# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 575a9543-0673-5e71-96b2-d18a5319cda6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2021 D-1256/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1256-2021_2021-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1256/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…),  

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Géraldine Kronig,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. Februar 2021 / N (…). 

 

 

 

D-1256/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben ge-

mäss im April 2018 auf dem Luftweg nach Singapur und gelangte von Ma-

laysia unter anderem über die Türkei und (mit einem längeren Aufenthalt) 

Griechenland am 17. September 2020 in die Schweiz, wo er gleichentags 

ein Asylgesuch stellte. Nach seiner Zuweisung in das Bundesasylzentrum 

(…) fanden am 22. September 2020 die Personalienaufnahme (PA) und 

am 29. September 2020 das Dublin-Gespräch statt. Am 26. November 

2020 wurde er zu seinen Asylgründen angehört und am 1. Dezember 2020 

dem erweiterten Verfahren zugewiesen. 

Zur Begründung seines Asylgesuches führte er aus, er sei tamilischer Eth-

nie und in B._______ (C._______, Nordprovinz) geboren. Bis zum Jahr 

2004 habe er mit seinen Eltern und Geschwistern in D._______ (Nordpro-

vinz) gelebt, danach seien sie nach E._______ (Nordprovinz) gezogen, wo 

er bis zur Ausreise gelebt habe. Im Jahr 2011 habe er die Schule mit dem 

O-Level abgeschlossen und 2013 angefangen, in der Landwirtschaft zu ar-

beiten. 

Im Februar/März 2017 sei er für etwa zwei oder drei Monate mit seinem 

sri-lankischen Reisepass und gültigem Visum nach Malaysia gereist. Der 

Grund hierfür sei gewesen, dass ein Cousin bei seiner Familie gewohnt 

habe, der mit den Behörden Probleme gehabt habe. Als er nach einiger 

Zeit gegangen sei, sei die Polizei zu ihnen gekommen und habe nach ihm 

gefragt. Die Polizei habe den Beschwerdeführer mitgenommen, befragt 

und ihm gedroht, ihn zu erschiessen, wenn er den Aufenthaltsort des Cous-

ins nicht bekanntgebe. Daher habe er aus Angst für einige Zeit das Land 

verlassen, bis seine Familie ihm mitgeteilt habe, dass sich die Situation zu 

Hause beruhigt habe. Da sein Visum jedoch bereits abgelaufen gewesen 

sei, sei er mit Hilfe eines Schleppers illegal mit einem gefälschten Reise-

pass nach Sri Lanka zurückgekehrt.  

Zuletzt sei er ausgereist, da er von den Behörden wegen Problemen im 

Zusammenhang mit einem Diebstahl von Sand vom Grundstück der Fami-

lie gesucht werde. Die Diebe seien aus F._______ und hätten gute Bezie-

hungen zur Polizei, von der sie gedeckt würden. Als während der Weih-

nachtszeit 2017 bei einem Nachbarn Sand gestohlen worden sei, habe er 

mit seinem Vater und seinem Schwager versucht, den Kipplaster, der den 

Sand geladen habe, anzuhalten. Daraufhin habe der Chauffeur ein 

Schwert gezogen und seinen Vater am Arm verletzt, bevor er geflüchtet 

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Seite 3 

sei. Die Polizei sei dann erschienen und habe den Lastwagen mitgenom-

men. 

