# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfa050e6-83f4-522b-ae28-8e350f2a4da6
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.07.2020 725 20 111/169
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-111-169_2020-07-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. Juli 2020 (725 20 111 / 169) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Zahnschaden aufgrund eines Kirschensteins in einem mit entsteinten Früchten zuberei-

teten Desserts. Der Unfallbegriff ist erfüllt. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Daniela Buser 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
 

  
gegen 
 
 

 Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 
8010 Zürich, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Der 1968 geborene A.____ ist bei der B.____ AG in X.____ als Projektleiter in einem 
Vollzeitpensum arbeitstätig und in dieser Eigenschaft bei der Allianz Suisse Versicherungs-
Gesellschaft AG (Allianz) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Mit 
Unfallmeldung vom 2. September 2019 liess A.____ der Allianz durch seine Arbeitgeberin einen 
Nichtberufsunfall melden. Danach sei der Versicherte am 17. August 2019 einer privaten Einla-
dung zum Nachtessen gefolgt, bei welchem zum Dessert «hausgemachte Glacé mit einem 
Kirschencoulis» serviert worden sei. Beim Nachschlag habe er auf einen «Kirschenstein» ge-
bissen und dabei einen Zahnschaden erlitten. Nachdem die Allianz bei A.____ zusätzliche An-

 
 
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gaben eingeholt hatte, lehnte sie nach durchgeführtem Einspracheverfahren ihre Leistungs-
pflicht mit Entscheid vom 7. Februar 2020 ab. Zur Begründung führte sie an, es bestehe ledig-
lich eine Vermutung, dass ein Fremdkörper Ursache des Zahnschadens gewesen sei. Damit sei 
der Nachweis eines Unfalles nicht erbracht. Der Versicherte habe daher die Folgen dieser Be-
weislosigkeit zu tragen. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 8. März 2020 Beschwerde am 
Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheids vom 11. November 2019 (recte: 7. Februar 2020) seien 
ihm die vollen Leistungen aus dem Unfallereignis vom 17. August 2019 auszurichten. Eventuali-
ter seien weitere Abklärungen zum Unfallhergang vorzunehmen. Seine Anträge begründete er 
damit, dass der erlittene Zahnschaden auf einen Unfall im Rechtssinne zurückzuführen sei. In 
verfahrensrechtlicher Sicht beantragte er die Durchführung einer Parteiverhandlung mit Zeu-
geneinvernahme. 
 
C. Die Allianz schloss mit Vernehmlassung vom 3. April 2020 auf Abweisung der Be-
schwerde. Sie verwies dabei vollumfänglich auf ihre Ausführungen im Einspracheenscheid vom 
7. Februar 2020. Ergänzend führte sie aus, dass kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vorliege 
und der Unfallbegriff demzufolge nicht erfüllt sei. 
 
D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 12. Juni 2020 wurde auf die Durchführung einer 
Parteiverhandlung mit Zeugeneinvernahme verzichtet und die Angelegenheit dem Präsidium 
zum Entscheid überwiesen. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in Y.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- 
und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 8. März 2020 ist demnach ein-
zutreten. 
 

 
 
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1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die Präsidentin der Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch 
Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Kostenübernahme 
für eine Zahnbehandlung. Gemäss der Kostenschätzung des behandelnden Zahnarztes 
Dr. med. dent. C.____ vom 11. September 2019 (act. 006) belaufen sich die Kosten für die 
Zahnbehandlung auf Fr. 3'776.80. In Anbetracht der Höhe dieses Betrags ist die präsidiale Zu-
ständigkeit begründet. 
 
2. Strittig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten der Behandlung des vom 
Beschwerdeführer geltend gemachten Zahnschadens zu übernehmen hat. Zu prüfen ist dabei 
insbesondere, ob der Zahnschaden auf die Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 
zurückzuführen ist. 
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. 
 
2.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 
134 V 72 E. 2.2). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 
Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzel-
fall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (BGE 134 V 72 E. 4.1, 
129 V 402 E. 2.1, 122 V 230 E. 1, 121 V 35 E. 1a, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung 
bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren 
Faktors, sondern nur auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist, 
dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. 
Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen 
auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine 
Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 82 E. 4.3.1). 
 
2.3 Im Zusammenhang mit Zahnschädigungen, die sich beim Essen ereignen, ist das Be-
griffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors zu bejahen, wenn sie durch einen 
Gegenstand verursacht werden, welcher üblicherweise nicht in dem betreffenden Nahrungsmit-
tel vorhanden ist (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 1999, UV Nr. 9, S. 28 
E. 3c/cc). In der Rechtsprechung wurden als solche ungewöhnliche Faktoren beispielsweise 
eine Nussschale in einem Nussbrot (BGE 114 V 169 E. 2; Kranken- und Unfallversicherung – 
Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1988 K 787 S. 419 ff.), ein Knochensplitter in 
einer Wurst (BGE 112 V 201 E. 3b; RKUV 1992 U 144 S. 82 ff.) oder ein Olivenstein in einer 
Olive, wenn die versicherte Person bewusst eine Packung entsteinter Oliven gekauft hat (Urteil 
des Bundesgerichts vom 20. April 2011, 9C_985/2010, E. 5.4), anerkannt. Demgegenüber wur-
de die Ungewöhnlichkeit verneint bei der Figur im Dreikönigskuchen (BGE 112 V 205 E. 3b), 
bei einem Kirschenstein in einem bewusst mit nichtentsteinten Früchten zubereiteten Kirschen-
kuchen (BGE 112 V 201 E. 3b), bei einem harten Biskuit wie z.B. einem “Totenbeinli“ und bei 

 
 
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einem Stück Nuss-Schokolade (BGE 103 V 177 E. 4b) oder bei einem Muschelschalensplitter 
auf einer Meeresfrüchte-Pizza, welche mit Muschelschalen zubereitet wurde (Urteil des Bun-
desgerichts vom 2. Februar 2004, U 305/02, E. 2.3).  
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall 
- das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be-
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat die rechtsanwendende Behörde ihren 
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach-
verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Verwaltung und Gericht haben vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz 
schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache 
des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 
 
3.2 Was speziell den Unfallbeweis anbelangt, sind die einzelnen Umstände des Unfallge-
schehens vom Leistungsansprecher bzw. der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. 
Kommt er bzw. sie dieser Forderung nicht nach, indem unvollständige, ungenaue oder wider-
sprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als 
unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Versicherers (SVR 2001, 
KV Nr. 50, S. 146 E. 4c). Das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute: 
Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) hat in ständiger Rechtsprechung erkannt, dass die 
blosse Vermutung, der Zahnschaden sei durch einen Fremdkörper verursacht worden, nicht für 
die Annahme eines ungewöhnlichen äusseren Faktors genügt (TURTÈ BAER, Die Zahnschädi-
gung als Unfall in der Sozialversicherung, in: Schweizerische Juristen-Zeitung [SJZ] 88 [1992], 
S. 324 mit Hinweisen). In diesen Fällen liegt Beweislosigkeit vor, deren Folgen die versicherte 
Person zu tragen hat, welche aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 
wollte, und es besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 138 V 218 E. 6). In 
diesem Sinne entschied das damalige EVG, wenn die versicherte Person lediglich geltend ma-
chen konnte, auf "etwas Hartes" oder "einen Fremdkörper" gebissen zu haben, den Gegen-
stand jedoch nicht genauer beschreiben konnte (vgl. Urteile des Bundesgerichs vom 
21. Februar 2003, U 229/0, vom 26. April 2000, U 33/00, und vom 17. Januar 2000, U 268/99). 
Eine blosse Vermutung, dass der Schaden durch einen ungewöhnlichen äusseren Faktor ein-
getreten sei, lag nach der Rechtsprechung aber auch dann vor, wenn der fragliche Gegenstand 

 
 
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zwar benannt wurde, der entsprechende Nachweis aber nicht erbracht werden konnte (Urteil 
des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 8C_215/2013, E. 3 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.1 In der Unfallmeldung vom 2. September 2019 (act.  001) erklärte der Beschwerdefüh-
rer, er habe beim Genuss von «hausgemachter Glacé mit einem Kirschencoulis» auf einen 
«Kirschenstein» gebissen. In der Folge stellte die Allianz dem Versicherten zur ergänzenden 
Sachverhaltsabklärung das Frageblatt Zahnschaden zu, welches der Beschwerdeführer am 
12. September 2019 ausgefüllt retournierte (act. 005). Darin gab er zum Unfallhergang an, er 
habe beim Essen von Amaretto-Glacé an einem Kirschencoulis auf etwas Hartes gebissen, 
woraufhin der Zahn abgebrochen sei. Auf die Frage nach dem Gegenstand, auf den er gebis-
sen habe, gab der Versicherte an, es habe sich dabei «wahrscheinlich» um einen Kirschenstein 
gehandelt. Da er den Mund voller Teile gehabt habe, sei er zur Toilette gegangen und habe 
diese ausgespuckt und sich den Mund gespült. 
 
4.2.1 Die Allianz begründete die Ablehnung ihrer Leistungspflicht im angefochtenen Ent-
scheid vom 7. Februar 2020 damit, dass es sich bei den Schilderungen des Beschwerdefüh-
rers, wonach der Zahnschaden durch einen Fremdkörper verursacht worden sei, lediglich um 
eine Vermutung handle. Demzufolge schloss sie auf eine Beweislosigkeit, weshalb sich die Prü-
fung der einzelnen Tatbestandsmerkmale von Art. 4 ATSG erübrigte. Zunächst ist somit zu prü-
fen, ob sich die Allianz zu Recht auf diese Beweislosigkeit berufen hat, respektive ob der Be-
schwerdeführer die Umstände des Unfallhergangs glaubhaft dargelegt hat.  
 
4.2.2 Wie bereits in Erwägung 3.2 dargelegt, hat die ungenügende Glaubhaftmachung der 
Umstände des Unfallhergangs durch den Versicherten, indem dieser unvollständige, ungenaue 
oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als 
unglaubwürdig erscheinen lassen, eine Beweislosigkeit zur Folge. Liegt Beweislosigkeit vor, 
besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung genügt dabei die blosse Vermutung, der Zahnschaden sei durch einen Fremdkörper ver-
ursacht worden, den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht. Auch liegt in jenen Fällen 
Beweislosigkeit vor, in welchen die versicherte Person lediglich geltend machen kann, auf «et-
was Hartes» oder «einen Fremdkörper» gebissen zu haben, den Gegenstand jedoch nicht ge-
nauer beschreiben kann. Soweit sich die Allianz nun auf eine angeblich vorliegende Beweislo-
sigkeit stützt, geht sie fehl. Sie übersieht, dass der Beschwerdeführer nicht nur auf die Aussa-
gen im Frageblatt Zahnschaden behaftet werden darf. Vielmehr sind im Rahmen der Beurtei-
lung, ob der Unfallhergang rechtsgenügend geschildert wurde, sämtliche Akten und Umstände 
des Einzelfalles zu würdigen. So trifft es zwar zu, dass der Beschwerdeführer im Frageblatt 
Zahnschaden angab, dass es sich beim Fremdkörper «wahrscheinlich» um einen Kirschenstein 
gehandelt habe. Dagegen führte er jedoch bereits mit Unfallmeldung vom 2. September 2019 
aus, er habe beim Genuss eines hausgemachten Desserts auf einen Kirschenstein gebissen. 
Gestützt auf diese eher zurückhaltende Formulierung des Beschwerdeführers kann mit Blick auf 
die Gesamtumstände nicht auf eine Beweislosigkeit geschlossen werden. Schliesslich hat der 
Beschwerdeführer den Fremdkörper als Kirschenstein identifiziert, was in Anbetracht der Um-
stände des vorliegenden Einzelfalles überzeugt. Insbesondere erweisen sich die Schilderungen 
zu den Umständen des Unfallhergangs in Anbetracht des kredenzten Desserts – Amaretto-

 
 
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Glacé mit einem Kirschencoulis – als plausibel. Darüber hinaus hat der Beschwerdeführer den 
Fremdkörper während des Kauvorgangs zerbissen und die Einzelteile anschliessend auf der 
Toilette entsorgt. Es war ihm somit möglich, aufgrund der Einzelteile auf die Beschaffenheit des 
Fremdkörpers zu schliessen. Insofern ist es auch nachvollziehbar, dass er den zerbrochenen 
Fremdkörper dahingehend beschrieb, dass es sich «wahrscheinlich» um einen Kirschenstein 
gehandelt habe. Letztlich vermag auch die Argumentation der Allianz nicht zu überzeugen, wo-
nach der Beschwerdeführer das Corpus Delicti nicht beigebracht habe. Obwohl der Fremdkör-
per von zentraler Bedeutung ist, muss dieser nicht zwingend vorgewiesen werden können, da-
mit ein Unfall als erstellt erachtet werden kann. Vielmehr genügt eine genaue und detaillierte 
Beschreibung desselben (MARKUS HÜSLER, Zahnschaden als Unfall, in: Luzerner Beiträge zur 
Rechtswissenschaft [LBR] 2008 Nr. 27, S. 27). Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer 
die Umstände des Unfallhergangs glaubhaft dargelegt. Eine Beweislosigkeit liegt demnach – 
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – nicht vor. 
 
4.3 Im vorliegenden Fall steht fest, dass der Zahnschaden des Beschwerdeführers durch 
eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung verursacht worden ist. Näher zu 
prüfen ist jedoch, ob der in den Unfallhergang involvierte Fremdkörper in Form eines Kirschen-
steins einen ungewöhnlichen äusseren Faktor im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt. Ein äusserer 
Faktor ist gegeben, wenn äussere, vom menschlichen Körper unabhängige Kräfte auf diesen 
einwirken (UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 4, 
Rz. 86). Eine derartige Einwirkung auf den Zahn ist vorliegend durch den sich im Dessert be-
findlichen Kirschenstein erfolgt, auf welchen der Beschwerdeführer unverhofft gebissen hat. 
Ohnehin bestätigt auch der behandelnde Zahnarzt Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 
17. Februar 2020, dass der Zahnschaden auf die Einwirkung eines äusseren Faktors zurückzu-
führen sei. Denn eine Querfraktur eines Zahns – wie im vorliegenden Fall – sei ohne äussere 
Gewalteinwirkung oder das Aufbeissen auf einen harten Gegenstand sehr unwahrscheinlich. 
Damit ist die Einwirkung eines äusseren Faktors schlüssig erstellt.  
 
4.4.1 Die Ungewöhnlichkeit dieses äusseren Faktors kann bejaht werden, wenn sich dieser 
üblicherweise nicht im betreffenden Nahrungsmittel findet (vgl. Erwägung 2.3 hiervor). Damit ein 
Faktor als ungewöhnlich gilt, ist hingegen nicht erforderlich, dass mit diesem sicherlich nicht 
gerechnet werden muss. Schliesslich kann wohl nie gänzlich ausgeschlossen werden, dass 
diese unbemerkt in die Nahrungsmittel gelangen (RKUV 1988 K 786 S. 420 E. 3b mit Hinwei-
sen). Ob und gegebenenfalls wie häufig dieser äussere Faktor in einem bestimmten Nah-
rungsmittel auftreten könnte, ist dabei unerheblich (RKUV 1992 U 144 S. 84 E. 2c). Wie in Er-
wägung 2.3 hiervor ausgeführt, hat sich das Bundesgericht bereits mehrfach mit der Frage nach 
der Ungewöhnlichkeit eines äusseren Faktors auseinandergesetzt. So hat es die Ungewöhn-
lichkeit namentlich bei einer Nusschale im Nussbrot oder einem Olivenstein in einer Packung 
voller entsteinter Oliven bejaht. Um einen ebenfalls ungewöhnlichen äusseren Faktor handelt es 
sich bei einem Knochensplitter in einer Wurst. Diesbezüglich führte das Bundesgericht an, dass 
im Rahmen des Trennungsprozesses selbst bei Anwendung grösster Sorgfalt nicht gänzlich 
vermieden werden könne, dass hin und wieder Knochenteile in die Wurstmasse gelangen wür-
den. Für die Beurteilung der Ungewöhnlichkeit sei daher entscheidend, ob Knochen selbst als 
Grundmaterial für die Wurstzubereitung Verwendung fänden, was offensichtlich nicht der Fall 

 
 
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sei (RKUV 1992 U 144 S. 84 E. 2c). Demgegenüber hat das Bundesgericht die Ungewöhnlich-
keit bei Dekorationsperlen auf einem Kuchen verneint, da es sich um essbare Kugeln handle, 
welche keine Fremdkörper wie beispielsweise Kirschensteine in einem Fruchtkuchen oder Kno-
chensplitter in einer Wurst darstellen würden (RKUV 1985 K 614 S. 26 E. 3a). Ebenfalls ver-
neinte es den ungewöhnlichen äusseren Faktor bei einem Kirschenstein im Kirschenkuchen, 
der bewusst mit nicht entsteinten Früchten zubereitet wurde. Die Steine im nicht entsteinten 
Fruchtkuchen würden keine Fremdkörper darstellen, mit denen nicht gerechnet werden müsse, 
sondern bildeten Teile des Kuchens (BGE 112 V 201 E. 2 f.).  
 
4.4.2 Wie sich den Akten entnehmen lässt, wurde im Rahmen des Abendessens, während 
dem sich der Unfall mit Zahnschaden ereignete, als Dessert ein hausgemachtes Amaretto-
Glacé mit Kirschencoulis serviert. Bei einem «Coulis» handelt es sich um erfrischende, fruchtige 
Saucen, die als sogenannte Spiegel unter oder als Saucen zu einem Dessert serviert werden. 
Die Früchte werden dabei zuerst zerdrückt oder püriert und meistens durch ein feines Sieb ge-
strichen, damit alle Schalenteile und Kerne zurückbleiben (vgl. https://www.bettybossi.ch/de/ 
Magazin/Display/1065125/Coulis-Co-fruchtiger-Sommergenuss [25. Juni 2020]). Üblicherweise 
werden somit sowohl die Amaretto-Glacé als auch das Kirschencoulis mit entsteinten Kirschen 
zubereitet. In Anlehnung an die in Erwägung 4.4.1 ausgeführte bundesgerichtliche Rechtspre-
chung ist es dabei unerheblich, dass beim Entsteinen der Kirschen selbst bei Anwendung 
grösstmöglicher Sorgfalt nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass ein Kirschenstein im 
Dessert landet. Der Beschwerdeführer musste folglich beim Genuss des Desserts nicht mit Kir-
schensteinen rechnen, die sich allenfalls darin befinden könnten. Mit der vorstehend erläuterten 
Zubereitungsart eines Coulis wird zudem sichergestellt, dass keine Fruchtsteine ins Dessert 
gelangen. Das Auftreten eines Kirschensteins in einem mit entsteinten Kirschen zubereiteten 
Amaretto-Glacé mit Kirschencoulis ist daher ungewöhnlich. 
 
4.5 Damit ist die plötzliche, nicht beabsichtigte Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren 
Faktors in Form eines Kirschensteins mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Die-
se Einwirkung führte letztlich zur Querfraktur des Zahns des Beschwerdeführers. Beim Ereignis 
vom 17. August 2019 handelt es sich somit um einen Unfall im Rechtssinne. Weitere Abklärun-
gen – wie sie der Beschwerdeführer verlangt – erübrigen sich demzufolge.  
  
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht im 
angefochtenen Entscheid vom 7. Februar 2020 zu Unrecht abgelehnt hat. In Anbetracht der 
vorstehenden Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistungen für das 
Unfallereignis vom 17. August 2019 zu erbringen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzu-
heissen. 
 
6. Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass 
das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. 
Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädi-
gung wird dem anwaltlich nicht vertretenen Beschwerdeführer nicht zugesprochen. 
 
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 7. Februar 2020 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin 
verpflichtet, die gesetzlichen Leistungen für das Unfallereignis vom 
17. August 2019 zu erbringen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.