# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdc24c05-0a52-5fd2-aa91-238991295080
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.06.2010 D-3899/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3899-2010_2010-06-28.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3899/2010/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

A.___________, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei-Koller, Freiplatzaktion Basel, 
Asyl und Integration, Beratungsstelle für Menschen aus 
Sri Lanka, (...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3899/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein srilankischer Staatsangehöriger tamili-
scher  Ethnie  mit  letztem Wohnsitz  in  B.___________ (Westprovinz), 
sein Heimatland eigenen Angaben zufolge am 4. April  2009 auf dem 
Luftweg in Richtung Dubai  (VAE) verliess und am 6. April  2009 von 
dort sowie Italien herkommend illegal in die Schweiz einreiste,

dass  er  gleichentags  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
C.__________  um  Asyl  nachsuchte  und  dort  am  9.  April  2009 
summarisch befragt wurde,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 23. April 2009 gestützt auf 
Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
ausführlich zu seinen Asylgründen anhörte und ihn in der Folge für die 
Dauer des Verfahrens dem Kanton D.___________ zuwies,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er habe regelmässig Besuch von zwei 
befreundeten Tamilen aus dem Osten Sri Lankas erhalten, welche er 
von seiner früheren Arbeitstätigkeit in Trincomalee gekannt habe,

dass seine Freunde meistens nicht in seinem Haus, sondern in dem 
seiner Familie gehörenden Tempel übernachtet hätten,

dass die beiden letztmals im September 2008 zu Besuch gekommen 
und  dabei  im  Tempel  übernachtet  hätten,  ohne  sich  bei  der  Polizei 
registrieren zu lassen,

dass die Polizei einige Tage später seinen Onkel, welcher den Tempel 
verwaltet habe, zu den Gästen des Tempels befragt habe,

dass  Ende  September  2008  unbekannte,  bewaffnete  Personen  sein 
Haus aufgesucht  und seine Mutter  gefragt  hätten,  ob sie Leute  aus 
Trincomalee beherbergt habe,

dass die Unbekannten ausserdem nach ihm gefragt hätten,

dass er vermute, es handle sich dabei um Polizisten oder der Regie-
rung nahestehende Personen,

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dass er Angst bekommen und deshalb bei der Polizei  habe Anzeige 
erstatten wollen, diese die Anzeige jedoch nicht entgegengenommen 
habe,

dass er sich in der Folge auf Anraten seines Onkels hin von zuhause 
ferngehalten habe,

dass  er  sich  beim  Roten  Kreuz  und  bei  der  Menschenrechtskom-
mission gemeldet habe, diese ihm jedoch nicht hätten helfen können,

dass er im November 2008 erneut zweimal zuhause gesucht worden 
sei,

dass am 31. Dezember 2008 oder am 1. Januar 2009 sein Onkel von 
unbekannten  Personen  erschossen  worden  und  er  selber  im  März 
2009  erneut  mehrmals  von  unbekannte  Personen  zuhause  gesucht 
worden sei,

dass er Ende März 2009 zusammen mit einem befreundeten Minister 
vom Provinzrat erneut bei der Polizei vorgesprochen habe, worauf sie 
seine Anzeige entgegengenommen habe,

dass die Polizei ihm jedoch am nächsten Tag durch seine Mutter habe 
ausrichten lassen, er solle die Anzeige zurückziehen,

dass er sich in Sri Lanka nicht mehr sicher gefühlt  und deshalb aus 
seinem Heimatland ausgereist sei,

dass er  bei  einer  Rückkehr  nach Sri  Lanka nicht  am Leben bleiben 
würde,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. März 2010 anfügte, 
er werde in Sri Lanka weiterhin von Polizei und Militär gesucht,

dass die Behörden seine Ehefrau mehrmals verhaftet und missbraucht 
hätten,  weshalb  sie  zurzeit  wegen  psychischer  Probleme  in  Be-
handlung sei und die Kinder wie Waisenkinder lebten,

dass er selber ebenfalls psychisch angeschlagen sei und sogar Suizid -
gedanken habe,

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dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle bei den 
Akten  sowie  das  erwähnte  Schreiben  des  Beschwerdeführers  vom 
22. März 2010 zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  zum  Beleg  seiner  Identität  sowie  zur 
Untermauerung  seiner  Asylvorbringen  folgende  Beweismittel  zu  den 
Akten  reichte:  seine  Identitätskarte,  Kopie  der  Identitätskarte  seiner 
Ehefrau, Geburtsregisterauszug der Ehefrau, zwei Geburtsregisteraus-
züge des Beschwerdeführers, Schreiben an das ICRC vom 29. März 
2009  (Kopie),  Anzeige  zuhanden  der  Human  Rights  Commission 
(HRC)  of  Sri  Lanka vom 3. April  2009 (Kopie),  Eingangsbestätigung 
der  HRC  vom  22.  April  2009  (Kopie),  zwei  Internetartikel  vom 
31. Dezember  2008  des  Sri  Lanka  News  Portals  und  der  Colombo 
Page, Polizeirapport vom 30. März 2009, Schreiben der Tempelorgani-
sation, Schreiben des Paters C. J. C. vom Mai 2009 (Kopie), Schreiben 
des  ehemaligen  Arbeitgebers  betreffend  Gebietszuweisung  vom 
10. Juni  2003,  polizeilicher  Haftantrag  zuhanden  des  Gerichts  vom 
9. Februar  2010  (Kopie;  inkl.  Übersetzung),  Internetartikel  von 
tamilwin.org, Schulunterlagen und Arbeitszeugnisse (wurden dem Be-
schwerdeführer teilweise vom BFM retourniert),

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 27. April  2010 – eröffnet  am 30. April  2010 – ablehnte und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheids im Wesentlichen 
ausführte, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien unlogisch, 
unsubstanziiert und teilweise widersprüchlich ausgefallen,

dass die eingereichten Beweismittel nicht geeignet seien, die geltend 
gemachte Verfolgung zu belegen,

dass der Beschwerdeführer daher die Flüchtlingseigenschaft nicht er-
fülle, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  durchführbar  sei,  zumal  der  Be-
schwerdeführer aus dem Südwesten Sri Lankas stamme und dort über 
Familienangehörige verfüge,

dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  vorinstanzlichen  Verfügung  auf  die 
Akten zu verweisen ist,

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dass  der  Beschwerdeführer  diese  Verfügung  mit  Beschwerde  vom 
31. Mai 2010 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten und dabei be-
antragen liess, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei 
Asyl zu gewähren, eventuell sei er infolge Unzulässigkeit oder Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021),  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses, 
Erlass vorsorglicher Massnahmen (Vollzugsaussetzung) sowie um Ge-
währung des Replikrechts ersucht wurde,

dass der Beschwerde folgende Beweismittel beilagen: zwei Fotos, ein 
Zeitungsausschnitt (Kopie), eine Todesanzeige des Onkels (Kopie), ein 
Bestätigungsschreiben des Grama Niladhar's Office vom 24. Mai 2010 
(Kopie inkl. Übersetzung), Kopie der Identitätskarte der Schwester des 
Beschwerdeführers,  Bestätigung  der  Fürsorgeabhängigkeit  vom 
25. Mai 2010,

dass auf den Inhalt der Beschwerde, soweit entscheidrelevant, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 4. Juni 2010 
auf das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen mangels Recht-
schutzinteresses nicht eintrat,

dass er ausserdem die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  Kostenvorschussverzicht  abwies  und  den  Be-
schwerdeführer  aufforderte,  innert  Frist  einen  Kostenvorschuss  zu 
leisten, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde,

dass  der  verlangte  Kostenvorschuss  am  14.  Juni  2010  einbezahlt 
wurde,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM im Bereich des Asylrechts 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-

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gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  in  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  des 
Replikrechts damit gegenstandslos wird,

dass seitens des Beschwerdeführers in formeller Hinsicht gerügt wird,  
der Sachverhalt sei vom BFM unrichtig beziehungsweise ungenügend 
festgestellt worden,

dass das BFM den aktenkundigen Sachverhalt  in der angefochtenen 
Verfügung  jedoch  im  Wesentlichen  korrekt  wiedergegeben  und  in 
seiner  Entscheidung  alle  rechtswesentlichen  Sachumstände  berück-
sichtigt hat,

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dass  aufgrund  der  diesbezüglichen  Beschwerdebegründung  ohnehin 
der  Eindruck  entsteht,  der  Beschwerdeführer  sei  gar  nicht  mit  der 
Sachverhaltsfeststellung  an  sich,  sondern  mit  der  Würdigung  des 
Sachverhalts  durch  das  BFM nicht  einverstanden,  was  jedoch  nicht 
unter den Begriff der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung fällt,

dass die Rüge der ungenügenden Sachverhaltsfeststellung nach dem 
Gesagten unbegründet erscheint,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe oder  ihrer  politischen An-
schauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begrün-
dete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3 
Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass das BFM vorliegend die Verfolgungsvorbringen des Beschwerde-
führers zu Recht als unglaubhaft bezeichnet hat,

dass diese in wesentlichen Teilen unsubstanziiert  und überdies reali -
tätsfremd und unplausibel ausgefallen sind,

dass  der  Beschwerdeführer  insbesondere  zu  seinen  tamilischen 
Freunden – den eigentlichen Urhebern der angeblichen Verfolgung – 
keine substanziierten Angaben machen konnte (vgl. A8 S. 10 und 15),

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dass die Schilderung der angeblichen Suche nach ihm sowie seiner 
Bemühungen  um  Schutzsuche  bei  der  Polizei  äusserst  unplausibel 
erscheinen,

dass  beispielsweise  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  der  Be-
schwerdeführer  überhaupt  die  Polizei  um  Schutz  ersuchen  wollte, 
nachdem er eigenen Angaben zufolge davon überzeugt war, es handle 
sich  bei  den Verfolgern  um Angehörige der  Regierung  oder  gar  der 
Polizei selber (vgl. A8 S. 8 und 13),

dass  auch  das  Vorbringen,  wonach  die  Polizei  die  Anzeige  in  An-
wesenheit des mit dem Beschwerdeführer befreundeten Ministers zu-
nächst entgegengenommen, den Beschwerdeführer jedoch am näch-
sten Tag zum Rückzug der Anzeige gedrängt habe, realitätsfremd ist, 
zumal die Polizei kaum – wie in der Beschwerde vorgebracht – davon 
ausgehen konnte, der Beschwerdeführer würde sich nicht mehr um die 
Angelegenheit kümmern,

dass die Darstellung, wonach der Beschwerdeführer den befreundeten 
Minister  nicht  umgehend, sondern erst  kurz vor seiner Ausreise ein-
schaltete, ebenfalls unplausibel erscheint,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge zwischendurch 
immer wieder mal nach Hause zurückgekehrt ist (vgl. A8 S. 9), wes-
halb im Weiteren davon auszugehen ist, seine Verfolger hätten ihn ge-
funden, hätten sie tatsächlich nach ihm gesucht,

dass diese nämlich nach den angeblichen mehrmaligen, vergeblichen 
Hausbesuchen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das Haus samt 
Umgebung gezielt beschattet hätten,

dass der  Beschwerdeführer  den Akten zufolge legal  und problemlos 
mit  seinem  Reisepass  über  den  Flughafen  Colombo  ausgereist  ist, 
was entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung eindeutig 
darauf hindeutet, er werde in Sri Lanka nicht behördlich gesucht,

dass  im  Übrigen  auch  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  der  Be-
schwerdeführer  nach  Europa  reiste,  anstatt  beispielsweise  zunächst 
zu versuchen, den angeblichen Verfolgern durch einen Umzug in die 
nicht weit entfernte Grossstadt Colombo auszuweichen, was viel nahe-
liegender gewesen wäre,

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dass  die  direkte  Flucht  nach  Europa  bei  dieser  Sachlage  auf  ein 
anderes, asylfremdes Ausreisemotiv schliessen lässt,

dass die geltend gemachte Verfolgung mit Blick auf die vorstehenden 
Erwägungen unglaubhaft erscheint,

dass die eingereichten Beweismittel an dieser Einschätzung nichts zu 
ändern vermögen,

dass die Dokumente teilweise überhaupt keine Hinweise zur geltend 
gemachten Verfolgung enthalten (vgl. das Schreiben der Tempelorgani-
sation,  der Internetartikel  von tamilwin.org zur allgemeinen Lage der 
Tamilen im Süden Sri Lankas, das Schreiben des ehemaligen Arbeit -
gebers betreffend Gebietszuweisung vom 10. Juni 2003)

dass den Pressemeldungen zum Tod eines Hindu-Priesters (angeblich 
der  Onkel  des  Beschwerdeführers)  nicht  zu  entnehmen ist,  welches 
das Motiv für dessen Tötung war, und darin auch kein Zusammenhang 
zur  Person  des  Beschwerdeführers  hergestellt  wird,  weshalb  diese 
Unterlagen die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen nicht zu be-
legen vermögen,

dass damit  offen bleiben kann, ob der Beschwerdeführer  tatsächlich 
mit diesem Hindu-Priester verwandt war, womit auch die weiteren, in 
diesem Zusammenhang eingereichten Beweismittel (die beiden Fotos 
sowie  das  Bestätigungsschreiben  des  Grama  Niladhar's  Office  vom 
24. Mai 2010) als unerheblich zu bezeichnen sind,

dass das Schreiben des Paters C. J. C. offensichtlich auf Hörensagen 
beruht und sehr vage formuliert  ist,  weshalb es sich dabei mit  über-
wiegender Wahrscheinlichkeit um ein Gefälligkeitsschreiben handelt,

dass der Inhalt des eingereichten Polizeirapports vom 30. März 2009 
betreffend  die  angeblich  erhobene  Anzeige  nicht  mit  den  Aussagen 
des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörungen übereinstimmt,

dass  im  Polizeirapport  nämlich  erwähnt  wird,  die  unbekannten  Per-
sonen hätten Geld verlangt und mit Entführung und Tod gedroht, was 
vom Beschwerdeführer nie geltend gemacht worden war,

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dass der Inhalt dieses Dokuments ausserdem sehr vage gehalten ist 
und darin insbesondere die Daten der angeblichen Vorfälle nicht ge-
nannt werden,

dass  daher  die  Authentizität  dieses  Dokuments  äusserst  zweifelhaft 
ist,

dass der Beschwerdeführer eine Bestätigung der HRC vom 22. April 
2009 betreffend eine eingereichte Klage vom 3. April  2009 sowie die 
entsprechende Klage einreichte,

dass er allerdings in der Anhörung vorgebracht hatte, er habe das For -
mular gar nie der HRC abgegeben (vgl. A8 S. 9),

dass die Klage an die HRC ausserdem einen Tag vor der Ausreise aus 
dem Heimatland verfasst wurde, was realitätsfremd erscheint,

dass  das  eingereichte  Schreiben  an  das  ICRC  vom 29.  März  2009 
offenbar vom Beschwerdeführer selber verfasst wurde und somit kein 
objektives Beweismittel darstellt,

dass überdies sowohl in der Klage an die HRC als auch im Schreiben 
an das ICRC der Sachverhalt anders dargestellt wird als anlässlich der 
Anhörungen,

dass nämlich weder die angeblich beherbergten Tamilen noch der Tod 
des Priester-Onkels erwähnt werden, sondern geltend gemacht wird, 
eine White-Van-Gang habe mehrmals versucht, den Beschwerdeführer 
zu entführen,

dass sich  schliesslich  der  polizeiliche Haftantrag zuhanden  des Ge-
richts vom 9. Februar 2010 offensichtlich nicht – wie vom Beschwerde-
führer  suggeriert  –  auf  seine Ehefrau bezieht,  sondern – der  mitge-
lieferten Übersetzung zufolge – auf eine Personen anderen Namens, 
welche überdies männlich ist,

dass insgesamt kein Zusammenhang zwischen diesem Dokument und 
den vorgebrachten Verfolgungsvorbringen hergestellt werden kann und 
insbesondere auch die nachträglich geltend gemachte Behelligung der 
Ehefrau durch die Polizei als unglaubhaft zu qualifizieren ist,

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dass die Asylvorbringen nach dem Gesagten insgesamt als offensicht -
lich unglaubhaft zu erachten sind,

dass  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  an  dieser  Einschätzung 
nichts zu ändern vermögen, weshalb darauf nicht mehr näher einzu-
gehen ist,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und zu bestätigen ist,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zu-
mutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation,  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK), der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft 
gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis 
möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  
WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländer-
recht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die ihm in Sri Lanka droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen Mann handelt, 
welcher aus dem Grossraum Colombo (B.___________ [Westprovinz], 
(...)) stammt, über eine gute Ausbildung verfügt und vor der Ausreise 
als Verkäufer tätig war,

dass er den Akten zufolge an seinem Herkunftsort über ein familiäres 
Beziehungsnetz verfügt,  welches ihn bei Bedarf unterstützen könnte, 
zumal er selber andeutete, er stamme aus einer relativ vermögenden 
Familie (vgl. A8 S. 16),

dass im Weiteren davon auszugehen ist, er werde bei einer Rückkehr  
an den Herkunftsort dort wiederum eine gesicherte Wohnsituation vor-
finden,

dass  es  ihm  damit  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  gelingen 
wird, sich bei einer Rückkehr dorthin innert nützlicher Frist sozial und 
wirtschaftlich wieder einzugliedern,

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dass der Beschwerdeführer zwar in seinem Schreiben vom 22. März 
2010  auf  psychische  Probleme  hingewiesen,  diese  aber  auf  Be-
schwerdeebene nicht  mehr erwähnt und im Übrigen auch nie belegt 
hat, weshalb davon auszugehen ist, er leide im heutigen Zeitpunkt an 
keinen relevanten gesundheitlichen Problemen,

dass bei dieser Sachlage insgesamt von der Zumutbarkeit  des Weg-
weisungsvollzugs des Beschwerdeführers in den Grossraum Colombo 
auszugehen ist (vgl. dazu auch BVGE 2008/2, insbesondere E. 7.6.1 
S. 20),  zumal dort  im heutigen Zeitpunkt keine Situation allgemeiner 
Gewalt herrscht,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung somit zu 
bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) und mit  dem am 14. Juni  2010  in  gleicher  Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss zu verrechnen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 13

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N (...) 

(per Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

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