Am 7. Februar 2018 habe er Lärm von einem Kippwagen gehört und habe 

sich daraufhin mit seiner Mutter zum Grundstück der Familie begeben. Sie 

hätten unbekannte Personen gesehen, die den Sand von ihrem Grund-

stück abtransportiert hätten. Er habe den Vorfall mit seinem Mobiltelefon 

gefilmt. Nachdem er seinen Vater darüber informiert habe, seien sie noch 

am gleichen Tag zum Polizei- und Militär-Posten G._______ gegangen, um 

Anzeige zu erstatten. Sie hätten den Polizisten das Video auf dem Mobil-

telefon gezeigt. Sie hätten ihm das Telefon abgenommen und ihm gesagt, 

später wiederzukommen. Am Abend sei der Beschwerdeführer alleine zum 

Polizeiposten zurückgekehrt, um sein Mobiltelefon herauszuverlangen, 

was ihm aber verweigert worden sei. Von den Polizisten sei er immer wie-

der gefragt worden, an wen er das Video geschickt habe. Er sei geschlagen 

und getreten worden und schliesslich in Ohnmacht gefallen. Gefesselt und 

geknebelt sei er in der Nähe des Polizeipostens in die Büsche geworfen 

worden. Passanten hätten dafür gesorgt, dass er ins Spital gebracht wor-

den sei, wo er das Bewusstsein wiedererlangt habe. Vom behandelnden 

Arzt habe er erfahren, dass er (…) worden sei. Ihm sei geraten worden, 

eine Anzeige bei der Polizei einzureichen. Seine Mutter habe dem Arzt er-

klärt, dass es zum Übergriff gekommen sei, weil sie sich wegen des Sand-

diebstahls an die Polizei gewandt hätten; beim erneuten Aufsuchen der 

Polizei würde es noch mehr Probleme geben. Der Beschwerdeführer habe 

sich Sorgen gemacht, dass die Gesellschaft davon erfahren könnte und er 

ausgelacht würde. Nachdem er am 16. Februar 2018 aus dem Spital ent-

lassen worden sei, habe er sich zu seiner Schwester nach D._______ be-

geben. Etwa eine Woche danach habe ihn die Polizei erstmals bei seinen 

Eltern gesucht. Er sei dort noch etwa zwei oder drei Mal gesucht worden. 

Die Polizei habe auch in der Nachbarschaft nach seinem Aufenthaltsort 

gefragt. Schliesslich habe sie ihn auch am Wohnsitz seiner Schwester ge-

sucht. Zu dem Zeitpunkt habe er sich aber im Tempel aufgehalten. Am da-

rauffolgenden Tag habe er sich sicherheitshalber zu einem Cousin bege-

ben, wo er einige Zeit geblieben sei. Da er weiterhin bei seinen Eltern ge-

sucht worden sei, habe sein Vater beschlossen, ihn ins Ausland zu schi-

cken. Im April 2018 habe er sein Heimatland illegal mit Hilfe eines Schlep-

pers verlassen. Am 9. Januar 2020 sei sein Vater auf dem Nachhauseweg 

von der Arbeit vor dem Polizei- und Militärposten G._______ angehalten 

und geschlagen worden, wobei die Behörden ihn nach dem Aufenthaltsort 

des Beschwerdeführers gefragt hätten. Durch den Vorfall habe der Vater 

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eine (…)verletzung und Rückenprobleme bekommen. Der Beschwerdefüh-

rer gehe davon aus, dass er von der Polizei gesucht worden sei, weil diese 

vermutet habe, dass er das Video an andere Personen weitergeschickt 

habe. Die Polizei habe ihn deshalb vernichten wollen. Sollte er zurückkeh-

ren, sei sein Leben in Gefahr. 

Der Beschwerdeführer reichte seine sri-lankische Identitätskarte sowie fol-

gende Beweismittel zu den Akten: Arztbericht des (…) Hospital in 

C._______ vom 17. Februar 2018, orthopädischer Arztbericht des (…) 

Hospitals in H._______ vom 6. Februar 2020 den Vater betreffend, Fotos 

des Grundstücks nach den Sanddiebstählen im Jahr 2018, Foto der Mutter 

mit zwei Polizisten, mehrere Zeitungsartikel zu Sanddiebstählen in Sri 

Lanka und USB-Stick mit Videos vom Grundstück und TV-News-Berichter-

stattungen über Sanddiebstähle. 

B.  

Mit Verfügung vom 18. Februar 2021 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-

such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und beauftragte den 

zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 19. März 2021 erhob der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertreterin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei unter An-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Eventualiter sei 

die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und er als Flüchtling vorläufig 

aufzunehmen. Subeventualiter sei er nach Feststellung der Unzulässigkeit 

beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges in der 

Schweiz vorläufig aufzunehmen. Subsubeventualiter sei die Sache zur hin-

reichenden Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 

formeller Hinsicht ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses, Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und amtliche 

Verbeiständung durch seine Rechtsvertreterin. 

