# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b381448-46e5-5941-809d-9cc16d180a2b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2010 B-1015/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-1015-2010_2010-09-20.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-1015/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Bernard Maitre, 
Richter Francesco Brentani, 
Gerichtsschreiberin Marion Spori Fedail.

X._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerischer Aussenhandels-Kaderverband,
Postfach 264, 4653 Obergösgen,
Erstinstanz,

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT,
Effingerstrasse 27, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Berufsprüfung Exportfachmann/ -Fachfrau 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-1015/2010

Sachverhalt:

A.
Im  Mai/Juni  2009  legte  die  Beschwerdeführerin  die  eidgenössische 
Berufsprüfung  Exportfachfrau  ab.  Mit  Verfügung  vom  10.  Juli  2009 
teilte  ihr  die  Prüfungskommission  (Erstinstanz)  mit,  dass  sie  die 
Prüfung  nicht  bestanden  habe  und  ihr  die  Erteilung  des  Fachaus-
weises verweigert werde. Aus dem Notenblatt ergibt sich, dass sie in 
den  schriftlichen  Fächern  "Grundlagen  des  Marketing"  und  "Export-
finanzierung  und  Zahlungs-/Devisenverkehr"  die  Noten  3,5  und  3,0 
sowie  im  mündlichen  Fach  "Tarifäre  und  nichttarifäre  Handelsbe-
schränkungen inkl. Steuern" die Note 3,0 erreicht hatte. Ihr gesamter 
Notendurchschnitt betrug 4,1.

Hiergegen führte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 11. August 
2009 Beschwerde beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie 
(Vorinstanz). Sie bemängelte,  im schriftlichen Fach "Grundlagen des 
Marketing"  (im  Folgenden:  Fach  Marketing)  würden  die  Punktever-
gaben nur teilweise auf dem Prüfungsblatt selber, sondern zumeist auf 
einem  separaten  Notenblatt  festgehalten,  was  für  "Willkürmöglich-
keiten  aller  Art"  Raum  gebe.  Zudem  habe  sie  ihre  Prüfungsarbeit 
durch zwei private Experten nochmals begutachten lassen, welche zu 
einer günstigeren Bewertung und – an Stelle der ungenügenden Note 
3,5 – zur genügenden Note 4,0 gelangt seien (wird näher ausgeführt).  
Ferner  sei  sie  im  mündlichen  Fach  "Tarifäre  und  nichttarifäre 
Handelsbeschränkungen inkl. Steuern" (im Folgenden: Fach Handels-
beschränkungen) nur zu einem einzigen Themenkreis befragt worden, 
was nicht angehe. Sie beantrage daher die Erteilung der Note 4,0 im 
Fach Marketing sowie die Erteilung des Fachausweises, eventuell die 
kostenfreie Wiederholung der  mündlichen Prüfung im Fach Handels-
beschränkungen.

Nachdem die Vorinstanz die Stellungnahme der Prüfungskommission 
bzw. der  befassten  Experten  eingeholt  und  der  Beschwerdeführerin 
Gelegenheit  zur  Gegenäusserung  gegeben  hatte,  wies  sie  die  Be-
schwerde  mit  Entscheid  vom  19.  Januar  2010  ab.  Sie  erwog,  die 
Prüfungskommission bzw. die befassten Experten hätten sich bemüht, 
ihre  Punktevergabe  einlässlich  und  glaubwürdig  zu  begründen,  so 
dass  für  die  befürchtete  Willkür  keine  Anhaltspunkte  bestünden. 
Vielmehr  erweise  es  sich  als  zweckmässig  und  keineswegs  ausser-
gewöhnlich, wenn heute im Zuge der elektronischen Datenerfassung 

