# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8aecb14-b220-533f-9c71-ed4e1912f8a4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** VV240012-O5
**Docket/Reference:** VV240012-O5
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/VV240012-O5.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
Verwaltungskommission  

Geschäfts-Nr. VV240012-O/U

Mitwirkend: Obergerichtspräsidentin lic. iur. F. Schorta, Vizepräsident lic. iur. 

Ch. Prinz, Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos, Oberrichter lic. iur. 

A. Wenker und Oberrichter lic. iur. D. Oehninger sowie die Gerichts-

schreiberin MLaw C. Honegger

Beschluss vom 10. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Gesuchsteller

betreffend Ausstand der Mitglieder der Aufsichtskommission über die An-

wältinnen und Anwälte, nämlich Rechtsanwältin Dr. S. Pestalozzi-Früh im 

Verfahren Nr. KG230072-O

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Erwägungen:

I.

1.

Die  Aufsichtskommission  über  die  Anwältinnen  und  Anwälte  (fortan:  Auf-

sichtskommission) eröffnete gegen Rechtsanwalt lic. iur. HSG LL.M. A._____ 

(fortan: Gesuchsteller) mit Beschluss vom 7. März 2024 unter der Geschäfts-

Nr. KG230072-O ein Disziplinarverfahren wegen mehrfacher Verletzung von 

Berufsregeln (Art. 12 lit. a BGFA) (act. 3/5). Mit Verfügung vom 10. Juli 2024 

bestimmte  die  Aufsichtskommission  Rechtsanwältin  Dr. S.  Pestalozzi-Früh 

(fortan: die Abgelehnte) als Referentin (act. 3/27). Mit Eingabe vom 2. Sep-

tember 2024 (act. 2) stellte der Gesuchsteller bei der Aufsichtskommission ein 

Ausstandsbegehren gegen die Abgelehnte. Mit Schreiben vom 19. Septem-

ber  2024  (act. 1)  leitete  die  Aufsichtskommission  die  Eingabe  des  Gesuch-

stellers  vom  2. September  2024  (act. 2)  samt  Akten  des  Geschäfts-Nr. 

KG230072-O  (act. 3)  an  die  Verwaltungskommission  des  Obergerichts  des 

Kantons Zürich zur Prüfung des Ausstandsbegehrens weiter. 

2.

Die Verwaltungskommission eröffnete in der Folge das vorliegende Verfahren 

und gewährte der Abgelehnten mit Verfügung vom 3. Oktober 2024 (act. 4) 

das rechtliche Gehör.

3.

Mit Eingabe vom 17. Oktober 2024 (act. 5) erklärte die Abgelehnte, es bestün-

den  keine  Ausstandsgründe.  Mit  Verfügung  vom  21. Oktober  2024  (act. 6) 

wurde diese Eingabe dem Gesuchsteller zur allfälligen Stellungnahme zuge-

stellt. Der Gesuchsteller liess sich mit Eingabe vom 8. November 2024 noch-

mals  vernehmen  (act. 7).  Diese  Stellungnahme  wurde  der  Abgelehnten  mit 

Verfügung vom 13. November 2024 zugestellt (act. 8). Die Abgelehnte liess 

sich  hierzu  nicht  mehr  vernehmen.  Das  Verfahren  erweist  sich  somit  als 

spruchreif. 

1. Die Aufsichtskommission beaufsichtigt Personen, die im Kanton Zürich den An-

waltsberuf ausüben. Sie ist insbesondere zuständig für die Durchführung von 

II.

