# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 964450a2-b818-5d9d-b9d2-98ccfeb1b59e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.05.2024 100 2023 328
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-328_2024-05-16.pdf

## Full Text

100.2023.328U
HAM/BIM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Mai 2024

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichter Häusler, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Bickel

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

B.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdegegner 1

und

Einwohnergemeinde Fahrni
Baubewilligungsbehörde, Rachholtern 66B, 3617 Fahrni b. Thun
Beschwerdegegnerin 2

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

betreffend Baubewilligung; Neubau eines Geräteunterstands mit Laufstall 
und Güllegrube (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons 
Bern vom 26. August 2021; BVD 110/2021/24; Urteil des Bundesgerichts 
vom 28. November 2023; BGer 1C_553/2022)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.05.2024, Nr. 100.2023.328U, 
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Prozessgeschichte und Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht hat mit Urteil vom 19. September 2022 die 
Beschwerde der Beschwerdeführerin abgewiesen (Verfahren 
100.2021.285). Dagegen hat die Beschwerdeführerin Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht erhoben. Mit Urteil 
vom 28. November 2023 hat das Bundesgericht die Beschwerde gutgeheis-
sen, das Urteil des Verwaltungsgerichts aufgehoben und die Sache im Sinn 
der Erwägungen an das Verwaltungsgericht zurückgewiesen (Verfahren 
1C_553/2022). Auf ein gegen dieses Urteil eingereichtes Revisionsgesuch 
ist das Bundesgericht mit Urteil vom 3. April 2024 nicht eingetreten (Verfah-
ren 1F_7/2024).

1.2 Damit steht das Verfahren wieder dort, wo es vor dem verwaltungs-
gerichtlichen Urteil vom 19. September 2022 gestanden hat, wobei sich das 
Verwaltungsgericht bei der neuen Beurteilung an die Erwägungen des Bun-
desgerichts zu halten hat. 

2.

2.1 Strittig ist die Zonenkonformität des Bauvorhabens, namentlich ob 
der Betrieb des Beschwerdegegners 1 als Freizeitlandwirtschaft zu qualifi-
zieren ist (Art. 16a des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raum-
planung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700] i.V.m. Art. 34 Abs. 5 der 
Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]) und ob er 
längerfristig bestehen kann (Art. 34 Abs. 4 Bst. c RPV). Dass die weiteren 
Voraussetzungen nach Art. 34 Abs. 4 Bst. a und b RPV erfüllt sind, hat das 
Bundesgericht wie zuvor das Verwaltungsgericht bestätigt.

2.2 Das Bundesgericht befasste sich in seinem Urteil vom 28. November 
2023 zunächst mit der Frage, ob ein Freizeitlandwirtschaftsbetrieb vorliegt. 
In diesem Zusammenhang stellte es – entgegen dem Verwaltungsgericht – 
in Frage, ob es mit der aktuellen Betriebsstruktur möglich sei, ein ins Gewicht 
fallendes Erwerbseinkommen zu erzielen (BGer 1C_553/2022 E. 3.5). Ein 

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zusätzlicher wirtschaftlicher Ertrag, der mit dem Neubau erwartet werde, 
könne zwar berücksichtigt werden; allerdings nur, wenn dieser hinreichend 
gesichert erscheine (BGer 1C_553/2022 E. 3.6). Zum heutigen Zeitpunkt sei 
aber ungewiss, ob es mit dem Neubau gelinge, den Ertrag auf Dauer erheb-
lich zu steigern. Es sei also unsicher, ob der Betrieb zukünftig einen namhaf-
ten Beitrag an den Existenzbedarf der Bewirtschafterfamilie leiste und es 
dieser erlaube, ihr ausserbetriebliches Arbeitspensum zu reduzieren und die 
Arbeitskraft der abtretenden Generation zu ersetzen (BGer 1C_553/2022 
E. 3.7). Damit stelle sich die Frage, ob der Betrieb im Sinn von Art. 34 Abs. 4 
Bst. c RPV längerfristig bestehen könne. Sei dies – wie hier – zweifelhaft, 
bestehe die Möglichkeit, die Bewilligung für die neue Baute gemäss Art. 16b 
Abs. 2 RPG mit einem Beseitigungsrevers (Resolutivbedingung) zu verbin-
den. Eine solche Resolutivbedingung dränge sich auf, wenn (zusätzlich zum 
Trennungsgrundsatz) besondere Gründe des Landschafts-, Umwelt- oder 
Naturschutzes für den Rückbau des Gebäudes nach Wegfall der Nutzung 
sprechen. Dies sei hier der Fall, denn die Parzelle des Beschwerdegegners 1 
befinde sich im kommunalen Landschaftsschutzgebiet «Wachthubel-Port-
Allmend» (BGer 1C_553/2022 E. 4.2). Bisher sei die Möglichkeit eines Be-
seitigungsrevers nicht thematisiert worden, weshalb sich die Parteien dazu 
nicht geäussert hätten. Das Bundesgericht hat die Sache deshalb an das 
Verwaltungsgericht zurückgewiesen, um den Parteien insoweit das rechtli-
che Gehör zu gewähren. Das Verwaltungsgericht könne – soweit erforderlich 
– ergänzende Auskünfte oder Unterlagen einholen z.B. zur Ertragsentwick-
lung seit 2020. Anschliessend werde es neu entscheiden müssen, ob die 
Bewilligung – mit oder ohne Beseitigungsrevers – erteilt werden könne. Das 
Bundesgericht hat es dem Verwaltungsgericht überlassen, ob es die Sache 
seinerseits zur weiteren Behandlung an eine untere Instanz zurückweist 
(BGer 1C_553/2022 E. 4.3; vgl. auch Art. 84 Abs. 1 des Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]).

2.3 Das Bundesgericht hat in seinem Urteil übersehen, dass das Amt für 
Gemeinden und Raumordnung (AGR) in der Verfügung vom 27. November 
2020 einen Beseitigungsrevers vorgesehen hat. Die Verfügung des AGR bil-
det Bestandteil des Bauentscheids der Einwohnergemeinde Fahrni vom 
19. Januar 2021 und wurde von der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons 
Bern (BVD) mit Entscheid vom 26. August 2021 bestätigt (angefochtener 

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Entscheid, Ziff. 1 des Dispositivs). Dadurch erübrigt sich eine neue Beurtei-
lung aber nicht: Wenn das Bundesgericht ein Urteil aufhebt und die Sache 
zu neuer Beurteilung zurückweist (Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]), kann oder muss 
je nach dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis der neuen Beurteilung die 
Weiterentwicklung des Sachverhalts zugrunde gelegt werden 
(BGE 138 II 393 E. 3.5; Hansjörg Seiler, in Handkommentar BGG, 2. Aufl. 
2015, Art. 99 N. 14). Das Verwaltungsgericht hat die Frage nach einer er-
tragsorientierten landwirtschaftlichen Bewirtschaftung gestützt auf die da-
mals vorhandenen Informationen sowie das Betriebskonzept des Beschwer-
degegners 1 für die Zukunft bejaht. Diese Prognose ist gestützt auf aktuelle 
Zahlen zur Betriebsentwicklung zu überprüfen. Es ist indessen nicht Aufgabe 
des Verwaltungsgerichts, weitere Abklärungen zur Ertragsentwicklung seit 
2020 zu treffen und darauf basierend als erste Instanz neu zu entscheiden, 
ob der Betrieb ein existenzsicherndes Einkommen abwirft und der längerfris-
tige Bestand als ausreichend gesichert gelten kann. Vielmehr ist es sachge-
recht, dass die BVD die erforderlichen Abklärungen trifft und anschliessend 
neu entscheidet. 

2.4 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten dahin gutzuheissen, dass 
Ziff. 1, 3 und 4 des angefochtenen Entscheids aufzuheben sind und die Sa-
che zur weiteren Behandlung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

3.

3.1 Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts ist im Kostenpunkt von 
einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, sofern bei Vorliegen eines 
reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückweisungsentscheid ergeht und 
die infolge Rückweisung vorzunehmende Neubeurteilung – wie hier – noch 
zu einer vollständigen Gutheissung des Begehrens führen kann (statt vieler 
BVR 2020 S. 455 E. 5.1). Demnach ist die Beschwerdeführerin für die Kos-
tenverlegung als vollständig obsiegend zu betrachten. Es rechtfertigt sich 
nicht, für die teilweise Abweisung der Beschwerde Kosten auszuscheiden 
(Rechtsbegehren Ziff. 1 [Überweisung der Akten an das Regierungsstatthal-

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teramt Thun] und Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids). Der Beschwerde-
gegner 1 und die Gemeinde unterliegen und werden demnach grundsätzlich 
kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Die Gemeinde ist allerdings 
nicht in ihren Vermögensinteressen betroffen, weshalb sie keine Verfahrens-
kosten zu tragen hat (Art. 108 Abs. 2 VRPG). Nach der bisherigen Praxis 
des Verwaltungsgerichts wurde der Kostenanteil des Gemeinwesens, der 
nicht erhoben werden konnte, den übrigen unterliegenden Parteien aufer-
legt. Seit der Revision des VRPG vom 13. September 2022 (in Kraft seit 
1.4.2023) ist dies nicht mehr zulässig (Art. 108 Abs. 2a VRPG). Da sich die 
Übergangsbestimmung T2-1 ausschliesslich auf die Änderungen von 
Art. 104 Abs. 3 und 4 VRPG bezieht, ist Art. 108 Abs. 2a VRPG als Verfah-
rensbestimmung entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 
Regeln sofort anwendbar und auch hier zu berücksichtigen (vgl. zum Gan-
zen Michel Daum, Teilrevision 2023 des bernischen Gesetzes über die Ver-
waltungsrechtspflege, in BVR 2023 S. 286 ff., 296 f. mit Hinweis). Demnach 
hat der Beschwerdegegner 1 die Hälfte der Verfahrenskosten zu tragen. Die 
verbleibenden Verfahrenskosten werden nicht erhoben. 

3.2 Die Beschwerdeführerin hat zudem Anspruch auf Ersatz ihrer Partei-
kosten; der Beschwerdegegner 1 und die Gemeinde haben diese je hälftig 
zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

3.3 Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens sind nicht im Rahmen 
des Rückweisungsentscheids zu liquidieren; das ist Sache der BVD (Ruth 
Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 7).

4.

Gegen das vorliegende Urteil steht grundsätzlich die Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht offen (Art. 82 ff. 
BGG). Soweit die Sache an die BVD zur Fortsetzung des Verfahrens zurück-
gewiesen wird, handelt es sich allerdings um einen Zwischenentscheid im 
Sinn von Art. 93 BGG (vgl. etwa BGE 138 I 143 E. 1.2), weshalb die Be-

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schwerde insoweit nur zulässig ist, wenn eine der zusätzlichen Vorausset-
zungen von Art. 93 Abs. 1 BGG erfüllt ist.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass Ziff. 1, 3 und 4 des Ent-
scheids der BVD vom 26. August 2021 aufgehoben werden und die Sa-
che zur weiteren Behandlung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückgewiesen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden zur Hälfte, ausmachend 
Fr. 1'750.--, dem Beschwerdegegner 1 auferlegt. Die verbleibenden Ver-
fahrenskosten werden nicht erhoben.

3. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- wird der Beschwerdefüh-
rerin nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

4. Der Beschwerdegegner 1 und die Gemeinde haben der Beschwerdefüh-
rerin die Parteikosten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, be-
stimmt auf Fr. 3'338.70 (inkl. Auslagen und MWSt), je zur Hälfte, ausma-
chend Fr. 1'669.35 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen. 

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegner 1
- Beschwerdegegnerin 2
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
- Bundesamt für Landwirtschaft
- Bundesamt für Raumentwicklung

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und mitzuteilen:
- Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern
- Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern

Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.