# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78a6fcce-8a9e-5ed1-8e0b-fe631d885519
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.01.2013 IV 2011/36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-36_2013-01-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/36

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 04.01.2013

Entscheiddatum: 04.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 04.01.2013
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Bei einer Arbeitsfähigkeit adaptiert von 50% ist 
dem Beschwerdeführer infolge seiner vielschichtigen Einschränkungen ein 
Abzug vom Tabellenlohn von 20% zu gewähren. Damit hat er Anspruch auf 
eine Dreiviertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 4. Januar 2013, IV 2011/36).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

 

Entscheid vom 4. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

 

Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___ meldete sich am 10./14. August 2008 bei der Invalidenversicherung an und 

beantragte Massnahmen zur beruflichen Eingliederung und eine Rente (act. G 4.1/1). 

Seit 5. März 2008 war er auf Grund eines Bandscheibenvorfalls LWK4/5 links mit 

lumboradikulärem Schmerzsyndrom von seinem Hausarzt Dr. med. B.___, FMH Innere 

Medizin, zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden (vgl. Arztzeugnis vom 22. Mai 

2008, act. G 4.2). Am 8. April 2008 war er deswegen in der Neurochirurgie des 

Kantonsspitals St. Gallen operiert worden (act. G 4.1/17-5f.). Im Arztbericht vom 4. 

März 2009 diagnostizierte der Hausarzt mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

chronisches lumbo-vertebrales Syndrom bei degenerativen Diskopathien lumbal, eine 

Hypertonie, Verdacht auf hypertensive Kardiomyopathie, eine Cephalea sowie 

chronische Magenschmerzen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine 

Depression seit 2004 und ein Tinnitus seit 2005. Der Versicherte sei seit der Operation 

vom 8. April 2008 als Bauarbeiter zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.1/32).

A.b   Am 26. Mai 2009 fand eine zweite Rückenoperation statt. Danach litt der 

Versicherte laut Bericht seines Hausarztes vom 17. August 2009 jedoch unverändert an 

Rückenschmerzen (act. G 4.1/47).

A.c   Dr. med. C.___, Spezialarzt FMH für Ohren-, Nasen-, Halsheilkunde, Hals- und 

Gesichtschirurgie, hielt im Schreiben vom 10. September 2009 fest, beim Versicherten 

sei auf Grund seiner Hörproblematik (Einschränkung der Hörschwelle und Tinnitus) im 

angestammten oder auch einem anderen Beruf höchstens von einer Arbeitsunfähigkeit 

von 5 - 10% auszugehen (act. G 4.1/50).

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A.d   Am 16. und 18. Februar 2010 wurde der Versicherte in der MEDAS-

Zentralschweiz internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet. Im 

Gutachten vom 6. Mai 2010 wurden als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom und chronische, linksbetonte 

Ischialgien bei residueller linksforaminaler Diskushernie L4/5 ohne Wurzelkompression 

und bei Status nach Diskushernienoperationen L4/5 2008 und 2009, eine 

Handgelenksarthrose rechts (radioulnar, radiokarpal, interkarpal, karpometakarpal; MRI 

2005) und ein Verdacht auf Chondrokalzinose (rechtes Knie, rechtes Handgelenk) 

festgehalten. Die Gutachter schätzten die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

auf 0%, diejenige in einer angepassten Tätigkeit auf 50% (act. G 4.1/64). RAD-Arzt Dr. 

D.___ fand das Gutachten als nachvollziehbar. Er empfahl die Einleitung beruflicher 

Massnahmen (act. G 4.1/65).

A.e   Gemäss dem Schlussbericht der Eingliederungsverantwortlichen vom 3. Juli 2010 

sah sich der Versicherte nicht in der Lage, eine adaptierte Tätigkeit im Rahmen von 

50% auszuüben. Daher wurde die Eingliederung abgeschlossen (act. G 4.1/69) und der 

Abschluss der Arbeitsvermittlung am 28. September 2010 durch die IV-Stelle verfügt 

(act. G 4.1/89).

A.f    Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (sowohl bezüglich Eingliederung 

wie Rente, act. G 4.1/80, G 4.1/88) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit 

Verfügung vom 23. Dezember 2010 eine halbe Rente ab 1. März 2009 bei einem 

Invaliditätsgrad von 57% zu (act. G 4.1/92).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende im Namen des Versicherten 

erhobene Beschwerde von Fürsprecher M. Büchel, Oberuzwil, vom 27. Januar 2011 

mit dem Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache einer 

ganzen Invalidenrente rückwirkend ab 1. März 2009. Eventualiter sei dem 

Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. März 2009 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung macht er geltend, dass die 

Restarbeitsfähigkeit auf Grund der verschiedenen Einschränkungen des 

Beschwerdeführers nicht mehr als wirtschaftlich verwertbar erscheine, weshalb eine 

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volle Erwerbsunfähigkeit vorliege. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer zusätzlich 

zum Teilzeitabzug von 10% ein Leidensabzug von 15% zu gewähren, da er auf Grund 

seines fortgeschrittenen Alters, seiner fehlenden Deutschkenntnisse und seiner 

gesundheitlichen Behinderungen kaum mehr einen Arbeitgeber finden werde, der ihn 

einstellen würde. Unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Invalideneinkommen von 

25% resultiere ein Invaliditätsgrad von 64.4% und damit ein Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente (act. G 1).

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 9. März 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies damit, dass der 

Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter im Baugewerbe mit einem Einkommen von 

Fr. 63'245.-- im Jahr 2008 überdurchschnittlich viel verdient habe. Im Vergleich dazu 

habe der Tabellenlohn nämlich lediglich Fr. 59'979.-- betragen. Da der 

Beschwerdeführer nicht mehr jeder Hilfstätigkeit nachgehen könne, werde er 

voraussichtlich nicht mehr einen überdurchschnittlichen, sondern nur noch einen 

durchschnittlichen Lohn erzielen. Durch die Berücksichtigung des Tabellenlohns werde 

somit bereits ein Abzug von 5% gewährt. Männer, welche mit einem Pensum zwischen 

50% und 74% arbeiteten, verdienten 10% weniger. Deshalb sei noch ein Teilzeitabzug 

von 10% berücksichtigt worden. Es sei nicht möglich, einen weiteren Abzug zu 

gewähren. Der Beschwerdeführer habe Anspruch auf eine halbe Rente (act. G 4).

B.c   Mit Replik vom 13. April 2011 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest 

(act. G 6). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. 

G 8).

 

Erwägungen:

1.        

Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die dem Beschwerdeführer attestierte Rest­

arbeitsfähigkeit von 50% noch verwertbar ist und falls ja, von welchem 

Invalideneinkommen auszugehen ist. Während die Beschwerdegegnerin dem 

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Beschwerdeführer einen Abzug vom Tabellenlohn von 10% gewährte, verlangt dieser 

einen solchen von 25% und damit mindestens die Ausrichtung einer Dreiviertelsrente.

2.        

2.1    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2    Es besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 

60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch 

auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.     

3.1    Das MEDAS-Gutachten attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit 

von 50% in einer adaptierten Tätigkeit. Diese Einschätzung stützte sich auf die 

Diagnosen eines chronischen Lumbovertebralsyndroms und chronischer linksbetonter 

Ischialgien bei residueller linksforaminaler Diskushernie L4/5 ohne Wurzelkompression 

und bei Status nach Diskushernienoperationen L4/5 2008 und 2009, auf die Diagnose 

einer Handgelenksarthrose rechts (radioulnar, radiokarpal, interkarpal, 

karpometakarpal; MRI 2005) und diejenige eines Verdachts auf Chondrokalzinose 

(rechtes Knie, rechtes Handgelenk). Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert hielten die Gutachter zudem 

Augenprobleme mit Visusverminderung, wahrscheinlich kongenital, am rechten Auge 

(unkorrigiert 0.15), mit rechtsbetonter Anisohyperopie und mit Sicca-Syndrom 

(anamnestisch), eine Hochtonschwerhörigkeit, linksbetont mit Hörgeräten beidseits, 

eine arterielle Hypertonie, wahrscheinlich essentiell, Erstdiagnose 2005, aktuell 

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135/100mmHg bei positiver Familienanamnese (Mutter) sowie Nikotinabusus (20 

Zigaretten pro Tag, zirka 50 py) mit chronischer Bronchitis fest. In der angestammten 

Tätigkeit als Bauarbeiter schätzten sie die Arbeitsfähigkeit auf 0% der Norm, wobei die 

rheumatologischen Befunde die Grenzen setzen würden. Dasselbe gelte auch für alle 

anderen körperlichen Schwerarbeiten, für solche in fast ausschliesslich stehender oder 

vornüber geneigter Position sowie solche mit regelmässigem Heben von schweren 

Gewichten oder häufigem kraftaufwändigem Faustschluss (act. G 4.1/64-17f.). Der 

rheumatologische Gutachter Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Physikalische Medizin 

und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, hielt zudem in seinem 

Teilgutachtensbericht vom 1. März 2010 eine leichte manuelle Berufstätigkeit ohne 

stereotype Bewegungsabläufe in Bezug auf die Handgelenke und ohne monotone 

Arbeitspositionen, speziell auch ohne Sitzzwang, als zumutbar, sofern regelmässige 

Positionswechsel zugelassen würden (z.B. feinere Reinigungsarbeiten, 

Kontrollarbeiten). Unter diesen Bedingungen sei eine 50%ige Arbeitstätigkeit zumutbar 

(4 bis 4.5 Stunden pro Arbeitstag an fünf aufeinander folgenden Wochentagen, act. 

G 4.1/64-26). Demgegenüber stellte der psychiatrische Gutachter Dr. med. F.___, FMH 

für Psychiatrie und Psychotherapie, keine psychiatrische Diagnose bzw. sah aus 

psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1/64-27ff.). 

Diese Gutachtensbeurteilungen werden vom Beschwerdeführer zu Recht nicht 

beanstandet. Wie der RAD-Arzt Dr. med. D.___, Facharzt für Innere Medizin, 

Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, festhält, ist das 

MEDAS-Gutachten umfassend, kohärent und widerspruchsfrei. Es kann darauf 

abgestellt werden.

3.2    Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die gegebene Restarbeitsfähigkeit 

nicht mehr als wirtschaftlich verwertbar erscheine. Es ist deshalb zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit von 50% adaptiert erwerblich umzusetzen 

vermag. Referenzpunkt für diese Verwertung ist der hypothetische ausgeglichene 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um 

einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der 

Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der 

Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot 

von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der 

von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar 

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sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen 

wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes; Letzteres gilt auch im Bereich der un- 

und angelernten Arbeitnehmer. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im 

Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu 

verwerten (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die 

Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den 

konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob 

sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 

1998 S. 291). Für den Beschwerdeführer stehen - trotz seiner gesundheitlichen 

Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend 

leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, sodass nicht von 

realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren 

Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Denn die zumutbare Tätigkeit ist vorliegend 

nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Der 

Beschwerdeführer verkennt den rein hypothetischen Charakter des ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes, an dem festzuhalten ist, weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und 

Invalidität voneinander abgegrenzt werden können. So geht es beim als ausgeglichen 

unterstellten Arbeitsmarkt nicht um offene Stellen, sondern um (gesundheitlich 

zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur 

her, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (vgl. nicht 

veröffentlichtes Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 

2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Juli 2003, I 758/02).

4.        

4.1    Damit bleibt die Höhe des Invaliditätsgrads zu prüfen. Es ist unbestritten, dass 

die Berechnung nach der Einkommensvergleichsmethode (vgl. dazu BGE 128 V 30 E. 

1, 104 V 136 E. 2a und b) zu geschehen hat. Für die Ermittlung des 

Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 

(allfälligen) Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde hätte verdienen können. Dabei wird - primär aus 

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Beweisgründen - in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre. Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende hätte der 

Beschwerdeführer bei der G.___ AG, bei welcher er seit 1981 als Bauarbeiter tätig war, 

ab 1. Januar 2008 einen AHV-pflichtigen Jahreslohn von Fr. 63'245.-- erzielt (act. 

G 4.1/14-3). Nachdem der Rentenbeginn anerkanntermassen auf März 2009 

festzusetzen ist, ist unter Berücksichtigung der Teuerung von 2.1% im Jahr 2009 von 

einem Valideneinkommen von Fr. 64'573.-- auszugehen.

4.2    Für die Ermittlung der Höhe des Invalideneinkommens ist primär von der 

beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret 

steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich 

weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 

jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf 

Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer 

Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. 

Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom 

Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 

herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1). Gemäss LSE 2009 ist daher von einem 

Hilfsarbeitereinkommen von Fr. 61'240.-- auszugehen bzw. unter Berücksichtigung der 

50%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von einem Einkommen von 

Fr. 30'620.--. Dies ist soweit unbestritten.

4.3    Streitig ist demgegenüber die Höhe des Abzugs vom Invalideneinkommen. Nach 

der Rechtsprechung ist ein solcher Abzug gerechtfertigt, wenn im Einzelfall 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein Versicherter, der gesundheitsbedingt lediglich 

noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu 

verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche und berufliche Merkmale 

(Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a 

mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der eine Schätzung darstellt und von 

der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein 

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Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen 

(BGE 126 V 75 E. 6).

4.3.1           Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer einen Abzug für 

Teilzeitarbeit von 10% gewährt, welcher auf Grund der 50%igen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit zu Recht zu berücksichtigen ist. Im Weiteren macht die 

Beschwerdegegnerin jedoch geltend, der Beschwerdeführer habe - obgleich er 

ungelernt sei - als Hilfsarbeiter im Baugewerbe im Jahr 2008 mit Fr. 63'245.-- 

überdurchschnittlich viel verdient. Der Tabellenlohn 2008 für Hilfsarbeiter betrage 

nämlich lediglich Fr. 59'979.--. Da er nun nicht mehr jeder Hilfsarbeitertätigkeit 

nachgehen könne, werde er voraussichtlich nicht mehr einen überdurchschnittlichen, 

sondern nur noch einen durchschnittlichen Lohn erzielen. Durch die Berücksichtigung 

des Tabellenlohns werde somit bereits ein Abzug von 5% gewährt. Mehr sei nicht 

möglich. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Bei der 

Einkommensvergleichsmethode wird ja gerade das Validen- mit dem 

Invalideneinkommen verglichen und auf Grund möglichst exakter Grundlagen geprüft, 

wie hoch die finanzielle Einbusse der versicherten Person ausgedrückt in der 

Verhältniszahl des Invaliditätsgrads auf Grund ihres Gesundheitsschadens ist. Hat eine 

versicherte Person, unabhängig von ihrer Ausbildungsstufe, während längerer Zeit viel 

mehr verdient, als was ihr nach Eintritt eines Gesundheitsschadens noch möglich und 

zumutbar ist, wird ihr Invaliditätsgrad dementsprechend höher ausfallen. 

Demgegenüber fällt er umso tiefer aus, wenn sie ohne Gesundheitsschaden lediglich 

wenig mehr verdiente als mit den gesundheitlichen Einschränkungen. Im Übrigen dürfte 

aber der Lohn des Beschwerdeführers, den er als Gesunder erzielte, sowieso nicht mit 

dem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn verglichen werden. Der Beschwerdeführer 

arbeitete in einer körperlich sehr anstrengenden Tätigkeit als Bauarbeiter und 

unterstand dadurch dem Landesmantelvertrag für das Schweizerische 

Bauhauptgewerbe (LMV 2008, vgl. act. G 4.1/14-2f.). Daher hätte bei fehlenden 

konkreten Lohnangaben auf diesen abgestellt werden müssen. Laut Art. 41 des LMV 

2008 betrug der Basislohn für Bauarbeiter mit Fachkenntnissen, worunter der 

Beschwerdeführer auf Grund seiner langjährigen Berufserfahrung fallen dürfte, im Jahr 

