# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32aadfd9-aa18-5b89-afaa-78146623bf39
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 05.09.2019 725 19 40 / 223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-19-40---223_2019-09-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 5. September 2019 (725 19 40 / 223) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Integritätsentschädigung: keine zusätzliche Berücksichtigung von Schulterschmerzen 

durch die analoge Anwendung der Suva-Tabelle für Wirbelsäulenaffektionen  

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Evelyne 
Frey 
 
 

Parteien A.____, vertreten durch André Baur, Advokat, Greifengasse 1, Post-
fach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Integritätsentschädigung  

 
 
 
A. Der 1967 geborene A.____ arbeitete seit dem 26. Mai 1998 bei der B.____ AG in 
C.____, als er am 21. Juli 1998 während der Arbeit einen Unfall erlitt und beim Wechsel des 
Arbeitsortes in einem zweistöckigen Zugwaggon durch eine Öffnung in den ersten Stock stürzte. 
Dabei zog er sich Verletzungen an der rechten Schulter zu. Die Suva als zuständiger Unfallver-

 

 
 
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sicherer anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen des Unfalles und erbrachte die gesetzli-
chen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Nachdem der Versicherte im Jahr 2008 einen Rück-
fall gemeldet hatte, sprach sie dem Versicherten gestützt auf eine kreisärztliche Beurteilung vom 
21. September 2017 mit Verfügung vom 30. Oktober 2017 für die verbleibenden unfallkausalen 
Beschwerden eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10% zu. 
Eine dagegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 3. Januar 2019 
ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat André Baur, am 1. Februar 2019 Be-
schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er bean-
tragte, es sei ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine Integritätsentschädigung ent-
sprechend einer Integritätseinbusse von 20% (entsprechend Fr. 19‘440.--, unter Anrechnung des 
bereits bezahlten Betrages von Fr. 9‘720.--) auszurichten. Eventualiter sei zur Klärung der blei-
benden somatischen Beeinträchtigungen ein gerichtliches Gutachten aus dem Fachbereich 
Schmerzmedizin einzuholen, subeventualiter sei die Sache hierzu an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Ferner beantragte er die Verzinsung der bereits ausbezahlten sowie der ausstehenden 
Integritätsentschädigung mit 5%; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im We-
sentlichen aus, dass die andauernden erheblichen Schmerzen in der rechten Schulter bei der 
Bemessung der Integritätsentschädigung zu berücksichtigen seien. Sollte das Ausmass der 
Schmerzsituation nicht beurteilt werden können, solle dies mittels eines Gerichtsgutachtens ge-
klärt werden. Die Verzugszinspflicht von 5% bestehe sowohl in Bezug auf die Integritätsentschä-
digung betreffend Schulterbeweglichkeit (ab 1. Januar 2003) als auch in Bezug auf die Integri-
tätsentschädigung betreffend Schmerzsituation an der rechten Schulter (ab 7. August 2008). 
 
C. Die Suva schloss in ihrer Vernehmlassung vom 18. April 2019 auf Abweisung der Be-
schwerde. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf den angefochtenen Einspracheent-
scheid und führte zusätzlich aus, dass Schmerzsituationen mit Ausnahme derjenigen betreffend 
Affektionen der Wirbelsäule bei der Integritätsentschädigung nicht berücksichtigt würden. An-
spruch auf Verzinsung bestehe ferner nicht, weil der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung 
erst mit Abschluss der medizinischen Behandlungen entstanden sei, das heisst ab der entspre-
chenden Beurteilung vom 22. September 2017. Die Verfügung betreffend Integritätsentschädi-
gung sei bereits am 30. Oktober 2017 ergangen. 
 
D. Mit Replik vom 28. Mai 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen und seiner 
Begründung betreffend Integritätsentschädigung fest, zog jedoch das Begehren auf Verzinsung 
zurück. 
 
E. Mit Eingabe vom 2. Juli 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung 
einer umfassenden Duplik und hielt an ihrem Antrag fest. 
 
 
  

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG 
in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 
20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide 
der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben 
werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem 
die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet 
sich dieser in C.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 
zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge-
richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der 
Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 1. Februar 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere Integri-
tätsentschädigung hat. Nicht mehr streitig ist nach Eingang der Replik vom 28. Mai 2019, ob die 
zu leistende Integritätsentschädigung zu verzinsen sei.  
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 
20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun-
fällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt vo-
raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, In-
tegritätseinbusse) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adä-
quater (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht.  
 
3.2 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde und erhebliche Schädigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verord-
nung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als 
dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang 
besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unab-
hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Fallen meh-
rere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen 
zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt 
(Art. 36 Abs.  3 Satz 1 UVV). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form 
einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge-
stuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes 
nicht übersteigen darf. Letzteres gilt auch, wenn eine Gesamtentschädigung für mehrere körper-
liche, geistige oder psychische Integritätsschäden zur Ausrichtung gelangt (Art. 36 Abs. 3 Satz 2 
UVV). Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von 
dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten 

 

 
 
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für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der 
Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 
E. 2a; Kranken- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1988 
Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual ge-
wichtet.  
 
3.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung 
im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes 
(Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird 
nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammenfallen 
mehrerer körperlicher, geistiger und psychischer Integritätsschäden (Ziff. 1 Abs. 2). In diesem 
Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Be-
messungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizini-
schen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und er-
gänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66 [nachfolgend: Suva-Tabellen]) sind, soweit sie ledig-
lich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet wer-
den soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hin-
weis).  
 
4.1 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung handelt 
es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mit-
hilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkun-
digen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelasse-
nen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizi-
nischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der In-
tegritätseinbusse obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesgerichts vom 
23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).  
 
4.2 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist die rechtsanwendende Behörde somit 
auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 
122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für 
den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 
ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so-
wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsge-
richt alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach 
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden me-
dizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi-
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob die-
ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-

 

 
 
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nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten be-
gründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 
Rechtsprechungsgemäss ist es dem Sozialversicherungsgericht demnach nicht verwehrt, ge-
stützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie das 
Bundesgericht präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anforderungen an die Beweis-
würdigung in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Ur-
teil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit 
Verweisen). 
 
5. Der Angelegenheit liegen im Wesentlichen folgende medizinische Unterlagen zu 
Grunde: 
 
5.1 Der Kreisarzt Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, untersuchte den Versicherten am 21. September 2017. In seinem Be-
richt vom selben Tag diagnostizierte er einen Status nach Sturz am 21. Juli 1998 mit einer nicht-
dislozierten Tuberculum majus-Fraktur an der rechten Schulter, die im weiteren Verlauf konser-
vativ behandelt wurde, sowie mit einer Bankart-Läsion und einer SLAP-Läsion der rechten Schul-
ter (Erstdiagnose: 18. April 2008). Der Versicherte berichte über permanente, ausgeprägte 
Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. Als funktioneller und objektiver Befund der rechten 
Schulter hielt der Kreisarzt eine aktive und passive Bewegungseinschränkung mit Druckschmerz 
im Bereich des Tuberculum majus rechts fest (Flexion rechts bis zu 120 Grad aktiv/passiv und 
Abduktion rechts bis zu 110 Grad aktiv/passiv). In Anbetracht der Gesamtsituation, der klinischen 
und radiologischen Befunde, sei eine Operation oder eine erneute MRI-Bildgebung im Bereich 
der rechten Schulter nicht zielführend. Der medizinische Endzustand sei erreicht. In Bezug auf 
die Schmerzsituation der rechten Schulter empfehle er die Anwendung eines TENS-Gerätes, 
wodurch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Verbesserung der Schmerzsituation stattfin-
den werde. 
 
Gleichentags beurteilte Dr. D.____ den Integritätsschaden. In einem entsprechenden zweiten Be-
richt vom 21. September 2017 hielt er unter Hinweis auf die gestellten Diagnosen fest, dass un-
fallbedingt dauernde, erhebliche Beschwerden vorlägen. Schätzungsgrundlage sei die Suva-Ta-
bell 1.2 (Bereich der oberen Extremitäten). Für eine bis 30° über der Horizontalen beweglichen 
Schulter resultiere daraus eine Integritätseinbusse von 10%. Aufgrund der in der kreisärztlichen 
Untersuchung festgestellten Bewegungsausmasse dürfe vorliegend dieser Wert eingesetzt wer-
den.  
 
5.2 In einem Bericht vom 12. Dezember 2017 zuhanden der IV-Stelle Basel-Landschaft hielt 
der behandelnde Arzt Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, fest, dass der Patient 
als Rechtshänder praktisch nur seinen linken Arm für geregelte Tätigkeiten einsetzen könne. Der 
Patient berichte über permanente, spitzenartige Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. Er 

 

 
 
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sei auch in alltäglichen Bewegungen durch die Schulter eingeschränkt. Der Zustand sei chronifi-
ziert.  
Mit Schreiben vom 22. Januar 2018 berichtete Dr. E.____, dass durch den Einsatz des von der 
Suva empfohlenen TENS-Gerätes keine Besserung der Schmerzproblematik eingetreten sei.  
 
5.3 Eine bildgebende Untersuchung des rechten Schultergelenks am 28. Februar 2018 
ergab die bereits bekannten kortikalen Irregularitäten mit randständiger Sklerose im Bereich des 
Tuberculum majus und minus jeweils an der Insertion der Supraspinatussehne/Infraspinatus-
sehne und Subscapularissehne, ein Hinweis auf Frakturlinien, eine regelrechte Stellung glenoral 
ohne Hinweise auf eine wesentliche Arthrose bei regelrechter Erhaltung des Gelenkspaltes, eine 
leichte AC-Gelenksarthrose sowie ein nach lateral abfallendes Akromion. Es bestünden keine 
Hinweise auf Frakturlinien oder pathologische Verkalkungen in Projektion auf den Subakromial-
raum.  
 
5.4 In seiner Stellungnahme vom 9. März 2018 stellte der Kreisarzt Dr. D.____ fest, dass 
sich der von ihm festgelegte Integritätsschaden von 10% aus der Bewegungseinschränkung der 
Schulter ergebe. Aufgrund einer Arthrose könne keine Integritätsentschädigung gewährt werden, 
da nachgewiesenermassen (Röntgen vom 28. Februar 2018) keine wesentlichen arthrotischen 
Veränderungen vorlägen. Für Schmerzzustände im Bereich der Schulter werde in den Suva-Ta-
bellen keine Integritätsentschädigung vorgesehen. Gemäss der anwendbaren Suva-Tabelle 1.2 
würde eine völlige Gebrauchsunfähigkeit der oberen Extremität zu einer Integritätseinbusse von 
50% führen. Eine vollständige Versteifung und Adduktion entspräche einem Integritätsschaden 
von 30%. Vorliegend habe sich in der Untersuchung jedoch eine insgesamt gut kompensierte 
Beweglichkeit gezeigt, weshalb seiner Auffassung nach kein höherer Integritätsschaden anzuer-
kennen sei.  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte den angefochtenen Entscheid in medizinischer Hinsicht 
vollumfänglich auf die kreisärztliche Beurteilung des Integritätsschadens von Dr. D.____ vom 
21. September 2017 und seine ergänzende Stellungnahme vom 9. März 2018. Wie in Erwägung 
4 hiervor ausgeführt, sind an die Beweiskraft von versicherungsinternen medizinischen Beurtei-
lungen strenge Anforderungen zu stellen. Bei diesen Unterlagen sind bereits bei geringen Zwei-
feln an die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergänzende (externe) Abklärungen vorzunehmen. 
Allgemein gelten auch bei versicherungsinternen medizinischen Unterlagen die in Erwägung 4.2 
genannten Kriterien an den Beweiswert. Diese sind vorliegend erfüllt: Die Beurteilung von 
Dr. D.____ ist für die streitigen Belange umfassend, er stützt sich auf eine umfassende Aktenlage, 
berücksichtigt die beklagten Beschwerden und beruht letztlich nicht unwesentlich auf der persön-
lichen kreisärztlichen Untersuchung vom 21. September 2017. In seiner Stellungnahme vom 
9. März 2018 setzt sich der Kreisarzt auch ausführlich mit der abweichenden Meinung des be-
handelnden Arztes Dr. E.____ auseinander und widerlegt dessen Schlussfolgerungen schlüssig 
und überzeugend. Insbesondere legt Dr. D.____ nachvollziehbar dar, welche Suva-Tabellen zur 
Anwendung gelangen und wendet sie korrekt an. Ferner bewegt er sich in seiner Beurteilung im 
vorgegebenen Ermessensspielraum und begründet seine Ermessensausübung nachvollziehbar. 
Nach dem Ausgeführten erfüllen die kreisärztliche Beurteilung 21. September 2017 und die er-

 

 
 
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gänzende Stellungnahme vom 9. März 2018 die beweisrechtlichen Anforderungen an versiche-
rungsinterne medizinische Unterlagen und es bestehen keine Zweifel an deren Zuverlässigkeit, 
weshalb darauf abgestellt werden kann.  
6.2 So beanstandet der Beschwerdeführer denn auch nicht die Beurteilung des Integritäts-
schadens von 10% in Bezug auf die Bewegungseinschränkung der rechten Schulter. Er bringt 
indessen vor, dass die permanenten, ausgeprägten Schmerzen in der rechten Schulter zu Un-
recht nicht berücksichtigt worden seien, und verlangt darauf gestützt eine Erhöhung der Integri-
tätsentschädigung. Dabei stellt er sich auf den Standpunkt, dass die Einschätzung des Integri-
tätsschadens bei Fehlen einer spezifischen Tabelle im Einzelfall erfolgen müsse, wobei Werte 
aus anderen Suva-Tabellen als Vergleichswerte herangezogen werden könnten. Da eine Tabelle 
für Schulterschmerzen fehle, habe die Beurteilung der Schmerzen des Beschwerdeführers vor-
liegend nach der Suva-Tabelle 7 zu erfolgen und es sei basierend auf der Schmerzfunktionsskala 
++ entsprechend dem Status nach einer Fraktur der Lenden-/Brust-/Halswirbelsäule eine Ent-
schädigung von 5 bis 10% zu gewähren. Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin auf 
den Standpunkt, dass die Suva-Tabelle 7 vorliegend nicht angewendet werden könne, denn sie 
gelte lediglich für Schmerzsituationen, welche Affektionen der Wirbelsäule, nicht aber der Schul-
ter, betreffen würden. 
 
6.3 Wie in Erwägung 3.4 hiervor ausgeführt, bemisst sich die Integritätsentschädigung nach 
dem medizinischen Befund. Subjektive Faktoren werden grundsätzlich ausser Acht gelassen, da 
die Bemessung der Integritätsentschädigung abstrakt und egalitär zu erfolgen hat (vgl. Urteile 
des Kantonsgerichts vom 4. Juli 2013, 725 12 374/153, E. 6.2 sowie vom 28. September 2005, 
725 05 115/195, E. 8c). Schmerzen werden dabei gemäss Anhang 3 der UVV einzig der Tabelle 
7 „Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen“ ausdrücklich zugrunde gelegt. Die Frage, ob 
die Tabelle 7 auch analog auf nicht aufgeführte Schmerzen – wie die vom Beschwerdeführer gel-
tend gemachten Schulterschmerzen – anzuwenden ist, ist im Gesetz nicht geregelt.  
 
6.4 Bevor die psychische Integrität in den Art. 24 Abs. 1 UVG aufgenommen wurde, setzte 
sich das Bundesgericht in BGE 124 V 29 mit der Frage auseinander, ob lediglich organisch be-
dingte Beeinträchtigungen der psychischen Integrität zu entschädigen seien. Es stellte dabei fest, 
dass sich aus dem Wortlaut des erwähnten Artikels kein entsprechender Ausschluss ableiten 
lasse. Auch aus den Materialien würden sich keine entsprechenden Anhaltspunkte dafür erge-
ben. Schliesslich spreche auch das Prinzip der abstrakten und egalitären Bemessung der Integ-
ritätsschäden nicht für einen grundsätzlichen Ausschluss der rein psychogen bedingten Beein-
trächtigungen der Integrität vom Anspruch auf Integritätsentschädigung. Das Bundesgericht kam 
sodann zum Schluss, dass psychogene Störungen ohne organisch bedingte Störungen nach Un-
fällen dann Anspruch auf eine Integritätsentschädigung geben, wenn eine eindeutige individuelle 
Langzeitprognose gestellt werden könne, welche für das ganze Leben eine Änderung durch Hei-
lung oder Besserung des Schadens praktisch ausschliesse. Diesem Entscheid entsprechend be-
stätigte das Bundesgericht in der Folge in seinem Urteil vom 26. August 2009, 8C_139/2009, die 
Bemessung der Integritätsentschädigung mittels analoger Anwendung der Tabelle 7 „Integritäts-
schaden bei Wirbelsäulenaffektionen“ für Kopfschmerzen. Im gleichen Urteil verneinte das Bun-
desgericht die Anwendbarkeit der Tabelle 8 „Integritätsschaden bei psychischen Folgen von Hirn-
verletzungen“ auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachten mittelschweren bis schweren 

 

 
 
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neuropsychologischen Funktionsstörungen und manifesten Wesensveränderungen, weil kein un-
fallbedingter organischer Gesundheitsschaden nachweisbar sei. Die Anwendbarkeit der Tabelle 
8 setze eine medizinisch gut dokumentierte Schädigung voraus. Ferner bestätigte es in seinem 
Urteil vom 25. Juni 2014, 8C_362/2014 die Bemessung der Integritätsentschädigung mittels hilfs-
weiser Anwendung der Tabelle 7 bei neuropathischen Schmerzen mit der folgenden Begründung: 
Die beim Beschwerdeführer bestehenden Einschränkungen bestünden nach den beim Unfall er-
littenen Verbrennungen/Verätzungen nicht in einer wesentlichen kosmetischen Entstellung oder 
einer Funktionsminderung, sondern in Sensibilitätsstörungen und neuropathischen Schmerzen 
im Unterschenkel. In Anbetracht der andauernden starken neuropathischen Schmerzen sei die 
Suva mangels einer die vorliegende Problematik betreffende Tabelle von Tabelle 7 ausgegangen. 
Aus dem folgenden Quervergleich mit einer Vorderfussamputation (Tabelle 4 "Integritätsschaden 
bei einfachen oder kombinierten Zehen-, Fuss- und Beinverlusten") sei bei Annahme einer 
Schmerzfunktionsstufe +++ ein Richtwert von 15 % resultiert. Da einzig die SUVA-Tabelle 7 eine 
die Schmerzen qualifizierende Skala enthalte, lasse sich deren hilfsweise Anwendung auf die 
erlittene Schädigung des Beschwerdeführers nicht beanstanden. 
 
6.5 Zusammengefasst folgt aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass nicht aufge-
führte Schmerzen ohne organisch bedingte (nachweisbare) Beeinträchtigungen zunächst eine 
erhebliche und dauernde Schädigung im Sinne von Art. 24 UVG bzw. Art. 36 UVV darstellen 
müssen, um einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu begründen. Die konkrete Be-
messung erfolgt sodann unter analoger Anwendung der Tabelle 7 „Integritätsschaden bei Wirbel-
säulenaffektionen“; eine andere Tabelle kommt hierfür nicht in Frage. Soweit die Schmerzen da-
gegen als Folge einer in den Tabellen aufgeführten Beeinträchtigung der versicherten Person 
auftreten, werden sie zusammen mit dem organischen Korrelat anhand der hierauf zutreffenden 
Tabelle berücksichtigt. Für eine additive analoge Anwendung der Suva-Tabelle 7 für Schmerzen, 
die aus einer (bereits in einer weiteren Suva-Tabelle berücksichtigten) physischen Integritätsein-
busse resultieren, besteht somit kein Raum. Dies würde denn auch dem Grundsatz der Gleich-
berechtigung und egalitären und abstrakten Bemessung zuwiderlaufen. 
 
6.6. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte andauernde und ausgeprägte Schmerz-
situation ist gemäss den medizinischen Unterlagen erstellt und wird von der Beschwerdegegnerin 
auch nicht bestritten. Dr. D.____ hat die Schulterschmerzen in seinen Berichten ausführlich ge-
würdigt und nachvollziehbar dargelegt, dass sie im Zusammenhang mit der Einschränkung der 
Schulterbeweglichkeit stehen. Zudem wird aus den medizinischen Unterlagen deutlich, dass 
keine weiteren objektiven Befunde bestehen, welche die Schmerzen auslösen könnten. Nach 
dem soeben unter E. 6.5 Ausgeführten sind die auf die Bewegungseinschränkung zurückzufüh-
renden Schulterschmerzen somit bereits in der gemäss Suva-Tabelle 1.2 festgelegten Integritäts-
entschädigung berücksichtigt. Eine zusätzliche Entschädigung der Schmerzen ist gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung nicht möglich und liefe dem Grundsatz der Gleichbehandlung 
zuwider. Daraus folgt auch, dass auf eine weitere Abklärung der Schmerzsituation in antizipierter 
Beweiswürdigung verzichtet werden kann (BGE 136 I 236 E. 5.3, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 
E. 3c in fine mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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7. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass für die Bemessung der Integritäts-
entschädigung auf die kreisärztliche Untersuchung durch Dr. D.____ abgestellt werden kann. 
Demzufolge ist zusammen mit der Beschwerdegegnerin von einer Integritätsentschädigung von 
10% für die Einschränkungen der Schulterbeweglichkeit auszugehen. Die Beschwerde ist nach 
dem Ausgeführten abzuweisen. 
 
8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Dem Prozessausgang entsprechend wird dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-
gung zugesprochen. 
  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
 
 

 
 
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