# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39cfde51-b5f8-50d4-a130-d99faa10fb4e
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.12.2023 BB.2023.204
**Docket/Reference:** BB.2023.204
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2023-204_2023-12-19

## Full Text

Einstellung des Verfahrens (Art. 329 Abs. 5 StPO);;Einstellung des Verfahrens (Art. 329 Abs. 5 StPO);;Einstellung des Verfahrens (Art. 329 Abs. 5 StPO);;Einstellung des Verfahrens (Art. 329 Abs. 5 StPO)

Beschluss vom 19. Dezember 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

BUNDESANWALTSCHAFT, 

vertreten durch A., a.o. Staatsanwalt des Bundes,  

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

B., vertreten durch Rechtsanwalt Hans Hofstetter,  

 

Beschwerdegegner 

 

 

Vorinstanz  BUNDESSTRAFGERICHT, Strafkammer, 

 

 

 

Gegenstand  Einstellung des Verfahrens (Art. 329 Abs. 5 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2023.204 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Strafkammer des Bundesstrafgerichts entschied mit Urteil SK.2022.30 

vom 21. Juni 2023 was folgt (act. 1.1): 

 

«I. Schuld- und Strafpunkt 

 

1. Das Verfahren wird eingestellt: 

 

- betreffend den Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs i.S.v. Art. 146 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB; 

 

- betreffend den Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 Abs. 1 

lit. a und Abs. 2 aBEHG in Bezug auf die Transaktionen vom […]. 

 

2. B. wird freigesprochen: 

 

- vom Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 Abs. 1 lit. a und 

Abs. 2 aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 FinfraG in Bezug auf sämtliche 

weiteren angeklagten Transaktionen; 

 

- vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 

Abs. 3 StGB. 

 

3. B. wird schuldig gesprochen: 

 

- der mehrfachen ungetreuen Amtsführung i.S.v. Art. 314 StGB; 

 

- des mehrfachen Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 Abs. 1 lit. a 

aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG in Bezug auf die Transaktionen vom […]; 

 

- des versuchten mehrfachen Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 

Abs. 1 lit. a aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB in 

Bezug auf die Transaktionen vom […]; 

 

- der mehrfachen Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB. 

 

4. B. wird bestraft 

 

- mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 

2 Jahren; 

 

- 3 - 

 

 

- mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 50.--, bedingt vollziehbar bei einer 

Probezeit von 2 Jahren. 

 

Die erstandene Polizeihaft von einem Tag wird an die Strafe angerechnet. 

 

II. Beschlagnahme 

 

[…] 

 

III. Ersatzforderung 

 

[…] 

 

IV. Zivilklagen 

 

[…] 

 

V. Verfahrenskosten 

 

[…] 

 

VI. Entschädigung amtliche Verteidigung 

 

[…] 

 

VII. Entschädigungen 

 

[…] 

 

Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch den Vorsitzenden mündlich 

begründet. Den Parteien wird das Urteilsdispositiv auf dem Postweg zugestellt.» 

 

 

B. Das vollständige begründete Urteil SK.2022.30 vom 21. Juni 2023 wurde am 

6. Dezember 2023 versandt (vgl. act. 1.1). 

 

 

C. Mit als «Beschwerde gemäss Art. 393 ff. S[t]PO» bezeichneter und vom 

15. Dezember 2023 datierter Eingabe gelangt die Bundesanwaltschaft an 

die Beschwerdekammer des Bundesstrafgericht und beantragt (act. 1 [elekt-

ronische Einreichung] und 2 [Einreichung per Post]): 

 

- 4 - 

 

 

«der Einstellungsbeschluss des Bundesstrafgerichts vom 21.6.2023, Dispositiv Ziff. 1, erstes 

Lemma, sei aufzuheben und zur Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Verletzung 

von Art. 320 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 81 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 319 

StPO)». 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Die Beschwerde ist zulässig gegen die Verfügungen und Beschlüsse sowie 

die Verfahrenshandlungen der erstinstanzlichen Gerichte; ausgenommen 

sind verfahrensleitende Entscheide (Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO). Die Be-

schwerde ist nicht zulässig, wenn die Berufung möglich ist (Art. 394 lit. a 

StPO). Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit 

denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 

Abs. 1 StPO). Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen 

Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). 

 

1.2 Gemäss Art. 329 Abs. 4 StPO stellt das Gericht das Verfahren ein, wenn ein 

Urteil definitiv nicht ergehen kann. Gegen erstinstanzliche Beschlüsse und 

Verfügungen betreffend die Einstellung des Verfahrens gemäss Art. 329 

Abs. 4 StPO ist Beschwerde zu erheben (Urteil des Bundesgerichts 

6B_336/2018 vom 12. Dezember 2018 E. 2.3). 

 

1.3 Gemäss Art. 329 Abs. 5 StPO kann die Einstellung zusammen mit dem Urteil 

ergehen, wenn das Verfahren nur in einzelnen Anklagepunkten eingestellt 

werden soll. Eine gemeinsam mit dem Sachurteil erfolgte partielle Einstel-

lung des Verfahrens ist als Teil des Urteils zu behandeln und mit Berufung 

anzufechten (Urteile des Bundesgerichts 6B_336/2018 vom 12. Dezember 

2018 E. 2.3; 6B_991/2013 vom 24. April 2014 E. 2.5; GRIESSER, Zürcher 

Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 329 StPO N. 30; kritisch JOSITSCH/SCHMID, 

Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 329 StPO N. 20 f., wonach die gemäss 

[nicht geteilter] Ansicht des Bundesgerichts als Teil des Urteils ergehende 

partielle Einstellung folgerichtig mit Berufung anzufechten ist). 

 

1.4 Mit Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2022.30 vom 21. Juni 2023 erfolgte 

gemeinsam mit dem Sachurteil eine partielle Einstellung des Verfahrens, die 

als Teil des Urteils zu behandeln und mit Berufung anzufechten ist. Die Be-

schwerde ist demnach nicht zulässig. 

 

 

- 5 - 

 

 

2. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unzuläs-

sig, weshalb auf sie ohne Durchführung eines Schriftenwechsels nicht ein-

zutreten ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario). 

 

 

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben 

(vgl. Art. 428 Abs. 1 und Art. 423 Abs. 1 StPO). 

 

 

 

- 6 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

 

Bellinzona, 20. Dezember 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A., a.o. Staatsanwalt des Bundes 

- Rechtsanwalt Hans Hofstetter 

- Bundesstrafgericht, Strafkammer 

- Finanzdepartement des Kantons St. Gallen 

- Rechtsanwalt C. 

- Rechtsanwalt D. 

- E. 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.