# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64698ebf-9caf-5b5f-98ba-69493de43c6f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2010 A-667/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-667-2010_2010-12-08.pdf

## Full Text

Abtei lung I

Postfach
CH-3000 Bern 14
Telefon +41 (0)58 705 25 02
Fax +41 (0)58 705 29 80
www.bundesverwaltungsgericht.ch

Geschäfts-Nr. A-667/2010 
8. Dezember 2010
{T 0/2}

Z w i s c h e n v e r f ü g u n g  
v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Instruktionsrichter Beat Forster, 
Gerichtsschreiber Christian Kindler.

In der Beschwerdesache

A._______,
und Mitbeteiligte,
Beschwerdeführende 1

sowie

B._______,
und Mitbeteiligte,
Beschwerdeführende 2

beide vertreten durch Fürsprecher Rainer Weibel, 
Herrengasse 30, 3011 Bern,

gegen

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

A-667/2010

BKW FMB Energie AG, Viktoriaplatz 2, 3000 Bern 25,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Walter Streit, LL.M., 
Gesellschaftsstrasse 27, Postfach 6858, 3001 Bern,
Beschwerdegegnerin,

und

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, 
Energie und Kommunikation (UVEK),
Bundeshaus Nord, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung für das 
Kernkraftwerk Mühleberg,

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Gegenstand

A-667/2010

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest:

A.
Mit  Entscheid  vom  17.  Dezember  2009  hob  das  Eidgenössische 
Departement  für  Umwelt,  Verkehr,  Energie  und  Kommunikation 
(UVEK) in Gutheissung eines entsprechenden Gesuchs der BKW FMB 
Energie  AG  vom  25.  Januar  2005  die  Befristung  der  Betriebs-
bewilligung  für  das  Kernkraftwerk  (KKW)  Mühleberg  vom 
14. Dezember 1992 bzw. vom 28. Oktober 1998 auf und wies alle da-
gegen  gerichteten  Einsprachen  ab.  Im  Dispositiv  seines  Entscheids 
verfügte  das  UVEK unter  anderem zusätzlich,  den  von  Fürsprecher 
Weibel  Vertretenen  werde  keine  über  die  mit  Verfügung  vom 
10. November  2008  hinausgehende  Akteneinsicht  gewährt  und  ihre 
Anträge vom 12. Juni  2009 um Beizug zusätzlicher  Akten sowie um 
Beauftragung eines unabhängigen unbefangenen Gutachters zur Be-
urteilung verschiedener Sachverhalte würden abgewiesen. 

B.
Zwei  durch  Fürsprecher  Weibel  vertretene  Gruppen  von  Ein-
sprechenden, A._______  und  Mitbeteiligte  (Beschwerdeführende 1) 
sowie B._______ und Mitbeteiligte (Beschwerdeführende 2),  erheben 
mit Eingaben vom 1. bzw. 12. Februar 2010 gegen den Entscheid des 
UVEK (Vorinstanz) vom 17. Dezember 2009 (angefochtene Verfügung) 
Beschwerde  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht.  Die  betreffenden 
Beschwerdeverfahren A-667/2010 und A-863/2010 sind vom Bundes-
verwaltungsgericht am 2. März 2010 unter der Geschäftsnummer des 
Ersteren  vereinigt  worden. Die  identischen  Rechtsbegehren  der  Be-
schwerdeführenden 1 und 2 (Beschwerdeführende) lauten primär auf 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  an  die 
Vorinstanz  zur  Feststellung  der  Einspracheberechtigung  der  Be-
schwerdeführenden sowie zur Gewährung der Akteneinsicht und Ein-
räumung  des  Rechts  zur  Stellungnahme mit  Bezug  auf  aufgelistete 
– vom UVEK angeblich vorenthaltene – Aktenstücke. Eventuell  seien 
diese Aktenstücke den Beschwerdeführenden zur Stellungnahme und 
Ergänzung der Beschwerde zu eröffnen. Ein weiterer Eventualantrag 
lautet  auf  "Abweisung"  der  angefochtenen  Verfügung.  Gemäss  Er-
läuterung  in  der  Beschwerde  vom 1. Februar  2010  fechten  die  Be-
schwerdeführenden  nebst  dem  Entscheid  vom  17. Dezember  2009 
ebenfalls die Zwischenverfügung des UVEK vom 10. November 2008 
betreffend Akteneinsicht an. 

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C.
Die  Vorinstanz  reichte  am  28.  April  2010  ihre  Vernehmlassung  zu-
sammen mit  den aus ihrer  Sicht  relevanten Vorakten ein und stellte 
u.a. den Verfahrensantrag, die Akten des Bundesverwaltungsgerichts 
aus  dem Verfahren  A-7975/2008  seien  beizuziehen.  Die  BKW FMB 
Energie AG (Beschwerdegegnerin) nahm mit Beschwerdeantwort vom 
30. April  2010 und das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat 
(ENSI)  mit  Eingabe  vom 26. April  2010  Stellung  zu  den  erhobenen 
Beschwerden. 

D.
Mit  Instruktionsverfügung  vom  10. Juni  2010  hat  das  Bundesver-
waltungsgericht  festgehalten,  das  UVEK  habe  mit  seiner  Vernehm-
lassung die nachfolgenden Sicherheitsunterlagen – in welche die Be-
schwerdeführenden Einsicht verlangen – nicht eingereicht: 

1.  BKW FMB  Energie  AG,  Periodische  Sicherheitsüberprüfung 2005 
für das Kernkraftwerk Mühleberg (PSÜ);

2. BKW FMB Energie AG, Probabilistische Sicherheitsanalyse für das 
Kernkraftwerk Mühleberg MUSA und SMUSA 2005 (PSA);

3. TÜVNORD EnSys GmbH, Gutachten zur Sicherheitsbewertung der 
Klammervorrichtung im Hinblick auf Kernmantel-Durchrisse, Hannover, 
Dezember 2006;

4. Structural Integrity Associates, Inc.: Core spray piping and sparger 
flaw evaluation handbook;

5. Analysen, Daten und Aktionslisten einzelner Pendenzen in der Liste 
der Geschäfte;

6. Detaillierung  der  auf  der  Website  des  ENSI  abrufbaren  Liste  der 
Geschäfte.

Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  dazu  festgestellt,  diese  Sicher-
heitsunterlagen seien vom UVEK soweit  ersichtlich nicht  formell  aus 
den Akten gewiesen  worden,  sondern  gehörten vielmehr  zu  den  im 
vorliegenden Fall einzureichenden Verfahrensakten. Deswegen ist das 
UVEK  verpflichtet  worden,  die  Sicherheitsunterlagen  dem  Bundes-
verwaltungsgericht bis am 24. Juni 2010 vollständig einzureichen und 
sich  gleichzeitig  darüber  auszusprechen,  für  welche dieser  Akten in 

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welchem Ausmass und aus welchem Grund allenfalls Verweigerungs-
gründe im Sinne von Art. 27 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) bestünden. 
Im  Übrigen  sind  die  Verfahrensakten  A-7975/2008  des  Bundesver-
waltungsgerichts für das vorliegende Verfahren beigezogen worden. 

E.
Das UVEK beantragte mit Eingabe vom 21. Juni 2010, die Verfügung 
vom  10.  Juni  2010  sei  in  Wiedererwägung  zu  ziehen,  mit  der  Be-
gründung,  die  genannten  Sicherheitsunterlagen  seien  entgegen  der 
Vermutung  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  Teil  der  einzu-
reichenden  Verfahrensakten.  Mit  Zwischenverfügung  vom  30. Juni 
2010 hat  das Bundesverwaltungsgericht  den Hauptantrag des UVEK 
auf  Wiedererwägung der  Verfügung  vom 10. Juni  2010 abgewiesen. 
Mangels  anderer  Beweise  könne  nicht  davon ausgegangen  werden, 
die hier  umstrittenen Sicherheitsunterlagen seien vom UVEK formell 
aus  dem  Verfahren  gewiesen  worden  und  der  Befund  sei  zu  be-
stätigen, dass sie zu den vom UVEK einzureichenden Verfahrensakten 
gehörten. In  Gutheissung des Eventualantrags des UVEK wurde die 
Frist  zur  Einreichung  und  Kennzeichnung  dieser  Akten  auf  den 
31. August 2010 verlängert. 

F.
Entsprechend  dieser  Zwischenverfügung  haben  das  UVEK  und  das 
ENSI  am 31. August  2010 die  in  86 Bundesordnern  abgelegten zu-
sätzlichen Verfahrensakten dem Bundesverwaltungsgericht an seinem 
Sitz  übergeben. Das  ENSI  hat  zugleich  ein  59  Seiten  umfassendes 
Aktenverzeichnis  vom 30. August  2010  mit  dem vollständigen  Inhalt 
der  neu  eingereichten  Akten  und  einer  Aufteilung  zu  den  Ver-
weigerungsgründen gemäss Art. 27 VwVG sowie ein Schreiben vom 
31. August  2010 mit  Ausführungen zu diesen Verweigerungsgründen 
überreicht.  Ebenfalls  am  31.  August  2010  machte  die  Beschwerde-
gegnerin eine Eingabe, welche zu den Geheimhaltungsinteressen für 
den Bereich Geschäftsgeheimnisse Stellung nimmt und verschiedene 
Anträge  und  Bemerkungen  zu  den  klassifizierten  und  nicht  klassi-
fizierten Akten enthält. 

G.
Die Beschwerdeführenden nehmen mit Eingabe vom 8. Oktober 2010 
(sog. "Akteneinsichtbezeichnungsgesuch")  Stellung zur  Akteneinsicht 
in  die  nachgereichten  Sicherheitsunterlagen.  Sie  listen  im  Rahmen 

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mehrerer  Anträge  und  gestützt  auf  das  Aktenverzeichnis  des  ENSI 
vom 30. August 2010 detailliert auf, in welche Teile dieser Unterlagen 
sie  Einsicht  verlangen.  Daneben  stellen  sie  einige  prozessuale  Be-
gehren. 

H.
Mit Stellungnahmen vom 8. November 2010 äussern sich das UVEK, 
die Beschwerdegegnerin und das ENSI zur Eingabe der Beschwerde-
führenden vom 8. Oktober 2010, wobei sie ihre bisherigen Anträge und 
Ausführungen zur Akteneinsicht bestätigen. 

I.
Zu diesen Stellungnahmen vom 8. November 2010 äussern sich die 
Beschwerdeführenden mit einer weiteren Eingabe vom 22. November 
2010. 

J.
Auf  die  Ausführungen  der  Beteiligten  in  den  erwähnten  Rechts-
schriften wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Er-
wägungen näher eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Aus-
nahme nach  Art.  32  VGG vorliegt  und  eine  Vorinstanz  gemäss  den 
Art. 33  oder  34  VGG  entschieden  hat.  Eine  Ausnahme,  was  das 
Sachgebiet angeht, ist hier nicht gegeben bzw. die auf dem Gebiet der 
Kernenergie  bestehenden  Ausschlussgründe  treffen  vorliegend  nicht 
zu (vgl. Art. 32 Abs. 1 Bst. e VGG) und das UVEK ist eine Vorinstanz 
im  Sinne  von  Art.  33  Bst.  d  VGG.  Demnach  ist  das  Bundesver-
waltungsgericht für die Beurteilung der am 1. bzw. 12. Februar 2010 
erhobenen  Beschwerden  gegen  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 
17. Dezember  2009  (angefochtene  Verfügung)  zuständig.  Die  vor-
liegende  Zwischenverfügung  über  die  Akteneinsicht  fällt  in  die 
Kompetenz des Instruktionsrichters (vgl. Art. 39 Abs. 1 VGG). 

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2.
Die Beschwerdeführenden sind als Partei des vorliegenden Verfahrens 
ohne weiteres berechtigt, einen prozessualen Antrag auf Akteneinsicht 
in  die  Verfahrensunterlagen  im  Sinne  von  Art.  26  Abs. 1  VwVG  zu 
stellen.  Die  teilweise  umstrittene  Frage,  ob  die  Beschwerde-
führenden 2  die  Rechtsmittelfrist  eingehalten  haben,  kann  für  diese 
Zwischenverfügung  (noch)  unbeantwortet  bleiben,  da  jedenfalls  die 
Beschwerdeführenden 1  mit  der  gleich  lautenden  Eingabe  vom 
1. Februar 2010 die Beschwerdefrist sicher eingehalten haben. 

3.
Nach ständiger Rechtsprechung und Lehre umfasst der Anspruch auf 
rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV, 
SR 101) als Teilgehalt ebenfalls das Recht der Parteien auf Aktenein -
sicht. Dieses wird auf Gesetzesebene für das Bundesverwaltungsver-
fahren  in  den  Art. 26 ff. VwVG konkretisiert.  Gemäss dem in  Art. 26 
Abs. 1 VwVG beschriebenen Akteneinsichtsrecht hat jede Partei oder 
ihr  Vertreter  grundsätzlich  Anspruch  darauf,  in  ihrer  Sache  die  Ver-
fahrensunterlagen, d.h. insbesondere die Eingaben von Parteien und 
Vernehmlassungen  von  Behörden  (Bst. a)  und  alle  als  Beweismittel 
dienenden  Aktenstücke  (Bst.  b),  am  Sitz  der  verfügenden  Behörde 
einzusehen. Nach Art. 27 Abs. 1 VwVG darf die Behörde die Einsicht -
nahme in die Akten nur verweigern, wenn u.a. wesentliche öffentliche 
Interessen  des  Bundes  oder  der  Kantone,  insbesondere  die  innere 
oder äussere Sicherheit der Eidgenossenschaft (Bst. a), oder wesent-
liche private Interessen, insbesondere von Gegenparteien (Bst. b), die 
Geheimhaltung  erfordern.  Die  Verweigerung  der  Einsichtnahme  darf 
sich  dabei  nur  auf  die  Aktenstücke  erstrecken,  für  die  Geheim-
haltungsgründe  bestehen  (Art. 27  Abs. 2  VwVG).  Im  Falle  der  Ver-
weigerung  der  Einsichtnahme in  ein  Aktenstück  darf  auf  dieses  ge-
mäss  Art.  28  VwVG zum Nachteil  der  Partei  nur  abgestellt  werden, 
wenn ihr  die Behörde von seinem für  die Sache wesentlichen Inhalt 
mündlich  oder  schriftlich  Kenntnis  und  ihr  ausserdem  Gelegenheit 
gegeben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen.

3.1 Allerdings  rechtfertigt  nicht  jedes  entgegenstehende  öffentliche 
oder  private  Interesse  die  Verweigerung  oder  Einschränkung  der 
Akteneinsicht: Es ist Aufgabe der Verwaltungsbehörde oder im Streit -
fall des Richters, im Einzelfall abzuwägen, ob ein konkretes Geheim-
haltungsinteresse das grundsätzlich (ebenfalls) wesentliche Interesse 

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an der Akteneinsicht  überwiegt. Die sorgfältige und umfassende Ab-
wägung und Bewertung der im Konflikt stehenden Interessen ist dabei 
nach  pflichtgemässem  Ermessen  und  unter  Berücksichtigung  des 
Verhältnismässigkeitsprinzips vorzunehmen (grundlegend BGE  115 V 
297 E. 2c ff. mit Hinweisen; MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige 
Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  im  Verwaltungsverfahren  des 
modernen  Staates,  Bern 2000,  S. 242;  STEPHAN C.  BRUNNER,  in: 
Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren 
[Kommentar  VwVG],  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Zürich/St.  Gallen 
2008,  Rz. 9  zu  Art. 27;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
Rz. 300). Der in Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b VwVG aufgeführte Begriff 
des "wesentlichen Interesses" öffentlicher oder privater Natur zur Ein-
sichtsbeschränkung  ist  ein  unbestimmter  Rechtsbegriff,  der  den  Be-
hörden  einen  weiten  Beurteilungsspielraum  einräumt.  Welches  dem 
grundsätzlichen  Einsichtsrecht  entgegenstehende  Interesse  in  dem 
Sinne  als  wesentlich  zu  gelten  hat,  bestimmt  sich  nicht  generell, 
sondern wiederum im konkreten Einzelfall  (BGE 117 Ib 481 E. 7a/aa 
mit Hinweis). 

3.2 Aus dem bereits zitierten Art. 27 Abs. 2 VwVG ergibt  sich, dass 
sich die Verweigerung der Akteneinsicht auf das Erforderliche zu be-
schränken hat. Mithin dürfen nur Akten und Aktenteile, welche selber 
einen  geheimhaltungswürdigen  Inhalt  aufweisen,  der  Einsichtnahme 
entzogen  werden.  Diese  in  Art.  27  Abs.  2  vorgenommene 
Konkretisierung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  führt  somit  zu 
einem  Anspruch  auf  insgesamt  teilweise  Einsichtsgewährung  bzw. 
volle  Einsichtsgewährung  in  alle  übrigen  Akteninhalte,  gegen  deren 
Offenlegung keine überwiegenden Interessen auszumachen sind (vgl. 
BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER,  in:  Praxiskommentar  zum 
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [Praxiskommentar zum 
VwVG],  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich  2009,  N. 38  zu 
Art. 27; ALBERTINI, a.a.O., S. 245). Im vorliegenden Fall ist bezüglich der 
umstrittenen,  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  nachträglich  ein-
verlangten Sicherheitsunterlagen für das KKW Mühleberg gemäss der 
bereits erfolgten Auflistung (vorne Sachverhalt Bst. D) von Anfang an 
eine teilweise Einsichtsgewährung im Zentrum gestanden. Deshalb ist 
das UVEK mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Juni 
2010 aufgefordert  worden, bekanntzugeben, für  welche dieser Akten 
in  welchem  Ausmass  und  aus  welchem  Grund  allenfalls  Ver-
weigerungsgründe im Sinne von Art. 27 VwVG bestünden.

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3.3 Entsprechend der vorherigen Bekanntgabe des UVEK haben mit 
Eingaben  vom  31.  August  2010  für  die  Bereiche  Sicherung  und 
Sicherheit das ENSI und für den Bereich Geschäftsgeheimnis die Be-
schwerdegegnerin die angeforderten Begründungen geliefert. In einem 
ausführlichen  (59 Seiten  umfassenden)  und  detaillierten  Aktenver-
zeichnis des ENSI vom 30. August 2010 wird zu allen nachgereichten 
Sicherheitsunterlagen in drei parallelen Kolonnen jeweils aufgeführt, in 
welche  Teile  des  entsprechenden  Dokumentes  bzw.  Ordners  nach 
Ansicht des ENSI und der Beschwerdegegnerin (sowie der Vorinstanz) 
Akteneinsicht  gewährt  werden kann oder Verweigerungsgründe nach 
Art. 27 Abs. 1 Bst. a (öffentliche Sicherheit/Sicherung, als "vertraulich" 
gestempelt)  sowie  Bst. b  VwVG (Geschäftsgeheimnisse,  als  "intern" 
gestempelt)  bestehen.  Dieses  umfassende  Aktenverzeichnis  erfüllt 
nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts die nötigen formellen 
Anforderungen  (wie  Vollständigkeit,  Übersichtlichkeit,  Aufgliederung 
der  Akten  und  klare  Zuordnung  der  geltend  gemachten  Ver-
weigerungsgründe)  und  stellt  für  die  nachfolgende  inhaltliche  Be-
urteilung  zur  Frage  der  Einsichtnahme  in  die  umstrittenen  Sicher-
heitsunterlagen die Basis dar. 

4.
Als Erstes zu beurteilen ist die Frage der Verweigerungsgründe nach 
Art. 27  Abs. 1  Bst.  a  VwVG,  also  der  wesentlichen  öffentlichen 
Interessen des Bundes (oder der Kantone), worunter insbesondere die 
innere oder äussere Sicherheit der Eidgenossenschaft fällt. Der hier im 
Vordergrund  stehende  Begriff  der  inneren  Sicherheit  meint  in  erster 
Linie  die  Gewährleistung  von  Ruhe  und  Ordnung  durch  Justiz  und 
Polizei,  namentlich im Rahmen der präventiven und repressiven Ge-
fahrenabwehr  und  Terrorbekämpfung.  Zur  inneren  Sicherheit  gehört 
unter  anderem  der  Schutz  wichtiger  Infrastrukturanlagen  vor 
Sabotageakten  oder  Terroranschlägen.  Bei  Kernkraftwerken  kommt 
speziell hinzu, dass kriminelle Einwirkungen aufgrund der Gefahr einer 
grossräumigen  radioaktiven  Verstrahlung  weitreichende  Beein-
trächtigungen für grosse Teile der Bevölkerung in den Gebieten rund 
um die  Anlage und generell  ein  hohes Schadenspotential  zur  Folge 
haben  können.  In  der  Praxis  werden  unter  dieser  Kategorie  weiter 
auch Verweigerungsgründe vorgebracht, die sich unter den Oberbegriff 
"Schutz  des  öffentlichen  Interesses  an  funktionsfähigen  staatlichen 
Institutionen" zusammenfassen lassen. Gemeinsamer Zweck ist dabei 
oft,  die zielkonforme Durchführung behördlicher Massnahmen zu ge-
währleisten, wobei es auch um den Schutz der freien Meinungsbildung 

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der Behörden geht. Als Beispiel werden etwa Bereiche aufgeführt,  in 
welchen das Gesetz – wie offensichtlich im Anwendungsbereich des 
Kernenergiegesetzes  vom  21. März  2003  (KEG,  SR 732.1) –  ad-
ministrative Kontrollen, Inspektionen und dergleichen vorsieht,  wo es 
zulässig  sein  muss,  allgemeine  Informationen  über  die  Auswahl  der 
Kontrollierten,  die Periodizität der Kontrollen sowie über Einzelheiten 
des  Ablaufs  und  der  im  Rahmen  der  Kontrolle  angewendeten 
Prüfungskriterien der Akteneinsicht zu entziehen (BRUNNER, Kommentar 
VwVG, Rz. 19 und 23 f. zu Art. 27 mit Hinweisen). 

4.1 Gestützt  auf  diese allgemeinen Ausführungen ist  dem ENSI bei-
zupflichten, wenn es in seiner Eingabe vom 31. August 2010 erläutert, 
sicherungsrelevant  sei  Information,  aus  der  sich  für  die  nukleare 
Sicherheit  relevante  Sabotagemöglichkeiten  ableiten  liessen. 
Entgegen der diesbezüglichen Replik der Beschwerdeführenden sind 
darunter  auch Informationen zu verstehen,  die  nicht  etwa sie selber 
verwenden  würden,  aber  bei  welchen  eine  Gefahr  der  (auch  in-
direkten) Weitergabe in kritische Hände nicht ausgeschlossen werden 
kann. Mit  Blick auf  solche Drittpersonen oder -organisationen, die in 
den  Besitz  heikler  Informationen  gelangen  könnten,  kann  auch  die 
Nähe des Wohnsitzes  der  Einsichtnehmenden zum KKW Mühleberg 
und die  Frage der  Unterstellung einer  Selbstgefährdung keine Rolle 
spielen. 

4.2 Die Gegenparteien berufen sich in diesem Zusammenhang auf die 
entsprechende  Klassifizierung  der  Akten  gemäss  der  Informations-
schutzverordnung  vom 4. Juli  2007  (ISchV, SR 510.411). Zwar  kann 
auf  die  Klassifizierung  von  Akten  als  geheim  oder  vertraulich  nicht 
allein  abgestellt  werden,  weil  bei  der  Akteneinsicht  ein  materieller 
Geheimnisbegriff  massgebend  ist  (WALDMANN/OESCHGER,  Praxis-
kommentar  zum VwVG,  N. 20  zu  Art. 27  mit  Hinweis).  Trotzdem ist 
vorliegend  die  Klassifizierung  der  einschlägigen  Aktenteile  als  "ver-
traulich"  ein  Indiz  für  das  Vorliegen von Verweigerungsgründen,  weil 
sich  die  Kategorisierung  nach  der  relativ  neuen  IschV  richtet  und 
damit  vereinheitlicht  ist,  womit  sie  nicht  beliebig  verändert  werden 
kann. Gemäss Art. 6 Abs. 1 ISchV werden als "VERTRAULICH" denn 
auch  Informationen  klassifiziert,  deren  Bekanntwerden  u.a.  die  ziel -
konforme Durchführung konkreter behördlicher Massnahmen (Bst.  b), 
die  Sicherheit  der  Bevölkerung  (Bst.  c)  sowie  die  wirtschaftliche 
Landesversorgung  oder  die  Sicherheit  von  wichtigen  Infrastruktur-
anlagen  (Bst. d)  beeinträchtigen  kann.  Eine  wichtige  international-

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rechtliche Grundlage im Bereich von Kernenergieanlagen bildet zudem 
das  Übereinkommen  über  den  physischen  Schutz  von  Kernmaterial 
(SR 0.732.031) und dessen geplante Änderung in Art. 2 A Ziff. 3 (vgl. 
Botschaft  vom  7. Dezember  2007  betreffend  die  Ratifikation  eines 
Übereinkommens  und  der  Änderung  eines  Übereinkommens  sowie 
Beitritt  zu  zwei  Änderungsprotokollen  der  UNO  zur  Bekämpfung 
terroristischer  Handlungen gegen die  nukleare  und  maritime Sicher-
heit,  BBl  2008  1153  und  1237):  Der  dortige  Grundsatz  L  verlangt 
demnach, dass der Staat Anforderungen zum Schutz der Vertraulich-
keit  von  Informationen  aufstellen  soll,  deren  unbefugte  Offenlegung 
den physischen Schutz von Kernmaterial und Kernanlagen gefährden 
könnte. Selbst wenn dieser Grundsatz noch nicht formell gilt, kann er 
trotzdem  bei  der  Auslegung  des  Sicherheitsbegriffs  gebührend  be-
rücksichtigt werden. 

4.3 Das ENSI umschreibt gestützt auf die soeben dargelegten Grund-
lagen  die  folgenden  Kriterien,  welche  für  die  Einstufung  von  Unter-
lagen oder Teilen davon als sicherungsrelevant gelten:

a) Wichtige  Komponenten,  Systeme,  Räume,  Gebäude/Bauten  und 
Systemabhängigkeiten  werden  so  ausführlich  beschrieben,  dass 
sich  daraus  für  die  nukleare  Sicherheit  relevante  Sabotage-
möglichkeiten ableiten lassen.

b) Wichtige Operateurhandlungen werden so ausführlich beschrieben, 
dass  sich  daraus für  die  nukleare  Sicherheit  relevante Sabotage-
möglichkeiten ableiten lassen.

c) Auslösende  Ereignisse,  technische  Störfallanalysen  oder  radio-
logische Störfallanalysen werden so ausführlich beschrieben, dass 
sich  daraus  für  die  nukleare  Sicherheit  relevante  Sabotage-
möglichkeiten ableiten lassen.

d) Cutsets  werden  angegeben.  (Cutsets  beschreiben  detailliert,  
welche Kombinationen von Ausfällen von Komponenten zum Ausfall 
eines  Systems /  Systemteils  bzw. zu  einem Kernschaden  führen. 
Daraus  lassen  sich  für  die  nukleare  Sicherheit  relevante 
Sabotagemöglichkeiten ableiten.)

e) Importanzen werden so detailliert angegeben, dass sich daraus für 
die  nukleare  Sicherheit  relevante  Sabotagemöglichkeiten  ableiten 
lassen. (Importanzen quantifizieren, wie wichtig Komponenten bzw. 

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Systeme zur Vermeidung eines Kernschadens sind. Sie geben also 
an, bei welchen Komponenten / Systemen für die nukleare Sicher-
heit relevante Sabotagemöglichkeiten bestehen.) 

f) Sicherungsmassnahmen der Anlagen werden beschrieben. 

g) Transporte radioaktiver Stoffe werden ausreichend ausführlich be-
schrieben,  dass  sich  daraus für  die  nukleare  Sicherheit  relevante 
Sabotagemöglichkeiten ableiten lassen.

h) Sicherungsmassnahmen für  Transporte  radioaktiver  Stoffe werden 
beschrieben.

Diese Kriterien  des ENSI  sind einleuchtend  und werden sowohl  der 
allgemeinen  Ausgangslage  im  Kernenergiebereich  wie  auch  der 
spezifischen Situation beim KKW Mühleberg gerecht. Damit  sind die 
wesentlichen  öffentlichen  Interessen  des  Bundes  an  der  Geheim-
haltung der "vertraulichen" Sicherheitsunterlagen in genügender Weise 
aufgezeigt. Die Beschwerdeführenden vermögen diesen Darlegungen 
des  ENSI  nichts  Substantielles  entgegenzusetzen  (vgl.  dazu  auch 
hinten E. 4.6 f.). 

4.4 Zu beachten ist dabei insbesondere Folgendes: Das ENSI ist nicht 
nur eine aus der zentralen Bundesverwaltung ausgegliederte rechtlich 
verselbstständigte öffentlichrechtliche Körperschaft (vgl. Art.  7a ff. und 
Anhang 1  der  Regierungs-  und  Verwaltungsorganisationsverordnung 
vom 25. November 1998 [RVOV, SR 172.010.1]), sondern zugleich in 
den gerade vorliegend relevanten Bereichen der nuklearen Sicherheit 
und  Sicherung  nach  Art. 70  Abs. 1  Bst. a  KEG die  gesetzliche  Auf-
sichtsbehörde  über  das  KKW  Mühleberg.  Gemäss  Abs. 2  der  er-
wähnten  Gesetzesbestimmung  ist  sie  in  fachlicher  Hinsicht  nicht 
weisungsgebunden  und  formell  von  den  Bewilligungsbehörden  zu 
trennen. Zu den Aufgaben und Befugnissen der Aufsichtsbehörde ge-
hört  u.a.  gemäss  Art. 72  Abs. 1  bis  3  KEG  Folgendes:  Sie  wacht 
darüber,  dass  die  Inhaber  von  Bewilligungen  und  von  nuklearen 
Gütern  ihre  Pflichten  nach  dem KEG einhalten  und  ordnet  alle  zur  
Einhaltung der nuklearen Sicherheit und Sicherung notwendigen sowie 
verhältnismässigen Massnahmen an. Droht eine unmittelbare Gefahr, 
so kann sie umgehend Massnahmen anordnen, die von der erteilten 
Bewilligung oder Verfügung abweichen. Eine massgebliche Grundlage 
dafür ist die spezialgesetzliche Auskunfts- und Herausgabepflicht nach 
Art. 73 Abs. 1 KEG: Demnach sind den Aufsichtsbehörden – soweit für 

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den  Vollzug  nötig  –  sämtliche  Auskünfte  zu  geben  und  Unterlagen 
einzureichen  oder  auf  Verlangen  herauszugeben,  die  für  eine  um-
fassende Beurteilung oder Kontrolle erforderlich sind. 

Dem  ENSI  kommt  insgesamt  eine  institutionalisiert  deutlich  höhere 
Bedeutung  zu  als  einer  normalen  Fachbehörde  oder  Vorinstanz. 
Zugleich  hält  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  praxisgemäss  bei 
Fragen der Sicherheit bzw. in Belangen, die einen hohen technischen 
Wissensstand  erfordern,  selbst  bei  Endurteilen  zurück.  Es  ist  dabei 
ohne weiteres zulässig,  bei  der  Prüfung naturwissenschaftlicher  und 
technischer  Fragen  auf  die  Berichte  und  Stellungnahmen  der  vom 
Gesetzgeber eingesetzten sachkundigen Instanzen abzustellen (BVGE 
2010/19 E. 4.2 f.; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2606/2009 
vom  11. November  2010  E.  4  und  A-1936/2006  vom  10. Dezember 
2009 E. 33.1.2 und 35.2 mit Hinweisen). Diese Zurückhaltung hat bei 
Zwischenentscheiden mindestens im gleichen Mass zu gelten. 

4.5 Den Stellungnahmen des ENSI als gesetzliche Aufsichtsbehörde 
kommt nach dem Dargelegten im vorliegenden Verfahren zum KKW 
Mühleberg  –  zumindest  soweit  die  öffentlichen  Geheimhaltungs-
interessen betreffend – sehr hohes Gewicht zu. Dies gilt vor allem bei  
der  Beurteilung  der  Frage,  welche  Dokumente  sicherheitsrelevant 
sind,  zumal  diese  weitgehend  technische  bzw. fachspezifische  Aus-
sagen  enthalten.  Das  ENSI  hat  denn  auch  umfassend  Stellung  be-
zogen  und  mit  grossem  Aufwand  das  bereits  erwähnte  Aktenver-
zeichnis  vom  30. August  2010  erstellt,  in  welchem  der  Inhalt  der 
einzelnen  Sicherheitsunterlagen  und  Ordner  äusserst  detailliert  um-
schrieben  wird.  Dieses  umfangreiche  Aktenverzeichnis  ist  den  Be-
schwerdeführenden ohne Einschränkung zugestellt  worden. Die  vom 
ENSI  dazu  geschilderten  Kriterien  (ausführlich  vorne  E. 4.3)  für  die 
Einstufung  –  und  gleichzeitig  Klassifizierung –  der  Sicherheitsunter-
lagen in die Kategorie "Vertraulich" überzeugen und treffen soweit er-
sichtlich  auf  Aktenteile,  bei  denen  nach  Art.  27  Abs. 1  Bst. a  VwVG 
eine  Verweigerung  der  Einsichtnahme  verlangt  wird,  zu.  Davon  hat 
sich  das  Bundesverwaltungsgericht  in  den  nachgereichten  Akten 
selber ein Bild machen können. 

Die  Wesentlichkeit  der  öffentlichen  Interessen  des  Bundes  an  der 
Geheimhaltung  ist  somit  in  genügendem Masse  glaubhaft  gemacht. 
Darüber  hinaus  kann  es  aufgrund  der  deutlich  höheren  Fachkennt-
nisse  des  ENSI  einerseits  und  angesichts  des  unverhältnismässig 

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hohen Verwaltungsaufwands andererseits nicht Aufgabe des Gerichts 
sein, die über achtzig Bundesordner mit Sicherheitsunterlagen anhand 
des detaillierten Aktenverzeichnisses des ENSI geradezu Abschnitt für 
Abschnitt unter Prüfung der zitierten zahlreichen Ausschluss-Kriterien 
durchzugehen,  um  allenfalls  noch  isoliert  offenzulegende  Teile  oder 
gar  Aussagen  zu  entdecken  (vgl.  dazu  BGE 125  II  225  E. 4b  am 
Schluss).  Entgegen  von  letztlich  unbelegten  Vorwürfen  und  Be-
hauptungen der Beschwerdeführenden ergeben sich für das Bundes-
verwaltungsgericht  keine  Zweifel  an  den  Erstellungsmodalitäten,  der 
Vollständigkeit sowie der inhaltlichen Richtigkeit der Ausführungen des 
ENSI. Es sind in seinen Erläuterungen weder (offensichtliche) Mängel 
noch innere Widersprüche erkennbar. 

4.6 Angesichts  des hergeleiteten Resultats  der  Interessenabwägung 
erübrigt es sich hier und kann nicht Thema eines blossen Zwischen-
entscheids sein, auf die zahllosen Einwendungen und Vorbringen der 
Beschwerdeführenden  hinsichtlich  vieler  einzelner  Teile  der  Sicher-
heitsunterlagen noch im Detail  einzugehen. Es ist  in  einem solchen 
Verfahren mit derart umfangreichen Akten entgegen ihren Einwänden 
zweifellos  zulässig,  gewisse  Kategorisierungen  bezüglich  der  Ein-
ordnung  der  Akten  vorzunehmen.  So  hat  das  Bundesverwaltungs-
gericht  bereits  in  der  Zwischenverfügung  vom  30. Juni  2010  auf 
Folgendes aufmerksam gemacht: In Art. 27 Abs. 2 und Art. 28 VwVG 
ist betreffend Verweigerung der Einsichtnahme von "Aktenstücken" die 
Rede, weshalb nicht verlangt wird, dass die verschiedenen Dokumente 
hinsichtlich jeder einzelnen Seite oder gar Aussage überprüft werden 
müssen,  sondern  mit  einem  gewissen  Schematismus  vorgegangen 
werden  kann.  Das  (damals)  angesprochene  "Ausmass"  der  Ver-
weigerungsgründe bezieht  sich  somit  nicht  auf  einzelne Seiten oder 
gar Aussagen in den Aktenstücken, sondern auf diese als solche und 
deren  abgrenzbare  Teile.  Bei  einer  gegenteiligen  Ansicht  müsste 
gerade im vorliegenden Fall der Aufwand für die Sichtung und Durch-
forstung,  Bekanntgabe und Bezeichnung aller  einzelnen Aktenstücke 
als unverhältnismässig bezeichnet werden. 

Zusätzlich ist  darauf hinzuweisen, dass sich die Stellungnahmen der 
Beschwerdeführenden  vom  8.  Oktober  und  22. November  2010  in 
vielen  Bereichen  trotz  anderslautender  Aufforderung  des  Gerichts 
teilweise  oder  gar  vollständig  nicht  auf  das  Zwischenverfahren  zur 
Akteneinsicht,  sondern  auf  die  Hauptsache  beziehen.  Auf  ent-
sprechende Ausführungen und neue Anträge dazu ist denn an dieser 

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Stelle – wie auch einzelne Gegenparteien korrekterweise anmerken – 
nicht  einzugehen. Dies  gilt  insbesondere auch für  die  als  Parteigut-
achten einzustufende sog. "Kurzstellungnahme zur Akteneinsicht  der 
Bürger  in  Sicherheitsunterlagen  des  Kernkraftwerks  Mühleberg  im 
Rahmen der Bundesverwaltungsgerichtsbeschwerde A._______ et al." 
des Öko-Instituts e.V. Darmstadt vom September 2010, soweit sie sich 
im  materiellen  Bereich  bewegt.  Im  Übrigen  finden  die  in  diesem 
Parteigutachten häufig geäusserten Rechtsstandpunkte zur Frage der 
Interessenabwägung  im  Rahmen  der  Akteneinsicht  ihre  Antwort  mit 
der hier vorliegenden gerichtlichen Interessenabwägung. 

4.7 Auf die Haupteinwände der Beschwerdeführenden, die einzig die 
Akteneinsicht betreffen, ist hingegen noch einzugehen. So wenden die 
Beschwerdeführenden mehrfach und mit verschiedenem Bezug ein, in 
früheren Verfahren zum KKW Mühleberg oder zu anderen Anlagen in 
Deutschland  und  der  Schweiz  sei  jeweils  zumindest  betreffend 
einzelnen  Unterlagen  Akteneinsicht  gewährt  worden.  Dagegen  ist 
schon grundsätzlich festzuhalten, dass sich aus der Art und Weise der 
Handhabung der Akteneinsicht in früheren Verfahren keinerlei heutiger 
Anspruch  für  Parteien  ergibt,  diese  wiederum im gleichen  Ausmass 
gewährt  zu  erhalten.  Ausländische  Verfahren  bzw.  Rechts-
bestimmungen können dabei von vornherein nicht massgebend sein. 
Selbst  bei  Verfahren nach Schweizer  Recht  ist  aber  –  ohne auf  die 
umstrittenen  Fragen,  inwieweit  genau  in  solchen  früheren  Verfahren 
Einsicht  gewährt  worden  ist,  näher  eingehen  zu  müssen  (zur  Aus-
nahme vgl. hinten E. 5.7 ff.) – zu betonen, dass es einer Behörde im 
Rahmen eines Zwischenverfahrens nicht  versagt  sein kann,  die Ein-
sicht anders als in einem früheren Gesuch aus haltbaren Gründen und 
mit  neuer  Beurteilung  zu  verweigern.  Das  behördliche  Verhalten  ist 
insoweit – selbst in einem die gleiche Anlage betreffenden Verfahren – 
nicht  an  den  formellen  Widerrufsgründen  zu  messen.  Eine  frühere 
Einsichtsgewährung kann immerhin als gewisses Indiz berücksichtigt 
werden (vgl. BGE 125 II 225 E. 3). 

4.8 Das soeben Gesagte gilt  umso mehr, wenn es wie hier  um Ver-
fahren zum KKW Mühleberg geht,  die bereits 20 Jahre zurückliegen. 
Wegen  dieser  langen  Zeitdauer  und  den  seitherigen  Entwicklungen 
und  Änderungen  der  Rahmenbedingungen  können  die  Beschwerde-
führenden aus der damaligen Handhabung der Akteneinsicht nichts zu 
ihren Gunsten ableiten. Dieser Schluss ist aber auch noch hinsichtlich 
der  in  den  Jahren  1994  und  2004  abgeschlossenen  Verfahren  zum 

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KKW Beznau  gültig.  In  beiden  Fällen  ist  vor  allem,  wie  die  Gegen-
parteien  allesamt  zu  Recht  ins  Feld  führen,  auf  die  Änderung  der 
Sach- und Rechtslage aufmerksam zu machen: Der Schutz von Kern-
anlagen hat angesichts der verschiedenen Terroranschläge im letzten 
Jahrzehnt,  darunter  insbesondere  denjenigen  vom  11. September 
2001 in den USA, international zunehmende Bedeutung erlangt. Dies 
wiederspiegelt  sich  in  den  bereits  erwähnten  Änderungen  des 
Übereinkommens  über  den  physischen  Schutz  von  Kernmaterial 
(vorne E. 4.2). Gleichzeitig hat ein Umdenken stattgefunden, was den 
Umgang mit sensiblen Informationen anbelangt. Die vorliegend schon 
zitierte ISchV, die neue Grundlagen enthält, ist erst am 1. August 2007 
in  Kraft  getreten.  Und  schliesslich  weisen  die  Gegenparteien 
richtigerweise auf die veränderten technischen Möglichkeiten der Er-
fassung,  Verarbeitung  und  weltweiten  Verbreitung  von  Informationen 
hin,  welche sich vor allem mit  dem Internet  massiv erweitert  haben. 
Ohne  Belang  ist  dabei  entgegen  den  Beschwerdeführenden,  ob 
bereits  konkret  zu  Kernkraftwerken  in  der  Schweiz  oder  zum  KKW 
Mühleberg  selber  Missbräuche  nachweisbar  gewesen  sind,  da  es 
diese  im  Voraus  zu  verhindern  gilt  und  ein  bisheriger  Erfolg  dies-
bezüglich schnell umgestossen sein könnte. 

Aus all diesen Gründen sowie dem Umstand, dass es sich dabei um 
ein anderes Verfahren zu einer anderen Anlage gehandelt hat, sind die 
neuen oder bekräftigten Vorbringen der Beschwerdeführenden in ihrer 
Stellungnahme  vom  22.  November  2010  zum  KKW  Beznau  ohne 
Relevanz. Dass  laut  ihren  Angaben der  damalige  4-bändige  Sicher-
heitsbericht  2001 und der Hauptbericht der Probabilistischen Sicher-
heitsanalyse BERA vom 1. Dezember 2001 offenbar ab dem 5. März 
2002  für  drei  Monate  öffentlich  aufgelegt  wurden,  dient  ihnen  hier 
nichts. Ohnehin ist aber noch zusätzlich davon auszugehen, dass der 
damalige  Sicherheitsbericht  und die  Sicherheitsanalyse,  gerade weil 
diese  so  kurzzeitig  nach  den  Attentaten  vom  11. September  2001 
aufgelegt worden sind, noch gar nicht auf alle neuen Erkenntnisse zu 
terroristischen  Bedrohungspotentialen  eingehen  konnten.  Die  mög-
lichst  abschliessende  Aufarbeitung  solcher  einschneidender  Ereig-
nisse mit vielfältigen Folgerungen benötigt mehr Zeit als bloss wenige 
Monate bis Anfang März 2002 (soweit überhaupt eine entsprechende 
Aktualisierung  dieser  Unterlagen  für  die  öffentliche  Auflage  erfolgte, 
was angesichts der angegebenen Abschlussdaten zu bezweifeln ist). 

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4.9 Es ist  aus den soeben angeführten Gründen selbst  im gleichen 
Verfahren über eine gewisse Zeitdauer (und erst  recht  bei  mehreren 
Instanzen) nicht ausgeschlossen, dass der Umfang der Akteneinsicht 
verändert  wird,  wobei  von  praktischer  Relevanz  wohl  nur  eine  Er-
weiterung sein kann. Demzufolge ist entgegen der Vermutung der Be-
schwerdeführenden  keine  willkürliche  Handhabung in  der  von  ihnen 
anerkannten  Tatsache  zu  sehen,  dass  das  UVEK  (und  das  ENSI) 
ihnen  nun  eine  Akteneinsicht  zugestehen,  welche  über  die  im  Ein-
spracheverfahren bis zum Endentscheid vom 17. Dezember 2009 ge-
währte hinausgeht. Vielmehr deutet diese Ausweitung auf eine neue, 
sehr genaue und aufwendige Durchforstung der Sicherheitsunterlagen 
mit  Blick  auf  die  mögliche  Offenlegung  hin,  wie  sie  dem  besagten 
detaillierten Aktenverzeichnis des ENSI zu entnehmen ist. Es erscheint 
ohnehin widersprüchlich, wie die Beschwerdeführenden von Anfang an 
zahlreiche  weitere  Ausweitungen  der  Offenlegung  zu  verlangen  und 
dann ein im Vergleich zu früher grösseres Entgegenkommen der zu-
ständigen Stellen als vermutlich willkürliche Handhabung zu rügen. 

4.10 Abschliessend ist noch darauf hinzuweisen, dass – wie die Be-
schwerdeführenden mit  Eingabe vom 22. November 2010 selber an-
erkennen – im Zeitpunkt der Eröffnung des angefochtenen Entscheids 
noch  nicht  existente  Unterlagen  nicht  zu  den  Akten  ediert  und  ein-
gesehen werden können. Dasselbe gilt ohne weiteres auch für Unter -
lagen  aus  damals  wie  heute  entweder  nicht  im  Zusammenhang 
stehenden  oder  noch nicht  abgeschlossenen  bzw. neu beginnenden 
Verfahren im Rahmen der laufenden Aufsicht des ENSI über das KKW 
Mühleberg. 

4.11 Zusammenfassend ist  damit  festzuhalten,  dass  die  öffentlichen 
Geheimhaltungsinteressen nach Art. 27 Abs. 1 Bst. a VwVG bei den 
Akten,  die  gemäss  dem  Aktenverzeichnis  vom  30. August  2010  als 
"vertraulich"  klassifiziert  sind,  vom ENSI  in  genügender  Dichte  und 
überzeugend dargelegt worden sind und sie das gestützt auf Art.  26 
Abs. 1  VwVG  in  Anspruch  genommene  Einsichtsinteresse  der  Be-
schwerdeführenden in allen Teilen überwiegen. Deren Akteneinsichts-
gesuch  ist  somit  in  diesem Umfang  abzuweisen  und  die  geforderte 
Einsicht zu verweigern. 

Soweit  absehbar  werden  würde,  dass  sich  das  Bundesverwaltungs-
gericht für das Endurteil im Sinne von Art. 28 VwVG zum Nachteil der 
Beschwerdeführenden auf gewisse, dem Einsichtsrecht nun entzogene 

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Sicherheitsunterlagen  stützen  muss,  können  später  im  Instruktions-
verfahren  soweit  erforderlich  (und nicht  schon bestehend)  noch ent-
sprechende  Zusammenfassungen  eingeholt  werden.  Dazu  besteht 
vorderhand kein Anlass. 

5.
Als Zweites zu beurteilen ist die Frage der Verweigerungsgründe nach 
Art. 27 Abs. 1 Bst. b VwVG, also der wesentlichen privaten Interessen, 
insbesondere  derjenigen  von Gegenparteien,  welche  Geheimhaltung 
erfordern. 

5.1 Die  Beschwerdegegnerin  hat  in  ihrer  Eingabe  vom  31. August 
2010  dazu  gewisse  Ausführungen  gemacht.  Sie  erläutert,  die  im 
Aktenverzeichnis vom 30. August 2010 mit "intern" gekennzeichneten 
Dokumente  und  Seiten  enthielten  wesentliche  private  Geheim-
haltungsinteressen,  wobei  zwischen  den  Kategorien  2  und  3  unter-
schieden  werde.  Die  Kategorie  2  betreffe  geistiges  Eigentum  und 
wesentliche  Geheimhaltungsinteressen  von  Dritten,  d.h.  insbes.  von 
Herstellern  und  Lieferanten  von  Anlagekomponenten  sowie  von 
anderen  Anlagebetreibern. In  Bezug  auf  mehrere  Dokumente  liegen 
laut  Beschwerdegegnerin entsprechende Erklärungen der Drittfirmen 
vor,  wobei  sie  vier  Beilagen  dazu  einreicht.  Weitere  Hinweise  auf 
geistige Eigentumsrechte und geschützte Geschäftsgeheimnisse von 
Drittfirmen  seien  den  jeweiligen  Dokumenten  selber  zu  entnehmen. 
Dabei  sei  zu  beachten,  dass  die  Verfasser  der  betreffenden 
Dokumente  teilweise  nicht  selber  Inhaber  der  Schutzrechte  seien, 
sondern lediglich darauf aufmerksam machten, dass bei der Erstellung 
der Dokumente rechtlich geschützte Informationen von weiteren Dritt-
firmen  verwendet  würden.  Wesentliche  private  Geheimhaltungs-
interessen  lägen  zudem  bei  sämtlichen  Schemata  mit  hohem 
Detaillierungsgrad sowie bei Zeichnungen mit Massangaben vor. 

5.2 Unter  der  sog.  Kategorie  3  werden  laut  Beschwerdegegnerin 
Dokumente und Dokumententeile erfasst, die geistiges Eigentum oder 
andere  wesentliche  Geheimhaltungsinteressen  der  BKW  FMB 
Energie AG  (BKW)  selber  betreffen.  Darunter  fallen  gemäss  Be-
schwerdegegnerin insbesondere die folgenden Dokumentengruppen:

- Verträge  zwischen  der  BKW und  Dritten,  welche  kommerzielle 
Geschäftsgeheimnisse enthalten.

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- Methoden,  Werkzeuge,  Informatikcodes,  Analyseverfahren  und 
Datensammlungen, die vom oder für das KKW Mühleberg erstellt 
bzw. entwickelt wurden und Urheberrechte der BKW oder recht-
lich  geschütztes  Know-how darstellen. Die  Zugänglichmachung 
dieser  Informationen  an  Unbefugte  könne  der  BKW  beträcht-
lichen Schaden zufügen.

- Interne Berichte,  Pläne,  Schemata und Figuren,  die dem ENSI 
ohne Berichterstattungs- und Meldeverpflichtungen im Sinne der 
Transparenz  oder  zur  Erleichterung  seiner  Inspektionstätigkeit 
zur  Verfügung  gestellt  wurden.  Die  Offenlegung  solcher 
Dokumente würde zu einer restriktiveren Informationspolitik  der 
Werke gegenüber dem ENSI führen. 

5.3 Diese  und  weitere  Ausführungen  der  Beschwerdegegnerin  zur 
Darlegung der  Geschäftsgeheimnisse von ihr  selber  wie  von Dritten 
überzeugen  grundsätzlich.  Es  fällt  aber  auf,  dass  die  Beschwerde-
gegnerin, obwohl sie im genau gleichen Mass wie das UVEK und das 
ENSI  die  Wesentlichkeit  ihrer  Interessen  glaubhaft  machen  muss, 
weniger  eingehende Äusserungen macht  als  die  soeben Genannten 
und  sich  insbesondere  in  ihrer  Eingabe  vom  8.  November  2010 
hauptsächlich  auf  wenige  Wiederholungen  und  den  bereits  berück-
sichtigten  Ausführungen  zu  den  öffentlichen  Geheimhaltungs-
interessen beschränkt. Dies, obwohl die Beschwerdeführenden in ihrer 
Eingabe vom 8. Oktober 2010 die Einsicht in einzelne Dokumente, die  
unter Kategorie 2 oder 3 der Geschäftsgeheimnisse fallen, in vertiefter 
Hinsicht  verlangen,  wobei  in  der  Verfügung  des Bundesverwaltungs-
gerichts  vom  15.  Oktober  2010  auf  verschiedene  Punkte  der  Be-
schwerdeführenden  ausdrücklich  hingewiesen  und  zur  (ein-
gehenderen) Stellungnahme aufgefordert worden ist. 

5.4 Gerade  im  Bereich  der  Geschäftsgeheimnisse  hat  die  Be-
schwerdegegnerin  somit  nicht  weiter  Stellung  genommen  zu  den 
detaillierteren Vorbringen der Beschwerdeführenden. Dies fällt hier in-
sofern auch ins Gewicht, als anders als bei den öffentlichen Geheim-
haltungsinteressen  es  bei  Geschäftsgeheimnissen  nicht  um  Sicher-
heitsinteressen  im  eigentlichen  Sinne  geht.  Die  ausführlichen  Er-
wägungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur  Änderung  der  Sach- 
und Rechtslage (vorne E. 4.7 ff.) sind zwar für den Sicherheitsbereich 
relevant  und – wie gesehen – durchaus ausschlaggebend, was aber 
im  Bereich  der  Geschäftsgeheimnisse  weniger  der  Fall  ist. 

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Insbesondere  hat  das  genannte  Indiz  der  Möglichkeit  früherer 
Einsichtnahmen in  bestimmte  gleiche  oder  ähnliche  Unterlagen  hier 
ein anderes Gewicht, weil bei den Geschäftsgeheimnissen nicht oder 
jedenfalls  nicht  von  vornherein  ersichtlich  ist,  inwiefern  diese 
Änderungen der  Sach-  und Rechtslage sich auf  sie (zusätzlich) ein-
schränkend  auswirken  sollten.  Die  Beschwerdegegnerin  macht  dazu 
jedenfalls wie angesprochen keine nennenswerten Erläuterungen. Im 
Gegenteil verzichtet sie in ihrer Eingabe vom 8. November 2010 aus-
drücklich auf eine eingehendere Stellungnahme zur Eingabe der Be-
schwerdeführenden vom 8. Oktober 2010 und dem erwähnten Partei-
gutachten mit Hinweis auf den materiellen Gehalt derselben. Dies ist 
insofern richtig,  soweit  darin effektiv zur Sache selber Ausführungen 
gemacht werden (so vorne E. 4.6). Die Eingabe vom 8. Oktober 2010 
enthält  aber  nicht  nur  materielle  Teile,  wie  schon  das  Aufgreifen 
einzelner  Punkte  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  in  der  er-
wähnten Verfügung vom 15. Oktober 2010 zeigt. 

5.5 Zusätzlich  ist  weiter  bemerkenswert,  dass  die  Beschwerde-
gegnerin  bereits  in  ihrer  Eingabe  vom  31.  August  2010  einen  um-
fassenden  Eventualantrag  gestellt  hat  zu  Modalitäten  der  Aktenein-
sichtnahme für den Fall, dass in gewisse "intern" klassifizierte Unter -
lagen Einsicht gewährt werden sollte. Dies steht ihr einerseits selbst-
verständlich ohne weiteres zu,  zeigt  aber andererseits  ebenfalls  auf, 
dass  sie  im  Bereich  Geschäftsgeheimnisse  nicht  vollkommen  strikt 
und unter Ausschluss aller Eventualitäten von einer vollständigen Ein-
sichtsverweigerung durch das urteilende Gericht ausgeht. 

5.6 Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  nach  dem  Gesagten  zu 
folgendem  Schluss:  Wie  dargelegt  sind  zwar  die  Geheimhaltungs-
interessen  der  Beschwerdegegnerin  für  die  Unterlagen  der  Kate-
gorie 2  und  3  grundsätzlich  überzeugend  aufgezeigt  worden.  Sie 
müssen aber  im Rahmen der  vorzunehmenden Interessenabwägung 
überall  auch das Einsichtsinteresse  der  Beschwerdeführenden über-
wiegen  in  dem Sinne,  dass  sie  als  "wesentlich"  glaubhaft  dargelegt 
worden sind. Dabei sind zwar einerseits bei den hier umstrittenen sehr 
umfangreichen und inhaltlich komplexen Unterlagen sicherlich gewisse 
Kategorisierungen und Schematisierungen zulässig (so vorne E. 4.6), 
andererseits  hätte  die  Beschwerdegegnerin  zumindest  dort  einen 
höheren Begründungsaufwand und eine eingehendere Stellungnahme 
machen müssen, wo die Beschwerdeführenden vertieft  und mit Blick 

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auf bisherige Einsichten in ganz bestimmte Unterlagen Akteneinsicht 
verlangen. 

5.7 Dies gilt jedenfalls beim Gutachten zur Sicherheitsbewertung der 
Klammervorrichtung  im  Hinblick  auf  Kernmantel-Durchrisse  der 
TÜVNORD  EnSys  GmbH  (Hannover  2006  [TÜVNORD-Gutachten]), 
welches ausschliesslich als  "intern"  gestempelt  ist. Die Beschwerde-
führenden haben dazu in ihrer Eingabe vom 8. Oktober 2010 ausführ-
liche Darlegungen gemacht, welchen die Beschwerdegegnerin in ihrer 
Stellungnahme  vom  8. November  2010  wie  bereits  angesprochen 
nichts entgegnete. So ist zu dem vom Bundesverwaltungsgericht aus-
drücklich  angefragten  Punkt  der  Vergleichbarkeit  der  Expertise  des 
TÜV Energie Consult zur sicherheitstechnischen Bedeutung der Risse 
im Kernmantel des KKW Mühleberg vom Januar 1998 (TÜV-Expertise) 
und  dem vorliegend  streitigen  TÜVNORD-Gutachten  auffälligerweise 
nichts  gesagt  worden,  womit  den  Beschwerdeführenden  Recht  zu 
geben ist,  dass mangels Einwänden von der Vergleichbarkeit  auszu-
gehen ist. 

5.7.1 Zur Thematik bestätigt das UVEK am 8. November 2010, dass 
es  anlässlich  einer  Pressekonferenz am 19. Februar  1998 über  das 
Ergebnis  der  TÜV-Expertise  informiert  habe.  Eine  Publikation  der 
Expertise habe es hingegen nicht gegeben. Am 27. Februar 1998 sei 
von der damaligen Hauptabteilung für die Sicherheit von Kernanlagen 
(HSK) als Vorgängerin des ENSI einem eng bezeichneten Personen-
kreis  unter  Auflagen  Einsicht  in  dieses  Dokument  gegeben  worden. 
Das  ENSI  bestätigt  gleichentags  ebenfalls,  dass  über  die  TÜV-
Expertise  informiert  worden  sei,  aber  das  Dokument  sei  nicht  als 
Ganzes herausgegeben oder publiziert worden. 

5.7.2 Dem  treten  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Eingabe  vom 
22. November  2010  (erneut)  mit  umfassenden  Ausführungen  ent-
gegen. So legen sie mit detaillierten Angaben und Belegen glaubhaft 
Folgendes dar:  An besagter  Pressekonferenz vom 19. Februar  1998 
sei ein Exemplar der Expertise auf einem Beitisch zur Einsichtnahme 
aufgelegen, welches einer der wissenschaftlichen Berater der (bereits 
damaligen)  Beschwerdeführenden  kurz  durchgesehen  habe. Mit  Be-
gleitschreiben  vom  20.  Februar  1998  habe  der  Chef  des  Rechts-
dienstes  des  Bundesamtes  für  Energie  (BFE)  dem – damaligen  wie 
heutigen  –  Anwalt  der  Beschwerdeführenden  die  TÜV-Expertise  zu-
gestellt,  wobei  das Schreiben ausdrücklich von dem am 19. Februar 

Seite 21

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1998  veröffentlichten  Gutachten  zu  den  Rissen  im  Kernmantel  des 
KKW Mühleberg spreche. Im Weiteren werde darin  auch der  Akten-
einsichtstermin  vom 27.  Februar  1998  bei  der  HSK  in  Würenlingen 
bestätigt (diese Angaben ergeben sich indirekt aus dem vorliegenden 
Schreiben  des  Anwalts  an  das  BFE  vom  11.  Mai  1998).  Die  Be-
schwerdeführenden  haben  entsprechend  dem  Bundesverwaltungs-
gericht am 22. November 2010 in Papierform ein Exemplar der TÜV-
Expertise eingereicht. 

5.7.3 Das Ganze zeigt  auf,  dass offensichtlich in  die damalige TÜV-
Expertise  nicht  nur  Akteneinsicht  gewährt  worden  ist,  sondern  zu-
mindest  den heutigen Beschwerdeführenden ebenfalls ein soweit  er-
sichtlich  vollständiges  (188-seitiges)  Exemplar  dieser  Expertise  mit 
zahlreichen  –  allesamt  nicht  abgedeckten  –  und  sehr  detaillierten 
technischen Angaben,  Tabellen und Abbildungen abgegeben worden 
ist.  Gleichzeitig  ist  die  Vergleichbarkeit  der  TÜV-Expertise  mit  dem 
TÜVNORD-Gutachten  nicht  bestritten  worden  und  ist  aufgrund  aller 
erhältlichen Angaben davon auszugehen, dass die Expertise und das 
Gutachten um acht Jahre verschoben die letztlich gleiche Problematik 
abhandeln. Zugleich geht schon aus dem eingereichten Exemplar der 
TÜV-Expertise  hervor,  dass  damals  im  Wesentlichen  die  gleichen 
Drittfirmen  mit  gewissen  Geschäftsgeheimnissen  involviert  gewesen 
sind wie  heute  von der  Beschwerdegegnerin  geltend gemacht. Dem 
eingereichten Schreiben der "TÜV NORD EnSys Hannover GmbH & 
Co.  KG"  vom  29.  August  2006  (Beilage  4  zur  Eingabe  der  Be-
schwerdegegnerin vom 31. August 2010) ist  jedenfalls nichts zu ent -
nehmen,  was  an  der  vorliegend  dargelegten  Einschätzung  etwas 
ändern  könnte.  Aus  den  ganzen  Umständen  folgt,  dass  es  der  Be-
schwerdegegnerin  nicht  gelungen  ist,  die  bestehenden  privaten 
Geheimnisinteressen  gegenüber  dem  Einsichtsinteresse  der  Be-
schwerdeführenden als überwiegend, mithin "wesentlich" im Sinne des 
Gesetzes, erscheinen zu lassen. 

5.7.4 Den  Beschwerdeführenden  ist  somit  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht Einsicht in das vollständige TÜVNORD-Gutachten zur 
Thematik  der  Kernmantelrisse  beim  KKW  Mühleberg  zu  gewähren, 
wobei  wegen  der  vollständigen  früheren  Abgabe  der  TÜV-Expertise 
nicht einsehbar erscheint, warum sie nicht auch heute davon Kopien 
anfertigen  können  sollten.  Wie  bereits  angesprochen  (vorne  E. 5.4) 
kann bei den hier umstrittenen (blossen) Geschäftsgeheimnissen die 
Zeitdauer von acht Jahren zwischen der Expertise und dem Gutachten 

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und die teilweise veränderte Sach- und Rechtslage anders als bei den 
vertraulichen Sicherheitsdokumenten nicht zu einer Verweigerung der 
Einsicht führen. 

Immerhin ist  aber dem Eventualantrag der Beschwerdegegnerin vom 
31. August 2010 insoweit zu folgen, als die Beschwerdeführenden ihre 
Erkenntnisse aus diesen Unterlagen nur für das Beschwerdeverfahren 
verwenden  sollen.  Sie  werden  deshalb  mit  der  beantragten  Straf-
androhung gemäss Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) belegt. Dasselbe gilt für die 
von  ihnen  beigezogenen  Experten.  Zu  den  bisher  von  den  Be-
schwerdeführenden  vorgeschlagenen  Experten  ist  seitens  der 
Gegenparteien  kein  Widerstand  erwachsen,  womit  sie  auch  zur 
Akteneinsicht  zugelassen  werden  können.  Entgegen  der  Be-
schwerdegegnerin ist  dabei  nicht  ersichtlich,  weshalb bei  grundsätz-
licher Bejahung anstelle von bloss einem nicht gleich zwei oder drei  
der gemeldeten Experten zugelassen werden sollten. 

5.8 Bezüglich weiterer als "intern" gestempelter Dokumente ist vorab 
festzuhalten,  dass die Beschwerdeführenden nur in einen Teil davon 
Akteneinsicht  verlangen.  Soweit  diese  Dokumente  vom  ENSI  ganz 
oder  teilweise  als  "vertraulich"  bezeichnet  worden  sind,  besteht  auf 
Grund des Ausgeführten (vorne E. 4.5 ff.) kein Anlass, auf das bereits 
verweigerte Einsichtsrecht zurückzukommen. 

5.8.1 Nebst dem schon erörterten TÜVNORD-Gutachten ist hingegen 
zu  untersuchen,  ob  den  Beschwerdeführenden  hinsichtlich  ihrer  am 
8. Oktober  2010 präzisierten Anträge (unter  Bst. C)  Einsicht  in  nicht 
als "vertraulich", aber als "intern" bezeichnete Akten oder Teile davon 
zu gewähren ist. Eine diesbezügliche Durchsicht hat ergeben, dass die 
fraglichen  Dokumente  bzw.  Dokumententeile  entweder  Interessen 
Dritter (PSÜ 2005 KKM Sicherheitsbericht Ordner 1, Kapitel 1 "Über-
sicht und Auslegungsgrundlagen", Ziff. 1.3.4 und 1.3.5 sowie AN-KL-
05/122:  Vorkommnisse  in  anderen  in-  und  ausländischen  Kernkraft-
werken; Appendices zum Dokument  "Core spray piping and sparger 
flaw  evaluation  handbook":  weitgehend  mit  "Contains  Vendor 
Proprietary  Information"  gekennzeichnet)  betreffen.  Oder  es  werden 
mittels Erklärungen von Drittfirmen (Beilagen 1 bis 3 zur Eingabe der 
Beschwerdegegnerin vom 31. August 2010) überzeugend für einzelne 
Aktenteile geistiges Eigentum oder Geheimhaltungsinteressen Dritter 
geltend  gemacht  (PSÜ  2005  KKM  Sicherheitsbericht  Ordner 1, 

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Kapitel 3  "Reactor"  sowie  Kapitel 4  "Reactor  Coolant  System"). 
Darüber  hinaus  enthalten  Dokumente  im  Zusammenhang  mit 
Szenarien  zu  Überflutungen  und  Dammbruch  beim Wasserkraftwerk 
Mühleberg  plausibel  geltend  gemachte  Geschäftsgeheimnisse  der 
Beschwerdegegnerin, der im Übrigen besagtes Flusskraftwerk gehört 
(AN-KL-05/052 ab S. 3; Ordner 9/21 Appendix S. 6 ab S. 44, Ordner 
18/21  Appendix  S. 9  S. 4  bis  15,  Bericht  TKC1216  ab  S. 9  und 
Assessment  ab  S.  1  sowie  11/08/024  PSÜ-8.3-lj  Appendix  O.3  ab 
S. 6).  Aufgrund  überwiegender  privater  Geheimhaltungsinteressen 
(vgl. vorne E. 5.1 ff.) ist den Beschwerdeführenden das Einsichtsrecht 
in diese Aktenteile zu verweigern. 

5.8.2 Nicht  überzeugend  sind  hingegen  die  Einwände  der  Be-
schwerdegegnerin bzw. ihr Hinweis auf eigene Geschäftsgeheimnisse 
bezüglich der Akten AN-KL-05/121, AN-KL-05/121 Rev. a und AN-KL-
05/140  sowie  die  damit  zusammenhängenden  Vorbringen,  bei 
Bekanntgabe dieser Akten würde die bis anhin bestehende offene und 
vertrauensbildende  Meldekultur  und  die  hohe  (betriebsinterne) 
Meldebereitschaft  in  Frage  gestellt.  Diese  Akten  enthalten  Aus-
führungen  zur  Betriebsführung  und  zum  Betriebsverhalten  bzw.  zu 
meldepflichtigen  Vorkommnissen.  Weil  darin  aber  auch  interne 
Informationen über das Personal bzw. nicht meldepflichtige Vorkomm-
nisse  enthalten  sind,  ist  den  privaten  Interessen  der  Beschwerde-
gegnerin an deren Geheimhaltung insofern  Rechnung zu tragen, als 
diese drei Dokumente von den Beschwerdeführenden nur eingesehen, 
nicht  aber  kopiert  werden  dürfen.  Ebenfalls  ist  diesbezüglich  die 
gleiche Strafandrohung nach Art. 292 StGB zu verhängen. Mit diesen 
ergänzenden Auflagen bleibt das geforderte hohe Mass an Diskretion 
für die Beschwerdegegnerin immer noch gewahrt. 

6.
Nicht direkt zum Thema dieses Zwischenentscheids gehört die Frage 
der Akteneinsicht  in  die ursprünglich eingereichten Vorakten,  welche 
die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  ihrer  Beschwerde  (Rechts-
begehren Ziff. 1 und 2) bereits verlangt haben. Diese Akteneinsicht ist  
unbestritten und wird bloss der Vollständigkeit und guten Form halber 
nachstehend im Dispositiv erwähnt. Sie wird sinnvollerweise mit  der-
jenigen  in  die  nachträglich  eingereichten  Sicherheitsunterlagen  zu 
kombinieren sein. 

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7.
Zur  Beschleunigung  des  Beschwerdeverfahrens  werden  die  Ver-
fahrensbeteiligten  eingeladen,  dem  Bundesverwaltungsgericht  um-
gehend mitzuteilen,  wenn sie auf  eine Anfechtung des vorliegenden 
Zwischenentscheids verzichten (vgl. dazu hinten E. 9 sowie Ziff. 7 des 
Dispositivs).  Das  ENSI  wird  bereits  heute  darauf  aufmerksam  ge-
macht, dass die Ansetzung der Frist zur Einreichung der abgedeckten 
Version  der  Sicherheitsunterlagen  für  die  Akteneinsicht  sofort  nach 
Klärung  der  Situation  betreffend  Anfechtung  bzw.  nach  Eintritt  der 
Vollstreckbarkeit  erfolgen  und diese Frist  relativ  kurz  sein  wird. Vor-
behalten  unvorhergesehener  Verzögerungen  wird  die  Akteneinsicht 
voraussichtlich im Zeitraum von Ende Januar /  Anfang Februar 2011 
stattfinden  und  nicht  wegen  Nichtverfügbarkeit  von  einzelnen 
Personen  (wie  insbes.  Rechtsvertretern  oder  Experten)  verschoben 
werden. Dabei wird die ständige Anwesenheit mindestens jeweils einer 
fachkundigen Person des ENSI und der Beschwerdegegnerin während 
der  Akteneinsicht  erforderlich  sein  und auch entsprechend vom Ge-
richt angeordnet werden. 

8.
Über  die  Kosten  dieses  Zwischenentscheids  sowie  allfällige  Partei-
entschädigungen wird im Entscheid über die Hauptsache zu befinden 
sein.

9.
Abschliessend  ist  noch  darauf  hinzuweisen,  dass  der  vorliegende 
Zwischenentscheid  mit  Blick  auf  Art.  93  Abs.  1  Bst. a  des  Bundes-
gerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005  (BGG,  SR 173.110)  sowie  der 
Praxis des Bundesgerichts bei der (teilweisen) Abweisung von Akten-
einsichtsgesuchen  für  die  Beschwerdeführenden  wohl  nicht  selb-
ständig  anfechtbar  sein  dürfte  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
8C_1071/2009 vom 9. April  2010 E. 3.2  f. mit  Hinweisen sowie  den 
Nichteintretensentscheid des Bundesverwaltungsgerichts A-7975/2008 
vom 22. Juni 2009). Da die Beurteilung der Eintretensvoraussetzungen 
bei  einer  allfälligen  Beschwerde  dem  Bundesgericht  selber  obliegt, 
muss  es  hier  bei  diesem Hinweis  sein  Bewenden haben. Die  nach-
folgend dem Dispositiv angehängte Rechtsmittelbelehrung ist aber mit 
dieser Präzisierung zu verstehen. 

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Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Stellungnahme  der  Beschwerdeführenden  vom  22. November 
2010 wird den übrigen Verfahrensbeteiligten zugestellt.

2.
2.1 Das  Akteneinsichtsgesuch  der  Beschwerdeführenden  gemäss 
Beschwerde  vom 1. Februar  2010  wird  gutgeheissen  betreffend  die 
gesamten  von der  Vorinstanz ursprünglich  eingereichten  Verfahrens-
akten. 

2.2 Das  Akteneinsichtsgesuch  der  Beschwerdeführenden  vom 
8. Oktober  2010  wird  gutgeheissen  mit  Bezug  auf  sämtliche 
Dokumente  und  Teile  davon,  welche  gemäss  Aktenverzeichnis  des 
ENSI vom 30. August 2010 durch die Gegenparteien zur Einsicht frei-
gegeben sind (letzte Spalte "Akteneinsicht gewährt werden kann [...]"  
oder "Herausgegeben werden kann [...]").

2.3 Das  Einsichtsrecht  beinhaltet  praxisgemäss  die  Möglichkeit  zur 
Erstellung von (kostenpflichtigen) Kopien anlässlich der Einsichtnahme 
am Sitz des Bundesverwaltungsgerichts. 

3.
Das Akteneinsichtsgesuch der Beschwerdeführenden vom 8. Oktober 
2010  wird  weiter  gutgeheissen  mit  Bezug  auf  das  vollständige 
TÜVNORD-Gutachten vom Dezember 2006 gemäss Ziff. 3 (S. 36) des 
Aktenverzeichnisses des ENSI vom 30. August 2010. 

3.1 Diese Genehmigung beinhaltet in Abweisung des Eventualantrags 
der  Beschwerdegegnerin  die  Möglichkeit  zur  Erstellung  von  Kopien 
anlässlich der Einsichtnahme am Sitz des Bundesverwaltungsgerichts. 

3.2 Den Beschwerdeführenden, ihrem Anwalt und allen beigezogenen 
Expertinnen und Experten wird unter Strafandrohung gemäss Art.  292 
i.V.m. Art. 106 StGB, d.h. mit  Busse bis  CHF 10'000.--,  ausdrücklich 
verboten, die aus der Akteneinsicht in das TÜVNORD-Gutachten ge-
wonnenen Unterlagen und Informationen für  Zwecke ausserhalb des 
vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  zu  verwenden  oder  an  Dritte 
weiterzugeben. 

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4.
Schliesslich wird das Akteneinsichtsgesuch der Beschwerdeführenden 
vom 8. Oktober  2010 ebenfalls  gutgeheissen mit  Bezug auf  die  drei 
vollständigen  Dokumente  AN-KL-05/121,  AN-KL-05/121  Rev. a  und 
AN-KL-05/140 (Ziff. 1 S. 6 bzw. 8 des Aktenverzeichnisses des ENSI 
vom 30. August 2010). 

4.1 Die Möglichkeit zur Erstellung von Kopien wird hier in diesbezüg-
licher  Gutheissung  des  Eventualantrags  der  Beschwerdegegnerin 
nicht gewährt. 

4.2 Den Beschwerdeführenden, ihrem Anwalt und allen beigezogenen 
Expertinnen und Experten wird unter Strafandrohung gemäss Art.  292 
i.V.m. Art. 106 StGB, d.h. mit  Busse bis  CHF 10'000.--,  ausdrücklich 
verboten,  die  aus  der  Akteneinsicht  in  diese  drei  Dokumente  ge-
wonnenen  Informationen  für  Zwecke  ausserhalb  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens zu verwenden oder an Dritte weiterzugeben. 

5.
Darüber  hinausgehend  wird  das  Akteneinsichtsgesuch  der  Be-
schwerdeführenden vom 8. Oktober 2010 abgewiesen. 

6.
Sämtliche diesen Anordnungen entgegenstehenden Anträge der Ver-
fahrensbeteiligten zur  Gesamtthematik  der  Akteneinsicht  werden ab-
gewiesen. 

7.
Der genaue Zeitraum der Akteneinsicht und die weiteren Modalitäten 
derselben werden mit der Vollstreckbarkeit dieses Zwischenentscheids 
oder nach Mitteilung der Verfahrensbeteiligten, dass sie auf eine An-
fechtung verzichten, mit separater Verfügung festgesetzt. 

8.
Über  die  Verfahrenskosten und  allfällige  Parteientschädigungen  wird 
mit der Hauptsache entschieden.

9.
Diese Zwischenverfügung geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben mit Rückschein)

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- die  Beschwerdegegnerin  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Beilage: 
Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom 22. November 2010)

- die  Vorinstanz  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Beilage:  Stellung-
nahme der Beschwerdeführenden vom 22. November 2010)

- das  ENSI  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Beilage:  Stellungnahme 
der Beschwerdeführenden vom 22. November 2010)

Der Instruktionsrichter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Forster Christian Kindler 

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Zwischenentscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Er-
öffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben 
sind.  Gemäss  Art.  46  Abs.  1  Bst.  c  BGG  steht  die  Frist  still  vom 
18. Dezember 2010 bis und mit dem 2. Januar 2011. Die Rechtsschrift  
ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Be-
gründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  ent-
halten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie  die  beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl. 
Art. 42 BGG). 

Versand: 08. Dezember 2010 

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