# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86091070-3879-5a7b-9e1c-07490d3b0616
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Zwangsmassnahmengericht 12.12.2011 350 11 562 (350 2011 562)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_ZMG_001_350-11-562_2011-12-12.pdf

## Full Text

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg 

 

12. Dezember 2011 

 

Geheime Überwachung 

Dringender Tatverdacht 

 

Eine Rück-ID bedarf eines dringenden Tatverdachts, dessen Schwelle allerdings tiefer als für 

die Anordnung von Untersuchungshaft oder einer aktiven Überwachung des 

Fernmeldeverkehrs anzusetzen ist. 

 

Erwägungen 

2.2 Ein dringender Tatverdacht liegt vor, wenn aufgrund konkreter Umstände und 

Erkenntnisse eine gewisse Wahrscheinlichkeit auf einen Schuldspruch besteht (MARC JEAN-

RICHARD-DIT-BRESSEL, in: Marcel Alexander Niggli / Marianne Heer / Hans Wiprächtiger 

[Herausgeber], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 

Jugendstrafprozessordnung, Basel 2011, Art. 269 N 34). Verglichen mit einer aktiven 

Überwachung des Fernemeldeverkehrs stellt eine Rück-ID einen geringeren 

Grundrechtseingriff dar (BBl 2006 1250). Die Schwelle für Überwachungen ist auch tiefer als 

bei Anordnung von Untersuchungshaft, weil durch die Überwachung gerade Beweismittel 

beschafft werden sollen, welche die Inhaftierung eines Tatverdächtigen ermöglichen (so 

auch: THOMAS HANSJAKOB, in: Andreas Donatsch / Thomas Hansjakob / Viktor Lieber, 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 269 N 17).  

Ungeachtet dessen ist festzuhalten, dass der Gesetzgeber auch bei der rückwirkenden 

Teilnehmeridentifikation einen dringenden und nicht bloss einen hinreichenden Tatverdacht 

verlangt (vgl. Art. 273 Abs. 1 StPO). Insbesondere darf die Überwachung nicht dazu dienen, 

einen Tatverdacht erst zu begründen (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLA/MARCEL ALEXANDER 

NIGGLI, Strafprozessrecht, Basel 2011, S. 319). 

 

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 12. Dezember 2011 (350 11 562)