# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5bc4cdf3-009d-59a9-9cf1-22938ee55174
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.04.2021 100 2020 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-36_2021-04-13.pdf

## Full Text

100.2020.36U
STN/BDE/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. April 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Baerfuss Klossner

A.________

Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Auflösung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Polizei- und Militär-
direktion des Kantons Bern vom 27. Dezember 2019; 2019.POMGS.96)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1965), Staatsangehöriger der Dominikanischen Republik, 
heiratete am 30. Juli 2011 im Heimatland eine hier niedergelassene 
Landsfrau. Am 29. Juni 2012 reiste er in die Schweiz ein und erhielt gestützt 
auf die Ehe eine Aufenthaltsbewilligung, welche letztmals bis zum 28. Juni 
2017 verlängert wurde. 2015 wurde die gemeinsame Tochter geboren. Das 
Ehepaar ist seit 1. November 2016 gerichtlich getrennt; die Tochter wurde 
unter die Obhut der Mutter gestellt. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 
verweigerte das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern 
(MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), 
die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und wies A.________ unter 
Ansetzung einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 25. bzw. 28. Januar 2019 
Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; 
heute: Sicherheitsdirektion [SID]). Mit Entscheid vom 27. Dezember 2019 
hiess diese die Beschwerde insoweit gut, als sie A.________ für das 
Verwaltungsverfahren seine Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin 
beiordnete; zur Festsetzung der amtlichen Entschädigung wies sie die 
Sache an den MIDI zurück. Im Übrigen wies die POM die Beschwerde ab 
und setzte A.________ eine neue Ausreisefrist auf den 28. Februar 2020. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren 
hiess sie gut, soweit es nicht gegenstandslos geworden war, und ordnete die 
Rechtsvertreterin amtlich bei. 

C.

Gegen den Entscheid der POM hat A.________ am 28. Januar 2020 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem Begehren, der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 3

angefochtene Entscheid sei aufzuheben, soweit er die Verfügung des MIP 
bestätige. Die Verfügung vom 20. Dezember 2018 sei ebenfalls voll-
umfänglich aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. 
Gleichzeitig hat er für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgelt-
liche Rechtspflege ersucht. 

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 20. Februar 2020 die Abwei-
sung der Beschwerde. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche Rechts-
pflege enthält sie sich eines Antrags. 

Am 21. Juli und 5. Oktober 2020 sowie am 22. Februar 2021 sind weitere 
Unterlagen beim Verwaltungsgericht eingegangen. A.________ hat seine 
Rechtsbegehren ausdrücklich bestätigt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich 
einzutreten (vgl. aber E. 1.2 hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht bildet 
der Entscheid der POM vom 27. Dezember 2019; dieser ist an die Stelle der 
Verfügung des MIP vom 20. Dezember 2018 getreten (sog. Devolutiveffekt 
der Beschwerde; vgl. BVR 2018 S. 528 E. 3.3, 2010 S. 411 E. 1.4; Ruth 
Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 74 N. 26). Soweit der Beschwerdeführer auch die Aufhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 4

bung der Verfügung des MIP beantragt, ist daher auf die Beschwerde nicht 
einzutreten.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-
gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und 
Integrationsgesetz, AIG). Das vorliegende Verfahren wurde jedoch vor In-
krafttreten dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen materiell das 
alte Recht anwendbar bleibt (AuG in der bis zum 31.12.2018 gültigen Fas-
sung [AS 2007 S. 5437]; Art. 126 Abs. 1 AIG analog; vgl. auch BVR 2020 
S. 231 E. 4).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Der Beschwerdeführer (geb. 1965) ist Staatsangehöriger der Do-
minikanischen Republik. Nachdem er am 30. Juli 2011 im Heimatland eine 
hier niedergelassene Landsfrau geheiratet hatte, reiste er am 29. Juni 2012 
in die Schweiz ein und erhielt gestützt auf die Ehe eine Aufenthaltsbewil-
ligung, die letztmals bis zum 28. Juni 2017 verlängert wurde (vgl. Akten MIDI 
3B pag. 24, 64 f.; act. 9A). 2015 wurde die gemeinsame Tochter B.________ 
geboren, welche wie ihre Mutter über eine Niederlassungsbewilligung 
verfügt (Akten MIDI 3D pag. 2). Das Ehepaar ist seit dem 1. November 2016 
gerichtlich getrennt; die Tochter wurde unter die Obhut der Mutter gestellt 
(Akten MIDI 3B pag. 114). In der Trennungsvereinbarung wurde 
vorgesehen, dass der Beschwerdeführer berechtigt und verpflichtet ist, 
B.________ jedes zweite Wochenende von Samstag um 10.00 Uhr bis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 5

Sonntag um 17.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Auf die Festlegung 
eines Ferienrechts wurde angesichts des Alters von B.________ verzichtet 
(Akten MIDI 3B pag. 196). Da der gemeinsame Haushalt bis zum Auszug 
des Beschwerdeführers im November 2017 weiterbestand (vgl. Akten 
MIDI 3B pag. 169, 171 f.), wurde B.________ bis dahin von beiden 
Elternteilen betreut. Danach änderten die Eheleute die 
Trennungsvereinbarung dahingehend ab, dass der Beschwerdeführer 
berechtigt und verpflichtet ist, B.________ jedes zweite Wochenende 
Samstag und Sonntag jeweils von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu sich auf 
Besuch zu nehmen. Übernachtungen fanden aufgrund des Alters des 
Mädchens noch nicht statt. Die Eltern vereinbarten zudem, dass der Be-
schwerdeführer B.________ auch unter der Woche tagsüber, während der 
Arbeitszeiten der Mutter, betreut (Akten MIDI 3B pag. 196, 240). Nach Diffe-
renzen zwischen den Eltern kam es im September 2018 auf Wunsch der 
Mutter zu einem mehrwöchigen Unterbruch der Betreuung durch den Be-
schwerdeführer während ihrer Erwerbstätigkeit (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 6a und b; Akten MIDI 3B pag. 247; Akten SID pag. 21). Danach 
übernahm der Beschwerdeführer die Betreuung der Tochter wieder im ver-
einbarten Umfang. Nach Angaben des Beschwerdeführers arbeitet die 
Kindsmutter mit einem Beschäftigungsgrad von 70 % (Beschwerde S. 4); an 
welchen Tagen und zu welchen Tageszeiten sie ihrer Arbeit nachgeht, ist 
nicht aktenkundig. B.________ scheint in ihrer sprachlichen und 
motorischen Entwicklung verzögert (vgl. Beschwerdebeilage [BB] 6; Akten 
SID pag. 21); Näheres hierzu ist nicht bekannt. Sie ist im Sommer 2020 
schulpflichtig (Kindergarten) geworden und besucht eine Sonderschule (vgl. 
act. 13). Die Kindsmutter bezeichnet das Vater-Tochter-Verhältnis als sehr 
stark. B.________ gehe es beim Beschwerdeführer immer sehr gut; seine 
Anwesenheit sei wichtig für ihre Entwicklung (vgl. Akten SID pag. 21).

3.2 Nach seiner Einreise in die Schweiz Ende Juni 2012 war der Be-
schwerdeführer zunächst stellenlos. Da das Einkommen der Ehefrau nicht 
ausreichte, wurde die Familie von November 2012 bis August 2016 ergän-
zend mit insgesamt Fr. 81ʹ740.-- durch die Sozialhilfe unterstützt (Akten MIDI 
3B pag. 145). Per 1. Oktober 2015 nahm der Beschwerdeführer eine Er-
werbstätigkeit als Reinigungsmitarbeiter auf (Akten MIDI 3B pag. 84 f.). 
Diese Vollzeitstelle wurde ihm per 30. April 2017 wieder gekündigt (Akten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 6

MIDI 3B pag. 135). Seither war der Beschwerdeführer nicht mehr erwerbs-
tätig. Seit November 2017 bezieht er ununterbrochen Sozialhilfe; die ausge-
richtete wirtschaftliche Hilfe belief sich per 18. Oktober 2019 auf rund 
Fr. 72ʹ000.-- (Akten SID pag. 72). Der monatliche Fehlbetrag beträgt gemäss 
dem Sozialhilfebudget von November 2019 Fr. 2ʹ736.20 (Akten SID pag. 73). 
Der Beschwerdeführer war wiederholt arbeitsunfähig (1.1.–31.3.2017, 7.6.–
6.7.2017, 1.11.2017–4.4.2018; Akten MIDI 3B pag. 117, 191 ff., 214 f.). We-
gen eines Rückenleidens wurde er 2014 und 2017 operiert. Nach Einschät-
zung des behandelnden Chirurgen sind ihm seit April 2018 mittelschwere 
körperliche Arbeiten zumutbar (Akten MIDI 3B pag. 239). Die Invalidenversi-
cherung hat das Leistungsbegehren vom 22. März 2017 mit rechtskräftiger 
Verfügung vom 12. September 2017 abgewiesen, da der Beschwerdeführer 
seit 1. Mai 2017 wieder zu 100 % arbeitsfähig sei. Seine angestammte Tä-
tigkeit als Reinigungskraft sei ihm wieder vollumfänglich zumutbar (Akten 
MIDI 3B pag. 218 f.). Gemäss Arztberichten vom 7. Juli 2018 und 17. Januar 
2020 leidet er an chronischen Rücken- und Hüftschmerzen, Bluthochdruck 
und einer Depression (Akten MIDI 3B pag. 239; BB 4). Am 27. Januar 2021 
musste er sich erneut einer Rückenoperation unterziehen, weshalb er bis 
zum 10. März 2021 arbeitsunfähig war (vgl. act. 15A).

3.3 Per 31. Oktober 2019 war der Beschwerdeführer mit 16 Verlustschei-
nen im Gesamtbetrag von Fr. 11ʹ508.35 im Betreibungsregister verzeichnet 
(Akten SID pag. 75 ff.). In strafrechtlicher Hinsicht ist ein Strafbefehl vom 
27. Juni 2014 aktenkundig. Danach wurde er wegen Fälschung von Auswei-
sen zu einer Geldstrafe von 32 Tagessätzen zu Fr. 30.--, bedingt vollziehbar 
bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zu einer Busse von Fr. 240.-- ver-
urteilt (Akten MIDI 3B pag. 170).

4.

Strittig sind die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz.

4.1 Dem Beschwerdeführer wurde der Aufenthalt in der Schweiz gestützt 
auf die am 30. Juli 2011 geschlossene Ehe mit einer Niederlasserin bewilligt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 7

Seit 1. November 2016 ist die Ehe gerichtlich getrennt; der gemeinsame 
Haushalt ist seit November 2017 aufgehoben (vorne E. 3.1). Es ist unbestrit-
ten, dass dem Beschwerdeführer nach Aufhebung der ehelichen Gemein-
schaft kein Anspruch nach Art. 43 des hier noch anwendbaren AuG (vgl. 
vorne E. 2) mehr zukommt. Er beruft sich allerdings auf Art. 50 AuG. Gemäss 
Abs. 1 dieser Bestimmung besteht der Anspruch des Ehegatten auf Verlän-
gerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 43 AuG nach Auflösung der Ehe 
verselbständigt weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre 
bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Bst. a) oder wenn 
wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erfor-
derlich machen (Bst. b; sog. nachehelicher Härtefall). Als Vater einer hier 
niederlassungsberechtigten Tochter kann sich der Beschwerdeführer zudem 
auf Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) 
und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) berufen. Diese 
Bestimmungen, die das Recht auf Achtung des Familien- und Privatlebens 
gewährleisten, können verletzt sein, wenn die Pflege einer intakten familiä-
ren Beziehung zwischen der betroffenen Person und nahen Verwandten mit 
festem Anwesenheitsrecht in der Schweiz durch die Entfernungsmass-
nahme vereitelt wird (BGE 142 II 35 E. 6.1, 139 I 330 E. 2.1; BVR 2019 
S. 314 E. 5.1.1).

4.2 Ein allfälliger Anspruch nach Art. 50 AuG erlöscht unter anderem, 
wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 2 
Bst. b AuG). Widerrufsgründe sind grundsätzlich zu prüfen, wenn ein An-
spruch gemäss Art. 50 Abs. 1 AuG besteht. Allerdings bedarf es keiner Prü-
fung der Voraussetzungen von Bst. a oder b dieser Bestimmung, wenn ein 
allfälliger Anspruch aufgrund eines Widerrufsgrunds ohnehin erloschen wäre 
(BVR 2011 S. 289 E. 4; jüngst etwa BGer 2C_582/2020 vom 10.12.2020 E. 4 
zu Art. 50 Abs. 1 Bst. b AIG). Ein Widerrufsgrund und damit ein – unter Vor-
behalt der Prüfung der Verhältnismässigkeit – gerechtfertigter Eingriff in den 
Anspruch nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV liegt unter anderem dann 
vor, wenn die ausländische Person oder eine Person, für die sie zu sorgen 
hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist (Art. 62 Abs. 1 Bst. e AuG). Bei diesem 
Widerrufsgrund geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und damit 
künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Der auf diese 
Bestimmung gestützte Widerruf der Bewilligung (bzw. deren Nichtverlänge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 8

rung) fällt grundsätzlich in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Un-
terstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, 
dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (vgl. etwa 
BGer 2C_429/2020 vom 6.10.2020 E. 5.4; VGE 2019/5 vom 30.10.2019 
E. 5.3.1). Ob und inwieweit die betroffene Person die Sozialhilfebedürftigkeit 
selber zu vertreten hat, bildet nicht Frage der Erfüllung des Widerrufsgrunds, 
sondern der Verhältnismässigkeitsprüfung (BGer 2C_13/2018 vom 
16.11.2018 E. 3.2, 2C_395/2017 vom 7.6.2018 E. 3.2; VGE 2019/331 vom 
20.8.2020 E. 4.2).

4.3 Der Beschwerdeführer wird seit November 2017 ununterbrochen von 
der Sozialhilfe unterstützt. Die wirtschaftliche Hilfe belief sich per 18. Oktober 
2019 auf rund Fr. 72'000.--. Angesichts der fortbestehenden Unterstützungs-
bedürftigkeit und des monatlichen Fehlbetrags von Fr. 2ʹ736.20 dürfte sich 
der Betrag bis heute noch wesentlich erhöht haben. Bereits zwischen No-
vember 2012 und August 2016 bezog der Beschwerdeführer mit seiner Fa-
milie Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 81ʹ740.-- (vorne E. 3.2). Die 
bislang bezogenen Sozialhilfeleistungen sind von beträchtlicher Höhe (vgl. 
zur Erheblichkeitsschwelle BGer 2C_515/2016 vom 22.8.2017 E. 3.1, 
2C_263/2016 vom 10.11.2016 E. 3.1.3). Dem Beschwerdeführer ist es nicht 
gelungen, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Während seines bald neun-
jährigen Aufenthalts in der Schweiz hatte er nur während eineinhalb Jahren 
eine Arbeitsstelle. Seit ihm diese per Ende April 2017 gekündigt wurde, hat 
er keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt (vgl. vorne E. 3.2). Ab 15. Oktober 
2018 nahm er an einem Beschäftigungsprogramm teil; der Schritt in den ers-
ten Arbeitsmarkt glückte ihm danach jedoch nicht (Akten MIDI 3B pag. 266, 
269). Ende September 2020 hat er sich über den Sozialdienst für ein Integra-
tionsprogramm angemeldet (vgl. Beilage zur Eingabe vom 5.10.2020, 
act. 13A). Ob sich der 55-jährige Beschwerdeführer aber trotz fehlender Aus-
bildung und Berufserfahrung mittel- und längerfristig eine gefestigte Er-
werbssituation im ersten Arbeitsmarkt schaffen kann, erscheint fraglich. Eine 
wesentliche Besserung der beruflichen Situation ist nicht absehbar. Es muss 
unter diesen Umständen davon ausgegangen werden, dass der Beschwer-
deführer weiterhin in beträchtlichem Umfang auf wirtschaftliche Unterstüt-
zung angewiesen sein wird. Er erfüllt nach dem Gesagten den Widerrufs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 9

grund nach Art. 62 Abs. 1 Bst. e AuG. Inwiefern er daran eine Mitverantwor-
tung trägt, ist eine andere Frage (vgl. E. 4.2 hiervor).

4.4 Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegwei-
sung sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie 
aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als ver-
hältnismässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AuG). Im Rahmen 
dieser Prüfung sind die öffentlichen Interessen an der Entfernungsmass-
nahme und die privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Ver-
bleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die 
Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall (vgl. 
BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1, je mit Hinweisen). Im Zu-
sammenhang mit dem Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit nach 
Art. 62 Abs. 1 Bst. e AuG sind für die Interessenabwägung namentlich fol-
gende Kriterien zu berücksichtigen: Die Schwere des Verschuldens an der 
Sozialhilfeabhängigkeit, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bishe-
rigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person drohenden Nachteile; 
zu beachten ist auch die Qualität der sozialen, kulturellen und familiären Be-
ziehungen sowohl im Gast- wie im Heimatland (vgl. BGer 2C_324/2018 vom 
31.10.2019 E. 4.3; VGE 2019/331 vom 20.8.2020 E. 6.3). Beeinträchtigt die 
Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen oder das 
Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage dieser 
Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (BGE 144 II 1 
E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Hat die betroffene Person 
minderjährige Kinder, sind in diese Prüfung ausserdem die nach dem Über-
einkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK; 
SR 0.107) und Art. 11 BV zu berücksichtigenden Interessen im Zusammen-
hang mit dem Kindeswohl einzubeziehen (BGE 143 I 21 E. 5.5.1). Dabei ist 
dem grundlegenden Bedürfnis des Kindes Rechnung zu tragen, in möglichst 
engem Kontakt zu beiden Elternteilen aufwachsen zu können (BGE 144 I 91 
E. 5.2 [Pra 108/2019 Nr. 11]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 10

5.

Zum öffentlichen Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung und Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz ergibt sich 
Folgendes: 

5.1 Der Beschwerdeführer ist seit Mai 2017 stellenlos und bezieht Sozial-
hilfe in erheblicher Höhe (vorne E. 3.2 und E. 4.3). Dass er sich hiervon lösen 
könnte, ist nicht absehbar. Zu prüfen ist allerdings, ob ihm überhaupt entge-
gengehalten werden kann, dass er von der Sozialhilfe abhängig ist (vgl. etwa 
BGer 2C_122/2020 vom 7.7.2020 E. 3.2, 2C_324/2018 vom 31.10.2019 
E. 4.3; VGE 2019/331 vom 20.8.2020 E. 6.4, 2018/92 vom 11.6.2019 
E. 7.2.1). Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe bis zum Eintritt seiner 
Arbeitsunfähigkeit gearbeitet; die Stelle sei ihm aufgrund langer Krankheit 
gekündigt worden. Er leide unter chronischen Schmerzen und sei bereits 
dreimal am Rücken operiert worden. Er nehme Medikamente zur Behand-
lung seines hohen Blutdrucks und seiner Depression. Er müsse sich immer 
wieder in ärztliche Behandlung begeben, was die Stellensuche erschwere. 
Im Oktober 2018 habe er eine Stelle bei einem Arbeitsvermittlungsbüro be-
kommen, der MIDI habe ihm jedoch keine Arbeitsbewilligung erteilt. Seit 
2017 habe er die Pflege und Betreuung seiner gesundheitlich angeschla-
genen Tochter übernommen, was vom Sozialdienst als «Beschäftigungspro-
gramm» anerkannt und entschädigt werde (vgl. zum Ganzen Beschwerde 
S. 3, 5, 7 f.). 

5.2 Seit seiner Einreise in die Schweiz Ende Juni 2012 war der Be-
schwerdeführer lediglich in der Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 30. April 2017 
erwerbstätig (vorne E. 3.2). Anzuerkennen ist, dass er gesundheitlich ange-
schlagen ist und zeitweise arbeitsunfähig war. Spätestens seit April 2018 ist 
er aber grundsätzlich wieder vollständig arbeitsfähig mit Ausnahme der Zeit-
spanne vom 27. Januar bis 10. März 2021 (vollständige Arbeitsunfähigkeit 
nach einer Rückenoperation). Seit diesem Zeitpunkt ist ihm die Aufnahme 
einer Erwerbstätigkeit aus gesundheitlicher Sicht zumutbar. Gegenteiliges 
ergibt sich auch nicht aus dem Bericht seines Hausarztes vom 17. Januar 
2020 (BB 4). Es mag sein, dass seine gesundheitlichen Beschwerden die 
Stellensuche erschweren. Dass sich der Beschwerdeführer seit April 2018 
um geeignete (Teilzeit-)Stellen bemüht hätte, bleibt aber auch vor Verwal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 11

tungsgericht gänzlich unbelegt. Aktenkundig sind einzig zwei Anmeldungen 
vom Oktober 2018 und September 2020 für ein Beschäftigungs- bzw. Inte-
grationsprogramm (Akten MIDI 3B pag. 266, 269; Beilage zur Eingabe vom 
5.10.2020, act. 13A). Sein unbelegtes Vorbringen, er habe im Oktober 2018 
über ein Arbeitsvermittlungsbüro eine Stelle gefunden, der MIDI habe ihm 
jedoch keine Arbeitserlaubnis erteilt, bestreitet der MIDI und findet in den 
Akten auch keine Stütze (Beschwerde S. 6 f.; Akten SID pag. 37 f.): In seiner 
Stellungnahme vom 2. November 2018 an den MIDI wies der damals anwalt-
lich vertretene Beschwerdeführer darauf hin, dass er seit 15. Oktober 2018 
an einem Beschäftigungsprogramm teilnehme; ein Stellenangebot im ersten 
Arbeitsmarkt erwähnte er jedoch nicht (vgl. Akten MIDI 3B pag. 265 f.). Seine 
damalige Rechtsvertreterin hatte sodann seiner Sozialarbeiterin mit E-Mail 
vom 31. Oktober 2018 bestätigt, dass der Beschwerdeführer während des 
Rechtsmittelverfahrens weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgehen darf (vgl. 
Akten SID pag. 22). 

5.3 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer auch nach seinem 
Auszug aus der Familienwohnung im November 2017 die Betreuung seiner 
Tochter B.________ während der Arbeitszeiten der Mutter übernommen hat 
(angefochtener Entscheid E. 6b). Gemäss unbelegten Angaben des 
Beschwerdeführers arbeitet die Kindsmutter zu 70 %. Zu ihren Arbeitszeiten 
äussert er sich nicht (vorne E. 3.1). Es ist davon auszugehen, dass sie 
teilweise auch am Wochenende arbeitet (vgl. Akten MIDI 3B pag. 47 ff.). Da 
die Kindsmutter keiner Vollzeiterwerbstätigkeit nachgeht, wäre es dem 
Beschwerdeführer grundsätzlich zumutbar gewesen, neben der Betreuung 
seiner Tochter eine Teilzeitstelle anzutreten. Selbst von alleinerziehenden 
ausländischen Personen wird erwartet, dass sie sich spätestens ab dem 
3. Altersjahr des jüngsten Kindes um Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 
bemühen (vgl. BVR 2019 S. 293 E. 9.4 mit Hinweisen; jüngst etwa BGer 
2C_423/2020 vom 26.8.2020 E. 4.2.1, 2C_870/2018 vom 13.5.2019 
E. 5.3.3). Die Tochter scheint in ihrer Entwicklung verzögert zu sein (vorne 
E. 3.1), Näheres führt der Beschwerdeführer jedoch nicht aus und lässt sich 
auch den eingereichten Unterlagen nicht entnehmen. Sein Vorbringen, 
wonach B.________ einer Spezialpflege bedürfe, die er ihr zuteil kommen 
lasse und welche die öffentliche Hand monatlich Fr. 2ʹ000.-- kosten würde, 
bleibt unbelegt (vgl. Beschwerde S. 7). Im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 12

(Art. 90 AIG bzw. Art. 20 VRPG) wäre es indes an ihm gewesen, die 
massgeblichen, sachverhaltlichen Umstände nicht nur zu behaupten, 
sondern auch zu belegen (vgl. allgemein etwa BGer 2C_377/2020 vom 
15.7.2020 E. 3.4.2, 2C_436/2020 vom 2.7.2020 E. 4.3.2). Aufgrund der 
Akten ist anzuerkennen, dass seine Tochter einer besonderen Betreuung 
und Begleitung bedarf. Nicht erstellt ist jedoch, dass diese eine Intensität 
erreicht, die es dem Beschwerdeführer in den vergangenen Jahren 
verunmöglichte, eine (Teil-)Erwerbstätigkeit auszuüben. Der Umstand, dass 
er seine Tochter unter der Woche während der Arbeitszeiten der Mutter so-
wie an jedem zweiten Wochenende betreut, befreit den Beschwerdeführer 
demnach nicht davon, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Im Übrigen 
ging er bereits vor der Geburt der Tochter keiner Arbeit nach. Soweit er vor-
bringt, die Betreuung seiner Tochter werde vom Sozialdienst anerkannt und 
mit Fr. 60.--/Monat entschädigt (Beschwerde S. 3), kann ihm nicht gefolgt 
werden: Mit diesem Betrag werden im Sozialhilfebudget lediglich die durch 
das Besuchsrecht entstehenden Mehrkosten berücksichtigt (vgl. Sozialhilfe-
budget vom 7.11.2019, in Akten SID pag. 73; vgl. auch Handbuch Sozialhilfe 
der Berner Konferenz für Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz 
[BKSE], Stichwort «Wochenend- und Ferienaufenthalt von Kindern» Ziff. III 
[einsehbar unter: <www.handbuch.bernerkonferenz.ch>]). Seit August 2020 
besucht B.________ eine Sonderschule. Es ist davon auszugehen, dass 
sich dadurch der Betreuungsaufwand des Beschwerdeführers verringert hat 
(vgl. auch Anmeldung vom 30.9.2020, wonach er im 
Beschäftigungsprogramm ein Pensum von 70 % wahrnehmen könnte 
[act. 13A]). Dass er seine Arbeitssuche auf dem ersten Arbeitsmarkt seither 
intensiviert hätte, ist jedoch weder ersichtlich noch dargetan. 

5.4 Nach dem Erwogenen ist anzuerkennen, dass die gesundheitlichen 
Beschwerden und die Betreuungspflichten des Beschwerdeführers gegen-
über seiner Tochter die Stellensuche erschweren. Dass es ihm nicht ge-
lungen ist, zumindest eine Teilzeitanstellung zu finden, lässt sich damit aber 
nicht rechtfertigen. Vielmehr muss sich der Beschwerdeführer entgegenhal-
ten lassen, nicht alles Zumutbare unternommen zu haben, um den Sozialhil-
febezug zu vermeiden oder zu verringern. Damit ist von einer Mitverantwor-
tung des Beschwerdeführers für seine schlechte finanzielle Situation auszu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 13

gehen. Unter diesen Umständen ist das gewichtige öffentliche Interesse an 
der Entfernungsmassnahme (wenn überhaupt) kaum zu relativieren.

6.

Zu den privaten Interessen ergibt sich was folgt:

6.1 Der Beschwerdeführer lebt seit bald neun Jahren in der Schweiz. Al-
lerdings kann seinem Aufenthalt seit der negativen Verfügung des MIP vom 
20. Dezember 2018 kein besonderes Gewicht beigemessen werden, weil 
dieser aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Rechtsmittel lediglich noch 
toleriert wird (vgl. BGE 137 II 1 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.1). Es ist damit 
von einer massgebenden Aufenthaltsdauer von sechseinhalb Jahren auszu-
gehen, was nicht besonders lang ist. Die beruflich-wirtschaftliche Integration 
muss angesichts seiner einzigen, lediglich eineinhalb Jahre dauernden An-
stellung sowie des langjährigen Sozialhilfebezugs als gescheitert bezeichnet 
werden. Der Beschwerdeführer ist zudem verschuldet (vorne E. 3.3). Bezüg-
lich der Steuerschulden besteht zwar eine Abzahlungsvereinbarung; dass er 
dieser regelmässig und lückenlos nachkommt, ist indes nicht erstellt (vgl. 
Akten SID 3A1, Beilage zur Eingabe vom 27.2.2019). In sprachlicher Hinsicht 
macht der Beschwerdeführer geltend, dass er sich auf Deutsch unterhalten 
könne und gewillt sei, seine Deutschkenntnisse zu verbessern (Beschwerde 
S. 5). Aktenkundig sind indes lediglich der Besuch eines Deutsch-Anfänger-
kurses im Jahr 2013 im Umfang von 20 Lektionen, eine Anmeldung vom 
27. Juni 2014 für einen Deutsch-Anfängerkurs sowie eine Anmeldung für 
einen Einstufungstest im Jahr 2018 (BB 8; Akten MIDI 3B pag. 194, 268). 
Gemäss Angaben des Hausarztes vom 17. Januar 2020 sind die Deutsch-
kenntnisse des Beschwerdeführers «bescheiden» (BB 4). Hinsichtlich der 
sozialen Integration sind keine Hinweise erkennbar, die auf eine starke Ver-
ankerung in der hiesigen Gesellschaft und Kultur schliessen liessen. Der Be-
schwerdeführer macht keinerlei Kontakte zur einheimischen Bevölkerung 
geltend, sein soziales Umfeld scheint sich auf seine Tochter und deren Mut-
ter zu beschränken. Anzuerkennen ist, dass er mit Ausnahme einer Verur-
teilung wegen Fälschung von Ausweisen strafrechtlich soweit ersichtlich 
nicht in Erscheinung getreten ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 14

6.2 Hinsichtlich der Rückkehr ins Heimatland ist zu berücksichtigen, dass 
der Beschwerdeführer die ersten 47 Jahre dort gelebt hat und erst vor weni-
gen Jahren in die Schweiz eingereist ist. Unbestritten geblieben ist, dass er 
mit der Sprache, Kultur und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten seines 
Heimatlands nach wie vor bestens vertraut ist und in der Dominikanischen 
Republik soziale Kontakte pflegt (angefochtener Entscheid E. 7b). Gemäss 
eigenen Angaben telefoniert er täglich mit seinen dort lebenden Familienan-
gehörigen (vgl. Akten MIDI 3B pag. 96). Im Mai 2018 und August 2019 be-
antragte er jeweils mehrwöchige Rückreisevisa, um seine Familie im Hei-
matland zu besuchen (Akten MIDI 3B pag. 226; Akten SID pag. 61). Es ist 
daher davon auszugehen, dass er in der Dominikanischen Republik über ein 
soziales Netz verfügt, welches ihm die Wiedereingliederung erleichtern wird. 
Angesichts seines Alters und seiner gesundheitlichen Beschwerden dürfte 
sich die beruflich-wirtschaftliche Wiedereingliederung des heute 55-jährigen 
Beschwerdeführers in der Dominikanischen Republik nicht einfach gestalten. 
Allerdings sieht sich der Beschwerdeführer mit diesen Schwierigkeiten auch 
in der Schweiz konfrontiert, konnte er doch während seines bald neunjähri-
gen Aufenthalts beruflich nicht Fuss fassen und zeichnet sich insoweit keine 
günstige Entwicklung ab. Im Übrigen hält er den Erwägungen der SID hin-
sichtlich der Rückkehrmöglichkeiten nichts Substanziiertes entgegen; insbe-
sondere macht er nicht geltend, dass seine gesundheitlichen Beschwerden 
im Heimatland nicht behandelt werden könnten. Dass seine Gesundheits-
probleme erst in der Schweiz aufgetreten sind (Beschwerde S. 7), lässt eine 
Rückkehr nicht als unzumutbar erscheinen. Mit der Vorinstanz ist folglich da-
von auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die Wiedereingliederung in 
der Dominikanischen Republik möglich und zumutbar ist.

6.3 In familiärer Hinsicht ist die Beziehung des Beschwerdeführers zu 
seiner hier niederlassungsberechtigten Tochter betroffen. Der Beschwerde-
führer macht geltend, dass er seine Tochter betreue, die auf Hilfe angewie-
sen sei. Diese benötige für ihre Entwicklung beide Elternteile. Die Beziehung 
zu seiner Tochter sei sowohl in affektiver als auch in wirtschaftlicher Hinsicht 
besonders eng und intensiv. Ein regelmässiger und persönlicher Kontakt 
durch gegenseitige Besuche könne angesichts der grossen Distanz zwi-
schen den beiden Ländern und der fehlenden finanziellen Mittel nicht auf-
rechterhalten werden (Beschwerde S. 7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 15

6.3.1 Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann 
die familiäre Beziehung mit seinem Kind aus zivilrechtlichen Gründen nur in 
beschränktem Rahmen leben, nämlich durch die Ausübung des ihm einge-
räumten Rechts auf angemessenen persönlichen Verkehr. Hierfür ist nicht 
unbedingt erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im selben 
Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter 
dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK 
sowie Art. 13 Abs. 1 BV) ist es grundsätzlich ausreichend, wenn der Kontakt 
zum Kind im Rahmen von Kurzaufenthalten, Ferienbesuchen oder über die 
üblichen Kommunikationsmittel vom Ausland her wahrgenommen werden 
kann, wobei allenfalls die Modalitäten des Besuchsrechts entsprechend an-
zupassen sind (vgl. BGE 144 I 91 E. 5.1 [Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 
E. 5.3 mit Hinweisen). Hingegen hat der nicht sorge- oder obhutsberechtigte 
ausländische Elternteil eines minderjährigen Kindes mit gefestigtem Anwe-
senheitsrecht in der Schweiz zur Ausübung des Besuchsrechts Anspruch auf 
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn eine in affektiver und in wirt-
schaftlicher Hinsicht besonders enge Eltern-Kind-Beziehung besteht, welche 
wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen die 
ausländische Person auszureisen hätte, praktisch nicht mehr aufrechterhal-
ten werden könnte. Zudem muss sich die ausreisepflichtige Person in der 
Schweiz bisher weitgehend «tadellos» verhalten haben (vgl. BGE 144 I 91 
E. 5.2 [Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 E. 5.2, 142 II 35 E. 6.2; 
BGer 2C_800/2018 vom 12.2.2020 E. 3.2; VGE 2018/92 vom 11.6.2019 
E. 6.3).

6.3.2 Das Verwaltungsgericht geht mit der Vorinstanz davon aus, dass zwi-
schen dem Beschwerdeführer und seiner Tochter eine in affektiver Hinsicht 
besonders enge Beziehung besteht und die Wegweisung sowohl Vater als 
auch Tochter hart treffen würde (angefochtener Entscheid E. 6b und c): Der 
Beschwerdeführer hat während der ersten beiden Lebensjahre seiner Toch-
ter mit ihr zusammengelebt und sie danach zumindest bis zu deren Kinder-
garteneintritt im August 2020 in einem Umfang betreut, der über das Praxis-
übliche hinausgeht. Die Kindsmutter bestätigt, dass ein sehr starkes Vater-
Tochter-Verhältnis besteht (vorne E. 3.1 und 5.3). In wirtschaftlicher Hinsicht 
steht fest, dass der Beschwerdeführer bislang nicht in der Lage war, seine 
Tochter finanziell zu unterstützen. Ob und allenfalls in welcher Höhe er bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 16

der Trennung zu Unterhaltszahlungen verpflichtet wurde, geht aus den Akten 
nicht hervor. Sein Vorbringen, wonach er monatlich Fr. 100.-- bis Fr. 130.-- 
für seine Tochter bezahle, ihr oft Kleider und Spielsachen kaufe und Freizeit-
aktivitäten finanziere (Beschwerde S. 7), belegt er nicht. Bei der Beurteilung 
der wirtschaftlichen Verbundenheit können indes nicht nur Geld-, sondern 
auch Naturalleistungen in Form von Betreuungsleistungen eine wesentliche 
Rolle spielen (vgl. BGE 143 I 21 E. 6.3.5; BGer 2C_904/2018 vom 24.4.2019 
E. 4.2, 2C_635/2016 vom 17.3.2017 E. 2.1.3). Vorliegend ist davon auszu-
gehen, dass der Beschwerdeführer seine Tochter zumindest bis zu deren 
Kindergarteneintritt im Sommer 2020 in einem Umfang betreute, der die Mut-
ter wesentlich entlastete und ihr ermöglichte, einer Teilzeiterwerbstätigkeit 
nachzugehen. Wird zugunsten des Beschwerdeführers angenommen, dass 
die Mutter wie behauptet zu 70 % arbeitet und er bis im Sommer 2020 die 
Kinderbetreuung während dieser Zeit vollumfänglich abdeckte, ist er seinen 
Unterhaltspflichten in Form von Erziehung und Pflege nachgekommen, wo-
mit eine hinreichend enge wirtschaftliche Bindung zu bejahen ist. Mit dem 
Sonderschuleintritt der Tochter dürfte sich die Situation verändert haben. Es 
ist davon auszugehen, dass sich der Betreuungsaufwand vermindert hat und 
es dem Beschwerdeführer zumutbar wäre, eine Erwerbstätigkeit in einem 
Umfang aufzunehmen, der es ihm erlauben würde, auch in finanzieller Hin-
sicht zum Unterhalt seiner Tochter beizutragen (vgl. auch vorne E. 5.3). Ob 
bei den aktuellen Verhältnissen immer noch eine enge wirtschaftliche Bezie-
hung besteht, kann letztlich jedoch offenbleiben, da dem Beschwerdeführer 
angesichts seiner langjährigen, erheblichen und teilweise verschuldeten So-
zialhilfeabhängigkeit kein tadelloses Verhalten attestiert werden kann, zumal 
eine Besserung nicht absehbar ist (vgl. BGer 2C_525/2020 vom 7.10.2020 
E. 5.3, 2C_870/2018 vom 13.5.2019 E. 4.3).

6.3.3 Bei einer Wegweisung des Beschwerdeführers würde die Tochter bei 
ihrer Mutter in der Schweiz bleiben. Die Vater-Tochter-Beziehung könnte von 
der Dominikanischen Republik aus nur noch beschränkt gelebt werden. Was 
den Beschwerdeführer selbst angeht, hat er sich entgegenhalten zu lassen, 
dass er sich nur ungenügend um seine (beruflich-wirtschaftliche) Integration 
bemüht hat. Sein eigenes Interesse, nicht von seiner Tochter getrennt zu 
werden, ist daher zu relativieren. Die Trennung vom Vater dürfte hingegen 
für die heute 5½-jährige Tochter einschneidend sein. Der Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 17

hat bislang einen wesentlichen Teil ihrer Betreuung übernommen; mit der 
Wegweisung würde die Tochter eine enge Bezugsperson verlieren. Künftig 
wäre die Mutter allein für die Betreuung des Mädchens zuständig. Indes ist 
davon auszugehen, dass die Tochter seit dem Eintritt in eine Sonderschule 
zumindest teilweise während der Erwerbstätigkeit der Mutter extern betreut 
wird. Inwiefern eine allfällige, darüber hinausgehende notwendige Betreuung 
nicht auch von Drittpersonen übernommen werden könnte, ist nicht darge-
tan. Die familiären Beziehungen können sodann in gewissem, wenn auch 
bescheidenem Rahmen über die Grenzen hinweg gelebt werden. Trotz 
knapper Finanzen erscheinen sporadische Besuche nicht unmöglich oder 
von vornherein ausgeschlossen. Der Kontakt kann zudem mittels der übli-
chen Kommunikationsmittel gepflegt werden. Zu berücksichtigen ist im Hin-
blick auf das Kindeswohl überdies, dass die Tochter heute unter der Obhut 
ihrer Mutter steht und nicht aus den hiesigen Strukturen herausgerissen wird 
(vgl. z.B. BVR 2013 S. 543 E. 5.4).

6.4 Mit Blick auf die privaten Interessen ist zusammenfassend festzu-
halten, dass im Fall der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und 
der Wegweisung gewichtige familiäre Nachteile drohen. Hingegen hat sich 
der Beschwerdeführer kaum in die hiesigen Verhältnisse integrieren können 
und der Rückkehr in die Dominikanische Republik stehen keine massge-
blichen Hindernisse entgegen.

7.

7.1 Die Abwägung der öffentlichen und privaten Interessen ergibt Folgen-
des: Der Beschwerdeführer hat seit November 2012 Sozialhilfeleistungen in 
erheblichem Umfang bezogen; seit November 2017 wird er ununterbrochen 
sozialhilferechtlich unterstützt. Mit einer Ablösung ist kurz- bis mittelfristig 
nicht zu rechnen. Obschon er mehrheitlich arbeitsfähig war, ist es ihm nicht 
gelungen, eine stabile Erwerbssituation aufzubauen. Ernsthafte Bemü-
hungen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen, sind nicht erkennbar. 
Seine jahrelange Sozialhilfeabhängigkeit und Passivität bei der Arbeitssuche 
lassen sich nicht überwiegend mit seinen gesundheitlichen Beschwerden 
und Betreuungspflichten gegenüber seiner Tochter erklären. Insoweit trägt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 18

der Beschwerdeführer an seiner Sozialhilfeabhängigkeit eine Mitverantwor-
tung. Die öffentlichen Interessen sind damit insgesamt als erheblich zu 
bewerten. Dagegen haben die privaten Interessen an einem Verbleib in der 
Schweiz zurückzustehen: Der Beschwerdeführer hält sich noch nicht beson-
ders lang hier auf und konnte sich während seines Aufenthalts weder wirt-
schaftlich noch sozial integrieren. Mit seinen Familienangehörigen im Hei-
matland pflegt er regelmässige Kontakte und der Rückkehr in die Dominika-
nische Republik stehen keine massgeblichen Hindernisse entgegen. Bei den 
privaten Interessen fällt damit einzig die Vater-Tochter-Beziehung ins Ge-
wicht, die unbestrittenermassen eng ist und bei einer Wegweisung des Be-
schwerdeführers nur noch beschränkt gelebt werden könnte. Die Beziehung 
kann jedoch mittels der üblichen Kommunikationsmittel und allfälliger Besu-
che auch vom Ausland her gepflegt werden. Im Hinblick auf das Kindeswohl 
ist sodann zu berücksichtigen, dass die Tochter in ihrem vertrauten Umfeld 
bei der Mutter bleiben und unter den hiesigen Lebensbedingungen aufwach-
sen kann. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz erweisen sich somit ins-
gesamt auch im Licht von Art. 8 EMRK, Art. 13 BV und der KRK als verhält-
nismässig.

7.2 Aus dem Urteil 12020/09 des Europäischen Gerichtshofs für Men-
schenrechte (EGMR) vom 16. April 2013 i.S. Udeh gegen die Schweiz, in 
welchem der Gerichtshof die Wegweisung des betroffenen Ausländers aus 
der Schweiz als Verstoss gegen das Recht auf Familienleben gewertet hat, 
vermag der Beschwerdeführer nichts für sich abzuleiten (vgl. Eingabe vom 
5.10.2020 [act. 13] S. 2). Dieses Urteil ist kein Grundsatzentscheid, sondern 
erscheint vielmehr als spezifischer Anwendungsfall der bisherigen Praxis 
des EGMR (BGE 141 II 169 E. 5.1, 139 I 325 E. 2.4 [Pra 103/2014 Nr. 22]; 
BVR 2015 S. 391 E. 7.3). Im Übrigen unterscheidet sich der dem genannten 
Urteil zugrundeliegende Sachverhalt vom hier zu beurteilenden; insbeson-
dere bemühte sich in jenem Fall der betroffene Ausländer um Ablösung von 
der Sozialhilfe. 

7.3 Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechts-
kontrolle im Ergebnis stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet 
und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vorne E. 1.2). Da die von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 19

der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine neue festzu-
legen. Sie beträgt nach der Praxis des Verwaltungsgerichts in der Regel 
sechs Wochen, wobei bei der Bemessung besondere Umstände zu berück-
sichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige besondere Lage 
aufgrund des Coronavirus rechtfertigt eine längere Frist bis Ende Juni 2021. 
Sollte die Ausreise bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Reisebeschrän-
kungen nicht möglich sein, ist es Sache der Migrationsbehörde, eine neue 
Frist anzusetzen.

8.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdefüh-
rer an sich kostenpflichtig; ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen 
(Art. 108 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). Er hat für das 
verwaltungsgerichtliche Verfahren indes um unentgeltliche Rechtspflege er-
sucht.

8.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist 
nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das 
heisst, wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten be-
trächtlich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernst-
haft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die 
über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 
Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde; eine Partei soll ei-
nen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, 
nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (statt vieler BVR 
2019 S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 E. 5.1; zum Ganzen Lucie von Büren, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 111 N. 29 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 20

8.2 Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers geht aus den Akten deutlich 
hervor. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann sodann angesichts der 
Umstände des vorliegenden Falles (insbesondere die affektive und wirt-
schaftliche Verbundenheit mit der hier niedergelassenen Tochter, gesund-
heitliche Probleme) nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet wer-
den. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzuheissen. 
Unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VPRG i.V.m. 
Art. 123 ZPO sind die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht 
vorläufig vom Kanton zu tragen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Dem 
Beschwerdeführer wird eine neue Ausreisefrist gesetzt auf den 30. Juni 
2021.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen. 

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.04.2021, Nr. 100.2020.36U, 
Seite 21

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.