# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8788df8-efc8-5345-abb3-9902f8146f4d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.04.2016 200 2015 500
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-500_2016-04-06.pdf

## Full Text

200 15 500 UV
SCP/LUB/OGM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 6. April 2016

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Groupe Mutuel Versicherungen GMA AG 
Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 30. April 2015 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. April 2016, UV/15/500, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1962 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Groupe Mutuel Versicherungen GMA 
AG (Groupe Mutuel bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversi-
chert, als sie gemäss Unfallmeldung am 8. Oktober 2012 beim Stossen 
eines beladenen Rollwagens in den offenen Schacht der Hebebühne fiel 
und sich dabei diverse Verletzungen zuzog (Akten der Groupe Mutuel, 
Antwortbeilage [AB] 1). Die Groupe Mutuel anerkannte ihre Leistungspflicht 
und erbrachte die entsprechenden Versicherungsleistungen (AB 5). Diese 
wurden mit Verfügung vom 25. November 2014 (AB 69) per 30. November 
2014 eingestellt, wogegen die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, Einsprache erhob (AB 72).

Mit Zahnschadenformular vom 14. Oktober 2014 (AB 61/3 f.) liess die Ver-
sicherte die Kostenübernahme für eine zahnärztliche Behandlung einer 
Kronenfraktur mit Pulpabeteiligung des Zahns Nr. 16 beantragen. Nach 
Rücksprache mit dem beratenden Zahnarzt Dr. med. dent. C.________ 
(AB 63) lehnte die Groupe Mutuel mit Verfügung vom 31. Oktober 2014 
(AB 65) ihre Leistungspflicht ab mit der Begründung, die geltend gemachte 
Schädigung des Zahns Nr. 16 sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit auf das Unfallereignis vom 8. Oktober 2012 zurückzuführen. Eine da-
gegen von der Versicherten erhobene Einsprache (AB 66) – welche durch 
ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 28. November 2014 (AB 71) ergänzt 
wurde – wies sie mit Einspracheentscheid vom 30. April 2015 ab (AB 79).

B.

Dagegen liess die Versicherte, weiterhin vertreten durch Fürsprecher 
B.________, mit Eingabe vom 1. Juni 2015 Beschwerde erheben mit fol-
genden Rechtsbegehren: 

1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 30. April 
2015 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei gerichtlich zu 

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verurteilen, die Kosten für die Behandlung des Zahnes Nr. 16 der 
Beschwerdeführerin zu tragen.

2. Eventualiter: Die Beschwerdesache sei im Sinne der gerichtlichen 
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2015 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 30. April 2015 
(AB 79). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf die gesetzlichen Unfall-
versicherungsleistungen betreffend die Kronenfraktur mit Pulpabeteiligung 
des Zahns Nr. 16 im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 8. Oktober 
2012.

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1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.-- (vgl. Beschwerde S. 2 
Ziff. II.3), weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche 
Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(„conditio sine qua non“; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

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Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Je grösser der zeitliche Ab-
stand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beein-
trächtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrschein-
lichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 
1997 U 275 S. 191 E. 1c).

3.

3.1 Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass die Beschwerde-
führerin am 8. Oktober 2012 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat 
(vgl. E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Beschwerden aufgetreten 
sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch bis November 2014 Leistun-
gen erbracht (AB 69). Umstritten ist hingegen, ob die mit Zahnschadenfor-
mular vom 14. Oktober 2014 (AB 61/3 f.) geltend gemachte Kronenfraktur 
mit Pulpabeteiligung des Zahns Nr. 16 mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit auf das besagte Unfallereignis zurückzuführen ist. Den medizinischen 
Unterlagen ist dazu im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im definitiven Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 15. No-
vember 2012 (AB 16/2 - 7) wurde mit Relevanz für eine allfällige Zahnver-
letzung eine Riss-Quetsch-Wunde supraorbital rechts diagnostiziert 
(AB 16/2). Die Beschwerdeführerin habe beim Sturz aus 3 m Höhe einen 
Kopfanprall ohne Bewusstlosigkeit oder Amnesie erlitten. Während ihres 
Aufenthalts auf der Notfallstation habe die Beschwerdeführerin stets 15 
Punkte auf der Glasgow-Koma-Skala erzielt (AB 16/3). Die Ganzkörper-
Computertomographie habe im Schädel keine Blutung sowie keine Kalot-
ten-, Schädelbasis- oder Mittelgesichtsfrakturen gezeigt (AB 16/5).

https://de.wikipedia.org/wiki/Computertomographie

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3.1.2 Dr. med. dent. E.________ erhob im Zahnschadenformular vom 
14. Oktober 2014 (AB 61/3 f.) die Diagnose „Unfall von 2012: 16 Palatinal 
Wand gebrochen“ und stellte den unfallbedingten Befund einer Kronenfrak-
tur mit Pulpabeteiligung des Zahns Nr. 16 (AB 61/3). 

3.1.3 In der Stellungnahme vom 27. Oktober 2014 (AB 63) kommt Dr. 
med. dent. C.________ zum Schluss, dass der Schaden am Zahn Nr. 16 
möglicherweise, nicht aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch 
das Ereignis vom 8. Oktober 2012 verursacht worden sei. Obwohl der Vor-
zustand des betroffenen Zahns gut gewesen sei, sei er mit einer 
schwächenden Füllung versorgt gewesen. Die Fraktur sei daher mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit durch die merkuroskopische Expansion der 
Amalgamfüllung entstanden. 

3.1.4 Dem Bericht vom 21. November 2014 (AB 71/3) des Dr. med. dent. 
F.________ ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 25. Sep-
tember 2014 bei ihm vorstellig geworden ist. Er habe sodann eine Fraktur 
des Zahns Nr. 16 festgestellt. Die Hälfte des Zahns sei bis an den Zahn-
fleischrand frakturiert gewesen, wobei der restliche Zahn multiple Risse 
aufgewiesen habe. Diese Art einer Fraktur würde nicht durch einen Kauun-
fall entstehen, denn dann wäre lediglich ein Teil des Zahns beschädigt, 
oftmals die Zahnspitze. Die festgestellte Fraktur sei jedoch Folge einer 
äusseren traumatischen Einwirkung.

3.1.5 Im vorliegenden Gerichtsverfahren reichte die Beschwerdeführerin 
einen weiteren Bericht des Dr. med. dent. F.________ vom 12. Mai 2015 
(Beschwerdebeilage [BB] 2) ein, in welchem er versicherte, trotz des ehe-
maligen Anstellungsverhältnisses der Beschwerdeführerin, bei seiner Beur-
teilung in keinem Interessenskonflikt gestanden zu haben. An eine Unfall-
ursache habe er erst gedacht, als er die Fraktur des Zahns Nr. 46 und ins-
besondere des Zahns Nr. 16 bei seiner Untersuchung festgestellt habe. Die 
multiplen Risse unter dem Zahnfleisch könnten nicht die Folge einer Ex-
pansion der Amalgamfüllung sein, sondern nur einer traumatischen Einwir-
kung.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

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unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Einschätzung von Dr. med. dent. C.________ (AB 63) ist in sich 
schlüssig und überzeugt. Die Beschwerdegegnerin hat sich bei Erlass ihres 
Einspracheentscheids vom 30. April 2015 (AB 79) zu Recht darauf abge-
stützt.

3.3.1 Anlässlich der nach dem Unfallereignis vom 8. Oktober 2012 durch-
geführten klinischen und bildgebenden Schädeluntersuchung konnten we-
der Frakturen noch Blutungen festgestellt werden (AB 16/5). Der anlässlich 
des Unfallereignisses erlittene Kopfanprall führte lediglich zu einer Riss-
Quetsch-Wunde oberhalb der Augenhöhle (AB16/2). Auch wenn der im 
rechten Oberkiefer betroffene Zahn tatsächlich unterhalb der Verletzungs-
stelle liegt, hat sich die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage in diesem 
Bereich keine Verletzungen zugezogen. Nach dem Unfall respektive Spita-
laustritt wurden denn im Kieferbereich weder Beschwerden noch Hämato-
me dokumentiert. Die Schlussfolgerung von Dr. med. dent. C.________, 
wonach der Unfall als Ursache der im September 2014 erlittenen Fraktur 
bloss möglicherweise in Betracht falle, ist daher nachvollziehbar und über-

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zeugt (AB 63). In Anbetracht dessen, dass am Kopf lediglich eine Riss-
Quetsch-Wunde dokumentiert ist (AB 16/2), zum Zeitpunkt der Behand-
lungsbedürftigkeit der Zahn jedoch eine schwächende Füllung aufwies 
(AB 61/3), hat der Vertrauensarzt schlüssig und überzeugend dargelegt, 
dass die Fraktur des betroffenen Zahns Nr. 16 mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit durch die merkuroskopische Expansion der Amalgamfüllung 
entstanden ist (AB 63).

3.3.2 An dieser schlüssigen Einschätzung ändert die Auffassung des 
behandelnden Zahnarztes Dr. med. dent. F.________, die Zahnfraktur 
könne nur durch eine traumatische Einwirkung – entsprechend dem Unfall 
der Beschwerdeführerin – herbeigeführt worden sein, nichts (AB 71/3; 
BB 2). Auf der einen Seite fehlt in den Berichten eine nachvollziehbare Be-
gründung, weshalb die Fraktur des Zahns Nr. 16 – aktenmässig – erstmals 
rund zwei Jahre nach dem besagten Sturz erstellt ist, auf der anderen Seite 
ist hier der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde 
Spezialärzte gleich wie Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patien-
ten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Das Vertrauensverhältnis 
muss hier als besonders eng bezeichnet werden, war die Beschwerdefüh-
rerin doch während mehreren Jahren in einem Anstellungsverhältnis zum 
behandelnden Zahnarzt (AB 66/1; BB 2). Zusätzlich wies die Beschwerde-
führerin in ihrer Einsprache vom 8. November 2014 (AB 66/2; BB 2; Be-
schwerde S. 4) darauf hin, dass am 29. Januar 2014 bereits der Zahn 
Nr. 46 in ähnlicher Weise frakturierte wie sein Antagonist. Dessen Sanie-
rung sei längst abgeschlossen. Weshalb zur gleichen Zeit nicht auch die 
Fraktur am Zahn Nr. 16 festgestellt wurde, sondern erst in der Behandlung 
vom 25. September 2014 (AB 71), wird nicht erläutert. Den Ausführungen 
der Beschwerdeführerin, bei parodontal und dental resistenten Patienten, 
wie dies bei ihr der Fall gewesen sei, könnten Fissuren und Frakturlinien 
über Monate symptomlos unerkannt bleiben, bis es zur endgültigen Fraktur 
komme, ist entgegenzuhalten, dass es sich nicht lediglich um ein paar Mo-
nate, sondern um fast zwei Jahre handelte, bis die Fraktur dokumentiert 
wurde. In Anbetracht dieser langen Latenzzeit bis zum ersten in den Akten 
dokumentierten Hinweis, erscheint die natürliche Kausalität zwischen dem 
Unfall und der Fraktur am Zahn Nr. 16 nicht überwiegend wahrscheinlich. 

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Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen 
sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammen-
hangs zu stellen (vgl. E. 2.3 hiervor). Angesichts des zeitlichen Ablaufs im 
vorliegenden Fall kann daher höchstens die Möglichkeit eines Zusammen-
hangs angenommen werden.

3.3.3 Das Unfallereignis und dessen Schwere allein, lässt – entgegen der 
Argumentation der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 3) – nicht auf 
eine Unfallkausalität schliessen. Denn für den Nachweis einer unfallkausa-
len gesundheitlichen Schädigung ist die Formel „post hoc, ergo propter 
hoc“ nicht massgebend, nach deren Bedeutung eine gesundheitliche 
Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie 
nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341 f.). Gerade 
aufgrund der Unfallschwere wurde die Beschwerdeführerin umfassend – 
mitunter auch im Kopfbereich – untersucht. Dabei wurden mit Ausnahme 
einer Riss-Quetsch-Wunde keine weiteren Verletzungen dokumentiert 
(AB 16/2, 5). Von weiteren Abklärungen, weder hinsichtlich des von Dritten 
unbeobachtet gebliebenen Unfallablaufs (AB 18/2) noch hinsichtlich der 
Umstände, welche zur Riss-Quetsch-Wunde (AB 16/2) geführt haben, sind 
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.

3.3.4 Der Umstand, dass es sich bei der Stellungnahme des Dr. med. 
dent. C.________ (AB 63) um ein reines Aktengutachten handelt und keine 
eigene Untersuchung durchgeführt wurde, mindert dessen Überzeugungs-
kraft nicht, denn er konnte sich aufgrund der vorliegenden Akten ein ge-
samthaft lückenloses Bild über Anamnese und Verlauf an der Bruchstelle 
machen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). 
Nach nun wiederholten Eingriffen (AB 66; BB 2) käme einer Untersuchung 
für die hier zu beurteilenden Fragen zudem so oder anders keine Bedeu-
tung mehr zu. Folglich ist auch von dem von der Beschwerdeführerin ge-
forderten zahnmedizinischen Gutachten (Beschwerde S. 3 f.) keine neuen 
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb hier davon abgesehen werden kann 
bzw. die Beschwerdegegnerin nicht gehalten war, weitere Abklärungen zu 
tätigen.

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3.3.5 Schliesslich verfängt auch die Argumentation der Beschwerdeführe-
rin nicht, wonach es irrelevant sei, von welchem Unfall die Fissuren und 
Frakturlinien und schlussendlich die Fraktur herkämen, sei sie doch durch-
wegs bei der Beschwerdegegnerin versichert gewesen (AB 71/1). Zum 
einen macht die Beschwerdeführerin weitere Unfallereignisse gar nicht erst 
geltend noch sind solche dokumentiert und zum anderen hat der Vertrau-
enszahnarzt nachvollziehbar dargelegt, dass solche Frakturen eine typi-
sche Folge eines Korrosionsprozesses der am Zahn angebrachten Füllun-
gen darstellen. Dabei handelt es sich offenkundig um einen Alterungspro-
zess des Füllungsmaterials und nicht um ein durch die Beschwerdegegne-
rin versichertes Ereignis. 

3.4 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den 
schlüssigen und nachvollziehbaren Bericht von Dr. med. dent. C.________ 
vom 27. Oktober 2014 (AB 63) abgestellt. Danach ist der für die streitige 
Kostenübernahme erforderliche natürliche Kausalzusammenhang zwischen 
der Fraktur des Zahns Nr. 16 und dem Unfall vom Oktober 2012 nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Die Beschwerde erweist 
sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
-  Groupe Mutuel Versicherungen GMA AG (samt Eingabe der Be-

schwerdeführerin vom 7. März 2016)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.