# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ea65731-3da4-580b-975a-3b3db5d8a46b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 23.10.2018 U 2018 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2018-12_2018-10-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 18 12

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, von Salis 

Aktuar ad hoc Vital

URTEIL

vom 23. Oktober 2018

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin,

Beschwerdeführerin

gegen 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Familiennachzug

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1. Der aus X._____ stammende B._____ reiste im Jahre 1986 im Rahmen 

des Familiennachzugs zu seiner damaligen Ehefrau in die Schweiz ein und 

erhielt zuerst eine Aufenthaltsbewilligung und später eine Niederlassungs-

bewilligung. Aus dieser Ehe entsprang 1988 ein Sohn. Zehn Jahre später 

wurde die Ehe geschieden.

2. Im Jahre 2003 lernte B._____ die in X._____ wohnhafte A._____ kennen. 

Im Oktober 2004 wurde dort der gemeinsame Sohn C._____ geboren. In 

der Geburtsurkunde ist B._____ als Vater eingetragen. In der Folge be-

suchte B._____ seinen Sohn vier- bis fünfmal pro Jahr für jeweils einige 

Wochen in X._____. A._____ bewohnte mit dem gemeinsamen Sohn 

C._____ eine Wohnung in Y._____. 

3. A._____ und B._____ heirateten am 5. Mai 2016, worauf B._____ am 

30. Juni 2016 den Familiennachzug für seine Ehefrau und den gemeinsa-

men Sohn C._____ beantragte. Mit Verfügung vom 29. Dezember 2016 

lehnte das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden (nachfolgend AFM) 

das Gesuch in Bezug auf den gemeinsamen Sohn mit der Begründung ab, 

die Nachzugsfrist sei abgelaufen und es seien keine wichtigen familiären 

Gründe geltend gemacht worden. Das AFM zeigte sich aber bereit, ein Fa-

miliennachzugsgesuch für A._____ zu bewilligen, wobei es ausdrücklich 

darauf hinwies, dass die Heirat der Kindsmutter keine neue Frist für den 

Familiennachzug des Sohnes auslöse. Diese Verfügung erwuchs unange-

fochten in Rechtskraft. Mit Schreiben vom 7. Februar 2017 beantragte 

B._____ beim AFM, das Familiennachzugsgesuch für A._____ zu bewilli-

gen und orientierte das AFM dahingehend, dass der gemeinsame Sohn bei 

dessen Grosseltern wohnen werde. Das AFM hat dem Gesuch am 9. Fe-

bruar 2017 entsprochen und den Familiennachzug für A._____ gewährt. 

Nach ihrer Einreise in die Schweiz am 12. März 2017 erhielt A._____ eine 

Aufenthaltsbewilligung.

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4. Am 20. Juni 2017 beantragte A._____ den Nachzug für den gemeinsamen 

Sohn C._____. Dieses Gesuch wies das AFM am 5. Juli 2017 mit Hinweis 

auf die Verfügung vom 29. Dezember 2016 formlos ab. A._____ verlangte 

eine anfechtbare Verfügung, welche nach mehreren Korrespondenzen mit 

dem AFM am 27. Oktober 2017 erlassen wurde und zur Ablehnung des 

Gesuches führte. Begründet wurde dies damit, dass der Vater von C._____ 

die Nachzugsfristen verpasst habe und auch mit der Heirat der Mutter keine 

neue Frist zu laufen begonnen habe. Es seien zudem keine wichtigen fa-

miliären Gründe für den Nachzug dargetan worden und aus den eingereich-

ten Unterlagen gehe ferner hervor, dass A._____ auch in X._____ nicht mit 

dem gemeinsamen Sohn C._____ zusammengelebt habe. 

5. Die dagegen erhobene Verwaltungsbeschwerde vom 17. November 2017 

wies das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden 

(nachfolgend DJSG) mit Verfügung vom 12. März 2018 ab.

6. Am 4. April 2018 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und bean-

tragte kostenfällig die Aufhebung der angefochtenen Departementsverfü-

gung und die Bewilligung des Familiennachzugs für ihren Sohn C._____. 

In beweisrechtlicher Hinsicht begehrt sie die Edition sämtlicher Verfahrens-

akten durch die Vorinstanz. 

Sie begründet ihre Beschwerde im Wesentlichen damit, dass ihr ein ei-

genständiger Anspruch auf Familiennachzug zustehe, welchen sie inner-

halb der gesetzlichen Frist geltend gemacht habe. Ferner verneine das 

DJSG in rechtswidriger Weise das Vorliegen wichtiger familiärer Gründe. 

Abgesehen davon sei die Begründung des DJSG betreffend die Verweige-

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rung der Anhörung ihres Sohnes nicht rechtsgenüglich und verletze das 

rechtliche Gehör.

7. In seiner Vernehmlassung vom 18. April 2018 beantragte das DJSG (nach-

folgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde unter Kosten-

folge zulasten der Beschwerdeführerin. Für die Begründung verweist der 

Beschwerdegegner auf die angefochtene Verfügung unter Hinweis auf das 

Urteil des Bundesgerichts 2C_205/2011 vom 3. Oktober 2011.

8. Mit Eingabe vom 17. Mai 2018 verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine 

Replik. 

9. Mit Schreiben vom 18. Mai 2018 gab der Instruktionsrichter den anwaltlich 

vertretenen Parteien Gelegenheit, ihre Kostennote sowie eine entspre-

chende Honorarvereinbarung einzureichen. In der Folge wurden dem 

streitberufenen Gericht weder Honorarnoten noch Honorarvereinbarungen 

zugestellt. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf 

die angefochtene Departementsverfügung sowie auf die im Recht liegen-

den Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägun-

gen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die Departe-

mentsverfügung vom 12. März 2018, worin die Verwaltungsbeschwerde 

der Beschwerdeführerin gegen die Verfügung des AFM vom 27. Oktober 

2017 abgewiesen und damit das Gesuch der Beschwerdeführerin auf 

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Nachzug ihres Sohnes im Rahmen des Familiennachzugs nicht bewilligt 

wurde. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Depar-

temente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht 

endgültig sind oder bei einer anderen Instanz angefochten werden können. 

