# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 409ad794-45b1-59db-849a-29823439ef56
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 24.03.2025 SBK.2025.60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-60_2025-03-24.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.60  
(HA.2025.91; STA.2022.3715)  

Art. 88 

 

 

Entscheid vom 24. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari 

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiber Stutz 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ (alias [...]),  

[…], 

z.Zt.: [Gefängnis], 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Peter Fäs,  

[…] 

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

27. Februar 2025 betreffend Antrag auf Sicherheitshaft 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führte gegen A._____ (fortan: Be-

schwerdeführer) eine Strafuntersuchung wegen versuchten Diebstahls, 

Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. Der Beschwerdeführer wurde 

am 8. Januar 2025 festgenommen. Das Zwangsmassnahmengericht des 

Kantons Aargau verfügte am 10. Januar 2025 die Versetzung des Be-

schwerdeführers in Untersuchungshaft bis einstweilen am 8. April 2025. 

 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 31. März 2022 bei einem 

Einfamilienhaus in Q._____ mit Hilfe eines unbekannten Gegenstandes 

das Fenster der Falttür des Wintergartens und daraufhin im Wintergarten 

mit dem gleichen Gegenstand die Scheibe zum Wohnzimmer eingeschla-

gen zu haben, wobei letztere nicht ganz zerbrochen sei. Da er dann ein 

sich annäherndes Fahrzeug gehört habe, habe sich der Beschwerdeführer 

vom Einfamilienhaus entfernt. Der Beschwerdeführer habe in das Einfami-

lienhaus eindringen wollen, um so viele Wertgegenstände wie möglich an 

sich zu nehmen. 

 

2. 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 19. Februar 2025 beim 

Bezirksgericht Aarau Anklage gegen den Beschwerdeführer. Gleichentags 

beantragte sie beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau die 

Anordnung von Sicherheitshaft für einstweilen drei Monate. 

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer beantragte mit Stellungnahme vom 26. Februar 

2025 die Abweisung dieses Antrags und seine umgehende Haftentlassung 

sowie in prozessualer Hinsicht die Durchführung eines mündlichen Verfah-

rens. 

 

2.3. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau ordnete in einem 

schriftlichen Verfahren mit Verfügung vom 27. Februar 2025 Sicherheits-

haft einstweilen bis zum 19. Mai 2025 an. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschwerdeführer erhob gegen diese ihm am 7. März 2025 zugestellte 

Verfügung am 10. März 2025 Beschwerde bei der Beschwerdekammer in 

Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit den folgenden An-

trägen: 

  

 - 3 - 

 

 

" 1. 
Die Verfügung vom 27. Februar 2025 sei aufzuheben. 
 
2. 
Der Beschuldigte sei umgehend aus der Haft zu entlassen. 
 
3. 
Eventualiter sei Sicherheitshaft einstweilen bis längstens 08. April 2025 
anzuordnen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aargau verzichtete mit Eingabe vom 

12. März 2025 auf eine Beschwerdeantwort. 

 

3.3. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau verzichtete mit Ein-

gabe vom 12. März 2025 auf eine Vernehmlassung. 

 

3.4. 

Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 21. März 2025 eine Stel-

lungnahme ein. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Nach Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO kann die verhaftete Person 

Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die Aufhebung der 

Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfech-

ten. Mit Verfügung vom 27. Februar 2025 ordnete das Zwangsmassnah-

mengericht des Kantons Aargau (fortan: Vorinstanz) die Sicherheitshaft 

über den Beschwerdeführer bis einstweilen am 19. Mai 2025 an. Be-

schwerdeausschlussgründe gemäss Art. 394 StPO liegen nicht vor. Auf die 

frist- (Art. 396 Abs. 1 StPO) und formgerecht (Art. 385 Abs. 1 StPO) erho-

bene Beschwerde ist einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschwerdeführer bringt zunächst in formeller Hinsicht vor, er habe im 

vorinstanzlichen Verfahren eine mündliche Verhandlung beantragt, um 

dem Haftrichter seine Situation persönlich darzulegen. Diesem Wunsch sei 

der Haftrichter nicht nachgekommen mit dem Hinweis, der Beschwerdefüh-

rer habe die von ihm neuerlich vorgebrachten Umstände bereits im Rah-

men der Haftbewilligung mündlich besprechen können, wichtige haftrele-

vante Fakten, die am 10. Januar 2025 noch nicht bekannt gewesen wären, 

 - 4 - 

 

 

seien nicht vorgebracht worden. Das Festhalten am schriftlichen Verfahren 

sei unverständlich, insbesondere weil die beschuldigte Person umgehend 

ein Haftentlassungsgesuch stellen und damit eine mündliche Verhandlung 

erzwingen könnte. 

 

2.2. 

Nach Art. 229 Abs. 3 lit. b StPO richtet sich das Verfahren vor dem 

Zwangsmassnahmengericht im Zusammenhang mit der Anordnung der Si-

cherheitshaft bei vorbestehender Untersuchungshaft sinngemäss nach 

Art. 227 StPO. Das Verfahren ist in der Regel schriftlich, doch kann das 

Zwangsmassnahmengericht eine Verhandlung anordnen (Art. 227 Abs. 6 

StPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 227 StPO ist 

im Haftverlängerungsverfahren eine mündliche Verhandlung, im Gegen-

satz zur ersten Haftanordnung (Art. 225 Abs. 1 StPO) oder im Falle eines 

Haftentlassungsgesuchs (Art. 228 Abs. 4 StPO), unter dem Gesichtspunkt 

des Anspruchs auf rechtliches Gehör grundsätzlich nur dann anzuordnen, 

wenn dies zur Wahrheitsfindung zwingend erforderlich erscheint. Solche 

Konstellationen können ausnahmsweise etwa dann vorliegen, wenn sich 

wichtige, haftrelevante neue Fakten ergeben, die bei der Anhörung anläss-

lich der Haftanordnung noch nicht verhandelt wurden und bei denen es sich 

aufdrängt, dass das Haftgericht einen persönlichen Eindruck von der be-

schuldigten Person erhält oder sonstwie eine vertiefte Überprüfung vor-

nimmt. Mit der betreffenden "Kann"-Vorschrift drückt das Gesetz aus, dass 

dem Haftgericht diesbezüglich ein Ermessensspielraum zukommt, der auf 

sachgerechte Weise wahrzunehmen ist (Urteil des Bundesgerichts 

7B_154/2023 vom 13. Juli 2023 E. 2.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

1B_568/2012 vom 31. Oktober 2012 E. 3.2). 

 

2.3. 

Vorliegend handelt es sich um ein Verfahren betreffend Anordnung von Si-

cherheitshaft bei vorbestehender Untersuchungshaft, weshalb das Haftver-

fahren grundsätzlich schriftlich geführt wird. Ein Anspruch auf ein mündli-

ches Verfahren besteht nur ausnahmsweise. Mit der Vorinstanz sind in tat-

sächlicher Hinsicht keine haftrelevanten neuen Fakten ersichtlich, die nicht 

bereits zum Zeitpunkt der Anordnung der Untersuchungshaft vom 10. Ja-

nuar 2025 bekannt gewesen wären und an der damaligen mündlichen Ver-

handlung hätten besprochen werden können bzw. besprochen wurden. 

Insbesondere wurde an der Haftverhandlung vom 10. Januar 2025 bereits 

thematisiert, dass im März 2025 das zweite Kind des Beschwerdeführers 

erwartet wird. Eine neuerliche mündliche Verhandlung ist daher zur Wahr-

heitsfindung nicht erforderlich. Andere Sachumstände, die eine mündliche 

Verhandlung von Gesetzes wegen erforderlich machen würden, sind weder 

ersichtlich noch werden sie vom Beschwerdeführer vorgebracht. Dass der 

Beschwerdeführer grundsätzlich jederzeit ein Haftentlassungsgesuch stel-

len und dadurch ein mündliches Verfahren erzwingen könnte, vermag da-

ran nichts zu ändern, hat er schliesslich bis anhin kein Haftentlassungs-

 - 5 - 

 

 

gesuch gestellt (vgl. hierzu die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bun-

desgerichts in E. 2.2 hiervor).  

 

3. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Die Untersu-

chungs- bzw. Sicherheitshaft – als eine der vom Gesetz vorgesehenen frei-

heitsentziehenden Zwangsmassnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO) – ist 

gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO nur zulässig und darf lediglich dann angeord-

net oder aufrechterhalten werden, wenn die beschuldigte Person eines Ver-

brechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird (allgemeiner Haft-

grund des dringenden Tatverdachts) und zusätzlich ein besonderer Haft-

grund vorliegt, also ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Per-

son sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sank-

tion entzieht (Fluchtgefahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismit-

tel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsge-

fahr; lit. b), oder durch Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit 

anderer unmittelbar erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleich-

artige Straftaten verübt hat (sog. "einfache" Wiederholungsgefahr; lit. c). 

 

Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO anstelle der 

Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Massnah-

men an, wenn diese den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. Die Unter-

suchungs- bzw. Sicherheitshaft darf ausserdem nicht länger dauern als die 

zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). 

 

4. 

4.1. 

Gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO setzt die Anordnung von Sicherheitshaft zu-

nächst voraus, dass die beschuldigte Person eines Verbrechens oder Ver-

gehens dringend verdächtig ist. 

 

4.2. 

Die Vorinstanz bejahte mit Verweis auf die Haftanordnungsverfügung vom 

10. Januar 2025 den dringenden Tatverdacht. Es seien keine Anhalts-

punkte vorgebracht oder ersichtlich, welche am Vorliegen des dringenden 

Tatverdachts etwas zu verändern vermöchten, insbesondere weil der Be-

schwerdeführer ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. 

 

4.3. 

Der Beschwerdeführer bringt beschwerdeweise vor, der dringende Tatver-

dacht sei unbestritten, er habe ein vollumfängliches Geständnis abgelegt. 

Die Rechtsprechung, wonach mit der Anklageerhebung quasi automatisch 

der dringende Tatverdacht gegeben sei, erscheine überholt. Der dringende 

Tatverdacht sei nach Durchführung der gebotenen Untersuchungshandlun-

gen lediglich dann gegeben, wenn eine Verurteilung als wahrscheinlich er-

scheine. 

 - 6 - 

 

 

4.4. 

Der Beschwerdeführer gestand unbestrittenermassen die ihm vorgewor-

fene Tat ein. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers gründet 

der dringende Tatverdacht daher nicht auf der Tatsache, dass zwischen-

zeitlich bereits Anklage erhoben wurde, sondern auf dem Geständnis des 

Beschwerdeführers. Wurde jedoch bereits Anklage erhoben, begründet 

dies zudem einen starken Verdacht auf ein Verbrechen oder Vergehen und 

ist gemäss Rechtsprechung der dringende Tatverdacht zu bejahen, es sei 

denn, die inhaftierte Person vermöchte darzutun, dass die Annahme eines 

derartigen Verdachts unhaltbar ist (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 

7B_152/2024 vom 19. Februar 2024 E. 3.3 mit zahlreichen Hinweisen). 

Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb mit der Vorinstanz ohne Weiteres 

von einem dringenden Tatverdacht auszugehen ist. 

 

5. 

5.1. 

Sicherheitshaft nach Art. 221 Abs. 1 StPO setzt weiter einen besonderen 

Haftgrund in Form von Flucht- (lit. a), Kollusions- (lit. b) oder Wiederho-

lungsgefahr (lit. c) voraus. 

 

5.2. 

Die Vorinstanz bejahte mit Verweis auf die Haftanordnungsverfügung vom 

10. Januar 2025 den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr. Es seien 

auch hier keine Anhaltspunkte vorgebracht oder ersichtlich, welche am Vor-

liegen der Fluchtgefahr etwas zu verändern vermöchten. Es sei aufgrund 

der drohenden unbedingten Freiheitsstrafe und Landesverweisung nach 

wie vor kein Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der 

Schweiz ersichtlich. Die Möglichkeit eines lediglich bedingten Strafvollzugs 

oder der angebliche Betreuungsbedarf seines ersten Kindes würden keine 

Umstände darstellen, die die Haft angesichts des Anklagesachverhalts als 

nicht mehr verhältnismässig erscheinen liessen. 

 

5.3. 

Der Beschwerdeführer bringt beschwerdeweise dagegen vor, auf die An-

träge der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau (unbedingte Freiheitsstrafe 

von 8 Monaten und Landesverweisung für 20 Jahre) könne nicht abgestützt 

werden, da diese völlig überhöht und auch in rechtlicher Sicht nicht haltbar 

seien. Aus den Haftakten sei nichts ersichtlich, was vorliegend gegen einen 

bedingten Strafvollzug spreche. Diese Tatsache sei für die Beurteilung der 

Fluchtgefahr massgebend. Der Beschwerdeführer dürfe mit einer beding-

ten Strafe rechnen, weshalb nicht zu befürchten sei, dass er sich dem Voll-

zug entziehen würde. Die unbestrittenermassen drohende Landesverwei-

sung spreche in keinem Fall für eine Flucht. Es sei nicht logisch, einer Per-

son, welche einer drohenden Landesverweisung zuvorkommen möchte, 

die Ausreise zu verweigern, um sie später zur Ausreise zu zwingen. 

 

 - 7 - 

 

 

5.4. 

Fluchtgefahr als besonderer Haftgrund setzt ernsthafte Anhaltspunkte da-

für voraus, dass die beschuldigte Person sich dem Strafverfahren oder der 

zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen könnte. Sie darf nicht 

schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der Flucht in abstrakter 

Weise besteht. Es braucht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich die 

beschuldigte Person, wenn sie in Freiheit wäre, dem Vollzug der zu erwar-

tenden Strafe durch Flucht entziehen würde. Im Vordergrund steht dabei 

eine mögliche Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertau-

chen im Inland. Es müssen Gründe bestehen, die eine Flucht nicht nur als 

möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Ob Fluchtgefahr 

besteht, ist aufgrund einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände 

zu beurteilen. Zu berücksichtigen sind insbesondere der Charakter der be-

schuldigten Person, ihre moralische Integrität, ihre finanziellen Mittel, ihre 

Verbindungen zur Schweiz, ihre Beziehungen zum Ausland und die Höhe 

der ihr drohenden Strafe. Die Schwere der drohenden Strafe darf als Indiz 

für Fluchtgefahr gewertet werden, genügt jedoch für sich allein nicht, um 

den Haftgrund zu bejahen (Urteil des Bundesgerichts 7B_982/2024 vom 

1. Oktober 2024 E. 2). 

 

5.5. 

Der Beschwerdeführer ist rumänischer Staatsangehöriger, wohnt zusam-

men mit seiner Familie in Rumänien und reist jeweils nach Deutschland, 

um dort als Chauffeur zu arbeiten. Zur Schweiz hat er nach eigenen Anga-

ben keinen Bezug. Das Schweizer Staatsgebiet habe er lediglich zwecks 

Rückreise nach Rumänien betreten (mittels Fernreisecar bis zum Flugha-

fen Zürich, um ab dort per Flugzeug weiterzureisen), wobei er bereits bei 

der Einreise von der Grenzkontrolle festgenommen worden sei. In Rumä-

nien leben seine Ehefrau und sein erstes Kind. Am tt.  März 2025 hat seine 

Ehefrau ihr zweites Kind geboren, was denn auch Anlass für die Rückreise 

des Beschwerdeführers gewesen sei. In der Schweiz kenne er niemanden. 

Würde er aus der Haft entlassen werden, würde er nach Rumänien gehen 

(Protokoll Hafteröffnung vom 9. Januar 2025 S. 6 ff.; Protokoll delegierte 

Einvernahme zur Person vom 9. Januar 2025 S. 5; vgl. auch Protokoll Ver-

handlung vom 10. Januar 2025; jeweils in: HA.2025.9). 

 

Den Beschwerdeführer hält – wie er selbst ausführt – nichts in der Schweiz. 

Es ist entsprechend davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach 

erfolgter Haftentlassung umgehend das Land verlassen und nach Rumä-

nien reisen bzw. fliehen würde. Dass er einzig für die Hauptverhandlung 

vor dem Strafgericht wieder in die Schweiz zurückkehren würde, ist dem-

gegenüber nicht realistisch, hat er schliesslich überhaupt keinen Grund, 

sich dem Strafverfahren weiterhin zu stellen, nachdem er keinen Bezug zur 

Schweiz aufweist. 

 

 - 8 - 

 

 

Was den Fluchtanreiz betrifft, so ist es nicht zutreffend, dass der Beschwer-

deführer ohne Weiteres mit einer bedingten (Geld-)Strafe zu rechnen hat, 

weshalb nicht zu befürchten sei, dass er sich dem Vollzug entziehen würde. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau beantragt mit Anklage vom 

19. Februar 2025 eine unbedingte Freiheitsstrafe von 8 Monaten. Der Be-

schwerdeführer ist u.a. wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, 

Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs – und damit einschlägig – vor-

bestraft. Vorliegend wird ihm neuerlich vorgeworfen, einen versuchten Ein-

bruchdiebstahl begangen zu haben. Eine bedingte Strafe ist daher nicht 

ohne Weiteres sicher, weshalb aus Sicht des Beschwerdeführers grund-

sätzlich ein Fluchtanreiz gegeben ist. Demgegenüber besteht für den Be-

schwerdeführer kein Grund, in der Schweiz zu bleiben, ist er doch nur zur 

Durchreise in die Schweiz gekommen (vgl. explizit Protokoll delegierte Ein-

vernahme zur Person vom 9. Januar 2025 S. 5, HA.2025.9). Damit liegt 

Fluchtgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO vor und der beson-

dere Haftgrund ist zu bejahen. 

 

6. 

6.1. 

Sicherheitshaft muss verhältnismässig sein (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d 

StPO) und darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe 

(Art. 212 Abs. 3 StPO), wobei nach ständiger Praxis bereits zu vermeiden 

ist, dass die Haftdauer in grosse Nähe zur zu erwartenden Freiheitsstrafe 

rückt (BGE 145 IV 179 E. 3.1). Das zuständige Gericht ordnet anstelle der 

Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn diese 

den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (Art. 237 Abs. 1 StPO). 

 

6.2. 

Der Beschwerdeführer macht beschwerdeweise geltend, er habe die Tat 

bereits gestanden und der damals vorgehaltene Tatvorwurf sei mittlerweile 

in die Anklage übernommen worden. Der Tatablauf sei daher geklärt und 

unbestritten. An der Hauptverhandlung würden rechtliche Erörterungen 

massgebend sein. Es gebe vorliegend keinerlei öffentliches Interesse an 

einer persönlichen Anwesenheit des Beschwerdeführers an der Hauptver-

handlung. Ein Urteil gestützt auf die Akten sei zweifellos möglich. Dem In-

teresse an der Bestrafung könne auch im Abwesenheitsverfahren nachge-

kommen werden. Zudem drohe Überhaft, da eine sorgfältige Abwägung der 

Argumente realistischerweise eine Strafe von rund 60 Tageseinheiten er-

warten liesse. Die Verlängerung der Inhaftierung erscheine daher vorlie-

gend unverhältnismässig. Der Beschwerdeführer habe seit der Geburt des 

ersten Kindes sein Leben komplett umgestellt und bereue die Tat sehr. 

Schliesslich sei gemäss persönlichem Bericht der Ehefrau des Beschwer-

deführers per tt.  März 2025 ein Kaiserschnitt geplant. Die persönliche An-

wesenheit des Beschwerdeführers an der Geburt seines zweiten Kindes 

wäre wünschenswert. Zu berücksichtigen sei aber auch, dass sein erstes 

Kind (2.5 Jahre alt) während der Spitalabwesenheit der Mutter unbeauf-

 - 9 - 

 

 

sichtigt wäre. Diese Tatsache lasse das öffentliche Interesse an der Haft 

zurücktreten. 

 

In seiner Stellungnahme vom 21. März 2025 macht der Beschwerdeführer 

ergänzend geltend, seine Ehefrau habe am tt.  März 2025 das gemeinsame 

Kind geboren, womit belegt sei, dass er betreffend seine Familienverhält-

nisse stets die Wahrheit erzählt habe. Er habe seit der Geburt des ersten 

Kindes alles unternommen, um ein anständiges Leben fernab von Krimina-

lität zu führen. Der hier zu beurteilende Vorfall habe vor der Geburt seines 

ersten Kindes stattgefunden. Zudem habe der Geschädigte zwischenzeit-

lich auf Zivilansprüche verzichtet. 

 

6.3. 

Vorliegend wurde der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr bejaht, weil 

davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer – würde er entlassen 

werden – nach Rumänien zurückkehren würde und daher für das vorlie-

gende Strafverfahren und eine allfällig zu verbüssende (Rest-)Strafe nicht 

mehr fassbar wäre. Nachdem der Beschwerdeführer in der Schweiz keinen 

Wohnsitz und kein soziales Umfeld hat sowie auch sonst keine Bezugs-

punkte zur Schweiz aufweist, sind keine milderen Massnahmen im Sinne 

von Art. 237 StPO ersichtlich, welche geeignet wären, der vorliegend be-

stehenden Fluchtgefahr genügend entgegenzuwirken. 

 

Der Beschwerdeführer wurde am 8. Januar 2025 festgenommen und an-

schliessend in Untersuchungshaft versetzt. Die vorliegend zu beurteilende 

Sicherheitshaft wurde einstweilen bis zum 19. Mai 2025 angeordnet. Mit 

Vorladung vom 27. Februar 2025 wurde auf den 19. Mai 2025 zur Haupt-

verhandlung vor Bezirksgericht Aarau vorgeladen. Unter Berücksichtigung 

der nun angeordneten Sicherheitshaft dauert die Haft damit insgesamt rund 

4.5 Monate. Aufgrund der bereits angesetzten Hauptverhandlung auf den 

19. Mai 2025 ist nicht mit einer weiteren Verlängerung der Sicherheitshaft 

zu rechnen. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau beantragt mit Anklage 

vom 19. Februar 2025 eine unbedingte Freiheitsstrafe von 8 Monaten. An-

gesichts der konkret vorgeworfenen Straftaten erscheint dieser Antrag nicht 

klar überhöht. Der Beschwerdeführer ist – wie bereits ausgeführt – ein-

schlägig vorbestraft. Zwar handelt es sich gemäss Anklagesachverhalt 

"nur" um einen versuchten Diebstahl. Der tatbestandsmässige Erfolg dürfte 

jedoch einzig deshalb nicht eingetreten sein, weil der Beschwerdeführer 

aufgrund der Rückkehr des Hauseigentümers die Flucht ergreifen musste 

(vgl. Protokoll delegierte Einvernahme zur Sache vom 9. Januar 2025 S. 3, 

HA.2025.9). Bei der ebenfalls angeklagten Sachbeschädigung und dem 

Hausfriedensbruch, welche im Zusammenhang mit dem Einbruchsdieb-

stahl stehen, handelt es sich zudem um vollendete Delikte. Das Geständnis 

des Beschwerdeführers hat schliesslich die Strafverfolgung nicht wesent-

lich erleichtert, hat er doch mit diesem einzig zugegeben, was aufgrund der 

am Tatort sichergestellten DNA des Beschwerdeführers ohnehin bereits 

 - 10 - 

 

 

klar war (vgl. Spurenbericht der Kantonspolizei Aargau vom 29. April 2022, 

HA.2025.9). Insgesamt erweist sich die von der Staatsanwaltschaft Lenz-

burg-Aarau beantragte unbedingte Freiheitsstrafe von 8 Monaten nicht als 

von vornherein überhöht, sondern in dieser Grössenordnung als realistisch. 

Vor diesem Hintergrund droht mit der angeordneten Sicherheitshaft von 

drei Monaten bis zum 19. Mai 2025 – und damit insgesamt rund 4.5 Mona-

ten Haft – noch keine Überhaft. 

 

Dass der Beschwerdeführer durch die angeordnete Sicherheitshaft die Ge-

burt seines zweiten Kindes verpasst hat, ist hinzunehmen und lässt die an-

geordnete Sicherheitshaft angesichts der dem Beschwerdeführer vorge-

worfenen Straftaten nicht als unverhältnismässig erscheinen. Die privaten 

Interessen müssen vorliegend hinter das öffentliche Interesse an einer 

Ahndung der Straftaten zurücktreten. Die Betreuung des ersten Kindes 

während der Geburt des zweiten Kindes kann schliesslich die Mutter des 

Beschwerdeführers übernehmen, die ebenfalls in Rumänien wohne und zu 

der er eine gute Beziehung pflege (vgl. Protokoll delegierte Einvernahme 

zur Person vom 9. Januar 2025 S. 3). 

 

Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch aus dem Verweis auf das 

Abwesenheitsverfahren nichts für sich ableiten. Die Inhaftierung soll bei be-

stehender Fluchtgefahr nämlich nicht nur die Durchführung der nötigen Un-

tersuchungen ermöglichen, sondern auch sicherstellen, dass die beschul-

digte Person dem anschliessenden Hauptverfahren und einer allfälligen 

Sanktion zugeführt werden kann. Vorliegend scheint es in Anbetracht der 

im Rahmen der Fluchtgefahr erwähnten Umstände unwahrscheinlich, dass 

sich der Beschwerdeführer im Anschluss an ein Abwesenheitsverfahren 

freiwillig zurück in die Schweiz begeben würde, um eine mögliche Rest-

strafe abzusitzen. Gemäss Art. 336 Abs. 1 lit. a StPO hat der Beschwerde-

führer aufgrund der begangenen Delikte zudem persönlich zur Hauptver-

handlung zu erscheinen. Dass ein Dispensationsgesuch im Sinne von 

Abs. 3 der genannten Bestimmung gestellt und gutgeheissen worden wäre, 

wird nicht dargelegt. Ein Anspruch auf die Durchführung eines Abwesen-

heitsverfahrens besteht jedenfalls nicht und dies ist auch nicht im Rahmen 

des vorliegenden Haftprüfungsverfahrens zu beurteilen.  

 

Andere Gründe, welche die angeordnete Sicherheitshaft als unverhältnis-

mässig erscheinen liessen, sind nicht ersichtlich. Ob die in Aussicht ste-

hende Freiheitsstrafe bedingt oder teilbedingt ausgesprochen werden 

kann, wie auch die Möglichkeit einer bedingten Entlassung aus dem Straf-

vollzug ist bei der Prüfung der zulässigen Haftdauer im Grundsatz nicht zu 

berücksichtigen (BGE 145 IV 179 E. 3.4), zumal vorliegend angesichts der 

Vorstrafen des Beschwerdeführers keinesfalls klar ist, ob er nur mit einer 

bedingt zu vollziehenden Strafe zu rechnen hat. 

 

 - 11 - 

 

 

Die von der Vorinstanz angeordnete Sicherheitshaft bis einstweilen am 

19. Mai 2025 erweist sich nach dem Erwogenen als verhältnismässig. 

 

7. 

Im Ergebnis ist die Beschwerde unbegründet, womit sie abzuweisen ist. 

 

8. 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfah-

rens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Ent-

schädigung seines amtlichen Verteidigers für dieses Beschwerdeverfahren 

ist am Ende des Strafverfahrens von der dannzumal zuständigen Instanz 

festzulegen (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 74.00, zusammen 

Fr. 1'074.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

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hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 24. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Richli Stutz