# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 190aff6f-9be7-5c85-a302-06602e8c156e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 22.11.2006 BK 2006 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2006-49_2006-11-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 22. November 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 06 49

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
Richter Rehli und Hubert
Aktuar ad hoc Walder

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Guido Ranzi, 
Quaderstrasse 5, Chur,

gegen

die Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten Davos vom 26. September 
2006, mitgeteilt am 3. Oktober 2006, in Sachen gegen Z., vertreten durch Rechts-
anwalt Ivo Doswald, Zentrum Witikon 295, Zürich,

betreffend Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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A. 1. Am 17. Juni 2006, gegen 15.40 Uhr, fuhr Z. mit dem Personenwa-
gen Opel Corsa, Polizeikennzeichen A., auf der F.-Strasse ausserhalb von E. in 
Richtung K. Bei der Abzweigung ins I. fuhr er in die G.-Strasse ein; er beabsich-
tigte, kurz nach dem  Bahnübergang nach links in die J.-Strasse abzubiegen. Bei 
der G.-Strasse handelt es sich um eine Ausserortsstrasse, auf welcher eine 
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt. Vor dem Bahnübergang, nach den Fest-
stellungen des Kreispräsidenten etwa 60 m vor der Einmündung der J.-Strasse, 
will Z. den linken Richtungsanzeiger gestellt haben und mit einer Geschwindigkeit 
von knapp 50 km/h gefahren sein. Die in seinem Auto mitfahrende Tochter C. 
sagte aus, sie könne nicht mehr genau sagen, wo ihr Vater den linken Blinker 
gestellt habe, sie glaube aber, dies sei kurz nach dem Bahnübergang gewesen. 
Vor dem eigentlichen Abbiegmanöver will Z. nochmals in den Rückspiegel ge-
schaut und festgestellt haben, dass die Strecke hinter ihm frei war. Eben als er 
abbog, bemerkte Z., dass ein Fahrzeug im Begriffe war, ihn links zu überholen. 
Es handelte sich um den von X. gelenkten Personenwagen Seat mit dem deut-
schen Kennzeichen B., dessen Fahrer, ebenfalls von E. kommend, nach H. ge-
langen wollte. X. sagte aus, der vor ihm fahrende Personenwagenlenker habe 
keinen Blinker gestellt. Er habe das langsam vor ihm fahrende Fahrzeug mit einer 
Geschwindigkeit von 50 bis 60 km/h überholen wollen. Um eine Kollision zu ver-
meiden, wich der überholende Fahrzeuglenker nach links aus. Er überquerte die 
Einmündung zur J.-Strasse und fuhr auf das gegenüberliegende Trottoir. Beim 
Aufprall auf die Bordsteinkante schlug er mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe 
seines Fahrzeugs, wobei er sich nach einer am gleichen Abend vorgenommenen 
ärztlichen Untersuchung eine Halswirbelsäulen-Distorsion zuzog. An seinem 
Fahrzeug entstand ein Sachschaden von etwa 1'500 Franken. Z. fuhr mit seinem 
Auto in die J.-Strasse ein; er begab sich zum Unfallfahrzeug und half dessen 
Lenker, das beschädigte linke Vorderrad zu wechseln. Darauf fuhr er mit seiner 
Tochter, die sich vorher kurz entfernt hatte, in die nahe Ferienwohnung. X. setzte 
seine Fahrt in Richtung H. fort. Gegen 17 Uhr meldete er den Unfall auf dem 
Polizeiposten E.; er verzichtete auf die Stellung eines Strafantrags wegen fahr-
lässiger Körperverletzung.

B. Das Kreisamt Davos führte in der Folge gegen die beiden Unfallbe-
teiligten eine Strafuntersuchung wegen Verletzung von Verkehrsregeln durch. Es 
erliess gegen X. am 20. September 2006 ein Strafmandat, gegen das der Verur-
teilte am 12. Oktober 2006 Einsprach erhob. Das Verfahren ist noch hängig. – 
Am 26. September 2006 stellte der Kreispräsident Davos das Verfahren gegen 
Z. wieder ein und auferlegte die Verfahrenskosten von 200 Franken dem Kreis 

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E.. Er stellte fest, die Würdigung der Aussagen der Beteiligten und der Auskunfts-
person C. habe ergeben, dass Z. den Blinker gestellt und die Fahrt zum Abbiegen 
verlangsamt habe. Er sei seiner Pflicht, auf nachfolgende Verkehrsteilnehmer 
Rücksicht zu nehmen, nachgekommen; der Vorfall lasse sich somit nicht auf 
pflichtwidriges Verhalten von Z. zurückführen. Dieser habe sich sodann bei X. 
nach dem Befinden erkundigt. Es hätten keine Anzeichen dafür bestanden, dass 
sich dieser eine Verletzung zugezogen haben könnte. Er habe nach dem Unfall 
einen Radwechsel vorgenommen und sei darauf ohne weitere Bemerkung weg-
gefahren. Angesichts dieser Sachlage sei Z. nicht verpflichtet gewesen, die Poli-
zei zu benachrichtigten. Die Untersuchung sei damit einzustellen, wobei von der 
Zusprechung einer Entschädigung abzusehen sei, weil keine tatsächlichen und 
rechtlichen Schwierigkeiten bestanden hätten, welche eine anwaltliche Vertre-
tung erfordert hätten.

C. Gegen diese Einstellungsverfügung beschwerte sich X. am 24. Ok-
tober 2006 bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden. 
Er machte geltend, das Verfahren sei zu Unrecht eingestellt worden.  Der Be-
schwerdegegner könne sich nicht auf Art. 26 SVG berufen, weil er sein Abbiege-
manöver eingeleitet habe, als er selbst bereits am Überholen gewesen sei. Ent-
gegen der Meinung der Vorinstanz habe Z. gegen Art. 34 Abs. 3 und Art. 39 Abs. 
2 SVG verstossen. Glaube man dem Beschwerdegegner, so wolle dieser den 
Blinker bereits vor dem Bahnübergang gestellt haben, was mit Blick auf die viel 
weiter hinten gelegene Kreuzung als verwirrend früh  und damit unzulässig an-
zusehen wäre. Die Tochter habe demgegenüber ausgesagt, sie habe erst nach 
dem Bahnübergang das Klicken des Blinkers gehört. Gehe man zu Gunsten des 
Beschwerdegegners davon aus, dass der Richtungsanzeiger tatsächlich gestellt 
worden sei, so müsse dies eindeutig viel zu spät, nämlich als mit dem Abbiegen 
schon begonnen worden sei, geschehen sein. Z. habe sodann entgegen seinen 
Aussagen entweder überhaupt nicht oder nicht rechtzeitig in den Rückspiegel 
geschaut, oder er habe dem toten Winkel keine Beachtung geschenkt. Damit sei 
er seinen Vorsichtspflichten nicht nachgekommen. Der Beschwerdegegner und 
seine Mitfahrerin hätten auch gegen die Vorschriften von Art. 51 SVG und Art. 56 
VRV verstossen, indem sie sich vom Unfallort entfernt hätten, obschon er ihnen 
zu erkennen gegeben habe, dass er verletzt sei. Z. habe seinen Pflichten nicht 
genügt, was zur Gutheissung der Beschwerde führen müsse.

Der Beschwerdegegner liess in seiner Vernehmlassung vom 15. Novem-
ber 2006 beantragen, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten des Be-

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schwerdeführers abzuweisen. Ferner sei dieser zu verpflichten, ihm für die an-
waltliche Vertretung im Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von 1'000 
Franken und für persönliche Umtriebe eine solche von 150 Franken zu bezahlen. 
Zur Begründung wird angeführt, der Beschwerdeführer lasse einfach seine Un-
fallwahrnehmung schildern und verkenne dabei, dass nur wenige Punkte seiner 
eigenen Wahrnehmung unbestritten oder beweisbar seien. Es müsse davon aus-
gegangen werden, dass der Beschwerdeführer die angezeigte Richtungsände-
rung in pflichtwidriger Sorgfaltsverletzung übersehen habe. Es werde auch be-
stritten, dass er und seine Tochter hätten erkennen können, dass X. eine HWS-
Distorsion erlitten habe und benommen gewesen sei. Die anders lautende Dar-
stellung des Beschwerdeführers werde schon durch dessen eigenes Verhalten 
widerlegt. Wäre seine Version richtig, hätte er sich nicht ans Steuer seines Fahr-
zeugs setzen dürfen, und auf die ausdrückliche Frage nach seinem Befinden 
hätte er sagen müssen, es gehe ihm nicht gut. Objektivierbare Anhaltspunkt oder 
neutrale Zeugen zum Vorfall gebe es nicht. Es stehe also Aussage gegen Aus-
sage, so dass die Depositionen mit besonderer Vorsicht zu würdigen seien. Im 
Gegensatz zu ihm habe X. nicht nur ein persönliches, sondern auch ein finanzi-
elles Interesse, habe er doch einen Sachschaden an seinem Fahrzeug erlitten. 
Bei der gegebenen Kollision der Aussagen gelte, das denjenigen die Beweislast 
treffe, welcher behaupte, der andere Verkehrsteilnehmer habe gegen Normen 
des Strassenverkehrs verstossen. X. müsste folglich beweisen, dass er (Z.) den 
Richtungsanzeiger nicht gestellt habe. Da nicht zu widerlegen sei, dass er den 
Blinker rechtzeitig gestellt habe, sei davon auszugehen, dass dies geschehen 
sei, so dass X. nicht hätte überholen dürfen. Ein Verstoss seinerseits gegen die 
einschlägigen Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes könne nicht nach-
gewiesen werden, so dass die Einstellung der Strafuntersuchung korrekt sei. 
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sei der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig, und er habe ihm den anwaltlichen Aufwand zu entschädigen.

Mit der Überweisung der Akten teilte das Kreisamt Davos mit, dass auf 
eine Stellungnahme verzichtet werde.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

I. 1. Gemäss Art. 176a StPO kann gegen Ablehnungs- und Einstellungs-
verfügungen des Kreispräsidenten bei der Beschwerdekammer des Kantonsge-
richts Beschwerde geführt werden. Zur Beschwerdeführung ist nach Art. 139 

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Abs. 1 StPO legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid  berührt ist und 
ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung geltend macht. Insbesondere 
kann sich der Geschädigte gegen Ablehnungs- und Einstellungsverfügungen be-
schweren. Da X. beim Verkehrsunfall vom 17. Juni 2006 verletzt wurde und Sach-
schaden erlitt, ist er auf Grund dieser Bestimmung der Strafprozessordnung zur 
Beschwerdeführung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist somit einzutreten.

2.a) Der Beschwerdeführer beanstandet die angefochtene Verfügung 
sowohl bezüglich der Darstellung des Sachverhaltes als auch hinsichtlich dessen 
rechtlicher Würdigung. Er macht geltend, nicht er, sondern der Beschwerdegeg-
ner habe Verkehrsregeln verletzt, was ihn zu einem Ausweichmanöver gezwun-
gen habe. Er habe nicht damit rechnen müssen, dass auf der mit 80 km/h befahr-
baren Ausserortsstrecke der langsam vor ihm fahrende Beschwerdegegner, 
ohne Zeichen zu geben, plötzlich nach links abbiegen würde. Soweit der Be-
schwerdeführer die Einstellungsverfügung mit der Argumentation anficht, Z. habe 
den Richtungsanzeiger nicht betätigt, stellt er sich in Gegensatz zu der vom 
Kreispräsidenten vorgenommenen Beweiswürdigung. Dieser war auf Grund der 
Aussagen des Beschwerdegegners und dessen Tochter zum Schluss gekom-
men, Z. habe den Blinker gestellt. Indem er einfach seine eigene Schilderung als 
die richtige Version hinstellt, ohne etwas Stichhaltiges vorbringen zu können, das 
diese Sachverhaltsdarstellung als die wahrscheinlichere erscheinen liesse, ist 
seine Argumentation nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid als rechtswid-
rig oder unangemessen erscheinen zu lassen. Der Kreispräsident hatte sich an-
gesichts des Widerspruchs bezüglich der Frage, ob der Beschwerdegegner die 
beabsichtigte Richtungsänderung angezeigt hatte, für die eine oder andere der 
sich widersprechenden Aussagen zu entscheiden. Er gab der Version von Z. den 
Vorzug, was angesichts der Tatsache, dass diese – wenn auch mit einer gering-
fügigen Differenz bezüglich des Zeitpunkts, in welchem der Blinker betätigt wurde 
– von der Tochter des Beschwerdegegners bestätigt wurde, nicht zu beanstan-
den ist. Jedenfalls vermag X. kein objektives Element dafür anzuführen, warum 
der Kreispräsident nicht auf die Aussagen von Z. und C. hätte abstellen dürfen, 
sondern seine eigene Sachdarstellung hätte übernehmen müssen. Selbst wenn 
den Aussagen der Tochter C. wegen ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen zu 
ihrem Vater kein entscheidendes Gewicht beigemessen werden wollte, so stünde 
doch Aussage gegen Aussage, so dass sich das Gericht, das im Falle einer An-
klageerhebung den Fall zu beurteilen hätte, mangels für die eine oder die andere 
Version sprechender Fakten zu Gunsten der Sachdarstellung des Angeklagten 

