# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 279d27e7-4110-5a99-9a02-da381f641427
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-10-07
**Language:** de
**Title:** Bei DAP-Löhnen ist kein behinderungsbedingter Abzug möglich; Einkommensvergleich.
**Docket/Reference:** IV.2012.00357
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00357.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00357
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
7. Oktober 2013
in Sachen
X.
_
__
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Urs Leemann
Technikumstrasse 84, 8400 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X.___
arbeitete seit dem 1. Januar 2006 als Service
monteur bei der
Y.___
und war dabei bei der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 19. Februar 2008 bei einer Liftkontrolle
eine Fraktur des linken oberen Sprunggelenks (OSG) zuzog
(Schadenmeldung UVG vom 27. Februar 2008,
Urk.
8/8/59). Die SUVA erbrachte in der Folge Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen
(Taggeldabrechnungen, u.a.
Urk.
8/8/
2-7
)
. Am 9.
Oktober 2008 meldete sich
X.___
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Die IV-Stelle zog daraufhin die Akten der SUVA bei (
Urk.
8/8 und
Urk.
8/19) und holte einen Arztbericht bei
Z.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, (Bericht vom 29.
Oktober 2008,
Urk.
8/12) sowie einen Arbeitgeberbericht (Bericht vom 15.
Januar 2009,
Urk.
8/20) ein.
Die
A.___
führte
mit
X.___
vom
2.
bis 27.
Februar 2009 eine g
ewöhnliche (Bericht vom 5.
März 2009
,
Urk.
8/26) und hernach vom 2.
März bis 29. Mai 2009 eine ver
tiefte berufliche Abklärung durch (Bericht vom 29. Mai 2009,
Urk.
8/31), für welche die IV-Stelle die Kosten übernahm (Mitteilung vom 19. März 2009,
Urk.
8/28). Vom
2.
Juni bis 28.
August 2009 absolvierte
X.___
in der
A.___
zudem ein Arbeitstraining (Bericht vom 20. August 2008,
Urk.
8/62). Hierfür richtete die IV-Stelle ein Taggeld bzw. ein Wartezeittaggeld aus (
Verfügungen vom 7.
Juli 2009,
Urk.
8/
48-
49). Am 25. August 2009 teilte die IV
Stelle
X.___
mit, dass sie die Kosten für seine Umschulung beim Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) zum Sachbe
arbeiter Immobilienbewirtschaftung übernehme (
Urk.
8/67).
X.___
absolvierte in der Folge unter Bezug eines Taggeldes d
er Invalidenversicherung vom 1.
September bis 31. Dezember 2009 beim
B.___
ein Praktikum im Bereich Immobilien (Vertrag vom 18.
August 2009,
Urk.
8/64, und Verfügung vom 1. September 2009,
Urk.
8/70). Im Rahmen der Weiterausbildung zum Immobilienbewirtschafter besuchte
X.___
den Kurs Basiskompetenz bei der
C.___
, für welchen die Invalidenversicherung die Kost
en übernahm (Mitteilung vom 26.
Januar 2010,
Urk.
8/84). Die IV-Stelle sprach
X.___
zudem die Kosten für ein vom 1
2.
Juli 2010 bis 31. August 2011 dauerndes Praktikum bei der
D.___
(Mitteilung vom 16. Juli 2010,
Urk.
8/96) und ein entsprechendes Taggeld gut (Verfügung vom 3. August 2010,
Urk.
8/98). Da der Praktikumsvertrag zwischen
X.___
und der
D.___
jedoch per 30. September 2010 gekündigt wurde (Kündigungsbestätigung vom 28. September 2010,
Urk.
8/100), stoppte die IV-Stelle ihre Taggeldleistungen ab 1. Oktober 2010 (Schreiben der IV-Stelle vom 26. November 2010,
Urk.
8/104). Nachdem
X.___
die Berufsprüfung Stufe Basiskompetenz 2010 für
Immobilienbewirtschafter nicht bestanden hatte (Notenblatt,
Urk.
8/105), ord
nete die IV-Stelle eine vom 26. April bis 25. Juli 2011 dauernde berufliche Abklärung im
E.___
an (Mitteilung vom 20. April 2011,
Urk.
8/120). Im Nachgang zu dieser Abklärung schloss die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Oktober 2011 die Eingliederungsmassnahmen vorläufig ab, da
X.___
einen CAD-Kurs in Vollzeit zu absolvieren wünsche und für Alternativen momentan nicht offen sei (
Urk.
8/137
).
Diese Verfügung wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 28. März 2012 bestätigt (Prozess-Nr. IV.2011.01190).
Die SUVA sprach
X.___
mit Verfügung vom 13. Oktober 201
1
(Urk.
8/138)
bzw. Einspracheentscheid vom 7.
Februar 2012
(
Urk.
8/161)
eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 28
%
beruhende Rente
und eine 30%ige Integritätsentschädigung
zu, wogegen er am 9. März 2012 Beschwerde beim hiesigen Gericht erhob (Prozess-Nr. UV.2012.00061).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
V
orbescheid vom 21. Oktober 2011,
Urk.
8/143
, und Einwand vom 14. November 2011,
Urk.
8/148
)
verneinte die IV-Stelle
mit Ver
fügung vom 2
2.
Februar 2012
einen Rentenanspruch von
X.___
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X.___
am 26. März 2012 durch Rechtsanwalt
Dr.
Urs Leemann Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm eine Viertelsrente auszurichten, eventuell sei die Sache zur Ergänzung der medizinischen Abklä
rung und der Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht liess er um Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen eine
s
rechtskräftigen Entscheides in der hängigen Beschwerde im unfallversi
cherungsrechtlichen Verfahren (Prozess-Nr. UV.2012.00061) ersuchen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2012 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Verfügung vom 15. Mai 2012 wurde das Sistierungsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen. Gleichzeitig wurde
ihm
die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
9).
3.
Mit heutigem Urteil
wurde die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der SUVA vom 7. Februar 2012 abgewiesen (Prozess-Nr. UV. 2012.00061).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Gemäss
Art.
28
Abs.
2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70
%
, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60
%
invalid, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50
%
, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40
%
invalid sind.
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Nach dem Unfall vom 19. Februar 2008 diagnostizierte das
F.___
eine bimalleoläre Luxationsfraktur OSG links mit Beteiligung
des
Volk
mann’schen Dreiecks und nahm noch um Unfalltag eine geschlossene Reposi
tion und Anlage eines Fixateur externe OSG links
vor. Am 28. Februar 2008 entfer
nte das
F.___
den Fixateur externe OSG links und führte eine offene Reposition mit Schraubenosteosynthese medialer Malleolus, Plattenosteosyn
these lateraler Malleolus und Verschraubung des Volkmann’schen Dreiecks durch. Der Beschwerdeführer war hierzu vom 19.
Februar bis 6. März 2008 im
F.___
hospitalisiert. Am 19. Mai 2008 schloss das
F.___
die Behandlung zwi
schenzeitlich ab und hielt fest, dass zur Verbesserung des Bewegungsausmasses im OSG
die
Physiotherapie fortgesetzt werden solle.
Die Ärzte
hätten dem Be
schwer
deführer empfohlen, die Platte nach
neun
Monaten zu entfernen. Er werde sich hierzu selbständig um einen Termin bemühen
(
Operationsberichte vom 21.
Fe
bruar
2008,
Urk.
8/19/91, und vom 4.
März 2008,
Urk.
8/19/89-90
,
und Berichte
vom 20. März 2008,
Urk.
8/19/86, vom 11.
April 2008,
Urk.
8/19/84-85
,
und vom 19. Mai 2008,
Urk.
8/19/81-82
)
.
2.2
Z.___
überwies
den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 10. Juni 2008 (
Urk.
8/19/79
-80
) an
G.___
, Facharzt FMH für Neurologie. Dieser
diagnostizierte mit Bericht vom 30. Juni 2008
(
Urk.
8/19/70-73)
(1) einen Verdacht auf
ein
(posttraumatisches) sensibles Wurzelsyndrom L5 und S1 links und (2) einen Status nach Osteosynthese einer bimalleolaren Luxationsfraktur des OSG links. Die vom Beschwerdeführer angegebene Sensibilitätsminderung am linken Fuss lasse sich durch eine einzige periphere Nervenläsion nicht erklären, die
Gefühlsstörung umfasse die Versorgungsgebiete des Nervus pero
neus superficialis, des Nervus plantaris lateralis, des Nervus suralis und des Ramus calcanei Nervus tibialis links. Elektrophysiologisch fänden sich keine Hin
weise auf ein linksseitiges Tarsaltunnelsyndrom. Aufgrund des neuromyo
graphischen Befundes sei eine partielle Läsion des Endastes des Nervus peroneus profundus möglich, eine derartige Läsion würde jedoch die angege
bene Sensibilitätsstörung nicht erklären. Für viel wahrscheinlicher halte er daher eine partielle sensible Wurzelläsion L5 und S1 links
.
Am ehesten könne er sich eine mechanische L5- und S1-Radikulopathie links vorstellen, entweder primär degenerativer oder posttraumatischer Genese. Er empfehle daher die Durchführung eines LWS-MRI, um eine allfällige mechanische Beeinträchtigung dieser zwei Nervenwurzeln zu erfassen.
2.3
Nachdem am 3. Juli 2008 im Zentrum für medizinische Radiologie des
H.___
ein MRI LWS (
Urk.
8/19/63-64) und am 4. Juli 2008 ein CT
LWS (
Urk.
8/19/62) vorgenommen
worden waren
, diagn
ostizierte
SUVA
Kreis
arzt
I.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, mit Bericht vom 27. August 2008
(
Urk.
8/19/53-57)
(1)
eine Bimalleolarfraktur mit Abriss des Volk
mann
-Dreiecks vom 19. Februar 2008 bei (a) Status nach geschlossener Reposition und Fixateur externe-Anlage und (b) Status nach offener Reposition und Osteosynthese, (2) eine LWK1-Kompressionsfraktur und (3) persistierende Sensibilitätsveränderungen im Bereich der linken unteren Extremität bei Ver
dacht auf L5/S1-Fraktur mit Hinweis
en
auf akute Denervation im EMG. Anam
nestisch gebe der Beschwerdeführer an, dass er unter der aktuellen Therapie im Bereich des Fusses gute Fortschritte gemacht habe. Er hätte zunehmende Beschwerden im Rückenbereich. Dies sei für ihn limitierend. In der Therapie werde vor allem massiert und Ultraschall angewandt. Die Gehstrecke sei wegen den Rückenschmerzen eingeschränkt.
I.___
notierte,
k
linisch finde sich eine geringgradig eingeschr
änkte Wirbelsäulenbeweglichkeit
ohne wesentliche Klopfdolenz. Bei der dynamischen Untersuchung, unter anderem beim Gehen sowie Einnehmen der tiefen Hocke,
habe
der Untersuchungsablauf infolge von Rückenschmerzen abgebrochen werden
müssen
. Eine komplexe Sensibilitäts
verminderung im Bereich des linken Unterschenkel-/Fussbereiches könne mit der Nadelradprüfung festgestellt werden. Das OSG sei geringgradig bewegungs
eingeschränkt, hauptsächlich für die Extension. Nach dieser schweren Ver
letzung im Bereich des OSG zeige sich ein ordentlicher Verlauf. Inzwischen habe der Beschwerdeführer die Stöcke vollständig weglegen können. Ebenfalls benötige er keine Kompressionsstrümpfe mehr. Die Lymphdrainage sei reduziert worden. Die Gehstrecke sei aufgrund der progredienten Rückenbeschwerden eingeschränkt. Die Rückenbeschwerden seien erstmalig beim langen Liegen im
Spital aufgetreten. Bezüglich des Unfallmechanismus
hielt der Kreisarzt fest,
der Beschwerdeführe
r
sei
zwischen dem Lift und der Decke kauernd eingeklemmt worden, sodass die Kompressionsfraktur mit dem Unfallmechanismus erklärt werden könne. Beim Ereignis sei es zu einer Hyperflexion im Wirbelsäulenbe
reich gekommen. Die Therapie solle zur Beschwerdelinderung schrittweise in aktives Setting überführt werde
n
. Reine Massage- und Ultraschallbehandlungen brächten langfristig keine Beschwerdebesserung, wie dies der Beschwerdeführer bereits anamnestisch bestätige. Die Rückenbeschwerden würden im Verlauf immer einschränkender. Da die schwere körperliche Arbeit in der Montage auf
grund der Frakturen kaum mehr zumutbar sein werde, scheine ein stationärer Aufenthalt in
der
A.___
sowohl zur medizinischen Rehabilitation wie zur beruflichen Abklärung indiziert. Er werde den Beschwerdeführer dazu direkt anmelden. Bis zur Rehabilitation sei der Beschwerdeführer weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig.
2.4
Z.___
berichtete der Beschwerdegegnerin am 29. Oktober 2008, bei der letzten Konsultation am 3. September 2008 seien Kopfschmerzen und ein leich
ter Hypertonus, beides nicht unfallbedingt, im Vordergrund gestanden. Er habe den Beschwerdeführer zur Osteosynthesematerialentfernung (OSME) im
F.___
angemeldet, welche nun für den 25. November 2008 geplant sei. Der Beschwer
deführe
r
dürfte in seinem bisherigen Beruf als Liftmonteur nicht mehr arbeits
fähig sein
(Urk. 8/12)
.
2.
5
Vom 29. September bis 5. November 2008 hielt sich der Beschwerdeführer zur medizinischen Rehabilitation und zur beruflichen Abklärung in der
A.___
auf. Diese diagnostizierte mit Austrittsbericht vom 6. November 2008 (
Urk.
8/14) (1) einen Status nach Unfall vom 19. Februar 2008 mit (a) Bimalleo
lar
fraktur
links
und
(b) LWK1-Kompressionsfraktur (im Verlauf diag
nostiziert), (c) lumboradikulärem Schmerzsyndrom mit persistierenden Sensibi
litätsver
änderungen im Bereich der linken unteren Extremität mit
Verdacht auf ein
posttraumatisches sensibles Wurzelsyndrom L5 und S1 links (Hinweise auf akute Denervation im EMG nachweisbar) und (d) Fussbeschwerden links und (2) einen Status nach Unfall im August 2007 mit subkapitaler Humerusfraktur rechts mit im Verlauf Status nach adhäsiver Kapsulitis. Aufgrund der unfallbe
dingten Verletzungen sei die angestammte Tätigkeit nicht mehr möglich.
Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer
,
sobald die Nachbehandlung der Metallentfernung abgeschlossen sei, ganztags zumutbar, soweit diese Tätigkeiten wechselbelastend, ohne länger dauerndes Hocken, wiederholtes
Begehen von
Treppen und Leiter
n
sowie ohne vorgeneigte Haltung seien.
2.6
Am 25. November 2008 entfernte
n die Ärzte des
F.___
das Osteosynthesemate
rial distale Tibia und Fibula links. Der Beschwerdeführer war hierzu vom 25. bis 27. November 2008 hospitalisiert. Er wurde mit trockenen, reizlosen Wundver
hältnissen und in gutem Allgemeinzustand entlassen. Dem Beschwerdeführer wurde empfohlen
,
auf sportliche Aktivitäten für weitere vier Wochen und auf eine Maximalbelastung für weitere drei Monate zu verzichten
(Bericht vom 23.
Dezember 2008,
Urk.
8/19/8-9).
2.7
A
m 17. Februar 2011
wurde der Beschwerdeführer
von
SUVA-Kreisarzt
I.___
untersucht. Dieser diagnostizierte mit Bericht vom gleichen Tag (
Urk.
11/1)
(1) einen Status nach Bimalleolarfraktur mit Abriss des Volkmann-Dreiecks links
,
(2) eine LWK1-Kompressionsfraktur, (3) ein posttraumatisches sensibles Wurzelsyndrom L5 und S1 links und (4) einen Status nach subkapita
ler Humerusfraktur rechts im August 2007. Zur Beurteilung der Unfallfolgen und ob ein stabiler Zustand erreicht sei, werde er den Beschwerdeführer für eine radiologische Kontrolle am
F.___
anmelden. Zudem solle
G.___
den Beschwerdeführer für eine neurologische Verlaufskontrolle aufbieten. Er werde nach Eingang dieser Untersuchungsresultate zur Zumutbarkeit und zum Integritätsschaden abschliessend Stellung nehmen.
2.8
Das
F.___
nahm am 25. Februar 2011 die von
I.___
angeordnete radiologi
sche Kontrolle der Schulter rechts, des OSG links, der LWS und des BWS-LWS-Übergangs vor. Es erklärte hierzu mit Bericht
vom
gleichen Tag (
Urk.
