# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bced2d52-6469-5690-83b0-d0852866f5cc
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-05-27
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** DB.2013.233
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2013_233_jo.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2013.233 
1 ST.2013.271 

Entscheid 

27. Mai 2014 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) ist Alleineigentümer eines rund hundertjäh-

rigen Mehrfamilienhauses mit vier Wohnungen an der …strasse 15 im B-Quartier der 

C. Er wohnt mit seiner russischen Ehefrau und zwei minderjährigen Kindern (Jahrgän-

ge  2001  und  2005)  in  D  (Russland).  Die  mit  einer  Hypothek  von  rund  Fr.  2  Mio.  be-

lastete  Liegenschaft  steht  –  jedenfalls  nach  den  bisher  unbestätigten  Angaben  des 

Pflichtigen – seit dem Auszug des letzten Mieters im Jahr 1996 oder 1997 leer.  

Weil  der  Pflichtige  im  Ausland  wohnt,  forderte  ihn  der  Steuerkommissär  mit 

Schreiben vom 5. März 2013 gestützt auf Art. 118 des Bundesgesetzes über die direk-

te Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 128 des Steuergesetzes vom 

28.  Juni  1997  (StG)  auf,  bis  zum  5.  April  2013  einen  Zustellungsempfänger  in  der 

Schweiz  zu  nennen,  ansonst  Zustellungen  entweder  durch  öffentliche  Bekanntma-

chung  ersetzt  oder  mit  gleicher  Wirkung  unterbleiben  würden.  Der  Steuerkommissär 

sandte  das  Schreiben  mit  normaler  Post  an  die  Adresse  des  Pflichtigen  in  Russland. 

Die Frist verstrich in der Folge, ohne dass eine Reaktion des Pflichtigen beim kantona-

len Steueramt einging. 

2.  Der  Pflichtige  hatte  zuvor  trotz  öffentlicher  Aufforderung  und  individueller 

Mahnung des Steueramts der C vom 14. Dezember 2012 keine Steuererklärung für die 

Steuerperiode 2011 eingereicht. Das kantonale Steueramt veranlagte ihn deshalb am 

16.  April  2013  für  die  direkte  Bundessteuer  2011  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von  Fr.  50'000.-  (satzbestimmend  Fr.  120'000.-).  Gleichentags  erfolgte  auch  die  Ein-

schätzung für die Staats- und Gemeindesteuern nach pflichtgemässem Ermessen mit 

einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  50'000.-  (satzbestimmend  Fr.  120'000.-)  und 

einem steuerbaren Vermögen von Fr. 500'000.- (satzbestimmend Fr. 1'000'000.-). Der 

Steuerkommissär legte die erwähnten Entscheide wie angedroht mangels gültiger Zu-

stelladresse in der Schweiz noch gleichentags zu den Akten.  

Am 6. Mai 2013 ging ein auf den 20. April 2013 datierter Brief beim kantonalen 

Steueramt ein, worin der Pflichtige u.a. kund tat, er habe die Aufforderung zur Nennung 

eines  Zustellempfängers  erst  nach  Ablauf  der  Frist  (5.  April  2013)  und  damit  zu  spät 

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erhalten und erhebe dagegen "Einspruch". Statt eine Adresse in der Schweiz zu nen-

nen hielt er lediglich fest, seine Adresse in D sei der C seit Jahren bekannt.  

B. Der Steuerkommissär stufte das eben erwähnte Schreiben des Pflichtigen 

als  Einsprache  gegen  den  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  16.  Ap-

ril 2013 ein. Am 2. Juli 2013 forderte er den Pflichtigen im Zuge des nun neu eröffneten 

Einspracheverfahrens erneut mit normaler Post auf, einen Zustellungsempfänger in der 

Schweiz zu nennen. Die Frist setzte er dieses Mal etwas grosszügiger bis am 30. Au-

gust 2013 an. Der Pflichtige meldete sich – soweit aus den Akten ersichtlich – mit Fax-

eingabe vom 10. September 2013, wobei er es wiederum unterliess, eine innerhalb der 

Schweiz liegende Zustelladresse zu nennen.  

Der  Steuerkommissär  erliess  am  17.  Oktober  2013  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel  lautende  Einspracheentscheide  und  legte  diese  wie  zuvor  den  Einschät-

zungs-  und  Veranlagungsentscheid  mangels  Zustelladresse  in  der  Schweiz  gleichen-

tags  ohne  Weiterungen  zu  den  Akten.  Der  Pflichtige  sprach  am  15.  November  2013 

beim kantonalen Steueramt vor und nahm in die Steuerakten Einsicht.  

C.  Am  18.  November  2013  erhob  der  Pflichtige  gegen  die  Einspracheent-

scheide  Beschwerde  bzw.  Rekurs  und  beantragte,  die  Sache  an  das  kantonale  

Steueramt  ins  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsverfahren  zurückzuweisen,  da  die  

Einschätzungs-, Veranlagungs- und Einspracheentscheide mangels rechtsgültiger Zu-

stellung  keine  Rechtswirkungen  entfalten  könnten.  Eventualiter  beantragte  er  mit  ei-

nem steuerbaren Einkommen und einem steuerbaren Vermögen von je Fr. 0.- veran-

lagt bzw. eingeschätzt zu werden.  

Mit Verfügung vom 28. November 2013 forderte das Steuerrekursgericht den 

Pflichtigen erneut auf, einen Zustellungsempfänger in der Schweiz zu nennen, ansonst 

die  Zustellung  gerichtlicher  Mitteilungen  entweder  durch  öffentliche  Bekanntmachung 

im  Amtsblatt  ersetzt  würde  oder  mit  der  gleichen  Wirkung  unterbleiben  würden.  Die 

Verfügung  wurde  vom  Pflichtigen  gemäss  Zustellbestätigung  der  russischen  Post  am 

10. Januar 2014 in D gegen Unterschrift ausgehändigt. Mit Faxeingabe vom 31. Janu-

ar 2014  beantragte  der  Pflichtige  innert  der  ihm  angesetzten  Frist  von  21  Tagen,  die 

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Korrespondenz über das schweizerische Konsulat in D zu führen. Eine Zustelladresse 

in der Schweiz nannte er nicht. 

Die dem Pflichtigen mit Verfügung vom 27. Februar 2014 auferlegten Kosten-

vorschüsse von Fr. 600.- bzw. Fr. 800.- leistete dieser fristgerecht.  

Am 25. und 27. Februar 2014 nahm der Pflichtige in den Räumlichkeiten des 

Steuerrekursgerichts in die Verfahrensakten Einsicht.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  in  der  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort 

vom  21.  März  2014  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Der  Pflichtige  nahm  hierzu  am 

12./22. Mai 2014 Stellung, nachdem er am 14. April 2014 erneut beim Steuerrekursge-

richt vorgesprochen hatte. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) aa) Laut Art. 132 Abs. 1 DBG bzw. § 140 Abs. 1 StG kann der Steuer-

pflichtige  gegen  die  Veranlagungsverfügung  bzw.  den  Einschätzungsentscheid  innert 

30 Tagen nach Zustellung beim kantonalen Steueramt schriftlich Einsprache erheben. 

Die Einsprachefrist beginnt gemäss Art. 133 Abs. 1 DBG bzw. § 12 Abs. 1 der Verord-

nung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 (VO StG) am Tag nach der Zustellung des 

Entscheids  zu  laufen  und  ist  –  wie  die  Beschwerde-  und  Rekursfrist  –  eine  Verwir-

kungsfrist  (BGr,  6.  Februar  1987  =  ASA  58,  285;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 133 N 18 DBG und Kommentar zum Züri-

cher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 140 N 48 StG mit Hinweisen, auch zum Folgenden). 

Eine nach Ablauf der Frist erhobene Einsprache ist unwirksam und vermag keine ma-

terielle  Überprüfung  der  angefochtenen  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  herbeizufüh-

ren, selbst dann, wenn diese formell oder materiell fehlerhaft sein sollte. Auf eine ver-

spätete Einsprache darf die Einsprachebehörde – Fristwiederherstellung vorbehalten – 

deshalb nicht eintreten. 

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bb)  Nach  Art.  118  DBG  bzw.  §  128  StG  können  die  Steuerbehörden  von  ei-

nem Steuerpflichtigen mit Wohnsitz oder Sitz im Ausland verlangen, dass er einen Ver-

treter in der Schweiz bezeichnet. Wird auf Aufforderung hin kein Vertreter bezeichnet, 

kann  die  Zustellung  von  gerichtlichen  Mitteilungen  durch  öffentliche  Bekanntmachung 

im Amtsblatt ersetzt werden oder mit der gleichen Wirkung unterbleiben (so ausdrück-

lich § 3 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998, VO StG; vgl. auch Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 128 N 9 StG). Als ergänzende Verfahrensvorschrift findet 

§ 3 VO StG im Kanton Zürich auch im Bereich der direkten Bundessteuer Anwendung 

(vgl.  hierzu  allgemein  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 104  N 23  DBG).  Weigert 

sich ein Steuerpflichtiger, den Behörden eine Adresse in der Schweiz zu nennen, wäre 

ein  Verzicht  auf  den  Versand  bzw.  die  Publikation  eines  Entscheids  im  Übrigen  auch 

ohne  ausdrückliche  gesetzliche  Grundlage  zulässig,  denn  es  ist  in  der  Regel  davon 

auszugehen,  dass  eine Amtsblattpublikation  ausser  zusätzlichen  und kaum  einbringli-

chen Kosten nichts verspräche (vgl. RB 2005 Nr. 7). Die Veröffentlichung von Rubrum 

und Dispositiv steuerrechtlicher Entscheide (enthaltend die Namen und Steuerfakoren 

der betroffenen Parteien) erscheint weiter vor dem Hintergrund des Steuergeheimnis-

ses (Art. 110 Abs. 1 DBG und § 120 Abs. 1 StG) als problematisch und ist zum Schut-

ze  der  Privatsphäre  der  Betroffenen  zu  vermeiden.  Im  Bereich  der  direkten  Bundes-

steuer  handelt  es  sich  schliesslich  um  eine  gegenüber  der  explizit  aufgeführten 

Amtsblattpublikation (vgl. Art. 116 Abs. 2 DBG) als milder einzustufende Massnahme, 

ist die Steuerbehörde dort doch grundsätzlich befugt, auf die Aufforderung zur Bezei-

chung eines Vertreters gänzlich zu verzichten und unmittelbar zur Publikation des Ent-

scheids im kantonalen Amtsblatt zu schreiten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 118 

N 7 DBG).  

b)  aa)  Die  Aufforderung  des  Steuerkommissärs  an  den  Pflichtigen  vom 

5. März  2013,  einen  Zustellungsempfänger  in  der  Schweiz  zu  nennen,  entsprach  den 

eben erwähnten Gesetzesbestimmungen und ist nicht zu beanstanden. Die Zustellung 

von  steuerrechtlichen  Entscheidungen  im  Ausland  ist  nämlich  grundsätzlich  völker-

rechtswidrig, weshalb den hiesigen Steuerbehörden gar nichts anderes übrig bleibt, als 

entsprechende  Sendungen  an  eine  Adresse  im  Inland  zu  schicken  (Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 116 N 44 DBG und § 126 N 49 StG).  

Entgegen der Ansicht des Pflichtigen ist die im Fall einer Weigerung zur Nen-

nung  einer  Adresse  angedrohte  Säumnisfolge,  wonach  auf  die  Publikation  von  Ent-

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scheiden gänzlich verzichtet werden kann, nicht völkerrechts- oder verfassungswidrig. 

Art  6  Abs.  1  der  Konvention  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 

vom  4.  November  1950  (EMRK)  ist  auf  reine  Steuerverfahren  von  Vornherein  nicht 

anwendbar (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu DBG N 103 und VB zu StG N 125), 

weshalb sich Bemerkungen zu diesem Thema im vorliegenden Zusammenhang erüb-

rigen. Der in der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) verankerte Anspruch auf 

rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verpflichtet die Behörden und Gerichte selbstre-

dend  dazu,  den  betroffenen  rechtssuchenden  Bürgern  Entscheide  und  Verfügungen 

zur Kenntnis zu bringen. Dieses Grundrecht enthebt eine Partei indessen nicht davon, 

selber  an  einem  Verfahren  mitzuwirken  und  dafür  besorgt  zu  sein,  dass  Mitteilungen 

innert  nützlicher  Frist  und  mit  verhältnismässigem  Aufwand  zugestellt  werden können 

(vgl. hierzu etwa die langjährige Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Zustellfiktion 

bei  eingeschriebenen  Sendungen;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  §  126  N 42  StG 

m.w.H.).  Die  Behörden  und  Gerichte  sind  auf  ein  im  Massenverfahren  taugliches, 

durch die Post zur Verfügung gestelltes System angewiesen, welches den eindeutigen 

Nachweis  der  Ankunft  einer  Sendung  beim  Adressaten  (per  Einschreiben  oder  Ge-

richtsurkunde) erlaubt. Die Inanspruchnahme einer ausländischen Postorganisation ist 

den  hiesigen  Steuerbehörden  nun  aber  gerade  aus  Gründen  des  Völkerrechts  unter-

sagt, was die rasche und eindeutige Zustellung erheblich erschwert. Es ist den Steuer-

pflichtigen  vor  diesem  Hintergrund  durchaus  zuzumuten,  sich  selber  zu  organisieren 

und  durch  die  Nennung  eines  inländischen  Zustellempfängers  ihren  Beitrag  an  den 

ordentlichen, effizienten Gang des Verfahrens zu leisten. Weigert sich ein Steuerpflich-

tiger  –  wie  hier  –  trotz  eindeutiger  Aufforderung,  einen  Zustellempfänger  in  der  -

Schweiz zu nennen, so hat er sich den Eintritt der Säumnisfolge selber zuzuschreiben 

und  die  Konsequenzen  zu  tragen.  Eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  ist  nicht 

auszumachen. Auch ist die Behörde bzw. das Gericht nicht gehalten, die internen Ab-

läufe jeweils  fallbezogen  den Wünschen  eines  Steuerpflichtigen  anzupassen,  und  die 

Sendungen entweder in die Akten abzulegen, zu publizieren, auf elektronischem Weg 

zu  verschicken  oder  gar  über  ein  schweizerisches  Konsulat  oder  eine  Botschaft  ins 

Ausland zu versenden. Dies würde die gebotene Gleichbehandlung der Bürger unter-

graben und auch die internen Abläufe im Amt bzw. Gericht unnötig komplizieren.  

bb)  Der  Steuerkommissär  versah  seine  Aufforderung  vom  5.  März  2013  mit 

einer Frist von einem Monat (Fristablauf am 5. April 2014). Gemäss Informationen der 

Post  betreffend  Beförderungszeiten  für  Briefe  ins  Ausland  ist  bei  Sendungen  in  die 

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Russische Föderation – unter Annahme der langsamsten Beförderungsmethode "Eco-

nomy" – unter normalen Umständen mit der Ankunft beim Empfänger innert 10 bis 20 

Tagen  zu  rechnen.  Die  Frist  wurde  vom  Steuerkommissär  demnach  nicht  zu  knapp 

berechnet  und  erscheint  nicht  als  willkürlich,  durfte  er  doch  vom  normalen  Lauf  der 

Dinge ausgehen. Dem Pflichtigen wären – wäre es nicht zu einer unvorhergesehenen 

Verzögerung gekommen – nach dem Empfang bis zum Ablauf der Frist noch rund zwei 

Wochen geblieben, um sich um die Organisation einer Zustelladresse in der Schweiz 

zu kümmern, was ausreichend ist. 

cc) Nachdem beim kantonalen Steueramt innert Frist keine Antwort eingegan-

gen war, erliess es am 16. April 2013 den Veranlagungs- und den Einschätzungsent-

scheid. Zu Recht wurden diese Entscheide androhungsgemäss ohne Weiterungen zu 

den Akten gelegt, denn eine Verpflichtung, sie ins Ausland zu verschicken oder zu pub-

lizieren, bestand wie gesehen nicht.  

dd)  Entscheidungen  müssen  nicht  nur  eine  bestimmte  Form  aufweisen,  um 

gültig  zu  sein.  Sie  müssen  vielmehr  der  steuerpflichtigen  Person  gegenüber  als  Aus-

fluss aus ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör auch eröffnet (mitgeteilt) werden, was 

in aller Regel durch Zustellung der entsprechenden Entscheidung an die steuerpflichti-

ge  Person  geschieht  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  116  N 17  DBG  und  §  126 

N 22 StG).  

Die  rechtsgültige  Eröffnung  der  Entscheidung  durch  Ablage  in  den  Akten  

setzt  voraus,  dass  dem  Pflichtigen  genügend  Zeit  blieb,  um  eine  Adresse  in  der 

Schweiz zu nennen. Weil die entsprechende Aufforderung des Steuerkommissärs vom 

5. März 2013 nicht eingeschrieben, sondern lediglich mit normaler Post verschickt wur-

de, steht das genaue Ankunftsdatum der Sendung in dessen Briefkasten nicht mit letz-

ter  Sicherheit  fest.  Zu  Gunsten  des  Pflichtigen  ist  deshalb  davon  auszugehen,  dass 

sich die Übermittlung der Briefpostsendung nach D tatsächlich verzögert hat, und Letz-

tere  erst  im  Lauf  des  Aprils  2013  eintraf.  Immerhin  steht  aufgrund  der  Datierung  des 

Antwortschreibens fest, dass der Pflichtige die Aufforderung der Steuerbehördee aller-

spätestens am 20. April 2013 in den Händen hielt und ab diesem Zeitpunkt darauf hät-

te reagieren können. Ebenso musste ihm bewusst sein, dass die Sache dringlich war, 

denn die ihm gesetzte Frist war schon zwei Wochen früher, am 5. April 2013, abgelau-

fen.  Er  wäre  unter  diesen  Umständen  gehalten  gewesen,  unverzüglich  zu  reagieren, 

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und  seiner  Verpflichtung  zur  Nennung  eines  Zustellempfängers  in  der  Schweiz  nach-

zukommen.  

Der  Pflichtige  antwortete  am  4.  Mai  2013  (Datum  des  schweizerischen  Post-

stempels).  Der  eingeschrieben  versandte,  auf  den  20.  April  2013  datierte  Brief  wurde 

vom  Pflichtigen  oder  einer  Drittperson  an  der  Poststelle  …strass,  …strasse  101,  in  E 

abgegeben. Eine Zustelladresse in der Schweiz nannte der Pflichtige nicht. Ein identi-

sches Schreiben wurde rund drei Wochen später am 25. Mai 2013 erneut an das kan-

tonale Steueramt verschickt, ebenfalls ab einer Poststelle in der Schweiz.  

Vom  Zeitpunkt  der  Kenntnisnahme  der  Verpflichtung,  einen  Zustellungsemp-

fänger  zu  nennen,  am  20.  April  2013,  bis  zum  Versand  des  zweiten  Briefes  am  

25.  Mai  2013  vergingen  mehr  als  vier  Wochen,  in  denen  der  Pflichtige  ausreichend 

Gelegenheit gehabt hätte, die nötigen Vorkehren zu treffen, um dem kantonalen Steu-

eramt eine Adresse in der Schweiz zu nennen. Die angedrohten Wirkungen (Möglich-

keit  der  Zustellung  von  behördlichen  Mitteilungen  durch  Ablage  in  die  Akten)  traten 

damit  spätestens  in  jenem  Zeitpunkt  ein.  Die  Zustellung  des  Veranlagungs-  bzw.  

des  Einschätzungsentscheids  ist  damit  entgegenkommenderweise  erst  auf  den  

25.  Mai  2013  zu  legen.  Die  Einsprachefrist  begann  somit  am  26.  Mai  2013  zu  laufen 

und endete am 24. Juni 2013. Da innerhalb dieser Frist keine Eingaben des Pflichtigen 

beim  kantonalen  Steueramt  eingingen,  sind  die  erwähnten  Entscheide  in  Rechtskraft 

erwachsen, was von Amts wegen festzustellen ist.  

Es folgt daraus, dass die damals festgesetzten Steuerfaktoren wegen Ablaufs 

der  Rechtsmittelfrist  unabänderlich  sind,  weshalb  auf  die  materiellen  Vorbringen  des 

Pflichtigen nicht weiter einzugehen ist. 

ee)  Der  Steuerkommissär  durfte  das  Schreiben  des  Pflichtigen  vom  20.  Ap-

ril 2013 nicht als Einsprache behandeln und nicht ein Einspracheverfahren eröffnen. Es 

ist dem Pflichtigen beizupflichten, dass ein Rechtsmittelwille zu jenem Zeitpunkt fehlte, 

denn er konnte von der Fällung des Veranlagungs- bzw. Einschätzungsentscheids gar 

keine  Kenntnis  haben  und  wehrte  sich  auch  nicht gegen  die  Festsetzung  der  Steuer-

faktoren. Aus dem Wortlaut des Schreibens geht vielmehr klar hervor, dass der Pflich-

tige  sich  ausschliesslich  zur  Problematik  der  Zustelladresse  in  der  Schweiz  äussern 

wollte. Den Einspracheentscheiden des kantonalen Steueramts vom 17. Oktober 2013 

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fehlt es damit an einer rechtlichen Grundlage, weshalb sie als nichtig anzusehen und 

von Amts wegen aufzuheben sind. 

c)  Der  Pflichtige greift  die  eben  geschilderten  Umstände rund  um  die  Zustel-

lung  des  Veranlagungs-  bzw.  des  Einschätzungsentscheids,  die  Nennung  eines  Zu-

stellempfängers in der Schweiz und die Gültigkeit des Einspracheverfahrens in seiner 

Beschwerde- bzw. Rekursschrift vom 18. November 2013 und in seiner Stellungnahme 

vom 12. Mai 2014 auf. Ebenso bildet die Rechtmässigkeit der Entscheidfällung betref-

fend  der  erwähnten  vorinstanzlichen  Entscheide  vorliegend  Prozessgegenstand.  Das 

Steuerrekursgericht  konnte  damit  ohne  Weiteres  auf  eine  zusätzliche  Anhörung  des 

Pflichtigen zu diesem Thema verzichten, ohne dessen rechtliches Gehör zu verletzen. 

2. a) Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel, soweit darauf 

einzutreten ist. Die (reduzierten) Kosten des vorliegenden Gerichtsverfahrens sind dem 

unterliegenden Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). 

Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen. 

b)  Nachdem  der  Pflichtige  die  Verfügung  vom  28.  November  2013  ignoriert 

hat und bewusst davon absah, in der Schweiz einen Zustellungsempfänger zu nennen, 

ist der vorliegende Entscheid androhungsgemäss und in Anwendung von § 3 VO StG 

durch  Ablage  in  die  Akten  zu  eröffnen.  Der  Pflichtige  wurde  im  Lauf  des  vorinstanzli-

chen  Verfahrens  von  der  Steuerbehörde,  aber  auch  vorliegend  vom  Steuerrekursge-

richt immer wieder per Verfügung, per Telefon und auch persönlich aufgefordert, eine 

Adresse  in  der  Schweiz  zu  nennen.  Dessen  standhafte  Weigerung,  dieser  Aufforde-

rung nachzukommen, erscheint unter den Umständen als trölerisch und treuwidrig und 

verdient keinen Schutz.  

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Der Einsprache-

entscheid vom 17. Oktober 2013 wird aufgehoben und es wird festgestellt, dass die 

Veranlagungsverfügung  vom  16. April  2013  betreffend  direkte  Bundessteuer  

(1.1.-31.12.2011) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.  Der  Rekurs  wird  abgewiesen,  soweit  darauf  eingetreten  wird.  Der  Einspracheent-

scheid  vom  17.  Oktober  2013  wird  aufgehoben  und  es  wird  festgestellt,  dass  der 

Einschätzungsentscheid vom 16. April 2013 betreffend Staats- und Gemeindesteu-

ern (1.1.-31.12.2011) in Rechtskraft erwachsen ist. 

[…] 

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