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**Case Identifier:** 674c7a18-1ea9-546f-ad30-dbd5c3b7b430
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 24.03.2025 VBE.2024.320
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-320_2025-03-24.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.320 / nb / GM  
 

Art. 31 

 

Urteil vom 24. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichterin Peterhans  

Gerichtsschreiber Battaglia          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____   

vertreten durch MLaw Peter Fuchs, Rechtsanwalt, Hauptstrasse 11a, 

8280 Kreuzlingen    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

 
   

Beigeladene   Basler Versicherungs-Gesellschaft, Aeschengraben 21, Postfach, 

4002 Basel      

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 14. Mai 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1976 geborene Beschwerdeführerin meldete sich erstmals am  

30. Januar 2018 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei der Beschwer-

degegnerin zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invaliden-

versicherung (IV) an. Die Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin 

medizinische und erwerbliche Abklärungen, insbesondere holte sie die 

Akten des Krankentaggeldversicherers ein und hielt Rücksprache mit dem 

Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Nach durchgeführtem Vorbescheid-

verfahren wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 

26. November 2019 ab.  

 

 

1.2. 

Auf zwei zwischenzeitlich eingereichte Neuanmeldungen der Beschwer-

deführerin trat die Beschwerdegegnerin mit Verfügungen vom 2. Februar 

2021 und 13. Juli 2022 jeweils nicht ein.  

 

1.3. 

Am 15. Juni 2023 meldete sich die Beschwerdeführerin abermals zum 

Leistungsbezug an. Nachdem die Beschwerdeführerin mehrmals medizini-

sche Unterlagen eingereicht und die Beschwerdegegnerin mehrfach 

Rücksprache mit dem RAD genommen hatte, trat sie nach durchgeführtem 

Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 14. Mai 2024 nicht auf die 

Neuanmeldung ein.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

11. Juni 2024 Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

" 1. Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Mai 2024 
aufzuheben und es sei auf das Leistungsbegehren der Beschwerde-
führerin vom 19. Juni 2023 einzutreten. 

 
 2. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen zusätzliche Abklärungen 

zum Sachverhalt, insbesondere zum Knie-, Schulterleiden und den 
psychischen Beschwerden zu veranlassen, eventualiter sei ein 
Gutachten in Auftrag zu geben, um in der Folge erneut über die  
IV-Leistungen (Rente/berufliche Massnahmen) zu befinden. 

 
 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin." 

 

 - 3 - 

 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 14. August 

2024 die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 22. August 2024 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin im Verfahren beigela-

den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Die Beigeladene 

liess sich nicht vernehmen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

14. Mai 2024 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 112) zu Recht nicht auf die 

Neuanmeldung der Beschwerdeführerin eingetreten ist. Soweit diese 

beantragt, die Beschwerdegegnerin sei zur Vornahme spezifischer 

Massnahmen zur Abklärung des Sachverhalts zu verpflichten 

(vgl. Rechtsbegehren Ziff. 2), ist auf die Beschwerde in diesem Umfang 

nicht einzutreten, da die angefochtene Verfügung ausschliesslich auf 

Nichteintreten auf die Neuanmeldung lautet, diese Massnahmen mithin 

ausserhalb des Streitgegenstandes liegen (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 

S. 164 f.; Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2019 vom 30. März 2020 

E. 3.2). Im Übrigen liegt die Art der Sachverhaltsabklärung grundsätzlich 

ohnehin im Ermessen der Beschwerdegegnerin (Art. 43 Abs. 1bis ATSG). 

 

2. 

2.1. 

Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 

verweigert wurde (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV), bedarf, analog zur 

Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG), einer anspruchsrelevanten 

Änderung des Invaliditätsgrades (vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 

V 71; 117 V 198 E. 3 S. 198 f.; 109 V 108 E. 2 S. 114 f.; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit 

Hinweisen). 

 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder 

eines Rentenbezügers um mindestens fünf Prozentpunkte ändert oder auf 

100 Prozent erhöht. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von 

Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 

Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweisen). 

 - 4 - 

 

 

Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger 

Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 371 E. 2b S. 372; 

vgl. auch BGE 135 V 201 E. 5.2 S. 205; MEYER/REICHMUTH, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4.  Aufl. 2022, 

N. 118 ff. zu Art. 30 IVG mit Hinweisen). Insbesondere stellt die bloss 

unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit 

für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von 

Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10 f.; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_698/2019 vom 3. März 2020 E. 2).  

 

2.2. 

Wird eine Neuanmeldung eingereicht, ist darin glaubhaft zu machen, dass 

sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des 

invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes des Versicherten in einer für 

den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 

IVV). Nach Eingang der Neuanmeldung ist die Verwaltung somit zunächst 

zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person 

überhaupt glaubhaft sind (Eintretensvoraussetzung; vgl. BGE 109 V 108 

E. 2a und b S. 114 f.). 

 

2.3. 

Unter Glaubhaftmachen ist nicht der Beweis nach dem im Sozialver-

sicherungsrecht allgemein massgebenden Grad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisanforderungen sind vielmehr 

herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die Über-

zeugung der Verwaltung begründet zu werden braucht, dass seit der 

letzten, rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung 

eingetreten ist. Es genügt, dass für den geltend gemachten rechtser-

heblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, 

auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei 

eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung 

nicht erstellen lassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_735/2019 vom 

25. Februar 2020 E. 4.2 mit Hinweisen). Bei der Prüfung der Eintretens-

voraussetzung der glaubhaft gemachten Änderung berücksichtigt die 

Verwaltung unter anderem, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon 

längere Zeit zurückliegt (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., N. 121 zu Art. 30 IVG 

mit Hinweis auf BGE  109 V 108 E. 2 S. 114; Urteil des Bundesgerichts 

8C_389/2018 vom 8. Januar 2019 E. 4.1). 

 

2.4. 

Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung die massgebliche 

Tatsachenänderung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, 

wonach die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes 

 - 5 - 

 

 

wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen hat, spielt insoweit nicht. Wird in der Neu-

anmeldung kein Eintretenstatbestand glaubhaft gemacht, sondern bloss 

auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die 

noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist 

der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der 

Beweismittel anzusetzen und mit der Androhung zu verbinden, dass 

ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Nach 

Fristablauf eingereichte Unterlagen gelten grundsätzlich als verspätet und 

werden nicht mehr berücksichtigt. Anders verhält es sich dann, wenn die 

IV-Stelle die im Vorbescheidverfahren aufgelegten medizinischen Berichte 

selber in die Begründung der Nichteintretensverfügung einbezieht. In 

diesem Fall sind diese, nicht aber die im kantonalen Beschwerdeverfahren 

neu eingereichten Unterlagen bei der Beurteilung der Frage, ob veränderte 

tatsächliche Verhältnisse glaubhaft gemacht worden sind, zu berück-

sichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_647/2019 vom 31. Januar 

2020 E. 2.2). Ergeht eine Nichteintretensverfügung im Rahmen eines 

Verwaltungsverfahrens, das den eben umschriebenen Erfordernissen 

betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, 

legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt 

zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68 

f.).  

 

2.5. 

Der neuanmeldungsrechtlich massgebende Vergleichszeitraum ist der-

jenige zwischen der letzten umfassenden materiellen Prüfung einerseits 

und der Überprüfung der Glaubhaftmachung der mit Neuanmeldung 

vorgebrachten anspruchserheblichen Tatsachenänderungen andererseits 

(vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., N. 125 zu Art. 30 IVG mit Hinweisen auf 

BGE 130 V 71 E. 3 S. 73 ff.; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.). 

 

3. 

Die massgeblichen Vergleichszeitpunkte bilden vorliegend die Verfügung 

der Beschwerdegegnerin vom 26. November 2019, mit welcher diese einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneinte (VB 64), und die 

angefochtene Verfügung vom 14. Mai 2024 (VB 112).  

 

3.1. 

Der Verfügung vom 26. November 2019 lag in medizinischer Hinsicht im 

Wesentlichen die Beurteilung von RAD-Arzt Dr. med. B._____, Facharzt für 

Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Praktischer Arzt, vom 10. Oktober 

2019 zugrunde. Dieser ging vom Vorliegen folgender Diagnosen aus 

(VB 62/4): 

 

 - 6 - 

 

 

"- Subligamentäre mediane Diskushernie L5/S1 mit anamnestisch 

Reithosenphänomen, keine objektivierbare Neurokompression 

im MRI 09/2017, Osteochondrose L5/S1 

- Diabetes mellitus Typ II (ED 09/2017) unter Metformin und 

Insulin 

- Rezidivierende depressive Episode, ggw. mittelgradige Episode 

(ICD10: F33.1) bei Schmerzen und ungenügender familiärer 

Unterstützung und Erschöpfung 

- Rezidivierende Urininkontinenz 

- St.n. ventrale Disektomie L5/S1 und ventrale Spondylodese 

L5/S1 am 28.05.2019" 

 

Zusammenfassend sei versicherungsmedizinisch festzuhalten, dass bei 

der Beschwerdeführerin ab September 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit 

attestiert worden sei, die medizinisch nicht ausreichend begründbar 

gewesen sei. Es fänden sich keine organischen Korrelate für die 

Schmerzen und in mehreren Berichten sei der Verdacht auf eine Schmerz-

aggravation bzw. sogar Simulation geäussert worden. In der angestam-

mten Tätigkeit im Detailhandel sei per Ende 2019 von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen. In einer angepassten, wirbelsäulenschonen-

den Tätigkeit, in welcher schweres Heben und Tragen und langes Gehen 

und Stehen zu vermeiden seien, habe nach einer Operation Ende Mai 2019 

eine bis Ende 2019 auf 100 % steigerbare Arbeitsfähigkeit bestanden 

(VB 62/5). 

 

3.2. 

Die vorliegend angefochtene Verfügung basiert in medizinischer Hinsicht 

ebenfalls auf Beurteilungen von RAD-Arzt Dr. med. B._____. Diese 

datieren vom 17. Oktober 2023 (VB 93), 19. Februar (VB 105), 4. April 

(VB 106) und 7. Mai 2024 (VB 111). Dr. med. B._____ kam darin zum 

Schluss, die medizinischen Unterlagen wiesen keine wesentliche 

Änderung des Gesundheitszustands aus.  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Die Beschwerdeführerin macht zum einen geltend, es lägen neben den im 

Vergleichszeitpunkt bekannten Beschwerden an der Wirbelsäule mittler-

weile auch solche im Bereich der Knie und der Schulter vor, welche 

eigentlich bereits im Rahmen der vorhergegangenen Nichteintretens-

entscheide hätten berücksichtigt werden müssen. Indes lägen nunmehr 

weitere Beschwerden im Bereich der rechten Schulter sowie des rechten 

Knies vor (Beschwerde Rz. 4, 7 f.). 

 

 - 7 - 

 

 

4.1.2. 

Eine neue Diagnose vermag für sich allein keine anspruchsrelevante Ver-

änderung des Gesundheitszustandes glaubhaft zu machen (vgl. BGE 141 

V 9 E. 5.2 S. 12 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_335/2015 vom 26. August 

2015 E. 3.1.2). Ebenso lassen bildgebend nachgewiesene (pathologische) 

Befunde für sich alleine nicht den Schluss auf eine Arbeitsunfähigkeit zu; 

es besteht keine Korrelation zwischen ärztlich gestellter Diagnose und  

Arbeitsunfähigkeit. Auch wenn radiologisch erhobene Veränderungen 

ersichtlich sind, schlagen sich diese nicht zwingend im Ausmass der 

funktionellen Einschränkung nieder (Urteile des Bundesgerichts 

9C_284/2022 vom 11. April 2023 E. 4.3.2 mit Hinweisen; 9C_284/2022 

vom 11. April 2023 E. 4.3.3).  

 

4.1.3. 

Mit dem Einwand vom 30. November 2023 (VB 100) reichte die 

Beschwerdeführerin diverse medizinische Berichte ein, zu welchen 

Dr. med. B._____ wie folgt Stellung nahm: 

 

In den Berichten des Kantonsspitals Baden vom 3. April (VB 100/15 f.) und 

10. Oktober 2023 (VB 100/13 f.) werde lediglich eine chronisch generali-

sierte Schmerzsymptomatik multifaktorieller Genese im Zusammenhang 

mit den übrigen Diagnosen (Rückenbeschwerden, Schulter etc.) be-

schrieben. Aus dem MRI des rechten Knies vom 8. September 2023 

(vgl. VB 100/19 f.) ergebe sich eine vorwiegend chondrale Läsion am 

femorpatellären Gelenk mit ganz diskretem subchondralem Ödem, was 

keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, 

überwiegend sitzenden Tätigkeit entfalte. Das MRI der rechten Schulter 

vom 1. September 2023 (vgl. VB 100/21 f.) habe eine ansatznahe 5 mm 

grosse Verkalkung in der Infraspinatussehne, jedoch keine Hinweise auf 

eine Ruptur der Rotatorenmanschette und eine lediglich minimal akzen-

tuierte AC-Gelenksarthrose ergeben, womit keine dauerhafte Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit zu begründen sei. Nach einer Kniearthroskopie 

links (vgl. VB 100/23 f.) sei über einen subjektiv guten Verlauf berichtet 

worden. Die Beschwerdeführerin gehe ohne Stöcke und berichtete über 

eine Reduktion der Schmerzen. Auch damit sei keine dauerhafte Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Im Bericht vom 

2. November 2023 (vgl. VB 100/25) werde erstmals eine Instabilität am 

rechten Knie genannt und eine Kniearthroskopie rechts sowie eine MPFL-

Rekonstruktion mittels Grazilissehne in Aussicht gestellt. Nach dieser 

Operation sei eine aufgehobene Arbeitsfähigkeit für vier bis sechs Wochen 

zu erwarten. Gesamthaft sei durch diese Berichte eine dauerhafte 

Veränderung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen (VB 105/4). Die am 

19. April 2024 durchgeführte Operation an der rechten Schulter (offene 

Kalkexzision der Supraspinatussehne) begründe eine vorübergehende 

Arbeitsunfähigkeit von sechs bis acht Wochen (VB 111). 

 

 - 8 - 

 

 

Diese Einschätzungen vermögen zu überzeugen. Eine Schmerzprob-

lematik der Beschwerdeführerin lag bereits zum Vergleichszeitpunkt vor 

(VB 62/2; vgl. auch VB 21.1/10, 15), wobei zusätzlich Inkonsistenzen 

(VB 21.1/15) bzw. eine Tendenz zur Aggravation bzw. gar Simulation 

festgestellt wurde (VB 62/5, vgl. auch das Gutachten zuhanden des 

Krankentaggeldversicherers in VB 47/13), vor deren Hintergrund eine 

gewisse Zurückhaltung betreffend die Angaben der Beschwerdeführerin 

angezeigt ist, was von den behandelnden Ärzten nicht thematisiert wurde. 

Auch hatte sich die Beschwerdeführerin nach Einschätzung des RAD-

Arztes ohne hinreichende klinische oder radiologische Erklärung ihrer 

Schmerzen am 28. Mai 2019 einer Diskektomie und Spondylodese unter-

zogen (VB 62/4). Der behandelnde Psychiater geht sodann (zumindest 

teilweise) von einer psychisch bedingten Komponente des Schmerzes aus 

(vgl. E. 4.2.2. nachfolgend). Die subjektiven Schmerzangaben der 

versicherten Person genügen für die Begründung einer Arbeitsunfähigkeit 

allein jedenfalls nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_470/2021 vom 

4. Januar 2022 E. 4.2.2). Die Schmerzangaben müssen zuverlässiger 

medizinischer Feststellung und Überprüfung zugänglich sein (BGE 143 

V 124 E. 2.2.2, mit Hinweis auf BGE 130 V 396 E. 5.3.2 S. 398; vgl. auch 

BGE 139 V 547 E. 5.4 S. 556). Dies trifft vorliegend gerade nicht zu. Der 

blosse Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin diversen Operationen 

unterzogen hat, ohne im Hinblick auf Schmerzen nachhaltig davon profitiert 

zu haben, führt nicht automatisch zur Annahme einer neuanmeldungs-

rechtlich relevanten Veränderung des Gesundheitszustandes in somati-

scher Hinsicht. Diverse der eingereichten Berichte geben blosse 

Schmerzangaben der Beschwerdeführerin wieder oder handeln gar explizit 

von einer Schmerztherapie (vgl. VB 100/13 ff.), wobei dadurch wiederum 

auch auf die depressive Komponente Einfluss genommen werden sollte 

(VB 100/16). Unterlagen, welche die Einschätzung des RAD-Arztes einer 

(weiterhin bestehenden) vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich 

leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeit (mit Ausnahme im Anschluss an 

operative Eingriffe) aufgrund klinischer Befunde zu entkräften vermöchten, 

finden sich in den Akten nicht.  

 

4.2. 

4.2.1. 

Die Beschwerdeführerin macht zudem auch Anhaltspunkte für eine 

Veränderung ihres Gesundheitszustandes in psychiatrischer Hinsicht 

geltend (Beschwerde Rz. 11). 

 

4.2.2. 

Eine Veränderung des Gesundheitszustandes aus psychiatrischer Sicht 

erscheint jedoch nicht glaubhaft. Inwiefern zunächst die (versuchte) 

telefonische Kontaktaufnahme des behandelnden Psychiaters mit dem 

RAD-Arzt (vgl. VB 113; 117/3) als "deutliches Zeichen zu werten [wäre], 

dass die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind" (Beschwerde Rz. 7), wird 

 - 9 - 

 

 

nicht weiter ausgeführt und erschliesst sich nicht. Die anderslautenden 

Beurteilungen des Psychiaters sind in den Akten hinreichend dokumentiert. 

Ein derart ungewöhnliches Engagement des behandelnden Psychiaters 

würde eher die Frage aufwerfen, inwiefern vorliegend nicht ein eigentlicher 

Rollenwechsel vom behandelnden Arzt zum Parteivertreter stattgefunden 

hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_635/2022 vom 16. Februar 2023 

E. 4.8; 8C_549/2021 vom 7. Januar 2022 E. 7.2; 8C_79/2018 vom 6. Juni 

2018 E. 4.2).  

 

Im Vergleichszeitpunkt lag eine mittelgradige depressive Störung mit 

Schmerzen und psychosozialen Belastungsfaktoren vor (VB 62/4; 

vgl. auch VB 58/18 und VB 21.1/5) bzw. die Behandler diagnostizierten 

teilweise gar eine schwere depressive Störung und attestierten der 

Beschwerdeführerin gestützt darauf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

(VB 22/2 f.; 32). Auch der nunmehr behandelnde Psychiater ging in seinem 

Bericht vom 13. August 2023 von einer mittelgradig depressiven Episode 

im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung, einer chronischen 

Schmerzstörung sowie (zusätzlich) von einem Verdacht auf eine post-

traumatische Belastungsstörung aus (VB 92/2). Die gleichen Diagnosen 

stellten Ärzte der Klinik C._____ in ihrem Bericht vom 7. August 2023 

(VB 100/5 ff.). Sowohl die Behandlung beim behandelnden Psychiater als 

auch ein stationärer Aufenthalt hätten nach Einschätzung des 

Erstgenannten zu keiner wesentlichen Besserung des seelischen Zustands 

geführt. Nicht auflösbare psychosoziale Belastungen trügen zur 

dauerhaften Belastung bei, da kulturelle Konflikte in der Ehe bestünden und 

die Beschwerdeführerin ihre Herkunft zugunsten einer neuen albanisch-

kosovarisch geprägten Identität verleugne. Sie sei ständigen Erwartungen 

ausgesetzt und stosse "bei ihrer grossen angeheirateten albanischen 

Verwandtschaft" auf Unverständnis. Diese Umstände sowie der chronische 

und therapiefraktäre Charakter der Depression führten zur Annahme einer 

schlechten Prognose (VB 92/3). Damit beschreibt der behandelnde 

Psychiater (evtl. abgesehen von der für die damalige Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit ohnehin irrelevanten günstigeren Prognose [vgl. aber auch 

VB 22/3]) denselben Gesundheitszustand, wie er zum Vergleichszeitpunkt 

vorlag.  

 

Darüber hinaus kann rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nur eine 

schwere psychische Störung invalidisierend im Rechtssinn sein. Eine 

leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte 

Interferenzen lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische 

Krankheit definieren. Es müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit 

dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden kann. 

Es ist Aufgabe der medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar 

aufzuzeigen, weshalb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression 

und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle 

Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit 

 - 10 - 

 

 

auswirken (BGE 148 V 49 E. 6.2.2 S. 55 mit Hinweisen). Soweit psycho-

soziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren zudem direkt negative 

funktionelle Folgen zeitigen, sind sie invalidenversicherungsrechtlich 

unbeachtlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_559/2019 vom 20. Januar 

2020 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E 4.3.3 S. 303). Vorliegend 

liegt (weiterhin) eine mittelgradige depressive Störung mit stark aus-

geprägten psychosozialen Belastungsfaktoren vor. Gerade der Umstand, 

dass bisher keine Therapie eine dauerhafte Verbesserung der depressiven 

Symptomatik brachte, belegt rechtsprechungsgemäss den an die Lebens-

umstände gebundenen Charakter der Depression (Urteil des Bundes-

gerichts 9C_841/2019 vom 30. März 2020 E. 4.3). Was schliesslich die 

Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung betrifft, 

reicht das Vorliegen einer Verdachtsdiagnose für den Nachweis eines 

schwerwiegenden psychischen Leidens rechtsprechungsgemäss nicht aus 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_79/2017 vom 21. April 2017 E. 3; 

9C_512/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 3), wobei zusätzlich auch ein 

diesbezüglich gefordertes, auslösendes Ereignis von besonderer Schwere 

(vgl. dazu etwa BGE 142 V 342 E. 5.1 S. 345 f.; SVR 2017 IV Nr. 92 S. 287, 

9C_289/2017 E. 4.2) nicht thematisiert wird. 

 

4.2.3. 

Die E-Mail des behandelnden Psychiaters vom 3. Juni 2024 (VB 117) 

datiert auf einen Zeitpunkt nach Erlass der Verfügung vom 14. Mai 2024 

und ist daher vorliegend nicht zu berücksichtigen (vgl. E. 2.4.). Sie besteht 

indes im Wesentlichen in einer Wiedergabe seines Berichts vom 

13. August 2023 mit zusätzlicher Kommentierung. Der Vollständigkeit 

halber ist indes darauf hinzuweisen, dass eine Chronifizierung rein von der 

Wortbedeutung (Übergang einer akuten Erkrankung in einen chronischen 

Zustand; vgl. https://www.duden.de/rechtschreibung/Chronifizierung; zu-

letzt besucht am: 24. März 2025) her nicht geeignet ist, auf eine 

Veränderung eines Zustandes zu schliessen. Im Weiteren wird darin 

wiederum die (invalidenversicherungsrechtlich irrelevante) psychosoziale 

Problematik thematisiert (islamisches Umfeld, welches nicht [ohne 

Folgeprobleme] verlassen werden könne [VB 117/2]). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Die Beschwerdeführerin moniert schliesslich eine fehlende Fach-

kompetenz von RAD-Arzt Dr. med. B._____ aufgrund seines Facharzttitels 

als Gynäkologe und äussert Zweifel an dessen Unabhängigkeit 

(Beschwerde Rz. 10). 

 

4.3.2. 

Rechtsprechungsgemäss bedarf es keines speziellen Facharzttitels, wenn 

der RAD-Arzt – wie vorliegend – keinen Untersuchungsbericht im Sinne 

von Art. 49 Abs. 2 IVV erstellt, sondern lediglich den bestehenden 

 - 11 - 

 

 

medizinischen Sachverhalt würdigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_550/2020 vom 30. November 2020 E. 5.3; 8C_406/2017 vom 

6. September 2017 E. 4.1). Entsprechend genügt das Fehlen einer 

einschlägigen Facharztqualifikation allein nicht, einer RAD-Stellungnahme 

(ohne persönliche Untersuchung) den Beweiswert abzusprechen (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_635/2015 vom 16. Oktober 2015 E. 3.2 mit 

Hinweis). Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer fehlenden 

fachlichen Qualifikation des RAD-Arztes gesprochen werden. 

 

4.3.3. 

Es ist die gesetzliche Aufgabe des RAD, die Leistungsfähigkeit einer 

versicherten Person zu beurteilen (vgl. Art. 54a Abs. 2 f. IVG sowie Art. 49 

Abs. 1 IVV; Urteil des Bundesgerichts 9C_589/2010 vom 8. September 

2010 E. 2). Die Beschwerdeführerin benennt keine konkreten Anhalts-

punkte für ihren Vorwurf der fehlenden Objektivität. Der subjektiven 

Einschätzung der Beschwerdeführerin entgegenstehende Beurteilungen 

reichen für eine solche Annahme jedenfalls nicht aus und sind aufgrund 

des gesetzlichen Auftrags systemimmanent. Dass sich die Beschwer-

deführerin bereits mehrmals neu angemeldet hatte, vermag daran nichts 

zu ändern, zumal es nicht angehen kann, der versicherten Person die 

Handhabe zu bieten, durch möglichst viele Neuanmeldungen irgendwelche 

oder gar sämtliche RAD-Ärzte einer Region in den Ausstand zu versetzen.  

 

4.4. 

Zusammengefasst ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, eine 

neuanmeldungsrechtlich relevante Veränderung ihres Gesundheits-

zustandes glaubhaft zu machen. Die Beschwerdegegnerin ist damit auf 

deren Neuanmeldung vom 15. Juni 2023 mit Verfügung vom 14. Mai 2024 

zu Recht nicht eingetreten. Die dagegen erhobene Beschwerde ist folglich 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

5. 

5.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensausgang und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

 

5.2. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als  

Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) keine 

Parteientschädigung zu. 

 

  

 - 12 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 
 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom 

siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar (Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie 

in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 24. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Battaglia