# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09724f0f-a381-5c67-bacd-0a0e511efd5b
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-07-28
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 28.07.2025 BG.2025.31
**Docket/Reference:** BG.2025.31
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2025-31_2025-07-28

## Full Text

Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 28. Juli 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Nathalie Zufferey und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
Parteien   

KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft, 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

KANTON AARGAU, Oberstaatsanwaltschaft,  

Gesuchsgegner 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2025.31 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Bank A. reichte am 7. November 2023 bei der Staatsanwaltschaft 

Limmattal / Albis (nachfolgend «StA L/A») Strafanzeige gegen B. und Wei-

tere wegen mehrfacher Urkundenfälschung etc. (Strafverfahren Para-

WK/2023/43756; Urk. 1/1/1) ein. Er soll als Sachbearbeiter mit erhöhter Kre-

ditkompetenz ab März 2023 mindestens 50 Kreditanträge mit Endkunden 

bewilligt haben, bei denen die Kreditwürdigkeit mutmasslich mit gefälschten 

Dokumenten belegt worden sei. Die Kantonspolizei Zürich führte mit B. am 

29. Oktober 2024 eine Einvernahme durch. Nachdem sie die Kreditnehmer 

befragt hatte, warf die Kantonspolizei Zürich C. vor, zumindest teilweise mit 

D. zusammengewirkt zu haben. Nach der Akquise der Kreditnehmer hätten 

sie gefälschte Lohnabrechnungen erstellt oder beschafft und die Kreditan-

träge weitergeleitet. Sie seien somit für die daraus resultierenden Kreditbe-

trügereien im Umfang von rund Fr. 4 Mio. an B. verantwortlich (Urk. 1/4/1 

Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 18. November 2024; act. 1 S. 6 f.; 

Gerichtsstandskorrespondenz).  

 

 

B. Die E. Zusatzversicherung AG warf C. in ihrer Strafanzeige vom 5. Septem-

ber 2024 zudem vor, zusammen mit F. und verschiedenen Versicherungs-

nehmern 28 zu ihrem Nachteil gefälschte Rückforderungsbelege eingereicht 

zu haben (Strafverfahren G-1/2023/10048315; Weisser Ordner; act. 1 

S. 6 f.). C. sei ein führender Mitarbeiter der E. Zusatzversicherung AG gewe-

sen und ihm werde deliktisches Handeln im Zeitraum von 2021 bis Februar 

2024 vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl ersuchte am 31. Ok-

tober 2024 die StA L/A, dieses Strafverfahren zu übernehmen. Die beiden 

Strafuntersuchungen beträfen die gleiche Gruppierung um C., wiesen einen 

ähnlichen modus operandi auf und beträfen ähnliche Vorwürfe. Auf der 

Schadensliste der E. Zusatzversicherung AG seien zudem versicherte Per-

sonen aufgeführt, die auch im Zusammenhang mit der Bank A. aufträten 

(act. 1 S. 7; Gerichtsstandskorrespondenz).  

 

 

C. Die StA L/A ersuchte am 28. November 2024 die kantonale Staatsanwalt-

schaft Aargau (nachfolgend «KStA AG»), ihre Strafuntersuchung zu über-

nehmen, da KStA AG seit 22. November 2021 gegen C. wegen mehrfachen 

Betruges die Strafuntersuchung KSTA ST.2022.74 führe. Diese lehnte die 

Übernahme am 4. Dezember 2024 ab. Die Aktenordnung sei unübersichtlich 

und weise nur in einigen wenigen Fällen auf eine mögliche Täterschaft von 

C. hin. B. habe die Kreditanträge bewilligt und er sei der Haupttäter. Sie teilt 

- 3 - 

 

 

sodann mit, C. sei nicht unbekannten Aufenthaltes, er befinde sich zurzeit in 

Untersuchungshaft im Zentralgefängnis Z. (Gerichtsstandskorrespondenz).  

 

Die StA L/A ersuchte die KStA AG am 19. Dezember 2024 mit provisorisch 

einakturierten Akten erneut um eine Übernahme. Die beiden Untersuchun-

gen beträfen das gleiche Deliktsfeld und müssten zusammen geführt wer-

den. Die Kreditnehmer hätten direkten Kontakt zu B. in Abrede gestellt. Sie 

hätten von Drittpersonen die Telefonnummer von C. oder D. erhalten und 

über sie die Anträge und Lohnausweise eingereicht. Die Fälschungen seien 

demnach bei C./D. geschehen und die Kreditnehmer hätten nur die unbe-

merkt von ihnen geänderten Anträge unterzeichnet. C./D. hätten von den 

Kreditnehmern 10% des Kreditbetrages in Bar als Provision verlangt. Diese 

seien die Haupttäter. Die Kreditnehmer hätten B. auf dem Fotobogen nicht 

erkannt (Gerichtsstandskorrespondenz).  

 

Die KStA AG antwortete am 8. Januar 2025, sie erachte eine getrennte Ver-

fahrensführung als rechtlich möglich und sachlich angezeigt. C. sei seit dem 

28. Februar 2022 unbekannten Aufenthaltes gewesen. Er sei gestützt auf 

einen internationalen Haftbefehl am 12. Juni 2024 in Y../Österreich verhaftet 

worden. Die Auslieferung sei im Juli 2024 erfolgt. Seitdem seien diverse Ein-

vernahme und Ermittlungshandlungen erfolgt, weshalb das Aargauer Ver-

fahren weit fortgeschritten sei und relativ kurz vor dem Abschluss stehe. Bis 

auf C. seien im Zürcher Verfahren andere Personen beschuldigt und es gehe 

im Kanton Aargau auch nicht um Privatkredit-Betrugsfälle, sondern schwer-

punktmässig um betrügerische Handlungen im Zusammenhang mit öffent-

lich-rechtlichen Leistungen um COVID-19 und einzelne Geldwäschereivor-

fälle. Sodann seien die Zeiträume nicht die gleichen (2020/2021; zwischen 

März und November 2023 in der Zürcher Strafuntersuchung). Ein Verfah-

renswechsel sei mit grossem Mehraufwand und Verfahrensverzögerungen 

verbunden, was auch aufgrund der Inhaftierung von C. für eine getrennte 

Verfahrensführung spreche. Die Akten im Zürcher Verfahren erlaubten nicht 

die Schlussfolgerung, dass C. geradezu als Haupttäter in Frage komme. Es 

seien gemäss Zürcher Polizeibericht vom 18. November 2024 denn auch 

keine konkreten Ermittlungen zu den Rollen von C. und D. getätigt worden. 

Die Zürcher Kantonspolizei gehe offenbar von einem deliktischen Schwer-

punkt im Kanton Zürich aus, nämlich am Sitz der Bank A. in Zürich, wo B. 

die Kreditanträge bewilligt haben soll. Die KStA AG lehnte die Übernahme 

daher erneut ab (Gerichtsstandskorrespondenz).  

 

 

D. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft (nachfolgend «OStA ZH») eröffnete am 

27. Februar 2025 den abschliessenden Meinungsaustausch mit der 

- 4 - 

 

 

Aargauer Oberstaatsanwaltschaft (nachfolgend «OStA AG»). Im Kanton 

Aargau seien am 22. November 2021 die ersten Verfolgungshandlungen für 

die Tatbestände des Betruges und der Urkundenfälschung erfolgt. Sämtliche 

Kreditnehmer hätten ausgesagt, nie direkten Kontakt mit B. gehabt zu ha-

ben. Er scheine nur die Kreditanträge bewilligt zu haben, während die Kre-

ditvermittler C. und D. als die eigentlichen Drahtzieher erscheinen würden. 

Nur mit ihnen hätten sich die Kreditnehmer getroffen, in einem Fall sogar mit 

beiden zugleich. Sodann hätten die Kreditnehmer den nunmehr falsche An-

gaben enthaltenden Kreditantrag zur Unterzeichnung erhalten. Es sei davon 

auszugehen, dass C./D. für die Erstellung oder Beschaffung der gefälschten 

Lohndokumente wie auch der unwahre Angaben enthaltenden Kreditanträge 

verantwortlich seien. Es gebe keinen Grund für eine getrennte Verfahrens-

führung und keine relevante Schwerpunktbildung. Sie ersuchte die OStA AG, 

ihr Verfahren zu übernehmen. Eine gütliche Einigung konnte in der Folge 

nicht erzielt werden. Die OStA ZH übermittelte am 27. März 2025 vielmehr 

auch die Verfahrensakten bezüglich der mutmasslichen Delikte gegen die E. 

Zusatzversicherung AG als Teil des Austausches zum Gerichtsstand (Ge-

richtsstandskorrespondenz).  

 

Die OStA AG teilte am 30. April 2025 mit, dass sich C. seit Dezember 2024 

im vorzeitigen Strafvollzug befinde. Im Kanton Aargau würden C. 11 ver-

schiedene, aber mehrheitlich zusammenhängende Sachverhalte im Zusam-

menhang mit COVID-19-Hilfsleistungen und Geldwäscherei vorgeworfen. 

Neu seien auch die Betrugsfälle zulasten der E. Zusatzversicherung AG Teil 

des Verfahrens, wobei hier der Tatzeitraum gemäss Strafanzeige zwischen 

2021 und Februar 2024 liege. Diese Untersuchung stehe noch ganz am An-

fang, Tatorte, Tatbeiträge und Teilnahmen seien unklar. Es sei fraglich, ob 

darüber überhaupt ein Austausch zum Gerichtsstand möglich sei. Der Tat-

verdacht auf eine Beteiligung von C. sei äusserst dünn und beruhe praktisch 

ausschliesslich auf Aussagen von einigen wenigen Mitbeschuldigten. Was 

die Bank A.-Fälle betreffe, so sei B. der Haupttäter. Fakt sei sodann, dass es 

um drei personell, sachlich und auch zeitlich völlig unabhängige Sachver-

haltskomplexe gehe, deren einziger gemeinsamer Punkt C. sei. Sie stünden 

in ganz unterschiedlichen Verfahrensstadien. Es seien triftige Gründe vor-

handen, die eine getrennte Verfahrensführung nahezu gebieterisch aufdrän-

gen würden. Die einzelnen Tatorte der vom Kanton Zürich bislang untersuch-

ten Delikte seien derzeit nicht bestimmbar. Sowohl die E. Zusatzversiche-

rung AG wie auch die Bank A. hätten ihren Sitz jedoch in Zürich. Hier liege 

daher ein klares Schwergewicht der deliktischen Tätigkeit. Der Kanton Aar-

gau lehnte die angefragte Übernahme ab (Gerichtsstandskorrespondenz).  

 

 

- 5 - 

 

 

E. Der Kanton Zürich ersuchte am 6. Mai 2025 die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts, den Gerichtsstand zu bestimmen (act. 1). Es sei die 

Zuständigkeit des Kantons Aargau festzustellen (S. 6). Für den Kanton Aar-

gau liegt die Zuständigkeit hingegen beim Kanton Zürich, soweit auf dessen 

Gesuch überhaupt einzutreten sei (act. 3). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und 

Form) geben an dieser Stelle keinen Anlass zu eigenen Bemerkungen 

(vgl. jedoch die Ausführungen in Erwägung 3.3 unten). Auf das Gesuch ist 

einzutreten.  

 

2. In Gerichtsstandsverfahren gilt der aus dem Legalitätsprinzip fliessende 

Grundsatz «in dubio pro duriore» (BGE 138 IV 186 E. 4.1). Daraus leitet sich 

für die Bestimmung des Gerichtsstandes ab, dass im Zweifelsfall auf den für 

den Beschuldigten ungünstigeren Sachverhalt abzustellen bzw. das schwe-

rere Delikt anzunehmen ist (TPF 2016 180 E. 2.2). Massgeblich ist nicht, was 

der beschuldigten Person letztlich nachgewiesen werden kann, sondern der 

Tatbestand, der Gegenstand der Untersuchung bildet, es sei denn, dieser 

erweise sich von vornherein als haltlos oder sei sicher ausgeschlossen. 

Der Gerichtsstand bestimmt sich also nicht nach dem, was der Täter began-

gen hat, sondern nach dem, was ihm vorgeworfen wird, das heisst, was auf-

grund der Aktenlage überhaupt in Frage kommt (TPF 2019 82 E. 2.4; 2019 

52 E. 2.1; 2019 28 E. 2.2). 

 

3.  

3.1  

3.1.1 Hat eine beschuldigte Person mehrere Straftaten an verschiedenen Orten 

verübt, so sind für die Verfolgung und Beurteilung sämtlicher Taten die Be-

hörden des Ortes zuständig, an dem die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat begangen worden ist. Bei gleicher Strafdrohung sind die Behörden des 

Ortes zuständig, an dem zuerst Verfolgungshandlungen vorgenommen wor-

den sind (Art. 34 Abs. 1 StPO). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer 

Straftat werden von den gleichen Behörden verfolgt und beurteilt wie die Tä-

terin oder der Täter (Art. 33 Abs. 1 StPO).  

- 6 - 

 

 

 

3.1.2 Ist in einem beteiligten Kanton im Zeitpunkt des Gerichtsstandsverfahrens 

nach den Art. 39–42 wegen einer der Straftaten schon Anklage erhoben wor-

den, so werden die Verfahren getrennt geführt (Art. 34 Abs. 2 StPO). An der 

Gleichzeitigkeit zweier Strafverfahren in verschiedenen Kantonen im Sinne 

von Art. 34 Abs. 1 StPO fehlt es dann, wenn in einem Kanton das Verfahren 

(durch Urteil, Einstellung usw.) beendet war, bevor im anderen Kanton das 

neue Verfahren eingeleitet wurde (TPF 2010 70 E. 2.2 S. 72; Beschlüsse 

des Bundesstrafgerichts BG.2014.36 vom 21. Januar 2015 E. 2.1; 

BG.2013.33 vom 17. April 2014 E. 2.2; BAUMGARTNER, Die Zuständigkeit im 

Strafverfahren, 2014, S. 224 f.). Als beendet in diesem Sinne darf ein Ver-

fahren auch dann betrachtet werden, wenn es zwar noch nicht formell abge-

schlossen, tatsächlich aber (z.B. infolge eines Einstellungsantrages) als er-

ledigt angesehen wird (TPF 2024 194 E. 2.3.3, 2. Absatz).  

 

3.2  

3.2.1 Für die OStA ZH liegt der Gerichtsstand nach Art. 34 Abs. 1 Satz 2 StPO im 

Kanton Aargau, da die Delikte unter der gleichen Strafandrohung stünden 

und dort am 22. November 2021 die ersten Verfolgungshandlungen vorge-

nommen worden seien. Aufgrund der Aussagen der Kreditnehmer und des 

Ablaufes erschienen C. und D. als die eigentlichen Drahtzieher des mut-

masslichen Bank A.-Betruges. Sie seien als verantwortlich für die gefälsch-

ten Lohnausweise und Kreditanträge anzusehen. Sie und nicht B. hätten 

auch Provisionen von mehreren Tausend Franken in bar verlangt und ent-

gegengenommen. Habe B. allenfalls einen gewichtigen Beitrag an die Delin-

quenz anderer geleistet, komme ihm keine Schlüsselrolle zu. Hinsichtlich der 

mutmasslichen Delikte zum Nachteil der E. Zusatzversicherung AG würden 

aus den Akten ausreichende Belastungen gegenüber C. hervorgehen. Dies 

führe zur Zuständigkeit des Kantons Aargau, unabhängig davon, ob der Be-

trug gewerbsmässig sei oder nicht (act. 1 S. 10–13).  

 

Bei einer Schwerpunktbildung sei nicht auf das Handeln von B., sondern auf 

dasjenige der Hauptbeteiligten C. und D. abzustellen. Die OStA ZH listet die 

öffentlichen und privaten Örtlichkeiten in den Kantonen Zürich und Aargau 

auf, an denen Treffen zwischen den Kreditnehmern und C./D. stattgefunden 

haben sollen. Eine grosse Anzahl der Kreditnehmer sei sodann zum Tatzeit-

punkt im Kanton Aargau wohnhaft gewesen, wo die Kreditanträge unter-

schrieben worden sein dürften und wohin die bewilligten Kredite ausbezahlt 

worden seien (act. 1 S. 13 f.).  

 

Der unterschiedliche Verfahrensstand oder dass es um einen Haftfall gehe, 

sei nicht massgeblich. Die erste Zürcher Gerichtsstandsanfrage sei vier 

- 7 - 

 

 

Monate nach der Verhaftung gestellt worden und die Mitteilung, das Aar-

gauer Verfahren stehe vor dem Abschluss, sei erst sechs Monate später er-

folgt, während in der Zwischenzeit das Gerichtsstandsverfahren gelaufen sei 

(act. 1 S. 11, 13 f.). Der Grundsatz der Verfahrenseinheit des Art. 29 StPO 

verlange eine gemeinsame Verfahrensführung. Zudem führe der Kanton 

Aargau ein Strafverfahren gegen C. wegen gewerbsmässigen Betruges. Al-

lein schon deshalb könnten die drei Sachverhaltskomplexe nicht unabhängig 

voneinander beurteilt werden (act. 1 S. 10, 14). 

 

3.2.2 Die OStA AG legt dar, der die E. Zusatzversicherung AG betreffende Sach-

verhalt sei nicht genügend abgeklärt, um Gegenstand eines Gerichtsstands-

verfahrens zu bilden. Weder sei der Tatverdacht im Gerichtsstandsersuchen 

dargetan noch die anwendbaren Rechtsgrundlagen. Es fehlten neben weite-

rem auch die Nennung der Beschuldigten, des in Frage kommenden Tatbe-

standes und der genauen Tatorte. Es sei ihr praktisch unmöglich, dazu Stel-

lung zu nehmen (act. 3 S. 2 f.).  

 

Im Übrigen verweist die OStA AG primär auf die Begründung in ihrem letzten 

Schreiben vom 30. April 2025 im Meinungsaustausch. C. seien im Kanton 

Aargau in der Hauptsache in sich abgeschlossene Betrugshandlungen im 

Zusammenhang mit COVID-19-Krediten vorgeworfen. Diese seien schwer-

punktmässig in den Jahren 2020 bis 2022 begangen worden. Die Beweise 

seien weitestgehend erhoben, es stehe noch die Schlusseinvernahme an. 

Die Strafuntersuchung stehe somit kurz vor Anklageerhebung (act. 3 S. 3).  

 

Die OStA AG bringt vor, B. habe als Kreditsachbearbeiter einer Zürcher Fili-

ale der Bank A. ab März 2023 mindestens 50 Kreditverträge bewilligt, die 

diverse gefälschte Kreditunterlagen enthalten hätten. C. soll nur in einige 

dieser mutmasslichen Kreditbetrüge involviert gewesen sein. In dubio pro 

duriore müsse von gewerbsmässigem Betrug seitens B. ausgegangen wer-

den. Ob die übrigen Beteiligten ihn gekannt hätten oder nicht, sei unwesent-

lich, würden doch gerade die Haupttäter häufig im Hintergrund agieren und 

nicht in Erscheinung treten wollen. Es sei noch ungeklärt, wo die einzelnen 

Kreditverträge unterschrieben und verschickt worden seien, sie hätten je-

doch zwangsläufig bei der Bank A. in Zürich eingereicht werden müssen. 

Dort sei auch der Schaden entstanden. Auch im E. Zusatzversicherung AG 

-Sachverhalt seien die mutmasslich gefälschten Rechnungen am Sitz der 

E. Zusatzversicherung AG in X./ZH eingereicht worden. Dort sei der Scha-

den entstanden und dort liege auch ein Erfolgsort (act. 3 S. 3 f., 6).  

 

Für die OStA AG seien diverse triftige, sich geradezu aufdrängende Gründe 

vorhanden, die Verfahren zu trennen und abweichende Gerichtsstände 

- 8 - 

 

 

festzulegen. Es gehe vorliegend um drei verschiedene, personell, sachlich 

und auch zeitlich völlig unabhängige Sachverhaltskomplexe, deren einziger 

gemeinsamer Punkt C. sei. Er könne aber in den einzelnen Verfahren nicht 

als Haupttäter bestimmt werden. Die drei Verfahren mit 68 Beschuldigten 

und nur einer gemeinsamen Person ohne zentrale Rolle seien getrennt zu 

führen. Primär stehe sodann das Aargauer Strafverfahren kurz vor dem Ab-

schluss, während die Zürcher Verfahren kaum fortgeschritten seien. Eine ge-

meinsame Beurteilung ziehe eine unverhältnismässig lange Verfahrens-

dauer nach sich. So oder so seien die einzelnen Betrugsfälle aufgrund der 

grossen Zahl der beteiligten Personen wohl einzeln zu verfolgen und zu be-

urteilen. Mit dem Sitz der E. Zusatzversicherung AG und der Bank A. im Kan-

ton Zürich liege dort ein klares Schwergewicht der deliktischen Tätigkeit resp. 

Personen, als auch der Erfolgsorte. Es sei mangels Abklärungen faktisch 

unmöglich, die einzelnen Tatorte der Zürcher Delikte festzulegen. Die in 

Art. 31 bis 37 StPO statuierten Regeln würden in den vorliegenden umfang-

reichen Wirtschaftsstraffällen kaum zu sinnvollen Lösungen führen. Es seien 

interkantonal pragmatische Lösungen zu suchen. Eine Aufteilung der einzel-

nen Beschuldigten z.B. nach Wohnort erachte sie jedoch als wenig sinnvoll, 

müssten sich dann doch unterschiedliche Gerichte mit demselben Sachver-

halt befassen (act. 3 S. 5–7). 

 

3.3 Vorliegend ist unstrittig, dass für die Bestimmung des Gerichtsstands von 

gewerbsmässigem Betrug (Art. 146 Abs. 2 StGB) als dem schwersten ver-

folgten Delikt auszugehen ist. Unbestritten ist weiter, dass bezüglich dieses 

Tatbestandes im Kanton Aargau die ersten Verfolgungshandlungen gegen 

C. erfolgt sind (22. November 2021). Zum Zeitpunkt der Einleitung des Ge-

richtsstandsverfahrens (28. November 2024) war die Strafuntersuchung im 

Kanton Aargau noch nicht abgeschlossen. Im Gerichtsstandsverfahren ist 

auch keine Einlassung geltend gemacht oder ersichtlich. Damit ist das Aar-

gauer Strafverfahren KSTA ST.2022.74 (bez. COVID-19-Krediten) gerichts-

standsrelevant. 

 

Die Strafanzeige der E. Zusatzversicherung AG vom 5. September 2024 

(inkl. Beilagen) ist nicht offensichtlich haltlos und daher gerichtsstandsrele-

vant (vgl. TPF 2024 194 E. 2.3.3, 1. Absatz). Aus der Sichtweise der Zürcher 

Kantonspolizei (Rapport vom 21. Oktober 2024) sind C. und F. massgeblich 

in den E. Zusatzversicherung AG-Sachverhalt verstrickt. Sie erschienen der 

Kantonspolizei als Mitglieder einer Gruppierung, die diverse Personen miss-

brauche, um durch Fälschungen an Geld von Versicherungen bzw. Kredit-

unternehmen zu gelangen (Weisser Ordner StA Zürich-Sihl, 

STR 2023/48315, Rapport S. 8). Bei der Bank A. habe C. (mit D.) die Kredit-

nehmer akquiriert, Lohnabrechnungen gefälscht und die Dossiers an B. 

- 9 - 

 

 

weitergeleitet. B. scheint in der Tat die Auszahlung, wohl zu Lasten der Bank 

A., in sämtlichen Fällen ermöglicht zu haben. Die Zürcher Kantonspolizei 

verdächtigt C., D. und B., von den Kreditnehmern Provisionszahlungen er-

halten zu haben (ZH Strafverfahren Para-WK/2023/43756 Rapport vom 

18. November 2024, S. 3). B. scheint somit durchaus eine wichtige Rolle ge-

spielt zu haben, die sich allerdings in den modus operandi einer vorgeworfe-

nen weiteren Betrugstätigkeit einfügt. Bei dieser erscheint insbesondere C. 

als die zentrale und verbindende Figur. Überlappend sind auch die Zeit-

räume, in denen die gewerbsmässigen Betrugshandlungen begangen wor-

den sein sollen: Von «schwerpunktmässig in den Jahren 2020 bis 2022» 

(AG), über «2021 bis Februar 2024» (ZH E. Zusatzversicherung AG) bis «ab 

März 2023» (ZH Bank A.).  

 

Der gemeinsame, ordentliche Gerichtsstand liegt bei dieser Sachlage im 

Kanton Aargau, wo die ersten Verfolgungshandlungen für gewerbsmässigen 

Betrug gegen C. erfolgten. Der Kanton Aargau ist nach Art. 33 Abs. 1 und 2 

StPO auch für die weiteren Beteiligten an den drei Sachverhalten zuständig. 

Damit ist der Gerichtsstand vorliegend bestimmbar, so dass der Kanton Zü-

rich in seinen beiden Strafverfahren (Bank A., E. Zusatzversicherung AG) 

keine weiteren Abklärungen treffen musste. Die örtlichen und sachlichen Zu-

ständigkeiten sollen nach gesetzlicher Konzeption denn auch rasch und 

summarisch festgelegt werden und am Anfang der Untersuchung.  

 

3.4  

3.4.1 Gemäss Art. 38 Abs. 1 StPO können die beteiligten Staatsanwaltschaften 

untereinander einen anderen als den in Art. 31–37 StPO vorgesehenen Ge-

richtsstand vereinbaren, wenn der Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit 

oder die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person es erfordern 

oder andere triftige Gründe vorliegen. Einen abweichenden Gerichtsstand 

festzulegen, ist nach Art. 40 Abs. 3 StPO auch im Gerichtsstandsverfahren 

vor Bundesstrafgericht möglich. Die Anforderungen an das Abweichen vom 

gesetzlichen Gerichtsstand sind hoch (TPF 2024 158 E. 2.5.1; Beschluss 

des Bundesstrafgerichts BG.2020.14 vom 10. Juli 2020 E. 2.3; 

SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsa-

chen, 2. Aufl. 2004, S. 148 ff.; BAUMGARTNER, a.a.O., S. 380 ff.).  

 

3.4.2 Der Kanton Aargau plädiert vor der Beschwerdekammer dafür, in umfangrei-

cheren Wirtschaftsstraffällen von den ordentlichen Gerichtsständen abzu-

weichen und sinnvoll und pragmatisch zu entscheiden (obige Erwägung 

3.2.2 Abs. 4). Die StPO belässt den Kantonen Freiräume für Einigungen (Be-

schluss des Bundesstrafgerichts BG.2022.51 vom 22. Juni 2023 E. 3.2 in 

fine) und es sind die Kantone und ihre obersten Strafverfolgungsbehörden, 

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die darüber entscheiden. Sie behalten dabei ihren interkantonalen Ge-

schäftsverkehr und die gemeinsamen Interessen der Strafverfolgungsbehör-

den mit im Blick. Die Beschwerdekammer kann dies nicht an ihrer Statt tun. 

Die Rechtsprechung zu abweichenden Gerichtsständen muss vielmehr grif-

fig bleiben, auf dass sie nicht interkantonale Gerichtsstandskonflikte beför-

dere. Eine solche Rechtsprechung macht transparent, welche Seite zuguns-

ten einer gemeinsamen Lösung mehr oder weniger kulant sein müsste. 

Diese Klarheit begünstigt Einigungen der obersten kantonalen Strafverfol-

gungsbehörden, nicht zuletzt da ihnen Kulanz in anderen Konstellation 

ebenso dienlich ist und Gerichtsstandskonflikte stets Ressourcen kosten. 

Wirtschaftsstrafverfahren von gewissem Umfang anhand einer unbestimm-

ten Kombination von Kriterien pragmatisch aufzuteilen, erscheint demgegen-

über nicht als eine genügend klare, für die Beschwerdekammer justiziable 

Lösung. 

 

3.4.3 Um aufgrund des Schwerpunktes der deliktischen Tätigkeit vom ordentlichen 

Gerichtsstand abzuweichen, muss bei einer grösseren Anzahl von Delikten 

ein Übergewicht in einem anderen Kanton bestehen. Die Rechtsprechung 

hat nicht genau bestimmt, wo die Grenze zu einer grösseren Anzahl von De-

likten liegt. BAUMGARTNER geht von 40 Delikten aus. Das Übergewicht liegt 

vor, wenn zwei Drittel (der grösseren Anzahl von Delikten) in einem Kanton 

begangen wurden (BAUMGARTNER, a.a.O, 2014, S. 362 ff.).  

 

Der Kanton Aargau bejaht ein Übergewicht im Kanton Zürich. Die vorausge-

setzte grössere Anzahl von Straftaten scheint vorzuliegen (AG 11, plus Bank 

A. 50 plus E. Zusatzversicherung AG 28 Fälle). Die Zweidrittelsgrenze für ein 

Übergewicht läge damit bei 60 Delikten. Eine summarische Durchsicht der 

Zürcher Fälle zeigt, dass diverse Tathandlungen und Beteiligte Anknüpfun-

gen an den Kanton Aargau und die mutmasslich geschädigten Gesellschaf-

ten Sitz im Kanton Zürich haben. Der Kanton Aargau hat vorliegend ein Über-

gewicht nicht überzeugend dargetan, insbesondere kann für das Überge-

wicht nicht einfach primär auf die Kreditbewilligungen von B. am Sitz der 

Bank A. in Zürich abgestellt werden, wenn doch C. als die zentrale Figur 

erscheint. Anders z.B. als in Sammelverfahren bei Diebstählen, widersprä-

che es vorliegend dem einfachen und summarischen Gerichtsstandsverfah-

ren, wenn die zuerst befasste Behörde bei einem vorgebrachten Schwer-

punkt stets die Tatorte sämtlicher Wirtschaftsdelikte abzuklären hätte, bevor 

sie die Beschwerdekammer anrufen könnte. Entscheidend gegen einen ab-

weichenden Gerichtsstand für die Zürcher Verfahren (Bank A., E. Zusatzver-

sicherung AG) sprechen vorliegend die zeitlich überlappenden gewerbsmäs-

sigen Betrugshandlungen, die C. vorgeworfen werden und die eine gemein-

same Verfahrensführung nahelegen. Ein Gesamtblick kann auch die von der 

- 11 - 

 

 

Zürcher Kantonspolizei vermuteten Strukturen am ehesten sichtbar machen. 

Damit bleibt es beim ordentlichen Gerichtsstand im Kanton Aargau. Sollte 

der Kanton Aargau eine getrennte Verfahrensführung als rechtlich möglich 

und wünschenswert erachten (vgl. obige Erwägung 3.2.2 letzter Absatz), 

kann er eine solche in eigener Kompetenz verfügen.  

 

3.4.4 Insgesamt ist nicht vom ordentlichen Gerichtsstand im Kanton Aargau abzu-

weichen.  

 

3.5 Damit sind die Strafbehörden des Kantons Aargau berechtigt und verpflich-

tet, die im Kanton Zürich von der Bank A. (7. November 2023) und der E. Zu-

satzversicherung AG (5. September 2024) angezeigten Straftaten zu verfol-

gen und zu beurteilen.  

 

 

4. Praxisgemäss ist bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten in der Regel 

keine Gerichtsgebühr zu erheben (TPF 2023 130 E. 5.1).  

 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Der Kanton Aargau wird berechtigt und verpflichtet, die von der Bank A. sowie 

von der E. Zusatzversicherung AG angezeigten Straftaten zu verfolgen und 

zu beurteilen.  

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.  

 

 

Bellinzona, 28. Juli 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.