# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1039c61-1ec1-58aa-9dd3-8b6e6e164f4e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 09.12.2005 BRKE I Nrn. 0339-0340/2005
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-I-Nrn--0339-034_2005-12-09.pdf

## Full Text

BRKE I Nrn. 0339-0340/2005 vom 9. Dezember 2005 in BEZ 2006 Nr. 22

Der Bauvorstand der Gemeinde X hat in einer späteren «Ergänzungsbewilli-
gung» zur Baubewilligung für 27 Reiheneinfamilienhäuser Folgendes statuiert:

«Im Einflussbereich des Flughafens Zürich-Kloten gelten die erhöhten Anforde-
rungen an die Schalldämmung der Aussenhülle nach SIA-Norm 181 <Schallschutz 
im Hochbau>. Zum Schutz der lärmempfindlichen Räume gegen den (…) Fluglärm 
ist die Aussenhülle (z.B. Fenster, Aussenwände, Aussentüren, Dachkonstruktionen) 
auf eine Standardschallpegeldifferenz gemäss folgenden Anforderungen zu dimensi-
onieren:

– Häuser 13, 20 und 27: Zimmer 1 im Obergeschoss und Zimmer im Dachge-
schoss: DnT,w > 43 dB.

– Haus 6: Zimmer im Dachgeschoss: DnT,w > 43 dB.
– alle übrigen lärmempfindlichen Räume: DnT,w > 40 dB.»

Zuvor, am 2. September 2002, hatte die Baudirektion Kanton Zürich eine identische 
Auflage verfügt und angeordnet, die fraglichen Auflage sei durch die örtliche Baube-
hörde in die Baubewilligung aufzunehmen. Die Bauherrschaft focht die Auflagen bei-
der Behörden an. Die Baudirektion, nicht aber auch die kommunale Baubehörde, 
beantragte die Abweisung des Rekurses.

Strittig ist, ob bei Einhaltung der Planungswerte durch den Fluglärm die erhöh-
ten Anforderungen an die Schalldämmung der Aussenhülle gemäss der SIA-Norm 
181 gestellt werden können. Die Baugrundstücke sind allesamt der Wohnzone W3 
mit Gewerbeerleichterung und der Empfindlichkeitsstufe III zugeteilt. Gemäss dem 
massgebenden Anhang 5 der Lärmschutzverordnung gilt damit auf den Bau-
grundstücken ein Planungswert von 60dB(A) für den Tag (6-22 Uhr) und von 50 
dB(A) für die Nacht (erste, zweite und letzte Nachtstunde). Gemäss der Verfügung 
der Baudirektion betragen die Lärmimmissionen auf dem Bauareal am Tag 60 dB(A) 
und in allen drei Nachstunden weniger als 45 dB(A). Die Planungswerte werden da-
mit eingehalten. Demgegenüber werden die Werte, wie sie nach der Praxis der Bau-
direktion gelten, am Tag um 5 dB(A) überschritten. 

Aus den Erwägungen:

- 2 -

3.2. Der Schallschutz an neuen Gebäuden ist in Art. 21 des Umweltschutzge-
setzes (USG) geregelt. Wer ein Gebäude erstellen will, das dem längeren Aufenthalt 
von Personen dienen soll, muss einen angemessenen baulichen Schutz gegen Aus-
sen- und Innenlärm sowie gegen Erschütterungen vorsehen (Abs. 1). Der Bundesrat 
bestimmt durch Verordnung den Mindestschutz (Abs. 2). Gestützt hierauf hat der 
Bundesrat Art. 32 LSV erlassen. Nach dem hier interessierenden Abs. 1 dieser Be-
stimmung sorgt der Bauherr eines neuen Gebäudes dafür, dass der Schallschutz bei 
Aussenbauteilen und Trennbauteilen lärmempfindlicher Räume sowie bei Treppen 
und haustechnischen Anlagen den anerkannten Regeln der Baukunde entspricht. Als 
solche gelten beim Lärm der zivilen Flugplätze mit Verkehr von Grossflugzeugen die 
erhöhten Anforderungen und beim Lärm der übrigen ortsfesten Anlagen insbesonde-
re die Mindestanforderungen nach der SIA-Norm 181. 

Zu prüfen ist, ob die streitbetroffenen Grundstücke unter dem Aspekt der darge-
legten Flugbelärmung unter diese Vorschrift fallen. Unbestritten ist, dass diesfalls die 
Schalldämmung im Sinne der angefochtenen Auflagen verbessert werden müsste, 
während andernfalls die projektierte bzw. realisierte Schalldämmung genügt.

3.3. Die Vorinstanz beruft sich auf ein Schreiben vom 26. Oktober 2000, mit 
welchem die Abteilung Lärmbekämpfung des Bundesamtes für Umwelt, Wald und 
Landschaft (BUWAL) auf entsprechende Anfrage der Fachstelle Lärmschutz der 
Baudirektion des Kantons Zürich Folgendes mitteilte:

Eine spürbare Störung der Bevölkerung durch Fluglärm setze bereits bei Belas-
tungen um die Planungswerte ein. Die raumplanerischen Wirkungen der Lärm-
schutzverordnung griffen ebenfalls ab den Planungswerten. Bei diesen Belastungen 
seien die erhöhten Schallschutzanforderungen deshalb auf jeden Fall zu verlangen. 
Dabei genüge es, wenn entweder die Tages- oder die Nachtgrenzwerte überschritten 
seien. Grundsätzlich erachte das Bundesamt indes eine Anwendung der erhöhten 
Schallschutzanforderungen im Sinne der Vorsorge auch unterhalb der Planungswer-
te als sinnvoll, da speziell für den Bereich Fluglärm «klassische» Lärmbekämp-
fungsmassnahmen kaum angewendet werden könnten und ein wirksamer Lärm-
schutz im Einflussbereich von expandierenden Flughäfen nur Vorteile für die Bewoh-
ner mit sich bringe. 

3.4.1. Das Erfordernis, im Bereich von Zivilflughäfen mit Grossflugzeugverkehr 
die erhöhten Schallschutzanforderungen gemäss SIA-Norm 181 zu stellen, wurde mit 
der Revision vom 12. April 2000 in Art. 32 LSV aufgenommen. Diese Revision bein-
haltete Verschiedenes. Unter anderem wurden für alle zivilen Flugplätze Lärmbelas-
tungsgrenzwerte eingeführt und in den bestehenden Anhang 5 der Lärmschutzver-
ordnung integriert (erneut revidiert am 31. Mai 2001). Die Lärmzonen des Luftfahrt-
rechtes, die bisher als raumplanerisches Steuerungsinstrument gedient hatten, wur-
den zu Gunsten der Lärmbelastungskataster der Lärmschutzverordnung aufgeho-
ben. Schliesslich wurden die bisher im Luftfahrtrecht aufgeführten fluglärmspezifi-
schen Schallschutznormen mit dem besagten Verweis auf die SIA-Norm 181 in die 
Lärmschutzverordnung überführt. Im Zuge dieser Änderungen wurden die Art. 40-47 
der Verordnung über die Infrastruktur der Luftfahrt vom 23. November 1994 (VIL) und 
die Verordnung über die Lärmzonen der Flugplätze Basel-Mulhouse, Genf-Cointrin 
und Zürich vom 23. November 1973 aufgehoben (Erläuternder Bericht des Eidge-
nössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation 

- 3 -

[UVEK] vom 11. Februar 2000 über die Änderung der Lärmschutzverordnung, Ziffern 
211 und 23; vgl. dazu auch Art. 1 Abs. 4 LSV in der Fassung vom 15. Dezember 
1986). 

3.4.2. Gemäss dem Erläuternden Bericht des UVEK vom 25. Juni 1999 zu den 
Änderungen der Lärmschutzverordnung und der Verordnung über die Infrastruktur 
der Luftfahrt war mit der neuen Festschreibung der Schallschutzanforderung in Art. 
32 Abs. 1 LSV keine materielle Verschärfung derselben vorgesehen. Eine materielle 
Verschärfung ergab die fragliche Rechtsänderung hingegen mit Bezug auf die raum-
planerischen Auswirkungen im Umfeld der Landesflughäfen. Mit der Anwendung des 
Umweltschutzgesetzes wurde der von den raumplanerischen Einschränkungen be-
troffene Raum grösser als mit den bisherigen Lärmzonen, indem diese Einschrän-
kungen bereits ab den Lärmbelastungen über den Planungswerten beginnen; deren 
Einhaltung bildet nämlich Voraussetzung für die Festsetzung und Erschliessung 
neuer Bauzonen für Wohngebäude (Art. 24 USG). Das Erstellen von Wohnbauten in 
belärmten Gebieten sollte nicht zu künftigen Konfliktgebieten führen und sollte des-
halb vorsorglich eingeschränkt oder verhindert werden (Erläuternder Bericht des 
UVEK über die Änderung der Lärmschutzverordnung, Ziffer 3). 

3.5. Aus dieser Entstehungsgeschichte von Art. 32 Abs. 1 LSV in der heute gel-
tenden Fassung ergibt sich keinerlei Stütze für die Praxis der Baudirektion. Die 
Schallschutzanforderungen sollten nach dem Willen des Verordnungsgebers wie ge-
sagt nicht strenger werden. Die gesetzgeberisch gewollte Ausweitung des von den 
raumplanerischen Einschränkungen betroffenen Raumes kann klarerweise nicht als 
Argument dafür gebraucht werden, hernach auch dort erhöhte Schallschutzanforde-
rungen zu stellen, wo die nunmehr strengeren raumplanerischen Anforderungen er-
füllt sind. Solches kann namentlich auch nicht gestützt auf das Vorsorgeprinzip ver-
langt werden. Dieses fordert, dass Einwirkungen, die schädlich oder lästig sind, früh-
zeitig zu begrenzen sind (Art. 1 Abs. 2 USG). In der Formulierung von Art. 11 USG 
lautet das Vorsorgeprinzip: Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung sind 
Emission im Rahmen der Vorsorge soweit zu begrenzen, als dies technisch und be-
trieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Ein Instrument der (Lärm-)vorsorge 
bilden alsdann die Planungswerte. Als Schutz vor neuen ortsfesten Anlagen konkre-
tisieren sie (als zusätzliches Vorsorgekriterium) das umweltrechtliche Vorsorgeprin-
zip. Indem ihre Einhaltung Voraussetzung für die Festsetzung bzw. die Erschliessung 
von Bauzonen bildet, konkretisieren sie zudem gleichermassen auch den raumplane-
rischen vorsorglichen Immissionsschutz. 

Die der Vorsorge zuzurechnenden gesetzlichen Regelungen zielen demnach al-
lesamt auf eine Reduktion der Emissionen bzw. auf eine Berücksichtigung der vor-
bestandenen Belastungen in der Raumplanung, keineswegs aber auch auf erhöhte 
Anforderungen an den Schallschutz an neuen Gebäuden ab. Hinzu kommt, dass die 
besagten Funktionen der Planungswerte klar schliessen lassen, dass bei deren Ein-
haltung eine ungestörte Nutzung lärmempfindlicher Räume vollumfänglich gewähr-
leistet ist, und zwar unbesehen der Art der Lärmquelle. Damit kann ohne weiteres 
auch gesagt werden, dass bei Einhaltung der Planungswerte auch durch Fluglärm 
keine erhöhten Schallschutzanforderungen gemäss SIA-Norm 181 zu verlangen 
sind. 

- 4 -

Im Übrigen können allfällige künftige Entwicklungen der Fluglärmsituation rund 
um den Flughafen Zürich-Kloten hier von vornherein keine Rolle spielen, da sie, wie 
die Baudirektion selber einräumt, in beide Richtungen gänzlich unbestimmt sind. 

(Mit dieser Begründung heisst die Baurekurskommission I die Rekurse gut; auf 
die übrigen Streitpunkte, nämlich die Verletzung des Koordinationsprinzipes, des 
Vertrauensschutzes und des Verhältnismässigkeitsprinzipes, nimmt die Baurekurs-
kommission I nicht mehr Bezug.)