Die hier angefochtene Departementsverfügung kann weder vor einer an-

deren Instanz angefochten werden noch ist sie endgültig, weshalb sie ein 

taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden darstellt. Als Adressatin der angefochtenen 

Departementsverfügung ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf und ist 

damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zu-

dem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Strittig und zu prüfen ist, ob das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 

20. Juni 2017 um Familiennachzug für ihren Sohn zu Recht abgelehnt 

wurde.

3.1. Zunächst ist jedoch auf die formelle Rüge der Beschwerdeführerin einzu-

gehen, wonach der Beschwerdegegner nicht rechtsgenüglich begründet 

habe, weshalb er von einer gleichgelagerten Interessenlage ausgegangen 

sei und deshalb auf eine Anhörung des Sohnes der Beschwerdeführerin 

verzichtet habe. 

3.2. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches 

Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, so-

weit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die Gehörsgarantie 

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ist somit ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, hat also den 

Charakter eines selbständigen Grundrechtes (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1001 

und 1003). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt insbesondere auch ein Mindestan-

spruch auf Begründung eines hoheitlichen Aktes. Die Begründungspflicht 

für kantonale Behörden ergibt sich aus dem kantonalen Verfahrensrecht, 

vorliegend aus Art. 22 Abs. 1 VRG, welcher ausdrücklich festhält, dass Ent-

scheide zu begründen sind. Sinn und Zweck der Begründungspflicht liegt 

darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine Behörde entgegen seinem 

Antrag entschieden hat. Die Begründung eines Entscheides muss deshalb 

so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht an-

fechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechts-

mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen kön-

nen. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr 

Entscheid stützt (PVG 2011 Nr. 31 m.w.H.). Es ist insbesondere nicht nötig, 

dass sie sich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen 

Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf die für den 

Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler BGE 133 

I 270 E.3.1). Ob die Begründung dann auch rechtlich zutreffend und haltbar 

ist, ist nicht eine Frage des formellen Anspruchs auf rechtliches Gehör, son-

dern der materiellen Beurteilung der Streitfrage. 

3.3. In der angefochtenen Departementsverfügung gibt der Beschwerdegegner 

die im Zusammenhang mit der Kindsanhörung nach Art. 47 Abs. 4 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; 

SR 142.20) entwickelte bundesgerichtliche Rechtsprechung wieder. So-

dann begründet der Beschwerdegegner den Verzicht auf die Anhörung des 

Sohnes der Beschwerdeführerin damit, dass dieser im Entscheidungszeit-

punkt noch keine 14 Jahre alt gewesen sei, die Interessen der Beschwer-

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deführerin und ihres Sohnes gleichläufig seien und der wechselseitige Wille 

zur Übersiedlung vorliegend nicht entscheidrelevant sei und die Beschwer-

deführerin ausreichend Gelegenheit gehabt habe, wichtige familiäre 

Gründe darzulegen. Hinsichtlich der Anhörung des Sohnes der Beschwer-

deführerin hat der Beschwerdegegner damit die Überlegungen genannt, 

von denen er sich leiten liess und auf welche er seinen Entscheid stützt. 

Für die Beschwerdeführerin war ohne Weiteres erkennbar, weshalb ihr An-

trag auf rechtshilfeweise Anhörung ihres Sohnes abgewiesen wurde. Die 

Beschwerdeführerin war zudem auch ohne Weiteres in der Lage, den miss-

liebigen Entscheid sachgerecht anzufechten, was bereits deren Beschwer-

deeingabe vom 4. April 2018 zeigt. Dementsprechend verfängt ihre Rüge - 

der Beschwerdegegner lasse völlig offen, woraus sie eine gleichgerichtete 

Interessenlage schliesse - nicht.

Abgesehen davon ist nicht zu beanstanden, wenn der Beschwerdegegner 

von gleichgerichteten Interessen ausgeht, ohne dies näher zu begründen. 

So wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Familiennachzug für ih-

ren Sohn von dieser selbst eingereicht, weshalb ein solcher in ihrem Inter-

esse liegt (Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] IA/6). Auch ist es in An-

betracht der Tatsache, dass gemäss Art. 75 der Verordnung über Zulas-

sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) wichtige fami-

liäre Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG bzw. Art. 73 Abs. 3 VZAE 

dann vorliegen, wenn das Kindeswohl nur durch einen Nachzug in die 

Schweiz gewahrt werden kann, für die Beschwerdeführerin nicht von Nach-

teil, wenn angenommen wird, ein Nachzug sei auch im Interesse des nach-

zuziehenden Kindes. Denn bei sich zuwiderlaufenden Interessen müsste 

das Kindeswohl ernsthaft in Frage gezogen werden, wodurch die Bewilli-

gung eines Gesuches um Familiennachzug erheblich erschwert sein dürfte. 

Unter diesen Umständen ist es deshalb nicht zu beanstanden, wenn der 

Beschwerdegegner nicht ausführt, weshalb er gleichgerichtete Interessen 

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angenommen hat. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist somit zu ver-

neinen. 

3.4. Im Übrigen ist - wie nachstehend dargestellt - auch nicht zu beanstanden, 

dass der Beschwerdegegner auf die Anhörung des Sohnes der Beschwer-

deführerin verzichtet hat. Gemäss Art. 47 Abs. 4 AuG bzw. Art. 73 Abs. 3 

VZAE werden Kinder über 14 Jahre zum Familiennachzug angehört, sofern 

dies erforderlich ist. Nach der vom Beschwerdegegner in zutreffender 

Weise zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung hierzu, ist eine per-

sönliche Anhörung des Kindes nicht in jedem Fall unerlässlich. Wenn Kin-

der durch ihre Eltern vertreten werden und beider Interessen gleichläufig 

sind, kann die Ansicht der Kinder auch ohne persönliche Anhörung durch 

ihre Eltern eingebracht werden, sofern der rechtserhebliche Sachverhalt 

auch ohne diese Anhörung rechtsgenüglich festgestellt werden kann (Urteil 

des Bundesgerichts 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E.5.1 m.w.H.). In 

