# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fca2584-c168-5671-8edd-dbb1fbd256f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2014 C-1287/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1287-2010_2014-07-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

  

 

 Abteilung III 

C-1287/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Michael Beusch (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Michael Peterli,       

Gerichtsschreiber Stefano Bernasconi. 

 

 
 

Parteien 

 
1. santésuisse Bern,  

Waisenhausplatz 25, Postfach 605, 3000 Bern 7 Bärenplatz,   

vertreten durch lic. iur. Andreas Gafner, Rechtsanwalt, …, 

 

Beschwerdeführerin 1, 

 

2.1 Verband der Privatspitäler des Kantons Bern (VPSB), 

Worbstrasse 52, 3074 Muri b. Bern, 

2.2 Lindenhof AG,  

Bremgartenstrasse 117, Postfach, 3001 Bern,   

2.3 Beau-Site AG,  

Schänzlihalde 11, 3000 Bern 25,   

2.4 Salem-Spital AG,  

Schänzlistrasse 39, 3000 Bern 25,   

2.5 Privatklinik Linde AG,  

Blumenrain 105, Postfach, 2501 Biel/Bienne,   

2.6. Siloah Ärzte AG,  

Worbstrasse 324, 3073 Gümligen,   

2.7. Klinik Hohmad AG,  

Hohmadstrasse 1, 3600 Thun,   

 

Beschwerdeführende 2,  

C-1287/2010 

Seite 2 

 

 

 
gegen 

 

 
1.1 Verband der Privatspitäler des Kantons Bern (VPSB), 

Worbstrasse 52, 3074 Muri b. Bern, 

1.2 Lindenhof AG,  

Bremgartenstrasse 117, Postfach, 3001 Bern,   

1.3 Beau-Site AG,  

Schänzlihalde 11, 3000 Bern 25,   

1.4 Salem-Spital AG,  

Schänzlistrasse 39, 3000 Bern 25,   

1.5 Privatklinik Linde AG,  

Blumenrain 105, Postfach, 2501 Biel/Bienne,   

1.6 Siloah Ärzte AG,  

Worbstrasse 324, 3073 Gümligen,   

1.7 Klinik Hohmad AG,  

Hohmadstrasse 1, 3600 Thun,    

 

Beschwerdegegnerschaft 1, 

 

1.8 Regierungsrat des Kantons Bern,  

Postgasse 68, 3000 Bern 8,   

handelnd durch die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des 

Kantons Bern, Rathausgasse 1, 3011 Bern,  

 

Vorinstanz 

 

2.1 santésuisse Bern,  

Waisenhausplatz 25, Postfach 605, 3000 Bern 7 Bärenplatz,   

vertreten durch lic. iur. Andreas Gafner, Rechtsanwalt, …,  

 

Beschwerdegegnerin 2, 

2.2 Regierungsrat des Kantons Bern,  

Postgasse 68, 3000 Bern 8,   

handelnd durch die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des 

Kantons Bern, Rathausgasse 1, 3011 Bern,  

 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Krankenversicherung, Tariffestsetzung 2010 für stationäre 

Behandlung in den akutsomatischen Privatspitälern im Kt. 

Bern, RRB 0093/2010. 

C-1287/2010 

Seite 3 

 

Sachverhalt: 

A.  

Am 24. Juni 2008 kündigte der Verband der Privatspitäler des Kantons 

Bern (VPSB) den zwischen ihm und santésuisse am 20. November 2004 

geschlossenen Vertrag betreffend die Behandlung von stationären Patien-

tinnen und Patienten in der allgemeinen Abteilung der Privatspitäler des 

Kantons Bern per Ende 2008. Da es den erwähnten Parteien in der Folge 

nicht gelang, sich auf einen neuen Tarif zu einigen, verlängerte der Regie-

rungsrat des Kantons Bern die Geltungsdauer des gekündigten Vertrags 

gestützt auf Art. 47 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über 

die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) um ein Jahr bis Ende 2009.  

B.  

Nachdem daraufhin die Parteien Mitte Mai 2009 der Gesundheits- und 

Fürsorgedirektion des Kantons Bern (im Folgenden: GEF BE) mitgeteilt 

hatten, sie hätten sich nicht einigen können, leitete die GEF BE ein Ver-

fahren für die Festsetzung der Tarife ab dem 1. Januar 2010 für die stati-

onäre Behandlung zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversiche-

rung (im Folgenden: OKP) in den Privatspitälern des Kantons Bern ein. 

Santésuisse beantragte in dessen Rahmen am 20. Juli 2009 für die vor-

liegend einzig noch interessierenden akutsomatischen Spitäler (vgl. nach-

folgend Bst. C und L) Tagespauschalen zwischen Fr. 916.- (Klinik Linde) 

und Fr. 1'538.- (Klinik Beau-Site), der VPSB beantragte am 21. Juli 2009 

für alle Spitäler eine einheitliche Baserate von Fr. 10'905.-. Zu diesen – 

von den Parteien ausführlich begründeten – Anträgen sowie zu den Be-

rechnungen der GEF BE nahm am 12. November 2009 die dazu eingela-

dene Preisüberwachung (im Folgenden: PUE) Stellung. Diese empfahl für 

die akutsomatischen Privatspitäler Baserates zwischen Fr. 7'510.- (Klinik 

Permanence) und Fr. 8'229.- (Klinik Sonnenhof, Klinik Siloah, Klinik Linde 

und Klinik Hohmad). Zusätzlich seien die Abrechnungs- und Anwendungs-

regeln für das (All Patients Diagnosis Related Groups) APDRG-System 

festzulegen. Zu dieser – begründeten – Stellungnahme der PUE nahmen 

die Parteien ihrerseits am  2. bzw. 7. Dezember 2009 Stellung. 

C.  

Mit Beschluss Nr. 0093 vom 27. Januar 2010 (act. 1.2 der Beschwerdeak-

ten, im Folgenden: angefochtener RRB) setzte der Regierungsrat des 

Kantons Bern (im Folgenden: Vorinstanz) den Tarif für die stationäre Be-

handlung zu Lasten der OKP in den akutsomatischen Privatspitälern des 

Kantons Bern für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 wie 

folgt fest:  

C-1287/2010 

Seite 4 

Lindenhofspital: Baserate Fr. 9'745.- 

Sonnenhof AG Bern: Baserate Fr. 9'745.- 

Klinik Siloah: Baserate Fr. 9'657.- 

Privatklinik Linde: Baserate Fr. 9'745.- 

Klinik Hohmad: Baserate Fr. 8'596.- 

Klinik Beau-Site: Baserate Fr. 9'745.- 

Klinik Permanence: Baserate Fr. 9'281.- 

Salem-Spital: Baserate Fr. 9'745.- 

Die Gruppierung erfolgte dabei auf der Basis der Cost Weights (CW) 6.0 

mit der Basis der Abrechnungen in den Regeln von TAR ADPRG 2009, 

wobei als Basis der Tarife die folgenden Case Mix Indizes (CMI) herange-

zogen wurden. 

Lindenhofspital:  […] 

Sonnenhof AG Bern:  […] 

Klinik Siloah:  […] 

Privatklinik Linde:  […] 

Klinik Hohmad:  […] 

Klinik Beau-Site:  […] 

Klinik Permanence:  […] 

Salem-Spital:  […] 

Zudem wurde festgehalten, Abweichungen der im Jahre 2010 abgerech-

neten CMI, die die Grenze von +/- 3 Prozent überstiegen, würden finan-

ziell ausgeglichen.  

Im Sinne einer Übergangsregelung hielt der Regierungsrat schliesslich 

fest, dass die neuen Tarife spätestens ab dem 1. April 2010 anzuwenden 

seien, bis dahin gälten die Tarife gemäss dem Vertrag zwischen santé-

suisse und dem VPSB weiter. 

Darüber hinaus setzte der Regierungsrat auch noch den Tarif für die stati-

onäre Behandlung zu Lasten der OKP in den psychiatrischen Privatspitä-

lern des Kantons Bern sowie für die Station für Palliative Therapie der 

Stiftung Diakonissenhaus Bern für die Zeit ab dem 1. Januar 2010 in 

Form von sog. Nachpauschalen fest. Da diese im vorliegenden Verfahren 

indes letztlich – wie nachfolgend unter Bst. L zu zeigen – nicht mehr wei-

ter interessieren, erfolgen hierzu keine weiteren Ausführungen. 

  

C-1287/2010 

Seite 5 

D.  

D.a Gegen diesen Regierungsratsbeschluss erhob santésuisse (im Fol-

genden auch Beschwerdeführerin 1) am 2. März 2010 Beschwerde an 

das Bundesverwaltungsgericht und beantragte – soweit vorliegend noch 

interessierend (vgl. Bst. C und L) – die Aufhebung des erwähnten Regie-

rungsratsbeschlusses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Tarif 

für die stationäre Behandlung zu Lasten der OKP in den akutsomatischen 

Privatspitälern des Kantons Bern für die Zeit vom 1. Januar bis zum 

31. Dezember 2010 sei wie folgt festzusetzen: 

  eventuell  

Lindenhofspital: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 7'886.-  

Sonnenhof AG Bern: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 8'229.-  

Klinik Siloah: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 8'229.-  

Privatklinik Linde: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 8'229.-  

Klinik Hohmad: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 8'229.-  

Klinik Beau-Site: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 7'886.-  

Klinik Permanence: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 7'510.-  

Salem-Spital: Baserate Fr. 7'497.- Fr. 7'886.-  

Die Gruppierung habe auf der Basis der Cost Weights (CW) 6.0 zu erfol-

gen; Basis der Abrechnungen seien die Regeln von TAR ADPRG 2009. 

Für die Dauer des Verfahrens – so der weitere Antrag der Beschwerde-

führerin 1 – seien provisorisch und rückwirkend auf den 1. Januar 2010 

maximal die in ihrem Rechtsbegehren beantragten Tarife festzusetzen. 

Einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid bezüglich provisori-

scher Festsetzung sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen. 

Im Rahmen der Begründung ihrer Beschwerde führte die Beschwerdefüh-

rerin 1 neben zahlreichen im Rahmen der rechtlichen Erwägungen des 

vorstehenden Entscheids aufzunehmenden Argumenten aus, sie gebe die 

vor der Vorinstanz noch als Hauptbegehren gestellte "Anwendung von 

Tages- und Nachtpauschalen" auf und sei grundsätzlich mit dem bei der 

Vorinstanz subeventuell beantragten System ADPRG einverstanden, nicht 

jedoch mit der von der Vorinstanz festgesetzten Höhe der Baserates.  

Dieses Verfahren wurde unter der vorliegenden Geschäfts-Nr. 

C-1287/2010 eröffnet. 

D.b Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erhoben am 3. März 

2010 auch der VPSB sowie neun bernische Privatspitäler (im Folgenden: 

Beschwerdeführende 2). Diese beantragten – soweit vorliegend noch inte-

C-1287/2010 

Seite 6 

ressierend (vgl. Bst. C und L) – die Änderung des angefochtenen RRB 

wie folgt:  

Lindenhofspital: Baserate Fr. 10'905.-  

Sonnenhof AG Bern: Baserate Fr. 10'905.-  

Klinik Siloah: Baserate Fr. 10'905.-  

Privatklinik Linde: Baserate Fr. 10'905.-  

Klinik Hohmad: Baserate Fr. 10'905.-  

Klinik Beau-Site: Baserate Fr. 10'905.-  

Salem-Spital: Baserate Fr. 10'905.-  

Die einschlägige Passage betreffend CMI sei sodann wie folgt umzufor-

mulieren: "Basis der Tarife bilden die Case Mix Indizes (CMI) des Jahres 

2009. Abweichungen der im Jahre 2010 abgerechneten CMI, die die 

Grenze von +5/-5 Prozent übersteigen, werden finanziell ausgeglichen." 

Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen, alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Im Rahmen der Begründung ihrer Beschwerde führte die Beschwerdefüh-

renden 2.1 bis 2.7 neben zahlreichen im Rahmen der rechtlichen Erwä-

gungen des vorstehenden Entscheids aufzunehmenden Argumenten aus, 

die Klinik Permanence sei rechtlich kein eigenes Spital, sondern Bestand-

teil der Klinik Beau-Site, mit der sie tariflich einheitlich zu betrachten sei. 

Dieses Verfahren wurde unter der Geschäfts-Nr. C-1310/2010 eröffnet. 

E.  

Mit Verfügung vom 10. März 2010 wurden die Verfahren mit den Ge-

schäfts-Nr. C-1287/2010 und C-1310/2010 vereinigt und unter der vorlie-

genden Geschäfts-Nr. C-1287/2010 weitergeführt. Zugleich wurden – ne-

ben den üblichen sich an beide Parteien richtenden prozessleitenden 

Massnahmen – die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 und die Vorinstanz 

eingeladen, sich bis zum 26. März 2010 zum Antrag der Beschwerdefüh-

rerin 1 um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme (rückwirkende 

Festsetzung eines provisorischen Tarifs) zu äussern. Eine Einladung mit 

gleicher Frist erfolgte sodann an Beschwerdeführerin 1 und die Vorinstanz 

betreffend den Antrag der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 auf Entzug 

der aufschiebenden Wirkung. Die Parteien leisteten der Einladung innert 

Frist Folge. Während die Beschwerdeführerin 1 die Abweisung des An-

trags der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 auf Entzug der aufschieben-

den Wirkung beantragte und noch einmal der von ihr beschwerdeweise 

C-1287/2010 

Seite 7 

anbegehrten provisorischen Festsetzung der Tarife das Wort redete, be-

antragte die Vorinstanz den Entzug der aufschiebenden Wirkung sowie 

die Abweisung des Gesuchs um rückwirkende Festsetzung des provisori-

schen Tarifs. Nur so könne überflüssiger Aufwand vermieden und die Li-

quidität der Spitäler sichergestellt werden. Die Beschwerdeführenden 2.1 

bis 2.7 schliesslich beantragten ebenfalls die Abweisung des Gesuchs um 

rückwirkende Festsetzung des provisorischen Tarifs. Schon aufgrund des 

Charakters des Entscheids über ein Gesuch um Erlass vorsorglicher 

Massnahmen als summarischer Vorentscheid ("prima facie-Entscheid") 

sei dem bisherigen Zustand oder zumindest dem, was die verfügende 

Behörde nach Durchführung eines langwierigen Verfahrens entschieden 

habe, gegenüber einem Parteibegehren für eine Übergangslösung ohne 

vertiefte Prüfung der Vorzug zu geben. Zudem würde ein derartiger provi-

sorischer Tarif, wie von der Beschwerdeführerin 1 beantragt, nicht nur zu 

administrativem Leerlauf, sondern zu Massentlassungen in den Spitälern 

und bis hin zu deren Existenzbedrohung führen. 

F.  

Mit Verfügung vom 31. März 2010 hiess das Bundesverwaltungsgericht 

den Antrag der Beschwerdeführerin 1 um Erlass vorsorglicher Massnah-

men (Anordnung provisorischer Tarife) gut, soweit es darauf eintrat. Die 

Anträge der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 sowie der Vorinstanz auf 

Entzug der aufschiebenden Wirkung hiess es nur teilweise – soweit die 

Modalitäten der Tarifanwendung betreffend – gut. Für die Zeit vom 1. April 

2010 bis zum Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts in vorlie-

gender Sache wurden die Tarife für das Lindenhofspital, die Kliniken der 

Sonnenhof AG, die Klinik Beau-Site, das Salemspital, die Privatklinik Lin-

de, die Klinik Siloah, die Klinik Hohmad sowie die Klinik Permanence pro-

visorisch mit einer Baserate nach dem APDRG-System von Fr. 7'497.- 

festgesetzt.  

G.  

Am 16. April 2010 reichten die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 beim 

Bundesverwaltungsgericht ein Wiedererwägungsgesuch ein, in welchem 

sie im Wesentlichen beantragten, in Abänderung der Verfügung vom 

31. März 2010 seien die provisorischen Tarife (Baserates) für die Akutspi-

täler auf Fr. 8'596.- für die Klinik Hohmad, auf Fr. 9'657.- für die Klinik Si-

loah und auf Fr. 9'745.- für das Lindenhofspital, die Kliniken der Sonnen-

hof AG, die Privatklinik Linde, die Klinik Beau-Site (inklusive Klinik Perma-

nence) sowie das Salemspital festzulegen. 

Die Beschwerdeführerin 1 nahm mit Eingabe vom 17. Mai 2010 zum er-

wähnten Wiedererwägungsgesuch Stellung. Sie beantragte, die provisori-

schen Tarife seien entsprechend der Empfehlung der PUE für die Akutspi-

C-1287/2010 

Seite 8 

täler (Baserates) auf Fr. 7'510.- für die Klinik Permanence, auf Fr. 7'886.- 

für das Lindenhofspital, die Klinik Beau-Site sowie das Salemspital und 

auf Fr. 8'229.- für die Kliniken der Sonnenhof AG, die Klinik Siloah, die 

Privatklinik Linde und die Klinik Hohmad festzulegen. Weitergehend bean-

tragte sie die Abweisung des Gesuches. Die Vorinstanz ihrerseits bean-

tragte mit Eingabe vom selben Datum, die Zwischenverfügung vom 

31. März 2010 sei aufzuheben und den Beschwerden vom 2. und 3. März 

2010 sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Für die Dauer des Ver-

fahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht seien damit die Tarife so fest-

zusetzen, wie sie die Vorinstanz in einem förmlichen Verfahren sorgfältig 

berechnet habe. 

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 21. April 

2010 festgestellt hatte, der Klinik Permanence komme im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren keine Parteistellung zu, setzte es am 28. Mai 2010 

für die Zeit vom 1. April 2010 bis zum Erlass seines Urteils die Tarife für 

die privaten Akutspitäler im Kanton Bern mit folgenden Baserates nach 

dem APDRG-System fest: 

Lindenhofspital: Baserate Fr. 9'745.- 

Sonnenhof AG Bern: Baserate Fr. 9'745.- 

Klinik Siloah: Baserate Fr. 9'657.- 

Privatklinik Linde: Baserate Fr. 9'745.- 

Klinik Hohmad: Baserate Fr. 8'596.- 

Klinik Beau-Site: Baserate Fr. 9'745.- 

Klinik Permanence: Baserate Fr. 9'281.- 

Salem-Spital: Baserate Fr. 9'745.- 

 

H.  

Mit Verfügung vom 1. Juni 2010 eröffnete das Bundesverwaltungsgericht 

sodann den Schriftenwechsel in der Sache selbst und stellte den Parteien 

die aufforderungsgemäss am 17. Mai 2010 erstattete Vernehmlassung 

der Vorinstanz zu. Nachdem sich die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 

schon mit Eingabe vom 17. Mai 2010 unaufgefordert materiell zur Be-

schwerde der Beschwerdeführerin 1 geäussert hatte, reichte sie am 

30. Juni 2010 – wie eingeladen – eine Ergänzung zu ihrer Beschwerde-

antwort ein. Die Beschwerdeführerin 1 ihrerseits erstattete ihre Be-

schwerdeantwort zur Beschwerde der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 

am 1. Juli 2010. Beide Parteien bekräftigten ihre in den Beschwerden ein-

genommenen Standpunkte. 

C-1287/2010 

Seite 9 

I.  

Am 8. September 2010 erstattete die hierzu mit Verfügung vom 7. Juli 

2010 eingeladene PUE ihre Stellungnahme zu den Beschwerden. Hierzu 

nahm die Beschwerdeführerin 1 am 5. Oktober 2010, die Beschwerdefüh-

renden 2.1 bis 2.7 mit insgesamt acht Eingaben zwischen dem 4. und 

dem 18. Oktober 2010 sowie die Vorinstanz am 15. Oktober 2010 Stel-

lung. 

J.  

Am 29. November 2010 gab das hierzu mit Verfügung vom 28. Oktober 

2010 eingeladene Bundesamt für Gesundheit (BAG) seine Stellungnahme 

zu den ins Recht gelegten Eingaben ab. Hierzu nahm die Beschwerdefüh-

rerin 1 am 11. Januar 2011, die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 mit ins-

gesamt sieben Eingaben zwischen dem 13. und dem 18. Januar 2011 

sowie die Vorinstanz am 14. Januar 2011 Stellung. 

K.  

Mit Verfügung vom 24. Januar 2011 wurde der Schriftenwechsel für ge-

schlossen erklärt. 

L.  

Am 30. Oktober 2012 gelangte die Vorinstanz an das Bundesverwal-

tungsgericht. Da sich die involvierten Beteiligten betreffend der sog. 

Nachtpauschalen für die Jahre 2010, 2011 und 2012 mittlerweile geeinigt 

hätten (vgl. Sachverhalt C), sei auf die Beschwerde der santésuisse – 

soweit diesen Aspekt betreffend – ebenso wenig einzutreten wie auf die 

Beschwerden der davon betroffenen Privatspitäler bzw. – soweit diesen 

Aspekt betreffend – des VPSB (Beschwerdeführer 2.1). Das Bundesver-

waltungsgericht lud daraufhin die involvierten Beteiligten mit Verfügung 

vom 21. November 2012 ein, zum von ihm in Aussicht genommenen Vor-

gehen – Abtrennung der Verfahren betreffend Nachtpauschalen vom 

Hauptverfahren und anschliessende Abschreibung mangels Rechts-

schutzinteresses – Stellung zu nehmen. Nachdem sämtliche involvierten 

Beteiligten zwischen dem 3. Dezember 2012 und dem 7. Januar 2013 

diesem Vorgehen zugestimmt hatten, trennte das Bundesverwaltungsge-

richt mit Verfügung vom 10. Januar 2013 – wie in Aussicht gestellt – die 

Verfahren betreffend Nachtpauschalen vom vorliegenden Hauptverfahren 

ab und führte sie unter der Geschäftsnummer C-8908/2010 weiter. Dieses 

Verfahren wurde alsdann gleichentags als gegenstandslos geworden ab-

geschrieben. Mit der gleichen Verfügung nahm das Bundesverwaltungs-

gericht sodann davon Kenntnis, dass die Spitalbetriebe der Stiftung Lin-

denhof Bern und der Sonnenhof AG per 18. Dezember 2012 in die Lin-

denhof AG überführt worden waren. 

C-1287/2010 

Seite 10 

M.  

Am 14. Februar 2014 teilte die KPT Krankenkasse AG dem Bundesver-

waltungsgericht mit, sie habe sich mit den Spitälern der Lindenhof-

Sonnenhofgruppe zwischenzeitlich aussergerichtlich über den anwendba-

ren Tarif vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2011 geeinigt. In die-

sem Umfang werde die Beschwerde der santésuisse zurückgezogen.  

N.  

Auf die Vorbringen der Parteien sowie der weiteren in das Verfahren in-

volvierten Stellen wird – so weit entscheidwesentlich – in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das KVG erfuhr seit seinem Erlass mehrere Änderungen, weshalb 

vorab kurz darauf einzugehen ist, welches Recht in zeitlicher Hinsicht vor-

liegend anwendbar ist. 

1.1.1 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind verfah-

rensrechtliche Bestimmungen sofort und in vollem Umfang anwendbar 

(BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt allfälliger (hier nicht einschlägiger) 

spezialgesetzlicher Übergangsbestimmungen. Das Beschwerdeverfahren 

richtet sich dementsprechend nach Art. 53 KVG in der seit dem 1. Januar 

2009 geltenden Fassung. 

1.1.2 Demgegenüber sind in materiellrechtlicher Hinsicht in der Regel die-

jenigen Bestimmungen anwendbar, die bei der Erfüllung des zu Rechts-

folgen führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3, 

129 V 1 E. 1.2). 

Vorliegend ist der RRB vom 29. Januar 2010 angefochten, der die Spital-

taxen vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 festlegt. Es sind daher 

die materiellrechtlichen Bestimmungen (insbesondere das KVG, die Ver-

ordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung [KVV, SR 

832.102] und die Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Kostenermittlung 

und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburtshäuser und Pflege-

heime in der Krankenversicherung [VKL, SR 832.104]) anwendbar, wie 

sie am 1. Januar 2010 galten. Seit dem 1. Januar 2009 steht zwar eine 

neue Fassung von Art. 49 KVG in Kraft, die jedoch Abs. 1 der Übergangs-

bestimmungen zur Änderung vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzie-

rung) zufolge erst ab dem 1. Januar 2012 angewandt wird. Der angefoch-

C-1287/2010 

Seite 11 

tene Entscheid ist daher im Lichte des Art. 49 KVG, in der Fassung vom 

18. März 1994 (AS 1995 1328), zu beurteilen (vgl. Abs. 4 der erwähnten 

Übergangsbestimmungen; GEBHARD EUGSTER, Rechtsprechung des Bun-

desgerichts zum KVG, Zürich etc. 2010, Art. 49 N 1; Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 1.1.2 mit 

weiteren Hinweisen und auch zum Folgenden). Gleiches gilt für die VKL, 

die aufgrund der KVG-Revision zur Spitalfinanzierung ebenfalls auf den 

1. Januar 2009 geändert wurde. Die Anwendung der revidierten VKL wür-

de voraussetzen, dass der Tarif bereits nach den Grundsätzen des seit 

dem 1. Januar 2009 in Kraft stehenden Art. 49 KVG festzusetzen wäre, 

was vorliegend – wie gesagt – nicht der Fall ist. Dementsprechend ist 

auch bei der VKL auf die bis Ende Dezember 2008 gültige Fassung 

(AS 2002 2835) abzustellen. 

1.2 Nach Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregie-

rungen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

geführt werden. Der angefochtene RRB Nr. 0093 vom 27. Januar 2010 

wurde gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Das Bundesverwaltungs-

gericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch 

Art. 90a Abs. 2 KVG).  

1.3  

1.3.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich ge-

mäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, 

SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem Bun-

desgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

(VwVG, SR 172.021). Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des 

VGG und die besonderen Bestimmungen von Art. 53 Abs. 2 KVG. Da sich 

diesem keine entsprechende gegenteilige Aussage entnehmen lässt, gilt 

auch in Beschwerdeverfahren der in Art. 12 VwVG verankerte Grundsatz, 

wonach das Bundesverwaltungsgericht den rechtserheblichen Sachver-

halt von Amtes wegen festzustellen hat und nicht an die Beweisanträge 

der Parteien gebunden ist (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., 

Basel 2013, Rz. 1.49). Sodann können gemäss Art. 32 Abs. 2 VwVG 

selbst verspätete Parteivorbringen berücksichtigt werden, wenn sie aus-

schlaggebend erscheinen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C-1698/2013 vom 7. April 2014 E. 1.5.2). 

1.3.2 Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG hält fest, im Beschwerdeverfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht dürften neue Tatsachen und Beweismittel 

nur soweit vorgebracht werden, als erst der angefochtene Beschluss dazu 

Anlass gebe. Neue Begehren sind unzulässig. Diese Novenregelung ist 

nicht ohne Weiteres in Einklang zu bringen mit den vorliegend anwendba-

C-1287/2010 

Seite 12 

ren Verfahrensvorschriften des VwVG, namentlich mit dem Untersu-

chungsgrundsatz (vgl. auch ULRICH MEYER/JOHANNA DORMANN, in: Marcel 

Alexander Niggli/Peter Uebersax/Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-

mentar Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Basel 2011, Art. 99 N 1 ff., insbes. 

N 6). Weil der Untersuchungsgrundsatz die Parteien nicht von ihrer Mit-

wirkungspflicht befreit, kommt dieser bei der Abgrenzung von zulässigen 

und unzulässigen Vorbringen entscheidende Bedeutung zu. Mitwirkungs-

pflichtig sind die Parteien für umstrittene und beweisbedürftige Tatsachen, 

die in ihrem Einflussbereich liegen (MEYER/DORMANN, a.a.O., Art. 99 N 6). 

In Ausnahmefällen kann es sich indessen im Beschwerdeverfahren auch 

dann als notwendig erweisen, zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, 

wenn die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren ihrer Mitwirkungspflicht 

nicht vollumfänglich nachgekommen sind. Daher wäre es jedenfalls nicht 

sachgerecht, Beweismittel förmlich aus dem Recht zu weisen (zumal das 

Bundesverwaltungsgericht nicht an die Beweisanträge der Parteien ge-

bunden ist) und sie – sollten sie sich als erheblich erweisen – zu einem 

späteren Zeitpunkt gestützt auf Art. 12 VwVG wieder einzuholen. Einem 

solchen Vorgehen würde nicht nur Art. 32 Abs. 2 VwVG, sondern auch 

das mit Art. 53 Abs. 2 KVG angestrebte Ziel der Verfahrensbeschleuni-

gung entgegenstehen.  

1.3.3 Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG entspricht im Wesentlichen Art. 99 BGG. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bestimmt sich 

die Neuheit eines Begehrens im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG ana-

log der Praxis des Bundesgerichts zu Art. 99 BGG (Urteil des BVGer 

C-220/2012 vom 4. Juni 2012 E. 2.2, BVGE 2012/18 E. 3.2). Gleiches hat 

grundsätzlich auch für die Beurteilung neuer Tatsachen und Beweismittel 

im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG zu gelten. Massgebend ist der 

Vergleich mit den Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren bzw. den Ak-

ten der Vorinstanz (vgl. Urteil des BVGer C-195/2012 vom 24. September 

2012 E. 5.1.2, BVGE 2012/18 E. 3.2). Allerdings ist nicht zu verkennen, 

dass die Novenregelung in Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG in einem anderen 

Kontext steht als diejenige in Art. 99 BGG, denn das Bundesgericht ist 

grundsätzlich an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt gebunden 

(Art. 105 Abs. 1 i.V.m. Art. 97 Abs. 1 BGG) bzw. kann diesen in einzelnen 

Rechtsgebieten zwar frei überprüfen (Art. 105 Abs. 3 i.V.m. Art. 97 Abs. 2 

BGG) und von Amtes wegen berichtigen (vgl. BGE 135 V 194 E. 3.4), es 

stellt aber nicht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen fest. 

Zu beachten ist ferner, dass das Bundesgericht in zweiter Instanz Ge-

richtsurteile überprüft, Art. 53 KVG hingegen Beschwerdeverfahren be-

trifft, in welchen das Bundesverwaltungsgericht als einzige Gerichtsin-

stanz urteilt (vgl. Art. 83 Bst. r BGG). Diesen verfahrensrechtlichen Unter-

schieden ist ebenso Rechnung zu tragen wie dem vom Gesetzgeber mit 

C-1287/2010 

Seite 13 

Erlass von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG (als lex spezialis) vorgenommenen 

Wertungsentscheid.  

Das Verhältnis der Novenregelung (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG) und des 

Grundsatzes der Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (Art. 12 

VwVG) ist in dem Sinne zu interpretieren, dass Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG 

zwar den Untersuchungsgrundsatz im Beschwerdeverfahren nicht auf-

hebt, diesen jedoch in den Hintergrund treten lässt. Das Bundesverwal-

tungsgericht wird daher nur – aber immerhin – in besonderen Fällen er-

gänzende Sachverhaltsabklärungen vornehmen. Der Untersuchungs-

grundsatz führt jedoch nicht dazu, dass die Novenregelung nach Art. 53 

Abs. 2 Bst. a KVG nicht oder nur beschränkt anwendbar wäre. Daher 

können sich die Parteien im Beschwerdeverfahren nur auf neue Tatsa-

chen und Beweismittel berufen, soweit erst der angefochtene Beschluss 

dazu Anlass gibt. Für diese Auslegung spricht im Bereich der Tarifstreitig-

keiten auch, dass den Tarifparteien nicht erst im vorinstanzlichen Tariffest-

setzungsverfahren, sondern bereits im Rahmen der Tarifverhandlungen 

erhebliche Mitwirkungspflichten (bspw. die Verhandlungspflicht, vgl. BVGE 

2010/24 E. 5.2 und 6) zukommen. Zudem hat das Bundesverwaltungsge-

richt den der Vorinstanz zustehenden Ermessensspielraum in dieser aus-

gesprochen fachtechnischen Materie zu respektieren, was einer umfas-

senden Sachverhaltsabklärung durch das Gericht – mit dem Ziel, ein re-

formatorisches Urteil zu fällen – in vielen Fällen entgegensteht (Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts C-1698/2013 vom 7. April 2014 E. 1.5.4).  

1.4   

1.4.1 Der Regierungsrat hat in zwei separaten Beschlüssen die Tarife je 

für die Klinik Beau-Site und die Klinik Permanence festgesetzt. Da beide 

Kliniken von der Beschwerdeführerin 2.3 betrieben werden, diese für bei-

de Kliniken gemeinsam Beschwerde führt und das Bundesverwaltungsge-

richt mit Verfügung vom 21. April 2010 festgestellt hat, der Klinik Perma-

nence komme im vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Parteistellung 

zu, wurde betreffend die beiden Kliniken nur ein Beschwerdeverfahren 

durchgeführt und ergeht das vorliegende Urteil mit Wirkung für beide Kli-

niken. Inwieweit der Umstand, dass die Klinik Permanence rechtlich Teil 

der Klinik Beau-Site ist, die Eignung der Klinik Permanence als Referenz-

spital im Rahmen des Benchmarking in Frage zu stellen vermag, ist nicht 

an dieser Stelle zu beurteilen, sondern bildet Gegenstand der materiellen 

Erwägungen (vgl. E. 14). 

1.4.2 In diesem Zusammenhang sei der Vollständigkeit halber daran erin-

nert, dass die Spitalbetriebe der Stiftung Lindenhof Bern und der Sonnen-

hof AG per 18. Dezember 2012 in die Lindenhof AG überführt worden  

C-1287/2010 

Seite 14 

sind (vgl. Sachverhalt Bst. L in fine) und die nunmehrige Beschwerdefüh-

rerin 2.2 das Verfahren für beide Kliniken führt. 

1.4.3 Vor diesem Hintergrund sind sämtliche Beschwerdeführenden zu 

den vorliegend erhobenen Beschwerden legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 

VwVG), weshalb auf die im Übrigen frist- und formgerecht (vgl. Art. 50 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereichte Beschwerde einzutreten ist.  

1.5 Mit Schreiben vom 14. Februar 2014 teilte die KPT Krankenkasse AG 

dem Bundesverwaltungsgericht mit, sie habe sich zwischenzeitlich mit 

den Spitälern der Lindenhof-Sonnenhofgruppe aussergerichtlich über den 

anwendbaren Tarif vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2011 geei-

nigt (vgl. Sachverhalt Bst. M). In diesem Umfang werde die Beschwerde 

der santésuisse, welche u.a. auch die KPT Krankenkasse AG vertrete, zu-

rückgezogen. Gerne erwarte die KPT Krankenkasse AG den entspre-

chenden Abschreibungsbeschluss. Diesem Ansinnen kann aus folgendem 

Grund nicht stattgegeben werden: Die santésuisse hat ihre Beschwerde 

als so genannte Verbandsbeschwerde eingereicht, was vorliegend ohne 

weiteres zulässig ist (vgl. etwa MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 

Rz. 2.82). Ist nun aber eine solche Verbandsbeschwerde erfolgt und wird 

nicht ausdrücklich auch im Namen der einzelnen Verbandsmitglieder Be-

schwerde geführt, wie dies etwa bei den Beschwerdeführenden 2.1 bis 

2.7 geschehen ist, so hat einzig der Verband Parteistellung und den ein-

zelnen Verbandsmitgliedern wie der KPT Krankenkasse AG ist die Verfah-

rensherrschaft und damit auch die Möglichkeit des Beschwerderückzugs 

entzogen. 

2.   

2.1 In ihren an verschiedenen Daten im Oktober 2010 eingereichten Stel-

lungnahmen zu den am 8. September 2010 eingereichten Ausführungen  

der PUE "erneuern" die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 ihr "Begehren 

um Durchführung einer Instruktionsverhandlung". Sie führen aus, sie er-

achteten es als wichtig, die Unzulänglichkeiten des Preisüberwachermo-

dells und die vorgelegten Vergleiche mit den öffentlichen Spitälern auch 

noch mündlich darlegen zu können.  

2.2 Im Zentrum des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Ge-

hör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV steht das Recht der Parteien, sich vor dem 

Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu 

äussern (sog. rechtliches Gehör im engeren Sinn; vgl. BERNHARD WALD-

MANN/JÜRG BICKEL, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009 

[nachfolgend: Praxiskommentar], Art. 29 Rz. 80 ff.). Das Bundesverwal-

tungsgericht hört die Parteien zunächst und vorab dadurch an, dass es 

C-1287/2010 

Seite 15 

deren Rechtsschriften (Beschwerde, Vernehmlassung) entgegennimmt 

und prüft. Eine (anschliessende) mündliche Anhörung ist dagegen grund-

sätzlich nicht erforderlich, und ein entsprechender Anspruch lässt sich 

auch nicht aus Art. 57 Abs. 2 VwVG ableiten, es sei denn, das persönli-

che Erscheinen sei für die Beurteilung der Streitsache von unmittelbarer 

Bedeutung (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.85 f.; FRANK 

SEETHALER/KASPAR PLÜSS, in: Praxiskommentar, Art. 57 Rz. 57 f.; vgl. 

auch BGE 130 II 425 E. 2.1). 

2.3 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 hatten im vorliegenden Verfah-

ren mehrfach Gelegenheit, ihren Standpunkt darzulegen, und haben da-

von auch Gebrauch gemacht. Unter diesen Umständen ist nicht ersicht-

lich, was eine zusätzliche mündliche Darlegung zur weiteren Erhellung 

des Sachverhaltes beizutragen vermöchte. Dem Begehren um Durchfüh-

rung einer Instruktionsverhandlung ist mithin nicht stattzugeben. 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-

brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die 

Unangemessenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG).  

Tariffestsetzungsbeschlüsse nach Art. 47 KVG sind vom Bundesverwal-

tungsgericht mit voller Kognition zu überprüfen (Art. 53 Bst. e KVG e 

contrario; BVGE 2010/24 E. 5.1).  

3.2  

3.2.1 Nach der Rechtsprechung hat auch eine Rechtsmittelbehörde, der 

volle Kognition zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspiel-

raum der Vorinstanz zu respektieren. Sie hat eine unangemessene Ent-

scheidung zu korrigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl unter mehre-

ren angemessenen Lösungen überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Das Bun-

desverwaltungsgericht hat daher nur den Entscheid der unteren Instanz 

zu überprüfen und sich nicht an deren Stelle zu setzen (vgl. BGE 126 V 

75 E. 6). Insbesondere dann, wenn die Ermessensausübung, die Anwen-

dung unbestimmter Rechtsbegriffe oder die Sachverhaltswürdigung hoch-

stehende, spezialisierte technische, wissenschaftliche oder wirtschaftliche 

Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprü-

fung vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 

E. 4.4.3, 133 II 35 E. 3, 128 V 159 E. 3b/cc). Es stellt daher keine unzu-

lässige Kognitionsbeschränkung dar, wenn das Gericht nicht ohne Not 

von der Auffassung der Vorinstanz abweicht, soweit es um die Beurteilung 

technischer, wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Spezialfragen geht, in 

C-1287/2010 

Seite 16 

denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen verfügt (vgl. BGE 

139 II 185 E. 9.3, 135 II 296 E. 4.4.3, 133 II 35 E. 3 mit Hinweisen; BVGE 

2010/25 E. 2.4.1 mit weiteren Hinweisen). Dies gilt jedenfalls, soweit die 

Vorinstanz die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft 

und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt 

hat (BGE 139 II 185 E. 9.3, 138 II 77 E. 6.4). 

3.2.2 Im Bereich der Tariffestsetzungen gilt es zusätzlich zu beachten, 

dass die Kantonsregierung die PUE zunächst anhören (vgl. Art. 14 Abs. 1 

des Preisüberwachungsgesetzes vom 20. Dezember 1985 [PüG, 

SR 942.20]) und zudem begründen muss, wenn sie deren Empfehlung 

nicht folgt (Art. 14 Abs. 2 PüG). Nach der Rechtsprechung des Bundesra-

tes kommt den Empfehlungen der PUE ein besonderes Gewicht zu, weil 

die auf Sachkunde gestützte Stellungnahme bundesweit einheitliche 

Massstäbe bei der Tariffestsetzung setzt (vgl. RKUV 1997 KV 16 S. 343 

E. 4.6). Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich praxisgemäss dann 

eine Zurückhaltung, wenn der Entscheid der Vorinstanz mit den Empfeh-

lungen der PUE übereinstimmt (BVGE 2010/25 E. 2.4.2, 2012/18 E. 5.4) 

3.2.3 Weicht die Kantonsregierung hingegen von den Empfehlungen der 

PUE ab, kommt weder der Ansicht der PUE noch derjenigen der Vorin-

stanz generell ein Vorrang zu (vgl. auch DANIEL STAFFELBACH/YVES END-

RASS, Der Ermessensspielraum der Behörden im Rahmen des Tariffest-

setzungsverfahrens nach Art. 47 in Verbindung mit Art. 53 KVG, Zürich 

etc. 2006 Rz. 231). Nach dem Willen des Gesetzgebers obliegt es – trotz 

Anhörungs- und Begründungspflicht gemäss Art. 14 PüG – der Kantons-

regierung, bei vertragslosem Zustand den Tarif festzusetzen (vgl. auch 

RKUV 2004 KV 265 S. 2 E. 2.4; RUDOLF LANZ, Die wettbewerbspolitische 

Preisüberwachung, in: Thomas Cottier/Matthias Oesch [Hrsg.], Schweize-

risches Bundesverwaltungsrecht, Band XI, Allgemeines Aussenwirt-

schafts- und Binnenmarktrecht, 2. Aufl., Basel 2007, N 113). Das Gericht 

hat in diesen Fällen namentlich zu prüfen, ob die Vorinstanz die Abwei-

chung in nachvollziehbarer Weise begründet hat. Im Übrigen unterliegen 

die verschiedenen Stellungnahmen – auch der weiteren Verfahrensbetei-

ligten – der freien Beweiswürdigung bzw. Beurteilung durch das Bundes-

verwaltungsgericht (BVGE 2012/18 E. 5.4, 2010/25 E. 2.4.3). 

3.2.4 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 beantragen in diesem Kon-

text, das Bundesverwaltungsgericht möge diese sich selbst auferlegte Zu-

rückhaltung bei der Überprüfung von kantonalen Tariffestsetzungsent-

scheiden ablegen. Angesichts der "Tatsache, dass die Kantone im Ge-

sundheitswesen […] eine unsägliche Mehrfachrolle einnehmen", sei es 

"für nicht von der öffentlichen Hand mitfinanzierte Spitäler unabdingbar, 

C-1287/2010 

Seite 17 

dass ein Gericht die festgelegten Tarife nach objektiven Kriterien uneinge-

schränkt" überprüfe. + 

3.2.5 Die von Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 angesprochene Mehr-

fachrolle der Kantone und die damit potentiell verbundenen Zielkonflikte 

sind Rechtsprechung und Literatur nicht verborgen geblieben (THOMAS 

BRUMANN, Tarif- und Tarifstrukturverträge im Krankenversicherungsrecht, 

Hamburg 2012, [Diss. Bern 2011], S. 88 ff. mit weiteren Hinweisen). Wie 

die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 aber selber einräumen, ist diese 

Mehrfachrolle im Gesetz angelegt und damit letztlich – wenn vielleicht 

auch "faute de mieux" – so gewollt. In der Literatur wird denn auch fest-

gehalten, es handle "sich vermutlich mangels tauglicher Alternativen bei 

der durch das KVG vorgesehenen Zuständigkeitsordnung wohl doch um 

die richtige Ordnung" (BRUMANN, a.a.O., S. 89). Die für die Rechtspre-

chung zuständigen Instanzen, darunter das Bundesverwaltungsgericht, 

haben sich deshalb in ständiger Rechtsprechung der erwähnten Zurück-

haltung befleissigt (E. 3.2.2), dies auch in Fällen, in denen – wie vorlie-

gend – Privatspitäler betroffen waren (vgl. etwa BVGE 2012/18 E. 5.4). 

Weshalb vor diesem Hintergrund das Bundesverwaltungsgericht gerade 

im vorliegenden Fall von seiner ständigen Praxis abkehren sollte, ist nicht 

ersichtlich. Damit muss es hier sein Bewenden haben. 

4.  

4.1 Die OKP übernimmt nach Art. 24 KVG die Kosten für die Leistungen 

gemäss Art. 25-31 KVG nach Massgabe der in den Art. 32-34 KVG fest-

gelegten Voraussetzungen. Laut Art. 43 Abs. 4 KVG werden Tarife und 

Preise in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern (Tarif-

vertrag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der 

zuständigen Behörde festgesetzt; dabei ist auf eine betriebswirtschaftliche 

Bemessung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten. Die Ver-

tragspartner und die zuständigen Behörden achten darauf, dass eine qua-

litativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu 

möglichst günstigen Kosten erreicht wird (Art. 43 Abs. 6 KVG). 

Parteien eines Tarifvertrags sind einzelne oder mehrere Leistungserbrin-

ger oder deren Verbände einerseits sowie einzelne oder mehrere Versi-

cherer oder deren Verbände andererseits (Art. 46 Abs. 1 KVG). 

4.2 Der Anwendungsfall der in Art. 43 Abs. 4 KVG vorgesehenen hoheitli-

chen Festsetzung eines Tarifs ist in Art. 47 Abs. 1 KVG geregelt. Dem-

nach setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Beteiligten den Tarif 

fest, wenn zwischen Leistungserbringern und Versicherern kein Tarifver-

trag zustande kommt. Mit anderen Worten gilt das Verhandlungsprimat. 

Durch die Regelung, wonach eine hoheitliche Festsetzung erfolgt, falls 

C-1287/2010 

Seite 18 

sich Leistungserbringer und Versicherer nicht vertraglich einigen können, 

wird verhindert, dass sich ein Tarifpartner seiner Leistungspflicht entzie-

hen kann. Unabdingbare Voraussetzung für ein behördliches Einschreiten 

sind jedoch gescheiterte Vertragsverhandlungen oder mindestens eine 

vorhanden gewesene Verhandlungsgelegenheit (BRUMANN, a.a.O., S. 97, 

mit weiteren Hinweisen; EVA DRUEY JOST, Das Prinzip betriebswirtschaftli-

cher Tarifbemessung im KVG, in: Jusletter 19. August 2013, Rz. 1). Ge-

mäss Rechtsprechung gilt alsdann auch bei der Tariffestsetzung im ver-

tragslosen Zustand nach Art. 47 KVG die Bestimmung, wonach die Kan-

tonsregierung bei der Genehmigung von Tarifverträgen zu prüfen hat, ob 

diese mit dem Gesetz und den Geboten der Wirtschaftlichkeit und Billig-

keit im Einklang stehen (Art. 46 Abs. 4 KVG; BVGE 2010/24 E. 4.3 mit 

weiterem Hinweis). 

4.3 Gemäss Art. 59c KVV hat die Genehmigungsbehörde zu prüfen, ob 

der Tarifvertrag namentlich den folgenden Grundsätzen entspricht: Der 

Tarif darf höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung 

und die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten de-

cken (Abs. 1 Bst. a und b; vgl. auch: DRUEY JOST, a.a.O., Rz. 9 ff.). Die 

Vertragsparteien müssen die Tarife regelmässig überprüfen und anpas-

sen, wenn die Erfüllung der Grundsätze nach Abs. 1 Bst. a und b nicht 

mehr gewährleistet ist. Die zuständigen Behörden sind über die Resultate 

der Überprüfungen zu informieren (Abs. 2). Die zuständige Behörde wen-

det die Abs. 1 und 2 auch bei Tariffestsetzungen nach den Art. 43 Abs. 5, 

Art. 47 oder Art. 48 KVG sinngemäss an (Abs. 3). 

4.4 Die besonderen Grundsätze betreffend Tarifverträge mit Spitälern 

werden in Art. 49 KVG geregelt. Jene sind auch von der Kantonsregierung 

zu beachten, wenn sie den Tarif hoheitlich festsetzt (Urteile des Bun-

desverwaltungsgerichts C-2142/2010 vom 21. September 2011 E. 3.4, 

C-7967/2008 vom 13. Dezember 2010 [nicht in BVGE 2010/62 publizierte] 

E. 4.8.5). 

4.4.1 Nach Art. 49 Abs. 1 KVG (in der hier massgeblichen Fassung, vgl. 

E. 1.1.2) vereinbaren die Vertragsparteien für die Vergütung der stationä-

ren Behandlung einschliesslich Aufenthalt in einem Spital (im Sinne von 

Art. 39 Abs. 1 KVG) Pauschalen. Diese decken für Kantonseinwohner und 

-einwohnerinnen bei öffentlichen oder öffentlich subventionierten Spitälern 

höchstens 50% der anrechenbaren Kosten je Patient oder Patientin oder 

je Versichertengruppe in der allgemeinen Abteilung. Die anrechenbaren 

Kosten werden bei Vertragsabschluss ermittelt. Betriebskostenanteile aus 

Überkapazität, Investitionskosten sowie Kosten für Lehre und Forschung 

werden nicht angerechnet. 

C-1287/2010 

Seite 19 

4.4.2 Die Spitäler ermitteln ihre Kosten und erfassen ihre Leistungen nach 

einheitlicher Methode; sie führen hierzu eine Kostenstellenrechnung und 

eine Leistungsstatistik. Die Kantonsregierung und die Vertragsparteien 

können die Unterlagen einsehen. Der Bundesrat erlässt die nötigen Be-

stimmungen (Art. 49 Abs. 6 KVG). Diesem Auftrag ist der Bundesrat mit 

dem Erlass der VKL nachgekommen. In dieser wurden die von der Recht-

sprechung entwickelten Grundsätze zur Nachvollziehbarkeit der Kosten 

übernommen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-7967/2008 vom 

13. Dezember 2010 [nicht in BVGE 2010/62 publizierte] E. 4.8.7.1 mit 

Hinweis). Die VKL regelt die einheitliche Ermittlung der Kosten und Erfas-

sung der Leistungen im Spital- und Pflegeheimbereich (Art. 1 Abs. 1 VKL) 

und gilt für die nach Art. 39 KVG zugelassenen Spitäler und Pflegeheime 

(Art. 1 Abs. 2 VKL; vgl. – auch zum nachfolgenden – BVGE 2012/18 

E. 16.4 mit weiteren Hinweisen). 

4.4.2.1 Die Ermittlung der Kosten und die Erfassung der Leistungen muss 

gemäss Art. 2 Abs. 1 VKL so erfolgen, dass damit u.a. die Grundlagen 

geschaffen werden für die Unterscheidung der Leistungen und der Kosten 

zwischen der stationären, teilstationären, ambulanten und Langzeitbe-

handlung (Bst. a), für die Bestimmung der Leistungen und der Kosten der 

OKP in der stationären, teilstationären, ambulanten und Langzeitbehand-

lung im Spital (Bst. b-e), für die Bestimmung der Leistungen und der Kos-

ten der Krankenpflege bei Langzeitbehandlung im Spital (Bst. f) und für 

die Ausscheidung der nicht anrechenbaren Kosten der OKP in der statio-

nären Behandlung im Spital (Bst. g). 

4.4.2.2 Gemäss Art. 2 Abs. 2 VKL soll die Unterscheidung und Bestim-

mung der in Abs. 1 genannten Kosten und Leistungen namentlich erlau-

ben: die Bildung von Kennzahlen (Bst. a), Betriebsvergleiche auf regiona-

ler, kantonaler und überkantonaler Ebene zur Beurteilung von Kosten und 

Leistungen (Bst. b), die Berechnung der Tarife (Bst. c), die Berechnung 

von Globalbudgets (Bst. d), die Aufstellung von kantonalen Planungen 

(Bst. e), die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit der Leistungs-

erbringung (Bst. f) sowie die Überprüfung der Kostenentwicklung und des 

Kostenniveaus (Bst. g). 

4.4.2.3 Nach Art. 9 VKL müssen Spitäler und Pflegeheime eine Kosten-

rechnung führen, in der die Kosten nach dem Leistungsort und dem Leis-

tungsbezug sachgerecht ausgewiesen werden (Abs. 1). Die Kostenrech-

nung muss insbesondere die Elemente Kostenarten, Kostenstellen, Kos-

tenträger und die Leistungserfassung umfassen (Abs. 2). Sie muss den 

sachgerechten Ausweis der Kosten für die Leistungen erlauben. Die Kos-

ten sind den Leistungen in geeigneter Form zuzuordnen (Abs. 3). Das 

Eidgenössische Departement des Innern kann nähere Bestimmungen 

C-1287/2010 

Seite 20 

über die technische Ausgestaltung der Kostenrechnung erlassen. Es hört 

dabei die Kantone, Leistungserbringer und Versicherer an (Abs. 6). 

4.4.2.4 Art. 10 VKL verpflichtet die Spitäler, eine Finanzbuchhaltung zu 

führen. Grundlage ist die Nomenklatur des Kontenrahmens von "H+ Die 

Spitäler der Schweiz" (unveränderte Ausgabe 1999) (Abs. 1). Die Spitäler 

müssen die Kosten der Kostenstellen nach der Nomenklatur des Leis-

tungsangebots der nach dem Anhang zur Verordnung vom 30. Juni 1993 

über die Durchführung von statistischen Erhebungen des Bundes durch-

geführten Krankenhausstatistik ermitteln (Abs. 2). Zur Ermittlung der Kos-

ten für Anlagenutzung ist eine Anlagebuchhaltung zu führen (Abs. 3). Es 

ist eine Kosten- und Leistungsrechnung zu führen (Abs. 4). 

4.5 Die in der VKL enthaltenen Reglungen gelten (grundsätzlich) auch für 

Privatspitäler, sofern es sich – wie vorliegend – um nach Art. 39 KVG zu-

gelassene Spitäler und Pflegeheime handelt (Art. 1 Abs. 2 VKL). Aller-

dings beträgt das gesetzlich vorgesehene Maximum der Deckung durch 

die OKP 100% (statt maximal 50%) der anrechenbaren Kosten (vgl. auch 

E. 5.1.2). Ausserdem sind bei Privatspitälern ohne öffentliche Betriebsbei-

träge Investitionskosten nur soweit nicht anrechenbar, als sie von der öf-

fentlichen Hand nach dem Recht des zuständigen kantonalen oder kom-

munalen Gemeinwesens zu tragen sind (BVGE 2012/18 E. 5.9 mit weite-

ren Hinweisen).  

5.  

Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist die Rechtmässig-

keit der von der Vorinstanz festgesetzten Spitaltaxen für die stationäre 

Behandlung in zu Lasten der OKP in den akutsomatischen Privatspitälern 

des Kantons Bern vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010.  

5.1 Nach der Praxis zu Art. 49 Abs. 1 KVG sind demzufolge zunächst die 

anrechenbaren Kosten (oder die standardisierten betriebswirtschaftlichen 

Kosten) zu ermitteln (vgl. zum Ganzen auch: PUE, Spitaltarife, Praxis des 

Preisüberwachers bei der Prüfung von stationären Spitaltarifen, Dezem-

ber 2006 [im Folgenden: PUE-Praxis 2006]; das Berechnungsmodell der 

PUE wurde in der Regel auch von den Kantonsregierungen angewendet 

[vgl. bspw. BVGE 2012/18 E. 8; BVGE 2010/62 E. 4.2]).  

5.1.1 Ausgangspunkt bilden grundsätzlich die ausgewiesenen Betriebs-

kosten für OKP-relevante stationäre Leistungen (nur grundversicherte 

sowie zusatzversicherte Patientinnen und Patienten, soweit die Behand-

lungskosten von der OKP zu übernehmen waren [BVGE 2010/62 

E. 4.12.1], d.h. nur Pflichtleistungen, ohne Mehrkosten für Zusatzversi-

cherte [vgl. BVGE 2012/18 E. 13]). Investitionskosten sind nur bei Privat-

C-1287/2010 

Seite 21 

spitälern ohne öffentliche Betriebsbeiträge anrechenbar (vgl. dazu BVGE 

2012/18 E. 10). Üblicherweise wird auf die Daten zwei Jahre vor dem Ta-

rifjahr (X-2) abgestellt (vgl. Art. 49 Abs. 1 Satz 3 KVG; BVGE 2012/18 

E. 6, Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4961/2010 vom 18. Sep-

tember 2013 E. 8.1), ausnahmsweise auf die unmittelbar vorangegangene 

Rechnungsperiode (X-1; BVGE 2012/18 E. 6.2.2 [S. 355 f.]). Von den Be-

triebskosten abgezogen werden (vgl. Art. 49 Abs. 1 Satz 4 KVG) insbe-

sondere die Kosten für Lehre und Forschung, wobei Normabzüge zur An-

wendung kamen, wenn die Kosten nicht (hinreichend) ausgewiesen sind 

(BVGE 2010/25 E. 5.2). Weiter erfolgen ein Abzug für Überkapazitäten 

(sofern die geforderte Auslastung nicht erreicht war; vgl. BVGE 2010/25 

E. 6) sowie ein Abschlag für Zusatzversicherte. Hinzugerechnet werden 

die Zinsen auf dem Umlaufvermögen und eine allfällige Teuerung für das 

Jahr X-1 (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4961/2010 vom 

18. September 2013 E. 8.1.4, mit Hinweis; vgl. zum Ganzen auch RKUV 

6/1997 KV 16, E. 8). 

5.1.2 Von den Abzügen für nicht anrechenbare Kosten zu unterscheiden 

ist die Reduktion des Kostendeckungsgrades. Diese Praxis beruht auf der 

Vorgabe, dass die Pauschalen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 KVG höchs-

tens 50% (öffentliche und öffentlich subventionierte Spitäler) bzw. 100% 

(Privatspitäler) der anrechenbaren Kosten decken dürfen. Weil bei unge-

nügender Kostentransparenz (Intransparenz der Kostendaten) die Gefahr 

bestand, dass die Spitalpauschalen mehr als das gesetzlich vorgesehene 

Maximum decken, wird – abgestuft nach Kostentransparenz – ein redu-

zierter Kostendeckungsgrad gewährt (vgl. die Zusammenfassung der 

Rechtsprechung in BVGE 2012/18 E. 16.4; Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 7.1.3). Vollstän-

dige Kostentransparenz wird dann als gegeben erachtet, wenn ein Spital 

– wie seit 2003 von der VKL ausdrücklich verlangt – auf der Basis einer 

Kostenartenrechnung eine gute Kostenstellenrechnung sowie eine voll-

ständige, qualitativ gute, ausreichend detaillierte Kostenträgerrechnung 

(KTR; inkl. Leistungserfassung) vorlegt (BVGE 2010/25 E. 4.1, Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts C-2142/2010 vom 21. September 2011 

E. 5.1). Die Reduktion des Kostendeckungsgrades aufgrund ungenügen-

der Kostentransparenz wird auch als Intransparenzabzug bezeichnet. 

5.2 Ausgehend davon ist nunmehr dabei zu prüfen, ob das von der Vorin-

stanz angewendete sog. Spitaltaxmodell den Vorgaben des KVG ent-

spricht und gegebenenfalls (auch) für Privatspitäler Anwendung finden 

kann (E. 6). Ist dies zu bejahen, ist alsdann zu klären, ob die anrechenba-

ren Kosten korrekt ermittelt wurden (E. 7 ff.). Anschliessend ist zu unter-

suchen, ob die festgesetzten Taxen dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und 

Billigkeit entsprechen (E. 14). Nicht mehr umstritten ist unter den Parteien, 

C-1287/2010 

Seite 22 

dass die Spitaltaxen in Anwendung des Systems APDRG festgelegt wer-

den.  

6.  

6.1 Der Regierungsrat hat den Tarif auf der Basis des Spitaltaxmodells 

der PUE berechnet (von Letzterer auch als OKP-Tarifkalkulationsmodell 

bezeichnet, nachfolgend: Spitaltaxmodell, PUE-Modell), was er damit be-

gründete, dass Bundesrat und PUE bei der Berechnung von OKP-

Spitaltarifen in konstanter Praxis auf dieses Modell abgestützt hätten. Die 

Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 rügen, dass dieses Modell für Privatspi-

täler absolut untauglich sei. 

6.2 Unter Tarifmodell wird das Modell beziehungsweise die Vorgehens-

weise verstanden, nach welcher im Rahmen eines bestimmten Tarifsys-

tems (z.B. Tages- oder Fallpauschale) die Höhe des gesetzeskonformen 

Tarifs (z.B. der Frankenbetrag pro Tag bzw. Fall) ermittelt wird. 

6.3 Mit Hilfe des PUE-Modells werden die für die Bemessung des OKP-

Tarifs anrechenbaren Betriebskosten bestimmt. Dieses Modell geht von 

den tatsächlich für die Leistungserbringung aufgebrachten, transparent 

ausgewiesenen (und belegten) Betriebskosten des stationären Spitalteils 

aus und bestimmt den Anteil dieser Kosten, der KVG-konform der OKP 

belastet werden kann. Dabei werden die anrechenbaren Kosten für die 

meisten Positionen unter Berücksichtigung normativer Zu- und Abschläge 

ermittelt. Soweit nicht bereits transparent ausgeschieden, sind insbeson-

dere normative Abzüge für die Kosten für Lehre und Forschung vorgese-

hen sowie zur Ausscheidung der Mehrkosten für zusatzversicherte Patien-

ten. Ausserdem werden die Werte einzelner Kostenarten, soweit nicht 

transparent ausgewiesen und belegt, durch kalkulatorische beziehungs-

weise normative Werte ersetzt, beziehungsweise werden normative Ab-

züge vorgenommen. Insbesondere unterzieht das Modell die Anlage-

nutzungskosten einer Plausibilisierung und sieht Abzüge für Überkapa-

zitäten vor. Ausserdem verlangt das Modell, dass die Kosten eines Spitals 

einer Wirtschaftlichkeitskontrolle mittels Vergleichs mit anderen Spitälern 

unterzogen werden können beziehungsweise müssen. Die Anwendung 

dieses Modells auch auf (bernische) Privatspitäler wurde vom Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil vom 6. Juli 2012 bestätigt (BVGE 2012/18 

E. 8). 

6.4 Auch im vorliegenden Fall gehen die Vorinstanz, die Beschwerdefüh-

rerin 1, die PUE und das BAG ohne Weiteres von der Anwendbarkeit des 

PUE-Modells aus. Dies zu Recht. Ebenso wie im zum erwähnten Urteil 

vom 6. Juli 2012 führenden Verfahren bringen die Beschwerdeführenden 

2.1 bis 2.7 zwar vor, das Modell sei in sich falsch, da pauschale Abzüge 

C-1287/2010 

Seite 23 

von den gesamten ausgewiesenen Kosten gemacht und nicht nur dort 

Korrekturen vorgenommen würden, wo allenfalls ein Fehler erfolgt sei. Die 

aufgrund dieses Modells erfolgenden pauschalen Kürzungen setzten vor-

aus, dass die dergestalt definierten nicht anrechenbaren Kosten von an-

derer Seite gedeckt würden. Eine solche Möglichkeit bestehe bei den Pri-

vatspitälern nicht; die Kürzungen gingen voll zu Lasten der Leistungserb-

ringer. Aufgrund der deswegen vorzunehmenden Einsparungen sei "die 

Konkurssituation" vorprogrammiert. Abgesehen davon, dass kein Grund 

ersichtlich ist, von der unlängst publizierten, die Anwendbarkeit des PUE-

Modells auf (bernische) Privatspitäler bestätigenden bundesverwaltungs-

gerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 6.3 in fine) abzuweichen, richten 

sich Rügen der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 bei Lichte betrachtet 

letztlich "nur" gegen einzelne Aspekte (oder mit den Worten der  Be-

schwerdeführenden 2.1 bis 2.7: Anwendungen) des Modells, wird doch 

nicht bestritten, dass für die Berechnung des Tarifs zu Lasten der OKP 

von den tatsächlichen für die entsprechende Leistungserbringung ange-

fallenen Kosten auszugehen ist. Auf diese entsprechenden Rügen ist 

nachfolgend einzugehen. 

7.   

7.1 Vorab aufzunehmen sind die Vorbringen der Beschwerdeführenden 

2.1 bis 2.7 betreffend (den Umfang der) Anrechenbarkeit der Investitionen 

im Rahmen der vorzunehmenden Berechnungen. Unbestritten ist, dass 

Investitionskosten bei Privatspitälern ohne öffentliche Betriebsbeiträge an-

rechenbar sind, soweit sie – wie vorliegend – nicht von der öffentlichen 

Hand nach dem Recht des zuständigen kantonalen oder kommunalen 

Gemeinwesens zu tragen sind (vgl. E. 4.5). Als Investitionen im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 KVG gelten Mobilien, Immobilien und sonstige Anlagen, die 

zur Erfüllung des Leistungsauftrages nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG not-

wendig sind. Dazu gehören neben den Kaufgeschäften sämtliche Miet- 

und Abzahlungsgeschäfte (Art. 8 VKL). Unter Investitionskosten sind die 

Kosten der Anlagenutzung zu verstehen, welche sich grundsätzlich aus 

Darlehens- und Kreditzinsen sowie Abschreibungen, Leasing- und Hypo-

thekarzinsen zusammensetzen (BVGE 2012/18 E. 10.2).  

7.2 Gemäss der vom Bundesverwaltungsgericht weiter geführten Praxis 

des Bundesrates dürfen dabei freilich die geltend gemachten Investitions-

kosten nicht unbesehen für die Tarifberechnung herangezogen werden. 

Vielmehr beinhaltet eine betriebswirtschaftliche Bemessung der Tarife in 

jedem Fall eine Wirtschaftlichkeitsbeurteilung der Leistungserbringung 

(Art. 43 Abs. 4 und Abs. 6 KVG). Es ist daher für die geltend gemachten 

Kosten eine Angemessenheitsprüfung vorzunehmen, wobei gemäss der 

bundesrätlichen Praxis das ganze einschlägige Konto 44 (Aufwand für An-

lagenutzung) einer Plausibilisierung anhand der normativen Investitions- 

C-1287/2010 

Seite 24 

und Grundstückskosten gemäss Spitaltaxmodell der Schweizerischen 

Vereinigung der Privatkliniken (SVPK) und der Medizinal-Kommission 

UVG (MTK) für die UVG-Patienten und Patientinnen (SVPK/MTK-

Spitaltaxmodell) zu unterziehen ist, wobei praxisgemäss die Anrechnung 

einer Toleranzmarge von 5% auf den normativen Anlagenutzungskosten 

erfolgt. Dieser Vorgang stellt eine behelfsmässige Plausibilisierung und 

nicht einen Benchmarking-Ansatz dar (BVGE 2012/18 E. 10.3). 

7.3 Der Regierungsrat hat im angefochtenen Entscheid die Anrechenbar-

keit der Investitionen auf der Basis des MTK-Modells vorgenommen, und 

nicht aufgrund der spitalinternen Berechnungen. Das Modell gehe von 

Norminvestitionen pro betriebenes Bett aus. Das "Ergebnis der Anlage-

nutzungskosten" sei auf Hinweis der PUE und gemäss Rechtsprechung 

des Bundesrates um 5% erhöht worden. Dergestalt resultieren gemäss 

Regierungsrat folgende normative Anlagenutzungskosten (Spalte A), der-

weil die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 folgende Werte verfechten 

(Spalte B): 

 A (Vorinstanz) B (Bf 2.1 bis 2.7) 

Beschwerdeführerin 2.2.1 (Lindenhof) […] […] 

Beschwerdeführerin 2.2.2 (Sonnenhof) […] […] 

Beschwerdeführerin 2.3.1 (Beau-Site) […] […] 

Beschwerdeführerin 2.3.2 (Permanence) […] […] 

Beschwerdeführerin 2.4 (Salem) […] […] 

Beschwerdeführerin 2.5 (PK Linde) […] […] 

Beschwerdeführerin 2.6 (Siloah) […] […] 

Beschwerdeführerin 2.7 (Hohmad) […] […] 

 

7.4  

7.4.1 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 wenden sich in ihrer Be-

schwerde vom 3. März 2010 nicht gegen eine Plausibilisierung. Eine sol-

che sei aber vorliegend nicht erfolgt, sondern es sei – ohne auf die nach-

gewiesenen Investitions- und Kapazitätsfolgekosten einzugehen – einfach 

ein bestimmtes Modell übernommen worden. Dies sei "absolut KVG-

C-1287/2010 

Seite 25 

widrig, umso mehr als das MTK-Modell auf völlig veralteten Zahlen" beru-

he und für eine Plausibilisierung der nachgewiesenen Investitionskosten 

absolut untauglich sei. 

7.4.2 Vorab ist betreffend diese Vorbringen daran zu erinnern, dass das 

SVPK/MTK-Spitaltaxmodell auf einem von der Schweizerischen Vereini-

gung der Privatkliniken mitbegründeten Spitaltaxmodell beruhen, also auf 

Privatkliniken anwendbar sind und in der Praxis auch auf Privatspitäler 

angewandt wurden (BVGE 2012/18 E. 10.5). Den Einwand der veralteten 

Normwerte erheben die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 denn bezeich-

nenderweise auch lediglich pauschal, ohne ihn genauer zu substantiieren. 

Sie verkennen sodann mit ihrer Rüge, dass die Plausibilisierung sehr wohl 

erfolgt ist, nämlich eben gemäss SVPK/MTK-Spitaltaxmodell. Da die von 

den Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 geltend gemachten Anlagenut-

zungskosten höher sind als der dergestalt plausibilisierte und um die 5%-

Toleranzmarge erhöhte Wert, dessen korrekte Berechnung die Beschwer-

deführenden 2.1 bis 2.7 nicht bestreiten, hat der Regierungsrat in Über-

einstimmung mit der PUE somit zu Recht für die anrechenbaren Anlage-

nutzungskosten auf den letztgenannten Wert abgestützt. Auf die Abnahme 

der gegebenenfalls sinngemäss angebotenen Beweismittel (Anlagebuch-

haltung auf Papier) kann damit in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet 

werden.  

8.   

8.1 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 bestreiten die Zulässigkeit der 

Ausscheidung von Kosten für Lehre und Forschung, wie sie der Regie-

rungsrat mittels eines von der Bettenzahl abhängigen normativen Abzugs 

von 1 - 5% vorgenommen hat.  

8.2 Nach Art. 49 Abs. 1 KVG sind die Kosten für Lehre und Forschung von 

den auf die Pauschalen anrechenbaren Kosten abzuziehen. Die Kosten 

für die Lehre umfassen laut Art. 7 Abs. 1 VKL – in der hier massgebenden 

Fassung gemäss AS 2002 2835 (vgl. E. 1.1.2) – die Aufwendungen für die 

theoretische und praktische Ausbildung der Studierenden der Medizin bis 

zum Erwerb des Staatsexamens (Bst. a), die Weiterbildung der Ärzte und 

Ärztinnen bis zum Erwerb eines Facharzttitels (Bst. b), die Aus- und Wei-

terbildung des übrigen medizinischen akademischen Personals (Bst. c), 

die theoretische und praktische Aus- und Weiterbildung des Pflegeperso-

nals (Bst. d) sowie die theoretische und praktische Aus- und Weiterbil-

dung des Personals medizinisch-technischer und medizinisch-

therapeutischer Fachbereiche (Bst. e) (vgl. BVGE 2010/25 E. 5.1.1). Die 

Kosten für die Forschung umfassen die Aufwendungen für systematische 

schöpferische Arbeiten und experimentelle Entwicklung zwecks Erweite-

rung des Kenntnisstandes sowie deren Verwendung mit dem Ziel, neue 

C-1287/2010 

Seite 26 

Anwendungsmöglichkeiten zu finden. Darunter fallen Projekte, die zur 

Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie zur Verbesserung der 

Prävention, der Diagnostik und Behandlung von Krankheiten ausgeführt 

werden (Art. 7 Abs. 2 VKL; vgl. BVGE 2010/25 E. 5.1.2). Ebenfalls als 

Kosten für Lehre und Forschung gelten die indirekten Kosten sowie die 

Aufwendungen, die durch von Dritten finanzierte Lehr- und Forschungstä-

tigkeiten verursacht werden (Art. 7 Abs. 3 VKL; vgl. BVGE 2010/25 

E. 5.1.3). Die Definition der Lehre und Forschung in Art. 7 VKL entspricht 

im Wesentlichen der bundesrätlichen Praxis (BRE vom 23. Juni 2004 [02-

11-23 TG] E. II.6.3.2), wonach von einem weiten Begriff der Lehre und 

Forschung auszugehen ist. Ein Abzug für Lehre ist immer vorzunehmen, 

wenn Angestellte gemäss Pflichtenheft zumindest während eines Teils ih-

rer Arbeitszeit als Ausbildnerin oder Ausbildner tätig sind; die entspre-

chenden Kosten sind auszuweisen (nach RKUV 3/2002, KV 220 [nur elek-

tronische Publikation] E. 1.6.3; unveröffentlichte BRE vom 14. April 1999 

[98-94 SG] E. II.8.3.2 und Privatklinik H. E. II.16; vgl. BVGE 2010/25 

E. 5.1.4; zum ganzen Abschnitt sodann BVGE 2012/18 E. 11.2). 

8.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesrates, welche vom Bundesver-

waltungsgericht in BVGE 2010/25 (E. 5.1.4) fortgeführt wurde, sind die ef-

fektiven Kosten für Lehre und Forschung im Rahmen der vorzunehmen-

den Berechnungen abzuziehen, sofern diese bekannt sind; anderenfalls 

sind normative Abschlagssätze anzuwenden (nach RKUV 3/2002, KV 220 

[nur elektronische Publikation] E. 10.1, RKUV 6/1997 S. 360). Sind die 

Kosten für Lehre und Forschung nicht ausgewiesen, kommen praxisge-

mäss folgende, nach Spitalgrösse und -typ abgestufte Abzüge zur An-

wendung: bei Universitätsspitälern 25%, bei mittelgrossen und grossen 

Spitälern (über 125 Betten) 5%, bei Spitälern mit 75 bis 124 Betten 2% 

und bei kleineren Spitälern 1% (vgl. BVGE 2010/25 E. 5.2; RKUV 6/1997 

S. 387, nach RKUV 3/2002, KV 220 [nur elektronische Publikation] 

E. 10.1.1). Die Pauschalabzüge für Lehre und Forschung stellen nach der 

Rechtsprechung des Bundesrates lediglich ein Korrektiv dar, welches an-

zuwenden ist, wenn die Spitäler ihrer Pflicht, die effektiven Kosten auszu-

scheiden, nicht nachgekommen sind. Daher sind an die Berechnungen 

der Pauschalabzüge keine sehr differenzierten Anforderungen zu stellen 

(vgl. BVGE 2010/25 E. 5.5.2; unveröffentlichter BRE vom 14. April 1999 

[98-94, SG] E. II.8.3.4). Entgegen den Ausführungen der Beschwerdefüh-

renden 2.1 bis 2.7 kann aus der per 1. Januar 2012 in Kraft tretenden Spi-

talfinanzierungsrevision nichts hergeleitet werden, was die dargelegte 

Umschreibung der massgeblichen Kosten für Lehre und Forschung als 

unzutreffend erscheinen liesse (Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 (zum 

ganzen Abschnitt BVGE 2012/18 E. 11.2). 

C-1287/2010 

Seite 27 

8.4 Vorliegend bestreiten die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 nicht, Aus- 

und Weiterbildung im Sinne der bundesrätlichen Praxis und der VKL (in 

der hier massgebenden Fassung gemäss AS 2002 2835; vgl. E. 1.1.2) zu 

betreiben und die entsprechenden Kosten nicht separat ausgewiesen zu 

haben. Letzteres begründen sie damit, dass die (nicht universitären) Aus- 

und Weiterbildungskosten zu den anrechenbaren Kosten gehören, da 

damit produktive Leistungen verbunden seien und daher nicht auszu-

scheiden seien. Dabei verkennen sie, dass die auszuschliessenden Kos-

ten nicht seitens der Personen ansetzen, welche aus- oder weitergebildet 

werden (Lernende), sondern bei den Personen, die aus- oder weiterbilden 

(Lehrende) (vgl. E. 8.3; BVGE 2012/18 E. 11.3, mit Hinweis, auch zum 

Folgenden). Dass dem Lernaufwand der Lernenden auch eine gewisse 

produktive Leistung gegenübersteht, wird von diesem Modell somit nicht 

in Frage gestellt. Es spielt damit auch keine Rolle, ob die aus- und weiter-

bildenden Personen daneben produktive Tätigkeiten im Sinne der OKP 

ausüben oder nur als Aus- beziehungsweise Weiterbildende angestellt 

beziehungsweise beauftragt werden. In beiden Fällen werden die Kosten 

nicht von der OKP getragen. 

8.5 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 machen weiter geltend, dass 

sie von Bund und Kanton dazu aufgefordert beziehungsweise verpflichtet 

werden, Ausbildung zu betreiben und es nicht sein könne, dass sie die 

entsprechenden Kosten nicht auf die OKP abwälzen könne. Dabei ver-

kennen sie bei ihren Ausführungen zu den anrechenbaren Kantonsbeiträ-

gen, welche bereits neutralisiert worden seien, dass vorliegend nur und 

einzig zu prüfen ist, ob diese Kosten von der OKP zu tragen sind, was 

Gesetz und Verordnung klar verneinen. Inwiefern die Klinik aufgrund aus-

serhalb der OKP liegender Bestimmungen oder Vorgaben verpflichtet ist, 

Ausbildung zu betreiben, wer für die entsprechenden Kosten aufzukom-

men hat und wie die den Spitälern für die mit dem Kanton abgeschlosse-

nen Leistungsaufträge – auch gemäss Ausführungen der Vorinstanz – er-

folgten Abgeltungen zu buchen sind, ist hier nicht zu prüfen 

(BVGE 2012/18 E. 11.4).  

8.6 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 bestreiten die für die Berech-

nungen angenommene Bettenzahl nicht (bzw. zumindest nicht in einem 

für die vorliegende Einteilung relevanten Bereich, E. 9.4.1). Gemäss der 

dargelegten Praxis (E. 8.3) hat der Regierungsrat in Übereinstimmung mit 

der PUE somit zu Recht unter dem Titel Lehre und Forschung einen Ab-

zug von zwischen 1% und 5% vorgenommen. Angemerkt seien immerhin 

zwei Punkte: Nicht ersichtlich wird erstens die Höhe des von der Vorin-

stanz vorgenommenen Abzugs beim Lindenhofspital, beliefe sich der 

normative Abzug angesichts der Anzahl betriebener Betten von […] doch 

auf 5% und damit auf Fr. […]. Mangels Relevanz für das End-Ergebnis 

C-1287/2010 

Seite 28 

(E. 15) kann auf eine weitergehende Betrachtung dieses Punktes indes-

sen verzichtet werden. Zweitens, dass bei einer Behandlung der Kliniken 

Beau-Site und Permanence als Einheit – was die Beschwerdeführenden 

2.1 bis 2.7 zu Unrecht verfechten (E. 14.7.2) – zu ihren Ungunsten ein die 

letztlich massgebenden Nettobetriebskosten schmälernder normativer 

Abzug von 5% zu erfolgen hätte, und nicht – wie jetzt – ein solcher von 

2% und 1%.  

9.  

9.1 Nicht zu den anrechenbaren Kosten gehören gemäss Art. 49 Abs. 1 

KVG Betriebskostenanteile aus Überkapazität. 

9.2 Ob in einem Spital Überkapazitäten bestehen, beurteilt sich nach der 

vom Bundesverwaltungsgericht übernommenen Rechtsprechung des 

Bundesrates aufgrund der Bettenbelegung. Dabei wurde der Auslas-

tungsschwellenwert für Akutspitäler mit Notfallstation auf 85% festgelegt. 

Für Akutspitäler ohne Notfallstation, für Psychiatrie-, Geriatrie- und Reha-

bilitationsspitäler gilt hingegen ein Auslastungsschwellenwert von 90% 

(BVGE 2012/18 E. 12.2 mit weiteren Hinweisen). 

9.3 Der Regierungsrat hat bei den Beschwerdeführerinnen […] und […] 

einen Abzug für Überkapazitäten vorgenommen. Er ist dabei für diese 

beiden Beschwerdeführerinnen – als Akutspitäler ohne Notfallaufnahme-

station – von einem Auslastungsschwellenwert von 90% ausgegangen. 

Diesem stellte er für die Beschwerdeführerin […] eine tatsächliche Bet-

tenbelegung von 70.5% ([…]) und für die Beschwerdeführerin […] eine 

tatsächliche Bettenbelegung von 83.6% ([…]) gegenüber.  

9.4 Die beiden Beschwerdeführerinnen bestreiten vom Grundsatz her 

nicht, dass Überkapazitäten nicht von der OKP zu finanzieren sind.  

9.4.1 Die Beschwerdeführerin […] macht freilich geltend, sie betreibe nur 

[…] stationäre Betten. Wohl seien es ursprünglich deren […] gewesen, 

doch aufgrund sehr vieler ambulanter Operationen mit Bettbenützung be-

nötige sie eine höhere Bettenzahl. Die Bettenauslastung betrage somit 

85.9%. 

Vorab ist dazu bemerken, dass es vorliegend einzig um die Tariffestset-

zung für stationäre Behandlung geht. Was die Beschwerdeführerin […] 

vor diesem einzig interessierenden Hintergrund aus dem von ihr geltend 

gemachten Umstand sehr vieler ambulanter Operationen zu ihren Guns-

ten abzuleiten gedenkt, erschliesst sich dem Bundesverwaltungsgericht 

nicht. Im Übrigen ist selbst bei Annahme von […] Betten der für ein Spital 

zur Vermeidung eines Überkapazitätsabzugs notwendige Bettenauslas-

C-1287/2010 

Seite 29 

tungsgrad von 90% (E. 9.2) mit 85.9% nicht erreicht ([…] = 85.87%, auf-

gerundet 85.9% der maximal möglichen Bettenbelegung). 

9.4.2 Die Beschwerdeführerin […] führt aus, die angegebene Bettenzahl 

entspreche dem Total der im für die Berechnung massgebenden Jahr 

2008 betriebenen Betten und berücksichtige damit den Umstand, dass die 

Klinik während der Betriebsferien vollständig geschlossen war. Würden 

hingegen die Tagesklinikpatienten und deren Pflegetage mitberücksichtigt, 

könnte eine Bettenbelegung von über 100% ausgewiesen werden. Gera-

de im Hinblick auf eine optimale Ressourcenplanung seien beide Patien-

tenkategorien zu berücksichtigen.  

Dem ist nicht so. Massgebend sind einzig die stationären Pflegetage 

(E. 9.4.1). In der Beschwerdeantwort vom […] bringt die Beschwerdefüh-

rerin […] sodann erstmals vor, wegen Wochenendschliessungen einzelner 

Abteilungen könne eigentlich nur von […] durchschnittlich betriebenen 

Betten ausgegangen werden. Damit ergebe sich eine Auslastung von 

über 90%. In der Tat ergäbe sich bei einer Bettenzahl von […] eine Aus-

lastung von über 90% ([…] = 92.24%, abgerundet 92.2% der maximal 

möglichen Bettenbelegung). Dieses neue Vorbringen – eingeleitet mit der 

knappen Aussage, man habe in der "Zwischenzeit die Angaben in den un-

terbreiteten Unterlagen geprüft und feststellen müssen, dass die Anzahl 

betriebener Betten nicht richtig berechnet worden" sei – erfolgt indes ohne 

jegliche ernsthafte Substantiierung oder gar Belege, so dass sie schon 

aus diesem Grund nicht zu hören ist. Angesichts des Umstandes, dass 

der Beschwerdeführerin […] die Bedeutung der Bettenzahl spätestens seit 

dem sie betreffenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. Juli 

2012 klar sein musste, wurde doch damals schon die Frage der Überka-

pazitäten thematisiert (BVGE 2012/18 E. 12), erstaunt diese nunmehr un-

substantiiert geltend gemachte Korrektur sodann noch mehr. Betrachtet 

man schliesslich, dass die Beschwerdeführerin […] in der Beschwerde 

von aufgrund der von ihr angewandten "Mischrechnung" gar bei einer Bet-

tenzahl von […] noch einer Bettenauslastung von 115.9% das Wort gere-

det hat, so grenzt die Gesamtheit der von ihr im Zusammenhang mit der 

Bettenauslastung geltend gemachten Vorbringen an mutwillige Prozess-

führung (Art. 60 Abs. 2 VwVG). 

9.5 Die rein rechnerische Berücksichtigung des Überkapazitätsabzugs 

wurde von beiden Beschwerdeführerinnen nicht in Frage gestellt. Da die-

ser keinen Anlass zu weiteren Bemerkungen gibt, hat es mit dem vom 

Regierungsrat zu Recht in Übereinstimmung mit der PUE vorgenomme-

nen Abzug für Überkapazitäten sein Bewenden.  

C-1287/2010 

Seite 30 

10.  

10.1 Der Regierungsrat hat in Übereinstimmung mit der PUE – ausge-

hend von den aktenkundigen Zusatzversichertenanteilen – in Anwendung 

der bundesrätlichen und auch vom Bundesverwaltungsgericht geschütz-

ten Praxis (BVGE 2012/18 E. 13 mit weiteren Hinweisen) bei den (nicht 

separat ausgewiesenen) Mehrkosten für die Behandlung von zusatzversi-

cherten Patientinnen und Patienten entsprechende Abzüge vorgenom-

men. Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 bestreiten weder den von der 

Vorinstanz angenommenen Anteil an Zusatzversicherten noch die Zuläs-

sigkeit des Abzugs als solchen. Einzelne Beschwerdeführerinnen rügen 

indessen Einzelaspekte, auf welche nachfolgend einzugehen ist.  

10.2  Die Beschwerdeführerin 2.2 (Lindenhof AG) führt betreffend das 

Lindenhofspital aus, zur Prüfung stehe die ungleiche Berechnungssyste-

matik des Mehrkostenabzuges für Zusatzversicherte bei den Privatspitä-

lern. Der Regierungsrat sei der PUE gefolgt und habe bei der Abzugsbe-

rechnung 2% vom Zwischentotal 2 angenommen, infolge offenbar fehlen-

der KTR. Die KTR sei aber noch im Verfahren vor der Vorinstanz offenge-

legt worden, und der Abzug sei – analog dem Vorgehen der Vorinstanz 

bei den übrigen Privatspitälern – auf den Kosten der halbprivat und privat 

Versicherten vorzunehmen (Beschwerde S. 22 f.). Betreffend den Son-

nenhof wird sodann ausgeführt, hinsichtlich des Abzugs der Mehrkosten 

für die "ZV-Patienten" ergebe sich eine kleine Differenz von Fr. 26'649.- zu 

ihren Lasten (Beschwerdeantwort S. 23). 

10.3 Die Beschwerdeführerin 2.3 (Beau-Site AG) rügt betreffend die Klini-

ken Beau-Site und Permanence wiederholt, der Abzug sei – anders als 

bei den anderen Privatspitälern – zu Unrecht auf den anrechenbaren Kos-

ten gemäss Zwischentotal 2 vorgenommen worden, und nicht nur auf den 

Gesamtkosten für Zusatzversicherte gemäss Kostenträgerrechnung (Be-

schwerde S. 31 f.; Beschwerdeantwort S. 23). Eine gleiche Rüge erhebt 

auch die Beschwerdeführerin 2.4 (Salem-Spital AG) (Beschwerde 

S. 33 f.). 

10.4  

10.4.1 Der Regierungsrat äussert sich weder im angefochtenen Be-

schluss noch in seinen Vernehmlassungen und Stellungnahmen im vor-

liegenden Verfahren explizit dazu, bei welchen Spitälern er von welcher 

Grundlage für den Abzug für die (nicht separat ausgewiesenen) Mehrkos-

ten für die Behandlung von zusatzversicherten Patientinnen und Patien-

ten ausgegangen ist. Aus den von der GEF BE am 16. September 2009 

der PUE vorgelegten Tabellenkalkulation ergibt sich freilich, dass dort, wo 

eine solche Spalte vorlag, der Abzug von 2% vom Zwischentotal II der 

Spalte der Zusatzversicherten vorgenommen wurde (Vorakten p 287). 

C-1287/2010 

Seite 31 

Unklar bleibt allerdings, weshalb derlei im eigentlichen Festsetzungsver-

fahren nicht auch für das Lindenhofspital, die Kliniken Beau-Site und 

Permanence sowie das Salemspital erfolgt ist, haben doch diese vier Spi-

täler im Nachgang zur Empfehlung der PUE vom 12. November 2009 

noch eine entsprechende Kostenträgerrechnung nachgereicht, welche je-

denfalls die Aussagekraft hat, wie die von der GEF BE berücksichtigten 

und der PUE vorgelegten Unterlagen (zur Frage, bis wann Unterlagen 

eingereicht werden dürfen, vgl. unten E. 13.4.3). Der entsprechende Ab-

zug ist auch bei diesen vier Spitälern von den Gesamtkosten für Zusatz-

versicherte gemäss Kostenträgerrechnung vorzunehmen.  

10.4.2 Dies führt für die erwähnten vier Spitäler – ausgehend vom von der 

Vorinstanz ermittelten und Bestand habenden Zwischentotal II (ZWT II) – 

zu einem entsprechend korrigierten Abzug der "Mehrkosten für die ZV-

Patienten" und damit zu einem neuen Zwischentotal III (ZWT III):  

 Lindenhof Beau-Site Permanence Salem 

ZWT II […] […] […] […] 

Abzug 

neu 

[…] […]  […]  […]  

ZWT III 

neu 

[…]  […]  […] […]  

 

11.  

Nunmehr aufzunehmen ist, dass der Regierungsrat kalkulatorische Zinsen 

berücksichtigt sowie unter dem Titel "gewichtete Teuerung", umfassend 

Lohnkostenindex-Teuerung von 1.9% und eine LIK-Teuerung von 2.4%, 

die anrechenbaren Kosten um 2.09% - 2.14% heraufgesetzt hat. Die 

diesbezüglich erhobenen Rügen der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 

richten sich nicht gegen dieses Vorgehen als solches. Sie beziehen sich 

lediglich darauf, dass – ausgehend von ihren eigenen Berechnungen – 

die entsprechende "Bemessungsgrundlage", das sog. Zwischentotal III 

(ZWT III), höher sei, womit sich folgerichtig die in Prozenten von diesem 

ZWT III errechneten Zuschläge ebenfalls erhöhen würden. Diese Rüge ist 

insofern zu hören, als der Abzug der "Mehrkosten für die ZV-Patienten" 

bei vier Spitälern korrigiert werden musste und bei diesen damit eine neu-

es ZWT III resultiert (E. 10). Dies hat eine Neukalkulation der Nettobe-

triebskosten zur Konsequenz, die sich wie folgt präsentiert:  

C-1287/2010 

Seite 32 

 Lindenhof Beau-Site Permanence Salem 

ZWT III  […] […] […] […] 

+ kalk. Zinsen  

(Jahreszins von 0.33%) 

[…] […] […] […] 

+ gewichtete Teue-

rung 

[…] 

 

[…] 

 

[…] 

 

[…] 

 

Nettobetriebskosten 

(NBK) 

[…] […] […] […] 

 

12.  

Im Sinne eines Zwischenresultats ist somit festzuhalten, dass der Regie-

rungsrat im angefochtenen Beschluss die umstrittenen Abzüge bzw. nor-

mativen Korrekturen – mit Ausnahme derjenigen betreffend Mehrkosten 

für die Behandlung von zusatzversicherten Patientinnen und Patienten 

(E. 10) – zu Recht vorgenommen hat. Dies führt zu folgenden im Rahmen 

der Tariffestsetzung anrechenbaren Nettobetriebskosten: 

Beschwerdeführerin 2.2.1 (Lindenhof) […] 

Beschwerdeführerin 2.2.2 (Sonnenhof) […] 

Beschwerdeführerin 2.3.1 (Beau-Site) […] 

Beschwerdeführerin 2.3.2 (Permanence) […] 

Beschwerdeführerin 2.4 (Salem) […] 

Beschwerdeführerin 2.5 (PK Linde) […] 

Beschwerdeführerin 2.6 (Siloah) […] 

Beschwerdeführerin 2.7 (Hohmad) […] 

  

C-1287/2010 

Seite 33 

13.   

13.1 Allseits strittig ist sodann der vom Regierungsrat festgesetzte Kos-

tendeckungsgrad von 96%. Der Regierungsrat stellte im angefochtenen 

Beschluss die seiner Auffassung nach geltende Rechtslage dar und wies 

u.a. darauf hin, gemäss der PUE erweise sich bei Spitälern mit einer gu-

ten Kostenstellen- sowie bei Vorliegen einer Kostenträgerrechnung ein 

maximaler Kostendeckungsgrad von 96% als angemessen. Da alle Pri-

vatspitäler in der Lage gewesen seien, der GEF BE die Daten so aufberei-

tet zu liefern, dass eine Differenzierung nach den verschiedenen Versi-

cherungsklassen habe erfolgen können, könne damit hier ein Kostende-

ckungsgrad von 96% zugestanden werden. Abgesehen davon, dass bis-

her kein Spital bekannt sei, dem ein Kostendeckungsgrad von 100% zu-

gestanden worden sei, fehle für die Gewährung der Abgeltung der vollen 

Kosten eine detaillierte Leistungserfassung bei den Ärzten. Eine Abrech-

nung der Honorare durch die Ärzteschaft ersetze eine zeit- oder taxpunkt-

genaue Erfassung der Arztleistungen nicht. 

13.1.1 Die Beschwerdeführerin 1 (santésuisse) weist in ihrer Beschwerde 

in diesem Kontext vorab darauf hin, die Arzthonorare seien nicht (genü-

gend) ausgewiesen worden. Im Übrigen sei ihr durch die Spitäler ganz 

generell die nötige Transparenz nicht gewährt worden. Ihr als einziger 

Trägerin der Kosten von Privatspitälern sei keine Möglichkeit geboten 

worden, die Tarifberechnung nachzuvollziehen. Zu bemängeln seien un-

vollständige Kosten- und Leistungsrechnungen, die (erwähnte) unklare 

Herleitung der Arzthonorare und die unvollständigen und den Versiche-

rern nicht vorliegenden Anlagebuchhaltungen. Zudem habe sie mit Er-

staunen festgestellt, dass zwischen derjenigen Berechnung, welche die 

GEF BE am 16. September 2009 der PUE zur Stellungnahme zugestellt 

habe, und der Schlussberechnung für die Festsetzung zum Teil markante 

Unterschiede bei den Personalkosten, Arzthonoraren sowie den Sachkos-

ten bestanden hätten. Die PUE habe denn auch in ihrer Empfehlung im 

vorinstanzlichen Festsetzungsverfahren bei vier Spitälern einen Kosten-

deckungsgrad von 92% als angezeigt bezeichnet. Selbst wenn alsdann – 

entgegen ihrer Auffassung – im vorinstanzlichen Festsetzungsverfahren 

doch noch für genügend Transparenz gesorgt worden wäre, wäre dies im 

Lichte von Art. 15 VKL zu spät erfolgt und sei aufgrund des Datenstandes 

im massgeblichen damaligen Zeitpunkt zu entscheiden. Unter diesen Um-

ständen rechtfertige sich ein Kostendeckungsgrad von 90%. Diese Aus-

sagen wiederholt sie – zum Teil wortwörtlich – in ihrer Beschwerdeantwort 

vom 1. Juli 2010 zur Beschwerde der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7. 

13.1.2 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 ihrerseits rügen den vom 

Regierungsrat festgesetzten Kostendeckungsgrad von 96% ebenfalls im 

Grundsatz. Diese Kürzung betreffe alle nachgewiesenen Kosten, obwohl 

C-1287/2010 

Seite 34 

sie, die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7, mehrmals dargelegt hätten, sie 

seien bereit, alle Unterlagen zu liefern, welche die Entscheidinstanz noch 

als notwendig erachte. Eine solche Aufforderung sei indessen nie erfolgt. 

Eine detaillierte Leistungserfassung zu verlangen, verkenne, dass die Ärz-

te selbständige Unternehmer seien. Daher sei das Spital nicht in der La-

ge, nachzuweisen, dass die verlangten Honorare die Kosten ersetzten. Im 

Übrigen sei, wenn denn schon, die Kürzung nur "auf den Arztkosten", und 

nicht pauschal auf allen Kosten vorzunehmen. Schliesslich sei ein 

Intransparenzabzug ohnehin nicht zulässig, nachdem bereits ein Bench-

mark durchgeführt worden sei. Diese Ausführungen wiederholen die Be-

schwerdeführenden 2.1 bis 2.7 – zum Teil wortwörtlich – in ihrer Be-

schwerdeantwort vom 17. Mai/30. Juni 2010 zur Beschwerde der Be-

schwerdeführerin 1. 

13.1.3 In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2010 hält die Vorinstanz an 

ihrer Auffassung fest und weist insbesondere noch einmal darauf hin, 

dass bei den Arzthonoraren eine Kostenträgerrechnung mit vollständiger 

Leistungserfassung unabdingbar sei. Es sei Aufgabe des Spitales, seine 

Verträge mit der Ärzteschaft entsprechend auszugestalten, um diesen 

Nachweis erbringen zu können. 

13.2  Die PUE liess sich im Verlaufe des Verfahrens wie vorgesehen zwei 

Mal vernehmen: 

13.2.1 Im Rahmen des Tariffestsetzungsverfahrens ersuchte die GEF BE 

die PUE mit Schreiben vom 16. September 2009 um eine Stellungnahme 

zu den von der GEF BE u.a. für die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 be-

rechneten Tarifen. Sie legte ihrem Schreiben ihre Tarifberechnungen, ihre 

Erläuterungen dazu und "Grundlagen: Kostenrechnungen der Institutio-

nen sowie die Tarifberechnungen der Parteien" bei. In ihrer Berechnung 

ging die GEF BE bei vier Spitälern von einem Kostendeckungsgrad von 

92% aus (Beau-Site, Permanence, Salem, Lindenhof). Auf Nachfrage der 

PUE lieferte die GEF BE noch weitere Unterlagen und Auskünfte nach. In 

ihrer Empfehlung vom 12. November 2009 erachtete die PUE alsdann für 

die vier bereits erwähnten Spitäler ebenfalls einen Kostendeckungsgrad 

von 92% für angezeigt. Für deren drei (Beau-Site, Permanence und Sa-

lem), weil diese nur eine Kostenstellenrechnung eingereicht hätten, für ei-

nes (Lindenhofspital), weil trotz Vorliegens einer Kostenträgerrechnung 

bei den KVG-Patienten nicht zwischen den verschiedenen Versicherungs-

klassen differenziert werden könne (Vorakten p 296 ff.). 

13.2.2 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens erklärte die PUE in ihrer 

Eingabe vom 8. September 2010, dass sie die Tarifkalkulationen im ange-

fochtenen Beschluss, welche der gängigen Rechtspraxis entsprächen,  

C-1287/2010 

Seite 35 

nachvollziehen und diese grundsätzlich stützen könne. Sie wies allerdings 

ergänzend darauf hin, nach ihrer am 12. November 2009 erfolgten Emp-

fehlung im Festsetzungsverfahren hätten die Kliniken noch umfangreiches 

Datenmaterial nachgeliefert. Sie äussere sich nicht dazu, bis zu welchem 

Zeitpunkt derlei noch zulässig sei. Aufgrund der grossen Anzahl nachge-

lieferter Zahlen und Korrekturen, habe sich aber "die Unsicherheit bezüg-

lich Datenqualität eher vergrössert denn verkleinert". Sie halte deshalb bei 

den vier Spitälern Beau-Site, Permanence, Salem, Lindenhof nach wie 

vor an den Kostendeckungsgraden gemäss Tarifempfehlung vom 12. No-

vember 2009, also von 92%, fest. Deshalb spreche sie sich auch dagegen 

aus, dass beim Lindenhofspital noch die Kosten einer ganzen Abteilung 

heraus gerechnet würden, um damit einen separaten Tarif für die Psycho-

somatik zu berechnen.  

13.2.3 Die Beschwerdeführerin 1 bemängelt in ihrer Stellungnahme vom 

5. Oktober 2010 (zur Eingabe der PUE vom 8. September 2010), "dass 

aufgrund der wiederholt durch die Spitäler nachgereichten, weder über-

blick- noch nachvollziehbaren Daten die Tarife schrittweise an die Forde-

rungen der Spitäler angenähert" worden seien. Die Daten seien zudem 

nicht gesichert, weshalb – selbst, wenn nachträgliche Datenlieferungen 

zulässig gewesen wären – der Kostendeckungsgrad maximal 90% betra-

gen dürfe. 

13.2.4 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 halten in ihren zwischen 

dem 4. und dem 14. Oktober 2010 eingereichten Stellungnahmen (zur 

Eingabe der PUE vom 8. September 2010) dafür, das Nachreichen von 

präzisierenden Daten sei im Rahmen eines erstinstanzlichen Tariffestset-

zungsverfahrens aufgrund der anwendbaren Regelungen von Art. 12 

VwVG verfahrensrechtlich ohne Weiteres zulässig. Die Auffassung der 

PUE, wonach die Datenqualität unsicher sei, erfolge "völlig pauschal" und 

sei nicht andeutungsweise substantiiert.  

13.3  

13.3.1 Das BAG ruft in seiner Stellungnahme vom 29. November 2010 in 

Erinnerung, dass der Kostendeckungsgrad von der Transparenz der vor-

gelegten Kostenrechnung abhänge, und legt die Rechtsprechung des 

Bundesrats zur Kostendatentransparenz sowie die in der VKL enthaltenen 

Anforderungen an die von den Spitälern bereit zu haltenden Kostendaten 

dar. Darüber hinaus hält es fest, die Kostendeckungsgrade der PUE zu 

überschreiten, sei zweifelhaft. Sodann gehe es nicht an, sich wie die Be-

schwerdeführenden 2.1 bis 2.7 auf den Standpunkt zu stellen, nachträg-

lich im Rahmen des Festsetzungsverfahrens – nach Stellungnahme der 

PUE – noch Daten zu liefern, die ausschliesslich die Entscheidinstanz 

noch als notwendig erachte. Das BAG äussert sich hingegen nicht konkret 

C-1287/2010 

Seite 36 

dazu, auf welcher Höhe der Kostendeckungsgrad für die Beschwerdefüh-

renden 2.1 bis 2.7 aufgrund der vorliegenden Unterlagen seiner Ansicht 

nach jeweils einzusetzen wären. 

13.3.2 Die Beschwerdeführerin 1 erneuert in ihrer Stellungnahme vom 

11. Januar 2011 (zur Eingabe des BAG vom 29. November 2010) ihre Auf-

fassung, wonach die Spitäler die notwendigen Daten zu spät und unvoll-

ständig geliefert hätten, und schliesst, sie halte nach wie vor einen Kos-

tendeckungsgrad von maximal 90% für gerechtfertigt. 

13.3.3 Die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 halten in ihren zwischen 

dem 14. und dem 17. Januar 2011 eingereichten Stellungnahmen (zur 

Eingabe des BAG vom 29. November 2010) an ihrem Standpunkt fest, sie 

hätten "sehr wohl die Zahlen geliefert". Zudem bestreiten sie die sachge-

genständlichen Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 und erneuern, 

die Daten seien "nicht zu spät, nicht unvollständig und auch nicht falsch 

eingereicht" worden.  

13.4 Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts überzeugen die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin 1, weshalb der Kostendeckungsgrad 

tiefer anzusetzen sei, ebenso wenig wie die Begründungen der Be-

schwerdeführenden 2.1 bis 2.7 für einen Kostendeckungsgrad von 100%. 

13.4.1 Die Ermittlung der Kosten und die Erfassung der Leistungen müs-

sen – wie in E. 4.4.2 ausgeführt – gemäss den Vorgaben der VKL erfol-

gen, in welcher die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze zur 

Nachvollziehbarkeit der Kosten übernommen wurden (vgl. BVGE 2012/18 

E. 16.5; vgl. BVGE 2010/25 E. 4.2 Ingress und in BVGE 2010/62 [C-

7967/2008] nicht veröffentlichte E. 4.8.7.1, je m.w.H.). Zur Beurteilung des 

für den Kostendeckungsgrad vorzunehmenden Abzuges ist somit die 

Qualität und Transparenz der im vorliegenden Fall aktenkundigen Unter-

lagen zu bewerten und gemäss den dargelegten Richtlinien zu kategori-

sieren. 

13.4.2 Vorab ist auf das Vorbringen der Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 

einzugehen, ein Intransparenzabzug sei nicht zulässig, nachdem bereits 

ein Benchmark inkl. der Investitions- und Kapitalkosten durchgeführt wor-

den sei. Wenn schon der Tarif des besten Vergleichsspitals Ausgangs-

punkt sei, auf das die anderen herabgekürzt würden, könne nicht mit ei-

nem Pauschalabzug das Niveau des Vergleichsspitals noch einmal unter-

boten werden. Diese Auffassung hat im Ergebnis einiges für sich, erfolgt 

doch ein allfälliges Korrektiv bei einem keine hinreichend transparente 

und vollständige Kostenrechnung vorlegenden Spital über die Anglei-

chung an den Benchmark, und nicht (zusätzlich noch) über die vorgängi-

C-1287/2010 

Seite 37 

ge Vornahme eines Intransparenzabzugs zum Abschluss der Ermittlung 

der benchmarking-relevanten Betriebskosten. Diese bilden zwar für das 

Spital durchaus und nach wie vor Grundlage für Tarifverhandlungen (oder 

-festsetzungsbegehren); der zu vereinbarende oder festzusetzende Tarif 

hat aber nicht diesen Kosten zu entsprechen, sondern sich am Tarif des 

Spitals, welches den Benchmark bildet, zu richten. (In Frage gestellt wäre 

das System einzig dann, wenn keine oder zu wenige Spitäler eine den An-

forderungen entsprechende Kostenrechnung vorlegten hätten und des-

halb kein rechtskonformes Benchmarking möglich wäre). Genau deswe-

gen besteht denn im Rahmen der neuen Spitalfinanzierung auch keine 

Rechtfertigung mehr für einen Intransparenzabzug (Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts C-1698/2013 vom 7. April 2014 E. 9.2). Allerdings ist 

nach der vorliegend einzig und nach wie vor anwendbaren Rechtspre-

chung zu Art. 49 Abs. 1 KVG in der bis zum Inkrafttreten der neuen Spital-

finanzierung anwendbaren Form (vgl. E. 1.1.2) die Frage der wirtschaftli-

chen Leistungserbringung (welche z.B. mittels Benchmarking geprüft 

wird) von der Frage der Kostentransparenz und eines aufgrund eines all-

fälligen Intransparenzabzuges reduzierten Kostendeckungsgrades zu 

trennen (vgl. oben E. 5.1.2; BVGE 2012/18 E. 16.12). Für diesen "alt-

rechtlich" zu beurteilenden Fall davon abzuweichen, besteht – nicht zu-

letzt vor dem Hintergrund von Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 

18. April 1998 (BV, SR 101) – kein Anlass. 

13.4.3 Alsdann gilt es – in der gebotenen Kürze und soweit notwendig – 

auf die Frage des (von der Beschwerdeführerin 1 geltend gemachten Ver-

passens des) richtigen Zeitpunktes der Einreichung der von Art. 9 f. VKL 

verlangten Daten (E. 4.4.2.3 f.) einzugehen.  

13.4.3.1 Massgebende Rechtsgrundlage für die gemäss Art. 9 f. VKL zu 

erhebenden und auszuweisenden Daten stellt Art. 15 VKL dar, wonach 

Spitäler und Pflegeheime verpflichtet sind, die Unterlagen eines Jahres ab 

dem 1. Mai des Folgejahres zur Einsichtnahme bereit zu halten. Zur Ein-

sichtnahme berechtigt sind – wie sich dies bereits aus Art. 49 Abs. 6 KVG 

ergibt – die Genehmigungsbehörden, die fachlich zuständigen Stellen des 

Bundes sowie die Tarifpartner. Keine Aussage enthalten KVG und VKL in-

dessen zur Frage, welches die Konsequenzen einer gänzlich fehlenden 

oder einer "scheibchenweisen" Lieferung sind. Dazu existiert auch keine 

einschlägige Rechtsprechung. 

13.4.3.2 Das schweizerische System zur Festlegung der Spitaltarife be-

ruht – wie dargelegt – auf dem Verhandlungsprimat (E. 4.2). Ausgangs-

punkt für die entsprechenden Verhandlungen mit dem Tarifpartner bilden 

– alt-, wie neurechtlich – die relevanten Betriebskosten (E. 14.4.2). Diese 

sind denn auch – wie dies Art. 15 VKL festlegt – offenzulegen, und zwar 

C-1287/2010 

Seite 38 

von Anfang und vollständig. Nur so können Verhandlungen im Sinne des 

Gesetzes überhaupt sinnvollerweise erfolgen. 

13.4.3.3 Dies bedeutet aber nicht, dass bei fehlenden oder noch ungenü-

genden Daten im gerade (auch) deswegen nötig gewordenen Tariffestset-

zungsverfahren die den Tarif festsetzende Behörde keine Untersuchun-

gen vornehmen dürfte oder unter Umständen gar müsste, stehen doch 

derartige Handlungen selbst dem Bundesverwaltungsgericht unter gewis-

sen Umständen noch zur Verfügung (E. 1.3.2 f.). Es ist denn auch Aufga-

be der zuständigen Kantonsregierung, im Rahmen der Tarifgenehmi-

gungs- oder -festsetzungsverfahren die entscheiderheblichen Tatsachen 

festzustellen, dies trotz Mitwirkungspflichten der Spitäler. Darauf weist 

denn auch die Vorinstanz zu Recht hin, etwa in ihren Schlussbemerkun-

gen vom 14. Januar 2011. 

13.4.3.4 Eine davon unabhängige Frage ist freilich diejenige, wie ent-

scheidrelevant sich Zahlen erweisen (können), welche erst im Verlaufe 

des Verfahrens und damit nachträglich zum im Art. 15 VKL vorgesehenen 

Zeitpunkt produziert, sprich offengelegt, werden. Die Antwort darauf ist im 

Rahmen der nachfolgenden Bewertung der Qualität und Transparenz der 

im vorliegenden Fall aktenkundigen Unterlagen zu geben (E. 13.4.1). 

13.4.4  

13.4.4.1 In den dem Gericht vorliegenden Vorakten befinden sich in Be-

zug auf die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 neben einer Tarifkalkulation 

die folgenden Unterlagen für das Jahr 2008: Ein Erhebungsformular KTR 

2008, jeweils eine "Gesamtübersicht sowie Berichtigung / Abgrenzung 

von Finanzbuchhaltung und Betriebsbuchhaltung 2008" (Kostenartenrech-

nung), je eine Kostenstellenrechnung für die Hauptkostenstellenrechnung 

stationär und je Vollständigkeits- und Richtigkeitserklärungen zur Rech-

nungslegung 2008. Zudem liegen für die Klinik Beau-Site, das Salem-

Spital sowie die Klinik Permanence Unterlagen über den (Anla-

ge-)Bestand der Mobilien sowie die kalkulatorische Abschreibung von 

Gebäuden und Mobilien vor. Kalkulatorische Abschreibungen auf be-

triebsnotwendigem Anlagevermögen finden sich auch in den Unterlagen 

für die Klinik Linde sowie für die Klinik Sonnenhof, nämlich solche für Im-

mobilien und Mobilien und eine Anlage-Analyse. Für das Lindenhofspital 

wurden schliesslich zusammen mit der Beschwerde an das Bundesver-

waltungsgericht noch weitere Unterlagen eingereicht (Verdichtung Kosten 

/ Erträge, Kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen [Auszug aus der 

Anlagebuchhaltung]). 

13.4.4.2 Nach der eben gemachten Darlegung ist auf das Ansinnen der 

Beschwerdeführerin 1 auf Reduktion des Kostendeckungsgrads auf 90% 

C-1287/2010 

Seite 39 

einzugehen. Abgesehen davon, dass die entsprechenden Vorbringen 

letztlich auch als wenig substantiiert bezeichnet werden müssen, spielt 

der von der Beschwerdeführerin 1 stark betonte Umstand der Datenliefe-

rung erst auf Aufforderung hin – wie dargelegt (E. 13.4.3.3) – für die vor-

liegende Beurteilung von Datentransparenz und -qualität keine generell 

ausschliessende Rolle. Da gerade durch für die von der PUE noch mit ei-

nem Kostendeckungsgrad von 92% bedachten Spitäler (E. 13.2.1 f.) im 

Festsetzungsverfahren relevante Unterlagen nachgeliefert worden sind, 

ist die Annahme der Vorinstanz, es liege eine hinreichend gute Kosten-

stellen- und eine ausreichend detaillierte Kostenträgerrechnung für die 

Erhöhung des Kostendeckungsgrades auf 96% auch für diese Spitäler 

vor, nicht zu beanstanden. 

13.4.4.3 Umgekehrt steht aber auch eine Erhöhung des Kostende-

ckungsgrades auf 100% ausser Frage. Wie dies schon die Vorinstanz zu-

treffend ausgeführt hat, gebricht es an der ausreichenden Leistungserfas-

sung der Arzthonorare. Diese müssen zwingend detailliert ausgewiesen 

sein, ansonsten die gesetzlich vorgesehene Überprüfung des zulasten der 

OKP zu Verrechnenden nicht möglich ist. Abgesehen davon, dass es sich 

die Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 angesichts der unmissverständli-

chen Vorgaben der VKL (E. 4.4.2) betreffend Dateneinreichung mit der la-

pidaren Bemerkung, sie hätten stets angeboten, alle Unterlagen zu lie-

fern, welche die Entscheidinstanz noch als notwendig erachte, generell zu 

einfach machen (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 2.4.3), sind diese zentralen Da-

ten von ihr eben gerade nicht geliefert worden. Wie die Vorinstanz in ihrer 

Vernehmlassung vom 17. Mai 2010 zu Recht ausführt, wäre es den Spitä-

lern frei gestanden, eine vollständige Leistungserfassung verlangende 

Verträge mit der Ärzteschaft abzuschliessen. Da genau diese Leistungser-

fassung zentral ist, zielt auch der von Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 

angeführte Vergleich mit dem Lohnvolumen der bei öffentlichen Spitälern 

angestellten Ärztinnen und Ärzten an der massgeblichen Frage vorbei. 

Nicht zu folgen ist den Beschwerdeführenden 2.1 bis 2.7 sodann, wenn 

sie geltend machen, die Abzüge seien – wenn schon – "auf den Arztteil zu 

beschränken". Die Spitäler verkennen mit dieser Argumentation, dass der 

Intransparenzabzug aufgrund einer Gesamtbeurteilung der der Tarifbe-

rechnung zugrunde liegenden Berechnungsqualität und deren Qualität 

(bezüglich Kostendeckungsgrad) vorgenommen wird und einen Mangel in 

der Datenqualität sanktioniert. Diese Sanktion erfolgt in Bezug auf eine 

fehlende umfassende Kostentransparenz und hat sich somit auch auf die 

gesamten Kosten zu beziehen. Solange keine umfassend ausreichende 

Datenqualität und -transparenz gegeben ist, ist auch keine (virtuelle) Ab-

grenzung zwischen (angeblich) vollständig und transparent ausgewiese-

C-1287/2010 

Seite 40 

nen und anderen Daten vorzunehmen (BVGE 2012/18 E. 16.10 mit weite-

ren Hinweisen).  

13.4.4.4 Damit hat es beim von der Vorinstanz im Einklang mit der ständi-

gen Rechtsprechung (E. 5.1.2; BVGE 2012/18 E. 16.4 mit weiteren Hin-

weisen) festgelegten Kostendeckungsgrad von 96% sein Bewenden. 

14.  

14.1 Wie bereits erwähnt (vgl. E. 4.2), hat die Kantonsregierung den Tarif 

auch im Einklang mit dem Gesetz und den Geboten der Wirtschaftlichkeit 

und Billigkeit festzusetzen (vgl. Art. 46 Abs. 4 KVG).  

14.2  

14.2.1 Bei Vergleichen zwischen Spitälern dürfen nach der Rechtspre-

chung freilich nicht einfach die blossen Tarife einander gegenüber gestellt 

werden, weil damit nicht gewährleistet ist, dass Gleiches mit Gleichem 

verglichen wird und daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden. Eine 

taugliche Vergleichsbasis besteht daher nur dann, wenn Kosten einander 

gegenüber gestellt werden, die auf vergleichbare Leistungen entfallen. In 

diesem Sinne sind zunächst die mit den strittigen Tarifen abgegoltenen 

Leistungen eines Spitals sowie die darauf entfallenden Kosten zu bestim-

men und sodann den Leistungen sowie Kosten eines oder mehrerer an-

derer Spitäler (im Folgenden: Referenzspitäler) gegenüber zu stellen. Der 

anhand der Zahlen der Referenzspitäler ermittelte Wert wird als Bench-

mark (oder auch als Referenzwert oder Vergleichswert) bezeichnet, die 

Methode zur Bestimmung und zum Verg