2008 Fr. 61'945.-- (Fr. 4'765.-- x 13) bzw. im Jahr 2009 Fr. 63'492.-- (Fr. 4'884.-- x 13). 

Aber auch gemäss LSE TA1 des Baugewerbes (Ziff. 45) wäre für das 

Valideneinkommen auf einen vergleichbaren Lohn abzustellen. Ausgehend von einem 

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durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 5'150.-- (Anforderungsniveau 4) ergäbe sich ein 

Jahreslohn von Fr. 61'800.-- (Fr. 5'150.-- x 12) bzw. umgerechnet auf die 

durchschnittliche Arbeitszeit im Jahr 2009 von 41.6 Stunden/Woche und angepasst an 

die Nominallohnentwicklung 2009 von 2.1% ein Betrag von Fr. 65'622.--. Somit ist 

beim Jahreslohn des Beschwerdeführers 2008 keinesfalls von einem 

überdurchschnittlichen Einkommen auszugehen.

4.3.2           Weiter ist bezüglich des Abzugs vom Tabellenlohn zu berücksichtigen, 

dass die Lohnstrukturerhebungen auch Löhne für körperlich schwere Tätigkeiten 

beinhalten, die in der Regel besser entlöhnt werden und welche der Beschwerdeführer 

nicht mehr ausüben kann. Ein solcher Nachteil ist mit dem (behinderungsbedingten) 

Abzug auszugleichen (BGE 129 V 481 f. E. 4.2.). Vorliegend verrichtete der 

Beschwerdeführer ohne berufliche Ausbildung während des ganzen Erwerbslebens 

schwere Arbeiten. Nun ist er auch für leichte Arbeiten auf Grund seiner 

Handgelenksarthrose relativ erheblich eingeschränkt und muss in einer neuen Tätigkeit 

in der Lage sein können, seine Arbeitsposition regelmässig zu wechseln. Damit wird er 

sich bei der Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit in anderen Tätigkeiten mit 

Lohnnachteilen konfrontiert sehen.

4.3.3           Auch kann die Feststellung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit aus 

ophthalmologischer Sicht nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Beschwerdeführer 

auf Grund des verminderten Sehvermögens, insbesondere des fehlenden 

Stereosehens (vgl. act. G 4.1/34-2), auch für leichte Tätigkeiten nur noch beschränkt 

einsatzfähig ist, womit er gegenüber gesunden Hilfsarbeitern mit einer tieferen 

Entlöhnung zu rechnen hat.

4.3.4           Hinsichtlich der Frage des Alters als Abzugsgrund sprach sich das Bundes­

gericht zwar vereinzelt dagegen aus (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. Oktober 

2007, 9C_610/07, E. 4.3 und vom 22. Januar 2007, I 304/06 E. 4.2, sowie Urteile des 

EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.2, und vom 20. Juli 2003, I 39/04, E. 2.4). In 

der Mehrheit der seit BGE 126 V 75 ergangenen Rechtsprechung wird jedoch das 

fortgeschrittene Alter (ab 50 Jahren) als Abzugsgrund zugelassen (vgl. etwa Urteile des 

EVG vom 10. Mai 2002, I 481/01, E. 4c, vom 27. Januar 2003, U 245/02, E. 3.2.2, vom 

13. September 2004, I 511/03, E. 5.3, vom 4. Juni 2004, I 617/03, E. 5.2, vom 23. 

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November 2004, I 106/04, E. 5.2.2, vom 15. März 2006, U 471/05, E. 4.2.3, und vom 

5. September 2006, I 447/06, E. 3.2.2 sowie des Bundesgerichts vom 10. November 

2009, 8C_9/2009, E. 4.4.3, vom 19. Januar 2009, 9C_93/2008, E. 7.3, vom 30. 

September 2008, 9C_677/2008, vom 22. April 2010,9C_17/2010, E. 3.3.3, vom 

10. Februar 2011, 9C_617/2010, E. 4.3, vom 22. Februar 2011, 9C_678/2010, E. 3.4.4, 

vom 29. September 2010, 9C_686/2010, E. 2.2.3 und vom 5. August 2011, 

9C_436/2011, E. 3.3). Massgebend ist insbesondere die Tatsache, dass es für 

entlassene ältere Arbeitskräfte - v.a. mit vergleichsweise schlechten Qualifikationen - 

schwieriger ist, eine Stelle zu finden als für jüngere, so dass sie bei Wiedereinstellung 

mit "deutlichen" Lohneinbussen zu rechnen haben (Seco, Die Arbeitsmarktfähigkeit der 

älteren Arbeitnehmenden, 2005, Bundesamt für Statistik, Erwerbstätigkeit der 

Personen ab 50 Jahren, 2008, [Fn. 18], S. 13). Das ist vorliegend beim 

Beschwerdeführer mit Jahrgang 1954 zu berücksichtigen.

4.3.5           Auch wenn die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je 

niedriger das Anforderungsprofil ist (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 27. August 2008, 

8C_780/2007), wirkt sich der Umstand, dass der Beschwerdeführer als neu 

Anzustellender nicht mehr vom bisher erworbenen 27-jährigen Dienstalter (von März 

1981 bis März 2008 als Bauarbeiter bei derselben Arbeitgeberin tätig, act. G 4.1/14-2) 

profitieren kann, zusätzlich lohnsenkend aus. Dazu kommt der Nachteil, dass die 

langjährige und einseitige Ausübung der Bauarbeitertätigkeit die berufliche 

Umorientierung erschwert.

4.3.6           In Würdigung der gesamten Umstände folgt, dass die Unmöglichkeit, 

besser entlöhnte Schwerarbeit zu leisten, die reduzierte Einsatzfähigkeit wegen dem 

verminderten Sehvermögen, das fortgeschrittene Alter und die Umstände der 

beruflichen Umorientierung eine Abweichung vom statistischen Lohn rechtfertigen. Das 

Zusammenwirken zwischen invaliditätsbegründeten und -fremden Faktoren ist mit dem 

in der angefochtenen Verfügung gewährten Leidensabzug von 10% nicht ausreichend 

berücksichtigt; vielmehr ist der Abzug auf 20% festzusetzen.

4.4    Damit ist das Invalideneinkommen ausgehend von einer 50%-igen 

Arbeitsunfähigkeit und eines Leidensabzugs von 20% auf Fr. 24'496.-- festzusetzen 

([Fr. 30'620.--] - 20%). Wird das Invalideneinkommen in Beziehung gesetzt zum 

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Valideneinkommen von Fr. 64'573.-- resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 

40'077.--. Diese entspricht einem Invaliditätsgrad von 62%. Der Beschwerdeführer hat 

somit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 

IVG).

5.      

5.1    Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung vom 23. Dezember 2010 teilweise gutzuheissen und dem Beschwerdeführer 

gestützt auf einen

Invaliditätsgrad von 62% ab 1. März 2009 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

ihm zurückzuerstatten.

5.3    Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die mit der Zusprache einer höheren Rente im 

Wesentlichen obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall, wo der 

Beschwerdeführer obsiegt hat, erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

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1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 23. Dezember 

2010 aufgehoben und dem Beschwerdeführer ab 1. März 2009 eine Dreiviertelsrente 

zugesprochen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.01.2013
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Bei einer Arbeitsfähigkeit adaptiert von 50% ist dem Beschwerdeführer infolge seiner vielschichtigen Einschränkungen ein Abzug vom Tabellenlohn von 20% zu gewähren. Damit hat er Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Januar 2013, IV 2011/36).

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