# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e060be30-d9e6-5379-825c-faf035dbdd0f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.03.2015 SB130444
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130444_2015-03-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130444-O/U 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichterin lic. iur. Keller sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. Schneeberger 

 

 
Urteil vom 20. März 2015 

 

in Sachen 

 
A.______,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X.______,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 
betreffend mehrfache versuchte schwere Körperverletzung etc.   

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
21. August 2013 (DG120415) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 14. Dezember 

2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 56/2). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A.______ ist schuldig 

 - der mehrfach versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

 - des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB; 

 - des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

lit. a WG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 WG; 

 - des Fahrens im fahrunfähigen Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 

SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 55 Abs. 6 SVG und 

Art. 2 Abs. 1 VRV sowie 

 - der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Ziff. 1 aSVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG sowie in 

Verbindung mit Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 lit. b VRV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 4 Monaten Freiheitsstrafe 

als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Kreisgerichtes VIII Bern-Laupen 

vom 17. März 2010, wovon 79 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von CHF 300. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. 

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6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. 

7. Der Privatkläger B.______ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B.______ CHF 1'000 

zuzüglich Zins zu 5% seit dem 29. September 2008 als Genugtuung zu be-

zahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

vom 13. August 2010 beschlagnahmten Gegenstände des Beschuldigten 

(HD 9/1) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen: 

- 1 Unterhebelrepetiergewehr, Marke "Winchester", Model "9422 XTR". 

Nr. …, Kaliber .22 S-L-L.R., mit montiertem Zielfernrohr (A...) 

- 1 Magazinröhre zu Unterhebelrepetiergewehr "Winchester" (A...) 

- Munition (11 Patronen) (A...) 

10. Die nachfolgenden sichergestellten Kleidungsstücke und Gegenstände des 

Beschuldigten werden beschlagnahmt und dem Beschuldigten nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils innert Frist von drei Monaten auf erstes Ver-

langen herausgegeben: 

- 1 Jeanshose, blau 

- 1 Hemd schwarz 

- 1 Hemd weiss 

- 1 T-Shirt grau 

- 1 Paar Turnschuhe weiss 

- 1 Jeans weiss 

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- 1 Kapuzenjacke grau 

- 4 CD 

- 1 SIM Karte aus Aktenkoffer 

- 11 Karten zu SIM 

- 9 SIM Karten aus Nachttisch 

- 6 Speicherkarten aus Nachttisch 

- 1 Couvert mit Rechnungsunterlagen aus Nachttisch. 

Nach ungenutztem Ablauf der Frist werden die Kleidungsstücke und Gegen-

stände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

11. Der sichergestellte Metallschlagstock des Beschuldigten wird beschlag-

nahmt und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung 

überlassen. 

12. Die nachfolgenden sichergestellten Gegenstände des Beschuldigten werden 

beschlagnahmt und durch die Kasse des Bezirksgerichts Zürich verwertet. 

Der Verwertungserlös wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet.: 

- 1 Natel Nokia 

- 1 schwarze Tasche mit Laptop. 

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13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 816.65   Kosten der Kantonspolizei  

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 8'004.80   Kosten Untersuchung  

Fr. 1'500.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 11'500.00   amtliche Verteidigung (bereits bezahlt) 

Fr.    amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Fr.    unentgeltliche Verbeiständung (ausstehend) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat 

entschieden. 

16. Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft 

werden auf die Staatkasse genommen. Über die Höhe der Kosten wird se-

parat entschieden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 108 S. 1) 

1. Es sei Ziffer 1 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 

9. Abteilung, vom 21. August 2013 teilweise aufzuheben und es sei der 

Beschuldigte der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung 

freizusprechen. Im Übrigen seien die Schuldsprüche zu bestätigen.  

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2. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Urteilsdispositiv-Ziffer 2 mit 

einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten als Zusatzstrafe zu Ih-

rem Urteil vom 20. Dezember 2013 (SB130213) und zum Urteil des 

Kreisgerichtes VIII Bern-Laupen vom 17.03.2010 zu bestrafen, wovon 

79 Tage durch Haft erstanden sind.  

3. Urteilsdispositiv-Ziffern 7 und 8 seien aufzuheben und es sei stattdes-

sen auf die Schadenersatz- sowie Genugtuungsbegehren des Privat-

klägers B._____ nicht einzutreten.  

4. Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens (inklusive Kosten der 

amtlichen Verteidigung) seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu 

nehmen.  

b) Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis: 

(schriftlich, Urk. 93) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Des Vertreters des Privatklägers: 

(schriftlich, Urk. 96) 

 Verweis auf die Anträge vor Vorinstanz.  

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Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richts Zürich, 9. Abteilung, vom 21. August 2013 meldete der Beschuldigte noch 

am selben Tag und damit rechtzeitig Berufung gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO an 

(Urk. 77). Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde dem Verteidiger am 

18. September 2013 zugestellt (Urk. 82/2). Innerhalb der gesetzlichen Frist nach 

Art. 399 Abs. 3 StPO liess der Beschuldigte seine Berufungserklärung vom 

6. Oktober 2013 einreichen (Urk. 87). Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis ver-

zichtete innert der ihr angesetzten Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO mit 

Eingabe vom 13. November 2013 auf Anschlussberufung und beantragte die Be-

stätigung des erstinstanzlichen Urteils (Urk. 93). Der Privatkläger liess sich innert 

Frist zur Erklärung der Anschlussberufung nicht.  

1.2. Nachdem die Berufungsverhandlung auf den 28. März 2014 angesetzt 

worden war, wurde das Berufungsverfahren mit Beschluss vom 4. März 2014 bis 

zur rechtskräftigen Erledigung eines anderen gegen den Beschuldigten an der 

hiesigen Kammer anhängigen Verfahrens (vgl. SB130213) sistiert und den Par-

teien die Vorladung für die Berufungsverhandlung vom 28. März 2014 abgenom-

men (Urk. 97). Nach Wiederaufnahme des Verfahrens wurden die Parteien zur 

Berufungsverhandlung am 20. März 2015 vorgeladen (Urk. 95). Überdies wurde 

ein aktueller Strafregisterauszug des Beschuldigten beigezogen (Urk. 100).  

1.3. Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung, 

zu welcher der Beschuldigte persönlich sowie sein amtlicher Verteidiger, Rechts-

anwalt lic. iur. X._____, erschienen sind (Prot. II S. 5). Die Staatsanwaltschaft 

Limmattal/Albis wurde von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung dispen-

siert (Urk. 93).  

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2. Umfang der Berufung 

2.1. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen 

Schuldspruch betreffend mehrfache versuchte schwere Körperverletzung (Dispo-

sitivziffer 1 Punkt 1), gegen die Strafe (Dispositivziffer 2) sowie gegen den vor-

instanzlichen Entscheid hinsichtlich der Zivilansprüche des Privatklägers (Disposi-

tivziffern 7 und 8). Im Übrigen hat der Beschuldigte das Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich anerkannt (Urk. 87 S. 1 f.; Urk. 108 S. 1). Damit wurde die Berufung teil-

weise beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). 

2.2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Wird die 

Strafe angefochten, so erwächst der Entscheid über den Vollzug der Strafe nicht 

selbständig in Rechtskraft (HUG/SCHEIDEGGER in: Donatsch/ Hansjakob/ Lieber 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A. 2014, N 20 

zu Art. 399; ebenso SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskom-

mentar, 2. A. 2013, N 19 zu Art. 399).  

2.3. Nachdem die Schuldsprüche betreffend Raufhandel, Vergehen gegen das 

Waffengesetz, Fahren im fahrunfähigen Zustand und mehrfache einfache Verlet-

zung der Verkehrsregeln (Dispositivziffer 1 Punkt 2 - 5) und damit einhergehend 

die Bestrafung für die Übertretungen des Strassenverkehrsgesetzes (Dispositivzif-

fern 4-6) sowie die Regelungen betreffend die beschlagnahmten und sicherge-

stellten Gegenstände (Dispositivziffern 9-12) und das Kostendispositiv (Disposi-

tivziffern 13-16) unangefochten blieben, ist mittels Beschluss festzustellen, dass 

das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Sachverhalt 

3.1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der Anklageschrift vom 

14. Dezember 2012 (Urk. HD 56/2 Ziff. 1.2 S. 2 ff.) und aus der Zusammenfas-

sung im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 86 S. 11 ff.), worauf gestützt auf Art. 82 

Abs. 4 StPO verwiesen werden kann. 

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3.2. Der Beschuldigte bestreitet auch im Berufungsverfahren den Anklagesach-

verhalt im Zusammenhang mit dem Vorwurf der mehrfachen versuchten schwe-

ren Körperverletzung. So sei er davon ausgegangen, im Gewehr befinde sich eine 

einzige Platzpatrone, weshalb er nie bedacht habe, mit dem Gewehr jemanden 

überhaupt ernstlich verletzen oder gar töten zu können. Entsprechend bestreitet 

der Beschuldigte, vorsätzlich oder auch nur eventualvorsätzlich gehandelt zu ha-

ben. Überdies bestreitet der Beschuldigte die Beweiswürdigung der Vorinstanz, 

insbesondere was die angeblich durch ihn vorgenommene Ladebewegung und 

die zweite Schussabgabe angeht (Urk. 87 S. 2; Urk. 108 S. 2 ff.). 

3.3. Es ist somit zu prüfen, ob sich der im Berufungsverfahren zu beurteilende 

Anklagesachverhalt anhand der vorhandenen Beweismittel erstellen lässt. Die  

Vorinstanz hat das Vorgehen und die allgemeinen Beweiswürdigungsregeln aus-

führlich und korrekt dargelegt (Urk. 86 S. 15-18), um Wiederholungen zu vermei-

den, kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.4. Mit der Vorinstanz ist der Sachverhalt, soweit es die der tätlichen Ausei-

nandersetzung zwischen den beiden rivalisierenden Tamilengruppen vorange-

henden Umstände angeht (Anklageschrift Ziff. 1.2; Urk. 56/2 S. 3 f.), aufgrund der 

verschiedenen Aussagen der Beteiligten und der Zugaben des Beschuldigten (so 

unter anderem in den Schlusseinvernahmen, Urk. HD 3/6 und 7) als erstellt anzu-

sehen. Weiter anerkennt der Beschuldigte auch den Sachverhalt gemäss Ankla-

geschrift Ziff. 1.2 Abs. 1 (Urk. 56/2 S. 4): So habe er, nachdem zwei Personen mit 

Eisenstangen auf ihn zukamen und ihn mit einer Stange am Arm leicht verletzten, 

dann aber sogleich von ihm abliessen und sich entfernten, das zuvor geladene 

Gewehr aus dem Fahrzeug behändigt, worauf es zu einem Handgemenge ge-

kommen sei, da die anderen Personen der Gruppe von B.______ (genannt 

C._____) sogleich versucht hätten, ihm das Gewehr zu entreissen, wogegen er 

sich heftig gewehrt habe, indem er es mit der einen Hand am Holzgriff und mit der 

andern Hand am Lauf festgehalten habe (Urk. HD 3/5 S. 2 f.).  

Fraglich bleibt, wer den ersten Schuss auslöste, ob dadurch D._____ am Kopf 

verletzt wurde (Streifschuss), wer eine Repetierbewegung vornahm, durch welche 

das Gewehr erneut schussbereit geladen wurde und wer schliesslich den zweiten 

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Schuss auslöste, welcher den Oberarm des Privatklägers B.______ traf (Durch-

schuss). Nebst der Erstellung dieses äusseren Sachverhalts ist sodann auch der 

innere Sachverhalt zu prüfen, bestritt der Beschuldigte doch bereits während der 

Untersuchung, aber auch vor Vorinstanz konstant, um die Verletzungsgefahr, die 

von seinem Gewehr ausging, gewusst zu haben.  

3.5. Äusserer Sachverhalt 

Was die erste Schussabgabe angeht, so gab der Beschuldigte zwar wiederholt zu 

Protokoll, keinen Schuss bemerkt zu haben (Urk. HD 3/1 S. 9 f., Urk. HD 3/4 

S. 13, Urk. HD 3/5 S. 3 f.), gleichzeitig gab er aber auch an, wesentlich alkoholi-

siert gewesen zu sein (Urk. HD 3/1 S. 11, Urk. HD 3/4 S. 7, Urk. HD 3/7 S. 5) und 

schloss entsprechend auf Befragen nicht aus, den Schuss ausgelöst zu haben 

(Urk. HD 3/3 S. 4, Urk. HD 3/4 S. 14 f., Urk. HD 3/5 S. 4, Urk. HD 3/7 S. 8). Dem-

gegenüber schilderte der Geschädigte D._____ plastisch und nachvollziehbar, 

wie er sofort auf die Person, die eine Waffe in den Händen gehalten habe, zuge-

gangen sei, um ihm das Gewehr wegzunehmen. Er habe es mit beiden Händen 

gehalten, es sei alles viel zu schnell gegangen. Er (D._____) habe verhindern 

wollen, dass er auf jemanden schiessen könne. In diesem Moment habe er 

(D._____) seinen Fuss auf dem Trittbrett des Fahrzeugs gehabt. Als ihm das Bein 

vom Trittbrett geschlagen worden sei, habe er ein wenig das Gleichgewicht verlo-

ren und sich ausbalancieren müssen. In diesem Moment habe der Mann ge-

schossen und eine Kugel habe ihn (D._____) oberhalb des linken Auges gestreift. 

Der Gewehrlauf habe sich dabei auf Augenhöhe, ca. 10 cm neben seinem Auge 

befunden. Als er abgedrückt habe, habe es so eine Art kleine Steine aus dem 

Lauf geschossen und es habe sich Rauch entfacht. Der Schütze habe dem Mann 

im Wagen zugerufen "gib mir, gib mir". Plötzlich sei ein zweiter Schuss, Richtung 

Himmel, losgegangen. Ob der Mann zwischen den Schüssen am Gewehr mani-

puliert habe, habe er nicht wahrgenommen (Urk. HD 5/1 S. 7 f. und S. 12, Urk. 

HD 6/4). Auch der zur Gruppe des Beschuldigten gehörende E._____, welcher 

sich während der gesamten Auseinandersetzung im Fahrzeug von F._____ auf 

dem mittleren Rücksitz und damit in nächster Nähe des Beschuldigten befand, er-

klärte im Rahmen seiner Einvernahmen konstant und widerspruchsfrei, der Be-

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schuldigte habe zwei- oder dreimal geschossen, wobei er aber keine Details 

schildern konnte bzw. die Schussabgabe lediglich hörte aber nicht sah, wie genau 

der Beschuldigte die Waffe hielt oder wohin er zielte (Urk. HD 4/10 S. 12 und 14, 

Urk. HD 4/26 S. 3). Grundsätzlich bestätigt auch G._____ den Ereignisablauf 

(wiedergegeben im angefochtenen Urteil, Urk. 86 S. 20 f.), wobei jedoch seine 

Aussagen generell mit Vorsicht zu würdigen sind, zeigte sich darin doch wieder-

holt ein deutlicher Hang zu Übertreibung und Ausschmückung (so sinngemäss 

auch die Staatsanwaltschaft, vgl. Urk. 70 S. 7 f.). Die weiteren Befragten konnten 

hierzu keine brauchbaren Angaben machen. 

Insgesamt kann aufgrund der oben wiedergegebenen Schilderungen kein Zweifel 

daran herrschen, dass der Beschuldigte – allenfalls aufgrund des Gerangels mit 

D._____ – den ersten Schuss ausgelöst hat. Er hatte die Waffe ununterbrochen in 

den Händen und bis zu jenem Zeitpunkt auch als einziger die Hände an den Be-

dienelementen. Für die Schussabgabe durch den Beschuldigten sprechen im Üb-

rigen auch der Vorbericht Schusswaffen des Wissenschaftlichen Dienstes der 

Stadtpolizei Zürich vom 30. Oktober 2008, welcher Schmauchspuren an den Klei-

dern des Beschuldigten nachweisen konnte (Urk. HD 7/2 S. 9) sowie der DNA-

Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich vom 

26. November 2008 (Nachweis von DNA [einzig] des Beschuldigten an den Be-

dienelementen des Gewehrs, Urk. HD 7/4 S. 3). Ebenso wenig erscheint zweifel-

haft, dass die Verletzung von D._____ (Streifschuss oberhalb des linken Auges, 

vgl. Urk. HD 10/9) durch diesen Schuss hervorgerufen wurde. Wie die Spurensi-

cherung vor Ort ergeben hat, wurde mit dem ersten Schuss eine Schrotpatrone 

verschossen (die leere Schrothülse wurde innerhalb des Fahrzeugs aufgefunden, 

wohin sie offenbar aufgrund des Repetiervorgangs befördert worden war, Urk. HD 

7/1 und Urk. HD 7/2 S. 8). Die Schilderung von D._____ beschreibt dies eindrück-

lich und äusserst glaubhaft (vgl. auch die Vorinstanz, Urk. 86 S. 24).  

Was die Abgabe eines zweiten Schusses (nunmehr mit einem Kugelprojektil) an-

geht, so konnte der Beschuldigte auch hier – damit konfrontiert, dass zwei leere 

Patronenhülsen die zweifache Schussabgabe quasi belegen – nicht ausschlies-

sen, diesen ausgelöst zu haben, obwohl er sich auch da noch überzeugt zeigte, 

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dass sich nur ein Schuss gelöst haben kann, da er nur eine Patrone geladen hatte 

(Urk. HD 3/3 S. 4, Urk. HD 3/4 S. 13 f., Urk. HD 3/5 S. 4, Urk. HD 3/6 S. 2 f.; vgl. 

hierzu auch die nachfolgenden Erwägungen zum inneren Sachverhalt). Auch 

E._____ und D._____ haben – wie oben bereits dargestellt – erklärt, der Beschul-

digte habe mehrfach geschossen. Auf Nachfrage konnte allerdings niemand be-

stätigen, konkret gesehen zu habe, wie bzw. durch wen der Abzug gedrückt wor-

den war. Wie noch zu zeigen sein wird, kann die Frage, wer im Gerangel (nebst 

D._____ griffen offenbar auch noch der Privatkläger B.______ und H._____, ge-

nannt H'._____, ins Gewehr, um dieses dem Beschuldigten zu entreissen) den 

Schuss auslöste, letztlich offen bleiben, da jedenfalls nicht von einer vorsätzlichen 

Handlung auszugehen ist (vgl. die nachfolgenden Ausführungen zum inneren 

Sachverhalt und zur rechtlichen Würdigung). Immerhin deutet aufgrund der diver-

sen Schilderungen der an der Auseinandersetzung beteiligten Personen und der 

DNA-Auswertung der Spuren ab dem Gewehr alles darauf hin, dass auch der 

zweiten Schuss durch den Beschuldigten ausgelöst wurde. Gleichwohl ist der 

Verteidigung recht zu geben, wonach der Umstand, dass keine DNA-Spuren wei-

terer Beteiligter am Gewehr und dessen Bedienungselementen festgestellt wer-

den konnten, noch nicht den Umkehrschluss beweist, dass der Beschuldigte den 

zweiten Schuss abgegeben hat, zumal nachweislich mindestens drei Personen 

neben dem Beschuldigten das Gewehr angefasst haben. Dass die Verletzung des 

Privatklägers B.______ durch besagten zweiten Schuss verursacht wurde, wird 

soweit ersichtlich – zu Recht – von keiner Seite in Frage gestellt. Was das Aus-

mass der Verletzung angeht, kann auf die entsprechenden medizinischen Unter-

lagen (Urk. HD 10/11) verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Was schliesslich die zwingend zwischen den beiden Schüssen vorzunehmende 

Repetierbewegung, aufgrund welcher eine neue Patrone aus der Magazinröhre in 

den Lauf geschoben und das Gewehr so wieder scharf gemacht wurde, angeht, 

so kann auch hier aufgrund der diesbezüglich ungenauen Aussagen nicht restlich 

geklärt werden, wer dafür verantwortlich ist. Nicht nur geschah die Handlung mit-

ten im Kampf um die Herrschaft über das Gewehr. Hinzu kommt, dass – nebst 

dem Beschuldigten selbst – die Mehrzahl der Beteiligten ebenfalls beträchtlich al-

koholisiert gewesen sein dürfte (so jedenfalls D._____, Urk. HD 10/4 und der Pri-

- 13 - 

vatkläger B.______, Urk. HD 5/3 S. 5), weshalb insgesamt nicht ausgeschlossen 

werden kann, dass ein Dritter beim Versuch, dem Beschuldigten das Gewehr zu 

entreissen, in den Repetierhebel griff und versehentlich daran zog (D._____ und 

B.______ schlossen denn auch lediglich aus, ans Holz des Gewehrschafts gegrif-

fen zu haben, können sich aber daran erinnern, das Gewehr an den Metallteilen 

gepackt zu haben, Urk. HD 6/4 S. 4 und Urk. HD 5/3 S. 11). Letztendlich kann 

aber auch dieser Umstand offen bleiben, da – wie noch zu zeigen sein wird – da-

von auszugehen ist, dass der Beschuldigte nicht wusste, dass sein Gewehr zur 

mehrfachen Schussabgabe (Mehrlader) in der Lage und überdies das Magazin 

voll geladen war.  

3.6. Innerer Sachverhalt 

3.6.1. Was der Täter wusste, wollte, oder in Kauf nahm, gehört zum Inhalt des 

subjektiven Tatbestandes. Seine Feststellung ist jedoch Bestandteil der Sachver-

haltsabklärung. Es geht dabei um einen inneren Vorgang, auf den nur anhand ei-

ner eingehenden Würdigung des äusseren Täterverhaltens sowie allenfalls weite-

rer Umstände geschlossen werden kann. Es sind somit die äusseren Tatumstän-

de, welche die Feststellung erlauben, der Täter habe den Erfolg gewollt oder in 

Kauf genommen. 

3.6.2. Die Staatsanwaltschaft – wie auch die Vorinstanz (Urk. 86 S. 26 ff.) – legt 

dem Beschuldigten eventualvorsätzliches Verhalten zur Last: Indem er während 

laufender tätlicher Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Gruppierun-

gen das zuvor schussbereit gemachte Gewehr hervor genommen, in der Folge 

mit den anderen Personen um das ungesicherte Gewehr gerungen, den Abzug 

gedrückt, eine Repetierbewegung vorgenommen oder die Vornahme einer sol-

chen zumindest erkannt und den Abzug erneut gedrückt habe, habe er in Kauf 

genommen, die Geschädigten und andere, sich in der Umgebung aufhaltende 

Personen zu treffen und ihnen dadurch schwere Verletzungen zuzufügen. Er ha-

be zudem keine sichere Kenntnis über Art und Menge der sich im Gewehr befind-

lichen Munition gehabt und zumindest in Kauf genommen, dass es sich um Pro-

jektile, welche schwere Verletzungen eines Menschen herbeiführen könnten, ge-

handelt habe (Urk. 56/2 S. 5).  

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3.6.3. Die Verteidigung macht sinngemäss geltend, der Beschuldigte sei davon 

ausgegangen, dass es sich bei dem erst am Vortag von privat gekauften Gewehr 

um ein Einzellader-Luftgewehr und bei der Munition um harmlose Platzpatronen 

gehandelt habe. Dass das Gewehr unterhalb des Laufs über ein – zumal mit 

scharfer Munition voll bestücktes – Magazinrohr verfügt habe, mithin zur mehrfa-

chen Schussabgabe fähig gewesen sei (Mehrlader) und dass es sich bei der von 

ihm bestückten Patrone um Schrotmunition gehandelt habe, habe er weder ge-

wusst noch in Kauf genommen. Entsprechend habe er auch nicht damit gerech-

net, einer Person durch Schussverletzungen Schaden zufügen zu können 

(Urk. 108 S. 7 f.).  

3.6.4. Im Rahmen seiner ersten Einvernahme durch die Polizei am 2. Oktober 

2008 verneinte der Beschuldigte zunächst, eine Waffe bzw. einen gefährlichen 

Gegenstand zu besitzen/besessen zu haben und erwähnte sodann in seiner 

Schilderung des anklagegegenständlichen Vorfalles von sich aus, er habe vor Ort 

ein altes Luftgewehr aus dem Wagen genommen. Dieses habe er am Samstag, 

dem 27. August 2008 [recte 27. September 2008 = Vortag, vgl. Urk. HD 3/4 S. 4], 

für Fr. 80.– in Schlieren von einem Schwarzen gekauft, von welchem er schon 

einmal einen Schlagstock abgekauft habe und welcher auch mit Drogen deale. Er 

habe das Gewehr nach Hause nehmen wollen, er habe sich spontan zum Kauf 

entschlossen. Der Verkäufer habe ihm eine Schachtel Platzpatronen mitgegeben, 

das habe er jedenfalls so gesagt. Die Patronen hätten jedenfalls vorne kein Pro-

jektil gehabt. Es habe sich um ein Luftgewehr mit Zielfernrohr gehandelt, welches 

nur mit einer Patrone pro Mal geladen werden könne. Er habe das Gewehr nicht 

im geladenen Zustand gekauft. Während des Kaufs habe er selbst daran manipu-

liert, danach nicht mehr (Urk. HD 3/1 S. 4 und S. 7 ff.).  

Auch im Rahmen der gleichentags stattfindenden Hafteinvernahme stellte sich 

der Beschuldigte noch auf den Standpunkt, sein Luftgewehr sei nicht geladen ge-

wesen. Er habe es zum Schlagen aus dem Kofferraum genommen. Es sei ein 

Luftgewehr gewesen. Bei der Munition habe es sich um Platzpatronen gehandelt. 

Die Munition habe sich in seiner Hosentasche befunden, nicht in einem Magazin. 

Man führe einzelne Patronen in die Waffe. Wenn man mit diesem Gewehr und 

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dieser Munition auf einen Menschen schiesse, gebe es lediglich einen Knall. Es 

komme nichts heraus und entsprechend spüre man auch nichts (Urk. HD 3/2 S. 3 

und 5). 

In der nachfolgenden delegierten Einvernahme vom 29. Oktober 2008 korrigierte 

sich der Beschuldigte insoweit als er erklärte, das Luftgewehr bereits aus dem 

Kofferraum behändigt zu haben, bevor er ins Fahrzeug gestiegen sei (Urk. HD 3/4 

S. 1 und 3; so bereits in seinem Schreiben an die Staatsanwältin vom 7. Oktober 

2008, Urk. HD 16/12). Er habe Angst gehabt, dass dort viele Personen sein wür-

den und dass sie (die eigene Gruppe) verschlagen werden könnten. Er habe die 

Möglichkeit in Betracht gezogen, dass er den Leuten mit dem Gewehr Angst ma-

chen könnte. Er habe das Gewehr am Vortag in Schlieren gekauft. Er wisse nicht 

viel über Waffen, er habe gedacht, es sei ein Luftgewehr mit Platzpatronen. Der 

Verkäufer habe ihm einfach Munition mitgegeben, er (der Verkäufer) habe ihm 

gesagt, dass es Platzpatronen seien und es habe für ihn (den Beschuldigten) da-

nach ausgesehen. Die Patronen seien in einer Schachtel gewesen. Er habe die 

Schachtel nur ein wenig geöffnet. Die Patronen, die er gesehen habe, hätten alle 

gleich ausgesehen. Er habe nur einen kurzen Blick in die Schachtel geworfen. 

Erst später, als er die Waffe im Auto auf sich gehabt und geladen habe, habe er 

die Patronen herausgenommen. Mit Waffen kenne er sich nicht so aus. Von Muni-

tion wisse er ein bisschen, wie eine echte Patrone aussehe und wie ein Platzpat-

rone. Eine echte Patrone habe vorne ein Eisenteil, eine Kugel, die rauskomme. 

Die Platzpatrone sei vorne so zusammengedrückt und gehe dann auf. Auf Nach-

frage war dem Beschuldigten sodann nicht bekannt, was eine Schrotpatrone ist. 

Auf Beschreibung durch den Einvernehmenden erklärte der Beschuldigte aber, 

sein Anwalt habe ihm davon schon erzählt, diese Patronen kenne er nicht. Auf die 

Frage, ob er das Gewehr klar als Luftgewehr identifiziert habe, erklärte der Be-

schuldigte, er habe am Anfang nichts über Gewehre gewusst. Sein Anwalt habe 

ihm über Luftgewehre erzählt und jetzt wisse er die Unterschiede. Er habe seit 

dem Kauf nicht mit der Waffe geschossen, er habe keine Zeit und keinen Platz 

gehabt, das auszuprobieren. Auf der Fahrt zur Kalkbreite habe er probiert, das 

Gewehr zu laden. Die ersten paar Male sei das nicht gegangen, die Patronen sei-

en immer wieder herausgefallen. Auf Nachfrage erklärte er, man müsse den He-

- 16 - 

bel hinunterstossen, dadurch öffne sich das Gewehr oben und er habe versucht, 

eine Patrone hineinzuschieben. Man könne nur eine Patrone in das Rohr schie-

ben. Nach ein paar Malen habe er es geschafft und eine Patrone ins Gewehr ge-

laden (Urk. HD 3/4 S. 4 ff.). Konfrontiert mit einer Fotographie der sichergestellten 

Waffe (vgl. Urk. HD 3/4 Anhang letztes Foto) erklärte der Beschuldigte, nicht zu 

wissen, was das kleine untere Rohr sei (B: "Ist das dort, wo die Luft raus geht?", 

Urk. HD 3/4 S. 8) und erklärte, daran nichts manipuliert zu haben. Auf Vorhalt des 

am Tatort vorgefundenen kupferfarbenen Metallteils (Urk. HD 3/4 Anhang vorletz-

tes Foto) erklärte er ebenfalls, nicht zu wissen, was das sei (Urk. HD 3/4 S. 8). 

Auf den Vorhalt, E._____ belaste ihn, zwei- bis dreimal mit dem Gewehr ge-

schossen zu haben, erklärte der Beschuldigte, von sich aus nicht geschossen und 

auch keinen Schuss gehört zu haben. Er habe ja nicht zwei- bis dreimal schies-

sen können, sondern nur einmal, er habe ja nur eine Patrone geladen gehabt 

(Urk. HD 3/4 S. 13 f.). 

An der nächsten delegierten Einvernahme vom 20. November 2008 legte der Be-

schuldigte nochmals im Einzelnen dar, wie er das Gewehr auf der Fahrt zur Kalk-

breite mit einer Patrone geladen hatte (Urk. HD 3/5 S. 1 f.). 

Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 17. Dezember 2008 

anerkannte der Beschuldigte, dass sein Verhalten sehr gefährlich gewesen sei. Er 

habe aber nicht gewusst, dass scharfe Munition im Gewehr gewesen sei, habe 

sich aber auch nicht vergewissert. Dies sei sein Fehler (Urk. HD 3/6 S. 3). Und 

auch anlässlich der (ersten) Schlusseinvernahme vom 2. Oktober 2009 blieb er 

dabei, dass er das Gewehr erst am Vortag gekauft habe, weshalb es sich im Kof-

ferraum von F._____ befunden habe. Der Verkäufer habe gesagt, es seien Platz-

patronen. Erst später habe er erfahren, dass es Schrotpatronen gewesen seien. 

Er habe das beim Kauf nicht gewusst. Er habe nach dem Kauf kurz in die Schach-

tel geschaut und für ihn hätten die Patronen wie Platzpatronen ausgesehen, wes-

halb er davon ausgegangen sei. Er kenne sich mit Waffen und Munition gar nicht 

aus, weshalb es auch möglich sei, dass er sich geirrt habe. Er habe die Patronen 

niemandem gezeigt, mit niemandem darüber gesprochen und sich nicht erkun-

digt. Er habe auf der Fahrt an die Kalkbreite Munition aus dieser Schachtel ge-

- 17 - 

nommen und das Gewehr damit geladen. Er habe den Hebel nach unten gedrückt 

und wie ihm der Verkäufer erklärte habe, die Patrone in das Loch gesteckt. Er ha-

be nur eine Patrone eingeführt, welche er aus dieser Packung genommen habe. 

Er habe die Patrone nicht genauer angeschaut, bevor er sie eingeführt habe, ha-

be aber gewusst, wie sie ausgesehen habe, weil er ja nach dem Kauf kurz in die 

Schachtel geschaut habe. Im Auto sei es dunkel gewesen. Seit dem Erwerb des 

Gewehrs bis zu jenem Zeitpunkt habe er das Gewehr nicht genauer untersucht. 

Bis sein Anwalt und die Polizei ihm das Gewehr erklärt hätten, habe er nichts von 

der Magazinröhre gewusst, die im Gewehr steckte. Er glaube schon, dass es 

möglich gewesen wäre, dass sich in dieser Magazinröhre noch andere Munition 

befunden habe, er habe dort nicht nachgeschaut. Nachdem er die Patrone in das 

Loch gesteckt habe, habe er das Gewehr zugemacht, indem er den Hebel hoch 

gezogen habe. Danach habe er nichts mehr am Gewehr manipuliert. Er habe 

beim Kauf nicht gewusst, dass es sich um ein richtiges Gewehr gehandelt habe, 

er habe gedacht, es sei ein Luftgewehr. Er habe den Leuten damit Angst einjagen 

wollen. Er wisse, wie Kugelpatronen aussähen. Die seien vorne rund. Die, die er 

heraus genommen habe, seien aber vorne zusammengedrückt gewesen. Er habe 

gefühlt, dass die Patrone vorne etwas eckig gewesen sei (Urk. HD 3/7 S. 3 ff.). 

Auf Nachfrage, ob er gewusst habe, was er tun müsse, um einen zweiten Schuss 

abgeben zu können, erklärte der Beschuldigte, er hätte wieder laden müssen, das 

heisse, er hätte den Hebel wieder runter ziehen, eine Patrone einlegen und den 

Hebel wieder hochziehen müssen (Urk. HD 3/7 S. 8).  

Im Rahmen der weiteren Schlusseinvernahme vom 7. Dezember 2012 betonte 

der Beschuldigte schliesslich wiederum, nicht gewusst zu haben, dass er mit dem 

Gewehr jemanden schwer hätte verletzen können. Er habe leider nicht gewusst, 

um was für eine Waffe es sich gehandelt habe. Derjenige, der ihm die Waffe ver-

kauft habe, habe ihm gesagt, es handle sich um Platzpatronen und es sei ein 

Luftgewehr, er habe sich auf diese Aussagen verlassen. Er habe eine schwere 

Verletzung der umstehenden Personen nicht in Kauf genommen. Jetzt wisse er, 

dass dies hätte passieren können und verstehe es. Damals habe er es aber nicht 

gewusst (Urk. HD 45/3 S. 5 f. und S. 9).  

- 18 - 

3.6.5. Wie obige Wiedergabe zeigt, ist der Beschuldigte in seiner Darstellung kon-

stant und widerspruchsfrei geblieben. Insbesondere seine Antworten auf die Kon-

frontation mit den Fotos des Gewehrs sowie des Röhrenmagazins wirken authen-

tisch und nicht gekünstelt. Auch dass er eine erste Schussabgabe schnell als 

möglich in Betracht ziehen konnte, einen weiteren Schuss aber zunächst weiter-

hin deutlich ausschloss, stützt diese Einschätzung. Insgesamt wirkt der Beschul-

digte als im Umgang mit Feuerwaffen deutlich unbedarft, gar naiv, wobei er dies – 

konfrontiert mit den tatsächlichen Verhältnissen – aber auch einsieht und sein 

Handeln retrospektiv ohne Weiteres als objektiv gefährlich anerkennen kann. 

Dass der Beschuldigte wohl effektiv – wie mehrfach betont – davon ausging, ein 

Luftgewehr gekauft zu haben, zeigt sich sodann auch darin, dass er dies offenbar 

seinen Freunden so kommunizierte, bezeichneten doch auch F._____ und 

E._____ von Beginn der Untersuchung an die Waffe als "Luftgewehr" 

(Urk. HD 4/1 S. 15 und HD 4/10 S. 8). F._____ bestätigte im Übrigen auch impli-

zit, dass sich das Gewehr (nur) deshalb in seinem Auto befunden habe, weil er 

den Beschuldigten an jenem Abend noch nach Luzern nach Hause habe fahren 

wollen (Urk. HD 4/1 D. 15), weshalb nicht davon auszugehen ist, dass der Be-

schuldigte es einzig wegen bzw. für die absehbare Konfrontation dabei hatte. Al-

lerdings ist die Frage, ob er die Waffe als "richtiges" Gewehr oder als Luftgewehr 

ansah, von untergeordneter Bedeutung, kann doch auch mit Luftgewehrmunition, 

insbesondere auf kurze Distanz und im Bereich des Kopfes, eine schwere Kör-

perverletzung verursacht werden (vgl. hierzu auch den Rekursentscheid der hie-

sigen III. Strafkammer vom 12. April 2011, Urk. HD 36 S. 18). 

Insgesamt kann aber insbesondere aufgrund des konkreten Verhaltens des Be-

schuldigten nicht ernstlich daran gezweifelt werden, dass er nicht darum wusste, 

dass das Gewehr über ein – zumal mit scharfer Munition gefülltes – Röhrenma-

gazin verfügte, mithin zur mehrfachen Schussabgabe (Mehrlader) fähig war. Denn 

andernfalls hätte er weder versucht, das vermeintlich ungeladene Gewehr wäh-

rend der Autofahrt zur Kalkbreite (bloss mit einer einzigen Patrone) zu beladen – 

was durch E._____ bestätigt wird (Urk. HD 4/10 S. 9) –, noch dem im Wagen ver-

bliebenen E._____, nachdem sich der erste Schuss gelöst hatte, zugerufen "gib 

- 19 - 

mit, gib mir", wie es D._____ berichtet (Urk. HD 5/1 S. 8 und 12 und HD 6/4 S. 4). 

Hinzu kommt, dass das besagte, nicht als Ganzes austauschbare, sondern fest 

mit dem Gewehr verbundene Röhrenmagazin für waffenunkundige Laien als Sol-

ches schwer erkennbar erscheint, ist es doch äusserst unauffällig unterhalb des 

Laufs montiert (vgl. Urk. HD 1/4 letzte Seite).  

Demgegenüber ist festzuhalten, dass der Beschuldigte das ihm bekannte Poten-

tial seiner Waffe tatsächlich nutzte, sprich bewusst eine Patrone in den Lauf sei-

nes Gewehrs lud, bevor er dieses inmitten einer tätlichen Auseinandersetzung mit 

einer rivalisierenden Tamilengruppe behändigte, womit er jedenfalls in Kauf 

nahm, dass es zur (einmaligen) Schussabgabe kommen würde (vgl. auch die Er-

wägungen der III. Strafkammer in Urk. HD 36 S. 18). Dass es sich bei der von ihm 

verwendeten Munition um Platzpatronen gehandelt habe, schloss er unzu-

reichendermassen aus der Auskunft seines nicht gewerbsmässigen und offenbar 

(auch) im illegalen Bereich tätigen Verkäufers (Verkauf von Schlagstock und Dro-

gen, Urk. HD 3/1 S. 8). Überdies stützte er sich bei seiner Einschätzung darauf, 

dass er an der Spitze der Patrone kein Kugelprofil sah bzw. spürte, was allerdings 

nicht geeignet ist, die den Platzpatronen ähnelnde Schrotmunition ebenfalls aus-

zuschliessen. Einen Probeschuss gab er nicht ab. Bei dieser Ausgangslage konn-

te der Beschuldigte keinesfalls davon ausgehen, wirklich sogenannt "harmlose" 

Munition geladen zu haben. Hinzu kommt, dass auch Platzpatronen durchaus ge-

eignet sind, auf kurze Distanz schwere Körperverletzungen herbeizuführen (vgl. 

BGE 118 IV 142). Zumindest Letzteres nahm er durch sein Verhalten jedenfalls in 

Kauf.  

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Mit der Untersuchungsbehörde und der Vorinstanz sind die anklagegegen-

ständlichen Handlungen objektiv als versuchte schwere Körperverletzungen zu 

qualifizieren (Urk. 86 S. 25 und 28; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.2. Subjektiv fordert eine Bestrafung nach Art. 122 StGB ein vorsätzliches oder 

zumindest eventualvorsätzliches Handeln (vgl. hierzu die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz, Urk. 86 S. 26; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

- 20 - 

Was die Abgabe des ersten Schusses angeht, so wusste der Beschuldigte, dass 

er selbst die Waffe kurz zuvor mit einer Patrone geladen hatte – dass sie somit 

geladen und schussbereit war –, bevor er sie im Handgemenge behändigte. Der 

Vorinstanz ist sodann darin beizupflichten, dass es dem Beschuldigten unter die-

sen Umständen bereits aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung jedenfalls er-

kennbar war, dass sich jederzeit ein Schuss lösen konnte, was er entsprechend in 

Kauf nahm (Urk. 86 S. 26). Dass ein Schuss einen Menschen auf naheste Distanz 

bzw. auf Kopfhöhe ernsthaft – bzw. in der Terminologie des Strafrechts "schwer" 

– verletzen kann, ist offensichtlich zumal der Beschuldigte, wie bereits oben aus-

geführt, darum wusste, dass er die Wirkung der gekauften Munition vor deren 

Einsatz in keinerlei Hinsicht verifiziert hatte und selbst im Falle von Platzpatronen 

nicht einfach davon ausgegangen werden kann, solche könnten auf kurze Distanz 

keine schweren Verletzungen bewirken. Insgesamt ist damit – wie bereits im an-

gefochtenen Urteil erwogen – davon auszugehen, dass der Beschuldigte durch 

seine Vorgehensweise insgesamt in Kauf nahm, durch die Abgabe des vorher ge-

ladenen Schusses einen Menschen ernsthaft zu verletzen, wobei es allerdings 

beim Versuch blieb, da die resultierenden Verletzungen von D._____ und 

B.______ objektiv im Rahmen von einfachen Körperverletzungen im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 StGB geblieben sind.  

Was demgegenüber die zweite Schussabgabe angeht, so hat die Beweiswürdi-

gung unwiderlegbar ergeben, dass der Beschuldigte nicht wusste und es auch 

nicht für möglich hielt, dass eine erneute Schussabgabe ohne manuellen Lade-

vorgang möglich war. Bei dieser Sachlage ist in Anwendung von Art. 13 StGB zu 

Gunsten des Beschuldigten von dessen Vorstellung auszugehen, mithin davon, 

dass er nach dem ersten Schuss höchstens noch eine aufgrund ihres Aussehens 

zur Abschreckung oder zum Schlagen geeignete Waffe in den Händen hielt, wes-

halb er, selbst wenn er die durch einen Dritten vorgenommene Repetierbewegung 

bemerkt oder im Gezerre um das Gewehr eine solche selbst vorgenommen ha-

ben sollte, nicht damit rechnen musste, dass die Waffe nun wieder scharf ist. Dies 

schliesst die Annahme eines Eventualvorsatzes aus. Dass er bei seiner Einschät-

zung pflichtwidrig jede im Umgang mit (Feuer-)Waffen grundsätzlich angebrachte 

Sorgfalt missen liess (völlige Unkenntnis, Kauf aus zweifelhafter Quelle, keine 

- 21 - 

weiteren Abklärungen etc.), steht vorliegend ausser Frage (so auch die Verteidi-

gung, Urk. 73 S. 16 f. und Urk. 108 S. 10). Indes fehlt es für eine Verurteilung we-

gen fahrlässiger (einfacher) Körperverletzung vorliegend an einem fristgerecht 

gestellten Strafantrag des Privatklägers B.______ (vgl. Art. 125 in Verbindung mit 

Art. 31 StGB) und damit an einer Prozessvoraussetzung. Hinzu kommt, dass in 

der Anklageschrift auch die für eine Verurteilung notwendige Umschreibung der 

Sorgfaltspflichtverletzung nicht enthalten ist (Anklageprinzip, BGE 120 IV 355).  

4.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte – da weder 

Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich sind – zusätzlich zu 

den bereits in Rechtskraft erwachsenen Schuldsprüchen auch der versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB zum Nachteil von D._____ schuldig zu sprechen ist. 

Vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von 

B.______ ist er hingegen freizusprechen.  

5. Strafzumessung und Vollzug 

5.1. Der Beschuldigte beging die anklagegegenständlichen Straftaten im Sep-

tember 2008 und im April 2011.  

Mit Urteil des Kreisgerichts VIII Bern-Laupen vom 17. März 2010 war er für Delik-

te, die er im März 2008 sowie im Januar und März 2009 begangen hatte, zu einer 

Freiheitsstrafe von 20 Monaten bedingt und einer Busse von Fr. 400.– verurteilt 

worden.  

Überdies wurde er vom Bezirksgericht Zürich am 3. April 2013, ebenfalls vor dem 

Erlass des angefochtenen Urteils, der versuchten vorsätzlichen Tötung, begangen 

am 18. Juni 2011, schuldig gesprochen. Die hiesige Kammer bestätigte mit Urteil 

vom 20. Dezember 2013 den Schuldspruch, verhängte eine Freiheitsstrafe von 

neun Jahren und ordnete eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB an, 

gleichzeitig wurde der bedingte Vollzug der Berner Strafe widerrufen (vgl. den 

Strafregisterauszug vom 4. März 2015, Urk. 100). Dieses Urteil erwuchs mit sei-

ner Ausfällung in Rechtskraft (einer dagegen gerichteten, mittlerweile abgewiese-

- 22 - 

nen Beschwerde wurde keine aufschiebende Wirkung gewährt, vgl. die Beizugs-

akten Urk. 105 und Urk. 106). 

Da der Beschuldigte die heute zu beurteilenden Taten teilweise (was die Verurtei-

lung durch das Kreisgericht VIII Bern-Laupen angeht) bzw. vollständig (was die 

Verurteilung durch das Bezirksgericht Zürich bzw. die Kammer angeht) vor den 

oben wieder gegebenen Verurteilungen begangen hat, ist die heute festzusetzen-

de Strafe – da für die Delikte in der Gesamtschau nur eine Freiheitsstrafe in Frage 

kommt – als (teilweise) Zusatzstrafe zu obigen Verdikten auszufällen (Art. 49 

Abs. 2 StGB; BGE 138 IV 113; vgl. auch die Erwägungen der Vorinstanz, Urk. 86 

S. 38 f.).  

Bei der Festsetzung dieser Zusatzstrafe hat sich das Gericht vorerst zu fragen, 

welche Strafe im Falle einer gleichzeitigen Verurteilung in Anwendung von Art. 49 

Abs. 1 StGB ausgesprochen worden wäre. Ausgehend von dieser hypothetischen 

Gesamtbewertung bemisst sich anschliessend – unter Beachtung der rechtskräf-

tigen Grundstrafen – die Zusatzstrafe.  

Lediglich pro Memoria ist sodann darauf hinzuweisen, dass für die ebenfalls be-

gangenen Verkehrsregelübertretungen zusätzlich eine selbständige Busse auszu-

fällen ist (Art. 103 StGB). Dies wurde von der Vorinstanz so angeordnet (vgl. die 

zutreffenden Erwägungen, Urk. 86 S. 47 f.) und vom Beschuldigten (rechtskräftig) 

akzeptiert, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. 

5.2. Was die übrigen Strafzumessungsregeln angeht, kann – um Wiederholun-

gen zu vermeiden – auf die umfassenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 86 S. 32 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5.3. Bei der Bestimmung des abstrakten Strafrahmens ist auf das schwerste 

Delikt abzustellen. Vorliegend handelt es sich dabei um die (mehrfach) versuchte 

Tötung gemäss dem Urteil der Kammer vom 20. Dezember 2013. Weder der 

Strafschärfungsgrund der Deliktsmehrheit noch der Strafmilderungsgrund des 

Versuchs oder die vorliegende (höchstens leichtgradige) Verminderung der 

Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB stellen ausserordentliche Umstände im 

- 23 - 

Sinne der Rechtsprechung dar, weshalb ihnen innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens des Art. 111 StGB (Freiheitsstrafe von fünf bis zwanzig Jahren) Rech-

nung zu tragen ist (vgl. hierzu auch die Erwägungen der Kammer im angeführten 

Urteil, Urk. 105 S. 58 f.).  

5.4. Die Einsatzstrafe für die (mehrfach) versuchte vorsätzliche Tötung im Sin-

ne von Art. 111 StGB wurde von der Kammer mit einlässlicher Begründung, auf 

welche verwiesen sei, auf neun Jahre Freiheitsstrafe festgesetzt (Urk. 105 

S. 58 ff.).  

Was sodann die bei der hypothetischen Gesamtstrafe ebenfalls zu berücksichti-

genden Delikte angeht, die mit Ersturteil des Kreisgerichts VIII Bern-Laupen ge-

ahndet wurden, so kann vorab auf die dortigen Ausführungen zur Strafzumessung 

verwiesen werden (Beizugsakten Urk. HD 79, PO 09 3870 Band 16, Urteilsbe-

gründung S. 20 f.). Die damals als Grundstrafe für angemessen erachtete 20-mo-

natige Freiheitsstrafe ist vorliegend allerdings nicht ungekürzt zu übernehmen, da 

dies eine Art. 49 Abs. 1 StGB verletzende Kumulation bedeuten würde. Vielmehr 

scheint es angebracht, die Einsatzstrafe lediglich um 15 Monate zu erhöhen, was 

nebst der Berücksichtigung des Asperationsprinzips auch der neu vorliegenden 

psychologischen Einschätzung gemäss dem psychiatrischen Gutachten vom 

6. Juli 2012 (Urk. HD 49; vgl. dazu die vorinstanzlichen Ausführungen, Urk. 86 

S. 41 ff.) Rechnung trägt.  

Eine weitere Asperation ist nunmehr mit Blick auf die aktuelle Anklage vorzuneh-

men, beginnend beim hier objektiv schwersten Delikt, der (versuchten) schweren 

Körperverletzung zulasten von D._____. 

Die objektive Tatschwere ist dabei als nicht mehr leicht bis erheblich einzustufen. 

Der Beschuldigte nahm ein ihm nicht vertrautes, geladenes Gewehr zu einer ab-

sehbar tätlichen Auseinandersetzung mit mehreren Personen mit, was eine völlig 

fehlende Rücksichtnahme auf die körperliche Integrität anderer Menschen offen-

bart und gleichzeitig im Rahmen der immer wieder aufflackernden tätlichen Aus-

einandersetzungen unter Tamilen eine neue Eskalationsstufe bedeutete. Der 

Waffeneinsatz barg das immanente Risiko, mindestens eine Person schwer zu 

- 24 - 

verletzen. Indem der Beschuldigte auf der Fahrt zur Kalkbreite die Waffe lud, an-

schliessend griffbereit neben der Fahrzeugtüre deponierte und sie alsdann ohne 

zu zögern inmitten des Getümmels behändigte, zeigte er eine beträchtliche krimi-

nelle Energie, auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass er die Schussabgabe 

schliesslich gezielt auslöste. Dass es aufgrund eines blossen Streifschusses bei 

einer wenig gravierenden Verletzung sein Bewenden hatte, ist letztlich aber einzig 

dem Zufall zu verdanken. Der Schuss hätte – buchstäblich – ebenso gut ins Auge 

gehen können. Aufgrund der objektiven Tatschwere wäre die Einsatzstrafe um ca. 

drei Jahre Freiheitsstrafe zu erhöhen. Dass der tatbestandsmässige Erfolg effek-

tiv nicht eintrat und der Geschädigte D._____ – nebst der schnell verheilenden 

Schläfenverletzung – offenbar keine bleibenden Folgen zu tragen hat, das Delikt 

somit im Versuchsstadium geblieben ist, ist nun aber deutlich strafmindernd zu 

berücksichtigen. Weiter ist dem Beschuldigten strafmindernd seine leicht einge-

schränkte Schuldfähigkeit anzurechnen (gemäss psychiatrischem Gutachten liegt 

beim Beschuldigten eine Persönlichkeitsstörung vom unreifen Typus bei gleich-

zeitigem Alkoholmissbrauch vor; Urk. HD 49 S. 66), wozu auf die ausführlichen 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 86 S. 41 ff., samt Hin-

weis auf die zum Tatzeitpunkt mutmasslich vorliegende Trunkenheit). Ebenfalls 

relativierend ist auf der subjektiven Seite zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte bei seinem Vorgehen lediglich in Kauf nahm, jemanden zu verletzen, es je-

doch nicht (direkt-) vorsätzlich darauf angelegt hatte. So ist dem Beschuldigten 

zugute zu halten, dass er eben nicht gezielt auf seine Kontrahenten schoss, son-

dern dass sich der Schuss im Handgemenge bzw. im allgemeinen Gezerre und 

Kampf um die Waffe durch eine unkontrollierte Bewegung des Beschuldigten lös-

te. Insgesamt wäre die Einsatzstrafe aufgrund der Tatkomponenten der versuch-

ten Körperverletzung somit um 15 bis 18 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.  

Mit der Vorinstanz ist das Verschulden des Beschuldigten mit Blick auf den Rauf-

handel als erheblich zu bezeichnen. Der Beschuldigte fuhr – zumal bewaffnet – 

mit seinen teilweise ebenfalls bewaffneten Kollegen zum verabredeten Treffpunkt 

im Wissen darum, dass es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung kommen 

könnte, worauf er sich sodann gezielt vorbereitete (Laden der Waffe). Hinzu 

kommt, dass er selbst in die zugrunde liegende Auseinandersetzung zwischen 

- 25 - 

F._____ und B.______ nicht involviert gewesen war und mithin keinerlei persönli-

ches Motiv – ausser offensichtlicher Streitlust – für seine Teilnahme ersichtlich ist. 

Subjektiv vermag nur die bereits festgestellte, leicht verminderte Schuldfähigkeit 

(unter Einschluss der Alkoholintoxikation) das Verschulden etwas zu relativieren. 

Insgesamt scheint die Erhöhung der Einsatzstrafe um neun bis elf Monate Frei-

heitsstrafe als angemessen.  

Die Vergehen gegen das Waffen- bzw. das Strassenverkehrsgesetz sind schliess-

lich verschuldensmässig von deutlich untergeordneter Bedeutung. Der Beschul-

digte hatte das Gewehr erst am Vortag erworben und auch bei seiner Fahrt im 

fahrunfähigen Zustand kann noch von einem leichten Verschulden gesprochen 

werden (vgl. die Ausführungen der Vorinstanz, Urk. 86 S. 43 f.; Art. 82 Abs. 4 

StGB). Insgesamt erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um ein bis zwei Mo-

nate als angemessen. Insgesamt resultiert damit aufgrund der Tatkomponenten 

der heute zu beurteilenden Delikte eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 25 bis 31 

Monate. 

Was die Täterkomponenten angeht, wurden der Werdegang und die persönlichen 

Verhältnisse des Beschuldigten im angefochtenen Urteil zutreffend dargelegt, wo-

rauf verwiesen werden kann (Urk. 86 S. 44 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Gemäss sei-

nen Ausführungen an der Berufungsverhandlung, wurde ihm seine Aufenthalts-

bewilligung F entzogen, er habe jedoch ein neues Asylgesuch gestellt, welches 

derzeit noch bearbeitet werde. Sofern er nach Verbüssung der Strafe in der 

Schweiz bleiben könne, wolle er sich zum Polymechaniker weiterbilden lassen, in 

der Justizvollzugsanstalt arbeite er in der Korberei (Prot. II S. 8 f.). Für die Straf-

zumessung ergeben sich daraus keine relevanten Faktoren.  

Der Beschuldigte beging die heute zu beurteilenden Taten mehrheitlich (Köper-

verletzung, Raufhandel, Waffentragen) zeitnah zu den gleichartigen (u.a. Angriff, 

versuchte einfache und schwere Körperverletzung sowie Übertretung des Waf-

fengesetzes, vgl. Urk. 100) in Bern verhandelten Delikten, mithin während dort be-

reits laufender Untersuchung (vgl. auch die entsprechende Zugabe des Beschul-

digten, Urk. HD 3/2 S. 2). Die Verkehrsdelikte beging er überdies in der Probezeit 

des Berner Urteils und während die vorliegende Untersuchung ebenfalls bereits 

- 26 - 

lief. Dies ist deutlich straferhöhend zu berücksichtigen, zumal er auch später ähn-

lich geartet weiter delinquierte (versuchte Tötung). Was das zumessungsrelevan-

te Nachtatverhalten des Beschuldigten angeht, so ist ihm strafmindernd zugute zu 

halten, dass er den ihm vorgeworfenen Sachverhalt grösstenteils von Beginn an 

(Kauf des Gewehrs, Beteiligung am Raufhandel inkl. Behändigung des Gewehrs, 

Fahren in fahrunfähigem Zustand) eingestand, was indessen auch durch die rela-

tiv eindeutige Beweislage bedingt gewesen sein dürfte. Während eine erhöhte 

Strafempfindlichkeit nicht ersichtlich ist, ist die ausserordentlich lange Verfahrens-

dauer spürbar strafmindernd zu berücksichtigen, womit es sich rechtfertigt, die 

Einsatzstrafe für die heute zu beurteilenden Delikte insgesamt auf 23 Monate 

Freiheitsstrafe zu reduzieren.  

Damit ist die hypothetische Gesamtstrafe auf zwölf Jahre und zwei Monate Frei-

heitsstrafe zu veranschlagen. Nach Abzug der in den beiden Ersturteilen festge-

setzten Grundstrafen von neun Jahren und 20 Monaten Freiheitsstrafe resultiert 

eine heute auszusprechende Zusatzstrafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe. Die 

vom Beschuldigten während der Untersuchung erstandene Untersuchungs- und 

Sicherheitshaft von 79 Tagen ist an diese Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB).  

5.5. Bei der vorliegenden Sachlage kommt der bedingte Strafvollzug bereits 

aus objektiven Gründen nicht in Frage, ist hierfür doch auf die sich aus Grundstra-

fe und Zusatzstrafe ergebende gesamte Strafdauer abzustellen (BSK StGB-

Roland M. Schneider/Roy Garré, 3. Auflage 2013, Art. 42 N 17 m.w.H.; Art. 43 

StGB). Die Freiheitsstrafe ist somit zu vollziehen.  

6. Zivilklage  

Da der Beschuldigte vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Körperverletzung 

zum Nachteil des Privatklägers B.______ freizusprechen ist, und da sich der 

Sachverhalt auch nicht spruchreif präsentiert, ist der Privatkläger sowohl mit sei-

ner Schadenersatz- wie auch mit seiner Genugtuungsforderung auf den Weg des 

Zivilprozesses zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO).  

- 27 - 

7. Kostenfolgen 

7.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Parteien nach Massgabe ih-

res Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

7.2. Nachdem der Beschuldigte mit seiner Berufung teilweise obsiegt (Teilfrei-

spruch, Reduktion des Strafmasses), sind ihm die Kosten des Berufungsverfah-

rens lediglich zur Hälfte aufzuerlegen. Die Kosten für seine amtliche Verteidigung 

im Berufungsverfahren sind sodann auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die 

Nachforderung der hälftigen Kosten im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehal-

ten bleibt.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 21. August 2013, bezüglich der Schuldsprüche betreffend Raufhandel, 

Vergehen gegen das Waffengesetz, Fahren im fahrunfähigen Zustand und 

mehrfache einfache Verletzung der Verkehrsregeln (Dispositivziffer 1 Punkt 

2-5), der Übertretungsstrafe (Dispositivziffern 4-6), der Regelungen betref-

fend die beschlagnahmten und sichergestellten Gegenstände (Dispositivzif-

fern 9-12) und des Kostendispositivs (Dispositivziffern 13-16) in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A.______ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

zum Nachteil von D._____. 

- 28 - 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB zum Nachteil von B.______. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 79 Ta-

ge durch Haft erstanden sind, als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts 

des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 20. Dezember 2013 sowie teilwei-

se als Zusatzstrafe zum Urteil des Kreisgerichtes VIII Bern-Laupen vom 

17. März 2010. 

4. Die Freiheitstrafe wird vollzogen.  

5. Der Privatkläger B.______ wird mit seiner Schadenersatz- und Genugtu-

ungsforderung auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'800.–   amtliche Verteidigung 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und 

zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

pflicht bleibt im Umfang der Hälfte vorbehalten. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 
− den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste  

− die Justizvollzugsanstalt Pöschwies, Regensdorf, durch die zuführen-
den Beamten 

- 29 - 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 

eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

- 30 - 

Zürich, 20. März 2015 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Schneeberger 
 

 
 
 

	Urteil vom 20. März 2015
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A.______ ist schuldig
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 4 Monaten Freiheitsstrafe als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Kreisgerichtes VIII Bern-Laupen vom 17. März 2010, wovon 79 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von CHF 300.
	5. Die Busse ist zu bezahlen.
	6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
	7. Der Privatkläger B.______ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B.______ CHF 1'000 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 29. September 2008 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 13. August 2010 beschlagnahmten Gegenstände des Beschuldigten (HD 9/1) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen:
	- 1 Unterhebelrepetiergewehr, Marke "Winchester", Model "9422 XTR". Nr. …, Kaliber .22 S-L-L.R., mit montiertem Zielfernrohr (A...)
	- 1 Magazinröhre zu Unterhebelrepetiergewehr "Winchester" (A...)
	- Munition (11 Patronen) (A...)
	10. Die nachfolgenden sichergestellten Kleidungsstücke und Gegenstände des Beschuldigten werden beschlagnahmt und dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils innert Frist von drei Monaten auf erstes Verlangen herausgegeben:
	- 1 Jeanshose, blau
	- 1 Hemd schwarz
	- 1 Hemd weiss
	- 1 T-Shirt grau
	- 1 Paar Turnschuhe weiss
	- 1 Jeans weiss
	- 1 Kapuzenjacke grau
	- 4 CD
	- 1 SIM Karte aus Aktenkoffer
	- 11 Karten zu SIM
	- 9 SIM Karten aus Nachttisch
	- 6 Speicherkarten aus Nachttisch
	- 1 Couvert mit Rechnungsunterlagen aus Nachttisch.
	Nach ungenutztem Ablauf der Frist werden die Kleidungsstücke und Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	11. Der sichergestellte Metallschlagstock des Beschuldigten wird beschlagnahmt und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen.
	12. Die nachfolgenden sichergestellten Gegenstände des Beschuldigten werden beschlagnahmt und durch die Kasse des Bezirksgerichts Zürich verwertet. Der Verwertungserlös wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet.:
	- 1 Natel Nokia
	- 1 schwarze Tasche mit Laptop.
	13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat entschieden.
	16. Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft werden auf die Staatkasse genommen. Über die Höhe der Kosten wird separat entschieden.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei Ziffer 1 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 21. August 2013 teilweise aufzuheben und es sei der Beschuldigte der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung freizusprechen. Im Übrigen seien die Schu...
	2. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Urteilsdispositiv-Ziffer 2 mit einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten als Zusatzstrafe zu Ihrem Urteil vom 20. Dezember 2013 (SB130213) und zum Urteil des Kreisgerichtes VIII Bern-Laupen vom 17.03.2010 z...
	3. Urteilsdispositiv-Ziffern 7 und 8 seien aufzuheben und es sei stattdessen auf die Schadenersatz- sowie Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ nicht einzutreten.
	4. Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens (inklusive Kosten der amtlichen Verteidigung) seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 21. August 2013 meldete der Beschuldigte noch am selben Tag und damit rechtzeitig Berufung gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO an (Urk. 77). Das begründe...
	1.2. Nachdem die Berufungsverhandlung auf den 28. März 2014 angesetzt worden war, wurde das Berufungsverfahren mit Beschluss vom 4. März 2014 bis zur rechtskräftigen Erledigung eines anderen gegen den Beschuldigten an der hiesigen Kammer anhängigen Ve...
	1.3. Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldigte persönlich sowie sein amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, erschienen sind (Prot. II S. 5). Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Alb...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen Schuldspruch betreffend mehrfache versuchte schwere Körperverletzung (Dispositivziffer 1 Punkt 1), gegen die Strafe (Dispositivziffer 2) sowie gegen den vorinstanzlichen Ents...
	2.2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Wird die Strafe angefochten, so erwächst der Entscheid über den Vollzug der Strafe nicht selbständig in Rechtskr...
	2.3. Nachdem die Schuldsprüche betreffend Raufhandel, Vergehen gegen das Waffengesetz, Fahren im fahrunfähigen Zustand und mehrfache einfache Verletzung der Verkehrsregeln (Dispositivziffer 1 Punkt 2 - 5) und damit einhergehend die Bestrafung für die ...

	3. Sachverhalt
	3.1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der Anklageschrift vom 14. Dezember 2012 (Urk. HD 56/2 Ziff. 1.2 S. 2 ff.) und aus der Zusammenfassung im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 86 S. 11 ff.), worauf gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen w...
	3.2. Der Beschuldigte bestreitet auch im Berufungsverfahren den Anklagesachverhalt im Zusammenhang mit dem Vorwurf der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung. So sei er davon ausgegangen, im Gewehr befinde sich eine einzige Platzpatrone, wesh...
	3.3. Es ist somit zu prüfen, ob sich der im Berufungsverfahren zu beurteilende Anklagesachverhalt anhand der vorhandenen Beweismittel erstellen lässt. Die  Vorinstanz hat das Vorgehen und die allgemeinen Beweiswürdigungsregeln ausführlich und korrekt ...
	3.4. Mit der Vorinstanz ist der Sachverhalt, soweit es die der tätlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden rivalisierenden Tamilengruppen vorangehenden Umstände angeht (Anklageschrift Ziff. 1.2; Urk. 56/2 S. 3 f.), aufgrund der verschiedenen Auss...
	3.5. Äusserer Sachverhalt
	3.6. Innerer Sachverhalt
	3.6.1. Was der Täter wusste, wollte, oder in Kauf nahm, gehört zum Inhalt des subjektiven Tatbestandes. Seine Feststellung ist jedoch Bestandteil der Sachverhaltsabklärung. Es geht dabei um einen inneren Vorgang, auf den nur anhand einer eingehenden W...
	3.6.2. Die Staatsanwaltschaft – wie auch die Vorinstanz (Urk. 86 S. 26 ff.) – legt dem Beschuldigten eventualvorsätzliches Verhalten zur Last: Indem er während laufender tätlicher Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Gruppierungen das zuvor sc...
	3.6.3. Die Verteidigung macht sinngemäss geltend, der Beschuldigte sei davon ausgegangen, dass es sich bei dem erst am Vortag von privat gekauften Gewehr um ein Einzellader-Luftgewehr und bei der Munition um harmlose Platzpatronen gehandelt habe. Dass...
	3.6.4. Im Rahmen seiner ersten Einvernahme durch die Polizei am 2. Oktober 2008 verneinte der Beschuldigte zunächst, eine Waffe bzw. einen gefährlichen Gegenstand zu besitzen/besessen zu haben und erwähnte sodann in seiner Schilderung des anklagegegen...
	3.6.5. Wie obige Wiedergabe zeigt, ist der Beschuldigte in seiner Darstellung konstant und widerspruchsfrei geblieben. Insbesondere seine Antworten auf die Konfrontation mit den Fotos des Gewehrs sowie des Röhrenmagazins wirken authentisch und nicht g...

	4. Rechtliche Würdigung
	4.1. Mit der Untersuchungsbehörde und der Vorinstanz sind die anklagegegenständlichen Handlungen objektiv als versuchte schwere Körperverletzungen zu qualifizieren (Urk. 86 S. 25 und 28; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	4.2. Subjektiv fordert eine Bestrafung nach Art. 122 StGB ein vorsätzliches oder zumindest eventualvorsätzliches Handeln (vgl. hierzu die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz, Urk. 86 S. 26; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	Was demgegenüber die zweite Schussabgabe angeht, so hat die Beweiswürdigung unwiderlegbar ergeben, dass der Beschuldigte nicht wusste und es auch nicht für möglich hielt, dass eine erneute Schussabgabe ohne manuellen Ladevorgang möglich war. Bei diese...
	4.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte – da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich sind – zusätzlich zu den bereits in Rechtskraft erwachsenen Schuldsprüchen auch der versuchten schweren Körperverletzung i...

	5. Strafzumessung und Vollzug
	5.1. Der Beschuldigte beging die anklagegegenständlichen Straftaten im September 2008 und im April 2011.
	5.2. Was die übrigen Strafzumessungsregeln angeht, kann – um Wiederholungen zu vermeiden – auf die umfassenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 86 S. 32 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	5.3. Bei der Bestimmung des abstrakten Strafrahmens ist auf das schwerste Delikt abzustellen. Vorliegend handelt es sich dabei um die (mehrfach) versuchte Tötung gemäss dem Urteil der Kammer vom 20. Dezember 2013. Weder der Strafschärfungsgrund der De...
	5.4. Die Einsatzstrafe für die (mehrfach) versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB wurde von der Kammer mit einlässlicher Begründung, auf welche verwiesen sei, auf neun Jahre Freiheitsstrafe festgesetzt (Urk. 105 S. 58 ff.).
	5.5. Bei der vorliegenden Sachlage kommt der bedingte Strafvollzug bereits aus objektiven Gründen nicht in Frage, ist hierfür doch auf die sich aus Grundstrafe und Zusatzstrafe ergebende gesamte Strafdauer abzustellen (BSK StGB-Roland M. Schneider/Roy...

	6. Zivilklage
	7. Kostenfolgen
	7.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
	7.2. Nachdem der Beschuldigte mit seiner Berufung teilweise obsiegt (Teilfreispruch, Reduktion des Strafmasses), sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens lediglich zur Hälfte aufzuerlegen. Die Kosten für seine amtliche Verteidigung im Berufungsverf...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 21. August 2013, bezüglich der Schuldsprüche betreffend Raufhandel, Vergehen gegen das Waffengesetz, Fahren im fahrunfähigen Zustand und mehrfache einfache Verletzu...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A.______ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von D._____.
	2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von B.______.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 79 Tage durch Haft erstanden sind, als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 20. Dezember 2013 sowie teilweise als Zusatzstrafe zum Urt...
	4. Die Freiheitstrafe wird vollzogen.
	5. Der Privatkläger B.______ wird mit seiner Schadenersatz- und Genugtuungsforderung auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ...
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Justizvollzugsanstalt Pöschwies, Regensdorf, durch die zuführenden Beamten

	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.