# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f0a385c-8fc6-5915-8a22-200b5a16ba8a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2017 E-5307/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5307-2017_2017-11-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5307/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richterin Christa Luterbacher, Richter François Badoud,    

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Guinea,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. August 2017 / N (…). 

 

 

 

E-5307/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der damals minderjährige Beschwerdeführer suchte am 16. August 2015 

in der Schweiz um Asyl nach. Am 21. August 2015 fand die Befragung zur 

Person (nachfolgend Erstbefragung) und am 11. Oktober 2016 die Anhö-

rung (nachfolgend Zweitbefragung) in Anwesenheit einer Vertrauensper-

son statt. Hierbei machte er – ohne Dokumente oder Beweismittel zu den 

Akten zu reichen – im Wesentlichen geltend, er sei guineischer Staatsbür-

ger aus B._______, wo er aufgewachsen sei und die Schule besucht habe. 

Im Jahr 2014 sei ein Mitschüler an Ebola erkrankt. Er habe im Radio ge-

hört, dass alle Schüler unter Quarantäne gestellt würden. Weil er befürchtet 

habe, abgeführt zu werden und in Quarantäne an Ebola zu erkranken, 

habe er sein Zuhause gleichentags verlassen und sei nach Conakry ge-

reist, wo er etwa einen Monat bei einem Freund gelebt habe. In Conakry 

sei es zu ethnischen Konflikten gekommen und sein Freund sei überfallen 

und ausgeraubt worden; ihm selbst sei nichts zugestossen.  

B.  

Am 25. März 2017 wurde der Beschwerdeführer volljährig.  

C.  

Mit Verfügung vom 18. August 2017 stellte das SEM fest, der Beschwerde-

führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und beauftragte den zuständi-

gen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. 

D.  

Mit Eingabe vom 18. September 2017 (Poststempel) reichte der Beschwer-

deführer unter Beilage eines E-Mail-Ausdrucks vom 7. September 2017 

und einer Kopie eines Arztberichts vom 28. August 2017 beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es sei der Entscheid des 

SEM vom 18. August 2017 aufzuheben und die Unzulässigkeit, allenfalls 

die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur hinrei-

chenden Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozess-

führung zu gewähren sowie auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten.  

E-5307/2017 

Seite 3 

E.  

Mit Schreiben vom 27. September 2017 bestätigte das Bundesverwal-

tungsgericht den Eingang der Beschwerde.  

F.  

Mit Schreiben vom 30. Oktober 2017 gab der Beschwerdeführer dem Bun-

desverwaltungsgericht seine neue Adresse bekannt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

in Asylsachen auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige oder un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zu-

dem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 

VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

3.1 Auf Beschwerdeebene wird im Wesentlichen vorgebracht, die  

Vorinstanz habe in der angefochtenen Verfügung Garantien für minderjäh-

rige Asylsuchende nicht berücksichtigt. Das Gesuch des Beschwerdefüh-

rers hätte als Gesuch eines unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden 

geprüft werden müssen. Indem jedoch das Verfahren bis zur Anhörung 14, 

dann bis zum Erlass der Verfügung 10 Monate gedauert habe, sei es von 

der Vorinstanz in grober Weise rechtsmissbräuchlich verzögert worden, bis 

er volljährig geworden sei. Was den Wegweisungsvollzug anbelange, sei 

die vorinstanzliche Würdigung der Vorbringen – insbesondere betreffend 

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Seite 4 

das soziale Beziehungsnetz in Guinea sowie den Gesundheitszustand – 

ungenügend beziehungsweise falsch, womit die Begründungspflicht ver-

letzt worden sei.  

3.2 Die Beschwerde enthält folgende formelle Rügen: Verfahrensver-

schleppung (E. 4), Verletzung der Begründungspflicht (nachfolgend E. 5), 

unvollständige und unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachver-

halts (nachfolgend E. 6). Diese sind vorab zu prüfen, da sie zu einer Kas-

sation der angefochtenen Verfügung führen können. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer beanstandet die Dauer des Verfahrens vor der  

Vorinstanz und bezeichnet deren Verfahrensführung als Verfahrensver-

schleppung. Er hält ihr vor, auf diese Weise seine Volljährigkeit abgewartet 

zu haben, um so die vorteilhaften Verfahrensgarantien für unbegleitete 

minderjährige Asylsuchende zu vereiteln.  

4.2 In Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen hat jede Person 

gestützt auf Art. 29 Abs. 1 BV Anspruch auf Beurteilung innert angemesse-

ner Frist (sog. Beschleunigungsgebot; vgl. etwa BGE 130 I 312 E. 5.1, 

m.w.H.). Ferner sind erstinstanzliche Entscheide in der Regel innerhalb von 

zehn Arbeitstagen nach der Gesuchseinreichung zu treffen (Art. 37 Abs. 2 

AsylG) und Asylgesuche von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden 

gemäss Art. 17 Abs. 2bis AsylG prioritär zu behandeln.  

4.3 Im vorliegenden Fall muss der Zeitablauf zwischen der Stellung des 

Asylgesuchs am 16. August 2015 und der angefochtenen Verfügung vom 

18. August 2017 zwar als erheblich bezeichnet werden. Trotzdem kann das 

Bundesverwaltungsgericht allein darin keinen rechtlich zwingenden Grund 

für eine Behandlung des volljährigen Beschwerdeführers als unbegleiteten 

minderjährigen Asylsuchenden erkennen. Es ist bekannt, dass die  

Vorinstanz bei der Bewältigung ihrer hohen Arbeitslast nicht untätig ist und 

Massnahmen getroffen hat, um die Pendenzen abzubauen. In Anbetracht 

der hohen Pendenzen kann nicht jedes Asylverfahren innerhalb der im 

Asylgesetz vorgegebenen Frist entschieden werden (Urteil des BVGer  

D-2098/2017 vom 31. Mai 2017 E. 4.1). Aufgrund dieser besonderen Um-

stände sind Verfahren, die länger als die gesetzlichen Behandlungsfristen 

beziehungsweise Ordnungsfristen dauern, unvermeidbar, was beispiels-

weise in der gesetzlichen Formulierung von Art. 37 AsylG ("in der Regel") 

zum Ausdruck kommt. Die vorliegende Verfahrensdauer ist im Übrigen 

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nicht vergleichbar mit derjenigen des auf Beschwerdeebene zitierten Ur-

teils des Bundesverwaltungsgerichts E-5066/2006 vom 4. Dezember 2009. 

Was die Minderjährigkeit anbelangt, wurden vorliegend alle Verfahrensga-

rantien betreffend unbegleitete minderjährige Asylsuchende seitens der 

Vorinstanz eingehalten. So ist selbst ein Schriftenwechsel zwischen dem 

SEM und dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegen-

heiten (EDA) aktenkundig, mit dem die Ankunft, Aufnahme und Reintegra-

tion in die guineische Gesellschaft des damals minderjährigen Beschwer-

deführers organisiert und zugesichert wurde (SEM-Akten, A16/5). Diesem 

Schriftenwechsel ist überdies zu entnehmen, dass die Vorinstanz das EDA 

auf die Dringlichkeit der Anfrage hinwies (ebd., S. 1). Das Gericht hält folg-

lich dafür, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Dauer des  

vorinstanzlichen Verfahrensverlaufs nichts zu seinen Gunsten ableiten 

kann. Mithin ist auf die entsprechenden Beschwerdeausführungen betref-

fend Garantien für unbegleitete minderjährige Asylsuchende und auf die 

übrigen Ausführungen zur Rechtsprechung nicht weiter einzugehen. Im 

Übrigen wurde vor Ergehen der angefochtenen Verfügung keine formelle 

Rechtsverzögerungsbeschwerde eingereicht.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die 

Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheid-

findung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristge-

rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre-

ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass die Betroffenen den Entscheid gegebenenfalls 

sachgerecht anfechten können. Sie muss kurz die wesentlichen Überle-

gungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die 

sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes ein-

zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

5.2 Die entsprechenden Rügen sind unbegründet. Aus der angefochtenen 

Verfügung ergeben sich auch nach Prüfung der Akten keine Anhaltspunkte, 

die den Schluss zuliessen, die Vorinstanz habe irgendeine dieser Pflichten 

verletzt. Die angefochtene Verfügung ist ausreichend begründet, zumal 

sich die Vorinstanz nicht mit jedem einzelnen Vorbringen auseinanderset-

zen muss. Dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war, zeigt die Be-

schwerde selbst. Was das medizinische Vorbringen anbelangt, ist festzu-

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Seite 6 

stellen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung zu Proto-

koll gab, gesund zu sein (SEM-Akten, A4, S. 8), was er in der Anhörung 

vom 11. Oktober 2016 bestätigte (SEM-Akten, A14, S. 2). Arztberichte oder 

andere Hinweise auf mögliche medizinische Probleme sind keine akten-

kundig. Vor diesem Hintergrund konnte die Vorinstanz zum Zeitpunkt der 

Entscheidredaktion zu Recht von der Gesundheit des Beschwerdeführers 

ausgehen. Die entsprechenden Rügen auf Beschwerdeebene gehen mit-

hin ebenfalls ins Leere. Der Begründungspflicht ist Genüge getan, das 

rechtliche Gehör wurde nicht verletzt.  

6.  

6.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Ur-

kunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittperso-

nen, Augenschein und Gutachten von Sachverständigen). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollständig, 

wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände be-

rücksichtigt werden (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630). Der Amts-

grundsatz zur Feststellung des Sachverhalts findet seine Grenze an der 

Mitwirkungspflicht der Partei (Art. 8 AsylG).  

6.2 Die nur ansatzweise vorgebrachten Rügen betreffend rechtsfehlerhaf-

ter beziehungsweise unvollständiger Sachverhaltsfeststellung sind eben-

falls unbegründet.  

7.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt 

korrekt abgeklärt und die Verfügung in ausreichender Weise begründet, 

weshalb keine Verletzung des Gehörsanspruchs vorliegt. Ferner kann der 

Beschwerdeführer alleine aufgrund der Verfahrensdauer nichts zu seinen 

Gunsten ableiten. Die in der Beschwerde getätigten formellen Rügen er-

weisen sich im Urteilszeitpunkt als nicht haltbar. Der Eventualantrag auf 

Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur hinreichenden Ab-

klärung des rechtserheblichen Sachverhalts ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

8.2 Die Vorinstanz lehnt das Asylgesuch ab und kommt in der angefochte-

nen Verfügung zum Schluss, dass weder die Befürchtung des Beschwer-

deführers, er könne abgeführt, unter Quarantäne gestellt werden und dabei 

an Ebola erkranken noch seine Befürchtung, er könne aufgrund der ethi-

schen Konflikte in Conakry – wie sein Freund – überfallen und ausgeraubt 

werden, Asylrelevanz im Sinne von Art. 3 AsylG entfalten. Diesbezüglich 

wurde die Verfügung nicht angefochten und ist in Rechtskraft erwachsen.  

9.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslände-

rinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

10.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu-

lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver-

fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

[FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

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Seite 8 

Weder aus den Akten noch aus der Beschwerde ergeben sich konkrete 

Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Aus-

schaffung nach Guinea dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

10.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

In Guinea herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch liegt eine 

Situation allgemeiner Gewalt vor (statt vieler Urteile des BVGer  

D-2606/2017 vom 12. September 2017 E. 8.4.1, E-3869/2016 vom 25. Ja-

nuar 2017 E. 6.3.1 oder E-7667/2015 vom 26. April 2016 E. 7.2.2). Es spre-

chen – entgegen den Beschwerdeausführungen – auch keine individuellen 

Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. So handelt es 

sich beim volljährigen Beschwerdeführer um einen jungen Mann mit zehn-

jähriger Schulbildung vor Ort (SEM-Akten, A4, S. 4), der bereits über Ar-

beitserfahrung verfügt (z. B. SEM-Akten, A14, S. 11) und von Geburt bis zu 

seinem sechzehnten Lebensjahr in Guinea bei seinen Eltern lebte, wo er 

mithin die wichtigste Zeit seiner Adoleszenz verbracht hat. Vor diesem Hin-

tergrund ist zusammen mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass er sich 

dort wieder zurechtfinden wird und sich eine Existenzgrundlage wird schaf-

fen können. Es darf ebenso davon ausgegangen werden, dass er dort nach 

wie vor über ein intaktes Beziehungsnetz verfügt, das ihm bei seiner Wie-

dereingliederung behilflich sein kann. Seine Behauptung, er habe seine 

Familie nicht mehr kontaktierten können, seit er Guinea verlassen habe, 

vermag nicht zu überzeugen. Vielmehr ist davon auszugehen, er werde 

den Kontakt zu seiner Familie wiederherstellen können, wenn er dies ernst-

haft beabsichtigt. Die Rüge, die Vorinstanz habe diesbezüglich ihr Ermes-

sen überschritten, ist unbegründet. Die auf Beschwerdeebene eingereichte 

E-Mail – über ein angestrebtes Telefonat mit einer Mitarbeiterin des Roten 

Kreuzes – ist nicht geeignet, am Beweisergebnis etwas zu ändern. Glei-

ches gilt für die auf Beschwerdeebene eingereichte Kopie eines aus ledig-

lich drei Sätzen bestehenden Arztberichts vom 28. August 2017. So han-

delt es sich bei einer Kreuzbandoperation um eine einfache Operation, die 

kein Vollzugshindernis darstellt. Eine solche kann – sofern noch notwen-

dig – in Guinea durchgeführt werden (insbesondere in der Hauptstadt 

Conakry, in die der Beschwerdeführer bereits mehrmals gereist ist, wo er 

einen Monat lebte und wo er Freunde hat [SEM-Akten, A14, S. 5, 7 und 

E-5307/2017 

Seite 9 

10], vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-5405/2016 vom 4. Oktober 2016 

E. 6.3 oder D-2700/2016 vom 24. November 2016 E. 7.5, nach dem in 

Conakry an zwei Universitätsspitälern sogar psychische Leiden behandelt 

werden können). Der Vollzug der Wegweisung ist zumutbar.  

10.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AuG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeich-

nen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich die für eine Rückkehr not-

wendigen Reisedokumente bei der zuständigen Vertretung seines Heimat-

staats zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu BVGE 2008/34 E. 12). 

Der Vollzug der Wegweisung ist möglich. 

10.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zu-

mutbar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen 

Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Er stellt indes ein Gesuch um 

unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Da die 

gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Erhebung von Ver-

fahrenskosten zu verzichten. Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf Ver-

zicht der Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5307/2017 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Michal Koebel 

 

 

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