# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1f2cfd5-86a9-5f08-8553-e3597e78b671
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.11.2022 730 22 132 / 264
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_730-22-132---264_2022-11-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. November 2022 (730 22 132 / 264) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Krankenversicherung 

 

 

Kollektive Krankentaggeldversicherung nach KVG; Verfahrensgrundsätze; Verletzung 

des Untersuchungsgrundsatzes durch den Krankenversicherer 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Oliver Gloor, Rechtsan-
walt, Ankerstrasse 24, 8004 Zürich 

  
 
gegen 
 
 

 HOTELA Krankenkasse, Rechtsdienst, Rue de la Gare 18, Case 
Postale 1251, 1820 Montreux, Beschwerdegegnerin, vertreten durch 
Lorenz Fivian, Rechtsanwalt, ELSIG & FIVIAN Rechtsanwälte, Frei-
burgstrasse 25, Postfach 73, 3280 Murten 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. A.____, geboren 1999, arbeitete ab dem 1. Mai 2020 in einem Pensum von 100 % als 
Commis de Cuisine bei der Hotel B.____ AG. Über ihre Arbeitgeberin war sie bei der HOTELA 
Krankenkasse (HOTELA) im Rahmen einer kollektiven Taggeldversicherung nach KVG versi-
chert. Am 4. Dezember 2020 meldete die Arbeitgeberin eine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten 
ab 24. November 2020. Nach Abklärung der medizinischen Verhältnisse teilte die HOTELA 

 

 
 
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A.____ mit Verfügung vom 31. Januar 2022 mit, dass sie die Ausrichtung von Taggeldleistungen 
vollumfänglich ablehne. Die Krankentaggeldversicherung diene dem vollen oder teilweisen Ersatz 
von Verdienstausfällen infolge Krankheit oder Mutterschaft im Sinne von Art. 3 und 5 des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000. Kein Ersatz des Erwerbsausfalles bei Arbeitsunfähigkeit erfolge bei einem Unfall im Sinne 
von Art. 4 ATSG, einem Rückfall oder Spätfolgen eines Unfalles im Sinne von Art. 11 der Verord-
nung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982, einer Berufskrankheit im Sinne 
von Art. 9 UVG und einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 9 UVV (heute: Art. 
6 Abs. 2 UVG). Da die Arbeitsunfähigkeit auf einen Rückfall oder auf Spätfolgen eines früheren 
Unfalles zurückzuführen und die Operation diesbezüglich erfolgt sei, werde die Übernahme des 
Erwerbsersatzes ab 24. November 2020 abgelehnt. Die dagegen von der Versicherten am 18. 
Februar 2022 erhobene Einsprache wies die HOTELA mit Einspracheentscheid vom 22. März 
2022 ab. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Oliver 
Gloor, mit Eingabe vom 4. Mai 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei-
lung Sozialversicherungsrecht. Sie beantragte unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung des ange-
fochtenen Einspracheentscheids und der Verfügung vom 31. Januar 2022 sowie die Verpflichtung 
der Beschwerdegegnerin, ihr Krankentaggeldleistungen für die Zeit vom 24. November 2020 bis 
14. März 2021 nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen auszurichten, zuzüglich 5 % Zinsen nach 
Ablauf von 24 Monaten nach Entstehung des Leistungsanspruchs. Eventualiter sei bei einem 
ausgewiesenen Handchirurgen zur Frage der Ursache der Arbeitsunfähigkeit ein medizinisches 
Gutachten einzuholen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Verpflichtung der Beschwer-
degegnerin, dem Kantonsgericht das vollständige und akturierte Dossier ins Recht zu legen. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 20. Juni 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Lorenz Fivian, die Abweisung der Beschwerde.  
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 ATSG kann gegen Verfügungen 
und Einspracheentscheide eines Sozialversicherungsträgers beim zuständigen Versicherungs-
gericht innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist das Versicherungs-
gericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhe-
bung ihren Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Da die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz in 
X.____ hat, ist die örtliche und gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 auch die sachliche Zuständigkeit 
des Kantonsgerichts gegeben. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb 
einzutreten. 
 
2. Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Die Beschwerdeführerin war unbestrittenermassen vom 24. November 

 

 
 
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2020 bis 28. Februar 2021 zu 100 % und vom 1. März 2021 bis 14. März 2021 zu 70 % arbeits-
unfähig. Bei einem versicherten Monatslohn von Fr. 4'300.-- brutto zuzüglich 13. Monatslohn und 
einem Krankentaggeld von 80 % des versicherten Lohnes ab dem 31. Tag der Arbeitsunfähigkeit 
liegt der Streitwert zweifellos unter dem Betrag von Fr. 20'000.--, weshalb präsidial über die Be-
schwerde zu entscheiden ist. 
 
3. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Ausrichtung von Krankentag-
geldleistungen zu Recht verweigerte. 
 
4.1 Wer in der Schweiz Wohnsitz hat und das 15., aber noch nicht das 65. Altersjahr zurück-
gelegt hat, kann gemäss Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung 
(KVG) vom 18. März 1994 eine Taggeldversicherung abschliessen. Arbeitgebende können eine 
Taggeldversicherung für sich und ihre Arbeitnehmenden als Kollektivversicherung abschliessen 
(Art. 67 Abs. 3 lit. a KVG). Wurde ein solcher Versicherungsvertrag abgeschlossen, entsteht ein 
Anspruch auf Taggeldleistungen gemäss Art. 72 Abs. 2 Satz 1 KVG dann, wenn die versicherte 
Person mindestens zur Hälfte arbeitsunfähig ist. Den Versicherungen steht es jedoch frei, in ihren 
Reglementen vorzusehen, dass bereits bei einer Arbeitsunfähigkeit von weniger als 50 % Tag-
gelder ausgerichtet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2003, K 85/02, E. 3.1 
mit Hinweisen).  
 
4.2 Gemäss Ziff. 1.2 des Reglements der Beschwerdegegnerin über die Taggeldversiche-
rung bei Krankheit und Mutterschaft (Ausgabe Januar 2014 [Reglement]) dient die Taggeldversi-
cherung dem vollen oder teilweisen Ersatz von Verdientsausfällen infolge Krankheit oder Mutter-
schaft im Sinne von Art. 3 und 5 ATSG. Kein Ersatz des Erwerbsausfalles erfolgt laut Ziff. 1.4 des 
Reglements bei Arbeitsunfähigkeit infolge eines Unfalles im Sinne von Art. 4 ATSG, eines Rück-
falles oder Spätfolgen eines Unfalles im Sinne von Art. 11 UVV, einer Berufskrankheit im Sinne 
von Art. 9 UVG und einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 9 UVV (heute: Art. 
6 Abs. 2 UVG). Die von der Beschwerdegegnerin in Ziff. 2 des Reglements gewählten Definitio-
nen entsprechen denjenigen von Art. 3-6 ATSG. Die Beschwerdegegnerin richtet sodann gemäss 
Ziff. 16.1 des Reglements Taggeldleistungen bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit von mindes-
tens 25 % anteilsmässig entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit aus. 
 
5.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist auf die folgenden Grundsätze hinzuweisen: 
 
5.2 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die not-
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Satz 1). 
Das Gesetz weist somit dem Durchführungsorgan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sach-
verhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz abzuklären, und zwar richtig und vollständig, so dass 
gestützt darauf die Verfügung über die jeweils in Frage stehende Leistung ergehen kann (BGE 
136 V 376 E. 4.1.1). Es gilt damit der Untersuchungsgrundsatz. Dieser schliesst die Beweislast 
im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des prüfenden Versiche-
rungsträgers ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversi-
cherungsprozess tragen die Parteien deshalb in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im 

 

 
 
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Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbe-
wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst 
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund 
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für 
sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen). 
 