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und  -verarbeitung  die  Punktevergabe  nicht  auf  dem  Aufgabenblatt, 
sondern separat erfolge. Sodann setzte sich die Vorinstanz einlässlich 
mit der Bewertung der Prüfungsantworten der Beschwerdeführerin im 
Fach Marketing  durch die Experten und mit  deren Begründung aus-
einander, welche sie als schlüssig und nachvollziehbar erachtete. Sie 
erwog, die knapp begründeten Aussagen der Privatgutachter, welche 
in der Beschwerdeschrift anonym wiedergegeben würden, vermöchten 
diese  Würdigung  nicht  umzustossen.  Dies  umso  weniger,  als  den 
Experten  bei  der  Festlegung  des  Bewertungsmassstabes  einerseits 
ein  weites  Ermessen  zukomme,  welches  andererseits  rechtsgleich 
anzuwenden sei. Das verbiete grundsätzlich eine nachträgliche Neu-
bewertung einzelner Prüfungsleistungen durch Aussenstehende, wenn 
die ursprüngliche Bewertung  – wie vorliegend  – nicht  willkürlich und 
nicht rechtsungleich sei. Was das mündlich geprüfte Fach Handelsbe-
schränkungen  betreffe,  hätten  Prüfungskommission  bzw.  Experten 
einlässlich  dargelegt,  dass  die  Beschwerdeführerin  zu  9  ver-
schiedenen  Themenbereichen  (aus  3  unterschiedlichen  Lernzielen) 
befragt  worden  sei,  womit  sie  mit  ihrer  Verfahrenskritik  nicht  durch-
dringe.

B.
Mit Eingabe vom 17. Februar 2010 erhob die Beschwerdeführerin Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie stellte den Antrag,  der 
vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und es sei ihr die Note 4 im 
Fach Marketing sowie der  Fachausweis zu erteilen. Zur Begründung 
wies sie im Wesentlichen erneut auf die privat eingeholte, bereits im 
vorinstanzlichen  Verfahren  ins  Recht  gelegte  Expertenmeinung, 
wonach ihre Prüfungsleistung im Fach Marketing mit der Note 4,0 zu 
bewerten sei und sich die beanstandete Bewertung mit der Note 3,5 
als  rechtsungleich  und willkürlich  erweise. Sie  beantragte  ferner  die 
Einvernahme der (nunmehr namentlich genannten) beiden Experten. 
Ihrer Beschwerde legte sie eine nicht unterzeichnete Übersicht mit der 
"Gegenkorrektur"  eines  der  Privatgutachter  sowie  die  Prüfungsarbeit 
eines Mitkandidaten im Fach Marketing bei.

C.
Erstinstanz und Vorinstanz schlossen auf Abweisung der Beschwerde, 
wogegen die  Beschwerdeführerin  replikando an ihren Anträgen fest-
hielt. Erstinstanz und Vorinstanz verzichteten auf die Einreichung einer  
Duplik.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gestützt  auf  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über 
das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021). Die Beschwerde ist gemäss Art. 33 Abs. d VGG zulässig 
gegen Verfügungen der den Departementen unterstellten Dienststellen 
der  Bundesverwaltung.  Der  angefochtene  Beschwerdeentscheid  ist 
eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG und das BBT ist eine 
Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts im Sinne von Art. 33 Abs. d 
VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist damit für die Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig.

Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil -
genommen und ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt.  Sie  hat  zudem  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Auf-
hebung  oder  Änderung,  weshalb  sie  zur  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Soweit sie im Rahmen ihres Hauptantrages, mit 
welchem sie die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die 
Erteilung  des  Fachausweises  "Exportfachfrau"  verlangt,  auch  eine 
Anhebung  der  Fachnote  für  das  Fach  Marketing  geltend  macht, 
schadet ihr  dies nicht  (vgl. allgemein zur Anfechtung von Fachnoten 
BVGE 2009/10 E. 6.2.1 ff.). Eingabefrist und -form sind gewahrt (Art. 
50  und  52  VwVG),  der  Kostenvorschuss  wurde  fristgerecht  bezahlt 
(Art. 63 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor 
(Art. 46 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.
Gemäss Art. 27 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 
(BBG,  SR 412.10)  kann  die  höhere  Berufsbildung  einerseits  durch 
eine eidgenössische Berufsprüfung oder eine eidgenössische höhere 
Fachprüfung (Bst. a)  und andererseits  durch eine eidgenössisch an-
erkannte  Bildung  an  einer  höheren  Fachschule  (Bst.  b)  erworben 
werden.  Die  eidgenössischen  Berufsprüfungen  und  die  höheren 
Fachprüfungen  setzen  eine  einschlägige  berufliche  Praxis  und  ein-
schlägiges Fachwissen voraus (Art. 28 Abs. 1 BBG). Die zuständigen 
Organisationen  der  Arbeitswelt  regeln  die  Zulassungsbedingungen, 
Lerninhalte,  Qualifikationsverfahren,  Ausweise  und  Titel.  Sie  berück-
sichtigen dabei  die anschliessenden Bildungsgänge. Die Vorschriften 
unterliegen  der  Genehmigung  durch  das  BBT. Sie  werden  in  Form 

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eines  Verweises  nach  dem  eidgenössischen  Publikationsgesetz  im 
Bundesblatt veröffentlicht (Art. 28 Abs. 2 BBG). 

In  Wahrnehmung  dieser  Befugnis  hat  der  Schweizerische  Aussen-
handels-Kaderverband (SAK)  das Reglement  vom 20. Oktober  1993 
über  die  Durchführung  der  Berufsprüfung  für  den/die 
Exportfachmann/frau  (im  Folgenden:  Reglement)  erlassen,  welches 
am 4. Januar  1994 in Kraft  trat  (Art. 31 Reglement; vgl. Bundesblatt 
BBl  1993  III  909)  und  erstmals  für  die  Prüfung  1996  angewendet 
wurde (Art. 30 Reglement). 

Der Zweck der Berufsprüfung liegt darin, den Kandidaten den Beweis 
erbringen  zu  lassen,  dass  er  die  beruflichen  Fähigkeiten  besitzt,  
welche  für  die  Tätigkeit  als  qualifizierte/r  Exportfachmann/frau  er -
forderlich  sind  (Art.  2  Reglement).  Die  Prüfung  besteht  aus  acht 
Prüfungsfächern;  zwei  davon  sind  die  mündlichen  Fächer  "Inter-
nationale  Rahmenbedingungen  und  Aussenwirtschaftspolitik"  und 
"Tarifäre und nichttarifäre Handelsbeschränkungen inkl. Steuern" (Art. 
19  Reglement). Die  Abnahme der  mündlichen  Prüfung bzw. die  Be-
urteilung der  schriftlichen Prüfungsarbeiten erfolgt  durch mindestens 
zwei  Experten  pro  Prüfungsfach  (Art.  16  Reglement).  Für  jedes 
Prüfungsfach  erhält  der  Kandidat  eine  ganze  Note  oder  eine  halbe 
Zwischennote,  welche  nach  einer  Skala  von  1  bis  6  erteilt  werden.  
Notenwerte  unter  4,0  bezeichnen  ungenügende Leistungen. Bei  der 
Festsetzung  der  Durchschnittsnote  (Schlussnote)  werden  die  Noten 
addiert und durch die Anzahl Prüfungsfächer geteilt. Die Schlussnote 
wird auf eine Dezimale berechnet (Art. 21 Reglement). Die Prüfung hat 
bestanden, wer eine Schlussnote von mindestens 4,0 erreicht. Von den 
einzelnen  Fachnoten  dürfen  höchstens  zwei  die  Note  4,0  unter-
schreiten.  Unterschreiten  2  Fachnoten  die  Note  4,0,  müssen  diese 
mindestens die Note 3,0 erreichen. Die Prüfung gilt ebenfalls nur dann 
als bestanden, wenn keine einzige Fachnote 2,0 unterschreitet (Art. 23 
Reglement).

3.
Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich bei der Überprüfung von 
Examensleistungen eine gewisse Zurückhaltung, indem es in Fragen, 
die  durch  gerichtliche  Behörden  naturgemäss  schwer  überprüfbar 
sind,  nicht  ohne  Not  von  den  Beurteilungen  der  erstinstanzlichen 
Prüfungsorgane und der Experten abweicht (vgl. BVGE 2010/10 E. 4, 
BVGE 2008/14 E. 3.1, BVGE 2007/6 E. 3, je mit Hinweisen; vgl. auch 

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BGE 131 I 467 E. 3.1, BGE 121 I  225 E. 4b). Der Grund dafür liegt 
darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle massgeblichen 
Faktoren der Bewertung bekannt sind und es ihr deshalb nicht möglich  
ist, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen des 
Beschwerdeführers sowie der Leistungen der übrigen Kandidaten zu 
machen. Hinzu  kommt,  dass  Prüfungen  Spezialgebiete  zum Gegen-
stand  haben,  in  denen  die  Rechtsmittelbehörde  über  keine eigenen 
Fachkenntnisse  verfügt.  Eine  freie  Überprüfung  der  Examens-
bewertung  würde  zudem die  Gefahr  von Ungerechtigkeiten  und  Un-
gleichheiten gegenüber  anderen Kandidaten in  sich bergen. Die Be-
wertung von Leistungen in Fachprüfungen wird von den Rechtsmittel -
behörden  daher  nicht  frei,  sondern  nur  mit  Zurückhaltung  überprüft 
(vgl.  dazu  auch  BGE  118  Ia  488  E.  4c,  BGE  106  Ia  1  E.  3c,  mit 
weiteren Hinweisen).

Nach  konstanter  Rechtsprechung des  Bundesverwaltungsgerichts  ist 
die Vorinstanz nicht dazu verpflichtet oder berechtigt, ihr Ermessen an 
die  Stelle  der  Erstinstanz  zu  setzen  und  quasi  als  Oberprüfungs-
kommission die  Bewertung einzelner Aufgaben im Detail  erneut  vor-
zunehmen. In  einem  Beschwerdeverfahren  nehmen  die  Experten, 
deren  Notenbewertung  beanstandet  wird,  vielmehr  im  Rahmen  der 
Vernehmlassung  der  Prüfungskommission  Stellung.  In  der  Regel 
überprüfen sie ihre Bewertung nochmals und geben bekannt,  ob sie 
eine Korrektur als gerechtfertigt erachten oder nicht. Solange konkrete 
Hinweise auf  eine Befangenheit  fehlen und die Beurteilung nicht  als 
fehlerhaft  oder  unangemessen  erscheint,  ist  auf  die  Meinung  der 
Experten  abzustellen.  Voraussetzung  dafür  ist  jedoch,  dass  die 
Stellungnahme  insofern  vollständig  ist,  als  darin  die  substantiierten 
Rügen  des  Beschwerdeführers  beantwortet  werden  und  die  Auf-
fassung  der  Experten,  insbesondere  soweit  sie  von  derjenigen  des 
Beschwerdeführers  abweicht,  nachvollziehbar  und  einleuchtend  ist. 
Die  dargelegte  Zurückhaltung  gilt  jedoch  nur  mit  Bezug  auf  die 
materielle Bewertung der Prüfungsleistungen. Sind indessen die Aus-
legung  und  Anwendung von Rechtsvorschriften  streitig  oder  werden 
Verfahrensmängel  im  Prüfungsablauf  gerügt,  hat  die  Beschwerde-
instanz die erhobenen Einwände in freier Kognition und umfassend zu 
prüfen, andernfalls sie eine formelle Rechtsverweigerung beginge (vgl. 
BVGE 2008/14 E. 3.3).

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4.
Die  Leistungen  der  Beschwerdeführerin  wurden  in  den  schriftlichen 
Fächern  "Grundlagen  des  Marketing"  und  "Exportfinanzierung  und 
Zahlungs-/Devisenverkehr" mit den Noten 3.5 und 3,0 sowie im münd-
lichen  Fach  "Tarifäre  und  nichttarifäre  Handelsbeschränkungen  inkl. 
Steuern"  mit  der  Note  3,0  bewertet.  Gestützt  auf  diese  drei  un-
genügenden  Fachnoten  verfügte  die  Prüfungskommission,  die  Be-
schwerdeführerin  habe die  Berufsprüfung  nicht  bestanden. Zum Be-
stehen der Prüfung dürfte die Beschwerdeführerin nicht mehr als zwei 
ungenügende Noten haben (vgl. Art. 23 Abs. 2 Reglement). Erhielte 
sie  im Fach Marketing  die  anbegehrte  Note  4,  würde  sie  diese Be-
dingung erfüllen und die Prüfung bestehen.

Die  Beschwerdeführerin  hat  ihr  vor  der  Vorinstanz  gestelltes 
Eventualbegehren,  die  mündliche  Prüfung  im  Fach  Handelsbe-
schränkungen gebührenfrei wiederholen zu dürfen, vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  nicht  wiederholt.  Streitgegenstand  des  vor-
liegenden  Verfahrens  ist  vorab  die  Frage,  ob  ihr  die  Vorinstanz  die 
Anhebung der  Note  3,5  im Fach Marketing  zu Recht  verweigert  hat 
oder nicht.

4.1 Die  Beschwerdeführerin  erachtet  die  bisherige  Bewertung  ihrer 
Prüfungsleistung  im  Fach  Marketing  durch  die  Erstinstanz  und  die 
Vorinstanz als  willkürlich  und rechtsungleich. Sie  beruft  sich  auf  die 
Meinung zweier Fachexperten. Danach hätte sie in 6 der 8 Aufgaben 
des  Fachs  Marketing  Mehrpunkte  erhalten  sollen,  das  heisst  in  der 
ersten Aufgabe 8 statt 6 Punkte, in der zweiten Aufgabe 2 Punkte statt 
1 Punkt, in der dritten Aufgabe 6 statt 2 Punkte, in der vierten Aufgabe 
10 statt 8 Punkte, in der siebten Aufgabe 12 statt 11 Punkte und in der 
achten Aufgabe 9 statt 8 Punkte.

Zum  Erreichen  der  Note  4  im  Fach  Marketing  benötigt  die  Be-
schwerdeführerin gemäss der Stellungnahme der Prüfungskommission 
vom 18. September  2009  9  zusätzliche  Punkte  (55  Punkte  statt  46 
Punkte).

4.2 Die  Experten  haben  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  in 
Bezug auf jede der von der Beschwerdeführerin geforderten Punkte-
erhöhungen  dargelegt,  weshalb  sie  an  ihren  Korrekturen  und  am 
Prüfungsergebnis  festhalten. Diese Stellungnahme enthält,  wie  auch 
die Vorinstanz darlegt,  relativ detaillierte Begründungen und es lässt 
sich  ihr  ohne  Weiteres  entnehmen,  aus  welchen  Gründen  die 

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Antworten der Beschwerdeführerin nicht zu überzeugen vermochten, 
wie  viele  Punkte  sie  jeweils  erhalten  hat  und  welches  die  An-
forderungen  wären,  um  mehr  bzw. die  maximale  Punktezahl  zu  er-
halten.

Der Prüfungskommission kommt, wie die Vorinstanz zu Recht festhielt,  
bei  der  Punktevergabe  ein  erhebliches  bzw.  ausschliessliches  Er-
messen  zu.  Massgebend  ist,  dass  die  Kriterien  der  Punktevergabe, 
bspw. welche Teilantworten mit  wie vielen Punkten zu bewerten sind 
und  für  welche  Unvollständigkeiten  wie  viele  Punkte  abgezogen 
werden, für alle Kandidaten rechtsgleich angewendet werden. 

Der  Grundsatz  der  Rechtsgleichheit  verbietet  denn  auch,  dass  die 
Beschwerdeinstanz  ihr  Ermessen  anstelle  desjenigen  der  Prüfungs-
kommission setzt, würde ein solches Vorgehen doch unter Umständen 
dazu  führen,  dass  für  beschwerdeführende  Kandidaten  ein  anderer, 
milderer Massstab zur Anwendung käme. Aus diesem Grund hebt die 
Beschwerdeinstanz  einen  Entscheid  nur  auf,  wenn  sein  Ergebnis  in 
keiner  Weise mehr  vertretbar  ist,  sei  es,  weil  die Prüfungsorgane in 
ihrer Beurteilung eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt  oder weil 
sie die Arbeit des Kandidaten offensichtlich unterbewertet haben.

4.3 In ihrer Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht setzt sich 
die Beschwerdeführerin nicht mit den Erwägungen des angefochtenen 
Entscheids  und  den  dort  wiedergegebenen  Expertenaussagen  aus-
einander.  Sie  wiederholt  lediglich  die  Rügen,  welche  sie  bereits  im 
vorinstanzlichen  Verfahren  vorgebracht  hatte,  so  bspw. dass  sie  bei 
der Aufgabe 3 drei  Risiken und drei  Chancen aufgeführt  habe, wes-
halb  ihr  sechs  Punkte  zu  erteilen  seien. Hierzu  hatte  die  Prüfungs-
kommission bereits in ihrer Stellungnahme vom 18. September 2009 
festgehalten,  zum  Erreichen  der  maximalen  Punktezahl  hätten  die 
Kandidaten  einen  klar  strukturierten,  übersichtlichen  und  fall-
bezogenen Überblick über wesentliche Risiken und Chancen für  das 
Unternehmen mit Erläuterungen geben müssen. Die Lösung der Be-
schwerdeführerin sei völlig unstrukturiert, der verlangte Überblick habe 
gefehlt und die Antwort sei nicht nachvollziehbar. Dem entgegnet die 
Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerdeschrift  lediglich,  bei  einem 
genaueren  Einblick  in  die  Prüfung  werde  deutlich  sichtbar,  dass  es 
einfach gewesen wäre, die Lösung der Kandidatin genau zu lesen und 
so  die  entsprechenden  Punkte  zu  erteilen.  Es  bleibe  der  Eindruck, 

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dass  die  Prüfungskommission  den  Aufwand  des  Durchlesens,  ins-
besondere bei der Erstkorrektur, gescheut habe. 

Zu den andern Aufgaben äussert sich die Beschwerdeführerin in ihrer 
Beschwerdeschrift  gar  nicht;  in  der  der  Beschwerde  beigelegten 
"Notenübersicht" sind unter der Rubrik "Gegenkorrektur von Herrn A., 
Marketing-Experte"  lediglich  stichwortartige  Gründe  für  die  be-
antragten höheren Bewertungen aufgelistet (z.B. in Bezug auf Aufgabe 
8:  "teilweise  korrekte  Ansätze"),  welche  den  Anforderungen  an  die 
Begründungsdichte nicht genügen (vgl. hierzu nachfolgende E. 4.4). 

Weil  es  nicht  Aufgabe  einer  Beschwerdebehörde  sein  kann,  die 
Prüfung gewissermassen zu wiederholen, müssen an den Beweis der 
behaupteten  Unangemessenheit  gewisse  Anforderungen  gestellt 
werden. Die entsprechenden Rügen müssen zumindest von objektiven 
und  nachvollziehbaren  Argumenten  sowie  den  entsprechenden  Be-
weismitteln getragen sein. Von der Rechtsmittelbehörde kann nur dann 
verlangt werden, dass sie auf alle die Bewertung der Examensleistung 
betreffenden  Rügen  detailliert  eingeht,  wenn  der  Beschwerdeführer 
substantiierte und überzeugende Anhaltspunkte dafür liefert oder sich 
aus den Akten ganz offensichtlich ergibt, dass in der Prüfung eindeutig 
zu  hohe Anforderungen  gestellt  oder  seine Leistungen offensichtlich 
unterbewertet worden sind (vgl. BVGE 2010/10 E. 4).

Mit  ihren Ausführungen vermag die Beschwerdeführerin nicht  einmal 
ansatzweise  begründete  Zweifel  am  angefochtenen  Entscheid  zu 
wecken.  Es  sind  keine  Anhaltspunkte  ersichtlich,  wonach  in  der 
Prüfung zu hohe Anforderungen gestellt  oder  ihre  Leistungen offen-
sichtlich unterbewertet worden wären. 

4.4 Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  sie  habe  ihre  Prüfung 
durch zwei unabhängige Experten bewerten lassen. Diese hätten ihre 
Leistung im Fach Marketing als genügend eingestuft. 

Die  Beschwerdeführerin  legt  kein  eigentliches  Parteigutachten  ins 
Recht, sondern ein zweiseitiges Dokument mit dem Titel "Notenüber-
sicht  X.,  Y.",  welches  eine  Tabelle  mit  einer  abweichenden  Punkte-
erteilung  durch  den  Experten  A.  und  stichwortartige  Begründungen 
enthält. Weder findet sich darauf eine Unterschrift des Experten noch 
wird  daraus  ersichtlich,  welche  Aussagen  genau  vom  genannten 
Experten stammen und ob es überhaupt von diesem verfasst  wurde 
oder eine Zusammenfassung durch die Beschwerdeführerin darstellt. 

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Die Begründungen für die höheren Bewertungen sind zudem äusserst 
knapp und nicht aussagekräftig. 

Der  Beweiswert  des  genannten  Dokuments  ist  nach  dem Gesagten 
sehr gering. Hinzu kommt, dass – wie die Vorinstanz zu Recht darlegt  
–  die  Sachverständigenmeinung  eines  Dritten  aus  Gründen  der 
Rechtsgleichheit  generell  nicht  denselben  Stellenwert  einnehmen 
kann, wie die Einschätzung der Prüfungsexperten. Ist es doch so, dass 
der  private  Sachverständige  unter  Umständen  einen  Bewertungs-
massstab  anwendet,  der  von  jenem  der  Prüfungskommission  ab-
weicht.  Die  Beurteilung  der  Leistung  eines  Beschwerdeführers  nach 
diesem anderen – eventuell milderen – Massstab würde indessen jene 
Kandidaten  benachteiligen,  welche  den  Rechtsmittelweg  nicht  be-
schritten haben. 

Aus dem eingereichten Dokument "Notenübersicht X., Y." vermag die 
Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. 

4.5 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Erreichen der Note 4 
im  Fach  Marketing  ergebe  sich  auch  aus  dem  Vergleich  mit  einer 
Prüfung  eines  Mitkandidaten.  Der  oben  genannte,  private  Experte 
habe in einem Schreiben festgehalten, die Arbeit von Frau X. sei nicht 
sehr  strukturiert,  aber  in  ihren  Antworten  in  Aufsatzform  seien  die 
richtigen Antwortansätze vorhanden, die mehr Punkte wert seien; dies 
natürlich immer im Vergleich zur Beurteilung der Prüfung Y.

Soweit  die  Beschwerdeführerin  aus  diesen  Aussagen  eine  rechts-
ungleiche  Behandlung  ableiten  will,  ist  ihre  Rüge  als  zu  wenig 
substantiiert abzuweisen. Wie gesagt, sind auch die Ausführungen des 
Experten  in  dem  Dokument  "Notenübersicht  X.,  Y."  nicht  sehr  auf -
schlussreich  und  ihr  Beweiswert  ist  aus  den  oben  dargelegten 
Gründen (E. 4.4) als gering einzustufen. Hinreichende Anhaltspunkte 
für die Verletzung des Rechtsgleichheitsgebotes sind nicht ersichtlich.

4.6 Nach dem Gesagten  kommt  das Bundesverwaltungsgericht  zum 
Schluss, dass die Prüfungskommission ihr Ermessen korrekt ausgeübt 
hat.  Es  besteht  deshalb  kein  Grund,  die  Angelegenheit  zur  Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5.
Die  Beschwerdeführerin  beantragt  die  Begutachtung  durch  einen 
neutralen Experten. 

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Zusätzliche  Beweismassnahmen  sind  nur  bei  inkohärenten,  willkür-
lichen  Bewertungsvorgängen  angebracht.  Vorliegend  vermochte  die 
Beschwerdeführerin nicht darzutun, dass die Prüfungskommission bei 
der  Bewertung  offensichtliche  Fehler  beging  oder  zu  hohe  An-
forderungen stellte. Die Begründungen der Prüfungskommission sind – 
wie  vorstehend  gesagt  – nachvollziehbar  und  liefern  keine  Anhalts-
punkte dafür, dass die Leistungen der Beschwerdeführerin offensicht-
lich  unterbewertet  worden  sind.  Deshalb  erachtet  das  Bundesver-
waltungsgericht weder die Einholung eines neutralen Gutachtens noch 
eine Befragung der Privatgutachter als angezeigt. Der dahin gehende 
Beweisantrag ist daher abzulehnen.

6.
Die Beschwerde ist somit als unbegründet abzuweisen.

Bei  diesem  Verfahrensausgang  sind  die  Verfahrenskosten  der  Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden auf 
Fr.  1'000.– festgesetzt  und  mit  dem  von  ihr  geleisteten  Kostenvor-
schuss  in  der  Höhe  von Fr. 1'500.– verrechnet.  Der  Restbetrag  von 
Fr. 500.– wird der  Beschwerdeführerin zurückerstattet. Es wird  keine 
Parteientschädigung ausgerichtet (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

7.
Nach Art.  83  Bst.  t  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(BGG,  SR  173.110)  können  Entscheide  über  das  Ergebnis  von 
Prüfungen  nicht  mit  Beschwerde  beim  Bundesgericht  angefochten 
werden. Der vorliegende Entscheid ist damit endgültig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 

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B-1015/2010

Fr. 1'500.– verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr.  500.– wird  der  Be-
schwerdeführerin zurückerstattet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilage:  Rückerstattungs-
formular; Beschwerdebeilagen zurück)

- die Vorinstanz (Einschreiben; Vorakten zurück)
- die Erstinstanz (Einschreiben; Akten zurück)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Frank Seethaler Marion Spori Fedail

Versand: 27. September 2010

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