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Disziplinarverfahren (§ 21 AnwG). Auch wenn die Aufsichtskommission mit den 

Sanktionsbefugnissen  teils  gerichtsähnliche  Aufgaben  wahrnimmt,  steht  sie 

dem Rechtsanwalt, der die Rechtmässigkeit ihrer Aufgabenwahrnehmung be-

streitet, funktionell eher als Gegenpartei bzw. als Verwaltungsbehörde gegen-

über (BGE 126 I 228 E. 2c.bb f.). Damit findet Art. 30 BV (sowie Art. 6 EMRK) 

keine direkte Anwendung. Indessen gewährleistet auch Art. 29 Abs. 1 BV die 

korrekte Besetzung der Entscheidbehörde; das Gebot der Unbefangenheit bil-

det einen Teilgehalt des Anspruchs auf gleiche und gerechte Behandlung (BGer 

2C_308/2015 vom 7. Juli 2015, E. 2.2. m.w.H.). Der Anspruch auf Unparteilich-

keit der Verwaltungsbehörde bedeutet, dass kein befangenes Behördenmitglied 

am Entscheid mitwirken darf. Eine Amtsperson ist demnach zum Ausstand ver-

pflichtet, wenn Umstände vorliegen, die nach objektiven Gesichtspunkten ge-

eignet sind, den Anschein der Befangenheit zu erwecken. Wann Mitglieder einer 

Verwaltungsbehörde in den Ausstand zu treten haben, ergibt sich einerseits aus 

dem anwendbaren kantonalen Verfahrensrecht und andererseits aus den aus 

Art. 29  Abs. 1  BV  herleitbaren  Grundsätzen.  Bei  Ausstandsbegehren  gegen 

Verwaltungsbehörden ist den jeweiligen konkreten Verhältnissen, etwa der be-

sonderen Verantwortung zur Erfüllung bestimmter öffentlicher Aufgaben, Rech-

nung zu tragen (BGer 2C_308/2015 vom 7. Juli 2015, E. 2.2. m.w.H.). 

2. Gemäss § 5a Abs. 1 VRG treten Personen, die eine Anordnung zu treffen, dabei 

mitzuwirken  oder  sie  vorzubereiten  haben,  in  den  Ausstand,  wenn  sie  in  der 

Sache persönlich befangen erscheinen. Die Voraussetzungen für eine Befan-

genheit und damit eine Ausstandspflicht sind generell dann gegeben, wenn Um-

stände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit eines Be-

hördenmitglieds zu erwecken. Die Umstände können einerseits in der Person 

des Verwaltungsbeamten oder der Richterin selber liegen, andererseits auf äus-

seren Gründen wie namentlich der Verfahrens- oder Gerichtsorganisation beru-

hen. Eine tatsächliche Befangenheit ist nicht erforderlich. Vielmehr genügt es, 

wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr 

der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Dabei kann allerdings nicht 

auf  das  subjektive  Empfinden  einer  Partei  abgestellt  werden;  das  Misstrauen 

muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen (KIENER, in: Griffel 

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[Hrsg.], VRG Kommentar, 3. Aufl., 2014, § 5a N 15 m.w.H.). Typische Grund-

konstellationen,  welche  regelmässig  Anlass  zu  Befangenheitsrügen  geben, 

sind: Ein Verhalten, das auf eine besondere Beziehung einer Justizperson zu 

einer Verfahrenspartei oder ihrem Anliegen schliessen lässt, die Mehrfachbe-

fassung einer Justizperson mit ein und derselben Streitsache (sog. Vorbefas-

sung), bestimmte berufliche Beziehungen sowie die mögliche Einwirkung von 

äusserem Druck auf die Entscheidfindung (KIENER, in: Griffel [Hrsg.], VRG Kom-

mentar, 3. Aufl., 2014, § 5a N 18). Eine Ausstandspflicht besteht insbesondere 

bei besonderer Freundschaft oder persönlicher Feindschaft zu einer Partei oder 

ihrem Vertreter. Die Beziehung muss aufgrund ihrer Art und Dauer eine Inten-

sität aufweisen, die über den gesellschaftlich üblichen Umgang hinausgeht und 

bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit bzw. die Gefahr ei-

ner  Voreingenommenheit  erweckt.  Persönliche  Bekanntschaft,  Duzfreund-

schaft, gemeinsames Studium oder gemeinsamer Militärdienst genügen für sich 

allein genommen nicht für die Annahme einer Befangenheit (KIENER, in: Griffel 

[Hrsg.], VRG Kommentar, 3. Aufl., 2014, § 5a N 19 m.w.H.). Negative Äusse-

rungen zur Person einer Partei oder ihrer Sache können den Eindruck der Be-

fangenheit rechtfertigen (KIENER, in: Griffel [Hrsg.], VRG Kommentar, 3. Aufl., 

2014, § 5a N 23 m.w.H.). 

3.

In zeitlicher Hinsicht sind die Parteien nach Massgabe von Treu und Glauben 

(Art. 5 Abs. 3 BV) gehalten, Ausstandsgründe unverzüglich vorzubringen, d.h. 

sobald bekannt oder absehbar ist, dass eine möglicherweise befangene Person 

an der Behandlung der Angelegenheit mitwirkt (KIENER, in: Griffel [Hrsg.], VRG 

Kommentar, 3. Aufl., 2014, § 5a N 42). 

4. Bereits beim Beschluss vom 7. März 2024 (act. 3/5) wirkte die Abgelehnte mit. 

Weder in seinen Fristerstreckungsgesuchen (act. 3/13, 3/16, 3/19, 3/22) noch 

in seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2024 (act. 3/25) stellte der Gesuchsteller 

jedoch ein Ausstandsgesuch, obwohl er bereits in diesem Zeitpunkt Kenntnis 

von den von ihm angeführten Ausstandsgründen hatte (vgl. die diesbezüglichen 

Ausführungen in seiner Eingabe vom 2. September 2024 [act. 2], wonach als 

Ausstandsgründe ein Bewerbungsgespräch "vor einiger Zeit" sowie die Mitwir-

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kung der Abgelehnten am Beschluss vom 2. Juli 2020 [act. 3/6/29] geltend ge-

macht werden). Der Gesuchsteller hat damit die Ausstandsgründe nicht unver-

züglich vorgebracht. Bereits deshalb ist auf das Ausstandsgesuch nicht einzu-

treten. 

5. Selbst wenn jedoch der Gesuchsteller sein Ausstandsgesuch rechtzeitig gestellt 

hätte, so macht er keine objektiven Gesichtspunkte glaubhaft, die geeignet sind, 

den Anschein der Befangenheit zu erwecken:

6. Der  Gesuchsteller  bringt  zur  Begründung  seines  Ausstandsgesuchs  vom 

2. September 2024 (act. 2) einerseits vor, er habe "vor einiger Zeit" in der Kanz-

lei der Abgelehnten ein Bewerbungsgespräch gehabt. Die Abgelehnte habe ihn 

in  dessen  Verlauf  nur  angestarrt  und  nicht  gesprochen.  Die  Abgelehnte  hielt 

hierzu in ihrer Stellungnahme vom 17. Oktober 2024 (act. 5) fest, dass sie sich 

nicht daran erinnern könne, je an einem Gespräch mit dem Gesuchsteller teil-

genommen zu haben. Sie gehe von einem Irrtum aus. Darüber hinaus führe der 

Gesuchsteller nicht aus, wann dieses Bewerbungsgespräch angeblich stattge-

funden habe. In seiner Stellungnahme vom 8. November 2024 (act. 7) hält der 

Gesuchsteller  fest,  dass  "bei  der  Art  und  Weise,  wie  Frau  Sybille  Pestalozzi-

Früh Bewerbungsgespräche führt, [auf]fällt […], dass die von Prof. h.c. Dr. h.c. 

RA A._____ bezeichnete und despektierliche Vorgehensweise gar nicht bestrit-

ten wird […]". Der zeitliche Aspekt sei im Übrigen nicht von Relevanz.

7. Zunächst ist festzuhalten, dass der Gesuchsteller – trotz eines entsprechenden 

Hinweises der Abgelehnten – nicht weiter spezifiziert, wann das behauptete Be-

werbungsgespräch  stattgefunden  haben  soll  und  auch  keinerlei  Unterlagen 

dazu ins Recht reicht. Damit kommt der Gesuchsteller seinen Substantiierungs-

pflichten nicht hinreichend nach und es bleibt unklar, ob das behauptete Bewer-

bungsgespräch  überhaupt  stattgefunden  hat  bzw.  wann  dieses  stattgefunden 

haben  soll.  Dabei  ist  der  Zeitpunkt  eines  allfälligen  Bewerbungsgesprächs 

durchaus von Relevanz – je weiter ein solches zurückliegt, desto weniger wahr-

scheinlich ist eine Befangenheit. Selbst wenn das Bewerbungsgespräch aber 

erst kürzlich stattgefunden hätte (was aufgrund der Formulierung des Gesuch-

stellers ["vor einiger Zeit"] ausgeschlossen werden kann), wäre aber – wie beim 

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Ausstandsgrund der persönlichen Feindschaft – erforderlich, dass die dabei ge-

formte Beziehung aufgrund ihrer Art und Dauer eine Intensität aufweist, die über 

den gesellschaftlich üblichen Umgang hinausgeht und bei objektiver Betrach-

tung den Anschein der Befangenheit bzw. die Gefahr einer Voreingenommen-

heit erweckt (vgl. E. II.2 vorstehend). Ein einzelnes Bewerbungsgespräch, wel-

ches i.d.R. nur ein oder zwei Stunden dauert, ist aber objektiv gesehen hinsicht-

lich Intensität und Qualität nicht geeignet, um die Meinungsbildung und Urteils-

fällung zu beeinflussen. Dies umso mehr, als der Gesuchsteller der Abgelehn-

ten ein lediglich passives Verhalten vorwirft. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass 

es im Rahmen von Bewerbungsgesprächen regelmässig vorkommt, dass eine 

die Arbeitgeberin vertretende Person das Interview führt, während eine andere 

Person sich passiv verhält und lediglich zuhört und beobachtet. Dies ist grund-

sätzlich kein Ausdruck persönlicher Ablehnung. Auch der Gesuchsteller scheint 

im Übrigen davon auszugehen, dass die Abgelehnte generell Bewerbungsge-

spräche in der von ihm beanstandeten Art führt (siehe act. 7: "Bei der Art und 

Weise,  wie  Frau  Sybille  Pestalozzi-Früh  Bewerbungsgespräche 

führt 

[…]").Selbst wenn die Behauptungen des Gesuchstellers daher zutreffen soll-

ten, so würde dies keinen Ausstandsgrund begründen.

8. Andererseits bringt der Gesuchsteller vor, dass die Abgelehnte bereits den Fall 

entschieden habe, bei dem es um eine Anzeige von Herrn B._____ gegangen 

sei, der ihm vorgeworfen habe, er (der Gesuchsteller) würde die Titel Prof. h.c. 

und Dr. h.c. zu Unrecht führen. Beim Entscheid in dieser Angelegenheit sei of-

fenkundig gewesen, dass die Abgelehnte ihm "unbedingt ein Fehlverhalten vor-

werfen [wollte]". Die Formulierungen im Entscheid seien "durchwegs und kon-

sequent negativ". Dies, obwohl die Anerkennung der Universität in Europa und 

in  Nordamerika  einwandfrei  nachgewiesen  worden  sei.  Im  Entscheid  werde 

auch  keine  "Note"  an  Herrn  B._____  gerichtet.  Die  Abgelehnte  weist  in  ihrer 

Stellungnahme vom 17. Oktober 2024 (act. 5) darauf hin, dass am Beschluss 

neben dem Präsidenten und der Vizepräsidentin der Aufsichtskommission fünf 

weitere Mitglieder mitgewirkt hätten. Im Übrigen habe der Fall nichts mit dem 

hängigen Verfahren KG230072-O zu tun. Der Gesuchsteller hält in seiner Stel-

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lungnahme vom 8. November 2024 (act. 7) daran fest, dass der Interessenkon-

flikt bei der Abgelehnten läge.

