# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3599629-5183-5db0-a6bd-765f741d8209
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-25
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 25.02.2025 SSG 2024/E/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-14_2025-02-25.pdf

## Full Text

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SSG 2024/E/14 - SSI v. E._____ 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Daniel Mägerle, Rechtsanwalt, Winterthur 

Richterin:   Sabrina Schelbert, Juristin, Bern 

Richterin:    Sarah Umbricht, M.A. HSG, Solothurn 

 

 

 

In der Sache 

 

 

zwischen 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Hanjo Schnydrig und Laura van Tiel, Rechtsdienst, Alexander Schütz und Samuel 

Fortuzzi, Rechtsanwälte 

 

 

- Antragstellerin - 

 

und 

 

E._____,  

 

 

- Angeschuldigte Person - 

 

 
  

 

 2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach 

schweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als 

Nationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) 

als auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer 

Sport (Art. 72f SpoFöV) zuständig. 

 

2. E._____ ("angeschuldigte Person" oder "Trainer") (geboren 1973) ist seit 2019 als Ski Trainer 

beim X._____ Skiverband ("X._____SV") angestellt. Der Arbeitsvertrag beinhaltet unter 

anderem ein 100%-iges Pensum und ist auf unbefristete Dauer abgeschlossen. Im 

relevanten Zeitraum trainierte die angeschuldigte Person das Juniorinnenkader des 

X._____SV. 

 

3. Die SSI und E._____ werden im Folgenden gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

4. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potenziellen Ethikverstoss respektive potenzielle 

Missstände gemäss dem Ethik-Statut3. 

 

5. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts gemäss 

den Schilderungen der Parteien in deren schriftlichen Eingaben sowie basierend auf den von 

Swiss Sport Integrity ("SSI") überwiesenen Akten wiedergegeben. Für weiterführende 

Details wird auf die Verfahrensakten verwiesen respektive im nachfolgenden Entscheid dort 

auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung der betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Meldungen und erste Abklärungen im Rahmen der Vorabklärungen von Swiss Sport 

Integrity 

6. Am 16. Juni 2023 ging bei der Meldestelle von SSI eine Meldung betreffend Ethikverstösse 

in einer Trainingsgruppe der Juniorinnen des X._____SV ein (SSI-Meldung Nr. 454/2023). 

Gemäss dieser Meldung 

i) seien die Trainingsmethoden mit Zwang und "Ignorieren" verbunden und würden 

teilweise zur psychischen Verzweiflung und Angst bei Trainingsläufen führen 

(Vorbringen 1);  

ii) würden die Trainer ihre Machtposition ausnutzen und die Eltern unter Androhung 

von möglichen Nachteilen gegenüber den Athletinnen systematisch ausgrenzen 

(Vorbringen 2); 

iii) würden die Athletinnen nicht toleriert, nicht erhört sowie nicht ernst genommen, 

schlecht gemacht, angeschnauzt, angeschrien, herabwürdigend behandelt und 

schikaniert und es werde ihnen vorgehalten, dass "sie an allem schuld seien" 

(Vorbringen 3); 

iv) würden Athletinnen mit sexistischen Redensweisen belächelt, zudem würde die 

angeschuldigte Person sich in nicht tolerierbarer Weise zur Figur der Athletinnen 

äussern und es gäbe anzügliches Verhalten bis zu unangemessenen Berührungen an 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 
3  Swiss Olympic Ethik-Statut des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022, Version inkl. der Anpassungen 

mit Inkrafttreten per 26. November 2022 (Ethik-Statut). 

 

 3 

Gesäss und Haaren. Vor dem Start würde den Athletinnen regelmässig (teilweise mit 

einem Schraubenzieher) auf den Hintern geklatscht oder an den Haaren gezogen, 

oder die Haare würden um die Finger gewickelt (Vorbringen 4). 

 

Die Meldung wurde gleichentags bestätigt.  

 

7. Im Rahmen eines Telefongesprächs zwischen der meldenden Person und SSI vom 23. Juni 

2023 wurden die Inhalte der Meldung bestätigt. Die meldende Person schilderte unter 

anderem, dass die Athletinnen mit Freude aus der U16 den Schritt ins X._____SV Kader 

machen würden und dann schlecht behandelt würden. Die meldende Person erachtet die 

Vorfälle als massgebliche Gründe für diverse Rücktritte und weist darauf hin, dass der 

Vorstand des X._____SV Bescheid wisse über die "schwierige Situation". Im Anschluss an 

das Telefonat wurden SSI per E-Mail und in einem weiteren Telefonat weitere 

Kontaktangaben von betroffenen Athletinnen mitgeteilt. Die Meldung betraf neben der 

angeschuldigten Person einen zweiten Trainer. Da das Verfahren gegen die zweite Person 

zwischenzeitlich rechtskräftig eingestellt wurde, wird im Weiteren nicht mehr Bezug auf die 

zweite Person genommen. 

 

8. Am 29. Juni 2023 ging bei der der Meldestelle eine weitere Meldung betreffend 

Ethikverstösse in der gleichen Trainingsgruppe des X._____SV ein (SSI-Meldung Nr. 

469/2023), welche im Wesentlichen die Anschuldigungen des Vorbringen 4 der ersten 

Meldung bekräftigten, wobei zusätzlich auf gegenseitiges "Ausstechen" hingewiesen wurde. 

In beiden Meldungen wurde von Rücktritten aufgrund der Verhaltensweisen hingewiesen. 

In der zweiten Meldung wurde zudem erwähnt, dass zwei Athletinnen an Magersucht leiden 

würden, jedoch nur belächelt oder schlecht gemacht würden. Weiter wurde gemeldet, dass 

die meldende Person die Vorfälle dem Verband gemeldet habe, die Verträge aber dennoch 

verlängert worden seien. 

 

9. Anlässlich eines Telefongesprächs vom 4. Juli 2023 zwischen SSI und der zweiten meldenden 

Person wurden unter anderem die gemeldeten Verhaltensweisen bestätigt, insbesondere 

würde die angeschuldigte Person die Athletinnen am Start betatschen (Klatschen auf den 

Hintern), obschon die Athletinnen mehrmals gesagt hätten, dass sie dies nicht möchten. 

B. Erste Befragungen im Rahmen der Vorabklärungen von Swiss Sport Integrity 

1. Allgemein 

10. Am 5. und 6. Juli 2023 hat SSI mit aktiven und ehemaligen Athletinnen Gespräche geführt. 

Die (ehemaligen) Athletinnen A, B, C und D wollen anonym bleiben. 

2. Befragung der Athletin F._____ und ihrer Mutter G._____  

11. In der Befragung vom 5. Juli 2023 von der Athletin F._____ und ihrer Mutter G._____ sagte 

die Athletin unter anderem und zusammengefasst aus:  

 

12. In ihrem ersten Jahr im X._____SV habe sie sich nicht wohl und fehl am Platz gefühlt. 

Insbesondere als es "Richtung Saison" ging, hätten die Trainer sie teilweise und wiederholt 

aus verschiedenen Gründen (etwa Training mit den männlichen Athleten oder wenn 

Anweisungen nicht in den ersten Läufen umgesetzt werden konnten) 

"zusammengeschissen". 

 

13. Die Trainer würden die Athletinnen bei schlechten Resultaten ignorieren, sie auf der Piste 

anbrüllen und "niedrig" machen. Kritik seitens der Athletinnen hätten die Trainer 

 

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zurückgewiesen und ihnen das Gefühl gegeben, sie würden mit Absicht schlecht Ski fahren. 

Die Trainer hätten kein Verständnis und würden sich nicht für die Befindlichkeit der 

Athletinnen interessieren. 

 

14. Athletinnen würden sich nicht trauen, anzusprechen, wenn sie etwas nicht wollten, da sie 

Respekt vor der Reaktion. 

 

15. Die Trainer seien "sehr Anti Frauen", sexistische Redensweisen würden wiederholt 

vorkommen. Die Trainer würden den Athletinnen "sehr nahe" kommen, und beispielsweise 

oft die Hüfte anfassen, um zu zeigen, wie die Hüfte zu schwingen sei. Das sei sehr 

unangenehm, sie habe sich aber nicht getraut sich zu wehren. Sie hätte davor noch nie einen 

Trainer gehabt, der sie angefasst habe. Einigen Athletinnen würden die Trainer vor dem Start 

auf den Po schlagen, obwohl die Athletinnen gesagt hatten, dass sie dies nicht wollen. Auch 

die "Jungs" hätten dies beobachtet und gemeint, das gehe nicht. 

 

16. An einem Teamweekend habe sie zwei Durchgänge (Eisbad, Warm Abduschen, 

Infrarotkabine) nachholen müssen. Die angeschuldigte Person sei bei diesem Durchgang auf 

einem Liegestuhl gelegen und hätte mit den Händen hinter dem Kopf "volle Sicht" auf sie 

gehabt. Dies sei sehr unangenehm gewesen. Dasselbe sei auch einer anderen Athletin so 

passiert.  

 

17. Die Trainer würden ihre Machtposition regelmässig ausnützen, indem sie den Athletinnen 

mit dem Ausschluss drohen, wenn sie nicht alle Übungen mitmachen würden. Weiter 

würden sie die Athletinnen von ihrem Umfeld (Familie, Freunde, andere Trainer) 

ausschliessen, indem sie ihnen verbieten, mit anderen Personen Ski zu fahren. 

3. Befragung der Athletin A und ihrer Mutter 

18. Im Rahmen der Befragung von Athletin A und ihre Mutter am 5. Juli 2023 führte Athletin A 

unter anderem aus, sie habe in den letzten 1-1.5 Jahren psychisch gelitten im Training. Es 

herrsche Angst unter den "Mädchen", wenn "etwas sei" und die Athletinnen würden sich 

nicht trauen, etwas zu sagen oder zu fragen, da sie befürchteten, angegriffen zu werden. 

Dass es sich dabei um ein "Machtspiel" handle, zeige sich dadurch, dass bei Nachfragen ihres 

Vaters die Trainer "normal" antworten würden. Demgegenüber würden die Trainer bei 

Nachfragen der Athletinnen laut, hässig, die Situation "eskaliere" und sie selber wie auch 

eine andere Athletin hätten nach bzw. während der Trainersitzung geweint. Die Sitzungen 

seien immer ein Stressfaktor.  

 

19. Die Athletin A berichtet weiter von einem Vorfall im Rahmen des Clean Up Days im Juni 

2022, bei welchem die angeschuldigte Person Athletin A in die Mitte gestellt hatte und sie 

mit einer Zange in der Hand angewiesen habe, sich nach vorne zu bücken, andernfalls er sie 

schlagen würde. Den Schlag habe er dann nur angetäuscht. Die angeschuldigte Person habe 

die Athletin A in eine vorbeugende Position gebracht habe, sie dabei angefasst und gesagt, 

er würde den Athletinnen mit dem Stock auf den Po schlagen, wenn etwas "nicht okay" sei. 

Athletin A habe rund drei Demonstrationen über sich ergehen lassen, was sie als "sehr 

unangenehm" und "extrem demütigend" empfand. Auf Nachfrage, ob sie 

vereinbarungsgemäss nach Hause gehen könne, habe die angeschuldigte Person "hässig" 

reagiert und Bemerkungen wie "dann geh doch nach Hause an die Brust von deinem Mami" 

oder "hast Du deinem Papi schon angerufen, oder deiner Mami" geäussert. 

 

20. Unangebrachte Sprüche seien wiederholt von den Trainern geäussert worden, unter 

anderem "bist du eigentlich geistig behindert", "jetzt müsst ihr mal die Beine spreizen, das 

 

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machen wir ja sonst nie" oder - wenn eine Athletin Schmerzen hatte - "das Einzige, was 

Schmerzen verursacht, sei ein Kind auf die Welt zu bringen" sowie "hast Du abgenommen 

oder ist dein Arsch kleiner geworden". 

 

21. Weiter hätten die Trainer bzw. hätte die angeschuldigte Person die Trainingsfenster nicht 

eingehalten, verlangt, dass die Athletinnen statt zur Schule zum Ski-Training gehen würden. 

In diesem Zusammenhang schrieb die beschuldigte Person in einen Gruppenchat der 

Athletinnen "ihr habt noch viel zu lernen, Respekt, Höflichkeit, Umgang, Wertschätzung, 

Vertrauen, wer sich betroffen fühlt, kann sich schämen und wie immer es betrifft nicht alle". 

 

22. Schliesslich hätte die beschuldigte Person den Athletinnen mit dem Ausschluss aus dem 

X._____SV gedroht, falls sie "hinten durch etwas sagen würden". 

 

23. Athletin A sagte aus, dass die beschuldigte Person jeweils gefragt hätte, ob sie sie anfassen 

dürften, um etwas zu zeigen. Eine Athletin sei nach einem schlechten Rennen auf den Schoss 

(Beine) genommen worden. Einzelne Athletinnen hätten wegen den "Umständen" mit dem 

Skisport aufgehört, auch sie überlege sich diesen Schritt.  

4. Befragung der ehemaligen Athletin H._____ 

24. H._____ sagte in der Befragung vom 5. Juli 2023 aus, dass sie vor drei Wochen mit dem 

Skisport aufgehört habe und es ihr seit der Beendigung viel besser gehe. Sie berichtet von 

körperlichen Symptomen wie Fieber, Ausschlägen und Atemnot im Zusammenhang mit den 

X._____SV-Trainings und Trainingslagern und der dort vorherrschenden Anspannung.  

 

25. Sie sagte weiter aus, dass die angeschuldigte Person ihre Macht habe zeigen wollen, indem 

er ihnen mit dem Ausschluss aus dem X._____SV drohte. Als sie ihm während einem 

Trainingslager in Q._____ gesagt hatte, dass er sie nicht so respektlos behandeln solle, hätte 

er erwidert, er sei 50 Jahre alt, und sie 18-jährig und dass wenn sie das Thema 

Respektlosigkeit noch einmal anspreche, er sie aus dem X._____SV ausschliessen werde. Sie 

hätte sich aufgrund dieser Machtdemonstrationen nicht mehr getraut, etwas zu sagen. 

 

26. Der Druck seitens der Trainer sei extrem hoch gewesen und die Sprüche verletzend, sodass 

sie sich minderwertig vorgekommen sei, das Selbstwertgefühl verloren habe und auch heute 

noch an Panikattacken und "Alpträumen vom Skifahren, den Trainern, den Lagern, etc." 

leide. Es seien wiederholt sexistische und verletzende Sprüche gegenüber verschiedenen 

Athletinnen gefallen (z.B. "einer Frau tut nie etwas weh, ausser wenn sie gebärt." nach einer 

Meldung von Schmerzen seitens einer Athletin, oder auf Nachfrage einer Athletin, ob sie zu 

ihrem Freund gehen dürfe, hielt er ihr vor sie wolle nur zu ihm "weil Du noch dreckige 

Sachen mit dem Freund machen willst", oder Aussagen wie "was hast Du für dreckige Dinge 

in den Mund genommen als Du bei deinem Freund warst"). 

 

27. Die Trainings seien sehr streng gewesen mit bis zu 20-25 Trainingsläufen während 10 Tagen 

auf ca. 3'300 Höhe mit anschliessenden Konditionstrainings. Bei ihr und bei einigen anderen 

hätten diese Umstände massgeblich zum Rücktrittsentscheid beigetragen, auch wenn es 

"wohl nicht der einzige Grund" sei, warum Athletinnen zurückgetreten seien. 

5. Befragung der Athletin B 

28. Im Rahmen der Befragung vom 6. Juli 2023 erklärte Athletin B, dass die Trainer ("vom 

technischen Standpunkt her") gute Trainer seien, aber dass es neben dem Skifahren 

schwierig sei mit ihnen zu kommunizieren. Dies habe sich jeweils zugespitzt, als es Richtung 

Wintersaison ging.  

 

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29. Athletin B berichtet von häufigen frauenfeindlichen und sexistischen Sprüchen und 

Verhaltensweisen, auch in Bezug auf den Körper, unter anderem habe er beim Umziehen 

hinter ihr gestanden und hätte angetäuscht, "als ob er mit der Hand auf den Po schlagen 

würde" und dabei gelacht. Weiter habe er ihr und anderen Athletinnen vor dem Start (teils 

mit Schraubenzieher) auf den Po geschlagen oder sie an den Haaren gerissen. Sie hätten 

sich trotz kritischer Fragen dazu von Aussenstehen nicht getraut, etwas zu sagen. Weiter 

habe die angeschuldigte Person gesagt "ihr müsst die Beine spreizen, das macht ihr sonst ja 

nie." oder "ich will gar nicht wissen, was du alles mit deinem Freund angestellt hast". Sie 

berichtet ebenfalls vom Eisbaden auf dem Stelvio, dass der Trainer im Liegestuhl gelegen 

sei, die Arme hinter dem Kopf verschränkt hatte und den Athletinnen beim Duschen 

zugeschaut habe. Wenn sie zu ihm geblickt habe, hätte er die Augenbrauen hochgezogen. 

 

30. Die Kommunikation sei schwierig aufgrund des hierarchischen Unterschieds. Dies führe 

dazu, dass sie nichts sagen würden. Selbst wenn die Athletinnen etwas anbringen, dann 

heisse es "jeweils nein", oder dass sie (die Trainer) nur das Beste für die Athletinnen wollten.  

 

31. Athletin B erwähnte (ebenfalls) die Androhungen, Athletinnen auszuschliessen und sagte 

aus, dass der Trainer, wenn er die Athletinnen ermahne die "Hüfte hoch" zu halten, sie an 

den Hüften anfasse und jeweils nicht frage, ob er sie anfassen dürfe.  

 

32. Abschliessend erwähnte Athletin B, dass aus ihrer Sicht die Kommunikation zu verbessern 

sei und das Anfassen wie auch die sexistischen Sprüche aufhören müssten. Sie wiederholte, 

dass die beschuldigte Person "als Trainer" sehr gut sei. 

6. Befragung von Athletin C 

33. In der Befragung vom 6. Juli 2023 berichtete Athletin C von verschiedenen Vorfällen und 

Verhaltensweisen, welche die bisherigen Aussagen bestätigten. Unter anderem sei sie nach 

schlechten Rennen oft ignoriert worden, die Trainings seien teils sehr hart gewesen und 

Einwände oder Meinungen der Athletinnen dazu seien nie akzeptiert worden. Weiter seien 

auch die Trainingsfenster am Sportgymnasium nicht berücksichtigt worden. Wenn eine 

Athletin nicht zum Training kam, weil sie sich an die Trainingsfenster der Schule hielt, seien 

die Trainer wütend geworden.  

 

34. Athletin C berichtete von Sprüchen wie "wo hast Du diese Nacht geschlafen" oder "hast Du 

alleine geschlafen oder mit ihm" sowie von Aussagen der angeschuldigten Person, dass 

Freunde verboten werden sollten.  

 

35. Die angeschuldigte Person habe ihr am Start wiederholt auf den Po geschlagen, dies sei auch 

einmal beim Skiverladen passiert. 

 

36. Weiter habe die angeschuldigte Person "seine Macht ausspielen müssen", sodass man sich 

nicht getraut habe, etwas zu sagen. Bei Unstimmigkeiten unter den Trainern hätten die 

Trainer die Schuld auf die Athletinnen abgeschoben. Sie erklärt, man habe gemerkt, "dass 

sie Chefs sind und wir einfach machen müssen, was sie sagen." Weiter hätten sie auch die 

Eltern ausgeschlossen, (wohl) Angst davor hatten, mit den Eltern zu sprechen, "weil sie da 

weniger Macht hatten". Die Trainer hätten daher die Eltern teils ignoriert. 

 

37. Athletin C erwähnt den Vorfall, bei welchem eine Athletin vor der ganzen Gruppe 

blossgestellt worden sei, indem sie sich habe in die Mitte stellen und nach vorne runter 

bücken müssen. Der Trainer habe ihr dann mit dem Stock auf den Hintern schlagen wollen. 

Sie sei geschockt gewesen. 

 

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7. Befragung von Athletin D 

38. Die Befragung von Athletin D am 6. Juli 2023 bestätigte die bisherigen Aussagen, unter 

anderem berichtete die Athletin vom Ignorieren durch die Trainer nach schlechten Rennen, 

Anschreien, verletzenden Äusserungen ("geistig behindert"), Drohungen (insbesondere, 

wenn sie anderen Personen von Vorfällen berichtet hatten) und dass Eltern ausgeschlossen 

würden, indem die angeschuldigte Person den Athletinnen gedroht und gesagt hat, er wolle 

nicht mehr, dass Eltern "vorbeikommen". Auch habe der Trainer verboten, dass Athletinnen 

ihren Freund währen Trainingslagern sehen. 

 

39. Athletin D sagte aus, dass die angeschuldigte Person nicht auf Ängste der Athletinnen 

einging, "hässig" reagiere und die betroffenen Athletinnen anwies, an den Start zu gehen.  

 

40. Weiter berichtet Athletin D von sexistischen Verhaltensweisen und Sprüchen, unter 

anderem davon, dass der Trainer, als sich eine Athletin beim Umziehen gebückt hatte, so tat, 

als würde er ihr (wiederholt) auf den Po schlagen, wobei bei er und der andere Trainer 

gelacht hätten. Ein "Klaps" auf den Hintern, teils mit dem Schraubenzieher, sei zur 

"Normalität" geworden. 

 

41. Athletin D erwähnt den Vorfall, als der Trainer in Stelvio gegenüber den Duschen im 

Liegestuhl lag und den Athletinnen beim Duschen zugeschaut habe. Sie sagt zudem aus, dass 

eine Athletin in einem Trainingslager aufgrund einer Verletzung ein Kühlgel habe auftragen 

müssen. Die angeschuldigte Person sei mit dieser Athletin allein im Hotelzimmer gewesen, 

hätte die Tür geschlossen und das Kühlgel aufgetragen. Von anderen Ski-Clubs wisse sie, dass 

dort die Trainer immer die Tür offenlassen würden. Der betroffenen Athletin sei dabei nicht 

wohl gewesen.  

 

42. Athletin B führt aus, dass das "schlimmste Erlebnis" mit der angeschuldigten Person in 

R._____ in einer Skihalle vorgefallen sei. Nach einem Trainingslauf habe die angeschuldigte 

Person einer Athletin zeigen wollen, dass sie hohe Hüften haben müsse. Dabei sei er ihr mit 

der Hand von hinten zwischen die Beine gegangen und habe sie ca. 15 Sekunden 

hochgehoben. Er habe nicht gefragt, sondern sei einfach mit der Hand in den Schritt 

gegangen.  

C. Weitere Abklärungen im Rahmen der Vorabklärungen 

43. SSI nahm in der Folge weitere Abklärungshandlungen vor. Unter anderem fand am 17. Juli 

2023 ein telefonisches Gespräch mit dem Präsidenten des X._____SV, I._____, statt. Dieser 

erklärte, dass der X._____SV sich der Situation bewusst sei und daher auch eine anonyme 

Umfrage durchgeführt habe. 6 von 9 Eltern hätten an der Umfrage teilgenommen. Die 

Umfrage habe ergeben, dass die Kommunikation und sexistische Aussagen der Trainer ein 

Problem darstellen würden, dass im betroffenen Team eine "Angststimmung" herrsche und 

dass aneinander vorbeikommuniziert würde. Im Gespräch zwischen dem X._____SV-

Vorstand und den Trainern hätten sich die Trainer betroffen gezeigt und das Gegenteil 

behauptet, insbesondere dass die Athletinnen nicht leistungsbereit und nicht konzentriert 

bei der Sache seien. Es gebe eine schriftliche Weisung zum Thema "Nähe/Distanz", ebenso 

ein Protokoll zum Gespräch zwischen Vorstand und Trainer.  

 

44. Mit Schreiben vom 28. Juli 2023 wurden unter anderem die Verfahrensbeteiligten über die 

Eröffnung einer Untersuchung informiert, insbesondere wurde die angeschuldigte Person 

darüber informiert, dass ihr eine Verletzung von Art. 2.1.2 (Verletzung der psychischen 

 

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Integrität), 2.1.3 (Verletzung der physischen Integrität) und Art. 2.1.4 (Verletzung der 

sexuellen Integrität) Ethik-Statut vorgeworfen wird.  

 

45. Am selben Tag verfügte SSI gegenüber der angeschuldigten Person unter Ansetzung einer 

14-tägigen Frist zur Stellungnahme folgende vorsorgliche Massnahmen: 

 

- "Sie dürfen nicht mehr allein mit den Athletinnen unterwegs sein. 

- Der X._____ Skiverband und die Athletinnen sollen gemeinsam mindestens 

eine Vertrauensperson (dabei darf es sich nicht um J._____ handeln) 

definieren, welche Sie in den Zusammenzügen begleitet. Allfällige 

Finanzierung wird über den X._____ Skiverband laufen. Solange Sie keine 

Vertrauensperson beigezogen haben, dürfen Sie nicht als Trainer für das 

Juniorinnenkader tätig sein. 

- Einmal pro Monat müssen Sie an einem Debriefing über die Zusammenarbeit 

zwischen dem X._____ Skiverband, dem Trainerstaff und den Athletinnen 

teilnehmen. Der X._____ Skiverband übernimmt die Organisation dieser 

Nachbesprechungen." 

D. Abklärungen im Rahmen des Untersuchungsverfahrens von Swiss Sport Integrity 

1. Erste Abklärungen, insb. erste schriftliche Stellungnahme der angeschuldigten Person 

46. Mit E-Mail vom 28. Juli 2023 teilte I._____ SSI mit, der Vorstand hätte "ein anderes Bild 

dieser Situation". 

 

47. Die angeschuldigte Person nahm mit Schreiben vom 9. August 2023 schriftlich Stellung. 

Einleitend schrieb der Trainer, er sei 50 Jahre alt, sei staatlich geprüfter Skilehrer, in Italien 

"allenatore III. grado" und Swiss-Ski TL sowie FIS TD, staatlich geprüfter Heilmasseur, habe 

ein sozialpädagogisches Abitur absolviert, sei von 1992 bis 2000 im italienischen 

Abfahrtsteam, seit 2000 Trainer verschiedener Altersgruppen und trainiere hauptsächlich 

Mädchen/Damen.  

 

48. Weiter führte er aus, er sei der Meinung, dass er sich zu jeder Zeit korrekt verhalten habe in 

seiner Funktion als Trainer der X._____SV-Juniorinnen und dass die Aussprache zwischen 

allen Beteiligten dies zum Ausdruck gebracht haben sollte. Es gebe regelmässig Sitzungen 

mit dem Vorstand, jährlich einen Elternabend und beim Damenteam würden alle Eltern und 

Athletinnen zu Hause besuchen. Es sei dabei nie zu solchen Vorwürfen gekommen. 

 

49. Im Nachgang zu einer anonymen Umfrage durch den Chef Alpin, Claudio Baracchi, hätte der 

Vorstand eine Aussprache zwischen Vorstand und Trainer veranlasst, wo er die Sachlage aus 

seiner Sicht erklärt habe. Als weitere Massnahmen hätten am 2. und 4. August 2023 

Aussprachen mit Athletinnen, Eltern und Vorstand sowie zwei unabhängigen Personen 

stattgefunden. Er habe die jeweiligen Zusammenhänge der Vorwürfe erläutert und darauf 

sei "klar" geworden, "dass Athletinnen Aussagen falsch verstanden" oder interpretiert 

hätten. 

 

50. Die angeschuldigte Person führte aus, es sei zutreffend, dass er mindestens zwei Athletinnen 

mit dem Ausschluss gedroht habe. Die eine hätte ihm Respektlosigkeit vorgeworfen, sei ihm 

gegenüber aber selbst respektlos und frech gewesen, indem sie ein Meeting vorzeitig 

verlassen habe und frech und hässig gewesen sei. Er habe ihr gesagt, dass er sich als 50-

jähriger Mann und Cheftrainer in der "Erziehungsrolle einer knapp 18-jährigen Dame" sehe. 

 

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Die andere Athletin hätte sich in der Rolle als Chefin der Gruppe gesehen und ihm sagen 

wollen, wie er "gewisse Abläufe zu machen" habe. 

 

51. Den Satz "dann geh doch nach Hause an die Brust von deiner Mami" habe er bewusst und 

provokativ gesagt, da ihm die Athletin seit einiger Zeit mit Essstörungen aufgefallen sei. Nach 

dem Vorfall sei es zu einer Aussprache mit den Eltern gekommen und die Mutter sei auf die 

Essstörung aufmerksam geworden, weshalb die Athletin nun in ärztlicher Behandlung sei. 

 

52. Der Trainer bestritt in seiner Stellungnahme, dass er den Satz "du willst doch nur dahin 

gehen, weil du noch dreckige Sachen mit deinem Freund machen willst" geäussert habe. 

Ebenso hätte er nicht "jetzt müsst ihr die Beine spreizen, das macht ihr ja sonst nie", sondern 

"mach die Beine breit, damit ich sitzen und fahren kann" gesagt.  

 

53. Betreffend Verhaltensweisen vor dem Start, wie an den Haaren ziehen und mit der Hand 

oder dem Schraubenzieher auf den Hintern zu schlagen, führte der Trainer aus, er hätte dies 

getan, um die Athletinnen abzulenken und ihnen die Nervosität zu nehmen. Er habe sich 

entschuldigt, da eine Athletin es für zu fest befunden hatte. 

 

54. Es sei weiter zutreffend, dass er den Athletinnen beim Duschen zugesehen habe. Dies sei in 

einer öffentlichen Sauna gewesen, die Athletinnen hätten einen Badeanzug getragen und er 

habe in den vergangenen Jahren mehrere Athletinnen mit Essstörungen im Team gehabt. Er 

habe diesen Athletinnen bei Gesprächen fachliche Unterstützung empfohlen, "mehrheitlich 

mit Erfolg". 

 

55. Es sei zutreffend, dass er Athletinnen ("vielleicht") ohne deren Einverständnis am 

Oberschenkel und an den Hüften berührt habe. 

 

56. Der Trainer schrieb, dass er kaum seit 23 Jahren Trainer von Damen im Alter von 10-25 

Jahren und immer lange angestellt gewesen wäre und nie entlassen worden sei, wenn die 

Vorwürfe, dass er Athletinnen regelmässige ignoriert, schikaniert, angeschrien und beleidigt 

habe, zutreffen würden. Er könne laut werden, wenn Verhaltensregeln und Respekt "nicht 

eingehalten" würden. 

 

57. Abschliessend wiederholte die angeschuldigte Person, sie sei sich keines Verstosses gegen 

ethische Regeln bewusst, nehme die Kritik aber ernst und sei bereit, die Supervision durch 

die Psychologin, K._____ in Anspruch zu nehmen, wobei festzuhalten sei, dass dies kein 

Schuldeingeständnis darstelle. 

 

58. Mit Schreiben vom 14. August 2023 verfügte SSI, dass die vorsorglichen Massnahmen unter 

Berücksichtigung der vorgebrachten Anschuldigungen und der Ausführungen der 

angeschuldigten Person, bis auf Widerruf aufrechterhalten werden.  

 

59. I._____ rief SSI am 15. August 2023 an und erklärte, der X._____SV hätte die Problematik 

erkannt und viel Zeit aufgewendet für den Fall, unter anderem wies er nochmal auf die 

Umfrage hin und bestätigte, dass die angeschuldigte Person eine Supervision (20 Stunden) 

mit K._____ absolvieren müsse. Eine (weitere) Athletin sei zwischenzeitlich zurückgetreten. 

 

60. SSI kontaktierte die angeschuldigte Person am 29. August 2023 telefonisch, um einen Termin 

zu finden. In anschliessender E-Mail-Korrespondenz wurde eine Befragung am 26. 

September 2023 vereinbart.  

 

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2. Gespräche mit weiteren Athletinnen 

2.1 Befragung der Athletin L._____ 

61. Im Rahmen der Befragung am 31. August 2023 sagte die Athletin aus, dass sie aufgrund einer 

Verletzung mit dem Skisport aufgehört habe, davor mit verschiedenen Trainern, und die 

letzten zwei Jahre vor ihrem Rücktritt mit der angeschuldigten Person, trainiert habe. Die 

angeschuldigte Person sei ungewohnt hart zu ihnen gewesen. Er habe sich "noch fair" 

verhalten, bis er einmal am Ende eines Lagers gesagt habe "Frauen nach vorne auf die Knie, 

wie es sich gehört". Derartige Sprüche seien wiederholt vorgekommen. Als Team hätten sie 

ihm im Oktober 2019 mitgeteilt, dass sie dies nicht "okay" fänden, was der Trainer "ins 

Lächerliche" gezogen haben soll. Seit da sei es etwas besser geworden. 

 

62. Die angeschuldigte Person sei auch immer "sehr nahe" von ihnen gestanden, hätte sie zwar 

nicht angefasst, aber es sei unangenehm gewesen. Dies habe sich nach dem Gespräch 

gebessert. Sie habe einmal mitbekommen, dass er eine Athletin auf den Hintern geschlagen 

habe, es hätte einen "Chlapf" gegeben. Ihr sei dies jedoch nie passiert.  

 

63. Bei den Trainings sei beim Trainer zum Teil Quantität vor Qualität gekommen, sie hätten zum 

Teil 20-25 Läufe absolvieren müssen, was sie als zu viel erachtete, jedoch die 

Trainingsphilosophie der angeschuldigten Person sei. Zum Teil seien aber auch nur 10-15 

Läufe absolviert worden, was aus ihrer Sicht im normalen Bereich liege. 

 

64. Sie führte schliesslich aus, dass die angeschuldigte Person "brutal gut reagiert" habe, 

nachdem sie einen Unfall mit Schädel-Hirntrauma hatte.  

2.2 Befragung der Athletin M._____ 

65. In der Befragung vom 31. August 2023 sagte die Athletin aus, dass sie im Jahr 2021/2022 im 

X._____SV-Juniorinnenkader trainiert habe. Im Kennenlerngespräch hätte es bereits 

Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall und der 

Wiederaufnahme bzw. Intensität des Trainings gegeben. Sie habe Panik-Attacken gehabt, 

welche einsetzten, "als der Stress mit dem X._____SV angefangen hat".  

 

66. Die Athletin berichtete von Konflikten zwischen ihr und der angeschuldigten Person, 

insbesondere habe er auf ihre Nachfragen zu Informationen und Abläufen jeweils wütend 

reagiert, sich über sie lustig gemacht oder gezeigt, dass er Macht habe und sie nichts zu 

sagen habe. Sie habe sich danach nicht mehr getraut, ihn nach den Trainingszeiten zu fragen, 

obschon ihre Eltern diese Informationen benötigt hätten.  

 

67. Einmal habe er zufällig vor dem Fenster gestanden, als sie nach dem Training zum Duschen 

nackt im Zimmer stand. Der Trainer habe am Abend beim Einzelgespräch unangepasste 

Dinge gefragt und gesagt, sie müsse sich keine Sorgen machen, ihr Körper sehe so aus, "wie 

es sein muss". Ihr sei unwohl gewesen. 

 

68. Sie habe sich erniedrigt gefühlt und der Trainer habe sich manipulativ verhalten, indem er 

"uncoole Sachen" gemacht habe und dann so tat, als sei dies normal. Der Trainer habe ihr 

2-3 Mal einen "Füdlitätsch" gegeben, was sie aber nicht angesprochen habe. Teilweise habe 

er in Einzelgesprächen Dinge angesprochen, etwa dass wenn er jemanden auf den Hintern 

schlage, das okay sei, er dürfe das und er sei einfach so. Wenn er sie in solchen 

Einzelgesprächen nach ihrem Liebesleben gefragt habe, habe sie ihm zu verstehen gegeben, 

dass sie nicht mit ihm darüber sprechen möchte. Nach ihrem Austritt habe der Trainer 

 

 11 

(unwahre) Gerüchte über ihr Liebesleben erzählt, worauf sie das Gespräch gesucht habe, 

wobei er meinte, er hätte es nicht anderen Athletinnen erzählt. 

 

69. Der Trainer habe seine Macht immer wieder demonstrieren müssen und ihm sei bewusst 

gewesen, dass sie in einer gewissen Abhängigkeit zu ihm stand. Auch der Vorstand habe 

nichts unternommen, obschon er gewusst habe, dass der Trainer eine Athletin angefasst 

habe. Der Trainer habe so gewusst, dass er seine Position behalten könne und die 

Athletinnen ihm ausgeliefert seien.  

 

70. Die Athletin berichtete von ihren regelmässigen Panik-Attacken im Zusammenhang mit der 

Situation beim X._____SV und dass sie deswegen in Psychotherapie gewesen sei. Der Trainer 

habe ihr gesagt, sie müsse aber mit ihm reden. Zwischenmenschlich habe es nicht gepasst, 

Ende Saison sei ihr alles zuviel gewesen und sie hätte einen Nervenzusammenbruch erlitten. 

Der Trainer habe nicht mal gefragt, wie es ihr gehe. 

3. Weitere Abklärungen und Gespräche im Rahmen des Untersuchungsverfahrens 

71. Am 11. September 2023 rief I._____ SSI an und berichtete, dass im Rahmen des Debriefings 

mit Trainern, Eltern, Athletinnen und I._____ die Athletinnen bestätigt hätten, dass der 

Umgang sich massiv gebessert habe und das Ganze abgeschlossen zu sein scheine. Einer der 

Trainer hingegen hätte Schwierigkeiten betreffend Selbstreflexion und spreche von 

"Rufmord".  

 

72. Am 14. September 2023 meldete sich die zweite meldende Person bei SSI und berichtete, 

dass die Reaktion des X._____SV ernüchternd sei und dass einfach alles vertuscht werde. 

Die Trainer seien auf eine Nachfrage, wie es betreffend Trainer weiterlaufen werde, laut 

geworden und hätten gesagt, es sei nichts.  

 

73. Am 26. September 2023 wurde die angeschuldigte Person, begleitet von K._____, durch SSI 

befragt. Der Trainer machte Angaben zu seiner Person, unter anderem darüber, dass er in 

der Schweiz als Trainer Leistungssport anerkannt sei. Er führte aus, dass es für ihn schwierig 

sei, den Sinn der Anschuldigungen zu sehen. Die Gespräche mit den Athletinnen würden die 

Anschuldigungen nicht bestätigen, es gebe keine negativen Reaktionen von ihnen und er sei 

über die Vorhalte überrascht gewesen. Er verstehe auch nicht, warum sich die Athletinnen 

nicht an ihn gewandt hätten. Für ihn gehe es darum, wie er das verarbeiten könne, denn er 

habe die Situation nicht verstanden. Aber er sehe sich nicht als Opfer, er sei stark genug, um 

nicht Opfer zu sein. 

 

74. Der Trainer sagte aus, er versuche die Athletinnen nach schlechten Leistungen zu 

motivieren, er übe keinen Druck aus, dieser käme von den Athletinnen selbst oder von ihren 

Eltern. Bei den Selektionen könne er durch einen Trainerentscheid bestimmen, aber die TK 

sei zuständig und der Vorstand entscheide. Betreffend Ausschlüsse könne er dem Vorstand 

etwas empfehlen, aber nicht entscheiden.  

 

75. K._____K._____ ergänzte, die angeschuldigte Person hätte in einem Fall schlaflose Nächte, 

da er sich Sorgen gemacht habe und weil die Eltern "dies nicht wahrhaben" wollten, hätte 

er eine Aussage getätigt, weil er nicht angehört worden sei. Die angeschuldigte Person 

meinte dazu, er habe den Satz "dann geh nach Hause an Mutters Busen" gesagt, weil er im 

Gespräch mit dem Vater nicht weitergekommen sei. Als sie nach einem Event nicht zum 

gemeinsamen Essen bleiben wollte, sei es nach einem "Ping Pong" zu diesem Satz 

gekommen und danach habe sie die Essstörung mit den Eltern ansprechen müssen. Er führte 

 

 12 

aus, er habe einen schlechten Satz gesagt, aber dadurch habe sich alles zum Guten 

gewendet und er könne sich selbst auf die Schulter klopfen.  

 

76. Die angeschuldigte Person bestritt in der Befragung, dass er Athletinnen nach schlechten 

Ergebnissen oder unbefriedigenden Trainings anschreien oder ignorieren würde, es seien 

nur Einzelmomente. Die vorgehaltenen Aussagen ("weil Du noch dreckige Sachen mit dem 

Freund machen willst", "einer Frau tut nie etwas weh, ausser wenn sie gebärt") bestritt der 

Trainer oder er konnte sich nicht erinnern, sich entsprechend geäussert zu haben ("was hast 

Du mit deinem Freund gemacht?" als Reaktion auf einen Ausschlag im Mund einer Athletin). 

 

77. In Bezug auf die Aussagen, dass der Trainer gewisse Athletinnen vor dem Start gegen deren 

Willen auf den Po schlage, sagte der Trainer, "es ist mit dem Schraubenzieher an die Hüfte. 

Der Schraubenzieher geht zuerst an die Skischuhe, und dann an die Hüfte, ob es der 

Schraubenzieher oder der Handrücken ist… Es ist ein Klopfen, nicht ein Schlagen." Eine 

Athletin habe gesagt, das Klopfen sei zu fest, er habe sich dafür entschuldigt und ihr gesagt, 

er habe sie damit nur aufmuntern wollen. Die Athletin hätte daraufhin gesagt, dann habe 

sie es falsch verstanden.  

 

78. Er bestritt, je eine Athletin angefasst oder unpassend berührt zu haben. Ebenso bestritt er, 

Druck auf die Athletinnen auszuüben, wenn sie nicht starten wollten, er würde nur 

Empfehlungen abgeben. 

 

79. Hinsichtlich der Aussage, er würde die Hüften der Athletinnen anfassen, um ihnen zu zeigen, 

wie sie die Hüfte schwingen sollen, meinte der Trainer, es könne schon vorkommen, dass er 

am Start an der Hüfte berühre, um zu zeigen, wie die Athletin Druck geben soll. Er habe jede 

Athletin mal gefragt, ob er sie an der Hüfte nehmen dürfe. 

 

80. Die Aussagen, dass er auch mit dem Ausschluss aus dem X._____SV drohe, wenn eine 

Athletin nicht mit auf die Ski komme oder wenn sie mit jemand anderem trainieren würden, 

bezeichnete der Trainer als Redewendungen, die nicht von ihm kommen. In der 

Athletenvereinbarung stehe, dass Athletinnen Rennen mit dem X._____SV zu besuchen 

hätten. Er habe in einem anderen Kontext einmal einer Athletin mit dem Ausschluss 

gedroht. Diese sei nach dem Schneeschaufeln frech und vorlaut gewesen, hätte das 

gemeinsame Meeting grundlos vorzeitig verlassen, und darauf angesprochen mit Sprüchen 

entgegnet. Als sie am nächsten Tag wieder frech und vorlaut gewesen sei, hätte er ihr gesagt, 

"du bist 17, ich bin 50, da bin ich der Erziehungsberechtigte, und wenn du dich nicht 

sammelst, werde ich dafür sorgen, dass du aus dem X._____SV fliegst." Sie sei dann 

zurückgetreten, aber nicht wegen diesem Vorfall. Er führte weiter aus, dass ihm "jetzt im 

Nachhinein" aufgefallen sei, dass die Athletin es falsch aufgefasst haben könnte und dass es 

ein Fehler war, dass sie nicht angekündigt hatten, dass das Konditionstraining durch 

Schneeschaufeln ersetzt werde. 

 

81. Er erklärte in Bezug auf seine hierarchische Stellung gegenüber den Athletinnen, er sehe 

sich bei gewissen Problemen "als Vater". Als Trainer wisse er genau, was er von sich und den 

Athletinnen wolle, er vertrete die Athletinnen, nehme die organisatorischen 

Angelegenheiten wahr und erstelle den Trainingsplan. Er meinte, er würde sich wünschen, 

dass die Athletinnen ihn als Autoritätsperson sehen, er sei verantwortlich, wenn etwas 

passiere. 

 

82. Er führte weiter aus, es gehe ihm nicht gut, er habe viele schlaflose Nächte und auch sein 

Umfeld leide mit. Er könne sich vieles nicht erklären und meinte, dass "es jetzt so perfekt 

 

 13 

aussieht, dem traue ich nicht". Er könne sich "so geben, dass es den Anschein macht und in 

den Camps alles gut ist." 

 

83. Im Vergleich zur Saison 2022/2023 sei nun ein Startprotokoll geschrieben, er habe sich nicht 

verändert. In den Interviews nach den Trainings sei bis jetzt jede Aussage gut. Er sei jetzt 

zurückhaltender in Bezug auf Empfehlungen. Wenn eine Athletin etwas nicht machen wolle, 

dann sage er, das müsse sie entscheiden. 

 

84. In Bezug auf die Aussage, dass er beim Duschen und dem Kältebad den Athletinnen 

zuschauen würde, führte der Trainer aus, das sei in einer öffentlichen Sauna im Hotel. Er sei 

als Aufsichtsperson dort geblieben, bis alle Athletinnen fertig waren. Er habe auf sein Handy 

gesehen und ab und zu, ob die Athletin noch dort gewesen sei. 

 

85. K._____ ergänzt abschliessend, sie wolle neutral bleiben und als ehemalige Athletin 

anmerken, dass es bei der Startsituation im Skisport dazu gehöre, dass die Bindung 

eingestellt werde, und dass die Trainer als Motivationsspritze mit dem Schraubenzieher 

einen Klapf an die Hüfte erteilen. Ohne den Klapf habe ihr etwas gefehlt. Sie sei aufgrund 

der Kälte auch froh gewesen um Massagen. Das seien Rituale im Skirennsport. Die Hüfte 

anzufassen sei eine Korrektur und das mache man im Skisport. Schliesslich brauche es einen 

Trainer, der eine Bestimmtheit habe, sonst werde es gefährlich im Skisport. Wenn junge 

Athletinnen kämen, die dies nicht kennen würden, könne man einen falschen Eindruck 

erhalten. 

 

86. Mit E-Mail vom 18. Oktober 2023 informierte SSI den Trainer darüber, dass es zusätzliche 

Erkenntnisse gebe und schlug drei Daten vor, um ihm die Möglichkeit für eine 

Stellungnahme über Videokonferenz zu geben.  

 

87. Nach ausgebliebener Reaktion bat SSI die angeschuldigte Person mit E-Mail vom 24. Oktober 

2023, auf die E-Mail vom 18. Oktober 2023 zu antworten.  

 

88. Am selben Tag teilte die angeschuldigte Person per E-Mail mit, dass es ihr nicht gut gehe, sie 

zu Hause und krank gemeldet sei und dass SSI weitere Informationen vom X._____SV 

einholen könne. SSI ersuchte die angeschuldigte Person selbentags um ein Arztzeugnis.  

 

89. Mit E-Mail vom 25. Oktober 2023 reichte die angeschuldigte Person eine 

Therapiebestätigung von Dr. phil. N._____ ein und schrieb, sie befinde sich in einem 

kritischen Zustand, der auf die für sie unerklärlichen Vorwürfe, auf das terrorisierende 

Verhör durch SSI und auf die neuerlichen Anschuldigungen zurück zu führen seien. Sie 

befinde sich auf unabsehbare Zeit in Psychotherapie und bitte SSI, von weiteren Schreiben 

an sie abzusehen, da diese sie psychisch belasten würden und ihre Therapie beeinflussen 

könnten. Gemäss Therapiebestätigung befand Dr. phil. N._____ folgende Diagnose: 

 

- Akute Belastungsstörung F43.0 

- Posttraumatische Belastungsstörung F43.1 

- Einhergehendes Erschöpfungssyndrom und Somatisierung 

 

90. Am 24. Oktober 2023 führte SSI Gespräche mit zwei befragten Athletinnen (B und D) durch, 

um sich nach der aktuellen Trainingssituation beim X._____SV zu erkundigen. Die 

Athletinnen erklärten unter anderem, dass der Trainer viel ruhiger reagiert habe und auf die 

Athletinnen eingegangen sei. Die Vertrauensperson gebe eine gewisse Sicherheit, sei aber 

auch ein gewisser Störfaktor. 

 

 

 14 

91. Da die angeschuldigte Person kein Arztzeugnis, sondern lediglich eine Therapiebestätigung 

zustellte, ersuchte SSI die angeschuldigte Person mit E-Mail vom 31. Oktober 2023 unter 

Fristansetzung bis 3. November 2023 erneut um Terminvorschläge für einen 

Befragungstermin. 

 

92. Mit E-Mail vom 2. November 2023 stellte der Trainer verschiedenen im Skisport involvierten 

Personen einen offenen Brief zu. Darin fasste er unter anderem seine Qualifikationen und 

Erfolge zusammen und teilte weiter mit, dass er nach 4 Monaten schlafloser Nächte 

aufgrund der für ihn nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen, einem 3-stündigen 

"terrorisierenden Verhör" durch SSI und neuen Anschuldigungen am 18. Oktober durch SSI 

infolge eines Nervenzusammenbruchs abgereist sei und sich auf unbestimmte Zeit im 

Krankenzustand befinde. 

 

93. Mit E-Mail vom 10. November 2023 stellte I._____ SSI ein Arztzeugnis, datierend vom 2. 

November 2023, betreffend die angeschuldigte Person zu. Gemäss diesem Arztzeugnis litt 

die angeschuldigte Person unter einem post-traumatischen Stresssyndrom und war bis 2. 

Dezember 2023 krankgeschrieben. Es wurde später ein weiteres Arztzeugnis, datierend vom 

1. Dezember 2023 eingereicht, mit welchem die Diagnose wiederholt und die 

angeschuldigte Person bis und mit 10. Januar 2024 krankgeschrieben war. 

 

94. Zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs übermittelte SSI der angeschuldigten Person mit 

E-Mail vom 15. Januar 2024 wie von dieser gewünscht die zweite Befragung per E-Mail und 

ersuchte sie um schriftliche Stellungnahme bis 18. Januar 2024.  

 

95. Mit E-Mail vom 19. Januar 2024 nahm die angeschuldigte Person schriftlich Stellung zu den 

Fragen. Unter anderem schrieb er, er habe an den Haaren der Athletinnen nicht gerissen 

oder gezogen, sondern "leicht gezupft, um sie aus der Nervosität zu holen".  

 

96. In Bezug auf den entsprechenden Vorhalt, schrieb er, er hätte nie einer Athletin zwischen 

die Beine gegriffen, der Vorfall sei ihm nicht bekannt oder er könne sich nicht erinnern. 

Bezüglich dem Vorhalt, er habe auf dem Stelvio so getan als würde er einer Athletin auf den 

Po schlagen, schrieb er, er hätte nie eine Athletin geschlagen.  

 

97. Hinsichtlich des Vorhalts, er habe eine Athletin gefragt, ob sie abgenommen habe oder ihr 

"Arsch kleiner geworden" sei, meinte er, das hätte er schon gefragt, aber er habe "Hintern" 

und nicht "Arsch" gesagt. In Bezug auf die vorgehaltene Aussage "ihr müsst die Beine 

spreizen, das macht ihr sonst ja nie" schrieb er, er hätte gesagt, "ihr müsst die Beine spreizen, 

damit [ich] sitzen kann". 

 

98. Weiter hielt SSI die geschilderte Situation vor, wie er eine Athletin, als die Gruppe im Kreis 

stand, in die Mitte geholt und sie angewiesen habe, sich nach vorne zu bücken, wenn sie 

dies nicht tun würde, würde er sie schlagen, worauf er die Athletin in eine vorüber gebeugte 

Position gebracht und so getan habe, als ob er ihr mit der in der Hand gehaltenen Zange auf 

das Gesäss schlagen würde. Dazu meinte der Trainer, er könne sich nicht daran erinnern und 

könne nichts dazu sagen. 

 

99. Den von einer Athletin beschriebenen Vorfall, dass er sie nackt durch das Fenster gesehen 

habe und dies später angesprochen habe, schrieb er sinngemäss, die Beschreibung sei 

zutreffend. Ebenfalls zutreffend sei der Vorhalt seiner Nachricht im Gruppenchat, wo er, 

nachdem einige Athletinnen sich beim Training abgemeldet hatten, weil sie Schule hatten, 

schrieb "ihr habt noch viel zu lernen, Respekt, Höflichkeit, Umgang, Wertschätzung, 

Vertrauen, wer sich betroffen fühlt, kann sich schämen und wie immer es betrifft nicht alle.". 

 

 15 

100. Auf den Vorhalt, er hätte eine Athletin, nachdem sie nicht auf eine Frage antworten konnte, 

angeschrien, ob sie behindert sei, schrieb der Trainer, "Angeschrien? Vielleicht ist es laut 

geworden." 

 

101. Auf den Vorhalt, dass der Trainer ihnen mit dem "Rausschmiss" gedroht habe, nachdem sie 

einer Trainerin an der Schule erzählt hatten, dass die Trainersitzungen nicht gut seien und 

sie sich nicht wohl fühlen würden, verwies der Trainer ohne sich weiter zu äussern nur auf 

die entsprechende Trainerin an der Schule. 

 

102. Auf den Vorhalt, dass eine Athletin sich nicht traute, etwas zu sagen, weil sie schnell weinen 

müsse, und dass er immer seine Macht habe ausspielen müssen, schrieb er "ich habe alles 

versucht, sie zu stärken. Ich habe versagt." 

 

103. Auf den Vorhalt der Aussage einer Athletin, wonach er eine andere Athletin angefasst habe, 

sie aber nichts hätten sagen können, da sie in einer Abhängigkeit zu ihm standen und ihm 

dies bewusst gewesen sei, hielt der Trainer fest, er habe nie eine Athletin betatscht oder 

unsittlich berührt. Es sei weder seine Absicht noch ein Bedürfnis gewesen.  

 

104. In Bezug auf die Aussage einer Athletin, "es wird immer alles umgedreht, dass ich am Schluss 

so dastehe, wie die blöde, die alles falsch verstanden hat. Man hat wie keine Chance." 

meinte der Trainer, er sei zu hart und leistungsorientiert gewesen. 

 

105. Mit E-Mail vom 27. Februar 2024 leitete I._____ eine E-Mail von K._____, datierend vom 26. 

Februar 2024 weiter. K._____ bestätigte in der E-Mail, dass sie mit der angeschuldigten 

Person eine Supervision à 11 Sitzungen abgeschlossen und den Eindruck habe, dass die 

angeschuldigte Person ihre Arbeit beim X._____SV gewissenhaft, motiviert und 

zielorientiert angehen würde. Sie hätte nicht den Eindruck, dass hinter dem Verhalten eine 

negative Absicht stand, sondern vielmehr schien es ihm wichtig, die Athletinnen in 

sportlichen wie auch in gesundheitlichen Belangen jederzeit zu unterstützen. So sei ihr 

Eindruck - "sei es als ehemalige Weltcupfahrerin oder auch als Psychologin". Sie teilte mit, 

dass sie, wie auch die angeschuldigte Person, die Einwilligung erteile, die E-Mail an SSI 

weiterzuleiten. 

 

106. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass einige Aussagen der befragten 

Athletinnen von der angeschuldigten Person bestritten werden, andere nicht. 

E. Antrag auf Eröffnung eines Disziplinarverfahrens und Beurteilung 

107. Am 13. August 2024 ging beim Schweizer Sportgericht der Untersuchungsbericht von SSI in 

Sachen SSI und E._____ betreffend Ethikverstösse vom 26. Juli 2024 ein. 

 

108. Am gleichen Tag teilte SSI E._____ mit, dass SSI seinen Untersuchungsbericht beim 

Schweizer Sportgericht eingereicht habe, und erklärte Folgendes: 

 

"Sie werden vom Sportgericht Verfügungen und Entscheide per E-Mail erhalten 

werden, die fristauslösend sind. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Spam-Ordner 

überprüfen." 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

109. Mit Eröffnungsschreiben vom 26. August 2024 benachrichtigte der Direktor der Stiftung 

Schweizer Sportgericht die Parteien über die Einreichung des Untersuchungsberichts und 

 

 16 

informierte sie unter anderem darüber, dass sämtliche Kompetenzen der Disziplinarkammer 

des Schweizer Sports (DK) an die Stiftung Sportgericht übergegangen seien. Mit gleichem 

Schreiben vom 26. August 2024 wurde den Parteien ausserdem die Bestellung des Gerichts, 

die zuständige Kammer sowie die Sprache des vorliegenden Verfahrens mitgeteilt. Darüber 

hinaus wurden die Parteien über die Kommunikationsmittel mit dem Schweizer Sportgericht 

sowie die Möglichkeit eines Beistands und diejenige der unentgeltlichen Rechtspflege 

informiert. Des Weiteren wurde Swiss-Ski als nationaler Sportverband der angeschuldigten 

Person, sowie die nicht anonymen Personen, welche einen Ethikverstoss geltend machen, 

eine Frist von 10 Arbeitstagen angesetzt, um die Parteistellung in vorliegendem Verfahren 

beantragen zu können. Die anonymen Personen, welche einen Ethikverstoss geltend 

machten, waren durch SSI zu informieren. Schliesslich wurden die Parteien darüber 

informiert, dass sie bis zum 16. September 2024 das Recht haben würden, in schriftlicher 

oder mündlicher Form Stellung zu nehmen sowie Anträge zu stellen, wobei darauf 

hingewiesen wurde, dass diese Frist auch für Swiss-Ski und die Personen, die einen 

Ethikverstoss geltend machen, gelte, falls sie Parteistellung beantragen würden. 

 

110. Mit Schreiben vom 19. September 2024 informierte der Direktor des Schweizer 

Sportgerichts die Parteien darüber, dass innert der angesetzten Frist keine Stellungnahmen 

und Anträge beim Schweizer Sportgericht eingingen und, da Swiss-Ski und die meldenden 

bzw. anonym gebliebenen Personen die Frist ungenutzt haben verstreichen lassen, dies als 

Verzicht zur Teilnahme am Verfahren behandelt werde. Schliesslich wies der Direktor des 

Schweizer Sportgerichts die Parteien darauf hin, dass der vorsitzende Richter und Referent 

die Leitung des Verfahrens übernehme und die Kommunikation der Parteien gemäss 

Eröffnungsschreiben an das Sekretariat des Schweizer Sportgerichts zu richten sei. 

 

111. Am 21. November 2024 erliess der Direktor des Schweizer Sportgerichts im Namen des 

Gerichts eine Verfahrensverfügung unter anderem in Bezug auf die Gerichtsbarkeit und 

Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts, wobei die Parteien gebeten wurden, die 

Verfügung bis zum 5. Dezember 2024 zu unterzeichnen. Mit gleicher Verfügung wurden die 

Parteien darauf hingewiesen, dass die Parteien innerhalb der angesetzten Frist keine 

Stellungnahmen eingereicht haben und dass das Gericht nicht an die Anträge der Parteien 

gebunden ist. Des Weiteren wurde der angeschuldigten Person Frist bis zum 5. Dezember 

2024 angesetzt, um dem Gericht alle seit dem 1. Januar 2022 gültigen Arbeitsverträge sowie 

die letzte Lohnabrechnung des X._____ Skiverbandes zuzustellen. Beiden Parteien wurde 

überdies eine Frist bis zum 5. Dezember 2024 angesetzt, um zu möglichen weiteren 

Sanktionen Stellung zu nehmen und ihre Zustimmung zu einem Zirkularentscheid zu 

erteilen. Schliesslich wurden die Parteien darüber informiert, dass das Urteil nach Massgabe 

des VerfRegl4 unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen auf der 

Website des Schweizer Sportgerichts publiziert werde. 

 

112. SSI unterzeichnete die Verfahrensverfügung am 21. November 2024 elektronisch. 

 

113. Mit E-Mail vom 2. Dezember 2024 teilte SSI unter anderem mit, dass SSI nicht einverstanden 

sei mit einem Zirkularentscheid und verwies in Bezug auf die Sanktionen auf den 

Untersuchungsbericht. 

 

114. Am 15. Januar 2025 - nach Rücksprache mit den Parteien - wurden diese zur 

Hauptverhandlung am 22. Januar 2025 um 14:00 Uhr in Form einer Videokonferenz 

eingeladen. Ausserdem wurden die Parteien mit gleichem Schreiben vom 15. Januar 2025 

unter anderem über den Ablauf der Verhandlung sowie über die Folgen eines 

 
4  Reglement betreffend das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht vom 1. Juli 2024 (VerfRegl). 

 

 17 

unentschuldigten Fernbleibens und über die Aufzeichnungen der Verhandlung informiert. 

Mit derselben Verfügung wurden die Parteien über den Entscheid des Direktors informiert, 

dass das Verfahren in Übereinstimmung mit Art. 19 Abs. 3 VerfRegl bis am 26. Februar 2025 

verlängert wird. 

 

115. Am 22. Januar 2025 fand die Hauptverhandlung per Videokonferenz statt. Das Schweizer 

Sportgericht wurde während der gesamten Verhandlung von Laura Wolf, Case Manager der 

Stiftung Schweizer Sportgericht, unterstützt. Ausserdem nahm an der Verhandlung SSI, 

vertreten durch RA Alexander Schütz, teil. Die angeschuldigte Person blieb der 

Hauptverhandlung unentschuldigt fern. In Übereinstimmung mit Art. 16 Abs. 1 VerfRegl 

wurde das Verfahren trotzdem fortgesetzt. 

 

116. Zu Beginn der Verhandlung bestätigte SSI, dass keine Einwände gegen die 

Zusammensetzung des Gerichts und keine Vorfragen bestehen würden. Im Anschluss hatte 

die anwesende Partei Gelegenheit, ihre Ausführungen und Argumente vorzutragen und die 

Fragen des Gerichts zu beantworten. 

 

117. SSI verwies auf den Untersuchungsbericht vom 26. Juli 2024 und hatte zu diesem Zeitpunkt 

keine weiteren Ergänzungen oder Anträge. Im Rahmen des Schlussvortrages bestätigte SSI 

zudem die mit dem Untersuchungsbericht gestellten Rechtsbegehren. 

 

118. Zufolge unentschuldigter Abwesenheit erfolgten keine Stellungnahme und Befragung der 

angeschuldigten Person. 

 

119. Am Ende der Verhandlung bestätigte die anwesende Partei, SSI, dass ihr das rechtliche 

Gehör in vollem Umfang gewahrt worden sei. 

IV. Positionen der Parteien 

120. Dieser Abschnitt des Entscheids enthält keine abschliessende Auflistung der Behauptungen 

der Parteien, sondern eine Zusammenfassung des Inhalts der wichtigsten Argumente der 

Parteien. Bei der Prüfung und Entscheidung über die Ansprüche der Parteien in diesem 

Entscheid hat das Schweizer Sportgericht alle von den Parteien vorgebrachten Argumente 

und Beweise berücksichtigt und sorgfältig geprüft, einschliesslich der Behauptungen und 

Argumente, die in diesem Abschnitt des Entscheids oder in der nachstehenden Erörterung 

der Ansprüche nicht erwähnt werden. 

A. Die Position der Antragstellerin 

121. Die Vorbringen der Antragstellerin basierend auf ihren schriftlichen Eingaben und 

mündlichen Ausführungen anlässlich der Verhandlung können wie folgt zusammenfasst 

werden: 

 

122. Am 13. August 2024 ging beim Schweizer Sportgericht der Untersuchungsbericht von SSI in 

Sachen SSI und E._____ betreffend Ethikverstösse vom 26. Juli 2024 mit folgenden 

Rechtsbegehren ein: 

 
"1. Es sei durch die Stiftung Schweizer Sportgericht in Feststellung ihrer 

Zuständigkeit ein Verfahren gegen E._____ zu eröffnen. 

 2. Das in Übereinstimmung mit Ziff. 1 eröffnete Verfahren sei in deutscher Sprache 
zu führen. 

 

 18 

 3. Es seien durch E._____ begangene Verstösse gegen Art. 2.1.2 und 2.1.4 Ethik-
Statut des Schweizer Sports von Swiss Olympic festzustellen. 

 4. E._____ sei es im Sinne von Ziff. 6.1 Abs. 1 lit. b Ethik-Statut des Schweizer Sports 
von Swiss Olympic für die Dauer von fünf (5) Jahren ab Urteilsverkündung zu 
verbieten, Athletinnen und Athleten in allen Jugend- und Juniorenkategorien zu 
trainieren (Sperre). 

 5. E._____ sei im Sinne von Ziff. 6.1 Abs. 2 Ethik-Statut des Schweizer Sports von 
Swiss Olympic zu verurteilen, innert Jahresfrist ab Urteilsverkündung auf eigene 
Kosten bei einer unabhängigen und anerkannten Fachperson ein 
Verhaltenscoaching im Umfang von mindestens 25 Coaching-Stunden à 45 Min. 
im Bereich psychische Gewalt, sexuelle Gewalt und Ethik im Umgang mit 
minderjährigen Athletinnen und Athleten zu absolvieren. 

 6. E._____ sei zu verurteilen, bei der Stiftung Swiss Sport Integrity innert Jahresfrist 
ab Urteilsverkündung den schriftlichen Nachweis des erfolgreich absolvierten 
Verhaltenscoachings gemäss Ziff. 5 zu erbringen sowie eine Kopie davon an der 
Stiftung Schweizer Sportgericht einzureichen. 

 7. Wird obgenannter Nachweis innert Jahresfrist ab Urteilsverkündung nicht 
erbracht, sei die Stiftung Swiss Sport Integrity im Sinne von Ziff. 6.3 Ethik-Statut 
des Schweizer Sports von Swiss Olympic anzuweisen, die Öffentlichkeit über den 
Entscheid der Stiftung Schweizer Sportgericht zu informieren. 

 8. Einen Teil der Kosten des Untersuchungsverfahrens der Stiftung Swiss Sport 
Integrity in Höhe von CHF 1'000.00 seien E._____ zu überbürden. 

 9. Die Verfahrenskosten vor der Stiftung Schweizer Sportgericht seien E._____ 
aufzuerlegen. 

 Eventualiter: Der Stiftung Swiss Sport Integrity seien keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen 

°10. Es sei zu Gunsten der Stiftung Swiss Sport Integrity ein durch E._____ zu 
begleichender Ersatz der Parteikosten zu sprechen. 

 Eventualiter: Es seien keine Parteikosten zu Lasten der Stiftung Swiss Sport 
Integrity zu sprechen. 

°11 Swiss Olympic Association sei mit dem begründeten Entscheid der Stiftung 
Schweizer Sportgericht zu bedienen. 

 12. Das Bundesamt für Sport sei durch die Stiftung Schweizer Sportgericht 
(ausschliesslich) mit dem Dispositiv deren Entscheids zu bedienen. 

1. Zu Vorbringen 1 

123. Gemäss Vorbringen 1 seien die Trainingsmethoden mit Zwang und Ignorieren verbunden, 

würden zur psychischen Verzweiflung der Athletinnen führen können und es seien teilweise 

Trainingsläufe gegen den Willen oder unter Angst zu absolvieren. 

 

124. SSI ist der Ansicht, dass im Zusammenhang mit Vorbringen 1 keine Verletzung des Ethik-

Statuts basierend auf der Aktenlage und unter Berücksichtigung der im Leistungssport 

üblichen Trainingsintensität und der Schwelle zur Verletzung der massgeblichen 

Bestimmungen des Ethik-Statuts nachweisbar sei. SSI bringt vor, dass diese Vorhalte 

dementsprechend bei der Beurteilung und Sanktionierung nicht zu berücksichtigen seien 

(und auch nicht wurden im Rahmen ihrer Rechtsbegehren). 

2. Zu Vorbringen 2 

125. Gemäss Vorbringen 2 nutze die angeschuldigte Person ihre Machtposition aus, indem sie 

Athletinnen klar mache, dass sie jederzeit ihre Zugehörigkeit zum Team verlieren könnten. 

 

 19 

Ebenso würden die Eltern systematisch ausgegrenzt, indem den Athletinnen klar gemacht 

werde, dass sich die Einmischung der Eltern nachteilig für sie auswirken könne. 

 

126. SSI erachtet als erwiesen, dass die angeschuldigte Person ihre Macht als Trainer in der 

betroffenen Trainingsgruppe des X._____SV ausgenützt und dadurch die psychische 

Integrität der Athletinnen im Sinne von Art. 2.1.2 Abs. 2 Ethik-Statut verletzt habe. Es ist 

unbestritten, dass die angeschuldigte Person hierarchisch über den Athletinnen steht, zumal 

er sich gemäss eigenen Aussagen in einer Erziehungsfunktion gegenüber den Athletinnen 

sieht. Mehrere Athletinnen berichteten von ähnlichen Aussagen, welche auf ein Ausgrenzen 

der Athletinnen von ihrem Umfeld hindeuteten, wie unter anderem das Verbot von Trainings 

"mit jemand anderem" oder das Verbot, mit den Eltern in den Ferien Ski zu fahren oder auch 

die Drohung gegenüber Athletinnen, es würde etwas Schlimmes passieren, wenn sie sich 

nochmals am Gymnasium über den Trainer beschweren würden. Die befragten Athletinnen 

hatten fast alle ausgesagt, sie würden sich nicht getrauen, etwas zu sagen, und berichteten 

von Vorfällen, in denen die angeschuldigte Person ein "Nein" ihrerseits nicht akzeptiert 

habe. Schliesslich erachtet SSI als erwiesen, dass diese Verhaltensweisen kausal zu 

körperlichen Beschwerden bei den Athletinnen geführt habe und daher eine Schädigung des 

Wohlbefindens im Sinne von Art. 2.1.2 Abs. 2 Ethik-Statut vorliege. 

3. Zu Vorbringen 3 

127. Gemäss Vorbringen 3 toleriere die angeschuldigte Person die Meinung der Athletinnen 

nicht, erhöre sie nicht, behandle sie herabwürdigend, nehme sie nicht ernst, mache sie 

schlecht und würde sie anschnauzen, anschreien und schikanieren. Die angeschuldigte 

Person löse bei den Athletinnen Schuldgefühle aus, durch den Vorhalt, sie seien an allem 

schuld. 

 

128. SSI erachtet als erwiesen, dass die angeschuldigte Person die Athletinnen herabwürdigend 

behandelt hat. Mehrere Athletinnen haben gemäss SSI ausgesagt, dass die angeschuldigte 

Person die Athletinnen teilweise anschreie, ignoriere, nicht ernst nehme, ihre Meinungen 

oder Kritik herunterspiele und dass sie Angst hätten, etwas zu sagen, weil sie basierend auf 

vergangenen Erfahrungen und Vorfällen zu befürchten hatte, (auch persönlich) angegriffen 

zu werden oder "drunter" zu kommen. Herabwürdigende Verhaltensweisen zeigten sich 

nach Ansicht von SSI auch in gewissen geschilderten Vorfällen, wie den Klatschern auf den 

Hintern oder die Situation, als die angeschuldigte Person eine Athletin in die Mitte des 

Kreises der Athletinnen holte und sie in eine vorüber gebeugte Position brachte und Schläge 

auf den Hintern andeutete. Auch der Vorfall im Trainingslager in den Niederlanden, als der 

Trainer mit seiner Hand in den Schritt einer Athletin ging, um ihr eine Korrektur zu zeigen, 

erachtet SSI als Hinweis auf herabwürdigendes Verhalten. 

4. Zu Vorbringen 4 

129. Gemäss Vorbringen 4 belächle die angeschuldigte Person die Athletinnen mit sexistischen 

Redensweisen und äussere sich in nicht tolerierbarer Weise zu ihrer Figur. Die 

angeschuldigte Person berühre die Athletinnen zum Teil unangemessen an Gesäss und 

Haaren, insbesondere "klatsche" er ihnen vor dem Start regelmässig auf den Hintern, 

teilweise auch mit dem Schraubenzieher, oder ziehe sie an den Haaren oder wickle ihre 

Haare um die Finger. 

 

130. SSI erachtet als erwiesen, dass die angeschuldigte Person gegenüber Athletinnen zahlreiche 

und wiederholt sexistische Redensweisen verwendet hat und Athletinnen teilweise 

unangemessen berührt habe. Einerseits hätten praktisch alle Athletinnen von 

verschiedenen sexistischen Äusserungen des Trainers berichtet, unter anderem "das Einzige, 

 

 20 

was Schmerzen verursacht, ist ein Kind auf die Welt zu bringen", "hast Du abgenommen 

oder ist dein Arsch kleiner geworden", "weil du noch dreckige Sachen mit deinem Freund 

machen willst", "jetzt müsst ihr mal die Beine spreizen, das macht ihr ja sonst nie", "hast Du 

alleine geschlafen oder mit ihm". Andererseits hätten auch alle Befragten diverse 

Verhaltensweisen geschildert, welche als sexistisch im Sinne von Art. 2.1.4 Ethik-Statut zu 

betrachten seien, so unter anderem die wiederholten "Klatscher" mit der Hand oder dem 

Schraubenzieher auf den Hintern vor dem Start, zu Demonstrationszwecken Anfassen an der 

Hüfte ohne zu fragen, der Vorfall, als er eine Athletin in die Mitte des Kreises der 

Trainingsgruppe holte, sie in eine vorüber gebeugte Position brachte und Schläge auf ihren 

Hintern andeutete, Andeuten von Schlägen auf den Hintern einer Athletin, während sich 

diese umgezogen hatte, der Vorfall auf dem Stelvio als er im Liegestuhl lag und den 

Athletinnen beim Eisbad und Duschen zuschaute und - wenn sie zu ihm sahen - die 

Augenbrauen hochgezogen habe und schliesslich der Vorfall in den Niederlanden, als er 

einer Athletin mit der Hand in den Schritt ging und sie ca. 15 Sekunden hochgehoben habe, 

um ihr eine Korrektur zu zeigen. 

5. Zu den Sanktionen 

131. Neben einer Feststellung der angeblich durch die angeschuldigte Person begangenen 

Verstösse gegen Art. 2.1.2 und Art. 2.1.4 Ethik-Statuts beantragt SSI eine Sperre von fünf 

Jahren ab Urteilsverkündung, die Verurteilung zur Absolvierung von 25 Coaching-Stunden à 

45 Min. im Bereich psychische Gewalt, sexuelle Gewalt und Ethik im Umgang mit 

minderjährigen Athletinnen und Athleten und den Nachweis dieser Coachings innerhalb 

eines Jahres nach erfolgreicher Absolvierung der Coachings sowie bei ausbleibendem 

Nachweis die Information der Öffentlichkeit über den Entscheid und schliesslich die 

Auferlegung eines Teils der Kosten des Untersuchungsverfahrens vor SSI und der Kosten für 

das vorliegende Verfahren sowie ein Parteikostenersatz. 

 

132. Auf entsprechenden Hinweis und Nachfrage des Schweizer Sportgerichts anlässlich der 

Hauptverhandlung, warum SSI eine 5-jährige Sperre sowohl in Bezug auf (minderjährige) 

weibliche wie auch männliche Athleten bzw. Athletinnen beantrage, meinte SSI sinngemäss, 

dass eine Gesamtwürdigung des Verhaltens der angeschuldigten Person vorgenommen 

worden sei. Zwar liege der "Fokus" der angeschuldigten Person vermutlich in der Tat auf 

weiblichen Personen, andererseits aber seien die Äusserungen und Verhaltensweisen, 

insbesondere das herablassende Verhalten, welches die angeschuldigte Person an den Tag 

lege, fragwürdig in einer Weise, dass SSI es für angemessen hielt, die Sperre für alle 

minderjährigen Personen unabhängig deren Geschlechts zu beantragen. 

 

133. Auf entsprechenden Hinweis und Nachfrage des Schweizer Sportgerichts anlässlich der 

Hauptverhandlung, ob SSI eine (zusätzliche) Busse in Betracht gezogen habe, antwortete 

SSI, eine Busse könnte durchaus gerechtfertigt sein. SSI sei bei der Diskussion und 

Beantragung der Sanktionen der Ansicht gewesen, dass insbesondere aufgrund der Höhe 

der übrigen Kosten, welche die angeschuldigte Person nach Ansicht von SSI zu tragen haben 

werde (Coachings, Verfahrenskosten, Parteientschädigungen), die Höhe der Kosten 

insgesamt genügend hoch seien. 

 

134. Auf entsprechenden Hinweis und Nachfrage des Schweizer Sportgerichts anlässlich der 

Hauptverhandlung, dass SSI in der Vergangenheit oft beantragt habe, dass die unabhängige 

Person, welche die Coachings durchführt, von SSI vorgängig zu genehmigen sei, und warum 

SSI im vorliegenden Fall auf diese Präzisierung verzichtet habe bzw. ob das Rechtsbegehren 

Nr. 5 bewusst ohne diese Präzisierung beantragt worden sei, antwortete SSI, dass die 

 

 21 

abweichende Formulierung des Rechtsbegehrens Nr. 5 vermutlich nicht bewusst gewählt 

bzw. die Präzisierung nicht bewusst weggelassen worden sei. 

B. Die Position der angeschuldigten Person 

135. Die angeschuldigte Person hat auf die vom Schweizer Sportgericht gewährte Möglichkeit zur 

Stellungnahme wie auch auf die weiteren Verfahrensverfügungen vom 19. September 2024 

und 21. November 2024, bei denen eine Mitwirkung der angeschuldigten Person möglich 

bzw. angefordert war, nicht reagiert. 

 

136. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2024, gefolgt von einer E-Mail am 19. Dezember 2024, 

wurde die angeschuldigte Person vom Sekretariat des Schweizer Sportgerichts zu einer 

Hauptverhandlung am 22. Januar 2025 eingeladen und darauf hingewiesen, dass das 

Verfahren bei Säumnis fortgesetzt werde (Art.16 Abs. 1 VerfRegl). Der Hauptverhandlung 

vom 22. Januar 2025 blieb die angeschuldigte Person unentschuldigt fern. Sie hat sich 

folglich gegenüber dem Schweizer Sportgericht nicht zu den Vorwürfen geäussert. 

 

137. Die angeschuldigte Person hat im Rahmen der Vorabklärung und der Untersuchung von SSI 

zum Teil Stellung genommen. Die nachfolgende Zusammenfassung der Position der 

angeschuldigten Person basiert daher ausschliesslich auf dem Untersuchungsbericht bzw. 

den dazu gehörigen Beilagen bzw. den Vorbringen während dem Verfahren vor SSI, 

insbesondere auf den Aussagen im Rahmen der mündlichen Befragung vom 26. September 

2023, sowie ihrer Stellungnahme zu den zugestellten Fragen vom 9. August 2023 und vom 

19. Januar 2024. 

1. Zu Vorbringen 1 

138. In Bezug auf die Trainingsmethoden führte der Trainer sinngemäss aus, im X._____SV seien 

sie "bemüht Leistungssport und keinen Breitensport zu betreiben", er sei als Trainer 

kämpferisch, erfolgs- und leistungsorientiert und "sehr ruhig gegen aussen in 

Stresssituationen.", insbesondere versuche er, die Athletinnen im Training mehr zu 

motivieren, damit diese an sich glauben würden. Im Training könne es vorkommen, dass er 

"emotional fordernd" werde, indem er ein "bisschen fordernd, aufbauend, anschiebend, 

leistungssteigernd" werde. 

 

139. Er signalisierte im Rahmen der Befragung am 26. September 2023 Bereitschaft, an den 

Trainingsabläufen zu arbeiten, so wurde unter anderem ein Startprotokoll und ein 

regelmässiges Debriefing eingeführt (vgl. Frage 50 Beilage 27) und er sei nachgiebiger und 

zurückhaltender geworden mit Aufforderungen, etwas (doch) zu versuchen. Er stützte sich 

bei seinen teils harten Trainingsmethoden, wie etwa dem 10-tägigen Trainingslager auf rund 

3'300 m.ü.M. und mit rund 20-25 Trainingsläufen pro Tag und anschliessenden anderen 

Trainings nach eigenen Angaben auf Trainings anderer Teams sowie auf bestimmte 

Spitzenathletinnen. Die Angaben sind seitens SSI nicht überprüft worden. 

2. Zu Vorbringen 2 

140. Zur Ausnützung seiner Machtposition und den diversen Vorhalten von SSI in diesem 

Zusammenhang ist den Aussagen der angeschuldigten Person zu entnehmen, dass sie kein 

Verständnis für die Vorhalte hat.  

 

141. Unter anderem sagte die angeschuldigte Person etwa aus, dass sie einer Athletin gesagt 

habe "Du bist 17, ich bin 50, da bin ich der Erziehungsberechtigte, und wenn du dich nicht 

sammelst, werde ich dafür sorgen, dass du aus dem X._____SV fliegst." Der Satz sei gefallen, 

 

 22 

nachdem die Athletin frech gewesen sei, auch nachdem die angeschuldigte Person zu ihr 

sagte "jetzt überlegst du einmal, was ich letztes Jahr alles für dich gemacht habe." Er sieht 

sich nach eigener Aussage "als Vater", jedenfalls "bei gewissen Problemen". 

 

142. Wenig Verständnis für die Vorhalte zeigte auch die Aussage "Ich habe einen schlechten Satz 

gesagt, aber dadurch hat sich nun wieder alles zum Guten gewendet und ich kann mir selbst 

auf die Schulter klopfen". Auf andere Vorhalte (etwa, dass er Athletinnen gedroht habe, es 

passiere etwas "Schlimmes" wenn die Athletinnen sich nochmals beim Gymnasium über die 

angeschuldigte Person beschweren) verwies die angeschuldigte Person auf andere 

Auskunftspersonen. Teilweise bestritt der Trainer die Aussagen bzw. Vorhalte nicht, so wies 

er selbst darauf hin, dass er einer weiteren Athletin mit dem Ausschluss gedroht habe, weil 

sich diese "in der Rolle als Chefin der Gruppe sah" und ihm "sagen wollte, wie ich gewisse 

Abläufe zu machen hätte." Zum Vorhalt, er hätte einer Athletin mit dem Ausschluss gedroht, 

wenn sie während der Winterferien mit jemand anderem trainieren gehen würde, meinte 

der Trainer zuerst, die Aussage käme nicht von ihm, sagte dann aber, dass er dies zu einer 

Athletin gesagt habe. 

3. Zu Vorbringen 3 

143. In Bezug auf das Vorbringen der herabwürdigenden Behandlung und den Vorhalten von SSI 

in diesem Zusammenhang ist den Aussagen der angeschuldigten Person sinngemäss zu 

entnehmen, dass sie die Vorhalte nicht nachvollziehen kann.  

 

144. Unter anderem schrieb der Trainer auf den Vorhalt, er würde Athletinnen ignorieren, 

schikanieren, anschreien oder beleidigen, "sollte das der Wahrheit entsprechen, glaube ich 

wohl kaum, dass ich seit 23 Jahren Trainer mit Damen im Alter von 10-25 Jahren gewesen 

wäre und immer lange angestellt war und nie entlassen worden bin", und weiter, es wisse 

jeder, der ihn kenne, dass dies nicht "sein Stil" sei, aber "dass ich mal laut werden kann, 

wenn Verhaltensregeln und Respekt nicht eingehalten werden, ja".  

 

145. In Bezug auf die Klatscher auf den Hintern mit der Hand oder dem Schraubenzieher sagte 

die angeschuldigte Person (sinngemäss), dies sei Teil des Startrituals, es sei "ein Klopfen, 

nicht ein Schlagen, und er tue dies als "Motivationsspritze" oder um die Athletinnen zu 

ermuntern. Die betroffene Athletin, welcher die Schläge zu fest waren, hätte bei der 

Aussprache am 4. August 2023 nach seiner Erklärung gemeint, sie hätte ihn falsch 

verstanden. Ausserdem hätten sechs Athletinnen gesagt, sie würden das Aufwärmen "gut 

finden", "auch das Haare zupfen". 

 

146. In Bezug auf andere Vorhalte (etwa den Vorfall, als er eine Athletin in den Kreis der 

Trainingsgruppe holte, in eine vorüber gebeugte Position brachte und Schläge auf ihren 

Hintern demonstrierte, wobei er jeweils vor Auftreffen auf dem Hintern stoppte, und diesen 

Vorgang mindestens dreimal wiederholte, oder auch den Vorfall in den Niederlanden, als er 

einer Athletin zur Demonstration einer Hüfthaltungskorrektur zwischen die Beine griff und 

sie so ca. 15 Sekunden hochhielt) schrieb die angeschuldigte Person, sie könne sich nicht 

daran erinnern und "ich habe aber niemals einer Athletin zwischen die Beine gegriffen". 

4. Zu Vorbringen 4 

147. In Bezug auf das Vorbringen, die angeschuldigte Person belächle Athletinnen mit 

sexistischen Redensweisen, äussere sich in nicht tolerierbarer Weise zu deren Figur und sie 

berühre die Athletinnen zum Teil unangemessen an Gesäss und Haaren, ist insbesondere 

den erwähnten schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen zu entnehmen, dass die 

angeschuldigte Person teilweise die Vorhalte bestreitet oder sich nicht daran erinnern kann 

 

 23 

(vgl. oben, Rz. 146 betreffend Vorfall, als sie Schläge auf das Gesäss einer Athletin vorgab, 

nachdem sie diese in eine vorüber gebeugte Position gebracht hatte), teilweise auch zugibt, 

aber sie als "normal" oder jedenfalls nicht kritisch oder fragwürdig betrachtet.  

 

148. Unter anderem schrieb die angeschuldigte Person zum geschilderten Vorfall, als sie, 

während eine Athletin eine Überziehhose auszog, mehrmals so tat, als würde sie dieser auf 

den Hintern schlagen, aber jeweils kurz vor dem Gesäss gestoppt habe und dabei zum 

anderen Trainer gelacht habe, "dass man im Training mit Renndress fährt, ist normal. Ich 

habe nie eine Athletin geschlagen," oder zur Aussage, er hätte eine Athletin gefragt, ob sie 

abgenommen habe "oder ist dein Arsch kleiner geworden", meinte er, das hätte er zwar 

gesagt, aber er habe nicht "Arsch" sondern "Hintern" gesagt. Ähnlich war die Reaktion der 

angeschuldigten Person in Bezug auf die Aussage "jetzt müsst ihr mal die Beine spreizen, das 

macht ihr ja sonst nie", indem sie schrieb "Ja, ich sagte: Ihr müsst die Beine spreizen, damit 

[ich] sitzen kann." 

 

149. Die Klatscher auf den Hintern erachtete der Trainer in seinen Stellungnahmen als Motivation 

oder den Versuch, den Athletinnen vor dem Start die Nervosität zu nehmen, und sinngemäss 

als Teil des Startrituals. 

 

150. Zu den Aussagen, die angeschuldigte Person schaue den Athletinnen auf dem Liegestuhl 

liegend beim Eisbaden und Abduschen zu, und reagiere auf deren Hinsehen mit 

hochgezogenen Augenbrauen, brachte die angeschuldigte Person unterschiedliche 

Argumente vor: In der schriftlichen Stellungnahme vom 9. August 2023 begründete sie dies 

sinngemäss damit, dass in der Vergangenheit mehrere Athletinnen Essstörungen gehabt 

hätten und die angeschuldigte Person darauf habe aufmerksam machen und Unterstützung 

empfehlen können - "mehrheitlich mit Erfolg". Später, im Rahmen der Befragung vom 26. 

September 2023 begründete die angeschuldigte Person ihre Anwesenheit sinngemäss damit 

, die Eisbäder und das Abduschen seien in einer öffentlichen Sauna erfolgt und sie sei jeweils 

lediglich als Aufsichtsperson anwesend gewesen, da die Athletinnen im Eisbad absacken 

könnten. Die angeschuldigte Person sei lediglich Aufsichtsperson, die Athletin hätte dies 

anders wahrgenommen. 

 

151. In Bezug auf ungefragte und ungewollte Berührungen an den Hüften der Athletinnen meinte 

der Trainer "Ja, bei -18 Grad vor dem Start mit Startunterbruch zum Aufwärmen. Vielleicht 

habe ich nicht jede um ihr Einverständnis gefragt, es waren drei Athletinnen in kurzer 

Reihenfolge am Start." 

5. Zu den Sanktionen 

152. Die angeschuldigte Person äusserte sich zu keinem Zeitpunkt spezifisch zu den Sanktionen. 

Ihren Aussagen ist jedoch in grundsätzlicher Hinsicht zu entnehmen, dass sie dem Verfahren 

und der Sanktionierung ihres Verhaltens kritisch gegenübersteht. 

V. Zuständigkeit 

153. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 

gegründet wurde und den Zweck hat, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das bei 

Streitigkeiten im Sport oder möglichen Regelverstössen entscheidet. Als unabhängige 

Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff. 2 SpoFöV ist das Schweizer 

Sportgericht zuständig für die Beurteilung der ihr von der Meldestelle überwiesenen Fälle 

von mutmasslichem Fehlverhalten oder mutmasslichen Missständen.  

 

 

 24 

154. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 

Zuständigkeit. Das VerfRegl ist per 1. Juli 2024 in Kraft getreten und ersetzt das Reglement 

betreffend das Verfahren vor der DK vom 1. Juli 2022. Das VerfRegl vom 1. Juli 2024 findet 

auf sämtliche Verfahren Anwendung, für die Swiss Olympic und die nationalen 

Sportverbände auf die Zuständigkeit der bisherigen «Disziplinarkammer des Schweizer 

Sports» oder des Schweizer Sportgerichts verweisen (Art. 29 Abs. 1 VerfRegl). Gemäss 

Art.  1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olympic vom 24. November 2023 (mit Inkrafttreten 

per 1. Juli 2024) ist die "Sanktionierung von potenziellen Verstössen gegen das Dopingstatut 

und das Ethik-Statut […] Aufgabe der Stiftung Schweizer Sportgericht". Weiter sieht Art. 1.2 

Abs. 10 vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht "für die Beurteilung von Fällen 

[zuständig ist], die ihr durch die Stiftung Swiss Sport Integrity bezüglich potenzieller 

Verstösse gegen das Ethik-Statut des Schweizer Sports angetragen werden". 

 

155. Schliesslich ist das Schweizer Sportgericht für sämtliche Verfahren zuständig, die gemäss den 

Vorschriften des VerfRegl eröffnet werden oder eröffnet worden sind (Art. 30 Abs. 2 

VerfRegl). 

 

156. Im vorliegenden Verfahren geht es um potenzielle Verstösse gegen das Ethik-Statut, welches 

am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, mithin um die Beurteilung und Sanktionierung von 

potenziellen Ethikverstössen im Sinne von Art. 1.2 Abs. 10 und Art. 10 Abs. 2 der Statuten 

von Swiss Olympic (Version mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024). Basierend darauf sowie den 

obigen Ausführungen ist die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur rechtlichen 

Beurteilung und möglichen Sanktionierung der in casu gegenständlichen Vorfälle daher zu 

bejahen.  

 

157. Die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur Beurteilung des vorliegenden Falles ergibt 

sich ausserdem auch aus dem Beschluss vom 24. November 2023 des Sportparlaments von 

Swiss Olympic und dem Ethik-Statut, welches in Art. 5.6 auf die "Beurteilung durch die 

Disziplinarkammer" verweist. Wie unter Rz. 154 festgehalten, sind gemäss dem Beschluss 

vom 24. November 2023 sämtliche Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer 

Sportgericht übergegangen. Entsprechend ist seit dem 1. Juli 2024 das Schweizer 

Sportgericht für Verfahren zuständig, für welche bis zum 30. Juni 2024 die DK zuständig 

gewesen ist (vgl. dazu auch Art. 10 Abs. 2 der Statuten von Swiss Olympic, Version mit 

Inkrafttreten per 1. Juli 2024 vom 1. Juli 2024). 

 

158. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das Schweizer Sportgericht zur 

Beurteilung des vorliegenden Falles zuständig ist.  

VI. Anwendbares Recht 

159. Rechtsgrundlage zur Definition, Untersuchung, Beurteilung und Sanktionierung von 

Ethikverstössen sowie des dazugehörigen Verfahrens bildet das Ethik-Statut. Dieses trat per 

1. Januar 2022 in Kraft (vgl. Art. 11 Ethik-Statut in der Version vom 1. Januar 2025). Die 

Genehmigung des Ethik-Statuts erfolgte anlässlich der 25. Versammlung des 

Sportparlaments am 26. November 2021, an welcher das Sportparlament die 

entsprechenden Änderungen der Statuten von Swiss Olympic per 1. Januar 2022 

beschlossen hat.  

 

160. Wie in Art. 11 Ethik-Statut festgehalten, wurden seit dem Erlass des Ethik-Statuts vom 

Sportparlament am 25. November 2022 (mit Inkrafttreten per 26. November 2022) und vom 

Exekutivrat am 21. September 2022 und am 22. November 2024 (mit Inkrafttreten per 1. 

Januar 2025) in Anwendung von Art. 10.7 Ethik-Statut Anpassungen genehmigt. 

 

 25 

161. Die im vorliegenden Verfahren in Frage stehenden Verhaltensweisen haben sich vor dem 1. 

Januar 2025 zugetragen. Daher ist im Folgenden und im gesamten vorliegenden Entscheid, 

soweit nicht anders vermerkt, jeweils vom Ethik-Statut in seiner Version 2022 vom 

26. November 2022 die Rede. 

 

162. Mit Genehmigung des Ethik-Statuts und den entsprechenden Änderungen der Statuten von 

Swiss Olympic per 1. Januar 2022 haben die nationalen Sportverbände die Kompetenz und 

Zuständigkeit im Bereich Ethik zur Untersuchung, rechtlichen Beurteilung sowie 

Sanktionierung auf SSI und die DK übertragen. In organisatorischer Hinsicht wurden die 

Meldestelle und die Stelle zur Untersuchung von gemeldeten Tatbeständen SSI und die 

rechtliche Beurteilung auf die DK übertragen. Wie unter Rz. 154 ausgeführt, ist seit dem 1. 

Juli 2024 das Schweizer Sportgericht für Verfahren zuständig, für welche bis zum 30. Juni 

2024 die DK zuständig gewesen ist. In casu steht die Beurteilung von Vorfällen, welche sich 

grossmehrheitlich in der Saison 2022/2023 und somit nach Inkrafttreten des Ethik-Statuts 

zugetragen haben, in Frage. Zu berücksichtigen ist überdies, dass die von Athletinnen 

geschilderten teilweise weiter zurückliegenden Vorfälle nicht als vom Gesamtkontext 

losgelöste Ereignisse angesehen werden können und über den 1. Januar 2022 hinaus 

angedauert haben (unechte Rückwirkung). Die zahlreichen geschilderten Äusserungen und 

Verhaltensweisen sind als Dauerdelikt zu beurteilen, weshalb teilweise auch Vorfälle vor 

dem 1. Januar 2022 in der Beurteilung berücksichtigt werden können. Der zeitliche 

Geltungsbereich des Ethik-Statuts ist daher in vorliegendem Verfahren gegeben. 

 

163. Ist der zeitliche Anwendungsbereich des Ethik-Statuts gegeben, ist in einem weiteren Schritt 

der Geltungsbereich des Ethik-Statuts in persönlicher Hinsicht zu prüfen. Das Schweizer 

Sportgericht beurteilt unter anderem diejenigen Verstösse gegen das Ethik-Statut, die von 

Personen begangen worden sind, für die das Ethik-Statut gilt (Art. 1.1 Abs. 1 Ethik-Statut). 

 

164. Der X._____SV ist gemäss Art. 1 seiner Statuten vom 16. Juni 2007, welche von Swiss-Ski 

genehmigt wurden, eine Vereinigung aller regionalen und örtlichen Clubs sowie von 

Freunden des Schneesports, die in den Schneesportarten tätig und dem Schweizerischen 

Skiverband (Swiss-Ski) angeschlossen sind. Der X._____SV ist ein Verein im Sinne von Art. 60 

ff. ZGB und ein Regionalverband von Swiss-Ski, wobei sich die Beziehungen der beiden 

Verbände nach den Statuten von Swiss-Ski richten. In Bezug auf die Mitgliedschaft im 

X._____SV hält Art. 3 der Statuten des X._____SV fest, dass der Eintritt in den X._____SV 

den gleichzeitigen Eintritt in Swiss-Ski bedinge und die einschlägigen Bestimmungen der 

Statuten von Swiss-Ski gelten. Der X._____SV ist gemäss Art. 9.2 der Statuten von Swiss-Ski 

Mitglied von Swiss-Ski. 

 

165. Swiss-Ski ist eine Organisation im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 lit. b) Ethik-Statut und der 

X._____SV eine solche im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 lit. c) Ethik-Statut. Gemäss Art. 1.1 Abs. 

3 lit. f) Ethik-Statut gilt dieses unter anderem auch für Betreuerinnen und Betreuer von 

Sportlerinnen und Sportlern gemäss Art. 1.1 Abs. 3 lit. e), wie zum Beispiel Trainerinnen und 

Trainer. Als natürliche Personen gemäss Art. 1.1 Abs. 3 lit. e) Ethik-Statut gelten 

Sportlerinnen und Sportler, die an einer organisierten Sportaktivität einer Sportorganisation 

teilnehmen oder sich auf eine Teilnahme vorbereiten.  

 

166. Die angeschuldigte Person war zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Verstösse gegen das Ethik-

Statut unbestritten Trainer der X._____SV-Juniorinnen und somit der Trainer der von den 

möglichen Ethik-Verstössen betroffenen Personen. Des Weiteren war die angeschuldigte 

Person in der technischen Kommission als Vertreter des X._____SV. Er war nach eigenen 

Angaben beim X._____SV seit 2019 unbefristet zu 100% angestellt und untersteht somit 

auch im Sinne von Art. 1.1 Abs. 3 lit. d) Ethik-Statut den Bestimmungen des Ethik-Statuts. 

 

 26 

Die angeschuldigte Person hält überdies nach eigenen Aussagen eine Anerkennung als 

Trainer Leistungssport in der Schweiz. Die Anerkennung setzt gemäss den allgemein 

zugänglichen Informationen von Swiss-Ski neben dem Nachweis einer hinreichenden 

ausländischen Qualifikation ein Einführungskurs und gegebenenfalls weitere notwendige 

J+S Module. Zudem benötigen Leiterinnen und Leiter für die Durchführung von Kursen und 

Lagern mit Jugendlichen (10-20 Jahre) eine J+S-Leiteranerkennung in der betreffenden 

Sportart und für die Zielgruppe Jugendliche (vgl. 

https://www.jugendundsport.ch/de/einsatzberechtigung sowie Art. 21 Abs. 1 der 

Verordnung des BASPO über "Jugend und Sport"5) und gemäss Art. 26 Abs. 1 J+S-V-BASPO 

müssen Nachwuchstrainerinnen und -trainer von Jugendlichen über zusätzliche 

Anerkennungen verfügen. Für Nachwuchstrainerinnen und -trainer besteht zudem eine 

Weiterbildungspflicht (Art. 25 J+S-V-BASPO). Alle zwei Jahre ist ein Modul aus der J+S 

Weiterbildung zu besuchen, ansonsten fällt ihre Anerkennung in den Status "weggefallen", 

womit sie nicht mehr einsatzberechtigt sind 

(https://www.jugendundsport.ch/de/weiterbildungspflicht). In den J+S Modulen wird 

regelmässig der korrekte Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Sinne des Ethik-Statuts 

thematisiert und geübt. In casu war der Trainer seit 2019 beim X._____SV angestellt. Es ist 

daher - mangels Hinweisen auf fehlende Einsatzberechtigung - davon auszugehen, dass der 

Trainer in seiner Zeit bis zur Saison 2022/2023 mindestens einen J+S Kurs besucht hat und 

dementsprechend auch zum Ethik-Statut geschult wurde. Somit ist auch der persönliche 

Geltungsbereich des Ethik-Statuts in Bezug auf die angeschuldigte Person gegeben. 

 

167. In Bezug auf den sachlichen und räumlichen Geltungsbereich ist das Ethik-Statut gemäss 

dessen Art. 1.2 Abs. 1 «auf jegliches Verhalten der in Artikel 1.1 genannten Organisationen 

und Personen im In- oder Ausland anwendbar, soweit deren Verhalten im Zusammenhang 

mit dem Sportbetrieb steht oder sich auf den Sport und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit 

auswirken kann». Das vorliegend in Frage stehende Verhalten der angeschuldigten Person 

stand als Trainer Leistungssport der Nachwuchsathletinnen mit dem Sportbetrieb in 

Zusammenhang und fällt damit unter den sachlichen und räumlichen Anwendungsbereich 

des Ethik-Statuts nach Art. 1.2 Abs. 1. Ausserdem ist von einer Auswirkung auf den Sport 

und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit im Sinne von Art. 1.2 Abs. 1 Ethik-Statut 

auszugehen. Damit ist das Ethik-Statut in casu zweifelsohne und von den Parteien 

unbestritten anwendbar. 

 

168. Die anwendbaren Verfahrensvorschriften finden sich gestützt auf Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

SpoFöV in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 VerfRegl im VerfRegl. Gemäss Art. 29 Abs. 1 VerfRegl 

findet dies auf alle Verfahren Anwendung, die im Zeitpunkt seines Inkrafttretens eröffnet 

sind oder danach eröffnet werden. Da das vorliegende Verfahren vor dem Schweizer 

Sportgericht am 26. August 2024 eröffnet wurde, gilt damit die Fassung des VerfRegl vom 

1. Juli 2024. 

VII. Materielles 

A. Beweiswürdigung 

169. Das Ethik-Statut enthält keine Bestimmungen über den Beweismassstab zur Feststellung 

eines ethischen Verstosses. Es ist daher Sache des Gerichts, dies zu bestimmen (vgl. ANTONIO 

RIGOZZI/BRIANNA QUINN, Evidentiary issues before CAS, in: International sports law and 

jurisprudence of the CAS : 4th CAS and SAV- FSA Conference, Lausanne 2012p. 25 et 29). Die 

Rechtsprechung des CAS lässt eine Anwendung des Comfortable-Satisfication-Standards zu, 

 
5  Verordnung des BASP über "Jugend und Sport" vom 12. Juli 2012, SR 415.011.2, J+S-V-BASPO. 

 

 27 

wenn das anwendbare Regelwerk nichts sagt (vgl. CAS 2009/A/1920, FK Pobeda, Aleksandar 

Zabrcanec, Nikolce Zdraveski v. UEFA, N. 85). Das seit dem 1. Januar 2025 geltende Ethik-

Statut konkretisiert diesen Beweismassstab (vgl. Art. 7.2 Ethik-Statut in der Version vom 1. 

Januar 2025). Das Beweismass für den von der angeschuldigten Person zu führenden 

entlastenden Gegenbeweis ist die leicht überwiegende Wahrscheinlichkeit (Art. 7.2 Abs. 2 

Ethik-Statut in der Version vom 1. Januar 2025). Die entsprechende Präzisierung gilt analog 

und sinngemäss im vorliegenden Verfahren. 

 

170. Als Beweismittel hat SSI zahlreiche aktuelle und ehemalige Athletinnen befragt, insgesamt 

wurden im Rahmen der Vorabklärungen mindestens sechs Athletinnen sowie teilweise 

deren Mütter befragt. Im Rahmen der Untersuchung wurden zwei weitere Athletinnen 

befragt. Weiter hat SSI unter anderem mit den zwei meldenden Personen mindestens 

einmal gesprochen, wobei sich SSI bei der zweiten meldenden Person im späteren 

Untersuchungsverlauf nochmals gemeldet hat, um sich nach den Entwicklungen zu 

erkundigen. Weiter hat sich SSI schriftlich oder mündlich (protokolliert oder mit Aktennotiz 

vorliegend) mit dem Präsidenten des X._____SV, I._____, ausgetauscht.  

 

171. Die angeschuldigte Person hat am 9. August 2023 eine erste schriftliche Stellungnahme 

eingereicht, und am 15. Januar 2023 eine zweite. Am 26. September 2022 wurde die 

angeschuldigte Person mündlich vor Ort befragt. Darüber hinaus liegen diverse Dokumente 

vor, unter anderem ein Screen Shot einer Aussage der angeschuldigten Person in einem 

WhatsApp Chatverlauf, ein offener Brief sowie verschiedene E-Mails der angeschuldigten 

Person insbesondere hinsichtlich Terminkoordination und gegen Ende der Untersuchung in 

Bezug auf deren Therapie und Arztzeugnisse. Schliesslich waren den Akten auch die 

Schreiben von SSI betreffend Eröffnung einer Untersuchung durch SSI und betreffend 

vorsorgliche Massnahmen zu entnehmen. 

 

172. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Aussagen der Athletinnen kommt das Schweizer 

Sportgericht zu folgender Würdigung: 

 

• Die rund acht Athletinnen haben alle unabhängig voneinander und inhaltlich 

sinngemäss übereinstimmend von ähnlichen Erlebnissen berichtet, namentlich, dass 

die geschilderten Verhaltensweisen wiederholt und in verschiedenen Ausprägungen 

vorkamen. 

• Es handelte sich bei den aussagenden Athletinnen sowohl um ehemalige wie auch 

um aktuelle Athletinnen. Aufgrund der relativ kleinen Trainingsgruppe (gemäss 

Aussagen des Trainers rund 8 Personen), ist davon auszugehen, dass es insbesondere 

für aktuelle Athletinnen nicht einfach war, Details über die Vorfälle zu berichten, da 

aus den Protokollen trotz Schwärzungen vermutlich Rückschlüsse (zumindest für die 

angeschuldigte Person) möglich sein dürften. 

• Die Protokolle wurden von den Athletinnen sorgfältig durchgelesen und zum Teil mit 

weitere handschriftlichen Details - teils präzisierend, teils abschwächend - versehen. 

Die meisten aussagenden Athletinnen waren bemüht, auch positive Aspekte des 

Trainers hervorzuheben (beispielsweise erwähnte eine Athletin, dass er sie vor einer 

Demonstration einer Korrektur immer gefragt hätte, ob er sie berühren dürfe, eine 

Athletin beschrieb ihn als in technischer Hinsicht sehr guten Trainer und eine Athletin 

berichtete, er habe sehr gut reagiert, als sie einen Unfall gehabt hatte und später 

deshalb beim Training eine Panikattacke gehabt habe) oder sein Verhalten mit 

eigenen Erklärungsversuchen zu begründen. Teilweise waren die Aussagen von 

starken Gefühlen und Verzweiflung begleitet (protokollierte Hinweise "weint" oder 

"weint stark!"). 

 

 28 

• Einige spezifische Vorfälle, welche sich vor oder mit der ganzen Gruppe zugetragen 

haben (unter anderem der Vorfall, als der Trainer eine Athletin in vorüber gebeugte 

Position brachte und mehrmals so tat, als würde er ihr auf den Hintern schlagen und 

dies der ganzen Gruppe demonstrierte oder als der Trainer, während sich eine 

Athletin umzog, so tat als würde er ihr auf das Gesäss schlagen und dabei gelacht 

haben soll, ebenso die regelmässigen Schläge oder Klatscher auf das Gesäss sowie 

das Haare ziehen vor dem Start, aber auch, dass er beim Eisbaden und Duschen 

zugesehen habe und die Augenbrauen hochzog, wenn eine Athletin zu ihm hinsah, 

oder von mehreren Ausschluss-Androhungen in verschiedenen Zusammenhängen), 

werden von mehreren Athletinnen in unterschiedlicher Reihenfolge und zum Teil bei 

unterschiedlichen Fragestellungen (insbesondere zum Teil ohne Nachfrage nach dem 

konkreten Vorfall) erwähnt. Die unterschiedliche Reihenfolge deutet auf die 

unterschiedliche persönliche Bedeutung aus Sicht der jeweiligen Athletin hin, was oft 

auch im Zusammenhang mit ihrer direkten oder indirekten Betroffenheit stand. 

• Bei den meisten Befragungen wurde zudem von weiteren Vorfällen berichtet, welche 

sich nur bilateral abgespielt hatten. Zum Teil wurden weitere und zusätzliche 

Aussagen, oft sexistischer Natur, erwähnt. 

 

173. Basierend auf diesen Erwägungen kommt das Schweizer Sportgericht zum Schluss, dass den 

Aussagen der Athletinnen insgesamt eine hohe Glaubwürdigkeit zukommt. 

 

174. Hinsichtlich der Aussagen von I._____ ergibt sich ein weniger klares Bild. Einerseits scheint 

er bemüht, die Situation zu klären, andererseits wandte er sich im Nachgang zu den 

Aussprachen mit den Trainern auch an SSI und meinte, er hätte ein "anderes Bild dieser 

Situation". I._____ war im September 2023 der Ansicht, "für die Frauen scheine das Ganze 

abgeschlossen zu sein". Relativiert werden seine Aussagen auch durch die Auskunft der 

zweiten meldenden Person, bei welcher sich SSI am 14. September 2023 nach den 

Entwicklungen erkundigt hat. Die zweite meldende Person meinte damals, es sei 

ernüchternd "was aus dem X._____SV kommt" und der X._____SV würde einfach alles 

"vertuschen". Die Trainer seien laut geworden und meinten, "es sei nichts" auf Nachfrage, 

wie es mit der Trainersituation weitergehe. Es hätte überdies auch weitere sexistische 

Sprüche seitens anderer Personen mit Führungsfunktionen im X._____SV gegeben. 

Insgesamt scheinen die Aussagen von I._____ vor diesem Hintergrund eher widersprüchlich 

und daher wenig aussagekräftig. Hinzu kommt, dass I._____ als Vertreter der Arbeitgeberin 

nicht neutral ist. Offenbar hat die Arbeitgeberin bei den gemeldeten Missständen nicht 

hinreichend hingeschaut und jedenfalls nicht interveniert. 

 

175. In Bezug auf die Aussagen der angeschuldigten Person kommt das Schweizer Sportgericht 

zu folgender Würdigung: 

 

• Teilweise bestreitet die angeschuldigte Person die geschilderten Vorfälle oder 

Aussagen, teilweise bestätigt sie solche (unter anderem mehrfache Ausschluss-

Androhungen, Klatscher mit der Hand oder dem Schraubenzieher auf das Gesäss vor 

dem Start, sexistische Aussagen, Zuschauen beim Eisbaden und Duschen, Berühren 

an Oberschenkeln und Hüften ohne Einverständnis der Athletinnen), teilweise sagte 

sie aus, sie könne sich nicht daran erinnern (unter anderem der Vorfall in den 

Niederlanden als die angeschuldigte Person einer Athletin mit der Hand in den Schritt 

ging um ihr zu zeigen, wie sie die Hüfte zu heben habe). 

• Insgesamt zeigte sich in allen schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen, dass die 

angeschuldigte Person der Ansicht ist, sich jederzeit korrekt verhalten zu haben. 

 

 29 

• Einige Aussagen deuten auf ein sehr hierarchisches, patriarchalisches, nicht mehr 

zeitgemässes Verständnis der Rolle eines Trainers hin (er sehe sich "bei gewissen 

Problemen" der Athletinnen "als Vater", er sei als 50jähriger Mann 

Erziehungsberechtigter in Bezug auf eine 17jährige Frau). 

• Einige Aussagen deuten darauf hin, dass die Fähigkeit zur Selbstreflexion nicht 

besonders ausgeprägt ist und dass es dem Trainer in erster Linie wichtig ist, von 

Aussenstehenden als leistungsorientierte starke Person wahrgenommen zu werden 

(unter anderem "ich bin genug stark, um nicht Opfer zu sein und auch genug 

professionell. Ich habe es mir im Training nicht anmerken lassen, was an mir haftet. 

So hatten wir eine gute Stimmung…", sowie als er meinte "Ich habe einen schlechten 

Satz gesagt, aber dadurch hat sich nun wieder alles zum Guten gewendet und ich 

kann mir selbst auf die Schulter klopfen. im Zusammenhang mit dem von ihm 

geäusserten Satz "dann geh nach Hause an Mutters Busen" nach einer Diskussion mit 

einer Athletin, von der er der Ansicht war, dass sie an einer Essstörung litt). 

• Einige Verhaltensweisen, unter anderem das Klatschen mit der Hand oder dem 

Schraubenzieher auf Gesäss oder das Ziehen an den Haaren. betrachtet der Trainer 

(wie auch K._____, sein Coach) als zum Startritual dazugehörig. Es zeigt sich daran an 

verschiedenen Aussagen und ähnlichen Reaktionen, dass die angeschuldigte Person 

insgesamt wenig Verständnis aufbringt dafür, was sein Verhalten bei den Athletinnen 

auslösen kann. Dementsprechend fehlt es ihm am Unrechtsbewusstsein und an einer 

Einsicht. 

• Die Versuche, ein bestimmtes Verhalten zu rechtfertigen, sind zum Teil auch 

widersprüchlich (etwa in Bezug auf das Zuschauen im Liegestuhl liegend, beim 

Eisbaden und Duschen, wo der Trainer dies zuerst damit rechtfertigt, er müsse sehen, 

ob die Athletinnen möglicherweise an Essstörungen leiden, später bringt er hingegen 

vor, er sei als Aufsichtsperson dort, damit niemand absacke, oder das Berühren an 

Oberschenkeln und Hüften ohne Einverständnis sei zum Zwecke des Aufwärmens) 

und damit nicht überzeugend. 

 

176. Basierend auf dem Sachverhalt und den vorstehenden Ausführungen erachtet das 

Schweizer Sportgericht die Aussagen der angeschuldigten Person insgesamt als wenig 

glaubwürdig. 

B. Verstösse gegen das Ethik-Statut und Würdigung 

1. Rechtsgrundlagen 

177. Das Ethik-Statut überschreibt seinen Art. 2 mit «Ethikverstösse», um sodann unter Art. 2.1 

bis Art. 2.4 verschiedene Tatbestände und Handlungen aufzulisten, die gemäss Art. 2 Ethik-

Statut «Verstösse gegen dieses Ethik-Statut dar[stellen], die zu Sanktionen führen können». 

Wie von SSI zu Recht erkannt, steht im vorliegenden Fall primär die Verletzung von Art. 2.1.2 

Ethik-Statut (Verletzung der psychischen Integrität), Art. 2.1.3 Ethik-Statut (Verletzung der 

physischen Integrität) und/oder Art. 2.1.4 Ethik-Statut (Verletzung der sexuellen Integrität) 

zur Beurteilung.  

 

178. Unter den Tatbestand von Art. 2.1.2 fallen gemäss Abs. 1 Belästigungen durch systematische 

Äusserungen und Mobbing sowie Handlungen, mit denen eine andere Person ausgegrenzt 

oder in ihrer Würde verletzt wird, oder das Stalking, das heisst das Nachstellen gegen den 

Willen der betroffenen Person.  

 

 

 30 

179. Gemäss Art. 2.1.2 Abs. 2 liegt eine psychische Beeinträchtigung "insbesondere dann vor, 

wenn eine Person unter Ausnützung ihrer Machtposition oder eines 

Abhängigkeitsverhältnisses gegenüber einer anderen Person durch absichtliches, 

anhaltendes oder wiederholendes Verhalten eine krankheitswertige Veränderung bei der 

betroffenen Person hervorruft." 

 

180. Nach Art. 2.1.2 Abs. 3 gilt auch die Verletzung der