# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e80c90b-be60-515a-9a7b-d819f428a8a7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 22.09.2009 R 2008 97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2008-97_2009-09-22.pdf

## Full Text

R 08 97
5. Kammer 

URTEIL
vom 22. September 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Genehmigung Umfahrung …

1. Vom 4. November bis 4. Dezember 2002 lag das Strassenprojekt …strasse, 

Umfahrung …, Abschnitt …, km 0.00 – 0.70, …, öffentlich auf. Dazu nahm 

u.a. die Denkmalpflege Graubünden am 20. März 2003 Stellung. Darin 

schrieb sie, dass das Auflageprojekt den Abbruch des Eiskellers der 

Getränkehandlung … vorsehe. Anlässlich einer Besichtigung habe man sich 

von der Bedeutung dieses seltenen Bauwerks überzeugen können. Die Lage 

des Gebäudes sei nicht zufällig gewählt; es liege an der Weggabelung nach 

dem … und der alten …strasse an sehr schattigem, kühlem Waldrand. Als 

Eislager stelle es einen sehr bemerkenswerten Bautypus dar. Dieser sei so 

ungewöhnlich, dass es schwierig sei, aufgrund der Stilmerkmale eine 

zuverlässige Datierung vorzunehmen. Es stamme möglicherweise aus der 

Mitte des 19. Jahrhunderts. Das zweigeschossige Lagerhaus umfasse im UG 

einen vorderen Durchfahrtsraum für den Auflad und den Abtransport des 

Eises, dahinter zwei gewaltige tonnengewölbte Keller für die Lagerung. Das 

ausgeklügelte System der natürlichen Kühlung und Belüftung sei interessant. 

Von unten werde Luft angesogen und über eine Hohldecke und zwei barock 

anmutende Entlüftungsöffnungen in der Hauptfassade ausgestossen. Im OG 

befinde sich ein Abwurfschacht für die Eisanlieferung sowie ein zweites Lager 

mit normalem Raumklima. Die Anlage sei mit der Elektrifizierung und der 

Entwicklung der künstlichen Kühltechnik vorübergehend funktionslos 

geworden und diene zurzeit als Bildhaueratelier. Die ungewöhnliche Nutzung, 

der seltene Bautypus sowie die Mächtigkeit der Gesamtanlage verliehen dem 

Objekt eine grosse kulturhistorische Bedeutung. Unter diesen Umständen 

beantrage die kantonale Denkmalpflege, das Projekt dahingehend 

abzuändern, dass das Gebäude erhalten werden könne. 

Gegen das Auflageprojekt erhoben u.a. die Erben … sowie … und … als 

Miteigentümer von Parzelle 406 am 27. November 2002 Einsprache. Sie 

beantragten die Neugestaltung des Strassenprojektes derart, dass vom 

geplanten Abbruch des Gebäudes Assek. Nr. 216 (Bierkeller, recte eigentlich 

Eiskeller, in der Folge Eiskeller) auf Parzelle 406, …, und dem Erwerb der 

Liegenschaft 406, …, im Umfang von 1'498 m2, abgesehen werden könne. 

Der beabsichtigte Landerwerb der Parzelle 406 sei auf das Mass zu 

reduzieren, welches effektiv für das entsprechend geänderte Strassenprojekt 

erforderlich sei. Unter Ziff. 5. und 6. ihrer Einspracheschrift führten die 

Einsprecher aus, dass, sofern der Kanton Graubünden bereit sei, das 

aufgelegte Projekt soweit abzuändern, dass der Eiskeller im heutigen Umfang 

vollständig erhalten bleibe, sie ihrerseits bereit seien, gegen volle 

Entschädigung das für eine entsprechende Variante benötigte Land 

abzutreten. Sollte der Kanton Graubünden wider Erwarten den vorstehenden 

Ausführungen nicht folgen können und auf einer Enteignung und einem 

Abbruch des Eiskellers bestehen wollen, habe er selbstverständlich die 

Einsprecher dafür voll zu entschädigen. Als volle Entschädigung verstünden 

sie nicht nur den heutigen Verkehrswert, sondern auch den kulturhistorischen 

Wert dieses Gebäudes als Baudenkmal der Region. Für diesen Fall werde 

ausdrücklich eine Bewertung und Schätzung des Gebäudes durch eine 

Fachperson für Baugeschichte und Denkmalpflege vorbehalten, zumal die 

ordentliche Gebäudeschätzung den Besonderheiten dieses Gebäudes nicht 

gerecht werde. Unter dem Titel „Beweismittel“ wurde im Bedarfsfall die 

Expertise durch eine Fachperson für Baugeschichte und Denkmalpflege 

beantragt. Am 1. Juli 2008 fand im Büro des Oberingenieurs Graubünden 

einen Sitzung statt, anlässlich welcher dem Rechtsvertreter der Einsprecher 

eine Kopie der Stellungnahme der Denkmalpflege Graubünden vom 20. März 

2003 ausgehändigt wurde und Einsicht in die Pläne der Varianten 1 und 2 

ohne Kostenschätzung gegeben wurde.

2. Am 30. September, mitgeteilt am 1. Oktober 2008, genehmigte die Regierung 

das aufgrund von Einsprachen und Stellungnahmen geänderte 

Auflageprojekt, dargestellt in den Plänen vom September 2002 und vom Juni 

2007 unter Auflagen und Erläuterungen. Die Einsprache der Erben … wies 

sie im Sinne der Erwägungen ab. Der Eiskeller sei im kantonalen Verzeichnis 

der erhaltens- oder schützenswerten Gebäude nicht enthalten. Damit könnten 

sich die Einsprecher bezüglich ihrer Forderung nach Erhalt des Gebäudes 

nicht auf eine öffentlich-rechtliche Bestimmung stützen. Bei talseitiger 

Verschiebung des künftigen Anschlussbereichs müssten, bedingt durch die 

steile Topografie, neue grosse Stützmauern für die Kantonsstrasse selbst und 

für die heute am Böschungsfuss verlaufende Zubringerstrasse zu den 

unmittelbar darunterliegenden Wohnhäusern erstellt werden. Der wesentlich 

näher zu den Wohnhäusern verschobene Anschluss und die hohen 

Stützmauern würden für die Anwohner eine enorme zusätzliche 

Beeinträchtigung bedeuten. Dazu kämen Mehrkosten, welche mit 

Berücksichtigung des Landerwerbs mindestens CHF 200'000.00 betrügen. 

Dagegen stehe das öffentliche Interesse an der Realisierung des vom Kanton, 

der Region und der Stadt … unterstützten Auflageprojekts. Dieses überwiege 

das Interesse der Einsprecher an der Beibehaltung des Eiskellers bei weitem. 

Forderungen im Zusammenhang mit dem Gebäudeabbruch werde bei 

Landerwerbverfahren gestützt auf die Strassen- und 

Enteignungsgesetzgebung Rechnung getragen. Dort hätten die Einsprecher 

Gelegenheit, ihre Entschädigungsforderungen vorzubringen und zu 

begründen. 

3. Dagegen erhoben die Erben … sowie … am 31. Oktober 2008 Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht. Sie beantragten die Aufhebung von Ziff. A.1. und 

B. h) des angefochtenen Regierungsbeschlusses (Projektgenehmigung, 

Einspracheabweisung im Sinne der Erwägungen), Gutheissung der 

Einsprache vom 27. November 2002 und darauf gestützt Rückweisung zur 

Abänderung und eventueller Neuauflage an die Regierung, mit den 

verbindlichen Anweisungen auf a) Anerkennung des Eiskellers als schutz- 

und erhaltenwürdiges Baudenkmal, b) räumlicher Neugestaltung des 

Strassenprojekts im Bereich Anschluss …strasse und untergeordneter 

Anschluss …strasse so, dass vom Abriss des Eiskellers und vom Erwerb der 

Parzelle 406 im Umfang von 1'498 m2 abgesehen werden könne und c) dass 

der Landerwerb für Parzelle 406 auf das Mass reduziert werde, welches 

effektiv für das abgeänderte Strassenprojekt erforderlich sei. Formell wurde 

die Beiladung der Denkmalpflege Graubünden beantragt, sowie die Einholung 

eines Fachgutachten für die kulturhistorische Bedeutung des Eiskellers und 

über dessen Schutz- und Erhaltenswürdigkeit als Baudenkmal bei der Natur- 

und Heimatschutzkommission Graubünden (NHK), eventuell bei der 

Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) oder bei der 

Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK). Das 

rechtliche Gehör sei verletzt. Das BVFD habe ihnen am 5. Juni 2008 nur die 

Auflageakten zur Einsichtnahme zugestellt, nicht aber alle Akten, wie es am 

28. Mai und 11. Juni 2008 schriftlich verlangt worden sei. Zudem habe die 

Regierung zum Antrag auf Einholung einer Expertise keine Stellung 

genommen. Sie habe sich mit diesem Beweisantrag nicht befasst. Es gehe 

um die Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinne des eidgenössischen Natur 

und Heimatschutzgesetzes (NHG). Der Eiskeller sei einzigartig im Kanton und 

wohl auch weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Der bauliche Zustand sei 

gut. Die Regierung habe ihre Pflicht zur sorgfältigen Prüfung des vorliegenden 

Falls nicht korrekt wahrgenommen. Die Interessenabwägung sei nicht korrekt 

erfolgt, weil die Regierung keine sachliche, auf wissenschaftliche Kriterien 

gestützte Gesamtbeurteilung vorgenommen habe. Die gegen die in Betracht 

gezogene Alternativvariante erhobenen Argumente der Regierung seien nicht 

stichhaltig. Zwar sei die alte …strasse untergeordnet. Die talseitig gelegenen 

Liegenschaften würden aber durch die Alternativvariante nicht zusätzlich 

erheblich beeinträchtigt, wie die Regierung behaupte. Neue Stützmauern 

kämen nur an der hinteren Hausfassade der betroffenen Wohnhäuser zu 

stehen. Selbst bei der genehmigten Variante ergäben sich erhebliche 

Beeinträchtigungen. Zudem ergäben sich nicht wesentliche Mehrkosten. 

Durch die geplante Enteignung des gesamten Grundstückes werde die 

Eigentumsgarantie verletzt, weil diese nicht verhältnismässig sei.

4. Die Regierung beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Weder sei das 

rechtliche Gehör verletzt worden, noch müsse ein Gutachten eingeholt 

werden. Die Denkmalpflege als kantonale Fachstelle habe keinen Antrag auf 

Einholung eines Gutachtens gestellt. Deshalb habe die Interessenabwägung 

durch die Regierung in Berücksichtigung der Argumente der Denkmalpflege 

stattgefunden. Der Abbruch sei einer Interessenabwägung zugänglich. Diese 

falle zugunsten des vorliegenden Strassenprojekts aus. Eine Linienführung 

ohne Abbruch führte zu einer massiven Beeinträchtigung der unterliegenden 

Strassenanstösser (Wohnhäuser auf Parzellen 379 und 380) und bedingte 

grossen finanziellen Mehraufwand auch betreffend künftiger 

Unterhaltskosten. Neue grosse Stützmauern müssten erstellt werden. Zwar 

komme dem Keller eine gewisse kulturhistorische Bedeutung zu, er sei aber 

nicht geschützt worden, weder kantonal noch kommunal, auch nicht 

anlässlich der letzten Ortsplanungsrevision 2005. Die Stadt habe sich im 

Rahmen der Ortsplanung unmissverständlich zugunsten des aufgelegten 

Strassenprojekts ausgesprochen. Die gewählte Ausgestaltung sei für die 

geometrische, den technischen Anforderungen genügende Ausführung des 

Anschlusses der …strasse nötig. Zwar könnte der Anschluss der …strasse 

auch andernorts erfolgen, massgebend für den Abbruch sei aber die 

Linienführung der Umfahrung, in erster Linie aufgrund technischer Kriterien. 

Eine Festlegung der Linienführung aufgrund der Eigentumsinteressen würde 

eine normgerechte Strassenführung verunmöglichen. Der Eingriff sei 

verhältnismässig. Man wolle nicht mehr als notwendig von Parzelle 406 

enteignen. Ihr diesbezügliches Interesse könnten die Beschwerdeführer im 

Rahmen des Landerwerbsverfahrens anmelden. Eine Teilenteignung sei 

möglich.

5. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne wesentliche neue Gesichtspunkte aufzuzeigen.

6. Am 29. Juni 2009 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort 

und Stelle durch, an welchem ein Beschwerdeführer mit dem Rechtsanwalt 

der Beschwerdeführer, der Departementssekretär und der Oberingenieur als 

Vertreter der Regierung sowie Vertreter der Denkmalpflege und der 

Stadtpräsident von … teilnahmen. Allen Anwesenden wurde dabei 

Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch mündlich zu den 

aufgeworfenen Fragen zu äussern. 

7. Am 3. Juli 2009 lud der Instruktionsrichter die Unterlieger der Strasse, die 

Eigentümer von Parzellen 379 und 380, … sowie …, … und …, zum Verfahren 

bei und gab ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme, mit welcher sie die 

Bestätigung des Auflageprojektes beantragten.

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerdeführer erheben verschiedene Einwände formeller Art. So 

rügen sie die Verletzung des rechtlichen Gehörs und machen geltend, 

vorliegend handle es sich um eine Bundesaufgabe, weswegen eine 

eidgenössische Kommission zur Begutachtung herbeigezogen werden 

müsse. Diese Einwände brauchen indessen nicht näher geprüft zu werden, 

da der angefochtene Regierungsbeschluss ohnehin in teilweiser Gutheissung 

der Beschwerde aufzuheben ist, wie weiter unten noch zu zeigen ist. 

2. a) Gemäss Art 1 und 4 des Gesetzes über die Förderung des Natur- und 

Heimatschutzes im Kanton Graubünden (KNHG) fördert der Kanton u.a. den 

Heimatschutz durch Sicherung, Erhaltung, Untersuchung und Restaurierung 

künstlerisch oder historisch wertvoller Bauwerke. Die Regierung erlässt 

gemäss Art. 6 KNHG Schutzmassnahmen gestützt auf die Natur- und 

Heimatschutzgesetzgebung. Kanton und Gemeinden wahren gemäss Art. 1 

der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (KNHV) u.a. die 

Interessen des Heimatschutzes u.a. durch die Erhaltung künstlerisch oder 

historisch wertvoller Bauwerke. Gemäss Art. 3 KNHV verfolgt die Verwaltung 

diese Ziele u.a. bei der Erstellung, im Unterhalt und bei der Renovation 

kantonaler Gebäude, Anlagen und Werke. Bei der Abwägung der Interessen 

an der Ausführung der in Frage stehenden Projekte und der mit ihnen 

kollidierenden öffentlichen Interessen an der Erhaltung von 

Heimatschutzobjekten ist auf die Einzigartigkeit und die Unersetzlichkeit der 

letzteren gebührend Rücksicht zu nehmen (Art. 4 KNHV). 

b) Gemäss Art. 15 KNHV stellt die Regierung bestimmte, besonders wertvolle 

Objekte von vornherein unter kantonalen Denkmalschutz, trifft die zu ihrer 

Erhaltung erforderlichen Verfügungen gemäss KNHV und nimmt sie in ein 

Verzeichnis auf. Gemäss Art. 1 der Ausführungsbestimmungen zur KNHV 

kann das zuständige Departement auf Antrag u.a. der kantonalen Natur- und 

Heimatschutzkommission oder der Denkmalpflege der Regierung Vorschläge 

für die Unterstellung besonders wertvoller Objekte unter Denkmalschutz 

unterbreiten. Für den Erlass vorsorglicher Verfügungen ist das Erziehungs-, 

Kultur- und Umweltdepartement zuständig und in solchen Fällen ist 

umgehend das Verfahren auf Erlass einer definitiven Schutzverfügung im 

Sinne von Art. 11 KNHV durch die Regierung einzuleiten. Gemäss Art. 11 

KNHV kann die Regierung u.a. ein Abbruchverbot erlassen. Vorliegend ist, 

was unumstritten ist, kein Verfahren zur Unterschutzstellung des Eiskellers 

eingeleitet worden. Soweit die Beschwerdeführer Anerkennung des Eiskellers 

als schutz- und erhaltenwürdiges Baudenkmal beantragen, kann auf die 

Beschwerde nicht eingetreten werden, da eine Unterschutzstellung 

ausschliesslich nach dem soeben dargelegten Verfahren und nicht im 

Rahmen eines Auflageverfahrens gemäss Strassengesetz erfolgen kann. 

c) Anwendbar auf den vorliegenden Fall sind jedoch die Art. 3 und 4 KNHV. 

Damit muss die in Art. 4 KNHV geregelte Interessenabwägung stattfinden. Es 

sind die Interessen an der Ausführung des vorliegenden Strassenprojekts 

gegen die mit ihnen kollidierenden öffentlichen Interessen an der Erhaltung 

des Gebäudekomplexes mit dem Eiskeller gegeneinander abzuwägen. Dabei 

ist auf die allfällige Einzigartigkeit und Unersetzlichkeit des Eiskellers 

gebührend Rücksicht zu nehmen. In der Literatur werden allgemein folgende 

Kriterien genannt, die das öffentliche Interesse an einer gesamthaften 

Erhaltung einer Liegenschaft zu begründen vermögen:

- Singularität;
- Bedeutung für die Umgebung;
- wissenschaftlich-dokumentarischer Wert;
- Vorbildhaftigkeit für eine Tradition;

- Bedeutung für die Deutung einer Epoche oder eines Ereignisses 
derGeschichte;

- Bedeutung für die Kulturlandschaft;
- Erlebnis- und Erinnerungswert;
- Bedeutung für das Ortsbild und die Ortsgeschichte;
- künstlerischer Rang.

Anders formuliert, können Kulturobjekte wegen folgender Merkmale für 
erhaltenswürdig erklärt werden:
- wegen ihrer baugeschichtlichen, kunstgeschichtlichen oder 

kulturgeschichtlichen Bedeutung;
- wegen ihrer geistesgeschichtlichen Bedeutung;
- wegen ihrer staatsgeschichtlichen Bedeutung;
- wegen ihrer ortsgeschichtlichen Bedeutung;
- wegen ihrer technikgeschichtlichen Bedeutung;
- wegen ihrer Bedeutung für die ortsbauliche oder landschaftliche 

Situation;
- wegen ihres Typus';
- wegen ihres Stils;
- wegen ihrer Seltenheit;
- wegen ihrer Beispielhaftigkeit (frühes, resp. spätes Beispiel);
- wegen ihrer Architekten, Künstler, Handwerker;
- wegen ihrer Inneneinrichtungen als Anschauung für Wohnformen 
(Joller, Denkmalpflegerische Massnahmen nach schweizerischem Recht, 
Diss., Entlebuch 1987, S. 48f.).

d) Hinsichtlich der Erhaltenswürdigkeit des Gebäudekomplexes mit dem 

Eiskeller hat die kantonale Denkmalpflege bereits in ihrer Stellungnahme, die 

im Sachverhalt wiedergegeben ist, beantragt, dass das Projekt so abgeändert 

werden solle, dass das Gebäude erhalten werden könne. Am Augenschein 

bestätigte der Vertreter der Denkmalpflege, dass ein vergleichbares Gebäude 

nicht bekannt sei. Schon daraus ist zu schliessen, dass der Gebäudekomplex 

mit dem Eiskeller einzigartig und unersetzlich ist. Das Gericht konnte sich am 

Augenschein auch von der Eindrücklichkeit der Anlage überzeugen. 

Nachdem der zuständigen Fachstelle keine ähnlichen Anlagen bekannt sind, 

muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Eiskeller jedenfalls 

für den Kanton Graubünden um eine Singularität handelt. Anders gesagt geht 

es um ein Objekt von einzigartiger bau- und kulturgeschichtlicher Bedeutung. 

Dass an der Erhaltung dieses historischen Gewerbekomplexes ein eminentes 

öffentliches Interesse besteht, ist nach den vorstehenden Ausführungen klar.

e) Dem steht das öffentliche Interesse an der Realisierung der Sanierung der 

Umfahrung … entgegen. Dass dieses Interesse ebenfalls von erheblicher 

Bedeutung ist, wird auch von den Beschwerdeführern nicht prinzipiell 

bestritten. Zu Recht geht es ihnen denn auch nicht darum, die Umfahrung zu 

verhindern. Vielmehr verlangen sie nur eine Projektlösung, mit welcher der 

Abbruch ihrer Liegenschaft verhindert werden kann. Dieses Anliegen deckt 

sich mit dem grossen öffentlichen Interesse an der Erhaltung des Eiskellers. 

Für die Interessenabwägung fällt nun ausschlaggebend ins Gewicht, dass 

Projektvarianten denkbar sind, mit denen ein Abbruch des Eiskellers 

vermieden werden kann. So hat der Kanton selber zwei Varianten 

ausgearbeitet, mit denen dies der Fall wäre. Möglich dürften auch weitere 

Problemlösungen sein. Dass eine Projektvariante unter Umständen zu 

Mehrkosten führen kann, ergibt sich schon draus, dass die Variante 2 des 

Kantons gegenüber dem Auflageprojekt etwa Fr. 200'000.-- mehr kosten 

würde. Dieser Betrag bewegt sich in einem Rahmen von ca. 1 % der 

Gesamtkosten für das Werk. Selbst wenn weitere Varianten noch etwas 

höhere Mehrkosten im Bereich von 2 - 3 % verursachen würden, könnte nicht 

gesagt werden, dass deswegen auf die Erhaltung des Gebäudekomplexes 

verzichtet werden dürfte, zumal ja die Realisierung der Umfahrung als solche 

nicht in Frage gestellt ist. Was die privaten Interessen der Unterlieger 

anbetrifft, ist klar, dass diese durch die Realisierung einer Variante zum 

genehmigten Projekt stärker beeinträchtigt würden. Da das Gericht aber keine 

Projektvariante zu beurteilen hat, sondern lediglich zu entscheiden hat, ob das 

öffentliche und private Interesse am Erhalt des Eiskellers das öffentliche und 

private Interesse an der Beibehaltung der jetzt geplanten Linienführung 

überwiegt, kann das Ausmass dieser vermehrten Beeinträchtigung erst 

beurteilt werden, wenn ein Entscheid über eine neue Strassenführung 

vorliegt. Die privaten Interessen der Unterlieger rechtfertigen es jedenfalls 

aufgrund der hier zu prüfenden Sachlage nicht, den Abriss des Einskellers 

hinzunehmen. Der angefochtene Regierungsbeschluss ist im Sinne dieser 

Erwägungen aufzuheben, und die Sache zu neuer Entscheidung und 

eventueller Neuauflage an die Vorinstanz zurückzuweisen, mit der Anweisung 

an die Regierung, das Strassenprojekt im Bereich Anschluss …strasse und 

untergeordneter Anschluss alte …strasse so abzuändern, dass vom Abriss 

des Gebäudes mit dem Eiskeller abgesehen werden kann. 

3. Schliesslich sind noch kurz die übrigen Anträge der Beschwerdeführer zu 

prüfen. 

Auf die Anträge, das Strassenprojekt so abzuändern, dass vom Erwerb der 

Parzelle 406 im Umfang von 1'498 m2 abgesehen werden kann resp. dass 

der Landerwerb für Parzelle 406 auf das Mass reduziert werde, welches 

effektiv für das abgeänderte Strassenprojekt erforderlich ist, ist nicht 

einzutreten. Diese Anträge können erst im Landerwerbsverfahren gemäss 

den enteignungsrechtlichen Vorschriften gestellt werden. 

Auch auf den Antrag auf Gutheissung der Einsprache vom 27. November 

2002 kann nicht eingetreten werden. Dies ist Gegenstand des neuen 

Entscheides der Regierung. 

4. Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen, soweit darauf 

eingetreten werden kann, und der angefochtene Beschluss aufzuheben. Dies 

kommt im Ergebnis dem Obsiegen der Beschwerdeführer gleich. Bei diesem 

Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des Kantons Graubünden 

(Regierung). 

Gemäss Art. 78 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) 

wird die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei 

alle durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. 

Der Kanton Graubünden (Regierung) hat daher die Beschwerdeführer 

aussergerichtlich zu entschädigen. Der mit den eingereichten Honorarnote 

geltend gemachte Betrag von Fr. 8'242.90 (inkl. MWST) erscheint als 

ausgewiesen. Zusätzlich ist ermessensweise die Teilnahme am Augenschein 

zu entschädigen, wodurch sich eine Gesamtentschädigung von Fr. 9'000.- 

ergibt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, 

soweit darauf eingetreten werden kann. Die Ziff. A.1. und B. h) des 

angefochtenen Regierungsbeschlusses (Projektgenehmigung, 

Einspracheabweisung im Sinne der Erwägungen) werden aufgehoben und 

die Sache wird zu neuer Entscheidung und eventueller Neuauflage an die 

Regierung zurückgewiesen mit der Anweisung, das Strassenprojekt im 

Bereich Anschluss …strasse und untergeordneter Anschluss alte …strasse 

so abzuändern, dass vom Abriss des Gebäudes Assek.-Nr. 216 auf Parzelle 

406 abgesehen werden kann.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 457.--

zusammen Fr. 5'457.--

gehen zulasten des Kantons Graubünden (Regierung) und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Der Kanton Graubünden entschädigt die Beschwerdeführer aussergerichtlich 

mit Fr. 9'000.-- (inkl. MWST).