# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad982a2e-4ccc-5f26-b696-e661b38258e6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2021 E-2475/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2475-2021_2021-07-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2475/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richterin Déborah D'Aveni;   

Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 22. April 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2475/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 26. Oktober 2020 in der Schweiz um 

Asyl. Anlässlich der Personalienaufnahme vom 10. November 2020 und 

der Anhörung vom 3. Dezember 2020 gab er im Wesentlichen an, er 

stamme aus dem Dorf B._______, Distrikt C._______, Provinz D._______, 

und sei islamischen Glaubens. Sein Grossvater väterlicherseits sei ein re-

ligiöser Gelehrter, ein "Alam", der islamischen Glaubensbewegung 

"E._______" gewesen und habe religiöse Veranstaltungen organisiert und 

geleitet. Im Februar 2015 habe sein Grossvater im Nachbarsdorf 

F._______ eine religiöse Veranstaltung organisiert und über den schiiti-

schen Glauben gesprochen. Nach der Veranstaltung sei er von drei jungen 

Männern einer schiitischen Gemeinde aus F._______ getötet worden. Ein 

Nachtwächter habe den Vorfall beobachtet. Einige Zeit nach der Beerdi-

gung seines Grossvaters seien sein Vater und sein Onkel väterlicherseits 

zur Aufklärung der Todesursache seines Grossvaters nach F._______ zu 

einem religiösen Treffpunkt gegangen. Acht bis zehn Tage später sei es 

ausserhalb von B._______ zu einem weiteren Treffen mit schiitischen 

Gläubigen gekommen, welche sich bei ihnen entschuldigt und zur Frie-

densschlichtung Geld angeboten hätten. Sein Onkel väterlicherseits sei 

wütend geworden und habe zwei Schiiten erschossen, woraufhin schiiti-

sche Gläubige seinen Onkel und zwei Cousins getötet und den Beschwer-

deführer, seinen Vater und seinen Bruder geschlagen hätten. Er habe sich 

dabei den Arm gebrochen. Die pakistanische Polizei habe in der Folge sei-

nen Vater und einen schiitischen Gläubigen festgenommen. Weil sein On-

kel zwei ihrer Gläubigen getötet habe, hätten die Schiiten Todesdrohungen 

gegenüber seiner Familie ausgesprochen, weshalb er sich in einem Wald-

stück versteckt habe. Am darauffolgen Tag habe er an der Beerdigung sei-

nes Onkels und seiner beiden Cousins teilgenommen. Nach der Beerdi-

gung sei er aus Angst vor den Schiiten nach G._______ und sein Bruder 

nach H._______ umgezogen. In seinem Heimatdorf hätten die Schiiten 

weiterhin nach ihm gefragt, weshalb er am 1. Januar 2018 aus Pakistan 

ausgereist sei. Sein Vater sei ungefähr im Februar 2018 verstorben. 

Der Beschwerdeführer reichte seine pakistanische Identitätskarte und sei-

nen pakistanischen Pass (beides in Kopie) ein.  

  

E-2475/2021 

Seite 3 

B.  

Mit Verfügung vom 22. April 2021 (eröffnet am 28. April 2021) verneinte die 

Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Vollzug an.  

C.  

Mit Eingabe vom 26. Mai 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung der  

Vorinstanz vom 22. April 2021 sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzu-

erkennen und sein Asylgesuch sei gutzuheissen. Eventualiter sei er vor-

läufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei ihm die unentgeltliche Prozess-

führung zu gewähren und von der Erhebung eines Kostenvorschusses sei 

abzusehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Ausländerrecht richtet 

sich die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

E-2475/2021 

Seite 4 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt implizit eine Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs. Dabei handelt es sich um eine formelle Rüge, welche vorab zu beur-

teilen ist, da sie gegebenenfalls geeignet wäre, eine Kassation der  

vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ih-

rer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt 

(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

3.3 Der Beschwerdeführer moniert, aufgrund der traumatisierenden Ereig-

nisse und weil er sich nicht gewohnt sei, seine Gefühle auszudrücken, 

habe er nicht alle Vorbringen detailliert schildern können. Daraus abzulei-

ten, dass seine Angaben nicht stimmen würden, sei falsch. 

Den Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 

sich trotz einer möglichen psychischen Belastung wegen des Erlebten nicht 

hätte verständlich ausdrücken können. In der Anhörung wird zwar ange-

merkt, dass die Mittagspause emotional gewesen sei, auf entsprechende 

Nachfrage gab er hingegen zu verstehen, dass die Anhörung fortgesetzt 

werden kann. Ob die Glaubhaftigkeitsprüfung seiner Aussagen zutreffend 

ist, ist hingegen nicht eine formelle, sondern eine materielle Frage der 

rechtlichen Würdigung der Vorbringen. Eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs liegt somit nicht vor.  

3.4 Die formelle Rüge erweist sich angesichts dieser Sachlage als unbe-

gründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen 

Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbe-

zügliche Rechtsbegehren ist somit abzuweisen. 

  

E-2475/2021 

Seite 5 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, die Vorbringen des 

Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Furcht, aufgrund religiös begründe-

ter Auseinandersetzungen zwischen der schiitischen Gemeinde von 

F._______ und seinem Grossvater von Schiiten getötet zu werden, seien 

nicht substantiiert und wenig konkret. Seine Schilderungen hinsichtlich des 

Konflikts mit der schiitischen Gemeinde von F._______, bei welcher sein 

Onkel und seine beiden Cousins getötet worden seien und er verletzt wor-

den sei, seien in einem vagen und allgemeinen Erzählmuster ausgefallen. 

Ebenso unsubtantiiert und ohne persönlichen Erlebnisbezug seien seine 

Ausführungen zu seinem Versteck und zu seinem Entschluss des Umzugs 

nach G._______ ausgefallen.  

5.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe detailliert darüber berichtet, 

dass sein Grossvater aufgrund religiöser Motive umgebracht worden sei 

und er deshalb verfolgt werde. Seine Familie habe sich an die pakistani-

schen Behörden gewandt, doch hätten diese ihnen nicht geholfen. Bei ei-

ner Rückkehr nach Pakistan drohe ihm eine erhebliche Gefahr seitens der 

schiitischen Gemeinde aus F._______. Er habe seine Flüchtlingseigen-

schaft glaubhaft darlegen können, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei. 

  

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Seite 6 

6.  

6.1  

Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zur zutreffenden Erkenntnis ge-

langt, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers unglaubhaft sind. Seine 

Ausführungen zur Tötung seines Grossvaters, seines Onkels und seiner 

beiden Cousins aus religiösen Gründen durch Schiiten, zu seinem Versteck 

und zum Entschluss seines Umzugs nach G._______ sind vage, unsub-

stantiiert und widersprüchlich ausgefallen. Selbst nach mehrmaligem 

Nachfragen, detaillierte Angaben zu machen, gelang es ihm nicht, seine 

Vorbringen mit einem persönlichen Erlebnisbezug zu versehen. Es darf 

vom Beschwerdeführer erwartet werden, dass er die Hauptelemente seiner 

Asylvorbringen nachvollziehbar schildern kann. Seine Aussagen zur Be-

richterstattung des Nachtwächters zum Tod seines Grossvaters fallen äus-

serst rudimentär aus. Den Vorfall, bei welchem sein Onkel und seine bei-

den Cousins getötet wurden und sein Vater inhaftiert wurde, schilderte er 

ebenfalls sehr kurz und substanzarm. Zudem sind seine Aussagen zu sei-

nem Versteck widersprüchlich. So erklärt er zunächst, dass sie sich aus 

Angst vor den Schiiten in einem abgelegenen Haus versteckt hätten. Nach-

dem er darauf hingewiesen wurde, ausführlich zu antworten, gab er hinge-

gen an, sie hätten sich in einem kleinen Waldstück versteckt, welches sich 

neben dem abgelegenen Haus befunden habe. Nachdem die Polizei sei-

nen Vater verhaftet habe, seien sie zum Tatort zurückgekehrt, um die Leich-

name seines Onkels und seiner beiden Cousins abzuholen. Auf Nachfra-

gen, mit wem er sich versteckt habe, erklärte er, er habe sich alleine ver-

steckt, obwohl er zuvor wiederholt von "wir" gesprochen hat (act. A18 F131 

f., F 140). Es ist nicht nachvollziehbar, dass er zur einmonatigen Haft sei-

nes Vaters keine genauen Angaben machen kann. Sein Erklärungsver-

such, er sei während der Haftzeit seines Vaters nach G._______ umgezo-

gen, er habe Probleme mit seinem Arm gehabt und die Schiiten hätten ge-

droht ihn umzubringen, kann nicht gehört werden. Insgesamt sind seine 

geltend gemachten Probleme aufgrund der oberflächlichen Aussagen, Un-

gereimtheiten und Widersprüche als unglaubhaft einzustufen. In seiner 

Rechtsmitteleingabe gelingt es ihm nicht, die Oberflächlichkeiten zu präzi-

sieren und die Widersprüche in seinen Aussagen zu beseitigen. Hätten die 

Schiiten tatsächlich ein Interesse an ihm gehabt, hätten sie ihn während 

seines dreijährigen Aufenthalts in G._______ aufsuchen können, zumal er 

in der Anhörung angab, An-hänger der schiitischen Gemeinde von 

F._______ würden sich in G._______ aufhalten, weshalb er sich auch dort 

vor ihnen gefürchtet habe. Für die Einschätzung der Unglaubhaftigkeit sei-

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Seite 7 

ner Vorbringen spricht zudem, dass sich seine Familie nach wie vor in Pa-

kistan befindet und er nicht vorbringt, dass es nach seiner Ausreise – seit 

drei Jahren – zu weiteren Vorfällen gekommen ist.  

6.2 Insgesamt hat der Beschwerdeführer keine asylrelevanten Nachteile 

erlitten und es besteht auch kein Hinweis darauf, dass ihm eine künftige 

asylrelevante Verfolgung drohen würde. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers somit zu Recht abgewiesen. 

7.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

8.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings-

eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend-

bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-

meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 

BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der 

Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung nach Pakistan dort mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der 

Wegweisung ist zulässig. 

  

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Seite 8 

8.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

In Pakistan herrscht nach konstanter Rechtsprechung, trotz teilweise an-

gespannter Lage, keine landesweite Situation allgemeiner Gewalt, die zur 

Annahme führen müsste, jede dorthin zurückkehrende Person sei mit er-

heblicher Wahrscheinlichkeit konkret gefährdet. Der Wegweisungsvollzug 

ist daher nicht generell unzumutbar (vgl. dazu das Referenzurteil des 

BVGer E-3258/2018 vom 2. Juni 2020 E. 12.4.1 sowie das Urteil des 

BVGer D-2534/19 vom 7. April 2021 E. 8.4.2). Sodann lassen auch keine 

individuellen Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdefüh-

rers in seinem Heimatland schliessen. Er ist ein junger, gesunder Mann mit 

einer achtjährigen Schulbildung. Danach hat er seinen Lebensunterhalt 

verdient, indem er mit Wasserbüffeln und später drei Jahre als Koch gear-

beitet hat. Mit seiner Mutter, seinen Schwestern, Brüdern und seinem On-

kel mütterlicherseits verfügt er über ein familiäres Beziehungsnetz. Es ist 

davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr wieder bei seiner Familie 

wohnen kann und diese ihn bei seiner sozialen und wirtschaftlichen Wie-

dereingliederung unterstützen wird. Dies auch unter Berücksichtigung der 

allenfalls erschwerten Situation aufgrund der Corona-Pandemie. Der Voll-

zug der Wegweisung erweist sich somit auch in individueller Hinsicht als 

zumutbar. 

8.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeichnen, 

weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich bei der zuständigen Vertretung 

des Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 

beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

E-2475/2021 

Seite 9 

10.  

10.1 Die gestellten Rechtsbegehren erweisen sich als aussichtslos, wes-

halb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung un-

geachtet einer allfälligen prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch 

um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit vorliegendem 

Urteil gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2475/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David R. Wenger Eliane Hochreutener 

 

 

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