# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39763ff5-0d46-59b1-a458-3cdfde5debd3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-01
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 01.11.2022 SK 2021 302
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-302_2022-11-01.pdf

## Full Text

1§Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 302

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 1. November 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Salzmann (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Zbinden, 
Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiber Jaeger

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
 

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, Unterlassung der Buch-
führung, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, 
etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 13. April 2021 (PEN 20 808)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht; nachfolgend: Vorinstanz) er-
kannte mit Urteil vom 13. April 2021 Folgendes (pag. 382 ff. [Hervorhebungen im 
Original]): 

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

I. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 10. Februar 2020 in E.________ 
z.N. von C.________

II. der Unterlassung der Buchführung, begangen in der Zeit von 2017 bis zum 30. Oktober 2019 
in E.________;

III. der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung, be-
gangen am 04. März 2020 in E.________;

IV. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen

4.1. am 9. Februar 2020 in E.________, durch Konsum eines THC-haltigen Joints;

4.2. Ende Januar 2020 in E.________, indem er zwei Linien Kokain konsumierte.

und in Anwendung der Art. 22, 40, 43, 44, 47, 48a, 49 Abs. 1, 66a Abs. 1 lit. b, 106, 122, 166 StGB, Art. 
97 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 19a BetmG, Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

I. Zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten.

Davon sind acht Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 18 Monaten wird der Vollzug auf-
geschoben und die Probezeit auf fünf Jahre festgesetzt.

II. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

III. Zu einer Landesverweisung von fünf Jahren.

IV. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 9'950.00 und Ausla-
gen von CHF 3'885.20, insgesamt bestimmt auf CHF 13'835.20 (vgl. Berechnung auf nachfolgen-
der Seite).

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II.

I. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwältin B.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 6'536.00. A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Ent-
schädigung zurückzuzahlen und Rechtsanwältin B.________ die Differenz von CHF 1'497.00 zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

III.

Weiter wird beschlossen:

I. Folgende Gegenstände werden nach Rechtskraft des Urteils A.________ zurückgegeben:

- 1 Küchenmesser

II. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 
19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

III. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

IV. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

Kosten der Untersuchung CHF 3’200.00
Kosten des Gerichts CHF 6’000.00
Gebühren Auftritt Staatsanwalt an HV 750.00
Total CHF 9’950.00

Auslagen IRM CHF 3’885.20
Total CHF 3’885.20

Total Verfahrenskosten CHF 13’835.20

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil vom 13. April 2021 meldete Rechtsanwältin B.________ na-
mens und im Auftrag von A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) fristgerecht Be-
rufung an (pag. 388). 

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 6. Juli 2021 (pag. 393 ff.). 

Am 28. Juli 2021 reichte Rechtsanwältin B.________ namens und im Auftrag des 
Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein. Sie beschränkte 
die Berufung auf den Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung 
(Ziff. I. 1. des vorinstanzlichen Urteils) und beantragte, den Beschuldigten wegen 
Unterlassung der Buchführung, Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern 
trotz behördlicher Aufforderung und der Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz, mehrfach begangen, schuldig zu sprechen und zu einer angemessenen 
Geldstrafe zu verurteilen, wobei der Vollzug der Strafe aufzuschieben sei. Weiter 
beantragte sie die Verteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Von einer 
Landesverweisung sei abzusehen, das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei für 
das oberinstanzliche Verfahren gerichtlich festzulegen und die notwendigen Verfü-
gungen seien zu erlassen (zum Ganzen: pag. 457 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft machte mit Schreiben vom 5. August 2021 kein 
Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten geltend. Sie beantragte die Fest-
stellung der Rechtskraft des vorinstanzlichen Urteils betreffend Schuldsprüche we-
gen Unterlassung der Buchführung, Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschil-
dern trotz behördlicher Aufforderung und Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz, die Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 (Ersatzfrei-
heitsstrafe von zwei Tagen) und der Einziehung des beschlagnahmten Küchenmes-
sers zur Vernichtung. Weiter beantragte die Generalstaatsanwaltschaft, den Be-
schuldigten wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig zu sprechen und 
erhob Anschlussberufung. Der Beschuldigte sei zu verurteilen zu einer Freiheits-
strafe von 34 Monaten, wovon 17 Monate zu vollziehen und für eine Teilstrafe von 
17 Monaten der Vollzug mit einer Probezeit von fünf Jahren aufzuschieben sei, zu 
einer Landesverweisung von acht Jahren (mit Ausschreibung der Landesverweisung 
im Schengener Informationssystem) und zur Bezahlung der gesamten erst- und obe-
rinstanzlichen Verfahrenskosten. Weiter seien die gesetzlich notwendigen Verfügun-
gen zu treffen (zum Ganzen: pag. 468 f.). 

Nachdem die Anschlussberufung dem Beschuldigten zugestellt wurde, bemerkte 
Rechtsanwältin B.________ mit Schreiben vom 30. August 2021, dass die Vorin-
stanz gemäss Urteil vom 13. April 2021 vorgesehen habe, das beschlagnahmte 
Küchenmesser dem Beschuldigten zurückzugeben. Es bestehe keinen Konnex zwi-
schen dem beschlagnahmten Gegenstand und der vorgeworfenen Tat (pag. 474). 
Mit Schreiben vom 6. September 2021 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, die 
festzustellende Rechtskraft in Bezug auf das Schicksal des Küchenmessers beziehe 
sich auf dessen Rückgabe, wie es die Vorinstanz mit Urteil vom 13. April 2021 be-
schlossen habe (pag. 483). 

Mit Schreiben vom 12. Oktober 2022 beantragte Rechtsanwältin B.________ die 
Entfernung aus den Akten und Vernichtung des Protokolls der ersten und zweiten 

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Einvernahmen des Zeugen D.________ (pag. 515 ff.). Mit Schreiben vom 19. Okto-
ber 2022 beantragte die Generalstaatsanwaltschaft begründet die Abweisung des 
Antrags vom 12. Oktober 2022 (pag. 540). Mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 
wurde den Parteien mitgeteilt, über die Frage der Verwertbarkeit werde frühestens 
im Rahmen der Berufungsverhandlung, spätestens bei der Beurteilung der Strafsa-
che befunden (pag. 541 f.). Am 30. Oktober 2022 und 1. November 2022 fand die 
Berufungsverhandlung statt (pag. 551 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung 
wurde beschlossen, das erste Protokoll vom 11. Februar 2020 des Zeugen 
D.________ aus den Akten zu weisen und zu vernichten und das zweite Protokoll 
vom 3. März 2020 insoweit unbeachtet zu lassen, als es sich um Vorhalte aus dem 
ersten Protokoll handelt (Art. 141 Abs. 5 StPO; vgl. BGer 6B_369/2013 vom 31. Ok-
tober 2013 E. 2.3.3; pag. 566). 

Weiter blieb der vorgeladene Zeuge C.________ der Berufungsverhandlung unent-
schuldigt fern, worauf die Parteien nicht an dessen Einvernahme festhielten und von 
der Einvernahme durch die Kammer abgesehen wurde (pag. 565). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein Leumundsbericht, inklusive 
Formular über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 6. Oktober 2022 
[pag. 527 ff.]), ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 17. Oktober 2022 
[pag. 532 ff.]) und ein Auszug aus dem Betreibungsregister (datierend vom 20. Ok-
tober 2022 [pag. 543 ff.] eingeholt. Weiter wurden die Akten BM 18 47277 bei der 
Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (pag. 496) und Akten der Einwohner-
dienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF; pag. 549 f.) ediert. 

In der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte erneut zur Person und zur Sa-
che befragt (pag. 556 ff.). Weiter wurde D.________ als Zeuge einvernommen 
(pag. 553 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ beantragte für den Beschuldigten anlässlich der Beru-
fungsverhandlung Folgendes (Hervorhebungen im Original; pag. 577 f.): 

I. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland, Strafabteilung vom 13. 
April 2021 (PEN 20 808) insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als A.________

- der Unterlassung der Buchführung, begangen in der Zeit von 20187 bis zum 30. Okto-
ber 2019 in E.________, 

- der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung, 
begangen am 4. März 2020 in E.________, 

- der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen am 9. Fe-
bruar 2020 und Ende Januar 2020 in E.________, 

für schuldig erklärt wurde (Ziffern I. 2., I. 3., I. 4. Des vorinstanzl. Urteilsdispositivs). 

II. Im Weiteren sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Verurteilung zu einer Übertretungsbusse 
von CHF 200.00 (Ziff. I. 2) sowie die Ziffern III. 1., III. 2., und III. 4 des vorinstanzlichen Urteilsdis-
positivs in Rechtskraft erwachsen sind. 

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III. A.________ sei von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung, angeblich 
begangen am 10. Februar 2020 in E.________ z.N. von C.________, freizusprechen, unter Aus-
scheidung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Kanton Bern. 

IV. A.________ sei in Anwendung der massgebenden Gesetzesbestimmungen sowie unter Einbezug 
der in Rechtskraft erwachsenen Schuldsprüche zu verurteilen:

a. Zu einer Gelstrafe von 135 Tagessätzen zu CHF 50.00; der Vollzug der Geldstrafe sei, unter 
Festsetzung der Probezeit auf 4 Jahre, aufzuschieben; 

b. zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten. 

V. Von der Anordnung einer aufenthaltsbeendenden Massnahme nach Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB 
(Landesverweisung) gegen A.________ sei abzusehen bzw. zu verzichten. 

VI. Eventualiter sei von einer Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsver-
weigerung) im Schengener Informationssystem abzusehen. 

VII. A.________ sei für die erstandene Polizeihaft von einem Tag (11. Februar 2020) eine Genugtuung 
von CHF 200.00 auszurichten. 

VIII. Die Verfahrenskosten des vorliegenden Verfahrens (SK 21 302) seien dem Kanton Bern aufzuer-
legen und A.________ sei eine angemessene Entschädigung für die gebotene Verteidigung aus-
zurichten. 

IX. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei für das vorliegende Verfahren (SK 21 302) gemäss 
eingereichter Honorarnote gerichtlich festzulegen. 

X. Die weiteren notwendigen Verfügungen seien zu erlassen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung Fol-
gendes (Hervorhebungen im Original; pag. 581 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialge-
richt in Dreierbesetzung) vom 13. April 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Schuldsprüche wegen Unterlassung der Buchführung, Nichtabgabe von Ausweisen und Kon-
trollschildern trotz behördlicher Aufforderung und Konsumwiderhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz; 

2. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen); 

3. der Rückgabe des Küchenmessers an A.________ nach Rechtskraft des Urteils. 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären wegen versuchter schwerer Körperverletzung, begangen am 
10. Februar 2020 in E.________ z.N. von C.________. 

III.

A.________ sei gestützt hierauf sowie gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung 
von Art. 22, 40, 43, 47, 48a, 49 Abs. 1, 66a Abs. 1 lit. b, 122, 166 StGB; 

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zu verurteilen:

1. zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 34 Monaten, davon seien 17 Monate zu vollziehen 
und für eine Teilstrafe von 17 Monaten sei der Vollzug mit einer Probezeit von 5 Jahren aufzu-
schieben; 

2. zu einer Landesverweisung von 8 Jahren (mit Ausschreibung der Landesverweisung im Schen-
gener Informationssystem);

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD). 

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

3. Das Urteil sei nach Rechtskraft der Koordinationsstelle Strafregister, der Fremdenpolizei Bern 
(Referenz: BN 39239281; Art. 82 VZAE) und dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kan-
tons Bern, Abteilung Administrative Verkehrssicherheit, mitzuteilen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten ist das Urteil des Regionalge-
richts Bern-Mittelland vom 13. April 2021 insoweit in Rechtskraft erwachsen, als der 
Beschuldigte wegen Unterlassung der Buchführung, Nichtabgabe von Ausweisen 
und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung und Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121) schuldig erklärt und zu einer 
Übertretungsbusse von CHF 200.00 verurteilt wurde, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung auf zwei Tage festgesetzt wurde (Ziff. I.2-I.4 des 
vorinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 383]). Ebenfalls rechtskräftig ist der Be-
schluss der Rückgabe des Küchenmessers gemäss Ziff. III.1. des vorinstanzlichen 
Urteilsdispositivs.

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber der vorinstanz-
liche Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung, begangen am 10. 
Februar 2020 in E.________ z.N. von C.________, die dafür ausgesprochenen 
Sanktionen (Freiheitsstrafe und Landesverweisung) und die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen. Weiter muss die Kammer über die Verfügungen betreffend Ausschrei-
bung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (nachfolgend: SIS) 
weil letztere der Rechtskraft nicht zugänglich sind.

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]) und ist aufgrund der Anschlussberufung der 
Generalstaatsanwaltschaft nicht an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 
Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil auch zu Ungunsten des Beschuldig-
ten abändern.

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Ausgangslage

6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift (pag. 305 f.)

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten in Bezug auf die versuchte schwere 
Körperverletzung folgendes zur Last gelegt (pag. 305 f.):  

begangen am 10.02.2020 ca. 22.30 Uhr bis 22.54 Uhr an der F.________ E.________, auf der Treppe 
des Eingangsbereichs zur «G.________ (Lokal)», z.N. von C.________, indem der Beschuldigte sich 
nach einem bereits vorher beendeten verbalen und tätlichen Streit mit dem Geschädigten für wenige 
Minuten entfernte, dann von der rechten Seite (vom Geschädigten aus gesehen) schnellen Schrittes 
wieder zurückkehrte und dem auf der obersten oder zweitobersten Stufe des Eingangsbereichs sitzen-
den Geschädigten aus schnellem Lauf heraus mit dem linken Bein/Fuss einen für den Geschädigten 
absolut überraschenden, äusserst heftigen (voll durchgezogenen) Tritt gegen dessen rechte Gesichts-
hälfte versetzte, was dazu führte, dass der Geschädigte umkippte und für eine kurze Zeit benommen 
liegen blieb. Der Geschädigte hatte auf Grund des überraschenden Vorgehens des Beschuldigten und 
auf Grund seiner erheblichen Alkoholisierung (min. 1.92 Promille) keine Möglichkeit, sich gegen den 
Tritt zu schützen bzw. zu wehren.

