# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1327dec-8634-55e8-8262-88fde7a189be
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-01-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 29.01.2003 LP020076
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LP020076_2003-01-29.pdf

## Full Text

Aus den Erwägungen:

"V. 2. b) aa) Mit Beschluss vom 12. Oktober 1995 vertrat das Handelsge-

richt die Auffassung, dass bei der Beurteilung der Mittellosigkeit im Sinne von

§ 84 ZPO zum betreibungsrechtlichen Notbedarf ein Zuschlag von 15% zu erhe-

ben und auf diese Weise ein zivilprozessualer Notbedarf zu ermitteln sei (ZR 101

[2002] Nr. 14).

bb) Diese Auffassung steht in Widerspruch zur (mittlerweile) langjährigen,

gefestigten, publizierten und durch das Kassationsgericht des Kantons Zürich be-

stätigten Praxis der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich (ZR 96

[1997] Nr. 11; Kass.-Nr. 99/009). Danach besteht kein Anspruch auf einen Zu-

schlag zum betreibungsrechtlichen Notbedarf. Die Gewährung der unentgeltlichen

Rechtspflege soll verhindern, dass aus finanziellen Gründen Rechte nicht wahr-

genommen werden können. Es stellt sich folglich nur die Frage, ob jemand über

die nötigen Mittel verfügt, um für die Prozesskosten aufzukommen. Da diese re-

gelmässig während eines befristeten Zeitraumes anfallen, ist es einer Partei zu-

zumuten, vorübergehend auf den gewohnten Lebensstandard zu verzichten. In

welchem Umfang diese Einschränkung zumutbar erscheint, ist in jedem Einzelfall

individuell zu prüfen.

cc) Es besteht keine Veranlassung, von dieser Praxis abzuweichen."