# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f3d98de-0746-505a-a602-fb0b84ec2ba8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 18.06.2020 BK 2020 118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-118_2020-06-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss 
BK 20 118

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Juni 2020

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid und Ober-
richterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Lustenberger

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Generalstaatsanwaltschaft

Gegenstand Erkennungsdienstliche Erfassung und DNA-Analyse

Strafverfahren wegen sexueller Nötigung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Oberland vom 3. März 2020 (O 19 15664)

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Erwägungen:

1. Gegen A.________ läuft ein Strafverfahren wegen sexueller Nötigung. Am 3. März 
2020 verfügte die zuständige Regionale Staatsanwaltschaft Oberland (nachfol-
gend: Staatsanwaltschaft), vom Beschuldigten sei ein DNA-Profil zu erstellen und 
er sei erkennungsdienstlich zu erfassen. Gleichzeitig erteilte sie der Kantonspolizei 
Bern sowie dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern (IRM) die entspre-
chenden Weisungen zum Vollzug dieser Anordnungen. Gegen diese Verfügung be-
treffend DNA-Profil und erkennungsdienstliche Erfassung erhob A.________ (nach-
folgend: Beschwerdeführer) am 16. März 2020 Beschwerde. Er beantragte, die an-
gefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Am 
17. März 2020 wurde ein Beschwerdeverfahren eröffnet und der Beschwerde die 
aufschiebende Wirkung erteilt. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer 
Stellungnahme vom 29. April 2020 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 
Der Beschwerdeführer reichte am 19. Mai 2020 eine Replik ein und hielt darin am 
gestellten Rechtsbegehren und seinen Ausführungen in der Beschwerde fest. 

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann innert 
zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 
Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Zuständig 
ist die Beschwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 des Gesetzes über die Organi-
sation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] 
i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 
162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Anordnung der erkennungsdienstli-
chen Erfassung und der Erstellung eines DNA-Profils unmittelbar in seinen recht-
lich geschützten Interessen betroffen und damit zur Beschwerdeführung legitimiert 
(Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde wird 
eingetreten.

3. Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 30. November 2019 im Hotel 
C.________ in D.________ als Masseur eine junge Kundin sexuell genötigt zu ha-
ben. Konkret soll er die Kundin mehrmals im Intimbereich (Brüste, Vagina, Analöff-
nung) massiert bzw. berührt und mit seinen Lippen ihre Schamlippen berührt ha-
ben. Die Staatsanwaltschaft schreibt dazu, ihm werde ein gravierendes Delikt ge-
gen die sexuelle Integrität vorgeworfen. Die erkennungsdienstliche Erfassung so-
wie die DNA-Profilerstellung ordnete sie aber nicht zur Aufklärung dieses Tatvor-
wurfs, sondern im Hinblick auf die Klärung weiterer, bis anhin unbekannter Delikte 
an. Zusammenfassend begründete sie die Anordnung wie folgt:

«Aufgrund des bestehenden Tatvorwurfs der sexuellen Nötigung, des Tätigkeitsbereichs des Be-
schuldigten als Masseur und der damit stets verbundenen Intimität zwischen ihm und Kundinnen, dem 
aktenkundigen Lebenslauf des Beschuldigten (insbesondere: teilweise kurze Beschäftigungen, Stel-
lenwechsel über die Kantons-/Landesgrenzen, teils internationale Arbeitgeber) sowie letztlich der ge-
schilderten aktuellen und früheren Beschwerden gegen den Beschuldigten ist weder auszuschliessen, 
dass der Beschuldigte bereits früher noch unbekannte Delikte begangen hat, noch dass er inskünftig 
Delikte begehen wird. Da sich diese Delikte zudem gegen die sexuelle Integrität zu richten scheinen, 
erweist sich die Erstellung eines DNA-Profils bezüglich des Beschuldigten als verhältnismässig. Es 

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liegen erhebliche und konkrete Anhaltspunkte vor, dass der Beschuldigte in Vergangenheit bereits 
weitere Delikte begangen haben könnte beziehungsweise in Zukunft begehen könnte.»

4. Eine DNA-Analyse kommt vorweg in Betracht, um das Verbrechen oder Vergehen 
aufzuklären, welches dazu Anlass gegeben hat (Art. 255 Abs. 1 StPO). Die Ab-
nahme einer DNA-Probe und die Profilerstellung sind nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung jedoch auch dann zulässig, wenn damit andere gegenwärtig zu 
untersuchende oder allfällige zukünftige Straftaten aufgeklärt werden können. Dies 
ergibt sich aus Art. 255 Abs. 1 Bst. a StPO i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. a des DNA-
Profil-Gesetzes (SR 363). Demnach muss die Erstellung eines DNA-Profils es auch 
erlauben, Täter von Delikten zu identifizieren, die den Strafverfolgungsbehörden 
noch unbekannt sind. Dabei kann es sich um vergangene oder künftige Delikte 
handeln. Das DNA-Profil kann so Irrtümer bei der Identifikation einer Person und 
die Verdächtigung Unschuldiger verhindern. Es kann auch präventiv wirken und 
damit zum Schutz Dritter beitragen (Urteile des Bundesgerichts 1B_17/2019 vom 
24. April 2019 E. 3.3; 1B_13/2019 vom 12. März 2019 E. 2.1).

Erkennungsdienstliche Massnahmen (d.h. die erkennungsdienstliche Erfassung als 
mildere Massnahme sowie die DNA-Probenahme und -Profilerstellung) und die 
Aufbewahrung der Daten stellen Grundrechtseingriffe dar. Tangiert werden das 
Recht auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) und auf informationelle Selbstbestim-
mung (Art. 13 Abs. 2 BV und Art. 8 der Konvention zum Schutze der Grundrechte 
und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]; BGE 145 IV 263 E. 3.4). Es handelt sich 
dabei um einen leichten Eingriff in diese Grundrechte (BGE 134 III 241 E. 5.4.3, 
128 II 259 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 1B_17/2019 vom 24. April 2019 
E. 3.4). Einschränkungen von Grundrechten müssen nach Art. 36 Abs. 1-3 BV auf 
einer gesetzlichen Grundlage beruhen, durch ein öffentliches Interesse gerechtfer-
tigt und verhältnismässig sein. Art. 255 StPO erlaubt nicht die routinemässige Ent-
nahme von DNA-Proben und deren Analyse. Dies konkretisiert Art. 197 Abs. 1 
StPO: Zwangsmassnahmen können nur ergriffen werden, wenn ein hinreichender 
Tatverdacht vorliegt (Bst. b), die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere 
Massnahmen erreicht werden können (Bst. c) und die Bedeutung der Straftat die 
Zwangsmassnahme rechtfertigt (Bst. d). Nach der Rechtsprechung ist die Erstel-
lung eines DNA-Profils, das nicht der Aufklärung der Straftaten eines laufenden 
Strafverfahrens dient, nur dann verhältnismässig, wenn erhebliche und konkrete 
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die beschuldigte Person in andere – auch 
künftige – Delikte verwickelt sein könnte. Dabei muss es sich um Delikte von einer 
gewissen Schwere handeln (BGE 145 IV 263 E. 3.4; Urteile des Bundesgerichts 
1B_17/2019 vom 24. April 2019 E. 3.4; 1B_13/2019 vom 12. März 2019 E. 2.2).

5.

5.1 Der Beschwerdeführer weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement zurück 
und beruft sich auf die Unschuldsvermutung. Der Tatvorwurf stütze sich einzig auf 
die Aussagen einer einzigen Person, die Ungereimtheiten aufweisen würden und 
nicht stringent seien. Doch selbst wenn auf den von der Privatklägerin geschilder-
ten Sachverhalt abzustellen wäre, handle es sich dabei höchstens um eine Über-

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tretung. Der Tatbestand der sexuellen Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) sei nicht erfüllt, da es an dem hier-
für erforderlichen nötigenden Element fehle. Der Privatklägerin wäre eine Wider-
setzung zumutbar gewesen. Die Anordnung der erkennungsdienstlichen Erfassung 
und der Erstellung eines DNA-Profils gründe daher auf einer unzutreffenden recht-
lichen Qualifikation des von der Privatklägerin behaupteten und vom Beschwerde-
führer bestrittenen Sachverhalts. Bei der von Art. 255 StPO verlangten Anlasstat 
müsse es sich um ein Verbrechen oder Vergehen handeln. Vorliegend komme als 
Anlasstat höchstens eine Übertretung in Betracht, weshalb die DNA-Profilerstellung 
bereits aus diesem Grund unzulässig sei. 

Weiter wehrt sich der Beschwerdeführer gegen die Annahme der Staatsanwalt-
schaft, dass sein Lebenslauf, namentlich die häufigen Stellenwechsel sowie die 
kurze Dauer der jeweiligen Anstellungsverhältnisse, auf die Begehung weiterer De-
likte schliessen lasse. Gerade im Wellness- und Massagebereich, in dem er tätig 
sei, seien sog. Saisonnier-Stellen nichts Aussergewöhnliches. Er sei seit über 20 
Jahren als Masseur tätig und nicht vorbestraft. Dies sei bei der Anordnung der er-
kennungsdienstlichen Erfassung und der Erstellung eines DNA-Profils zu berück-
sichtigen. 

Alsdann nimmt der Beschwerdeführer Bezug auf die vom befragten Hoteldirektor 
E.________ erwähnten Beschwerden. Er meint, die vom Direktor geschilderten 
Vorfälle würden bestritten. Zudem seien diese ungenügend abgeklärt bzw. als pau-
schale Behauptungen von Drittpersonen zu betrachten. Doch selbst wenn die Vor-
fälle der Wahrheit entsprechen sollten, würden sie, falls überhaupt von strafrechtli-
cher Relevanz, nicht auf weitere Delikte von gewisser Schwere hindeuten.

In seiner Replik ergänzt der Beschwerdeführer, eine leicht erhöhte Wahrscheinlich-
keit gegenüber dem Durchschnittsbürger, dass die beschuldigte Person bereits 
früher andere Verbrechen oder Vergehen begangen habe, sei entgegen der Auf-
fassung der Generalstaatsanwaltschaft nicht ausreichend. Es brauche erhebliche 
und konkrete Anhaltspunkte. In casu fehle es an beidem. Mit ihren Ausführungen, 
wonach sich beim Beruf des Beschwerdeführers als Masseur immer wieder gravie-
rende sexuelle Übergriffe auf Kundinnen ergeben könnten, stelle die General-
staatsanwaltschaft ihn zusammen mit dem gesamten Berufsstand der Masseure 
unter unzulässigen Generalverdacht. Auch die Tätigkeit in einem sehr sensiblen 
Bereich, vorwiegend mit Frauen, genüge nicht ansatzweise als Anhaltspunkt für ei-
ne mögliche Delinquenz. Weiter werde die tendenziöse und offensichtlich unhaltba-
re Schlussfolgerung der Generalstaatsanwaltschaft, wonach der Beschwerdeführer 
die sexuelle Integrität junger Frauen geringschätze, ausdrücklich zurückgewiesen. 

5.2 Anders als das Sachgericht nimmt die Beschwerdekammer keine umfassende Be-
weiswürdigung vor. Soweit im Beschwerdeverfahren beurteilbar, machen ihr die 
Angaben der Privatklägerin jedoch einen glaubhaften Eindruck. Die Privatklägerin 
erzählte sehr ausführlich, frei und detailgetreu von den Geschehnissen. Dass sie 
den Beschwerdeführer falsch beschuldigt, erachtet die Beschwerdekammer aus 
verschiedenen Gründen als unwahrscheinlich. Gemäss der Darstellung der Privat-
klägerin soll der Beschwerdeführer ihr Stück für Stück das Höschen heruntergezo-
gen und sich während der Massage immer wieder ihrem «Poloch» genähert haben. 

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Sie habe dann die Anweisung erhalten, die Beine anzuwinkeln, was sie auch be-
folgt habe. So sei sie mit gestrecktem Rücken, den Armen nach vorne und dem 
nackten Hintern in der Luft auf dem Bauch resp. auf den Knien gelegen. Er habe ih-
ren Hintern dann noch weiter in die Luft gedrückt. Auch in dieser Position sei er mit 
seinen Fingern immer näher zu ihrem «Poloch» und ihrer Vagina gegangen. Plötz-
lich habe sie gespürt, wie er mit seinem Gesicht zwischen ihren Beinen gewesen 
sei und mit seinen Lippen ihre Schamlippen berührt habe. Als sie dies realisiert ha-
be, sei sie nach vorne gerutscht und habe sich wieder flach auf den Bauch gelegt. 
Danach habe der Beschwerdeführer sie aufgefordert, sich umzudrehen. Während 
der Massage ihrer Vorderseite habe er ihre Brüste gestreift (Einvernahme vom 
18. Dezember 2019 Z. 61 ff.). Die geschilderten Vorgänge sind zum einen zu un-
konventionell und zu besonders – zum Beispiel die ungewöhnliche Stellung, welche 
die Privatklägerin angeblich hat einnehmen müssen –, zum anderen aber auch zu 
wenig gravierend, um jemandem damit bewusst wider besseren Wissens einen se-
xuellen Übergriff anzulasten. So gab die Privatklägerin beispielsweise nur an, der 
Beschwerdeführer habe sich mit seinen Fingern ihrem Anus und ihrer Vagina 
genähert, diese Körperstellen mit den Fingern jedoch nicht berührt. Ausserdem war 
der Beschwerdeführer der Privatklägerin bis zum Tag des Vorfalls völlig unbekannt. 
Es ist überhaupt kein Motiv erkennbar, weshalb sie ihn zu Unrecht belasten sollte. 

Gleiches gilt für den Hoteldirektor, der, um den guten Ruf des Hotels zu wahren, 
theoretisch sogar eher ein Interesse daran haben könnte, den Beschwerdeführer 
zu schützen. Stattdessen berichtete er der Polizei, dass es in der Vergangenheit 
bereits Beschwerden gegen den Beschwerdeführer wegen fragwürdiger Methoden 
während einer Massage gegeben habe. In einem Fall habe sich eine Kundin be-
schwert, weil er sie des Öfteren und länger am unteren Teil des Rückens und am 
«oberen Gesäss» massiert habe (Einvernahme E.________ vom 27. Februar 2020 
Z. 70 ff.). Durch eine Aktennotiz vom 22. November 2019 ist belegt, dass aufgrund 
dieser Reklamation ein Gespräch der Hotelleitung mit dem Beschwerdeführer 
stattgefunden hat. Zudem gab der Direktor zu Protokoll (Z. 88) gehört zu haben, 
dass die Freundin eines ehemaligen Vize-Direktors des Hotels erzählt habe, dass 
sie bei einer Massage beim Beschwerdeführer die Yoga-Stellung «herabschauen-
der Hund» habe einnehmen müssen. Auch hier sind die Vorwürfe zu wenig 
schlimm und zumindest im zweiten Fall auch zu sonderbar, um als erfunden erach-
tet zu werden – weder vom Hoteldirektor, noch von den Personen, die ihm die Vor-
fälle zugetragen haben. Dass der Direktor darüber nur vom Hörensagen Bescheid 
weiss, tut der Glaubhaftigkeit seiner Angaben keinen Abbruch. Vielmehr geben 
seine und die Aussagen der Privatklägerin ein schlüssiges Gesamtbild ab, wonach 
der Beschwerdeführer sich bei seinen Massagen bisweilen offenbar seltsam anmu-
tender Praktiken bediente. Die Vorfälle weisen gewisse Parallelen auf: Der Be-
schwerdeführer soll zwei seiner Kundinnen aufgefordert haben, für eine Massage 
höchst ungewöhnliche Stellungen einzunehmen, bei denen sich das Gesäss in der 
Luft befindet. Mindestens in zwei Fällen soll er sich bei der Massage sehr stark auf 
den Gesässbereich fokussiert haben. Dabei ist sowohl in zeitlicher als auch in 
sachlicher Hinsicht eine deutliche Steigerung zu beobachten. Der hier zur Diskus-
sion stehende Vorfall ereignete sich am 30. November 2019 und damit eine Woche 
nach dem «Verwarnungsgespräch» und rund zwei Wochen nach dem damals dis-

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kutierten Vorfall. Inhaltlich betrachtet besteht mindestens im Falle der Privatklägerin 
ein hinreichender Verdacht, dass der Beschwerdeführer die Grenzen des Zulässi-
gen überschritten hat. Mit seinem Vorgehen könnte der Beschwerdeführer womög-
lich den Tatbestand der sexuellen Nötigung, noch wahrscheinlicher aber – da die 
fast nackt auf dem Bauch liegende Privatklägerin unter Umständen keine Möglich-
keit gehabt haben könnte, sich gegen den Angriff auf ihre sexuelle Integrität zu 
wehren (vgl. BGE 133 IV 49 E. 7) – den Tatbestand der Schändung (Art. 191 
StGB) erfüllt haben. Damit teilt die Beschwerdekammer die Schlussfolgerung der 
Staatsanwaltschaft, wonach ein hinreichender Tatverdacht auf ein gravierendes 
Delikt gegen die sexuelle Integrität besteht.