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zu entscheiden hätte und damit aller Voraussicht nach zu einem Freispruch ge-
langen müsste.

b) Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, selbst wenn 
den Aussagen des Beschwerdegegners gefolgt werden sollte, wäre diesem ein 
Verstoss gegen Art. 34 Abs. 3 und 39 Abs. 2 SVG vorzuwerfen. Was er in diesem 
Zusammenhang vorbringt, hört sich allerdings recht sonderbar an. Ausgehend 
von der Darstellung Z.s, wonach er den Blinker vor dem Bahnübergang gestellt 
habe, wird argumentiert, mit Blick auf die viel weiter hinten gelegene Kreuzung 
sei der Blinker verwirrend zu früh gestellt worden. Unter Miteinbeziehung der 
Aussagen von C., wonach sie glaube, der Blinker sei kurz nach dem Bahnüberg-
ang gestellt worden, gelangt der Beschwerdeführer demgegenüber zum Schluss, 
der Blinker sei eindeutig viel zu spät gestellt worden. Bedenkt man, dass zwi-
schen vor und kurz nach dem Bahnübergang nur eine kurze Distanz von vielleicht 
zehn Metern liegen kann, muss man sich fragen, wann Z. nach Auffassung des 
Beschwerdeführers den Blinker hätte stellen müssen, um dies nicht verwirrend 
früh, aber auch nicht viel zu spät zu tun! Abgesehen von der Abwegigkeit der 
diesbezüglichen Ausführungen sind diese auch sachlich nicht haltbar. Wenn X. 
dem Beschwerdegegner unter Hinweis auf BGE 101 IV 321vorwirft, den Blinker 
verwirrend früh gestellt zu haben, so übersieht er, dass dem zitierten Entscheid 
ein nicht vergleichbarer Sachverhalt zugrunde lag. Während nämlich in jenem 
Fall eine Fahrzeuglenkerin, welche nach rechts abzubiegen beabsichtigte, den 
Blinker nicht erst vor der Strassenverzweigung stellte, wo sie in eine rechts ein-
mündende Strasse einfahren wollte, sondern bereits vor einer 65 m früher eben-
falls nach rechts abzweigenden Strasse, wodurch sie einen aus dieser heraus-
fahrenden Autolenker glauben liess, sie beabsichtige in eben diese Strasse ab-
zuzweigen, wodurch es – weil sie geradeaus auf die nächste Verzweigung zufuhr 
– auf der Kreuzung zu einer Kollision kam, lag im vorliegenden Fall eine ganz 
andere Situation vor. Z. wollte nach links abbiegen und stellte nach seiner Schil-
derung vor dem Bahnübergang den linken Blinker. Nach den Feststellungen in 
der angefochtenen Verfügung war dies etwa 60 m vor der Abzweigung in die J.-
Strasse, möglicherweise waren es auch etwas mehr. Es ist unerfindlich, inwiefern 
Z. dadurch eine für den nachfolgenden Beschwerdeführer verwirrende Situation 
hätte schaffen können, welche diesen in seinem Entscheid, ein Überholmanöver 
einzuleiten, zu einem Fehlverhalten verleiten konnte. Gab der Beschwerdegeg-
ner durch seine Zeichengebung bekannt, dass er nach links abzubiegen ge-
dachte, so war es völlig gleichgültig, ob er erst in die etwa 60 m entfernte J.-
Strasse einfahren oder allenfalls zu der kurz davor liegende Getränkehandlung 

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D. gelangen wollte; einem nachfolgenden Autolenker war es in dieser Situation 
in jedem Falle verboten, ein Überholmanöver einzuleiten. Wurde der Blinker aber 
erst kurz nach dem Bahnübergang gestellt, so war dies immer noch rund 50 m 
vor der Linksabzweigung und somit auch auf der Ausserortsstrasse früh genug, 
um einen nachfolgenden Autofahrer auf das beabsichtigte Manöver aufmerksam 
zu machen, zumal ja die Geschwindigkeit bereits reduziert worden war, was ein 
weiteres Indiz dafür war, dass der voraus fahrende Lenker nicht die Absicht hatte, 
geradeaus in Richtung H. zu fahren. Geht man also nach der vom Kreispräsiden-
ten in nicht zu beanstandender Beweiswürdigung getroffenen Annahme davon 
aus, dass Z. den Richtungsanzeiger gestellt hatte, so war der Entscheid von X., 
ein Überholmanöver einzuleiten in jedem Falle falsch,  ob nun die Richtungsän-
derung vor oder nach dem Bahnübergang stattfand. Die Beschwerde erweist sich 
damit auch unter diesem Gesichtspunkt als unbegründet.

c) Der Beschwerdeführer erachtet die angefochtene Verfügung auch 
insoweit als falsch, als das Verfahren wegen Verstosses gegen Art. 51 SVG und 
Art. 56 VRV eingestellt wurde. Er wirft dem Beschwerdeführer und dessen Toch-
ter vor, sich von der Unfallstelle entfernt und die Vorschrift, die Polizei zu benach-
richtigen, wenn bei einem Unfall eine Person verletzt worden sei, missachtet zu 
haben. Er macht geltend, er habe dem Beschwerdegegner und seiner Mitfahrerin 
zu erkennen gegeben, dass er sich nicht wohl gefühlt habe, so dass diese ver-
pflichtet gewesen wären, vor Ort zu bleiben und die Polizei anzurufen. Auch in 
diesem Punkt kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden. Bereits in der  
Einvernahme durch die Polizei sagte X. aus, der Lenker des überholten Fahr-
zeugs habe sein Auto in der J.-Strasse geparkt und sei zu ihm gekommen, um 
sich zu erkundigen, ob er verletzt sei. Mit keinem Wort erwähnte er, dass er diese 
Frage im bejahenden Sinne beantwortet habe und es folglich dem Beschwerde-
gegner hätte bewusst sein müssen, dass er sich nicht wohl gefühlt habe. Erst auf 
das weitere Befragen der Polizei, weshalb er nach dem Unfall nicht die Polizei 
verständigt habe, erklärte er dies mit einer leichten Benommenheit infolge des 
Schlages gegen das Seitenfenster. Auch an dieser Stelle der Befragung äusserte 
sich X. aber in keiner Weise dahin, dass er sich gegenüber dem Beschwerde-
gegner in diesem Sinne geäussert habe. Dass Z. von sich aus darauf hätte kom-
men müssen, dass der Beschwerdeführer sich verletzt hatte, obwohl ihm dieser 
dies nicht zu erkennen gegeben hatte, lässt sich aus den Akten nicht schliessen. 
Das Gegenteil ist der Fall: Gemeinsam mit dem verunfallten Fahrzeuglenker 
wechselte Z. das beschädigte Vorderrad aus, worauf X. seine Fahrt in Richtung 
H. fortsetzte, sich also weder anschickte, sofort einen Arzt aufzusuchen noch sich 

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auf den Polizeiposten zu begeben. Angesichts dieser Situation durfte der Be-
schwerdegegner mit Fug davon ausgehen, dass sich X. keine Verletzungen zu-
gezogen hatte und die Angelegenheit folglich ohne Beizug der Polizei erledigt 
werden konnte. Bei dieser Aktenlage hat der Kreispräsident das Verfahren also 
mit guten Gründen auch bezüglich dieses Sachverhalts eingestellt, wäre doch im 
Falle einer Anklageerhebung mit anschliessender gerichtlicher Beurteilung ange-
sichts der gegebenen Beweislage mit grösster Wahrscheinlichkeit mit einem Frei-
spruch zu rechnen. Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen 
und die angefochtene Verfügung zu bestätigen.

II. 1. Ist die Beschwerde abzuweisen, gehen die Kosten es  Beschwer-
deverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers.

2. Z. hat im Verfahren vor dem Kreisamt die Zusprechung einer Ent-
schädigung von 800 Franken aus der Staatskasse beantragt. Der Kreispräsident 
hat dieses Begehren mit dem Hinweis abgelehnt, der Beizug eines Anwaltes sei 
nicht notwendig gewesen, weil der Fall keine tatsächlichen und rechtlichen 
Schwierigkeiten geboten habe. Der Beschwerdegegner rügt diesen Entscheid in 
seiner Stellungnahme zur Beschwerde, ohne ihn jedoch selbst angefochten zu 
haben. Darauf kann daher nicht eingetreten werden. Soweit er für das Beschwer-
deverfahren eine Entschädigung von 1'000 Franken und eine Umtriebsentschä-
digung von 150 Franken geltend macht, kann seinem Begehren mangels gesetz-
licher Grundlage praxisgemäss nicht entsprochen werden.

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 600 Franken gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: