# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e49e05a-f6df-517b-b413-a79477824403
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2008 D-4457/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4457-2006_2008-09-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4457/2006/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),
Richter François Badoud, Richter Thomas Wespi, 
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

X._______, geboren _______, Pakistan,
vertreten durch Silvia Maag, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
8. September 2005 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4457/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess Pakistan eigenen Angaben zufolge am 
25. April  2004 auf dem Luftweg und gelangte am 28. April  2004 von 
Deutschland  her  kommend  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  ein 
Asylgesuch stellte. Dazu wurde er am 10. Mai 2004 in _______ sum-
marisch  befragt.  Am 27.  Mai  2004  führte  die  kantonale  Behörde  in 
_______ eine Anhörung durch. 

Anlässlich der Befragungen machte der Beschwerdeführer im Wesent-
lichen  geltend,  in  ________  geboren  worden  zu  sein  und  dort  die 
ersten vier oder fünf Jahre seines Lebens verbracht zu haben. Danach 
habe er in Pakistan in Internaten und später in verschiedenen Städten 
des  Landes  gewohnt.  Seine  Muttersprache  sei  das  Englische.  Von 
Januar 1998 bis Juli 2003 habe er sich wiederholt ausbildungshalber 
in der Schweiz aufgehalten. In der Folge sei er unter falscher Identität 
nach Pakistan zurückgekehrt. Wegen seiner Homosexualität sei er dort 
schon vor seiner ersten Ausreise verfolgt worden. Seit  1993 habe er 
eine intime Beziehung zu _______ unterhalten. Im August 1995 seien 
er  und  _______  deswegen  durch  Angehörige  von  _______ 
misshandelt  worden. Nach  seiner  Rückkehr  aus  der  Schweiz  hätten 
ihn  die  Eltern  von  _______  bei  der  Polizei  wegen  der  angeblichen 
Entführung  ihres  Sohnes  polizeilich  angezeigt.  Diese  Anzeige  sei 
indes  später  zurückgezogen  worden.  Ende  Dezember  2003  hätten 
Mitglieder der Sippah-e-Sahaba in _______ gedroht, das Haus wegen 
der  Homosexualität  des  Beschwerdeführers  anzuzünden. Zu diesem 
Zeitpunkt sei er in _______ gewesen. Eine polizeiliche Anzeige dieses 
Vorfalls  sei  mangels  aussagewilliger  Zeugen  gescheitert.  Am  15. 
Januar  2004  sei  der  Beschwerdeführer  in  _______  vorübergehend 
polizeilich festgehalten worden. Die Polizei habe frivole Bemerkungen 
gemacht  beziehungsweise  ihm  homosexuellen  Geschlechtsverkehr 
angelastet und in der Folge ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. 
Sein Cousin _______ habe ihn nach einigen Stunden freibekommen. 
Am  16.  Januar  2004  sei  er  am  Vormittag  durch  Mitglieder  der 
extremistischen  Sippah-e-Sahaba  sowie  Quartierbewohner  wegen 
seiner Homosexualität misshandelt und gleichentags der Polizei über-
geben worden. Er sei vorerst nackt in einer Baracke festgehalten und 
später  wiederholt  durch Polizisten vergewaltigt  worden. In  der  Nacht 
vom  21.  auf  den  22.  Januar  2004  habe  ihn  ein  Polizist  aus  dem 
Haftraum  geholt  und  seinem  auf  ihn  wartenden  Cousin  _______ 

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übergeben. Der  besagte  Polizist  habe ihn  aufgefordert,  die  Stadt  zu 
verlassen. _______ (Cousin) habe ihn nach _______ gebracht. Wegen 
der  geschilderten  Situation  habe  er  versteckt  gelebt  und  sei 
schliesslich erneut ausgereist. 

Im  Verlaufe  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  gab  der  Beschwerde-
führer einen FIR, einen Haftbefehl und ein Anwaltsschreiben zu den 
Akten. Auf eine entsprechende vorinstanzliche Aufforderung hin reich-
te er eine Übersetzung nach.

