# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5523ef8d-6594-5ba2-9142-7ce11da10b49
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 01.07.2014 SB130520
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130520_2014-07-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130520-O/U/gs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur Spiess, Präsident, lic. iur Burger und lic. iur. 

Stiefel sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. Oswald 

 

Urteil vom 1. Juli 2014 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

A._____,  
Privatklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend vorsätzliche Tötung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung,  
vom 1. Oktober 2013 (DG120322) 

- 2 - 

 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

28. September 2012 ist diesem Urteil beigeheftet (act. 24). 

 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB schuldig. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 823 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden 

sind. 

3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

A._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist.  

5. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der 

Privatklägerin A._____ Schadenersatz von Fr. 1'370.70 sowie € 3'667.95 zu 

bezahlen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ Fr. 35'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 2. Juli 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

7. Die von der Stadtpolizei Zürich beim Beschuldigten sichergestellten Schuhe 

und Kleider werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen 

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herausgegeben beziehungsweise nach Ablauf einer dreimonatigen Frist der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen  

8. Der amtliche Verteidiger wird mit Fr. 37'684.85 (inkl. Mehrwertsteuer, 

abzüglich bereits ausbezahlter Fr. 16'000.– Akontozahlung) entschädigt. 

9. Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin wird mit Fr. 11'347.25 

(inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. 

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'196.20   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 8'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 12'377.25   Auslagen Untersuchung 

Fr. 12'310.20   Gutachten (Fr. 12'096.00 + Fr. 214.20) 
 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerschaft, werden dem 

Beschuldigten auferlegt, aber erlassen. 

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

13. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 111 S. 51) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB freizusprechen. 

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2. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

3. Die Zivilansprüche seien auf den Zivilweg zu verweisen. 

4. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Genugtuung für den 

Freiheitsentzug zuzusprechen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 110 S. 1) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1 Oktober 2013 (DG120322) 

sei grundsätzlich zu bestätigen, mit folgender Ausnahme (Dispositiv 

Ziff. 2): 

2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 10 

Jahren unter Anrechnung der erstandenen Haft. 

c) Der Privatklägerschaft: 

(Urk. 106 S. 2, schriftlich) 

- Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils im Schuldpunkt (Urteil BGZ, 

Disp.-Ziff. 1) sowie in Bezug auf die Zivilklage (Urteil BGZ, Disp.-Ziff. 4-

6); sowie 

- Tragung der Kosten für die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 

im Berufungsverfahren durch die Gerichtskasse. 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte / Prozessuales 

1.1. Der Beschuldigte B._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 

4. Abteilung, vom 1. Oktober 2013 der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

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StGB schuldig gesprochen und mit 7 Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Ausserdem 

wurde eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. Im Weiteren wurde 

festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin A._____ aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Schliesslich wurde der Beschuldigte gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der 

genannten Privatklägerin Schadenersatz in Höhe von Fr. 1'370.-- und € 3'667.95 

sowie eine Genugtuung in Höhe von Fr. 35'000.-- zuzüglich 5% Zins ab 2. Juli 

2011 zu bezahlen (Urk. 96 S. 77 f.). 

1.2. Gegen das genannte Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich (Urk. 90) und der Beschuldigte (Urk. 91) rechtzeitig die Berufung an 

(Urk. 90 und 91). Die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft ging am 19. 

Dezember 2013 und diejenige des Beschuldigten am 31. Dezember 2013 

fristwahrend beim Obergericht ein (Urk. 98 und Urk. 100). 

2. Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Berufung auf die Strafzumessung und 

beantragte, es sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren zu 

bestrafen (Urk. 98 S. 2). Der Beschuldigte liess den Schuldspruch betreffend 

vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, die Bemessung der Strafe, die 

Anordnung einer Massnahme, die Verpflichtung zur Bezahlung von 

Schadenersatz und Genugtuung, die Auferlegung der Kosten der Untersuchung 

und des gerichtlichen Verfahrens anfechten (Urk. 100 S. 2 f.). 

3. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht 

erfassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. 

Aufl., Art. 402 N 1). Die Parteien haben die Dispositivziffern 7 (Herausgabe von 

Kleidern an den Beschuldigten), 8 (Festsetzung der Entschädigung des amtlichen 

Verteidigers), 9 (Festsetzung der Entschädigung des unentgeltlichen Vertreters 

der Privatklägerin), 10 (Festsetzung der Verfahrenskosten), 11 in fine (Erlass der 

auferlegten Verfahrenskosten) sowie die Dispositivziffern 12 und 13 (Übernahme 

der Kosten der amtlichen Verteidigung und derjenigen der unentgeltlichen 

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Vertretung der Privatklägerin auf die Gerichtskasse) nicht angefochten. Diese 

Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind somit in Rechtskraft erwachsen, was 

mittels Beschluss festzustellen ist. 

4. Der Beschuldigte stellte den Beweisantrag, das Gutachten von Dr. C._____ 

vom 2. Juli 2013 aus dem Recht zu weisen bzw. aus den Akten zu entfernen 

(Urk. 100 S. 5). Wie noch zu zeigen sein wird, besteht kein Anlass, diesem Antrag 

zu entsprechen. 

II. Sachverhalt 

1.1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich wirft dem Beschuldigten in der 

Hauptanklage vor, am 2. Juli 2011, ca. 11.00 Uhr, auf der Höhe der D._____-

Strasse ... in ... Zürich im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung dem 

angesichts seiner Betrunkenheit wehrlosen †E._____ (nachfolgend: 

Geschädigter) unverhofft einen massiven Faustschlag gegen das Kinn verabreicht 

zu haben, so dass dieser unkontrolliert und wie mit Scharnieren an den Füssen 

nach hinten umgefallen, mit dem Hinterkopf ungebremst auf dem Asphalt 

aufgeschlagen und dann offensichtlich komatös gewesen sei. Dabei habe der 

Beschuldigte gewusst, dass der Geschädigte schwer alkoholisiert gewesen sei. 

Der Beschuldigte habe sich dann zunächst kurz entfernt, sei dann zurück 

gekommen und habe dem bewusstlosen Geschädigten ein bis zwei Mal kraftvoll 

gegen den Kopf getreten. Der Geschädigte habe durch den kräftigen Schlag mit 

der Faust und durch den Aufprall mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt sowie die 

Tritte gegen den Kopf schwere nicht überlebbare Schädel-Hirn-Verletzungen 

erlitten und sei in der Folge ohne das Bewusstsein zwischenzeitlich 

wiederzuerlangen am 25. Juli 2011 um 21.20 Uhr verstorben. Der Beschuldigte 

habe diesen Tod mit seinem Tun zumindest billigend in Kauf genommen (Urk. 24 

S. 2). 

1.2. In der Eventualanklage wirft die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

dem Beschuldigten bis auf die Fusstritte gegen den Kopf des bewusstlosen 

Geschädigten objektiv denselben Sachverhalt vor wie in der Hauptanklage. Der 

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Geschädigte habe durch den kräftigen Schlag mit der Faust und durch den 

Aufprall mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt schwere nicht überlebbare Schädel-

Hirn-Verletzungen erlitten und sei in der Folge ohne das Bewusstsein 

zwischenzeitlich wiederzuerlangen am 25. Juli 2011 um 21.20 Uhr verstorben, 

wobei der Beschuldigte zumindest billigend in Kauf genommen habe, dem 

Geschädigten durch den Sturz lebensgefährliche Kopfverletzungen zuzufügen. 

Der Tod des Geschädigten sei für den Beschuldigten insofern voraussehbar 

gewesen - aber pflichtwidrig nicht bedacht worden -, als ein schwer betrunkener 

Mensch völlig unkontrolliert und ungeschützt auf den Boden stürzen und sich 

dabei tödliche Verletzungen zuziehen könne, was vermeidbar gewesen wäre, 

wenn der Beschuldigte den Geschädigten in seinem wehrlosen schwer 

betrunkenen Zustand nicht geschlagen hätte (Urk. 24 S. 3). 

2. Der Beschuldigte bestreitet nicht, dem Geschädigten zur genannten Zeit an 

besagtem Ort einen Faustschlag verpasst zu haben, worauf dieser gestürzt, mit 

dem Kopf auf dem Asphalt aufgeschlagen und bewusstlos liegen geblieben sei 

(Urk. 4/1 S. 2; Urk. 4/3 S. 7; Urk. 39 S. 12; Prot. II S. 11 f.). 

Der Beschuldigte macht jedoch geltend, auf einen Angriff durch den 

Geschädigten reagiert und somit nicht unverhofft zugeschlagen zu haben 

(Urk. 4/1 S. 2; Urk. 4/3 S. 2-5; Urk. 38 S. 9; Urk. 39 S. 12; Prot. II S. 11). Bestritten 

wird ausserdem, dass der Beschuldigte um die schwere Alkoholisierung des 

Geschädigten gewusst habe (Urk. 4/2 S. 2 f.; Urk. 4/3 S. 4 f., 7 und 10; Urk. 38 

S. 16; Urk. 39 S. 13; Prot. II S. 22). Schliesslich wird bestritten, dass der 

Beschuldigte den Geschädigten, als dieser am Boden lag, getreten habe (Urk. 4/1 

S. 2; Urk. 4/2 S. 2; Urk. 4/3 S. 2-7 und 10, Urk. 38 S. 19; Urk. 39 S. 13; Prot. II S. 

12). 

Hinsichtlich dieser bestrittenen Sachverhaltselemente gilt es nachfolgend zu 

prüfen, ob der Sachverhalt anhand der verfügbaren Beweismittel erstellt werden 

kann. 

3. Die Vorinstanz hat die verfügbaren Beweismittel genannt und die für die 

Beweiswürdigung geltenden Grundsätze zutreffend dargelegt. Auf die 

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entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen kann 

verwiesen werden (Urk. 96 S. 9 f.; Art. 83 Abs. 4 StGB). 

3.1. In subjektiver Hinsicht wirft die Anklagebehörde dem Beschuldigten zunächst 

vor, vor dem Faustschlag gewusst zu haben, dass der Geschädigte schwer 

alkoholisiert war (Urk. 24 S. 2). Dieser Anklagevorwurf impliziert in objektiver 

Hinsicht eine schwere Alkoholisierung des Geschädigten. Eine solche ist aufgrund 

sachlicher Beweismittel als erstellt zu betrachten, ergab die chemisch-

toxikologische Untersuchung des IRM doch beim Geschädigten eine 

Blutalkoholkonzentration von 2.45 bis 2.71 Gewichtspromille, bei einem Mittelwert 

von 2.58 Gewichtspromille (Urk. 8/2 S. 2). Gemäss dem Obduktionsgutachten des 

IRM war beim Geschädigten im Zeitpunkt der Tat aufgrund des Alkoholeinflusses, 

auch bei Annahme einer Alkoholtoleranz, eine verminderte Reaktionsfähigkeit, 

Gehstörungen sowie eine Gang- und Standunsicherheit zu erwarten. Der Zustand 

wird im Gutachten als schwere Trunkenheit bezeichnet (Urk. 7/5 S. 5). Zu 

ergänzen ist, dass gemäss Untersuchungsbericht im Urin des Geschädigten eine 

wesentlich höhere Alkoholkonzentration von 3.48 Gewichtspromille festgestellt 

wurde. Diese gegenüber der Blut-Alkoholkonzentration signifikant höhere 

Alkoholkonzentration im Urin spreche dafür, dass die Blut-Alkoholkonzentration im 

Verlaufe der letzten Stunden vor der Blutentnahme einen deutlich höheren Wert 

als die durch das IRM ermittelten 2.58 Gewichtspromille erreicht habe. Jedoch 

liessen sich präzise Angaben zum Blutalkoholgehalt im Zeitpunkt des Ereignisses 

aufgrund der Alkoholanalyse im Urin nicht machen (Urk. 8/2 S. 2). Es ist 

nachfolgend zu prüfen, ob dem Beschuldigten in rechtsgenügender Weise das 

Wissen um die schwere Alkoholisierung des Geschädigten nachgewiesen werden 

kann. 

3.1.1. Die Verteidigung machte in diesem Zusammenhang geltend, dass der 

Beschuldigte selber stark betrunken gewesen und unter dem Einfluss von 

Betäubungsmitteln gestanden sei (Urk. 38 S. 17; Urk. 111 S. 17 f.). Ausserdem 

habe die Begegnung zwischen dem Geschädigten und dem Beschuldigten nur 

wenige Sekunden gedauert. Auch würden die Aussagen des Beschuldigten 

belegen, das er die Alkoholisierung des Opfers und dessen Wehrlosigkeit zum 

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Zeitpunkt des Faustschlages nicht habe erkennen können (Urk. 38 S. 18 f.; Urk. 

111 S. 18 f.). 

3.1.2. Der Beschuldigte selber antwortete in der Hafteinvernahme auf die Frage, 

ob der Geschädigte betrunken gewesen sei, dies sei sehr wahrscheinlich schon 

der Fall gewesen. Immerhin habe dieser ihn angegriffen und auch ein Glas in der 

Hand gehabt (Urk. 4/1 S. 5). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

1. September 2011 erklärte der Beschuldigte, dass der Geschädigte schon 

betrunken gewesen sei. Er habe noch auf den Beinen stehen können und sei ja 

bereit gewesen, mit den Händen auf ihn loszugehen. Er selber sei weniger 

betrunken gewesen, der Geschädigte mehr. Wörtlich meinte er dann: "Ich habe es 

ihm so stark angemerkt." (Urk. 4/2 S. 3) In der Einvernahme vom 24. September 

2012 erklärte der Beschuldigte auf Vorhalt der Aussage des Zeugen F._____, 

wonach der Geschädigte "sternhageldicht" gewesen sei, der Geschädigte sei ihm 

schon aggressiv vorgekommen. Er sei aber für ihn noch normal am Stehen 

gewesen und habe nicht gewankt. Er könne nicht sagen, dass der Geschädigte 

sehr betrunken gewesen sei, er sei vielleicht angetrunken gewesen. Der 

Beschuldigte griff sodann von sich aus seine Aussage aus der Hafteinvernahme 

auf und führte dazu aus, er habe die Einvernahme nicht gut durchgelesen und 

das stimme nicht. Er habe damals gemeint, das Opfer sei nicht sehr stark 

betrunken gewesen (Urk. 4/3 S. 4). Es sei damals vielleicht falsch protokolliert 

worden oder er habe sich falsch geäussert, beziehungsweise die Frage falsch 

verstanden (Urk. 4/2 S. 4 f.). Auf Vorhalt des im Blut des Geschädigten 

nachgewiesenen Alkoholgehalts von 2.58 Gewichtspromillen sagte der 

Beschuldigte, er sei schockiert gewesen, als er das gelesen habe. Er habe es 

nicht glauben können. Er höre zum ersten mal, dass ein Mensch da noch stehen 

könne (Urk. 4/3 S. 7). An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 17. Januar 

2013 führte der Beschuldigte aus, der Geschädigte sei sicher betrunken gewesen 

(Urk. 39 S. 13). Es sei alles sehr schnell gegangen. Er habe gar keine Möglichkeit 

gehabt zu realisieren, ob der Geschädigte betrunken gewesen sei oder nicht. Er 

habe sich erst nachher überlegt, wieso er angegriffen worden sei. Auf die direkte 

Frage, ob er bemerkt habe, dass das Opfer alkoholisiert gewesen sei, erwiderte 

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er, er habe nicht die Möglichkeit gehabt dies festzustellen. Er habe es erst 

nachher festgestellt, als er in der Zelle gewesen sei (Urk. 39 S. 17). 

3.1.3. Aufgrund des chemisch-toxikologischen Berichts des IRM vom 30. Januar 

2013 ist erstellt, dass der Beschuldigte selber einen maximalen rückgerechneten 

Blut-Alkoholgehalt von 2.11 bis 2,18 Gewichtspromille aufwies (Urk. 53/1-3). Die 

grosse Spannweite ergibt sich daraus, dass der Beschuldigte nicht genau 

angeben konnte, wann er aufgehört hatte, Alkohol zu trinken. 

3.1.4. Ergänzend zur bisher dargelegten Beweislage sind die Aussagen der 

Zeugen am Tatort über ihre Wahrnehmungen zum Zustand des Geschädigten zu 

rekapitulieren. Es handelt sich um Zeugen, welche zum Tatzeitpunkt vor Ort 

waren und weder den Beschuldigten noch den Geschädigten in einer näheren 

Beziehung standen oder diese auch nur kannten. 

3.1.4.1. Der Zeuge G._____ erklärte, der Geschädigte sei stark alkoholisiert 

gewesen. Er habe dies an seinen Bewegungen erkannt (Urk. 5/1 S. 2 f.). In der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte der Zeuge, dass er den 

Eindruck hatte, dass der Geschädigte alkoholisiert gewesen sei, was sich daran 

gezeigt habe, dass dieser getaumelt sei und schon zuvor mit anderen Leuten vor 

der ... Bar Diskussionen gehabt habe. Er schätze, der Geschädigte habe 2,5 

Promille gehabt. Die Frage, ob der Geschädigte offensichtlich betrunken gewesen 

sei, bejahte er (Urk. 5/2 S. 7). 

3.1.4.2. Der Zeuge H._____ erklärte beim Staatsanwalt auf die Frage, ob eine der 

Personen einen alkoholisierten Eindruck gemacht habe, dies sei nicht so 

gewesen, es sei niemand herumgetorkelt (Urk. 5/4 S. 7). 

3.1.4.3. Der Zeuge F._____ gab zu Protokoll, der Geschädigte sei 

"sternhageldicht", also stark betrunken gewesen (Urk. 5/5 S. 2). Der Geschädigte 

sei "hackedicht" gewesen (Urk. 5/6 S. 3). 

3.1.4.4. Der Zeuge I._____ machte geltend, der Geschädigte sei ziemlich stark 

angetrunken gewesen. Auf einer Skala von eins bis zehn würde er die 

Alkoholisierung des Geschädigten etwa auf Stufe sieben einordnen (Urk. 5/9 

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S. 2). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte er auf Nachfrage, 

dass der Geschädigte schon recht betrunken war, schätzungsweise betrunkener 

als er selber (Urk. 5/10 S. 3). Er bestätigte die Einschätzung der Trunkenheit des 

Geschädigten auf Stufe sieben (Urk. 5/10 S. 39). Ein Torkeln des Geschädigten 

verneinte der Zeuge, allerdings habe er mit Verzögerung gesprochen, so wie man 

eben spreche, wenn man besoffen sei (Urk. 5/10 S. 4). 

3.1.4.5. Der Zeuge J._____ sagte aus, dass er zum Zustand des Geschädigten 

sowie der übrigen Personen, welche dort miteinander standen, nichts sagen 

könne. Es sei schwierig dies einzuschätzen, da er ja die Leute nicht kenne 

(Urk. 5/12 S. 5). 

3.1.4.6. Die Zeugin K._____ gab an, der Geschädigte sei über mehrere Stunden 

bei ihr in der ... Bar gewesen und habe nur Bier konsumiert und zwar in normalen 

Mengen. Er sei sehr angenehm, ruhig und freundlich gewesen (Urk. 5/13 S. 3 f.; 

Urk. 5/14 S. 3). 

3.1.4.7. Die Zeugin L._____ erklärte, als sie die Gruppe inklusive Geschädigter 

beim Verlassen der ... Bar beobachtet habe, habe niemand getorkelt (Urk. 5/18 

S. 5). 

3.1.4.8. Die Zeugin M._____ schildert die ganze Gruppe, welche zusammen das 

… betrat, als ziemlich angetrunken (Urk. 5/24 S. 5). Der Geschädigte sei bei 

dieser Gruppe dabei gewesen (Urk. 5/24 S. 6). 

3.1.4.9. Die Zeugin N._____ führte, aus, dass zwar der eine ein Bier in der Hand 

gehalten habe. Es habe für sie aber nicht so ausgesehen, als ob dieser betrunken 

gewesen wäre. Er sei fest am Boden gestanden und habe geredet (Urk. 5/25 

S. 6).  

3.1.5. In Würdigung der Beweislage ist mit der Vorinstanz vorab festzuhalten, 

dass die anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahm vom 1. September 

2012 protokollierte Aussage des Beschuldigten: "Ich habe es ihm so stark 

angemerkt" wohl falsch protokolliert wurde (Urk. 4/2 S. 2). Aufgrund der Wortwahl 

und des Kontextes müsste es wohl eher heissen: "Ich habe es ihm nicht so stark 

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angemerkt". Zugunsten des Beschuldigten ist jedenfalls von dieser Version 

auszugehen. Allerdings machte der Beschuldigte selber geltend, mit dem 

Geschädigten zwar nicht gesprochen zu haben, dieser habe ihn aber nach dem 

Anrempeln angeschrien und gefragt, was er wolle (Urk. 4/1 S. 2; Urk. 39 S. 17). 

Wenn der Geschädigte hierbei auch nur wenige Worte sprach, so reichte dies 

aus, um dessen Alkoholisierung zu bemerken. Eine solche Szene vor einer Bar 

legt an sich schon nahe, dass die betreffende Person, die eine andere anrempelt, 

ein Glas in der Hand hält und dann noch verbal offensiv nachlegt, alkoholisiert ist. 

Es ist zwar einzuräumen, dass die Begegnung zwischen dem Beschuldigten und 

dem Geschädigten nur von sehr kurzer Dauer war und offenbar keine eigentlicher 

Wortwechsel stattfand, jedoch musste der Beschuldigte die Körperhaltung, die 

Bewegungen und das Verhalten des Geschädigten zumindest schon einige 

Sekunden vor dem Anrempeln wahrgenommen haben. Dann kam das Anrempeln 

und es verstrichen noch einige Sekunden, bis zur Ausführung des Schlags durch 

den Beschuldigten. Auch in dieser Zeit konnte der Beschuldigte das Verhalten 

des Geschädigten wahrnehmen. Wie bereits weiter oben angedeutet, musste er 

gewissermassen im Sinne eines Generalverdachts davon ausgehen, dass ein 

junger Mann, der am Samstagvormittag, 11.00 Uhr, am zweiten Tag des drei 

Tage dauernden "Caliente-Festivals" (welches von Freitag, 1. Juli bis Sonntag, 3. 

Juli 2011) dauerte, mit einem Bier in der Hand an der Langstrasse unterwegs ist, 

ihn anrempelt und dann noch verbal ausfällig wird, mit Sicherheit alkoholisiert ist. 

Aufgrund all dieser Informationen, die dem Beschuldigten zur Verfügung standen, 

bestehen keine Zweifel daran, dass er die Alkoholisierung des Geschädigten auch 

in seinem eigenen alkoholisierten Zustand grundsätzlich erkannt haben musste. 

3.2. Als nächstes wird dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfen, dem 

Geschädigten unverhofft einen massiven Faustschlag gegen das Kinn verabreicht 

zu haben. Bei der Erstellung dieses Sachverhaltes ist die Behauptung des 

Beschuldigten zu behandeln, wonach er vom Geschädigten zuerst einen 

Faustschlag verpasst bekommen habe, mithin sein eigener Faustschlag nicht 

"unverhofft" im Sinne der Anklageschrift erfolgt sei. 

- 13 - 

3.2.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten in der 

Voruntersuchung und in der vorinstanzlichen Gerichtsverhandlung zutreffend 

wiedergegeben bzw. zusammengefasst. Ebenso hat sie Aussagen der insgesamt 

8 Zeugen zur vorliegenden Frage zutreffend wiedergegeben. Auf die 

entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen kann vorab 

verwiesen werden (Urk. 96 S. 11 - 16). 

3.2.2. Den polizeilichen Rapporten und den Arztberichten ist zu entnehmen, dass 

der Beschuldigte tatsächlich eine Verletzung an der rechten Schläfe aufwies, als 

er verhaftet wurde und nach wenigen Stunden ärztlich untersucht wurde (Urk. 1/1 

S. 2; Urk. 20/1 S. 3; Urk. 9/3 und Urk. 20/3). Im Protokoll der ärztlichen 

Untersuchung vom 2. Juli 2011, 13.15 Uhr, durch Dr. med. O._____ ist die Rede 

von "Angabe von Schmerzen temporal rechts, geringe Weichteilschwellung" 

(Urk. 9/3). In der Beurteilung der Hafterstehungsfähigkeit durch Dr. med. P._____ 

vom gleichen Tag wird eine "Beule Schläfe rechts" erwähnt (Urk. 20/3). Die 

Sachdarstellung durch den Beschuldigten wird somit grundsätzlich durch das 

Vorhandensein dieser Verletzung gestützt. Jedoch geht aus den ärztlichen 

Berichten nicht hervor, wann diese Verletzung entstanden ist und wie sie 

verursacht wurde. Es ist durchaus denkbar, dass sich der Beschuldigte diese 

Verletzung vor oder nach der Tat zugezogen hat, zumal der Beschuldigte gemäss 

eigenen Angaben schon die ganze Nacht vor der Tat am Caliente-Festival an der 

Langstrasse und in verschiedenen Lokalen bzw. Bars verbracht hatte (Urk. 39 S. 

13). 

3.2.3. Der Beschuldigte machte in der Hafteinvernahme vom 3. Juli 2011 im 

Wesentlichen geltend, er sei "da am Laufen" gewesen und dann sei dort eine 

Gruppe gewesen. Der Geschädigte habe ihn mit der Schulter angerempelt. Der 

Beschuldigte habe gesagt: "He langsam". Dann habe der Geschädigte 

angefangen zu schreien und habe gefragt, was der Beschuldigte wolle. Dann sei 

der Geschädigte handgreiflich geworden und habe ihn mit der Hand schlagen 

wollen. Darauf habe ihm der Beschuldigte "in einem Reflex" einen Faustschlag 

gegeben. In der gleichen Einvernahme präzisierte der Beschuldigte sein 

Sachdarstellung, indem er ausführte, der Geschädigte sei neben ihm gewesen, 

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habe ihn angerempelt und eine Art Schlag angetäuscht. Dabei habe dieser auch 

noch ein Glas in der Hand gehabt. Da habe er reflexartig zugeschlagen (Urk. 4/1 

S. 2 f.). Dann machte er geltend, er habe den Geschädigten gar nicht schlagen 

wollen, er habe Angst gehabt. Er leide ab und zu an epileptischen Anfällen und 

habe dann Angst. Seine Faust bzw. sein Körper würden dann von alleine 

reagieren (Urk. 4/1 S. 6). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 24. September 2012 (d.h. nach Kenntnisnahme sämtlicher Zeugenaussagen) 

erklärte der Beschuldigte, der Geschädigte habe ihm einen Schlag verpasst und 

er habe als Reaktion, aus Angst und Reflex zurückgeschlagen. Er habe sich da 

nichts überlegt. Es sei ein automatischer Reflex gewesen (Urk. 4/3 S. 2) Der 

Geschädigte sei zu ihm gekommen, zu seinem Gesicht, und habe ihm einen 

Faustschlag auf die rechte Stirnseite verpasst. In dieser Sekunde, so schnell wie 

der Geschädigte reagierte, da habe er aus Reflex zurückgeschlagen (Urk. 4/3 

S. 3 f.). Auf Nachfrage bestätigte der Beschuldigte, dass der Geschädigte ihn an 

der rechten Stirn getroffen habe. Er erwähnte dabei auch den ärztlichen Bericht 

von seiner Verhaftung, in welchem die Prellung dokumentiert sei (Urk. 4/2 S. 5). 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 17. Januar 2013 führte der 

Beschuldigte hierzu aus, der Geschädigte habe ihn angerempelt, worauf er ihm 

gesagt habe, er solle aufpassen, wo er gehe. In dieser Sekunde habe der 

Geschädigte ihm einen Faustschlag verpasst. Er sei ausgewichen, aber der 

Schlag habe ihn noch an der rechten Schläfe getroffen. Er habe die fünf bis sechs 

Leute gesehen und Angst bekommen. Er habe dann einfach zurück geschlagen 

(Urk. 39 S. 13). Gefragt, ob er eine verbale Auseinandersetzung gehabt habe, 

erklärte der Beschuldigte, dies sei nicht der Fall gewesen (Urk. 39 S. 15). Mit 

seiner Aussage in der Hafteinvernahme konfrontiert, wonach der Geschädigte nur 

einen Schlag angetäuscht habe, meinte der Beschuldigte, er habe sicher gesagt, 

dass der Geschädigte ihn geschlagen habe und verwies hinsichtlich der Beule an 

seinem Kopf auf die Akten. Auf wörtlichen Vorhalt seiner Aussage aus der 

Hafteinvernahme meinte der Beschuldigte, er habe sich vielleicht falsch 

ausgedrückt, es sei aber so, dass der Geschädigte ihn geschlagen und er sich 

gewehrt habe. Auf Vorhalt einer weiteren Aussage aus der Hafteinvernahme, 

wonach der Geschädigte eine Art Schlag angetäuscht habe, bestritt der 

- 15 - 

Beschuldigte, dies so gesagt zu haben. Der Geschädigte habe den Schlag nicht 

bloss vorgetäuscht, aber er habe nicht stark geschlagen. Er habe ihn nicht so 

getroffen, dass man sagen könnte, es sei voll getroffen worden (Urk. 39 S. 16 f.). 

3.2.4. Es wurden insgesamt 8 Tatzeugen zur vorliegend interessierenden Frage 

einvernommen: 

3.2.4.1. Der Zeuge G._____ erklärte in der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juli 

2011, es habe eine kurze verbale Auseinandersetzung zwischen den beiden 

Männern gegeben und dann habe der Beschuldigte dem Geschädigten ohne 

Vorwarnung die Faust gegen das Kinn geschlagen (Urk. 5/1 S. 2). Ein tätliches 

Verhalten des Geschädigten verneinte der Zeuge (Urk. 5/1 S. 2). In der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 31. August 2011 bestätigte der Zeuge 

seine bisherige Aussage und ergänzte, dass die Männer sich zunächst 

gegenseitig ein wenig geschupft und gerempelt hätten, es aber sicherlich nicht 

eine Schlägerei gewesen sei (Urk. 5/2 S. 4). Er verneinte die Frage, ob er 

gesehen habe, dass der Geschädigte versucht habe, den Beschuldigten zu 

schlagen (Urk. 5/2 S. 4). Der Faustschlag des Beschuldigten sei für ihn 

überraschend gekommen (Urk. 5/2 S. 4). 

3.2.4.2. Der Zeuge H._____ sagte bei der Polizei am 2. Juli 2011 aus, es habe 

eine verbale Auseinandersetzung gegeben. Es seien sich einerseits der 

Geschädigte und andererseits maximal drei Personen gegenüber gestanden. Die 

Lage habe sich dann wieder beruhigt. Etwa eine Minute später habe einer aus der 

Gruppe dem Geschädigten einmal die Faust mit voller Wucht in das Gesicht oder 

an das Kinn geschlagen (Urk. 5/3 S. 4). Seiner Meinung nach habe der 

Geschädigte gar nichts gemacht. Er habe auch nicht gehört, dass der 

Geschädigte den Beschuldigten verbal beleidigt hätte oder so. Der Schlag sei für 

ihn aus heiterem Himmel gekommen (Urk. 5/3 S. 5). Anlässlich der Einvernahme 

vom 31. August 2011 führte der Zeuge H._____ aus, dass es keine richtigen 

Streitigkeiten gegeben habe, beziehungsweise ihm solche nicht aufgefallen seien 

(Urk. 5/4 S. 3). Für ihn habe es dann plötzlich und aus heiterem Himmel einen 

Faustschlag gegeben (Urk. 5/4 S. 3). Auf die Frage, ob er die Situation vor dem 

Faustschlag beobachtet habe, antwortete er, es sei aus heiterem Himmel 

- 16 - 

passiert. Zum Verhalten des Geschädigten vor dem Schlag könne er nichts 

sagen, es habe nicht provozierend ausgesehen. Eine Schlagbewegung des 

Geschädigten in Richtung des Beschuldigten habe es nicht gegeben (Urk. 5/4 

S. 4). 

3.2.4.3. Der Zeuge F._____ führte in der Einvernahme vom 31. August 2011 aus, 

er habe gesehen und gehört, dass der Geschädigte Leute anpöbelte (Urk. 5/6 

S. 3). Im Lokal Q._____ habe der Geschädigte Ärger gesucht und provoziert. Er 

habe jeden angemacht dort drin und die Jungs aufgefordert, mit ihm nach 

draussen zu kommen (Urk. 5/6 S. 4). Schliesslich habe der Geschädigte das 

Q._____ mit ein bis zwei Personen verlassen. Der Zeuge F._____ verliess 

gemäss seinen Angaben das Lokal ebenfalls und hielt sich danach auf der Treppe 

vor dem Q._____ auf. Die Abläufe unmittelbar vor dem Schlag habe er aber nicht 

wahrnehmen können (Urk. 5/6 S. 4). 

3.2.4.4. Der Zeuge I._____ gab am 17. August 2011 bei der Polizei zu Protokoll, 

der Geschädigte habe das Q._____ verlassen und sei auf die Strasse gegangen. 

Er selber sowie ein gewisser W._____ seien ebenfalls nach draussen gegangen, 

wo man dann mit noch zwei weiteren Personen in einer kleinen Gruppe 

zusammengestanden sei. Plötzlich sei die Situation eskaliert. Soviel er sich 

erinnern könne, habe E._____ (der Geschädigte) zuerst zugeschlagen. Er habe 

mit der Faust den Beschuldigten ins Gesicht geschlagen. Der Beschuldigte habe 

zurückgeschlagen und der Geschädigte sei zu Boden gefallen (Urk. 5/9 S. 3). 

Beim Staatsanwalt erklärte er am 18. November 2011, der Geschädigte habe – 

soweit es ihm sei – den Beschuldigten angegriffen. Dieser habe aus Schutz 

reagiert und dem Geschädigten einen Faustschlag ins Gesicht gegeben 

(Urk. 5/10 S. 3). Daran, ob der Geschädigte zuerst mit dem Beschuldigten 

geredet oder diesen angepöbelt habe, könne er sich nicht erinnern, dies müsse 

aber wohl so gewesen sein, ansonsten es nicht zu einer Konfrontation gekommen 

wäre (Urk. 5/10 S. 4). Auf seine Aussage angesprochen, wonach der 

Beschuldigte vom Geschädigten einen Schlag erhalten habe, bestätigte der 

Zeuge dies und meinte, er wisse das noch. Der Beschuldigte sei am Kopf 

getroffen worden, er glaube am Kinn. Nach der Stärke des Schlages gefragt, 

- 17 - 

erklärte der Zeuge dann aber, der Beschuldigte sei von dem Schlag gar nicht 

getroffen worden, er sei nämlich ausgewichen und habe dem Geschädigten einen 

Faustschlag verabreicht. Er habe sich zwei Meter davon entfernt aufgehalten 

(Urk. 5/10 S. 5). Damit konfrontiert, dass er in der polizeilichen Einvernahme 

gesagt habe, der Geschädigte habe den Beschuldigten ins Gesicht geschlagen, 

was nicht seiner neuen Darstellung entspreche, erwiderte der Zeuge, er wisse 

das heute nicht mehr. Er habe einfach gesehen, wie der Geschädigte habe 

schlagen wollen. Ob der Geschädigte den Beschuldigten getroffen habe oder 

nicht, das wisse er heute nicht mehr (Urk. 5/10 S. 8). 

3.2.4.5. Der Zeuge J._____ erklärte in der polizeilichen Einvernahme vom 

17. August 2011, es sei festzustellen gewesen, dass ein Streit im Gange war. 

Zwei Personen in der Gruppe hätten eine verbale Auseinandersetzung gehabt. Er 

selber sei langsam an der Gruppe vorbeigegangen und habe dabei feststellen 

können, dass eine Person mit der linken Hand ausholte und einer weiteren 

Person mit der Faust einen Schlag verpasste. Er denke, das der Schlag das 

Opfer auf der rechten Gesichtsseite getroffen habe. Durch den Schlag sei dieses 

seitlich nach links weggekippt und zu Boden gefallen (Urk. 5/11 S. 2). Nach dem 

Faustschlag gefragt, erklärte der Zeuge, ihm sei aufgefallen, dass der 

Beschuldigte mit der linken Hand zugeschlagen habe. Er habe eine Faust 

gemacht und ausgeholt. Dabei sei ihm noch aufgefallen, dass er sehr langsam 

ausgeholt habe. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. November 

2011 wurde er gefragt, woraus er habe schliessen können, dass ein Streit im 

Gange war. Er antwortete, er habe dies gestützt auf die Art und Weise, wie 

diskutiert worden sei und gestützt auf die Drohgebärden erkannt. Mit 

Drohgebärden meine er das Erheben der Faust durch den Beschuldigten. Er 

könne sich hingegen nicht daran erinnern, gesehen zu haben, dass der 

Geschädigte irgend etwas gemacht hätte (Urk. 5/12 S. 4). Konkret danach 

gefragt, ob der Geschädigte zunächst eine Schlagbewegung in Richtung des 

Beschuldigten gemacht habe, erklärte der Zeuge, sich daran nicht erinnern zu 

können (Urk. 5/12 S. 4). Auf Ergänzungsfrage durch den Beschuldigten, ob es 

möglich sei, dass der Geschädigte zuerst geschlagen habe, der Beschuldigte 

ausgewichen sei und dann zurückgeschlagen habe, der Zeuge sich aber nicht 

- 18 - 

daran erinnern könne, antwortete der Zeuge, in dieser Abfolge könne es nicht 

gewesen sein. Er könne sich genau erinnern an das langsame Ausholen mit der 

linken Hand, diese sei lang erhoben geblieben. Dann sei der Schlag erfolgt. Er 

habe nicht beobachten können, dass der Beschuldigte angegriffen worden wäre. 

Er sei sich ziemlich sicher, dass mit links geschlagen worden sei, da es so ein 

ungewohntes Bild gewesen sei. Auch sei das Opfer nach links (aus Sicht des 

Beschuldigten nach rechts) weggekippt (Urk. 5/12 S. 6). 

3.2.4.6. Die Zeugin K._____ erklärte bei der Polizei am 16. August 2011, es habe 

ein Gerangel von ca. 4 bis 6 Personen gegeben, die sich hin und her "geschupft" 

hätten. Eine dieser Personen, sie könne nicht sagen welche, habe dann einer 

anderen Person einen Faustschlag verpasst. Der Geschlagene sei dann gestürzt 

(Urk. 5/13 S. 2). Bei der Staatsanwaltschaft schilderte die Zeugin den Hergang 

gleichermassen (Urk. 5/14 S. 3 f.). Sie erklärte, nicht gesehen zu haben, dass der 

Geschädigte zunächst versucht hätte, den Beschuldigten zu schlagen oder dass 

der Beschuldigte ausgewichen sei und dann zugeschlagen habe (Urk. 5/14 S. 5). 

Eine Schlagbewegung des Geschädigten in Richtung des Beschuldigten habe sie 

nicht gesehen (Urk. 5/14 S. 5). 

3.2.4.7. Die Zeugin L._____ sagte am 18. November 2011 aus, sie habe 

gesehen, wie Leute aus der ... Bar gekommen seien. Der Geschädigte sei 

vorausgelaufen. Er habe sich umgedreht, dann habe ihm der Beschuldigte eine 

gehauen (Urk. 5/18 S. 3). Auf entsprechende Frage erklärte sie, der Geschädigte 

habe gar nichts gemacht (Urk. 5/18 S. 3). Sie habe nur gesehen, wie er sich 

umgedreht und den Schlag erhalten habe. Auf die Frage, ob der Schlag aus 

heiterem Himmel gekommen sei, bejahte die Zeugin dies (Urk. 5/18 S. 5). 

3.2.4.8. Die Zeugin N._____ verneinte in der Einvernahme vom 25. September 

2012 die Frage, ob sie gesehen habe, dass der Geschädigte einen Schlag oder 

etwas Ähnliches gegen den Beschuldigten ausgeführt habe (Urk. 5/25 S. 6). 

3.2.5. Die Aussagen des Beschuldigten zur Frage eines Schlages durch den 

Geschädigten sind nicht konstant. Während er zu Beginn noch lediglich eine 

Rempelei schilderte und geltend machte, dass der Geschädigte ihn mit der Hand 

- 19 - 

habe schlagen wollen, erweiterte er das Verhalten des Geschädigten im Laufe der 

weiteren Einvernahmen zu einem ausgeführten Faustschlag aus, der den 

Beschuldigten gar auf seine rechte Stirnseite getroffen und eine Beule verursacht 

habe. Schliesslich änderte der Beschuldigte seine Sachdarstellung erneut und 

landete schliesslich bei seiner aktuellen Version, wonach er dem Schlag habe 

ausweichen können. Dieses widersprüchliche Aussageverhalten weckt Zweifel an 

der Glaubhaftigkeit der Darstellung. Vor allem erscheint es aber wenig glaubhaft, 

dass der Beschuldigte, wenn er tatsächlich vom Geschädigten mit einem 

Faustschlag am Kopf getroffen worden wäre, dies nicht bereits anlässlich der 

Hafteinvernahme erwähnte. Anlässlich der ärztlichen Untersuchung wenige 

Stunden nach der Tat erwähnte er gegenüber den behandelnden Ärzten die 

Schmerzen an der betreffenden Stelle. Doch in der Hafteinvernahme erwähnte er 

den Treffer mit der Faust oder die Verletzung im Zusammenhang mit dem Vorfall 

mit keinem Wort. Der Beschuldigte baute hier mit der Verletzung nachträglich ein 

Element in seine Darstellung ein, das zwar aktenkundig ist, welches er selber 

aber vorerst überhaupt nicht in Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis 

stellte. Dadurch passt er seine Aussage nachträglich der einzigen 

Zeugenaussage an, die ebenfalls einen Angriff des Geschädigten gegen ihn 

schilderte, nämlich derjenigen des Zeugen I._____. Diese Aussage war ihm 

zwischenzeitlich zur Kenntnis gekommen (vgl. Urk. 5/10 S. 1). Dass der 

Beschuldigte schliesslich seine Version erneut abänderte, um nunmehr eine 

Ausweichbewegung geltend zu machen, kann als Erklärungsversuch gedeutet 

werden, mit welchem er den Widerspruch zwischen seinen Aussagen in der 

Hafteinvernahme und seiner späteren Darstellung beziehungsweise der 

Darstellung des Zeugen I._____ zu erklären versuchte. Dieses erneute Anpassen 

seiner Aussage verstärkt den Eindruck, dass der Beschuldigte auf der Suche 

nach einer möglichst plausiblen und für ihn vorteilhaften Sachverhaltsdarstellung 

ist und seine Aussagen dem jeweils bekannten Aktenstand anpasst. Die 

Abweichungen in seinen eigenen Darstellungen konnten auch durch die 

Verteidigung nicht erklärt werden. Selbstverständlich darf der Beschuldigte nicht 

an einem Begriff wie "Handgreiflichkeit" festgenagelt werden, aber seine eigene 

Darstellung, wonach der Geschädigte ihn habe schlagen wollen beziehungsweise 

- 20 - 

einen Schlag angetäuscht habe, lässt sich schlichtweg nicht mit seiner späteren 

Version mit dem ausgeführten Faustschlag oder einer Ausweichbewegung durch 

den Beschuldigten in Einklang bringen. Die Steigerung des provozierenden oder 

verursachenden Verhaltens des Geschädigten über die Dauer des Verfahrens ist 

als Versuch des Beschuldigten zu werten, das eigene Handeln im Nachhinein zu 

rechtfertigen. Auch die Entstehungsgeschichte der Aussagen des Beschuldigten 

zu diesem Punkt lässt damit Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner 

diesbezüglichen Darstellung entstehen. 

Von den Zeugen, die sachdienliche Aussagen zum Verhalten des Geschädigten 

vor dem Schlag machen konnten, erklärte lediglich der Zeuge I._____, einen 

Schlag des Geschädigten gegen den Beschuldigten gesehen zu haben. Er 

machte jedoch geltend, der Beschuldigte sei nicht getroffen worden, sondern 

habe dem Schlag ausweichen können (Urk. 5/10 S. 5). Zu beachten ist, dass der 

Zeuge gemäss seiner eigenen Einschätzung anlässlich seiner Wahrnehmungen 

ziemlich stark alkoholisiert war (Urk. 5/9 S. 5). Ebenfalls fällt auf, dass der Zeuge 

mehrmals Mutmassungen und Vermutungen zu Protokoll gab, anstatt seine 

eigenen Wahrnehmungen wiederzugeben (vgl. Urk. 5/10 S. 4, S. 8). Es besteht 

somit die Möglichkeit, dass der Zeuge I._____ seine aufgrund der Alkoholisierung 

lückenhaften oder vagen Erinnerungen derart ergänzte, dass diese für ihn einen 

Sinn ergaben und er aus dem Umstand, dass der Geschädigte zuvor Leute 

angepöbelt hatte, und der Tatsache, dass der Beschuldigte dem Geschädigten 

einen Faustschlag verpasste, darauf schloss, dass der Geschädigte wohl den 

Beschuldigten geschlagen haben müsse. Ausserdem konnte der Zeuge I._____ 

seine früheren Aussagen mangels Erinnerung an die Ereignisse später nicht mehr 

bestätigen. Aus diesen Gründen ist - entgegen der Auffassung der Verteidigung 

(Urk. 111 S. 10 und S. 14) - an der Glaubhaftigkeit dieser Darstellung des Zeugen 

I._____ zu zweifeln. 

Seitens der Zeugen G._____, H._____, K._____, L._____ und J._____ bestand 

insofern Einigkeit, dass der Geschädigte gemäss ihren Wahrnehmungen keinen 

Schlag gegen den Beschuldigten ausführte, antäuschte oder zu einem solchen 

ausholte. 

- 21 - 

Die Zeugen H._____ und G._____ beobachteten den Tatvorgang aus einer 

Entfernung von ca. 5-10 Metern (Urk. 5/1 S. 2; Urk. 5/3 S. 4). Da sie dort an 

einem Tisch sassen und Kaffee tranken, dürfte im Moment der Eskalation ihre 

volle Aufmerksamkeit dem Tatgeschehen gegolten haben. Es ist jedoch nicht 

auszuschliessen, dass die Zeugen G._____ und H._____ nach der Tat 

miteinander sprachen und ihre Wahrnehmungen so gegenseitig unabsichtlich 

beeinflussten. Zumindest ist gemäss der allgemeinen Lebenserfahrung davon 

auszugehen, dass sie sich über ihre Wahrnehmungen austauschten, und zwar 

auch schon unmittelbar nach der Tat. Die Aussagen beider Zeugen sind bezüglich 

der Ereignisse bis und mit dem Faustschlag denn auch quasi deckungsgleich 

ausgefallen. Allerdings hatte der Zeuge G._____ eine verbale 

Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem Geschädigten 

wahrgenommen. Der Zeuge H._____ widersprach sich diesbezüglich, machte bei 

der Polizei eine solche geltend, erklärte dann aber bei der Staatsanwaltschaft, es 

habe keine verbale Auseinandersetzung gegeben. Umso wichtiger erscheint 

diesbezüglich die Darstellung des Zeugen J._____, der den Tathergang im 

Vorbeigehen und damit aus einer anderen Sicht als die Zeugen G._____ und 

H._____ wahrnehmen konnte. Er verweilte nicht am Tatort und tauschte somit 

auch nicht mit den übrigen Augenzeugen Informationen und Wahrnehmungen 

aus. Seine Aussagen können somit zur Überprüfung der Aussagen der Zeugen 

G._____ und H._____ herangezogen werden. Die Darstellung des Zeugen 

J._____ stimmt in den relevanten Kernpunkten mit denen der Zeugen G._____ 

und H._____ überein. Eine Diskrepanz besteht einzig bezüglich der Frage, mit 

welcher Hand geschlagen worden sei. Dies betrifft jedoch nicht den Kerngehalt 

der Aussagen und tut der Glaubhaftigkeit der Aussagen damit keinen Abbruch. 

Der Zeuge J._____ schilderte detailreich und spontan, wie er sah, dass der 

Beschuldigte ausholte und die Hand lange erhoben liess, bis er schliesslich 

zuschlug. Diese Darstellung enthält mit dem lange erhoben Halten der Hand ein 

aussergewöhnliches Element und erscheint entsprechend als originell und 

individuell geprägt. Die Darstellung des Zeugen J._____ erscheint mithin als 

glaubhaft. Im Kernpunkt stimmt sie nicht nur mit den Aussagen der Zeugen 

- 22 - 

H._____ und G._____, sondern auch mit denen der Zeuginnen L._____ und 

K._____ überein.  

Besonders wichtig erscheint die Aussage des Zeugen J._____ deshalb, weil 

anhand des von ihm so glaubhaft geschilderten Ausholens und lange erhoben 

Lassens der Faust durch den Beschuldigten ein Ausweichen und Zurückschlagen, 

wie es der Beschuldigte schildert, völlig unglaubhaft erscheint. Wenn der 

Beschuldigte unmittelbar auf einen Schlag durch den Geschädigten reagiert hätte, 

hätte er keine Zeit gehabt, seine Faust in dieser Position einige Zeit lang erhoben 

zu halten. Auch eine Reaktion auf eine Drohgebärde durch den Geschädigten  

oder ein Ausholen durch diesen erscheint aufgrund dieses Ablaufs nicht plausibel. 

Ein allfälliges aggressives Verhalten des Geschädigten unter Alkoholeinfluss ist in 

diesem Zusammenhang nicht weiter bedeutsam. Zwar könnte ein solches einen 

allfälligen Angriff des Geschädigten gegen den Beschuldigten grundsätzlich 

plausibler erscheinen lassen. Da aber mit den Darstellungen der Zeugen 

G._____, H._____ und J._____ glaubhafte Augenzeugenberichte vorliegen, 

wonach eben kein Angriff des Geschädigten gegen den Beschuldigten stattfand, 

sind diese konkreten Beweismittel aussagekräftiger als eine allfällige 

grundsätzliche Gewaltbereitschaft des Geschädigten im Tatzeitpunkt. Auch bei 

gesamthafter Betrachtung zusammen mit den Aussagen des Beschuldigten und 

des Zeugen I._____ – die wie erwähnt in diesem Punkt wenig glaubhaft 

erscheinen – und mit der aktenkundigen Prellung des Beschuldigten vermöchte 

eine allenfalls gesteigerte Gewaltbereitschaft des Geschädigten unter 

Alkoholeinfluss den anhand der übrigen Zeugenaussagen glaubhaft 

erscheinenden Tathergang nicht als unglaubhaft erscheinen lassen oder 

hinreichende Zweifel an diesem zu begründen. Ob also der Geschädigte unter 

Einfluss von Alkohol zu aggressivem Verhalten oder gar Gewalttätigkeit neigte, 

kann - entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 111 S. 12 und S. 14 ff.) - 

offen bleiben. Deshalb kann auch auf eine Würdigung der Aussagen des Zeugen 

F._____ – die lediglich das Verhalten des Geschädigten vor der Tat betreffen – 

und des Zeugen R._____ unter diesem Gesichtspunkt verzichtet werden. 

- 23 - 

Anhand der glaubhaften Zeugenaussagen lässt sich mithin erstellen, dass seitens 

des Geschädigten kein Faustschlag gegen den Beschuldigten ausgeführt wurde 

und er auch nicht zu einem Schlag ausholte, der Beschuldigte also weder von 

einem Faustschlag des Geschädigten getroffen wurde, noch einem solchen 

ausweichen musste. Es ist mithin erstellt, dass der Beschuldigte dem 

Geschädigten unverhofft, mithin ohne vorgängigen Schlag durch den 

Geschädigten, die Faust gegen das Kinn des Geschädigten schlug. 

3.2.6. In der Anklageschrift wird der Faustschlag als massiv bezeichnet. Der 

Beschuldigte verneinte in der Hafteinvernahme die Frage, ob er "fest" 

zugeschlagen habe (Urk. 4/1 S. 5). Er machte geltend, er habe aus dem Stand 

geschlagen, reflexlos (Urk. 4/1 S. 5). Auf Vorhalt der Aussage des Zeugen 

G._____, wonach es sich um einen K.O.-Schlag gehandelt haben soll, meinte der 

Beschuldigte, es sei schon ein K.O.-Schlag gewesen, der Geschädigte sei ja nicht 

mehr aufgestanden. Er habe aber nicht mit voller Wucht zugeschlagen, nicht mal 

mit der Hälfte (Urk. 4/1 S. 5). Auf Vorhalt der weiteren Aussage des Zeugen 

G._____, wonach der Geschädigte nach dem Schlag nicht mehr reagiert habe 

und wie tot umgefallen sei, er also vom Schlag ohnmächtig geworden sein müsse, 

meinte der Beschuldigte, das könne sein. Vom Staatsanwalt darauf hingewiesen, 

dass er dann doch ziemlich stark zugeschlagen haben müsse, erklärte der 

Beschuldigte, am Kinn habe es keine Muskeln, da reiche es bereits, wenn man 

ein bisschen fester eine Ohrfeige verabreiche, damit jemand umfalle (Urk. 4/1 

S. 6). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 24. September 2012 

entgegnete der Beschuldigte auf Vorhalt der Aussage des Zeugen G._____, 

wonach er ohne Vorwarnung und mit voller Wucht mit der Faust auf das Kinn des 

Geschädigten geschlagen habe, dies sei nicht so gewesen. Er habe aus 

Reaktion, aus Angst, aus Reflex zurückgeschlagen. Er habe sich da nichts 

überlegt. Es sei ein automatischer Reflex gewesen (Urk. 4/3 S. 2). Auf Vorhalt der 

Aussage des Zeugen H._____, wonach er den Eindruck gehabt habe, der 

Geschädigte sei stehend bewusstlos gewesen und wie ein Baum rückwärts auf 

den Boden gefallen, meinte der Beschuldigte, er könne dazu nichts sagen. In 

diesem Moment sei ihm schwarz vor Augen geworden. Er habe einen Angstanfall 

gehabt. Es sei etwas passiert, was er gar nicht gewollt habe (Urk. 4/3 S. 4). 

- 24 - 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 17. Januar 2013 

bestätigte der Beschuldigte seine frühere Darstellung und ergänzte, dass er bei 

dem Schlag nicht gezielt habe (Urk. 39 S. 12 und 14). 

3.2.7. Es wurden insgesamt 7 der bereits weiter oben genannten Tatzeugen zur 

vorliegend interessierenden Frage einvernommen. Die Vorinstanz hat die 

Aussagen dieser Zeugen zur vorliegenden Frage zutreffend wiedergegeben. Auf 

die entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen kann 

vorab verwiesen werden (Urk. 96 S. 24 - 26). Die nachfolgenden Ausführungen 

sind in erster Linie als Rekapitulation und Ergänzung zu verstehen. 

3.2.7.1. Der Zeuge G._____ führte aus, es sei ein einzelner Schlag mit voller 

Wucht gewesen, ein K.O.-Schlag. Als er den Schlag erhalten habe, habe der 

Geschädigte nicht mehr reagiert. Er sei wie tot umgefallen. Er müsse ohnmächtig 

geworden sein (Urk. 5/1 S. 2). Der Beschuldigte habe ein Mal mit der rechten 

Faust und mit voller Kraft zugeschlagen (Urk. 5/1 S. 3). In der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 31. August 2011 führte er aus, auf 

einer Skala von null bis zehn, wobei zehn der stärkste Schlag sei, sei der Schlag 

bei fünf bis sechs einzuordnen. Es sei aber ein Schlag genau aufs Kinn gewesen. 

Der Geschädigte sei unmittelbar ohnmächtig respektive K.O. gewesen. Er sei 

dann nach hinten auf den Kopf gefallen (Urk. 5/2 S. 3). Auf Vorhalt seiner 

früheren Aussage, wonach der Schlag mit voller Wucht ausgeführt worden sei, 

erklärte der Zeuge, sich daran nicht erinnern zu können. Gemäss seiner heutigen 

Erinnerung sei es eine Stärke von fünf bis sechs gewesen, aus der Drehung 

heraus ohne Anlauf (Urk. 5/2 S. 10). 

3.2.7.2. Der Zeuge H._____ erklärte in der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juli 

2011, der Beschuldigte habe einmal die Faust mit voller Wucht ins Gesicht oder 

an das Kinn des Geschädigten geschlagen (Urk. 5/3 S. 4). Bei der 

Staatsanwaltschaft erklärte er am 31. August 2011, der Geschädigte sei stehend 

bewusstlos gegangen und wie ein Baum rückwärts umgefallen. Er habe sich noch 

einen Moment auf den Füssen gehalten und sei dann zunächst langsam nach 

hinten gefallen und dann mit dem Hinterkopf heftig aufgeprallt (Urk. 5/4 S. 3). Auf 

die Frage nach der Art des Faustschlags meinte er, es sei einfach eine Gerade 

- 25 - 

gewesen (Urk. 5/4 S. 4). Nach einer Einschätzung der Stärke des Schlages 

gefragt, erklärte er, das sei einfach passiert. Auf Nachfrage meinte er, er könne 

nicht sagen, ob der Schlag heftig gewesen sei (Urk. 5/4 S. 4 f.). 

3.2.7.3. Der Zeuge I._____ erklärte am 17. August 2011 bei der Polizei, der 

Beschuldigte habe den Geschädigten geschlagen und der sei zu Boden gefallen. 

Er sei wie ein Brett nach hinten gekippt und mit dem Kopf auf dem Asphalt 

aufgeschlagen. Nach dem Faustschlag gefragt, erklärte er, der Beschuldigte habe 

dem Geschädigten einen Schlag mit der rechten Hand ins Gesicht im Bereich des 

Kiefers, verpasst. Es sei ein ziemlich harter Schlag gewesen. Jedenfalls habe es 

den Geschädigten sofort umgehauen (Urk. 5/9 S. 3). Bei der Staatsanwaltschaft 

erklärte der Zeuge dann auf Frage nach dem Faustschlag, es sei halt ein 

Faustschlag gewesen, er habe ausgeholt. Er habe den Geschädigten am 

Unterkiefer getroffen, leicht auf der rechten Gesichtsseite (Urk. 5/10 S. 8). 

3.2.7.4.Der Zeuge J._____ gab am 17. August 2011 bei der Polizei zu Protokoll, 

dass er denke, dass der Schlag den Geschädigten auf der rechten Gesichtsseite 

getroffen habe. Durch den Schlag sei er seitlich nach links weg und zu Boden 

gefallen (Urk. 5/11 S. 2). Es sei ihm aufgefallen, dass der Täter mit der linken 

Hand zugeschlagen habe. Er habe die Faust gemacht und ausgeholt. Er habe 

dabei sehr langsam ausgeholt, das sei ihm aufgefallen. Der Schlag selber sei 

dann aber sehr kräftig gewesen. Er sei sich sicher, dass der Täter den 

Geschädigten im Bereich des Gesichts getroffen habe. Der Geschädigte sei vom 

Schlag unmittelbar in der Gruppe zu Boden gegangen (Urk. 5/11 S. 3 f.). Bei der 

Staatsanwaltschaft bestätigte er seine Aussage auch bezüglich der Stärke des 

Schlages, den er als sehr kräftig beschrieben hatte (Urk. 5/12 S. 6). 

3.2.7.5. Die Zeugin K._____ meinte bei der Polizei, zum Faustschlag könne sie 

keine Details angeben. Sie habe das ganze von drinnen beobachtet. Sie habe 

einfach eine Hand gesehen, die in eine Richtung geschlagen habe (Urk. 5/13 

S. 3). Bei der Staatsanwaltschaft gab sie an, sie wisse nicht, mit welcher Hand 

geschlagen wurde. Der Geschädigte habe einen richtigen "Köpfler" nach hinten 

gemacht (Urk. 5/14 S. 4). Auf die Frage nach der Wucht des Faustschlags meinte 

- 26 - 

sie, dass dieser deftig gewesen sein müsse, so wie der Geschädigte geflogen und 

gestürzt sei (Urk. 5/14 S. 6). 

3.2.7.6. Gemäss der Zeugin L._____ sei der Schlag nicht mal so schlimm 

gewesen. Schlimm sei gewesen, wie der andere "aufgetätscht" sei. Der 

Geschädigte sei nicht in die Knie gegangen, gar nichts, sondern einfach hinten 

raus gefallen (Urk. 5/18 S. 4). 

3.2.7.7. Die Zeugin N._____ erklärte am 25. September 2012 bei der 

Staatsanwaltschaft, sie habe den Faustschlag gegen das Kinn des Geschädigten 

gesehen. Sie könne sich vorstellen, dass dieser Schlag bereits den Nacken kaputt 

gemacht habe (Urk. 5/25 S. 5). 

3.2.8. Gemäss der Untersuchung des Geschädigten durch das IRM am 2. Juli 

2011 waren keine Verletzungen im Gesicht oder am Kiefer festzustellen (Urk. 7/4 

S. 2). Gemäss Obduktionsgutachten vom 11. April 2012 wies der Geschädigte 

eine Hautabschürfung über dem Kehlkopf auf, was für einen Schlag gegen den 

Hals spreche. Die ebenfalls festgestellten geringen Schäden an den 

Schneidezähnen seien nicht eindeutig einer Gewalteinwirkung durch 

Schläge/Tritte zuzuordnen, da diese auch von den medizinischen Massnahmen 

(Intubation) stammen könnten (Urk. 7/5 S. 5). 

3.2.9. Vor der eigentlichen Würdigung der oben dargelegten Beweismittel zur 

Frage der Stärke bzw. Heftigkeit des Faustschlage ist zunächst festzustellen, 

dass mangels anderer Möglichkeiten auch auf die Einschätzung durch Zeugen 

abzustellen ist. Durch Beobachtung lässt sich die Wucht eines Schlages zwar nur 

schwer erkennen, Hinweise auf die Heftigkeit können jedoch durchaus durch 

Zeugen wahrgenommen werden. So kann aus den Beobachtungen hervorgehen, 

ob mit Schwung oder Anlauf geschlagen wurde oder nicht. Auch zur Frage, wo 

der Schlag das Ziel traf, können Beobachtungen beitragen. Ebenso ist es 

zulässig, auf die verursachten Folgen eines Schlages als Indikator für dessen 

Wucht abzustellen. Zusätzlich spielt es eine Rolle, ob der Schlag "durchgezogen" 

wurde oder nicht. Dabei sind übrige Faktoren, welche geeignet sind, den Effekt 

eines Schlages zu verstärken, ebenfalls in die Betrachtungen einzubeziehen. 

- 27 - 

Übereinstimmend sind die Zeugenaussagen und auch die Aussagen des 

Beschuldigten insofern, dass der Schlag ohne Anlauf, also aus dem Stand 

ausgeführt wurde. Ebenfalls Übereinstimmung herrscht bezüglich der Art des 

Schlages, der von allen Zeugen als "Gerade" geschildert wurde. Gemäss den 

Zeugen G._____, H._____, I._____ und N._____ wurde der Geschädigte vom 

Schlag am Kinn getroffen. Der Zeuge J._____ ordnete den Treffer im Gesicht des 

Geschädigten ein. Es erscheint somit glaubhaft, dass der Beschuldigte den 

Geschädigten am Kinn traf. Ein Ausholen mit der Faust schilderte lediglich der 

Zeuge J._____. Dieser erscheint jedoch aufgrund seiner eindrücklich detaillierten 

Schilderung in diesem Zusammenhang als guter Beobachter. Er konnte das 

Schlaggeschehen mit dem langsamen Ausholen und dem dann doch heftigen 

geraden Schlag präzise und lebensnah schildern. Wie schon unter einem anderen 

Aspekt erwähnt, ist die Darstellung des Zeugen J._____ zu diesem Punkt sehr 

glaubhaft (vgl. oben Ziff. 3.2.5. S.20). Hinsichtlich der Einschätzung der Wucht 

des Schlages deckt sie sich mit der Einschätzung der Zeugen G._____, I._____, 

H._____ und N._____. Die erwähnten Zeugen beriefen sich alle auf ihre eigenen 

Wahrnehmungen. Die übrigen Zeugen stellten eher Mutmassungen zur Wucht 

des Schlages an, schlossen sie doch vom Sturz des Geschädigten auf den 

Schlag. Aufgrund der Beobachtungen der Zeugen ist mithin von einem starken, 

wuchtigen Faustschlag ohne Anlauf, jedoch mit Ausholen auszugehen, der den 

Geschädigten im Bereich des Kinns traf. Schliesslich bleibt noch die Folge des 

Schlages zu berücksichtigen. Von Seiten verschiedener Zeugen wurde 

geschildert, der Geschädigte sei schon stehend bewusstlos gewesen. Das 

Sturzgeschehen wird einheitlich so dargestellt, dass der Geschädigte wie ein 

Baum oder ein Brett oder wie tot, ohne in die Knie zu gehen oder 

zusammenzusacken, nach hinten beziehungsweise links umgefallen sei. Lediglich 

eine Zeugin schilderte einen "Köpfler" nach hinten. Bei dieser Darstellung dürfte 

es sich aber um eine Überzeichnung handeln, die nicht weiter zu beachten ist. Es 

kann somit als erstellt erachtet werden, dass der Geschädigte aufgrund des 

Faustschlages gegen sein Kinn unkontrolliert und "wie mit Scharnieren an den 

Füssen" nach hinten fiel. Es stellt sich nunmehr die Frage, was für Schlüsse 

daraus auf die Stärke des Faustschlags gezogen werden können.  

- 28 - 

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass ein sehr starker Faustschlag gegen 

den Kopf erforderlich ist, um jemanden stehend bewusstlos zu schlagen, so dass 

er in der beschriebenen Weise umfällt. Der Geschädigte war jedoch einerseits 

bereits stark alkoholisiert, wodurch sein Gehirn bereits vor dem Treffer 

beeinträchtigt war. Andererseits wurde er an seinem Kinn getroffen. Ein 

Faustschlag gegen das Kinn erscheint aufgrund der dann auf den Kopf und das 

Hirn wirkenden Scher- und Fliehkräfte besonders geeignet, eine Bewusstlosigkeit 

zu verursachen. Mithin liegen Umstände vor, unter denen theoretisch bereits ein 

mittelstarker Schlag genügen würde, um eine Bewusstlosigkeit zu verursachen. 

Aufgrund der Folgen des Schlages könnte der Schlag jedoch auch stärker 

gewesen sein. Schlussendlich ist diesbezüglich auf die vorerwähnten 

Zeugenaussagen zurückzugreifen, wonach der Faustschlag massiv war. Die 

Einwände des Beschuldigten, bei einem massiven Faustschlag wären 

Verletzungen an seiner Hand festzustellen, ist letztlich unbehelflich. Das Gesicht 

und auch das Kinn ist bedeckt von relativ weichem Gewebe und im Bereich des 

Kinns bietet der Kopf einem Faustschlag wegen der mit der Entfernung vom 

Schwerpunkt des Kopfes grösser werdenden Hebelwirkung auch nicht viel 

Widerstand. So wäre es durchaus möglich, selbst nach einem sehr heftigen 

Faustschlag gegen das Kinn keine Spuren hiervon an der Faust davonzutragen. 

Dass im Gesicht des Geschädigten keine dem Faustschlag zuzuordnenden 

Verletzungen festgestellt werden konnten, ist aus denselben Gründen ebenfalls 

nicht weiter beachtlich. Zusammenfassend ist aufgrund der glaubhaften und 

übereinstimmenden Zeugenaussagen festzuhalten, dass anklagegemäss ein 

massiver Faustschlag gegen das Kinn erstellt ist. 

3.2.10. Der erste Absatz des in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalts 

ist somit rechtsgenügend erstellt. 

3.3. Im Rahmen der Hauptanklage wird weiter umschrieben, wie der Beschuldigte 

sich nach dem Faustschlag zunächst kurz entfernt habe, dann zurückgekommen 

sei und dem bewusstlosen Geschädigten ein bis zwei Mal kraftvoll gegen den 

Kopf getreten habe (Urk. 24 S. 2). Es ist nachfolgend zu prüfen, ob sich dieser 

Teil des Anklagesachverhalts erstellen lässt. 

- 29 - 

3.3.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten in der 

Voruntersuchung und in der vorinstanzlichen Gerichtsverhandlung zutreffend 

wiedergegeben bzw. zusammengefasst. Ebenso hat sie die Aussagen der 

insgesamt 10 Zeugen zur vorliegenden Frage zutreffend wiedergegeben. Auf die 

entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägungen kann vorab 

verwiesen werden (Urk. 96 S. 29 - 39). Bei den nachfolgenden Ausführungen 

handelt es sich hauptsächlich um Rekapitulationen und Ergänzungen. 

3.3.2. In der Hafteinvernahme vom 3. Juli 2011 bestritt der Beschuldigte, gegen 

den Kopf des Geschädigten getreten zu haben. Auf den Hinweis, dass dies von 

Zeugen geschildert werde, erwiderte er, dass das nicht stimme und sicher mit 

Analysen festgestellt werden könne (Urk. 4/1 S. 2). In der Einvernahme vom 

1. September 2011 erklärte der Beschuldigte, nachdem er die Aussagen 

verschiedener Zeugen verfolgt hatte, dass er sich von Vorwurf des Tritts befreien 

möchte. Er habe nicht getreten (Urk. 4/2 S. 1 f.). Anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 24. September 2012 erklärte der 

Beschuldigte wiederholt und auf Vorhalt diverser Zeugenaussagen, er habe nicht 

getreten beziehungsweise er wisse nichts hiervon (Urk. 4/3 S. 2, 3, 4, 5). 

Vielleicht habe der Zeuge jemand anderes gesehen (Urk. 4/3 S. 6). Auch nach 

dem Schlussvorhalt erwiderte der Beschuldigte, dass der Vorwurf, er habe dem 

bewusstlosen Geschädigten zwei Mal kraftvoll gegen den Kopf getreten, nicht 

stimme (Urk. 4/3 S. 10). An der Hauptverhandlung bestritt der Beschuldigte 

diesen Vorwurf ebenfalls (Urk. 39 S. 13). Nach dem Schlag sei er einen Schritt 

zurückgegangen. Die Gruppe sei immer noch da gewesen. Er habe den 

Geschädigten auf den Boden fallen sehen, sei in Panik geraten und sei ein Stück 

weggerannt. Er habe einen Schock gehabt, aber dann habe er gedacht, er wolle 

schauen, was mit dem Geschädigten los sei. Und da habe er einen Menschen 

bewusstlos am Boden gesehen und habe helfen wollen. Es seien dann viele 

Leute gekommen und hätten gerufen. Er habe Panik gekriegt und sei weggerannt 

(Urk. 4/3 S. 18).  

3.3.3. Es wurden insgesamt 10 Tatzeugen zur vorliegend interessierenden Frage 

einvernommen: 

- 30 - 

3.3.3.1. Der Zeuge G._____ schilderte in der polizeilichen Befragung vom 2. Juli 

2011 zunächst den Faustschlag und dessen Auswirkungen. Auf die Frage, wie es 

weiter gegangen sei, gab er einleitend wörtlich zu Protokoll: "Jetzt kommt die 

Schweinerei". Dann schilderte er, wie der Geschädigte bewusstlos auf der 

Strasse gelegen sei, in Seitenlage. Der Beschuldigte sei um ihn herum gegangen 

zum Kopf, also zur Gesichtsseite, und habe mit dem rechten Fuss mit voller 

Wucht zwei oder drei Mal ins Gesicht bzw. an den Kopf des bewusstlos am 

Boden Liegenden getreten (Urk. 5/1 S. 2). Bei der Staatsanwaltschaft am 31. 

August 2011 nach dem genauen Ablauf nach dem Schlag gefragt, schilderte der 

Zeuge, wie der Beschuldigte um den Geschädigten herum gegangen sei und ihm 

dann einen Tritt gegeben habe. Das sei Sekunden nach dem Sturz gewesen, als 

noch niemand beim Geschädigten gewesen sei, um ihm zu helfen. Er habe den 

Tritt gesehen. Er sei sich zu 100% sicher (Urk. 5/2 S. 6). Danach gefragt, ob es 

ein heftiger Tritt oder eher ein Stupsen gewesen sei, erklärte er, der Tritt sei 

schon heftig gewesen, aber nicht voll, nicht wie ein Fussballschuss. Der Tritt sei 

gegen den Kopf gerichtet gewesen und habe den Geschädigten im Gesicht 

getroffen (Urk. 5/2 S. 6). Es seien seiner Meinung zwei Tritte gewesen. Dann sei 

eine andere Person hinzugekommen und habe den Beschuldigten weggezogen 

(Urk. 5/2 S. 7). Am Schluss, nach dem Tritt und bevor er sich entfernt habe, sei 

dem Beschuldigten das Mobiltelefon zu Boden gefallen. Dieser habe es 

aufgehoben und sei dann weggegangen (Urk. 5/3 S. 9). Danach gefragt, mit 

welchem Fuss getreten worden sei, erklärte der Zeuge, das sei fast schon 

Spekulation, er denke es sei mit links gewesen. Nicht mit Anlauf, direkt vor dem 

Geschädigten stehend. Der Zeuge zeigte dann vor, wie getreten wurde, und dies 

wurde fotografisch festgehalten (Urk. 5/2 S. 10 und Urk. 5/2 Anhang 1-3). 

Konfrontiert mit seiner eigenen Aussage bei der Polizei, wonach mit dem rechten 

Fuss und mit voller Wucht getreten worden sei, meinte der Zeuge, wenn er 

damals gesagt habe der rechte Fuss, dann sei es der rechte Fuss gewesen. 

Hinsichtlich der Wucht der Tritte meinte er, dann sei es genau so, wie er es heute 

demonstriert habe. Das heisst aus dem Stehen, mit Kraft, aber ohne Anlauf 

(Urk. 5/2 S. 10). 

- 31 - 

3.3.3.2. Bei der Polizei schilderte der Zeuge H._____ am 2. Juli 2011, der 

Beschuldigte sei nach dem Schlag in Richtung Restaurant Q._____ gegangen, 

habe sich umgedreht, sei wieder zum Geschädigten hingegangen und habe 

diesem einen Fusstritt an den Kopf versetzt (Urk. 5/3 S. 4). Der ganze Vorfall 

habe rund eine Minute gedauert (Urk. 5/3 S. 5). Bei der Staatsanwaltschaft führte 

der Zeuge H._____ aus, er habe nach dem Schlag die Polizei avisiert. 

Unterdessen seien die ersten Leute beim Geschädigten gewesen und hätten 

versucht, diesen zu "büschelen". Dann sei der Beschuldigte zurückgekommen. 

Ob er allein gewesen sei oder nicht wisse er nicht. Es sei eine Aufregung 

gewesen. Dann sei der Fusstritt gekommen (Urk. 5/4 S. 4). Auf die Frage, wie 

weit der Beschuldigte sich entfernt habe, erklärte der Zeuge, es seien etwa gegen 

sechs Meter gewesen. Dann sei er zurück gekommen, aber nicht sofort, es habe 

einige Sekunden gedauert. Er sei normal gehend zurückgekommen. Der Zeuge 

erklärte, er habe einen Fusstritt gesehen. Dieser Tritt sei in Richtung Kopf des 

Geschädigten gegangen und habe getroffen. Der Geschädigte habe darauf aber 

keine Reaktion gezeigt (Urk. 5/4 S. 5). Gefragt, ob der Fusstritt heftig gewesen 

sei, meinte der Zeuge, er würde sagen ja. Es sei aber nicht so extrem gewesen 

wie ein Fussballer beim Freistoss (Urk. 5/4 S. 6). Er habe sich während des 

Vorfalls an einem Tisch in etwa acht bis zehn Meter Entfernung vom 

Geschädigten befunden. Er sei während des Schlages sitzen geblieben. Die zwei 

Begleiter des Beschuldigten seien dann "verstoben". Er habe sich nicht gross 

outen wollen, da er ja im Begriff gewesen sei, die Polizei anzurufen (Urk. 5/4 

S. 7). Auf die Frage, ob er durch das Telefongespräch nach dem Faustschlag 

abgelenkt gewesen sei, und ob dies vor, während oder nach dem Tritt gewesen 

sei, erklärte der Zeuge, er könne es nicht sagen, es sei aber sicher nicht vor dem 

Tritt gewesen (Urk. 5/4 S. 8). Er habe nicht gesehen, falls es mehrere Tritte 

gegeben habe, er habe lediglich den ersten Tritt gesehen. Er könne nicht mehr 

sagen, mit welchem Bein getreten worden sei. Er könne jedoch ausschliessen, 

dass die schlagende und die tretende Person verschiedene Personen waren. Er 

habe freie Sicht auf den Vorfall gehabt (Urk. 5/4 S. 8). 

3.3.3.3. Der Zeuge I._____ führte bei der polizeilichen Befragung am 17. August 

2011 aus, soviel er wisse, sei dann noch eine weitere Person dazu gekommen 

- 32 - 

und habe dem Geschädigten, als er am Boden lag, einen Fusstritt gegen den 

Hals verpasst. Er sei sich nicht mehr ganz sicher, ob es sich um denjenigen 

handelte, welcher den Geschädigten mit der Faust geschlagen hatte, oder ob es 

eine andere Person gewesen sei (Urk. 5/9 S. 3). Gefragt, ob es eine Person aus 

der Gruppe gewesen sei, die zusammen vor dem Lokal herumstand, führte der 

Zeuge aus, der Geschädigte sei so am Boden gelegen. Er (der Zeuge) habe ihn 

quasi beschützen wollen, indem er sich leicht über ihn geneigt habe. Da sei dieser 

Fusstritt seitlich von ihm gegen den Geschädigten gekommen (Urk. 5/9 S. 3). Ob 

es eine Person aus der Gruppe gewesen sei, könne er nicht sagen. Es könne 

auch sein, dass eine weitere Person dazugekommen sei, als er den 

Geschädigten beschützt habe (Urk. 5/9 S. 3). Zum Fusstritt meinte der Zeuge, der 

Geschädigte sei auf dem Rücken am Boden gelegen. Der Kick sei glaublich an 

seine linke Seite erfolgt, jedenfalls genau im Bereich des Halses. Zur tretenden 

Person könne er keine Angaben machen, er habe wirklich keine Ahnung, er habe 

ja den Geschädigten beschützt und der Tritt sei so seitlich vor ihm gegen den 

Geschädigten gekommen (Urk. 5/9 S. 4). Bei der Staatsanwaltschaft führte der 

Zeuge I._____ aus, dass er sich schützend über den Geschädigten gestellt habe. 

Dann sei noch ein Kick gekommen, von wem wisse er nicht. Dieser Kick habe den 

Geschädigten am Hals, Kopf getroffen (Urk. 5/10 S. 3). Er habe nicht gesehen, 

wer dem Geschädigten den Kick verpasst habe. Er halte es auch für möglich, 

dass der Beschuldigte selber dem Geschädigten einen Kick verpasste. Er habe 

den Kick gesehen, und auch, wie dieser den Kopf traf (Urk. 5/10 S. 6). Nach der 

Stärke des Tritts gefragt, erwiderte er, es sei eben ein Kick gewesen, wie wenn 

man einen Fussball trete. Auf Nachfrage, ob das so wie beim Elfmeter oder beim 

Anstoss gewesen sei, meinte er, eher wie beim Elfmeter. Gefragt, ob das also 

schon fest gewesen sei, erwiderte er, es sei ziemlich fest gewesen (Urk. 5/10 

S. 7). Konfrontiert damit, dass er bei der Polizei von einem Tritt gegen den Hals 

und heute gegen den Hals, Kopf gesprochen habe, meinte der Zeuge, dann sei 

es halt der Hals gewesen, wenn er das damals so gesagt habe. Wie viel Zeit 

zwischen dem Sturz und dem Tritt vergangen sei, wisse er nicht, vielleicht seien 

es zehn Sekunden gewesen (Urk. 5/10 S. 9). 

- 33 - 

3.3.3.4. Der Zeuge J._____ machte bei der polizeilichen Einvernahme vom 

17. August 2011 geltend, er sei während dem Schlag und dem Fall des 

Geschädigten am Vorbeigehen gewesen. Unmittelbar danach, als er vorbei war, 

habe er im Augenwinkel erkennen können, dass der vormalige Schläger mit 

seinem Fuss auf den Geschädigten eintreten habe wollen. Er sei durch eine 

Person davon abgehalten worden. Der Zeuge könne nicht bezeugen, ob bei dem 

Fusstritt eine Berührung mit dem am Boden liegenden Geschädigten 

stattgefunden habe. Sicher könne er sagen, dass der Schläger im Anschluss mit 

seinem Fuss den Geschädigten habe schlagen wollen. Ob es zum Kontakt 

gekommen sei, könne er nicht sagen. Er wisse nicht, wie es dann weiter 

gegangen sei, er habe sich dann vom Geschehen entfernt (Urk. 5/11 S. 3). Auf 

die Frage nach der Zeitdauer zwischen dem Schlag bzw. Fall und dem Fusstritt 

antwortete der Zeuge J._____, er habe den Geschädigten aufgrund der 

darumstehenden Leute am Boden liegend nicht genau gesehen, er habe aber 

gesehen, dass der Beschuldigte wie einen Schritt rückwärts machte und dann mit 

dem Fuss ausholte. Dabei sei er durch die anwesenden Leute zurückgehalten 

worden. Betreffend die Zeitdauer könne er sagen, dass es ein fliessender Ablauf 

gewesen sei. Er sei ja am Vorbeigehen gewesen und nicht stehen geblieben und 

habe dabei das Geschilderte wahrnehmen können. Und so sei er der Meinung, 

dass der versuchte Tritt auch unmittelbar nach dem Fall des Geschädigten erfolgt 

sei (Urk. 5/11 S. 4). Danach gefragt, wie sicher er sich sei, dass es sich beim 

Schläger und dem Tretenden um die gleiche Person gehandelt habe, meinte der 

Zeuge, er sei sich ziemlich sicher. Es sei im Nachhinein eher schwierig. Er habe 

es jedenfalls so wahrgenommen. Er habe den Schlag aber klar gesehen. Da sei 

er sich hundertprozentig sicher (Urk. 5/11 S. 4). Bei der Staatsanwaltschaft 

erklärte der Zeuge J._____, der Geschädigte sei am Boden gelegen. Der 

Beschuldigte habe dann mit dem Fuss auf den Geschädigten eintreten wollen, sei 

dann aber von der Gruppe zurückgehalten worden (Urk. 5/12 S. 3). 

3.3.3.5. Die Zeugin K._____ führte bei der Polizei am 16. August 2011 aus, der 

Geschädigte sei nach hinten gestürzt, mitten auf die D._____-Strasse, und sei 

heftig mit dem Kopf aufgeschlagen. Ein paar Sekunden später sei eine Person 

zum Geschädigten hingekommen und habe diesem zwei Fusstritte auf den Kopf 

- 34 - 

verpasst. Sie könne jedoch nicht sagen, ob es derjenige gewesen sei, welcher 

zuvor geschlagen habe, oder ob es sich um einen weiteren gehandelt habe 

(Urk. 5/13 S. 2). Die Zeugin schilderte, dass sie die Rettung avisiert und es etwa 

drei bis fünf Minuten bis zu deren Eintreffen gedauert habe. In der Zwischenzeit, 

während sie auf die Rettung gewartet habe, sei der tretende Typ nochmals 

zurückgekommen. Er habe sich vor ihnen aufgebaut und habe S._____ (die 

Zeugin S._____) und sie bedroht, als sie den Geschädigten am Boden betreuten 

(Urk. 5/13 S. 3). Der sei sehr aggressiv gewesen und habe aggressive 

Bewegungen gemacht. Er habe ein hasserfülltes Gesicht gehabt (Urk. 5/13 S. 3). 

Der Typ sei dann in Richtung Kanonengasse weggegangen, nachdem er zuerst, 

unmittelbar nach den Tritten, in Richtung Langstrasse gegangen sei (Urk. 5/13 

S. 3). Gefragt, was sie zu den Fusstritten sagen könne, gab die Zeugin ein 

detailliertes Signalement des tretenden Typen ab. Sie meinte, es sei 

hundertprozentig derjenige gewesen, welche dem Geschädigten zuerst zwei 

Fusstritte verpasst habe und dann wieder zurückgekommen sei (Urk. 5/13 S. 3). 

Über die Fusstritte könne sie sagen, dass er einfach mit dem Fuss gegen den 

Kopf des Geschädigten getreten habe. Sie könne dazu keine weiteren Details 

angeben (Urk. 5/13 S. 3). Bei der Staatsanwaltschaft erklärte die Zeugin K._____, 

dass der Beschuldigte zum Geschädigten gegangen sei, und ihn zwei oder 

dreimal gegen den Kopf getreten habe. Auf Nachfrage bestätigte sie, dass der 

Beschuldigte getreten habe. Sie habe das gesehen. Dann sei er nochmals auf sie 

und S._____ zugegangen und habe ein aggressives und bedrohliches Gesicht 

gemacht. Auf Nachfrage bestätigte sie, dass das der Beschuldigte gewesen sei 

(Urk. 5/14 S. 4). Auf die Frage, ob sie die Tritte genau gesehen habe, bestätigte 

die Zeugin dies. Die Tritte seien auf dem Kopf gelandet, in der Gegend des Kopfs. 

Um eine Einordnung der Tritte nach ihrer Stärke gebeten, erklärte die Zeugin 

K._____, dass es schon deftige Tritte gewesen seien, es sei kein Streicheln 

gewesen (Urk. 5/14 S. 5). Auf Ergänzungsfrage des Beschuldigte erklärte die 

Zeugin, an jenem Tag sicherlich etwas getrunken zu haben, sie habe aber die 

Abrechnung machen müssen (Urk. 5/14 S. 6). Vom Verteidiger darauf 

hingewiesen, dass sie sich bei der polizeilichen Befragung nicht sicher gewesen 

sei, ob der Schlagende die gleiche Person gewesen sei wie der Tretende, und sie 

- 35 - 

fragte, wie sie es heute sehe, antwortete die Zeugin: "Immer noch gleich." Danach 

gefragt, was der in der Einvernahme anwesende Beschuldigte gemacht habe, 

meinte die Zeugin, er sei der Tretende gewesen, nicht der Schlagende (Urk. 5/14 

S. 7). Die Zeugin K._____ wurde am 26. Januar 2012 erneut durch die 

Staatsanwaltschaft einvernommen, und machte hierbei auf die Frage, ob sie 

heute etwas an ihrer Aussage geändert wissen wolle oder sie zu neuen 

Erkenntnissen gelangt sei, geltend, sie habe bei der Polizei gesagt, dass eine 

zweite Person getreten habe. Das sei eine andere Person gewesen (Urk. 5/15 

S. 3). Auf Vorhalt der Aussage des Zeugen T._____, wonach der Beschuldigte die 

Person gewesen sei, die sich irgendwie vor der Zeugin K._____ aufgeplustert 

habe, meinte die Zeugin, dass dies dann wohl so gewesen sei. Auf Vorhalt ihrer 

Aussage vom 18. November 2011, wonach der Beschuldigte zum Geschädigten 

gegangen sei und ihn zwei- dreimal gegen den Kopf getreten habe, meinte die 

Zeugin, es sei ein wenig schwierig, eine Person nach einem halben Jahr zu 

erkennen, die sie gar nicht gekannt habe. Sie habe gewusst, dass sie das Gesicht 

des Beschuldigten schon einmal gesehen habe und das der anderen Person. 

Derjenige der getreten habe, habe Jeans und ein graues Kurzarm-T-Shirt 

getragen und sei anscheinend grösser als der Beschuldigte gewesen. Anlässlich 

der Fotokonfrontation, welche am 29. März 2012 mit der Zeugin K._____ 

abgehalten wurde, machte die Zeugin geltend, den von ihr genannten möglichen 

Täter nicht auf den Bildern zu erkennen. Dieser habe einen runden Kopf gehabt 

und sei oben auf dem Kopf mit leicht blond gefärbten Haaren bestückt gewesen. 

Im Übrigen bestätigte sie das von ihr bei der Polizei am 16. August 2011 

abgegebene Signalement (Urk. 5/16). 

3.3.3.6. Am 18. November 2011 erklärte die Zeugin L._____ bei der 

Staatsanwaltschaft, nachdem der Geschädigte auf den Boden "getätscht" sei, sei 

der Beschuldigte weggelaufen. Er sei dann aber nochmals zurück und habe den 

Geschädigten in den Kopf "geginggt". Dann sei er gegangen, sei davongelaufen. 

Mehr könne sie dazu nicht sagen (Urk. 5/18 S. 3). Sie habe sich damals im 

Restaurant U._____ befunden und sei am vordersten Tisch im Garten gesessen 

(Urk. 5/18 S. 3). Nach der Heftigkeit des Tritts gefragt, meinte die Zeugin, das sei 

schwer zu sagen für sie, sie könne das nicht einschätzen (Urk. 5/18 S. 4). Auf die 

- 36 - 

Ergänzungsfrage des Beschuldigten, ob es möglich sei, dass er den 

Geschädigten unmittelbar nach dem Schlag mit dem Fuss berührt habe, um zu 

schauen, ob er sich noch bewege, verneinte die Zeugin dies und führte aus, er sei 

zunächst weggelaufen. Dann sei er zurück gekommen und habe ihn getreten 

(Urk. 5/18 S. 5). Zwischen dem Schlag / Sturz und dem Treten sei keine Minute 

vergangen, es sei schnell gegangen (Urk. 5/18 S. 6). 

3.3.3.7. Die Zeugin S._____ führte an der Einvernahme vom 9. Dezember 2011 

aus, sie und die Zeugin K._____ hätten, als es auf der Strasse laut geworden sei, 

am Fenster gestanden und durch die Lamellen geschaut. Die Zeugin habe 

wahrgenommen, wie eine Schlägerei ausgebrochen sei. Sie und die Zeugin 

K._____ seien dann hinaus. In der Zeit, als sie hinausgegangen seien, sei der 

Geschädigte von der Treppe nach hinten übers Trottoir gestürzt. Wer den Schlag 

geführt habe oder, wie die Zeugin K._____ erwähnt habe, "geginggt" oder 

geschlagen habe, könne sie nicht sagen. Sie habe das nicht so genau gesehen. 

Auf die Frage, was dann passiert sei, antwortete sie, sie habe definitiv nicht noch 

mehr gesehen (Urk. 5/19 S. 3). Auf Vorhalt der Aussage der Zeugin K._____, 

wonach der Beschuldigte zwei bis drei Mal gegen den Kopf des Geschädigten 

getreten habe, meinte die Zeugin, definitiv nein, wenn dem tatsächlich so 

gewesen sei, habe sie zu viel getrunken. Das könne sie sich schon vorstellen 

(Urk. 5/19 S. 6). Den Beschuldigten erkannte die Zeugin nicht (Urk 5/19 S. 7). 

3.3.3.8. Der Zeuge T._____ führte am 9. Dezember 2011 bei der 

Staatsanwaltschaft aus, er habe sich um den Geschädigten gekümmert, als der 

Beschuldigte (der Zeuge deutete anlässlich der Einvernahme mit dem Finger auf 

ihn) vor ihn hin gestanden sei und sich irgendwie aufgeplustert habe und gefragt 

habe, was das Problem sei. Der Zeuge habe erwidert, er wolle lediglich dem 

helfen, der da liege (Urk. 5/20 S. 3). Auf Frage des Beschuldigten, ob er sich 

sicher sei, dass er es gewesen sei, meinte der Zeuge, er sei der Meinung, könne 

es aber auch nicht mehr 100prozentig sagen (Urk. 5/20 S. 4). Weitere Angaben 

konnte er nicht machen, da er während der Tatzeit mit Putzarbeiten in der Bar 

beschäftigt war (Urk. 5/20 S. 3). 

- 37 - 

3.3.3.9. Die Zeugin M._____ sagte bei der Staatsanwaltschaft am 7. Juni 2012 

aus, nach dem Vorfall sei der "Treter" zu ihr in die Bar (Q._____) gekommen und 

habe ein Mineralwasser bestellt. Sie habe ihm gesagt, es sei unfair, jemanden 

gegen den Kopf zu treten, der am Boden liege, so etwas mache man nicht. Der 

Tretende habe ihr dann gedroht, ihre Tage seien gezählt, wenn sie etwas sage. 

Das sei direkt nach dem Treten gewesen. Polizei oder Ambulanz seien noch nicht 

da gewesen. Der Treter habe sich auf Jugoslawisch mit der Zeugin unterhalten, 

so wie er zuvor mit den anderen gesprochen habe (Urk. 5/24 S. 4). Den Treter 

habe sie auch später noch einmal gesehen. Er sei Ende Jahr oder Anfangs des 

Jahres 2012 in den V._____ gekommen. Er habe dort etwas trinken wollen. Sie 

habe sich dann daran erinnert, was damals geschehen sei. Sie habe einem 

Kollegen gesagt, er solle den Typen auffordern zu gehen. Der Typ habe dann 

gedroht, die Polizei zu rufen. Daraufhin habe die Zeugin erwidert, er bekomme 

dann mehr Probleme als sie. Der Mann habe dann gesagt, ihre Tage seien 

gezählt, sie müsse aufpassen, wenn sie mit dem Auto fahre, vielleicht passiere 

mal was mit dem Auto. Dann habe er das Lokal verlassen und die Zeugin habe 

ihn nie mehr gesehen (Urk. 5/24 S. 5). Auf Frage der Verteidigung, ob es sich 

beim Beschuldigten um den Treter handle, lachte die Zeugin und verneinte es 

(Urk. 5/24 S. 7).  

3.3.3.10. Die Zeugin N._____ schilderte an der Einvernahme vom 25. September 

2012 bei der Staatsanwaltschaft den weiteren Vorfall so, dass der Mann, welcher 

den Geschädigten geschlagen hatte, diesem auch noch einen Fusstritt zwischen 

die Beine gegeben habe, als der Geschädigte noch am Fallen war. Danach sei er 

weg gegangen, dann sei er zurückgekommen, habe auf den Geschädigten 

geschaut und wahrscheinlich gesehen, dass er etwas Furchtbares gemacht habe. 

Aber dann sei er fast lächelnd, mit einem bestimmten Stolz im Gesicht weg 

gegangen. Sie sei dann ins Restaurant gegangen und habe die Polizei gerufen. 

Auf die Frage, ob sie den Beschuldigten erkenne, erklärte die Zeugin, sie sei 

unsicher. Vielleicht sei die Person schlanker gewesen. Sie sei sich nicht sicher 

(Urk. 5/25 S. 4). Auf die Frage, ob es die gleiche Person gewesen sei, die 

geschlagen und getreten habe, erklärte die Zeugin, es sei die gleiche Person 

gewesen, welche zuerst den Faustschlag geführt habe und während die andere 

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Person am Fallen gewesen sei auch den Fusstritt getätigt habe. Der Fusstritt sei 

sehr stark gewesen. Es sei eine 10 gewesen. Es sei genau so ein Fusstritt 

zwischen die Beine gewesen. Der andere sei am Fallen gewesen. Er habe genau 

zwischen die Beine getreten (Urk. 5/25 S. 5). Nachdem der Staatsanwalt die 

Zeugin darauf hinwies, dass Aussagen vorlägen, wonach ein Tritt gegen den Kopf 

geführt worden sei, als der Geschädigte am Boden lag, meinte die Zeugin, sie 

habe nur das gesehen, was sie gesagt habe. Sie habe den Fusstritt mitten 

zwischen die Beine gesehen. Einen weiteren Tritt gegen den Kopf habe sie nicht 

gesehen. Die Zeugin bestätigte sodann, dass der Beschuldigte sich kurz entfernt 

habe, zurückgekommen sei und gelächelt habe. An eine Grimasse könne sie sich 

nicht erinnern, sie sei aber in diesem Moment etwas weit entfernt gewesen. Sie 

sei auf der anderen Seite beim Restaurant gewesen. Der andere sei auf der 

anderen Seite auf dem Trottoir gewesen. Sie habe das nicht genau sehen können 

(Urk. 5/25 S. 5). 

3.3.4. Gemäss Obduktionsgutachten konnte bei der körperlichen Untersuchung 

ca. acht Stunden nach dem Ereignis eine frische Hautabschürfung/-unterblutung 

an der rechten Kopfseite festgestellt werden. Diese Verletzung sei an der vom 

Aufprallort entfernt gelegenen Kopfseite lokalisiert und könne bezüglich ihrer 

Entstehung z.B. einem Fusstritt gegen den Kopf des am Boden liegenden 

Geschädigten zugeordnet werden. Ebenfalls auf diese Gewalteinwirkung liessen 

sich die bei Spitaleintritt durch die behandelnden Ärzte festgestellten Prellmarken 

(Beulen) an der hinteren Kopfhälfte zuordnen (Urk. 7/5 S. 5). 

3.3.5. Anlässlich der körperlichen Untersuchung des Geschädigten vom 2. Juli 

2011 um 18.45 Uhr wurde auf der Höhe des rechten Hinterhaupt- resp. 

Schläfenbeins, oberhalb der Hutkrempenlinie eine ca. 3 cm durchmessende, 

violett-braune, eher fleckig bis angedeutet geformte, oberflächliche 

Hautabschürfung bzw. Unterblutung festgestellt (Urk. 7/4 S. 2). 

3.3.6. Die von den Schuhen und Kleidern genommenen Proben ergaben gemäss 

DNA-Gutachten keine Übereinstimmung mit der DNA des Beschuldigten 

(Urk. 11/2 S. 2). 

- 39 - 

3.3.7. Vorab kann auf die zutreffende Würdigung der oben dargelegten Beweise 

durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 96 S. 40 - 45; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Die nachfolgenden Ausführungen stellen in erster Linie Hervorhebungen und 

Präzisierungen dar. Vorab ist festzuhalten, dass alle Zeugen – mit Ausnahme der 

Zeugin S._____ – einen oder mehrere Fusstritte gegen den Geschädigten 

wahrgenommen haben. Die Zeugin S._____ befand sich im Zeitpunkt des 

Geschehens indessen noch in der Bar und sah das Geschehen, wenn überhaupt, 

dann durch das Fenster. Den Schlag sah sie nicht, folglich erscheint es durchaus 

plausibel, dass sie auch den Tritt nicht sah, sondern überhaupt erst ab dem 

Zeitpunkt brauchbare Wahrnehmungen machen konnte, als sie sich nach 

draussen begab. Die Zeugin N._____ machte geltend, dass sie einen Tritt 

zwischen die Beine des Geschädigten gesehen habe. Jedoch sagte die Zeugin 

selber, sie habe sich im Zeitpunkt ihrer Beobachtung etwas weit entfernt 

befunden. Sie sei auf der einen Seite (gemeint wohl: der Strasse), der andere auf 

der anderen Seite beim Trottoir gewesen. Sie habe das nicht genau gesehen 

(Urk. 4/25 S. 5). Die übrigen insgesamt acht Zeugen waren sich sicher, einen 

bzw. mehrere Tritte gegen den Kopf des Geschädigten gesehen zu haben. Die 

am Geschädigten festgestellten Verletzungen lassen sich gemäss dem 

Obduktionsgutachten mit dem geschilderten Tritt gegen den Hals/Kopf in Einklang 

bringen. Als Zwischenfazit kann somit festgehalten werden, dass sich aufgrund 

der übereinstimmenden und mithin glaubhaften Zeugenaussagen sowie der 

medizinischen Befunde zumindest einen Fusstritt gegen den Kopf des am Boden 

liegenden Geschädigten erstellen lässt. 

3.3.8. Aufgrund verschiedener Aussagen von Zeugen stellt sich die Frage nach 

einer möglichen Dritttäterschaft hinsichtlich des Trittes. Die Zeugin K._____ 

konnte bei der Polizei nicht mit Sicherheit sagen, ob die Person, die den 

Geschädigten mit der Faust geschlagen hatte, identisch ist mit der Person, die ihn 

später mit dem Fuss gegen den Kopf getreten hat (Urk. 5/13 S. 2). Allerdings war 

sich die Zeugin sicher, dass die Person die getreten habe, beziehungsweise 

diejenige, die sich vor ihnen "aufgeplustert" habe, der Beschuldigte gewesen sei 

(Urk. 5/14 S. 4). Bei der Staatsanwaltschaft bestätigte die Zeugin dies auf 

wiederholtes Nachfragen. Erst anlässlich der zweiten staatsanwaltschaftlichen 

- 40 - 

Einvernahme, welche mehr als zwei Monte später am 26. Januar 2012 stattfand, 

äusserte die Zeugin Zweifel, ob der Beschuldigte auch der Tretende gewesen sei. 

Hierbei ist festzuhalten, dass sie zu Beginn dieser zweiten Zeugeneinvernahme 

auf entsprechende Frage einräumte, im Anschluss an die frühere 

Zeugeneinvernahme mit dem Verteidiger des Beschuldigten gesprochen zu 

haben (Urk. 5/15 S. 3). Neu beschreibt sie die Person, die getreten hat, mit 

blonden Haaren auf der Seite. Ausserdem sei er "anscheinend" grösser gewesen 

(Urk. 5/15 S. 3). Diese Formulierung weist mit einiger Sicherheit darauf hin, dass 

sich die Zeugin nicht auf eigene Wahrnehmungen stützt. Zudem widerspricht sie 

ohne ersichtlichen Grund und ohne Erklärung ihrer eigenen früheren 

Täterbeschreibung. Die Zeugin K._____ will Schlag und Tritt von drinnen aus 

gesehen haben, andererseits soll sie zur Zeit des Tritts bereits draussen gewesen 

sein. Den Urheber des Schlages hat sie aber gemäss ihren eigenen Aussagen 

nicht gesehen (Urk. 5/13 S. 3). Deshalb kann sie offensichtlich auch keine 

vernünftigen Aussagen dazu machen, ob die schlagende Person auch die 

tretende Person gewesen ist. Wie bereit die Vorinstanz in diesem 

Zusammenhang zutreffend ausführte, ist zu befürchten, dass die Zeugin sich von 

Schilderungen anderer Personen und deren Mutmassungen in ihrer Aussage 

beeinflussen liess. Dies beeinträchtigt die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu 

diesem Punkt erheblich.  

Die Aussagen der Zeugin S._____, die in unmittelbarer Nähe der Zeugin K._____ 

war und deren Wahrnehmungen sich somit zumindest gleichen müssten, 

vermögen zur Frage der Täterschaft bezüglich der Tritte ebenfalls nichts 

beizutragen. Die Zeugin S._____ hat weder einen Tritt wahrgenommen noch 

erkannte sie im Beschuldigten diejenige Person wieder, die sich vor ihr und der 

Zeugin K._____ "aufgeplustert" habe. Einerseits erklärt sie dies damit, dass sie 

wegsehe, wenn "solche Sachen" passierten, zudem sie sei wohl betrunken 

gewesen und schliesslich habe sie eine lange Arbeitsschicht hinter sich gehabt. 

Insgesamt lässt sich ihrer Aussage somit nichts Sachdienliches zur Täterschaft 

bezüglich des Fusstrittes entnehmen. 

- 41 - 

Die Aussagen der Zeugin M._____, die geltend machte, die tretende Person – bei 

der es sich wohlgemerkt nicht um den Beschuldigten gehandelt habe – nach der 

Tat in ihrem Restaurant bedient zu haben, sind - entgegen der Auffassung der 

Verteidigung (Urk. 111 S. 20 ff.) - völlig unglaubhaft. Ihre Darstellung des 

Tathergangs, wonach der Geschädigte nach dem Sturz versucht habe, wieder 

aufzustehen, stimmt weder mit der Sachdarstellungen der übrigen Zeugen, noch 

mit derjenigen des Beschuldigten überein. Auch der Beschuldigte selber erwähnte 

nie, dass der Geschädigte nach dem Schlag und dem Sturz versucht hätte, 

wieder aufzustehen. In gleichem Masse unglaubhaft ist auch ihre Aussage 

bezüglich der angeblichen späteren Begegnung mit der tretenden Person in ihrem 

Restaurant. Gefragt, in welcher Sprache die Konversation mit der tretenden 

Person denn stattgefunden habe, meinte die Zeugin zuerst, es sei so wie jetzt in 

der Einvernahme gesprochen worden, also Deutsch. Unmittelbar danach war sie 

der Meinung, das Gespräch sei auf "Jugoslawisch" geführt worden. Aufgrund 

dieser widersprüchlichen und von den übrigen Zeugeneinvernahmen 

abweichenden Aussagen, kann auf ihre Sachdarstellung nicht weiter abgestellt 

werden. 

Auch der Zeuge I._____ konnte den Urheber des Trittes nicht wahrnehmen. Er 

stand im Zeitpunkt des Trittes über dem Geschädigten und hatte den Blick nach 

unten auf diesen gerichtet. Anhand seiner Wahrnehmung kann eine 

Dritttäterschaft mithin nicht ausgeschlossen werden. Allerdings kann auch die 

Täterschaft des Beschuldigten bezüglich des Tritts anhand der Wahrnehmung 

des Zeugen I._____ nicht ausgeschlossen werden. Die Zeugen G._____ und 

H._____ sowie der Zeuge J._____ machten hingegen übereinstimmen geltend, 

die schlagende Person sei identisch mit der tretenden Person. Beide Handlungen, 

d.h. der Faustschlag und der Fusstritt habe der Beschuldigte vorgenommen. Die 

Aussagen der Zeugen G._____, H._____ und J._____ erwiesen sich bereits im 

Zusammenhang mit den vorgehend erstellten Sachverhaltselementen als 

glaubhaft. Ihre Darstellung deckt sich im Kernpunkt der Aussage, nämlich 

hinsichtlich der Täterschaft des Beschuldigten. Die von der Verteidigung geltend 

gemachten Widersprüche in den Aussagen der Zeugen G._____ und H._____ 

(vgl. Urk. 111 S. 31 ff.) betreffen nicht das Kerngeschehen und rufen keine 

- 42 - 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen hervor. Auch die Zeugin L._____ 

bekräftigte sodann, dass es sich bei der tretenden und der schlagenden Person 

um die gleiche Täterschaft handelte. Eine Dritttäterschaft konnten all diese 

Zeugen mit grosser Sicherheit ausschliessen. Die erwähnten Zeugen schilderten 

den Tathergang auch in zeitlicher Hinsicht gleich. Sie waren sich insbesondere 

einig, dass zwischen dem Schlag, dem Sturz und dem Tritt nur kurze Zeit verging. 

Wenn der Zeuge H._____ von einigen Sekunden spricht, obwohl sein 

Telefongespräch 1 Minute und 7 Sekunden gedauert habe und der Fusstritt erst 

danach erfolgt sei, wie die Verteidigung geltend macht (Urk. 111 S. 32 f.), ist darin 

kein relevanter Widerspruch zu erkennen, handelte es sich bei der Zeitangabe 

von H._____ doch um eine Schätzung. Schätzungen betreffend kurze Zeitabläufe 

sind erfahrungsgemäss schwierig vorzunehmen, insbesondere wenn die 

Zeugenaussage zwei Monate nach der Tat erfolgt. Hervorzuheben ist, dass der 

Zeuge in der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juli 2011, mithin kurz nach der 

Tat, noch von rund einer Minute sprach, was mit der Dauer des 

Telefongespräches vereinbar ist. Einzig zur Frage, ob bereits helfende Personen 

beim Geschädigten gewesen seien, als der Tritt oder die Tritte erfolgten, gab es 

eine abweichende Aussage durch den Zeugen H._____, der meinte, im Zeitpunkt 

des Trittes hätten sich bereits Leute um den Geschädigten gekümmert. Immerhin 

stimmt diese Darstellung auch mit derjenigen des Zeugen I._____ überein, der 

schilderte, dass der Tritt erfolgt sei, als er sich über den Geschädigten gebeugt 

habe. Diese Unstimmigkeit im zeitlichen Ablauf ändert jedoch nichts daran, dass 

im Endeffekt mit den Aussagen der Zeugen G._____, J._____ und H._____ drei 

lebensnahe und im Kerngehalt der Identifikation der Täterschaft 

übereinstimmende Darstellungen vorliegen, die in den Kernpunkten auch von der 

Zeugin L._____ gestützt werden. Die zeitnahe Folge des Tritts auf den Sturz ist 

ein zusätzliches Indiz dafür, dass der vormalige Schläger auch der Tretende war. 

Der Angriff wurde durch den Tritt gegen den am Boden liegenden Geschädigten 

sozusagen fortgesetzt, was einem lebensnahen und nachvollziehbaren 

Geschehensablauf entspricht. Viel unwahrscheinlicher erschiene es, dass eine 

der umstehenden Personen dem Geschädigten ein bis zwei Tritte gegen den Kopf 

zu verpasst haben könnte. Dies erst recht, da der Beschuldigte glaubhaft machte, 

- 43 - 

an jenem Abend alleine unterwegs gewesen zu sein, also gar niemand zur Stelle 

war, der ihn mit Fusstritten unterstützt haben könnte. Dass sich gemäss dem 

Zeugen H._____ unmittelbar nach der Tat mehrere Personen vom Tatort 

entfernten, ist insofern nicht von Belang, als der Beschuldigte von mehreren 

Zeugen positiv als der Urheber sowohl des Schlages als auch des Trittes 

beziehungsweise der Tritte identifiziert wurde. Der Umstand, dass in den von den 

Schuhen des Beschuldigten gewonnene Proben kein Nachweis von Spuren der 

DNA des Geschädigten gelang, schliesst eine Täterschaft seinerseits nicht aus. 

Während der Nachweis von DNA-Spuren zwar ein eindeutiger Beweis für eine 

Berührung der Schuhe mit dem Körper des Geschädigten gewesen wäre, ist das 

Fehlen solcher Spuren nicht als Beweis dafür tauglich, dass kein solcher Kontakt 

stattgefunden hat. Die Spuren können auch zu gering für einen Nachweis 

gewesen oder nach der Tat entfernt worden sein. Das Fehlen des Nachweises 

lässt mithin keine Schlüsse auf die Beteiligung des Beschuldigten zu. 

Bezüglich der Heftigkeit bzw. Stärke des Trittes liegen mehrere 

übereinstimmende und glaubhafte Zeugenaussagen vor: Die Zeugen G._____ 

und H._____ schilderten einen Tritt ohne Anlauf aber mit Ausholen und heftigem 

Zutreten. Der Zeuge I._____, der den Tritt aus nächster Nähe sah, jedoch nur das 

Auftreffen auf dem Kopf wahrnehmen konnte, schilderte den Tritt als wie wenn 

man einen Fussball trete und als ziemlich fest. Alle drei Zeugen beschreiben ein 

Treten mit der Fussspitze, wie beim Fussball, und nicht mit der Fusssohle oder 

der Ferse. Alle drei Zeugen beschreiben den Tritt als stark oder heftig. Im 

Kerngehalt sind auch diese Aussagen somit übereinstimmend. Wie bereits weiter 

oben festgehalten wurde, lässt sich hingegen aufgrund unterschiedlicher Angaben 

die Anzahl der Tritte nicht eindeutig erstellen, weshalb entsprechend dem 

Grundsatz "in dubio pro reo" von nur einem Tritt auszugehen ist. Anhand der 

glaubhaften Zeugenaussagen kann somit erstellt werden, dass der Beschuldigte 

dem bewusstlosen Geschädigten einmal kraftvoll gegen den Kopf trat.  

3.4. In der Umschreibung des Anklagesachverhalts wird schliesslich behauptet, 

der Geschädigte habe durch den kräftigen Schlag mit der Faust und durch den 

Aufprall mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt sowie die Tritte (erstellt ist ein Tritt) 

- 44 - 

gegen den Kopf schwere nicht überlebbare Schädel-Hirn-Verletzungen erlitten 

und sei in der Folge ohne das Bewusstsein zwischenzeitlich wieder zu erlangen 

am 25. Juli, um 21.10 Uhr verstorben, welchen Tod der Beschuldigte mit seinem 

Tun zumindest billigend in Kauf genommen habe (Urk. 24 S. 2). 

3.4.1. Gemäss Zusammenfassung der Krankengeschichte ist der Geschädigte 

mehrfach durch Neurochirurgen operiert und die Schädel-Hirntherapie unter 

optimalem Monitoring maximal ausgebaut worden. Trotz aller Bemühungen zeigte 

sich in einem Kontroll-CCT (craniale Computertomographie, so Pschyrembel, 

260. Auflage, S. 295) am 20. Juli 2011 neben den bis anhin gefundenen 

Befunden ein Hirninfarkt im Bereich der Capsula interna links, möglicherweise 

hervorgerufen im Rahmen des linkshemisphärischen Hirnödems (vermehrte 

Einlagerung von Wasser in das Gehirn infolge Schädigung der Blut-Hirn-Schranke 

oder Blut-Liquor-Schranke, Pschyrembel, 260. Auflage, S. 764) mit 

Mittellinienverlagerung, sowie ein hochgradiger Verdacht auf eine zusätzliche 

Infarzierung im Bereich der rechten Capsula interna. Zur genaueren Beurteilung 

und weiteren Therapieplanung ist am 22. Juli 2011 ein erneutes MRI 

(Magnetresonanztomographie) des Schädels durchgeführt worden. Dieses habe 

die Ischämien (Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung, 

Pschyrembel, 260. Auflage, S. 887) bestätigt. Aufgrund des Schweregrads der 

Verletzungen und der Dynamik mit der Infarzierung im Bereich der Capsula 

interna musste von einer bleibenden schwerstgradigen Hirnschädigung 

ausgegangen werden. Am 23. Juli 2011 wurde zu einer therapia minima 

gewechselt. Der Geschädigte wurde extubiert und analgetisch mit Morphium via 

Perfusion versorgt auf die Normalstation verlegt, wo er am 25. Juli 2011 an 

seinem schweren Schädelhirntrauma verstarb (Urk. 6/3 S. 2). 

Im Obduktionsgutachten vom 11. April 2012 wird ausgeführt, durch den 

Faustschlag ins Gesicht, den Sturz auf den Hinterkopf und den Tritt gegen den 

Kopf sei es zu Schädelfrakturen, Blutansammlungen um das Gehirn, Prellungen 

und Anschwellung des Hirngewebes gekommen. Die Verletzungen hätten zu 

einem nicht genügend therapierbaren Druckanstieg in der Schädelhöhle geführt, 

was im Verlauf zum zentralen Regulationsversagen (der Todesursache) geführt 

- 45 - 

habe (Urk. 7/5 S. 5). Aus der Verlaufsdarstellung im Gutachten ergibt sich, dass 

es beim Geschädigten am Eintrittstag während mehrerer Stunden zu einer 

Hirndruckerhöhung bis 60 mmHg gekommen sei. Durch die Therapie habe dieser 

auf 20 mmHg stabilisiert werden können. Am 16. Juli 2011 sei aufgrund erhöhten 

Hirndrucks eine erneute Operation nötig geworden. Postoperativ sei es zu einem 

Hirndruckanstieg auf 40 mmHg und einer zunehmenden Mittellinienverlagerung 

gekommen, so dass eine erneute Operation nötig geworden sei. Postoperativ sei 

der Hirndruck dann erneut bis 33 mmHg gestiegen. Am 20. Juli 2011 habe 

computertomografisch ein Hirninfarkt der "capsula interna" linksseitig und ein 

dafür hochgradig verdächtiger Befund rechtsseitig festgestellt werden können. 

Zudem sei eine zunehmende Mittellinienverlagerung festgestellt worden. Diese 

Befunde hätten am 22. Juli 2011 mittels MRI bestätigt werden können. Aufgrund 

der infausten Prognose von bleibenden, schweren Hirnschädigungen sei die 

intensivmedizinische Therapie in Absprache mit den Angehörigen reduziert 

worden. Nach einer probeweisen Reduktion der Narkosemittel habe der 

Geschädigte die Symptome einer Dekortikation ("Enthirnung") mit Beugung der 

Arme und Streckung der Beine gezeigt. Der Geschädigte sei am 25. Juli 2011 

nach Extubierung und nach Verlegung auf die Bettenstation gestorben (Urk. 7/5 

S. 2 f.). Das Obduktionsgutachten kommt zum Schluss, der Geschädigte sei "an 

einem zentralen Regulationsversagen infolge nicht überlebbarer Schädel-Hirn-

Verletzungen." gestorben (Urk. 7/5 S. 5). 

3.4.2. Die von der Verteidigung aufgeworfene Frage, ob die Änderung der 

Therapie am 23. Juli 2011 den natürlichen Kausalzusammenhang unterbrochen 

hat, kann anhand des zitierten Gutachtens beantwortet we