# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** deccf05b-f4d5-5bc4-8207-ce45347a9bb2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 28.06.2023 110 2023 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2023-37_2023-06-28.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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3013 Bern
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BVD 110/2023/37

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 28. Juni 2023

in der Beschwerdesache zwischen

Frau C.________
Beschwerdeführerin

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lauterbrunnen, Gemeindeverwaltung, 
Gemeindehaus Adler, 3822 Lauterbrunnen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Gemeinde Lauterbrunnen vom 8. März 2023 (eBau Nr. 2022-18219 
(113619) und die Verfügung des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 24. 
Februar 2023 (G.-Nr.: 2022.DIJ.7935); Einbau und Erweiterung Dachgiebel

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin reichte am 11. Dezember 2022 bei der Gemeinde Lauterbrunnen 
ein Baugesuch ein für den Einbau und die Erweiterung von Dachgiebeln auf dem 
Mehrfamilienhaus auf ihrer Parzelle Lauterbrunnen Grundbuchblatt Nr. E.________. Die Parzelle 
liegt in der Landwirtschaftszone. Nach erfolgter formeller Prüfung wurde das Baugesuch unter 
anderem dem Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zur Stellungnahme weitergeleitet. 
Dieses reichte der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lauterbrunnen am 6. Januar 2023 eine 
negative Stellungnahme ein, wonach die erforderliche Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 ff. 
RPG1 nicht erteilt werden könne. 

2. Mit Verfügung vom 17. Januar 2023 eröffnete die Baubewilligungsbehörde der 
Beschwerdeführerin die Stellungnahme des AGR und teilte ihr mit, dass ihr deshalb keine 
Baubewilligung in Aussicht gestellt werden könne. Die Gemeinde gab der Beschwerdeführerin 
Gelegenheit zur Einreichung einer Projektänderung, zum Rückzug des Baugesuchs oder zum 
Verlangen eines beschwerdefähigen Entscheids. Die Bauherrschaft verlangte daraufhin am 26. 
Januar 2023 Letzteres. Die diesbezügliche Verfügung des AGR datiert vom 24. Februar 2023 und 

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).

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wurde der Beschwerdeführerin mit dem Bauabschlag der Gemeinde Lauterbrunnen vom 8. März 
2023 eröffnet.
3. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 18. März 2023 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung des 
Bauabschlags vom 8. März 2023 und der Verfügung des AGR vom 24. Februar 2023 und die 
Erteilung der Baubewilligung.

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet2, edierte die Vorakten und 
führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde Lauterbrunnen verzichtete mit Schreiben vom 
3. April 2023 auf eine Stellungnahme. Das AGR beantragt mit Stellungnahme vom 17. April 2023 
die Abweisung der Beschwerde. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 
Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Verfügungen des AGR über die 
Zonenkonformität bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone sowie über Ausnahmegesuche nach 
den Art. 24 bis 24e RPG können zusammen mit dem Bauentscheid ebenfalls mit Baubeschwerde 
bei der BVD angefochten werden (Art. 84 Abs. 4 BauG). Die BVD ist somit für die Beurteilung der 
Beschwerde zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). 
Die Beschwerdeführerin, deren Baugesuch abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen 
Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Bauvorhaben und Zonenkonformität 

a) Das umstrittene Bauvorhaben betrifft den Umbau der Dachwohnung der sich in der 
Landwirtschaftszone befindenden Liegenschaft der Beschwerdeführerin. Diese plant unter 
anderem den Einbau von zwei grösseren Dachgiebeln, womit einerseits die Küche und das Bad 
sowie andererseits eines der fünf Zimmer der Dachwohnung vergrössert werden sollen. Gemäss 
den Erläuterungen der Beschwerdeführerin und des Projektverfassers sei dies notwendig, da der 
jetzige Ausbaustandard der in die Jahre gekommenen Wohnung im Dachgeschoss nicht mehr 
zeitgemäss sei. Die Wohnung werde derzeit als möblierte Ferienwohnung vermietet.4 Es sei 
geplant, sie an Dauermieter (einheimische, 4- bis 5-köpfige Familie) zu vermieten und innerhalb 
der nächsten fünf bis zehn Jahre von der Beschwerdeführerin und ihrem Mann als Alterswohnsitz 
zu verwenden. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die Liegenschaft seit 1961 im 
Familienbesitz sei und seither dort nie ein landwirtschaftlicher Betrieb geführt worden sei. Ihr 
Grossvater und danach ihre Eltern hätten im Erdgeschoss ein Restaurant geführt und zudem seien 

2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und 
Verkehrsdirektion (Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
4 Gemäss Vorakten, pag. 39 auf www.A.________, ferner auch auf anderen Buchungsplattformen (z.B. auf 

www.B.________,). 

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in der Liegenschaft schon immer Fremdenzimmer und später ganze Ferienwohnungen vermietet 
worden. 
b) Bauten und Anlagen können nur bewilligt werden, wenn sie dem Zweck der Nutzungszone 
entsprechen (Art. 22 Abs. 2 Bst. a RPG). In der Landwirtschaftszone zonenkonform sind Bauten 
und Anlagen, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau 
nötig sind (Art. 16a Abs. 1 Satz 1 RPG). Diese Anforderungen präzisiert Art. 34 RPV5. Danach 
sind unter anderem Bauten und Anlagen zonenkonform, die der bodenabhängigen 
Bewirtschaftung dienen, namentlich der Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau 
und Nutztierhaltung (Art. 34 Abs. 1 Bst. a RPV). Das Bundesrecht verlangt, dass eine zentrale 
kantonale Behörde bei allen Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen entscheidet, ob sie 
zonenkonform sind oder ob für sie eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann (Art. 25 Abs. 2 
RPG). Im Kanton Bern ist dafür gemäss Art. 84 Abs. 1 BauG in Verbindung mit Art. 108a BauV6 
das AGR zuständig. 

Wie das AGR in der Verfügung vom 24. Februar 2023 zu Recht festhält und die 
Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde bestätigt, handelt es sich bei der fraglichen Liegenschaft 
nicht um eine für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau 
nötige Baute. Es liegt im konkreten Fall kein landwirtschaftlicher Betrieb vor. Dabei ist unerheblich, 
dass in den vergangenen Jahren gemäss den Erläuterungen der Beschwerdeführerin auch nie ein 
solcher geführt, sondern die Liegenschaft immer schon als Restaurant und Ferienwohnung 
genutzt wurde. Ausschlaggebend für die Anwendbarkeit der obgenannten Rechtsgrundlagen zur 
Prüfung der Zonenkonformität der betreffenden Baute ist ihre unbestrittene Lage in der 
Landwirtschaftszone. Da das Bauvorhaben nicht zonenkonform ist, bedarf es zwingend einer 
Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 ff. RPG. 

3. Ausnahmen für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen gemäss Art. 24 ff. RPG

a) Nach Art. 24 Bst. a RPG können zonenfremde Bauten und Anlagen in der 
Landwirtschaftszone ausnahmeweise bewilligt werden, wenn der Zweck der Baute einen Standort 
ausserhalb der Bauzone erfordert. Zonenwidrige Bauten und Anlagen sind standortgebunden, 
wenn sie aus technischen oder betrieblichen Gründen, z.B. Funkantennen, oder wegen der 
Bodenbeschaffenheit, z.B. Rohstoffgewinnungsanlagen, auf einen Standort ausserhalb der 
Bauzonen angewiesen sind (positive Standortgebundenheit) oder wenn ein Bauvorhaben aus 
bestimmten Gründen, z.B. wegen seinen Immissionen, innerhalb der Bauzone ausgeschlossen ist 
(negative Standortgebundenheit). In der Person des Gesuchstellenden liegende – meist als 
subjektiv bezeichnete – Gründe vermögen die Standortgebundenheit nicht zu begründen. 
Beispiele dafür sind eine momentane familiäre oder gesundheitliche Situation sowie der Wunsch, 
die Zweckmässigkeit oder Nützlichkeit bzw. den Komfort einer bestehenden Baute zu verbessern.7

Für das vorliegende Bauvorhaben liegen offensichtlich keine objektiven Gründe für die Annahme 
einer positiven oder negativen Standortgebundenheit vor. Dies wurde vom AGR in dessen 
Verfügung vom 24. Februar 2023 in Ziff. 2. b) korrekt festgestellt. Die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin und des Projektverfassers, dass der aktuelle Ausbaustandard der 
Dachwohnung veraltet und der Umbau für das zeitgemässe Wohnen und eine Vermietung 
notwendig sei, sind rein subjektiver Art. Wobei diese Beurteilung nichts mit einer staatlichen 
Bewertung der Beweggründe der Beschwerdeführerin zu tun hat, sondern mit der offensichtlichen 

5 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1).
6 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1).
7 Vgl. Muggli Rudolf, in: Aemisegger Heinz/Moor Pierre/Ruch Alexander/Tschannen Pierre (Hrsg.), Praxiskommentar 

RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, Zürich/Basel/Genf 2017, Art. 24, N. 5 ff., mit Hinweisen.

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Tatsache, dass solche Gründe praktisch immer angeführt werden können. Würden sie als 
Ausnahmegrund anerkannt, würde der Trennungsgrundsatz zur Unterscheidung von Bauzonen 
und Nichtbauzonen seines Gehalts entleert.8
b) Nach Art. 24c Abs. 1 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen 
ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich 
geschützt. Bauten und Anlagen, die unter den Geltungsbereich von Art. 24c RPG fallen, können 
erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie 
rechtmässig erstellt oder geändert worden sind (Art. 24c Abs. 2 RPG). Veränderungen am 
äusseren Erscheinungsbild müssen für eine zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energetische 
Sanierung nötig oder darauf ausgerichtet sein, die Einpassung in die Landschaft zu verbessern 
(Art. 24c Abs. 4 RPG). In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der 
Raumplanung vorbehalten (Art. 24c Abs. 5 RPG). Eine Änderung gilt als teilweise und eine 
Erweiterung als massvoll, wenn die Identität der Baute einschliesslich ihrer Umgebung in den 
wesentlichen Zügen gewahrt bleibt (Art. 42 Abs. 1 RPV). Die Veränderungen können sowohl in 
inneren Umbauten als auch in äusseren Erweiterungen sowie in Zweckänderungen bestehen. Ob 
die Identität der Baute im Wesentlichen gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der gesamten Umstände 
zu beurteilen (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 RPV). Massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung der 
Identität ist der Zustand, in dem sich die Baute oder Anlage im Zeitpunkt der Zuweisung zum 
Nichtbaugebiet befand (Art. 42 Abs. 2 RPV), d.h. in der Regel beim Inkrafttreten des 
eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes am 1. Juli 1972.

In Art. 42 Abs. 3 Bst. a und b RPV sind des Weiteren feste quantitative Obergrenzen verankert, bei 
deren Überschreiten die Identität der Baute in jedem Fall als nicht mehr gewahrt gilt: Innerhalb des 
bestehenden Gebäudevolumens darf die anrechenbare Bruttogeschossfläche (BGF) nicht um mehr 
als 60 Prozent erweitert werden, wobei das Anbringen einer Aussenisolation als Erweiterung 
innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens gilt (Art. 42 Abs. 3 Bst. a RPV). Unter den 
Voraussetzungen von Art. 24c Abs. 4 RPG kann eine Erweiterung ausserhalb des bestehenden 
Gebäudevolumens erfolgen; die gesamte Erweiterung darf in diesem Fall sowohl bezüglich der 
anrechenbaren BGF als auch bezüglich der Gesamtfläche (Summe von anrechenbarer 
Bruttogeschossfläche und Brutto-Nebenfläche; BNF) weder 30 Prozent noch 100 m2 überschreiten; 
die Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens werden nur halb angerechnet 
(Art. 42 Abs. 3 Bst. b RPV). Zur BGF zählen die Nutzflächen, die dauerhaft für das Wohnen und 
Arbeiten bestimmt sind bzw. genutzt werden sowie die zu ihrer Erschliessung dienenden 
Verkehrsflächen. Die BGF resultiert aus der Summe aller entsprechenden Geschossflächen 
einschliesslich der Mauer- und Wandquerschnitte. Als BNF gelten die mit der Wohn- oder 
Arbeitsnutzung baulich und funktional zusammenhängenden Räume wie Keller, Estrich, 
Waschküche, Heizung, Garagen etc.9 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf die 
Möglichkeit, zonenwidrige Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone zu vergrössern, nur 
einmal benützt werden.10 Es ist zwar zulässig, gestützt auf Art. 24c RPG mehrere zeitlich 
getrennte Änderungen an einem Objekt vorzunehmen, diese dürfen indessen insgesamt das 
zulässige Änderungsmass nicht überschreiten.

Die Rechtsprechung stellt ferner auch hohe Anforderungen an die erwähnten Voraussetzungen 
betreffend die Veränderung des äusseren Erscheinungsbildes gemäss Art. 24c Abs. 4 RPG. 
Angesichts des Grundsatzes der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet sollen nicht grosszügige 

8 Muggli Rudolf, a.a.O., Art. 24, N. 11.
9 Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Erläuternder Bericht zur Teilrevision der Raumplanungsverordnung, 2012, 

S. 9, Fn. 9; ARE, Neues Raumplanungsrecht. Erläuterungen zur Raumplanungsverordnung und Empfehlungen für 
den Vollzug, Teil V, Bewilligungen nach Artikel 24c RPG, 2001, S. 46 und Anhang 1 S. 21.

10 BGE 112 Ib 277 E. 5.

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und komfortable Lösungen, sondern bloss das tatsächlich objektiv Erforderliche erlaubt werden.11 
Denkbar ist eine Erweiterung nur noch in seltenen Fällen, wo eine Wohnung z.B. kein Bad, keine 
bedürfnisgerechte Küche, keine genügende interne Erschliessung oder objektiv zu wenig 
Nebenräume für Aufbewahrung, Waschküche und Heizung aufweist sowie innerhalb des 
bestehenden Volumens kein Platz für diesen Raumbedarf vorhanden ist.12 Ungenügende 
Raumhöhen und Belichtung von bestehenden Wohnräumen können grundsätzlich und unter 
grösstmöglicher Wahrung des Erscheinungsbildes unter dem Titel der zeitgemässen 
Wohnnutzung den heutigen Bedürfnissen angepasst werden. Gleichzeitig wird der Platzbedarf 
von Ferienhäusern oder -wohnungen aber restriktiver beurteilt als derjenige von ganzjährig 
bewohnten Bauten. Erweiterungen zur Schaffung von zusätzlichen Wohn- und Nebenflächen sind 
daher in der Regel nicht bewilligungsfähig.13

c) Die betreffende Dachwohnung verfügt gemäss den von der Beschwerdeführerin 
eingereichten Fotos über eine Kochgelegenheit mit einem Herd mit vier Kochplatten, Backofen, 
Kühlschrank, Spülbecken sowie mehreren Ablageflächen und Küchenschränken bzw. -
schubladen. Unmittelbar neben der Küche besteht ein kleines Bad mit einer Sitzbadewanne, 
einem Lavabo, Spiegeln und Ablageflächen. Vom Bad aus erfolgt der Zugang zur 
dahinterliegenden separaten Toilette. Des Weiteren gibt es in der Dachwohnung fünf Zimmer, 
wobei das grösste (mit rund 18 m2) gemäss dem eingereichten Grundrissplan als Wohn- bzw. 
Esszimmer genutzt wird und die vier kleineren (mit jeweils rund 10 m2) als Schlafzimmer dienen.

Ob mit dem geplanten Umbau die quantitativen Obergrenzen von Art. 42 Abs. 3 Bst. a und b RPV 
tatsächlich eingehalten wären, kann gestützt auf die vorhandenen Unterlagen nicht abschliessend 
beantwortet werden. Einerseits finden sich im Baugesuch bzw. in den eingereichten Plänen 
lediglich Flächenberechnungen betreffend das Dachgeschoss, ohne Einbezug der anderen 
Geschosse. Andererseits fehlt in den Vorakten das bei sämtlichen Bauvorhaben ausserhalb der 
Bauzone von der zuständigen Gemeindebehörde auszufüllende Formular «Bauen ausserhalb der 
Bauzonen» bzw. die entsprechenden Angaben hierzu im Baugesuch. Daher ist unklar, ob die 
Erweiterungsmöglichkeit allenfalls bereits in der Vergangenheit ausgeschöpft wurde, 
beispielsweise durch den Anbau an der Nordfassade des Mehrfamilienhauses. Mit Blick auf die 
nachfolgenden Ausführungen betreffend die Veränderung des äusseren Erscheinungsbildes des 
Gebäudes kann dies jedoch offenbleiben und weitere Abklärungen hierzu erübrigen sich: 
Grundsätzlich verfügt die betreffende Ferienwohnung über eine bedürfnisgerechte Küche und ein 
Bad, was für eine zeitgemässe Wohnnutzung genügend ist. Eine Erweiterung durch Dachgiebel 
und damit eine Veränderung des äusseren Erscheinungsbilds ist nicht erforderlich und daher nicht 
bewilligungsfähig. Ausserdem könnte die von der Beschwerdeführerin gewünschte Vergrösserung 
der Küche – wie das AGR in der Verfügung vom 24. Februar 2023 in Ziff. 2. c) zu Recht festgestellt 
hat – ohne Erweiterung des Gebäudevolumens erreicht werden, indem ein Zimmer aufgegeben 
würde. So könnte allenfalls eine zum Wohn- bzw. Esszimmer hin offene Wohnküche realisiert 
werden, um zusätzlichen Küchenplatz zu gewinnen. Ähnliches gilt betreffend das Bad und die 
Toilette, deren Räumlichkeiten wohl zulasten des kleinsten Schlafzimmers vergrössert werden 
könnten. Um den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten ungenügenden Lichtverhältnissen 
entgegenzuwirken, könnte ferner die Vergrösserung der bestehenden Fenster, der Einbau von 
Dachfenstern oder ein Zusammenschluss der anderen beiden kleinen Zimmer zu einem grossen 
Schlafzimmer in Erwägung gezogen werden. Für all dies müsste keine Vergrösserung der 
bestehenden Dachgiebel bzw. Neuerstellung von grösseren Dachaufbauten erfolgen und die 
bisherige Grundstruktur des Dachs könnte somit beibehalten werden. Insbesondere die geplante 

11 Vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_247/2015 vom 14. Januar 2016, E. 4.2; BVR 2016 S. 471, E. 3.5 f.; Muggli 
Rudolf, a.a.O., Art. 24c, N. 36.

12 Themenblatt A1 des AGR, Änderungen von altrechtlichen Bauten und Anlagen, S. 3 (einsehbar unter 
www.bauen.dij.be.ch/de/start/bauenausserhalbderbauzonen/themen-zum-bauen-ausserhalb-der-bauzonen.html). 

13 Bernische Systematische Information Gemeinden BSIG, Nr. 7/721.0/14.2 vom 13. September 2017, Ziff. 2.2.

http://www.bauen.dij.be.ch/de/start/bauenausserhalbderbauzonen/themen-zum-bauen-ausserhalb-der-bauzonen.html

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Vergrösserung des östlichen, der Zufahrtsstrasse zur betreffenden Liegenschaft zugewendeten 
Dachgiebels, würde zu einer erheblichen und für die zeitgemässe Wohnnutzung nicht 
notwendigen Veränderung des äusseren Erscheinungsbildes des Gebäudes führen. 

d) Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Gründe der möglichen Dauervermietung an 
eine 4- bis 5-köpflige Familie sowie der Nutzung der Dachwohnung im Sinne eines 
Alterswohnsitzes sind sodann rein subjektiver Natur. Ein objektiver Bedarf für die Erweiterung des 
Gebäudevolumens liegt nicht vor. Da die vorgesehenen Dachaufbauten auch für die geplante 
energetische Sanierung (verbesserte Dachisolation und Indach-Photovoltaikanlage) nicht nötig 
sind sowie des Weiteren nicht darauf ausgerichtet sind, die Einpassung in die Landschaft zu 
verbessern, kann die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c Abs. 4 RPG nicht erteilt und das 
vorliegende Bauvorhaben nicht bewilligt werden. Die Beschwerde ist somit als unbegründet 
abzuweisen.

4. Ausnahme für Bauten in Streusiedlungsgebieten

a) Gemäss Art. 39 Abs. 1 Bst. a RPV können die Kantone in Gebieten mit traditioneller 
Streubauweise, die im kantonalen Richtplan räumlich festgelegt sind und in denen die 
Dauerbesiedlung im Hinblick auf die anzustrebende räumliche Entwicklung gestärkt werden soll, 
die Änderung der Nutzung bestehender Bauten, die Wohnungen enthalten, zu 
landwirtschaftsfremden Wohnzwecken als standortgebunden (Art. 24 Bst. a. RPG) bewilligen. 
Hierzu müssen die betreffenden Wohnbauten jedoch ganzjährig bewohnt sein und dürfen nicht 
als Zweitwohnungen genutzt werden.14

Bewilligungen nach diesem Artikel dürfen aber auch nur dann erteilt werden, wenn die äussere 
Erscheinung und die bauliche Grundstruktur im Wesentlichen unverändert bleiben. Man darf dem 
Gebäude zwar ansehen, dass es anders als ursprünglich genutzt wird; der typische Charakter des 
Gebäudes muss jedoch erhalten und das Dach möglichst unverändert bleiben.15 Die äussere 
Erscheinung wird durch die drei Elemente Dach, Fassaden und Umgebung geprägt, deren 
typischen Gestaltungsmerkmale (Stilelemente) erhalten bleiben müssen. Was die Verbesserung 
der Belichtung des Dachraums angeht, hat eine dem Objekt angepasste Fassadenbefensterung 
erste Priorität und danach als zweite Priorität der Einbau von Dachflächenfenster. Allfällige 
Dachaufbauten – nur ausnahmsweise zulässig zwecks gestalterischer Verbesserung von 
störenden Bauteilen auf dem Dach – müssen sich schliesslich der Dachfläche unterordnen.16

b) Die Liegenschaft der Beschwerdeführerin liegt unbestrittenermassen innerhalb eines im 
kantonalen Richtplan bezeichneten Streusiedlungsgebiets. Eine zwingende Voraussetzung für die 
Gewährung einer Ausnahmebewilligung nach Art. 39 RPV i.V.m. Art. 24 RPG ist die 
ausschliessliche Nutzung der betreffenden Wohnung als Erstwohnung, was vorliegend 
unbestrittenermassen nicht der Fall ist: Die Beschwerdeführerin vermietet die Dachwohnung auf 
verschiedenen Buchungsportalen, es handelt sich somit um eine Ferienwohnung und deren 
Nutzung als solche ist gemäss den im Bauverfahren eingereichten Unterlagen auch weiterhin so 

14 Muggli Rudolf, a.a.O., Art. 24, N. 34 ff. Themenblatt A4 des AGR, Bauwerke in Streusiedlungsgebieten – Wohnen 
oder örtliches Kleingewerbe, S. 2 (einsehbar unter 
www.bauen.dij.be.ch/de/start/bauenausserhalbderbauzonen/themen-zum-bauen-ausserhalb-der-bauzonen.html).

15 Themenblatt A4 des AGR, a.a.O., S. 2 f.
16 Vgl. Gestaltungsgrundsätze zu Art. 39 RPV – Bauen und Anlagen im Streusiedlungsgebiet, Ergänzung zum 

Themenblatt A4 des AGR, S. 1 (einsehbar unter 
www.bauen.dij.be.ch/de/start/bauenausserhalbderbauzonen/gestaltungsgrundsaetze.html).

http://www.bauen.dij.be.ch/de/start/bauenausserhalbderbauzonen/themen-zum-bauen-ausserhalb-der-bauzonen.html
http://www.bauen.dij.be.ch/de/start/bauenausserhalbderbauzonen/gestaltungsgrundsaetze.html

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vorgesehen.17 Zwar bringt die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren erstmals vor, dass 
eine Dauervermietung geplant sei bzw. die Dachwohnung ihr später als Alterswohnsitz dienen soll 
und diese dauerhafte Nutzung gerade erst durch den geplanten Ausbau möglich sei. Aber selbst 
wenn es sich vorliegend (allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt) um eine Erstwohnung handeln 
würde, könnte der geplante Ausbau, wie oben aufgezeigt aufgrund der negativen Auswirkungen 
auf das äussere Erscheinungsbild, nicht bewilligt werden. Die geplanten Veränderungen auf dem 
Dach sind massiv und die vergrösserten Dachgiebel würden sofort ins Auge springen. Die 
bestehenden Stilelemente des Dachs – insb. der bisher kleine Dachgiebel auf der Ostseite des 
Dachs – werden mit dem vorgesehenen Bauprojekt keinesfalls gewahrt. Eine 
Ausnahmebewilligung nach dieser Bestimmung kommt damit ebenfalls nicht in Frage, was von 
der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht wird.

5. Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 1600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV18). 
Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

 

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen und der Bauentscheid der Gemeinde Lauterbrunnen vom 
8. März 2023 sowie die Verfügung des AGR vom 24. Februar 2023 werden bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 1600.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau C.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lauterbrunnen, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

17 Vorakten pag. 38 f.
18 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 

154.21).

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Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.