# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e11263e1-11cc-5f74-b350-03bf286db3a8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.05.2008 E-341/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-341-2008_2008-05-09.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-341/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Beat Weber, 
mit Zustimmung von Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiberin Contessina Theis.

A._______, geboren (...),
Türkei,
handelnd durch B._______, (...),
und dieser vertreten durch Hanspeter Merz, 
Caritas Aargau, Flüchtlingsdienst, 
Laurenzenvorstadt 80, Postfach 2432, 5001 Aarau,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und Asyl; 
Verfügung des BFM vom (...)/ N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-341/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Vater  der  Beschwerdeführerin,  B._______,  am  (...)  im 
Rahmen des Familiennachzuges in der Schweiz Asyl erhielt und in die 
Flüchtlingeigenschaft seines Vaters einbezogen wurde,

dass dem Vater der Beschwerdeführerin  mit  Verfügung vom (...)  das 
Asyl  gemäss  Art.  63  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) widerrufen und er am (...) als Flüchtling vorläufig 
aufgenommen wurde,

dass  der  Vater  der  Beschwerdeführerin  am  (...)  in  der  Schweiz 
geheiratet  hat  und  am  (...)  die  Tochter  und  Beschwerdeführerin, 
A._______, zur Welt gekommen ist,

dass der Vater mit Schreiben vom (...) beim BFM um Einbezug seiner 
Tochter in seine Flüchtlingseigenschaft  und um Gewährung von Asyl 
gebeten hat,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  (...)  das  Asylgesuch  zwecks 
Familienzusammenführung  ablehnte  und  zur  Begründung  im 
Wesentlichen anführte,  dass  B._______  inzwischen nicht  mehr  über 
Asyl verfüge, weshalb ein Einbezug in den Asylstatus von vornherein 
entfalle und es gemäss ständiger asylrechtlicher Praxis keinen Einbe-
zug in den Einbezug der Flüchtlingseigenschaft geben würde, weshalb 
die Tochter auch nicht  in die Flüchtlingseigenschaft  einbezogen wer-
den könne,

dass die  Beschwerdeführerin,  gesetzlich  vertreten durch ihren Vater, 
mit  Eingabe  vom  (...)  gegen  diese  Verfügung  beim  Bun-
desverwaltungsgericht  Beschwerde erhob und dabei  beantragte, den 
Entscheid des BFM aufzuheben und ihr den Einbezug in die Flücht-
lingseigenschaft des Vaters zu gewähren,

dass die Beschwerde damit begründet wird, dass die Flüchtlingseigen-
schaft  des  Vaters  nie  bestritten  worden  sei,  weshalb  Art.  51  Abs. 3 
AsylG -  unabhängig davon,  ob die Flüchtlingseigenschaft  des Vaters 
derivativ erworben worden sei - anzuwenden sei, 

dass weiter in der Beschwerde geltend gemacht wird, dass der Vater 
über ein schweizerisches Reisepapier  verfüge, und als Flüchtling für 

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E-341/2008

die Tochter  keinen türkischen Pass beantragen könne,  was zu einer 
Rechtsungleichheit gegenüber seiner Tochter führe,

dass der mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 
(...) verlangte Kostenvorschuss am (...) fristgerecht geleistet wurde,

dass mit Zwischenverfügung vom (...) die Beschwerde der Vorinstanz 
zur Vernehmlassung zugestellt wurde,

dass die Vorinstanz mit Schreiben vom (...) fristgerecht die Abweisung 
der Beschwerde beantragte,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung hat  und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG minderjährige Kinder von Flüchtlin-
gen als Flüchtlinge anerkannt werden und Asyl erhalten, sofern keine 
besonderen Umstände dagegen sprechen,

dass  auch  in  der  Schweiz  geborene  Kinder  von  Flüchtlingen  als 
Flüchtlinge anerkannt werden, sofern keine besonderen Umstände da-
gegen sprechen (Art. 51 Abs. 3 AsylG),

dass gemäss geltender Praxis der schweizerischen Asylbehörden zu 
Art. 51 Abs. 3 AsylG die abgeleitete Flüchtlingseigenschaft  nur dann 
weiterübertragen werden kann, wenn ihrem Träger oder ihrer Trägerin 
seiner- oder ihrerseits auch die originäre (materielle) Flüchtlingseigen-
schaft zukommt, weshalb in der Schweiz geborene Kinder kein Famili-
enasyl erhalten, wenn deren Eltern ihrerseits bloss die abgeleitete (de-
rivative,  formelle)  Flüchtlingseigenschaft  besitzen  (Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
1997 Nr. 1; EMARK 1998 Nr. 9; EMARK 2000 Nr. 23),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht unter Hinweis 
auf die ständige asylrechtliche Praxis festgestellt  hat,  dass der Vater 
der Beschwerdeführerin keine originäre, sondern eine derivativ erwor-
bene  Flüchtlingseigenschaft  besitze  und  seinerseits  die  materielle 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  was einem Einbezug seines Kin-
des in die eigene Flüchtlingseigenschaft entgegenstehe,

dass der Einwand in der Beschwerdeschrift, wonach die Beschwerde-
führerin mangels Reisepapieren im Gegensatz zu ihrem Vater rechts-
ungleich behandelt  würde,  nicht  zu einem anderen Entscheid führen 
kann,

dass die Vorinstanz das Gesuch der Beschwerdeführerin um Einbezug 
in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihres  Vaters  somit  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die 

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Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 
11. Dezember  2006 [VGKE,  SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen  und  mit  dem  am  (...)  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
Höhe von Fr. 600.-- zu verrechnen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 600.--  werden der  Beschwerdeführerin 
auferlegt  und  mit  dem  am  (...)  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 
600.-- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- das Migrationsamt des Kantons C._______ (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Contessina Theis

Versand: 

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