# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0e0cf00-bdae-5014-818d-da471906138a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-11-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.11.2018 E-2477/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2477-2018_2018-11-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2477/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  N o v e m b e r  2 0 1 8   

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Luterbacher, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch,   

Gerichtsschreiberin Regina Derrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

China (Volksrepublik),  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. März 2018 / N (…). 

 

 

 

E-2477/2018 

 

Sachverhalt: 

I.  

A.  

A.a Der Beschwerdeführer habe seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu-

folge im Juli 2014 verlassen und sei zunächst nach Nepal gelangt. Dort 

habe er sich während ungefähr vier Monaten aufgehalten, bis er – mit ei-

nem nepalesischen Pass ausgestattet – am 10. November 2014 über ihm 

unbekannte Länder in die Schweiz weitergereist sei. Hierzulande suchte er 

gleichentags um Asyl nach.  

A.b Am 24. November 2014 fand im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) Kreuzlingen die Befragung zur Person (BzP) statt. Dabei trug der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei chinesischer Staatsangehö-

riger tibetischer Ethnie. Er sei im Dorf B._______, Gemeinde C._______, 

Bezirk D._______, Präfektur E._______, Provinz F._______, Tibet, gebo-

ren und habe bis zur Ausreise im Juli 2014 mit seinen Eltern, seiner Ehe-

frau und seinen (…) Kindern dort gelebt. Er sei nie zur Schule gegangen 

und könne daher nicht gut lesen. Als er 18-jährig gewesen sei, habe er sich 

in Tibet eine chinesische Identitätskarte ausstellen lassen. Diese habe er 

bis nach Nepal bei sich gehabt, habe sie dann aber dort dem Schlepper 

abgeben müssen.  

Zur Begründung seines Asylgesuches machte er geltend, er habe von ei-

nem Freund, der zwischen Tibet und Nepal Handel betrieben habe, unge-

fähr im Mai 2014 zehn Bilder des Dalai Lama erhalten. Mit einem anderen 

Freund mit Namen G._______ habe er diese Bilder am Vorabend des Ge-

burtstags des Dalai Lama, das heisst am 5. Juli 2014, unter die Leute ge-

bracht. Jeder habe fünf Bilder in seinem jeweiligen Dorf verteilt. G._______ 

habe einer Person in seinem Dorf, die – ohne dass er dies gewusst habe 

– Verbindungen zur chinesischen Regierung unterhalten habe, ein Bild ge-

geben. Diese dem Beschwerdeführer unbekannte Person habe G._______ 

daraufhin bei der Polizei verraten, weshalb G._______ noch in der gleichen 

Nacht verhaftet worden sei. Der Beschwerdeführer selbst habe hiervon erst 

erfahren, nachdem seine Mutter am Folgetag zum Kloster gegangen sei 

und dort die Mutter von G._______ getroffen habe, welche sie über dessen 

Festnahme orientiert habe. Als der Beschwerdeführer seiner Mutter davon 

berichtet habe, dass er G._______ die Bilder des Dalai Lama zum Verteilen 

ausgehändigt habe, habe seine Mutter ihm zur Ausreise geraten und ihm 

zu deren Finanzierung ihren Schmuck ausgehändigt. Daraufhin habe er 

sich sofort auf den Weg gemacht.   

E-2477/2018 

 

Im Weiteren trug er vor, er sei am „(…)“ im Jahr 2008 wegen der Teilnahme 

an einer Demonstration festgenommen und fünf Tage lang inhaftiert wor-

den.   

A.c Am 5. Dezember 2014 fand die einlässliche Anhörung des Beschwer-

deführers zu seinen Asylgründen statt. Dabei trug er ergänzend vor, er und 

seine Familie hätten in Tibet als Nomaden gelebt. Sie hätten Schafe, Zie-

gen, Yaks und Pferde gehabt, von der Milch und der Wolle gelebt und damit 

Waren getauscht. Er habe sich als Hirte immer mit den Tieren auf der 

Weide beschäftigt, seine Mutter und seine Ehefrau hätten eingekauft. Er 

sei nur etwa dreimal im Jahr zu seiner Ehefrau nach Hause zurückgekehrt. 

Im Weiteren trug er vor, er sei während etwa zwei Monaten im Besitz von 

zehn Bildern des Dalai Lama gewesen. Am 5. Juli 2014 habe er diese Bil-

der in seinem Heimatdorf verteilt. Sein Freund habe gleichzeitig im Nach-

bardorf (…) entsprechende Bilder unter die Leute gebracht. Am Folgetag 

habe die Mutter des Beschwerdeführers bei ihrem Besuch des Klosters 

(…) von der Festnahme seines Freundes erfahren.  

Ferner erklärte er nochmals, dass er bereits einmal Probleme mit den chi-

nesischen Behörden gehabt habe. Am (…) 2008, (…), habe er mit ungefähr 

20 anderen Personen demonstriert, weil in Tibet keine Freiheiten und Men-

schenrechte existierten. Er sei bei seiner damaligen Verhaftung geschla-

gen und während der fünftägigen Haft weiter misshandelt worden. Wegen 

der bereits im Jahr 2008 erfolgten Inhaftierung habe er Angst davor gehabt, 

sein im Juli 2014 verhafteter Freund könnte seinen Namen verraten, und 

seine eigene Festnahme befürchtet.    

A.d  Sowohl anlässlich der BzP als auch bei der Anhörung wurden dem 

Beschwerdeführer seitens der Vorinstanz Herkunfts- und Länderfragen ge-

stellt.  

B.  

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2014 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab, ver-

fügte seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Ein 

Wegweisungsvollzug in die Volksrepublik China wurde in den Erwägungen 

ausdrücklich ausgeschlossen. Zur Begründung hielt die Vorinstanz im We-

sentlichen fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten den 

Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG (SR 142.31) 

nicht standzuhalten. Insbesondere könne ihm nicht geglaubt werden, dass 

er in Tibet sozialisiert worden sei.  

E-2477/2018 

 

C.  

Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Bundesver-

waltungsgericht mit Urteil E-158/2015 vom 25. April 2017 gut, hob die vo-

rinstanzliche Verfügung vom 12. Dezember 2014 auf und wies die Angele-

genheit zur Neubeurteilung ans SEM zurück. Zur Begründung führte es 

unter Hinweis auf die in BVGE 2015/10 festgehaltenen Mindestanforderun-

gen an die im Rahmen der Befragungen durchgeführten Herkunftsabklä-

rungen im Wesentlichen aus, die Vorinstanz habe den Anspruch des Be-

schwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie ihn bezüglich 

des Grossteils der Angaben betreffend seine Herkunft nicht konkret darauf 

hingewiesen habe, welche seiner Aussagen nicht den Informationen der 

Vorinstanz entsprechen würden, und ihm auch nicht Einsicht in den we-

sentlichen Inhalt des als „vertraulich“ bezeichneten Dokuments „Hinter-

grundinformationen zum geprüften Länderwissen“ gegeben habe. Zudem 

habe die Vorinstanz – zumindest mit Bezug zu den von ihr angezweifelten 

Herkunftsangaben des Beschwerdeführers – auch den Sachverhalt nicht 

vollständig respektive nicht richtig abgeklärt, weil sie sich bei der Auswer-

tung seiner Aussagen nicht an den gemäss COI geltenden Standards ori-

entiert habe.  

 

II.  

D.  

D.a Im Auftrag des SEM führte die Fachstelle Lingua am 11. Juli 2017 ein 

rund 60-minütiges Telefongespräch mit dem Beschwerdeführer durch. Ge-

stützt darauf erstellten zwei sachverständige Personen am 11. und 14. De-

zember 2017 je ein schriftliches Gutachten betreffend die linguistische Ei-

genart der Sprechweise des Beschwerdeführers und betreffend seine lan-

deskundlich-kulturellen Kenntnisse (sogenannte "Lingua-Analyse"). Aus 

beiden Gutachten geht hervor, dass der Beschwerdeführer nach Einschät-

zung der sachverständigen Personen sehr wahrscheinlich nicht aus dem 

Autonomen Gebiet Tibet und eindeutig nicht aus dem Kreis D._______, 

Gebiet E._______, sondern sehr wahrscheinlich aus einer exiltibetischen 

Gemeinschaft ausserhalb der Volksrepublik China stammt. 

D.b Am 2. März 2018 wurden dem Beschwerdeführer seitens des SEM der 

Werdegang und die Qualifikation der mit den Lingua-Analysen betrauten 

Personen offengelegt und diesbezüglich das rechtliche Gehör gewährt. Die 

Gutachten als solche wurden ihm aufgrund von Geheimhaltungsinteressen 

im Sinne von Art. 27 Abs. 1 VwVG zwar nicht offengelegt. Indessen wurde 

E-2477/2018 

 

ihm der wesentliche Inhalt der Untersuchungen zur Kenntnis gebracht und 

ihm Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äussern.  

Er wurde zunächst damit konfrontiert, dass er zur administrativen Eintei-

lung seiner behaupteten Heimatregion zahlreiche Falschangaben gemacht 

und wichtige geografische Gegebenheiten unerwähnt gelassen habe. Auch 

habe er zwei namhafte Klöster in seiner behaupteten Heimatregion nicht 

genannt, wobei seine Angaben zum religiösen Leben gesamthaft betrach-

tet ohnehin unzureichend ausgefallen seien. Ferner verfüge er nicht über 

tiefgreifendes Wissen in den Bereichen Landwirtschaft und Viehzucht, und 

habe über die Gattung seiner Tiere, deren Anzahl und deren Geschlecht 

nicht genau Bescheid gewusst, was für einen Landwirt und Viehzüchter 

doch sehr erstaune. Beispielsweise würden Schafe, wie von ihm angege-

ben, nicht dreimal pro Jahr geschoren. Dazu führte der Beschwerdeführer 

anlässlich des rechtlichen Gehörs aus, dass er die Schafe je nach gesund-

heitlicher Verfassung zwei- oder dreimal pro Jahr geschoren habe. Schafe, 

denen es nicht so gut gehe, verlören ihr Haar manchmal einfach von selbst, 

weshalb sie nur zweimal im Jahr geschoren werden könnten. Des Weiteren 

wurde der Beschwerdeführer damit konfrontiert, dass es nicht einleuchte, 

weshalb er als Nomade nicht gewusst habe, welche Yak-Haare zum Anfer-

tigen von Nomadenzelten verwendet würden. Seine Preisanagaben für 

Fleisch und Butter seien zwar realistisch gewesen, die Währungsbezeich-

nung „Jagor“ werde aber hauptsächlich ausserhalb von China verwendet. 

Dazu machte der Beschwerdeführer anlässlich des rechtlichen Gehörs gel-

tend, er habe nicht „Jagor“, sondern „Gyakhor“ gesagt. Überdies wurde er 

darüber in Kenntnis gesetzt, dass er unzureichende Angaben zum Schul-

wesen gemacht habe, was angesichts dessen, dass grundlegende Infor-

mationen zum Schulwesen in Tibet allgemein bekannt seien, nicht erklär-

bar sei. Auch seine Ausführungen zum Personalausweis seien nur teil-

weise korrekt gewesen. Im Übrigen habe er nicht gewusst, wie man den 

Dorfvorsteher in der Region von D._______ nenne.   

Neben der Auswertung seines landeskundlich-kulturellen Wissens wurde 

der Beschwerdeführer mit der Analyse seiner Sprechweise konfrontiert. 

Diese entspreche nicht einer Person, die mehr als 30 Jahre in D._______ 

verbracht habe. Vielmehr weise sie Merkmale auf, die auf eine starke Prä-

gung ausserhalb Tibets hinweisen würden. Dem entgegnete der Be-

schwerdeführer anlässlich des rechtlichen Gehörs, dass manchmal sogar 

innerhalb eines Bezirks oder Dorfs unterschiedliches Tibetisch gesprochen 

werde, das für andere Tibeter in der Region kaum verständlich sei.  

E-2477/2018 

 

E.  

E.a Mit Verfügung vom 27. März 2018 – eröffnet am 29. März 2018 – wies 

das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers erneut ab und ordnete 

die Wegweisung sowie den Vollzug an, wobei es den Vollzug in die Volks-

republik China ausschloss.  

E.b Zur Begründung führte es aus, dass die Vorbringen des Beschwerde-

führers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG 

nicht standhielten. Zunächst verwies es im Detail auf die Ergebnisse der 

beiden Lingua-Analysen und hielt zusammenfassend fest, dass der Be-

schwerdeführer zwar einige landeskundlich-kulturelle Kenntnisse zur an-

gegebenen Heimatregion habe nachweisen können, es sich dabei aber 

auch um erlerntes Wissen handeln könne und sich vor dem Hintergrund 

seiner Biografie und seines Alters einige unerklärbare Lücken und Unstim-

migkeiten gefunden hätten. Seine Sprache weise gemäss den beiden Ex-

perten ferner auf allen Analyseebenen keine Gemeinsamkeiten mit dem 

D._______-Dialekt – der in der angegebenen Heimatregion des Beschwer-

deführers gesprochen werde – auf. Insbesondere verwende er aktive For-

men, die im Innertibetischen ungrammatisch seien, was ein starker Hinweis 

für eine stärkere sprachliche Prägung ausserhalb von Tibet sei. Sodann 

verfüge er auch über keine nennenswerten Kenntnisse des Chinesischen, 

was nicht den Erwartungen an eine Person mit seinem Profil entspreche. 

Diesen Ergebnissen der beiden Lingua-Analysen habe er anlässlich des 

ihm dazu gewährten rechtlichen Gehörs nichts Substantiiertes entgegen-

zusetzen vermocht. Folglich sei davon auszugehen, dass er nicht von sei-

ner Geburt bis im Sommer 2014 in dem von ihm geltend gemachten Hei-

matort gelebt habe. Die Herkunft aus der Autonomen Region Tibet und da-

mit aus der Volksrepublik China könne ihm somit nicht geglaubt werden.  

Bezeichnenderweise habe er bis zum Abschluss des vorinstanzlichen Ver-

fahrens auch keine Ausweispapiere zum Beleg seiner geltend gemachten 

Identität zu den Akten gereicht. Seine Erklärung, wonach er seine Identi-

tätskarte dem Schlepper in Nepal ausgehändigt habe, sei ein Standardvor-

bringen und weise darauf hin, dass er seine Identität zu verschleiern ver-

suche. Nicht glaubhaft sei auch seine Behauptung, er verfüge in seinem 

angeblichen Heimatstaat nicht einmal über eine Kontaktadresse.  

Weiter seien seine Asylgründe unglaubhaft, da seine Ausführungen hierzu 

ausnahmslos oberflächlich seien und an keiner Stelle den Eindruck hinter-

liessen, dass seine diesbezüglichen Schilderungen auf persönlich Erleb-

tem fussten. Des Weiteren habe er auch nicht nachvollziehbar erklären 

E-2477/2018 

 

können, was ihn dazu bewogen habe, Bilder des Dalai Lama an die Be-

wohner seines Dorfes zu verteilen. Seine pauschale Antwort, die Bilder hät-

ten sich bereits zwei Monate in seinem Besitz befunden, weshalb er ge-

dacht habe, sie am Geburtstag des Dalai Lama zu verteilen, vermöge an-

gesichts des Risikos, dass er damit eingegangen sei, nicht zu überzeugen. 

Äusserst plakativ habe zudem seine Darstellung gewirkt, seine Mutter habe 

am Tag nach der Verhaftung seines Freundes zufällig dessen Mutter beim 

Kloster getroffen und von dessen Verhaftung erfahren. Seine Aussagen 

zum Zeitpunkt, in dem er von zuhause nach Nepal aufgebrochen sei, seien 

ferner widersprüchlich ausgefallen. In der BzP habe er dargelegt, dass er 

sein Heimatdorf am Abend verlassen habe und zur Hauptstrasse mar-

schiert sei. Später habe er angeführt, eineinhalb Stunden, nachdem seine 

Mutter vom Kloster zurückgekehrt sei, das Haus verlassen zu haben. In 

der Anhörung habe er indes behauptet, dass seine Mutter zwischen 11 und 

12 Uhr mittags zurückgekehrt sei, was sich nicht mit seinen Angaben in der 

BzP, am Abend die Abreise angetreten zu haben, vereinbaren lasse. Auch 

seine überstürzte Ausreise sei höchst realitätsfremd. Insbesondere wäre 

wohl zu erwarten gewesen, dass er sich erst einmal an einen sicheren Ort 

in seinem Heimatstaat begeben hätte, um abzuwarten, wie sich die Situa-

tion weiter entwickle. Seine Schilderungen, am (…) 2008 anlässlich einer 

Demonstration fünf Tage lang festgenommen und misshandelt worden zu 

sein, seien ebenfalls nicht überzeugend ausgefallen. Seine Angaben zu 

seiner Festnahme, zur Haftzeit sowie zu den Misshandlungen wirkten pau-

schal und erweckten an keiner Stelle den Anschein, dass er das Vorge-

brachte tatsächlich persönlich erlebt habe. Er habe auch nicht glaubhaft 

begründen können, weshalb er am genannten Ort demonstriert und re-

gimefeindliche Parolen gerufen habe. Dass er den Wunsch gehegt habe, 

irgendwann einmal den Dalai Lama zu sehen und er die Demonstration als 

eine gute Gelegenheit erachtet habe, mit Gleichgesinnten etwas gegen die 

Chinesen zu tun, überzeuge nicht. Angesichts des eingegangenen Risikos, 

dabei erwischt und gebüsst zu werden, wäre eine differenzierte Auseinan-

dersetzung mit seinen Beweggründen zu erwarten gewesen. Des Weiteren 

habe er die in seiner Haft erlittenen Misshandlungen in der BzP mit keinem 

Wort erwähnt, weshalb sie in der Anhörung als nachgeschoben qualifiziert 

werden müssten, da es sich dabei um einschneidende und prägende Er-

lebnisse handle, welche in der Regel bereits in der ersten Befragung zu-

mindest ansatzweise erwähnt würden. 

Schliesslich hielten auch seine Aussagen zur angeblichen illegalen Aus-

reise nach Nepal einer Glaubhaftigkeitsprüfung nicht stand. Seine über-

stürzte Flucht sei als realitätsfremd zu werten, und es widerspreche der 

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allgemeinen Erfahrung, dass es möglich gewesen wäre, seine Ausreise in-

nert so kurzer Zeit zu organisieren. Seine Ausführungen zum weiteren Rei-

seweg von Nepal bis in die Schweiz seien ausgesprochen vage gewesen, 

habe er doch weder seine Flugdestination noch den Namen der Flugge-

sellschaft, mit der er geflogen sei, gewusst.  

E.c Insgesamt sei es dem Beschwerdeführer damit nicht gelungen, seine 

Herkunft aus der Volksrepublik China und seine Asylgründe glaubhaft dar-

zulegen. Vielmehr sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu-

gehen, dass er vor seiner Ankunft in der Schweiz in der exilpolitischen 

Diaspora gelebt habe. Da er aber keine konkreten, glaubhaften Hinweise 

auf einen längeren Aufenthalt in einem Drittstaat geliefert habe, komme 

das SEM – mit Verweis auf BVGE 2014/12 – zum Schluss, dass keine 

flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr 

an den bisherigen Aufenthaltsort bestünden. Folglich sei der Wegwei-

sungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich, solange der Vollzug in die 

Volksrepublik China ausgeschlossen sei.     

F.  

F.a Mit Eingabe vom 27. April 2018 (Poststempel) erhob der Beschwerde-

führer gegen die Verfügung des SEM vom 27. März 2018 beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde und beantragte, der vorinstanzliche Ent-

scheid sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen 

und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei er wegen Unzulässigkeit, sub-

eventualiter wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der 

Schweiz vorläufig aufzunehmen, subsubeventualiter sei die Sache zwecks 

Vornahme eines neuen Herkunftsgesprächs ans SEM zurückzuweisen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er darum, es sei ihm die unentgelt-

liche Rechtspflege, inklusive Verbeiständung, zu gewähren und auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten.  

F.b Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er 

sei sich beim Telefoninterview nicht bewusst gewesen, wie wichtig dieses 

Gespräch für sein Asylverfahren sei. Während des Interviews habe er sich 

nicht immer gut konzentrieren können, weil er sich gestresst gefühlt habe. 

Das Interview sei schon lange her, weshalb er sich nicht mehr an alle Fra-

gen erinnern könne. Bevor das Bundesverwaltungsgericht über seinen Fall 

urteile, würde er das Gespräch gerne anhören, um sich detailliert dazu äus-

sern zu können.  

E-2477/2018 

 

Bezüglich der Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, welche die 

Herkunftsangaben des Beschwerdeführers betreffen, hielt er in Ergänzung 

zu seinen bisherigen Ausführungen fest, dass seine Kenntnisse über die 

administrativen Einheiten in seiner Heimatregion schlecht seien, weil er nie 

zur Schule gegangen sei und ihm diese somit nie offiziell beigebracht wor-

den seien. Er habe gehört, dass dies auch bei anderen Tibeterinnen und 

Tibetern, die die Schule nicht besucht hätten, oft vorkomme. Für die Ort-

schaften habe er die Bezeichnungen übernommen, die sein Umfeld, das 

aus einfachen Leuten bestanden und Verwaltungseinheiten keine grosse 

Bedeutung beigemessen habe, auch gebraucht habe. Sodann sei er nicht 

gereist, weshalb er die Umgebung nicht detailliert kenne. Sein Bildungsni-

veau und sein sozialer Hintergrund hätten einen Einfluss auf seine Kennt-

nisse über die administrativen Einheiten. Dies sei beim Entscheid über sein 

Asylgesuch zu berücksichtigen. Dass er nicht alle Klöster kenne, liege da-

ran, dass er sich meist auf dem Land und nicht im Dorf aufgehalten habe. 

Dass er nicht viel über Landwirtschaft wisse, treffe überdies nicht zu. So 

habe er die Sachen, die für ihn im Alltag wichtig gewesen seien, korrekt 

angeben können, wie das SEM selbst habe eingestehen müssen. Die 

Schafe in Tibet würden ferner abhängig vom Ort, vom Bauer und vom Tier 

unterschiedlich oft geschoren. Auch sei es nicht unüblich, dass ein Hirte 

die genaue Anzahl seiner Tiere nicht kenne, wenn seine Herde gross sei. 

Sodann betonte der Beschwerdeführer, dass sie alle Haare der Yaks be-

nutzt hätten, um damit Zelte herzustellen; es möge sein, dass dies nicht für 

alle Nomaden gleich sei. Bezüglich des Personalausweises habe er mehr-

heitlich korrekte Angaben gemacht. Zudem sei es beim Telefoninterview 

offenbar zu einem Missverständnis gekommen. Die Beamten kämen ins 

Dorf, jedoch nicht zu den Antragstellern nach Hause, um diese zu fotogra-

fieren. Die von ihm verwendete Bezeichnung für den Dorfvorsteher sei in 

seinem Heimatort zudem üblich. Die Experten würden sie wohl nicht ken-

nen, weil sie nicht aus seinem Dorf stammten. Wie der beigelegte Aus-

schnitt aus der Zeitung „(…)“ bezüglich des Namens eines Berges zeige, 

gebe es auch in der Schweiz zum Teil verschiedene Bezeichnungen für ein 

und dieselbe Sache. Zu seiner Sprechweise hielt der Beschwerdeführer 

fest, dass er anlässlich des Telefoninterviews aufgefordert worden sei, sei-

nen Dialekt zu sprechen. Er habe so geredet, wie gesprochen werde, wo 

er gewohnt habe, aber nicht so wie in seiner Familie gesprochen worden 

sei, weil er gedacht habe, dass ihn die Person am Telefon dann sowieso 

nicht verstehe. Er habe der Beschwerde eine Hörprobe beigelegt, der zu 

entnehmen sei, wie er in seiner Familie gesprochen habe. In diesem Zu-

sammenhang ersuchte er darum, die Verfügung aufzuheben und ans SEM 

zurückzuweisen, damit ein neues Herkunftsgespräch durchgeführt werden 

E-2477/2018 

 

könne, wo er so spreche, wie er in seiner Familie jeweils gesprochen habe. 

Wie er von anderen Tibeterinnen und Tibetern in der Schweiz wisse, seien 

die Expertinnen und Experten der Fachstelle Lingua teilweise in Europa 

aufgewachsen. Wie diese Personen in der Lage sein sollten, seine Her-

kunft abschliessend zu beurteilen, sei ihm nicht klar. So treffe es nicht zu, 

dass er aktive Formen verwende; er wisse gar nicht, wie dies gehe. Auch 

sei es schwierig, über das Telefon eine Sprachanalyse zu machen, insbe-

sondere deshalb, weil er eher undeutlich spreche. Schliesslich treffe es zu, 

dass er der chinesischen Sprache nicht mächtig sei. Dies sei aber vor dem 

Hintergrund seiner Biographie als Hirte aus einem kleinen Dorf, der nie zur 

Schule gegangen sei, nichts Aussergewöhnliches.  

Zu seinen Asylgründen trug er vor, dass er nicht verstehen könne, weshalb 

das SEM der Ansicht sei, es handle sich bei den von ihm erlebten Dingen 

um Standardvorbringen. Die Tatsache, dass viele Tibeterinnen und Tibeter 

Ähnliches erlebt hätten, zeige, dass sie in ihrer Heimat wirklich in Gefahr 

seien. Es sei für sie alle verboten, Bilder des Dalai Lama zu besitzen und 

weiterzugeben. Der Geburtstag des Dalai Lama sei für ihn ein guter Anlass 

dafür gewesen, den Leuten eine Freude zu machen. Es bedeute den Tibe-

terinnen und Tibetern viel, ein Bild des Dalai Lama zu besitzen. Das Risiko 

der Demonstration sei er eingegangen, weil dies eine der wenigen Gele-

genheiten war, um etwas gegen die chinesische Herrschaft zu tun. Entge-

gen der Ansicht des SEM habe er seine Festnahme, die Haftzeit und die 

Misshandlungen im Rahmen der vertieften Anhörung sehr detailliert ge-

schildert. Bei der BzP habe er diese Ereignisse nicht erwähnt, da ihm ge-

sagt worden sei, dass nur wenig Zeit zur Verfügung stehe und er sich kurz 

fassen solle, da bei der Anhörung nochmals die Möglichkeit bestehe, sich 

detailliert zu den Asylgründen zu äussern. Überdies sei seine sofortige 

Ausreise nicht realitätsfremd, zumal keine Zeit zu Vorbereitungen bleibe, 

wenn man in grosser Gefahr sei. Er sei sich bewusst gewesen, dass er der 

nächste hätte sein können, der verhaftet wird. Er habe nicht weggehen, 

sondern sich zunächst irgendwo verstecken wollen. Aber seine Ehefrau 

und seine Mutter hätten darauf bestanden, dass er angesichts der grossen 

Gefahr direkt ausreise. Er habe seine Flucht denn auch genau beschreiben 

können, wie aus dem Protokoll ersichtlich sei.  

F.c Zur Untermauerung seiner Beschwerde legte der Beschwerdeführer 

die nachfolgenden Unterlagen ins Recht: eine Fürsorgebestätigung vom 

12. April 2018; ein Schreiben seiner Deutschlehrerin vom 25. April 2018, 

dem im Wesentlichen zu entnehmen ist, dass er eine schlechte Diktion 

E-2477/2018 

 

habe, weshalb man ihn des Öfteren nicht verstehe; eine Liste von Unter-

schriften seiner Bekannten in (…), die sich damit für seinen Verbleib in der 

Schweiz einsetzen; den in der Beschwerdeschrift erwähnten USB-Stick mit 

einer Hörprobe seiner Sprechweise sowie den in der Beschwerdeschrift 

erwähnten Ausschnitt aus der Zeitung „(…)“ vom 13. April 2018, in dem ein 

Artikel abgedruckt ist, aus dem hervorgeht, dass der Schweizer Berg 

„H._______“ von der lokalen Bevölkerung auch „I._______“ genannt wird.   

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. Mai 2018 hielt das Bundesverwaltungsge-

richt fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten könne.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Mai 2018 gewährte das Bundesverwal-

tungsgericht dem Beschwerdeführer Gelegenheit, die Aufzeichnungen des 

Telefongesprächs vom 11. Juli 2017 anzuhören, wobei er dazu mit dem 

SEM einen Termin vereinbaren müsse, da er sich zum Zweck der Anhörung 

der Gesprächsaufzeichnungen in die Räumlichkeiten des SEM zu begeben 

habe. Mit Bezug zur Akteneinsicht in die Aufzeichnungen des Gesprächs 

vom 11. Juli 2017 sowie mit Bezug zum Hintergrund des ins Recht gelegten 

Auszugs aus der Zeitung „(…)“ vom 13. April 2018 gewährte das Gericht 

dem Beschwerdeführer – unter Androhung, das Verfahren bei unbenutzter 

Frist aufgrund der aktuellen Aktenlage fortzuführen – Gelegenheit, eine Be-

schwerdeergänzung einzureichen. Schliesslich hielt das Gericht fest, dass 

über den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und über die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, inklusive Verbeiständung, 

zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde.  

I.  

Mit Eingabe vom 6. Juni 2018 nahm der Beschwerdeführer die Gelegenheit 

zur Beschwerdeergänzung wahr und führte darin im Wesentlichen aus, 

dass er seiner Rechtsmitteleingabe den Ausschnitt aus der Zeitung „(…)“ 

vom 13. April 2018 beigelegt habe, da darin von einem Berg im [Region in 

der Schweiz] gesprochen werde, für den in der Region verschiedene Be-

zeichnungen geläufig seien. Folglich sei es durchaus möglich, dass in sei-

ner Heimatregion für Dorfvorsteher ein anderer Begriff verwendet werde, 

als jener, der den Lingua-Experten bekannt sei. Ferner ersuchte der Be-

schwerdeführer darum, zu berücksichtigen, dass bei ihm im Jahr 2016 

[Krankheit] diagnostiziert worden sei und er daraufhin starke Medikamente 

habe einnehmen müssen, welche Auswirkungen auf seine Erinnerung und 

E-2477/2018 

 

Konzentrationsfähigkeit gehabt hätten. In Ergänzung zu seinen bisherigen 

Vorbringen betreffend das Lingua-Interview trug der Beschwerdeführer 

massgeblich vor, dass er keine Schulbildung habe und damit kein Chine-

sisch und nur einfachstes Schrifttibetisch beherrsche, weshalb es möglich 

sei, dass es anlässlich des Telefoninterviews zu Missverständnissen ge-

kommen sei. Die Fragen zu seinem Leben als Nomade seien zudem sehr 

spitzfindig gewesen. Er aber habe darauf stets sehr präzise geantwortet. 

Auch habe er genügende Gebietskenntnisse vorweisen können. Die Fra-

gen zum Familienbüchlein und zu seiner Identitätskarte habe er so gut wie 

möglich beantwortet. Er habe diese Dokumente in seinem Heimatdorf aber 

nur sehr selten in die Hand genommen. Auch die Fragen zum Dorfvorste-

her und der lokalen Polizei habe er korrekt beantwortet. Bezüglich seiner 

Sprechweise führte er aus, es könne sein, dass ihn die Übersetzerin beim 

Interview nicht klar verstanden habe, weil sie seinen Dialekt nicht gut ver-

stehe und weil er undeutlich spreche. Zusammen mit der Eingabe vom 

6. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Abschrift des Telefoninter-

views vom 11. Juli 2017 ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin 

einzutreten. 

E-2477/2018 

 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche Beschwerde. Gestützt auf 

Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech-

sels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 

wenn sie in ihrem Heimatstaat oder in einem Land, in dem sie zuletzt 

wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 

bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 

ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen 

Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten nament-

lich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die 

einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genü-

gend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht 

in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wider-

sprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tat-

sachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Entscheidend ist, 

ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für 

die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der asylsuchenden Person 

sprechen, überwiegen oder nicht (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.6, EMARK 2004 

Nr. 1 E. 5 S. 4 ff., m.w.H.). 

5.  

Im unter BVGE 2014/12 publizierten Urteil vom 20. Mai 2014 präzisierte 

das Bundesverwaltungsgericht seine Praxis gemäss EMARK 2005 Nr. 1 

E-2477/2018 

 

dahingehend, dass bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Her-

kunft verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszuge-

hen ist, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe ge-

gen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestehen; denn die 

Abklärungspflicht der Asylbehörden findet ihre Grenze an der Mitwirkungs-

pflicht der asylsuchenden Person. Für asylsuchende Personen tibetischer 

Ethnie, welche unglaubhafte Angaben über ihren angeblichen Sozialisie-

rungsraum in China machen und vermutungsweise im Exil, vorab in Indien 

oder Nepal, gelebt haben, bestehen grundsätzlich folgende mögliche 

Konstellationen bezüglich der Staatsangehörigkeit: 

a. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit ohne Aufenthaltsbewilli-

gung in Nepal oder Indien (blosse Duldung im betreffenden Drittstaat); 

b. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit mit entsprechender Auf-

enthaltsbewilligung im Drittstaat Nepal oder Indien; 

c. Besitz der Staatsangehörigkeit von Nepal oder Indien (mit dem damit 

einhergehenden Verlust der chinesischen Staatsangehörigkeit). 

Daraus ergibt sich folgendes Prüfschema: Besitzt die betreffende Person 

die chinesische Staatsangehörigkeit und verfügt sie gleichzeitig über eine 

Aufenthaltsberechtigung im Drittstaat Nepal oder Indien (Konstellation b) 

oder wird die Person im betreffenden Drittstaat zumindest gelduldet (Kons-

tellation a), wäre eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG durch die Asylbehörden möglich, vorausge-

setzt die asylsuchende Person legt den schweizerischen Behörden alle 

Fakten im Verfahren dar. Bei der Konstellation b dürften im Regelfall die 

Voraussetzungen der Drittstaatenregelung gegeben sein. Hat die asylsu-

chende Person die Staatsangehörigkeit von Nepal oder Indien erlangt 

(Konstellation c), besitzt sie die chinesische Staatsangehörigkeit nicht res-

pektive nicht mehr, da sie gemäss chinesischer Rechtslage durch den Er-

werb einer anderen Staatsbürgerschaft die chinesische Nationalität ver-

liert. Diesfalls wäre die Flüchtlingseigenschaft in Bezug auf Nepal bezie-

hungsweise Indien zu prüfen. Vermutungsweise gilt, dass die asylsu-

chende Person im Land ihrer (neu erlangten) Staatsangehörigkeit keine 

asylrelevante Gefährdung zu befürchten hat, wenn sie keine entsprechen-

den Vorbringen glaubhaft vorträgt (BVGE 2014/12 E. 5.8). Zusammenfas-

send wurde demnach festgestellt, dass für Angehörige der tibetischen Eth-

nie sowohl in Nepal als auch in Indien die Möglichkeit besteht, unter gewis-

sen Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten beziehungs-

weise dass es unter engen Voraussetzungen auch möglich ist, die entspre-

chende Staatsangehörigkeit zu erwerben, womit infolge Erwerbs einer 

E-2477/2018 

 

neuen die chinesische Staatsangehörigkeit untergeht. Allerdings muss da-

von ausgegangen werden, dass die in Nepal und Indien lebenden Exil-Ti-

beterinnen und -Tibeter grösstenteils keine neue Staatsangehörigkeit er-

worben haben und nach wie vor chinesische Staatsangehörige sind.  

Verunmöglicht eine tibetische asylsuchende Person durch die Verletzung 

ihrer Mitwirkungspflicht allerdings die Abklärung, welchen effektiven Status 

sie in Nepal respektive in Indien innehat, kann keine Drittstaatenabklärung 

im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Im Übrigen wird durch 

die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft auch die Prü-

fung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr 

effektives Heimatland verunmöglicht (BVGE 2014/12 E. 5.9 f.).  

6.  

6.1 Aufgrund der vorliegenden Aktenlage besteht Grund zur Annahme, 

dass der Beschwerdeführer seine wahre Herkunft zu verschleiern versucht 

und ihm damit nicht geglaubt werden kann, dass er in der Präfektur 

E._______, Provinz F._______, und somit in der Volksrepublik China seine 

Hauptsozialisation erfahren hat. 

6.2 Der vorliegend angefochtenen Verfügung des SEM liegen Lingua-Gut-

achten von zwei verschiedenen fachkundigen Personen zugrunde. Beide 

Experten kamen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer eindeutig nicht 

aus dem Kreis D._______, Gebiet E._______, sondern sehr wahrschein-

lich aus einer exiltibetischen Gemeinschaft ausserhalb der Volksrepublik 

China stamme. Gemäss den Werdegängen der sachverständigen Perso-

nen, die dem Beschwerdeführer offengelegt wurden, sind ihre Qualifikatio-

nen – entgegen der vom Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe 

geäusserten Zweifel – nicht zu beanstanden. Sodann sind die beiden Ex-

pertisen fundiert und die daraus resultierenden Gutachten nachvollziehbar 

und schlüssig begründet. Auch wenn der Beschwerdeführer einige landes-

kundlich-kulturellen Kenntnisse zur angegebenen Heimatregion nachwei-

sen konnte, erscheint es auffällig, dass sein Wissen über das dortige Leben 

als Nomade und Hirte – das er bis zu seiner Ausreise in die Schweiz geführt 

haben will – in beiden Gutachten für unzureichend befunden wurde. Seine 

im Laufe des Verfahrens dagegen vorgebrachten Argumente vermögen 

diese Schlussfolgerung nicht umzustossen. Ferner sind sich die beiden Ex-

perten darin einig, dass seine Sprechweise grundsätzlich keinerlei Merk-

male des D._______-Dialekts, der in der von ihm behaupteten Heimatre-

gion gesprochen wird, aufweise. Sein geltend gemachter dreijähriger Auf-

enthalt in Nepal und der Schweiz und eine mögliche Anpassung seiner 

E-2477/2018 

 

Sprechweise an die Interviewerin vermöchten die geringen Gemeinsam-

keiten mit dem D._______-Dialekt sowie den Gebrauch von Formen, die 

im Innertibetischen ungrammatisch seien, und von Ausdrücken, die in Tibet 

nicht verwendet würden, nicht zu erklären und wiesen vielmehr auf einen 

Spracherwerb ausserhalb Tibets hin. Auch überzeugt es nicht, dass die 

Sprechweise in der Familie des Beschwerdeführers derart anders gewe-

sen sein soll, als der in seinem Dorf gebräuchliche und gemäss seinen 

eigenen Angaben von ihm beim Telefoninterview verwendete Dialekt. So 

ist in beiden Lingua-Gutachten vermerkt, dass seine Mutter und sein Vater 

ebenfalls aus B._______ stammten. Ohnehin weist wohl auch der im be-

haupteten Heimatdorf des Beschwerdeführers geläufige Dialekt Merkmale 

des in der Region verbreiteten D._______-Dialekts auf, selbst wenn der 

Sprachgebrauch in jedem Dorf ein wenig anders sein sollte. Dass der Be-

schwerdeführer wegen seiner undeutlichen Sprechweise nicht richtig ver-

standen worden wäre, geht aus den Lingua-Gutachten ferner nicht hervor. 

Vielmehr hielten beide Experten ausdrücklich fest, dass die Qualität des 

Gesprächs und die Verständigung zwischen der Interviewerin und dem Be-

schwerdeführer gut waren. Sodann ist beiden Experten zuzustimmen, dass 

die vom Beschwerdeführer bereits beim Telefoninterview angesprochenen, 

medikamentös bedingten Gedächtnisprobleme kaum einen Einfluss auf 

seine Sprechweise gehabt haben dürften.   

6.3 Nach dem Gesagten kann dem Beschwerdeführer somit nicht geglaubt 

werden, dass er in der Präfektur E._______, Provinz F._______, Tibet, 

seine Hauptsozialisation erfahren hat. Daran vermögen auch die einge-

reichten Beweismittel nichts zu ändern. Grundsätzlich ist damit auch sei-

nen Vorfluchtvorbringen die Grundlage entzogen. Im Übrigen sind diese 

auch unglaubhaft ausgefallen. Diesbezüglich kann in erster Linie auf die 

Argumentation in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. 

Bst. E). Insbesondere überzeugt es nicht, dass der Beschwerdeführer und 

sein Freund die wenigen Bilder, die sie vom Dalai Lama hatten, nicht nur 

ihren nächsten Verwandten und Bekannten verteilten, sondern das Risiko 

eingingen, sie irgendwelchen Nachbarn abzugeben. Auch erstaunt es, 

dass der Beschwerdeführer mit Sicherheit darüber Bescheid zu wissen 

schien, dass der Nachbar Beziehungen zu den Chinesen unterhalten und 

seinen Freund verraten habe. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb die chi-

nesischen Behörden ihre Verbindungsperson bei der Verhaftung des 

Freundes hätten enttarnen sollen. Woher die Mutter des Freundes schon 

am Morgen nach dessen Festnahme sonst vom Verrat und der Identität 

des Verräters erfahren haben sollte, ist nicht ersichtlich. Zudem erscheint 

die Ausreise des Beschwerdeführers eineinhalb Stunden, nachdem er von 

E-2477/2018 

 

seiner Mutter von der Festnahme seines Freundes erfahren hatte, vor dem 

Hintergrund des Umstandes, dass er eine mehrere hundert Kilometer lange 

Reise auf einem ihm unbekannten Weg und in weiten Teilen zu Fuss vor 

sich hatte, tatsächlich ein wenig überstürzt. Auch das Vorbringen, er habe 

in Dram innerhalb eines Tages einen Schlepper gefunden, der ihn mit ei-

nem Seil über den Fluss nach Nepal geschleust habe, überzeugt nicht. Der 

Vorfall im Jahr 2008 ist insofern nicht asylrelevant, weil keine zeitliche Kau-

salität zur Flucht besteht. Schliesslich hat der Beschwerdeführer auch kei-

nerlei Identitätspapiere eingereicht. Dass er seine chinesische Identitäts-

karte in Nepal leichtfertig dem Schlepper abgegeben habe, statt sie gut zu 

verstecken, ist wenig nachvollziehbar, weil diese auf seiner weiteren Flucht 

nach Europa ein wesentliches Beweismittel für seine Herkunft aus Tibet 

und damit für seine Flüchtlingseigenschaft gewesen wäre.  

6.4 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ankunft in der Schweiz 

nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exil-tibetischen Diaspora 

gelebt hat. Namhafte exil-tibetische Gemeinschaften gibt es – nebst der 

Schweiz und Nordamerika – lediglich in Indien und Nepal. Es ist somit im 

Sinne einer Vermutung anzunehmen, dass der Beschwerdeführer in Indien 

oder Nepal aufgewachsen ist respektive dort gelebt hat. Folglich wäre 

grundsätzlich zu prüfen, ob er über die chinesische Staatsangehörigkeit 

verfügt, was eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von Art. 31a 

Abs. 1 AsylG mit sich bringen würde, oder ob er die indische oder nepale-

sische Staatsangehörigkeit erworben hat, was zur Folge hätte, dass das 

Vorliegen einer asylrelevanten Gefährdung hinsichtlich eines jener Staaten 

zu prüfen wäre. Das Gericht ist indes wie das SEM der Auffassung, dass 

der Beschwerdeführer seine Mitwirkungspflicht in nicht entschuldbarer 

Weise verletzt hat und dadurch den Behörden nähere Abklärungen – die 

Abklärungspflicht der Asylbehörden findet, wie bereits festgehalten, ihre 

Grenze bei der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person – sowie eine 

Rückschaffung in seinen tatsächlichen Heimatstaat verunmöglicht. Der Be-

schwerdeführer hat die Folgen dieses Verhaltens zu tragen (vgl. BVGE 

2014/12 E. 5.10). 

6.5 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass zwar davon auszu-

gehen ist, dass der Beschwerdeführer tibetischer Ethnie ist. Jedoch ent-

behren seine geltend gemachten Vorbringen hinsichtlich des Ortes seiner 

hauptsächlichen Sozialisation und seine Asylvorbringen insgesamt der 

Glaubhaftigkeit. Folglich ist es ihm nicht gelungen, für den Zeitpunkt seiner 

Ausreise eine asylrechtlich relevante Verfolgung, die er in seiner Heimat 

E-2477/2018 

 

erlitten hat oder in begründeter Weise zukünftig befürchten müsste, aufzu-

zeigen oder glaubhaft zu machen. Der Beschwerdeführer vermag weder 

die Flüchtlingseigenschaft im Zeitpunkt seiner Ausreise noch subjektive 

Nachfluchtgründe nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. 

Das SEM hat somit zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und 

sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt.  

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 

Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; 

vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

8.   

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvollzugs 

sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, die Untersuchungspflicht findet 

aber, wie bereits vorstehend ausgeführt, ihre Grenzen an der Mitwirkungs-

pflicht des Beschwerdeführers. Es ist nicht Sache der Behörden, bei feh-

lenden Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in hy-

pothetischen Herkunftsländern zu forschen. Der Beschwerdeführer hat die 

Folgen seiner fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, als seitens der 

Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es spreche nichts ge-

gen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da dieser den Behör-

den unbekannt ist und der Beschwerdeführer damit keine konkreten, 

glaubhaften Hinweise geliefert hat, die gegen eine Rückkehr dorthin spre-

chen würden.  

In Übereinstimmung mit der Dispositivziffer 5 der angefochtenen Verfügung 

ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass für alle Exil-Tibeterinnen und -Ti-

beter ein Vollzug der Wegweisung nach China im Sinne von Art. 45 Abs. 1 

Bst. d AsylG ausgeschlossen wird, da ihnen dort gegebenenfalls Verfol-

E-2477/2018 

 

gung im flüchtlingsrechtlichen Sinn beziehungsweise eine menschenun-

würdige Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht (BVGE 2014/12 

E. 5.11).  

8.2 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allenfalls 

benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; 

vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist.  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-

lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuwei-

sen. 

10.  

Das mit der Rechtsmitteleingabe gestellte Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege, inklusive Verbeiständung (Art. 65 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 110a AsylG), ist abzuweisen, weil sich die Rechtsbegehren nach 

dem Gesagten als aussichtslos erwiesen haben. Folglich sind die Kosten 

dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2477/2018 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen . 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, inklusive 

Verbeiständung, wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin:  Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Regina Derrer 

 

 

Versand: