# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bef9fa8-315a-5519-a6bf-6f609263df78
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.05.2015 D-2201/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2201-2014_2015-05-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2201/2014 
thc/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Thomas Wespi, Richter Robert Galliker,    

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Syrien, 

vertreten durch Dr. iur. Michael Burkard, Fürsprecher,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 20. März 2014 / N (…). 

 

 

 

D-2201/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie 

aus B._______ – verliess Syrien eigenen Angaben zufolge am 24. Januar 

2013 und reiste legal mit seinem Pass in die Türkei. Nach zirka eineinhalb 

Monaten in Istanbul gelangte er am 9. März 2013 auf dem Luftweg nach 

Zürich, wo er am 10. März 2013 im Transitbereich des Flughafens um Asyl 

nachsuchte. 

B.  

Mit Verfügung vom 10. März 2013 verweigerte das BFM dem Beschwerde-

führer die Einreise in die Schweiz vorläufig und wies ihn für den Aufenthalt 

während des Asylverfahrens für längstens 60 Tage dem Transitbereich des 

Flughafens Zürich-Kloten zu. 

C.  

Am 13. März 2013 erhob das BFM die Personalien des Beschwerdeführers 

und befragte ihn summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen für das 

Verlassen des Heimatlandes. Gleichentags erhielt das BFM von der Kan-

tonspolizei Zürich den Prüfbericht des Reisepasses, wonach keine objek-

tiven Fälschungsmerkmale beim Pass festgestellt werden konnten. 

D.  

Mit Verfügung vom 14. März 2013 bewilligte das BFM dem Beschwerde-

führer gestützt auf Art. 21 AsylG (SR 142.31) die Einreise in die Schweiz 

zur Prüfung seines Asylgesuches und wies ihn dem Kanton C._______ zu. 

E.  

Am 13. März 2014 hörte das BFM den Beschwerdeführer einlässlich zu 

den Asylgründen an. 

Zur Begründung seines Asylgesuches führte er im Wesentlichen aus, er 

habe am Anfang der Revolution in Syrien mit einem Kollegen namens 

D._______ Demonstrationen dokumentiert und heimlich auf Videos aufge-

nommen und schliesslich auf YouTube und News-Webseiten veröffentlicht. 

Eines Donnerstagabends habe die Polizei vor der Tür gestanden und sie 

festgenommen. Nach fünf Tagen, in welchen sie beschimpft, geschlagen 

und mit Peitschen, eiskaltem Wasser und Strom gefoltert worden seien, 

seien sie durch Bestechung freigelassen worden. Vermutlich weil sein Va-

ter seinen Schwager in Damaskus angerufen habe, der viele Beziehungen 

habe. Er habe eine Erklärung unterschreiben müssen, dass er nicht mehr 

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an Demonstrationen teilnehmen werde. Später habe er eine Gruppe na-

mens "B._______" mitgegründet, welche junge Leute mobilisiert, De-

monstrationen geplant und die Führung und Ordnung auf der Strasse wäh-

rend der Demonstrationen organisiert habe. Mit der Zeit sei die Gruppe 

immer bekannter geworden, weshalb verschiedene Parteien die Bekannt-

heit zu ihren Gunsten hätten ausnutzen wollen. Er habe auch Demonstra-

tionsaufnahmen und Interviews für E._______ durchgeführt, der den Fern-

sehsender GK mit Sendematerial beliefere. Die Behörden hätten immer 

wieder seinen Vater aufgesucht und ihn gewarnt, sein Sohn solle aufhören, 

zumal dieser schon einmal verhaftet worden sei. Sein Vater habe jedes Mal 

5000-10000 syrische Pfund bezahlt, um die Behörden von ihm fernzuhal-

ten. Als die Probleme in I._______ angefangen hätten, habe er dort Mitte 

Dezember 2012 ungefähr eine Woche Wache gehalten, um die Ortschaft 

vor den extremen Terrorgruppen zu schützen. Als es wieder ruhig gewor-

den sei, sei er nach B._______ zurückgekehrt und in der Gruppe 

"B._______" tätig gewesen. Ungefähr zehn Tage nach seiner Rückkehr 

hätten sie im Hof einen Zettel gefunden mit der Drohung: "Wir kennen und 

wissen alles über dich. Wenn du weiter demonstrierst und immer wieder 

kämpfst, werden wir dich töten". Leute der PKK (Partiya Karkerên Kurdis-

tan; Arbeiterpartei Kurdistans) seien zu seinem Vater gegangen und hätten 

ihm mitgeteilt, sein Sohn solle das nächste Mal, wenn er nach I._______ 

kämpfen gehe, mit ihnen mitgehen. Sein Vater habe dies jedoch nicht ge-

wollt, da die PKK hauptsächlich mit der Regierung zusammenarbeite. Als 

die Probleme zwischen den Kurden und den syrischen Behörden in Ger 

Zero angefangen hätten, hätten sie einen Kontrollposten in B._______ ein-

gerichtet, um die Strassen, welche nach Ger Zero führten, zu kontrollieren, 

damit die Regierung Ger Zero nicht so schnell habe erreichen können. Er 

habe Fotos davon, welche er alle auf Facebook habe. Einmal hätten ihn 

die Behörden bis B._______ verfolgt, als er im Auto unterwegs gewesen 

sei. Dort habe er sich versteckt und die Behörden hätten die Verfolgung 

aufgegeben. Am 1. Januar 2013 hätte er in den Militärdienst einrücken sol-

len, nachdem er diesen zuvor verschoben habe. Die Militärpolizei sei Ende 

2012 oder im Januar 2013 zu seinem Vater gekommen und habe gesagt, 

er werde einen Marschbefehl bekommen, den er nicht mehr verschieben 

könne. Es sei immer wieder Druck auf ihn ausgeübt worden, von den Be-

hörden, der PKK und seiner Familie, welche gewünscht habe, dass er Sy-

rien verlasse.  

Anlässlich der Anhörung reichte er 14 Fotos ein und gab das Facebook-

Account mit dem Namen F._______ an, worin Fotos einsehbar seien. 

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Seite 4 

F.  

Mit Verfügung vom 20. März 2014 – eröffnet am 25. März 2014 – stellte 

das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte dessen Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz, schob den Vollzug jedoch wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten ei-

ner vorläufigen Aufnahme auf. 

G.  

Mit Eingabe vom 24. April 2014 liess der Beschwerdeführer, handelnd 

durch seinen Rechtsvertreter, gegen diesen Entscheid beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen 

und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei das BFM anzuweisen, den Fall neu 

zu beurteilen.  

Der Beschwerde legte er ein militärisches Dispensationsbüchlein für Stu-

dierende, einen Ausweis für Studierende der G._______ University und je 

eine Quittung für die Zahlung der Studiengebühren an der G._______ Uni-

versity und der H._______ University bei. 

H.  

Die Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts forderte den Be-

schwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 1. Mai 2014 auf, innert Frist 

einen Kostenvorschuss zu leisten, welcher am 14. Mai 2014 geleistet 

wurde. 

I.  

Mit Verfügung vom 21. Mai 2014 gab die Instruktionsrichterin dem BFM 

Gelegenheit, zu den Beschwerdeakten Stellung zu nehmen. 

J.  

Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 4. Juni 2014 fest, die Be-

schwerdeschrift und die damit eingereichten Unterlagen enthielten keine 

neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung 

seines Standpunktes rechtfertigen könnten und verwies auf seine Erwä-

gungen, an welchen es vollumfänglich festhalte. Die Vernehmlassung 

wurde dem Beschwerdeführer am 11. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht. 

K.  

Am 24. April 2015 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie eines Marsch-

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befehles inklusive einer Übersetzung und 15 Fotos, welche den Beschwer-

deführer als Teilnehmer von Demonstrationen in der Schweiz und zusam-

men mit Oppositionellen zeigen, ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021). Das SEM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-

scheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft. 

Im Einzelnen führte es aus, der Beschwerdeführer habe Videos von De-

monstrationen aufgenommen und sei deswegen im Mai 2011 verhaftet, in-

haftiert und schliesslich wieder freigelassen worden. Er habe ins Militär ein-

rücken müssen. Er habe auch an Demonstrationen mitgewirkt und sei des-

wegen bedroht worden, dies auch von Unbekannten schriftlich auf einem 

Zettel. Er sei behördlich gesucht worden. Seine Darstellung sei aber un-

stimmig. An der Befragung im EVZ habe er an der einen Stelle erklärt, er 

sei im Mai 2011 fünf Tage, an der anderen Stelle vier Tage inhaftiert wor-

den. An der Anhörung habe er zu Protokoll gegeben, er sei ungefähr sieben 

Tage im Gefängnis gewesen. An der einen Stelle der Anhörung habe er 

geschildert, er habe die Nacht vor seiner Ausreise zu Hause verbracht, um 

später protokollieren zu lassen, er habe sich bis zu seiner Ausreise bei ei-

nem Verwandten versteckt und sei in seiner Abwesenheit zu Hause ge-

sucht worden. Seine Darstellung sei aufgrund dieser sich widersprechen-

den Aussagen nicht glaubhaft. Er habe geltend gemacht, er sei mehrere 

Tage inhaftiert worden, habe aber nicht angeben können, aus welchem 

Grund. Er habe geltend gemacht, er sei militärisch einberufen worden, 

habe aber weder das Militärbüchlein noch ein anderes militärisches Doku-

ment zu den Akten gereicht, obwohl er dies in Aussicht gestellt habe. Er 

habe geltend gemacht, er sei im Zusammenhang mit Demonstrationen und 

einer militärischen Einberufung behördlich gesucht worden, habe aber we-

der anzugeben vermocht wann noch wie oft. Seine Darstellung sei zu we-

nig konkret und deswegen nicht glaubhaft. Bezüglich der vorgebrachten 

militärischen Einberufung habe er geschildert, die Militärpolizei sei zu sei-

nem Vater gekommen und habe ihm gesagt, er müsse sich so schnell wie 

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möglich zum Dienst melden. Erfahrungsgemäss erfolge aber eine militäri-

sche Einberufung verbindlich und nicht in der vorgebrachten Weise. An der 

Anhörung habe er geschildert, er habe einmal einen Stein auf den Kopf 

eines Offiziers geschlagen, weshalb er behördliche Probleme bekommen 

habe. An der Befragung im EVZ habe er dieses Vorbringen nicht geltend 

gemacht, weshalb es als nachgeschoben zu betrachten sei und nicht ge-

glaubt werde. Da die behördliche Suche nicht glaubhaft sei, sei folglich 

auch nicht glaubhaft, dass er im selben Zusammenhang auch von Unbe-

kannten schriftlich auf einem Zettel bedroht worden sei.  

3.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, das BFM 

habe den Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt und nicht alle vorgelegten 

Beweise gewürdigt. Namentlich habe es 14 anlässlich der Anhörung erläu-

terte Fotos nicht, dagegen andere Beweismittel, welche der Beschwerde-

führer nicht beziehungsweise noch nicht habe beibringen können, zu des-

sen Ungunsten gewürdigt. Zudem habe es Sachverhaltselemente, welche 

angeblich gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers sprächen, eingehend gewürdigt, während es auf andere, welche für 

die Glaubhaftigkeit sprächen, nicht eingegangen sei. Im Entscheid werde 

dem Beschwerdeführer vorgeworfen, unterschiedliche Angaben zur Dauer 

seiner Festnahme gemacht zu haben. Während er auf andere Widersprü-

che korrekterweise gezielt angesprochen worden sei und dadurch die Ge-

legenheit erhalten habe, diese zu klären, falle auf, dass man ihn in Bezug 

auf die Frage der Haftdauer nicht mit seinen widersprüchlichen Aussagen 

konfrontiert habe und er daher nicht Gelegenheit gehabt habe, diese auf-

zulösen. An einer Stelle der Anhörung habe er geschildert, dass er die 

Nacht vor seiner Ausreise zu Hause verbracht habe. An der anderen Stelle 

habe er jedoch zu Protokoll gegeben, dass er sich bis zu seiner Ausreise 

bei Verwandten versteckt gehalten habe und er während seiner Abwesen-

heit zu Hause gesucht worden sei. Bei der Wiedergabe dieser Aussagen 

unterschlage das BFM, dass er dazu sehr wohl eine Erklärung geliefert 

habe, der zufolge er zwar nicht zuhause übernachtet habe, jedoch früh-

morgens dorthin gefahren sei, um sich zu verabschieden und um an-

schliessend von dort aus mit der Mutter und dem Bruder in einer ersten 

Etappe bis nach al-Qamishli zu gelangen. Dem Protokoll der Anhörung sei 

zu entnehmen dass er für seine Festnahme sehr wohl Gründe genannt 

habe. So habe er ausgesagt, dass er wohl festgenommen worden sei, weil 

er die Demonstrationen dokumentiert und dieses Material veröffentlicht 

habe. Nachvollziehbar sei angesichts der chaotischen bis anarchischen 

Zustände in Syrien ferner seine Aussage, dass er ohne explizite Grundan-

gabe oder förmliche Befragung festgehalten worden sei. Hinsichtlich des 

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nicht eingereichten Militärdienstbüchleins oder anderer militärischer Doku-

mente sei er in der Zwischenzeit in der Lage, ein Dokument nachzureichen, 

welches zeigen solle, dass er für die Zeit, in welcher er an einer Universität 

eingeschrieben gewesen sei – aber eben nur für diese Zeit – von der der 

militärischen Stellungspflicht dispensiert worden sei. In der Verfügung wür-

den verschiedene Sachverhaltselemente vermischt, um von der Unglaub-

haftigkeit des einen Sachverhaltselements auf die Unglaubhaftigkeit eines 

anderen Sachverhaltselements zu schliessen, ohne aber Letzteres selb-

ständig geprüft zu haben. Unter Ziffer vier der Verfügung werde ausgeführt, 

dass die Angaben des Beschwerdeführers bezüglich der Attacke auf einen 

Offizier nachgeschoben seien und daher nicht geglaubt werden könnten. 

Weil dem so sei, folgere das BFM unter Ziffer fünf weiter, könne es auch 

nicht stimmen, dass er von Unbekannten schriftlich auf einem Zettel eine 

Drohung erhalten habe, dies deshalb, weil die behördliche Suche infolge 

der Unglaubhaftigkeit der Attacke auf den Offizier insgesamt als nicht 

glaubhaft erscheine. Bei genauerer Betrachtung erhelle sich, dass der Be-

schwerdeführer die Drohung mit dem Zettel von Anbeginn und unabhängig 

von der erst später erwähnten Attacke gegen den Offizier konstant bei jeder 

Befragung zu Protokoll gegeben habe. Anlässlich der Befragung im EVZ 

habe er zu Protokoll gegeben, dass er den Zettel mit der Drohung vorge-

funden habe, nachdem er in I._______ an einem Kontrollposten im Einsatz 

gestanden habe und in B._______ aktiv gewesen sei. Auch während der 

Anhörung habe er die Drohung auf dem Zettel in einen Zusammenhang mit 

seinem vorangegangenen Einsatz an einem Kontrollposten in I._______ 

gestellt. Im Lichte dieser protokollierten Aussagen erscheine es als schwer-

lich nachvollziehbar, wie aus einer angeblichen Unglaubhaftigkeit der Aus-

sagen betreffend Attacke auf den Offizier ohne Weiteres auf die Unglaub-

haftigkeit der Aussagen betreffend Drohung auf dem Zettel, geschlossen 

werden könne. Schliesslich sei er in der Lage, einige der in Aussicht ge-

stellten Unterlagen und Beweismittel, nebst den bereits erwähnten, nach-

zureichen. Es handle sich um einen Ausweis für Studierende der 

G._______ University und je eine Quittung für die Zahlung der Studienge-

bühren an der G._______ University und der H._______ University. Diese 

Unterlagen seien geeignet, die bisherigen Vorbringen zu untermauern. 

4.  

Im vorliegenden Fall ist zunächst auf die mit der Beschwerdeschrift vorge-

brachte Rüge einzugehen, der Anspruch des Beschwerdeführers auf recht-

liches Gehör sei verletzt worden. In diesem Zusammenhang macht der Be-

schwerdeführer geltend, das rechtliche Gehör sei dadurch verletzt worden, 

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dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht vollständig und ausgewogen ge-

würdigt habe. So habe sie 14 Fotos in ihrem Entscheid nicht gewürdigt, 

welche anlässlich der Anhörung besprochen worden seien. Insofern als da-

mit geltend gemacht wird, die Vorinstanz habe bei ihrem Asylentscheid we-

sentliche Elemente des Sachverhalts unberücksichtigt gelassen, vermag 

sich in der Tat grundsätzlich die Frage zu stellen, ob dies einer Verletzung 

des rechtlichen Gehörs gleichkommt. Indessen ist im vorliegenden Fall, wie 

die nachfolgenden Erwägungen ergeben, ohnehin auf die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung zu schliessen, und angesichts der damit verbun-

denen Gutheissung der Beschwerde erübrigt es sich, die geltend ge-

machte Gehörsverletzung im Einzelnen zu beurteilen.  

5.  

5.1 Die Unübersichtlichkeit und Volatilität der Lage in Syrien und die damit 

verbundene Ungewissheit der künftigen Entwicklung führt zu Erschwernis-

sen bei der Behandlung entsprechender Asylverfahren, was für die erstin-

stanzliche Verfahrensstufe ebenso gilt wie für die Beschwerdeebene. So 

ist eine Schwierigkeit darin zu sehen, dass jede Beurteilung der Flucht-

gründe von Asylsuchenden syrischer Herkunft, die eine Gefährdung auf-

grund von Ereignissen seit dem Ausbruch des derzeitigen Konflikts geltend 

machen, lediglich auf einer momentanen Faktenlage beruht, deren Gültig-

keit bereits innert vergleichsweise kurzer Zeit wieder hinfällig sein kann. 

Trotz der bestehenden Unklarheiten bezüglich der weiteren Entwicklung 

der relevanten Situation in Syrien ist es dem Bundesverwaltungsgericht als 

zuständige Instanz aufgetragen, die Fluchtgründe von Asylsuchenden sy-

rischer Herkunft im Rahmen hängiger Beschwerdeverfahren zu beurteilen. 

Dabei ist auf die zum heutigen Zeitpunkt gegebene Faktenlage abzustel-

len, soweit dem Gericht die entsprechenden Erkenntnisse vorliegen (vgl. 

Urteil des BVGer D–5579/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.1 ff., als Re-

ferenzurteil zur Publikation vorgesehen). 

5.2 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

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kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1, 2010/57 E. 2.3, Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1, EMARK 1996 Nr. 27 E. 3c/aa, EMARK 1996 

Nr. 28 E. 3a). 

5.3 Wie im Folgenden aufzuzeigen ist, vermag die Glaubhaftigkeitsprüfung 

der Vorbringen des Beschwerdeführers durch die Vorinstanz nicht in ge-

ringster Weise den Anforderungen an eine seriöse und ausgewogene Ab-

klärung unter Berücksichtigung der unter E. 5.2 genannten Grundsätze und 

Erkenntnisse der Rechtspraxis zu genügen. Ob die Vorinstanz mit ihrer 

Vorgehensweise an der Grenze zur Willkür gehandelt hat, kann angesichts 

des Ausgangs des Verfahrens offengelassen werden. 

5.4 Aus den vorinstanzlichen Befragungsprotokollen ergibt sich, dass der 

Beschwerdeführer in durchgehend detaillierter und lebensnaher Weise 

dargelegt hat, wie er in seiner Region über mehrere Jahre mit einer Grup-

pierung Demonstrationen gegen das syrische Regime organisierte, selber 

teilnahm, dokumentierte, wie die staatlichen Sicherheitskräfte ihn und ei-

nen Kollegen verhafteten, für mehrere Tage inhaftierten und misshandel-

ten, und wie er schliesslich über Beziehungen von Verwandten und Beste-

chung gegen Auflagen aus der Haft entlassen und anschliessend immer 

wieder von den syrischen Behörden bedroht wurde. Dabei ist ausserdem 

festzustellen, dass diese Schilderungen insgesamt ohne wesentliche Wi-

dersprüche ausgefallen sind und betreffend die Differenz der Haftdauer 

zwischen vier, fünf oder "ungefähr sieben Tagen" angesichts dessen, dass 

er während der Haft geschlagen und gefoltert wurde, marginal ist. Betref-

fend Ort der letzten Übernachtung in Syrien machte der Beschwerdeführer 

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zwar unterschiedliche Angaben. Die Vorinstanz riss jedoch die entspre-

chenden Antworten aus dem Kontext der Befragung heraus. So handelte 

es sich bei den Fragen am Anfang der Anhörung um den Ort der letzten 

Registrierung, wobei er unter anderem gefragt wurde, wo er zum letzten 

Mal übernachtet habe (vgl. Akte A21/20 S. 3), und dreieinhalb Stunden 

später stand die Antwort im Zusammenhang mit der detaillierten Schilde-

rung der Flucht (vgl. Akte A21/20 S. 18). Zudem wird eine Verfolgungsge-

schichte, die ansonsten eine Vielzahl von positiven Glaubhaftigkeitsele-

menten aufweist, wegen eines isolierten, erkennbaren Widerspruchs nicht 

unglaubhaft. Eine solche Beurteilung durch die Vorinstanz, die sämtliche 

positiven Elemente unberücksichtigt lässt, ist als unzulässig selektiv zu be-

zeichnen und bildet keine korrekte Würdigung der zu beurteilenden Sach-

verhaltsdarstellung. Nicht nachvollziehbar ist die Feststellung der Vo-

rinstanz, der Beschwerdeführer habe zu wenig konkrete und differenzierte 

Aussagen betreffend die behördliche Suche gemacht. Hierzu ist vorweg zu 

erwähnen, dass der Beschwerdeführer bereits bei der Befragung im EVZ 

über zwei A4-Seiten Auskunft zu seinen Asylgründen gab und anlässlich 

der Anhörung schilderte er über dreieinhalb A4-Seiten frei seine Gründe, 

die ihn zur Ausreise bewogen haben (vgl. Akte A8/20 S. 11 bis 14, A21/20 

S. 4 bis 8). Dabei ist auffällig, dass seine freie Erzählung gespickt ist mit 

Realkennzeichen, die für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sprechen. 

Dem Protokoll der Anhörung lässt sich entnehmen, dass er seine Schilde-

rung mit Details bereicherte, wie zum Beispiel die Beschreibung des Kon-

trollpostens beim J._______ (vgl. Akte A21/20 S. 7), und er Parolen, wel-

che er zur Mobilisierung den Leuten zugerufen hatte, wiedergeben konnte, 

als würde er die Situation wiedererleben (vgl. Akte A21/20 S. 5). Er gab 

auch Schwierigkeiten preis, welche die Gruppierung anfänglich mit der Mo-

bilisierung der Leute hatte (vgl. Akte A21/20 S. 5), oder dass er wegen sei-

ner Tätigkeiten für den Fernsehsender zu Hause nicht aufgesucht worden 

sei (vgl. Akte A21/20 F84), was eine Person, die eine konstruierte Ge-

schichte vorträgt, kaum so ausführen würde. Zudem wurde in der Be-

schwerde zu Recht geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer darge-

legt habe, aus welchem Grund er vermute, festgenommen worden zu sein. 

Insofern das BFM den Zwischenfall mit dem Offizier als nachgeschoben 

betrachtet, ist angesichts dessen, dass dies nur ein Ereignis von einer Fülle 

von geschilderten Vorfällen ist, nicht ausschlaggebend. Ferner gilt es zu 

berücksichtigen, dass Asylsuchende in der Empfangsstelle nur summa-

risch befragt werden und erst die Anhörung die Möglichkeit bietet, ausführ-

licher auf die Asylgründe einzugehen. In diesem Lichte können die Anga-

ben des Beschwerdeführers durchaus als Ergänzung der Aussagen in der 

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Empfangsstelle verstanden werden. Betreffend den Vorwurf der Vo-

rinstanz, der Beschwerdeführer habe Dokumente in Aussicht gestellt, aber 

nicht eingereicht, ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer anlässlich 

der Anhörung am 13. März 2014 aufgefordert wurde, Dokumente bezüglich 

Militär, Universität und sonstiger Aktivitäten zu organisieren und einzu-

reichen (vgl. Akte A21/20 F24, F90), was er rund einen Monat später mit 

der Eingabe der Beschwerde vom 24.  April 2014 machte. Die vorinstanz-

liche Verfügung erging jedoch bereits sieben Tage nach der Anhörung, 

weshalb es nicht erstaunt, dass der Beschwerdeführer in dieser kurzen 

Zeitspanne keine Dokumente aus einem von Bürgerkrieg versehrten Land 

einreichen konnte.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer während 

mehreren Jahren gegen das syrische Regime ausgerichteten Tätigkeiten 

nachging, weshalb er immer wieder von behördlicher Seite, aber auch von 

Gruppierungen bedroht wurde. Sein wohlhabender Vater konnte zwar mit 

Geld viele Probleme seines Sohnes lösen. Als jedoch das Militär zu Hause 

aufkreuzte, gab selbst der Beschwerdeführer zu, dass es angesichts der 

umfassenden Einberufungen zu jenem Zeitpunkt schwierig war, sich dieser 

zu entziehen, weshalb er denn auch ausreiste (vgl. Akte A21/20 F52). Im 

Sinne einer Gesamtbetrachtung aller Glaubhaftigkeitsindizien ist die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Gefährdung seitens der syrischen Si-

cherheitskräfte als glaubhaft zu erachten.  

5.5 Wie durch eine Vielzahl von Berichten belegt ist, gehen die staatlichen 

syrischen Sicherheitskräfte seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 

gegen tatsächliche oder vermeintliche Regimegegner mit grösster Brutali-

tät und Rücksichtslosigkeit vor. Personen, die sich an regimekritischen De-

monstrationen beteiligt haben, sind in grosser Zahl von Verhaftung, Folter 

und willkürlicher Tötung betroffen (vgl. Amt des Hohen Flüchtlingskommis-

sars der Vereinten Nationen [UNHCR] International Protection Considera-

tions with regard to people fleeing the Syrian Arab Republic, Update III, 

vom 27. Oktober 2014 sowie Human Rights Watch [HRW], World Report 

2014 – Syria, Januar 2014). Mit anderen Worten haben Personen, die 

durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Gegner des Regimes 

identifiziert werden, eine Behandlung zu erwarten, die einer flüchtlings-

rechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommt.  

5.6 Im vorliegenden Fall ist, wie zuvor festgestellt, als glaubhaft zu erach-

ten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner regimekritischen Tätigkei-

ten im Zeitraum seit dem Ausbruch des derzeitigen Konflikts in Syrien bis 

D-2201/2014 

Seite 13 

zu seiner Ausreise im Jahre 2013 durch die staatlichen Sicherheitskräfte 

mehrfach bedroht und als Regimegegner identifiziert worden ist und sich 

der Einberufung ins Militär entzogen hat. Es erweist sich somit, dass der 

Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Syrien zum heutigen Zeit-

punkt ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte. 

Angesichts dessen erübrigt es sich, auf die mit Fotos geltend gemachten 

exilpolitischen Tätigkeiten einzugehen. 

6.  

6.1 Im Anschluss daran ist schliesslich die Frage zu beantworten, ob sich 

die festgestellte Gefährdung auf ganz Syrien erstreckt oder ob der Be-

schwerdeführer allenfalls in seiner Heimatregion vor einem allfälligen Zu-

griff der staatlichen syrischen Behörden im Sinne einer innerstaatlichen 

Fluchtalternative geschützt wäre.  

6.2 Der Beschwerdeführer stammt aus B._______ im Distrikt K._______ 

[arabisch] beziehungsweise L._______ [kurdisch] in der syrischen Provinz 

al-Hasakah (arabisch) beziehungsweise Hesiça (kurdisch). Im Urteil des 

BVGer D–5579/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.1 ff. (zur Publikation 

vorgesehen) wurde festgehalten, dass diese Region zum heutigen Zeit-

punkt zu einem bedeutenden Teil von der syrisch-kurdischen Partei PYD 

(Partiya Yekitîya Demokrat; Demokratische Einheitspartei) und deren be-

waffneten Organisation YPG (Yekîneyên Parastina Gel; Volksverteidi-

gungseinheiten) kontrolliert wird, während sich die Truppen des staatlichen 

syrischen Regimes in gewissem Ausmass zurückgezogen haben. Das 

Bundesverwaltungsgericht kommt jedoch zum Schluss, dass die syrisch-

kurdische Partei PYD und deren militärische Organisation YPG in der Her-

kunftsregion des Beschwerdeführers keine derart gefestigte territoriale 

Kontrolle ausüben, dass von der Möglichkeit eines adäquaten Schutzes 

vor Verfolgungsmassnahmen seitens des staatlichen syrischen Regimes 

gesprochen werden könnte. Eine innerstaatliche Fluchtalternative ist folg-

lich nicht gegeben. 

7.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Folglich ist die 

Beschwerde insofern gutzuheissen, als damit die Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung – soweit die Ablehnung des Asylgesuchs und die Anord-

nung der Wegweisung betreffend – beantragt wird. Das SEM ist ausser-

dem anzuweisen, den Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen und 

ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren.  

D-2201/2014 

Seite 14 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Der am 14. Mai 2014 geleistete 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– ist dem Beschwerdeführer zu-

rückzuerstatten. 

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm not-

wendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde keine 

Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten aufgrund 

der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf 

die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist die 

Parteientschädigung aufgrund der Akten auf Fr. 1000.– (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer) festzusetzen. Dieser Betrag ist dem Beschwerdeführer 

durch das SEM zu entrichten.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2201/2014 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 

20. März 2014 wird aufgehoben. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der geleistete Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 600.– wird dem Beschwerdeführer zurücker-

stattet. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1000.– 

auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Sarah Ferreyra 

 

 

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