B.
Mit  Verfügung  vom  8.  September  2005  (eröffnet  am  9.  September 
2005) lehnte das Bundesamt das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
ab und verfügte  dessen  Wegweisung aus der  Schweiz. Zur  Begrün-
dung ihres Entscheides führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die 
Gesuchsvorbringen hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 
gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) 
nicht  stand. Die  Darlegungen des Beschwerdeführers wiesen Wider-
sprüche  auf.  Zudem  habe  er  gewisse,  anlässlich  der  Erstbefragung 
geltend gemachte Vorbringen im Rahmen der Anhörung nicht mehr be-
ziehungsweise nicht mehr im bisherigen Ausmass erwähnt. Die angeb-
lichen Vorfälle vom 15. Januar 2004 beziehungsweise das angeblich 
eingeleitete  Verfahren  wirkten  in  der  geltend gemachten  Form reali-
tätsfremd. Die eingereichten Beweismittel  rechtfertigten keine andere 
Einschätzung. Der beigebrachte FIR stamme gemäss Aussagen des 
Beschwerdeführers  als  Internet-Ausdruck  aus  seiner  E-Mail-box.  Es 
könne nicht  nachvollzogen werden,  wie der  FIR dorthin  gelangt  sei. 
Aufgrund dieser  formalen Kriterien  könne  er  ebenso  wenig  als  echt 
erachtet werden wie der auf ihm basierende Haftbefehl, welcher über-
dies nur als Fax-Kopie eingereicht worden sei. Vor diesem Hintergrund 
sei  das Anwaltsschreiben als  blosses Gefälligkeitsdokument  zu wer-
ten. Schliesslich seien gleichgeschlechtliche Beziehungen in Pakistan 
zwar  gesetzlich  verboten und  gesellschaftlich  geächtet.  Homosexua-
lität sei aber insbesondere in städtischen Zentren weit verbreitet und 
geduldet. Insgesamt sei  nicht zwingend zu befürchten,  dass der Be-
schwerdeführer wegen homosexueller Handlungen im Heimatland mit 
hinreichender Wahrscheinlichkeit eine relevante Verfolgung zu gewär-
tigen habe. Den Vollzug der Wegweisung erachtete das Bundesamt für 
zulässig, zumutbar und möglich. 

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C.
Mit Eingabe vom 8. Oktober 2005  an die Schweizerische Asylrekurs-
kommission (ARK) beantragte der Beschwerdeführer durch seine Ver-
tretung die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung 
seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. Eventualiter sei 
die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  Es  sei 
kein Kostenvorschuss zu erheben und die unentgeltliche Rechtspflege 
(Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 
1968 [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren. Zur Begründung wurde gel-
tend gemacht,  als Homosexueller in Pakistan habe der Beschwerde-
führer objektiv und subjektiv begründete Furcht, jederzeit Opfer asylre-
levanter  Verfolgung  zu  werden. In  Anbetracht  der  drakonischen  Ge-
setzgebung sei für ihn ein normales Leben vor Ort nicht möglich. Sei-
ne Darlegungen  seien glaubhaft. Die  Aussagen erfüllten  die  diesbe-
züglich massgeblichen  wissenschaftlichen Kriterien. Der Befrager sei 
hingegen offensichtlich  befangen gewesen. Es rechtfertige  sich  des-
halb, ein Glaubwürdigkeitsgutachten in Auftrag zu geben. Der Eingabe 
lagen zwei Auszüge aus wissenschaftlichen Publikationen und (teilwei-
se bereits im erstinstanzlichen Verfahren) eingereichte Unterlagen im 
Zusammenhang  mit  der  geltend  gemachten  Verfolgung  vor  Ort  bei 
(Anwaltsschreiben,  FIR,  Haftbefehl).  Weitere  Beweismittel  wurden  in 
Aussicht gestellt. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 13. Oktober 2005 verzichtete die ARK auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Bezüglich  des  Entscheids 
über das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen 
späteren Zeitpunkt verwiesen.  

E.
Mit Vernehmlassung vom 3. November 2005 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe die den 
Internet- respektive Telefax-Dokumenten zugrunde liegenden Original-
beweismittel nach wie vor nicht beigebracht. Dies bestätige die vorins-
tanzliche  Einschätzung,  wonach  gegen  den  Beschwerdeführer  kein 
Verfahren hängig sei. 

F.
Mit Replik vom 14. November 2005 (Poststempel) hielt der Beschwer-
deführer  an seinen  bisherigen  Darlegungen  fest.  Ferner  gab  er  Be-
weismittel  -  zwei  Anwaltsschreiben  vom  3.  März  2004  respektive 

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22. Oktober 2005 im Original, eine mit einem Originalstempel beglau-
bigte Kopie des FIR vom 15. Januar 2004, eine Kopie des Haftbefehls, 
Passkopien, seine  Schwester betreffend, sowie ein Zustellcouvert - zu 
den Akten. In diesem Zusammenhang erwähnte er, seine Mutter schä-
me sich, weil er homosexuell und dies im Quartier in Lahore allgemein 
bekannt  sei.  Sie  habe  sich  deshalb  geweigert,  Beweismittel  in  die 
Schweiz zu schicken. Der Eingabe lagen ausserdem ein Schreiben der 
Rechtsvertretung  an die  Mutter  des  Beschwerdeführers  und ein  Be-
richt des Hilfswerkvertreters (Anhörung vom 27. Mai 2004) bei. Weitere 
Beweismittel  wurden in  Aussicht  gestellt. Schliesslich beantragte der 
Beschwerdeführer eventualiter amtliche Abklärungen vor Ort. 

G.
In einer erneuten Eingabe vom 26. Februar 2006 (Poststempel) mach-
te der Beschwerdeführer ergänzende Ausführungen zur Asylrelevanz 
und zur Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. 

H.
Am 12. Februar 2007 (Poststempel) gab der Beschwerdeführer weitere 
Beweismittel samt Begleitschreiben zu den Akten. Es handelte sich um 
einen an seine Rechtsvertretung gerichteten Brief seiner Mutter, eine 
ebenfalls  an  die  Rechtsvertretung  gerichtete  E-Mail  seines  Cousins 
_______,  ein  Schreiben  des  neu  bestellten  Anwalts  _______,  das 
darin  erwähnte,  den  Beschwerdeführer  betreffende  Polizei-  und 
Gerichtsdossier,  vier  Haftbefehle,  Übersetzungen,  Internet-Auszüge 
und  Zustellnachweise.  Die  Internet-Auszüge  belegten,  dass  die 
pakistanischen  Behörden  entgegen  der  Sichtweise  der  Vorinstanz 
gegen Homosexuelle strafrechtlich vorgehen würden. 

I.
Am 5. Oktober 2007 ersuchte der Beschwerdeführer das Bundesver-
waltungsgericht  durch  seine  Rechtsvertretung  telefonisch  um  einen 
baldigen Entscheid. 

J.
Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangte  am  28.  November  2007  an 
die  Schweizerische  Botschaft  in  _______  und  ersuchte  um  Abklä-
rungen vor Ort. 

K.
Am 14. März 2008 machte der Beschwerdeführer durch seine Rechts-
vertretung  beim  Bundesverwaltungsgericht  telefonisch  geltend,  die 

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veranlassten Abklärungen vor Ort würden nicht mit der gebotenen Dis-
kretion durchgeführt. 

L.
Mit schriftlicher Eingabe vom 20. April 2008 (Poststempel) bezeichnete 
der Beschwerdeführer die Vorgehensweise der von der Botschaft  mit 
Abklärungen betrauten Person als plump und grobfahrlässig. Dadurch 
würden seine im Heimatland zurückgebliebenen Angehörigen gefähr-
det. Die Botschaft sei  anzuweisen, künftig diskreter zu agieren. Dem 
Beschwerdeführer, dem es psychisch zunehmend schlechter gehe, sei 
baldmöglichst ein Entscheid im Sinne der gestellten Anträge zu über-
mitteln. Der  Eingabe lagen  zwei  E-Mail  des  Beschwerdeführers  und 
ein Internet-Auszug betreffend die Sippah-e-Sahaba bei. 

M.
Am  28.  April  2008  übermittelte  die  Schweizerische  Botschaft  in 
_______ dem Bundesverwaltungsgericht das Abklärungsergebnis. Die 
beglaubigte  Kopie  des  FIR vom 15. Januar  2004 sei  verfälscht. Der 
Name  einer  Person,  welche  im  erwähnten  Verfahren  tatsächlich 
involviert  sei,  sei  durch  denjenigen  des  Beschwerdeführers  ersetzt 
worden;  die  Adressangabe  sei  hingegen  nicht  diejenige  des 
Beschwerdeführers, sondern der tatsächlich betroffenen Person. Auch 
im  eingereichten  Polizei-  und  Gerichtsdossier  sei  der  Name  des 
Beschwerdeführers an die Stelle des tatsächlich Angeklagten gesetzt 
worden. Die Anwaltsschreiben vom 3. März 2004 sowie 22. Oktober 
2005  und  die  Haftbefehle  seien  gefälscht.  Das  undatierte 
Anwaltsschreiben von _______ stimme nicht mit den eruierten Fakten 
überein und sei mutmasslich ein Gefälligkeitsdokument. Abklärungen 
bei der Familie und im Quartier hätten keine Hinweise darauf ergeben, 
dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  pakistanische  Polizei  gesucht 
werde oder worden sei. 

N.
Mit  Zwischenverfügung vom 27. Mai  2008 gewährte das Bundesver-
waltungsgericht dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zum Ab-
klärungsergebnis. Gleichzeitig wurde ihm Gelegenheit eingeräumt, im 
Bedarfsfall das Bundesverwaltungsgericht zu ersuchen, die beigelegte 
englischsprachige Botschaftsauskunft in eine schweizerische Amtspra-
che übersetzen zu lassen. Innert angesetzter Frist ging beim Bundes-
verwaltungsgericht  weder  ein  Ersuchen  um  Übersetzung  noch  eine 
Stellungnahme zum Abklärungsergebnis ein. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  über  Be-
schwerden  gegen Verfügungen  des BFM auf  dem Gebiet  des  Asyls 
(Art.  105 AsylG i.V.m. Art.  31 -  34 des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm am 1. Januar 2007 die 
Beurteilung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängig gewese-
nen  Rechtsmittel.  Es  gelangt  das  neue  Verfahrensrecht  zur  Anwen-
dung (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.
Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf die frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
und Art. 50 ff. VwVG).

3.

3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt,  wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land,  wo sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält  (Art. 7 AsylG).  Vorbringen sind dann glaub-

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haft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in we-
sentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik 
entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfah-
rung widersprechen. Darüber  hinaus muss die  asylsuchende Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der 
Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Be-
weismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie 
wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe 
des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nach-
schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-
wirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  -  im  Gegen-
satz  zum  strikten  Beweis  -  ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt 
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 
des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft ge-
macht, wenn die Richterin von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, 
sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt 
sind. Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es  demgegenüber  nicht  aus, 
wenn der Inhalt  der Vorbringen zwar möglich ist,  aber  in  Würdigung 
der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände ge-
gen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend 
ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Rich-
tigkeit  der Sachverhaltsdarstellung sprechen,  überwiegen oder nicht; 
dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Entscheide 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c S. 43 f.; 1996 Nr. 28  E. 3a S. 270; 2005 
Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den genannten Kriterien ist nach wie vor 
festzuhalten,  zumal  die  Rechtslage  diesbezüglich  keine  Änderung 
erfahren hat. 

3.3 Den Aussagen in der Empfangsstelle kommt anerkanntermassen 
nur  ein  beschränkter  Beweiswert  zu  (vgl.  EMARK  1993  Nr.  3). 
Vorliegend finden sich indes bereits in diesem Protokoll erhebliche Un-
gereimtheiten. Namentlich gab der Beschwerdeführer vorerst  an,  am 
15.  Januar  2004  habe  die  Polizei  lediglich  gesagt,  er  werde  wegen 
Abklärung der Identität auf den Posten gebracht. Es habe nichts gegen 
ihn vorgelegen, und er sei nach einigen Stunden freigekommen. Wenig 
später  machte  er  aber  geltend,  die  Polizei  habe  ihn  aufgrund  einer 
Anzeige  festgenommen  und  ihm  homosexuellen  Geschlechtsverkehr 
angelastet  (A 1/12,  S. 7). In  diesem Zusammenhang fällt  ferner  auf, 
dass  der  relativ  gebildete  Beschwerdeführer  nicht  in  der  Lage  war, 

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mündlich anzugeben, gestützt auf welchen Paragrafen des pakistani-
schen  Strafgesetzbuches  gegen  ihn  wegen  homosexueller  Hand-
lungen ermittelt  werde; dieser  Paragraf  stehe  aber  "in  einer  E-Mail" 
(A 1/12, S. 8). Ferner erstaunt, dass er einerseits darlegte, lediglich am 
16. Januar 2004 Probleme mit der Sippah-e-Sahaba gehabt zu haben, 
andererseits aber auch zu Protokoll gab, bereits Ende Dezember 2003 
hätten Mitglieder dieser Partei  während seiner Abwesenheit  zuhause 
in _______ massive Drohungen ausgestossen, weshalb man eine An-
zeige bei der Polizei habe deponieren wollen. Dass er die angebliche 
Bedrohung  einer  für  ihre  Radikalität  bekannten  Extremistenorgani-
sation  zudem  als "nichts  Nennenswertes"  bezeichnete,  lässt  den 
Verdacht  aufkommen,  dass  nicht  nur  das  angebliche Strafverfahren, 
sondern auch die angeblichen Verfolgungsakte der erwähnten Organi-
sation nicht wahren Gegebenheiten entsprechen. Im Weiteren ist der 
Beschwerdeführer laut seinen Angaben bereits im Jahre 1995 durch 
Verwandte von _______ massiv misshandelt worden. Im Verlaufe der 
bisherigen und obenstehend erwähnten Aufenthalten  in  der  Schweiz 
sah er aber davon ab, die Behörden um Schutz zu ersuchen (vgl. auch 
A 9/13,  S. 19  oben). Die  Zweifel  an  seiner  angeblichen  Zwangslage 
namentlich   im  Sinne  eines  unerträglichen  psychischen  Druckes  in 
Pakistan werden dadurch bestärkt, zumal er auch anlässlich der Anhö-
rung  die  Kernvorbringen  wiederholt  eher  stereotyp  und  kaum  mit 
Realkennzeichen versehen  schilderte. Insbesondere  die  angeblichen 
Vergewaltigungen durch  Polizeibeamte  und die  Misshandlungen  und 
Drohungen der Sippah-e-Sahaba wirken überwiegend konstruiert und 
vermitteln  kaum  den  Eindruck  von  persönlich  Erlebtem  (A  9/13, 
S. 13 ff.  und  17  f.).  Bezüglich  der  angeblichen  Festnahme  vom 
15. Januar  2004  fällt  auf,  dass  am  besagten  Datum  angeblich  eine 
polizeiliche Anzeige erstellt worden sei (A 9/13. S. 15 unten). Dass der 
Beschwerdeführer diesfalls im Rahmen der Festnahme nicht darüber 
informiert  worden  wäre,  muss  wiederum  als  ausgesprochen  reali-
tätsfremd bezeichnet werden (A 9/13, S. 16). Hinzu kommen die vom 
Bundesamt  im angefochtenen Entscheid  erwähnten Unstimmigkeiten 
in  den  Aussagen. Auch wenn die  festgehaltenen Unglaubhaftigkeits-
elemente,  auf  welche  in  den  Eingaben  vom 8.  Oktober  2005  sowie 
26. Februar  2006  kaum  konkret  eingegangen  wird,  teilweise  offen-
sichtlich nicht Kernvorbringen betreffen, werden so die Zweifel an der 
angeblichen Verfolgung erhärtet. Es trifft zwar zu, dass der Beschwer-
deführer - wie in der Eingabe vom 8. Oktober 2005  geltend gemacht - 
gewisse Vorbringen relativ detailliert schilderte, ohne dass diesen aber 
in Anbetracht der erwähnten Stereotypien und der mangelnden Real-

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kennzeichen  bereits  deswegen  eine  generell  hinreichende  Sub-
stanziierung  attestiert  werden  kann.  Allfällige  Zweifel,  ob  die  Kern-
vorbringen  des  Beschwerdeführers  unter  Umständen  doch  teilweise 
wahren  Gegebenheiten  entsprechen  könnten,  sind  jedenfalls  durch 
das Ergebnis der erwähnten Botschaftsauskunft  ausgeräumt worden. 
Nicht  von  der  Hand  zu  weisen  ist  hingegen,  dass  die  Befragungs-
technik  anlässlich  der  Anhörung teilweise  nicht  optimal  war  und die 
Wortwahl des Befragers im Zusammenhang mit der geltend gemach-
ten  Vergewaltigung  für  eine  Amtsperson  unüblich  erscheint  (A  9/13, 
S. 3, 7, 11 und 17). Die insgesamt korrekte und vollständige Ermittlung 
des rechtserheblichen Sachverhalts im Rahmen des erstinstanzlichen 
Verfahrens kann indes gleichwohl bejaht werden. 
 
Der Beschwerdeführer hat sodann im erstinstanzlichen Verfahren und 
insbesondere  auf  Beschwerdeebene  zahlreiche  Beweismittel  einge-
reicht.  Aufgrund  dieser  Sachlage  veranlasste  das  Bundesverwal-
tungsgericht - wie bereits dargelegt - Abklärungen vor Ort. Diese ha-
ben  insbesondere  ergeben,  dass  mehrere  eingereichte  Belege  ver-
fälscht  beziehungsweise gefälscht sind und der Beschwerdeführer in 
keiner Weise durch die pakistanische Polizei gesucht wird oder wurde. 
Nach  Durchsicht  des  Abklärungsberichts  kommt  das  Bundesverwal-
tungsgericht  zum Schluss,  dass dieser  auf  seriösen Grundlagen be-
ruht und entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers unter Wah-
rung der erforderlichen Diskretion zu Stande gekommen sein dürfte. 
Die beantragte Anweisung an die Botschaft zu einer geeigneteren Vor-
gehensweise bei Abklärungen erübrigt sich mithin ebenso wie die Er-
stellung eines "Glaubwürdigkeitsgutachtens", da aufgrund des eindeu-
tigen  Ergebnisses  der  Abklärungen  die  angebliche  behördliche  Ver-
folgung  des Beschwerdeführers bereits gestützt auf  die bestehende 
Aktenlage für unglaubhaft erachtet werden muss. Dies trifft im Übrigen 
auch  auf  die  angebliche  Bedrohung  durch  die  Sippah-e-Sahaba  zu, 
zumal er ja angab, von dieser der Polizei übergeben worden zu sein, 
und gemäss vorstehenden Erwägungen auch nicht  in  der Lage war, 
diesen  angeblichen  Aspekt  der  Verfolgung angemessen  zu  substan-
ziieren. Abschliessend ist sodann festzuhalten, dass die Erkenntnisse 
der  Botschaft  mangels  Stellungnahme des Beschwerdeführers unwi-
dersprochen geblieben sind. 

3.4 In  Abwägung  sämtlicher  Aspekte,  welche  für  oder  gegen  die 
Glaubhaftigkeit  der  erlittenen  respektive  befürchteten  Verfolgung   in 
der geltend gemachten Form zu berücksichtigen sind, kommt das Bun-

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desverwaltungsgericht zum Schluss, dass die obenstehend erwähnten 
wesentlichen  und  überwiegenden  Umstände  klarerweise  gegen  die 
vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Es erübrigt sich,  auf 
die weiteren Ausführungen in den Eingaben und die Beweismittel  im 
Einzelnen  einzugehen,  weil  sie  am Ergebnis  nichts  ändern  können. 
Unter  Berücksichtigung der  gesamten Umstände folgt,  dass  der  Be-
schwerdeführer  keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder 
glaubhaft  machen  konnte.  Das  Bundesamt  hat  sein  Asylgesuch  zu 
Recht abgelehnt. 

4.

4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch hat er einen Anspruch auf Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

5.
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das  Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer 
[AuG, SR 142.20]).

5.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur 
Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben 
oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 
ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge-
zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 
des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 (BV, SR 
101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Fol-
ter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

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lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konven-
tion  vom 4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausge-
schafft  werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art  unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.

Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, 
welche  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER,  Das 
Asyl-  und Wegweisungsverfahren,  3. Aufl.,  Bern  1999,  S. 89). Da es 
dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakistan ist demnach un-
ter  dem Aspekt  von Art. 5  AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich 
weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten 
Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Pa-
kistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK 
oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. 
Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 
(EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Be-
schwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder 
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder 
unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 
S. 122,  mit  weiteren  Hinweisen).  Aufgrund der  Akten  sowie  der  vor-
stehenden  Erwägungen  betreffend  die  Frage  der  Flüchtlingseigen-
schaft und des Asyls ist indessen nicht davon auszugehen, dass ihm 
im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Pakistan  eine  derartige  Gefahr  droht, 
welche  den  Wegweisungsvollzug  als  unzulässig  erscheinen  lassen 
würde. 

5.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  -  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG  -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

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Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Pakistan ist 
im vorliegenden Fall als zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu 
erachten, da er nicht darzutun vermochte, dass er bei einer Rückkehr 
in sein Heimatland einer konkreten Gefährdungssituation im Sinne der 
zu  beachtenden  Bestimmung  ausgesetzt  wäre.  In  den  Akten  finden 
sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerde-
führer  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  ge-
sundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation  geraten 
würde. Die von ihm auf Beschwerdeebene geltend gemachten psychi-
schen Probleme sind offenbar nicht derart gravierend, dass er deswe-
gen ärztliche Hilfe in Anspruch nahm beziehungsweise sich veranlasst 
fühlte, einen entsprechenden Bericht zu den Akten zu reichen. Diese 
scheinen denn auch eher mit dem ungeklärten Status in der Schweiz 
im  Zusammenhang  zu  stehen.  Im  Heimatland  verfügt  er  über  ein 
soziales  Netz.  Aufgrund  seiner  Ausbildung,  der  beruflichen  Erfah-
rungen und der Sprachkenntnisse dürfte es ihm so gelingen, sich eine 
Existenzgrundlage zu erarbeiten (vgl. A 1/12, S. 2 f.; A 9/13, S. 5 f.). 
Dass für den Beschwerdeführer die Rückkehr aus anderen Gründen, 
insbesondere wegen seiner sexuellen Orientierung, unzumutbar wäre, 
lässt sich im vorliegenden Fall aus den Akten nicht ableiten.

5.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich in Zusammen-
arbeit  mit  der Vorinstanz bei  der zuständigen Vertretung seines Hei-
matlandes die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu be-
schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung 
auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.4 Zusammenfassend ergibt  sich,  dass der  von der  Vorinstanz ver-
fügte Wegweisungsvollzug in Übereinstimmung mit den zu beachten-
den Bestimmungen steht  und zu bestätigen ist. Eine Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme fällt  damit  ausser Betracht  (Art. 83 Abs. 1 -  4 
AuG).

6.
Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bun-
desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

7. In  Anwendung  von  Art.  10  Abs.  4  AsylG  sind  die  als  gefälscht 
erkannten Dokumente (Polizei- und Gerichtsakten, Anwaltsschreiben) 
einzuziehen.

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8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  bisher  entstandenen 
Kosten dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63  Abs. 1 VwVG). 
Der  Beschwerdeführer  hat  durch  das  Einreichen  der  gefälschten 
Dokumente  umfassende  Abklärungen  insbesondere  auch  die  Bot-
schaftsabklärung  veranlasst  und  damit  erhöhte  Kosten  verursacht. 
Ausserdem kann in Fällen mutwilliger Prozessführung, wozu auch be-
wusste  Falschangaben und die Einreichung gefälschter  Beweismittel 
zu  zählen  sind,  eine  erhöhte  Spruchgebühr  verlangt  werden.  Die 
Kosten  des  Verfahrens  sind  vorliegend  auf  insgesamt  Fr. 1'200.-- 
anzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]). Angesichts der mutwilligen Prozessführung ist 
auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 VwVG abzuweisen.  

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die eingereichten und als gefälscht erkannten Dokumente werden ein-
gezogen.

3.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.  Die  erhöhten  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'200.--  werden 
dem Beschwerdeführer  auferlegt. Dieser Betrag ist  mittels  beiliegen-
dem Einzahlungsschein  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten N _______ (per Kurier; in Kopie)

- _______

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber 

Versand: 

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