# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86aeb4d3-35fd-530a-8848-61d3ae3760db
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 12.09.2023 S 2022 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2022-32_2023-09-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 32

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

Richterinnen Zanolari Hasse und Brun

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 12. September 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel,

Beschwerdeführer

gegen

B._____

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Sabine Baumann Wey,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren 1976 und wohnhaft in C._____, war angestellt bei der 

D._____ AG in E._____, als er am 8. Januar 2018 eine Treppe 

hinunterstürzte und sich dabei am linken Knie eine Verletzung zuzog. Die 

Erstbehandlung erfolgte im Kantonsspital F._____ (G._____), die 

anschliessende Behandlung im Spital H._____.

2. Am 13. Februar 2018 wurde am Röntgeninstitut I._____ eine MRI-

Untersuchung des linken Knies vorgenommen, am 27. April 2018 erfolgte 

im Spital H._____ eine Arthroskopie und Teilmeniskektomie (TME) medial 

am linken Knie. A._____ wurde ab dem 27. April 2018 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert und Physiotherapie verordnet.

3. Am 3. Mai 2018 erging die Bagatellunfall-Meldung UVG. Die B._____ bei 

der A._____ obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert war, 

anerkannte den Unfall und richtete die gesetzlichen Leistungen (Taggeld 

und Heilbehandlung) aus. Per 31. Mai 2018 verlor A._____ seine 

Anstellung bei der D._____ AG.

4. Am 22. Februar 2018, 15. Mai 2018, 6. Juni 2018, 29. Juni 2018 und 

21. August 2018 erfolgten im Spital H._____ Verlaufskontrollen in der 

Orthopädischen Sprechstunde. Anlässlich letzterer Kontrolle mit Verdacht 

einer erneuten medialen Meniskusläsion berichtete A._____ wieder über 

stichartige intensive Kniebeschwerden nach einem Vertrettrauma auf dem 

Stepper.

5. Gestützt auf die MRI-Untersuchung vom 27. August 2018 beurteilte 

Dr. med. J._____, Radiologie Südost, eine nicht mehr ganz frisch 

imponierende komplexe Rissbildung des Innenmeniskushinterhorns am 

Übergang zur Pars intermedia, eine Verkürzung des Innenmeniskus-

hinterhorns und der Pars intermedia mit abgestumpftem freiem Meniskus-

- 3 -

rand, sowie eine geringe Ausdünnung des Knorpels femorotibial, kein 

tiefgreifender Defekt. Diesbezüglich empfahl Dr. med. K._____, Leitender 

Orthopäde am Spital H._____, eine Re-Arthroskopie mit wahrscheinlich 

Ausräumung des medialen Meniskushinterhorns.

6. Am 17. resp. 18. September 2018 erfolgte eine Neuanmeldung bei der IV. 

Bereits im Mai 2016 hatte A._____ aufgrund persistierender Rücken-

schmerzen um Leistungen der IV ersucht und im Juni 2018 eine befristete 

IV-Rente zugesprochen erhalten. Damals im Mai 2016 gab der 

Beschwerdeführer bei der IV-Anmeldung an, seit 20. Februar 2016 unter 

einschiessenden, brennenden, stechenden Schmerzen ins linke Bein bis 

zur Wade, teilweise auch Kribbeln, zu leiden. Am 18. August 2016 erging 

die Diagnose des G._____ eines neuropathischen Schmerzsyndroms des 

linken Beines unklarer Ätiologie.

7. Am 10. Oktober 2018 erfolgte infolge erneuter Rissbildung am Hinterhorn 

des medialen Meniskus erneut eine Arthroskopie mit TME medial mit 

Diagnose eines Längsrisses am Hinterhorn medialer Meniskus Knie links.

8. Am 15. Oktober 2018 beurteilte der Versicherungsmediziner Dr. med. 

L._____, Facharzt für Orthopädie, dass die Beschwerden überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausal seien, da intraoperativ keine begleitenden 

degenerativen Veränderungen im Bereich des medialen Kompartiments 

beschrieben seien. Es könne allenfalls zu einer geringen Bewegungs-

einschränkung kommen und langfristig sei die Entwicklung eines 

Kniegelenkverschleisses möglich. Die Re-Arthroskopie vom 10. Oktober 

2018 sei überwiegend wahrscheinlich die Folge des Eingriffs vom 27. April 

2018 und damit unfallkausal.

9. Mit Schreiben vom 9. November 2018, 14. Dezember 2018 und 

11. Februar 2019 wurde über die orthopädischen Sprechstunden am 

- 4 -

Spital H._____ vom 8. November 2018, 13. Dezember 2018 sowie 

8. Februar 2019 berichtet.

10. Am 20. Dezember 2018 hielt Versicherungsmediziner Dr. med. L._____ 

eine leichte wechselbelastende Tätigkeit als ganztägig zumutbar. Am 

28. Februar 2019 erfolgte durch ihn eine kreisärztliche Untersuchung mit 

anschliessender Besprechung. Es wurde eine verbliebene geringe 

Bewegungseinschränkung und Belastungsintoleranz linkes Kniegelenk 

genannt. Subjektiv intermittierende Blockaden im linken Knie. Kreisarzt 

Dr. med. L._____ hielt fest, dass der Zustand noch nicht zufriedenstellend 

sei, dennoch aber eine ganztägige Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt vorhanden sei. Es müsse sich um eine leichte wechsel-

belastende Tätigkeit ohne längeres Stehen, häufiges Treppensteigen und 

Steigen auf Leitern und Gerüste handeln. Ebenso sollte kein Gehen im 

Gelände und keine Kniehocke oder kauernde oder kriechende Tätigkeit 

gefordert werden.

11. Gemäss Bericht des Spitals H._____ vom 29. April 2019 waren bei 

A._____ erneut Blockierungen des linken Kniegelenks aufgetreten. 

Kernspintomographisch lag am linken Kniegelenk ein weitgehend 

unauffälliger Befund vor; lediglich am medialen Femurkondylus wurden 

ganz oberflächliche Unregelmässigkeiten am Knorpel im Sinn einer 

Chondropathie Grad I festgestellt. Subchondral kein Knochenmarködem. 

Der mediale Meniskus stellte sich unauffällig dar. Gemäss MRI vom 

11. April 2019 war gegenüber der Voruntersuchung eine beginnende 

Knorpeldegeneration im medialen Kompartiment femoral im 

gewichtstragenden Anteil vorhanden.

12. Die Taggelder wurden per 30. April 2019 eingestellt. Nach weiteren 

Abklärungen und Behandlungen kam die B._____ auf diesen Entscheid 

zurück und richtete weiterhin Taggelder aus.

- 5 -

13. Im MRI vom 30. April 2019 ergab sich bei St.n. erneuter TME folgendes: 

etwas verkürzteres Innenmeniskushinterhorn und Pars intermedia mit 

wiederum leichter Signalanhebung des meniskokapsulären Übergangs. 

Allenfalls ganz diskrete Unterflächenläsion des Hinterhorns am Übergang 

zur Pars intermedia, kein tiefgreifender Riss; intakter Seitenbandapparat 

mit narbigen Veränderungen. Ganz diskrete Zeichen eines Tractus 

iliotibialis-Friktionssyndromes. Minimaler Gelenkerguss mit winziger 

Bakerzyste.

14. Im Bericht des Spitals H._____ vom 2. Mai 2019 über die Orthopädische 

Sprechstunde vom 30. April 2019 wurde die Instabilität des 

Hinterhornrestes am medialen Meniskus als die wahrscheinlichste 

Ursache für die geklagten Beschwerden und aufgetretenen Blockierungen 

erachtet. Möglicherweise komme es bei bestimmten Bewegungen zu einer 

Verschiebung des lockeren Hinterhorns in das Gelenk, was die 

Beschwerden auslöse. Wahrscheinlich werde eine neue Arthroskopie mit 

Ausräumung des medialen Hinterhornrestes unumgänglich sein. Dr. med. 

K._____ attestierte weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit.

15. Kreisarzt Dr. med. L._____ bejahte am 13. Mai 2019 die Kausalität 

zwischen dem Unfallereignis und dem Schaden, der nun erneut operiert 

werden sollte; hingegen verneinte er eine volle Arbeitsunfähigkeit.

16. Mit ärztlichem Bericht vom 22. Mai 2019 nahm Dr. med. K._____ Stellung 

zur kreisärztlichen Beurteilung vom 13. Mai 2019. Er führte an, dass die 

Beschwerden des Patienten mit den Ergebnissen der klinischen 

Untersuchung und den MRI-Bildern zusammenpassten; sie sprächen für 

eine Instabilität des Hinterhornrestes des medialen Meniskus. Am 17. Mai 

2019 sei eine Infiltration mit LA/Kortison erfolgt, bis Datum Bericht-

erstattung habe damit kein positiver Effekt erzielt werden können. Somit 

müsse über eine Re-Arthroskopie mit Ausräumung des medialen 

Hinterhorns nachgedacht werden.

- 6 -

17. Am 24. Mai 2019 plädierte der Versicherungsmediziner Dr. med. M._____, 

Facharzt für orthopädische Chirurgie, für das Akzeptieren einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit, bis die Behandlung erfolgreich etabliert 

sei. Er war der Ansicht, dass die Re-Arthroskopie eher zu befürworten sei.

18. Gemäss Sprechstundenbericht des Spitals H._____ vom 20. Juni 2019 

erachtete Dr. med. K._____ nach nochmaliger Infiltration und bei immer 

wieder auftretenden Blockierungen mit entsprechenden Beschwerden 

eine Re-Arthroskopie mit Ausräumung des medialen Hinterhorns als 

indiziert.

19. Kreisarzt Dr. med. L._____ bejahte am 28. Juni 2019 zumindest eine 

teilweise Arbeitsfähigkeit wegen des Knies resp. eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der Zumutbarkeit für das Knie – 

d.h. in adaptierter Tätigkeit ab 17. Juli 2019 – und eine Arthroskopie.

20. Am 16. Juli 2019 erfolgte eine weitere kreisärztliche Untersuchung. 

Dr. med. M._____ führte in seiner Beurteilung vom 24. Juli 2019 aus, der 

Versicherte beklage ein heftiges Leidensbild, angeblich mit 

rezidivierenden Blockierungen, was in grober Diskrepanz zum klinischen 

Eindruck eines reizlosen, nicht überwärmten Kniegelenkes ohne 

Ergusshinweise stehe. Es liege ein völlig indolenter medialer und lateraler 

femorotibialer Gelenkspalt vor. Beim geklagten Schmerzpunkt fehle eine 

Druckdolenz. Beim Ausziehen der Schuhe und Socken werde mühelos 

eine Flexion von 120 Grad erreicht. Dagegen gebe der Versicherte bei der 

aktiven Knieflexion an, nicht über 90 Grad flektieren zu können. Dr. med. 

M._____ hielt fest, dass der Eindruck einer erheblichen 

Symptomausweitung bestehe; aus klinischer Sicht sei keine Indikation für 

eine dringende Behandlungsmassnahme gegeben. Er erachtete eine 

ganztägige adaptierte Tätigkeit ab 17. Juli 2019 als machbar, wobei es 

sich um eine leichte Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen erbracht werden 

- 7 -

könne, handle. Gestützt darauf stellte die B._____ die Taggeldleistungen 

rückwirkend per 16. Juli 2019 ein.

21. Mit Bericht über die konsiliarische Untersuchung vom 28. August 2019 

hielt Dr. med. N._____, Leitender Arzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie an der Klinik O._____, fest, bei der Untersuchung des 

linken Knies im Liegen zeigten sich reizlose Haut- und Narben-

verhältnisse, kein Anhaltspunkt für intraartikulären Erguss, freie 

Flexion/Extension (maximale Flexion endphasig leicht schmerzhaft), 

rotatorisch und translatorisch stabil, harter Anschlag beim Lachman-Test, 

diffuse Druckdolenz anteromedial, deutlich pathologische mediale 

Meniskuszeichen mit schmerzhaftem Steinmann-1-Zeichen und Vierer-

Zeichen, DMS intakt. Er erachtete grundsätzlich eine sitzende Tätigkeit 

uneingeschränkt oder allenfalls adaptiert als sicherlich zumutbar und 

bezeichnete eine Re-Arthroskopie als indiziert.

22. Am 16. September 2019 machte Kreisarzt Dr. med. M._____ zum 

weiteren Behandlungsprozedere keine Bemerkungen.

23. Auf Zuweisung des Spitals H._____ im September 2019 erstellte die Klinik 

Q._____ am 22. Oktober 2019 den Sprechstundenbericht und übernahm 

darin die zuvor vom Spital H._____ gestellte Diagnose einer 

multidirektionalen und aktuell basisnahen vertikalen Läsion im Hinterhorn 

medialer Meniskus Knie links und Verdacht auf Instabilität des 

Hinterhornrests medialer Meniskus. Bei hoher Beschwerdelast sei ein 

operatives Vorgehen indiziert. Primär würde der Restmeniskus entfernt. 

Es zeige sich bereits eine fokale Chondropathie medial im femorotibialen 

Gelenk, welche sich höchstwahrscheinlich bei entferntem Restmeniskus 

verschlechtern werde, entsprechend könne im Verlauf die Implantation 

eines Meniskus diskutiert werden. Die untersuchenden Ärzte empfahlen in 

jedem Fall den ersten Teil der operativen Behandlung.

- 8 -

24. Kreisarzt Dr. med. M._____ erachtete am 14. November 2019 die 

genannte Behandlung als empfehlenswert und erwartete dadurch eine 

wesentliche Verbesserung des Zumutbarkeitsprofils bzw. des 

medizinischen Gesundheitszustands.

25. Im Sprechstundenbericht des Spitals H._____ vom 5. Dezember 2019 

hielt Dr. med. P._____, (neu) Leitender Arzt Orthopädie am Spital 

H._____, fest, er habe dem Versicherten erklärt, dass das Kniegelenk 

wahrscheinlich nicht wieder zu 100 % die volle Funktion zurückerhalten 

werde und nicht eine komplett schmerzfreie Situation zu erwarten sei. Dies 

wäre unrealistisch. Hingegen sei sehr gut möglich, dass die aktuelle 

Beschwerdeproblematik deutlich reduziert werden könne. Gemäss dem 

Versicherten seien in der Klinik Q._____ nun zwei Operationen geplant: 

zunächst werde der Meniskus entfernt und etwa einen Monat später 

erfolge die Implantation eines Ersatzmeniskus. Am 11. Dezember 2019 

teilte die Klinik Q._____ der B._____ mit, dass sie nur noch auf das 

Einverständnis des Versicherten für die voraussichtlich im Januar/Februar 

2020 geplante Operation warte. A._____ informierte folglich am 

18. Dezember 2019 die B._____ über den am 16. Januar 2020 

stattfindenden Besprechungstermin. In der Sprechstunde der Klinik 

Q._____ vom 16. Januar 2020 wurden nochmals die operativen 

Möglichkeiten bzw. eine Meniskus-Allograft-Transplantation besprochen. 

A._____ verschob die auf den 27. Februar 2020 geplante MRI-

Untersuchung daraufhin ohne Begründung auf den Monat April 2020. Die 

Untersuchung fand in der Folge aufgrund der Covidpandemie nicht statt. 

Nach der Aktenlage erfolgte am 29. April 2020 der Abschluss der 

Arbeitsvermittlung. Anschliessend vereinbarte A._____ erst im Juli 2020 

wieder einen Termin, der auf Intervention der B._____ auf den Monat Juni 

2020 festgesetzt wurde.

26. Der Bericht der Klinik Q._____ vom 8. Juni 2020 besagt, dass 

bildmorphologisch weiterhin eine medialseitige Meniskusläsion nach 

- 9 -

erfolgter TME mit tibialer sowie femoral ausgeprägter Chondropathie im 

medialen Gelenkkompartiment bestehe. Zunächst solle eine Kniearthros-

kopie mit TME und Débridement und später, sollte es zur Persistenz der 

Beschwerden kommen, im einem weiteren Schritt eine Meniskus-Allograft-

Transplantation vorgenommen werden. Die auf den 19. August 2020 

angesetzte Operation in der Klinik Q._____ wurde zunächst auf Wunsch 

von A._____ auf den 30. September 2020 verschoben und später auf 

Intervention der B._____ hin wieder auf den ursprünglichen Termin 

festgesetzt. Einen Tag vor der Operation sagte A._____ die Operation 

aufgrund eines positiven Covid-19-Tests wieder ab, weshalb der Termin 

neu auf den Monat Oktober 2020 festgelegt wurde.

27. Am 19. August 2020 hielt Kreisarzt Dr. med. L._____ fest, dass die 

geplante Behandlungsmassnahme keine wesentliche Verbesserung der 

funktionalen Leistungsfähigkeit resp. des medizinischen Gesundheits-

zustandes bringe, zumal bereits vor 16 Monaten MR-morphologisch eine 

geringe Ausdünnung des Knorpels medialseitig dokumentiert worden sei.

28. Gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung vom 7. Oktober 2020 durch 

Dr. med. R._____, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und 

Traumatologie, wurde A._____ mitgeteilt, dass eine vollschichtige 

wechselbelastende Tätigkeit uneingeschränkt möglich sei. Zu vermeiden 

sei das Besteigen von Leitern oder Gehen auf Gerüsten sowie Arbeiten in 

Hocke- oder Kauerstellung. Das Heben von Lasten sei möglich, das 

Tragen von schweren Lasten aber nicht zumutbar. Von weiteren 

Behandlungsmassnahmen (geplante Operation) erwartete der Kreisarzt 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine erhebliche Verbesserung des 

zumutbaren Belastungsprofils. Er erachtete die Erheblichkeitsgrenze für 

die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung als nicht erreicht.

29. Nach vorgängiger Ankündigung des Fallabschlusses stellte die B._____ 

mit Verfügung vom 2. November 2020 die Taggeldleistungen per 

- 10 -

31. Oktober 2020 ein. Mangels Vorliegens der Voraussetzungen verneinte 

sie einen Rentenanspruch (Erwerbsunfähigkeitsgrad 5 %), wie auch einen 

Anspruch auf Integritätsentschädigung (fehlende erhebliche Beeinträchti-

gung). Zudem wurden keine weiteren Kosten für Abklärung und 

Behandlung zugesichert und die Kostengutsprache für die im Oktober 

2020 geplante Operation zurückgezogen.

30. Mit Bericht vom 17. November 2020 über die Sprechstunde vom 

5. November 2020 befürwortete Dr. med. S._____, T._____ Klinik, ein 

schrittweises Vorgehen, d.h. primär eine Arthroskopie mit erneuter 

Beurteilung des Meniskus und Resektion von instabilen Anteilen; eine 

Implantation sei nur bei entsprechender Symptomatik, d.h. Überlastungs-

schmerz und/oder Instabilität in Erwägung zu ziehen. Falls die 

Beschwerden vom Meniskus herrührten, sei mit einer Verbesserung der 

Situation zu rechnen, dies bei vorbestehendem Valgus.

31. Am 1. Dezember 2020 erhob A._____ Einsprache gegen die Verfügung 

der B._____ vom 2. November 2020.

32. Unter Verweis auf seine Beurteilung vom 9. Oktober 2020 blieb Kreisarzt 

Dr. med. R._____ mit Bericht vom 10. Dezember 2020 dabei, dass die 

minimale, nicht durchgängige Meniskusläsion medial – falls überhaupt 

vorhanden – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu den 

anamnestisch berichteten Blockadegefühlen führe und dementsprechend 

die Beschwerden nicht meniskopriv seien. Deshalb sei von einer weiteren 

operativen Intervention Abstand zu nehmen.

33. Mit Sprechstundenbericht der T._____ Klinik vom 14. Januar 2021 wurde 

eine Persistenz von unklaren medialen Knieschmerzen mit intermittierend 

auftretenden Blockaden beurteilt und eine "diagnostische" 

Kniearthroskopie mit wahrscheinlich TME geplant.

- 11 -

34. Dazu liess Kreisarzt Dr. med. R._____ am 19. Januar 2021 verlauten, es 

seien mit diesem Bericht keine neuen Erkenntnisse hinzugekommen, 

somit ergäbe sich keine Änderung hinsichtlich den früheren kreisärztlichen 

Beurteilungen vom 8. Oktober 2020, vom 21. Oktober 2020 und vom 

10. Dezember 2020; eine Kostengutsprache für die vorgesehene 

Kniearthroskopie könne nicht gegeben werden.

35. Mit Einsprachebegründung vom 2. März 2021 liess A._____ die 

Aufhebung der Verfügung vom 2. November 2020 sowie die rückwirkende 

Ausrichtung von Taggeldleistungen ab dem 1. November 2020 und die 

Kostenübernahme für die anstehende Behandlung in der T._____ Klinik 

sowie den Entscheid über die Ansprüche auf Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung beantragen, eventualiter ein Gutachten über die 

Notwendigkeit der von der T._____ Klinik empfohlenen Behandlung.

36. Mit Einspracheentscheid vom 15. Februar 2022 wies die B._____ die 

Einsprache ab, eine Parteientschädigung wurde nicht ausgerichtet.

37. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 18. März 

2022 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte, der Einspracheentscheid vom 15. Februar 2022, mitgeteilt 

am 17. Februar 2022, sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei 

anzuweisen, dem Einsprecher rückwirkend ab 1. November 2020 

Taggeldleistungen auszurichten und die Kosten für die anstehende 

Behandlung in der T._____ Klinik zu übernehmen sowie nach Abschluss 

der Behandlung über die Ansprüche auf Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung zu entscheiden. Weiter ersuchte der 

Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege sowie unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung. Begründend führte er im Wesentlichen an, die 

Beschwerdegegnerin setze sich in Ziffer 4 des angefochtenen 

Einspracheentscheids nur rudimentär mit den Argumenten des 

Beschwerdeführers in seiner Einsprache punkto Verweigerung der ihm 

- 12 -

zustehenden Behandlung auseinander. Aus den medizinischen Berichten 

gehe klar hervor, dass der Meniskus des linken Knies durch den Unfall 

verletzt und eine weitere Verletzung durch die unfallbedingte 

Erstbehandlung verursacht worden sei. Ebenso erstellt sei, dass der 

Beschwerdeführer unter behindernden Blockaden leide. Am klinischen 

Bild habe sich während der ganzen Behandlung nichts geändert. Lediglich 

die Beurteilung der behandelnden Ärzte und des Kreisarztes betreffend 

die adäquate Behandlungsmethode habe Änderungen erfahren. Sowohl 

die Klinik Q._____ als auch die T._____ Klinik und die Klinik O._____ 

seien, bis am 19. August 2020 mit Unterstützung des Kreisarztes, nämlich 

der Auffassung gewesen, dass bei der bestehenden Beschwerdesituation 

eine weitere Behandlung indiziert und die bestmögliche Behandlung zu 

eruieren sei. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin handle es 

sich nicht um vorläufige Meinungsäusserungen und Beurteilungen. Die 

behandelnden Ärzte hätten gestützt auf die vorgelegenen Ergebnisse der 

bildgebenden Untersuchungen komplexe Verletzungen des Meniskus 

gefunden. Fraglich sei gewesen und nur noch, ob der Restmeniskus zu 

entfernen und allenfalls eine Implantation eines Spendermeniskus 

vorzunehmen sei, um eine weitere Besserung zu erreichen. Dass definitiv 

keine Besserung mehr erreicht werden könne, habe ausser dem Kreisarzt 

keiner der behandelnden Ärzte geäussert. Selbst die Beschwerdegegnerin 

habe die von der Klinik O._____, der Klinik Q._____ und der T._____ Klinik 

empfohlene Arthroskopie als indiziert erachtet. Heute verwehre sie ohne 

veränderte Sachlage eine erfolgversprechende Abklärung und die Prüfung 

der Frage, ob eine folgende Behandlung noch zu einer Besserung führen 

könne. Damit liege eine ungenügende Abklärung des massgeblichen 

Sachverhalts vor. Erst mit der Beurteilung der T._____ Klinik, welche die 

Knieverletzung nicht als Ursache ausgeschlossen und gerade deshalb 

eine erneute Beurteilung des Meniskus und Resektion instabiler Anteile 

empfohlen habe, lasse sich zweifelsfrei mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit die Kausalität bejahen 

- 13 -

oder verneinen. Der Fallabschluss sei verfrüht erfolgt, der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und dem Beschwerdeführer die 

Abklärung und medizinische Behandlung auf Kosten der 

Beschwerdegegnerin zu ermöglichen. Ebenso habe die Beschwerde-

gegnerin über den Anspruch auf Taggeld neu zu befinden. Erst nach 

Abschluss der Behandlung lasse sich beurteilen, ob eine renten-

begründende Erwerbsunfähigkeit bestehe. Solange die definitive Arbeits-

unfähigkeit und das definitive Zumutbarkeitsprofil nicht feststünden, werde 

die Erwerbseinbusse von 5 % bestritten, ebenso die vollzeitige Erwerbs-

fähigkeit ohne Erwerbseinbusse und der leidensbedingte Abzug von 5 %. 

Definitiv könne sich der Beschwerdeführer erst nach Abschluss der 

Heilbehandlung äussern, ebenso zur Höhe des Integritätsschadens. Im 

Weiteren begründete der Beschwerdeführer sein Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege unter anderem mit der Abhängigkeit von der 

wirtschaftlichen Sozialhilfe.

38. Mit Beschwerdeantwort vom 12. April 2022 beantragte die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwies sie insbesondere auf Ziffer 4 (S. 8 f.) des 

angefochtenen Einspracheentscheids resp. den unzutreffenden Einwand, 

dass die Beurteilung von Kreisarzt Dr. med. R._____ vom 9. Oktober 

2020, wonach das Beschwerdebild nicht meniskopriv sei und deshalb von 

einer Meniskustransplantation Abstand zu nehmen sei, ohne fundierte 

Abklärung und im Widerspruch zu allen anderen, sich mit dem Fall 

befassenden Ärzten, geäussert worden sei. Sehr wohl hätten fundierte 

Abklärungen stattgefunden. Unter anderem auch eine MRI-Bildgebung, 

deren Ergebnis Kreisarzt Dr. med. R._____ in seiner Beurteilung 

berücksichtigt habe. Diese Bildgebung sei überdies auch von Dr. med. 

S._____, T._____ Klinik, in seinem Bericht vom 17. November 2020 

gewürdigt worden. Seinen Ausführungen seien Zweifel zu entnehmen, 

dass die Beschwerden meniskopriv seien. Damit sei auch die 

- 14 -

beschwerdeführerische Behauptung widerlegt, dass die Beurteilung von 

Kreisarzt Dr. med. R._____ im Widerspruch stehe zu allen anderen 

Beurteilungen der sich mit dem Fall befassenden Ärzten. Es habe keine 

Kehrtwende nach dem 19. August 2020 stattgefunden. Dieser Vorwurf sei 

haltlos und werde klarerweise zurückgewiesen. Früheren Beurteilungen 

habe aber das MRI vom 4. Juni 2020 noch nicht vorgelegen bzw. habe es 

sich dabei um vorläufige Beurteilungen gehandelt (Hinweis auf die 

Beurteilung von Kreisarzt Dr. med. M._____ vom 24. Mai 2019, wonach 

eine Re-Arthroskopie eher zu befürworten sei). Mutmassungen nach dem 

Ausschlussprinzip ("wahrscheinlichste Ursache", "möglicherweise") 

würden nicht zu kurz greifen, sondern seien im Bericht des Spitals 

H._____ vom 2. Mai 2019 so erfolgt. Unkommentiert geblieben sei der 

Umstand, dass Meniskuszeichen in der kreisärztlichen Untersuchung vom 

7. Oktober 2020 negativ gewesen seien und die dabei auch festgestellte 

symmetrische Beschwielung und Muskulatur. Dies spreche nicht für eine 

mit den Beschwerden korrelierende Schmerzmitteleinnahme im 

angegebenen Ausmass. Es bestünden keine Zweifel an den kreisärzt-

lichen Beurteilungen vom 8. Oktober 2020 und 10. Dezember 2020. Es 

liege auch keine Gehörsverletzung vor, da die entscheidwesentlichen 

Faktoren im angefochtenen Einspracheentscheid hinlänglich festgestellt 

und gewürdigt worden seien, so dass sich der Beschwerdeführer über 

dessen Tragweite ein Bild habe machen und diesen sachgerecht habe 

anfechten können. Zum Rentenanspruch führte die Beschwerdegegnerin 

an, ein leidensbedingter Abzug von 5 % sei angemessen, ein höherer 

nicht gerechtfertigt. Es seien keine anderweitigen Einwände gegen die 

Ermittlung des Erwerbsunfähigkeitsgrades substanziiert vorgebracht 

worden, so dass auf die Ausführungen in der Verfügung vom 2. November 

2020 bzw. im angefochtenen Einspracheentscheid (Erw. 5) verwiesen 

werde.

- 15 -

39. Der Beschwerdeführer replizierte am 4. Mai 2022 unter Beilage der neuen, 

zusätzlichen Beilagen (Sprechstundenberichte der T._____ Klinik vom 

21. und 28. April 2022 sowie MRI vom 21. April 2022) mit unveränderten 

Rechtsbegehren und vertiefte im Wesentlichen den bisherigen 

Standpunkt. Er führte weiter aus, es bestünden weiterhin Blockadegefühle 

und einschiessende Schmerzen, teils auch brennende Schmerzen, die ihn 

im Alltag einschränkten. Gemäss positivem Steinmann I-Test tauchten 

Schmerzen bei der Aussenrotation auf, was auf einen Innenmeniskus-

schaden hinweise. Im MRI vom 21. April 2022 habe sich ein Verdacht auf 

partielle Ablösung des medialen Meniskus im Hinterhorn-

bereich/Wurzelbereich von der poplitealen Gelenkkapsel ergeben. Im 

medialen Gelenkskompartiment gebe es eine partielle Ablösung der 

Meniskuswurzel von der Gelenkkapsel dorsal. Der Verdacht auf eine Basis 

Hinterhornläsion des Innenmeniskus habe sich bestätigt. Aufgrund der 

anhaltenden Beschwerden sei eine Arthroskopie des Kniegelenks mit 

Teilmeniskektomie empfohlen und vereinbart worden. Damit sei die 

Beurteilung des Kreisarztes vom 8. Oktober 2020 überholt und widerlegt, 

zumal dieser offensichtlich untaugliche Untersuchungsmethoden 

("Lachmann"-Test) verwende, um einen Meniskusriss zu verneinen und 

die deshalb erforderliche weitere Behandlung abzulehnen.

40. Am 31. Mai 2022 duplizierte die Beschwerdegegnerin ebenfalls bei 

unverändertem Rechtsbegehren und unter Beilage der ärztlichen 

Beurteilung von Kreisarzt Dr. med. R._____ vom 31. Mai 2022. Gemäss 

Kreisarzt Dr. med. R._____ habe sich auch mit den vom Beschwerde-

führer ins Recht gelegten Beilagen 12-14 die Ausgangslage nicht 

geändert. Wie Kreisarzt Dr. med. R._____ am 31. Mai 2022 dargelegt 

habe, seien die geklagten Beschwerden weiterhin nicht meniskopriv. 

Entscheidend sei, dass die für die Beschwerden verantwortlich gemachte 

kapselnahe Partialläsion des medialen Meniskus erstmals am 30. April 

2019 im MRI als diskrete Unterflächenläsion diagnostiziert worden sei. In 

- 16 -

den drei vorangegangenen MRIs sowie während der beiden operativen 

Eingriffe sei keine solche Läsion erkannt worden. Es sei somit 

unwahrscheinlich anzunehmen, dass ohne weitere Traumatisierung des 

linken Kniegelenks eine derartige Läsion "plötzlich" entstanden sei. Die 

Läsion entspreche, sollte sie denn wirklich vorhanden sein, somit keiner 

Schädigung, die auf das Unfallereignis vom 8. Januar 2018 zurückgeführt 

werden müsste. Demgemäss seien die geklagten Beschwerden weiterhin 

nicht meniskopriv, eine arthroskopische Abklärung sei nicht indiziert und 

werde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Besserung der 

Unfallfolgen bringen.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Februar 2022 sowie die 

weiteren Akten wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 15. Februar 2022 (vgl. Akten der 

Beschwerdeführerin [Bf-act.] 1; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

284). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall-

versicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen Einspracheentscheid 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche 

Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

- 17 -

370.100). Als im Einspracheverfahren unterlegener, formeller und 

materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer davon überdies berührt und weist ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) 

ist somit einzutreten.

2. In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer vorab eine Verletzung 

seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, indem sich die Beschwerde-

gegnerin mit dem Vorbringen, dass dem Beschwerdeführer eine ihm 

zustehende Behandlung verweigert werde, in Ziffer 4 des Einsprache-

entscheids nur rudimentär auseinandergesetzt habe (vgl. Beschwerde 

Rz. 36 S. 9 f. [Gerichtsakte A1]).

2.1. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

bzw. Art. 42 ATSG fliessende Begründungspflicht verlangt zwar nicht, 

dass sich die entscheidende Behörde mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 

widerlegt. Sie darf sich auf das für den Entscheid Wesentliche 

beschränken. Den Betroffenen muss es aber immerhin möglich sein, sich 

über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu geben und ihn in 

voller Kenntnis der Sache an die nächsthöhere Instanz weiterzuziehen. 

Der Entscheid hat also zumindest kurz die Überlegungen zu nennen, von 

denen sich die entscheidende Behörde leiten liess und worauf sie ihren 

Entscheid stützt (vgl. BGE 143 III 65 E.5.2, 142 III 433 E.4.3.2, 142 I 135 

E.2.1, 136 I 229 E.5.2; vgl. auch Urteile des Bundesgericht 8C_34/2021 

vom 8. Juli 2021 E.4.2.1 und 8C_56/2021 vom 17. März 2021 E.5.1).

2.2. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt grundsätzlich ungeachtet der 

Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. Nach der Rechtsprechung kann eine nicht 

- 18 -

besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs 

ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die 

Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die 

sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter 

dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des 

Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen 

Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung abzusehen, 

wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 

damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der 

Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 

beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. 

BGE 137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2 und 132 V 387 E.5.1; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_736/2021 vom 22. März 2022 E.4.2 und 

8C_25/2020 vom 22. April 2020 E.3.3.1).

2.3. Tatsächlich hat sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid in Ziffer 4 einlässlich mit den diversen ärztlichen 

Einschätzungen im Laufe der Untersuchungen und Behandlungen bzw. 

Behandlungsvorschlägen auseinandergesetzt. Sie verweist darauf, dass 

die Beurteilungen, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, teilweise zu 

einem früheren Zeitpunkt erfolgt seien als das MRI vom 4. Juni 2020 und 

weitere Erkenntnisse noch gar nicht vorgelegen hätten. So habe der 

Kreisarzt am 24. Mai 2019 auch nur eine vorläufige Beurteilung 

abgegeben. Auch die kreisärztliche Beurteilung vom 14. November 2019 

sei – im Gegensatz zu den Beurteilungen vom 7. Oktober 2020 und vom 

10. Dezember 2020 – vor dem MRI vom 4. Juni 2020 und damit nicht unter 

vollständiger Berücksichtigung sämtlicher heute vorliegenden Angaben 

erfolgt. Die Beschwerdegegnerin hob weiter hervor, dass es sich bei den 

Ausführungen im Bericht des Spitals H._____ vom 2. Mai 2019 um 

Mutmassungen nach dem Ausschlussprinzip ("wahrscheinlichste 

Ursache", "möglicherweise") gehandelt habe und zudem die Meniskus-

- 19 -

zeichen in der kreisärztlichen Untersuchung vom 7. Oktober 2020 negativ 

gewesen seien. Gestützt darauf kam die Beschwerdegegnerin zum 

Schluss, dass die allesamt vor Vorliegen des MRI's vom 4. Juni 2020 

verfassten Berichte damit keine Zweifel an den kreisärztlichen 

Beurteilungen vom 9. Oktober 2020 und 10. Dezember 2020 zu 

begründen vermögen. Schliesslich habe sich der Kreisarzt Dr. med. 

R._____ in seiner Beurteilung vom 10. Dezember 2020 eingehend mit 

dem Bericht von Dr. med. S._____ vom 17. November 2020 befasst, 

welcher ebenso daran zweifle, dass wirklich eine Meniskuspathologie für 

die Beschwerden verantwortlich gemacht werden könne. Der 

Beschwerdeführer war demnach in der Lage, sich ein Bild zu machen und 

den Einspracheentscheid sachgerecht anzufechten, etwas anderes wird 

denn auch nicht dargetan und ist nicht ersichtlich. Selbst wenn vorliegend 

mit Blick auf die gerügte Begründungspflicht eine allfällige Verletzung des 

rechtlichen Gehörs bejaht würde, dürfte der Mangel als nachträglich 

geheilt qualifiziert werden, weil es sich um keine schwerwiegende 

Verletzung der Parteirechte handelt, dem Verwaltungsgericht volle 

Kognition zukommt (vgl. Art. 51 Abs. 1 VRG) und sich der Beschwerde-

führer im vorliegenden Verfahren im Rahmen eines doppelten Schriften-

wechsels ausführlich äussern konnte. Im Übrigen würde eine Aufhebung 

des angefochtenen Einspracheentscheids zu einem in prozess-

ökonomischer Hinsicht nicht vertretbaren Leerlauf führen.

3. Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Rechtmässigkeit des 

Fallabschlusses per 1. November 2020 (Art. 19 UVG) mit Verneinung des 

Anspruchs auf eine Invalidenrente gemäss UVG und einer Integritäts-

entschädigung sowie die Höhe des leidensbedingten Abzugs vom anhand 

der LSE bestimmten Tabellenlohn. Bei der Beurteilung der streitigen Frage 

ist der Sachverhalt zu berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des 

angefochtenen Einspracheentscheids am 15. Februar 2022 verwirklicht 

hat (vgl. BGE 143 V 295 E.4.1.4 und 142 V 337 E.3.2.2; Urteil des 

- 20 -

Bundesgerichts 8C_714/2018 vom 5. März 2019 E.4.3 mit Hinweisen auf 

BGE 134 V 392 E.6 und 130 V 445 E.1.2).

3.1. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG ist der Unfallversicherer, soweit das Gesetz nichts 

anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs-

krankheiten leistungspflichtig. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die 

versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des 

Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss 

Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.

3.2. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers gemäss UVG 

setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem 

eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, 

Integritätseinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 148 V 356 E.3, 142 V 435 E.1, 

129 V 177 E.3.1 f. mit weiteren Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 

8C_68/2021 vom 6. Mai 2021 E.4.1, 8C_499/2020 vom 19. November 

2020 E.2.2.1 und 8C_620/2019 vom 5. Februar 2020 E.3.3; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das schweizerische Unfall-

versicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und Rz. 249 ff.; RUMO-

JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 53 ff.). Ob ein natürlicher Kausal-

zusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage dar, die mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden Person 

nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher besteht, 

den Beweisanforderungen nicht genügt (BGE 146 V 51 E.5.1, 129 V 177 

E.3.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, in: 

HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über die Unfall-

versicherung, Bern 2018, Art. 6 Rz. 53). Dabei spielt die Adäquanz als 

- 21 -

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im 

Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine 

Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität 

deckt (vgl. BGE 138 V 248 E.4, 134 V 109 E.2 und 127 V 102 E.5b/bb; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 

8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.4, 8C_499/2020 vom 

19. November 2020 E.2.2.1). Objektivierbar sind Untersuchungs-

ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des 

Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit 

apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei 

angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind 

(vgl. BGE 138 V 248 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_391/2022 vom 

10. Januar 2023 E.3.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.4.2, 

8C_493/2021 vom 4. März 2022 E.3.3.2). Sind die geklagten 

Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne objektiv 

ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen 

Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere 

unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 140 V 356 E.3.2 und 134 V 

109 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_270/2022 vom 12. Oktober 

2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.4 und 8C_620/2019 

vom 5. Februar 2020 E.3.3).

3.3.1. Nach Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht ein Rentenanspruch, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und 

allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) 

abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlungen 

und die Taggeldleistungen dahin. Art. 21 UVG regelt diejenigen Fälle, in 

- 22 -

denen die Unfallversicherung auch nach der Rentenfestsetzung noch 

Pflegeleistungen und Kostenübernahmen (Art. 10 bis 13 UVG) gewährt. 

Ob im Hinblick auf die Prüfung des Fallabschlusses eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustandes anzunehmen ist, bestimmt sich 

namentlich – aber nicht ausschliesslich – nach Massgabe der zu 

erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, 

soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Der Begriff "namhaft" 

verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) 

Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins 

Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen ebenso 

wenig wie die blosse Möglichkeit einer Besserung. In diesem 

Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person 

prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt 

werden. Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster 

Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und 

der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose 

erfasst werden (BGE 143 V 148 E.3.1, 134 V 109 E.4.1 ff. und 128 V 169 

E.1b; Urteile des Bundesgerichts 8C_359/2023 vom 12. Juli 2023 E.4.1 

mit weiteren Hinweisen, 8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 E.6.1.1 und 

8C_528/2022 vom 17. November 2022 E.7.1).

3.3.2. Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf eine 

Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid 

ist (Art. 7 und 8 ATSG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 

Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit wiederum ist der durch Beeinträch-

tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 

ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

- 23 -

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 

aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 140 V 

197 E.6.2.1).

3.3.3. Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungs-

vermögen auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 

verwerten, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. 

Massgebend sind rechtsprechungsgemäss Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- 

und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, 

Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufs-

erfahrung aus dem angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht 

leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfähigkeit 

sei unverwertbar. Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist 

anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter 

Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht 

kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer 

entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen 

erscheint (vgl. BGE 148 V 174 E.9.1, 138 V 457 E.3.1, je mit weiteren 

Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_323/2021 vom 14. April 2022 

E.6.1 und 9C_15/2020 vom 10. Dezember 2020 E.6.1 mit weiteren 

Hinweisen).

4.1. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Untersuchungs-

grundsatz, wobei die Auskunfts- und Mitwirkungspflicht der Leistungen 

beanspruchenden Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde hat, wo 

notwendig, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein 

- 24 -

(vgl. Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 Rz. 13 ff. und 96 ff.). Die Verwaltung als 

verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 

Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 

E.3.2 und 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_688/2021 vom 

8. Juni 2022 E.3.3 und 8C_722/2021 vom 20. Januar 2022 E.4). Die 

Untersuchungspflicht gilt sowohl im Verwaltungsverfahren wie auch 

grundsätzlich im kantonalen Gerichtsverfahren (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). 

Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung 

des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit 

besteht. Wenn der Versicherungsträger oder das kantonale 

Sozialversicherungsgericht im Rahmen einer umfassenden, sorgfältigen, 

objektiven und inhaltsbezogenen Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt überwiegend wahrscheinlich ist, 

steht dies einer antizipierten Beweiswürdigung nicht entgegen. Bleiben 

jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der 

getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu ermitteln, 

soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_316/2022, 8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E.4, 9C_58/2022 vom 

7. Juni 2022 E.4.1.1 f. und 9C_377/2021 vom 22. Oktober 2021 E.5.3.1; 

KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 18 f. und 29 f.).

- 25 -

4.2. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren 

bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (vgl. BGE 143 V 124 E.2.2.2, 125 V 351 E.3a; vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_528/2021 vom 11. Februar 2022 E.4.1, 

8C_879/2014 vom 26. März 2015 E.5.2, 8C_419/2014 vom 

23. September 2014 E.6.2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 

8C_98/2023 vom 10. August 2023 E.2.4, 8C_380/2021 vom 

21. Dezember 2021 E.3.2 und 8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c). Dennoch erachtet es die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweis-

- 26 -

würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen 

(vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 

351 E.3b mit zahlreichen Hinweisen).

4.3. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des 

Bundes-gerichts 8C_596/2022 vom 11. Januar 2023 E.2.3, 8C_382/2021 

vom 19. Oktober 2021 E.3.2, 8C_131/2021 vom 2. August 2021 E.3.2). 

Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 

zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr 

besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 

Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die 

erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungs-

recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein 

strenger Massstab anzulegen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 

E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). Beratende Ärztinnen und Ärzte eines 

Versicherungsträgers sind hinsichtlich der Beweiseignung ihrer ärztlichen 

Beurteilungen mit derjenigen von versicherungsinternen Ärzten 

gleichzusetzen (Urteile des Bundesgerichts 8C_322/2021 vom 

19. Oktober 2022 E.4.3, 8C_446/2021 vom 25. Januar 2022 E.2.3 und 

8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4). Soll ein Versicherungsfall ohne 

Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit 

weiteren Hinweisen, 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 

- 27 -

351 E.3b/ee; Urteile des Bundesgerichts 8C_727/2022 vom 16. März 2023 

E.3.2.1, 8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 E.5.1.2; 8C_316/2022 und 

8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E.6.1.3.2).

4.4. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, 

ist zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungs-

ansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheits-

zustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an 

ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus diesen Gründen und 

aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte 

mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im 

Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_401/2022 vom 31. Januar 2023 E.4, 8C_414/2022 

vom 24. Januar 2023 E.6.2, 8C_549/2021 vom 1. Juli 2022 E.7.2), wird im 

Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben 

der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 1. Juli 2022 E.7.2). Diese 

Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht 

zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten 

Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese sind 

daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und 

Ärzte zu wecken vermögen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E.7, 8C_499/2020 

vom 19. November 2020 E.4.2, 8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.2 

und 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E.3.1.2).

- 28 -

4.5. Gemäss Rechtsprechung ist schliesslich auch eine reine medizinische 

Aktenbeurteilung beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten 

unbestritten sind, sodass ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_476/2021 vom 2. März 2022 E.5.1 mit weiteren 

Hinweisen), mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten 

Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_281/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.2, 8C_787/2020 vom 26. Mai 

2021 E.4.2 und 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2).

5.1. Betreffend den Behandlungs- und Beschwerdeverlauf nach dem 

Unfallereignis vom 8. Januar 2018 bis zum Fallabschluss per 1. November 

2020 (Art. 19 UVG) ist auf den vorstehend ausführlich im Sachverhalt 

wiedergegebenen medizinischen Verlauf zu verweisen. Tatsache ist, dass 

die Bagatellunfall-Meldung UVG über den Treppensturz resp. Misstritt vom 

8. Januar 2018 am 3. Mai 2018 abgegeben wurde, d.h. ungefähr vier 

Monate nach dem Unfallereignis (Bg-act. 1) und damit nach der ersten 

Arthroskopie und der TME am 27. April 2018 (Bg-act. 3). Im 

Austrittsbericht des Spitals H._____ über die Arthroskopie und die TME 

am Knie links vom 27. April 2018 wird kein Unfallereignis genannt (Bg-act. 

3); ebenso wenig in der Verlaufskontrolle vom 15. Mai 2018 (vgl. Bericht 

vom 16. Mai 2018 über die orthopädische Sprechstunde [Bg-act. 5]). Zwar 

ist die Beschwerdegegnerin darin als Garantin aufgeführt, noch in der 

ärztlichen Bescheinigung vom 9. März 2018 aber wurde die Krankenkasse 

U._____ als Garantin genannt (Bg-act. 2).

5.2. Der Beschwerdeführer hatte bereits am 13. Februar 2018 von Dr. med. 

X._____, Radiologe am Röntgeninstitut I._____, ein MRI Knie links (Nativ) 

erstellen lassen. Gemäss den klinischen Angaben ergab sich neu eine 

Schwellung am linken Knie bei vorbekannter Baker-Zyste und 

- 29 -

degenerativen Veränderungen (Bg-act. 37). Die Beurteilung lautete auf 

einen horizontalen Riss im Hinterhorn des Innenmeniskus bis in die Pars 

intermedia reichend, Subluxation der Pars intermedia nach medial; 

beginnende Chondropathie im medialen Kompartiment (Grad I). 

Kreuzbänder, Kollateralbänder intakt; Gelenkserguss, Baker-Zyste loco 

typico (Bg-act. 37). Ein Unfallereignis (Sturz, Misstritt) wurde nicht 

erwähnt. Bereits aus dem im Jahr 2016 erstellten MRI des linken Knies 

hatten sich eine Bakerzyste sowie gewisse degenerative Veränderungen, 

d.h. eine mukoide Degeneration ohne eindeutig abgrenzbaren Riss und 

damals keine signifikanten Knorpeldefekte abgrenzbar, ergeben (vgl. Bg-

act. 63; Beilage 2 zur Duplik).

5.3. Der Beschwerdeführer wurde im Laufe der gesundheitlichen Beschwerden 

nach dem Unfall vom 8. Januar 2018 von drei Kreisärzten, Dr. med. 

M._____, Dr. med. L._____ und Dr. med. R._____, beurteilt. Kreisärzte 

der B._____ sind gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts nach ihrer 

Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. 

Da sie ausschliesslich Unfallpatienten, Körperschädigungen im Sinne von 

Art. 6 Abs. 2 UVG und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und 

therapeutisch begleiten, verfügen sie – unabhängig von ihrem 

ursprünglich erworbenen Facharzttitel – über besonders ausgeprägte 

traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen. Im Verhältnis zu den 

Allgemeinpraktikern kommt ihnen eine spezialärztliche Stellung zu (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_51/2023 vom 15. Juni 2023 E.5.2 mit Hinweis, 

8C_480/2021 vom 6. Dezember 2021 E.4.2.1 und 8C_59/2020 vom 

14. April 2020 E.5.2). Die kreisärztlichen Beurteilungen von Kreisarzt 

Dr. med. R._____, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und 

Traumatologie, nach Untersuchung am 7. Oktober 2020 und via 

Aktenbeurteilungen am 21. Oktober 2020, 10. Dezember 2020, 

19. Januar 2021 und 31. Mai 2022 besitzen vollen Beweiswert, erscheinen 

schlüssig und nachvollziehbar begründet. Sie basieren auf einer 

- 30 -

persönlichen Untersuchung am 7. Oktober 2020 und nach Einsicht in die 

umfassenden Akten, inkl. Bildgebung (siehe vorstehend den 

Behandlungs- und Beschwerdeverlauf aufgrund der Berichte des Spitals 

H._____, der Kliniken Q._____, O._____ und T._____ sowie den 

Kreisärzten), die ein vollständiges Bild geben über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status. Sie berücksichtigen die geklagten Schmerzen. Im 

Weiteren sind sie in sich widerspruchsfrei und es bestehen keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit.

5.4. So sind auch nach dem Verfügungszeitpunkt vom 2. November 2020 

ergangene Stellungnahmen (siehe die Berichte von Dr. med. S._____, 

T._____ Klinik, vom 17. November 2020 [Bg-act. 256] und 14. Januar 

2021 [Bg-act. 264] sowie weitere nach Ergehen des angefochtenen 

Einspracheentscheids im Februar 2022 eingeholte Berichte der T._____ 

Klinik im April 2022 [Bf-act. 12-14]) nicht geeignet, an den Feststellungen 

von Kreisarzt Dr. med. R._____ auch nur geringe Zweifel zu wecken. Es 

sind darin keine Diagnosen und/oder Befunde gestellt worden, die von den 

kreisärztlichen Beurteilungen nicht erfasst und somit unbeurteilt geblieben 

wären. Gewisse Erkenntnisse, auf die der Beschwerdeführer sich beruft 

(z.B. des Spitals H._____ oder der Klinik Q._____), liegen zeitlich weiter 

zurück und damit in einem frühen Stadium der Abklärung und Behandlung 

und damit zwangsläufig nicht nach Vorliegen aller Akten resp. 

Bildgebungen. Der Bericht des Spitals H._____ vom 2. Mai 2019 

beinhaltet offensichtlich Mutmassungen, wenn er als "wahrscheinlichste 

Ursache" für die geklagten Beschwerden die Instabilität des 

Hinterhornrestes am medialen Meniskus nennt, oder wenn es 

"möglicherweise" bei bestimmten Bewegungen zu einer Verschiebung des 

lockeren Hinterhorns in das Gelenk komme (Bg-act. 116). Die Feststellung 

von Kreisarzt Dr. med. M._____ vom 24. Mai 2019, dass die 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit zu akzeptieren sei, "bis die Behandlung erfolgreich 

etabliert sei" (Bg-act. 127), verdeutlicht den vorläufigen Charakter seiner 

- 31 -

Einschätzung. Zudem ist festzuhalten, dass noch deutlich positive 

Meniskuszeichen im Laufe des Jahres 2019 sodann im Oktober 2020 bei 

der kreisärztlichen Untersuchung negativ waren (Bg-act. 239 S. 3). Die 

Bildgebungen der MRI, insbesondere dasjenige vom 4. Juni 2020, wurden 

kreisärztlich analysiert und führten Kreisarzt Dr. med. R._____ zum 

nachvollziehbaren und schlüssig begründeten Schluss, dass die 

Beschwerden am linken Kniegelenk mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit nicht meniskopriv seien und von weiteren Behandlungen keine 

wesentliche Besserung mehr erwartet werden könne, so dass von 

weiteren operativen Eingriffen Abstand zu nehmen sei.

5.5. Die Beurteilungen des Spitals H._____ und der Kliniken O._____, 

Q._____ und T._____ vermögen keine Zweifel an den kreisärztlichen 

Beurteilungen vom 9. Oktober 2020 (Bg-act. 239), vom 10. Dezember 

2020 (Bg-act. 260) und vom 31. Mai 2022 (Beilage 2 zur Duplik) zu 

wecken, zumal sie auch keine abweichenden Einschätzungen zur 

Arbeitsfähigkeit beinhalten oder ein abweichendes Zumutbarkeitsprofil 

definieren. So hielt Kreisarzt Dr. med. L._____ bereits am 28. Juni 2019 

fest, dass unfallbedingt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit unter Berück-

sichtigung der Zumutbarkeit für das Knie möglich sein sollte. Er erachtete 

eine erneute kreisärztliche Untersuchung der Arbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt als sinnvoll (Bg-act. 138 S. 2). Kreisarzt 

Dr. med. M._____ beurteilte am 24. Juli 2019, dass eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ab 17. Juli 2019 vorliege; dabei 

handle es sich um eine leichte Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen 

erbracht werden könne (Bg-act. 147 S. 3). Dr. med. N._____, Klinik 

O._____, hielt am 28. August 2019 eine sitzende Tätigkeit 

uneingeschränkt oder sicher adaptiert als sicherlich zumutbar; mit 

möglichen Einschränkungen sei allenfalls bei der An- und Abreise zur 

Arbeit bzw. bei der Mobilität am Arbeitsplatz zu rechnen (Bg-act. 158 S. 2). 

Auch Kreisarzt Dr. med. R._____ erachtete mit Beurteilung vom 

- 32 -

9. Oktober 2020 eine vollschichtige wechselbelastende Tätigkeit als 

uneingeschränkt möglich, wie auch das Heben von Lasten; hingegen sei 

auf Leitern steigen oder Gehen auf Gerüsten zu vermeiden, ebenso 

Arbeiten in Hocke- oder Kauerstellung. Als nicht zumutbar erachtete er 

hingegen das Tragen von schweren Lasten (Bg-act. 239 S. 4).

5.6. Auch bestehen keine geringen Zweifel an der Einschätzung des 

Kreisarztes Dr. med. R._____, wonach von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers mehr erwartet werden kann. Bereits im 

Sprechstundenbericht des Spitals H._____ vom 5. Dezember 2019 hielt 

Dr. med. P._____ fest, er habe dem Beschwerdeführer erklärt, dass das 

Kniegelenk wahrscheinlich nicht wieder zu 100 % die volle Funktion 

zurückerhalten werde und eine komplett schmerzfreie Situation nicht zu 

erwarten sei; dies wäre unrealistisch. Hingegen sei sehr gut möglich, dass 

die aktuelle Beschwerdeproblematik deutlich reduziert werden könne (Bg-

act. 192). Kreisarzt Dr. med. R._____ dokumentierte aufgrund seiner 

Untersuchung des Beschwerdeführers am 7. Oktober 2020, das Knie 

präsentiere sich anlässlich der heutigen Untersuchung völlig reizlos und 

entsprechend ergusslos. Ein Druckschmerz, insbesondere in der medialen 

Gelenkspalte könne nicht ausgelöst werden, die Meniskuszeichen seien 

negativ. Der Schmerz könne auf Druck nicht ausgelöst werden. Er werde 

von brennendem Charakter angegeben, was eher für einen nervalen 

Schmerz spreche. Eine Verletzung des Ramus infrapatellaris Nervus 

sapheni im Bereich des medialen Arthroskopieportals könne aber 

ausgeschlossen werden. Die immer wieder auftretenden Blockaden 

sprächen anamnestisch zwar für eine Meniskusläsion. Ein 

charakteristisches Knacken zu Beginn oder beim Lösen der Blockaden 

fehle aber. Der vertikale Längsriss im medialen Meniskushinterhorn, der 

sich im MRI vom 4. Juni 2020 abbilde, sei nicht durchgängig, sodass ein 

Einschlagen desselben unwahrscheinlich erscheine. Das Beschwerdebild 

- 33 -

sei nicht meniskopriv, von einer Meniskustransplantation sei Abstand zu 

nehmen. Somatisch lasse sich das Beschwerdebild nicht erklären. Die 

symmetrische Beschwielung und Muskulatur spreche nicht für eine mit 

den Beschwerden korrelierende Schmerzmitteleinnahme im 

angegebenen Ausmass. Von weiteren Behandlungen könne mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit keine weitere wesentliche Besserung 

erwartet werden (Bg-act. 239 S. 4).

5.7. Diese Einschätzung wurde nicht in Zweifel gezogen von Dr. med. 

S._____, T._____ Klinik, welcher im November 2020 ein flüssiges und 

hinkfreies Gangbild festhielt und in der klinischen Untersuchung des linken 

Knies reizlose Hautverhältnisse, keinen Erguss, keine Rötung, keine 

Überwärmung; Flexion/Extension 135/0/0°; keine Druckschmerzen, 

keinen Patellaverschiebeschmerz. Bei Mobilisation des Kniegelenkes 

würden einschiessende Schmerzen medialseitig angegeben, auch 

stechende Schmerzangaben bei Rotation. MRI Knie links vom 4. Juni 

2020 bei St. n. medialer Teilmeniskektomie, wonach sich eine vertikale 

Läsion an der Basis des medialen Meniskushinterhorns zeige sowie 

geringgradige degenerative Veränderungen des medialen Knorpels; die 

anderen Kompartimente zeigten sich unauffällig; kein Erguss. In klinischer 

Untersuchung zeige sich ein stark überempfindliches Knie im Sinne eines 

chronifizierten Schmerzes. Die Schmerzangabe des Patienten und in der 

Anamnese aufgetretene Blockadephänomene seien nicht unbedingt mit 

den morphologischen Befunden des MRIs klar vereinbar. Falls die 

Beschwerden vom Meniskus herrührten, sei mit einer Verbesserung der 

Situation zu rechnen. Es sei Vorsicht geboten bezüglich weiterem 

Vorgehen, da nicht klar gesagt werden könne, wieviel der Patient von der 

Implantation eines Allograft profitieren würde, so dass er ein schrittweises 

Vorgehen befürworte, d.h. primär eine Arthroskopie mit erneuter 

Beurteilung des Meniskus und Resektion von instabilen Anteilen; eine 

Implantation würde er nur bei entsprechender Symptomatik, d.h. 

- 34 -

Überlastungsschmerz und/oder Instabilität in Erwägung ziehen. Falls die 

Beschwerden vom Meniskus herrührten, sei mit einer Verbesserung der 

Situation zu rechnen, dies bei vorbestehendem Valgus (Bg-act. 256).

5.8. Es ist nachvollziehbar, dass aufgrund dieser Einschätzung von Dr. med. 

S._____ Kreisarzt Dr. med. R._____ am 10. Dezember 2020 bei seiner 

Beurteilung blieb, dass der basisnahe Riss am Hinterhorn des medialen 

Meniskus, wenn überhaupt, im MRI vom 4. Juni 2020 nur im Bild 8 der 

Serie 10 abgebildet und nicht durchgängig sei. Unter Verweis auf seine 

Beurteilung vom 9. Oktober 2020 blieb er auch dabei, dass die minimale, 

nicht durchgängige Meniskusläsion medial – falls überhaupt vorhanden – 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu den anamnestisch 

berichteten Blockadegefühlen führe und die Beschwerden entsprechend 

nicht meniskopriv seien. Gemäss Bildgebung und den bereits 

durchgeführten Arthroskopien lägen kein Überlastungsschmerz und auch 

keine Instabilität vor. Aufgrund von Zweifeln, ob eine Meniskuspathologie 

vorliege, sei von einer weiteren operativen Intervention Abstand zu 

nehmen.

5.9. So vermag auch der Sprechstundenbericht der T._____ Klinik vom 

14. Januar 2021 über die Persistenz von unklaren medialen 

Knieschmerzen mit intermittierend auftretenden Blockaden und der 

Planung einer "diagnostischen" Kniearthroskopie mit wahrscheinlich TME 

(Bg-act. 264), keine Zweifel an den kreisärztlichen Beurteilungen zu 

wecken, da sie von den kreisärztlichen Beurteilungen medizinisch nicht 

abweichen. Nach Ergehen des angefochtenen Einspracheentscheids am 

15. Februar 2022 suchte der Beschwerdeführer erneut im April 2022 die 

T._____ Klinik auf (Bf-act. 12-14). Das MRI vom 21. April 2022 beurteilte 

einen Verdacht auf partielle Ablösung des medialen Meniskus im 

Hinterhornbereich/Wurzelbereich von der poplitealen Gelenkkapsel (Bf-

act. 13). Mit bestätigtem Verdacht auf eine Basis Hinterhornläsion des 

Innenmeniskus und aufgrund der anhaltenden Beschwerden empfahl PD 

- 35 -

Dr. med. Worlicek die Arthroskopie mit TME (Bf-act. 14). Der Beschwerde-

führer wurde über die Risiken des Eingriffs aufgeklärt, "insbesondere über 

das Risiko anhaltender Beschwerden" (Bf-act. 14). Hieraus erhellt, dass 

auch der (zukünftige) Operateur an der T._____ Klinik nicht mit einer 

namhaften Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerde-

führers rechnete.

5.10.1. So hielt auch Kreisarzt Dr. med. R._____ in seiner ausführlichen 

Aktenbeurteilung vom 31. Mai 2022 den relevanten Sachverhalt nach 

Aktenlage – zurückgehend bis ins Jahr 2016 – fest (Beilage 2 zur Duplik). 

Versicherungsmedizinisch sei am 16. Juli 2019 und 9. Oktober 2020 

gestützt auf kreisärztliche Untersuchungen Stellung genommen worden; 

zusätzlich habe er am 10. Dezember 2020 eine ärztliche Beurteilung 

abgegeben. Betreffend das linke Kniegelenk des Versicherten seien 

bisher sieben MRI-Untersuchungen erfolgt. Das erste MRI datiere vom 

10. November 2016. Am 13. Februar 2018 sei das zweite MRI erfolgt; es 

sei darin ein ausgedehnter horizontaler Riss am medialen 

Meniskushinterhorn diagnostiziert worden, der als eine fortschreitende 

Degeneration des Vorbefundes vom 10. November 2016 aufgefasst 

werden müsse. Dennoch sei die Unfallkausalität am 15. Oktober 2018 

anerkannt worden. Eine erste arthroskopische TME sei am 27. April 2018 

vorgenommen worden. Nach persistierenden Beschwerden sei am 

27. August 2018 das MRI wiederholt worden. Am 10. Oktober 2018 sei 

erneut eine Kniegelenksarthroskopie mit nochmaliger TME medial 

vorgenommen worden. Bei der MRI-Untersuchung vom 30. April 2019 

komme erstmals eine fragliche Kapselläsion in die Diskussion. Weiter 

seien am 4. Juni 2020 und dann wieder am 21. April 2022 ein MRI erstellt 

worden. Gemäss Bericht über die Sprechstunde in der T._____ Klinik vom 

28. April 2022 habe sich der Verdacht auf eine Basis-Hinterhornläsion des 

Innenmeniskus bestätigt, es sei eine Arthroskopie mit TME empfohlen 

worden. Kreisarzt Dr. med. R._____ kam in überzeugender Weise zum 

- 36 -

Schluss, dass erst nach zwei Arthroskopien mit TME am 27. April 2018 

und 10. Oktober 2018 resp. beim vierten MRI am 30. April 2019 erstmals 

eine fragliche Kapselläsion zur Diskussion stünde (Beilage 2 zur Duplik 

S. 1 f.). Gemäss Kreisarzt Dr. med. R._____ ist "festzuhalten, dass die 

gesamte Pathologie des medialen Meniskus im linken Kniegelenk einer 

Degeneration entspricht, da im primären MRI vom 10.11.2016 eine 

ausgeprägte mukoide Degeneration diagnostiziert wurde, die sich in der 

Folge zu einer Horizontalläsion des medialen Meniskus ausgeweitet hat, 

welche zweimal operativ angegangen wurde. Die Bakerzyste, die bereits 

2016 bildgebend sichtbar war, ist als eine weitere degenerative 

Erscheinung, sekundär auf die mucoide Degeneration des medialen 

Meniscus aufzufassen, ebenso die oberflächlichen Knorpelschädigungen 

im medialen Gelenkkompartiment. Die Indikation zum MRI vom 

13.02.2018 wird mit einer neuen Schwellung des linken Kniegelenkes bei 

vorbekannter Bakerzyste und degenerativen Veränderungen angegeben. 

Ein Unfallgeschehen wird nicht erwähnt. Dieses wird dann in der 

Schadenmeldung vom 03.05.2028 (recte: 2018) mit Schadendatum 

08.01.2018 geltend gemacht. Ohne Läsion der medialen Bandstrukturen 

ist eine unfallkausale Destruktion des medialen Meniskushinterhorns in 

der Konfiguration eines Horizontalrisses aber überwiegend 

unwahrscheinlich. Traumatische Läsionen liegen meist in der Peripherie 

nahe dem meniskosynovialen Übergang und stellen sich als Längsrisse 

oder Radiärrisse dar. Degenerationen hingegen sind überwiegend 

Horizontallappen- und Komplexrisse [1; Rupp et al, Meniscusläsion, 

Orthopäde 2002, 31:812-831]. In diesem Fall lag zum Operationszeitpunkt 

eine ausgedehnte Horizontalläsion vor. Dennoch wurde die 

Unfallkausalität versicherungsmedizinisch anerkannt." (Beilage 2 zur 

Duplik S. 3).

- 37 -

5.10.2. Kreisarzt Dr. med. R._____ beurteilte weiter, dass eine partielle Ablösung 

der medialen Meniskuswurzel von der Gelenkkapsel dorsal überwiegend 

wahrscheinlich die vom Versicherten angegebenen rezidivierenden 

Blockadeereignisse nicht erklärten, denn dieser Meniscus könne sich 

überwiegend wahrscheinlich nicht ins Gelenk einschlagen, da er noch zu 

stark an die dorsale Kapsel fixiert sei (nur partiell abgelöst). Eine dafür 

notwendige vollständige Ablösung sei nicht der Fall und sei auch 

anlässlich der zweiten TME vom 10. Oktober 2018 bestätigt worden, 

indem der Restmeniskus als völlig stabil beurteilt worden sei. Die 

Beschwerden seien somit weiterhin nicht meniskopriv. Entscheidend sei, 

dass die für die aktuellen Beschwerden verantwortlich gemachte 

kapselnahe Partialläsion des medialen Meniskus erstmals am 30. April 

2019 im MRI als diskrete Unterflächenläsion diagnostiziert worden sei. In 

den drei vorangegangenen MRIs sowie während der beiden operativen 

Eingriffe sei keine solche Läsion erkannt worden. Somit sei 

unwahrscheinlich anzunehmen, dass ohne weitere Traumatisierung des 

linken Kniegelenkes eine derartige Läsion "plötzlich" entstanden sei. Diese 

Läsion, sollte sie denn wirklich vorhanden sein, entspreche somit keiner 

Schädigung, die auf das Unfallereignis vom 8. Januar 2018 zurückgeführt 

werden müsste. Somit seien die Beschwerden weiterhin nicht 

meniskopriv, eine arthroskopische Abklärung sei nicht indiziert und werde 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Besserung der Unfallfolgen 

bringen (Beilage 2 zur Duplik S. 3). Diese Beurteilung – zusammen mit 

den früheren kreisärztlichen Beurteilungen in den Jahren 2019 bis 2021 – 

überzeugt, ist schlüssig, nachvollziehbar begründet, in sich 

widerspruchsfrei und es bestehen keine Indizien, die gegen ihre 

Zuverlässigkeit sprechen. Zumal ihnen auch keine fachmedizinischen 

gegenteiligen Einschätzungen entgegenstehen. Die kreisärztlichen 

Beurteilungen von Dr. med. R._____ sind voll beweiswertig.

- 38 -

5.11. Aufgrund des Gesagten bestehen keine auch nur geringen Zweifel, dass 

sich aus den kreisärztlichen Beurteilungen vom 9. Oktober 2020, 

21. Oktober 2020, 10. Dezember 2020 und 31. Mai 2022 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ergibt, dass das Beschwerdebild nicht 

meniskopriv ist, sich somatisch nicht erklären lässt und von weiteren 

Behandlungen keine wesentliche Besserung mehr erwartet werden kann. 

Die IV-Arbeitsvermittlung war nach Aktenlage im April 2020 

abgeschlossen (Bg-act. 194 S. 693). Ein Anhaltspunkt dafür, dass mit 

einer weiteren Diagnostik und operativen Eingriffen zumindest eine 

Verbesserung des Zumutbarkeitsprofils hätte erzielt werden können, ist 

nicht ersichtlich. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung sieht nicht vor, 

dass der Fallabschluss solange hinausgezögert werden muss, bis 

überhaupt keine ärztliche Behandlung mehr geboten ist. Dieser bedingt 

gerade keinen "Endzustand der medizinischen Behandlung und Therapie" 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_359/2023 vom 12. Juli 2023 E.4.1 mit 

weiteren Hinweisen). Es erübrigen sich somit weitere Abklärungen (Art. 43 

ATSG). Der Fallabschluss (Art. 19 UVG) und die Leistungseinstellung per 

1. November 2020 sind somit nicht zu beanstanden. Auf die 

Beweismassnahme, wie es dem Beschwerdeführer (in der Replik 

[Gerichtsakte A3 S. 4]) mittels Einholens eines Gutachtens betreffend die 

Art der Verletzung, die Kausalität und die korrekte Behandlungsmethode 

sowie die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorschwebt, kann 

aufgrund ausreichender Abklärung und Feststellung des Sachverhalts in 

antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, da keine 

entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 144 V 361 

E.6.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_52/2023 vom 6. Juli 2023 E.4.2.2 mit 

weiteren Hinweisen).

6.1. Zu prüfen gilt es weiter den Rentenanspruch (Art. 18 UVG; Art. 16 ATSG). 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

- 39 -

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen 

[IVEK]), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen [VEK]; 

Art. 16 ATSG [allgemeine Methode des Einkommensvergleichs]; vgl. 

BGE 148 V 195 E.2.2, 145 V 141 E.3, 143 V 295 E.2). Für die Festsetzung 

des IVEK ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, 

bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind 

und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 

zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 

aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt 

grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich 

weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 

oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 

aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die 

Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 

(vgl. BGE 148 V 174 E.6.2, 143 V 295 E.2.2 und 139 V 592 E.2.3; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_767/2021 vom 9. August 2022 E.5.1, 

8C_636/2021 vom 10. November 2021 E.3.2, 8C_315/2020 vom 

24. September 2020 E.3.2 und 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 

E.3; FORSTER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum ATSG, Zürich/Basel/Genf 2021, Art. 16 Rz. 29).

6.2. Aufgrund vorstehender Ausführungen ist die Beschwerdegegnerin 

rechtmässigerweise von folgendem Zumutbarkeitsprofil bei der Prüfung 

des Anspruchs auf eine Invalidenrente ausgegangen: Vollschichtige, 

- 40 -

uneingeschränkte wechselbelastende Tätigkeit. Zu vermeiden ist das 

Besteigen von Leitern oder Gehen auf Gerüsten sowie Arbeiten in Hocke- 

oder Kauerstellung. Das Heben von Lasten ist möglich, das Tragen von 

schweren Lasten aber nicht zumutbar (vgl. kreisärztliche Beurteilung vom 

9. Oktober 2020 [Bg-act. 239 S. 4]). Die Beschwerdegegnerin stützte sich 

bei der Berechnung des IVEK von CHF 65'542.00 (CHF 5'417.00 x 12 : 40 

x 41.7 x 1.009 x 1.009, unter Berücksichtigung eines Abzuges von 5 % für 

die leidensbedingten Einschränkungen), auf die statistischen Löhne der 

schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) für das Jahr 2018, Tabelle 

TA1, privater Sektor, Total Kompetenzniveau 1, Männer, der Wochen-

arbeitszeit von 41.7 Stunden und der Nominallohnentwicklung angepasst.

6.3. Der Beschwerdeführer ging zum Zeitpunkt der Verfügung vom 

2. November 2020 keiner Arbeit mehr nach, so dass die Beschwerde-

gegnerin zur Ermittlung des IVEK zu Recht auf die Tabellenlöhne der LSE 

abgestellt hat. Als ebenso korrekt erweist sich, und wird vom 

Beschwerdeführer denn auch nicht beanstandet, die Anwendung der LSE 

2018, Tabelle TA1, privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Total, Männer, 

und damit das sich daraus auf die Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 

und der Nominallohnentwicklung angepasste Einkommen von 

CHF 68'992.00. Unter Berücksichtigung eines Abzuges von 5 % für die 

leidensbedingten Einschränkungen ergab sich demnach ein noch 

zumutbares erzielbares Einkommen von CHF 65'542.00. Diese 

Berechnung beanstandet der Beschwerdeführer einzig punkto dem 

Leidensabzug von 5 %, da dieser Leidensabzug seinen Einschränkungen 

nicht gerecht werde.

6.4. Wird das IVEK auf der Grundlage von statistischen Lohndaten wie 

namentlich der LSE ermittelt, ist der so erhobene Ausgangswert gemäss 

ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung allenfalls zu kürzen. Damit 

soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und 

berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, 

- 41 -

Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-

grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und die versicherte 

Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit 

auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch-

schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber 

nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im 

Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und 

darf 25 % nicht übersteigen. Die bisherige Rechtsprechung gewährt 

insbesondere dann einen Abzug vom Invalideneinkommen, wenn eine 

versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeiter-

tätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige bereits in 

der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltenen 

gesundheitlichen Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die 

Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 

doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (zum Ganzen: 

BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_156/2022 vom 29. Juni 2022 E.6.2, 8C_55/2022 vom 

19. Mai 2022 E.6.1.2 und 8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E.8.1). 

Praxisgemäss können persönliche und berufliche Merkmale der 

versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad einen 

auf höchstens 25 % begrenzten Leidensabzug von dem nach den LSE-

Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit 

anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende 

Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen 

verwertet werden kann (vgl. BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 

297 E.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_383/2022 vom 10. November 

2022 E.4.2.4, 8C_617/2021 vom 28. Juni 2022 E.4.3.2 und 8C_682/2021 

vom 13. April 2022 E.11.1). Nach Auffassung des Gerichts ist der 

Leidensabzug von 5 % nicht zu beanstanden, ist doch keines der 

- 42 -

Leidensabzug-Kriterien ersichtlich resp. erfüllt, welches einen höheren 

Leidensabzug begründen würde, und wird dies vom Beschwerdeführer 

auch nicht näher substanziiert.

6.5. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens (VEK) ist entscheidend, was 

die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne 

Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte (Urteil des Bundesgerichts 

8C_489/2022 vom 9. März 2023 E.6.5.3 mit Hinweisen auf BGE 135 V 58 

E.3.1). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_134/2021 vom 8. September 2021 E.3.2 

und 8C_662/2019 vom 26. Februar 2020 E.3.1). Nicht massgebend ist, 

was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zuletzt 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens-

entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. 

Ausnahmen von diesem Erfahrungsgrundsatz müssen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. etwa BGE 144 I 103 E.5.3, 139 V 28 

E.3.3.2, 135 V 58 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_98/2023 vom 

10. August 2023 E.5.2.3, 8C_489/2022 vom 9. März 2023 E.6.5.3, 

8C_339/2022 vom 9. November 2022 E.6.2). Das VEK wurde von der 

Beschwerdegegnerin gestützt auf die LSE 2018, Tabelle TA1, privater 

Sektor, Kompetenzniveau 1, Total, Männer, umgerechnet auf die 

Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden und der Nominallohnentwicklung 

angepasst (CHF 5'417.00 x 12 : 40 x 41.7 x 1.009 x 1.009) auf 

CHF 68'992.00 festgelegt und blieb unangefochten, so dass darauf 

abzustellen ist.

6.6. Wird das derart errechnete VEK in Beziehung gesetzt zum IVEK, ergibt 

sich ein Invaliditätsgrad von 5 % (VEK CHF 68'992.00 / IVEK 

CHF 65'542.00), der folglich nicht rentenbegründend ist (vgl. Art. 18 

- 43 -

Abs. 1 UVG). Demzufolge ist die Verneinung eines Rentenanspruchs 

durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.

7. Der Beschwerdeführer beanstandet schliesslich die Verneinung des 

Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG 

hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integritäts-

entschädigung, wenn er durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität 

erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, 

wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in 

gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, 

geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 

augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG 

wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt 

(Satz 1). Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des 

versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend 

der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Satz 2). Nach Art. 25 

Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von 

dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 

dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung 

die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als 

gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (vgl. BGE 124 V 29 

E.1b mit weiteren Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden 

prozentual gewichtet. Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritäts-

schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen 

Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 

Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritäts-

schäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet 

(Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem Zusammenhang hat die B._____ in 

Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungs-

grundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der 

- 44 -

Medizinischen Abteilung der B._____ herausgegebenen Tabellen zur 

Integritätsentschädigung gemäss UVG stellen Feinraster für die 

Bemessung dar. Sie sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit 

denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, 

mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (vgl. BGE 124 V 29 E.1c, 116 V 156 

E.3a mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2022 vom 

30. Mai 2023 E.6.1). Für Integritätsschäden von weniger als 5 % besteht 

kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (vgl. dazu Ziff. 1 Abs. 3 

im Anhang 3 zur UVV). Die Feststellung des Integritätsschadens ist eine 

Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_1/2023 vom 6. Juli 2023 E.9.1, 

8C_653/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.1 und 8C_762/2019 vom 

12. März 2020 E.6.3; vgl. auch BERGER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/

PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar zum Unfallversicherungsgesetz, Basel 

2019, Art. 25 Rz. 13, wonach die Bestimmung des Grades des 

Integritätsschadens eine primär medizinische Aufgabe ist, die 

entsprechend den Ärzten zufällt). Dabei beurteilt sich die Schwere des 

Integritätsschadens einzig nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem 

medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten 

gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Allfällige individuelle 

Besonderheiten der versicherten Person bleiben, im Gegensatz zur 

privatrechtlichen Genugtuung, unberücksichtigt (vgl. BGE 115 V 147 E.1, 

113 V 218 E.4b; Urteile des Bundesgerichts 8C_756/2019 vom 

11. Februar 2020 E.4.2, 8C_812/2010 vom 2. Mai 2011 E.6.2). Gegen die 

Verneinung einer Integritätsentschädigung mangels Erreichens der 

Erheblichkeitsschwelle aufgrund der fachärztlichen Einschätzung von 

Kreisarzt Dr. med. R._____ (vgl. die kreisärztliche Beurteilung vom 

9. Oktober 2020 [Bg-act. 239]) und der durch ihn erhobenen Befunde 

(Extension/Flexion Extension/Flexion Knie links 130-0-5 Grad, rechts 140-

0-5 Grad), verglichen mit den massgebenden Tabellenwerten der B._____ 

(vgl. UVG-Tabelle 2 [Revision 2000], Integritätsschaden bei 

- 45 -

Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten; abrufbar unter: 

https://www.B._____.ch/de-ch/download/factsheets/tabelle-02---

integritaetsschaden-bei-funktionsstoerungen-an-den-unteren-extremi-

taeten/standard-variante; letztmals besucht am 12. September 2023), 

bringt der Beschwerdeführer nichts Substanziiertes vor und ist auch den 

Akten nichts zu entnehmen, so dass es hierbei sein Bewenden hat.

8.1. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 15. Februar 2022 somit als rechtens, womit die Beschwerde 

abzuweisen ist. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen 

kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungs-

rechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in der Regel weiterhin 

kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in casu nicht 

vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 

UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende Verfahren 

sind daher keine Kosten zu erheben.

8.2. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.

9.1. Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer die beantragte unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu gewähren ist. Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede 

Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf 

unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos 

erscheint. Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie unter Berücksichtigung 

ihrer gesamten wirtschaftlichen Situation die Kosten eines Prozesses nicht 

aufzubringen vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung 

des eigenen notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie 

erforderlich sind (vgl. BGE 144 III 531 E.4.1 und 141 III 369 E.4.1). Als 

- 46 -

aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten 

beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum 

als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht 

als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren 

ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. 

Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei 

vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine 

Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht 

führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet 

(BGE 140 V 521 E.9.1, 139 III 475 E.2.2, 138 III 217 E.2.2.4 mit 

Hinweisen). Die beschwerdeführende Person hat ausserdem, wo die 

Verhältnisse es rechtfertigen, Anspruch auf unentgeltlichen Rechts-

beistand (vgl. Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 76 Abs. 3 VRG), sofern die 

Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine Anwältin notwendig oder 

doch geboten ist (vgl. BGE 135 I 1 E.7.1, 132 V 200 E.4.1, 131 V 155 E.3.1 

mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 8C_374/2022 vom 5. Dezember 

2022 E.6.1). Die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege befreit von 

allen behördlichen (inkl. gerichtlichen) Kosten und Gebühren. Die 

Vorschriften über die Erstattung (Art. 77 VRG) bleiben ausdrücklich 

vorbehalten. Die Entschädigung richtet sich nach der Anwalts-

gesetzgebung (Art. 76 Abs. 3 VRG). Gemäss Art. 5 der Verordnung über 

die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird für den berechtigten Aufwand 

der unentgeltlichen Vertretung ein Honorar von CHF 200.00 pro Stunde 

zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer ausgerichtet.

9.2. Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau sind Eltern von zwei 

Kleinkindern, geb. V._____ und W._____ (Bf-act. 4). Die Eheleute 

verfügten im Jahr 2021 weder über ein steuerbares Einkommen noch über 

Vermögen (Bf-act. 5); die Ehefrau erzielte im Jahr 2021 ein 

- 47 -

Nettoerwerbseinkommen von CHF 43'055.00 (Bf-act. 6). Ab 1. September 

2021 bezog die Familie wirtschaftliche Sozialhilfe in der Höhe von 

monatlich CHF 666.75 (Bf-act. 7). Mit Verfügung vom 22. November 2021 

wurde der Familie zudem die Prämienverbilligung für das Jahr 2022 

gewährt (Bf-act. 9). Die prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers 

ist damit ausgewiesen. Eine anwaltliche Vertretung im vorliegenden 

Verfahren war angesichts der Verhältnisse zumindest sachlich geboten, 

zudem kann die Beschwerde auch nicht als aussichtslos bezeichnet 

werden. Die unentgeltliche Verbeiständung durch Rechtsanwältin lic. iur. 

Karin Caviezel ist somit zu bewilligen. Mit der Honorarnote vom 18. Juli 

2023 wird ein vertretbarer Aufwand von 9 Stunden und 50 Minuten (9.83 

Std.) geltend gemacht. Die Entschädigung beläuft sich demnach auf 

CHF 2'180.90 (d.h. 9.83 Stunden à CHF 200.00 [CHF 1'966.00] zzgl. 3 % 

Spesenpauschale [CHF 59.00] und 7.7 % MWST [CHF 155.90]). Dieser 

Betrag für die unentgeltliche Verbeiständung geht (vorläufig) zu Lasten der 

Gerichtskasse. Gemäss Art. 77 VRG sind erlassene Gerichtskosten und 

die Kosten für die unentgeltliche Rechtsvertretung zu erstatten, wenn sich 

die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers 

dereinst verbessern sollten.

- 48 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

2.1. A._____ wird in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel eine 

Rechtsvertreterin auf Kosten des Staates bestellt. Diese wird durch die 

Gerichtskasse mit CHF 2'180.90 (inkl. Spesen und MWST) entschädigt.

2.2. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]