# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e48f9f35-a999-5786-9203-827d13649fc3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.11.2008 IV 2007/49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-49_2008-11-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/49

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.05.2020

Entscheiddatum: 25.11.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 25.11.2008
Art. 28 Abs. 2 IVG. Statusfrage: Einstufung als Vollerwerbstätige, 
Prozentvergleich anstatt gemischte Methode. Leidensabzug: 15% 
[Hilfsarbeiterin, nur noch wechselbelastende Arbeiten, kein Heben von 
Gewichten von über fünf kg, täglich zwei Einsätze von zwei bis drei Stunden 
möglich] (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
25. November 2008, IV 2007/49).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 25. November 2008

in Sachen

D.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Felix Schmid, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.   

A.a  D.___, Jahrgang 1954, meldete sich am 18. August 2005 wegen Krankheit bei der 

IV-Stelle an, und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Sie habe von 1995 bis 1997 

im Restaurant A.___ gearbeitet, sei von 1997 bis 1999 arbeitslos gewesen und sei 

seitdem Hausfrau. Als Ausbildung gab sie acht Jahre Grundschule in Serbien an. Seit 

zwei bis drei Jahren habe sie zunehmende Schmerzen im Rücken (beschädigte 

Bandscheibe), in beiden Knien und in den Gelenken, vor allem in den Ellbogen (IV-

act. 1).

A.b Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, nannte im Arztbericht vom 

19. September 2005 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

hypertensive Herzkrankheit, Panvertebralsyndrom, chronische Cephalea, arterielle 

Hypertonie, Chondropathia patella, rechtsseitige Diskushernie L4/5 mit 

Nervenwurzelkompression, Osteochondrose und Spondylarthrose L4/5 mit kleinen 

Spondylophyten, degenerative Bandscheibendehydratation L3/4 mit diskreter 

Protrusion, Spondylophyten Th 11/12 und Hypothyreose. Der Gesundheitszustand sei 

stationär. Gemäss Beiblatt vom 20. Oktober 2005 ist die Versicherte wegen 

komprimierender Diskushernie L5/S1 und Chondropathia patella für Arbeiten 

eingeschränkt, bei denen sie schwere Lasten (über 10 kg) heben, ziehen oder tragen 

muss. Sie könne nicht zu lange sitzen und stehen. Gleichzeitig leide sie an einer 

Stoffwechselstörung/Hyperlipidämie, Übergewicht und arterieller Hypertonie. Aufgrund 

dieser Beschwerden habe sie keine Stelle gesucht. Dr. B.___ bezeichnete es als 

sinnvoll, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten von einem Gutachter beurteilen zu lassen 

(IV-act. 9, 12). Daraufhin gab die IV-Stelle eine medizinische Abklärung in Auftrag (IV-

act. 15). Am 17. März 2006 fand eine Haushaltabklärung vor Ort statt. Gemäss 

Abklärungsbericht vom 29. März 2006 ist die Versicherte im Haushalt zu 55% 

behindert. In gesundem Zustand wäre sie aus finanziellen Gründen zu 100% 

erwerbstätig. Den Haushalt besorge seit geraumer Zeit die erwachsene Tochter (IV-act. 

21). Gemäss Fragebogen für den Arbeitgeber vom 8. Mai 2006 arbeitete die 

Versicherte vom 12. Oktober 2004 bis 19. November 2004 als Raumpflegerin auf Abruf 

bei der C.___ AG. Das Arbeitsverhältnis sei von der Versicherten aufgelöst worden, da 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sie die Arbeit vom Rücken her nicht mehr habe machen können. Im Oktober 2004 habe 

sie netto Fr. 1'463.95 und im November 2004 Fr. 779.25 verdient, wobei der 

Stundenlohn brutto Fr. 18.40 betragen habe (IV-act. 24).

A.c  Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, nannte im Gutachten vom 1. Mai 2006 insbesondere die 

Diagnosen Osteochondrose, Spondylose, Diskushernie, Spinalkanalstenose L4/5; 

Nervenwurzelirritation L5 rechts; Diskushernie L3/4; Spondylarthrose der LWS und 

Femoro-Patellararthrose rechts mehr als links. Die Rückenbeschwerden seien 1996 

nach einem Treppensturz aufgetreten und hätten in der Folge immer etwas 

zugenommen, wobei sie seit anfangs 2005 etwa unverändert seien. Bereits im Jahre 

2002 seien kernspintomographisch degenerative Veränderungen der LWS 

nachgewiesen worden. Diese hätten objektivierbar bis heute zugenommen und es 

bestehe eine erhebliche Einengung des Spinalkanals, was auch mit den angegebenen 

Beschwerden übereinstimme, die nach längerem Verharren in der gleichen Position 

auftreten würden. Zusätzlich habe sich in der Zwischenzeit eine Arthrose der 

Kniescheibengelenke mit den typischen Schmerzen entwickelt. Daneben seien aber 

auch Zeichen für eine Schmerzausweitung vorhanden, deren Ursache nicht dem 

Bewegungsapparat zugeordnet werden könne. Die Ausstrahlung in den linken Arm 

ausgehend vom Kreuz sei nicht erklärbar und die Untersuchung der Schultergelenke 

inkonsistent. Auch seien die Dauerschmerzen mit einer Intensität von 7-8 und einer 

belastungsabhängigen Zunahme trotz Nachweises einer degenerativen Veränderung 

aussergewöhnlich stark. Aufgrund der Diagnosen bezüglich des Bewegungsapparates 

könnten folgende Einschränkungen formuliert werden: Stehen und Gehen seien 

statisch ungünstig und würden zu einer Schmerzzunahme in Folge der Verengung des 

Wirbelkanals führen. Wegen der Abnützungszeichen an der Lendenwirbelsäule sei aber 

auch die Sitzdauer eingeschränkt. Falls Wechselpositionen zwischen Sitzen, Stehen 

und Gehen möglich seien, sei ein Einsatz von zwei und drei Stunden möglich, 

unterbrochen von einer etwa gleich langen Pause. Ausserdem müsse das wiederholte 

Heben von Lasten von über fünf kg unterbleiben. Die Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit habe ab Januar 2005 Gültigkeit. Es sei eher mit einer 

Verschlechterung des Zustands zu rechnen. Die Beurteilung stimme weitgehend mit 

dem Abklärungsbericht Haushalt vom 17. März 2006 überein. Allerdings entstehe der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Eindruck, dass die Versicherte aus medizinischer Sicht nicht dieses hohe Ausmass an 

Mithilfe durch die Tochter benötige (IV-act. 26).

A.d Auf Nachfrage der IV-Stelle hielt Dr. E.___ im Schreiben vom 14. Juli 2006 fest, 

dass der Versicherten die bisherigen Tätigkeiten als Küchenangestellte bzw. 

Raumpflegerin nicht mehr zumutbar seien. Unter Würdigung der Befunde scheine ihm 

die Arbeitsunfähigkeit von 55% bei den Hausarbeiten gemäss Abklärungsbericht vom 

17. März 2006 als sehr hoch. Bei Punkt 2 (Ernährung) sollte vom Bewegungsapparat 

her eine höhere Leistung erwartet werden können, wo auch gut zwischen Sitzen und 

Stehen gewechselt werden könne. Auch bei Punkt 6.5 (Wäsche und Kleiderpflege) 

sollte eine höhere Leistung möglich sein, so dass gesamthaft eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit um 40% resultiere (IV-act. 30).

A.e Mit Vorbescheid vom 17. Oktober 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die 

Abklärungen hätten ergeben, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin einer 

Tätigkeit mit einem Pensum von 50% nachgehen würde und als Hilfsarbeiterin ein 

Jahreseinkommen von Fr. 23'730.- erzielen könnte. Aus ärztlicher Sicht sei ihr die 

Ausübung einer körperlich leichten, wechselbelasteten Tätigkeit während zwei bis drei 

Stunden am Tag zumutbar, sodass sie noch Fr. 13'668.- im Jahr verdienen könnte. In 

der Haushaltstätigkeit sei sie zu maximal 40% eingeschränkt. Insgesamt ergebe sich 

dadurch ein Invaliditätsgrad von 41%, weshalb sie ab dem 1. August 2004 Anspruch 

auf eine Viertelsrente habe (IV-act. 36). Am 20. November 2006 erhob Rechtsanwalt 

Dr. iur. Felix Schmid in Vertretung der Versicherten dagegen Einwände und machte 

insbesondere geltend, die Versicherte wäre als Gesunde voll erwerbstätig (IV-act. 40).

A.f Mit Verfügung vom 6. Dezember 2006 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab dem 

1. August 2004 eine Viertelsrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 41% zu. An 

der Einstufung 50% Haushalt und 50% Erwerb werde festgehalten. Die Versicherte 

habe in der Schweiz von Juli 1995 bis Dezember 1996 während 1.5 Jahren im 

Gastgewerbe gearbeitet. Erst im Oktober 2004 habe sie wieder eine (Teilzeit-)Stelle in 

der Raumpflege gefunden, die sie nach fünf Wochen wieder aufgegeben habe. Gemäss 

Auskunft der Arbeitgeberin sei von Anfang an ein Teilpensum von maximal 50% 

vereinbart worden. Von einer Vollbeschäftigung sei nie die Rede gewesen. Zu den 

persönlichen Ressourcen sei zu erwähnen, dass die Versicherte sich in deutscher 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sprache nur schlecht verständigen könne, über keine Berufsausbildung verfüge und in 

der Schweiz Berufserfahrung von weniger als zwei Jahren vorweisen könne. Eine 

Teilarbeitsfähigkeit habe auch während der stellenlosen Zeit zwischen 1996 und 2004 

bestanden. Dass die Versicherte in dieser Zeitspanne überhaupt keiner 

Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, dürfte auch mit invaliditätsfremden Gründen 

zusammenhängen. Daher sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie heute in 

gesundem Zustand eine Vollzeitstelle finden könnte (IV-act. 44-5).

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin eingereichte Beschwerde vom 25. Januar 2007. Die Verfügung sei 

aufzuheben und es sei ihr ab dem 1. August 2004 eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Begründung der IV-Stelle, 

weshalb die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit nur zu 50% arbeitsfähig 

(gemeint wohl: erwerbstätig) wäre, sei tatsachenwidrig, diskriminierend, willkürlich und 

widerspreche der höchstrichterlichen Praxis. Vom Zeitpunkt der Anmeldung (18. 

August 2005) bis zum 15. Mai 2006 seien die Sachbearbeiter (der IV-Stelle sowie die 

Verfasser des Abklärungsberichts Haushalts) sowie die behandelnden und 

begutachtenden Ärzte davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin bei voller 

Gesundheit zu 100% arbeitstätig wäre. Diese Ansicht beruhe auf der Tatsache, dass 

die Beschwerdeführerin bereits von 1995 bis 1997 vollzeitig arbeitstätig gewesen sei 

und sie anlässlich der Haushaltsabklärung vom 17. März 2006 auf die entsprechende 

Frage der Abklärungsperson angegeben habe, sie wäre heute aus finanziellen Gründen 

in gesundem Zustand zu 100% erwerbstätig. Die angebliche Angabe der Arbeitgeberin, 

wonach nur ein Pensum von 50% vereinbart worden sei, sei unzutreffend oder nie 

abgegeben worden, zumal in den Akten ein schriftlicher Beweis hierfür fehle. Aus dem 

IK-Auszug und dem Arbeitgeberfragebogen gehe hervor, dass das während der 

fraglichen fünf Wochen von der Beschwerdeführerin absolvierte Arbeitspensum weit 

höher als 50% gewesen sei. Das sei als eindeutiges Indiz zu werten, dass sie bei voller 

Gesundheit zu 100% arbeitstätig wäre. Die Begründung der Beschwerdegegnerin 

unterstelle pauschal, dass für ausländische Arbeitnehmerinnen mit sprachlichen 

Schwierigkeiten und fehlender beruflicher Ausbildung keine Arbeitsplätze existierten. 

Dies sei nicht nur offenkundig unzutreffend, sondern auch willkürlich und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

diskriminierend. Dies gelte auch für die Aussichten eines möglichen Widereinstiegs ins 

Berufsleben nach Beendigung der "Familienphase". Im Vergleich zu beruflich gut 

qualifizierten Frauen, denen der berufliche Wiedereinstieg nach jahrelanger Absenz 

Schwierigkeiten bereiten könne, bestehe die Hürde bei weniger qualifizierten 

Arbeitnehmerinnen gerade nicht. Bei diesen sei nicht davon auszugehen, dass sie 

während ihrer Absenz vom Arbeitsmarkt wesentliche Entwicklungen verpasst hätten. 

Eine vollzeitige Erwerbstätigkeit entspreche dem durchaus üblichen Bedürfnis von 

Frauen, deren Kinder selbstständig geworden seien. Inwieweit die Beschwerdeführerin 

aufgrund "ihrer persönlichen und beruflichen Ressourcen"… "maximal zu 50% einer 

Erwerbstätigkeit nachgehen" könnte, wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung 

ausführe, sei schleierhaft. Aus dem Vorgenannten gehe klar hervor, dass die 

Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit zu 100% einer Arbeit nachgehen würde und 

der Invaliditätsgrad demnach nach der Methode des Einkommensvergleichs zu 

ermitteln sei und nicht nach der gemischten Methode. Wie Dr. E.___ festgestellt habe, 

sei die Beschwerdeführerin in einem angepassten Tätigkeitsbereich täglich zwei bis 

drei Stunden einsetzbar, woraus sich eine Arbeitsfähigkeit von 24% ergebe. Das 

zumutbare Erwerbseinkommen betrage daher Fr. 11'390.-. Ein Leidensabzug von 25% 

sei gerechtfertigt. Damit bleibe ein zumutbares Einkommen von Fr. 8'543.- pro Jahr, 

woraus sich ein Invaliditätsgrad von 82% ergebe. Selbst wenn der bestrittenen 

Aufteilung Haushalt/Berufstätigkeit von 50/50 gefolgt werden sollte, ergebe sich ein 

Invaliditätsgrad von 58.5%. Gehe man entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 

davon aus, dass sie mit Verweis auf die Arbeitstätigkeit im Jahre 2004 zu 80% einer 

Erwerbstätigkeit nachginge, so ergebe sich in Anwendung der Formel ein 

Invaliditätsgrad von 69,5%. Beide Berechnungen würden unter Berücksichtigung einer 

Einschränkung Haushalt von 40% und ohne jegliche Berücksichtigung von 

Leidensabzügen, die ohne weiteres gerechtfertigt seien, erfolgen (act. G 1).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Feststellung, dass die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Eventualiter sei die 

Beschwerde abzuweisen. Praxisgemäss sei danach zu fragen, welche Tätigkeit eine 

versicherte Person ausüben würde, wenn sie nicht invalid wäre. Es sei also in einer 

sowohl objektive wie subjektive Umstände einbeziehenden Würdigung, die auch 

Erfahrungsgrundsätze berücksichtigen könne, zu entscheiden, ob die versicherte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Person erwerbstätig wäre oder nicht. Entsprechend sei auch bei der Festlegung des 

Valideneinkommens massgebend, was eine versicherte Person nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdienen würde, und nicht was sie verdienen 

könnte. Die Beschwerdeführerin habe seit Jahren nicht mehr ganztags gearbeitet. 

Einzig unmittelbar nach ihrer Einreise in die Schweiz habe sie in den Jahren 1995/96 im 

Restaurant A.___ angeblich ein Vollpensum geleistet. Ausgehend von den im IK-

Auszug ausgewiesenen Einkommen müsse aber bezweifelt werden, dass die 

Beschwerdeführerin wirklich ganztags gearbeitet habe. Im Anschluss daran habe sie 

aus angeblich gesundheitlichen Gründen – mit Ausnahme eines kurzen Arbeitsversuchs 

– nicht einmal in einem Teilpensum gearbeitet. Dafür habe es aber keine medizinischen 

Gründe gegeben. Die Darstellung der Beschwerdeführerin sei daher anhand der Akten 

nicht zu belegen. In medizinischer Hinsicht könne auf das Gutachten von Dr. E.___ vom 

1. Mai 2006 abgestellt werden, worin der Arzt festhalte, in einer adaptierten Tätigkeiten 

sei "ein Einsatz von zwei und drei Stunden möglich unterbrochen von einer etwa gleich 

langen Pause". Die IV-Stelle habe dies so ausgelegt, dass der Beschwerdeführerin 

täglich ein Einsatz von zwei bis drei Stunden zumutbar wäre, was aber offensichtlich 

eine falsche Auslegung des Gutachtens sei. Der Beschwerdeführerin sei es vielmehr 

zumutbar, täglich zwei Einsätze von zwei bis drei Stunden zu leisten, die durch eine 

ausgedehnte Pause zu unterbrechen seien. Der Gutachter habe diese Leseart auf 

telefonische Rückfrage hin als korrekt bestätigt und einen Einsatz von fünf bis sechs 

Stunden täglich als zumutbar erklärt. Damit sei es der Beschwerdeführerin möglich, wie 

als Gesunde zu 50% erwerbstätig zu sein. Die erwerblichen Auswirkungen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung seien an sich anhand der LSE zu bestimmen, was 

aber faktisch zu einem reinen Arbeitsfähigkeitsvergleich unter Berücksichtigung 

allfälliger weiterer Nachteile (Leidensabzug) führe. Bei einem Leidensabzug von 10% 

resultiere eine Einschränkung von 10% bzw. aufgrund des 50% Pensums ein 

Behinderungsgrad von 5% (act. G 4).

B.c Mit Replik vom 4. Mai 2007 lässt die Beschwerdeführerin am Antrag auf Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung festhalten und beantragt neu die Zusprechung einer 

Dreiviertelsrente ab dem 1. August 2004, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Unbestrittenermassen habe sie nicht aus rein medizinischen Gründen auf eine 

Arbeitstätigkeit zwischen 1996 und 2004 verzichtet. Dies sei jedoch auch nicht 

Voraussetzung für die Annahme einer Vollzeittätigkeit im Gesundheitsfall. Bezüglich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des Vollzeitpensums in den Jahren 1995/1996 gäbe es keine Zweifel: Der IK-Auszug 

belege für das Jahr 1996 ein Einkommen von rund Fr. 30'000.-. Unter Berücksichtigung 

des Nominallohnindexes entspreche dies einem Einkommen von heute rund 

Fr. 2'800.-. In Anbetracht dessen, dass es sich bei der Hilfsarbeit in einem Restaurant 

offenkundig um eine Tieflohnarbeit handle, bestünden an der vollen Erwerbstätigkeit in 

den Jahren 1995/1996 keine Zweifel. Sollte die telefonische Auskunft von Dr. E.___ 

zutreffen, so sei der Beschwerdeführerin tatsächlich eine Arbeitstätigkeit von vier bis 

fünf Stunden täglich zuzumuten. Dementsprechend werde das erste Rechtsbegehren 

angepasst. Diese vier bis fünf Stunden seien jedoch aufgrund des ausserordentlichen 

Pausenbedarfs auf den ganzen Tag verteilt, was erhebliche Auswirkungen auf den 

Lohn habe, da der Beschwerdeführerin den ganzen Tag ein Arbeitsplatz zur Verfügung 

gestellt werden müsste. Die Beschwerdegegnerin widerspreche sich selbst, wenn sie 

sich plötzlich auf den Standpunkt stelle, der Beschwerdeführerin könne "ein Pensum 

von 66.1%" zugemutet werden. Bei einer realistischen Betrachtungsweise ergebe sich 

eine 50% Erwerbstätigkeit (gemeint wohl: Erwerbsfähigkeit), was selbst bei einem 

Leidensabzug von nur 10% zu einem Invaliditätsgrad von 55% führe. Vorliegend sei 

jedoch von einem Leidensabzug von mindestens 20% bis 25% auszugehen, wodurch 

sich ein Invaliditätsgrad von über 60% ergebe (act. G 7).

B.d Die Beschwerdegegnerin hielt am 15. Mai 2007 an ihren Ausführungen und ihrem 

Antrag fest und verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 9).

C.  

Auf Nachfrage der Gerichtsleitung bestätigte Dr. E.___ am 16. Juni 2008 schriftlich, 

seine Angabe im Gutachten vom 1. Mai 2006 bezüglich Arbeitsfähigkeit in einer 

Erwerbstätigkeit sei so zu verstehen, dass pro Tag total vier bis sechs Stunden möglich 

seien, aufgeteilt in zwei Einsätze à zwei bis drei Stunden mit der Möglichkeit zu 

Wechselpositionen und unterbrochen durch eine Pause gleich langer Dauer (act. G 12 

und 12.1).

Erwägungen:

1.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und weil bei 

der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung 

vom 6. Dezember 2006 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 132 V 215 

Erw. 3.1.1; Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, Erw. 3), sind vorliegend die bis zum 

31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.

2.   

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

2.2  Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 neues 

Fenster ATSG neues Fenster in Verbindung mit Art. 28 neues Fenster Abs. 2 IVG neues 

Fenster aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (allgemeine Methode des 

Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 neues Fenster mit Hinweisen). Bei 

Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach 

Art. 16 neues Fenster ATSG neues Fenster festgelegt. Waren sie daneben auch im 

Aufgabenbereich (beispielsweise im Haushaltsbereich) tätig, so wird die Invalidität für 

diese Tätigkeit nach Art. 28 neues Fenster Abs. 2  IVG neues Fenster festgelegt. In 

diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in 

bis

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1xA16&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1xA16&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx130xVx343_352&AnchorTarget=E3
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1xA16&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget=

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28 neues Fenster Abs. 2  IVG neues Fenster; 

gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). Die Invalidität bestimmt sich in der 

Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein 

Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der 

Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt 

(BGE 130 V 393 ff. Erw. 3.3 neues Fenster, Urteil IV.2007.00841 des 

Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 11. Februar 2008).

2.3  Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der 

Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte 

Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen 

unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, 

familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 

Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. 

Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis 

zum Erlass des Einspracheentscheids bzw. der Verfügung entwickelt haben (BGE 125 

V 150 Erw. 2c neues Fenster mit Hinweisen, Urteil I 266/05 neues Fenster des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 11. April 2006, Erw. 4.2, Urteil IV.

2007.00841 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich).

3.   

3.1  Die Beschwerdeführerin, Mutter von zwei Kindern (geb. 1973 und 1983), reiste im 

Mai 1995 in die Schweiz ein. Von 1995 bis 1997 arbeitete sie in einem Restaurant. Im 

Jahr 1995 hat sie gemäss IK-Auszug von Juli bis Dezember Fr. 14'670.- und 1996 

Fr. 29'939.- verdient (IV-act. 6), was einem Monatslohn von rund Fr. 2'400.- entspricht. 

Da die Beschwerdeführerin in einem Tieflohnsektor tätig war, ist davon auszugehen, 

dass sie in den Jahren 1995 und 1996 zu 100% erwerbstätig war. Zu diesem Zeitpunkt 

war das jüngste Kind erst 12 bzw. 13 Jahre alt. Die Arbeitsstelle wurde ihr wegen der 

Beschwerden aufgrund eines Sturzes auf der Treppe bei der Arbeit gekündigt. 1997 

und 1998 war sie auf Stellensuche und bezog Arbeitslosentaggelder basierend auf 

ter

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx130xVx393_396&AnchorTarget=E3x3
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx146_162&AnchorTarget=E2c
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx146_162&AnchorTarget=E2c
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=AZAxIx266x05&AnchorTarget=

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einem Vollzeitpensum (vgl. IV-act. 6). Als das jüngste Kind erwachsen (21) war, 

unternahm sie einen Arbeitsversuch und arbeitete vom 12. Oktober bis 19. November 

2004 als Raumpflegerin. Diese Arbeit musste sie jedoch wegen Rückenbeschwerden 

aufgeben. Dr. E.___ hält die Tätigkeit als Raumpflegerin denn auch nicht mehr für 

zumutbar (IV-act. 30).

3.2  Das Einkommen als Raumpflegerin betrug Fr. 1'463.95 bzw. Fr. 779.25 netto 

(brutto also Fr. 1'557.- [Fr. 1'463.95/0.9395] bzw. Fr. 829.- [Fr. 779.25/0.9395; BSV, 

Umrechnung von Nettolöhnen in Bruttolöhne, AHV/IV/EO/ALV, gültig ab 1. Januar 

2004]) bei einem Bruttostundenlohn von Fr. 18.40 (IV-act. 24-2). Gemäss 

Arbeitgeberfragebogen vom 8. Mai 2006 handelte es sich um Arbeit auf Abruf. Damit 

hat die Beschwerdeführerin vom 12. bis 30. Oktober knapp 85 Stunden (Fr. 1558.-/

Fr. 18.40) und vom 1. bis 19. November 2004 45 Stunden (Fr. 829/Fr. 18.40) gearbeitet. 

Im Oktober betrug das durchschnittliche Pensum 71% (85 Std. x 100 / 119 Std. [14 

Arbeitstage]) und im November 35% (45 Std. x 100 / 127.5 Std. [15 Arbeitstage]). 

Insofern lässt sich die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie hätte damals gegen 

80% gearbeitet, nicht nachvollziehen. Für die Behauptung der Beschwerdegegnerin in 

der angefochtenen Verfügung, dass von Anfang an ein Teilpensum von maximal 50% 

vereinbart worden sei, findet sich in den Akten jedoch auch kein genügender 

Nachweis, auch wenn gemäss Telefonauskunft der Arbeitgeberin vom 15. Mai 2006 die 

Beschwerdeführerin in einem durchschnittlichen Pensum von 50% angestellt gewesen 

sein soll (IV-act. 27). Im Haushaltsabklärungsbericht vom 29. März 2006 hat die 

Beschwerdeführerin angegeben, dass sie bei voller Gesundheit zu 100% erwerbstätig 

wäre. Auch Dr. E.___ geht in seinem Gutachten vom 1. Mai 2006 davon aus, dass die 

Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit zu 100% erwerbstätig wäre, was sich u.a. 

aus der zeitlichen Umschreibung der gesundheitlich noch möglichen Arbeitseinsätze 

schliessen lässt. Weil die Beschwerdeführerin bereits 1995/1996, als sie noch eine 

minderjährige Tochter zu betreuen hatte, zu 100% erwerbstätig war, 1997/1998 mit 

einer Vermittlungsfähigkeit von 100% auf Stellensuche war, 2004 einen (wenn auch 

ungeeigneten) Arbeitsversuch unternahm und in der Haushaltsabklärung angab, bei 

voller Gesundheit zu 100% erwerbstätig zu sein, ist überwiegend wahrscheinlich, dass 

sie bei voller Gesundheit zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Dafür 

spricht auch die finanzielle Situation: Der Ehemann der Beschwerdeführerin ist im 

Stundenlohn angestellt, sein Einkommen unterliegt konjunkturellen und saisonalen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schwankungen. Sein durchschnittlicher Nettolohn beträgt lediglich Fr. 3'800.- 

monatlich. Die Bemessung des Invaliditätsgrads hat daher nach der allgemeinen 

Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen.

4.   

Zur Beurteilung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin kann 

auf die schlüssige Einschätzung von Dr. E.___ abgestellt werden, wie beide Parteien 

anerkennen. Gemäss seinem Gutachten vom 1. Mai 2006 sind Stehen und Gehen für 

die Beschwerdeführerin statisch ungünstig und führen zu einer Schmerzzunahme in 

Folge Verengung des Wirbelkanals. Auch die Sitzdauer ist wegen der 

Abnützungszeichen an der Lendenwirbelsäule eingeschränkt. In Wechselpositionen 

zwischen Sitzen, Stehen und Gehen ist ein Einsatz von zwei bis drei Stunden möglich. 

Nach einer ebenso langen Pause ist ein weiterer Einsatz von zwei bis drei Stunden 

möglich, wie Dr. E.___ gegenüber dem Gericht in seiner Stellungnahme vom 16. Juni 

2008 bestätigte (act. G 12). Ausserdem muss das wiederholte Heben von Lasten über 

fünf kg unterbleiben. Damit ist der Beschwerdeführerin ein Pensum von vier bis sechs 

Stunden am Tag zumutbar, was einer Arbeitsfähigkeit von etwa 50% bis 75% 

entspricht. Das Bundesgericht (bis Ende 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht) 

stellt bei derartigen Bandbreiten in der Arbeitsfähigkeitsschätzung regelmässig auf den 

Mittelwert ab (vgl. das Urteil l 822/04 vom 21. April 2005, Erw. 4.4 mit Hinweisen). 

Demgemäss ist aufgrund des Gutachtens vorliegend von einer Arbeitsfähigkeit von 

62.5% in einer optimal adaptierten Tätigkeit auszugehen.

5.   

5.1  Der Einkommensvergleich gemäss Art. 28 neues Fenster Abs. 2 IVG neues Fenster

(in Verbindung mit Art. 16 neues Fenster ATSG neues Fenster) hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 

Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Können die fraglichen 

Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden, sind sie nach 

Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen 

Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (BGE 128 V 30 Erw. 1 neues Fenster; 

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1xA16&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx128xVx29_34&AnchorTarget=E1

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

AHI 2000 S. 309 Erw. 1a mit Hinweisen). Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss 

diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten 

bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. 

Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100% 

zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren 

Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der 

Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 313 Erw. 3a neues 

Fenster mit Hinweisen; EVGE I 850/05 neues Fenster vom 21. August 2006, Erw. 4.2, 

und I 375/05 neues Fenster vom 2. Dezember 2005, Erw. 3.2, Urteil IV.2005.00703 des 

Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 23. November 2006).

5.2  Für die Ermittlung des Valideneinkommens stellt sich die Frage, was die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände 

zu erwarten gehabt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Es entspricht 

empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt 

worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens 

häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung 

angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 S. 100 f., Erw. 3b). Erhielt eine versicherte Person 

aus invaliditätsfremden Gründen einen deutlich unter den branchenüblichen Ansätzen 

liegenden Lohn, so ist dem bei der Invaliditätsbemessung Rechnung zu tragen, indem 

diese Tatsache beim Einkommensvergleich entweder überhaupt nicht oder dann beim 

Validen- und Invalideneinkommen zu berücksichtigen ist (BGE 134 V 322, Erw. 4.1). Die 

Beschwerdeführerin erzielte das letzte dauerhafte Einkommen (volles Pensum) vor 

Eintritt der Invalidität im Jahr 1996. Im Jahr 2004 machte sie lediglich einen 

fünfwöchigen Arbeitsversuch. Bereits wegen der kurzen Dauer ist der dafür erzielte 

Lohn nicht repräsentativ. Er lag denn auch unter dem Durchschnittseinkommen für 

Hilfsarbeiter gemäss den Tabellenlöhnen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung. 

Da also keine tauglichen tatsächlichen Zahlen vorliegen, ist es gerechtfertigt, einen 

Prozentvergleich vorzunehmen.

5.3  Das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin ist mit 100% zu beziffern. Als 

Hilfsarbeiterin ist die Beschwerdeführerin noch zu 62.5% arbeitsfähig, womit ihr 

Invalideneinkommen grundsätzlich 62.5% beträgt. Die Beschwerdeführerin macht 

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx114xVx310_315&AnchorTarget=E3a
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx114xVx310_315&AnchorTarget=E3a
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=AZAxIx850x05&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=AZAxIx375x05&AnchorTarget=

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

jedoch geltend, dass ein "Leidensabzug" von mindestens 20% bis 25 % vorzunehmen 

sei.

5.3.1 In der Praxis des Bundesgerichts ist bei der Bestimmung des 

Invalideneinkommens ein Abzug zu berücksichtigen, wenn Versicherte, die in ihrer 

letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, 

wenn sie – unabhängig von der früher ausgeübten Tätigkeit – als gesundheitlich 

Beeinträchtigte im Rahmen leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll 

leistungsfähig sind oder wenn weitere persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht 

schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale (leidensbedingte 

Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad) auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im 

Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der 

Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden 

Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75).

5.3.2 In BGE 134 V 322 hat das Bundesgericht präzisiert, dass bei Vorliegen eines 

unterdurchschnittlichen Valideneinkommens zunächst eine Parallelisierung der beiden 

Vergleichseinkommen zu erfolgen hat. Erst in einem zweiten Schritt ist bei der 

Bemessung des Invalideneinkommens ein allfälliger Abzug zu berücksichtigen. Diese 

beiden Instrumente sind also wegen der unterschiedlichen Zweckverfolgung 

auseinanderzuhalten. Die Gewährung eines "Leidensabzugs" muss folglich auch beim 

Prozentvergleich in einem zweiten Schritt grundsätzlich möglich sein (vgl. insbesondere 

die Ausführungen in Erw. 6 von BGE 134 V 322).

5.3.3 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin gegenüber einem 

gesunden Konkurrenten für einen bestimmten Arbeitsplatz ein deutlich höheres 

Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt 

dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen 

würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu 

kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste sie mit einem entsprechend 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

tieferen Lohn rechnen. Die Beschwerdeführerin ist körperlich gegenüber einem 

gesunden Konkurrenten mit gleichem Teilpensum klar benachteiligt, sodass sie eine 

Lohneinbusse wird in Kauf nehmen müssen (vgl. den Entscheid IV 2007/242 des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2008, Erw. 4.3).

5.3.4 Die Voraussetzungen für einen leidensbedingten Abzug sind vorliegend auch 

erfüllt, weil die Beschwerdeführerin nur noch für leichte Arbeiten mit der Möglichkeit 

zum regelmässigen Wechsel der Körperposition eingesetzt werden kann, bei denen sie 

keine Gewichte von über rund fünf kg heben und tragen darf, so dass sie auch im 

Rahmen angepasster Tätigkeiten möglicherweise mit einem geringeren Lohn zu 

rechnen hat. Ebenso fällt ins Gewicht, dass sie das Pensum aufgrund der benötigten 

zwei- bis dreistündigen Pause auf den ganzen Tag verteilen muss. Ein Abzug von 

maximal 15% ist unter diesen Umständen angemessen (vgl. die höchstrichterlichen 

Entscheide 8C_234/2007 vom 14. November 2007 und l 284/05 vom 26. Oktober 

2005).

5.4  Dementsprechend sind vom "grundsätzlichen Invalidenlohn" von 62,5% des bei 

voller Leistungsfähigkeit statistisch erzielbaren Durchschnittslohns weitere 9,375% (15 

x 62.5/100) abzuziehen, was einen Invalidenlohn von 53,125% bzw. einen 

Invaliditätsgrad von gerundet 47% ergibt. Der Beschwerdeführerin steht folglich eine 

Viertelsrente zu. Die angefochtene Verfügung erweist sich im Ergebnis als korrekt.

5.5  Der Rentenbeginn am 1. August 2004 – zufolge verspäteter Anmeldung – ist 

unbestritten und nicht zu beanstanden, zumal im Gutachten von Dr. E.___ nicht 

ausgeschlossen wurde, dass gewisse die Arbeitsfähigkeit tangierende 

Beeinträchtigungen schon längere Zeit bestanden haben.

6.   

6.1  Gemäss den oben stehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung im 

Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erscheint als angemessen. Sie ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Der von ihr geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Gerichtskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Der von 

ihr geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.- wird angerechnet.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.11.2008
	Art. 28 Abs. 2 IVG. Statusfrage: Einstufung als Vollerwerbstätige, Prozentvergleich anstatt gemischte Methode. Leidensabzug: 15% [Hilfsarbeiterin, nur noch wechselbelastende Arbeiten, kein Heben von Gewichten von über fünf kg, täglich zwei Einsätze von zwei bis drei Stunden möglich] (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. November 2008, IV 2007/49).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte