# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 104276c4-69ee-590d-b1dc-5cceb7a92b3d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.01.2012 SB110551
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110551_2012-01-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110551-O/U/cs 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. Jans-

sen und Ersatzoberrichter lic. iur. Muheim sowie die Gerichtsschrei-

berin lic. iur. Laufer 

 

 

Urteil vom 27. Januar 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfachen Betrug etc. und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung -  
Einzelgericht, vom 12. Mai 2011 (GG110095) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 31. März 2011 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD 12).  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie 

− der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG 

i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b 

und Abs. 3 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV. 

2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. Januar 

2010 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.– wird 

widerrufen. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 

12 Monaten Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr.  500.– als Gesamtstrafe. 

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

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5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 2'500.--   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr.     Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Prot. II S. 6) 

1) Es sei im Schuldpunkt das vorinstanzliche Urteil insofern abzuändern, 

als der Beschuldigte vom Vorwurf des mehrfachen Betruges freizu-

sprechen sei, unter entsprechender Anpassung der Sanktion, wie sie 

im vorinstanzlichen Urteil in Ziffer 3 ausgesprochen wurde. 

2) Eventualiter sei für den Fall einer Bestätigung der Verurteilung wegen 

mehrfachen Betruges das Strafmass auf 9 Monate zuzüglich Busse 

von Fr. 500.– festzusetzen und die Probezeit auf 2 statt 3 Jahre festzu-

legen. 

3) Alles unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsregelung. 

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b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat: 

(Urk. HD 30, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

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Das Gericht erwägt: 

I. Prozessgeschichte 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 12. Mai 

2011 wurde der Beschuldigte des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 StGB sowie der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 

Ziff. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b 

und Abs. 3 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV schuldig gesprochen. Ferner wurde die 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. Januar 2010 aus-

gefällte bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.– widerrufen. Der 

Beschuldigte wurde unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 12 Mona-

ten Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr. 500.– als Gesamtstrafe, unter Anset-

zung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen für den Fall, dass der Beschuldigte 

die Busse schuldhaft nicht bezahle. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufge-

schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt (Urk. HD 25 S. 27).  

2. Gegen dieses Urteil, das am 12. Mai 2011 mündlich eröffnet und im Dispositiv 

übergeben wurde (Prot. I S. 11), liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 23. Mai 

2011 fristgerecht Berufung anmelden (Urk. HD 19). Das begründete Urteil wurde 

von der Verteidigung am 18. August 2011 entgegengenommen (Urk. HD 23/1). 

Mit Eingabe vom 6. September 2011 liess der Beschuldigte, ebenfalls innert Frist, 

seine Berufungserklärung einreichen (Urk. HD 27). Diese wurde auf Dispositivzif-

fer 1, erster Spiegelstrich (Schuldspruch wegen mehrfachen Betruges im Sinne 

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von Art. 146 Abs. 1 StGB), Dispositivziffer 2 (Widerruf) und Dispositivziffer 3 (Be-

strafung) beschränkt. Beweisanträge wurden nicht gestellt (Urk. HD 27). 

3. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beantragte mit Eingabe vom 

14. September 2011 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und verzichtete 

auf das Stellen von Beweisanträgen (Urk. HD 30).  

 

II. Prozessuales 

1. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung in Kraft getre-

ten. Da der angefochtene Entscheid nach diesem Zeitpunkt gefällt wurde, gilt für 

das vorliegende Berufungsverfahren neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO). Verfah-

renshandlungen, die vor dem Inkrafttreten der neuen Strafprozessordnung ange-

ordnet oder durchgeführt wurden, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 StPO). 

2. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im Umfang 

der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht erfassten 

Punkte in Rechtskraft erwachsen (Schmid, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. 

Gallen 2009, Art. 402 N 1). Der Beschuldigte hat Dispositivziffer 1, zweiter Spie-

gelstrich (Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von 

Art. 90 Ziff. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a 

Abs. 1 lit. b und Abs. 3 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV) sowie die vorinstanzliche 

Kostenaufstellung (Dispositivziffer 5) nicht angefochten. Diese von der Berufung 

der Beschuldigten nicht umfassten Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind somit 

in Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen ist. 

