# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05422bf2-9b10-5e43-afba-49daa13f1714
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.02.2025 UV 2024/13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2024-13_2025-02-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/36

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2024/13

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2025

Entscheiddatum: 06.02.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 06.02.2025
Art. 16 ATSG; Art. 18 und 25 UVG. Eingrenzung des 
Anfechtungsgegenstands durch die ergangene Verfügung bzw. den 
ergangenen Einspracheentscheid. Einäugigkeit infolge eines Berufsunfalls. 
Prüfung und Verneinung der Adäquanz der psychischen Beschwerden und 
der nicht objektivierbaren Schmerzproblematik gemäss Psycho-Praxis. 
Überprüfung der Grundlagen zur Festsetzung der Invalidenrente: 
Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens. Bejahung der 
Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Beurteilungen 
betreffend der 100%igen medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit per 
(spätestens) 1. Juli 2023 (Rentenbeginn). Bejahung der Verwertbarkeit der 
medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit. Bejahung der 
Angemessenheit des zugesprochenen leidensbedingten Abzugs in Höhe von 
10 bzw. 15 %. Verzicht auf eine reformatio in peius und Bestätigung der 
Rentenzusprache im Umfang von 27 % bzw. 22 %. Bestätigung der 
zugesprochenen Integritätsentschädigung in Höhe von 35 %. Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Februar 2025, UV 
2024/13).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 

Abteilung III 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 6. Februar 2025 

Besetzung  Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 
Mirjam Angehrn und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin 
Beatrice Borio  

   

Geschäftsnr.   UV 2024/13 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, graf  

niedermann büchel fachanwälte, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 

9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  S c h w e i z e r i s c h e  U n f a l l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  

( S u v a ) ,  Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Versicherungsleistungen 
 
 
 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Sachverhalt 

A.   

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. Januar 2017 als Mitarbeiter (ab 2020 als 

Gruppenleiter [Suva-act. 29-2]) in der Biegerei bei der B.___ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin), tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) insbesondere gegen die Folgen 

von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als ihm am 30. Oktober 2020 im Betrieb der 

Arbeitgeberin in C.___ beim Lösen einer Krankette von einem Bund Bewehrungseisen deren Haken ins 

Gesicht schlug, wodurch sein linkes Auge verletzt, er kurzzeitig bewusstlos wurde und ins Kantonsspital 

St. Gallen (KSSG) gebracht werden musste (Suva-act. 2, 29-1, 96).  

A.b Der Versicherte wurde vom 30. Oktober bis 3. November 2020 im KSSG hospitalisiert. Noch am 

Tag der Einlieferung wurde im KSSG eine Computertomographie (CT) des Neurocraniums und 

Gesichtsschädels durchgeführt. Die Beurteilung ergab einen perforierten konfigurierten Bulbus oculi 

linksseitig bei komplexer Mittelgesichtsfraktur linksseitig und Monokelhämatom, ohne Anhalt einer 

intrakraniellen Blutungskomponente oder eines Retrobulbärhämatoms, sowie einen gestreckten Nervus 

opticus linksseitig (Suva-act. 55). Der Versicherte wurde daraufhin von Dr. med. D.___, Ärztin an der 

Augenklinik KSSG, am linken Auge operiert (Evisceratio bulbi [operative Entfernung des 

Augapfelinhalts] mit Implantation eines 22 mm sphärischen Silikonimplantates; Suva-act. 12). Aufgrund 

der linksseitigen Hüftschmerzen wurde sodann am 3. November 2020 eine radiologische Untersuchung 

des Beckens und der Hüfte links vorgenommen, wobei normale osteoartikuläre Strukturen ohne 

Nachweis einer Fraktur erhoben wurden (Suva-act. 56). 

A.c Dem Austrittsbericht des KSSG vom 4. November 2020 ist zu entnehmen, dass die Operation 

regelrecht verlaufen war und aufgrund der geringgradigen Kopfschmerzen sowie der linksseitigen 

Hüftschmerzen jeweils ein «neurochirurgisches sowie orthopädisches Konsil mit regelrechtem, 

posttraumatischem Befund ohne Frakturen bzw. neurologische Auffälligkeiten» erfolgt waren. Der 

Versicherte habe zudem den Wunsch nach einer psychiatrischen Weiterbetreuung geäussert (Suva-

act. 11-2).  

A.d Am 10. November 2020 bestätigte die Suva dem Versicherten den Anspruch auf 

Taggeldleistungen ab frühestens 2. November 2020 (Suva-act. 3). Sie erteilte ferner die 

Kostengutsprache für die Spitalbehandlung (Suva-act. 5).  

A.e Am 17. November 2020 trat der Versicherte eine ambulante psychiatrische Behandlung bei Dr. 

med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, an (Suva-act. 30). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.f Am 18. November 2020 wurde der Versicherte bei der Invalidenversicherung (IV) angemeldet 

(Suva-act. 237-1). 

A.g Am 7. Dezember 2020 fand eine Verlaufsuntersuchung im KSSG statt. Dabei zeigte sich am 

linken Auge ein zeitgerechter postoperativer Befund. Es erfolgte eine vorläufige Prothesenanpassung. 

In Bezug auf das rechte Auge habe der Versicherte angegeben, subjektiv schlechter zu sehen. Die 

untersuchenden Ärzte führten dies auf den Astigmatismus zurück und vereinbarten einen Termin bei 

ihrem Optiker (Suva-act. 21). Am 8. Dezember 2020 fand eine erneute Prothesenanpassung statt 

(Suva-act. 22). 

A.h Dr. E.___ nahm am 21. Januar 2021 Stellung zu den Fragen der IV-Stelle der 

Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (SVA). Er habe beim Versicherten eine posttraumatische 

Belastungsstörung (PTBS; ICD-10/F43.1) sowie eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10/F32.1) 

diagnostiziert. Als Ursache der PTBS gab er den Arbeitsunfall vom 30. Oktober 2020 an. Die 

Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht für alle Arbeiten zu 100 % eingeschränkt (Suva-act. 30). 

A.i Am 15. Juni 2021 fand eine Verlaufskontrolle nach endgültiger Prothesenanpassung für das linke 

Auge bei Dr. D.___ statt. Dr. D.___ stellte eine gute Kosmesis mit leicht enophthalmischem Aspekt der 

linken Seite fest. Der Versicherte habe multiple periokuläre Schmerzen und Dysästhesien angegeben, 

welche zum Teil mit den Gesichtsfrakturen in Zusammenhang stünden. Er habe ihr zudem mitgeteilt, 

dass er sich seit dem Unfall nicht imstande gesehen habe, das Haus zu verlassen. Der Versicherte und 

seine Ehefrau hätten sie nachdrücklich um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gebeten, welche sie 

vom 3. November 2020 bis 30. Juni 2021 erteilt habe. Aus ophthalmologischer Sicht sei eine 

Verlängerung dieser Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht zu rechtfertigen. Gegebenenfalls wäre eine 

psychologische Mitbetreuung bei vermuteten Anpassungsschwierigkeiten in Erwägung zu ziehen. 

Zudem habe sie den Versicherten auf eigenen Wunsch in der schmerztherapeutischen Abteilung des 

KSSG angemeldet (Suva-act. 177). 

A.j Im Rahmen der Untersuchung vom 23. Juni 2021 hielt Dr. D.___ im Untersuchungsbericht fest, 

die Glasprothese sei wiederholt zerbrochen, was zu einer Schrumpfung der Orbita mit Konsequenzen 

für die nachfolgende Prothesenanpassung geführt habe. Zur Rehabilitation sei eine individuell 

angefertigte Augenprothese notwendig. Aufgrund der besonderen anatomischen Verhältnisse der 

Orbita sei zur Versorgung eine Prothese aus Kunststoff erforderlich (Suva-act. 47). 

A.k In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 27. August 2021 schätzte Dr. med. F.___, 

Facharzt für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, den unfallbedingten augenärztlichen 

Integritätsschaden auf 35 % (Suva-act. 61). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten führte 

der Versicherungsmediziner im Wesentlichen aus, dass aus augenärztlicher Sicht alle Tätigkeiten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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geeignet und in vollem Umfang zumutbar seien, welche für Einäugige geeignet seien. Nach Eintreten 

der Einäugigkeit sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während vier Monaten als gerechtfertigt 

anzusehen. Danach könne eine Arbeitsaufnahme zu ca. 50 % während etwa sechs bis acht Monaten 

angenommen werden, anschliessend eine solche zu 80 % während 12 Monaten (Suva-act. 62). 

A.l Am 13. Oktober 2021 nahm Dr. E.___ Stellung zu den Fragen der Suva. Er hielt weiterhin an den 

Diagnosen einer PTBS sowie mittelgradigen depressiven Episode fest. Der Versicherte werde von 

seiner Ehefrau begleitet, weil er aufgrund der Sehprobleme nach wie vor Angst habe, allein zu laufen. 

Der Versicherte habe zudem gesagt, dass er sich nicht daran gewöhnt habe, mit dem linken Auge nichts 

mehr zu sehen. Es belaste ihn, dass er deswegen viele Sachen nicht mehr machen könne. So habe er 

auch Probleme, Distanzen und Höhen einzuschätzen. Er sei durch die verschiedenen Probleme relativ 

unselbständig und mache sich Sorgen um die Zukunft. Objektiv hielt Dr. E.___ fest, dass die 

Konzentration und die Aufmerksamkeit des Versicherten eingeschränkt seien und im Laufe des 

Gesprächs abnehmen würden. Die eingeschränkte Konzentration könne dazu führen, dass der 

Versicherte Fehler mache und sich selbst oder auch andere Menschen dadurch gefährde. Die 

Arbeitsfähigkeit sei aktuell aus psychiatrischer Sicht zu 100 % eingeschränkt (Suva-act. 93). 

A.m Eine Erstkonsultation im Zentrum für Integrativmedizin des KSSG fand am 4. November 2021 

statt (Suva-act. 107). Am 6. Dezember 2021 suchte der Versicherte aufgrund von zeitweisem Jucken 

und periokülarer Rötung vor allem beim linken Auge erneut die Augenklinik des KSSG auf. Die 

Untersuchung zeigte einen reizfreien Befund mit guter Kosmesis. Dr. D.___ empfahl dem Versicherten, 

sich direkt bei der Herstellerin der Prothese zu melden, um den Prothesensitz auch von dieser 

beurteilen zu lassen (Suva-act. 178). 

A.n Am 16. Dezember 2021 fand ein Assessmentgespräch mit der Eingliederungsverantwortlichen 

der SVA statt. Bezüglich medizinischer Ausgangslage hielt sie fest, dass der Versicherte aus 

somatischer Sicht adaptiert arbeitsfähig sei. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit gemäss Dr. E.___ müsse 

allerdings akzeptiert werden, weshalb von einem instabilen Gesundheitszustand des Versicherten 

auszugehen sei. Der Versicherte zeige folgende Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel, rasche 

Ermüdung, Gedankenkreisen, Unsicherheit und Angst beim Gehen und Stehen ausserhalb der 

Wohnung, depressive Stimmung, Konzentrationsschwäche. Zudem entzünde sich das Auge viel. In 

Bezug auf die berufliche Zukunft habe der Versicherte den Wunsch geäussert, wieder im bisherigen 

Betrieb zu arbeiten, wobei er nicht genau wisse, was er machen könnte (Suva-act. 237-1 ff.). 

A.o Am 26. Februar 2022 nahm der Suva-Versicherungsmediziner Dr. med. G.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, eine psychiatrische Beurteilung vor. Im Wesentlichen führte er 

Folgendes aus: In Bezug auf die PTBS sei festzuhalten, dass die zumindest vordergründig limitierend 

wirkenden Ängste beim Gehen ausser Haus wahrscheinlich nur indirekt ein posttraumatisches 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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psychisches Symptom im engeren Sinn darstellten. Diese Ängste seien aus 

versicherungspsychiatrischer Sicht insgesamt als authentisch und nachvollziehbar zu beurteilen. Der 

diesbezügliche Verlauf werde auch von somatischen Aspekten, namentlich der Entzündung des Auges 

sowie der Anpassung einer wirklich passenden Prothese, abhängen. Da der Versicherte eine 

professionelle Unterstützung wie etwa eine solche der Spitex beim Üben der selbständigen Gänge 

ausser Haus ablehne und er sich mit seiner Frau am wohlsten und sichersten fühle, bleibe nichts 

anderes übrig, als ihn in den nächsten Monaten dazu zu ermutigen und dabei zu unterstützen (Suva-

act. 125). 

A.p In der Stellungnahme vom 9. Juni 2022 des Regionalen Ärztlichen Dienstes der 

Invalidenversicherung (RAD) betreffend berufliche Massnahmen hielt Dr. med. H.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, fest, es könne anhand der vorliegenden Berichte nicht ausgeschlossen 

werden, dass der Versicherte tatsächlich als Folge des Unfalls eine PTBS entwickelt habe. Der aktuelle 

psychische Gesundheitszustand sei instabil, und aus versicherungsmedizinischer Sicht liege kein 

verwertbares Eingliederungspotential vor. Eine berufliche Integration bei der letzten Arbeitgeberin 

könnte sogar zu einer Verschlechterung der PTBS führen. Im Vordergrund stünden eindeutig 

medizinische Massnahmen. Aufgrund der mangelnden Deutschkenntnisse käme in erster Linie eine 

stationäre psychiatrische Behandlung in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen auf der Spezialstation 

für Traumafolgestörungen und transkulturelle Psychotherapie infrage, wo Patienten mit 

Migrationshintergrund behandelt würden. Die PTBS und die mittelgradige depressive Episode stufte 

der Psychiater als für die Arbeitsfähigkeit relevante psychiatrische Diagnosen ein und verneinte die 

aktuelle Arbeitsfähigkeit des Versicherten angestammt und adaptiert vollumfänglich (Suva-act. 150-4 

f.). 

A.q Dr. G.___ hielt in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 14. Juni 2022 im Wesentlichen 

Abweichungen zur Beurteilung von Dr. H.___ (Suva-act. 150) fest. Namentlich halte er eine baldige 

Einleitung eines therapeutischen Arbeitsversuchs insgesamt für zielführender als eine stationäre 

Therapie. Ursache für die Ängste des Versicherten beim Gehen im Freien sei nicht nur die PTBS, 

sondern auch die unfallbedingte Erblindung des linken Auges (Suva-act. 152-9 ff.).  

A.r Am 17. Juni 2022 besuchte der Versicherte gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinem 

Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. rer. publ. HSG M. Graf, St. Gallen, den Betrieb der Arbeitgeberin in 

C.___. Es fand eine Besprechung mit Vertretern der Arbeitgeberin und dem zuständigen 

Aussendienstmitarbeitenden der Suva statt. Dem Protokoll ist zu entnehmen, dass der Versicherte in 

der Lagerhalle Angstzustände erlitten hatte und er deshalb keinen Arbeitsversuch auf dem Areal in 

C.___ für möglich halte (Suva-act. 158). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.s Am 21. Juni 2022 suchte der Versicherte aufgrund von Beschwerden am linken Auge Dr. D.___ 

auf. Gemäss Untersuchungsbericht vom 23. Juni 2022 habe die Ehefrau in der Sprechstunde 

angegeben, der Versicherte reibe vor allem in Stresssituationen öfters am linken Auge, was dazu führe, 

dass sich die Prothese drehe und er ihre Hilfe beim Richten derselben benötige. Der Versicherte fühle 

sich, so die Ehefrau, besser mit einer Glasprothese, fürchte sich aber davor, diese gegebenenfalls 

(erneut) zu zerbrechen. Dr. D.___ erblickte im Geschilderten vor allem eine Anpassungsproblematik. 

Zudem äusserte sie sich im Untersuchungsbericht dahingehend, dass sie die Behandlung des 

Versicherten hiermit abschliessen würde, mit der Bitte um regelmässige ophthalmologische Kontrollen 

vor allem des gesunden Auges beim niedergelassenen Augenarzt (Suva-act. 164). 

A.t Mit Schreiben vom 1. Juli 2022 informierte Dr. E.___ die psychotherapeutische Klinik des 

Psychiatrischen Zentrums I.___ über den Arbeitsunfall des Versicherten sowie darüber, dass dieser seit 

dem Unfall über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule und über Kopfschmerzen im Bereich des 

gesamten Kopfes klage und er an einer PTBS und mittelgradigen depressiven Episode leide. Der 

Versicherte denke immer wieder an den Unfall, sehe Bilder davon vor sich und höre die 

dazugehörenden Geräusche. Er reagiere stark emotional, wenn er vom Unfall berichte. Es belaste den 

Versicherten, dass er wegen des Verlusts des linken Auges Vieles nicht mehr machen könne und oft 

auch auf Hilfe angewiesen sei. In Absprache mit dem Versicherten wolle er ihn daher für eine Teilnahme 

in der Tagesklinik anmelden (Suva-act. 168).  

A.u In einem Bericht vom 21. September 2022 hielt Dr. E.___ an der Diagnose einer PTBS und 

mittelgradigen depressiven Episode fest. Im Wesentlichen informierte er die Suva über die gleichen 

Problematiken, die er im Schreiben an die psychotherapeutische Klinik (Suva-act. 168; vgl. 

vorstehenden Sachverhalt A.t) dargelegt hatte. Der Versicherte mache sich zudem Sorgen um die 

Zukunft (Suva-act. 206). Im gleichentags im Verlaufsprotokoll betreffend Eingliederung des 

Versicherten vorgenommenen Eintrag beschrieb die Eingliederungsverantwortliche der SVA den 

Gesundheitszustand des Versicherten als psychisch und physisch instabil. Der Versicherte sei zu 

100 % arbeitsunfähig. In Absprache mit Rechtsanwalt Graf schlage sie vor, die Situation in drei Monaten 

erneut zu beurteilen (Suva-act. 237-7 f.).  

A.v Am 26. Oktober 2022 wurde aufgrund von Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen eine 

Magnetresonanztomographie des Schädels (CMRT) durchgeführt. Der Befund zeigte einzig geringe 

mikroangiopathische Veränderungen und war im Übrigen unauffällig (Suva-act. 257-3). 

A.w In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 28. Oktober 2022 verwies Dr. F.___ in Bezug 

auf das Belastbarkeitsprofil des Versicherten auf seine augenärztliche Beurteilung vom 27. August 2021 

(Suva-act. 61), welche nach wie vor gültig sei. Zurzeit seien keine weiteren augenärztlichen 

Behandlungen mehr geplant; eine Verbesserung des Gesundheitszustands sei nicht zu erwarten. Er 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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empfehle lebenslänglich jährliche augenärztliche Kontrollen, dies vor allem der Augenhöhle links, aber 

auch für die Vorsorge am verbliebenen rechten Auge (Suva-act. 212). 

A.x Am 31. Oktober 2022 trat der Versicherte seine Behandlung in der Psychiatrischen Tagesklinik 

J.___ an (vgl. vorstehenden Sachverhalt A.t; Suva-act. 204), welche er am 27. Januar 2023 beendete. 

Die behandelnden Ärzte kamen im Austrittsbericht vom 31. März 2023 zum Schluss, dass einige 

Faktoren der Eingliederung im Wege stünden. Dies seien vor allem ein stark ausgeprägtes 

Vermeidungsverhalten des Versicherten sowie aus traumatischem Erlebnis resultierende Flashbacks, 

welche vor allem unter Druck und durch Reizung des Auges reaktiviert würden. Der Versicherte 

benötige zunächst Stabilisierung und eine traumaspezifische Behandlung. Erst nach einer erfolgreichen 

Langzeittherapie könne das Thema Arbeitskontext aufgegriffen und die Belastbarkeit des Versicherten 

geprüft werden. Aus ihrer Sicht sei eine Arbeitsintegration über den zweiten Arbeitsmarkt eher 

realistisch, wobei jedoch niederprozentig gestartet werden müsse (Suva-act. 251). 

A.y Mit Schreiben vom 12. April 2023 informierte die Suva den Versicherten über den Fallabschluss: 

Die ärztliche Untersuchung habe ergeben, dass aus somatischer Sicht keine weitere Behandlung 

erforderlich sei. Es könne dadurch keine wesentliche Verbesserung mehr erreicht werden, weshalb sie 

die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. Juni 2023 einstelle. Für die bleibenden Folgen des 

Unfalles (somatisch) würde der Versicherte eine Invalidenrente in noch anzukündigender Höhe sowie 

eine Integritätsentschädigung von 35 % erhalten. Die Adäquanz der psychischen Beschwerden sei 

nicht Gegenstand des Abschlussschreibens (Suva-act. 234). 

A.z Im psychiatrischen Verlaufsbericht vom 16. April 2023 führte Dr. E.___ aus, der Versicherte sei 

seit dem Austritt aus der Tagesklinik noch mehr innerlich angespannt, unruhig und nervös und könne 

auch relativ rasch aggressiv und impulsiv werden. Deshalb sei die Durchführung von beruflichen 

Massnahmen aktuell nicht realistisch. Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht für alle 

Tätigkeiten weiterhin zu 100 % eingeschränkt (Suva-act. 252). 

A.aa Mit Schreiben vom 4. Mai 2023 teilte die SVA Rechtsanwalt Graf mit, das Gesuch um berufliche 

Massnahmen mangels Eingliederungsfähigkeit des Versicherten abzulehnen (Suva-act. 236). 

A.bb Mit Verfügung vom 10. Mai 2023 sprach die Suva dem Versicherten eine Invalidenrente ab 1. Juli 

2023 von 27 % und ab 1. Januar 2025 von 22 % sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis 

einer Integritätseinbusse von 35 % zu (Fr. 51'870.– basierend auf dem versicherten Verdienst von 

Fr. 148'200.–). Die psychischen Störungen, welche neben den organisch bedingten Unfallfolgen die 

Erwerbsunfähigkeit beeinflussen würden, stünden nicht in einem adäquat kausalen Zusammenhang 

mit dem erlittenen Unfall, weshalb diesbezügliche Leistungen entfielen (Suva-act. 244). 

B.   

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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B.a Am 9. Juni 2023 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Graf, Einsprache gegen 

die Verfügung vom 10. Mai 2023. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer 

Invalidenrente ab dem 1. Juli 2023 bei einer Erwerbsunfähigkeit von 100 % und eine 

Integritätsentschädigung von Fr. 148'200.– sowie die Übernahme der weiteren Heilbehandlung auch 

für die psychischen Unfallfolgen (Suva-act. 249). Der Einsprache beigelegt waren der Austrittsbericht 

der Psychiatrischen Tagesklinik vom 31. März 2023 (Suva-act. 251; vgl. vorstehenden Sachverhalt A.x) 

sowie der psychiatrische Verlaufsbericht von Dr. E.___ vom 16. April 2023 (Suva-act. 252; vgl. 

vorstehenden Sachverhalt A.z). 

B.b Am 16. Juni 2023 legte der Versicherte zusätzlich zur Einspracheergänzung (Suva-act. 256) den 

Abschlussbericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 25. Mai 2023 (Suva-act. 257) vor. Am 28. Juli 

2023 reichte der Versicherte sodann einen psychiatrischen Bericht von Dr. E.___ vom 21. Juni 2023 

(Suva-act. 269) sowie einen Verlaufseintrag der Augenklinik des KSSG vom 23. Juni 2023 (Suva-act. 

270) ein (Suva-act. 268).  

B.c Mit Schreiben vom 15. September 2023 teilte die SVA dem Versicherten mit, sie werde zur 

Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung (Allgemeine/Innere 

Medizin, Neurologie, Ophthalmologie, Psychiatrie) veranlassen (Suva-act. 274). 

B.d Mit Einspracheentscheid vom 3. Januar 2024 wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab 

(Suva-act. 278). 

C.  

C.a Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch 

Rechtsanwalt Graf, am 5. Februar 2024 Beschwerde. Er beantragte die Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 3. Januar 2024 und die Ausrichtung einer Invalidenrente bei einem 

Invaliditätsgrad von 100 % ab 1. Juli 2023 und einer Integritätsentschädigung von Fr. 148’200.– sowie 

die Übernahme der Heilungskosten für die regelmässigen Behandlungen und Kontrollen der 

Prothesenversorgung und für die psychischen Unfallfolgen. Alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer (act. G1). Zudem ersuchte der Beschwerdeführer um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G2). 

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. März 2024 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) in Bestätigung des Einspracheentscheids vom 3. Januar 2024 die Abweisung 

der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G4). 

C.c Am 18. März 2024 informierte die verfahrensleitende Richterin den Beschwerdeführer über die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G5). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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C.d Mit Schreiben vom 22. März 2024 verzichtete der Beschwerdeführer auf die Einreichung einer 

Replik (act. G7). 

C.e Mit Schreiben vom 29. Oktober 2024 wurden der Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin 

über den Beizug der IV-Akten und die Möglichkeit zur Einsichtnahme informiert (act. G11). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtete ihrerseits ausdrücklich auf Akteneinsicht (act. G12). Seitens des 

Beschwerdeführers ging innert Frist keine Rückmeldung ein. 

C.f Mit Spontaneingabe vom 4. Dezember 2024 informierte der Beschwerdeführer über einen 

Untersuch in der Augenklinik des KSSG vom 12. November 2024 und reichte den entsprechenden 

Bericht vom 13. November 2024 ein (act. G14). Dazu nahm die Beschwerdegegnerin am 20. Dezember 

2024 Stellung (act. G16).  

C.g Auf den detaillierten Inhalt der Rechtsschriften sowie der übrigen Akten wird – soweit 

entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen 

1.  

1.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu 

überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich in 

Form einer Verfügung bzw. eines Einspracheentscheids Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt 

die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren 

Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer 

Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung bzw. kein Einspracheentscheid 

ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1; Urteil des Bundesgerichts vom 24. Oktober 2022, 

8C_281/2022, E. 4.1). 

1.2 Der Beschwerdeführer verlangt, dass die Beschwerdegegnerin dazu verpflichtet werde, generell 

und lebenslänglich die Heilungs- und Behandlungskosten jeglicher augenärztlichen Kontrollen und der 

Prothesenversorgung sowie für die psychischen Unfallfolgen zu übernehmen, und zwar ohne, dass sich 

der Beschwerdeführer vorgängig bei ihr melden müsse (act. G1 Ziff. I.1, IV.36). Dagegen vertritt die 

Beschwerdegegnerin die Ansicht, auf dieses Begehren sei nicht einzutreten. Zwar habe sie in ihrem 

Abschlussschreiben vom 12. April 2023 (Suva-act. 234) die Kostenübernahme jährlicher 

augenärztlicher Kontrollen sowie der Prothesenversorgung lebenslänglich zugesichert. Allerdings 

würden diese Heilkostenleistungen in der Rentenverfügung vom 10. Mai 2023 (Suva-act. 244) gar nicht 

erwähnt, weshalb die Verfügung in diesem Punkt kein Anfechtungsgegenstand des 

Einspracheentscheids vom 3. Januar 2024 bilde und auf entsprechende Begehren im 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Einspracheverfahren nicht hätte eingetreten werden dürfen. Dasselbe gelte auch in Bezug auf das 

vorliegende Beschwerdeverfahren. 

1.3 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet – neben der Höhe der 

Integritätsentschädigung – die Höhe der Invalidenrente. Strittig und zu prüfen ist dabei, ob die 

Bemessung des Invaliditätsgrades durch die Beschwerdegegnerin rechtmässig erfolgte. Umstritten ist 

insbesondere, ob der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Arbeitsunfall vom 30. Oktober 

2020 und den anhaltenden psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers gegeben ist. Hingegen 

unumstritten ist, dass dem Beschwerdeführer somatischerseits unfallbedingte Restbeschwerden 

verblieben sind. Der an sich von der Beschwerdegegnerin anerkannte Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Kostenübernahme augenärztlicher Kontrollen sowie der Prothesenversorgung 

bildet nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids, weshalb auf den diesbezüglichen 

Beschwerdeantrag nicht einzutreten ist. Die Beschwerdegegnerin hat darüber noch keine formelle 

Verfügung erlassen, obwohl sie dies aufgrund der Erheblichkeit des Anspruchs hätte tun müssen (vgl. 

Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]). Das wird sie nachzuholen haben. Soweit der Beschwerdeführer dagegen die Übernahme 

künftiger Heilungskosten für psychische Unfallfolgen beantragt, liegt dies innerhalb des 

Streitgegenstandes, hat doch die Beschwerdegegnerin mit der Verneinung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und der geltend gemachten psychischen Beschwerden 

auch einen Anspruch auf Übernahme diesbezüglicher künftiger Heilungskosten implizit abgelehnt. Auf 

diesen Antrag ist daher einzutreten. 

2.  

2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) werden 

Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 

2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so 

hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige 

Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen, wenn allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr 

erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG; sogenannter Fallabschluss; BGE 134 V 109 E. 4.1). 

2.3 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.4 Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). 

2.5 Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). 

2.6 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt einen natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 

E. 3.1 f.). Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs wird in erster Linie mittels der Angaben 

medizinischer Fachpersonen geführt. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Rechtsanwender nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (vgl. ANDRÉ NABOLD, N 48, 59 zu Art. 6, in Marc Hürzeler/Ueli 

Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; ANDRÉ NABOLD, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum UVG, in: Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 5. Aufl. 2024, S. 56 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 

12. Mai 2021, 8C_15/2021, E. 7.3). Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da 

sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Objektivierbar sind 

Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den 

Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 

mithin erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden 

Abklärungen bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2). 

Bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden bedarf es 

hingegen einer besonderen Adäquanzbeurteilung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2012, 

8C_849/2011, E. 2). Dabei ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein 

Schädelhirntrauma erlitten hat (BGE 134 V 109). Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sogenannte «Psycho-Praxis») zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen dagegen, dass eine versicherte Person eine Beeinträchtigung, die zum typischen 

Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehört, (teilweise) erlitten hat, ist zu 

prüfen, ob diese im Vergleich zur psychischen Problematik ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies 

zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 98 E. 2a; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. Dezember 2001, U 462/00, E. 3a mit 

Hinweisen), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien (sogenannte «Schleudertrauma-Praxis»). Der 

Fallabschluss bzw. die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis 

und den organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist bei Anwendung der Psycho-Praxis 

in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden 

gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr 

erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juli 2017, 

8C_184/2017, E. 2.2). Bei der Schleudertrauma-Praxis ist der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung 

derjenige, in dem von der Fortsetzung der auf das Schleudertrauma-Beschwerdebild – dessen 

psychische und physische Komponenten nicht leicht zu differenzieren sind – gerichteten ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwarten ist (BGE 134 V 109 E. 4.3, 6.2; Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. August 2018, 8C_114/2018, E. 4). 

2.7 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 

61 lit. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im 

Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von 

ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern 

das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es 

von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6).  

2.8 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. 

ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle 

Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, 

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch Berichte und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und 

Ärztinnen einholen, können beweistauglich sein. An die Beweiswürdigung der Beurteilungen dieser 

Ärzte und Ärztinnen sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 

465 E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, 

E. 5.3). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen abschliessen. Diesfalls besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner 

medizinischer Gutachten (BGE 135 V 465 und 122 V 157). 

3.  

3.1 Vorerst ist zu prüfen, welche organisch objektivierbaren Unfallfolgen im Zeitpunkt des 

Rentenbeginns am 1. Juli 2023 noch bestanden haben (zum Rentenbeginn vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; 

vgl. vorstehende E. 2.2). 

3.2 Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer somatischerseits unfallbedingte Restbeschwerden 

in Form des Verlustes seines linken Auges verblieben sind. Zum Zeitpunkt der Einstellung der 

vorübergehenden Leistungen (30. Juni 2023; Suva-act. 234) waren die weiteren initial objektivierbaren 

Unfallfolgen (namentlich die erlittenen Frakturen und Gewebeverletzungen im Bereich des Auges) und 

die damit einhergehenden Beschwerden konsolidiert und abgeheilt gewesen (vgl. dazu Suva-act. 164). 

Erklärungen für die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung geklagten Beschwerden des 

Beschwerdeführers (vgl. dazu Suva-act. 164 [Auge] und 257-3 [Kopfschmerzen], wobei beide 

Untersuchungen vor dem Leistungseinstellungszeitpunkt ergingen) sind nicht ersichtlich. Gestützt auf 

das Gesagte leuchtet die Beurteilung von Dr. F.___ vom 17. März 2023 (Suva-act. 229) bzw. sein 

Verweis auf seine Beurteilung vom 28. Oktober 2022 (Suva-act. 212-2) ein, wonach er, bezugnehmend 

auf seine Beurteilungen vom 27. August 2021 (Suva-act. 61 f.), den augenärztlichen Zustand bereits 

damals als definitiv bezeichnet hatte. Er hielt fest, dass zurzeit keine weiteren augenärztlichen 

Behandlungen mehr geplant seien und eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht zu 

erwarten sei (vgl. auch den Untersuchungsbericht von Dr. D.___ vom 16. Juni 2021; Suva-act. 177). In 

der Beurteilung vom 28. Oktober 2022 hatte Dr. F.___ auch auf den am 23. Juni 2022 erstellten Bericht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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der Augenklinik des KSSG über die am 21. Juni 2022 stattgefundene Konsultation verwiesen, worin 

keine neuen Befunde erwähnt worden waren (Suva-act. 164). Aus dem im Beschwerdeverfahren 

eingereichten Bericht der Augenklinik des KSSG vom 13. November 2024 (act. G14.1) ergeben sich 

keine Hinweise auf eine relevante ophthalmologische Veränderung bis zum Erlass des angefochtenen 

Einspracheentscheids, der die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. BGE 

143 V 409 E. 2.1). 

3.3 Hinsichtlich der im KSSG diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit psychischen und 

somatischen Faktoren (ICD-10: F45.41) mit einem anhaltenden posttraumatischen Kopfschmerz 

(Nacken/Hinterkopf/Vertex) und schmerzbedingten Schlafstörungen (Suva-act. 107) fehlt zwar eine 

kreisärztliche neurologische Stellungnahme, doch waren objektivierbare Schäden bereits mit der CT-

Untersuchung vom 30. Oktober 2020 (Suva-act. 55) ausgeschlossen worden. Hinzuweisen ist in diesem 

Zusammenhang auch auf das MEDAS-Gutachten vom 18. März 2024, welches sich zu den 

Kopfschmerzen, dem Schwindel und den Konzentrationsschwierigkeiten wie folgt äusserte und damit 

den Ausschluss objektivierbarer neurologischer Schäden bestätigte: «Von neurologischer Seite liegen 

2 radiologische Befunde vor, die zur Interpretation der pathophysiologischen Plausibilitätsprüfung 

beitragen: Einerseits ein CT des Neurokranium und Gesichtsschädels nativ vom Unfallzeitpunkt am 

30.10.2020, wobei keine intrakranielle Pathologie festgestellt werden konnte und der N. opticus 

linksseitig einen gestreckten Verlauf zeigte. Das zerebrale MRI vom 26.10.2022 zeigte geringgradige 

mikroangiopathische Veränderungen nach Faczekas 1, frontal betont. Durch die bestehenden Befunde 

kann die Kopfschmerzsymptomatik, ebenso wie Vertigo und subjektive Beeinträchtigungen von 

Konzentration nicht erklärt werden» (SVA-act. 140-6). Weiter wurde festgehalten, dass für den 

Kopfschmerz ein morphologisches intrazerebrales Korrelat fehle (SVA-act. 140-104). 

3.4 Die im Recht liegenden ärztlichen Berichte lassen eine schlüssige Gesamtbeurteilung zu. Der 

Sachverhalt erweist sich in medizinischer Hinsicht als genügend abgeklärt, und von weiteren 

Abklärungen bzw. einer Begutachtung sind keine neuen Erkenntnisse, welche am Ergebnis dieses 

Verfahrens etwas änderten, zu erwarten. Deshalb wird darauf in antizipierter Beweiswürdigung 

verzichtet (vgl. u.a. BGE 124 V 94 E. 4b und 136 I 229 E. 5.3). Insbesondere liefert auch die durch die 

SVA veranlasste polydisziplinäre Begutachtung keine Hinweise, dass durch den Unfall verursachte 

Schädigungen unerkannt geblieben oder zu Ungunsten des Beschwerdeführers falsch beurteilt worden 

wären.  

3.5 Nach dem Gesagten liegt für die nach der Einstellung der vorübergehenden Leistungen (30. Juni 

2023) noch geklagte Schmerzsymptomatik überwiegend wahrscheinlich kein organisches Korrelat vor. 

Bezüglich des linken Auges war der medizinische Endzustand erreicht bzw. der sogenannte 

Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG vorzunehmen. Obwohl vom Beschwerdeführer auch 

schleudertraumatypische Beschwerden (Nacken- und Kopfschmerzen) beklagt werden, steht zweifellos 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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und unbestritten die psychische Problematik im Vordergrund (vgl. dazu auch das MEDAS-Gutachten 

vom 18. März 2024 [SVA-act. 140-9 und 140-104]). Daher liegt kein Schleudertraumafall vor, weshalb 

der Fallabschluss trotz psychischer Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers nicht aufzuschieben ist 

(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2016, 8C_892/2015, E. 4). Damit ist auch in Bezug 

auf die organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden der Zeitpunkt des Fallabschlusses (30. 

Juni 2023) nicht zu beanstanden.  

4.  

4.1 Hinsichtlich der organisch nicht hinreichend fassbaren Beschwerden, insbesondere der vom 

behandelnden Psychiater festgestellten psychischen Beschwerden, hat in einem nächsten Schritt eine 

Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis (vgl. vorstehende E. 2.6) zu erfolgen. Dabei kann 

praxisgemäss die Frage nach einer natürlichen Kausalität der entsprechenden Beschwerden zum 

versicherten Unfallereignis offen bleiben, wenn ein allfälliger Kausalzusammenhang ohnehin nicht 

adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre (BGE 135 V 472 E. 5.1). 

4.2 Gemäss der vorliegend anwendbaren Psycho-Praxis (vgl. vorstehende E. 2.6 und 3.5) ist ein 

adäquater Kausalzusammenhang zu bejahen, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die 

Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach 

ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und 

leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen dazwischenliegenden Bereich der 

mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und den psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne Weiteres verneint werden, weil 

aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher Unfall 

nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei 

schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen, denn 

nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle 

geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Unfällen im mittleren 

Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit 

ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. 

Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei: besonders dramatische 

Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der 

erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; 

ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf 

und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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115 V 133 E. 6 f.). Um die adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Kriterien erfüllt 

sein. Bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen genügt ein 

Kriterium. Bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn müssen drei Adäquanzkriterien, bei Unfällen im 

mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen gar vier Adäquanzkriterien erfüllt sein, sofern 

keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt, mithin eines besonders ausgeprägt ist (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5, und vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, 

E. 5 mit Hinweis; NABOLD, a.a.O., S. 65 ff.). Bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 

140 E. 6c/aa sind die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung 

miteinzubeziehen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6). Zu 

beachten ist schliesslich, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung Adäquanzkriterien nur mit 

grosser Zurückhaltung als ausgeprägt erfüllt anerkennt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 

2016, 8C_568/2015, E. 3.4). 

4.3   

4.3.1 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, der Unfall vom 30. Oktober 2020 sei aufgrund des objektiv 

erfassbaren Unfallereignisses als schwer zu qualifizieren, mindestens aber als mittelschweres Ereignis 

an der Grenze zu einem schweren Ereignis (act. G1 Ziff. IV.28 f.). Die Beschwerdegegnerin hingegen 

stufte das Unfallereignis als mittelschweren Unfall im mittleren Bereich ein (Suva-act. 278-8).  

4.3.2 Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit 

den sich dabei entwickelnden Kräften (Urteil des Bundesgerichts vom 23. März 2009, 8C_986/2008, E. 

4.2 mit Hinweisen) und nicht das Unfallerlebnis durch die versicherte Person selbst (Urteil des 

Bundesgerichts vom 5. Mai 2009, 8C_965/2008, E. 4.2). Als schwere Unfälle qualifizierte das 

Bundesgericht (bzw. das damalige EVG) etwa den Sturz von einer Leiter aus einer Höhe von vier bis 

fünf Metern auf einen Gehsteig mit verschiedenen schweren Knochenbrüchen; den Absturz eines 

Kranführers aus mindestens acht Metern Höhe mit Knochenbrüchen; oder die Frontalkollision, bei 

welcher der Mitfahrer getötet und der Fahrer schwer verletzt wurde (NABOLD, a.a.O., S. 66 mit 

Hinweisen). Als mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen anerkannte die 

höchstrichterliche Rechtsprechung etwa Amputationen an den Fingern III-V durch ein laufendes 

Fräsblatt (RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428 E. 2b/bb); als bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h auf einer 

Autobahn ein Rad des Fahrzeugs der versicherten Person abbrach, worauf es mit der Böschung 

kollidierte und sich überschlug (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2009, 8C_799/2008, E. 3.2); 

oder der Einschlag eines Blitzes in den Kopf der versicherten Person (Urteile des Bundesgerichts vom 

23. Mai 2022, 8C_58/2022, E. 4.4.1, und vom 25. November 2021, 8C_437/2021, E. 5.1.5). Als 

mittelschwere Unfälle im mittleren Bereich (sogenannte mittelschwere Unfälle im engeren Sinn) stufte 

das Bundesgericht etwa folgende Ereignisse ein: Eine etwa 15 kg schwere Reklametafel fiel der 

versicherten Person aus einer Höhe von etwa zwei Metern auf den Kopf und den Nacken (Urteil des 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Bundesgerichts vom 30. März 2010, 8C_715/2009, E. 6.2); die versicherte Person sass als Gast in 

einem Restaurant, als sich eine Deckenplatte löste und auf sie fiel (Urteil des Bundesgerichts vom 

30. Oktober 2009, 8C_488/2009, E. 5.3); die versicherte Person sass als Gast einer Geburtstagsfeier 

auf einer Bank an einer Hausfassade, als eine «Hollywoodschaukel», welche sich auf der 

darüberliegenden Dachterrasse befand, durch eine Windböe erfasst wurde und über das Geländer auf 

sie fiel (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Mai 2009, 8C_957/2008, E. 4.3.1); bei «Abspitzarbeiten» an 

einer Betondecke wurde die versicherte Person von einem herunterfallenden Gesteinsstück getroffen 

und am Kopf sowie an der linken Schulter verletzt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2007, U 

568/06, E. 3.1); die versicherte Person wurde von einer aus fünf Metern Höhe zu Boden fallenden 15.6 

kg schweren Schaltafel am Kopf getroffen (Urteil des EVG vom 21. Oktober 2003, U 282/00, E. 4.2).  

4.3.3 Eine Analyse der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei unfallbedingten Schäden an den 

Augen zeigt, dass diese grundsätzlich der Kategorie der mittelschweren Ereignisse im mittleren Bereich 

zugeordnet werden (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009, 8C_965/2008, E. 4.2: vgl. u.a. Urteile 

des EVG vom 10. August 2005, U 343/04 [Verletzung am linken Auge – Contusio bulbi mit zentralem 

Skotom – durch von der Polizei abgefeuerte Gummischrotladung mit dauerhafter Beeinträchtigung des 

Sehvermögens und des stereoskopischen Sehens], vom 9. Dezember 2003, U 10/02 [Verletzung des 

rechten Auges im Sinne einer Bulbusperforation mit Cornea- und Skleraläsion, einer 

Ciliarkörperverletzung, eines Irisprolapses und einer Subluxation der rechten Linse durch ein dagegen 

prallendes Metallstück, wodurch es zu einer starken Einschränkung des Sehvermögens auf Grund 

eines irregulären Astigmatismus kam], und vom 21. Juli 2003, U 509/00 [Verletzung des Sehnervs links 

durch Anschlagen, was zu einer partiellen Optiscusatrophie führte]). So qualifizierte das Bundesgericht 

auch in einem Fall, bei welchem der versicherten Person bei einem Streit in einer Bar ein Bierglas 

gegen den Kopf geschlagen wurde, wodurch sie am Kopf und am linken Auge Verletzungen, unter 

anderem eine Bulbusruptur, ein komplett gespaltenes Oberlid und eine Orbitabodenfraktur links, erlitt, 

den Unfall als mittelschwer im mittleren Bereich. Es erinnerte insbesondere daran, dass die 

Verletzungsfolgen bei der Beurteilung der Schwere des Unfalls nicht (mehr) miteinbezogen würden, 

sondern sich diese – wie bereits ausgeführt (vgl. vorstehende E. 4.3.2) – alleine nach dem augenfälligen 

Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimme und nicht nach den Kriterien, 

die bei der Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung fänden (Urteile des 

Bundesgerichts vom 30. Januar 2024, 8C_592/2023, E. 7.2.1 und 7.2.3, je mit Hinweisen, und vom 5. 

Mai 2009, 8C_965/2008, E. 4.2). Immerhin können die erlittenen Verletzungen aber Rückschlüsse auf 

die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestatten (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2009, 

8C_77/2009, E. 4.1.2). 

4.3.4 Den Unfall vom 30. Oktober 2020 schilderte der Beschwerdeführer anlässlich einer Besprechung 

mit dem Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin am 3. März 2021 wie folgt: «[…] Ein 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Mitarbeiter hat Bewehrungseisen falsch zugeschnitten. Ich wollte dieses Material noch 

weiterverwenden und deshalb neu machen. Ich habe mit dem Kranführer zusammen die Ketten um die 

Eisen gebunden. Ich hatte die linke Seite gebunden und der Kranführer die rechte Seite. Der Kranführer 

hat den Bund gehoben und auf dem Rollband deponiert. Ich habe die Kette gelöst. Eine Kette war 

länger als die andere. Ich habe nicht gesehen, dass ein Kettenteil in die Rollbandanlage hing. Der 

Kranführer war 2-3 m entfernt. Ich habe ihm ein Zeichen gegeben und gesagt, er könne den Kran mit 

den Ketten heben. Weder ich noch der Kranführer haben geachtet, dass sich die Kette in der Maschine 

[befand]. Beim Heben hat sich der Haken einer Kette an der Rollbandwand festgesetzt. Als ich das 

festgestellt hatte, habe ich dem Kranführer 2-3 x stopp gesagt. Es war nicht extrem lärmig in diesem 

Raum. Deshalb gehe ich davon aus, dass er mich verstanden hatte. Gleichwohl hat der Kranführer nicht 

sofort reagiert. Die Kette hat sich mit voller Wucht von der Rollbandwand gelöst und hat mich im Gesicht 

getroffen. Ich bin ohnmächtig geworden. Der Kranführer war sofort bei mir und konnte mich auffangen, 

dass ich nicht von der ca. 1 m hohen Rollganganlage hinuntergefallen bin. Ich hatte trotzdem eine 

Hüftprellung gehabt, welche aber wieder abgeheilt ist. Beim Anschlagen des Kettenteils habe ich das 

linke Auge verloren […]» (Suva-act. 29-1). 

4.4 Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, aufgrund des objektiv erfassbaren Unfallereignisses, 

insbesondere der Tatsache, dass der festgeklemmte Haken sich mit lautem Knall gelöst, direkt seine 

linke obere Gesichtshälfte getroffen und bei ihm zu einem sofortigen Visusverlust sowie Sturz geführt 

habe, sei der Unfall als schwer zu qualifizieren, kann aufgrund vergleichbarer Fälle in der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht gefolgt werden. Zweifellos ging von der Kette, die mit 

Schwung gegen das Gesicht des Beschwerdeführers schlug, eine nicht unerhebliche Krafteinwirkung 

aus, zumal der Schlag der Kette den Beschwerdeführer aus dem Gleichgewicht gebracht (vgl. dazu die 

Schilderungen in Suva-act. 249 Ziff. 8), ihn in Ohnmacht versetzt, das Auge perforiert und den 

Orbitaboden mehrfach frakturiert hat (Suva-act. 55). Dennoch ist unter Beizug der in der vorstehenden 

Erwägung 4.3.2 dargelegten Rechtsprechung des Bundesgerichts mit der Beschwerdegegnerin von 

einem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich auszugehen, da die Krafteinwirkung nicht als stärker 

zu beurteilen ist als beispielsweise beim Sturz einer Decke auf den Kopf der versicherten Person oder 

bei einer 15.6 kg schweren Schaltafel, die aus fünf Metern Höhe die versicherte Person am Kopf trifft. 

Auch der Umstand, dass das Bundesgericht Unfälle, welche Augenschädigungen nach sich ziehen, der 

Kategorie der mittelschweren Ereignisse im mittleren Bereich zuordnet (vgl. vorstehende E. 4.3.3), 

unterstützt diese Beurteilung. Ausgehend von einem mittelschweren Unfallereignis im engeren Sinn 

müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten 

Adäquanzkriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. 

Hinsichtlich der nachfolgenden Prüfung der Kriterien ist an dieser Stelle nochmals in Erinnerung zu 

rufen, dass rechtsprechungsgemäss die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht 

in die Beurteilung miteinzubeziehen sind (vgl. zum Ganzen bereits vorstehende E. 4.2).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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19/35 

4.4.1 Der Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumstände oder 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke zugrunde, dass solche Umstände geeignet 

sind, bei der betroffenen Person während des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in 

Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein 

können. Dabei sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht das, was im einzelnen Betroffenen beim 

Unfall psychisch vorgeht – sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen liesse – soll entscheidend 

sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei Betroffenen psychische Vorgänge 

der genannten Art auszulösen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2011, 8C_721/2011, E. 

5.1). Zu beachten ist zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse 

Eindrücklichkeit eigen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2019, 8C_473/2019, E. 5.2; 

BGE 148 V 301 E. 4.4.3 mit Hinweisen). An die Erfüllung des Kriteriums sind daher deutlich höhere 

Anforderungen gestellt (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2022, 8C_451_2022, E. 4.2.2 mit 

Hinweisen). Das Bundesgericht bejahte dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer 

Autobahn (Urteile des Bundesgerichts vom 22. August 2008, 8C_623/2007, E. 8.1, und vom 7. Mai 

2008, 8C_633/2007, E. 6.3); bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem 

Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kollisionen mit der 

Tunnelwand (Urteil des Bundesgerichts vom 4. September 2008, 8C_257/2008, E. 3.3.3); bei einem 

Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des 

Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten 

Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, und die Insassen des Personenwagens 

verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie aufmerksam zu machen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. Oktober 2008, 8C_508/2008, E. 5.3); bei einem Unfall mit hoher 

Geschwindigkeit auf einer Autobahn, bei dem das Fahrzeug des Versicherten bei starkem Verkehr 

mehrmals über die Fahrbahn geschleudert wurde und sich dabei wiederholt überschlug (Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Februar 2009, 8C_799/2008, E. 3.2.3); oder bei einem in der 29. Woche 

schwangeren Unfallopfer (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2008, 8C_590/2008, E. 5.3). 

Solche oder ähnliche Umstände lagen bei objektiver Betrachtung beim Ereignis vom 30. Oktober 2020 

nicht vor. Im vorliegenden Fall ist keine über das übliche Mass hinausgehende besondere 

Eindrücklichkeit des streitgegenständlichen Unfallereignisses zu erkennen, sodass das Kriterium zu 

verneinen ist. Insbesondere kann die Wucht, mit welcher sich der Haken gelöst haben soll und auf 

welche sich der Beschwerdeführer bezieht (act. G1 Ziff. IV.30), bei der Beurteilung besonderer 

Begleitumstände nicht berücksichtigt werden, da diese bereits in die Beurteilung der Schwere des 

Unfalls geflossen ist. Ähnliches gilt in Bezug auf das Argument, dass ein sofortiger Visusverlust des 

linken Auges eingetreten sei (act. G1 Ziff. IV.30), sofern damit zum Ausdruck gebracht werden soll, 

dass die Krafteinwirkung hoch war. Sofern hingegen die Verletzungsfolge gemeint ist, ist diese beim 

nachfolgenden Kriterium (vgl. nachstehende E. 4.4.2) miteinzubeziehen.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.4.2 Hinsichtlich der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihrer 

erfahrungsgemässen Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer sein linkes Auge verloren hat, was die Wahrnehmung der Umgebung und das sich 

Zurechtfinden erheblich beeinträchtigt, und er nunmehr eine Prothese trägt. Der Schlag mit dem Haken 

führte dazu, dass das Auge auslief und der flüssige Augeninhalt dem Beschwerdeführer über das 

Gesicht floss (Suva-act. 249 Ziff. 8). Der einseitige Ausfall eines paarigen Sinnesorgans, welches 

zudem noch im Gesicht und damit gut sichtbar ist, ist erfahrungsgemäss geeignet, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 

Verletzungen ist somit zu bejahen, ist jedoch unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

nicht als besonders ausgeprägt erfüllt anzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Januar 2024, 

8C_592/2023, E. 10.1 und E. 10.2).  

4.4.3 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somatischer 

Beschwerden ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind 

vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung 

des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit 

einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche 

Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer gegeben sein. Medikamentöse und manualtherapeutische 

Behandlungen sowie ärztliche Kontrolluntersuchungen können dabei nicht berücksichtigt werden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 10.1 mit Hinweis). Die Hospitalisierung 

des Beschwerdeführers vom 30. Oktober bis 3. November 2020 nach dem Unfallereignis ist nicht als 

besonders intensiv anzusehen, zumal der Beschwerdeführer nicht mehrmals operiert werden musste 

und nach der Operation ein regelrechter postoperativer Befund erhoben werden konnte (Suva-act. 11-

2). Die aufgrund der psychischen Beschwerden erforderlichen und intensiven Sitzungen des 

Beschwerdeführers dürfen nicht berücksichtigt werden. Das Kriterium ist damit nicht erfüllt. 

4.4.4 Hinsichtlich des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen ist daran zu erinnern, dass die als 

körperlich imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden bei der 

Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis nicht in die Beurteilung einzubeziehen sind (Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 4.6). Der Beschwerdeführer hat mehrmals eine 

Augenentzündung erlitten und klagt über Kopfschmerzen, Schwindel sowie 

Konzentrationsschwierigkeiten (Suva-act. 237-2, 100-1 und 29-2). Diese Beschwerden sind jedoch 

nicht organisch bedingt: Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte wiederkehrende Augenentzündung 

ist gemäss Ausführungen von Dr. D.___ auf das stressbedingte Reiben durch den Beschwerdeführer 

zurückzuführen (Suva-act. 164-3; vgl. auch Suva-act. 107-2). In Bezug auf die Kopfschmerzen und 

Konzentrationsstörungen konnten anhand der am 26. Oktober 2022 durchgeführten CMRT des 

Schädels einzig geringe mikroangiopathische Veränderungen festgestellt werden (Suva-act. 257-3; vgl. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 10.5). Dieses Kriterium ist daher nicht 

erfüllt.  

4.4.5 Hinweise auf ärztliche Fehlbehandlungen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert 

hätten, liegen nicht vor. Dieses Kriterium ist somit ebenfalls nicht erfüllt. 

4.4.6 Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen muss nicht 

kumulativ erfüllt sein. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten 

Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen 

geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.6 mit Hinweisen). Der Umstand, 

dass trotz einer Behandlung und regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit erreicht werden konnten, führt nicht zur Bejahung dieses Kriteriums (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2007, U 503/06, E. 7.6). Gemäss Ausführungen im Bericht 

vom 15. November 2021 des Schmerzzentrums für Integrativmedizin des KSSG sind die 

wiederkehrenden Augenentzündungen auf das Reiben des Auges durch den Beschwerdeführer 

zurückzuführen (Suva-act. 107-2; vgl. auch den Untersuchungsbericht von Dr. D.___ vom 23. Juni 

2022, wonach die Beschwerden ihrer Meinung nach vor allem anpassungsbedingt seien [Suva-act. 164-

2]). Die Operation an sich verlief ohne Probleme und erfolgsgerecht (Suva-act. 11-2). Zwar bestanden 

bzw. bestehen Probleme mit der Prothesenanpassung und -art, doch reicht dies in Anwendung der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht, um dieses Kriterium zu bejahen. So liess es das 

Bundesgericht auch nicht genügen, als sich der physische und psychische Gesundheitszustand der 

versicherten Person verschlechtert hatte und mehrere chirurgische Eingriffe erforderlich wurden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2009, 8C_68/2009, E. 5.4). Ebenfalls als ungenügend qualifizierte 

das Bundesgericht den Umstand, dass eine versicherte Person viele Medikamente einnehmen und 

verschiedene Therapien durchführen musste (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 

8C_252/2007, E. 7.6 mit Hinweisen). In diesem Sinne sind vorliegend keine erheblichen Komplikationen 

und kein schwieriger Heilungsverlauf ersichtlich. Auch die vom Beschwerdeführer genannten immer  

wieder auftretenden Entzündungen der Augenhöhle und das störende Gefühl der sich drehenden 

Prothese (act. G1 Ziff. IV.33) vermögen dieses Kriterium nicht zu erfüllen.  

4.4.7 Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bezieht sich 

nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (Urteil des Bundesgerichts vom 10. 

Mai 2019, 8C_632/2018, E. 10.5 mit Hinweisen). Das Bundesgericht sah dieses Kriterium etwa erfüllt 

bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen während fast drei Jahren (Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. Juni 2009, 8C_116/2009, E. 4.6). Vorliegend ist gemäss der 

versicherungsmedizinischen Beurteilung von Dr. F.___ vom 27. August 2021 nach Eintreten der 

Einäugigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während vier Monaten als gerechtfertigt anzusehen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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22/35 

Danach könne eine Arbeitsaufnahme zu ca. 50 % während etwa sechs bis acht Monaten und 

anschliessend eine solche zu 80 % während zwölf Monaten angenommen werden (Suva-act. 62-2). Dr. 

D.___ hielt ihrerseits im Untersuchungsbericht vom 17. September 2021 fest, dass sich eine 

Arbeitsunfähigkeit aus ophthalmologischer Sicht nach dem 30. Juni 2021, und damit per 1. Juli 2021, 

nicht mehr rechtfertigen liesse (Suva-act. 83-2). Weder die Dauer noch der Grad der physisch bedingten 

Arbeitsunfähigkeit sind vorliegend mit den in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zitierten Fällen 

vergleichbar stark ausgeprägt, weshalb auch dieses Kriterium nicht erfüllt ist. 

4.4.8 Zusammengefasst ist (lediglich) ein Adäquanzkriterium erfüllt, jedoch nicht in besonders 

ausgeprägter Weise. Der Ansicht des Beschwerdeführers, dass mindestens vier Adäquanzkriterien 

(besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder 

besondere Art der erlittenen Verletzungen; physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit; schwieriger 

Heilverlauf bzw. erhebliche Komplikationen) erfüllt seien (act. G1 Ziff. IV.34), kann aus den dargelegten 

Gründen nicht gefolgt werden. Mangels Erfüllens genügender Adäquanzkriterien ist somit der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 30. Oktober 2020 und den organisch nicht 

(hinlänglich) erklärbaren bzw. psychischen Beschwerden zu verneinen. Bei Verneinung eines 

adäquaten Kausalzusammenhangs kann – wie erwähnt – praxisgemäss die Frage nach einer 

natürlichen Kausalität der entsprechenden Beschwerden zum versicherten Unfallereignis offenbleiben 

(BGE 135 V 465 E. 5.1), da keine Leistungspflicht besteht. Die Verneinung der Adäquanz des Unfalls 

für den psychischen Gesundheitsschaden erfolgte damit im Einklang mit der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung und ist folglich rechtmässig. Die psychischen Beschwerden sowie die nicht 

objektivierbare Schmerzproblematik sind daher bei der Anspruchsprüfung nicht zu berücksichtigen, 

weshalb auch kein Anspruch auf die Übernahme künftiger psychiatrischer Behandlungen besteht.  

5.   

Vorliegend unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Hingegen 

sind sich die Parteien über die zumutbare (Rest-)Arbeitsfähigkeit uneinig, welche bei der Ermittlung des 

Invalideneinkommens eine zentrale Rolle spielt und damit auch über den Invaliditätsgrad entscheidet. 

Zu berücksichtigen ist, dass der Invaliditätsgrad beim Verlust des einen paarigen Organs infolge eines 

versicherten Unfalles ohne Berücksichtigung des Risikos des Verlustes des andern Organs bestimmt 

wird (Art. 29 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Nachfolgend ist 

zuerst das Valideneinkommen zu bestimmen (vgl. nachstehende E. 6). Für das Invalideneinkommen 

sind vorerst die medizinisch-theoretische (Rest-)Arbeitsfähigkeit zu eruieren (vgl. nachstehende E. 7) 

und deren Verwertbarkeit zu prüfen (vgl. nachstehende E. 8). Nach Berücksichtigung eines allfälligen 

leidensbedingten Abzugs (vgl. nachstehende E. 9) lässt sich anhand des so bestimmten 

Invalideneinkommens schliesslich der Invaliditätsgrad (vgl. nachstehende E. 11) berechnen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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23/35 

6.  

6.1 Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer 

beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der Regel am zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der 

unfallbedingten ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten, nötigenfalls der Teuerung und 

der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn anzuknüpfen, da es empirischer Erfahrung 

entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; 

Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1). Ist ein konkreter Lohn 

nicht eruierbar, war die versicherte Person zur Zeit des Unfalls arbeitslos oder hätte sie ihre bisherige 

Stelle auch ohne den Unfall in der Zeit bis zum Rentenbeginn verloren, können die Zahlen der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) herangezogen 

werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2017, 8C_382/2017, E. 2.3.1).   

6.2 Der Beschwerdeführer kam 1998 in die Schweiz und gelangte damals per 11. Mai 1998 über 

seinen Bruder zur Arbeitgeberin (Suva-act. 29-2, 237-3). In der Biegerei arbeitete er seit dem 1. Januar 

2017. Bis zum Unfall bestanden 80 % seiner Arbeiten im Schneiden von Bewehrungseisen an der 

Schildmaschine. Die restlichen 20 % umfassten die Arbeit an der Doppelbiegemaschine. Bis kurz vor 

dem Unfall war er als Gruppenleiter tätig (Suva-act. 29-2). Den Akten sind keine Hinweise zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Validenfall nicht mehr bei derselben Arbeitgeberin 

beschäftigt gewesen wäre. Insbesondere pflegte der Beschwerdeführer ein gutes Verhältnis zu seinem 

Vorgesetzten (Suva-act. 237-3). Das Valideneinkommen ist daher basierend auf dem vor Beginn der 

unfallbedingten ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit erzielten Verdienst zu bestimmen. Da der 

frühestmögliche Rentenbeginn im Juli 2023 liegt, sind im Folgenden die Einkommenszahlen des Jahres 

2023 zu berücksichtigen. Für das Jahr 2023 hätte das Einkommen gemäss Auskunft der Arbeitgeberin 

Fr. 77'400.– (= 13 x Fr. 5'800.– + Bonus in Höhe von Fr. 2'000.–) betragen (Suva-act. 219-3, 220-1). 

Das massgebliche Valideneinkommen beläuft sich daher auf Fr. 77'400.–. 

7.  

7.1 Um das Invalideneinkommen berechnen zu können, muss zuerst unter Berücksichtigung der 

unfallkausalen somatischen Beschwerden die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

angepassten Tätigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Allfällige 

psychisch bedingte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit sind nach dem Gesagten nicht zu 

berücksichtigen. In seiner angestammten Tätigkeit als Mitarbeiter der Biegerei ist der Beschwerdeführer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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unbestritten und aktenmässig ausgewiesen als zu 100 % arbeitsunfähig zu erachten (vgl. Suva-act. 

212-2 mit Verweis auf Suva-act. 62, Suva-act. 237-1; SVA-act. 140-7 f., 183-1). 

7.2 Die Beschwerdegegnerin geht für adaptierte Tätigkeiten von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers mit voller Leistung aus (Suva-act. 244-2). Für diese Beurteilung stützte sie sich 

auf den ophthalmologischen Bericht des Versicherungsmediziners Dr. F.___ vom 27. August 2021 

(Suva-act. 62), bestätigt mit Beurteilung vom 28. Oktober 2022 (Suva-act. 212). Dr. F.___ äusserte sich 

folgendermassen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers: «Der Versicherte ist durch den Unfall 

einäugig geworden. Somit sind aus augenärztlicher Sicht alle Tätigkeiten geeignet und in vollem 

Umfang zumutbar, welche für Einäugige geeignet sind. […] Nicht mehr zumutbar sind Tätigkeiten, 

welche Stereosehen erfordern. Arbeiten an Maschinen mit ungeschützten rotierenden Teilen, ebenso 

Arbeiten auf unebenem Gelände oder an einem Fliessband sind nicht geeignet. Es dürfen keine LKWs 

und schweren Baumaschinen geführt werden. Bei allen Arbeiten, welche zu einer Absplitterung eines 

Fremdkörpers führen können, ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Arbeiten mit einem Hammer auf 

metallische Teile. Letztlich gilt dies für jegliche Tätigkeiten mit Verletzungsgefahr für die Augen. Hierbei 

muss konsequent eine Schutzbrille getragen werden. Alle Tätigkeiten, bei welchen räumliche 

Gegebenheiten beurteilt werden müssen, sind zwar im Prinzip möglich, es braucht aber dazu mehr Zeit. 

Dies trifft vor allem für Tätigkeiten in der Nähe zu, aber auch für die Abschätzung entfernterer Objekte. 

Aus diesen Gründen sind feinmechanische Tätigkeiten für den Versicherten nicht mehr geeignet bzw. 

es besteht dabei eine Leistungseinbusse von 20 %. Tätigkeiten auf Gerüsten sind nicht mehr zumutbar. 

Aufstieg auf Leitern darf nur bis Schulterhöhe, etwa 1.5 m, stattfinden. Für alle Tätigkeiten, welche für 

Einäugige geeignet sind und für solche, welche kein Stereosehen erfordern, ist aus ophthalmologischer 

Sicht eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit voller Leistung zumutbar. Falls eine neue Arbeit erlernt 

werden muss, ist eine Leistungseinbusse möglich. Diese beträgt in der Regel 10-20 %, terminiert auf 

1-2 Jahre. […] Die mit dem Arbeitgeber diskutierte Tätigkeit als Kranführer muss aus augenärztlicher 

Sicht als ungeeignet bezeichnet werden, da diese Tätigkeit volle Fähigkeit des guten Einschätzens von 

Distanzen voraussetzt» (Suva-act. 62). Nach Eintreten der Einäugigkeit sei eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit während vier Monaten als gerechtfertigt anzusehen, danach könne eine 

Arbeitsaufnahme zu ca. 50 % während etwa sechs bis acht Monaten, und anschliessend zu 80 % 

während zwölf Monaten erfolgen. Demzufolge sei der Beschwerdeführer aus ophthalmologischer Sicht 

bereits per November 2022 zu 100 % arbeitsfähig gewesen, wobei ein leidensbedingter Abzug von 10 

bis 20 %, terminiert auf ein bis zwei Jahre, vorzunehmen sei (Suva-act. 62). 

7.3 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung der 

Restarbeitsfähigkeit zahlreiche Umstände nicht miteinbezogen habe. Dabei bezieht er sich auf folgende 

Faktoren: schnelle Ermüdung aufgrund der Einäugigkeit, Leistungseinschränkungen aufgrund der 

Kopfschmerzen und des Schwindels, Arbeitsunterbrüche und -ausfälle aufgrund der sich drehenden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Prothese, Benachteiligung insbesondere bei der Arbeitsverrichtung aufgrund mangelnder 

Deutschkenntnisse, keine verwertbare Ausbildung, keine Computerkenntnisse, eingeschränkte 

Flexibilität bei der Umstellung auf neue Tätigkeiten aufgrund langjähriger Anstellung bei der gleichen 

Arbeitgeberin in der gleichen Tätigkeit, Arbeitsunterbruch seit dem Unfall sowie schliesslich 

eingeschränkte Möglichkeiten beruflicher Tätigkeiten aufgrund des Verlustes des Stereosehens. Die 

Beschwerdegegnerin habe einzig berücksichtigt, dass beim Beschwerdeführer für das Erlernen einer 

neuen Arbeit eine Leistungseinbusse bestehe und diesen Aspekt mit einem leidensbedingten Abzug 

abgegolten (act. G1 Ziff. IV.37).  

7.4 Das von Dr. F.___ erstellte Zumutbarkeitsprofil erscheint schlüssig und nachvollziehbar. Dieses 

Profil deckt sich auch mit den ophthalmologischen Ausführungen von Dr. med. univ. K.___, Fachärztin 

für Ophthalmologie, im MEDAS-Gutachten, wonach aus rein ophthalmologischer Sicht bei Betroffenen 

mit einäugigem Sehen eine berufliche Tätigkeit nur in Berufen verwehrt sei, in welchen ein echtes 

stereoskopisches Sehen gefordert werde, was beim Jobprofil des Versicherten auf etwa 10 % der 

Stellen allenfalls in Teilen zutreffe. Bei einer angepassten Tätigkeit und gegebenenfalls Umschulung 

sei langfristig aus augenärztlicher Sicht eine Vollzeitbeschäftigung möglich. Davon abweichende 

ärztliche Einschätzungen liegen nicht vor. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass das MEDAS-Gutachten 

auch Ausführungen zu den vom Beschwerdeführer angeführten, jedoch neurologisch nicht 

objektivierbaren Kopfschmerzen enthält (vgl. vorstehende E. 3.3 und 3.5). Gemäss Dr. med. univ. 

L.___, Facharzt für Neurologie, seien die Kopfschmerzen als chronifizierte Spannungskopfschmerzen 

einzustufen. Durch diese selbst bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, da sie durch 

symptomatische, analgetische Therapie sowie lokale physikalische Massnahmen wie Massagen gut 

behandelbar seien. Aus neurologischer Sicht lägen einzig Defizite der Fähigkeiten zum Stereosehen 

vor. Die Sachverständigen kamen schliesslich in ihrer polydisziplinären Begutachtung zum Schluss, 

dass der Beschwerdeführer zu 100 % leistungsfähig sei und eine angepasste Tätigkeit spätestens 

sechs Monate nach dem Unfall hätte aufgenommen werden können (SVA-act. 140-8 f.). Damit stehen 

die Ausführungen von Dr. F.___ im Einklang mit den gutachterlichen polydisziplinären Ausführungen. 

Diese ärztlichen Beurteilungen erscheinen nachvollziehbar, schlüssig und mit den medizinischen Akten 

vereinbar. Es ist demnach von einer 100%igen medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit per 

(spätestens) 1. Juli 2023 auszugehen. Auf die Vorbringen in Bezug auf den leidensbedingten Abzug 

wird separat eingegangenen (vgl. nachstehende E. 10).  

8.   

Als Nächstes ist die Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers zu prüfen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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26/35 

8.1 Massgeblich für die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter 

Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen 

Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder 

verringerten Chancen gesundheitlich beeinträchtigter Personen ab, tatsächlich eine zumutbare und 

geeignete Arbeitsstelle zu finden. Das Abstellen auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss Art. 16 

ATSG dient auch dazu, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Als theoretische Grösse ist er durch ein gewisses 

Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet und weist einen 

Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. An der 

Massgeblichkeit dieses ausgeglichenen Arbeitsmarkts vermag gemäss Bundesgericht auch der 

Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich 

ist, auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. August 2011, 8C_237/2011, E. 2.3). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst 

auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 

vom 19. Mai 2022, 8C_55/2022, E. 4.3). Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, 

wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 

vorneherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 

17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren 

Restarbeitsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente begründet (Urteil des EVG vom 21. August 2006, I 831/05, E. 4.1.1 mit Hinweisen). 

8.2 Zur Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit stellt das Bundesgericht im Einzelfall auf 

verschiedene Kriterien ab, die sich in den letzten Jahrzehnten in der Praxis herausgebildet haben. Zu 

diesen Kriterien gehören unter anderem das (fortgeschrittene) Alter, die arbeitsmarktrechtliche 

Desintegration, gesundheitliche Einschränkungen, Arbeitsabsenzen oder die vergebliche Stellensuche. 

Bei diesen Kriterien handelt es sich um die gleichen, die – sofern die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit angenommen wird – auch zur Beurteilung der Angemessenheit eines allfälligen 

Tabellenlohnabzugs Anwendung finden (PHILIPP EGLI/MARTINA FILIPPO/THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E. 

MEIER, Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung, 2021, S. 40 ff., abrufbar 

unter <https://eizpublishing.ch/wp-content/uploads/2021/04/Grundprobleme-der-Invalidi-

taetsbemessung-in-der-Invalidenversicherung-V1_02-20210427-digital.pdf>).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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27/35 

8.3  

8.3.1 Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt, als die medizinische Zumutbarkeit feststand (vgl. dazu 

BGE 138 V 457 E. 3.3), in seinem __. Lebensjahr und medizinisch-theoretisch zu 100 % arbeitsfähig. 

Damit fehlten bis zur ordentlichen Pensionierung noch __ Jahre. Das Bundesgericht geht bei unter 60-

jährigen Versicherten in der Regel von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aus. Das Finden 

einer Arbeitsstelle auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei in solchen Fällen nicht 

verunmöglicht (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 7, vom 

11. Januar 2018, 9C_621/2017, E. 2.4, und vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.2; Urteile des EVG 

vom 15. Dezember 2004, I 496/04, E. 2.4, und vom 20. Juli 2004, I 39/04, E. 2.4). Gemäss 

bundesgerichtlicher Praxis bildet damit die Verneinung der Verwertbarkeit bei unter 60-Jährigen die 

absolute Ausnahme und sie kommt nur vor, wenn derart qualifizierende Begleitumstände hinzutreten, 

die auch für sich alleine betrachtet die Verwertbarkeit bereits als höchst zweifelhaft erscheinen lassen 

(EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/ MEIER, a.a.O., S. 61). Im zu beurteilenden Fall sind keine Gründe ersichtlich, 

die es erlauben würden, von dieser Praxis abzuweichen.  

8.3.2 Eine arbeitsmarktrechtliche Desintegration liegt – unter Beizug der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung – beim Beschwerdeführer ebenfalls nicht vor. Kürzere Absenzen vom Arbeitsmarkt 

veranlassten das Bundesgericht nicht, von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen 

(vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2019, 9C_574/2019, E. 2.4 [fünfeinhalb Jahre], 

und vom 11. Juli 2016, 8C_293/2016, E. 4.2 [drei Jahre]).  

8.3.3 Bei der Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit anhand des Kriteriums der 

gesundheitlichen Einschränkung ist nicht die konkrete gesundheitliche Einschränkung an sich 

entscheidend, sondern es ist auf die Auswirkungen, welche diese auf dem Arbeitsmarkt zeitigt, 

abzustellen (EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/MEIER, a.a.O., S. 65 f.). Das Bundesgericht tendiert in seiner 

Rechtsprechung dazu, die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit trotz gesundheitlicher 

Einschränkungen mit dem Hinweis zu bejahen, dass den versicherten Personen sogenannte leichte 

Arbeiten und Hilfstätigkeiten nach wie vor zumutbar seien (Urteile des EVG vom 15. März 2006, U 

471/05, E. 4.2.2, und vom 10. August 2005, U 343/04, E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 27. 

November 2011, 8C_321/2018, E. 5.2 f., vom 29. August 2014, 8C_415/2014, E. 4.1, und vom 14. Mai 

2020, 8C_95/2020, E. 5.2.3). Es geht dabei davon aus, dass leichte Arbeiten und Hilfstätigkeiten keine 

besonderen Sprachkenntnisse, keine nennenswerte Einarbeitungszeit, keine Ausbildung, keine 

besonderen Fertigkeiten, insbesondere keine feinmotorischen Fähigkeiten und auch keine 

intellektuellen Fähigkeiten, erfordern würden (EGLI/FILIPPO/ GÄCHTER/MEIER, a.a.O., S. 77). In zeitlicher 

sowie leistungsmässiger Hinsicht besteht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers (vgl. vorstehende E. 7.4; vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 13. Februar 2013, 

8C_12/2013, E. 3.2, und vom 28. Dezember 2007, 8C_489/2007, E. 4.1, in denen selbst ein auf 25 % 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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beschränktes Pensum verwertbar ist). In Bezug auf das dargelegte Zumutbarkeitsprofil (vgl. 

vorstehende E. 7.2) ist zwar von einer Einschränkung für eine berufliche Tätigkeit auszugehen, doch 

ist diese nicht so restriktiv, dass eine Verwertbarkeit ausgeschlossen wäre. Die vom 

versicherungsmedizinischen Dienst angegebenen Einschränkungen sind nicht grundsätzlicher, 

sondern punktueller Natur. Trotz des Verlustes des Stereosehens (Einäugigkeit) kann der 

Beschwerdeführer weiterhin seine Arbeitskraft voll einsetzen. Dabei ist insbesondere an die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu erinnern, gemäss welcher nach der auf medizinischer 

Erkenntnis beruhenden Praxis Einäugigkeit nur selten die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt, da auch der 

Einäugige nach einer gewissen Anpassungszeit räumlich zu sehen vermöge und in vielen beruflichen 

Tätigkeiten Binokularsehen nicht zwingend erforderlich sei (Urteile des Bundesgerichts vom 4. 

November 2014, 8C_508/2014, E. 3.3, und vom 26. Oktober 2011, 8C_474/2011, E. 7.2).  

8.3.4  In Bezug auf Arbeitsabsenzen hat das Bundesgericht verschiedentlich festgehalten, dass 

häufige Arbeitsabsenzen einen vermehrten organisatorischen Aufwand verlangen und zusätzliche 

personelle Ressourcen bedingen würden, da ein Arbeitsplatz in vielen Arbeitsbereichen nicht unbesetzt 

bleiben könne. Auch habe die Anstellung eines krankheitsbedingt häufig ausfallenden 

Arbeitnehmenden eine vermehrte Beanspruchung der Taggeldversicherung des Arbeitgebers zur 

Folge, was vor allem bei kleineren Unternehmen zu einem spürbaren Anstieg der 

Versicherungsprämien führen könne (Urteile des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 

9C_485/2014, E. 3.3.3.1 und 3.3.4, vom 13. März 2014, 9C_734/2013, E. 3.2 f., und vom 23. Oktober 

2015, 9C_412/2015, E. 3). Der Beschwerdeführer argumentiert, dass aufgrund der Prothese mit 

vermehrten Arbeitsabsenzen zu rechnen sei. Dies sind jedoch Befürchtungen, die vorliegend nicht in 

den medizinischen Beurteilungen und Gutachten ausgewiesen sind. Solche Einwände sind gemäss 

Rechtsprechung zu pauschal (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 6. Januar 2020, 9C_797/2019, E. 4, 

vom 16. Oktober 2019, 9C_574/2019, E. 2.4, und vom 19. August 2015, 8C_330/2015, E. 3.2). Sie 

werden vorliegend vom Beschwerdeführer nur als denkbares, aber nicht überwiegend wahrscheinliches 

Erschwernis vorgebracht, was einer Verwertbarkeit nicht entgegensteht. 

8.3.5 Gemäss Bundesgericht können bei der Beurteilung der Verwertbarkeit der verbliebenen 

Restarbeitsfähigkeit auf dem aus medizinisch-theoretischer Sicht grundsätzlich in Betracht fallenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Umständen auch erfolglose Bemühungen um eine Anstellung trotz 

fachlicher Unterstützung, insbesondere durch die Invalidenversicherung im Rahmen von 

Arbeitsvermittlung, von Bedeutung sein (Urteile des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2015, 

9C_412/2015, E. 4.2.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2007, I 56/07, E. 

3.2.1, und vom 20. März 2013, 9C_941/2012, E. 4.1.2). Solche erfolglosen Bemühungen um eine 

Anstellung trotz fachlicher Unterstützung sind vorliegend, mit Ausnahme des kurzen Arbeitsversuchs 

im Juni 2022 (Suva-act. 158), nicht ersichtlich. Wie aus dem Schreiben der SVA vom 4. Mai 2023 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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hervorgeht, wurde das Gesuch um berufliche Massnahmen sodann nur deshalb abgewiesen, weil es 

an der (subjektiven) Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers mangelte (Suva-act. 236-1). 

8.3.6 Gestützt auf diese Ausführungen ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer das ihm attestierte 

Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten könnte. Mit Blick auf die zitierte 

bundesgerichtliche Rechtsprechung kann vorliegend demnach nicht von einer Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen werden. Nachfolgend ist daher – basierend 

auf einer Restarbeitsfähigkeit von 100 % in einer ideal adaptierten Tätigkeit – das Invalideneinkommen 

zu ermitteln. 

9.   

9.1 Der Beschwerdeführer geht seit dem Unfall keiner Erwerbstätigkeit mehr nach (vgl. act. G2.1 Ziff. 

3), weshalb die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des Invalideneinkommens zu Recht die LSE-

Tabellenlöhne herangezogen hat (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.2). Wird im Rahmen der 

Invaliditätsbemessung auf Tabellenlöhne abgestellt, so sind die aktuellsten statistischen Daten 

beizuziehen. Gemeint sind damit die im Verfügungszeitpunkt bzw. Zeitpunkt des Erlasses des 

Einspracheentscheids bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten 

Daten (vgl. BGE 150 V 67 E. 4.2). Die Tabelle «Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, 

Kompetenzniveau und Geschlecht - Privater Sektor [TA1_skill-level] 2022» wurde vom BFS erst am 29. 

Mai 2024 veröffentlicht, und damit nach Erlass des Einspracheentscheids. Abzustellen ist daher auf die 

LSE 2020. 

9.2 Die Beschwerdegegnerin ist gestützt auf die LSE 2020 von einem monatlichen Einkommen von 

Fr. 5'261.– (inkl. 13. Monatslohn; Tabelle TA1, ganze Schweiz, privater Sektor, Kompetenzniveau 1, 40 

Arbeitsstunden), einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden die Woche sowie von einer 

Nominallohnerhöhung bei Männern von -0.7 % im Jahr 2021, 1.1 % im Jahr 2022 und 1.8 % im Jahr 

2023 ausgegangen. Sie kam so auf ein Jahreseinkommen von Fr. 67'262.60 (= [Fr. 5'261.– x 12 

Monate] / [40 h x 41.7 h] – 0.7 % + 1.1 % + 1.8 %; Suva-act. 278-13 f.). 

9.3 Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer seit 1998 bei der gleichen Arbeitgeberin tätig war und 

über keine abgeschlossene Ausbildung verfügt (Suva-act. 29-2), wird dadurch Rechnung getragen, 

dass zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten 

körperlicher oder handwerklicher Art) abzustellen ist. 

9.4 Der Totalwert für alle Wirtschaftszweige gemäss LSE 2020, TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, 

beträgt Fr. 5'261.– monatlich (inkl. 13. Monatslohn). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9.5 Da der LSE-Wert auf einer Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche basiert, ist er auf die 

betriebsübliche Arbeitszeit in Stunden pro Woche aufzurechnen. Gemäss der Statistik über die 

«Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen (NOGA 2008), in Stunden pro Woche» betrug 

die betriebsübliche Arbeitszeit für das Total aller Wirtschaftszweige in den Jahren 2021, 2022 und 2023 

41.7 Stunden (<https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/ home/statistiken/arbeit-

erwerb/erhebungen/bua.html>, zuletzt abgerufen am 14. Januar 2025). Demnach ergibt sich nach 

Aufrechnung ein Einkommen von Fr. 5'484.60 monatlich (Fr. 5'261.– / [40 h x 41.7 h]). 

9.6 Zudem ist eine Anpassung an die Nominallohnentwicklung zwischen 2020 und 2021 (-0.7 % bei 

den Männern [vgl. BFS, Tabelle T1.1.20, Total, abrufbar unter <www.bfs.admin.ch>]) vorzunehmen. 

Demnach ergibt sich ein statistisches Einkommen von Fr. 5'446.20 monatlich (Fr. 5'484.60 x 0.993) 

bzw. Fr. 65'354.50 jährlich (x 12). Im Jahr 2022 sind die Nominallöhne der Männer gegenüber dem 

Vorjahr um 1.1 % gestiegen (vgl. BFS, Tabelle T1.1.20, Total). Demnach ergibt sich ein statistisches 

Einkommen von Fr. 5'506.10 monatlich (Fr. 5'446.20 x 1.011) bzw. Fr. 66'073.30 jährlich (x 12). Im Jahr 

2023 sind die Nominallöhne der Männer gegenüber dem Vorjahr um 1.7 % gestiegen (vgl. BFS, 

Tabelle T1.1.20, Total), was im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids bereits bekannt war 

(vgl. Medienmitteilung des BFS vom 25. April 2024, abrufbar unter <www.bfs.admin.ch>). Die 

Beschwerdegegnerin ging fälschlicherweise von 1.8 % aus. Demnach ergibt sich ein statistisches 

Einkommen von Fr. 5'599.70 monatlich (Fr. 5'506.10 x 1.017) bzw. Fr. 67'196.45 jährlich (x 12).  

10.  

Zu prüfen bleibt, ob von diesem Tabellenlohn ein höherer Abzug als die von der Beschwerdegegnerin 

für die Dauer von 18 Monaten (1. Juli 2023 bis 31. Dezember 2024) gewährten 15 % bzw. von 10 % ab 

dem 1. Januar 2025 (Suva-act. 244-3) vorzunehmen ist.  

10.1 Mit dem Tabellenlohnabzug (leidensbedingten Abzug) soll der Tatsache Rechnung getragen 

werden, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, 

Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

erwerblichem Erfolg verwerten kann. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat 

quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der 

Abzug darf 25 % nicht übersteigen (vgl. anstelle vieler Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2018, 

8C_58/2018, E. 3.1.1 mit Hinweisen). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 

medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 

Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweis).  

10.2 Das Bundesgericht führte in seiner jüngsten Rechtsprechung mehrfach aus, dass der Medianlohn 

der LSE teilweise auch von Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung erzielt werde (vgl. anstelle 

vieler Urteil des Bundesgerichts vom 5. August 2022, 8C_104/2022, E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 148 V 

174). Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist jedoch zu berücksichtigen, dass Menschen mit 

Behinderungen gegebenenfalls aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch bei 

Hilfsarbeitertätigkeiten auf tiefstem Kompetenzniveau gewisse Arbeiten nicht ausführen können und 

dass das Lohnniveau auch bei ihnen zumutbaren Tätigkeiten tiefer ist als bei gesunden Personen, was 

nach Ansicht des Parlaments im Rahmen der bisherigen Rechtslage bzw. Rechtsprechungspraxis zur 

Ermittlung des Invalideneinkommens nicht genügend berücksichtigt wurde (Motion der Kommission für 

soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates [20.3377], «Invaliditätskonforme Tabellenlöhne 

bei der Berechnung des IV-Grads», der National- und Ständerat zugestimmt haben). Diesem Umstand 

ist mithin im Bereich der Unfallversicherung im Rahmen der individuellen Prüfung des leidensbedingten 

Abzugs, dem als Korrekturinstrument bei der Festsetzung eines möglichst konkreten 

Invalideneinkommens laut Bundesgericht überragende Bedeutung zukommt (BGE 148 V 174 E. 9.2.2 

und E. 9.2.3; vgl. auch die Urteile des Bundesgerichts vom 30. Juni 2023, 9C_555/2022, E. 4.1, und 

vom 12. Januar 2023, 8C_623/2022, E. 5.2.1), unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des 

Einzelfalls ebenfalls ausreichend Rechnung zu tragen. 

10.3 Die Beschwerdegegnerin begründet den von ihr vorgenommenen Tabellenlohnabzug von 15 % 

für die Dauer von 18 Monaten damit, dass der Versicherungsmediziner für den Fall, dass der 

Beschwerdeführer eine neue Arbeit erlernen müsse, mit einer Leistungseinbusse von 10 bis 20 %, 

terminiert auf ein bis zwei Jahre, rechne (Suva-act. 244-2 f.). Unter Berücksichtigung der gesamten 

persönlichen Umstände des vorliegenden Einzelfalles rechtfertige sich hingegen ab dem 1. Januar 2025 

ein leidensbedingter Abzug von 10 %. Ein Stellenwechsel sei dem Beschwerdeführer zumutbar, und 

die mangelhaften Kenntnisse der deutschen Sprache sowie fehlende Berufserfahrung oder das 

Bildungsniveau seien bereits durch das Kompetenzniveau 1 abgegolten (Suva-act. 278-14; act. G4 Ziff. 

5.10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete sodann auf einen zusätzlichen, vom Beschwerdeführer 

bereits in der Einsprache geltend gemachten Teilzeitabzug, da der Beschwerdeführer in einer 

leidensangepassten Tätigkeit vollzeitig arbeitsfähig sei (Suva-act. 278-14).  

10.4 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Beschwerdegegnerin bei der Festlegung des 

leidensbedingten Abzugs zahlreiche Umstände nicht berücksichtigt habe. Dabei nimmt er Bezug auf 

die gleichen Faktoren, auf die er auch seine Vorbringen zur Ermittlung der Restarbeitsfähigkeit gestützt 

hat (act. G1 Ziff. IV.37; vgl. vorstehende E. 7.3). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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10.5 Aufgrund des im vorliegenden Fall definierten Anforderungsprofils für eine optimal angepasste 

Tätigkeit (vgl. vorstehende E. 7.2) steht fest, dass der Beschwerdeführer im Kompetenzniveau 1 keine 

Tätigkeiten wird ausführen dürfen, welche das Stereosehen erfordern. Distanzen sowie der Schutz des 

verbleibenden Auges sind hoch zu gewichten. Eine Vielzahl von Tätigkeiten, welche im Bereich der 

Hilfsarbeiten vergleichsweise hoch entlöhnt werden, fällt somit für den Beschwerdeführer von 

vornherein ausser Betracht. Es ist daher damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer im vorliegenden 

Fall seine Arbeitsfähigkeit auch in einer ihm zumutbaren Tätigkeit nicht mit demselben ökonomischen 

Erfolg verwerten kann wie eine gesunde Person, weshalb er überwiegend wahrscheinlich mit einer 

Lohneinbusse im Vergleich zum Tabellenlohn (Medianwert) rechnen muss. Im Hinblick auf 

unfallbedingte gesundheitliche Einschränkungen erachtete das damalige EVG einen 

Tabellenlohnabzug als begründet, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Der 

Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 umfasst jedoch gerade eine Vielzahl von einfachen Tätigkeiten, 

und es ist davon auszugehen, dass dem Anforderungsprofil entsprechende Verweisungstätigkeiten auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt angeboten werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. 

August 2018, 8C_736/2017, E. 4.2). Damit sind auch die fehlende Ausbildung und die mangelnden 

Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers (vgl. Suva-act. 50-2, 154-4, 237-3) bereits abgegolten. 

Unter Berücksichtigung der genannten Einschränkungen und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

erscheint vorliegend mit Blick auf die gesamten Umstände und dem grossen Ermessensspielraum, 

welcher gemäss Bunde