# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05306142-6a63-5ab1-b231-2747d9e3b314
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.11.2011 UB110126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UB110126_2011-11-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UB110126-O/U/bee 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, Dr. P. Martin und der 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Welti 

 

Beschluss vom 29. November 2011 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Verlängerung Untersuchungshaft 
 
Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichtes des 
Bezirkes Zürich vom 1. November 2011 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat (Staatsanwaltschaft) führt gegen 

A._____ eine umfangreiche Strafuntersuchung wegen mehrfacher Schändung 
etc. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, seit mindestens Januar 2009 bis an-

fangs September 2011 als Anästhesiepfleger im B._____ [Spital] mehrere sexuel-

le Übergriffe auf Patientinnen, welche sich nach einer Operation im Aufwachraum 

aufhielten, begangen zu haben. Der Beschwerdeführer wurde am tt. September 

2011 an seinem Wohnort verhaftet. Gleichzeitig wurde eine Hausdurchsuchung, 

eine Durchsuchung von Aufzeichnungen und eine Durchsuchung von Personen 

und Gegenständen durchgeführt (Urk. 13/25/1). Mit Verfügung des Zwangsmass-

nahmengerichts des Bezirkes Zürich vom 16. September 2011 wurde er auf An-

trag der Staatsanwaltschaft bis 31. Oktober 2011 in Untersuchungshaft versetzt 

(Urk. 13/28/11). Am 25. Oktober 2011 stellte die Staatsanwaltschaft gestützt auf 

Art. 227 StGB Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft bis 31. Januar 

2012 (Urk. 11/12), welchem Antrag mit Verfügung des Zwangsmassnahmenge-

richtes vom 1. November 2011 stattgegeben wurde (Urk. 11/1+4). Gegen diesen 

Entscheid liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 14. November 2011 innert Frist 

Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen (Urk. 2 und Urk. 4 i.V.m. unakturier-

tem Empfangsschein in Urk. 11): 

"1. Es sei die Verfügung (Beilage 1) aufzuheben und der Beschwer-
deführer, eventuell unter Anordnung von Ersatzmassnahmen, auf 
freien Fuss zu setzen; 

 2. Dem Beschwerdeführer sei für das Beschwerdeverfahren die un-
entgeltliche Prozessführung und in der Person des unterzeich-
nenden Rechtsanwalts der unentgeltliche Rechtsbeistand zu be-
stellen." 

Mit Verfügung vom 15. November 2011 wurde die Beschwerdeschrift der ersten 

Instanz sowie der Staatsanwaltschaft zur Stellungnahme übermittelt, mit dem Er-

suchen, die Verfahrensakten bzw. die notwendigen Untersuchungsakten einzu-

senden (Urk. 6). Während die Vorinstanz am 18. November 2011 auf Vernehm-

lassung verzichtete und gleichzeitig ihre Akten einreichte (Urk. 10 und Urk. 11), 

- 3 - 

beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Vernehmlassung vom 21. November 

2011, welche am 22. November 2011 zusammen mit ihren Untersuchungsakten 

hierorts einging, die Beschwerde abzuweisen, eventualiter die Akten dem 

Zwangsmassnahmengericht zurückzuweisen und dieses anzuweisen, sich auch 

zur Frage der Kollusionsgefahr zu äussern, wobei diesfalls die Haft des Be-

schwerdeführers bis zum Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts aufrecht zu 

erhalten sei (Urk. 12). Diese Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer zur 

Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 14). 

 Parallel dazu liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. November 

2011 eine staatsanwaltlich delegierte Einvernahme mit ihm durch die Kantonspo-

lizei Zürich vom 11. November 2011 dem Gericht zukommen (Urk. 8 und Urk. 9). 

Diese Eingabe samt Beilage wurde der Staatsanwaltschaft zur Kenntnisnahme 

überlassen (Urk. 15). 

 2. Mit seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege verkennt der Be-

schwerdeführer seine Stellung. Eine solche ist nicht für beschuldigte Personen 

vorgesehen, vielmehr ist sie nach neuem Recht der Privatklägerschaft im Straf-

verfahren vorbehalten (Art. 136 StPO). Mit Verfügung vom 15. September 2011 

wurde dem Beschuldigten hingegen für das gegen ihn geführte Strafverfahren ge-

stützt auf Art. 132 Abs. 1 Bst. a StPO in Verbindung mit Art. 130 Bst. b StPO und 

Art. 130 Bst. d StPO eine amtliche Verteidigung bestellt (Urk. 13/26/4 und Urk. 

13/26/8). Diese gilt für das ganze Verfahren bis zum Eintritt der Rechtskraft, mit-

hin auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren. 

 3. Auf die einzelnen Vorbringen in den Rechtsschriften ist im Folgenden nur 

soweit einzugehen, als sie für das vorliegende Haftverfahren entscheidrelevant 

sind. 

 

 

II. 

- 4 - 

 Gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO ist Untersuchungshaft zulässig, wenn die be-

schuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und 

zudem ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich entweder durch Flucht dem Straf-

verfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtgefahr; lit. a), dass 

sie Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfin-

dung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder dass sie durch schwere 

Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem 

sie bereits früher gleichartige Straftaten begangen hat (Wiederholungsgefahr; 

lit. c). Der in Art. 221 Abs. 2 StPO geregelte selbständige Haftgrund der Ausfüh-

rungsgefahr liegt vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre 

Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen. 

Die Untersuchungshaft darf nicht länger dauern, als die zu erwartende Frei-

heitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). Sie ist aufzuheben, sobald ihre Voraussetzun-

gen nicht mehr erfüllt sind, die vom Gesetz vorgesehene oder von einem Gericht 

bewilligte Dauer abgelaufen ist, oder Ersatzmassnahmen an ihrer Stelle zum glei-

chen Ziel führen (vgl. Art. 212 Abs. 2 StPO sowie Art. 237 Abs. 1 StPO). 

1. Der allgemeine Haftgrund des dringenden Tatverdachts setzt voraus, 

dass gestützt auf die aktuellen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete und 

objektivierbare Anhaltspunkte erkennbar sind, die dafür sprechen, dass die be-

schuldigte Person Täter bzw. Täterin bezüglich der in Frage stehenden Straftat 

ist. Erforderlich ist dabei eine erhöhte bzw. erhebliche Wahrscheinlichkeit für das 

Vorliegen einer Straftat und für eine Beteiligung der beschuldigten Person an die-

ser Tat und somit auch für deren Verurteilung. Dagegen genügen die blosse Mög-

lichkeit der Tatbegehung, entsprechende Gerüchte oder gewisse vage Verdachts-

gründe nicht. Zu Beginn eines Strafverfahrens sind zwar weniger strenge Anfor-

derungen an den dringenden Tatverdacht zu stellen. Im weiteren Verlaufe der Un-

tersuchung sollte sich dieser aber in der Regel zunehmend bestätigen und ver-

dichten, wenn die Zwangsmassnahme über einen längeren Zeitraum fortgesetzt 

wird, insbesondere im Falle späterer Haftverlängerungen. Der Haftrichter kann in-

dessen bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende 

Abwägung sämtlicher Tat- und Rechtsfragen vornehmen. Insbesondere hat er 

- 5 - 

nicht die Aussagen der Beteiligten und von weiteren einvernommenen Personen 

im Einzelnen zu würdigen. Er hat lediglich zu prüfen, ob die aktuellen Untersu-

chungsergebnisse konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung 

der beschuldigten Person bieten. Dabei genügt es, wenn konkrete Verdachtsmo-

mente nachgewiesen werden, wonach das vorgeworfene, inkriminierte Verhalten 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen 

könnte. Auch die Verwertbarkeit der Beweismittel und die Auslegung strittiger 

Rechtsfragen kann nicht erschöpfend geprüft werden (Hug, in: Donatsch/Hansja-

kob/Lieber, Kommentar zur StPO, Art. 221 N 4 ff. sowie Art. 197 N 5 ff.; BSK 

StPO-Forster, Basel 2011, Art. 221 N 3; Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 221 

N 4; Schmid, Handbuch StPO, N 1019; BGE 116 Ia 146 und BGE 1B_398/2010). 

 a) Die Vorinstanz verweist in ihrer angefochtenen Verfügung betreffend den 

dringenden Tatverdacht vorerst auf die einlässliche und umfassende Begründung 

im Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft der Staatsanwaltschaft vom 

25. Oktober 2011 und hält fest, das Zwangsmassnahmengericht habe nur zu prü-

fen, ob ein dringender Tatverdacht vorliege, während die Beweiswürdigung dem 

allfällig späteren Sachrichter vorbehalten bleibe. Sodann erwägt sie, dass sich die 

vorliegende Untersuchung angesichts der umfangreichen Aktenlage nach etwa 

sechs Wochen Untersuchungshaft nach wie vor in einem relativ frühen Stadium 

befinde, weshalb an den Grad der Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte als 

