# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0116e5ee-8010-553d-8aad-560d31b1bae1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.05.2025 D-1178/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1178-2023_2025-05-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1178/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Lukas Müller, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Lena Weissinger, Rechtsanwältin,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. Januar 2023. 

 

 

 

D-1178/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 7. März 2019 in der Schweiz um Asyl 

nach. Mit Nichteintretensentscheid vom 14. Juni 2019 wurde er gestützt 

auf die Dublin-Verordnung nach Grossbritannien weggewiesen.  

B.  

Am 8. März 2021 wurde das Asylverfahren des Beschwerdeführers in der 

Schweiz wieder aufgenommen. Am 21. April 2021 fand die Anhörung zu 

den Asylgründen statt und am 27. April 2021 wurde das Verfahren dem 

erweiterten Verfahren zugeteilt. 

Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei ein sri-lankischer Staatsan-

gehöriger tamilischer Ethnie, in B._______ (Distrikt C._______ in der Nord-

provinz) geboren. Als Kleinkind sei er mit seiner Familie nach D._______ 

(Distrikt Jaffna) umgezogen, wo er bis zu seiner Ausreise gewohnt habe. 

Am (…) sei er auf dem Weg nach Hause von zwei unbekannten Männern 

angehalten worden, die ihn zusammengeschlagen und ihm vorgeworfen 

hätten, er habe mit Universitätsstudenten gesprochen und würde die Libe-

ration Tigers of Tamil Eelam (LTTE) unterstützen. Diese beiden Männer 

hätten auf seinem Mobiltelefon Fotos von einem Kolam, einem auf dem 

Boden angebrachten Symbol für eine Gottheit entdeckt. Dieses Symbol 

stehe im Zusammenhang mit Tamil Eelam. Daraufhin hätten ihm die beiden 

Männer gesagt, dass er viele Probleme bekommen werde. Er gehe davon 

aus, dass diese beiden Männer Staatsangestellte seien. Weil er Angst ge-

habt habe zur Polizei zu gehen, habe er betreffend den Vorfall vom (…) 

keine Anzeige erstattet. Er könne zwar in Colombo arbeiten, aber in sein 

Heimatland könne er dennoch nicht zurück, da er sich vor den beiden Män-

nern fürchte, aufgrund seiner Körpergrösse Hänseleien ausgesetzt sei und 

er seine finanziellen Schulden im Heimatland begleichen müsse. 

C.  

Mit Verfügung vom 27. Januar 2023 stellte das SEM fest, der Beschwerde-

führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ordnete deren Vollzug an und 

beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. 

D.  

Mit Schreiben vom 6. Februar 2023 erklärte die Rechtsvertretung des Be-

schwerdeführers, sie habe das Mandat niedergelegt.  

D-1178/2023 

Seite 3 

E.  

Mit Eingabe vom 28. Februar 2023 reichte der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es sei die an-

gefochtene Verfügung aufzuheben und ihm als Flüchtling in der Schweiz 

Asyl zu gewähren, eventualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme wegen Un-

zumutbarkeit des Vollzugs seiner Wegweisung zu gewähren, subeventua-

liter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm zu gestatten, den Aus-

gang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten, im Sinne vorsorglicher 

Massnahmen von Vollzugshandlungen bis zum Entscheid über die Ausset-

zung des Vollzugs abzusehen und ihm die unentgeltliche Prozessführung 

sowie ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person der rubrizierten 

Rechtsvertreterin zu bestellen. 

F.  

Am 8. März 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG).  

1.3 Auf das Rechtsbegehren, es sei eine vorsorgliche Massnahme anzu-

ordnen und vom Vollzug der Wegweisung einstweilen Abstand zu nehmen, 

ist nicht einzutreten, da der Beschwerde grundsätzlich von Gesetzes we-

gen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die 

Vorinstanz diese nicht entzogen hat, weshalb der Beschwerdeführer den 

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Seite 4 

Ausgang des Beschwerdeverfahrens ohnehin in der Schweiz abwarten 

darf (vgl. Art. 42 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um 

eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen 

Sachverhalt unvollständig festgestellt. Der Beschwerdeführer macht gel-

tend, dass es sich beim damaligen Vorfall mit den beiden Männern nicht 

um ein isoliertes Ereignis gehandelt habe, da er politisch überwacht und 

verfolgt werde. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach seine Ausreise 

von den Behörden unbemerkt geblieben sei, bestreitet er mit dem Hinweis 

auf seine eigene Einschätzung der allgemeinen politischen Lage im Hei-

matstaat. Konkrete Hinweise auf eine ihm persönlich drohende Verfolgung 

werden nicht substanziiert dargelegt. 

4.2 Diese Rügen erweisen sich als offensichtlich unbegründet. Die  

Vorinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt rechtsgenüglich festge-

stellt und ihren Entscheid in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nachvoll-

ziehbar begründet. Der Beschwerdeführer legt keine konkreten Anhalts-

punkte dar, welche Zweifel an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststel-

lung zu begründen vermöchten. Seine Einwände erschöpfen sich im We-

sentlichen in einer abweichenden Einschätzung der politischen Lage und 

sind nicht geeignet, eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung zu be-

legen. Soweit eine Verletzung der Begründungspflicht geltend gemacht 

wird, ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG Verfügun-

gen so zu begründen sind, dass die betroffene Person den Entscheid nach-

vollziehen und sachgerecht anfechten kann. Dies ist vorliegend der Fall. 

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Seite 5 

Die Vorinstanz hat ihren Entscheid in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht 

hinreichend begründet. Dass sie dabei zu einer anderen Würdigung als der 

Beschwerdeführer gelangt ist, vermag eine Verletzung der Begründungs-

pflicht nicht zu begründen. Die Vorinstanz hat ihre Erwägungen in einer 

Weise dargelegt, die es dem Beschwerdeführer ermöglichte, den Ent-

scheid sachgerecht anzufechten. Der Rückweisungsantrag ist abzuwei-

sen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimat- oder Her-

kunftsstaat wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-

ner bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-

gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, 

solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernst-

hafte Nachteile gelten insbesondere die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass keine konkreten Hinweise 

darauf bestehen würden, wonach der Beschwerdeführer im Falle einer 

Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 

gezielt gegen ihn gerichteten staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt wäre. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Massnahme be-

schränke sich auf ein einmaliges Ereignis, das weder in seiner Intensität 

noch in seiner Qualität auf ein anhaltendes oder ausgeprägtes Verfol-

gungsinteresse der Behörden hindeute. Vielmehr sei davon auszugehen, 

dass es sich dabei – soweit sich der Vorfall überhaupt zugetragen habe – 

allenfalls um eine willkürliche Kontrolle gehandelt habe. Zudem habe der 

Beschwerdeführer nicht geltend gemacht nach dem Vorfall mit den zwei 

Männern bei den sri-lankischen Behörden Schutz gesucht zu haben, was 

ihm indessen zumutbar gewesen wäre.  

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz festzustellen, dass die Asylvorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG 

nicht standzuhalten vermögen, weshalb vorab auf die zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz zu verweisen ist. Die vorinstanzliche Schlussfolge-

rung ist weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. 

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Seite 6 

6.2 Die Vorinstanz stellt zutreffend fest, dass die Bewertung einer mögli-

chen Verfolgung nicht auf einem subjektiven Empfinden des Betroffenen 

beruht, sondern auf einer objektivierten Gesamtwürdigung des Sachver-

halts. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer in Vergangenheit 

oder Gegenwart Unterstützungsleistungen zugunsten den LTTE erbracht 

oder entsprechende Verbindungen unterhalten hätte, sind nicht ersichtlich. 

Ebenso wenig ist erkennbar, weshalb die Behörden derzeit ein spezifi-

sches Interesse an seiner Person verfolgen sollten. Dass zwei von ihm na-

mentlich genannte Personen, von denen er behauptet, sie würden ihn ver-

folgen, selbst keine Kenntnis von seiner Ausreise haben, bestätigt vielmehr 

den Eindruck eines unauffälligen Risikoprofils. 

Insgesamt bestehen weder staatlicherseits noch seitens Dritter hinrei-

chende Hinweise auf ein fortbestehendes oder wiederauflebendes Verfol-

gungsinteresse. Die vom Beschwerdeführer empfundene Furcht vor zu-

künftigen Nachteilen erfüllt nicht die Voraussetzungen einer begründeten 

Furcht im Sinne von Art. 3 AsylG und ist objektiv nicht nachvollziehbar. 

6.3 Soweit die Beschwerdeschrift den gegenteiligen Schluss verlangt, 

überzeugt dies nicht. Die in der Beschwerde vorgebrachten Argumente er-

schöpfen sich im Wesentlichen in appellatorischer Kritik an der Beweiswür-

digung der Vorinstanz und vermögen keine abweichende rechtliche Würdi-

gung zu rechtfertigen. Die Beschwerdeschrift stützt sich auf mehrere Me-

dienberichte aus den Jahren 2010 bis 2018, um eine generelle Verfol-

gungssituation in Sri Lanka geltend zu machen. Diese Berichte betreffen 

jedoch keine individuell gegen den Beschwerdeführer gerichteten Mass-

nahmen und vermögen daher keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefähr-

dung im Sinne von Art. 3 AsylG zu belegen. Die vom Beschwerdeführer 

behauptete Verfolgung bleibt unsubstantiiert; er legt keine glaubhaften 

Ausführungen oder Beweismittel vor, welche die behauptete Gefährdung 

stützen könnten. Vielmehr schildert er seine Sichtweise, ohne sich inhalt-

lich mit den zentralen Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. 

Die angeführten Medienquellen stammen zudem überwiegend aus einer 

älteren Phase (2010–2018), deren sicherheitspolitische Relevanz ange-

sichts der seitherigen Entwicklungen – namentlich dem Regierungswech-

sel 2019, dem Rücktritt Rajapaksas 2022 und der Wahl Wickremesinghes 

2024 – als überholt zu beurteilen ist. Auch die in der Beschwerdeschrift 

zitierten neueren Berichte auf die generell verwiesen wird, vermögen an 

dieser Einschätzung nichts zu ändern. Eine substanzielle Auseinanderset-

zung mit den massgeblichen Referenzurteilen des Bundesverwaltungsge-

richts fehlt in der Beschwerde ebenso wie eine nachvollziehbare 

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Darlegung, weshalb die dort zugrunde gelegte Einschätzung der allgemei-

nen Lage in Sri Lanka im vorliegenden Fall nicht mehr zutreffen sollte. Man-

gels konkreter Risikofaktoren, etwa einer LTTE-Verbindung, exilpolitischer 

Aktivitäten oder eines Eintrags auf der «Stop List», weist der Beschwerde-

führer ein unauffälliges Risikoprofil auf. 

6.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgehalten, dass aus der Schweiz zurückkehrende tamili-

sche Staatsangehörige nicht generell einer ernsthaften Gefahr im Sinne 

von Art. 3 AsylG ausgesetzt sind. Massgeblich ist, ob konkret belegte Risi-

kofaktoren vorliegen, etwa eine tatsächliche oder vermeintliche Verbindung 

zur LTTE, ein Eintrag auf der sogenannten «Stop List», frühere Inhaftierun-

gen im Zusammenhang mit der LTTE oder exilpolitische Aktivitäten. 

An dieser Einschätzung hat sich trotz der politischen Entwicklungen in Sri 

Lanka – insbesondere den Osteranschlägen 2019, dem Rücktritt von Prä-

sident Gotabaya Rajapaksa im Jahr 2022 sowie der Wahl von Ranil Wick-

remesinghe im Juli 2022 und erneut im September 2024 – nichts Grundle-

gendes geändert. Der neue Präsident gilt als Teil der etablierten politischen 

Elite, sodass keine wesentliche Verbesserung oder Verschlechterung der 

sicherheitsrelevanten Lage für Rückkehrer erkennbar ist. Selbst unter Be-

rücksichtigung der angespannten wirtschaftlichen Lage und punktueller 

Menschenrechtsprobleme bleibt es bei der Rechtsprechung, wonach eine 

blosse Zugehörigkeit zur tamilischen Volksgruppe, eine illegale Ausreise 

oder ein früheres Asylgesuch in der Schweiz keine flüchtlingsrechtlich re-

levante Gefährdung begründen. 

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügen. Die geltend gemachte 

Bedrohung oder Verfolgung erreicht weder in der Intensität noch in Bezug 

auf die geltend gemachten Motive das erforderliche asylrechtliche Niveau. 

Die Vorinstanz hat das Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

7.2 Nachdem der Beschwerdeführer weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

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solchen verfügt, wurde die Wegweisung zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9 je m.w.H.).  

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Eine Unzulässigkeit im Sinne von Art. 83 Abs. 3 AIG liegt namentlich 

vor, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen – etwa nach Art. 3 EMRK oder 

Art. 3 FoK – einer Rückführung entgegenstehen. Gemäss ständiger Praxis 

des Bundesverwaltungsgerichts wie auch des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte (EGMR) sind Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernsthaften Gefahr von 

Misshandlung oder Verhaftung ausgesetzt (vgl. Urteil des EGMR, R.J. ge-

gen Frankreich, Nr. 10466/11, 19. September 2013; Urteil des BVGer  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.3 ff.). 

Im vorliegenden Fall macht die betroffene Person geltend, in der Vergan-

genheit Opfer staatlicher Verfolgung geworden zu sein. Diese Vorbringen 

wurden im Rahmen des Asylverfahrens gewürdigt. Entscheidend ist jedoch 

nicht allein die Frage, ob in der Vergangenheit Verfolgung bestand, son-

dern ob aktuell eine fortbestehende Gefährdung in beachtlicher Weise ge-

geben ist. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, fehlen im 

konkreten Fall jegliche Hinweise darauf, dass die sri-lankischen Behörden 

der betroffenen Person ein sicherheitsrelevantes Interesse entgegenbrin-

gen. Eine vergangene Bedrohungslage vermag ohne gegenwärtige Indi-

zien eine heutige Wegweisung nicht unzulässig zu machen. An dieser Ein-

schätzung vermögen auch die Ausführungen in der Beschwerdeschrift 

nichts zu ändern. 

8.3 Ein Schutzanspruch nach Art. 3 EMRK besteht nur bei Vorliegen spe-

zifischer Risikofaktoren. Dazu zählen unter anderem eine belegbare tat-

sächliche oder vermeintliche Verbindung zu den LTTE, exilpolitisches 

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Engagement gegen die sri-lankischen Behörden oder ein Eintrag in der so-

genannten «Stop List» der Einreisebehörden in Colombo (vgl. Urteile des 

BVGer E-6631/2019 vom 18. Oktober 2022 E. 12.2, E-3685/2023 vom 

4. Oktober 2024 E. 9.3). 

Im vorliegenden Fall sind keine solchen Risikofaktoren ersichtlich. Auch die 

Vorbringen in der Beschwerdeschrift, die sich im Wesentlichen in appella-

torischer Kritik an der Sachverhaltswürdigung erschöpfen, vermögen daran 

nichts zu ändern. Eine konkrete individuelle Gefährdung ist nicht substan-

ziiert geltend gemacht worden. 

Gemäss ständiger Rechtsprechung des EGMR und des UN-Anti-Folter-

ausschusses genügt die allgemeine Menschenrechtslage im Herkunfts-

staat nicht, um ein Rückschiebungsverbot zu begründen. Erforderlich ist 

der glaubhafte Nachweis einer konkreten Gefahr («real risk»), wonach die 

betroffene Person im Fall einer Rückführung ernsthaft Gefahr läuft, einer 

gegen Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK verstossenden Behandlung ausgesetzt 

zu werden (vgl. Urteil des EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, 

Nr. 37201/06, 28. Februar 2008, §§ 124–127; Urteil des BVGer E-

3685/2023 vom 4. Oktober 2024 E. 11.2.3). 

8.4 Der bewaffnete Konflikt in Sri Lanka ist im Mai 2009 beendet worden. 

Die allgemeine Lage im Land – auch in der Nordprovinz – lässt den Weg-

weisungsvollzug grundsätzlich zu. Das Bundesverwaltungsgericht hat in 

ständiger Praxis festgestellt, dass eine Rückkehr zumutbar ist, wenn ein 

tragfähiges familiäres oder soziales Netzwerk besteht oder eine eigenstän-

dige Reintegration zu erwarten ist (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 E. 9; E-3685/2023 vom 4. Oktober 2024 E. 11.3.2).  

8.5 Auch unter Berücksichtigung der in der Beschwerdeschrift geltend ge-

machten individuellen und generell wirtschaftspolitischen Umstände ist 

keine existenzielle Notlage glaubhaft gemacht worden. Die geltend ge-

machte wirtschaftliche Unsicherheit, der Status als Person, die angibt, un-

ter psychischem Druck zu leiden oder die Schwierigkeit der sozialen Wie-

dereingliederung reichen für sich allein nicht aus. Der Beschwerdeführer 

verfügt über Schuldbildung, Berufserfahrung und familiäre Kontakte vor 

Ort, die eine Rückkehr und Reintegration ermöglichen. An dieser Einschät-

zung vermögen auch die weiteren Vorbringen in der Beschwerdeschrift 

nichts zu ändern. 

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Seite 10 

Dass der Beschwerdeführer als eher klein gewachsene Person, die auf-

grund seiner Körpergrösse in von Jugendlichen gehänselt worden sei und 

deshalb psychisch belastet sei, genügt nicht, um von einer existenzbedro-

henden Lage auszugehen. Die diesbezüglich geltend gemachten Risiken 

erscheinen als unbegründete Mutmassungen ohne ausreichende Grund-

lage in den Akten. Wie die Vorinstanz erachtet auch das Bundesverwal-

tungsgericht den Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka und in die 

B._______, im Distrikt C._______, in der Nordprovinz sowohl in genereller 

als auch in individueller Hinsicht weiterhin als zumutbar im Sinne von 

Art. 83 Abs. 4 AIG, wobei die in der Beschwerdeschrift erwähnten Berichte 

und der Verweis auf die Verfügung des SEM vom 27. Januar 2023 auch 

diesbezüglich nichts zu ändern vermögen. Was im Übrigen die behaupte-

ten psychischen Probleme als Folge von Hänseleien aufgrund der Körper-

grösse anbelangt, ist zu beachten, dass eine Unzumutbarkeit nur vorliegt, 

wenn im Heimatstaat keine Behandlungsmöglichkeit besteht und deren 

Fehlen zu rasch eintretender schwerer Gesundheitsbeeinträchtigung oder 

Lebensgefahr führen würde (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3). Die psychiatrische 

Versorgung in Sri Lanka ist grundsätzlich gewährleistet. Ein medizinisch 

begründetes Vollzugshindernis wurde im konkreten Fall weder belegt noch 

glaubhaft gemacht. 

Der Beschwerdeführer ist in der Nordprovinz aufgewachsen und mit den 

lokalen Verhältnissen vertraut. Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass ihm 

eine Rückkehr aus objektiven Gründen nicht möglich wäre. Vielmehr ver-

fügt er über berufliche Vorerfahrung, die es ihm erlaubt, sich auch wirt-

schaftlich wieder zu integrieren. Seine persönliche Verwurzelung vor Ort 

spricht für eine rasche Reintegration. Zudem ist unbestritten, dass seine 

Reise in die Schweiz durch Angehörige finanziert wurde. Daraus darf mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass er auch im 

Falle einer Rückkehr finanziell durch seine Familie unterstützt wird, insbe-

sondere in der Übergangsphase nach seiner Rückkehr. Hinweise auf eine 

soziale Isolation oder eine objektive existenzielle Notlage liegen nicht vor. 

Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), soweit er nicht ohnehin schon über die entspre-

chenden Dokumente verfügt, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch 

als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka 

zulässig, zumutbar und möglich. An dieser rechtlichen Würdigung 

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Seite 11 

vermögen auch die in der Beschwerdeschrift vorgebrachten Einwände 

nichts zu ändern. Diese erschöpfen sich im Wesentlichen in appellatori-

scher Kritik an der Würdigung der Vorinstanz, ohne dass neue, entscheid-

relevante Umstände dargetan worden wären. Eine vorläufige Aufnahme 

fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Das Eventualbegehren 

ist abzuweisen. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da-

rauf einzutreten ist.  

10.  

Aufgrund der Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren sind die mit Eingabe 

vom 28. Februar 2023 gestellten Gesuche um unentgeltliche Prozessfüh-

rung und Rechtsverbeiständung – ungeachtet der geltend gemachten pro-

zessualen Bedürftigkeit – abzuweisen. Die Kosten von Fr. 750.– sind dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 

Art. 68 Abs. 2 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1178/2023 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lukas Müller Michal Koebel 

 

 

Versand: