# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2775a9d-3c80-5ba8-a30b-101c41454b53
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-31
**Language:** de
**Title:** polydisziplinäres Medas-Gutachten, Leidensabzug Ermessenssache, Abweisung
**Docket/Reference:** IV.2013.01187
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.01187.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.01187
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
31. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X.___
, welcher in seiner Heimat
Y.___
als Grund
schullehrer tätig war, arbeitete seit April 2006 bei der
Z.___
als Vorarbeiter (Gipser im Trockenbau)
bei einem 100
%-Pensum, bis ihm per Ende April 200
9
wegen Auftragsrückgang im
Gipserbereich
durch den Arbeit
geber gekündigt wurde (Urk. 7/17 und Urk. 7/23).
Am 6. April 2011 (Eingangs
datum) meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug
(Massnahmen für die berufliche Eingliederung)
an (Urk. 7/17). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen (Urk. 7/23-25, Urk. 7/27-28, Urk. 7/37
)
. Am 21. Oktober 2011 teilte die IV-Stelle
X.___
mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/47). Daraufhin klärte die IV
Stelle die medizinischen Verhältnisse
weiter
ab (Urk. 7/51 und Urk. 7/56). Mit Vorbescheid vom 30. März 2012 kündigte die IV
Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 15 % an (
Urk.
7/70). Dagegen erhob
X.___
am 10. Mai 2012 Einwand (Urk. 7/76, samt Beilagen: Urk. 7/79
-81
).
Vom 22.
bis
27. Mai 2012 war der B
eschwerdeführer
in der
A.___
hospitalisiert, wo er am 23. Mai 2012 operiert wurde (Urk. 7/79).
In der Folge holte die IV-Stelle b
e
i Dr. med.
B.___
, FMH Rheumatologie/Innere Manuelle Medizin SAMM, Ultraschall SGUM, von der
A.___
den Arztbericht vom 17. Januar 2013 ein (Urk. 7/84) und liess d
en
Versicherte
n
durch das
C.___
(
Medas
-Stelle) begutachten (
C.___
-
Gutachte
n vom 30. Juli 2013, Urk. 7/97), nachdem der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. März 2013 von der Möglichkeit Gebrauch
gemacht hatte
, Ergänzungsfragen zu stellen (Urk. 7/89).
Mit Eingabe vom 23. September 2013 nahm d
er Beschwerdeführer
unter Beilage einer
Kritik
des Gutachtens durch
Dr.
B.___
Stellung zum
C.___
-Gutachten
vom 30. Juli 2013
(Urk. 7/102-103), wo
zu
sich die
Medas
-Stelle am 8. Oktober 2013
äusserte
(Urk. 7/105).
Mit Verfügung vom 20. November 2013 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch von
X.___
(Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am 30. Dezember 2013 Besch
werde und bean
tragte, es sei ihm
unter Aufhebung der Verfügung vom 20. November 2013 eine Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei die Sache zu ergänzenden Abklärun
gen und zum Neuentscheid zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädi
gungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin
. Zudem stellte
er
den
Ver
fahrensantrag
, auf Kosten der Beschwerdegegnerin eine medizinische
Oberbe
gutachtung
durch das Gericht zu veranlassen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 5. Februar 2014 auf Abweisung der
Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ih
rer Akten,
Urk. 7/1-110), was de
m Beschwerdeführer
am 6. Februar 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Am 13. Februar 2015 reichte d
er Beschwerdeführer
den Verlaufsbericht der
A.___
vom 10. Februar 2015 ein (Urk. 9 mit Beilagen
,
Urk. 10/1-2).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird - soweit erfor
derlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Verneinung des Rentenanspruchs gestützt auf das interdisziplinäre
Medas
-Gutachten der
C.___
vom 30. Juli 2013 (Urk. 7/97) im Wesentlichen damit, dass dem Beschwerdeführer die bishe
rige Tätigkeit als Gipser zwar nicht mehr möglich sei, ihm hingegen eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit ohne Arbeiten mit Gewichtsbelastung, keine
Über
kopfarbeiten
oder Tätigkeiten mit stark geneigter oder verdrehter Kopf
haltung, kein Hämmern
,
wie zum Beispiel Kontrollarbeiten, Qualitäts
kontrolle, einfache administrative Tätigkeiten oder interne Hauspost zu 100 % zumutbar sei.
Die Invaliditätsbemessung
ergebe einen Invaliditätsgrad von 15 % (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, auf das
interdisziplinäre
Medas
-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da es in erster Linie nur eine Beurteilung für den Zeitpunkt der Untersuchung vorgenommen und die vergan
gene Zeit (ab Herbst 2010) nur summarisch beleuchtet habe. Zudem sei das Gutachten
nur ungenügend
, da es
objektive Befunde kaum gewichtet
und mehrere wichtige Befunde gar nicht erhoben habe
. Da das Gutachten gesamt
haft betrachtet nicht nachvollziehba
r sei, dräng
e sich eine gerichtlich veran
lasste medizinische Oberbegutachtung auf Kosten der Beschwerdegegnerin auf. Überdies sei das zugrunde gelegte
Valideneinkommen
gestützt auf die
Lohn
strukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) als Hilfsarbeiter zu tief angesiedelt. Und beim Invalideneinkommen würde sich ein Leidensabzug rechtfertigen, da er die frühere, sehr schwere körperliche Tätigkeit als Gipser nicht mehr ausüben könne.
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
D.___
, Neurologie FMH,
hielt in seinem Bericht vom 15.
Dezember 2010 (
Urk.
7/25/4-5) zuhanden
Dr.
med.
E.___
, FMH Orthopädische Chirurgie, im Rahmen einer Gesamtbeurteilung fest, dass
es keine Hinweise gäbe, dass die Schmerzen neurogenen Ursprungs sein
könnten, ins
besondere liege kein Karpaltunnelsyndrom (CTS) rechts und keine
Radikulopa
thie
, speziell C7 vor. Zudem sei er überzeugt, dass einiges überlagert sei, da der Beschwerdeführer entlassen
worden
und die Situation schwierig sei. Eine Elektroneurographie
habe ergeben
, dass die Parameter des
Nervus
medianus
im Normbereich lägen
,
und die
Elektromyographie
habe
keine pathologischen Spontanpotentiale
gezeigt
.
3.2
Dr.
E.___
reichte der Beschwerdegegnerin am 28. Januar 2011 (Eingangs
da
tum) seine Arztberichte zuhanden
Dr.
med.
F.___
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom
6
. Dezember 2010 (Urk. 7/24/6) und vom 2
8
. Januar 2011 (Urk. 7/24/5) ein. Darin diagnostizierte er eine
chronifizierte
Zerviko-Bra
chialgie
rechts bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen C6/
C7 mit
fora
minalen
Stenosen C6/C
7 rechts mehr als links und nannte als Nebendiagnose eine
Hemikranie
rechts.
Im Weiteren verwies er auf d
ie neurologische Abklä
rung bei
Prof.
D.___
(vgl.
Erw
. 3.1).
Aufgrund der neurologischen Abklärung und der Gesamtsituation des Beschwer
de
führers bestehe keine Indikation zu einem operativen Vorgehen. Er empfehle physiotherapeutische Massnahmen und allenfalls eine
Infiltrations
therapie
. Als Gipser bleibe der Beschwerdeführer vorerst noch für gut einen Monat arbeitsunfähig geschrieben. Die Arbeitsfähigkeit solle weiter durch Dr.
F.___
beurteilt werden.
3.3
Dr.
F.___
hielt in seinem Bericht vom 15. April 2011 (Urk. 7/25/2-3) an die
Kran
ken
taggeldversicherung
AXA Winterthur Versicherungen AG
sowie im Bericht vom 27. April 2011 (Urk. 7/27/5-7) zuhanden der Beschwerdegegnerin
als Diagnose
n
eine
chronifizierte
Zerviko-Brachialgie
rechts bei degenerativen Veränderungen C6/C7 mit
foraminalen
Stenosen C6/C7 rechts mehr als links und eine übersegmentale Schmerzausbreitung fest. Die vom Beschwerdeführer geklagten Schulter-Nacken-Armschmerzen rechts, ein subjektives Gefühl der Kraftlosigkeit rechts sowie Kopfschmerzen seien für die anhaltend
e A
rbeitsun
fähigkeit verantwortlich. Seit dem 8. November 201
0
sei er als Gipser zu 100 % arbeitsunfähig. In einer
behinderungsangepassten Tätigkeit (keine
Gewichtsbe
lastung
, kein Überkopfarbeiten, kein Hämmern) sei sogar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit möglich. Der Beschwerdefüh
rer habe in seiner Heimat
Y.___
als Lehrer gearbeitet, weshalb er eventuell mit einer Umschulung in einem Arbeitsbereich ohne
manuelle
Tätigkeit voll arbeitsfähig wäre.
3.4
Der MRI-Bericht der
G.___
vom 10. November 2011 (Urk. 7/51/1)
nannte
deutliche degenerative Veränderungen auf Höhe HWK 6/7 mit
osteophytären
Randausziehungen der
Hinterkanten
und axial Einengung der
Neuroforamen
beidseits, rechts ausgeprägter als links durch
ossäre
Verän
derungen, wobei eine Irritation der Wurzel C7
rechts
möglich sei.
3.
5
Im Verlaufsbericht vom 31. Januar 2012 (Urk. 7/56) hielt
Dr.
H.___
zuhanden der Beschwerdegegnerin fest, dass er aufgrund der fortgeschrittenen
Osteo
chondrose
C6/7 eine ventrale
intercorporelle
Spondylodese
C6/7 als nachhal
tigste Massnahme zur Behandlung der Schmerzsituation empfehle, was sich der Beschwerdeführer zu überlegen habe. Seit diesem letzten Konsilium am 10. November 2011 habe keine Besprechung mehr stattgefunden.
3.6
Mit Ärztlichen Zeugnissen vom 26. Mai 2012 (Urk. 7/79/2) und vom 7. Juni 2012 (Urk. 7/79/1) attestierte
Dr.
H.___
dem Beschwerdeführer vom 22. Mai bis 5. Juli 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer war auf
grund der am 23. Mai 2012 durchgeführten
intercorporellen
Spondylodese
C6/C7 vom 22. bis 27. Mai 2012 in der
A.___
hospitalisiert.
3.7
Dr.
med.
I.___
, Neurologie FMH, hielt in seinem Bericht vom 22. November 2012 (Eingangsdatum, Urk. 7/80) als Diagnose eine chronische
Zervikobrachialgie
rechts seit 2000 mit sensiblem Ausfallsyndrom betont C6 und C7 rechts bei einem Status nach ventraler
intracorporeller
Spondylodese
C6/C7 im Mai 2012 fest. Die Anamnese und klinischen Untersuchungsbefunde
seien
etwas suggestiv für ein Karpaltunnelsyndrom (CTS) rechts aufgrund der umschriebenen Hypästhesie. Zudem
fänden sich
radikulär
im Neurostatus keine eindeutigen Befunde. Die Neurographie ergebe einen normalen Befund im Kar
paltunnel. Aufgrund des eindeutigen Sensibilitätsausfalls
rechts spreche die vollständig normale sensible Neurographie für eine
präganglionäre
/
radikuläre
Schädigung. Motorisch seien einzig im
Musculus
Triceps
brachii
Hinweise auf eine alte, chronisch-
axonale
Schädigung nachweisbar gewesen. In der Quint
essenz sei von einer alten
radikulären
Symptomatik vorwiegend in C7 rechts auszugehen, welche jetzt hauptsächlich die sensiblen Anteile betreffe.
3.
8
Dr.
med.
H.___
, Allgemeine Medizin FMH, Homöopathie
SVHA, Manuelle Medizin SAMM, Osteopathie
d.o.m
.,
beantwortete am 8. Dezember 2012 (Urk. 7/51/2-3)
einen Frage
katalog und führte darin folgende Diagnosen auf: sensible
radikuläre
Reiz- und Ausfallsymptomatik C6 und C7 rechts bei fortgeschrittener
Osteochondrose
C4
/C7 und C5/C6 und chronischer linksseitiger
Cervikalgie
.
In der angestammten Tätigkeit als Gipser bestehe keine Arbeitsfä
higkeit. Aufgrund der
radikulären
Problematik sei auch in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit möglich. Die chirurgische Indika
tion bleibe bestehen. Bezüglich der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit sei die Prognose ungünstig.
Der Eingriff befreie die
eingeklemmten Nerven und behandle somit die zu Grunde liegende Schmerzproblematik mit
der Wahr
scheinlichkeit einer erneuten Erwerbstätigkeit.
3.9
Dr.
B.___
legte seinem Bericht vom 17. Januar 2013 (Urk. 7/84/4) zuhanden der Beschwerdegegnerin den Bericht vom 6. Dezember 2012 (Urk. 7/84/5-6) zuhanden der Krankentaggeldversicherung bei, worin
folgendene
Diagnose gestellt wurde:
-
Chronische
Radikulopathie
C7 rechts seit 2000
-
persistierendes sensibles Ausfallsyndrom
-
wahrscheinlich schmerzbedingte motorische Schwäche
-
Status nach ventraler
intercorporeller
Spondylodese
C6/7
(im
Mai
2012
)
-
sekundär
myofasziales
Schmerzsyndrom nach
cranial
bei
multiplen
Triggerpunkten
im
Musculus
Sternocleidomastideus
-
sekundäre
Scapuladysfunktion
rechts
Als Gipser könne der Beschwerdeführer nicht mehr arbeiten, da häufig
Überkopf
arbeiten
nötig seien. Die Extension der HWS sei aufgrund der
Struk
turschädigungen
nicht mehr möglich. Auch andere Überkopfarbeiten seien Tabu. Eine
theoretische Restarbeitsfähigkeit von 50 % in einem angepassten leichten Beruf wäre denkbar
, wobei eine Umschulung zu thematisieren sei.
3.10
Das
Medas
-
Gutachten der
C.___
vom 30.
Juli 2013 (
Urk. 7/97) nannte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Chronifiziertes
zervikospondylogenes
bis
zervikoradikuläres
Schmerzsyndrom rechts mit/bei:
-
fortgeschrittener
Osteochondrose
C6/C7 mit
neuroforaminaler
Ein
engung und möglicher Kompression der Wurzel C7 rechts
-
Status
nach
intercorporeller
Spondylodese
C6/C7 am 23. Mai
2012
-
aktuell rein sensorischer Ausfallsymptomatik
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeigen sich folgende Diagnosen:
2.
Intermittierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
Osteochondrose
des
lumbosacralen
Segments
-
ohne neuralgische Ausfallsymptomatik
3.
Gonalgien
rechts bei
Insertionstendinopathie
am
Pes
anserinus
rechts
4.
Chronische Gastritis unter PPI-Therapie
5.
Mögliche Migräne ohne Aura
6.
Kongenitale familiäre intermittierende
Hyperbilirubinanämie
(Mo
r
bus
Gilbert-
Meulengracht
)
Aktuell
klage der B
eschwerdeführer nach wie vor über dauerhafte
Schmerzen im Nackenbereich, welche rechtsbetont in den Hinterkopf ausstrahlten und von dort bis hinter das rechte Auge. Verbunden mit diesen streng rechtsseitigen
Hemikranien
verspüre er auch ein Ameisenlaufen in der gesamten rechten Gesichtshälfte. Ferner strahlten die Nackenschmerzen über die laterale rechte Halspartie bis in die Schulter und von dort in den ganzen rechten Arm bis in die Hand aus. Damit verbunden sei ein ausgeprägtes Taubheitsgefühl im Bereich der ersten drei Finger der rechten Hand, die sich so anfühlten
, als ob sie ihm nicht mehr gehören würden. Bei der Belastung des rechten Armes, zum Beispiel beim Tragen
schwerer Gegenstände oder bei A
rbeiten über Kopf, nähmen die Schmerzen zu. Wenn er den Arm auch zu lange ausgestreckt halte, komme es zu Blockaden im Ellbogengelenk. Ansonsten sei die Beweglichkeit
des Nackens
und Armes eigentlich normal. Er habe einfach viel weniger Kraft in der rechten Hand und könne auch nicht längere Zeit seine
n
Kopf nach hinten gebeugt hal
ten, weil er dann einen zunehmenden Schmerz im Nacken verspüre. Vor allem abends seien die Schmerzen sehr stark. Nachts führten die Beschwerden zu Schlafstörungen, indem der Beschwerdeführer schmerzbedingt immer wieder erwache und nach e
iner neuen Körperposition suche.
Zwar gehe er immer wieder in die Physiotherapie, wo er Massagen im Nackenbereich erhalte, die allerdings nicht viel an seinen Beschwerden änderten. Seit längerem habe er auch belastungsabhängige Kreuzschmerzen, die allerdings nur sporadisch auf
träten und ihn im Alltag nicht so stark störten. Seit zwei Monaten verspüre er auch belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenks auf der medialen Seite, dies vor allem beim Bergaufgehen und beim Treppensteigen. Abklärungen diesbezüglich hätten noch nicht stattgefunden. Als weiteres Prob
lem nenne er seine chronische Gastritis und seine Leberprobleme, weshalb er täglich Tabletten einnehmen müsse. Arbeiten würde er eigentlich gerne, wobei er sich die bisherige Tätigkeit als Gipser nicht mehr zumute. Auch sei er sich nicht ganz sicher, was er sonst machen könne.
Die im Rahmen der aktuellen interdisziplinären Begutachtung durchgeführte allgemein-internistische Untersuchung ergebe das Bild eines 55-jährigen,
alters
entsprechend
aussehenden,
normosomen
Beschwerdeführers in gute
m
A
llge
meinzustand
. Der internistische Status sei völlig unauffällig ohne Nachweis einer kardiopulmonalen oder abdominellen Pathologie. Das EKG zeige einen unauffälligen Erregungsablauf und die Lungenfunktionsprüfung zeige normale statische und dynamische Atemvolumina, so
dass von einer uneingeschränkten kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit ausgegangen werden könne. Abgesehen von erhöhten
Bilirubinwerten
im Labor, welche in Zusammenhang mit seiner Grunderkrankung (Morbus Gilbert-
Meulengracht
) stünden, seien die Laborwerte allesamt unauffällig. Weder die
Hyperbilirubinwerte
noch die angegeben Magenbeschwerden seien arbeitsrelevant. Aus internistischer Sicht sei der Beschwerdeführer sowohl für die bisherige als auch für alle entsprechenden Verweistätigkeiten als zu 100 % arbeitsfähig einzustufen.
Bei der rheumatologischen Untersuchung seien vom Beschwerdeführer Schmer
zen im Schulter-/Nacken-/Armbereich rechts mit Hyposensibilität der gesamten rechten Ges
i
chtshälfte, der rechten oberen
T
horaxapertur
sowie der Finger I bis
III rechts angegeben worden. Die Prüfung der rohen Kraft zeige keine Defizite, das Reflexbild an den oberen und unteren
Extremitäten sei prompt und seiten
gleich. Zwar könnten die Sensibilitätsstörungen in den Fingern I bis III der Etage C6/C7 zugeordnet werden, die Hyposensibilität
im rechten Gesicht und im rechten Oberarm inklusive
Thoraxapertur
müssten als Symptomausweitung
angesehen werden und seien nicht
dermatombezogen
. Die Wirbelsäule sei gesamthaft gut und schmerzlos beweglich. Die Untersuchung der stammnahen und peripheren Gelenke zeige keinerlei pathologischen Befunde ausser der
Ansatztendinose
des
Pes
anserinus
rechts. Sowohl diese als auch die gelegentli
chen Kreuzschmerzen beim Tragen schwerer Lasten bei bekannter
Osteochond
rose
lumbosacral
seien in keiner Art und Weise limitierend. Demzufolge sei dem Beschwerdeführer rheumatologisch gesehen eine Arbeit als Gipser nicht mehr zumutbar. In einer dem Leiden angepassten Verweistätigkeit ohne
Zwangshal
tung
, insbesondere ohne
Reklinationsarbeiten
mit dem Kopf und auch ohne Überkopf-Arbeiten in Wechselposition und nicht Tragen schwere
r Lasten über 10 Kilogramm seien
dem Beschwerdeführer voll zumutbar.
Bei der neurologischen Unte
r
suchung müsse von einem
residuellen
, leichten C7
Syndrom ausgegangen werden, insbesondere i
n
Anbetra
c
ht des e
lektromyo
graphischen Befundes mit beschriebenen chronisch-neurogenen Veränderungen
des
Musculus
Triceps
bra
ch
i
i
, auc
h wenn im aktuellen klinischen
Untersu
chungb
efund
die Armschwäche rechts eher als diffuse Minderinnervation mit Beteiligung von
Biceps
und
Triceps
denn als eine
radikulär
bedingte Parese gesehen werden müsse und die Sensibilitätsminderung im rechten Arm diffus und nicht der Beschreibung nach auf das
Dermatom
C7 zurückzuführen sei. Eine
höhergradige
radikuläre
Schädigung der Wurzel C7 sei bei seitengleich erhaltenem
Triceps
-Reflex und kräftiger Fingerstreckung unwahrscheinlich.
Auch der Neurologe
Dr.
I.___
beschreibe in seinem Bericht vom 26. Oktober 2012 keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Ausfallssymptomatik und gehe von einer alten
radikulären
Symptomatik vorwiegend C7 aus. Prof.
D.___
, ebenfalls Facharzt für Neurologie, habe keinen Hinweis, dass die Schmerzen neurogenen Ursprungs sein könnten, gesehen. Der
Kopfschmerzbe
schreibung
des Versicherten zufolge könnte trotz auf Nachfrage angegebener Korrelation der Nackenschmerzen mit dem Kopfschmerz zumindest die Kopf
schmerzen-maximale Intensität mit hammerartig klopfenden Empfindungen und Zunahme bei jeglicher körperlicher Aktivität sowie der Erford
er
nis, sich in einen dunklen Raum zurückzuziehen, als Hinweis auf eine Migräne ohne Aura gedeutet werden.
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen
Exploration
habe
der Beschwerde
führer keinerlei Leidensdruck
gezeigt
, die Schmerzen stünden nicht im
Hauptfo
kus
seiner Aufmerksamkeit, ein schwerer quälender Schmerz sei nicht objekti
vierbar. Auch gäbe es keine Hinweise für einen emotionalen Konflikt oder eine psychosoziale Belastungssituation, die schwer genug wäre, um als entscheiden
der ursächlicher Faktor zu gelten. Auch eine Einschränkung des Alltags auf
grund der Schmerzen könne nicht objektiviert werden.
Es
komme auch während
des Gespräches zu keinen spontanen Schmerzäusserungen und zu keinen schmerzbedingten Positionsveränderungen. Eine Bewegungseinschränkung der rechten oberen Extremität lasse sich auch während des
Untersuchungsgesprä
ches
nicht beobachten. Somit könne mit überwiegender W
a
hrscheinlichkeit eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung ausgeschlossen werden. Auch ansonsten gebe es keine Hinweise für eine psychische Störung und der Beschwerdeführer selbst bezeichne sich als psychisch gesund. Es zeige sich keine depressive Symptomatik, der Beschwerdeführer könne Freude empfinden, er zeige Interessen, es liege kein sozialer Rückzug vor. Es seien keine kognitiven oder
mnestischen
Defizite objektivierbar,
wobei auch der Beschwerdeführer
subjektiv nicht über solche Defizite berichte. Die affektive
Schwingungsfähig
keit
sei nicht eingeschränkt gewesen, affektiv sei der Beschwerdeführer spürbar. Im Affekt wirkte der Beschwerdeführer nicht deprimiert und auch Ängste seien vom Beschwerdeführer verneint worden.
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht aufgrund seiner chro
nischen
Cervikobrachialgien
auf dem Boden einer degenerativ veränderten Halswirbelsäule als Gipser nicht mehr einsetzbar. Die mit diesem Beruf einher
gehende Notwendigkeit repetitiver Arbeiten über Kopfhöhe in
R
eklinationsstel
lung
der HWS sei
dem
Beschwerdeführer aufgrund der o
bjektivierbaren Verän
derungen im
Cervikalbereich
nicht mehr zumutbar. Eine
behinderungsange
passte
, leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne
Zwangshal
tungen
der HWS, insbesondere ohne
Reklinationsarbeiten
mit dem Kopf und auch ohne Überkopf-Arbeiten beziehungsweise ohne Tragen schwerer Lasten über 10 Kilogramm sei dem Beschwerdeführer vollschichtig, das heisst zu 100 %, zumutbar. Eine zusätzliche
internistisch, neurologisch oder psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht ausgewiesen.
Retrospektiv könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen wer
den, dass der Beschwerdeführer spätestens seit April 2009 (2. Abklärung in der
J.___
mit Nachweis einer fortgeschrittenen
Osteochondrose
C6/C7 mit
foraminaler
Einengung sowie einer beginne
nden
Osteochondrose
C5/C
6) in seinem ursprünglichen Beruf als Gipser nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei. Bisher seien sich alle involvierten Fachärzte
einig
gewesen, dass der Beschwer
deführer aufgrund seiner HWS-Problematik für eine
Gipserarbeit
nicht mehr eingesetzt werden könne, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ohne Gewichtsbelastung und ohne Kopfbelastung aber zu 100 % arbeitsfähig sei.
Nur
der Rheumatologe
Dr.
B.___
, der in seinem Bericht vom 6. Dezember 2012 ebenfalls eine chronische
Radikulopathie
C7 rechts mit einem
persistierenden, vorwiegend sensiblen Ausfallsyndrom mi
t
einer wahrscheinlich nur
schmerzbedingten motorischen Schwäche sowie ein sekundäres
myofasziales
Schmerzsyn
drom
mit mul
t
iplen
Triggerpunkten
in der
paracervikalen
Musku
latur diagnosti
zierte, sei der Meinung gewesen, dass der Beschwerde
führer in einer
behinde
rungsangepassten
, leichteren Tätigkeit höchstens eine theoretische
Restarbeits
fähigkeit
vo
n
50 % aufweisen würde. Diese Einschätzung sei
versicherungsme
dizinisch
nicht nachvollziehbar
, zumal aktuell keine
höhergradige
radikuläre
Wurzelschädigung mit motorischen Ausfällen vorliege.
Ein
myofasziales
Syn
drom sei zudem einer adäquaten Behandlung zugänglich und nicht als irrever
sibel zu betrachten. Auch bestünden keine sonstigen, insbesondere psychischen
Komorbiditäten
, welche über die Ein
haltung ent
sprechender Schonkriterien hin
aus eine quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit legitimieren könnten.
Demnach
sei
der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gipser seit 2009 nicht mehr einsetzbar. Für diesen Beruf bestehe eine dauer
hafte, 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer dem körperlichen Leiden optimal angepassten, körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren, wechselbe
lastenden Verweistätigkeit ohne Zwangshaltungen der HWS, insbesondere ohne
Reklinationsarbeiten
mit dem Kopf und auch ohne Überkopf-Arbeiten beziehungsweise ohne Tragen schwerer Lasten über 10 Kilogramm ist der Beschwerdeführer aus interdisziplinärer Sicht uneingeschränkt, das heisst zu 100 %, arbeitsfähig.
Aus interdisziplinärer Sicht sei zudem nicht anzunehmen, dass die aktuell gutachterlich fes
tgestellte Rest-
Arbeitsfähigkeit durch medizi
nische Massnahmen verbessert oder gesteigert werden könne. Berufliche
Wiedereingliederungsmassnahmen
seien dagegen aus
versicherungsmediz
i
ni
scher
Sicht durchaus indiziert
und sollten
sich im Sinne einer Arbeitsver
mittlung
in eine dem Leiden angepasste Tätigkeit richten.
3.11
Dr.
B.___
nahm mit Eingabe vom 23. September 2013 (Urk. 7/103) wie folgt Stellung zum
C.___
-Gutachten vom 3
0.
Juli 2013 (Urk. 7/97):
Der Beschwerde
führer leide sowohl tags- als auch nachtsüber an Dauerbeschwerden, was seine Arbeitsfähigkeit mindere. So werde bei Patienten mit komplexen
Schulterbe
schwerden
nicht selten bei posttraumatischen Zuständen eine 50
%
ige Arbeits
unfähigkeit attestiert, da die Funktion des Armes in ausgeprägtem Masse ein
geschränkt sei, wobei
vorliegend
aufgrund der Schmerzschädigung der C7
Wurzel der ganze Arm bis in die Finger betroffen sei. Die gutachterlich festge
stellte Gewichtung einer vollen und freien Arbeitsfähigkeit könne nicht nachvollzogen werden. Das Gutachten sei zwar in sich verständlich und es sei schwierig
,
bei einem konsistenten Gutachten dagegen zu argumentieren, doch seien gewisse objektive Befunde kaum gewichtet worden.
Vor allem bei der rheumatologischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fehle die Angabe der
objektiven Befunde beziehungsweise Pathologien, welche zur Einschätzung führten, dass der Beschwerdeführer nicht mehr als Gipser arbeiten könne. Es fehle der direkte Bezug zwischen Klinik und daraus abgeleiteter Einschränkung, weshalb das Gutachten diesbezüglich
verwirrlich
sei. Im Weiteren
falle auf, dass der Rheumatologe und der Neurologe die Hals- beziehungsweise
Kopfbeweg
lichkeit
unterschiedlich angäben, der Sensibilitätsstörung hingegen überein
stimmend ein inkonstantes Muster zuschrieben und dennoch bestimmte Unter
suchungen unterblieben seien. Selbstverständlich sei nicht nur eine
derma
tomale
Missempfindung entlang des
Dermatom
C7 vorhanden, sondern aufgrund der
Scapula
-Dysfunktion bestünden muskuläre Störungen. Zu erwähnen sei ein
Triggerpunkt
im
Musculus
Sternocleidomastoideus
, welcher bei Provokation in den Kopf ausstrahle und Sensibilitätsprobleme mache.
Die Reduktion auf eine rein
dermatomale
und somit neurologische
Ausfallsproble
matik
greife hier zu wenig. Zumindest versuche der Neurologe
,
die Kopfschmer
zen im Zusammenhang mit den Nackenschmerzen zu interpretieren, so gehe er von einer Migräne ohne Aura aus. Es handle sich jedoch um eine
Cervikobra
chialgie
im Zusammenhang mit einer muskulären Störung, welche nicht minder schmerzhaft und einschränkend sei. Wenn dem Beschwerdeführer trotz
migrä
niform
anmutenden Kopfschmerzen und der leichten
Radikulopathie
doch eine Arbeit zugemutet werde, könne über die Zumutbarkeit gestritten werden, da nicht jeder Schmerz als Schmerz empfinde.
Ein
möglicher
Erklärungsversuch
für die Beschwerden könne wie folgt aussehen
:
Aufgrund der C7-Affektion liege eine chr
o
nische Schädigung vor, welche auch durch den chirurgischen Eingriff kaum beeinflusst worden sei. Zumindest seien Anteile der Nackenschmerzen seither etwas
regredienter
. Da nun auf das
Foramen
C6/
C
7 eine
Wurzelkom
pressi
on
und Reizung des dortigen Segm
ents und der Nervenwurzel vorhanden sei, gebe es Reaktionsmuster, welche
s
beim Be
s
chwerdeführer seit Jahren beste
he
. Durch leichte Gegenrotation nach links versuche der Beschwer
d
eführer das
Foramen
maximal zu öffnen, um den Nerv ideal zu durchbluten. Dies geschehe durch den
Musculus
Sternocleidomastoideus
, der seither in einem dauernden Kontraktionszustand stehe. Als Konsequenz daraus
habe
der Muskel
Triggerpunkte
entwickelt
. Diese könnten
pseudoradikuläre
Ausstrahlungen in die Temporalregion, in die
Periorbitalregion
und ins Gesicht sowie gegen den Hinterkopf auslösen. Dadurch seien die Kopfschmerzen und die Missempfindun
gen erklärt.
Da der Zustand der Kompression respektive Reizung seit Jahren bestehe, seien Ausweichbewegungen im Schultergürtel entstanden. In diesem Zusammenhang sei die Dysfunktion der rechten
Scapula
erwähnt, welche mehrere Störungen begleitend aufweisen könne. Durch die
Ventralisierung
sei ein
Thoracic
-
outlet
-Syndrom häufig kombiniert. Hier komme es zu funktionel
len neurologischen Reizungen diffus in den Arm, zum Beispiel durch Kompres
sion an der
Scalenuslücke
, unter der Clavicula oder im
Pectoralis
minor
-Bereich. Der
Infraspinatus
, die
Rhombo
i
dei
und der
Serratus
anterior
seien
häufig mit
Triggerpunkten
besetzt, welche typische Ausstrahlungsmuster auf
wiesen. Der Rheumatologe gehe zu Unrecht von einer Symptomausweitung im Rahmen der
Chronifizierung
aus. Weiter treffe die Annahme der Gutachter, dass
myofasciale
Syndrome grundsätzlich reversibel seien
,
auf den vorliegenden Fall des Beschwerdeführers jedoch nicht zu, da die
myofascialen
Be
f
unde durch die Wurzelkompression am
Foramen
C7 ausgelöst würden
. Zwar könne eine Ver
besserung kurzzeitig, jedoch nicht nachhaltig erreicht werden, da die
radikuläre
Reizung leider persistiere und die Dysfunktion e
ntsprechend immer
weiter
triggere
.
Der
art
ikulären
Störung aufgrund der deg
enerativen Veränderung mit Hypomobilität im Bereich des
cervikothorakalen
Übergangs und der dort ansetzenden Rippen werde nicht Rechnung getragen. Es werde nur auf die leichte Schädigung des Nervs hingewiesen
,
ohne Überlegungen zur Ätiologie dieser Wurzelschädigung gemacht zu haben. Die Schädig
ung der Wurzel sei nämlich primä
r durch die Degeneration an Gelenken, Bandscheiben und allge
mein der passiven Stabilität der HWS zuzuschreiben. Allein diese Gewebe könnten Schmerzen bereiten und sehr einschränkend au
f die Beweglichkeit und somit auf die muskuläre Funktion wirken (aktive Stabilisierungsfähigkeit).
Insgesamt sei das
C.___
-Gutachten fair und umfassend erarbeitet, was nicht selbstverständlich sei. Trotzdem so
llten die erwähnten P
unkte einer vertieften Betrachtung zugeführt werden.
3.12
Chefarzt
Dr.
med.
K.___
, Facharzt für Innere Medizin FMH, Zertifizier
ter Medizinischer Gutachter SIM, von der begutachtenden
Medas
-Stelle
C.___
nahm mit Bericht vom 8. Oktober 2013 (
Urk. 7/105) Stellung zur
Kritik
von
Dr.
B.___
vom 2
3. September 201
3.
Es
treffe nicht zu, dass der Beschwerde
führer keine Pathologien aufweise. So habe er im Rahmen des Gutachtens vom 30. Juli 2013 (Urk. 7/97) eine
lumbosacrale
Osteochondrose
mit aktuell reizlo
sem Zustand und guter LWS-Funktion aufgezeigt. Ein Status nach
Spondylo
dese
C6/7 mit
spondylogener
/
radikulärer
, rein sensorischer Ausdehnung bei guter Funktion der HWS sowie eine
Ansatztendinose
am linken Knie sei bemerkt worden. Wegen der HWS-Pathologie, welche aktuell keine klinischen Befunde zeige, sei die Arbeit als Gipser mit häufigen
Reklinationen
der HWS
und Heben schwerer G
ewichte nicht mehr zumutbar. Daraus ergebe sich, dass der Bezug zwischen Klinik (quasi normal) und eingeschr
änkter T
ätigkeit schwierig sei. Nicht limitierend seien lediglich die Kreuzschmerzen, welche anamnestisch ab und zu aufträten bei aktuell guter und schmerzloser LWS
Beweglichkeit und radiologisch leichter
Osteochondrose
.
Unterschiedliche
Beweglichkeiten
der LWS vom Rheumatologen oder Neurolo
gen geprüft seien eine oft gesehene Tatsache und hingen von unterschiedlicher Untersuchungstechnik und allgemeinem Wohlbefinden des Beschwerdeführers an den verschiedenen Untersuchungstagen ab.
Dabei sei es bei der Beurteilung irrelevant, ob Winkelmasse oder Prozente der Normbewe
g
lichkeit angewendet würden. Dass
myofasci
a
le
Triggerpunkte
Missempfindungen auslösten, sei nicht bestritten, aber
bezüglich der Beurteilung der A
rbeitsfähigkeit irrelevant. Die weiteren gemachten Einwände von
Dr.
B.___
seien im Gutachten vom 30. Juli 2013 in irgendwelcher Form berücksichtigt und zeigten per se keine neuen Aspekte auf. Demzufolge ändere an der rheumatologischen Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführers nichts.
4.
4.1
Das interdisziplinäre
Medas
-Gutachten der
C.___
vom 30. Juli 2013 (Urk. 7/97) basiert auf einer umfassenden internistischen, rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit dem vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinanderge
setzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet. Dem interdisziplinären Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl.
Erw
. 1.4).
Die
Medas
-Gutachter stellten fest, dass der Gesundheitsschaden, welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt, mit den dargelegten Diagnosen ausgewiesen ist. Sie führten jedoch schlüssig aus, dass diese Diag
nosen einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100 % mit einem besonderen Anforderungsprofil, welches auf die geklagten Beschwerden abgestimmt ist, nicht entgegenstehen.
4.2
Auch die Einwände des Beschwerdef
ührers (Urk. 1 S. 6 ff.), welche sich hauptsäch
lich auf die Stellungnahme von
Dr.
B.___
vom 25. September 2013 (Urk. 7/103) stützen, vermögen an dieser Einschätzung nichts ändern:
4.2.1
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, wonach das
C.___
-Gutachten vom 30. Juli 2013 (Urk. 7/97) die objektiven Befunde kaum gewichte beziehungsweise gar nicht erhoben habe (Urk. 1 S. 6-7), berücksichtigt der begutachtende Rheumatologe die vom Beschwerdeführer geklagten Schul
ter
/Nacken-/Armschmerzen sehr wohl. So führt
e
er diese einerseits bei der
rheumatologischen Diagnose auf (Urk. 7/97 S. 25
f.
und S. 37) und andererseits n
ahm
er auch im Rahmen der
versicherungsmedizinischen
Beurteilung Bezug
da
zu, indem er aufgrund
dieser objektivierbaren rheumatologischen Beschwer
den die bisherige schwere Tätigkeit als Gipser als nicht mehr zumutbar erklärt
e
(Urk. 7/97 S. 26, S. 41
und S. 42). Auch die Bezugnahme zur Klinik der
Radi
kulopathie
fehlt
e
nicht, da das
radikuläre
Schmerzsyndrom diagnostiziert
(Urk. 7/97 S. 25 und S. 37) und das damit zusammenhängende sensorische Ausfallsyndrom ausreichend berücksichtigt wurde.
Dies führt
e
auch der Rheu
matologe
Dr.
K.___
in seiner Stellungnahme vom 8. Oktober 2013 (Urk. 7/105)
nochmals
an.
Die gutachterlichen Diagnosen w
u
rden auch von Dr.
I.___
gestützt
, welcher eine alte
radikuläre
Symptomatik C7
ohne die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Ausfallsymptomatik feststellte (Urk. 7/80).
Dr.
B.___
macht
e
in seiner Stellungnahme vom 25. September 2013 (Urk. 7/103)
weiter auf
widersprüchliche Angaben des Rh
eumatologen und des Neurologen aufmerksam (Urk. 7/103 S.
2 und Urk. 1 S. 7). Den Ausführungen von Dr.
K.___
folgend, sind solche unterschiedlichen
Befundaufnahmen der
Beweglichkeit
der LWS
durch
Rheumatologen und Neurologen
nicht unüblich
und hängen von unterschiedlichen Untersuchungstechniken und der Tagesform des Patienten an verschiedenen Untersuchungstagen ab.
Es ist dabei selbstver
ständlich, dass die Auswahl des Test-Verfahrens zwar allgemein-gültigen Prüf
Weisen zu entsprechen
hat
, jedoch im Konkreten allein im Ermessen des unter
suchenden Arztes liegt. Aus unterschiedlichen Untersuchungsmethoden resul
tierende minime
Unterschiede führen aber nicht zur
Unbeachtlichkeit
der
beiden
Beurteilung
en
.
Den Ausführungen von
Dr.
B.___
bezüglich der
Triggerpunkte
im
Musculus
Sternocleidomastoideus
, wonach diese Kopfschmerzen sowie Missempfindungen auslösen könnten (Urk. 7/103 S. 3 unten), ist
Dr.
K.___
Entgegnung einleuch
tend
, dass solche muskulären Beeinträchtigungen bei der Beurteilung der Arbei
tsfähigkeit irrelevant sind
(Urk. 7/105).
4.2.3
Indem die Gutachter dem Beschwerdeführer die Ausübung von zum Beispiel Kontrollarbeiten
,
Qualitätskontrolle, einfach
en
administrative
n
Tätigkeiten als zu 100 % zumutbar erklären,
ziehen
sie eine nachvollziehbare Schlussfolgerung
aus den festgestellten physischen Einschränkungen
und begründen diese ausrei
chend. Zudem deckt sich die Einschätzung der Arbeitsfähigke
it mit derjenigen von
Dr.
F.___
, wobei auch das Leistungsprofil der möglichen Verweistätigkeit weitestgehend übereinstimmt
(U
rk. 7/25/2-3).
A
uch Prof.
H.___
betrachtete
die Wiederaufnahme der
Erwerbstätigkeit
na
ch der durchgeführten Operation als wahrscheinlich, wobei die
intercorporelle
Spondylodese
C6/C7 am 23. Mai 2012
erfolgte (Urk. 7/51). Nur
Dr.
B.___
ist der Meinung, dass der Beschwerdeführer auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit höchstens eine theoretische Restarbeitsfähigkeit von 50 % aufweise (Urk. 7/84 S. 4 und Urk. 7/103 S. 1). Der Erklärung im
C.___
-Gutachten, wonach diese Einschätzung
versicherungsmedi
zinisch
nicht nachvollziehbar sei, zumal keine
höhergradige
radikuläre
Wurzel
schädigung
mit motorischen Ausfällen vorliege und ein
myofasciales
S
y
ndrom einer adäquaten Behandlung
zugänglich und nicht als
irreversibel betrachtet werde, ist
dagegen
überzeugend.
4.2.4
Festzuhalten ist, dass auch
Dr.
B.___
das
C.___
-Gutachten als in sich verständ
lich, fair und umfassend erarbeitet betrachtet, weshalb eigentlich nur die erwähnten Punkte einer vertieften Betrachtung bedürften (
Urk.
7/103 S.
1
und S. 3).
4.3
Soweit der Beschwerdeführer eine gerichtlich veranlasste Oberbegutachtung verlangt (Urk. 1 S.
15),
ist darauf zu verzichten
, da der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit aufgrund der medizinischen Akten - insbesondere des interdisziplinären Gutachtens - hinreichend abgeklärt sind.
4.4
Zusammenfassend kann aufgrund der überzeugenden Feststellungen im interdis
ziplinären Gutachten der
C.___
vom 30. Juli 2013 (Urk. 7/97)
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit (körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der HWS, insbesondere ohne
Reklinationsarbeiten
mit dem Kopf und auch ohne Überkopfarbeiten beziehungsweise ohne Tragen schwerer Lasten über 10 Kilogramm)
seit April 2009
zu 100 % zumutbar ist.
5.
5.1
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt
worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art.
16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Da der Beschwerdeführer bei Eintritt des Gesundheitsschaden
s
Arbeitslosenent
schädigung
bezog, nachdem ihm per Ende Ap
ril 200
9
aus invaliditätsfremden
Gründen gekündigt worden war, ist zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne abzustellen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich der Beschwerdeführer während seiner 15
jährigen Berufserfahrung als Gipser
im Trockenbau ohne Ausbildung
zuletzt in der Funktion eines Vorarbeiters - Berufs- und Fachkenntnisse angeeignet hat.
Aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010 (LSE 2010) ergibt sich aus der Tabelle TA1 (Ziffern 41-43) als Bruttomonatslohn für Tätig
keiten im Baugewerbe im Anforderungsprofil 3
(Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt)
für Männer Fr. 5‘742.--. Bei einer betriebsüblichen wö
chentli
chen Arbeitszeit
im Baugewerbe
von 41.7
Stu
nden (vgl.
Bundesamt für Statistik, „Betriebsüblich
e
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008]
“ Periode 1990 - 2013
) und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung für Männer
im Baugewerbe
ergibt dies für das Jahr
2011 ein Jahreseinkommen von Fr. 72‘
5
51
.-- (
Fr. 5‘742.-- x 12 : 40 x 41.7 :
100 x 101.0
[vgl.
Bundesamt für Statistik,
Schweizerischer Lohnindex nach Branche, Tabelle T1.1.10
]) für ein 100
%-Pensum.
5.3
5.3.1
Vorliegend ist auch zur Ermittlung des Invalideneinkommens
auf die
Tabellen
löhne
abzustellen, da der Beschwerdeführer die ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann und keine neue Tätigkeit aufgenommen hat. Aus der LSE 2010 ergibt sich als Zentralwert für Arbeitnehmer des
Anforderungspro
fils
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein
Bruttomo
natslohn
von Fr. 4‘901.-- (Tabelle TA1, Ziffern 1-96, S. 26). In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2011
für alle Sektoren von 41.7 Stunden
(vgl. die Volkswirtschaft
3/4
- 20
15 S. 88
, Tabelle
B
9.2)
und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung für Männer resultiert für das Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 61‘882.--
(
Fr.
4‘901
.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2151 x
2171 [vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39])
.
5.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.3.3
Der Beschwerdeführer verlangt einen Leidensabzug, da er die frühere, sehr schwere körperliche Tätigkeit als Gipser nicht mehr ausüben könne (Urk. 1 S. 15).
Ob und in welchem Umfang ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn vorzu
nehmen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der Verwaltungsbehörde.
Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzuges, der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75, Regeste).
Diesbezüglich ist auf die zutreffende Argumentation der Beschwerdegegnerin im
Einkom
mensvergleich
vom 30. März 2012 (Urk. 7/66) sowie in der angefochtenen Ver
fügung vom 20. November 2013 (Urk. 2) zu verweisen,
wonach
vorliegend
weder Alter, Dienstjahre, Beschäftigungsgrad oder Aufenthaltskategorie
ein zu beachtendes Abzugskriterium darstellen. Zudem könne
davon ausgegangen werden, dass auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch unter Berücksichti
gung des Anforderungs- und Belastungsprofils noch ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten vorhanden sein dürfte.
5.4
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr. 10‘6
69
.-- (Fr. 72‘5
51
.-- - Fr. 61
‘
882.--) und führt somit zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 15 %.
5.5
Dem Einwand des Beschwerdeführers, dass im
C.___
-Gutachten vom 30. Juli 2013 (Urk. 7/97) die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit zu Unrecht nur im Begutachtungszeitpunkt und nicht gesondert nach drei Perioden (vor der Ope
ration am 2
3.
Mai 2012, nach der Operation am 2
3.
Mai 2012 und prognostisch [Eingabe vom 1
4.
März 2013,
Urk.
7/89] respektive Zeit ab Herbst 2010, Opera
tion vom 2
3.
Mai 2012 und Rehabilitationsphase sowie nach der
Rehabilitati
onsphase
[
Urk.
1 S. 4-5]) erfolgte, ist Folgendes entgegenzusetzen: Im Anschluss an das W
artejahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG im November 2011 fehlte es
an
einer mindestens 40
%
igen Invalidität gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG
(vgl. E.
1.2)
. Angesichts der darauf folgenden Phase einer mehrmonatigen 100%igen Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit, welche als wesentlicher
Unter
bruch
der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbin
dung mit Art. 29
ter
IVV zu qualifizieren ist, hätte der
seit Mai 2009  arbeitslos gewesene
Beschwerdeführer die
ein
jährige Wartezeit neuerlich zu bestehen gehabt, um einen zumindest befristeten Rentenanspruch zu begründen
(vgl.
Art.
6
Satz 2 ATSG, wonach bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf berücksichtigt wird)
.
Die weitere Phase der 1.5
monatigen Arbeitsunfähigkeit vom 22. Mai bis 5. Juli 2012 (vom Operateur Dr.
H.___
attestiert, Urk. 7/79/1-2) genügt hierfür nicht.
5.6
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als zutreffend. D
ie Beschwerde
ist
abzuweisen.
6
.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
zu
bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerde
führer aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger