# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8f68bbc-3ccc-54ed-bf3d-97db78d59d6d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 05.05.2022 720 20 225/101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-225-101_2022-05-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 5. Mai 2022 (720 20 225 / 101) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente; Würdigung der medizinischen Unterlagen; vorliegend wird auf das Gerichtsgut-

achten abgestellt 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Larissa Manera, Advo-
katin, Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1986 geborene A.____ meldete sich am 8. September 2016 bei der IV-Stelle zum 
Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sowie 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Mai 2020 einen 
Rentenanspruch von A.____ ab mit der Begründung, das Wartejahr sei nicht erfüllt.  
 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Larissa Manera, mit 
Schreiben vom 8. Juni 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung So-
zialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben, das Verfahren auszustellen und ein gerichtliches psychiatrisches Gutachten anzu-
ordnen. Danach sei erneut über ihren Leistungsanspruch zu entscheiden; unter o/e-Kostenfolge. 
Des Weiteren wurde beantragt, es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege 
zu bewilligen.  
 
C. Mit Verfügung vom 10. Juli 2020 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung bewilligt.  
 
D. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 21. August 2020 die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
E. Mit Replik vom 25. November 2020 und Duplik vom 2. Dezember 2020 hielten die Par-
teien an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest.  
 
F. Mit Schreiben vom 29. Dezember 2020 überwies die IV-Stelle dem Kantonsgericht eine 
Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 24. Dezember 2020 zur Kenntnisnahme.  
 
G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die medizini-
sche Aktenlage nicht möglich sei. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und ein psychiat-
risches Gerichtsgutachten bei Dr. med. C.____, FMH Forensische Psychiatrie / Psychotherapie, 
einzuholen. Gleichzeitig unterbreitete das Gericht den Parteien den vorgesehenen Fragenkata-
log. Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin teilten mit Schreiben vom 
12. Februar bzw. 8. April 2021 mit, dass sie gegen die Gutachterin keine Ausstandsgründe vor-
zubringen hätten.  
 
H. Das von Dr. C.____ erstellte Gerichtsgutachten datiert vom 22. November 2021. In der 
Folge wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, sich zum Gutachten sowie zu den Auswirkun-
gen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch zu äussern. Die Beschwerdegeg-
nerin führte mit Schreiben vom 2. Dezember 2021 unter Hinweis auf einen Bericht des Regiona-
len Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 30. November 2021 aus, es könne auf das Gutachten abge-
stellt werden. Es sei demnach von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in angestammter als 
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit seit 1. April 2016 auszugehen, weshalb am Abwei-
sungsantrag festgehalten werde. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2021 teilte die Beschwerdefüh-
rerin mit, es werde auf eine Stellungnahme zum psychiatrischen Gerichtsgutachten verzichtet.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 
354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet.  
 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Be-
schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat.  
 
3.1 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
3.2 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder 
depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409, 143 V 418), sind für die 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät-
zen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1).  
 
4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall 
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aus-
künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per-
son noch zugemutet werden können (BGE 132 V 97 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-ge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen 
Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, 
wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergut-
achten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Be-
urteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen 
Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezial-
ärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit 
weiteren Hinweisen).  
 
6. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf das 
bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und von Dr. 
med. E.____, FMH Rheumatologie, vom 9. Januar 2020. 
 
6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-
tise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 28. Ja-

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nuar 2021 folgte das Kantonsgericht in wesentlichen Punkten den Argumenten der Beschwerde-
führerin und gelangte zur Auffassung, dass dem dazumal vorliegenden bidisziplinären Gutachten 
vom 9. Januar 2020 bzw. dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. D.____ vom 30. Dezember 
2019 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme.  
 
6.3 Das Kantonsgericht führte mit Beschluss vom 28. Januar 2021 zur Begründung in Bezug 
auf das psychiatrische Teilgutachten im Wesentlichen aus, dass Dr. D.____ keine Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt habe. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe 
er folgende Diagnosen gestellt: Zyklothymia (ICD-10 F34.0), differentialdiagnostisch eine affek-
tive bipolare Störung mit gegenwärtiger Remission (ICD-10 F31.7), akzentuierte (emotional-in-
stabile) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) und Schmerzfehlverarbeitung (ICD-10 F54). Er habe 
in seinem Gutachten jedoch eingeräumt, dass differentialdiagnostisch an eine affektive bipolare 
Störung und an eine Persönlichkeitsstörung zu denken wäre, wie sie von der behandelnden Psy-
chiaterin diagnostiert worden sei. Er habe jedoch festgehalten, die Kriterien für diese beiden Di-
agnosen seien aufgrund der Untersuchungsbefunde insgesamt als nicht erfüllt zu betrachten. 
Das Kantonsgericht führte aus, im Gegensatz dazu habe die behandelnde Psychiaterin Dr. 
B.____ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeits-
störung, vor allem emotional instabile von Borderline-Art, histrionische anankastische und orga-
nische Anteile, die letzten als mögliche anhaltende Auswirkung einer intrakranialen gutartigen 
Raumforderung, bestehend mindestens seit der Pubertät sowie eine bipolare affektive Störung, 
Status nach zwei manischen und zwei depressiven Episoden, aktuell dritte depressive Episode 
mindestens mittelschwer, bestehend seit dem 7.-8. Lebensjahr, gestellt.  
 
Das Kantonsgericht hielt weiter fest, Dr. D.____ habe ausgeführt, es liessen sich Konstanzen auf 
Objektbeziehungsebene und auf Berufsebene feststellen. In Bezug auf die Berufsebene habe er 
darauf verwiesen, dass die Explorandin bis zur definitiven Krankschreibung im Jahre 2015 ihren 
bis zu diesem Zeitpunkt ausgeübten Tätigkeiten im Rahmen von jeweils 80 % stets habe nach-
gehen können. Das Kantonsgericht wies diesbezüglich darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto nach ihrer einjährigen Ausbildung im Jahr 
2009/2010 kaum längere Zeit an einer Arbeitsstelle gearbeitet habe. Die längste Anstellungs-
dauer habe 26 Monate betragen. Diese Tätigkeit im Alters- und Pflegeheim in H.____ habe sie 
gemäss eigenen Angaben wegen ihrer Schmerzen und ihrer Depression beendet. Damit sei un-
klar geblieben, wie regelmässig sie ihrer dortigen Arbeit nachgegangen sei und wann sie diese 
effektiv beendet habe. Im Übrigen habe Dr. F.____, bei welchem die Beschwerdeführerin seit Juli 
2013 in Behandlung gewesen sei, von Problemen am Arbeitsplatz seit 2013 berichtet und dass 
die Probleme jeweils verschwunden seien, wenn die Beschwerdeführerin dem Arbeitsplatz habe 
fernbleiben können. Von Dr. D.____ sei ebenfalls kaum berücksichtigt worden, dass die beiden 
Arbeitsversuche der Beschwerdeführerin (2018 bzw. 2019) gescheitert seien, obwohl die Be-
schwerdeführerin offenbar jeweils gut und motiviert gestartet sei. Im ersten Arbeitsversuch sei sie 
an lediglich 36 von 63 Tagen anwesend gewesen. Im Schlussbericht der I.____ sei ausdrücklich 
auf die psychisch instabile Verfassung der Beschwerdeführerin hingewiesen worden. Bei der Ar-
beit habe sie eine Tendenz gezeigt, sich zu überfordern, sowie Mühe gehabt, ihre Fähigkeiten 
einzuschätzen. Sie habe emotional fragil gewirkt, geistig oft abwesend und überfordert, ihre psy-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

chische Instabilität habe es nicht erlaubt, eine stabile Tagesstruktur zu erreichen. Der zweite Ar-
beitsversuch sei bereits nach kurzer Zeit abgebrochen worden, wobei sich die Beschwerdeführe-
rin mit einem ärztlichen Zeugnis der behandelnden Psychiaterin krankheitsbedingt abgemeldet 
habe. Das Kantonsgericht hielt fest, aufgrund der relativ kurzen einzelnen Arbeitseinsätze und 
der beiden abgebrochenen Arbeitsversuche erscheine die Annahme einer Konstanz auf der Be-
rufsebene zweifelhaft, insbesondere auch wenn berücksichtigt werde, dass sie bereits seit August 
2015 keiner Berufstätigkeit mehr nachgegangen sei. Auch die geltend gemachten Konstanzen 
auf Objektbeziehungsebene seien aufgrund der Aktenlage in Frage zu stellen. So verwies das 
Kantonsgericht auf die kurze Ehedauer und darauf, dass über das Verhältnis zu ihrem Ex-Ehe-
mann und das damalige Familienleben wenig bekannt sei, ausser dass sie schon bald, nachdem 
sie ihn kennengelernt gehabt habe, schwanger geworden sei. Des Weiteren sei auffällig, dass in 
Bezug auf die nach der Ehe folgende Partnerschaft unterschiedliche Zeitangaben bestehen wür-
den. Damit sei unklar, wie lange die Beziehung mit diesem Ex-Partner wirklich gedauert habe. In 
ihrer neusten Stellungnahme vom 24. Dezember 2020 habe Dr. B.____ ausgeführt, nach der 
langjährigen Beziehung sei sie mit einem Mitglied der J.____ zusammen gewesen und nun mit 
einem Deutschen mit türkischen Wurzeln verheiratet. Auch dies deute nicht auf Konstanzen im 
Bereich von Beziehungen hin. Das Kantonsgericht hielt weiter fest, die Beziehung zur Tochter 
werde zwar von der Beschwerdeführerin als gut umschrieben, in den Berichten der behandelnden 
Psychiaterin werde aber festgehalten, sie sei mit der Erziehung überfordert. Unklar sei zudem, 
ob die Tochter tatsächlich bei der Beschwerdeführerin übernachte oder nur tageweise zu Besuch 
komme. Die Tatsache, dass die elterliche Obhut schon im frühen Kindesalter dem Kindsvater und 
nicht ihr zugesprochen worden sei, erscheine ausserdem ungewöhnlich, sei vom Gutachter aber 
weder erwähnt noch hinterfragt worden. Unklar bleibe auch die Situation zu ihren Freundinnen 
und zu ihrer Stiefschwester. Jedenfalls scheine es in diesen Beziehungen – abgesehen vom te-
lefonischen Kontakt mit einer Freundin in K.____ – immer wieder zu Zerwürfnissen zu kommen. 
Im Gutachten nicht erwähnt worden sei die Trennung der Beschwerdeführerin von der Mutter mit 
ca. 6 Monaten. Insgesamt erscheine es fraglich, inwiefern Konstanzen auf Beziehungsebene an-
zunehmen seien bzw. sei die Bejahung dieser Konstanzen nochmals zu prüfen.  
 
Auch der Hinweis des Gutachters in Bezug auf die differentialdiagnostisch in Frage kommende 
affektive bipolare Störung, dass unter der Umstellung der Medikation eine Stabilisierung bzw. 
eine beginnende Remission habe festgestellt werden können, wurde vom Kantonsgericht in 
Frage gestellt. So habe nicht nur die Beschwerdeführerin, sondern auch die behandelnde Psy-
chiaterin ausgeführt, nach einer anfänglichen Besserung sei eine zunehmende Verschlechterung 
erfolgt. Entsprechend könne auf die falsche bzw. unvollständige Darstellung durch den Gutachter 
nicht abgestellt werden.  
 
Des Weiteren konnte das Kantonsgericht die Erklärung des Gutachters, dass sich eine morgend-
liche Müdigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht begründen lasse, da die Beschwerdeführerin 
pünktlich um 08.45 Uhr zur Untersuchung erschienen sei und sie auch ausgesagt habe, dass sie 
jeweils zwischen 09.00 und 09.30 Uhr aufstehe, wenn ihre Tochter bei ihr sei, nicht nachvollzie-
hen. Dies insbesondere deshalb, weil diese Situationen nicht mit dem Alltag – im Falle einer 
geregelten Arbeit – verglichen werden könnten. Weiter kam das Kantonsgericht zum Schluss, 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dass sich der Gutachter mit den aus den Akten ersichtlichen Schilderungen kaum auseinander-
gesetzt habe und im Wesentlichen gestützt auf das Verhalten der Beschwerdeführerin während 
der Untersuchung zum Schluss gekommen sei, dass keine Persönlichkeitsstörung vorliege. Letzt-
lich sei die Begründung von Dr. D.____ für die aus seiner Sicht nicht erfüllten Kriterien der an-
derslautenden Diagnosen nicht überzeugend. Auch erachtete das Kantonsgericht die Anam-
neseerhebung in Bezug auf die Kindheit/Jugend als dürftig. Auch wenn die Beschwerdeführerin 
gewisse Aussagen während der Untersuchung nicht gemacht habe oder anders als in den bereits 
vorliegenden Arztberichten, so wäre doch zu erwarten, dass der Gutachter solchen Unklarheiten 
bzw. Widersprüchen nachgehe. Demzufolge hielt das Kantonsgericht fest, dass sich in mehrfa-
cher Hinsicht Zweifel am Gutachten von Dr. D.____ ergeben würden, weshalb darauf nicht abge-
stellt werden könne (vgl. dazu die ausführliche Begründung im Beschluss des Kantonsgerichts 
vom 28. Januar 2021). Hingegen könne jedoch auf das nicht umstrittene rheumatologische Teil-
gutachten von Dr. E.____ abgestellt werden. Weiter hielt das Kantonsgericht fest, dass auch die 
übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidungsgrund-
lage bilden würden, weshalb die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht be-
weiskräftig seien. Daher hat das Kantonsgericht in der Folge ein psychiatrisches Gutachten bei 
Dr. C.____ in Auftrag gegeben.  
 
7. Am 22. November 2021 ergeht das psychiatrische Gutachten von Dr. C.____. Sie stellt 
darin keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit hält sie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional instabilen, dependenten und 
ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73) fest sowie einen Zustand nach depressiven Anpas-
sungsstörungen (ICD-10 F43.2), einen Zustand nach leichten bis mittelgradigen depressiven Epi-
soden im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung, derzeit remittiert (ICD-10 F33.4), 
einen Zustand nach schädlichem Gebrauch von multiplen Substanzen (Ecstasy, Kokain, Opio-
idanalgetika, Sedativa; ICD-10 F19.1) sowie den Verdacht auf Zyklothymia (ICD-10 F34.0). Die 
Gutachterin legt anhand der diagnostischen Leitlinien dar, weshalb die auffälligen Persönlich-
keitszüge der Explorandin weder in ihren Einzelanteilen noch in ihrer Gesamtheit so stark ausge-
prägt sind, dass sie als spezifische oder kombinierte Persönlichkeitsstörung zu beurteilen wären. 
Des Weiteren verweist sie auf die schwierige Kindheit der Explorandin. Diesbezüglich hält die 
Gutachterin fest, dass die Explorandin einerseits zwar in einem geborgenen Umfeld bei den Gros-
seltern, aber andererseits auch in einem belastenden Umfeld aufgewachsen sei. So habe sie 
einerseits teilweise bei der Mutter gelebt, welche als Bordellleiterin tätig und ihr gegenüber ge-
walttätig gewesen sei und andererseits habe sie ihre Kindheit und Jugend auch in verschiedenen 
Pflegefamilien verbracht. Die Gutachterin berücksichtigt auch die im späteren Lebenslauf vorhan-
denen sozialen Schwierigkeiten insbesondere in ihren – teils auch gewalttätigen – Beziehungen. 
Die sozialen Schwierigkeiten könnten gemäss Gutachterin dazu beigetragen haben, dass sich 
bei ihr eine auffällige Persönlichkeitsstruktur entwickelt habe. Die Persönlichkeitsproblematik er-
scheint der Gutachterin jedoch weder bereits in der Kindheit und Jugend vorhanden, noch in den 
späteren Lebensphasen so ausgeprägt, dass sie mehrere Lebensbereiche anhaltend negativ be-
einflusst hätte. Dr. C.____ verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der Beschwerdefüh-
rerin sowohl in ihrem Heimatland als auch in Deutschland ein erfolgreicher Schulabschluss ge-
lungen sei und sie ihren Lebensunterhalt mit einem befristeten Job habe finanzieren können, als 
sich ihr Plan, sich als Arztassistentin auszubilden, ohne ihr Verschulden zerschlagen habe. Sie 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

habe nach der Heirat und Geburt ihrer Tochter eine einjährige Ausbildung zur Pflegeassistentin 
mit guten Zeugnissen gemacht, in anderen Bereichen wie Security und Verkauf gearbeitet und 
trotz massiver psychosozialer Belastungen (psychische und körperliche Gewalt durch ihren spä-
teren drogenabhängigen und kriminellen Partner) von 2011 bis 2016 in der Pflege gearbeitet und 
dabei durchgehend gute Beurteilungen erhalten. Auch habe die Beschwerdeführerin es zuletzt 
geschafft, sich aus der gewalttätigen Beziehung zu lösen und eine neue Ehe einzugehen. lm April 
2021 sei sie Mutter eines Sohnes geworden und mit dem Ehemann zusammengezogen. Entspre-
chend überwiegen für die Gutachterin die sozialen Schwierigkeiten im Vergleich zu den "dadurch 
teilweise mitverursachten Persönlichkeitsauffälligkeiten". Diagnostisch sei nicht von einer im pa-
thologischen Bereich liegenden Persönlichkeitsstörung auszugehen. Sie könne – wie auch die 
Hausärzte oder der frühere, behandelnde Psychiater Dr. F.____ – keine manifeste Persönlich-
keitsstörung feststellen. Gravierende selbstschädigende oder fremdgefährliche Verhaltenswei-
sen, wie sie bei Personen mit einer schweren Persönlichkeitsschädigung oftmals auftreten wür-
den, seien ebensowenig nachzuweisen wie freiwillige diagnosespezifische (teil-)stationäre Be-
handlungen oder Kriseninterventionen. Bei den von der behandelnden Psychiaterin retroperspek-
tiv angeführten zwei manischen Phasen würde es sich laut Gutachterin um euphorische Stim-
mungen im Rahmen der emotionalen Instabilität handeln, zudem könnten die Wirkungen der teil-
weise konsumierten Substanzen eine auslösende oder verstärkende Rolle gespielt haben. Diffe-
rentialdiagnostisch könnten in der Vergangenheit leichte depressive und submanische Aus-
schläge im Sinne einer Zyklothymie bestanden haben. Bei der Begutachtung seien keine diesbe-
züglichen Symptome feststellbar gewesen und die aufgrund der medizinischen Berichte vorlie-
gende rezidivierende depressive Störung habe sich bei der aktuellen Untersuchung als remittiert 
gezeigt. Eine fehlende ausgeprägte psychische Symptomatik mit entsprechendem Leidensdruck 
leitet die Gutachterin zudem daraus ab, dass die Beschwerdeführerin bis 2018 vorgeschlagene 
fachspezifische Behandlungen nicht konsequent wahrgenommen und seit Sommer 2020 auf eine 
medikamentöse Behandlung verzichtet habe. Des Weiteren legt die Gutachterin im Zusammen-
hang mit den Ergebnissen des durchgeführten Mini-lCF-APP den Einfluss der gesundheitlichen 
Einschränkungen auf die berufliche Funktionsfähigkeit insofern dar, dass im beruflichen Kontext 
zwar ihre Fähigkeiten in den Bereichen Gruppen- und Teamarbeit, Flexibilität und Selbstbehaup-
tung durch ihre Persönlichkeitsakzentuierung leicht vermindert seien, so dass sie für intensive 
Teamarbeit, Personalführung oder sozial besonders anspruchsvolle oder fordernde Arbeiten wie 
Kundenbetreuung weniger geeignet sei. Dies könnte auf längere Sicht vermehrt zu Reibereien 
führen. Hingegen könne sie in kleineren, stabilen Teams ohne häufige Fluktuation und mit flachen 
Hierarchiestrukturen dauerhaft gute Leistungen zeigen. Zwar könne es aufgrund ihrer Neigung 
zu depressiven Angststörungen und psychosomatischen Beschwerden wie Schwindel, Magen-
Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen zeitweise zu Arbeitsunfähigkeiten kommen bzw. könn-
ten die Fähigkeiten zur Entscheidung, zum Einhalten von Plänen und Regeln und die Durchhal-
tefähigkeit vorübergehend reduziert sein. Doch könnten die depressiven Symptome durch Be-
handlung jeweils wieder reduziert bzw. ganz zum Abklingen gebracht werden. Entsprechend 
seien beruflich keine dauerhaften funktionalen Einschränkungen erkennbar. Die Explorandin 
könne vielmehr konstant gute Leistungen erbringen und sich den Gegebenheiten anpassen, wie 
auch die Arbeitszeugnisse belegen würden. Entsprechend würde aus psychiatrischer Sicht 
durchgängig ab 1. April 2016 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl im angestammten 
Tätigkeitsbereich als Pflegeassistentin als auch für jede prinzipiell in Frage kommende Tätigkeit 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vorliegen. Hingegen räumt die Gutachterin ein, seien aufgrund der Persönlichkeitsakzentuierung 
in engen sozialen Beziehungen, insbesondere im Bereich von Partnerschaften oder familiären 
Beziehungen, dauerhafte funktionale Einschränkungen der Explorandin ersichtlich, weil sie auf-
grund ihrer emotionalen Instabilität intensive Liebesbeziehungen suche, um darin Zuwendung, 
Anerkennung und Halt zu finden. lm Verlauf würden sich die Beziehungen wegen der Stimmungs-
schwankungen der Explorandin und ihren impulsiven Zügen meist konflikthaft entwickeln, so dass 
sie auf andere Strategien der emotionalen Beruhigung bzw. Stimmungsverbesserung setzen 
würde wie vermehrtes Essen von Süssigkeiten, Schönheitsoperationen oder die Suche nach ei-
nem neuen Partner.  
 
8.1 Die IV-Stelle erachtet das psychiatrische Gutachten von Dr. C.____ in ihrer Stellung-
nahme vom 2. Dezember 2021 unter Hinweis auf die Stellungnahme des RAD vom 30. November 
2021 als überzeugend und ist der Ansicht, dass darauf abgestellt werden kann. Die Beschwer-
deführerin verzichtet in ihrem Schreiben vom 27. Dezember 2021 auf eine Stellungnahme und 
bringt keine Einwände gegen das Gerichtsgutachten vor. 
 
8.2 Wie bereits ausgeführt, ist von einem Gerichtsgutachten nur bei Vorliegen triftiger 
Gründe abzuweichen (vgl. E. 5.3 hievor). Insgesamt erweist sich das vorliegende Gerichtsgut-
achten aber als überzeugend, nachvollziehbar und schlüssig. Die Gutachterin hat die Beschwer-
deführerin zwei Mal persönlich untersucht und sie hat sich mit den Vorakten vertieft auseinander-
gesetzt. Zudem hat sie auch den Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. G.____, FMH All-
gemeine Innere Medizin, sowie die behandelnde Psychiaterin, Dr. B.____, kontaktiert. Es liegen 
ausserdem keine aktuellen Arztberichte vor, die den Schlussfolgerungen der Gutachterin wider-
sprechen würden. Es ist folglich auf das Gerichtsgutachten abzustellen und von einer vollen Ar-
beitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.  
 
9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle das Gesuch der Beschwerdefüh-
rerin um Ausrichtung von Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht abgelehnt hat und folg-
lich die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist.  
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1

bis
 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-

willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach 
§ 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Da ihr mit Verfügung vom 10. Juli 2020 die 
unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde, gehen die Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten 
der Gerichtskasse. 
 
10.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rück-
weisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness 
entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen 
aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 
Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bun-
desgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten 
eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es 
erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens 
der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich 
in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschie-
denen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen 
durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der me-
dizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Exper-
tise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht 
erfülle (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz 
respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse 
einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanz-
lichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer er-
folge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; 
zum Ganzen: BGE 139 V 496 E. 4.4 mit Hinweisen).  
 
10.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 
zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage 
nicht möglich war. Wie vorstehend in E. 6.3 ausgeführt, kam dem psychiatrischen Teilgutachten 
von Dr. D.____ vom 30. Dezember 2019 mit Blick auf die Anforderungen an den Beweiswert 
ärztlicher Berichte und Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen 
bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bil-
deten, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend be-
weiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsverfahren Untersuchungsmängel auf, die eine Ge-
richtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des psychiatrischen Gerichtsgutachtens, welche 
sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 22. November 2021 auf Fr. 6'720.-- belaufen, 
sind unter diesen Umständen der IV-Stelle aufzuerlegen. 
 
10.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 
Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Stellt man vorliegend einzig auf den Prozessausgang ab, 
so steht der Beschwerdeführerin als unterliegender Partei keine Parteientschädigung zu. Nun gilt 
es allerdings zu beachten, dass das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) in 
ständiger Rechtsprechung zum Parteientschädigungsrecht im Rahmen der bundesrechtlichen 
Vorschriften über die Parteientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren das Verursa-
cherprinzip anerkannt hat. Danach hat unnötige Kosten zu bezahlen, wer sie verursacht hat (BGE 
125 V 373 E. 2b, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2016, 8C_349/2016, E. 4). 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Dementsprechend kann keine Parteientschädigung beanspruchen, wer zwar im Prozess obsiegt, 
sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, er habe es wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht 
selber zu verantworten, dass ein unnötiger Prozess geführt worden sei (Sozialversicherungsrecht 
- Rechtsprechung [SVR] 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Andererseits kann 
das Verursacherprinzip aber auch dazu führen, dass die Behörde einer unterliegenden Partei die 
Parteikosten zu ersetzen hat, wenn sie das Verfahren durch einen Fehler veranlasst oder wenn 
sie der Beschwerde führenden Partei – unter damaliger Optik – zumindest berechtigten Anlass 
zur Ergreifung des Rechtsmittels gegeben hat (vgl. zum Ganzen: MARTIN BERNET, Die Parteient-
schädigung in der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege, Zürich 1986, S. 136 ff.). Diese im 
Rahmen von altArt. 85 Abs. 2 lit. f AHVG sowie altArt. 108 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über 
die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 entwickelten Grundsätze zum Anspruch auf 
Parteientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren haben unter der Herrschaft des ATSG 
weiterhin Geltung und sind demnach für die Auslegung von Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG massge-
bend (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1). 
10.3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 
6. Mai 2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf das bidiszip-
linäre Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 9. Januar 2020. Anlässlich der Urteilsbera-
tung vom 28. Januar 2021 erachtete das Kantonsgericht die von der Beschwerdeführerin erho-
benen Rügen als begründet (vgl. E. 6.3 hiervor); es entschied, den Fall auszustellen und zur 
Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Der dama-
lige Beschluss des Kantonsgerichts macht deutlich, dass die Erhebung der Beschwerde durch 
die Versicherte jedenfalls insoweit begründet war, als sie darin in zutreffender Weise die vor-
instanzliche Abklärung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts beanstandete und die 
Anordnung eines gerichtlichen psychiatrischen Gutachtens beantragte. Dies wiederum zeigt, 
dass die Versicherte – unter damaliger Optik – ausreichende Veranlassung hatte, die Verfügung 
der Beschwerdegegnerin vom 6. Mai 2020 beim Kantonsgericht anzufechten. Vor diesem Hinter-
grund rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin für die von ihrer Rechtsvertreterin im Zeitraum 
ab Zustellung der Verfügung vom 6. Mai 2020 bis und mit der Urteilsberatung vom 28. Januar 
2021 erbrachten notwendigen Bemühungen eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Für diese Lösung spricht auch der Umstand, dass die 
Versicherte in gleicher Weise Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin gehabt hätte, wenn das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung 
vom 28. Januar 2021 den Fall nicht ausgestellt und ein Gerichtsgutachten in Auftrag gegeben, 
sondern stattdessen die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Angelegenheit zur weite-
ren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen 
hätte. Bei dieser Vorgehensweise des Gerichts gilt nämlich nach ständiger bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung die Beschwerde führende Person als (vollständig) obsiegende Partei, welche 
gemäss Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten des betroffenen 
Sozialversicherers hat (vgl. BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinwei-
sen).  
 
10.3.3 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 27. Dezem-
ber 2021 einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 5 Minuten und Auslagen von Fr. 178.70 bis zur 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 geltend gemacht, was sich unter Berücksichtigung des dop-
pelten Schriftenwechsels als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversi-
cherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- 
zu entschädigen. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind die bis zu diesem Zeitpunkt geltend ge-
machten Auslagen in der Höhe von Fr. 178.70. Der Beschwerdeführerin ist deshalb für die im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren bis zur Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 erbrachten Be-
mühungen ihrer Rechtsvertreterin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'252.75 
(15,08 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 178.70 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Las-
ten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 

10.3.4 Was die nach der Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 angefallenen ausserordentlichen 
Kosten betrifft, so sind diese dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen (vgl. E. 10.3.1 
hiervor). Da der Beschwerdeführerin ebenfalls mit Verfügung vom 10. Juli 2020 die unentgeltliche 
Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt wurde, ist diese für ihre Bemühungen nach 
der Urteilsberatung vom 28. Januar 2021 aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 
Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das 
Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 27. Dezember 2021 für ihre Bemühungen ab 
28. Januar 2021 einen Zeitaufwand von 1 Stunde und 15 Minuten geltend gemacht, was sich 
umfangmässig als angemessen erweist. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind sodann die geltend 
gemachten Auslagen von Fr. 11.90. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 282.05 (1,25 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen von Fr. 11.90 zuzüglich 
7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten.  
 
10.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
 
  

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von Fr. 6'720.-
- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine redu-
zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'252.75 (inkl. Auslagen 
und 7,7 % Mehrwertsteuer) auszurichten. 

Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der 
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 282.05 (inklusive Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet. 

 

 
 

 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht