# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab876907-4bb3-5d80-b2f0-980d0045a673
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 28.12.2011 AC110003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AC110003_2011-12-28.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich 
   

 

 
Kass.-Nr. AC110003-P/U/mum 

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Andreas Donatsch, 

Paul Baumgartner, die Kassationsrichterin Yvona Griesser und 

der Kassationsrichter Reinhard Oertli sowie der juristische Sekre-

tär Christof Tschurr 

Zirkulationsbeschluss vom 28. Dezember 2011 
 

in Sachen 
 
X., 

  

Angeklagter und Beschwerdeführer 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
 

gegen 
 
1. Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

 Anklägerin und Beschwerdegegnerin 1 

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Kasper, Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 
Molkenstr. 15/17, Postfach 1233, 8026 Zürich 

 
2. Z., 

 

Geschädigter und Beschwerdegegner 2 

vertreten durch Rechtsanwalt 
  
 
 

betreffend 
versuchte schwere Körperverletzung etc. 

 
 
Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der I. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Zürich vom 11. November 2010 (SE100017/U/jv) 

-   2   - 

Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 

I. 

1. Der Beschwerdeführer hatte am 1. November 2009 in Zürich eine  

Schlägerei mit Z. (Geschädigter und Beschwerdegegner 2). Im Verlauf der  

Auseinandersetzung schlug der Beschwerdeführer Z. eine Glasflasche gegen den 

Kopf. Z. erlitt dadurch verschiedene grosse Schnittwunden am Kopf, Gesicht und 

Hals und einen Nasenbeinbruch. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

(Anklägerin und Beschwerdegegnerin 1) klagte den Beschwerdeführer deswegen 

und wegen weiterer Delikte mit Anklageschrift vom 2. Juli 2010 an und warf ihm 

u.a. versuchte schwere Körperverletzung vor (Anklageschrift angeheftet an das 

Urteil des Obergerichts vom 11. November 2010 KG act. 2). 

2. Das Obergericht des Kantons Zürich (dessen I. Strafkammer) sprach den 

Beschwerdeführer mit Urteil vom 11. November 2010 schuldig der versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1, 2 und 3 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie weiterer, im Verhältnis zu diesem unter-

geordneter Delikte, bestrafte ihn mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe, verpflichtete ihn, 

dem Geschädigten Z. einen reduzierten Schadenersatz von Fr. 51.70 zu be-

zahlen, stellte fest, dass er gegenüber dem Geschädigten Z. aus dem eingeklag-

ten Ereignis vom 1. November 2009 dem Grundsatz nach im Umfang von 75 % 

schadenersatzpflichtig ist, und verpflichtete ihn, Z. eine um 25 % reduzierte  

Genugtuung von Fr. 7'500.-- zu bezahlen (KG act. 2 S. 92 f.). 

3. Gegen dieses obergerichtliche Urteil vom 1. November 2010 meldete der 

Beschwerdeführer am 12. November 2010 Nichtigkeitsbeschwerde an (OG 

act. 50 = KG act. 6) und reichte am 4. April 2011 und damit innert angesetzter 

Frist (OG act. 47 [= Protokoll] S. 59, OG act. 52) beim Kassationsgericht eine  

kantonale Nichtigkeitsbeschwerde ein (KG act. 1). Mit dieser beantragt er, das 

angefochtene Urteil sei aufzuheben, und die Sache sei zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen (KG act. 1 S. 2). Die Vorinstanz verzichtete explizit 

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auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde (KG act. 9). Die Beschwerdegegner 

liessen sich nicht vernehmen. 

II. 

Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Strafprozessordnung vom 

5. Oktober 2007 (StPO) in Kraft. Art. 453 Abs. 1 StPO bestimmt, dass Rechts-

mittel, die sich gegen einen Entscheid richten, der vor Inkrafttreten der StPO  

gefällt wurde, nach bisherigem Recht und von den bisher zuständigen Behörden 

beurteilt werden. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren gelangen daher die 

Bestimmungen der (auf den 31. Dezember 2010 aufgehobenen) zürcherischen 

StPO vom 4. Mai 1919 (StPO ZH) wie auch des Gerichtsverfassungsgesetzes 

vom 13. Juni 1976 (GVG) weiterhin zur Anwendung. Ebenso ist mit Bezug auf die 

Beurteilung der erhobenen Rügen das bisherige Prozessrecht heranzuziehen, 

weil im Beschwerdeverfahren zu prüfen ist, ob der angefochtene Entscheid im 

Zeitpunkt der Fällung mit einem der in § 430 StPO ZH bezeichneten Nichtigkeits-

gründe behaftet war. Dementsprechend richten sich auch die Nebenfolgen  

(Gerichtsgebühr und Prozessentschädigung) des Beschwerdeverfahrens  

betragsmässig nach dem bisherigen Recht, d.h. nach den obergerichtlichen Ver-

ordnungen über die Gerichtsgebühren vom 4. April 2007 (GGebV) bzw. über die 

Anwaltsgebühren vom 21. Juni 2006 (aAnwGebV) (vgl. § 23 der Gebühren-

verordnung des Obergerichts [GebV OG] vom 8. September 2010 und § 25 der 

Verordnung über die Anwaltsgebühren [AnwGebV] vom 8. September 2010). 

III. 

1. Der Beschwerdeführer erklärt, von Anfang der Untersuchung an bis zum 

vorinstanzlichen Urteil sei bezüglich der eingeklagten Sachverhalte im Wesent-

lichen nur strittig gewesen, ob er bei der Auseinandersetzung vom 1. November 

2009 zum Zeitpunkt des Schlages mit einer Flasche gegen den Kopf des  

Geschädigten in Notwehr gehandelt habe. In diesem Zusammenhang habe die 

Vorinstanz verschiedene willkürliche tatsächliche Feststellungen getroffen und 

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damit mehrere Nichtigkeitsgründe im Sinne von § 430 StPO ZH gesetzt. Ent-

scheidend sei dabei insbesondere, dass die Vorinstanz wesentliche Sach-

verhaltselemente nicht erstellt habe. Deshalb seien im Sachverhalt Lücken bezüg-

lich Tatumständen zu finden, die eine Notwehrlage begründeten. Es sei nicht  

strittig, dass sich zugetragen habe, was in der Anklage stehe und was die Vor-

instanz auch als erstellt erachte. Beanstandet werde, dass der Sachverhalt nicht 

vollständig erstellt worden sei, namentlich Sachverhaltselemente, welche eine 

Notwehrlage begründeten, unterschlagen worden seien. Auch die willkürliche 

"Nichterstellung" wesentlicher Sachverhaltsteile könne im Rahmen der  

Beschwerdegründe gemäss § 430 StPO ZH gerügt werden (KG act. 1 S. 4 f. 

Ziff. 1.1). 

2. Die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde ist nur zulässig, soweit gegen eine 

Entscheidung nicht die Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht wegen 

Verletzung materiellen Gesetzes- oder Verordnungsrechts des Bundes gegeben 

ist (§ 430b Abs. 1 StPO ZH). Das ist dem Beschwerdeführer bewusst (vgl. z.B. 

KG act. 1 S. 4 Ziff. 1.1 vierter Absatz, S. 11 unten). Ob das Verhalten eines  

Angeklagten die Kriterien einer rechtfertigenden Notwehr (im Sinne von Art. 15 

StGB) erfüllt oder nicht, ist eine Frage der Anwendung des materiellen Bundes-

rechts. Diesbezügliche Rügen sind im kantonalen Nichtigkeitsbeschwerdeverfah-

ren nicht zulässig. Darauf kann nicht eingetreten werden. Auch das ist dem  

Beschwerdeführer bewusst (KG act. 1 S. 4 Ziff. 1.1 vierter Absatz). Welche Sach-

verhaltselemente für die Subsumtion unter Notwehr relevant sind oder nicht, ist 

ebenso eine Frage der Anwendung des materiellen Bundesrechts. Beachtete die 

Vorinstanz im Rahmen der Prüfung der Frage der Notwehr bestimmte Sach-

verhalte nicht oder klärte sie solche nicht ab, sondern liess sie offen, so erachtete 

sie diese offensichtlich als für die Frage der Notwehr irrelevant. Im Gegensatz zur 

Auffassung des Beschwerdeführers kann deshalb auch auf Rügen nicht eingetre-

ten werden, mit welchen geltend gemacht wird, dass die Vorinstanz gewisse 

Sachverhaltselemente nicht erstellt habe, dass der Sachverhalt nicht vollständig 

erstellt worden sei und dass Sachverhaltselemente, welche, wenn sie rechtlich 

korrekt gewürdigt würden, eine Notwehrlage begründeten, unterschlagen worden 

seien (vgl. auch Kass.-Nr. AC080031 vom 6.9.2010 Erw. II.2.c, wonach als  

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Verletzung von Bundesrecht auch gilt, wenn der kantonale Sachrichter nicht alle 

relevanten Tatsachen ermittelt hat, welche zur Rechtsanwendung nötig sind, und 

wonach die unvollständige oder lückenhafte Sachverhaltsfeststellung nach Art. 97 

Abs. 1 BGG mittels Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht geltend zu 

machen ist, mit Verweisung auf BGE 133 IV 293 Erw. 3.4, auf Seiler, Bundes-

gerichtsgesetz [BGG], Bern 2007, N 24 zu Art. 97, auf Schott, BSK, Bundes-

gerichtsgesetz [BGG], Basel 2008, N 19 zu Art. 97, sowie auf BGE 6B_179/2007 

vom 27.10.2007 Erw. 5.4.3). 

In diesem Zusammenhang kann nur auf Rügen eingetreten werden, die sich 

auf vorhandene konkrete vorinstanzliche Tatsachenfeststellungen beziehen, nicht 

aber auf Rügen, dass solche Feststellungen fehlten. 

3. Der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe ausgeführt, dass 

nur als erstellt betrachtet werden könne, was von mehreren Personen überein-

stimmend erklärt werde. Sie erkläre nicht, wie viele Personen etwas überein-

stimmend schildern müssten, damit ein bestimmtes Sachverhaltselement als  

erstellt gelte. Sie begründe auch nicht, weshalb sie bestimmte von mehreren  

Personen übereinstimmend geschilderte Vorgänge nicht in den Sachverhalt auf-

nehme. Diese Vorgehensweise verletze den Grundsatz "in dubio pro reo". Könne 

nämlich eine behauptete, zugunsten des Angeklagten sprechende Tatsache nicht 

widerlegt bzw. berechtigt bezweifelt werden, sei von dieser auszugehen, denn es 

sei diesfalls der für den Angeklagten günstigste Sachverhalt anzunehmen (KG 

act. 1 S. 7 Ziff. 1.2.1). 

a) Aus der Natur des Beschwerdeverfahrens, das keine Fortsetzung des 

Verfahrens vor dem Sachrichter darstellt, folgt, dass sich der Nichtigkeitskläger 

konkret mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und den behaupte-

ten Nichtigkeitsgrund in der Beschwerdeschrift selbst nachweisen muss (§ 430 

Abs. 2 StPO ZH). In der Beschwerdebegründung sind insbesondere die an-

gefochtenen Stellen des vorinstanzlichen Entscheides zu bezeichnen und die-

jenigen Aktenstellen, aus denen sich ein Nichtigkeitsgrund ergeben soll, im  

Einzelnen anzugeben. Es ist nicht Sache der Kassationsinstanz, in den vor-

instanzlichen Akten nach den Grundlagen des geltend gemachten Nichtigkeits-

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grundes zu suchen. Wer die vorinstanzliche Beweiswürdigung als willkürlich rügt, 

muss in der Beschwerde genau darlegen, welche tatsächlichen Annahmen des 

angefochtenen Entscheides auf Grund welcher Aktenstellen willkürlich sein sollen. 

Wird Aktenwidrigkeit einer tatsächlichen Annahme behauptet, so sind ebenfalls 

die Bestandteile der Akten, die nicht oder nicht in ihrer wahren Gestalt in die  

Beweiswürdigung einbezogen worden sein sollen, genau anzugeben. Wer vor-

bringt, angerufene Beweismittel seien nicht abgenommen worden, hat zu sagen, 

wo und zu welchen Behauptungen er sich auf diese berufen hat. Wird im Rahmen 

eines Strafprozesses geltend gemacht, die Untersuchungsmaxime sei verletzt 

worden, ist in der Beschwerde anzuführen, durch welche Unterlassung dies  

geschehen sein soll (ZR 91/92 Nr. 6; vgl. auch BGE 127 I 42 E. 3b sowie ZR 81 

Nr. 88 E. 6; Schmid, in Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung 

des Kantons Zürich, Zürich 1996, N 32 zu § 430; von Rechenberg, Die Nichtig-

keitsbeschwerde in Zivil– und Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. Auflage, 

Zürich 1986, S. 16 ff.). 

b) Die eingangs dieser Ziffer angeführten Beanstandungen des Beschwer-

deführers sind in diesem Sinne ungenügend substantiiert. Der Beschwerdeführer 

erklärt nicht, welche vorinstanzlichen Feststellungen er damit beanstandet. Darauf 

kann deshalb nicht weiter eingetreten werden, bzw. es kann nur darauf eingetre-

ten werden, soweit der Beschwerdeführer in den folgenden Ausführungen im  

Zusammenhang mit konkret bezeichneten vorinstanzlichen Sachverhaltsfest-

stellungen darauf Bezug nimmt (wie er auch avisiert; KG act. 1 S. 7 Ziff. 1.2.1  

dritter Absatz). 

4. Die Vorinstanz hielt im Zusammenhang mit ihren Erwägungen zur Frage 

der Notwehr (KG act. 2 S. 43 - 54 Erw. 2.3) fest, die ganze Streiterei (zwischen 

dem Beschwerdeführer und Z.) sei durch das provokative Verlangen einer  

Zigarette durch den Beschwerdeführer ausgelöst worden (KG act. 2 S. 50 

Erw. 2.3.7). Der Beschwerdeführer bezeichnet diese Feststellung als willkürlich. 

Keiner der Beteiligten habe die erste Kontaktaufnahme des Beschwerdeführers 

als provokativ bezeichnet (KG act. 1 S. 8). 

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a) Nach einer Prüfung der Aussagen der Beteiligten und von Zeugen der 

Auseinandersetzung stellte die Vorinstanz zusammenfassend fest, weitgehend 

übereinstimmend werde festgehalten, dass die Auseinandersetzung zwischen 

dem Beschwerdeführer und dem Geschädigten entstanden sei, weil der  

Beschwerdeführer in unangemessenem Ton eine Zigarette vom Geschädigten 

verlangt habe (KG act. 2 S. 32 f. Erw. 2.1.9.1). Diese Zusammenfassung basiert 

auf folgenden Aussagen: 

aa) Beschwerdeführer: Die Auseinandersetzung habe wegen einer Zigarette 

begonnen. Er habe den Geschädigten nach einer Zigarette gefragt und sich dabei 

in der Tonlage vergriffen. Deshalb habe sich der Geschädigte offenbar angegrif-

fen gefühlt (KG act. 2 S. 6 Erw. 2.1.2.1). Er habe vielleicht ein bisschen im  

falschen Ton nach einer Zigarette gefragt (KG act. 2 S. 8 Erw. 2.1.2.3). Er habe 

den Geschädigten etwas laut oder forsch nach einer Zigarette gefragt. Der  

Geschädigte habe aggressiv darauf reagiert und einen dummen Spruch fallen  

lassen. Sie hätten dann eine verbale Auseinandersetzung gehabt (KG act. 2 S. 8 

Erw. 2.1.2.4). Er habe den Geschädigten nach einer Zigarette gefragt. Vielleicht 

habe er ihn in einem forschen Ton danach gefragt. Daraufhin habe der Ge-

schädigte, da ihm die Frage allenfalls in den falschen Hals gekommen sei, einen 

faulen Spruch gemacht. Folglich sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung 

gekommen (KG act. 2 S. 11 Erw. 2.1.2.6).  

bb) Geschädigter: Der Beschwerdeführer habe ihn um eine Zigarette  

gebeten. Darauf sei es zu einem Wortwechsel gekommen (KG act. 2 S. 14 

Erw. 2.1.3.1). Der Beschwerdeführer sei zu Beginn des Vorfalls auf ihn zu-

gekommen und habe von ihm eine Zigarette verlangt, und zwar ein einem frechen 

Ton: "Gib mir eine Zigi!". Der Geschädigte habe dann einen Witz machen wollen 

und zum Beschwerdeführer gesagt, er könne auch seine Schuhe küssen, er  

könne ihm trotzdem keine Zigarette geben. Es sei zu einem verbalen Schlag-

abtausch und zu einer kleinen Rempelei gekommen (KG act. 2 S. 14 

Erw. 2.1.3.2). Der Beschwerdeführer sei zu ihm gekommen und habe eine  

Zigarette gewollt. Er habe die Zigarette in einem recht strengen Ton verlangt,  

ohne einen Funken von Höflichkeit. Der Geschädigte habe in einem normalen 

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Ton geantwortet. Das mit dem "Schuhe lecken" sei ein Witz gewesen. In der  

