# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea988dbb-7dcf-5471-b3c1-184fd477e079
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.06.2014 200 2014 290
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-290_2014-06-27.pdf

## Full Text

200 14 290 SH
SCJ/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juni 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Regionaler Sozialdienst Z.________
…
Beschwerdegegner

Regierungsstatthalteramt Seeland
Amthaus, Postfach, 3270 Aarberg
Vorinstanz

betreffend Entscheid des Regierungsstatthalteramts Seeland vom 18. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1952 geborene A.________, Eigentümerin eines von ihr allein bewohn-
ten 5.5-Zimmer-Hauses, bezog von Februar bis April 2009 und bezieht seit 
September 2011 vom Regionalen Sozialdienst Z.________ (nachfolgend 
RSD Z.________ bzw. Beschwerdegegner) Sozialhilfe (vgl. unpaginierte 
Akten des RSD Z.________ [act. IID] Register 1; 2; [act. IIC] Register 4). 

Am 2. Juli 2013 (act. IIC Register 2) erteilte ihr der RSD Z.________ die 
Weisung, bis Anfang September Abklärungen bezüglich eines möglichen 
AHV-Rentenvorbezugs vorzunehmen, ansonsten die Sozialhilfe gekürzt 
oder eingestellt werde. 

Ferner lehnte der RSD Z.________ mit Verfügung vom 7. Juli 2013 (act. 
IID Register 2) einen Anspruch auf Kostenübernahme für eine Dachfens-
terreparatur ab. 

Mit als „rechtliches Gehör“ bezeichneter Weisung vom 2. Oktober 2013 
(act. IID Register 2) stellte der RSD Z.________ fest, dass sich 
A.________ gegen die Möglichkeit einer vorzeitigen Pensionierung ausge-
sprochen habe. Es sei im Übrigen davon auszugehen, dass sie keinen An-
spruch auf Ergänzungsleistungen der AHV haben werde, weder bei vorzei-
tiger noch regulärer Pensionierung im Alter von 64 Jahren, was damit zu-
sammenhänge, dass sie über Wohneigentum sowie über ein Freizügig-
keitskonto verfüge. Letzteres könne bereits ab dem 58. Altersjahr ausgelöst 
werden, wobei Leistungen der 2. Säule und jene der Säule 3a der Sozialhil-
fe grundsätzlich vorgingen und entsprechende Guthaben im AHV-
Vorbezugsalter herausgelöst werden müssten. Sie sei deshalb gehalten, 
das Freizügigkeitskonto bis spätestens Ende Januar 2014 auszulösen; ob 
sie sich gleichzeitig für den AHV-Vorbezug anmelden wolle, bleibe ihr über-
lassen. Die Sozialhilfe werde deshalb per 31. Januar 2014 eingestellt. 

Da A.________ damit nicht einverstanden war, erliess der RSD 
Z.________ am 20. Dezember 2013 (act. IID Register 2) eine Verfügung, 
worin er die Einstellung der Sozialhilfe per 31. Januar 2014 bestätigte. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 3

B.

Gegen die Verfügungen vom 7. Juli und 20. Dezember 2013 erhob 
A.________ am 8. August 2013 und – insoweit vertreten durch Rechtsan-
wältin B.________ – am 20. Januar 2014 (Akten der Vorinstanz [act. II und 
IIA] 1) beim Regierungsstatthalteramt (RSA) Seeland Beschwerde und be-
antragte die Übernahme der Reparaturkosten für das Dachfenster sowie – 
in Aufhebung der Verfügung vom 20. Dezember 2013 – die Weiterge-
währung der Sozialhilfe nach dem 31. Januar 2014. 

Mit Entscheid vom 18. Februar 2014 (act. II 39 und IIA 18) vereinigte das 
RSA Seeland die beiden Verfahren und wies die Beschwerden ab. 

C.

Mit als „Gesuch um Beistand“ bezeichneter Eingabe vom 21. März 2014 
beantragt A.________ (nachfolgend Beschwerdeführerin) sinngemäss die 
Übernahme der Reparaturkosten für das Dachfenster sowie die Weiteraus-
richtung der Sozialhilfe. In der Begründung macht sie im Wesentlichen gel-
tend, das Dachfenster sei nicht mehr dicht und die Verzögerung bei der 
Reparatur führe zu weiteren Schäden; ferner sei die Verpflichtung zur Her-
auslösung der Freizügigkeitsguthaben rechtswidrig, da dieses Geld für die 
Pension vorgesehen sei. 

Am 28. März 2014 reichte die Beschwerdeführerin – auf entsprechende 
Aufforderung des Instruktionsrichters hin – den Entscheid der Vorinstanz 
vom 18. Februar 2014 beim Verwaltungsgericht ein. 

Mit Beschwerdevernehmlassung vom 2. April 2014 beantragt die Vorin-
stanz unter Verweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid die 
Abweisung der Beschwerde. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2014 beantragt der Beschwerdegeg-
ner sinngemäss Abweisung der Beschwerde bzw. Bestätigung des Ent-
scheides der Vorinstanz vom 18. Februar 2014. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 4

Mit Eingabe vom 20. Mai 2014 bestätigt die Beschwerdeführerin im We-
sentlichen ihren bisherigen Standpunkt. 

Mit Schreiben vom 26. Mai 2014 reichte die Beschwerdeführerin drei Fotos 
vom Dachfenster ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) und Art. 54 Abs. 
2 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 18 
Abs. 2 des Organisationsreglements des Verwaltungsgerichts vom 
22. September 2010 (OrR VG; BSG 162.621) zuständig (vgl. auch Art. 52 
Abs. 3 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe vom 11. Juni 2001 
[Sozialhilfegesetz, SHG; BSG 860.1]). Die Beschwerdeführerin hat am vor-
instanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Ent-
scheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). 

1.2

1.2.1 Gemäss Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 32 Abs. 2 VRPG müssen Parteieinga-
ben einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Be-
gründung sowie eine Unterschrift enthalten; greifbare Beweismittel sind 
beizulegen. Antrag und Begründung müssen sich auf den Streitgegenstand 
beziehen. Es ist darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid einen 
Beschwerdegrund gemäss Art. 80 VRPG erfüllt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 5

An die Begründung einer Beschwerde werden praxisgemäss jedoch keine 
hohen Anforderungen gestellt. Das gilt insbesondere bei Laieneingaben. Es 
reicht aus, wenn aus dem Rechtsmittel ersichtlich ist, inwiefern und wes-
halb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (statt vieler BVR 2006 
S. 470 E. 2.4; MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 32 N. 15). 

1.2.2 Diesen Erfordernissen genügt die Rechtsschrift der nicht anwaltlich 
vertretenen Beschwerdeführerin: Aus ihrer Eingabe vom 21. März 2014 
geht mit hinreichender Klarheit hervor, dass sie mit dem Entscheid der Vor-
instanz nicht einverstanden ist, was sie begehrt und welche Begründung 
sie für ihre Anträge hat, weshalb eine Aufforderung zur Verbesserung der 
Beschwerde gemäss Art. 33 VRPG unterbleiben konnte. 

Auf die in diesem Sinne form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 
somit einzutreten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG). 

1.3 Angefochten ist der Entscheid der Vorinstanz vom 18. Februar 2014 
(act. II 39; IIA 18). Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der per 
31. Januar 2014 erfolgten Einstellung der Sozialhilfe sowie die Weigerung 
des Beschwerdegegners, die Kosten für eine Dachfensterreparatur zu 
übernehmen. 

Soweit die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf die Beschwerdeant-
wort des Beschwerdegegners vom 2. Oktober 2013 im vorinstanzlichen 
Verfahren (act. IID Register 2) auch die provisorischen Berechnungen be-
treffend einen allfälligen Anspruch auf Ergänzungsleistungen beanstandet 
und „um Unterstützung“ für die Rückzahlung angeblich zuviel bezahlter 
Steuern im Betrag von Fr. 814.75 ersucht (vgl. Eingabe vom 20. Mai 2014), 
so fehlt es diesbezüglich an einem Anfechtungs- und Streitgegenstand, 
weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. 

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzung hin (Art. 80 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 6

2.

2.1 Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, 
hat nach Art. 12 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 29 Abs. 1 der 
Kantonsverfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) – dieser geht nicht 
über die bundesverfassungsrechtliche Garantie hinaus (BVR 2005 S. 400 
E. 5.2) – Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein 
menschenwürdiges Dasein unabdingbar sind. Der verfassungsrechtliche 
Anspruch ist beschränkt auf ein absolutes Minimum im Sinn einer «Überle-
benshilfe», was Ausdruck des Subsidiaritätsgrundsatzes ist und zugleich 
bedeutet, dass Schutzbereich und Kerngehalt bei diesem Grundrecht zu-
sammenfallen (BGE 130 I 71 E. 4.1 S. 74, 131 I 166 E. 3.1 S. 172; vgl. 
auch BGE 134 I 65 E. 3.1 S. 69; BVR 2005 S. 400 E. 5.2). 

Der kantonal-gesetzliche Anspruch auf Sozialhilfe gewährleistet jeder be-
dürftigen Person persönliche und wirtschaftliche Hilfe (Art. 23 Abs. 1 SHG). 
Als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder 
nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 23 Abs. 2 
SHG). Auch die gesetzlichen Sozialhilfeleistungen unterliegen demnach 
dem Grundsatz der Subsidiarität (vgl. auch Art. 9 Abs. 1 SHG); sie werden 
nur gewährt, wenn die bedürftige Person sich nicht selbst helfen kann oder 
Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist (Art. 9 Abs. 2 
und Art. 23 Abs. 2 SHG). Die betroffene Person hat namentlich vorhande-
nes Einkommen und Vermögen sowie die eigene Arbeitskraft einzusetzen, 
um die drohende oder bestehende Notlage abzuwenden oder zu beheben 
(BVR 2011 S. 368 E. 4.1).

2.2

2.2.1 Dem Subsidiaritätsgrundsatz kommt eine wesentliche Bedeutung 
mit Blick auf die Schnittstelle zwischen Sozialhilfe und Sozialversicherung 
zu. Der Grundsatz der Selbsthilfe als Teil des Subsidiaritätsprinzips ver-
pflichtet die bedürftige Person, das zum Vermeiden, Beheben oder Ver-
mindern der Bedürftigkeit Erforderliche selber vorzukehren (Art. 28 Abs. 2 
lit. b SHG). Namentlich hat eine Hilfe suchende Person sämtliche Sozial-
versicherungsansprüche geltend zu machen, über die sie verfügt. Daraus 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2012&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-I-71%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page71

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 7

folgt, dass grundsätzlich kein Wahlrecht zwischen Sozialversicherungs- 
und Sozialhilfeleistungen besteht (BVR 2006 S. 408 E. 3.2 mit Hinweis).

2.2.2 Freizügigkeitsguthaben der 2. Säule und Guthaben der privaten 
gebundenen Vorsorge (Säule 3a) sollen zwar frühestens mit dem Vorbezug 
der Altersrente AHV herausgelöst werden, aber bis zum vollständigen Ver-
zehr vollumfänglich an den sozialhilferelevanten Bedarf angerechnet wer-
den. Die bedürftige Person soll angehalten werden, alle sozialversiche-
rungsrechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, selbst wenn dies zum Be-
zug von Ergänzungsleistungen führt (vgl. CLAUDIA HÄNZI, Die Richtlinien 
der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Diss. Basel 2011, S. 192, 
266; HARDY LANDOLT, Inwieweit darf die Sozialhilfebehörde am sozialversi-
cherungsrechtlichen Honigtopf naschen?, in AJP 2012 S. 639 ff., 644 f.; 
BVR 2013 S. 45 E. 5.5). 

2.3 Ist die Bedürftigkeit infolge eines Mittelzuflusses nicht mehr oder 
nicht mehr im gleichen Umfang gegeben, können laufende Sozialhilfeleis-
tungen eingestellt oder gekürzt werden. Die Leistungseinstellung stellt dies-
falls keine Sanktion dar, sondern ist Folge der fehlenden Bedürftigkeit 
(BVR 2011 S. 368 E. 3.1; vgl. auch BGE 130 I 71 E. 4 S. 74; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 28. Februar 2012, 8C_787/2011, E. 3.2.1).

2.4 Für die Ausrichtung und Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe sind 
gemäss Art. 31 SHG i.V.m. Art. 8 der Verordnung über die öffentliche Sozi-
alhilfe vom 24. Oktober 2001 (Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111) 
die SKOS-Richtlinien verbindlich, soweit das SHG und die SHV keine ab-
weichende Regelung vorsehen. 

Art. 8 SHV enthält einen statischen Verweis: Der Regierungsrat muss eine 
Änderung der SKOS-Richtlinien jeweils nach Prüfung der Auswirkungen 
auf den Kanton Bern durch Anpassung der Verweisung in Art. 8 SHV als 
anwendbar erklären (vgl. BVR 2009 S. 232 E. 3). Das Normverständnis legt 
somit nahe, dass jene Fassung der Richtlinien Anwendung findet, welche 
für die Zeit des sich ereignenden Sachverhalts Geltung hat. Diese Lösung 
steht auch im Einklang mit den allgemeinen Regeln des intertemporalen 
Rechts (vgl. TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
3. Aufl. 2009, § 24 N. 9).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 8

3.

3.1 Mit Bezug auf die Einstellung der Sozialhilfe per 31. Januar 2014 
steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin, welche keiner 
Erwerbstätigkeit mehr nachgeht (vgl. act. IIC Register 3, Aktennotiz vom 
27. März 2012), bei der Y.________ über ein Freizügigkeitsguthaben der 
2. Säule verfügt, welches bereits per 31.12.2010 einen Saldo von gut 
Fr. 200‘000.-- aufwies (act. IID Register 2, Kontoauszug per 31. Dezember 
2010). Im Weiteren vollendete die am 14. Januar 1952 geborene Be-
schwerdeführerin im Januar 2014 und damit im Zeitpunkt der Einstellung 
der Sozialhilfe per 31. Januar 2014 ihr 62. Altersjahr, weshalb sie die Vor-
aussetzungen für den Bezug des bei der Y.________ geäufneten Gutha-
bens erfüllt und sie dieses jederzeit zu ihrer freien Verfügung herauslösen 
kann, nachdem bei der gebundenen Vorsorge der Vorsorgefall Alter nicht 
zwingend erst mit dem ordentlichen Rentenalter der AHV eintritt und Frei-
zügigkeitsguthaben der 2. Säule, d.h. u.a. Guthaben aus Freizügigkeitskon-
ten bei Banken, frühestens fünf Jahre vor und spätestens fünf Jahre nach 
Erreichen des ordentlichen Rentenalters – bei Frauen 64 Jahre – ausbe-
zahlt werden (Art. 10 und Art. 16 Abs. 1 der Verordnung über die Freizü-
gigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 
vom 3. Oktober 1994 [Freizügigkeitsverordnung, FZV; SR 831.425]; vgl. 
auch Art. 13 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, 
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 und Art. 
21 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenen-
versicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG; SR 831.10]). Schliesslich 
steht auch fest, dass der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin be-
reits frühzeitig auf die Möglichkeit eines zweijährigen AHV-
Rentenvorbezugs hingewiesen hatte (act. IIC Register 2, Weisung vom 
2. Juli 2013), Letztere eine entsprechende Anmeldung jedoch verweigerte 
(act. IID Register 2, Rechtliches Gehör vom 2. Oktober 2013; act. IIC Re-
gister 3, Aktennotiz vom 27. März 2012). Gleichzeitig wurde die Beschwer-
deführerin auch auf ihre Obliegenheit hingewiesen, das bestehende Frei-
zügigkeitsguthaben bei der Y.________ herauszulösen, da dieses bei der 
Bedarfsberechnung berücksichtigt wird. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 9

3.2

3.2.1 Mit Urteil vom 19. September 2012, publiziert in BVR 2013 S. 45 
(vgl. E. 2.2.2 vorne), hat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern bei ei-
ner im Urteilszeitpunkt 63jährigen Sozialbezügerin, welche über ein Gutha-
ben der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) sowie über ein Freizügigkeits-
konto der 2. Säule verfügte, entschieden, dass die verfügbaren Guthaben 
aus beruflicher Vorsorge an den sozialhilferechtlichen Bedarf anzurechnen 
seien, obschon die Beschwerdeführerin den Vorbezug der AHV-Rente ver-
weigert habe. Das Verwaltungsgericht bestätigte deshalb die Einstellung 
der Sozialhilfe. 

3.2.2 Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt erweist sich insoweit 
bzw. hinsichtlich der rechtsrelevanten Aspekte als weitgehend identisch mit 
demjenigen, wie er in BVR 2013 S. 45 zu beurteilen war, weshalb der Ent-
scheid der Vorinstanz, welcher sich im Wesentlichen auf das erwähnte Ur-
teil abstützt, nicht zu beanstanden ist. 

Hieran ändern auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts. Na-
mentlich entschied die Vorinstanz nicht rechtswidrig, indem sie das Freizü-
gigkeitsguthaben der Beschwerdeführerin bei der Bedarfsberechnung 
berücksichtigte. In diesem Zusammenhang ist insbesondere darauf hinzu-
weisen, dass sie erst auf den Zeitpunkt des möglichen Vorbezugs der AHV-
Altersrente zur Herauslösung des BVG-Freizügigkeitsguthabens angehal-
ten wurde, was im Einklang mit den rechtlichen Vorgaben steht (vgl. auch 
Art. 8 SHV i.V.m. Ziff. E.2.5 der SKOS-Richtlinien 12/08; vgl. auch E. 2.2.2 
und 3.2.1 vorne) und der Zielsetzung der 2. Säule – Sicherung der gewohn-
ten Lebenshaltung in Ergänzung zu den Leistungen der AHV/IV – hinrei-
chend Rechnung trägt. Dass sich die Beschwerdeführerin effektiv nicht 
zum AHV-Altersrentenvorbezug anmeldete, ändert daran nichts, besteht 
doch grundsätzlich kein Wahlrecht zwischen Sozialversicherungs- und So-
zialhilfeleistungen (vgl. E. 2.2.1 vorne) und bildet der AHV-
Altersrentenvorbezug nicht notwendige Voraussetzung für die Herauslö-
sungspflicht von Freizügigkeitsguthaben, sondern beschränkt Letztere le-
diglich in zeitlicher Hinsicht. Davon abgesehen, erweist sich der mutmassli-
che Vermögensverzehr in Anbetracht der Höhe des Freizügigkeitsgutha-
bens von über Fr. 200‘000.-- ohnehin als zumutbar: Wie die Vorinstanz 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 10

zutreffend festhält und insoweit auch nicht bestritten wird, beträgt der mo-
natliche Unterstützungsbedarf der Beschwerdeführerin nach Wegfall der 
Alimente ihres geschiedenen Ehemannes per Ende Februar 2014 (vgl. 
Eingabe der Beschwerdeführerin vom 20. Mai 2014) maximal, d.h. ohne 
Berücksichtigung eines AHV-Rentenvorbezugs, Fr. 2‘368.85 (act. IID Re-
gister 2, SKOS Budget 1.1.2014 – 31.1.2014), womit für die Beschwerde-
führerin im 63. Altersjahr eine Vermögensminderung von rund Fr. 30‘000.-- 
resultiert. Dass der nämliche Vermögensverzehr bzw. die Schmälerung des 
Altersguthabens nicht durch eine vorbezogene AHV-Altersrente gemindert 
wird, hat die Beschwerdeführerin – worauf die Vorinstanz ebenso zu Recht 
hinweist – mit ihrer Weigerung, sich für den entsprechenden Vorbezug an-
zumelden, sodann selber zu vertreten. Dass ein solcher grundsätzlich mög-
lich gewesen wäre, bestreitet die Beschwerdeführerin zu Recht nicht. Aus 
dem Schreiben der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 15. Juli 2013 
(act. IID Register 2), folgt, dass – aufgrund einer provisorischen Berech-
nung – die monatliche Altersrente bei einem Vorbezug von zwei Jahren 
Fr. 1‘536.-- bzw. – bei einem Vorbezug von einem Jahr – voraussichtlich 
Fr. 1‘657.-- betrüge. Wie indes dargelegt, ändert der Umstand, wonach 
keine (vorgezogenen) AHV-Renten fliessen, nichts an der Zumutbarkeit 
des voraussichtlichen Vermögensverzehrs. Aufgrund des (realisierbaren) 
Freizügigkeitsguthabens fehlt es für einen Anspruch auf Sozialhilfe ab Fe-
bruar 2014 so oder anders an der Voraussetzung der Bedürftigkeit (vgl. 
E. 2.3 vorne). 

Die Einstellung der Sozialhilfe per 31. Januar 2014 lässt sich somit nicht 
beanstanden und die dagegen gerichtete Beschwerde ist abzuweisen.

3.3 Zu prüfen ist schliesslich die Ablehnung der Kostenübernahme für 
eine Dachfensterreparatur.

Aufgrund der bestätigten Einstellung der Sozialhilfe per 31. Januar 2014 ist 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin spätestens ab diesem 
Zeitpunkt über genügend Mittel zur Reparatur des Dachfensters verfügte 
respektive hätte verfügen können. 

Sodann kann offen bleiben, ob – in Anbetracht des Umstands, wonach der 
amtliche Wert der Liegenschaft der Beschwerdeführerin von Fr. 435‘200.-- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2014, SH/14/290, Seite 11

einer Belastung von lediglich Fr. 310‘000.-- gegenübersteht (act. IID Regis-
ter 2) – eine zusätzliche Aufstockung der Hypothek zwecks Finanzierung 
der Dachfenstersanierung nicht möglich gewesen wäre, bestehen doch 
jedenfalls keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass eine Reparatur des 
Dachfensters vor Einstellung der Sozialhilfe per Ende Januar 2014 im Sin-
ne von Ziff. B.3-1 der SKOS-Richtlinien 12/07 absolut nötig war respektive 
die Liegenschaft der Beschwerdeführerin ohne diese Reparatur nicht mehr 
bewohnt werden konnte oder irreversible Schäden entstanden wären. Na-
mentlich ergibt sich dergleichen weder aus den Abklärungen des Be-
schwerdegegners bei denjenigen Firmen, welche für die Durchführung der 
Dachsanierung angefragt wurden (vgl. act. IIC Register 3; Aktennotizen 
vom 17. Oktober und 3. Dezember 2012), noch aus den im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren eingereichten Fotos des Dachfensters (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I] 4). 

Damit ist auch die Ablehnung der Kostenübernahme für eine Dachfens-
terreparatur nicht zu beanstanden. 

3.4 Der Entscheid der Vorinstanz hält somit insgesamt der Rechtskon-
trolle stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuwei-
sen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 53 SHG werden in Verfahren vor den Sozialdiensten 
und den Beschwerdeinstanzen vorbehältlich mutwilliger oder leichtfertiger 
Prozessführung keine Verfahrenskosten erhoben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 108 
Abs. 3 VRPG). Der obsiegende Beschwerdegegner hat ebenfalls keinen 
Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 4 VRPG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Regionaler Sozialdienst Z.________ (mit Doppel der Eingaben der 

Beschwerdeführerin vom 20. und 26. Mai 2014, inklusive Beilagen)
- Regierungsstatthalteramt Seeland (mit Doppel der Eingaben der Be-

schwerdeführerin vom 20. und 26. Mai 2014, inklusive Beilagen)

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.