# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22503ca8-9b40-5968-b3bd-f13b2d6f147e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2008 D-5991/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5991-2008_2008-10-07.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5991/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch,
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...),
Jemen,
vertreten durch lic. iur. Ralph Wiedler Friedmann, 
Rechtsanwalt, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen 
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 
12. September 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5991/2008

Sachverhalt:

A.a Der Beschwerdeführer hielt  sich über einen Zeitraum von unge-
fähr zehn Jahren alljährlich auf Einladung einer schweizerischen Pri-
vatperson mit einem Touristenvisum in der Schweiz auf. Letztmals wur-
de ihm auf seinen Antrag vom 25. Dezember 2006 hin durch die für 
den  Jemen zuständige  schweizerische  Botschaft  in  Riyadh  ein  Tou-
ristenvisum mit  einer zulässigen Aufenthaltsdauer von 90 Tagen und 
einer Gültigkeitsperiode vom 20. Januar 2007 bis am 19. April 2007 er-
teilt.

A.b Der  Beschwerdeführer  verliess  sein  Heimatland  letztmals  am 
2. Februar 2007 und reiste gleichentags mit dem erwähnten Touristen-
visum über den Flughafen Zürich Kloten in die Schweiz ein. Am 8. Mai 
2007 suchte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des BFM 
in Kreuzlingen um Asyl nach, wobei er die rubrizierten Angaben in das 
Personalienblatt  eintrug  und  zu  deren  Beleg  seinen  Reisepass  und 
seine Identitätskarte abgab. Zu seiner Person gab er ergänzend an, er 
sei arabischer Sunnite, stamme ursprünglich aus B._______ (Provinz 
C._______) und sei seit dem Jahre 2001 in der Stadt C._______ an-
sässig gewesen, wo er ab Oktober 2003 (...)  und (...)  studiert  habe. 
Das BFM befragte ihn am 15. Mai 2007 summarisch und am 31. Mai 
2007 einlässlich zu den Gründen seines Asylgesuchs. Dabei machte 
er  im  Wesentlichen  geltend,  Angehörige  des  Stammes  einer 
unverheirateten  jungen  Frau,  mit  welcher  er  bei  einem  einmaligen 
sexuellen  Kontakt  Anfang  Dezember  2006  den  Geschlechtsakt  voll-
zogen habe, trachteten nach seinem Leben. Vier bewaffnete Männer 
von jenem Stamm seien zwei  Wochen nach dem Ereignis  an seiner 
Wohnadresse in C._______ erschienen, als er sich in der Universität 
aufgehalten habe. Sein Vater habe ihm am selben Abend telefonisch 
mitgeteilt, dass die vier Männer anschliessend auch in B._______ auf-
getaucht  seien,  in  bedrohlichem Ton die  Gründe  ihres  Besuchs  ge-
schildert  und nach seinem Aufenthaltsort  gefragt hätten. Auf Anraten 
seines Vaters habe er C._______ am nächsten Tag verlassen und sich 
in der Folge jeweils für einige Tage an verschiedenen Orten versteckt 
gehalten. Ein in der Schweiz ansässiger Freund, den er seit  etlichen 
Jahren regelmässig besuche und wie einen Vater ansehe, sei ihm bei 
der  Beschaffung  eines  schweizerischen  Visums  behilflich  gewesen. 
Nach seiner Ankunft  in der Schweiz habe er erfahren, dass sich die 
Angehörigen der Frau nicht zu einer gütlichen Einigung zwischen den 

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beiden Stämmen bereit erklärt hätten. Aus diesem Grund habe er ein 
Asylgesuch eingereicht.

B.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2007 lehnte das BFM das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 
sowie  deren  Vollzug  an.  Als  Begründung  für  die  Gesuchsablehnung 
führte das BFM zusammenfassend an,  der Beschwerdeführer  erfülle 
die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3  des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht, weil er einen relevanten Sach-
verhalt nicht glaubhaft zu machen vermöge.

C.
Mit Beschwerde vom 16. Juli 2007 liess der Beschwerdeführer die Ver-
fügung vom 14. Juni 2007  in allen Punkten beim Bundesverwaltungs-
gericht anfechten. Dieses erachtete die Beschwerde als offensichtlich 
unbegründet  und wies sie mit  Urteil  vom 27. August  2007 ab. In der 
Urteilsbegründung hielt das Gericht als Fazit fest, das BFM habe die 
wesentlichen  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  als  un-
glaubhaft erachtet. Das BFM setzte dem Beschwerdeführer daraufhin 
mit  Schreiben vom 4. September  2007 eine bis  zum 18. September 
2007 währende Frist zum Verlassen der Schweiz an. Am 17. Oktober 
2007 wurde der Beschwerdeführer vom (...)  des Kantons D._______ 
als  seit  dem  12.  September  2007  verschwunden  gemeldet.  Nach 
seiner Ergreifung im Kanton E._______ am 18. Juli 2008 wurde er am 
21. Juli 2008 dem Kanton D._______ zugeführt. Dessen (...) versetzte 
ihn zur Sicherstellung des Wegweisungsvollzugs für die Dauer von drei 
Monaten in Ausschaffungshaft.

D.
Der  Beschwerdeführer  wandte  sich  am 21.  Juli  2008  mit  einem als 
„Wiedererwägungsgesuch“ bezeichneten Schreiben an das BFM, wo-
rin er dieses darum bat, seinen abgelehnten Asylantrag in Wiederer-
wägung zu ziehen und seinem Gesuch die aufschiebende Wirkung zu 
gewähren. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, er sei in der 
Zwischenzeit im Heimatland für seine Schandtat verurteilt  worden. In 
den nächsten Tagen erhalte er von seiner Familie im Jemen das ent-
sprechende Urteil  zugesandt. Damit  liege ein wichtiges Beweismittel 
vor, welches seine wahrheitsgetreue Aussage belege.

E.
Das  BFM  behandelte  die  Eingabe  vom  21.  Juli  2008  entsprechend 

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ihrer Bezeichnung als Wiedererwägungsgesuch und trat auf dieses mit 
Verfügung  vom  12.  September  2008  -  eröffnet  am  16.  September 
2008 - nicht  ein.  Im  Verfügungsdispositiv  bestätigte  es  zudem  die 
Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des Entscheides vom 14. Juni 2007 
und  stellte  ferner  klar,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  die 
Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme.

F.
Am  19.  September  2008  (Poststempel)  liess  der  Beschwerdeführer 
durch seinen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht eine Be-
schwerde einreichen. Darin formulierte er im Hauptpunkt das Begeh-
ren, es sei die Verfügung des BFM vom 12. September 2008 vollum-
fänglich  aufzuheben,  auf  sein  Wiedererwägungsgesuch  vom 21. Juli 
2008 einzutreten und ihm das politische Asyl in der Schweiz zu ertei-
len. Als Eventualbegehren brachte er ein, es sei festzustellen, dass er 
nicht in sein Heimatland zurückkehren könne, und es sei ihm gestützt 
darauf die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu erteilen. Des Weite-
ren  stellte  er  den  verfahrensrechtlichen  Antrag,  es  sei  seiner  Be-
schwerde „die aufschiebende Wirkung wieder zu erteilen“, und es sei-
en sämtliche Ausschaffungsmassnahmen einstweilen zu stoppen. So-
dann ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses für die Durchführung des Beschwerdeverfahrens.

Zusammen mit  der Rechtsmittelschrift  reichte er zur Stützung seiner 
Begehren ein fremdsprachiges Dokument in der Erscheinungsform ei-
ner  mit  Originalstempeln  versehenen  Fotokopie  einschliesslich  einer 
Übersetzung ins Deutsche zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, 
zu  welchen  auch  das  BFM (Art. 33  Bst. d  VGG)  zählt.  Art. 32  VGG 
sieht für Verfügungen auf dem Gebiet des Asyls keine Ausnahme vor, 
womit die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts als Beschwer-
deinstanz im Asylverfahren gegeben ist (Art. 105 AsylG). Art. 83 Bst. d 

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Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG, 
SR 173.110])  bestätigt  diese  Zuständigkeit  und  schliesst  gleichzeitig 
die Weiterzugsmöglichkeit an das Bundesgericht aus.

Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  demzufolge  in  letzter  Instanz  zu-
ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen einen 
Wiedererwägungsentscheid des BFM auf dem Gebiet  des Asyls. Die 
Beurteilung  geschieht  im  Übrigen  nach  neuem  Verfahrensrecht 
(vgl. Art. 53 Abs. 2 in fine VGG; BVGE 2007/11 E. 4.2 S. 119).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die Beschwerde wurde innert  der gesetzlichen Frist von 30 Tagen in 
gültiger Form eingereicht  (Art. 108 Abs. 1 AsylG und 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bun-
desamt teilgenommen,  ist  durch die angefochtene Verfügung beson-
ders  berührt  und hat  ein  schutzwürdiges  Interesse an  deren  Aufhe-
bung beziehungsweise Änderung. Damit  ist  er  zur  Einreichung einer 
dagegen  gerichteten  Beschwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1  VwVG). Demzufolge ist  -  unter  Vorbehalt  der  nachfol-
genden Erwägung 3 - auf die Beschwerde einzutreten.