5.3 Fraglich ist, ob aufgrund dieses Vorwurfs, aber auch aufgrund der Gesamtumstän-
de des Falls, erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Be-
schwerdeführer in weitere Delikte verwickelt sein könnte. Zunächst ist festzuhalten, 
dass es bei der Klärung dieser Frage entgegen seiner Auffassung nicht darum 
geht, den gesamten Berufsstand der Masseure einem Generalverdacht zu unter-
stellen. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass sich diese und ähnliche 
Berufsgruppen in einem sensiblen Bereich bewegen. Die Kunden und vor allem 
Kundinnen begeben sich freiwillig, zu weiten Teilen nackt und damit in gewissem 
Masse schutzlos in die Hände des Masseurs. Die Beteiligten befinden sich also viel 
näher am Bereich sexuell gefärbter Handlungen, als dies bei anderen Dienstleis-
tungen der Fall ist. Entsprechend höher ist das Missbrauchspotential. Die gesamte 
Situation verlangt daher beträchtliches Vertrauen von Seiten der Kundin und 
höchste Professionalität von Seiten des Masseurs. Er hat sich immer 100%-ig kor-
rekt zu verhalten. Dies tat der Beschwerdeführer – so der Verdacht – in mehreren 
Fällen nicht. Aus diesem Grund ist von einer erhöhten und konkreten Wahrschein-
lichkeit auszugehen, dass es in Zukunft erneut zu vergleichbaren Vorfällen kom-
men könnte oder in der Vergangenheit bereits gekommen ist. Dabei spielt der Le-
benswandel des Beschwerdeführers insofern eine Rolle, als die häufigen Stellen-
wechsel, selbst wenn sie für seine Branche typisch sei sollten, es ihm erleichtern, 
nach einem Vorfall an einem neuen Ort neu zu beginnen und seine fragwürdigen 
Praktiken ohne zunächst aufzufallen weiterzuführen. 

Auffallend ist weiter die Dreistigkeit der Tat, sofern sie sich so abgespielt hatte, wie 
es die Privatklägerin nach Meinung der Beschwerdekammer glaubhaft schilderte. 
Demnach hat der Beschwerdeführer das Vertrauen der Privatklägerin und die Inti-
mität der Situation unvermittelt und schamlos ausgenutzt. Die Unverfrorenheit des 
Beschwerdeführers und die Tatsache, dass es gemäss den Aussagen des Hoteldi-
rektors bereits wiederholt zu vergleichbaren Vorfällen gekommen ist, legen nahe, 
dass der Beschwerdeführer sich sehr sicher oder gewissermassen sogar unantast-
bar fühlt. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass er auch ausserhalb von Ho-
tel-Wellness-Anlagen, im anonymen Bereich, Delikte gegen die sexuelle Integrität 
begehen könnte, als erhöht zu bezeichnen. Bei solchen Delikten ist von einer ho-
hen Sicherheitsrelevanz auszugehen. Deshalb, und auch aus Gründen des Opfer-
schutzes, dürfen keine allzu hohen Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit weite-
rer Delinquenz gestellt werden. Vorliegend ist die erforderliche Wahrscheinlichkeit 
daher gegeben. Nach dem Gesagten verletzt die Staatsanwaltschaft die Un-
schuldsvermutung nicht, wenn sie davon ausgeht, der Beschwerdeführer könnte in 

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weitere Delikte gegen die sexuelle Integrität – sei es als Masseur, sei es ausser-
halb seiner beruflichen Tätigkeit – verwickelt sein.

6.

6.1 Der Beschwerdeführer erachtet die angeordneten Zwangsmassnahmen als nicht 
geeignet und nicht erforderlich, um zur Aufklärung vergangener bzw. zukünftiger 
gleichartiger Delikte beizutragen. Er führt aus, die Erstellung eines DNA-Profils 
müsse es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erlauben, Täter von Delik-
ten zu identifizieren, die den Strafverfolgungsbehörden noch unbekannt seien. Bei 
der vorliegend zur Diskussion stehenden Deliktskategorie handle es sich gerade 
nicht um Fälle unbekannter Täterschaft. Den beteiligten Parteien bzw. dem jeweili-
gen Arbeitgeber des Masseurs seien dessen Personalien bekannt. Folgerichtig ha-
be die Staatsanwaltschaft die angefochtenen Massnahmen auch nicht in Bezug auf 
das hängige Verfahren angeordnet. Inwiefern die Erstellung eines DNA-Profils oder 
eine erkennungsdienstliche Massnahme geeignet sein sollten, weitere Delikte auf-
zuklären, sei nicht ersichtlich und werde von der Staatsanwaltschaft auch nicht 
näher begründet. Selbst wenn die Zwangsmassnahmen geeignet wären, wären sie 
nicht erforderlich, da für die Aufklärung der in Frage kommenden Straftaten mildere 
Mittel, wie namentlich die Befragung der Opfer und Arbeitgeber des Masseurs oder 
die Edition der Arbeitspläne etc. in Betracht zu ziehen seien. 

6.2 Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Wie bereits dargelegt, bestehen 
erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer auch als 
unbekannter Täter aktiv werden oder gewesen sein könnte. Für die Aufklärung sol-
cher Taten ist die DNA-Analyse ein wertvolles Mittel. Die Eignung, die Erforderlich-
keit sowie die Zumutbarkeit der Erstellung eines DNA-Profils zur Aufdeckung noch 
unbekannter Straftaten sowie zur eventuellen Verhinderung allfälliger künftiger De-
likte sind gegeben. Insbesondere reicht die Befragung der Beteiligten und Zeugen 
oftmals nicht aus, um einen eindeutigen Beweis zu erbringen. Ausserdem besteht 
ein gewichtiges öffentliches Interesse daran, möglichst rasch einen Abgleich des 
Profils mit den Spuren früherer Taten, welche im Informationssystem gespeichert 
sind, durchführen zu können und damit Klarheit über allfällige weitere Taten zu er-
halten. Ebenso ist das öffentliche Interesse an der Verhinderung allfälliger künftiger 
Delikte gegen die sexuelle Integrität in die Verhältnismässigkeitsprüfung miteinzu-
beziehen. Auch hier kommt dem Opferschutz somit hohes Gewicht zu. Auf der an-
deren Seite stellt die umstrittene Zwangsmassnahme nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung einen leichten Grundrechtseingriff dar. Es sei an dieser Stelle dar-
auf hingewiesen, dass im Falle einer Einstellung des Strafverfahrens oder eines 
Freispruchs das DNA-Profil nach Art. 16 Abs. 1 Bst. c und d DNA-Profil-Gesetz so-
fort bzw. nach einem Jahr gelöscht würde. Die Interessen der Öffentlichkeit und all-
fälliger Opfer sind damit klar höher zu gewichten als diejenigen des Beschwerde-
führers. Vor diesem Hintergrund erweist sich die angefochtene Verfügung als ver-
hältnismässig.

7. Zusammenfassend bestehen erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür, dass 
der Beschwerdeführer in weitere Delikte gegen die sexuelle Integrität verwickelt 
sein könnte. Die erkennungsdienstliche Erfassung und die Erstellung eines DNA-

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Profils sind für die Aufklärung solcher Taten sowohl geeignet, erforderlich und an-
gesichts ihrer Schwere dem Beschwerdeführer zumutbar, so dass sie dem Verhält-
nismässigkeitsprinzip genügen. Die angefochtene Verfügung ist rechtens. Die Be-
schwerde wird abgewiesen. 

8. Bei diesem Verfahrensausgang werden die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1‘200.00, dem Beschwerdeführer auferlegt (Art. 428 Abs. 1 
StPO). 

9. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für seine Aufwendungen im Be-
schwerdeverfahren wird durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht 
am Ende des Verfahrens festzusetzen sein (Art. 135 Abs. 2 i.V.m Art. 138 Abs. 1 
StPO).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘200.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt.

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d Rechtsanwalt B.________ (per Ein-

schreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland, Staatsanwalt F.________

(mit den Akten, per Einschreiben)
- Kantonspolizei Bern, KTD, ED-Behandlung (per A-Post)
- Kantonspolizei Bern, Polizeiwache Interlaken, G.________, Untere Bönigstrasse 

12, 3800 Interlaken (per A-Post)

Bern, 18. Juni 2020 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lustenberger

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.