# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5a4dbd0-ede9-5abf-ba19-3574c0b99cad
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 04.09.2014 HG090055
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG090055_2014-09-04.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 
 

Geschäfts-Nr. HG090055-O/U 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. George Daetwyler, Vizepräsident, und Prof. 

Dr. Alexander Brunner, die Handelsrichter Dr. h.c. Stephan Weber, 

Dr. Thomas Lörtscher und Dr. Alexander Müller sowie die Gerichts-

schreiberin Helene Lampel 

 

Urteil vom 4. September 2014 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Kläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG, 

Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung 

 

- 2 - 

Rechtsbegehren gemäss Klageschrift: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Die Beklagte habe dem Kläger aus dem Unfallereignis vom 
11.11.2005 einen Fr. 50'000.00 übersteigenden Betrag zu bezah-
len. 

 2.  Dem Kläger sei das Recht einzuräumen, die Forderung nach 
Durchführung des Beweisverfahrens und nach Feststehen der 
Ansprüche gegenüber der Invalidenversicherung definitiv zu be-
ziffern. 

 3.  Eventuell habe die Beklagte dem Kläger aus dem Unfallereignis 
einen maximalen Schadensbetrag von Fr. 1,5 Millionen zu bezah-
len. 

 4.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklag-
ten." 

Geändertes Rechtsbegehren gemäss Replik: 
(act. 85 S. 2) 

"1. Die Beklagte habe dem Kläger aus dem Unfallereignis vom 
11. November 2005 einen Betrag von Fr. 1'271'815.20 zuzüglich 
5 % Zins auf Fr. 50'000.00 ab 11. November 2005 und 5 % Zins 
auf Fr. 1'221'815.20 ab 1. Januar 2013 zu bezahlen. Mehrforde-
rung ausdrücklich vorbehalten. 

 2.  Dem Kläger bleibe das Recht auf definitive Bezifferung und Mehr-
forderung nach Durchführung des Beweisverfahrens bezüglich 
Trinkgeldansprüche sowie Ansprüche aus Ausschluss einer Tag-
geldversicherung vorbehalten. 

 3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklag-
ten." 

- 3 - 

Erwägungen: 

Inhaltsverzeichnis 

I. Einleitung  7 

II. Prozessuales 8 

1. Prozessverlauf 8 

2. Anwendbares Verfahrensrecht 11 

3. Zuständigkeit 12 

3.1. Örtliche Zuständigkeit 12 

3.2. Sachliche Zuständigkeit 12 

3.3. Fazit   12 

4. Teilklage / Streitwert 12 

III. Materielles  14 

1. Haftungsvoraussetzungen 14 

2. Zentrales Beweisthema 17 

3. Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung 19 

4. Ärztliche Berichte für die Zeit nach dem Unfall 23 

5. Observation des Klägers in den Jahren 2006 und 2007 44 

5.1. Vorbemerkungen 44 

5.2. Zusammenfassung der Videosequenzen sowie 

 der Kommentare von Prof. Dr. C._____ 45 

6. IV-Gutachten 51 

6.1. IV-Verfahren 51 

6.2. Anträge des Klägers zu den IV-Gutachten 52 

6.3. Internistisch-rheumatologisches Gutachten vom 27.04.10 53 

6.3.1. Wesentlicher Inhalt 53 

6.3.2. Parteibehauptungen 54 

6.3.3. Würdigung  55 

6.3.4. Fazit   57 

- 4 - 

6.4. Gutachten Psychiatrische Universitätsklinik Zürich vom 31.05.10 58 

6.4.1. Wesentlicher Inhalt 58 

6.4.2. Parteibehauptungen 61 

6.4.3. Würdigung  62 

6.4.4. Fazit   64 

7. Ergebnisse der Visionierung des Observationsmaterials 65 

8. Vorbemerkungen zum Beweisverfahren 77 

8.1. Noven   77 

8.2. Urkundenbegriff 78 

8.3. Antrag der Beklagten auf Staffelung der Beweisabnahme 79 

9. Hauptbeweissatz I.1. 79 

9.1. Beweisthema 79 

9.2. Diverse Urkunden 79 

9.3. Ärztliche Berichte und Gutachten 81 

9.4. Zeugen  84 

9.5. Polydisziplinäres / interdisziplinäres Gutachten 85 

9.6. Unfalldynamisches und biomechanisches Gutachten 86 

9.7. Parteibefragung bzw. Beweisaussage des Klägers 88 

9.8. Fazit   88 

10. Hauptbeweissätze I.2. und I.3. / Gegenbeweissätze II.7. und II.8. 88 

10.1. Beweisthema 88 

10.2. Antrag auf Ergänzung von Hauptbeweissatz I.2. 89 

10.3. Diverse Urkunden 92 

10.4. Relevante Urkunden zu den Beweissätzen I.2.1.-2. und I.3. 

 (Nacken- und Kopfschmerzen) 93 

10.4.1. Typische Beschwerden und Normalverlauf 

 nach HWS-Schleudertrauma 93 

10.4.2. Dokumentation der Beschwerden 94 

10.4.3. Innerhalb der Latenzzeit dokumentierte Beschwerden 97 

10.4.4. Fazit   98 

10.5. Relevante Urkunden zu den Beweissätzen I.2.3. und I.3. 

 (Angstzustände) 99 

- 5 - 

10.5.1. Dokumentation der Angstzustände 99 

10.5.2. Würdigung  101 

10.5.3. Fazit   101 

10.6. Relevante Urkunden zu den Beweissätzen I.2.4. und I.3. 

 (Rasche Ermüdbarkeit bei konzentrativer Tätigkeit) 102 

10.6.1. Dokumentation der raschen Ermüdbarkeit 102 

10.6.2. Würdigung  103 

10.6.3. Fazit   103 

10.7. Relevante Urkunden zu den Gegenbeweissätzen 104 

10.7.1. Vorbemerkungen 104 

10.7.2. Berichte der Psychiatrischen Klinik I._____ 104 

10.7.3. Urkunden zu Gegenbeweissatz II.8.1. 105 

10.7.4. Urkunden zu Gegenbeweissatz II.7.1. 107 

10.7.5. Urkunden zu Gegenbeweissatz II.7.2. 110 

10.8. Zeugen zu den Beweissätzen I.2. und I.3. 112 

10.9. Zeugen zu den Gegenbeweissätzen 113 

10.10. Polydisziplinäres / interdisziplinäres Gutachten 115 

10.11. Unfalldynamisches und biomechanisches Gutachten 118 

10.12. Parteibefragung bzw. Beweisaussage des Klägers 118 

10.13. Edition der IV-Akten 119 

10.14. Edition und Gutachten betreffend der Original-Tachoscheibe 119 

10.15. Fazit   120 

10.15.1. Hauptbeweissatz I.2. 120 

10.15.2. Hauptbeweissatz I.3. 120 

11. Hauptbeweissätze I.4. und I.5. 121 

11.1. Vorbemerkungen 121 

11.2. Parteibehauptungen 121 

11.3. Beweisthema 122 

11.4. Ungeeignete Beweismittel 122 

11.5. Ärztliche Berichte 123 

11.6. IV-Gutachten 128 

11.7. Polydisziplinäres / interdisziplinäres Gutachten 131 

- 6 - 

11.8. EFL-Gutachten 131 

11.9. Fazit   132 

12. Zulässigkeit der beschränkten Beweisabnahme 133 

13. Deckung eines allfälligen Erwerbsausfallschadens 138 

13.1. Zahlung der Beklagten 138 

13.2. Definition Erwerbsausfallschaden 138 

13.3. Valideneinkommen 138 

13.4. Anrechnung des Eigenverdienstes 139 

13.5. Anrechnung der Rentenleistungen der IV 139 

13.6. Anrechnung der Taggeldleistungen der D._____ 140 

13.7. Berechnungsvarianten 140 

13.7.1. Basis: behauptetes Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit von 100 % 140 

13.7.2. Basis: behauptetes Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit von 65 % 141 

13.7.3. Basis: erzieltes Einkommen bei behaupteter Arbeitsunfähigkeit 142 

14. Haushaltschaden 143 

14.1. Definition  143 

14.2. Parteibehauptungen 144 

14.3. Beweis von unfallbedingten Einschränkungen 147 

14.4. Ungenügende Substantiierung 148 

14.4.1. Anforderungen an die Substantiierung 148 

14.4.2. Würdigung  149 

14.5. Fazit   151 

15. Selbstbehalt- und Franchisekosten 151 

15.1. Parteibehauptungen 151 

15.2. Würdigung  152 

15.3. Fazit   155 

16. Genugtuung 155 

16.1. Parteibehauptungen 155 

16.2. Rechtliches  157 

16.3. Würdigung  158 

17. Fazit: Klageabweisung 158 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 159 

- 7 - 

I.   Einleitung 

1. In der Nacht des 11. November 2005, um ca. 2:20 Uhr, ereignete sich am 

Bürkliplatz in der Stadt Zürich eine Kollision zwischen dem Taxifahrzeug des Klä-

gers und dem Fahrzeug von E._____, nachdem der angetrunkene E._____ dem 

Kläger den Rechtsvortritt nicht gewährt hatte. Infolge der ersten Kollision zwi-

schen den beiden Personenwagen prallte das Fahrzeug des Klägers noch gegen 

einen Signalständer und eine Verkehrsregelanlage auf der Fussgängerinsel des 

General Guisan-Quais. Die Beklagte ist die Haftpflichtversicherung des unfallver-

ursachenden Fahrzeuglenkers E._____. Ihre Unfallanalyse vom 16. Juni 2006 

ergab eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des klägerischen Fahr-

zeuges an der Position Fahrersitz bei der Kollision mit dem Fahrzeug von 

E._____ von 10 bis 15 km/h und von 12 bis 24 km/h bei der Kollision gegen die 

Verkehrsregelanlage. Der Unfallhergang ist unbestritten (Kläger: act. 1 Rz. 4 ff. 

und act. 85 zu 6. S. 5, zu 24. S. 31; Beklagte: act. 14 Rz. 4 ff. und act. 89 Rz. 6, 

Rz. 25; Polizeirapport vom 11. November 2005: act. 4/3; Unfallanalyse vom 

16. Juni 2006: act. 4/6 S. 1 ff., S. 8). Die Beklagte bestreitet nicht, dass der Unfall 

auf das Verschulden E._____s zurückzuführen ist. Gestützt auf die Ausführungen 

in der Unfallanalyse (act. 4/6 S. 1 und S. 12 f.) vertritt sie aber die Auffassung, der 

Kläger habe seine Vorsichtspflicht missachtet und hätte die Kollision mit wenig 

Aufmerksamkeit vermeiden können, weshalb eine Haftungsreduktion um mindes-

tens einen Drittel gerechtfertigt sei (act. 14 Rz. 4 und act. 89  

Rz. 4 f.). Der Kläger bestreitet, dass ihm ein Teilverschulden am Unfall angelastet 

werden könne (act. 85 zu 4. f. S. 3 ff.). 

2. Die Beklagte entschädigte den Kläger am 9. Januar 2006 für den Total-

schaden des klägerischen Fahrzeuges mit CHF 26'700.00 (Kläger: act. 1 Rz. 6 

und act. 85 zu 6. S. 5; Beklagte: act. 14 Rz. 6, Rz. 8 und act. 89 Rz. 6, Rz. 24c; 

Schlussbericht "Totalschaden Haftpflicht" vom 21. November 2005: act. 4/5; 

Schreiben der Beklagten an RA Dr. X2._____ vom 9. Januar 2006: act. 90/8). Zu-

dem bezahlte die Beklagte dem Kläger am 20. Januar 2006 CHF14'514.00 als 

Schadensausgleich und am 4. Mai 2006 CHF 15'000.00 für die Kosten des Vor-

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anwalts (Kläger: act. 1 Rz. 8 und act. 85 zu 8. S. 6; Beklagte: act. 14 Rz. 8 und 

act. 89 Rz. 8). 

3. Umstritten ist vorliegend, ob der Kläger infolge des Unfalls gesundheitli-

che Beeinträchtigungen erlitt, für deren Folgen die Beklagte haftet (Kläger: act. 1 

Rz. 7 ff. und act. 85 zu 7. ff. S. 6 ff.; Beklagte: act. 14 Rz. 8 ff. und act. 89 

Rz. 9 ff.). Während der Kläger im Wesentlichen geltend macht, er sei infolge des 

Unfalls bleibend in seiner Fähigkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und den 

Haushalt zu führen, eingeschränkt (act. 1 Rz. 23 ff., Rz. 44 ff.; act. 85 zu 38. ff.), 

bestreitet die Beklagte einen unfallkausalen Schaden und beantragt die Abwei-

sung der Klage (act. 14 S. 2, Rz. 24, Rz. 38 ff.; act. 89 Rz. 38 ff. und S. 46). 

II.   Prozessuales 

1. Prozessverlauf 

1.1. Am 16. März 2009 (Datum Poststempel) reichte der Kläger die Klage-

schrift sowie die Weisung vom 18. Dezember 2008 hierorts ein (act. 1 und act. 3). 

Gleichzeitig stellte er mit separater Eingabe ein Gesuch um unentgeltliche Pro-

zessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung (act. 5). Nach entsprechender 

Aufforderung mit Präsidialverfügung vom 19. März 2009 (Prot. S. 2 f.) reichte der 

Kläger am 6. April 2009 weitere Unterlagen und Belege zu seinen Einkommens- 

und Vermögensverhältnissen sowie in Bezug auf das noch hängige sozialversi-

cherungsrechtliche Verfahren (betr. Invalidenrente) ein (act. 10 f.). Die Klageant-

wortschrift datiert vom 24. Mai 2009 (act. 14). 

1.2. In der Verfügung des Instruktionsrichters vom 28. Mai 2009 wurde festge-

halten, dass sich insbesondere aufgrund der Rechtsprechung in einem analogen 

Fall vorerst die Rechtsfrage stelle, ob das Gesuch des Klägers um unentgeltliche 

Prozessführung und unentgeltlichen Rechtsbeistand (nachfolgend UP/URB) Aus-

sicht auf Erfolg haben könne. Unter Hinweis auf die - noch nicht rechtskräftige - 

Verfügung der IV-Stelle/SVA Zürich vom 11. Februar 2009 (act. 6/2), womit dem 

Kläger gestützt auf einen Observationsbericht der Beklagten im Zeitraum vom 

- 9 - 

19. Juni bis 4. Juli 2006 und vom 11. Juni bis 4. Juli 2007 über eine faktische Ar-

beitstätigkeit die zuvor zugesprochene IV-Rente entzogen worden war, wurde der 

Beklagten Frist zur Einreichung dieses Observationsberichts angesetzt und eine 

Visionierung und medizinische Kommentierung des Berichtes durch einen Exper-

ten angekündigt (Prot. S. 4 f.). Nachdem die Beklagte die Observationsberichte 

eingereicht hatte (act. 19 und act. 20/7-8), wurde Prof. Dr. med. C._____ im Ein-

verständnis mit den Parteien zum Experten ernannt und die Parteien auf den 27. 

November 2009 zur Instruktionsverhandlung betreffend unentgeltliche Rechts-

pflege vorgeladen (Prot. S. 8 ff., act. 24 f. und act. 28). Mit Schreiben vom 30. Juli 

2009 beharrte der Kläger auf seinem erstmals am 16. Juli 2009 gestellten Begeh-

ren, das UP/URB-Gesuch vor Durchführung der Instruktionsverhandlung zu ent-

scheiden. Dieses Begehren wurde vom Instruktionsrichter am 13. August 2009 

negativ beantwortet mit der Begründung, das Gesuch könne naturgemäss erst 

nach einer Instruktionsverhandlung zur UP/URB beurteilt werden (act. 27; 

act. 29 f.; Prot. S. 11 f.). Dagegen erhob der Kläger Nichtigkeitsbeschwerde beim 

Kassationsgericht des Kantons Zürich, auf welche mit Beschluss vom 7. Septem-

ber 2009 mangels Beschwerdefähigkeit des angefochtenen vorinstanzlichen Ent-

scheids nicht eingetreten wurde (act. 32 und act. 36 f.). In der Folge beantragte 

der Kläger dem hiesigen Gericht, die Beschwerde vom 20. August 2009 als Ein-

sprache gegen das Schreiben des Instruktionsrichters vom 13. August 2009 ent-

gegenzunehmen und zu behandeln (act. 39). Mit Beschluss vom 2. Oktober 2009 

wurde die Einsprache gegen den prozessleitenden Entscheid des Instruktionsrich-

ters vom 13. August 2009 abgewiesen (act. 42 und Prot. S. 14). Dagegen erhob 

der Kläger erneut Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht. Nachdem die-

ser Beschwerde aufschiebende Wirkung verliehen worden war, wurde die Vorla-

dung zur Instruktionsverhandlung vom 27. November 2009 abgenommen 

(act. 47 f.; Prot. S. 15 f.). Mit Zirkulationsbeschluss vom 13. Oktober 2010 wurde 

die Nichtigkeitsbeschwerde gutgeheissen. Das Kassationsgericht hob den Be-

schluss des Handelsgerichts vom 2. Oktober 2009 auf, bewilligte dem Kläger für 

das Verfahren vor Handelsgericht die unentgeltliche Prozessführung und bestellte 

ihm in der Person des klägerischen Vertreters einen unentgeltlichen Rechtsbei-

stand (act. 53). Gegen diesen Entscheid erhob die Beklagte Beschwerde an das 

- 10 - 

Bundesgericht, welches mit Urteil vom 3. Januar 2011 nicht darauf eintrat 

(act. 60). Daraufhin wurden die Parteien sowie Prof. Dr. med. C._____ erneut zur 

Instruktionsverhandlung betreffend Prozessaussichten in Bezug auf die Abklärung 

der relevanten Umstände im Rahmen der Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege vorgeladen (Prot. S. 20 f., act. 61A/1-5). Im Hinblick auf diese In-

struktionsverhandlung reichte der Kläger mit Eingaben vom 25. und 29. März 

2011 weitere Unterlagen zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen sowie zwei von 

der IV-Stelle Zürich eingeholte medizinische Gutachten (nachfolgend IV-Gutach-

ten) ein mit dem Antrag, diese dem Gerichtsgutachter ebenfalls zu unterbreiten, 

während sich die Beklagte mit Eingabe vom 29. Juni 2011 vernehmen liess 

(act. 63-68). 

1.3. Am 6. Juli 2011 fand die Beweisverhandlung im Rahmen der Instruktions-

verhandlung betreffend UP/URB statt, anlässlich welcher die DVD-Videozusam-

menschnitte der Observationen des Klägers in den Jahren 2006 und 2007 

(act. 20/7-8) visioniert und von Prof. Dr. med. C._____ als fachkundigem Zeugen 

bzw. Gutachter auf Befragen kommentiert wurden sowie den Parteien Gelegen-

heit zur Stellung von Ergänzungsfragen an den Gutachter gegeben wurde (Prot. 

S. 23-71 und S. 73). Zum Protokoll dieser Beweis- bzw. Instruktionsverhandlung 

sowie allgemein zum Fortbestand der Gewährung der UP/URB nahmen beide 

Parteien innert Frist schriftlich Stellung (Prot. S. 72; act. 73 ff.). Mit Verfügung vom 

15. August 2011 wurden auf Antrag der Beklagten (act. 75) in Bezug auf das Pro-

tokoll vom 6. Juli 2011 Klarstellungen vorgemerkt (Prot. S. 73). Auf entsprechen-

den Antrag der Beklagten (act. 77 Rz. 12) wurde dem Kläger mit Verfügung vom 

31. August 2011 Frist angesetzt, um die Entscheide des Sozialversicherungsge-

richts betreffend UP/URB zu den Akten zu edieren (Prot. S. 74). Mit Eingabe vom 

2. September 2011 reichte der Kläger zwei sozialversicherungsrechtliche Ent-

scheide ein und nahm dazu sowie zu den Ausführungen der Beklagten Stellung 

(act. 79 und act. 80/1-2). Mit Eingabe vom 6. September 2011 erfolgte die ab-

schliessende Stellungnahme der Beklagten (act. 82, Prot. S. 74 f.). Mit Verfügung 

des Instruktionsrichters vom 9. Dezember 2011 wurde erwogen, dass die Einsicht 

in das Protokoll der Beweisverhandlung im Rahmen der Instruktionsverhandlung 

keine eindeutigen Ergebnisse betreffend UP/URB gezeigt habe und das Verfah-

- 11 - 

ren daher mit Replik und Duplik zu fördern sei. Weiter wurden dem Kläger in An-

wendung von § 55 ZPO/ZH Substantiierungshinweise erteilt und ihm Frist ange-

setzt, die Replik im Sinne der Erwägungen zu erstatten (Prot. S. 76 f.). Die Replik 

datiert vom 1. März 2012 (act. 85). Die Duplik wurde am 29. März 2012 erstattet 

(act. 89) und dem Kläger mit Verfügung vom 2. April 2012 zugestellt (Prot. S. 79). 

1.4. Mit Verfügung vom 16. April 2013 wurde den Parteien eröffnet, welche 

Gerichtspersonen voraussichtlich mit dem Entscheid befasst sein würden 

(act. 96). Am 18. Juni 2013 erging ein auf einen Teil der Beweisthemen be-

schränkter Beweisauflagebeschluss (act. 99). Die Beweisantretungsschrift der 

Beklagten datiert vom 11. Juli 2013 (act. 101), diejenige des Klägers vom 

10. September 2013 (act. 103). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2013 wurde der 

Beklagten Frist angesetzt, um zu den vom Kläger mit der Beweisantretungsschrift 

eingereichten neuen Urkunden Stellung zu nehmen bzw. um diesbezüglich ihre 

Beweisantretungsschrift zu ergänzen (act. 106). Die Stellungnahme der Beklagten 

datiert vom 7. November 2013 (act. 108). Diese wurde dem Kläger am 12. No-

vember 2013 zugestellt (Prot. S. 85). Mit Beweisabnahmebeschluss vom 6. März 

2014 wurden zu den Beweissätzen gemäss Beweisauflagebeschluss vom 18. Ju-

ni 2013 einstweilen die von den Parteien angebotenen Urkunden als Beweismittel 

abgenommen. Die Abnahme der übrigen von den Parteien angebotenen Beweis-

mittel wurde dem weiteren Verfahren vorbehalten (act. 110). 

1.5. Der Prozess erweist sich als spruchreif. 

2. Anwendbares Verfahrensrecht 

Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) vom 

19. Dezember 2008 (SR 272) in Kraft getreten, welche die bis anhin gültigen kan-

tonalen Prozessordnungen ablöst. Bei Verfahren, die - wie das vorliegende - bei 

Inkrafttreten des neuen Gesetzes bereits rechtshängig waren, gilt das bisherige 

Verfahrensrecht und damit die Zivilprozessordnung des Kantons Zürich (ZPO/ZH) 

sowie das Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) weiterhin bzw. bis zum Abschluss 

vor der betroffenen Instanz (Art. 404 Abs. 1 ZPO). Nach Art. 404 Abs. 2 ZPO be-

- 12 - 

stimmt sich die örtliche Zuständigkeit dagegen nach neuem Recht, wobei eine 

bestehende Zuständigkeit nach altem Recht erhalten bleibt. 

3. Zuständigkeit 

3.1. Örtliche Zuständigkeit 

Die Beklagte ist eine juristische Person mit Sitz in der Stadt Zürich. Die örtliche 

Zuständigkeit in Zürich ergibt sich neu aus Art. 38 Abs. 1 ZPO, welche Bestim-

mung mit dem nach altem Recht anwendbaren Art. 26 Abs. 1 GestG überein-

stimmt. 

3.2. Sachliche Zuständigkeit 

Zivilverfahren, die am 1. Januar 2011 erstinstanzlich rechtshängig sind, werden 

vom bisher sachlich zuständigen Gericht fortgeführt (§ 206 GOG). 

Der Kläger hat mit der vorliegenden Klage von seinem Wahlrecht gemäss § 62 

i.V.m. § 63 Ziff. 1 GVG Gebrauch gemacht. Die Beklagte ist im Handelsregister 

eingetragen, der Streit bezieht sich auf das von ihr betriebene Versicherungsge-

werbe und der Streitwert übersteigt CHF 30'000.00. 

3.3. Fazit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

ist gegeben und blieb auch unbestritten (act. 14 Rz. 3). 

4. Teilklage / Streitwert 

4.1. Zu seinen Rechtsbegehren führt der Kläger in der Klageschrift aus, der 

definitive Forderungsbetrag könne wegen Ungewissheiten betreffend der IV-

Leistungen und der noch fehlenden medizinischen Einschätzungen noch nicht er-

folgen. Die genannten Zahlen basierten auf approximativen Annahmen (act. 1 

Rz. 50). 

- 13 - 

In der Replik beziffert der Kläger den Forderungsbetrag auf CHF 1'271'815.20 zu-

züglich Zins und behält sich das Recht auf definitive Bezifferung und Mehrforde-

rung ausdrücklich vor (act. 85 S. 2). Zählt man die unter dem Titel "Zusammen-

fassung der Schadenspositionen (unter Vorbehalt späterer definitiver Beziffe-

rung)" aufgeführten Beträge zusammen, so kommt man auf insgesamt 

CHF 1'279'815.20, d.h. auf CHF 8'000.00 mehr als gemäss Rechtsbegehren 

(act. 85 S. 91). 

4.2. Zum Vorbehalt der Mehrforderung ist festzuhalten, dass aufgrund der 

Dispositionsmaxime eine Teilklage zulässig ist, sofern der geltend gemachte An-

spruch teilbar ist (VOGEL/SPÜHLER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 9. Aufl. 

2010, Kap. 6 N 43). Dies ist bei Geldforderungen, wie vorliegend, immer der Fall. 

Der Kläger hat daher die Möglichkeit, nur einen Teil der von ihm behaupteten Ge-

samtforderung einzuklagen (ZR 83 [1984] Nr. 104 E. 2). 

4.3. Der Streitwert richtet sich nach dem klägerischen Rechtsbegehren (§ 18 

Abs. 1 ZPO/ZH), nicht nach dem wirtschaftlichen Streitinteresse (ZR 83 [1984] 

Nr. 104 E. 4). Die nachträgliche Bezifferung des Rechtsbegehrens auf 

CHF 1'271'815.20 zuzüglich Zins bildet die obere Grenze des Betrages, welcher 

dem Kläger zugesprochen werden kann (§ 54 Abs. 2 ZPO/ZH; vgl. dazu ZR 105 

[2006] Nr. 22 E. 1). Demnach entspricht dieser Betrag dem Streitwert der Klage. 

Auch die Beklagte geht vom Streitwert in dieser Höhe aus (act. 89 Rz. 3), wäh-

rend sich der Kläger nicht dazu äussert. 

4.4. Der Kläger behält sich das Recht auf "definitive Bezifferung und Mehrfor-

derung nach Durchführung des Beweisverfahrens" u.a. in Bezug auf "Trinkgeld-

ansprüche", d.h. auf die von ihm ohne das Unfallereignis erzielbaren Trinkgelder, 

ausdrücklich vor (act. 85 S. 2, vgl. auch zu 44. S. 71, zu 45. S. 73, zu 50. S. 91). 

Wie bereits unter II.4.1. ausgeführt, übersteigt bereits die Summe der bezifferten 

Positionen den vom Kläger mit der vorliegenden Teilklage geforderten Betrag. 

Dementsprechend fällt die Zusprechung von Schadenersatz für noch nicht bezif-

ferte Ansprüche hinsichtlich Trinkgeldern von vornherein ausser Betracht, wes-

halb sich Weiterungen dazu erübrigen. 

- 14 - 

4.5. Unter dem Titel "Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens" macht 

der Kläger weiter geltend, er könne keine Taggeldversicherung und keine Zusatz-

versicherung bei der Krankenkasse mehr abschliessen, da ihn die Versicherun-

gen bzw. die Krankenkasse wegen der Folgen des Unfalls vom 11. November 

2005 abgelehnt hätten. Der Kläger beantragt in diesem Zusammenhang eine rich-

terliche Schätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR und führt in Bezug auf die Verunmögli-

chung eines Taggeldversicherungsabschlusses aus, unter diesem Titel würden 

vorsorglich CHF 30'000.00 eingesetzt (act. 85 S. 74 f.). In der "Zusammenfassung 

der Schadenspositionen (unter Vorbehalt späterer definitiver Bezifferung)" setzt 

der Kläger unter der Position "Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens 

gemäss richterlicher Schätzung" indessen keinen Betrag ein (act. 85 S. 91). We-

der der "Vorbehalt späterer definitiver Bezifferung" noch die beantragte richterli-

che Schätzung vermögen etwas daran zu ändern, dass der Kläger in seiner Teil-

klage unter dieser Position keinen Schaden geltend macht und ihm unter diesem 

Titel daher kein Schadenersatz zugesprochen werden könnte. Eine Beurteilung 

dieser Position fällt damit ebenfalls ausser Betracht. 

III.   Materielles 

1. Haftungsvoraussetzungen 

1.1. Wird durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges ein Mensch getötet oder 

verletzt oder Sachschaden verursacht, so haftet der Halter für den Schaden 

(Art. 58 Abs. 1 SVG). Eine Haftung ist gegeben, wenn kumulativ ein Schaden, der 

Betrieb eines Motorfahrzeuges sowie ein natürlicher und adäquater Kausalzu-

sammenhang zwischen dem Betrieb des Motorfahrzeuges und dem Schaden zu 

bejahen sind. Das Verschulden bildet keine Haftungsvoraussetzung, da Art. 58 

SVG eine Gefährdungshaftung statuiert (REY, Ausservertragliches Haftpflicht-

recht, 4. Aufl. 2008, N 1264 ff.). Der Geschädigte hat im Rahmen der vertragli-

chen Versicherungsdeckung seitens der obligatorischen Haftpflichtversicherung 

für Motorfahrzeughalter ein Forderungsrecht unmittelbar gegen den Versicherer 

(Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG). 

- 15 - 

1.2. Art und Umfang des Schadenersatzes sowie die Zusprechung einer Ge-

nugtuung richten sich nach den Grundsätzen des Obligationenrechts für unerlaub-

te Handlungen (Art. 62 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 41 ff. OR). 

Eine Körperverletzung im Sinne von Art. 46 OR liegt vor, wenn eine Beeinträchti-

gung der körperlichen oder psychischen Integrität zu einem Schaden im Sinne ei-

ner materiellen Einbusse führt (HEIERLI / SCHNYDER, in: Basler Kommentar zum 

Obligationenrecht I, 5. Aufl. 2011, N 2 zu Art. 46 OR m.w.H.). Wer Schadenersatz 

beansprucht, hat den Schaden zu beweisen (Art. 42 Abs. 1 OR). 

Bei einer Körperverletzung im Sinne von Art. 46 OR kann unter Würdigung der 

besonderen Umstände dem Verletzten eine angemessene Geldsumme als Ge-

nugtuung zugesprochen werden (Art. 47 OR). Voraussetzung ist, dass der Ver-

letzte durch die Körperverletzung eine immaterielle Unbill von einer gewissen In-

tensität erleidet (REY, a.a.O., N 442). Die übrigen Voraussetzungen entsprechen 

denjenigen für die Geltendmachung von Schadenersatz (FELLMANN/KOTTMANN, 

Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I, 2012, N 2622). Wie der Schaden ist 

auch die immaterielle Unbill vom Verletzten nachzuweisen. 

1.3. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetre-

ten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al-

leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 

das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche 

oder geistige Integrität des Geschädigten beeinträchtigt hat, der Unfall mit ande-

ren Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge-

sundheitliche Störung entfiele (BGE 117 V 359 E. 4a; BGE 119 V 335 E. 1; BGE 

129 V 177 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 4A_540/2010 vom 8. Februar 2011 

E. 1.1 und 4A_444/2010 vom 22. März 2011 E. 2.1). 

Die Beweislast für diesen natürlichen Kausalzusammenhang obliegt ebenfalls 

dem Kläger (Art. 8 ZGB). Soweit der Kausalzusammenhang nicht mit wissen-

- 16 - 

schaftlicher Genauigkeit nachgewiesen werden kann, genügt eine überwiegende 

Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Kausalverlaufs. Der Beweis gilt somit als 

erbracht, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichts-

punkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten 

weder eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen 

(BGE 131 III 12 = Urteil des Bundesgerichts 4C.222/2004 vom 14. September 

2004 nicht publ. E. 2.). Anders verhält es sich, wenn nach den besonderen Um-

ständen des Falles weitere Möglichkeiten bestehen, die neben der behaupteten 

Ursachenfolge ebenso ernst in Frage kommen oder sogar näher liegen (BGE 107 

II 269 E. 1b m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 4A_444/2010 vom 22. März 2011 

E. 2.1). Demnach genügt die blosse Möglichkeit eines natürlichen Kausalzusam-

menhangs für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 117 V 359 

E. 4a; BGE 119 V 335 E. 1). Wäre der Schaden in vollem oder geringerem Um-

fang auch ohne den Unfall eingetreten, ist er insoweit keine Folge davon, dem 

Haftpflichtigen folglich nicht zurechenbar und von der Schadensberechnung aus-

zunehmen (BGE 113 II 86 E. 3b). 

1.4. Ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem schädigenden 

Ereignis und dem Schaden bzw. der immateriellen Unbill vorliegt, ist eine vom 

Gericht zu beurteilende Rechtsfrage, welche sich erst dann stellt, wenn die natür-

liche Kausalität zwischen dem Ereignis und den Unfallfolgen zu bejahen ist (BGE 

107 II 269 E. 3). 

1.5. Der Kläger verlangt von der Beklagten Schadenersatz und Genugtuung 

(act. 1 Rz. 38 ff.; act 85 zu 38 ff.). Die Beklagte haftet grundsätzlich für einen 

Schaden bzw. für immaterielle Unbill, welche dem Kläger durch den Verkehrsun-

fall vom 11. November 2005 verursacht worden sind. Der Kläger hat nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beweisen, dass er im Sin-

ne der natürlichen Kausalität durch den Unfall verletzt worden und ihm daraus ein 

Schaden bzw. immaterielle Unbill entstanden ist. 

- 17 - 

2. Zentrales Beweisthema 

2.1. Der Kläger macht in der Klageschrift vom 16. März 2009 zusammenge-

fasst geltend, er leide nach wie vor an einem cerviko-cephalen Syndrom bzw. an 

einem cervikalen Schmerzsyndrom mit Nacken- und Kopfschmerzen. Die 

Schmerzen würden sich bei konzentrativer Tätigkeit verstärken und der Kläger 

gerate dann auch in Angstzustände. Bei der Tätigkeit als Taxichauffeur, wo jeder-

zeit eine volle Konzentration verlangt werde, sei und bleibe der Kläger nach wie 

vor beeinträchtigt. Seit März 2007 habe er seine Tätigkeit als selbstständiger Ta-

xichauffeur wiederum aufgenommen; er arbeite durchschnittlich drei bis vier 

Stunden pro Tag. Damit gelange er bereits an seine Belastungsgrenze. In Bezug 

auf die psychischen Unfallfolgen ergänzt der Kläger, er habe lange Zeit nicht ge-

wagt, selber Auto zu fahren. Auch Monate nach dem Unfallereignis habe er stets 

nur ganz kurze Strecken absolviert, wenn er überhaupt Auto gefahren sei. Auch 

aktuell ermüde er bei konzentrativer Tätigkeit schnell, so dass er die Arbeit jeweils 

aufgeben müsse. Es treffe zu, dass sich die Beschwerden und die Arbeitsunfä-

higkeit aus rein somatischer Sicht nicht vollständig erklären liessen. Der Unfall 

habe aber psychophysische Störungen ausgelöst, welche nach wie vor existent 

seien. Ohne das Unfallereignis wären die Beschwerden und die reduzierte Ar-

beitsfähigkeit nicht eingetreten. Vor dem Unfall sei der Kläger stets arbeitsfähig 

und auch arbeitstätig gewesen. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall und den gesundheitlichen Schäden sei daher zu bejahen (act. 1 

Rz. 23 f.). In der Replik vom 1. März 2012 führt der Kläger aus, er ermüde nach 

wie vor rasch, die Konzentration lasse nach, er werde nervös und müsse sich 

dann erholen (act. 85 zu 45. S. 73). 

Die Beklagte bestreitet eine eigentliche Verletzung des Klägers und hält dazu im 

Wesentlichen fest, die angeblichen Beschwerden des Klägers würden als subjek-

tiv dargestellt bestritten und hätten allesamt unfallfremde Ursachen. Diese hätten 

ihn jedenfalls nicht daran gehindert, spätestens im Juni 2006 wieder Auto zu fah-

ren. Unter Hinweis auf die vom Kläger nach Kroatien unternommenen Fahrten 

bestreitet die Beklagte auch dessen rasche Ermüdbarkeit bei konzentrativer Tä-

- 18 - 

tigkeit. Aus medizinischer Sicht habe es keinen Grund gegeben, weshalb der Klä-

ger nicht schon kurz nach dem Unfall mit einem vollen Pensum als Taxichauffeur 

hätte arbeiten können. Der natürliche Kausalzusammenhang werde wegen feh-

lender Befunde einer Verletzung in der Erstuntersuchung und fehlender Bezüge 

seiner geltend gemachten Beschwerden zum Unfall bestritten. Zudem bestreitet 

die Beklagte, dass der Kläger vor dem Unfall stets voll arbeitsfähig gewesen sei 

(act. 14 Rz. 4, Rz. 23 f., Rz. 37, Rz. 48; act. 89 Rz. 24 ff.). 

2.2. Vorliegend geht es in erster Linie um die umstrittene Frage, ob zwischen 

dem Unfallereignis vom 11. November 2005 und den vom Kläger geltend ge-

machten gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie den daraus abgeleiteten 

Einschränkungen seiner Arbeitsfähigkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht. Nur wenn der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs erbracht 

werden kann, stellt sich in zweiter Linie die Frage der Höhe der vom Kläger gel-

tend gemachten Schadenspositionen sowie einer Genugtuung. 

Dementsprechend wurde dem Kläger mit Beweisauflagebeschluss vom 18. Juni 

2013 der Hauptbeweis dafür auferlegt, dass er beim Unfallereignis vom 11. No-

vember 2005 ein zervico-cephales Syndrom bzw. ein cervicales Schmerzsyndrom 

erlitten hat (Beweissatz I.1.), dass er seit dem Unfallereignis an den von ihm be-

haupteten Beschwerden leidet (Beweissatz I.2.), dass die genannten Beschwer-

den eine Folge des Unfallereignisses sind (Beweissatz I.3.), dass er seit dem Un-

fallereignis entsprechend seinen Behauptungen in seiner Arbeitsfähigkeit als Ta-

xichauffeur eingeschränkt ist (Beweissatz I.4.) und dass die genannten Einschrän-

kungen der Arbeitsfähigkeit auf die behaupteten Beschwerden zurückzuführen 

sind (Beweissatz I.5.). 

2.3. Der Kläger liefert keine Definition der von ihm verwendeten Begriffe "cer-

vico-cephales Syndrom" bzw. "cervicales Schmerzsyndrom" (act. 1 Rz. 23 f.). Da-

zu ist festzuhalten, dass der Begriff "Cervix" Nacken und Hals bedeutet, während 

mit dem Begriff "cephal" "den Kopf betreffend" gemeint ist. Ein Syndrom bezeich-

net eine Gruppe von Krankheitszeichen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit 

meist einheitlicher Ursache, aber unbekannter Pathogenese, d.h. Entstehung und 

Entwicklung, charakteristisch sind, oder auch einen Symptomenkomplex (vgl. 

- 19 - 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. 2011, S. 30, S. 350, S. 352, 

S. 1052, S. 1561, S. 2013). Dass der Kläger den Standpunkt vertritt, Auslöser für 

den geltend gemachten Symptomenkomplex sei ein Schleudertrauma der Hals-

wirbelsäule (HWS), ergibt sich aus verschiedenen Ausführungen, in welchen er 

diesen Begriff selber verwendet und teilweise überdies auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zu dieser Thematik verweist (act. 73 S. 2; act. 85 zu 15. S. 15 

und Rz. 23a S. 24; Prot. S. 67 ff.). 

3. Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung 

3.1. Eine bei einem Unfall erlittene Verletzung im Bereich von Halswirbelsäule 

(nachfolgend HWS) und Kopf kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

auch ohne organisch nachweisbare (d.h. objektivierbare) Funktionsausfälle zu 

länger dauernden, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Be-

schwerden führen. Derartige Verletzungen sind durch ein komplexes und viel-

schichtiges Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung 

kaum zugänglichen Beschwerden physischer und psychischer Natur gekenn-

zeichnet (BGE 136 V 279 E. 3.1 m.w.H.). 

3.2. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der da-

nach eingetretenen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss einer älteren 

Rechtsprechung in der Regel anzunehmen, wenn ein Schleudertrauma der Hals-

wirbelsäule diagnostiziert ist und ein für diese Verletzung typisches Beschwerde-

bild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, 

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visus-

störungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor-

liegt (BGE 117 V 359 E.  4b). 

Später wurde diese Rechtsprechung dahingehend präzisiert, dass auch bei 

Schleudermechanismen der HWS zuallererst die medizinischen Fakten, wie die 

fachärztlichen Erhebungen über Anamnese, objektiven Befund, Diagnose, Verlet-

zungsfolgen, unfallfremde Faktoren, Vorzustand usw. die massgeblichen Grund-

lagen für die Kausalitätsbeurteilung durch Gerichtsinstanzen bilden. Das Vorlie-

gen eines Schleudertraumas wie seine Folgen müssen somit durch zuverlässige 

- 20 - 

ärztliche Angaben gesichert sein. Somit bedarf es auch in diesem Bereich für die 

Leistungsberechtigung, dass die geklagten Beschwerden medizinisch einer fass-

baren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und dass 

diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ur-

sächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfall steht. Zur Feststellung 

der Gesundheitsschädigung ist unter Umständen ein interdisziplinäres Zusam-

menwirken der verschiedenen medizinischen Fachrichtungen erforderlich. Zu be-

achten sind hier die Schwierigkeiten, die sich aus dem Umstand ergeben, dass 

der im Zusammenhang mit HWS-Verletzungen sich manifestierende Beschwer-

dekomplex mitunter noch andere Ursachen haben kann, was aber nicht von vorn-

herein zur Verneinung der natürlichen Kausalität führen darf, da der Unfall als ei-

ne Teilursache für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges genügt. 

Hingegen genügen blosse Klagen über diffuse Beschwerden keineswegs für den 

Beweis der Unfallkausalität, können diese doch teilweise mit solchen, die nach 

Schleudertraumen der HWS häufig angegeben werden, korrespondieren und 

dennoch nicht als überwiegend wahrscheinliche Folge eines Unfalles gelten, son-

dern als Folge eines krankhaften Vorzustandes (BGE 119 V 335 E. 2b). 

In einem neueren Entscheid wird überdies darauf hingewiesen, dass Schleuder-

trauma-Verletzungen zwar klinisch untersucht, aber abgesehen von ossären Lä-

sionen und dergleichen nicht bildgebend objektiviert werden können. Damit 

kommt den Angaben der versicherten Person über bestehende Beschwerden be-

sondere Bedeutung zu, was aber auch ein Missbrauchspotenzial bietet. Zudem 

können bei identischer Symptomatik die erhobenen Befunde aus dem Katalog 

des für derartige Verletzungen als typisch erachteten Beschwerdebildes gegebe-

nenfalls auch nichttraumatischer Genese sein. Entsprechend sind an die Grund-

lagen für den Schluss auf das Vorliegen solcher Verletzungen hohe Anforderun-

gen zu stellen. In einer ersten Phase nach dem Unfall ist zu erwarten, dass des-

sen Hergang möglichst genau und verifizierbar dokumentiert wird. Gleiches gilt für 

die anschliessend auftretenden Beschwerden. Diesen ersten tatbeständlichen 

Grundlagen kommt grosses Gewicht zu. Daher wird als Grundlage für die Kausali-

tätsbeurteilung bei einem Schleudertrauma der HWS nebst einer genügenden  

Erstabklärung verlangt, dass eine eingehende medizinische Abklärung (im Sinne 

- 21 - 

eines polydisziplinären / interdisziplinären Gutachtens) bereits in einer ersten 

Phase nach dem Unfall vorgenommen wird, sofern und sobald Anhaltspunkte für 

ein längeres Andauern oder gar eine Chronifizierung der Beschwerden bestehen. 

