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**Case Identifier:** 0e8d053d-be8b-541f-8ca2-15d39128d00b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 12.01.2023 720 2021 179 / 04 (720 21 179 / 04)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2021-179---04_2023-01-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 12. Januar 2023 (720 21 179 / 04) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

Gerichtsgutachten. Die retrospektive Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähig-

keit deckt sich mit den echtzeitlichen Dokumenten, wonach der Versicherte aufgrund 

wiederkehrender depressiver Episoden mit suizidalen Krisen letztlich seit Jahren voll-

ständig arbeitsunfähig ist. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Pauk-
ner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Der 1969 geborene A.____ absolvierte nach Abschluss der obligatorischen Schule eine 
Lehre zum Verkäufer. Seit 1987 arbeitete er bei der B.____ in diversen Filialen, zuletzt in C.____. 
Am 15. Mai 2013 meldete er sich ein erstes Mal bei der eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) wegen einer Erschöpfungsdepression zum Leistungsbezug an. Nachdem die zuständige IV-

 
 
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Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein Arbeitstraining bei seinem Arbeitgeber ver-
anlasst hatte, konnte der Versicherte in der Folge eine neue Stelle in D.____ antreten. Mit Verfü-
gung vom 12. August 2015 wurde ihm mit Wirkung ab 1. Dezember 2013 bis 1. Juli 2014 eine 
halbe IV-Rente und für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis Ende Juli 2014 eine befristete Viertel-
rente der IV zugesprochen.  
 
B. Mit Eingang vom 3. September 2015 meldete sich der Versicherte aufgrund einer erneu-
ten psychischen Krise zur Wiederaufnahme beruflicher Integrationsmassnahmen an. Mangels 
Eingliederungspotentials wurde die Angelegenheit der Rentenprüfung übergeben, und es wurde 
dem Versicherten nach Abklärung seiner gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse, na-
mentlich nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens bei Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 7. November 2017, mit Vorbescheid vom 1. März 2018 eine vom 1. Mai 
2015 bis Ende September 2016 befristete ganze IV-Rente und vom 1. Oktober 2016 bis Ende 
Januar 2018 eine befristete halbe IV-Rente in Aussicht gestellt. Nachdem der Versicherte gegen 
diesen Vorbescheid Einwand erhoben hatte, erfolgte in Nachachtung neuerlicher Berichte der 
behandelnden Ärzte eine weitere psychiatrische Exploration durch Dr. med. F.____, FMH Psy-
chiatrie und Psychotherapie. Gestützt auf dessen Gutachten vom 28. November 2019 wurde dem 
Versicherten mit Vorbescheid vom 11. Februar 2020 ab 1. März 2016 bis 30. September 2016 
eine befristete ganze IV-Rente und vom 1. Oktober 2016 bis Ende Januar 2018 eine befristete 
Dreiviertelrente der IV in Aussicht gestellt. Mit Verfügung vom 12. Mai 2021 hielt die IV-Stelle an 
diesem Vorbescheid fest.  
 
C. Hiergegen erhob der Versicherte am 10. Juni 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht 
des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er bean-
tragte, es sei unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine erneute Begutachtung in Auf-
trag zu geben. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass nicht auf die Beurteilung im 
Gutachten von Dr. F.____ abgestellt werden könne. 

 
D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 22. Juni 2021 auf Abweisung der Be-
schwerde.  

 
E. Mit Replik vom 4. Juli 2021 und Verzicht auf Duplik vom 13. August 2021 hielten die 
Parteien an ihren bereits zuvor dargelegten Standpunkten fest.  

 
F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 20. Januar 2022 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass die Angelegenheit auszustellen und ein Gerichtsgutachten bei Dr. med. 
G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, anzuordnen sei. Dieses erging in der Folge am 
5. Juli 2022. Der Beschwerdeführer hielt in seiner anschliessenden Stellungnahme vom 22. Au-
gust 2022 fest, dass das Gerichtsgutachten auf differenzierte und plausible Weise seine kom-
plexe Krankheit und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit widerspiegle. Die IV-Stelle hielt 
ihrerseits mit Stellungnahme vom 29. August 2022 fest, dass weder formale noch inhaltliche Män-
gel des Gerichtsgutachtens ausgemacht werden könnten und demnach grundsätzlich auf die ent-
sprechende Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch den Gerichtsgutachter abge-

 
 
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stellt werden könne. Es sei somit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkei-
ten auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen. Bei der retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit bestünden jedoch Unsicherheiten, und es sei erst ab Frühling 2019 von einer vollen Ar-
beitsfähigkeit auszugehen. Mit Blick auf die angefochtene Verfügung sei damit unter Berücksich-
tigung einer dreimonatigen Karenzfrist ein erneuter Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 
ganze IV-Rente erst wieder per Juni 2019 zu bejahen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Invalidenversicherung (IVG) vom 
19. Juni 1959 in der nach dem 1. Juli 2006 gültigen Fassung kann gegen Verfügungen der kan-
tonalen IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle 
innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht des Kantons Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ört-
lich und sachlich zuständig. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 10. Juni 
2021 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grund-
sätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 466 E. 1), und weil ferner das 
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich lediglich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 
130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b), sind im vorliegenden Fall die Bestimmungen des IVG in der 
bis Ende 2021 geltenden Fassung anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweis). Sie werden 
im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben und angewendet.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

 
 
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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49, E. 1.2, 130 V 396, E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwar-
tet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294, E. 5a mit Hinwei-
sen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Er-
werbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig 
ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr 
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesell-
schaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294, E. 4c in fine). 
 
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15, E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310, E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1  Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

 
 
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versicherte Person arbeitsfähig oder arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 
105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche andere  Erwerbstätigkeit 
als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausge-
glichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut-
barerweise noch verrichtet werden kann (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der 
Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi-
alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.2 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse hat das Gericht die ihm von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellenden Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Be-
weismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge-
mäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat-
ten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So führte das Bundesgericht zu 
den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschät-
zungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der 
Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu er-
fassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungs-
trägern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Recht-
sprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). In 
Bezug auf Gerichtsgutachten führte das Bundesgericht sodann aus, dass das Gericht "nicht ohne 
zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Auf-
gabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). So lässt es die Natur 
des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 

 
 
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124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), namentlich ein Ge-
richtsgutachten nur deshalb in Frage zu stellen zu nehmen, weil andere Ärzte zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit 
Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, 
weil beispielsweise die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Inter-
pretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit 
Hinweisen). 
 
4.4  Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. 
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforderungen nicht. 
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 mit diversen Hin-
weisen). Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die not-
wendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der 
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen ge-
bliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es 
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweis-
würdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich 
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozialversiche-
rungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu 
Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn 
die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 
 
5. Nachdem das Kantonsgericht mit Beschluss vom 20. Januar 2022 festgestellt hatte, 
dass den Verwaltungsgutachten weder von Dr. E.____ aus dem Jahre 2017 noch von Dr. F.____ 
aus dem Jahr 2019 eine ausschlaggebende Beweiskraft zukommt, gehen die Parteien gestützt 
auf das nunmehr im Zentrum stehende Gerichtsgutachten von Dr. G.____ vom 5. Juli 2022 darin 
einig, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich in jeglicher beruflichen Tätigkeit vollständig ar-
beitsunfähig ist. Dies zu Recht: Es kann an dieser Stelle auf die umfassenden und detaillierten 
Erwägungen des Gerichtsgutachters verwiesen werden, welche auf einer vollständigen Akten-
kenntnis sowie einer umfassenden beruflichen sowie gesundheitlichen Anamnese beruhen und 
eine nachvollziehbare und schlüssige medizinische Beurteilung der objektiv erhobenen Befunde 
wiedergeben. In Abweichung zu den Vorgutachten ist beim Versicherten mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit demnach eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, 
selbstunsicheren und abhängigen Anteilen, eine komplexe Trauma-Folgestörung und eine rezidi-
vierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradigen Ausmasses zu diagnostizieren. Der Ge-
richtsgutachter leitet diese Diagnosen sorgfältig her und diskutiert eingehend zunächst die in-
nerpsychische Struktur des Versicherten. Dieser sei in einem Familiensystem aufgewachsen, in 
welchem er keinerlei emotionale Zuwendung erfahren habe, sondern im Grunde permanent emo-
tional deprimiert gewesen sei und wiederholt erhebliche Gewalt erfahren habe. Während der 
Schulzeit habe er dieselbe Ausgrenzung und eine stete Entwertung erfahren. Dr. G.____ legt in 
der Folge nachvollziehbar dar, dass es dem Exploranden nie möglich war, stabile, aufwertende 

 
 
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und versichernde Elternbilder zu internalisieren, die es ihm ermöglicht hätten, einen stabilen Nar-
zissmus zu entwickeln, um sich in Belastungs- und Konfliktsituationen späterer Lebensabschnitte 
sicher und unterstützend identifizieren zu können. Der Kern der innerpsychischen Struktur des 
Versicherten werde deshalb durch dessen Selbstwertschwäche geprägt. Diese sei in den Vorgut-
achten nicht erfasst worden. Dr. G.____ weist weiter darauf hin, dass auch die berufliche Anam-
nese des Beschwerdeführers nicht bland sei, sondern es im Jahr 2012 zu einer ersten Dekom-
pensation von Relevanz gekommen sei. Bei der Arbeit habe sich der Versicherte unsicher, min-
derwertig und gekränkt gefühlt und habe nicht mehr abschalten können. Im Jahr 2012 sei er zum 
dritten Mal Vater geworden, und die Beziehung zu seiner Ehefrau sei zunehmend belastet gewe-
sen. Der Gerichtsgutachter verweist auf weitere, gescheiterte eheliche Beziehungen und darauf, 
dass zur Familie des Versicherten kein Kontakt mehr bestehe. Er hält sodann fest, dass auch die 
Kardinalkriterien für eine Persönlichkeitsstörung erfüllt seien. Weiter diskutiert der Gerichtsgut-
achter ausführlich die Diagnose einer komplexen Trauma-Folgestörung. Er verweist diesbezüg-
lich auf die langjährige und ausgeprägte Deprivation und die langjährigen und teilweise schweren 
Gewaltanwendungen, mit welchen der Explorand in seiner Ursprungsfamilie habe aufwachsen 
müssen. Dieser habe im Rahmen der Gewaltanwendung seiner Mutter regelrechte Todesängste 
ausgestanden und werde zeitlebens von Albträumen begleitet. Er habe über Flashbacks berichtet 
und habe bei seinen Berichterstattungen affektlabil imponiert. In seiner versicherungsmedizini-
schen Beurteilung hält der Gerichtsgutachter eine langjährige Chronifizierung fest und vermag 
keine beruflichen Massnahmen mehr zu empfehlen. Er verneint allfällige Inkonsistenzen, Selbst-
limitierungen oder sekundäre Krankheitsgewinne. Namentlich bejaht er in allen Lebensbereichen 
gleichermassen relevante Beeinträchtigungen. Schliesslich nimmt er eine fachgerechte Qualifi-
kation nach ICF-Kriterien vor und schliesst nachvollziehbar auf eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit bei schlechter Prognose. An diesen ausgewogenen Darlegungen des Gerichtsgutachters ist 
festzuhalten. Nicht zuletzt aufgrund der übereinstimmend ausgefallenen Stellungnahmen der 
Parteien vom 22. und 29. August 2022 erübrigen sich weitere Ausführungen zu diesem Punkt, 
und es ist in grundsätzlich von einer zwischen den Parteien letztlich unbestritten gebliebenen, 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in jeglichen Tätigkeiten auszugehen.  
 

6.1 Uneinigkeit zwischen den Parteien besteht hingegen in Bezug auf den retrospektiven 
Verlauf dieser Arbeitsunfähigkeit. Der Gerichtsgutachter führt dazu aus, dass die von ihm attes-
tierte vollständige Arbeitsunfähigkeit möglicherweise bereits ab Mai 2015 gelten müsse. Es sei 
ihm bewusst, dass die beiden Vorgutachten zu völlig abweichenden Ergebnissen gelangt seien. 
Dazu habe er jedoch Stellung bezogen. Dr. G.____ verweist weiter auf den Arbeitsversuch des 
Versicherten im Werkhof seiner Wohnsitzgemeinde und auf die entsprechenden Berichte der So-
zialhilfebehörde, welche allesamt schon dazumal aufgezeigt hätten, dass der Versicherte nicht 
mehr in der Lage sei, im ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein. Weiter verweist der Gerichtsgutachter 
auf einen enormen Einbruch der Leistungen des Versicherten im Frühjahr 2019, so dass die feh-
lende Arbeitsfähigkeit möglicherweise auch spätestens seit Frühling 2019 vorliegen könne.  
 
6.2 Während der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme zum Gerichtsgutachten keine 
Einwände erhoben hat, stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erst ab Frühling 2019 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
auszugehen sei. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Es trifft zwar zu, dass die 

 
 
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in Ziffer 8.3 des Gerichtsgutachtens dargelegte retrospektive Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit 
mit Unsicherheiten behaftet ist. Namentlich hat Dr. G.____ keinen überwiegend wahrscheinlichen 
Zeitpunkt benannt, ab wann von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, sondern der 
Gerichtsgutachter äussert sich in diesem Abschnitt zu lediglich zwei möglichen Referenzzeitpunk-
ten. Daraus nunmehr ableiten zu wollen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst nach 
Ablauf einer dreimonatigen Karenzfrist seit Frühling 2019 wieder von einem Anspruch des Be-
schwerdeführers auf eine ganze IV-Rente auszugehen ist, verbietet sich aber nicht nur aus grund-
sätzlichen Überlegungen, sondern greift auch mit Blick auf die übrigen Akten zu kurz. 
 
6.3 Generell ist nicht nachvollziehbar, dass der Versicherte, nachdem ihm seitens der IV-
Stelle gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom 16. Dezember 2019 (IV-Dok 2019, S. 3)  von 
Juli 2016 bis August 2017 zunächst noch eine hälftige und ab September 2017 bis Oktober 2017 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zuerkannt worden war, bis ins Frühjahr 2019 plötzlich in ei-
nem Renten ausschliessenden Ausmass wieder praktisch voll arbeitsfähig und anschliessend 
sogleich aber wieder vollständig arbeitsunfähig gewesen sein soll. Eine solche Betrachtungs-
weise referenziert letztlich auf die Einschätzung der gesundheitlichen Verhältnisse durch Dr. 
F.____ in dessen Gutachten vom 29. November 2019. Wie das Kantonsgericht in seinem Be-
schluss vom 20. Januar 2022 festgehalten hat, kann auf dieses Gutachten jedoch nicht abgestellt 
werden. Hintergrund bildet der Umstand, dass Dr. F.____ weder die nunmehr durch den Gerichts-
gutachter neu erhobenen Diagnosen insbesondere einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 
und einer Trauma-Folgestörung noch deren funktionelle Auswirkungen auf den Gesundheitszu-
stand des Versicherten erfasst hat. Auch Dr. G.____ hat sich in seinem Gerichtsgutachten ein-
lässlich damit auseinandergesetzt, dass die Vorbeurteilung sowohl durch Dr. E.____ als auch vor 
allem durch Dr. F.____ deshalb keine Geltung beanspruchen kann (a.a.O., S. 37). Es verbietet 
es sich demnach, auf die entsprechenden Einschätzungen in diesen Vorgutachten zur Restar-
beitsfähigkeit abzustellen. 
 
6.4.1 Folgt man der Herleitung der retrospektiven Verhältnisse im Gerichtsgutachten von 
Dr. G.____, ist vielmehr bereits seit Jahren von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Versi-
cherten auszugehen. Daran ändern die in Ziffer 8.3 des Gerichtsgutachtens etwas vage formu-
lierten Ausführungen nichts. Nachdem der Versicherte zunächst offenbar noch in der Lage war, 
seine psychischen Defizite zu überspielen, dekompensierte er bereits erstmals Ende des Jahres 
2012. Im Mai 2015 kam es zu einer erneuten «und schliesslich vollständigen Dekompensation» 
(Gerichtsgutachten, S. 45). Weiter hält Dr. G.____ fest, dass die im Nachgang zu weiteren Ar-
beitsversuchen verfassten Berichte der Wohnsitzgemeinde seit 2018 «unmissverständlich» aus-
drücken würden, dass der Explorand «schon damals nicht mehr belastbar und nicht mehr im 
ersten Arbeitsmarkt arbeitsfähig war» (Gerichtsgutachten, S. 46). Diese Einschätzung des Ge-
richtsgutachters geht mithin von einer schon länger bestehenden Arbeitsunfähigkeit aus und 
deckt sich mit den Akten echtzeitlicher Natur. Dem Bericht der Klinik H.____ vom 30. September 
2015 zufolge befand sich der Versicherte vor seiner erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug 
vom 3. Juli 2015 bis 2. September 2015 zunächst in stationärer Behandlung und anschliessend 
in tagesklinischer Behandlung in der I.____ (IV-Dok 70 und 81). Gemäss Bericht der I.____ vom 
8. Juni 2016 befand er sich anschliessend vom 14. Januar 2016 bis 7. April 2016 sowie vom 18. 
Mai 2016 bis 27. Mai 2016 erneut in stationärer und anschliessend wieder in einer umfassenden 

 
 
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tagesklinischen Behandlung in der I.____. In all diesen Perioden war er stets vollständig arbeits-
unfähig (IV-Dok 103, 108). Bei weiterhin vollschichtiger tagesklinischer Betreuung wurde im Juli 
2016 sodann erstmals überhaupt die Möglichkeit eines therapeutischen Arbeitsversuchs bei der 
Arbeitgeberin des Versicherten evaluiert (IV-Dok 112). Daraus resultiert, dass der Versicherte 
entgegen den Annahmen der IV-Stelle (IV-Dok 219) im Juli 2016 mithin nicht etwa nur zu 50%, 
sondern noch immer vollständig arbeitsunfähig war. Im Rahmen des anschliessenden Arbeits-
versuchs ab 6. September 2016 konnte der Versicherte im Rahmen eines nur sehr kleinen Pen-
sums von 20% schliesslich eine Leistung von lediglich 40 bis 50% erzielen (IV-Dok 118, 127 und 
203, S. 1 ff.). Zumal sich dieser Arbeitsversuch hinsichtlich der Anforderungen an den Voraus-
setzungen eines geschützten Arbeitsplatzes orientiert hat (IV-Dok 127), ist deshalb auch für diese 
Zeit zweifellos von einer weiterhin vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Bereits ab Juli 
2017 befand sich der Versicherte sodann erneut stationär in der I.____ und anschliessend ab 
Ende Juli 2017 bis Mitte September 2017 in der Klinik H.____ (IV-Dok 147 und 247, S. 3). In 
Abweichung zu der vom RAD und mit ihm von der IV-Stelle vertretenen Auffassung, welche in 
der angefochtenen Verfügung bis August 2017 von einer hälftigen Arbeitsunfähigkeit des Versi-
cherten ausgegangen ist, ist demnach auch im September 2017 noch immer eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. 
 
6.4.2 Im September 2017 startete der Versicherte sodann mit einem durch die Sozialhilfe sei-
ner Wohnsitzgemeinde initiierten Beschäftigungsprogramm (IV-Dok 163). In diesem Rahmen ab-
solvierte er zwecks Sicherstellung seiner Tagesstruktur halbtägliche Einsätze. Seine dabei er-
brachten Leistungen waren dabei bereits anfänglich derart schwach und inkonstant, dass der 
Versicherte lediglich als Hilfsperson für Handreichungen eingesetzt werden konnte (IV-Dok 247). 
Die Leistungen waren nicht messbar, ein selbständiges Arbeiten war unmöglich (IV-Dok 187), 
eine Arbeitsfähigkeit letztlich nicht vorhanden (IV-Dok 187). Ausserdem war auch dieses Be-
schäftigungsprogramm von wiederholten Krisen mit stationären und tagesklinischen Interventio-
nen geprägt (IV-Dok 203 und 247), so zuletzt vom 22. Oktober 2018 bis 15. Januar 2019 erneut 
in der I.____, wo der Versicherte ein schwer depressives und verzweifeltes Zustandsbild mit sui-
zidalen Absichten sowie deutliche Antriebsschwierigkeiten manifestiert hat. Prognostisch wurde 
einzig eine langsam steigende Belastbarkeitserprobung im geschützten Rahmen als realistisch 
erachtet, und der Versicherte wurde zwecks Aufrechterhaltung seiner Tagesstruktur im Rahmen 
eines nur noch reduzierten Pensums von 30% wieder in die geschützte Anstellung im Werkhof 
seiner Wohnsitzgemeinde entlassen (IV-Dok 200). Seither erlitt die Konzentration des Versicher-
ten schleichend einen erneuten Einbruch, weshalb er selbst in diesem nur noch reduzierten Rah-
men zunehmend mehr Unterstützung benötigte (IV-Dok 247). Sein psychischer Zustand verblieb 
seither fragil (IV-Dok 203).  
 
Zusammenfassend erhellt aus diesen echtzeitlichen Dokumenten, dass der Versicherte aufgrund 
wiederkehrender depressiver Episoden mit suizidalen Krisen letztlich seit Jahren vollständig ar-
beitsunfähig ist. Seine gesundheitliche Verfassung hat nachweislich der Akten selbst in einem 
geschützten Rahmen stets eine nur sehr reduzierte Leistung zugelassen, welche sich spätestens 
seit dem Jahr 2016 wie ein roter Faden durch die Krankheitsgeschichte des Versicherten zieht. 
Das seither echtzeitlich dokumentierte Unvermögen des Beschwerdeführers, auch nur im Ansatz 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eine kontinuierlich messbare Arbeitsfähigkeit zu erzielen, deckt sich mit der Analyse im Gerichts-
gutachten von Dr. H.____, wonach letztlich bereits seit der vollständigen psychischen Dekom-
pensation im Mai 2015 durchgehend von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist 
(a.a.O., S. 45). Daran ändert nichts, dass Dr. H.____ den Eintritt der von ihm attestierten vollstän-
digen Arbeitsunfähigkeit alternativ auch erst per Frühjahr 2019 als möglich erachtet hat. Die zi-
tierten Berichte der Sozialberatung der Wohnsitzgemeinde des Versicherten zeigen vielmehr auf, 
dass der Versicherte bereits schon zuvor nicht mehr in der Lage war, eine annähernd verwertbare 
Arbeitsleistung zu erbringen. Daran vermag die nochmalige Verschlechterung seiner gesundheit-
lichen Verfassung im Frühling 2019 nichts zu ändern, was der Gerichtsgutachter selbst bestätigt, 
wenn er angibt, dass die Berichte der Sozialberatung der Wohnsitzgemeinde «unmissverständ-
lich» aufzeigen würden, dass der Explorand im ersten Arbeitsmarkt schon damals nicht arbeits-
fähig gewesen sei (Gerichtsgutachten, S. 46). 
 
6.5 Nachdem spätestens seit Mitte des Jahres 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
durchgehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten besteht, resultiert mit Blick 
auf den frühstmöglichen Rentenbeginn sechs Monate nach erfolgter Wiederanmeldung (Art. 29 
IVG) anfangs September 2015 (IV-Dok 60) ab März 2016 folglich ein unbefristeter Anspruch auf 
eine ganze Rente der IV (oben, Erwägung 3.1). Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Be-
schwerde. 
 
7.1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. Nach 
§ 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, 
weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.  
 
7.1.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für gerichtliche Abklärungen ist Art. 45 Abs. 1 ATSG 
zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung 
zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung 
des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bil-
den. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen 
zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfair-
ness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen 
aufzuerlegen. Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 20. Januar 
2022 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene medi-
zinische Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete unter anderem der Umstand, dass mit 
Blick auf die Auswirkungen einer zu diagnostizierenden Persönlichkeitsstörung auf die Leistungs-
fähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit die beiden Verwaltungsgutachten von Dr. 

 
 
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E.____ und Dr. F.____ unvollständig und wenig nachvollziehbar ausgefallen waren. Mit Blick auf 
diese Unzulänglichkeiten erwiesen sich die medizinischen Abklärungsergebnisse aus dem Ver-
waltungsverfahren als nicht ausreichend beweiskräftig genug. Das bei Dr. G.____ in der Folge in 
Auftrag gegebene Gerichtsgutachten hat sich deshalb als unerlässlich erwiesen. Im Lichte der 
geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die resultierenden Kosten für dieses 
Gutachten, welche sich insgesamt auf Fr. 7’000.— belaufen (Rechnung vom 5. Juli 2022), dem-
nach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
7.2 Eine Parteientschädigung an den Beschwerdeführer ist mangels anwaltlicher Vertretung 
keine auszurichten.  
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle vom 
12. Mai 2021 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Versicherte 
ab 1. März 2016 Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente der Invali-
denversicherung besitzt. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für das Gerichtsgutachten von Dr. G.____ vom 5. Juli 2022 
in der Höhe von Fr. 7’000.— werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auf-
erlegt. 

 4. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.