ihrer Beschwerde an den Beschwerdegegner vom 17. November 2017 

(Bg-act. II/1) beantragte die Beschwerdeführerin die rechtshilfeweise An-

hörung ihres Sohnes betreffend wichtige familiäre Gründe für den Zuzug 

zu den Eltern in die Schweiz. Zugleich verweist sie in eben dieser Be-

schwerde in Bezug auf die Wichtigkeit der familiären Gründe für den Nach-

zug ihres Sohnes auf die Argumente im Vorverfahren und erwähnt diese 

nur noch stichwortartig. Mithin ging die Beschwerdeführerin bereits im Zeit-

punkt der Beschwerde an den Beschwerdegegner davon aus, sie habe die 

wichtigen familiären Gründe in Bezug auf ihren Sohn bereits im Verfahren 

vor dem AFM hinreichend und ausführlich dargelegt. Welche weiteren re-

levanten Ausführungen nur in einer Anhörung ihres Sohnes hätten ermittelt 

werden können und müssen, ist nicht ersichtlich und wird im Übrigen von 

der Beschwerdeführerin auch nicht vorgebracht. Unter diesen Umständen 

und unter Berücksichtigung der vorstehend dargelegten bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung ist nicht zu beanstanden, wenn der Beschwerdegeg-

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ner auf die Anhörung des Sohnes der Beschwerdeführerin verzichtet hat. 

Insbesondere ist darin ebenfalls keine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV zu 

erblicken. Zwar umfasst der Anspruch auf rechtliches Gehör das Recht des 

Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden 

Entscheids zur Sache zu äussern sowie das Recht auf die Abnahme der 

rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel. 

Indessen räumt Art. 29 Abs. 2 BV keinen Anspruch auf eine mündliche An-

hörung ein. Zudem steht diese Verfassungsgarantie einer vorweggenom-

menen Beweiswürdigung nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_330/2012 vom 18. Oktober 2012 E.2.2). Ausserdem trifft es zu, dass 

der nachzuziehende Sohn im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung das 14. Altersjahr noch nicht zurückgelegt hatte, weshalb eine 

Anhörung desselben gemäss dem Wortlaut von Art. 47 Abs. 4 AuG bzw. 

Art. 73 Abs. 3 VZAE ohnehin ausser Betracht gefallen wäre. Ob Kinder un-

ter 14 Jahren ebenfalls anzuhören sind, wie dies in der Lehre gefordert wird 

(vgl. CARONI, in: CARONI/GÄCHTER/THURNHERR [Hrsg.], Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, Art. 47 Rz. 25 ff.), ist 

vorliegend jedoch nicht weiter zu behandeln, zumal auf die Anhörung des 

nachzuziehenden Sohnes bereits aus den vorstehenden Gründen und un-

abhängig von dessen Alter zu Recht verzichtet worden ist.

4. In beweisrechtlicher Hinsicht begehrt die Beschwerdeführerin die Edition 

sämtlicher Vorakten durch den Beschwerdegegner. Mit seiner Vernehm-

lassung vom 18. April 2018 legte der Beschwerdegegner die Akten des 

AFM sowohl betreffend die Beschwerdeführerin, deren Ehemann als auch 

des gemeinsamen Sohnes ins Recht. Soweit ersichtlich ist dem Beweisan-

trag der Beschwerdeführerin damit entsprochen worden. Jedenfalls bringt 

sie in ihrer Eingabe vom 17. Mai 2018 nichts Gegenteiliges vor. 

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5.1. In materieller Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin zunächst vor, ihr 

stehe ein eigenständiger Anspruch auf Familiennachzug zu, den sie inner-

halb der gesetzlichen Frist geltend gemacht habe. Die ihr erteilte Aufent-

haltsbewilligung stelle formell wie materiell eine neue Bewilligung dar, die 

auf der Grundlage veränderter Tatsachen erteilt worden sei, nämlich der 

Heirat mit B._____. Der Beschwerdeführerin unter diesen Umständen den 

Familiennachzug zu versagen, bedeute, dass ihr nicht die gleichen Rechte 

auf Familiennachzug zustünden, wie dem Vater. Eine solche Rechtsun-

gleichheit peile das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 

ebenso wenig wie die Bundesverfassung an. Zudem verkenne der Be-

schwerdegegner, dass die Eltern erst dann als Einheit zu betrachten seien, 

wenn sie zusammen lebten bzw. zusammen zu wohnen beabsichtigten. 

Hinsichtlich dem Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und B._____ 

sei dies bis zum Zeitpunkt ihrer Heirat gerade nicht der Fall gewesen, wes-

halb sie sich die vom Kindsvater versäumten Fristen nicht entgegenhalten 

lassen müsse. Es gelte somit, dass die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung 

für die Beschwerdeführerin am 9. Februar 2017 einen neuen Fristenlauf 

gemäss Art. 47 AuG in Gang gesetzt habe und sie die Frist gewahrt habe.

5.2. In der angefochtenen Departementsverfügung führte der Beschwerdegeg-

ner im Wesentlichen aus, die Frist für den Nachzug des Sohnes der Be-

schwerdeführerin im Rahmen des Familiennachzuges habe am 31. De-

zember 2012 geendet. Der im Nachgang an die Verfügung vom 29. De-

zember 2016 gewährte Familiennachzug der Beschwerdeführerin habe 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine eigene Frist zum Fami-

liennachzug ihres Sohnes ausgelöst. Damit stehe fest, dass die ordentliche 

Nachzugsfrist gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG im Zeitpunkt der Einreichung des 

Gesuches um Familiennachzug am 20. Juni 2017 bereits abgelaufen sei. 

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5.3. Demgemäss ist zu prüfen, ob die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an 

die Beschwerdeführerin einen neuen Fristenlauf für den Nachzug des ge-

meinsamen Sohnes im Rahmen des Familiennachzuges gemäss Art. 44 

AuG i.V.m. Art. 73 Abs. 1 VZAE ausgelöst hat oder aber ob sich die Be-

schwerdeführerin die vom Vater des gemeinsamen Sohnes ungenutzt ver-

strichenen Nachzugsfristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG entgegenhalten 

lassen muss.

5.4. Gemäss Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG beginnt die fünfjährige Nachzugsfrist für 

Familienangehörige von Ausländerinnen und Ausländer mit der Erteilung 

der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des 

Familienverhältnisses. Der Fristenlauf beginnt dann mit der Entstehung des 

Familienverhältnisses, wenn im Zeitpunkt der Erteilung der Niederlas-

sungsbewilligung an den in der Schweiz lebenden Ehepartner oder Eltern-

teil das Familienverhältnis noch nicht begründet war. Der Zeitpunkt der Ent-

stehung des Familienverhältnisses ist dabei entweder der Zeitpunkt des 

Eheschlusses oder der Begründung des Kindsverhältnisses durch Geburt, 

Anerkennung, Gerichtsurteil oder Adoption (CARONI, a.a.O., Art. 47 Rz. 17). 

Die Fristenregelung von Art. 47 AuG i.V.m. Art. 42 ff. AuG bezweckt im 

Rahmen des Familiennachzugs die rasche Integration der nachzuziehen-

den Angehörigen und insbesondere der Kinder zu fördern. Durch einen 

frühzeitigen Nachzug sollen diese unter anderem eine möglichst umfas-

sende Schulbildung in der Schweiz geniessen (Botschaft vom 8. März 2002 

zum AuG, BBl 2002 3754 Ziff. 1.3.7.7). Zudem kommt den Fristen in Art. 47 

AuG die Funktion zu, den Zugang von ausländischen Personen zu steuern. 

Hierbei handelt es sich praxisgemäss um ein legitimes (staatliches) Inter-

esse, um im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Men-

schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) das Recht auf Famili-

enleben beschränken zu können (Urteil des Bundesgerichts 2C_363/2016 

vom 25. August 2016 E.2.2 m.w.H.). Gleiches muss für die Fristenregelung 

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gemäss Art. 44 AuG i.V.m. Art. 73 VZAE gelten, zumal diese Bestimmun-

gen inhaltlich mit Art. 47 AuG bzw. Art. 43 AuG weitestgehend übereinstim-

men. Abgesehen davon haben die Regelungen über den Familiennachzug 

zum Ziel, ein Zusammenleben von Familienangehörigen in der Schweiz zu 

ermöglichen (CARONI, a.a.O., Vorb. Art. 42-52 Rz. 1). Als Familienangehö-

rige gelten gemäss Wortlaut von Art. 43 Abs. 1 AuG ausländische Ehegat-

ten und ledige Kinder unter 18 Jahren, mithin die Kernfamilie (vgl. CARONI, 

a.a.O., Art. 43 Rz. 5). Gleiches gilt in Bezug auf ausländische Personen, 

welche lediglich über ein Aufenthaltsbewilligung verfügen (vgl. Art. 44 

AuG). Der Nachzug des ausländischen Ehegatten und der ledigen Kinder 

unter 18 Jahren im Rahmen des Familiennachzuges leitet sich demnach 

unmittelbar vom Aufenthaltsstatus des in der Schweiz lebenden Ehegatten 

bzw. Elternteils ab. Demnach stellt die Familie eine Einheit dar. Die Errei-

chung des mit dem Familiennachzug beabsichtigen Zieles, das heisst der 

Ermöglichung des familiären Zusammenlebens in der Schweiz, kann des-

halb bereits der sich in der Schweiz rechtmässig niedergelassene bzw. auf-

haltende Ehegatte bewerkstelligen. Es ist demnach nicht angezeigt, aus 

dem neu erteilten Aufenthaltsstatus eines nachgezogenen Familienmitglie-

des wiederum einen eigenständigen Rechtsanspruch auf Familiennachzug 

für andere Mitglieder derselben Kernfamilie abzuleiten. Dementsprechend 

ist in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fest-

zuhalten, dass wenn der zunächst allein in der Schweiz lebende Vater die 

Fristen für den Nachzug seiner Kinder ungenutzt verstreichen lassen hat, 

diese grundsätzlich nicht wieder neu zu laufen beginnen, wenn er die mit 

ihm verheiratete Kindsmutter nachzieht und sie zusammenleben bzw. das 

Zusammenwohnen beabsichtigen. Die Eheleute sind insoweit als Einheit 

zu betrachten, weshalb sich auch die Mutter die vom Vater verpassten Fris-

ten entgegenhalten lassen muss (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

2C_363/2016 vom 25. August 2016 E.2.4; 2C_205/2011 vom 3. Oktober 

2011 E.4.5). Mit Blick auf Sinn und Zweck der Fristenregelung gemäss 

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Art. 47 AuG muss sich der eine Ehegatte auch die Nachzugsfristen entge-

genhalten lassen, welche der andere Ehegatte vor der Heirat bzw. vor dem 

beabsichtigten Zusammenleben ungenutzt hat verstreichen lassen. An-

dernfalls wäre es einem nach Ablauf der Nachzugsfrist heiratenden und 

nachgezogenen Elternteil möglich, die bereits abgelaufene Nachzugsfrist 

durch die spätere Eheschliessung und den späteren Zuzug in die Schweiz 

wiederherzustellen, womit der mit der Fristenregelung von Art. 47 AuG ver-

folgte Zweck einer frühzeitigen Integration und der Steuerung des Zugangs 

von ausländischen Personen umgangen und vereitelt werden würde, was 

nicht im Sinne des Gesetzgebers wäre. Demensprechend hat sich der eine 

Ehegatte das Fristversäumnis des anderen entgegenhalten zu lassen, 

wenn die Eheleute im Zeitpunkt des beabsichtigten Nachzugs des gemein-

samen Kindes die Absicht haben, zusammenzuleben und somit als Einheit 

zu betrachten sind. Dies unabhängig davon, ob die Nachzugsfrist vor oder 

nach diesem Zeitpunkt abgelaufen ist. 

5.5. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin und der Kindsvater seit 

ihrer Eheschliessung und dem Zuzug der Beschwerdeführerin in die 

Schweiz zusammenleben. Ebenso unbestritten ist, dass der Ehemann der 

Beschwerdeführerin seit der Geburt des nachzuziehenden Sohnes als des-

sen Vater in der Geburtsurkunde verzeichnet ist, das Familienverhältnis 

zum nachzuziehenden Sohn im Jahre 2004 entstanden ist, die Nachzugs-

frist für den gemeinsamen Sohn aufgrund der Übergangsbestimmungen 

von Art. 126 Abs. 3 AuG am 1. Januar 2008 zu laufen begonnen und am 

31. Dezember 2012 geendet hat und der Vater mit seinem Gesuch um Fa-

miliennachzug vom 30. Juni 2016 die Nachzugsfristen gemäss Art. 47 

Abs. 1 AuG ungenutzt verstreichen lassen hat. Weil die Beschwerdeführe-

rin und ihr Ehemann nach vorstehend Gesagtem als Einheit zu betrachten 

sind, sie sich dieses Versäumnis ihres Ehegatten somit anrechnen lassen 

muss und die Erteilung ihrer Aufenthaltsbewilligung keinen neuen Fristen-

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lauf gemäss Art. 44 AuG i.V.m. Art. 73 Abs. 1 VZAE auslöst, erweist sich 

die angefochtene Departementsverfügung insofern als rechtens. Im Übri-

gen wurde bereits im Verfahren hinsichtlich des Nachzugs der Beschwer-

deführerin ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Eheschliessung zwi-

schen ihr und dem Kindsvater keine neue Frist für den Familiennachzug 

des gemeinsamen Sohnes auszulösen vermag. Die entsprechende Verfü-

gung erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Bg-act. IB/44). 

5.6. Weil die Eheleute bzw. die Kernfamilie unter der Bedingung des tatsächli-

chen bzw. beabsichtigten Zusammenlebens als Einheit zu betrachten sind, 

kann darin - dass aus dem Aufenthaltstitel des nachgezogenen Ehegatten 

kein neuer Rechtsanspruch auf Familiennachzug für Mitglieder der gemein-

samen Kernfamilie abgeleitet werden kann - keine Verletzung des Rechts-

gleichheitsgebotes gesehen werden. So kann der Anspruch auf Familien-

nachzug von demjenigen Elternteil abgeleitet werden, welcher zuerst über 

eine Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügt, 

unabhängig davon ob es sich bei diesem Elternteil um den Vater oder die 

Mutter handelt. Die diesbezügliche Argumentation der Beschwerdeführerin 

vermag deshalb nicht zu überzeugen.

6. Da sich die Beschwerdeführerin die von ihrem Ehemann verpasste Nach-

zugsfrist für den gemeinsamen Sohn entgegenhalten lassen muss, gilt es 

zu prüfen, ob wichtige familiäre Gründe vorliegen, welche einen nachträg-

lichen Familiennachzug gestützt auf Art. 47 Abs. 4 AuG ermöglichen.

6.1. In der angefochtenen Departementsverfügung führt der Beschwerdegeg-

ner aus, die Beschwerdeführerin habe keine wichtigen familiären Gründe 

für einen nachträglichen Familiennachzug geltend gemacht und es seien 

auch keine solchen ersichtlich. Der gleichzeitige Nachzug eines betreuen-

den Elternteils und eines gemeinsamen Kindes stelle für sich alleine keinen 

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wichtigen familiären Grund dar. Abgesehen davon sei bestätigt worden, 

dass die Betreuung des Sohnes der Beschwerdeführerin im Heimatland 

auch ohne Eltern sichergestellt sei. Es werde von der Beschwerdeführerin 

weder ausgeführt noch sei eine Veränderung der Betreuungssituation aus 

den Akten ersichtlich. Das Kindswohl könne offensichtlich nicht nur durch 

einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden. Auch mache die Beschwer-

deführerin nicht geltend, sie könne die Betreuung ihres Sohnes nicht in ih-

rem Heimatland wahrnehmen. Dementsprechend könne sie wie früher bei 

ihrem Kind in ihrem Heimatland oder aber getrennt von ihrem Sohn bei 

ihrem Ehemann in der Schweiz leben. Zudem habe der Ehemann seine 

Familie freiwillig verlassen und die ganzen Jahre über von ihr getrennt in 

der Schweiz gewohnt. Es sei jedoch ebenfalls nicht erstellt, dass ihm eine 

Rückkehr in sein Heimatland nicht möglich sei. 

6.2. Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, der Beschwerdegegner 

habe es unterlassen, das Interesse der Mutter auf Familiennachzug bzw. 

des Kindes auf Zuzug zu seiner Mutter und seinem Vater zu würdigen. Fer-

ner gehe es nicht darum, die bisherigen familiären Beziehungen fortzuset-

zen. Es gehe darum, dass das gemeinsame Familienleben wegen ihres 

Wegzugs aus ihrem Heimatland nur noch in der Schweiz gelebt werden 

könne. Ausserdem könnten die familiären Bande zu den Grosseltern, die 

zudem betagt seien, das Leben in der Kernfamilie nicht aufwiegen. Der Be-

schwerdeführerin könne auch nicht entgegengehalten werden, der Vater 

hätte schon früher, vor der Heirat mit der Mutter, um Nachzug des Sohnes 

ersuchen können, da ein solches Gesuch mit dem Hinweis - jüngere Kinder 

bräuchten vor allem eine nahe Beziehung zur Mutter - fast schon 100%ig 

abgelehnt worden wäre. 

6.3.1. Ein Nachzug ausserhalb der gesetzlichen Fristen fällt ausser Betracht, 

wenn die in der Schweiz lebende ausländische Person die Einhaltung der 

- 16 -

Fristen, die ihr die Zusammenführung der Gesamtfamilie ermöglicht hätte, 

versäumt hat und sie hierfür keine gewichtigen Gründe geltend machen 

kann (vgl. Art. 47 Abs. 4 AuG). Namentlich dort, wo die Familie selber die 

Trennung freiwillig herbeigeführt hat, bedarf es stichhaltiger Gründe, die 

zum Wohle der Familie eine andere Lösung erforderlich machen (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E.3.1 m.w.H.). Es obliegt 

der nachzugswilligen Person, im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten 

(Art. 90 AuG) die entsprechenden gewichtigen Gründe nicht nur zu be-

haupten, sondern auch zu belegen.

Wichtige familiäre Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG liegen gemäss 

Art. 75 VZAE dann vor, wenn das Kindeswohl nur durch einen Nachzug in 

die Schweiz gewahrt werden kann. Entgegen dem Wortlaut der Verord-

nungsbestimmung ist nicht allein das Kindeswohl, sondern eine Gesamts-

icht unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Elemente für den Ent-

scheid über das Gesuch ausschlaggebend. Dabei ist insbesondere dem 

Sinn und Zweck der für die Gesuchseinreichung aufgestellten Fristen 

Rechnung zu tragen, wonach - wie dargelegt - die Integration der Kinder 

bzw. Jugendlichen möglichst frühzeitig gefördert werden soll (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_515/2015 vom 10. Februar 2016 E.2.1). Das Vorliegen 

eines wichtigen familiären Grundes ist etwa dann zu bejahen, wenn die wei-

terhin notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland beispielsweise 

wegen Todes oder schwerer Krankheit der betreuenden Person nicht mehr 

gewährleitet ist und keine sinnvolle Alternative besteht. An den Nachweis 

der fehlenden Betreuungsmöglichkeiten im Heimatland stellt die Recht-

sprechung umso höhere Anforderungen, je älter das nachzuziehende Kind 

ist und je grösser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm in der 

Schweiz drohen (BGE 137 I 284 E.2.2 m.w.H.).

- 17 -

Praxisgemäss liegt demgegenüber regelmässig kein wichtiger familiärer 

Grund vor, wenn im Heimatland alternative Betreuungsmöglichkeiten ge-

funden werden können, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil da-

durch vermieden wird, dass das Kind aus seiner bisherigen Umgebung und 

das ihm vertraute Beziehungsnetz gerissen wird (Urteil des Bundesgerichts 

2C_340/2017 vom 15. Juni 2018 E.2.3). Eine alternative Betreuung muss 

vorab insbesondere dann ernsthaft in Betracht gezogen und sorgfältig ge-

prüft werden, wenn das Kind bereits älter ist, sich seine Integration schwie-

riger gestalten dürfte und die zum in der Schweiz lebenden Elternteil auf-

genommene Beziehung noch nicht allzu eng erscheint (Urteil des Bundes-

gerichts 2C_340/2017 vom 15. Juni 2018 E.2.3). Ferner stellt auch der Um-

stand, dass die Mutter gleichzeitig mit den Kindern nachgezogen werden 

soll, für sich allein nach der Rechtsprechung keinen wichtigen familiären 

Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_363/2016 vom 25. August 2016 E.2.4). Ebenso wenig vermag der Um-

stand, dass die Eltern durch den Nachzug der Mutter des nachzuziehenden 

Kindes freiwillig auf die vorbestandene, gesicherte Betreuungssituation in 

der Heimat verzichtet haben, einen wichtigen familiären Grund im Sinne 

von Art. 47 Abs. 4 AuG darzustellen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_363/2016 vom 25. August 2016 E.3.2).

Im Übrigen gilt es zu beachten, dass die Bewilligung des Nachzugs nach 

Ablauf der Fristen nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu 

bleiben hat, soll die Fristenregelung nicht ihres Sinnes entleert werden (Ur-

teil des Bundesgerichts 2C_363/2016 vom 25. August 2016 E.2.3 m.w.H.). 

Dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG aber dennoch so zu handhaben, dass 

der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. 

Art. 13 BV im Rahmen der erforderlichen Interessenabwägung gewahrt 

bleibt. Zu beachten gilt es in diesem Zusammenhang, dass Art. 8 EMRK 

und Art. 13 BV nach ständiger Praxis des Europäischen Gerichtshofs für 

- 18 -

Menschenrechte und des Bundesgerichts dem Ausländer oder einem aus-

ländischen Ehepaar nicht das Recht gewähren, frei wählen zu können, wo 

sie das Familienleben zu führen gedenken. Aus Art. 8 EMRK sowie aus 

Art. 13 BV ergibt sich weder das Recht auf Einreise noch auf Wahl des für 

das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts (Urteile des Bun-

desgerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E.4.3.1 m.w.H. und 

2C_205/2011 vom 3. Oktober 2010 E.4.5). Das in Art. 8 EMRK und Art. 13 

BV geschützte Recht auf Achtung des Familienlebens kann nur angerufen 

werden, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme zur 

Trennung von Familienmitgliedern führt. Ein staatlicher Eingriff liegt regel-

mässig nicht vor, wenn den Familienangehörigen zugemutet werden kann, 

ihr gemeinsames Leben im Ausland zu führen, denn in einem solchen Fall 

ist es nicht die Verweigerung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung, die 

bewirkt, dass ein gemeinsames Familienleben nicht möglich ist, sondern 

der Wille der bereits in der Schweiz lebenden Familienangehörigen, wei-

terhin in der Schweiz wohnen zu bleiben. Unter solchen Umständen erüb-

rigt sich eine Interessenabwägung im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK (vgl. 

BGE 135 I 153 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 

2015 E.4.3.1; BREITENMOSER, in: EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VAL-

LENDER [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kom-

mentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 13 Rz. 49).

6.3.2. Zunächst ist zu beachten, dass die Eheleute durch den Nachzug der Mutter 

des nachzuziehenden Sohnes freiwillig auf die vorbestandene, gesicherte 

Betreuungssituation durch die Beschwerdeführerin in der Heimat verzichtet 

haben. Dementsprechend vermag der Zuzug der Beschwerdeführerin zu 

ihrem Ehemann in die Schweiz - wie gezeigt - keinen wichtigen familiären 

Grund zu begründen. Ferner macht die Beschwerdeführerin mit ihrem Auf-

enthalt in der Schweiz, getrennt vom nachzuziehenden Sohn, deutlich, 

dass im Heimatland sehr wohl eine geeignete Betreuungsmöglichkeit für 

- 19 -

diesen besteht, andernfalls sie sich bei diesem im Heimatland aufhalten 

würde, um ihn betreuen zu können, zumal sie freiwillig und ohne Not zu 

ihrem Ehemann in die Schweiz gezogen ist. Mithin vermag das beschwer-

deführerische Argument - die Grosseltern könnten altersbedingt und auf-

grund angegriffener Gesundheit den nachzuziehenden Sohn nicht mehr zu 

betreuen - nicht zu überzeugen (vgl. Bg-act. II/3). Dementsprechend ist von 

einer vorhandenen und geeigneten Betreuung des nachzuziehenden Soh-

nes im Herkunftsland auszugehen. Selbst wenn, vorliegend eine geeignete 

Betreuung durch die Grosselter zu verneinen wäre, müsste eine alternative 

Betreuung im Heimatland im Sinne des Kindeswohls ernsthaft in Betracht 

gezogen werden. Dies insbesondere deshalb, weil der nachzuziehende 

Sohn heute 14 Jahre alt ist, er Zeit seines Lebens in X._____ zur Schule 

gegangen ist und bewusst in seiner Heimat sozialisiert wurde. Damit könnte 

vermieden werden, dass der nachzuziehende Sohn aus seiner bisherigen 

Umgebung und das ihm vertraute Beziehungsnetz gerissen und sich nicht 

zuletzt der Sprache wegen und angesichts des fortgeschrittenen Alters mit 

erheblichen Integrationsschwierigkeiten konfrontiert sehen würde. Auch 

unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der Sohn der Beschwerde-

führerin in der sechsten Klasse wöchentlich zwei Unterrichtsstunden 

Deutsch besucht hatte (vgl. Bg-act. IB/33) und ihm die Fähigkeit attestiert 

wird, im Ausland seine weitere Schulbildung fortzusetzen (vgl. Bg-

act. IB/34), wird er sein sprachliches Defizit gegenüber seinen schweizeri-

schen Mitschülern kaum aufzuholen vermögen. Unter diesen Umständen 

wäre an den Nachweis des Fehlens von Alternativen zur Betreuung des 

gemeinsamen Sohnes im Heimatland durch seine Grosseltern zudem hohe 

Anforderungen zu stellen. Die Beschwerdeführerin bringt jedoch keine 

Gründe vor, weshalb die Betreuung des nachzuziehenden Sohnes im Hei-

matland nicht anderweitig sichergestellt werden kann. Dementsprechend 

kann auch hinsichtlich der Betreuung des nachzuziehenden Sohnes kein 

wichtiger familiärer Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG bejaht werden. 

- 20 -

6.3.3. Ferner gilt es zu beachten, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin im 

Jahre 1986 in die Schweiz einreiste und hier zuerst eine Aufenthalts- und 

dann eine Niederlassungsbewilligung erhielt. Im Jahre 2003 lernte er die 

Beschwerdeführerin kennen und am 7. Oktober 2004 kam der gemein-

same Sohn auf die Welt. Auch nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes 

im Jahre 2004 lebte der Ehemann der Beschwerdeführerin in der Schweiz. 

Seinen Sohn sowie die Beschwerdeführerin besuchte er jeweils vier bis 

fünfmal pro Jahr für jeweils einige Wochen, was unbestritten ist. Im Jahre 

2016 erfolgte dann die Eheschliessung zwischen der Beschwerdeführerin 

und dem Kindsvater, worauf Ersterer am 30. Juni 2016 um den Nachzug 

sowohl der Beschwerdeführerin als auch des gemeinsamen Sohnes er-

suchte (Bg-act. IB/10). Wie gezeigt erfolgte das Gesuch um Nachzug des 

gemeinsamen Sohnes im Rahmen des Familiennachzuges nach dem 

31. Dezember 2012 und damit verspätet. Es lag am Kindsvater, seinen 

Sohn innert der fünfjährigen Frist im Rahmen des Familiennachzugs in die 

Schweiz nachzuziehen und dies unabhängig davon, ob er im Jahre 2012 

bereits mit der Beschwerdeführerin verheiratet war. Ob dem Gesuch 

tatsächlich entsprochen worden wäre oder nicht ist dabei ohne Bedeutung, 

weshalb die Argumentation der Beschwerdeführerin - dem Gesuch könne 

nicht entgegengehalten werden, der Vater hätte schon vor der Heirat mit 

ihr, um Nachzug des Sohnes ersuchen könne, was aber fast schon 100%ig 

mit Hinweis auf die Notwendigkeit der für kleine Kinder erforderlichen na-

hen Beziehung zur Mutter abgelehnt worden wäre - nicht verfängt. Abge-

sehen davon wäre es möglich gewesen, die Ehe zwischen der Beschwer-

deführerin und dem Kindsvater vor dem Jahre 2012 zu schliessen, um als-

dann sowohl für die Beschwerdeführerin als auch für den gemeinsamen 

Sohn zur selben Zeit den Familiennachzug gestützt auf Art. 43 AuG geltend 

zu machen. Der Familie der Beschwerdeführerin war es seit Geburt des 

Kindes somit ohne Weiteres möglich, sich derart zu organisieren, dass ein 

- 21 -

gemeinsames Familienleben in der Schweiz möglich gewesen wäre. Das 

Ehepaar hat es jedoch seit der Geburt des gemeinsamen Sohnes im Jahre 

2004 bis am 30. Juni 2016 (Gesuch um Familiennachzug des Ehemannes 

der Beschwerdeführerin) freiwillig in Kauf genommen, ihre familiäre Bezie-

hung über die Grenze hinweg - und damit nur eingeschränkt - leben zu 

können. Dies ist nicht zu beanstanden und steht der Beschwerdeführerin 

und ihrer Familie frei, hat jedoch zur Konsequenz, dass sowohl der Be-

schwerdeführerin und deren Sohn als auch ihrem Ehemann das bisher frei-

willig eingeschränkte Familienleben auch fortan zugemutet werden kann, 

wie nachstehend zu zeigen ist. 

6.3.4. Der nachzuziehende Sohn lebt seit seiner Geburt in seinem Heimatland 

und wurde dort bewusst sozialisiert. Zudem lebten die Beschwerdeführerin 

sowie der nachzuziehende Sohn während dreizehn Jahren mit nur spora-

dischem Kontakt zum Kindsvater. Gründe, weshalb das so gelebte Famili-

enleben der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Sohn heute nicht zugemutet 

werden kann, wird von ihr weder dargetan, noch sind solche ersichtlich. 

Auch wurde nicht vorgebracht, weshalb es dem Ehemann der Beschwer-

deführerin nicht zumutbar sein soll, in das Heimatland seiner Familie 

zurückzukehren und den gemeinsamen Sohn dort zusammen mit der Be-

schwerdeführerin zu betreuen. Zwar haben sich die familiären Verhältnisse 

mit der Eheschliessung der Beschwerdeführerin und dem Kindsvater am 

5. Mai 2016 sowie mit der Einreise der Beschwerdeführerin am 12. März 

2017 in die Schweiz und dem seitherigen Zusammenleben der Beschwer-

deführerin und ihres Ehemannes verändert, jedoch vermögen diese Verän-

derungen keine Unzumutbarkeit des gemeinsamen Familienlebens im Hei-

matland der Beschwerdeführerin zu begründen, zumal das Zusammenle-

ben in der Schweiz unbestrittenermassen auf dem freien Willen der bereits 

in der Schweiz lebenden Eltern des nachzuziehenden Sohnes beruhen. 

Das beschwerdeführerische Vorbringen - das gemeinsame Familienleben 

- 22 -

könne aufgrund ihres Zuzugs zu ihrem in der Schweiz lebenden Eheman-

nes nur noch in der Schweiz, nicht mehr aber in ihrem Heimatland gelebt 

werden - geht damit fehl. Weil der Familie der Beschwerdeführerin ein ge-

meinsames Familienleben in deren Heimatland ohne Weiteres zugemutet 

werden kann, ist der Nachzug des gemeinsamen Sohnes in die Schweiz 

für die Schaffung guter Familienbedingungen entgegen der beschwerde-

führerischen Auffassung nicht erforderlich. Nach vorstehend Gesagtem ist 

festzuhalten, dass vorliegend nicht die Verweigerung des Nachzugs des 

gemeinsamen Sohnes im Rahmen des Familiennachzuges das gemein-

same Familienleben verhindert, sondern der Wille der Eheleute, weiterhin 

in der Schweiz wohnen zu bleiben obschon ihnen ein gemeinsames Fami-

lienleben in X._____ zugemutet werden kann. Unter diesen Umständen ist 

die Verweigerung Familiennachzuges aber auch mit Blick auf Art. 8 EMRK 

und Art. 13 BV nicht zu beanstanden (vgl. E.6.3.1). 

6.4. Es ist festzuhalten, dass vorliegend keine wichtigen familiären Gründe im 

Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG gegeben sind und der Beschwerdeführerin 

sowie ihrer Familie ein gemeinsames Familienleben in ihrem Heimatland 

ohne Weiteres zugemutet werden kann. Die angefochtene Departements-

verfügung ist damit auch insofern nicht zu beanstanden.

7. Inwiefern die Beschwerdeführerin aus einer angeblichen Diskriminierung 

von Ein-Elternfamilien im Verhältnis zu Zwei-Elternfamilien etwas zur ihren 

Gunsten ableiten will, ist für das streitberufene Gericht nicht nachvollzieh-

bar. Insbesondere weil die Beschwerdeführerin gemeinsam mit ihrem Ehe-

mann und dem gemeinsamen Sohn eine Zwei-Elternfamilie bildet. Sollte 

die Beschwerdeführerin mit ihrem Vorbringen eine Diskriminierung von 

Zwei-Elternfamilien im Verhältnis zu Ein-Elternfamilien monieren, so sei 

darauf hingewiesen, dass sich der Familiennachzug sowohl bei Ein-Eltern-

familien als auch bei Zwei-Elternfamilien aus dem Aufenthaltsstatus des in 

- 23 -

der Schweiz lebenden Elternteils ableitet. Insofern stehen dem Elternteil in 

einer Ein-Elternfamilie dieselben Nachzugsrechte zu wie einem Elternteil in 

einer Zwei-Elternfamilie, weshalb eine Diskriminierung von Zwei-Elternfa-

milien im Verhältnis zu Ein-Elternfamilien zu verneinen ist. Dass bei Zwei-

Elternfamilien die Eheleute als Einheit betrachtet werden und in Konstella-

tionen wie der vorliegenden lediglich dem zuerst in der Schweiz rechtmäs-

sig aufhaltenden Ehegatten ein Familiennachzug innert den Fristen von 

Art. 47 Abs. 1 AuG zusteht, ist - wie gezeigt - nicht zu beanstanden (vgl. 

E.5.6).

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin sich die 

von ihrem Ehemann verpasste Nachzugsfrist gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG 

für den Nachzug des gemeinsamen Sohnes im Rahmen des Familiennach-

zuges anzurechnen hat, die vorgebrachten Gründe für den Nachzug nicht 

als wichtige familiäre Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug im 

Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG zu betrachten sind, auch anderweitig keine 

wichtigen familiären Gründe ersichtlich sind und es sowohl der Beschwer-

deführerin als auch ihrem Ehemann zumutbar ist, das Familienleben so wie 

es bis zu ihrem Zuzug in die Schweiz gelebt wurde oder aber gemeinsam 

in X._____ zu leben. Dementsprechend wurde der Familiennachzug für 

den gemeinsamen Sohn zu Recht verweigert, weshalb sich die angefoch-

tene Departementsverfügung als rechtens erweist und die Beschwerde ab-

zuweisen ist. 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich zulasten der Beschwerdeführerin. Die 

Staatsgebühr wird praxisgemäss und ermessensweise auf Fr. 1'500.-- fest-

gelegt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] U 17 12 vom 6. Februar 

2018 E.6 m.w.H.). Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-recht-

lichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 

- 24 -

VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vor-

liegend kein Anlass. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 544.--

zusammen Fr. 2‘044.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 3. Februar 

2020 gutgeheissen (BGU 2C_1070/2018).