrag der Klägerin aus dem Jahr 2004). Dies ist ein 
Hinweis darauf, dass sich die Teilprojektleitung Betrieb tatsächlich mit den Anforde-
rungen an den Hochwasserschutz beschäftigte. Wie sich aus der Vertragsbeilage 3 
zum Generalplanervertrag (KB 6) und aus S. 3 f. des Mandats Projektleitung 
A.________-Neubau (Beilage 6 in KB 5; gemäss Ziff. 5.2 des Generalplanerver-
trags [KB 6] Bestandteil dieses Vertrags) ergibt, wurde nur der Teilprojektleiter Bau 
von der Beklagten gestellt, der Teilprojektleiter Betrieb aber von der Klägerin 
selbst. Der Beklagten kann nicht vorgehalten werden, sie hätte im Zuständigkeits-
bereich des Teilprojekts Betrieb nach möglichen (betrieblichen) Anforderungen an 
den Bau des ANZ suchen und die Klägerin in dieser Hinsicht beraten müssen. 

37.3 Fazit zum behaupteten Beratungsfehler: Neben dem hypothetischen Kausalzu-
sammenhang (dazu sogleich E. 38) ist auch eine Vertragsverletzung aus folgenden 
Gründen zu verneinen: Erstens konnte die Beklagte einen zusätzlichen Beratungs-

26

bedarf bei der Klägerin nicht erkennen. Zweitens legt die Klägerin nicht substanzi-
iert dar, woraus sich die behauptete vertragliche Pflicht der Beklagten ergeben hät-
te. Drittens war die Beklagte nicht gehalten, im Zuständigkeitsbereich des Teilpro-
jekts Betrieb nach möglichen (betrieblichen) Anforderungen an den Bau des ANZ 
zu suchen und die Klägerin in dieser Hinsicht zu beraten.

38. Selbst bei Bejahung einer der behaupteten Vertragsverletzungen (Planungs-, 
Überwachungs- oder Beratungsfehler) wäre die Klage dennoch abzuweisen man-
gels Kausalzusammenhangs zwischen behaupteter Vertragsverletzung und gel-
tend gemachtem Schaden (Eventualbegründung). 

38.1 Die Klägerin wirft der Beklagten vor, sie habe den Hochwasserschutz ungenügend 
abgeklärt, jedenfalls habe sie unterlassen zu prüfen und dafür zu sorgen, dass ein 
Mitunternehmer die Hochwassergefährdung abkläre, und sie habe die Klägerin un-
genügend beraten. Damit stellt sich die Frage, ob der geltend gemachte Schaden 
genauso eingetreten wäre, wenn die Beklagte die angeblich geschuldeten Ab-
klärungen getätigt oder in Auftrag gegeben oder die Klägerin wie von ihr geltend 
gemacht beraten hätte (hypothetische Kausalität). 

38.2 Eine Haftung für Vertragsverletzung setzt voraus, dass diese zum geltend gemach-
ten Schaden kausal war. Nach einem allgemein geltenden Grundsatz greift keine 
Haftung, wenn der präsumtiv Haftpflichtige beweist, dass ein rechtmässiges Alter-
nativverhalten denselben Schaden bewirkt hätte wie das tatsächlich erfolgte 
rechtswidrige Verhalten (BGE 131 III 115 E. 3.1 S. 119 mit Hinweisen; Urteile des 
Bundesgerichts 4D_67/2014 vom 26. Januar 2015 E. 2.4.1; 4A_61/2009 vom 
26. März 2009 E. 5.2). Bei einer Unterlassung bestimmt sich der Kausalzusam-
menhang danach, ob der Erfolg auch bei Vornahme der unterlassenen Handlung 
eingetreten wäre. Es geht um einen hypothetischen Kausalverlauf, für den nach 
den Erfahrungen des Lebens und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge eine überwie-
gende Wahrscheinlichkeit sprechen muss (BGE 141 V 93 E. 8.1 S. 108; 141 III 513 
E. 5.3.1 S. 516; 132 III 715 E. 3.2 S. 720; 124 III 155 E. 3d S. 165 f.). Grundsätzlich 
unterscheidet die Rechtsprechung auch bei Unterlassungen zwischen natürlichem 
und adäquatem Kausalzusammenhang. Während bei Handlungen die wertenden 
Gesichtspunkte erst bei der Beurteilung der Adäquanz zum Tragen kommen, spie-
len diese Gesichtspunkte bei Unterlassungen in der Regel schon bei der Feststel-
lung des hypothetischen Kausalverlaufs eine Rolle. Es ist daher bei Unterlassun-
gen in der Regel nicht sinnvoll, den festgestellten oder angenommenen hypotheti-
schen Geschehensablauf auch noch auf seine Adäquanz zu prüfen.

38.3 Die Beklagte bestreitet den Kausalzusammenhang mit der Begründung, die inzwi-
schen erfolgte Offenlegung des Bachs S.________ hätten Objektschutzmassnah-
men unnötig gemacht (Rz. 219 ff. Klageantwort, Rz. 109 ff. und Rz. 418 ff. Duplik) 
und das Areal der Klägerin wäre auch ohne Bau des Damms selbst bei einem 300-
jährlichen Regenereignis hochwassersicher gewesen (Rz. 256 ff. Klageantwort; 
Rz. 113 ff., Rz. 361 ff. Duplik). 

38.4 Die Klägerin macht geltend, bei pflicht- und vertragsgemässem Verhalten hätte die 
Beklagte zur Abklärung des Hochwasserrisikos beim AWEL nachfragen müssen 
(Rz. 23.2 S. 23 unten/S. 24 oben, Rz. 23.3.2, Rz. 23.4.2 Klage, Rz. 66.3 Replik). 

27

Sie hätte dann die Auskunft erhalten, beim ANZ handle es sich um ein Sonderob-
jekt, das einen Schutz gegen Hochwasserereignisse von (mind.) 300-jährlicher 
Wahrscheinlichkeit (HQ300) erfordere, wenn nicht gar gegen Extremsthochwasser 
(EEQ/EHQ) (Rz. 23.4.2 Klage, Rz. 66.3 Replik). Zudem hätte die Beklagte die Klä-
gerin auf die noch nicht vorhandene Gefahrenkartierung hinweisen müssen (Rz. 29 
Klage, Rz. 66.3 Replik). 

38.5 Das Handelsgericht hat beim AWEL eine schriftliche Auskunft (Beweismittel nach 
Art. 168 Abs. 1 Bst. e ZPO; pag. 442 ff.) eingeholt zu verschiedenen Fragen der 
Parteien. Die Klägerin hat dabei folgende Frage stellen lassen (vgl. Verfügung vom 
27. März 2017, pag. 414 f., Frage 1 der Klägerin): «Gesetzt den Fall, die Bauherr-
schaft des [ANZ] oder deren Planer hätten beim AWEL in der Zeit von 2001 bis 
2003 Erkundigungen zum Thema Hochwassersicherheit/Hochwasserschutz einge-
holt: Ist davon auszugehen, dass das AWEL der Bauherrschaft (oder deren Planer) 
bereits damals die Auskunft gegeben hätte, dass es sich beim ANZ um ein ‹Sonde-
robjekt› handelt, das einen höheren Schutz erfordert, als dies im Allgemeinen für 
Siedlungen und Infrastrukturanlagen üblich ist, namentlich einen Schutz gegen 
Hochwasserereignisse von dreihundertjährlicher Wahrscheinlichkeit (HQ300)?». 
Das AWEL beantwortete die Frage in seiner schriftlichen Auskunft wie folgt: «Nein, 
diese Auskunft wäre nicht erteilt worden. In der damaligen Praxis wurde noch keine 
Unterscheidung zwischen Sonderobjekten und anderen Objekten getroffen. Ent-
sprechend hätte man auch noch kein Schutzniveau von HQ300 empfohlen. (…)». 
Weiter hat die Beklagte folgende Frage stellen lassen (vgl. Verfügung vom 
27. März 2017, pag. 415, Frage 6 der Beklagten): «Kann heute, im Jahr 2017, noch 
gesagt werden, wie eine Erkundigung betreffend Hochwassersicherheit auf dem 
Gebiet des A.________-Areals in den Jahren 2001-2003 beantwortet worden wä-
re?». Das AWEL beantwortete diese Frage wie folgt: «Es wäre die Auskunft erteilt 
worden, dass das Abflussprofil im Bach S.________ genügt, um ein nach damali-
gem Schutzziel massgebendes Hochwasser (HQ50, Hochwasser mit fünfzigjährli-
cher Eintretenswahrscheinlichkeit) abzuleiten.». 

38.6 Zum für das ANZ massgebenden Schutzziel hätte das AWEL zum damaligen Zeit-
punkt nach eigenen Angaben keine Auskunft erteilt (vgl. Verfügung vom 27. März 
2017, Frage 7 der Beklagten [pag. 415] und schriftliche Auskunft AWEL, S. 3 Fra-
ge 7 [pag. 444]). Es bestand damals indessen eine Wegleitung des Bundesamts für 
Wasser und Geologie zum «Hochwasserschutz an Fliessgewässern» (AB 8). Die 
Wegleitung enthält auf S. 17 eine Schutzzielmatrix, in welcher für verschiedene Ob-
jektkategorien die entsprechenden Schutzziele (Schutz gegen Hochwasser HQxxx) 
definiert sind. Danach soll für Infrastrukturanlagen von nationaler Bedeutung bis zu 
einem Hochwasser HQ50 ein vollständiger Schutz angestrebt werden, bei Industrie-
anlagen bis zu einem Hochwasser HQ100. Die Beklagte verweist in diesem Zusam-
menhang auf das Urteil des Verwaltungsgerichts St. Gallen B 2010/179 vom 
16. März 2011 E. 5.2.1, das ebenfalls ausführt, für Infrastrukturanlagen von natio-
naler Bedeutung gelte nach dem Merkblatt ein «50-jähriger Schutz HQ50» (vgl. 
Rz. 134 f. Klageantwort). Dass das ANZ zumindest eine Infrastrukturanlage von na-
tionaler Bedeutung darstellt, steht für das Handelsgericht gestützt auf das gericht-
lich eingeholte Gutachten von E.________, Dipl.-Ing. ETH, fest (pag. 452 ff.; vgl. 
nur Antwort auf Frage 3a: Bei einem Ausfall des ANZ müsse der Flugbetrieb des 

28

Flughafens Zürich-Kloten eingestellt werden [S. 12], und Antwort auf Frage 4a: Bei 
einem Ausfall des ANZ wären Überflüge über die Deutsch- und Südschweiz nicht 
mehr möglich [S. 16]).

38.7 Die weitere zeitliche Entwicklung gestaltete sich nach dem AWEL wie folgt: Die 
Hochwasserereignisse im Jahr 2005 lösten eine Praxisänderung im BUWAL bzw. 
heutigen BAFU aus (schriftliche Auskunft AWEL, S. 4 Frage 10 [pag. 445]). Die 
Hochwasserereignisse 2005 und 2007 hätten das BAFU dazu veranlasst, die Kan-
tone anzuhalten, beschleunigt die Naturgefahrenkartierung gemäss Art. 6 Abs. 2 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über den Wasserbau und Art. 21 
der Wasserbauverordnung vom 2. November 1994 als Beurteilungsgrundlage für 
einen integralen Hochwasserschutz bereitzustellen (schriftliche Auskunft AWEL, 
S. 2 Frage 1 [pag. 443]). Mit der Richtplanrevision von 2009 sei der Ausbaustan-
dard für Fliessgewässer für das Siedlungsgebiet offiziell von HQ50 auf HQ100 erhöht 
worden; beim Objektschutz sei (zumindest bei Neubauten) etwa seit dem Jahr 
2009 ein Schutzziel von HQ300 grundsätzlich Praxis (schriftliche Auskunft AWEL, 
S. 4 Frage 10 [pag. 445]). Etwa seit dem Jahr 2010 werde – wenn die Gefahrenkar-
te für ein bestimmtes Gebiet noch nicht oder erst im Entwurf vorliege – bei Hinwei-
sen auf eine Gefährdung eine punktuelle Gefahrenabklärung vorgenommen 
(schriftliche Auskunft AWEL, S. 3 Frage 8 [pag. 444]). 

38.8 Auch die Klägerin selbst bestätigte diese Entwicklung in zwei Dokumenten: Das 
AWEL hat im Rahmen der schriftlichen Auskunft vom 22. August 2017 
(pag. 677 ff.) das Protokoll einer Sitzung bei der Klägerin zum Hochwasserschutz 
vom 26. Mai 2010 eingereicht (nicht paginiert; als Beilage zum Schreiben in den 
Akten). An dieser Sitzung führte bbb.________ (angestellt bei der Klägerin im Be-
reich Immobilien) aus, zu Beginn des Baus des ANZ sei «Hochwassergefährdung» 
kein Thema gewesen (S. 2 oben). Zudem hat V.________ (Infrastruktur und Gene-
ral Services Klägerin) in einem Schreiben vom 16. April 2010 an die zzz.________ 
(AB 3) ausgeführt, das AWEL habe das ANZ im Jahr 2007 «neu» auf die Norm 
HQ300 eingestuft. Die Klägerin bestreitet zwar, dass dieses Schreiben abgesandt 
worden sei (Rz. 70.1 f. Replik). Die Beklagte hat daraufhin eine neue Kopie mit ei-
nem handschriftlichen Vermerk des Namens des Facility Managers der 
zzz.________ eingereicht; damit sei bewiesen, dass das Schreiben bei der 
zzz.________ angekommen sei (AB 29; vgl. Rz. 274 ff. Duplik). Ob das Schreiben 
versandt wurde, kann letztlich offenbleiben, weil die Klägerin nicht bestritten hat, 
dass es verfasst wurde. Damit ist bewiesen, dass selbst unter den Angestellten der 
Klägerin die Auffassung herrschte, das ANZ sei (erst) im Jahr 2007 neu auf die 
Norm HQ300 eingestuft worden. Die Klägerin beauftragte die Q.________ GmbH im 
Herbst 2007 denn auch zunächst nur mit der Untersuchung der Hochwasserge-
fährdung im Falle eines 100-jährlichen Regenereignisses (vgl. oben E. 25.14); 
wenn die Klägerin zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen wäre, das Schutzziel 
HQ300 sei massgebend, leuchtet nicht ein, weshalb sie nicht dieses Schutzziel un-
tersuchen liess. Auch der Architekt F.________ sagte bei seiner Befragung als 
Zeuge aus, es habe kein Risiko betreffend Hochwasser gegeben (vgl. Protokoll 
vom 18. September 2018, pag. 757, Zeile 56); es habe nirgends einen Hinweis auf 
eine Hochwassergefahr gegeben, man habe kein Hochwasserrisiko gesehen 
(a.a.O., Zeilen 70-72). 

29

38.9 Die vorstehenden Feststellungen sind wie folgt zu würdigen: Entgegen der Be-
hauptung der Klägerin hätte das AWEL der Beklagten oder einem anderen Planer 
nicht die Auskunft erteilt, das ANZ müsse als Sonderobjekt gegen ein Hochwasser 
HQ300 geschützt werden. Vielmehr wären die Beklagte oder der anfragende Planer 
nach der Auskunft des AWEL höchstwahrscheinlich zum Schluss gekommen, das 
Hochwasserrisiko bedürfe keiner weiteren Abklärungen und müsse beim Bau des 
ANZ nicht speziell berücksichtigt werden. Daran ändert nichts, dass zum damaligen 
Zeitpunkt keine Gefahrenkartierung bestand. Denn eine fehlende Kartierung lässt 
noch nicht auf eine bestehende Gefahr schliessen. Vielmehr wären die Beklag-
te oder ein anderer Planer nach der Auskunft des AWEL als für den Hochwasser-
schutz zuständiges Amt (vgl. S. 2 Frage 2 schriftliche Auskunft AWEL, pag. 443) 
höchstwahrscheinlich der Ansicht gewesen, die eingeholten Informationen reichten 
aus zur Beurteilung des Hochwasserrisikos. Die Klägerin führt in ihrer Replik 
(Rz. 66.3) denn auch selbst aus, die Beklagte hätte sich beim AWEL als «zuständi-
ge[r] Stelle» nach dem Schutzziel erkundigen müssen. In Würdigung der Beweise 
ist daher davon auszugehen, die Beklagte hätte nach dem von der Klägerin gefor-
derten vertragsgemässen Verhalten keine weiteren Abklärungen zum Hochwasser-
risiko getätigt. Damit fehlt es aber am Kausalzusammenhang zwischen der von der 
Klägerin behaupteten Vertragsverletzung und dem geltend gemachten Schaden. 

38.10 Selbst wenn die Beklagte aber ein Gutachten eingeholt hätte, hätte die Klägerin 
das Bauprojekt aus den folgenden Gründen nicht angepasst. Zunächst hätte die 
Beklagte festlegen müssen, welches Schutzziel das ANZ erfüllen sollte. Die Be-
klagte macht dazu geltend, im damaligen Zeitpunkt habe ein Schutzziel von HQ50 
eingehalten werden müssen (Rz. 126 ff. Klageantwort, Rz. 7, Rz. 17, Rz. 276 ff. 
Duplik). Aufgrund der vorhandenen Beweismittel – der Auskunft des AWEL, der 
Wegleitung des Bundesamts für Wasser und Geologie zum «Hochwasserschutz an 
Fliessgewässern» (AB 8) und der eigenen Aussagen der Vertreter der Klägerin – 
ist davon auszugehen, dass als Schutzziel für das ANZ zum damaligen Zeitpunkt 
höchstens ein HQ100 festgelegt worden wäre. 

38.11 Damit stellt sich die Frage, ob ein zum Hochwasserrisiko damals eingeholtes Gut-
achten zum Schluss gekommen wäre, der Schutz bei einem Hochwasser HQ100 sei 
gewährleistet. Die Klägerin hat zur Hochwassergefährdung des ANZ drei Gutach-
ten eingeholt: Den Bericht der Q.________ GmbH vom 7. November 2007 zur Ge-
fährdung im Falle eines 100-jährlichen Regenereignisses (HQ100; KB 12), den Be-
richt der Q.________ vom 28. November 2008 zur «Abschätzung des Hochwas-
sers einer 300-jährllichen Wiederkehrperiode» (HQ300; KB 14) und das Gutachten 
der P.________ GmbH vom August 2010 zur «Hochwassersicherheit der 
A.________-Anlagen» (verschiedene Hochwasserwahrscheinlichkeiten; KB 15). 
Nach Ansicht der Klägerin ist dabei auf das Gutachten der P.________ GmbH ab-
zustellen, weil die Q.________ GmbH bei ihren Gutachten zwei entscheidende 
Fehler gemacht habe (Rz. 18.3 f. Klage). 

38.12 Die Beklagte bringt vor, die Hochwassergefährdung sei in den Jahren 2001, 2002 
und selbst 2005 in der ganzen Schweiz und bei allen Behörden anders beurteilt 
worden als heute und es seien unbestrittenermassen nicht dieselben Berech-
nungsmodelle zur Verfügung gestanden wie in späteren Jahren; insbesondere ent-

30

hielten spätere Berechnungsmodelle bereits die in Folge der Hochwasserereignis-
se August 2005 und 2007 massiv erhöhten Regenintensitäten (Rz. 169, Rz. 175 f., 
Rz. 275 Klageantwort). Die Beklagte macht damit implizit geltend, ein zum damali-
gen Zeitpunkt eingeholtes Gutachten hätte eine tiefere Hochwassergefährdung er-
geben. 

38.13 In der Tat steht nicht fest, dass zum Zeitpunkt, in dem die Beklagte nach Ansicht 
der Klägerin das Hochwasserrisiko hätte abklären oder abklären lassen sollen, ein 
Gutachten zum selben Ergebnis gekommen wäre wie die P.________ GmbH. Die 
Beklagte hat zudem «der guten Ordnung halber» die Richtigkeit der Q.________-
Berichte und des Gutachtens der P.________ GmbH für den Fall bestritten, dass 
die zum Zeitpunkt dieser Gutachten «bestehende Hochwassergefahrenbeurteilung 
und die nach diesem Kenntnisstand zu ergreifenden Massnahmen» vom Gericht 
als relevant betrachtet werden sollten (Rz. 173 Klageantwort). Das Handelsgericht 
hat im Rahmen der Verfahrensbeschränkung ausdrücklich darauf verzichtet, die 
Ergebnisse der P.________ GmbH zu überprüfen (vgl. Verfügung vom 19. Sep-
tember 2017 Ziff. 5). Beim Gutachten der P.________ GmbH handelt es sich in-
dessen ohnehin um ein Privatgutachten und damit um eine blosse (wenn auch be-
sonders substanziierte) Parteibehauptung (vgl. dazu BGE 141 III 433 E. 2.6 
S. 437 f.). Eine Überprüfung ist zudem überflüssig, wenn das Bauprojekt selbst im 
Fall nicht angepasst worden wäre, dass die Parteibehauptung bewiesen werden 
könnte und ein Gutachten in den Jahren 2001 und 2002 zu denselben Ergebnissen 
gekommen wäre wie das von der Klägerin angerufene Gutachten der P.________ 
GmbH. 

38.14 Dies ist der Fall: Das Gutachten der P.________ GmbH (KB 15) kommt nämlich 
zum Schluss, bei einem Hochwasser HQ100 seien beim ANZ keine wesentlichen 
Probleme zu erwarten (S. 20 oben). Die Wasseroberfläche des durch eine Überu-
ferung des Bachs S.________ entstehenden Sees würde auf [x-30cm] m.ü.M. stei-
gen (S. 19 unten). Selbst wenn die Beklagte also ein Gutachten eingeholt hätte, 
wäre das Bauprojekt höchstwahrscheinlich nicht angepasst worden. Auch in die-
sem Fall fehlt es somit am Kausalzusammenhang zwischen der von der Klägerin 
behaupteten Vertragsverletzung und dem geltend gemachten Schaden.

38.15 Im Übrigen würde an diesem Ergebnis auch nichts ändern, wenn die Beklagte ein 
Schutzniveau von HQ300 vorausgesetzt hätte, mithin das Schutzniveau, das auch 
von der Klägerin als genügend qualifiziert wird (vgl. Rz. 91 Replik, «mindestens 
HQ300»). Denn das Gutachten der P.________ GmbH kommt zum Schluss, bei ei-
nem Hochwasser HQ300 würde die Wasseroberfläche des durch eine Überuferung 
des Bachs S.________ entstehenden Sees auf [x-5 cm] m.ü.M. steigen (KB 15 
S. 19 unten, S. 20). Bei [x-5 cm] m.ü.M. liege der Wasserstand im «kritischen Be-
reich» (KB 15 S. 20). Beim EEQ steige der Wasserstand auf [x+40cm] m.ü.M., wo-
durch das Gebäude ohne zusätzliche Massnahmen geflutet werde (KB 15 S. 20). 

38.16 Ein Hochwasser HQ300 bedeutet ein Hochwasserereignis mit der Abflussspitze Q, 
die alle 300 Jahre zu erwarten ist (vgl. oben E. 35.9). Mit anderen Worten erreicht 
bei einer 300-jährlichen Abflussspitze (Maximalwassermenge, die abfliessen muss) 
das Wasser des sich dadurch bildenden Sees maximal [x-5cm] m.ü.M. Sämtliche 
Erdgeschosse der fünf Gebäude des ANZ befinden sich aber auf der Höhenkote 

31

von [x] m.ü.M. (Rz. 32.1 Klage). Die Klägerin macht geltend, sämtliche nachträgli-
chen Hochwasserschutzmassnahmen wären zu vermeiden gewesen, wenn die 
Erdgeschosse auf einer Höhe von [x+60cm] m.ü.M. geplant worden wären 
(Rz. 32.1 Klage). Nach dem Ergebnis des Gutachtens der P.________ GmbH ist 
dies entgegen der Ansicht der Klägerin jedoch nicht nötig, liegt doch die maximale 
Höhe des Sees immer noch 5 cm unter der damals geplanten Höhenkote von 
[x] m.ü.M. Selbst bei einem vorausgesetzten Schutzziel HQ300 wäre das Bauprojekt 
somit höchstwahrscheinlich nicht angepasst worden (vgl. auch Rz. 113 ff. Duplik). 

38.17 Die Klägerin bringt zwar vor, die Abklärung des Hochwasserrisikos sei immer mit 
Modellrechnungen, Schätzungen und gewissen Unsicherheiten verbunden; es 
müsse daher eine ausreichende Sicherheitsmarge einkalkuliert werden (Rz. 101.2 
Replik). Dies trifft aus zwei Gründen nicht zu: Erstens handelt es sich bei der er-
rechneten maximalen Höhe des Sees gerade um einen Annäherungswert. Bemes-
sungsgrundlage ist kein konkretes Hochwasser, sondern ein formelles im Sinne ei-
ner abstrakten Gefahr. Wenn sich nach anerkannten Methoden ein bestimmter 
Wert ergibt, so ist dieser als formelle Schwelle massgebend und ist nicht noch eine 
Sicherheitsmarge einzurechnen. Im Bauwesen sind allgemein bei Vorliegen formel-
ler Schwellen als Vorgabe diese einzuhalten, ohne dass überall eine (womöglich 
noch mit höheren Kosten verbundene) Sicherheitsmarge hinzuzurechnen ist; würde 
die Einhaltung der Vorgabe nicht ausreichen, so wäre die Vorgabe mangelhaft be-
rechnet und wäre diese hinaufzusetzen. Zweitens beziehen sich die Berechnungen 
der Folgen eines Hochwassers HQ300 ja gerade auf die Abflussspitze, mithin auf die 
Maximalwassermenge, die abfliessen muss (vgl. soeben E. 38.16). Wenn die Be-
rechnungen mithin schon auf der maximal möglichen Wassermenge beruhen, dann 
ist bereits in den Berechnungen eine Sicherheitsmarge enthalten und eine zusätzli-
che Sicherheitsmarge überflüssig. 

38.18 Fazit Kausalzusammenhang: In Würdigung der Beweise kommt das Handelsge-
richt zum Schluss, dass es am hypothetischen Kausalzusammenhang zwischen 
der von der Klägerin behaupteten Vertragsverletzung und dem geltend gemachten 
Schaden fehlt. Die Beklagte hätte nach dem von der Klägerin geforderten vertrags-
gemässen Verhalten (Nachfrage beim AWEL) keine weiteren Abklärungen zum 
Hochwasserrisiko getätigt. Selbst wenn sie ein Gutachten eingeholt hätte, wäre das 
Bauprojekt nicht angepasst worden; daran ändert selbst dann nichts, wenn sie so-
gar ein Schutzziel HQ300 vorgegeben hätte. 

39. Gesamtfazit zum Generalplanervertrag vom 3./16. Mai 2001: Der behauptete 
Planungsfehler ist zu verneinen, weil die Beklagte nach Treu und Glauben davon 
ausgehen durfte, sie sei nicht zuständig für die Abklärung des Hochwasserrisikos; 
zudem wurde der angebliche Mangel zu spät gerügt. Auch ein Überwachungsfehler 
und ein Beratungsfehler sind nicht dargetan. In jedem Fall wären der Planungs-, 
Überwachungs- oder Beratungsfehler nicht kausal zum geltend gemachten Scha-
den. 

32

VI. Einzelplanervertrag vom 12./31. Juli 2002

40. Mit dem Einzelplanervertrag vom 12./31. Juli 2002 (KB 8) übernahm die Beklagte 
Generalplanerfunktion für die Projektierung des ANZ in folgenden Planungsphasen 
nach dem Leistungsmodell SIA 112/2001 (KB 9): Bauprojekt (Phase 32), Aus-
schreibung, Offertvergleich, Vergabeantrag (Phase 41) und Ausführungsprojekt 
1. Teil (30 %; Phase 51). 

40.1 Die Klägerin begründet die behauptete Verletzung des Einzelplanervertrags damit, 
die Beklagte habe die bisherigen Planungsresultate nicht nochmals kontrolliert und 
insbesondere das Hochwasserrisiko nicht abgeklärt; damit habe sie ihre Pflichten 
im Rahmen des PQM und des Risk-Managements und ihre Pflicht zur Erstellung 
des Projekthandbuchs verletzt (Rz. 27, Rz. 29 Klage, Rz. 38-38.6 Replik). 

40.2 Die Beklagte ist der Ansicht, unter dem Einzelplanervertrag habe (ohnehin) keine 
Verpflichtung zur Abklärung des Hochwasserrisikos mehr bestanden, weil zu die-
sem Zeitpunkt die raumwirksamen Höhen bereits abschliessend (in der Baueinga-
be und im Gestaltungsplan) festgelegt gewesen seien (Rz. 49 ff., Rz. 60 ff., Rz. 84 
Klageantwort). 

40.3 Die Klägerin behauptet – anders als im Zusammenhang mit dem Generalplanerver-
trag – nu