# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4abbce53-254b-5e4c-a291-8d7c29c79eb2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 E-783/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-783-2012_2012-02-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­783/2012

U r t e i l   v om   1 7 .   F e b r u a r   2 0 1 2  

Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher,
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;  
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Afghanistan,  
vertreten durch Annelise Gerber, (…), 3600 Thun,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Italien 
(Dublin­Verfahren); Verfügung des BFM vom 1. Februar 
2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer sein Heimatland eigenen Angaben zufolge im 
Juni 2011 verliess und über den Iran, die Türkei und Griechenland nach 
Italien gelangte, wo er sich gut zwei Wochen lang aufhielt, 

dass er über Italien am 27. Dezember 2011 in die Schweiz gelangte und 
gleichentags um Asyl nachsuchte,  

dass er am 4. Januar 2012 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) 
Basel summarisch zu seine Ausreise und zum Asylgesuch befragt wurde, 

dass  er  dabei  ausführte,  er  habe  im  Heimatland  Schwierigkeiten 
bekommen,  nachdem  er  und  sein  Bruder  in  der  seiner  Familie 
gehörenden Apotheke in Kabul Alkohol verkauft hätten,  

dass  er  im  EVZ  mit  einem  EURODAC­Fingerabdruckvergleich 
konfrontiert  und  ihm  in  diesem  Zusammenhang  mitgeteilt  wurde,  dass 
mutmasslich Norwegen  (daktyloskopische Erfassung am 10. April  2003) 
oder Italien (daktyloskopische Erfassung am 10. Dezember 2011) für die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  zuständig  sei, 
weshalb  das  BFM  voraussichtlich  auf  sein  Asylgesuch  nicht  eintreten 
werde,

dass der Beschwerdeführer dabei bestritt, sich  in Norwegen aufgehalten 
zu haben und weiter angab, in die Schweiz gekommen zu sein, weil sein 
Bruder sich hier aufhalte,

dass er im Weiteren in Abrede stellte, in Italien ein Asylgesuch gestellt zu 
haben und festhielt, sich nicht nach Italien zurückbegeben zu wollen,

dass  das  BFM  am  13.  Januar  2012  die  italienischen  Behörden  um 
Übernahme des Beschwerdeführers  im Sinne  von Art.  16 Abs.  1 Bst.  c 
der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist (Dublin­II­Verordnung), ersuchte,

dass Italien zum Übernahmeersuchen  innert der  festgelegten Frist keine 
Stellung nahm, 

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dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  1.  Februar  2012  –  dem 
Beschwerdeführer  am  6.  Februar  2012  persönlich  eröffnet  ­  in 
Anwendung  von  Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  vom  27.  Dezember  2011 
nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  den 
Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im 
Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach 
Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  Luzern 
verpflichtete,  die Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte,  einer 
allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung komme keine aufschiebende 
Wirkung  zu,  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten 
gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung ausführte, gestützt auf 
die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (Abkommen  vom 
26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 
der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem 
Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­
Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68];  Dublin­II­VO;  Verordnung 
[EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit 
Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des 
Rates  [DVO Dublin]) sei  Italien  für die Durchführung des Asylverfahrens 
zuständig, 

dass der Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit EURODAC 
nachweise,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Italien  ein  Asylgesuch 
eingereicht habe, 

dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum 
Übernahmeersuchen  des  BFM  keine  Stellung  bezogen  hätten,  weshalb 
aufgrund  der  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  die 
Zuständigkeit  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens auf Italien übergegangen sei,

dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der 
Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  die  Zuständigkeit  Italiens  bzw.  die 
Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  nach  Italien  nicht  zu 
widerlegen  vermöchten,  und  dass  sich  namentlich  daraus,  dass  der 
Bruder des Beschwerdeführers  in der Schweiz sei, nichts ableiten lasse, 
zumal  der  Beschwerdeführer  volljährig  sei  und  sich  aus  den  Akten 

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keinerlei Hinweise auf ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Brüdern 
ergäben,

dass der Beschwerdeführer in Italien Schutz vor Rückschiebung im Sinne 
von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, 

dass auch keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  im  Falle  einer  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers nach Italien bestünden, 

dass  der  Wegweisungsvollzug  nach  Italien  daher  zulässig  und  im 
Weiteren auch zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 10. 
Februar 2012 (per Telefax; Datum des Poststempels: 12. Februar 2012) 
gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erhob und beantragte, es sei auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
einzutreten und das Asylverfahren  in der Schweiz durchzuführen; es sei 
die  Unzulässigkeit  beziehungsweise  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges  sowohl  nach  Italien  wie  nach  Afghanistan 
festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen;  es  sei 
gegebenenfalls  das  Dossier  zur  Neubeurteilung  dem  BFM 
zurückzuweisen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  zudem  beantragte,  es  sei  die 
aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  zu  erteilen,  und  es  ihm  die 
unentgeltliche  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021) zu gewähren,  

dass  der  Beschwerdeführer  seine  Beschwerdebegehren  damit 
begründete, er habe in Italien nie beabsichtigt, ein Asylgesuch zu stellen 
und habe nie ein solches gestellt,

dass  er  im Übrigen  nie  in Norwegen  gewesen  sei, weshalb  es  sich  bei 
den betreffenden EURODAC­Treffern um einen Irrtum handeln müsse,

dass im Weiteren Italien die Bedingungen des Dubliner­Abkommens nicht 
erfülle, wozu auf diverse Berichte von Organisationen und Fachpersonen 
verwiesen werde,

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dass  angesichts  der  zur  Zeit  herrschenden  politischen  und 
wirtschaftlichen Situation  in  Italien davon auszugehen sei, dass sich die 
dortige Lage für Flüchtlinge noch weiter verschlechtert habe,

dass  daher  der  Wegweisungsvollzug  nach  Italien,  ebenso  wie  der 
Wegweisungsvollzug nach Afghanistan, unzumutbar sei,

dass  die  Instruktionsrichterin  mit  Zwischenverfügung  vom  13.  Februar 
2012  per  Telefax  den  Vollzug  der  Wegweisung  bis  zum  Eingang  der 
vorinstanzlichen  Akten  und  einem  allfälligen  Entscheid  über  die 
Gewährung der aufschiebenden Wirkung aussetzen liess,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  14.  Februar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich das Verfahren nach dem VwVG  richtet,  soweit  das VGG und 
das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl.  BVGE  2011/9  E.  5;  Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.), 

dass  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  zu  prüfen  ist,  ob  das  BFM 
gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten ist, 

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als 
zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab 
auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  nämlich  vor 
seiner  Einreise  in  die  Schweiz  in  Italien  aufgehalten  und  gemäss  der 
daktyloskopischen Erfassung dort ein Asylgesuch gestellt hat, welches in 
B._______ am 10. Dezember 2011 registriert wurde, 

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dass  daher  gemäss  den  Bestimmungen  der  Dublin­II­VO  vorliegend 
Italien  für  die  Behandlung  eines  allfälligen  Asylgesuchs  des 
Beschwerdeführers zuständig ist, 

dass die  italienischen Behörden das Ersuchen der Schweizer Behörden 
um Rückübernahme des Beschwerdeführers innert Frist nicht beantwortet 
haben,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens  gemäss  Dubliner 
Verfahrensregelung  aufgrund  der  so  genannten  Verfristung  definitiv 
geworden ist (vgl. Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO), 

dass  Italien  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28.  Juli  1951 
über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der 
EMRK ist, 

dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien  im 
Falle  des  Beschwerdeführers  nicht  an  die  daraus  resultierenden 
völkerrechtlichen Verpflichtungen halten würde,

dass  in  Italien  ein  rechtsstaatlich  konformes Verfahren  zur  Prüfung  des 
Asylgesuchs  und  der  Wegweisung  garantiert  ist  und  selbst  ein  dort 
bereits  durchlaufenes  Asylverfahren  oder  ein  Wegweisungsentscheid 
keine  Gründe  darzustellen  vermöchten,  um  ein  Asylgesuch  in  der 
Schweiz im Rahmen eines Selbsteintrittes materiell zu behandeln, 

dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im 
Rahmen  eines Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten, würden  aufgrund  der 
dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage versetzt, 

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  in  der  Tat  gewissen 
Schwierigkeiten ausgesetzt sein können,

dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den 
italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben 
den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen 
der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

dass die Organisation  „Arci  con Fraternità“ seit dem 1. Januar 2009 die 
Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) organisiert und 
dort den Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung anbietet,

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dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  nach  Italien  keine  konkreten 
stichhaltigen Einwände erhoben hat,

dass  er  auch  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  nichts  vorbringt,  was  die 
Zuständigkeit Italiens in Frage zu stellen vermöchte, 

dass die Wünsche des Beschwerdeführers, sich zu seinem Bruder in die 
Schweiz  zu  begeben,  vorliegend  keinen  Einfluss  auf  die  Frage  des 
zuständigen Dublin­Staates ausüben, 

dass  das  BFM  nach  dem  Gesagten  keine  Veranlassung  zu  einem 
Selbsteintritt  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  gehabt  hat  und  es  damit  zu 
Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, 

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44 Abs. 1 AsylG),  vorliegend keine 
ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  wurde  und  auch  kein 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht,  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach zu bestätigen ist, 

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen   Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 [AuG, SR 142.20]), 

dass  sich  die  Frage  nach  dem  Bestehen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits  als 
Voraussetzung  (und  nicht  erst  als  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheids  darstellt,  und  demnach  im  Rahmen  der 
Prüfung des Selbsteintritts beantwortet worden ist, 

dass in diesem Sinn das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Italien 
zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder 

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unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass  der  Antrag  auf  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der 
Beschwerde   –  die  aufschiebende Wirkung  kann  nur  für  die Dauer  des 
Beschwerdeverfahrens  Wirkung  entfalten  –  aufgrund  des  vorliegenden 
direkten Entscheids  in der Hauptsache selbst gegenstandslos geworden 
ist, weshalb darüber nicht zu befinden ist,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen  ist, da die Beschwerde – wie 
sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu 
bezeichnen  war,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 ­ 3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann

Versand: