# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20998262-3a59-59fe-8fe3-23c042d8601c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 05.05.2025 VBE.2024.435
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-435_2025-05-05.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.435 / sr / ss  
Art. 47 

 

Urteil vom 5. Mai 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Hausherr  

Gerichtsschreiberin Ruh          

 

 
   

Beschwerde 

füher  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Dominik Frey, Rechtsanwalt, Stadtturmstrasse 10, 

Postfach, 5401 Baden    

 

 
   

Beschwerde 

gegerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 26. Juli 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1964 geborene Beschwerdeführer war als Produktionsmitarbeiter in ei-

ner Farbenfabrik angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerde-

gegnerin obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 17. Februar 2022 

geriet er mit der Hand in eine drehende Rührerwelle und verletzte sich da-

bei an den Händen und am Oberkörper. Die Beschwerdegegnerin aner-

kannte ihre Leistungspflicht für die geltend gemachten Beschwerden und 

richtete hierfür vorübergehende Leistungen (Heilkosten und Taggeld) aus. 

Nach weiteren Abklärungen, in deren Rahmen sie den Beschwerdeführer 

durch ihren versicherungsmedizinischen Dienst untersuchen liess (Bericht 

vom 19. Oktober 2023), stellte sie die Heilkostenleistungen mit Schreiben 

vom 25. Oktober 2023 per sofort und die Taggelder per 30. November 2023 

ein. Mit Verfügung vom 11. Januar 2024 sprach die Beschwerdegegnerin 

dem Beschwerdeführer in der Folge ab 1. Dezember 2023 eine Invaliden-

rente von 17 % zu und verneinte einen Anspruch auf eine Integritätsent-

schädigung. Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Einsprache 

wies die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 26. Juli 2024 

ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. September 

2024 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 26.07.2024 sei aufzuheben. 
 
2. Dem Beschwerdeführer seien die gesetzlich geschuldeten Leistungen 

zuzusprechen. 
 
3. Ev. sei ein versicherungsexternes, orthopädisches Gutachten einzuho-

len. 
 
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 7. Oktober 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde-

führer mit Einspracheentscheid vom 26. Juli 2024 (Vernehmlassungs-

 - 3 - 

 

 

 

 

beilage [VB] 165) zu Recht eine Rente von (lediglich) 17 % zugesprochen 

und einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneint hat. 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Wird die versicherte Person infolge 

des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 Abs. 1 

UVG Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen 

des Referenzalters ereignet hat. 

 

2.2. 

Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der versicherten Person ist die 

Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-

sen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfü-

gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet 

werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen). 

 

2.3. 

2.3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

  

2.3.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 125 V 351 E. 3a 

S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis 

der versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen 

(BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 ff.). Soll ein Ver-

sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie-

den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

 - 4 - 

 

 

 

 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105; 

142 V 58 E. 5.1 S. 65; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). 

 

3. 

3.1. 

Im angefochtenen Einspracheentscheid (VB 165) stützte sich die Be-

schwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den Be-

richt ihres Versicherungsmediziners med. pract. D._____, Facharzt für Chi-

rurgie, vom 19. Oktober 2023 (VB 109), in welchem dieser die folgenden 

Diagnosen stellte (VB 109 S. 7): 

 

"1. Verätzung IIa° vom 17.02.2022: Oberarm rechts, Unterarm rechts, 
Hand links, Rücken und Abdomen (6 % der Körperoberfläche) 

 
2. Frische undislozierte Fraktur des Prozessus styloideus ulnae sowie un-

dislozierte Fraktur der Handgelenksarthrodese vom 17.02.2022 bei 
Status nach Handgelenksarthrodese rechts vom 03.12.2009 bei SNAC-
Wrist Handgelenk rechts" 

 

Med. pract. D._____ führte aus, aus unfallchirurgischer Sicht handle es sich 

um einen medizinisch stabilen Zustand; es seien keine weiteren Therapien 

indiziert. Eine Arthrodese des CMC-I-Gelenks sei vom Beschwerdeführer 

nicht gewünscht und sei aus unfallchirurgischer/versicherungsmedizini-

scher Sicht auch nicht zu empfehlen. Es wäre damit keine Änderung bzw. 

keine Steigerung der Belastbarkeit des Beschwerdeführers zu erwarten. 

Die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit als Mitarbeiter in einer Farben-

fabrik sei nicht geeignet. Aus unfallchirurgischer/versicherungsmedizini-

scher Sicht sei aktuell und künftig in einer angepassten, sehr leichten bis 

leichten Tätigkeit unter folgenden Voraussetzungen eine ganztägige Ar-

beitsfähigkeit gegeben: "Keine repetierten und höchstens sehr leichte 

Drehbewegungen des rechten Unterarmes und rechten Handgelenks. 

Keine Tätigkeiten, welche mit Vibrationen und/oder Schlägen für die rechte 

obere Extremität verbunden sind. Kein Tragen und/oder Heben sowie Be-

wegen von schweren bis sehr schweren Lasten mit einem Hubwagen ohne 

Eigenantrieb. Keine Tätigkeiten, welche mit Stossen/Ziehen von schweren 

und sehr schweren Lasten verbunden sind. Aus Sicherheitsgründen keine 

Gerüstarbeiten und kein Besteigen von Leitern. Keine Arbeiten, welche ein 

kraftvolles Zupacken mit der rechten Hand erfordern. Ansonsten bestehen 

keine anderen Einschränkungen, insbesondere nicht zeitlicher Natur." 

(VB 109 S. 7 f.).  

 

3.2. 

Der Versicherungsmediziner med. pract. D._____ untersuchte den Be-

schwerdeführer am 19. Oktober 2023 persönlich (VB 109 S. 7). Zudem be-

urteilte er die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Si-

tuation in Kenntnis der Vorakten, insbesondere der Berichte der 

 - 5 - 

 

 

 

 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte samt bildgebenden Untersuchungen 

(VB 109 S. 1 ff.), und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 

(VB 109 S. 5) einleuchtend und gelangte zu einer nachvollziehbar begrün-

deten Schlussfolgerung. Dem Bericht des Versicherungsmediziners 

med. pract. D._____ vom 19. Oktober 2023 (VB 109) kommt damit grund-

sätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien (vgl. E. 2.3.1.) zu. 

 

3.3. 

Der Beschwerdeführer stellte den Eventualantrag, es sei ein versiche-

rungsexternes orthopädisches Gutachten einzuholen (Rechtsbegehren 

Ziff. 3 der Beschwerde vom 4. September 2024). Da der Bericht von 

med. pract. D._____ vom 19. Oktober 2023 vom Beschwerdeführer jedoch 

nicht gerügt wird und sich auch aus den Akten keine Anhaltspunkte erge-

ben, welche auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-

sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen von med. pract. 

D._____ erwecken, ist darauf abzustellen (vgl. E. 2.3.2.). Der anspruchsre-

levante medizinische Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als 

vollständig abgeklärt, weshalb auf weitere Abklärungen – insbesondere die 

eventualiter beantragte Einholung eines versicherungsexternen orthopädi-

schen Gutachtens – (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 3 der Beschwerde vom 

4. September 2024) in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist, da 

von diesen keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGE 144 

V 361 E. 6.5 S. 368 mit Hinweisen). Gestützt auf den Bericht von 

med. pract. D._____ vom 19. Oktober 2023 ist demnach davon auszuge-

hen, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste, sehr leichte bis leichte 

Tätigkeit unter Berücksichtigung des genannten Belastungsprofils ganz-

tags zumutbar ist (vgl. E. 3.1 hiervor).  

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens be-

anstandet der Beschwerdeführer die gestützt auf die Angaben seiner frühe-

ren Arbeitgeberin erfolgte Festsetzung des Valideneinkommens auf 

Fr. 72'820.00 (VB 165 S. 12) sowie den gestützt auf die Tabellenlöhne ge-

mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn-

strukturerhebungen (LSE; Totalwert der Männer des Kompetenzniveaus 1 

der Tabelle TA 1 der Lohnstrukturerhebung 2022) und unter Berücksichti-

gung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden sowie der 

Nominallohnentwicklung auf Fr. 67'493.76 festgesetzten Ausgangswert 

des Invalideneinkommens (VB 165 S. 11) – nach Lage der Akten zu Recht 

– nicht. Hingegen bringt er vor, es sei erstellt, dass bei diesem Ausgangs-

wert des Invalideneinkommens ein Abzug vom Medianlohn der LSE vorzu-

nehmen sei. Es stelle sich nur die Frage, wie hoch dieser anzusetzen sei. 

Vorliegend erweise sich der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug 

von 10 % vom Invalideneinkommen von Fr. 67'493.76 als unangemessen, 

es sei vielmehr ein solcher von 20 % vorzunehmen (Beschwerde S. 11 ff.).  

 - 6 - 

 

 

 

 

4.2. 

4.2.1. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch-

schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu 

kürzen. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-

setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-

den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 

Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), 

welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein 

Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im 

Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person we-

gen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter-

durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der 

Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf 

das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge-

samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellen-

lohnes zu begrenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 

S. 327 f.: 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]).  

 

4.2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, da ihm nur noch sehr leichte bis leichte 

Tätigkeiten zumutbar seien, würden nicht mehr viele Tätigkeiten verblei-

ben, die er ausüben könne; insbesondere da er über keine berufliche Aus-

bildung verfüge. Das festgestellte Zumutbarkeitsprofil zeige, dass er auch 

in einer optimal angepassten Hilfstätigkeit nicht nur quantitativ, sondern 

auch qualitativ deutlich eingeschränkt bleibe. Zum einen existiere eine 

Stelle mit den hohen Anforderungen an den wohlwollenden Arbeitgeber 

und -platz, wenn überhaupt, nur in der Fiktion des ausgeglichenen Arbeits-

markts und dort wohl nur im zweiten Arbeitsmarkt mit entsprechenden 

Lohneinbussen gegenüber dem Medianwert, der statistisch auf den Löh-

nen gesunder Personen im ersten Arbeitsmarkt beruhe. Zum anderen wür-

den die Einschränkungen zum Ausschluss von wesentlich besser bezahl-

ten körperlich schweren Tätigkeiten führen. Bei Arbeiten, welche ihm zu-

mutbar seien, könne bloss ein unterdurchschnittlicher Lohn erzielt werden 

(vgl. Beschwerde S. 11 f.). 

 

4.2.3. 

Nach der Rechtsprechung führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, 

körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einem lei-

densbedingten Abzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2021 vom 

3. März 2022 E. 4.3.2). Ein Abzug vom Invalideneinkommen ist vielmehr 

insbesondere dann vorzunehmen, wenn die versicherte Person auch im 

Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer Leistungsfähig-

keit eingeschränkt ist. Gesundheitliche Einschränkungen, die bereits in die 

Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit eingeflossen sind, dürfen 

 - 7 - 

 

 

 

 

zudem bei der Bemessung des leidensbedingten Abzugs nicht zusätzlich 

und damit doppelt berücksichtigt bzw. angerechnet werden (vgl. dazu 

BGE 148 V 174 E. 6.3 mit Hinweisen). Das von med. pract. D._____ in sei-

ner Beurteilung vom 19. Oktober 2023 festgelegte Zumutbarkeitsprofil 

(vgl. E. 3.1) schliesst indessen hauptsächlich körperlich schwere Tätigkei-

ten aus. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt, auf welchen gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung abzustellen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_312/2024 vom 4. April 2025 E. 4; 8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 E. 4.3; 

8C_133/2018 vom 26. Juni 2018 E. 2.2.1 mit Verweis auf BGE 110 V 273 

E. 4b S. 276), umfasst im Übrigen auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, 

also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozi-

alen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können 

(SVR 2021 IV Nr. 26 S. 80, 8C_416/2020 E. 4; BGE 148 V 174 E. 9.1 

S. 188 f. mit Hinweisen), und bietet zudem ein genügend breites Spektrum 

verschiedenartigster Stellen. Selbst wenn der Beschwerdeführer in zumut-

baren Verweistätigkeiten möglicherweise den vergleichbaren Tabellenlohn 

(Medianwert) nicht erreicht, hat dies nicht automatisch einen Abzug zur 

Folge, da jeder Anwendung statistischer Werte die Abstrahierung, d.h. die 

Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles, immanent ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_615/2022 vom 24. Mai 2023 E. 7.2.2 mit 

Hinweisen). Einfache und repetitive Tätigkeiten des angewandten Kompe-

tenzniveaus 1 erfordern des Weiteren weder gute Sprachkenntnisse noch 

ein besonderes Bildungsniveau (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7) oder Berufserfahrung 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E. 4.2.3.3 

mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer verfügt schliesslich über die Aufent-

haltsbewilligung C (VB 139 S. 1), was statistisch gesehen eine lohnmin-

dernde Auswirkung hat (BfS, LSE 2022, Tabelle T12_b, monatlicher Brut-

tolohn, Schweizer/innen und Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung 

und Geschlecht, ohne Kaderfunktion, Männer, Median, Total und Nieder-

gelassene [Kat. C]). Im Übrigen sind weder den Akten weitere einen Abzug 

vom Tabellenlohn begründende Faktoren zu entnehmen, noch werden sol-

che vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Insgesamt ist der von der 

Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug vom Tabellenlohn mit 10 % 

(VB 165 S. 12) als eher hoch, jedoch als noch vertretbar zu erachten. Der 

von der Beschwerdegegnerin errechnete Invaliditätsgrad von 17 % ist somit 

nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen 

ist. 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, er habe der Beschwerde-

gegnerin anstelle der Einsprache gegen die Verfügung vom 11. Januar 

2024 (VB 148) die Eingabe an die IV-Stelle ("Einwände gegen den Vorbe-

scheid"; VB 150 S. 1) zugestellt, da er die jeweiligen Eingaben an die Be-

schwerdegegnerin bzw. die IV-Stelle (Einsprache bzw. Einwand gegen den 

 - 8 - 

 

 

 

 

Vorbescheid) verwechselt habe. In der eigentlich an die Beschwerdegeg-

nerin gerichteten, aber an die IV-Stelle gesendeten Eingabe sei auch die 

Beurteilung der Integritätsentschädigung beanstandet worden und diese 

hätte von der Invalidenversicherung nach Art. 30 ATSG an die Beschwer-

degegnerin weitergeleitet werden müssen. Demnach sei die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 11. Januar 2024 (VB 148) bezüglich der Integri-

tätsentschädigung noch nicht in Rechtskraft erwachsen (vgl. Beschwerde 

S. 5).  

 

5.2. 

Vorab ist anzumerken, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers be-

züglich der Verwechslung der Eingaben nicht nachvollziehbar sind, zumal 

sich die IV-Stelle in der Verfügung vom 27. Mai 2024 (VB 162 S. 4) inhalt-

lich gesehen auf das bei der Beschwerdegegnerin eingereichte Schreiben 

"Einwände gegen den Vorbescheid" (VB 150 S. 1) und nicht auf das 

Schreiben mit dem Betreff "Einsprache gegen Verfügung" (VB 172 S. 24) 

bezieht. Die Frage, ob der Beschwerdeführer die Eingaben (Einsprache 

bzw. Einwand gegen den Vorbescheid) tatsächlich verwechselt hat, kann – 

wie nachfolgend dargelegt wird (vgl. E. 5.3) – indessen offengelassen wer-

den, weshalb darauf verzichtet werden kann, dem Beweisantrag des Be-

schwerdeführers folgend die IV-Akten beizuziehen (vgl. Beschwerde S. 5).  

 

5.3. 

In Anbetracht der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die Eingabe des 

Beschwerdeführers vom 8. Februar 2024 (Poststempel; VB 150 S. 2), wel-

che aufgrund ihrer Bezeichnung als "Einwände gegen Vorbescheid" und 

des auf dem Schreiben angegebenen Adressaten "SVA Aargau Sozialver-

sicherung" als Eingabe im IV-Verfahren gekennzeichnet war, als Einspra-

che gegen die Verfügung vom 11. Januar 2024 entgegengenommen und 

die Einwände – soweit sie sich auf die genannte Verfügung anwenden lies-

sen – geprüft hat, wäre sie gehalten gewesen, dem Beschwerdeführer auf-

grund der inhaltlich offensichtlich an eine andere Sozialversicherung ge-

richteten Eingabe eine Nachfrist zur Verbesserung (vgl. Art. 61 lit. b ATSG) 

anzusetzen. Indem die Beschwerdegegnerin eine unklare Eingabe des Be-

schwerdeführers als juristischen Laien entgegennahm, ohne diesen zur 

Nachbesserung aufzufordern, hat sie dessen rechtliches Gehör verletzt 

(vgl. statt vieler BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72). Da das Versicherungsgericht 

über volle Kognition verfügt und der Beschwerdeführer inzwischen rechts-

kundig vertreten ist, ist indessen von einer Heilung auszugehen und auf 

eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Gewährung 

des rechtlichen Gehörs (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 198; 132 V 387 E. 5.1 

S. 390) zu verzichten und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegeg-

nerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschä-

digung zu Recht verneint hat. 

 

 - 9 - 

 

 

 

 

5.4. 

5.4.1. 

Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat 

sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritäts-

entschädigung. Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ärztliche 

Aufgabe (PHILIPP PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische 

Unfallfolgen nach dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallver-

sicherung: Grundlagen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, 

SZS 53/2009 S. 344). Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich 

ausschliesslich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizini-

schen Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird 

abstrakt und egalitär bemessen (RUMO-JUNGO/HOLZER, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 166 mit Hin-

weisen). 

 

5.4.2. 

Zur Beurteilung des Integritätsschadens stützte sich die Beschwerdegeg-

nerin in der Verfügung vom 11. Januar 2024 (VB 148) auf die versiche-

rungsinterne Beurteilung von med. pract. D._____ vom 19. Oktober 2023 

(VB 109). Darin wurde festgehalten, bei komplett verheilter Fraktur der 

Arthrodese des rechten Handgelenkes sowie bei nur minimaler, nicht stö-

render Narbe am proximalen ventralen rechten Oberarm bestehe aus un-

fallchirurgischer/versicherungsmedizinischer Sicht kein Anspruch auf eine 

unfallbedingte Integritätsentschädigung bezüglich der Folgen des Ereignis-

ses vom 17. Februar 2022 (vgl. VB 109 S. 8).  

 

5.4.3. 

Auf die umfassende medizinische Beurteilung durch med. pract. D._____ 

kann vollumfänglich abgestellt werden (vgl. E. 3.3 hiervor); insbesondere 

vermögen die eigenen laienhaften (medizinischen) Würdigungen des Be-

schwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 14 f.) den Beweiswert der Feststel-

lungen von med. pract. D._____ nicht in Zweifel zu ziehen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E. 4.3). Auch im Übrigen 

bringt der Beschwerdeführer nichts vor, was Zweifel an der Beurteilung des 

Integritätsschadens durch die Beschwerdegegnerin (vgl. VB 148 S. 4) be-

gründen könnte. Somit hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung zu Recht verneint. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

 - 10 - 

 

 

 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 
 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

  

 - 11 - 

 

 

 

 

   

Aarau, 5. Mai 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans    Ruh