# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65575d2f-5b41-56cf-bf0b-889193b0f270
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2014 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2014-25_0000-00-00.pdf

## Full Text

10/25 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2014

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Fristenlauf Baubewilligung.
– Der Beginn und das Ende des Fristenlaufs bei einer Bau- 

bewilligung stellt formelles Baurecht dar und richtet sich 
daher grundsätzlich nach kantonalem und nicht nach 
kommunalem Baurecht (E.3a).

– Kommunales Baurecht kommt nur noch dort zur An- 
wendung, wo das KRG ausdrücklich ergänzende oder 
abweichende Gemeindevorschriften zulässt oder die 
Gemeinde strengere Bauvorschriften erlassen hat, was 
vorliegend nicht der Fall ist (E.3b).

– Der Wortlaut von Art. 91 Abs. 2 KRG, wonach der Fris- 
tenlauf innert Jahresfrist «seit zulässigem Baubeginn» zu 
laufen beginnt, stellt für die Bauherrschaft eine Pri- 
vilegierung im Vergleich zum früheren Wortlaut – ab
«Rechtskraft der Baubewilligung» – dar, da bereits di- rekt 
nach Erhalt der schriftlichen Genehmigung gebaut werden 
darf; diese Regelung gilt auch für den Fristen- lauf 
bezüglich Beginn und Ende der schriftlichen Eröff- nung 
bzw. Mitteilung der Baubewilligung an die Bau- 
herrschaft (E.3c).

– Der Ausübung und Vollstreckbarkeit einer Baubewilli- 
gung können aber noch rechtliche oder tatsächliche 
Hindernisse im Wege stehen; der Baubeginn kann des- 
halb bis zur Erfüllung der in der Baubewilligung ge- 
nannten Auflagen oder Bedingungen hinausgeschoben 
werden; der Beginn des Fristenlaufs setzt somit eine
«vorbehaltslose Baufreiheit» nach Erhalt der Baubewil- 
ligung voraus (E.3d).

– Das Abstellen auf die Vollstreckbarkeit anstatt auf die 
Rechtskraft der Baubewilligung kann zu einer Schlech- 
terstellung der Bauherrschaft führen; um eine Benach- 
teiligung zu verhindern, sollte die Bauherrschaft selber 
beim Gericht Antrag auf Erteilung der aufschiebenden 
Wirkung (der Beschwerde) stellen; in solchen Fällen 
sind die Anwältinnen und Anwälte zu erhöhter Sorgfalt und 
Aufmerksamkeit verpflichtet, um den Fristenlauf 
gesetzeskonform zu verlängern; auch könnte direkt bei der 
Baubewilligungsbehörde ein Gesuch auf Verlänge- rung 
der Baufrist für die Dauer des hängigen Rechtsmit- 
telverfahrens gestellt werden, um so die Gültigkeit der 
Baubewilligung bis zum Abschluss des Verfahrens zu si- 
chern (E.3e).

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– Eine rechtsmissbräuchliche Verzögerungstaktik für die 
Erfüllung der verlangten Bauauflagen (Energienachweis 
und Feuerpolizeibewilligung) liegt hier nicht vor (E.3f).

Decorrenza dei termini per l’inizio dei lavori di costru- 
zione.
– L’inizio e la scadenza dei termini di validità di una li- 

cenza di costruzione costituiscono diritto edilizio forma- le 
che si conforma pertanto di principio alle regole can- tonali 
e non alla normativa edilizia comunale (cons. 3a).

– Il diritto comunale trova applicazione unicamente lad- 
dove la LPTC ammette espressamente delle disposi- 
zioni comunali completive o divergenti oppure se il co- 
mune ha emanate disposizioni edilizie più restrittive, 
cosa che nel caso in oggetto non è data (cons. 3b).

– La formulazione dell’art. 91 cpv. 2 LPTC giusta la quale il 
termine di un anno inizia a decorrere dalla data «d’inizio 
ammissibile dei lavori» rappresenta un privilegio per la 
committenza in rapporto al precedente disposto – rife- rito 
alla «crescita in giudicato della licenza edilizia» – poiché 
è dato costruire immediatamente dopo l’intima- zione della 
licenza scritta; questa regola vale anche per la decorrenza 
del termine riguardo l’inizio e la scadenza dell’intimazione 
scritta rispettivamente della comuni- cazione della licenza 
di costruzione alla committenza (cons. 3c).

– All’esercizio e all’esecutorietà di una licenza edilizia 
possono però opporsi anche problemi giuridici o di 
fatto; l’inizio dei lavori può pertanto essere procrasti- 
nato fino al soddisfacimento delle condizioni o dei vin- coli 
posti nella licenza edilizia; la decorrenza del termine 
presuppone pertanto una «incondizionata libertà di co- 
struire» dopo la ricezione della licenza di costruzione 
(cons. 3d).

– Il fatto di fondarsi sull’esecutorietà anziché sulla cre- 
scita in giudicato di una licenza edilizia può però anche 
portare ad un peggioramento della situazione della 
committenza; per evitare tale svantaggio la commit- 
tenza stessa dovrebbe richiedere al Tribunale la conces- 
sione dell’effetto sospensivo al ricorso; avvocate e av- 
vocati sono in questi casi tenuti a dar prova di una 
accresciuta cura e attenzione, onde protrarre legal-

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mente la scadenza del termine; un’altra possibilità è 
quella di introdurre direttamente all’autorità edilizia una 
richiesta di prolungamento del termine di co- struzione 
per la durata della pendente procedura ricor- suale per 
così garantire la validità della licenza di co- struzione 
fino alla conclusione del procedimento (cons. 3e).

– Non è nell’evenienza ravvisabile un ritardo tattico abu- 
sivo di diritto per l’adempimento delle richieste condi- 
zioni edilizie (presentazione del calcolo energetico e 
del permesso della polizia del fuoco) (cons. 3f).

Erwägungen:
3. a) Materiell gilt es den Beginn und das Ende des Fris- 

tenlaufs bei einer Baubewilligung zu klären. Ausgangspunkt bildet 
Art. 91 Abs. 1 KRG, wonach mit Bauvorhaben begonnen werden 
darf, sobald die Baubewilligung schriftlich vorliegt. Vorbehalten 
bleiben anderslautende Anordnungen in einem Rechtsmittelver- 
fahren. Nach Art. 91 Abs. 2 KRG erlöschen Baubewilligungen, 
wenn mit den Bauarbeiten nicht innert Jahresfrist seit zulässigem 
Baubeginn begonnen worden ist. Bauvorhaben sind innert zwei 
Jahren nach Baubeginn zu vollenden. Die für die Baubewilligung 
zuständige Behörde kann diese Fristen auf begründetes Gesuch 
hin angemessen verlängern. Diese Bauvorschrift gehört zum for- 
mellen Baurecht im Sinne von Art. 107 Abs. 2 Ziff. 6 KRG letzter 
Satz, worin bestimmt wird: Wo dieses Gesetz (KRG) ergänzende 
oder abweichende kommunale Vorschriften zulässt, findet das be- 
stehende kommunale Recht weiterhin Anwendung. Vorbehalten 
bleiben ferner allgemein strengere Vorschriften der Gemeinden 
(vgl. dazu Arbeitshilfe zum KRG, Departement für Volkswirtschaft 
und Soziales Graubünden, ein Hilfsmittel für die Rechtsanwen- 
dung vom 1. Dezember 2010, S. 93 in fine). Das KRG löste somit 
nach seinem Inkrafttreten per 1. November 2005 das bestehende 
diesbezügliche kommunale Baugesetz (BG) der Beschwerde- 
gegnerin ab; im konkreten Fall war dies Art. 143 Abs. 1 BG, welcher 
vorsieht, dass «eine Baubewilligung erlischt, wenn der Bau nicht 
binnen eines Jahres nach ihrer Rechtskraft begonnen wird». So- 
dann wird in Art. 137 Abs. 1 BG aufgelistet, welche Unterlagen und 
Dokumente einem Baugesuch noch beizulegen sind; so u. a. ein 
Energienachweis gemäss kantonaler und kommunaler Vorschrif- 
ten (Art. 137 Abs. 1 lit. k BG) und die für die feuerpolizeilichen Be- 
lange notwendigen Unterlagen (Art. 137 Abs. 1 lit. n BG).

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b) Der Beschwerdegegner behauptet, es sei vorliegend 
Art. 143 Abs. 1 BG anwendbar. Diese Rechtsauffassung ist aber 
nicht richtig, da es sich dabei um eine für die Bauherrschaft we- 
niger strenge Vorschrift als Art. 91 Abs. 2 KRG handelt. Bei Art. 143 
Abs. 1 BG wird für den Beginn des Fristenlaufs nämlich gerade 
nicht auf die Vollstreckbarkeit, sondern auf die – regelmässig spä- 
ter eintretende – Rechtskraft abgestellt. Art. 91 Abs. 2 KRG dero- 
giert und ersetzt deshalb im konkreten Fall Art. 143 Abs. 1 BG, wo- 
mit letztere Bestimmung hier nicht zum Zuge kommt.

c) Umstritten ist vor allem die Bedeutung der Formulie- 
rung in Art. 91 Abs. 2 KRG «innert Jahresfrist seit zulässigem Bau- 
beginn». Die Beschwerdegegnerin hält dafür, dass der «zulässige 
Baubeginn» mit der Rechtskraft der Baubewilligung gleichzuset- 
zen sei und begründet dies mit derTatsache, dass mit Art. 91 Abs. 1 
KRG die Bauherrschaft (hier der Beschwerdegegner) habe privile- 
giert behandelt werden sollen und es nicht sein könne, dass 
während eines noch laufenden gerichtlichen Verfahrens faktisch 
quasi ein Bauzwang bestünde, wollte man bloss vermeiden, dass 
eine erteilte Baubewilligung nicht wieder verfiele.

In Art. 5 Abs. 3 des alten Raumplanungsgesetzes für den 
Kanton Graubünden vom 20. Mai 1973 (aKRG) war noch vorgese- 
hen, dass Bauten und Anlagen, die eine Bewilligung erfordern, erst 
begonnen werden dürfen, wenn die Baubewilligung rechtskräftig 
ist, es sei denn, die Baubehörde gestatte den Baubeginn schon vor- 
her. In Art. 10 Abs. 4 aKRG wurde weiter stipuliert: Eine Baubewil- 
ligung erlischt, wenn der Gesuchsteller nicht innert eines Jahres 
seit Eintritt der Rechtskraft den Bau beginnt und ohne erhebliche 
Unterbrechungen weiterführt. – Anlässlich der Totalrevision des 
kantonalen Raumplanungsgesetzes 2004/2005 schlug die Regie- 
rung im Entwurf (E-) u. a. Art. 96 E-KRG vor. Besagte Vorschrift im 
Entwurf ist identisch mit dem heutigen Art. 91 KRG. In ihrer Bot- 
schaft schrieb die Regierung damals, dass Abs. 1 den Baubeginn 
regle. Die bisherige Regelung werde zu Gunsten des Bauherrn in 
dem Sinne gelockert, dass mit den Bauarbeiten grundsätzlich be- 
reits im Zeitpunkt der schriftlichen Eröffnung der Baubewilligung 
(statt erst im Zeitpunkt der Rechtskraft der Baubewilligung, d. h. 
nach Ablauf der [damals] 20-tätigen Rekursfrist) begonnen werden 
dürfe. Der Vorbehalt im zweiten Satz beziehe sich auf Fälle, in de- 
nen beim Verwaltungsgericht Rekurs [heute Beschwerde] erhoben 
worden sei; diesfalls sei denkbar, dass der Gerichtspräsident die 
Bauarbeiten von Amtes wegen auf Antrag des Rekurrenten [heute 
Beschwerdeführer] mit vorsorglicher Verfügung gemäss [damals

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gültigem] Art. 31 VGG einstelle. Abs. 2 regle in Übereinstimmung 
mit dem bisherigen Recht (vgl. Art. 10 Abs. 4 aKRG) das Erlöschen 
der Baubewilligung (also ein Jahr ab Rechtskraft der schriftlich er- 
teilten Baubewilligung; vgl. zum Ganzen: Botschaft der Regierung 
zum neuen Raumplanungsgesetz, Heft Nr. 3/2004–2005 [E-] Art. 96,
S. 366). In der grossrätlichen Debatte (erste und zweite Lesung) 
wurde diese Bestimmung sodann diskussionslos angenommen 
(vgl. Auszug aus dem Grossratsprotokoll vom 25. August  2004, [E-
] Art. 96, S. 386). Zwar steht in der Botschaft, dass Abs. 2 in Über- 
einstimmung mit dem bisherigen Recht (Art. 10 Abs. 4 aKRG) das 
Erlöschen der Baubewilligung regle. Damit konnte aber sicherlich 
nicht gemeint sein, dass weiterhin die Rechtskraft der Baubewilli- 
gung den Fristenbeginn auslöst. Letztere Variante kann trotz der 
(unglücklichen, weil missverständlichen) Formulierung in der Bot- 
schaft nicht zutreffend sein, ansonsten es doch ein Leichtes gewe- 
sen wäre, den bisherigen Wortlaut «innert eines Jahres seit Eintritt 
der Rechtskraft» einfach ins KRG [2005] zu übernehmen. Stattdes- 
sen wurde vielmehr bewusst neu die Formulierung «seit zulässi- 
gem Baubeginn» gewählt. Nach Art. 91 Abs. 1 KRG ist der Baube- 
ginn demnach zulässig (d. h. «Bauvorhaben dürfen begonnen 
werden»), sobald die Baubewilligung schriftlich vorliegt. Die Be- 
schwerdegegnerin führt dazu vorerst zu Recht aus, dass mit Art. 91 
Abs. 1 KRG [2005] die Bauherrschaft (hier Beschwerdegegner) be- 
vorzugt behandelt werden sollte, indem in der Regel ein früherer 
Baubeginn als nach Art. 10 Abs. 4 aKRG [1973] möglich sein sollte. 
Dies bedeutet jedoch noch nicht, dass man die Bauherrschaft auch 
bezüglich des Beginns des Fristenlaufs gemäss Art. 91 Abs. 2 KRG 
privilegieren wollte. Jedenfalls enthält die Botschaft der Regierung 
zu Abs. 2 keinerlei Hinweise für eine Sonderbehandlung bzw. Pri- 
vilegierung/Bevorzugung der Bauherrschaft. Vielmehr ist anzu- 
nehmen, dass man mit der Abkehr vom Fristenlaufbeginn ab 
Rechtskraft den Fristenlaufbeginn an die geänderte Vorschrift von 
Art. 91 Abs. 1 KRG anpassen wollte, womit eben konsequenter- 
weise der Fristenlauf (stets im Grundsatz) mit dem Vorliegen der 
schriftlichen Baubewilligung beginnt. Andernfalls hätte – wie be- 
reits erwähnt – die bisherige Formulierung (Beginn ab Rechtskraft 
der Baubewilligung) unverändert beibehalten werden müssen. 
Nach dem Gesagten ist als erstes Zwischenergebnis folglich davon 
auszugehen, dass die Baufrist nach Art. 91 Abs. 2 KRG nicht erst 
bei der Rechtskraft der Baubewilligung, sondern bereits früher bei 
der schriftlichen Eröffnung bzw. Mitteilung der Baubewilligung an 
die Bauherrschaft zu laufen beginnt.

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d) Laut Art. 91 Abs. 1 KRG soll also neuerdings schon vor 
der Rechtskraft der Baubewilligung mit dem Bau begonnen wer- 
den dürfen. Voraussetzung dafür sollte nach dem Wortlaut des Ge- 
setzestextes (nur) das Vorliegen einer schriftlichen Baubewilligung 
sein. Nun ist aber nicht jede Baubewilligung, welche schriftlich 
vorliegt, auch vollstreckbar. Vielmehr können einer sofortigen Aus- 
übung bzw. Vollstreckbarkeit einer grundsätzlich erteilten Baube- 
willigung noch gewisse (rechtliche oder tatsächliche) Hindernisse 
im Wege stehen, wie z. B. Kontingentierungen (vgl. Urteile des Ver- 
waltungsgerichtes des Kantons Graubünden R 12 82 vom 23. Ok- 
tober 2012 E.4b und R 13 235 vom 20. Mai 2014 E.4b) oder eben – 
wie im konkreten Fall – Bedingungen und Auflagen (vgl. im Sach- 
verhalt Ziff. 1 Feuerpolizeibewilligung [Auflage Ziff. 4] sowie Ener- 
gienachweis [Auflage Ziff. 5]), die den möglichen Baubeginn bis zu 
deren Eintreten respektive deren Erfüllung hinausschieben. Ob 
dies der Fall ist, muss jeweils im Einzelfall sorgfältig geprüft wer- 
den. Dabei ist selbstverständlich, dass das Eintreten von Bedin- 
gungen respektive die Erfüllung von Auflagen und/oder Bedin- 
gungen nicht rechtsmissbräuchlich hinausgezögert werden darf. 
Unter dem Begriff der Vollstreckbarkeit ist somit die «vorbehalts- 
lose Baufreiheit» nach Erhalt der Baubewilligung und der Erfül- 
lung der darin enthaltenen Zusatzbedingungen und Nebenaufla- 
gen gemeint. Als zweites Zwischenergebnis kann infolgedessen 
festgehalten werden, dass für den Fristbeginn nicht bloss die 
schriftliche Baubewilligung, sondern auch noch deren effektive 
Vollstreckbarkeit vorliegen muss (im Resultat gleich: Urteile des 
Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden R 12 82 vom
23. Oktober 2012 E.4b und R 13 235 vom 20. Mai 2014 E.4b).

e) Wenn aber gemäss Art. 91 KRG [2005] letztlich auf die 
Vollstreckbarkeit statt auf die Rechtskraft der Baubewilligung ab- 
gestellt wird, ist dies für die Bauherrschaft (hier Beschwerdegeg- 
ner) gegenüber dem früheren Art. 10 aKRG [1973] gar keine Pri- 
vilegierung, sondern vielmehr eine Schlechterstellung und kann in 
der Tat dazu führen, dass während eines laufenden gerichtlichen 
Verfahrens die Baufrist abläuft, wenn die Bauherrschaft bzw. de- 
ren Anwalt nichts dagegen unternimmt. Um dies zu verhindern, 
sollte die Bauherrschaft, sofern sie während eines hängigen 
Rechtsmittelverfahrens (noch) nicht bauen will oder darf, selber 
und in eigener Regie beim zuständigen Gericht den Antrag auf Er- 
teilung der aufschiebenden Wirkung gemäss Art. 53 Abs. 2 VRG 
vor Verwaltungsgericht bzw. Art. 103 Abs. 3 BGG vor dem höchst- 
instanzlichen Gericht der Schweiz stellen. In solchen Fällen sind

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die Bauherrschaft und namentlich ihre Anwältinnen und Anwälte 
demnach zu erhöhter Sorgfalt und Aufmerksamt verpflichtet. Wird 
einem Gesuch der Bauherrschaft um aufschiebende Wirkung der 
erteilten Baubewilligung entsprochen, was angesichts der Interes- 
senlage normalerweise sicher der Fall sein dürfte, wird der Beginn 
des Fristenlaufs aber bereits entsprechend hinausgeschoben. Die 
andere Möglichkeit wäre, bei der sachlich und örtlich zuständigen 
Baubewilligungsbehörde nach Art. 91 Abs. 2 (letzter Satz) KRG di- 
rekt selbst ein Gesuch um Verlängerung der Baufrist für die Dauer 
des Rechtsmittelverfahrens respektive für eine angemessene Zeit 
über den Eintritt der Rechtskraft derselben hinaus zu stellen. Da- 
mit werden die Ausführungen der Beschwerdegegnerin betref- 
fend Eintreten eines Bauzwangs oder einer Bauverpflichtung rela- 
tiviert. Der Beschwerdegegnerin ist jedoch darin Recht zu geben, 
dass die Regelung des Fristbeginns in Art. 91 Abs. 2 KRG nicht 
glücklich ist. Dies zu ändern ist aber nicht Sache des rechtsanwen- 
den Gerichts, sondern alleine diejenige des Gesetzgebers.

f) Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht argumentiert, 
fehlt es vorliegend der Baubewilligung bei deren Ergehen auf- 
grund der Auflagen in Ziff. 4 (Feuerpolizeibewilligung) und Ziff. 5 
(Energienachweis) an deren Vollstreckbarkeit. Nach Ziff. 4 musste 
das Feuerpolizeigesuch nach Ablauf der Beschwerdefrist – das 
heisst erst nach Eintritt der Rechtskraft – von der Beschwerdegeg- 
nerin dem kantonalen Amt zur Prüfung übergeben werden. Vor 
Baubeginn musste die betreffende FPA-Bewilligung vorliegen. 
Nachdem die Rechtskraft der Baubewilligung erst nach dem 5. No- 
vember 2013 (Datum der Mitteilung des bundesgerichtlichen Ur- 
teils 1C_523/2012 vom 14. Oktober 2013) eintrat, fing die Baufrist 
laut Art. 91 Abs. 2 KRG im konkreten Fall ebenfalls erst danach zu 
laufen. In Ziff. 5 wurde von der Beschwerdegegnerin sodann glei- 
chermassen zur Bedingung gemacht, dass der  Energienachweis 
vor Baubeginn genehmigt werden muss, und zwar nach dem neu- 
esten Stand der Technik und nach den neuen Energievorschriften 
des Kantons. Dies bedeutet, dass vor Baubeginn der Energienach- 
weis noch überarbeitet werden und vor Baubeginn dessen Ge- 
nehmigung vorliegen musste. Nach Auffassung des Gerichts kann 
weder dem Beschwerdegegner (Bauherr) noch der Beschwerde- 
gegnerin (Gemeinde) vorgeworfen werden, sie hätten die diesbe- 
züglichen Verfahren verschleppt. Die Weiterleitung des Gesuchs 
um feuerpolizeiliche Bewilligung hatte erst nach dem Eintritt der 
Rechtskraft der Baubewilligung zu erfolgen. Der Beschwerdegeg- 
ner hat im Übrigen sowohl das Gesuch nach Ziff. 4 als auch das

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Gesuch nach Ziff. 5 zusammen bereits mit dem ursprünglichen 
Baugesuch vom 15. November 2011 eingereicht. Die von der Be- 
schwerdeführerin insinuierte Verzögerungstaktik hat also in keiner 
Art und Weise stattgefunden. War also die Baubewilligung nach 
dem Gesagten frühestens nach Vorliegen der feuerpolizeilichen 
Bewilligung vom 16. Januar 2014 (Angabe der Beschwerdegegne- 
rin) vollstreckbar, fing auch die Baufrist nach Art. 91 Abs. 2 KRG 
erst danach zu laufen an. Folglich ist Ziff. 2 der angefochtenen Ver- 
fügung vom 25. Februar 2014 zu Recht ergangen, worin die Be- 
schwerdegegnerin das Gesuch der Beschwerdeführerin – den Ver- 
fall der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 festzustellen – 
abgewiesen und festgestellt hat, dass diese Baubewilligung noch 
gültig sei.
R 14 40 Urteil vom 30. September 2014