 

III. Sachverhalt 

Der Beschuldigte anerkannte den Anklagevorwurf gemäss Anklageziffer I (HD) in 

tatsächlicher Hinsicht sowohl während der Untersuchung als auch anlässlich der 

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Hauptverhandlung vor der Vorinstanz vollumfänglich (Urk. HD 2/3 S. 6 ff.; Urk. HD 

15 S. 1). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung bestätigte er sein vollum-

fängliches Geständnis (Urk. HD 36 S. 5 ff.). Dieses deckt sich mit einer Präzisie-

rung mit dem übrigen Untersuchungsergebnis: Fraglich ist, ob die Sozialen Diens-

te B._____ dem Beschuldigten keinerlei Leistungen ausgerichtet hätten, wenn 

dieser seine wahren Vermögens- und Einkommenszahlen deklariert hätte. Ge-

mäss der Anklageschrift betrug der Saldo der vom Beschuldigten nicht deklarier-

ten Kontos bei der C._____ [Bank] am 4. und 25. September 2006 knapp 

Fr. 14'000.– und lag dieser am 31. Januar 2007 geringfügig tiefer (Urk. HD 12 

S. 3). Dabei handelte es sich um die Kontos, von denen der Beschuldigte geltend 

macht, dass sie im Rahmen eines Untersuchungsverfahrens gesperrt worden wa-

ren und er somit darauf in jenem Zeitraum keinen Zugriff hatte (Prot. I S. 7; Prot. II 

S. 9). Die beiden in den genannten Zeitpunkten im Eigentum des Beschuldigten 

stehenden, nicht deklarierten Fahrzeuge hatten gemäss der Anklageschrift ledig-

lich einen Eurotaxwert von je Fr. 1'000.– (Urk. HD 12 S. 3). Der Beschuldigte be-

zog gemäss der Anklageschrift rückwirkend ab 1. Juli 2006 Leistungen (Urk. HD 

12 S. 2), die Vergleichszahlung der Bank D._____ wurde gemäss Anklageschrift 

aber erst im Juni 2007 geleistet (Urk. HD 12 S. 4). Es ist daher denkbar, dass die 

Sozialbehörde auch im Wissen um die verschiedenen verschwiegenen Vermö-

genswerte in der Zeitspanne bis zur Auszahlung der Vergleichszahlung gewisse 

Leistungen erbracht hätte. Für die Zeit danach kann dies hingegen wohl ausge-

schlossen werden, zumal die genannten Kontos bei der C._____ später freigege-

ben wurden, der Beschuldigte fortan auch Zugriff auf die darauf befindlichen Gut-

haben hatte und diese zusammen mit den Mitteln aus der Vergleichszahlung der 

Bank D._____ die vom Beschuldigten insgesamt bezogenen Sozialhilfeleistungen 

betragsmässig überstiegen. Somit ist nicht erstellt, dass dem Beschuldigten kei-

nerlei Sozialhilfegelder, die ihm im Umfang von insgesamt Fr. 103'944.25 ausbe-

zahlt wurden, zugestanden hätten und er die Sozialen Dienste B._____ in diesem 

Umfang schädigte, wie dies dem Beschuldigten in der Anklageschrift auf Seite 6 

zur Last gelegt wird. Erstellt ist aber, wie dies in der Anklageschrift auf Seite 5 

festgehalten ist, dass die Auszahlung der Sozialhilfegelder ihm jedenfalls nicht in 

diesem Umfang zugestanden wäre und er die Sozialen Dienste B._____ im Be-

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trag von jedenfalls mehreren zehntausend Franken schädigte. Im Übrigen ist der 

Sachverhalt gemäss Anklageziffer I (HD) erstellt. 

 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz gelangte hinsichtlich des vom Beschuldigten offengelegten Pro-

fitkontos Nr. … bei der E._____ [Bank] B._____ resp. den im Zeitraum vom 

7. Februar 2007 bis 11. Januar 2010 erfolgten Einzahlungen und Überweisungen 

zum Ergebnis, dass das Tatbestandsmerkmal der Arglist nicht erfüllt sei (Urk. HD 

25 S. 12). Ferner ging sie davon aus, dass bezüglich des Vorwurfs des verheim-

lichten Kapitalguthabens der privaten gebundenen Vorsorge (Säule 3a) bei der 

F._____ der G._____ AG im Betrag von Fr. 7'800.– gemäss Anklageschrift erstellt 

sei, dass dieses Guthaben die Ausrichtung wirtschaftlicher Sozialhilfe nicht beein-

flusst habe (Urk. HD 25 S. 10). Auf diese Vorwürfe ist aufgrund des Verbots der 

reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht mehr einzugehen. Was die übri-

gen Anklagevorwürfe gemäss Anklageziffer I (HD) angeht, qualifizierten sowohl 

die Anklagebehörde als auch die Vorinstanz das Verhalten des Beschuldigten als 

mehrfachen Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (Urk. HD 12 S. 7; Urk. HD 

25 S. 4 ff. und S. 27).  

2. Der Beschuldigte liess sowohl vor der Vorinstanz als auch im Berufungsverfah-

ren vorbringen, dass der objektive Tatbestand von Art. 146 Abs. 1 StGB durch 

das inkriminierte Verhalten nicht erfüllt sei (Prot. I S. 6 ff.; Prot. II S. 6 ff.). Die Ver-

teidigung machte geltend, es fehle an einem arglistigen Verhalten. Das Bundes-

gericht setze die Betrugsschwelle im Bereich der Sozialhilfe zwar ziemlich tief an. 

Das sei vom Bundesgericht insbesondere im Entscheid vom 25. Oktober 2010, 

6B_689/2010, bestätigt worden. Dieses habe dort erwogen, dass der Betrug i.S.v. 

Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt sei, wenn in Bereicherungsabsicht unwahre oder un-

vollständige Angaben zuhanden der Sozialhilfeinstanz gemacht würden. In Bezug 

auf das Tatbestandsmerkmal der Arglist sei ausgeführt worden, dass diese auch 

bei bloss einfachen falschen Angaben zu bejahen sei, wenn deren Überprüfung 

nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar sei oder wenn 

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der Täter voraussehe, dass diese Überprüfung aufgrund des besonderen Ver-

trauensverhältnisses zwischen dem Sozialhilfeempfänger und dem Sozialamt al-

lenfalls unterlassen werde. Hingewiesen worden sei auch auf die gesetzliche 

Wahrheitspflicht des Sozialhilfeempfängers. Mit Hinweis auf die grosse Zahl von 

Sozialhilfeersuchen sei die Schwelle im Hinblick auf die Überprüfungs- und Abklä-

rungsverpflichtung der Behörde herabgesetzt worden. Im vorliegenden Fall wür-

den zwei Unvollständigkeiten vorliegen. Einerseits betreffe dies die Angaben be-

züglich der Guthaben auf den C._____-Konten. Im Zuge der Abklärungen im 

Rahmen einer Strafuntersuchung sei eine Kontosperre verfügt worden. Dadurch 

habe der Beschuldigte keinen Zugriff auf diese Guthaben gehabt. Anderseits ha-

be er die Zahlung, die nach Erledigung des arbeitsrechtlichen Prozesses mit sei-

ner früheren Arbeitgeberin, der Bank D._____, angefallen sei, und deren damit 

einhergehende Überweisung an seinen (Halb-) Bruder verschwiegen, wobei letz-

terer berechtigt gewesen sei, was nicht zu beanstanden sei. Beanstandet werde, 

dass dies nicht offen gelegt worden sei. Zudem habe der Beschuldigte die Sozial-

hilfebehörde, wenn danach gefragt worden sei, ermächtigt, Auskünfte bei Banken 

einzuholen. Er habe diese Informationen aber nicht pro-aktiv von sich aus zu-

gänglich gemacht. Diese Rechtsprechung des Bundesgerichts sei zwar eine Tat-

sache. Es sei aber fraglich, ob im Hinblick auf die faktische Überlastung aufgrund 

der grossen Zahl von Sozialhilfefällen eine andere Beurteilung der Arglist zu Las-

ten des Beschuldigten vorgenommen werden solle, so dass hier schon einfache 

falsche Angaben das Tatbestandsmerkmal der Arglist erfüllten. Das stehe nicht 

mit Sinn und Zweck des Betrugstatbestandes i.S.v. Art. 146 StGB im Einklang 

(Prot. I S. 6 ff; Prot. II S. 6 ff.). 

3. Den Tatbestand des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt, wer in 

der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder 

ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten be-

stimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt. 

4. Die Vorinstanz hat sich eingehend und überzeugend mit der von der Verteidi-

gung aufgeworfenen Frage, ob die im vorliegenden Verfahren noch zur Diskussi-

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on stehenden Handlungen resp. Unterlassungen, die dem Beschuldigten in An-

klageziffer I (HD) vorgeworfen werden, als arglistige Täuschung zu qualifizieren 

sind, auseinandergesetzt, und diese Frage zu Recht bejaht. Auf die entsprechen-

den Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil kann verwiesen werden (Urk. HD 25 

S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere geht die Argumentation der Verteidi-

gung, es werde beim Sozialhilfebetrug ein weniger strenger Massstab für die Be-

jahung der Arglist angewendet als in anderen Betrugsfällen, vorliegend fehl. Wie 

die Vorinstanz richtig ausgeführt hat, ist nicht jede einfache Lüge als arglistig zu 

qualifizieren (Urk. HD 25 S. 6). Bei der einfachen Lüge ist das Vorliegen von Arg-

list jedoch insbesondere dann zu bejahen, wenn die Überprüfung der falschen 

Angaben nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich ist. Genau dies ist in Fällen 

wie dem vorliegenden der Fall. Die Sozialen Dienste der Stadt B._____ können 

beispielsweise schlechterdings nicht alle Finanzinstitute der Schweiz – an sich 

sogar alle Finanzinstitute der Welt – anfragen, ob diese Guthaben oder Depots zu 

Gunsten des jeweiligen Ansprechers verwalten. Es ist den Sozialen Diensten 

auch nicht zuzumuten, standardmässig bei gewissen Banken und Finanzinstituten 

nachzufragen, wie die Verteidigung heute geltend machte (Prot. II S. 9). Mit einer 

allfälligen Überlastungssituation der Sozialbehörden hat das nichts zu tun. Hinzu 

kommt vorliegend, dass im Fall der Überweisung eines Teils der von der Bank 

D._____ geleisteten Vergleichssumme auf das Konto des Halbbruders des Be-

schuldigten bei der G._____ AG selbst eine solche Umfrage keine massgeblichen 

Erkenntnisse an den Tag gebracht hätte, da dieses Konto nicht auf den Namen 

des Beschuldigten lautete.  

In Bezug auf diesen Vorgang liess der Beschuldigte anlässlich der Berufungsver-

handlung eine Abtretungserklärung einreichen, welche vom 31. Oktober 2003 da-

tiert. In diesem Dokument tritt der Beschuldigte seine ausstehenden Lohngutha-

ben gegenüber der Bank D._____ für die Zeit von "Oktober 2003 bis und mit Feb-

ruar 2004" mit sofortiger Wirkung an seinen Halbbruder ab, wobei die Abtretung 

zwecks Sicherung und Rückzahlung des ihm von seinem Halbbruder gewährten 

Darlehens erfolgt (vgl. Urk. HD 37). Dass der Beschuldigte diese Erklärung erst-

mals am Tag der Berufungsverhandlung vorlegt, erstaunt, ist die im Jahr 2007 an 

seinen Halbbruder geleistete Zahlung in der Höhe von Fr. 70'000.– doch wesent-

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licher Bestandteil der Anklage (vgl. Urk. HD 12 S. 4), weshalb der Beschuldigte 

auch mehrmals dazu befragt wurde, ohne dass er dieses Dokument erwähnte 

(Urk. HD 2/1 S. 8 ff.; Urk. HD 2/3 S. 6; Urk. HD 15 S. 4). Dieses Versäumnis lässt 

sich jedenfalls nicht mit einer erhöhten Drucksituation erklären, in welcher sich der 

Beschuldigte zu Beginn der Untersuchung angeblich befand (Urk. HD 38 S. 4). 

Die Abtretungserklärung enthält sodann gravierende inhaltliche Fehler, so hin-

sichtlich der Monate, für welche die Abtretung erfolgen sollte, welche auch der 

Beschuldigte nicht zu erklären vermochte (Urk. HD 38 S. 1 ff.). Auch aus diesem 

Grund bestehen grosse Zweifel am Wahrheitsgehalt des eingereichten Doku-

ments. Abgesehen davon würde sich an der rechtlichen Würdigung auch nichts 

ändern, wenn effektiv eine Abtretung von Lohnguthaben bei der Bank D._____ er-

folgt wäre, wie auch von der Verteidigung anerkannt wurde (Prot. II S. 10). Es ist 

rechtlich nicht zulässig, künftige Lohnforderungen abzutreten (Art. 325 Abs. 2 

OR), was dem Beschuldigten, der über eine juristische Ausbildung verfügt, be-

wusst gewesen sein muss. Ihm muss weiter auch bewusst gewesen sein, dass 

eine Abtretungsklärung nichts an seiner Meldepflicht gegenüber den Sozialen 

Diensten ändert. Bei der von der Bank D._____ geleisteten Vergleichszahlung 

handelte es sich unzweifelhaft um einen Vorgang, über den der Beschuldigte die 

Sozialen Dienste hätte in Kenntnis setzen müssen, und die für deren Entscheid 

über weitere wirtschaftliche Hilfe wesentlich war. Der Beschuldigte kann nicht im 

Ernst behaupten, diesen Zusammenhang habe er nicht realisiert - sollte die Zes-

sionserklärung tatsächlich vorgelegen haben.  

Was die nicht deklarierten, auf den Namen des Beschuldigten eingelösten Fahr-

zeuge "BMW …", "Toyota …" und "BMW …" angeht, ist den vorinstanzlichen Er-

wägungen ebenfalls vollumfänglich zu folgen, weshalb sie an dieser Stelle nicht 

zu wiederholen sind (Urk. HD 25 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend kann 

darauf hingewiesen werden, dass der Umstand, dass eine Person als Halter eines 

Fahrzeuges eingetragen ist, nichts über die Eigentumsverhältnisse an diesem 

aussagt, sondern lediglich ein Indiz für dessen Eigentümerstellung darstellt, wie 

im vorliegenden Verfahren gerade das Beispiel des vom Beschuldigten gehalte-

nen, gemäss seinen Angaben aber im Eigentum seines Halbbruders stehenden 

Motorrades (Urk. HD 2/1 S. 5) zeigt. Ansonsten ist den entsprechenden Erwä-

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gungen der Vorinstanz (Urk. HD 25 S. 8 ff.) nichts hinzuzufügen. Dass die Vo-

rinstanz das Vorliegen arglistiger Täuschung bei den in diesem Verfahren noch 

zur Diskussion stehenden, dem Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen resp. 

Unterlassungen bejaht hat, ist somit nicht zu beanstanden.  

Dass die übrigen objektiven Tatbestandsmerkmale im Sinne von Art. 146 Abs. 1 

StGB vom Beschuldigten erfüllt wurden, wird von diesem zu Recht nicht in Abrede 

gestellt; auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz dazu kann verwie-

sen werden (Urk. HD 25 S. 12 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Somit ist die Erfüllung des 

objektiven Tatbestands des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB erstellt. 

5. In subjektiver Hinsicht hat die Vorinstanz mit ausführlicher und überzeugender 

Begründung dargelegt, dass der Beschuldigte zumindest eventualvorsätzlich 

handelte (Urk. HD 25 S. 14 ff.). Der Vorinstanz ist aber auch hinsichtlich der Beja-

hung der ungerechtfertigten Bereicherungsabsicht zu folgen. Soweit der Beschul-

digte mit seiner Erklärung, er habe sich nicht bereichern wollen (Urk. HD 15 S. 5; 

Urk. HD 36 S. 9), im Zusammenhang mit der Überweisung von Fr. 70'000.– aus 

der Vergleichszahlung der Bank D._____ auf das Konto seines Halbbruders bei 

der G._____ AG das Gegenteil geltend machen will, ist dem zu widersprechen. 

Folgt man seiner Darstellung der tatsächlichen Umstände, verringerte sich seine 

Schuld gegenüber seinem Halbbruder mit der Überweisung in entsprechendem 

Umfang. Es ist schlechterdings nicht vorstellbar, dass in diesem Zusammenhang 

vom Beschuldigten, einem Juristen und ehemaligen Kadermitarbeiter bei ver-

schiedenen Banken (Urk. HD 15 S. 2), etwas anderes als eine Bereicherung be-

absichtigt war. Dass der Beschuldigte bezüglich dieses Vorgangs denn auch 

durchaus ein Unrechtsbewusstsein hatte, lässt sich an seinem Aussageverhalten 

anlässlich der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 13. Januar 2011 

erkennen. Erstmals auf die von der Bank D._____ getätigte Überweisung von Fr. 

70‘000.– auf das Konto Nr. … bei der G._____ AG angesprochen, gab er sich zu-

nächst unwissend und führte aus, er wisse nicht, weshalb dieses Überweisungs-

konto angegeben worden sei. Er müsse dazu sagen, dass die Zahlungsabwick-

lungen mit der Bank D._____ harzig verlaufen seien und es sein könne, dass sie 

dieses Konto falsch bezeichnet hätten (Urk. HD 2/1 S. 8). Zweifelsohne kannte 

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der Beschuldigte die Vorgänge in jenem Zeitpunkt aber genau. Es lag auch im 

Zusammenhang mit jenem Vorgang Bereicherungsabsicht vor. 

6. Dass die Vorinstanz mit der Anklagebehörde davon ausging, dass der Tatbe-

stand des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB mehrfach erfüllt wurde, 

weil der Beschuldigte die Entschlüsse zur falschen resp. unvollständigen Deklara-

tion seiner finanziellen Verhältnisse jedes Mal von Neuem fasste (Urk. HD 25 

S. 16), ist ebenfalls nicht zu beanstanden. 

7. Der von der Vorinstanz ergangene Schuldspruch auch wegen mehrfachen Be-

truges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist demnach korrekt, weshalb er zu be-

stätigen ist. 

 

V. Sanktion und Widerruf 

1. Strafrahmen 

1.1. Bei der Bemessung der Strafe ist vom gesetzlichen Strafrahmen auszuge-

hen. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zur Strafe der 

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 

der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 

gesetzliche Höchstmass der Strafe gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).  

1.2. Wie von der Vorinstanz richtig festgehalten wurde, ist die schwerste Straftat 

der Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB. Dieser wird mit Geldstrafe oder mit 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft. Strafschärfend sind gemäss Art. 49 

Abs. 1 StGB die Deliktsmehrheit und die teilweise mehrfache Tatbegehung zu be-

rücksichtigen, weshalb sich der Strafrahmen von einer Geldstrafe von 2 Tagess-

ätzen bis zu einer Freiheitsstrafe von 7 ½ Jahren erstreckt. Dieser erweiterte 

Strafrahmen ist aber nur in Ausnahmefällen anwendbar; in der Regel sind Straf-

schärfungsgründe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens, dies dann aber zwin-

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gend, straferhöhend zu berücksichtigen (Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Straf-

recht II, Strafen und Massnahmen, 8. Auflage, Zürich 2007, S. 74; BGE 136 IV 55 

E. 5.8.). 

1.3. Strafmilderungsgründe sind nicht ersichtlich.  

 

2. Strafzumessung 

2.1. Strafzumessungsregeln 

Die Strafe ist nach dem Verschulden des Täters zu bemessen, wobei das Vorle-

ben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Le-

ben des Täters zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden 

wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-

guts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des 

Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 

Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 

(Art. 47 Abs. 2 StGB).  

Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und 

Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der 

Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des 

verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung des Erfolgs, die Wil-

lensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und dessen Beweggründe zu be-

achten. Sodann sind für das Verschulden auch das "Mass an Entscheidungsfrei-

heit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität des deliktischen Willens bedeut-

sam. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse 

sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, allenfalls Reue und 

Einsicht sowie die Strafempfindlichkeit (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, 17. Auflage, Zürich 2006, S. 117 mit weiteren 

Hinweisen; vgl. auch Schwarzenegger/Hug/Jositsch, a.a.O., S. 90; BSK StGB I-

Wiprächtiger, Art. 47 N 65). Je leichter es für den Täter gewesen wäre, die Norm 

zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (Urteile des 

Bundesgerichts 6S.43/2001 vom 19. Juni 2001 E. 2. und 6S.333/2004 vom 

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23. Dezember 2004 E. 1.1.; BGE 122 IV 2141 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Straten-

werth, Schweizerisches Strafrecht AT II, 2. Auflage, Bern 2006, § 6 N 13). Das 

Gericht hat in seinem Urteil die Überlegungen, die es bei der Bemessung der 

Strafe angestellt hat, in den Grundzügen darzustellen. Dabei muss es in der Re-

gel die wesentlichen schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern, 

dass festgestellt werden kann, ob alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte 

Berücksichtigung fanden und wie sie gewichtet wurden. Insgesamt müssen seine 

Erwägungen die ausgefällte Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss als 

plausibel erscheinen (BGE 127 IV 101 E. 2.; Urteil des Bundesgerichts 

6S.83/2006 vom 5. Februar 2007, E. 3.1.; Art. 50 StGB). 

 

2.2. Strafzumessung HD (mehrfacher Betrug) 

2.2.1. Die Vorinstanz hat bei der Gewichtung der objektiven und subjektiven Ver-

schuldenselemente die massgeblichen Argumente genannt. Sie ist allerdings von 

einem Deliktsbetrag von Fr. 103'944.25 ausgegangen (Urk. HD 25 S. 18), obwohl 

nach dem unter III. Dargelegten nicht feststeht, dass die Deliktssumme diese Hö-

he erreichte. Erstellt ist aber, dass sie jedenfalls mehrere zehntausend Franken 

betrug, wobei dieser Betrag durchaus als erheblich bezeichnet werden kann. Fer-

ner sind die Ausführungen der Vorinstanz dahingehend zu präzisieren, dass je-

dem Ansprecher von Sozialleistungen zuzumuten ist, wahrheitsgemässe Anga-

ben über seine finanzielle Situation zu machen. Dass sie das objektive und sub-

jektive Verschulden des Beschuldigten als keineswegs mehr resp. keineswegs 

leicht bezeichnete, ist ebenso wenig zu beanstanden. Unter Berücksichtigung des 

vorliegend anzunehmenden geringeren Deliktsbetrages rechtfertigt es sich, die 

hypothetische Einsatzstrafe bei 300 Tagessätzen oder 300 Tagen Freiheitsstrafe 

anzusetzen. Die zusätzliche Verhängung einer Busse drängt sich dagegen entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz in diesem Zusammenhang nicht auf. 

2.2.2. Bei der Täterkomponente hat die Vorinstanz die Biographie des Beschul-

digten, an der sich im Zeitraum nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung kei-

ne Änderungen ergeben haben (Urk. HD 36 S. 1 ff.), umfassend berücksichtigt. 

Zu Recht hat sie ferner die von ihr angeführten Vorstrafen des Beschuldigten 

-   15   - 

straferhöhend gewichtet (Urk. HD 25 S. 20). Darüber hinaus straferhöhend zu be-

rücksichtigen ist, dass der Beschuldigte teilweise während laufender Probezeit 

delinquierte, lief doch die dem Beschuldigten mit am 21. März 2006 eröffnetem 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 27. Februar 2006 

angesetzte zweijährige Bewährungsfrist (Urk. HD 9/1) bis zum 21. März 2008 und 

mithin während der Betrugshandlungen aus den Jahren 2006 und 2007. Nicht zu 

beanstanden ist schliesslich, dass die Vorinstanz das Geständnis des Beschuldig-

ten, die von ihm an den Tag gelegte Einsicht und sein kooperatives Verhalten 

während der Untersuchung strafmindernd veranschlagte (Urk. HD 25 S. 20 ff.). 

Berücksichtigt man, wie erwähnt, zusätzlich zu den von der Vorinstanz dargeleg-

ten Faktoren die Delinquenz während laufender Probezeit, gleichen sich die straf-

erhöhenden und die strafmindernden Faktoren der Täterkomponente in etwa aus, 

weshalb für den mehrfachen Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB auch un-

ter Berücksichtigung der Täterkomponente eine Einsatzstrafe in Höhe von 300 

Tagessätzen oder 300 Tagen Freiheitsstrafe angemessen wäre. 

 

2.3. Strafzumessung ND (grobe Verkehrsregelverletzung) 

2.3.1. Auch bezüglich der groben Verkehrsregelverletzung hat die Vorinstanz die 

relevanten Faktoren zum objektiven und subjektiven Verschulden vollständig auf-

gezählt. Sie ist zu Recht zum Schluss gekommen, dass das diesbezügliche Ver-

schulden des Beschuldigten nicht mehr leicht wiegt. Die von der Vorinstanz ange-

gebene hypothetische Strafe – 90 Tagessätze bzw. 90 Tage Freiheitsstrafe – ist 

allerdings deutlich zu hoch ausgefallen; eine solche von 20 Tagessätzen Geld-

strafe bzw. 20 Tagen Freiheitsstrafe und einer angemessenen Busse erschiene 

dem diesbezüglichen Verschulden angemessen. 

2.3.2. Bei der Täterkomponente hat die Vorinstanz hinsichtlich dieses Delikts die 

Delinquenz während laufender Probezeit sowie die zwei Vorstrafen, von denen 

die erste teilweise und die zweite ganz Vergehen gegen das Strassenverkehrsge-

setz betreffen, zu Recht deutlich straferhöhend und das diesbezügliche Geständ-

nis des ohnehin überführten Beschuldigten leicht strafmindernd gewichtet (Urk. 

HD 25 S. 22). Unter Berücksichtigung der Täterkomponente wäre für die grobe 

-   16   - 

Verkehrsregelverletzung die Bestrafung mit 30 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 30 

Tagen Freiheitsstrafe und einer angemessenen Busse adäquat. 

 

2.4. Sanktionsart 

Dass die Vorinstanz sich bei der Wahl der Sanktionsart für eine Freiheitsstrafe 

und nicht für eine grundsätzlich auch mögliche Geldstrafe entschieden hat (Urk. 

HD 25 S. 22 ff.), kann angesichts dessen, dass die bisherigen Geldstrafen den 

Beschuldigten nicht von weiterer Delinquenz abgehalten haben und die Ausfäl-

lung einer Freiheitsstrafe deshalb aus spezialpräventiven Gründen angezeigt ist, 

nicht beanstandet werden. 

 

2.5. Widerruf 

Der Beschuldigte delinquierte auch während laufender Probezeit gemäss Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. Januar 2010, womit er wegen 

Nichtabgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern zu einer bedingten Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen à je Fr. 30.– bestraft worden war.  

Die Vorinstanz hat die Kriterien für einen Widerruf des bedingten Vollzugs einer 

Strafe zutreffend dargelegt (Urk. HD 25 S. 26), weshalb sie an dieser Stelle nicht 

zu wiederholen sind. Sie erwog diesbezüglich zu Recht, dass der Beschuldigte 

nur wenige Monate nach dem Erlass des Strafbefehls vom 18. Januar 2010 er-

neut delinquierte (Urk. HD 25 S. 26 ff.). Zudem ist daran zu erinnern, dass der 

Beschuldigte schon während der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 27. Februar 2006 angesetzten Probezeit von zwei Jahren 

(Urk. HD 9/1) delinquiert hatte. Bezüglich dieser Strafe stand nur deshalb kein 

Widerruf zur Diskussion, weil die im vorliegenden Verfahren zu beurteilenden Be-

trugshandlungen aus den Jahren 2006 und 2007 so spät entdeckt wurden, dass 

die dreijährige Frist gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB inzwischen abgelaufen war. Un-

ter den gegebenen Umständen ist der Widerruf sachgerecht, weshalb er zu bestä-

tigen ist. 

-   17   - 

2.6. Sanktion 

2.6.1. Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB die Art der widerrufenen 

Strafe geändert, um mit der neuen Strafe in sinngemässer Anwendung von 

Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe zu bilden. Dies erweist sich unter den vorliegend 

gegebenen Umständen als adäquat, zumal dem Beschuldigten damit im Ergebnis 

eine – allerdings wohl letzte – Chance eingeräumt werden kann, einen Vollzug zu 

vermeiden (dazu nachfolgend unter VI.). 

2.6.2. Unter Berücksichtigung aller relevanten Kriterien und unter Einbezug der zu 

widerrufenden Strafe erweist sich eine Freiheitsstrafe von insgesamt 350 Tagen 

und die zusätzliche Aussprechung einer Busse von Fr. 500.– als angemessen. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse 

ist praxisgemäss auf 5 Tage festzusetzen. 

 

VI. Vollzug 

1. Was den bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe anbelangt, kann aufgrund des 

Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht vom vorinstanzlichen 

Entscheid abgewichen werden. Im Sinne einer Warnung an den Beschuldigten ist 

dazu festzuhalten, dass der diesbezügliche Entscheid der Vorinstanz nur deshalb 

als vertretbar erscheint, weil dem Beschuldigten nunmehr bei nochmaligem 

Verstoss gegen Strafnormen der Vollzug einer empfindlichen Freiheitsstrafe dro-

hen würde und angenommen werden darf, dass ihn dies genügend beeindrucken 

wird, um sich inskünftig wohl zu verhalten. 

2. Entgegen der anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung implizit vorgebrach-

ten Ansicht der Verteidigung (Prot. I S. 8) bestehen, wie auch die Vorinstanz an-

getönt hat (Urk. HD 25 S. 25 ff.), angesichts der eindrücklichen Reihe von Strafta-

ten, die der Beschuldigte seit dem Jahr 2003 begangen hat, sehr wohl einige Be-

denken bezüglich seines künftigen Wohlverhaltens. Der Entscheid der Vorinstanz, 

diesen verbleibenden Bedenken mit der Ansetzung einer Probezeit von drei Jah-

ren Rechnung zu tragen, erscheint unter den gegebenen Umständen als mild, 

-   18   - 

zumal die Bewährungsfrist auch schon im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zü-

rich-Limmat vom 18. Januar 2010 auf drei Jahre festgelegt worden war (Urk. HD 

9/1) und der Beschuldigte dennoch nur wenige Monate später erneut delinquierte. 

Er kann aber aufgrund des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StGB) 

nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abgeändert werden, weshalb sich weitere 

Ausführungen dazu erübrigen.  

3. Es ist dem Beschuldigten daher der bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe zu ge-

währen und die Probezeit auf drei Jahre festzusetzen. 

 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Ausgangsgemäss ist die Kostenauflage im angefochtenen Urteil zu bestätigen 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich. Es sind ihm daher die Kosten des 

Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Die Kosten seiner amtlichen Verteidigung sind 

auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss 

Art. 135 StPO. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 12. Mai 2011, bezüglich Dispositivziffer 1, teilweise 

(zweiter Spiegelstrich: Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung 

im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 

SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b und Abs. 3 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV) so-

-   19   - 

wie bezüglich Dispositivziffer 5 (Kostenaufstellung) in Rechtskraft erwachsen 

ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des mehrfachen Betruges im 

Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB. 

2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. Januar 

2010 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.– wird 

widerrufen. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 

350 Tagen Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr. 500.– als Gesamtstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 

Jahre festgesetzt.  

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

7. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren in beiden In-

stanzen werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung werden auf die Gerichtskasse genommen unter Vorbehalt der 

Rückforderung gemäss Art. 135 StPO. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− die Privatklägerin Stadt B._____, Soziale Dienste, vertreten durch Frau 

H._____ 

-   20   - 

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen 
Anträge [Art. 84 Abs. 4 StPO] - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern 
sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, in die Untersuchungsakten 

Nr. … (im Dispositiv). 

9. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 27. Januar 2012 
 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Th. Meyer 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Laufer 

	Urteil vom 27. Januar 2012
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie
	 der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b und Abs. 3 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV.

	2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. Januar 2010 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.– wird widerrufen.
	3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr.  500.– als Gesamtstrafe.
	Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Berufungsanträge:
	Das Gericht erwägt:
	I. Prozessgeschichte
	II. Prozessuales
	V. Sanktion und Widerruf
	VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 12. Mai 2011, bezüglich Dispositivziffer 1, teilweise (zweiter Spiegelstrich: Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 9...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB.
	2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. Januar 2010 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.– wird widerrufen.
	3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 350 Tagen Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr. 500.– als Gesamtstrafe.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	7. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren in beiden Instanzen werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 135 StPO.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Privatklägerin Stadt B._____, Soziale Dienste, vertreten durch Frau H._____
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge [Art. 84 Abs. 4 StPO] - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, in die Untersuchungsakten Nr. … (im Dispositiv).

	9. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.