# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9a303f3-3d6f-5ba4-8790-f17f835b5b05
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft 12.05.2020 420 20 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_005_420-20-90_2020-05-12.pdf

## Full Text

Entscheid der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs  

Basel-Landschaft  

 

vom 12. Mai 2020 (420 20 90) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Schuldbetreibung und Konkurs 

 

 
An das Betreibungsamt Basel-Landschaft gerichtete betreibungsrechtliche Beschwerden 
gemäss Art. 17 SchKG sind in jedem Fall an die zuständige Aufsichtsbehörde Schuldbe-
treibung und Konkurs Basel-Landschaft weiterzuleiten (Art. 32 Abs. 2 SchKG). Rechtsmit-
tel sind bedingungsfeindlich und können nicht wahlweise als Wiedererwägungsgesuch 
oder als Beschwerde erhoben werden. 

 
 
Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richter Philippe Spitz (Ref.),  

Richterin Barbara Jermann Richterich; Aktuarin i.V. Nathalie de Luca 
  

 

Parteien  A.____, gesetzlich vertreten durch B.____,  
vertreten durch Advokat Michel Bergmann, Poncet Turrettini Avocats,  
8-10, rue de Hesse, case postale 5715, 1211 Genève 11,  
Beschwerdeführerin 
 

  
gegen 
 

  Betreibungsamt Basel-Landschaft, Eichenweg 12, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

   

Gegenstand  Betreibungsrechtliche Beschwerde  

A. Im Betreibungsverfahren Nr. XXXXXXXX des Betreibungsamtes Basel-Landschaft stellte 

die Gläubigerin A.____, gesetzlich vertreten durch B.____, wiederum vertreten durch Advokat 

Michel Bergmann, am 3. Januar 2020 das Fortsetzungsbegehren für eine Forderung über 

CHF 100'000.00 zzgl. 5% Zins seit 15. August 2010 gegen die Schuldnerin C.____AG. Darin 

 
 
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wurde versehentlich das Betreibungsamt Genf als zuständiges Amt aufgeführt, weshalb gleichen-

tags ein Rektifikat des Fortsetzungsbegehrens mit korrekten Angaben betreffend das zuständige 

Betreibungsamt Basel-Landschaft erfolgte. 

B. Daraufhin stellte das Betreibungsamt Basel-Landschaft in der Betreibung Nr. XXXXXXXX 

mit Schreiben vom 6. Januar 2020 die Konkursandrohung gegen die C.____AG aus. Mit Verfü-

gung vom 11. Februar 2020 hob das Betreibungsamt Basel-Landschaft diese Konkursandrohung 

sodann wieder auf. 

C. Gegen diese Verfügung stellte A.____ mit Schreiben vom 18. Februar 2020 sinngemäss 

ein Wiedererwägungsgesuch beim Betreibungsamt Basel-Landschaft mit dem Antrag, die Verfü-

gung sei aufzuheben. Sollte die Verfügung nicht aufgehoben werden, gelte das Schreiben zudem 

gleichzeitig als Beschwerde im Sinne von Art. 17 SchKG und sei vom Betreibungsamt Basel-

Landschaft an die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs weiterzuleiten. 

D. Mit Eingabe vom 24. März 2020 gelangte A.____, wiederum vertreten durch Advokat Michel 

Bergmann (nachfolgend Beschwerdeführerin), an die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung 

und Konkurs und bat in Ermangelung einer Antwort des Betreibungsamtes Basel-Landschaft auf 

das Wiedererwägungsgesuch vom 18. Februar 2020 um Mitteilung, ob dieses bereits als Be-

schwerde im Sinne von Art. 17 SchKG weitergeleitet worden sei, andernfalls das Schreiben vom 

24. März 2020 die Beschwerde vom 18. Februar 2020 bestätigen solle. 

E. Die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft (nachfolgend 

Aufsichtsbehörde) stellte die Beschwerde vom 18. Februar 2020 bzw. 24. März 2020 mit Verfü-

gung vom 26. März 2020 dem Betreibungsamt Basel-Landschaft zur Vernehmlassung bis zum 

6. April 2020 zu. 

F. Das Betreibungsamt Basel-Landschaft (nachfolgend Beschwerdegegner oder Amt) liess 

sich daraufhin mit Eingabe vom 6. April 2020 vernehmen und beantragte, auf die Beschwerde sei 

nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. 

