# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a8f5ffb-0304-500c-b693-761f5ac5250a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion 01.04.2025 2024.GSI.3059
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_003_2024-GSI-3059_2025-04-01.pdf

## Full Text

Kanton Bern  
Canton de Berne  

  

   

Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion 

Rathausplatz  1  
Postfach  
3000  Bern  8 
+41 31 633 79 41  (Telefon)  
+41 31 633 79 56 (Fax)  
info.ra.gsi@be.ch  
www.be.ch/gsi  

Referenz: 2024.GSI.3059 / tsa, mkü 

Beschwerdeentscheid vom  1.  April  2025 

in der  Beschwerdesache  

A.  

Beschwerdeführerin 

gegen  

B.  

Vorinstanz 

betreffend Gesuch um individuelle Unterkunft 

(Verfügung  der  Vorinstanz vom  15.  November  2024) 

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Kanton Bern 	 Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  
Canton de Berne 	 2024.GSI.3059  

I. 	Sachverhalt  

1. A. 	(nachfolgend: Beschwerdeführerin) befindet sich im laufenden Asylverfahren. Sie 

wird seit dem  6.  Juni  2024  vom  B. 	(fortan: Vorinstanz) mit Asylsozialhilfe unterstützt und ist  in  

einer Kollektivunterkunft  der  Vorinstanz untergebracht.1  

2. Am 21.  Oktober  2024  stellte  die  Beschwerdeführerin bei  der  Vorinstanz aufgrund ihres 

gesundheitlichen Zustands ein Gesuch um Unterbringung  in  einer individuellen Unterkunft.2  

3. Mit Verfügung vom  15.  November  2024  wies  die  Vorinstanz das Gesuch  der  Beschwer-

deführerin ab.3  

4. Gegen diese Verfügung hat  die  Beschwerdeführerin  am 14.  Dezember  2024  bei  der  Ge-

sundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  des  Kantons Bern (GSI) Beschwerde erhoben. Darin 

beantragt sie sinngemäss,  die  Verfügung sei aufzuheben und  es  sei ihr  der  Auszug aus  der  Kol-

lektivunterkunft  in  eine individuelle Unterkunft zu erlauben.4  

5. Die  Rechtsabteilung  des  Generalsekretariats, welche  die  Beschwerdeverfahren für  die  

GSI leitet,5  holte  die  Vorakten ein und führte  den  Schriftenwechsel durch.  

6. Die  Vorinstanz beantragt  in  ihrer Beschwerdevernehmlassung vom  29.  Januar  2025  sinn-

gemäss  die  Abweisung  der  Beschwerde. 

Auf  die  Rechtsschriften und Akten wird, soweit für  den  Entscheid wesentlich,  in den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.  

1  Angefochtene Verfügung vom  15.  November  2024  (Beschwerdebeilage)  
2  Gesuch vom  21.  Oktober  2024  (Vorakten) 

Angefochtene Verfügung vom  15.  November  2024  (Beschwerdebeilage)  
4  Beschwerde vom  14.  Dezember  2024 
5  Art. 7  Abs.  1  Bst.  m  der  Verordnung vom  30.  Juni  2021  über  die Organisation  und  die  Aufgaben  der  Gesundheits-, 
Sozial- und Integrationsdirektion (Organisationsverordnung GSI, OrV GSI; BSG  152.221.121)  i.V.m.  Art. 14a der  Direk-
tionsverordnung über  die  Delegation  von  Befugnissen  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion vom  17.  Ja-
nuar  2001  (DelDV GSI; BSG  152.221.121.2)  und  Art. 6  Abs.  1  Bst.  e  des  Organisationsreglements  des  Generalsekre-
tariats  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (OrgR  GS  GSI)  

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Canton de Berne 	 2024.GSI.3059 

Erwägungen  

1. 	Sachurtellsvoraussetzungen 

1.1 	Die  Vorinstanz ist gestützt auf einen Leistungsvertrag mit dem Amt für Integration und Sozi-

ales  (AIS)  im Rahmen  der  ihr übertragenen Aufgaben als Trägerschaft verfügungsberechtigt  (Art. 5  

Abs.  1  i.V.nn.  Art. 10  Abs.  2  SAFG6). Diese Verfügungen sind gemäss  Art. 57  Abs.  1  SAFG bei  der  

GSI anfechtbar. Angefochten ist  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  15.  November  2024.  Somit ist  die  

GSI zur Beurteilung  der  Beschwerde vom  14.  Dezember  2024  zuständig.  

1.2 	Die  Beschwerdeführerin ist als Adressatin  der  Verfügung ohne Weiteres zur Beschwerde-

führung befugt  (Art. 65  VRPG7).  

1.3 	Auf  die  gemäss  Art. 67  VRPG form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutre-

ten.  

1.4 	Die  GSI prüft, ob  die  Vorinstanz  von  einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung  des  

Sachverhalts ausgegangen ist, ob sie Recht verletzt hat (einschliesslich allfälliger Rechtsfehler bei  der  

Ausübung  des  Ermessens) und ob  die  angefochtene Verfügung unangemessen ist  (Art. 66  VRPG).  

Der  GSI steht somit volle Kognition zu.  

2. Streitgegenstand 

Anfechtungsobjekt ist vorliegend  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  15.  November  2024.  Darin weist 

sie das Gesuch  der  Beschwerdeführerin um Wechsel  in  eine individuelle Unterkunft ab. Streitgegen-

stand und damit zu prüfen ist, ob  die  Vorinstanz das Gesuch  der  Beschwerdeführerin um individuelle 

Unterkunft zu Recht abgewiesen hat.  

3. Rechtliche Grundlagen  

3.1 	Unterbringung gemäss Zwei-Phasen-System  

Art. 35  SAFG sieht ein Zwei-Phasen-System für  die  Unterbringung  der  nachfolgenden Personen vor: 

Personen im laufenden Asylverfahren, solange  der  Bund für sie Beiträge nach  der  Asylgesetzgebung 

ausrichtet, vorläufige Aufgenommene, Schutzbedürftige mit und ohne Aufenthaltsbewilligung, aner-

kannte Staatenlose und Flüchtlinge, solange  der  Bund für sie Beiträge nach  der  Asylgesetzgebung  

6  Gesetz vom  3.  Dezember  2019  über  die  Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFG; BSG  861.1) 
7  Gesetz vom  23. Mai 1989  über  die  Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG  155.21) 

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ausrichtet sowie offensichtlich nicht integrierte vorläufige Aufgenommene, für  die der  Bund keine Bei-

träge nach  der  Asylgesetzgebung mehr ausrichtet  (Art. 2  Abs.  1  SAFG).  In  einer ersten  Phase  werden 

grundsätzlich alle Personen  in  Kollektivunterkünften untergebracht  (Art. 35  Abs.  1  Bst.  a  SAFG).  In  

einer zweiten  Phase  können vorläufig Aufgenommene, Schutzbedürftige mit und ohne Aufenthaltsbe-

willigung sowie anerkannte Staatenlose und Flüchtlinge  in  einer individuellen Unterkunft untergebracht 

werden, wenn sie erwerbstätig oder  in  Ausbildung sind und  die  vorgegebenen Integrationsziele er-

reicht haben  (Art. 35  Abs.  1  Bst.  b  SAFG). Vom Zwei-Phasen-System kann jedoch abgewichen wer-

den bei Kapazitätsengpässen  in der  Kollektivunterkunft, für besonders verletzliche Personen und für 

Familien mit Kindern  (Art. 35  Abs.  2  SAFG). 

Vorliegend befindet sich  die  Beschwerdeführerin im laufenden Asylverfahren und damit  in der  ersten  

Phase,  wonach eine Unterbringung  in  einer Kollektivunterkunft vorgesehen ist  (Art. 35  Abs.  1  

Bst.  a  SAFG). Nachfolgend ist zu prüfen, ob gestützt auf  den  vorliegend  in  Frage kommenden Aus-

nahmetatbestand «besonders verletzliche Personen»  (Art. 35  Abs.  2  Bst.  b  SAFG) vom Zwei-Phasen-

System abgewichen werden kann.  

3.2 	Besonders verletzliche Person  

Art. 45  Abs.  1  SAFV8  präzisiert  den  Ausnahmetatbestand «besonders verletzliche Personen»  von Art. 

35  Abs.  2  Bst.  b  SAFG dahingehend, dass  die  zuständige Stelle besonders verletzliche Personen  in  

einer individuellen Unterkunft platziert, wenn eine Unterbringung  in  einer Kollektivunterkunft aufgrund  

der  spezifischen individuellen Verletzlichkeit nicht zumutbar ist. 

Eine besondere Verletzlichkeit liegt vor, wenn eine Person aufgrund besonderer Merkmale besonders 

schutzbedürftig ist. Dazu gehören Minderjährige, Personen fortgeschrittenen Alters, Menschen mit 

Behinderung oder Opfer  von  schwerer physischer oder psychischer Gewalt.9  Ob eine Person als ver-

letzlich gilt, ist im Einzelfall anhand  der  konkreten Umstände zu beurteilen, wobei  die  Leistung hin-

sichtlich Unterbringung im Verhältnis zur spezifischen individuellen Verletzlichkeit festzulegen ist.1°  

4. 	Argumente  der  Verfahrensbeteiligten  

4.1 	Die  Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, dass ihr  am 4.  Oktober  2024  eine 

Zyste entrernt worden sei. Nach dieser Operation habe ihr Arzt  in  einem Bericht festgehalten, dass  die  

Unterbringung  in  einer Kollektivunterkunft nicht geeignet sei. Kurze Zeit später habe sie erfahren, dass 

sie  an  zwei verschiedenen seltenen Krebsarten leide. Sie leide  an  unerträglichen Schmerzen und  

8  Verordnung vom  20. Mai 2020  über  die  Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFV; BSG  861.111) 
9  Vortrag  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  an den  Regierungsrat zur Verordnung über  die  Sozialhilfe 
im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFV), Erläuterungen zu  Art. 45, S. 22 
10  Vortrag  der  Gesundheits-, Sozial- und lntegrationsdirektion  an den  Regierungsrat zur Verordnung über  die  Sozial-
hilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFV), Erläuterungen zu  Art. 45, S. 22  und Urteil  des  Verwaltungsgerichts vom  
10.  April  2019,  Nr.  100.2018.193,  E.  3.3  und  4.1 

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müsse regelmässig  die  Notaufnahme aufsuchen. Ihr Arzt habe ihr mitgeteilt, dass  Stress  und eine 

schmutzige Umgebung das Fortschreiten  der  Krankheit begünstige.  Die  nächsten sechs Monate seien 

für  den  Heilungsverlauf sehr wichtig. Wenn diese nicht gut verlaufen würden und  die  Krankheit fort-

schreite, müsse sie sich einer Chemotherapie oder einer erneuten Operation unterziehen.  Am 6.  De-

zember  2024  sei  die  Beschwerdeführerin erneut operiert worden. Bei dieser Operation seien ihr «ei-

nige Organe» entnommen worden. Bereits seit  der  ersten Operation  sage  ihr Arzt, dass ein Aufenthalt  

in  einer öffentlichen Umgebung nicht angemessen sei.  Er  bestätige aktuell, dass ein Verbleib  in der  

Kollektivunterkunft aufgrund  der  psychischen und körperlichen Belastung ungeeignet sei.11  

4.2 	Die  Vorinstanz äussert  in der  Verfügung vom  15.  November  2024  Verständnis für  den  

Wunsch  der  Beschwerdeführerin, sich im Krankheitsfall zurückziehen zu können. Jedoch stünden  der  

Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann ein eigenes Zimmer mit separatem  WC  und  Bad  zur Verfü-

gung. Damit bestehe  die  Möglichkeit für Rückzug und Erholung und  der  Wohnraum könne nach  den  

eigenen Hygienestandards gehalten werden.  Der  Erkrankung  der  Beschwerdeführerin werde durch  

die  Behandlung  in der  C. 	Rechnung getragen. Zudem sei aus dem ärztlichen Schreiben nicht er- 

sichtlich, inwiefern durch  die  Unterbringung  in  einer individuellen Unterkunft eine Verbesserung  des  

Heilungsverlaufs herbeigeführt werden könne.  Die  erwähnte postoperative Wundheilungsphase nach  

der  Operation  am 4.  Oktober  2024  sei im Zeitpunkt  des  Gesuchs bereits vorbei gewesen.  In der  Stel-

lungnahme vom  29.  Januar  2025  hält  die  Vorinstanz ergänzend fest, dass sich  die  Wohnsituation  in 

der  Kollektivunterkunft zwischenzeitlich nicht verändert habe. Zudem nehme  die  Beschwerdeführerin  

am  sozialen Leben teil und mache grundsätzlich einen stabilen Eindruck.  

5. 	Würdigung  

5.1 	Die  Beschwerdeführerin befindet sich aufgrund eines Krebsleidens (zwei voneinander unab- 

hängige Primärtumore)  in  Behandlung und musste sich  am 4.  Oktober  2024  sowie  am 6.  Dezem-

ber  2024  einer Operation unterziehen.12  Angesichts  des  Gesundheitszustands ist  die  Beschwerdefüh-

rerin grundsätzlich als verletzlich einzuschätzen.  Dies  bedeutet jedoch nicht, dass eine Unterbringung  

in  eine Kollektivunterkunft automatisch unzumutbar ist. Vorausgesetzt ist vielmehr eine spezifische 

individuelle Verletzlichkeit, welche  die  Unterbringung  in der  Kollektivunterkunft unzumutbar macht  

(Art. 35  Abs.  2  Bst.  b  SAFG i.V.m.  Art. 45  Abs.  1  SAFV).13  Zur Beurteilung, ob eine spezifische indivi-

duelle Verletzlichkeit vorliegt, sind nachfolgend  die der  Beschwerdeinstanz vorliegenden Schreiben  

des  behandelnden Arztes vom  3.  Oktober  2024  und vom  9.  Dezember  2024  zu würdigen.  

11  Gesuch vom  21.  Oktober  2024  (Vorakten) und Beschwerde vom  14.  Dezember  2024 
12  Kurzbericht vom  4.  Oktober  2024,  Bericht vom  8.  Oktober  2024  und Histopathologischer Befund vom  10.  Okto-
ber  2024 
13  Vgl. Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2019.4  vom  12.  Dezember  2019  E.  4.1 

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5.2 	Im Schreiben vom  3.  Oktober  2024  begründet  der  behandelnde Arzt  seine  Empfehlung,  die  
Beschwerdeführerin sei  in  einer eigenen Wohnung unterzubringen, mit  der  Vermeidung einer posto-

perativen Infektion.14  Auch im zweiten Schreiben vom  9.  Dezember  2024  begründet  der  behandelnde 
Arzt  seine  Empfehlung, neben  der  psychischen und körperlichen Belastung bei multiplem Tumorlei-

den, mit  den  zwei Operationen.15  Das Risiko für eine postoperative Infektion beschränkt sich auf einen 

kurzen Zeitrahmen unmittelbar nach einer Operation. Gemäss vorliegenden Akten ist aktuell weder 

ein weiterer Eingriff noch eine Chemotherapie geplant. Folglich bestehen keine Hinweise, dass aktuell 

ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt, das allenfalls eine spezifische individuelle Verletzlichkeit begrün-

den könnte. Ergänzend ist festzuhalten, dass im Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  am 21.  Okto-
ber  2024  mehr als zwei Wochen seit  der  Operation vergangen sind.  Der  kritische Zeitrahmen für eine 

postoperative Infektion dürfte somit bereits damals überstanden und folglich für  die  Beurteilung  des  

Gesuchs nicht mehr massgebend gewesen sein.  

5.3 	In  Bezug auf  die  im ärztlichen Schreiben vom  9.  Dezember  2024  und  der  E-Mail vom  22.  Ja- 
nuar  2025  vorgebrachten schweren psychischen und körperlichen Belastung respektive Diagnosen ist 

festzuhalten, dass beide Schreiben äusserst knapp gehalten sind.  Den  Schreiben ist lediglich  in  pau-

schaler Form zu entnehmen, dass  die  individuelle Unterbringung aus gesundheitlichen und psychi-

schen Gründen geboten sei, respektive dass  die  Beschwerdeführerin  an  schwerwiegenden körperli-

chen und psychischen Diagnosen leide. Aus  den  Schreiben geht weder hervor, inwiefern  der  Wechsel  
in  eine lndividualunterkunft für  die  psychische und körperliche Gesundheit  der  Beschwerdeführerin 

förderlich wäre, noch inwiefern sich  der  Verbleib  in der  Kollektivunterkunft negativ (aggravierend und 

gesundheitshemmend) auf  den  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin auswirken könnte.  

5.4 	Es  ist nachvollziehbar und verständlich, dass  die  Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Krank- 

heit ein besonderes Ruhebedürfnis hat und auch höhere Hygienestandards wünscht. Eine individuelle 

Unterbringung würde diesen Bedürfnissen unzweifelhaft besser gerecht werden. Doch  der  Umstand, 

dass eine eigene Wohnung mehr Ruhe und bessere Hygieneverhältnisse garantieren würde, begrün-

det noch keine spezifische individuelle Verletzlichkeit.  Die  medizinische Versorgung  der  Beschwerde-
führerin ist auch  in der  Kollektivunterkunft sichergestellt und ein Umzug  in  eine eigene Wohnung würde  
an der  Behandlung nichts ändern. Zudem bewohnt  die  Beschwerdeführerin mir ihrem Ehemann ein 
eigenes Zimmer mit  Bad  und  WC  zur alleinigen Benutzung. Damit können auch  die  medizinisch ge-

botenen Hygienestandards eingehalten werden. Folglich wird  den  besonderen Bedürfnissen  der  Be-

schwerdeführerin ausreichend Rechnung getragen.  

5.5 	Vorliegend erscheint  die  Unterbringung  der  Beschwerdeführerin  in der  Kollektivunterkunft 
unter Berücksichtigung  der  Krebserkrankung und  der  damit einhergehenden psychischen und körper- 

14  Ärztliches Schreiben vom  3.  Oktober  2024  (Vorakten)  
15  Ärztliche Verordnung vom  9.  Dezember  2024  (Vorakten)  

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lichen  Belastung und  in  Anbetracht  der  aktuellen Umstände, insbesondere  der  medizinischen Behand-

lung und  der  Wohnsituation  in der  Kollektivunterkunft, als zumutbar. Mit anderen Worten liegt bei  der  

Beschwerdeführerin keine spezifische individuelle Verletzlichkeit im Sinne  von Art. 35  Abs.  2  

Bst.  b  SAFG i.V.m.  Art. 45  Abs.  1  SAFV vor,  die  eine Unterbringung  in  einer individuellen Unterkunft 

rechtfertigen würde.  

5.6 	Nach dem Geschriebenen hat  die  Vorinstanz das Gesuch  der  Beschwerdeführerin um 

Wechsel  in  eine individuelle Unterkunft zu Recht abgelehnt.  Die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  15.  No-

vember  2024  erweist sich folglich als rechtmässig und ist nicht zu beanstanden.  Die  Beschwerde vom  

14.  Dezember  2024  ist daher abzuweisen.  

6. 	Kosten  

6.1 	Die  Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese beträgt für Entscheide  in  

Verwaltungsjustizsachen CHF  200.00  bis  4000.00 (Art. 103  Abs.  1  VRPG i.V.m.  Art. 19  Abs.  1  und  

Art. 4  Abs.  2  GebV16).  Die  Verfahrenskosten werden  der  unterliegenden Partei auferlegt,  es  sei denn, 

das prozessuale Verhalten  der  Partei gebiete eine andere Verlegung oder  die  besonderen Umstände 

rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben  (Art. 108  Abs.  1  VRPG). Vorliegend ist  der  Be-

schwerdeführer unterliegend und somit grundsätzlich kostenpflichtig. Praxisgemäss hat  der  Be-

schwerdeführer keine Verfahrenskosten zu tragen.17  Entsprechend sind vorliegend keine Verfahrens-

kosten zu erheben.  

6.2 	Parteikosten sind keine angefallen  (Art. 104  VRPG) und demzufolge keine zu sprechen  

(Art. 108  Abs.  3  VRPG).  

16  Verordnung vom  22.  Februar  1995  über  die  Gebühren  der  Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG  154.21) 
17  Vgl. Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2022.193  vom  5.  April  2023  E.  3  mit Hinweis auf 
BVR  2019 S. 360 

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Entscheid  

1. Die  Beschwerde vom  14.  Dezember  2024  wird abgewiesen.  

2. Verfahrenskosten werden keine erhoben.  

3. Parteikosten werden keine gesprochen.  

IV. 	Eröffnung 

— Beschwerdeführerin,  per  Einschreiben 

— Vorinstanz,  per  Einschreiben 

Gesundheits-, Sozial- und 
Integrationsdirektion  

Pierre Alain  Schnegg 
Regierungsrat 

Rechtsmittelbelehrung 
Dieser Entscheid kann innert  30  Tagen seit seiner Eröffnung mit schriftlicher und begründeter Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht  des  Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, Speichergasse  12, 3011  Bern, angefochten 
werden.  Die  Verwaltungsgerichtsbeschwerde,  die  mindestens  in 2  Exemplaren einzureichen ist, muss einen Antrag,  die  
Angabe  von  Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten;  der  angefochtene Ent-
scheid und greifbare Beweismittel sind beizulegen.  

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