# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1273a90d-048f-5d2a-bf29-89a4ea08449a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-03
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 03.07.2023 VBE.2023.86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-86_2023-07-03.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

 

VBE.2023.86 / ms / BR 
Art. 64 

 

Urteil vom 3. Juli 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____,  

vertreten durch MLaw Marko Mrljes, Rechtsanwalt, Burgerstrasse 17, 

Postfach, 6000 Luzern 7    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 11. Januar 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1963 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 19. Oktober 2000 

wegen Rückenschmerzen erstmals bei der Beschwerdegegnerin zum Be-

zug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. 

Die Beschwerdegegnerin klärte in der Folge die persönliche, berufliche und 

medizinische Situation der Beschwerdeführerin ab und sprach ihr daraufhin 

mit Verfügung vom 6. Februar 2002 rückwirkend ab 1. August 2000 eine 

ganze Rente zu (IV-Grad 71 %). Im Rahmen einer im März 2006 von Amtes 

wegen eingeleiteten Revision verfügte die Beschwerdegegnerin nach ent-

sprechenden Abklärungen am 11. Januar 2008 die Aufhebung der Invali-

denrente. Auf Beschwerde der Beschwerdeführerin hin hob das Versiche-

rungsgericht die Verfügung vom 11. Januar 2008 mit Urteil VBE.2008.113 

vom 19. Mai 2009 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung und zur 

Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. In der Folge verfügte 

die Beschwerdegegnerin am 1. Dezember 2010 die Weiterausrichtung der 

Rente, rückwirkend ab deren Einstellung. 

 

1.2. 

Im Rahmen ihrer weiteren Abklärungen liess die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin im Sommer 2016 durch die SMAB AG, Bern, bidiszi-

plinär (orthopädisch und psychiatrisch) begutachten. Gestützt auf das am 

16. September 2016 erstattete Gutachten verfügte die Beschwerdegegne-

rin am 8. Juni 2017 die Aufhebung der Invalidenrente per Ende Juli 2017. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 10. Juli 2017 Beschwerde, 

welche das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2017.582 vom 13. Dezem-

ber 2017 abwies. Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

 

1.3. 

Auf die Neuanmeldung vom 9. Juli 2018 trat die Beschwerdegegnerin mit 

Verfügung vom 5. Dezember 2018 nicht ein, was sowohl vom Versiche-

rungsgericht mit Urteil VBE.2019.52 vom 28. August 2019 als auch vom 

Bundesgericht mit Urteil 8C_647/2019 vom 31. Januar 2020 bestätigt 

wurde. Auf die inzwischen eingereichte Anmeldung vom 2. April 2019 trat 

die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 4. September 2020 ebenfalls 

nicht ein. 

 

1.4. 

Zwischenzeitlich hatte sich die Beschwerdeführerin am 3. September 2020 

abermals zum Leistungsbezug angemeldet. Nach entsprechenden Abklä-

rungen und Rücksprache mit dem RAD stellte die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 20. August 2021 die Abweisung 

des Rentenbegehrens in Aussicht. Nachdem diese dagegen Einwände er-

hoben hatte, nahm die Beschwerdegegnerin erneut Rücksprache mit dem 

 - 3 - 

 

 

 

RAD und wies anschliessend das Rentenbegehren der Beschwerdeführe-

rin mit Verfügung vom 11. Januar 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 11. Januar 2023 erhob die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 13. Februar 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte fol-

gende Anträge: 

 

"1. Die Verfügung vom 11.1.2023 sei aufzuheben. 
 
2. Der Beschwerdeführerin sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. 
 
3. Eventualiter sei die Sache zwecks Vornahme eines verwaltungsexter-

nen Gutachtens inkl. einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähig-
keit und zum neuen Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen. 

 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 18. April 2023 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 11. Januar 2023 (vgl. Ver-

nehmlassungsbeilage [VB] 286) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-

her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden  

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend. 

 

 - 4 - 

 

 

 

3. 

Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert wurde (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV), bedarf, analog zur Ren-

tenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG), einer anspruchsrelevanten Änderung 

des Invaliditätsgrades (vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71; 117 V 

198 E. 3 S. 198 f.; 109 V 108 E. 2 S. 114 f.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit Hinweisen). 

 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. auch Art. 86ter-88bis IVV sowie Art. 31 

IVG) wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Inva-

liditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich 

ändert. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von 

Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten-

anspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 mit Hinweisen). 

 

Den zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen 

Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-

rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung 

in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht 

(BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.). 

 

4. 

Zwischen den Parteien ist zu Recht unumstritten, dass der massgebliche 

Vergleichszeitpunkt die rechtskräftige Verfügung vom 8. Juni 2017 

(VB 175) bildet. Dieser lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das 

bidisziplinäre SMAB-Gutachten vom 16. September 2016 (VB 133) zu-

grunde. Im Rahmen dieser Begutachtung wurde die Beschwerdeführerin in 

den Disziplinen Orthopädie/Traumatologie und Psychiatrie untersucht und 

beurteilt, wobei im interdisziplinären Konsens folgende Diagnosen gestellt 

wurden (VB 133.1 S. 21): 

 

"1.  Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätig-
keit) 

 
1. Wiederkehrende Schmerzen der Lendenwirbelsäule bei in bildge-

benden Untersuchungen nachgewiesenen, degenerativen Verän-
derungen und Bandscheibenhernien in LWK 4/5 und LWK 5/S1 
mit wiederkehrendem Wurzelreizsyndrom 

 
 2.  Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tä-

tigkeit) 
 

 - 5 - 

 

 

 

2. Wiederkehrende Schmerzen der Halswirbelsäule bei gesicherten 
degenerativen Veränderungen und mehrsegmentalen Bandschei-
benvorwölbungen, insbesondere der unteren HWS-Abschnitte, 
ohne signifikante Bewegungseinschränkung, ohne Wurzelreizsyn-
drom und ohne neurologische Auffälligkeiten 

 
3. Aktuell bestehende Schmerzen und Bewegungseinschränkung 

des rechten Kniegelenkes nach arthroskopischer Meniskus-Teil-
resektion im Juni 2016 (ohne zu erwartende, dauerhafte Funk- 
tionsbeeinträchtigung) 

 
4. Wiederkehrende Schmerzen beider Schultergelenke bei degene-

rativen Veränderungen der Schultereckgelenke, aktuell ohne zu 
reproduzierende Bewegungseinschränkung und ohne zu objekti-
vierende Funktionseinschränkungen 

 
5. Anamnestisch leichte depressive Episode (F32.0) 

 
6. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (F45.4)". 

 

Betreffend die Arbeitsfähigkeit kamen die Gutachter zum Schluss, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund der in den bildgebenden Untersuchungen 

festgestellten Veränderungen des Achsorganes nur noch in der Lage sei, 

körperlich mittelschwere Tätigkeiten auszuüben. Diese müssten überwie-

gend im Sitzen stattfinden, mit der Möglichkeit von selbstgewählten Posi- 

tionswechseln und ohne besonderen Zeitdruck (z.B. Akkord- oder Fliess-

bandarbeit). Nicht geeignet seien Wechselschichten, Tätigkeiten, die häu-

figes Bücken oder Knien erforderten, Tätigkeiten in Zwangshaltungen, auf 

Gerüsten oder Leitern oder unter Witterungseinwirkung. Aus psychiatri-

scher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. In der bisherigen 

Tätigkeit als Küchenhilfe (vgl. VB 133.1 S. 5) bestehe aus orthopädischer 

Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, weil diese Tätigkeit nicht vollends dem 

Belastungsprofil entspreche. In einer leidensangepassten Tätigkeit hinge-

gen attestierten die Gutachter der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähig-

keit von 100 % (VB 133.1 S. 22). 

 

5. 

In der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwerdegegnerin in 

medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Beurteilungen ihrer RAD-

Ärzte Dr. med. B., Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation 

(VB 259), sowie Dr. med. C., Facharzt für Rheumatologie (VB 272; 283). 

 

5.1. 

Mit Aktenbeurteilung vom 26. April 2021 hielt RAD-Arzt Dr. med. B. fest, 

das Schulterleiden links mit klarem Korrelat sei im Dezember 2020 erfolg-

reich operiert worden. Nirgends werde allerdings erwähnt, ob die Be-

schwerdeführerin Linkshänderin sei. Das ursprüngliche Belastungsprofil 

sei um folgenden Punkt zu ergänzen: Keine Tätigkeit auf oder über Schul-

terhöhe mit dem linken Arm möglich, mit wahrscheinlich guter Prognose. 

 - 6 - 

 

 

 

Zudem habe wahrscheinlich eine Arbeitsunfähigkeit für jegliche manuelle, 

angepasste Tätigkeiten perioperativ von ca. August 2020 bis Februar 2021 

bestanden (VB 259 S. 2 f.). 

 

5.2. 

Gestützt auf die von der Beschwerdeführerin im Vorbescheidverfahren ein-

gereichten Berichte hielt RAD-Arzt Dr. med. C. am 10. Februar 2022 fest, 

anhand der vorliegenden Akten seien körperlich belastende Tätigkeiten 

aufgrund einer andauernd eingeschränkten Wirbelsäulen-Belastbarkeit be-

reits seit 1999 andauernd ungünstig. Zur Diskussion stehe erneut die Ar-

beitsfähigkeit für angepasste leichte Tätigkeiten aus rheumatologisch-or-

thopädischer Sicht. Diesbezüglich bestehe postoperativ noch ein instabiler 

Zustand. Es seien weitere medizinische Abklärungen erforderlich (VB 272 

S. 3). 

 

5.3. 

Nach dem Einholen der Verlaufsberichte führte RAD-Arzt Dr. med. C. mit 

Stellungnahme vom 31. August 2022 aus, gemäss Konsultationsbericht 

des behandelnden Orthopäden Dr. med. D., Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie sowie Traumatologie des Bewegungsapparates, habe anlässlich 

der Konsultation vom 8. März 2022 explizit bereits eine deutlich verbes-

serte Schulter-Beweglichkeit bestanden. Gemäss dem neusten Konsultati-

onsbericht vom 9. Mai 2022 habe auch eine deutliche Verbesserung der 

Beschwerdesymptomatik bestanden und eine Wiedervorstellung sei nicht 

mehr von Nöten. Limitierend seien retrospektiv anhand der orthopädischen 

Berichte die prä-, peri- und postoperativen Schulterleiden gewesen. Auf-

grund der linksseitigen Schulterbeschwerden habe von ca. August 2020 bis 

Februar 2021 und wegen des rechtsseitigen Schulterleidens von ca. Sep-

tember 2021 bis April 2022 für alle angepassten leichten Tätigkeiten eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. In den übrigen Zeiten, das heisse 

von März bis August 2021 und ab Mai 2022, sei weiterhin eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit für angepasste leichte Tätigkeiten ("leichte, wechselbelas-

tende überwiegend sitzende Tätigkeit. Hebe- und Tragelimite 10kg" ohne 

Überkopfarbeiten, Zwangshaltungen, monoton-repetitive Tätigkeiten, häu-

figes Bücken oder Knien, Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten sowie in Kälte- 

und Nässeexpositionen) gegeben (VB 283 S. 3). 

 

6. 

6.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

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6.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

7. 

7.1. 

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die Beschwerde-

gegnerin habe den medizinischen Sachverhalt nicht genügend abgeklärt. 

Wenn nun keine Überkopfarbeit mehr möglich sei und nicht mehr mittel-

schwere, sondern neu nur noch leichte Tätigkeiten möglich seien, sei es 

nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin trotz der massiven 

Einschränkungen vollständig arbeits- und leistungsfähig sein soll. Zudem 

habe es RAD-Arzt Dr. med. C. unterlassen, sich zu den an der Wirbelsäule 

eingetretenen Gesundheitsverschlechterungen zu äussern (vgl. Be-

schwerde S. 10). 

 

7.2. 

Im Bericht vom 17. Dezember 2021 führte Dr. med. E., Facharzt für Neuro-

chirurgie, aus, die aktuellen Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule 

(LWS) würden eine verminderte Lordose und eine sehr starke Diskopathie 

und Verschmälerung des Bandscheibenfaches L5/S1 zeigen. Es bestehe 

eine Spondylarthrose L4-S1 beidseits. Weiter würde sich in den frisch an-

gefertigten MRI-Aufnahmen der LWS eine erosive Osteochondrose L5/S1 

mit Foraminalstenose eher auf der linken Seite sowie eine leichte rezessale 

Stenose L5/S1 zeigen. In der Höhe L4/5 bestehe ebenfalls eine Diskopa-

thie mit rechts paramedianem Anulusriss aber ohne Diskushernie. Die lum-

bosacralen Rückenschmerzen stünden sehr wahrscheinlich mit den sehr 

starken, degenerativen Veränderungen der Höhe L4/5 und L5/S1 im Zu-

sammenhang. Die Beschwerdeführerin bleibe auch im weiteren Verlauf we-

gen den Rückenleiden und ebenfalls wegen den mehrmals operierten 

Schultern 100%ig arbeitsunfähig. Es könnten keine Therapieoptionen an-

geboten werden, damit die Schmerzen langfristig gelindert werden könn-

ten. Deswegen sei eine Arbeitswiederaufnahme sehr unwahrscheinlich 

(VB 278 S. 7 f.). 

 

Im SMAB-Gutachten vom 16. September 2016 wurden im Wesentlichen 

wiederkehrende Schmerzen der Lendenwirbelsäule bei in bildgebenden 

Untersuchungen nachgewiesenen, degenerativen Veränderungen und 

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Bandscheibenhernien in LWK4/5 und LWK5/S1 mit wiederkehrendem Wur-

zelreizsyndrom diagnostiziert (vgl. VB 133.2 S. 8).  

 

Im Bericht von Dr. med. E. vom 17. Dezember 2021 wurden im Vergleich 

dazu neu eine Foraminalstenose und eine starke Facettengelenksarthrose 

im Bereich der Lendenwirbelsäule bzw. "sehr starke, degenerative Verän-

derungen" festgestellt (vgl. VB 269 S. 2 f.). Zwar lag der Bericht von 

Dr. med. E. RAD-Arzt Dr. med. C. vor (vgl. VB 283 S. 3). Er setzte sich mit 

diesem Bericht jedoch nicht auseinander, wobei auch nicht ohne Weiteres 

ersichtlich ist, dass aus den von Dr. med. E. festgestellten, nunmehr fort-

geschrittenen degenerativen Veränderungen keine weiteren funktionellen 

Beschwerden resultierten. Zudem gingen die SMAB-Gutachter noch davon 

aus, dass der Beschwerdeführerin mittelschwere Tätigkeiten zumutbar 

seien (vgl. VB 133.2 S. 9), während RAD-Arzt Dr. med. C. ohne weitere Be-

gründung davon ausgeht, dass aufgrund der eingeschränkten Wirbelsäu-

len-Belastbarkeit körperlich belastende Tätigkeiten seit 1999 andauernd 

ungünstig seien, wobei für angepasste leichte Tätigkeiten aus rheumatolo-

gisch-orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit zur Diskussion stehe (vgl. 

VB 283 S. 3). Damit ist die Einschätzung von RAD-Arzt Dr. med. C. nicht 

ausreichend begründet, womit seine Beurteilung den bundesgerichtlichen 

Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellungnahme nicht ge-

nügt (vgl. E. 6 hiervor). 

 

7.3. 

Zusammenfassend bestehen zumindest geringe Zweifel an der Zuverläs-

sigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellun-

gen der RAD-Ärzte. Die Sache ist demnach in Nachachtung des Untersu-

chungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 

132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68 f.; 125 V 193 E. 2 S. 195; 

122 V 157 E. 1a S. 158; vgl. auch UELI KIESER, Kommentar zum Bundes-

gesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 

2020, N. 13 ff. zu Art. 43 ATSG) zur Vornahme ergänzender Abklärungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 

137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Anschliessend hat die Beschwerdegegnerin 

neu über das Leistungsbegehren zu verfügen.  

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 11. Januar 2023 aufzuheben und 

die Sache zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwer-

degegnerin zurückzuweisen ist.  

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

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Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  

 

8.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-

der Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 

215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. Ja-

nuar 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge-

wiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'450.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 - 10 - 

 

 

 

 

 
   

Aarau, 3. Juli 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Peterhans Schweizer