G. Mit Verfügung vom 7. April 2020 überstellte die Aufsichtsbehörde die Vernehmlassung an 

die Beschwerdeführerin zur Kenntnisnahme und schloss den Schriftenwechsel. 

  

Erwägungen 

1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen das Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, 

kann gegen jede Verfügung eines Betreibungsamtes bei der Aufsichtsbehörde über Schuldbe-

treibung und Konkurs wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt 

werden. Wird eine Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit geltend gemacht, so muss die 

Beschwerde gemäss Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs 

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(SchKG, SR 281.1) grundsätzlich innert zehn Tagen seit dem Zeitpunkt, in welchem der Be-

schwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, angebracht werden. Wegen Rechts-

verweigerung oder Rechtsverzögerung kann jederzeit Beschwerde geführt werden. § 11 Abs. 1 

EG SchKG (SGS 233) hält sodann fest, dass sich das betreibungsrechtliche Beschwerdeverfah-

ren vor dem Kantonsgericht nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 (VwVG, 

SGS 175) richtet, soweit das Bundesrecht keine Regelung vorsieht. Die Beschwerdeführerin ficht 

mit ihrer Eingabe vom 18. Februar 2020 die Verfügung des Betreibungsamtes Basel-Landschaft 

vom 11. Februar 2020 zur Aufhebung der Konkursandrohung an, welche als Anfechtungsobjekt 

einer Beschwerde nach Art. 17 SchKG zugänglich ist. Die sachliche Zuständigkeit der Dreierkam-

mer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zur Behandlung der Angelegenheit als Auf-

sichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs ergibt sich sodann aus § 6 Abs. 1 lit. b 

EG SchKG. Zur Erhebung der Beschwerde ist legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung 

eines Zwangsvollstreckungsorgans in seinen rechtlichen oder zumindest tatsächlichen Interes-

sen betroffen und dadurch beschwert ist und deshalb ein schutzwürdiges Interesse an der Auf-

hebung oder Abänderung der Verfügung hat. Die Beschwerdeführerin ist als Gläubigerin in der 

betreffenden Betreibung durch die Aufhebung der Konkursandrohung berührt und beschwerde-

legitimiert (vgl. COMETTA/MÖCKLI, in: BSK SchKG I, 2. Aufl., Basel 2010, Art. 17 SchKG N 41 mit 

Hinweisen). 

 

2. § 15 Abs. 1 VwVG verlangt, dass die Eingaben der Parteien ein klar umschriebenes Be-

gehren, die Angabe der Tatsachen und Beweismittel, eine Begründung sowie die Unterschrift der 

Parteien oder ihres Vertreters enthalten müssen. Der Beschwerdeantrag muss entweder auf Auf-

hebung bzw. Änderung der angefochtenen Verfügung oder auf Vornahme einer betreibungsrecht-

lichen Massnahme gerichtet sein (Art. 21 SchKG e contrario). Als Beschwerdegründe können 

Gesetzesverletzung, Unangemessenheit, Rechtsverzögerung sowie Rechtsverweigerung gel-

tend gemacht werden (Art. 17 Abs. 1 und 3 SchKG). In jedem Fall können lediglich Verfahrens-

fehler gerügt werden. Über materiell-rechtliche Fragen wird im Beschwerdeverfahren grundsätz-

lich nicht entschieden. Die Beschwerde muss mindestens summarisch begründet werden. Die 

Beschwerdeführerin hat kurz darzulegen, gegen welche Rechtssätze der angefochtene Ent-

scheid verstösst. Zur Begründung einer Beschwerde gehört somit, dass die Beschwerdeführerin 

sich mit dem angefochtenen Entscheid inhaltlich auseinandersetzt. Die Beschwerde vom 18. Feb-

ruar 2020 genügt diesen Anforderungen knapp. So enthält die Beschwerdebegründung Ausfüh-

rungen zu angeblichen Fehlern in der Verfügung, mithin einer fehlenden Begründung derselben. 

 

3. Zu prüfen ist hingegen, ob die Beschwerde fristgerecht erhoben wurde. Die zehntägige Frist 

nach Art. 17 Abs. 2 SchKG gilt auch dann als gewahrt, wenn vor ihrem Ablauf ein unzuständiges 

Betreibungs- oder Konkursamt angerufen wurde. Die unzuständige Behörde überweist in diesem 

Fall die Eingabe unverzüglich an die zuständige Behörde (Art. 32 Abs. 2 SchKG). Diese Bestim-

mung ist auch anwendbar, wenn eine Beschwerde anstatt bei der zuständigen Aufsichtsbehörde 

beim Betreibungs- und Konkursamt eingereicht wurde. Das Schreiben der Beschwerdeführerin 

vom 18. Februar 2020, welches innerhalb der zehntägigen Beschwerdefrist erfolgte, könnte dem-

nach als an die falsche Instanz erfolgte Beschwerde qualifiziert werden. Der Beschwerdegegner 

bringt in der Vernehmlassung vom 6. April 2020 in diesem Zusammenhang vor, aufgrund des 

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durch das Amt verfassten Antwortschreibens vom 9. März 2020 zur Erklärung der Aufhebungs-

verfügung vom 11. Februar 2020 sei eine Weiterleitung der Beschwerde vom 18. Februar 2020 

an die Aufsichtsbehörde hinfällig geworden. Der Beschwerdegegner verkennt dabei, dass ihm 

bei der Weiterleitung grundsätzlich kein Ermessen bleibt. So hätte er das Schreiben unabhängig 

von einer eigenen nachträglichen Begründung der Aufhebungsverfügung zur Beurteilung an die 

Aufsichtsbehörde weiterleiten müssen. Hinzu kommt, dass nicht mehr erstellt werden kann, ob 

das Antwortschreiben vom Amt der Beschwerdeführerin tatsächlich zugestellt worden ist, da es 

mit A-Post ohne Sendungsverfolgung versandt wurde. Daraus folgt, dass die Beschwerde vom 

18. Februar 2020 als fristgerecht erhoben entgegenzunehmen ist. 

 

4. Fraglich ist im Weiteren jedoch, ob die Beschwerde mit einer unzulässigen Bedingung er-

hoben worden ist. Die Ergreifung bzw. Behandlung eines Rechtsmittels darf nicht von der Beant-

wortung einer Frage abhängig gemacht werden, die Gegenstand eines Entscheids im Rechtsmit-

telverfahren sein wird (OGer ZH PP120013 vom 8. Mai 2012 E. 3; KGE BL 410 15 347 vom 10. 

November 2015 E. 2; 400 13 166 vom 17. September 2013 E 1.1 f.; REETZ in: ZPO-Komm. Sutter-

Somm et al., Vorbemerkungen zu Art. 308 - 318, N 49). Nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung sind Prozesshandlungen der Parteien bedingungsfeindlich. Das Gericht muss klaren ver-

fahrensrechtlichen Verhältnissen gegenübergestellt werden. Eine Ausnahme besteht nur inso-

weit, als Tatsachen zu Bedingungen erhoben werden, deren Eintritt  oder Nichteintritt sich im 

Verlauf des Verfahrens ohne Weiteres ergibt, so dass durch die Bedingung keine Unklarheit ent-

steht. So können Eventualbegehren gestellt werden für den Fall, dass ein Hauptbegehren nicht 

geschützt wird (BGE 134 III 332 E. 2.2). Die Beschwerdeführerin ist anwaltlich vertreten, weshalb 

ihrem Vertreter zugemutet werden kann, Rechtsmittel mit der gehörigen Sorgfalt – mithin bedin-

gungslos – zu erheben. Die Beschwerde vom 18. Februar 2020 richtete sich an das Betreibungs-

amt und machte dabei das Erheben der Beschwerde nach Art. 17 SchKG von der Bedingung 

abhängig, dass dieses das Gesuch um Aufhebung der Verfügung nicht ablehne. Dabei überlässt 

die Beschwerdeführerin die Wahl dem Beschwerdegegner, was eine unzulässige Unsicherheit 

erzeugt, die sich sodann auch in der Nichtaufhebung der Verfügung bzw. der Nichtweiterleitung 

der Beschwerde an die Aufsichtsbehörde gezeigt hat. Der Beschwerdeführerin wäre es unbe-

nommen gewesen, gleichzeitig ein Gesuch um Wiedererwägung an das Betreibungsamt Basel-

Landschaft sowie eine Beschwerde nach Art. 17 SchKG mit dem Vermerk an die Aufsichtsbe-

hörde zu richten, es sei zudem ein Wiedererwägungsgesuch beim Amt hängig. Demnach kann 

auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. 

5. Ungeachtet dessen ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei einer Behandlung in der Sache 

die Beschwerde abzuweisen wäre. Die fehlende Begründung einer Verfügung ist ein schwerwie-

gender Mangel, weil dadurch das rechtliche Gehör verletzt wird. Dieser Eröffnungsfehler muss 

grundsätzlich zur Aufhebung der Verfügung führen. Eine Ausnahme davon kann jedoch gemacht 

werden, wenn die überprüfende Instanz über volle Kognition betreffend das Anfechtungsobjekt 

verfügt und die Verletzung dadurch geheilt werden kann. Mit Schreiben vom 18. Februar 2020 

begehrt die Beschwerdeführerin die Begründung bzw. Aufhebung der Verfügung vom 11. Februar 

2020. Das Amt bringt in seiner Vernehmlassung vom 6. April 2020 vor, es sei aufgrund einer 

systemtechnischen Nichterfassung des korrekt erhobenen Rechtsvorschlags vom 8. Januar 2019 

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zum Ausstellen der Konkursandrohung gekommen. Mit per A-Post versendetem Antwortschrei-

ben (und daher ohne Sendungsverfolgung) vom 9. März 2020 habe der Beschwerdegegner der 

Beschwerdeführerin erklärt, dass die Verfügung vom 11. Februar 2020 aufgrund des fristgerecht 

und nicht beseitigten Rechtsvorschlages ergangen worden sei. Da eine Sendungsverfolgung 

nicht mehr möglich ist und die Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 24. März 2020 behauptet, 

keine Antwort auf das erste Schreiben vom 18. Februar 2020 erhalten zu haben, ist im Zweifel 

davon auszugehen, dass sie keine Kenntnis von dieser Begründung hatte. Sie hat davon aller-

dings spätestens durch die von der Aufsichtsbehörde verfügte Zustellung der Vernehmlassung 

des Beschwerdegegners vom 6. April 2020 Kenntnis erhalten. So oder anders ändert die man-

gelhafte Verfügung nichts an der Tatsache, dass die Konkursandrohung vom 6. Januar 2020 auf-

grund des korrekt erhobenen Rechtsvorschlags nichtig im Sinne von Art. 22 Abs. 1 SchKG ist, 

was von Amtes wegen festzustellen ist (Zahlungsbefehl mit fristgerecht erhobenem Rechtsvor-

schlag, Beleg Nr. 4 des Beschwerdegegners). Aus diesem Grund würde die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung mit der Anweisung an das Amt zum Erlass einer neuen, gleichlautenden, 

jedoch begründeten Verfügung einhergehen, was einen formalistischen Leerlauf zur Folge hätte. 

Die festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs wäre somit vor der Aufsichtsbehörde geheilt 

worden und die Beschwerde wäre ohnehin abzuweisen. 

6. Das Beschwerdeverfahren vor der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs 

ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG) und es darf keine Parteientschädigung 

zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG). 

 

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 2. Es werden keine Kosten erhoben. 

Jede Partei trägt ihre eigenen Parteikosten selbst. 

 

 

 

Präsidentin 

 

 

 

Christine Baltzer-Bader 

 

 

 

Aktuarin i.V. 

 

 

 

Nathalie de Luca 

 

 

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