Durch das geschilderte Tatvorgehen nahm der Beschuldigte die naheliegende Möglichkeit einer blei-
benden Schädigung beim Opfer (schwere Verletzungen im Bereich des Kopfes/Schädels, Brüche des 
Schädels mit entsprechenden Blutungen, schwere Verletzungen der Augen und anderer Strukturen des 
Kopfes) zumindest in Kauf und fand sich damit ab. 

Auf Grund des Angriffs erlitt der Geschädigte nebst der kurzzeitigen Bewusstlosigkeit/Benommenheit 
zumindest Hautunter- und einblutungen im Bereich des rechten Ohres.

6.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Gemäss Vorinstanz war folgender Sachverhalt unbestritten (pag. 405): 

Es ist unbestritten, dass es bereits vor dem Fusstritt in der G.________(Lokal) zu einem verbalen und 
tätlichen Streit zwischen den Beteiligten kam, dieser aber hinsichtlich strafrechtlich relevanter Vorfälle 
nicht Eingang in die Anklageschrift fand. Ebenso ist unbestritten, dass A.________ im Nachgang an 
diese Auseinandersetzung in der Bar nach Hause ging, ein Messer behändigte und zur G.________(Lo-
kal) zurückkehrte. Vor Ort entdeckte er C.________, welcher auf der Treppe vor dem Eingang der Bar 
sass, und versetzte diesem einen Fusstritt an den Kopf. Das Messer wurde indes nicht verwendet. 

Die Vorinstanz ging von folgend bestrittenem Sachverhalt aus (pag. 405 f.):

Umstritten ist die Intensität, mit welcher A.________ zugetreten hat, m.a.W. ob tatsächlich ein «äusserst 
heftiger (voll durchgezogener)» Tritt gemäss Anklageschrift vorliegt oder nicht. Weiter ist umstritten, ob 
C.________ aufgrund des Angriffs kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Schliesslich ist umstritten, ob 
A.________ durch das geschilderte Tatvorgehen die naheliegende Möglichkeit einer bleibenden Schä-
digung (schwere Verletzungen im Bereich des Kopfes/Schädels, Brüche des Schädels mit entsprechen-
den Blutungen, schwere Verletzungen der Augen und anderer Strukturen) bei C.________ zumindest 
in Kauf nahm und sich damit abfand.

Auch oberinstanzlich wird die Intensität des Fusstrittes sowie was der Beschuldigte 
damit erreichen wollte, bestritten. Zudem bestritt Rechtsanwältin B.________, dass 
er Beschuldigte gegen den Kopf des Opfers gezielt habe (pag.   567). 

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7. Beweiswürdigung

7.1 Beweismittel

7.2 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung 

Grundsätzlich kann auf die allgemeinen Theoretischen Grundlagen der Vorinstanz 
betreffend Beweiswürdigung verwiesen werden (pag. 403 f.).

Das Gericht würdigt das Ergebnis der Beweisaufnahme und fällt das Urteil nach sei-
ner freien, aus der Hauptverhandlung und den Akten gewonnenen Überzeugung 
(Art. 350 Abs. 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StPO). Freie Beweiswürdigung bedeutet, dass 
jede verurteilende Erkenntnis auf der aus der Beweiswürdigung geschöpften Über-
zeugung des Gerichts von der Schuld der beschuldigten Person beruhen soll. Die 
freie Beweiswürdigung gründet auf gewissenhaft festgestellten Tatsachen und logi-
schen Schlussfolgerungen; sie darf sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse Ver-
mutung stützen (HOFER, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur 
StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 58 und 61, m.w.H.). Bestehen unüberwindliche Zweifel 
an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht 
das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 
Abs. 3 StPO). 

Der Grundsatz „in dubio pro reo“ als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich das 
Gericht nicht von einem für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt über-
zeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel 
nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht 
verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 
Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. 
Liegen keine direkten Beweise vor, ist auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim In-
dizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, 
aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche 
Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit 
einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und 
einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können einen An-
fangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objek-
tiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirk-
licht hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010, E. 3.2; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2015 vom 3. Dezember 2015, E. 3.2.2; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 2016, E. 2.8).

Steht Aussage gegen Aussage, so bedeutet das nicht zwingend, dass die beschul-
digte Person in Anwendung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ freizusprechen ist. 
Vielmehr hat das Gericht die Darstellung der Verfahrensbeteiligten auf ihren inneren 
Gehalt und ihre Überzeugungskraft hin zu werten (WOHLERS, in: Donatsch/Lie-
ber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen StPO, 3. Aufl. 2020, 
Art. 10 N 12 und 25 f., m.w.H.).

Bei der Würdigung von Aussagen ist zu beachten, dass jede (Zeugen-) Aussage 
eine Leistung ist, die gewisse Sinnes- und Geistesangaben zur Wahrnehmung einer 

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Tatsache sowie zur Mitteilung des Wahrgenommenen voraussetzt. Die drei notwen-
digen Bestandteile dafür sind Wahrnehmungs-, Erinnerungs- und Ausdrucksfähig-
keit. Die Gefahr einer irrtümlich falschen Aussage liegt in der allgemeinen Unzuläng-
lichkeit menschlichen Erkennens absoluter Wahrheit und in der Subjektivität des 
Zeugenbeweises (vgl. zum Ganzen BÄHLER, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 163 N 1 ff.). 

7.3 Objektive Beweismittel

7.3.1 Vorinstanzliche objektive Beweismittel

Auf die zutreffenden Zusammenfassungen der objektiven Beweismittel kann verwie-
sen werden (pag. 406 ff.). Der Vollständigkeit halber werden diese nachfolgend zi-
tiert: 

Anzeigerapport vom 17. April 2020 (p. 10 ff.)

Dem Anzeigerapport ist zu entnehmen, dass C.________ von D.________ als Person bezeichnet 

wurde, die von A.________ geschlagen worden sei. C.________ habe eine Schwellung am linken Auge 

aufgewiesen, welche auf den Fusstritt zurückzuführen sei. Weitere sichtbare Verletzungen habe er nicht 

gehabt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass sich C.________ bei der Auseinandersetzung im 

Innern der Bar nicht verletzt habe. Details zu den Verletzungen seien dem IRM-Bericht zu entnehmen. 

Anlässlich der Einvernahme habe C.________ sich nicht mehr an das Vorgefallene erinnern und kaum 

sachdienliche Angaben machen können.

Forensik-Rapport vom 24. Februar 2020 (p. 17 ff.)

Der kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei wurde am 11. Februar 2020 aufgeboten, um die Ver-

letzungen der beiden Beteiligten zu untersuchen und sie zu dokumentieren. Bei C.________ wurden 

mehrere Verletzungen in Form von Rötungen, Hautabschürfungen, Hauteinblutungen und Schwellun-

gen festgestellt. Insbesondere habe das Opfer Rötungen und Abschürfungen auf der Schädeloberseite, 

Verletzungen am rechten Ohr und im Bereich des linken Auges sowie eine Schleimhautverletzung auf 

der Innenseite der Oberlippe aufgewiesen. C.________ habe ausserdem Schmerzen im Bereich der 

linken Rippenregion geltend gemacht. Hinsichtlich der vollständigen medizinischen Befunde sowie der 

Beurteilung der Verletzungen werde auf den Bericht des IRM verwiesen. A.________ habe oberflächige 

Verletzungen in Form von Rötungen, Hautabschürfungen und Hauteinblutungen aufgewiesen, auf An-

frage aber keine besonderen Verletzungen geltend gemacht.

Rechtsmedizinisches Gutachten zur körperlichen Untersuchung von A.________ vom 22. Mai 
2020 (p. 37 ff.)

Im rechtsmedizinischen Gutachten werden die Resultate aus der forensisch-toxikologischen Untersu-

chung von A.________ gemäss Abschlussbericht vom 20. März 2020 (p. 42 ff.) erläutert. Bei 

A.________ habe die minimale, rückgerechnete Blutalkoholkonzentration 0.98 Gew. ‰ betragen, wo-

bei A.________ einen Nachtrunk geltend gemacht habe (p. 44). Die immunologischen Vortests der 

Urinprobe auf gängige Drogen und häufig missbrauchte Medikamente seien positiv auf Cannabinoide 

verlaufen, wobei eine quantitative Analyse auf THC der Blutprobe erforderlich sei, um zu beurteilen, ob 

A.________ zum Zeitpunkt des Ereignisses unter Cannabiseinfluss gestanden habe.

Rechtsmedizinisches Gutachten zur körperlichen Untersuchung von C.________ vom 22. Mai 
2020 (p. 48 ff.)

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Die rechtsmedizinische Untersuchung wurde in H.________ am 11.02.2020 ab 02:40 Uhr durch die 

Fachärztin für Rechtsmedizin im Beisein des Sachbearbeiters des kriminaltechnischen Aussendiensts 

durchgeführt. C.________ habe verlangsamt und schläfrig gewirkt. Gemäss der ärztlichen Beurteilung 

seien die anlässlich der körperlichen Untersuchung von C.________ festgestellten Hautein- und –un-

terblutungen, Hautrötungen und –abschürfungen am Kopf, am rechten Handrücken und am linken 

Oberarm Folgen stumpfer Gewalteinwirkung und zeitlich mit einer Entstehung mehrere Stunden vor der 

körperlichen Untersuchung vereinbar. Die Verletzungen könnten im Rahmen einer körperlichen Aus-

einandersetzung entstanden sein, wobei eine Entstehung zumindest eines Teils der Verletzungen 

durch Fusstritte denkbar sei. Geformte Verletzungen, die Rückschlüsse auf ein bestimmtes Sohlenprofil 

zuliessen, seien im Kopfbereich nicht gefunden worden. Die wellenförmigen Hauteinblutungen am lin-

ken Oberarm würden geformt imponieren und könnten möglicherweise durch die Einwirkung einer 

Schuhsohle entstanden sein. Bezüglich des geltend gemachten Fusstritts gegen den Kopf und der 

Schwellung/Unterblutung am rechten Ohr sei eine klinische ärztliche Abklärung empfohlen worden. Be-

züglich möglicher bleibender Schäden in Zusammenhang mit der Schwellung und Unterblutung am 

rechten Ohr (sog. Othämatom) müsse der weitere Heilungsverlauf abgewartet werden, als Folgen seien 

etwa Deformationen und Infektionen des Ohrknorpels denkbar. Die übrigen beschriebenen äusserlich 

sichtbaren Verletzungen würden erfahrungsgemäss folgenlos abheilen. Tritte gegen den Kopf seien 

grundsätzlich geeignet, schwerwiegende, allenfalls lebensgefährliche Verletzungen (z.B. Knochen-

brüche, Hirnblutungen) herbeizuführen. Im Rahmen der rechtsmedizinischen Untersuchung habe sich 

herausgestellt, dass – soweit beurteilbar – keine Hinweise für das Vorliegen einer akuten Lebensgefahr 

bestanden hätten.

Im Gutachten werden weiter die Resultate des forensisch-toxologischen Abschlussberichts vom 20. 

März 2020 (p. 53 ff.) erläutert. Die Blutalkoholanalyse habe bei C.________ eine Alkoholkonzentration 

von 1.79 Gew. ‰ zum Zeitpunkt der Blutentnahme ergeben, was zurückgerechnet auf den Ereignis-

zeitpunkt einer minimalen resp. maximalen Blutalkoholkonzentration von 1.92 ‰ resp. 2.93 ‰ entspre-

che (p. 50). Weiter seien die immunologischen Vortests positiv auf Kokain verlaufen und es hätten 

Hinweise auf Mischkonsum von Kokain und Alkohol vorgelegen.

7.3.2 Strafregisterauszug des Beschuldigten vom 17. Oktober 2022 (pag. 532 ff.)

Dem Strafregisterauszug des Beschuldigten vom 17. Oktober 2022 lässt sich ent-
nehmen, dass der Beschuldigte zwischen 11. Februar 2013 und 3. Oktober 2019 
neunmal verurteilt wurde. Es handelt sich um folgende Urteile: 

- Urteil vom 11. Februar 2013: Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern 
ohne Bewilligung; Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 110.00, bedingt voll-
ziehbar mit einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von CHF 200.00. 

- Urteil vom 4. März 2013: einfache Körperverletzung begangen am 19. Okto-
ber 2013; Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 110.00, bedingt vollziehbar mit 
einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von CHF 1'100.00. 

- Urteil vom 20. Juni 2017: Fahren in fahrunfähigem Zustand nach Art. 91 Abs. 2 
Bst. a des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) mit einer Alkoholkon-
zentration von 0.43 mg; Geldstrafe von zwölf Tagessätzen zu CHF 120.00, be-
dingt vollziehbar mit einer Probezeit von vier Jahren und einer Busse von 
CHF 1'050.00. 

- Urteil vom 14. Februar 2018: Grobe Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 
Abs. 2 SVG; Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 120.00.

12

- Urteil vom 28. Mai 2018: Nichtabgabe von Ausweisen und / oder Kontrollschil-
dern nach Art. 97 Abs. 1 Bst. b SVG: Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu 
CHF 120.00 als Zusatzstrafe zum Urteil vom 14. Februar 2018 und Gesamtstrafe 
zum Urteil vom 20. Juni 2017. 

- Urteil vom 10. Dezember 2018: Beschäftigung von Ausländerinnen und Auslän-
dern ohne Bewilligung; Geldstrafe von 48 Tagessätzen zu CHF 90.00, bedingt 
vollziehbar mit einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von 
CHF 1'080.00. 

- Urteil vom 2. Mai 2019: Nichtabgabe von Ausweisen und / oder Kontrollschildern; 
Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 90.00. 

- Urteil vom 19. Juni 2019: Nichtabgabe von Ausweisen und / oder Kontrollschil-
dern sowie Übertretung der Verkehrsregelverordnung gemäss Art. 96 Verkehrs-
regelverordnung (VRV; SR 741.11); Geldstrafe von acht Tagessätzen zu 
CHF 80.00 und Busse von CHF 500.00 als Zusatzstrafe zum Urteil vom 
2. Mai 2019. 

- Urteil vom 3. Oktober 2019: Förderung der rechtswidrigen Ein-, Ausreise oder 
des rechtswidrigen Aufenthalts i.S. des Bundesgesetzes über die Ausländerin-
nen und Ausländer und über die Integration (AIG; SR 142.20), Beschäftigung von 
Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung i.S. des AIG, wiederholte Be-
schäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung i.S. des AIG 
und Nichtabgabe von Ausweisen und / oder Kontrollschildern: Geldstrafe von 120 
Tagessätzen zu CHF 80.00 als Zusatzstrafe zum Urteil vom 19. Juni 2019, Teil-
zusatzstrafe zum Urteil vom 10. Dezember 2018 und Gesamtstrafe zum Urteil 
vom 10. Dezember 2018. 

Weiter sind diverse Verwarnungen und Verlängerungen der Probezeiten eingetra-
gen. 

7.4 Subjektive Beweismittel

7.4.1 Aussagen des Zeugen C.________
Das Opfer C.________ konnte sich an den Vorfall nicht mehr erinnern und konnte 
entsprechend keine relevanten Aussagen zu diesem mehr machen. Zur Einver-
nahme im Berufungsverfahren blieb der Zeuge unentschuldigt fern und auf eine wei-
tere Vorladung resp. auf die Einvernahme wurde in der Folge verzichtet. 

7.4.2 Aussagen des Zeugen D.________

Die Aussagen des Zeugen D.________ (nachfolgend: Zeuge) anlässlich seiner ers-
ten Einvernahme am 11. Februar 2020 können nicht verwertet werden (Beschluss 
vom 31. Oktober 2022; pag. 565). Auf die korrekte Widergabe der Aussagen des 
Zeugen durch die Vorinstanz kann – soweit nicht vom Verwertungsverbot erfasst – 
verwiesen werden (erstinstanzliche Urteilsbegründung: pag. 411 ff.). 

Oberinstanzlich konnte sich der Zeuge sich nicht mehr erinnern. Erst auf Nachfrage 
konnte er einige Angaben machen. So machte er zusammengefasst und sofern re-
levant folgende Ausführungen (pag. 553 ff.): 

13

Er habe im Jahr 2018 an der N.________ ein Lokal geführt. Er sei Gast gewesen, 
als er in der Bar «G.________» am 10. Februar 2020 die Polizei gerufen habe. Es 
sei wohl ein Tumult gewesen. C.________ sage ihm etwas. Dieser sei auch ein Gast 
gewesen. Er habe die Polizei sicher nicht grundlos gerufen, es komme ihm aber nicht 
mehr in den Sinn, warum. Er habe den Beschuldigten auch nicht mehr gesehen. 
C.________ sei ein guter Kunde von ihm gewesen, er würde ihm helfen, könne sich 
aber nicht mehr an den Vorfall erinnern. Er habe grundsätzlich nicht Mühe, sich zu 
erinnern. Er könne nicht sagen, warum er sich nicht mehr an den Fall erinnere. Viel-
leicht habe er damit abgeschlossen. Er könne sich weder an die erste noch an die 
zweite Einvernahme erinnern.  

7.4.3 Aussagen des Beschuldigten

Auch betreffend die Aussagen des Beschuldigten kann auf die zutreffende Wieder-
gabe durch die Vorinstanz verwiesen werden (erstinstanzliche Urteilsbegründung: 
pag. 409 f.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte zusammengefasst 
und soweit relevant zur Sache folgende Aussagen (pag. 556 ff.): 

Auf die Frage, wie es dazu kam, dass er am späten Abend des 10. Februar 2020, 
nachdem er die Bar bereits verlassen habe, wieder mit einem Küchenmesser zur 
Bar zurückgekehrt sei, antwortete der Beschuldigte, er sei angetrunken und wütend 
gewesen. Seine Mutter sei wegen Herzproblemen genau an diesem Abend im Spital 
gewesen. Er habe sich bedroht gefühlt. Alle, welche dort gewesen seien, seien «wie 
gegen ihn» gewesen. Alle seien mit C.________ gewesen und hätten mit ihm ge-
lacht. C.________ habe ihn «angefeilt» und dann auch als erstes geschlagen. Sie 
hätten sich dann gegenseitig geschlagen. Danach seien seine Kollegen gekommen 
und hätten ihn zu viert oder zu fünft gepackt. C.________ hätten sie nicht gepackt. 
Er habe sich wie gefangen und bedroht gefühlt. Er sei wütend und benebelt gewe-
sen. Er sei zurück und habe das Küchenmesser genommen. Er habe damit einfach 
abschrecken wollen, damit sich niemand einmische. Er habe es ja auch nicht be-
nutzt. Er sei hingegangen und habe C.________ noch einen Fusstritt gegeben und 
dann ein Getränk genommen und auf die Polizei gewartet. Man habe ihm gesagt, 
die Polizei komme. Warum hätte er abhauen sollen. Es sei passiert, was schade und 
blöd sei. Danach sei die Polizei gekommen. Präzisierend gab er an, er sei hingelau-
fen, C.________ sei dort gewesen. Neben ihm sei noch eine andere Person gewe-
sen. Er sei hingegangen und sei vor C.________ gewesen. Als er vor diesem gewe-
sen sei, habe er ihn mit dem linken Fuss getreten, beim Kopf an der Wange. Er könne 
aber nicht mehr genau sagen wo. Er habe es nicht genau gesehen. Danach sei 
C.________ wie eingesackt. Er habe dann nichts mehr gemacht und sei dann wieder 
in die Bar gelaufen. Es sei ihm (C.________) aber gut gegangen. Er sei wieder wie 
da gewesen. Beim Schlag sei C.________ links von ihm gestanden und er (der Be-
schuldigte) sei nicht auf dem ersten Treppenabsatz gewesen. Er habe ihm den Fuss-
tritt verpasst, weil er wütend und benebelt gewesen sei. Es sei blöd und unnötig 
gewesen. Es tue ihm leid. Seiner Ansicht nach sei der Tritt nicht stark gewesen. Er 
(C.________) habe auch keine Schäden davongetragen. Danach hätten sie sich ge-
sehen und sie hätten nichts gegeneinander. Sie hätten sich letzthin in H.________ 
gesehen und sich ganz normal gegrüsst. Er habe C.________ nicht mit voller Wucht 

14

gegen den Kopf getreten. Für ihn sei es nicht stark gewesen. Wenn jemand mit voller 
Wucht in den Kopf trete, glaube er nicht, dass er keine bleibenden Schäden davon-
trage. Er sei nicht gerannt, sondern gelaufen. Er sei vor ihn hin, habe angehalten 
und habe ihm einen Fusstritt verpasst. C.________ sei nach dem Fusstritt wie ein-
gesackt und dann aufgestanden. Etwas auf die Seite, habe sich wie angelehnt. Er 
habe gesehen, wie C.________ wieder dort gestanden sei. Er sei hinein (in die Bar), 
habe ein Getränk genommen und dann gesehen, dass dieser wieder gestanden sei. 
Er sei nicht dortgeblieben und habe beobachtet, wie C.________ aufgestanden sei. 
Als er ihn aber das nächste Mal gesehen habe, sei dieser wieder am Stehen gewe-
sen. C.________ sei – wie er auch – sicher alkoholisiert gewesen. Seiner Ansicht 
nach habe dieser so ausgesehen, wie wenn er alkoholisiert und vielleicht auf Drogen 
gewesen sei. Wenn man so aktiv sei, deute dies auf Drogen hin. Er selber habe 
schon einmal Kokain konsumiert. Es gebe Energie. Kokain mache einem nicht müde. 
Aufgrund seiner Erfahrung und wie C.________ gewesen sei, habe er das Gefühl 
gehabt, dieser sei auf Drogen gewesen. Es könne nicht sein, dass C.________ nach 
dem Fusstritt kurz bewusstlos und für ein bis zwei Minuten nicht ansprechbar gewe-
sen sei. Ein bis zwei Minuten seien lange. Die fünf Meter in die Bar mache er in fünf 
Sekunden. Als er sich drinnen wieder umgedreht habe sei er (C.________) wieder 
am Stehen gewesen. Daher könne es nicht sein, dass es so lange gewesen sei. Vor 
diesem Abend habe er C.________ nicht gekannt und habe noch nie mit ihm Kontakt 
gehabt. Er habe ihn schon ein paar Mal dort gesehen, Kontakt hätten sie aber noch 
nie gehabt. Er wisse nicht, ob D.________ an diesem Abend auch dort gewesen sei, 
es seien viele Leute dort gewesen. Er wisse nicht, wer die Person neben C.________ 
gewesen sei. Es sei nicht D.________ gewesen. Auf Vorhalt, dass er nach der ersten 
Phase nach Hause gegangen sei, und auf Frage, was er sich vorgestellt habe, was 
er machen werde, gab der Beschuldigte zu Protokoll, er wisse es wirklich nicht. Es 
sei kein Gedanke gewesen, etwas zu machen. Es sei ihm darum gegangen, dass er 
(C.________) ihn geschlagen habe. Das Messer sei gewesen, dass sich niemand 
einmische. Es habe viele Leute dort gegeben. Auf die Frage, ob C.________ oder 
seine Kollegen das Ziel beim Zurückgehen gewesen seien, sagte der Beschuldigte, 
das Ziel sei niemand gewesen. Er habe C.________ nicht noch angesprochen, als 
er zurückgekommen sei. Er sei wütend und alkoholisiert gewesen und habe ihn nicht 
mehr angesprochen. Dann habe er ihm einen Tritt gegeben. Er sei nicht rasch belei-
digt. An diesem Abend habe C.________ ihn aber beleidigt. Er habe diesem immer 
wieder gesagt, er solle weggehen. Er habe keine kurze Zündschnur. Im Nachhinein 
könne man immer sagen, dass es übertrieben gewesen sei. Wenn er jetzt überlege, 
würde er weggehen. Wieso sollte er einen Ort verlassen, wenn er das Recht habe, 
dort zu sein, um etwas zu trinken. Er (C.________) sei «zu seinem Ort» gekommen. 
Er wolle sich nicht rechtfertigen. Wenn ihn jemand schlage, dürfe er sich auch weh-
ren. Jetzt würde er weggehen. Auf die Frage, ob er C.________ gedroht habe oder 
nicht, gab der Beschuldigte an, es sei darum gegangen, dass sich dieser bedroht 
fühle. Er habe C.________ nicht gesagt, dass er ihn mit dem Messer töte oder sonst 
etwas. Weiter sagte der Beschuldigte auf die Folgefrage, was der Unterschied zwi-
schen bedrohen und bedroht fühlen sei, dass er gewollt habe, dass C.________ 
Angst habe. Nicht Angst. Es sei darum gegangen, dass sich die anderen nicht ein-
mischen würden. Er habe sich ja bedroht gefühlt. Weiter beantwortete er die Frage, 

15

warum er zurückgegangen sei, obwohl er sich bedroht gefühlt habe, dass er 
(C.________) ihn geschlagen habe. Er habe dies wie fortführen wollen. Er habe sich 
mit diesem weiterschlagen wollen. Dass man sich schlägt, sei für ihn wie ein Ausset-
zer, welchen er beschrieben habe. Seine Reaktion darauf sei wie ein Aussetzer ge-
wesen, welcher nicht sein solle. Dies sei nicht nötig gewesen. Er sei nach dem Fuss-
tritt wieder in die Bar gegangen, da er gewusst habe, dass die Polizei komme. Es 
werde sicher die Polizei kommen. Wieso solle er etwas verstecken. Er habe überre-
agiert, C.________ sei jedoch zuerst zu ihm gekommen. Auf Vorhalt der Position 
und Frage wie der Beschuldigte so den Kopf von C.________ habe treffen können, 
sagte der Beschuldigte, er wisse nicht, wie es gewesen sei. Er habe von unten gegen 
oben getreten. Es sei recht hoch gewesen. Er habe ihn schon getroffen. Er habe 
hoch getreten, «seitwärts wie hoch». 

7.5 Aussagenanalyse und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz würdigte die subjektiven Beweismittel wie folgt: 

Es kann vorausgeschickt werden, dass – wie bereits im Anzeigerapport vom 17. April 2020 festgehalten 
– C.________ kaum sachdienliche Angaben zum Vorfall machen konnte. Aus seiner polizeilichen Ein-
vernahme geht hervor, dass er sich an grundlegende Elemente zum Sachverhalt nicht erinnern resp. 
diesen nicht reproduzieren kann. Aufgrund der erheblichen Erinnerungslücken bei C.________, welche 
zumindest teilweise auf den Konsum von Alkohol und Betäubungsmittel zurückzuführen sind, muss an 
der Adäquanz seiner Situationswahrnehmung gezweifelt werden. Da es an den Grundvoraussetzungen 
seiner Aussagetüchtigkeit mangelt, können seine Aussagen zur Beantwortung der zentralen Beweis-
fragen nicht herangezogen werden.

Zeuge D.________ hatte die Polizei verständigt und konnte im Rahmen seiner polizeilichen Einver-
nahme das Rahmengeschehen und die zeitliche und örtliche Einordnung des Sacherhalts in Überein-
stimmung mit A.________ wiedergeben. Divergenzen zwischen den Aussagen von D.________ und 
A.________ bestehen zum einen hinsichtlich der Annäherung des Beschuldigten an C.________. So 
sei gemäss Aussagen D.________ A.________ mit schnellem Tempo wie eine Furie auf C.________ 
zugegangen. Zum anderen ist die Härte des Tritts umstritten. So betonte D.________, dass der Tritt 
«mit voller Wucht» und «wirklich sehr stark» gewesen sei und erläuterte dies anhand seines Fussball-
Beispiels, auf welches er im Rahmen der zweiten polizeilichen Einvernahme vom 2. März 2020 noch-
mals verwies. Hingegen ist auch erkennbar, dass D.________ A.________ nicht übermässig belasten 
wollte, so wies er zur mangelnden Ansprechbarkeit bei C.________ darauf hin, dass dieser genug ge-
trunken habe (p. 78 Z. 79).

Die Verteidigung hat zu Recht die Frage der Verwertbarkeit der Aussagen von D.________ aufgewor-
fen. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen durch die 
Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stel-
len. Die erste delegierte Einvernahme von D.________ fand unter Ausschluss von A.________ statt; 
eine Verteidigung bestand im Zeitpunkt der Zeugenbefragung noch nicht. Am 2. März 2020 wurde eine 
weitere delegierte, parteiöffentliche Einvernahme durchgeführt, womit dem Teilnahme- und Konfronta-
tionsrecht des Beschuldigten Rechnung getragen wurde. Das Bundesgericht hat indes festgehalten, 
dass dies noch nicht bedeute, dass frühere Aussagen uneingeschränkt verwertbar seien. Dem gesetz-
lichen Anspruch auf Wiederholung einer Beweiserhebung sei nur Genüge getan, wenn die nicht ver-
wertbaren Beweise auf gesetzeskonforme Art neu erhoben werden. Der Konfrontationsanspruch ver-
lange hierbei, dass der Beschuldigte in die Lage versetzt werde, sein Fragerecht tatsächlich auszuüben 

16

und damit die Glaubwürdigkeit einer Aussage infrage zu stellen. Dies setze in aller Regel voraus, dass 
sich der Einvernommene in Anwesenheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussere. Diesfalls 
stehe im Rahmen einer Gesamtwürdigung ein ergänzender Rückgriff auf die Ergebnisse der früheren 
Beweiserhebung nicht entgegen. Beschränke sich die Wiederholung der Einvernahme aber im Wesent-
lichen auf eine formale Bestätigung der früheren Aussagen, werde dem Beschuldigten verunmöglicht, 
seine Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 6B_839/2013 vom 28. 
Oktober 2014, E. 1.4.2). Wird eine Einvernahme wiederholt oder zu einem späteren Zeitpunkt eine 
Konfrontationseinvernahme durchgeführt, darf die Strafbehörde nicht auf die Ergebnisse der vorausge-
gangenen Einvernahme zurückgreifen, soweit diese einem Beweisverwertungsverbot unterliegt (BGE 
143 IV 457, S. 460, E. 1.6.2). Gemäss Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die unter Verletzung des 
Teilnahmerechts erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht anwesend 
war.

Anlässlich der parteiöffentlichen Einvernahme vom 2. März 2020 hat D.________ trotz dreimaliger Auf-
forderung der Polizisten, den Hergang des Vorfalls vom 10. Februar 2020 nochmals zu erläutern, ledig-
lich auf seine Aussagen aus der ersten Einvernahme vom 11. Februar 2020 verwiesen. Soweit ihm 
Aussagen vorgehalten wurden, bestätigte er diese. D.________ erwähnte punkto Härte des Tritts noch-
mals den Fussball-Vergleich, äusserte sich aber nicht dahingehend zur Sache, dass seitens des Be-
schuldigten die Möglichkeit bestand, die Glaubwürdigkeit der Aussagen aus der ersten Einvernahme 
infrage zu stellen. Überhaupt fallen die Antworten von D.________ auf sämtliche Fragen extrem knapp 
aus, womit sich allein aus der zweiten Einvernahme ohne Kenntnis der Aussagen aus der ersten kaum 
Erkenntnisse zum Vorfall gewinnen lassen. Folglich ist die erste Einvernahme von D.________ vom 
11. Februar 2020 infolge Verletzung des Teilnahmerechts i.S.v. Art. 147 Abs. 4 StPO für die Strafver-
folgungsbehörden nicht zulasten des Beschuldigten verwertbar; die zweite Einvernahme insoweit nicht, 
als lediglich Aussagen der ersten formal bestätigt werden.

Aus dem Gesagten folgt, dass das Gericht die Aussagen von D.________ aus der parteiöffentlichen 
Einvernahme vom 2. März 2020 würdigt, soweit sie nicht einer rein formalen Bestätigung der früheren 
Aussagen gleichkommen. Die Frage, ob die Fussball-Erwähnung aus der parteiöffentlichen Einver-
nahme (p. 81 Z. 39 f.) über eine formale Bestätigung hinausgeht, kann dahingestellt werden, zumal nur 
jene Aussagen, welche den Beschuldigten belasten, dem Verwertungsverbot unterliegen. Das Gericht 
ist indes der Ansicht, dass ein Tritt des Fussballs vom einen Tor ins andere auf einer Skala von 1–10 
nach der allgemeinen Lebenserfahrung einer 10 entsprechen würde. Das nicht mit derartiger Kraft zu-
getreten wurde, erscheint angesichts der konkret erlittenen Verletzungen von C.________ und den Er-
kenntnissen aus den objektiven Beweismitteln als wahrscheinlich.

Es verbleiben die Aussagen von A.________. Dieser konnte detailliert über das Geschehen aussagen 
und nachvollziehbare, widerspruchsfreie Aussagen zu den räumlichen und zeitlichen Verhältnissen so-
wie seiner Interaktion mit C.________ machen. Er konnte auch über gefühlsbezogene Vorgänge Aus-
kunft erteilen. So legte er dar, dass er wütend gewesen sei, sich von C.________ provoziert und von 
dessen Umfeld in der Bar bedroht fühlte. Er ist geständig, den angeklagten Fusstritt ausgeführt zu ha-
ben. Er zeigte sich reuig und anerkannte, dass der Tritt unnötig war. Weiter beteuerte er, den Tritt nicht 
erneut auszuführen, falls er die Zeit zurückdrehen könnte. Insgesamt liegen glaubhafte Aussagen vor, 
auf welche abgestellt werden kann. Dies gilt auch für die Härte des Tritts: dieser sei nicht so stark 
gewesen und eine 4–5 auf einer Skala von 1–10. Der Tritt muss somit als mittelstark bezeichnet werden.

Aus den subjektiven Beweismitteln kann der Schluss gezogen werden, dass A.________ C.________ 
einen mittelstarken Tritt mit dem linken Fuss versetzte, nachdem er aufgrund der Provokation durch 

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C.________ sowie der anderen Barbesucher verärgert von Zuhause zur G.________(Lokal) zurück-
kehrte.

Sie kam weiter zu folgendem Beweisergebnis: 

Nach Würdigung der relevanten Beweismittel lassen sich die Beweisfragen wie folgt beantworten:

Liegt ein «äusserst heftiger (voll durchgezogener)» Tritt gemäss Anklageschrift vor?

Nein, es liegt ein mittelstarker Tritt gegen den Kopf von C.________ vor.

Verlor C.________ unmittelbar nach dem Tritt für kurze Zeit das Bewusstsein?

Nein. Allenfalls war C.________ kurz benommen, wobei hierzu auch sein Alkohol- und Betäubungsmit-

telkonsum zu berücksichtigen sind.

Nahm A.________ durch das geschilderte Tatvorgehen die naheliegende Möglichkeit einer bleibenden 

Schädigung (schwere Verletzungen im Bereich des Kopf/Schädels, Brüche mit entsprechenden Blutun-

gen, schwere Verletzungen der Augen und anderer Strukturen) bei C.________ zumindest in Kauf und 

fand er sich damit ab?

A.________ wusste um die Gefährlichkeit von Tritten in den Kopf. Er dachte aber nicht daran, 

C.________ zu verletzen oder ihm einen Schaden zuzufügen.

7.6 Vorbringen des Beschuldigten

Die Verteidigung brachte namens des Beschuldigten anlässlich der Berufungsver-
handlung zusammengefasst Folgendes vor (pag. 566 f.): 

Der Beschuldigte habe mit dem linken und damit schwächeren Fuss getreten. Vor-
liegend bestritten werde die Stärke des Fusstrittes und was der Beschuldigte damit 
habe erreichen wollen. Es stelle sich die Frage, ob der Schlag geeignet sei, eine 
schwere Körperverletzung zuzufügen. Der Beschuldigte habe ausgesagt, er habe 
auf einer Skala von eins bis zehn maximal mit einer vier bis fünf getreten. Davon sei 
dann die Vorinstanz ausgegangen und habe deshalb eine versuchte schwere Kör-
perverletzung angenommen. Einer solchen Werteskala dürfe aber nicht so viel Be-
deutung zukommen, denn sie stelle lediglich eine subjektive Interpretation dar. Das 
Opfer sei weiter erhöht auf der Treppe gesessen, was ebenfalls zu berücksichtigen 
sei. Zu Recht habe die Vorinstanz auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt. 
Die erste Einvernahme des Zeugen D.________ sei aus den Akten gewiesen wor-
den und anlässlich der Berufungsverhandlung habe dieser nicht viel aussagen kön-
nen. Aus der Einvernahme des Opfers könne man entnehmen, dass dieser auch 
zwölf Stunden nach dem Vorfall von keinen Schmerzen oder dergleichen berichtet 
habe. Die Aussagen des Beschuldigten seien detailliert, nachvollziehbar, nicht wi-
dersprüchlich, stimmig und konstant. Er habe auch Gefühle beschreiben können, 
sodass gesamthaft auf seine Aussagen abgestellt werden könne. Im Verlauf habe 
der Beschuldigte konstant ausgesagt, dass er nach der Auseinandersetzung mit dem 
Opfer zur Bar zurückgegangen sei, nachdem er kurz zu Hause gewesen sei. Er habe 
das Opfer dort auf der obersten oder zweitobersten Stufe sitzen sehen. Er habe an-
gehalten und ihm mit dem linken Fuss getreten. Danach sei er in die Bar gegangen. 
Das Opfer sei kurz auf die Seite gelegen, sei dann aber direkt aufgestanden. Der 
Beschuldigte habe konstant ausgesagt, der Tritt sei «nicht sehr hart», «nicht mit vol-
ler Wucht», «nicht so stark» und «nicht so heftig» gewesen. Wegen dieser glaubhaf-
ten Antworten habe die Vorinstanz keinen Anlass gehabt, den Tritt als «mittelstark» 

18

zu bezeichnen und von seinen Aussagen abzuweichen. Es seien daraus keine gra-
vierenden Schäden entstanden und das Opfer sei nicht am Boden gelegen. Aus dem 
Stand heraus sei es in dieser Situation und mit dem linken, schwächeren Fuss sowie 
mit leichten Stoffschuhen gar nicht möglich, rund einen Meter oberhalb des Bodens 
stark zu treten. Der Beschuldigte spiele kein Fussball, sodass sein linker Fuss trai-
niert wäre. Der Beschuldigte habe das Opfer weder verletzen noch töten oder ihm 
einen Schaden zufügen wollen. Der Kopf sei nicht das Ziel seines Fusstritts gewe-
sen. Dies, da das Opfer weit weg auf der Treppe gesessen sei. Er habe auch aus-
gesagt, dass er die Kontrolle nicht verloren habe. Anlässlich der Berufungsverhand-
lung habe er anschaulich beschrieben, was passiert sei. Es sei kein starker Fusstritt 
gewesen, ansonsten zumindest eine leichte Gehirnerschütterung hätte resultieren 
sollen. Das IRM-Gutachten ziehe keine Rückschlüsse der Kopfverletzungen in Be-
zug auf die Schuhsohle und habe nur geringe Verletzungen aufgeführt. Es gebe 
keine Hinweise, dass diese geringen Verletzungen auf den Tritt zurückzuführen 
seien, was auch die Vorinstanz schlussgefolgert habe. Der in der Urteilsbegründung 
der Vorinstanz erstellte Sachverhalt lasse sich mit den vorliegenden Beweismitteln 
deshalb nicht herleiten. Der Tritt sei nicht mittelstark gewesen und der Beschuldigte 
habe auch nicht in Kauf genommen resp. sich damit abgefunden, dass das Opfer 
einen bleibenden Schaden davontrage. Es würden nach objektiver Beweiswürdigung 
unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der an-
geklagten Tat bestehen. Vorliegend würden Zweifel bestehen, dass sich der Sach-
verhalt, wie angeklagt, verwirklicht habe. Es sei daher vom günstigeren Sachverhalt 
aus Sicht des Beschuldigten auszugehen. Es sei daher davon auszugehen, dass der 
Beschuldigte das Opfer getreten und es dabei unabsichtlich am Kopf getroffen habe.

7.7 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte anlässlich der Berufungsverhandlung zu-
sammengefasst Folgendes vor (pag. 571 f.): 

Der Beschuldigte sei nach einer Auseinandersetzung nach Hause gegangen. Er 
habe behauptet, er habe sich bedroht gefühlt. Wenn dem so gewesen wäre, wäre er 
zuhause geblieben und wäre froh gewesen, aus dieser Situation hinauszukommen 
und gehen zu können. Die Bedrohung sei aber nicht der Grund gewesen. Der Be-
schuldigte habe sich mit einem Messer bewaffnet, sei wütend gewesen und habe 
sich mit dem Geschädigten prügeln wollen. Auch auf dem Heimweg sei die Wut nicht 
abgeflacht, sondern er habe das Messer geholt und sei zurückgegangen. Dabei 
handle es sich um ein geplantes und hartnäckiges Vorgehen. Wie die Anklageschrift 
ausführe, habe der Beschuldigte gewalttätig und mit krimineller Energie gehandelt. 
Dies begründe auch die Heftigkeit des Schlages. Der Beschuldigte habe ausgesagt, 
dass er nicht heftig geschlagen und bleibende Schäden nicht in Kauf genommen 
habe. Bei Lektüre der ersten Aussagen habe der Beschuldigte ausgesagt, er habe 
dem Opfer mit dem linken Bein gegen den Kopf getreten. Er habe weiter ausgesagt, 
dass er nicht sehr hart getreten habe. «Nicht sehr hart» bedeute sicherlich nicht 
«leicht», wie er nun behaupte. Das Opfer sei auf die Seite gefallen. Weiter habe der 
Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft von «nicht mit voller Wucht» und auf einer 
Skala von 1-10 von maximal 4-5 gesprochen. Daher könne von einem mittelschwe-
ren Tritt gesprochen werden. Dies würden auch die Aussagen des Zeugen 

19

D.________ zeigen, wonach dieser auf die Frage der Verteidigung geantwortet 
habe, das Opfer sei auf den Hinterkopf gefallen, neben eine Kante bei der Treppe. 
Daher sei mindestens von einem mittelschweren Tritt auszugehen. Auch das IRM-
Gutachten zeige, dass es ein mittelschwerer Tritt gewesen sei. Dies passe auch auf 
den vom Beschuldigten vorgezeigten Tritt ans Gesicht des Opfers überein. Zudem 
sei eine ärztliche Abklärung empfohlen worden, da es zu bleibenden Schäden hätte 
führen können. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung habe der Beschuldigte 
vorgezeigt, wer wie wo gesessen sei. Dabei werde deutlich, dass er aus einer Dreh-
bewegung das Opfer habe treffen müssen. Eine solche Drehbewegung spreche 
nicht für einen leichten Tritt. Der Beschuldigte sei wütend gewesen und habe es dem 
Opfer zeigen wollen. Ein solcher Gemütszustand spreche nicht dafür, dass er leicht 
zugetreten habe. Solche tätlichen Einwirkungen könnten schwere Verletzungen her-
beiführen. Anders als die Verteidigung ausführe, gebe es daher vorliegend zusätzli-
che Elemente, welche für die Inkaufnahme sprächen. Dies sei der Gemütszustand 
des Beschuldigten. Es könne ausgeschlossen werden, dass jemand, welcher so 
wütend sei, dass er ein Messer holen gehe und zurückkomme, nur fein gegen den 
Kopf schlage. Der Beschuldigte sei emotional aufgewühlt gewesen, womit er den 
Tritt nicht habe dosieren können. Weiter sei das Opfer, welches alkoholisiert gewe-
sen sei, wehrlos gewesen. Der Geschädigte habe keine Abwehrchance gehabt und 
dies habe der Beschuldigte ausgenutzt. Er habe gesehen, dass das Opfer auf der 
Treppe gesessen sei. Wer einem solchen Opfer gegen den Kopf trete, dass dieses 
auf hartem Boden aufschlage – und wie hier auf den Hinterkopf neben eine Kante – 
nehme eine schwere Verletzung in Kauf. Insbesondere bei einem mittelschweren 
Tritt und der vorliegenden Bewegung, des Zustandes des Beschuldigten und des 
Opfers ohne Abwehrchancen. Dass nicht Schlimmeres geschehen sei, sei dem Zu-
fall oder dem Glück zu verdanken.

7.8 Würdigung durch die Kammer

7.8.1 Verwertbarkeit Zeugenaussagen D.________

Wie die Vorinstanz richtig dargelegt hat, hat das Bundesgericht wiederholt festgehal-
ten, dass sich der Befragte an der parteiöffentlichen Einvernahme inhaltlich noch-
mals zur Sache äussern muss, sodass die beschuldigte Person ihr Fragerecht 
tatsächlich ausüben kann. Macht sie Angaben zur Sache, so darf im Rahmen einer 
Gesamtwürdigung auch auf die Ergebnisse der früheren Beweiserhebung ergän-
zend zurückgegriffen werden. Denn die Frage, ob bei widersprüchlichen Aussagen 
oder späteren Erinnerungslücken auf die ersten, in Abwesenheit des Beschuldigten 
erfolgten Aussagen abgestellt werden kann, betrifft nicht die Verwertbarkeit, sondern 
die Würdigung der Beweise. Hingegen bleiben die in einer ersten Einvernahme in 
Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO gemachten Aussagen nach Art. 147 Abs. 4 
StPO unverwertbar, wenn sich die befragte Person im Rahmen einer späteren Kon-
frontation gar nicht mehr bzw. nicht frei und unbeeinflusst zur Sache äussert. Daher 
genügt es nicht, dass die befragte Person ihre früheren Aussagen auf blossen Vor-
halt hin bestätigt. Werden Aussagen, welche die Befragten in Einvernahmen ohne 
Gewährung des Teilnahmerechts nach Art. 147 Abs. 1 StPO gemacht haben, in 
späteren Konfrontationseinvernahmen den Befragten wörtlich vorgehalten, so wer-
den diese Aussagen im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO unzulässigerweise verwertet 

20

(vgl. BGer 6B_369/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 2.3.3; BGE 143 IV 457 E. 1.6.1 ff. 
S. 459 ff.; Urteile 6B_76/2018 vom 15. Oktober 2018 E. 1; 6B_1035/2017 vom 20. 
Juni 2018 E. 1.3.3; 6B_321/2017 vom 8. März 2018 E. 1.5.2; BGer 6B_1003/2020 
vom 21.04.2021 E. 2.2).

Vorliegend hat sich der Zeuge D.________ anlässlich der parteiöffentlichen Einver-
nahme vom 2. März 2020 (pag. 80 ff.) nicht mehr frei zum Vorfall vom 10. Februar 
2020 geäussert, sondern mehrheitlich auf seine polizeilichen Aussagen vom 11. Fe-
bruar 2020 verwiesen. Die Einvernahme ist damit nicht verwertbar und wurde durch 
die Kammer mit Beschluss vom 31. Oktober 2022 aus den Akten gewiesen. Die wei-
teren Aussagen des Zeugen D.________ sind damit insoweit unverwertbar, als diese 
als Vorhalte gelten und lediglich Bestätigungen der Aussagen anlässlich der Einver-
nahme vom 11. Februar 2020 darstellen (Art. 141 Abs. 1 StPO sowie 6B_369/2013 
vom 31. Oktober 2013 E. 2.3.3; Beschluss vom 31. Oktober 2022, pag. 566). 

7.8.2 Würdigung objektive Beweismittel

In Bezug auf die Würdigung der objektiven Beweismittel kann vorweg auf die zutref-
fende Würdigung der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 408 ff.). Der Vollständigkeit 
halber werden diese nachfolgend zitiert. 

Der Anzeigerapport hält fest, dass die Schwellung am linken Auge auf den Fusstritt zurückzuführen sei, 
äussert sich indes aber nicht zur Intensität des Tritts. Hinsichtlich der Beweggründe von A.________ 
wird lediglich eine Aussage aus der ersten Einvernahme hervorgehoben, wonach sich A.________ an-
lässlich des Gesprächs in der Bar von C.________ provoziert fühlte. Auch der Forensik-Rapport äussert 
sich lediglich zu den erlittenen Verletzungen, nicht aber zu deren Ursache resp. einem «äusserst hefti-
gen (voll durchzogenen)» Tritt im Sinne der Anklageschrift. Sowohl aus dem Forensik-Rapport als auch 
dem IRM-Gutachten geht hervor, dass die konkreten Folgen des Fusstritts eher gering waren. Insge-
samt halten beide Rapporte fest, was ohnehin nicht bestritten ist, und helfen für die Beantwortung der 
zentralen Beweisfragen nicht weiter.

Gemäss IRM-Gutachten sei denkbar, dass zumindest ein Teil der erlittenen Verletzungen durch Fuss-
tritte entstanden sein könnten. Tritte gegen den Kopf seien grundsätzlich geeignet, schwerwiegende, 
allenfalls lebensgefährliche Verletzungen herbeizuführen. Ob im vorliegenden Fall äusserst heftig zu-
getreten worden sei, bestätigt das IRM-Gutachten nicht, aus der Untersuchung sei – soweit beurteilbar 
– hervorgegangen, dass keine Hinweise für das Vorliegen einer akuten Lebensgefahr bestanden ha-
ben. Das IRM-Gutachten betont somit die Gefährlichkeit von Tritten gegen den Kopfbereich und weist 
auf die möglichen schwerwiegenden Verletzungen hin, lässt indes aber keinen Rückschluss auf die 
Frage zu, wie hart im konkreten Fall getreten wurde. Auch zur Frage der vorübergehenden Benommen-
heit/Bewusstlosigkeit äussert sich das Gutachten nicht. Demgegenüber kann dem Gutachten aber die 
Angaben zur Blutalkoholkonzentration von C.________ zum Beurteilungszeitpunkt mit Hinweisen zu 
den Werten im Tatzeitpunkt entnommen werden.

Insgesamt kann aus den objektiven Beweismitteln der Schluss gezogen werden, dass die erlittenen 
Verletzungen von C.________ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den – unbestrittenen – Fuss-
tritt von A.________ zurückzuführen sind. Die konkret erlittenen gesundheitlichen Folgen sind aber eher 
gering. Wenngleich Tritte in den Kopfbereich grundsätzlich zu schweren Verletzungen führen können, 
so ist nicht erstellt, mit welcher Härte A.________ vorliegend zutrat. Der Vorwurf, wonach C.________ 
nach dem Tritt vorübergehend das Bewusstsein verloren habe, lässt sich gestützt auf die objektiven 
Beweismittel nicht erhärten.

21

Ergänzend und präzisierend zu der vorinstanzlichen Würdigung sind gemäss der 
Kammer nicht alle erlittenen Verletzungen auf den Fusstritt zurückzuführen, sondern 
diese können auch auf die vor dem Fusstritt stattgefundene körperliche Auseinan-
dersetzung zwischen dem Opfer C.________ (nachfolgend: Opfer) und dem Be-
schuldigten zurückgeführt werden. Wie aber das Gutachten ausführt, ist eine Entste-
hung zumindest eines Teils der Verletzungen durch den Fusstritt denkbar. So erlitt 
das Opfer denn auch eine Verletzung am rechten Ohr, weshalb davon auszugehen 
ist, dass der Beschuldigte gegen den Kopfbereich des Opfers getreten hat. Im Übri-
gen sagte und zeigte auch der Beschuldigte anlässlich der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung vor, dass er mit seinem Fuss gegen Kopf bzw. gegen die Wange des 
Opfers getreten habe (pag. 560). Bezüglich möglicher bleibender Schäden in Zu-
sammenhang mit der Schwellung und Unterblutung am rechten Ohr musste der wei-
tere Heilungsverlauf abgewartet werden, wobei als Folgen etwa Deformationen und 
Infektionen des Ohrknorpels denkbar waren, was indes nicht eingetreten ist. Die üb-
rigen beschriebenen äusserlich sichtbaren Verletzungen konnten folgenlos abheilen. 
Tritte gegen den Kopf sind aber grundsätzlich geeignet, schwerwiegende, allenfalls 
lebensgefährliche Verletzungen herbeizuführen. Über die Härte, mit welcher der Be-
schuldigte zugetreten hat, lässt sich den objektiven Beweismitteln damit nichts ent-
nehmen. Ebenfalls ist bei Würdigung der objektiven Beweismittel nicht erstellt, dass 
das Opfer nach dem Tritt das Bewusstsein verloren haben soll. 

7.8.3 Würdigung subjektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat richtig ausgeführt, dass das Opfer keine sachdienlichen Hinweise 
zum Vorfall machen konnte (erstinstanzliche Urteilsbegründung: pag. 411). Die Wür-
digung der subjektiven Beweismittel bezieht sich demzufolge auf die Aussagen des 
Beschuldigten sowie die verwertbaren Aussagen des Zeugen D.________.

Auch wenn die Verteidigung den Tritt an den Kopf noch in Frage stellte, kann auf die 
detaillierten, nachvollziehbaren und grundsätzlich widerspruchsfreien Aussagen des 
Beschuldigten sowie das Verletzungsbild (siehe obige Ausführungen zur Würdigung 
der objektiven Beweismittel 7.8.2) abgestellt werden. Diesbezüglich kann zudem auf 
die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (pag. 413). Es ist damit davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte dem Opfer mit dem linken Fuss gegen den Kopf 
trat.

Der Beschuldigte war laut seinen Aussagen wütend, als er nach Verlassen der Bar 
zu Hause ein Küchenmesser behändigte («sauer»: pag. 62 Z. 64, Z. 76; «wütend»: 
pag. 65 Z. 45, Z. 48; pag. 360 Z. 183; pag. 560 Z. 24). Weiter gibt er an, er habe sich 
von den Leuten in der Bar ungerecht behandelt, bedroht und angegriffen gefühlt 
(pag. 65 Z. 47 f.; pag. 66 Z. 66 ff., Z. 83; pag. 68 Z. 151 ff.; pag. 69 Z. 196). Auch der 
Anzeigerapport spricht dafür, dass der Beschuldigte wütend war. So geht daraus 
hervor, dass der Beschuldigte bei Eintreffen der Polizei sichtlich aufgebracht auf der 
Stelle hin und her getreten sei (pag. 11, «Angetroffene Situation»). Entgegen seinen 
unglaubhaften Aussagen im Berufungsverfahren war der Beschuldigte nicht ängst-
lich, als er das Messer zu Hause genommen und zur Bar zurückgekehrt ist. Wäre er 
ängstlich gewesen, wäre er zu Hause geblieben und der Situation resp. der Konfron-
tation mit dem Opfer und seinen vermeintlichen Kollegen ausgewichen. Seine dies-
bezüglichen Aussagen sind unglaubhaft. Nach Ansicht der Kammer befand sich der 

22

Beschuldigte in solch einem starken Gemütszustand, dass er sich auch über den 
Zeitraum des Nachhausegehens, Behändigen des Messers in der Küche und ansch-
liessender Rückkehr zur Bar «G.________» und mithin zum Opfer nicht beruhigen 
konnte. Hätte der Beschuldigte schliesslich so Angst vor dem Opfer und dessen Kol-
legen gehabt, wäre er nach dem Fusstritt nicht in die Bar hineingegangen und hätte 
etwas getrunken. Seine diesbezüglichen Aussagen, er habe nur auf die Polizei ge-
wartet, erscheinen der Kammer unglaubhaft, zumal er einmal ausgesagt hat, man 
habe ihm gesagt, die Polizei komme (pag. 560 Z. 33 f.), und einmal wusste er von 
sich aus, dass die Polizei kommen werde (pag. 563 Z. 38). Letztendlich spricht auch 
für die heftige Gemütsbewegung, in welcher sich der Beschuldigte befand, dass er 
das Opfer bei der Rückkehr mit dem Messer nicht noch ansprach, sondern diesem, 
ohne etwas zu sagen, direkt den Fusstritt verpasste (pag. 562 Z. 39). Es ist daher 
von den glaubhaften ersten Aussagen des Beschuldigten auszugehen, dass er – wie 
er selbst gesagt hat – für den Vorfall einen «Aussetzer» hatte (pag. 62 Z. 85). Sodann 
wollte der Beschuldigte bei seiner Rückkehr den körperlichen Streit mit Schlagen 
fortführen, wie er dies glaubhaft ausgesagt hat (pag. 563 Z. 28). Der Beschuldigte 
hätte dies nicht so gesagt, wenn es sich anders zugetragen hätte, zumal sich der 
Beschuldigte damit selbst belastet. 

Das Opfer sass, als der Beschuldigte zur Bar zurückkehrte, auf der Treppe (Aussa-
gen des Beschuldigten: pag. 62 Z. 79; pag. 65 Z. 45 ff.; pag. 66 Z. 71; pag. 359 Z. 
168 f.). Aufgrund der Aktenlage und der Aussagen des Beschuldigten geht die Kam-
mer davon aus, dass das Opfer auf der obersten oder zweitobersten Treppenstufe 
sass (pag. 67 Z. 122 f.; Bild 3 auf pag. 71). Da das Opfer auf der Treppe sass und 
aufgrund der Umstände – die Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten in der Bar 
war zu diesem Zeitpunkt bereits beendet gewesen und dieser hatte sich aus der Bar 
entfernt – ist davon auszugehen, dass das Opfer zum Zeitpunkt des Fusstrittes durch 
den Beschuldigten keinen Angriff durch diesen erwartete. Der Fusstritt kam für das 
Opfer somit unerwartet und unvorbereitet. Dies musste dem Beschuldigten aufgrund 
der ihm bekannten Umstände ebenfalls bewusst gewesen sein. Das Opfer war zum 
Zeitpunkt des Fusstrittes mit einer Blutalkoholkonzentration von minimal 1.92 ‰ bis 
maximal 2.93 ‰ stark alkoholisiert. Zudem hatte er Kokain konsumiert (Forensisch-
toxikologischer Abschlussbericht: pag. 55). Der Beschuldigte gab in seinen ersten 
Aussagen an, er habe das Gefühl gehabt, das Opfer sei alkoholisiert und vielleicht 
auf Drogen gewesen (pag. 61 Z. 46 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung schwächte der Beschuldigte diese Aussagen ab, indem er aussagte, er 
könne nicht einschätzen, ob jemand erheblich alkoholisiert sei, und das Opfer habe 
bei der vorangehenden Auseinandersetzung nicht wie ein schwer Betrunkener ge-
wirkt (pag. 360 Z. 201, Z. 235 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Be-
schuldigte dann wiederum an, seiner Ansicht nach habe das Opfer so gewirkt, wie 
wenn es alkoholisiert gewesen und unter Drogen, resp. Kokain, gestanden habe 
(pag. 561 Z. 42 ff.). Gestützt auf diese Aussagen ist davon auszugehen, dass dem 
Beschuldigten bewusst war, dass das Opfer alkoholisiert war und eventuell noch 
Drogen konsumiert hatte. 

Der Beschuldigte trug zum Zeitpunkt des Fusstrittes Nike Turnschuhe aus Stoff (pag. 
67 Z. 95 f.). 

23

Da keine anderslautenden verwertbaren Aussagen und objektiven Beweismittel vor-
liegen, ist auf die Aussagen des Beschuldigten abzustellen, wonach er aus dem 
Stand und nicht mit Anlauf dem Opfer den Fusstritt verpasst hat (pag. 63 Z. 142; pag. 
66 Z. 67 f.; pag. 69 Z. 177 f.; pag. 563 561 Z. 23). Auch ist mit seinen Aussagen 
davon auszugehen, dass er als Rechtshänder mit seinem linken Fuss und damit in 
der Regel schwächeren Fuss getreten hat (pag. 67 Z. 127; pag. 69 Z. 169), dies aber 
aus dem Grund, weil es ihm aufgrund seiner Laufrichtung von dieser Seite einfacher 
gegangen ist (pag. 68 Z. 131; siehe dazu auch seine Einzeichnung auf dem Foto auf 
pag. 71 Bild 3). Die Verteidigung des Beschuldigten bestritt, dass der Beschuldigte 
gegen den Kopf gezielt habe. Berücksichtigt man den Bewegungsablauf – der Be-
schuldigte musste von unten nach oben treten, um den Kopf des auf der Treppen-
stufe (gemäss Rechtsanwältin B.________ rund einen Meter ab Boden: pag. 567) 
sitzenden Opfers zu treffen – und die Tatsache, dass der Beschuldigte dementspre-
chend sein Bein hochheben musste, dann ist ein Treffen des Kopfes des Opfers bei 
einem unkontrollierten und ungezielten Fusstritt kaum möglich. Dafür spricht auch, 
dass der Beschuldigte, um den Kopf des Opfers zu treffen, eine gewisse Drehbewe-
gung machen musste, wie die Staatsanwaltschaft zu Recht ausführte (pag. 571). Der 
Beschuldigte hat denn auch in seinen tatnächsten Antworten auf die offene Frage, 
wohin er getreten habe, nur den Kopf erwähnt (pag. 62 Z. 82 ff.: pag. 65 Z. 45 f.). 
Erst auf die Ergänzungsfrage seiner Verteidigung sagte er bei der Staatsanwalt-
schaft aus, er habe den Kopf nicht treffen wollen (pag. 70 Z. 226 ff.). Anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung machte er keine entsprechenden Aussagen. An 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte wiederum aus, er 
habe mit seinem Fuss gegen Kopf bzw. gegen die Wange des Opfers getreten 
(pag. 560). Die Kammer geht deshalb davon aus, dass der Beschuldigte gezielt ge-
gen den Kopf getreten hat.

Als der Beschuldigte mit seinem linken Fuss gegen die rechte Kopfseite des Opfers 
trat, hatte er wie oben ausgeführt einen «Aussetzer» (pag. 62 Z. 85; pag. 563 Z. 33 
ff.) bzw. das Ganze sei «aus der Situation» als «Aktion Reaktion» heraus passiert 
(pag. 66 Z. 62; pag. 70 Z. 204). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
verneinte er zwar, dabei die Kontrolle verloren zu haben (pag. 360 Z. 189 ff.). Ge-
stützt auf seine ersten tatnächsten Aussagen, den Aussagen anlässlich der Beru-
fungsverhandlung (pag. 563 Z. 33 f.) und aufgrund des Umstandes, dass er zu die-
sem Zeitpunkt wütend war, ist davon auszugehen, dass er zum Zeitpunkt des Fuss-
trittes tatsächlich kurz einen «Aussetzer» hatte. Der Beschuldigte will «nicht sehr 
hart», «nicht so stark» und nicht mit «voller Wucht» gegen den Kopf des Opfers ge-
treten haben (pag. 62 Z. 84 f.; pag. 63 Z. 141 f.; pag. 65 Z. 53 f.; pag. 67 Z. 102 f.). 
Auf einer Skala von 1-10 habe er maximal mit einer 4-5 zugetreten (pag. 65 Z. 58; 
pag. 67 Z. 100 ff.). Jedoch gibt er ebenfalls an, das Opfer sei durch den Fusstritt auf 
die Seite gefallen (pag. 62 Z. 85; pag. 66 Z. 74). Das Opfer sei seitwärts herunterge-
fallen (pag. 67 Z. 114). Auch wenn der Beschuldigte in seiner staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme später noch in Bezug auf die Stärke seines Fusstrittes ausführte, 
das Opfer sei ja auch nicht «gleich auf dem Boden gewesen» (pag. 67 Z. 101 f.), ist 
gestützt auf seine früheren Aussagen in der gleichen Einvernahme sowie seinen 
Aussagen in der polizeilichen Einvernahme davon auszugehen, dass das Opfer 

24

durch den Fusstritt auf die Seite fiel. Entsprechendes sagte der Beschuldigte im Üb-
rigen auch anlässlich seiner Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung (pag. 359 Z. 169) sowie an der Berufungsverhandlung (pag. 561 Z. 28 f.) aus, 
wonach das Opfer nach dem Tritt auf dem Boden gelegen sei resp. wie eingesackt 
sei. Der Beschuldigte gab an, er habe nicht gesehen, ob das Opfer mit dem Hinter-
kopf auf die Stufe gefallen sei (pag. 67 Z. 113 ff.). Gestützt auf die nachvollziehbaren 
und verwertbaren Aussagen von D.________ in der parteiöffentlichen Einvernahme, 
wonach er auf Frage, warum er den Hinterkopf nach Verletzungen untersucht habe, 
aussagte, er habe dies gemacht, weil das Opfer auf den Hinterkopf neben eine Kante 
bei der Treppe gefallen sei (pag. 82 Z. 81), ist davon auszugehen, dass dieser auf 
den Hinterkopf bei der Treppe gefallen ist. Dafür sprechen auch die Rötungen und 
Abschürfungen auf der Schädeloberseite (pag. 30).

Da keine anderen verwertbaren Aussagen vorliegen, ist bezüglich der Stärke des 
Fusstrittes grundsätzlich auf die Aussagen des Beschuldigten abzustellen. Die Vor-
instanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es angesichts der beim Opfer konkret 
entstandenen Verletzungen wahrscheinlich sei, dass nicht mit voller Stärke (Stärke 
«10») zugetreten worden sei (pag. 413). Nach Ansicht der Kammer ist jedoch eine 
Stärkeskala nicht unbedingt geeignet zu sagen, wie stark ein Tritt effektiv gewesen 
ist. Sicherlich kann jedoch aufgrund der Aussagen des Beschuldigten gesagt wer-
den, dass es gemäss seiner Ansicht nach weder mit voller Stärke noch ganz 
schwach gewesen ist. Aufgrund der Gesamtumstände nimmt die Kammer an, der 
Beschuldigte habe mittelstark zugetreten. Gemäss seinen eigenen Aussagen war er 
nämlich wütend und aufgebracht und hatte einen Aussetzer. Er war emotional deut-
lich aufgebracht, wie dies bereits ausgeführt wurde. Auch die Tatsache, dass er zu-
erst nach Hause ging, ein Messer behändigte und dann wieder zurück zum Opfer 
ging, um sich mit diesem zu schlagen, spricht für die Heftigkeit seiner Gefühlssitua-
tion. Es erscheint der Kammer unglaubhaft, wenn der Beschuldigte dabei nur ganz 
leicht zugetreten haben soll, resp. treten wollte. Der Beschuldigte selbst hat nicht von 
einer minimalen Intensität gesprochen. Daran ändert auch nichts, dass das Opfer 
keine bleibenden Schäden davontrug. Die Kammer erachtet es aus der Gefühlslage 
des Beschuldigten heraus und den Umständen, wie es zum Fusstritt kam, als erwie-
sen, dass der Beschuldigte das Opfer zwar nicht schwer (hart, mit voller Wucht) trat, 
sondern so heftig trat, wie es ihm aus der Situation und den Positionen der Personen 
möglich war. 

Der Beschuldigte gab in der polizeilichen Einvernahme an, dass die anwesenden 
Leute dem Opfer nach dem Tritt geholfen hätten (pag. 62 Z. 85). Er selber sei in die 
Bar hineingegangen (pag. 62 Z. 80; pag. 68 Z. 144; pag. 359 Z. 169 f.). Anlässlich 
der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte er, nach dem Tritt in die Bar 
hineingegangen zu sein, gab aber neu an, er habe gesehen, wie das Opfer aufge-
standen sei (pag. 66 Z. 74). Er bestreitet, dass das Opfer aufgrund des Trittes 1-2 
Minuten bewusstlos gewesen sei (pag. 68 Z. 141). Dies hat er anlässlich der Beru-
fungsverhandlung bestätigt (pag. 562 Z. 5 ff.). Der Beschuldigte gab aber anlässlich 
der Berufungsverhandlung weiter an, er sei dann in die Bar gegangen und habe dort 
ein Getränk bestellt und erst dann habe er das Opfer gesehen, welches wieder ge-
standen sei (pag. 561 Z. 32 ff.). Der Beschuldigte hat daher gar nicht sehen können, 

25

ob das Opfer kurz das Bewusstsein verlor oder nicht, zumal das Opfer gemäss sei-
nen eigenen Aussagen wie eingesackt sei (pag. 561 Z. 28). Die Kammer geht aber 
aufgrund der Gesamtumstände und insbesondere auch der Folgen beim Opfer nicht 
davon aus, dieses sei bewusstlos gewesen. Anderslautende verwertbare Aussagen 
liegen zudem keine vor.

Schlussendlich – wie auch von der Vorinstanz angenommen – wusste der Beschul-
digte um die Gefährlichkeit von Tritten gegen den Kopf und damit um die nahelie-
gende Möglichkeit einer bleibenden Schädigung (pag. 66 Z. 61), wobei es ihm leid 
tat.   

7.8.4 Beweisergebnis

Der Beschuldigte hatte am 10. Februar 2022 einen verbalen und tätlichen Streit mit 
dem Opfer. Nachdem dieser vorerst beendet war, ging der Beschuldigte nach Hause 
und behändigte ein Küchenmesser. Er kehrte damit wütend und aufgebracht zur Bar 
«G.________» zurück. Als er das Opfer auf der obersten oder zweitobersten Trep-
penstufe vor der Bar sitzen sah, hatte er einen Aussetzer. Aus dem Stand heraus 
trat der Beschuldigte das Opfer mit dem linken Fuss. Der Fusstritt traf das Opfer 
unerwartet und unvorbereitet gegen dessen rechten Gesichtshälfte, wodurch das 
Opfer zur Seite einsackte und auf den Hinterkopf bei der Treppe fielt. Der Tritt er-
folgte so heftig, wie es dem Beschuldigten aus der Situation und den Positionen mög-
lich war. Das Opfer hatte auf Grund des Vorgehens des Beschuldigten sowie seiner 
erheblichen Alkoholisierung (min. 1.92 Promille), keine Möglichkeit sich gegen den 
Tritt zu schützen bzw. zu wehren. Das Opfer erlitt durch den Tritt Hautunter- und 
einblutungen im Bereich des rechten Ohres sowie Hautrötungen und –abschürfun-
gen am Kopf. Dem Beschuldigten war bewusst, dass das Opfer alkoholisiert war und 
eventuell noch Drogen konsumiert hatte. Der Beschuldigte wusste um die Gefähr-
lichkeit von Tritten gegen den Kopf und damit um die naheliegende Möglichkeit einer 
bleibenden Schädigung, wobei es ihm Leid tat. Nach dem Tritt ging der Beschuldigte 
in die Bar und bestellte ein Getränk, wobei er sah, dass das Opfer wieder stand. 

III. Rechtliche Würdigung

8. Allgemeine Ausführungen zur versuchten schweren Körperverletzung

Hinsichtlich der theoretischen Ausführungen zu Art. 122 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches (StGB; SR 311.0; schwere Körperverletzung) und Art. 22 Abs. 1 StGB 
(Versuch) kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (S. 22 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 414 ff.). Ergänzend 
bzw. teilweise wiederholend ist Folgendes festzuhalten:

Nach Art. 122 StGB macht sich der schweren Körperverletzung schuldig, wer 
vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer vorsätzlich den 
Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 
wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend 
arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen 
arg und bleibend entstellt (Abs. 2), oder wer vorsätzlich eine andere schwere 

26

Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines 
Menschen verursacht (Abs. 3). 

Hat der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine 
Tatentschlossenheit manifestiert, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale 
verwirklicht sind, liegt ein Versuch vor (vgl. Art. 22 Abs. 1 StGB).

Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder 
Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, 
wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 
StGB).

9. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog in rechtlicher Hinsicht was folgt (pag. 414 ff.): 

C.________ befand sich nach dem Fusstritt zu keinem Zeitpunkt in unmittelbarer Lebensgefahr (vgl. 
hierzu p. 51). Auch blieb er nicht bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder erlitt anderweitige Folge-
schäden. Schliesslich liegt kein Fall vor, welcher sich unter die Generalklausel von Art. 122 Abs. 3 StGB 
subsumieren liesse. Der objektive Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
StGB ist nicht erfüllt.

Zu prüfen bleibt, ob der Beschuldigte allenfalls den (Eventual-)Vorsatz auf eine schwere Körperverlet-
zung hatte, wodurch eine versuchte Begehung der Tat vorliegen könnte. 

Der Beschuldigte wollte C.________ nicht schwer geschweige denn lebensgefährlich verletzen. Ein 
direkter Vorsatz lässt sich – wie oft in solchen Fällen – gestützt auf das Beweisergebnis nicht erhärten.

Fraglich ist, ob der Beschuldigte mit seinen Tathandlungen in Kauf nahm, C.________ schwere Verlet-
zungen zuzufügen. Bei der Kopfregion handelt es sich um einen besonders sensiblen Bereich des 
menschlichen Körpers, welche die Sinnesorgane und das Gehirn beherbergt. So sind Tritte gegen den 
Kopf geeignet, schwerwiegende Verletzungen herbeizuführen (vgl. hierzu auch p. 51). Gerade Verlet-
zungen der Hirnregion können gravierende Folgen nach sich ziehen. Gemäss dem Bundesgericht ent-
spricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Fusstritte und Faustschläge im Kopfbereich eines 
am Boden liegenden Opfers – selbst wenn dieses sich zusammenrollt und den Kopf mit den Händen 
zu schützen versucht – zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen kön-
nen und damit – je nach Verletzung – eine versuchte oder vollendete schwere Körperverletzung dar-
stellen (statt vieler siehe in Urteil des Bundesgerichts 6B_760/2017 vom 23. März 2018, E. 3.4). Auch 
das Regionalgericht Bern-Mittelland hat eine reiche Erfahrung mit Fällen von vollendeter oder versuch-
ter schwerer Körperverletzung. Heftige Attacken – auch bloss mit den Fäusten – gegen den Kopf eines 
Menschen erfüllen oft den Tatbestand der schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB, dasselbe 
gilt für Fusstritte gegen den Kopf. Es ist bekannt, dass tätliche Einwirkungen wie harte Schläge oder 
Tritte gegen den Kopf geeignet sind, schwere Verletzungen, wenn nicht gar Lebensgefahr herbeizu-
führen. Dieses Wissen ist auch dem Beschuldigten ohne Weiteres anzurechnen. Wer in aufgebrachter 
Stimmung mit dem Fuss aufzieht und gegen den Kopfbereich eines Menschen zutritt weiss, dass er 
durch dieses Verhalten schwere Verletzungen verursachen kann. Das Beweisergebnis lässt denn auch 
keinen anderen Schluss zu: A.________ wusste um die Gefährlichkeit von Tritten an den Kopf. Trotz 
dieses Wissens trat A.________ aber zu. Zur Frage der Intensität des Tritts ist vorauszuschicken, dass 
das Bundesgericht neben dem eigentlichen Fusstritt an den Kopf für den Tatbestand der versuchten 
schweren Körperverletzung kein aggravierendes Moment, etwa eine besondere Heftigkeit der Tritte, 
die Wehrlosigkeit des Opfers, die Traktierung mit weiteren Gegenständen oder die Einwirkung mehrerer 

27

Personen voraussetzt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2006, E. 4.1). Gestützt 
auf das Beweisergebnis lag denn auch kein «äusserst heftiger, voll durchgezogener», jedoch durchaus 
ein mittelstarker Tritt vor. Insgesamt bleibt es ein Glücksfall, dass C.________ mit geringfügigen Ver-
letzungen davonkam. Daran ändert auch die Konstellation im vorliegenden Fall, wo das Opfer nicht am 
Boden lag, sondern auf einer Treppe sass, nichts. 

Zu den Beweggründen kann auf das Beweisergebnis verwiesen werden. Dieses hat ergeben, dass der 
Beschuldigte sich von C.________ provoziert und im Anschluss an die Auseinandersetzung in der 
G.________(Lokal), in welcher er von anderen Barbesuchern zurückgehalten wurde, nach eigener Aus-
sage bedroht fühlte. Der Beschuldigte empfand Wut, Ärger und Frust über die Situation und fühlte sich 
ungerecht behandelt. Die Tatsache, dass er – nachdem er die Bar und den Konflikt verlassen hatte – 
von Zuhause mit einem Messer zurückkehrte, unterstreicht, dass er sich in erster Linie gedemütigt fühlte 
und sich gewissermassen Respekt resp. Genugtuung verschaffen wollte. Das war letztlich der entschei-
dende Grund, weshalb es zum Tritt gegen C.________ kam. Es ist zu berücksichtigen, dass das Messer 
unbenutzt blieb und sich der Beschuldigte nach dem Tritt nicht weiter aggressiv verhielt. Nichtsdesto-
trotz müssen seine Beweggründe als egoistisch bezeichnet werden. Der Beschuldigte hätte nach der 
Auseinandersetzung in der Bar ohne Weiteres zuhause bleiben können, suchte aber bewusst eine wei-
tere Konfrontation.

Zusammenfassend kann A.________ vor diesem Hintergrund vernünftigerweise nur in Kauf genommen 
haben, C.________ schwer zu verletzen. Der Eintritt eines Erfolgs einer der in Art. 122 StGB umschrie-
benen Alternativen drängte sich als so wahrscheinlich auf, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzu-
nehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Er fand sich mit 
der Möglichkeit ab, dass sich C.________ aufgrund des Tritts schwer verletzten könnte, wenngleich 
dies nicht sein eigentliches Handlungsziel war. 

Der Beschuldigte konnte bei bestem Willen auch nicht darauf vertrauen, dass schon nichts passieren 
werde. Im Gegenteil: er hatte Glück, dass C.________ glimpfig davonkam. Unter derartigen Tatumstän-
den bleibt für ein bloss pflichtwidriges Verhalten (bewusste Fahrlässigkeit) im Sinne einer fahrlässigen 
Körperverletzung kein Raum.

Fehlt es wie vorliegend an der Erfüllung des objektiven Tatbestands, ist folglich der zum Tatbestand 
gehörende Erfolg nicht eingetreten, so ist von einem Versuch auszugehen. Mithin liegt ein vollendeter 
Versuch vor. Es lag nicht im Wirkungsbereich des Beschuldigten, ob der Erfolg letztlich eintrat oder 
nicht. Die Tatbestandsmässigkeit des eventualvorsätzlichen schweren Körperverletzungsversuchs ist 
damit gegeben.

10. Argumente des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bringt vor, der objektive Tatbestand der schweren Körperverlet-
zung liege nicht vor, weshalb ein Versuch zu prüfen sei. Die Vorinstanz führe aus, 
die Kopfregion stelle einen besonders sensiblen Bereich dar und Fusstritte und Kopf-
schläge würden nach der allgemeinen Lebenserfahrung eine schwerwiegende Be-
einträchtigung der körperlichen Integrität darstellen. Es sei gemäss Vorinstanz klar, 
dass Schläge und Einwirkungen gegen den Kopf schwere Verletzungen hinzufügen 
könnten und dieses Wissen sei dem Beschuldigten anzurechnen. Daher sei die Vor-
instanz von einer eventualvorsätzlichen Begehung ausgegangen. Ein aggravieren-
des Moment brauche es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht. Der vor-
liegende Fusstritt sei aber nicht geeignet gewesen, eine schwerwiegende Schädi-
gung der körperlichen und geistigen Gesundheit herbeizuführen. Aus der abstrakten 

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Gefahr, welche ein Fusstritt gegen den Kopf hervorrufen könne, könne nicht ein 
Eventualvorsatz begründet werden. Dies entspreche nicht der aktuellen bundesge-
richtlichen Rechtsprechung (BGer 6B_161/2016 vom 12. Oktober 2016 E. 1.4.1.). 
Gemäss BGer 6B_161/2016 vom 12. Oktober 2016 E. 1.4.2. verstosse das Gericht 
gegen Bundesrecht, wenn es davon ausgehe, dass Kopfstösse generell-abstrakt ge-
eignet seien, eine schwere Körperverletzung hinzuzufügen. Es brauche weitere Um-
stände, welche auf den Eintritt und die Inkaufnahme einer schweren Körperverlet-
zung deuten würden. Der Eventualvorsatz des Täters müsse sich auf die schwere 
Schädigung selbst beziehen (BGer 6B_633/2016 vom 12. Januar 2016). Das Sach-
gericht müsse die Tatsachen möglichst erschöpfend darstellen, um zu zeigen, aus 
welchen Tatsachen es auf den Eventualvorsatz geschlossen habe (BGer 
6B_1024/2017 vom 26. April 2018 E. 1.1.). Gleich wie bei den zitierten Entscheiden 
habe die Vorinstanz die besonderen Umstände nicht aufgezeigt. Es liege ein einzel-
ner nicht auf den Kopf gezielter und nicht starker Fusstritt aus dem Stand vor. Es 
hätten keine Verletzungen vom Fusstritt nachgewiesen werden können. Daher dürfe 
nicht der Schluss gezogen werden, der Beschuldigte habe eine schwere Schädigung 
für möglich gehalten oder in Kauf genommen. Entgegen der Vorinstanz sei nicht ent-
scheidend, wie intensiv der Fusstritt tatsächlich gewesen sei, sondern was der Be-
schuldigte für möglich gehalten habe (BGer 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 4.1 
und BGer 6B_1250/2013 vom 24. April 2015 E. 1.4.1.). Die Frage, wo der Fusstritt 
auf der Skala eingeordnet worden sei, sei daher von untergeordneter Rolle. Aufgrund 
der Umstände liessen sich keine Schlüsse ziehen, dass der Beschuldigte eventual-
vorsätzlich gehandelt habe. Das Risiko einer schweren Körperverletzung habe sich 
nicht derart aufgedrängt, dass es nur als Inkaufnahme bewertet werden könne. Die-
ser Fall unterscheide sich von anderen Fällen, in welchen ein Eventualvorsatz ange-
nommen worden sei (BGer 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 2.2., 6B_181/2015 
vom 23. Juni 2015 E. 2.2.3., Urteil OGer ZH SB180214 vom 28. Februar 2019 E. 
6.4.4.). Bei diesen Fällen würden die besonderen Umstände auf den Eventualvorsatz 
deuten. Solche Umstände würden nicht vorliegen. Das Opfer sei auf der Stufe ge-
sessen und habe keine Verletzungen erlitten. Dies sei auch der Grund, warum bei 
diversen Kampfsportarten solche Angriffe auf den Kopf erlaubt seien. Erst wenn die 
angegriffene Person am Boden liege, dürfe nicht mehr geschlagen werden. Das Ri-
siko einer schweren Körperverletzung bei Fusstritten in Lufthöhe sei massiv gerin-
ger. Der Beschuldigte habe mit dem schwächeren linken Fuss getreten und führe 
keine Ball- oder Kampfsportarten aus. Daher müsse die Kausalität zwischen dem 
Fusstritt und einer möglichen schweren Körperverletzung verneint werden. Das Op-
fer sei unmittelbar nach dem Tritt wieder aufgestanden und habe zwölf Stunden 
später keine Schmerzen mehr empfunden. Es habe sich beim Tritt über einen Meter 
oberhalb des Bodens befunden und der Beschuldigte sei nicht gut positioniert gewe-
sen. Die Wahrscheinlichkeit einer Tatverwirklichung sei daher klein gewesen, was 
gegen den Eventualvorsatz spreche. Der Eventualvorsatz liege daher nicht vor, wes-
halb der Beschuldigte freizusprechen sei.  

11. Argumente der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte vor, solche tätlichen Einwirkungen wie der 
Fusstritt könnten schwere Verletzungen herbeiführen. Anders als die Verteidigung 

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ausführe, gebe es zusätzliche Elemente, welche für die Inkaufnahme spreche. Dies 
sei der Gemütszustand des Beschuldigten. Es könne ausgeschlossen werden, dass 
jemand, welcher so wütend sei, dass er ein Messer holen gehe, zurückkomme und 
dann nur fein gegen den Kopf schlage. Gemäss BGer 6B_1180/2015 vom 13. Mai 
2015 E. 4.1. seien neben dem eigentlichen Fusstritt an den Kopf keine aggravieren-
den Mittel notwendig. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung reiche ein 
Fusstritt mit einer gewissen Wucht. Vorliegend würden aber aggravierende Elemente 
hinzukommen. Der Beschuldigte sei emotional aufgewühlt gewesen, womit er den 
Tritt nicht habe dosieren können. Weiter sei das Opfer, welches alkoholisiert gewe-
sen sei, wehrlos gewesen. Das Bundesgericht habe klar ausgesagt, dass das 
Schuhwerk dabei keine Rolle spiele und es für die rechtliche Würdigung nicht mass-
gebend sei, ob eine schwere Körperverletzung vorliege. Der Erfolg sei vorliegend 
nicht eingetreten. Zu berücksichtigen sei daher nicht die Intensität, sondern welche 
Folgen der Täter für möglich gehalten und in Kauf genommen habe. Vorliegend 
müsse berücksichtigt werden, in welchem Gemütszustand sich der Beschuldigte be-
funden habe und dass der Geschädigte stark alkoholisiert gewesen sei. Der Geschä-
digte habe keine Abwehrchance gehabt und dies habe der Beschuldigte ausgenutzt. 
Er habe gesehen, dass das Opfer auf der Treppe gesessen sei. Wer einem solchen 
Opfer gegen den Kopf trete, so dass dieses auf hartem Boden aufschlage – und wie 
hier auf den Hinterkopf neben eine Kante – nehme eine schwere Verletzung in Kauf. 
Insbesondere bei einem mittelschweren Tritt und der vorliegenden Bewegung, des 
Zustandes des Beschuldigten und des Opfers ohne Abwehrchancen. Dass nicht 
Schlimmeres geschehen sei, sei dem Zufall oder dem Glück zu verdanken. Die Vor-
aussetzungen für die versuchte schwere Körperverletzung würden damit vorliegen, 
weshalb der Beschuldigte schuldig zu sprechen sei.

12. Subsumtion

Bezüglich der generell-abstrakten Ausführungen betreffend den Tatbestand der 
schweren Körperverletzung (Art. 122 StGB) und des Versuchs (Art. 22 StGB) sowie 
die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann auf 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (erstinstanzliche 
Urteilsbegründung pag. 414 ff.).

Auch bezüglich der Subsumtion kann grundsätzlich auf die korrekten Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (erstinstanzliche Urteilsbegründung pag. 417 ff.). 
Ergänzend bzw. teilweise wiederholend dazu ist Folgendes festzuhalten:

Das Opfer befand sich nie in unmittelbarer Lebensgefahr (Gutachten IRM vom 
22. Mai 2020: pag. 51). Es erlitt auch keine solchen körperlichen Schäden, die den 
objektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung erfüllen. 

Damit ist zu prüfen, ob der Beschuldigte mit direktem Vorsatz oder Eventualvorsatz 
auf eine schwere Körperverletzung handelte, womit eine versuchte schwere Körper-
verletzung vorliegen würde. 

Der Beschuldigte bestätigte zwar zu wissen, was passieren könne, wenn man je-
manden gegen den Kopf trete (pag. 66 Z. 60 f.), bestritt jedoch die Absicht, dem 
Opfer einen Schaden zuzufügen oder zu verletzen (pag. 66 Z. 61 ff.; pag. 70 
Z. 228 f.). 

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Ein direkter Vorsatz auf das Zufügen einer schweren Körperverletzung kann dem 
Beschuldigten aufgrund der Umstände (keine geplante Tat und aus dem Affekt her-
aus), aufgrund seiner Aussagen und aufgrund der Tatsache, dass er das Opfer nach 
dem ersten Fusstritt nicht noch weiter traktierte, nicht nachgewiesen werden. 

Damit stellt sich die Frage, ob der Beschuldigten aufgrund der Umstände mit seiner 
Handlung eine schwere Körperverletzung in Kauf genommen hat. 

Dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 22. Mai 2020 kann entnommen 
werden, dass Tritte gegen den Kopf grundsätzlich geeignet sind, schwerwiegende, 
allenfalls lebensgefährliche Verletzungen (z.B. Knochenbrüche, Hirnblutungen) her-
beizuführen (pag. 51). Diese Auffassung entspricht auch der konstanten Rechtspre-
chung des Bundesgerichts. Dieses hat wiederholt bestätigt, dass heftige Schläge 
und Tritte gegen den ungeschützten Kopfbereich des Opfers objektiv geeignet 
sind, schwere Körperverletzungen zu verursachen (vgl. u.a. Urteile des Bundesge-
richts 6B_651/2018 vom 17. Oktober 2018, E. 4., 6B_760/2017 vom 23. März 2018, 
E. 3.4, 6B_161/2016 vom 12. Oktober 2016, E. 1.4.2, 6B_181/2015 vom 23. Juni 
2015, E. 2.3; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016, E. 4.1). Bei der Kopfregion handelt 
es sich um einen besonders sensiblen Bereich des menschlichen Körpers. Kopfver-
letzungen, insbesondere Verletzungen der Hirnregion, können gravierende Folgen 
nach sich ziehen. So sind etwa Blutungen im Schädelinnern, der Verlust eines Auges 
bzw. der Sehkraft oder eine bleibende Entstellung des Gesichts denkbar. Es ist hier-
bei – wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat – nicht erforderlich, dass «neben 
den eigentlichen Fusstritten oder Schlägen an den Kopf ein aggravierendes Moment, 
etwa eine besondere Heftigkeit der Tritte, die Wehrlosigkeit des Opfers, die Traktie-
rung mit weiteren Gegenständen oder die Einwirkung mehrerer Personen, hinzutre-
ten muss» (Urteil des BGer 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016, E. 4.1). 

Die Kammer geht aus den folgenden Gründen davon aus, dass der Beschuldigten 
trotz seiner anderslautenden Aussagen in Kauf nahm, dass er das Opfer mit seinem 
Fusstritt verletzen und auch schwer verletzen konnte, auch wenn dies nicht sein Ziel 
war:

So war der Beschuldigte wütend und aufgebracht, als er mit einem Messer in der 
Hand zur Bar zurückkehrte und als er das Opfer trat, hatte er gemäss seinen eigenen 
Aussagen einen «Aussetzer». Gemäss Beweisergebnis wollte der Beschuldigte mit 
seinem Fusstritt den Kopf des Opfers treffen und hat ihn auch getroffen. In der emo-
tionalen Situation, in der sich der Beschuldigte befand, war sein Fusstritt, der gegen 
die rechte Kopfseite des Opfers erfolgte, unkontrolliert und konnte nicht leicht sein 
bzw. war entsprechend des Beweisergebnisses so heftig, wie es dem Beschuldigten 
aus der Situation und den Positionen möglich war. Weiter war dem Beschuldigten 
bewusst, dass das Opfer alkoholisiert und eventuell unter Drogen stand. Es war ihm 
auch bewusst, dass das Opfer den Fusstritt nicht erwartete und ihn dieser deshalb 
völlig unerwartet traf. Durch seine Alkoholisierung und weil es den Fusstritt nicht er-
wartete, war das Opfer zum Zeitpunkt des Fusstrittes hilflos und konnte dem Fusstritt 
nicht ausweichen. Dazu kommt, dass der Beschuldigte 20 Jahre jünger und damit 
naheliegenderweise körperlich fitter als das Opfer war. Das Opfer fiel nach dem 
Fusstritt denn auch mit dem Hinterkopf auf die Treppenstufe. Da das Opfer auf einer 
Treppe in der Nähe der seitlichen Treppenkante sass (siehe Bild 3 auf pag. 71), 

31

bestand zudem die Gefahr, dass dieser seinen Kopf unglücklich an einer Treppen-
kante hätte anschlagen können, was zu schwerwiegenden Verletzungen hätte 
führen können. 

Indem der Beschuldigte trotz dieser Umstände mit einem unkontrollierten und in die-
ser Situation festmöglichsten (mittelstarken) Fusstritt gegen den Kopf trat, nahm er 
in Kauf, dass das Opfer sich schwer verletzte. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf 
hingewiesen, dass der Beschuldigte beim besten Willen nicht darauf vertrauen 
konnte, dass schon nichts passieren werde, sondern es nur dem Glück zu verdanken 
war, dass das Opfer so glimpflich davonkam. Der Beschuldigte handelte damit in 
Bezug auf den Tatbestand der schweren Körperverletzung eventualvorsätzlich und 
es liegt ein vollendeter Versuch vor. 

13. Rechtfertigungsgründe / Schuldauschlussgründe

Es liegen keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe vor. 

14. Fazit

Der Beschuldigte ist somit der versuchten schweren Körperverletzung nach Art. 122 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung

15. Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung brachte in Bezug auf die Strafzumessung Folgendes vor (pag. 569 
f.): 

Der Sanktionenpunkt betreffend die Übertretung sei in Rechtskraft erwachsen. Für die Unterlassung 
der Buchführung und die Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern seien sowohl Geld- wie 
auch Freiheitsstrafen möglich. Vorliegend habe die Geldstrafe Vorrang. Der Beschuldigte sei wegen 
Unterlassung der Buchführung nie vorher verurteilt worden. Ein schwereres Delikt liege nicht vor, daher 
könne von der Unterlassung der Buchführung als Einsatzdelikt ausgegangen werden. Der Beschuldigte 
habe diese ohne besondere kriminelle Energie und nach dem Tod des Vaters, von welchem er das 
Unternehmen übernommen habe, begangen. Der Tod des Vaters habe ihn emotional getroffen und er 
habe buchhalterische Angelegenheiten nicht verstanden. Dies sei zwar nachlässig, er habe aber nicht 
beabsichtigt, dies zu verschleiern. Weiter habe es keine Gläubigerschädigung gegeben. Daher handle 
es sich um ein leichtes Tatverschulden. Aufgrund der begangen Straftaten sei der Beschuldigte zu einer 
Geldstrafe von 135 Tagessätze zu verurteilen. Der Beschuldigte sei temporär erwerbstätig und verdiene 
ungefähr CHF 5'000.00 monatlich. Es könne erwartet werden, dass er auch weiterhin so viel verdiene. 
Er komme seinen Unterhaltspflichten gegenüber seiner Familie nach und habe Schulden, resp. Betrei-
bungen im Umfang von CHF 50'000.00 bis 80'000.00. Der Tagessatz sei daher auf CHF 50.00 festzu-
setzen. Weiter fehle eine ungünstige Prognose, womit ein bedingter Strafvollzug gewährt werden 
könne. Im Strafregisterauszug seien zwar einige Delikte aufgeführt, diese seien aber nicht einschlägig. 
Es fehle eine ungünstige Prognose und aufgrund der gesamten Umstände müsse die positive Verän-
derung berücksichtigt werden (BGer 6B_57