# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5866de0-2b9d-5596-8161-02bb621c952c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.02.2012 D-918/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-918-2012_2012-02-22.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­918/2012

U r t e i l   v om   2 2 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;  
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Ägypten,  
vertreten durch Annelise Gerber, Rechtsberaterin,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 9. Februar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  am  8.  Juli  2011  in  der  Schweiz  um  Asyl 
nachsuchte, 

dass  er  bei  der  Erstbefragung  vom  20.  Juli  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  sowie  der  in  C._______ 
durchgeführten  direkten  Bundesanhörung  vom  15.  November  2011 
geltend machte, er stamme aus D._______, wo er von 1988 bis zu seiner 
Ausreise aus Ägypten gelebt habe, 

dass er protestantischer Kopte sei sowie der religiösen Gemeinschaft des 
"E._______" angehöre und auf der Strasse missioniert habe, 

dass  er  zudem  für  eine  zur  UNO  gehörenden 
Menschenrechtsorganisation gearbeitet habe, 

dass er D._______ zwischen Januar und April 2011 dreimal von Leuten 
der Muslimbruderschaft angegriffen worden sei, wobei man ihn einmal mit 
einem Taschenmesser am Arm verletzt habe,

dass er schon vor den Angriffen ein paar Mal telefonisch bedroht worden 
sei, 

dass er die Angriffe bei der Staatssicherheit beziehungsweise auf deren 
Anweisung hin bei der örtlichen Polizei gemeldet habe, diese in der Folge  
aber nichts unternommen habe, 

dass  er  nach  dem  dritten  Angriff  auf  Empfehlung  seiner  Mutter  nach 
F._______ gegangen sei, um den Problemen aus dem Weg zu gehen, 

dass  er  jedoch  keine  andere  Lösung  gesehen  habe,  als  Ägypten  zu 
verlassen,  obwohl  er  in  F._______  am  Hauptsitz  der 
Menschenrechtsorganisation, für die er tätig gewesen sei, einen Job hätte 
übernehmen können, 

dass er deshalb am 3. Juni 2011 mit seinem eigenen Pass auf  legalem 
Weg  als  Tourist  in  die  Türkei  geflogen  sei,  wo  er  auf  Geheiss  des 
Schleppers seinen Pass zerrissen habe, 

dass  er  nach  vierundzwanzig  Tagen  per  LKW  unter  Umgehung  der 
Grenzkontrolle schliesslich in die Schweiz gelangt sei, 

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dass bezüglich des weiteren Inhalts der Aussagen auf die Protokolle bei 
den Akten verwiesen wird,

dass der Beschwerdeführer bei der Einreichung des Asylgesuchs im EVZ 
B._______  schriftlich  aufgefordert  wurde,  innert  48  Stunden  ein  Reise­ 
oder Identitätspapier einzureichen,

dass  das  BFM  mit  Entscheid  vom  9.  Februar  2012  –  eröffnet  am 
folgenden Tag – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  vom  8.  Juli  2011  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung sowie den Vollzug verfügte,

dass die Vorinstanz zur Begründung dieses Entscheides im Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der 
eingeräumten  Frist  von  48  Stunden  keine Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgegeben,  weswegen  zunächst  zu  prüfen  sei,  ob  glaubhaft  gemacht 
werden könne, dass dafür entschuldbare Gründe vorlägen, 

dass  der  Beschwerdeführer  angeben  habe,  einen  gültigen  Reisepass 
besessen zu haben und mit diesem als Tourist in die Türkei geflogen zu 
sein, wo er ihn auf Aufforderung des Schleppers zerrissen habe, 

dass  diese  standartmässige  Begründung  für  das  Fehlen  von 
Reisepapieren  nicht  glaubhaft  sei,  da  für  eine  Person,  die  ihrem 
Heimatland den Rücken kehre und in ein anderes Land ausreisen wolle, 
ein gültiger Reisepass das wichtigste und zentralste Dokument darstelle, 
das man nicht leichtfertig zerstöre, 

dass  sich bei Gesuchstellern,  die  so argumentierten,  erfahrungsgemäss 
später  oft  herausstelle,  dass  sie  die  Reisepapiere  in  Wirklichkeit 
versteckt, einer Drittperson zur Aufbewahrung übergeben oder auch per 
Post nach Hause zurückgeschickt hätten, 

dass  der  Beschwerdeführer  im  Weiteren  angegeben  habe,  seine 
Identitätskarte zu Hause zurückgelassen zu haben, 

dass  er  trotz  Aufforderung  im  EVZ  und  trotz  seiner  Zusicherung 
anlässlich  der  Anhörung  dem  BFM  bis  heute  keine  Reise­  oder 
Identitätspapiere  eingereicht  habe,  obwohl  er  sich  seine  Identitätskarte 
ohne Weiteres hätte zusenden lassen können, 

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dass  deshalb  keine  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  die  es  dem 
Beschwerdeführer verunmöglichen würden, Reise­ oder Identitätspapiere 
einzureichen, 

dass  hinsichtlich  der  Glaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen  des 
Beschwerdeführers  in  verschiedener  Hinsicht  erhebliche  Zweifel 
angebracht seien, 

dass er angegeben habe, er sei protestantischer Kopte, er habe als Kind 
in den katholischen Schulen von der Schweiz gehört, er glaube an Jesus, 
sei aber nicht Christ, und er gehöre der Gemeinde des "E._______" an, 

dass dies darauf hindeute, dass er bestenfalls als Aussenstehender vom 
Hörensagen  über  sehr  fragmentarische  Kenntnisse  betreffend  das 
Christentum verfüge, 

dass er sich auch zu den drei geschilderten Angriffen durch Muslimbrüder 
widersprüchlich  geäussert  habe,  insbesondere  zu  den  Daten  und  der 
Reihenfolge der drei Angriffe, 

dass  gemäss  Erstbefragung  der  erste  Übergriff,  bei  dem  er  verletzt 
worden sei, im Januar 2011 stattgefunden habe, der zweite im März und 
der dritte am 24. April 2011, 

dass er anlässlich der Anhörung indessen dezidiert erklärt habe, der erste 
Angriff, bei dem er verletzt worden sei,  sei Ende März 2011 erfolgt, der 
zweite am 26. April 2011; an das Datum des dritten Angriffs habe er sich 
nicht mehr zu erinnern vermocht, 

dass  der  Beschwerdeführer  zwar  auf  psychische  Probleme,  verbunden 
mit  grosser  Müdigkeit  und  Erschöpfungszuständen  hingewiesen  habe, 
weshalb er verwirrt sei und sich bezüglich Daten nicht festlegen könne, 

dass  weitere  Widersprüche  sich  aber  auch  damit  schlecht  erklären 
liessen, 

dass  er  bei  der  Erstbefragung  dargelegt  habe,  sein Kollege G._______ 
sei beim zweiten und dritten Angriff dabei gewesen, während dies nach 
seinen  Aussagen  anlässlich  der  Anhörung  beim  ersten  und  dritten 
Übergriff der Fall gewesen sei, 

dass  er  überdies  in  der  Erstbefragung  bei  der  Schilderung  des  dritten 
Angriffs  festgehalten  habe,  dieses  Mal  habe  es  Zeugen  gegeben, 

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während  er  bei  der  Anhörung  geltend  gemacht  habe,  die  erste 
Auseinandersetzung bei einem Hotel habe vor Zeugen, konkret vor den 
Augen der Touristenpolizei, stattgefunden, 

dass  im  Übrigen  aber  die  Flüchtlingseigenschaft  selbst  dann  nicht 
gegeben wäre, wenn der Beschwerdeführer tatsächlich in D._______ als 
Christ  oder  als  Mitglied  einer  Menschenrechtsorganisation  in  der 
geschilderten  Weise  verfolgt  worden  wäre,  weil  ihm  eine  zumutbare 
innerstaatliche  Fluchtalternative  offen  gestanden  sei,  zumal  er  sich 
gemäss  eigenen  Aussagen  der  Verfolgung  durch  den  Umzug  nach 
F._______  habe  entziehen  können  und  er  in  F._______  bei  der 
Menschenrechtsorganisation  eine  Anstellung  und  sogar  einen  besseren 
Lohn  erhalten  hätte,  er  jedoch  psychisch  am  Boden  gewesen  sei, 
weswegen er sich zur Ausreise entschlossen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  deshalb  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss 
Art.  3  und  7  AsylG  nicht  erfülle  und  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht 
erforderlich seien, 

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass  für  die  weitere  Begründung  auf  die  vorinstanzliche  Verfügung  zu 
verweisen ist, 

dass  der  Beschwerdeführer  –  handelnd  durch  seine Rechtsvertreterin – 
gegen  diesen  Entscheid  mit  Telefax­Eingabe  datiert  vom  17.  Februar 
2012  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  in 
materieller  Hinsicht  beantragte,  es  sei  auf  das  Asylgesuch  vom  8.  Juli 
2011  einzutreten,  es  die  Unzulässigkeit  sowie  die  Unzumutbarkeit  des 
Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  als  Folge  davon  die 
vorläufige  Aufnahme  anzuordnen;  gegebenenfalls  sei  das  Dossier  zur 
Neubeurteilung dem BFM zurückzugeben, 

dass  er  zudem  in  formeller Hinsicht  die Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. 
Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) 
beantragen liess,

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dass  der  Beschwerdeführer  am  19.  Februar  2012  (Poststempel)  das 
Original seiner vorab per Telefax eingereichten Beschwerde nachreichen 
liess, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Februar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt, 

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  gemäss  Art.  108  Abs.  5  AsylG  per  Telefax  übermittelte 
Rechtsschriften dann als  rechtsgültig eingereicht gelten, wenn sie  innert 
Frist beim Bundesverwaltungsgericht eintreffen und mittels Nachreichung 
des unterschriebenen Originals nach den Regeln gemäss Art. 52 Abs. 2 
und 3 VwVG verbessert werden,

dass die vorliegende Rechtsschrift  vom 19. Februar 2012  (Poststempel) 
rechtsgültig  eingereicht  wurde,  da  die  Beschwerdeeingabe  per  Telefax 
am  17.  Februar  2012  und  damit  im  Sinne  vorerwähnter  Norm  beim 
Bundesverwaltungsgericht  rechtzeitig  einging  sowie  die  fehlende 
Originalunterschrift  unaufgefordert  mittels  Nachreichen  des 
unterzeichneten Originals vom 19. Februar 2012 nachgereicht wurde,

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dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  52 
VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32  ­  35  und  Art.  35a  Abs.  2  AsylG),  die 
Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die 
Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch 
nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer   Entscheidung   an   die   Vorinstanz  
zurückweist  (vgl.  BVGE 2007/8   E. 2.1),

dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im Rahmen  einer  summarischen Prüfung möglich  ist   (vgl.   a.a.O. 
insb.  E. 5.6.5),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. a.a.O. E. 2.1),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüfte,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG),

dass der Beschwerdeführer innert der gesetzlichen Frist von 48 Stunden 
nach Einreichung seines Asylgesuchs beziehungsweise der schriftlichen 
Aufforderung  vom  8.  Juli  2011,  rechtsgenügliche  Identitäts­  respektive 
Reisepapiere einzureichen, keine solchen Papiere im Original eingereicht 
hat, womit die Grundvoraussetzung für einen Nichteintretensentscheid in 
Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist (vgl. BVGE 2007/7 
E. 4­6), 

dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung ausführlich  und  –  nach 
Prüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts – 
überzeugend  dargelegt  hat,  warum  für  das  Nichteinreichen  von  Reise­ 
oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, weshalb 
zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die 
diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird,

dass  mithin  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  aufgrund  der  Anhörung  zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass nach Prüfung der Akten durch das Gericht – in Übereinstimmung mit 
der  Vorinstanz  –  festzustellen  ist,  dass  die  Asylgründe  des 
Beschwerdeführers  in  wesentlichen  Punkten  undifferenziert, 
unsubstanziiert,  widersprüchlich  und  somit  unglaubhaft  vorgetragen 

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worden  sind,  wobei  diesbezüglich  vorab  auf  die  vorinstanzlichen 
Erwägungen zu verweisen ist, 

dass  insbesondere  in  Berücksichtigung  der  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung auf Aufforderung hin nicht  in 
der  Lage  war,  die  angeblich  erlittenen  Angriffe  durch  Leute  der 
Muslimbruderschaft konkret und substanziiert zu schildern (Akten BFM A 
11/15 S. 4 ff.), davon auszugehen ist, es handle sich bei der Behauptung 
des  Beschwerdeführers,  wonach  er  zwischen  Januar  und  April  2011  in 
D._______  dreimal  auf  der  Strasse  von  Leuten  der Muslimbruderschaft 
angegriffen  worden  sei,  um  ein  Sachverhaltskonstrukt,  weshalb  auch 
nicht  geglaubt werden  kann,  er  habe  bei  einer Rückkehr  nach Ägypten 
asylrelevante Nachteile zu befürchten, 

dass  die  Beschwerdevorbringen  nicht  geeignet  sind,  zu  einer  von  der 
Vorinstanz  abweichenden  Betrachtungsweise  zu  führen,  zumal  der 
Beschwerdeführer  den  vorinstanzlichen  Erwägungen  nichts 
Substanzielles  entgegenhält,  und  im  Wesentlichen  lediglich  am 
Wahrheitsgehalt  der  im  vorinstanzlichen  Verfahren  geltend  gemachten 
Vorbringen festhält beziehungsweise es bei der blossen Wiedergabe des 
bereits  festgestellten  Sachverhalts  bewenden  lässt,  was  aber  an  der 
offensichtlich  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der  behaupteten 
Verfolgungsvorbringen nichts zu ändern vermag, 

dass gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen das 
Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  und  7  AsylG  und 
das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen  im Sinne von Art. 32 
Abs. 3 Bst. c AsylG (vgl. BVGE 2009/50 E. 5­8) offenkundig erscheinen 
und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte  für die Annahme ergeben, 
das  BFM  habe  eine  mehr  als  bloss  summarische  materielle  Prüfung 
vorgenommen oder zusätzliche Abklärungen getroffen,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im 
Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom 
Bundesamt zu Recht angeordnet wurde (vgl. BVGE 2009/50 E. 9), 

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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, 
die ihm in Ägypten droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass die allgemeine Lage in Ägypten nicht auf eine konkrete Gefährdung 
des Beschwerdeführers im Falle seiner Rückkehr schliessen lässt, 

dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  zudem  um  einen  jungen  Mann 
handelt,  der  in  seiner Heimat  über  ein  Beziehungsnetz  verfügt,  das  ihn 
bei einer Rückkehr nötigenfalls unterstützen kann, 

dass  er  überdies  über  eine  gute  Ausbildung  sowie  jahrelange 
Berufserfahrung verfügt, weshalb anzunehmen ist, er könne sich in seiner 
Heimat auch in wirtschaftlicher Hinsicht wieder integrieren, 

dass  hinsichtlich  der  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung 
geltend  gemachten  psychischen  Probleme  festzuhalten  ist,  dass 
diesbezüglich  bis  heute  kein  Arztbericht  einging,  weshalb  diese 
gesundheitlichen  Probleme  nicht  belegt  sind  und  deshalb  davon 
auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer unter keinen nennenswerten 
gesundheitlichen Problemen leidet, 

dass  demnach weder  die  allgemeine  Lage  in Ägypten  noch  individuelle 
Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  des 
Beschwerdeführers  sprechen, weshalb der Vollzug der Wegweisung als 
zumutbar zu erachten ist, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG schon wegen der Aussichtslosigkeit der 
Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten   von   Fr.   600.­­  
(Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 

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Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 
5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand: