# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73eaf926-4894-5473-bc48-fe093340050a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.08.2008 A-7970/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7970-2007_2008-08-28.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-7970/2007
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz),
Richter Jürg Kölliker, Richter Daniel Riedo, 
Gerichtsschreiberin Michelle Eichenberger.

Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft 
(SRG), Zweigniederlassung, BUS Business Unit Sport, 
Fernsehstrasse 1 - 4, 8052 Zürich,
vertreten durch Rechtsanwalt Rudolf Mayr von Baldegg, 
Töpferstrasse 5, 6004 Luzern
Beschwerdeführerin,

gegen

Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele 
Südostschweiz, Tele Tell, Tele Top, Tele Züri,
vertreten durch Herr Marc Friedli, c/o Tele Bärn, 
Grünaustrasse 3, 3084 Wabern
Beschwerdegegner,

Bundesamt für Kommunikation (BAKOM),
Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel
Vorinstanz.

Zulassung zur Kurzberichterstattung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-7970/2007

Sachverhalt:

A.
Mit Schreiben vom 21. Juli 2006 gelangten acht regionale Privat-Fern-
sehveranstalter (Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele 
Südostschweiz,  Tele Tell,  Tele Top, Tele Züri;  nachfolgend: Regional-
sender) an das Bundesamt für Kommunikation (nachfolgend: BAKOM). 
Sie kritisierten das Schreiben der Schweizerischen Radio- und Fern-
sehgesellschaft (nachfolgend: SRG) vom 18. Juli 2006, welches über 
neue  Zugangsbedingungen  zu  Fussball-  und  Eishockeyspielen  der 
Saison 2006/07 ff., bezüglich deren die SRG über Exklusivrechte ver-
fügt,  informierte.  Die  Beanstandungen  der  Regionalsender  richteten 
sich  gegen  die  Regelung  der  SRG,  wonach  Drehgenehmigungen 
grundsätzlich nicht mehr gewährt würden, da praktisch alle Spiele live 
und mit einem hohen Kamerastandart produziert würden, sowie gegen 
die angekündigte Tarifpolitik der SRG.

B.
Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2006 erliess das BAKOM für die 
Dauer des Hauptverfahrens vorsorgliche Massnahmen. Danach wurde 
die  SRG angewiesen,  den Regionalsendern  im Rahmen ihres  Kurz-
berichterstattungsrechts physischen Zugang zu Fussball-  und Eisho-
ckeyspielen  mit  eigenen  Bild-  und  Tonaufnahmegeräten,  inklusive 
Drehgenehmigungen für eigene Spielbilder, zu gewähren. Diese Dul-
dungspflicht bestehe jeweils gegenüber denjenigen Veranstaltern, wel-
che über Spiele berichten wollten, die Heim- oder Auswärtsspiele von 
Mannschaften  aus  ihrem  konzessionierten  Verbreitungsgebiet  beträ-
fen. Sie gelte ab Eröffnung der Zwischenverfügung bis zu einem Ent-
scheid in der Hauptsache. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese 
Zwischenverfügung werde die  aufschiebende Wirkung entzogen. Am 
16. August 2006 erfolgte seitens des BAKOM eine Ergänzung der Zwi-
schenverfügung vom 31. Juli 2006, da Tele Südostschweiz im Disposi-
tiv versehentlich nicht erwähnt worden war.

C.
Mit  Verfügung vom 25. Oktober  2007 stellte  das  BAKOM neben der 
Kostenformel und der Eröffnung Folgendes fest bzw. ordnete Folgen-
des an:

Seite 2

A-7970/2007

"1. Physical Access

1.1 Spiele bis zum 1. April 2007

Es wird festgestellt, dass die SRG SSR verpflichtet war, den Regional-

sendern Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südost-

schweiz, Tele Tell, Tele Top und Tele Züri im Rahmen ihres Kurzbericht-

erstattungsrechts physischen Zugang zu Fussball- und Eishockeyspie-

len mit eigenen Bild- und Tonaufnahmegeräten, inklusive Drehgeneh-

migungen für eigene Spielbilder, zu gewähren. Diese Duldungspflicht 

bezog sich auf die Spiele der Saison 2006/2007, soweit die SRG SSR 

über Exklusivrechte verfügte.

Diese Verpflichtung galt unter dem Vorbehalt, dass die räumlichen und 

technischen Voraussetzungen für einen Physical Access gegeben wa-

ren.

1.2 Spiele ab dem 1. April 2007

Es wird festgestellt, dass die SRG SSR verpflichtet ist, den Regional-

sendern Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südost-

schweiz, Tele Tell, Tele Top und Tele Züri im Rahmen ihres Kurzbericht-

erstattungsrechts physischen Zugang zu Fussball- und Eishockeyspie-

len mit eigenen Bild- und Tonaufnahmegeräten, inklusive Drehgeneh-

migungen für eigene Spielbilder, zu gewähren. Diese Duldungspflicht 

bezieht sich auf die Spiele der Saison 2006/2007, und sie gilt für künf-

tige Spielsaisons, soweit die SRG SSR über Exklusivrechte verfügt.

Diese Verpflichtung gilt unter dem Vorbehalt, dass die räumlichen und 

technischen Voraussetzungen für einen Physical Access gegeben sind. 

Bei beschränkten Kapazitäten ist eine Priorisierung wie folgt vorzuneh-

men:

• Zunächst ist der Zugang an Veranstalter zu gewähren, welche auf-

grund vertraglicher Vereinbarungen mit der SRG SSR bzw. des Er-

eignisveranstalters einen Anspruch darauf haben.

• Im Falle weiterer Kapazitäten ist auch Veranstaltern, die eine mög-

lichst umfassende Versorgung in der Schweiz gewährleisten, Zu-

gang zu gewähren, sowie Regionalveranstaltern mit Leistungsauf-

trag, falls Heim- oder Auswärtsspiele von Mannschaften aus dem 

Seite 3

A-7970/2007

konzessionierten Verbreitungsgebiet  dieser Veranstalter  betroffen 

sind.

• Im Falle weiterer Kapazitäten sind auch die übrigen Veranstalter 

zu berücksichtigen.

1.3 Akkreditierungsgebühr

Es wird festgestellt, dass die Erhebung einer pauschalen «Akkreditie-

rungsgebühr» für  Kamerazugang  in  der  «Mixed  Zone»,  wie  sie  im 

Schreiben  der  SRG SSR vom 18. Juli  bzw. 4.  August  2006  für  die 

Spielsaison 2006/2007 ff. angekündigt wurde, unzulässig ist.

2. Signal Access

2.1 Es wird festgestellt, dass die SRG SSR nur die aus ihrer Signalüber-

lassungspflicht direkt entstehenden effektiven Mehrkosten auf die Re-

gionalsender überwälzen darf. Es wird festgestellt, dass die SRG SSR 

eine Pauschalgebühr erheben kann. Diese muss sich auf überprüfbare 

Technik- und Personalkosten und allfällige weitere mit der Einräumung 

des Rechts auf Kurzberichterstattung notwendigerweise verbundenen 

Kosten beziehen und darf keine Überwälzung der eigenen Rechtekos-

ten durch die SRG SSR beinhalten.

2.2 Es  wird  festgestellt,  dass  die  pauschale  «Kurzberichterstattungsge-

bühr» von Fr. 300.--/Fr. 100.-- gemäss Schreiben der SRG SSR vom 

18. Juli 2006 bzw. 4. August 2006 unzulässig ist.

2.3 Es wird festgestellt, dass die Pauschale von Fr. 300.-- für technische 

Kosten für die Abgabe eines Spiel-Mitschnitts zulässig ist.

3. Die SRG SSR wird aufgefordert, das BAKOM innert 30 Tagen ab Rechts-

kraft  dieser  Verfügung über  die  Massnahmen zu informieren,  welche sie 

zur  Sicherstellung  des  Kurzberichterstattungsrechts  der  in  Ziff.  1  ge-

nannten  Regionalsender  trifft.  Sollte  die  SRG  SSR  dieser  Pflicht  nicht 

nachkommen,  werden  weitere  administrative  Massnahmen im Sinne  von 

Art. 89 f. des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio und Fernse-

hen (RTVG, SR 784.40) ergriffen.“

Zur Begründung führte das BAKOM aus, die Auslegung des anwend-
baren Art. 7 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über 
Radio  und Fernsehen (aRTVG, AS 1992 601)  führe  dazu,  dass  der 

Seite 4

A-7970/2007

Primärveranstalter  (Rundfunkveranstalter,  der  mit  dem  Ereignis-
veranstalter bzw. dem Rechtsinhaber oder -händler einen Vertrag be-
züglich Erstverwertungs- oder Exklusivberichterstattungsrechten abge-
schlossen hat; vorliegend: Beschwerdeführerin) ein Zugangsrecht des 
Sekundärveranstalters (Rundfunkveranstalter, der im Rahmen des ge-
setzlichen  Kurzberichterstattungsrechts  über  das  Ereignis  berichten 
möchte, aber über keine Exklusivrechte verfügt; vorliegend: Beschwer-
degegner) zu dulden habe, welches grundsätzlich die Mitnahme eige-
ner  Aufzeichnungsgeräte  zur  Herstellung  eigener  Bilder  inklusive 
Spielbilder  mitbeinhalte.  Diese  Auslegung  widerspreche  auch  nicht 
dem Urheberrechtsgesetz vom 9. Oktober 1992 (URG, SR 231.1) und 
habe auch unter dem neuen RTVG Geltung.

Für Spiele bis zum 1. April 2007, d.h. für solche vor Inkrafttreten des 
neuen  RTVG,  habe  der  Sekundärveranstalter  weiter  das  Wahlrecht, 
welche Art des Zugangs nach Art. 7 Abs. 1 aRTVG – Physical Access 
(Direktes Zugangsrecht des Sekundärveranstalters zum Ereignis, ge-
koppelt  mit  einer  entsprechenden  Duldungspflicht  des  Primärveran-
stalters  und  des  Ereignisveranstalters  sowie  des  Rechtehändlers 
[Bst. a])  oder  Signal  Access  (Recht  des  Sekundärveranstalters,  im 
Rahmen seines Kurzberichterstattungsrechts Bild- und Tonaufnahmen 
des Ereignisses zu angemessenen Bedingungen zu erhalten [Bst. b]) 
– er im konkreten Fall in Anspruch nehmen wolle. Der Physical Access 
gelte jedoch nicht absolut, sondern nur soweit es die technischen und 
räumlichen Gegebenheiten erlaubten. Für Spiele ab dem 1. April 2007 
von primär  regionaler  Bedeutung sei  die  Prioritätenregelung für  den 
Physical Access von Art. 69 Abs. 1 der Radio- und Fernsehverordnung 
vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) jedoch anzupassen.

Hinsichtlich der finanziellen Abgeltung für das Kurzberichterstattungs-
recht kam das BAKOM zum Schluss, beim Physical Access sei die Er-
hebung einer pauschalen Akkreditierungsgebühr von Fr. 100.-- unzu-
lässig, da sie dem Grundsatz der Kostenlosigkeit gemäss aRTVG bzw. 
RTVG widerspreche  und  die  SRG  allfällige  effektiv  aus  der  Einräu-
mung des Zugangs vor Ort entstehende Kosten nicht nachvollziehbar 
ausweise.  Beim  Signal  Access  sei  die  Kurzberichterstattungsgebühr 
mit dem Grundsatz von Art. 20 Abs. 4 der Radio- und Fernsehverordn-
ung vom 6 Oktober 1997 (aRTVV, AS 1997 2903) bzw. Art. 70 Abs. 2 
RTVV  nicht  vereinbar,  wonach  nur  durch  die  Signalüberlassungs-
pflicht  entstehende  effektive  Mehrkosten  überwälzt  werden  dürften. 
Eine Pauschalgebühr sei zwar grundsätzlich zulässig, müsse aber auf 

Seite 5

A-7970/2007

überprüfbaren Kosten beruhen und dürfe keine Überwälzung der eige-
nen Rechtekosten beinhalten. Die pauschal erhobene Gebühr von Fr. 
300.-- für eine Videokassette mit Spielaufzeichnungen in sendefähiger 
Qualität sei angemessen. Die SRG habe ihre Kosten aber den Regio-
nalsendern auf deren allfälliges Begehren hin auszuweisen.

Schliesslich verpflichtete das BAKOM die SRG im Rahmen einer admi-
nistrativen  Massnahme,  die  Aufsichtsbehörde  über  die  getroffenen 
Massnahmen zur Sicherung des Kurzberichterstattungsrechts der Re-
gionalveranstalter zu informieren. Eine verbindliche Regelung der Zu-
gangsproblematik  seinerseits  erachte  es  nicht  als  sinnvoll.  Vielmehr 
sei  eine einvernehmliche Lösung zwischen den Beteiligten vorzuzie-
hen.

D.
Mit Eingabe vom 23. November 2007 führt die SRG (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin)  gegen  die  Verfügung  des  BAKOM  (nachfolgend: 
Vorinstanz) vom 25. Oktober 2007 beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde. Sie beantragt die vollumfängliche Aufhebung der angefoch-
tenen  Verfügung  und  der  vorsorglichen  Massnahmen  gemäss  Zwi-
schenverfügung der Vorinstanz vom 31. Juli 2006. Es sei festzustellen, 
dass die Vorinstanz mit den angefochtenen Verfügungen Bundesrecht, 
insbesondere  verfassungsmässige  Rechte  sowie  das  RTVG, verletzt 
habe.

Die Beschwerdeführerin macht geltend, für eine Auslegung von Art. 7 
Abs. 1 aRTVG bestehe einerseits gar kein Raum. Andererseits würden 
auch die  verschiedenen Auslegungsmethoden und die  zitierte  Lehre 
ohnehin  nicht  zu  belegen  vermögen,  dass  die  Produktion  eigener 
Spielbilder zulässig sei. Weiter habe sie in der Praxis die Herstellung 
eigener Bilder nicht generell erlaubt. Zu den finanziellen Abgeltungen 
führt sie aus, die Vorinstanz verkenne den technischen Aufwand für Vi-
deomitschnitte und in Bezug auf Technik und Manpower. Auch sei der 
Kurzberichterstattungspreis früher vertraglich vereinbart gewesen und 
von  den  Parteien  bis  anhin  als  angemessen  betrachtet  worden. 
Schliesslich werde Art. 28 URG verletzt und verstosse die angefochte-
ne Verfügung gegen die Rechtsgleichheit gemäss Art. 8 der Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April 
1999 (BV, SR 101), gegen Treu und Glauben und den Schutz vor Will-
kür  gemäss Art. 9 BV, gegen die Eigentumsgarantie gemäss Art. 26 

Seite 6

A-7970/2007

BV und gegen die in Art. 27 und Art. 94 ff. BV statuierte Wirtschafts-
freiheit.

E.
Die Regionalsender (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragen mit 
Beschwerdeantwort  vom  15.  Januar  2008  die  Abweisung  der  Be-
schwerde und die vollumfängliche Bestätigung der angefochtenen Ver-
fügung. Weiter sei festzustellen, dass die vorsorglichen Massnahmen 
der Zwischenverfügungen des BAKOM vom 31. Juli 2006 und 16. Au-
gust  2006  betreffend  Kurzberichterstattungsrecht  bei  Fussball-  und 
Eishockeyspielen weiterhin gelten würden, und eventualiter seien die-
se  vorsorglichen Massnahmen dahingehend zu bestätigen,  dass  die 
Beschwerdeführerin  angewiesen  werde,  den Beschwerdegegnern  im 
Rahmen  ihres  Kurzberichterstattungsrechts  physischen  Zugang  zu 
Fussball-  und Eishockeyspielen mit  eigenen Bild-  und Tonaufnahme-
geräten, inklusive Drehgenehmigungen für eigene Spielbilder, zu ge-
währen. Diese Duldungspflicht gelte gegenüber denjenigen Veranstalt-
ern, welche über Heim- oder Auswärtsspiele von Mannschaften aus ih-
rem konzessionierten Verbreitungsgebiet berichten wollten.

Die Beschwerdegegner bringen vor, eine Anfechtung der Zwischenver-
fügungen sei nicht mehr möglich, da diese in Rechtskraft erwachsen 
seien. Sie würden bis zum Vorliegen eines formell rechtskräftigen Ent-
scheids gelten und seien somit auch heute noch gültig. Zum Physical 
Access führen die Beschwerdegegner aus, zum einen könnten sie ge-
mäss dem Willen des Gesetzgebers vor Ort eigene Ton- und Bildauf-
nahmen machen. Zum anderen würde das Verbot  eigener Bilder die 
Regelung von Art. 72 RTVG ihres Sinns entleeren. Die Beschwerde-
gegner  hätten  häufig  einen  anderen  inhaltlichen  Fokus  und  würden 
demnach die Schwerpunkte ihrer Berichterstattung anders als die Be-
schwerdeführerin  setzen,  was  eigenes  Filmmaterial  bedinge.  Weiter 
werde weder Art. 28 URG verletzt  noch stelle  das Kurzberichterstat-
tungsrecht  einen unverhältnismässigen Eingriff  in  die Wirtschaftsfrei-
heit  dar. Schliesslich  dürften  für  die  Ausübung des Physical  Access 
keine Akkreditierungskosten und Ähnliches abverlangt werden.

F.
Mit Vernehmlassung vom 21. Januar 2007 ersucht die Vorinstanz um 
Abweisung der Beschwerde. Weiter sei die von der Beschwerdeführe-
rin  anbegehrte  Aufhebung  der  vorsorglichen  Massnahmen  gemäss 
Zwischenverfügung vom 31. Juli  2006 zeitlich  prioritär  zu behandeln 

Seite 7

A-7970/2007

und die Beschwerde in  diesem Punkt  abzuweisen. Sie halte  vollum-
fänglich an ihrer angefochtenen Verfügung fest und verweise auf die 
dortigen Ausführungen. Darüber hinaus könne sich die Beschwerde-
führerin  nicht  auf  ihre  Privatautonomie  bezüglich  der  zu  regelnden 
Konditionen  des  Zugangsrechts  der  Sekundärveranstalter  berufen, 
wenn keine vertragliche Einigung  zustande komme; dies  obwohl  die 
Bestimmungen  des  RTVG dispositiver  Natur  seien.  Denn  in  diesem 
Fall  könnten  die  Sekundärveranstalter  die  Aufsichtsbehörde  anrufen 
und ihre gesetzlichen Ansprüche einfordern. Im Weiteren äussert sich 
die Vorinstanz zu den übrigen Vorbringen der Beschwerdeführerin.

G.
Die Instruktionsrichterin teilte mit Verfügung vom 24. Januar 2008 den 
Verfahrensbeteiligten unter anderem mit,  der Feststellungsantrag der 
Beschwerdegegner,  die  mit  Zwischenverfügungen vom 31. Juli  2006 
und 16. August 2006 angeordneten vorsorglichen Massnahmen hätten 
weiter zu gelten bzw. eventualiter seien diese zu bestätigen, sei sinn-
gemäss  als  Antrag  auf  Anordnung  von  vorsorglichen  Massnahmen 
bzw. Entzug der aufschiebenden Wirkung im Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  zu verstehen. Die Verfahrensbeteiligten hätten 
Gelegenheit, hierzu innert Frist Stellung zu nehmen.

H.
Die Beschwerdegegner beantragen mit Stellungnahme vom 4. Februar 
2008,  der Beschwerde sei  die aufschiebende Wirkung zu entziehen. 
Eventualiter seien vorsorgliche Massnahmen anzuordnen, welche den 
Ziff. 1.2 – abgesehen von der Änderung in Saison 2007/2008 anstatt 
Saison 2006/2007 –, 1.3, 2.1 sowie 2.2 der angefochtenen Verfügung 
entsprächen und die der Beschwerdeführerin untersagten, für techni-
sche Kosten für die Abgabe eines Spielmitschnitts eine Pauschale von 
mehr als Fr. 300.-- zu erheben. Subeventualiter seien die vorsorglichen 
Massnahmen der Zwischenverfügungen vom 31. Juli 2006 und 16. Au-
gust 2006 zu bestätigen sowie abzuändern und zu ergänzen.

I.
Mit Stellungnahme vom 13. Februar 2008 bringt die Vorinstanz vor, es 
sei  auf  die  Beschwerde,  soweit  sie  sich  auf  die  Zwischenverfügung 
vom 31. Juli 2006 beziehe, nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzu-
weisen. Die Beschwerde im Punkt der vorsorglichen Massnahmen sei 
vorab zu behandeln. Subeventualiter sei für die Dauer des Beschwer-
deverfahrens der Erlass vorsorglicher Massnahmen zu prüfen. Die Vor-

Seite 8

A-7970/2007

instanz  führt  aus,  ob  die  Zwischenverfügung  nachträglich  noch  an-
fechtbar sei, sei im Rahmen von Art. 46a (recte: Art. 46) des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) zu entscheiden.

J.
Die Beschwerdeführerin verlangt mit Stellungnahme vom 14. Februar 
2008, die Rechtsbegehren der Beschwerdegegner und der Vorinstanz 
im Zusammenhang mit dem Entzug der aufschiebenden Wirkung bzw. 
dem Erlass vorsorglicher Massnahmen seien abzuweisen, soweit dar-
auf einzutreten sei. Sie bringt unter anderem vor, die Zwischenverfü-
gungen könnten zum jetzigen Zeitpunkt selbstverständlich nicht mehr 
gesondert angefochten werden, da sie gar nicht mehr in Kraft seien.

K.
Mit  Zwischenverfügung vom 27. Februar 2008 hiess das Bundesver-
waltungsgericht  das  Gesuch  der  Beschwerdegegner  um Entzug  der 
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gut.

L.
Die  Beschwerdeführerin  stellt  mit  Replik  vom 17. März  2008 erneut 
den Antrag,  die Verfügung der Vorinstanz vom 25. Oktober 2007 sei 
vollumfänglich aufzuheben und es sei  festzustellen,  dass die Vorins-
tanz mit der angefochtenen Verfügung Bundesrecht, insbesondere ver-
fassungsmässige Rechte sowie das RTVG, verletzt habe. Weiter seien 
die Anträge der Beschwerdegegner und der Vorinstanz vom 15. und 
24. Januar 2008 abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.

Zur  Beschwerdeantwort  bringt  die  Beschwerdeführerin im  Wesentli-
chen vor, die Argumentation der Beschwerdegegner würde faktisch ih-
ren Service-public-Auftrag aushöhlen, weil die teuer eingekauften Ex-
klusivrechte entwertet würden. Der Vertragsabschluss zeige, dass kein 
gesetzlicher Anspruch auf Physical Access, inklusive Produktion eige-
ner Spielbilder, bestehe, ansonsten ein solcher gar nicht nötig gewe-
sen wäre. Auch gebe es für die Beschwerdeführerin selber gegenüber 
ausländischen Veranstaltern kein Kurzberichterstattungsrecht  mit  An-
spruch  auf  eigene  Spielbilder.  Sie  müsse  diese  deshalb  für  teures 
Geld erwerben. Es gehe nicht an, dass die Beschwerdegegner einer-
seits von den Vorteilen der kostengünstigen Übernahme des (Fremd-) 
Materials profitieren wollten und andererseits darüber hinaus noch ei-
gene Spielbilder drehen möchten, ohne hierfür die üblichen Vergütung-

Seite 9

A-7970/2007

en  zu  übernehmen. Soweit  die  Vorinstanz  den  Preis  auf  die  blosse 
Kostendeckung  beschränke,  fehle  es  zudem  an  einer  Rechtsgrund-
lage, weshalb die Handels- und Gewerbefreiheit sowie die Eigentums-
garantie  verletzt  würden. Schliesslich erlaube die  ungehinderte Aus-
weidung des zur Verfügung gestellten Materials  und dessen Zusam-
menschnitt,  Vertonung und Anreicherung mit  eigenem Bild-  und Ton-
material nebst und hinter den Kulissen des eigentlichen Sportereignis-
ses  eine  publizistisch  vielseitige,  technisch  perfekte  und  finanziell 
tragbare  Praxis  des  Kurzberichterstattungsanspruchs.  Das  Anliegen 
der Beschwerdegegner richte sich offensichtlich darauf, unter dem Ti-
tel Kurzberichterstattung eigene Magazine aus den Sportproduktionen 
zu verfassen. Dies sprenge aber den Rahmen der Kurzberichterstat-
tung.

Zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  macht  die  Beschwerdeführerin 
insbesondere geltend, der neueren Doktrin lasse sich kein Hinweis auf 
die Berechtigung zur Produktion eigener Bilder des Ereignisses selbst 
entnehmen. Weiter ergebe sich die Alternativität beider Zugangsarten 
zwar aus dem Gesetz. Es handle sich hierbei aber um ein Wahlrecht 
des  Veranstalters  und  nicht  der  Ansprecher  des  Kurzberichterstat-
tungsrechts. Auch müsse die Regelung für die gesamte Sportwelt gel-
ten. Es könne nicht  sein,  dass die Auslegung des Gesetzes je nach 
Gusto und Veranstaltung unterschiedlich gehandhabt werde. Schliess-
lich müssten auch die Rechtekosten anteilsmässig verrechnet werden 
können, ansonsten von einer angemessenen Vergütung nicht gespro-
chen werden könne.

M.
Mittels Schreiben vom 10. April 2008 teilt die Vorinstanz ihren Verzicht 
auf die Einreichung einer Duplik mit. Sie verweise auf ihre angefochte-
ne Verfügung sowie die Vernehmlassung und bestätige die bereits ge-
stellten Anträge.

N.
In ihrer Duplik vom 11. April  2008 schliessen die Beschwerdegegner 
auf die Abweisung der Beschwerde. Hauptsächlich heben sie hervor, 
das Kurzberichterstattungsrecht mit dem Signal Access und dem Phy-
sical  Access  beruhe  auf  einem  bewussten  gesetzgeberischen  Ent-
scheid,  mit  dem  Exklusivrechte  von  Gesetzes  wegen  eingeschränkt 
würden. Bei den Sublizenzverträgen – welche nie Ergebnis von echten 
Verhandlungen gewesen seien – sei  es zudem primär um die Rege-

Seite 10

A-7970/2007

lung der Übernahme von fremdproduzierten Bildern im nationalen und 
internationalen Sportbereich gegangen. Ferner machen die Beschwer-
degegner erneut geltend, für die eigenständige Berichterstattung seien 
eigene Bilder unabdingbar.

O.
Auf weitere Vorbringen und die sich bei den Akten befindlichen Schrift-
stücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BAKOM gehört zu den 
Behörden nach Art. 33 VGG und ist  daher eine Vorinstanz des Bun-
desverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, 
ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist da-
her zur Behandlung vorliegender Beschwerde zuständig. Das Verfah-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem  VwVG, 
soweit  das VGG nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VGG) – und nicht 
nach dem von der Beschwerdeführerin wiederholt zitierten Bundesge-
richtsgesetz vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110), welches einzig für 
Verfahren vor dem Bundesgericht massgebend ist.

1.1 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit 
zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
oder Änderung hat. Die Beschwerdeführerin ist formelle Adressatin der 
angefochtenen  Verfügung  und  durch  den  angefochtenen  Entscheid 
auch materiell  beschwert. Sie ist deshalb grundsätzlich zur Erhebung 
der vorliegenden Beschwerde legitimiert.

Das schutzwürdige Interesse im Sinne von Art. 48 VwVG muss in der 
Regel  aber  ein  aktuelles  Interesse  darstellen.  Die  Vorinstanz  unter-
schied bei der Beurteilung, ob im Rahmen des Physical Access eigene 
Ton- und Bildaufnahmen zulässig sind, zwischen der Situation vor dem 
1. April  2007 – unter Anwendung des aRTVG und der aRTVV – und 

Seite 11

A-7970/2007

der Situation nach dem 1. April  2007 – unter Anwendung des RTVG 
und der RTVV. In der Folge verlangte die Beschwerdeführerin die voll-
umfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung, mithin auch die 
Aufhebung der Regelung des Physical Access vor dem 1. April 2007. 
Die  Ausgestaltung  des  Physical  Access  unter  dem  aRTVG und  der 
aRTVV vermag zum heutigen Zeitpunkt jedoch keine rechtlichen Wir-
kungen mehr zu entfalten. Damit hat in diesem Punkt der Ausgang des 
Beschwerdeverfahrens  auf  die  tatsächliche  oder  rechtliche  Situation 
der Beschwerdeführerin keinerlei Einfluss. Folglich hat die Beschwer-
deführerin an der Beurteilung dieses Beschwerdeantrags kein aktuel-
les  Rechtsschutzinteresse,  womit  auf  die  Beschwerde  diesbezüglich 
nicht  einzutreten  ist  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
Rz. 413 und 540;  ANDRÉ MOSER in: André Moser/Peter Uebersax, Pro-
zessieren vor eidgenössischen Rekurskom-missionen, Basel 1998, Rz. 
2.24 und 3.96 mit  Hinweisen). Hinsichtlich den finanziellen Abgeltun-
gen für das Kurzberichterstattungsrecht besteht aber nach wie vor ein 
Rechtsschutzinteresse, weshalb zwischen der Situation vor dem 1. Ap-
ril 2007 – unter Anwendung des aRTVG und der aRTVV – und jener 
ab dem 1. April 2007 – unter Anwendung des RTVG und der RTVV – 
zu unterscheiden ist.

1.2 Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass sich Marc 
Friedli  von Tele Bärn als Rechtsvertreter aller  vorliegend betroffenen 
Regionalsender mit original unterzeichneten Vollmachten vom 27., 28., 
30.  und  31.  Januar  2008  für  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren 
rechtsgenüglich  ausgewiesen  hat  (Beilagen  zur  Stellungnahme  vom 
4. Februar  2008)  –  im  Verwaltungsbeschwerdeverfahren  beschränkt 
sich  die  Vertretungsbefugnis  denn  auch  nicht  auf  die  Anwaltschaft 
(Art. 11 VwVG).

1.3 Vorliegend ist  fraglich,  ob die Zwischenverfügungen vom 31. Juli 
2006 und 6. August 2006 nach wie vor Bestand haben oder nicht. Die 
Beschwerdeführerin hat diese mit ihrer Beschwerde vom 23. Novem-
ber 2007 mitangefochten und die Aufhebung der damit angeordneten 
vorsorglichen  Massnahmen  beantragt.  In  ihrer  Stellungnahme  vom 
14. Februar  2008  wiederum führt  sie  aus,  die  Zwischenverfügungen 
könnten zum jetzigen Zeitpunkt selbstverständlich nicht  mehr geson-
dert angefochten werden, da sie gar nicht mehr in Kraft seien. Ebenso 
verlangt sie in ihrer Replik vom 17. März 2008 nur noch die Aufhebung 
der Verfügung vom 25. Oktober 2007 und nicht  mehr  auch jene der 

Seite 12

A-7970/2007

Zwischenverfügungen.

Zum  einen  bezwecken  vorsorgliche  Massnahmen  den  einstweiligen 
Rechtsschutz während des Verfahrens und fallen mit dem Erlass oder 
der  Rechtskraft  der  Entscheidung  in  der  Hauptsache  dahin  (ISABELLE 
HÄNER, Vorsorgliche Massnahmen im Verwaltungsverfahren und im Ver-
waltungsprozess,  Zeitschrift  für  Schweizerisches  Recht  [ZSR]  116, 
1997 II, S. 264; ANDRÉ MOSER, a.a.O., Rz. 3.13). Die Vorinstanz hielt in 
ihrer Zwischenverfügung vom 31. Juli 2006 denn auch fest, die ange-
ordneten Massnahmen gälten ab Eröffnung der Zwischenverfügung bis 
zum Entscheid in der Hauptsache. Dieser Formulierung ist zu entneh-
men, dass mit  Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. Oktober 
2007  die  mit  der  Zwischenverfügung  angeordneten  vorsorglichen 
Massnahmen dahin fallen. Hätte die Vorinstanz beabsichtigt, dass die 
vorsorglichen Massnahmen bis zur Rechtskraft ihres Hauptsachenent-
scheids andauern sollen, hätte sie dies explizit  entweder in der Zwi-
schenverfügung oder dann im Entscheid in der Hauptsache festhalten 
müssen. Zum anderen  sind  zwar  gemäss  Art. 46  Abs. 2  VwVG Vor- 
und Zwischenentscheide,  die weder  die Zuständigkeit  noch ein  Aus-
standsbegehren betreffen (vgl. Art. 45 Abs. 2 VwVG), im Rahmen der 
Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar,  wenn eine geson-
derte  Anfechtung  unterblieben  ist  oder  gar  nicht  zulässig  war. Dies 
aber nur dann, wenn sie noch geeignet sind, den Endentscheid zu be-
einflussen. Diese Bedingung ist im Prinzip erfüllt, wenn der Zwischen-
entscheid die Zulassung eines Beweismittels zum Inhalt hat, nicht aber 
bei  der  Anordnung von vorsorglichen Massnahmen (vgl. zum gleich-
lautenden Art. 88 [heute Art. 93 Abs. 3] BGG: Botschaft vom vom 28. 
Februar  2001  zur  Totalrevision  der  Bundesrechtspflege,  BBl  2001 
4334).

Folglich  können  die  Zwischenverfügungen  vom  31. Juli  2006  und 
6. August 2006 keine Geltung mehr beanspruchen. Sie sind nicht mehr 
anfechtbar. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

1.4 Der Inhalt der angefochten Verfügung bildet den Rahmen bzw. das 
Anfechtungsobjekt,  das den möglichen Umfang des Streitgegenstan-
des begrenzt. Gegenstände, über welche die erstinstanzlich verfügen-
de Behörde nicht entschieden hat und auch nicht entscheiden musste, 
darf die zweite Instanz nicht beurteilen, da sie sonst in die funktionale 
Zuständigkeit der unteren Instanz eingreifen würde. Die Parteibegeh-
ren dürfen folglich  nicht  über  das  hinaus gehen,  was die Vorinstanz 

Seite 13

A-7970/2007

entschieden hat oder etwas anderes, Weitergehendes verlangen (KÖLZ/
HÄNER, a.a.O., Rz. 403). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens kann 
somit  einzig die  Ausgestaltung des Physical  Access und des Signal 
Access bei Fussball- und Eishockeyspielen in der Schweiz, bezüglich 
derer die Beschwerdeführerin über Exklusivrechte verfügt, sein. Soweit 
die  Beurteilung des Physical  und des Signal  Access anderer  Veran-
staltungen verlangt wird, ist auf die Begehren nicht einzutreten. Inso-
fern spielt auch die Regelung des Physical Access im Ausland für das 
vorliegende Verfahren, in welchem Art. 72 RTVG und Art. 68 ff. RTVV 
Grundlage der Beurteilung bilden, keine Rolle. Dass die Beschwerde-
führerin  selber  gegenüber  ausländischen  Veranstaltern  kein  Kurzbe-
richterstattungsrecht mit Anspruch auf eigene Spielbilder hat und sie 
diese somit einkaufen muss, ist unerheblich.

1.5 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art. 50 und 52 VwVG) ist demnach unter den genannten Einschrän-
kung einzutreten.

2.
Das  BVGer  überprüft  die  angefochtene  Verfügung  auf  Verletzungen 
von Bundesrecht  –  einschliesslich  der  unrichtigen oder  unvollständi-
gen  Feststellung  des  Sachverhalts  und  Überschreitung  oder  Miss-
brauch  des  Ermessens  –  sowie  auf  Angemessenheit  hin  (Art. 49 
VwVG).

3.
Umstritten  ist  vorliegend  zum  einen,  ob  die  Beschwerdegegner  im 
Rahmen des Physical Access einen Anspruch auf das Erstellen eige-
ner Spielbilder bei Fussball- und Eishockeyspielen mit Exklusiv- oder 
Erstausstrahlungsrechten der Beschwerdeführerin  haben. Zum ande-
ren  herrscht  Uneinigkeit  über  die  Angemessenheit  der  von  der  Be-
schwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  dem  Physical  Access  und 
dem Signal Access geltend gemachten finanziellen Abgeltungen.

4.
Vorab sei darauf hingewiesen, dass die Parteien die Bedingungen des 
Kurzberichterstattungsrechts mittels Vertrag regeln können, aber – ab-
gesehen von der Überlassung des Signal  Access zu angemessenen 
Bedingungen – nicht müssen. In der Vergangenheit wurde durch den 
Abschluss von Sublizenzverträgen zwischen der  Beschwerdeführerin 
und  den  Beschwerdegegnern  von  dieser  Möglichkeit  Gebrauch  ge-
macht; die Zulässigkeit  dieser Verträge ist  bzw. war denn auch nicht 

Seite 14

A-7970/2007

umstritten. Liegt aber wie vorliegend keine vertragliche Regelung des 
Kurzberichterstattungsrechts  (mehr)  vor,  greift  die  gesetzliche Rege-
lung. Die Beschwerdegegner haben gestützt darauf bei der Vorinstanz 
als der in der Sache zuständigen Aufsichtsbehörde die Durchsetzung 
ihrer gesetzlichen Rechte eingefordert (vgl. Art. 86 RTVG). Im Rahmen 
dieses Verfahrens können sich die Parteien nicht mehr auf ihre Privat-
autonomie bzw. auf die einstmalige Regelung mittels Vertrag berufen.

5.
Wie bereits ausgeführt  (vgl. E. 1.1 hiervor), ist die Frage, ob die Be-
schwerdegegner beim Physical Access eigene Spielbilder produzieren 
dürfen, nur unter der Geltung des neuen Rechts, mithin des RTVG und 
der RTVV, zu beurteilen.

6.
Gemäss Art. 72 Abs. 1 RTVG hat jeder interessierte Programmveran-
stalter  das  Recht  auf  aktuelle  mediengerechte  Kurzberichterstattung 
über ein öffentliches Ereignis, soweit die Berichterstattung über dieses 
Ereignis in der Schweiz durch Exklusivabreden eingeschränkt ist. Der 
Organisator  eines  öffentlichen  Ereignisses  und  der  Programmveran-
stalter, die über Erstverwertungs- oder Exklusivrechte verfügen,  sind 
verpflichtet,  jedem  interessierten  Programmveranstalter  die  Möglich-
keit  zur  Kurzberichterstattung zu gewähren (Abs. 2). Gemäss Abs. 3 
geben sie hierfür den interessierten Programmveranstaltern einerseits 
Zugang zum Ereignis, soweit es die technischen und räumlichen Ge-
gebenheiten erlauben (Bst. a) und andererseits die gewünschten Teile 
des Übertragungssignals zu angemessenen Bedingungen (Bst. b).

Dass Fussball- und Eishockeyspiele öffentliche Ereignisse im Sinn von 
Art. 72 RTVG sind, ist vorliegend – anders als im erstinstanzlichen Ver-
fahren – nicht umstritten. Die Parteien bestreiten auch nicht, dass die 
Beschwerdeführerin  als  Primärveranstalterin  und  der  Ereignisveran-
stalter sowohl den Physical  Access (Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG) als 
auch den Signal Access (Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG) gewähren müs-
sen; ein Wahlrecht zwischen Physical Access und Signal Access be-
steht nicht (mehr). Die Beschwerdegegner haben somit ein Recht auf 
Kurzberichterstattung, wofür der Signal Access und der Physical  Ac-
cess kumulativ zu gewähren sind. Zudem wird ausdrücklich festgehal-
ten, dass der Physical  Access lediglich in dem Ausmass zuzulassen 
ist, wie es die technischen und räumlichen Gegenbenheiten erlauben 
(Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG). Unklar ist jedoch, ob das Kurzberichter-

Seite 15

A-7970/2007

stattungsrecht  das Erstellen eigener  Spielbilder  beinhaltet,  mithin ob 
im Rahmen des Physical Access eigene Spielbilder produziert werden 
dürfen.

7.
Die Beschwerdeführerin bringt hierzu vor, für eine Auslegung bestehe 
einerseits gar kein Raum, da mit der Formulierung „Kurzberichterstat-
tung über dieses Ereignisse“ der Wortlaut klar sei. Zudem sei auch der 
Wille des Gesetzgebers eindeutig. Andererseits würden auch die ver-
schiedenen Auslegungsmethoden und die zitierte Lehre ohnehin nicht 
zu belegen vermögen, dass die Produktion eigener Spielbilder zuläs-
sig sei. Insbesondere lasse sich der neueren Doktrin kein Hinweis auf 
die Berechtigung zur Herstellung eigener Bilder des Ereignisses selbst 
entnehmen.  Auch werde  durch  die  angefochtene  Verfügung  Art.  28 
URG verletzt. Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, die Argumen-
tation der Beschwerdegegner höhle faktisch ihren Service-public-Auf-
trag aus, weil die teuer eingekauften Exklusivrechte entwertet würden. 
Es werde zudem bestritten, dass die Produktion eigener Spielbilder to-
leriert worden sei. Eine lückenlose Kontrolle sei jedoch unmöglich und 
sie habe immer wieder unerlaubte Vertragsbrüche gegenüber den Be-
schwerdegegnern  gerügt.  Schliesslich  würden  ab  der  Saison  2006/ 
2007 alle Fussball- und Eishockeyspiele von ihr produziert und ausge-
strahlt.  Produktionstechnische  und  platzmässige  Hindernisse  liessen 
eine  Beteiligung  der  Beschwerdegegner  schlicht  als  unmöglich  er-
scheinen. Kameras der Beschwerdegegner auf dem Spielfeld würden 
den Ablauf störend beeinflussen. Auch sei unklar, welche Beschwerde-
gegner berechtigt sein sollten, eigene Spielbilder zu produzieren; dies-
bezügliche schlüssige Kriterien würden fehlen. Bei allen Spielen könne 
aber  der  Signal  Access  für  die  Kurzberichterstattung  gewährleistet 
werden. Die  ungehinderte  Ausweidung  des  zur  Verfügung  gestellten 
Materials und dessen Zusammenschnitt, Vertonung und Anreicherung 
mit eigenem Bild- und Tonmaterial nebst und hinter den Kulissen des 
eigentlichen  Sportereignisses  vermöge  eine  publizistisch  vielseitige, 
technisch  perfekte  und  finanziell  tragbare  Praxis  des  Kurzberichter-
stattungsanspruchs zu gewährleisten. Der Schwerpunkt der eigenen, 
insbesondere regional ausgerichteten Kurzberichterstattung liege nicht 
in der Produktion eigener Spielbilder, sondern in einer journalistischen 
Aufbereitung in Form von eigenen Interviews, Studiogesprächen, Re-
aktionen nach Spielende, Kommentaren etc. und in technischer Hin-
sicht in der Auswahl und im Schnitt der Bilder der Beschwerdeführerin. 
Das Anliegen der Beschwerdegegner richte sich offensichtlich darauf, 

Seite 16

A-7970/2007

unter dem Titel Kurzberichterstattung eigene Magazine aus den Sport-
produktionen zu verfassen. Dies sprenge aber den Rahmen. Schliess-
lich verletze ein Recht zur unentgeltlichen Produktion eigener Spielbil-
der die Rechtsgleichheit, die Eigentumsgarantie sowie die Wirtschafts-
freiheit und verstosse gegen das Willkürverbot und das Gebot von Treu 
und Glauben, da dieses Recht exklusiv den Primärveranstaltern zuste-
he.

7.1 Die Beschwerdegegner halten dem entgegen, zum einen könnten 
sie  gemäss  dem Willen  des  Gesetzgebers  vor  Ort  eigene  Ton- und 
Bildaufnahmen machen. Zum anderen entleere ein Verbot eigener Bil-
der die Regelung von Art. 72 RTVG ihres Sinns und enthalte der Wort-
laut  der  gesetzlichen  Bestimmung  keine  diesbezügliche  Einschrän-
kung. Sie würden die Schwerpunkte der Berichterstattung anders als 
die  Beschwerdeführerin  setzen,  was  eigenes  Filmmaterial  bedinge. 
Eine  eigenständige  Berichterstattung  basiere  auf  eigenem  Fokus 
(regionale Perspektive), eigenen Film- und Bildideen, eigenem Story-
board, eigener Machart,  eigenem roten Faden und der Wahl eigener 
Symbolbilder, weshalb eigene Bilder unverzichtbar seien. Zudem ge-
nügten die in der Live-Produktion hergestellten Aufnahmen sogar der 
Beschwerdeführerin nicht immer, weshalb diese manchmal zusätzliche 
Bilder mache. Auch könnten der Kameraführung der Beschwerdefüh-
rerin  wichtige  Szenen  entgangen  sein,  welche  aber  von  den  Be-
schwerdegegnern  eingefangen  worden  seien  oder  aber  die  Be-
schwerdeführerin erachte einzelne Szenen als unbedeutend und somit 
als nicht aufzeichnungswürdig, welche für die Beschwerdegegner aber 
wichtig seien. Das Kurzberichterstattungsrecht mit dem Signal Access 
und dem Physical Access beruhe denn auch auf einem bewussten ge-
setzgeberischen Entscheid, mit dem Exklusivrechte von Gesetzes we-
gen eingeschränkt würden. Zudem sei die Herstellung eigener Spielbil-
der  in  der  Vergangenheit  Praxis  gewesen und es liege keine Verlet-
zung von Art. 28 URG vor. Schliesslich habe die Vorinstanz klare und 
in  der  Praxis  umsetzbare  Kriterien  zur  Beantwortung der  Frage ent-
wickelt,  welche  Regionalsender  unter  welchen  Voraussetzungen  An-
spruch auf den Physical Access hätten.

7.2 Die Vorinstanz macht geltend, die Auslegung führe dazu, dass die 
Beschwerdeführerin ein Zugangsrecht der Beschwerdegegner zu dul-
den  habe,  welches  grundsätzlich  die  Mitnahme  eigener  Aufzeich-
nungsgeräte  zur  Herstellung  eigener  Bilder  inklusive  Spielbilder 
mitbeinhalte.  Insbesondere  sprächen  die  zeitgemässe  sowie  die 

Seite 17

A-7970/2007

teleologische Auslegung für das Recht der Beschwerdegegner, eigene 
Spielbilder  herzustellen.  Diese  Auslegung  widerspreche  auch  nicht 
dem URG. Der  Physical  Access gelte  jedoch nicht  absolut,  sondern 
nur soweit es die technischen und räumlichen Gegebenheiten erlaub-
ten. Für Spiele von primär regionaler Bedeutung sei die Prioritätenre-
gelung für den Physical Access nach Art. 69 Abs. 1 RTVV anzupassen. 
Zudem berufe sich die Beschwerdeführerin selber auf Auslegungsme-
thoden und sei eine Priorisierung im Einzelfall unumgänglich. Schliess-
lich  ergebe  sich  die  Eigentumsbeschränkung  direkt  aus  dem RTVG 
und scheine die Abgrenzung von sogenannten Sideline-Aktivitäten und 
Spielbildern in der Praxis nicht durchsetzbar, was die angeblichen Ver-
tragsverstösse  seitens  der  Beschwerdegegner  zeigen  würden. 
Schliesslich  liege  keine Verletzung des  Rechtsgleichheitsgebots  und 
der Eigentumsgarantie vor, da sich die Zulassung der Beschwerdegeg-
ner zum Kurzberichterstattungsrecht direkt aus dem RTVG ergebe und 
im öffentlichen Interesse liege. Auch stelle das Recht auf Kurzbericht-
erstattung keinen unverhältnismässigen Eingriff in die Wirtschaftsfrei-
heit dar.

8.
Eine Auslegung ist notwendig, wo der Gesetzeswortlaut entweder un-
klar ist oder wo Zweifel bestehen, ob der scheinbar klare Wortlaut den 
wahren  Sinn  der  Norm  wiedergibt  (vgl.  zum  Ganzen  ULRICH 
HÄFELIN/WALTER HALLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht,  6. Aufl., 
Zürich 2002,  Rz. 80  und  92  sowie  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 
2006, Rz. 214). Ausgangspunkt jeder Auslegung ist die grammatikali-
sche Auslegung, die auf Wortlaut, Wortsinn und (in der Regel den all-
gemeinen) Sprachgebrauch abstellt (HÄFELIN/HALLER, a.a.O., Rz. 91 ff.). 
Der  Wortlaut  von Art. 72 RTVG spricht  lediglich  von „aktuelle(r)  me-
diengerechte(r)  Kurzberichterstattung über  dieses  (öffentliche)  Ereig-
nis“ und „Zugang zum Ereignis“. Ob diese Formulierung aber die Mög-
lichkeit beinhaltet, eigene Spielbilder zu erstellen, ist dem Wortlaut – in 
allen  drei  Amtssprachen  –  nicht  klar  zu  entnehmen.  Der  Umstand, 
dass von der  Berichterstattung „über“  ein  Ereignis  gesprochen wird, 
klärt alleine nicht, ob die Herstellung eigener Spielbilder gestattet ist. 
Denn fraglich ist  nicht,  worüber berichtet werden kann, sondern was 
Grundlage dieser Berichterstattung sein darf,  mithin ob auch eigene 
Spielbilder Inhalt derselben sein dürfen. Ebenso wenig hilft  die allge-
meine Bedeutung der Kurzberichterstattung weiter. Denn nach Sprach-
gebrauch  wird  unter  Bericht  die  Darstellung  eines  Geschehens 

Seite 18

A-7970/2007

verstanden. Bericht erstatten bedeutet, über einen bestimmten Sach-
verhalt zu informieren. Kurzberichterstattung impliziert, dass die Orien-
tierung  von  (vergleichsweiser)  geringer  zeitlicher  Ausdehnung  bzw. 
Dauer ist und nicht ausführlich ausfällt,  sich mithin auf das Wesentli-
che beschränkt. Weiter ist umgangssprachlich unter Zugang die Stelle 
gemeint, von der aus ein Weg in einen Raum oder an einen Ort hinein-
führt. Zugang bedeutet Betreten oder Hineingehen (vgl. hierzu: Duden, 
Das  Bedeutungswörterbuch,  Band  10,  3.  Aufl.,  Mannheim/Leipzig/ 
Wien/Zürich 2002, S. 198 f., 565 und 1082) und sagt demnach eben-
falls  nichts  über  die  Grundlagen  der  Kurzberichterstattung  aus.  Auf 
welches Material sich diese stützt – mithin auch auf im Rahmen des 
Physical Access selber hergestellte Spielbilder –, ist der grammatikali-
schen Auslegung folglich nicht zu entnehmen.

8.1 Ist der Wortlaut nicht klar, so sind auch die übrigen Auslegungs-
elemente zu Hilfe zu nehmen; abzustellen ist namentlich auf die Ent-
stehungsgeschichte der Norm (historische Auslegung) und ihren Sinn 
und  Zweck  (teleologische  Auslegung),  das  heutige  Normverständnis 
(zeitgemässe Auslegung) sowie die Bedeutung, die ihr im Kontext mit 
anderen Bestimmungen zukommt (systematische Auslegung). Hierbei 
ist  einem Methodenpluralismus zu folgen, wobei keine der Methoden 
einen grundsätzlichen Vorrang geniesst (vgl. BGE 131 II 697 E. 4.1 so-
wie HÄFELIN/HALLER, a.a.O., Rz. 90 ff.).

8.2 Die historische Auslegung stellt  auf den Sinn ab, den man einer 
Norm zur Zeit ihrer Entstehung gab. Eine Norm soll so gelten, wie sie 
vom Gesetzgeber vorgesehen worden war (HÄFELIN/HALLER, a.a.O., Rz. 
101). Die zeitgemässe Auslegung, nach der auf das heutige Normver-
ständnis und die Verhältnisse, wie sie gegenwärtig bestehen, abzustel-
len ist, kann unter Umständen der historischen Auslegung widerspre-
chen. Sie soll  eine zeitgemässe Fortbildung, eine kontinuierliche An-
passung des Rechts an die soziale Wirklichkeit erlauben und dadurch 
eine Versteinerung der Rechtsordnung verhindern. Bei neueren Geset-
zen darf aber der Wille des historischen Gesetzgebers nicht übergan-
gen werden (HÄFELIN/HALLER, a.a.O., Rz. 101 und 114 ff., BGE 128 I 288 
E. 4). Sowohl Art. 72 RTVG wie auch Art. 68 ff. RTVV traten auf den 
1. April  2007  in  Kraft.  Es  handelt  sich  hierbei  somit  um  ein  neues 
Gesetz bzw. eine neue Verordnung, weshalb vorliegend die historische 
und zeitgemässe Auslegung zusammen fallen und vor allem der Wille 
des historischen Gesetzgebers (unverändert) massgebend ist.

Seite 19

A-7970/2007

8.2.1 Der  Botschaft  vom  18.  Dezember  2002  zur  Totalrevision  des 
RTVG (BBl  2003 1729) ist  zu entnehmen,  der  Zugang zum Ort  des 
Geschehens ermögliche „den Drittveranstaltern die Herstellung eige-
ner  Stimmungsbilder,  Interviews  usw.,  was  gerade  lokal-regionalen 
Veranstaltern  eine  bessere  Orientierung  ihres  Publikums erlaubt  als 
die blosse Signalübernahme“. Auch der erläuternde Bericht zur RTVV 
(Total revidierte RTVV – Erläuternder Bericht vom 9. März 2007, S. 36) 
führt aus, „die Drittveranstalter haben grundsätzlich das Recht, eigene 
Stimmungsbilder,  Interviews etc. anzufertigen. Gerade dies dient  der 
vielfältigen Information des Publikums aus anderen (z.B. lokalen oder 
nicht rein sportlichen) Blickwinkeln“.

Ein Vergleich mit der Botschaft zum aRTVG (Botschaft vom 28. Sep-
tember 1987 zum RTVG [BBl III 731]) zeigt, dass mit der Totalrevision 
des Radio- und Fernsehrechts auch eine Lockerung des Physical Ac-
cess  beabsichtigt  wurde.  Die  Botschaft  zum  aRTVG hält  noch  aus-
drücklich fest,  der  Physical  Access „berechtigt  nur zur Berichterstat-
tung ohne Bild- und Tonwiedergabe“ (BBl III 731). Die Herstellung ei-
gener  Spielbilder  war  danach im Rahmen des Physical  Access aus-
drücklich und unzweideutig nicht möglich. Es war klarerweise gewollt, 
die Produktion eigener Spielbilder zu untersagen.

Mit der Ausführung in der Botschaft zum RTVG, Drittveranstalter hät-
ten ein Recht,  eigene Stimmungsbilder,  Interviews etc. anzufertigen, 
fand nun aber eine Abkehr vom absoluten Bildverbot statt. Zwar wird 
die Herstellung eigener  Spielbilder  nicht  ausdrücklich erwähnt. Doch 
ist  zum einen  die  Aufzählung  von  Interviews  und  Stimmungsbildern 
durch den Anhang „etc.“ nicht abschliessend. Zum anderen wird deren 
Herstellung nicht (mehr) explizit ausgeschlossen. Des Weiteren bezie-
hen sich Interviews wohl auf das Wiedergeben von Eindrücken und In-
formationen  neben  dem eigentlichen  Spielgeschehen. Stimmungsbil-
der hingegen richten sich auf die Wiedergabe der Atmosphäre, die am 
Ereignisort herrscht. Diese wird neben dem Geschehen rund um das 
Ereignis auch dadurch abgebildet,  indem das, was im Spiel  und wie 
dieses läuft, gezeigt wird. Das Ereignis selber hängt eng mit der Stim-
mung  am  Ereignisort  ab,  ja  ist  Grundlage  bzw.  Ausgangspunkt 
derselben. Beispielsweise das Verhalten, die Mimik etc. von Spielern 
während des Matchs, die nicht im Mittelpunkt des Geschehens stehen, 
oder das Verhalten von lokalen Spielern, welche lediglich am Rande 
des  Spielgeschehens  agieren,  können  für  die  Berichterstattung  der 
Beschwerdegegner aus eigenem Blickwinkel wichtig sein.

Seite 20

A-7970/2007

8.2.2 Diese Abkehr vom absoluten Bildverbot, mithin die aufgezeigte 
Öffnung,  stimmt  überdies  mit  dem Grundtenor  der  Totalrevision  des 
Radio-  und  Fernsehrechts  überein.  Seit  dem Erlass  des  aRTVG im 
Jahre 1991 hat sich die Rundfunklandschaft entscheidend verändert, 
was Grund genug war, das gesamte Radio-  und Fernsehrecht  einer 
Totalrevision zu unterziehen. So ist der Botschaft  zum RTVG zu ent-
nehmen, dass mit der Totalrevision verschiedene, vorliegend relevante 
Interessen  verfolgt  wurden,  die  sich  zum  Teil  gegenseitig  bedingen. 
Zum einen  steht  im Zentrum der  schweizerischen  Rundfunkordnung 
nach  wie  vor  die  Erfüllung  des  Service  public,  wobei  an  der  Be-
schwerdeführerin als Hauptakteurin festgehalten wurde. Zum anderen 
soll  sich  die  schweizerische  Fernsehlandschaft  gegen  die  finanz-
kräftige,  hochkommerzielle  Konkurrenz  aus  dem Ausland  behaupten 
können. Ein weiteres Ziel der RTVG ist ein Wettbewerb zwischen meh-
reren inländischen Programmveranstaltern, um im Interesse einer le-
bendigen  demokratischen  Willensbildung  und  vielfältiger  kultureller 
Prozesse eine Vielzahl von Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Dies 
verlangt aber eine Verbesserung der Bedingungen der privaten einhei-
mischen  Veranstalter.  Die  lokalen  Programmveranstalter  sollten  ge-
stärkt bzw. der lokal-regionale Service public im Radio- und Fernseh-
bereich gefördert  werden. In  der  föderalistischen Schweiz ist  zu ge-
währleisten, dass auch auf lokaler und regionaler Ebene Radio- und 
Fernsehangebote zur Verfügung stehen, die das Leben dieser Gebiete 
abbilden und dort zur Willensbildung und kulturellen Entfaltung beitra-
gen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits hat sich aber hinsichtlich Pro-
gramminhalt hauptsächlich an die Schweiz als Ganzes oder zumindest 
an die einzelnen Sprachregionen zu richten. Um eine vielfältige Fern-
sehlandschaft  zu  gewährleisten,  sind  somit  Instrumente  erforderlich, 
welche eine Medienkonzentration bekämpfen (vgl. zum Ganzen insbe-
sondere: BBl 2003 1571 ff., 1580, 1584 ff., 1591 ff., 1601, 1607, 1614 
und 1619).

8.2.3 Aus  der  historisch-zeitgemässen  Auslegung  geht  somit  insge-
samt hervor, dass die Herstellung eigener Spielbilder im Rahmen des 
Physical Access möglich sein muss.

8.3 Die Ausführungen zur historisch-zeitgemässen Auslegung, insbe-
sondere jene zu den im Allgemeinen verfolgten Interessen des RTVG 
bzw. der RTVV – Service public auch auf lokaler Ebene, Stärkung der 
lokalen  Programmveranstalter,  Medienvielfalt  sowie  Wettbewerb  und 
Konkurrenzfähigkeit  gegenüber  den  internationalen  Veranstaltern  –, 

Seite 21

A-7970/2007

stehen im Einklang  mit  dem konkreten  Sinn  und Zweck von Art. 72 
RTVG bzw. Art. 68 ff. RTVV. Diese teleologische Auslegung stellt  ab 
auf  die  Zweckvorstellung,  die  mit  einer  Rechtsnorm  verbunden  ist. 
Eine auszulegende Norm ist danach im Zusammenhang mit den Ziel-
vorstellungen des Gesetzgebers (bzw. des Verordnungsgebers) zu be-
trachten (vgl. HÄFELIN/HALLER, a.a.O., Rz. 120 ff.).

8.3.1 Exklusivrechte von Rundfunkveranstaltern können dazu führen, 
dass nicht mehr alle Zuschauer und Zuschauerinnen Zugang zu den 
entsprechenden Sendungen haben. Dies deshalb, weil das Programm, 
in dem über die fraglichen Ereignisse exklusiv berichtet wird, technisch 
nicht überall empfangbar ist oder nur für Abonnenten offen steht (Pay-
TV). Der freie Zugang des Publikums zu Informationen über wichtige 
Ereignisse ist  gemäss Botschaft  zum RTVG jedoch von grosser Be-
deutung für eine kommunikative Chancengleichheit und ist Vorausset-
zung dafür, dass Radio und Fernsehen die ihnen von der Verfassung 
übertragenen Funktionen erfüllen können. Das Kurzberichterstattungs-
recht ermöglicht somit einerseits, dass die ganze Bevölkerung mindes-
tens in den Grundzügen über ein öffentliches Ereignis informiert wird. 
Es schützt damit den freien Zugang des Publikums zu Informationen 
über öffentliche Ereignisse und erlaubt dem Publikum die Wahrung der 
Informationsbedürfnisse. Es soll  verhindert  werden,  dass  durch  den 
Abschluss von Exklusivverträgen die Allgemeinheit von der Berichter-
stattung über  wichtige Ereignisse ausgeschlossen wird. Andererseits 
steht das Kurzberichterstattungsrecht im Dienst der Meinungsfreiheit, 
indem  es  ermöglicht,  dass  über  ein  Ereignis  durch  mehrere  Pro-
grammveranstalter  aus unterschiedlichen Perspektiven berichtet  wer-
den kann (vgl. hierzu BBl 2003 1572, 1644 und 1728). Diese zwei Zie-
le  des  Kurzberichterstattungsrechts  werden  von  der  Lehre  bestätigt 
(vgl. u.a. FRANZ A. ZÖLCH/RENA ZULAUF, Kommunikationsrecht für die Pra-
xis, 2. Aufl., Bern 2007, S. 159 f; PETER NOBEL/ROLF H. WEBER, Medien-
recht,  3.  Aufl.,  Bern  2007,  §  8  Rz.  102  sowie  §  10  Rz.  88;  MARTIN 
DUMERMUTH, Rundfunkrecht, Rz. 112 ff., veröffentlicht in: Heinrich Koller/
Georg Müller/René Rhinow/Ulrich Zimmerli, Schweizerisches Bundes-
verwaltungsrecht, Basel und Frankfurt am Main 1996).

Soweit  es  beim  Kurzberichterstattungsrecht  um  die  Information  der 
Bevölkerung geht, sind eigene Spielbilder nicht unbedingt erforderlich. 
Um  über  ein  öffentliches  Ereignis  in  den  Grundzügen  berichten  zu 
können  und  hiermit  dem  Informationsanliegen  nachzukommen  bzw. 
um zu verhindern, dass ein Teil des Publikums von der Berichterstat-

Seite 22

A-7970/2007

tung über wichtige Ereignisse ausgeschlossen wird, genügt es, wenn 
die Beschwerdegegner das Spielbildmaterial von der Beschwerdefüh-
rerin erhalten und dieses durch eigenes Material (Interviews etc.) er-
gänzen können. Anders  sieht  es aus  bei  der  von der  Kurzberichter-
stattung  bezweckten  Berichterstattung  aus  unterschiedlichen 
Perspektiven zwecks Meinungsvielfalt. Dieser Zweck kann nur dann er-
reicht werden, wenn verschiedene, mithin unterschiedliche Programm-
veranstalter berichten. Die Frage, ob unterschiedliche Perspektiven ei-
gene Spielbilder bedingen, wurde auch in der Lehre diskutiert. Hierbei 
weist  insbesondere  OLIVER SIDLER (Exklusivberichterstattung  über 
Sportveranstaltungen im Rundfunk, Bern 1995, S. 200 f.) – zwar noch 
im Zusammenhang mit dem aRTVG – darauf hin, dass ein Verbot eige-
ner Bild-  und Tonaufnahmen vom Ereignis selber, wie es in der Bot-
schaft  zum aRTVG statuiert  werde,  wenig  Sinn  mache  und  es  sich 
hierbei  allenfalls  um  ein  redaktionelles  Missgeschick  handle.  Auch 
DUMERMUTH (a.a.O.,  Rz. 114) ist  der Ansicht,  das Verbot eigener Bild- 
und  Tonaufnahmen gemäss  der  Botschaft  zum aRTVG sei  missver-
ständlich. Denn wenn Drittveranstalter am Ort  des Ereignisses keine 
Bild-  oder  Tonaufnahmen  machen  dürften,  würde  das  angestrebte 
Schutzziel nicht erreicht.

8.4 Weiter ist sodann im Rahmen der systematischen Auslegung der 
Sinn einer Rechtsnorm durch ihr Verhältnis zu anderen Rechtsnormen 
und durch den systematischen Zusammenhang, in dem sie sich in ei-
nem Gesetz präsentiert, zu bestimmen (HÄFELIN/HALLER, a.a.O., Rz. 97).

Dem systematischen Aufbau des RTVG ist – wie bereits erwähnt (vgl. 
E. 6 hiervor) – zu entnehmen, dass die Beschwerdegegner sowohl den 
Signal Access wie auch den Physical Access beanspruchen können. 
Wenn das RTVG diese beiden Möglichkeiten vorsieht, muss zwischen 
diesen  auch  ein  Unterschied  bestehen,  welcher  sich  nicht  darin  er-
schöpfen kann, dass der Physical Access den direkten, tatsächlichen 
Zugang  zum  Ereignis  gewährt.  Vielmehr  liegt  der  Unterschied  auch 
darin, dass beim Physical Access eigene Spielbilder produziert werden 
dürfen und nicht nur jene der Beschwerdeführerin bearbeitet werden 
können, wie dies der Signal Access vorsieht. Im Weiteren bringt  der 
systematische Aufbau des RTVG keine besonderen Erkenntnisse. Ab-
gesehen von Art. 72 RTVG enthält weder das RTVG noch die RTVV 
Bestimmungen zum Kurzberichterstattungsrecht, welche zur sich vor-
liegend stellenden Frage Entscheidendes beitragen; insbesondere hel-
fen weder Art. 73 RTVG noch Art. 68 ff. RTVV weiter.

Seite 23

A-7970/2007

Im Sinne einer erweiterten systematischen Auslegung ist das Verhält-
nis von Art. 72 RTVG zu Art. 28 URG zu prüfen (vgl. hierzu auch BBl 
2003 1728). Art. 28 URG hält fest,  soweit  es für  die Berichterstattung 
über aktuelle Ereignisse erforderlich ist, dürfen die dabei  wahrgenom-
menen Werke aufgezeichnet,  vervielfältigt,  vorgeführt,  gesendet, ver-
breitet  oder  sonst  wie  wahrnehmbar  gemacht  werden (Abs. 1). Zum 
Zweck  der Information über aktuelle Fragen dürfen kurze Ausschnitte 
aus Presseartikeln sowie  aus Radio- und Fernsehberichten vervielfäl-
tigt, verbreitet  und  gesendet  oder  weitergesendet  werden;  der  Aus-
schnitt  und die Quelle müssen bezeichnet werden. Wird in der Quelle 
auf die Urheberschaft  hingewiesen, so ist diese ebenfalls anzugeben 
(Abs. 2). Art. 28 Abs. 2 URG bezieht sich auf den Signal  Access  und 
ist somit  vorliegend nicht von Bedeutung. Art. 28 Abs. 1 URG seiner-
seits  hält  einzig  fest,  dass  für die  Berichterstattung die  Verwendung 
von Werken gestattet ist. Zur  Wiedergabe bzw. Aufzeichnung des Er-
eignisses selber äussert sich Art. 28 Abs. 1 URG nicht bzw. schliesst 
diese nicht  aus. Nach überwiegender  Auffassung in  der Schweiz ist 
denn auch weder die sportliche Darbietung der Fussball-Spieler  noch 
der  Eishockey-Match  als Ganzes noch  die  Sportveranstaltung  ein 
Werk im Sinn des URG; ein diesbezüglicher immaterialgüterrechtlicher 
Schutz  ist  somit  nach überwiegender Auffassung  nicht  gegeben. Ein 
Werk im Sinn des URG kann einzig die Wiedergabe des Spiels als öf-
fentliches Ereignis darstellen (vgl. BGE 107 II 82 E. 4a, RETO ARPAGAUS, 
Fragen im Zusammenhang mit den Uefa-Lizenzen für das Public View-
ing  bei  der Fussball-Europameisterschaft  2008,  veröffentlicht  in: sic! 
Zeitschrift  für Immaterialgüter-,  Informations-  und  Wettbewerbsrecht 
2008, S. 89 mit Hinweisen; DENIS BARRELET/WILLI EGLOFF, Das neue Urhe-
berrecht – Kommentar zum neuen URG, 2. Aufl., Bern 2000, Rz. 20 zu 
Art. 2 URG und Rz. 9 zu Art. 28 URG sowie BARBARA K. MÜLLER/REINHARD 
OERTLI,  Urheberrechtsgesetz  [URG],  Bern  2006,  Rz. 41  ff. zu  Art. 2 
URG und Rz. 1 zu Art. 28 URG; SIDLER, a.a.O., S. 214). Das URG äus-
sert sich somit ebenfalls nicht zur Frage, ob im Rahmen des Physical 
Access die Herstellung eigener Spielbilder erlaubt ist.

8.5 Gestützt auf vorstehende Erwägungen ergibt sich, dass die histor-
isch-zeitgemässe  Auslegung  –  welche  stark  zu  gewichten  ist  (vgl. 
E. 8.2 ff. hiervor) – sowie die teleologische Auslegung gesamthaft be-
trachtet  dafür  sprechen,  dass  die  Herstellung  eigener  Spielbilder  im 
Rahmen des  Kurzberichterstattungsrechts  bzw. des  Physical  Access 
gemäss Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG erlaubt und die von der Vorinstanz 
verfügte Prioritätenordnung nicht zu beanstanden ist. Der grammatika-

Seite 24

A-7970/2007

lischen und systematischen Auslegung ist hierzu nichts zu entnehmen; 
sie stehen diesem Ergebnis aber auch nicht entgegen. Der Auffassung 
der  Beschwerdeführerin,  wonach  die  Herstellung  eigener  Spielbilder 
im  Rahmen  des  Physical  Access  nicht  gestattet  ist,  kann  demnach 
nicht  gefolgt werden. Die Beschwerde ist  in diesem Punkt  als  unbe-
gründet abzuweisen.

9.
Die  Auffassung,  dass  eine  Berichterstattung  aus  unterschiedlichen 
Perspektiven die  Herstellung eigener  Spielbilder  bedingt,  wird  durch 
eine Prüfung der von der Beschwerdeführerin gerügten Verletzung des 
Grundsatzes  der  Verhältnismässigkeit,  der  Eigentumsgarantie,  des 
Rechtsgleichheitsgebots und der Wirtschaftsfreiheit an einem Physical 
Access der Beschwerdegegner ohne die Herstellung eigener Spielbil-
der im Rahmen der verfassungskonformen Auslegung bestätigt.

9.1 Ihre Interessen  liegen  einerseits  in  einem ungehinderten  Ablauf 
der eigenen Aufzeichnungen. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, 
produktionstechnische  und  platzmässige  Hindernisse  stünden  einer 
Produktion eigener Spielbilder entgegen bzw. Kameras der Beschwer-
degegner auf dem Spielfeld würden den Ablauf störend beeinflussen.

Zum einen kam es in der Vergangenheit wiederholt vor, dass die Be-
schwerdegegner – sei dies mit oder ohne Bewilligung der Beschwer-
deführerin – im Rahmen des Physical Access eigene Spielbilder pro-
duziert haben. Zum anderen ordnete die Vorinstanz erstmals mit Zwi-
schenverfügung vom 31. Juli 2006 – mithin vor rund zwei Jahren – an, 
die  Beschwerdeführerin  habe  den  Beschwerdegegnern  für  deren 
Kurzberichterstattung die Herstellung eigener Spielbilder zu gestatten. 
Diese Anordnung wurde mit der angefochtenen Verfügung vom 25. Ok-
tober 2007 bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht hat in der Folge 
erneut  mittels  Zwischenverfügung vom 27. Februar 2008 die Anferti-
gung eigener Spielbilder zugelassen. Mithin wurde von den Beschwer-
degegnern  bereits  vor  dem  vorinstanzlichen  und  dem  vorliegenden 
Verfahren  teilweise  eigene  Spielbilder  produziert  und  seit  der  Zwi-
schenverfügung der Vorinstanz vom 31. Juli 2006 war bzw. ist dieses 
Vorgehen gerichtlich erlaubt. Hinzu kommt, dass die Beschwerdefüh-
rerin weder die Zwischenverfügung der Vorinstanz noch jene des Bun-
desverwaltungsgerichts angefochten hat. Dies spricht dafür, dass hin-
sichtlich  Technik  und  Platz  keine  allzu  grossen  Problem entstanden 
sein dürften. Es wird also seit längerer Zeit mit dieser Situation ohne 

Seite 25

A-7970/2007

grössere Schwierigkeiten gelebt.

Des Weiteren hält  die angefochtene Verfügung der Vorinstanz in An-
wendung von Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG fest, das Zugangsrecht inkl. 
das Recht auf die Herstellung eigener Spielbilder gelte nur, soweit es 
die technischen und räumlichen Gegebenheiten erlauben würden. Ob 
dies der Fall ist, entscheiden gemäss Art. 69 Abs. 1 RTVV der Organi-
sator und die Beschwerdeführerin. Bei beschränkten Kapazitäten hat 
die Vorinstanz zudem in ihrer angefochtenen Verfügung eine Prioritä-
tenordnung aufgestellt, nach der zunächst der Zugang denjenigen Ver-
anstaltern zu gewähren ist, die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen 
mit  der Beschwerdeführerin  bzw. dem Ereignisveranstalter  einen An-
spruch darauf haben. Im Falle weiterer Kapazitäten ist auch Veranstal-
tern Zugang zu gewähren, die eine möglichst umfassende Versorgung 
in  der  Schweiz  gewährleisten,  und  Regionalveranstaltern  mit  Leis-
tungsauftrag, falls Heim- oder Auswärtsspiele von Mannschaften aus 
dem konzessionierten Verbereitungsgebiet  dieser Veranstalter  betrof-
fen sind. Die übrigen Veranstalter sind schliesslich zu berücksichtigen, 
wenn  noch  weitere  Kapazitäten  bestehen.  Diese  Prioritätenordnung 
entspricht jener in Art. 69 RTVV, wurde aber durch die Regelung des 
Zugangsrechts der Regionalveranstalter mit Leistungsauftrag und der 
übrigen Veranstalter  ergänzt. Somit  ist  entgegen der  Auffassung der 
Beschwerdeführerin durchaus klar, welchen Beschwerdegegnern bzw. 
in welcher Reihenfolge diesen Zugang zum Ereignis zu gewähren ist. 
Auch besteht bei  dieser Kaskade keine Gefahr, dass schon jeglicher 
lokaler oder regionaler Bezug zum Fussball- oder Eishockeyspiel ge-
nügt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass primär der Physical Ac-
cess  der  Beschwerdegegner  grundsätzlich  technisch  und  räumlich 
möglich sein muss. Erst wenn dies der Fall ist, gelangt die von der Vor-
instanz aufgestellte Prioritätenregelung zur Anwendung, welche genau 
festlegt, wer vor wem ein Recht auf Zugang zum Ereignis hat. Inwie-
weit die von der Vorinstanz verfügte Kaskade unrealistisch sein soll, ist 
nicht ersichtlich. Insgesamt ist somit nicht erkennbar, inwiefern bei ei-
ner  solchen  Regelung  produktionstechnische  und  platzmässige  Hin-
dernisse  der  Herstellung  eigener  Spielbilder  entgegenstehen  sollen 
bzw. solche Hindernisse nicht berücksichtigt werden können.

9.2 Die Interessen der Beschwerdeführerin an einem Physical Access 
der Beschwerdegegner ohne Herstellung eigener Spielbilder sind an-
dererseits  finanzieller  Natur. Die  Beschwerdeführerin  bringt  vor,  ihre 
teuer  eingekauften  Exklusivrechte  würden  entwertet,  wenn  den  Be-

Seite 26

A-7970/2007

schwerdegegnern  die  Produktion  eigener  Spielbilder  erlaubt  würde, 
wodurch  faktisch  ihr  Service-public-Auftrag  ausgehöhlt  werde.  Ein 
Recht zur unentgeltlichen Produktion eigener Spielbilder verletze so-
mit  die  Rechtsgleichheit  sowie  die  Eigentumsgarantie  und  die  Wirt-
schaftsfreiheit und verstosse gegen das Willkürverbot und das Gebot 
von Treu und Glauben, da dieses Recht exklusiv den Primärveranstal-
tern zustehe.

Grundrechte  wie  die  Eigentumsgarantie  (Art.  26  BV)  und  die  Wirt-
schaftsfreiheit  (Art.  27  und  94  ff. BV)  gelten  nicht  absolut. Vielmehr 
können  sie  gemäss  Art.  36  BV  eingeschränkt  werden,  sofern  dafür 
eine gesetzliche Grundlage besteht, der Eingriff im öffentlichen Inter-
esse  liegt,  verhältnismässig  ist  und  der  Kerngehalt  respektiert  wird. 
Dass die Herstellung eigener Spielbilder im Rahmen des Kurzbericht-
erstattungsrechts  der  Beschwerdegegner  weder  den  Kerngehalt  der 
Wirtschaftsfreiheit noch jenen der Eigentumsgarantie der Beschwerde-
führerin verletzt, ist unbestritten. Weiter findet die Herstellung eigener 
Spielbilder ihre gesetzliche Grundlage in Art. 72 RTVG. Mit  anderen 
Worten  ergibt  sich  die  Beschränkung  der  Exklusiv-  und  Erst-
verwertungsrechte  direkt  aus  Art. 72  RTVG.  Bei  exklusiven 
Sportübertragungsrechten handelt es sich somit um immaterielle Ver-
mögenspositionen, die durch das Kurzberichterstattungsrecht eine ge-
setzliche  Beschränkung  erfahren.  Exklusiv-  oder  Erstverwertungs-
rechte stehen folglich stets unter dem Vorbehalt des Kurzberichterstat-
tungsrechts  Dritter.  Zudem  liegen  eine  vielseitige  Berichterstattung 
bzw. Fernsehlandschaft, die Meinungsvielfalt, eine Stärkung der loka-
len Programmveranstalter inkl. die Förderung des lokalen Service pub-
lic,  der  Wettbewerb,  die  Vermeidung  einer  Medienkonzentration  und 
ein Gegengewicht zur ausländischen Konkurrenz (vgl. hierzu E. 8.2.2 
hiervor)  im  öffentlichen  Interesse.  Schliesslich  wird  vorliegend  auch 
der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt. Denn die Herstellung 
eigener Spielbilder ist  erstens geeignet, die im öffentlichen Interesse 
liegenden Ziele zu verwirklichen. Zweitens ist sie erforderlich um den 
angestrebten Erfolg zu erreichen; ein milderes Mittel ist nicht ersicht-
lich.  Drittens  hat  das  finanzielle,  wirtschaftliche  Interesse  der 
Immaterialgut-Eigentümerin gegenüber den berechtigten Anliegen der 
Allgemeinheit  –  vielseitige  Berichterstattung  bzw. Fernsehlandschaft, 
Meinungsvielfalt, Stärkung der lokalen Programmveranstalter inkl. För-
derung  des  lokalen  Service  public,  Wettbewerb,  Vermeidung  einer 
Medienkonzentration, Gegengewicht zur ausländischen Konkurrenz – 
zurückzutreten.  Ein  Kurzberichterstattungsrecht  von  höchstens  180 

Seite 27

A-7970/2007

Sekunden Dauer bedeutet keinen unverhältnismässigen Grundrechts-
eingriff  und  hat  auch  keinen  Enteignungscharakter.  In  diesem  Sinn 
liegt  weder  eine  Verletzung  der  Eigentumsgarantie  noch  der 
Wirtschaftsfreiheit vor (vgl. zum Ganzen: BBl 2003 1728 sowie HÄFELIN/
HALLER,  a.a.O.,  Rz. 302 ff.;  SIMON OSTERWALDER,  Übertragungsrechte an 
Sportveranstaltungen, Bern 2004, S. 259, 264 und 267 mit Hinweisen; 
SIDLER, a.a.O., S. 218 ff. mit Hinweisen, insbesondere S. 234).

Weiter  sieht  die  Beschwerdeführerin  in  der  Möglichkeit,  im Rahmen 
des Physical Access eigene Spielbilder herstellen zu dürfen, eine Ver-
letzung des Rechtsgleichheitsgebots, da ihr dieses Recht, für welches 
sie bezahlen müsse, exklusiv zustehe. Die Rechtsgleichheit (Art. 8 BV) 
als  Gebot  sachgerechter  Differenzierung verbietet  den rechtsanwen-
denden bzw. den rechtssetzenden Behörden, zwei tatsächlich gleiche 
Situationen ohne sachlichen Grund rechtlich unterschiedlich zu behan-
deln.  Dabei  ist  eine  Identität  in  allen  tatsächlichen  Elementen  nicht 
notwendig; das Gleichbehandlungsgebot greift bereits bei Übereinstim-
mung  der  relevanten  Sachverhaltselemente  (vgl.  JÖRG PAUL MÜLLER, 
Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 396 ff; BGE 125 I 
1  E. 2b/aa). Einerseits  stehen Exklusiv-  oder  Erstverwertungsrechte, 
wie bereits erwähnt, stets unter dem Vorbehalt des Kurzberichterstat-
tungsrechts Dritter. Exklusive Sportübertragungsrechte erfahren durch 
das  Kurzberichterstattungsrecht  eine  gesetzliche  Beschränkung.  An-
dererseits  umfasst  das  Kurzberichterstattungsrecht  der  Beschwerde-
gegner lediglich höchstens 180 Sekunden und kann nur nach Beendi-
gung des Ereignisses ausgestrahlt werden. Das Exklusivrecht der Be-
schwerdeführerin  hingegen ermöglicht  dieser,  live und zeitlich  unbe-
schränkt zu senden (vgl. Art. 68 RTVV sowie BBl 2003 1728). Folglich 
liegt  keine vergleichbare Situation vor, weshalb eine rechtsungleiche 
Behandlung  der  Beschwerdeführerin  vorliegend zu verneinen ist. In-
wieweit darüber hinaus ein Verstoss gegen Treu und Glauben und den 
Schutz vor Willkür vorliegen soll ist nicht ersichtlich und wird von der 
Beschwerdeführerin denn auch nicht näher substanziiert.

Der  Vollständigkeit  halber  sei  schliesslich  darauf  hingewiesen,  dass 
die  Beschwerdeführerin  hinsichtlich  der  Erfüllung  des  Service  public 
zwar  Haupt-,  aber  eben  nicht  Alleinakteurin  ist.  Ziel  der  RTVG-
Revision  war  unter  anderem  die  Förderung  des  lokal-regionalen 
Service public (vgl. E. 8.2.2 hiervor).

Seite 28

A-7970/2007

10.
Strittig ist weiter, ob die von der Beschwerdeführerin mit Informations-
schreiben vom 18. Juli 2006 kommunizierten finanziellen Abgeltungen 
für  das  Kurzberichterstattungsrecht  angemessen  sind.  Die  entspre-
chende Regelung lautet folgendermassen:

„Kurzberichterstattung mit Verwendung von SRG SSR-Sportbildern (ohne Ka-

merazugang) bis 3 Minuten Fr. 300.-- pro Sportveranstaltung, bis 30 Sekun-

den  Fr.  100.--  pro  Sportveranstaltung.  Kamera-Zugang  in  der  Mixed  Zone 

ohne  Kurzberichterstattung  (u.a.  Interviews  nach  dem  Spiel  bei  Live-

Produktionen)  Fr.  100.--  pro  Sportveranstaltung  als  Akkreditierungsgebühr. 

Bei einem Mitschnitt auf Bestellung (pauschal Fr. 300.--) werden zudem tech-

nische Kosten verrechnet.“

Wie bereits erwähnt (E. 1.1 hiervor), ist hinsichtlich der finanziellen Ab-
geltungen für das Kurzberichterstattungsrecht nach wie vor zwischen 
der Situation vor dem 1. April  2007 – unter  Anwendung des aRTVG 
und der aRTVV – und jener ab dem 1. April 2007 – unter Anwendung 
des RTVG und der RTVV – zu unterscheiden.

11. Die Beschwerdeführerin bringt hierzu vor, die Vorinstanz verkenne 
den technischen Aufwand für Videomitschnitte und in Bezug auf Tech-
nik und Manpower. Es gehe nicht an, dass die Beschwerdegegner ei-
nerseits  von  den  Vorteilen  der  kostengünstigen  Übernahme  des 
(Fremd-)Materials profitieren wollten und andererseits darüber hinaus 
noch  eigene  Spielbilder  drehen  möchten,  ohne  hierfür  die  üblichen 
Vergütungen zu übernehmen. Das Prinzip der Entgeltlichkeit sei über-
dies  im  Gesetz  verankert  und  bei  den  Kurzberichterstattungstarifen 
handle es sich um rein ordnungspolitische und systemimmanente Kos-
ten. Soweit die Vorinstanz den Preis auf die blosse Kostendeckung be-
schränke, fehle es zudem an einer Rechtsgrundlage, weshalb die Wirt-
schaftsfreiheit und die Eigentumsgarantie verletzt würden. Schliesslich 
müssten auch die Rechtekosten anteilsmässig verrechnet werden kön-
nen, ansonsten von einer angemessenen Vergütung nicht gesprochen 
werden  könne.  Da  dem  Ereignisveranstalter  ein  entgeltliches  Subli-
zenzrecht  eingeräumt werde,  indem dieser  für  die Kurzberichterstat-
tung  von  den  Beschwerdegegnern  ein  Eintrittsgeld  verlangen  dürfe, 
liege eine Verletzung der Rechtsgleichheit und ein Verstoss gegen das 
Willkürverbot und das Gebot von Treu und Glauben vor, da eine Subli-
zenzierung der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegner unter-
sagt werde. Schliesslich werde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass 

Seite 29

A-7970/2007

Exklusivrechte für die Sportverbände bzw. -veranstalter eine entschei-
dende Einnahmequelle darstellten.

11.1 Die Beschwerdegegner erläutern, für die Ausübung des Physical 
Access dürften keine Akkreditierungskosten und Ähnliches abverlangt 
werden. Einzig Kosten für den Eintritt – welche aber nichts mit den Ak-
kreditierungskosten  zu tun  hätten  und auch keine  Lizenzierung  dar-
stellten – und die Benutzung der Infrastruktur seien zu entschädigen. 
Aus dem Gesetz und den Materialien ergebe sich, dass sich die Ent-
schädigung einzig auf die aus der Überlassung der Aufzeichnung er-
wachsenen zusätzlichen Kosten zu beschränken habe. Andere Kosten 
wie  solche für  Exklusiv-,  Erstverwertungs-  oder  Lizenzrechte  dürften 
nicht auf sie überwälzt werden. Auch stelle das gesetzlich garantierte, 
auf 180 Sekunden beschränkte Kurzberichterstattungsrecht keinen un-
verhältnismässigen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar und Exklusiv- 
und Erstverwertungsrechte seien stets unter dem Vorbehalt des Kurz-
berichterstattungsrechts zu vergeben.

11.2 Die Vorinstanz ist der Ansicht, beim Physical Access sei die Er-
hebung einer pauschalen Akkreditierungsgebühr von Fr. 100.-- unzu-
lässig. Zum einen widerspreche sie dem Grundsatz der Kostenlosigkeit 
des Physical Access gemäss aRTVG bzw. RTVG. Zum anderen weise 
die Beschwerdeführerin allfällige effektiv aus der Einräumung des Zu-
gangs vor Ort entstehende Kosten, welche allenfalls für eine Überwäl-
zung des administrativen Aufwands für die Organisation des Physical 
Access in Frage kämen, nicht nachvollziehbar aus. Eine Befreiung von 
der  Pflicht,  Eintrittsgeld  zu  bezahlen,  bestehe  von  Gesetzes  wegen 
nicht. Das Erheben eines Eintrittgeldes für den Zugang zum Ereignis 
habe aber nichts mit einer faktischen Lizenzierung des Kurzberichters-
tattungsrechts  zu  tun.  Beim  Signal  Access  sei  die  Kurz-
berichterstattungsgebühr nicht mit dem Grundsatz von Art. 20 Abs. 4 
aRTVV bzw. Art. 70 Abs. 2 RTVV vereinbar, wonach nur die durch die 
Signalüberlassungspflicht  entstehenden  effektiven  Mehrkosten  über-
wälzt werden dürften. Eine Pauschalgebühr für Personal- und Technik-
kosten sei zwar grundsätzlich zulässig, müsse aber auf überprüfbaren 
Kosten  beruhen  und  dürfe  keine  Überwälzung  der  eigenen  Rechte-
kosten beinhalten. Die  pauschal  erhobene Gebühr  von Fr. 300.--  für 
eine Videokassette mit  Spielaufzeichnungen in sendefähiger Qualität 
sei  im  Hinblick  auf  den  technischen  Aufwand,  die  Material-  und 
Infrastrukturkosten  sowie  im  internationalen  Vergleich  angemessen. 

Seite 30

A-7970/2007

Die Beschwerdeführerin habe ihre Kosten aber den Regionalsendern 
auf deren allfälliges Begehren hin auszuweisen.

12.
Die  Kurzberichterstattung  mit  Verwendung  von  Sportbildern  der  Be-
schwerdeführerin für  Fr. 300.-- bzw. Fr. 100.-- sowie die Pauschalge-
bühr  von Fr. 300.--  für  einen Mitschnitt  auf  Bestellung betreffen  den 
Signal Access.

12.1 In Anwendung des alten Rechts äussern sich Art. 7 Abs. 1 Bst. b 
aRTVG und Art. 20 Abs. 4 aRTVV zu den finanziellen Abgeltungen im 
Zusammenhang mit dem Signal Access.

12.1.1 Art. 7 Bst. b aRTVG sieht vor, dass die Beschwerdeführerin als 
Primärveranstalterin  den  Regionalsendern  als  Sekundärveranstalter 
die von ihnen gewünschten Teile der Wiedergabe zu angemessenen 
Bedingungen zur Verfügung stellen muss. Der unbestimmte Rechtsbe-
griff  „zu  angemessenen  Bedingungen“  erfährt  eine  Konkretisierung 
durch Art. 20 Abs. 4 aRTVV (vgl. hierzu  OSTERWALDER,  a.a.O.,  S. 319; 
PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
2. Aufl.,  Bern  2005,  § 26  Rz. 25  ff.  sowie  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 
a.a.O., Rz. 445 ff). Danach kann die Veranstalterin, die das Recht auf 
die exklusive Wiedergabe von öffentlichen Ereignissen in  ihrem Pro-
grammen besitzt – mithin die Beschwerdeführerin –, von den anderen 
Veranstaltern – folglich von den Beschwerdegegnern – eine Entschädi-
gung in der Höhe der ihr aus der Überlassung ihrer Aufzeichnungen 
erwachsenen  zusätzlichen  Kosten  fordern.  Bei  dem  Begriff  „zusätz-
lichen  Kosten“  handelt  es  sich  wiederum  um  einen  unbestimmten 
Rechtsbegriff, der nicht näher definiert wird.

12.1.2 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet zwar grundsätzlich 
mit  uneingeschränkter  Kognition  und  überprüft  hierbei  auch  die 
Angemessenheit  behördlichen  Handelns  grundsätzlich  frei  (vgl.  E.  2 
hiervor). Es auferlegt sich jedoch dort eine gewisse Zurückhaltung und 
greift nicht ohne Not (sog. „Ohne-Not-Praxis“) in Ermessensentscheide 
der Vorinstanz ein, wenn sich diese durch besonderen Sachverstand 
und Fachwissen auszeichnet und wenn sie über einen gewissen Hand-
lungs- bzw. Beurteilungsspielraum verfügen muss. Bei der Beurteilung, 
was unter „angemessene Bedingung“ bzw. „zusätzliche Kosten“ zu ver-
stehen  ist,  stand  der  Vorinstanz  ein  gewisser  Beurteilungsspielraum 
zu. Bei  der  Prüfung der finanziellen Abgeltungen für  den Signal  Ac-
cess  geht  es  zudem um  die  Beurteilung  besonderer  Umstände,  für 

Seite 31

A-7970/2007

welche die Vorinstanz über besondere (Fach-)Kenntnisse verfügt. Das 
Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich deshalb bei der diesbezügli-
chen Beurteilung eine grosse Zurückhaltung. Soweit die Überlegungen 
der Vorinstanz als sachgerecht erscheinen, ist deshalb nicht in deren 
Ermessen  einzugreifen  (vgl.  zum Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-6121/2007 vom 3. April  2008 E. 5.2, Urteil  des Bun-
desverwaltungsgerichts A-3343/2007 vom 5. Dezember 2007 E. 3, Ur-
teil  des Bundesverwaltungsgerichts A-3193/2006 vom 12. September 
2007 E. 2.2  sowie  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 446c f.,  460 f. 
und 473  f. mit  Hinweisen;  TSCHANNEN/ZIMMERLI,  a.a.O.,  §  26 Rz. 29  f.; 
ANDRÉ MOSER, a.a.O., Rz. 2.62 ff. und 2.74; KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 633 
ff.).

12.1.3 Die Vorinstanz hat  sich in  ihrer  angefochtenen Verfügung mit 
der  Problematik  der  finanziellen  Abgeltungen  beim  Signal  Access 
eingehend  befasst  und  kam  hierbei  zum  Schluss,  dass  mit  den 
diesbezüglichen  Gebühren  ein  Teil  der  Lizenzkosten  der 
Beschwerdeführerin  auf  die  Beschwerdegegner  überwälzt  werde  – 
was  von  der  Beschwerdeführerin  auch  nicht  bestritten  wird  –,  was 
nicht  dem Willen des Gesetzgebers  entspreche. Die  Erhebung einer 
pauschalen Gebühr für Personal- und Technikkosten, die in direktem 
Zusammenhang mit  der  Einräumung des Signal  Access  entstünden, 
sei  jedoch  grundsätzlich  zulässig,  soweit  sie  auf  überprüfbaren 
Abgaben  basiere. Hinsichtlich  der  Pauschalgebühr  von Fr. 300.--  für 
eine  Videoaufzeichnung  des  ganzen  Spiels  in  sendefähiger  Qualität 
erscheine  ihr  ein  pauschaler  Abgabepreis  mit  Blick  auf  den 
technischen  Aufwand,  die  Material-  und  Infrastrukturkosten  und  im 
internationalem Vergleich als angemessen.

Bestätigt  wird diese Auffassung der Vorinstanz dem Grundsatz nach 
von  der  Lehre,  welche  zur  Entschädigung  für  den  Signal  Access 
festhält,  die  zusätzlichen  Kosten  umfassten  einzig  Material-  und 
Aufwandkosten, aber keine Lizenzgebühren (vgl.  OSTERWALDER,  a.a.O., 
S. 319  mit  Hinweisen;  DUMERMUTH,  a.a.O.,  Rz. 115;  SIDLER,  a.a.O.,  S. 
198).  Die  Botschaft  zum  aRTVG  äussert  sich  zwar  nicht  zu  den 
finanziellen Abgeltungen für den Signal Access. Doch ist der Botschaft 
zum RTVG zu entnehmen, „zu bezahlen sind einzig die zusätzlichen 
Unkosten für  die  Überlassung des Signals  (beispielsweise  bezüglich 
Material  und  Personal),  nicht  hingegen  eine  Entschädigung  für 
allfällige  Exklusivrechte.  Dies  entspricht  der  bisherigen  Regelung  in 
Art. 20 Abs. 4 (a)RTVV“ (Botschaft 2002 1729). Folglich wurde schon 

Seite 32

A-7970/2007

unter altem Recht der Standpunkt vertreten, dass Rechtekosten nicht 
überwälzt werden dürfen. Die Rüge der Beschwerdeführerin, es  fehle 
an  einer  Rechtsgrundlage,  wenn  der  Preis  auf  die  blosse  Kosten-
deckung beschränkt werde, weshalb die Wirtschaftsfreiheit sowie die 
Eigentumsgarantie  verletzt  würden,  schlägt  fehl  (vgl.  hierzu  auch 
E. 9.2  hiervor).  Der  Verordnungsgeber  spricht  ausdrücklich  von  zu-
sätzlichen Kosten, die aus der Überlassung der Aufzeichnungen ent-
stehen. Eine weitergehende Kostenüberwälzung ist nicht vorgesehen. 
Schliesslich  führt,  wie  bereits  erläutert  (vgl.  E. 9.2  hiervor),  das 
gesetzlich statuierte Kurzberichterstattungsrecht zu keiner Enteignung 
der Lizenzrechte der Beschwerdeführerin. Inwieweit die Argumentation 
der Vorinstanz somit sachfremd sein sollte, ist nicht ersichtlich.

12.2 Unter dem neuen Recht sind für die finanziellen Abgeltungen im 
Zusammenhag mit dem Signal Access Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG und 
Art. 70 Abs. 2 RTVV massgebend.

12.2.1 Gemäss Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG geben der Organisator ei-
nes  öffentlichen  Ereignisses  und  die  Beschwerdeführerin  als  Pro-
grammveranstalterin,  die  über  Erstverwertungs-  oder  Exklusivrechte 
verfügt, den interessierten Beschwerdegegnern die gewünschten Teile 
des  Übertragungssignals  zu  angemessenen Bedingungen. Auch hier 
wird der unbestimmte Rechtsbegriff „zu angemessenen Bedingungen“ 
durch die Verordnung konkretisiert. Der entsprechende Art. 70 Abs. 2 
RTVV  hält  fest,  dass  der  Drittveranstalter  die  für  den  Zugang  zum 
Signal  entstehenden  Kosten  abzugelten  hat.  Diese  beinhalten  den 
technischen und personellen Aufwand sowie eine Entschädigung für 
zusätzliche  Kosten,  die  mit  der  Einräumung  des  Rechts  auf 
Kurzberichterstattung verbunden sind.

12.2.2 Inhaltlich hat sich somit verglichen mit der Regelung im aRTVG 
und  der  aRTVV  nichts  geändert.  Nach  wie  vor  dürfen  von  der  Be-
schwerdeführerin lediglich die Kosten an die Beschwerdegegner wei-
tergegeben werden, welche in direktem Zusammenhang mit der Über-
lassung der Aufzeichnungen verbunden sind, was die – wenn auch nur 
anteilsmässige – Überwälzung der Lizenzgebühren ausschliesst. Dies 
wird  einerseits  wiederum  durch  die  Lehre  (vgl.  OSTERWALDER,  a.a.O., 
S. 319) bestätigt. Andererseits hält auch die Botschaft zum RTVG aus-
drücklich fest, der Bezug des Signals sei  angemessen zu entschädi-
gen, wobei aber einzig die zusätzlichen Unkosten für die Überlassung 
des Signals, wie beispielsweise bezüglich Material und Personal, nicht 

Seite 33

A-7970/2007

hingegen eine Entschädigung für allfällige Exklusivrechte zu bezahlen 
seien, was der bisherigen Regelung in Art. 20 Abs. 4 aRTVV entspre-
che (BBl 2002 1729). Ebenso ist dem erläuternden Bericht zur RTVV 
(Total revidierte RTVV – Erläuternder Bericht vom 9. März 2007, S. 37) 
zu  entnehmen,  zusätzliche  Kosten,  die  notwendigerweise  aus  der 
Überlassung der Aufzeichnungen entstünden, dürften wie nach bishe-
rigem Recht auf den Drittveranstalter abgewälzt werden. Dazu gehör-
ten etwa Kosten, die für die Einräumung der Sublizenz an den Drittver-
anstalter entstünden, worunter aber nicht Ausgaben fielen, welche die 
Erst- oder Exklusivveranstalter für den Erwerb ihrer eigenen Erst- oder 
Exklusivrechte hätten leisten müssen.

13.
Die Akkreditierungsgebühr  von Fr. 100.--  pro  Sportveranstaltung be-
trifft den Physical Access.

Weder das aRTVG bzw. die aRTVV noch das RTVG bzw. die RTVV se-
hen für den Zugang zum Ereignis eine Kostenpflicht der Beschwerde-
gegner vor. Der Physical Access ist denn auch anders als der Signal 
Access nicht ausdrücklich an eine (finanzielle) Gegenleistung der Be-
schwerdegegner gekoppelt. Entsprechend spricht Art. 7 Abs. 1 Bst. a 
aRTVG bzw. Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG auch nicht von „angemesse-
nen Bedingungen“.  Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
fehlt es somit nicht an einer Rechtsgrundlage für die Kostenlosigkeit, 
womit auch keine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit sowie der Eigen-
tumsgarantie vorliegt (vgl. hierzu auch E. 9.2 hiervor). Es ist aber mit 
der Vorinstanz einig zu gehen, dass diese grundsätzliche Kostenlosig-
keit  des  Physical  Access  allenfalls  dahingehend  zu  lockern  ist,  als 
Kosten in Rechnung gestellt werden können, die durch die Gewährung 
desselben entstehen. Insofern wird dem Vorbringen der Beschwerde-
führerin Rechnung getragen, es gehe nicht an, dass die Beschwerde-
gegner einerseits von den Vorteilen der kostengünstigen Übernahme 
des (Fremd-)Materials profitieren wollten und andererseits darüber hin-
aus noch eigene Spielbilder drehen möchten, ohne hierfür die üblichen 
Vergütungen zu übernehmen. Wie die Vorinstanz bereits in ihrer ange-
fochtenen Verfügung festgehalten hat, hat die Beschwerdeführerin die 
Kosten für den administrativen Aufwand hinsichtlich Organisation des 
Physical Access aber auszuweisen. Pauschale Akkreditierungskosten 
von  Fr.  100.--  pro  Sportveranstaltung  genügen  diesem  Erfordernis 
nicht.

Seite 34

A-7970/2007

13.1 Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Kos-
ten für  die Gewährung des Physical  Access und des Signal  Access 
von  der  Frage,  ob  die  Beschwerdegegner  dem  das  Eintrittsgeld  zu 
bezahlen  haben,  zu  trennen  sind.  Zum  einen  sind  nicht  dieselben 
Posten  betroffen  und  zum  anderen  handelt  es  sich  um  zwei 
verschiedene Gläubiger; nämlich um die Beschwerdeführerin im ersten 
und den Ereignisorganisator  im zweiten Fall. So hält  denn auch der 
erläuternde  Bericht  zur  RTVV (Total  revidierte  RTVV – Erläuternder 
Bericht vom 9. März 2007, S. 36) fest, Drittveranstalter hätten keinen 
Anspruch  auf  unentgeltlichen  Zutritt  zum  Ereignis;  der  von  seinen 
Mitarbeitern in Anspruch genommene Raum am Ort  des Ereignisses 
könne  ihnen  im  Rahmen  üblicher  Eintrittsgelder  vom 
Ereignisveranstalter  belastet  werden.  Ebenso  weist  OSTERWALDER 
(a.a.O, S. 318 mit Hinweisen) darauf hin, die finanziellen Bedingungen 
für  die  Ausübung  des  Kurzberichterstattungsrechts  würden  drei 
Vergütungsposten beinhalten – die Kosten für  die Eintrittskarten der 
Angestellten  oder  Beauftragten  des  Sekundärveranstalters,  jene  für 
den Signal Access und jene für den Physical Access. Zudem ist nicht 
ersichtlich,  inwiefern  die  Pflicht  der  Beschwerdegegner,  dem 
Ereignisorganisator ein allfälliges Eintrittsgeld zu bezahlen, eine Subli-
zenzierung darstellen soll.

14.
Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde so-
mit auch im Punkt der finanziellen Abgeltungen als unbegründet und 
ist abzuweisen.

15.
Schliesslich  sei  darauf  hingewiesen,  dass  die  Vorinstanz  die  Be-
schwerdeführerin  im Rahmen einer  administrativen Massnahme ver-
pflichtet hat, die Aufsichtsbehörde über die getroffenen Massnahmen 
zur  Sicherung des Kurzberichterstattungsrechts der Beschwerdegeg-
ner zu informieren. Die Beschwerdeführerin hält hierzu einzig fest, die 
Zugangsbedingungen  und  andere  Bedingungen  seien  immer  wieder 
überprüft worden und würden auch in Zukunft einer Prüfung unterzo-
gen werden. Die administrative Massnahme an sich ist somit nicht um-
stritten.

16.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens gilt  die  Beschwerdeführerin  als 
unterliegende Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die der Beschwerdeführe-

Seite 35

A-7970/2007

rin aufzuerlegenden Verfahrenskosten von Fr. 2'500.--, bestehend aus 
Spruch- und Schreibgebühr für die Zwischenverfügung vom 27. Febru-
ar 2008 und den vorliegenden Hauptentscheid, sind mit dem geleiste-
ten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.--  zu verrechnen. Den Restbetrag 
von Fr. 1'000.-- hat die Beschwerdeführerin innert 30 Tagen nach Ein-
tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichts-
kasse zu überweisen.

17.
Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder 
auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und 
verhältnismässig  hohe  Kosten  zuzusprechen  (Art.  64  Abs.  1  VwVG 
i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]). Die  Parteientschädigung umfasst  die  Kosten der  Vertre-
tung  sowie  allfällige  weitere  notwendige Auslagen  der  Partei  (Art.  8 
VGKE).  Die  Kosten  der  Vertretung  umfassen  insbesondere  das  An-
waltshonorar oder die Entschädigung für eine nicht anwaltliche berufs-
mässige Vertretung. Keine Entschädigung ist jedoch geschuldet, wenn 
der Vertreter oder die Vertreterin in einem Arbeitsverhältnis zur Partei 
steht (Art. 9 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 VGKE).

Die  obsiegenden  Beschwerdegegner  haben  am 28.  April  2008  eine 
Honorarnote  von  Fürsprecher  Christoph  Zubler  eingereicht.  Dieser 
habe  sie  im Beschwerdeverfahren  begleitet,  beraten  und  für  sie  die 
Rechtsschriften und Eingaben verfasst. Seit  Beginn des vorinstanzli-
chen Verfahrens und auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren tritt 
jedoch Marc Friedli als Vertreter der Beschwerdegegner auf (vgl. auch 
E. 1.2 hiervor). Dieser hat sich mittels Vollmachten ausgewiesen und 
auch die  jeweiligen Rechtsschriften  unterzeichnet. Folglich  ist  er  als 
rechtmässiger  Vertreter  der  Beschwerdegegner  zu  betrachten  und 
nicht Fürsprecher Christoph Zubler, welcher keine Vertretungsbefugnis 
vorweist, weder die Rechtsschriften noch die Honorarnote unterzeich-
net hat und während des ganzen Verfahrens nie in Erscheinung getre-
ten ist. Marc Friedli  hat jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädi-
gung,  da  er  in  einem  Arbeitsverhältnis  zu  einem  der  Beschwerde-
gegner steht (Art. 9 Abs. 2 VGKE). Die Vorinstanz und die unterliegen-
de Beschwerdeführerin  haben ebenfalls  keinen Anspruch auf  Partei-
entschädigung (Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE).

Seite 36

A-7970/2007

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'500.--  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr. 1'000.--  ist  innert  30 
Tagen  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 2006-00028; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Marianne Ryter Sauvant Michelle Eichenberger

Seite 37

A-7970/2007

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand:

Seite 38