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**Case Identifier:** 7e1d4c09-3c5d-5ce2-b3f0-198e31c9f428
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.07.2008 UV 2008/25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-25_2008-07-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/25

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 08.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 08.07.2008
Art. 6 UVG: Adäquanz von gesundheitlichen Beschwerden nach HW-
Distorsionstrauma. Prüfung der Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juli 
2008, UV 2008/25).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 8. Juli 2008

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Kägi, Scheffelstrasse 1, 9000 St. Gallen,

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

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A.         

Die 1970 geborene K.___ war seit 5. April 2003 als Telefonagentin bei der A.___ tätig 

(act. 18) und dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: 

Allianz) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Unfallmeldung vom 16. Juni 2004 

teilte die Arbeitgeberin der Allianz mit, die Versicherte habe am 27. Mai 2004 eine 

Gehirnerschütterung und eine Genickverletzung erlitten (act. 8). Der beigelegten 

Strafanzeige vom 14. Juni 2004 an das Untersuchungsamt Altstätten gegen den 

geschiedenen Ehemann der Versicherten ist zu entnehmen, dass dieser die Versicherte 

an den Haaren gezogen und ihr den Kopf in der Absicht verdreht habe, ihre 

Halswirbelsäule (HWS) zu verletzen. Ausserdem habe er ihr den Kopf gegen die 

Hauswand geschlagen (act. 7). Der von der Versicherten am 27. Mai 2004 

herbeigerufene Notfallarzt Dr. med. B.___ hatte im ärztlichen Zeugnis vom 1. Juni 2004 

die Diagnose einer leichten Hirnerschütterung mit zusätzlicher Distorsion der HWS und 

schmerzhafter Kopfhaut bei Status nach Zerren an den Haaren gestellt. Die Versicherte 

habe über Kopf und Nackenschmerzen geklagt. Eine Bewusstlosigkeit habe zu keinem 

Zeitpunkt vorgelegen und die Versicherte habe über den ganzen Vorfall genauestens 

berichten können. Er habe am Kopf weder einen Bluterguss noch eine 

Kontusionsmarke gefunden, die Nackenmuskulatur sei verspannt und die 

Beweglichkeit der HWS sei endgradig etwas eingeschränkt gewesen (act. 5). Am 28. 

Mai 2004 hatte eine Untersuchung durch den Bezirksarzt-Stellvertreter Dr. med. C.___, 

Allgemeine Medizin FMH, stattgefunden, deren Ergebnisse dieser im gleichentags 

erstellten Untersuchungsbericht festhielt (act. 2). Im Arztzeugnis vom 22. Juni 2004 

diagnostizierte Dr. C.___ Nackenbeschwerden durch muskuläre Verspannung und 

attestierte der Versicherten ab 28. Mai 2004 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (act. 9). 

Die am 9. bzw. 18. August 2004 im Kantonalen Spital Grabs durchgeführten MRI-

Untersuchungen der HWS und des Schädels ergaben im Wesentlichen unauffällige 

Befunde. Lediglich auf Höhe von HWK 7 fand sich eine fragliche intraspinale lineäre 

Aufhellung, die axial als ventrale Einkerbung imponierte. Differentialdiagnostisch sei an 

eine Normvariante zu denken, eine ventrale Kontusion sei aber nicht auszuschliessen. 

In einem Vierteljahr werde eine Verlaufskontrolle empfohlen (act. 12, 14). Im ärztlichen 

Zwischenbericht vom 13. September 2004 diagnostizierte Dr. D.___ zervikale 

Kopfschmerzen nach HWS-Distorsion. Die Beschwerden würden sich langsam 

bessern. Bei Belastung würden jedoch immer noch Kopfschmerzen und Schwindel 

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bestehen (act. 20). Nach einem weiteren ärztlichen Bericht von Dr. D.___ vom 31. 

Januar 2005 (act. 23) informierte Dr. med. E.___, Spezialärztin für Innere Medizin, mit 

ärztlichem Zeugnis vom 8. Februar 2005 über Nachbehandlungen vom 28. Juli sowie 

12. August 2004 (act. 24). Der beratende Arzt der Allianz, Dr. med. F.___, hielt in einer 

ärztlichen Beurteilung vom 11. Februar 2005 fest, dass bei der Versicherten ein 

Zustand nach Contusio capitis und Stauchung der HWS am 27. Mai 2004 mit 

persistierenden Kopf- und Nackenschmerzen vorliege. Ein kraniozervikales 

Beschleunigungstrauma habe nicht stattgefunden (act. 25). Der von der Versicherten 

wegen persistierender zervikozephaler Beschwerden konsultierte Dr. med. G.___, 

Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, diagnostizierte im Bericht vom 

