# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfa4e1dd-6b16-5422-8033-439e517b6f36
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 06.05.2022 BK 2022 191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2022-191_2022-05-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 22 191

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. Mai 2022

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Beldi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwältin C.________

Gegenstand Verlängerung Untersuchungshaft / Haftentlassung

Strafverfahren wegen Vergewaltigung, evtl. Schändung, sexuellen 
Handlungen mit Kindern, Diebstahls, Sachbeschädigung, Betrugs, 
betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, 
Zechprellerei, Beschimpfung

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 12. April 2022
(ARR 22 138/139)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsan-
waltschaft) führt gegen A.________ eine Strafuntersuchung wegen Vergewalti-
gung, evtl. Schändung, sexueller Handlungen mit Kindern, Diebstahls, Sachbe-
schädigung, Betrugs, betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, 
Zechprellerei und Beschimpfung. Am 15. Februar 2022 wurde A.________ festge-
nommen, nachdem ihn D.________ (nachfolgend auch Geschädigte genannt) am 
Vorabend gegenüber der Polizei beschuldigt hatte, gegen ihren Willen Ge-
schlechtsverkehr mit ihr vollzogen zu haben. Mit Entscheid vom 18. Februar 2022 
versetzte das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland (nach-
folgend: Zwangsmassnahmengericht) ihn für eine Dauer von drei Monaten in Un-
tersuchungshaft, d.h. bis am 14. Mai 2022. Mit Schreiben vom 31. März 2022 er-
suchte A.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, bei der 
Staatsanwaltschaft um Haftentlassung. Die Staatsanwaltschaft leitete das Gesuch 
am 4. April 2022 an das Zwangsmassnahmengericht weiter und beantragte dessen 
Abweisung sowie eine Verlängerung der bis zum 14. Mai 2022 angeordneten Un-
tersuchungshaft um weitere drei Monate, d.h. bis zum 14. August 2022. Mit Ent-
scheid vom 12. April 2022 wies das Zwangsmassnahmengericht das Haftentlas-
sungsgesuch ab. In teilweiser Gutheissung des staatsanwaltlichen Antrags verlän-
gerte es die Untersuchungshaft bis am 11. Juli 2022. Dagegen reichte A.________ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 22. April 2022 bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekam-
mer) Beschwerde ein und stellte – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – fol-
gende Rechtsbegehren: 

1. Der Entscheid des regionalen Zwangsmassnahmengerichts Berner Jura-Seeland im Verfahren 
ARR 22 138/139 vom 12. April 2022 sei vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte sei um-
gehend in die Freiheit zu entlassen.

2. Eventualiter: Der Entscheid des regionalen Zwangsmassnahmengerichts Berner Jura-Seeland im 
Verfahren ARR 22 138/139 vom 12. April 2022 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei die Un-
tersuchungshaft bis Ende Mai zu verlängern.

3. Subeventualiter: Der Entscheid des regionalen Zwangsmassnahmengerichts Berner-Jura Seeland 
im Verfahren ARR 22 138/139 vom 12. April 2022 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei eine 
angemessene, richterlich zu bestimmende Ersatzmassnahme anzuordnen.

Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 26. April 2022 unter Verweis auf 
seine Ausführungen im angefochtenen Entscheid auf das Einreichen einer Stel-
lungnahme. Gleichzeitig reichte es die Akten der Haftverfahren ARR 22 138/139 
und ARR 22 62 ein. Am 28. April 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer 
delegierten Stellungnahme die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Mit 
Verfügung vom 29. April 2022 stellte die Verfahrensleitung der Beschwerdekammer 
den Verfahrensbeteiligten die Eingaben des Zwangsmassnahmengerichts und der 
Staatsanwaltschaft zu und informierte, dass auf einen zweiten Schriftenwechsel 
verzichtet werde und abschliessende Bemerkungen unverzüglich, d.h. innert fünf 
Tagen ab Zustellung der Verfügung, einzureichen seien. Am 3. Mai 2022 liess der 
amtliche Verteidiger der Beschwerdekammer ein undatiertes Schreiben des Be-

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schwerdeführers zukommen, welches Letzterer irrtümlich an die Staatsanwaltschaft 
gerichtet hatte. Hierüber wurden die Parteien mit Verfügung vom 4. Mai 2022 in 
Kenntnis gesetzt. Am 6. Mai 2022 ging ein weiteres undatiertes persönliches 
Schreiben des Beschwerdeführers bei der Beschwerdekammer ein, in welchem er 
sinngemäss um Gutheissung seiner Beschwerde ersuchte.

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312.0) können Entscheide über die Verlängerung der Untersu-
chungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwerde angefochten werden. Zu-
ständig ist die Beschwerdekammer (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. 
Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 
162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Abweisung seines Haftentlassungs-
gesuchs und die Verlängerung der Untersuchungshaft unmittelbar in seinen recht-
lich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert 
(Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten.

3. Die beschuldigte Person bleibt grundsätzlich in Freiheit (Art. 212 Abs. 1 StPO). 
Untersuchungshaft ist nur zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbre-
chens oder Vergehens dringend verdächtig ist und besondere Haftgründe vorliegen 
(Art. 221 StPO). Die Untersuchungshaft muss überdies verhältnismässig sein 
(Art. 197 Abs. 1 Bst. c und d StPO) und darf nicht länger dauern als die im Fall ei-
ner rechtskräftigen Verurteilung zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 
StPO). Das zuständige Gericht ordnet anstelle der Untersuchungshaft eine oder 
mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfül-
len (Art. 237 Abs. 1 StPO). 

Unbestritten ist, dass die mutmasslich am 14. Februar 2022 zum Nachteil von 
D.________ begangene Straftat (Vergewaltigung, evtl. Schändung) – unter Vorbe-
halt der weiteren Voraussetzungen – die Anordnung resp. Verlängerung von Unter-
suchungshaft rechtfertigt. 

4.  

4.1 Die Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO zunächst voraus, dass 
im Sinn eines allgemeinen Haftgrunds ein dringender Tatverdacht der Begehung 
eines Verbrechens oder Vergehens besteht. Der dringende Tatverdacht ist zu be-
jahen, wenn aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete 
Anhaltspunkte – wozu auch Aussagen, die nicht von vornherein als haltlos oder 
unglaubhaft erscheinen, gehören – für ein Verbrechen oder Vergehen und eine Be-
teiligung der inhaftierten Person an dieser Tat vorliegen. Im Haftprüfungsverfahren 
genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das un-
tersuchte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestands-
merkmale erfüllen könnte (zum Ganzen: BGE 143 IV 330 E. 2.1). 

4.2 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 14. Februar 2022 eine Mitbewohne-
rin der J.________ (ein Ausbildungs- und Wohnzentrum für Menschen mit einer 
Beeinträchtigung) vergewaltigt, evtl. geschändet zu haben. Die Geschädigte mach-

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te zusammengefasst geltend, der Beschwerdeführer habe an ihre Zimmertüre ge-
klopft und insistiert, ins Zimmer eintreten zu können. Sie sei von ihm bedrängt wor-
den und schliesslich sei es gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gekom-
men. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, der Geschlechtsver-
kehr sei einvernehmlich gewesen. 

4.2.1 Die Geschädigte gab im Rahmen ihrer Einvernahme vom 15. Februar 2022 der 
Polizei gegenüber an, dass sie den Beschwerdeführer bisher nicht gekannt habe 
(Protokoll der delegierten Einvernahme vom 15. Februar 2022, Z. 80 und Z. 176). 
Als sie um kurz vor halb neun abends im dritten Stock ihre Medikamente holen ge-
gangen sei, habe er sie angesprochen und gefragt, ob sie zusammen eine Zigaret-
te rauchen wollten, was sie verneint habe (a.a.O., Z. 41 ff., auch zum Folgenden). 
Danach sei sie in ihr Zimmer zurückgekehrt. Um ca. 21.30 Uhr sei wiederholt resp. 
in aufdringlicher Weise an ihre Tür geklopft worden, worauf sie zunächst nicht rea-
giert habe. Da das Klopfen nicht aufgehört habe, habe sie schliesslich doch die Tür 
geöffnet und den Beschwerdeführer gesehen. Dieser habe gefragt, ob sie eine Zi-
garette habe. Sie habe dies verneint und ihn an ihren Nachbarn verwiesen. Der 
Beschwerdeführer habe jedoch darauf beharrt, in ihr Zimmer zu kommen, was sie 
schliesslich zugelassen habe. Dies jedoch nur, weil sie nicht gewusst habe, was sie 
sagen solle. Als der Beschwerdeführer daraufhin ihre Zigaretten erblickt habe, ha-
be sie ihm eine angeboten. Als sie sich zum Fenster begeben habe, um dort eine 
Zigarette zu rauchen, habe sich der Beschwerdeführer ihr angenähert und ihr auf-
dringliche Fragen gestellt. Anschliessend habe der Beschwerdeführer sie von hin-
ten umarmt und begonnen, ihren Rücken zu massieren. Aus Angst, er würde ge-
walttätig, habe sie nichts gesagt (a.a.O., Z. 58 ff. und Z. 94 f.). Der Beschwerdefüh-
rer habe sie dann aufgefordert, sich auf allen Vieren aufs Bett zu legen. Dort habe 
er ihr die Jogginghose und den Slip zeitgleich ausgezogen. Daraufhin habe er be-
gonnen, sie zuerst mit einem, kurz darauf mit zwei Fingern vaginal zu penetrieren. 
Sie sei schockiert gewesen und habe sich wiederum aus Angst nicht getraut, etwas 
zu sagen. Schmerzen habe sie dabei keine gehabt, aber sie habe sich gedemütigt 
gefühlt (a.a.O., Z. 104-106). Sie habe dem Beschwerdeführer zwar nicht gesagt, 
dass sie keine sexuellen Handlungen mit ihm wünsche, wohl aber, dass sie einen 
Freund habe (a.a.O., Z. 61 ff. sowie Z. 98 ff. und Z. 113 ff.). Im Anschluss habe der 
Beschwerdeführer ihr gesagt, sie solle sich auf den Rücken legen. Danach habe er 
sie mit seinem Penis auf «bestialische» Weise und ohne Kondom vaginal pene-
triert, was ihr Schmerzen bereitet habe (a.a.O., Z. 64 ff. und Z. 130 ff.). Von da an 
seien ihre Erinnerungen vage. Allerdings sei ihr die Dauer des Geschlechtsver-
kehrs wie eine Ewigkeit vorgekommen. Der Beschwerdeführer habe währenddes-
sen beide Hände um ihren Hals gelegt, als würde er sie erwürgen. Sie sei nicht 
ohnmächtig geworden, habe jedoch «Sternchen» gesehen (a.a.O., Z. 67 f. und 
Z. 163 ff.). 

Anlässlich der parteiöffentlichen Einvernahme vom 24. März 2022 bestätigte 
D.________ ihre Aussagen vom 15. Februar 2022. Sie sei zur Tatzeit unter Ein-
fluss von Medikamenten gestanden (Protokoll der delegierten Einvernahme vom 
24. März 2022, Z. 166). Die Medikamente hätten ermüdende Wirkung und würden 
ihr sexuelles Verlangen eher senken (a.a.O., Z. 102 ff. und Z. 120 f.). Sie habe sich 
aufgrund der Medikamente nicht wehren können. Zudem habe sie auch Angst ge-

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habt sich zu wehren, da sie die Anwendung von Gewalt befürchtet habe (a.a.O., 
Z. 275-292). Der Beschwerdeführer sei eher ein Biest als ein Mensch gewesen; er 
habe nur den Geschlechtsakt gewollt (a.a.O., Z. 302 f.).

4.2.2 Der Beschwerdeführer gab im Rahmen seiner Erstbefragung vom 15. Februar 
2022 ebenfalls an, an der Tür der Geschädigten geklopft zu haben, um nach einer 
Zigarette zu fragen. Weitergehend divergieren die Schilderungen der am Gesche-
hen Beteiligten. So will der Beschwerdeführer, als die Geschädigte die Tür geöffnet 
hatte, gesehen haben, dass diese bereits Gras geraucht habe und Alkohol auf ih-
rem Tisch gestanden sei. Sodann sei sie es gewesen, die ihn zum Eintreten aufge-
fordert habe. Im Zimmer sei es ebenfalls sie gewesen, die ihn verführt und auf Ge-
schlechtsverkehr bestanden habe. Sie habe ihm gesagt, sie mache viel «Sex-
sport», hätte nur einmal etwas mit einem Afrikaner gehabt und wünsche sich eine 
Wiederholung. Danach habe er ihr mit ihrer Einwilligung die Hosen und Unterhosen 
ausgezogen und sie gefragt, ob sie jetzt Sex haben wolle, was sie bejaht habe 
(Protokoll der delegierten Einvernahme vom 15. Februar 2022, Z. 25 ff. und 
Z. 213 ff.). Dabei sei die Geschädigte sehr feucht gewesen (a.a.O., Z. 73 f.) und 
habe stellenweise seinen Penis massiert (a.a.O., Z. 234 f.). Beim anschliessenden 
Geschlechtsverkehr sei die Geschädigte «sehr sexuell» gewesen, habe sehr ge-
stöhnt und einen Orgasmus gehabt (a.a.O., Z. 81 f. und Z. 257 und 278). Gewürgt 
habe er die Geschädigte nicht. Insofern sie «Sterne gesehen» habe, müsse dies 
wohl damit zu tun haben, dass ihr der Geschlechtsverkehr so gut gefallen habe 
(a.a.O., Z. 338 ff.). Der Beschwerdeführer räumte ausserdem ein, am Vortag des 
Ereignisses Kokain und Amphetamine konsumiert zu haben (a.a.O., Z 188). An-
lässlich seiner Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 12. April 
2022 hielt er erneut fest (vgl. Z. 10-18), dass der Geschlechtsverkehr einvernehm-
lich gewesen sei. Die Bewohner des dritten Stocks der Battenberg Stiftung hätten 
sich gegen ihn verschworen. Es gebe viele Rassisten. Man habe ihn loswerden 
wollen. Dass die Geschädigte auch zu den Verschwörern gehöre, habe er nicht 
gewusst. 

4.2.3 E.________, ein Kollege des Beschwerdeführers, gab am 15. Februar 2022 ge-
genüber der Polizei an, den fraglichen Abend mit dem Beschwerdeführer verbracht 
zu haben. U.a. hätten sie um ca. 19.30 Uhr in seinem Zimmer gezockt. Der Be-
schwerdeführer habe ihn immer wieder über D.________ ausgefragt, so beispiels-
weise, ob er wisse, wo sie wohne. Zudem habe der Beschwerdeführer gesagt: 
«komm, wir bumsen die». Obschon es ihm von diesem Moment an bewusst gewe-
sen sei, dass der Beschwerdeführer etwas Schlimmes im Schild führe, habe er ihm 
das Zimmer der Geschädigten gezeigt. Er habe sich Sorgen gemacht und nicht 
gewusst, was er tun solle. Der Beschwerdeführer sei ihm körperlich sehr überle-
gen. Vor dem Zimmer angekommen, habe der Beschwerdeführer ihm gesagt 
«komm Bro, wir machen das zusammen», was er indes verneint habe. Der Be-
schwerdeführer habe nicht aufgehört, an die Tür zu klopfen, und habe gesagt «Chill 
Bro, ich mache das einfach». Als D.________ die Tür geöffnet habe, sei der Be-
schwerdeführer gleich ins Zimmer hinein und habe die Tür geschlossen. Er habe 
danach seine Kollegen im Wohnzimmer informiert und anschliessend leises Stöh-
nen aus dem Zimmer von D.________ gehört. Das Stöhnen habe «einfach nicht 
sexuell erregt» getönt, auch habe er etwas wie Schreie resp. etwas wie im Sinn 

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«nein, ich will das nicht» vernommen. Aus Angst vor einer Reaktion des Beschwer-
deführers habe er nichts unternommen. Als der Beschwerdeführer nach 20-30 Mi-
nuten wieder aus dem Zimmer gekommen sei, hätten dessen Augen gestrahlt. Der 
Beschwerdeführer habe gesagt «das war so geil, sie war richtig feucht, ich habe 
ihn reingesteckt und sie gebangt». Anschliessend sei der Beschwerdeführer mit 
K.________ auf den Balkon und später seien er (E.________) und der Beschwer-
deführer ins Stadtzentrum gegangen. Dort habe der Beschwerdeführer ständig ver-
sucht, zu Kokain zu gelangen. Während der Taxifahrt nach Hause habe der Be-
schwerdeführer ihm zudem gesagt, dass sie sich beide an einen Plan halten und 
sagen sollen, dass D.________ freiwillig mitgemacht habe. Da habe er gewusst, 
dass wirklich etwas passiert sei. Diese im Rahmen der ersten mündlichen Befra-
gung getätigten Aussagen hat E.________ zwischenzeitlich parteiöffentlich 
bestätigt und ausgeführt, dass der Beschwerdeführer ihn zweimal aufgefordert ha-
be zu sagen, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich gewesen sei (Protokoll 
der Einvernahme von E.________ von 1. März 2022, Z. 259-263). Weiter soll der 
Beschwerdeführer ihn nach der mutmasslichen Vergewaltigung gefragt haben, ob 
er bereits eine Frau gegen deren Willen angefasst habe (a.a.O., Z. 238-240). 

4.3 Es ist nicht die Aufgabe des Haftgerichts oder der Beschwerdekammer, die Aussa-
gen einer eingehenden und abschliessenden Würdigung zu unterziehen. Dies wird 
Aufgabe des Sachgerichts sein. Im Haftverfahren genügt eine summarische Würdi-
gung. Im Gegensatz zu denjenigen des Beschwerdeführers, welcher anlässlich der 
vorinstanzlichen Verhandlung nun von einer ihm gegenüber erhobenen Ver-
schwörung ausgeht, erscheinen die Aussagen der Geschädigten und der Aus-
kunftsperson E.________ prima vista als glaubhaft. Anhaltspunkte dafür, dass der 
Beschwerdeführer zu Unrecht belastet würde, sind nicht erkennbar. Auf die ent-
sprechenden Aussagen kann somit derzeit abgestellt werden. Sie reichen im aktu-
ellen Verfahrensstadium zur Begründung eines dringenden Tatverdachts der Ver-
gewaltigung, evtl. Schändung, aus. Die amtliche Verteidigung stellt das Vorliegen 
eines dringenden Tatverdachts denn auch zu Recht nicht in Frage und der Be-
schwerdeführer räumt in seiner undatierten Eingabe an die Staatsanwaltschaft ein, 
einen Fehler begangen zu haben

4.4 Gemäss Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 28. April 2022 umfasst die von 
ihr geführte Strafuntersuchung neben der mutmasslichen Vergewaltigung (evtl. 
Schändung) weitere Vorwürfe, so u.a. Diebstahl, Zechprellerei, Betrug, Sachbe-
schädigung, Beschimpfung und zwei weitere Sexualdelikte. Aktenkundig sind in 
diesem Zusammenhang einzig ein Strafregisterauszug vom 15. Februar 2022 und 
ein Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 30. März 2021 (in Akten ARR 22 
62). Gemäss Letztgenanntem soll der Beschwerdeführer in der Nacht vom 
19./20. März 2021 mit einer Prostituierten in einem Hotelzimmer in Biel vor einer 
minderjährigen Person den Geschlechtsverkehr vollzogen haben. Der Beschwerde-
führer soll gemäss Rapport den Geschlechtsverkehr im Beisein einer weiteren Per-
son nicht bestritten haben, wolle aber davon ausgegangen sein, dass diese 21 Jah-
re alt gewesen sei. Darüber hinaus verweist die Staatsanwaltschaft auf eine Anzei-
ge vom 21. Dezember 2021, wonach der Beschwerdeführer am 30. Oktober 2021 
eine minderjährige Person (geb. 4. Dezember 2005) an einer Bushaltestelle ange-
sprochen, sich sodann im Bus neben diese gesetzt und deren Hand ergriffen ha-

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ben soll. Weiter soll er das mutmassliche Opfer anschliessend zu dessen Wohnung 
begleitet haben, wobei er auf dem Weg dorthin dieses an eine Wand gedrückt und 
mehrfach über den Kleidern an den Brüsten und am Gesäss berührt haben soll. 
Ferner soll er versucht haben, das Opfer zu küssen. Der Beschwerdeführer habe 
das Opfer schliesslich bis in die Wohnung verfolgt und dann durch die anwesende 
Mutter der Wohnung verwiesen werden können. Der genannte Anzeigerapport liegt 
den Haftakten nicht bei. Jedoch räumte der Beschwerdeführer anlässlich der dele-
gierten Einvernahme vom 15. Februar 2022 ein, dass ihm eine sexuelle Belästi-
gung vorgeworfen werde. Dies deshalb, weil er eine betrunkene Frau, die er nach 
Hause begleitet habe, angefasst haben soll. 

Da vorliegend die mutmassliche Vergewaltigung (evtl. Schändung) Anlass zur In-
haftierung gegeben hat und insoweit der dringende Tatverdacht bejaht werden 
kann, braucht an dieser Stelle nicht weiter auf die soeben wiedergegebenen, 
mehrheitlich unbelegten Tatvorwürfe eingegangen zu werden. 

5. Die Anordnung der Untersuchungshaft wird u.a. mit dem besonderen Haftgrund der 
Fluchtgefahr begründet. 

5.1 Die Annahme von Fluchtgefahr als besonderer Haftgrund setzt ernsthafte Anhalts-
punkte dafür voraus, dass sich die beschuldigte Person dem Strafverfahren oder 
der zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen könnte (Art. 221 Abs. 1 Bst. a 
StPO). Im Vordergrund steht dabei eine mögliche Flucht ins Ausland, denkbar ist 
aber auch ein Untertauchen im Inland (BGE 143 IV 160 E. 4.3; Urteil des Bundes-
gerichts 1B_34/2022 vom 11. Februar 2022 E. 3.3). Nach der Rechtsprechung des 
Bundesgerichts darf die Schwere der drohenden Sanktion zwar als ein Indiz für 
Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um einen 
Haftgrund zu bejahen (Urteil des Bundesgerichts 1B_4767/2021 vom 23. Septem-
ber 2021 E. 4). Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falls, 
insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse der beschuldigten Person, in Be-
tracht gezogen werden (BGE 145 IV 503 E. 2.2 und 143 IV 160 E. 4.3; je mit Hin-
weisen). So ist es zulässig, ihre familiären und sozialen Bindungen, ihre berufliche 
Situation und Schulden, unklare Wohnverhältnisse sowie Kontakte ins Ausland und 
Ähnliches mitzuberücksichtigen, ebenso besondere persönliche Merkmale (wie z.B. 
eine Tendenz zu überstürzten Aktionen, ausgeprägte kriminelle Energie usw.), die 
auf eine Fluchtneigung schliessen lassen könnten (FREI/ZUBERBÜHLER ELSÄSSER, 
in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 17 zu 
Art. 221 StPO, auch zum Folgenden). Bei Personen ausländischer Nationalität 
kommt dem Aufenthaltsstatus, der Anwesenheitsdauer in der Schweiz, dem Aus-
mass der Integration und den familiären Beziehungen eine wichtige Bedeutung zu. 
Auch bei einer Flucht in ein Land, das die beschuldigte Person grundsätzlich an die 
Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, fiele die Annahme von 
Fluchtgefahr nicht ohne Weiteres dahin (BGE 145 IV 503 E. 2.2 mit Hinweisen). 
Die Wahrscheinlichkeit einer Flucht nimmt in der Regel mit zunehmender Verfah-
rens- bzw. Haftdauer graduell ab, da sich auch die Dauer des Strafvollzugs mit je-
ner der bereits geleisteten prozessualen Haft, die auf die mutmassliche Freiheits-
strafe anzurechnen wäre (vgl. Art. 51 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs 
[StGB; SR 311.0]), kontinuierlich verringert (BGE 143 IV 160 E. 4.3 mit Hinweis).

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5.2 Das Zwangsmassnahmengericht und die Staatsanwaltschaft begründen die 
Fluchtgefahr zusammengefasst damit, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz 
sozial und wirtschaftlich kaum integriert sei und seine finanzielle Situation als 
prekär bezeichnet werden müsse. Er verfüge weder über eine Arbeit noch eine Un-
terkunft und zu seiner ebenfalls in der Schweiz wohnhaften Mutter bestehe keine 
intensive Beziehung. In seinem Herkunftsland Ghana, welches er im Jahr 2011 als 
Dreizehnjähriger verlassen habe, lebe seine Grossmutter, mit welcher er noch in 
Kontakt stehe. Mit den Gepflogenheiten seines Heimatlands sei er vertraut. Er 
spreche deutsch und französisch, was einen Aufenthalt in verschiedenen Ländern 
vereinfachen würde. Angesichts der persönlichen Umstände und der Tatsache, 
dass ihm im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung eine empfindliche Freiheitsstra-
fe, der Verlust seines Aufenthaltsrechts und eine obligatorische Landesverweisung 
drohe, müsse die Fluchtgefahr als ausgeprägt bezeichnet werden. Fehlende finan-
zielle Mittel sprächen nicht dagegen. Dass sich der Beschwerdeführer bei anderer 
Gelegenheit gegen eine Flucht entschieden haben solle, sei für den aktuellen Vor-
wurf ebenfalls ohne Belang. Die nunmehr angeordnete und bereits vollzogene Haft 
dürfte ihm den Ernst der Lage vor Augen geführt haben.  

5.3 Der Beschwerdeführer demgegenüber verneint das Vorliegen konkreter Anzeichen 
einer Fluchtgefahr. Weder habe er eine enge Bindung zu seinem Herkunftsland 
noch verfüge er über die finanziellen Mittel, sich eine Reise nach Ghana und einen 
längeren Aufenthalt im Ausland leisten zu können. Allein ein einmaliger Besuch 
seiner Grossmutter in Ghana vermöge keine enge Beziehung zu seinem Herkunfts-
land zu begründen. Im Übrigen würden in Ghana keine weiteren Verwandten mehr 
leben. Aufgrund des nunmehr zehnjährigen Aufenthalts in der Schweiz sei anzu-
nehmen (so die Ausführungen des amtlichen Verteidigers), dass er keine weiteren 
Bekanntschaften oder Kontakte in Ghana habe. Engere Kontakte bestünden auch 
im übrigen Ausland nicht. Das Zwangsmassnahmengericht habe weiter dem be-
stehenden sozialen Netzwerk in der Schweiz nicht Rechnung getragen. Er sei als 
Jugendlicher in die Schweiz gekommen und habe praktisch die Hälfte seines Le-
bens und insbesondere die prägendsten Jugendjahre hier verbracht. Er sei hier zur 
Schule gegangen und habe Freundschaften geschlossen. Das Aufwachsen in die-
sen Jugendjahren habe eine nicht unbeachtliche Verwurzelung in der Schweiz mit 
sich gebracht. Er habe sein soziales Netzwerk hier geknüpft, spreche fliessend 
Schweizerdeutsch. Das Netzwerk abzubrechen und irgendwohin zu flüchten, er-
scheine unwahrscheinlich, zumal er nirgendwo sonst auf gute Kontakte zurückgrei-
fen könnte. Auch seine persönlichen Eigenschaften würden gegen eine Fluchtge-
fahr sprechen. Er habe sich bisher kooperativ gezeigt und bereitwillig Aussagen 
gemacht. Er verhalte sich ruhig und friedlich, so dass angenommen werden dürfe, 
dass er keine erhöhte kriminelle Energie aufweise, die ihn zu überstürzten Hand-
lungen wie einer Flucht bewegen würden. Er habe keine Fluchtabsichten. Selbst 
wenn er flüchten wollte, wüsste er nicht wohin. 

5.4 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Ghana. Er kam 2011 als Drei-
zehnjähriger im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner Mutter in die Schweiz 
und besitzt die Niederlassungsbewilligung C. Er spricht Ewe, Englisch, Französisch 
und Deutsch resp. Schweizerdeutsch. Die Aufenthaltsdauer von rund elf Jahren 
und die Sprachkenntnisse sprechen für einen gewissen Bezug des Beschwerde-

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führers zur Schweiz. Ebenfalls darf angenommen werden, dass er hier Bekannt-
schaften geknüpft hat. Ungeachtet dessen geht die Beschwerdekammer mit dem 
Zwangsmassnahmengericht und der Staatsanwaltschaft einig, dass von ausge-
prägter Fluchtgefahr ausgegangen werden muss. Der Beschwerdeführer ist hier in 
wirtschaftlicher Hinsicht nicht integriert. Er verfügt weder über eine Ausbildung 
noch eine Arbeitsstelle. Eine Rückkehr in die J.________ ist ausgeschlossen (Ein-
vernahme Hafteröffnung vom 15. Februar 2022, Z. 240 f.). Seine einzige Verwand-
te in der Schweiz ist seine Mutter, welche in Genf lebt. Mit ihr soll er jedoch einen 
grossen Streit gehabt haben, weshalb die Beziehung zu ihr zumindest derzeit als 
nicht intakt bezeichnet werden muss. Jedenfalls geht der Beschwerdeführer selber 
davon aus, dass er im Fall einer Haftentlassung nicht zur Mutter gehen können 
wird (a.a.O., Z. 255 f.). Über eine anderweitige Unterkunftsmöglichkeit verfügt er 
nicht. Bei einer Haftentlassung könnte der Beschwerdeführer somit nicht auf gere-
gelte resp. stabile Verhältnisse zurückgreifen. 

In Ghana leben seine Grossmutter und – entgegen seinen Ausführungen in der 
Beschwerde – auch seine Tante (a.a.O., Z. 92). Den Kontakt zur Grossmutter 
pflegt er nach wie vor (a.a.O., Z. 105). Angesichts der Tatsache, dass er in seinem 
Heimatland über soziale Kontakte verfügt und er die dortigen Lebensgewohnheiten 
kennt, dürfte es ihm nicht schwerfallen, sich in Ghana wieder zurechtzufinden. Ob 
die in Ghana bestehenden Kontakte eng sind, ist dabei nicht von ausschlaggeben-
der Bedeutung. Gleiches gilt betreffend die finanzielle Situation. Diese ist zwar 
nicht rosig und allfällige Reisekosten wären nicht so leicht aufzubringen. Wie das 
Zwangsmassnahmengericht in diesem Zusammenhang indes zutreffend festgehal-
ten hat, sprechen fehlende finanzielle Mittel nicht gegen Fluchtgefahr. Geld kann 
(legal oder illegal) beschafft werden. Zu berücksichtigen ist ferner, dass sich der 
Beschwerdeführer nicht nur durch Flucht ins Ausland, sondern auch durch ein Un-
tertauchen im Inland dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzie-
hen könnte. Für ein Untertauchen in der Schweiz bedürfte der Beschwerdeführer 
weniger Geldmittel. Ausserdem könnte er im Fall des Untertauchens weiterhin sei-
ne sozialen Kontakte pflegen. 

Zu Ungunsten des Beschwerdeführers zu gewichten sind ausserdem die drohende 
Sanktion und der mögliche Verlust des Aufenthaltsrechts in der Schweiz. Der ge-
gen den Beschwerdeführer erhobene Vergewaltigungsvorwurf (resp. Schändungs-
vorwurf) wiegt schwer. Im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung hat er mit einer 
empfindlichen Freiheitsstrafe (vgl. Art. 190 StGB: Freiheitsstrafe von einem bis 
zehn Jahren) oder allenfalls einer Massnahme zu rechnen (vgl. dazu Eingabe der 
Staatsanwaltschaft vom 12. April 2022 an das Zwangsmassnahmengericht, wo-
nach der Beschwerdeführer entsprechend begutachtet werden soll). Weiter droht 
ihm im Fall einer Verurteilung eine Landesverweisung von fünf bis fünfzehn Jahren, 
von welcher das Gericht nur unter den Voraussetzungen der Härtefallklausel aus-
nahmsweise absehen kann (Art. 66a Abs. 1 Bst. h i.V.m. Abs. 2 StGB). Ob ein Här-
tefall gegen die Landesverweisung sprechen könnte, erscheint hier prima facie 
zweifelhaft. Wie das Zwangsmassnahmengericht auch hier zutreffend festgehalten 
hat, ist dies jedoch nicht im Haftverfahren zu prüfen (Beschluss der Beschwerde-
kammer der Strafabteilung des Obergerichts des Kantons Bern BK 21 126 vom 
6. April 2021 E. 4.5). Wird der Beschwerdeführer zu einer Freiheitsstrafe von über 

10

einem Jahr verurteilt, droht ihm überdies der Widerruf seines ausländerrechtlichen 
Aufenthaltsrechts, d.h. seiner Niederlassungsbewilligung C (Art. 63 Abs. 1 Bst. a 
i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Aus-
länder und über die Integration [AIG; SR 142.20], vgl. auch BGE 139 I 31 E. 2.1 
S. 32; Urteil des Bundesgerichts 1B_541/2017 vom 8. Januar 2018 E. 3.3). Der 
Beschwerdeführer muss demzufolge konkret befürchten, dass er sich im Fall einer 
Verurteilung – nach Verbüssung der Freiheitsstrafe – längere Zeit nicht mehr in der 
Schweiz wird aufhalten dürfen. Sollte ihm überdies das Aufenthaltsrecht von der 
Migrationsbehörde entzogen werden, wird ihm auch längerfristig keine dauerhafte 
Rückkehr in die Schweiz mehr möglich sein. Weshalb der Beschwerdeführer vor 
diesem Hintergrund Anlass sehen sollte, sich weiterhin dem Verfahren und dem all-
fälligen Vollzug zu stellen, selbst wenn er eigentlich die Schweiz gar nicht verlas-
sen möchte, ist für die Beschwerdekammer nicht ersichtlich. Daran ändert selbst 
seine Beziehung zu einer im Wallis lebenden Frau nichts, zumal diese erst seit 
Kurzem besteht (delegierte Einvernahme des Beschwerdeführers vom 15. Februar 
2022, Z. 48 f. [eineinhalb Monate]) und über die Qualität der Beziehung nichts be-
kannt ist. Ob sein Verhalten auf überstürzte Handlungen schliessen lässt oder 
nicht, kann offengelassen werden. Im Fall des Verneinens vermöchte dies ange-
sichts der bestehenden diversen Fluchtindizien die Fluchtgefahr ohnehin nicht zu 
minimieren. 

5.5 Zusammengefasst überwiegen derzeit die für eine Fluchtgefahr sprechenden Ge-
sichtspunkte. Es besteht die konkrete Gefahr, dass sich der Beschwerdeführer, 
welcher mehrere Sprachen spricht, im Fall einer Haftentlassung dem Strafverfah-
ren und der zu erwartenden Sanktion entziehen könnte, sei es durch Flucht ins 
Ausland oder durch Untertauchen in der Schweiz. Die Fluchtgefahr muss insge-
samt als ausgeprägt bezeichnet.

6. Der Beschwerdeführer wehrt sich weiter gegen die Annahme von Kollusionsgefahr. 

6.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung soll Untersuchungshaft wegen Kollu-
sionsgefahr verhindern, dass die beschuldigte Person die Freiheit dazu missbrau-
chen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhalts zu vereiteln oder zu 
gefährden. Die theoretische Möglichkeit, dass die beschuldigte Person in Freiheit 
kolludieren könnte, genügt nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu 
rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die Annahme von Verdun-
kelungsgefahr sprechen. Das Vorliegen des Haftgrunds ist nach Massgabe der 
Umstände des jeweiligen Einzelfalls zu prüfen. Konkrete Anhaltspunkte für Kollusi-
onsgefahr können sich namentlich ergeben aus dem bisherigen Verhalten der be-
schuldigten Person im Strafprozess, aus ihren persönlichen Merkmalen, aus ihrer 
Stellung und ihren Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie 
aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihr und den sie belastenden Perso-
nen. Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung des 
Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der 
von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der unter-
suchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen. Je weiter 
das Strafverfahren fortgeschritten ist und je präziser der Sachverhalt bereits abge-
klärt werden konnte, desto höhere Anforderungen sind an den Nachweis von Ver-

11

dunkelungsgefahr zu stellen (BGE 137 IV 122 E. 4.2 und 132 I 21 E. 3.2, je mit 
Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 1B_558/2021 vom 3. November 2021 E. 3.2 
und 1B_196/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).

6.2 Die Kollusionsgefahr wird vom Zwangsmassnahmengericht damit begründet, dass 
es sich vorliegend um ein «Vier-Augen-Delikt» handle, der Beschwerdeführer den 
Tatvorwurf bestreite und deshalb den Aussagen der Geschädigten und der Aus-
kunftsperson E.________ entscheidende Bedeutung zukomme. Es sei durchaus 
denkbar, dass diese erneut befragt werden müssten. Zudem habe E.________ 
weitere Personen genannt, die Angaben zum Sachverhalt machen könnten. Diese 
seien noch nicht parteiöffentlich befragt worden. Angesichts der drohenden Sankti-
on mitsamt obligatorischer Landesverweisung müsse das Kollusionsinteresse als 
gross bezeichnet werden. Ausserdem hätten seitens des Beschwerdeführers be-
reits Kollusionsversuche stattgefunden. Vorliegend bestehe angesichts der Schwe-
re des Tatvorwurfs ein grosses öffentliches Interesse an einer kollusionsfreien 
Sachverhaltsabklärung. Die Strafuntersuchung sei noch nicht abgeschlossen und 
es sei nicht auszuschliessen, dass weitere Personen zweckdienliche Angaben ma-
chen könnten.

6.3 Der Beschwerdeführer hält dafür, dass mangels konkreter Anhaltspunkte keine 
Kollusionsgefahr angenommen werden könne. Der Sachverhalt sei abgeklärt bzw. 
die tatnahen Aussagen seien eingeholt und im Rahmen der jeweils zweiten, par-
teiöffentlichen Befragung manifestiert worden. Die Geschädigte und die Auskunfts-
person E.________ seien bereits parteiöffentlich einvernommen worden. Es gehe 
nun vielmehr um die Würdigung der erhobenen Aussagen, als um die Abklärung 
weiterer Sachverhaltselemente. Sodann wäre es für ihn – wenn er es denn tatsäch-
lich wollen würde – ausgesprochen schwierig, die relevanten Personen ausfindig 
zu machen. Die Geschädigte und die Auskunftsperson E.________ seien umgezo-
gen. Deren neuen Adressen kenne er nicht. Die weiteren von der Auskunftsperson 
genannten Bewohner der J.________ seien ihm ebenfalls kaum bekannt, sodass 
sich eine Kontaktaufnahme massiv erschweren würde. Schliesslich habe keine der 
in Frage kommenden (mutmasslich) beinflussbaren Personen ein Motiv, ihn zu be-
günstigen, zumal er nur kurze Zeit in der J.________ gelebt und die Bewohner ge-
gen sich aufgebracht habe. Zudem wäre sehr unglaubhaft, wenn die Geschädigte 
und die Auskunftsperson E.________ zum jetzigen Verfahrenszeitpunkt ihre Aus-
sagen in relevanter Weise ändern bzw. zurückziehen würden. Weiter sei nicht er-
stellt, dass er tatsächliche Beeinflussungsversuche unternommen hätte oder solche 
planen würde. 

6.4 Entscheidend ist nach der dargelegten Rechtsprechung (E. 6.1 hiervor), ob konkre-
te Indizien dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer die Staatsanwaltschaft bei 
einer Freilassung an der ungestörten Ermittlung der materiellen Wahrheit hindern 
könnte.  

Der den Tatvorwurf bestreitende Beschwerdeführer hat ein grosses Interesse dar-
an, dass von seiner Sachverhaltsschilderung ausgegangen wird, droht ihm doch im 
Fall einer Verurteilung eine empfindliche Sanktion und insbesondere der Verlust 
seiner Anwesenheitsberechtigung in der Schweiz. Ausserdem hat er – anders als 
er geltend macht – in der Vergangenheit bereits versucht, auf das Aussageverhal-

12

ten anderer einzuwirken (vgl. Aussagen von E.________, wonach der Beschwerde-
führer ihm gesagt haben soll, er solle angegeben, dass die Geschädigte freiwillig 
mitgemacht habe [E. 4.2.3 hiervor]). Soweit die Auskunftsperson E.________ und 
die Geschädigte betreffend ist für die Beschwerdekammer jedoch nicht erkennbar, 
inwieweit ihre Aussagen kollusionsanfällig sein könnten. Beide haben bereits 
zweimal (davon einmal parteiöffentlich) Angaben zum Geschehen gemacht. Beide 
Male waren die Schilderungen gleichlautend. Die Geschädigte und die Auskunfts-
person belasteten den Beschwerdeführer auch anlässlich der parteiöffentlichen 
Einvernahme schwer. Damit ist zumindest fraglich, inwiefern allfällige Kollusions-
handlungen überhaupt noch zielführend wären. Eine Aussageänderung erscheint 
eher unwahrscheinlich, zumal die Geschädigte von sich aus unmittelbar nach Tat 
die Polizei kontaktiert hat und in keiner Beziehung zum Beschwerdeführer steht. Al-
lein der Umstand, dass es sich vorliegend um ein «Vier-Augen-Delikt» handelt und 
den Aussagen der Geschädigten – wie auch denjenigen der Auskunftsperson 
E.________ – zweifellos entscheidende Bedeutung zukommt, vermag eine auf sie 
bezogene Kollusionsgefahr bis Abschluss der Strafuntersuchung nicht zwingend zu 
rechtfertigen. Letztlich braucht diese Frage hier aber nicht abschliessend beurteilt 
zu werden.

Indes ist dem Zwangsmassnahmengericht darin zuzustimmen, dass die von 
E.________ genannten weiteren Personen (F.________, G.________ und 
H.________ [Einvernahmeprotokoll von E.________ vom 1. März 2022, Z. 184- 
202]; ferner Aussagen von E.________ vom 15. Februar 2022, wonach der Be-
schwerdeführer nach der mutmasslichen Tat mit K.________ auf den Balkon ge-
gangen sei) allenfalls noch sachdienliche Aussagen machen können, insbesondere 
zum Nachtatverhalten. Dass bisher scheinbar noch keine Einvernahmen stattge-
funden haben, steht der Annahme von Kollusionsgefahr nicht entgegen. So lange 
die genannten Personen noch nicht parteiöffentlich einvernommen worden sind, ist 
von konkreter Kollusionsgefahr auszugehen. Im Fall einer Haftentlassung muss 
ernsthaft befürchtet werden, dass der Beschwerdeführer mit den von E.________ 
genannten Personen Kontakt aufnehmen und diese – wie in der Nacht vom 14./15. 
Februar 2022 bei E.________ – zu ihn begünstigenden Aussagen anhalten könnte. 
Allein der Umstand, dass diese scheinbar nicht mehr gut auf ihn zu sprechen seien, 
ändert an der Kollusionsgefahr nichts, kann sich dies doch auch wieder ändern re-
sp. schliesst dies eine Einflussnahme nicht von vornherein aus. Gleiches gilt hin-
sichtlich seines Einwands, wonach er die Bewohner der J.________ nicht so gut 
kennen würde.

Zusammengefasst bestehen somit ernsthafte Anhaltspunkte dafür, dass der Be-
schwerdeführer in Freiheit mit F.________, G.________, H.________ und 
K.________ Kontakt aufnehmen und versuchen könnte, deren Aussageverhalten 
zu beeinflussen. Mit der Verlängerung der Untersuchungshaft kann sichergestellt 
werden, dass er seine Situation im laufenden Strafverfahren nicht durch Abspra-
chen verbessert und damit die Ziele der Untersuchung stören oder vereiteln könn-
te.

13

7.

7.1 Das Zwangsmassnahmengericht liess die Frage der Wiederholungsgefahr offen, 
da es die Haftgründe der Flucht- und Kollusionsgefahr bejaht hat. Demgegenüber 
macht die Staatsanwaltschaft – wie bereits im Haftverlängerungsverfahren vor dem 
Zwangsmassnahmengericht – geltend, dass sich die Untersuchungshaft auch we-
gen Wiederholungsgefahr rechtfertige.

7.2 Wiederholungsgefahr im Sinn von Art. 221 Abs. 1 Bst. c StPO liegt vor, wenn die 
beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist 
und ernsthaft zu befürchten ist, dass sie durch schwere Verbrechen oder Vergehen 
die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige 
Straftaten verübt hat. Entgegen dem deutschsprachigen Gesetzeswortlaut ist die 
Bestimmung dahin auszulegen, dass «Verbrechen oder schwere Vergehen» dro-
hen müssen (BGE 146 IV 136 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1B_43/2022 vom 
28. Februar 2022 E. 2.2.1; je mit Hinweis). Für das Vorliegen von Wiederholungs-
gefahr sind somit drei Elemente konstitutiv, welche kumulativ erfüllt sein müssen: 
Erstens muss grundsätzlich das Vortatenerfordernis erfüllt sein. Zweitens muss 
durch drohende schwere Vergehen oder Verbrechen die Sicherheit anderer erheb-
lich gefährdet sein. Drittens muss die Tatwiederholung ernsthaft zu befürchten sein, 
was anhand einer Legal- bzw. Rückfallprognose zu beurteilen ist (BGE 143 IV 9 
E. 2.5; Urteil des Bundesgerichts 1B_91/2022 vom 18. März 2022 E. 4.1). Der 
Haftgrund der Wiederholungsgefahr ist restriktiv zu handhaben (vgl. zum Ganzen: 
Urteile des Bundesgerichts 1B_667/2020 vom 22. Januar 2021 E. 2.1 und 
1B_595/2019 vom 10. Januar 2020 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 143 IV 9 E. 2.5 f.). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die Anordnung/Verlängerung 
von Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr dem Verfahrensziel der Be-
schleunigung dienen, indem verhindert wird, dass sich der Strafprozess durch im-
mer neue Delikte kompliziert und in die Länge zieht. Auch die Wahrung des Inter-
esses an der Verhütung weiterer schwerwiegender Delikte ist nicht verfassungs- 
und grundrechtswidrig. Vielmehr anerkennt Art. 5 Ziff. 1 Bst. c der Konvention zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ausdrücklich 
die Notwendigkeit, Beschuldigte an der Begehung strafbarer Handlungen zu hin-
dern, somit Spezialprävention, als Haftgrund (BGE 146 IV 136 E. 2.2 und BGE 143 
IV 9 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1B_43/2022 vom 28. Februar 2022 E. 2.2; je 
mit Hinweis). 

7.3 Die Staatsanwaltschaft macht unter Hinweis auf die dem Beschwerdeführer vorge-
worfenen drei Sexualdelikte (Vergewaltigungs-, evtl. Schändungsvorwurf zum 
Nachteil der Geschädigten; zweimal sexuelle Handlungen mit Kindern [vgl. vorne 
E. 4.4]) geltend, dass dieser mit seinem Verhalten manifestiert habe, dass er nicht 
in der Lage sei, sich gesetzestreu zu verhalten. Er habe sich durch die ausgestan-
dene Polizeihaft im Zusammenhang mit dem ersten Vorwurf der sexuellen Hand-
lungen mit Kindern nicht beeindrucken lassen, ebenso wenig hätten die erfolgten 
Einvernahmen im Zusammenhang mit dem zweiten Sexualdelikt z.N. einer minder-
jährigen Person zu einer Änderung seines Verhaltens geführt. Der Beschwerdefüh-
rer habe im Wissen um das laufende Strafverfahren weiter delinquiert. Es sei da-
von auszugehen, dass es zu weiteren Delikten ähnlicher Art kommen werde. Es 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/50b23986-731d-4b7d-843d-30a840a63463/citeddoc/809705c0-a80a-4f44-b45f-072541933ad2/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/8a6ed08c-a707-48bf-beca-ba449d29459d/citeddoc/758a552d-d529-43e5-afc3-2f00666e9262/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/8a6ed08c-a707-48bf-beca-ba449d29459d/citeddoc/758a552d-d529-43e5-afc3-2f00666e9262/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/50b23986-731d-4b7d-843d-30a840a63463/citeddoc/cb93a9ae-c61d-4f0c-acb8-ec0b6d985841/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/8a6ed08c-a707-48bf-beca-ba449d29459d/citeddoc/66157736-d242-41dc-9385-755b3a68c50b/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/8a6ed08c-a707-48bf-beca-ba449d29459d/citeddoc/66157736-d242-41dc-9385-755b3a68c50b/source/document-link

14

seien keine Umstände erkennbar, die einen anderen Schluss zulassen würden. 
Das Vorliegen der Wiederholungsgefahr sei somit zu bejahen

7.4 Was das Vortatenerfordernis betrifft, können sich die bereits begangenen Strafta-
ten zunächst aus rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren ergeben. Sie kön-
nen jedoch auch Gegenstand eines noch hängigen Strafverfahrens bilden, in dem 
sich die Frage der Untersuchungshaft stellt. Das Gesetz spricht von verübten Straf-
taten und nicht bloss einem Verdacht, so dass dieser Haftgrund nur bejaht werden 
kann, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die 
beschuldigte Person solche Straftaten begangen hat. Neben einer rechtskräftigen 
Verurteilung gilt der Nachweis auch bei einem glaubhaften Geständnis oder einer 
erdrückenden Beweislage als erbracht (BGE 146 IV 326 E. 3.1 und 143 IV 9 
E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_43/2022 vom 28. Februar 2022 E. 2.2.1).

Der Beschwerdeführer ist nicht vorbestraft. Aufgrund der derzeitigen Aktenlage und 
des Aussageverhaltens des Beschwerdeführers kann derzeit nicht beurteilt werden, 
ob der Beschwerdeführer die ihm in der vorliegenden Strafuntersuchung vorgewor-
fenen Sexualdelikte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit begangen 
hat. Bezüglich der Vergewaltigung, evtl. Schändung, begangen am 14. Februar 
2022 zum Nachteil von D.________ kann aktuell – ungeachtet der Bejahung des 
dringenden Tatverdachts – nicht von einer erdrückenden Beweislage gesprochen 
werden, weshalb diese Tat nicht als Vortat berücksichtigt werden darf. Betreffend 
den Vorwurf der sexuellen Handlung mit Kindern, begangen am 19./20. März 2021 
zum Nachteil von Luca Matic (vgl. Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 30. 
März 2021 [in Akten ARR 22 62]) und vorne E. 4.4) und am 30. Oktober 2021 (sie-
he E. 4.4 hiervor), liegen keine resp. kaum Unterlagen vor. Die Ausführungen der 
Staatsanwaltschaft können somit keiner rechtsgenüglichen Prüfung unterzogen 
werden, weder im Hinblick auf das Vortatenerfordernis resp. die Frage, ob eine er-
drückende Beweislage vorliegt, noch mit Blick auf die ebenso erforderliche Rück-
fallgefahr und Sicherheitsgefährdung. 

7.5 Angesichts der Tatsache, dass sich die Untersuchungshaft derzeit mit Flucht- und 
Kollusionsgefahr begründen lässt (zur Verhältnismässigkeit vgl. nachfolgend E. 8), 
wird davon abgesehen, der Staatsanwaltschaft Frist zur Einreichung der die Wie-
derholungsgefahr begründenden haftrelevanten Unterlagen anzusetzen. Stattdes-
sen wird an dieser Stelle offengelassen, ob sich die Untersuchungshaft auch mit 
Wiederholungsgefahr rechtfertigen liesse. Der Staatsanwaltschaft ist es jedoch un-
benommen, diesen Haftgrund später unter Einreichung entsprechender Belege (in-
kl. das dannzumal allenfalls bereits vorliegende forensisch-psychiatrische Gutach-
ten [vgl. dazu Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 12. April 2022 an das Zwangs-
massnahmengericht, wonach der Beschwerdeführer entsprechend untersucht wer-
den soll und das Gutachten bis Ende August 2022 vorliegen soll; in Akten ARR 22 
138]) erneut vorzubringen. Vor diesem Hintergrund braucht an dieser Stelle auf die 
vom Beschwerdeführer gegen die Wiederholungsgefahr vorgebrachten Einwände 
nicht eingegangen zu werden. Gleiches gilt betreffend die Beteuerungen, wonach 
er den Fehler einsehe, die Geschädigte um Verzeihung bitte und – sinngemäss – 
er aus Fehlern lerne, damit dies nicht mehr passiere. 

https://www.swisslex.ch/doc/previews/4f47e3f7-56b2-486b-be53-36115e451204%2C8a6ed08c-a707-48bf-beca-ba449d29459d/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/previews/4f47e3f7-56b2-486b-be53-36115e451204%2C8a6ed08c-a707-48bf-beca-ba449d29459d/source/document-link

15

8.

8.1 Die Haft muss schliesslich verhältnismässig sein. Freiheitsentziehende Zwangs-
massnahmen sind aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen zum gleichen Ziel 
führen (Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO). Gemäss Art. 31 Abs. 3 der Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat 
eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person überdies Anspruch darauf, inner-
halb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafver-
fahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine 
unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, 
wenn die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden 
Sanktion übersteigt (vgl. auch Art. 212 Abs. 3 StPO). Bei der Prüfung der Verhält-
nismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Strafta-
ten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie 
nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung) kon-
kret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt (BGE 143 IV 
168 E. 5.1). 

8.2 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 15. Februar 2022 in Haft. Mit der vom 
Zwangsmassnahmengericht gewährten Haftverlängerung von drei Monaten kommt 
die Gesamtdauer der Untersuchungshaft von insgesamt fünf Monaten noch nicht in 
die Nähe der im Verurteilungsfall zu erwartenden Sanktion. Die Gefahr der Über-
haft besteht somit nicht. 

8.3 Betreffend die weiteren Ermittlungshandlungen führte die Staatsanwaltschaft in 
ihrem Haftverlängerungsantrag aus, dass allfällige weitere Auskunftspersonen, 
namentlich weitere Bewohner der J.________, noch zu befragen seien. In ihrer 
Stellungnahme macht sie hierzu – trotz erhobener Einwände des Beschwerdefüh-
rers – keine näheren Ausführungen. Demgegenüber wird im angefochtenen Ent-
scheid festgehalten, dass die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen 
seien. Nach Durchführung der weiteren geplanten Befragungen werde der polizeili-
che Schlussbericht abzuwarten sein, bevor gegebenfalls die Frist gemäss Art. 318 
StPO angesetzt und, nach Erledigung allfälliger Beweisanträge, Anklage erhoben 
werden könne. Mit diesen Verfahrensschritten sei ein Zeitbedarf von drei Monaten 
vereinbar.

Es ist der Beschwerdekammer nicht bekannt, ob die von der Auskunftsperson 
E.________ genannten Personen bzw. weitere Bewohner der J.________ parteiöf-
fentlich befragt worden sind resp. befragt werden sollen. Sind diese beabsichtigt, 
aber noch nicht durchgeführt worden, so sind sie mit Blick auf das in Haftsachen 
besonders zu beachtende Beschleunigungsgebot umgehend zu veranlassen. Die 
Personen sind namentlich bekannt und Gründe, welche gegen die Ansetzung eines 
zeitnahen Termins sprächen, sind nicht ersichtlich. Weitere in Bezug auf den die 
Untersuchungshaft begründenden Vergewaltigungs- resp. Schändungsvorwurf zu 
tätigende Ermittlungsansätze der Polizei sind nicht erkennbar und werden auch 
nicht geltend gemacht. Die insoweit geführte Strafuntersuchung sollte demnach 
alsbald abgeschlossen werden können. Indes werden dem Beschwerdeführer noch 
weitere Delikte vorgeworfen, deren Strafuntersuchung scheinbar mit der der Unter-
suchungshaft zugrundeliegenden Strafuntersuchung wegen Vergewaltigung, evtl. 

16

Schändung, vereinigt worden ist. Wie weit die diesbezüglichen Ermittlungen fortge-
schritten sind, entzieht sich der Kenntnis der Beschwerdekammer. So oder anders 
dürfen im Hinblick auf die Verhältnismässigkeit der Haftdauer nur diejenigen Ermitt-
lungshandlungen ins Gewicht fallen, derentwegen Untersuchungshaft angeordnet 
worden ist. Insoweit ist dem Zwangsmassnahmengericht darin beizupflichten, dass 
mit Blick auf die vermutlich noch vorzunehmenden Befragungen von Auskunftsper-
sonen, die Schlusseinvernahmen, die Ausarbeitung der Anklageschrift und die zu 
gewährende Frist gemäss Art. 318 StPO eine Haftdauer von drei Monaten verein-
bar ist. Dies selbst dann, wenn keine Auskunftspersonen mehr befragt werden soll-
ten. Eine Haftkürzung drängt sich nicht auf.

Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, welche eine Haftentlassung zur Fol-
ge haben müsste, ist nicht erkennbar. Selbst wenn die Strafverfolgungsbehörden 
noch nicht alle Personen einvernommen haben sollten, die sachdienliche Angaben 
machen könnten, kann noch nicht von einer Verletzung des Beschleunigungsge-
bots gesprochen werden.

8.4 Wie das Zwangsmassnahmengericht vermag auch die Beschwerdekammer keine 
milderen Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zu erkennen, welche die Flucht- 
und Kollusionsgefahr hinreichend zu bannen vermöchten. Entgegen der Ansicht 
des Beschwerdeführers ist von ausgeprägter Fluchtgefahr auszugehen. Insoweit 
hat das Bundesgericht bereits mehrfach und jüngst in seinem Urteil 1B_3/2022 
vom 20. Januar 2022 ausgeführt, dass sich Ersatzmassnahmen diesfalls regel-
mässig als nicht ausreichend erweisen (siehe ferner BGE 145 IV 503 E. 3.2 f.). Von 
dem muss hier ebenfalls ausgegangen werden. Die vom Beschwerdeführer ange-
regte Ausweis- und Schriftensperre vermag eine Flucht ins Ausland oder ein Unter-
tauchen im Inland nicht zu verhindern. So können schweizerische Behörden aus-
ländischen Behörden nicht verbieten, ihren Staatsangehörigen neue Reisepapiere 
auszustellen (Urteile des Bundesgerichts 1B_142/2021 vom 15. April 2021 E. 5 und 
1B_181/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.3.2). Zudem finden im Schengenraum 
grundsätzlich keine Personenkontrollen statt, weshalb insoweit die Grenze auch 
ohne Ausweispapiere leicht überschritten werden kann (BGE 145 IV 503 E. 3.2). 
Eine regelmässige Meldepflicht auf einer Polizeiwache, allenfalls verbunden mit ei-
nem überwachten Hausarrest, ist ebenfalls nicht geeignet, eine Flucht oder ein Un-
tertauchen des Beschwerdeführers zu verhindern. Diese erlaubten einzig die ra-
sche Einleitung einer Fahndung im Fall einer Flucht (Urteil des Bundesgerichts 
1B_181/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.3.2). Dem Beschwerdeführer verbliebe inner-
halb des Meldeintervalls resp. der Überprüfung des Aufenthalts am Wohnsitz 
genügend Zeit, um die relativ kleinräumige Schweiz zu verlassen. Mit einer elektro-
nischen Fussfessel kann die Flucht nur im Nachhinein festgestellt werden (BGE 
145 IV 503 E. 3.3, Urteile des Bundesgerichts 1B_142/2021 vom 15. April 2021 E. 
5 und 1B_574/2020 vom 3. Dezember 2020 E. 6.2). Die elektronische Überwa-
chung einer Eingrenzung oder eines Hausarrests kann somit ebenfalls nicht als 
geeignete Massnahme bezeichnet werden.

Soweit die Kollusionsgefahr betreffend bestehen ebenfalls keine geeigneten Er-
satzmassnahmen. Auch ein allfälliges Rayonverbot oder – was zwar nicht explizit 
geltend gemacht worden ist – ein allfälliger Hausarrest vermögen die Gefahr einer 

17

Kontaktaufnahme nicht hinreichend zu bannen. Zum einen würde eine Verletzung 
der eben genannten Massnahmen erst zu spät erkannt werden. Eine persönliche 
Begegnung könnte demzufolge selbst mit überwachtem Hausarrest oder Rayon-
verbot nicht verhindert werden. Zum anderen könnte eine Verletzung eines gleich-
zeitig erlassenen Kontaktverbots ebenfalls erst im Nachhinein und damit zu spät 
festgestellt werden. Eine Kontaktaufnahme ist im Übrigen auch von zu Hause aus – 
mittels elektronischer Geräte – möglich. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Be-
schwerdeführer über Drittpersonen zu den Kontaktdaten der Auskunftspersonen 
gelangen könnte. 

8.5 Die Verlängerung der Untersuchungshaft erweist sich folglich auch unter Verhält-
nismässigkeitsaspekten als rechtens. Dass der Beschwerdeführer mittlerweile 
scheinbar die Zeit dazu genutzt hat, um über den Vorfall vom 14. Februar 2022 
nachzudenken, und die Geschädigte um Verzeihung bittet, macht die Haft nicht un-
verhältnismässig. Gleiches gilt betreffend seines jungen Alters und den Wunsch, 
sein Leben wieder in Freiheit verbringen zu wollen. 

9. Gestützt auf das Ausgeführte ist festzuhalten, dass sämtliche Haftvoraussetzungen 
erfüllt sind. Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmen-
gericht die Untersuchungshaft um weitere drei Monate verlängert hat. Die Be-
schwerde ist unbegründet und daher abzuweisen. 

10. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten vollumfänglich dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft oder 
das urteilende Gericht legen die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für sei-
ne Aufwendungen im Beschwerdeverfahren am Ende des Verfahrens fest (Art. 135 
Abs. 2 StPO).

18

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Von der undatierten persönlichen Eingabe des Beschuldigten/Beschwerdeführers 
(Eingang Beschwerdekammer: 6. Mai 2022) wird Kenntnis genommen und gegeben.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00, werden dem Be-
schuldigten/Beschwerdeführer auferlegt. 

4. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________

(per Einschreiben)
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland, Gerichtspräsi-

dent I.________ (mit den Akten – per Einschreiben)
- Staatsanwältin C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland

(per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- der Generalstaatsanwaltschaft (ohne Beilage – per Kurier)

Bern, 6. Mai 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Beldi
i.V. Gerichtsschreiber Schärer

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.