D.  

Am 22. März 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 30. März wurden die Gesuche um Gewährung 

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Seite 5 

der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und 

um Bestellung einer amtlichen Rechtsbeiständin im Sinne von Art. 102m 

Abs. 1 Bst. a und Abs. 3 AsylG (SR 142.31) unter der Voraussetzung des 

Nachreichens einer Fürsorgebestätigung gutgeheissen und der Beschwer-

deführer aufgefordert, innert Frist entweder eine Fürsorgebestätigung 

nachzureichen oder einen Kostenvorschuss zu leisten. 

F.  

Mit Eingabe vom 7. April 2021 wurden eine Fürsorgebestätigung vom 

31. März 2021 sowie eine Kostennote eingereicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten.  

1.3 Vorliegend wird gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schrif-

tenwechsel verzichtet. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

In der Beschwerdeschrift werden der Vorinstanz Verletzungen des An-

spruchs auf rechtliches Gehör sowie des Untersuchungsgrundsatzes vor-

geworfen. Diese formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls zu 

einer Kassation der angefochtenen Verfügung führen könnten. 

3.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör (vgl. auch Art. 29 Abs. 2 BV). Das rechtliche Gehör dient einerseits 

der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die 

Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Mit dem Gehörsanspruch korreliert 

die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu 

prüfen und in ihrer Entscheidung angemessen zu berücksichtigen. Die Be-

gründung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person den Ent-

scheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Behörde muss die 

wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sie sich hat leiten lassen 

und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die 

Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 

E. 2.2.1 m.w.H.). 

3.2 In der Beschwerde wird der Vorinstanz vorgeworfen, dass sie zum ei-

nen den rechtserheblichen Sachverhalt in Bezug auf die polizeilichen Be-

drohungen nach der Beherbergung des Cousins 2017 nicht rechtsgenü-

gend abgeklärt habe, weil sie in der Anhörung nicht genauer nach den Um-

ständen der Befragung des Beschwerdeführers durch die Polizei gefragt 

habe. So sei es dem SEM auch nicht möglich gewesen, die Glaubhaftigkeit 

des Vorfalles zu beurteilen. Zum anderen habe das SEM seine Begrün-

dungspflicht dadurch verletzt, dass es nicht ausgeführt habe, weshalb es 

die Vorbringen zu den aktuellen Problemen nicht als asylrelevant erachte. 

Es habe sich somit nicht mit der Asylrelevanz der Kernvorbringen befasst 

und dadurch massiv die Begründungspflicht verletzt.  

3.3 In Bezug auf die Beherbergung des flüchtigen Cousins und die an-

schliessende Bedrohung des Beschwerdeführers durch die Polizei hat das 

SEM in der Verfügung die Asylrelevanz verneint, da diese Ereignisse zum 

Zeitpunkt der Ausreise bereits über ein Jahr zurückgelegen hätten und so-

mit nicht mehr fluchtauslösend gewesen seien. Zudem sei er damals nach 

http://links.weblaw.ch/BGE-136-I-87

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einigen Monaten wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt, als seine Familie 

ihn informiert habe, dass sich die Lage beruhigt habe. Er habe in der Folge 

wegen des Cousins auch keine weiteren Probleme mehr gehabt. Ange-

sichts dieser Ausführungen zur Asylrelevanz war es nicht notwendig, wei-

tere Fragen zu den Umständen der Befragung durch die Polizei zu stellen, 

um die Glaubhaftigkeit der Vorbringen weiter abzuklären. Die Rüge des 

Beschwerdeführers betrifft denn auch nicht die Erstellung des Sachverhal-

tes, sondern die Frage der rechtlichen Würdigung. Der Sachverhalt wurde 

vollständig abgeklärt und die Asylrelevanz dieses Ereignisses konnte ver-

neint werden. 

