# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f256a194-7fcd-57a3-8974-05757f9bdd03
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 29.09.2008 ZB 2008 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2008-24_2008-09-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 29. September 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 08 24

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Sutter-Ambühl und Tomaschett-Murer 
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X., Kläger, Gesuchsteller und Beschwerdeführer,

gegen

die Abschreibungsverfügung des Kreispräsidenten D. vom 19. August 2008,

betreffend Vermittlungsbegehren,

hat sich ergeben:

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A. X. ist Mitglied der Stockwerkeigentümergemeinschaft A. in B.. Diese 
wird von der C. in D. verwaltet. Am 29. Dezember 2007 wurde die 30. ordentliche 
Stockwerkeigentümerversammlung durchgeführt. Das Protokoll dieser Versamm-
lung datiert vom 16. Juni 2008 und wurde den Stockwerkeigentümern am 19. Juni 
2008 zugestellt.

B. Am 29. Januar 2008 reichte X. beim Bezirksgericht Surselva eine Zi-
vilklage gegen die C. ein, mit der er im Wesentlichen anstrebte, die Stockwerkei-
gentumsverwaltung gerichtlich abzuberufen. Mit Schreiben vom 31. Januar 2008 
überwies das Bezirksgericht Surselva die Eingabe zuständigkeitshalber an den 
Kreispräsidenten D. zur weiteren Behandlung. Am 8. Februar 2008 wurde X. zu 
einer Aussprache betreffend Klageinstanzierung beim Kreispräsidenten D. eingela-
den. Diese fand am 22. Februar 2008 statt. In der Folge reichte X. am 9. März 2008 
beim Kreispräsidenten D. ein Vermittlungsbegehren ein, das diverse Rechtsbegeh-
ren enthielt und als Beklagten den Verwalter der Stockwerkeigentümergemein-
schaft A. bezeichnete. Der Kreispräsident D. erliess am 1. April 2008 eine Abschrei-
bungsverfügung, in der er auf die Klage nicht eintrat und die kreisamtlichen Verfah-
renskosten in der Höhe von Fr. 400.-- X. auferlegte. Diese Abschreibungsverfügung 
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

C. Am 23. Juni 2008 gelangte X. erneut an den Kreispräsidenten D.. Er 
reichte ihm zwei mit Vermittlungsbegehren betitelte Schreiben ein, worin er als Klä-
ger sich selbst und als Beklagte die Stockwerkeigentümergemeinschaft A. in B. 
nannte. Das eine Schreiben trug den Betreff „Eventualgesuch bzw. ein Gesuch im 
Sinne eines Eventualbegehrens um Abberufung des Verwalters bei Stockwerkei-
gentum in Anwendung von Art. 712r ZGB und Art. 9 Ziff. 21 EGzZGB im summari-
schen Verfahren“ und das andere den Betreff „Anfechtung diverser Versammlungs-
beschlüsse und diversen Eventual- und Feststellungsbegehren bezüglich diverser 
Berechtigungen“. Die gleichen Eingaben wurden von X. am 25. Juni 2008 auch an 
das Bezirksgericht Surselva eingereicht. Dieses überwies sie am 30. Juni 2008 zu-
ständigkeitshalber an das Kreispräsidium D. zur weiteren Behandlung.

Der Kreispräsident D. teilte X. am 1. Juli 2008 mit, dass seine Eingaben 
gemäss Zivilprozessordnung als formal ungenügend zu bezeichnen seien, weshalb 
das Kreisamt diese weder als Zivilklage noch als Vermittlungsbegehren noch als 
Gesuch um Abberufung des Verwalters bei Stockwerkeigentum behandeln könne. 
Hierzu werde auf die im gleichen Zusammenhang erlassene Verfügung vom 1. April 
2008 verwiesen. X. wurde vom Kreispräsidenten D. eine Frist bis 21. Juli 2008 ge-
währt, um die Eingaben im Sinne des Gesetzes zu präzisieren, mit dem Hinweis, 

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dass bei unbenütztem Ablauf dieser Frist auf die Eingaben nicht eingetreten und 
der Fall kostenfällig zurückgewiesen werde. Mit Schreiben vom 2. bzw. 6. August 
2008 brachte X. dem Kreispräsidenten D. zur Kenntnis, dass er sich vom 1. bis am 
31. Juli 2008 im Ausland aufgehalten hatte, und ersuchte ihn unter anderem um 
eine Fristverlängerung für die Präzisierung seiner Eingaben.

D. Am 19. August 2008 erliess der Kreispräsident D. die folgende Ab-
schreibungsverfügung:

„1. Auf die Vermittlungsbegehren wird nicht eingetreten.

2. Die kreisamtlichen Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 400.00 ge-
hen zulasten des Klägers. Diese sind zahlbar innert 30 Tagen an die 
Kreiskasse D..

3. (Mitteilung)“

Der Kreispräsident erachtete die Eingaben von X. als formell ungenügend 
und trat auf diese unter Hinweis auf Art. 49 Abs. 2 ZPO, Art. 64 ZPO und Art. 78 
ZPO nicht ein. Ausserdem wurden X. die kreisamtlichen Verfahrenskosten aufer-
legt.

E. Gegen diese Abschreibungsverfügung erhob X. mit Eingabe vom 26. 
August 2008 Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. Er 
beantragt sinngemäss, die angefochtene Verfügung aufzuheben. Der Kreispräsi-
dent D. liess in seiner Vernehmlassung vom 9. September 2008 die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde beantragen.

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1a. Gemäss Art. 232 ZPO kann beim Kantonsgerichtsausschuss wegen 
Gesetzesverletzung Beschwerde geführt werden gegen nicht berufungsfähige Ur-
teile sowie prozesserledigende Entscheide der Einzelrichter, des Bezirksgerichts-
ausschusses und des Bezirksgerichts, ferner gegen Entscheide dieser Instanzen im 
Sinne von Art. 232 Ziff. 1 bis 8 ZPO. Die Aufzählung der Anwendungsfälle der Be-
schwerde in Art. 232 ZPO ist nicht vollständig und hat daher keinen abschliessen-
den Charakter. Namentlich ist auch gegen eine vom Kreispräsidenten erlassene 
Abschreibungsverfügung die Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss gege-
ben.

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b. Die Beschwerde nach Art. 232 ff. ZPO ist schriftlich unter Beilage des 
angefochtenen Entscheides und der dem Beschwerdeführer schon erstatteten Be-
weisurkunden innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen einzureichen (Art. 233 
Abs. 1 ZPO). In der Beschwerde ist mit kurzer Begründung anzugeben, welche 
Punkte des Entscheids angefochten und welche Abänderungen beantragt werden; 
neue Rechtsbegehren und neue Beweismittel sind ausgeschlossen (Art. 233 Abs. 
2 ZPO).

Die vorliegende Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht und genügt in 
Anbetracht der Tatsache, dass sie von einem juristischen Laien verfasst wurde, 
auch den Begründungsanforderungen. So kann der Beschwerde entnommen wer-
den, dass X. das Eintreten auf seine beiden Eingaben vom 23. Juni 2008 anstrebt 
und daher die Aufhebung der angefochtenen Abschreibungsverfügung beantragt. 
Sinngemäss rügt er hierbei eine Rechtsverweigerung durch den Kreispräsidenten. 
Zudem wehrt er sich gegen die Kostenauflage an ihn. In diesem Sinn ist auf die 
Beschwerde von X. grundsätzlich einzutreten. Die von ihm zusammen mit der Be-
schwerde eingereichten Akten sind gestützt auf Art. 233 Abs. 2 ZPO aus dem Recht 
zu weisen, soweit es sich um neue Beweismittel handelt.

c. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet lediglich die Abschrei-
bungsverfügung des Kreispräsidenten D. vom 19. August 2008. Dagegen ist dessen 
Abschreibungsverfügung vom 1. April 2008 unangefochten in Rechtskraft erwach-
sen, so dass auf die diesbezüglichen Rügen des Beschwerdeführers nicht eingetre-
ten werden kann.

2a. Der Kreispräsident D. ist auf die beiden Eingaben von X. nicht einge-
treten, weil diese seiner Ansicht nach den formellen Anforderungen nicht genügten.

b. Bei der Prüfung der Rechtmässigkeit dieses Nichteintretensent-
scheids ist zu beachten, dass einerseits ein Verfahren der freiwilligen Gerichtsbar-
keit und anderseits ein Vermittlungsverfahren in Frage stehen. Beide Verfahrensar-
ten zeichnen sich nicht durch grosse Formstrenge aus. Vielmehr ist gerade das Ver-
mittlungsverfahren so ausgestaltet, dass auch juristische Laien dazu Zugang finden, 
ohne bereits in diesem Stadium einen Anwalt beiziehen zu müssen. Das Gleiche 
gilt grundsätzlich auch für Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit nach dem EGz-
ZGB.

In diesem Sinn ist bei Laien Zurückhaltung davor angebracht, den Zugang 
zum Gericht von allzu strengen Formvorgaben abhängig zu machen. Soweit aus 
der entsprechenden Eingabe hinreichend klar hervorgeht, gegen wen sich das Ge-

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such oder die Klage richtet und was der Gesuchsteller bzw. Kläger will, muss dies 
genügen. Umstände wie eine falsche Bezeichnung einer Instanz, eine nicht ganz 
korrekte Benennung der Gegenpartei, eine umständliche Formulierung des Rechts-
begehrens oder eine nicht „stilgerechte“ Begründung dürfen nicht dazu führen, dass 
ein Gesuchsteller bzw. Kläger vom Rechtsweg abgeschnitten wird.

3a. Die eine Eingabe von X. vom 23. Juni 2008 enthält den Betreff „Even-
tualgesuch bzw. ein Gesuch im Sinne eines Eventualbegehrens um Abberufung des 
Verwalters bei Stockwerkeigentum in Anwendung von Art. 712r ZGB und Art. 9 Ziff. 
21 EGzZGB im summarischen Verfahren“. Namentlich durch den ausdrücklichen 
Hinweis auf die massgeblichen Gesetzesbestimmungen ist ohne Weiteres erkenn-
bar, dass der Beschwerdeführer damit ein Verfahren auf gerichtliche Abberufung 
des Verwalters bei Stockwerkeigentum nach Art. 712r Abs. 2 ZGB einleiten wollte, 
welches gemäss Art. 9 Ziff. 21 EGzZGB in die Zuständigkeit des Kreispräsidenten 
fällt. In diesem Sinne musste auch dem Kreispräsidenten D. – trotz der Bezeichnung 
der Eingabe als Vermittlungsbegehren – auf Anhieb klar sein, was X. anstrebte, 
zumal jener seinen Eingaben das Protokoll der Stockwerkeigentümerversammlung 
vom 29. Dezember 2007 beilegte, in welcher der Antrag auf Abberufung des Stock-
werkeigentumsverwalters abgelehnt worden war. Hinzu tritt der Umstand, dass der 
Kreispräsident D. die Vorgeschichte kannte. Der Beschwerdeführer hatte bereits in 
seiner Eingabe vom 29. Januar 2008 an das Bezirksgericht Surselva den Antrag auf 
Abberufung des Stockwerkeigentumsverwalters gestellt und über mehrere Seiten 
mit entsprechenden Beilagen begründet. Das Schreiben vom 31. Januar 2008, mit 
welchem das Bezirksgericht die Eingabe von X. in der Folge zuständigkeitshalber 
an den Kreispräsidenten D. überwies, trug denn auch den Titel „Abberufung des 
Verwalters bei Stockwerkeigentum“ und enthielt einen ausdrücklichen Hinweis auf 
die Bestimmungen von Art. 712r ZGB und Art. 9 Ziff. 21 EGzZGB.

b/aa. Beim Verfahren auf Abberufung des Verwalters bei Stockwerkeigen-
tum handelt es sich um ein Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Art. 10 Abs. 1 
EGzZGB bestimmt, dass für die freiwillige Gerichtsbarkeit die Vorschriften des sum-
marischen Verfahrens nach Art. 137 ff. ZPO sinngemäss gelten, wobei der Richter 
eine Hauptverhandlung und das persönliche Erscheinen der Parteien anordnen 
kann. Nach Art. 138 Ziff. 1 ZPO ist ein Gesuch ohne besonderes Sühneverfahren 
mündlich oder schriftlich beim zuständigen Amt anzubringen; wird es mündlich an-
gebracht, ist darüber ein Protokoll aufzunehmen und vom Gesuchsteller zu unter-
zeichnen. Das Gesuch muss die Bezeichnung der Parteien, das Rechtsbegehren 
und die Anführung der Tatsachen und Beweismittel enthalten. Beweisurkunden sind 
dem Gesuch beizulegen.

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bb. Wird ein Beschluss der Stockwerkeigentümerversammlung angefoch-
ten – unabhängig davon, ob es sich um einen Beschluss auf Ablehnung der Abbe-
rufung des Verwalters oder um einen anderen Beschluss handelt –, kommt die Ak-
tivlegitimation hierfür jedem einzelnen Stockwerkeigentümer zu. Passivlegitimiert ist 
die Stockwerkeigentümergemeinschaft als solche, die insoweit über eine be-
schränkte Handlungs-, Prozess- und Betreibungsfähigkeit sowie über eigenes Ver-
mögen verfügt (BGE 119 II 404 ff. [408], E. 5, mit weiteren Hinweisen; René Bösch, 
in: Basler Kommentar zum ZGB II, Art. 457-977 ZGB, Art. 1-61 SchlT ZGB, 3. A., 
Basel 2007, N 7 zu Art. 712r ZGB in Verbindung mit N 11 zu Art. 712q ZGB, N 11 
zu Art. 712l ZGB). Im Lichte dieser Ausführungen enthielt die Eingabe von X. vom 
23. Juni 2008 – im Gegensatz zu seinen Eingaben von Januar 2008 bzw. März 2008 
– eine korrekte Parteibezeichnung, nannte er als klägerische Partei doch sich selbst 
und als beklagtische Partei die Stockwerkeigentümergemeinschaft A. in B.. Diese 
benannte er richtig und bezeichnete auch deren Verwaltung; von vornherein klar 
war die Adresse. Unter diesen Umständen kann der Argumentation des Kreispräsi-
denten in der angefochtenen Verfügung, die Parteibezeichnung der Beklagtschaft 
sei ungenau und missverständlich, nicht gefolgt werden. Es handelt sich dabei um 
überspitzten Formalismus (vgl. PKG 2006 Nr. 32, E. 1b).

Die Eingabe von X. enthielt darüber hinaus das Rechtsbegehren auf Abbe-
rufung des Verwalters bei Stockwerkeigentum.

cc. Was dem Gesuch von X. auf Abberufung des Verwalters bei Stock-
werkeigentum vom 23. Juni 2008 allerdings fehlt, ist die von Art. 138 Ziff. 1 ZPO 
verlangte Anführung der Tatsachen und Beweismittel sowie (teilweise) die Beilage 
der Beweisurkunden. Eine entsprechende Begründung des Gesuchs ist grundsätz-
lich aber notwendig, da dieses sonst als nicht hinreichend substanziert anzusehen 
ist. Der Grund für die fehlende Begründung liegt wohl darin, dass X. davon ausging, 
es sei vorab eine Sühneverhandlung durchzuführen.

Im Vorverfahren hatte der Genannte mehrfach begründet, weshalb er den 
Stockwerkeigentumsverwalter abberufen lassen wollte. Offenbar war der Kreisprä-
sident D. indes nicht bereit, auf die bereits vorliegende Begründung zurückzugrei-
fen. Unter diesen Umständen wäre es angebracht gewesen, X. zu einer Nachrei-
chung der Begründung aufzufordern, zumal dies innerhalb der Anfechtungsfrist von 
einem Monat noch möglich gewesen wäre, war das Protokoll der massgeblichen 
Stockwerkeigentümerversammlung dem Beschwerdeführer doch mit Schreiben 
vom 19. Juni 2008 zur Kenntnis gebracht worden. Zwar wies der Kreispräsident D. 
den Beschwerdeführer in seinem Schreiben vom 1. Juli 2008 darauf hin, dass seine 

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Eingaben gemäss Zivilprozessordnung als formal ungenügend zu bezeichnen 
seien. Für einen juristischen Laien erweist sich dieser Hinweis aber als wenig hilf-
reich, weil nicht spezifiziert wurde, welche Mängel vorhanden waren. Nach Treu und 
Glauben hätte man dem Gesuchsteller sagen müssen, dass ein schriftliches Ge-
such auf Abberufung des Verwalters bei Stockwerkeigentum gestützt auf Art. 138 
Ziff. 1 ZPO die erforderlichen Tatsachen und Beweismittel, auf welches es sich 
stützt, enthalten muss, und dass die entsprechenden Beweisurkunden dem Gesuch 
beizulegen sind. In diesem Sinne erweist sich die Aufforderung des Kreispräsiden-
ten zur Verbesserung der Eingaben vom 1. Juli 2008 als ungenügend.

In Anbetracht dessen spielt es keine Rolle, dass der Beschwerdeführer in-
nerhalb der vom Kreispräsidenten angesetzten Frist, das heisst bis am 21. Juli 
2008, nicht reagierte. Man könnte sich in diesem Zusammenhang durchaus fragen, 
ob das Schreiben des Beschwerdeführers vom 2. bzw. 6. August 2008 nicht als 
Gesuch zur Wiederherstellung der Frist nach Art. 61 ZPO zu werten gewesen wäre. 
X. legte darin nämlich glaubhaft dar, dass er sich während des ganzen Monats Juli 
2008 im Ausland aufgehalten hatte, und ersuchte aus diesem Grund um eine Frist-
verlängerung. Letztlich kann diese Frage aber offen gelassen werden, da sich das 
Schreiben, in dem die entsprechende Frist angesetzt worden war, wie erwähnt als 
ungenügend erweist.

4a. Die andere Eingabe von X. vom 23. Juni 2008 enthält den Betreff „An-
fechtung diverser Versammlungsbeschlüsse und diversen Eventual- und Feststel-
lungsbegehren bezüglich diverser Berechtigungen“. Soweit ersichtlich beabsichtigte 
der Beschwerdeführer damit, verschiedene Beschlüsse der Stockwerkeigentümer-
versammlung anzufechten.

b/aa. Die Anfechtung von Beschlüssen der Stockwerkeigentümerversamm-
lung nach Art. 712m Abs. 2 ZGB erfolgt grundsätzlich im ordentlichen Klageverfah-
ren, das nach Art. 63 ZPO durch ein Sühneverfahren vor dem Kreispräsidenten als 
Vermittler einzuleiten ist. Art. 64 ZPO bestimmt, dass die Klage schriftlich oder zu 
Protokoll beim Kreisamt anzumelden ist, unter genauer Bezeichnung der Parteien 
und ihrer Vertreter sowie einer allgemeinen Umschreibung des Streitgegenstands. 
Bei Forderungsklagen ist der Streitwert anzugeben.

bb. In Anbetracht der Erfordernisse, die Art. 64 ZPO an ein Vermittlungs-
begehren stellt, ist vorliegend nicht einzusehen, inwiefern die Eingabe von X. vom 
23. Juni 2008 formal ungenügend sein soll. Wie bereits in Erwägung 3b/bb ausge-
führt, wurden die Parteien korrekt bezeichnet. Auch die Umschreibung des Streit-

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gegenstandes erweist sich als genügend. Ein ausformuliertes Rechtsbegehren wird 
nicht verlangt. Vielmehr hat der Kläger erst anlässlich der Vermittlungsverhandlung 
seinen Anspruch mündlich zu begründen und sein formuliertes, in Forderungskla-
gen beziffertes Rechtsbegehren schriftlich einzureichen oder zu Protokoll zu geben 
(Art. 67 Abs. 1 ZPO). Unter diesen Umständen bestand für den Kreispräsidenten D. 
kein Grund, keine Vermittlungsverhandlung anzusetzen. Sein Vorgehen stellt viel-
mehr eine Rechtsverweigerung dar.

Selbst wenn das Vermittlungsbegehren formale Mängel aufweisen würde, 
dürfte das Verfahren im Übrigen nicht einfach abgeschrieben werden. Der Kreisprä-
sident als Vermittler besitzt nämlich keine Entscheidkompetenz, weder in Bezug auf 
die Prozessvoraussetzungen noch in Bezug auf die Genauigkeit der Parteibezeich-
nung oder die Klarheit des Rechtsbegehrens. Der Entscheid darüber ist vielmehr 
Sache des erkennenden Gerichts. Der Vermittler hat lediglich eine Sühnefunktion; 
er ist verpflichtet, den Streitfall womöglich gütlich beizulegen. Zwar darf er auf pro-
blematische Bezeichnungen oder Formulierungen hinweisen und seine Bedenken 
äussern. Beharrt die betroffene Partei aber auf ihren Vorbringen, hat er eine Ver-
mittlungsverhandlung einzuberufen und durchzuführen, bei deren Scheitern den 
Leitschein auszustellen und den Entscheid dem erkennenden Gericht, an welches 
die Klage prosequiert wird, zu überlassen (vgl. PKG 1999 Nr. 14).

5a. Im Ergebnis erweist sich die Abschreibungsverfügung des Kreispräsi-
denten D. vom 19. August 2008 als nicht haltbar, weshalb diese aufzuheben und 
die Beschwerde gutzuheissen ist.

Der Kantonsgerichtsausschuss weist den Kreispräsidenten D. an, dem Ge-
suchsteller X. im Verfahren betreffend Abberufung des Verwalters bei Stockwerkei-
gentum Frist zur Begründung seiner Eingabe anzusetzen und anschliessend das 
Verfahren gemäss Art. 9 Ziffer 21 EGzZGB bzw. Art. 10 EGzZGB durchzuführen. 
Zudem wird der Kreispräsident D. angewiesen, im Verfahren betreffend Anfechtung 
von Beschlüssen der Stockwerkeigentümerversammlung eine Sühneverhandlung 
durchzuführen.

b. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gehen bei die-
sem Ausgang zu Lasten des Kantons Graubünden. Eine aussergerichtliche Ent-
schädigung wurde nicht verlangt.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung wird 
aufgehoben.

2. Der Kreispräsident D. wird angewiesen,

a. im Verfahren betreffend Abberufung des Verwalters bei Stockwerkeigen-
tum dem Gesuchsteller Frist zur Begründung seiner Eingabe anzusetzen 
und anschliessend das Verfahren gemäss Art. 9 Ziffer 21 EGzZGB bzw. 
Art. 10 EGzZGB durchzuführen;

b. im Verfahren betreffend Anfechtung von Beschlüssen der Stockwerkei-
gentümerversammlung eine Sühneverhandlung durchzuführen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 113 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bun-
desgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen sei Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Verfassungsbeschwerde gelten die Art. 
113-119 BGG.

5. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: