# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0533c34a-ea47-561b-82d3-927c501647b4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 06.09.2016 VB160004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VB160004_2016-09-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 

 

Geschäfts-Nr. VB160004-O/U 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Burger, Vizepräsident lic. iur. 

M. Langmeier, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichterin lic. iur. 

E. Lichti Aschwanden und Oberrichterin lic. iur. F. Schorta sowie die 

Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Hsu-Gürber 

 

Beschluss vom 6. September 2016 

 

gegen 

 

A._____,  

Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Aufsichtsbeschwerde 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. B._____ (nachfolgend: Anzeigeerstatter) führte seit April 2011 vor dem Ein-

zelgericht des Bezirksgerichts Horgen einen aufwändigen Scheidungsprozess 

(Geschäfts-Nr. FE110076-F und FE160032-F). Zuständig war Ersatzrichterin lic. 

iur. A._____ als Einzelrichterin. Am 15. Juni 2015 erging das erstinstanzliche 

Scheidungsurteil (act. 8/144). Mit Beschluss des Obergerichts vom 2. Dezember 

2015 wurde dieses aufgehoben und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens 

und zu neuem Entscheid zurückgewiesen (act. 8/152). Am 4. Januar 2016 reich-

ten die Parteien eine Scheidungskonvention ein (act. 8/153-154), woraufhin am 

3. März 2016 das entsprechende Scheidungsurteil erging (act. 8/160). 

2. Mit Eingabe vom 5. April 2016 gelangte der Anzeigeerstatter an das Oberge-

richt des Kantons Zürich. Darin nahm er Bezug auf die Scheidungsprozesse 

FE110076-F und FE160032-F sowie auf das obergerichtliche Verfahren 

LC150031-O. Er führte aus, die richterlichen Leistungen des Bezirksgerichts Hor-

gen seien "katastrophal" gewesen, weshalb er sich erlaube, dem Obergericht eine 

Kopie der "Rüge/Schadenersatzforderung" zukommen zu lassen, welche er an 

den Gerichtspräsidenten Dr. C._____ geschickt habe. Er bitte das Obergericht 

"um Stellungnahme" (Urk. 1). Mit Schreiben vom 8. April 2016 wurde der Anzei-

geerstatter über die Zuständigkeit für Staatshaftungsklagen aufgeklärt und es 

wurde ihm Frist angesetzt, um zu erklären, ob er Aufsichtsbeschwerde i.S.v. § 82 

Abs. 1 GOG erheben wolle. Zusätzlich wurde dargelegt, dass er im Falle einer 

Aufsichtsbeschwerde die Person, gegen welche sich die Beschwerde richte, so-

wie die erhobenen Vorwürfe konkret zu bezeichnen habe (Urk. 3). 

3. Mit Eingabe vom 20. April 2016 reichte der Anzeigeerstatter Aufsichtsbe-

schwerde "betreffend Prozessführung am Bezirksgericht Horgen" ein, wobei er 

Ersatzrichterin lic. iur. A._____, Gerichtspräsident Dr. C._____ sowie ein "Kon-

trollorgan des Obergerichts" als "betroffen" bezeichnete (Urk. 4 S. 1). Kurz zu-

sammengefasst macht er geltend, Ersatzrichterin lic. iur. A._____ sei von der ers-

- 3 - 

ten Stunde an dem Gerichtsfall nicht gewachsen gewesen, Gerichtspräsident 

Dr. C._____ hätte sich spätestens nach der zweiten Rüge eingehend mit dem Fall 

beschäftigen müssen und das "Kontrollorgan des Obergerichts" hätte eingreifen 

müssen, spätestens nachdem Ersatzrichterin lic. iur. A._____ 9.5 Monate für die 

Begründung des Urteils gebraucht habe (Urk. 4 S. 8). 

4. Mit Schreiben vom 22. April 2016 wurde dem Anzeigeerstatter der Eingang 

seiner Aufsichtsbeschwerde bestätigt und er wurde darauf hingewiesen, dass ihm 

als Anzeigeerstatter im aufsichtsrechtlichen Beschwerdeverfahren keine Verfah-

rensrechte zustehen, namentlich weder ein Anspruch auf Kenntnisnahme der Er-

ledigung des Verfahrens noch ein Recht zur Ergreifung eines Rechtsmittels be-

stehe (act. 6). 

5. Die Akten FE110076-F und FE160032-F wurden beigezogen (act. 8). Da 

sich die Aufsichtsbeschwerde sofort als unbegründet erweist, kann in Anwendung 

von § 83 Abs. 2 GOG auf Vernehmlassung verzichtet werden  

II.  

Gemäss § 80 Abs. 1 lit. b GOG i.V.m. § 18 Abs. 1 lit. k der Verordnung über die 

Organisation des Obergerichts (LS 212.51) übt die Verwaltungskommission des 

Obergerichts des Kantons Zürich die Aufsicht über die dem Obergericht unterstell-

ten Gerichte und nach § 80 Abs. 2 GOG die mittelbare Aufsicht über die den Be-

zirksgerichten unterstellten Behörden aus (vgl. auch Hauser/Schweri/Lieber, 

GOG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2012, N 1 zu § 80 und N 1 zu § 84). Die 

Verwaltungskommission ist demnach zur Behandlung der Beschwerde zuständig. 

III. 

1. Aufgabe der Aufsichtsbehörde ist es, durch Gebrauch ihrer Aufsichts- und 

Disziplinargewalt auf entsprechende Anzeige hin ein ordnungs- und rechtswidri-

ges Verhalten einer Justizperson zu ahnden (sog. administrative Beschwerde) 

- 4 - 

oder eine tatsächlich oder vermeintlich unrechtmässige oder unzweckmässige 

Anordnung aufzuheben bzw. abzuändern (sog. sachliche Beschwerde). 

1.1. Mit der administrativen Beschwerde wird die Aufsichtsbehörde veranlasst, 

von ihrer Aufsichts- und Disziplinargewalt Gebrauch zu machen. Ihrem Wesen 

nach stellt die Aufsichtsbeschwerde nichts anderes als eine Verzeigung dar, mit 

der auf ein ordnungs- und rechtswidriges Verhalten einer Justizperson hingewie-

sen wird. Der Antrag geht auf die Behebung eines Missstandes, eventuell auf 

administrative Ahndung, nicht jedoch auf Korrektur einer getroffenen materiellen 

Entscheidung. Es ist Sache der Aufsichtsbehörde darüber zu entscheiden, ob sie 

Ordnungsfehler ahndet. Dabei obliegt ihr ein pflichtgemäss auszuübendes Er-

messen. Dementsprechend verpflichtet eine Anzeige die Aufsichtsbehörde nicht 

zum Eingreifen bzw. zur Anhandnahme eines Verfahrens. Immerhin kann sich 

aber aus der Art der Vorwürfe die Pflicht der jeweiligen Aufsichtsbehörde erge-

ben, weitere Abklärungen zu treffen. Solche sind namentlich dann angezeigt, 

wenn offensichtlich objektiv begründete Hinweise auf eine Verfehlung und damit 

ein öffentliches Interesse an der Aufklärung des Fehlverhaltens bestehen, sich 

weitere Abklärungen somit geradezu aufdrängen (vgl. Hauser/Schweri/Lieber, 

a.a.O., N 6 und 43 f. zu § 82).  

1.2. Als Anzeige kann eine administrative Aufsichtsbeschwerde grundsätzlich 

von jedermann gestellt werden. Der Anzeigeerstatter kann aus seiner Stellung je-

doch keine Verfahrensrechte ableiten, und zwar unabhängig davon, ob es sich 

um eine Drittperson oder um eine Verfahrenspartei des der Aufsichtsbeschwerde 

zugrunde liegenden Verfahrens handelt. Der Grund hierfür liegt darin, dass die in 

einem separaten Verfahren durchzuführende Aufsichtsbeschwerde nicht eine 

Streitigkeit zwischen dem Anzeigeerstatter und der Verwaltung betrifft, sondern 

eine das Verhältnis zwischen der Verwaltung und dem Gesetz bzw. der Auf-

sichtsbehörde und dem Beaufsichtigten betreffende Angelegenheit zum Gegen-

stand hat. Demzufolge ist dem Anzeigeerstatter weder vom Ausgang des Verfah-

rens Mitteilung zu machen noch steht ihm die Legitimation zur Ergreifung eines 

Rechtsmittels zu (Beschluss der Verwaltungskommission VB110016-O vom 

22. August 2012, Erw. III.1.2.; vgl. auch ZR 86 [1987] Nr. 78). 

- 5 - 

1.3. Eine Aufsichtsbeschwerde ist innert zehn Tagen seit Kenntnisnahme der 

Amtspflichtverletzung schriftlich einzureichen. Sie hat einen Antrag und eine Be-

gründung zu enthalten (§ 83 Abs. 1 GOG).  

2. Vorab ist festzuhalten, dass auf die Aufsichtsbeschwerde des Anzeigeerstat-

ters, soweit er damit rügt, das "Kontrollorgan des Obergerichts" hätte spätestens 

dann eingreifen müssen, als Ersatzrichterin lic. iur. A._____ 9.5 Monate für die 

Begründung des Urteils benötigt habe, nicht einzutreten ist, da unklar ist, gegen 

wen sich diese Aufsichtsbeschwerde richtet. Zudem dürfte es diesbezüglich auch 

an der Zuständigkeit der Verwaltungskommission fehlen. Sodann ergibt sich aus 

den vorliegenden Akten ohne Weiteres, dass Gerichtspräsident Dr. C._____ je-

weils in angemessener Weise auf die Schreiben des Anzeigeerstatters und des-

sen Rechtsvertreters reagiert hat (vgl. act. 8/137, act. 8/139 und act. 8/179), wes-

halb hinsichtlich Gerichtspräsident Dr. C._____ offensichtlich keine Amtspflicht-

verletzungen ersichtlich sind. 

3. An zwei Stellen in seiner Eingabe vom 20. April 2016 stellt der Anzeigeer-

statter die Unabhängigkeit von Ersatzrichterin lic. iur. A._____ in Frage (act. 4 

S. 2 und S. 4). Er stützt diese Vorbringen auf lange zurückliegende Prozesshand-

lungen ab. Ein taugliches Ablehnungsgesuch ist in diesen Vorbringen nicht zu se-

hen, denn ein solches wäre nach Art. 49 Abs. 1 ZPO unverzüglich zu stellen ge-

wesen, sobald der Anzeigeerstatter vom angeblichen Ausstandsgrund Kenntnis 

erhielt. Auch diesbezüglich kann daher auf Weiterungen - insbesondere auf eine 

Weiterleitung an die zuständige Stelle - verzichtet werden. 

4. Mit Schreiben vom 8. April 2016 wurde der Anzeigeerstatter darauf aufmerk-

sam gemacht, dass Schadenersatzbegehren gegen den Kanton vorab schriftlich 

beim Regierungsrat einzureichen sind (act. 3 S. 1). Auf seine Ausführungen be-

treffend einen erlittenen Schaden von insgesamt Fr. 578'264.- (act. 4 S. 7) ist da-

her nicht weiter einzugehen. 

5. Der Anzeigeerstatter rügt verschiedene Anordnungen und Verhaltensweisen 

von Ersatzrichterin lic. iur. A._____ während der Ehescheidungsverfahren 

FE110076-F und FE160032-F. Die meisten dieser Anordnungen und Verhaltens-

- 6 - 

weisen fanden vor dem 11. März 2016 statt, weshalb die zehntägige Frist für die 

Erhebung einer Aufsichtsbeschwerde vor dem 5. April 2016 (Datum des ersten 

Schreibens des Anzeigeerstatters) verstrichen ist und insofern auf die Aufsichts-

anzeige nicht einzutreten ist. Mit Blick auf die Tatsache, dass die Aufsichtsbehör-

de nicht nur auf entsprechende Anzeige hin, sondern auch von Amtes wegen tätig 

werden kann, ist im Folgenden dennoch kurz auf sämtliche Vorwürfe des Anzei-

geerstatters einzugehen. 

5.1. Der Anzeigeerstatter rügt zunächst verschiedene Massnahmen der Prozess-

leitung. Ersatzrichterin lic. iur. A._____ habe mit zwei Verfügungen Unterlagen 

einverlangt, welche sich bereits bei den Akten befunden hätten (act. 4 S. 3 f. und 

S. 7). Sodann habe er - der Anzeigeerstatter - die Eingabe der Gegenpartei vom 

26. April 2013 erst am 29. Juli 2013 zur Stellungnahme zugestellt erhalten (Urk. 4 

S. 4) und er habe keine Möglichkeit zur Stellungnahme zu den Noven in der Dup-

lik vom 20. November 2012 erhalten (act. 4 S. 4). Im Weiteren habe die Beklagte 

am 20. November 2012 die Duplik eingereicht und Gelegenheit für eine Dupliker-

gänzung erhalten, obschon keine Fristerstreckung erlaubt sei (act. 4 S. 7 f.). Und 

schliesslich habe während des ganzen Prozesses keine persönliche Befragung 

der Parteien stattgefunden (act. 4 S. 6 und S. 7). Im Weiteren kritisiert er den Ent-

scheid von Ersatzrichterin lic. iur. A._____ vom 21. August 2012 betreffend Ab-

weisung des klägerischen Begehrens um Abänderung der Eheschutzverfügung 

(Urk. 4 S. 5 und S. 6) sowie das Scheidungsurteil vom 15. Juni 2015, für welches 

Ersatzrichterin lic. iur. A._____ zu lange gebraucht habe und welches Mängel 

aufweise (Urk. 4 S. 4, S. 6 und S. 8). 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Aufsichtsbeschwerde 

subsidiär zu allfälligen Rechtsmitteln ist. Massnahmen der Prozessführung unter-

liegen grundsätzlich den prozessualen Rechtsmitteln und können nicht mit Auf-

sichtsbeschwerde angefochten werden, da es der Aufsichtsbehörde nicht zusteht, 

die Gesetzesmässigkeit der Rechtsprechung durchzusetzen (Hauser/Schweri/Lie-

ber, a.a.O., N 23 § 82; ZR 64 [1965] Nr. 18; ZR 73 [1974] Nr. 6). Rechtspre-

chungsakte dürfen damit in aller Regel nur durch die rechtsprechende Gewalt 

kontrolliert und korrigiert werden und sind einer Überprüfung durch die Aufsichts-

- 7 - 

behörde entzogen (ZR 46 [1947] Nr. 100). Auch eine Verzögerung der Rechts-

pflege als Folge einer vom Richter als notwendig erachteten prozessleitenden 

Massnahme ist nur auf dem Rechtsmittelweg anfechtbar (Hauser/Schweri/Lieber, 

a.a.O., N 29 zu § 82). Damit hätte der Anzeigeerstatter die oberwähnten Rügen 

mit den entsprechenden Rechtsmitteln geltend machen müssen. Die Aufsichtsbe-

schwerde steht dafür nicht zur Verfügung. 

5.2. Der Anzeigeerstatter macht im Weiteren geltend, die erste Einigungsver-

handlung habe erst Ende August 2011 stattgefunden, da der Anwalt der Gegen-

partei vorher keine freien Termine gehabt habe und Ersatzrichterin lic. iur. 

A._____ darauf eingegangen sei (act. 4 S. 2). 

Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass Ersatzrichterin lic. iur. A._____ im 

damaligen Zeitpunkt noch gar nicht für das Scheidungsverfahren des Anzeigeer-

statters zuständig war. Vielmehr wurde die entsprechende Verfügung durch Be-

zirksrichter lic. iur. D._____ erlassen (act. 8/5). Eine Amtspflichtverletzung von Er-

satzrichterin lic. iur. A._____ ist in diesem Zusammenhang damit ausgeschlossen. 

5.3. Sodann bringt der Anzeigeerstatter vor, die Einigungsverhandlung vom 

25. August 2011 hätte um 13:30h beginnen sollen, sie habe jedoch erst um 

14:15h begonnen. Im Protokoll stehe unzutreffenderweise, der Beginn der Ver-

handlung sei um 13:30h gewesen. Zudem habe die Einigungsverhandlung ohne 

Ergebnis abgebrochen werden müssen (Urk. 4 S. 2, S. 6 und S. 7). Die Ver-

gleichsverhandlung vom 25. Januar 2012 habe ebenfalls ohne Ergebnis abgebro-

chen werden müssen (Urk. 4 S. 3, S. 6 und S. 7). 

Auch in diesem Zusammenhang ist keine Amtspflichtverletzung von Ersatzrichte-

rin lic. iur. A._____ ersichtlich. Dass die Einigungs- und die Vergleichsverhand-

lung nicht zu einem Vergleich führten, vermag keine Amtspflichtverletzung von 

Ersatzrichterin lic. iur. A._____ zu begründen. Sollte die auf 13:30h angesetzte 

Einigungsverhandlung vom 25. August 2011 tatsächlich erst um 14:15h begonnen 

haben, stellte eine derartige Verspätung keine aufsichtsrechtlich relevante Amts-

pflichtverletzung dar. Bei der nach Ansicht des Anzeigeerstatter falschen Proto-

kollierung dürfte es sich sodann um ein Versehen gehandelt haben, welches zu-

- 8 - 

dem mit einem Protokollberichtigungsbegehren rasch hätte behoben werden kön-

nen. Auch darin ist keine aufsichtsrechtlich relevante Amtspflichtverletzung zu er-

blicken. 

5.4. Im Weiteren macht der Anzeigeerstatter geltend, Ersatzrichterin lic. iur. 

A._____ habe die E._____ als Schätzer festgelegt, was nicht gültig gewesen sei 

(act. 4 S. 3, S. 6 und S. 7). 

Die Gültigkeit bzw. Ungültigkeit der durch Ersatzrichterin lic. iur. A._____ erfolgten 

Einsetzung der E._____ als Schätzer war bereits Gegenstand des Berufungsver-

fahrens vor Obergericht und führte schliesslich zu einer Rückweisung des Verfah-

rens (vgl. act. 8/152). Die Auffassung von Ersatzrichterin lic. iur. A._____ betref-

fend Begutachtung erwies sich damit als unzutreffend. Eine unzutreffende 

Rechtsauffassung stellt jedoch keine Amtspflichtverletzung dar und bildet insbe-

sondere keine Veranlassung für aufsichtsrechtliche Massnahmen. 

5.5. Im Weiteren macht der Anzeigeerstatter geltend, Ersatzrichterin lic. iur. 

A._____ habe am 18. Februar 2016 eine Konventionsergänzung verlangt, was 

unnötig gewesen sei und den Prozess verlängert habe (act. 4 S. 5). 

Dieser Vorwurf erweist sich als unzutreffend. Aus dem Schreiben des Gerichts an 

die Parteien vom 18. Februar 2016 ergibt sich ohne Weiteres, dass nicht Ersatz-

richterin lic. iur. A._____, sondern das zuständige Grundbuchamt diese Ergän-

zungen verlangte (act. 8/156/1-2). Auch diesbezüglich ist damit keine Amtspflicht-

verletzung von Ersatzrichterin lic. iur. A._____ ersichtlich. 

5.6. Schliesslich macht der Anzeigeerstatter geltend, Rechtsanwalt F._____ ha-

be die Begründung des Scheidungsurteils verlangt. Ersatzrichterin lic. iur. 

A._____ habe diese vergessen, was zu einer Verzögerung geführt habe (act. 4 

S. 5, S. 6 und S. 7). 

Aus den Akten ergibt sich, dass Rechtsanwalt F._____ zunächst telefonisch eine 

Berichtigung von Dispositiv-Ziff. 6 des Scheidungsurteil verlangte (act. 8/167). Da-

raufhin wurde ihm mitgeteilt, dass das Gericht keine Veranlassung für eine solche 

Berichtigung sehe (act. 8/168). In der Folge verlangte Rechtsanwalt F._____ mit 

- 9 - 

Eingaben vom 17. März 2016 die Berichtigung von Dispositiv-Ziff. 6 (act. 8/169) 

und die Begründung des Scheidungsurteils (act. 8/169A). Mit Verfügung vom 

22. März 2016 nahm das Gericht die verlangte Berichtigung von Dispositiv-Ziff. 6 

vor (act. 5/171). Am 24. März 2016 informierte das Gericht Rechtsanwalt F._____ 

über die erfolgte Berichtigung und bat ihn, das Begehren um Begründung des Ur-

teils zurückzuziehen, was Rechtsanwalt F._____ in Aussicht stellte (act. 8/173). 

Mit Eingabe vom 29. März 2016 zog Rechtsanwalt F._____ schliesslich seinen 

Antrag um Begründung des Scheidungsurteils zurück (act. 8/176). Es kann bei 

dieser Sachlage keine Rede davon sein, Ersatzrichterin lic. iur. A._____ habe die 

Begründung vergessen. Eine Amtspflichtverletzung ist damit auch in diesem Zu-

sammenhang nicht ersichtlich. 

6. Abschliessend ist damit festzuhalten, dass kein pflichtwidriges Verhalten von 

Ersatzrichterin lic. iur. A._____ vorliegt, welches in Ausübung des pflichtgemäs-

sen Ermessens die Anordnung von aufsichtsrechtlichen Massnahmen erfordern 

würde. Soweit auf die Aufsichtsbeschwerde einzutreten ist, sind keine aufsichts-

rechtlichen Massnahmen anzuordnen. 

IV. 

1. Im Verfahren betreffend administrative Aufsichtsbeschwerde sind gemäss 

gängiger Praxis des Obergerichts keine Kosten zu erheben, sofern diese nicht 

mutwillig erhoben wurde (§ 83 Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 108 ZPO, § 20 GebV OG; 

BSK ZPO-Bornatico, Art. 132 N 39). 

2. Hinzuweisen ist sodann auf das Rechtsmittel des Rekurses an die Rekurs-

kommission. 

Es wird beschlossen: 

1. Soweit auf die Aufsichtsbeschwerde einzutreten ist, werden keine aufsichts-

rechtlichen Massnahmen angeordnet. 

- 10 - 

2. Die Kosten fallen ausser Ansatz. 

3. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an 

− Ersatzrichterin lic. iur. A._____, gegen Empfangsschein 

− das Bezirksgericht Horgen (Geschäfts-Nr. FE160032), gegen Emp-
fangsschein und unter Rücksendung der beigezogenen Akten (act. 8) 

5. Rechtsmittel: 

Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurs-

kommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht wer-

den. In der Rekursschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. All-

fällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

 
Zürich, 6. September 2016 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Verwaltungskommission 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. A. Hsu-Gürber 
 
versandt am:   

	Beschluss vom 6. September 2016
	 Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	IV.
	Es wird beschlossen:
	1. Soweit auf die Aufsichtsbeschwerde einzutreten ist, werden keine aufsichtsrechtlichen Massnahmen angeordnet.
	2. Die Kosten fallen ausser Ansatz.
	3. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an
	 Ersatzrichterin lic. iur. A._____, gegen Empfangsschein
	 das Bezirksgericht Horgen (Geschäfts-Nr. FE160032), gegen Empfangsschein und unter Rücksendung der beigezogenen Akten (act. 8)

	5. Rechtsmittel: Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurskommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Rekursschrift...
	Zürich, 6. September 2016