Die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht wegen fehlender Äusse-

rungen zur Asylrelevanz der aktuellen Probleme erweist sich ebenfalls als 

nicht gerechtfertigt. Soweit in der Beschwerde auf eine Passage in der Ver-

fügung Bezug genommen wird, wonach die Übergriffe seitens der sri-lan-

kischen Polizei nicht glaubhaft respektive nicht flüchtlingsrechtlich relevant 

seien (S. 7 der Verfügung), und kritisiert wird, es sei nicht begründet wor-

den, weshalb die Kernvorbringen nicht asylrelevant seien, ist darauf hinzu-

weisen, dass sich die zitierte Aussage in der Verfügung auf sämtliche vor-

gebrachten angeblichen Behelligungen durch die Polizei bezieht, nicht nur 

auf die fluchtauslösenden Ereignisse. Die Vorinstanz musste sich mit der 

Frage der Asylrelevanz der aktuellen Verfolgungsvorbingen aber nicht aus-

einandersetzen, sondern konnte diesen Aspekt offenlassen, da sie diese 

als unglaubhaft erachtet hat, wobei sie diese Einschätzung (der Unglaub-

haftigkeit) ausführlich begründet hat. 

3.4 Die formellen Rügen erweisen sich somit als unbegründet. Es besteht 

keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen 

aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das entsprechende 

Rechtsbegehren ist demnach abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

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Seite 8 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

5.  

5.1 Das SEM begründete seinen Entscheid damit, dass es die Verfol-

gungsvorbingen als unglaubhaft erachte. Die Schilderungen des Sand-

diebstahls und der Vorsprache auf der Polizeistelle seien zum einen wenig 

konkret und undifferenziert ausgefallen und liessen zum anderen Real-

kennzeichen vermissen, so dass insgesamt nicht geglaubt werden könne, 

der Beschwerdeführer habe die Verfolgungsvorbringen selber erlebt. Wei-

ter sei das behauptete polizeiliche Interesse am Beschwerdeführer wegen 

des Videos auf dem Mobiltelefon nicht nachvollziehbar und unlogisch. Auch 

die eingereichten Beweismittel seien zur Glaubhaftmachung untauglich, da 

sie die individuelle Verfolgungssituation nicht belegen könnten. Die aus 

dem Jahr 2017 geschilderten Vorfälle in Bezug auf den behördlich gesuch-

ten Cousin, die zu polizeilichen Behelligungen des Beschwerdeführers und 

schliesslich zur Ausreise nach Malaysia geführt hätten, seien – wie auch 

die Vorfälle um die Sanddiebstähle beim Nachbarn im Jahr 2017 – zum 

Zeitpunkt der Ausreise zu weit zurückliegend gewesen, um noch als flucht-

auslösende Ereignisse gewertet zu werden. Es bestünden im Übrigen aber 

auch diesbezüglich Zweifel an den Vorbringen. 

5.2 In der Beschwerde wird demgegenüber an der Glaubhaftigkeit der Vor-

bringen festgehalten und dem SEM vorgeworfen, es habe eine einseitige 

Würdigung der Vorbringen vorgenommen. Im Gegensatz zur Auffassung 

des SEM habe der Beschwerdeführer die Geschehnisse detailliert geschil-

dert und es liessen sich in den Erzählungen zahlreiche Realkennzeichen 

finden. Auch habe er die Vorbringen widerspruchsfrei vorgebracht und 

diese seien im konkreten Länderkontext als plausibel einzustufen. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

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Seite 9 

6.2 Insgesamt sind die Verfolgungsvorbringen, auch unter Berücksichti-

gung der Beschwerdeargumente, als unglaubhaft zu erachten. 

6.2.1 Dem SEM ist Recht zu geben, dass der Beschwerdeführer die Ereig-

nisse oberflächlich und undifferenziert geschildert hat und davon auszuge-

hen ist, es handle sich um einen konstruierten Sachverhalt. So hat er den 

Ablauf des Sanddiebstahls auf dem familieneigenen Grundstück stereotyp 

und undetailliert vorgebracht (vgl. act. A27, S. 9, F77). Auf die Aufforde-

rung, noch einmal im Detail davon zu berichten, antwortet der Beschwer-

deführer genauso oberflächlich und stereotyp mit ähnlicher Wortwahl wie 

zuvor (vgl. act. A27, S. 9, F77, S. 13, F106). Auch seinen Besuch auf dem 

Polizeiposten am Abend schildert er wenig anschaulich und ohne persön-

liche Emotionen oder Reaktionen (vgl. act. A27, S. 9, F77, S. 14, F115).  

6.2.2 Zudem hat das SEM zu Recht ausgeführt, dass auch aufgrund des 

Vorliegens von Ungereimtheiten von der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen 

auszugehen ist. So erscheint es unlogisch, dass die Polizei lediglich den 

Beschwerdeführer wegen der Videoaufnahme gesucht haben soll, nicht je-

doch den Vater, der mit ihm zur Polizeistelle gegangen sei (vgl. act. A27, 

S. 12, F99). Auch der Rest der Familie wusste vom Sanddiebstahl und war 

davon betroffen (vgl. act. A27, S. 13, F105, S. 16, F140), aber nur der Be-

schwerdeführer hat offenbar aus Angst vor den Behörden das Land verlas-

sen. So überzeugt es auch nicht, dass es entscheidend sei, dass der Be-

schwerdeführer speziell gefährdet sei, da er das Video aufgenommen 

habe. Im Wesentlichen soll es doch darum gegangen sein, dass das Video 

nicht verbreitet werde (vgl. act. A27, S. 17, F141). 

Auch konnte der Beschwerdeführer nicht erklären, wieso sein Vater plötz-

lich im Januar 2020 auf dem Nachhauseweg von der Arbeit von den Be-

hörden misshandelt und spitalreif geschlagen worden sei. Zu diesem Zeit-

punkt lag die Ausreise des Beschwerdeführers immerhin schon etwa zwei 

Jahre zurück und bis dato war der Vater den Aussagen des Beschwerde-

führers gemäss unbehelligt geblieben. Wenn die Polizei nach der Ausreise 

des Beschwerdeführers wirklich nach dessen Aufenthaltsort hätte forschen 

wollen, wäre zu erwarten gewesenen, dass sie den Vater schon vorher an-

gegangen wäre (vgl. act. A27, S. 12, F100).  

Ganz grundsätzlich ist das Interesse der Polizei am Beschwerdeführer we-

gen der Videoaufnahme nicht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer gibt 

zur Erklärung an, die Polizei vermute, dass er das Video verbreitet habe, 

wolle es aber geheim halten, weshalb sie ihn vernichten wollten (vgl. act. 

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Seite 10 

A27, S. 13, F101 f.). Wieso er getötet werden soll, wenn er doch nicht mehr 

über das Mobiltelefon als Beweismittel verfügt, da es die Polizei einbehal-

ten habe (vgl. act. A27, S. 16, F136 ff.), erschliesst sich nicht. Es erscheint 

auch nicht klar, weshalb die Polizei wegen der Verbreitung des Videos et-

was zu befürchten haben soll. Laut Erklärung des Beschwerdeführers habe 

die Polizei gute Beziehungen zu den Sanddieben und unterstütze diese. 

Daher würde die Polizei Probleme bekommen, wenn das Video veröffent-

licht würde (vgl. act. A27, S. 15, F130, S. 18, F154 f.). Allerdings ist auf 

dem Video nur zu sehen, wie unbekannte Personen Sand abgraben (vgl. 

act. A27, S. 15, F129). Wie aufgrund des Videos ein Zusammenhang zur 

Polizei hergestellt werden könnte, bleibt auch unter Berücksichtigung der 

Einwände in der Beschwerde unklar. 

Es erschliesst sich im Weiteren nicht, wieso die Polizei den Beschwerde-

führer, nachdem sie ihn auf dem Polizeiposten misshandelt und in der 

Nähe des Postens liegen gelassen habe, wenige Tage nach der Entlas-

sung aus dem Spital zu Hause, bei der Schwester und in der Nachbar-

schaft gesucht haben soll. Der Beschwerdeführer konnte die Frage, warum 

er freigelassen worden sei, um wenig später wieder von der Polizei gesucht 

zu werden, auch nicht nachvollziehbar beantworten. So erklärte er, die Po-

lizei habe vielleicht gedacht, dass er sterben würde, wenn er lange auf der 

Strasse lieben bliebe (vgl. act. A27, S. 13, F103 f.). 

Schliesslich erscheint es wenig überzeugend, dass es der Polizei bei den 

Suchen nach dem Beschwerdeführer nach der Spitalentlassung die ganze 

Zeit nicht gelungen sein soll, ihn zu finden. Dies, obwohl er sich nicht ver-

steckt habe, sondern sich bei seiner Schwester und im Tempel aufgehalten 

habe (vgl. act. A27, S. 15, F127). 

6.2.3 Dem SEM ist auch in Bezug auf die Würdigung der eingereichten Be-

weismittel zuzustimmen, die als untauglich einzustufen sind. Die zu den 

Akten gereichten Fotos der Löcher aufweisenden Sandflächen und der 

Mutter mit zwei Polizisten können die gemachte Verfolgung durch die Poli-

zei nicht belegen. Auch die Zeitungsartikel und der USB-Stick können kei-

nen Beweis erbringen für die konkreten individuellen Verfolgungsvorbrin-

gen. Den beiden ärztlichen Berichten ist ebenfalls kein direkter Zusammen-

hang zur geltend gemachten Verfolgung zu entnehmen. 

6.2.4 Soweit der Beschwerdeführer vorträgt, im Februar/ März 2017 wegen 

seines untergetauchten Cousins, der sich zuvor am Wohnsitz der Eltern 

vor den sri-lankischen Behörden versteckt gehabt habe, von der Polizei 

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Seite 11 

mitgenommen, befragt und bedroht worden zu sein, weshalb er sich einige 

Monate nach Malaysia begeben habe, erweisen sich diese Ereignisse als 

nicht flüchtlingsrechtlich relevant. Zum einen lagen die angeblichen polizei-

lichen Behelligungen wegen des Cousins beim Zeitpunkt der Ausreise be-

reits über ein Jahr zurück, weshalb sie nicht mehr als fluchtauslösendes 

Ereignis gewertet werden können. Zum anderen hatte der Beschwerdefüh-

rer berichtet, dass ihn seine Familie, als er in Malaysia gewesen sei, infor-

miert habe, dass sich die Situation wegen des Cousins beruhigt habe, wes-

halb er nach Sri Lanka zurückgekehrt sei (vgl. act. A27, S.7, F57). Wegen 

des Cousins hat er sodann auch nach der Rückkehr aus Malaysia bis zur 

Ausreise keine weiteren Probleme mit den Behörden gehabt. Überdies 

sind Zweifel an der Glaubhaftigkeit bezüglich der Behelligungen seitens 

der Polizei angebracht, da es nicht zu überzeugen vermag, dass nur der 

Beschwerdeführer wegen des Cousins von der Polizei behelligt worden 

sein soll, währenddessen die Familie, insbesondere auch die Eltern, kei-

nerlei Probleme gehabt habe. Im Übrigen sei er legal nach Malaysia aus-

gereist, was bereits gegen das Vorliegen einer polizeilichen Verfolgung 

sprechen dürfte. 

6.2.5 Zusammenfassend ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, 

dass der Beschwerdeführer keine asylrechtlich relevante, zum Zeitpunkt 

der Ausreise bestehende Verfolgungssituation hat glaubhaft machen kön-

nen. 

6.3 Im Folgenden ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer aus anderen 

Gründen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne 

des Art. 3 AsylG drohen. 

6.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-

fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Das Gericht orientiert sich 

bei der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter 

Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen 

Risikofaktoren. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergan-

gene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der sogenannten "Stop-List" 

und die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden 

dabei als stark risikobegründende Faktoren eingestuft. Demgegenüber 

stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri 

Lanka, Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen 

Land schwach risikobegründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, 

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Seite 12 

die diese weitreichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene 

Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nach-

teile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lan-

kischen Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederauf-

leben zu lassen. Das Gericht hat im Einzelfall die konkret glaubhaft ge-

machten Risikofaktoren in einer Gesamtschau sowie unter Berücksichti-

gung der konkreten Umstände zu prüfen und zu erwägen, ob mit beachtli-

cher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung vor-

liegt (Urteil E-1866/2015 E. 8). 

6.3.2 Von einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr im Falle 

einer Rückkehr des Beschwerdeführers ist vorliegend nicht auszugehen. 

Der Beschwerdeführer oder seine nahen Familienangehörigen waren nie 

Mitglieder der LTTE (vgl. act. A27, S. 17, F148). Er konnte auch nicht glaub-

haft machen, dass er von den Behörden in relevanter Weise behelligt wor-

den sei. Es ist insgesamt nicht davon auszugehen, dass er ein für die sri-

lankischen Behörden relevantes Profil aufweist. Allein wegen der tamili-

schen Ethnie und der Herkunft aus dem Norden kann er keine Gefährdung 

ableiten, zumal das Gericht davon ausgeht, dass er mehrere Jahre vor sei-

ner Ausreise unbehelligt in Sri Lanka leben konnte und seine Familie wei-

terhin ohne Probleme dort lebt. Dass er in einer "Stop List" aufgeführt ist, 

dürfte angesichts seines niederschwelligen Profils wenig wahrscheinlich 

sein. Zudem ist festzuhalten, dass eine allfällige Befragung am Flughafen 

in Colombo und Kontrollmassnahmen an seinem Heimatort keine asylrele-

vanten Verfolgungsmassnahmen darstellen (Urteil des BVGer D-

5158/2018 vom 2. September 2019 E. 8.3). Unter Würdigung aller Um-

stände ist somit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer von der sri-lan-

kischen Regierung nicht zu jener Gruppe von Personen gezählt wird, die 

bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen, und 

so eine Gefahr für den sri-lankischen Einheitsstaat darstellt. Es ist nicht 

davon auszugehen, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri 

Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. 

6.3.3 An der vorangegangenen Einschätzung ändern weder der Regie-

rungswechsel vom 16. November 2019, dessen Folgen noch die erfolgte 

Verhaftung einer sri-lankischen Mitarbeiterin der Schweizerischen Bot-

schaft in Colombo etwas. Das Bundesverwaltungsgericht ist sich der Ver-

änderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerk-

sam und berücksichtigt sie bei der Entscheidfindung. Zwar ist beim derzei-

tigen Kenntnisstand durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Ge-

http://links.weblaw.ch/BVGer-D-5158/2018
http://links.weblaw.ch/BVGer-D-5158/2018

D-1256/2021 

Seite 13 

fährdungslage für Personen, die bestimmte Risikofaktoren erfüllen, auszu-

gehen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016; 

HRW, Sri Lanka: Families of «Disappeared» Threatened, 16.02.2020). 

Dennoch gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass 

seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv 

einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im 

Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso-

nen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren 

Folgen besteht. 

Vorliegend gelang es dem Beschwerdeführer nicht, glaubhaft zu machen, 

dass er in der Heimat behördlicher Verfolgung ausgesetzt gewesen war. 

Auch unter Berücksichtigung des aktuellen politischen Kontextes in Sri 

Lanka sind keine Anhaltspunkte und kein individueller Bezug ersichtlich, er 

hätte künftig mit einer asylrelevanten Verfolgung zu rechnen. 

6.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was 

geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-

lehnt. 

7.   

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

8.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2013/37

D-1256/2021 

Seite 14 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.3  

8.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.3.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 

Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss 

Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3.3 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri 

Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts – an welcher 

weiterhin festzuhalten ist – lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen 

Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den 

Wegweisungsvollzug unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E-1866/2015 

E. 12.2 f.). Sodann ergeben sich aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers sowie aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 

einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-

http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/24

D-1256/2021 

Seite 15 

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihm jedoch nicht. An dieser 

Einschätzung ändern auch das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 

November 2019 und deren Auswirkungen auf die Lage in Sri Lanka nichts, 

da kein persönlicher Bezug des Beschwerdeführers zu diesen Ereignissen 

erkennbar ist. 

8.3.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4  

8.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.4.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Zurzeit herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. In den beiden Refe-

renzurteilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Ok-

tober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung 

der Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei stellte es fest, dass der Weg-

weisungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter 

Einschluss des Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorliegen von indi-

viduellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen 

familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine ge-

sicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann. Auch die 

jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka – namentlich die Wahl von 

Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten und deren Folgen – sowie die 

Nachwirkungen der Anschläge vom 21. April 2019 und des damals ver-

hängten, zwischenzeitlich wieder aufgehobenen Ausnahmezustands füh-

ren nicht dazu, dass der Wegweisungsvollzug generell als unzumutbar an-

gesehen werden müsste. 

D-1256/2021 

Seite 16 

8.4.3 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Beim Beschwerdeführer handelt es 

sich um einen jungen gesunden Mann, der aus der Nordprovinz stammt 

und zuletzt in E._______ gelebt hat. Er hat im Heimatstaat eine Schulaus-

bildung bis zum O-Level durchlaufen und war vor seiner Ausreise mehrere 

Jahre in der Landwirtschaft tätig, wobei die Familie Felder und Grundstü-

cke besitzt, auf denen Gemüse und Palmen für die Herstellung von Palmöl 

angepflanzt werden (vgl. act. A27, S. 4, F22 ff.). Mit seinen Eltern, Schwes-

tern und Tanten verfügt er über ein familiäres Beziehungsnetz in 

E._______ beziehungsweise D._______ (vgl. act. A27, S. 3, F17, S. 4, 

F26). Er hat bei seinen Eltern gewohnt, wobei es der Familie wirtschaftlich 

gutgegangen sei (vgl. act. A27, S.3, F20). Es ist somit davon auszugehen, 

dass sich der Beschwerdeführer in seiner Heimat beruflich wieder integrie-

ren und auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen kann, welches 

ihm nach einer Rückkehr im Bedarfsfall Unterstützung bietet. Zudem könn-

ten ihn auch seine im Ausland lebenden Geschwister (eine Schwester in 

der I._______, eine in J._______ und ein Bruder in K._______, vgl. act. 

A27, S. 3, F10) notfalls finanziell unterstützen. Vor diesem Hintergrund ist 

insgesamt nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka in eine existentielle Notlage geraten wird.  

8.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung so-

wohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn überhaupt – um ein 

bloss temporäres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Voll-

zugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, 

indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland ange-

passt wird. 

8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34

D-1256/2021 

Seite 17 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen wurde mit 

Zwischenverfügung vom 30. März 2021 das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen, weshalb auf die Erhebung 

von Verfahrenskosten zu verzichten ist. 

10.2 Mit Zwischenverfügung vom 30. März 2021 wurde auch das Gesuch 

um Beiordnung einer amtlichen Rechtsbeiständin gutgeheissen. Bei amtli-

cher Vertretung wird in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– 

bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter ausgegan-

gen (Art. 8 Abs. 2, Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE), wobei nur der not-

wendige Aufwand zu entschädigen ist. Die Rechtsvertreterin reichte eine 

Honorarnote ein. Der angegebene zeitliche Aufwand von 22.5 Stunden für 

das Verfassen der Beschwerdeschrift erweist sich angesichts des Umfan-

ges und der Komplexität des vorliegenden Falles als deutlich überhöht und 

ist auf acht Stunden zu kürzen. Der unentgeltlichen Rechtsbeiständin ist 

demnach zulasten des Bundesverwaltungsgerichts ein amtliches Honorar 

von Fr. 1'249.10 (acht Stunden zu einem Ansatz von Fr. 150.–, inkl. Ausla-

gen von Fr. 49.10) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1256/2021 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständen MLaw Géraldine Kronig wird zulasten der 

Gerichtskasse ein Honorar in Höhe von Fr. 1'249.10 entrichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

Mia Fuchs Mareile Lettau 

 

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