Täter der ihm vorgeworfenen Straftatbestände in Frage komme, zurzeit nicht sehr 

hohe Anforderungen zu stellen seien. Die eingehenden Ausführungen des amtli-

chen Verteidigers zur Beweiswürdigung für das Verfahren vor dem Zwangsmass-

nahmengericht gingen zu weit und eine abschliessende Überprüfung der Glaub-

haftigkeit bleibe dem allfälligen Sachrichter vorbehalten. Weiter erklärt sie, das 

Bestreiten eines dringenden Tatverdachtes vermöge in der für das aktuelle Ver-

fahrensstadium geforderten Intensität angesichts der klaren Belastung seitens 

von nicht weniger als 13 mutmasslichen Geschädigten zu erstaunen; der dringen-

de Tatverdacht betreffend mehrfacher Schändung etc. sei aufgrund des bisheri-

gen Untersuchungsergebnisses - insbesondere der konkreten, nachvollziehbaren 

sowie gegenseitig übereinstimmenden und nicht a priori unglaubhaften Belastun-

gen seitens von 13 Geschädigten - ohne Weiteres gegeben (Urk. 3/1 S. 3). 

- 6 - 

 b) Der Beschwerdeführer beschränkt sich in der Beschwerdebegründung 

zum dringenden Tatverdacht, auf seine Vernehmlassung vor Vorinstanz vom 28. 

Oktober 2011 zu verweisen. Die Vorinstanz hat zu den entsprechenden Ausfüh-

rungen wie eben dargelegt Stellung genommen und sich damit auseinanderge-

setzt. Sie hat insbesondere zutreffend darauf hingewiesen, dass der Beschwerde-

führer mit seinen Vorbringen eine Beweiswürdigung vornehmen würde, diese hin-

gegen dem Sachrichter zustehe. Mit diesen Erwägungen setzt sich der Be-

schwerdeführer indes nicht auseinander, sondern hält lapidar fest, die Vorinstanz 

habe zu seiner Vernehmlassung lediglich partiell und summarisch Stellung ge-

nommen (Urk. 2 Ziff. 1, S. 4). 

 c) In ihrer Vernehmlassung zur Beschwerde verweist die Staatsanwaltschaft 

vorab auf ihren Antrag betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft vom 25. 

Oktober 2011 und hält nochmals fest, angesichts der Tatsache, dass 14 Frauen 

unabhängig voneinander praktisch gleich lautende Vorwürfe - mit gewissen Un-

terschieden - zu Protokoll gegeben hätten und diese Aussagen der Geschädigten 

insgesamt als durchaus glaubhaft erscheinen würden, wohingegen die pauscha-

len Bestreitungen des Beschwerdeführers, gemäss welchen gegen ihn ein Kom-

plott abgesprochen worden sei, jeglicher Grundlage entbehrten. Er habe denn 

auch in keiner seiner bisherigen Einvernahmen je einen plausiblen Grund abge-

geben, weshalb gegen ihn ein Komplott abgesprochen worden sei  (Urk. 12). 

 d) Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Antrag auf Verlängerung der Unter-

suchungshaft vom 25. Oktober 2011 darauf hingewiesen, dass sich in der Zeit seit 

der Anordnung der Untersuchungshaft am 16. September 2011 elf weitere Frauen 

bei der Kantonspolizei Zürich gemeldet hätten, welche gemäss ihren Aussagen 

Opfer sexueller Übergriffe durch den Beschuldigten geworden seien. In der Folge 

legt sie ausführlich die Schilderungen sämtlicher Patientinnen im Einzelnen dar 

(Urk. 11/1). Die Aussagen sämtlicher - inzwischen 14 - Geschädigten sind unab-

hängig voneinander getätigt worden, in sich widerspruchsfrei, im Wesentlichen 

übereinstimmend, nachvollziehbar und glaubhaft. Bei dieser Sachlage ist der 

dringende Tatverdacht fraglos gegeben. 

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 2. Zum allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachtes muss kumula-

tiv zumindest einer der besonderen Haftgründe nach Art. 221 Abs. 1 lit. a-c StPO 

hinzukommen. Mit dem Haftgrund der Kollusions- bzw. Verdunkelungsgefahr ge-

mäss lit. b dieser Bestimmung soll verhindert werden, dass die Wahrheitsfindung 

durch Machenschaften der beschuldigten Person beeinflusst wird. Im Vorder-

grund steht dabei das Bestreben, Absprachen der beschuldigten Person mit mög-

lichen Mitbeschuldigten, Sachverständigen, Auskunftspersonen oder Zeugen zu 

verhindern. Zudem soll vermieden werden, dass die beschuldigte Person auf Be-

weismittel einwirkt, z.B. Sachbeweise beseitigt oder Spuren verwischt. Es müssen 

konkrete Indizien für die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen, wobei das 

Vorliegen des Haftgrundes nach Massgabe der Umstände des jeweiligen Einzel-

falles zu prüfen ist. Konkrete Anhaltspunkte können sich namentlich aus dem bis-

herigen Verhalten des Angeschuldigten im Strafprozess, aus seinen persönlichen 

Merkmalen, aus seiner Stellung und seinen Tatbeiträgen im Rahmen des unter-

suchten Sachverhaltes sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihm 

und den ihn belastenden Personen ergeben. Je näher die Strafuntersuchung ih-

rem Abschluss ist, umso eher bedarf der Haftgrund der Kollusionsgefahr einer 

sorgfältigen Prüfung. Zwar dient der Haftgrund in erster Linie der Sicherung einer 

ungestörten Strafuntersuchung. Im Hinblick auf die unter der neuen eidgenössi-

schen Strafprozessordnung verstärkt geltenden und künftig wohl auch vermehrt 

beanspruchten (beschränkten) Unmittelbarkeit bei der Beweiserhebung anlässlich 

der Hauptverhandlung, wird jedoch selbst nach Abschluss der Untersuchung und 

erfolgter Anklage auch die richterliche Sachaufklärung vor unzulässigen Einfluss-

nahmen zu bewahren sein (Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur 

StPO, Art. 221 N 19 ff. und N 26 m.w.H.; Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 

221 N 7 ff.; ders., Handbuch StPO, N 1023). 

 a) Die Vorinstanz hat den seitens der Staatsanwaltschaft geltend gemachten 

Haftgrund der Kollusionsgefahr offen gelassen, nachdem sie die Fluchtgefahr 

beim Beschwerdeführer bejaht hat (Urk. 3/1 S. 6). Die Staatsanwaltschaft be-

gründete die Kollusionsgefahr in ihrem Antrag auf Verlängerung der Untersu-

chungshaft vom 25. Oktober 2011 damit, dass der Beschwerdeführer sämtliche 

gegen ihn erhobenen Vorwürfe bisher vehement bestreite, weshalb er mit sämtli-

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chen Geschädigten noch zu konfrontieren sein werde. Bis zur Vornahme dieser 

Einvernahmen bestünde die erhebliche Gefahr, der Beschuldigte könnte in Frei-

heit versucht sein, diese zu falschen Aussagen oder zum Rückzug ihrer Anzeigen 

zu bewegen (Urk. 11/1). 

 b) Der Beschwerdeführer vertritt in seiner Beschwerdebegründung im Zu-

sammenhang mit der vorinstanzlichen Feststellung, die Untersuchung befände 

sich in einem "frühen Verfahrensstadium", die Meinung, die Strafuntersuchung sei 

bereits weit fortgeschritten. Im vorliegenden Fall liege keine Kollusionsgefahr vor, 

welche die Annahme eines frühen Verfahrensstadium erlauben würde. Alle Pati-

entinnen seien bereits befragt worden (Urk. 2 Ziff. 7.5, S. 9, und Ziff. 8.2, S. 10). 

 c) Die Staatsanwaltschaft weist in ihrer Vernehmlassung vom 21. November 

2011 hinsichtlich des Haftgrundes der Kollusionsgefahr vorab auf ihre - eben dar-

gelegte - Begründung in ihrem Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft 

vom 25. Oktober 2011. Sodann hält sie fest, der Beschwerdeführer sei inzwischen 

mit sämtlichen ihn belastenden Aussagen konfrontiert worden. Aufgrund der ihm 

bekannten Namen wäre es ihm in Freiheit ein Leichtes, diese Geschädigten aus-

findig zu machen und diese - allenfalls unter Androhung von Nachteilen - zum 

Rückzug ihrer Aussagen bzw. zu falschen Aussagen zu verleiten. Zudem seien in 

diesem Verfahren - wie der Beschwerdeführer bzw. sein Verteidiger selber aus-

führten - diverse Mitarbeiter des B._____ [Spital] als Zeugen bzw. allenfalls als 

Auskunftspersonen zu befragen. Nachdem der Beschwerdeführer ohne Probleme 

zu seinen ehemaligen Mitarbeitern Kontakt aufnehmen könne, sei auch zu be-

fürchten, dass er diese zu falschen Aussagen verleiten könnte. Gegenteilige Be-

teuerungen vermöchten an diesem Zustand nichts zu ändern. Vielmehr sei auf-

grund der Äusserungen des Verteidigers, der Beschwerdeführer kämpfe "mit al-
len Kräften" um seine Ehre und Existenz, zu befürchten, dass hierzu auch Kollu-
sionshandlungen zählten. Zusammenfassend bestehe somit in optima forma Kol-

lusionsgefahr (Urk. 12). 

 d) Der Beschwerdeführer bestreitet nach wie vor vehement sämtliche ihm 

zur Last gelegten Vorwürfe. Wie er selber einräumt, wird er deshalb noch mit den 

14 Geschädigten zu konfrontieren sein. Darüber hinaus werden auch Einvernah-

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men mit insbesondere ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Vorge-

setzten als Zeugen oder allenfalls als Auskunftspersonen durchzuführen sein. Al-

les Personen, die dem Beschwerdeführer zumindest namentlich bekannt sind. Es 

ist daher ernsthaft zu befürchten, dass der Beschwerdeführer, in Freiheit, diese 

Personen beeinflussen würde, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen. 

Diese Wahrscheinlichkeit erscheint insbesondere angesichts des gravierenden 

Tatvorwurfes der strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität als hoch, 

da der Beschwerdeführer im Falle seiner Verurteilung mit einer empfindlichen 

Freiheitsstrafe zu rechnen hat und für ihn, wie er selber darlegt, seine Ehre und 

Existenz auf dem Spiel steht. Konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen von Ver-

dunkelungsgefahr ergeben sich zudem aufgrund seiner Beurteilung am Arbeits-

platz durch eine ehemalige Arbeitskollegin. Diese schilderte den Beschuldigten 

als nicht teamfähig, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuschüchtern ver-

stand und die Angst vor ihm gehabt hätten (Urk. 13/11 Vorhalt 14 f. , S. 5, und 

Vorhalt 21, S. 7). Demnach ist im derzeitigen Untersuchungsstadium vom Beste-

hen von Kollusionsgefahr auszugehen. 

 3. Da somit der Haftgrund der Kollusionsgefahr zu bejahen ist, braucht auf 

die Ausführungen zur Fluchtgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO nicht 

eingegangen zu werden. 

 Aufgrund der bestehenden Kollusionsgefahr mit zahlreichen Personen er-

weist sich im Übrigen auch keine Ersatzmassnahme (Art. 237ff. StGB) als ausrei-

chend, um den Zweck der Haft im konkreten Fall zu erfüllen. 

 4. Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit gilt es zu berücksichtigen, 

dass sich der Beschwerdeführer seit dem 16. September 2011 in Haft befindet. 

Angesichts der dem Beschwerdeführer im Falle einer Verteilung drohenden emp-

findlichen Strafe und der bisher erstandenen Haft von etwas mehr als zwei Mona-

ten erscheint die Fortsetzung der Untersuchungshaft bis zum 31. Januar 2012 als 

verhältnismässig. 

- 10 - 

 5. Abschliessend ist somit festzuhalten, dass dringender Tatverdacht eben-

so gegeben ist, wie der Haftgrund der Kollusionsgefahr und die Fortsetzung der 

Untersuchungshaft verhältnismässig ist. Die Beschwerde ist damit abzuweisen. 

 

III. 

 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die 

Kosten des Beschwerdeverfahrens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung 

der amtlichen Verteidigung für ihre im Beschwerdeverfahren getätigten Aufwen-

dungen wird durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht am Ende 

des Strafverfahrens festzusetzen sein (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.00 fest-

gesetzt. 

3. Die Kosten werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den amtlichen Verteidiger, zweifach, für sich und zuhanden des Be-
schwerdeführers, als Gerichtsurkunde 

− die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat unter Rücksendung der Un-
tersuchungsakten (Urk. 13), gegen Empfangsschein 

− das Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich unter Rück-
sendung der beigezogenen Akten (Urk. 11), gegen Empfangsschein 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

- 11 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 29. November 2011 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. K. Balmer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic.iur. Welti 
 
 
 
 
 

	Beschluss vom 29. November 2011
	
	Erwägungen:
	Aufgrund der bestehenden Kollusionsgefahr mit zahlreichen Personen erweist sich im Übrigen auch keine Ersatzmassnahme (Art. 237ff. StGB) als ausreichend, um den Zweck der Haft im konkreten Fall zu erfüllen.
	5. Abschliessend ist somit festzuhalten, dass dringender Tatverdacht ebenso gegeben ist, wie der Haftgrund der Kollusionsgefahr und die Fortsetzung der Untersuchungshaft verhältnismässig ist. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.

	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.00 festgesetzt.
	3. Die Kosten werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.