3.
Vorliegend  ist  das  BFM auf  das  vom Beschwerdeführer  am 21. Juli 
2008  eingereichte  Wiedererwägungsgesuch  nicht  eingetreten 
(act. 11/4, S. 3, Ziff. 1 des Dispositivs). Gemäss Lehre und Praxis kann 
das Nichteintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch mit der alleinigen 
Begründung  an  die  ordentliche  Rechtsmittelinstanz  weitergezogen 
werden, die Vorinstanz habe es in Missachtung des verfassungsmäs-
sigen Anspruchs auf Wiedererwägung zu Unrecht abgelehnt, auf das 
Wiedererwägungsgesuch einzutreten (vgl. Entscheidungen und Mittei-
lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 
7 E. 2a.aa S. 43; BGE 113 Ia 146 E. 3c S. 153 f.; ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5.  Aufl.,  Zürich 
2006,  Rz. 1834;  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausserordentlichen 
Rechtsmittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 175). So-
weit der Beschwerdeführer die Erteilung des "politischen" Asyls in der 

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Schweiz beantragt, ist auf seine Beschwerde folgerichtig nicht einzu-
treten.

4.
Gemäss Art. 111 Bst. e AsylG wird im Asylbeschwerdeverfahren unter 
anderem über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrich-
terlicher Zuständigkeit mit  Zustimmung eines zweiten Richters bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden. Bei der vorliegenden 
handelt es sich, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, um eine offen-
sichtlich unbegründete Beschwerde, weshalb der Entscheid nur sum-
marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

5.
Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht 
geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende 
Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender 
Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird  jedoch  aus 
Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Vorausset-
zungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abge-
leitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). Danach hat die 
zuständige Behörde eine selbst getroffene Verfügung in Wiedererwä-
gung zu ziehen, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit Ein-
tritt der Rechtskraft - am Tag nach Ablauf der nicht genutzten Rechts-
mittelfrist oder durch bestätigendes Urteil der mit Beschwerde angeru-
fenen Rechtsmittelinstanz -  in wesentlicher Weise verändert  hat  und 
mithin  eine  Anpassung  der  (fehlerfreien)  Verfügung  erforderlich  ist, 
ohne dass deren Gegenstand neu beurteilt wird. Sodann können auch 
Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen, so-
fern sie sich auf eine rechtskräftige Verfügung beziehen, die entweder 
unangefochten blieb oder deswegen niemals einer materiellen Prüfung 
unterzogen wurde, weil das angehobene Beschwerdeverfahren mit ei-
nem formellen Prozessurteil  endete. Ein derartiges,  als qualifiziertes 
Wiedererwägungsgesuch  zu  bezeichnendes  Rechtsmittel  ist  grund-
sätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln. Gar 
nicht erst einzutreten ist auf ein Wiedererwägungsgesuch dann, wenn 
zu dessen Begründung lediglich unsubstanziierte Behauptungen auf-
gestellt  werden und aus der Rechtsschrift  die tatsächlichen Anhalts-

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punkte,  die  auf  das  Vorliegen  eines  Wiedererwägungsgrundes  hin-
deuten sollen,  nicht  ersichtlich sind (zum Ganzen vgl. EMARK 2005 
Nr. 25 E. 4.2. S. 227 f., EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f. mit weite-
ren Hinweisen, EMARK 2001 Nr. 20 E. 3c.dd S. 156).

6.  
6.1 Vorliegend führt  das BFM als Begründung für sein Nichteintreten 
auf  das  Wiedererwägungsgesuch  an,  der  Beschwerdeführer  berufe 
sich zwar auf eine angeblich veränderte Sachlage und damit sinnge-
mäss  auf  einen  Anspruch  auf  Wiedererwägung,  doch  blieben  seine 
Vorbringen in der Eingabe vom 21. Juli 2008 gänzlich unsubstanziiert. 
Darin  mache er  eine  Verurteilung in  absentia  in  seinem Heimatland 
aufgrund der bisher als unglaubhaft beurteilten Vorbringen geltend und 
stelle eine baldige Nachreichung entsprechender Beweismittel in Aus-
sicht. Während einer Zeitspanne von sieben Wochen habe er dann je-
doch weder die angekündigten Beweismittel nachgeliefert noch für die-
ses Versäumnis irgend eine Erklärung abgegeben.

6.2 Dieser  Argumentation  hält  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Be-
schwerdeeingabe entgegen, er könne heute eben jenes im Wiederer-
wägungsgesuch in Aussicht gestellte Gerichtsurteil vorlegen, welches 
beweise, dass er wegen eines vorehelichen Verhältnisses im Jemen zu 
einer Gefängnisstrafe von vier Jahren verurteilt worden sei. Die ange-
fochtene Verfügung verletze somit  Bundesrecht,  zumal  das BFM zu-
mindest gehalten gewesen wäre, vorgängig eine Frist zur Einreichung 
des Urteils  anzusetzen,  damit  allenfalls der  aktuelle  Stand über  den 
Verbleib des Urteils hätte mitgeteilt werden können.

6.3 Wie unter Erwägung 3 hiervor dargelegt, ist die Prüfungsbefugnis 
des Bundesverwaltungsgerichts im vorliegenden Rechtsmittelverfahren 
auf die Frage beschränkt, ob das BFM es zu Recht abgelehnt hat, auf 
das am 21. Juli 2008 eingereichte Gesuch um Wiedererwägung seiner 
Verfügung vom 14. Juni  2007 einzutreten. Massgeblich  ist  dabei  die 
Aktenlage, wie sie sich im Moment des Beschwerdeentscheides prä-
sentiert.  Der  angefochtene  Nichteintretensentscheid  hat  somit  nicht 
nur vor der im Moment seines Erlasses gegebenen Sach- und Rechts-
lage zu bestehen; er  hat  sich  ausserdem gegenüber  den im Verlauf 
des Beschwerdeverfahrens hinzugetretenen Tatsachen und Beweismit-
teln zu behaupten.

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6.3.1 Im Wiedererwägungsgesuch vom 21. Juli  2008 machte der Be-
schwerdeführer zur Hauptsache geltend, er sei in der Zwischenzeit im 
Jemen  für  seine  Schandtat  verurteilt  worden.  Nähere  Angaben  zu 
dieser  Verurteilung  - etwa solche zum Zeitpunkt  des Urteilserlasses, 
zur zuständigen Gerichtsbehörde oder zum Strafmass - blieb er gänz-
lich schuldig. Stattdessen beschränkte er sich auf den Hinweis, seine 
Familie könne das Urteil  in den nächsten Tagen in die Schweiz schi-
cken. In der Folgezeit unterliess er es jedoch, das auf diese Weise in 
Aussicht gestellte Urteil zu den Akten zu geben. Gleichzeitig versäum-
te  er  es,  dem  BFM  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheides  am 
12. September 2008 wenigstens die Gründe für  die Nichteinreichung 
zu erläutern. Der Beschwerdeführer bediente sich somit zur Begrün-
dung seines Wiedererwägungsgesuchs bloss einer in  den Raum ge-
stellten, durch nichts belegten Behauptung. Sein Wiedererwägungsge-
such entbehrte deswegen jeder Substanz, und das BFM war dement-
sprechend zu einem Eintreten darauf nicht gehalten. Gleichermassen 
bestand für das BFM keine Verpflichtung zur vorgängigen Einräumung 
einer Frist zur Einreichung des Urteils, nachdem der Beschwerdefüh-
rer von sich aus den Zugang desselben für die nächsten Tage in Aus-
sicht gestellt hatte, die folgenden sieben Wochen jedoch ohne jede Er-
klärung seinerseits verstreichen liess.

6.3.2 Entgegen der Sichtweise in  der Beschwerde ändert  das nach-
träglich eingereichte „Urteil“ nichts am dürftigen Substanziierungsgrad 
des Wiedererwägungsgesuchs. Dabei  gilt  es vorauszuschicken,  dass 
im Jemen gleich wie in einer Vielzahl anderer Heimatländer von Asyl-
suchenden (vgl. etwa betreffend Pakistan EMARK 1996 Nr. 21 E. 4b 
S. 210 f.) Imitate in der Erscheinungsform von amtlichen Dokumenten 
ohne grösseren Aufwand gegen Bezahlung zu erwerben sind. Ange-
sichts  dieser  notorischen  Tatsache  ist  Dokumenten  entsprechenden 
Ursprungs  ungeachtet  der  Ausstattung  mit  vermeintlichen  Echtheits-
merkmalen wie Stempeln, Unterschriften, Marken, Aufbau oder Brief-
köpfen grundsätzlich  mit  Zurückhaltung  zu  begegnen. Was das Hei-
matland des Beschwerdeführers im Speziellen betrifft, so werden nach 
Kenntnis dieses Gerichts im Jemen sehr viele Dokumente gefälscht, 
und gegen einen bestimmten Geldbetrag sind auch fast alle Stempel 
erhältlich. Bei dem vom Beschwerdeführer vorgelegten „Urteil“ kommt 
hinzu, dass es sich um eine blosse Fotokopie handelt und aus dem auf 
jeder Seite angebrachten "Originalstempel" nicht hervorgeht, inwieweit 
damit die Übereinstimmung mit  einem existierenden Original  beglau-
bigt wird. Sodann ist bei einer Prüfung der deutschen Übersetzung so-

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gleich erkennbar, dass das Urteil  in wichtigen Punkten nicht  mit  der 
Sachdarstellung  des  Beschwerdeführers  seit  Einreichung  des  Asyl-
verfahrens  korrespondiert.  Die  gegenteilige  Feststellung  in  der  Be-
schwerde erweist sich somit als aktenwidrig. Insbesondere wird im „Ur-
teil“ als Datum für die vorgeworfene Vergewaltigung der 7. Dezember 
2006 angegeben. Der  Beschwerdeführer hatte jedoch den Gescheh-
nisverlauf in der Anhörung vom 31. Mai 2007 zeitlich dermassen un-
stimmig strukturiert (Datum der Ereignisse in Relation mit dem Zeitab-
stand zwischen den Ereignissen), dass er auf Rückfrage hin die Kor-
rektur angebracht hatte, er habe einen Donnerstag Anfang Dezember 
2006  im  Kopf  gehabt,  doch  sei  es  vielleicht  ein  Donnerstag  Ende 
November 2006 gewesen (act. 15/23,  S. 21 f.). Vor allem aber wäre 
dem Text des eingereichten „Urteils“ zufolge das Gerichtsverfahren ge-
gen den Beschwerdeführer schon seit Längerem hängig gewesen, soll 
doch die erste öffentliche Sitzung des Gerichts am 27. Oktober 2007 
stattgefunden  haben. Der  Beschwerdeführer  hätte  dementsprechend 
spätestens zu diesem Zeitpunkt über das in der Heimat gegen ihn er-
öffnete  Strafverfahren  Bescheid  wissen  müssen,  zumal  er  von  der 
Schweiz aus in Kontakt mit seiner Familie und Verwandten gestanden 
haben will (vgl. unter anderem act. 15/23, S. 20). Indes bleibt er jede 
Erklärung dafür schuldig, warum er das Wiedererwägungsgesuch aus-
gerechnet am 21. Juli 2008 und nicht weit früher eingereicht hat.

6.4 Damit  lässt  sich  zusammenfassend  festhalten,  dass  vom  Be-
schwerdeführer keine Umstände, die ihm gestützt auf Art. 29 BV einen 
Anspruch  auf  Wiedererwägung  der  Verfügung  vom  14.  Juni  2007 
hätten verleihen können, in substanziierter Form vorgebracht wurden. 
Das  BFM  war  demzufolge  nicht  verpflichtet,  auf  das  Wiedererwä-
gungsgesuch  einzutreten.  Es  erübrigt  sich  bei  dieser  Sachlage,  auf 
weitere Einwendungen in der Beschwerde näher einzugehen, da diese 
nicht geeignet sind, einen anderen Entscheid herbeizuführen. In Wür-
digung  der  gesamten  Umstände  ist  alsdann  festzustellen,  dass  das 
BFM  zu  Recht  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  des  Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist  folgerichtig  -  soweit  darauf  einzutreten  ist  (vgl.  E. 3 
hiervor) - abzuweisen.

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Festzustellen  bleibt,  dass  der  verfahrensrechtliche Antrag auf  Erlass 
einer  vollzugshemmenden  vorsorglichen  Massnahme  (Erteilung  der 
„aufschiebenden  Wirkung“,  einstweilige  Einstellung  sämtlicher  Aus-
schaffungsmassnahmen)  mit  dem  vorliegenden  Entscheid  in  der 
Hauptsache gegenstandslos wird.

8.
Der Beschwerdeführer ist im vorliegenden Verfahren vollständig unter-
legen,  weshalb er  in vollem Umfang kostenpflichtig wird (vgl. Art. 63 
Abs. 1 VwVG). Die ihm aufzuerlegenden Verfahrenskosten sind auf ins-
gesamt  Fr.  1'200.--  festzusetzen  (Art. 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m. 
Art. 1, 2 und 3 Bst. a des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

9.
Durch  die  Kostenliquidation  im  vorliegenden  Endentscheid  wird  das 
Begehren  um  Verzicht  auf  das  Erheben  eines  Verfahrenskostenvor-
schusses gegenstandslos.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  mittels  beiliegendem  Einzahlungsschein 
innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse 
zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- den (...) des Kantons D._______ ad (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Martin Maeder

Versand: 

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