11/2) zusammenfassend, es bestehe eine alte Deckplattenimpressionsfraktur von LWK1. Die Fraktur sei geheilt, es lägen ein mässiger Höhenverlust und eine Deformierung des Wirbelkörpers vor. Der knöcherne Spinalkanal sei nicht ein
geengt. Im oberen, weniger auch im unteren Sprunggelenk bestehe eine post
traumatische Arthrose. Es
lägen
polyarthrotische Veränderungen im mitterfass
ten Rück- und Mittelfuss sowie Fersensporne
vor
. In der rechten Schulter zeige sich eine Omarthrose mit Deformierungen, Zeichen einer PHS calcarea und eine Heilung der Humeruskopf- und Humerusschaftfraktur rechts in leichter bzw. mässiger Fehlstellung.
2.9
G.___
führte
die von
I.___
in Auftrag gegebene neurologische Ver
laufskon
trolle am 9. März 2011
durch
. Er diagnostizierte gestützt
darauf
mit Bericht vom 14. März 2011 (
Urk.
11/3) (1) ein residuelles sensibles Wurzelsyn
drom L5 und sensomotorisches Wurzelsyndrom S1 links nach traumatischer Schä
digung am 19. Februar 2008, (2) einen Status nach LWK1-Kompressions
fraktur am 19. Februar 2008 und (3) einen Status nach Bimalleolarfraktur links am 19. Februar 2008. Es fänden sich klinisch und elektrophysiologisch weiter
hin die Zeichen einer residuellen Wurzelläsion L5 und S1 links. Aufgrund der eindeutigen
pathologischen Befunde im EMG gebe es an der Diagnose einer L5
und S1-Radikulopathie links keinen Zweifel. Die objektivierbaren pathologi
schen Befunde hätten sich im Vergleich zu den Voruntersuchungen nicht ver
ändert. Man müsse daher von einem posttraumatischen Wurzelschaden L5 und S1 links ausgehen. Ein direkter Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 19. Februar 2008 und der persistierenden Wurzelsymptomatik L5 und S1 links sei hochwahrscheinlich. Über
drei
Jahre nach dem Unfallereignis könne man neurologisch von einem stabilen Zustand ausgehen, dies bedeute, dass der neuro
logische Endzustand erreicht sei.
2.10
I.___
erklärte im Anschluss an die Untersuchungen des
F.___
und von
G.___
mit Bericht vom 15. Juli 2011 (
Urk.
11/
9
), insgesamt sei von einem stabilen Zustand auszugehen. Dies bestätige ebenfalls
G.___
. Die Kausalitäts
beurteilung durch den Neurologen sei aber in Frage zu stellen. Die Symptomatik sei in der 6
-
Wochenkontrolle durch die Ärzte des
F.___
erstmalig bestätigt wor
den. Im Austrittsbericht über die Akuthospitalisation sei keine entsprechende Pathologie erwähnt. Eine strukturelle, neurogene Läsion als Folge eines Traumas führe direkt nach dem Ereignis zu klinischen Befunden. Bei Eintritt habe des Weiteren keine Problematik am Rücken bestanden. Dementsprechend sei die Kausalität doch in Frage zu stellen. Eine relevante Einschränkung der Erwerbs
fähigkeit sowie weitere therapeutische Massnahmen seien dadurch nicht gerechtfertigt, so dass seines Erachtens auf weitere Abklärungen verzichtet wer
den könne. Radiologisch seien die Frakturen konsolidiert. Die degenerativen Veränderungen seien nicht relevant progredient, so dass infolge der klinischen Befunde keine Verbesserung mehr zu erwarten sei. Um die Beschwerden vor allem im Bereich des Rückens zu minimieren, solle der Beschwerdeführer ange
halten werden, sich regelmässig selbständig körperlich zu aktivieren und ein Heimtraining durch
zu
führen. Infolge der geringen degenerativen Veränderun
gen könne das Zumutbarkeitsprofil der
A.___
ange
wandt werden. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit könne ganztags wechsel
belastend zugemutet werden. Bezüglich des linken Sprunggelenks seien Zwangs
haltungen wie Knien und Kauern sowie repetitives
Begehen von
Treppen und Leitern und das Begehen von unebenem Gelände nicht geeignet. Den Rücken betreffend sollten Oberkörperrotationen sowie längerdauerndes vorn
übergeneigtes Arbeiten gemieden werden. Bezüglich der Schulter sei zudem repetitives Überkopfarbeiten ungeeignet. Ebenfalls seien hämmernde und vibrierende Arbeiten zu meiden und Gewichte sollten körpernah gehoben wer
den.
2.
11
Z.___
nannte
mit ärztlichem Zeugnis vom 25. Oktober 2011 (
Urk.
8/147/8) die bekannten Diagnosen und erklärte,
d
er Beschwerdeführer klage noch immer über ständige Fussschmerzen, die vor allem belastungsabhängig seien. Dies
schränke ihn in der Arbeit deutlich ein, vor allem bei körperlicher Arbeit. Diese belastungsabhängigen Schmerzen würden wohl bleiben und die Arthrose werde eher zunehmen. Ob und wann eine OSG-Arthrodese nötig werde, sei zum jetzi
gen Zeitpunkt nicht zu beurteilen. Der Beschwerdeführer leide ausserdem an belastungsabhängigen Rückenschmerzen mit Sensibilitätsstörungen und Krämpfen in der Grosszehe. Er sei in einer körperlich anspruchsvollen Arbeit und auch bei längerem Gehen, Bücken oder Treppensteigen deutlich einge
schränkt. Aber auch bei einer angepassten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit sei er, jedenfalls bei zeitlich vollem Pensum, in seiner Leistungsfähigkeit spür
bar eingeschränkt.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin berief sich bei der Ablehnung
des
Rentenbegehrens
des Beschwerdeführers
im Wesentlichen auf die Feststellungen der SUVA im Ein
spracheentscheid vom 7. Februar 2012 (
Urk.
2). Die
SUVA
ihrerseits ging aus medizinischer Sicht davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer dem von
I.___
am 15. Juli 2011 erstellten Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Tätig
keit ganzta
gs arbeitsfähig sei (
Urk.
8/161/
8). Der Beschwerdeführer lässt hierge
gen im Wesentlichen einwenden, auch in einer leichten Tätigkeit betrage seine Arbeitsfähigkeit nicht mehr als maximal 80
%
. So habe insbesondere auch das von ihm geleistete Pensum während seines Aufenthaltes in der
A.___
vom
2.
Juni bis 28. August 2009 lediglich 77 % betragen. Soweit nicht von einer 80%igen Arbeits- oder Leistungsfähigkeit ausgegangen werde, sei ein Gutachten einzuholen, da dies bisher nicht gemacht worden sei (
Urk.
1
S.
6-8)
3.2
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche die SUVA im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass die Anstalt, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der SUVA beauf
tragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
V
orliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die Beweistauglichkeit der Einschätzung von
SUVA-
Kreisarzt
I.___
in den
Berichten vom 15. Juli 2011 (E.
2.10
) und vom 17. Februar 2011 (E. 2.
7
) sprechen würden. So bringt denn auch der Beschwerdeführer nichts Konkretes gegen die Beweistauglichkeit der Berichte von
I.___
vor, sondern wendet lediglich ein, dass die
Schlussfolge
rung der ganztägigen Zumutbarkeit gemäss Anforderungsprofil
von
I.___
pauschal
sei
(
Urk.
1 S.
7
). Dies trif
ft jedoch nicht zu. Die von
I.___
gemachte Einschätzung basiert vielmehr auf umfassenden eigenen Untersuchungen. Zudem gab er zur genaueren
Beurteilung
noch eine radiologische Abklärung im
F.___
und eine neu
rologische Abklärung bei
G.___
in Auftrag. Erst nach Vor
liegen dieser Untersuchungen gab er seine definitive Einschätzung ab. Diese begründet
e
er in seinen Bericht
en
in nachvollziehbarer Weise. Da die Berichte von
I.___
vom 15. Juli 2011 und vom 17. Februar 2011 sich insbesondere auch zu allen in Frage stehenden Aspekten äussern, erfüllen sie die rechtspre
chungsgemässen Voraussetzungen an beweistaugliche Bericht
e
(vgl. BGE 125 V 352 E. 3a).
Das von
I.___
erstellte
Zumutbarkeitsprofil entspricht im Übrigen
im Wesentlichen
dem von der
A.___
im Austrittsbericht vom
6.
November 2008
festgehaltenen (E. 2.
5
)
.
Hierauf ver
wies
I.___
denn auch ausdrücklich.
3.
3
Während sich
G.___
in seinen Berichten vom 30. Juni 2008 (E. 2.2) und vom 14. März 2011 (E. 2.
9
) und das
F.___
im Bericht vom 25. Februar 2008 (E. 2.
8
) nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserten, hielt
Z.___
mit Bericht vom 25. Oktober 2011 (E. 2.1
1
)
fest
,
dass der Beschwerdeführer auch bei einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit, jedenfalls bei zeitlich vollem Pen
sum
,
in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei.
Z.___
erklärt dabei nicht, weshalb es dem Beschwerdeführer nicht zumutbar sei, in einer angepass
ten Tätigkeit bei vollzeitlicher Arbeitstätigkeit eine 100%ige Leistung zu erbrin
gen. B
ei der Würdigung der Einschätzung von
Z.___
gilt es zudem der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte und behandelnde Spe
zialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E.
3b/cc). Zudem ist die unterschiedliche Einschätzung von
Z.___
und von
I.___
ohne Weiteres
durch die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag zu erklären (vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4). Der Bericht von
Z.___
vom 25. Oktober 2011
ver
mag daher
mit Blick auf die gesamte Aktenlage
die Einschätzung von
I.___
und der
A.___
nicht in Frage zu stellen.
3.4
Die Berichte der
A.___
zu den vorgenommenen beruflichen Abklä
rungen führen ebenfalls nicht zu einem anderen Ergebnis. Aus den Berichten vom 5. März 2009 (
Urk.
8/26), vom 29. Mai 2009 (
Urk.
8/31) und vom 20. August 2009 (
Urk.
8/62
/2-5
) geht zwar hervor, dass der Beschwerdeführer während den beruflichen Abklärungen kein Vollzeitpensum leistete, es wird aber in keiner Weise erwähnt, dass der Beschwerdeführer aus medizinischen Gründen nicht in der Lage
wäre
, ein solches zu verrichten.
Vielmehr ist aus dem Bericht vom 29. Mai 2009 ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer selber in einer vorwiegend sitzend auszuübenden Tätigkeit für vollzeitlich arbeitsfähig hält
(
Urk.
8/31 S. 2).
3.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung
mit der SUVA bzw.
I.___
und der
A.___
davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer noch leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen wie Knien und Kauern
, ohne
repetitives
Begehen von
Tr
eppen
und Leitern
, ohne das
Begehen von unebenem Gelände, längerdauerndes vornübergeneigtes Arbeiten, repetitive Überkopfarbeiten und
ohne
hämmernde
oder
vibrierende Arbeiten
sowie
mit nur körpernahen Gewichtsbelastungen
vollzeitlich ausüben k
ann
.
4.
4.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind.
Der
hypothetische Rentenbeginn
ist in dem Zeitpunkt, in welchem d
er
Beschwerdeführer
während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war und sich daran eine Erwerbsunfähigkeit in mindestens gleicher Höhe anschliesst, frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung des Anspruchs (Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG).
Der Beschwerdeführer meldete sich aufgrund der Folgen des Unfalls vom 19. Februar 2008 am 9. Oktober 2008 bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Der hypothetische Ren
tenbeginn ist somit im April 2009
, steht doch der Bezug von Taggeldern der Unfallversicherung dem hypothetischen Rentenbeginn nicht entgegen (
Art.
68 ATSG)
. Taggelder der Invalidenversicherung bezog der Beschwerdeführer erst ab
1.
Juni 2009 (
Verfügungen
vom
7.
Juli
2009,
Urk.
8/
48-49
)
.
Im April 2009 hatte das von der
A.___
am
6.
November 2008 festgehaltene Zumutbar
keitsprofil (E. 2.
5
) Gültigkeit, da das
F.___
bereits am 2
5.
November 2008 das Osteosynthesematerial entfernt
und postoperativ lediglich einen dreimonatigen Verzicht auf Maximalbelastung attestiert hatte
(
E
.
2.6).
4.2
Der Beschwerdeführer arbeitet
e
im Zeitpunkt des Unfalls vom 1
9.
Februar 2008 bei der
Y.___
. Diese erklärte der
SUVA
auf
Anf
rage, der Beschwerdeführer hätte im Jahr 2009 Fr. 6‘000.-- pro Monat verdient (
Urk.
11/5). Es besteht kein Anlass, nicht auf diese Angabe abzustellen. So kann zum einen alleine aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer mit der
Y.___
eine arbeitsrechtliche Streitigkeit hatte, nicht geschlossen werden, dass
L
etztere eine unzutreffende
Angabe gemacht hätte, und zum anderen kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass sich sämtliche Löhne der Nominallohnentwicklung anpassen.
Zudem machte die
Y.___
bereits am 2
5.
Juni 2009
gegenüber
der
Beschwerdegegnerin
die gleichen Angaben betreffend
das Einkommen im
Jahr 2009 (
Urk.
8/43/3).
Es ist daher für das Jahr 2009 von einem Valideneinkommen von Fr. 78‘000.-- auszugehen.
4.3
4.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Vorliegend rechtfertigt es sich, auf die Tabellenlöhne abzustellen, da
der
Beschwerdeführer keine neue Tätigkeit aufgenommen hat und die ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Ein Abstellen auf die von der SUVA beige
zogenen DAP-Löhne ist zudem nicht möglich. Wie die Parteien zutreffend über
einstimmend
festhalten, kann der Beschwerdeführer
die
den DAP-Löhnen zugrunde liegenden Tätigkeiten nicht vollständig ausüben. Es geht zudem auch nicht an, trotzdem auf die
DAP-Löhne
abzustellen
und d
en
bestehenden Ein
schränkungen mit einem Abzug
Rechnung zu tragen.
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Profile sind Abzüge nämlich nicht sachgerecht und nicht zulässig (BGE 129 V 472). Auch für einen Abzug auf
grund eines reduzierten Arbeitspensums besteht kein Anlass, da der Beschwer
deführer – wie dargelegt (E. 3) – vollzeitlich
arbeitsfähig ist.
Aus der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2008 (LSE 2008) ergibt sich für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
4'
806
.-- (Tabelle TA1 S. 26).
In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2008 für alle Sektoren von 41,6 Stun
den (vgl. die Volkswirtschaft 7
- 2013 S. 9
4
, Tabelle B 9.2) und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung (Nominallohnindex des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.
1
.93, Total) ergibt dies für das Jahr 2009 ein Jahreseinkommen von
Fr.
61
‘
228.45
(
Fr.
4‘
806
.-- x 12 : 40 x 41,6 : 12
0
x 12
2,5
) für ein 100%-Pensum.
4.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die Beschwerdegegnerin ging von einem Abzug vom Tabellenlohn von 5
%
aus. Dies scheint unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer zwar nur noch leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen wie Knien und Kauern
,
repetitives
Begehen von
Tr
eppen
und Leitern
,
das Bege
hen von unebenem Gelände, längerdauerndes vornübergeneigtes Arbeiten, repetitive Überkopfarbeiten und
ohne
hämmernde
oder
vibrierende Arbeiten
sowie
mit nur körpernahen Gewichtsbelastungen ausübe
n, er in einer solchen behinderungsangepassten Tätigkeit aber vollzeitlich arbeiten kann, als ange
messen
(vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 115/05 vom 1
4.
September 2005 insb. E. 2.2 und 2.5)
.
Andere Gründe für die Gewährung eines höheren Abzugs vom Invalideneinkommen sind nicht ersicht
lich und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan.
Es
ergibt sich
so ein Invalideneinkommen von Fr.
58‘167.-- (
Fr.
61‘228.45
x 0,95)
4.3.3
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 78'000.-- und einem Invalideneinkom
men von Fr. 58‘167.
resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 19‘83
3
.
und ein Invaliditätsgrad von gerundet 25
%
(Fr. 19‘83
3
.
: Fr. 78'000.--)
. Bei einem Invaliditätsgrad von 25
%
besteht kein Rentenanspruch. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen hat. Die Beschwerde erweist sich dementspre
chend als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Urs Leemann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler
RP/FW/MPversandt