17. März 2005 ein chronisches zervikozephales Syndrom nach HWS-Distorsionstrauma 

am 27. Mai 2004 sowie eine Migräne (act. 27). Mit Strafbescheid des 

Untersuchungsamtes Altstätten vom 16. August 2005 wurde der geschiedene 

Ehemann der Versicherten wegen einfacher Körperverletzung zu einer bedingten 

Gefängnisstrafe von 45 Tagen verurteilt (act. 37). Im Nachgang zu weiteren 

medizinischen Abklärungen, insbesondere einer weiteren MRI-Untersuchung der HWS 

(act. 32), sowie Berichterstattungen über einen stationären Aufenthalt in der Rheinburg-

Klinik, Walzenhausen (act. 60), die psychiatrische Behandlung durch Dr. med. H.___, 

Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, (act. 42), und über die 

vertrauensärztlichen Untersuchungen bzw. Begutachtungen durch Dr. med. I.___ und 

Dr. F.___, Kantonsspital Graubünden (act. 38, 46, 71), teilte die Allianz dem 

Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur Ch. Eggenberger, Buchs, unter 

Einräumung des rechtlichen Gehörs mit, sie beabsichtige, ihre Versicherungsleistungen 

per 28. Februar 2007 einzustellen (act. 72). Mit Schreiben vom 13. März 2007 ersuchte 

der Rechtsvertreter die Allianz, von der in Aussicht gestellten Einstellung abzusehen 

(act. 74). Diese stellte ihre Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 18. April 2007 

ein (act. 75).

B.        

Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 18. Mai 2007 (act. 77), wies die 

Allianz mit Einspracheentscheid vom 30. Januar 2008 ab (act. 84).

C.        

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C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. R. 

Kägi, St. Gallen, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 29. Februar 

2008 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 30. Januar 2008 sei aufzuheben 

und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Leistungen gemäss 

obligatorischer Unfallversicherung weiterhin zu erbringen. Der Beschwerdeführerin sei 

im Weiteren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und der Unterzeichnende 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bewilligen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit notwendig, in 

den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

C.b Am 4. März 2008 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Kägi für das vorliegende Verfahren 

bewilligt.

C.c   In der Beschwerdeantwort vom 27. März 2008 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Auch diesbezüglich wird auf die 

Begründung, soweit notwendig, in den nachfolgenden Erwägungen hingewiesen.

C.d Mit Eingaben vom 21. April bzw. 13. Mai 2008 hielten die Parteien unverändert an 

ihren Standpunkten fest.

Erwägungen:

1.         

Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem 

versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, 

wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von 

jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 und 399 sowie 117 V 359 

und 369). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 und 118 V 289). Der Unfallversicherer 

haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal 

zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive 

Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 

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45). Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid (E. a-d) die Grundsätze 

der Adäquanz im Allgemeinen (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis), bei psychischen 

Unfallfolgen (BGE 129 V 183 E. 4.1, 115 V 133 ff.; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, 2000 

Nr. U 397 S. 327) sowie Folgen eines Unfalls mit HWS-Schleudertrauma bzw. einer 

diesem äquivalenten Verletzung (eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung der 

HWS, Schädelhirntrauma; BGE 127 V 103 E. 5b/bb; RKUV Nr. U 341 S. 408 E. 3b, SVR 

1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle (BGE 134 V 

121 ff E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, 122 V 415, 117 V 359 ff; SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75; 

RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, 2001 Nr. U 412 S. 79) zutreffend dargelegt. Darauf wird 

verwiesen.

2.         

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 27. Mai 2004 als 

Unfall und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen. Streitig ist, ob die 

Beschwerdegegnerin auch für die nach dem 28. Februar 2007 (Leistungseinstellung) 

geltend gemachten gesundheitlichen Probleme - Nackenschmerzen mit Ausstrahlung 

in beide Schulterblätter und bis gegen die Stirn, muskuläre Symptomatik an beiden 

Oberarmen, Schmerzen im Zeigefinger links und 4. Finger rechts, eine gewisse 

Insuffizienz im Bereich der oberen Extremitäten, Migräneattacken mit Schwindel und 

gelegentlicher Übelkeit (act. 59, 71) - aufzukommen hat. Die Beschwerdegegnerin hat 

die natürliche Kausalität zwischen den fortdauernd geklagten Beschwerden und dem 

versicherten Unfallereignis vom 27. Mai 2004 bejaht. Hingegen hat sie in Anwendung 

der in Bezug auf Unfälle mit Schleudertraumen bzw. äquivalente Verletzungen ohne 

organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden in BGE 117 V 359 begründeten Praxis 

einen adäquaten Kausalzusammenhang verneint.

3.         

3.1    Hinsichtlich der natürlichen Kausalität ist zunächst festzuhalten, dass nach Lage 

der Akten tatsächlich kein unfallbedingtes organisches Substrat gefunden werden 

konnte, welches die weiterhin geklagten Beschwerden zu erklären vermöchte (vgl. dazu 

act. 12, 14, 24, 32, 71 Ziff. 1.5). Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist 

nun aber bekannt, dass bei Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen 

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auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach 

dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, 

dass die für ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).

3.2    Vorliegend bestätigte der erstbehandelnde Arzt Dr. B.___ im ärztlichen Zeugnis 

vom 1. Juni 2004, er habe nach dem Unfall vom 27. Mai 2004 die Diagnose einer 

leichten Hirnerschütterung mit zusätzlicher Distorsion der HWS gestellt. Die HWS-

Distorsion führte er insbesondere auf die Unfallschilderung der Beschwerdeführerin 

zurück, wonach diese von ihrem geschiedenen Ehemann an den Haaren gerissen und 

geschüttelt worden sei. Die leichte Hirnerschütterung knüpfte er an die Aussage, dass 

bei diesem Geschehen der Kopf der Beschwerdeführerin gegen die angrenzende 

Hauswand gestossen sei, wodurch diese eine Kopfkontusion erlitten habe (act. 5). Dr. 

F.___ erklärte sich in der ärztlichen Beurteilung vom 11. Februar 2005 mit Dr. B.___ 

darin einig, dass von einem Zustand nach Contusio capitis auszugehen sei, sprach 

jedoch "lediglich" von einer Stauchung der HWS bzw. verneinte ein kraniozervikales 

Beschleunigungstrauma, weil die unfallmechanischen Voraussetzungen dafür fehlen 

würden (act. 25; vgl. diesbezüglich Thomas Locher, HWS-Distorsionen 

[Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: 

Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Struzenegger/Walz [Hrsg.], Das sogenannte 

"Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und rechtliche Aspekte der 

Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2001, 31 f.). Aufgrund der verschiedenen 

Unfalldarstellungen in den Akten kann jedoch auch die Frage gestellt werden, ob die 

Beschwerdeführerin tatsächlich eine leichte Hirnerschütterung erlitten hat. Zwar hat sie 

in ihren unmittelbaren Aussagen kurz nach dem Unfall (vg. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. Februar 2007 i/S S. [U346/05], E. 2.3) angegeben, den Kopf 

an der Hauswand angeschlagen zu haben. Der Bericht von Dr. C.___ vom 28. Mai 2004 

enthält indessen einzig die Darstellung, die Beschwerdeführerin sei zu Fall gekommen 

(act. 2). Der geschiedene Ehemann erklärte ausserdem im Rahmen der Befragung 

durch die Kantonspolizei St. Gallen vom 27. Mai 2004, die Beschwerdeführerin 

lediglich an den Haaren gerissen zu haben. Woher die Hirnerschütterung stamme, 

wisse er nicht (act. 13). In diesem Sinn wird sodann auch im Strafbescheid des 

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Untersuchungsamtes Altstätten vom 16. August 2005 nur von einem "scheinbaren" 

Stossen des Kopfes an die angrenzende Hauswand gesprochen (act. 37). Die Frage, 

ob die Beschwerdeführerin ein leichtes Schädelhirntrauma und/oder eine Distorsion der 

HWS erlitten hat, braucht jedoch nicht abschliessend geklärt zu werden. Aufgrund der 

von den Ärzten insgesamt gestellten Diagnosen darf angenommen werden, dass die 

Beschwerdeführerin eine Verletzung im HWS- und/oder Schädelhirn-Bereich erlitten 

hat, auch wenn sich diese unbestrittenermassen nicht als strukturelle Veränderung 

zeigte. Abzuklären bleibt somit, ob bzw. inwieweit die geklagten Beschwerden auch 

ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde als (weiterhin) unfallkausal 

zu bezeichnen sind.

4.         

4.1    Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt - 

wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter) Befund an 

der HWS bzw. am Gehirn vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein 

typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse 

Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, 

rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, 

Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 

3e). Das Bundesgericht verlangt für die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht das 

Vorliegen des gesamten typischen Beschwerdebildes, sondern lediglich eine Häufung 

der typischen Beschwerden. Treten nun im Anschluss an einen Unfall lediglich 

Kopfschmerzen auf, kann offensichtlich nicht von einer Häufung von Beschwerden 

gesprochen werden. Andererseits lässt sich aber allein aufgrund des Umstands, dass 

keine Häufung von typischen Beschwerden gegeben ist, das Vorliegen eines 

Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung nicht verneinen. Die fehlende 

Häufung spielt jedoch bei der Prüfung der natürlichen Kausalität eine wesentliche Rolle. 

Das typische bunte Beschwerdebild muss laut Rechtsprechung des Bundesgerichts 

(Urteile vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.) 

nicht in umfassender Ausprägung bereits innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden 

nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem Schädelhirntrauma 

demgemäss im Kopf - manifestieren (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 E. 5e). Die andern im 

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Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich aber immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

4.2    Bei der Beschwerdeführerin sind laut Berichten von Dr. C.___ und Dr. B.___ vom 

28. Mai bzw. 1. Juni 2004 (act. 2, 5) innerhalb der erforderlichen Latenzzeit 

Nackenschmerzen aufgetreten. Zusätzlich werden die typischerweise ebenfalls sofort 

nach Beschleunigungsverletzungen und Schädelhirntraumen auftretenden 

Kopfschmerzen und Übelkeitsbeschwerden sowie die typischen Schulterschmerzen 

angeführt (vgl. dazu Liste in H.Schmidt/J. Senn Hrsg., Schleudertrauma - neuester 

Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, 1. Aufl. Zürich 2004, S. 

14 f.). Von einer muskulären Symptomatik an beiden Oberarmen ausgehend von den 

Schultern, welche die Beschwerdeführerin als eine Art Muskelkater interpretiert, sowie 

Schmerzen im Zeigefinger links und 4. Finger rechts, ist erstmals im Gutachten von Dr. 

I.___ und Dr. F.___ vom 17. Januar 2007 (act. 71) und damit nach einer mehrjährigen 

Latenzzeit die Rede. Auch die von Dr. H.___ im Bericht vom 2. März 2006 (act. 42) 

diagnostizierte leichte Depression - eine an sich typische Symptomatik nach 

Schleudertrauma und äquivalenten Verletzungen - ist mit einer derart grossen 

Latenzzeit aufgetreten, die es zumindest fraglich erscheinen lässt, ob sie zum 

komplexen vielschichtigen somatisch-psychischen Gesamtbild eines 

Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung zu zählen ist. Insgesamt kann 

jedoch vom Auftreten eines typischen bunten Beschwerdebildes mit einer Häufung von 

Beschwerden gesprochen werden, das als natürlich-kausale Unfallfolge einer HWS-

Distorsion und/oder eines Schädelhirntraumas zu betrachten ist. Entsprechend hat die 

Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch bis 28. Februar 2007 anerkannt.

5.         

5.1    Wenn sie nun geltend macht, ab 1. März 2007 seien keine Unfallfolgen mehr 

vorhanden, so ist darauf zu verweisen, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es 

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sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als 

bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für 

unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes 

Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative 

Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer 

bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, 

ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung 

verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso 

wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass 

kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 [U 258/02] i/S Z., 25. Oktober 

2002 [U 143/02] i/S L. und vom 31. August 2001 [U 285/00] i/S O.). In diesem Sinn stellt 

sich in Bezug auf den vorliegenden Fall - Verneinung der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers per 1. März 2007 - die Frage, ob anhand der vorliegenden 

medizinischen Akten mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine 

unfallkausale gesundheitliche Beeinträchtigung per Einstellungsdatum zu verneinen ist 

bzw. die geklagten Beschwerden keiner fassbaren unfallkausalen gesundheitlichen 

Beeinträchtigung mehr zugeschrieben werden können (vgl. BGE 119 V 341 E. 2b/bb).

5.2    Dr. I.___ und Dr. F.___ stellten im Gutachten vom 17. Januar 2007 die Diagnosen 

eines chronischen zervikozephalen und zervikobrachialen Schmerzsyndroms bei 

Zustand nach Distorsionstrauma der HWS vom 29. (recte: 27.) Mai 2004, von 

rezidivierenden Migräneattacken, einer chronischen rezidivierenden depressiven 

Störung sowie eine schwierigen psychosozialen Situation bei familiärer Problematik. 

Die Gesundheitsschädigung sei teilweise Folge des Unfalls vom 27. Mai 2004. Vor dem 

Unfall habe sich die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben in einem guten und 

im Wesentlichen unauffälligen gesundheitlichen Zustand befunden. Sie habe allerdings 

schon vor dem Unfall gelegentlich Migräneattacken gehabt, sei aber voll leistungsfähig 

gewesen. Nach dem Unfall sei es zu einem vermehrten Auftreten der Migräneattacken 

und zum chronischen zervikalen Schmerzsyndrom gekommen. Weiter hinzugekommen 

sei auch die depressive Verstimmung bei schwieriger psychosozialer Situation. 

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Allerdings sei lediglich die zervikozephale Schmerzsymptomatik in einem gewissen 

Rahmen als Unfallfolge anzusehen. Die psychosoziale Situation der 

Beschwerdeführerin beeinträchtige sicher ebenfalls die unfallbedingte Behandlung. Bei 

dieser komplexen Situation seien jedoch die unfallbedingte und die unfallfremde 

Arbeitsfähigkeit kaum noch auseinander zu halten. Im Vordergrund stehe momentan 

die zervikozephale Schmerzsymptomatik, die psychische Symptomatik stehe eher im 

Hintergrund (act. 71). - Angesichts dieser gutachterlichen Beurteilung ist - wie auch die 

Beschwerdegegnerin unbestrittenermassen anerkennt - mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit dargetan, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (28. Februar 

2007) noch - körperlich bedingte - Folgen der Beschleunigungs- und/oder 

Schädelhirnverletzung vorlagen, die mindestens teilkausal für die Beschwerden der 

Beschwerdeführerin sind, auch wenn solche organisch nicht nachgewiesen werden 

konnten.

6.         

Dr. H.___ diagnostizierte in ihrem Bericht vom 2. März 2006 insbesondere eine leichte 

depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10:F32.01), vor dem Hintergrund 

eines chronischen zervikozephalen Schmerzsyndroms (ICG-10:R52.2) bei Status nach 

Distorsionstrauma der HWS, psychische Faktoren und Verhaltenseinflüsse bei anderen 

Orts klassifizierten Krankheiten (ICD-10:F54 und R52.2), Probleme verbunden mit 

Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (Mangel an Entspannung oder Freizeit) 

(ICD-10:Z73.2) und eine negativ veränderte Struktur der Familienbeziehungen in der 

Kindheit (ICD-10:Z61.2) (act. 42). Die Dres. I.___ und F.___ stellten im Gutachten vom 

17. Januar 2007 die psychiatrischen Diagnosen einer chronisch rezidivierend 

depressiven Störung (F33.4) und einer schwierigen psychosozialen Situation bei 

familiärer Problematik. Die Ärzte erklärten aber einzig die zervikozephale 

Schmerzsymptomatik als unfallkausal. Die psychozialen Faktoren erachteten sie 

lediglich als eine die Unfallfolge bzw. eine die Behandlung beeinflussende und damit 

unfallfremde Komponente. Im übrigen bezeichneten sie die psychische Symptomatik 

gegenüber der zervikozephalen Schmerzsymptomatik als im Hintergrund stehend. 

Schliesslich hielten sie fest, dass das Ereignis vom 27. Mai 2004 ihres Erachtens nicht 

so schwerwiegend gewesen sei, um im Normalfall eine andauernde psychische 

Störung mit Depressionen auszulösen. Die depressive Symptomatik sei auf die 

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schwierige psychosoziale Situation der Beschwerdeführerin zurückzuführen (act. 71). - 

Die schwierige psychosoziale Situation bei familiärer Problematik sowie die 

entsprechenden Diagnosen von Dr. H.___ sind selbstredend unfallfremd. Laut Dr. I.___ 

und Dr. F.___ gilt es sodann auch in Bezug auf die depressive Störung die natürliche 

Kausalität zum Unfallereignis vom 27. Mai 2004 zu verneinen. Die Diagnose einer 

leichten depressiven Episode mit somatischem Syndrom bzw. vor dem Hintergrund 

eines chronischen zervikozephalen Schmerzsyndroms bei Status nach 

Distorsionstrauma von Dr. H.___ lässt zwar eine gewisse Verknüpfung zwischen 

somatischer und psychischer Komponente erkennen. In Anbetracht der Darlegungen 

von Dr. I.___ und Dr. F.___ kann jedoch zumindest nicht von einer eindeutigen 

Dominanz der psychischen Problematik gesprochen werden. Daher hat die 

Adäquanzbeurteilung im vorliegenden Fall nach den in BGE 117 V 359 ff. aufgestellten 

und in BGE 134 V 121 ff. bestätigten Grundsätzen zu erfolgen.

7.         

7.1    Nach der Schleudertrauma-Praxis ist für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies 

trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen 

Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das 

Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - 

zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und 

schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während 

der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres 

bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 

Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens 

allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche 

unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte 

Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im 

mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser 

Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen 

werden (BGE 117 V 359 E. 6, 369 E. 4b und c; BGE 134 V 109 E. 10). Als 

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adäquanzrelevante Kriterien gelten: Besonders dramatische Begleitumstände oder 

besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche 

Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 

Anstrengungen (BGE 134 V 130 E. 10.3).

7.2    Sowohl im Zusammenhang mit der im Rahmen der Prüfung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs vorzunehmenden Katalogisierung als auch der Beurteilung 

einzelner adäquanzrelevanter Kriterien stellt sich die Frage nach dem genauen Ablauf 

des Unfallgeschehens vom 27. Mai 2004, weshalb dieser vorweg zu ermitteln ist. - 

Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 14. Juli 2004 gab die 

Beschwerdeführerin insbesondere zu Protokoll, ihr geschiedener Ehemann habe mit 

beiden Händen ihre Haare ergriffen und sie zwei Meter zurück zur Hausmauer gezogen, 

worauf er ihren Kopf einmal gegen die Hausmauer geschlagen habe. Sie sei auf die 

dortige Bank gesackt und habe versucht sich zu wehren. In diesem Moment habe ihr 

geschiedener Ehemann ihren Kopf erfasst und diesen umgedreht bis es geknackt habe 

(act. G 1/11). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat deshalb in der 

Strafanzeige vom 14. Juni 2004 den Verdacht geäussert, dass die ganze Art des 

Angriffs, kombiniert mit der Tatsache, dass der geschiedene Ehemann als Kick-Boxer 

eine klare Vorstellung des Resultats dieses Angriffs gehabt habe, auf eine schwere 

Körperverletzung gerichtet gewesen sei, auch wenn das Resultat des Angriffs 

vermutlich nur eine einfache Körperverletzung sei (act. 7). Die Beschwerdegegnerin 

weist in der Beschwerdeantwort zutreffenderweise darauf hin, dass ein Kopfausdrehen 

in der echtzeitlichen Krankengeschichte (vgl. dazu act. 2 und 5) nicht erwähnt ist und 

ein Anschlagen des Kopfes an der Hauswand offensichtlich nur gegenüber Dr. B.___ 

angegeben wurde. In Bezug auf ein Kopfanschlagen ist zudem festzuhalten, dass Dr. 

B.___ anlässlich der Untersuchung am Unfalltag am ganzen Kopf weder einen 

Bluterguss noch eine Kontusionsmarke finden konnte. Eine Bewusstlosigkeit habe zu 

keinem Zeitpunkt vorgelegen und die Beschwerdeführerin habe über den ganzen 

Vorfall genauestens berichten können (act. 5). Der geschiedene Ehemann erklärte 

anlässlich der Befragung der Kantonspolizei St. Gallen vom 18. August 2004, die 

Beschwerdeführerin lediglich an den Haaren gepackt zu haben (act. 13). Mit 

Strafbescheid des Untersuchungsrichteramtes Altstätten vom 16. August 2005 wurde 

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er schliesslich wegen einfacher Körperverletzung verurteilt, wobei das Kopfanschlagen 

an der Hauswand sowie das Kopfausdrehen lediglich als Parteibehauptungen in den 

Sachverhalt aufgenommen wurden ("scheinbar", "Gemäss den Angaben der Klägerin 

soll er …"). - Angesichts dieser Aktenlage und mit Blick auf die Beweismaxime der 

Aussage der ersten Stunde (RKUV 2004 Nr. UV 524, 546) geht es nicht an, im 

Folgenden mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem Ausdrehen des Kopfes mit dem Ziel, 

eine schwere Körperverletzung zu bewirken, auszugehen. Wie vorne (E. 3.2) dargelegt, 

ist im vorliegenden Fall von einer HWS-Distorsion und/oder einem Schädelhirntrauma 

auszugehen. Ob zusätzlich ein Kopfanschlagen stattgefunden hat, ist für die 

Katalogisierung des konkreten Unfallereignisses sowie die Beurteilung der 

Adäquanzkriterien ohne massgebende Bedeutung, zumal konkrete Befunde fehlen, die 

auf eine gewisse Schwere des Kopfanpralls schliessen liessen.

7.3    Der Unfall vom 27. Mai 2004 ist damit - auch mit Blick auf die entsprechende 

Kasuistik (vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, UVG, 3. Aufl., S. 55 ff.) - höchstens den mittelschweren 

Unfällen zuzuordnen. Die Frage nach der genaueren Zuteilung innerhalb dieser 

Kategorie braucht vorliegend nicht beantwortet zu werden, weil die nachfolgende 

Beurteilung zeigt, dass höchstens eines der erforderlichen Zusatzkriterien in 

wesentlichem Ausmass erfüllt ist.

7.3.1             Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls gegeben sind, beurteilt sich objektiv und nicht auf Grund 

des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 

Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc.). Im konkreten Fall steht ein gewalttätiger Übergriff mit 

Verletzungsfolge durch den ehemaligen Ehemann zur Diskussion. Objektiv betrachtet 

kann einem solchen Sachverhalt eine gewisse Dramatik nicht abgesprochen werden. 

Dennoch lässt sich damit noch keine Bejahung dieses Adäquanzkritierums 

rechtfertigen. Auch für solche Fälle ist mit Blick auf die gesamte Situation bzw. 

sämtliche Begleitumstände eine in besonderer Weise ausgeprägte Dramatik bzw. 

Eindrücklichkeit gefordert. Für den als überwiegend wahrscheinlich zu betrachtenden 

Sachverhalt ist jedoch diese Ausgeprägtheit klar zu verneinen. An dieser Beurteilung 

vermag auch nichts zu ändern, dass die Tochter der Beschwerdeführerin die 

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Auseinandersetzung mitbekommen hat und dadurch offensichtlich in Angst und 

Schrecken versetzt wurde. Letztlich blieb die Tochter selbst von den Tätlichkeiten 

unberührt.

7.3.2             Die Diagnose einer HWS-Distorsion sowie eines leichten 

Schädelhirntraumas vermag für sich allein die Schwere oder besondere Art der 

Verletzungen nicht zu begründen. Da laut Bericht von Dr. B.___ vom 1. Juni 2004 zu 

keinem Zeitpunkt eine Bewusstlosigkeit vorgelegen hat und die Beschwerdeführerin 

unmittelbar nach dem Unfall über den ganzen Vorfall genauestens berichten konnte, 

sind erschwerende Umstände auszuschliessen. Strukturelle Schädigungen oder 

äussere Verletzungen hat die Beschwerdeführerin nicht erlitten. Die nach der HWS-

Distorsion und/oder dem leichten Schädelhirntrauma hauptsächlich aufgetretenen 

Kopf- und Nackenschmerzen mögen zwar als unangenehm bezeichnet werden, sind 

jedoch als Auswirkung eines Unfalls in keiner Weise einer schweren oder besonderen 

Verletzung gleichzusetzen.

7.3.3             Hinweise auf eine stattgefundene fortgesetzt spezifische, belastende 

ärztliche Behandlung sind den medizinischen Akten ebenfalls nicht zu entnehmen. In 

einer ersten Phase nach dem Unfallereignis vom 27. Mai 2004 wurden der 

Beschwerdeführerin Schmerzmittel sowie Antiphlogistika verordnet. Besondere 

Massnahmen wurden keine vorgeschlagen (act. 5, 9). In der Folge erschöpfte sich die 

Behandlung - abgesehen von einem zweiwöchigen Aufenthalt in der Rheinburg-Klinik, 

der eine spezifische ärztliche Behandlung umfasste - weitestgehend in der 

Durchführung ambulanter Physiotherapie, Akupunktur, Muskelaufbautherapien, 

Behandlungen beim Chiropraktor sowie medizinischer Verlaufskontrollen (act. 23, 25, 

31, 34, 38, 43, 46, 62). Nach der Rechtsprechung ist in Fällen, in denen alternativ- bzw. 

komplementärmedizinische Behandlungen durchgeführt wurden, das Kriterium der 

fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung nicht erfüllt. 

Verschiedenen Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt 

ebenfalls nicht die Qualität einer fortgesetzten, zielgerichteten Behandlung zu. 

Abgesehen davon, dass es sich schliesslich auch bei den Behandlungen des 

Physiotherapeuten sowie des Chiropraktoren nicht um eigentliche ärztliche 

Behandlungen handelt, können diese jedenfalls nicht als belastend bezeichnet werden. 

Überhaupt stellte sich die Therapiegestaltung im Fall der Beschwerdeführerin mehr 

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vielseitig als fortgesetzt spezifisch und belastend dar. Dr. I.___ und Dr. F.___ hielten 

zudem bereits in ihrem Bericht vom 26. August 2005 fest, die Therapiemassnahmen 

seien bereits in grossem Mass ausgeschöpft (act. 36). Diese Aussage lässt annehmen, 

dass zumindest ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Heilung des 

Gesundheitsschadens, sondern die Schmerzbekämpfung im Vordergrund stand (vgl. 

dazu Urteil des Bundesgerichts vom 2. Februar 2007 [U 41/06] i/S S).

7.3.4             Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist ebenfalls nicht in der 

geforderten Ausprägung erfüllt. Auch diesbezüglich ist festzuhalten, dass die bei der 

Beschwerdeführerin nach der HWS-Distorsion und/oder dem leichten 

Schädelhirntrauma hauptsächlich aufgetretenen Kopf- und Nackenschmerzen zwar als 

unangenehm bezeichnet werden können, jedoch als Auswirkung eines Unfall in keiner 

Weise den erheblichen Beschwerden gleichzusetzen sind. Im Gegensatz zu anderen 

Beschwerden waren sie zudem offenbar einigermassen kontrollierbar, was der 

Umstand beweist, dass die Beschwerdeführerin ab 31. Mai 2004 während rund zwei 

Jahren ihre vormalige 50%-ige Erwerbstätigkeit als Telefonistin ausüben und sogar 

weitere Arbeitsverhältnisse eingehen konnte (act. 10, 20, 23, 44, 50, 57; E. 7.3.6).

7.3.5             Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 

erheblich verschlimmert hätten, einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen sind den Akten nicht zu entnehmen.

7.3.6             Zum Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 

Anstrengungen ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfallfallereignis 

vom 27. Mai 2004 bzw. ab 5. April 2004 als Telefonagentin bei der A.___ mit einem 

Pensum von 17.5 Wochenstunden bzw. ca. 50% tätig war (act. 18). Offenbar seit 

Anfangs 2005 putzte sie zudem ca. 14 Stunden pro Monat bei den Basler 

Versicherungen. Ab 6. März 2006 ging die Beschwerdeführerin ein Arbeitsverhältnis als 

temporäre Mitarbeiterin im Telefonmarketing mit der J.___ ein, welches ursprünglich bis 

5. Juni 2006 befristet worden war, letztlich jedoch offenbar erst per 31. Oktober 2006 

gekündigt wurde. Das Pensum belief sich hier auf ca. 20% (act. 28, 44, 59, 67). 

Insgesamt ergab sich damit ein Arbeitspensum von rund 80%. Anschliessend an das 

Unfallereignis vom 27. Mai 2004 war die Beschwerdeführerin bis 31. Mai 2004 zu 100% 

arbeitsunfähig. Am 1. Juni 2004 nahm sie ihre Arbeit wieder zu 100% auf. Erst am 11. 

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Mai 2006 stellte sich eine erneute 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ein (act. 10, 20, 23, 43, 

50). Im Austrittsbericht vom 25. Juli 2006 hielt die Rheinburg-Klinik sodann fest, aus 

klinisch psychologischer Sicht wäre nun ein beruflicher Wiedereinstieg mit 50% 

Arbeitsfähigkeit bzw. einem Arbeitspensum von 40% empfehlenswert (act. 60). Auch 

Dr. E.___ attestierte der Beschwerdeführerin im Schlussbericht vom 15. August 2006 

die Wiederaufnahme der Arbeit zu 50%. Dabei solle sie das Arbeitspensum bei den 

Basler Versicherungen zu 100% wahrnehmen, jedoch bei der J.___ von einer 70%-igen 

und bei der A.___ von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgehen (act. 62). Diese 

Einschätzung ist offensichtlich ebenfalls in Bezug auf das vormalige Teilzeitpensum 

von rund 80% zu verstehen. Dr. I.___ und Dr. F.___ hielten schliesslich in ihrem 

Gutachten vom 17. Januar 2007 fest, die Beschwerdeführerin sei nach wie vor nur zu 

ca. 40 bis 50% arbeitsfähig. Es sei nicht davon auszugehen, dass diese 

Arbeitsfähigkeit weiter gesteigert werden könne. Sie betreffe sowohl die Tätigkeit als 

Telefonistin als auch diejenige als Raumpflegerin. Nach den Angaben der 

Beschwerdeführerin sei die Arbeitsunfähigkeit vorwiegend durch das zervikozephale 

Schmerzsyndrom bedingt. Eine gewisse Rolle dürfte aber auch die psychische 

Symptomatik spielen. Eine Abgrenzung zwischen unfallbedingt bzw. unfallfremd sei 

ausserordentlich schwierig. Aufgrund ihrer Nackensymptomatik sei es der 

Beschwerdeführerin im Moment nur an drei Vormittagen pro Woche möglich, als 

Telefonistin tätig zu sein. Hinzu komme ein stundenweiser Einsatz als Raumpflegerin. 

Die Prognose bezüglich Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei als ungünstig 

einzustufen. Die Situation sei vollständig chronifiziert. Überwiegend wahrscheinlich 

dürfte eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit in einem gewissen Rahmen bleibend sein. 

Rein unfallbedingt bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 30 bis 40% (act. 71). - 

Angesichts der dargelegten harmonierenden ärztlichen Einschätzungen ist bei der 

Beschwerdeführerin mindestens von einer dauernden 30 bis 40%-igen 

Arbeitsunfähigkeit bezogen auf das vormalige Pensum von 80%, d.h. von einer rund 

50%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Das Adäquanzkriterium der erheblichen 

Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen kann angesichts dieser 

Sachlage mit Blick auf die Kasuistik des EVG als erfüllt gelten. Die Frage, ob im Fall der 

Beschwerdeführerin Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sie ohne Unfall und mit 

zunehmendem Alter der Kinder eine vollzeitliche Tätigkeit aufgenommen hätte, kann 

damit offen gelassen werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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7.4    Zusammenfassend ergibt sich, dass von den sieben massgebenden 

Adäquanzkriterien lediglich eines erfüllt ist. Die Ausprägung der erheblichen 

Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist überdurchschnittlich, aber 

nicht derart intensiv, dass die Adäquanz allein aus diesem Grund zu bejahen wäre (vgl. 

RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.). Angesichts dieses Umstands ist mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass der in Frage 

stehende Unfall nicht geeignet war, die bestehenden Beschwerden der 

Beschwerdeführerin auch über den 28. Februar 2007 hinaus adäquat kausal zu 

beeinflussen. Die Einstellung der Leistungen auf dieses Datum hin lässt sich daher 

nicht beanstanden.

8.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 30. Januar 2008 zu bestätigen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung ist der Vertreter der Beschwerdeführerin bei diesem 

Verfahrensausgang durch den Staat zu entschädigen (vgl. Art. 61 lit. f ATSG und Art. 

99 Abs. 1 und Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 

951.1, in Verbindung mit Art. 281 f. des kantonalen Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2). 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem unentgeltlichen Vertreter nur ein um 20% 

reduziertes Honorar zusteht (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). 

Mangels Kostennote ist die Entschädigung vom Gericht ermessensweise festzusetzen. 

Ein Betrag von Fr. 3'200.-- (80% von Fr. 4'000.--; inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) scheint der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 

Prozesses angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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3.        Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 

3'200.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.07.2008
	Art. 6 UVG: Adäquanz von gesundheitlichen Beschwerden nach HW-Distorsionstrauma. Prüfung der Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juli 2008, UV 2008/25).

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