# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a25e2b40-fbdf-5b8d-997c-edfe1248a5e6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.08.2013 IV 2011/399
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-399_2013-08-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/399

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.08.2019

Entscheiddatum: 09.08.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 09.08.2013
Art. 28 IVG. Invalidenrente. Umstritten ist der Einkommensvergleich 
(Valideneinkommen, Leidensabzug). Abzustellen ist nicht auf das zuletzt 
erzielte Einkommen, das bereits durch gesundheitliche Probleme 
beeinträchtigt war, sondern auf den Mindestlohn gemäss 
Landesmantelvertrag für das Schweizerische Bauhauptgewerbe (LMV 2008). 
Beim Invalideneinkommen erscheint ein Leidensabzug von 10 % 
gerechtfertigt, da der Beschwerdeführer selbst im Rahmen körperlich 
leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. August 
2013, IV 2011/399).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 9. August 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.  

A.a  Am 2. Dezember 2009 meldete sich A.___ erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (berufliche Massnahmen und Rente [act. G 6.1/25]). Am 

9. Januar 2010 reichte sein Hausarzt, Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, diverse 

Berichte des Kantonsspitals St. Gallen ein. Daraus geht im Wesentlichen hervor, dass 

sich der Versicherte vom 24. - 28. September 2009 einer erneuten Leistenoperation 

unterziehen musste (Revision rechte Leiste, Netzexplantation, Nervenresektion) und 

auch nach der Operation chronische rechtsseitige Leistenschmerzen bestanden. 

Ausserdem bestanden Schultergürtelschmerzen rechts (act. G 6.1/28 und 30). Bei 

weiterhin instabilem Gesundheitszustand und weiteren geplanten Operationen ergab 

das Ergebnisprotokoll nach dem Assessmentgespräch vom 2. Juni 2010, dass 

Eingliederungsmassnahmen zur Zeit nicht möglich seien (act. G 6.1/43 und 45.3). Dies 

wurde dem Versicherten am 7. Juni 2010 mitgeteilt. Gleichzeitig wurden weitere 

medizinische Abklärungen angekündigt (act. G 6.1/47).

A.b  Auf Grund des weiterhin persistierenden inguinalen Schmerzsyndroms bei Status 

nach Leistenhernienoperation und mehrfachen inguinalen Revisionseingriffen wurde im 

Januar 2010 der Versuch einer Nervenstimulation (SCS-System) unternommen, der 

allerdings keine Besserung der Schmerzproblematik brachte (act. G 6.1/48.10). Am 

7. Juni 2010 erfolgte eine laparoskopische Neurektomie des Nervus ilioinguinalis und 

des Nervus genitofemoralis auf Psoasebene rechts (act. G 6.1/48.3, 52.5 - 9). Die Klinik 

für Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen führte in ihrem Verlaufsbericht vom 5. August 

2010 aus, der Versicherte sei in seinem angestammten Beruf als Maurer bis auf 

Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (act. G 6.1/50.3). In ihrem Bericht vom 25. August 

2010 an den Hausarzt diagnostizierte die Klinik für Orthopädische Chirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen zudem eine SLAP-Läsion sowie ein moderates subacromiales 

Impingement jeweils an der rechten Schulter (act. G 6.1/65.4). Auf Grund der nach wie 

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vor persistierenden starken rechtsseitigen Inguinal- und Hodenschmerzen erfolgte am 

7. Oktober 2010 eine weitere Leistenrevision rechts mit Explantation der 

Restnetzanteile und Neurektomie des Nervus cutaneus femoris lateralis rechts sowie 

eine Orchiektomie rechts (act. G 6.1/67). Der behandelnde Psychiater, Dr. med. C.___, 

diagnostizierte in seinem Bericht vom 4. Januar 2011 eine depressive Reaktion auf die 

missglückten chirurgischen Eingriffe und die anhaltenden starken Schmerzen (act. 

G 6.1/59.1).

A.c  Auf Veranlassung des RAD Ostschweiz erfolgte im April und Mai 2011 bei der 

MEDAS Ostschweiz eine polydisziplinäre (internistisch/neurologisch/orthopädisch/

psychiatrisch) Abklärung. Im entsprechenden Gutachten vom 21. Juli 2011 

diagnostizierten die Experten (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) 

chronische Leistenschmerzen neuropathischen Charakters rechts nach mehreren 

inguinalen Operationen bei zweimaliger Leistenhernien-Repair 1991 und 2007 und 

anschliessend multiplen Revisionsoperationen, Neurektomie des Nervus ilioinguinalis, 

des Nervus genito-femoralis und des Nervus cutaneus femoris lateralis rechts, 

Orchiektomie rechts, Hypästhesie im Bereich des medialen und ventralen 

Oberschenkels rechts mit Allodynie, Läsion der Rotatorenmanschette und Labrum 

Schulter rechts, chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren sowie eine undifferenzierte Somatisierungsstörung. Als Nebendiagnosen ohne 

wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter ein leichtes 

sensomotorisches Carpaltunnel-Syndrom rechts sowie einen Status nach 

Radikulopathie C6 rechts fest. In der angestammten Tätigkeit im Tiefbau bestehe seit 

September 2008 keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe 

eine Leistungseinschränkung von 30 %. Dabei seien auf Grund der Schulter­

beschwerden keine Überkopfarbeiten möglich. Aus neurologisch-orthopädischer Sicht 

seien Tätigkeiten im Tiefbau sowie Verharren in gebückter Haltung und Lastenheben 

über 5 kg nicht zumutbar. Die somatoforme Schmerzstörung stelle jedoch ohne 

zusätzlich vorliegende psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 

und Dauer keine (zusätzliche) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dar (act. 

G 6.1/74.14 ff.). Der RAD empfahl in der Folge eine leichte Wechselbelastung bis 5 kg. 

Zu vermeiden seien Zwangspositionen mit gebeugter Hüfte, Überkopfarbeiten sowie 

Kälte- und Nässeexpositionen. Die attestierte Arbeitsfähigkeit könne ganztags mit 

reduzierter Leistung erbracht werden (act. G 6.1/77.2). Mit Feststellung vom 23. August 

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2011 errechnete die IV-Stelle St. Gallen einen Invaliditätsgrad von 26,5 %, wobei sie 

von einem Valideneinkommen von Fr. 46'643.-- im Jahr 2009 und einem 

Invalideneinkommen für das gleiche Jahr von Fr. 34'282.-- ausging (act. G 6.1/78). Mit 

Verfügung vom 9. November 2011 wies sie das Rentengesuch ab (act. G 6.1/90).

B.

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 12. 

Dezember 2011 mit dem Antrag auf Aufhebung der Verfügung. Dem Beschwerdeführer 

sei eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Der Beschwerdeführer habe während 

Jahren im Tiefbau im Akkord gearbeitet und ein entsprechend gutes Einkommen 

erzielt. Gemäss MEDAS-Gutachten sei eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgewiesen, 

woraus von vornherein kein Invaliditätsgrad von 27 % resultieren könne, sei doch der 

Verdienst in einer adaptierten Tätigkeit, bezogen auf ein 100 %-Pensum, tiefer als beim 

Valideneinkommen. Berücksichtige man noch einen Teilzeit- und Leidensabzug, 

resultiere ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 %, wenn nicht sogar 50 % (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2012 beantragt die Verwaltung Abweisung 

der Beschwerde. Ein Teilzeitabzug sei gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nicht vorzunehmen, könne doch der Beschwerdeführer seine 

Restarbeitsfähigkeit in einem Vollzeitpensum mit vermindertem Rendement verwerten 

(act. G 6).

B.c  Mit Replik vom 22. Oktober 2012 macht der Rechtsvertreter geltend, der 

Beschwerdeführer könne nur noch 70 % arbeiten. Entsprechend könne er keine 

Vollzeitstelle antreten, womit ein Teilzeitabzug von 10 % vorzunehmen sei. Die 

diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin seien falsch. Sie äussere sich 

auch nicht dazu, dass das Invalideneinkommen, jeweils bezogen auf eine 100 %-

Anstellung, tiefer sei als das Valideneinkommen. Bei einem Invaliditätsgrad von 27 % 

und einer Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 30 % müsste der 

Beschwerdeführer heute bei einer Vollzeitbeschäftigung mehr verdienen als in seinen 

gesunden Tagen. Dies sei wenig realistisch (act. G 14). Die Beschwerdegegnerin 

verzichtet auf eine Duplik (act. G 16).

Erwägungen:

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1.   

1.1 Versicherte haben einen Rentenanspruch, falls sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, 

während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gewesen sind und 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid im Sinn von Art. 8 ATSG sind 

(Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).

1.2 Ob ein Anspruch besteht und - bejahendenfalls - in welcher Höhe eine Invaliden­

rente ausgerichtet wird, bestimmt sich nach dem Invaliditätsgrad (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor, besteht Anspruch auf eine 

Viertelsrente. Aus einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% resultiert ein Anspruch 

auf eine halbe Rente. Eine Dreiviertelsrente steht denjenigen Versicherten zu, die einen 

Invaliditätsgrad von mindestens 60% aufweisen und eine ganze Rente denjenigen, 

deren Invaliditätsgrad mindestens 70% beträgt (Art. 28 Abs. 2 IVG).

1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be­

schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 

auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits­

unfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit 

Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

2. 

Obwohl nicht bestritten, ist zunächst von Amtes wegen kurz auf die medizinischen 

Grundlagen einzugehen. Die Verwaltung stützt ihren ablehnenden Rentenentscheid auf 

das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 21. Juli 2011. Darin gelangen die Experten 

zum Schluss, der Beschwerdeführer leide im Wesentlichen an chronischen 

Leistenschmerzen neuropathischen Charakters sowie an einer Läsion von 

Rotatorenmanschette und Labrum an der rechten Schulter. Ausserdem liege eine 

chronische Schmerzstörung sowie eine undifferenzierte Somatisierungsstörung vor. In 

der angestammten Tätigkeit im Tiefbau sei der Beschwerdeführer nicht mehr 

arbeitsfähig, in einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (vgl. 

zum genauen Sachverhalt vorstehende Erw. A.c). Die von den Gutachtern genannten 

Einschränkungen in körperlicher Hinsicht (keine Überkopfarbeiten, keine Gewichte über 

5 kg, kein Verharren in gebückter Haltung) sowie die vom RAD ergänzten 

Anforderungen (keine Kälte- und Nässeexposition) leuchten ohne Weiteres ein. Darauf 

ist abzustellen. In psychiatrischer Hinsicht ist festzustellen, dass der Gutachter 

entgegen der Ansicht des behandelnden Arztes nicht von einem (schwer) depressiven 

Geschehen und damit nicht von einer schweren psychischen Komorbidität ausgeht. 

Während Dr. C.___ von einer "depressiven Reaktion auf missglückte chirurgische 

Eingriffe" bzw. von einer "schweren depressiv-aggressiven Stimmungslage" ausgeht 

(act. G 6.1/59.1 f.), geht der psychiatrische Gutachter davon aus, dass nebst 

aggressiver Stimmungslage, Verbitterung und Groll die weiteren Kriterien zur 

Diagnosestellung einer depressiven Störung bei dem vital wirkenden Beschwerdeführer 

nicht erfüllt seien (act. G 6.1/74.29). Der Gutachter setzt sich damit - wenn auch relativ 

kurz - mit der Ansicht des behandelnden Psychiaters auseinander. Letztlich liegen die 

Umschreibungen des psychischen Beschwerdebildes ohnehin nicht sehr weit 

auseinander, wenn sie auch der Behandler eher in einen depressiven, damit 

krankheitsbedingten Kontext rückt (ohne allerdings die gängige ICD-Kodifikation zu 

verwenden), während der Gutachter eher von einem emotionalen Geschehen (Wut, 

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Verbitterung, Groll) ausgeht. Bei dieser Sachlage drängt es sich jedenfalls nicht auf, 

weitere Abklärungen über den psychischen Zustand des Beschwerdeführers zu 

veranlassen, zumal auch das psychiatrische Konsilium vom Rechtsvertreter nicht 

beanstandet wird. Vielmehr ist darauf abzustellen, so dass die diagnostizierte 

Schmerzstörung und die Somatisierungsstörung rechtsprechungsgemäss nicht 

geeignet sind, eine über das somatisch begründete Ausmass hinausgehende 

Arbeitsunfähigkeit zu rechtfertigen. Der psychiatrische Gutachter geht denn auch 

explizit davon aus, dass in einer adaptierten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht keine 

Einschränkungen bestehen (act. G 6.1/74.30). Zusammenfassend ist somit - wie auch 

unter den Parteien nicht umstritten ist - von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 % in 

einer adaptierten Tätigkeit auszugehen (Umschreibung vgl. E. A.c.).

3.   

3.1 Umstritten ist der Einkommensvergleich. Die Beschwerdegegnerin geht dabei von 

einem Valideneinkommen im Jahr 2009 von Fr. 46'643.-- (Fr. 46'480.-- im Jahr 2007, 

zuzüglich Teuerung) und einem Invalideneinkommen von Fr. 34'282.-- aus (act. 

G 6.1/80). Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, er habe als Akkord­

arbeiter gut verdient. Bei einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit könne 

damit von vornherein kein Invaliditätsgrad von 27 % entstehen. Zudem sei ein 

Leidensabzug von mindestens 10 % zu berücksichtigen.

3.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist damit nicht nur das 

Invalideneinkommen (Leidensabzug) umstritten, sondern auch das Valideneinkommen. 

Die Beschwerdegegnerin stellte beim Valideneinkommen (teilweise) auf die Angaben 

der Arbeitgeberin ab. Diese gab im Fragebogen für Arbeitgebende vom 3. März 2010 

an, der Beschwerdeführer habe im Jahr 2006 Fr. 56'517.95, im Jahr 2007 Fr. 46'480.-- 

und im Jahr 2008 Fr. 44'033.40 verdient. Heute würde er ohne Gesundheitsschaden 

Fr. 72'000.-- verdienen (act. G 6.1/35.3). Daraus erhellt, dass nicht ohne Weiteres auf 

das Einkommen im Jahr 2007 abgestellt werden kann. Vielmehr ist dieses Einkommen 

bereits durch die in diesem Jahr erneut aufgeflammten Leistenbeschwerden (sowie 

einen Unfall im Frühjahr 2007) reduziert (Spalte AHV-Lohn in act. G 6.1/35.3 und 35.9). 

Die Beschwerdegegnerin geht denn etwa im Triage-Protokoll vom 29. März 2010 

selber von einem wesentlich höheren letztmals erzielten Bruttoverdienst von 

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Fr. 62'287.-- (gemäss IK 2005) aus (act. G 6.1/38.2). Ein ähnliches Einkommen ergibt 

sich gemäss "Lohnstatistik" der Arbeitgeberin für die Jahre 2006 bis August 2008 

(Eintritt Arbeitsunfähigkeit angestammt gemäss Gutachten im September 2008). 

Demgemäss erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2006 einen Bruttolohn von 

Fr. 62'183.75, wobei zu berücksichtigen ist, dass er gemäss Angaben der 

Arbeitgeberin vom 7. März 2006 bis zum 23. April 2006 wegen Unfalls zu 100 % 

arbeitsunfähig war. Es ist deshalb auf die Spalte "Brutto" abzustellen. Im Jahr 2007 

erzielte er einen Bruttolohn von Fr. 66'016.25, wobei der Beschwerdeführer hier - 

wiederum nach Angaben der Arbeitgeberin im Fragebogen - vom 19. Februar 2007 bis 

zum 1. April 2007 wegen Unfalls und vom 25. September 2007 bis 31. Dezember 2007 

krankheitsbedingt zu 100 % arbeitsunfähig war. Von Januar bis August 2008 erzielte er 

sodann ein Bruttoeinkommen von Fr. 43'706.35, wobei der Beschwerdeführer im 

Januar 2008 wegen Krankheit zu 100 % arbeitsunfähig war (act. G 6.1/35.3 und 

35.8 ff.). Damit beträgt der Jahresdurchschnitt für die knapp drei Jahre vor Eintritt der 

definitiven Arbeitsunfähigkeit (2006 bis August 2008) Fr. 64'465.-- ([Fr. 62'183.75 + 

Fr. 66'016.25 + Fr. 43'706.35] : 32 x 12). Gemäss dem allgemeinverbindlich erklärten 

Landesmantelvertrag für das Schweizerische Bauhauptgewerbe 2008 - 2010 (LMV 

2008) beträgt der Mindestlohn für einen Bau-Facharbeiter - als solcher wurde der 

Beschwerdeführer im Bericht der Arbeitgeberin bezeichnet (act. G 1/35.2) - im Jahr 

2008 Fr. 66'560.-- (13 x Fr. 5'120.--). Mindestens dieser Lohn, der im Übrigen nahe 

beim genannten Durchschnittswert für die Jahre 2006 bis 2008 liegt, ist als 

Valideneinkommen einzusetzen. Dieser Wert war nicht unterdurchschnittlich (vgl. 

Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV; 2006: Fr. 59'197.--; 2007: 

Fr. 60'167.--; 2008: Fr. 59'979.--), weshalb eine Parallelisierung entfällt.

3.3 Für das Invalideneinkommen stellte die Beschwerdegegnerin auf die Tabellenlöhne 

des Jahres 2008 ab (LSE, privater Sektor, Niveau 4, Fr. 59'979.-- [irrtümlich als 2009 

bezeichnet; vgl. IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2]). Dies ist 

grundsätzlich nicht zu beanstanden. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 % ergibt 

sich ein Einkommen von Fr. 41'985.--. Weiter ist streitig, ob dem Beschwerdeführer die 

Anrechnung eines Leidensabzugs zu gewähren ist. Die Leistungseinschränkung um 

30 % ist im entsprechenden Arbeitsfähigkeitsgrad bereits berücksichtigt, sodass dies­

bezüglich kein weiterer Abzug gerechtfertigt ist. Auf Grund der Formulierung im 

Gutachten ("Leistungseinschränkung" [act. G 6.1/74.17]) ist sodann davon 

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auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Resterwerbsfähigkeit in einem 100 %-

Pensum bei besagter Einschränkung verwerten kann. Rechtsprechungsgemäss kann 

damit kein Teilzeitabzug gewährt werden (auf die entsprechenden Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin kann verwiesen werden [Beschwerdeantwort, Ziff. III.2]). Indessen 

ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nur noch körperlich sehr leichte 

Tätigkeiten ausüben kann und weiteren Einschränkungen unterworfen ist (keine 

Überkopfarbeit, kein Verharren in gebückter Haltung, keine Kälte- oder 

Nässeexposition), während die zuvor ausgeübte schwere Akkordarbeit auf dem Bau 

(bis 25 kg [vgl. act. G 6.1/35.6 und 43.1]) nicht mehr möglich ist. Die Rechtsprechung 

gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine 

versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb S. 78; Entscheid vom 21. 

Dezember 2009 [9C_722/2009] E. 3.3). Dies trifft auf den Beschwerdeführer zu, so dass 

ein Leidensabzug von 10 % als gerechtfertigt erscheint. Das Invalideneinkommen 

beträgt damit Fr. 37'787.-- (90 % von Fr. 41'985.--). Dementsprechend beträgt der 

Invaliditätsgrad 43,2 % ([Fr. 66'560.-- - Fr. 37'787.--] : Fr. 66'560.-- x 100). Der 

Beschwerdeführer hat damit Anspruch auf eine Viertelsrente. Würde der 

Einkommensvergleich auf der Basis eines Valideneinkommens von Fr. 72'000.--, 

welches die Arbeitgeberin als aktuellen Jahreslohn im Gesundheitsfall angibt (Bericht 

vom 3. März 2010), und eines Invalideneinkommens von Fr. 38'691.-- (Fr. 61'414.-- 

[LSE 2010 Hilfsarbeiter], davon 70 %, abzüglich 10% Leidensabzug) vorgenommen, so 

würde wiederum ein zu einer Viertelsrente berechtigender Invaliditätsgrad (46,3 %) 

resultieren. Der letzte Arbeitstag des Beschwerdeführers war gemäss Angaben der 

Arbeitgeberin der 8. Juli 2009. Danach war er bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig 

geschrieben. Zuvor war er gemäss diesen Angaben nie während mindestens 12 

Monaten ohne längeren Unterbruch zu durchschnittlich 40 % arbeitsunfähig (act. 

G 6.1/35.4, vgl. auch act. G 6.1/28.1 und 38.2). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 

lit. b IVG war demnach am 8. Juli 2010 beendet, sodass der Rentenanspruch ab 1. Juli 

2010 besteht.

4. 

4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung aufzu­

heben und dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente, beginnend am 1. Juli 2010, 

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zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin wird die Rentenhöhe noch zu berechnen 

haben.

4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die 

gesamte

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

4.3 Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist eine volle Parteientschädigung 

zuzusprechen (keine Reduktion wegen betragsmässigen "Überklagens" [vgl. 

8C_568/2010 E. 4.1]). Diese ist vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu 

bemessen (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angesichts des 

deutlich unterdurchschnittlichen Aufwands - indem namentlich keine medizinische 

Würdigung des Sachverhalts erfolgen musste und nur knapp begründete 

Rechtsschriften eingereicht wurden - erscheint eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

9. November 2011 aufgehoben und dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente, 

beginnend am 1. Juli 2010, zugesprochen. Die Sache wird zwecks Berechnung der 

Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

bis

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