# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b23b1442-09a1-5a49-8bc7-6fe455bccb09
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 27.08.2008 BK 2008 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2008-33_2008-08-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 27. August 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 08 33

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli und Hubert 
Aktuar Crameri

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des Dr. X., Beschwerdeführer,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. Juli 
2008, mitgeteilt am 18. Juli 2008, in Sachen gegen A., Beschwerdegegner,

betreffend St. Moritz: Ski-/Snowboard-Unfall vom 18.01.2008 z.N. von X.,

hat sich ergeben:

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A. Am 18. Januar 2008, gegen 15.10 Uhr, ereignete sich im Skigebiet 
Corviglia, Gemeinde St. Moritz, im oberen Bereich der blau markierten FIS-Piste, 
ein Ski-/Snowboardunfall zwischen X. und A.. Ersterer zog sich dabei eine Frak-
tur des Oberarmschafts und des Kopfes der rechten Schulter zu. Am 22. Februar 
2008 stellte X. Strafantrag gegen A. wegen Körperverletzung.

B. Die von der Staatsanwaltschaft Graubünden am 26. Mai 2008 eröff-
nete Strafuntersuchung in der Sache St. Moritz, Ski-/Snowboardunfall vom 
18.01.2008 zum Nachteil von X., wurde mit Verfügung vom 14. Juli 2008, mitge-
teilt am 18. Juli 2008, eingestellt. Zur Begründung wurde ausgeführt, unter den 
verschiedenen Unfallschilderungen bestünden derartige Divergenzen, die es ver-
unmöglichten, sich ein genaues Bild über die Unfalldynamik zu machen und folg-
lich die Schuldfrage zu beantworten.

C. Mit Eingabe vom 1. August 2008 an die Beschwerdekammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden erhob X. strafrechtliche Beschwerde gegen 
diese Einstellungsverfügung mit dem Antrag, sie sei aufzuheben und die Sache 
neu zu beurteilen. Den Unfall habe allein A. verschuldet.

Auf die Einholung einer Stellungnahme von A. wurde verzichtet. Die 
Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Vernehmlassung.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1.1 Gemäss Art. 138 StPO kann gegen Verfügungen des Staatsanwal-
tes wegen Rechtswidrigkeit und/oder Unangemessenheit bei der Beschwerde-
kammer des Kantonsgerichts Beschwerde geführt werden. Zur Beschwerde-
führung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und 
ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend 
macht; insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Einstellungsverfügungen 
beschweren (Art. 139 Abs. 1 StPO). Die Beschwerde ist innert 20 Tagen, seit der 
Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich ein-
zureichen (Art. 139 Abs. 2 StPO). Sie hat einen Antrag und eine Begründung zu 
enthalten; verfügbare Beweismittel sind ihr beizulegen (Art. 33 Abs. 1 und 2 VRG 
in Verbindung mit Art. 139 Abs. 3 StPO).

1.2 Die Beschwerde richtet sich gegen die Einstellungsverfügung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. Juli 2008, mitgeteilt am 18. Juli 2008. 
Gerügt wird, dass die Einstellung der Untersuchung zu Unrecht erfolgt sei. X. ist 

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Geschädigter, so dass seine Beschwerdelegitimation gegeben ist. Da auch die 
übrigen Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 139 Abs. 2 StPO, Art. 33 Abs. 1 und 2 
VRG) ist auf die Beschwerde einzutreten.

2. Gemäss Art. 82 Abs. 1 StPO erlässt der Untersuchungsrichter eine 
begründete Einstellungsverfügung, wenn er auf Grund seiner Erhebungen zum 
Schluss gelangt, dass das Vorliegen eines Straftatbestandes nicht genügend 
dargetan ist. Voraussetzung der Einstellung einer Strafuntersuchung ist somit, 
dass für das Vorliegen eines Straftatbestandes ein rechtsgenüglicher Beweis 
fehlt, dem Angeschuldigten also kein Straftatbestand zur Last gelegt werden 
kann. Mit dem Resultat der Untersuchung hat sich der Untersuchungsrichter in 
zweifacher Hinsicht auseinanderzusetzen. Zum einen hat er die erhobenen Be-
weise zu werten. Nur wenn eine Gesamtwürdigung der Beweise zur nachvoll-
ziehbaren Schlussfolgerung führt, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist, 
somit ein Freispruch erwartet werden müsste, erscheint die Einstellung gerecht-
fertigt. Als zweites kumulativ notwendiges Element setzt die Einstellung voraus, 
dass die Verfügung überhaupt auf einem entscheidungsreifen Beweisergebnis 
beruht, also keine konkret zu erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die 
das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (Padrutt, Kommentar 
zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, Ziff. 3.3 
zu Art. 82). 

3.1 Es steht fest, dass es am 18. Januar 2008 auf der FIS-Piste im Ge-
biet Corviglia zu einer Kollision zwischen dem Skifahrer X. und dem Snowboarder 
A. gekommen ist. Dies bestätigen beide Beteiligten übereinstimmend in ihren 
Aussagen anlässlich der polizeilichen Einvernahmen (act. 2.6, 2.3). In Bezug auf 
den Unfallhergang erweisen sich ihre Angaben jedoch als widersprüchlich. X. 
sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 24. Januar 2008 aus, er sei 
am linken Pistenrand seinen Freunden vorausgefahren. Er sei langsam gefahren 
und habe kurze Bögen gemacht. Er habe gerade eine Linkskurve ausgeführt, als 
er auf seiner hinteren rechten Seite einen heftigen Schlag gespürt habe, worauf 
er zu Boden gestürzt sei. Er habe niemanden kommen sehen (act. 2.6, S. 1f.). 
Demgegenüber gab A. bei der Befragung vom 29. Januar 2008 gegenüber der 
Polizei zu Protokoll, dass er links gefahren sei und kleine Bögen gemacht habe. 
Bei einer leichten Linkskurve sei er von X., der von rechts gekommen sei, über-
holt worden. Dieser habe dann seine Fahrbahn unmittelbar vor ihm gekreuzt. Er 
(A.) habe gebremst, trotzdem sei er mit dem Snowboard in die Skischuhe des 
Kollisionsgegners hineingerutscht. Danach sei er nach hinten zu Boden gestürzt. 
(act. 2.3, S. 1f.). Nach der Darstellung A.s ist somit nicht er von hinten in X., 

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sondern letzterer in seine Fahrspur hinein gefahren, ohne ausreichenden Ab-
stand von ihm zu wahren. Demnach bleibt auf Grund der sich widersprechenden 
Aussagen der Beteiligten unklar, wie sich der Unfall im Hinblick auf die Art und 
Weise des Zusammenstosses wie auch auf die Fahrspuren der beiden Schnee-
sportler vor der Kollision tatsächlich zugetragen hat.

3.2 Aufschluss über diese offenen Fragen vermögen auch die Deposi-
tionen der Auskunftspersonen nicht zu geben. Es gehen nämlich auch daraus 
keine stichhaltigen Hinweise hervor, die eine der zwei geschilderten Sachver-
haltsvarianten bestätigen würden. B., die Tochter des Verunfallten, sagte aus, sie 
seien auf der linken Pistenseite gefahren, wobei sie ihrem Vater in einem Abstand 
von etwa fünf Meter gefolgt sei. Ihr Vater habe kurze Schwünge und unmittelbar 
vor dem Zusammenstoss eine Linkskurve gemacht. A. sei von rechts gekommen 
und habe mit der rechten Seite ihres Vaters kollidiert. Der Snowboarder sei nicht 
extrem schnell gefahren; sein Fahrkönnen habe sie als mittelmässig geschätzt. 
Ihr Vater sei hingegen dynamische Kurzschwünge gefahren (act. 2.8, S. 1). C., 
ein Freund von X., gab zu Protokoll, dass er als vierter hinter B. und D. gefahren 
sei. Sie seien auf der linken Seite der Piste gefahren. Er habe den Unfallhergang 
nicht gesehen (act. 2.5). E., der Kollege von A. erklärte, er (E.) sei eher auf der 
rechten Pistenseite gefahren und von einer Person (X.) überholt worden. A. sei 
am linken Pistenrand gefahren und habe dabei kleine Bögen gemacht. X. sei 
dann ebenfalls auf der linken Seite der Piste gefahren, wo A. gefahren sei. Er (X.) 
sei schneller gefahren und habe weitere Bögen gemacht. Vor der Kollision habe 
A. einen Bogen nach rechts gemacht (dieser sagte nach links), während der an-
dere Beteiligte eine Linkskurve gefahren sei. A. sei noch Anfänger gewesen und 
sei eher langsam gefahren. X. sei schneller, zügig gefahren. Dieser sei von hinten 
gekommen, sei schneller gefahren und hätte die Fahrspur von A. respektieren 
müssen (act. 2.9 S. 1f.).

3.3 Aufgrund der Depositionen der Unfallbeteiligten und der Auskunfts-
personen dürften X. und A. auf der linken Pistenseite gefahren sein. Wer von 
beiden mehr links oder rechts war, bzw. ob A. oder X. von rechts kam, als sich 
die Kollision ereignete, ist nicht geklärt. Der Umstand, dass X. an der rechten 
Schulter verletzt wurde, mag wohl ein Indiz dafür sein, dass A. von rechts kam. 
Dieser Schluss drängt sich allerdings nicht zwingend auf, da die Verletzung kaum 
vom Zusammenstoss der Unfallbeteiligten herrühren dürfte, sondern vom Sturz 
von X.. Gesicherte Angaben darüber, wie dieser Sturz genau erfolgte, liegen nicht 
vor. Diese Frage kann indessen eben so offen bleiben wie die Frage, wer von 
beiden von rechts kam. Aus den Schilderungen der Befragten liegt der Schluss 

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nahe, dass beide auf der linken Pistenseite in kurzen Schwüngen hinunter fuhren, 
also keiner der beiden die Piste mittels einer Querfahrt überquerte. Selbst wenn 
dies der Fall wäre, vermochte dies jedoch nichts daran zu ändern, dass vorlie-
gend so oder anders die FIS-Regel Nr. 3 zur Anwendung gelangt. Danach muss 
der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder seine Fahrspur so wählen, 
dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet (Hans-Kas-
par Stiffler, Schweizerisches Schneesportrecht, 3. Aufl. Bern 2002, § 2 N 82 S. 
23, vgl. auch Regel 5 N 101 FN 88, S. 29). Zur Diskussion steht somit einzig die 
Frage, wer von beiden den anderen eingeholt bzw. überholt hat. Diesbezüglich 
sprechen gewichtige Indizien dafür, dass dies X. war. Darauf deuten nebst den 
Aussagen von A. und seinem Kollege E. insbesondere auch die Aussage der 
Tochter des Verunfallten, wonach ihr Vater - im Gegensatz zu A. - dynamische 
Schwünge machte. Letztlich braucht aber auch diese Frage nicht abschliessend 
beantwortet zu werden. So lässt sich jedenfalls A. nicht rechtsgenüglich nach-
weisen, dass er von hinten kam und in die Fahrspur von X. hinein fuhr. Daran 
vermöchte auch eine Befragung von D. nichts zu ändern, selbst wenn dieser eine 
derartige Behauptung aufstellen sollte. Denn auch diesfalls stünden dieser Be-
hauptung und den gleich lautenden Aussagen von X. und seiner Tochter diejeni-
gen von A. und E. gegenüber, wobei keine Gründe ersichtlich wären, den einen 
gegenüber den anderen den Vorzug zu geben.

3.4 Im Ergebnis stehen sich somit in Bezug auf den Unfallhergang die 
widersprechenden Aussagen der Unfallbeteiligten gegenüber und aus den Akten 
ergeben sich keine hinreichenden Indizien, auf Grund derer einer der Sachver-
haltsversionen gegenüber der anderen der Vorzug zu geben wäre, das heisst, 
die bezüglich der Unfalldynamik zu einer Klärung führen würden. Fehlt es somit 
auf Grund der bisherigen Erhebungen an einem rechtsgenüglichen Nachweis für 
ein schuldhaftes Verhalten von A. und sind auch keine weiteren Beweismittel er-
sichtlich, von denen Aufschluss über das Unfallgeschehen zu erwarten wäre, hat 
die Staatsanwaltschaft das Verfahren zu Recht eingestellt. Demzufolge erweist 
sich die Beschwerde als unbegründet und sie muss abgewiesen werden.

4. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens gehen dessen 
Kosten zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 Abs. 1 StPO).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfer-
tigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar