# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b24e1120-3130-57b0-8551-3f55cdd41da2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 19.01.2024 ZVE.2022.58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2022-58_2024-01-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 2. Kammer 

 

ZVE.2022.58 
(VZ.2019.53)  

 

 

Urteil vom 19. Januar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Vasvary  

Oberrichter Giese 

Gerichtsschreiberin Eichenberger 

 

 
   

Kläger   A._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Roland Schaub,  

[…] 

 

 
    

Beklagter   B._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt François Bernath,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Forderung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 2. Januar 2018 schloss der Kläger als Darlehensgeber mit dem 

Beklagten als Darlehensnehmer einen Darlehensvertrag über den Betrag 

von Fr. 21'000.00 unter Angabe des Zwecks «Allgemeine finanzielle 

Engpässe». Das Darlehen wurde zinslos gewährt. Als Rückzahlungs-

termine vereinbarten die Parteien den 15. Februar 2018, 15. März 2018 

und den 15. April 2018. 

 

2. 

2.1. 

Mit Klage vom 17. November 2019 (Postaufgabe) stellte der Kläger 

folgende Rechtsbegehren: 

 

1. 
Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 21'000.00, zuzüglich 
Zins zu 5 % seit 16. April 2018, sowie CHF 108.30 für die Kosten des Zahlungsbefehls zu 
bezahlen. 
 
2. 
Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 300.00 für die Kosten 
des Schlichtungsverfahrens beim Friedensrichteramt Kreis […] in Q._____ (Geschäfts-Nr. 
[…]) zu ersetzen. 
 
3.  
Es sei der im Betreibungsverfahren Nr. […] des Betreibungsamtes R._____ vom Beklagten 
erhobene Rechtsvorschlag aufzuheben. 
 
4. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7,7 % MwSt.) zulasten des 
Beklagten. 

 

2.2. 

Die Hauptverhandlung vor dem Präsidium des Bezirksgerichts Lenzburg 

fand am 9. September 2020 statt. 

 

Mit Verfügung vom 11. Mai 2021 wurde das Verfahren bis zum Abschluss 

eines Strafverfahrens gegen den Kläger sistiert. 

 

Mit Urteil vom 5. Juli 2022 erkannte die Präsidentin des Bezirksgerichts 

Lenzburg: 

 

1. 
In Gutheissung der Klage wird der Beklagte verpflichtet, dem Kläger den Betrag von 
CHF 21'000.00 zzgl. Zins zu 5 % seit 16. April 2018 zu bezahlen. 
 
2.  
Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger die Kosten des Schlichtungsverfahrens von 
CHF 300.00 zu ersetzen. 
 

 - 3 - 

 

 

3. 
Dem Kläger wird in der Betreibung Nr. […] des Betreibungsamtes R._____ (Zahlungsbefehl 
vom 26. Februar 2019) Rechtsöffnung erteilt. 
 
4. 
Die Entscheidgebühr von CHF 2'550.00 wird dem Beklagten auferlegt. Sie wird mit dem 
vom Kläger vor Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege geleisteten Vorschuss in 
Höhe von CHF 2'500.00 verrechnet, so dass der Beklagte dem Kläger CHF 2'500.00 direkt 
zu ersetzen hat und der Gerichtskasse CHF 50.00 nachzuzahlen hat. 
 
5.  
Im Übrigen werden die Anträge des Klägers abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 
 
6. 
Der Beklagte wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Vertreter des Klägers eine 
Parteientschädigung von CHF 5'552.40 (inkl. Kosten des Schlichtungsverfahrens/inkl. 
MWST CHF 397.00) zu bezahlen. 

 

3. 

3.1. 

Gegen dieses Urteil erhob der Beklagte am 9. Dezember 2022 

(Postaufgabe) Berufung und beantragte, das angefochtene Urteil sei 

aufzuheben resp. die Klage abzuweisen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers. 

 

3.2.  

Mit Berufungsantwort vom 13. Februar 2023 beantragte der Kläger die 

Abweisung der Berufung, soweit auf diese einzutreten sei, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten. Zudem ersuchte der 

Kläger um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, unter 

Einsetzung von Rechtsanwalt Roland Schaub als unentgeltlichen 

Rechtsbeistand. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Der Kläger wirft die Frage auf, ob die Berufung rechtzeitig erfolgt sei 

(Berufungsantwort, Rz. 7), was von Amtes wegen zu prüfen ist. 

 

Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage seit der Zustellung des begründeten 

Entscheids bzw. der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung 

(Art. 311 Abs. 1 ZPO). Eine eingeschriebene Postsendung, die nicht 

abgeholt worden ist, gilt am siebten Tag nach dem erfolglosen 

Zustellungsversuch als zugestellt, soweit der Empfänger mit der Sendung 

rechnen musste (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO). Holt der Adressat die 

eingeschriebene Sendung nicht innerhalb der siebentägigen Abholungsfrist 

ab, behilft sich die Zivilprozessordnung somit mit einer Fiktion: Der 

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Adressat wird so behandelt, wie wenn er die Sendung am letzten Tag der 

Frist abgeholt hätte (sog. Zustell- oder Zustellungsfiktion; BGE 143 III 15 

E. 4.1 S. 18 f.; BGE 138 III 225 E. 3.1 S. 227). Eine spätere 

Entgegennahme der Sendung vermag daran – unter Vorbehalt des 

Vertrauensschutzes – grundsätzlich nichts zu ändern (Urteil des 

Bundesgerichts 4A_53/2019 vom 14. Mai 2019 E. 4.4.2).  

 

Das begründete vorinstanzliche Urteil vom 5. Juli 2022 wurde am 

1. November 2022 versendet (Sendungsverfolgung, Gerichtsakten [GA] 

act. 95). Die Sendung für den Beklagten wurde am 2. November 2022 zur 

Abholung gemeldet. Mit Ablauf der siebentägigen Abholfrist, d.h. am 

9. November 2022, galt der Entscheid aufgrund der Zustellfiktion nach 

Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO als zugestellt, auch wenn er die Sendung erst am 

10. November 2022 abgeholt hat, da er unbestrittenermassen mit der 

Zustellung des Entscheids rechnen musste. Damit hat die Frist von 

30 Tagen nach Art. 311 Abs. 1 ZPO am 10. November 2022 zu laufen 

begonnen und endete am 9. Dezember 2022. Indem der Beklagte die 

Berufungsschrift am 9. Dezember 2022 der Post übergab, ist die Frist 

gewahrt (Art. 143 Abs. 1 ZPO). 

 

1.2. 

Insoweit der Kläger vorbringt, der Beklagte habe keine rechtsgenügenden 

Berufungsanträge gestellt (Berufungsantwort, Rz. 8 ff.), ist ihm nicht zu 

folgen. Der Beklagte hat mit Berufung den Antrag gestellt, die Berufung sei 

gutzuheissen und «es sei dementsprechend der angefochtene Entscheid 

aufzuheben resp. die Klage abzuweisen». Entgegen dem Kläger hat sich 

der Antrag des Beklagten nicht darin erschöpft, die Aufhebung des 

vorinstanzlichen Urteils zu beantragen. Vielmehr hat er ausdrücklich 

beantragt, dass die Klage abzuweisen sei und damit ein reformatorisches 

Begehren in der Sache gestellt. Mithin genügen die gestellten 

Berufungsanträge den Vorgaben von Art. 311 Abs. 1 ZPO ohne Weiteres 

und auf die Berufung ist einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Der Kläger klagte vor Vorinstanz auf Rückzahlung des Darlehensbetrags 

zuzüglich Zins zu 5 % seit 16. April 2018. Dabei behauptete er nicht, die 

Darlehenssumme dem Beklagten mittels Geldbetrag ausbezahlt zu haben 

(GA act. 41; Berufungsantwort, S. 6 Rz. 17). Entsprechende Quittungen 

oder Bankbelege existieren denn auch nicht. Vielmehr machte er geltend, 

die Auszahlung des Darlehens sei durch Umwandlung einer ihm gegenüber 

der C._____ GmbH zustehenden Forderung in ein Darlehen gegenüber 

dem Beklagten erfolgt. Betreffend den Hintergrund der angeblichen 

Forderung führte er aus, er sei vom 21. August 2017 bis 30. Dezember 

2017 für die C._____ GmbH im Auftragsverhältnis tätig gewesen (GA 

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act. 42). Der Beklagte habe ihm regelmässig versprochen, persönlich für 

den Anspruch einzustehen (GA act. 42). 

 

2.2. 

Entsprechend Art. 8 ZGB hat der Kläger das gültige Zustandekommen des 

Darlehensvertrags sowie die Auszahlung der Darlehenssumme bzw. die 

von ihm behauptete Umwandlung einer Forderung in die Darlehenssumme 

zu beweisen. Als Regelbeweismass gilt dabei der volle Beweis. Dieser ist 

erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der 

Wahrheit einer Behauptung und damit vom Vorliegen einer Tatsache voll 

überzeugt ist (vgl. BGE 140 III 610 E. 4.1). 

 

2.3. 

Der Darlehensvertrag ist unbestritten zwischen dem Kläger als 

Darlehensgeber und dem Beklagten als Darlehensnehmer zustande 

gekommen. Die Forderung des Klägers, welche gemäss seinem 

Dafürhalten in die Darlehenssumme umgewandelt worden sei, besteht 

jedoch gegenüber der C._____ GmbH und nicht gegenüber dem 

Beklagten. Damit liegt keine Identität der Parteien vor. 

 

2.4. 

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei beiden Vertragsparteien um 

juristische Laien handelt, wäre ohne Weiteres zu erwarten gewesen, dass 

im schriftlichen Darlehensvertrag – oder in einem separaten Schreiben – 

zumindest rudimentär das persönliche Einstehen des Beklagten für die 

Forderung des Klägers gegenüber der C._____ GmbH festgehalten 

worden wäre, wenn dies tatsächlich der Wille der Parteien gewesen wäre. 

Der Darlehensvertrag enthält jedoch keinerlei Hinweis hierauf; die C._____ 

GmbH wird mit keinem Wort erwähnt und von einer angeblichen 

Umwandlung der Forderung ist nicht ansatzweise die Rede. Anderweitige 

ins Recht gelegte Dokumente, woraus ein persönliches Einstehen des 

Beklagten ersichtlich wäre, existieren nicht. Die blosse Behauptung, der 

Beklagte habe (vorgängig) dem Kläger mündlich ein Versprechen 

betreffend sein persönliches Einstehen für den Anspruch des Klägers 

gegenüber der C._____ GmbH gegeben, vermag unter den vorliegenden 

Umständen den vom Kläger zu erbringenden vollen Beweis hinsichtlich der 

Umwandlung der Forderung nicht zu erbringen. 

 

2.5. 

Nach dem Dargelegten gelingt dem Kläger der Beweis für die Auszahlung 

des Darlehensbetrags in Form der Umwandlung seiner gegenüber der 

C._____ GmbH zustehenden Forderung in ein Darlehen gegenüber dem 

Beklagten nicht. Damit erweist sich die Berufung des Beklagten als 

begründet und die Klage des Klägers ist abzuweisen. 

 

 - 6 - 

 

 

3. 

3.1. 

Die Berufung des Beklagten ist gutzuheissen, d.h. die Klage ist 

abzuweisen. Damit unterliegt der Kläger im erst- und zweitinstanzlichen 

Verfahren vollständig. 

 

3.2. 

3.2.1. 

Trifft das Obergericht im Berufungsverfahren einen neuen Entscheid, so 

entscheidet es auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen 

Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

 

3.2.2. 

Dem unterliegenden Kläger ist im erstinstanzlichen Verfahren die 

unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden, weshalb er gemäss Art. 118 

Abs. 1 lit. b ZPO von den Gerichtskosten von Fr. 2'550.00 (§ 7 VKD, 

Streitwert Fr. 21'000.00) befreit ist bzw. diese einstweilen auf die 

Staatskasse zu nehmen sind (Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO). Insoweit er im 

erstinstanzlichen Verfahren entgegen Art. 118 Abs. 1 lit. a ZPO einen 

Vorschuss von Fr. 2'500.00 bezahlt hat (siehe vorinstanzliches Urteil 

E. 4.2), ist ihm dieser zurückzuerstatten. Der Kläger ist jedoch darauf 

hinzuweisen, dass er zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der 

Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO). 