Folge sei der Streit durch ein Missverständnis eskaliert (KG act. 2 S. 15 

Erw. 2.1.3.3). 

cc) A.: Dieser Kollege des Geschädigten habe den Vorfall mit den pöbel-

haften Fragen des Beschwerdeführers nach einer Zigarette bestätigt (KG act. 2 

S. 17 Erw. 2.1.4). In der Zeugeneinvernahme vom 1. November 2009 habe A. die 

verbale Auseinandersetzung wegen der Zigarette bestätigt. Der Beschwerde-

führer habe "nicht wirklich lieb gefragt" (KG act. 2 S. 18). Die Aussagen des  

Zeugen A. erschienen allerdings einseitig zu Lasten des Beschwerdeführers  

gefärbt und vermöchten als Belastungen nicht zu überzeugen, soweit sie über die 

Schilderungen des Geschädigten hinausgingen (KG act. 2 S. 19 unten). 

dd) B.: Die Aussagen von B. erachtete die Vorinstanz als nicht verlässlich 

(KG act. 2 S. 22). 

ee) C.: Dieser Begleiter des Beschwerdeführers erklärte, nicht der  

Beschwerdeführer, sondern der Geschädigte habe angefangen. Der Beschwerde-

führer habe den Geschädigten nach einer Zigarette gefragt. Das habe schon  

genügt, dass es zu einem Streit zwischen den Beiden gekommen sei (KG act. 2 

S. 22 f.). Bei der ursprünglichen verbalen Auseinandersetzung sei es um eine  

Zigarette gegangen. Die Beiden hätten sich dann einfach angeschaut. Mit tiefem 

Blick und ohne etwas zu sagen. Der Geschädigte habe dann den Beschwerde-

führer am Hals gefasst (KG act. 2 S. 24). Die Vorinstanz erachtete auch die Aus-

sagen von C. als über weite Strecken nicht glaubhaft (KG act. 2 S. 26). 

ff) D., ein weiterer Begleiter des Geschädigten, sagte nichts über den Beginn 

der Auseinandersetzung. Er sei etwas später hinzugekommen (KG act. 2 S. 26 

Erw. 2.1.7). 

gg) E., ein weiterer Kollege des Beschwerdeführers, habe vorerst die verba-

le Auseinandersetzung zwischen dem Beschwerdeführer und dem Geschädigten 

bestätigt. Den Grund dafür habe er nicht gekannt (KG act. 2 S. 28 Erw. 2.1.8). Der 

Beschwerdeführer habe vom Geschädigten eine Zigarette gewollt. Es habe sich 

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eine Diskussion ergeben. Beide seien aufgebracht gewesen und hätten "hässig" 

gewirkt (KG act. 2 S. 31). Die Vorinstanz erwog, es falle auf, dass E. das Ver-

halten des Beschwerdeführers beschönigen wolle und eigentlich den Geschädig-

ten als Hauptaggressor darstelle. Insgesamt seien seine Aussagen nicht eben 

glaubhaft (KG act. 2 S. 32 Erw. 2.1.8). 

b) Anbetrachts dieser Aussagen, mit denen sich der Beschwerdeführer nicht 

auseinandersetzt, insbesondere anbetrachts seiner eigenen vorzitierten Aus-

sagen erweist sich die gerügte vorinstanzliche Erwägung, die ganze Streiterei sei 

durch das provokative Verlangen einer Zigarette durch den Beschwerdeführer 

ausgelöst worden, nicht als willkürlich. Nach seinen eigenen Aussagen hatte der 

Beschwerdeführer den ihm damals völlig unbekannten Geschädigten in forschem, 

"ein bisschen im falschen" Ton nach einer Zigarette gefragt. Dies darf ohne Will-

kür als provokatives Verlangen bezeichnet werden. Dieses stand am Beginn der 

Auseinandersetzung und darf deshalb ebenfalls ohne Willkür als Auslösung der 

Streiterei bezeichnet werden. Die Rüge geht fehl. 

5. Der Beschwerdeführer bezeichnet es überdies als willkürlich, dass die 

Vorinstanz nicht erwähne, dass die Reaktion des Geschädigten auf das Ver-

langen des Beschwerdeführers nach einer Zigarette, nämlich der Beschwerde-

führer könne seine Schuhe küssen oder lecken, viel eher als provokativ zu  

bezeichnen und als Auslöser für den Streit zu betrachten sei. Willkürlich sei es, 

den Beschwerdeführer wegen seines Verhaltens als Auslöser des Streits zu  

bezeichnen und dabei die Äusserungen des Geschädigten unbeachtet zu lassen 

(KG act. 1 S. 10). 

Die Äusserung des Geschädigten war, wie in der Beschwerde selber erklärt 

wird, eine Reaktion auf das Verhalten des Beschwerdeführers. Es ist nicht will-

kürlich, das erste Verhalten und nicht die Reaktion darauf als Auslösung des dar-

auf folgenden Geschehens zu bezeichnen, zumal der Beschwerdeführer selber 

gemäss dem Zitat in der Beschwerde (KG act. 1 S. 8) die Reaktion des Geschä-

digten lediglich als dummen Spruch bezeichnet hatte. Auch diese Rüge geht fehl. 

Die Vorinstanz machte den Beschwerdeführer deswegen im Gegensatz zur  

Behauptung in der Beschwerde (KG act. 1 S. 11 oben) nicht für den weiteren Ver-

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lauf der Auseinandersetzung verantwortlich (vgl. auch die sogleich folgende  

Erwägung mit dem Hinweis, dass die Vorinstanz ein Festhalten des Beschwerde-

führers durch den Geschädigten als Ursache der Eskalation des Streits bezeich-

nete). Sie erwähnte dies nur zur Begründung, dass nicht von einer klassischen 

Notwehrsituation ausgegangen werden könne (KG act. 2 S. 50 Erw. 2.3.7). In-

soweit geht die Rüge am angefochtenen Urteil vorbei und auch deshalb fehl. 

6. Die Vorinstanz erwog, eine erste Handgreiflichkeit habe sich der Ge-

schädigte zu Schulden kommen lassen, jedoch als Retorsion, dadurch veranlasst, 

dass sich der Beschwerdeführer gegenüber seinen Kollegen negativ über den 

Geschädigten geäussert habe. Der Geschädigte habe den Beschwerdeführer im 

Kragenbereich an den Kleidern gepackt. Dieses "kurze" Festhalten habe zur  

Eskalation des Streits geführt. Der Beschwerdeführer habe dem Geschädigten 

kurzerhand die Faust ins Gesicht geschlagen (KG act. 2 S. 50 f. Erw. 2.3.7). 

6.1. Der Beschwerdeführer bemerkt, dass ihm weder in der Anklage vor-

geworfen noch von der Vorinstanz bei der Sachverhaltserstellung festgestellt  

worden sei, dass er sich seinen Kollegen gegenüber negativ über den Geschädig-

ten geäussert habe (KG act. 1 S. 12 oben). Einen Nichtigkeitsgrund macht er  

damit nicht geltend. Es ist nicht weiter darauf einzugehen. 

6.2. Als willkürlich bezeichnet der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz 

angenommen habe, die Handgreiflichkeit des Geschädigten sei allein dadurch 

veranlasst worden, dass sich der Beschwerdeführer seinen Kollegen gegenüber 

negativ über den Geschädigten geäussert habe. Aufgrund der Aussage des  

Geschädigten sei klar, dass dieser zum Beschwerdeführer getreten sei, weil er 

gesehen habe, dass ihn dieser angeschaut und böse gelacht habe. Ausserdem 

werde aus der Aussage des Geschädigten deutlich, dass die Handgreiflichkeit 

nicht unmittelbar auf eine behauptete Äusserung des Beschwerdeführers gefolgt 

sei, sondern der Geschädigte zuerst zum Beschwerdeführer getreten sei und  

diesen sinngemäss gefragt habe, ob es nun eine Schlägerei absetzen soll, und er 

erst daraufhin den Beschwerdeführer gepackt habe, um ihn noch einmal zu  

fragen, ob er nun wirklich eine Schlägerei wolle (KG act. 1 S. 12 mit Verweisung 

auf OG act. HD 3/3 S. 5). 

-   11   - 

a) Wie der Beschwerdeführer selbst zitiert, erklärte der Geschädigte, er  

habe gesehen, dass der Beschwerdeführer hinten etwas ausgerufen und seinen 

Kollegen Sachen wie Missgeburt und so gesagt habe. Er (der Beschwerdeführer) 

habe ihn (den Geschädigten) angeschaut und böse gelacht, so in dem Sinne von: 

"Dir zeige ich es schon noch!". Der Geschädigte habe dies gesehen und gedacht, 

er würde zu ihm gehen und dies regeln. Er habe schauen wollen, ob er nun doch 

eine Schlägerei am Abend gewollt habe. Er sei zu ihm hingegangen und habe zu 

ihm gesagt, ob dies nun wirklich sein müsse und sie sich nun schlagen müssten. 

Wahrscheinlich hätten dann beide einen Adrenalinschub erhalten und er (der  

Geschädigte) habe ihn (den Beschwerdeführer) an den Kleidern gepackt und 

nochmals gefragt, ob er nun wirklich eine Schlägerei wolle. Er (der Geschädigte) 

habe dies in einem aggressiven Ton gesagt. Dann habe es auch schon angefan-

gen und er habe eine Faust ins Gesicht bekommen (KG act. 1 S. 12, zitiert aus 

OG act. HD 3/3 S. 5). 

b) Die Vorinstanz verwies überdies auf eine Aussage des Beschwerde-

führers an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung. Der Vorsitzende habe ihn  

gefragt, ob er, nachdem sich der Geschädigte nach der ersten verbalen Aus-

einandersetzung von ihm entfernt habe, diesem "Hurensohn" nachgerufen habe, 

worauf der Geschädigte wütend umgekehrt, auf den Beschwerdeführer losgegan-

gen sei, gefragt habe, wo das Problem liege, und ihn gleichzeitig an den Kleidern 

im Halsbereich gepackt habe, worauf ihm der Beschwerdeführer ins Gesicht  

geschlagen habe. Der Beschwerdeführer habe diese Frage verneint. Das Wort 

"Hurensohn" benutze er nur schon wegen seiner Mutter nicht. Allenfalls habe er 

ein anderes Wort zu seinen Kollegen gesagt und der Geschädigte habe dies  

hören können. Provozieren habe er ihn nicht wollen (KG act. 2 S. 12). 

c) Bei diesen Aussagen, insbesondere bei der Zugabe des Beschwerde-

führers, allenfalls habe er ein anderes Wort (sinngemäss: ein Schimpf- oder 

sonstwie abschätziges Wort) zu seinen Kollegen gesagt und der Geschädigte  

habe dies hören können, ist die gerügte Feststellung nicht willkürlich. Ob der  

Geschädigte nur dadurch, dass sich der Beschwerdeführer gegenüber seinen 

Kollegen negativ über ihn geäussert hatte, zur Rückkehr zum Beschwerdeführer 

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und zur Handgreiflichkeit des Packens an den Kleidern veranlasst worden war, 

was die Vorinstanz einzig erwähnte, oder auch dadurch, dass er den Beschwer-

deführer ihn anschauen und lachen gesehen hat, was der Beschwerdeführer  

betont, ändert nichts daran, dass die vorinstanzliche Feststellung der Handgreif-

lichkeit als Reaktion auf ein vom Geschädigten als negativ aufgefasstes Verhalten 

des Beschwerdeführers nicht willkürlich ist. Ebensowenig daran ändert, ob  

zwischen der Äusserung des Beschwerdeführers, der darauf folgenden Rückkehr 

des Geschädigten zu ihm und dessen Handgreiflichkeit noch eine Frage des  

Geschädigten (ob es nun eine Schlägerei absetzen solle) erfolgte oder nicht. 

Auch diese Rüge geht fehl. 

7. Die Vorinstanz erwog im Zusammenhang mit der in der vorstehenden  

Erwägung behandelten Auseinandersetzung (Packen an den Kleidern durch den 

Geschädigten, Faustschlag des Beschwerdeführers), selbst wenn man die erste 

Handgreiflichkeit des Geschädigten nicht als Retorsion auf die negative  

Äusserung des Beschwerdeführers qualifizieren würde, hätte dieser klar über-

reagiert, indem er dem Geschädigten auf das relativ harmlose Festhalten an den 

Kleidern im Kragenbereich ohne Warnung einen nicht ungefährlichen Faustschlag 

mitten ins Gesicht verabreicht habe (KG act. 2 S. 51). 

7.1. Der Beschwerdeführer rügt, damit treffe die Vorinstanz zwei willkürliche 

Annahmen, nämlich, dass es sich um ein relativ harmloses Festhalten durch den 

Geschädigten gehandelt habe, und dass dem Beschwerdeführer unterstellt  

werde, er habe sich durch das Zupacken des Geschädigten provoziert gefühlt und 

daher einen Streit mit einem Faustschlag begonnen. Insbesondere willkürlich sei, 

wenn verkürzt nur das Halten am Kragen als Übergriff verstanden werde und die 

übrigen Umstände völlig ausgeblendet würden. Der Geschädigte habe selber aus-

gesagt, er sei aggressiv gewesen und habe auf den Beschwerdeführer eingere-

det; er habe ihn insbesondere zwei Mal gefragt, ob es nun eine Schlägerei geben 

soll; er habe ihn am Kragen gepackt (KG act. 1 S. 13). 

-   13   - 

7.2. Der Beschwerdeführer zitiert im Folgenden Aussagen seinerseits  

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (KG act. 1 S. 14). Es ist nicht 

nachvollziehbar, weshalb daraus eine Willkür der gerügten vorinstanzlichen  

Erwägung in tatsächlicher Hinsicht folgen soll. Diese wird dadurch vielmehr  

bestätigt. Die Willkürrüge geht fehl. 

7.3. Ob sich an der rechtlichen Einordnung dieses Ablaufs etwas ändert, 

wenn berücksichtigt wird, dass der Geschädigte erklärt hatte, er habe den  

Beschwerdeführer zwei Mal in einem aggressiven Ton gefragt, ob es nun eine 

Schlägerei geben solle (vgl. auch KG act. 2 S. 15 f., OG act. HD 3/3 S. 5), und 

dass der Beschwerdeführer erklärt hatte, er habe sich bedroht gefühlt, wie er  

geltend macht (KG act. 1 S. 14 f.), sind Fragen der Anwendung des materiellen 

Bundesrechts, auf welche im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden 

kann. Das gilt auch für die Frage, ob die Vorinstanz diese Umstände hätte in ihre 

rechtliche Würdigung einbeziehen müssen (KG act. 1 S. 15 f.). 

8. Die Vorinstanz schilderte die Situation des Boxkampfes zwischen dem 

Beschwerdeführer und dem Geschädigten bis zum Zeitpunkt, in welchem der  

Beschwerdeführer dem Geschädigten die Flasche gegen den Kopf schlug, und 

gelangte gestützt darauf zur rechtlichen Würdigung, dass der Beschwerdeführer 

entgegen seiner Position (vgl. KG act. 2 S. 43 Erw. 2.3) nicht in Notwehr handelte 

(KG at. 2 S. 52 - 55). Dabei traf sie u.a. folgende Feststellungen, welche vom  

Beschwerdeführer beanstandet werden: Der Beschwerdeführer habe den Box-

kampf fast gesucht oder zumindest in Kauf genommen (KG act. 2 S. 52). Er habe 

unter Zuhilfenahme der Flasche die Oberhand in der tätlichen Auseinander-

setzung gewinnen wollen (KG act. 2 S. 54). 

8.1. Der Beschwerdeführer bezeichnet die Feststellung, er habe den Box-

kampf gesucht oder in Kauf genommen, als willkürlich. Zur Begründung verweist 

er einzig darauf, dass er schon vorher darauf eingegangen sei (KG act. 2 S. 18). 

In den dieser Rüge vorangehenden Ausführungen in der Beschwerde findet 

sich indes keine Auseinandersetzung mit der Erwägung, der Beschwerdeführer 

-   14   - 

habe den Boxkampf in Kauf genommen. Diese Rüge ist schon deshalb un-

begründet. Abgesehen davon wäre diese vorinstanzliche Feststellung anbetrachts 

des Umstandes, dass der Beschwerdeführer als erster zugeschlagen hat, keines-

falls willkürlich. 

8.2. Der Beschwerdeführer bezeichnet auch die vorinstanzliche Annahme 

als willkürlich, sein Schlag mit der Flasche habe zum Ziel gehabt, die Oberhand 

zu gewinnen (KG act. 2 S. 18). Zur Begründung dieser Rüge zitiert er verschiede-

ne seiner Aussagen aus verschiedenen Einvernahmen, gemäss welchen er in 

Panik geraten sei, als der Geschädigte auf ihm gelegen sei, und deshalb und um 

sich aus der Situation zu befreien mit der Flasche zugeschlagen habe (KG act. 1 

S. 19 - 21). 

a) Die Vorinstanz erkannte sehr wohl, dass der Beschwerdeführer aus-

gesagt hatte, es habe ihn Panik ergriffen, als er unter dem Geschädigten gelegen 

sei. Sie erachtete diese Aussage aber als (blosse, unrichtige) Schutzbehauptung. 

Dies deshalb, weil die tätliche Auseinandersetzung bis zum Zuschlagen des  

Beschwerdeführers mit der Flasche in etwa ausgeglichen verlaufen sei, keiner der 

beiden Kontrahenten die Oberhand gehabt habe, der Beschwerdeführer, ab-

gesehen vom Daumen, nicht verletzt worden, erst zum Schluss unter den  

Geschädigten zu liegen gekommen sei und diese Situation nur kurz gedauert  

habe, der Beschwerdeführer für das Ergreifen der Flasche mindestens eine Hand 

frei gehabt haben müsse und dies davon zeuge, dass er nicht in einem völlig  

blockierten Zustand unter dem Geschädigten gelegen habe, nicht von einer aus-

weglosen Situation gesprochen werden könne, der Beschwerdeführer nicht um 

Hilfe gerufen habe und keiner seiner langjährigen Freunde die Situation derart 

prekär eingeschätzt habe, dass sie eingegriffen hätten (KG act. 2 S. 53 f.). 

b) Mit diesen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht substanti-

iert auseinander. Seine blossen Verweise auf seine Aussagen, gemäss welchen 

er in Panik geraten sei (so auch auf den Seiten 23 f. der Beschwerde), bedeuten 

keine Auseinandersetzung mit der vorinstanzlichen Begründung, weshalb dies  

eine blosse, unzutreffende Schutzbehauptung sei. Seine blosse Verweisung auf 

Ausführungen vor Vorinstanz (KG act. 1 S. 21 Mitte) ist unzulässig (vgl. vor-

-   15   - 

stehend Erw. 3.a) und setzt sich ebensowenig mit der vorinstanzlichen Be-

gründung auseinander. Mit seinen Ausführungen auf den Seiten 18 - 21 der  

Beschwerde weist der Beschwerdeführer mithin keine Willkür und keinen Nichtig-

keitsgrund nach. 

8.3. Die Rügen, die Vorinstanz sei nicht auf Ausführungen der Verteidigung 

eingegangen und habe damit den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers ver-

letzt (KG act. 1 S. 21 f.), sind ungenügend substantiiert, indem auch dazu einzig, 

aber unzulässig (vorstehend Erw. 3.a) auf das Plädoyer vor Vorinstanz verwiesen, 

in der Beschwerde selber aber nicht dargelegt wird, welche konkreten Vorbringen 

die Vorinstanz übergangen habe. 

8.4. Der Beschwerdeführer bezeichnet die diesbezügliche Sachverhalts-

erstellung der Vorinstanz deshalb als willkürlich, weil sie "die Schläge des über 

dem Beschwerdeführer knieenden oder liegenden Geschädigten gegen dessen 

Kopf" schlicht ausblende (KG act. 1 S. 24). 

Die Rüge trifft nicht zu. Der Beschwerdeführer zitiert selber die vorinstanz-

lichen Feststellungen, dass sich der Beschwerdeführer und der Geschädigte am 

Boden gewälzt und gegenseitig geschlagen hätten. Einmal sei der Eine und dann 

wieder der Andere obenauf gewesen. Beim Zuschlagen des Beschwerdeführers 

mit der Flasche habe dieser unter dem Geschädigten gelegen (KG act. 1 S. 22 

mit Verweisung auf KG act. 2 S. 33). Bis zum Zuschlagen mit der Flasche sei die 

tätliche Auseinandersetzung in etwa ausgeglichen verlaufen; beide Kontrahenten 

hätten dem jeweils anderen Faustschläge versetzt (KG act. 1 S. 17 f. mit Ver-

weisung auf KG act. 2 S. 52 ff.). Die Vorinstanz blendete keineswegs aus,  

sondern ging durchaus davon aus, dass (auch) der Geschädigte dem Beschwer-

deführer Faustschläge versetzte (vgl. auch KG act. 2 S. 54 Erw. 2.3.8, S. 55; vgl. 

auch KG act. 2 S. 50 Erw. 2.3.6 a.E., S. 54 erster Absatz ["Faustschlag in sein 

Gesicht"] [des Beschwerdeführers]; vgl. auch die vorinstanzlichen Erwähnungen 

der diesbezüglichen Aussagen des Beschwerdeführers in KG act. 2 S. 7 unten, 

S. 9, S. 10 f. Erw. 2.1.2.5, S. 12 oben und unten und die vorinstanzliche Be-

merkung, dass der Geschädigte den Ablauf der Geschehnisse mit kleinen Ab-

weichungen in etwa gleich wie der Beschwerdeführer geschildert habe [KG act. 2 

-   16   - 

S. 14 Erw. 2.1.3, S. 16 unten]). Die Vorinstanz berücksichtigte sowohl, dass der  

Geschädigte in der Situation, als der Beschwerdeführer mit der Flasche zuschlug, 

über dem Beschwerdeführer war bzw. der Beschwerdeführer unter dem Ge-

schädigten lag, als auch, dass (auch) der Geschädigte Faustschläge austeilte. Als 

willkürlich sind die von der Vorinstanz aus der gesamten geschilderten Situation 

gezogenen Schlussfolgerungen, dass die Behauptung des Beschwerdeführers, er 

sei in Panik geraten, eine Schutzbehauptung sei, und es könne noch nicht von  

einer ausweglosen Situation gesprochen werden, nicht nachgewiesen. 

8.5. Die Vorinstanz berücksichtigte die Position der Verteidigung, dass sich 

der Geschädigte über dem Beschwerdeführer befunden (bzw. umgekehrt, der  

Beschwerdeführer unter dem Geschädigten gelegen), diesem einen Faustschlag 

ins Gesicht verpasst und der Beschwerdeführer einen weiteren Faustschlag  

befürchtet habe, sehr wohl (KG act. 2 S. 50 Erw. 2.3.6 mit Verweisung auf OG 

act. 44 S. 12 f., dort E3 = OG Prot. S. 45). Wenn sie bei ihren Erwägungen zur 

Prüfung der vom Beschwerdeführer damit geltend gemachten Notwehr nicht im 

Einzelnen darauf Bezug nahm, so nicht deswegen, weil sie die Ausführung (in 

Verletzung des Gehörsanspruchs) übersehen oder übergangen hätte (sie prüfte ja 

gerade deswegen die damit geltend gemachte Notwehr), sondern weil sie die 

Ausführung als mit ihren Erwägungen widerlegt bzw. beantwortet erachtete. Auch 

die Rüge der Verletzung des Gehörsanspruchs geht in diesem Zusammenhang 

fehl. 

9. Die Vorinstanz erwog, selbst wenn man die erste Handgreiflichkeit des 

Geschädigten (Festhalten des Beschwerdeführers im Kragenbereich) nicht als 

Retorsion auf die negative Äusserung des Beschwerdeführers (über den Ge-

schädigten) qualifizieren würde, hätte der Beschwerdeführer klar überreagiert,  

indem er auf das relativ harmlose Festhalten an den Kleidern im Kragenbereich 

dem Geschädigten ohne Warnung "einen durchaus nicht ungefährlichen Faust-

schlag" mitten ins Gesicht verabreicht habe (KG act. 2 S. 51). Sodann erwog die 

Vorinstanz, eine relativ harmlose Schlägerei in Anwesenheit neutraler Personen 

begründe keine Notwehrlage (KG act. 2 S. 52). Weiter erwog die Vorinstanz, das 

Zuschlagen mit einer vorerst intakten und dann zerbrochenen Glasflasche berge 

-   17   - 

zweifellos ein ungleich grösseres Verletzungspotential als ein Zuschlagen mit 

blossen Fäusten in sich. Dass bereits mit Faustschlägen schlimme Verletzungen 

möglich sein könnten, habe auch der Beschwerdeführer gewusst. Indem er auf 

den verhältnismässig harmlosen Angriff des Geschädigten mit blossen Fäusten 

ohne jede Vorwarnung die Flasche ergriffen und sogleich zugeschlagen habe, 

habe er unangemessen reagiert (KG act. 2 S. 54). 

9.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz widerspreche sich. Einer-

seits habe sie festgestellt, dass ein mit blossen Fäusten ausgetragener Faust-

kampf noch harmlos sei. Dem widerspreche die Feststellung, bereits Faust-

schläge könnten schlimme Verletzungen hervorrufen. Noch in der gleichen  

Passage schwenke die Vorinstanz aber wiederum um, indem sie den Angriff des 

Geschädigten mit blossen Fäusten als harmlos bezeichne. Dies zeige eine  

Tendenz, sämtliche vom Beschwerdeführer verübten Gewalttätigkeiten als ge-

fährlich, solche des Geschädigten aber als harmlos zu bezeichnen (KG act. 1 

S. 26). 

9.2. Die vorinstanzliche Feststellung, ein Faustschlag mitten ins Gesicht sei 

nicht ungefährlich (KG act. 2 S. 51), ist kein Widerspruch zum vorinstanzlichen  

Zitat aus einem Praxiskommentar, dass eine relativ harmlose Schlägerei in An-

wesenheit neutraler Personen keine Notwehrlage begründe (KG act. 2 S. 52). 

Damit erklärte die Vorinstanz im Gegensatz zur Darstellung des Beschwerde-

führers (KG act. 1 S. 26 oben) nicht, dass Faustschläge generell harmlos seien. 

Wenn sie schliesslich feststellte, dass der Beschwerdeführer unangemessen  

reagiert habe, indem er auf einen "verhältnismässig harmlosen Angriff des  

Geschädigten mit blossen Fäusten" ohne jede Vorwarnung die Flasche ergriffen 

und sogleich zugeschlagen habe (KG act. 2 S. 54 Erw. 2.3.8), so ist auch das 

kein Widerspruch zur Feststellung, dass ein Faustschlag mitten ins Gesicht nicht 

ungefährlich sei, und auch kein Widerspruch zur Feststellung, dass bereits mit 

Faustschlägen schlimme Verletzungen möglich seien, sondern die Vorinstanz be-

zeichnete die Faustschläge des Geschädigten (nicht generell als solche, sondern) 

im Vergleich mit dem Zuschlagen mit der Flasche als verhältnismässig harmlos. 

Ein relevanter Widerspruch bei den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz 

-   18   - 

liegt nicht vor. Ob die rechtliche Qualifikation zutrifft oder nicht (inkl. auch des 

Verhältnisses zwischen den Faustschlägen des Geschädigten und dem Schlagen 

mit einer Flasche des Beschwerdeführers in Bezug auf die Frage eines Notwehr-

exzesses), ist eine Frage der Anwendung des Bundesrechts, auf welche im vor-

liegenden Verfahren nicht eingegangen werden kann. Eine einen im vorliegenden 

Verfahren überprüfbaren Nichtigkeitsgrund darstellende ungleich günstigere Be-

urteilung des Verhaltens des Geschädigten im Verhältnis zur Beurteilung des 

Verhaltens des Beschwerdeführers zeigt sich daraus nicht; abgesehen davon, 

dass der Beschwerdeführer damit auch keinen Nichtigkeitsgrund benennt  

(abgesehen von der Rüge willkürlicher Annahmen [KG act. 2 S. 27], welche Rüge 

aber bei der Prüfung einzelner Annahmen zu prüfen ist). 

10. Als willkürlich bezeichnet der Beschwerdeführer auch die vorinstanz-

lichen Erwägungen, der Angriff des Geschädigten sei harmlos gewesen, und er 

habe ohne jede Vorwarnung die Flasche ergriffen und sogleich zugeschlagen (KG 

act. 1 S. 26 f.). Der Beschwerdeführer habe nicht nur das Schlagen mit einer  

Flasche, sondern auch das Schlagen mit blossen Fäusten als gefährlich be-

trachtet. Es sei Allgemeinwissen, dass Faustschläge ins Gesicht eines auf dem 

Boden Liegenden eine erhebliche Gefahr eines Schädel-Hirn-Traumas bergen 

würden. Diese Gefahr sei von der Vorinstanz unterschlagen worden (KG act. 1 

S. 28). Wenn dem Beschwerdeführer schon gesagt werde, er hätte wissen  

müssen und hätte gewusst, was geschehen könne, wenn er mit einer Flasche  

zuschlage, müsse ihm aber auch angerechnet werden, dass er sage, es könne 

schon das Schlimmste eintreten, wenn man mit der Faust geschlagen werde. 

Diese Ausführungen der Verteidigung vor Vorinstanz habe diese in Verletzung 

des Gehörsanspruchs des Beschwerdeführers nicht geprüft. Es werde nicht  

gewürdigt, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Zuschlagens mit der 

Flasche auf dem Rücken liegend bereits zwei Faustschläge ins Gesicht erhalten 

habe. Die vorinstanzlichen Erwägungen seien unter drei Gesichtspunkten zu  

rügen. Sie seien in Bezug auf die Gefährlichkeit von Faustschlägen widersprüch-

lich, weil sie diese einmal als gefährlich und einmal als harmlos bezeichneten. 

Dies habe zur Folge, dass bei der Prüfung der Vorsatz-/und Notwehrfrage ein-

seitig angenommen werde, der Beschwerdeführer habe sich nicht in einer aus-

-   19   - 

weglosen und schon gar nicht in einer gefährlichen Situation befunden. Ob er sich 

in einer gefährlichen Situation befunden habe, sei, obwohl geltend gemacht, gar 

nicht geprüft worden, werde doch davon ausgegangen, die Faustschläge des  

Geschädigten seien harmlos. Diese verkürzte Sichtweite sei willkürlich. Schliess-

lich liege auch eine Verletzung des Gehörsanspruchs vor, weil die Vorinstanz die 

Ausführungen der Verteidigung und des Beschwerdeführers selber und die  

wesentliche Frage übergehe, ob der Beschwerdeführer beim Erhalt der Faust-

schläge auf dem Rücken liegend unmittelbar vor dem Zuschlagen in Bedrängnis 

bzw. seine Gesundheit in Gefahr gewesen sei (KG act. 1 S. 27 - 30). 

10.1. Diese Ausführungen sind im Wesentlichen Wiederholungen des  

bereits vorstehend Behandelten. Es kann auf die vorstehenden Erwägungen ver-

wiesen werden. Im Einzelnen: 

10.2. Zur Behauptung der Widersprüchlichkeit der vorinstanzlichen Er-

wägungen in Bezug auf die Gefährlichkeit von Faustschlägen ist auf vorstehende 

Erw. 9.2 zu verweisen. 

10.3. Dass die Verteidigung vor Vorinstanz geltend gemacht hatte, der  

Geschädigte habe dem Beschwerdeführer einen Faustschlag ins Gesicht ver-

passt, der Beschwerdeführer habe einen weiteren Faustschlag befürchtet, er sei 

in Panik geraten und berechtigt gewesen, sich mit einer Flasche zur Wehr zu  

setzen, hat die Vorinstanz beachtet und insofern den Gehörsanspruch des  

Beschwerdeführers nicht verletzt (vorstehend Erw. 8.2.a und 8.5; KG act. 2 S. 50 

Erw. 2.3.6). Dass der Beschwerdeführer in Panik gewesen sei, wertete die Vor-

instanz als blosse, unzutreffende Schutzbehauptung. Mit der Begründung für die-

se Wertung setzt sich der Beschwerdeführer in der Beschwerde nicht substantiiert 

auseinander (vorstehend Erw. 8.2.b). Diese Würdigung beinhaltet auch die  

Würdigung, es handle sich um eine Schutzbehauptung, wenn der Beschwerde-

führer zur Rechtfertigung für seine Schläge mit der Flasche geltend mache, er 

habe die Faustschläge des Geschädigten als gefährlich angesehen und deshalb 

Angst gehabt. 

-   20   - 

10.4. Ob die Vorinstanz zu Recht eine Notwehrlage verneinte, ist eine Frage 

der Anwendung des materiellen Bundesrechts. Darauf kann im vorliegenden Ver-

fahren nicht eingetreten werden. 

11. Im Rahmen der Strafzumessung (KG act. 2 S. 56 ff. Erw. 3) erwog die 

Vorinstanz, in objektiver Hinsicht sei vorab zu erwähnen, dass der Tathandlung 

keine eigentliche Planung zu Grunde gelegen sei. Der Beschwerdeführer habe 

sich offenbar mehr oder weniger spontan - aufgrund der vorerst verbalen Aus-

einandersetzung - auf die Rangelei mit dem Geschädigten eingelassen. Das Ver-

halten des Beschwerdeführers bei dieser Schlägerei sei geprägt von einer nicht 

unerheblichen kriminellen Energie (KG act. 2 S. 61). 

11.1. Der Beschwerdeführer bezeichnet die Feststellung der erheblichen 

kriminellen Energie als willkürlich (KG act. 1 S. 31). Dabei handelt es sich indes 

um eine rechtliche Wertung, um die Anwendung von materiellem Bundesrecht. 

Die Vorinstanz verwies denn auch zur Stützung ihrer Würdigung auf Kommentare 

zum Strafgesetzbuch. Auf diese Rüge kann nicht eingetreten werden. 

11.2. Im gleichen Zusammenhang erwog die Vorinstanz, der Beschwerde-

führer habe, um die Oberhand bei der Schlägerei zu erhalten, bedenkenlos zu  

einer Glasflasche gegriffen und diese dem Kontrahenten nicht nur einmal,  

sondern in der Folge auch noch in zerbrochenem Zustand gegen den Kopf  

geschlagen (KG act. 2 S. 61). 

11.3. Der Beschwerdeführer bezeichnet dies und die andernorts getroffene 

Feststellung, als sein Motiv müsse wohl sein Wille gesehen werden, die tätliche 

Auseinandersetzung unter Zuhilfenahme aller Mittel für sich zu entscheiden (KG 

act. 2 S. 68 Erw. 3.3.4), ebenfalls als willkürlich. Die Position des Beschwerde-

führers im ganzen Verlauf der Untersuchung wie auch anlässlich der Haupt-

verhandlung sei eindeutig gewesen und nicht stichhaltig widerlegt worden. Er sei 

anlässlich des Faustkampfes mit dem Geschädigten unter diesen zu liegen  

gekommen, der Geschädigte habe mindestens zwei Faustschläge gegen seinen 

Kopf geführt, mindestens einer dieser Schläge habe auch das Ziel getroffen. Der 

-   21   - 

Beschwerdeführer habe sich aus dieser Position nicht befreien können und des-

halb mit einer in Reichweite liegenden Flasche zugeschlagen (KG act. 1 S. 31). 

Mit diesen unsubstantiierten, nicht mit Aktenhinweisen untermauerten, bloss 

appellatorischen Ausführungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht mit den vor-

instanzlichen Erwägungen auseinander und kann diese deshalb auch nicht als 

willkürlich nachweisen. Im Übrigen ist zu diesem Thema auf die vorstehenden 

Erwägungen zu verweisen (insbes. Erw. 8.2). 

11.4. Weiter in diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer  

geltend, die Vorinstanz widerspreche sich. Sie habe erwogen, den Schlussfolge-

rungen des Gutachters könne ohne weiteres gefolgt werden. Der Gutachter habe 

erwähnt, es könne von einer affektiven Akzentuierung der Tat ausgegangen  

werden, habe sich der Beschwerdeführer doch bedroht gefühlt; aus medizinisch-

psychiatrischer Sicht liesse es sich rechtfertigen, von einer leichten Beeinträchti-

gung der Steuerungs- und damit der Schuldfähigkeit auszugehen. Das sei - so 

rügt der Beschwerdeführer - ein Widerspruch zu den vorinstanzlichen Feststellun-

gen, dass sich der Beschwerdeführer provoziert gefühlt habe und die Oberhand 

im Zweikampf habe gewinnen wollen (KG act. 1 S. 31 f.). 

Der geltend gemachte Widerspruch ist nicht feststellbar. Auch wenn sich der  

Beschwerdeführer nach der gutachterlichen Feststellung, der die Vorinstanz mit 

der Erwägung, dass den Schlussfolgerungen des Gutachters ohne weiteres  

gefolgt werden könne, beizupflichten scheint, bedroht fühlte, kann sein Motiv für 

die Schläge mit der Flasche darin gelegen haben, die Oberhand zu gewinnen und 

die tätliche Auseinandersetzung für sich zu entscheiden. Die Rüge geht fehl. 

12. Weiter beanstandet der Beschwerdeführer, dass ihm die Vorinstanz eine 

Strafreduktion wegen der geltend gemachten Verletzung des Beschleunigungs-

gebotes versagt habe (KG act. 1 S. 32 f. Ziff. 2.2). 

12.1. Nach der durch BGE 130 IV 54 (= Pra 2005 Nr. 10 und schon Pra 

2004 Nr. 139) begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist auf die Rüge 

der Verletzung des Beschleunigungsgebotes im kantonalen Beschwerdeverfahren 

-   22   - 

nicht einzutreten, soweit in diesem Zusammenhang eine Nichtberücksichtigung 

der Verletzung bei der Strafzumessung geltend gemacht wird. Dies unabhängig 

davon, ob die kantonale Vorinstanz (hier das Obergericht) über eine Verletzung 

des Beschleunigungsgebotes ausdrücklich entschieden hat oder nicht. Das  

Bundesgericht prüft in diesem Fall (früher im Rahmen der eidgenössischen  

Nichtigkeitsbeschwerde, heute im Rahmen der Strafrechtsbeschwerde nach 

Art. 78 ff. BGG) die Verletzung dieses Gebotes vorfrageweise zur Hauptfrage der 

Strafzumessung (Kass.-Nr. AC090019 vom 7.3.2011 Erw. III.7 mit Verweisung auf 

BGE 130 IV 54 E. 3/3/2; zuletzt: Kass.-Nr. AC090015, Beschluss vom 21. Oktober 

2010, in Sachen E., E. II/6, insb. m.H. auf Kass.-Nr. AC070009, Beschluss vom 

14. Juni 2007, in Sachen H., E. II/3/2; überholt seither ZR 98 Nr. 56). 

Auf die Rüge, die Vorinstanz habe dem Beschwerdeführer eine Strafredukti-

on wegen einer Verletzung des Beschleunigungsgebotes verweigert, ist demnach 

nicht einzutreten. 

12.2. In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer überdies Will-

kür geltend. Die Vorinstanz habe den Ausführungen der Verteidigung entgegen-

gehalten, dass der Beschwerdeführer die Einstellung der diesbezüglichen Unter-

suchungen (betreffend neben der Körperverletzung ebenfalls eingeklagte Ein-

bruchsdiebstähle, Nötigung und Drohung; vgl. KG act. 2 S. 74 zweiter Absatz) 

durch die Jugendstaatsanwaltschaft durch sein erneutes Delinquieren selbst ver-

ursacht habe. Diese Erwägung sei unverständlich und wohl ein Verschrieb. Die 

Vorinstanz meine wohl, dass der Beschwerdeführer die Verzögerung der Unter-

suchungen durch erneutes Delinquieren selbst verursacht habe. Dafür gebe es 

aber keine Belege in den Akten. Diese Feststellung sei spekulativ und auch will-

kürlich, weil zwischen den vorliegend eingeklagten Delikten überaus lange Zeit-

räume gelegen, keinerlei Untersuchungshandlungen stattgefunden hätten und 

sich ein Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Beschwerdeführers und 

Untätigkeit der Behörden nicht nachweisen lasse (KG act. 1 S. 32 f.). 

12.3. Mit Schreiben vom 15. Juli 2005 der Jugendanwaltschaft des Bezirks 

F. an die Staatsanwaltschaft See/Oberland sandte der Jugendanwalt der Staats-

anwaltschaft "die Akten in der Sache von" X. "betr. Diebstahl etc." und wies  

-   23   - 

darauf hin, dass der Beschwerdeführer seine Taten teils vor, teils nach dem  

18. Altersjahr begangen habe. Eine jugendstrafrechtliche Massnahme mache bei 

ihm angesichts seines Alters und seiner fehlenden Motivation keinen Sinn. Nach 

Erachten des Jugendanwaltes fielen daher alle vom Beschwerdeführer begange-

nen Taten in staatsanwaltschaftliche Zuständigkeit (OG act. HD 18/1; vgl. be-

treffend die ursprüngliche jugendanwaltschaftliche Untersuchungsführung OG 

act. HD 12/1 - 12/3, HD 15/2/1 - 15/2/6 sowie die Hinweise bezüglich ND 1 in OG 

act. ND 1/2 S. 1 und ND 1/3 S. 1 Ziff. 1, bezüglich ND 2 in OG act. ND 2/2, an-

gehängte Verfügung, ND 2/3 S. 1 Ziff. 1; vgl. auch OG act. HD 21/2/1 - 21/2/13, 

Haftakten vom 17.12.2004 - 18.1.2005 in Sachen Jugendanwaltschaft des Bezirks 

F. gegen den Beschwerdeführer).  

Offenbar (ein anderer Sinn ist nicht erkenntlich, zumal die Jugendstaats-

anwaltschaft weder die fraglichen Untersuchungen formell einstellte [zumindest 

findet sich in den vorinstanzlichen Akten keine jugendstaatsanwaltschaftliche Ein-

stellungsverfügung] noch die Jugendanwaltschaft in einer Phase tätig war, bezüg-

lich welcher eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes in Betracht fiele)  

meinte die Vorinstanz mit ihrer Erwägung, der Beschwerdeführer habe durch sein 

erneutes Delinquieren selbst bewirkt, dass die Jugendanwaltschaft die (durch sie 

begonnenen) Untersuchungen nicht selber weiterführte (vgl. VO [1] zum StGB 

[VStGB 1] vom 13. November 1973 [SR 311.01] in der bis 2007 geltenden  

Fassung, wonach das Verfahren gegen Jugendliche [weiter] angewendet werden 

konnte, wenn die Untersuchung vor dem zurückgelegten 20. Altersjahr des Täters 

[der sich teils vor, teils nach dem zurückgelegten 18. Altersjahr strafbar gemacht 

hatte] eingeleitet worden war und er voraussichtlich einer Massnahme des  

Jugendrechts bedurfte [Art. 1 Abs. 2 VStGB 1]) und (längst) erledigte, sondern die 

eigenen Untersuchungen de facto einstellte und die Sache an die Staatsanwalt-

schaft überwies. Mit andern Worten bedeutet die vorinstanzliche Erwägung: Hätte 

der Beschwerdeführer nicht erneut delinquiert, hätte die Jugendanwaltschaft die 

Untersuchungen betreffend die Einbruchdiebstähle, Nötigung und Drohung selber 

damals - im Jahre 2005 - weitergeführt und abgeschlossen. Dass sie das nicht 

getan hat, sondern ihre eigenen Untersuchungen de facto einstellte, das Ver-

fahren an die Staatsanwaltschaft überwies und die angesprochenen Delikte erst 

-   24   - 

durch das Obergericht im November 2010 beurteilt wurden, habe der Beschwer-

deführer durch sein erneutes Delinquieren selber veranlasst. Daran geht die Rüge 

vorbei und deshalb fehl. 

13. Bei der Prüfung der Schadenersatz- und Genugtuungsforderung des 

Geschädigten Z. (KG act. 2 S. 80 ff. Erw. 5.3) erwog die Vorinstanz, dem  

Geschädigten sei ein leichtes Mitverschulden anzulasten. Er habe sich durch das 

pöbelhafte Verhalten des Beschwerdeführers provozieren lassen und sich vor-

gängig an einem verbalen Streit mit dem Beschwerdeführer beteiligt. Es sei  

offenbar auch der Geschädigte gewesen, der aufgrund der weiteren Provokation 

wieder auf den Beschwerdeführer zugegangen sei und sich dann auch die erste 

Handgreiflichkeit - Packen an den Kleidern im Kragenbereich - habe zuschulden 

kommen lassen. Erst dann sei der Streit mit dem ersten Faustschlag des  

Beschwerdeführers eskaliert. Bei dieser Ausgangslage müsse dem Geschädigten 

ein leichtes Mitverschulden an der inkriminierten Tat bzw. an seinen erlittenen 

Verletzungen angelastet werden (KG act. 2 S. 83 Erw. 5.3.3). 

13.1. Der Beschwerdeführer rügt, die vorinstanzliche Feststellung, dass das 

Selbstverschulden des Geschädigten lediglich darin bestehe, dass er sich vor 

dem Faustschlag zu einer Handgreiflichkeit habe provozieren lassen, wider-

spreche der vorinstanzlichen Erwägung, dass die Handgreiflichkeit als Retorsion 

zu verstehen sei (KG act. 1 S. 34).  

Es ist nicht nachvollziehbar, worin der behauptete Widerspruch liegen soll. 

Diese Rüge geht fehl. 

13.2. Sodann rügt der Beschwerdeführer, die Annahme sei willkürlich, die 

Eskalation sei erst durch seinen Faustschlag entstanden. Die Vorinstanz erkläre 

nicht, was sie unter Eskalation verstehe (KG act. 1 S. 34). 

Einerseits erwog die Vorinstanz nicht, die Eskalation sei durch den Faust-

schlag des Beschwerdeführers entstanden, sondern der Streit sei mit dem ersten 

Faustschlag des Beschwerdeführers eskaliert (gemeint: der Streit sei eskaliert, 

und zwar mit dem ersten Faustschlag des Beschwerdeführers). Eskaliert ist sie 

-   25   - 

gemäss der vorinstanzlichen Feststellung durch das Festhalten seitens des  

Geschädigten (KG act. 2 S. 50 f.). 

Andererseits ist aus den vorinstanzlichen Erwägungen ohne weiteres  

ersichtlich, was die Vorinstanz unter der Eskalation versteht, nämlich eine Aus-

weitung des Streites über eine verbale Auseinandersetzung bis zu einem Packen 

an Kleidern hinaus zu Faustschlägen und schliesslich den Schlägen mit der  

Flasche. Einerseits ist dies verständlich, andererseits nicht willkürlich. Auch  

diese Rüge geht fehl. 

13.3. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang, die 

Vorinstanz habe im Rahmen der Feststellung des Sachverhalts beim Schuldpunkt 

mehrfach ausgeführt, dass es sich um einen fairen, ebenbürtigen, von beiden  

Seiten einvernehmlich geführten Faustkampf gehandelt habe. Bei der Bemessung 

des Selbstverschuldens habe die Vorinstanz aber nicht mehr auf diese Fest-

stellungen zurückgegriffen. Die Beteiligung am Faustkampf habe bei den Er-

wägungen hinsichtlich des Selbstverschuldens keine Rolle mehr gespielt. Dies sei 

eine willkürliche Verkürzung der eigenen Feststellungen und eine unzulässige 

Auslassung (KG act. 1 S. 34 - 36). 

Auch damit beanstandet der Beschwerdeführer die vorinstanzliche An-

wendung materiellen Bundesrechts. Ob die vorinstanzlichen Feststellungen, dass 

es sich - bis zum Schlagen mit der Flasche - um einen gegenseitigen, "fairen", 

mehr oder weniger ausgeglichen Faustkampf handelte, für die Bewertung eines 

Selbstverschuldens des Geschädigten relevant sind, berücksichtigt werden und 

zu einem höheren Grad des Selbstverschuldens führen müssten (KG act. 1 

S. 36), sind Fragen der Anwendung von Art. 44 OR (vgl. auch die vorinstanzlichen 

Hinweise auf diese Norm, auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung dazu und 

auf Kommentare zum Haftpflichtrecht in KG act. 2 S. 81 f. Erw. 5.3.3). Auch auf 

diese Rüge kann nicht eingetreten werden (vorstehend Erw. 2). 

14. Zusammenfassend wies der Beschwerdeführer keinen Nichtigkeitsgrund 

nach. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 

kann. 

-   26   - 

IV. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem  

Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Kosten seiner amtlichen Verteidigung im 

Beschwerdeverfahren und die allfälligen Kosten der unentgeltlichen Geschädig-

tenvertretung im Beschwerdeverfahren sind indes in Anlehnung an die ent-

sprechende vorinstanzliche Regelung (KG act. 2 S. 91) ebenfalls auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. Mangels erheblichen Aufwandes im Beschwerdeverfahren ist 

dem Geschädigten und Beschwerdegegner 2 keine Prozessentschädigung  

zuzusprechen. 

Das Gericht beschliesst: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf 

Fr. 2'000.--. 

3. Die Kosten des Kassationsverfahrens, exklusive diejenigen der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung des Geschädigten, werden 

dem Beschwerdeführer auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und die allfälligen Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Geschädigten 

im Beschwerdeverfahren werden auf die Gerichtskasse genommen. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Prozessentschädigungen  

zugesprochen. 

5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von 

Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine 

Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG 

an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. 

Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Urteils des 

Obergerichtes vom 11. November 2010 mit Beschwerde an das Bundes-

-   27   - 

gericht neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1  

und 6 aBGG). 

Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die I. Strafkammer des Ober-

gerichts des Kantons Zürich und an das Bundesamt für Polizei, je gegen  

Empfangsschein, sowie zur Kenntnis an das Amt für Justizvollzug des  

Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste. 

______________________________________ 

KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Der juristische Sekretär 

 

 

	Zirkulationsbeschluss vom 28. Dezember 2011
	Das Gericht hat in Erwägung gezogen:
	Das Gericht beschliesst: