# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a80c4db0-0abc-5aca-b8a8-37ca03231d1b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.02.2025 SK 2023 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-24_2025-02-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 24

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. Februar 2025

Besetzung Oberrichterin Bochsler (Präsidentin i.V.), 
Obergerichtssuppleantin Gysi, Oberrichterin Hubschmid Volz
Gerichtsschreiberin Weissleder

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

C.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin D.________

Beschuldigter/Berufungsführer 2

E.________
verteidigt durch Rechtsanwalt F.________

Beschuldigter/Berufungsführer 4

G.________
verteidigt durch Rechtsanwältin H.________

Beschuldigter/Berufungsführer 5

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

I.________

Straf- und Zivilkläger 1

J.________

2

Straf- und Zivilkläger 2

K.________

Straf- und Zivilkläger 3

L.________

Straf- und Zivilkläger 4

M.________ AG

Straf- und Zivilklägerin 5

N.________ AG

Straf- und Zivilklägerin 6

O.________

Straf- und Zivilklägerin 7

P.________

Zivilkläger

Gegenstand Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 3. November 2022 (PEN 21 35-42)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz) 
fällte am 3. November 2022 das folgende Urteil (pag. 1151 ff.; Hervorhebungen im 
Original): 

A. 

I. 

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 rund um den 
Bahnhof T.________ in .________ T.________, aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung z.N. 
von Blumenladen U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; Deliktsbetrag insgesamt 
CHF 1'966.30 (Ziffer 1 Strafbefehl)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 09.11.2019 aus Anlass einer öffentlichen Zu-
sammenrottung (Ziffer 2 Strafbefehl)

1.1. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt T.________-V.________ z.N. von 
M.________ AG (Deliktsbetrag: CHF 2'924.55)

1.2. in .________ T.________ z.N. der O.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'965.82)

2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, begangen in einem zusammenge-
rotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbefehl)

3. des Landfriedensbruchs, begangen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbe-
fehl)

und in Anwendung der 

Art. 34, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 144 Abs. 2, 260 Abs. 1, 285 Ziff. 2 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 120.00, ausmachend total CHF 21'600.00, 
als Zusatzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland Thun vom 25.03.2020 
(O .________). 

Die Polizeihaft von 1 Tag (17.12.2019) wird im Umfang von 1 Tagessatz auf die Geldstrafe an-
gerechnet.

4

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten der Vor-
untersuchung von CHF 900.00 und Kosten des Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von 
CHF 2'512.50, insgesamt bestimmt auf CHF 3'412.50. Wird keine schriftliche Begründung ver-
langt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen 
damit CHF 2'612.50.

B.

I. 

C.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 rund um den 
Bahnhof T.________ in .________ T.________, aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung z.N. 
von Blumenladen U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; Deliktsbetrag insgesamt 
CHF 1'966.30 (Ziffer 1 Strafbefehl)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

C.________ wird schuldig erklärt:

1. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 09.11.2019 aus Anlass einer öffentlichen Zu-
sammenrottung (Ziffer 2 Strafbefehl)

1.1. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt T.________-V.________ z.N. von 
M.________ AG (Deliktsbetrag: CHF 2'924.55)

1.2. in .________ T.________ z.N. der O.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'965.82)

2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, begangen in einem zusammenge-
rotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbefehl)

3. des Landfriedensbruchs, begangen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbe-
fehl)

und in Anwendung der 

Art. 34, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 144 Abs. 2, 260 Abs. 1, 285 Ziff. 2 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend total CHF 9'000.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Oberland Thun vom 25.03.2020 
(O .________).

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten der Vor-
untersuchung von CHF 900.00 und Kosten des Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von 
CHF 2'512.50, insgesamt bestimmt auf CHF 3'412.50. Wird keine schriftliche Begründung ver-
langt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen 
damit CHF 2'612.50.

5

C.

I. 

Q.________

von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 rund um den 
Bahnhof T.________ in .________ T.________, aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung z.N. 
von Blumenladen U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; Deliktsbetrag insgesamt 
CHF 1'966.30 (Ziffer 1 Strafbefehl)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

Q.________ wird schuldig erklärt:

1. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 09.11.2019 aus Anlass einer öffentlichen Zu-
sammenrottung (Ziffer 2 Strafbefehl)

1.1. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt T.________-V.________ z.N. von 
M.________ AG (Deliktsbetrag: CHF 2'924.55)

1.2. in .________ T.________ z.N. der O.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'965.82)

2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, begangen in einem zusammenge-
rotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbefehl)

3. des Landfriedensbruchs, begangen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbe-
fehl)

III. 

Der Q.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Office régional du Valais cen-
tral Sion vom 19.02.2019 (MPC .________) für eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen à CHF 60.00 ge-
währte bedingte Vollzug wird widerrufen.

IV. 

Q.________ wird

in Anwendung der 

Art. 34, 46, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 144 Abs. 2, 260 Abs. 1, 285 Ziff. 2 StGB
Art. 426 ff. StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Strafe 
im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 100.00, ausmachend total CHF 18'000.00, 
als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts Berner Oberland vom 25.06.2020 (PEN 
.________)

6

Die Polizeihaft von 1 Tag (17.12.2019) wird im Umfang von 1 Tagessatz auf die Geldstrafe an-
gerechnet.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten der Vor-
untersuchung von CHF 900.00 und Kosten des Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von 
CHF 2'512.50 sowie Kosten für das Widerrufsverfahren (PEN 21 46) von CHF 150.00, insge-
samt bestimmt auf CHF 3'562.50. Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die 
Gebühr um CHF 800.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'762.50.

D.

I. 

E.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 rund um den 
Bahnhof T.________ in .________ T.________, aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung z.N. 
von Blumenladen U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; Deliktsbetrag insgesamt 
CHF 1'966.30 (Ziffer 1 Strafbefehl)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

E.________ wird schuldig erklärt:

1. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 09.11.2019 aus Anlass einer öffentlichen Zu-
sammenrottung (Ziffer 2 Strafbefehl)

1.1. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt T.________-V.________ z.N. von 
M.________ AG (Deliktsbetrag: CHF 2'924.55)

1.2. in .________ T.________ z.N. der O.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'965.82)

2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, begangen in einem zusammenge-
rotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbefehl)

3. des Landfriedensbruchs, begangen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbe-
fehl)

und in Anwendung der 

Art. 34, 47, 49 Abs. 1, 51, 144 Abs. 2, 260 Abs. 1, 285 Ziff. 2 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 130.00, ausmachend total CHF 23’400.00.

Die Polizeihaft von 1 Tag (17.12.2019) wird im Umfang von 1 Tagessatz auf die Geldstrafe an-
gerechnet.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten der Vor-
untersuchung von CHF 900.00, Kosten ZMG CHF 400.00 (ARR 19 489) und Kosten des Ge-
richts (inkl. schriftliche Begründung) von CHF 2'512.50, insgesamt bestimmt auf CHF 3'812.50. 

7

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 3'012.50.

E.

I. 

G.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 rund um den 
Bahnhof T.________ in .________ T.________, aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung z.N. 
von Blumenladen U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; Deliktsbetrag insgesamt 
CHF 1'966.30 (Ziffer 1 Strafbefehl)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

G.________ wird schuldig erklärt:

1. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 09.11.2019 aus Anlass einer öffentlichen Zu-
sammenrottung (Ziffer 2 Strafbefehl)

1.1. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt T.________-V.________ z.N. von 
M.________ AG (Deliktsbetrag: CHF 2'924.55)

1.2. in .________ T.________ z.N. der O.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'965.82)

2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, begangen in einem zusammenge-
rotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbefehl)

3. des Landfriedensbruchs, begangen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 2 Strafbe-
fehl)

und in Anwendung der 

Art. 34, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 144 Abs. 2, 260 Abs. 1, 285 Ziff. 2 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 110.00, ausmachend total CHF 19’800.00, 
als Zusatzstrafe zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Oberland Thun vom 31.03.2020 
(O .________).

Die Polizeihaft von 1 Tag (17.12.2019) wird im Umfang von 1 Tagessatz auf die Geldstrafe an-
gerechnet.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten der Vor-
untersuchung von CHF 900.00 und Kosten des Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von 
CHF 2'512.50, insgesamt bestimmt auf CHF 3'412.50. Wird keine schriftliche Begründung ver-
langt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen 
damit CHF 2'612.50.

8

F.

I. 

Rieben Jan Milan wird freigesprochen:

1. Von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 aus An-
lass einer öffentlichen Zusammenrottung 

1.1. rund um den Bahnhof T.________ in .________ T.________, z.N. von Blumenladen 
U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; Deliktsbetrag insgesamt 
CHF 1'966.30 (Ziffer 1 Strafbefehl)

1.2. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt .________ bzw. .________ z.N. von 
M.________ AG; Deliktsbetrag: CHF 2'924.55 (Ziffer 2 Strafbefehl)

1.3. in .________ T.________ z.N. der O.________; Deliktsbetrag: CHF 3'965.82 (Ziffer 2 
Strafbefehl)

2. von der Anschuldigung der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, angeblich 
begangen in einem zusammengerotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Zif-
fer 2 Strafbefehl)

3. von der Anschuldigung des Landfriedensbruchs, angeblich begangen am 09.11.2019 in 
.________ T.________ (Ziffer 2 Strafbefehl)

unter Ausrichtung einer Genugtuung an Rieben Jan Milan von CHF 200.00 für die am 17.12.2019 
ausgestandene Polizeihaft

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten 
der Voruntersuchung von CHF 900.00, Kosten ZMG von CHF 400.00 (ARR 19 490) und Kosten des 
Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von CHF 2'512.50, insgesamt bestimmt auf CHF 3'812.50, an 
den Kanton Bern. Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um 
CHF 800.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 3'012.50.

G.

I. 

R.________

1. Von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 aus An-
lass einer öffentlichen Zusammenrottung 

1.1. rund um den Bahnhof T.________ in .________ T.________, z.N. von Blumenladen 
U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; Deliktsbetrag insgesamt 
CHF 1'966.30 (Ziffer 1 Strafbefehl)

1.2. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt .________ bzw. .________ z.N. von 
M.________ AG; Deliktsbetrag: CHF 2'924.55 (Ziffer 2 Strafbefehl)

1.3. in .________ T.________ z.N. der O.________; Deliktsbetrag: CHF 3'965.82 (Ziffer 2 
Strafbefehl)

2. von der Anschuldigung der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, angeblich 
begangen in einem zusammengerotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Zif-
fer 2 Strafbefehl)

9

3. von der Anschuldigung des Landfriedensbruchs, angeblich begangen am 09.11.2019 in 
.________ T.________ (Ziffer 2 Strafbefehl)

unter Ausrichtung einer Entschädigung an R.________ von CHF 7'362.57 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte durch Rechtsanwältin H.________,

einer Entschädigung an R.________ von CHF 35.00 für die wirtschaftlichen Einbussen, die ihm aus 
der notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind,

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten 
der Voruntersuchung von CHF 900.00 und Kosten des Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von 
CHF 2'512.50, insgesamt bestimmt auf CHF 3'412.50, an den Kanton Bern. Wird keine schriftliche 
Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die reduzierten Verfahrenskosten 
betragen damit CHF 2'612.50.

H.

I. 

S.________

1. von der Anschuldigung des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 30.10.2019 am 
.________ in .________ W.________, z.N. des Stadions X.________ FC W.________ (Ziffer 1 
Strafbefehl)

2. von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 09.11.2019 rund um 
den Bahnhof T.________ in .________ T.________, aus Anlass einer öffentlichen Zusammen-
rottung z.N. von Blumenladen U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG; De-
liktsbetrag insgesamt CHF 1'966.30 (Ziffer 2 Strafbefehl)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

S.________ wird schuldig erklärt:

1. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen am 09.11.2019 aus Anlass einer öffentlichen Zu-
sammenrottung (Ziffer 3 Strafbefehl)

1.1. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt T.________-V.________ z.N. von 
M.________ AG (Deliktsbetrag: CHF 2'924.55)

1.2. in .________ T.________ z.N. der O.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'965.82)

2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten, begangen in einem zusammenge-
rotteten Haufen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 3 Strafbefehl)

3. des Landfriedensbruchs, begangen am 09.11.2019 in .________ T.________ (Ziffer 3 Strafbe-
fehl)

und in Anwendung der 

Art. 34, 42, 44, 47, 49 Abs. 1, 51, 144 Abs. 2, 186, 260 Abs. 1, 285 Ziff. 2 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

10

1. Zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 120.00, ausmachend total CHF 18’000.00.

Die Polizeihaft von 1 Tag (17.12.2019) wird im Umfang von 1 Tagessatz auf die Geldstrafe an-
gerechnet.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 3’600.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 30 Tage festgesetzt.

3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/8), sich zusammensetzend aus Kosten der Vor-
untersuchung von CHF 900.00, Kosten ZMG von CHF 400.00 (ARR 19 491) und Kosten des 
Gerichts (inkl. schriftliche Begründung) von CHF 2'512.50, insgesamt bestimmt auf 
CHF 3'812.50. Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um 
CHF 800.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 3'012.50.

I.

I. 

A.________, C.________, Q.________, E.________, G.________ und S.________ werden in An-
wendung von Art. 41, 47, 49 und 50 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO unter solidarischer Haft-
barkeit weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 2'924.55 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 09.11.2019 an 
die Straf- und Zivilklägerin M.________ AG.

2. Zur Bezahlung von CHF 3'965.82 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 09.11.2019 an 
die Straf- und Zivilklägerin O.________.

3. Zur Bezahlung von CHF 2'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 09.11.2019 an den 
Straf- und Zivilkläger I.________.

4. Zur Bezahlung von CHF 200.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 09.11.2019 an den 
Straf- und Zivilkläger J.________. Soweit weitergehend wird die Zivilforderung abgewiesen.

5. Zur Bezahlung von CHF 200.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 09.11.2019 an den 
Straf- und Zivilkläger K.________. Soweit weitergehend wird die Zivilforderung abgewiesen.

6. Zur Bezahlung von CHF 200.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 09.11.2019 an den 
Zivilkläger P.________. Soweit weitergehend wird die Zivilforderung abgewiesen.

7. Zur Bezahlung von CHF 200.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 09.11.2019 an den 
Straf- und Zivilkläger L.________. Soweit weitergehend wird die Zivilforderung abgewiesen.

8. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden. 

II.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt: 

1. Es wird festgestellt, dass der vormalige Straf- und Zivilkläger Blumenladen U.________ seine 
Zivilklage vor Abschluss der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zurückgezogen hat und diese 
auf dem Zivilweg erneut geltend machen kann (Art. 122 Abs. 4 StPO).

11

2. In Anbetracht der Tatsache, dass der Sachverhalt bezüglich der Zivilforderungen nicht spruchreif 
ist und die beschuldigte Person freigesprochen wurde, wird die Zivilklage der Straf- und Zivilklä-
gerin Gemeinde T.________ auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO).

3. In Anbetracht der Tatsache, dass der Sachverhalt bezüglich der Zivilforderung nicht spruchreif 
ist und die beschuldigte Person freigesprochen wurde, wird die Zivilklage der Straf- und Zivilklä-
gerin N.________ AG auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO).

4. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden. 

III.

Weiter wird verfügt: 

1. Die folgenden Gegenstände werden deren jeweiligen Eigentümern nach Rechtskraft des vorlie-
genden Urteils durch die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft zurückgegeben: 
- Mobiltelefon Samsung Galaxy: an A.________
- Mobiltelefon Huawei (Schwarz): an E.________
- Mobiltelefon Sony Xperia 5321: an R.________
- Mobiltelefon iPhone 7 (rosé/gold): an S.________

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der über 
A.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der über 
C.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der über 
Q.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der über 
E.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der über 
G.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

7. Die Löschung der über Rieben Jan Milan erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Da-
ten (PCN-Nr. .________) durch den für die Führung von AFIS zuständigen Dienst braucht keine 
Zustimmung (Art. 17 Abs. 1 lit. c Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

8. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der über 
S.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) 

12

nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

9. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten folgende Beschuldigten fristgerecht die Berufung an: 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter A.________, pag. 1167), C.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter C.________, pag. 1173), Q.________ (nachfolgend: 
Beschuldigter Q.________, pag. 1175), E.________ (nachfolgend: Beschuldigter 
E.________, pag. 1119) und G.________ (nachfolgend: Beschuldigter 
G.________, pag. 1170). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit 
Verfügung vom 19. Januar 2023 (pag. 1260 ff.) gingen beim Obergericht die fol-
genden Berufungserklärungen ein: 

- Der Beschuldigte E.________, privat verteidigt durch Rechtsanwalt 
F.________, erklärte am 8. Februar 2023 Berufung betreffend die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen des ergangenen Freispruchs, die Schuldsprüche wegen 
Sachbeschädigung (mehrfach begangen), Gewalt und Drohung gegen Behör-
den und Beamte und Landfriedensbruchs sowie die mit den Schuldsprüchen in 
Zusammenhang stehenden Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
Weiter erklärte er im Zivilpunkt sowie gegen die weiteren Verfügungen (be-
schränkt auf Ziff. I./III./5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) die Berufung 
(pag. 1286 ff.). 

- Der Beschuldigte G.________, privat verteidigt durch Rechtsanwältin 
H.________, erklärte am 8. Februar 2023 Berufung betreffend die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen des ergangenen Freispruchs, die Schuldsprüche wegen 
Sachbeschädigung (mehrfach begangen), Gewalt und Drohung gegen Behör-
den und Beamte und Landfriedensbruchs sowie die mit den Schuldsprüchen in 
Zusammenhang stehenden Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
Weiter erklärte er Berufung gegen die Verurteilung und weiteren Verfügungen 
im Zivilpunkt (pag. 1293 ff.). 

- Der Beschuldigte A.________, privat verteidigt durch Rechtsanwalt 
B.________, erklärte am 9. Februar 2023 Berufung betreffend die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen des ergangenen Freispruchs, die Schuldsprüche wegen 
Sachbeschädigung (mehrfach begangen), Gewalt und Drohung gegen Behör-
den und Beamte und Landfriedensbruchs sowie die mit den Schuldsprüchen in 
Zusammenhang stehenden Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
Weiter erklärte er gegen die Verurteilung sowie die weiteren Verfügungen im 
Zivilpunkt die Berufung (pag. 1298 f.). 

- Der Beschuldigte C.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin 
D.________, erklärte am 9. Februar 2023 Berufung betreffend die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen des ergangenen Freispruchs, die Schuldsprüche wegen 
Sachbeschädigung (mehrfach begangen), Gewalt und Drohung gegen Behör-
den und Beamte und Landfriedensbruchs sowie die mit den Schuldsprüchen in 
Zusammenhang stehenden Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

13

Weiter erklärte er Berufung gegen die Verurteilung und weiteren Verfügungen 
im Zivilpunkt (pag. 1301 ff.).

Mit Verfügung vom 23. Februar 2023 wurden der Generalstaatsanwaltschaft, den 
Straf- und ZivilklägerInnen 1-7 und dem Zivilkläger Gelegenheit eingeräumt, innert 
Frist Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Be-
rufung der Beschuldigten zu beantragen. Mit gleicher Verfügung wurde festgestellt, 
dass der Beschuldigte Q.________ keine Berufungserklärung innert Frist einge-
reicht hat. Den Parteien wurde daraufhin Gelegenheit gegeben, Stellung zur Eintre-
tensfrage zu nehmen (pag. 1306 ff.). 

Mit Eingabe vom 28. Februar 2023 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf 
die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 1320 f.). Die Straf- und Zivil-
klägerin 7 (nachfolgend: Straf- und Zivilklägerin O.________) erklärte mit Eingabe 
vom 15. März 2023 weder die Anschlussberufung noch wurden Gründe für ein 
Nichteintreten auf die Berufung der Beschuldigten geltend gemacht (pag. 1330). 
Die restlichen Parteien liessen sich innert Frist nicht vernehmen (pag. 1334). Mit 
Beschluss vom 27. März 2023 trat die 1. Strafkammer des Obergerichts des Kan-
tons Bern in Anwendung von Art. 403 Abs. 1 Bst. a der Schweizerischen Strafpro-
zessordnung (StPO; SR 312.0) nicht auf die Berufung des Beschuldigten 
Q.________ ein (pag. 1336 ff.). Dieser wurde schliesslich mit Beschluss vom 
11. März 2024 ohne Kosten- und Entschädigungsfolgen aus dem Verfahren entlas-
sen (pag. 1457 ff.). 

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 
20./21. Februar 2025 in Anwesenheit der Parteien und ihren Rechtsvertretern statt 
(pag. 1616 ff.) 

3. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege / amtliche Verteidigung

Der Beschuldigte C.________ begehrte mit Gesuch vom 22. Februar 2024 die un-
entgeltliche Rechtspflege und die Beiordnung von Rechtsanwältin D.________ als 
amtliche Verteidigerin (pag. 1411 ff.). Mit Verfügung vom 11. März 2024 wurde er 
dazu aufgefordert, Unterlagen zu seinen monatlichen Einkünften (ab Januar 2024) 
einzureichen (pag. 1457 ff.). Dieser Aufforderung kam er mit Eingabe vom 2. 
April 2024 nach (pag. 1465 ff.), woraufhin die Verfahrensleitung das Gesuch mit 
Verfügung vom 7. Mai 2024 antragsgemäss guthiess (pag. 1470 ff.). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen und Dispensationsanträge

Den Beschuldigten wurde mit Verfügung vom 24. Januar 2024 in Aussicht gestellt, 
dass von Amtes wegen – vorbehalten einer allfälligen Selbsteinreichung durch die 
Beschuldigten – aktuelle Steuerdaten aus den Jahren 2022 und 2023 bei den zu-
ständigen Steuerbehörden ediert werden (pag. 1370 ff.). Mit Eingabe vom 19. Fe-
bruar 2024 reichte der Beschuldigte G.________ daraufhin ihn betreffende Steuer-
unterlagen ein (pag. 1404 ff.), der Beschuldigte C.________ kam der gerichtlichen 
Aufforderung mit Eingabe vom 22. Februar 2024 nach (pag. 1423 ff.) und der Be-
schuldigte E.________ reichte mit Eingabe vom 16. Mai 2024 entsprechende 
Steuerunterlagen ein (pag. 1475 ff.). 

14

Von Amtes wegen wurden in oberer Instanz aktuelle Strafregisterauszüge über die 
Beschuldigten eingeholt (alle datierend vom 5. Februar 2025, pag. 1585-1597). 
Weiter wurden die Steuerunterlagen aus den Jahren 2022 und 2023 über den Be-
schuldigten A.________ bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern (pag. 
1563 ff.), die Strafakten O .________ bzw. PEN .________ betreffend den Be-
schuldigten G.________ beim Regionalgericht Oberland und die Strafbefehle vom 
25. März 2020 über den Beschuldigten A.________ (O .________, pag. 1601 ff.), 
den Beschuldigten C.________ (O .________, pag. 1604 ff.) und den Beschuldig-
ten G.________ (O .________, pag. 1607 ff.) bei der Staatsanwaltschaft Oberland 
ediert. 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurden zudem sämtliche Be-
schuldigte, der Straf- und Zivilkläger 1 (I.________, nachfolgend: Straf- und Zivil-
kläger I.________), der Straf- und Zivilkläger 2 (J.________, nachfolgend: Straf- 
und Zivilkläger J.________), der Straf- und Zivilkläger 3 (K.________, nachfolgend: 
Straf- und Zivilkläger K.________) und der Zivilkläger (P.________, nachfolgend: 
Zivilkläger P.________) befragt. In Bezug auf die Straf- und Zivilkläger J.________ 
und K.________ sowie den Zivilkläger P.________ wurde vorgängig zu ihrer Ein-
vernahme eine Entbindungserklärung vom Amtsgeheimnis bei der Sicherheitsdirek-
tion des Kantons Bern eingeholt (datierend vom 13. November 2024, pag. 1553). 

Die Straf- und Zivilkläger K.________ und J.________ sowie der Zivilkläger 
P.________ beantragten im Anschluss an ihre jeweilige Einvernahme, sie seien 
von der weiteren Teilnahme an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung zu dis-
pensieren. Die Anträge wurden nach Gewährung des rechtlichen Gehörs von der 
Kammer antragsgemäss gutgeheissen (pag. 1625; 1630; 1635). 

Die Beschuldigten A.________ und G.________ reichten im Anschluss an ihre je-
weilige Einvernahme ein handgeschriebenes Statement zu Handen der Kammer 
ein, in welchem sie sich zum Verfahren und zu ihrer Person äusserten (pag. 
1650 ff.). Die beiden Dokumente wurden nach Gewährung des rechtlichen Gehörs 
antragsgemäss zu den Akten erkannt (pag. 1638; 1644). 

Die Verteidigung des Beschuldigten A.________ reichte anlässlich der oberinstanz-
lichen Hauptverhandlung einen Lohnausweis des Beschuldigten ein (pag. 1654). 
Weiter reichte die Verteidigung des Beschuldigten E.________ einen Situations-
plan des Bahnhofs T.________ (pag. 1655), eine E-Mail vom 17. Februar 2025 von 
Herrn Y.________ (pag. 1656 f.), einen aktuellen Unterhaltsvertrag (pag. 1658 ff.) 
und Kontoauszug des Beschuldigten E.________ (pag. 1664) ein. Die genannten 
Dokumente wurden nach Gewährung des rechtlichen Gehörs antragsgemäss zu 
den Akten erkannt (pag. 1645).

15

5. Anträge der Parteien

5.1 Beschuldigter A.________

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens und im Auftrag des Beschuldigten A.________ die fol-
genden Anträge (pag. 1665): 

1. Das Urteil der Vorinstanz sei aufzuheben. 

2. A.________ sei in sämtlichen Anklagepunkten von Schuld und Strafe freizusprechen. 

3. Die Zivilforderungen der Privatkläger gegen A.________ seien abzuweisen, eventualiter 
auf den Zivilweg zu verweisen. 

4. A.________ sei eine Entschädigung auszurichten in der Höhe von Fr. 376.- zzgl. Zins zu 
5% seit 17. Dezember 2019, Fr. 122.- zzgl. Zins zu 5% seit 14. Juli 2021, Fr. 122.- zzgl. 
Zins zu 5% seit 28. Oktober 2022, Fr. 829.- zzgl. Zins zu 5% seit 3. November 2022 und 
Fr. 415.- zzgl. zu 5% seit dem 21. Februar 2025. 

5. A.________ seien seine Verteidigungskosten (Verfahren vor Regionalgericht und vor 
Obergericht) in der Höhe der eingereichten Honorarnoten aus der Staatskasse zu erset-
zen. 

6. Die Verfahrenskosten (Kosten der Voruntersuchung, Kosten des Regionalgerichts und 
Kosten des Obergerichts) seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

5.2 Beschuldigter C.________

Rechtsanwältin D.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung namens und im Auftrag des Beschuldigten C.________ 
die folgenden Anträge (pag. 1673 f.; Hervorhebungen im Original):

I. 

1. Das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 3. November 2022 sei aufzu-
heben und C.________ sei freizusprechen von den Vorwürfen: 

1.1 der Sachbeschädigung, angeblich mehrfach begangen am 9. November 2019 aus 
Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung (Ziff. 2 Strafbefehl) 
a. in .________ T.________ und auf der Zugfahrt T.________-V.________ z.N. 

von M.________ AG (Deliktsbetrag: CHF 2'924.55); 
b. in .________ T.________ z.N. der O.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'965.82);

1.2 der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, angeblich begangen in ei-
nem zusammengerotteten Haufen am 9. November 2019 in .________ T.________ 
(Ziff. 2 Strafbefehl); 

1.3 des Landfriedensbruchs, angeblich begangen am 9. November 2019 in .________ 
T.________ (Ziff. 2 Strafbefehl). 

2. Unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern.

16

II. 

1. Es sei festzustellen, dass die Gemeinde T.________ die Zivilklage vor Abschluss der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung zurückgezogen hat und dieser [recte diese] auf dem 
Zivilweg erneut geltend machen kann. 

2. Die übrigen Zivilforderungen seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verwei-
sen. 

3. Unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern. 

III.

Es sei C.________ eine Entschädigung der Parteikosten für das erst- und zweitinstanzliche 
Verfahren gemäss Kostennote auszurichten. 

IV.

Der amtlichen Anwältin sei für das oberinstanzliche Verfahren ein angemessenes amtliches 
Honorar gemäss beiliegender Kostennote auszurichten. 

V.

Die weiteren notwendigen Verfügungen seien zu erlassen. 

5.3 Beschuldigter E.________

Rechtsanwalt F.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens und im Auftrag des Beschuldigten E.________ die fol-
genden Anträge (pag. 1683 f.):

1. In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer D./II. sei der Beschuldigte vollum-
fänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer D. seien die vorinstanzlichen Verfah-
renskosten vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. 

3. In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer D. sei der Beschuldigte für die un-
rechtmässigen Zwangsmassnahmen mit Fr. 250.00, zzgl. Zins von 5% seit dem 17. De-
zember 2019, aus der Staatskasse zu entschädigen. 

4. In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer D. seien dem Beschuldigten seine 
Reisekosten in der Höhe von Fr. 128.00, zzgl. Zins von 5% seit dem 25. März 2021, und 
von Fr. 195.00, zzgl. Zins von 5% seit dem 3. November 2022, zu entschädigen. 

5. In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer D. seien dem Beschuldigten seine 
Verteidigungskosten in der Höhe von Fr. 8'593.40 aus der Staatskasse zu entschädigen. 

6. In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer I./I. seien die geltend gemachten Zi-
vilansprüche vollumfänglich abzuweisen, eventualiter seien sie auf den Zivilweg zu ver-
weisen, beides, soweit überhaupt darauf einzutreten ist. 

7. In Aufhebung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer I./III./5 seien die erkennungsdienstli-
chen Daten zu löschen. 

8. Dem Beschuldigten seien seine ausgewiesenen Verteidigungskosten für das Berufungs-
verfahren (zzgl. 7.7% resp. 8.1% MWST) sowie seine Auslagen vollumfänglich zu erset-
zen. 

17

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen, soweit sie 
nicht den Privatklägern und Privatklägerinnen aufzuerlegen sind. 

5.4 Beschuldigter G.________

Rechtsanwältin H.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung namens und im Auftrag des Beschuldigten G.________ 
die folgenden Anträge (pag. 1691 f.):

1. G.________ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Die geltend gemachten Zivilforderungen seien vollumfänglich abzuweisen. 

3. G.________ sei für die erstandene Haft mit Fr. 250.00 (zzgl. Zins von 5% seit dem 
17. Dezember 2019) zu entschädigen.

4. G.________ seien seine ausgewiesenen Verteidigungskosten gemäss Honorarnote 
(zzgl. MWST) zu entschädigen. Für die entstandene wirtschaftliche Einbusse sei er mit 
CHF 550 zu entschädigen. 

5. Die Kosten der Untersuchung, des vorinstanzlichen Verfahrens und des Berufungsver-
fahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.  

5.5 Straf- und Zivilkläger I.________, K.________ und J.________ / Zivilkläger 
P.________

Die Straf- und Zivilkläger I.________, K.________ und J.________ sowie der Zivil-
kläger P.________ hielten anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung an 
ihren Genugtuungsforderungen fest und beantragten die Bestätigung des vorin-
stanzlichen Urteils soweit sie betreffend (Straf- und Zivilkläger I.________, 
pag. 1624 Z. 22 ff.; Straf- und Zivilkläger J.________, pag. 1628 Z. 34 ff.; Straf- und 
Zivilkläger K.________, pag. 1624 Z. 22 ff.; Zivilkläger P.________, pag. 1634 
Z. 29 ff.). 

5.6 Straf- und Zivilklägerin M.________ AG

Die Straf- und Zivilklägerin 5 (nachfolgend: Straf- und Zivilklägerin M.________ 
AG) hielt anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung an ihrer Schadener-
satzforderung in der Höhe von CHF 2’942.55 fest und beantragte die Bestätigung 
des vorinstanzlichen Urteils soweit sie betreffend (pag. 1646). 

5.7 Straf- und Zivilklägerin O.________

Die Straf- und Zivilklägerin O.________ hielt mit Eingabe vom 14. August 2024 am 
Strafantrag und der Privatklage fest. Im Strafpunkt begehrte sie die angemessene 
Bestrafung der Beschuldigten und im Zivilpunkt die Bestätigung des erstinstanzli-
chen Urteils soweit sie betreffend (pag. 1538). 

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Mit Blick auf den Umfang der Berufung der 
Beschuldigten und mangels Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft re-
spektive der Straf- und/oder ZivilklägerInnen sind folgende Teile des erstinstanzli-
chen Urteilsspruchs unangefochten in Rechtskraft erwachsen: 

18

- Urteil gegen den Beschuldigten A.________ (Bst. A. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs): Freispruch von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, an-
geblich begangen am 9. November 2019 rund um den Bahnhof T.________ z.N. 
des Blumenladens U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG 
(Bst. A./I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, exkl. die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen des Freispruchs);

- Urteil gegen den Beschuldigten C.________ (Bst. B. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs): Freispruch von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, an-
geblich begangen am 9. November 2019 rund um den Bahnhof T.________ z.N. 
des Blumenladens U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG 
(Bst. B./I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, exkl. die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen des Freispruchs);

- Urteil gegen den Beschuldigten E.________ (Bst. D. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs): Freispruch von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, an-
geblich begangen am 9. November 2019 rund um den Bahnhof T.________ z.N. 
des Blumenladens U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG 
(Bst. D./I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, exkl. die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen des Freispruchs);

- Urteil gegen den Beschuldigten G.________ (Bst. E. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs): Freispruch von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, an-
geblich begangen am 9. November 2019 rund um den Bahnhof T.________ z.N. 
des Blumenladens U.________, Gemeinde T.________ und N.________ AG 
(Bst. E./I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, exkl. die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen des Freispruchs);

- in Bezug auf alle Beschuldigten die Feststellung, dass der vormalige Straf- und 
Zivilkläger Blumenladen U.________ seine Zivilklage zurückgezogen hat sowie 
der Verzicht auf eine Kostenausscheidung im Zivilpunkt (Bst. I./I.8., I./II.1. und 
I./II.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Mit Blick auf den Umfang der je-
weiligen Berufung der Beschuldigten ist die Feststellung des Rückzugs und der 
Verweis auf den Zivilweg grundsätzlich mitangefochten (vgl. E. 2 hiervor). Die 
Zivilklage kann infolge Rückzugs jedoch nicht mehr in oberer Instanz beurteilt 
werden, weshalb dieser Urteilspunkt für alle Beschuldigten in Rechtskraft er-
wächst. Bezüglich der fehlenden Kostenausscheidung im Zivilpunkt ist sodann 
darauf hinzuweisen, dass eine Person ein Urteil nur dann anfechten kann, wenn 
sie durch dieses beschwert ist, was bei der fehlenden Kostenausscheidung im 
Zivilpunkt für die Beschuldigten nicht der Fall ist;

- die Verfügung betreffend die beschlagnahmten Gegenstände (Bst. I./III.1. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Durch alle Beschuldigten angefochten und nachfolgend durch die Kammer zu 
überprüfen sind demgegenüber die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Frei-
spruchs (Bst. A./I., B./I., D./I. und E./I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die 
Schuldsprüche wegen Sachbeschädigung (mehrfach begangen), Gewalt und Dro-
hung gegen Behörden und Beamte und Landfriedensbruchs sowie die damit in Zu-
sammenhang stehenden Sanktions-, Kosten- und Entschädigungsfolgen 

19

(Bst. A./II., B./II., D./II. und E./II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Ebenfalls 
neu zu beurteilen hat die Kammer die Verurteilungen (I./I. [exkl. I./I.8.] des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs) und die weiteren Verfügungen im Zivilpunkt (soweit 
die Straf- und Zivilklägerinnen Gemeinde T.________ und N.________ AG betref-
fend [I./II.2. und I./II.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs]). Die Zivilklage der 
Straf- und Zivilklägerin Gemeinde T.________ hat die Vorinstanz angesichts des 
noch vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erfolgten Rückzuges fälschli-
cherweise gestützt auf Art. 126 Abs. 2 Bst. d StPO auf den Zivilweg verwiesen, 
weshalb Art. 404 Abs. 2 StPO zur Anwendung gelangt und dieser Urteilspunkt un-
abhängig von einer Anfechtung durch die Kammer neu zu beurteilen ist. Praxis-
gemäss neu zu verfügen ist auch über die erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten (Bst. I./III.2., I./III.3., I./III.5. und I./III.6. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs). 

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 2 StPO). Mangels Anschlussberufung oder eigenständiger Berufung 
der Generalstaatsanwaltschaft sowie der Straf- und/oder ZivilklägerInnen darf das 
erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil der Beschuldigten abgeändert werden 
(Art. 391 Abs. 2 StPO; Verbot der reformatio in peius). Vom Verschlechterungsver-
bot grundsätzlich nicht erfasst ist die Höhe des erstinstanzlich festgesetzten Ta-
gessatzes der Geldstrafe (vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.3 f.).

II. Formelle Rügen 

7. Anklagegrundsatz 

7.1 Vorbringen der Verteidigungen vor erster und oberer Instanz

Die Verteidigungen der Beschuldigten brachten erst- wie auch oberinstanzlich vor, 
der Anklagegrundsatz sei verletzt, weil die angeklagten Sachverhalte in den jewei-
ligen Strafbefehlen nicht auf die einzelnen Beschuldigten individualisiert und die 
einzelnen Tathandlungen nicht oder nur ungenügend umschrieben seien. So werde 
insbesondere weder eine aktive Täterschaft der einzelnen Beschuldigten an der 
Sachbeschädigung im Zug noch eine Teilnahme an der Zusammenrottung auf dem 
Gleis im Strafbefehl umschrieben (pag. 1103 ff.; vgl. auch pag. 1193, S. 8 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1648 [für die Vorbringen der Verteidigungen 
vor oberer Instanz wird im Nachfolgenden jeweils auf die sich in den Akten befindli-
che Audioaufnahme der Parteivorträge verwiesen]). 

7.2 Rechtliche Grundlagen

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zum Anklagegrundsatz ausführlich 
und zutreffend dargelegt, darauf kann verwiesen werden (pag. 1193 f., S. 8 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

7.3 Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz verneinte eine Verletzung des Anklagegrundsatzes und führte be-
gründend das Folgende aus (pag. 1194 f., S. 9 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung):

20

Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt handelt von Ausschreitungen im Nachgang 
zum auswärtigen Fussballspiel des FC V.________ gegen den Z.________ (Fussballclub) 
vom 09.11.2019 am Bahnhof T.________ und wurde unter genauer Angabe von Datum, 
Ort und Uhrzeit sowie der einschlägigen Gesetzesbestimmungen prägnant dargestellt. Nota 
bene umschreibt der Strafbefehl die am Bahnhof T.________ erfolgten Ausschreitungen 
gegenüber einzelnen Privatpersonen, der Polizei und Sachen eindeutig. Der Sachverhalt 
ergibt sich damit direkt aus dem Strafbefehl und nicht nur aus den Akten. Sodann wurden 
die Vorkommnisse des genannten Abends in einen ersten und in einen zweiten Teil (ent-
sprechend Ziff. 1 und Ziff. 2 des Strafbefehls, ausser beim Beschuldigten 8 S.________) 
unterteilt, dies hinsichtlich Ziff. 1 unter genauer Angabe der jeweiligen Beschädigungen (Fa-
rbsprayeraien und Anbringen von Klebern mit Logos der Ultras V.________ auf Strassen-
schildern der Gemeinde T.________ auf dem Weg des Restaurants AA.________ bis zum 
Bahnhof T.________ sowie an der Fassade und an Ticketautomaten der Wartekabine der 
Busstation in T.________ und weiter die Beschädigung von Pflanzentöpfen) sowie der je-
weiligen Geschädigten und des dabei gesamthaft entstandenen Sachschadens. Auch hin-
sichtlich des zweiten Teils des Strafbefehls werden konkrete Handlungen, Geschädigte und 
Sachschäden umschrieben (Vermummen, zum Zug hinrennen, Zurufe an Personen im Zug, 
sie sollen sich mit Steinen bewaffnen und allesamt aus dem Zug kommen, das Bilden einer 
Meute von 50-60 vermummten Personen auf Gleis 1 in T.________, die mit Schottersteinen 
in Richtung Polizei wirft, wobei mehrere Polizisten von einem Stein getroffen sowie ein 
M.________ (Zugunternehmen) Mitarbeiter davon am Kopf getroffen und ein Polizeifahr-
zeug beschädigt wurden sowie wiederum das Sprayen und Anbringen von Klebern mit Lo-
gos der Ultras V.________ auf dem Rückweg der Extrafahrt im und am M.________ Zug). 
Dass die gegen alle 8 Beschuldigten ausgefällten Strafbefehle diesbezüglich inhaltlich iden-
tisch sind, vermag denn auch nicht weiter zu erstaunen: Schliesslich ist den Strafbefehlen 
zu entnehmen, dass sich die Beschuldigten «zusammen», «in einer Ansammlung von Per-
sonen mit einer friedensstörenden Grundstimmung» und als «aktive Teilnehmer eines zu-
sammengerotteten Haufens mit vereinten Kräften an Gewalttätigkeiten gegenüber Men-
schen und Sachen» beteiligt und die eingetretenen Personen- und Sachschäden «mitverur-
sacht» hätten. Bei der Anwendung von Art. 260 StGB sowie Art. 144 Abs. 2 StGB (welcher 
den Begriff der öffentlichen Zusammenrottung dem Art. 260 StGB entnimmt, vgl. BSK 
StGB-WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 144 N 97), ist eine geringe Differenzierung bzw. Indivi-
dualisierung des Sachverhalts grundsätzlich sachimmanent. Dass sich die jeweiligen Be-
schuldigten bereits durch ihre Anwesenheit und Teilnahme an dem zusammengerotteten 
Haufen angeschlossen haben sollen, wurde präzise beschrieben. Mit dem Anschluss an die 
Gruppe wird sodann der Vorsatz zur Teilnahme impliziert. Eine noch engere Umschreibung 
ist, um den Ansprüchen des Anklageprinzips zu genügen, nicht nötig und in Anbetracht des 
Gebots, sich auf das Notwendigste zu beschränken (BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, 
a.a.O., Art. 9 N 12), auch nicht angebracht. Mithin hat der Gesetzgeber in Art. 325 Abs. 1 lit. 
f StPO die explizite Maxime aufgestellt, wonach die Anklageschrift «möglichst kurz, aber 
genau» ausfallen soll. Sämtliche der acht am 03.11.2020 erlassenen Strafbefehle genügen 
nach Auffassung des Gerichts den Anforderungen an den Anklagegrundsatz. Die Anklage 
ist mit Blick auf die vorgeworfenen Tathandlungen hinreichend klar umschrieben und indivi-
dualisiert, sodass für jeden Beschuldigten stets klar war, welche Tat ihm vorgeworfen wird 
und eine wirkungsvolle Verteidigung garantiert war, wie sich auch anlässlich der Plädoyers 
an der Hauptverhandlung zeigte. Folglich wurde dem Anklageprinzip in casu Genüge getan 

21

(vgl. hierzu insbesondere: Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 20.02.2018, SK 
17 322).

7.4 Würdigung der Kammer

Die Kammer erachtet die vorinstanzlichen Erwägungen als zutreffend und kann 
sich ihnen vorbehaltlos anschliessen. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der 
Tatbestand von Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 StGB als abstraktes Gefährdungsdelikt ledig-
lich voraussetzt, dass sich jemand einer Zusammenrottung anschliesst oder in ihr 
verbleibt, sodass er für den unbeteiligten Beobachter als deren Bestandteil er-
scheint (BGE 108 IV 33, 36 [zu Art. 260 StGB]). Zur Erfüllung des Tatbestandes 
bedarf es weder der Mitwirkung an der aus dem Haufen begangenen Tat noch de-
ren Förderung (BGE 108 IV 33, vgl. dazu HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar zum 
Schweizerischen Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 20 zu Art. 285). Insofern kann 
der Staatsanwaltschaft auch mit Blick auf den Vorwurf der Gewalt und Drohung 
gegen Behörden und Beamte nicht vorgeworfen werden, dass diese keine indivi-
duellen oder gar aktiven Beteiligungshandlungen formuliert hat. Im Einklang mit der 
Vorinstanz ist folglich keine Verletzung des Anklagegrundsatzes auszumachen. 

8. Verwertbarkeit von Beweismitteln

8.1 Vorbringen der Verteidigungen vor erster Instanz

Die Verteidigungen brachten im erstinstanzlichen Verfahren vor, die Aussagen der 
Auskunftspersonen, der Ereignisbericht der M.________ AG vom 10. November 
2019, die Berichtsrapporte (Wahrnehmungsberichte) der am Tatort anwesenden 
Polizeibeamten sowie der Anzeigerapport vom 28. Januar 2020 seien mangels 
Gewährung der Teilnahme- bzw. Konfrontationsrechte nicht verwertbar (pag. 
1103 ff.; vgl. auch pag. 1195, S. 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

8.2 Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz führte hierzu Folgendes aus (pag. 1196 ff., S. 11 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung):

Es ist zutreffend, dass die Staatsanwaltschaft während der Voruntersuchung keine einzige 
– auch keine an die Polizei delegierte – Einvernahme durchgeführt hat. Gründe hierfür sind 
keine ersichtlich; eine sorgfältige und umfassende Voruntersuchung seitens der Staatsan-
waltschaft liegt jedenfalls nicht vor. Nachdem die beschuldigten Personen durchwegs die 
Aussage verweigerten, konnten diese auch nicht mit den Aussagen der Auskunftspersonen 
konfrontiert werden. Zudem wurde die Privatklägerschaft mit Ausnahme von I.________ 
vom persönlichen Erscheinen an der Hauptverhandlung dispensiert, womit die beschuldig-
ten Personen im Ergebnis keine Gelegenheit erhielten, die von den Auskunftspersonen be-
lastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen oder ihnen Fragen zu stellen. Einzig in Bezug auf 
die Aussagen des Privatklägers I.________ wurde den Beschuldigten diese Möglichkeit 
eingeräumt, indem dieser anlässlich der Hauptverhandlung parteiöffentlich einvernommen 
wurde. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass damit auch der Ereignisrapport der 
M.________ vom 10.11.2019, welcher nota bene primär durch Herrn I.________ verfasst, 
aufgrund von firmeninterner Zuständigkeitsregelungen jedoch zusätzlich auch durch eine 
gewisse Frau AB.________ (Anm. Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes, die anlässlich der 
Extrafahrt ebenfalls im Zug anwesend war und die Fotos im Bericht erstellte, vgl. pag. 217) 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrga4f62lwl4ztg
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrga4f62lwl4ztg

22

unterzeichnet wurde, verwertbar ist. Schliesslich hat der Privatkläger den Inhalt des Be-
richts anlässlich der Hauptverhandlung nicht nur ausdrücklich bestätigt, sondern hielt die-
sen während seiner Einvernahme gedächtnisstützend in den Händen und verwies auch 
darauf.

Hinsichtlich der Aussagen der Polizisten sei darauf hingewiesen, dass diesbezüglich auch 
Berichtsrapporte vorliegen, die Aussagen mithin nicht das einzige, wesentliche Beweismittel 
darstellen. Berichtsrapporte enthalten ihrer Natur nach fast ausnahmslos Äusserungen, die 
materielle Belastungen enthalten. Wäre dies nicht der Fall, könnte die Polizei darauf ver-
zichten, solche Berichte zu verfassen. Zudem würde es einen prozessökonomischen Un-
sinn bedeuten, wenn jeder Polizeibeamte, der in einer laufenden Strafuntersuchung einen 
Bericht verfasst, zusätzlich noch parteiöffentlich befragt werden müsste, um den Bericht als 
Beweisgrundlage hinzuziehen zu können. Dass es bei inhaltlichen Unklarheiten im Bericht 
oder bei Bestreitung des Inhalts zu einer solchen Einvernahme kommen muss, ist klar, dies 
bildet aber eher die Ausnahme und ist auch vorliegend nicht angezeigt, nachdem die Be-
richte weder grobe Widersprüche enthalten, noch Lügensignale erkennbar sind. Auch wird 
der in den Berichten geschilderte Sachverhalt nicht explizit bestritten. Zudem ist darauf hin-
zuweisen, dass das Obergericht Berichtsrapporte unter den objektiven Beweismitteln auf-
führt (so bspw. SK 21 101 vom 2. September 2021 E. 8, SK 20 201 vom 15. Oktober 2020 
E. 5.1, SK 18 315 vom 8. Januar 2020 E. 6.2.1). Diesen kommt damit ein erhöhter Beweis-
wert zu. Somit ist insgesamt nicht daran zu zweifeln, dass auch im vorliegenden Fall die 
Berichtsrapporte verwertbar sind und im Rahmen der Beweiswürdigung darauf abgestellt 
werden kann. 

Den jeweiligen Aussagen der PolizistInnen kommt daher nur untergeordnete Bedeutung zu, 
womit diese jedoch ergänzend beigezogen werden können. Wie durch Rechtsanwältin 
AC.________ anlässlich ihres Plädoyers zutreffend ausgeführt, sind deren Einvernahmen 
als Konkretisierung der verfassten Berichtsrapporte beizuziehen. So sind die hier wesentli-
chen Fragen, vorab diejenige, ob die Beschuldigten überhaupt in T.________ waren und 
sich an den vorgeworfenen Vorfällen beteiligen konnten, bereits durch objektive Beweismit-
tel oder die parteiöffentliche Einvernahme von I.________ beweisbar. Damit bleibt es dabei, 
dass selbst wenn von der Unverwertbarkeit der nicht parteiöffentlich erhobenen Aussagen 
ausgegangen werden würde, sich das Beweisergebnis aus den in den Akten liegenden ob-
jektiven Beweismitteln ergeben würde. Die Einvernahmen der PolizistInnen stützen die so 
feststellbaren Tatsachen lediglich noch weiter ab – sie sind damit nicht das einzig relevante 
Beweismittel. Aus diesem Grund sind die Einvernahmen vorliegend nicht unverwertbar. 
Dasselbe gilt auch für den Anzeigerapport, der als Beweismittel bei den Akten liegt.

In Bezug auf die Aussagen der beiden Serviceangestellten der Restaurants AD.________ 
und AA.________ in T.________ sei darauf hingewiesen, dass nicht ihre Aussage, sondern 
die sich in den Akten befindlichen Fotos das wesentliche Beweismittel darstellen. Die nicht 
parteiöffentlich erhobenen Aussagen von AE.________ und AF.________ sind demnach 
ebenfalls nur subsidiär beizuziehen. Mit Verweis auf die Ausführungen von Rechtsanwalt 
F.________ anlässlich der Hauptverhandlung in Bezug auf den Aufsatz von JEAN PIERRE 
GARBADE in: AJP 2000 S. 1375 ff. («Mindestanforderungen bei Täteridentifikationen» - Fo-
rum «Redlich aber falsch» Bern, 20.05.2000) sei zudem darauf hingewiesen, dass es sich 
dabei keineswegs um zwingende Bestimmungen, sondern vielmehr um Empfehlungen 
handelt.

23

Die nicht parteiöffentlichen Aussagen werden vorliegend bloss punktuell und ergänzend di-
rekt in die nachfolgende Beweiswürdigung eingeflochten.

Sofern weiter auch die Unverwertbarkeit des sich in den Akten befindlichen Video- und Fo-
tomaterials gerügt wird, kann mit Verweis auf die Akten (pag. 345 ff.) festgestellt werden, 
dass deren Erhebung mittels Editionsanträgen durch die Staatsanwaltschaft gesetzeskon-
form erfolgte. An dieser Stelle sei darauf hinzuweisen, dass es sich beim Fotomaterial im 
Übrigen teilweise auch um durch die O.________ erstellte Fotodokumentationen handelt. 
Bloss weil Auszüge und nicht das ganze Video oder vom Videomaterial erstellte Standbilder 
vorliegen, bedeutet dies nicht, dass die Beweise unverwertbar sind. Sie lassen sich sodann 
ohne weiteres in das mittels anderer objektiver Beweismittel feststellbare Gesamtgesche-
hen einbetten. Es ist ohne weiteres klar, wann und wo die sich in den Akten befindlichen 
Aufnahmen gemacht wurden. Ebenfalls von der Frage der Verwertbarkeit ausgenommen ist 
die Frage der Qualität der vorhandenen Fotos. Dieser Frage kommt im Rahmen der Be-
weiswürdigung Bedeutung zu, worauf hiernach eingegangen werden wird.

8.3 Vorbringen der Verteidigungen vor oberer Instanz

Die Verteidigungen der Beschuldigten rügten auch in oberer Instanz die Unver-
wertbarkeit der zuvor erwähnten Beweismittel (vgl. E. 8.1 hiervor). Bezüglich der 
Berichtsrapporte (Wahrnehmungsberichte) der Polizeibeamten wurde dabei kon-
kretisierend dargelegt, die vorinstanzlichen Ausführungen zur Verwertbarkeit der 
Berichtsrapporte stünden im Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung. Nach dieser würden Beamte, die ihre Wahrnehmungen in Berichten fest-
hielten, als Belastungszeugen gelten und ihre Aussagen sowie die Berichtsrapporte 
seien nicht verwertbar, wenn keine Konfrontation stattfinde. Die Berichtsrapporte 
seien von der Vorinstanz zudem fälschlicherweise als objektives Beweismittel be-
handelt worden (pag. 1648)

Weiter wurde moniert, die Identifikation der Beschuldigten mittels Fotovorweisung 
sei nicht rechtmässig erfolgt, wobei auf die Ausführungen der Verteidigung des Be-
schuldigten E.________, Rechtsanwalt F.________, vor erster Instanz verwiesen 
wurde. Rechtsanwalt F.________ führte vor erster Instanz aus, die Wahlbildkon-
frontation sei durch die Polizei rechtsfehlerhaft durchgeführt worden. Die einver-
nommene Person sei jeweils vorher zur Beschreibung der Täterschaft aufzufordern 
und erst danach seien Fotos von Vergleichspersonen, und zwar sequenziell und 
nicht simultan vorzuhalten (Verweis auf JEAN PIERRE GARBADE in: AJP 2000 
S. 1375 ff. «Mindestanforderungen bei Täteridentifikationen» - Forum «Redlich 
aber falsch» Bern, 20. Mai 2000). Diese Mindestanforderungen seien vorliegend 
umfassend missachtet worden. Die auf dem Fotobogen abgebildeten Personen 
würden sich offensichtlich nicht gleichen. Vielmehr handle es sich dabei um ein 
«Potpourri» unterschiedlicher Personen, die von der Polizei mit der Fanszene vom 
FC V.________ in Verbindung gebracht worden seien. Dies sei unzulässig und füh-
re zu falsch positiven Identifikationen. Fehler im Identifizierungsverfahren liessen 
sich auch nicht mehr nachträglich korrigieren, denn wenn sich die einvernommene 
Person auf eine Person als Täter festgelegt habe, bestehe erinnerungspsycholo-
gisch stets die Gefahr der zumindest unbewussten Selbstbindung der einzuver-
nehmenden Person. Das Gericht dürfe sich deshalb nicht auf eine wiederholte 
Wiedererkennung stützen, denn allen Belastungspersonen sei der unzulässige Fo-

24

tobogen vorgehalten worden, damit sei der Beweis kontaminiert und der Mangel ir-
reversibel (pag. 1112 f.; 1648).

Die Verteidigung des Beschuldigten A.________ brachte in oberer Instanz zudem 
vor, der Beschuldigte soll durch eine Szenenkennerin auf einem Überwachungsfo-
to, aufgenommen am Bancomaten der AG.________ (Bank) in T.________, er-
kannt worden sein. Die Urheberin dieser belastenden Aussage sei jedoch weiterhin 
unbekannt. Die Eignung dieser anonymen Person entspreche entweder der Legal-
definition einer Sachverständigen gemäss Art. 182 StPO, zumal sie Szenenkenne-
rin gewesen sein soll, oder falls diese persönliche Wahrnehmungen wiedergege-
ben habe, wäre sie als Zeugin T.________ Verfahren einzubringen gewesen. Dies 
sei nicht gemacht worden, weshalb die Identifikation des Beschuldigten absolut un-
verwertbar sei. Dieses Beweismittel habe sodann die Erhebung von allen weiteren 
Beweismittel gegen den Beschuldigten A.________ ermöglicht, weshalb auch die-
se nicht verwertbar seien (pag. 1648).

8.4 Würdigung der Kammer

8.4.1 Rechtliche Grundlagen

Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zum Teilnahme- und 
Konfrontationsrecht von beschuldigten Personen verwiesen werden (pag. 1195 f., 
S. 10 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung.) Teils wiederholend, teils ergän-
zend ist auf Folgendes hinzuweisen: 

Voraussetzung für die Verwertbarkeit von belastenden Angaben

Voraussetzung für die Verwertbarkeit von belastenden Angaben in Wahrneh-
mungsberichten bzw. Polizeirapporten, die ein zulässiges Beweismittel im Sinne 
von Art. 139 Abs. 1 StPO darstellen, ist gemäss Bundesgericht die Gewährung des 
rechtlichen Gehörs (vgl. Art. 3 Abs. 2 Bst. c StPO; Urteil des Bundesgerichts [nach-
folgend zit. BGer] 6B_1057/2013 vom 19. Mai 2014 E. 2.3; so auch Urteil des Bun-
desstrafgerichts SK.2022.6 vom 13. Dezember 2022 E. 1.2.4.2). Dazu gehört ins-
besondere das Recht, Belastungszeugen gemäss Art. 6 Ziff. 3 Bst. d der Konventi-
on zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) zu 
befragen sowie das Recht auf Teilnahme an Beweiserhebungen durch die Staats-
anwaltschaft und die Gerichte gemäss Art. 147 StPO. 

Der Begriff des Zeugen ist entsprechend der Rechtsprechung des Europäischen 
Gerichtshofs für Menschenrechte autonom und ohne formelle Bindung an das nati-
onale Recht auszulegen. Als Aussagen von Zeugen gelten all jene, die formell zu-
gelassen sind, dem Gericht zur Kenntnis kommen und von ihm verwendet werden 
können. Auch in der Untersuchung gemachte Aussagen vor Polizeiorganen werden 
als Zeugenaussagen betrachtet (BGE 131 I 476 E. 2.2; 125 I 127 E. 6a mit Hinwei-
sen). Dabei ist für die Anwendbarkeit von Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK nicht die münd-
liche Einvernahme (unter Zeugnispflicht) entscheidend, sondern ob sich eine Per-
son im Strafverfahren schriftlich oder mündlich wie ein Zeuge äussert und es dem 
Beschuldigten daher möglich sein muss, die Glaubhaftigkeit der belastenden Aus-
sage zu prüfen und deren Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe 
und infrage zu stellen (BGE 133 I 33 E. 2.2; 131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 4.2 je mit 

25

Hinweisen; BGer 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis, nicht 
publ. in: BGE 140 IV 196). 

Im Entscheid 6B_920/2023 vom 22. August 2024 setzte sich das Bundesgericht mit 
den Voraussetzungen von Art. 147 StPO und Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK vertieft 
auseinander. Die vorliegend interessierenden Erwägungen werden zur besseren 
Übersicht im Nachfolgenden zitiert (Hervorhebungen im Original): 

2.1.1. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen 
durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen 
Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht fliesst 
aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). 
Es darf nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen eingeschränkt werden (Art. 101 Abs. 1, 
Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 141 IV 
220 E. 4.4; 139 IV 25 E. 4.2 mit Hinweis). Nach Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in 
Verletzung der Bestimmungen von Art. 147 StPO erhoben worden sind, nicht zulasten der 
Partei verwendet werden, die nicht anwesend war (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1, 143 IV 457 
E. 1.6.1; 139 IV 25 E. 4.2 und 5.4.1; Urteil 6B_92/2022 vom 5. Juni 2024 E. 1.6.3 [zur Pu-
blikation bestimmt]; Urteile 6B_224/2023 vom 26. Oktober 2023 E. 3.4.2; 6B_172/2023 vom 
24. Mai 2023 E. 2.3; je mit Hinweisen). 

2.1.2. Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch der beschuldigten Person, den 
Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires 
Verfahren. Er wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch 
durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich 
nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal während des Verfahrens 
angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und 
Fragen an den Belastungszeugen zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3; 133 I 33 E. 3.1; 
131 I 476 E. 2.2; je mit Hinweisen). Dies gilt auch für die Einvernahme von Auskunftsperso-
nen (Urteil 6B_92/2022 vom 5. Juni 2024 E. 1.6.3.2 [zur Publikation bestimmt]; Urteile 
6B_426/2023 vom 16. August 2023 E. 2.1.2; 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 E. 2.3.3; 
6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.4; je mit Hinweisen). Damit die Verteidigungsrechte 
gewahrt sind, muss die beschuldigte Person namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftig-
keit einer Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe 
und infrage stellen zu können (BGE 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 4.2; 
je mit Hinweisen). Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich der Einvernommene in Anwe-
senheit der beschuldigten Person (nochmals) zur Sache äussert (Urteil 6B_92/2022 vom 
5. Juni 2024 E. 1.6.3.2 [zur Publikation bestimmt]; Urteile 6B_426/2023 vom 
16. August 2023 E. 2.1.2; 6B_999/2022 vom 15. Mai 2023 E. 3.1.1.; 6B_1092/2022 vom 
9. Januar 2023 E. 2.3.3; 6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 2.3.5; 6B_14/2021 vom 
28. Juli 2021 E. 1.3.4; 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 2.2; je mit Hinweisen).

Dem Anspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK kommt grundsätzlich absoluter Charakter 
zu (BGE 140 IV 172 E. 1.3 und 1.5; 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; je mit Hinweisen). Die 
Fragen an den Belastungszeugen dürfen auch nicht im Rahmen einer antizipierten Be-
weiswürdigung für entbehrlich erklärt werden (BGE 129 I 151 E. 4.3; Urteile 6B_1424/2021 
vom 5. Oktober 2023 E. 2.3; 6B_1137/2020 vom 17. April 2023 E. 1.4.2.1; 6B_1454/2022 
vom 20. März 2023 E. 2.3.4; 6B_517/2022 vom 7. Dezember 2022 E. 2.1.1). Von einer di-
rekten Konfrontation der beschuldigten Person mit dem Belastungszeugen oder auf dessen 

26

ergänzende Befragung kann nur abgesehen werden, wenn besondere Umstände vorliegen, 
mithin wenn eine persönliche Konfrontation nicht (mehr) möglich oder eine Beschränkung 
des Konfrontationsrechts dringend notwendig ist (Urteile 6B_999/2022 vom 15. Mai 2023 
E. 3.1.1. mit Hinweis auf 6B_517/2022 vom 7. Dezember 2022 E. 2.1.1; 6B_699/2018 vom 
7. Februar 2019 E. 1.3). Die Verwertbarkeit der ursprünglichen Aussage erfordert dann al-
lerdings, dass der Beschuldigte zum streitigen Zeugnis hinreichend Stellung nehmen konn-
te, die Aussagen sorgfältig geprüft werden und ein Schuldspruch sich nicht allein darauf 
abstützt, d.h. der belastenden Aussage nicht ausschlaggebende Bedeutung zukommt bzw. 
sie nicht den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Ausserdem darf der Um-
stand, dass der Angeschuldigte seine Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen konnte, nicht 
in der Verantwortung der Behörde liegen (BGE 131 I 476 E. 2.2 und 2.3.4). Ausnahmswei-
se kann ein streitiges Zeugnis von ausschlaggebender Bedeutung ohne Konfrontation mit 
Belastungszeugen verwertbar sein (vgl. Urteil 6B_92/2022 vom 5. Juni 2024 E. 1.6.3.2 [zur 
Publikation bestimmt]: Urteil 6B_1137/2020 vom 17. April 2023 E. 1.4.2.1 ff.; zum Ganzen: 
BGE 148 I 295 E. 2 mit Hinweisen). 

2.1.3. Die mit dem Teilnahmerecht (Art. 147 StPO) und dem Konfrontationsanspruch 
(Art. 6 Abs. 3 lit. d EMRK) gewährten Garantien sind nicht deckungsgleich und zu unter-
scheiden. Daraus ergibt sich, dass die Wiederholung einer Einvernahme mit erstmaliger 
Einräumung des Konfrontationsrechts im Sinne des Mindeststandards der EMRK dazu 
dient, sämtliche vorhandenen, früheren Aussagen einer Verwertbarkeit zuzuführen, 
während es bei der Wiederholung einer in Missachtung des Teilnahmerechts von Art. 147 
Abs. 1 StPO abgehaltenen Einvernahme unter erstmaliger Wahrung des Teilnahmerechts 
darum geht, überhaupt erst verwertbare Aussagen zu schaffen (vgl. zum Ganzen 
Urteil 6B_92/2022 vom 5. Juni 2024 E. 1.6.7.1-1.6.7.3 [zur Publikation bestimmt]). 

2.1.4.

2.1.4.1. Soweit die Polizei nach Eröffnung der Untersuchung Einvernahmen im Auftrag der 
Staatsanwaltschaft durchführt, stehen den Verfahrensbeteiligten die Verfahrensrechte zu, 
die ihnen bei Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft zukommen (Art. 312 
Abs. 2 StPO). Daraus folgt, dass die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, welche 
die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft während deren Untersuchung durchführt, an-
wesend zu sein und Fragen zu stellen (BGE 143 IV 397 E. 3.3.2; Urteil 6B_92/2022 vom 
5. Juni 2024 E. 1.6.3.1 [zur Publikation bestimmt]; Urteile 6B_426/2023 vom 16. Au-
gust 2023 E. 2.1.1; 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 E. 2.3.2; 6B_14/2021 vom 28. Juli 
2021 E. 1.3.3; 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.5; je mit Hinweisen). 

2.1.4.2. Vor Eröffnung einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft besteht der An-
spruch auf Parteiöffentlichkeit nicht. Bei Beweiserhebungen durch die Polizei, etwa bei poli-
zeilichen Einvernahmen von Auskunftspersonen gestützt auf Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO, 
sind die Parteien mit anderen Worten nicht zur Teilnahme berechtigt (Art. 147 Abs. 1 StPO 
e contrario; BGE 143 IV 397 E. 3.3.2; 139 IV 25 E. 5.4.3; Urteile 6B_426/2023 vom 
16. August 2023 E. 2.1.1; 6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 E. 2.4.2; 6B_14/2021 vom 
28. Juli 2021 E. 1.3.2).

Verzicht auf die Teilnahme und Konfrontation mit Belastungszeugen

Auf das Teilnahme- und Konfrontationsrecht kann vorgängig oder auch im Nach-
hinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet werden, wobei der Verzicht des 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-397%3Ade&number_of_ranks=0#page397
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27

Beschuldigten auch von seinem Verteidiger ausgehen kann (BGer 6B_920/2023 
vom 22. August 2024 E. 2.1.5; 6B_92/2022 vom 5. Juni 2024 E. 1.6.3.3, mit Ver-
weis auf BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 125 I 127 E. 6c/bb; BGer 6B_933/2023 vom 
15. Februar 2024 E. 6.2.4; je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person kann den 
Behörden grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation 
nicht vorgeladen zu haben, wenn sie es unterlässt, rechtzeitig (d.h. spätestens im 
Berufungsverfahren) und formgerecht entsprechende Anträge zu stellen 
(BGer 6B_920/2023 vom 22. August 2024 E. 2.1.5 mit Verweis auf BGE 143 IV 397 
E. 3.3.1; 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 4.2.3, nicht publ. in: BGE 148 IV 
22; je mit Hinweisen).

Damit einher geht auch das Urteil des Bundesgerichts 6B_1187/2020 vom 
13. Juni 2022, in welchem das Bundesgericht das Folgende festhielt (E. 3.2): 

Weshalb und inwiefern der Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 25. August 2016 keinen 
Beweiswert aufweisen sollte, legt der Beschwerdeführer nicht substanziiert dar und ist auch 
nicht ersichtlich. Der Polizeirapport ist ein taugliches Beweismittel unabhängig davon, ob 
der rapportierende beziehungsweise der an der Feststellung des rapportierten Vorgangs 
beteiligte Polizeibeamte als Zeuge befragt wurde (Urteil 6B_721/2011 vom 12. November 
2012 E. 9.2.1). Der Beschwerdeführer legt zudem nicht dar, dass und inwiefern er die Ein-
vernahme dieses Beamten als Zeuge beantragt habe und inwiefern gegebenenfalls ein sol-
cher Antrag zu Unrecht abgewiesen worden sei. An der vorinstanzlichen Verhandlung wur-
de kein derartiger Beweisantrag gestellt. Soweit die fraglichen "Beobachtungen" im Polizei-
rapport den Beschwerdeführer überhaupt belasten, kann er unter diesen Umständen den 
kantonalen Strafbehörden im bundesgerichtlichen Verfahren nicht vorwerfen, den rapportie-
renden Polizisten zwecks Konfrontation nicht vorgeladen zu haben (vgl. zum Ganzen: 
BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 131 I 476 E. 2.1; 125 I 127 E. 6c/bb; Urteile 6B_1320/2020 vom 
12. Januar 2022 E. 4.2.3, nicht publ. in: BGE 148 IV 22; 6B_98/2018 vom 18. April 2019 
E. 3.3; 6B_1196/2018 vom 6. März 2019 E. 3.1; je mit Hinweisen). Die Rüge erweist sich 
als unbegründet, soweit sie überhaupt zulässig ist.  

Beim Verzicht auf das Konfrontationsrecht gilt es zu beachten, dass allein passives 
Verhalten (z.B. die beschuldigte Person macht eine Konfrontation mit dem Belas-
tungszeugen – wieso auch immer – nicht geltend) nicht ohne Weiteres als konklu-
denter Verzicht gedeutet werden darf. Dabei ist nicht von Bedeutung, ob die be-
schuldigte Person verteidigt ist oder nicht. Nur wenn das passive Verhalten der be-
schuldigten Partei eindeutig als Verzicht gewertet werden kann, darf ein konkluden-
ter Verzicht angenommen werden. Im Zweifelsfalle ist das Merkmal der Eindeutig-
keit zu verneinen. Bleibt die beschuldigte Partei jedoch zu lange zögerlich bzw. 
passiv, so könnte der Vorwurf der Verwirkung zum Tragen kommen. So könne 
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dann nicht von einer Verletzung 
des Konfrontationsrechts gesprochen werden, wenn der Antrag, einen Zeugen zu 
befragen, weder vor der ersten noch vor der Rechtsmittelinstanz gestellt wurde, 
obschon dies durchwegs möglich gewesen wäre (zum Ganzen siehe: 
CHEN ZHUOLI, Der Verzicht auf Verfahrensrechte durch die beschuldigte Person im 
Schweizerischen Strafprozess, Zürich - Basel - Genf 2014, S. 186).

https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=Weshalb+und+inwiefern+der+Rapport+der+Kantonspolizei+Z%FCrich&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-397%3Ade&number_of_ranks=0#page397
https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=Weshalb+und+inwiefern+der+Rapport+der+Kantonspolizei+Z%FCrich&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-476%3Ade&number_of_ranks=0#page476
https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=Weshalb+und+inwiefern+der+Rapport+der+Kantonspolizei+Z%FCrich&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-127%3Ade&number_of_ranks=0#page127
https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=Weshalb+und+inwiefern+der+Rapport+der+Kantonspolizei+Z%FCrich&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-22%3Ade&number_of_ranks=0#page22

28

8.4.2 Zur Rüge der Verletzung des Teilnahme- und Konfrontationsrechts

Anzeigerapport, Ereignisbericht der M.________ AG und Berichtsrapporte (Wahr-
nehmungsberichte) der Polizeibeamten

Zunächst ist die Rüge der Verletzung des Konfrontationsrechts in Bezug auf den 
Anzeigerapport, den Ereignisbericht der M.________ AG und die Berichtsrapporte 
der Polizeibeamten zu behandeln. 

In Korrektur zu den vorinstanzlichen Erwägungen ist vorab festzuhalten, dass der 
Ereignisbericht der M.________ AG vom 10. November 2019 sowie die Berichts-
rapporte der Polizeibeamten als subjektive Beweismittel einzuordnen sind. In die-
sen Berichten haben die Mitarbeitenden der M.________ Security und die Polizei-
beamten ihre persönlichen Wahrnehmungen betreffend den Vorfall vom 9. Novem-
ber 2019 verschriftlicht, womit es sich um subjektive Beweismittel handelt. Zumin-
dest teilweise gilt das soeben Gesagte auch für den Anzeigerapport vom 28. Janu-
ar 2020. Soweit darin subjektive Wahrnehmungen von Polizeibeamten dargelegt 
wurden, gilt auch der Anzeigerapport als subjektives Beweismittel.

Der Anzeigerapport, die Berichtsrapporte der Polizeibeamten sowie der Ereignisbe-
richt der M.________ AG stellen für die Beschuldigten klarerweise belastende Be-
weismittel dar, weshalb das Konfrontationsrecht gemäss Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK 
zu beachten ist. Vor dem Hintergrund der dargelegten rechtlichen Grundlagen ist 
vorliegend jedoch ein allfälliger Verzicht durch die Beschuldigten auf den ihnen zu-
kommenden Anspruch auf Konfrontation zu prüfen. 

Ein Verzicht auf den vorliegenden Konfrontationsanspruch setzt die Kenntnis der 
belastenden Angaben voraus. Im staatsanwaltschaftlichen Untersuchungsverfah-
ren konnten die Beschuldigten, mithin ihre Verteidiger (mit Ausnahme des Be-
schuldigten G.________, der in der Untersuchung und im erstinstanzlichen Verfah-
ren nicht anwaltlich verteidigt war), daher noch keine konkreten Beweisanträge zur 
Befragung von Belastungszeugen stellen, womit sie auch nicht ausdrücklich oder 
konkludent auf das Konfrontationsrecht verzichten konnten. Schliesslich war ihnen 
zu diesem Zeitpunkt noch keine Akteneinsicht gewährt worden und aufgrund der 
ursprünglichen Erledigung der Sache im Strafbefehlsverfahren wurde ihnen im Üb-
rigen auch keine Frist nach Art. 318 StPO angesetzt.

Den Beschuldigten respektive ihren Verteidigern wurde dabei erst wie folgt Akten-
einsicht gewährt: 

- Rechtsanwalt F.________ als Verteidiger für den Beschuldigten E.________ 
am 17. November 2020, also nach Ausstellung des Strafbefehls vom 3. No-
vember 2020 (pag. 607) 

- Rechtsanwalt B.________ als Verteidiger für den Beschuldigten A.________ 
mit Verfügung vom 25. Mai 2021 (pag. 733 ff.),

- Rechtsanwalt AH.________ als vormaliger Verteidiger für den Beschuldigten 
C.________ mit Verfügung vom 2. August 2021 (pag. 753 ff.), 

- Rechtsanwältin H.________ als vormalige Verteidigerin für R.________ mit 
Verfügung vom 20. September 2021 (pag. 811 ff.).

29

Anlässlich der von der Vorinstanz mit Vorladung vom 22. März 2022 gesetzten Be-
weismittelfrist von mehreren Monaten (bis am 30. September 2022, pag. 907 ff.) 
gingen, trotz mittlerweile gewährter Akteneinsicht, keine Beweisanträge der Be-
schuldigten ein. Die damalige Verteidigung des Beschuldigten C.________, 
Rechtsanwältin AC.________, äusserte dabei explizit den Verzicht auf die Stellung 
von Beweisanträgen (pag. 963), während sich die restlichen Verteidiger und Be-
schuldigten nicht vernehmen liessen. An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 
wurden seitens der Beschuldigten ebenfalls keine Anträge auf Einvernahme von 
Zeugen und/oder Auskunftspersonen im Zusammenhang mit den vorgenannten 
Berichten gestellt (pag. 1102). Gleiches gilt für die oberinstanzliche Hauptverhand-
lung. Damit wird deutlich, dass die Beschuldigten respektive ihre Verteidiger kon-
kludent auf das Konfrontationsrecht verzichteten, zumal es ihnen problemlos mög-
lich gewesen wäre, einen entsprechenden Antrag auf Befragung der Belastungs-
zeugen im Zusammenhang mit den fraglichen Berichten bei der Vorinstanz 
und/oder vor oberer Instanz zu stellen. Mit Blick auf die zuvor dargelegte Recht-
sprechung war es im Übrigen auch dem nicht anwaltlich verteidigten Beschuldigten 
G.________ zumutbar, vor erster Instanz Akteneinsicht zu verlangen und Beweis-
anträge zu stellen. Es ist somit auch in seinem Fall von einem Verzicht auf das 
Konfrontationsrecht auszugehen, umso mehr, als seine Verteidigung im oberin-
stanzlichen Verfahren ebenfalls keine entsprechenden Beweisanträge stellte. Der 
Konfrontationsanspruchs der Beschuldigten wurde in Bezug auf die vorgenannten 
Berichte folglich nicht verletzt.

Die Rüge der Unverwertbarkeit verfängt nach dem Gesagten nicht und der Ereig-
nisbericht der M.________ AG vom 10. November 2019, der Anzeigerapport vom 
28. Januar 2020 und die Berichtsrapporte der Polizeibeamten J.________, 
K.________, L.________, AI.________ und P.________ sind entsprechend ver-
wertbar. 

Einvernahmen der Polizeibeamten und Dritten

Vorab ist das Folgende festzuhalten: Mehrheitlich entstehen Anzeigerapporte im 
Rahmen vom polizeilichen Ermittlungsverfahren gemäss Art. 306 ff. StPO. Dabei 
hat die Polizei gemäss Art. 307 Abs. 3 StPO ihre Feststellungen und die von ihr ge-
troffenen Massnahmen laufend in schriftlichen Berichten festzuhalten und diese 
nach Abschluss ihrer Ermittlungen zusammen mit den Anzeigen, Protokollen, wei-
teren Akten sowie sichergestellten Gegenständen und Vermögenswerten umge-
hend der Staatsanwaltschaft zuzustellen. Die Rapporterstattung bzw. die darin ent-
haltenen Informationen soll der Staatsanwaltschaft ermöglichen, über die Eröffnung 
einer Strafuntersuchung und das weitere Vorgehen zu entscheiden (SIMM-
LER/MARKWALDER, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, 3. Auflage 2023, N 11 zu Art. 307). Dies erhellt, dass in den allermeisten Fäl-
len durch die Polizei selbst keine Einvernahme der eigenen Kollegen erfolgt, womit 
deren Wahrnehmungen einzig im Anzeigerapport festgehalten werden. Im Vorlie-
genden wurden jedoch nicht nur ein allgemeiner Anzeigerapport und persönliche 
Berichtsrapporte der vor Ort anwesenden Polizeibeamten verfasst, sondern diese 
wurden daneben auch polizeilich einvernommen. Mit Blick auf die Rüge der Vertei-

30

digungen bezüglich dieser polizeilichen Einvernahmen ist der zeitliche Ablauf der 
Untersuchung zu beleuchten: 

Die Staatsanwaltschaft eröffnete bereits am 13. November 2019 eine Strafuntersu-
chung wegen Sachbeschädigung gegen unbekannte Täterschaft (uT), welche dann 
am 10. Dezember 2019 auf die hier im Verfahren angeklagten Beschuldigten aus-
gedehnt wurde (pag. 1 ff.). Die Befragungen der anlässlich des Vorfalls anwesen-
den Polizeibeamten als Auskunftspersonen (polizeiliche Einvernahmen gestützt auf 
Art. 178 StPO) erfolgten damit zu einem Zeitpunkt, in welchem das Verfahren zwar 
eröffnet, aber gegen Unbekannt geführt wurde und gerade der Identifizierung mög-
licher Tatbeteiligter diente, mithin die Teilnahmerechte noch gar nicht gewahrt wer-
den konnten, weil die Beschuldigten (noch) keine Parteistellung innehatten (sie-
he Einvernahme des Straf- und Zivilklägers J.________ vom 27. November 2019, 
pag. 222 ff.; Einvernahme des Straf- und Zivilklägers K.________ vom 26. Novem-
ber 2019, pag. 228 ff.; Einvernahme des Zivilklägers P.________ vom 18. Novem-
ber 2019, pag. 233 ff.; Einvernahme des Straf- und Zivilklägers L.________ vom 
20. November 2019, pag. 239 ff.; Einvernahme von Einsatzleiterin AI.________ 
vom 26. November 2019, pag. 280 ff.). Dasselbe gilt ebenfalls für die gestützt auf 
Art. 178 StPO durchgeführten polizeilichen Einvernahmen der weiteren Auskunfts-
personen (Einvernahme des Straf- und Zivilklägers I.________ vom 19. November 
2019, pag. 247 ff.; Einvernahme von U.________ vom 15. November 2019, pag. 
256 ff.; Einvernahme von AE.________ vom 18. November 2019, pag. 270 ff.; Ein-
vernahme von AF.________ vom 16. November 2019, pag. 275 ff.).

Es ist damit zwar zutreffend, dass die Beschuldigten an den Einvernahmen der Po-
lizeibeamten und Drittpersonen nicht teilnehmen konnten, im Zeitpunkt der polizei-
lich durchgeführten Einvernahmen konnten ihnen jedoch mangels Parteistellung 
noch gar keine Teilnahmerechte gemäss Art. 147 StPO gewährt werden, womit 
folglich auch keine Verletzung von Art. 147 StPO vorliegen kann bzw. vorliegt. Die 
Verteidigungen dringen mit ihrer Rüge – soweit das Teilnahmerecht betreffend – 
folglich nicht durch. 

Hinsichtlich der Einvernahmen der Polizeibeamten und Drittpersonen ist weiter zu 
prüfen, ob eine Verletzung des Konfrontationsrechts gemäss Art. 6 Abs. 3 
Bst. d EMRK vorliegt. Es kann dabei vollumfänglich auf die vorangehenden Aus-
führungen zum Verzicht der Beschuldigten auf das Konfrontationsrecht in Bezug 
auf die vorerwähnten Berichte verwiesen werden, welche für die Einvernahmen 
gleichermassen Gültigkeit haben. Mangels Stellung entsprechender Beweisanträge 
durch die Beschuldigten respektive ihrer Verteidigungen vor erster wie auch oberer 
Instanz verzichteten sie konkludent auf ihr Recht zur Konfrontation. Folglich wurde 
der Konfrontationsanspruch der Beschuldigten angesichts der nicht parteiöffentli-
chen Einvernahmen der Polizeibeamten und Drittpersonen nicht verletzt. Der 
Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass dem bundesgerichtlichen Ent-
scheid 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 eine sehr ähnliche Konstellation wie 
die vorliegende zugrunde lag und das Bundesgericht weder eine Verletzung des 
Teilnahme- noch Konfrontationsrechts als gegeben erachtete (vgl. E. 4.2-4.4). 

Im Übrigen wären die nicht parteiöffentlichen Einvernahmen – zumindest teilweise 
– aufgrund der parteiöffentlichen vorinstanzlichen (Straf- und Zivilkläger 

31

I.________) wie oberinstanzlichen Einvernahmen (Straf- und/oder Zivilkläger 
I.________, J.________, K.________ und P.________) gemäss der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung sowieso verwertbar geworden. 

Es liegt folglich auch in Bezug auf die Einvernahmen der Polizeibeamten und Dritt-
personen weder eine Verletzung des Teilnahme- noch Konfrontationsrecht vor. Die 
Einvernahmen sind somit verwertbar und können der nachfolgenden Beweiswürdi-
gung zu Grunde gelegt werden. 

8.4.3 Zur Rüge betreffend die Identifikation der Beschuldigten durch Fotovorweisungen 
und Szenenkenner

Es kann den nachfolgenden Ausführungen vorweggenommen werden, dass die 
Kammer die durch die Kantonspolizei zusammengestellten und den Auskunftsper-
sonen vorgehaltenen Fotodokumentationen als rechtmässig erachtet. 

Gemäss Abs. 2 von Art. 146 StPO, welcher unter dem Titel "Einvernahmen mehre-
rer Personen und Gegenüberstellungen" steht, können die Strafbehörden Perso-
nen einander gegenüberstellen. Bei der Foto (wahl) konfrontation handelt es sich 
um einen Unterfall einer Identifizierungsgegenüberstellung, welche wiederum eine 
Sonderform von Einvernahme und Augenschein darstellt. Dabei werden dem Zeu-
gen Fotos von Personen vorgelegt, und dieser soll sich dazu äussern, ob er den 
mutmasslichen Täter auf einem der Fotos wiedererkennt. Der gesamte Vorgang ist 
zu protokollieren und die zur Identifikation unterbreiteten Fotos sind zu den Akten 
zu nehmen (BGer 6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 E. 4.3.2.1 mit Verweis auf 
GUNHILD GODENZI, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Do-
natsch et al. [Hrsg.], 3. Aufl. 2020, N 9 ff. zu Art. 146 StPO und SCHMID/JOSITSCH, 
Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2017, N 4 f. zu 
Art. 146 StPO). Zur Durchführung einer Identifizierungsgegenüberstellung existie-
ren dabei weder besondere Vorschriften noch eine gefestigte Praxis. Allerdings 
wurden von Lehre und Rechtsprechung immerhin einzelne Empfehlungen ausge-
arbeitet (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB190265 vom 5. Juni 2020 
E. 2.5.1 mit Verweis auf BGer 1P.104/2004 vom 10. Mai 2004 E. 3 und 4, 
Urteile des Obergerichtes Zürich SB140133 vom 28. November 2014 E. 6.1, 
SB150197 vom 13. November 2015 E. II.3.2.1.1, SB150243 vom 11. Januar 2016 
E. II.5.1, SB170172 vom 31. Oktober 2017 E. II.3.1, GODENZI, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zu Schweizerischen Strafprozessordnung, 
Zürich 2014, N 11 zu Art. 146 StPO, HÄRING, in: Basler Kommentar zur Schweize-
rischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N 11 zu Art. 146 StPO, BLÄTTLER, Zur 
Problematik der Täteridentifikation im Rahmen einer Konfrontation aus der Sicht 
der polizeilichen Praxis, 20. Mai 2000, AJP 2000, S. 1374 und GARBADE, Mindes-
tanforderungen bei Täteridentifikationen - Forum "Redlich aber falsch" Bern, 
20. Mai 2000, AJP 2000, S. 1375). 

Aus der von der Verteidigung des Beschuldigten E.________ herangezogenen 
Lehrmeinung (GARBADE, Mindestanforderungen bei Täteridentifikationen - Forum 
"Redlich aber falsch" Bern, 20. Mai 2000, AJP 2000, S. 1375) ergeben sich folgen-
de, für den vorliegenden Fall relevanten Empfehlungen: Zunächst soll jeder Täteri-
dentifikation eine möglichst genaue Täterbeschreibung durch alle bekannten Zeu-

https://www.swisslex.ch/doc/aol/07dee6d9-a913-43ef-91bf-0c8f88f69827/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/07dee6d9-a913-43ef-91bf-0c8f88f69827/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/07dee6d9-a913-43ef-91bf-0c8f88f69827/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/b8a0bd24-f724-4ab9-a0f9-d88e1118ae75/citeddoc/e700bb0f-1273-43dc-a4ef-006826c8896a/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/cba68f32-e835-4dc3-a8be-72b03ed77fc6/citeddoc/ae8a391e-5ae9-4b73-8ad8-4b799a8ea07e/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/66134a68-40ee-43df-9ce9-95382196caea/citeddoc/43d609bc-ae74-47e5-8abb-86c805bf75d3/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/9d66237f-689e-4ae3-a864-b16040824189/citeddoc/1031b514-9395-4a02-8ef4-5f1ecd70d5f7/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/efdb76be-940d-4b5a-a674-c68f9b3d140b/citeddoc/5a5fe1dd-7c85-4641-94b7-257364bf60ea/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/07dee6d9-a913-43ef-91bf-0c8f88f69827/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/6baccef6-d119-4a04-bbf5-180a42005329/citeddoc/f912b2fe-9f32-45b9-9823-288fe9b3234d/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/03686d07-0e66-4ce0-bd68-842c2f32392e/citeddoc/cda65542-89b6-4e3b-9922-b982ae7fa54f/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/03686d07-0e66-4ce0-bd68-842c2f32392e/citeddoc/cda65542-89b6-4e3b-9922-b982ae7fa54f/source/document-link

32

gen vorangehen. Die Täterbeschreibung sei Grundlage für die Wahl der Ver-
gleichspersonen, die dem Zeugen gegenübergestellt werden sollen. Weiter müss-
ten die Personen, die den Zeugen im Rahmen einer Täteridentifikation gegenüber-
gestellt werden sollen, sei es in Form einer Live-Gegenüberstellung (sog. line-up) 
oder von Fotovorlagen, sei es sequenziell einer nach dem anderen oder simultan, 
der Täterbeschreibung entsprechen. Für den Fall, dass keine Täterbeschreibung 
vorliege oder diese mit dem Aussehen des Verdächtigten nicht übereinstimme, 
müssten die Vergleichspersonen dem Verdächtigten ähnlich sein und nicht der 
Täterbeschreibung, weil dieser sonst auf Grund seines Aussehens aus der Reihe 
der vorgeführten Personen herausstechen würde. Sodann müsse der Zeuge vor-
gehend informiert werden, dass sich der Täter möglicherweise nicht unter den vor-
geführten Personen befinde. 

Die aktenkundigen Fotovorweisungen wurden entsprechend diesen soeben darge-
legten Empfehlungen zur Täteridentifikation vorgenommen. Die Personen, welche 
in die Fotovorlagen aufgenommen wurden, entsprechen mit wenigen Ausnahmen 
dem von den Polizeibeamten und Drittpersonen beschriebenen Signalement der 
Täterschaft (junge Männer, Fussballfans, später FC V.________ Fans). Es handelt 
sich folglich gerade um kein «Potpurri» von Personen. Dieses Signalement war be-
reits im Vorfeld zu den Einvernahmen bekannt, womit der Täteridentifikation nicht 
schädlich ist, dass die Auskunftspersonen anlässlich ihrer Einvernahme nicht dazu 
aufgefordert wurden, die Täterschaft zu beschreiben. Die mögliche Täterschaft 
wurde damit bereits durch die Auswahl dieser Personen eingegrenzt und die in die 
Fotovorweisung aufgenommenen Personen entsprechen dem Signalement der 
«Zeugen». Es ist im Übrigen auch nicht rechtsfehlerhaft, dass die Fotos der mögli-
chen Täter den befragten Personen simultan und nicht sequentiell vorgehalten 
wurden. Wie dargelegt, handelt es sich bei den in der Rechtsprechung und Lehre 
ausgearbeiteten Richtlinien lediglich um Empfehlungen und nicht um zwingend ein-
zuhaltende Vorgaben. Die einvernommenen Personen wurden im Weiteren explizit 
darauf aufmerksam gemacht, dass die wahrgenommenen Personen auch nicht auf 
dem Fotobogen sein können. Die Identifikation der Beschuldigten mittels Fotovor-
weisung ist daher rechtmässig erfolgt und entsprechend verwertbar. 

Auch die Rüge der Verteidigung des Beschuldigten A.________ verfängt nicht. Es 
handelt sich bei der Identifikation durch eine Szenenkennerin um klassische Poli-
zeiarbeit, wobei eine solche Person weder in die Definition eines Sachverständigen 
gemäss Art. 182 StPO noch eines Zeugen gemäss Art. 162 StPO fällt. Ob das Ge-
richt die von der Polizei erfolgte Identifikation als effektiv erstellt erachtet, ist im Üb-
rigen nicht Frage der Verwertbarkeit, sondern der Beweiswürdigung. 

9. Verletzung des Beschleunigungsgebots

9.1 Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 5 Abs. 1 StPO müssen die Strafbehörden ein Strafverfahren unver-
züglich an die Hand nehmen und dieses ohne unbegründete Verzögerung zum Ab-
schluss bringen. Die Strafbehörden sind demnach verpflichtet, das gegen die be-
schuldigte Person eingeleitete Strafverfahren ohne vermeidbare Verzögerungen 
und möglichst zügig innert angemessener Frist zum Abschluss zu bringen (WOHL-

33

ERS, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung, N 2 zu Art. 5). Der für die Beurteilung der Angemes-
senheit der Dauer eines Strafverfahrens relevante Zeitraum beginnt mit dem Zeit-
punkt zu laufen, in dem die beschuldigte Person davon Kenntnis erhält, dass gegen 
sie wegen eines strafrechtlich relevanten Verhaltens ermittelt wird. Endpunkt ist der 
Zeitpunkt, in dem das letztinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwächst (WOHLERS, 
a.a.O., N 6 f. zu Art. 5). Kriterien, anhand derer die (Un-)Angemessenheit der Ver-
fahrensdauer zu bestimmen ist, sind die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität 
des Sachverhalts, die dadurch notwendigen Untersuchungshandlungen, das Ver-
halten des Beschuldigten und der Strafbehörden sowie die Belastungen, denen die 
beschuldigte Person ausgesetzt war. Erforderlich ist eine Gesamtwürdigung der im 
jeweiligen Einzelfall gegebenen Umstände (WOHLERS, a.a.O., N 8 f. zu Art. 5). 
Dass eine einzelne Verfahrenshandlung zu einem früheren Zeitpunkt hätte vorge-
nommen werden können, verletzt das Beschleunigungsgebot allein gesehen noch 
nicht. Erforderlich ist, dass die Behörden bei objektiver Betrachtung des Einzelfalls 
in der Lage gewesen wären, den Fall als solchen innert wesentlich kürzerer Zeit 
abzuschliessen. Dies ist dann anzunehmen, wenn das Verfahren über einen Zeit-
raum von mehreren Monaten hinweg nicht betrieben wurde (WOHLERS, a.a.O., N 9 
zu Art. 5).

9.2 Vorbringen der Verteidigungen

In oberer Instanz wurde eine Verletzung des Beschleunigungsgebots geltend ge-
macht. Es wurde moniert, insgesamt sei das Verfahren vor erster wie oberer In-
stanz fast zwei Jahre stillgestanden. Nach der Verhaftung vom 17. Dezember 2019 
seien bis zum Erlass der Strafbefehle am 3. November 2020, und damit für rund 
11,5 Monate, keine Verfahrenshandlungen vorgenommen worden. Davon seien 
rund 11 Monate als unbegründeter Verfahrensstillstand zu qualifizieren. Danach 
habe es erneut 2,5 Monate bis zur Überweisung des Strafbefehls an die Vorinstanz 
gedauert, wovon 2 Monate als Verfahrensstillstand zu qualifizieren seien. Das Un-
tersuchungsverfahren habe somit für ganze 13 Monate stillgestanden. Rund 
7,5 Monate nachdem das Verfahren zum erstinstanzlichen Gericht gelangt sei, ha-
be man den Beschuldigten den Rückzug der Einsprache nahegelegt und erst nach 
über einem Jahr sei die Terminumfrage verschickt worden. Es liege damit ein Ver-
fahrensstillstand von 12 Monaten vor. Die Zeit zwischen Terminumfrage und dem 
ersten Verhandlungstag habe insgesamt 9 Monate gedauert, wovon 4 Monate dem 
Gericht als Stillstand anzurechnen seien. Von der gesamten Verfahrensdauer vor 
erster Instanz von 24 Monaten seien 16 Monate als unbegründeter Stillstand ein-
zustufen. Weiter sei es auch im Berufungsverfahren zu unbegründeten Stillständen 
gekommen. Nach Eingang der Berufungserklärung bis zum Versand der Ter-
minumfrage für die Berufungsverhandlung seien 15,5 Monate vergangen. Diese 
seien im Umfang von 14 Monaten nicht sachlich begründet und als Stillstand zu 
qualifizieren. Dem Obergericht seien sodann weitere 5 Monate als Stillstand anzu-
rechnen, zumal bei der Terminumfrage Verhandlungstermine von in frühestens 
8 Monaten vorgeschlagen worden seien. Im Berufungsverfahren sei das Verfahren 
somit während 19 Monaten stillgestanden. Die Gesamtverfahrensdauer von 5 Jah-
ren und 2 Monaten (Stand 20. Februar 2025) lasse sich weder durch den Sachver-
halt (identische und nicht komplexe Tatvorwürfe) noch die Anzahl der Beschuldig-

34

ten rechtfertigen und es liege eine krasse Verletzung des Beschleunigungsgebots 
vor (pag. 1648). 

9.3 Würdigung der Kammer

Es handelte sich vorliegend um ein Verfahren mit vielen Parteien und damit 
grundsätzlich um ein aufwändiges Verfahren. Dennoch ist den Beschuldigten zuzu-
stimmen, dass dieser Umstand eine Verfahrensdauer von mehr als fünf Jahren (im 
Zeitpunkt der Berufungsverhandlung) nicht zu rechtfertigen vermag. Insbesondere 
die Dauer nach den ergangenen Strafbefehlen vom 3. November 2020 bis zum 
erstinstanzlichen Urteilsspruch vom 3. November 2022 sowie auch die oberinstanz-
liche Verfahrensverzögerung von Frühling 2023 bis im Juni 2024 lassen sich nicht 
sachlich begründen und muss von den Parteien nicht in diesem Umfang hinge-
nommen werden. Demgegenüber erfolgten andere Verfahrenshandlungen zeitnah, 
wie beispielsweise die Ausfertigung der erstinstanzlichen Urteilsbegründung innert 
2,5 Monaten. Wie bereits erwähnt, ist die Gesamtverfahrensdauer jedoch deutlich 
zu lang, womit die Kammer die Verletzung des Beschleunigungsgebots festzustel-
len hat.

Die Verletzung des Beschleunigungsgebots ist praxisgemäss im Dispositiv festzu-
halten. 

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

10. Theoretische Grundlagen

Für die theoretischen Grundlagen zur Beweiswürdigung im Allgemeinen und zur 
Aussagewürdigung im Speziellen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden (pag. 1209 ff., S. 24 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

11. Vorwurf gemäss Anklageschrift / Strafbefehl

Angesichts der rechtskräftigen Freisprüche betreffend Ziff. 1 der Strafbefehle vom 
3. November 2020, welche als Anklageschrift gelten (Art. 356 Abs. 1 StPO), ist 
durch die Kammer hinsichtlich der sich noch im Verfahren befindlichen Beschuldig-
ten A.________, C.________, E.________ und G.________ nur noch der Vorwurf 
gemäss Ziff. 2 der Strafbefehle zu überprüfen. 

Der besseren Übersicht halber und mit Blick auf den Rahmensachverhalt wird 
nachfolgend nebst Ziff. 2 auch Ziff. 1 der Strafbefehle vom 3. November 2020 auf-
geführt (Beschuldigter A.________, pag. 609 ff.; Beschuldigter C.________, 
pag. 614 ff.; Beschuldigter E.________, pag. 624 ff.; Beschuldigter G.________, 
pag. 629 ff):

1. Der Beschuldigte begab sich zusammen mit zehn weiteren Beschuldigten (separate Verfahren) 
nach T.________ um dort – aufgrund eines gegen ihn bestehenden Stadion bzw. Rayon Verbots 
– die Übertragung des Fussballspiels des FC V.________ vs. Z.________ im Restaurant 
AA.________ zu verfolgen. Nach dem Spiel begab sich der Beschuldigte zusammen mit den wei-
teren Beschuldigten zum Bahnhof in T.________, wobei er auf dem Weg dorthin diverse Farb-

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sprayereien und Kleber mit Logo’s der Ultras V.________ auf Strassenschilder der Gemeinde 
T.________ sowie an die Fassade und Ticketautomaten der Wartekabine der Busstation in 
T.________ anbrachte und zudem verschiedene Pflanzen(-töpfe) des Blumenladens U.________ 
in T.________ kurzzeitig entwendete und beschädigte. 

Der Beschuldigte ging dabei gewaltsam, in einer Ansammlung von Personen mit einer friedens-
störenden Grundstimmung gegen Sachen vor, wodurch er einen Sachschaden in der Höhe von 
CHF 1'966.30 mitverursachte. 

2. Beim Bahnhof in T.________ weigerte sich der Beschuldigte gegenüber den zwischenzeitlich her-
beigerufenen Polizisten zunächst seine Personalien zwecks Kont