# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** effbd0d3-684d-5d31-9dbf-4f44851e4ce8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 27.08.2021 ZK1 2021 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-95_2021-08-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 27. August 2021

Referenz ZK1 21 95

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Gesuchstellerin
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

C._____
Gesuchsgegner
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel
Bahnhofstrasse 56, 7203 Landquart, 

Gegenstand Rückführung der Kinder

Mitteilung XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

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Sachverhalts

A. Mit Eingabe vom 5. Juli 2021 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchstellerin) 
beim Kantonsgericht von Graubünden gestützt auf das HKÜ (Haager Überein-
kommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung [SR 
0.211.230.02]) ein Gesuch um Rückführung ihres Sohnes B.________, geboren 
am _____ 2010, und ihrer Tochter D.________, geboren am _____ 2011, nach 
E.________ (BEL) sowie ein Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen 
betreffend die Rückführung der Kinder einreichen, wobei sie in Ersterem die fol-
genden Anträge stellte:

1. Es sei gestützt auf das Haager-Übereinkommen vom 25.10.1980 über 
die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung die Rück-
führung von B.________, geb. _____2010, und D.________, geb. 
_____2011, nach E.________, Belgien, anzuordnen.

2. Es seien mit dem Rückführungsentscheid Vollstreckungsmassnahmen 
zu verbinden.

3. Es seien die Pässe und Identitätskarten von B.________, Passnum-
mer G.________, ID H.________, und D.________, Passnummer 
I.________, ID J.________, an die Gesuchstellerin auszuhändigen.

4. Es sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Prozessführung und Ver-
beiständung durch die Unterzeichnende zu gewähren.

5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

B. Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Juli 2021 wurde Rechtsanwältin Di-
ana Honegger als Kindesvertreterin (nachfolgend: Kindesvertreterin) eingesetzt 
und ihr zugleich Frist eingeräumt, bis zum 26. Juli 2021 eine allfällige Stellung-
nahme einzureichen und die aus ihrer Sicht nötigen Anträge zu stellen. Die Kin-
desvertreterin wurde aufgrund einer aktuellen Gefährdungsmeldung angewiesen, 
vorerst nur Kontakt mit der bereits involvierten KESB Nordbünden sowie der von 
der KESB Nordbünden eingesetzten Beiständin aufzunehmen.

C. Die Kindesvertreterin reichte mit Eingabe vom 16. Juli 2021 eine aufgrund 
des impliziten Verbots der Kontaktaufnahme mit den Kindern als vorläufig be-
zeichnete Stellungnahme mit folgenden Anträgen zu den vorsorglichen Massnah-
men und zum Hauptverfahren ein:

1. Die Anträge der Gesuchstellerin vom 5. Juli 2021 auf Anordnung 
von vorsorglichen Massnahmen seien abzuweisen.

2. Es sei bei einem Erwachsenenpsychiater eine gestützt auf die 
Aktenlage abzugebende Risikoanalyse mit fachlichen Empfeh-
lungen einzuholen.

3. Die Kinder seien durch die zuständige Richterperson persönlich 
anzuhören.

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4. Es sei die soziale Lage der Kinder an ihrem bisherigen Aufent-
haltsort unter Miteinbezug der Zentralbehörde (Bundesamt für 
Justiz) abzuklären bzw. abklären zu lassen.

5. Es sei zu prüfen, ob das Zurückhalten der Kinder widerrechtlich 
im Sinne von Art. 3 HKÜ ist.

6. Das Verfahren sei innert dem gesetzlich vorgesehenen Rahmen 
und möglichst gestrafft durchzuführen.

7. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge

D. Mit Eingabe vom 26. Juli 2021 bezog die Gesuchstellerin Stellung und be-
antragte die Abweisung der Rechtsbegehren Ziffer 1, 2 und 4. Sinngemäss für den 
Fall der Gutheissung von Rechtsbegehren Ziffer 2 (Risikoanalyse) schlug die Ge-
suchstellerin namentlich genannte Arztpersonen vor, u.a. Frau Dr. med. F._____, 
Psychiatrische Dienste Graubünden.

E. Am 28. Juli 2021 wurde die KESB Nordbünden um Edition der vollständigen 
Akten betreffend der Kinder A.________ ersucht, welche dem Kantonsgericht tags 
darauf überbracht wurden. 

F. Mit prozessleitender Verfügung vom 4. August 2021 wurde Dr. med. 
F._____ (nachfolgend: Gutachterin) mit der aktenbasierten Kurzbegutachtung von 
C._____ betraut. Das Gutachten ging beim Gericht am 9. August 2021 ein.

G. Mit Zwischenverfügung vom 11. August 2021 wurde die superprovisorische 
Unterbringung der Kinder für die Dauer des Rückführungsverfahrens bei der Ge-
suchstellerin verfügt. Die Gesuchstellerin wurde verpflichtet, das Gebiet des Kan-
tons Graubünden nicht zu verlassen und dafür zu sorgen, dass auch die Kinder 
dieses nicht verlassen, dem Kantonsgericht, der Vollstreckungsbehörde und der 
Kindesvertreterin den Aufenthaltsort der Kinder und einen allfälligen Wechsel des-
selben unverzüglich bekanntzugeben. C._____ wurde verpflichtet, sämtliche Rei-
sedokumente der Kinder den Beamten der Kantonspolizei Graubünden zuhanden 
des Kantonsgerichts auszuhändigen. Die bis zu diesem Zeitpunkt eingereichten 
Rechtsschriften und ergangenen Verfügungen wurden dem Gesuchsgegner mit 
der Zwischenverfügung vom 11. August 2021 zugestellt.

H. Am 17. August 2021 teilte Rechtsanwältin Däppen dem Kantonsgericht den 
Aufenthaltsort der Kinder telefonisch mit.

I. Die persönliche Anhörung der Kinder fand am Freitag 20. August 2021 
statt.

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J. Mit Verfügung vom 20. August 2021 wurde Rechtsanwalt Vogel als amtli-
cher Rechtsbeistand von C._____ eingesetzt. 

K. Mit Eingabe vom 23. August 2021 bezog C._____ (nachfolgend: Gesuchs-
gegner) Stellung und stellte folgende Anträge:

Hauptantrag

1. Das Gesuch vom 05. Juli 2021 (ZK1 21 95) betreffend Anordnung der 
Rückführung von B.________ und D.________ sei abzuweisen und es 
sei auf eine Rückführung der Kinder zu verzichten.

2. Die Verfügung vom 11. August 2021 (ZK1 21 96) betreffend vorsorgli-
che Massnahmen sei aufzuheben.

3. Die beiden Kinder B.________ und D.________ seien unverzüglich 
dem Gesuchsgegner und Kindsvater zu übergeben.

Eventualantrag

4. Es sei vor Erlass eines Entscheids betreffend Anordnung der Rück-
führung der beiden Kinder B.________ und D.________ ein Gutachten 
einzuholen, das sich im Hinblick auf die mit einer allfälligen Rück-
führung verbundenen schwerwiegenden Gefahr eines körperlichen 
oder seelischen Schadens für die Kinder sowie zur Frage äussert, ob 
die Kinder dadurch in eine unzumutbare Lage gebracht werden.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuch-
stellerin.

L. Rechtsanwältin Honegger und Rechtsanwalt Vogel erklärten sich mit dem 
Verzicht der Gesuchstellerin auf die Bestellung eines Dolmetschters für die Ge-
suchsverhandlung und damit, dass sie sich an derselben auf Englisch äussern 
werde, allenfalls unterstützt durch Übersetzungen von Rechtsanwältin Däppen, 
telefonisch einverstanden.

M. Mit Verfügung vom 24. August 2021 beschloss die KESB Nordbünden, 
dass die Kinder am Tag der Gesuchsverhandlung durch ihre Grossmutter mütterli-
cherseits, K.________, an ihrem derzeitigen Wohnort betreut werden.

N. Mit Verfügung vom 27. August 2021 delegierte die Geschäftsleitung der 
KESB Graubünden vorsorglich den allfälligen Vollzug des Endentscheids im vor-
liegenden Verfahren an die KESB Nordbünden.

O. Die Gesuchsverhandlung mit persönlicher Anhörung der Parteien fand
heute in Anwesenheit der Parteien, ihrer Vertreter, der Kindesvertreterin und 
zweier Polizisten der Kantonspolizei Graubünden statt.

P. Die Gesuchstellerin ergänzte ihre Rechtsbegehren anlässlich der heutigen 
Gesuchsverhandlung wie folgt:

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1. Ziff. 3 der Rechtsbegehren vom 5. Juli 2021 (Aushändigung Schweizer 
Pässe und IDs) wird dahingehend ergänzt, dass das Ausweiszentrum 
Chur, Gäuggelistrasse 7, 7001 Chur, im Sinne einer Schutzmassnah-
me anzuweisen sei, im System vorzumerken, dass für B.________ 
und D.________ nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis beider El-
ternteile Pässe und/oder Identitätskarten ausgestellt werden dürfen.

2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin die 
Kosten für Reise und Rückgabe der Kinder von CHF 2'625 zu erset-
zen.

An den Anträgen vom 5. Juli wird festgehalten.

Q. Der Gesuchsgegner und die Kindesvertreterin hielten an ihren Rechtsbe-
gehren und Anträgen fest. Die Kindesvertreterin erklärte, ihren Antrag auf Einho-
lung eines Sozialberichts (Rechtsbegehren Ziffer 4) explizit auch im Hauptverfah-
ren zu stellen.

Erwägungen

1. Nach Art. 7 BG-KKE (Bundesgesetz über internationale Kindesentführung 
und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen 
[SR 211.222.32]) ist das Kantonsgericht Graubünden für die Beurteilung von 
Rückführungsgesuchen nach dem HKÜ zuständig, da die Kinder sich im Zeitpunkt 
der Einreichung des Gesuches am 5. Juli 2021 in Graubünden (L.________) auf-
hielten (act. B.16; act. B.5). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit 
für Zivilfälle, bei denen das Kantonsgericht einzige kantonale Instanz ist, bei der 
1. Zivilkammer (Art. 6 Abs. 1 KGV [BR 173.100]).

2. Vorbemerkungen

Die Parteien sind die unverheirateten Eltern der beiden Kinder. Sie haben sich im 
Jahr 2013 getrennt (act. B.2). Der Sohn B.________ ist aktuell 11-jährig und die 
Tochter D.________ ist 10-jährig. Das Familiengericht E.________ hat in seinem 
Urteil vom 15. Dezember 2015 und 2. Oktober 2018 entschieden, dass die Kinder 
jedes zweite Wochenende und die Hälfte der Schulferien beim Gesuchsgegner 
verbringen und Auslandreisen mit den Kindern nur mit der ausdrücklichen Zu-
stimmung des jeweils anderen Elternteils erlaubt sind. Es hat zudem festgehalten, 
dass sich der Hauptwohnsitz der Kinder bei der Mutter in E.________ befindet. 
Der Entscheid wurde vom Berufungsgericht E.________ mit Urteil vom 25. Juni 
2019 bestätigt (act. B.2; act. B.7). Am 1. September 2020 meldete der Vater sei-
nen und den Wohnsitz der Kinder in M.________ (Basel-Landschaft) an (act. B.3). 
Am 1. Dezember 2020 mietete er ein Haus mit Stall in L.________, Graubünden; 
act. B.4) und am 1. April 2021 nahm er die Wohnsitzanmeldung für sich und die 
Kinder in L.________ vor (act. B.5) Zwei Tage darauf, am 3. April 2021 holte er 

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die Kinder bei der Gesuchstellerin zur Ausübung des Ferienrechts ab, wobei er mit 
ihr in Abweichung zu der Regelung gemäss Berufungsurteil vereinbarte, die erste 
Ferienwoche mit den Kindern zu verbringen und diese am 11. April 2021 (Rück-
gabe der Kinder gemäss Berufungsurteil am 18. April 2021, Schulbeginn der Kin-
der am 19. April 2021) der Gesuchstellerin zurückzubringen (act. A.1, 12). Der 
Gesuchsgegner teilte der Gesuchstellerin am 11. April 2021 mit, dass er die Kin-
der nicht zurückbringen werde (act. B.6 [beigefügter Chatverlauf]). Am 19. April 
2021 meldete sich der Gesuchsgegner bei der KESB Nordbünden. Am 27. April 
2021 wandte sich die Gesuchstellerin an die Zentralbehörde in Belgien und ver-
langte die Rückführung der Kinder. Das Bundesamt für Justiz als zentrale Behörde 
des Bundes übermittelte am 1. Juni 2021 dem Gesuchsgegner eine Mediationsan-
frage per E-Mail, die der Gesuchsgegner nicht klar beantwortete. Nach Durch-
führung eines Abklärungsverfahrens errichtete die KESB Nordbünden mit Ent-
scheid vom 3. Juni 2021 eine Beistandschaft für die Kinder (act. B.17), mit dem 
Einverständnis beider Elternteile (act. B.17, I.I; KESB act. 58 [Gesuchsgegner], 
KESB act. 62 [Gesuchstellerin]). Gemäss Angaben der Gesuchstellerin ist ein Ver-
fahren am Familiengericht E.________ hängig betreffend die Zuteilung des alleini-
gen Sorgerechts an die Gesuchstellerin (act. B.6]).

3. Anwendbarkeit HKÜ: Gewöhnlicher Aufenthalt

3.1. Der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes in einem Vertragsstaat ist nach 
Art. 4 HKÜ eine Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Übereinkommens und 
der gewöhnliche Aufenthalt im Herkunftsstaat ist gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. a HKÜ 
eine Rückführungsvoraussetzung (BGer 5A_764/2009, 5A_778/2009 v. 11.1.2010 
E. 2.1). Negative Anwendungsvoraussetzung ist, dass das Kind das 16. Lebens-
jahr noch nicht vollendet hat (Art. 4 HKÜ).

3.2. Der gewöhnliche Aufenthalt im Sinne des HKÜ wird vertragsautonom aus-
gelegt. Es ist darunter der tatsächliche Mittelpunkt der Lebensführung des Kindes 
zu verstehen (BGE 110 II 119 E. 3; vgl. BGE 117 II 334 E. 4d), welcher sich aus 
der tatsächlichen Dauer des Aufenthaltes und den dadurch begründeten Bezie-
hungen oder aus der voraussichtlichen Dauer des Aufenthalts und der damit zu 
erwartenden Integration ergibt (grundlegend: BGer 5P.367/2005 v. 15.11.2005 
E. 5.1). Der gewöhnliche Aufenthalt bestimmt sich aufgrund der nach aussen er-
kennbaren tatsächlichen Umstände; innere Umstände, wie etwa der Wille, sind 
dabei nicht massgebend. In der Regel fällt der gewöhnliche Aufenthalt mit dem 
Lebensmittelpunkt mindestens eines Elternteils zusammen (siehe dazu BGE 129 
III 288 E. 4.1 und BGer 5A_427/2009 v. 27.7.2009 E. 3.2; 5A_650/2009 v. 
11.11.2009 E. 5.2).

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3.3. Die Kinder haben bisher, und auch unmittelbar vor ihrer Übergabe an den 
Gesuchsgegner, in Belgien unter der Obhut der Gesuchstellerin und zusammen 
mit zwei jüngeren Halbgeschwistern gelebt, dort weitere familiäre (Stiefvater, 
Grosseltern) und freundschaftliche Beziehungen gepflegt und die Schule, Sport- 
und Musikunterricht besucht (KESB act. 18; KESB act.19). Bis zu den Weih-
nachtsferien im Jahr 2020 in Says übte der Gesuchsgegner das Besuchsrecht 
nach eigenen Angaben ebenfalls in Belgien aus; er reiste nach seinem Umzug in 
die Schweiz im letzten Jahr jeweils per Flugzeug zurück nach Belgien (KESB 
act. 14). Die Voraussetzung des gewöhnlichen Aufenthaltes der Kinder in Belgien 
– einem Vertragsstaat des HKÜ – ist somit ohne Weiteres erfüllt und da auch bei-
de Kinder das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die Anwendbarkeit des 
HKÜ gegeben.

4. Rückführungstatbestand: Widerrechtliches Verbringen

4.1. Gemäss Art. 3 Abs. 1 HKÜ kann eine Kindesentführung entweder durch 
widerrechtliches Verbringen oder Zurückhalten verübt werden. Ein Zurückhalten 
ist gegeben, wenn das Kind rechtmässig in einen anderen Vertragsstaat gebracht 
wurde, beispielsweise um einen dort lebenden Elternteil zu besuchen, und nach 
Ablauf des rechtmässigen Aufenthalts im Verbringerstaat zurückbehalten wird. Ein 
Verbringen liegt vor, wenn das Kind vom Herkunftsstaat in einen anderen Ver-
tragsstaat gebracht wird. Widerrechtlichkeit ist gegeben, wenn kumulativ, das Sor-
gerecht verletzt ist, das dem Berechtigten nach dem Recht des Herkunftsstaates 
allein oder gemeinsam zusteht (lit. a) und dieses vor der Entführung tatsächlich 
ausgeübt wurde oder ausgeübt worden wäre, hätte die Entführung nicht stattge-
funden (lit. b). Das Sorgerecht im Sinne des HKÜ umfasst gemäss Art. 5 lit. a HKÜ 
die Personensorge und das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Es kann gemäss Art. 3 
Abs. 3 HKÜ insbesondere kraft Gesetzes, aufgrund einer gerichtlichen oder 
behördlichen Entscheidung oder aufgrund einer nach dem Recht des betreffenden 
Staates wirksamen Vereinbarung bestehen. Legt das Gericht des Herkunftsstaa-
tes fest, dass der entführende Elternteil den fraglichen Staat nicht ohne Zustim-
mung des Gerichts oder des anderen Elternteils verlassen darf, ist dieser Aspekt 
ausdrücklich geregelt, weshalb es sich rechtfertigt, dies als Sorgerechtsregelung 
des Herkunftsstaates aufzufassen (Lucie Mazenauer, Internationale Kindesent-
führung und Rückführungen – Eine Analyse im Lichte des Kindeswohls, Zürich 
2012, N 29 m.w.H. in Fn 49). An das Erfordernis der tatsächlichen Ausübung des 
Sorgerechts (entgegen dem bloss formellen Bestand) sind keine hohen Anforde-
rungen zu stellen. Zwischen dem zurückbleibenden Elternteil und dem Kind muss 

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eine emotionale und soziale Bindung bestanden haben, die zum Wohl des Kindes 
beitrug (Mazenauer, a.a.O., N 207 f.). 

4.2. Vorliegend bilden die eingangs erwähnten Urteile der belgischen Gerichte 
die Sorgerechtsgrundlage (vgl. zur unmittelbaren Berücksichtigung gerichtlicher 
Entscheidungen des Herkunftsstaates Art. 14 HKÜ). Der Umstand, dass den El-
tern die Sorge gemeinsam zusteht (die Obhut hingegen der Gesuchstellerin) 
schadet nicht; es genügt, dass die berechtigte Person das Sorgerecht allein oder 
gemeinsam innehat (act. B.2; act. B.7; act. A.4, II.B.4). Zudem stand (auch) der 
Gesuchstellerin das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu gemäss dem Passus in den 
Urteilen, wonach Auslandreisen mit den Kindern nur mit der ausdrücklichen Zu-
stimmung des jeweils anderen Elternteils erlaubt sind (act. B.2; act. B.7). Die Ur-
teile ergingen des Weiteren vor der Übergabe der Kinder und deren Mitnahme in 
die Schweiz, womit das Sorgerecht der Gesuchstellerin bereits vor der Entführung 
(gemeinsam) zustand. Sie übte dieses unbestrittenermassen auch tatsächlich aus 
(Zusammenleben als starkes Indiz für das Ausüben des Sorgerechts, Mazenauer, 
a.a.O., N 209; act. A.1, 28; act. A.4, II.B.1).

4.3. Erstellt ist, dass der Gesuchsgegner die Kinder nach Ablauf des allenfalls 
rechtmässigen Aufenthaltes in der Schweiz am 18. April 2021 nicht der Gesuch-
stellerin zurückbrachte und es ihr damit verunmöglichte, ihre Rechte wahrzuneh-
men, insbesondere die Bestimmung des Aufenthaltsortes der Kinder. Es liegt so-
mit eine Verletzung des Sorgerechts bzw. ein widerrechtliches Zurückhalten vor.

4.4. Gemäss Art. 3 HKÜ, der die Widerrechtlichkeit des Verbringens bzw. 
Zurückhaltens definiert, ist das (Nicht-)Vorliegen einer Zustimmung der sorgebe-
rechtigten Person keine (negative) Voraussetzung für die Annahme der Wider-
rechtlichkeit. Ob eine Zustimmung der sorgeberechtigten Person vorliegt, ist nach 
der Konzeption des HKÜ (Art. 13 Abs. 1 lit. a HKÜ) in einem zweiten Schritt, als 
Verweigerungsgrund zu prüfen und zudem (anders als die Voraussetzungen nach 
Art. 3 HKÜ) vom Gesuchsgegner zu beweisen (zu dieser Subsumtionsproblematik 
siehe Mazenauer, a.a.O., S. 227 f.).

5. Rechtsfolge

5.1. Gemäss Art. 12 HKÜ ordnet das Gericht die sofortige Rückgabe des wider-
rechtlich verbrachten oder zurückbehaltenen Kindes an, wenn eine Frist von weni-
ger als einem Jahr seit dem Verbringen verstrichen ist. Andernfalls kann von der 
Rückgabe abgesehen werden, wenn sich das Kind in seine neue Umgebung ein-
gelebt hat.

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5.2. Vorliegend wurden die Kinder im April 2021 in die Schweiz verbracht bzw. 
zurückgehalten. Das Rückführungsgesuch ist beim Kantonsgericht im Juli 2021 
eingegangen. Die Kinder befanden sich zu diesem Zeitpunkt somit erst seit knapp 
drei Monaten in der Schweiz, weshalb nach dem Gesagten grundsätzlich die so-
fortige Rückgabe der Kinder anzuordnen ist. 

6. Verweigerungsgründe nach Art. 13 HKÜ

Anders zu entscheiden ist, wenn der Gesuchsgegner, als Person, die sich der 
Rückgabe der Kinder widersetzt, einen Verweigerungsgrund nach Art. 13 HKÜ 
nachweist. Zum Verweigerungsgrund der fehlenden tatsächlichen Ausübung des 
Sorgerechts zur Zeit des Verbringens kann auf die Ausführungen in E. 4.1 verwie-
sen werden. Weitere vom Gesuchsgegner nachzuweisende Verweigerungsgründe 
sind die Zustimmung oder die nachträgliche Genehmigung der Entführung durch 
den zurückbleibenden Elternteil (lit. a) oder eine mit der Rückgabe verbundene 
schwerwiegende Gefahr eines körperlichen oder seelischen Schadens oder einer 
anderen durch die Rückgabe herbeigeführten für das Kind unzumutbare Lage 
(lit. b). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die geltend gemachten 
Verweigerungsgründe anhand substantiiert vorgetragener Anhaltspunkte objektiv 
glaubhaft zu machen (BGer 5A_576/2018 v. 31.7.2018 E. 3.1 m.w.H.; 
5A_257/2011 v. 25.5.2011 E. 3). 

7. Zustimmung der Gesuchstellerin (lit. a)

7.1. Mit Bezug auf die Zustimmung und die nachträgliche Genehmigung gilt 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein strenger Beweismassstab; der 
Wille des zustimmenden bzw. genehmigenden Sorgerechtsinhabers muss sich 
klar manifestiert haben, wobei er sich aus expliziten mündlichen oder schriftlichen 
Äusserungen wie auch aus den Umständen ergeben kann (BGer 5A_576/2018 v. 
31.7.2018 E. 3.1 m.w.H.). Äusserungen sind dabei nach dem Vertrauensprinzip 
auszulegen (Mazenauer, a.a.O., N 228 ff.). Die Zustimmung zu einem beschränk-
ten Ferienaufenthalt ist nicht als Zustimmung im Sinne von Art. 13 Abs. 1 lit. a 
HKÜ zu werten, im Gegenteil ist nach Ablauf dieses Zeitraumes ein widerrechtli-
ches Zurückhalten anzunehmen (Mazenauer, a.a.O., N 236).

7.2. Ob der Gesuchsgegner, wie er es geltend macht (act. A.4, II.B.1), die Kin-
der mit der Zustimmung der Gesuchstellerin für die Ferien von Belgien in die 
Schweiz verbrachte, kann offenbleiben. Ebenso, ob die Rückgabe der Kinder ge-
stützt auf die Vereinbarung der Parteien bereits am 11. April 2021 zu erfolgen hat-
te, wie es die Gesuchstellerin vorbringt (act. A.1, 12). Dass die Gesuchstellerin 

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einem unbefristeten Aufenthalt der Kinder in der Schweiz zugestimmt oder einen 
solchen nachträglich genehmigt hätte, wird nicht geltend gemacht. Solches lässt 
sich auch den Akten nicht entnehmen. Entsprechend ist keine im Sinne von 
Art. 13 Abs. 1 lit. a HKÜ relevante Zustimmung bzw. nachträgliche Genehmigung 
behauptet, geschweige denn nachgewiesen.

8. Schwerwiegende Gefahr / unzumutbare Lage (lit. b)

8.1. Ob die Rückgabe mit einer schwerwiegenden Gefahr eines körperlichen 
oder seelischen Schadens für das Kind verbunden ist oder diese das Kind auf an-
dere Weise in eine unzumutbare Lage bringt, ist allein aus der Perspektive des 
Kindes zu beurteilen (Mazenauer, a.a.O., N 271). Vorausgesetzt ist, dass die Ge-
fährdung aktueller Natur ist, d.h. bei der Rückkehr noch vorliegt, und eine gewisse 
Intensität aufweist, wobei nicht bei jedem seelischen Schmerz des Kindes auf die 
Rückführung zu verzichten ist (Mazenauer, a.a.O., N 283). Die allgemeinen Ge-
fahren des heutigen Grossstadtlebens oder die Möglichkeit von Naturkatastrophen 
in einem einschlägigen Gebiet begründen für sich allein keine schwerwiegende 
Gefährdung im Sinne von Art. 13 Abs. 1 lit. b HKÜ. Eine solche ist jedoch nach 
konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei der Rückführung in ein Kriegs- 
oder Seuchengebiet gegeben (BGer 5A_440/2019 v. 2.7.2019 E. 3.4 m.w.H.).

8.2. Der Gesuchsgegner bringt die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 in 
E.________ vor. Ferner macht er geltend, dass die Kinder unter den Massnahmen 
der dortigen Regierung gelitten hätten (act. A.3, B.3.4.1).

8.3. Bei der auf den Virus Covid-19 zurückzuführenden Krankheit handelt es 
sich zwar per Definition um eine Seuche (Duden: "sich schnell ausbreitende, ge-
fährliche Infektionskrankheit"), jedoch betrifft diese als Pandemie nicht bloss ein 
Gebiet und so auch nicht im Speziellen Belgien. Die Rückkehr nach Belgien ist 
deshalb nicht mit einer schwerwiegenden Gefahr eines körperlichen oder seeli-
schen Schadens für die Kinder verbunden und bringt diese auch nicht in eine un-
zumutbare Lage. Auch bei im Vergleich zu der Schweiz unterschiedlichen oder gar 
keinen (staatlichen) Schutzmassnahmen gegen Covid-19 in Belgien wäre dies 
nicht der Fall.

8.4. Der Gesuchsgegner erklärt, das Quartier N.________ sei eine Zone, in 
welcher der Staat die Kontrolle verloren habe und sich unüberwachbar ausufernde 
Parallelgesellschaften entwickelt hätten, mit entsprechend hoher Kriminalitätsra-
te. Die Zone sei von Personen arabischer bzw. nordafrikanischer Herkunft ge-
prägt, was sich in vielen Lebensbereichen und in der Besetzung der Schulklassen 

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widerspiegle. Die Gesuchstellerin habe zusammen mit den Kindern im gleich an-
grenzenden Quartier O.________ gelebt. Der Schulweg führe entlang von "Prosti-
tuiertenfenstern und durch die Drogenhölle" E.________ (act. A.4, B.3.4.2).

8.5. Die Ausführungen zu der E.________ Gemeinde N.________ sind vorlie-
gend nicht von Relevanz, da keine Rückführung in diese Gemeinde in Frage steht 
bzw. sich der gewöhnliche Aufenthaltsort der Kinder unbestrittenermassen in der 
Gemeinde O.________ befindet, die im Übrigen nicht an die Gemeinde 
N.________ angrenzt. Unabhängig davon sind erhöhte Kriminalität, die implizier-
ten (vermeintlich) von Personen ausländischer Herkunft ausgehenden Gefahren 
und auch der von den Kindern angesprochene Strassenverkehr dem Grossstadt-
leben inhärent und begründen wie erwähnt für sich alleine keine akute schwerwie-
gende Gefährdung im Sinne von Art. 13 Abs. 1 lit. b HKÜ.

8.6. Die vom Gesuchsgegner vorgebrachten strafrechtliche Konsequenzen bei 
einer Einreise nach Belgien stehen der Rückführung ebenfalls nicht entgegen. Die 
Frage der Regelung des Besuchsrechts und seiner praktischen Umsetzung (freies 
Geleit bei Einreise nach Belgien etc.) liegt in der Zuständigkeit der belgischen Ge-
richte und kann vorliegend nicht entschieden werden. Im Rahmen der vorliegend 
zu beurteilenden Verweigerungsgründe stellen die Erschwernisse bei der Einreise 
nach Belgien und die zwangsläufigen Schwierigkeiten bei der Ausübung des Be-
suchsrechts jedenfalls keinen Grund dar, die Rückführung der Kinder zu verwei-
gern. Im Übrigen ist daran zu erinnern, dass die vorliegende Situation durch das 
Handeln des Gesuchsgegners selbst herbeigeführt worden ist.

9. Gutachtensanträge bzw. Antrag auf Sozialbericht

9.1. Der Gesuchsgegner stellt den Eventualantrag, es sei ein Gutachten einzu-
holen, dass sich zu der mit einer allfälligen Rückführung verbundenen schwerwie-
genden Gefahr eines körperlichen oder seelischen Schadens für die Kinder und zu 
der Frage äussert, ob die Kinder dadurch in eine unzumutbare Lage gebracht 
werden (act. A.4, I.B.4). Es wird ferner auf den eingangs zitierten Antrag der Kin-
desvertreterin auf Einholung eines Sozialberichts verwiesen (lit. C und Q).

9.2. Das Gericht erachtet es weder aufgrund der Behauptungen seitens des 
Gesuchsgegners noch aufgrund der Akten als glaubhaft, dass die Rückführung die 
Kinder einer schwerwiegenden Gefährdung aussetzt oder sie in eine unzumutbare 
Lage bringt. Es besteht kein objektiver Anhaltspunkt, der solches vermuten liesse. 
Vor diesem Hintergrund sind der Gutachtensantrag und der Antrag auf Einholung 

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eines Sozialberichts (Art. 7 Abs. 2 lit. d HKÜ i.V.m. Art. 13 Abs. 3 HKÜ) in antizi-
pierter Beweiswürdigung abzulehnen.

9.3. Dasselbe gilt mit Bezug auf den vom Gesuchsgegner gestellten Antrag auf 
die Einholung eines Gutachtens, welches sich im Hinblick auf das Kindeswohl zu 
den Lebensumständen in E.________ und in L.________ sowie zum Verhältnis 
der Kinder zu den Eltern äussert (act. A.4, III.B). Beide Fragen stellen sich in der 
vorliegenden Konstellation nicht; die Lebensumstände in L.________ sind zur Be-
urteilung des Gesuchs nicht von Bedeutung und das Verhältnis der Kinder zu den 
Eltern wäre nur dann näher zu beleuchten, wenn die Entführung – anders als vor-
liegend – durch den hauptbetreuenden Elternteil erfolgt wäre und damit eine 
Rückkehr zum nicht hauptbetreuenden Elternteil in Frage stände.

10. Weitere Ausnahmetatbestände; Widersetzen des Kindes

10.1. Die Anordnung der Rückgabe des Kindes kann auch abgelehnt werden, 
wenn sich das Kind der Rückgabe widersetzt und es ein Alter und eine Reife er-
reicht hat, angesichts deren es angebracht erscheint, seine Meinung zu berück-
sichtigen (Art. 13 Abs. 2 HKÜ). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist 
die erforderliche Reife im Sinn von Art. 13 Abs. 2 HKÜ erreicht, wenn das Kind zu 
autonomer Willensbildung fähig ist, d.h. wenn es seine eigene Situation zu erken-
nen und trotz der äusseren Einflüsse eine eigene Meinung zu bilden vermag (BGE 
131 III 334 E. 5.1) und wenn es den Sinn und die Problematik des anstehenden 
Rückführungsentscheides verstehen kann; dies heisst, dass es insbesondere er-
kennen können muss, dass es nicht um die Sorgerechtsregelung, sondern vorerst 
nur um die Wiederherstellung des aufenthaltsrechtlichen Status quo ante geht und 
alsdann im Herkunftsstaat über die materiellen Fragen entschieden wird (BGE 133 
III 146 E. 2.4). Im Sinn einer Richtlinie wird bei Kindern ab ungefähr elf bis zwölf 
Jahren von einer den Ausschlussgrund von Art. 13 Abs. 2 HKÜ begründenden 
Willensbildungsfähigkeit ausgegangen, wobei der Wille mit einem gewissen Nach-
druck und nachvollziehbaren Gründen geäussert werden muss und er nicht auf-
grund elterlicher Manipulation entstanden sein darf (BGer 5A_439/2019 v. 
2.7.2019 E. 4.5 Abs. 3 m.w.H.). Zu beachten ist, dass Art. 13 Abs. 2 HKÜ dem 
Kind kein freies Wahlrecht einräumt, mit welchem es gewissermassen über den 
Aufenthaltsort der Familie entscheiden könnte, sondern es sich dabei um einen 
Ausnahmetatbestand vom Grundsatz handelt, wonach widerrechtlich verbrachte 
Kinder bei entsprechendem Gesuch des anderen Elternteils in den Herkunftsstaat 
zurückzuführen sind (BGE 134 III 88 E. 4).

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10.2. B.________ erklärt anlässlich seiner Anhörung, sich vorstellen zu können 
wieder in Belgien zu leben, sofern er in die Schweiz in die Ferien fahren und den 
Gesuchsgegner auch alleine, ohne die Gesuchstellerin sehen dürfte. Die Frage, 
ob er zurück nach Belgien ginge, wenn das Gericht oder die Eltern es so ent-
scheiden würden, bejaht er (act. H.1, S. 5). D.________ Aussagen sind haupt-
sächlich personenbezogen. So gibt sie an, dass es das Schönste wäre, wenn die 
Gesuchstellerin und ihre Halbgeschwister in die Schweiz umziehen würden oder 
dann für den Fall der Rückkehr nach Belgien, dass der Gesuchsgegner mitkom-
me. D.________ interessiert sich zudem für ein Leben auf einem Bauernhof, wo 
sich dieses abspielt, scheint sekundär zu sein (act. H.1, S. 10).

10.3. Basierend auf den Äusserungen der Kinder anlässlich der Anhörung ist da-
von auszugehen, dass es ihr (momentaner) Wunsch ist, in der Schweiz zu blei-
ben. Es reicht jedoch nicht aus, wenn die Kinder es zwar bevorzugen, in der 
Schweiz zu bleiben, aber auch gegen eine Rückkehr nach Belgien nichts einzu-
wenden haben; und einer Rückkehr nach Belgien widersetzen sich beide Kinder 
nicht generell. Bei den weniger deutlichen Aussagen der 10-jährigen D.________ 
ist zu berücksichtigen, dass sie aufgrund ihres Alters nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung mit Bezug auf die relevante Fragestellung von vorneherein noch 
nicht zu autonomer Willensbildung fähig ist.

10.4. Ein qualifiziertes Widersetzen der Kinder im Sinne von Art. 13 Abs. 2 HKÜ, 
d.h. ein mit Nachdruck geäusserter und mit nachvollziehbaren Gründen unterleg-
ter dahingehender Wille, der eine Ausnahme von dem Grundsatz der Rückkehr 
begründen würde, liegt nicht vor.

11. Ordre Public

11.1. Da kein Verweigerungsgrund bzw. Ausnahmetatbestand im Sinne von 
Art. 12 f. HKÜ glaubhaft gemacht bzw. gegeben ist, ist der bloss subsidiär an-
wendbare Art. 20 HKÜ zu prüfen, gestützt auf den die Rückgabe des Kindes abge-
lehnt werden kann, wenn sie nach den in der Schweiz geltenden Grundwerten 
über den Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (ordre public) unzuläs-
sig ist (Mazenauer, a.a.O., N 98).

11.2. Dem Gesuchsgegner zufolge würde ein Rückführungsentscheid Art. 10 
Abs. 2 BV und den Verhältnismässigkeitsgrundsatz nach Art. 36 BV verletzen 
(act. A.4, II.B.3.6). Er erklärt nicht, welcher Teilgehalt des in Art. 10 Abs. 2 BV ko-
difizierten Grundrechts auf persönliche Freiheit verletzt würde.

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11.3. Belgien verfügt über ein Rechtssystem, das den ordre public der Schweiz 
grundsätzlich nicht verletzt. Es bestehen auch vorliegend weder Anhaltspunkte für 
eine Grundrechtsverletzung noch für eine anderweitige Verletzung des Schweize-
rischen ordre publics. 

12. Verfahrensfehler

12.1. Der Gesuchsgegner macht geltend, dass die Nichtdurchführung eines Me-
diationsverfahren entgegen seiner dahingehenden Bereitschaft die Art. 9 BV (Will-
kürverbot, Treu und Glauben), Art. 29 BV (allgemeine Verfahrensgarantien) und 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Recht auf ein faires Verfahren) verletze und aus diesem 
Grund das Gesuch um Rückführung abzuweisen sei.

12.2. Gemäss Art. 10 HKÜ trifft oder veranlasst die zentrale Behörde des Staa-
tes, in dem sich das Kind befindet, alle geeigneten Massnahmen, um die freiwillige 
Rückgabe des Kindes zu bewirken. Zu diesem Zweck oder um eine gütliche Rege-
lung der Angelegenheit herbeizuführen, kann die zentrale Behörde ein Vermitt-
lungsverfahren oder eine Mediation einleiten (Art. 4 BG-KKE). Vorliegend bat das 
Bundesamt für Justiz den Gesuchsgegner, sich zu der Durchführung eines Media-
tionsverfahrens zu äussern. Der Gesuchsgegner erwiderte daraufhin, er könne 
keine Zusage machen, solange es – sinngemäss – um das HKÜ gehe (act. B.21). 
Der Verzicht des Bundesamtes für Justiz auf die Durchführung einer Mediation ist 
vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden. Genauso das Vorgehen des Kan-
tonsgerichts gemäss Art. 8 BG-KKG (Einleitung eines Vermittlungsverfahrens oder 
einer Mediation, "soweit die Zentrale Behörde dies noch nicht veranlasst hat"). 

12.3. Im Übrigen kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Haupt-
verhandlung ohne Weiteres als Vermittlungsverhandlung im Sinn von Art. 8 BG-
KKE gelten (BGer 5A_535/2010 v. 10.8.2010 E. 3). Die Parteien wurden sodann 
anlässlich der heutigen Verhandlung in Anwendung von Art. 7 Abs. 2 lit. c HKÜ 
ausdrücklich auf die Möglichkeit einer gütlichen Einigung hingewiesen, worauf ein 
dahingehender Versuch unternommen wurde. Vor diesem Hintergrund ist keine 
Verletzung der angeführten Verfassungs- und Konventionsbestimmungen auszu-
machen.

13. Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend ein widerrechtliches Zurück-
halten der Kinder gegeben ist und der Gesuchsgegner weder einen Verweige-
rungsgrund nachgewiesen (glaubhaft gemacht) hat, noch ein weiterer Ausnahme-
tatbestand erfüllt ist, weshalb die sofortige Rückgabe der Kinder an die Gesuch-

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stellerin und deren Rückführung an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort in Belgien 
anzuordnen ist. 

14. Vollzug

14.1. Entscheidet sich das Gericht zugunsten der gesuchstellenden Partei für die 
Rückführung des Kindes, so regelt es auch die Einzelheiten der Vollstreckung auf 
eine Weise, die kein neues Gerichtsverfahren betreffend die Vollstreckung ver-
langt (Botschaft zur Umsetzung der Übereinkommen über internationale Kindes-
entführung sowie zur Genehmigung und Umsetzung der Haager Übereinkommen 
über den Schutz von Kindern und Erwachsenen vom 28.2.2007, BBl 2006 2595 ff., 
S. 2627). Entsprechend ist der Entscheid über die Rückführung des Kindes zur 
Ermöglichung der direkten Vollstreckung (Art. 337 Abs. 1 ZPO) mit Vollstre-
ckungsmassnahmen zu verbinden (Art. 11 Abs. 1 HKÜ; Art. 236 Abs. 3 ZPO). 

14.2. Die direkte Vollstreckung kann grundsätzlich auch sofort umgesetzt werden, 
da der Beschwerde in Zivilsachen keine aufschiebende Wirkung zukommt 
(Art. 103 Abs. 1 BGG). Die sofortige Vollstreckung muss jedoch durch die Um-
stände des Falles gerechtfertigt und mit dem Wohl des Kindes vereinbar sein (An-
na Claudia Alfieri, Enlèvement international d'enfants, Une perspective suisse, 
Bern 2016, S. 118 f.).

14.3. Die Rückführungsvoraussetzungen sind vorliegend klar erstellt. Es liegt im 
Interesse der Kinder, so bald als möglich nach Belgien zurückzukehren, um am 
ersten Tag des neuen Schuljahres nach den Sommerferien am 1. September 
2021 anwesend zu sein. Der Antritt des neuen Schuljahres in der Schweiz wäre 
angesichts der Unterbringung der Kinder bei der Gesuchstellerin in einer anderen 
Gemeinde mit einem Schulhaus- bzw. Klassenwechsel verbunden. Dies und der 
zwangsläufig innert relativ kurzer Zeit folgende weitere Klassenwechsel aufgrund 
eines späteren Vollzugs der Anordnung der Rückkehr nach Belgien gilt es zu ver-
meiden. Schliesslich ist die Gesuchstellerin in die Schweiz gereist, sodass die 
Kinder bei sofortigem Vollzug in Begleitung der Gesuchstellerin als ihrer Mutter 
und hauptbetreuenden Bezugsperson nach Belgien zurückreisen können, was 
angesichts das Alters der Kinder gegenüber einer Fremdbegleitung oder der 
selbständigen Reise zu bevorzugen ist. Aus diesen Gründen ist der vorliegende 
Entscheid möglichst rasch nach seiner Eröffnung umzusetzen.

14.4. Die durch die KESB Nordbünden mit der Betreuung der Kinder während der 
Gesuchsverhandlung betraute Grossmutter mütterlicherseits, K.________, ist zu 

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verpflichten, die Kinder der Gesuchstellerin zur unverzüglichen Rückführung zu 
übergeben.

14.5. Für den Eventualfall ist die mit Verfügung der Geschäftsleitung der KESB 
Graubünden vom 27. August 2021 vorsorglich mit dem Vollzug beauftragte KESB 
Nordbünden zu ermächtigen und zu beauftragen, die nötigen Massnahmen zum 
Schutz der Gesuchstellerin und der Kinder sowie eine allfällige Begleitung zu or-
ganisieren.

14.6. Die gestützt auf die Verfügung vom 11. August 2021 bei dem Kantonsge-
richt von Graubünden hinterlegten schweizerischen Reisepässe und Identitätskar-
ten von B.________ und D.________ sind an die Gesuchstellerin auszuhändigen.

15. Verabschiedung

Eine persönliche Verabschiedung zwischen dem entführenden Elternteil und dem 
Kind, durch die signalisiert wird, dass beide Eltern mit der Rückführung bzw. zu-
mindest mit der Wiederherstellung des status quo einverstanden sind, kann das 
Kind durch Abmilderung des Loyalitätskonflikts entlasten und diesem die Rückkehr 
ins Herkunftsland erleichtern. Einer Verabschiedung in diesem Sinne steht der 
Gesuchsgegner gemäss seinen Äusserungen anlässlich der heutigen Gesuchs-
verhandlung nicht offen gegenüber. Nach der Einschätzung der Gesuchstellerin, 
ihrer Rechtsvertreterin und der Kindesvertreterin ist eine persönliche Verabschie-
dung nicht im Interesse der Kinder. Angesichts der Unvorhersehbarkeiten im vor-
liegenden Fall erachtet auch das Gericht eine solche dem Kindeswohl nicht als 
zuträglich. Das Wohl der Kinder erscheint hingegen am besten gewahrt, wenn die 
erstmalige Kontaktaufnahme mit dem Gesuchsgegner mit zeitlichem und räumli-
chem Abstand stattfindet. Aus diesen Gründen ist die Rückkehr ohne vorgängi-
gem Kontakt zwischen dem Vater und den Kindern zu vollziehen.

16. Ausstellung neuer Pässe/Identitätskarten nur mit Einwilligung

Auf das anlässlich der heutigen Gesuchsverhandlung gestellte Begehren betref-
fend die Anweisung des Ausweiszentrums Chur zur Vormerkung, dass Pässe und 
Identitätskarten der Kinder nur noch mit dem ausdrücklichen Einverständnis beider 
Elternteile ausgestellt werden dürfen, ist nicht einzutreten. Es handelt sich hierbei 
nicht um eine Massnahme zum Schutz der Kinder oder der Gewährleistung ihrer 
sicheren Rückgabe im vorliegenden Rückführungsverfahren (Art. 6 Abs. 1 BG-
KKE; Art. 7 Abs. 2 lit. b und h HKÜ). Die beantragte Massnahme ist vorbeugender 
Natur und fällt als solche nicht in den auf das HKÜ gestützten Zuständigkeitsbe-
reich. Der Umstand, dass auch die belgischen Gerichte eine solche Vormerkung 

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nicht anordnen können, stellt keinen Grund dar, sie im vorliegenden Verfahren 
vorzunehmen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 5 Ausweisge-
setz (SR 143.1) in Verbindung mit Art. 11 Ausweisverordnung (SR 143.11) beim 
Antrag um einen Ausweis für Minderjährige neben der schriftlichen Einwilligung 
des gesetzlichen Vertreters auch die Zustimmung des anderen Elternteils einzuho-
len ist, wenn diese aus den Umständen nicht ohne Weiteres vermutet werden 
kann.

15. Vorsorgliche Massnahmen

15.1. Grundsätzlich hat das Gericht nach der Anhörung der Gegenpartei über das 
Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen zu entscheiden bzw. die ange-
ordneten superprovisorischen Massnahmen aufzuheben, zu ändern oder zu 
bestätigen (Art. 265 Abs. 2 ZPO). Mit Rechtskraft des Entscheides in der Haupt-
sache fallen Massnahmen von Gesetzes wegen dahin (Art. 268 Abs. 2 ZPO).

15.2. Der vorliegende Entscheid erwächst mit seiner Eröffnung in Rechtskraft 
(beschwerdefähiger Entscheid). Es kann deklaratorisch festgehalten werden, dass 
die mit der Verfügung vom 11. August 2021 (ZK1 21 96) superprovisorisch ange-
ordneten Massnahmen entsprechend dahingefallen sind. Insbesondere und expli-
zit aufzuheben sind die superprovisorisch angeordneten Verpflichtungen der Ge-
suchstellerin gemäss Dispositivziffer 4 der Verfügung vom 11. August 2021 (ZK1 
21 96).

16. Kosten- und Entschädigungsfolge

16.1. Die Gerichtskosten für das vorsorgliche Massnahmeverfahren (ZK1 21 96) 
setzen sich zusammen aus der Entscheidgebühr, welche gestützt auf Art. 13a 
VGZ (BR 320.210) auf CHF 1'500.00 festgesetzt wird, und den Kosten für das 
Gutachten von CHF 1'950.00 (act. D.14 [ZK1 21 96]). Sie belaufen sich somit auf 
total CHF 3'450.00. Die Entscheidgebühr für das Rückführungsverfahren (ZK1 21 
95) ist gestützt auf Art. 8 VGZ auf CHF 3'000.00 festzulegen.

16.2. Gemäss Art. 26 Abs. 2 HKÜ ist das Rückführungsverfahren – soweit nicht 
die Vertragsstaaten gestützt auf Art. 26 Abs. 3 HKÜ Vorbehalte zugunsten des 
System der unentgeltlichen Rechtspflege angebracht haben, was vorliegend we-
der für Belgien noch für die Schweiz zutrifft – kostenlos und es dürfen keine Kos-
ten für den beigeordneten oder auf freier Mandatsbasis mit der Interessenwahrung 
betrauten Rechtsanwalt verlangt werden (Art. 26 Abs. 2 HKÜ i.V.m. Art. 14 BG-
KKG, BGer 5A_997/2018 V. 11.1.2019 E. 4). Die Rechtsvertreter der Parteien und 

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die Kindesvertreterin sind entsprechend zulasten des Kantons Graubünden aus 
der Gerichtskasse des Kantonsgerichts Graubünden zu entschädigen.

16.3. Die Kindesvertreterin macht mit Kostennote vom 26. August 2021 einen 
Aufwand von 20.9 h geltend (act. G.3.1). Darin enthalten sind die Aufwendungen 
für das Aktenstudium, für die Kontakte mit den Kindern, für die Stellungnahme zu 
dem Gesuch betreffend vorsorgliche Massnahmen sowie für die intensiven 
Bemühungen einen Rahmen für Vermittlungsgespräche zwischen den Parteien zu 
schaffen. Dieser Aufwand erscheint angemessen. Hinzuzurechnen sind der Auf-
wand für die heutige Gesuchsverhandlung und die Urteilseröffnung sowie für den 
beabsichtigten Kontakt mit den Kindern zwecks eines Abschlussgespräches vor 
deren Rückführung, was einen zeitlichen Aufwand von zusätzlichen 6 h rechtfer-
tigt. Entsprechend sind pauschal 27 h anwaltlicher Aufwand zu entschädigen, was 
bei dem geltend gemachten Art. 5 HV (BR 310.250) entsprechenden Stundensatz 
von CHF 200.00 ein Honorar von gerundet CHF 5'870.00 (CHF 5'400.00 zzgl. 
Spesen von CHF 50.00 und MwSt. von 7.7% [CHF 419.65]) ergibt.

16.4. Die Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin macht mit Kostennote vom 9. Au-
gust 2021 für das Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen einen anwaltli-
chen Aufwand von 13.6 h geltend (act. G.2 [ZK1 21 96]). Die grössten Aufwand-
positionen stellen die Redaktion des Gesuchs um vorsorgliche Massnahmen und 
der Stellungnahme zu der Stellungnahme der Kindesvertreterin dar. Zum Aufwand 
hinzu kommt der mit Kostennote vom 27. August 2021 (act. G.2) geltend gemach-
te Aufwand von 28.7 h für das Hauptverfahren. Dieser umfasst die Instruktion, 
Kontakte mit der KESB Nordbünden, die Redaktion des Gesuches um Rück-
führung (10-12h) und die Vorbereitung der Hauptverhandlung. Schliesslich ist der 
Aufwand für die Gesuchsverhandlung und die Urteilseröffnung anzurechnen. Der 
resultierende Aufwand von 45.8 h erweist sich insgesamt als angemessen. Bei 
dem geltend gemachten Art. 5 HV entsprechenden Stundensatz von CHF 200.00 
ergibt sich ein Honorar von gerundet CHF 10'139.00 (CHF 9'160.00 zzgl. Klein-
spesenzuschlag von CHF 172.20 für das Hauptverfahren bzw. CHF 81.60 für das 
Nebenverfahren und MwSt. von 7.7% [CHF 724.85]).

16.5. Der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners macht mit Kostennote vom 
26. August 2021 einen Aufwand von 22.25 h geltend (act. G.4). 6 h des Aufwan-
des entfallen auf die heutige Gesuchsverhandlung sowie eine Besprechung mit 
dem Gesuchsgegner. Dieser Aufwand erscheint angesichts der vorzunehmenden 
Verfahrenshandlungen als angemessen. Der geltend gemachte Stundensatz von 
CHF 200.00 entspricht Art. 5 HV. Der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners ist 

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antragsgemäss mit CHF 4'900.00 zu entschädigen (CHF 4'450.00 zzgl. Spesen 
von CHF 100.00 und MwSt. von 7.7% [CHF 350.35]).

16.6. Art. 26 Abs. 4 HKÜ eröffnet die ermessensweise Möglichkeit, die der ge-
suchstellenden Partei selbst oder auf ihre Rechnung entstandenen notwendigen 
Kosten der Partei aufzuerlegen, die das Kind verbracht oder zurückgehalten hat. 
Davon erfasst sind insbesondere die Reisekosten, die Kosten oder Auslagen für 
das Auffinden des Kindes, die Kosten für die Rechtsvertretung der gesuchstellen-
den Partei und die Kosten für die Rückgabe des Kindes.

16.7. Art. 26 Abs. 4 HKÜ gibt keinen unbedingten Anspruch auf Bezahlung aller 
Kosten durch die Gegenpartei. Es handelt sich um eine "kann-Vorschrift", welche 
dem Gericht einen weiten Ermessenspielraum eröffnet; insbesondere dürfte auch 
von jeglicher Kostenauflage an die Gegenpartei abgesehen werden.

16.8. Von der Überbindung der Kosten der Rechtsvertretung ist mit Rücksicht auf 
die offensichtliche Mittellosigkeit des Gesuchsgegners und die entsprechend er-
schwerte Einbringlichkeit dieser Kosten abzusehen.

16.9. Die Kosten für die Unterkunft der Gesuchstellerin und der Kinder in der 
Schweiz während des Verfahrens von CHF 1'512.00 sind ausgewiesen (in EUR 
1'396.17, Wechselkurs blieb unbestritten, act. G.3.2). Für die Hin- und Rückreise 
mit dem Privatauto macht die Gesuchsstellerin CHF 1'113.00 geltend; berechnet 
mit CHF 0.70/km (act. H.2, 4). Der Einwand von Seiten des Gesuchsgegners, dies 
würden dem Lebenshaltungskostenindex von Belgien nicht entsprechen, ist ent-
gegen zu halten, dass es sich um einen Näherungswert handelt, der Gesuchstel-
lerin zumindest die Benzinkosten zu Schweizer Preisen anfallen werden und die 
für die Autofahrten zu der Kinderanwältin und zu der Kinderanhörung angefallenen 
Kosten nicht geltend gemacht werden. Insgesamt erscheinen die Reisekosten 
somit als angemessen. Sie sind zusammen mit den Kosten für die Unterbringung 
(insgesamt CHF 2'625.00) ermessensweise dem Gesuchsgegner aufzuerlegen. 

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Demnach wird erkannt:

1. Es wird die Rückführung der Kinder B.________ und D.________ nach 
Belgien angeordnet.

2. Die von der KESB Nordbünden mit der Betreuung während der heutigen 
Gesuchsverhandlung betraute K.________ wird berechtigt und verpflichtet, 
B.________ und D.________ an A._____ zur unverzüglichen Rückführung 
zu übergeben.

3. Die gestützt auf die Verfügung vom 11. August 2021 (ZK1 21 96) bei dem 
Kantonsgericht von Graubünden hinterlegten schweizerischen Reisepässe 
und Identitätskarten von B.________ und D.________ werden an A._____ 
ausgehändigt.

4. A._____ wird zur sofortigen Ausreise mit den Kindern B.________ und 
D.________ ermächtigt.

5. Für den Eventualfall wird die KESB Nordbünden als von der Geschäftslei-
tung der KESB Graubünden vorsorglich mit dem Vollzug beauftragte 
Behörde ermächtigt und beauftragt, die nötigen Massnahmen zum Schutz 
von A._____, B.________ und D.________ zu ergreifen und allenfalls eine 
Begleitung der Rückführung zu organisieren.

6. Das Begehren von C._____ auf Verabschiedung von B.________ und 
D.________ wird abgewiesen.

7. Die mit Verfügung vom 11. August 2021 in Dispositivziffer 4 (ZK1 21 96) 
superprovisorisch angeordneten Massnahmen werden aufgehoben.

8. Auf das Begehren der Gesuchstellerin, das Ausweiszentrum Chur sei an-
zuweisen, im System vorzumerken, dass für B.________ und D.________ 
nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis beider Elternteile Pässe 
und/oder Identitätskarten für die Kinder ausgestellt werden dürfen, wird 
nicht eingetreten.

9. Die Gerichtskosten von CHF 6'500.00, bestehend aus der Entscheidgebühr 
für das vorsorgliche Massnahmeverfahren (ZK1 21 96) von CHF 1'500.00, 
den Kosten für das im genannten Verfahren eingeholte Gutachten von 
CHF 1'950.00 sowie der Entscheidgebühr für das Rückführungsverfahren 
(ZK1 21 95) von CHF 3'000.00, verbleiben beim Kanton Graubünden. 

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10. Die Kindesvertreterin von B.________ und D.________, Rechtsanwältin 
Honegger, wird durch den Kanton Graubünden aus der Gerichtskasse des 
Kantonsgerichts von Graubünden mit CHF 5'870.00 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) entschädigt.

11. Die Rechtsvertreterin von A._____, Rechtsanwältin Däppen, wird durch den 
Kanton Graubünden aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts von 
Graubünden mit CHF 10'139.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt.

12. Der amtliche Rechtsvertreter von C._____, Rechtsanwalt Vogel, wird durch 
den Kanton Graubünden aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts von 
Graubünden mit CHF 4'900.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt.

13. C._____ wird verpflichtet, A._____ die Kosten für die Unterkunft in der 
Schweiz und für die Hin- und Rückreise von insgesamt CHF 2'625.00 zu er-
statten.

14. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 10 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

15. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung durch Übergabe an: