# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 494050fa-f1ff-5353-bf81-29a37e24e4cf
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-28
**Language:** de
**Title:** Grundstückgewinnsteuer
**Docket/Reference:** GR.2022.25
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-gr.2022.25.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 GR.2022.25 

Entscheid 

28. Februar 2023 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Michael Ochsner, Steuerrichterin Christina Hefti, Steuerrichter 
Marc Gerber und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

vertreten durch B GmbH,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

G e m e i n d e   C ,    

vertreten durch die Kommission für Grundsteuern,  

Rekursgegnerin,  

betreffend 

Grundstückgewinnsteuer 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  die  Pflichtige)  war  Teil  der  Erbengemeinschaft  des  1979 

verstorbenen  D,  welche  neben  ihr  noch  weitere  vier  Personen  umfasste.  Der  Erben-

gemeinschaft gehörten zu Gesamteigentum in E, in C, die folgenden Liegenschaften: 

GB Bl. …, Kat.Nr. 1, 1'910 m2, …strasse 57 und 59 

GB Bl. …, Kat.Nr. 2, 1'722 m2, …strasse 61 und 63  

GB Bl. …, Kat.Nr. 3, 1'758 m2, …strasse 65 und 67.  

Die  Liegenschaften  waren mit  1962  erbauten  Mehrfamilienhäusern überstellt. 

An  den  Gebäuden  wurden  2005  und  2007  umfangreiche  Umbauarbeiten  vorgenom-

men.  

Mit Rulinganfrage vom 21. November 2018 erkundigte sich die Erbengemein-

schaft  beim  Steueramt  C,  ob  bei  Ausscheiden  der  Pflichtigen  bezüglich  den  Grund-

stückgewinnsteuern  ein  Steueraufschub  wegen  Erbteilung  bestätigt  werden  könne. 

Das Gemeindesteueramt lehnte dies am 13. März 2019 mit Begründung ab.  

Mit als Erbausscheidung bezeichnetem Vertrag vom … 2019 veräusserte die 

Pflichtige ihren Gesamteigentumsanteil von einem Fünftel an die übrigen Mitglieder der 

Erbengemeinschaft.  Als  Gegenleistung  wurde  vereinbart,  dass  die  Pflichtige,  ausge-

hend von einem Wert der Liegenschaften von Fr. 18'050'000.-, von ihrem Anteil an den 

auf  den  Liegenschaften  lastenden  Kapitalschulden  von  total  Fr. 7'100'000.-,  somit 

Fr. 1'420'000.-, befreit würde, und sie zusätzlich eine Zahlung von Fr. 2'190'000.- erhal-

ten würde. Die Handänderung wurde am selben Tag im Grundbuch eingetragen.  

In ihrer Steuererklärung für die Grundstückgewinnsteuer vom 24. Januar 2020 

deklarierte  die  Pflichtige  einen  Verkaufserlös  von  Fr. 3'610'000.-  und  einen  Grund-

stückgewinn  von  Fr. 1'022'809.-.  Mit  Einschätzungsvorschlag  vom  12.  August  2021 

stellte  das  Gemeindesteueramt  C  in  Aussicht,  sie  mit  einem  steuerpflichtigen  Grund-

stückgewinn  von  Fr. 2'612'800.-  zu  veranlagen.  Dabei  ging  das  Gemeindesteueramt 

davon  aus,  dass  die  Liegenschaft  im  Verkaufszeitpunkt  einen  Verkehrswert  von 

Fr. 26'000'000.- aufgewiesen habe. Zwischen dem Kaufpreis gemäss Vertrag und dem 

objektiven  Wert  bestehe  somit  ein  Missverhältnis,  weshalb  auf  den  Verkehrswert  als 

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Ersatzwert  abzustellen  sei.  Die  Pflichtige  lehnte  den  Vorschlag  am  14.  Septem-

ber 2021 mit Begründung ab.  

Am  24.  September  2021  veranlagte  die  Kommission  für  Grundsteuern  C  die 

Pflichtige  gemäss  dem  Vorschlag  mit  einem  steuerbaren  Grundstückgewinn  von 

Fr. 2'612'800.-, was einen Steuerbetrag von Fr. 517'260.- ergab.  

B. Hiergegen erhob die Pflichtige am 30. September 2021 Einsprache mit dem 

Antrag, den Grundstückgewinn gemäss Selbstdeklaration zu veranlagen. Am 8. Febru-

ar 2022 fand eine Besprechung statt.  

Am 20. Juni 2022 wies die Grundsteuerkommission C die Einsprache ab.  

C.  Mit  Rekurs  vom  15.  Juli  2022  beantragte  die Pflichtige,  auf den Verkaufs-

preis von Fr. 3,61 Mio. abzustellen. Bei der Preisbestimmung sei ein Gutachten der  F 

zugrunde gelegt worden. Die von der Steuerbehörde angewandte Berechnung sei aus 

näher dargelegten Gründen zu hoch. Zudem sei ein Minderheitsanteil von einem Fünf-

tel verkauft worden, was preismindernd zu berücksichtigen sei.  

Mit Verfügung vom 9. August 2022 verlangte das Steuerrekursgericht von der 

Pflichtigen  aufgrund  ihres  ausländischen  Wohnsitzes  eine  Kaution  von  Fr. 16'700.-, 

welche fristgemäss bezahlt wurde.  

Die  Vorinstanz  schloss  am  3.  Oktober  2022  auf  Abweisung  des  Rekurses, 

unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen.  Die  Pflichtige  nahm  hierzu  am  7.  Okto-

ber 2022 nochmals Stellung.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Die  Grundstückgewinnsteuer  wird  gemäss  § 216  Abs. 1  des  Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 (StG) von den Gewinnen erhoben, die sich bei Handänderun-

gen  an  Grundstücken  oder  Anteilen  von  solchen  ergeben.  Grundstückgewinn  ist  laut 

§ 219  Abs.  1  StG  der  Betrag,  um  welchen  der  Erlös  die  Anlagekosten  (Erwerbspreis 

und  Aufwendungen)  übersteigt.  Als  Erwerbspreis  gilt  gemäss  § 220  Abs.  1  StG  der 

Kaufpreis  mit  Einschluss  aller  weiteren  Leistungen  des  Erwerbers.  Als  Erlös  gilt  der 

Kaufpreis  mit  Einschluss  aller  weiteren  Leistungen  des  Erwerbers  (§  222  StG).  

Erwerbspreis  und  Erlös  sind  bei  der  Grundstückgewinnsteuer  begrifflich  gleich  

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  4. A.,  2021, 

§ 222 N 2 StG). Massgebend für die Bestimmung des Kaufpreises ist in der Regel der 

öffentlich beurkundete Kaufpreis (BGr, 12. Dezember 2016, 2C_1081/2015, E. 3.2.3 = 

BGE 143  II  33  =  StE  2017  B  44.11  Nr.  15),  wenn  dieser  mit  dem  tatsächlichen  

Veräusserungspreis  übereinstimmt  und  keine  weiteren  Parteivereinbarungen  zu  

berücksichtigen  sind.  Denn  in  der  Regel  kann  bei  einem  "normalen"  Kaufgeschäft  im 

Sinn  einer  in  der  Lebenserfahrung  gründenden  natürlichen  Vermutung  davon  ausge-

gangen  werden,  dass  der  vereinbarte  Kaufpreis  dem  Verkehrswert  des  Kaufobjekts 

entspricht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 220 N 16 und 101 StG).  

Die  Praxis  spricht  in  bestimmten  Fällen  dem  vereinbarten  Kaufpreis  die 

rechtsgeschäftliche  Bedeutung  ab  und  stellt  stattdessen  auf  den  Verkehrswert  als  Er-

satzwert  ab.  Dies  setzt  einerseits  eine  besondere  Beziehung  zwischen  Veräusserer 

und  Erwerber  voraus,  welche  eine  nicht  dem  Marktwert  Rechnung  tragende  Preisge-

staltung erklärt oder nahelegt. Dies kann der Fall sein bei Grundstückgeschäften zwi-

schen  Aktiengesellschaft  und  Aktionär  oder  einer  ihm  nahestehenden  Gesellschaft 

(BGr, 12. Dezember 2016, 2C_1081/2015; RB 1979 Nr. 65), zwischen Arbeitgeber und 

Arbeitnehmer  (RB  1996  Nr.  56;  VGr,  6. September  1988,  StE  1989  B 44.12.2  Nr.  1), 

zwischen  Schwestergesellschaften  oder  zwischen  Verwandten  (VGr,  4.  Novem-

ber 2003,  StE  2004  B  42.32  Nr.  7  =  ZStP  2004,  130;  vgl.  Kasuistik  in  Richner/Frei/ 

Kaufmann/Rohner, § 220 N 106 ff. StG). Andererseits muss ein offensichtliches, in die 

Augen springendes Missverhältnis zwischen der vereinbarten Leistung und dem objek-

tiven  Grundstückswert  bestehen  (BGr,  12. Dezember  2016,  2C_1081/2015;  VGr, 

4. November  2003,  StE 2004  B  42.32  Nr.  7  =  ZStP  2004,  130;  RB  1993 Nr.  29).  Der 

Nachweis eines solchen offensichtlichen Missverhältnisses zwischen dem vereinbarten 

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Kaufpreis und dem Verkehrswert gilt nach zürcherischer Rechtsprechung in der Regel 

als  erbracht,  wenn  die  Differenz  zwischen  diesen  beiden  Werten  (vom  Verkehrswert 

aus berechnet) mehr als 25% beträgt (der vereinbarte Kaufpreis somit unter 75% des 

Verkehrswerts  liegt;  StRG,  29.  März  2017,  2  GR.2016.21,  E. 1,  www.strgzh.ch,  auch 

zum  Folgenden).  Indessen  handelt  es  sich  bei  dieser  (nur  bei  Grundstückgeschäften 

praktizierten) Prozentregel um keine starre, allgemein verbindliche Grösse für die steu-

errechtliche  Qualifizierung  von  Wertunterschieden  zwischen  Kaufpreis  und  Verkehrs-

wert. Eine geldwerte Leistung der veräussernden Gesellschaft an ihren wirtschaftlichen 

Teilhaber  kann  sich  unter  Berücksichtigung  aller  Umstände  des  Einzelfalls  allenfalls 

auch bei einem geringeren Wertunterschied zwischen Kaufpreis und Verkehrswert er-

geben (VGr, 2. Oktober 2013, SB.2013.00088, E. 2.2), beispielsweise dann, wenn eine 

unterpreislich erworbene Liegenschaft noch am gleichen Tag zu einem wesentlich hö-

heren Preis an einen unbeteiligten Dritten weiter veräussert wird (vgl. BGr, 12. Dezem-

ber 2016, 2C_1081/2015). 

Macht  die  Grundsteuerbehörde  geltend,  dass  der  vereinbarte  Kaufpreis  keine 

rechtsgeschäftliche  Bedeutung  habe,  und  will  sie  deshalb  auf  den  höheren  Verkehrs-

wert  als  Ersatzwert  abstellen,  so  handelt  es  sich  dabei  um  einen  steuererhöhenden 

Umstand,  für  den  sie  die  Beweislast  trägt.  Sie  hat  deshalb  nachzuweisen,  dass  der 

Verkehrswert  des  Grundstücks  am  massgeblichen  Stichtag  um  mind.  25%  (des  Ver-

kehrswerts) höher lag als der vertragliche Kaufpreis. Gelingt der Behörde dieser Nach-

weis, so drängt sich die tatsächliche Vermutung auf, der Vertragspreis habe keine wirk-

liche rechtsgeschäftliche Bedeutung. Die Beweislast kehrt diesfalls zulasten der steuer-

pflichtigen  Person  um.  Es  ist  deshalb  ihre  Sache,  die  sie  belastende  Vermutung  als 

unrichtig  zu  widerlegen.  Sind  keine  besonderen,  namentlich  freundschaftlichen  sowie 

familien- oder gesellschaftsrechtlichen, arbeitsrechtlichen oder andere rechtsgeschäft-

lichen Beziehungen zwischen Verkäufer und Käufer durch die Akten belegt, muss die 

blosse  Behauptung  des  ersteren,  die  Parteien  hätten  einander  als  gewöhnliche  Dritte 

gegenüber  gestanden  und  ihren  Vertrag  unter  Marktbedingungen  abgeschlossen,  ge-

nügen, um die Vermutung des Vorliegens weiterer Leistungen des Käufers zu widerle-

gen. Faktisch ist es somit an der Steuerbehörde, neben dem Missverhältnis zwischen 

Verkehrswert und Kaufpreis auch noch eine besondere Beziehung zwischen den Ver-

tragsparteien  nachzuweisen,  welche  die  erhebliche  weitere  Kaufpreisleistung (im  Um-

fang  von  mind.  25%)  nahe  legt  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  220  N  104  StG). 

Diesbezüglich hat sie auch die Umstände für die Annahme einer tatsächlich erfolgten 

weiteren  Kaufpreisleistung  darzutun  und  nachzuweisen.  Ohne  solche  weiteren  Um-

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stände  darf  demnach  nicht  auf  den  Ersatzwert  gegriffen  werden  (mithin  genügt  es 

nicht, eine besondere Beziehung z.B. einzig deshalb als gegeben zu erachten, weil die 

Vertragsparteien familienrechtlich zufälligerweise entfernt miteinander verwandt sind).  

b) Die Vorinstanz ging von einem Verkehrswert der Liegenschaften 2019 von 

Fr. 26'000'000.-  aus,  was  einen  Anteil  der  Pflichtigen  von  Fr. 5'200'000.-  ergibt. Wäre 

diese  Bewertung  zutreffend,  was  die  Pflichtige  bestreitet,  so  würde  der  vereinbarte 

Kaufpreis von Fr. 3'610'000.-, welcher auf einem Wert von Fr. 18'050'000.- basiert (Er-

bausscheidungsvertrag  S. 13),  unter  75%  des  Verkehrswerts  (75% =  Fr: 3'900'000.-) 

liegen  und  wäre  das  notwendige  Missverhältnis  gegeben.  Das  Steuerrekursgericht 

sieht  indessen  davon  ab,  zu  dieser  Frage  ein  Gutachten  einzuholen,  da  selbst  dann, 

wenn  ein  solches  die  Auffassung  der  Vorinstanz  bestätigen  würde,  für  diese  damit 

noch nichts gewonnen wäre, da keine Indizien vorliegen, dass weitere, nicht beurkun-

dete Kaufpreisleistungen geflossen waren.  

Nach  der  vorstehend  dargestellten  Rechtsprechung  würde  die  Differenz  zum 

vereinbarten  Kaufpreis  die  Vermutung  begründen,  dass  dieser  keine  rechtsgeschäftli-

che Bedeutung hat, und würde es der Pflichtigen obliegen, diese Vermutung zu wider-

legen.  Indessen  stellt  sich  hier  die  Frage,  was  denn  genau  Inhalt  dieser  in  der  allge-

meinen Lebenserfahrung begründeten  Vermutung  wäre.  Die Pflichtige  und  die Käufer 

waren  Teil  einer  Erbengemeinschaft  eines  1979  verstorbenen  Erblassers  (Erbaus-

scheidungsvertrag S. 1). Die Transaktion fand demnach unter Angehörigen derselben 

Familie statt, weshalb als erstes die Vermutung im Raum steht, dass aufgrund der fa-

miliären  Beziehungen  der  öffentlich  beurkundete  Kaufpreis  bewusst  zu  tief  vereinbart 

wurde. Damit ist aber für die Vorinstanz noch nichts gewonnen, da weiter zu fragen ist, 

was  denn  diesfalls  effektiv  vereinbart  wurde.  Bei  familiären  Beziehungen  würde  dies 

primär die Vermutung auslösen, dass man sich auf einen Freundschaftspreis geeinigt 

hätte, was letztlich auf eine gemischte Schenkung hinauslaufen würde. Diesfalls wäre 

aber  ein  vollständiger  Steueraufschub  zu  gewähren  (§  216  Abs. 3  lit. a StG;  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  216  N  193  StG).  Sowohl  die  Vorinstanz  als  auch  die 

Pflichtige  bestreiten  indessen  ausdrücklich,  dass  eine  solche  Schenkung  beabsichtigt 

gewesen  sei,  und  die  Vorinstanz  hat  die  Besteuerung  auch  nicht  aufgeschoben.  Aus 

den  Akten  ergeben  sich  auch  keinerlei  Hinweise  auf  eine  Schenkungsabsicht.  Wenn 

die Vorinstanz das Vorliegen einer Schenkung bestreitet, läuft aber ihr Einwand, dem 

vereinbarten  Kaufpreis  komme  aufgrund familiärer  Beziehungen  keine  Bedeutung  zu, 

ins Leere.  

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Kommt damit diese natürliche Vermutung nicht zum Zuge, fragt sich, ob ande-

re Umstände ersichtlich sind, welche nach der Lebenserfahrung mit solchem Gewicht 

auf  nicht  offengelegte  Kaufpreisleistungen  deuten,  dass  sie  eine  Besteuerung  zum 

Verkehrswert als Ersatzwert rechtfertigen würden. Dies ist aber nicht der Fall. Hinweise 

auf Schwarzgeldzahlungen liegen nicht vor und solche können auch nicht ohne Weite-

res vermutet werden. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass die anderen vier Mit-

glieder der Erbengemeinschaft an solchen auch kein Interesse gehabt hätten, ansons-

ten sie bei einem eigenen späteren Verkauf damit rechnen müssten, dass sie nicht ihre 

vollen  Kaufpreisleistungen  als  Erwerbspreis  in  Anrechnung  bringen  könnten.  Anzufü-

gen ist, dass angesichts der Tatsache, dass der Erblasser bereits 1979 verstarb, auch 

kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  dass  2019  immer  noch  weitere,  nicht  offengelegte 

Nachlasswerte vorhanden waren, welche angerechnet wurden, sind doch nach so lan-

ger Zeit nach allgemeiner Lebenserfahrung alle Nachlassgegenstände ausser den Im-

mobilien längst verteilt (vgl. auch Erbausscheidungsvertrag S. 1 sowie S. 15 [Ziff. 7 der 

übrigen Vereinbarungen]).  

Demgegenüber macht die Pflichtige glaubhaft geltend, dass die Mitglieder der 

Erbengemeinschaft  in  gutem  Glauben  der  Auffassung  waren,  dass  der  vereinbarte 

Kaufpreis im Rahmen des Verkehrswerts lag. Dies wird dadurch untermauert, dass die 

Erbengemeinschaft  bezüglich  der  Bewertung  jeweils  von  der  F  Gutachten  erstellen 

liess. Hierzu legt die Pflichtige zwei Bewertungen der F vor, welche zwei der drei Mehr-

familienhäuser  betreffen  und  per  …  2016  für  das  Mehrfamilienhaus  …strasse  57/59 

einen Verkehrswert von Fr. 6 Mio. und für das Mehrfamilienhaus …strasse 61/63 einen 

Verkehrswert  von  Fr.  6'050'000.-  ergaben.  Mit  Bezug  auf  das  dritte Mehrfamilienhaus 

…strasse 65/67 liegt nur die Zusammenfassung vor, welches einen Verkehrswert von 

Fr. 6'040'000.- ergibt und offenkundig gestützt auf ein analoges Gutachten erstellt wur-

de. Die Gutachten sind umfassend und wirken professionell. Damit ist glaubhaft darge-

tan,  dass  die  Vertragsparteien  per  …  2016  einen  Verkehrswert  im  Bereich  von  rund 

Fr. 18 Mio. als realistisch betrachteten und dies auch durften. Weiter mussten sie nicht 

davon  ausgehen,  dass  diese  Gutachten  bis  zum  Handänderungsdatum  am  … 2019 

nicht  mehr  brauchbar  waren.  Sollte  der  effektive  Verkehrswert  tatsächlich  im  von  der 

Vorinstanz  behaupteten  Ausmass  über  dem  Verkaufspreis  gelegen  haben,  wäre  des-

halb  aufgrund  der  Umstände  viel  eher  zu  schliessen,  dass  sich  die  Vertragsparteien 

über den wahren Verkehrswert geirrt hatten. Dies berechtigt die Steuerbehörde indes-

sen nicht, auf den Ersatzwert abzustellen.  

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Insgesamt ist deshalb der Schluss zu ziehen, dass selbst dann, wenn die von 

der Vorinstanz vorgenommene Bewertung zutreffend wäre, keine Anhaltspunkte dafür 

vorliegen, dass die Erwerber weitere Kaufpreisleistungen erbrachten, und aufgrund der 

Umstände solche auch nicht zu vermuten sind. Nachdem die Vorinstanz für das Vorlie-

gen  von  solchen  weiteren  Kaufpreisleistungen  beweisbelastet  ist,  sind  die  Vorausset-

zungen für ein Abstellen auf den Verkehrswert als Ersatzwert nicht erfüllt.  

c) Zu beachten ist im Übrigen noch, dass nach der Rechtsprechung des Ver-

waltungsgerichts ein Gesamteigentumsanteil – aufgrund der mit dem Gesamteigentum 

einhergehenden  Schwerfälligkeit  in  der  Nutzung  der  Sache  und  vor  allem  in  der  

Verfügung hierüber – einen geringeren Verkehrswert aufweist, als es seinem quotalen 

Anteil am Gesamtgrundstück entspricht, weshalb ein Einschlag auf dem rechnerischen 

Verkehrswert  des  Anteils  zu  gewähren  ist  (VGr,  31.  Januar  2001,  SB.2000.00022, 

E. 6 a.E.,  www.vgrzh.ch =  ZStP 2001,  217;  vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 220 

N 208  StG,  auch  zum  Folgenden).  Der  vom  quotalen  Anteil  am  Gesamtgrundstück 

vorzunehmende  Abschlag  richtet  sich  nach  der Höhe des  Eigentumsanteils  (10%  Ab-

schlag bei 1/2-Anteil, 20% Abschlag bei 1/4-Anteil, 24% Abschlag bei 1/5-Anteil [wobei 

sich  die  von  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner  angeführten  Abschläge  auf  Miteigen-

tumsanteile  beziehen,  welche  im  Gegensatz  zu  Gesamteigentumsanteilen  wesentlich 

einfacher zu veräussern sind]). Würde vorliegend vom rechnerische Verkehrswert des 

1/5-Anteils  von  Fr. 5'200'000.-  nur  schon  ein  äusserst  geringer  Einschlag  von  7.5% 

(statt 24%) gewährt, beliefe sich der abschlagsbereinigte Verkehrswert des Anteils auf 

Fr. 4'810'000.-,  womit  durch  den  vereinbarten  Kaufpreis  von  Fr. 3'610'000.-  die  75%-

Grenze eingehalten wird und damit das erforderliche offensichtliche Missverhältnis von 

vornherein entfällt.  

d) Anzufügen ist ferner, dass beide Parteien nicht von einem Steueraufschub 

wegen Erbteilung gemäss § 216 Abs. 3 lit. a StG ausgehen. Gemäss den Akten stellte 

die  Erbengemeinschaft  am  21.  November  2018  eine  entsprechende  Rulinganfrage, 

welche  vom  Gemeindesteueramt  am  13.  März  2019  abschlägig  beantwortet  wurde. 

Diese verwies zur Begründung insbesondere auf die umfangreichen Investitionen, wel-

che  den  Zweck  einer  Erbengemeinschaft  überstiegen.  Die  Pflichtige  stellt  diesen 

Schluss nicht in Frage, und die Ausführungen der Vorinstanz stützen sich auf eine ent-

sprechende  Praxis  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  216  N  168 f. StG).  Das  Steuer-

rekursgericht hat deshalb keine Veranlassung, auf diesen Punkt weiter einzugehen. 

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e) Dies ergibt folgenden Grundstückgewinn:  

Anlagekosten total  

Erlös  

Fr.  

2'587'191.-  

3'610'000.-  

Steuerpflichtiger Grundstückgewinn  

1'022'809.- 

Grundstückgewinnsteuer 

Besitzesdauer 20 Jahre (– 50%) 

Reine Grundstückgewinnsteuer 

398'520.- 

199'260.- 

199'260.-. 

2. Gestützt auf diese Erwägungen ist der Rekurs gutzuheissen. Ausgangsge-

mäss  sind  die Kosten  des Rekursverfahrens  der  Rekursgegnerin  aufzuerlegen  (§ 151 

Abs. 1  StG).  Dieser  ist  aufgrund  ihres  Unterliegens  auch  keine  Parteientschädigung 

zuzusprechen  (§  152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes 

vom 24. Mai 1959). Die Pflichtige hat keinen Antrag auf Parteientschädigung gestellt.  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  gegen  den  Einspracheentscheid  der  Grundsteuerkommission  C  vom 

20.  Juni  2022  wird  gutgeheissen  und  die  der  Rekurrentin  auferlegte  Grundstück-

gewinnsteuer von Fr. 517'260.- auf Fr. 199'260.- herabgesetzt. 

[…] 

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