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**Case Identifier:** 8023b52d-294f-52c5-96a2-90adc6af3c93
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.10.2015 725 15 200 (725 2015 200)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-15-200_2015-10-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 8. Oktober 2015 (725 15 200) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Verneinung des Vorliegens eines unfallkausalen regionalen komplexen Schmerzsyn-

droms (CRPS) zu Recht erfolgt. 

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantonsrich-

ter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Stephanie Wirz 
 
 

Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Gertrud Baud, Advokatin, 
Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SWICA Versicherungen AG, Römerstrasse 37, Postfach, 
8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen (9940/0019.50239.12.0) 
 
 
 
A. Die 1976 geborene A.___ war in der Konditorei der B.___ in Basel angestellt und 
dadurch bei der SWICA Versicherungen AG (Swica) obligatorisch für die Folgen von Unfällen 
versichert. Am 11. Januar 2012 glitt sie am Arbeitsplatz auf einem Treppenabsatz aus und 
schlitterte auf dem Gesäss ungefähr zehn Treppenstufen hinunter. Dabei versuchte sie sich am 
Treppengeländer festzuhalten und verletzte sich am Handgelenk. Am Unfalltag ergab die radio-
logische Abklärung im C.____ keine ossären Läsionen im Bereich des rechten Handgelenkes. 

 
 
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Aufgrund der Anamnese wie auch der klinischen Befunde wurde die Diagnose einer Kontusion 
des rechten Oberschenkels sowie des Handgelenks gestellt. Nach einer 100%igen Arbeitsunfä-
higkeit nahm A.___ am 28. Februar 2012 ihre Arbeit zu 50% und ab dem 19. März 2012 zu 
100% wieder auf. Am 24. Oktober 2012 erfolgte eine erneute 100%ige Arbeitsunfähigkeit, die 
bis am 14. November 2012 dauerte. Ab 15. November 2012 nahm A.___ sodann die Arbeitstä-
tigkeit zu 100% wieder auf, worauf ab 18. Januar 2013 erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
bestand. Zur Prüfung ihrer weiteren Leistungspflicht veranlasste die Swica eine polydisziplinäre 
Begutachtung bei der D.____ und lehnte, gestützt auf das Gutachten vom 13. August 2014, mit 
Verfügung vom 3. Dezember 2014 eine über den 1. Februar 2013 hinaus gehende Leistungs-
pflicht ab. Als Begründung führte sie aus, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 
dem Unfall und den geltend gemachten Beschwerden zu verneinen sei. Die dagegen erhobene 
Einsprache vom 19. Dezember 2014 wies die Swica mit Einspracheentscheid vom 28. April 
2015 ab. 
 
B. A.___, vertreten durch Advokatin Gertrud Baud, erhob mit Eingabe vom 3. Juni 2015 
Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Sie beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides, die 
Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen per 15. September 2014 und eventualiter die Durch-
führung weiterer medizinischer Abklärungen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte A.___ 
die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung. Im Wesentlichen 
machte sie in ihrer Beschwerde geltend, dass sie immer noch an Beschwerden leide, welche 
auf das Unfallereignis vom 11. Januar 2012 zurück zu führen seien, und dass das eingeholte 
Gutachten der D.____ nicht umfassend, auf falschen Tatsachen basierend und widersprüchlich 
sei. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 22. Juli 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die vollum-
fängliche Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 
20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs-
unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. 
 
1.2 Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige 
Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles 
voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tag-
geld. Der Anspruch entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wieder-
erlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi-
cherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindes-
tens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).  
 

 
 
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2.1 Rechtsprechungsgemäss hat der Unfallversicherer - sofern allfällige Eingliederungs-
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - für die Folgen so lange Taggeld- 
und Heilbehandlungsleistungen zu erbringen, als diese natürlich kausal durch das Unfallereig-
nis verursacht worden sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person erwartet werden kann 
(Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung des 
Gesundheitszustandes im genannten Sinne zu verstehen ist, bestimmt sich namentlich nach 
Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit 
unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung 
ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 
mit Hinweisen). Trifft dies nicht zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistun-
gen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritäts-
entschädigung abzuschliessen (Adäquanzprüfung). 
 
2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in gleicher 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(BGE 119 V 337 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigen-
den Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, 
ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht aufgrund der 
medizinischen Unterlagen im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin-
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eine Leis-
tungsanspruches nicht (BGE 129 V 181). 
 
2.3 In beweisrechtlicher Hinsicht entfällt die einmal anerkannte Leistungspflicht des Unfall-
versicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Ge-
sundheitsschadens darstellt. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheits-
zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige 
Zeitpunkt, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie 
der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa-
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozial-
versicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt 
die entsprechende Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversiche-
rer (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206, S. 326 E. 3b). Diese Beweisregel greift aber erst Platz, wenn es 
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdi-

 
 
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gung einen Sacherverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für 
sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b). 
 
3.1 Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin über den 1. Februar 2013 hinaus Anspruch auf 
Leistungen ihrer Unfallversicherung hat. 
 
3.2 Vorliegend war die Beschwerdeführerin am 11. Januar 2012 auf einem Treppenabsatz 
ausgerutscht und versuchte sich, während sie auf dem Gesäss die Treppe hinunterglitt, am 
Treppengeländer aufzufangen. Dabei zog sie sich eine Oberschenkel- und eine Handgelenk-
kontusion zu. Nach einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nahm die Beschwerdeführerin sodann 
ihre Arbeitstätigkeit am 28. Februar schrittweise, zuerst 50 % und dann ab dem 19. März 2012 
zu 100% wieder auf. Erst im Oktober desselben Jahres erfolgte erneut eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit, hervorgerufen durch Handgelenkschmerzen. Die Beschwerdeführerin gibt an, wäh-
rend der insgesamt ungefähr sieben Monate, die zwischen den Episoden ihrer Arbeitsunfähig-
keit lagen, an Schmerzen gelitten und auch unter solchen gearbeitet zu haben. Diese Schmer-
zen hielten bis heute an. Die Beschwerdegegnerin hingegen verneint eine diesbezügliche natür-
liche Kausalität zwischen den aktuellen Schmerzen und dem Unfallereignis vom 11. Januar 
2012 und lehnt in der Folge eine Leistungspflicht, die über den 1. Februar 2013 hinausgeht, ab. 
 
3.3 Um beurteilen zu können, ob die geklagten Beschwerden noch natürlich kausal zum 
Unfallereignis sind bzw. wenn ja, ob noch von einer namhaften Verbesserung des Gesund-
heitszustandes ausgegangen werden kann oder der Endzustand erreicht ist, ist das Gericht auf 
medizinische Unterlagen angewiesen (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Die-
se sind nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweis-
würdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bin-
dung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu-
tet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, 
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver-
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einan-
der widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte 
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf 
die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 
also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 
E. 1c). 
 
3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 252 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den 

 
 
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im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -
ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht 
in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weite-
ren Hinweisen). 
 
4.1 Strittig ist im vorliegenden Verfahren vor allem, ob die Diagnose eines komplexen regio-
nalen Schmerzsyndroms (CRPS) Typ I zutreffend ist und wenn ja, ob dieses mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen ist. 
 
4.2 Unter dem CRPS, auch Algodystrophie oder Morbus Sudeck genannt, wird in der Medi-
zin ein posttraumatisches Krankheitsbild beschrieben, das sich, von einem blanden Trauma 
ausgelöst, schnell zu heftigen Schmerzen von brennendem und invalidisierendem Charakter 
wandelt, dem sich motorische, trophische und sensomotorische Funktionseinschränkungen 
zugesellen; typisch ist, dass eine ganze Extremität oder eine grosse Körperregion betroffen ist. 
Auslösende Ursachen können unter anderem Gelenksdistorsionen sein. Die Diskrepanz zwi-
schen dem eigentlichen, als Bagatelle anzusehenden auslösenden Trauma und den sich daran 
anschliessenden Folgen ist als dramatisch zu bezeichnen. Ätiologie und Pathogenese der 
CRPS sind unklar, weshalb zur Qualifikation des Beschwerdebildes als Folge eines Unfalles die 
folgenden drei Kriterien erfüllt sein sollten: a) Nachweis eines Körperschadens nach einem Un-
fall beispielsweise in Form eines Hämatoms oder einer Schwellung oder das Auftreten einer 
Algodystrophie nach einer wegen einer Unfallverletzung durchgeführten Operation; b) Aus-
schluss anderer nicht traumatischer, ursächlicher Faktoren wie zum Beispiel der Zustand nach 
einem Myokardinfarkt, nach einer Apoplexie, bei einer Barbiturat-Einnahme, bei Tumoren oder 
bei Schwangerschaften etc.; c) Kurze Latenzzeit zwischen dem Unfall und dem Auftreten der 
Algodystrophie. Die typischen Symptome des CRPS müssen ausweislich der echtzeitlichen 
medizinischen Akten innerhalb von sechs bis acht Wochen nach einem Unfall aufgetreten sein 
(vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 18 S. 69, Urteil des Bundesgerichts 8C_384/2009 vom 5. Januar 
2010, E. 4.2.1 mit Hinweisen auch auf die medizinische Literatur).  
 
5.1 Dr. med. E.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, hielt in ihrem Bericht vom 29. Februar 
2012 fest, dass sich die Handgelenkschmerzen der Beschwerdeführerin gebessert hätten und 
dass keine weiteren Abklärungen vorgenommen werden müssten. In ihren beiden darauffol-
genden Berichten vom 23. Oktober 2012 und vom 1. November 2012 legte sie dar, dass die 
Beschwerdeführerin ungefähr seit einem Monat rechts erneute Hand- respektive Handgelenk-
schmerzen verspüre, welche bis in die Schulter ausstrahlen würden. Sie diagnostizierte ein 
Sulcus Ulnaris Syndrom und ein Neurinom des N. radialis sowie eine Handgelenkkontusion mit 
prolongiertem Heilungsverlauf.  
 
5.2 Dr. med. F.___, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, diagnostizierte in seinem Bericht vom 15. Januar 2013 zu Handen der G.____ Versiche-
rungen unter anderem ein posttraumatisches CRPS am rechten Arm mit trophischen Störungen 
sowie eine Bewegungseinschränkung des Handgelenks und der Finger. 

 
 
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5.3 Dr. med. H.___, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates/Handchirurgie, diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin am 19. November 2012 eine 
eindrückliche Allodynie am rechten Handgelenk dorsal mit schmerzbedingter Bewegungsein-
schränkung, eine Dysästhesie und eine Hypästhesie der Finger III und IV sowie ein dorsales 
Handgelenkganglion. Das neuropathische Schmerzsyndrom befand er als unklar. 
 
5.4 PD Dr. med. I.___, Chefarzt Abteilung für Physikalische Medizin und Rheumatologie, 
hielt in seinem Bericht vom 7. Oktober 2013 fest, dass bei der Beschwerdeführerin ein ausge-
prägtes CRPS an der rechten Hand vorläge.  
 
5.5 Dr. med. J.___, FMH Rheumatologie/Innere Manuelle Medizin, führte in seinem Bericht 
vom 30. Januar 2013 aus, dass sich eine Konvergenzstörung über C4/5 rechts mit muskulärer 
Störung im Levator Scapulae feststellen liesse. Ferner zeige sich am Austritt des Gefässner-
venstranges eine stark gereizte Scalenuslücke und eine dysfunktionelle 1. Rippe. Die diffuse 
Schwellung der Hand, insbesondere der ulnaren Seite, sei deutlich. Es müsse ein CRPS disku-
tiert werden, da die Schwellungszustände, die Farbänderungen sowie die Schmerzsymptomatik 
mit eingeschränkter Funktionalität dafür sehr verdächtig seien. In seinem Bericht vom 1. Juni 
2015 hielt Dr. J.___ zudem fest, dass es oft schwierig sei, die Diagnose eines CRPS definitiv zu 
bestätigen. Als objektiver Befund läge hier jedoch eine Szintigraphie vor, die ein CRPS im Sta-
dium 1 zeige. Weiter führte er aus, dass es nicht richtig sei, die Diagnose eines CRPS wegen 
der Latenzzeit zwischen dem Unfall vom 11. Januar 2012 und der erstmaligen Diagnose vom 
30. Januar 2013 auszuschliessen. Die Beschwerdeführerin habe schon rasch nach dem Unfall-
ereignis typische Symptome für ein CRPS entwickelt, wobei die Beschwerden primär als neuro-
pathisch und als Allodynie des Handgelenks interpretiert worden seien. 
 
5.6 Im Rahmen des von der Beschwerdegegnerin am 13. August 2013 eingeholten ABI-
Gutachtens, stellte Dr. med. K.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, fest, dass bei der allge-
meininternistischen Untersuchung der Beschwerdeführerin kein Schonverhalten der rechten 
Hand hätte festgestellt werden können. Zudem bestünden auch keine klinischen Zeichen wie 
Schwellung, Unterkühlung oder Artrophie der rechten Hand. Dr. med. L.___, FMH Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, erkannte in seinem orthopädi-
schen Teilgutachten, dass sich kein eindeutiger pathologischer Befund erheben liesse, welcher 
die geltend gemachten Beschwerden an der gesamten rechten Körperhälfte ausreichend be-
gründen würden. Namentlich ergäben sich keine objektivierbaren Hinweise dafür, dass ein 
CRPS der rechten Hand vorliegen würde. Dies wäre seines Erachtens auch unter dem Aspekt 
erstaunlich, als die Beschwerdeführerin bereits seit über einem Jahr eine Hemisymptomatik 
rechts geltend mache, die kaum in einen plausiblen Zusammenhang mit einem allfälligen CRPS 
zu bringen wäre. Dr. med. M.___, FMH Neurologie, hielt in seinem neurologischen Teilgutach-
ten fest, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung der Beschwerdeführerin mit Sicherheit kein neu-
ropathisches Schmerzsyndrom habe festgestellt werden können. Ebenso würden Hinweise auf 
ein CRPS fehlen. Aus neurologischer Sicht könnten die angegebenen Beschwerden und somit 
auch die erheblichen Einschränkungen im Alltag nicht schlüssig nachvollzogen werden. Dr. 
med. N.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem psychiatrischen Teilgutach-

 
 
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ten aus, dass die beklagten körperlichen Belange wie auch die subjektive Krankheitsüberzeu-
gung der Beschwerdeführerin, überhaupt keiner Arbeit nachgehen zu können, durch die soma-
tischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden könnten, sodass eine psychische Überla-
gerung angenommen werden müsse. 
 
6.1 Die Beschwerdeführerin stützt sich in ihrer Beschwerde unter anderem auf die Ausfüh-
rungen von Dr. J.___ in seinem Bericht vom 1. Juni 2015. Darin hielt dieser fest, dass es (aus 
medizinischer Sicht) falsch sei, das Vorliegen eines CRPS aufgrund der langen Latenzzeit zwi-
schen Unfallereignis und Zeitpunkt der Diagnose automatisch auszuschliessen. Seiner Meinung 
nach seien objektive Befunde gegeben, welche ein CRPS Typ 1 zu belegen vermöchten. Selbst 
wenn dies zutreffen sollte, ist die Frage, die aus juristischer Sicht zu interessieren hat, ob ein 
solches CRPS als unfallkausal eingestuft werden könnte oder nicht. Die Beschwerdeführerin 
hatte ihre letzte medizinische Abklärung im Anschluss an ihren Treppensturz im März 2012. 
Damals lag kein CRPS vor. Zwischen dieser Abklärung im März 2012 und der erneuten ärztli-
chen Untersuchung im Oktober 2012 vergingen sieben Monate. Während dieser sieben Monate 
war sie zudem zu 100% arbeitstätig. Dr. E.___ hielt in ihren beiden Berichten vom 23. Oktober 
2012 und vom 1. November 2012 fest, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Unter-
suchung im Oktober 2012 erst seit einem Monat erneute Handschmerzen verspürte. Ein Kau-
salzusammenhang zwischen dem geltend gemachten CRPS und dem Unfall ist daher, wie die 
Vorinstanz zutreffend erwogen hat, aufgrund der von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
ausdrücklich vorausgesetzten kurzen Latenzzeit zwischen dem Unfall und dem Auftreten eines 
CRPS, die sechs bis acht Wochen nicht übersteigen darf, infolge der vorliegend effektiv gege-
benen Latenzzeit von sieben Monaten nicht wahrscheinlich, beziehungsweise lässt sich mit den 
vorhandenen echtzeitlichen ärztlichen Berichten nicht nachweisen. Zusätzliche Abklärungen 
lassen keinen neuen Aufschluss für den zu beurteilenden Zeitraum erwarten, weshalb davon 
abzusehen ist. Die Beschwerdeführerin macht neben dem CRPS auch keine anderweitige or-
ganische Gesundheitsschädigung geltend, welche die geklagten Beschwerden zu erklären 
vermöchte und gegebenenfalls auf den Unfall vom 11. Februar 2012 zurückgeführt werden 
könnte. Auch vermag die Beschwerdeführerin nicht darzulegen, weshalb vorliegend von der 
medizinischen Erfahrungstatsache abzuweichen wäre, wonach ein unfallbedingtes CRPS nur 
anzunehmen sei, wenn unter anderem die dafür typischen Symptome - ausweislich der echt-
zeitlichen medizinischen Akten - im genannten kurzen Latenzzeitraum aufgetreten seien (vgl. 
dazu vorstehende E. 5.2).  
 
6.2 Auch bei Betrachtung einer allfällig gegebenen Brückensymptomatik in Bezug auf die 
am Unfalltag diagnostizierte Handgelenkkontusion, müsste dies in ärztlichen Zeugnissen darge-
legt und beweisbar sein. Dr. E.___ hat in ihrem Bericht von 29. Februar 2012 festgehalten, dass 
sich die Handgelenkschmerzen der Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt bereits gebessert 
hätten und von weiteren Abklärungen abgesehen werden könne und andererseits hat sie in 
ihren beiden weiteren Berichten vom 23. Oktober 2012 und vom 1. November 2012 bekundet, 
dass die erneuten Schmerzen am Handgelenk erst seit einem Monat wieder bestünden, was 
die Behauptungen der Beschwerdeführerin, während des gesamten Zeitraumes von Februar 
2012 bis Oktober 2012 durchgehend unter Schmerzen gelitten und auch unter Schmerzen ge-
arbeitet zu haben, zu entkräften vermag. Demnach kann festgehalten werden, dass vorliegend 

 
 
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bei der Beschwerdeführerin der status quo sine eingetroffen ist. Somit sind die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin bezüglich des Gutachtens vom 13. August 2013 unerheblich, da die bun-
desgerichtlich festgelegte maximale Latenzzeit klar überschritten wurde. Es kann dennoch fest-
gehalten werden, dass es sich beim erwähnten Gutachten um einen für die streitigen Belange 
umfassenden, auf allseitigen Untersuchungen beruhenden, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigenden Bericht handelt, welcher in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und bei welchem die Schlussfolgerungen der Ärzte genü-
gend umfassend und begründet sind (vgl. dazu vorstehende E. 4.2). Demzufolge vermag auch 
das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass das von der Beschwerdegegnerin eingeholte 
Gutachten widersprüchlich und zu wenig umfassend sei, nicht zu greifen.  
 
6.3 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass vorliegend offen gelassen 
werden kann, ob bei der Beschwerdeführerin ein CRPS Typ 1 vorliegt, da auch wenn ein sol-
ches gegeben wäre, die erforderliche kurze Latenzzeit klar nicht eingehalten ist, womit die Kau-
salität zwischen Unfallereignis und den geltend gemachten Handgelenkschmerzen zu vernei-
nen ist. Zudem ist eine Brückensymptomatik nicht überwiegend wahrscheinlich. Die Beschwer-
de ist deshalb abzuweisen. 
 
7.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 
 
7.2 Gestützt auf Art. 61 lit. a ATSG sind für das vorliegende Verfahren keine ordentlichen 
Kosten zu erheben. 
 
7.3 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. Da der Beschwerdeführerin im Rahmen der Urteilsberatung vom 8. Oktober 2015 die un-
entgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre 
Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für 
die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher 
Verbeiständung 200 Franken pro Stunde. Die Rechtsvertreterin hat in ihrer Honorarnote vom 
3. September 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 
45 Minuten geltend gemacht. Dies erscheint umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden 
Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Hinzu kommen die in der Honorarnote aus-
gewiesenen Auslagen von Fr. 483.50 sowie 8% Mehrwertsteuer. Der Rechtsvertreterin ist des-
halb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘924.20 (15 Std. und 45 Min. à Fr. 200.-- zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 483.50 und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
7.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 

 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der Ver-
treterin der Beschwerdeführerin ein Honorar von Fr. 3‘924.20 (inkl. 
Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gerichtskasse zu-
gesprochen.