9. Beim vom Gesuchsteller erwähnten Verfahren geht es um das Verfahren Ge-

schäfts-Nr. KG190058-O (act. 3/6/1–51). Referentin im vorerwähnten Verfahren 

war Vizepräsidentin lic. iur. E. Lichti Aschwanden (vgl. Verfügung vom 5. März 

2020; act. 3/6/22). Am Beschluss vom 2. Juli 2020 (act. 3/6/29) wirkten Präsi-

dent lic. iur. B. Gut, Vizepräsidentin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Oberstaats-

anwalt lic. iur. M. Bürgisser, die Abgelehnte, Rechtsanwalt lic. iur. M. Baudacci, 

Rechtsanwalt  Dr.  G. Rauber  und  Bezirksrichter  Dr.  E. Pahud  sowie  die  Ge-

richtsschreiberin lic. iur. S. Horber mit (act. 3/6/29). Wie bereits die Abgelehnte 

anmerkt, war sie somit nicht alleine an der Entscheidfindung beteiligt, sie war 

noch nicht einmal Referentin des betreffenden Verfahrens. Woraus der Gesuch-

steller ableiten will, die Formulierungen seien der Abgelehnten zuzuschreiben, 

ist  nicht  nachvollziehbar.  Darüber  hinaus  wirkte  die  Abgelehnte  seit  dem  Be-

schluss vom 2. Juli 2020, Geschäfts-Nr. KG190058-O (act. 3/6/29) an diversen 

anderen Beschlüssen mit (so am Beschluss vom 3. Dezember 2020, Geschäfts-

Nr. KG200060-O [act. 3/7/10], am Beschluss vom 7. Oktober 2021, Geschäfts-

Nr.  KG200064-O  [act. 3/8/19]  und  am  Beschluss  vom  6. Oktober  2022,  Ge-

schäfts-Nr.  KG210056-O  [act. 3/9/33]),  ohne  dass  in  diesen  Verfahren  ein 

Ausstand Thema gewesen wäre. Es erschliesst sich weiter nicht, inwiefern die 

Formulierungen des Beschlusses vom 2. Juli 2020 (act. 3/6/29) "negativ" sein 

sollen. Der Gesuchsteller unterlässt es denn auch, konkrete angeblich "nega-

tive" Formulierungen genauer zu bezeichnen. Zu berücksichtigen ist insbeson-

dere, dass hinsichtlich der Verwendung des Titels "Prof. h.c. Dr. h.c." keine Ver-

letzung der Berufsregeln festgestellt wurde. Der Gesuchsteller selbst hat denn 

auch  in  seiner  Beschwerde  vom  10. August  2020  an  das  Verwaltungsgericht 

des Kantons Zürich festgehalten, dass die Ausführungen der Aufsichtskommis-

sion zu den vom Gesuchsteller verwendeten Titeln, die ihm von der C._____ 

University  verliehen  worden  waren,  sachlich  und  rechtlich  zutreffend  seien 

(act. 3/6/33,  Ziff. 9).  Inwiefern  im  Beschluss  vom  2. Juli  2020,  Geschäfts-Nr. 

190058-O (act. 3/6/29) der Anzeiger Staatsanwalt Dr. iur. B._____ persönlich 

hätte adressiert werden sollen, erhellt sich ebenfalls nicht; dieser hatte im be-

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treffenden Verfahren weder Parteistellung noch war dieser im Mitteilungssatz 

des besagten Urteils aufgeführt. Soweit der Gesuchsteller mit seinen Ausfüh-

rungen sinngemässe eine Vorbefassung geltend machen wollte, ist darüber hin-

aus darauf hinzuweisen, dass kein sachlicher Zusammenhang zwischen dem 

Verfahren Geschäfts-Nr. KG190058-O (act. 3/6/1–51) und dem Verfahren Ge-

schäfts-Nr. KG230072-O ersichtlich ist. 

10. Abschliessend bringt der Gesuchsteller in seiner Stellungnahme vom 8. Novem-

ber 2024 (act. 7) vor, dass aus dem Gesamtbild der Stellungnahme der Abge-

lehnten vom 17. Oktober 2024 (act. 5) eine klare Abneigung hervorgehe. Keine 

einzige Formulierung in der knapp gehaltenen Stellungnahme habe "konstruk-

tiven" oder "positiven" Charakter, alles sei "negativ". Darüber hinaus verwende 

die Abgelehnte bei sich selbst den Doktortitel, wohingegen sie den Gesuchstel-

ler niemals Prof.h.c. Dr. h.c. RA A._____, sondern "Gesuchsteller" nenne. Auch 

darin sei eine Bestätigung des Interessenkonflikts zu sehen.

11.

Inwiefern die Stellungnahme der Abgelehnten vom 17. Oktober 2024 (act. 5) die 

vom Gesuchsteller behauptete Ablehnung zum Ausdruck bringen soll, ist nicht 

ersichtlich. Die Gesuchstellerin schildert ihre Sicht und lehnt einen Ausstands-

grund ab. Die Formulierungen sind üblich und angemessen. Der Gesuchsteller 

legt denn auch nicht genauer dar, an welchen konkreten Formulierungen er sich 

weshalb  stört.  Auch  mit  der  nicht  namentlichen  Nennung  des  Gesuchstellers 

verwendet die Abgelehnte lediglich die gemäss dem vorliegenden Verfahren im 

Rubrum festgehaltene Parteibezeichnung. Dies entspricht den juristischen Ge-

pflogenheiten,  was  auch  dem  Gesuchsteller  als  Anwalt  bekannt  sein  dürfte. 

Hieraus kann nicht auf eine Befangenheit geschlossen werden.

12. Entgegen dem Gesuchsteller (act. 7) ist es nicht an der Abgelehnten zu sub-

stantiieren, dass ihr "Wut und Rache" fernliegen. Vielmehr ist es Aufgabe des 

Gesuchstellers, allfällige Ausstandsgründe glaubhaft zu machen. Dies ist ihm 

nicht  gelungen.  Das  Ausstandsbegehren  erweist  sich  damit  als  unbegründet, 

weshalb es abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist.

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III.

1. Die  Gerichtsgebühr  für  das  Verfahren  ist  auf  Fr. 700.--  festzusetzen  (vgl.  § 9 

und § 20 Gebührenverordnung des Obergerichts [GebV OG, LS 211.11]). Aus-

gangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens dem Gesuchsteller aufzuerlegen 

(§ 26  des  Anwaltsgesetzes  [AnwG,  LS 215.1]  i.V.m.  § 36  AnwG  i.V.m.  § 37 

AnwG  i.V.m.  § 13  Abs. 1  VRG;  PLÜSS,  in:  Griffel  [Hrsg.],  VRG  Kommentar, 

3. Aufl., 2014, § 13 N 41).

2. Prozessentschädigungen  sind  keine  zuzusprechen  (§ 26  AnwG  i.V.m.  § 36 

AnwG i.V.m. § 37 AnwG i.V.m. § 17 Abs. 1 VRG).

3. Entscheide  der  Verwaltungskommission  betreffend  Ausstandsbegehren  kön-

nen mit Rekurs an die Rekurskommission des Obergerichts des Kantons Zürich 

weitergezogen werden (§ 19 Abs. 1 der Verordnung über die Organisation des 

Obergerichts [OrgV OG, LS 212.51]).

Es wird beschlossen: 

1. Das Ausstandsgesuch des Gesuchstellers gegen Rechtsanwältin Dr. 

S. Pestalozzi-Früh wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 700.-- festgesetzt.

3. Die Kosten des Verfahrens werden dem Gesuchsteller auferlegt.

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

5. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:

-

den Gesuchsteller;

- Rechtsanwältin Dr. S. Pestalozzi-Früh.

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an:

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die Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte, ad 

KG230072-O, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (act. 3/1–

31).

6. Rechtsmittel

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge-

rechnet,  bei  der  Rekurskommission  des  Obergerichts,  Hirschengraben 

13/15, Postfach, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. 

Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. 

Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel 

sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Materielle und 

formelle Entscheide der Rekursinstanz sind kostenpflichtig; die Kosten hat 

die im Verfahren unterliegende Partei zu tragen.

Zürich, 10. Februar 2025

Obergericht des Kantons Zürich
Verwaltungskommission

Gerichtsschreiberin:

MLaw C. Honegger

versandt am: