# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ecef655-1437-5483-89e9-875718767c21
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 06.05.2024 PQ240020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ240020_2024-05-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: PQ240020-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. R. Bantli Keller und Ersatzrichterin lic. iur. N. Jeker sowie 

Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Würsch

Urteil vom 6. Mai 2024

in Sachen

1. A._____,
2. B._____, 
3. C._____, 
4. D._____, 
Beschwerdeführer

1, 2, 3, 4 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

betreffend Wahl Vormundsperson 

Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Bülach vom 21. Februar 2024 
i.S. E._____, geb. tt.mm.2023; VO.2023.39 (Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Kreis Bülach Süd)

- 2 -

Erwägungen:

I.

1.  E._____, geboren tt.mm.2023, ist der Sohn der noch minderjährigen F._____ 

(nachfolgend F._____ oder Mutter), geboren tt.mm.2006. Der Vater ist unbekannt. 

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kreis Bülach Süd errichtete mit Ent-

scheid vom 28. September 2023 gestützt auf Art. 327a ZGB eine Vormundschaft 

sowie eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB für E._____. Zur Vormundin 

wurde G._____, kjz Kloten, und zur Beiständin H._____, Amt für Jugend und Be-

rufsberatung, ernannt. Die Vormundin wurde aufgefordert, ein Inventar über die zu 

verwaltenden Vermögenswerte des Kindes aufzunehmen und der KESB einzurei-

chen. Die Beiständin wurde hauptsächlich mit den Aufgaben betraut, für die Fest-

stellung der Vaterschaft und die Regelung des Unterhalts des Kindes zu sorgen 

und seine Interessen im Falle der prozessualen Feststellung der Vaterschaft zu 

vertreten. Einer allfälligen Beschwerde entzog die KESB die aufschiebende Wir-

kung (BR act. 1 = KESB act. 24). 

2.  Gegen diesen Entscheid gelangten E._____, F._____, A._____ (Grossmutter 

von E._____, nachfolgend Beschwerdeführerin 1), B._____ (Urgrossvater von 

E._____, nachfolgend Beschwerdeführer 2), C._____ (Urgrossmutter von E._____, 

nachfolgend Beschwerdeführerin 3) sowie D._____ (Grosstante von E._____, 

nachfolgend Beschwerdeführerin 4) mit Beschwerde vom 30. Oktober 2023 an den 

Bezirksrat Bülach und beantragten übereinstimmend, es sei die Beschwerdeführe-

rin 1, eventualiter der Beschwerdeführer 2, subeventualiter die Beschwerdeführe-

rin 3 und subsubeventualiter die Beschwerdeführerin 4 als Vormundin bzw. Vor-

mund für E._____ zu bestellen (BR act. 2).

Der Bezirksrat holte nach Eingang der Beschwerde die Stellungnahme der 

KESB ein (BR act. 5 und 6), gewährte den Beschwerdeführern Gelegenheit zur 

Stellungnahme, zog die Akten der KESB betreffend E._____ sowie betreffend 

F._____ bei und nahm Ausdrucke aus den Facebook- und Instagram-Konten der 

Beschwerdeführerin 1 (BR act. 15) zu den Akten. Nach Stellungnahme der Be-

schwerdeführer zu den beigezogenen Akten (BR act. 23) wies der Bezirksrat mit 

- 3 -

Urteil vom 21. Februar 2024 die Beschwerde ab (Dispositiv-Ziff. I), auferlegte die 

Kosten den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung (Dispositiv-Ziff. II) und 

sprach ihnen keine Parteientschädigung zu (Dispositiv-Ziff. III). Gleichzeitig entzog 

er einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Dispositiv-Ziff. IV; 

act. 3/A = act. 6 [Aktenexemplar] = BR act. 26).

3.  Am 25. März 2024 (Poststempel) reichten die Beschwerdeführer bei der II. Zi-

vilkammer des Obergerichts Beschwerde gegen das Urteil der Vorinstanz ein und 

stellten gemeinsam folgende Anträge (act. 2 S. 2 f.):

"1 Ziff. l. - lV. des Urteils des Bezirksrats Bülach vom 21. Februar 
2024 seien aufzuheben.
Statt Frau G._____, kjz Kloten, sei
- die Beschwerdeführerin 1 und Grossmutter von E._____,
- eventualiter der Beschwerdeführer 2, deren Vater und Ur-

grossvater E._____s,
- subeventualiter die Beschwerdeführerin 3, Mutter der Be-

schwerdeführerin 1 und Urgrossmutter E._____s,
- subsubeventualiter die Beschwerdeführerin 4, Patin und 

Tante der Kindsmutter,
als Vormundin bzw. als Vormund des Beschwerdeführers 1 [recte 
von E._____] zu bestellen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten 
der Beschwerdegegnerin."

Ausserdem beantragen die Beschwerdeführer, es sei ihrer Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen (act. 2 S. 3). Die Akten des Bezirksrats (act. 7/1-

28, zitiert als BR act.) sowie die Akten der KESB betreffend E._____ (act. 7/7/1-31 

und 9/32-44, zitiert als KESB act. 1-44) und betreffend F._____ (act. 7/11/1-122, 

zitiert als BR act. 11/1-122) wurden beigezogen. Da sich die Sache sogleich als 

spruchreif erweist, ist auf Weiterungen zu verzichten.

- 4 -

II.

1.  

1.1.  Das Verfahren vor den gerichtlichen Beschwerdeinstanzen richtet sich primär 

nach dem ZGB und subsidiär im Sinne einer Kaskade nach den Bestimmungen des 

Einführungsgesetzes zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (EG KESR), des 

Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG) sowie der Zivilprozessordnung (Art. 450f 

ZGB; § 40 EG KESR).

1.2.  Die Beschwerde wurde innert 30-tägiger Rechtsmittelfrist bei der zuständigen 

Instanz eingereicht (BR act. 26 Anhang) und enthält Anträge sowie eine Begrün-

dung derselben. Die Beschwerdeführer sind als unterliegende Parteien im vorin-

stanzlichen Verfahren zur Beschwerde an die Kammer legitimiert (Art. 450 Abs. 2 

Ziff. 1 ZGB, BR act. 2).

2.  Mit der Beschwerde gemäss §§ 64 ff. EG KESR i.V.m. Art. 450 ff. ZGB können 

neben Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung eine Rechtsverletzung, die un-

richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes oder 

Unangemessenheit des Entscheides gerügt werden (Art. 450a Abs. 1 ZGB). Es gilt 

sowohl für das Verfahren vor der KESB wie auch vor den Beschwerdeinstanzen 

die umfassende Untersuchungsmaxime (Art. 446 ZGB und § 65 EG KESR; BGer 

5A_770/2018 vom 6. März 2019 E. 3.2). Von der Beschwerde führenden Partei ist 

allerdings darzulegen und aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als 

fehlerhaft erachtet wird. Sie muss sich sachbezogen mit den Entscheidgründen des 

angefochtenen Entscheides auseinandersetzen und darlegen, inwiefern die Vorin-

stanz das Recht falsch angewendet bzw. den Sachverhalt unrichtig festgestellt ha-

ben soll. Dies gilt auch im Bereich der Untersuchungsmaxime (BGE 141 III 569 

E. 2.3.3 und BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Die Beschwerdeinstanz kann den angefoch-

tenen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüfen. 

Sie darf sich aber primär auf die geltend gemachten Rügen und Anträge konzen-

trieren (BSK ZGB I-DROESE, Art. 450a N 5). Neue Vorbringen (sog. Noven) können 

bis zum Beginn der Beratungsphase unbeschränkt eingebracht werden (vgl. 

BGE 142 III 413 E. 2.2.6).

- 5 -

3.  

3.1.  Die KESB hörte F._____ sowie die Beschwerdeführerinnen 1 und 3 gemein-

sam an. Dabei anerbot die Beschwerdeführerin 1, gerne die Vormundschaft für 

E._____ zu übernehmen (KESB act. 4). Die KESB zog daraufhin Auskünfte ein, 

namentlich den Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamts Bassersdorf-Nü-

rensdorf der Beschwerdeführerin 1 (KESB act. 9) sowie Auszüge des Personen-

standsverzeichnisses (KESB act. 20 f.). Die KESB unterrichtete F._____ mit 

Schreiben vom 24. August 2023, sie beabsichtige die Einsetzung einer amtlichen 

Vormundsperson (KESB act. 15), und mit Schreiben vom 5. September 2023, sie 

gedenke zugleich eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB für E._____ zur 

Feststellung der Vaterschaft und Regelung des Unterhalts zu errichten (KESB 

act. 18). Zur Begründung des Entscheids vom 28. September 2023 führte die KESB 

aus, sie anerkenne das grosse Engagement der Beschwerdeführerin 1 in der tägli-

chen Betreuung von E._____ und der Unterstützung ihrer Tochter F._____. Die 

finanziellen Interessen von E._____, insbesondere mit Blick auf seine unterhalts-

rechtlichen, erbrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Ansprüche, würden 

hingegen die Einsetzung einer Fachperson als Vormundsperson erfordern 

(BR act. 1 S. 3 E. 5 = KESB act. 24).

3.2.  Die Vorinstanz erwog zur Eignung der Beschwerdeführerin 1 als Vormundin, 

der Betreibungsregisterauszug sei umfangreich, auch wenn der Grossteil der For-

derungen mittlerweile beglichen sei. Überdies habe Rechtsanwältin Y._____, wel-

che F._____ und ihren Bruder in der Teilung der Erbschaft ihres am tt.mm.2022 

verstorbenen Vaters (Grossvater von E._____) vertrete, zu verstehen gegeben, die 

Beschwerdeführerin 1 benötige im Umgang mit den Finanzen Unterstützung 

(KESB-act. 121 S. 6 [F._____]). Hinzu komme, dass die Schule in I._____ der 

KESB am 26. Januar 2021 eine Gefährdungsmeldung erstattet habe (KESB-act. 

2/2 [F._____]), weil F._____ seit den Herbstferien in der Schule oft gefehlt habe. 

Die Beschwerdeführerin 1 habe der Schule erklärt, sie wolle ihre Tochter von der 

öffentlichen Schule abmelden und sie selber beschulen, weil sie befürchte, F._____ 

könne wie bereits am früheren Wohnort in J._____ gemobbt werden. Es sei zu 

Spannungen zwischen der Lehrperson, der Schulleitung und der Beschwerdefüh-

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rerin 1 gekommen, deren Höhepunkt ein Telefonanruf des Beschwerdeführers 2 

auf das Handy der Lehrperson gewesen sei, in welchem er sich bedrohlich geäus-

sert habe. Die Aussprache der Schule mit der Beschwerdeführerin 1 und dem Be-

schwerdeführer 2 im Januar 2022 habe abgebrochen werden müssen, weil die Be-

schwerdeführerin 1 den Klassenlehrer ständig unterbrochen habe und sehr anwalt-

schaftlich für F._____ aufgetreten sei. Sie habe auf der Weiterbeschulung ihrer 

Tochter in I._____ bestanden und dem Schulleiter vorgeworfen, über F._____ nicht 

neutral zu urteilen. Eine tragende Lösung über die Beschulung sei nicht zustande 

gekommen. Die Vorinstanz resümierte, auch wenn unklar sei, worauf die finanziel-

len Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin 1 und die schulischen Probleme von 

F._____ zurückzuführen seien, habe sich die Beschwerdeführerin 1 sehr anwalt-

schaftlich für ihre Tochter eingesetzt, dabei keine genügende emotionale Distanz 

gezeigt und sich gegenüber der Schule unkooperativ sowie ausfällig verhalten. 

Ausserdem sei sie in den sozialen Netzwerken aktiv und veröffentliche unter einem 

Pseudonym Filme, die bezüglich des Kindesschutzes grenzwertig seien. Ihre Akti-

vitäten auf den sozialen Medien erweckten den Eindruck mangelnder Seriosität. 

Die Beschwerdeführerin 1 erscheine unter diesen Umständen als Vormundin von 

E._____ ungeeignet (act. 6 S. 10 ff. E. 3.3.2 f.). Auch der Beschwerdeführer 2 sei 

gegenüber dem Klassenlehrer ausfällig geworden und die Beschwerdeführerin 4 

habe einen Strafantrag gegen den Klassenlehrer angekündigt. Die Beschwerde-

führerin 3 sei zwar bisher nicht in Erscheinung getreten, das unangemessene Ver-

halten der anderen Familienmitglieder zeige aber, dass die Familie sämtliche be-

hördlichen Interventionen oder Hilfestellungen als Einmischung ablehne. Auch die 

Beschwerde der vier Familienmitglieder sei Ausdruck dieser Einstellung (act. 6 

S. 18 E. 3.3.3).

4. Die Beschwerdeführer bringen dagegen zusammengefasst vor, die Vorin-

stanz habe der Beschwerdeführerin 1 die Eignung als Vormundin zu Unrecht ab-

gesprochen. Die früheren finanziellen Schwierigkeiten seien Folge der ehelichen 

Auseinandersetzung und der geringen Zahlungsmoral des zwischenzeitlich verstor-

benen Ehemannes gewesen. Es sei kein zu verwaltendes Vermögen von E._____ 

vorhanden, weshalb abgesehen von unterhaltsrechtlichen Ansprüchen keine finan-

ziellen Kindesinteressen zu wahren und vertreten seien (act. 2 S. 10 Rz 16). Das 

- 7 -

angeblich anwaltschaftliche Auftreten der Beschwerdeführerin 1 zeige, dass sie 

sich für ihre Tochter engagiere. Der Vorwurf, sie habe sich unkooperativ verhalten, 

sei spekulativ und werde im Bericht der Beiständin von F._____ widerlegt (act. 2 

S. 12 Rz 20). Es gelte in der kurzen Zeit bis zur Volljährigkeit von F._____ im No-

vember 2024 keine besonderen Interessen von E._____ zu wahren. Seine Interes-

sen im Zusammenhang mit der Vaterschaft und den Unterhaltsansprüchen würden 

bereits durch die dafür eingesetzte Beiständin wahrgenommen (act. 2 S. 11 Rz 19). 

Auch die Aktivitäten der Beschwerdeführerin 1 in den sozialen Medien sprächen 

nicht gegen ihre Ernennung. Die Beiträge hielten sich in Bezug auf Nacktheit und 

Freizügigkeit an die Richtlinien der Social-Media-Plattformen und beträfen die Be-

reiche Mode, Lifestyle, Beauty und Reisen. Die Internet-Präsenz berge für sie das 

Potential, Einnahmen zu generieren, habe nichts mit ihrem Familienleben zu tun 

und hindere sie nicht daran, eine verantwortungsvolle Vormundin für E._____ zu 

sein (act. 2 S. 12 Rz 21).

5.  

5.1.  Die Beschwerdeführer bestreiten die Notwendigkeit der Vormundschaft für 

E._____ nicht (vgl. act. 2 S. 9 Rz 13). E._____ ist heute 1¼-jährig. F._____ ist min-

derjährig und wird die Volljährigkeit am tt.mm.2024 erlangen; der Vater von 

E._____ ist unbekannt. Die Voraussetzung zur Ernennung einer Vormundsperson 

gemäss Art. 327a ZGB, namentlich die fehlende elterliche Sorge, ist erfüllt. 

5.2.  Der Streit dreht sich um die Frage, wer als Vormundsperson einzusetzen ist 

und primär darum, ob die Beschwerdeführerin 1 als Vormundin ihres Enkels geeig-

net ist. Gemäss Art. 327c ZGB i.V.m. Art. 400 Abs. 1 ZGB ernennt die KESB als 

Beistand oder Beiständin eine natürliche Person, die für die vorgesehenen Aufga-

ben persönlich und fachlich geeignet ist, die die dafür erforderliche Zeit einsetzen 

kann und die Aufgaben selber wahrzunehmen imstande ist. Nach Art. 401 Abs. 2 

ZGB berücksichtigt die KESB, soweit tunlich, Wünsche der Angehörigen oder an-

derer nahestehender Personen. Die rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz (act. 6 

S. 9 f. Rz 3.3.1) sowie die Konkretisierungen in der Beschwerdeschrift (act. 2 

Rz 13, 15, und 17 mit Verweis auf BSK ZGB I-REUSSER, Art. 400 N 22 und 24) sind 

- 8 -

zutreffend, weshalb darauf verwiesen und auf eine Wiederholung verzichtet werden 

kann. 

Die Beschwerdeführer sind enge Verwandte und Angehörige von E._____, 

welche ihn kennen und im Fall der Beschwerdeführerin 1 regelmässig betreuen. 

Die Beschwerdeführer wünschen im Hauptantrag übereinstimmend die Einsetzung 

der Beschwerdeführerin 1 als Vormundin.

5.3.  F._____ wird in rund sieben Monaten volljährig, mit welchem Ereignis die Vor-

mundschaft bereits wieder enden wird. Die Vorinstanz erklärte ebenfalls, die Vor-

mundschaft daure nur bis tt.mm.2024 (act. 6 S. 18 E. 3.3.3). Gründe, F._____ 

könnte die elterliche Sorge für E._____ nach Erreichen der Volljährigkeit allenfalls 

nicht übernehmen, ergeben sich derzeit aus den Akten nicht schlüssig. 

Das Kantonsgericht des Kantons Glarus errichtete im Rahmen des hängigen Ehe-

scheidungsverfahrens zwischen der Beschwerdeführerin 1 und dem mittlerweile 

verstorbenen Vater von F._____ (und Ehegatten der Beschwerdeführerin 1) am 3. 

März 2021 eine Beistandschaft für F._____ gestützt auf Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB, 

weil sie in der Schule gemobbt wurde, sie unter Depressionen litt und aufgrund 

diverser psychologischer Belastungen nicht mehr zur Schule gehen wollte und 

auch nicht mehr ging (u.a. BR act. 11/16). 

5.4. Im Rechenschaftsbericht vom 21. März 2023 für die Zeit vom 25. Februar 2021 

bis 28. Februar 2023 hielt die Beiständin fest, sie habe F._____ als reflektiert wahr-

genommen. Sie verfolge klare berufliche Ziele. Ob ihr der schulische oder berufli-

che (Wieder-)Einstieg gelingen werde, sei zwar fraglich, zumal F._____ und die 

Beschwerdeführerin 1 keinen Bedarf für ein Jugendcoaching sähen. Die Beiständin 

wies abschliessend darauf hin, dass aus fachlicher Sicht die berufliche Entwicklung 

von F._____ gefährdet sei, die seit Januar 2022 nur punktuell bestehende Tages-

struktur sei der Entwicklung von F._____ nicht förderlich. F._____ und deren Mutter 

(die Beschwerdeführerin 1) äusserten deutlich, dass sie keine Unterstützung benö-

tigen würden. Unterstützungsangebote gegen den Willen von F._____ oder deren 

Mutter zu organisieren bzw. anzuordnen, werde als nicht zielführend erachtet, da 

das Familiensystem mit einer starken Ablehnung reagieren würde. Die Mutter 

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kenne die entsprechenden Unterstützungsangebote, wie auch die freiwillige Bera-

tung des kjz Kloten und die Möglichkeit eines Jugendcoaching (KESB-act. 98 S. 6 

[F._____]). Im Ergebnis beantragte die Beiständin der KESB Bülach Süd die Bei-

standschaft aufzuheben. An der Anhörung durch die KESB am 9. Mai 2023 hinter-

liess F._____ und ihre Mutter den Behördenmitgliedern offensichtlich einen guten 

Eindruck. Die Fallverantwortlichen wiesen darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 

1 und ihre beiden Kinder F._____ und K._____ bestens in I._____ integriert seien. 

Zuvor erklärte F._____, E._____ sei zur Welt gekommen, es sei alles gut gegan-

gen, die mütterliche Verwandtschaft kümmere sich um ihn, mit der Familie des (ver-

storbenen) Vaters wolle man nichts zu tun haben und sie, F._____, habe vor, die 

L._____ Schule zu besuchen und danach eine Lehrstelle anzutreten. Genaue 

Pläne gebe es noch nicht. Die Beschwerdeführerin 1 werde sich um E._____ küm-

mern (BR act. 11/104). F._____ scheint in die Familie eingebettet zu sein und die 

nötige Unterstützung in der Erziehung und Betreuung von E._____ zu erhalten.

5.5. Vor allem angesichts der kurzen Dauer der Vormundschaft vermögen die ge-

gen die Beschwerdeführerin 1 erhobenen Einwände gegen den vorinstanzlichen 

Entscheid  im Ergebnis nicht zu überzeugen. Der Bezirksrat räumte selber ein, die 

Vormundschaft sei von geringer Bedeutung, weil keine massgeblichen finanziellen 

Belange im Kindesinteresse zu besorgen seien (act. 6 S. 18 Rz 3.3.3). Die KESB 

errichtete für die Abklärung der Vaterschaft und der unterhaltsrechtlichen Ansprü-

che des Kleinkindes eine separate Beistandschaft. Diese wird von den Beschwer-

deführern akzeptiert. Auch erbrechtliche Ansprüche von E._____ sind während der 

beschränkten Dauer der Vormundschaft nicht zu erwarten. Die aktuelle Erbsache 

betrifft die Erbschaft des verstorbenen Grossvaters, bei welcher die Beschwerde-

führerin 1 (die ehemalige Ehegattin) sowie die beiden Kinder F._____ und K._____ 

eine Erbengemeinschaft bilden und in welcher Sache die Kinder vertreten werden 

(u.a. BR act. 11/121 und 122/9). In den nächsten Monaten wahrzunehmende sozi-

alversicherungsrechtliche Interessen des Kleinkindes sind ebenfalls nicht dargetan. 

Gesundheitliche Gebrechen oder eine beeinträchtigte Entwicklung von E._____ er-

geben sich aus den Akten keine (vgl. auch BR act. 104). Auch ist nicht bekannt, 

dass Zahlungsausstände im Zusammenhang mit der Krankenversicherung von 

E._____ bestünden oder diesbezüglich wichtige Entscheide zu treffen wären (vgl. 

- 10 -

auch act. 2 S. 8 Rz 11). Die KESB erteilte der Vormundin die Aufgabe, ein Inventar 

über die zu verwaltenden Vermögenswerte des Kindes zu erstellen (BR act. 2). Da 

weder Einkünfte noch Vermögen vorhanden sind, ist nicht ersichtlich, weshalb die 

Beschwerdeführerin 1 nicht in der Lage wäre, ein solches zu erstellen. 

5.6. Zu den zahlreichen Einträgen im Betreibungsregister ist zugunsten der Be-

schwerdeführer davon auszugehen, die Beschwerdeführerin 1 sei aufgrund der da-

maligen ehelichen Streitigkeiten und dem Ausbleiben des geschuldeten Kinder- 

und Ehegattenunterhalts in finanzielle Bedrängnis geraten (act. 2 S. 10 Rz 6; vgl. 

auch BR act. 11/9/2). Die Betreibungen betreffen diverse Gläubiger und beziehen 

sich beispielsweise nicht ausschliesslich auf öffentlich-rechtliche Forderungen. Die 

Gläubiger konnten zu einem grossen Teil befriedigt werden. Die Rechtsvertreterin 

von F._____ und K._____ in der Erbsache führte in ihrem Antrag auf Zustimmung 

zum Liegenschaftsverkauf zwar aus, die Beschwerdeführerin 1 benötige möglicher-

weise Unterstützung bei der Verwaltung des Kindesvermögens und es seien Mas-

snahmen zum Schutz des aus dem Liegenschaftsverkauf anfallenden Vermögens 

nötig (BR act. 11/121 S. 5). Daraus zu folgern, die Beschwerdeführerin 1 sei den 

minimalen finanziellen oder administrativen Aufgaben der Vormundschaft für 

E._____ nicht gewachsen, ginge allerdings zu weit. So führte auch die Vorinstanz 

aus, die finanziellen Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin 1 seien nicht aus-

schlaggebend, sei doch nicht ersichtlich, welche massgeblichen finanziellen Ange-

legenheiten für E._____ - im nächsten halben Jahr - zu besorgen wären (act. 6 

S. 17 Rz 3.3.3). 

5.7. Was die charakterliche und persönliche Eignung der Beschwerdeführerin 1 

betrifft, werden sich schulische Probleme während der Dauer der Vormundschaft 

aufgrund des sehr jungen Alters von E._____ naturgemäss nicht stellen. Die Be-

denken der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin 1 könne sich, wie im Fall von 

F._____, in schulischen Angelegenheiten über Gebühr anwaltschaftlich für 

E._____ einsetzen und sich unangemessen verhalten (act. 6 S. 12 f. E 3.3.2), sind 

nicht entscheidrelevant. Auch die allgemeinen Vorwürfe, die Beschwerdeführerin 1 

habe sich unkooperativ verhalten und sei an Besprechungen ausfällig geworden, 

bezogen sich auf die Zusammenarbeit in schulischen Angelegenheiten von 

- 11 -

F._____. Die zu Beanstandungen gebende Kultur in der Familie (bedrohliche Äus-

serungen des Beschwerdeführers 2 gegenüber dem Lehrer von F._____) lassen 

keine Rückschlüsse ziehen auf die Fähigkeit der Beschwerdeführerin 1, für den 

noch sehr jungen E._____ die Verantwortung zu übernehmen, zumal dies nur für 

eine begrenzte Zeit so sein wird. Die Beständin nahm die Beschwerdeführerin 1 in 

den Beratungsgesprächen grundsätzlich als kooperativ wahr, um aber gleichzeitig 

zu betonen, dass sie auf (den von der Beschwerdeführerin so empfundenen) 

Zwang und Druck ablehnend reagiere. Sie berichtete, die Beschwerdeführerin 1 sei 

in der Vergangenheit in der Lage gewesen, bei Schwierigkeiten Abhilfe zu schaffen, 

weil sie die entsprechenden Unterstützungsmassnahmen kenne. So habe sie (im-

merhin) selbständig für die Tochter schulische Nachhilfe für eine minimale Wochen-

struktur organisiert. Auch habe sie sich offen gezeigt, bei Bedarf freiwillig Kontakt 

mit dem kjz aufzunehmen (BR act. 11/98 S. 5). Der Einwand der Vorinstanz, es 

handle sich wohl um einen Gefälligkeitsbericht der Beiständin, um die weitere Ko-

operation zu ermöglichen (act. 6 S. 17 E. 3.3.3), kann nicht von der Hand gewiesen 

werden, weil die Beiständin gleichzeitig die Aufhebung der Beistandschaft bean-

tragte. Es steht wiederum fest, dass die Beschwerdeführerin 1 zu den Gesprächen 

mit der Beiständin und der KESB jeweils erschien (u.a. BR act. 11/98 S. 2 und 

KESB act. 4) und sich gegen die Einsetzung einer Beiständin für E._____ nicht 

wehrte. Ein allgemein renitentes oder ablehnendes Verhalten der Beschwerdefüh-

rerin 1 gegenüber den Behörden, das ihrer Ernennung als Vormundin für wenige 

Monate entgegenstünde, wird durch die Akten somit nicht gestützt. Im Übrigen sind 

Schnittstellen, welche eine enge Zusammenarbeit zwischen der Vormundin und der 

KESB erforderten, in der kurzen Zeit bis zur Volljährigkeit von F._____ nicht zu 

erwarten. 

5.8. Das Kindswohl kann jedenfalls durch eigenes Tun von Sorgeberechtigen im 

Netz verletzt werden. Derzeit ist aber zugunsten der Beschwerdeführerin 1 davon 

auszugehen, dass ihre Einträge in den Social-Media-Plattformen (BR act. 15/1-3) 

die Arbeit als Vormundin und den Lebensbereich des Kleinkindes nicht direkt tan-

gieren. Sie hat E._____ nicht in ihre Internet-Aktivitäten einbezogen, indem sie ihn 

etwa zur Schau stellt oder online-Konsum zulässt. Die Konten wurden, soweit be-

kannt, nie gesperrt und scheinen sich an die Vorgaben der Plattformen zu halten. 

- 12 -

Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass die Vorinstanz im täglichen Umgang der 

Beschwerdeführerin 1 mit E._____ keine Gefährdung des Kindeswohls erblickte 

und die KESB das Engagement bei der Betreuung von E._____ ausdrücklich lo-

bend anerkannte. Angesichts der relevanten Dauer von rund einem halben Jahr 

können Weiterungen, insbesondere hinsichtlich Medienkompetenz der Beschwer-

deführerin 1 unterbleiben. Die Einträge sind deshalb im Ergebnis nicht geeignet, 

der Beschwerdeführerin 1 die persönliche Eignung als vorübergehende Vormundin 

von E._____ abzusprechen.

5.9. Zusammenfassend sprechen weder fachliche noch persönliche Gründe ge-

gen die Eignung der Beschwerdeführerin 1 als Vormundin von E._____ für die 

Übergangszeit bis zum tt.mm.2024. Dem ausdrücklichen Wunsch der Beschwer-

deführer, es sei die Beschwerdeführerin 1 als Vormundin von E._____ zu ernen-

nen, stehen keine ernsthaften Hindernisse entgegen, weshalb ihm entsprochen 

werden kann.

6.  Die Beschwerde ist aus diesen Gründen gutzuheissen. Das Urteil der Vorin-

stanz ist aufzuheben und es ist anstelle von G._____ die Beschwerdeführerin 1 

als Vormundin von E._____ zu ernennen. Ihr kommen die gleichen Rechte und 

Pflichten wie dem Inhaber bzw. der Inhaberin der elterlichen Sorge zu. Damit wird 

gleichzeitig Dispositiv Ziffer 2 des Entscheides der KESB vom 28. September 

2023 aufgehoben.

Entsprechend ist auf die Eventualanträge in der Beschwerde nicht mehr ein-

zugehen.

7.  Da sogleich ein Endentscheid in der Sache ergeht, ist das Verfahren in Bezug 

auf den Antrag auf Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde 

zufolge des weggefallenen schutzwürdigen Interesses als gegenstandslos abzu-

schreiben.

8.  

8.1.  Bei diesem Ausgang des zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens ist auf die 

Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten.

- 13 -

Den Beschwerdeführern sind ausgangsgemäss auch im erstinstanzlichen Be-

schwerdeverfahren keine Gerichtskosten aufzuerlegen.

8.2.  Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen. Mangels einer gesetzlichen 

Grundlage im EG KESR sowie in der subsidiär geltenden ZPO besteht grundsätz-

lich kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Parteientschädigung gegenüber 

dem Staat (BSK ZPO-RÜEGG/RÜEGG, Art. 107 N 11; BGE 142 III 110 E. 3.2). Die 

Kammer gewährt praxisgemäss eine Entschädigung in ganz besonderen Fällen, 

etwa bei qualifizierten Fehlern der Vorinstanz (OGer ZH PA200044 vom 10. No-

vember 2020 E. 5.1; vgl. auch BGer 5A_932/2016 vom 24. Juli 2017 E. 2.2.4). Ein 

solcher Fehler liegt nicht vor.

Es wird erkannt: 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird das Urteil des Bezirksrats Bülach vom 

21. Februar 2024 aufgehoben und es wird A._____, geboren tt. Juli 1975, … 

[Adresse], I._____, zur Vormundin von E._____, geboren tt.mm.2023, er-

nannt. Ihr kommen die gleichen Rechte und Pflichten wie dem Inhaber bzw. 

der Inhaberin der elterlichen Sorge zu. Damit wird auch  Dispositiv Ziffer 2 des 

Entscheides der KESB Kreis Bülach vom 28. September 2023 aufgehoben.

2. In Bezug auf das Gesuch um Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde wird das Verfahren abgeschrieben.

3. Den Beschwerdeführern werden für das erstinstanzliche Beschwerdeverfah-

ren keine Gerichtskosten auferlegt.

4. Es wird von der Erhebung einer Entscheidgebühr im zweitinstanzlichen Be-

schwerdeverfahren abgesehen.

5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Beiständin von E._____, die Kin-

des- und Erwachsenenschutzbehörde Kreis Bülach Süd, das Gemeindeamt 

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des Kantons Zürich sowie unter Rücksendung der eingereichten Akten an den 

Bezirksrat Bülach, je gegen Empfangsschein.

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die beigezogenen 

Akten an den Bezirksrat zurück.

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. K. Würsch

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