# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fbe2b399-7c69-5468-adcd-30f0d7dafab4
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-13
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung 13.09.2016 OG O2S-16-8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_OG-O2S-16-8_2016-09-13.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin 
Privatklägerin 

A___ AG  
 
vertreten durch: RA B___ 
 

 
Beschwerdegegnerin 
Anklägerin 

Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden   
 
vertreten durch: StA C___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau 
 

 

 
  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
2. Abteilung  
 

Beschluss vom 13. September 2016  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter R. Krapf, B. Dick, S. Plachel, Dr. M. Winiger 
Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer 
 
 

Verfahren Nr. O2S 16 8 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Gegenstand Beschwerde gegen die Sistierungsverfügung der Staat san-
waltschaft vom 23.02.2016 (Verfahren Nr. U 14 403)  

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Die Sistierungsverfügung der Vorinstanz vom 23.2.2016 im Verfahren Nr. U 14 403 sei 

aufzuheben, und die Vorinstanz sei anzuweisen, das Verfahren fortzuführen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Kantons. 

 

b) der Beschwerdegegnerin: 

 Abweisung der Beschwerde. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. D___ gründete am 2. Dezember 2009 die A___ AG (nachfolgend auch: 

Beschwerdeführerin), welche verschiedene Dienstleistungen im Bereich der visuellen 

Kommunikation bezweckt. Im Juni 2012 änderten die Eigentumsverhältnisse bei der 

Beschwerdeführerin, D___ trat aus dem Verwaltungsrat zurück und wurde neu als 

Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen. Per 1. September 

2013 wurde eine neue Geschäftsführerin eingesetzt und im Dezember 2013 die Funktion 

von D___ als Geschäftsführerin im Handelsregister gelöscht. 

 

 

 

B. Am 12. März 2014 erhob die Beschwerdeführerin bei der Staatsanwaltschaft Appenzell 

Ausserrhoden (nachfolgend auch: Beschwerdegegnerin) eine Strafklage gegen D___ 

wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung (act. B 9/1). Die 

Beschwerdeführerin warf D___ insbesondere vor, sie habe als Geschäftsführerin mehrere 

Zahlungen zu Lasten der Beschwerdeführerin ohne Rechtsgrund bzw. aufgrund fiktiver 

Rechnungen ausgelöst. Zudem wurden Vorwürfe im Zusammenhang mit der Kündigung 

eines von der Beschwerdeführerin gemieteten Lagerraums in E___ erhoben; D___ habe 

die Interessen der Beschwerdeführerin nicht genügend gewahrt, indem sie weder eine 

Begründung der Kündigung noch eine Mieterstreckung verlangt und zudem den 

Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin falsch über den mit der Kündigung 

zusammenhängenden Sachverhalt informiert habe. 

 

 

 

 

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C. Am 3. April 2014 überwies die Beschwerdegegnerin die Strafanzeige zu weiteren 

Ermittlungen an die Kantonspolizei (act. B 9/4). Diese führte am 9. Mai 2014 eine 

Hausdurchsuchung bei D___ durch (act. B 9/5 und 14). Am 15. Mai 2014 nahm D___ zu 

den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung und beantragte, das Verfahren gegen sie sei 

unverzüglich einzustellen (act. B 9/7). Am 14. Juli 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin 

darum, diesem Begehren von D___ nicht stattzugeben. Die beantragten 

Beweiserhebungen seien unumgänglich aufgrund des dringenden Verdachts auf 

Veruntreuung und ungetreue Geschäftsbesorgung (act. B 9/13). D___ hielt hierauf am 12. 

September 2014 erneut am Antrag auf Einstellung des Verfahrens fest (act. B 9/22). Am 

19. Mai 2015 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre Strafklage, warf D___ zusätzlich 

Urkundenfälschung vor und erhob im Zusammenhang mit dem Vorwurf der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung weitere Vorwürfe betreffend die Verbuchung des Warenaufwandes im 

Jahr 2011 und Reisekosten sowie anderen Ausgaben, welche nicht geschäftsbedingt 

gewesen sein sollen (act. B 9/33). Am 10. August 2015 nahm D___ zur ergänzten 

Strafklage Stellung und ersuchte mit der Begründung, auch die neuen Anschuldigungen 

würden sich als haltlos erweisen, unverändert darum, das Verfahren baldmöglichst zu 

einem Abschluss zu bringen (act. B 9/36). Am 8. Oktober 2014 teilte die 

Beschwerdegegnerin hierauf den Parteien mit, das Untersuchungsverfahren sei 

abgeschlossen und aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse sei 

vorgesehen, das strafrechtliche Verfahren gegen D___ wegen ungetreuer 

Geschäftsbesorgung und Veruntreuung mittels einer Einstellungsverfügung abzuschliessen 

(act. B 9/40).  

 

 

 

D. Tags darauf, am 9. Oktober 2014, erhob D___ gegen die Beschwerdeführerin beim 

Kantonsgericht eine Klage betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag (act. B 9/31.1). Mit 

Klageantwort vom 19. Januar 2015 beantragte die Beschwerdeführerin Abweisung der 

gegen sie erhobenen Klage und stellte für den Fall der Gutheissung der Klage der von 

D___ geltend gemachten Forderung verschiedene eigene Forderungen verrechnungsweise 

entgegen (act. B 9/31.3). Nach einem weiteren Schriftenwechsel (act. B 9/54.2 und B 

9/54.3) fand am 30. Oktober 2015 eine mündliche Verhandlung vor Kantonsgericht statt 

(act. B 9/54.5). Mit Verfügung vom 13. November 2015 wurde das zivilrechtliche Verfahren 

bis auf weiteres sistiert; eine Begründung für die Sistierung ist aus der Verfügung nicht 

ersichtlich (act. B 9/54.7). 

 

 

 

 

Seite 4 

E. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2015 erhob die Beschwerdeführerin Einwand gegen die 

von der Beschwerdegegnerin unmittelbar vor Anhebung des unter lit. D erwähnten 

Zivilprozesses in Aussicht gestellte Einstellungsverfügung und teilte mit, die 

Beschwerdeführerin sei mit einer Einstellung des Verfahrens keinesfalls einverstanden (act. 

B 9/50). Mit Schreiben vom 9. Februar 2016 ersuchte die Beschwerdeführerin erneut 

darum, das Verfahren fortzuführen (act. B 9/51). Am 23. Februar 2016 verfügte die 

Beschwerdegegnerin hierauf die Sistierung der Strafuntersuchung (act. B 9/56). Gegen 

diese Verfügung richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 4. März 2016 erhobene 

Beschwerde ans Obergericht (act. B 1). 

 

 

 

F. Während die Beschwerdegegnerin unter Verzicht auf eine Stellungnahme beantragte, die 

Beschwerde sei abzuweisen (act. B 8), nahm D___ nicht am Beschwerdeverfahren teil (act. 

B 10). Den Parteien wurde am 25. April 2016 mitgeteilt, dass vorgesehen sei, den Fall ohne 

mündliche Verhandlung zu beraten (act. B 11). Die Beratung fand am 13. September 2016 

statt. Die zuständige zweite Abteilung des Obergerichts hiess die Beschwerde mit 

gleichentags erfolgtem Beschluss gut, hob die Sistierungsverfügung der 

Beschwerdegegnerin auf und wies die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück mit der 

Aufforderung, das Verfahren ohne Verzug wieder aufzunehmen und fortzuführen (act. B 

17). Der begründete Beschluss wird hiermit eröffnet. 

 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1  

Angefochten ist im vorliegenden Fall eine Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft 

Appenzell Ausserrhoden. Art. 314 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 

312.0), welcher die Sistierung regelt, enthält keine ausdrückliche Bestimmung dazu, 

welches Rechtsmittel gegen eine Sistierungsverfügung zu ergreifen ist und verweist in 

Absatz 5 lediglich darauf, dass sich das Verfahren im Übrigen nach den Bestimmungen 

über die Verfahrenseinstellung richte. Art. 322 Abs. 2 StPO sieht vor, dass 

Einstellungsverfügungen mit Beschwerde anfechtbar sind. Rechtsprechung und Lehre 

wenden diese Bestimmung analog auch für die Anfechtung von Sistierungsverfügungen an.  

 

Seite 5 

 

1.2  

Nach Art. 26 Justizgesetz (JG, bGS 145.31) ist das Obergericht Berufungs- und 

Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Strafrechtspflege und in Jugendstrafsachen, unter 

Vorbehalt der (im vorliegenden Fall nicht betroffenen) Befugnisse des Einzelrichters. Eine 

Beschwerde gegen eine Sistierungsverfügung fällt damit in den Zuständigkeitsbereich des 

Obergerichts. Strafrechtliche Beschwerden werden in der zweiten Abteilung des 

Obergerichts behandelt. Die Zusammensetzung des Spruchkörpers wurde den Parteien 

vorgängig mitgeteilt (act. B 11 und 16) und dagegen keine Einwendungen erhoben. 

 

 
1.3 

Zur Anfechtung einer Sistierungsverfügung berechtigt sind die Parteien (Art. 314 Abs. 5 

i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO). Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 

Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 

Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführerin ist Privatklägerin und damit Partei (Art. 104 Abs. 1 

lit. b StPO). Bei ihr handelt es sich um die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt hat, 

sich als Straf- oder Zivilklägerin am Strafverfahren beteiligen zu wollen (Art. 118 Abs. 1 

StPO); der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). Art. 382 

Abs. 1 StPO verlangt für die Ergreifung eines Rechtsmittels zudem ein rechtlich 

geschütztes Interesse. Wird ein Verfahren sistiert, liegt dieses Interesse in einem ohne 

unbegründete Verzögerung zum Abschluss gebrachten Strafverfahren. Dieser Ausfluss des 

Beschleunigungsgebots ergibt sich aus Art. 5 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 29 Abs. 1 der 

Schweizerischen Bundesverfassung (BV; SR 101). Ebenso wie die beschuldigte Person 

selbst ist auch die Privatklägerschaft zur Anfechtung einer Sistierungsverfügung berechtigt, 

da auch für die geschädigte Partei ein Anspruch darauf besteht, dass der Fall definitiv 

erledigt wird, wenn dies möglich ist (vgl. dazu LANDSHUT/BOSSHARD, in: 

Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 

2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 23 zu Art. 314, m.w.H.). Die Legitimation der 

Beschwerdeführerin zur Anfechtung der Sistierungsverfügung ist somit gegeben. Ihre am 4. 

März 2016 der Post übergebene Beschwerde gegen die Sistierungsverfügung vom 

23. Februar 2016 erfolgte innert der in Art. 396 Abs. 1 StPO vorgesehenen Frist von 10 

Tagen rechtzeitig.  

 

 

1.4 

Zusammengefasst ergibt die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der 

Prozessvoraussetzungen somit, dass diese erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

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2. Materielles 

 

2.1  

Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Sistierungsverfügung damit, dass 

die angeblich schädigende Unterlassung des Kündigungsprotestes sowie auch die in der 

Strafklage vorgeworfenen ungerechtfertigten eigenen Dividendenzahlungen und 

Spesenentschädigungen Gegenstand des hängigen Zivilprozesses seien. Bei der 

strafrechtlichen Beurteilung der ungetreuen Geschäftsbesorgung und Veruntreuung seien 

gerade diese beim Kantonsgericht offenen Fragen von grosser Bedeutung. Daher bestehe 

im Strafverfahren ein erhebliches Interesse an der Klärung dieser zivilrechtlichen Vorfragen 

und es erscheine daher angebracht, das Untersuchungsverfahren zumindest bis zum 

Vorliegen des vollständigen Urteils des Kantonsgerichts zu sistieren. Die Beweise, deren 

Verlust zu befürchten sei, seien erhoben worden (act. B 9/56) 

 

 

2.2  

Die Beschwerdeführerin wendete in ihrer Beschwerde (act. B 1) hiergegen ein, sie sei 

durch die Sistierungsverfügung in ihrem Anspruch auf beförderliche Durchführung des 

Strafverfahrens gegen die beschuldigte Person, D___, beschwert. Die 

Beschwerdegegnerin habe die Untersuchung zu Unrecht sistiert und damit eine 

Rechtsverletzung im Sinn von Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO begangen.  

 

a. Mit Strafklage vom 12. März 2014 an die Beschwerdegegnerin habe die 

Beschwerdeführerin das Rechtsbegehren gestellt, gegen D___ sei ein Strafverfahren 

wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung zum Nachteil der 

Beschwerdeführerin durchzuführen. Den später zusätzlich gestellten Strafantrag wegen 

Zuwiderhandlung gegen das UWG und das Urheberrechtsgesetz habe die 

Beschwerdeführerin zwar wieder zurückgezogen, aber gleichzeitig weitere 

Straftatbestände, nämlich ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung geltend 

gemacht.  

 

b. Die Beschwerdegegnerin sei auf die Strafklage eingetreten, indem sie diese am 3. April 

2014 zu weiteren Ermittlungen an die Kantonspolizei überwiesen habe, mit dem Vermerk, 

sie habe noch keine Untersuchung eröffnet. Am 2. Mai 2014 habe sie einen 

Durchsuchungsbefehl gegen D___ erlassen; die Kantonspolizei habe hierauf am 9. Mai 

2014 bei D___ eine Hausdurchsuchung durchgeführt und diverse Gegenstände 

beschlagnahmt. Mit dem Erlass des Durchsuchungsbefehls habe die Beschwerdegegnerin 

somit die Untersuchung gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. b StPO eröffnet, es aber in 

 

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rechtswidriger Weise unterlassen, ihr die ihr zustehenden Parteirechte, insbesondere 

Teilnahmerechte an den polizeilichen Einvernahmen von D___, zu gewähren. Schliesslich 

habe die Vorinstanz ihr zunächst angekündigtes Vorhaben, das Verfahren einzustellen, 

aufgegeben und ohne vorherige Ankündigung und Gewährung des rechtlichen Gehörs die 

angefochtene Sistierungsverfügung erlassen. 

 

c.  Die Voraussetzungen für eine Sistierung seien aber nicht erfüllt, und zwar schon allein 

deshalb nicht, weil der beim Kantonsgericht hängige Zivilprozess zwischen der 

Beschwerdeführerin und D___ mit Verfügung vom 13. November 2015 ebenfalls bis auf 

weiteres sistiert worden sei. Aufgrund dieser Sistierung des Zivilprozesses sei ungewiss, 

wann und ob überhaupt ein materielles Urteil des Kantonsgerichts ergehen werde, welches 

zur Klärung zivilrechtlicher Vorfragen im Strafverfahren beitragen könnte. Die 

Sistierungsverfügung im Strafverfahren sei nicht haltbar und verstosse gegen das 

Beschleunigungsgebot. 

 

d.  Unabhängig davon sei die Sistierung aber auch deshalb ungerechtfertigt, weil gemäss 

Rechtsprechung zur Sistierung nur dann gegriffen werden dürfe, wenn das Urteil im 

anderen Verfahren gleichsam konstitutiv für das zu sistierende sei. Ein allfälliges Urteil des 

Kantonsgerichts im Zivilprozess zwischen der Beschwerdeführerin und D___ sei auf keinen 

Fall konstitutiv für sich im Strafverfahren vorfrageweise stellende zivilrechtliche Fragen. Mit 

der Sistierung habe sich die Beschwerdegegnerin eigenmächtig von der ihr obliegenden 

Untersuchungspflicht dispensiert. 

 

e.  Ausserdem machte die Beschwerdeführerin geltend, es treffe nicht zu, dass die 

Beweise, deren Verlust zu befürchten sei, bereits erhoben worden seien. Sie habe mit der 

Strafklage die Einvernahme von mehreren Zeugen beantragt, ohne dass diesen Anträgen 

bis jetzt entsprochen worden wäre. Da die Erinnerung von Zeugen und Auskunftspersonen 

mit der Zeit erfahrungsgemäss abnehme, vermindere sich zunehmend der Beweiswert der 

Aussagen, was schliesslich zu einem Beweismittelverlust führen könne. Daher sei geboten, 

dass die Vorinstanz baldmöglichst die beantragten Einvernahmen durchführe. 

 

 

2.3 

Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Sistierungsverfügung auf Art. 314 Abs. 1 lit. b i.V.m. 

Art. 319 ff. StPO. Die weiteren, in Art. 314 Abs. 1 lit. a, c und d StPO ebenfalls ausdrücklich 

angeführten Sistierungsgründe spielen im vorliegenden Fall unbestrittenermassen keine 

Rolle. Gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO kann die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung 

 

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sistieren, namentlich wenn der Ausgang des Strafverfahrens von einem anderen Verfahren 

abhängt und es angebracht erscheint, dessen Ausgang abzuwarten.  

 

a. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und 

Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist. Dem 

allgemeinen Beschleunigungsgebot kommt im Strafrecht eine besondere Bedeutung zu, 

welche in Art. 5 Abs. 1 StPO konkretisiert wird. Demnach sind Strafverfahren unverzüglich 

an die Hand zu nehmen und ohne begründete Verzögerung abzuschliessen. Eine 

Sistierung steht immer in einem Spannungsverhältnis zum Beschleunigungsgebot. Besteht 

offensichtlich keine Aussicht, ein Strafverfahren innert vernünftiger Zeit weiterführen zu 

können, sollte keine Sistierung ergehen, sondern das Verfahren ist in einem solchen Fall 

entweder mit Anklageerhebung, Strafbefehl oder Einstellung zum Abschluss zu bringen 

(LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 4 f. zu Art. 314). Die Strafverfolgungsbehörden sind denn 

auch grundsätzlich verpflichtet, vorfrageweise Rechtsfragen aus anderen Rechtsgebieten 

abzuklären. Das Strafverfahren ist besonders geeignet, die materielle Wahrheit zu 

erforschen: Der Staatsanwalt ist dazu von Amtes wegen verpflichtet, er verfügt über 

Zwangsmittel und weitgehende Befugnisse. Anders als beispielsweise der Zivilrichter darf 

er sich nicht damit begnügen, bestrittene Behauptungen abzuklären und den Parteien die 

Erstellung des Sachverhalts zu überlassen (Urteil des Bundesgerichts 1B_163/2014 vom 

18. Juli 2014, E. 2.2, m.w.H.).  

 

b. Eine Sistierung gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO ist insbesondere möglich, um den 

Ausgang anderer, präjudizieller Verfahren, insbesondere Zivilverfahren, abzuwarten. Art. 

314 Abs. 1 lit. b StPO stellt eine Kann-Bestimmung dar. Wie sich aus dem darin 

enthaltenen Passus „angebracht erscheint“ ergibt, räumt sie der Staatsanwaltschaft einen 

Ermessensspielraum ein. Die Sistierung des Strafverfahrens mit Blick auf ein anderes 

Verfahren rechtfertigt sich jedoch nur, wenn sich das Ergebnis jenes Verfahrens tatsächlich 

auf das Ergebnis des Strafverfahrens auswirken kann und wenn jenes Verfahren die 

Beweiswürdigung im Strafverfahren erheblich erleichtert. Das Beschleunigungsgebot setzt 

der Sistierung des Strafverfahrens Grenzen. Das Gebot wird verletzt, wenn die 

Staatsanwaltschaft das Verfahren ohne objektiven Grund sistiert. Die Sistierung hängt von 

einer Abwägung der Interessen ab. Sie ist immer mit Zurückhaltung anzuordnen (Urteil des 

Bundesgerichts 1B_21/2015 vom 1. Juli 2015, E. 2.1 und 2.3, m.w.H.).  

 

c. Im Strafverfahren wird die materielle Wahrheit von Amtes wegen erforscht, weshalb 

regelmässig das Zivilverfahren aufgeschoben wird, um der Strafbehörde die Ermittlung des 

Sachverhalts zu ermöglichen. Der umgekehrte Fall, nämlich die Sistierung des 

Strafverfahrens bis zum Abschluss des Zivilverfahrens, fällt gemäss Lehre und 

 

Seite 9 

Rechtsprechung des Bundesgerichts dagegen nur ausnahmsweise in Betracht, wenn das 

Urteil im Zivilverfahren für den weiteren Gang des Strafverfahrens unentbehrlich ist. Im 

Zweifel hat das Beschleunigungsgebot Vorrang (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_163/2014 vom 18. Juli 2014, E. 2.2; LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 12 und 13a zu Art. 

314; je m.w.H.).  

 

 

2.4 

Im vorliegenden Fall ist zunächst zu prüfen, ob und falls ja, inwieweit das Zivilverfahren 

überhaupt gleichsam konstitutiv ist für das von der Beschwerdegegnerin sistierte 

Strafverfahren. Hierfür ist zum einen entscheidend, was Thema des arbeitsrechtlichen 

Zivilprozesses ist: 

 

a. D___ verlangte mit Klage vom 9. Oktober 2014 von der Beschwerdeführerin, ihr 

ausstehenden Lohn im Betrag von Fr. 30‘000 zuzüglich Zinsen zu bezahlen (act. B 9/31.1).  

 

b. In der Klageantwort vom 19. Januar 2015 stellte die Beschwerdeführerin für den Fall der 

Gutheissung der eingeklagten Lohnforderung von D___ dieser Lohnforderung drei 

Verrechnungsforderungen gegenüber, so im Zusammenhang mit Verzugszinsen bezüglich 

AHV Nachdeklaration 2010 (Fr. 1‘527.75 zuzüglich Zinsen), im Zusammenhang mit 

Schadenersatz aufgrund unentschuldigtem Fernbleiben von der Arbeit (Fr. 54‘270 

zuzüglich Zinsen) und im Zusammenhang mit der Übertragung eines Mini Cooper vom 

Geschäftsvermögen der Beschwerdeführerin in das Privatvermögen von D___ und einer 

damit nach Auffassung der Beschwerdeführerin vorgenommenen verdeckten 

Gewinnausschüttung (Fr. 11‘420.50 zuzüglich Zinsen; vgl. zum Ganzen act. B 9/31.3).  

 

c. Mit Duplik vom 1. Juni 2015 (act. B 9/54.3) erklärte die Beschwerdeführerin zudem mit 

Bezug auf eine geltend gemachte Schadenersatzforderung im Betrag von Fr. 2‘115 im 

Zusammenhang mit den Planungskosten Stand Appenzeller Alpenbitter ebenfalls 

Verrechnung, sollte die Klage von D___ gutgeheissen werden.  

 

d. An Schranken im Zivilprozess vor dem Kantonsgericht gab die Beschwerdeführerin 

schliesslich mit Bezug auf eine weitere Forderung im Betrag von insgesamt Fr. 310‘000 

eine zusätzliche Verrechnungserklärung ab; diese Forderung wurde geltend gemacht im 

Zusammenhang mit angeblich ungerechtfertigten Dividendenzahlungen (act. B 9/54.4).  

 

 

Seite 10 

e. Sowohl an Schranken als auch in ihren Rechtsschriften behielt sich die 

Beschwerdeführerin jeweils ausdrücklich vor, weitere Forderungen gegen D___ zur 

Verrechnung zu bringen. 

 

2.5 

Zum anderen interessiert im vorliegenden Zusammenhang, was genau das Thema der 

gegen D___ eingeleiteten Strafuntersuchung ist. Nur, wenn sich im Strafprozess und im 

Zivilprozess gewisse Überschneidungen ergeben, besteht überhaupt ein Zusammenhang 

zwischen Zivil- und Strafprozess, der allenfalls - insbesondere unter Abwägung der 

Interessen mit Bezug auf das Beschleunigungsgebot - dazu führen kann, dass eine 

Sistierung des Strafverfahrens bis zum Abschluss des Zivilverfahrens in Betracht zu ziehen 

ist.  

 

a. Mit Strafklage vom 12. März 2014 machte die Beschwerdeführerin gegenüber D___ im 

Zusammenhang mit der Kündigung der Miete eines Lagerraumes einen Schaden von Fr. 

63‘551 geltend (act. B 9/1.1, S. 5, Ziff. 3.5). Die von der Beschwerdeführerin im Zivilprozess 

ausdrücklich bezifferten Verrechnungsforderungen haben allesamt keinen Zusammenhang 

zu den Vorwürfen, die sie gegenüber D___ in der Strafklage mit Bezug auf die Auflösung 

des Mietverhältnisses des Lagerraums erhoben hat. Weder der pauschale Hinweis der 

Beschwerdeführerin im Zivilprozess, sie behalte sich vor, weitere Forderungen gegen die 

Klägerin zur Verrechnung zu bringen, noch die ausdrückliche Erwähnung, im 

Zusammenhang mit der Kündigung des Lagerraums sei ihr ein Schaden von Fr. 67‘551 

entstanden (recte wohl Fr. 63‘551, zumindest, wenn man auf die Angaben in der Strafklage 

abstellt; act. B 9/31.3, S. 21 oben bzw. act. B9/1.1, S. 5, Ziff. 3.5), wird dazu führen, dass 

im Zivilprozess irgendwelche näheren Abklärungen mit Bezug auf den damit 

zusammenhängenden Sachverhalt getätigt werden, da die Beschwerdeführerin den in der 

Strafklage mit Fr. 63‘551 bezifferten Schaden im Zivilverfahren jedenfalls nicht formell zur 

Verrechnung gebracht hat. Somit ist der Zivilprozess bezüglich dieses Sachverhalts, der in 

der Strafklage geltend gemacht wurde, nicht konstitutiv.  

 

b. In der Strafklage vom 12. März 2014 bezog sich die Beschwerdeführerin ausserdem auf 

eine Zahlung von Fr. 50‘000 an F___, welche ohne Rechtsgrund erfolgt sein soll (act. B 

9/1.1, S. 7 f., Ziff. 3.10). Auch diese Zahlung wird im Zivilprozess kein Thema sein. Die 

Zahlung wird im Zivilprozess lediglich erwähnt (siehe act. B 9/31.3, S. 8 oben und S. 14 

Mitte; act. B 9/54.3, S. 23 unten), aber nicht formell zur Verrechnung gebracht. 

Entsprechend sind aus dem Zivilprozess, wo die Dispositionsmaxime gilt und demgemäss 

dieser Sachverhalt nicht weiter abgeklärt zu werden braucht, keine Ergebnisse zu erwarten, 

 

Seite 11 

die im Strafprozess mit Bezug auf den Vorwurf der ungerechtfertigten Zahlung an F___ 

Bedeutung haben könnten. 

 

c. Weiter erhob die Beschwerdeführerin in der Strafklage vom 12. März 2014 gegenüber 

D___ den Vorwurf, sie habe unrechtmässig Fr. 5‘000 an G___ überwiesen im 

Zusammenhang mit einer nach Ansicht der Beschwerdeführerin fiktiven Rechnung für 

diverse Übersetzungsarbeiten (act. B 9/1.1, S. 8, Ziff. 3.11). Dieser Vorwurf gegenüber 

D___ ist im Zivilprozess kein Thema. Somit ist auch hier nicht ersichtlich, inwiefern das 

Urteil im Zivilverfahren mit Bezug auf den Sachverhalt im Zusammenhang mit der 

Überweisung von Fr. 5‘000 an G___ für den weiteren Gang des Strafverfahrens 

unentbehrlich sein soll. 

 

d. Ein weiterer Vorwurf in der ergänzten Strafklage vom 19. Mai 2015 erfolgt mit Bezug auf 

die Verbuchung des Warenaufwandes 2011, welche irreführend bzw. eine Falschbuchung 

sein und zu einer wesentlich höheren Dividende an D___ geführt sowie Mehrsteuern von 

rund Fr. 32‘000 verursacht haben soll (act. B 9/33.1, S. 2, Ziff. 3). Im Zivilprozess vor 

Kantonsgericht wurde eine Dividendenproblematik von der Beschwerdeführerin zwar 

ebenfalls erwähnt und vor Schranken eine ausdrückliche Verrechnungserklärung 

abgegeben (vgl. act. B 9/54.4, S. 2 oben). Inwieweit der damit zusammenhängende 

Sachverhalt auch im Strafprozess eine Rolle spielt und zudem im Zivilprozess überhaupt 

tatsächlich untersucht werden wird, ist allerdings offen, insbesondere, da die 

Beschwerdeführerin im Zivilprozess auch diverse andere Forderungen zur Verrechnung 

bringen will und es daher gut möglich ist, dass der Bestand und die Verrechenbarkeit der 

unter dem Titel der zu hohen Dividende und daraus resultierenden Mehrsteuern geltend 

gemachten Forderung gar nicht bzw. nicht im Einzelnen untersucht zu werden braucht, 

sollten bereits andere Verrechnungsforderungen dazu führen, die von D___ eingeklagte 

Lohnforderung von Fr. 30‘000 abzuweisen. Zudem wurde der Zivilprozess sistiert und es ist 

nicht bekannt, wann das dortige Verfahren weitergeführt wird. Das im Strafverfahren zu 

beachtende Beschleunigungsgebot spricht unter diesen Umständen klar dafür, so bald als 

möglich im Strafverfahren denjenigen Sachverhalt zu klären, der im Zusammenhang mit 

den gegen D___ erhobenen Vorwürfen von Bedeutung ist. 

 

e. Mit der ergänzten Strafklage vom 19. Mai 2015 beschuldigte die Beschwerdeführerin 

D___ unter dem Titel der ungetreuen Geschäftsführung ausserdem, über die Konten der 

Beschwerdeführerin Flüge nach Dubai zu ihren Gunsten zu Unrecht doppelt belastet zu 

haben (act. B 9/33.1, S. 3, Ziff. 4). Zudem habe D___ im Jahr 2011 wiederholt zu Lasten 

der Beschwerdeführerin Ausgaben getätigt, welche nicht geschäftsbedingt gewesen seien, 

sondern privaten Zwecken dienten. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang neun 

 

Seite 12 

Positionen im Gesamtbetrag von Fr. 9‘196.40 (act. B 9/33.1, S. 3, Ziff. 5). Diese 

angeblichen Privatentnahmen von D___ sind im Zivilprozess kein Thema, die 

Beschwerdeführerin hat diesbezüglich insbesondere keine formelle Verrechnungserklärung 

abgegeben, weshalb im Zivilprozess weder die von ihr im Strafprozess geltend gemachten 

Forderungen gegenüber D___ noch der damit zusammenhängende Sachverhalt näher zu 

prüfen sein werden. Es ist somit auch hier kein Grund ersichtlich, der es rechtfertigen 

würde, den Strafprozess zu sistieren, um allfällige Ergebnisse mit Bezug auf den diese 

Themen betreffenden Sachverhalt aus dem Zivilprozess abzuwarten.  

 

 

2.6 

Art. 314 Abs. 3 StPO schreibt der Staatsanwaltschaft ausdrücklich vor, vor der Sistierung 

diejenigen Beweise zu erheben, deren Verlust zu befürchten ist. Hierzu ist anzumerken, 

dass grundsätzlich unabhängig davon, ob Beweisverlust droht oder nicht, vor einer 

Sistierung ohnehin alle Beweise erhoben werden sollten, die zweckmässigerweise bereits 

abgenommen werden können (vgl. dazu LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 19 zu Art. 314). 

Die Beschwerdegegnerin ist verpflichtet, die Argumente und Verfahrensanträge der 

Parteien entgegenzunehmen und zu prüfen sowie die ihr rechtzeitig und formrichtig 

angebotenen Beweismittel abzunehmen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 

6B_383/2012 vom 29. November 2012, E. 4.2). Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht, 

dass die Beschwerdegegnerin diesen Pflichten bisher nicht ausreichend nachgekommen 

ist. 

 

 

2.7 

Zusammengefasst ergibt sich somit, dass kein ausreichender Grund besteht, das 

Strafverfahren gegen D___ bis zum Abschluss des Zivilverfahrens zwischen D___ und der 

Beschwerdeführerin zu sistieren. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die 

angefochtene Sistierungsverfügung der Beschwerdegegnerin ist aufzuheben. Die Sache 

wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen mit der Anweisung, das Verfahren wieder 

aufzunehmen und ohne Verzug fortzuführen. 

 

 

  

 

Seite 13 

3. Kosten und Entschädigung 

 

3.1. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall hat die 

Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag obsiegt. Demnach ist ihr der von ihr geleistete 

Kostenvorschuss im vollen Betrag zurückzuerstatten. Über vorinstanzliche Kosten ist nicht 

zu befinden, da gemäss Ziff. 2 der Sistierungsverfügung die Kosten bei der Hauptsache 

belassen wurden und demgemäss noch kein materieller Entscheid über diese Kosten 

ergangen ist. Die Verfahrenskosten des vorliegenden Verfahrens von Fr. 1‘000 sind dem 

Verfahrensausgang entsprechend auf die Staatskasse zu nehmen (GRIESSER, in: 

Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], a.a.O., N 4 zu Art. 428).  

 

 

3.2 

 Art. 436 StPO regelt die Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren.  

 

 a. Art. 436 Abs. 3 StPO bestimmt, dass die Parteien für den Fall der Aufhebung eines 

Entscheids nach Art. 409 StPO Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre 

Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren und im aufgehobenen Teil des erstinstanzlichen 

Verfahrens haben. Obschon Art. 436 Abs. 3 StPO dem Wortlaut nach nur auf die 

Aufhebung im Berufungsverfahren (Art. 409 StPO) verweist, wird dafürgehalten, die 

Bestimmung auch auf Beschwerdeentscheide gemäss Art. 397 Abs. 2 StPO anzuwenden 

(GRIESSER, a.a.O., N 4 zu Art. 436; SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, 

Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 4 zu Art. 436; je m.w.H.). Die 

Regelung in Art. 436 Abs. 3 StPO ist kongruent zu jener in Art. 428 Abs. 4 StPO betreffend 

die Kosten. Der Grund für die staatliche Entschädigungspflicht besteht in der Überlegung, 

dass der aufgehobene, vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft war und der Staat deshalb für 

die finanziellen Folgen einzustehen hat (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer 

Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, S. 283, Rz. 580, m.w.H.). Unter zusätzlicher 

Berücksichtigung der Tatsache, dass sich die beschuldigte Person, D___, am vorliegenden 

Beschwerdeverfahren gar nicht beteiligt hat (act. B 10), richtete die Beschwerdeführerin 

ihren Entschädigungsanspruch somit zu Recht gegen den Staat. 

 

 b. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Kostennote über insgesamt 

Fr. 1‘268.45 eingereicht (act. B 13). Dieser Betrag erscheint der vorliegenden Streitsache 

angemessen. Die obsiegende Beschwerdeführerin ist mit Fr. 1‘268.45 zu Lasten der 

Staatskasse zu entschädigen.  

 

Seite 14 

4. Rechtsmittel 

 

4.1 

Gemäss Art. 78 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) 

beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Entscheide in Strafsachen. Die 

Beschwerde ist ohne weitere Voraussetzungen zulässig gegen Entscheide, die das 

Verfahren abschliessen (Art. 90 BGG). Bei Vor- und Zwischenentscheiden ist dagegen eine 

Beschwerde grundsätzlich nur möglich, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden 

Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen 

Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für 

ein weitläufigeres Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. a und b BGG). Diese 

Ausnahme ist restriktiv zu handhaben, zumal die Parteien in der Regel keine Rechte 

verlieren, wenn sie einen Zwischenentscheid im Sinn von Art. 93 BGG nicht selbständig 

anfechten, da sie ihn mit dem Endentscheid anfechten können, soweit er sich auf dessen 

Inhalt auswirkt.  

 

4.2 

Der vom Obergericht im vorliegenden Verfahren gefällte Rückweisungsentscheid ist kein 

verfahrensabschliessender Entscheid (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_343/2014 

vom 7. Juli 2014, E. 1.1, m.w.H.). Somit ist bei einer allfälligen Anfechtung mit Beschwerde 

beim Bundesgericht von der anfechtenden Partei darzutun, dass die Voraussetzungen von 

Art. 93 Abs. 1 BGG erfüllt sind, soweit deren Vorliegen nicht offensichtlich ist. 

  

 

Seite 15 

Demgemäss beschliesst das Obergericht: 

 
1. In Gutheissung der Beschwerde der A___ AG wird die Sistierungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft Appenzell A. Rh. vom 23. Februar 2016 in Sachen Staat gegen D___ 
(Verfahren Nr. U 14 403) aufgehoben und die Sache an die Staatsanwaltschaft 
zurückgewiesen mit der Aufforderung, das Verfahren ohne Verzug wieder aufzunehmen 
und fortzuführen.  

 
 
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gebühr von CHF 1‘000.00, 

werden auf die Staatskasse genommen. Der geleistete Kostenvorschuss von CHF 500.00 
wird der Beschwerdeführerin durch die Gerichtskasse zurückerstattet. 

 
 
3. Die Beschwerdeführerin wird für die Kosten ihrer Vertretung im Beschwerdeverfahren mit 

CHF 1‘268.45 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse entschädigt.  
 
 
4. Rechtsmittel:  
 Eine Beschwerde gegen diesen Zwischenentscheid ist innert 30 Tagen seit Zustellung 

beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal-Fédéral 29, Postfach, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde 
richten sich nach Art. 78 ff. BGG (Beschwerde in Strafsachen) bzw. Art. 113 ff. BGG 
(subsidiäre Verfassungsbeschwerde) i.V.m. Art. 42 BGG. Beschwerden an das 
Bundesgericht haben in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG).  

 
 
5. Zustellung am 28. November 2016 an: 

- die Beschwerdeführerin über ihren Rechtsvertreter, eingeschrieben 
- die Staatsanwaltschaft (U 14 403), intern 

 

 

 
Der Obergerichtsvizepräsident: 
 
 
 
lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
lic. iur. Annika Mauerhofer