Eine entsprechende Begutachtung ist zudem jedenfalls dann angezeigt, wenn die 

Beschwerden bereits längere Zeit angehalten haben und nicht von einer baldigen, 

wesentlichen Besserung ausgegangen werden kann. In der Regel dürfte eine sol-

che Begutachtung nach rund sechs Monaten Beschwerdepersistenz zu veranlas-

sen sein (BGE 134 V 109 E. 9., E. 9.2, E. 9.4). 

3.3. Das Bundesgericht hält unter Hinweis auf die Erfahrungen mit HWS-

Schleuderverletzungen fest, dass bei einer Vielzahl dieser Unfälle schon nach 

kurzer Zeit eine deutliche Besserung eintrete (BGE 134 V 109 E. 9.3. m.w.H.). 

Der Normalverlauf sei durch eine initiale Symptomatik mit schmerzhafter Bewe-

gungshemmung im Nacken-/Kopfbereich und Begleiterscheinungen wie Schwin-

del geprägt. Nur ausnahmsweise zeigten einzelne Patienten nachhaltig fortdau-

ernde Beschwerden (BGE 119 V 335 E. 2a m.w.H.). Vor diesem Hintergrund wird 

zur Anwendbarkeit der sogenannten "Schleudertrauma-Praxis" zwar nicht vo-

rausgesetzt, dass sämtliche der zum sogenannten typischen Beschwerdebild die-

ser Verletzung gehörenden Symptome innert der massgeblichen Latenzzeit von 

24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Ereignis aufgetreten sein müssen. Erfor-

derlich ist aber, dass sich innert dieser Latenzzeit zumindest HWS- oder Nacken-

beschwerden manifestieren (Urteile des Bundesgerichts 8C_574/2009 vom 

9. Dezember 2009 E. 5.3.1. sowie 8C_1021/2009 vom 3. November 2010 E. 5.2). 

3.4. Der natürliche Kausalzusammenhang als solcher kann letztlich nur mit 

Hilfe von ärztlichen Einschätzungen hinsichtlich der Ursachen von gesundheitli-

chen Beeinträchtigungen nachgewiesen werden, weshalb medizinische - und da-

bei insbesondere ärztliche - Berichte das wichtigste Beweismittel für dieses Be-

weisthema bilden (ACKERMANN, in: RIEMER-KAFKA [HRSG.], Beweisfragen im sozi-

alversicherungsrechtlichen Verfahren, 2013, S. 101). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das Gericht im Rahmen freier 

rechtlicher Beweiswürdigung alle medizinischen Berichte zu würdigen, und zwar 

auch solche, welche die Wahrscheinlichkeit der natürlichen Kausalität nicht allein 

- 22 - 

vom sicheren Nachweis neurologischer Ausfälle oder entsprechender Befunde 

mittels bildgebender Untersuchungsmethoden wie Computertomogrammen usw. 

abhängig machen. Dies hat nach dem Gesagten dort zu gelten, wo der Natur der 

Sache nach ein direkter wissenschaftlicher Beweis im Einzelfall (noch) nicht ge-

führt werden kann, so etwa bei Unfällen mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule 

(BGE 117 V E. 369 E. 3e). Sodann hat das Gericht bei einander widersprechen-

den medizinischen Berichten das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abgestellt wird. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist ent-

scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-

schen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. In Bezug auf Berichte von 

Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 

dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 

in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Da sich die behan-

delnden Ärztinnen und Ärzte in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren 

haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Ent-

scheid über die Ansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheits-

zustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein 

Gutachten im Sinne der Rechtsprechung. Auch ein Parteigutachten besitzt nicht 

den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder von einem Unfallversicherer nach 

dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten (BGE 125 V 351 

E. 3b; BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 135 V 465 E. 4.5.). Insoweit die ärztlichen Be-

richte ohne Kenntnis der vollständigen Akten erstattet wurden, vermögen die ge-

troffenen Schlussfolgerungen den Anforderungen an eine Expertise im Sinne der 

Rechtsprechung nicht zu genügen und können daher keine schlüssige Grundlage 

für die Kausalitätsbeurteilung bilden (BGE 119 V 335 E. 3c). 

3.5. Die Grundsätze bezüglich der Tatfrage der natürlichen Kausalität können 

auch für haftpflichtrechtliche Fälle zur Anwendung gelangen, zumal insoweit - an-

ders als bei der Rechtsfrage der Adäquanz - Gründe für eine unterschiedliche 

- 23 - 

Handhabung im Sozialversicherungs- und Haftpflichtrecht nicht ersichtlich sind 

(Urteil des Bundesgerichts 4A_494/2009 vom 17. November 2009 E. 2.2 m.w.H.; 

vgl. auch ACKERMANN, a.a.O., S. 120 f.). 

3.6. Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem 

Unfall vom 11. November 2005 und der nach Auffassung des Klägers darauf zu-

rückzuführenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit Auswirkungen auf sei-

ne Arbeitsfähigkeit ist zunächst auf die von einer oder von beiden Parteien als 

Beweismittel angerufenen Arztberichte und IV-Gutachten sowie auf die Ergebnis-

se der Visionierung des Observationsmaterials näher einzugehen. 

4. Ärztliche Berichte für die Zeit nach dem Unfall 

4.1. Ambulanter Bericht Unfallchirurgie des USZ vom 11. November 2005 

4.1.1. Nach dem Unfall wurde der Kläger durch die Sanität ins Universitätsspital 

Zürich eingeliefert (Kläger: act. 1 Rz. 7 und act. 85 zu 7. S. 6; Beklagte: act. 14 

Rz. 7). Gemäss ambulantem Bericht der Unfallchirurgie des Universitätsspitals 

Zürich vom 11. November 2005 (nachfolgend Bericht USZ) wurden eine Kontusi-

on der rechten Flanke sowie eine Hyperventilation diagnostiziert. Der Kläger gab 

an, leicht progrediente Schmerzen im Bereich der rechten Flanke sowie leichte 

Kopfschmerzen zu verspüren und gelegentlich Beruhigungsmittel einzunehmen. 

Eine Bewusstlosigkeit oder Amnesie wurden von ihm verneint. Hervorzuheben 

sind sodann folgende Bemerkungen im Bericht: "HWS: frei beweglich keine Klopf-

/DDo" sowie "Wirbelsäule: keine D/Klopf-Do über der HWS, BWS. LWS leicht 

klopfdolent". Der Kläger wurde in gutem AZ und EZ nach Hause entlassen und 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 11.11. bis 13.11.2005 bescheinigt 

(act. 4/7). 

4.1.2. Entgegen der Darstellung des Klägers (act. 1 Rz. 7) ist dem ambulanten 

Unfallbericht nicht zu entnehmen, dass er bis am Folgetag zur Beobachtung im 

Universitätsspital verblieben wäre, sondern er wurde nach dem Unfall, welcher 

um ca. 2:20 Uhr stattgefunden hatte (act. 4/3 S. 1), ins Universitätsspital eingelie-

fert und gleichentags entlassen. Die Beklagte betont, dass bloss eine Kontusion 

- 24 - 

der rechten Flanke und eine Hyperventilation diagnostiziert worden sei, nicht aber 

eine HWS-Distorsion oder Elemente des dafür sogenannten typischen Beschwer-

debildes. Die leichten Kopfschmerzen hätten dem Unfall offenbar nicht zugeord-

net werden können und seien eventuell das natürliche Resultat einer Übermü-

dung infolge des vom Kläger geleisteten Nachtdienstes. Nachdem der Kläger 

noch am gleichen Morgen in gutem Allgemeinzustand habe entlassen werden 

können, habe sich der Unfall medizinisch als Bagatelle erwiesen. Der Kläger sei 

bei der Kollision nicht verletzt worden (act. 14 Rz. 9; act. 89 Rz. 4, Rz. 7, Rz. 9, 

Rz. 16c, Rz. 17, Rz. 24). 

4.1.3. BWS und LWS sind gebräuchliche Abkürzungen für die Brust- und Len-

denwirbelsäule, welche Abschnitte an denjenigen der Halswirbelsäule (HWS) an-

schliessen, während die Abkürzungen AZ und EZ für Allgemein- bzw. Ernäh-

rungszustand stehen (http://de.wikipedia.org/wiki/jeweiliger Begriff, besucht am: 

3. September 2014). 

4.1.4. Im Internistisch-Rheumatologischen Gutachten vom 27. April 2010 (nach-

folgend rheumatologisches Gutachten) hielt Dr. Dr. F._____ zum Bericht USZ u.a. 

fest, eine Bewusstlosigkeit oder Amnesie seien nicht rapportiert worden. Die HWS 

sei normal beweglich und nicht klopf- oder druckdolent gewesen. Am Thorax habe 

sich kein Kompressionsschmerz und kein Hinweis auf eine Rippenfraktur oder 

Prellungszeichen gefunden. Die Röntgenuntersuchung der HWS, LWS und des 

Thorax seien wie auch das CT-Abdomen unauffällig gewesen. Nach einer aus-

führlichen körperlichen Untersuchung sei der Kläger in gutem Allgemeinzustand 

mit dem Schmerzmittel Dafalgan und mit Flectorpflaster für die rechte Flanke 

nach Hause entlassen worden (act. 67/1 S. 38). Dies lässt den Schluss zu, dass 

der Kläger in jenem Zeitpunkt keinerlei Beschwerden im Bereich von Halswirbel-

säule und Nacken verspürte. Der Kläger behauptet denn auch keine entspre-

chenden Beschwerden, sondern hält es für nachvollziehbar, dass aufgrund der 

Flankenschmerzen "HWS-Beschwerden unmittelbar nach dem Unfall unter Um-

ständen larviert blieben" (act. 85 zu 17. S. 19). Die Beklagte weist zutreffend auf 

die Auffälligkeit hin (act. 89 Rz. 17 S. 12, Rz. 23c/aa S. 18), dass die initial beste-

- 25 - 

henden Flankenschmerzen später nie mehr ein Thema waren. Der Kläger leitet 

daraus für seinen Standpunkt auch nichts ab. 

4.1.5. Dem Bericht USZ, welcher auf der unmittelbar im Anschluss an den Unfall 

erfolgten umfassenden Untersuchung des Klägers beruht, kommt gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 134 V 109 E. 9.2) grosses Gewicht zu. 

Beide Parteien haben diesen denn auch zu verschiedenen Beweissätzen als Be-

weismittel angerufen. Abgesehen von leichten Kopfschmerzen konnten anlässlich 

der Erstuntersuchung keine Elemente des vom Kläger behaupteten, nach Schleu-

dertrauma der HWS typischen Symptomenkomplexes (BGE 117 V 359 E.  4b; Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_574/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 5.3.1. m.w.H. 

sowie 8C_1021/2009 vom 3. November 2010 E. 5.2) erhoben werden. 

4.2. Bericht von Dr. med. G._____ vom 9. Januar 2006 

4.2.1. Dem Bericht von Dr. med. G._____ an die Beklagte vom 9. Januar 2006 

sind als Diagnosen ein Panvertebralsyndrom bei paravertebraler Ddo/Myogelosen 

der BWS und LWS bds, Kopfschmerzen, eine Schlafstörung und Nervosität zu 

entnehmen. Die Physiotherapie zweimal pro Woche habe bisher keine grosse 

Besserung gebracht. Da die Analgesie bisher keine Änderung der Beschwerden 

gebracht habe, sei diese wieder abgebrochen und der Kläger am 13. Dezember 

2005 für eine psychiatrische Beurteilung an das Medizinische Zentrum H._____ 

überwiesen worden. Die Arbeitsunfähigkeit des Klägers betrage seit dem Unfall-

datum 100 %. Dazu wird ausgeführt: "Patient ist bisher erst einmal Auto gefahren 

(Angstzustände)" (act. 4/8-9). 

4.2.2. Der Kläger führt aus, Dr. G._____ habe ihn anschliessend an die im USZ 

gestellte Diagnose medizinisch behandelt (act. 1 Rz. 10). Er hält dafür, die Zuwei-

sung für eine psychiatrische Beurteilung ans Medizinische Zentrum H._____ sei 

wohl wegen der Angstzustände beim Autofahren erfolgt (act. 85 zu 10. S. 8). Die 

Beklagte bezeichnet die Diagnose von Dr. G._____ als unspezifisch. Die Arbeits-

unfähigkeit werde mit rein psychischen Faktoren (Angstzuständen) begründet, 

während aus somatischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Eine 

HWS-Distorsion mit dem sogenannt typischen Beschwerdebild habe auch fast 

- 26 - 

zwei Monate nach dem Unfall immer noch nicht diagnostiziert werden können. Die 

Beklagte vermutet, dass eine psychische Krankheit und andere Beschwerden, wie 

sie im Bericht von Dr. G._____ vom 9. Januar 2006 angegeben werden, schon 

vor dem Unfall und darüber hinaus bestanden und das Beschwerdebild des Klä-

gers geprägt hätten (act. 14 Rz. 10; act. 89 Rz. 10). 

4.2.3. Zu den von Dr. G._____ verwendeten Fachbegriffen ist festzuhalten, dass 

"pan-" einen Wortteil mit der Bedeutung "ganz" und "vollständig" bezeichnet, wäh-

rend sich "vertebral" auf die Wirbelsäule bezieht. Bei "para-" handelt es sich um 

einen Wortteil, dessen Bedeutung u.a. "neben" ist. Myogelosen bedeutet Mus-

kelhartspann (Pschyrembel, a.a.O., S. 1383, S. 1532, S. 1544, S. 2195). Der Be-

klagten ist insofern beizupflichten, als dem Bericht keine Hinweise auf eine von 

der HWS ausgehende Gesundheitsbeeinträchtigung zu entnehmen sind. 

4.2.4. Wie dem rheumatologischen Gutachten zu entnehmen ist, handelt es sich 

bei Dr. G._____ um den Hausarzt, bei welchem der Kläger nach dem Unfall bis 

am 17. Mai 2006 in Behandlung gestanden habe (act. 67/1 S. 15). Gemäss An-

gaben des Klägers anlässlich der IV-Begutachtung in der Psychiatrischen Univer-

sitätsklinik Zürich (nachfolgend PUK) wechselte er den Hausarzt, da Dr. G._____ 

ihn nicht richtig behandelt, falsch überwiesen und die Beschwerden nicht genug 

abgeklärt habe (act. 67/2 S. 42 f.). Da Dr. G._____ den Kläger in einer relativ frü-

hen Phase nach dem Unfall behandelte, ist der von beiden Parteien als Beweis-

mittel offerierte Bericht vom 9. Januar 2006 grundsätzlich von erheblicher Rele-

vanz. Dieser ist aber insofern nicht aussagekräftig, als daraus nicht hervorgeht, 

seit wann der Kläger bei Dr. G._____ in Behandlung stand bzw. wann die Erstun-

tersuchung erfolgte. Auch bleibt unklar, ob und gegebenenfalls über welche 

Vorakten Dr. G._____ verfügte. Nachdem Dr. G._____ auf die Frage nach einer 

Beeinflussung durch unfallfremde Krankheiten, Psyche, Gebrechen oder Folgen 

früherer Unfälle mit "bisher laut Akten und Patient nichts bekannt" antwortete, 

kann jedenfalls darauf geschlossen werden, dass ihm die Behandlung des Klä-

gers in der Psychiatrischen Klinik I._____ in den Jahren 1998 bis 1999 sowie im 

September und Oktober 2004 (act. 4/22; act. 15/3a; act. 67/2 S. 5 ff. ; vgl. auch 

act. 67/1 S. 3 f. und S. 38) nicht bekannt war. Dasselbe dürfte für den Umstand 

- 27 - 

gelten, dass der Kläger gemäss Angaben im rheumatologischen Gutachten in der 

Nacht des 12. Juli 2005, d.h. nur vier Monate vor dem prozessgegenständlichen 

Unfall, wegen Wirbelsäulenbeschwerden nachts einen notfallmässigen Hausbe-

such benötigte, bei welcher Gelegenheit ihm intravenöse Injektionen mit 

Schmerzmitteln verabreicht wurden (act. 67/1 S. 4). Eine Klärung der offenen 

Fragen ist nicht möglich, nachdem von Dr. G._____ keine weiteren Berichte vor-

gelegt wurden, obgleich gemäss IV-Gutachten vier weitere Berichte dieses Arztes 

vom 23. November 2005 sowie vom 5. Februar, vom 18. Februar und vom 6. 

März 2006 existieren (act. 67/1 S. 7 ff., S. 38; act. 67/2 S. 8 ff.). Auch hat keine 

der Parteien eine Zeugeneinvernahme dieses Arztes beantragt. 

4.3. Bericht von Dr. med. G._____ vom 15. Februar 2006 

4.3.1. Es erfolgte eine Überweisung an Dr. med. G._____, FMH Rheumatologie 

und Innere Medizin, welcher im Bericht vom 15. Februar 2006 ein chronisches, 

vorwiegend myotendinotisches Cervicovertebralsyndrom sowie ein intermittieren-

des Lumbovertebralsyndrom diagnostizierte. Zur Anamnese führte Dr. G._____ 

im Wesentlichen aus, der Kläger leide an diffusen Nackenschmerzen mit Aus-

strahlung einerseits in den Kopf (und damit einhergehend auch chronischen Kopf-

schmerzen) und andererseits auch in die Arme (ohne Gefühlsstörungen / Schwä-

chen in den Händen). Die Schmerzen würden seit einem Verkehrsunfall verstärkt 

bestehen, wobei gemäss heutiger Patientenangabe hier nicht die Unfallversiche-

rung, sondern die Krankenkasse involviert sei. Zusammenfassend hielt Dr. 

G._____ fest, dass er die Nackenschmerzen als chronisches unspezifisches, im 

Wesentlichen myotendinotisches Cervicalsyndrom beurteile und heute klinisch ei-

ne weitgehend normal bewegliche HWS finde. Etwas auffallend sei die Diskre-

panz zwischen starker Weichteildruckdolenz bei an sich aber nicht verspannter 

Muskulatur. Auch konventionell-radiologisch würden sich keine beschwerde-

begünstigenden Veränderungen wie Fehlhaltung, Instabilität oder degenerative 

Veränderungen, finden. Teils damit verbunden, teils wohl aber auch unabhängig 

davon bestünden noch chronische Kopfschmerzen. Die Beschwerden dürften 

auch im Kontext mit der (vom zuweisenden Arzt Dr. G._____) erwähnten psychi-

schen Belastungssituation stehen. Aus rheumatologischer Sicht könne er hier 

- 28 - 

längerfristig keine Einschränkung attestieren und bemesse die Arbeitsfähigkeit ab 

sofort mit mindestens 50 %, in den nächsten 4 bis 8 Wochen zu steigern auf 

100 % (act. 4/14). 

4.3.2. Der Kläger betont, die Beurteilung durch den Rheumatologen Dr. 

G._____ sei aus rein rheumatologischer Sicht erfolgt. Indessen habe ein Schleu-

dertrauma der HWS gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung diverse Facet-

ten (act. 85 zu 15. S. 15). Die Beklagte bestreitet, dass der Kläger in jenem Zeit-

punkt an einem unfallbedingten myotendinotischen Cervicalsyndrom gelitten ha-

be. Eine Chronifizierung innert drei Monaten sei medizinisch unwahrscheinlich 

(act. 14 Rz. 15). 

4.3.3. Der von Dr. G._____ verwendete Begriff "myotendinotisch" ist nicht im 

Pschyrembel aufgeführt. Der vermutlich damit in Zusammenhang stehende Be-

griff Myotonie bedeutet tonischer Krampf der Muskulatur (Pschyrembel, a.a.O., S. 

1388 f.). Der Begriff "lumbo-" bezieht sich auf die Lende (Pschyrembel, a.a.O., S. 

1210 f.). 

4.3.4. Zum Bericht von Dr. G._____ hielt Dr.Dr. J._____ im rheumatologischen 

Gutachten fest, der Rheumatologe habe am 15. Februar 2006 eine normale Be-

weglichkeit der HWS gefunden. Ausserdem seien ihm Weichteildruckdolenzen im 

Bereich des M. trapezius und M. levator scapulae beidseits bei sonst nicht ver-

spannter cervikaler Muskulatur aufgefallen. Dieser Befund sei typisch für die Ag-

gravation cervikaler Beschwerden (act. 67/1 S. 54). 

4.3.5. Der lediglich von der Beklagten zu verschiedenen Beweissätzen als Be-

weismittel angerufene Bericht von Dr. G._____ ist der erste, in welchem rund drei 

Monate nach dem Unfall u.a. ein Cervical- bzw. ein Cervicovertebralsyndrom di-

agnostiziert wurde. Entgegen den Ausführungen der Beklagten ist dem Bericht 

aber nicht zu entnehmen, dass das genannte Syndrom unfallbedingt sei, sondern 

es wurde lediglich ausgeführt, die Schmerzen würden seit einem Verkehrsunfall 

verstärkt bestehen. Auch der Hinweis auf die Involvierung der Krankenkasse an-

statt der Unfallversicherung spricht dagegen, dass Dr. G._____ von einem unfall-

bedingten Syndrom ausging. Die genannten Angaben erfolgten im Rahmen der 

- 29 - 

(Eigen-)Anamnese, d.h. der Erhebung der Krankengeschichte durch das Ge-

spräch mit dem Kläger (Pschyrembel, a.a.O., S. 87). Konkrete Hinweise auf die 

vom Kläger angegebenen Nackenschmerzen, wie etwa Bewegungseinschrän-

kungen oder eine verspannte Nackenmuskulatur, konnte Dr. G._____ anlässlich 

der Untersuchung nicht feststellen. Weiter fällt auf, dass die Angabe, der Kläger 

leide bereits seit der Zeit vor einem Verkehrsunfall an Nackenschmerzen, welche 

sich seither verstärkt hätten, im Widerspruch zum Bericht USZ steht und im Be-

richt von Dr. G._____ keinerlei Niederschlag fand. Ob mit der Angabe "seit einem 

Verkehrsunfall" aber überhaupt der Unfall vom 11. November 2005 gemeint war, 

ist dem Bericht von Dr. G._____ mangels Datumsangabe zum betreffenden Ver-

kehrsunfall nicht zu entnehmen. Dies lässt den Schluss zu, dass sich der Kläger 

gegenüber Dr. G._____ entweder abweichend zu seinen Angaben gegenüber den 

Ärzten des USZ sowie gegenüber Dr. G._____ geäussert hatte, oder aber von ei-

nem allfälligen Verkehrsunfall späteren Datums berichtete. 

4.4. Berichte des Medizinischen Zentrums H._____ 

 vom 13. Januar, 20. April und 17. Mai 2006 

4.4.1. Dem Bericht des Medizinischen Zentrums H._____ vom 13. Januar 2006 

sind als Diagnosen eine Anpassungsstörung sowie ein Panvertebralsyndrom zu 

entnehmen. Als Beschwerden wurden aufgrund der Angaben des Klägers Kopf- 

und Rückenschmerzen sowie erhöhte Vergesslichkeit, Schlafstörungen, Müdig-

keit, erhöhte Aggressivität und beim Autofahren vermehrte Ängstlichkeit, 

Schweissausbrüche und Flash-backs genannt, während Schwindel explizit ver-

neint wurde (act. 4/10). Die Diagnosen wurden im zweiten Bericht vom 20. April 

2006 (act. 4/11) wiederholt und als Beschwerden zusätzlich Nackenschmerzen 

und Konzentrationsschwierigkeiten angeführt. Die Arbeitsfähigkeit als Taxichauf-

feur wurde mit 0 % angegeben. Zur Behandlung fanden ab 17. Januar 2006 alle 

zwei Wochen psychotherapeutische Einzelgespräche statt, welche gemäss Be-

richt vom 17. Mai 2006 (act. 4/12) weitergeführt wurden. Hinzu kam das teilweise 

mit der behandelnden Psychotherapeutin durchgeführte Fahrtraining. 

- 30 - 

4.4.2. Entgegen der Darstellung des Klägers (act. 85 zu 10. S. 8) ist dem Be-

richt vom 13. Januar 2006 (act. 4/10) nicht zu entnehmen, dass in erster Linie die 

"Flashbacks" hätten aufgearbeitet werden müssen. Auch geht aus dem Bericht 

vom 20. April 2006 (act. 4/11) nicht hervor, dass er bei Autofahrten über 20 Minu-

ten Ängste, Kopfschmerzen und "Schwindelgefühle" verzeichnet habe (act. 1 

Rz. 12 und act. 85 zu 12. S. 11), sondern es wurde Schwindel explizit verneint 

und von vermehrter Ängstlichkeit und Schweissausbrüchen vor allem bei Fahr-

versuchen (max. 20 Min. möglich) berichtet. 

Zum Bericht vom 13. Januar 2006 macht die Beklagte geltend, dass die Diagno-

se einer Anpassungsstörung nicht einmal zwei Monate nach dem Unfall aufgrund 

von "zwei Vorgesprächen" nicht hätte gestellt werden dürfen, da sich eine solche 

aufgrund der medizinischen Erfahrungen mit Anpassungsstörungen innert so kur-

zer Zeit gar nicht hätte entwickeln können. Zudem bestreitet die Beklagte das an-

gegebene Panvertebralsyndrom mit der Begründung, dass entsprechende Befun-

de völlig fehlten (act. 14 Rz. 11; act. 89 Rz. 10 f., Rz. 16b). Auch in den Berichten 

vom 20. April und vom 17. Mai 2006 fehlten jegliche klinische Befunde. Die Diag-

nosen beruhten einzig und allein auf den Schilderungen des Klägers (act. 14 

Rz. 12 f.). Dass Mitte Mai 2006 noch keine Arbeitsversuche stattgefunden hätten, 

deren Verschiebung der Kläger mit versicherungstechnischen Abklärungen be-

gründet habe, widerlege seine angebliche Motivation, sich wieder in seine Arbeit 

als selbständiger Taxichauffeur einzugliedern (act. 89 Rz. 12). Die Berichte lies-

sen eine erhebliche Ratlosigkeit erkennen, da keine schlüssigen Befunde hätten 

erhoben werden können und die Behandler nur den Angaben des Klägers gefolgt 

seien (act. 89 Rz. 16a). 

Der Kläger hält dem entgegen, insbesondere die Flashbacks, die Angst beim Au-

tofahren und die rasche Ermüdbarkeit rechtfertigten ohne Weiteres die Diagnose 

einer Anpassungsstörung im Bericht vom 13. Januar 2006. Der Bericht vom 

20. April 2006 zeige auf, dass der Kläger alles daran gesetzt habe, die Unfallfol-

gen zu überwinden, seine Eigenmotivation sehr gross gewesen sei und er mög-

lichst bald wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Taxichauffeur angestrebt ha-

be. Von Aggravation oder Simulation könne bei diesen Gegebenheiten keine Re-

- 31 - 

de sein. Aus dem Bericht vom 17. Mai 2006 gehe hervor, dass mit Hilfe psychiat-

rischer Betreuung darauf hingearbeitet worden sei, ihn mit Fahrversuchen und ei-

ner Steigerung der Fahrdauer wiederum in seine Tätigkeit als Taxichauffeur zu-

rückzuführen. Die Berichte der Klinik H._____ seien in jeder Beziehung nachvoll-

ziehbar und korrekt (act. 85 Ziff. 11 ff. S. 11 ff.). 

4.4.3. Die Aufzählung der Beschwerden des Klägers basieren offenbar auf des-

sen Angaben im Rahmen der psychotherapeutischen Gespräche im Medizini-

schen Zentrum H._____. Nackenschmerzen kommen erst im Bericht vom 

20. April 2006 vor, während solche im Bericht vom 13. Januar 2006 noch nicht 

erwähnt werden. Dies steht wiederum im Widerspruch zur Angabe gegenüber 

Dr. G._____, wonach die Nackenschmerzen seit einem Verkehrsunfall verstärkt 

bestünden, es sei denn der Kläger hätte sich gegenüber Dr. G._____ gar nicht auf 

den Unfall vom 11. November 2005, sondern auf einen allfälligen späteren Ver-

kehrsunfall bezogen. 

4.5. Bericht von Dr. med. K._____ vom 4. Mai 2006 

4.5.1. Dr. med. K._____, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm im Be-

richt vom 4. Mai 2006 zu den u.a. vom Medizinischen Zentrum H._____ gestellten 

Diagnosen im Rahmen eines Aktengutachtens zu Handen der Beklagten Stellung 

(act. 4/15). 

Zur Frage, wie sie die gestellten Diagnosen beurteile, führte Dr. K._____ aus, 

dass es sich bei Schlafstörungen, Nervosität, Hyperventilation, wie z.T. diagnos-

tisch angeführt, um Symptome auf der Befundebene handle, also um keine Diag-

nosen im eigentlichen Sinne (act. 4/15 S. 1). Zur Diagnose der Anpassungsstö-

rung führte Dr. K._____ aus, dass der Kläger und seine behandelnden Ärzte das 

Unfallereignis vollumfänglich für das Bild wechselnder Beschwerden verantwort-

lich machten und darauf hinwiesen, dass diese erst nach dem Unfall aufgetreten 

seien und es vor dem Unfall keine psychischen Auffälligkeiten gegeben habe. 

Letzterem gegenüber stehe die Anamnese mit früherer psychiatrischer Behand-

lung und der Gebrauch von Beruhigungstabletten. Beides seien Anhaltspunkte, 

die auf einen möglichen Vorzustand hinweisen könnten. Die Gesamtheit der be-

- 32 - 

lastenden Lebensumstände seien viel besser als der Unfall geeignet, eine Anpas-

sungsstörung auszulösen und zu unterhalten (act. 4/15 S. 1 f.). Bereits im Bericht 

USZ sei eine unfallbedingte Schädigung ausgeschlossen worden. Als denkbare 

Vorzustände wurden prädisponierende Züge auf der Persönlichkeitsebene, ein 

rezidivierendes psychiatrisches Leiden sowie eine rezidivierende Affektstörung 

genannt und angeführt, dass es bei einer Konstellation wie dieser aufgrund se-

kundärer Motive nicht selten zu einer psychogenen Wunschreaktion mit psychi-

scher Fehlhaltung bei versicherungsbedingter Versuchung komme (act. 4/15 

S. 2). 

Dr. K._____ kam im Wesentlichen zum Schluss, dass es sehr unwahrscheinlich 

sei, dass das unspezifische Beschwerdebild, das der Kläger heute beklage, in ei-

nem ursächlichen Zusammenhang mit dem spezifischen Ereignis des Unfalles 

stehe. Unfallgeschehen, objektivierbares Unfallerleben und beider Folgen seien 

nicht geeignet, Störungen in der Art, dem Ausmass und der Dauer auszulösen 

und zu unterhalten, wie sie geltend gemacht würden. Der Kläger habe eine Prel-

lung erlitten, während andere Verletzungen ausgeschlossen worden seien. Das 

heutige Störungsbild habe sich erst sekundär mit einer Latenz entwickelt, habe 

sich symptomatisch verändert und weite sich seither aus, was unter den hier vor-

liegenden Umständen nichts mehr mit dem Unfallgeschehen und Unfallerleben zu 

tun habe. Das Unfallereignis vom 11.11.2005 komme aus medizinisch-psychiatri-

scher Sicht als Ursache für eine längere Arbeitsunfähigkeit (mehr als zwei Wo-

chen) nicht in Frage. Überdies begründe der diagnostisch umschriebene Be-

schwerdekomplex - unabhängig von der Entstehung - keine hohe und längere Ar-

beitsunfähigkeit. Der Anteil unfallfremder Faktoren (Belastungsfaktoren aus dem 

psychosozialen Umfeld, so die Trennung von Ehefrau und Kindern im August 

2005, ungewisse Zukunftsaussichten namentlich in finanzieller Hinsicht sowie 

spärliche soziale Ressourcen, eventuelle Vorzustände wie Persönlichkeitszüge 

und rezidivierende psychische Störung) sei beträchtlich und mache realistischer-

weise sicher ¾ der Gesamtumstände aus (act. 4/15 S. 3). 

Die psychotherapeutischen Einzelgespräche und die Physiotherapie bezeichnete 

Dr. K._____ als nicht ausreichend und die Medikamentendosierung als unüblich 

- 33 - 

niedrig zur Behandlung der aufgeführten Symptomatik. Zur Frage nach der Prog-

nose führte Dr. K._____ aus, diese sei ungewiss. Eindrucksmässig zeichne sich 

unfallunabhängig eine psychogene Entwicklung ab, hin zu einer fixierten Fehlhal-

tung (act. 4/15 S. 4). 

4.5.2. Dass Dr. K._____ bestätigt habe, dass zwischen Unfall und Beschwerden 

eine Teilkausalität gegeben sei, ist dem Bericht entgegen der Darstellung des 

Klägers (act. 1 Rz. 24 S. 11; act. 85 zu 16. S. 16 und zu 24a S. 32) nicht zu ent-

nehmen, sondern dass der Anteil unfallfremder Faktoren sicher, mit anderen Wor-

ten mindestens, ¾ der Gesamtumstände ausmache. 

4.5.3. Die Beklagte stützt sich hinsichtlich ihrer Standpunkte u.a. auf den Be-
richt von Dr. K._____ ab (act. 14 Rz. 16 ff.). Der Kläger führt die Ergebnisse ge-

mäss Bericht darauf zurück, dass es sich dabei um ein Gefälligkeitsgutachten zu 

Gunsten der Beklagten als Auftraggeberin gehandelt habe (act. 85 zu 16. S. 15 ff. 

und zu 23c S. 26). 

4.5.4. Parteigutachten, die von einer Partei eingeholt und in das Verfahren ein-

gebracht werden, ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich 

nicht die Qualität von Beweismitteln, sondern von blossen Parteibehauptungen 

beizumessen (BE 135 III 670 E. 3.3.1 m.w.H.). Indessen sind auch Parteigutach-

ten bei der Beweiswürdigung mit zu berücksichtigen (BGE 125 V 351 E. 3b f.; Ur-

teil des Bundesgerichts 1C_398/2010 vom 5. April 2011 E. 3.2). 

Damit ein medizinischer Aktenbericht, d.h. ein solcher ohne eigene Untersuchung 

der betreffenden Person, überzeugend ist, wird vorausgesetzt, dass die Akten ein 

vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben 

und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vor-

liegen, damit der Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Un-

terlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_198/2011 vom 9. August 2011 E. 2.2 m.w.H.). 

Es ist unbestritten, dass es sich beim Bericht von Dr. K._____ um ein Parteigut-

achten und gleichzeitig um ein Aktengutachten handelt (Kläger: act. 1 Rz. 16, act. 

- 34 - 

85 zu 16. S. 15; Beklagte: act. 14 Rz. 16.). Die Tatsache allein, dass es sich um 

ein Parteigutachten handelt, ändert nichts daran, dass dieses bei der Beweiswür-

digung berücksichtigt werden kann und darf. Unklar ist aber, ob Dr. K._____ für 

die Erstellung des einzig auf Akten basierenden Berichts die gesamten Vorakten 

zur Verfügung standen, zumal darin lediglich auf das ihr von der Beklagten zur 

Verfügung gestellte "Aktendossier" verwiesen wird (act. 4/15 S. 1). Auf die Ein-

schätzung von Dr. K._____ kann daher nicht unbesehen abgestellt werden. 

4.6. Bericht der L._____ Klinik vom 20. Juni 2006 

4.6.1. Im Bericht der L._____ Klinik vom 20. Juni 2006 wurden von den Neuro-

logen Dr. M._____ und Dr. N._____ ein chronisches zervikales Schmerzyndrom 

bei Status nach Verkehrsunfall mit PKW vom 11.11.05 sowie eine myofasziale 

Schmerzausstrahlung diagnostiziert und festgehalten, dass durch physikalische 

und medikamentöse Therapien die Beschwerdelinderung bisher ausgeblieben sei. 

Unter dem Titel "Beurteilung und Procedere" wurde ausgeführt, beim Kläger be-

stehe ein chronisches Zervicalsyndrom im Anschluss an ein indirektes HWS-

Trauma am 11.11.05. Weder in der klinischen Untersuchung noch in der Anam-

nese des Patienten hätten sich Anhaltspunkte für Neurokompressionen ergeben. 

Das heute durchgeführten HWS-Röntgen zeigten weder eine Fraktur noch Luxati-

onen oder degenerative Veränderungen auf (act. 4/16). 

4.6.2. Der Kläger bestreitet die Feststellung im Bericht, wonach er erst wenige 

Tage nach dem Unfall erstmalig cervicale Schmerzen verspürt habe (act. 85 zu 

17. S. 18 f.). Indessen wird die entsprechende Ausführung im Rahmen der Anam-

nese aufgeführt, d.h. sie basierte auf den Angaben des Klägers selber. Mit seiner 

zum Bericht USZ geäusserten Vermutung, wonach "HWS-Beschwerden unmittel-

bar nach dem Unfall unter Umständen larviert" geblieben seien (act. 85 zu 17. 

S. 19), hat der Kläger anerkannt, dass die betreffenden Schmerzen jedenfalls 

nicht unmittelbar nach dem Unfall aufgetreten waren. Die Beklagte weist sodann 

zutreffend darauf hin (act. 14 Rz. 17), dass in den Rechtsschriften des Klägers ei-

ne konkrete Behauptung zum Zeitpunkt des Auftretens cervicaler Schmerzen 

fehlt. 

- 35 - 

Die Angabe im Bericht, der Kläger habe wenige Tage nach dem Unfall erstmalig 

zervikale Schmerzen verspürt, welche sich bis heute auf einem relativ hohen Ni-

veau gehalten hätten, fand im Bericht von Dr. G._____ vom 9. Januar 2006 (act. 

4/8) keinen Niederschlag und steht im Widerspruch zum Bericht von Dr. G._____ 

vom 15. Februar 2006, wonach die Schmerzen seit einem Verkehrsunfall ver-

stärkt bestünden (act. 4/14). 

4.6.3. Die Beklagte hält dafür, die Diagnose eines chronischen cervicalen 

Schmerzsyndroms müsse von Dr. G._____ übernommen worden sein (act. 89 

Rz. 17). 

Ob sich die Ärzte der L._____ Klinik für die Stellung ihrer Diagnose einzig auf die 

unter dem Titel "Anamnese" aufgeführten Angaben des Klägers stützten oder sie 

zudem über Vorakten verfügten, ist dem über sieben Monate nach dem Unfall er-

stellten Bericht nicht zu entnehmen. Festzuhalten ist sodann, dass es der erste 

Bericht ist, in welchem ein anlässlich des Unfalls vom 11. November 2005 erlitte-

nes HWS-Trauma als Auslöser eines chronischen Zervikalsyndroms bezeichnet 

wird. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass es sich bei Angaben 

wie "Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule" allein um eine anamnes-

tische Feststellung handelt, welche für den Nachweis der natürlichen Kausalität 

nicht zu genügen vermag (ACKERMANN, a.a.O., S. 103 m.w.H.). 

4.7. Austrittsbericht der RehaClinic O._____ vom 3. Januar 2007 

4.7.1. Vom 16. November 2006 bis 6. Dezember 2006 war der Kläger in der 

RehaClinic O._____ hospitalisiert. Die Diagnosen im Austrittsbericht vom 3. Ja-

nuar 2007 lauteten chronisches cervikales Schmerzsyndrom bei Status nach Auf-

fahrkollision mit PKW am 11.11.2005 (dazu wird Spannungskopfschmerz ange-

führt), Panvertebral-Syndrom, depressive Entwicklung (dazu wird präzisierend ei-

ne Anpassungsstörung genannt). Der Kläger sei zur intensiven Neurorehabilitati-

on zugewiesen worden, nachdem er sich bei einem Verkehrsunfall am 11.11.2005 

ein HWS-Distorsionstrauma mit folgendem chronischem cervikalem Schmerzsyn-

drom zugezogen habe. Zur neuropsychologischen Beurteilung wurde u.a. ange-

führt, der Kläger sei zu sehr in seiner Situation und seiner dominanten 

- 36 - 

Schmerzwahrnehmung gefangen gewesen, um den in den Therapien und Einzel-

gesprächen vermittelten Erklärungen inhaltlich Folge zu leisten. Er verfüge kaum 

über Coping-Strategien und befinde sich in einer starken Krankenrolle. Die forma-

le neuropsychologische Untersuchung habe ein deutlich überlagertes Bild erge-

ben. Die formalen Leistungen seien stark schwankend, nicht nachvollziehbar und 

in sich nicht konsistent gewesen und stünden in keinem Verhältnis zu den Be-

obachtungen. Der Kläger präsentiere sich sehr leidend und klagsam und lasse 

sich teilweise nicht richtig auf die Aufgaben ein. Es mangle ihm an Anstrengungs-

bereitschaft und seine Leistungen würden durch die Schmerzen überlagert. Die 

Resultate der neuropsychologischen Untersuchung seien somit nicht verwertbar, 

jedoch sehe man aus dem Verhalten eine offensichtliche Verstärkung der beklag-

ten Schwierigkeiten. Fokale Minderleistungen könnten ausgeschlossen werden. 

Die Wiederaufnahme der Arbeit zu einem Teilzeitpensum sei zumutbar und aus 

psychologischer Sicht sehr wichtig zur Schmerzdistanzierung und Tagesstruktu-

rierung. Der Kläger fühle sich jedoch zur Zeit nicht arbeitsfähig (act. 4/17). 

4.7.2. Wie erstmals im Bericht der L._____ Klinik vom 20. Juni 2006 (act. 4/16) 

wird auch im Austrittsbericht der RehaClinic O._____ das chronische cervikale 

Schmerzsyndrom auf ein anlässlich des Unfalls erlittenes HWS-Schleudertrauma 

zurückgeführt (act. 4/17 S. 1). Der Beklagten ist darin beizupflichten, dass im Be-

richt der Verdacht auf Aggravation oder gar Simulation des Klägers deutlich 

durchschimmert (act. 14 Rz. 17). 

4.7.3. Über welche Vorakten die Ärzte der RehaClinic O._____ verfügten, geht 

aus dem Austrittsbericht nicht klar hervor. Es wurde in dieser Hinsicht lediglich 

festgehalten, die ausführlichen Voruntersuchungen mit MRI hätten keinen patho-

logischen Befund ergeben (act. 4/17 S. 1) und es seien keine auswärtigen Rönt-

genbilder mitgebracht worden (act. 4/17 S. 3). Als unzutreffend erweist sich so-

dann die Annahme im Bericht, am 11. November 2005 sei es zu einer Auffahrkol-

lision gekommen. Gemäss der von beiden Parteien als Beweismittel offerierten, 

unbestrittenen Unfallanalyse vom 16. Juni 2006 kam es stattdessen zu zwei seitli-

chen Kollisionen ins Heck des klägerischen Fahrzeugs (act. 4/6 S. 1 ff.). 

- 37 - 

4.8. Bericht von Dr. med. P._____ vom 1. März 2007 

4.8.1. Dr. med. P._____, Facharzt FMH für Neurologie, nahm in seinem Bericht 

vom 1. März 2007 Bezug auf einen Bericht der Klinik Q._____ vom 20. Dezember 

2006: "Es besteht normale Höhe und Konfiguration der Wirbelkörper und der Zwi-

schenwirbelräume sowie normale Konfiguration der Bandscheiben und der Medul-

la. Spinalkanal und Foramina sind normal weit." (act. 4/18, vgl. auch den Hinweis 

auf diesen Bericht in act. 86/41). 

Sodann führt Dr. P._____ im Bericht u.a. folgendes aus: "Es sind psychische und 

physische Gründe für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich. […] Es besteht eine 

linksbetonte ausgeprägte Druckdolenz der Muskulatur paracervical, Trapezius 

und Levator scapulae, mit Projektion der Schmerzen daselbst bei Bewegungen, 

wobei die Beweglichkeit heute für die Rotation nach links ca. 35 o beträgt, nach 

rechts 30 o, auch Einschränkung der Rotation kombiniert mit Inklination nach 

links, und kombiniert mit Reklination nach beiden Seiten, wie bei der Voruntersu-

chung. Keine sensomotorischen Ausfälle" (act. 4/18). 

4.8.2. Dass Dr. P._____ die im Hals-Nacken-Bereich festgestellte ausgeprägte 

Muskelverspannung aufgrund seiner im übrigen negativen Befunde nicht erklär-
lich gewesen sei, ist dem Bericht entgegen den Ausführungen der Beklagten 

(act. 14 Rz. 19) nicht zu entnehmen. 

4.8.3. Festzuhalten ist, dass im Bericht von Dr. P._____, abgesehen von der 

vagen Aussage, es seien physische und psychische Gründe für die Arbeitsunfä-

higkeit verantwortlich, keinerlei Ausführungen zu den Ursachen für die genannten 

Beschwerden gemacht werden. 

4.9. Bericht von Dr. med. R._____ vom 31. August 2007 

4.9.1. Im Bericht vom 31. August 2007 führte Dr. med. R._____, Spezialarzt 

FMH für Chirurie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Trau-

matologie, als Diagnosen ein cervico-cephales Syndrom mit Begleitschwindel, 

Tinnitus und Verdacht auf neuropsychologische Defizite bei Status nach Be-

schleunigungstrauma der HWS an. Zum Unfallereignis vom 11. November 2005 

- 38 - 

legte Dr. R._____ dar, die Seitwärtskollision, der fragliche Kopfanprall mit kurzer 

Amnäsie für das Unfallereignis, der Kopf in abgedrehter Position, der Totalscha-

den am Wagen sowie der Umstand, dass der Kontrahent alkoholisert gewesen 

sei, seien alles Risikofaktoren, die einen chronischen Verlauf begünstigten. Auf-

grund der Untersuchung vom 20.08.07 betrage die Arbeitsfähigkeit des Klägers 

zurzeit 20 % (act. 4/19). 

4.9.2. Die Beklagte macht geltend, dass die Angaben von Dr. R._____ zum Un-

fallhergang u.a. den Äusserungen des Klägers in der L._____ Klinik widersprä-
chen. Sie hält den Bericht für medizinisch unhaltbar (act. 14 Rz. 20). Der Kläger 

bestreitet, dass er das Unfallereignis anders geschildert habe als initial. Es liege 

in der Natur der Sache, dass bei Arztberichten, welche über mehrere Monate oder 

gar Jahre erstellt würden, gewisse Differenzierungen auftreten könnten (act. 85 zu 

20. S. 20). 

4.9.3. Der im Bericht erwähnte Begleitschwindel wurde in keinem früheren Be-

richt erwähnt, im Gegenteil wurde Schwindel in den Berichten des Zentrums 

H._____ vom 13. Januar und 20. April 2006 sowie erneut in jenem vom 14. Feb-

ruar 2008 explizit verneint (act. 4/10 ff.). Auch bei Tinnitus handelt es sich um eine 

Beschwerde, die bis dahin noch von keinem Arzt je erwähnt wurde. Was den Un-

fallhergang betrifft, so wurde eine anlässlich des Unfalls abgedrehte Position des 

Kopfes weder behauptet noch dokumentiert. Eine Amnäsie wurde vom Kläger 

nach der Einlieferung ins USZ verneint (act. 4/7). Auch gemäss Bericht der 

L._____ Klinik vom 20. Juni 2006 habe es weder einen Kopfstoss noch eine ret-

rograde Amnesie gegeben (act. 4/16) und im Austrittsbericht der RehaClinic 

O._____ vom 3. Januar 2007 wurde explizit "Kein Kopfanfall, kein Bewusstseins-

verlust" festgehalten (act. 4/17). Sodann ist nicht nachvollziehbar, weshalb ge-

mäss Bericht von Dr. R._____ u.a. der Umstand, dass der Kontrahent des Unfalls 

alkoholisiert war, den chronischen Verlauf der klägerischen Beschwerden begüns-

tigt haben sollte. Aufgrund der verschiedenen Ungereimtheiten und der Wider-

sprüche zu den Vorakten kann auf den Bericht von Dr. R._____ vom 31. August 

2007 nicht abgestellt werden. 

- 39 - 

4.10. Berichte von Dr.phil. S._____ 

 vom 13. Dezember 2007 und vom 7. Februar 2008 

4.10.1. Gemäss Bericht von Dr.phil. S._____ des Neuropsychologischen T._____ 

vom 13. Dezember 2007 wiesen die Befunde aus neuropsychologischer Sicht auf 

ein allgemein mittelschwer reduziertes kognitives Leistungsniveau ohne hirnloka-

lisatorischen Schwerpunkt hin. Zu den nicht normgerechten Leistungen komme 

eine generelle Verlangsamung im Arbeitstempo, insbesondere im Bereich der 

spezifischen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfunktionen, sowie eine deutlich 

reduzierte Belastbarkeit mit Ermüdbarkeit und Provokation somatischer Be-

schwerden bei längerer konzentrativer Beanspruchung. Verglichen mit den Be-

funden der vorangegangen neuropsychologischen Untersuchung in der RehaCli-

nic O._____ zeige sich auch heute nicht das Bild einer umschriebenen neuropsy-

chologischen Funktionsstörung, sondern eine allgemeine Beeinträchtigung der 

kognitiven Leistungsfähigkeit, welche nicht als typische kognitive Störung nach 

HWS-Traumata imponiere. Eine Überlagerung allfälliger kognitiver Funktionsstö-

rungen durch die beklagten Kopf- und Nackenschmerzen sowie durch eine evtl. 

innere Ablenkung, etwa durch die angegebene und den Kläger offensichtlich auch 

heute sehr belastende Scheidungsproblematik und existentielle Verunsicherung 

aufgrund einer momentan schwierigen beruflichen Situation, sei sehr wahrschein-

lich. Zum damaligen Zeitpunkt sei eine mangelnde Anstrengungsbereitschaft fest-

gestellt worden. Auch heute hätten sich Hinweise auf eine Aggravations- bzw. 

Simulationstendenz oder Konversionssymptomatik ergeben. Angesichts der ins-

gesamt als mittelschwer zu beurteilenden kognitiven Defizite, vor allem im Auf-

merksamkeitsvermögen, sei die berufliche Leistungsfähigkeit des Klägers als Ta-

xifahrer, insbesondere in Kombination mit den von ihm angegebenen belastungs-

abhängigen Schwindelbeschwerden, nach wie vor erheblich eingeschränkt 

(act. 4/20 S. 10 ff.). 

Nachdem sie vom Kläger telefonisch kontaktiert worden war, hielt Dr. S._____ im 

Schreiben vom 7. Februar 2008 an dessen damaligen Vertreter Rechtsanwalt Dr. 

X2._____ im Wesentlichen fest, ihre Schlussfolgerung, dass der Kläger auch zum 

heutigen Zeitpunkt noch unter Eheproblemen oder unter der damaligen Schei-

- 40 - 

dungsthematik leide, sei ein Fehler ihrerseits, weshalb sie die diesbezüglichen 

Aussagen zurücknehme und sich für die entstandenen Missverständnisse ent-

schuldige. Die Scheidungsproblematik sollte deshalb nicht in den Vordergrund als 

Erklärung für die generelle kognitive Leistungsreduktion angeführt werden 

(act. 4/21). 

4.10.2. Der Kläger vertritt die Auffassung, dass auf den Bericht von Dr. S._____ 

abgestellt werden könne, zumal dieser auch absolut nicht im Widerspruch zu den 

Observationsergebnissen stehe (act. 85 zu 21. f. S. 20 f.). 

Die Beklagte wendet im Wesentlichen ein, dass Dr. S._____ nach einer einmali-

gen Untersuchung des Klägers unkritisch den ihr nur unvollständig vorgelegten 

Berichten gefolgt sei und stillschweigend auf eine Unfallkausalität der geklagten 

Beschwerden geschlossen habe. Dass längere konzentrative Beanspruchung 

beim Kläger somatische Beschwerden provoziere, sei eine völlig neue Idee, die 

zuvor noch nie von einem dafür zuständigen Arzt diagnostiziert worden sei. Auch 

kontrastiere das grundlos verfasste Entschuldigungsschreiben zu klaren objekti-

ven Feststellungen bzw. Notizen zur familiären und sonstigen Situation. Aufgrund 

der Unschlüssigkeit des Berichts komme diesem keinerlei Beweiswert zu (act. 14 

Rz. 22, act. 89 Rz. 22). 

4.10.3. Dem Bericht vom 13. Dezember 2007 zu entnehmen, dass Dr. S._____ 

der Bericht USZ nicht vorlag, führte sie doch zum ihr vom Kläger geschilderten 

Unfallereignis aus, es würden diesbezüglich keine medizinischen Akten zur Ver-

fügung stehen (act. 4/20 S. 2). 

Dem vom Kläger eingereichten Scheidungsurteil des Bezirksgerichtes Bülach 

vom 1. Dezember 2008 ist zu entnehmen, dass der Kläger und dessen frühere 

Ehefrau mit Urteil vom 23. März 2007 in Bosnien-Herzegowina rechtskräftig ge-

schieden wurden und mit Urteil vom 1. Dezember 2008 die Nebenfolgen der 

Scheidung geregelt wurden (act. 6/3 = act. 86/67). Nachdem das Scheidungsver-

fahren noch pendent war, als Dr. S._____ den Kläger am 31. Oktober 2007 unter-

suchte, stehen ihre diesbezüglichen Relativierungen im Bericht vom 7. Februar 

2008 im Widerspruch zu den aktenkundigen Daten. 

- 41 - 

Schliesslich wurden im Gutachten PUK vom 31. Mai 2010 Zweifel an der Richtig-

keit der Schlussfolgerungen von Dr. S._____ geäussert (act. 67/2 S. 57, S. 67). 

Abgesehen davon entsprechen die Schlussfolgerungen von Dr. S._____ nur be-

dingt dem Standpunkt des Klägers. Die Ausführung, das Bild einer allgemeinen 

Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit imponiere nicht als typische 

kognitive Störung nach HWS-Traumata, spricht gegen das Vorliegen eines nach 

HWS-Schleudertrauma typischen Beschwerdekomplexes. Zudem hielt 

Dr. S._____ unter Hinweis auf die Befunde der neuropsychologischen Untersu-

chung in der RehaClinic O._____ vom 20. Dezember 2006 fest, es würden sich 

auch bei den von ihr durchgeführten Tests Hinweise auf eine Aggravations- bzw. 

Simulationstendenz oder Konversionssymptomatik ergeben (act. 4/20 S. 11).  

4.11. Bericht des Medizinischen Zentrums H._____ vom 14. Februar 2008 

4.11.1. Im Bericht des Medizinischen Zentrums H._____ vom 14. Februar 2008 

wurden als Diagnosen Anpassungsstörung, Schulden und Panvertebralsyndrom 

genannt und als Beschwerden Kopf- und Rückenschmerzen, erhöhte Vergess-

lichkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit, erhöhte Aggressivität und vermehrte Ängst-

lichkeit angeführt. Schwindel wurde explizit verneint und festgehalten, dass der 

Kläger beim Autofahren keine Angst mehr habe. Unter dem Titel "Neuropsycholo-

gisches Screening" wurde ausgeführt, es ergäben sich Einschränkungen im Ge-

dächtnis sowie Hinweise auf eine mögliche hirnorganische Mitbeteiligung. Hin-

sichtlich der Arbeitsfähigkeit als Taxichauffeur wurde ausgeführt, der Kläger sei 

70 % arbeitsunfähig und für die Arbeit im Haushalt wegen der verlängerten Zeit 

ca. 50 % (act. 4/13). 

4.11.2. Wie bereits den früheren Berichten des Medizinischen Zentrums H._____ 

(act. 4/10-12) ist auch diesem keine Auseinandersetzung mit den medizinischen 

Vorakten zu entnehmen. Die Bemerkung zu Handen Dr. R._____ "wir berichten 

Dir unseren Eindruck aufgrund der Informationen des Pat." oder die Ausführung 

"aus Sicht des Pat. hängen die Beschwerden mit dem Unfall zusammen" zeigen, 

dass die wesentlichen Schlussfolgerungen einzig gestützt auf die Angaben des 

Klägers gezogen wurden. Dies geht so weit, dass aufgrund der Eigeneinschät-

- 42 - 

zung des Klägers "subjektiv ist der Pat. 70 % arbeitsunfähig" in der Zusammen-

fassung auf eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers in diesem Umfang geschlossen 

wurde (act. 4/13 S. 3). Die abschliessende Bemerkung, der Kläger versuche die 

genannten neuropsychologischen Einschränkungen mit einer Steigerung der Ar-

beitstätigkeit zu reduzieren und brauche im Moment keine Behandlung, geben 

sodann Anlass zu Zweifeln am Ergebnis des neuropsychologischen Screenings. 

Zudem wurden im Gutachten PUK nach eingehender Untersuchung des Klägers 

keinerlei neuropsychologische Defizite diagnostiziert (act. 67/2 S. 57, S. 71). Auf 

die unreflektierte Einschätzung im Bericht des Medizinischen Zentrums H._____ 

vom 14. Februar 2008 kann nicht abgestellt werden. Abgesehen davon geben die 

im Bericht gestellten Diagnosen "Anpassungsstörung, Schulden, Panvertebral-

syndrom" keine Hinweise darauf, dass der Kläger im Februar 2008 an einem im 

Zusammenhang mit einem Schleudertrauma der HWS stehenden Beschwerde-

komplex gelitten hätte. 

4.12. Ärztliches Zeugnis von Dr. U._____ vom 19. Januar 2009 

4.12.1. Gemäss dem ärztlichen Zeugnis von Dr. med. U._____ vom 19. Januar 

2009 war der Kläger wie folgt arbeitsunfähig: Vom 23. Juni 2006 bis 1. April 2007 

zu 100 %, vom 2. April bis 30. Juni 2007 zu 88 %, vom 1. Juli bis 1. Oktober 2007 

zu 80 % und vom 2. Oktober 2007 bis 31. Januar 2008 zu 70 % (act. 4/33). 

4.12.2. Für die ersten sieben Monate nach dem Unfall liegen keine Aussagen zur 

Arbeitsfähigkeit vor, was damit zusammenhängen dürfte, dass der Kläger gemäss 

seinen Angaben anlässlich der IV-Begutachtung in der PUK diese Hausärztin 

nach dem Behandlungsabbruch bei Dr. G._____ ab ca. Mai 2006 aufzusuchen 

begann (act. 67/2 S. 42 f.). 

4.12.3. Ausser der blossen Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeiten des Klä-

gers wurden von Dr. U._____ keine Berichte als Beweismittel offeriert, obgleich 

aus den Zusammenfassungen in den IV-Gutachten hervorgeht, dass mehrere Be-

richte dieser Ärztin existieren (act. 67/1 S. 15 f. und S. 21; act. 67/2 S. 11 f. und S. 

18). Ebenfalls nicht als Beweismittel angeboten wurde eine Zeugeneinvernahme 

- 43 - 

dieser Ärztin. Aus der unbegründeten Bescheinigung allein kann der Kläger nichts 

für seinen Standpunkt ableiten. 

4.13. Bericht der Klinik Q._____ vom 26. Februar 2010 

4.13.1. Im Bericht von Dr. med. V._____, Klinik Q._____, vom 26. Februar 2010 

betreffend MR-Untersuchung der HWS wurde unter dem Titel "Klinik" folgendes 

ausgeführt: "Verlaufskontrolle bei Nackenschmerzen und Status nach Autounfall 

am 11.11.05 mit Kontusion der rechten Flanke und Hyperventilation". In der Beur-

teilung wurde festgehalten, es gebe gegenüber der Voruntersuchung vom 20. De-

zember 2006 keine nachgewiesene Befundänderung. Festgestellt wurden geringe 

Signalstörungen im dorsalen Myelon auf Höhe C2/3, für die mehrere mögliche Ur-

sachen genannt wurden. Die übrigen Verhältnisse seien unverändert regelrecht 

bei leichter Hyperlordose und geringer linkskonvexer Skoliose der HWS bei intak-

ten Wirbelkörpern und ebenfalls regelrechten Disci ohne Neurokompression (act. 

86/41). 

4.13.2. Offenbar nahm Dr. V._____ auf den Bericht USZ Bezug. Sodann ergab 

die MR-Untersuchung im Wesentlichen Normalbefunde. 

4.14. Bericht von Dr. R._____ vom 4. Juli 2013 

4.14.1. In seinem Bericht vom 4. Juli 2013 stellte Dr.med. R._____ die Diagnose 

eines chronischen, posttraumatischen, cervico-cephalen Schmerzsyndroms bei 

Status nach Überdehnungstrauma der HWS im November 2005. Dazu führte Dr. 

R._____ aus, der Kläger sei im November 2005 von einem nicht vortrittsberech-

tigten PW-Fahrer von links heftig angefahren worden. Er habe eine Erinnerungs-

lücke von mehreren Sekunden Dauer. Unmittelbar anschliessend an den Unfall 

seien Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwankschwindel aufgetreten. Von 

diesem Unfall geblieben sei nach wie vor ein cervico-cephales Schmerzsyndrom 

mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der HWS sowie mit deutlichen neuropsy-

chologischen Defiziten mit Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten, er-

höhter Ermüdbarkeit, erhöhter Reizbarkeit, verminderter Leistungsfähigkeit und 

Belastbarkeit. Aufgrund der somatischen Befunde einerseits als auch insbesonde-

- 44 - 

re der neuropsychologischen Defizite andererseits sei der Kläger in der ange-

stammten Tätigkeit als Taxichauffeur höchstens 50 % arbeitsfähig (act. 104/2). 

4.14.2. Wie bereits in seinem Bericht vom 31. August 2007 (act. 4/19) geht 

Dr. R._____ von Voraussetzungen aus, welche mit den Vorakten teilweise in ekla-

tantem Widerspruch stehen. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass aus dem 

u.a. an Dr. R._____ gerichteten Bericht der Klinik Q._____ vom 26. Februar 2010 

(act. 86/41) unter dem Titel "Klinik" die Diagnosen gemäss Bericht USZ wiederholt 

wurden und Dr. R._____ somit hätten bekannt sein müssen. Die einzige von 

Dr. R._____ als unmittelbar nach dem Unfall aufgetreten bezeichnete Beschwer-

de, welche mit dem Bericht USZ übereinstimmt, sind Kopfschmerzen. Sowohl ei-

ne Amnesie als auch Nackenbeschwerden wurden vom Kläger nach der Einliefe-

rung ins USZ hingegen verneint. Sodann wurde - ausser in den beiden Berichten 

von Dr. R._____ sowie in jenem von Dr. phil. S._____ - in keinem weiteren der als 

Beweismittel offerierten Arztberichte jemals Schwindel dokumentiert. Im Gegenteil 

wurde Schwindel in den Berichten des Medizinischen Zentrums H._____ vom 13. 

Januar 2006, vom 20. April 2006 und vom 14. Februar 2008 explizit verneint 

(act. 4/10 ff.). Wie bereits erwähnt, wurden im Gutachten PUK nach eingehender 

Untersuchung keinerlei neuropsychologische Defizite diagnostiziert (act. 67/2 

S. 57, S. 71). Auf die über siebeneinhalb nach dem Unfall gestellten, nicht nach-

vollziehbaren Diagnosen und Schlussfolgerungen gemäss Bericht von Dr. 

R._____ vom 4. Juli 2013 kann nicht abgestellt werden. 

5. Observation des Klägers in den Jahren 2006 und 2007 

5.1. Vorbemerkungen 

5.1.1. Die Beklagte liess den Kläger in den Jahren 2006 und 2007 durch eine 

Privatdetektei observieren (act. 1 Rz. 30; act. 14 Rz. 30). Die Ergebnisse dieser 

Observationen wurden als Videozusammenschnitte auf zwei DVDs mit jeweils 

zugehörigem schriftlichen Ermittlungsberichten zu den Akten ediert (act. 20/7-8). 

Die erste Observationsphase dauerte vom 19. Juni 2006 bis 4. Juli 2006, die 

zweite vom 11. Juni 2007 bis 4. Juli 2007 (act. 20/7 S. 10 und act. 20/8 S. 10). 

- 45 - 

Die Zulässigkeit der Überwachung des Klägers steht im Einklang mit der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung (BGE 129 V 323 E. 3.3.3; vgl. auch Kass.-Nr. 

AA070006, Beschluss vom 18. Juli 2007 i.S. A. gegen G. AG, E. II.7.). Die Ver-

wertbarkeit des von der Beklagten als Beweismittel offerierten Observationsmate-

rials wird vom Kläger denn auch zu Recht nicht in Frage gestellt. 

5.1.2. Am 6. Juli 2011 fand die Beweisverhandlung im Rahmen der Instruktions-

verhandlung betreffend UP/URB statt, welcher neben der Gerichtsdelegation und 

den Parteien als Gutachter Prof. Dr. med. C._____, Chefarzt der neurologischen 

Klinik am …spital W._____ und Professor an der Universität W._____, beiwohnte. 

Anlässlich dieser Verhandlung wurden die einzelnen Sequenzen der DVD-

Videozusammenschnitte visioniert, von Prof. Dr. C._____ auf Befragen kommen-

tiert und den Parteien Gelegenheit zur Stellung von Ergänzungsfragen an den 

Gutachter gegeben (Prot. S. 23-71 und S. 73). 

Die Befragung von Prof. Dr. C._____ erfolgte nach Ermahnung zur wahrheitsge-

mässen Aussage gemäss Art. 307 StGB. Auf Befragen gab der Gutachter im We-

sentlichen zu Protokoll, den Kläger nicht zu kennen. Mit dessen Anwalt sowie mit 

der Beklagten habe er im Zusammenhang mit seiner beruflichen Funktion als 

Gutachter in anderen Fällen bereits zu tun gehabt (Prot. S. 24-27, vgl. auch Prot. 

S. 66 und S. 71). 

5.1.3. Angesichts der Visionierung und Kommentierung der DVD-Videozusam-

menschnitte durch den Gutachter erübrigt es sich, auf die Beobachtungen und 

Feststellungen der nicht medizinisch geschulten Ermittler sowie die von den Par-

teien daraus gezogenen Rückschlüsse einzugehen (Kläger: act. 1 Rz 30 f., 

act. 85 zu 31i S. 49 ff.; Beklagte: act. 14 Rz. 31 ff., act. 89 Rz. 31 ff.). 

5.2. Zusammenfassung der Videosequenzen sowie der Kommentare von  

Prof. Dr. C._____ 

5.2.1. In den Sequenzen vom 19. Juni 2006, ab 13:36 Uhr, ist der Kläger - im 

Protokoll als Zielperson bezeichnet - zunächst beim Hantieren mit Putzmitteln und 

-utensilien um und im Auto zu sehen, während er gleichzeitig mit der linken Hand 

- 46 - 

sein Mobiltelefon am Ohr hält und telefoniert (Prot. S. 29, S. 73). Es ist unbestrit-

ten, dass er dabei u.a. die Reinigung des Fahrzeuginneren mit dem Staubsauger 

ausführte (Kläger: act. 1 Rz. 31f S. 15; Beklagte: act. 14 Rz. 31f und Rz. 31id, 

act. 89 Rz. 31ic S. 30). Nach einigen Minuten verlässt der Kläger die Örtlichkeit 

mit seinem Fahrzeug und fährt auf die Strasse. Die Frage, ob er beim Kläger ir-

gendwelche krankhaften Symptome feststellen könne, verneinte Prof. 

Dr. C._____. Auf Befragen hielt er weiter fest, dass die Zielperson einen normalen 

Bewegungsablauf sowie eine normale Körper- und Kopfhaltung habe und bima-

nuell, d.h. gleichzeitig mit beiden Händen, etwas machen könne. Die Geschwin-

digkeit der Bewegungen der Zielperson sei dabei normal, sogar eher rasch. Er 

habe seiner Einschätzung nach Kopfwendungen nach links und rechts in einem 

Winkel von 30-45 Grad gesehen (Prot. S. 29-31). Interessant ist diesem Zusam-

menhang, dass beim Kläger anlässlich der am folgenden Tag, dem 20. Juni 2006, 

in der L._____ Klinik durchgeführten Untersuchung eine HWS-Beweglichkeit in 

Normalstellung nach links und rechts von 80/0/80 und damit ein Normalbefund 

festgestellt wurde, während die Beweglichkeit in Flexion und Extension mit 

30/0/30 als eingeschränkt beschrieben wurde (act. 4/16 sowie Prot. S. 52). 

5.2.2. In den Sequenzen vom 27. Juni 2006, von 17:24 Uhr bis ca. 20:02 Uhr, 

sowie vom 28. Juni 2006, von 9:53 bis ca. 11:35 Uhr, ist der Kläger bei verschie-

denen Fahrten mit dem Auto zu sehen, u.a. im flüssigen Kolonnenverkehr, bei 

Fahrten über Land und durch den Wald bei teilweise hohem Verkehrsaufkommen, 

auf einer kurvenreichen Strasse sowie beim Rückwärtsfahren auf einem Park-

platz. Zwischendurch ist der Kläger zudem beim Gehen auf dem Trottoir mit ei-

nem Gegenstand in der Hand sowie beim Einsteigen in sein Fahrzeug zu sehen. 

Dazu gab Prof. Dr. C._____ auf Befragen zu Protokoll, das Auto sei jeweils kor-

rekt in der Fahrspur gelenkt worden. Auf Ergänzungsfrage des klägerischen Ver-

treters verneinte der Gutachter, dass ein HWS-Trauma solche Fahrten wie hier 

ausschliesse. Ein Chauffeur könne auch mit Kopfschmerzen fahren. Die bisher 

beobachtete normale Körperhaltung und das Rotieren des Kopfes spreche aber 

für eine relativ gute Beweglichkeit im Bereich der Halswirbelsäule und gegen eine 

Schmerzhemmung. Beim Gehen auf dem Trottoir mit dem seines Erachtens leich-

ten Gegenstand in der Hand stellte der Gutachter einen normalen, symmetrischen 

- 47 - 

Gang ohne Hinken sowie eine normale Körper- und Kopfhaltung fest. Die Arme 

würden normal mitgeschwungen. Beim Einsteigen in das Fahrzeug konnte Prof. 

Dr. C._____ eine normale, bimanuelle Koordination beim Bewegungsablauf be-

obachten. Die Kopfhaltung beim Rückwärtsfahren konnte er aufgrund der Film-

qualität hingegen nicht sehen (Prot. S. 32-36). 

5.2.3. Auch in den Sequenzen vom 4. Juli 2006, 20:52 bis 21:00 Uhr, ist das 

klägerische Fahrzeug bei Fahrten in verschiedenen Verkehrssituationen zu se-

hen, namentlich bei Fahrten über Land, teilweise mit Geschwindigkeitsbegren-

zung 60 km/h, sowie beim Überqueren von Kreuzungen. Zur These des klägeri-

schen Vertreters, dass der Kläger bei diesen Fahrten extrem langsam gefahren 

sei und die Geschwindigkeit gemäss Geschwindigkeitsbegrenzung nicht ausge-

fahren habe, vertraten sowohl der Instruktionsrichter, der Handelsrichter als auch 

der Gutachter übereinstimmend die Ansicht, dass dies aus der Perspektive der 

mehrheitlich mit dem Teleobjektiv aufgenommenen Filmaufnahmen nicht beurteilt 

werden könne (Prot. S. 36-38). 

5.2.4. Die nachfolgenden Videosequenzen aus der zweiten Observationsphase 

datieren fast ein Jahr nach der ersten Observationsphase. In den Sequenzen vom 

15. Juni 2007, 11:20 bis 13:32 Uhr, ist der Kläger zunächst zu sehen, wie er sich 

neben dem mit "Taxi" angeschriebenen Fahrzeug bückt, kurz darauf eine Rolle 

Haushaltpapier vom Boden aufhebt und in den Kofferraum legt, anschliessend bei 

einer kurzen Fahrt sowie beim Ein- und Aussteigen in das Fahrzeug, wobei das 

Fahrzeug keine Beschriftung mehr trägt. Bei den Aufnahmen, auf welchen der 

Kläger ausserhalb des Fahrzeuges zu sehen ist, stellte Prof. Dr. C._____ sym-

metrische Bewegungen mit beiden Händen, normale Bewegungsabläufe sowie 

eine normale Körperhaltung fest, während er bei der Rückwärtsfahrt des Autos 

die Kopfhaltung des Chauffeurs nicht erkennen konnte (Prot. S. 38-40). 

In der nächsten Filmsequenz ist das klägerische Fahrzeug bei Fahrten über Land 

und in der Stadt zu sehen, wobei es u.a. auf der Autobahn und in einem Auto-

bahntunnel mit mehreren Kurven, zum Teil mit Geschwindigkeitsbegrenzung 

100 km/h, fährt. Teilweise ist das Fahrzeug im Kolonnenverkehr mit hohem Ge-

genverkehrsaufkommen unterwegs. Schliesslich kann der Kläger in der Nähe sei-

- 48 - 

nes abgestellten Fahrzeuges bei Regenwetter beobachtet werden, u.a. wie er ein 

magnetisiertes Schild mit der Aufschrift "Taxi" aus dem Fahrzeug nimmt, seitlich 

anbringt und schliesslich wieder in das Fahrzeug einsteigt, wobei er vermutlich ei-

ne Zigarette im Mund hat. Auch kann der Kläger etwas später dabei beobachtet 

werden, wie er ein Taxischild mit beiden Händen auf das Autodach hebt. Der 

Gutachter bemerkte dazu im Wesentlichen, dass das Zielfahrzeug bei de