# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 398b5fa8-1971-508d-90db-7dbe75c5cfc8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240124-O1
**Docket/Reference:** SB240124-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240124-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240124-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichter 

lic. iur. Amsler und Ersatzoberrichterin Dr. iur. Bachmann sowie

die Gerichtsschreiberin MLaw Matic

Urteil vom 19. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

betreffend vorsätzliche Tötung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 

15. Dezember 2023 (DG230134)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 7. August 

2023 (Urk. D1/31) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
Urk. 52 S. 60 ff.

1.

Der Beschuldigte ist schuldig

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der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB

des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB

des Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB sowie

des geringfügigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 

20 Tagen (wovon bis und mit heute 647 Tage durch Haft sowie durch 

vorzeitigen Strafantritt erstanden sind), als teilweise Zusatzstrafe zum Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. März 2022, sowie mit 

einer Busse von CHF 300.–.

3.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

4.

Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 

StGB (Behandlung psychischer Störungen / Suchtbehandlung) angeordnet. 

5.

6.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 12 Jahre des Landes 

verwiesen.

7.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet.

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8.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Ja-

nuar 2023 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der La-

gerbehörde zur Vernichtung überlassen:

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A015'980'479 (Papier [abgerissene Resten von Münzrollenpapier])

A015'980'515 (Papier [abgerissene Resten von Münzrollenpapier])

A015'934'766 (Rucksack der Marke Fantasy)

A015'938'768 (IKEA-Tragtasche)

A015'934'777 (Gymnastikkeule)

A015'938'531 (Stock mit Kreppband umwickelt)

A015'938'553 (Zigarettenstummel)

A015'938'564 (Zigarettenstummel)

A015'938'586 (Herrenjacke der Marke Lagos)

A015'938'597 (leerer Joint)

A015'939'647 (Strafbefehl lautend auf A._____)

A015'939'658 (Shirt der Marke Switcher)

A015'939'669 (Armbanduhr der Marke Portas)

A015'945'467 (Verpackungsbehälter)

A015'934'824 (Schlüsselbund mit 4 Schlüsseln und 2 Schlüsselringen)

A015'996'700 (Formular Verlustschein «B._____»)

A015'945'694 (Marihuana).

9.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Ja-

nuar 2023 beschlagnahmten CHF 739.30 werden zur Urteilsvollstreckung (in 

erster Linie zur Zahlung der Busse) verwendet.

10. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

25. Januar 2023 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldig-

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ten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin herausgegeben

oder durch die Lagerbehörde vernichtet:

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A015'948'126 (Mobiltelefon der Marke Nokia)

A015'948'148 (Herrenjacke der Marke Mammut, rot)

A015'945'489 (Schuhe der Marke Converse AllStar)

A015'945'490 (Schuhe der Marke Borelli)

A015'945'514 (Schuhe der Marke Nike Air)

A015'945'558 (Schuhe der Marke Puma)

A015'945'592 (Schuhe der Marke Pir One)

A015'945'605 (Schuhe der Marke Timberland)

A015'945'649 (Portemonnaie [Serviceportemonnaie])

A015'945'785 (Stativ)

A015'945'832 (Schuhe der Marke Bench)

A015'945'876 (Shirt der Marke Pulp, rot)

A015'946'244 (Rucksack der Marke macpac)

A015'946'255 (Rucksack der Marke Puma)

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 10'000.–.

Die weiteren Auslagen betragen:

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CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

4'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

22'775.15   Auslagen (Gutachten)

6'402.80   Obduktion

8'820.00   Telefonkontrolle

488.85   Weitere Auslagen

300.00   Auslagen Gericht III. StrKr (UB220105)

33.40   Entschädigung Zeuge

26'750.00   Amtliche Verteidigung.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt.

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

Berufungsanträge: 

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 77)

1. Mein Mandant sei schuldig zu sprechen der fahrlässigen Tötung, even-

tualiter der einfachen Körperverletzung (Dossier 1), des Hausfriedens-

bruchs und des Diebstahls (Dossier 2), teilweise als Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 03.02.2022.

2. Mein Mandant sei mit einer milden Freiheitsstrafe zu bestrafen, unter 

Anrechnung der erstandenen Haft, sowie einer Busse.

3.

Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen. Die Busse natürlich auch.

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4.

Es sei eine ambulante Behandlung i.S.v. Art. 63 StGB während des 

Vollzugs der Freiheitsstrafe anzuordnen. 

5.

Auf die Anordnung einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66a bis 

StGB sei zu verzichten.

6.

Die Kosten der Untersuchung, des vorinstanzlichen Verfahrens sowie 

des Berufungsverfahrens seien meinem Mandanten entsprechend dem 

Ausgang des Verfahrens aufzuerlegen. 

7.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

b)

Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(Urk. 76)

1.

Das erstinstanzliche Urteil betreffend die Schuldsprüche gemäss Ur-

teils-Dispositiv Ziffer 1 sei zu bestätigen.

2.

Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren, teilweise 

als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 3. März 2022, und einer Busse 

von CHF 300.00 zu bestrafen.

3.

4.

Dispositiv-Ziffer 3-13 des erstinstanzlichen Urteils seien zu bestätigen. 

Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staats-

kasse zu nehmen.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Am 18. Dezember 2023 meldete der Beschuldigte A._____ fristgerecht Be-

rufung gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

8. Abteilung (nachfolgend: Vorinstanz) vom 15. Dezember 2023 an (Urk. 52), wel-

ches den Parteien gleichentags mündlich sowie schriftlich im Dispositiv eröffnet 

worden war (vgl. Prot. I S. 11 ff.; Urk. 50). Nach Zustellung des begründeten Ur-

teils (Urk. 59 = Urk. 63) am 7. März 2024 (Urk. 61/2) reichte der Beschuldigte dem 

Obergericht am 27. März 2024 fristgerecht seine Berufungserklärung ein 

(Urk. 66).

2. Mit Präsidialverfügung vom 28. März 2024 wurde der Staatsanwaltschaft 

und der Privatklägerin "C._____-Tankstelle, D._____" in Anwendung von Art. 400 

Abs. 2 und 3 StPO sowie Art. 401 StPO eine Kopie der Berufungserklärung des 

Beschuldigten zugestellt und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben 

oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 67). Die Staatsan-

waltschaft erklärte mit Eingabe vom 18. April 2024 (Poststempel) fristgerecht An-

schlussberufung (Urk. 69). Die Privatklägerin liess sich nicht vernehmen bzw. 

konnte ihr die Verfügung gar nicht zugestellt werden, wobei schliesslich von wei-

teren Zustellversuchen abgesehen wurde (vgl. Urk. 68/3). Mit Präsidialverfügung 

vom 19. April 2024 wurde dem Beschuldigten die Anschlussberufung der Staats-

anwaltschaft zur Kenntnis gebracht (Urk. 70).

3.

Am 23. Mai 2024 wurden die Parteien auf den 19. Februar 2025 zur Beru-

fungsverhandlung vorgeladen (Urk. 72).

4.

Am 14. Januar 2025 wurde vom Gericht beim Forensischen Institut Zürich 

von Amtes wegen die Erstellung einer Fotodokumentation des Tatortes in Auftrag 

gegeben (Urk. 73). Diese ging am 23. Januar 2025 beim Gericht ein (Urk. 74).

Am 3. Februar 2025 wurde vom Gericht sodann von Amtes wegen ein aktueller 

Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (Urk. 75).

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5.

Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte (aus dem vorzeiti-

gen Strafvollzug zugeführt) in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsan-

walt lic. iur. X._____ sowie Staatsanwältin MLaw E._____. Die Parteien stellten 

die eingangs wiedergegebenen Anträge (Prot. II S. 4 ff.; Urk. 77 und 78). 

6.1 Rechtsanwalt X._____ stellte zudem die nachfolgenden Beweisanträge 

(Prot. II S. 6 f. Urk. 77 S. 1): 

1.

Es seien sämtliche medizinischen Akten betreffend den Geschädigten 

sowohl diejenigen seines behandelnden Arztes wie auch die gesamten 

medizinischen Akten des USZ zum Vorfall beizuziehen.

2.

Das IRM sei gestützt auf die gesamten medizinischen Akten des Ge-

schädigten zu beauftragen, ein ergänzendes Gutachten zur Frage zu 

erstellen, ob die physische Prädisposition des Geschädigten hauptur-

sächlich für dessen Ableben war.

3.

Das FOR sei zu beauftragen, folgende Fragen einer Klärung zuzufüh-

ren: 

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Mit welchem Spurenbild und insbesondere welchen Blutanhaftun-

gen auf der sichergestellten Sportkeule muss gerechnet werden, 

wenn diese mehrmals mit Wucht gegen den Kopf einer Person 

geschlagen wird (vgl. Hypothese im Urteil, S. 25).

-

Wie wahrscheinlich ist es, dass wenn eine Person mit einer Keule 

mehrmals kraftvoll auf einen Kontrahenten einschlägt, keine DNA-

Spuren des Schlägers auf der Keule festgestellt können.

6.2 Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich (nachfolgend: IRM) hat 

sich bereits in einem Gutachten zu den Vorerkrankungen des Geschädigten und 

den Einfluss auf den tödlichen Verlauf seiner Verletzungen geäussert 

(Urk. 10/17). Es besteht kein Anlass zur Einholung eines Ergänzungsgutachtens, 

zumal diese Frage von untergeordneter Relevanz ist (vgl. nachstehend 

E. III./4.15).

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Zum dritten Beweisantrag sind die Beweise ebenfalls schon bei den Akten (Spu-

rensicherungsbericht des Forensischen Instituts [Urk. 14/2] vgl. dazu nachstehend 

E. III./4.7). Zudem ist aufgrund der vorliegenden Beweismittel bereits erstellt, dass 

der Beschuldigte den Geschädigten mit der Holzkeule schlug (vgl. nachstehend 

E. III./4.13). Die Einholung eines Gutachtens bezüglich (fehlender) DNA-Spuren 

vermag daran nichts zu ändern.

Die anlässlich der Berufungsverhandlung gestellten Beweisanträge der Verteidi-

gung sind demnach abzuweisen.

7.

Es waren keine weiteren Vorfragen oder Beweisanträge zu behandeln. Das 

Verfahren ist spruchreif.

II. Prozessuales

1.1 Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-

fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BASLER KOMMENTAR, Schweizeri-

sche Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 1 f. zu Art. 402 StPO, m.w.H.). 

Mit der Berufungserklärung ist deshalb verbindlich anzugeben, auf welche Teile 

des angefochtenen Urteils sich die Berufung gegebenenfalls beschränkt (Art. 399 

Abs. 3 lit. a sowie Abs. 4 StPO). Während eine nachträgliche Einschränkung der 

Berufung auch noch anlässlich der Berufungsverhandlung erklärt werden kann, ist 

eine Ausdehnung der Berufungsanträge auf bisher nicht angefochtene Teile des 

Urteils nach Ablauf der gesetzlichen Frist gemäss Art. 399 Abs. 3 Satz 1 StPO 

nicht mehr zulässig (vgl. BASLER KOMMENTAR, a.a.O., N 3 + 6 zu Art. 399 StPO).

Gemäss Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO sind mit der Berufungserklärung zudem refor-

matorische Anträge in der Sache selbst zu stellen, d.h. vom Berufungskläger ist 

anzugeben, wie das Urteil nach seiner Ansicht richtigerweise lauten soll (BGE 

149 IV 284, E. 2.2; BGE 143 IV 408, E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 

7B_539/2023 vom 3. November 2023, E. 3.1.2). Die gestellten Rechtsbegehren 

sind dabei stets nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere im Lichte der 

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dazu gegebenen Begründung (BGE 147 V 369, E. 4.3.1; Urteile des Bundesge-

richts 6B_881/2021 vom 27. Juni 2022, E. 1.2; 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024, 

E. 2.2.1 f.).

1.2 Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung auf den Schuldspruch wegen 

vorsätzlicher Tötung gemäss Disp.-Ziff. 1, die Strafzumessung gemäss Disp.-

Ziff. 2, die Anordnung der Landesverweisung und deren Ausschreibung im SIS 

gemäss Disp.-Ziff. 6 und 7 sowie die Kostenauflage gemäss Disp.-Ziff. 12 des 

angefochtenen Urteils. Er verlangt einen Schuldspruch wegen fahrlässiger 

Tötung, die Ausfällung einer "substantiell milderen Strafe" sowie das Absehen von 

der Anordnung einer Landesverweisung (Urk. 66 S. 2).

Aufgrund der vom Beschuldigten gestellten Anträge sind auch die Disp.-Ziff. 3, 4 

und 5 sowie 13 des vorinstanzlichen Urteils als mitangefochten zu betrachten, da 

sie mit den angefochtenen Punkten in engem Zusammenhang stehen und nicht 

losgelöst von diesen beurteilt werden bzw. in Rechtskraft erwachsen können (vgl. 

BGE 144 IV 383 E. 1.1; 147 IV 167 E. 1.5.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_492/2018 vom 13. November 2018 E. 2.3).

1.3 Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung auf die Strafzu-

messung gemäss Disp.-Ziff. 2 des angefochtenen Urteils. Sie verlangt die Aus-

fällung einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren (Urk. 69 S. 2).

1.4 Unangefochten blieben somit die Dispositivziffer 1 teilweise (Schuldsprüche 

wegen Diebstahl, Hausfriedensbruch und geringfügigem Betrug) sowie die Dispo-

sitivziffern 8 bis 10 (Verfügungen über beschlagnahmte Gegenstände) und 11 

(Kostenfestsetzung), was vorweg mittels Beschluss festzustellen ist.

1.5 In allen übrigen Punkten ist das angefochtene Urteil im Berufungsverfahren 

zu überprüfen. Mit Ausnahme der auch von der Staatsanwaltschaft angefochte-

nen Strafhöhe ist dabei zu Gunsten des Beschuldigten das Verschlechterungs-

verbot zu beachten (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO).

2.

Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tat-

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sächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; viel-

mehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (vgl. statt vieler: BGE 141 IV 249, E. 1.3.1, mit Hinweisen). Ferner 

kann das Gericht zur Begründung im Folgenden auf Erwägungen der Vorinstanz 

im angefochtenen Entscheid verweisen, soweit es diese als zutreffend erachtet 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 6B_570/2019 vom 

23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., sowie Nydegger, Der Verweis auf die Ent-

scheidbegründung der Vorinstanz gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 

ff.). Dies, zumal das strafrechtliche Berufungsverfahren keine Wiederholung des 

erstinstanzlichen Erkenntnisverfahrens darstellt und das Berufungsgericht auch 

keine Erstinstanz ist; vielmehr knüpft das Berufungsverfahren an das erstinstanzli-

che Verfahren an und baut darauf auf (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 

7B_15/2021 vom 19. September 2023, E. 4.2.2; 7B_11/2021 vom 15. August 

2023, E. 5.2; 6B_931/2021 vom 15. August 2022, E. 3.2; 7B_293/2022 vom 6. Ja-

nuar 2024, E. 2.2.1).

3.1 Die Vorinstanz erachtete die Aussagen des Geschädigten +F._____ zum 

Vorfall als unverwertbar (vgl. Urk. 63 S. 13, 23 und 26). Dies einerseits wegen 

Verletzung des Teilnahmerechts des Beschuldigten gemäss Art. 147 Abs. 1 und 4 

StPO, anderseits weil es sich dabei um "Hörensagen" handle, nachdem die Aus-

sagen des Geschädigten aufgrund seines Gesundheitszustands vor seinem Tod 

nicht mehr formell protokolliert werden konnten, sondern über Zeugeneinvernah-

men der am Tatort anwesenden Polizisten und Nachbarn in das Verfahren einge-

führt wurden.

3.2.1

Das Bundesgericht unterscheidet in seiner neuesten Rechtsprechung 

bezüglich der Verwertbarkeit von in der Abwesenheit des Beschuldigten erfolgten, 

diesen belastenden Aussagen strikt zwischen dem Teilnahmerecht des Beschul-

digten gemäss Art. 147 Abs. 1 und 4 StPO einerseits und dem Konfrontations-

recht des Beschuldigten gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK anderseits (BGE 150 IV 

345, E. 1.6.3.1 f.):

3.2.2

Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Be-

weiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein 

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und einvernommenen Personen Fragen zu stellen (sog. "Teilnahmerecht"). Die-

ses spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf 

rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Es darf nur in den gesetzlich vor-

gesehenen Fällen eingeschränkt werden (Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 

Abs. 2 lit. b StPO; siehe auch Art. 101 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 397, E. 3.3.1; 

141 IV 220, E. 4.4; 139 IV 25, E. 4.2, mit Hinweis). Nach Art. 147 Abs. 4 StPO 

dürfen Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen von Art. 147 StPO erhoben 

worden sind, nicht zulasten der Partei verwendet werden, die nicht anwesend war 

(BGE 143 IV 397, E. 3.3.1, 143 IV 457, E. 1.6.1; 139 IV 25, E. 4.2 und 5.4.1; Ur-

teile des Bundesgerichts 6B_224/2023 vom 26. Oktober 2023, E. 3.4.2; 

6B_172/2023 vom 24. Mai 2023, E. 2.3; je mit Hinweisen). Soweit die Polizei nach 

Eröffnung der Untersuchung Einvernahmen im Auftrag der Staatsanwaltschaft 

durchführt, stehen den Verfahrensbeteiligten die Verfahrensrechte zu, die ihnen 

bei Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft zukommen (Art. 312 Abs. 2 

StPO). Daraus folgt, dass die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, wel-

che die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft während deren Untersuchung 

durchführt, anwesend zu sein und Fragen zu stellen (BGE 143 IV 397, E. 3.3.2; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_426/2023 vom 16. August 2023, E. 2.1.1; 

6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023, E. 2.3.2; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021, 

E. 1.3.3; 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021, E. 5.5; je mit Hinweisen). Erfolgt eine 

Befragung jedoch im Rahmen selbständiger polizeilicher Ermittlungen im Sinne 

von Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO, besteht kein Anspruch auf Parteiöffentlichkeit der 

Einvernahme im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO (vgl. hierzu BGE 139 IV 25, 

E. 5.4.3; 143 IV 397, E. 3.3.2 i.f.).

3.2.3

Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch der beschuldigten 

Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen (sog. "Konfrontationsrecht"), ist 

ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren. Er wird als Konkreti-

sierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV 

gewährleistet. Nach diesem menschen- bzw. verfassungsrechtlichen Anspruch ist 

eine belastende Zeugenaussage grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschul-

digte wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichende 

Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belas-

-   13   -

tungszeugen zu stellen (BGE 140 IV 172, E. 1.3; 133 I 33, E. 3.1; 131 I 476, 

E. 2.2; je mit Hinweisen). Dies gilt auch für die Einvernahme von Auskunftsperso-

nen (Urteil des Bundesgerichts 6B_426/2023 vom 16. August 2023, E. 2.1.2). Da-

mit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss der Beschuldigte namentlich in 

der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Beweiswert in 

kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage stellen zu können (BGE 133 I 

33, E. 3.1; 131 I 476, E. 2.2; 129 I 151, E. 3.1 und 4.2). Dies setzt in aller Regel 

voraus, dass sich der Einvernommene in Anwesenheit des Beschuldigten (noch-

mals) zur Sache äussert (Urteile des Bundesgerichts 6B_426/2023 vom 16. Au-

gust 2023, E. 2.1.2; 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023, E. 2.3.3; 6B_14/2021 

vom 28. Juli 2021, E. 1.3.4; 6B_1003/2020 vom 21. April 2021, E. 2.2). Be-

schränkt sich die Wiederholung der Einvernahme im Wesentlichen auf eine for-

male Bestätigung der früheren Aussagen, wird es dem Beschuldigten verunmög-

licht, seine Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen (vgl. Urteile des Bundes-

gerichts 6B_426/2023 vom 16. August 2023, E. 2.1.2; 6B_1092/2022 vom 9. Ja-

nuar 2023, E. 2.3.3; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021, E. 1.3.4; 6B_1080/2020 vom 

10. Juni 2021, E. 6.1). Wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Konfrontationsein-

vernahme durchgeführt, darf die Strafbehörde nicht auf die Ergebnisse der 

vorausgegangenen Einvernahmen zurückgreifen, soweit diese einem Beweisver-

wertungsverbot unterliegen (BGE 143 IV 457, E. 1.6.2 f.; Urteile des Bundesge-

richts 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023, E. 2.3.2; 6B_415/2021 vom 11. Okto-

ber 2021, E. 2.3.4; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021, E. 1.3.3). Werden Aussagen, 

welche die Befragten in Einvernahmen ohne Gewährung des Teilnahmerechts 

nach Art. 147 Abs. 1 StPO machten, in späteren Konfrontationseinvernahmen den 

Befragten wörtlich vorgehalten, so werden diese Aussagen im Sinne von Art. 147 

Abs. 4 StPO unzulässigerweise verwertet (BGE 143 IV 457, E. 1.6.1; Urteile des 

Bundesgerichts 6B_622/2023 vom 20. September 2023, E. 1.3.2; 6B_415/2021 

vom 11. Oktober 2021, E. 2.3.5; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021, E. 1.3.4; je mit 

Hinweisen).

3.2.4

Von einer Konfrontation des Beschuldigten mit einem Belastungszeu-

gen kann jedoch unter besonderen Umständen abgesehen werden. In BGE 148 I 

295, E. 2.2 f., m.w.H., äusserte sich das Bundesgericht ausführlich und unter Ein-

-   14   -

bezug der aktuellen Rechtsprechung des EGMR zu Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK zu 

den diesbezüglichen Voraussetzungen. Zusammenfassend hielt das Bundesge-

richt in diesem Leitentscheid insbesondere fest, dass Zeugenaussagen ohne Kon-

frontation mit dem Beschuldigten berücksichtigt werden dürfen, wenn der Zeuge 

verstorben ist, trotz Nachforschungen unauffindbar bleibt oder sich berechtigter-

weise auf ein Aussageverweigerungsrecht beruft. In diesen Fällen sei es jedoch 

notwendig, dass die fraglichen Aussagen (besonders) sorgfältig gewürdigt wür-

den, der Beschuldigte zu diesen Aussagen Stellung nehmen könne und ein 

Schuldspruch nicht ausschliesslich auf dieses Beweismittel gestützt werde. Aus-

serdem dürften die Behörden nicht dafür verantwortlich gewesen sein, dass der 

Beschuldigte sein Konfrontationsrecht nicht (rechtzeitig) habe ausüben können. 

Im Entscheid Al-Khawaja und Tahery gegen das Vereinigte Königreich habe der 

EGMR seine bisherige Rechtsprechung zudem insofern relativiert, als dass unter 

bestimmten Umständen eine strittige Zeugenaussage ohne Gewährleistung des 

Konfrontationsrechts sogar als alleiniges oder entscheidendes ("sole or decisive") 

Beweismittel zu Lasten des Beschuldigten berücksichtigt werden dürfe, sofern 

ausreichend kompensierende Faktoren gegeben sind, die das Recht des Beschul-

digten auf ein faires Verfahren und die Zuverlässigkeit der Beweise garantieren. 

Im Entscheid Schatschaschwili gegen Deutschland habe der EGMR diese Grund-

sätze weiter präzisiert und festgehalten, ob ein faires Verfahren vorliege, müsse in 

einer Gesamtbetrachtung gewürdigt werden, wobei nicht nur die Verteidigungs-

rechte des Beschuldigten, sondern auch das Interesse der Öffentlichkeit und der 

Opfer an einer Strafverfolgung des Täters berücksichtigt werden müssten. Der 

EGMR erachte als geeignete ausgleichende Faktoren zur Gewährleistung eines 

fairen Verfahrens dabei insbesondere, dass sich das Gericht nur zurückhaltend 

auf unbestätigte Aussagen eines abwesenden Zeugen stützt, dass sich das Ge-

richt des reduzierten Beweiswertes solcher Aussagen bewusst zeigt und – unter 

Einbezug aller weiteren verfügbaren Beweismittel – detailliert begründet, warum 

es diese Aussagen für glaubhaft hält. Eine weitere gewichtige Garantie stellten 

Beweismittel dar, welche die fragliche Aussage bestätigten, wie etwa (konfron-

tierte) Aussagen von Personen, denen der abwesende Zeuge unmittelbar nach 

dem Ereignis davon berichtete, sowie insbesondere auch rechtsmedizinische Gut-

-   15   -

achten über die Verletzungen oder die Glaubwürdigkeit des Opfers. Der Verteidi-

gung müsse im Übrigen die Möglichkeit gegeben werden, ihre eigene Version des 

Sachverhaltes darzulegen und die Glaubwürdigkeit des abwesenden Zeugen in 

Zweifel zu ziehen, indem sie jegliche Inkohärenzen und Widersprüche zu anderen 

Zeugenaussagen hervorhebt. Wenn die Verteidigung die Identität des Zeugen 

kenne, stelle dies ein zusätzliches Element dar, welches geeignet sei, die Position 

der Verteidigung zu verbessern, wird sie dadurch doch in die Lage versetzt, die 

Motive zu eruieren, die der Zeuge haben könnte, um zu lügen, und damit die 

Glaubwürdigkeit des Zeugen auch in seiner Abwesenheit effektiv in Frage zu stel-

len.

3.2.5

Zur Thematik des Zeugen "vom Hörensagen" führte das Bundesgericht 

in BGE 148 I 295, E. 2.4, m.w.H., schliesslich aus, dass der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO es dem Gericht – mangels eines 

ausdrücklich normierten Verbots – erlaube, sich auf Aussagen eines Zeugen zu 

stützen, der über die Aussagen einer anderen Person berichte. Dies allein be-

gründe keine Willkür. Der Zeuge vom Hörensagen sei jedoch nur Zeuge hinsicht-

lich der Mitteilung des Dritten, nicht bezüglich der darin beschriebenen Tatsachen. 

Er könne nur Aussagen darüber machen, was man ihm gesagt habe, nicht aber 

darüber, ob dies auch zutreffe. In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei 

man deshalb zum Schluss gelangt, dass ein solcher Zeuge nicht als eigentlicher 

"Belastungszeuge" zu betrachten sei, da er selbst nicht in der Lage gewesen sei, 

das Vorhandensein von Tatbestandsmerkmalen zu beobachten.

3.3 Vorliegend wurde der Geschädigte +F._____ unmittelbar nach dem Vorfall 

von den – nach telefonischer Alarmierung durch einen Nachbarn – an den Tatort 

ausgerückten Polizeibeamten zum Tathergang befragt (vgl. Urk. 1 S. 3 f.). Somit 

handelte es sich offenkundig um eine Befragung im Rahmen selbständiger poli-

zeilicher Ermittlungen im Sinne von Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO, für welche kein 

Teilnahmerecht des Beschuldigten im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO bestand 

(vgl. vorstehend E. 3.2.2 i.f.). Damit kann – entgegen der Vorinstanz – auch keine 

Verletzung dieses Teilnahmerechts vorliegen, welche die Verwertbarkeit der Aus-

sagen ausschliessen würde. Auch ein allgemeines Verwertungsverbot für Aussa-

-   16   -

gen "vom Hörensagen" existiert in der Schweiz – wie in E. 3.2.5 vorstehend ge-

zeigt – entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht. Für die Verwertbarkeit der Aus-

sagen des Geschädigten entscheidend ist letztlich, ob eine Ausnahme vom Kon-

frontationsrecht des Beschuldigten im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 6 Ziff. 3 

lit. d EMRK vorliegt (vgl. vorstehend E. 3.2.4). Dies ist zu bejahen, nachdem 

sämtliche Voraussetzungen dafür gegeben sind: So verstarb der Geschädigte an 

seinen Verletzungen, bevor eine Konfrontation mit dem Beschuldigten erfolgen 

konnte, welcher Umstand vorliegend offenkundig nicht von den Behörden zu ver-

treten ist. Der Geschädigte machte seine Aussagen unmittelbar nach der Tat ge-

genüber mehreren unabhängigen Zeugen. Die Aussagen des Geschädigten wer-

den gestützt von weiteren Beweismitteln, insbesondere den rechtsmedizinischen 

und spurenkundlichen (DNA-)Gutachten. Sie erweisen sich auch bei sorgfältiger 

Würdigung als glaubhaft (vgl. nachstehend E. III./4.11). Sodann konnte sich die 

Verteidigung zu den Aussagen des ihr namentlich bekannten Geschädigten äus-

sern, sie in Zweifel ziehen und ihre eigene Version des Sachverhaltes präsentie-

ren (vgl. Urk. 48 S. 2 ff. und S. 10 ff.; Urk. 77; Prot. II S. 17 ff., wobei der Beschul-

digte die Aussage zur Sache vollumfänglich verweigerte, während die Verteidi-

gung dazu keine neuen Ausführungen vorbrachte). Ferner besteht bei einem Tö-

tungsdelikt wie dem vorliegenden das höchstmögliche Interesse der Öffentlichkeit 

an dessen Aufklärung und der Verfolgung des Täters. Selbst wenn mithin vorlie-

gend davon ausgegangen würde, bei den Aussagen des Geschädigten handle es 

sich um ein entscheidendes Beweismittel, sind mehr als genug kompensierende 

Faktoren vorhanden, um eine Ausnahme vom Konfrontationsrecht des Beschul-

digten zu begründen. Die Aussagen des Geschädigten sind damit verwertbar.

Schliesslich ist zu beachten, dass die Zeugen G._____ und H._____ (Nachbarn 

des Beschuldigten) sowie I._____ und J._____ (zuerst am Tatort eingetroffene 

Polizeibeamte) quasi in einer "Doppelrolle" agieren: Soweit sie den Inhalt der Aus-

sagen des Geschädigten bezeugen, sind sie Zeugen vom Hörensagen und kön-

nen entsprechend nicht für den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen bürgen. Soweit 

sie sich jedoch zu ihren eigenen, unmittelbaren Wahrnehmungen im Zusammen-

hang mit dem Vorfall äussern, handelt es sich um reguläre Zeugenaussagen, die 

unter Wahrung der Teilnahme- und Konfrontationsrechte des Beschuldigten er-

-   17   -

folgt sind. Sie sind insofern ohne Weiteres verwertbar und nach den allgemeinen 

Regeln als Beweismittel zu würdigen.

III. Sachverhalt

1.

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der vorsätzlichen Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB schuldig. Sie erachtete es zusammenfassend als erstellt, dass 

der Beschuldigte dem Geschädigten im Rahmen einer (wechselseitigen) Ausein-

andersetzung Schläge mit einer Holzkeule und beiden Fäusten gegen den Kopf 

und Oberkörper des Geschädigten versetzt habe, woraufhin dieser zu Boden ge-

stürzt sei. An den erlittenen Verletzungen sei der Geschädigte schliesslich sechs 

Tage später gestorben (Urk. 63 S. 30 oben). Der Beschuldigte habe dabei den 

Tod des Geschädigten zumindest in Kauf genommen (Urk. 63 S. 34 f.). Nicht er-

stellt sei hingegen, dass der Beschuldigte den Geschädigten unvermittelt mit der 

Holzkeule von hinten angegriffen habe (Urk. 63 S. 22 f.) sowie dass der Beschul-

digte dem bereits zu Boden gegangenen Geschädigten noch Fusstritte gegen 

Kopf und Oberkörper versetzt habe (Urk. 63 S. 26).

2.

Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass die Anklagevorwürfe, insbesondere, ob der Beschuldigte die Holzkeule über-

haupt behändigt und Fusstritte gegen den Kopf des Geschädigten ausgeführt 

habe, nicht erstellt seien. Zudem fehle es am subjektiven Tatbestand, der Be-

schuldigte habe den Tod des Geschädigten nicht herbeiführen wollen und habe 

dies auch nicht in Kauf genommen (Urk. 48; Urk. 77 S. 4 und 6).

3.

Aufgrund des Beweisergebnisses ohne Weiteres erstellt – und auch seitens 

des Beschuldigten im Wesentlichen anerkannt – ist, dass es am 3. März 2022 um 

ca. 17.30 Uhr in der Wohnung des Geschädigten +F._____ am K._____ [Strasse] 

1 in … Zürich zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen dem Beschul-

digten und dem Geschädigten kam, wobei der Geschädigte die in der Anklage-

schrift im Einzelnen aufgeführten (schweren) Verletzungen namentlich an Kopf 

und Oberkörper erlitt, an deren Folgen er schliesslich am 9. März 2022 um 

ca. 13.30 Uhr im Universitätsspital Zürich verstarb (zentrale Atemlähmung auf-

-   18   -

grund verletzungsbedingter Hirnschwellung; vgl. Urk. 63 S. 9 sowie E. 4.9 nach-

stehend).

Umstritten ist hingegen insbesondere der genaue Ablauf dieser Auseinanderset-

zung und ob der Beschuldigte bei seinem Vorgehen damit rechnen musste, dem 

Geschädigten (auch) tödliche Verletzungen zuzufügen, und er dies in Kauf nahm 

wie es ihm in der Anklageschrift vorgeworfen wird.

4.1 Bezüglich der allgemeinen Grundsätze der Sachverhaltserstellung und der 

Aussagenwürdigung wie auch der Beurteilung der Glaubwürdigkeit der einver-

nommenen Personen kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-

stanz hierzu verwiesen werden (vgl. Urk. 63 S. 10, S. 13 ff. und S. 17 f.).

4.2 Sodann kann auch hinsichtlich der (fehlenden) Glaubhaftigkeit der Aussagen 

des Beschuldigten grundsätzlich den – insofern überzeugenden – Erwägungen 

der Vorinstanz gefolgt werden (Urk. 63 S. 16 f. und S. 18 ff.). Insbesondere wider-

legte die Vorinstanz mit zutreffender Begründung die vom Beschuldigten geltend 

gemachte angebliche "Notwehrsituation" infolge eines überraschenden Angriffs 

durch den Geschädigten mit der Holzkeule (Urk. 63 S. 19 f., S. 21 und S. 27 ff.). 

Diesbezüglich ist rekapitulierend und teilweise ergänzend festzuhalten, dass ver-

nünftigerweise ausgeschlossen werden kann, dass die Verletzung am rechten 

Bein bzw. Fuss des Beschuldigten von der Auseinandersetzung mit dem Geschä-

digten herrührt. Insbesondere wären nach den überzeugenden Ausführungen des 

IRM im aufgrund des Verletzungsbildes ohnehin bereits wenig wahrscheinlichen 

Fall, dass die Verletzung wie vom Beschuldigten geschildert durch Schläge des 

Geschädigten mit der Holzkeule auf seinen Fuss entstanden sein sollte, Verlet-

zungen des Hautmantels am Fuss in Form von Rissquetschwunden zu erwarten 

gewesen (vgl. Urk. 11/22 S. 5 f.), welche beim Beschuldigten anlässlich mehrerer 

(rechts-)medizinischer Untersuchungen jedoch nicht festgestellt werden konnten. 

Mit der Vorinstanz ist daher davon auszugehen, dass der Beschuldigte den zu-

dem erst nachträglich im Verlauf der Untersuchung vorgebrachten plötzlichen An-

griff durch den Geschädigten frei erfunden hat, um seine eigenen Handlungen zu 

rechtfertigen. Beides ist nachfolgend bei der Beweiswürdigung zu berücksichti-

gen.

-   19   -

Anlässlich der Berufungsverhandlung verweigerte der Beschuldigte Aussagen zur 

Sache (Prot. II S. 17 ff.).

4.3 G._____ (unmittelbarer Nachbar des Geschädigten und Anzeigeerstatter) 

sagte in seiner polizeilichen Befragung zusammengefasst aus, er sei zu Hause 

gewesen und habe aus der Wohnung des Geschädigten laute Geräusche bzw. 

Stimmen gehört und dann plötzlich drei oder vier Hilferufe des Geschädigten, den 

er an der Stimme erkannt habe. G._____ habe sofort sein Zimmer verlassen und 

beim Geschädigten geklingelt. Es habe einen Moment gedauert, dann habe sich 

die Tür geöffnet, wobei er in der Zwischenzeit weitere Hilferufe des Geschädigten 

gehört habe. Es habe nach einer Schlägerei geklungen. Dann sei der Geschä-

digte rausgekommen, von oben bis unten voller Blut und seine Kleider seien ganz 

zerrissen gewesen. Dahinter sei ein Mann (der Beschuldigte) rausgekommen, 

den er noch nie gesehen habe. Er habe den Geschädigten gefragt, was passiert 

sei, aber dieser habe nicht antworten können. Er habe ihn lediglich jammern ge-

hört. G._____ sei dann sofort in sein Zimmer zurück, wo er den Rettungsdienst 

und die Polizei alarmiert habe. Als er wieder zurück (zur Wohnung des Geschä-

digten) gekommen sei, sei der andere Mann (der Beschuldigte) weg gewesen. Ein 

Asiate, ebenfalls ein Nachbar von weiter oben im Haus (H._____), sei beim Ge-

schädigten gewesen und habe auch die Polizei alarmieren wollen. Er habe die-

sem gesagt, dass er die Polizei bereits informiert habe. Auf Nachfrage erklärte 

G._____, vom Beschuldigten habe er an jenem Abend nichts gehört, dieser sei 

"total ruhig" gewesen (Urk. 8/1 S. 2). Diese Aussagen wiederholte G._____ im 

Wesentlichen anlässlich seiner Zeugeneinvernahme bei der Staatsanwaltschaft 

(Urk. 8/2 S. 3 ff.). Sie sind konstant, detailliert und schlüssig ausgefallen und da-

mit als glaubhaft einzustufen.

4.4 H._____ (im selben Haus wie der Geschädigte wohnhaft) sagte in seiner po-

lizeilichen Befragung zusammengefasst aus, er sei kurz vor 18 Uhr von der Arbeit 

nach Hause gekommen und habe den Geschädigten vor dessen Haustür stehen 

gesehen, überall blutend. Auch vor dessen Tür habe es überall Blut gehabt. Der 

"Tatverdächtige" (der Beschuldigte) sei ebenfalls dort gestanden. H._____ habe 

nichts von einer Auseinandersetzung mitbekommen. Die beiden Personen seien 

-   20   -

einfach still dort gestanden. Er habe den Geschädigten angesehen, dessen Klei-

der und Hauseingang "blutüberströmt" gewesen seien. Der Mann, der zunächst 

noch beim Geschädigten gestanden sei (der Beschuldigte), habe sich zu Fuss 

entfernt. Er sei auf der K._____-strasse abwärts weggegangen, habe dann ge-

wendet und sei in der Folge in die andere Richtung zur L._____-strasse hinaufge-

gangen. H._____ habe daraus geschlossen, dass er nicht ortskundig gewesen 

sei. Auf Nachfrage schilderte H._____, der Mann (der Beschuldigte) habe "wie 

unbeteiligt" gewirkt. Er habe nichts gesagt und keinen Ton von sich gegeben. Er 

habe streng, grimmig geschaut und sei einfach weggegangen, wobei er sehr ge-

lassen gewirkt habe. Der Geschädigte habe zu H._____ gesagt, er habe sich ge-

gen den Angreifer nicht wehren können. Dieser sei "einfach durchgedreht". Der 

Geschädigte habe gesagt, es habe sich dabei um "A'._____" gehandelt, mehr 

wisse er nicht. H._____ habe daraus geschlossen, dass der Geschädigte den An-

greifer auch nur flüchtig gekannt habe. Warum der Geschädigte derart angegriffen 

worden sei, sei für ihn nicht ersichtlich gewesen. Vor Ort sei er noch auf einen 

weiteren Nachbarn (G._____) getroffen, der aus seiner Wohnung gekommen sei 

und ihnen gesagt habe, er habe den "Notfall-Dienst" bereits angerufen (Urk. 8/3 

S. 2). Diese Aussagen wiederholte H._____ im Wesentlichen anlässlich seiner 

Zeugeneinvernahme bei der Staatsanwaltschaft (Urk. 8/4 S. 3 ff.). Sie sind kon-

stant, detailliert und schlüssig ausgefallen und damit als glaubhaft einzustufen. 

Sie sind zudem ohne Weiteres mit den Aussagen von G._____ vereinbar, bestäti-

gen und ergänzen diese.

4.5 Der Stadtpolizist I._____ ("first responder") sagte in seiner Befragung durch 

die Kantonspolizei zusammengefasst aus, als er mit seiner Kollegin J._____ vor 

Ort eingetroffen sei, sei der Geschädigte in der Wohnungstüre gestanden und ein 

Nachbar (G._____) sei vor der Türe der Nachbarswohnung gestanden und habe 

den Boden nass gereinigt. Der Geschädigte habe immer wieder angegeben, dass 

er die Sanität möchte. I._____ habe den Geschädigten gebeten, sich in der Küche 

hinzusetzen, und J._____ angehalten, sofort Fotos zu machen. Er selbst habe 

sich in der Wohnung einen Überblick verschafft, um zu sehen, was passiert sei. 

Der Geschädigte habe angegeben, er sei mit einer "Keule" geschlagen worden, 

worauf I._____ nach dieser Keule gesucht habe. Er habe dann in der Küche, auf 

-   21   -

einer Kommode, eine Holzkeule festgestellt. Sie habe "wie eine Spinnwebe dar-

über" gehabt, weshalb er noch zu J._____ gesagt habe, dies sei sicher nicht die 

Tatwaffe. Er sei dann ins Wohnzimmer gegangen und nach ca. 1 Minute sei 

J._____ zu ihm gekommen und habe gesagt, dass der Geschädigte gesagt habe, 

dass die Holzkeule aus der Küche der Gegenstand sei, womit ihn der Täter ge-

schlagen habe. I._____ habe den Geschädigten gefragt, was geschehen sei. Der 

Geschädigte habe gesagt, er sei zu Hause gewesen und dann habe es geklingelt, 

wobei "A'._____" aus dem betreuten Wohnen vor der Türe gestanden sei. Er 

hätte ihn fünf Jahre nicht mehr gesehen und sich wirklich gefreut, ihn wiederzuse-

hen. Er habe "A'._____" hereingebeten und vorgeschlagen, dass sie zusammen 

"eins kiffen" würden. "A'._____" habe ihm dann "Gras" gegeben, um einen Joint 

zu drehen, worauf der Geschädigte in die Küche gegangen sei und begonnen 

habe, auf der "Küchentrese" einen Joint zu drehen. "A'._____" sei zu dieser Zeit 

im Wohn-/Schlafzimmer gewesen. "A'._____" habe ihn dann energisch gefragt, 

wo der Joint sei, worauf ihm der Geschädigte gesagt habe, er müsse warten und 

etwas Geduld haben, er sei noch nicht soweit. Plötzlich habe "A'._____" begon-

nen, ihn zu schlagen. Der Geschädigte habe nicht genau gesagt, wo dies passiert 

sei, I._____ nehme aber an, dies sei in der Küche passiert, wo der Geschädigte 

den Joint am Drehen gewesen sei. Der Geschädigte habe weiter gesagt, er sei 

nach den Schlägen zu Boden gegangen und "A'._____" habe noch auf ihn mit 

den Füssen eingetreten, vor allem gegen den Oberkörper. Der Geschädigte habe 

nicht mehr gewusst, ob er auch gegen den Kopf getreten worden sei. Der Ge-

schädigte habe auf Nachfrage erklärt, "A'._____" habe seinen Rucksack in der 

Küche zurückgelassen, in welchem I._____ dann eine IKEA-Tasche voll mit 

Münzgeld vorgefunden habe (Urk. 8/7 S. 2 f.; Foto-Beilagen hinter Urk. 7/2). Auf 

Nachfrage präzisierte I._____, das Gesicht des Geschädigten sei bei ihrem Ein-

treffen voller Blut gewesen. Der Geschädigte habe im Mund geblutet und man 

habe zwei Verletzungen auf seinem Kopf sehen können, ohne ihn anzufassen. Er 

habe über starke Atembeschwerden geklagt. Seine Aussagen seien aber klar ge-

wesen, er habe immer wieder "A'._____" wiederholt. I._____ habe das Gefühl ge-

habt, dass der Geschädigte gewusst habe, wo er sei und was passiert sei. Er 

habe seine Aussagen als glaubwürdig empfunden. Der Geschädigte habe ihm ge-

-   22   -

sagt, er sei zuerst gegen den Kopf geschlagen und dann, als er am Boden gele-

gen sei, getreten worden. So wie I._____ es verstanden habe, sei der Geschä-

digte am Joint drehen gewesen und "A'._____" habe unverhofft auf ihn einge-

schlagen. I._____ denke, der Geschädigte sei dabei mit dem Rücken zu 

"A'._____" gestanden. So wie er es verstanden habe, habe sich der Geschädigte 

nicht gewehrt. Er nehme an, dass dann der Nachbar geklingelt und "A'._____" 

deshalb von ihm abgelassen habe (Urk. 8/7 S. 5 f.). Diese Aussagen wiederholte 

I._____ im Wesentlichen anlässlich seiner Zeugeneinvernahme bei der Staatsan-

waltschaft, auch wenn er einige Details nicht mehr oder erst auf Nachfrage ange-

ben konnte. Insbesondere konnte er sich nicht mehr an die Aussage des Geschä-

digten erinnern, wonach das Warten auf den Joint den Angriff ausgelöst habe. Zu-

dem vermischte I._____ in seiner Zeugenaussage teilweise unmittelbare Wahr-

nehmungen mit seinen daraus gezogenen Schlussfolgerungen (Urk. 8/9 S. 3 ff.). 

All dies ist aber angesichts des Zeitablaufs und der Menge an Informationen ohne 

Weiteres erklärbar und lässt nicht an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zwei-

feln. Diese stehen auch nicht im Widerspruch zu den übrigen Aussagen, sondern 

ergänzen bzw. bestätigen diese. Die Aussagen sind damit als glaubhaft einzustu-

fen. Es ist jedoch im Folgenden zu unterscheiden, ob es sich jeweils um unmittel-

bare Wahrnehmungen, die Wiedergabe von Aussagen des Geschädigten oder 

blosse Interpretationen seitens von I._____ handelt. Grundsätzlich ist nur auf ers-

tere abzustellen, während die Aussagen des Geschädigten einer separaten Wür-

digung unterliegen. Keinen eigenständigen Beweiswert haben dagegen blosse 

Vermutungen des Zeugen.

4.6 Die Stadtpolizistin J._____ ("first responder") wurde einzig als Zeugin durch 

die Staatsanwaltschaft einvernommen, dies rund 11 Monate nach dem Vorfall. Sie 

sagte zusammengefasst aus, sie und ihr Streifenpartner (I._____) hätten vor Ort 

den Geschädigten angetroffen, der blutüberströmt, aber "voll da" gewesen sei. 

Sie hätten ihn dann kurz das Wichtigste gefragt, was passiert sei. Sie hätten ihm 

gesagt, er solle sich hinsetzen, und hätten die Sanität aufgeboten. Er sei immer 

wieder aufgestanden und habe ihnen "erklären und zeigen" wollen. Sie habe ihn 

dann mehrmals gebeten, sitzen zu bleiben, da er schwer verletzt sei. Sie hätten 

abwechslungsweise versucht, vom Geschädigten so viele Infos wie möglich zu er-

-   23   -

halten. Sie habe vor Ort Fotos der Wohnung, der angetroffenen Situation und der 

mutmasslichen Schlagwaffe erstellt und die Infos für den Bericht (Polizeirapport) 

zusammengetragen. Sie habe auch die Aussagen des Geschädigten ihnen ge-

genüber in einer E-Mail an den "Detektiv" (polizeilicher Sachbearbeiter) zusam-

mengefasst (vgl. Beilagen hinter Urk. 8/30). Der Geschädigte habe gesagt, dass 

ein altbekannter Mann namens "A'._____" vorbeigekommen sei. Dann sei es, aus 

dem Geschädigten unerklärlichen Gründen bzw. ohne triftigen Grund, zu einem 

Streit gekommen. Der Geschädigte habe gesagt, dass "A'._____" ihn gebeten 

habe, ihm einen Joint zu drehen, was der Geschädigte auch gemacht habe. 

"A'._____" habe dann wütend oder auffordernd gefragt, wo sein Joint bleibe. Der 

Geschädigte habe erwidert, dass er diesen am Bauen sei. Für den Geschädigten 

urplötzlich sei "A'._____" dann auf ihn losgegangen und habe ihn mehrmals ge-

gen Oberkörper und Kopf geschlagen. Der Geschädigte habe zu keinem Zeit-

punkt Gegenwehr geleistet oder zurückgeschlagen. Er sei dann zu Boden gegan-

gen und schwer verletzt gewesen. Der Geschädigte habe sich nicht erklären kön-

nen, wieso "A'._____" so ausgerastet sei. Sie könne nicht mehr sagen, ob der Ge-

schädigte ihr gesagt habe, wie er geschlagen worden sei. Sie hätten aber in der 

Küche, auf einem Gestell, diesen Holzkegel gefunden, an welchem auch Blutspu-

ren zu sehen gewesen seien. Ob der Geschädigte diesen Kegel erwähnt habe, 

wisse sie nicht mehr, auch nicht, ob er etwas von Fusstritten gesagt habe oder wo 

genau (Küche oder Wohnzimmer) er angegriffen worden sei. Sie sei sich nicht 

mehr sicher, ob der Geschädigte von Schlägen mit dem Kegel gesprochen habe 

oder einfach von (Faust-)Schlägen oder Tritten. Auf jeden Fall habe der Geschä-

digte grosse Wunden am und um den Kopf gehabt. Er habe ihr einfach gesagt, 

dass "A'._____" mehrfach gegen ihn vorgegangen sei und dass er sich nie kör-

perlich gewehrt habe, im Sinne von zurückschlagen. Was passiert sei, als der Ge-

schädigte am Boden gelegen sei, wisse sie nicht (Urk. 8/30 S. 3 ff.).

Die Aussagen von J._____ erweisen sich als nachvollziehbar und konstant, auch 

wenn sie aufgrund des Zeitablaufs bis zu ihrer erstmaligen Befragung verständli-

cherweise etliche Details nicht mehr wiederzugeben vermochte. Dass sie ihre Un-

sicherheiten offenlegte, spricht für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Diese ste-

hen auch nicht im Widerspruch zu den übrigen Aussagen, sondern ergänzen bzw. 

-   24   -

bestätigen diese. Auch bei ihren Aussagen ist jedoch im Folgenden zu unterschei-

den, ob es sich jeweils um unmittelbare Wahrnehmungen, die Wiedergabe von 

Aussagen des Geschädigten oder blosse Interpretationen ihrerseits handelt.

4.7 Es befinden sich zahlreiche tatzeitnahe Fotos des Geschädigten und seiner 

Wohnung bei den Akten. So ist auf den von J._____ am Tatort erstellten Fotos er-

sichtlich, wie der Geschädigte blutüberströmt und mit zerrissenen Kleidern auf ei-

nem Stuhl in der Küche sitzt und erhebliche, stark blutende Verletzungen insbe-

sondere am Kopf aufweist, namentlich mehrere Blutergüsse und Quetschrisswun-

den, Nasenbeinbruch sowie ein stark geschwollenes Augenlid links (vgl. Urk. 6/1 

S. 2 ff.; Urk. 10/15 und Urk. 10/17). Ferner ist der als mutmassliche Tatwaffe si-

chergestellte Holzkegel mit Blutspuren ersichtlich (Urk. 6/1, S. 4 f.; Urk. 6/2-4; 

Urk. 14/2 S. 8) wie auch ein im Bau befindlicher Joint auf dem Kochfeld (Urk. 6/1 

S. 10). Aus den vom Forensischen Institut etwas später anlässlich der kriminal-

technischen Spurensicherung erstellten Fotos sind sodann Kampfspuren im 

Wohn-/Schlafzimmer (vgl. Urk. 74 S. 18 sowie Beilagen hinter Urk. 7/3) und zahl-

reiche Bluttropfspuren in der ganzen Wohnung, insbesondere aber wiederum im 

Wohn-/ Schlafzimmer ersichtlich (Urk. 74 S. 15 ff.). Dies wurde auch im Spurensi-

cherungsbericht des Forensischen Instituts dokumentiert (Urk. 14/2 S. 2 f.). Darin 

wurde weiter festgehalten, das Fehlen von Blutspritz- und Blutwegschleuderspu-

ren deute auf ein wenig dynamisches Geschehen hin. Weitere Rückschlüsse auf 

den Tathergang seien anhand der Blutspuren nicht möglich (Urk. 14/2 S. 4). Die 

sichergestellte Gymnastikkeule weise nur wenig blutverdächtige Anhaftungen 

(später als Blut des Geschädigten identifiziert, vgl. Urk. 14/4 S. 8; Urk. 14/6 S. 6) 

am keulenförmig verdickten Ende auf, wobei es sich um Kontaktspuren handle. 

Wäre damit auf den bereits blutenden Geschädigten eingewirkt worden, wären 

mehr Blutspuren und vor allem Blutspritzspuren an der Keule zu erwarten gewe-

sen (Urk. 14/2 S. 5). Gemäss polizeilichen Feststellungen handelte es sich um ei-

nen Holzkegel aus Buchenholz, mit einer Länge von ca. 38 cm. Sein Durchmes-

ser variiert von ca. 4 cm (an der Standfläche) über ca. 5,5 cm (am "Bauch") bis 

hin zu ca. 2 cm (am "Kopf"). Er hat ein Gewicht von ca. 247 Gramm (vgl. 

Urk. 14/2 S. 8; Urk. 19/18). Im Rahmen der Spurensicherung wurden ferner Blut-

spuren des Geschädigten an einem Turnschuh des Beschuldigten (linker Schuh, 

-   25   -

Sohlenrand rechts, aussenseitig) sowie an einer Jacke des Beschuldigten (am Är-

melbund rechts und links, am Oberarm hinten rechts und links, am linken Vorder-

teil und am Rückenteil unten, aussenseitig) festgestellt (vgl. Urk. 14/1 S. 2 f. und 

S. 4; Urk. 14/4 S. 5 f.; Urk. 14/6 S. 3 f.).

4.8 Gemäss Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung des Geschädig-

ten vom 24. März 2022 (Urk. 10/15) war dieser im Tatzeitpunkt 58-jährig, ca. 180 

cm gross und ca. 70 kg schwer (mithin untergewichtig). Er befand sich bereits vor 

dem Vorfall in einem schlechten Gesundheitszustand. So litt der Geschädigte un-

ter anderem an Herzrhythmusstörungen unter Blutverdünnungstherapie, einer 

schweren Herzklappenstörung, einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzün-

dung, einer chronischen Leberentzündung, einem Schmerzsyndrom der Brust- 

und Lendenwirbelsäule, einer Depression sowie an einem multiplen Abhängig-

keitssyndrom (Alkohol, Kokain, Cannabis, Opioide), weswegen er sich in einem 

Substitutionsprogramm befand (vgl. Urk. 10/15 S. 2 f. sowie S. 2 des Austrittsbe-

richts des USZ hinter Urk. 10/17).

Im Rahmen des Vorfalls erlitt der Geschädigte schwere innere Kopfverletzungen 

(Unterblutung der harten Hirnhaut über der rechten Hirnhälfte bis zum Kleinhirn 

ziehend mit einer Mittellinienverlagerung nach links und einer Einklemmung des 

Gehirns mit einer Hirnstammkompression) sowie einen offenen Nasenbeinbruch, 

welche indessen aufgrund der notfallmedizinischen Versorgung (Entfernung des 

rechten Schädeldachknochens zur Entlastung der Hirnschwellung) zu diesem 

Zeitpunkt nicht rechtsmedizinisch dokumentiert werden konnten (vgl. Urk. 10/15 

S. 2). Ferner erlitt der Geschädigte Blutergüsse an beiden Augen, über beiden 

Jochbeinen, an der rechten Wange, über dem rechten Unterkiefer, an der Brust-

korbvorderseite, am rechten Ellenbogen, am linken Handrücken, an der linken 

Oberschenkelaussenseite sowie am linken Knie, zudem multiple Hautabschürfun-

gen am rechten Ellenbogen, an der rechten Oberschenkelbeugeseite, am linken 

Knie und an der rechten Unterschenkelstreckseite. Alle diese vom Geschädigten 

erlittenen Verletzungen seien Folgen stumpfer Gewalteinwirkung, wobei die Blut-

ergüsse an den Augen, am linken Jochbein und an der rechten Wange am ehes-

ten durch Faustschläge im Rahmen eines dynamischen Kampfgeschehens ent-

-   26   -

standen sein könnten. Bei den Blutergüssen über dem rechten Jochbein, über 

dem rechten Unterkiefer und an der Brustkorbvorderseite könnten Schläge mit ei-

nem harten und eher länglichen Gegenstand oder durch beschuhte Tritte als Ur-

sache nicht ausgeschlossen werden. Ebenfalls könnten bei den Verletzungen im 

Kopfinneren und dem offenen Nasenbeinbruch Schlag- oder Trittverletzungen als 

Ursache nicht ausgeschlossen werden. Die Blutergüsse am linken Handrücken 

könnten als mögliche passive Abwehrverletzungen gewertet werden. Die Bluter-

güsse am rechten Ellenbogen, an der linken Oberschenkelaussenseite und am 

linken Knie sowie die Hautabschürfungen am rechten Ellenbogen, am linken Knie 

und an der rechten Unterschenkelstreckseite könnten im Rahmen eines dynami-

schen Kampfgeschehens mit Sturzfolge entstanden sein. Die Hautabschürfungen 

an der rechten Oberschenkelbeugeseite seien dagegen unspezifisch und könnten 

auch von der medizinischen Versorgung herrühren (Urk. 10/15 S. 6). Die Gutach-

ter hielten abschliessend (nachvollziehbar) fest, dass die inneren Verletzungen im 

Kopf des Geschädigten (Hirnschwellung) lebensgefährlich waren (Urk. 10/15 

S. 6 f.).

4.9 Gemäss Todesfallgutachten des IRM über den Geschädigten vom 30. Mai 

2022 (Urk. 10/17) wurden bei der Obduktion des Leichnams zusätzlich insbeson-

dere Hautunterblutungen an der Stirn und im Bereich beider Augen (mehr links 

als rechts), drei Quetschwunden am Scheitel-Hinterhauptsbereich links oben, eine 

ausgedehnte Kopfschwartenblutung an der rechten Kopfseite, Hirnprellungsherde 

im rechten Stirnhirnlappen sowie an der Basis beider Schläfenhirnlappen und in 

den Stammganglien beidseits, ein Bruch des linken Schildknorpeloberhorns 

(=Knorpel am Kehlkopf), mehrere Rippenbrüche links sowie weitere Blutergüsse 

und Schürfungen an den Armen, Beinen und Füssen des Geschädigten festge-

stellt. Zusammenfassend hielten die rechtsmedizinischen Gutachter fest, der Ge-

schädigte habe am 3. März 2022 zahlreiche Zeichen einer stumpfen Gewaltein-

wirkung mit daraus resultierenden, stumpfen Kopf-, Brust- und Extremitätentrau-

mata erlitten. In der Folge sei der Geschädigte an einer zentralen Atemlähmung 

aufgrund der verletzungsbedingten Hirnschwellung am 9. März 2022 zwischen ca. 

12.45 und 13.30 Uhr im Universitätsspital Zürich verstorben. Das Verletzungsbild 

spreche gegen einen Sturz als Ursache (der tödlichen Kopfverletzungen), son-

-   27   -

dern vielmehr für Schläge mit einem Körperteil oder mit einem glatten und harten 

Gegenstand als Verletzungsmechanismus. Dabei könne es sich sehr wohl um die 

Folge von Fausthieben und allenfalls Fusstritten, aber auch um Schläge mit dem 

abgebildeten Holzkegel handeln. Es sei somit von einer todesursächlichen 

Fremdeinwirkung auszugehen. Der tödliche Verlauf sei jedoch durch die vom Ge-

schädigten eingenommenen blutverdünnenden bzw. -gerinnungshemmenden Me-

dikamente aufgrund seines vorbestehenden Herzleidens begünstigt worden. Ob 

es auch ohne diese blutverdünnende Therapie zu einem derart schweren Hirn-

schaden gekommen wäre, könne nicht mit abschliessender Sicherheit beantwor-

tet werden. Dies sei jedoch "eher weniger wahrscheinlich" (Urk. 10/17 S. 4 ff.).

4.10 Gemäss Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung des Beschuldig-

ten (Urk. 11/22 und 11/27) war dieser im Tatzeitpunkt 37-jährig, ca. 183 cm gross 

und ca. 70 kg schwer. Gemäss medizinischen Akten litt er vor dem Ereignis an ei-

ner generalisierten Instabilität der Bänder und Vitamin D-Mangel sowie an diver-

sen psychischen und Suchtkrankheiten (Alkohol, Cannabis, Kokain). Massgebli-

che körperliche Krankheiten oder Einschränkungen wurden beim Beschuldigten 

dagegen nicht dokumentiert (vgl. Urk. 11/10 S. 2 f. und S. 4; Urk. 12/15 S. 2). An-

lässlich der rechtsmedizinischen Untersuchung nach dem Ereignis wurden beim 

Beschuldigten nebst Verletzungen am Knöchel/Sprunggelenk (welche jedoch 

nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorfall stehen können, vgl. E. 4.2 

vorstehend) denn auch lediglich diverse kleinere Hautabschürfungen an Armen, 

Händen und Beinen festgestellt, welche teilweise im Tatzeitraum entstanden sein 

könnten. Diese seien Folge einer stumpfen Gewalteinwirkung, beispielsweise 

durch Kontakt mit einer rauen Oberfläche. Morphologisch könnten sie jedoch kei-

nem bestimmten Ereignis zugeordnet werden. Anhand der Lokalisation sei teil-

weise eine Entstehung im Rahmen eines Anstossens oder eines Sturzes, bei-

spielsweise auf Asphaltboden, anzunehmen (Urk. 11/10 S. 4 ff.).

4.11 Bezüglich der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Geschädigten ist zu berück-

sichtigen, dass er nicht protokollarisch einvernommen, sondern lediglich mündlich 

vor Ort befragt werden konnte. Dennoch ist im Polizeirapport dokumentiert, dass 

er auf die strafprozessualen Rechte und Pflichten sowie die Rapporterstattung 

-   28   -

hingewiesen wurde (Urk. 1 S. 4), wovon mithin auszugehen ist. Obwohl der Ge-

schädigte im Zeitpunkt seiner Aussagen schwere Kopfverletzungen aufwies, war 

er gemäss übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen der Stadtpolizisten 

I._____ und J._____ zu diesem Zeitpunkt jedoch noch bewusstseinsklar ("voll 

da") und "wusste, wo er ist und was passiert ist". Auch sind keine Gründe für eine 

(bewusste) Falschaussage des Geschädigten ersichtlich.

Der wesentliche Inhalt der Aussagen des Geschädigten lässt sich aufgrund der 

glaubhaften und übereinstimmenden Zeugenaussagen von I._____, J._____ und 

H._____ zusammenfassend dahingehend erstellen, dass der Geschädigte aus-

sagte, der ihm von früher bekannte Beschuldigte sei überraschend bei ihm zu Be-

such gekommen, worüber er sich wirklich gefreut habe. Der Geschädigte habe ihn 

hereingebeten und vorgeschlagen, zusammen "eins zu kiffen". Der Beschuldigte 

habe ihm daraufhin das "Gras" zur Herstellung eines Joints gegeben und dann im 

Schlaf-/ Wohnzimmer des Geschädigten gewartet, während der Geschädigte in 

der Küche auf dem Kochherd den Joint gebaut habe. Der Beschuldigte sei dann 

ungeduldig geworden und habe energisch gefragt, wo der Joint sei. Der Geschä-

digte habe dem Beschuldigten gesagt, er müsse noch Geduld haben, er sei noch 

nicht soweit. Plötzlich habe der Beschuldigte begonnen, den Geschädigten zu 

schlagen, dies insbesondere mit einem Holzkegel und gegen den Kopf. Der Ge-

schädigte sei nach den Schlägen zu Boden gegangen und der Beschuldigte habe 

dann noch mit den Füssen auf ihn eingetreten, vor allem gegen den Oberkörper. 

Der Geschädigte habe sich gegen den Angriff des Beschuldigten nicht gewehrt 

bzw. nicht wehren können.

Dies deckt sich im Wesentlichen auch mit der tatzeitnahen schriftlichen Zusam-

menfassung der Aussagen des Geschädigten durch die Stadtpolizisten vor Ort 

(vgl. Urk. 1 S. 4; Beilagen hinter Urk. 8/30).

Dass der Geschädigte, am Kochherd stehend, vom Beschuldigten von hinten an-

gegriffen worden sei, ergibt sich hingegen – entgegen der Vorinstanz – nicht aus 

seinen Aussagen, sondern erweist sich als reine Interpretation bzw. Mutmassung 

von I._____. Auch dass der Geschädigte, bereits am Boden liegend, vom Be-

schuldigten gegen den Kopf getreten worden sei, ergibt sich nicht (mit hinreichen-

-   29   -

der Deutlichkeit) aus seinen erstellten Aussagen, jedoch ist erstellt, dass die Tritte 

gegen den Oberkörper erfolgt sind (vgl. nachfolgend E. III 4.13).

Die Aussagen des Geschädigten werden in verschiedener Hinsicht durch objek-

tive Beweismittel gestützt: So wurde ein im Bau befindlicher Joint auf dem Koch-

feld vorgefunden. Die vom Geschädigten bezeichnete Holzkeule wies insbeson-

dere Blut-Kontaktspuren des Geschädigten an der Unterkante auf, was dafür 

spricht, dass er damit geschlagen wurde. Die zahlreichen beim Geschädigten 

festgestellten Verletzungen können sodann gemäss rechtsmedizinischer Beurtei-

lung auf Schläge mit Fäusten, einem harten, glatten und eher länglichen Gegen-

stand (Holzkeule) sowie auf Fusstritte zurückgeführt werden. Gemäss rechtsmedi-

zinischer Untersuchung wies der Geschädigte zudem auch typische Sturzverlet-

zungen auf, was dafür spricht, dass er zu Boden ging. Sodann bestätigen die fest-

gestellten Abwehrverletzungen an der linken Hand, die (gemäss Aussagen von 

G._____) wiederholten Hilferufe des Geschädigten wie auch der Umstand, dass 

der Beschuldigte keine relevanten Verletzungen erlitt, dass sich der Geschädigte 

beim Angriff des Beschuldigten passiv verhielt. Für die Aussagen des Geschädig-

ten spricht schliesslich auch, dass sich die anderslautenden Aussagen des Be-

schuldigten zum Ablauf des Vorfalls als völlig unglaubhaft erweisen (siehe dazu 

auch nachfolgende Erwägung III. 4.12 und vorstehend III. 4.2).

Die Aussagen des Geschädigten sind damit (auch unter Berücksichtigung der all-

gemeinen prozessualen Vorbehalte) inhaltlich als äusserst glaubhaft einzustufen.

4.12 Der Beschuldigte machte hingegen auch zum Ausmass seiner Gewaltan-

wendung gegen den Geschädigten im Verlauf der Untersuchung widersprüchliche 

Aussagen. So sagte er zunächst aus, er habe den Geschädigten festgehalten und 

mit den Fäusten bzw. mit der rechten Hand geschlagen, ins Gesicht und in den 

Oberkörper, wobei der Geschädigte jedoch nicht gestürzt sei. Sodann habe er 

den Geschädigten dreimal gegen die Terrassentür gestossen, wobei der Geschä-

digte getaumelt sei (Urk. 7/2 S. 4 f.). In einer weiteren Einvernahme führte der Be-

schuldigte aus, er habe den Geschädigten "2-3 Mal so gegen die Seite geworfen" 

bzw. mit beiden Händen am Revers gepackt und festgehalten. Er habe den Ge-

schädigten jedoch nicht getreten (Urk. 7/3 S. 4 ff.). Schliesslich gab der Beschul-

-   30   -

digte in der Schlusseinvernahme an, er habe den Geschädigten mit beiden Fäus-

ten ins Gesicht geschlagen und ein paar Mal gestossen "bis er down war". Der 

Geschädigte sei zu Boden gegangen und wieder aufgestanden. Dies sei für den 

Beschuldigten "mühsam" gewesen. Der Beschuldigte habe dem Geschädigten 

"keine Tritte oder mit Füssen oder so" versetzt. Die Faustschläge seien "nicht so 

fest" gewesen. Er habe den Geschädigten mit beiden Händen am Hemd gepackt. 

Der Geschädigte habe schon gesagt "hör auf", was der Beschuldigte auch ge-

macht habe. Der Geschädigte sei dann auf dem Bett gesessen und er sei rausge-

gangen. Der Beschuldigte habe den Geschädigten "garantiert nicht" mit dem 

Holzkegel geschlagen. Dieser habe Blutspuren, weil der Beschuldigte selber den 

Kegel "gegriffen" habe, als an seiner Hand noch Blut gewesen sei (die Kontakt-

spur befindet sich aber an der Unterkante des Kegels, wobei es sich um das Blut 

des Geschädigten handelte [Urk. 14/4 S. 6]). Der Beschuldigte habe dem Ge-

schädigten "ca. ein Dutzend" Faustschläge verpasst, mit einer Stärke von "ca. 

4- 5" auf einer Skala von 1 bis 10 (also mittelstark). Der Geschädigte sei von den 

Schlägen nicht umgefallen, jedoch schliesslich wegen den Stössen "zu Boden ge-

rollt und im Sitzen angekommen". Vielleicht habe der Geschädigte dabei mit dem 

Rücken noch die Terrassentür berührt. Der Beschuldigte habe den Geschädigten 

einmal gepackt und drei Mal gestossen, dann sei dieser zu Boden gefallen. Er 

habe den Geschädigten nicht getreten (vgl. Urk. 7/6 S. 4 ff.). Die Aussagen des 

Beschuldigten sind bereits in sich widersprüchlich und stehen insbesondere auch 

in Widerspruch zu den rechtsmedizinischen Befunden, zum Spurenbild und den 

Aussagen des Geschädigten. Die Aussagen des Beschuldigten sind auch bezüg-

lich des Ausmasses der Gewaltanwendung als unglaubhaft einzustufen.

4.13 Insgesamt kann der umstrittene Ablauf der Auseinandersetzung somit dahin-

gehend erstellt werden, dass der Beschuldigte den Geschädigten überraschend 

angriff, dies höchstwahrscheinlich im Schlaf-/Wohnzimmer des Geschädigten, 

nachdem nur dort eigentliche Kampf- und die meisten Blutspuren festgestellt wur-

den. Dass der Angriff auf den Geschädigten von hinten erfolgte, kann nicht erstellt 

werden. Jedoch traktierte der Beschuldigte den Geschädigten mit – angesichts 

der verursachten Verletzungen – zahlreichen und kräftigen Schlägen mit beiden 

Fäusten und dem Holzkegel, insbesondere gegen den Kopf und den Oberkörper 

-   31   -

des Geschädigten, bis der Geschädigte schliesslich zu Boden ging. Dabei kann 

nicht genau erstellt werden, wie viele Schläge mit dem Holzkegel bzw. mit den 

Fäusten erfolgten, zumal die meisten Verletzungen auf beide Arten entstanden 

sein könnten. Zu Gunsten des Beschuldigten ist deshalb davon auszugehen, dass 

es sich mehrheitlich um Faustschläge handelte. Dafür spricht auch, dass am 

Holzkegel nur relativ wenige Blutspuren gefunden wurden und auch keine Blut-

spritz- oder -wegschleuderspuren, was gemäss dem IRM-Gutachten damit zu er-

klären ist, dass der Schlag mit dem Holzkegel erfolgte, als der Geschädigte noch 

nicht verletzt war bzw. noch nicht blutete (Urk. 10/15 S. 6). Als der Geschädigte 

am Boden lag, trat der Beschuldigte ihn noch mehrmals gegen den Oberkörper. 

Auch diesbezüglich muss jedoch offen bleiben, welche Verletzungen damit ver-

bunden waren bzw. mit welcher Wucht die Fusstritte erfolgten, nachdem die 

rechtsmedizinischen Befunde diesbezüglich uneindeutig sind und auch der Ge-

schädigte keine näheren Aussagen hierzu machen konnte. Insgesamt waren die – 

allesamt dem Beschuldigten zuzurechnenden – Verletzungen des Geschädigten 

jedoch massiv. Der Geschädigte vermochte sich gegen den überraschenden An-

griff des Beschuldigten nicht zur Wehr zu setzen und war diesem ausgeliefert, wo-

für auch die spurenkundliche Feststellung spricht, es habe sich um ein "wenig dy-

namisches Geschehen" (mithin nicht um einen eigentlichen Kampf mit erheblicher 

Gegenwehr) gehandelt. Der Beschuldigte hörte damit erst auf, als ein Nachbar an 

der Türe klingelte, was sich insbesondere aus der Zeugenaussage G._____ 

schliessen lässt, wonach zwischen seinem Klingeln und dem Öffnen der Woh-

nungstür weitere Hilferufe des Geschädigten zu hören waren (siehe vorne S. 14 

E. III 4.3). Der Geschädigte verstarb schliesslich an den Folgen des Angriffs des 

Beschuldigten.

4.14 Ein eigentliches Motiv für die Tat war trotz diversen Abklärungen nicht eru-

ierbar. Der Beschuldigte und der Geschädigte verkehrten beide im Drogenmilieu. 

Der Beschuldigte ist zudem wegen zahlreicher Betäubungs- und Vermögensde-

likte aktenkundig (Urk. 75). Ein finanzielles Motiv für die Tat konnte jedoch nicht 

gefunden werden, insbesondere ist kein Zusammenhang mit dem in der Wohnung 

des Geschädigten gefundenen Münzgeld ersichtlich. G._____ erwähnte zwar ein-

malig in seiner Zeugeneinvernahme, der Geschädigte habe gesagt: "er will meine 

-   32   -

Uhr oder so" (Urk. 8/2 S. 6 oben). Dies wurde jedoch von niemandem sonst er-

wähnt und es liegen auch keine genügenden Beweise dafür vor. Zwar wurde un-

ter dem Bett des Geschädigten ein geschlossenes Uhrenarmband ohne Uhr, mit 

Blutspuren des Geschädigten daran, sichergestellt (vgl. Urk. 14/2 S. 12 f.; 

Urk. 14/4 S. 7; Urk. 14/6 S. 5), was darauf hindeuten könnte, dass der Beschul-

digte dem Geschädigten anlässlich des gewaltsamen Übergriffs seine Uhr entris-

sen hat. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten und seiner per-

sönlichen Effekten anlässlich seiner Verhaftung im Triemlispital wurde jedoch 

keine solche Uhr gefunden. Auch M._____ äusserte den Verdacht, der Geschä-

digte sei vom Beschuldigten "ausgenommen" worden (Urk. 8/20 S. 2 f.; Urk. 8/21 

S. 3 ff.). Auch dafür fanden sich jedoch keine Beweise. Schliesslich kann die Ver-

sion des Beschuldigten, wonach er sich gegen einen Angriff mit der Holzkeule 

nach Beleidigungen/Provokationen des Geschädigten gewehrt habe, wie gezeigt 

nicht zutreffen (vgl. E. 4.2 vorstehend). Zudem bestätigten zahlreiche Personen 

im Rahmen der Untersuchung, dass der Geschädigte, auch unter Drogeneinfluss 

nie aggressiv geworden sei. Sie beschrieben ihn vielmehr übereinstimmend als 

korrekten, freundlichen, gar lieben Menschen (vgl. Urk. 8/1 bis 8/5, Urk. 8/17 bis 

8/29 und Urk. 8/31 bis 8/33), was die Aussagen des Beschuldigten bezüglich an-

geblichen Beleidigungen, Provokationen oder gar Drohungen des Geschädigten 

zusätzlich als gänzlich unglaubhaft erscheinen lässt. Jedenfalls ist kein nachvoll-

ziehbarer Grund für eine (und dann noch derart massive) Gewaltanwendung des 

Beschuldigten gegen den Geschädigten ersichtlich. Es ist deshalb, wenn nicht 

von einem nachweisbaren finanziellen Motiv, so doch wenigstens von einem ein-

seitigen, nicht provozierten, geschweige denn gerechtfertigten, brutalen Angriff 

des Beschuldigten auf den Geschädigten aus nichtigem Anlass auszugehen. Die 

Aussagen des Geschädigten deuten darauf hin, dass der Beschuldigte aus unbe-

kannten Gründen die Nerven verlor ("einfach durchdrehte").

4.15 Ob Blutverdünner zum tödlichen Ausgang des gewaltsamen Einwirkens des 

Beschuldigten auf den Geschädigten beitrugen bzw. ursächlich waren, ist für den 

objektiven Tatbestand (Kausalität) der vorsätzlichen Tötung irrelevant (vgl. dazu 

bereits Urk. 63 S. 32). Relevant ist hingegen, ob der mögliche tödliche Ausgang 

-   33   -

für den Beschuldigten subjektiv erkennbar war und er diesen in Kauf nahm (Vor-

satz, vgl. sogleich).

5.

Der Geschädigte kam zufolge der Gewalthandlungen des Beschuldigten, die 

insbesondere aufgrund der verletzungsbedingten Hirnschwellung zu einer zentra-

len Atemlähmung führten, zu Tode. Der tatsächliche Verlauf wurde durch die blut-

verdünnende Therapie aufgrund des vorbestehenden Herzleidens des Geschä-

digten begünstigt. Gemäss Gutachten des IRM zur Todesfolge sei es eher weni-

ger wahrscheinlich, dass es auch ohne die massive Gewalteinwirkung auf den 

Geschädigten zu einem derart schweren Hirnschaden gekommen wäre 

(Urk. 10/17 S. 6 f.). 

IV. Rechtliche Würdigung

1.

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten u.a. der vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB schuldig (vgl. E. III 1. hiervor). Die Verteidigung stellt 

sich auf den Standpunkt, dass der Beschuldigte nicht vorsätzlich gehandelt habe, 

weshalb der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

nicht erfüllt sei (Urk. 77 S. 6 oben), wenn überhaupt müsse eine Verurteilung we-

gen fahrlässiger Tötung erfolgen (Urk. 77 S. 2 Ziff. 1).

2.1 Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Vor-

aussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf 

Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Bleibt es beim Versuch, kann das Gericht die 

Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB).

2.2 Nach Art. 122 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich einen Menschen le-

bensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ 

oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied un-

brauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder 

geisteskrank macht oder das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt 

(Abs. 2) oder wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder 

der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht (Abs. 3). 

Ein wichtiges Organ oder Glied ist nach der Rechtsprechung im Sinne von 

-   34   -

Art. 122 Abs. 2 StGB unbrauchbar, wenn es in seinen Grundfunktionen dauernd 

und erheblich gestört ist (BGE 129 IV 1 E. 3.2). Als andere schwere Schädigun-

gen des Körpers resp. der körperlichen oder geistigen Gesundheit im Sinne der 

Generalklausel von Art. 122 Abs. 3 StGB kommen Beeinträchtigungen in Frage, 

die mit den in Art. 122 Abs. 2 StGB erwähnten Folgen in ihrer Schwere vergleich-

bar sind. Dabei kann eine Kombination verschiedener Beeinträchtigungen, die für 

sich allein noch nicht als schwere Körperverletzung gelten, diese Qualifikation in 

der gesamtheitlichen Würdigung im Rahmen der Generalklausel nach Art. 122 

Abs. 3 StGB rechtfertigen (Urteile des Bundesgerichts 6B_257/2023 vom 7. Au-

gust 2023 E. 3.1; 6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 E. 2.2.1, nicht publ. in 

BGE 148 IV 124; 6B_20/2021 vom 17. März 2021 E. 2.2; 6B_922/2018 vom 9. Ja-

nuar 2020 E. 4.1.2; 6B_1254/2018 vom 17. September 2019 E. 2.3.2; je mit Hin-

weisen). Anders als Art. 122 Abs. 2 StGB, der unter anderem eine bleibende Ar-

beitsunfähigkeit voraussetzt, muss im Rahmen der Generalklausel von Art. 122 

Abs. 3 StGB weder die Arbeitsunfähigkeit voll noch die Invalidität dauernd sein, 

sondern es können mehrere Beeinträchtigungen, die für sich allein keine schwere 

Körperverletzung darstellen, in ihrer Summe eine solche sein (Urteile des Bun-

desgerichts 6B_257/2023 vom 7. August 2023 E. 3.1; 6B_1404/2020 vom 17. Ja-

nuar 2022 E. 2.2.1, nicht publ. in BGE 148 IV 124; 6B_1254/2018 vom 17. Sep-

tember 2019 E. 2.3.2). Als wichtige Glieder im Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB 

gelten vor allem die Extremitäten, Arme und Beine sowie Hände und Füsse, aber 

auch etwa Handgelenke. Ein wichtiges Organ oder Glied ist unbrauchbar, wenn 

dessen Grundfunktionen erheblich gestört sind. Eine nur leichte Beeinträchtigung 

genügt hingegen nicht, selbst wenn sie dauerhaft und nicht behebbar ist 

(BGE 129 IV 1 E. 3.2 S. 3; Urteile des Bundesgerichts 6B_257/2023 vom 7. Au-

gust 2023 E. 3.1; 6B_20/2021 vom 17. März 2021 E. 2.2; 6B_115/2018 vom 

30. April 2018 E. 4.3; je mit Hinweisen).

2.3 Die rechtliche Qualifikation von Körperverletzungen als Folge von Faust-

schlägen oder Tritten hängt von den konkreten Tatumständen ab. Massgeblich 

sind insbesondere die Heftigkeit des Schlages und die Verfassung des Opfers 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_321/2023 vom 16. Juni 2023 E. 3.2.5; 

6B_1424/2020 vom 31. Januar 2022, E. 1.3.5; 6B_1314/2020 vom 8. Dezember 

-   35   -

2021, E. 1.2.2; 6B_526/2020 vom 24. Juni 2021, E. 1.2.2; 6B_1151/2020 vom 

8. April 2021, E. 2.3; je mit Hinweisen). Die Rechtsprechung bejahte verschie-

dentlich eine (versuchte) schwere Körperverletzung, dies insbesondere bei wie-

derholten Faustschlägen, bei einem heftigen Schlag ins Gesicht von körperlich 

beeinträchtigten bzw. in ihrem Reaktionsvermögen eingeschränkten Opfern sowie 

beim (sich verwirklichten) Risiko eines unkontrollierten Sturzes auf den Boden 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1424/2020 vom 31. Januar 2022, E. 1.3.5; 

6B_1314/2020 vom 8. Dezember 2021, E. 1; 6B_924/2021 vom 15. November 

2021, E. 1 f.; 6B_139/2020 vom 1. Mai 2020, E. 2.4; 6B_366/2014 vom 23. April 

2015, E. 1). In den Urteilen des Bundesgerichts 6B_802/2013 vom 27. Januar 

2014 und 6B_758/2010 vom 4. April 2011 (heftiger Schlag mit der Faust bzw. 

dem Ellbogen/Arm gegen das Gesicht des Opfers mit tödlichen Folgen) ging das 

Bundesgericht von einer (eventual-)vorsätzlichen schweren Körperverletzung aus, 

wobei der Täter gleichzeitig wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_802/2013 vom 27. Januar 2014, E. 2.3.3 f.; 6B_758/2010 vom 

4. April 2011, E. 4). In anderen Fällen blieb es bei einem Schuldspruch wegen 

einfacher Körperverletzung (vgl. BGE 119 IV 25, E. 2a; Urteile des Bundesge-

richts 6B_822/2020 vom 13. April 2021, E. 3; 6B_176/2020 vom 2. Juli 2020, E. 2; 

6B_617/2019 vom 14. November 2019, E. 1; 6B_908/2017 vom 15. März 2018, 

E. 1; 6B_261/2017 vom 13. November 2017, E. 2; 6B_151/2011 vom 20. Juni 

2011, E. 3; 6S.386/2003 vom 18. Mai 2004, E. 3). Desgleichen wurde ein Schlag 

mit einem (Hart-)Gummihammer gegen den Kopf, wobei der Schlag in einem Fall 

zu einer Gehirnerschütterung und einer Rissquetschwunde am Kopf führte, in der 

kantonalen Rechtsprechung als einfache Körperverletzung qualifiziert (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 6B_375/2015 vom 29. Oktober 2015; 6B_245/2013 vom 

6. Februar 2014). Umgekehrt erfolgte bei einem kräftigen und gezielten Schlag 

mit einem Maurerhammer gegen den Kopf, wodurch der Schädelknochen in un-

mittelbarer Nähe eines grösseren venösen Blutgefässes auf einer Fläche von 

2 cm eingedrückt wurde, angesichts der damit einhergehenden Lebensgefahr 

eine Verurteilung wegen versuchter Tötung (Urteil des Bundesgerichts 

6B_823/2010 vom 25. Januar 2011, E. 3). Auch Faustschläge, Fusstritte oder 

Schläge mit gefährlichen Gegenständen (beispielsweise einer Glasflasche oder 

-   36   -

eines Maurerhammers) gegen den Kopf eines Menschen sind geeignet, schwere 

bzw. lebensgefährliche Körperverletzungen oder sogar den Tod des Opfers her-

beizuführen, wobei dieses Risiko umso grösser ist, wenn das Opfer ohne Reakti-

ons- oder Abwehrmöglichkeit am Boden liegt (vgl. BGE 135 IV 152, E. 2.3.2.2; Ur-

teile des Bundesgerichts 6B_999/2023 vom 9. September 2024 E. 1.3.5 und 

1.5.5; 6B_1314/2020 vom 8. Dezember 2021, E. 1.2.2; 6B_526/2020 vom 24. 

Juni 2021, E. 1.2.2; 6B_1151/2020 vom 8. April 2021, E. 2.3; je mit Hinweisen). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht es der allgemeinen Le-

benserfahrung, dass Fusstritte und Faustschläge in den Kopfbereich eines am 

Boden liegenden Opfers – selbst wenn dieses sich zusammenrollt und den Kopf 

mit den Händen zu schützen versucht – zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen 

der körperlichen Integrität führen können (Urteile des Bundesgerichts 

6B_553/2021 vom 17. August 2022, E. 3.3; 6B_1314/2020 vom 8. Dezember 

2021, E. 1.2.2; 6B_526/2020 vom 24. Juni 2021, E. 1.2.2; 6B_529/2020 vom 

14. September 2020, E. 3.3.2; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016, E. 4.1; je mit 

Hinweisen). Für die Erfüllung des Tatbestandes der versuchten schweren Körper-

verletzung setzt die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht voraus, dass neben 

den eigentlichen Fusstritten oder Schlägen gegen den Kopf ein aggravierendes 

Moment, etwa eine besondere Heftigkeit der Tritte, die Wehrlosigkeit des Opfers, 

die Traktierung mit weiteren Gegenständen oder die Einwirkung mehrerer Perso-

nen hinzutreten muss (Urteile des Bundesgerichts 6B_321/2023 vom 16. Juni 

2023 E. 3.2.3; 6B_553/2021 vom 17. August 2022, E. 3.3; 6B_1314/2020 vom 

8. Dezember 2021, E. 1.2.2; 6B_526/2020 vom 24. Juni 2021, E. 1.2.2; je mit Hin-

weisen; vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 6B_321/2023 vom 16. Juni 

2023, E. 3.2.5; 6B_1424/2020 vom 31. Januar 2022, E. 1.3.5).

2.4 Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB; Eventualvorsatz). Nach der 

Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Er-

folgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, 

weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm ab-

findet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 147 IV 349, E. 7.3.1; 143 IV 285 

-   37   -

E. 4.2.2; 137 IV 1, E. 4.2.3; je mit Hinweisen). Die Abgrenzung zwischen Eventua-

lvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. Da sich 

Tat- und Rechtsfolgen insoweit teilweise überschneiden, hat der Sachrichter die in 

diesem Zusammenhang relevanten Tatsachen möglichst erschöpfend darzustel-

len, damit erkennbar wird, aus welchen Umständen er auf Eventualvorsatz ge-

schlossen hat (BGE 133 IV 9 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_999/2023 vom 

9. September 2024 E. 1.3.4). Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der be-

wusst fahrlässig handelnde Täter weiss um die Möglichkeit des Erfolgseintritts 

bzw. um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite 

stimmen somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands überein. 

Unterschiede bestehen beim Willensmoment. Der bewusst fahrlässig handelnde 

Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als 

möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserfül-

lung sich mithin nicht verwirklichen werde. Demgegenüber nimmt der eventualvor-

sätzlich handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, 

rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf 

nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass der 

Täter den Erfolg "billigt" (BGE 147 IV 439, E. 7.3.1, mit Hinweisen). Ob der Täter 

die Tatbestandsverwirklichung im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf genom-

men hat, muss das Gericht – bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten 

– aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter 

bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfalts-

pflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je 

grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer 

die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der 

Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf 

vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Ein-

tritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als 

Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausge-

legt werden kann (BGE 147 IV 439, E. 7.3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 9, E. 4.1; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_999/2023 vom 9. September 2024 E. 1.3; 

7B_283/2022 vom 3. Juni 2024 E. 2.3.3; 6B_638/2022 vom 17. August 2023, 

-   38   -

E. 1.2.1; 6B_1115/2022 vom 22. November 2023, E. 2.2.3; je mit Hinweisen). 

Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestands-

mässigen Erfolgs nicht in diesem Sinn sehr wahrscheinlich, sondern bloss mög-

lich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit 

des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr müs-

sen weitere Umstände hinzukommen. Solche Umstände liegen namentlich vor, 

wenn der Täter das ihm bekannte Risiko nicht kontrollieren und dosieren kann 

und das Opfer keine Abwehrchancen hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5; Urteile des Bun-

desgerichts 7B_283/2022 vom 3. Juni 2024 E. 2.3.3 m.w.H.).

3. Gemäss erstelltem Sachverhalt griff der Beschuldigte den 58-jährigen und 

gesundheitlich angeschlagenen Geschädigten (vgl. auch bereits Urk. 63 S. 29 

oben und S. 35 oben) überraschend, aus keinem ersichtlichen Grund an, trak-

tierte ihn mit wuchtigen Faust- und Keulenhieben gegen den Kopf bis er zu Boden 

ging und trat ihn dann noch mehrfach gegen seinen Oberkörper. Der dem bruta-

len Angriff wehrlos ausgesetzte Geschädigte verstarb schliesslich an schweren 

(inneren) Kopfverletzungen. Die prekäre gesundheitliche Verfassung des Geschä-

digten musste dem Beschuldigten dabei bereits angesichts von dessen gebrechli-

cher und vorgealterter Erscheinung (vgl. Urk. 6/1 S. 2) bewusst sein. Aber auch, 

dass es sich beim Geschädigten um einen langjährigen, schwerstsüchtigen Dro-

genkonsumenten handelte – was bekanntlich in aller Regel schwerwiegende ge-

sundheitliche Schädigungen mit sich bringt – musste dem Beschuldigten aufgrund 

seiner langjährigen Bekanntschaft mit dem Geschädigten (vgl. etwa Urk. 7/6 S. 2 

unten und S. 5 f.) im Tatzeitpunkt bekannt sein, zumal er gemeinsam mit ihm Dro-

gen konsumieren wollte. Selbst wenn dem Beschuldigten nicht konkret bekannt 

gewesen sein sollte, dass der Geschädigte aufgrund seines Herzleidens auf Blut-

verdünner angewiesen war, was massgeblich zu den tödlichen Folgen der Schlä-

ge beitrug, so schlug er doch bewusst, aus nichtigem Anlass massiv namentlich 

auf den Kopf eines älteren und kränklichen Mannes ein und trat diesen noch, als 

er bereits am Boden lag. Er hörte damit erst auf, als ein Nachbar an der Türe klin-

gelte. Mit seinem brutalen Vorgehen "aus dem Nichts" legte der Beschuldigte eine 

bedenkliche und durch nichts zu rechtfertigende Geringschätzung gegenüber der 

Gesundheit, aber letztlich auch dem Leben des Geschädigten an den Tag. In 

-   39   -

Würdigung aller Umstände ist deshalb davon auszugehen, dass sich der Vorsatz 

des Beschuldigten nicht nur auf eine schwere Körperverletzung bezogen haben 

kann, sondern dass er vielmehr (auch) den Tod des Geschädigten zumindest 

eventualvorsätzlich in Kauf nahm.

4.

Der Beschuldigte ist somit der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB schuldig zu sprechen.

V. Strafzumessung / Massnahme

1.

Hinsichtlich der allgemeinen Strafzumessungsregeln kann vorab auf die zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz hierzu verwiesen werden (Urk. 63 S. 36 

unten bis S. 39 oben). Der anwendbare Strafrahmen beträgt gemäss Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 Satz 1 StGB Freiheitsstrafe von 5 bis 20 

Jahren. Es liegen keine ausserordentlichen Umstände vor, die ein Verlassen die-

ses Strafrahmens, insbesondere eine Unterschreitung der gesetzlichen Mindest-

strafe, nahelegen würden, wie nachfolgend darzulegen ist.

2.1 Dem Beschuldigten wurde nur mit Bezug auf das Tötungsdelikt leicht ver-

minderte Schuldfähigkeit attestiert (Urk. 13/14 S. 81 ff. und S. 90 f.).

2.2 War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat einzuse-

hen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht strafbar (Art. 19 

Abs. 1 StGB). War er zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, deren Unrecht einzuse-

hen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gericht die Strafe 

(Art. 19 Abs. 2 StGB). Schuldfähigkeit setzt Einsichts- und Steuerungsfähigkeit 

voraus. Einsichtsfähigkeit ist die Fähigkeit, das Unrecht seiner Tat einzusehen. 

Unter Steuerungsfähigkeit versteht man die Fähigkeit, gemäss der Einsicht in das 

Unrecht zu handeln (Urteile des Bundesgerichts 6B_953/2023 vom 15. Dezember 

2023 E. 1.4.1, nicht publ. in: BGE 150 IV 1; 6B_1050/2020 vom 20. Mai 2021 

E. 3.3; je mit Hinweis). Da sich die Steuerungsfähigkeit naturgemäss nicht direkt 

messen lässt, hat deren Beurteilung anhand des Gesamtverhaltens des Täters 

vor, während und nach der Tat zu erfolgen. Ein Gutachten zur Schuldfähigkeit 

(vgl. Art. 20 StGB) darf nicht ausschliesslich auf Psychopathologie und Verhal-

-   40   -

tensabnormität abstellen, sondern muss für den fraglichen Zeitraum auch heraus-

arbeiten, welche Fähigkeiten dem Betreffenden noch zur Verfügung standen (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_953/2023 vom 15. Dezember 2023 E. 1.4.3 mit Hin-

weis). Zeigt das Verhalten des Täters vor, während und nach der Tat, dass ein 

Realitätsbezug erhalten war, dass er sich an wechselnde Erfordernisse der Situa-

tion anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese gar herbeiführen 

konnte, so hat keine schwere Beeinträchtigung vorgelegen (BGE 133 IV 145 

E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_953/2023 vom 15. Dezember 2023 

E. 1.4.3; 6B_1050/2020 vom 20. Mai 2021 E. 3.3; 7B_734/2023 vom 15. Januar 

2025 je mit Hinweisen).

Die Feststellung verminderter Schuldfähigkeit stellt einen obligatorischen Strafmil-

derungsgrund dar (Art. 19 Abs. 2 StGB). Der Verminderung der Schuldfähigkeit ist 

bei der Strafzumessung im vollen Ausmass der Verminderung Rechnung zu tra-

gen. Dabei ist jedoch keine lineare Reduktion nach einem bestimmten Tarif vorzu-

nehmen (BGE 136 IV 55, E. 5.3; 129 IV 22, E. 6.2). Eine leichte, mittelgradige 

oder schwere Herabsetzung der Schuldfähigkeit führt daher nicht zwingend zu ei-

ner rein mathematischen Reduktion der Strafe um 25, 50 oder 75 % (BGE 136 IV 

55, E. 5.6; 134 IV 132, E. 6.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_485/2022 vom 

12. September 2022 E. 8.2.7.).

Indessen muss ein bestimmtes Verhältnis zwischen der festgestellten Verminde-

rung der Schuldfähigkeit und den Folgen für die Strafe bestehen (BGE 136 IV 55, 

E. 5.3; 129 IV 22, E. 6.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_1278/2020 

vom 27. August 2021, E. 4.3, mit Hinweisen). Eine verminderte Schuldfähigkeit 

stellt eines von mehreren Kriterien für die Beurteilung des (subjektiven) Tatver-

schuldens dar (BGE 136 IV 55, E. 5.5 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_272/2012 

vom 29. Oktober 2012, E. 3.4). Konkret hat das Gericht in einem ersten Schritt zu 

entscheiden, in welchem Umfang die Schuldfähigkeit des Täters in rechtlicher 

Hinsicht eingeschränkt ist und wie sich dies insgesamt auf die Einschätzung des 

Tatverschuldens auswirkt. Das Gesamtverschulden ist zu qualifizieren und aus-

drücklich zu benennen. Hierauf ist in einem zweiten Schritt innerhalb des zur Ver-

fügung stehenden Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die die-

-   41   -

sem Verschulden entspricht. Die so ermittelte Strafe kann gegebenenfalls in ei-

nem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten verändert werden 

(BGE 136 IV 55, E. 5.7; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_200/2022 

vom 23. Mai 2022, E. 3.3.2).

2.3 Die Beweiswürdigung als solche wird vom Grundsatz der freien und umfas-

senden Beweiswürdigung beherrscht: Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Ge-

richt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 

Überzeugung. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von Beweisregeln und 

nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der 

vorliegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen 

halten (BGE 127 IV 172, E. 3a). Dabei sind sie freilich nicht nur der eigenen Intui-

tion verpflichtet, sondern auch an (objektivierende) Denk-, Natur- und Erfahrungs-

sätze sowie wissenschaftliche Erkenntnisse gebunden. Solange das Sachgericht 

den Standards der Beweiswürdigung folgt, hat es einen weiten Ermessensspiel-

raum. Wenn zu einer entscheidungserheblichen Frage beispielsweise divergie-

rende Gutachten vorliegen, so muss der Richter ohne Rücksicht auf die Un-

schuldsvermutung prüfen, welcher Einschätzung er folgen will. Er darf nicht ein-

fach der für den Beschuldigten günstigeren Expertise folgen (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_547/2014 vom 21. Juli 2014, E. 1.1 und 1.4). Das gilt sinngemäss für 

alle Arten von Beweisen (vgl. BGE 144 IV 345, E. 2.2.3.1). 

Der nachvollziehbaren und ausführlich begründeten Einschätzung der Gutachterin 

kann im Ergebnis gefolgt und von einer leicht verminderten Schuldfähigkeit des 

Beschuldigten ausgegangen werden (Urk. 13/14 S. 81 ff. und S. 90 f.). Diese ist 

allerdings am unterstmöglichen Rand anzusiedeln, nachdem die Gutachterin 

keine konkreten Anhaltspunkte dafür gefunden hat, eine solche aber letztlich nicht 

ausschliessen können will. Schliesslich weist auch das Verhalten des Beschuldig-

ten nach der Tat, insbesondere das gezielte Verlassen des Tatorts, auf das Vor-

handensein der Steuerungsfähigkeit beim Beschuldigten hin.

3.1 Die Vorinstanz ging zutreffend von teilweiser retrospektiver Konkurrenz zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. März 2022 aus, mit wel-

chem der Beschuldigte wegen Diebstahls und Drohung mit einer unbedingten 

-   42   -

Freiheitsstrafe von 70 Tagen bestraft worden war. Nachdem die Delikte gemäss 

Dossier 2 (Diebstahl und Hausfriedensbruch) vor dem Erlass dieses Strafbefehls, 

das Tötungsdelikt gemäss Dossier 1 jedoch (unmittelbar) danach erfolgte, ist 

heute eine teilweise Zusatzstrafe zu diesem auszufällen sofern es sich um gleich-

artige Strafen handelt.

3.2 Ein Fall von teilweiser retrospektiver Konkurrenz liegt vor, wenn das Gericht 

mehrere Taten zu beurteilen hat, von denen mindestens eine Tat vor der Verurtei-

lung wegen anderer Taten begangen wurde. In dieser Konstellation sind die De-

likte vor dem Ersturteil und die Delikte nach dem Ersturteil getrennt sowie selb-

ständig zu behandeln, weshalb zwischen Taten, die vor, und solchen, die nach 

dem Ersturteil begangen wurden, zu unterscheiden ist. Das Gericht beurteilt zu-

nächst, ob bezüglich der Taten, welche vor dem Ersturteil begangen wurden, mit 

Blick auf die ins Auge gefasste Strafart, die Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB 

in Betracht fällt. Ist dies der Fall, hat es unter Berücksichtigung des sich aus 

Art. 49 Abs. 1 StGB ergebenden Schärfungsgrundsatzes eine Zusatzstrafe zur 

Grundstrafe festzulegen. Kann Art. 49 Abs. 2 StGB nicht angewandt werden, weil 

die für die vor dem Urteil begangenen Straftaten vorgesehene Strafart von derje-

nigen der bereits verhängten Strafe abweicht, so muss das Gericht eine zu kumu-

lierende Strafe verhängen. Anschliessend legt es für die nach dem Ersturteil be-

gangenen Taten eine unabhängige Strafe fest, gegebenenfalls in Anwendung von 

Art. 49 Abs. 1 StGB. Schliesslich addiert das Gericht die für die vor dem Ersturteil 

begangenen Straftaten festgelegte Zusatzstrafe oder zu kumulierende Strafe mit 

derjenigen für die neuen Taten (vgl. BGE 145 IV 1, E. 1.2 f.; Urteil des Bundesge-

richts 6B_759/2019 vom 11. März 2020, E. 2.3.2; je m.w.H.).

3.3 Die Methodik der Zusatzstrafenbildung hat das Bundesgericht im Entscheid 

BGE 142 IV 265 wie folgt (neu) festgelegt:

"2.4.4. Die Zusatzstrafe ist die infolge Asperation mit der Grundstrafe reduzierte Strafe für die neu 

zu beurteilenden Taten. Um bei der Zusatzstrafenbildung dem Prinzip der Strafschärfung gemäss 

Art. 49 Abs. 2 StGB Rechnung zu tragen, hat das Zweitgericht die rechtskräftige Grundstrafe und 

die von ihm für die neu zu beurteilenden Taten auszusprechenden Strafen nach den Grundsätzen 

von Art. 49 Abs. 1 StGB zu schärfen. Die Einsatzstrafe bildet die Strafe der (abstrakt) schwersten 

-   43   -

Straftat sämtlicher Delikte. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und herrschender Lehre 

ist die schwerste Tat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB die mit der schwersten Strafe bedrohte und 

nicht die nach den Umständen des konkreten Falles verschuldensmässig am schwersten wie-

gende Tat. Würde auf die höchste ausgefällte Einzelstrafe abgestellt, könnte dies zu einer sinn-

widrigen Herabsetzung des Strafrahmens infolge von Konkurrenz führen (BGE 136 IV 55 E. 5.8; 

127 IV 101 E. 2b S. 104; Urteil 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 2.2; ACKERMANN, a.a.O., 

N. 116 zu Art. 49 StGB; GÜNTHER STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner 

Teil I: Die Straftat, 4. Aufl. 2011; ders., Erneut zur Gesamtstrafenbildung, forumpoenale 2011 S. 

349; je mit Hinweisen; anders noch: BGE 69 IV 145 S. 149).

Es ist zu unterscheiden, ob die Grundstrafe oder die neu zu beurteilenden Delikte die schwerste 

Straftat enthalten. Im ersten Fall ist die Grundstrafe aufgrund der Einzelstrafen der neu zu beurtei-

lenden Delikte angemessen zu erhöhen. Anschliessend ist von der (gedanklich) gebildeten Ge-

samtstrafe die Grundstrafe abzuziehen, was die Zusatzstrafe ergibt. Liegt umgekehrt der Einzel- 

oder Gesamtstrafe der neu zu beurteilenden Taten die schwerste Straftat zugrunde, ist diese um 

die Grundstrafe angemessen zu erhöhen. Die infolge Asperation eintretende Reduzierung der 

rechtskräftigen Grundstrafe ist von der Strafe für die neu zu beurteilenden Delikte abzuziehen und 

ergibt die Zusatzstrafe. Bilden die Grundstrafe und die Strafe für die neu zu beurteilenden Delikte 

ihrerseits Gesamtstrafen, kann das Zweitgericht der bereits im Rahmen der jeweiligen Gesamts-

trafenbildung erfolgten Asperation durch eine gemässigte Berücksichtigung bei der Zusatzstrafen-

bildung Rechnung tragen."

Diese Rechtsprechung wurde wiederholt bestätigt (z.B. in Urteil 6B_1164/2023 

vom 7. Oktober 2024 E. 5.4.2 m.H.).

4.1 Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB ist eine kurze Freiheitsstrafe, anstelle 

einer Geldstrafe zulässig, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von 

der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Diese Bestim-

mung dient der sog. negativen Spezialprävention, d.h. der individuellen Abschre-

ckung von rückfälligen Tätern, die zuvor bereits erfolglos mit Geldstrafen belegt 

wurden und mit ihrem Rückfall bewiesen haben, dass sich die aus Verhältnismäs-

sigkeitsgrundsätzen primär auszufällende Geldstrafe bei ihnen in präventiver Hin-

sicht als wirkungslos erweist. In solchen Fällen soll eine Freiheitsstrafe ausge-

sprochen werden (vgl. MAZZUCCHELI, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl., 

Basel 2019, N 39 f. zu Art. 41 StGB).

-   44   -

4.2 Der Beschuldigte weist bereits diverse (einschlägige) Vorstrafen auf, wobei 

er mit (unbedingten) Geldstrafen, gemeinnütziger Arbeit wie auch Freiheitsstrafen 

bestraft wurde (vgl. Urk. 75), was davon zeugt, dass er sich – wenn überhaupt – 

nur von Freiheitsstrafen beeindrucken lässt (vgl. hierzu auch das psychiatrische 

Gutachten, Urk. 13/14 S. 88). Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB ist somit auch 

für die Delikte des Diebstahls und des Hausfriedensbruchs gemäss Dossier 2 (de-

ren Einzelstrafen unter 180 Tagen zu liegen kommen) eine Freiheitsstrafe auszu-

fällen. Somit muss zunächst bezüglich der Delikte gemäss Dossier 2 eine Zusatz-

freiheitsstrafe zur Grundstrafe von 70 Tagen Freiheitsstrafe ausgefällt werden.

4.3 Vorliegend beinhalten die neu zu beurteilenden Taten die konkret schwerste 

Straftat (Diebstahl gemäss Dossier 2). Somit ist zunächst für die Delikte gemäss 

Dossier 2 eine Gesamtfreiheitsstrafe zu bilden, hernach die Grundstrafe zu aspe-

rieren und die dadurch eintretende Reduktion zum Abzug zu bringen, woraus die 

Zusatzstrafe resultiert. Anschliessend ist für das Delikt gemäss Dossier 1 eine ei-

genständige Strafe festzusetzen und zur Zusatzstrafe hinzu zu addieren.

5.1 Bezüglich des Diebstahls gemäss Dossier 2, welcher gemäss Art. 139 Ziff. 1 

StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren zu bestrafen ist, fällt in objekti-

ver Hinsicht in Betracht, dass der Beschuldigte des Nachts aus dem Tresor eines 

geschlossenen Velogeschäfts Bargeld von insgesamt Fr. 3'270.– entwendete. Der 

Deliktsbetrag war nicht allzu gross und das Vorgehen relativ plump. Innerhalb des 

zur Verfügung stehenden Strafrahmens erweist sich das objektive Verschulden 

als eher leicht.

Subjektiv liegen keinerlei Umstände vor, die das Tatvorgehen in einem milderen 

Licht erscheinen oder die Beweggründe relativieren würden. Das objektive Tatver-

schulden wird somit nicht relativiert. Gestützt auf ein gesamthaft eher leichtes 

Verschulden ist die Einzel- bzw. Einsatzstrafe auf 100 Tage Freiheitsstrafe festzu-

setzen.

5.2 Bezüglich des Hausfriedensbruchs gemäss Dossier 2, welcher gemäss 

Art. 186 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren zu bestrafen ist, fällt 

objektiv ins Gewicht, dass der Beschuldigte des Nachts ein geschlossenes Velo-

-   45   -

geschäft betrat, um dort einen Diebstahl zu begehen. Der Beschuldigte betrat das 

Velogeschäft indes nur kurz zur Begehung des Delikts, weshalb sich das objek-

tive Verschulden innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens als leicht 

erweist.

Subjektiv liegen keinerlei Umstände vor, die das Tatvorgehen in einem milderen 

Licht erscheinen oder die Beweggründe relativieren würden. Das objektive Tatver-

schulden wird somit nicht relativiert. Gestützt auf ein gesamthaft leichtes Ver-

schulden ist die Einzelstrafe auf 30 Tage festzusetzen.

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 20 Tage zu erhö-

hen.

5.3 Schliesslich ist die rechtskräftige Grundstrafe von 70 Tagen gemäss Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. März 2022 mit 40 Tagen zu as-

perieren. Die dadurch eintretende Reduktion von 30 Tagen ist von der Einsatz-

strafe abzuziehen.

5.4 Somit resultiert eine Zusatzstrafe zum vorgenannten Strafbefehl von 90 Ta-

gen Freiheitsstrafe. Diese ist zur nachfolgend festzulegenden Strafe für das Delikt 

gemäss Dossier 1 zu addieren.

5.5 Bezüglich der vorsätzlichen Tötung gemäss Dossier 1, welche mit einer Frei-

heitsstrafe von 5 bis 20 Jahren zu bestrafen ist, fällt in objektiver Hinsicht in Be-

tracht, dass der Beschuldigte den Geschädigten in dessen eigener Wohnung un-

vermittelt angriff und ihn mit massiven Schlägen und Tritten traktierte, so dass der 

Geschädigte schliesslich einige Tage später seinen inneren Verletzungen erlag. 

Zuvor jedoch mussten noch intensive medizinische Massnahmen wie die teilweise 

Entfernung der Schädeldecke durchgeführt werden. Das Vorgehen des Beschul-

digten ist als brutal zu bezeichnen und war für den Geschädigten mit erheblichen 

Schmerzen und Angst verbunden. Ausserdem liess er nicht vom Geschädigten 

ab, als dieser schon wehrlos am Boden lag und auch nicht, als dieser um Hilfe rief 

und schliesslich ein Nachbar an der Tür klingelte. Danach verliess der Beschul-

digte die Wohnung des Geschädigten und liess diesen blutüberströmt und 

-   46   -

schwerverletzt zurück. Das objektive Verschulden ist innerhalb des zur Verfügung 

stehenden Strafrahmens als erheblich zu bezeichnen.

Subjektiv ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte ohne ersichtlichen Grund, 

jedoch lediglich mit Eventualvorsatz sowie in leicht verminderter Schuldfähigkeit 

handelte. Dem Beschuldigten kann sodann zu Gute gehalten werden, dass er 

spontan vorging, er mithin die Tat nicht von langer Hand geplant hat, dies vermag 

das objektive Verschulden leicht zu relativieren.

Gestützt auf ein gesamthaft keinesfalls leichtes Verschulden ist die Einzelstrafe 

für die vorsätzliche Tötung auf 12 Jahre Freiheitsstrafe festzusetzen.

5.6 Unter Hinzurechnung der bereits festgelegten Zusatzstrafe von 90 Tagen 

bzw. 3 Monaten Freiheitsstrafe ergibt sich aufgrund der Tatkomponenten eine 

einstweilige Gesamtstrafe von 12 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe. Es bleibt 

die Täterkomponente zu berücksichtigen.

6.1 Bezüglich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten ist vorab auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu ver-

weisen (Urk. 63 S. 43 f. und S. 51 ff.).

Anlässlich der Berufungsverhandlung ergaben sich keine neuen wesentlichen Er-

kenntnisse. Der Beschuldigte erklärte, dass sich durch das Gerichtsverfahren 

Schulden im Umfang von ca. Fr. 43'000.– angehäuft hätten, er jedoch keine Be-

treibungen aufweise (Prot. II S. 9 f.). Weiter gab er zu Protokoll, dass er bisher im-

mer alleine gelebt habe. Derzeit habe er nur Kontakt zu seiner Mutter, welche ihn 

wöchentlich in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies besuche, und zu seiner 

Schwester, mit welcher er ab und zu telefoniere. Andere Familienmitglieder kenne 

er nicht bzw. habe er zu diesen keinen Kontakt (a.a.O. S. 10 f.).

Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten erweisen sich als strafzumes-

sungsneutral.

6.2 Der Beschuldigte weist in der Schweiz bereits sieben Vorstrafen aus dem 

Bereich der Vermögens- sowie Betäubungsmitteldelikte auf (vgl. Urk. 75). Diese 

-   47   -

sind für sich genommen zwar nicht allzu gravierend, summieren sich insgesamt 

jedoch immerhin auf rund 16 Monate Freiheitsstrafe. Mit den heute zu beurteilen-

den Taten hat der Beschuldigte seine Delinquenz fortgesetzt bzw. mit einem Tö-

tungsdelikt noch massiv gesteigert. Die Vorstrafen des Beschuldigten sind damit 

insgesamt deutlich straferhöhend zu berücksichtigen.

6.3 Hinsichtlich des Nachtatverhaltens ist zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte mit Ausnahme der Delikte gemäss Dossier 2 nicht geständig war und den 

Hauptvorwurf bis zuletzt im Wesentlichen bestritt und Notwehr geltend machte. 

Unter diesem Titel rechtfertigt sich daher nur eine minime Strafminderung.

6.4 Die Täterkomponente ist gesamthaft mit 9 Monaten straferhöhend zu be-

rücksichtigen. Daraus resultiert eine Freiheitsstrafe von insgesamt 13 Jahren.

7.

Bezüglich des geringfügigen Betrugs gemäss Dossier 3 (Übertretung) er-

weist sich die von der Vorinstanz ausgefällte Busse von Fr. 300.– bzw. Ersatzfrei-

heitsstrafe von 3 Tagen (vgl. Urk. 63 S. 46) ohne Weiteres als angemessen und 

wurde auch von keiner Seite beanstandet. Da für die Übertretung von Gesetzes 

wegen nur eine Busse ausgesprochen werden kann, kommt diesbezüglich keine 

Gesamtstrafenbildung in Frage.

8.

Der Beschuldigte ist somit zusammengefasst mit einer Freiheitsstrafe von 

13 Jahren zu bestrafen, wovon bis und mit heute 1080 Tage durch Untersu-

chungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind (Urk. 24/2 [in Haft seit 

8. März 2022 gemäss Verhaftsrapport]; Art. 51 StGB), dies als teilweise Zusatz-

strafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. März 2022, 

sowie mit einer Busse von Fr. 300.–. Ein (teil-)bedingter Vollzug der Freiheits-

strafe ist bei dieser Strafhöhe von Gesetzes wegen ausgeschlossen (vgl. Art. 42 f. 

StGB). Die Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Bei Nichtbezahlung der 

Busse wird diese in eine Freiheitsstrafe von 3 Tagen umgewandelt (Art. 106 

Abs. 2 StGB).

9.

Unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zur Mass-

nahme (Urk. 63 S. 46 ff.) ist schliesslich für den Beschuldigten eine vollzugsbe-

-   48   -

gleitende ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung 

psychischer Störungen/Suchtbehandlung) als zielführende Massnahme anzuord-

nen. Dies wurde denn auch im Berufungsverfahren von keiner Seite in Frage ge-

stellt bzw. bestätigte der Beschuldigte vor Schranken, dass er mit der Anordnung 

einer ambulanten Massnahme einverstanden sei (Prot. II S. 14), was sich auch 

mit der Empfehlung des Gutachtens deckt.

VI. Landesverweisung / SIS-Ausschreibung

1.

Die von der Vorinstanz ausgesprochene obligatorische Landesverweisung 

von 12 Jahren ist unter Hinweis auf die einlässlichen und zutreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz hierzu (Urk. 63 S. 49 ff.) ohne Weiteres zu bestätigen, zumal 

sich im Berufungsverfahren diesbezüglich keine wesentlichen Neuerungen oder 

Änderungen ergeben haben. Es liegen zwei Katalogtaten vor, die jede für sich die 

obligatorische Landesverweisung nach ziehen würde. Die Verteidigung beantragt, 

dass von einer Landesverweisung abzusehen sei, da der Beschuldigte in der 

Schweiz aufgewachsen sei und sinngemäss ein Härtefall vorliege. Als weiteren 

Grund führt die Verteidigung an, dass zwischen der Schweiz und dem Iran kein 

Sozialversicherungsabkommen bestehe, weshalb der Beschuldigte im Iran auf 

sich alleine gestellt wäre (vgl. Urk. 77 S. 6 ff.). 

Der Umstand, dass der Beschuldigte in der Schweiz aufgewachsen ist, führt nicht 

automatisch zur Bejahung des Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB. 

Dass die Voraussetzungen der Härtefallklausel vorliegend gerade nicht erfüllt 

sind, hat die Vorinstanz bereits eingehend behandelt (Urk. 63 S. 50 ff.), worauf 

verwiesen werden kann. Das Fehlen eines Sozialversicherungsabkommens ver-

mag das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung vorliegend nicht zu 

überwiegen, weshalb – wie einleitend ausgeführt – die Landesverweisung zu be-

stätigen ist.

Angesichts der Schwere des Delikts, der Höhe der ausgefällten Freiheitsstrafe 

wie auch der zahlreichen Vorstrafen des Beschuldigten – wobei es sich insgesamt 

um bereits sieben Vorstrafen aus dem Bereich der Vermögens- sowie Betäu-

-   49   -

bungsmitteldelikte handelt (vgl. Urk. 75) – erweist sich die Dauer der Landesver-

weisung jedenfalls nicht als zu lang. Die Staatsanwältin führte anlässlich der Be-

rufungsverhandlung richtigerweise aus, dass vorliegend auch die vom Bundesge-

richt mit Urteil 6B_771/2022 vom 25. Januar 2023 bestätigte "Zweijahresregel" zu 

berücksichtigen sei (Prot. II S. 20). Demnach gelte, dass bereits bei einer Verur-

teilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr ("Zweijahresregel") es 

ausserordentlicher Umstände bedarf, damit das private Interesse des Betroffenen 

an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Ausweisung 

überwiegt. Dies gilt grundsätzlich selbst bei bestehender Ehe mit einer Schweize-

rin und gemeinsamen Kindern ("Reneja-Praxis", BGE 135 II 377 E. 4.4.; Urteil des 

Bundesgerichts 2C_1062/2018 vom 27. Mai 2019 E. 2. ff.). Der Beschuldigte un-

terhält keine Partnerschaft und hat auch keine Kinder. Es ist denn auch nicht er-

sichtlich, inwiefern er überhaupt sozial in der Schweiz integriert ist. Sodann er-

klärte er anlässlich seiner Befragung in der Berufungsverhandlung, dass er bisher 

immer alleine gelebt habe und nur den Kontakt zu seiner Mutter und Schwester 

pflege. Angesichts der vorliegend ausgefällten Freiheitsstrafe von 13 Jahren und 

da keine ausserordentlichen Umstände ersichtlich sind, welche das private Inter-

esse des Beschuldigten am Verbleib der Schweiz rechtfertigen würden, ist die 

Landesverweisung von 12 Jahren anzuordnen. Die Ausfällung einer längeren 

Landesverweisung ist bereits aufgrund des Verschlechterungsverbots ausge-

schlossen (Art. 391 Abs. 2 StPO).

2.1 Bezüglich der Ausschreibung der obligatorischen Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem SIS gilt seit BGE 147 IV 340 Folgendes (E. 4.8):

Art. 24 Abs. 2 Bst. a SIS-II-Verordnung setzt für die Ausschreibung einer Landes-

verweisung im SIS weder eine Verurteilung zu einer Freiheitstrafe von mindestens 

einem Jahr voraus, noch einen Schuldspruch wegen einer Straftat, die mit einer 

Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bedroht ist. Die Voraussetzung von Art. 24 

Abs. 2 Bst. a SIS-II-Verordnung ist vielmehr bereits dann erfüllt, wenn der ent-

sprechende Straftatbestand eine Freiheitsstrafe im Höchstmass von einem Jahr 

oder mehr vorsieht. Indes ist im Sinne einer kumulativen Voraussetzung stets zu 

prüfen, ob von der betroffenen Person eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit 

-   50   -

oder Ordnung ausgeht. Damit wird dem in Art. 21 SIS-II-Verordnung verankerten 

Verhältnismässigkeitsprinzip Rechnung getragen. An die Annahme einer solchen 

Gefahr sind jedoch keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Nicht verlangt 

wird insbesondere, dass das "individuelle Verhalten der betroffenen Person eine 

tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend schwere Gefährdung darstellt, die ein 

Grundinteresse der Gesellschaft berührt". Dass bei der Legalprognose eine kon-

krete Rückfallgefahr verneint und die Strafe bedingt ausgesprochen wurde, steht 

einer Ausschreibung der Landesverweisung im SIS daher nicht entgegen (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_739/2020 vom 14. Oktober 2020, E. 2.2). Ebensowe-

nig setzt Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung die Verurteilung zu einer "schweren" 

Straftat voraus, sondern es genügen eine oder mehrere Straftaten, die einzeln be-

trachtet oder in ihrer Gesamtheit von einer "gewissen" Schwere sind, unter Aus-

schluss von blossen Bagatelldelikten. Entscheidend ist zudem nicht das Straf-

mass, sondern in erster Linie die Art und Häufigkeit der Straftaten, die konkreten 

Tatumstände sowie das übrige Verhalten der betroffenen Person.

2.2 Vorliegend verübte der Beschuldigte aus nichtigem Anlass ein brutales Ge-

waltdelikt an einem wehrlosen Opfer, wofür er heute wegen vorsätzlicher Tötung 

zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt wird. Zumal der Beschuldigte 

auch mehrfach vorbestraft ist und gemäss psychiatrischer Begutachtung ein er-

hebliches Rückfallrisiko für Betäubungsmittel- sowie Eigentumsdelikte besteht 

und für Körperverletzungsdelikte das Rückfallrisiko mittelfristig als erhöht bis hoch 

angesehen wird (Urk. 13/14 S. 91), erfüllt die vorliegende Verurteilung ohne Wei-

teres die obgenannten Kriterien gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung.

Somit ist die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system SIS anzuordnen.

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Ausgangsgemäss sowie unter Hinweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen 

Erwägungen hierzu (Urk. 63 S. 59 f.) ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Disp.-

Ziff. 12 und 13) ohne Weiteres zu bestätigen.

-   51   -

2.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden nach Obsiegen und Unterlie-

gen der Parteien verteilt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem der Beschuldigte mit 

seiner Berufung vollumfänglich unterliegt, während die Staatsanwaltschaft mit ih-

rer Anschlussberufung weitgehend obsiegt, sind die Kosten des Berufungsverfah-

rens dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldig-

ten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 4'500.– festzusetzen (Art. 424 

Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 Abs. 1 lit. a GebV 

OG).

3.

Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren ist ge-

stützt auf die eingereichte Kostennote (Urk. 78) auf Fr. 6'600.– (inkl. 7,7 bzw. 

8,1 % MwSt.) festzusetzen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, 

vom 15. Dezember 2023 bezüglich Dispositivziffer 1 teilweise (Schuldsprü-

che wegen Diebstahl, Hausfriedensbruch und geringfügigem Betrug) sowie 

bezüglich Dispositivziffern 8 bis 10 (Verfügungen über beschlagnahmte Ge-

genstände) und 11 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig der vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 13 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 1080 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvoll-

zug erstanden sind, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsan-

-   52   -

waltschaft Zürich-Limmat vom 3. März 2022, sowie mit einer Busse von 

Fr. 300.–.

3.

Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschuldigten 

im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen / Suchtbe-

handlung) angeordnet.

4.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

5.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. a und d StGB für 

12 Jahre des Landes verwiesen.

6.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

7.

8.

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 12 und 13) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

385.–   Fotodokumentation FOR Zürich

6'600.–   amtliche Verteidigung (inkl. 7,7 bzw. 8,1 % MWST)

9.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten bleibt vorbehalten.

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)

das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 
Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich

-   53   -

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 
Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 19. Februar 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

MLaw Matic

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