 

3.2.3. 

Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Klägers ist für das erstinstanzliche 

Verfahren vom Kanton angemessen zu entschädigen (Art. 122 Abs. 1 lit. a 

ZPO). Die Entschädigung ist ausgehend von einer Grundentschädigung 

von Fr. 5'000.00 (§ 10 AnwT i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 AnwT; Streitwert 

Fr. 21'000.00), einem Zuschlag für die Stellungnahme zum Beweisergebnis 

vom 14. Dezember 2020 von 5 % (§ 6 Abs. 3 AnwT), pauschalen Auslagen 

von 3 % (§ 13 Abs. 1 AnwT) und der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 

7.7 % [die Leistungen sind vor dem 1.1.2024 erfolgt] auf gerundet 

Fr. 5'824.00 festzusetzen. 

 

Der Kläger ist zur Nachzahlung dieser Entschädigung verpflichtet, sobald 

er dazu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO). 

 

3.2.4. 

Der Kläger ist gemäss Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO sodann zu verpflichten, 

dem Beklagten für das erstinstanzliche Verfahren eine Partei-

entschädigung zu bezahlen, denn die unentgeltliche Rechtspflege befreit 

den unterliegenden Kläger nicht vor Bezahlung einer Parteientschädigung 

an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 ZPO, Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 

Abs. 1 lit. b ZPO). Die Parteientschädigung ist ausgehend von einer 

Grundentschädigung von Fr. 5'000.00 (§ 8 Abs. 1 AnwT i.V.m. § 3 Abs. 1 

 - 7 - 

 

 

lit. a Ziff. 3 AnwT; Streitwert Fr. 21'000.00), einem Abzug von 20 % für die 

fehlende Rechtsschrift (§ 6 Abs. 1 AnwT), einem Zuschlag für die 

Stellungnahme zum Beweisergebnis vom 14. Dezember 2020 von 5 % 

(§ 6 Abs. 3 AnwT) und pauschalen Auslagen von 3 % (§ 13 Abs. 1 AnwT) 

auf gerundet Fr. 4'380.00 festzusetzen. Der Beklagte hat keinen 

Mehrwertsteuerzuschlag beantragt, weshalb ein solcher auch nicht 

vorzunehmen ist (Urteil des Bundesgerichts 4A_376/2020 vom 

28. Dezember 2020 E. 6). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Kläger hat mit Berufungsantwort vom 13. Februar 2023 ein Gesuch um 

unentgeltliche Rechtpflege und Verbeiständung im Berufungsverfahren 

eingereicht. Dieses ist gutzuheissen, weil die Voraussetzungen nach 

Art. 117 ZPO erfüllt sind. 

 

3.3.2. 

Die obergerichtlichen Gerichtskosten von Fr. 2'550.00 (§ 11 VKD i.V.m. 

§ 7 VKD, Streitwert Fr. 21'000.00) sind aufgrund der dem Kläger gewährten 

unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse zu nehmen 

(Art. 118 Abs. 1 lit. b ZPO; Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO). Der Kläger ist zur 

Nachzahlung dieses Betrags verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist 

(Art. 123 Abs. 1 ZPO). 

 

Dem Beklagten ist der von ihm bezahlte Vorschuss von Fr. 2'550.00 

zurückzuerstatten (Art. 122 Abs. 1 lit. c ZPO). 

 

3.3.3. 

Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Klägers ist für das 

Berufungsverfahren vom Kanton angemessen zu entschädigen (Art. 122 

Abs. 1 lit. a ZPO). Die Entschädigung ist ausgehend von einer Grund-

entschädigung von Fr. 5'000.00 (§ 10 AnwT i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 

AnwT; Streitwert Fr. 21'000.00), einem Abzug von 20 % für die nicht 

stattgefundene Verhandlung (§ 6 Abs. 2 AnwT), einem Rechtsmittelabzug 

von 25 % (§ 8 Abs. 1 AnwT), pauschalen Auslagen von 3 % (§ 13 Abs. 1 

AnwT) und der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 7.7 % [die Leistungen sind 

vor dem 1.1.2024 erfolgt] auf gerundet Fr. 3'328.00 festzusetzen. 

 

Der Kläger ist zur Nachzahlung dieser Entschädigung verpflichtet, sobald 

er hierzu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO). 

 

3.3.4. 

Der Kläger ist gemäss Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO sodann zu verpflichten, 

dem Beklagten für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung zu 

bezahlen, denn die unentgeltliche Rechtspflege befreit den unterliegenden 

Kläger nicht vor Bezahlung einer Parteientschädigung an die Gegenpartei 

 - 8 - 

 

 

(Art. 118 Abs. 3 ZPO; Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO). 

Die Parteientschädigung ist ausgehend von einer Grundentschädigung von 

Fr. 5'000.00 (§ 8 Abs. 1 AnwT i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 AnwT; Streitwert 

Fr. 21'000.00), einem Abzug von 20 % für die nicht stattgefundene 

Verhandlung (§ 6 Abs. 2 AnwT), einem Rechtsmittelabzug von 25 % 

(§ 8 Abs. 1 AnwT) und pauschalen Auslagen von 3 % (§ 13 Abs. 1 AnwT) 

auf Fr. 3'090.00 festzusetzen. Der Beklagte hat keinen Mehrwertsteuer-

zuschlag beantragt, weshalb ein solcher auch nicht vorzunehmen ist (Urteil 

des Bundesgerichts 4A_376/2020 vom 28. Dezember 2020 E. 6). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Berufung des Beklagten wird das Urteil der Präsidentin 

des Bezirksgerichts Lenzburg vom 5. Juli 2022 aufgehoben und das 

Dispositiv wie folgt neu gefasst: 

 
1. 
Die Klage wird abgewiesen. 
 
2. 
2.1. 
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'550.00 wird einstweilen auf die Staatskasse genommen. 
 
Der Kläger ist zur Nachzahlung dieses Betrags verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. 
 
2.2. 
Der vom Kläger geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'500.00 wird ihm zurückerstattet.  
 
2.3. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Klägers für 
das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 5'824.00 auszurichten. 
 
Der Kläger ist zur Nachzahlung dieses Betrags verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. 
 
2.4. 
Der Kläger wird verpflichtet, dem Beklagten für das erstinstanzliche Verfahren eine 
Parteientschädigung von Fr. 4'380.00 zu bezahlen. 

 

2. 

2.1. 

Dem Kläger wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege unter Einsetzung seines Rechtsvertreters als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand gewährt. 

 

2.2. 

Die obergerichtliche Gerichtsgebühr von Fr. 2'550.00 wird einstweilen auf 

die Staatskasse genommen. 

 

 - 9 - 

 

 

Der Kläger ist zur Nachzahlung dieses Betrags verpflichtet, sobald er dazu 

in der Lage ist. 

 

2.3. 

Der vom Beklagten geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'550.00 wird ihm 

zurückerstattet. 

 

2.4. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem unentgeltlichen Rechts-

beistand des Klägers für das obergerichtliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 3'328.00 auszurichten. 

 

Der Kläger ist zur Nachzahlung dieses Betrags verpflichtet, sobald er dazu 

in der Lage ist. 

 

2.5. 

Der Kläger wird verpflichtet, dem Beklagten für das obergerichtliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'090.00 zu bezahlen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In 

vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der 

Streitwert in arbeits- und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen 

übrigen Fällen mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechts-

frage von grundsätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- 

und Nachlassrichters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 

Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 21'000.00. 

 

 - 10 - 

 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben 

werden, soweit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 

1, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch 

Verfassungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift 

einzureichen (Art. 119 Abs. 1 BGG). 

 

 
   

Aarau, 19. Januar 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 2. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Eichenberger