# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1af2a3b-e280-5703-96ff-3ca80b637687
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-13
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung, Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als selbständige Coiffeuse 30 %, in einer leidensangepassten Tätigkeit liegt 80%ige Arbeitsfähigkeit vor, Aufgabe der selbständigen Tätigkeit ist zumutbar, Abweisung
**Docket/Reference:** IV.2022.00292
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2022.00292.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2022.00292
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Senn
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Langone
Urteil
vom
13. Februar 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Zogg
Advokatur Bülach
Sonnmattstrasse 5, Postfach, 8180 Bülach
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1961,
selbständige
Coiffeuse
,
meldete sich erstmals am
2
3.
August 2011 unter Hinweis auf eine Sehnenscheidenentzündung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab
und führte am 12. März 2013 eine Untersuchung
beim
Regional
en
Ärztlichen Dienst
(RAD)
durch (Urk.
7/42). M
it Verfügung vom 2
8.
Februar 2014
verneinte sie
einen
Rentenanspruch (
Urk.
7/75)
.
Am 1
5.
Juni 2020 meldete sich die Versicherte
nach vorheriger Meldung zur Früherfassung (
Urk.
7/86)
unter Hinweis auf Schmerzen am Ellenbogen erneut
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/90). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation nochmals ab
und holte Akten der Krankentaggeldversiche
rung Helsana ein (
Urk.
7
/99)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/111;
Urk.
7/116
,
Urk.
7/124
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
April 2022 einen Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
4.
Mai 2022 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
3.
April 2022 (
Urk.
2) und beantragte, diese sie aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten
,
insbesondere eine ganze Invalidenrente
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle
ersuchte
mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2022
um
Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 3
0.
November 2022 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
5.
Januar 2023 auf eine Duplik (
Urk.
13), was der Beschwerdeführerin mit Gerichtsverfügung vom
9.
Januar 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da der Zeit
punkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Renten
anspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invalidenrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008 des Kreisschreibens zu den Übergangs
bestimmungen zur Einführung des linearen Rentensystems, KS ÜB WE IV, gültig ab 1. Januar 2022).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Da die Entstehung eines Rentenanspruchs vorliegend bereits vor dem 1. Januar 2022 in Betracht fällt, sind die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit (
Urk.
2), dass die Beschwerdeführerin
in einer
leichte
n
Tätigkeit ohne repetitive manuelle Belastung seit April 2020
zu
maximal 20 %
eingeschränkt sei
. Mit einer
Rest
a
rbeitsfähigkeit von 80 % könne ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden. Bereits im IV-Gesuch vom 3
0.
August 20
1
1
(gemeint: bei Erledigung desselben mit Verfügung vom 2
8.
Februar 2014,
Urk.
7/75)
sei festgestellt worden, dass die ursprüngliche Tätigkeit als
Coiffeuse
nur noch
zu 50 %
möglich sei
.
Ihr sei bereits früher eine berufliche Umstellung nahegelegt worden. Die fehlende Bereitschaft der Beschwerdeführerin, sich vor über zehn Jahren beruflich umzuorientieren, könne von der Invalidenversicherung nicht berücksichtigt werden (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
auf den Standpunkt (
Urk.
1), dass sie nicht über eine Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
von 80 % verfüge (S. 4). Eine allfällige vorhandene
Restarbeitsfähigkeit
sei
zudem
nicht verwertbar (S. 5). Sie sei gelernte
Coiffeuse
und in dieser Tätigkeit seit nunmehr 30 Jahren selbständig. Sie
habe dem
e
n
tsprechend seit 30 Jahren keinen Vorgesetzten, könne ihre Arbeitstätigkeit völlig frei einteilen,
habe
nie ein Qualifikationsgespräch
geführt
und habe alles selber entscheiden können. Nach einer derart langen selbständigen Erwerbstätigkeit im selben Beruf sei es einer Person
aufgrund ihres beruflichen Werdegangs
und ihrer Ausbildung nicht mehr zumutbar, sich neu orientieren zu müssen und sich in
einer Hierarchie einzuord
nen
oder einem Vorgesetzten unterzuordnen. Hinzu komme, dass sie 61 Jahre alt werde. Auch wäre der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand völlig unverhältnismässig (S. 6). Die Beschwerdegegnerin habe ihr zudem nie eine Schadenminderungspflicht auferlegt oder ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchgeführt.
Wenn
die Beschwerdegegnerin versuche
, gestützt auf die Begrün
dung in der ursprünglichen Rentenverfügung
Leistungen zu verneinen
, sei dies unrecht
(S. 9).
Dies gelte umso mehr, als seither diverse neue gesundheitliche Beeinträchtigungen hinzugekommen seien.
Deshalb habe sie einen Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung (S. 10).
2.3
Die Beschwerdegegnerin führte
mit der Beschwerdeantwort ergänzend
aus (
Urk.
6), dass selbst wenn
der Beschwerdeführerin
im vorausgegangenen Verfahren keine Schade
n
minderungspflicht auferleg
t
worden sei, der Grundsatz gelte, dass die versicherte Person alles ihr Zumutbare selber vorzukehren habe, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Die Beschwerdeführerin habe bereits im Jahr 201
0
an Handgelenksbeschwerden gelitten und die Tätigkeit als
Coiffeuse
sei teilweise eingeschränkt gewesen (S. 1).
Sodann
treffe
es
zwar zu, dass die Beschwerdeführerin seit mehr als 30 Jahre
n
ihren eigenen
Coiffeursalon
führe, hieraus könne aber nicht geschlossen werden, dass sie keinem Arbeitgeber mehr zumutbar sei
. Vielmehr sei ihr
die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit sowohl aus beruflicher Sicht als auch mit Blick auf das fort
geschrittene Alter zumutbar
(S. 2).
2.4
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin
mit der Replik
geltend (
Urk.
11), die angestammte Tätigkeit
sei
nicht anhand des Berichts des Aussendienstes aus dem Jahr 2013 zu bestimmen
und die Einkommensvergleichszahlen zu aktuali
sieren
(S. 2).
Die
Einschätzung des
RAD
-Arztes
sei sodann höchst ungenau und er
verfüge nicht über die
notwendigen
f
achlichen Qualifikationen, die Ange
legenheit hätte zusätzlich einem Facharzt oder einer Fachärztin für Rheumatolo
gie vorgelegt werden müssen (S. 3).
3.
3.1
Zu prüfen ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin revisionsrelevant verschlechtert hat. Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmel
deverfahren stellt die Verfügung vom 2
8.
Februar 2014 (
Urk.
7/75) dar, in welcher gestützt auf die
orthopädische
Untersuchung durch den RAD
(
Urk.
7/42)
aus medizinischer Sicht
davon ausgegangen wurde
, dass
die angestammte Tätigkeit
aufgrund von Funktionseinschränkungen der rechten Hand
nur noch im Rahmen von 50 % zumutbar sei. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe bereits ab
1.
September 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/75/2).
Die Diagnose im RAD-Bericht vom 1
8.
Februar 2013 lautete auf Schmerzen und Kraftminderung der rechten Hand nach dreimaliger Tendovaginitis de Q
u
ervain-Operation (
Urk.
7/42/6).
3.2
Im Sprechstundenbericht von
Dr.
med.
Y.___
von
der
Rheumaklinik Z.___
vom 1
8.
Juni 2019 (
Urk.
7/84/2-3)
wurden folgende Diagnosen aufgeführt:
-
Epicondylitis
humeri
medialis
bds
., DD
cervicospondylogenes
S
chmerz
syndrom
bds
.
-
bei segmentalen Dysfunktionen HWS und BWS
-
bei belastender Arbeitstätigkeit als
Coiffeuse
-
Therapie: S
t
atus nach
Physiotherapie, gepla
n
t: NSAR 1 Wo, Ergothe
rapie
Dr.
Y.___
führte weiter aus, dass seit drei Monaten Schmerzen am medialen Ellenbogen b
eidseitig
beständen
. Es handle sich um Dauerschmerzen von wechselnder Intensität und mit Zunahme in gewissen Positionen (S. 1).
Zwei Wochen nach einer Depot-Steroidinfiltration Epicondylus rechts zeigte sich die Beschwerdeführerin am 2
3.
September 2019 gemäss Anamnese im Bericht vom selben Tag diesbezüglich beschwerdefrei. Röntgenaufnahmen des rechten Knies ergaben einen im Wesentlichen unauffälligen Befund (
Urk.
7/84/4).
3.3
Im MRI des rechten Ellbogens vo
m
April 2020 zeigte sich eine deutliche
Epicon
dylitis
humerii
ulnaris
mit begleitend ausgedehnter, ansatznaher Partialruptur der gemeinsamen
Flexorensehnenplatte
und
fokale Knorpelirregularitäten mit ossärer Aktivierung
antero-ulnarseitig
am Radiusköpfchen (
Urk.
7/128/1).
Im Herbst 2020 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer Ellbogenoperation links (vgl. dazu:
Urk.
7/108/7, 7/128/1). Der Operateur
PD
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Chirurgie, führt
e
in seinem B
ericht vom 4.
Dezember 2020 aus (
Urk.
7/104), dass
die Beschwerdeführerin
fast drei Monate postoperativ über deutliche Rest
beschwerden am linken medialen Ellenbogen
berichte, die schlimmer seien als
auf der
rechte
n
Seite. Die Beschwerden hätten sich nun verändert. Früher habe
ein dumpfer Dauerschmerz bestanden, nun träten belastungsabhängige stichar
tige Schmerzen eher an der Ellenbogenrückseite auf. Das Beschwerdebild habe sich etwas verändert, insgesamt aber nicht wesentlich verringert
. Analgetika würden keine eingenommen. Während das Haareschneiden schmerzfrei gehe, sei das Kehren mit dem Besen oder das Ziehen und Stossen des Friseurstuhles unmöglich. Vereinbart worden sei eine Arbeitsbelastung von 50
%
für sechs Wochen
(S. 1
f.
).
3.4
Dr.
med.
B.___
, Facharzt Interventionelle Schm
e
rz
t
herapie, Anästhesiologie FMH, von der
Schmerzklinik C.___
führte im Bericht vom 2
9.
April 2021 aus (
Urk.
7/108), dass eine unverminderte invalidisierende Schmerzsymptomatik beider Arme bei therapierefraktärer
Epicondylitis
humeri
radialis
beidseits
seit Frühjahr 2020 bestehe. Weiter
e
Einzelheiten seien bei
PD
Dr.
A.___
zu erfra
gen (
Urk.
7/108/3
).
Die Beschwerdeführerin
sei zu 100
% arbeitsunfähig
in der
selbständige
n
Tätigkeit als
Coiffeuse
(S. 4). Weiter führte er aus, dass es sich um einen
äusserst
therapieresistenten Verlauf handle. Die Beschwerdeführerin sei nicht nur in der Ausübung ihres Berufes als
Coiffeuse
, sondern auch im häus
lichen Alltag invalidisierend eingeschränkt. Akut einsetzbare Therapieoptionen
verblieben
keine (U
rk.
7/108/7).
3.5
Dr.
med.
D.___
, Oberarzt, und
Dr.
med.
E.___
, Assistenzärztin
,
von der Klinik für Rheumatologie des
U
niversitätsspital
s
F.___
führten im Bericht vom 3
1.
Januar 2022 (
Urk.
7/134
/1-2
)
folgende Diagnosen auf:
-
Chronische
Epicondylitis
humeri
ulnaris
bds
.
-
Klinisch Verdacht auf Retropatellararthrose mit
periarthropatischen
Befunden, ED 15.06.2021
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass
sich
die Schmerzen im rechten Ellenbogen durch die Stosswellentherapie nicht nachhaltig verbessert hätten. In Ruhe habe sie in der Regel keine Schmerzen, sobald sie jedoch die Ellbogen mehr belaste bei Hausarbeit und bei der Berufsausübung als
Coiffeuse
, würden die Schmerzen in derselben Intensität wiederkehren
(S. 1).
3.6
Im Bericht von
Dr.
Y.___
vom
3.
März 2022 (
Urk.
7/134/3-4) wird festgehalten, dass die Schmerzen weiterhin klar belastungsabhängig seien und insbesondere bei der Arbeitstätigkeit als
Coiffeuse
auf
träten
. Wenn nicht manuell gearbeitet werde, habe
die Beschwerdeführerin
fast keine Schmerzen
.
Zaldiar
helfe bei Schmerzen jeweils relativ gut. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit (zeitliche Präsenz im Betrieb) gehe sie von einer E
insch
r
ä
nkung von
zirka
20 % aus. Höhergradig
s
ei jedoch die Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als
Coiffeuse
eingeschränkt (zum Beispiel Haare waschen,
f
öhnen,
b
ürsten). Diese Einschrän
kung liege bei
zirka
70 % (S. 2
, vgl. auch:
Urk.
7/134/5
).
3.7
Der
RAD
-Arzt
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Chirurgie,
O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates,
führte in der Stellungnahme vom
1.
April 2022 aus
(
Urk.
7/136/4-5)
, dass
durch die beidseitige
Epicondylopathie
der Ellenbogen die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
für manuelle Tätig
keiten erheblich beeinträchtigt
sei
. In der ursprünglichen Tätigkeit als
Coiffeuse
seien allenfalls administrative Aufgaben möglich. Die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von maximal 30 % erscheine deshalb realistisch. Aus allen medizinischen Berichten gehe
aber
hervor, dass die Beschwerden belastungs- und bewegungsabhängig seien. In Ruhe bestehe weitgehende Beschwerdefreiheit. Leicht
e
T
ätigkeiten ohne repetitive manuelle Belastung seien zumutbar. Allenfalls bestehe ein erhöhter Pausenbedarf, dieser überschreite sicher nicht die von
Dr.
Y.___
angegebenen 20 % (S. 5).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist in erster Linie, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verhält. Die angefochtene Verfügung basiert im Wesent
lichen auf der RAD-Beurteilung vom
1.
April 2022 (
Urk.
7/136/4-5).
4.2
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenver
sicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh
men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
4.3
Die Einschätzung des RAD überzeugt.
Es ist aktenkundig und unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin eine
Epicondyliti
s
humeri
radialis
beidseitig vorliegt
, deren Beschwerden durch verschiedene Therapien nicht wesentlich gebessert werden konnten (vgl. etwa
Urk.
7/108/7;
Urk.
7/134/2).
Wie im Bericht von
Dr.
Y.___
vom
3.
März 2022
nachvollziehbar ausgeführt
und vom RAD-Arzt
Dr.
G.___
entsprechend gewürdigt
wurde
, sind die Schmerzen
jedoch
klar belas
tungsabhängig und treten insbesondere bei der Arbeits
tätig
keit als
Coiffeuse
auf. Zudem wurde ebenfalls
festgestellt
, dass
die Beschwerdeführerin,
wenn nicht manuell gearbeitet werde, fast keine Schmerzen habe (Urk.
7/134/4).
Wohl aus diesem Grund wurde im Arbeitsfähigkeitszeugnis von
Dr.
Y.___
explizit erwähnt, dass sich die Arbeitsunfähigkeit von 20 % auf die Tätigkeit als
Coiffeuse
beziehe. Die Anwesenheit im Geschäft sei in einem 80 %
-
Pensum möglich. Die Belastbar
keit in der Tätigkeit als
Coiffeuse
jedoch nur zu 30 % möglich (
Urk.
7/134/5). Dies betreffe die Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
, zum Be
i
spiel
beim
Haare waschen,
f
öhnen und
b
ürsten
(
Urk.
7/134/4)
. Das leuchtet ein, handelt es sich doch dabei um belastende manuelle Tätigkeiten.
Auch im Bericht der
Klinik für Rheumatologie des Universitätsspital
s
F.___
vom 3
1.
Januar 2022 (
Urk.
7/134/1-2) führten die ve
r
an
twortlich zeichnenden ärzt
lichen Fachpersonen aus, dass die Beschwerdeführerin in Ruhe in der Regel keine Schmerzen habe, die Schmerzen jedoch wiederkehrten, sobald sie die Ellbogen mehr belaste bei
der
Hausarbeit oder der Tätigkeit als
Coiffeuse
. Sodann lässt der Bericht von PD
Dr.
A.___
vom
4.
Dezember 2020 darauf schliessen, dass das Beschwerdebild
bereits
dannzumal im Wesentlichen in Belastungsschmerzen bestand
. Das Haareschneiden war gar schmerzfrei möglich und Analgetika nahm die Beschwerdeführerin keine ein
(
Urk.
7/104
).
Insofern ist das vom RAD formu
lierte Belastungsprofil, wonach Tätigkeiten mit manueller Belastung oder repeti
tiven Handbewegungen ungeeignet und insbesondere wiederholte Hand- und Fingerflexionen zu vermeiden seien
,
hingegen leichte Tätigkeiten ohne repetitive manuelle Belastung
zu 80 %
zumutbar seien, nicht zu beanstanden (Urk.
7/136/5)
, deckt es sich doch mit der nachvollziehbaren Beurteilung von
Dr.
Y.___
und findet Bestätigung in den Berichten
des Universitätsspitals
F
.___
und von PD
Dr.
A.___
.
4.4
4.4.1
Daran ändern
die Vorbringen
der Beschwerdeführerin nichts.
Wenn sie ausführt, dass
Dr.
B.___
ihr sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
e
(
Urk.
1 S. 7), ist zu bemer
ken, dass auf die Einschätzung von
Dr.
B.___
nicht abgestellt werden kann. So
findet sich weder i
n dessen
Formularbericht noch im Konsultationsbericht vom 2
9.
April 2021 eine
Begründung
dafür
, weshalb die Beschwerdeführerin auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
- ohne Belastung der Arme -
vollständig
a
rbeitsunfähig sein sollte
(
Urk.
7/108/1-8)
.
Ausführungen
zu
den
konkreten
funktionellen Auswirkungen der Diagnose fehlen
vielmehr gänzlich
.
Dr.
B.___
führte
lediglich
aus
, dass eine unverminderte invali
di
sierende Schmerzsympto
matik beider Arme bei therapierefr
aktärer
Epicondyliti
s
humeri
radialis
beids
eitig
seit Frühjahr 2020 bestehe (
Urk.
7/108/3) und die berufliche Tätigkeit nur mit funktionalen Armen ausgeführt werden könne (
Urk.
7/108/4). In Bezug auf
die Tätigkeit als
Coiffeuse
ist
das zwar
weitgehend
plausibel
, daraus kann aber nichts
für die Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit abgeleitet werden.
Insofern ist seine Einschätzung einer vollständigen Arbeits
un
fähigkeit
in einer leidensan
gepassten Tätigkeit
nicht hinreichend schlüssig und nachvollziehbar
und vermag
diese
die RAD-Beurteilung nicht in Zweifel zu ziehen.
4.
4.2
Was
d
en Einwand
der Beschwerdeführerin
betrifft
, dass sie neben der Ellen
bogenproblematik auch an HWS- und Knie-Beschwerden leide
(
Urk.
1 S. 7)
, ist vorab festzuhalten, dass
den medizinischen
Akten keine
Hinweise auf dadurch verursachte zusätzliche funktionelle Einschränkung
en
zu entnehmen sind. Selbst
Dr.
B.___
führte
als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einzig die
Epicondylitis
humeri
radialis
beidseits an
und erwähnte Knie- und Rückenbeschwerden
weder diagnostisch noch im Befund
(
Urk.
7/108/3)
.
Hinsichtlich de
r
Kniebeschwerden gab
die Beschwerdeführerin
selber an, dass diese
belastungsabhängig
und
für sie sekundär seien
(
Urk.
7/88/2
).
D
aneben ist dem Bericht von
Dr.
Y.___
vom 2
3.
September 2019
zu
entnehmen
, dass
keine auffälligen Befunde am Knie rechts vorliegen. So führte sie
gestützt auf den Rönt
genbefund
regelrechte Stellungsverhältnisse
und
keine wesentliche Degeneration
femorotibial
oder
femoro-partellär
an
. Die Patella
zeigte sich
zentriert,
es lägen
kein grösserer Kniegelenkserguss und keine Weichteilverkalkungen
vor
(
Urk.
7/84/4).
Zwar wurde i
m Bericht von
Dr.
D.___
und
Dr.
E.___
vom 3
1.
Januar 2022 die klinische Verdachtsdiagnose Retropat
e
llararthrose mit
periarthropatischen
Befunden aufgeführt. Die blosse Verdachtsdiagnose ist jedoch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt, weswegen die Beschwerdeführerin daraus nicht
s
zu ihren Gunsten ableiten kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_787/2021 vom 2
3.
März 2022 E. 11.2.3 mit Hinweisen)
.
Bezüglich de
r
HWS-Beschwerden trifft es zwar zu, dass die Beschwerdeführerin
anlässlich des Gesprächs
zur Früherfassung vom 1
0.
Juni 2020
angab, dass die Schmerzen wegen einer Arthrose kaum mehr aushaltbar seien (
Urk.
7/88/2), dass sie deswegen jedoch in Behandlung s
teht
, wird weder von ihr behauptet noch ergibt sich das aus den Akten.
Sodann ordnete
Dr.
Y.___
die
Irritationszonen über den Facettengelenken der HWS und BWS im Bericht vom 1
8.
Juni 2019 keiner Arthrose, sondern segmentalen Dysfunktionen zu, welche mittels manueller Mobilisation gelöst werden konnten (
Urk.
7/84/3).
Im
Rahmen des Erstgesprächs vom
9.
Dezember 2020 gab
die Beschwerdeführerin
denn auch
lediglich
noch
die Ellenbogenbeschwerden an (Urk.
7/97/3).
Soweit im
Bericht
von
Dr.
D.___
und
Dr.
E.___
hinsichtlich Therapie und Prozedere erwähnt
wurde
, dass bei persistie
renden Schmerzen im Verlauf ein Therapi
evers
uch im Bereich der HWS in Betracht
gezogen
werden könne
,
stand dabei offensichtlich die
Schmerz
sympto
matik
im Bereich der
Ellbogen im Fokus. Eine Schmerzproblematik im Bereich der HWS findet keine Erwähnung
(Urk.
7/134/2).
Insgesamt
bestand aufgrund der Aktenlage bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids somit kein Anlass zu weiterführenden medizinischen
Abklärungen der Knie- und HWS-Beschwerden und
kann
in antizipierter Beweiswürdigung
auch in diesem Verfahren darauf verzichtet werden
(BGE 122
V 157
E. 1d
mit Hinwei
sen
)
.
4.4.3
Was schliesslich den Einwand betrifft, der RAD hätte eine
s
Facharztt
itel
s
für Rheumatologie bedurf
t
(
Urk.
11 S. 3
)
,
verkennt die Beschwerdeführerin, dass
Schmerzen des Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie bilden (Urteil
des Bundesgerichts 8C_109/2021 vom 6. Sep
tember 2021 E. 5.1.2.1
mit Hinweisen).
RAD-Arzt
Dr.
G.___
ist Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates
, womit er für die sich vorliegend stellenden medizinische
n
Fragen
über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt
(vgl. E. 4.2).
4.5
Zusammengefasst
ergibt sich somit
,
dass
keine auch nur geringen Zweifel an der Einschätzung des RAD vorliegen, weswegen sie beweiskräftig ist (vgl. E. 4.2). Demnach sind
für die Beschwerdeführerin
Tätigkeiten mit manueller Belastung oder repetitiven Handbewegungen ungeeignet. Insbesondere wiederholte Hand- und Fingerflexion sind zu vermeiden. Leichte Tätigkeiten ohne repetitive manuelle Belastungen sind zumutbar. In der bisherigen Tätigkeit besteht eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungs
profil
besteht
maximal eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit seit April 2020 (
Urk.
7
/136/5).
Unbestritten
ist
damit
ein Revisionsgrund gegeben und e
in allfäl
liger
Rentenanspruch umfassend neu zu prüfen (vgl
. vorstehend E. 1.
4
.2
).
5.
5.1
Es g
ilt
somit die erwerblichen Auswirkungen
der gesundheitlich bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
zu prüfen.
Da die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als selbständige
Coiffeuse
nur noch zu 30
% arbeitsfähig ist,
ist zunächst
zu prüfen, ob eine Betriebsaufgabe zumutbar und die in einer angepassten Tätigkeit verbleibende Rest
arbeits
fähigkeit von 80 % verwertbar ist.
5.2
5.2.1
Die versicherte Person hat, bevor sie Leistungen verlangt, auf Grund der Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechts
begriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse wie Alter, berufliche Stellung, Verwurze
lung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind namentlich der ausge
glichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich. Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrecht erhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil des Bundesgerichts 9C_305/2019 vom 3
0.
Juli 2019 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
5.2.2
Die Beschwerdeführerin macht
e
geltend,
sie sei gelernte
Coiffeuse
und in dieser Tätigkeit seit nunmehr
30 Jahre
n
selbständig tätig. Aufgrund ihres beruflichen Werdeganges und ihrer Ausbildung sei es ihr nicht mehr zumutbar, sich neu zu orientieren, sich in eine Hierarchie einzuordnen oder einem Vorgesetzten unter
zuordnen. Erschwerend komme hinzu, dass sie 61 Jahre alt werde. Sie könne auch nicht die Berufserfahrung für eine andere Tätigkeit nutzen. Auch wäre der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand völlig unverhältnismässig. Sie habe ihr ganzes Erwerbsleben denselben Beruf ausgeübt. Sie habe nie gelernt, sich an einer neuen Stelle einarbeiten zu müssen (
Urk.
1 S. 6).
5.2.3
Aktenkundig
und ins Gewicht fällt
, dass die Beschwerdeführerin
ihr ganzes Berufsleben als
Coiffeuse
tätig gewesen
und
s
eit Juni 1991
s
elbständigerwerbend
ist
(vgl. IK-Auszug
Urk.
7/135).
Zum Zeitpunkt der
RAD-Beurteilung
im April 2022
war sie somit bereits mehr als
30 Jahre
selbständig und 60 Jahre und
9 Monate alt. Damit verblieb ihr noch eine Aktivitätsdauer von 3 Jahre
n
und
6 Monate
n
(Rentenalter Frauen neu
voraussichtlich ab 2024
bei Jahrgang 1961: 64 Jahre und 3 Monate
, vgl.
BBl
2021 299
5, S. 8
)
.
Dass die Beschwerdeführerin wenige Jahre vor der Pensionierung steht, steht der Zumutbarkeit eines Berufswechsels
und damit auch der Betriebsaufgabe
nicht per se entgegen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_157/2021 vom
8.
Juni 2021
E. 4.3.3). Dies
gilt vorliegend umso mehr,
als ein Berufswechsel
aufgrund der Beschwerden schon seit längerer Zeit angezeigt gewesen wäre. So wurde der Beschwerdeführerin bereits
im Rahmen der erstmaligen Rentenprüfung mit Verfügung vom
2
8.
Februar 2014
mitgeteilt, dass
ihre angestamm
te Tätigkeit lediglich noch zu 50 % zumutbar sei
, und der Einkommensvergleich wurde von Seiten des Invalideneinkommens gestützt auf
die
lohnstatistischen Angaben der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweizerischen Lohn
strukturhebung (LSE)
ermittelt, ein
e Betriebsaufgabe
mithin als zumutbar erachtet
(
Urk.
7/75)
.
Auch wenn ihr damals
- wie von der Beschwerdeführerin ausgeführt - keine Schadenminderungspflicht auferlegt und auch kein Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
durchgeführt wurde,
verkennt die Beschwerdeführerin, dass eine solche
Auflage
gar nicht nötig war, da das Leistungsgesuch der Beschwerdefüh
rerin ohnehin abgewiesen wurde.
Für das vorliegende Verfahren gilt
weiterhin
, dass
die Beschwerdeführerin
im Rahmen der Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern
(vgl. E. 5.2.1)
.
So
gab sie bereits anlässlich des Gesprächs zur Früherfassung am 10.
Juni 2020 an, dass sie seit über einem Jahr Schmerzen an den Ellenbogen beidseitig habe. Bereits damals beabsichtigte sie, das Geschäft zu verkaufen, da sie aus gesundheitlichen Gründen die Tätigkeit wahrscheinlich nicht mehr lange ausüben könne (
Urk.
7/88
/3
)
,
ging mithin selber davon aus, dass eine
Betriebsaufgabe unver
meidlich
und damit angezeigt war
.
Die Investitionen im Betrieb beschränkten sich im Jahr 2019 auf
Fr.
322.-- (
Urk.
7/85/1)
und sind damit vernachlässigbar.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer selbständigen Tätigkeit
nur
ein
bescheidenes
Einkommen erzielt
und dies seit jeher
(vgl. IK-Auszug, Jahr 2017:
Fr.
27'300.-
-
, Jahr 2018:
Fr.
31'200.-
-
,
Urk.
7/135).
Somit f
ä
llt bei der Zumutbarkeitsbeurteilung die geringe
Höhe de
s
vor dem Eintritt des Gesundheits
schadens erzielten Einkommen
s
stark ins Gewicht. Es ist nicht
Aufgabe der Invalidenversicherung, die Aufrechterhaltung eines - aus invaliditätsfremden Gründen - nicht einträglichen Gewerbes sicherzustellen
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_525/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 3.3.3). Daneben ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu mindestens 80 %
a
rbeitsfähig
ist
, wohingegen
in der
angestammte
n
Tätigk
eit nur noch eine 30%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
Dabei
grenzen die
Einschränkungen
in der zumutbaren Verweistätigkeit
das Feld der möglichen Tätigkeiten
nicht übermässig stark ein
, was ebenfalls für die Zumutbarkeit der Betriebsaufgabe spricht
.
Des Weiteren
ist
auch
dem Umstand
Rechnung
zu tragen, dass die Beschwerdeführerin bei Aufnahme einer Verweistätigkeit offensichtlich ein höheres Einkommen als im bisherigen Beruf im Gesundheitsfall (
Valideneinkom
men
) zu erzielen vermöchte
(Urteil des Bundesgerichts 8C_413/2015 vom
3.
November 2015 E. 3.3.2
; nachfolgende E. 6.4
)
.
5.2.4
Insgesamt ergibt sich somit bei gesamthafter Würdigung der objektiven und subjektiven Gegebenheiten
im Lichte der
strengen Voraussetzungen, welch
e
die bundesgerichtliche Rechtsprechung
an die ausnahmsweise Unzumutbarkeit einer Betriebsaufgabe
stellt
(E. 5.2.1)
, dass der Beschwerdeführerin
-
unter Berücksich
tigung der Schadenminderungspflicht
-
die Aufgabe des eigenen Betriebs und ein Berufswechsel in eine unselbständige Tätigkeit zur optimalen Verwertung
ihrer
Restarbeitsfähigkeit zugemutet werden kann.
5.3
5.
3.
1
Was
schliesslich
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
anbelangt,
hängt die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu verwerten, nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des
Bundesgerichts 8C_645/2017
vom 23. Januar 2018
E. 3.1 mit Hinweisen). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführerin noch eine Aktivitätsdauer
von 3 Jahre
n
und 6 Monate
n
bis
zur ordentlichen Pensionierung verblieb (vgl. E. 5.2.3).
5.3.2
So hat das Bundesgericht die
Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit bei einem 62-jährigen Barpianisten, der in leichten- und mittelschweren Arbeiten zu 80 % arbeitsfähig war, als gegeben erachtet (Urteil
des Bundesgericht
s
8C_892/2017
vom 2
3.
August 2018 E. 5). Genauso bei einem Taxifahrer, dem noch eine Aktivitätsdauer
von 2.25 Jahre
n
verblieb
,
erachtete das Bundesgericht die Rest
arbeitsfähigkeit und einen Stellenwechsel als zumutbar (Urteil des
Bundesgericht
s
8C_313/2018
vom 10.
August 2018 E. 6.5).
Auch
bei einem 61 Jahre und vier Monate alten Versicherten mit einer Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 75
%
wurde vom Bundesgericht
die
Verwertbarkeit bejaht
, da die
Aktivitätsdauer von drei Jahren und acht Monate
n
reich
t
e, um eine neue einfache Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben
(
Urteil 8C_535/2021 vom 2
5.
November 2021 E. 5.4
.1
).
I
n einem vergleichbaren Fall, bei dem einem Versicherten eine Aktivitätsdauer von knapp vier Jahren
verblieb und für geeignete Verweistätigkeiten (körperlich leichtere, wechselbelastend ausübbare Beschäftigungen) zu 80 % (volles Pensum mit 20 % reduzierter Leistung wegen des erhöhten Pausenbedarfs) arbeitsfähig war, wurde ebenfalls eine Verwertbar
keit angenommen (Urteil des Bundesgerichts 8C_910/2015 vom 19.
Mai 2016
E. 4.3.2)
.
Zwar ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass sie in ihrem bisherigen Erwerbsleben lediglich in ihrer angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
tätig war, es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass
auf
de
m
relevante
n
ausgeglichene
n
Arbeitsmarkt
mit Blick auf das Leistungsprofil
durchaus
eine ausreichende Anzahl Arbeitsstellen zur Verfügung steh
en
. Insbesondere erfordern
die ihr zumutbaren
einfache
n
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten in der Regel keine lange Umstellungs- oder Einarbeitungszeit
(Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2020 vom 1
5.
Mai 2020 E. 5.2.3).
Entsprechend ist es auch de
r
Beschwer
deführer
in
zumutbar,
ihre
80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
gemäss
dem festgestellten Belastungsprofil
(E.
4.5
) zu v
erwerten.
Es bleibt der Einkommensvergleich vorzunehmen
.
6.
6.1
Das
Valideneinkommen
von
Selb
ständigerwerbenden
kann grundsätzlich auf der Basis der Einträge im Individuellen Konto (IK) bestimmt werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung schliesst jedoch nicht aus, dass auch bei Erwerbstätigen unter Umständen nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt wird.
Das trifft namentlich bei
Selb
ständigerwerbenden
zum einen dann zu, wenn auf Grund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Gesundheitsfall ihre nicht einträgl
iche selb
ständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser entlöhnte andere Tätigkeit angenommen hätte. Gleiches ist anzunehmen für den Fall, dass die vor der Gesundheitsb
eeinträchtigung ausgeübte selb
ständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Validenein
kommens
darstellt, zumal in den ersten
Jahren nach Aufnahme der selb
ständigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungs
quote auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind (
BGE 135 V 58 E. 3.4.6, Urteil des Bundesgerichts 8C_572/2021 vom 19. Januar 2022 E. 3.2 mit Hinweisen
).
Wenn sich hingegen die versicherte Person, auch als deren Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem b
escheidenen Einkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser entlöhnte Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten (Urteil des Bundesgerichts 9C_564/2020 vom 9. Dezember 2020
E. 4.2.1
mit Hinweis auf
BGE
135 V 58
E. 3.4.6).
6.2
Die Beschwerdeführer
in hat ihre selbständige Tätigkeit nicht aufgegeben.
Gemäss
IK-Auszug erzielte sie über Jahre ein bescheidenes
E
inkommen. Das letzte verbuchte Einkommen von 2018 betrug
Fr.
31‘200.-- (
Urk.
7/135/4).
Angepasst an die Nominallohnentwicklung (
Tabelle
T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2021
, Index Frauen
)
führt dies
bis zum frühestmöglichen Rentenbeginn im April 2021 (Ablauf Wartejahr
gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
, vgl. zum Beginn:
Urk.
7/136/5
)
zu
einem
Validenein
kommen
von
aufgerundet
Fr.
31‘988.-- (Fr. 31‘200.-- / 2732 x 2801)
.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.4
Die Beschwerdeführerin führt bislang keine angepasste Tätigkeit
gemäss
Belastungsprofil aus. Entsprechend ist das Invalideneinkommen anhand der Tabellenlöhne zu ermitteln (E. 6.3), wobei auf den standardisierten Medianlohn der Frauen für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Arbeit in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen ist (LSE
2018
, Tabellengruppe TA1_tirage_skill_level, Total, Niveau 1).
Dieser Tabellenlohn
auf dem Kompetenzniveau 1
umfasst
bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schweren Tätigkeiten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_350/2022 vom 9.
November 2022 E. 6.2.3)
.
Unter Berücksichtigung der frauenspezifischen Nominallohn
entwicklung von
2732
Punkten im Jahr
2018
auf 2801 Punkte im Jahr 2021 (vgl. Tabelle T39) und der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt dies ein Einkommen von gerundet
Fr.
56‘062.--
(Fr. 4'
371
.-- / 40 x 41.7 x 12 /
2732
x 2801). Bei einer leidensangepassten Arbeitsfähigkeit von 80 % resultiert dabei ein Invalideneinkommen von
Fr.
44‘850.--
.
Somit würde selbst bei Berücksichtigung des maximal möglichen Tabellenlohn
abzug
s
von 25 % - welcher vorliegend ohnehin nicht zur Anwendung gelangen würde - ein höheres Invalideneinkommen als
das
Valideneinkommen
resultieren und
es liegt
kein
IV-Grad respektive keine
invaliditätsbedingte
Erwerbseinbusse
vor
.
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
7.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu beurtei
len war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen und ausgangsgemäss
der
unterliegenden
Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Adrian Zogg
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLangone