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**Case Identifier:** 0aa9797f-2ced-5ead-8341-3cafb4fea7dc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 29.09.2020 S 2019 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2019-59_2020-09-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 59

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Pedretti 
Aktuarin ad hoc Strässle

URTEIL

vom 29. September 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Claudio Allenspach,

Beschwerdeführer
gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),
Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____, wohnhaft in B._____/C._____, war im Unfallzeitpunkt als 

Lastwagenchauffeur der D._____ AG, bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 3. Oktober 2014 geriet er 

beim Holzsägen in C._____ mit der linken Hand in die Tischkreissäge. 

Dabei durchtrennte er den Daumen und den Mittelfinger auf mittlerer Höhe 

der Grundphalanx und zog sich eine Verletzung der Beugesehne des 

Zeigefingers sowie eine Schnittverletzung am Ringfinger zu. Am selben 

Tag wurde er ins Klinikzentrum der Universität E._____ (C._____) 

eingewiesen, wo nach einem erfolglosen Versuch der Replantation des 

Daumens dieser sowie der Mittelfinger amputiert wurden und die 

Beugesehne des Zeigefingers genäht wurde. Die SUVA anerkannte ihre 

Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld, Heilkosten).

2. Im Jahr 2015 erfolgte alsdann eine operative Tenoarthrolyse am linken 

Zeigefinger und eine Nervenrekonstruktion sowie eine Exzision eines 

Neuroms am Stumpf von Dig I und III und eine Beugesehnenrekonstruktion 

am Dig II am Spital X._____. Gleichenorts fand Ende März 2016 alsdann 

eine Beugesehnentransplantation mit einer FDP-3-Sehne statt. Am 28. 

Juni 2017 wurde im Spital X._____ alsdann der linke Zeigefinger amputiert.

3. Am 22. März 2018 wurde A._____ vom Kreisarzt Dr. med. F._____ 

untersucht. Dieser ging in seinem Untersuchungsbericht vom 26. März 

2018 von einer Wiedereinsetzbarkeit der linken Hand aus, allerdings für 

eine Tätigkeit als Chauffeur ohne höhere Belastung beim Manipulieren des 

Ladeguts. Sodann erstellte Dr. med. F._____ ein provisorisches 

Zumutbarkeitsprofil und bat um Abklärung, ob in C._____ 

ergotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten gegeben seien. In der 

Folge erteilte die SUVA Kostengutsprachen für ergotherapeutische 

Behandlungen in C._____. 

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4. Mit medizinischer Beurteilung vom 5. Dezember 2018 schätzte der 

Kreisarzt Dr. med. G._____ den Integritätsschaden und erklärte mit 

Aktenbeurteilung vom 27. Dezember 2018 den medizinisch-

therapeutischen Endzustand als erreicht. Weiter hielt er fest, in der 

angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei die Arbeitsfähigkeit 

nicht gegeben. Bei leidensadaptierter Tätigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt könne die linke Hand als Hilfshand ganztätig eingesetzt 

werden. Die Restfolgen seien dauernd und erheblich. 

5. Mit Verfügung vom 3. Januar 2019 sprach die SUVA eine IV-Rente 

aufgrund eines Invaliditätsgrades von 15 % und eines versicherten 

Jahresverdienstes von Fr. 38‘537.-- sowie eine Integritätsentschädigung 

von 35 %, entsprechend Fr. 44‘100.--, zu. Die dagegen erhobene 

Einsprache vom 4. Februar 2019 wies die SUVA mit Einspracheentscheid 

vom 15. April 2019 ab. 

6. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 20. Mai 2019 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er, der 

Einspracheentscheid der SUVA vom 15. April 2019 sei aufzuheben und die 

Angelegenheit sei zur erneuten Abklärung und Neubeurteilung 

(insbesondere zwecks Durchführung einer umfassenden medizinischen 

Begutachtung des Beschwerdeführers durch einen externen Spezialarzt 

bzw. durch ein ärztliches Begutachtungsinstitut) an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Jedenfalls sei der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers 

im Sinne der nachfolgenden Ausführungen neu zu berechnen sowie 

zumindest auf 42 % zu veranschlagen, und es sei dem Beschwerdeführer 

für die Zeit ab dem 1. Dezember 2018 eine Invalidenrente in 

entsprechender Höhe zuzusprechen. Zur Begründung führte der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, nach erfolgter Einsprache habe 

die SUVA die Akten erneut ihrem Kreisarzt Dr. med. G._____ vorgelegt. 

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Ohne den Beschwerdeführer über dieses Vorgehen zu informieren und 

ohne Zustellung des neuen Berichts von Dr. med. G._____ vom 9. April 

2019 an den Beschwerdeführer zur Stellungnahme, habe die SUVA die 

Einsprache mit Entscheid vom 15. April 2019 abgewiesen. Dies stelle eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Im Weiteren machte der 

Beschwerdeführer ungenügende medizinische Abklärungen geltend. Das 

Abstellen der SUVA auf die Einschätzungen der Dres. med. F._____ und 

G._____ sei nicht haltbar. Die Einschätzung von Dr. med. F._____ vom 

März 2018 lasse völlig offen, in welchem zeitlichen Ausmass und inwiefern 

die linke Hand wieder eingesetzt werden könne. Damit hätte die SUVA Dr. 

med. F._____ zumindest anfragen müssen, ob er den entsprechenden 

Zeitbedarf als erreicht beurteile, was eine nochmalige Untersuchung des 

Beschwerdeführers bedingt hätte. Beides sei nicht geschehen, weshalb 

diese Einschätzung von Dr. med. F._____ für die Begründung des 

Invaliditätsgrades nicht herangezogen werden könne. Sodann brachte der 

Beschwerdeführer vor, dass zahlreiche Umstände gegeben seien, welche 

das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung von Kreisarzt Dr. 

med. G._____ objektiv als begründet erscheinen liessen. So seien 

zunächst die reinen Aktenbeurteilungen des Kreisarztes Dr. med. G._____ 

zu beanstanden. Die Beurteilungen von Dr. med. G._____ seien viel zu 

vage und unpräzis, als dass auf Basis derselben der Invaliditätsgrad 

sinnvoll festgelegt werden könnte. Es seien keine Abklärungen bezüglich 

leidensadaptierter Tätigkeiten vorgenommen worden. Die Berichte des 

Kreisarztes Dr. med. G._____ seien bezogen auf die streitigen Belangen 

nicht ausreichend umfassend, nicht nachvollziehbar, in sich 

widersprüchlich und die Schlussfolgerungen nicht begründet. Im Übrigen 

würde die Einschätzung von Dr. med. G._____ auch der Beurteilung des 

behandelnden Arztes Dr. med. H._____ widersprechen, welcher in seinem 

Untersuchungsbericht vom 8. November 2018 von einer weitgehenden 

Gebrauchsunfähigkeit der Hand ausgegangen sei. Dr. med. H._____ 

folgere in seinem Bericht vom 9. Mai 2019 nach Vorlage des Berichts von 

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Dr. med. G._____ vom 9. April 2019 sodann, dass in jedem Fall eine 

gutachterliche Abklärung wünschenswert und zu unterstützen wäre. 

Entgegen der Ansicht der SUVA bestünden erhebliche Diskrepanzen 

zwischen den Einschätzungen von Dr. med. H._____ und den 

kreisärztlichen Beurteilungen. Zusammenfassend könne auf die 

Beurteilungen von Dr. med. G._____ nicht abgestellt werden. Eine 

abschliessende Einschätzung, in welchen Tätigkeitsfeldern der 

Beschwerdeführer gegebenenfalls noch arbeitsfähig sei und in welchem 

Umfang, bedürfe detaillierter Abklärungen. Die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bedinge der umfassenden 

gutachterlichen Beurteilung, weshalb ein zusätzlicher Abklärungsbedarf 

bestehe, bevor abschliessend über die IV-Rente entschieden werde. Die 

Angelegenheit sei somit zur erneuten medizinischen Abklärung und 

Neubeurteilung an die SUVA zurückzuweisen. Sollte der Hauptantrag nicht 

gutgeheissen werden, wäre der Invaliditätsgrad zumindest neu 

festzulegen. Dem Beschwerdeführer seien aufgrund seiner 

Gesundheitsschädigungen an beiden Händen, seiner fehlenden 

beruflichen Ausbildung sowie seiner mangelnden Deutschkenntnisse 

Tätigkeiten in nur so eingeschränkter Form möglich, dass sie der 

allgemeine Arbeitsmarkt kaum kenne, oder dass sie nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 

möglich wären. Es sei demzufolge in Erwägung zu ziehen, dass der 

Beschwerdeführer seine allenfalls noch bestehende Restarbeitsfähigkeit 

auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gar nicht verwerten könne. Im 

Weiteren führte der Beschwerdeführer aus, die SUVA habe das 

Valideneinkommen falsch ermittelt. Es belaufe sich nicht auf lediglich Fr. 

63‘600.--, sondern auf mindestens Fr. 81‘099.60, wenn auf den zuletzt 

tatsächlich erzielten Verdienst abgestellt werde. Sollte bezüglich der 

Ermittlung des Valideneinkommens wider Erwarten der SUVA gefolgt 

werden, müsste eine Parallelisierung der Einkommen vorgenommen 

werden. Betreffend Invalideneinkommen sei ein Abstellen auf den 

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Durchschnittswert aller Sektoren der LSE 2016 fraglich, zumal eine 

Beschäftigung des Beschwerdeführers etwa im Sektor 2 „Produktion“ 

illusorisch sei. Sachgerechter erscheine das Heranziehen der Angaben des 

Sektors 3 „Dienstleistungen“, womit der Medianwert bloss Fr. 4‘967.-- statt 

Fr. 5‘340.-- betrage. Sodann sei beim Beschwerdeführer der Leidensabzug 

aufgrund der ausländischen Nationalität, der mangelnden 

Sprachkenntnisse sowie der gesundheitlichen Beeinträchtigung der 

rechten Hand auf mindestens 25 % festzusetzen. Nach dem Gesagten sei 

das Valideneinkommen auf mindestens Fr. 81'099.60 zu veranschlagen 

und das hypothetische Invalideneinkommen auf höchstens Fr. 47'023.20 

([Fr. 4‘967.-- x 12 Mt. : 40 Std. x 41.7 Std. + 0.4 % + 0.5 %] abzüglich 25 

%). Die Erwerbseinbusse betrage somit mindestens Fr. 34'076.40 und der 

Invaliditätsgrad wenigstens 42 %.

  

7. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Juli 2019 beantragte die SUVA 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 15. April 2019. Die 

Beschwerdegegnerin brachte im Wesentlichen vor, durch die 

Ausführungen von Dr. med. H._____ zur Beurteilung von Dr. med. G._____ 

ergäben sich keine grossen Diskrepanzen und keine Widersprüche. Am 9. 

Mai 2019 gebe Dr. med. H._____ keinen objektiven Befund wieder, 

sondern die Angaben des Beschwerdeführers ihm gegenüber. Dr. med. 

H._____ bezeichne den Zustand der Hand in beiden Berichten als 

weitgehend/annähernd gebrauchsunfähig. Daraus sei zu schliessen, dass 

diese immerhin noch als Zudienhand eingesetzt werden könne. Sodann 

verwechsle Dr. med. H._____ in der Beurteilung vom 9. Mai 2019 den 

Integritätsschaden mit dem Invaliditätsgrad und spreche sich wohl nur 

deshalb für eine gutachterliche Abklärung aus. Demzufolge könne auf die 

kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. G._____ vom 9. April 2019 

abgestellt werden, da diese alle Anforderungen, die hinsichtlich des 

Beweiswerts entscheidend seien, erfülle. Die vom Beschwerdeführer 

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eingereichten Beweismittel würden nicht die Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der kreisärztlichen Feststellung in Zweifel zu ziehen 

vermögen. Der medizinische Sachverhalt zeige sich als richtig und 

vollständig abgeklärt, womit sich weitere Abklärungen erübrigten. 

Betreffend Valideneinkommen hielt die Beschwerdegegnerin fest, indem 

sie zu dessen Ermittlung auf die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers 

abgestellt habe, stütze sie sich auf die übliche, rechtskonforme 

Vorgehensweise zur Ermittlung eines möglichst genauen auf den 

konkreten Einzelfall angepassten Valideneinkommens. Wieviel der Lohn 

bei einem 100 %-Pensum betrage, liege in der Kompetenz des 

Arbeitgebers. Die Lohnentwicklung im Betrieb könne verschiedene 

betriebsinterne Gründe haben. Trotz den Einwänden des 

Beschwerdeführers könne die Landesmantelvereinbarung ASTAG/Les 

Routiers Suisses für die ASTAG Graubünden vom 21. April 2016, die den 

Richtlohn für einen Chauffeur der Kategorie C/D im 5. bis 9. Dienstjahr mit 

Fr. 4‘450.-- pro Monat angebe, zum Vergleich herangezogen werden, 

weshalb es keinen Grund für eine Parallelisierung gebe. Demnach sei das 

Valideneinkommen zu Recht auf Fr. 63‘600.-- festgelegt worden. Im 

Weiteren sei bei der Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf 

die LSE wie üblich auf den Durchschnittswert aller Sektoren abzustellen. 

Sodann seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, weshalb der Leidensabzug 

auf 25 % erhöht werden müsste. Stelle man das Invalideneinkommen (Fr. 

53'925.--) dem Valideneinkommen (Fr. 63'600.--) gegenüber, ergebe sich 

ein Invaliditätsgrad von 15 %. Soweit der Beschwerdeführer vorbringe, er 

könne seine allenfalls noch bestehende Restarbeitsfähigkeit auf dem 

Arbeitsmarkt nicht verwerten, könne diesem Vorbringen nicht gefolgt 

werden. Fehlende berufliche Ausbildung und mangelnde 

Deutschkenntnisse würden Faktoren darstellen, welche bei der 

Invaliditätsschätzung nicht berücksichtigt werden dürften. Zudem liessen 

sich mangelnde Deutschkenntnisse auffrischen/erlernen und es seien viele 

Arbeitsplätze vorhanden mit einer kurzen Einarbeitungszeit/Anlehre. Es sei 

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nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer die rechte Hand nicht voll 

einsetzen könne, sei diesbezüglich nur eine Kälteempfindlichkeit 

zurückgeblieben. Was die linke Hand betreffe, so habe das Bundesgericht 

widerholt bestätigt, dass auch bei faktischer Einhändigkeit genügend 

realistische Betätigungsmöglichkeiten zu finden seien. Die Bemessung des 

Invaliditätsgrades sei damit korrekt erfolgt. 

8. In seiner fakultativen Stellungnahme vom 26. August 2019 führte der 

Beschwerdeführer aus, nichts in der Stellungnahme von Dr. med. H._____ 

deute darauf hin, dass dieser bloss subjektive Angaben des 

Beschwerdeführers habe festhalten wollen. Die von Dr. med. H._____ 

geäusserten objektiven Befunde würden deutlich von den Einschätzungen 

von Dr. med. G._____ abweichen. Dr. med. H._____ bringe deutlich zum 

Ausdruck, dass er die Beurteilung von Dr. med. G._____ zum 

Invaliditätsgrad für unzutreffend erachte. Bezüglich den Begriffen 

Integritätsschaden und Invaliditätsgrad liege denn auch keine 

Verwechslung durch Dr. med. H._____ vor, vielmehr habe er diese in 

Relation zueinander gesetzt. Dr. med. H._____ sei ein erfahrener und 

renommierter Handchirurg, dem die Bedeutung der Begriffe 

Integritätsschaden und Invaliditätsgrad sicher geläufig seien. Die 

Ausführungen von Dr. med. H._____ würden deshalb die Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Feststellungen sehr wohl in Zweifel 

zu ziehen vermögen, so dass ergänzende Abklärungen vorgenommen 

werden müssten. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin hätte 

diese alsdann bei der Festlegung des Valideneinkommens nicht auf die 

Lohnangabe der Arbeitgeberin vom 18. Januar 2018 abstellen dürfen, da 

offensichtlich sei, dass diese Angabe nicht korrekt sein könne. Wenn ein 

Arbeitnehmer bei einem 50%-Pensum Fr. 2‘979.15 pro Monat erziele, 

verstehe es sich von selbst, dass dieser bei Verdoppelung des Pensums 

auch das Doppelte an Lohn, mithin Fr. 5‘958.30, erhalten würde. 

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9. Mit Eingabe vom 6. September 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf die Einreichung einer umfassenden Duplik, bestritt die Darlegungen 

des Beschwerdeführers und verwies auf die Begründung in der 

Vernehmlassung vom 18. Juli 2019.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf 

den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht liegenden 

Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid vom 15. April 2019 (Beilage 

Beschwerdegegnerin (Beilagen Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 394). 

Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in 

dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz 

hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist 

das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr 

letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter 

schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Der 

Beschwerdeführer lebt im Ausland. Der Sitz seines letzten schweizerischen 

Arbeitgebers, die D._____ AG, befindet sich im Kanton Graubünden (vgl. 

Bg-act. 1), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle 

Zuständigkeit ergibt sich alsdann aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). 

Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zu bejahen. Als 

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formeller und materieller Adressat des angefochtenen Entscheides ist der 

Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspracheentscheid berührt und 

weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 

ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

ist somit einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).

2. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. Januar 

2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 

2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 

Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend 

ereignete sich der Unfall im Oktober 2014, so dass diesbezüglich 

grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen 

Anwendung finden. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren 

anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der 

neuen Rechtsbestimmungen keine Änderungen ergeben.

3.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer vorab eine Verletzung 

seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er macht im Wesentlichen 

geltend, die Beschwerdegegnerin habe nach erfolgter Einsprache einen 

weiteren Bericht beim Kreisarzt Dr. med. G._____ eingeholt. Ohne ihm 

diesen Bericht vom 9. April 2019 zur Stellungnahme zuzustellen, habe die 

Beschwerdegegnerin den Einspracheentscheid vom 15. April 2019 

erlassen (vgl. Beschwerde S. 4).

3.2 Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs 

auf rechtliches Gehör folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätzlich 

sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden 

müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf 

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abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, 

dass der Verfügungsadressat vor Erlass eines für ihn nachteiligen 

Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann. Das 

Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, 

gleichsam dessen Vorbedingung. Der Versicherte kann sich nur dann 

wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder 

bezeichnen, wenn ihm die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen 

einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung gestützt hat 

(BGE 132 V 387 E.3.1).

3.3 Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache 

anfechtbar sind. Spätestens im Einspracheverfahren hat die Verwaltung 

jedoch die allgemeinen Grundsätze des rechtlichen Gehörs zu wahren und 

folglich der versicherten Person oder ihrem Vertreter Einsicht in die Akten 

zu gewähren, auf deren Grundlage sie den Einspracheentscheid abstützt 

(vgl. 132 V 387 E.4.1). Wird nach Erhebung einer Einsprache festgestellt, 

dass die Entscheidungsgrundlagen unvollständig sind, so ist der 

Sachverhalt unter Wahrung der Parteirechte zu vervollständigen und das 

Verwaltungsverfahren mit dem Einspracheentscheid abzuschliessen (BGE 

131 V 407 E.2.1.2.2).

3.4 Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört zu werden, 

formeller Natur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt 

ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Vorbehalten bleiben 

praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Akteneinsichtsrechts 

nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, 

deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern 

kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt 

überprüft (BGE 115 V 305 E.2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E.2e). Von 

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einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an 

die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer 

schwer wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, 

wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 

damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der 

Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 

beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 

137 I 195 E.2.3.2).

3.5 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin aufgrund der Vorbringen des 

Beschwerdeführers in seiner Einsprache vom 4. Februar 2019 (Bg-act. 

387), wonach die immer wieder auftretenden neuropathischen 

Reizerscheinungen in der linken Hand des Beschwerdeführers darauf 

schliessen liessen, dass dieser in jedem Fall einen erhöhten Pausenbedarf 

habe, ihren Kreisarzt Dr. med. G._____ am 19. März 2019 zu einer 

ergänzenden Beurteilung aufgefordert (vgl. Bg-act. 392). Dieser 

Aufforderung kam der Kreisarzt Dr. med. I._____ mit Aktenbeurteilung vom 

9. April 2019 nach (Bg-act. 393). Dass diese ergänzende Beurteilung vom 

9. April 2019 eine wesentliche Grundlage des Einspracheentscheids 

bildete, kann nicht zweifelhaft sein. Die Beschwerdegegnerin gibt diese 

Beurteilung in ihrem Einspracheentscheid wieder (vgl. Bg-act. 394 E.4a/dd) 

und hat bezüglich des Einwands des Beschwerdeführers betreffend 

Pausenbedarf daraus zitiert. Aus diesem Umstand kann indessen nicht 

gefolgert werden, die Nichtzustellung dieses Berichts vor Erlass des 

Einspracheentscheids stelle eine schwere, keiner Heilung zugängliche 

Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Beurteilung von Dr. med. 

I._____ vom 9. April 2019 (Bg-act. 393) stellt lediglich eine Ergänzung zu 

derjenigen vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) dar und enthält keine 

neuen entscheidrelevanten Gesichtspunkte. Selbst wenn eine 

Gehörsverletzung zu bejahen ist, muss sie mit Blick auf die 

Verfahrensdauer und das Interesse des Beschwerdeführers an einem 

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raschen Abschluss des Verfahrens als leicht und geheilt angesehen 

werden, zumal der Beschwerdeführer sich im Rahmen eines doppelten 

Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht, das sowohl den 

Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann und damit volle 

Kognition hat, ausführlich zur besagten Beurteilung äussern konnte. 

Demzufolge ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht (allein) 

aufgrund einer Gehörsverletzung aufzuheben.

4. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihrer 

Abklärungspflicht gemäss Art. 43 ATSG rechtskonform nachgekommen ist 

und zu Recht eine Invaliditätsrente gemäss UVG (IV-Rente) bei einem 

Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 15 % zugesprochen hat. Unbestritten 

geblieben ist hingegen das Entstehen des Rentenanspruchs gemäss Art. 

19 Abs. 1 UVG mit Fallabschluss (vgl. BGE 134 V 109 E.4) wie auch die 

Integritätsentschädigung gemäss Verfügung vom 3. Januar 2019 (Bg-act. 

376), so dass diesbezüglich die Verfügung vom 3. Januar 2019 in 

Teilrechtskraft erwachsen ist.

5.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine Invali-

denrente, wenn er infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. In-

validität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dieser 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 

ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 

Einkommensdifferenz der IV-Grad bestimmen lässt (sog. allgemeine 

Methode des Einkommensvergleichs gemäss Art. 16 ATSG; vgl. dazu: 

BGE 145 V 141 E.3, 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 30 E.1).

6.1 Im Zusammenhang mit der Beurteilung eines 

unfallversicherungsrechtlichen Rentenanspruchs ist jeweils zu prüfen, in 

welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. 

Nach Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle 

oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare 

Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. 

6.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und (im 

Beschwerdefall das angerufene Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. 

Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch 

zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E.4 mit weiteren Hinweisen).

http://links.weblaw.ch/de/BGE-128-V-29

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7.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 43 ATSG gilt auch im 

Unfallversicherungsrecht der Untersuchungsgrundsatz. Demnach prüft der 

Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen 

von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Abs. 1). 

Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung 

notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu 

unterziehen (Abs. 2). Das heisst, Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) haben von sich aus für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen 

(KIESER, Kommentar zum ATSG, Zürich 2020, Art. 61 Rz. 107; RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, Zürich 

2012, Art. 1, S. 3 f.). Dabei sind Versicherungsträger und im Beschwerdefall 

das Gericht auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen 

angewiesen.

7.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

- 16 -

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 

134 V 231 E.5.1; 125 V 351 E.3a mit Hinweis). 

7.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b). In Bezug auf Berichte 

von Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3a 

sowie 3b/cc). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 

kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet und in sich widerspruchsfrei sind sowie keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der konsultierte Arzt in 

einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, die das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Begutachtung objektiv als begründet erscheinen 

lassen. Angesichts der erheblichen Bedeutung, die den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

medizinischen Berichterstatters allerdings ein strenger Massstab 

anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, Urteile des 

Bundesgerichts 9C_730/2018 vom 27. März 2019 E.5.1.2, 9C_351/2017 

vom 17. August 2017 E.3). Anspruch auf ein Gerichtsgutachten besteht 

rechtsprechungsgemäss, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem 

Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
http://links.weblaw.ch/de/BGE-139-V-225
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
http://links.weblaw.ch/de/9C_730/2018
http://links.weblaw.ch/de/9C_351/2017

- 17 -

beweiswertig sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_187/2017 vom 11. 

August 2017 E.2.4 und 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E.2.4; BGE 

137 V 210 E.4.4.1.5).

8.1. Vorliegend stützt sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der 

Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auf die kreisärztlichen Beurteilungen der 

Ärzte Dres. med. F._____ und G._____ von 26. März 2018 (Bg-act. 300), 

27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) und 9. April 2019 (Bg-act. 393) ab. Sie 

ging demzufolge im Einspracheentscheid vom 15. April 2019 davon aus, 

dass der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt die linke 

Hand als Hilfshand ganztägig einsetzen könne, sofern nur leichte 

Tätigkeiten mit dieser durchgeführt würden. Bei einem höhergradigen 

Anspruch an die linke Hand könnten zweimal täglich Pausen eingelegt 

werden, so dass die Arbeitsbelastung auf sechs Stunden pro Tag limitiert 

wäre (Bg-act. 394). Demgegenüber bestreitet der Beschwerdeführer die 

von den Kreisärzten ermittelte Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste 

Tätigkeit. Er gibt an, die Beurteilungen des behandelnden Arztes Dr. med. 

H._____ begründeten Zweifel an den entsprechenden Beurteilungen der 

Dres. med. F._____ und G._____. Der Sachverhalt sei daher aus 

medizinscher Sicht ungenügend abgeklärt, weshalb die Angelegenheit zur 

erneuten Abklärung und Neubeurteilung (insbesondere zwecks 

Durchführung einer umfassenden medizinischen Begutachtung des 

Beschwerdeführers durch einen externen Spezialarzt bzw. durch ein 

ärztliches Begutachtungsinstitut) an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen sei (vgl. Beschwerde Ziff. 1).

8.2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes, indem die Beschwerdegegnerin kein externes 

Gutachten eingeholt und lediglich auf die kreisärztlichen Beurteilungen 

abgestellt hat. Dazu ist unter Verweis auf BGE 135 V 465 E.4 festzuhalten, 

dass kein förmlicher Anspruch auf eine versicherungsexterne 

http://links.weblaw.ch/de/8C_187/2017
http://links.weblaw.ch/de/8C_348/2016
http://links.weblaw.ch/de/BGE-137-V-210

- 18 -

Begutachtung besteht. Vielmehr ist eine solche erst dann anzuordnen, 

wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 

der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (vgl. 

vorstehend Erwägung 7.3). Ob im vorliegenden Fall die bei den Akten 

liegenden medizinischen Berichte, insbesondere die Berichte des 

operierenden Arztes, Dr. med. H._____, zumindest geringe Zweifel an den 

versicherungsinternen Feststellungen zu begründen vermögen und 

dementsprechend die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen wäre, ein 

versicherungsexternes Gutachten in Auftrag zu geben, ist nachstehend zu 

prüfen.

9.1 Der Kreisarzt Dr. med. F._____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seiner Beurteilung vom 

26. März 2018 (Bg-act. 300) nach klinischer Untersuchung beider Hände 

des Beschwerdeführers fest, dass die dystrophe Reaktion im Bereich der 

linken Hand langsam rückläufig sei, nach wie vor aber bestehe eine 

ausgeprägte Allodynie, vor allem im Bereich des zweiten Strahls. Diese 

verunmögliche bis anhin, die linke Defekthand einzusetzen. Da bisher eine 

ergotherapeutische Behandlung in C._____ nicht habe realisiert werden 

können, fehle ein wichtiger Teil der Rehabilitation. Der Beschwerdeführer 

führe zwar etwa stündlich die Spiegeltherapie durch und nehme täglich 

Schmerzmittel ein. Es werde abgeklärt, ob tatsächlich keine 

ergotherapeutische Behandlungsmöglichkeit organisierbar sei. Ferner sei 

dem Beschwerdeführer empfohlen worden, durch ein alltägliches Training 

eine gewisse Desensibilisierung zu erreichen. Er gehe davon aus, dass die 

linke Hand wieder eingesetzt werden könne, für eine Tätigkeit als Chauffeur 

allerdings ohne höhere Belastungen beim Manipulieren des Ladeguts. An 

der rechten Hand liege auch eine (nicht-SUVA-versicherte) 

Amputationsverletzung im Bereich der Langfinger III und IV auf mittlerer 

Höhe der Mittelphalanx vor. Die beiden Stümpfe rechts seien indolent und 

widerstandsfähig. Der Beschwerdeführer sei daran sehr gut gewöhnt und 

- 19 -

habe eine freie Handfunktion mit kraftvollem Zupacken. Als einziges sei 

eine Kälteempfindlichkeit zurückgeblieben. Betreffend provisorisches 

Zumutbarkeitsprofil hielt Dr. med. F._____ fest, es sei davon auszugehen, 

dass die linke Hand für leichte Tätigkeiten ohne anspruchsvolle 

feinmotorische Ansprüche und ohne kraftvolles Zupacken wieder 

eingesetzt werden könne. Allerdings sei bis dahin noch von einem längeren 

Zeitbedarf auszugehen (Bg-act. 300/5).

9.2 Dr. med. H._____, Leitender Arzt der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, führte in seinem Bericht vom 8. November 

2018 (Bg-act. 354) nach klinischem Untersuch des Beschwerdeführers 

vom 30. Oktober 2018 zuhanden der Beschwerdegegnerin aus, klinisch 

bestehe weiterhin eine teigige Schwellung um Daumen-, Zeige- und 

Mittelfingerstumpf. Die Allodynie am Handrücken sei nur noch gering 

ausgeprägt, umso stärker palmarseitig im medianusversorgten Gebiet. 

Klein- und Ringfinger könnten frei bewegt werden. Ein Haltegriff zwischen 

Daumenstumpf und Ringfinger sei weder funktionell noch schmerzbedingt 

möglich. Die Hand werde nur als Hilfshand eingesetzt. Alltägliche 

Verrichtungen könne der Beschwerdeführer damit weitgehend selbständig 

durchführen, allerdings berichte er über häufige, stark einschiessende, 

plötzliche Schmerzen, welche eine kurzzeitige, vollständige 

Unbrauchbarkeit der Hand zur Folge hätten. Des Weiteren reagiere der 

Beschwerdeführer extrem auf Wärme- und Kälteeinwirkungen. Insgesamt 

habe sich bezüglich der erhobenen Befunde keine wesentliche Änderung 

gezeigt. Es bestehe immer noch ein erheblich ausgeprägtes CRPS mit 

deutlicher Allodynie und weitgehender Gebrauchsunfähigkeit der Hand. 

Die Diagnosen hätten sich nicht verändert. Bezüglich Therapievorschlägen 

lasse sich ebenfalls nichts Neues berichten (Bg-act. 354/2). 

9.3 Der Kreisarzt Dr. med. G._____, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein-, 

Unfall- und Handchirurgie, Mitglied FMH, kam in seiner Aktenbeurteilung 

- 20 -

vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) zum Schluss, dass der medizinische 

Endzustand erreicht sei. In der angestammten Tätigkeit als 

Lastwagenchauffeur sei die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben. Bei 

leidensadaptierter Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könne die 

linke Hand als Hilfshand ganztägig eingesetzt werden. Die Restfolgen 

seien dauernd und erheblich (Bg-act 383/4).

9.4 In der Aktenbeurteilung vom 9. April 2019 (Bg-act. 393) hielt Dr. med. 

G._____ erneut fest, dass der medizinische Endzustand erreicht sei und 

wiederholte, dass in der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur 

die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben sei. Bei einer leidensadaptierten 

Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könne die linke Hand als 

Hilfshand ganztägig eingesetzt werden, sofern nur leichte Tätigkeiten mit 

der linken Hand durchgeführt werden müssten. Bei höhergradigem 

Anspruch an die linke Hand könnten zweimal täglich Pausen eingelegt 

werden, so dass die Arbeitsbelastung auf sechs Stunden pro Tag limitiert 

sei. Für eine detailliertere Stellungnahme wäre ein Arbeitsprofil notwendig 

(Bg-act. 393/3).

9.5 Auf entsprechendes Ersuchen des Beschwerdeführers nahm Dr. med. 

H._____ im Bericht vom 9. Mai 2019 (Beilagen Beschwerdeführer [Bf-act.] 

1) Stellung zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Dieser hielt fest, Stand 

letzter Untersuchung am 30. Oktober 2018 habe der Beschwerdeführer 

eine weiterhin annährend gebrauchsunfähige Hand demonstriert, welche 

nur für kurzzeitige Verrichtungen bezüglich Essen und Körperpflege 

benutzt werden könne. Auch leicht manuelle Tätigkeiten über einen 

Zeitraum länger als einige Minuten seien nicht möglich gewesen. Zusätzlich 

habe sich eine nun wieder ausgeprägte und tendenziell zunehmende 

Allodynie in den radialen drei Strahlen gefunden, welche jegliche Art von 

kräftigem Zugreifen verunmöglicht habe. Laut Integritätsschaden-Tabelle 

der SUVA werde eine Einsteifung des Handgelenkes in Beugung oder 

- 21 -

Streckung von 45° mit 30 % und eine Amputation der Hand auf 

Handgelenkshöhe mit 40 % Integritätsschaden bewertet. Selbst der Verlust 

der radialen drei Strahlen werde bereits mit 35 % bewertet. Aus diesem 

Grund scheine der angegebene IV-Grad deutlich zu niedrig berechnet. 

Gemäss Ansicht von Dr. med. H._____ könne von einem Schaden 

zwischen 30 % und 35 % ausgegangen werden. In jedem Fall wäre nach 

Ansicht von Dr. med. H._____ eine gutachterliche Abklärung 

wünschenswert und zu unterstützen. 

10.1 Vorliegend ist unstreitig, dass der Beschwerdeführer in der angestammten 

Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr arbeitsfähig ist. Fraglich ist, 

inwieweit der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig 

ist bzw. welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer noch zumutbar sind. 

10.2 Der Kreisarzt Dr. med F._____ ging in seiner Beurteilung vom 26. März 

2018 (Bg-act. 300) bzw. im provisorischen Zumutbarkeitsprofil davon aus, 

dass die linke Hand für leichte Tätigkeiten ohne anspruchsvolle 

feinmotorische Ansprüche und ohne kraftvolles Zupacken wieder 

eingesetzt werden könne. Gleichzeitig hielt er allerdings fest, dass bis dahin 

noch von einem längeren Zeitbedarf auszugehen sei (Bg-act. 300/5). Die 

Ausführungen von Dr. med. F._____ sind damit bezüglich Zeithorizont und 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers noch sehr vage, zumal der 

Beschwerdeführer dannzumal noch angab, etwa stündlich während ca. 

einer halben Minute eine Spiegeltherapie durchzuführen, um die 

Schmerzsymptomatologie zu lindern (Bg-act. 300/3). Dr. med. F._____ 

konnte beides offenbar noch nicht abschätzen. Knapp zwei Jahre zuvor, 

am 30. Juli 2016, hatte der Kreisarzt Dr. med. F._____ selbst festgehalten, 

dass mit einer hochgradig verminderten Gebrauchsfähigkeit dieser Hand 

zu rechnen sei (Bg-act. 196). Ebenfalls äusserte er am 28. Oktober 2017 

zwar eine günstige Prognose, allerdings mit erheblichem Defektzustand 

(Bg-act. 268). Ebenso hielt er am 17. Januar 2018 fest: "Sehr komplexe 

Situation. Bitte besprechen. Demnächst sollte der Versicherte gem. letztem 

- 22 -

Bericht KSSG sich doch nochmals dort zeigen. Sobald Endzustand 

absehbar, ev. stat. EFL" (Bg-act. 279). Demzufolge ist die Beurteilung von 

Kreisarzt Dr. med. F._____ zu vage, um auf diese betreffend 

Zumutbarkeitsprofil abstellen zu können. Hinzu kommt, dass die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juli 2019 selbst 

ausführt, Dr. med. F._____ habe am 28. März 2018 lediglich zum 

provisorischen Zumutbarkeitsprofil Stellung genommen (vgl. 

Vernehmlassung Ziff. 7.10) und damit selber letztlich nicht auf diese 

Beurteilung abstellt, sondern vielmehr auf diejenigen des Kreisarztes Dr. 

med. G._____ vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) und 9. April 2019 

(Bg-act. 393). 

10.3 Bei den beiden Beurteilungen von Dr. med. G._____ vom 27. Dezember 

2018 (Bg-act. 383) und 9. April 2019 (Bg-act. 393) handelt es sich um reine 

Aktenbeurteilungen. Eine Untersuchung des Beschwerdeführers fand 

beide Male nicht statt. Beide Aktenbeurteilungen wiedergeben denn auch 

über mehrere Seiten hinweg die bisherige medizinische Aktenlage, 

wogegen die eigentliche Beurteilung sehr knapp ausfällt. In seiner 

Beurteilung vom 27. Dezember 2020 kommt Dr. med. G._____ zum 

Schluss, dass bei leidensadaptierter Tätigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt die linke Hand als Hilfshand ganztätig eingesetzt werden 

könne (Bg-act. 383/4). Diese Schlussfolgerung begründet er in keiner 

Weise. Dies obwohl der den Beschwerdeführer seit 2015 behandelnde Arzt 

Dr. med. H._____ in seinem Untersuchungsbericht vom 8. November 2018 

(Bg-act. 354) ausführte, dass immer noch häufig starke Schmerzen beim 

Beschwerdeführer auftreten würden, die eine kurzzeitige vollständige 

Unbrauchbarkeit der Hand zur Folge hätten. Diese Ausführungen lassen 

(zumindest) gewisse Zweifel an der von Dr. med. G._____ gemachten 

Schlussfolgerung der ganztägigen Einsetzbarkeit der linken Hand 

aufkommen. Dr. med. G._____ setzt sich denn auch ansonsten in keiner 

Weise mit dem Untersuchungsbericht von Dr. med. H._____ vom 8. 

- 23 -

November 2018 (Bg-act. 354) auseinander, welcher den Beschwerdeführer 

letztmals am 30. Oktober 2018 untersuchte. Dies wäre allerdings 

notwendig gewesen, um seine Schlussfolgerung nachvollziehbar zu 

begründen, zumal Dr. med. H._____ im besagten Untersuchungsbericht 

tendenziell eine Neigung zur Verschlechterung bezüglich der 

Schmerzsituation feststellte und nebst den bereits erwähnten 

einschiessenden Schmerzen auch festhielt, dass ein Haltegriff zwischen 

Daumenstumpf und Ringfinger weder funktionell noch schmerzbedingt 

möglich sei und noch immer ein erheblich ausgeprägtes CRPS mit 

deutlicher Allodynie und weitgehender Gebrauchsunfähigkeit der Hand 

bestehe (Bg-act. 354/2). 

Das Gleiche gilt auch für die Schlussfolgerung von Dr. med. G._____ in 

seiner Aktenbeurteilung vom 9. April 2019 (Bg-act. 393), in welcher er seine 

bisherige Beurteilung betreffend ganztägige Einsetzbarkeit der linken Hand 

als Hilfshand dahingehend einschränkte, wonach nur leichte Tätigkeiten 

mit der linken Hand durchgeführt werden und bei höhergradigem Anspruch 

an die linke Hand zweimal täglich Pausen eingelegt werden könnten, so 

dass die Arbeitsbelastung auf sechs Stunden pro Tag limitiert sei (Bg-act 

393/3). Auch hier fehlt es gänzlich an einer Begründung für diese neu 

aufgenommene Limitierung und einer Auseinandersetzung mit den 

ärztlichen Berichten von Dr. med. H._____. Zwar wird mit der neuen 

Limitierung, insbesondere dem Pausenbedarf, allenfalls der von Dr. med. 

H._____ in seinem Bericht vom 8. November 2018 (Bg-act. 354/2) 

erwähnten kurzzeitigen, vollständigen Unbrauchbarkeit der Hand 

Rechnung getragen. Allerdings erscheint auch diese ergänzte 

Zumutbarkeitsbeurteilung äusserst fraglich, da Dr. med. H._____ in seinem 

Bericht vom 9. Mai 2019 (Bf-act. 1) zum Stand nach der letzten 

Untersuchung vom 30. Oktober 2018 festhielt, dass selbst leichte manuelle 

Tätigkeiten über einen Zeitraum länger als einige Minuten nicht möglich 

gewesen seien und die Hand nur für kurzzeitige Verrichtungen bezüglich 

- 24 -

Essen und Körperpflege benutzt werden könne. Dieser Bericht datiert zwar 

nach dem ergangenen Einspracheentscheid vom 15. April 2019 (Bg-act. 

394), wiedergibt aber den medizinischen Stand nach der letzten 

Untersuchung vom 30. Oktober 2018 und betrifft damit den Sachverhalt vor 

Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids, weshalb dieser zu 

berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_564/2018 vom 23. 

Januar 2019 E.5.1). Letztlich führt Dr. med. G._____ in seiner 

Aktenbeurteilung vom 9. April 2019 sodann sogar selber aus, dass für eine 

detailliertere Stellungnahme ein Arbeitsprofil notwendig wäre (Bg-act. 

393/3). Ein solches wurde allerdings nicht gemacht, weshalb auch völlig 

unklar bleibt, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer überhaupt noch 

zumutbar sind.

10.4 In Bezug auf Dr. med. H._____ ist denn auch nicht davon auszugehen, 

dass seine Ausführungen eher zugunsten des Beschwerdeführers 

erfolgten. Der Beschwerdeführer wird seit Sommer 2015 im Spital X._____ 

ärztlich betreut. Die Verlaufsberichte des Spitals X._____ bzw. von Dr. 

med. H._____ sind seit 2015 stringent und es liegen keine Anhaltspunkte 

vor, dass versicherungsrechtliche Überlegungen einflossen (vgl. Bg-act. 

86, 118, 119, 121, 124, 125, 140, 141, 146, 147, 153, 167, 174, 184, 214, 

221, 253, 254, 257, 262, 275, 295, 299, 354). Zudem steht Dr. med. 

H._____ als leitender Arzt der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie am Spital X._____ nicht in einer besonders 

nahen Vertrauensstellung zum Beschwerdeführer. 

10.5 Folglich ergibt sich, dass die Beurteilungen des Kreisarztes Dr. med. 

G._____ vom 27. Dezember 2018 (Bg-act. 383) und vom 9. April 2019 (Bg-

act. 393) bezüglich der medizinischen Situation bzw. der 

Gebrauchsfähigkeit der linken Hand und der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers nicht schlüssig und seine Schlussfolgerungen nicht 

ausreichend und nachvollziehbar begründet sind. Hinzu kommt, dass sich 

- 25 -

aus den bisherigen Untersuchungen und Akten erhebliche Diskrepanzen 

ergeben und die Ausführungen von Dr. med. H._____ in seinen Berichten 

vom 8. November 2018 (Bg-act. 354) und 9. Mai 2019 (Bf-act. 1) geeignet 

sind, zumindest geringe Zweifel an den Einschätzungen des Kreisarztes 

Dr. med. G._____ zu wecken. Für die Frage der Arbeitsfähigkeit kann 

jedoch vorliegend mangels zuverlässiger Entscheidgrundlage auch nicht 

auf die übrigen ärztlichen Beurteilungen, insbesondere diejenigen von Dr. 

med. H._____, abgestellt werden, da sich dieser dazu nicht explizit äussert. 

Demzufolge sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Die 

Beschwerdegegnerin hat ein versicherungsexternes fachärztliches 

Gutachten zur Frage der funktionellen Leistungsfähigkeit der linken Hand 

und der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzuholen. Der/die 

zu beauftragende Gutachter/in wird sich zur Frage über die 

Gebrauchsfähigkeit der linken Hand als Hilfshand an sich wie auch über 

Gebrauchsfähigkeit der linken Hand für leidensangepasste Tätigkeiten zu 

äussern haben. Dabei wird der/die Gutachter/in auch den Umstand 

berücksichtigen müssen, dass die dominante rechte Hand des 

Beschwerdeführers ebenfalls, wenn auch nicht SUVA-versichert 

teilamputierte Finger (Mittel- und Ringfinger) aufweist. Nach Vorliegen des 

versicherungsexternen fachärztlichen Gutachtens wird die 

Beschwerdegegnerin über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers 

neu zu verfügen haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_661/2019 vom 

23. Januar 2020 E.4.2.f).

11. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die medizinische 

Beweislage in Bezug auf die Frage der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers unvollständig ist und keine zuverlässige Beurteilung 

erlaubt. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden 

medizinischen Abklärung durch einen externen Spezialarzt bzw. ein 

- 26 -

ärztliches Begutachtungsinstitut an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

12.1 Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale Be-

schwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 

lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. 

12.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende 

Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung der Sache 

an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid gilt als 

vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_192/2017 vom 

25. August 2017 E.8.1), weshalb der anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Diese wird 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit 

des Prozesses bemessen. Die vom Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers eingereichte Honorarnote vom 26. August 2019 beläuft 

sich auf Fr. 4‘775.40 (18.85 Stunden à Fr. 250.-- gemäss Vollmacht mit 

Honorarvereinbarung vom 9. Januar 2019 zuzüglich Spesen von Fr. 

62.90). Der geltend gemachte Aufwand erscheint dem Gericht als 

angemessen. Ein Zuschlag für die Mehrwertsteuer ist aufgrund des 

ausländischen Wohnsitzes des Beschwerdeführers hierbei nicht zu 

berücksichtigen. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin den 

Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 4‘775.40 (inkl. Spesen) 

aussergerichtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 15. April 2019 wird aufgehoben und die Sache 

http://links.weblaw.ch/de/9C_995/2012

- 27 -

zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu 

neuem Entscheid an die SUVA zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat A._____ 

aussergerichtlich mit Fr. 4‘775.40 (inkl. Spesen) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

 

5. [Mitteilungen]