# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08cceb07-815d-514d-bad5-f0e7855693a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2008 D-3896/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3896-2006_2008-10-27.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3896/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richterin Nina Spälti Giannakitsas,
Richter Daniel Schmid,
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch lic. iur. Fidan Köle, Freiplatzaktion Zürich, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 
9. November 2004 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3896/2006

Sachverhalt:

A.  
A.a Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland nach eigenen An-
gaben im November 2000 durch Überqueren der Landgrenze zum Iran 
und gelangte 10 bis 15 Tage später in den Irak, wo er sich bis Septem-
ber  2004  im  Gebiet  von  Xenere  und  Kandil  als  Kämpfer  der  PKK 
(Partiya  Karkerên  Kurdistan  [Arbeiterpartei  Kurdistans])  aufhielt.  Von 
dort  aus  sei  er  zunächst  mit  einem  Personenwagen  via  Mosul  und 
Bagdad  nach  Jordanien  und  anschliessend  als  Passagier  eines 
Frachtschiffes  nach  Ägypten  gelangt.  Am  22.  Oktober  2004  sei  er 
- ankommend aus Kairo -  mit  einem türkischen Beamtenpass der  in 
Mosul  kontaktierten  Schlepperorganisation  ohne  Visum  über  den 
Flughafen von Genf in die Schweiz eingereist.

A.b Am 27. Oktober 2004 suchte der Beschwerdeführer in der Emp-
fangsstelle (heute: Empfangs- und Verfahrenszentrum [EVZ]) Kreuzlin-
gen um Asyl  nach,  wobei  er  ein  Dokument  zu  seiner  Identifizierung 
schuldig  blieb  und  als  Begründung  angab,  seine  Identitätskarte 
(Nüfus) habe er bei der PKK hinterlegen müssen. Das BFF (seit dem 
1. Januar  2005  Bestandteil  des  BFM)  befragte  ihn  am  29.  Oktober 
2004 in  der  Empfangsstelle  summarisch zum Reiseweg und zu den 
Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Am gleichen Ort führte 
es am 4. November 2004 mit  ihm die Anhörung zu den Asylgründen 
durch.

A.c Bei  der  Einreichung  des  Asylgesuchs  in  der  Empfangsstelle 
machte der Beschwerdeführer die rubrizierten Angaben zu seiner Per-
son. Ergänzend führte  er  an,  er  gehöre  der  kurdischen Volksgruppe 
an,  sei  sunnitischen Glaubens und stamme aus einem Dorf  namens 
B._______ (Landkreis  C._______, Provinz Van). Zur Begründung sei-
nes  Asylgesuchs  machte  er  im Wesentlichen  geltend,  er  sei  wegen 
Protestes gegen die Verhaftung von Abdullah Öcalan in Haft versetzt 
und  im  Rahmen eines  Massenverfahrens  vor  das  Staatssicherheits-
gericht  Istanbul-Besiktas  gestellt  worden.  Auch  nach  seiner  Freilas-
sung eineinhalb  Jahre  später  hätten  die Behörden ihn  weiterhin  be-
lästigt,  indem sie ihn mit  verschiedenen Druckmitteln zur Mithilfe als 
Informant in Istanbul oder zur Übernahme des Dorfschützeramtes in 
seinem Herkunftsort  zu  zwingen  versucht  hätten. Von seiner  Geburt 
bis  ins  Jahr  2000  sei  er  eigentlich  immer  in  B._______  ansässig 
geblieben, wenn er auch nach der Absolvierung des Militärdienstes im 

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Jahre 1993 jeweils zum Ende des Winters nach Istanbul gezogen sei, 
um dort als Saisonarbeiter auf verschiedenen Baustellen Geld zu ver-
dienen. Im Februar 1999 sei er festgenommen und auf die Polizeiwa-
che gebracht worden. Heute sei ihm klar, dass Leute, die von der Poli-
zei engagiert worden seien, hinter seiner Verhaftung gestanden hätten. 
Im  damaligen  Kontext  nach  der  Festnahme  des  PKK-Vorsitzenden 
Öcalan  habe  es  genügt,  wie  ein  Kurde auszusehen,  um in  Istanbul 
festgenommen  und  vor  Gericht  gezerrt  zu  werden.  Ungefähr  eine 
Woche nach der  Festnahme habe man ihn  zum ersten Mal  vor das 
Staatssicherheitsgericht  („DGM“)  im Istanbuler  Stadtteil  Besiktas  ge-
führt. Danach sei er in das Gefängnis D._______ in Istanbul verbracht 
worden. Während seiner Gefangenschaft sei er an Hepatitis erkrankt. 
Heute  befinde sich die  Krankheit  bei  ihm in  einem fortgeschrittenen 
Stadium. Nachdem er  insgesamt  acht-  oder  neunmal  dem Staatssi-
cherheitsgericht vorgeführt worden sei, sei er schliesslich im Oktober 
2000 wegen fehlender  stichhaltiger  Beweise  freigelassen worden. In 
einer  der  Gerichtsverhandlungen  sei  eine  Person  erschienen,  die 
belastende Aussagen gegen ihn gemacht  und ihn  als  Aktivisten der 
PKK bezeichnet habe. Seinerseits habe er jedoch glaubhaft versichert, 
diese Person nicht zu kennen. Erst später habe er erfahren, dass es 
sich bei der Person um einen von der Polizei bestellten Anhänger der 
MHP  (Milliyetçi  Hareket  Partisi  [Partei  der  Nationalistischen  Bewe-
gung]) gehandelt habe. Das Verfahren, in welchem er im Übrigen zu-
sammen  mit  einer  Gruppe  anderer  inhaftierter  Kurden  von  Rechts-
anwälten  einer  Anwaltskanzlei  verteidigt  worden  sei,  sei  gleichwohl 
weitergeführt  worden.  Das  Staatssicherheitsgericht  habe  einmal  ein 
Urteil gegen ihn gefällt, in dem ihm die Mitgliedschaft bei der PKK zur 
Last gelegt worden sei. Heute wisse er nicht genau, wie der Stand des 
Verfahrens sei. Ungefähr fünf Tage nach der Haftentlassung sei er auf 
dem Weg an seinen früheren Arbeitsort von Zivilpolizisten in ein Auto 
gezerrt,  an einen Waldrand gefahren und dort  mit gegen die Schläfe 
gehaltener Waffe aufgefordert  worden, entweder in Istanbul eine Zu-
sammenarbeit mit ihnen einzugehen oder in seinem Herkunftsort das 
Dorfschützeramt zu übernehmen. In derselben Zeit habe ihm sein Va-
ter telefonisch berichtet, dass innert  kurzer Zeit zweimal die Gendar-
merie vor dem Haus in  B._______ erschienen sei  und nach seinem 
Aufenthaltsort  gefragt  habe.  In  ihrer  Angst  habe  seine  Familie  den 
Gendarmen die  Auskunft  gegeben,  er  sei  als  Kämpfer  in  die  Berge 
gegangen. Dies habe er  dann auch tatsächlich getan. Ende Oktober 
2000,  ungefähr  20  Tage  nach  seiner  Freilassung,  habe  er  Istanbul 
verlassen. Im November 2000 habe er auf dem Rücken eines Pferdes 

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die türkisch-iranische Grenze überquert. Von dort habe er seine Reise 
zunächst weiter mit dem Pferd und später mit einem Personenwagen 
bis  in  den  Nordirak  fortgesetzt.  Im  Januar  2001  habe  er  sich  als 
aktives Mitglied der PKK angeschlossen und sich bis September 2004 
als Guerilla-Kämpfer in den Bergen um Kandil und Xenere aufgehal-
ten. Dieses  Gebiet  liege  in  Südkurdistan,  auf  irakischem Territorium 
unweit  der Grenze zum Iran. Heute bezeichne sich die Organisation 
mit  Kongra-Gel  (Kongra  Gelê  Kurdistan  [Volkskongress  Kurdistan]). 
Während dieser vier Jahre habe er eine Waffe getragen, damit jedoch 
-  der  damaligen  defensiven  Strategie  des  Anführers  gehorchend  - 
keine Angriffshandlungen ausgeführt. Ausserdem sei er in der Partei-
ideologie und in der Geschichte Mesopotamiens, Europas und Asiens 
ausgebildet  worden. Nach Entstehen des Kongra-Gel  im Jahre 2003 
sei er für die Pressearbeit  zuständig gewesen. Konkret habe er eine 
Monatszeitschrift  redigiert,  die  Reportagen,  kulturelle  Beiträge,  Ge-
dichte  oder  Erlebnisberichte  von  Kämpfern  umfasst  habe.  Daneben 
habe er auch im Krankenhaus bei der Pflege von Verwundeten ausge-
holfen. Zudem sei er im logistischen Bereich wie etwa bei der Lage-
rung von Lebensmitteln eingesetzt  worden. Weil  seine Krankheit  ihn 
zusehends  geschwächt  habe  und  eine  Behandlung  im  Irak  zu  ge-
fährlich  gewesen  sei,  habe er  sich  innerhalb  von drei  Monaten  ent-
schlossen, in die Schweiz zu reisen. Den Kontakt zur Schlepperorga-
nistion in Mosul habe er selber hergestellt. Die Reisekosten habe hin-
gegen der Kongra-Gel übernommen. Eine Rückkehr in die Türkei sei 
für ihn wegen seiner politischen Aktivitäten auf gar keinen Fall möglich. 

B.
Mit  Verfügung  vom 9.  November  2004  -  eröffnet  am gleichen  Tag - 
stellte  das  BFF  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingsei-
genschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung 
aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. In  der Entscheidbe-
gründung führte das BFF zusammenfassend aus, die Vorbringen des 
Beschwerdeführers hielten zum einen Teil bereits den Anforderungen 
an die Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand und wiesen zum andern Teil kei-
ne Relevanz für das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von 
Art. 3 AsylG auf.

C.
Mit  Beschwerde vom 9. Dezember 2004 liess der  Beschwerdeführer 
die Verfügung des BFF vom 9. November 2004 durch seinen damali-

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gen  Rechtsvertreter  bei  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) anfechten. Als hauptsächliches Begehren brachte er ein, es sei 
die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben, seine Flücht-
lingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Im Eventual-
punkt beantragte er, es sei die Unzulässigkeit und allenfalls die Unzu-
mutbarkeit seiner Wegweisung festzustellen und seine vorläufige Auf-
nahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf das Erhe-
ben eines Kostenvorschusses.

Zusammen  mit  der  Beschwerdeschrift  reichte  der  Beschwerdeführer 
zur Stützung seiner Vorbringen sieben Fotos in der Form von Ausdru-
cken  auf  Normalpapier,  einen  Familienregisterauszug  (Nüfus  Kayit 
Örnegi), eine Wohnsitzbescheinigung (Ikametgah Ilmühaberi) des zu-
ständigen  Gemeindevorstehers  (Muhtar),  ein  Schuldiplom  sowie  ein 
unvollständiges Telefax des nach seiner Aussage mit der Übermittlung 
von Gerichtsdokumenten in die Schweiz betrauten Anwalts in der Tür-
kei zu den Akten.

D.
Mit Verfügung vom 28. Dezember 2004 bestätigte der zuständige In-
struktionsrichter der ARK die Berechtigung des Beschwerdeführers zur 
Anwesenheit  in  der  Schweiz  bis  zum  Abschluss  des  Verfahrens. 
Gleichzeitig verlegte er die Beurteilung des Gesuchs um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen  späteren  Zeitpunkt,  ver-
zichtete  antragsgemäss  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses 
und  ordnete  die  Überweisung  der  Akten  an  die  Vorinstanz  zur  Ver-
nehmlassung an.

E.
In seiner Vernehmlassung vom 12. Januar 2005 beantragte das BFM 
die Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom 17. Januar  2005  brachte  der 
Instruktionsrichter der ARK dem Beschwerdeführer die vorinstanzliche 
Vernehmlassung zur Kenntnis und räumte ihm das Recht ein, bis zum 
1. Februar 2005 darauf zu replizieren.

G.
Am 1. Februar 2005 reichte der Beschwerdeführerin seine Replik auf 
die Vernehmlassung vom 12. Januar 2005 zu den Akten. Darin bean-

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tragte er - subsidiär zum Begehren um Zuerkennung der Flüchtlingsei-
genschaft und Asylgewährung - zusätzlich die Rückweisung der Sache 
an die Vorinstanz zur  Neubeurteilung. Im Übrigen hielt  er  an seinen 
Begehren und deren Begründung in der Beschwerdeeingabe vollum-
fänglich fest.

Als weitere Beweismittel gab er die schriftliche Zeugenaussage eines 
in  den  Achtzigerjahren  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  anerkannten 
Landsmannes und heutigen Schweizer Bürgers, Papierausdrucke von 
im Internet publizierten Presseberichten (diepresse.com vom 9. Okto-
ber 2004, NZZ vom 10. Juni 2004, 4. November 2004 und 9. November 
2004) sowie zwei zuhanden von Verwaltungsgerichten deutscher Bun-
desländer  erstellte  Gutachten  vom  25.  September  2004  und  vom 
4. Oktober 2004 zum Dossier. Ausserdem wurde eine Kostennote zu 
den Akten gereicht.

H.
Mit Folgeeingabe vom 31. Januar 2006 (Poststempel) zeigte der Be-
schwerdeführer die Mandatsübernahme durch die rubrizierte Rechts-
vertretung an. Gleichzeitig ergänzte er das Beweismaterial mit den Ab-
zügen von zwei der sieben bereits eingereichten Fotos auf Fotopapier, 
und einem zusätzlichen Foto - ebenfalls als Entwicklung auf beschich-
tetem Fotopapier - sowie mit den Kopien von in vier Teile zerfallenden 
türkischsprachigen Dokumenten, die er selber als Urteile des „Staatli-
chen Sicherheitsgerichts Nummer 4“ (Teile 1-3) und als Stellungnahme 
seines Anwalts vom 26. Februar 1999 (Teil 4) deklarierte.

I.
Am 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverwaltungsgericht das Be-
schwerdeverfahren von der ARK.

J.
J.a Am 27. August 2007 erkundigte sich der Beschwerdeführer nach 
dem Verfahrensstand und bat um Orientierung über den voraussichtli-
chen Urteilszeitpunkt.

J.b In seinem diesbezüglichen Antwortschreiben vom 18. September 
2007 teilte der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts dem 
Beschwerdeführer mit, dass das von ihm angehobene Beschwerdever-
fahren nicht prioritär sei und konkrete Zusicherungen hinsichtlich einer 
beschleunigten  Beurteilung  der  Beschwerde  oder  eine  zuverlässige 
Prognose über den Urteilszeitpunkt nicht möglich seien.

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K.
Mit Eingabe vom 31. Juli 2008 äusserte der Beschwerdeführer seinen 
Wunsch nach einer baldigen Entscheidfällung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  VwVG, sofern keine Aus-
nahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in 
Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, zu welchen auch das BFM 
(Art. 33 Bst. d VGG) zählt. Art. 32 VGG sieht für Verfügungen auf dem 
Gebiet  des  Asyls  keine  Ausnahme vor,  womit  die  Zuständigkeit  des 
Bundesverwaltungsgerichts  als  Beschwerdeinstanz  im  Asylverfahren 
gegeben ist (Art. 105 AsylG). Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110]) bestätigt  diese Zu-
ständigkeit und schliesst gleichzeitig die Weiterzugsmöglichkeit an das 
Bundesgericht aus.

Als Folge der so definierten Zuständigkeit (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG) hat 
das Bundesverwaltungsgericht per 1. Januar 2007 die Beurteilung der 
seit  dem  9. Dezember  2004  bei  der  ARK  hängig  gewesenen  Be-
schwerde  des  Beschwerdeführers  gegen  einen  Entscheid  des  BFF 
- als  Vorgänger  des  BFM auf  dem Gebiet  des  Asyls  -  übernommen 
(vgl. Bst. I  hiervor). Diese Beurteilung geschieht nach neuem Verfah-
rensrecht  (vgl. Art. 53  Abs. 2  in  fine  VGG;  BVGE  2007/11  E.  4.2 
S. 119).

1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht (Art. 6 AsylG 
i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch die ange-
fochtene Verfügung berührt  und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
VwVG). Demzufolge ist auf die Beschwerde einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  unter  Vorbehalt  von  Ausschluss-
gründen auf Gesuch hin Asyl (vgl. Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Wer 
um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 
zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die Flüchtlingsei-
genschaft  erfüllen  Personen,  welche  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im 
Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen 
ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt 
sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 
von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-
lichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen  Flucht-
gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.1 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  18  E.  7  und  8 
S. 190 ff.,  2005 Nr. 21 E. 7 S. 193; BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Auf-
grund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus, dass die 
betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz 
finden kann (vgl.  EMARK 2006 Nr. 18  E. 10 S. 201 ff.,  2005 Nr. 21 
E. 7.3. S. 194 und E. 11.1. S. 201 f.; BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.).

3.2 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in we-
sentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik 
entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfah-
rung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der 
Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Be-
weismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen un-
terdrückt oder bewusst falsch darstellt,  im Laufe des Verfahrens Vor-

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bringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  man-
gelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung ver-
weigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im Gegensatz zum strik-
ten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für 
gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 
Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, 
die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsuchenden 
sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; EMARK 2005 Nr. 7 
E. 6 S. 64 ff.,  Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f., 1996 Nr. 27 E. 3c.aa S. 263 f., 
Nr. 28 E. 3a S. 270).

4.  
4.1 Den  solchermassen  gelockerten  Beweisanforderungen  vermag 
der  Beschwerdeführer  nach  Auffassung  der  Vorinstanz  mit  einem 
Grossteil  seiner Vorbringen nicht  zu genügen. Seine dürftigen Anga-
ben zum angeblichen vierjährigen Aufenthalt  bei  der PKK-Guerilla in 
den  Bergen  im  Nordirak  zeugten  von  unzureichenden  Kenntnissen 
über geografische Belange, den Typ der angeblich getragenen Waffe 
und über die Entwicklung innerhalb der PKK und dessen Nachfolgeor-
ganisation Kongra-Gel seit der Verhaftung von Abdullah Öcalan. Diese 
Feststellung und die betreffenden, „klar nachvollziehbaren“ Erwägun-
gen in der angefochtenen Verfügung vermöge der Beschwereführer mit 
den nachgereichten Beweismitteln nicht umzustossen. Bei den einge-
reichten Fotografien handle es sich um Abzüge von Digitalfotos, deren 
Beweiswert wegen der leichten Manipulierbarkeit nicht über alle Zwei-
fel erhaben sei. Weiter sei auch die mit Drohungen untermalte Auffor-
derung zur Zusammenarbeit mit der Polizei oder zur Übernahme des 
Dorfschützeramtes wenig glaubhaft,  zumal die Art  der Zusammenar-
beit  vom Beschwerdeführer nicht  spezifiziert  worden sei. Ausserdem 
sei  es  nicht  nachvollziehbar,  warum  die  Aufforderung  erst  nach  der 
Haftentlassung hätte an den Beschwerdeführer ergehen sollen. Dass 
der Beschwerdeführer nach der Haftentlassung weiterhin gesucht wor-
den sei, sei ebenso wenig plausibel. Zwar sei eine solche Entwicklung 
grundsätzlich möglich, doch sei die vom Beschwerdeführer gelieferte 
Begründung,  sein  Vater  habe der  Gendarmerie  die  Information  über 
seinen Aufenthalt in den Bergen preisgegeben, nicht glaubhaft, zumal 
die  betreffende  Bekanntgabe  gemäss  seinen  Ausführungen  ohne 
Druck  erfolgt  sei.  Sodann  liessen  die  Verurteilung  durch  ein  DGM 
(Devlet  Güvenlik Mahkemesi [Gericht für Staatssicherheit],  Anm. des 
Bundesverwaltungsgerichts)  und die  Haftentlassung den Schluss zu, 

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dass das Verfahren gegen den Beschwerdeführer abgeschlossen sei. 
Die Angaben des Beschwerdeführers betreffend eine angebliche Wei-
terführung des Verfahrens seien als  unsubstanziiert  und unplausibel 
zu  werten. Ohnehin  seien die  Vorbringen,  welche sich  auf  das  Jahr 
2000 und die Zeit davor bezögen, asylrechtlich nicht relevant, weil die 
Asylgewährung  voraussetze,  dass  die  darum ersuchende Person im 
Zeitpunkt des Entscheides von Verfolgung bedroht sei und Schutz be-
nötige. Der Beschwerdeführer gestehe ein, seit dem Jahre 2000 keine 
Probleme mehr mit den türkischen Behörden gehabt zu haben, da er 
sich seither in den Bergen im Nordirak aufgehalten habe. Angesichts 
der Haftentlassung im Oktober 2000 wegen fehlender Beweise sei da-
von  auszugehen,  dass  dem  Beschwerdeführer  in  der  Türkei  keine 
staatliche  Verfolgung  drohe.  Weil  es  insoweit  an  der  Asylrelevanz 
mangle,  bestehe  selbst  bei  hypothetisch  unterstellter  Echtheit  der 
nachgereichten Beweismittel kein Grund zur Änderung des in der an-
gefochtenen Verfügung erläuterten Standpunktes.

4.2 Soweit  das  Bundesamt  einen  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers 
als  Kämpfer  der  PKK  in  den  auf  nordirakischem  Boden  liegenden 
Kandil-Bergen zwischen Januar 2001 (act. 1/10, S. 2) und September 
2004 als unglaubhaft erachtet und an dieser Einschätzung auch nach 
Einreichung diverser einschlägiger Fotos festhält,  wendet es die Be-
weisregel von Art. 7 AsylG zu restriktiv an. Auf den im Beschwerdever-
fahren  beigebrachten  Fotos  ist  eine  Person  abgebildet  und  gekenn-
zeichnet,  an  deren Übereinstimmung mit  dem Beschwerdeführer  bei 
einem Vergleich  mit  dem Ende Oktober  2004  in  der  Empfangsstelle 
angefertigten  Passfoto  keine  ernsthaften  Zweifel  bestehen  können. 
Das  Bundesamt  stellt  diese  optische  Übereinstimmung  als  solche 
denn auch nicht in Abrede. Es attestiert den eingereichten Fotos aus 
einem anderen Grund einen „nicht  über  alle Zweifel  erhabenen“ Be-
weiswert, aus demjenigen nämlich, dass es sich um Abzüge von Digi-
talfotografien  handle,  welche  leicht  manipulierbar  seien. Eine solche 
Sichtweise erscheint indes überspitzt, zumal vom Bundesamt nicht er-
läutert wird, ob und inwiefern es gerade bei den vom Beschwerdefüh-
rer  eingereichten  Ausdrucken  Anzeichen  für  eine  nachträgliche  Ver-
änderung  der  zugehörigen  Originalvorlage  festgestellt  hat.  Vom Be-
schwerdeführer wird diesbezüglich in der Replik vom 1. Februar 2005 
nicht  zu  Unrecht  im  Sinne  eines  Echtheitsindizes  geltend  gemacht, 
dass die Fotos in  verschiedenen Jahreszeiten und bei  unterschiedli-
chen  Witterungsbedingungen  geschossen  worden  seien,  was  eine 
Manipulation  unwahrscheinlich  mache.  Hinzu  kommt,  dass  der  Be-

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schwerdeführer in seiner Eingabe vom 30. Januar 2006 drei Fotos vor-
legt, bei denen es sich im Unterschied zu den mit der Beschwerde ein-
gereichten  Exemplaren  nicht  um  Papierausdrucke  von  gescannten 
Bilddateien (vgl. Replik vom 1. Februar 2005, S. 1), sondern um Erst-
abzüge auf Fotopapier handelt. Des Weiteren ist es als Hinweis auf die 
Authentizität  des  eingereichten  Bildmaterials  zu  werten,  dass  der 
Beschwerdeführer bereits in der Anhörung vom 4. November 2004 die 
Möglichkeit der Beschaffung von ebensolcher Fotos aus seiner Zeit bei 
der Guerilla erwähnte. Eine Garantie für die Einreichung solcher Fotos 
innert  nützlicher  Frist  mochte  er  demgegenüber  nicht  abgeben,  was 
jedenfalls nicht den Eindruck entstehen lässt, er habe seine Aussage 
im Wissen um eine ihm offen stehende Option gemacht, Fotodateien 
nötigenfalls  auch  nach  seinen  Bedürfnissen  manipulieren  zu  lassen 
(act. 12/12, S. 8).

Im Vergleich hierzu fallen die vom Bundesamt als Unglaubhaftigkeits-
merkmale gewerteten Aktenbestandteile deutlich weniger ins Gewicht. 
Dass  der  Beschwerdeführer,  wie  dies  vom  Bundesamt  in  der  Ent-
scheidbegründung  als  Argument  angeführt  wird,  eine  bloss  unzurei-
chende  Beschreibung  der  angeblich  über  einen  Zeitraum  von  vier 
Jahren frequentierten Gebirgsregion hat geben können, wird bei einer 
Prüfung der  betreffenden Passagen im Anhörungsprotokoll  in  dieser 
Form nicht bestätigt. So zählte er beispielsweise fünf Ortschaften im 
Kandil-Gebiet auf, in denen er sich nach seiner Darstellung als Kämp-
fer der Guerilla aufgehalten hat. Vor allem aber erwähnte er aus eige-
ner Initiative den besonders schneereichen Winter  des Jahres 2003, 
berief sich auf Kommentare der Einheimischen zur Schneemenge und 
erwähnte  den Verlust  von zwei  Kameraden nach  Lawinenniedergän-
gen.  Ohne  das  Erzählen  erfundener  und  einstudierter  Sachverhalte 
durch Asylsuchende als Phänomen ausschliessen zu wollen, erscheint 
die Annahme weit hergeholt, dass der Beschwerdeführer im Rahmen 
der entsprechenden Rückfrage eine derartige Phantasie und Spontani-
tät hat an den Tag legen können (act. A12/12, S. 3). Nicht vorbehaltlos 
zuzustimmen ist  der  Vorinstanz sodann auch bezüglich der Feststel-
lung, der Beschwerdeführer sei  nicht in der Lage gewesen, substan-
zielle Angaben zur Entwicklung innerhalb der PKK und des Kongra-Gel 
seit der Verhaftung von Abdullah Öcalan, zu führenden Persönlichkei-
ten und zu internen Fraktionskämpfen zu machen. So vermochte der 
Beschwerdeführer zum Namen, zum Herkunftsort und zur politischen 
Vergangenheit des Vorsitzenden des Kongra-Gel Angaben zu machen, 
die vom Bundesamt nicht  in  Frage gestellt  werden. Zudem sponn er 

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einen Faden zur eigenen Geschichte, indem er erwähnte, den Vorsit-
zenden  an  zwei  Kongressen  persönlich  gesehen  zu  haben.  Auf  die 
Rückfrage  nach  dem  Austragungsort  und  dem  Zeitpunkt  der  Kon-
gresse hin gab er Antworten, die vom Bundesamt nicht in Zweifel ge-
zogen werden (act. 12/12, S. 13). Des Weiteren blendet das Bundes-
amt bei seiner Einschätzung aus, dass der Beschwerdeführer zu den-
jenigen Belangen innerhalb des Kongra-Gel, die ihn nach seiner Schil-
derung persönlich betrafen, sehr wohl detaillierte Auskünfte zu geben 
wusste. Insbesondere konnte er nach der Erwähnung seiner Tätigkeit 
als  Redakteur  einer  Zeitschrift  auf  sämtliche  Ergänzungsfragen  wie 
namentlich jenen nach dem Inhalt, dem Aufbau, der Auflagenzahl und 
der Erscheinungsfrequenz klare Antworten geben. Von sich aus nann-
te er sogar die durchschnittliche Seitenzahl (act. 12/12, S. 13 f.).

4.3 Nach dem Gesagten lässt sich als Zwischenfazit festhalten, dass 
der Beschwerdeführer den Aufenthalt als Kämpfer bei der PKK bezie-
hungsweise beim Kongra-Gel  in den Kandil-Bergen (Nordirak) in der 
Zeit  von  Januar  2001  bis  September  2004  glaubhaft  im  Sinne  von 
Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG zu machen vermag. Bei gesamthafter  Be-
trachtung unter  Einbezug der im Beschwerdeverfahren eingereichten 
Beweismittel ist bezüglich dieses Vorbringens ein Übergewicht an Hin-
weisen, die für dessen Wirklichkeit sprechen, gegenüber solchen, die 
auf dessen blosse Inszenierung hindeuten, mit hinreichender Klarheit 
zu erkennen.

5.  
5.1 Im Prinzip korrekt  führt  das Bundesamt in der Entscheidbegrün-
dung aus, dass für die Bestimmung der Flüchtlingeigenschaft der Zeit-
punkt des Asylentscheides massgebend sei (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 
S. 38 f.). Unzutreffend ist jedoch die Schlussfolgerung, wonach die für 
das Jahr 2000 und die Zeit  davor geltend gemachten Ereignisse „in 
Ermangelung  der  zeitlichen  Relevanz“  nicht  asylrelevant  seien,  weil 
der  Beschwerdeführer  selber  ausgesagt  habe,  seit  dem Jahre  2000 
keine  Probleme  mit  den  türkischen  Behörden  gehabt  zu  haben 
(act. 14/9, Ziff. I.3. S. 4 f.). Hier verkennt das Bundesamt die - selber 
nicht angezweifelte - Tatsache, dass der Beschwerdeführer sein Hei-
matland eigenen Angaben zufolge im November 2000 (act. 1/10, S. 2 
und S. 6 f.; act. 12/12, S. 8) verlassen (act. A12/12, S. 8) und sich in 
der Folge bis September 2004 auf irakischem Territorium (Kandil-Ber-
ge,  Nordirak)  aufgehalten  hat.  Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs 
wies der Beschwerdeführer ausschliesslich auf die Gefahr einer erneu-

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ten  Inhaftierung  durch  die  türkischen  Behörden  wegen  seiner  Akti-
vitäten für die PKK und den Kongra-Gel hin. Eine Furcht vor Verfolgung 
durch Repräsentanten des irakischen Staates (vgl. hierzu grundsätz-
lich  BVGE 2008/4)  wie  insbesondere  von Machtträgern  oder  Behör-
denvertretern  der  PUK (Patriotische Union Kurdistans)  und der  KDP 
(Kurdische Demokratische Partei) brachte er niemals zur Sprache. Die 
Ausreise  aus  dem Heimatland  ist  bei  der  Beurteilung  eines  Asylge-
suchs insofern bedeutungsvoll, als die erlittene Verfolgung respektive 
die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung immer in einer sachlich 
und zeitlich  kausalen  Verbindung zu ihr  stehen muss,  um zur  Zuer-
kennung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung führen zu 
können; darüber hinaus muss die erlittene Verfolgung beziehungswei-
se die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung grundsätzlich auch 
im  Moment  des  Asylentscheides  noch  aktuell  sein  (EMARK  2005 
Nr. 21 E. 7.2., EMARK 1999 Nr. 7 E. 4b S. 45 f. und E. 4d S. 46 f. mit 
weiteren Hinweisen). Das Faktum der Ausreise aus dem Heimatstaat 
und  das  danach  im  Ausland  gezeigte  Verhalten  können  -  für  sich 
alleine genommen - demgegenüber wohl die Zuerkennung der Flücht-
lingseigenschaft zur Folge habe, nicht jedoch die Gewährung von Asyl 
(subjektive Nachfluchtgründe, Art. 54 AsylG).

5.2 Für  den  vorliegenden  Fall  ist  nach  dem  Gesagten  festzuhalten, 
dass es sich beim - glaubhaft - geltend gemachten Aufenthalt des Be-
schwerdeführers als Kämpfer der PKK beziehungsweise des Kongra-
Gel in der Zeit von Oktober 2000 bis September 2004 um einen Sach-
verhalt handelt, der sich nach dem Verlassen des Heimatlandes zuge-
tragen  hat.  Infolgedessen  hätte  das  Bundesamt  nicht  die  in  diesem 
Zeitraum  ausgebliebene  Behelligung  durch  die  türkischen  Behörden 
als Hinweis auf eine fehlende Verfolgungsgefahr im Heimatland werten 
dürfen. Vielmehr wäre es verpflichtet gewesen, zur Frage Stellung zu 
nehmen,  ob  der  Beschwerdeführer  sich  in  diesem  Zusammenhang 
berechtigterweise  auf  subjektive  Nachfluchtgründe  im  Sinne  von 
Art. 54 AsylG berufen kann. Von einer solchen Stellungnahme sowie 
gegebenenfalls  von  den  dazu  notwenigen  Sachverhaltsabklärungen 
war  es  schon  deshalb  nicht  dispensiert,  weil  der  Beschwerdeführer 
seine Haltung, wonach er auf  keinen Fall  in die Türkei zurückkehren 
könne und mit diesem Staat nichts mehr zu tun habe, gerade auch mit 
dem vierjährigen Aufenthalt  in  den Bergen  begründete  (act. A12/12, 
S. 12 oben und S. 17).

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5.3 In  der  angefochtenen  Verfügung schliesst  das  Bundesamt  seine 
Erwägungen mit der Erkenntnis ab, dass die Vorbringen, welche „sich 
auf das Jahr 2000 und davor“ bezögen, als nicht asylrelevant zu wer-
ten  seien.  Mit  dem Hinweis  auf  die  „mangelnde  zeitliche  Relevanz“ 
nimmt es Bezug auf das Ausbleiben jeglicher weiterer Behelligungen 
durch die türkischen Behörden während des anschliessenden Aufent-
halts des Beschwerdeführers in  den Bergen im Nordirak (vgl. hierzu 
auch den Hinweis in der Vernehmlassung vom 12. Januar 2005 auf die 
„Prüfung der Asylrelevanz“ in der angefochtenen Verfügung). Als Folge 
dieser  verfehlten  Argumentationsweise unterlässt  es  das  Bundesamt 
aufzuzeigen, wie es im Einzelnen die vom Beschwerdeführer geltend 
gemachte Situation im Moment der - im November 2000 vollzogenen - 
Ausreise im Hinblick auf das Vorliegen einer erlittenen Verfolgung oder 
einer  begründeten  Furcht  vor  einer  ebensolchen  Entwicklung  ein-
schätzt. Ebenso wenig macht es transparent, wie es die Risiken beur-
teilt,  dass  der  Beschwerdeführer  auch  aus der  Optik  bei  Erlass  der 
Verfügung  vom 9. November  2004  betrachtet  auf  Grund  seines  Ver-
haltens vor der Ausreise noch verfolgt werden könnte. Eine solche Prü-
fung ist jedoch insofern unentbehrlich, als eine darauf basierende An-
erkennung  des  Beschwerdeführers  als  Flüchtling  -  andere  Aus-
schlussgründe  wie  insbesondere  die  Asylunwürdigkeit  nach  Art.  53 
AsylG  einmal  beiseite  gelassen  -  im  Gegensatz  zu  den  subjektiven 
Nachfluchtgründen zur Asylgewährung führen würde (Art. 2 Abs. 1 und 
Art.  49  AsylG).  Diesem  Umstand  schenkt  das  Bundesamt  nicht  die 
nötige  Beachtung.  Es  zieht  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  ge-
machte  Gefangenschaft  und die  Verurteilung durch ein  DGM wegen 
Zugehörigkeit zu einer verbotenen Organisation einerseits als erstellte 
Tatsachen nicht  in  Zweifel,  erörtert  in  der  Folge jedoch nur unzurei-
chend, welche Auswirkungen diese Tatsachen auf das allfällige Beste-
hen einer aktuellen Verfolgung oder einer Gefahr erneuter Verfolgungs-
handlungen im Moment der - bloss 20 Tage nach der Haftentlassung 
erfolgten - Ausreise haben mochten. Dass ein entlassener Strafgefan-
gener in  der Türkei weiterhin gesucht  wird,  erachtet  es in der ange-
fochtenen  Verfügung  als  „grundsätzlich  möglich“  (act. 14/9,  Ziff.  I.2. 
S. 3). Nichtsdestotrotz führt es in der Entscheidbegründung an anderer 
Stelle aus, „angesichts“ der Freilassung im Jahre 2000 aus Mangel an 
Beweisen sei „davon auszugehen“, dass dem Beschwerdeführer keine 
staatliche  Verfolgung  drohe  (act. 14/9,  Ziff.  I.3.  S. 4).  Das  Argument 
schliesslich, wonach es wenig glaubhaft sei, dass der Vater den Auf-
enthaltsort des Beschwerdeführers ohne besonderen Druck der Gen-
darmerie preisgegeben habe, gründet auf einer unkorrekten Sachver-

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haltsfeststellung. In den beiden Befragungen gab der Beschwerdefüh-
rer nämlich übereinstimmend an, er sei noch in Istanbul gewesen, als 
ihm der Vater  telefonisch von zwei  Erkundigungsbesuchen der  Gen-
darmerie erzählt habe (act. 1/10, S. 5 unten; A12/12, S. 12). Nach der 
Darstellung des Beschwerdeführers in den Befragungen ist sein Vater 
somit  nicht  „ohne  besonderen  Druck“  mit  einer  als  wahr  erachteten 
Information  herausgerückt,  sondern  hat  aus  Angst  vor  einer  Bestra-
fung durch die Gendarmerie eine Aussage gemacht,  ohne eigentlich 
über  den  erforderlichen  Kenntnisstand  zu  verfügen. Das  Bundesamt 
gibt die diesbezügliche Protokollstelle in der angefochtenen Verfügung 
nicht richtig wieder. Abgesehen davon blendet es die zusätzliche Aus-
sage des Beschwerdeführers aus, wonach die Dorfschützer es gewe-
sen  seien,  die  gesagt  hätten,  er  halte  sich  in  den  Bergen  auf 
(act. A12/12, S. 12).

6.
Nach dem Gesagten lässt sich zusammenfassend festhalten, dass das 
Bundesamt im Rahmen der Prüfung der  Flüchtlingseigenschaft  Bun-
desrecht verletzt hat,  indem es insbesondere die Bestimmungen von 
Art. 3,  Art. 7  und Art. 54 AsylG unrichtig  angewandt hat. Von einem 
reformatorischen Entscheid durch das urteilende Gericht nach allfälli-
ger Vornahme weiterer Sachverhaltsabklärungen oder von einem wei-
teren Schriftenwechsel ist  abzusehen, weil Rechtsfragen grundsätzli-
cher Natur betroffen sind. Dem Beschwerdeführer soll angesichts der 
fallspezifischen  Umstände  im  Falle  einer  Bestätigung  der  Nichtzuer-
kennung der Flüchtlingseigenschaft und/oder der Ablehnung des Asyl-
gesuchs ein ungeschmälerter Rechtsschutz ohne Instanzenverlust und 
mit Zugriff auf die ordentliche Beschwerdefrist von 30 Tagen (Art. 108 
Abs. 1 AsylG) zustehen. Die angefochtene Verfügung ist deshalb voll-
umfänglich  aufzuheben,  und  die  Sache  ist  mit  der  Weisung  an  das 
BFM zurückzuweisen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 61 Abs. 1 VwVG), das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers  unter  Zugrundlegung  einer  Aus-
reise aus dem Heimatstaat im November 2000 und einer Aktivität als 
Kämpfer  im Rückzugsgebiet  der  PKK beziehungsweise  des  Kongra-
Gel in den Kandil-Bergen (Nordirak) zwischen Januar 2001 und Sep-
tember  2004  im  Sinne  der  vorstehenden  Erwägungen  (E.  4  und  5) 
nochmals zu prüfen.

7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit im 
Nachgang zu dieser (vgl. Replik vom 1. Februar 2005, S. 2) die Aufhe-

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bung der  angefochtenen  Verfügung  vom 9. November  2004 und  die 
Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung beantragt wurde. Damit ist 
mit Blick auf die Kostenliquidation von einem vollständigen Obsiegen 
des Beschwerdeführers auszugehen. Bei diesem Ausgang des Verfah-
rens  sind  weder  dem Beschwerdeführer  (vgl. Art. 63  Abs. 1 VwVG), 
dem  keine  Verletzung  von  Verfahrenspflichten  vorzuwerfen  ist  (vgl. 
Art. 63 Abs. 3 VwVG), noch der unterliegenden Vorinstanz (vgl. Art. 63 
Abs. 2 VwVG) Kosten aufzuerlegen. Das Gesuch um Gewährung der 
vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG ist  unter  diesen Umständen als  gegenstandslos geworden zu 
betrachten.

7.2 Dem Beschwerdeführer ist  -  als vollständig obsiegender Partei  - 
für die ihm im Beschwerdeverfahren erwachsenen notwendigen Kosten 
eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 16 
Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21. 
Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Sein vormaliger Rechtsvertreter 
hatte bei der ARK zusammen mit der Replik vom 1. Februar 2005 eine 
am nämlichen Tag erstellte Honorarnote eingereicht. Darin wird der er-
forderliche  Zeitaufwand  bei  einem Stundenansatz  von Fr. 190.--  auf 
insgesamt 8.20 veranschlagt. Dieser Aufwand erscheint dem Umfang 
und der Komplexität der Streitsache angemessen. Auch die ausgewie-
senen  Auslagen  (Porti,  Kopien/Spesen)  in  der  Höhe  von  insgesamt 
Fr. 41.60 können als verhältnismässig bezeichnet werden und rechtfer-
tigen mithin eine volle Entschädigung (Art. 9 Abs. 1 Bst. b und Art. 11 
Abs. 2 VGKE). Zusätzlich sind die Leistungen der rubrizierten Rechts-
vertretung zu entschädigen, welche nach der Bevollmächtigung durch 
den Beschwerdeführer am 31. Januar 2006 erbracht wurden. Diesbe-
züglich fehlt eine detaillierte Kostennote in den Akten. Auf die Einfor-
derung einer solchen ist indes zu verzichten, zumal sich der notwendi-
ge Zeitaufwand (Art. 10 Abs. 1 VGKE) mit hinreichender Genauigkeit 
abschätzen lässt und dafür auf der Grundlage des für nichtanwaltliche 
Vertretungen geltenden Stundenansatzes  (Art.  10  Abs. 2  VGKE) ein 
Entschädigungsbetrag von Fr. 150.--  festzusetzen ist  (Eingaben vom 
31. Januar  2006 und vom 27. August  2007). Neben den Kosten der 
Vertretung macht  der  Beschwerdeführer  keine weiteren notwendigen 
Auslagen geltend (Art. 8 VGKE). Die ihm vom BFM geschuldete Par-
teientschädigung ist alsdann auf insgesamt Fr. 1'900.-- (inkl. Auslagen 
und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFF vom 9. November 2004 wird aufgehoben und 
die Sache wird zur Neubeurteilung an das BFM im Sinne der Erwä-
gungen zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 1'900.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Asylverfahren I,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...) 

(per Kurier; in Kopie)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Martin Maeder

Versand: 

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