# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cd5fb9b-4c11-563f-930d-75a0e5e7e91d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2009 D-4221/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4221-2009_2009-07-07.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4221/2009
law/auj
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Walter Lang 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

A._______, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 23. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4221/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  aus  B._______  in  der  Provinz 
C._______  stammender  türkischer  Staatsangehöriger  kurdischer 
Ethnie  –  am  12. Juni  2006 in  der  Schweiz  ein  erstes  Asylgesuch 
einreichte, 

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers am 8. Juli 2008 
gestützt  auf  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und 
den Volllzug derselben anordnete, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf eine gegen diesen Entscheid 
erhobene Beschwerde vom 11. August 2008 mit  Urteil  vom 22. Sep-
tember 2008 nicht eintrat, 

dass der Beschwerdeführer am 17. Mai 2009 im Zug Hamburg-Zürich 
kontrolliert und wegen rechtswidriger Einreise verhaftet wurde, worauf 
er am 19. Mai 2009 ein weiteres Asylgesuch einreichte, 

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum (EVZ) Kreuzlingen vom 25. Mai 2009 sowie der  direkten An-
hörung vom 4. Juni 2009 zur Begründung des zweiten Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, er habe im Oktober 2008 respektive im 
November 2008 die Schweiz verlassen und sei in die Türkei zurückge-
kehrt,  wo  er  von  Januar  bis  März  2009  bei  den  Regionalwahlen  in 
C._______  für  die  "Partei  der  Demokratischen  Gesellschaft"  (DTP) 
Wahlpropaganda  in  Cafés,  am  Arbeitsplatz  und  bei  Hausbesuchen 
betrieben habe, 

dass er als Sonderaufgabe für die DTP geheime Briefe mit dem Auto 
an verschiedene Zielorte transportiert habe, 

dass er seit Mitte Januar 2009 wiederholt vom Geheimdienst der Gen-
darmerie "JITEM" kontrolliert und befragt worden sei, 

dass er am 24. Februar 2009 von drei Männern der JITEM in ein Fahr-
zeug gesetzt und während einer halbstündigen Fahrt bedroht und auf-
gefordert worden sei, sich nicht mehr politisch zu betätigen, 

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dass er aus Angst Anfang April 2009 C._______ verlassen habe und 
nach Istanbul gezogen sei, wo er als Autohändler gearbeitet habe, 

dass er die Türkei verlassen habe, nachdem am 14. April 2009 zahlrei-
che DTP-Mitglieder verhaftet worden seien, 

dass er im Übrigen zur Begründung des zweiten Asylgesuchs die glei-
chen Gründe geltend machte wie im Erstgesuch, 

dass das BFM mit Verfügung vom 23. Juni 2009 – an diesem Datum 
im  EVZ  Kreuzlingen  persönlich  ausgehändigt  –  gestützt  auf  Art.  32 
Abs. 2 Bst. e AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung 
des Beschwerdeführers aus der Schweiz verfügte sowie den Vollzug 
derselben anordnete, 

dass  das  BFM zur  Begründung  des Nichteintretens  auf  das  Asylge-
such zusammenfassend festhielt,  das erste Asylverfahren sei rechts-
kräftig abgeschlossen, weshalb darauf nicht mehr einzugehen sei, und 
aus den Akten ergäben sich keine Hinweise, wonach nach Abschluss 
des ersten Verfahrens am 22. September 2008 Ereignisse eingetreten 
seien,  die  geeignet  wären,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen 
oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant seien, 

dass die  neuen Vorbringen des Beschwerdeführers  einerseits  wider-
sprüchlich und andererseits unsubstanziiert und vage und daher offen-
sichtlich unglaubhaft seien, 

dass  seine  Angaben  zur  Ausreise  aus  der  Schweiz  nach  dem  Ab-
schluss des ersten Asylverfahrens widersprüchlich seien, da er anläss-
lich der Einvernahme durch die (...) Kantonspolizei am 17. Mai 2009 zu 
Protokoll  gab,  er  habe die  Schweiz zwischen dem 18. und dem 20. 
November 2008 verlassen, bei der Erstbefragung im EVZ Kreuzlingen 
dagegen  angab,  er  sei  bereits  am  18.  oder  19.  Oktober  2008 
ausgereist, 

dass auch die Ausführungen zur Ausreise aus der Türkei und zur er-
neuten Einreise in  die Schweiz widersprüchlich seien,  habe er  doch 
bei der polizeilichen Einvernahme ausgesagt, er habe die Türkei in Be-
gleitung von diversen Schleppern verlassen, die mit ihm einen Monat 
lang  durch  Weissrussland,  die  Ukraine,  Polen  und  Österreich  sowie 
Deutschland bis zur Einreise in die Schweiz in Weil am Rhein unter-
wegs gewesen seien,  während er acht Tage später in der Erstbefra-

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gung angab, die Reise von Istanbul bis in die Schweiz habe nur vier-
einhalb Tage gedauert und habe ihn über Bulgarien, Rumänien sowie 
ein unbekanntes Land bis Lindau und von dort in die Region zwischen 
Ulm  und  Stuttgart  geführt,  von  wo  er  schliesslich  bei  Basel  in  die 
Schweiz eingereist sei, 

dass ferner die Angaben des Beschwerdeführers zum Verbleib seines 
Passes während der Reise in die Schweiz widersprüchlich seien, da er 
bei der polizeilichen Einvernahme aussagte, er habe bis Österreich ei-
nen legalen Pass gehabt, der ihm dort abgenommen worden sei, wäh-
rend er bei der Erstbefragung angab, er habe seinen Pass bereits bei 
der ersten Einreise in die Schweiz verloren, 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den behaupteten Pro-
pagandatätigkeiten für die DTP unsubstanziiert, vage und so nichtssa-
gend seien, dass sie auch von am Geschehen völlig unbeteiligten Per-
sonen geäussert werden könnten, 

dass er beispielsweise weder die Namen der Cafés habe nennen kön-
nen, in denen er angeblich Wahlpropaganda betrieben habe, noch die 
Namen der Personen,  die mit  ihm zusammen diese Tätigkeit  ausge-
führt haben sollten, 

dass er ferner in der Erstbefragung geltend gemacht habe, in den Ca-
fés selbst Wahlpropaganda betrieben zu haben, in der direkten Bun-
desanhörung hingegen angab, er  habe nur die Funktion gehabt,  die 
Aktivisten bei ihrer Propaganda gegen Provokationen zu schützen, 

dass er den Transport von geheimen Briefen für die DTP bei der Erst-
befragung nicht erwähnt habe und bei der direkten Bundesanhörung 
zudem nicht in der Lage gewesen sei, sich zum inhalt der angeblich 
verbotenen Schriften zu äussern, 

dass er sich schliesslich auch bezüglich eines Antrags auf den Partei-
beitritt  zur DTP widersprochen habe, indem er bei der direkten Bun-
desanhörung einmal  behauptet  habe,  er  habe einen Antrag auf  Mit-
gliedschaft bei der DTP gestellt, an anderer Stelle aber angab, keinen 
solchen Antrag gestellt zu haben, 

dass die  Vorbringen des Beschwerdeführers daher  offensichtlich  un-
glaubhaft seien, 

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dass der Vollzug der Wegweisung in die Türkei zulässig, zumutbar und 
möglich sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. Juni 2009 gegen die-
sen  Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
liess und dabei beantragt, es sei festzustellen, dass er die Flüchtlings-
eigenschaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gewähren, 

dass eventualiter die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit der 
Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu gewähren 
sei,

dass er zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses ersucht, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 1. Juli 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht per Telefax eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass – unter Vorbehalt nachstehender Erwägungen – somit auf die im 
Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass das BFM in seinem gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG er-
gangenen Entscheid auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 
eingetreten ist (Ziffer 1 des Verfügungsdispositivs),

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbe-
züglich volle Kognition zukommt,

dass aufgrund des vorstehend Gesagten auf die Anträge, es sei  die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  festzustellen  und  ihm 
Asyl zu gewähren, nicht einzutreten ist, 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  das Bundesverwaltungsgericht über offensichtlich unbegründete 
Beschwerden in einem vereinfachten Verfahren entscheidet  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und die vorliegende Beschwerde, wie nachfolgend aufge-
zeigt, offensichtlich unbegründet ist, weshalb auf einen Schriftenwech-
sel verzichtet wird und der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a AsylG),

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge-
treten wird, wenn die asylsuchende Person in der Schweiz bereits ein 
Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  hat  oder  während  des  hängigen 
Asylverfahrens in den Heimat- oder Herkunftsstaat zurückgekehrt ist,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn es Hin-
weise auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt,  die geeignet 
sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewäh-

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rung  vorübergehenden  Schutzes  relevant  sind  (Art. 32  Abs. 2  Bst. e 
AsylG), 

dass  der  Beschwerdeführer  unbestritten  in  der  Schweiz  bereits  ein 
Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat und damit das in Art. 32 Abs. 2 
Bst.  e  AsylG  statuierte  formelle  Erfordernis  erfüllt  ist  (vgl.  EMARK 
1998 Nr. 1 E. 5b S. 7 ff.),

dass sich die  Aktenlage in Bezug auf das materielle Erfordernis des 
Fehlens  von  Hinweisen  auf  zwischenzeitlich  eingetretene,  für  die 
Flüchtlingseigenschaft relevante Ereignisse ebenso klar präsentiert,

dass  hierbei  nicht  derselbe  weite Verfolgungsbegriff  wie  in  Art.  18, 
Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 34 Abs. 1 AsylG zur Anwendung gelangt 
(vgl.  dazu  EMARK 2004  Nr. 5  E. 3c.aa  S. 35  f.,  2004  Nr. 35  E. 4.3 
S. 247),  sondern  lediglich  Hinweisen  auf  Ereignisse  Bedeutung  zu-
kommt, die zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft geeignet sind,

dass  mit  anderen  Worten  ein  engerer Verfolgungsbegriff  angewandt 
werden muss und auf das Asylgesuch nicht einzutreten ist, wenn eines 
der  Elemente  des  Flüchtlingsbegriffs  von  Art.  3  AsylG  offensichtlich 
nicht erfüllt ist (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.5 S. 18),

dass grundsätzlich, sobald in den Akten Hinweise auf flüchtlingsrecht-
lich oder für die Gewährung vorübergehenden Schutzes bedeutsame 
Ereignisse seit  dem Abschluss  des  vorangegangenen Verfahrens zu 
verzeichnen sind, deren Unglaubhaftigkeit nicht schon bei erstem Hin-
sehen  festgestellt  werden  kann,  und  unabhängig  von  der  Tatsache, 
dass  derselben  ausländischen  Person  in  der  Vergangenheit  schon 
(mindestens)  einmal  in  der  Schweiz  die  Anerkennung  als  Flüchtling 
versagt  blieb,  auf  das Asylgesuch einzutreten ist  (vgl. EMARK 2005 
Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.),

dass der Beschwerdeführer für die Zeit  nach der rechtskräftigen Ab-
weisung des ersten Asylgesuchs am 22. September 2008 und vor dem 
Einreichen des zweiten Gesuchs am 19. Mai 2009 – wie oben ausge-
führt – lediglich behauptete, während dreier Monate für die DTP poli-
tisch tätig gewesen zu sein, 

dass  die  entsprechenden  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  wider-
sprüchlich  und  unsubstanziiert  und  daher  offensichtlich  unglaubhaft 

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sind und diesbezüglich auf die entsprechenden, oben wiedergegebe-
nen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,

dass ferner auch die Angaben des Beschwerdeführers zu den für die 
Ausreise in die Türkei benutzten Ausweispapieren widersprüchlich und 
unsubstanziiert sind, 

dass  er  nämlich  in  der  Erstbefragung behauptete,  ab  Österreich  bis 
Weissrussland mit einem gefälschten türkischen Reisepass gereist zu 
sein – wobei er sich nur noch an den Vornamen des Inhabers zu erin-
nern vermochte – auf die nächste Frage nach dem von Weissrussland 
bis in die Türkei verwendeten Reisepapier aber antwortete, eigentlich 
sei  er mit dem gefälschten türkischen Pass bis nach Moskau gereist 
(B1 S. 6), 

dass unklar bleibt, ob der Beschwerdeführer nach der rechtskräftigen 
Abweisung  des  zweiten  Asylgesuchs  am  22.  September  2008  die 
Schweiz überhaupt verlassen hat und in die Türkei gereist ist, oder ob 
er sich allenfalls in der Schweiz oder in Deutschland aufhielt, 

dass der Beschwerdeführer auf die Frage, was er bei einer Rückkehr 
in  die Türkei konkret  zu befürchten hätte,  angab, man würde ihn für 
eine Zeit  lang beobachten,  bis er  etwas Falsches anstelle,  er  würde 
politische Anpassungsschwierigkeiten haben, und wirtschaftlich würde 
es ihm gutgehen (B 13 S. 11 Frage 77), 

dass  diese Aussage  mit  den Ausführungen  in  der  Beschwerde,  wo-
nach der Beschwerdeführer mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-
lichkeit festgenommen würde, wie Dutzende Mitglieder und Sympathi-
santen der DTP, und er als Separatist  von Folter und langen, unver-
hältnismässigen Freiheitssstrafen bedroht sei, in Widerspruch stehen, 

dass  er  sich  auch  hinsichtlich  der  aufgrund  der  behaupteten  politi-
schen  Aktivitäten angeblich  drohenden  Inhaftierung in  Widersprüche 
verwickelte, indem er mehrmals angab, vielleicht wäre er nicht festge-
nommen worden (B13 S. 9 Frage 64), dann aber behauptete, man hät-
te ihn bestimmt festgenommen (B13 S. 11 Frage 75), um gleich anzu-
fügen, vielleicht hätten sie ihn ja wieder laufen lassen, 

dass der Beschwerdeführer somit keine seit  dem rechtskräftigen Ab-
schluss  seines  ersten Asylverfahrens eingetretene  Ereignisse glaub-
haft  darzulegen  vermag,  die  geeignet  wären,  die  Flüchtlingseigen-

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schaft  zu  begründen  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden 
Schutzes relevant wären,

dass auch die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe nicht geeignet 
sind, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen,

dass die Vorbringen in der Beschwerde im Zusammenhang mit den als 
Flüchtlinge anerkannten Brüdern und einem Cousin des Beschwerde-
führers in den Anhörungen zwar ansatzweise erwähnt, jedoch in keiner 
Weise konkretisiert wurden und deshalb aus den Akten keine Anhalts-
punkte für eine diesbezügliche Gefährdung des Beschwerdeführers er-
sichtlich sind, 

dass die mit der Beschwerde zu den Akten gereichte und vom Rechts-
vertreter des Beschwerdeführers ins Deutsche übersetzte Bestätigung 
der DTP des Bezirks B._______ vom 25. Juni 2009, wonach diesem in 
der  Türkei  aufgrund  seiner  Aktivitäten  für  die  DTP  die  Verhaftung 
droh(t)e,  als  Gefälligkeitsschreiben  gewertet  werden  muss  und  an 
obiger Einschätzung nichts zu ändern vermag, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu Recht auf das zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-
getreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 

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oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101) er-
sichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in der Türkei droht, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Grün-
de auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen 
lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht unzumutbar ist,

dass der Beschwerdeführer zudem gesund ist, über eine zehnjährige 
Schulbildung  und  über  Berufserfahrung  als  Autohändler  verfügt  (B1 
S. 3) und an seinem Herkunftsort  B._______, in C._______ sowie in 
Istanbul auf ein familiäres Beziehungsnetz zurückgreifen kann (B1 S. 2 
ff.), 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

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dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist, 

dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das Gesuch um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden 
ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  die  Kosten  von Fr.  600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (vorab per Telefax; Ein-
schreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen (per Tele-
fax, zu den Akten Ref.-Nr. N (...))

- (zuständige kantonale Behörde) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Jacqueline Augsburger

Versand: 

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