5.3 Der Versicherungsträger als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Sozialver-
sicherungsgericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem 
Bestehen überzeugt sind. Sie haben ihren Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichen-
des vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr ist 
jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2008, 8C_317/2008, 
E. 1 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Sozialversicherungsgericht hat diese nach 
dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass alle Beweis-
mittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu entscheiden 
ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf das Sozialversicherungsgericht bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür-
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt. 
 
5.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a). Dennoch erachtet es die bundes-
gerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in 
Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-
würdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 
351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachper-
sonen kommt nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 
Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu. An die Beweiswür-
digung sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 f. E. 4.4 
und 4.5). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen darf und soll gemäss 

 

 
 
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Bundesgericht der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass diese mitunter im Hin-
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati-
enten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen 
einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken 
der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Ein-
schätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein 
unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung 
durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des Bundesgerichts vom 
25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).  
 
6.1 Der medizinische Sachverhalt zur Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwer-
deführerin präsentiert sich wie folgt: 
 
6.2 Dr. med. C.____, FMH für Allgemeinmedizin, bestätigt gegenüber der Arbeitgeberin mit 
Schreiben vom 16. November 2020, dass die Operation der Patientin über Krankheit abgerechnet 
werde (Beilage 4 der Beschwerde). 
 
6.3 Mit Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 25. November 2020 attestiert Dr. med. D.____, Spi-
tal E.____, eine Arbeitsunfähigkeit vom 24. November 2020 bis 4. Januar 2021 von 100 % (Bei-
lage 2 der Vernehmlassung). Der Grund für die Krankschreibung kann dem Attest nicht entnom-
men werden. 
 
6.4 In seinem Bericht vom 15. Dezember 2020 zuhanden der Beschwerdegegnerin führt Dr. 
C.____ aus, dass die Patientin am 11. August 2020 in der Sprechstunde gewesen sei. Sie habe 
mitgeteilt, dass sie bereits seit mehreren Wochen zunehmende Schmerzen im linken Handgelenk 
verspüre. Es habe ihr immer mehr an Kraft gefehlt und sie habe auch leichte Gegenstände nur 
noch unter starken Schmerzen bewegen können. Der Schmerz strahle bis in den Oberarm und 
in die Finger aus. Es sei kein neues Trauma "dabei". Klinisch zeige sich eine massive Druckdo-
lenz im Handgelenk links mit auch deutlicher Bewegungseinschränkung. Er habe die Patientin 
sofort an den Chefarzt der Handchirurgie des Spitals E.____ überwiesen, da eine Vorgeschichte 
mit einer komplexen Operation im Jahr 2014 bestehe (Beilage 7 der Beschwerde). 
 
6.5 Mit Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 4. Januar 2021 attestiert Dr. med. F.____ vom Spital 
E.____ infolge Krankheit eine Arbeitsunfähigkeit vom 4. Januar 2021 bis 17. Februar 2021 im 
Umfang von 100 % (Beilage 3 der Vernehmlassung). 
 
6.6 Im Sprechstundenbericht vom 5. Januar 2021 hält Dr. F.____ als Diagnosen den Status 
nach diagnostischer Arthroskopie radiocarpal/midcarpal, offene TFCC-Refixation nach 
Nakamura (2-0 Ethibond, Arthrex Push Lock) vom 24. November 2020 mit/bei Reruptur TFC (Pal-
mer 1B/1D) links bei Status nach offener TFCC-Refixation und SL-Transfixation links vom 3. Juni 
2014 bei Status nach Hyperextensionstrauma Handgelenk 2014 mit fovealer Läsion TFCC links 
(Stadium 1B nach Palmer/Class 3 nach Atzei), kompletter dorsaler SL-Bandruptur (Stadium II 
nach Garcia-Elias), proximale LT-Bandruptur. Es bestehe ein regelrechter Verlauf im Rahmen 
der klinischen Verlaufskontrolle sechs Wochen postoperativ (Beilage 6 der Vernehmlassung). 

 

 
 
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6.7 Mit Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 17. Februar 2021 attestiert Dr. F.____ infolge Unfall 
vom 17. Februar 2021 bis 28. Februar 2021 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und vom 1. März 
2021 bis 14. März 2021 eine Arbeitsunfähigkeit von 70% (Beilage 4 der Vernehmlassung). 
 
6.8 Dr. med. G.____, Médecin conseil, hält in seiner Aktennotiz vom 4. April 2021 auf An-
frage der Beschwerdegegnerin fest, dass die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
für sechs Monate postoperativ gerechtfertigt sei. Auf die Frage, ob das Leiden auf einen Unfall 
oder auf eine Krankheit zurückzuführen sei, führt er aus: "En 2014, l'assurée a fait une chute sur 
le poignet gauche qui a induit une atteinte de la structure cartilagineuse entre l'ulna et les petits 
os de la main gauche. Elle a bénéficié d'une opération de refixation le 3.06.2014. En 2020, il y a 
eu une nouvelle rupture de cette zone appelée TFCC, rupture opérée le 24.11.2020. Je pense 
que nous pouvons affirmer qu'il s'agit d'une suite d'accident". Weiter hält er fest, dass die Prog-
nose gut sei. Ein medizinisches Gutachten sei nicht notwendig (Beilage 7 der Vernehmlassung). 
 
6.9 Mit Schreiben vom 11. November 2021 verweist Dr. C.____ auf die Berichte des Spitals 
E.____ vom 2. Februar 2020 und vom 18. Mai 2021. Die Patientin sei am 11. August 2020 in die 
Sprechstunde gekommen. Sie habe über bereits seit mehreren Wochen bestehende Schmerzen 
im Handgelenk ohne effektives erinnerliches Trauma berichtet. Es habe ihr auch die Kraft (im 
Handgelenk) gefehlt. Sie habe von einer extrem schweren und intensiven Arbeit in dieser Zeit 
berichtet. Klinisch sei das Ergebnis der Untersuchung offen gewesen, es habe auch Anzeichen 
einer Tendovaginitis gegeben. Die Patientin habe jedoch angegeben, dass sie 2014 an diesem 
Handgelenk Probleme gehabt und operiert habe werden müssen. Seit der Operation seien sechs 
Jahre vergangen. Auch habe die Patientin erst ein paar Wochen vorher zunehmende Schmerzen 
erfahren. Ebenfalls sei möglich, dass sich durch das Unihockeyspielen mit immer wieder Zusam-
menstössen und auch Prellungen insbesondere am Handgelenk ein Unfall ereignet habe, der von 
der Patientin nicht unmittelbar bemerkt worden sei, der aber zu den Verletzungen im Handgelenk 
geführt habe. Tatsache sei, dass die Patientin während der letzten sechs Jahre körperlich sehr 
intensiv habe arbeiten müssen und auch immer wieder schwere Lasten habe heben und tragen 
müssen. Über viele Jahre sei sie trotz dieser intensiven Arbeiten beschwerdefrei gewesen. Dar-
aus schliesse er ganz klar, dass die Patientin nach dem Ereignis 2014 eine Ausheilung erfahren 
habe. Erst im Sommer 2020 seien neue Beschwerden aufgetreten. Aus diesem Grund sei es für 
ihn ganz klar, dass es sich insgesamt um ein neues Problem handle. Auch sei für ihn nicht restlos 
geklärt, ob die Verletzungen möglicherweise durch einen (neuen) Unfall bedingt gewesen seien 
(Beilage 5 der Beschwerde). 
 
6.10 Mit Sprechstundenbericht vom 10. Dezember 2021 (Beilage 11 der Vernehmlassung) 
führt PD Dr. med. H.____, Leitender Arzt der Abteilung Hand- und periphere Nervenchirurgie des 
Spitals E.____, aus, dass die Versicherte nach dem Unfall und der Operation 2014 den Vorzu-
stand dokumentiert wieder erreicht habe und im Verlauf nach der Operation beschwerdefrei ge-
wesen sei. Damit habe sie den Status quo ante erreicht. Die neu aufgetretenen Beschwerden 
vom letzten Jahr seien nach dieser langen Zeit der Beschwerdefreiheit aus medizinischer Sicht 
nicht auf das damalige Ereignis zurückzuführen, auch wenn kein unmittelbares Unfallereignis 

 

 
 
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vorgelegen habe. Es sei denkbar, dass die neu aufgetretenen Beschwerden durch eine chroni-
sche Belastung des Handgelenks aufgetreten seien. 
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im angefochtenen Einspracheentscheid bei der Be-
urteilung des medizinischen Sachverhalts auf die Aktennotiz von Dr. G.____. Dieser vertrete die 
Auffassung, dass es sich bei den im Herbst 2020 aufgetretenen Beschwerden mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit um einen Rückfall oder Spätfolgen des Unfalles im Jahre 2014 handle. Nach-
dem die Versicherte ihren Hausarzt mit den Schmerzen an der linken Hand konsultiert habe, sei 
sie mit dem Hinweis, dass sie bereits eine Vorgeschichte mit einer komplexen Operation im Jahre 
2014 gehabt habe, direkt an den Spezialisten überwiesen worden. Die Bestätigung von PD Dr. 
H.____ vom 10. Dezember 2021 könne die Vermutung der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nicht widerlegen, da sie rückwirkend vom behandelnden Arzt ausgestellt worden sei. Zudem habe 
es die Versicherte unterlassen abzuklären, ob die im Jahre 2014 vom zuständigen Unfallversi-
cherer anerkannte Leistungspflicht weiterhin bestehe. Diese Abklärung sei gemäss Ziffer 1.4 des 
Reglements nötig, da kein Ersatz des Erwerbsausfalles bei einem Rückfall oder Spätfolgen eines 
Unfalles im Sinne von Art. 11 UVV erfolgen könne. 
 
7.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, gestützt auf die Berichte und 
Stellungnahmen der behandelnden Ärzte sei davon auszugehen, dass die neu aufgetretenen und 
heute relevanten Beschwerden aus medizinischer Sicht nicht auf das Ereignis aus dem Jahr 2014 
zurückzuführen seien. Der Vorzustand quo ante sei seinerzeit erreicht worden und die Beschwer-
deführerin sei danach für Jahre beschwerdefrei gewesen. Vor der Operation im November 2020 
sei es auch nicht zu einem Trauma gekommen. Stattdessen sei denkbar, dass die Beschwerden 
auf eine chronische Belastung des Handgelenkes zurückzuführen seien. Sie arbeite in der Patis-
serie des Restaurants des Hotels B.____, wo die Hände sehr stark gefordert würden. Sie sei 
weder im Jahr 2014 noch im 2020 auf ihre Hand gefallen. Vielmehr handle es sich um eine häu-
fige Berufskrankheit bei Mitarbeitenden in der Patisserie. Die Auffassung der Beschwerdegegne-
rin, wonach dem Bericht von PD Dr. H.____ kein Beweiswert zukomme, werde bestritten. Die 
nicht unterzeichnete Stellungnahme von Dr. G.____ vom 4. April 2021, bei der es sich nur um ein 
internes Papier handle, sei nicht bei den Akten gelegen. Auch sei die Qualifikation des beraten-
den Arztes unklar. Gemäss Internetrecherche handle es sich um einen Allgemeinpraktiker, der in 
den Gebieten der Geriatrie, der medizinischen Hypnose, der psychosomatischen Medizin und 
der Psychotherapie tätig sei. Für eine kompetente Beurteilung der Ursache der vorliegenden Ar-
beitsunfähigkeit fehle ihm das Fachwissen. Darüber hinaus springe ins Auge, dass bereits in der 
Instruktion von Dr. G.____ davon ausgegangen werde, dass es sich um die Folgen eines früheren 
Unfalles handle. Die Stellungnahme vom 4. April 2021 enthalte auch keine Begründung der 
Schlussfolgerung. Sie habe daher keinerlei Beweiswert, sondern stelle eine reine Parteibehaup-
tung dar und könne die übrigen Krankenakten nicht entkräften. Bei PD Dr. H.____ hingegen 
handle es sich um einen unabhängigen Facharzt, der als leitender Arzt des Spitals E.____ über 
alle Zweifel erhaben sei. Es handle sich um eine neue Krankheit, für welche die Beschwerdegeg-
nerin gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG vorleistungspflichtig sei. 
 

 

 
 
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7.3 In der Vernehmlassung führt die Beschwerdegegnerin aus, sie gehe gestützt auf die 
Stellungnahme ihres beratenden Arztes vom 4. April 2021 und aufgrund der im Jahr 2014 zuge-
zogenen Verletzungen und der heute gestellten Diagnosen davon aus, dass es sich bei den 
neuen Beschwerden um einen Folgeschaden des Unfalles aus dem Jahr 2014 handle. Die Be-
schwerdeführerin habe den damals zuständigen Unfallversicherer bis heute nicht kontaktiert und 
keine Leistungen für Rückfälle oder Spätfolgen geltend gemacht. Somit habe der für den im Jahr 
2014 erlittene Unfall zuständige Unfallversicherer nicht abklären können, ob eine Kausalität zwi-
schen dem Unfall und den im Jahre 2020 neu aufgetretenen Beschwerden vorliege. Dies sei für 
die Abgrenzung der Leistungszuständigkeit der Unfallversicherung und der Krankentaggeldver-
sicherung wichtig und müsse gemäss Reglement zwingend abgeklärt werden. Die Beschwerde-
führerin mache einen Anspruch auf Krankentaggeld geltend und müsse aufgrund der Mitwir-
kungspflicht mithelfen, dass die möglicherweise involvierten Versicherungen ihre Abklärungs-
pflicht wahrnehmen. Nicht massgebend sei dabei, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt 
des Unfalles aufgrund des Alters über ihre damalige Unfallversicherung mit grösster Wahrschein-
lichkeit nicht für Taggeldleistungen aus Unfall versichert gewesen sei. Dies vermöge, anders als 
von der Beschwerdeführerin behauptet, keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu be-
gründen. Auch nicht wichtig sei, ob es sich bei den Beschwerden, die auf den früheren Unfall 
zurückzuführen seien, um Spätfolgen oder einen Rückfall handle. Einzig entscheidend sei, dass 
der damalige Unfallversicherer prüfe, ob die aktuellen Beschwerden kausal auf den Unfall aus 
dem Jahr 2014 zurückzuführen seien. Nur durch dessen Prüfung der Kausalitätsfrage werde Ziff. 
1.4 des Reglements genügend Rechnung getragen. Eine Vorleistungspflicht könne ausgeschlos-
sen werden, da für die geltend gemachte Leistung nicht zwei Versicherungsträger leistungspflich-
tig seien. 
 
8.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin 
für den vollen oder teilweisen Ersatz von Verdienstausfällen infolge Krankheit versichert ist. Eben-
falls unbestritten geblieben sind Dauer und Umfang der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit 
nach der Operation vom 24. November 2020, weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwer-
deführerin vom 24. November 2020 bis 28. Februar 2021 zu 100 % und vom 1. März 2021 bis 
14. März 2021 zu 70 % arbeitsunfähig war. Zwischen den Parteien besteht jedoch Uneinigkeit 
bezüglich der rechtsgenüglichen Abklärung des medizinischen Sachverhalts durch die Beschwer-
degegnerin sowie der Frage, ob die am 24. November 2020 operativ behobenen Beschwerden 
auf eine Krankheit oder einen Unfall zurückzuführen sind.  
 
8.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet den Beweiswert der Aktennotiz von Dr. G.____ vom 
4. April 2021. Dr. G.____ ist beratender Arzt der Beschwerdegegnerin. Damit wird seine Stellung-
nahme gleich behandelt wie diejenige eines versicherungsinternen Arztes, weshalb bereits ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit genügen, um weitere medizinische Abklä-
rungen in die Wege zu leiten (vgl. Erwägung 5.5 hiervor). In Bezug auf die formellen Anforderun-
gen an einen medizinischen Bericht ist zunächst festzustellen, dass Dr. G.____ die Aktennotiz 
vom 4. April 2021 nicht unterschrieben hat und sein Facharzttitel nicht erkennbar ist. Wünschens-
wert wäre es, wenn die Beschwerdegegnerin die Facharzttitel ihrer beratenden Ärzte klar offen-
legen würde und die Stellungnahmen jeweils persönlich unterschrieben wären. Wie von der Be-
schwerdeführerin dargelegt, handelt es sich bei Dr. G.____ um einen Allgemeinmediziner mit 

 

 
 
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Fachgebiet Geriatrie. Er hat damit keine fachärztlichen Kenntnisse in Bezug auf die Handchirur-
gie. Sowohl die fehlenden fachärztlichen Kenntnisse als auch die nicht unterschriebene Aktenno-
tiz führen aber noch nicht zur Verneinung des Beweiswerts der Einschätzung von Dr. G.____. 
Sie verleihen ihr aber beschränktes Gewicht. Aus inhaltlicher Sicht ist festzustellen, dass die For-
mulierung von Dr. G.____ sehr vorsichtig gewählt wurde ("Je pense que nous pouvons affirmer"). 
Darüber hinaus fehlt es seiner Behauptung an einer vertieften medizinischen Begründung und an 
der Auseinandersetzung mit anderslautenden medizinischen Einschätzungen. Allein der Hinweis 
auf den Umstand, dass im Jahr 2020 eine neue Ruptur an der gleichen Stelle erfolgt sei, reicht 
unter Berücksichtigung aller Aspekte daher nicht aus, um die Frage, ob ein Leistungsanspruch 
der Beschwerdeführerin besteht, gestützt auf die Aktennotiz von Dr. G.____ vom 4. April 2021 
rechtsgenüglich zu beantworten. 
 
8.3 Aber auch gestützt auf die Ausführungen von PD Dr. H.____ und diejenigen von Dr. 
C.____ kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht einwandfrei beurteilt werden, ob die Ursache der ope-
rativ behobenen Beschwerden an der linken Hand krankheitsbedingt oder unfallbedingt ist. PD 
Dr. H.____ ist zwar ein ausgewiesener Experte betreffend Handchirurgie und ist seit vielen Jah-
ren leitender Arzt der Abteilung Handchirurgie am Spital E.____. Da er aber behandelnder Arzt 
ist, gelten auch für ihn spezielle Beweisgrundsätze (vgl. dazu Erwägung 5.5 hiervor). Dr. C.____, 
auch er behandelnder Arzt der Beschwerdeführerin, stellt sodann eine neue Ursache für die Be-
schwerden zur Diskussion, indem er es als möglich erachtet, dass es im Jahr 2020 zu einem 
neuen Unfall gekommen ist. Es liegen damit drei unterschiedliche ärztliche Einschätzungen vor, 
die allesamt nicht per se von der Hand zu weisen sind. Bei dieser Ausgangslage ist die Einholung 
eines Gutachtens gemäss Art. 44 ATSG unumgänglich. Anders als von der Beschwerdegegnerin 
behauptet, ist es nicht die Aufgabe des ehemaligen Unfallversicherers der Beschwerdeführerin, 
die Ursache der Beschwerden zu prüfen. Geht ein Gesuch bei einem Sozialversicherungsträger 
ein, hat dieser den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären (vgl. dazu Erwägung 5.2 hiervor). 
Mit ihrer Vorgehensweise verletzte die Beschwerdegegnerin damit den Untersuchungsgrundsatz 
gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG. 
 
9.1 Zum jetzigen Zeitpunkt kann somit nicht entschieden werden, welche medizinische Ein-
schätzung überwiegend wahrscheinlich die richtige ist. Es besteht weiterer Abklärungsbedarf in 
Bezug auf den medizinischen Sachverhalt, namentlich die Frage der Ursache der im Rahmen der 
Operation vom 24. November 2020 behobenen Handgelenksbeschwerden und der nachfolgen-
den Arbeitsunfähigkeit bis März 2021. Dafür sind offensichtlich spezifische fachärztliche Kennt-
nisse notwendig. Folglich ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da-
mit diese ein versicherungsunabhängiges externes Gutachten veranlasst. Mit der Abklärung ist 
sodann ein Spezialist bzw. eine Spezialistin für Handchirurgie zu betrauen. Bei diesem Vorgang 
sind die Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin gemäss Art. 44 ATSG einzuhalten. Vor An-
ordnung des Gutachtens kommt ihr der Anspruch zu, sich zur Gutachterperson und zu den Gut-
achterfragen zu äussern (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). Im Rahmen des Begutachtungsverfahrens 
wird die Beschwerdeführerin folglich die Möglichkeit haben, dem Experten bzw. der Expertin all-
fällige Fragen zu unterbreiten. 
 

 

 
 
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9.2 Soweit die Beschwerdeführerin in Ziff. 5 der Beschwerde auf die Vorleistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG hinweist, kann diese Frage unter den 
gegebenen Umständen offengelassen werden. Auch ohne Vorleistungspflicht ist es Aufgabe der 
Beschwerdegegnerin, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären. Sie 
hätte daher aus eigener Initiative vorgehen müssen und hätte die Vorbringen der Beschwerde-
führerin nicht mit der Begründung abtun dürfen, sie seien nicht belegt. Sie hätte sich die medizi-
nischen Unterlagen, die notwendig sind, um den Leistungsanspruch rechtsgenüglich beurteilen 
zu können, selbst besorgen müssen. Damit ist auch der Hinweis der Beschwerdegegnerin, die 
Beschwerdeführerin habe die Mitwirkungspflicht verletzt, weil sie die Beschwerden nicht beim 
Unfallversicherer gemeldet habe, fehl am Platz. 
 
10. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass eine abschliessende Beurteilung 
der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich ist. Der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 22. März 2022 ist deshalb aufzuheben und die Angele-
genheit ist zur Vervollständigung des medizinischen Sachverhalts im Sinne der vorstehenden 
Erwägung 9.1 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Anschliessend wird diese gestützt 
auf die Ergebnisse der Aktenergänzung über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin 
neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
11.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Beim Entscheid über 
die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Prozessausgang 
abzustellen. Hebt das Kantonsgericht einen bei ihm angefochtenen Einspracheentscheid auf und 
weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass 
einer neuen Verfügung an den Versicherungsträger zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die 
Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und der Versicherungsträger als unter-
liegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1). 
 
11.2 Nach Art. 61 lit. f

bis
 ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-

pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das KVG keine Kostenpflicht 
vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
11.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 14. Juli 2022 für das vorliegende Verfahren ei-
nen Zeitaufwand von 9,6 Stunden geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich in Anbetracht 
der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu 
dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung 
gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann 
die geltend gemachten Auslagen von Fr. 52.90. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'641.75 (9,6 Std. à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 52.90 zu-
züglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 

 

 
 
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12. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid 
handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn 
eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den 
in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet 
das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrückli-
chen Vorbehalt. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefoch-
tene Einspracheentscheid vom 22. März 2022 aufgehoben und die An-
gelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge-
wiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 2'641.75 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 
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