# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b94409d0-eb01-5387-88eb-2af142280f7f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240109-O1
**Docket/Reference:** SB240109-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240109-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240109-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie die 

Gerichtsschreiberin MLaw A. Donatsch

Urteil vom 3. April 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und I. Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, 

Anklägerin und II. Berufungsklägerin

betreffend mehrfache Misswirtschaft etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 14. Dezember 2023 (DG230078)

- 2 -

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 15. Mai 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 1A).

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 35 S. 108 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







der mehrfachen Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB;

der mehrfachen Unterlassung der Buchführung i.S.v. Art. 166 StGB; 

der mehrfachen Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB.

2.

Vom Vorwurf der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung i.S.v. 

Art. 253 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte A._____ freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre 

festgesetzt.

5.

Auf die Anordnung einer fakultativen Landesverweisung nach Art. 66abis StGB wird 

verzichtet.

6.

Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) Scha-

denersatz von Fr. 49'053.74 zuzüglich 5 % Zins ab 25. Januar 2020 zu bezahlen, 

sofern diese Forderung noch nicht getilgt wurde. Im Mehrbetrag wird die Privatklä-

gerin auf den Zivilweg verwiesen.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (C._____) Schadenersatz 

von Fr. 22'500 zuzüglich 5 % Zins ab 3. April 2019 zu bezahlen, sofern diese For-

derung noch nicht getilgt wurde.

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (D._____) Schadenersatz 

von Fr. 227'095.88 zu bezahlen, sofern diese Forderung noch nicht getilgt wurde.

- 3 -

9.

Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vor-

handenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 5'989.20 zu bezahlen.

10. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

30. März 2023 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei 

Zürich, Asservaten Triage, sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides der 

Lagerbehörde zur Vernichtung zu überlassen:

-

-

-

-

Ass. Nr. A015'830'736: Armbanduhr Rolex, Oyster Perpetual Date, Silber-

farben, schwarzes Ziffernblatt, Lunette blau/schwarz, Fälschung

Ass.-Nr. A015'830'747: Armbanduhr Richard Mille, schwarz Plastik, kupfer-

farbenes Ziffernblatt Totenkopf, Fälschung

Ass.-Nr. A015'830'758: Uhrenschachtel grün, Rolex, Oyster L, leer

Ass.-Nr. A015'830'769: Uhrenschachtel grün, Rolex, Oyster M, leer

11. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich vom 

30. März 2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände lagernd bei der 

Kantonspolizei Zürich, 

Asservaten Triage, sind an die Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich zwecks 

Beschlagnahme im Verfahren 2021/10032341 zu überlassen:

-

-

Ass.-Nr. A015'878'076: Datensicherung von Apple iPhone 12 pro max, 

SN: G6TF3gROOD56

Ass.-Nr. A015'878'101: Datensicherung von Apple iMac, 

SN: DGKMTOD9F8J8, ModellA1418

12. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich vom 

30. März 2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der 

Kasse des Bezirksgerichts Zürich, sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheides an den Beschuldigten auf erstes Verlangen hin herauszugegeben. Bei 

Nichtabholung innert drei Monaten seit Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides 

werden die Gegenstände vernichtet:

-

-

-

-

-

-

Ass.-Nr. A015'697'311: Effektensack enth. Unterlagen 

Ass.-Nr. A015'697'333: Effektensack enth. Unterlagen "Handelsregister"

Ass.-Nr. A015'697'355: Effektensack enth. Unterlagen

Ass.-Nr. A015'697'413: Effektensack enth. Ausdrucke aus EDV

Ass.-Nr. A015'697'457: Effektensack enth. Kopien aus Ordner 

Ass.-Nr. A015'697'479: Memory Stick, Daten aus EDV 

- 4 -

-

-

-

-

-

-

-

Ass.-Nr. A015'830'056: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'667: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'678: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'689: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'690: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'703: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'725: Effektensack enth. lose Akten

13. Das Apple iPhone 6 S (Ass.-Nr. A015'881'626), lagernd bei der Kantonspolizei 

Zürich, Asservaten Triage, wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgege-

ben. Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist wird der Gegenstand der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen.

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

7'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

15'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

22'725.10   amtliche Verteidigung (inkl. Akontozahlungen)

180.00   Auslagen (Gutachten);

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten A._____ aufer-

legt.

16. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

17. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten mit CHF 7'227 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt.

18.

19.

(Mitteilungen.)

(Rechtsmittel.)"

- 5 -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 4 f.)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 38, Urk. 60, Prot. II S. 6, sinngemäss)

Anfechtung  von  Dispositiv-Ziff.  1  (Schuldpunkt),  3  (Sanktion),  4  (Vollzug), 

6-8  (Zivilforderungen),  9  (Ersatzforderung)  und  15-16  (Kostenauflage)  des 

vorinstanzlichen Urteils

Vollumfänglicher Freispruch

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 61 S. 1)

1.

A._____  sei  zusätzlich  zu  den  erstinstanzlichen  Schuldsprüchen  auch  der 

mehrfachen  Erschleichung  einer 

falschen  Beurkundung  schuldig  zu 

sprechen.

2.

3.

A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 31 Monaten zu bestrafen.

Von den 31 Monaten Freiheitsstrafe seien 12 Monate zu vollziehen. Für die 

restlichen 19 Monate sei unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren der 

bedingte Vollzug zu gewähren.

4.

A._____ sei für 7 Jahre des Landes zu verweisen und die Landesverweisung 

sei im Schengener Informationssystem (SIS) auszuschreiben.

5.

In allen übrigen Punkten, insbesondere den Schuldsprüchen der mehrfachen 

Misswirtschaft, der mehrfachen Unterlassung der Buchführung und der mehr-

fachen Geldwäscherei, sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen.

- 6 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang   

1.

Die  Staatsanwaltschaft  III  des  Kantons  Zürich  (nachfolgend  Staatsan-

waltschaft)  leitete  am  20. Mai  2021  aufgrund  einer  Strafanzeige  von  D._____ 

(nachfolgend:  Privatkläger  3)  gegen  den  Beschuldigten  sowie  dessen  Bruder 

E._____ (nachfolgend: Mitbeschuldigter) eine Strafuntersuchung wegen des Ver-

dachts auf Konkursdelikte mit der F._____ AG Holding AG (nachfolgend F._____ 

AG) sowie auf Betrug zum Nachteil des Privatklägers 3 ein (Urk. 30101001). 

2.

Am 5. August 2021 trennte die Staatsanwaltschaft die Verfahren der beiden 

Beschuldigten ab, da gegen den sich in Haft befindenden Mitbeschuldigten bereits 

eine  Strafuntersuchung  lief,  welche  kurz  vor  dem  Abschluss  stand  (Verfahrens-

nummer  …).  Hernach  wurde  das  Verfahren  hinsichtlich  der  F._____  gegen  den 

Mitbeschuldigten mit der laufenden Untersuchung unter der Verfahrensnummer … 

vereinigt (Urk. 10203001 ff.).

3.

Am  10.  August  2021  wurde  der  Ermittlungsauftrag  der  Staatsanwaltschaft 

vom 20. Mai 2021 erweitert, da am 21. Mai 2021 eine Strafanzeige des Konkur-

samtes  Zug  wegen  Unterlassung  der  Buchführung  im  Zusammenhang  mit  dem 

Konkurs  der  G._____  AG  (nachfolgend:  G._____  AG)  eingereicht  wurde  (Urk. 

20201001), welches Verfahren in der Zwischenzeit auch auf Misswirtschaft mit die-

ser Gesellschaft ausgedehnt wurde (Urk. 30201016) und sich in der Strafuntersu-

chung gegen den Mitbeschuldigten Indizien hinsichtlich Geldwäschereihandlungen 

des Beschuldigten ergaben (Urk. 30201002).

4.

Nach durchgeführter Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft am 15. Mai 

2023 Anklage am Bezirksgericht Zürich (Urk. 1A). Am 14. Dezember 2023 fällte die 

Vorinstanz  das  eingangs  im  Dispositiv  wiedergegebene  Urteil  (Urk.  35).  Zum 

Verfahrensgang  im  Einzelnen  ist  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die 

Darstellung der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 35 S. 8 ff.).

5.

Gegen das schriftlich eröffnete Urteil vom 14. Dezember 2023 meldeten der 

Beschuldigte  und  die  Staatsanwaltschaft  rechtzeitig  Berufung  an  (Urk.  28  i.V.m. 

- 7 -

Urk.  30/1;  Urk.  29  i.V.m.  Urk.  30/3).  Die  Berufungserklärungen  wurden  ebenfalls 

innert Frist erstattet (Urk. 37 i.V.m. Urk. 34/1; Urk. 38 i.V.m. Urk. 34/2). 

6. 

Mit Präsidialverfügung vom 20. März 2024 wurde dem Beschuldigten, den 

Privatklägern  sowie  der  Staatsanwaltschaft  Frist  zur  Erhebung  einer  Anschluss-

berufung  bzw.  zum  Antrag  auf  Nichteintreten  auf  die  (jeweils  andere)  Berufung 

angesetzt (Urk. 40). Die Staatsanwaltschaft erklärte innert Frist ihren Verzicht auf 

Anschlussberufung (Urk. 42). Der Beschuldigte seinerseits verzichtete am 14. April 

2024 auf eine Anschlussberufung zur Berufung der Staatsanwaltschaft (Urk. 44). 

Am 4. Oktober 2024 ersuchte die Verteidigung um Zusicherung des freien Geleits 

für die anzusetzende Berufungsverhandlung (Urk. 45), was gleichentags abgelehnt 

wurde  (Urk. 46).  Am  21.  Oktober  2024  wurde  dem  amtlichen  Verteidiger  auf 

entsprechendes Gesuch hin (Urk. 47-48) eine Akonto-Honorarzahlung im Umfang 

von CHF 1'500.00 ausgerichtet (Urk. 49). 

7. 

Am 31. Januar 2025 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

3. April 2025 vorgeladen (Urk. 51).

8.

Am  14.  März  2025  wurde  über  den  Beschuldigten  ein  neuer  Strafregister-

auszug eingeholt (Urk. 53).

9.

Mit E-Mail vom 31. März 2025 liess der Beschuldigte (erneut) um freies Geleit 

ersuchen  respektive  ein  Dispensationsgesuch  stellen,  welches  präsidialiter 

gleichentags begründet abgelehnt wurde (Urk. 57; Urk. 58).

10.

Zur  Berufungsverhandlung  erschienen  der  amtliche  Verteidiger  Rechtsan-

walt Dr. iur. X._____ sowie Staatsanwalt MLaw H._____. Der Beschuldigte ist un-

entschuldigt nicht erschienen; die Berufungsverhandlung fand ohne ihn statt (Prot. 

II S. 4 ff.). Vorfragen waren keine zu entscheiden und auch keine Beweise abzu-

nehmen (Prot. II S. 6). 

11. Nach  den  Parteivorträgen  verzichteten  die  Parteien  auf  eine  mündliche 

Urteilseröffnung und -erläuterung (Art. 84 Abs. 3 StPO; Prot. II S. 20). Die geheime 

Beratung fand gleichentags statt, das Urteil wurde am 3. April 2025 gefällt und den 

Parteien schriftlich im Dispositiv eröffnet (Prot. II S. 21; Urk. 62).

- 8 -

II.Prozessuales

1.

Anwendbares Recht

1.1. Am 1. Januar 2024 traten die revidierten Bestimmungen der StPO in Kraft 

(AS 2023 468; BBl 2019 6697). Gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO werden Rechtsmittel 

gegen Entscheide, die vor Inkrafttreten der neuen Regelungen gefällt wurden, nach 

bisherigem Recht beurteilt. Infolgedessen ist für das vorliegende Rechtsmittelver-

fahren das frühere Prozessrecht massgebend.

1.2. Der Beschuldigte ist zur Berufungsverhandlung unentschuldigt nicht erschie-

nen (Prot. II S. 5 f.). Diese fand entsprechend in seiner Abwesenheit statt (Art. 407 

Abs. 1 lit. a StPO; Art. 407 Abs. 2 StPO, e contrario).

1.3.  Mit  Bezug  auf  das  materielle  Recht  ist  zu  beachten,  dass  auch  dieses  in 

Bezug auf den vorgeworfenen Deliktszeitraum Revisionen erfahren hat. So trat per 

1. Januar 2018 eine Teilrevision des Sanktionenrechts in Kraft. Weiter wurde per 

1. Juli 2023 das Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung 

der Strafrahmen in Kraft gesetzt. Auch in Bezug auf die Verfolgungsverjährung (per 

1. Januar 2014 in Kraft getreten) erging eine Revision. Die revidierten Bestimmun-

gen des Strafgesetzbuches kommen auch auf Straftaten zur Anwendung, die vor 

ihrem Inkrafttreten begangen wurden, aber erst nachher beurteilt werden, sofern 

das neue Recht das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB; vgl. hierzu im Übrigen Erw. V.).

1.4.  Das  ab  1. Januar  2014  geltende  Verjährungsrecht  zeigt  sich  im  Resultat 

nicht  milder  für  den  Beschuldigten,  weshalb  es  für  die  anklagegegenständlichen 

Handlungen aus dem Jahr 2013 (vgl. Urk. 1A S. 4 ff.) nicht zur Anwendung gelangt 

(Art. 2 Abs. 2 StGB).

- 9 -

2.

Umfang der Berufung

2.1.  Die  Berufung  hat  im  Umfang  der  Anfechtung  aufschiebende  Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechts-

kraft. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in den 

angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

2.2. Der Beschuldigte wendet sich gegen den Schuldspruch (Dispositiv-Ziff. 1), die 

Strafe  und  den  Vollzug  (Dispositiv-Ziff.  3-4),  die  Regelung  der  Zivilansprüche 

(Dispositiv-Ziff. 6-8), die Ersatzforderung (Dispositiv-Ziff. 9) und die Kostenauflage 

(Dispositiv-Ziff. 15-16). 

Die  Staatsanwaltschaft  ficht  nur  den  Freispruch  vom  Vorwurf  der  Erschleichung 

einer falschen Beurkundung (Dispositiv-Ziff. 2), die Strafe und den Vollzug (Dispo-

sitiv-Ziff. 3-4) sowie das Absehen von einer fakultativen Landesverweisung (Dispo-

sitiv-Ziff. 5) an. 

2.3. Unangefochten  blieben  somit  der  Entscheid  über  die  beschlagnahmten 

Gegenstände  (Dispositiv-Ziff.  10-13),  die  Kostenfestsetzung  (Dispositiv-Ziff.  14) 

und das (zusätzliche) Honorar der amtlichen Verteidigung (Dispositiv-Ziff. 17). Der 

vorinstanzliche Entscheid ist insoweit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels 

Beschlusses vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 i.V.m. Art. 437 StPO). 

2.4.  Im  Übrigen  steht  der  angefochtene  Entscheid  unter  Berücksichtigung  des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.

3. 

Allgemeine Hinweise

3.1.  Soweit  für  die  tatsächliche  und  die  rechtliche  Würdigung  des  eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

3.2.  Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c 

StPO)  folgt  die  Pflicht  des  Gerichts,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die 

Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen,  von  denen  sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

- 10 -

aber  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  und  muss  sich  nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen  und  diese  widerlegen.  Es  kann  sich  mithin  auf  die  für  den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument 

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; 

Urteil 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, mit Hinweisen).

III. Sachverhalt

A

Ausgangslage

1.

Anklagevorwurf

1.1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der nachfolgend zusammenge-

fassten 25-seitigen Anklageschrift vom 15. Mai 2023, auf welche für Einzelheiten 

zu verweisen ist (Urk. 1A). 

1.2. Sachverhaltskomplex "F._____ Holding AG"

1.2.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 23. Mai 2013 zusammen mit dem 

Mitbeschuldigten  die  F._____  AG  mit  Sitz  in  I._____  für  den  Preis  von 

EUR 19'500.00 gekauft zu haben. Dabei habe es sich um einen Aktienmantel ge-

handelt, d.h. um eine stillgelegte Gesellschaft ohne jegliche Geschäftstätigkeiten. 

Vom  ursprünglichen  Aktienkapital  von  CHF  100'000.00  sei  zu  diesem  Zeitpunkt 

nichts mehr vorhanden gewesen, d.h. das Eigenkapital habe Null betragen. Ab Juni 

2014 habe die F._____ AG Liquiditätsprobleme gehabt, so dass sie bis zum 11. 

Januar  2016  acht  Mal  betrieben  worden  sei  und  zudem  eine  Konkursandrohung 

erhalten  habe.  Spätestens  ab  dem  19.  Januar  2016  hätten  der  F._____  AG  die 

erforderlichen  Zahlungsmittel  gefehlt,  um  ihre  fälligen  und  in  naher  Zukunft  fällig 

werdenden Schulden zu begleichen. Der Beschuldigte habe es als faktisches Or-

gan  (eventualiter  als  Mitarbeiter  mit  selbständigen  Entscheidungsbefugnissen  in 

seinem Tätigkeitsbereich) unterlassen, bis zum Konkurs (Konkurseröffnung am 30. 

Januar 2020) die F._____ AG mit Kapital auszustatten, die ihr eine nachhaltige und 

wirtschaftlich rentable Geschäftstätigkeit erlaubt hätte. Zudem habe der Beschul-

- 11 -

digte trotz Zahlungsunfähigkeit der F._____ AG für diese einen unverhältnismässi-

gen  Aufwand  verursacht,  so  durch  seine  Beratervergütung  ab  dem  1.  Juli  2014 

(CHF 18'000.00 pro Monat, davon ausbezahlt CHF 1'000.00 bis 1'500.00 pro Mo-

nat) und Mietzinsen (für ein Einfamilienhaus für die Familie A._____E._____) von 

CHF  6'500.00  pro  Monat.  Die  ungenügende  Kapitalausstattung,  die  erwähnten 

Zahlungsverpflichtungen und die auflaufenden Schulden ab dem 19. Januar 2016 

hätten bis zum Zeitpunkt des Konkurses der F._____ AG zu einer deutlichen Ver-

schlimmerung  ihrer  Vermögenslage  im  Umfang  von  netto  mindestens  CHF 

275'485.19 geführt. Das Konkursverfahren sei am 14. April 2020 mangels Aktiven 

eingestellt worden, wodurch sämtliche Gläubiger, darunter der Privatkläger 3, zu 

einem Totalverlust gekommen seien. Der Beschuldigte soll mindestens mit Even-

tualvorsatz gehandelt haben (Anklageziffer 1.2. und 1.2.1., Misswirtschaft betref-

fend F._____ Holding AG). 

1.2.2. Weiter habe es der Beschuldigte spätestens ab dem 1. Januar 2017 pflicht-

widrig unterlassen, die Buchhaltung der F._____ AG zu führen und deren Jahres-

rechnungen – bestehend aus Bilanz und Erfolgsrechnung – zu erstellen oder dafür 

zu sorgen, dass diese durch Dritte geführt bzw. erstellt werde. Dies habe zur Folge 

gehabt, dass die tatsächliche Vermögenslage der F._____ AG ab dem 1. Januar 

2017 bis zu ihrem Konkurs am 30. Januar 2020 nicht mehr ersichtlich gewesen sei 

(Anklageziffer 1.2.2., Unterlassung der Buchführung der F._____ Holding AG). 

1.3. Sachverhaltskomplex "G._____ AG"

1.3.1. Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, dass er am 30. Juli 2018 in Zug 

eine Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister des Kantons Zug unterzeichnet 

habe. Damit habe sich der Beschuldigte als einziges Mitglied des Verwaltungsrats 

der G._____ AG (nachfolgend: G._____ AG) mit Einzelunterschrift angemeldet. Die 

Anmeldung sei am 28. August 2018 beim Handelsregister des Kantons Zug ange-

kommen. Nachdem die G._____ AG am tt.mm.2019 von Amtes wegen aufgrund 

eines fehlenden ordnungsgemässen Domizils aufgelöst worden sei, habe sich der 

Beschuldigte erneut als einziges Mitglied des Verwaltungsrats zur Verfügung ge-

stellt. Seine am 17. Februar 2020 unterzeichnete Anmeldung sei am 19. Februar 

2020  beim  Handelsregister  in  Zug  angekommen.  Die  Anmeldungen  hätten  dazu 

- 12 -

geführt, dass ein Beamter den Beschuldigten am tt.mm.2018 sowie am tt.mm.2020 

als einziges Mitglied des Verwaltungsrats in das Tagesregister respektive wenige 

Tage später im Hauptregister des Handelsregisters eingetragen habe. Die Einträge 

hätten dadurch die Bereitschaft des Beschuldigten beurkundet, seine unübertrag-

baren und unentziehbaren Aufgaben als Verwaltungsrat tatsächlich erfüllen zu wol-

len. Der Beschuldigte habe aber nie vorgehabt, die Aufgaben eines Verwaltungs-

rates zu erfüllen (Anklageziffer 1.3.1., mehrfache Erschleichung einer falschen Be-

urkundung). 

1.3.2.  Trotz  der  Zahlungsunfähigkeit  und  der  begründeten  Besorgnis  der  Über-

schuldung der G._____ AG ab dem 21. September 2018 habe es der Beschuldigte 

entgegen  seiner  obligationenrechtlichen,  unübertragbaren  und  unentziehbaren 

Aufgabe als einziges Mitglied des Verwaltungsrats (in Mittäterschaft mit dem Mit-

beschuldigten) unterlassen, eine Zwischenbilanz zu erstellen oder erstellen zu las-

sen und diese durch einen zugelassenen Revisor prüfen zu lassen oder sofort das 

Konkursgericht zu benachrichtigen, wodurch der Beschuldigte eine Verschleppung 

des Konkurses der G._____ AG um ca. 2.5 Jahre bewirkt habe. Als Folge dieser 

Unterlassung seien der G._____ AG bis zur letztendlichen Konkurseröffnung am 

11. Januar 2021 laufend weitere Betriebskosten und Schulden entstanden, u.a. für 

Löhne  des  Beschuldigten  und  des  Mitbeschuldigten,  für  Büromietzinsen,  für  das 

Leasing eines Fahrzeugs Land Rover RR 5.0SC mit einem Jahresleasingzins von 

CHF 20'839.00 und Jahresversicherungsprämien von CHF 3'043.00, für Anwalts-

dienstleistungen und für Steuern und Abgaben. Gleichzeitig habe die G._____ AG 

ab dem 21. September 2018 keinerlei Erträge aus Geschäftstätigkeit erwirtschaftet 

oder sonstige Wertschöpfung und auch keine Angestellten gehabt, mit denen dies 

möglich gewesen wäre. Bei Konkurseröffnung habe die G._____ AG Schulden von 

mindestens  CHF  230'000.00,  davon  nicht  getilgte  Verlustscheine  von  ca. 

CHF 70'000.00, gehabt, denen keinerlei verwertbare Aktiven gegenüber gestanden 

hätten. Das Konkursverfahren sei am 29. Juli 2021 mangels Aktiven eingestellt wor-

den, wodurch sämtliche Gläubiger zu einem Totalverlust gekommen seien. Die fort-

laufende Verschlimmerung der Vermögenslage der G._____ AG habe der Beschul-

digte bewusst in Kauf genommen  (Anklageziffer 1.3.2., Misswirtschaft betreffend 

G._____ AG). 

- 13 -

1.3.3.  Der  Beschuldigte  habe  es  ab  seiner  Einsetzung  als  einziges  Mitglied  des 

Verwaltungsrats der G._____ AG am 30. August 2018 unterlassen, die Buchhal-

tung  der  G._____  AG  zu  führen  und  deren  Jahresrechnungen  –  bestehend  aus 

Bilanz und Erfolgsrechnung – zu erstellen oder dafür zu sorgen, dass diese durch 

Dritte geführt bzw. erstellt wurden. Dies habe zur Folge gehabt, dass die tatsächli-

che Vermögenslage der G._____ AG ab dem 30. August 2018 bis zu ihrem Konkurs 

am 11. Januar 2021 nicht ersichtlich gewesen sei (Anklageziffer 1.3.3., Unterlas-

sung der Buchführung der G._____ AG). 

1.4.  Geldwäscherei

Gemäss Anklage seien C._____ (nachfolgend: Privatkläger 2) und B._____ (nach-

folgend: Privatklägerin 1) durch betrügerische Machenschaften des Mitbeschuldig-

ten und von J._____ (Vater des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten) dazu be-

wegt worden, Geld für vermeintliche Investitionen in Immobilien in … [Stadt in den 

Niederlanden] zu überweisen (Privatkläger 2 insgesamt CHF 75'000.00; Privatklä-

gerin 1 insgesamt CHF 100'000.00). Für einen Teil der betrügerisch erlangten Gel-

der habe der Beschuldigte sein Bankkonto samt Zugangsdaten zur Verfügung ge-

stellt und auf Anweisung des Mitbeschuldigten Transaktionen (u.a. zugunsten sei-

nes jüngeren Bruders K._____) vorgenommen. Zudem habe er einen Teil dieser 

Gelder für die Bezahlung seines Lebensunterhalts und Schulden verwendet (An-

klageziffern 1.4., mehrfache Geldwäscherei). 

2.

Ausgangslage im Berufungsverfahren

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten über weite Teile anklagegemäss schuldig 

(Urk.  35,  Dispositiv-Ziff.  1).  Ein  Freispruch  erging  in  Bezug  auf  den  Vorwurf  der 

mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung i.S.v. Art. 253 Abs. 1 StGB 

(Urk.  35,  Dispositiv-Ziff.  2),  was  von  der  Staatsanwaltschaft  angefochten  wurde 

(Urk. 37). 

- 14 -

B.

Beweiswürdigung

1.  Grundsätze

1.1.

 Auf die in allen Teilen korrekten einleitenden Erwägungen der Vorinstanz zu 

den  theoretischen  Grundsätzen  der  Beweiswürdigung  sowie  zur  einschlägigen 

Lehre und Rechtsprechung kann vorab vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 35 

S. 39 ff.).

1.2.

 Die Vorinstanz hat sich auch zur Glaubwürdigkeit geäussert. Darauf ist vorab 

zu verweisen (Urk. 35 S. 37 f.). In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, 

dass  der  allgemeinen  Glaubwürdigkeit  im  Sinne  einer  dauerhaften  personalen 

Eigenschaft nach heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von Aussagen kaum mehr 

relevante  Bedeutung  zukommt.  Massgebend  ist  vielmehr  die  Glaubhaftigkeit  der 

konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Dieser Ansatz wurde vom Bundes-

gericht  vor  kurzem  in  BGE  147  IV  534,  E.  2.3.3.,  bestätigt.  Dies  bedeutet,  dass 

Auskunftspersonen und Zeugen nicht a priori glaubwürdiger sind als der mit erheb-

lichen Vorwürfen konfrontierte Beschuldigte. 

2.

Standpunkt und Aussageverhalten des Beschuldigten 

2.1. Die  Vorinstanz  hat  sich  zu  Beginn  der  Sachverhaltserstellung  mit  dem 

Geständnis des Beschuldigten befasst (Urk. 35 S. 25 ff.). Sie hat darauf hingewie-

sen, dass der Beschuldigte zu Beginn der Untersuchung die im Sachverhaltskom-

plex  "F._____  Holding  AG"  umschriebenen  Vorwürfe  durchwegs  bestritten  habe, 

ebenso,  dass  er  den  Mietvertrag  des  Familienhauses  in  L._____  unterzeichnet 

habe. Letzteres habe er anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2023 

dann  aber  eingestanden.  Anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme 

vom  3.  Februar  2022  habe  er  sodann  zu  Beginn  bestritten,  Kenntnis  über  die 

Geschehnisse innerhalb der G._____ AG und deren finanziellen Lage gehabt zu 

haben.  Auch  die  Vorwürfe  hinsichtlich  der  Gelwäschereihandlungen  habe  er  zu-

nächst in Abrede gestellt. Nach einer Pause habe der Beschuldigte seine Aussagen 

in wesentlichen Teilen revidieren wollen. Nach Vorhalt habe der Beschuldigte den 

Tatvorwurf der Geldwäscherei zum Nachteil des Privatklägers 2 in der Höhe von 

- 15 -

CHF 22'500.00 sowie die Geldwäschereihandlungen zum Nachteil der Privatkläge-

rin  1  in  der  Höhe  von  CHF  50'000.00  anerkannt.  Ebenso  anerkannt  habe  er 

sämtliche  Vorwürfe  hinsichtlich  des  Sachverhaltskomplexes  "G._____  AG".  Der 

Tatvorwurf  der  Erschleichung  einer  falschen  Beurkundung,  wie  diese  in  der  An-

klage aufgeführt werde, sei ihm nicht vorgehalten worden (Urk. 35 S. 25 f.). Nach 

etwas  mehr  als  einer  Stunde  nach  Abschluss  der  Einvernahme  vom  3.  Februar 

2022, bei welcher der Beschuldigte sein Geständnis abgelegt habe, und lediglich 

13 Minuten nach Entlassung des Beschuldigten aus der Haft, habe der Verteidiger 

die Staatsanwaltschaft aufgefordert, die Vorwürfe zur Geldwäscherei einzustellen. 

Mit  Schreiben  vom  25.  April  2022  habe  der  Verteidiger  das  Geständnis  des  Be-

schuldigten weitergehend relativiert. Mit Schreiben vom 30. Januar 2023 habe der 

Verteidiger erneut erklärt, dass der Beschuldigte seine Aussagen vom 3. Februar 

2022 ganz oder teilweise widerrufen habe, er weder bei der F._____ AG noch bei 

der G._____ AG der Aufgabe eines Verwaltungsrats nachgegangen sei, lediglich 

Botendienste vollbracht habe und ferner kein Wissen über die Geschehnisse inner-

halb der G._____ AG gehabt habe. Der Beschuldigte räume jedoch ein, Geldwä-

sche im Umfang von ungefähr CHF 1'400 begangen zu haben. Bei der freigestellten 

Stellungnahme zum Schlussvorhalt vom 15. März 2023 habe der Verteidiger auf 

die oben genannten Stellungnahmen hingewiesen und erklärt, dass der Beschul-

digte  Geldwäsche  im  Umfang  von  knapp  CHF  1'600  eingestehe  (Urk. 35  S. 26). 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2023 habe der Beschuldigte 

schliesslich erklärt, dass er das Geständnis hinsichtlich des Sachverhaltskomple-

xes  "G._____  AG"  lediglich  abgelegt  habe,  damit  er  aus  der  Untersuchungshaft 

entlassen werde. Er habe diese als Beugehaft empfunden. Der Verteidiger habe 

sich  sodann  auf  den  Standpunkt  gestellt,  dass  das  Geständnis  abgelegt  worden 

sei, ohne dass die Vorwürfe im Detail mit dem Beschuldigten angeschaut worden 

seien (Urk. 35 S. 26 f.). 

2.2. Die Vorinstanz hat die Relativierungen des Geständnisses bzw. den Widerruf 

durch den Beschuldigten und die entsprechenden Begründungen des Verteidigers 

mit  überzeugender  Begründung  verworfen.  Darauf  ist  vorweg  zu  verweisen 

(Urk. 35 S 37 f.). Rekapitulierend und in teilweiser Ergänzung ist daran zu erinnern, 

dass  der  Beschuldigte  vom  2.  Februar  2022,  07:49  Uhr,  bis  3.  Februar  2022, 

- 16 -

17:30 Uhr, also knapp zwei Tage und damit erst vorläufig festgenommen war. Es 

liegen  weder  in  zeitlicher  noch  in  inhaltlicher  Hinsicht  Anhaltspunkte  für  einen 

unrechtmässigen Freiheitsentzug zur Kooperation bzw. zur Einwirkung im Hinblick 

auf  ein  Geständnis  vor.  Zu  beachten  ist  nämlich,  dass  der  Beschuldigte  nicht 

einfach ein pauschales Geständnis abgelegt hat. Dieses erfolgte nach zwei einge-

henden Befragungen (am 2. Februar 2022 [Urk. 50201001 ff.] bzw. am Nachmittag 

des  3.  Februar  2022  [Urk.  50203001  ff.])  und  differenzierten  Aussagen  des 

Beschuldigten  zur  Sache,  nach  diversen  anderen  Beweiserhebungen  betreffend 

Misswirtschaft  und  Unterlassung  der  Buchführung  in  Bezug  auf  die  G._____  AG 

(Urk. 50203011 ff.). Gemäss Protokoll war der Beschuldigte in Begleitung seines 

Verteidigers und es wurde ihm Zeit zur Besprechung gegeben (Urk. 50203011 ff., 

vgl.  Protokollnotiz).  Nach  einer  anschliessenden  Diskussion  zwischen  dem  fall-

führenden Staatsanwalt und dem Verteidiger und einer unbeaufsichtigten Bespre-

chung zwischen dem Beschuldigten und dessen Verteidiger teilte der Beschuldigte 

dem fallführenden Staatsanwalt mit, dass er seine bisherigen Aussagen in wesent-

lichen Teilen revidieren wolle (Urk. 5024001, einleitende Protokollnotiz). Er wolle 

die  Vorwürfe  zugeben.  In  der  Folge  machte  der  Staatsanwalt  im  Rahmen  einer 

weiteren Einvernahme gleichentags nochmals einen zusammenfassenden Vorhalt, 

der im Wesentlichen der heutigen Anklageschrift entsprach (Urk. 5024003 ff.). Der 

erste  Vorwurf  betraf  die  Geldwäschereihandlungen  im  Zusammenhang  mit  dem 

Privatkläger 2, der zweite jene betreffend die Privatklägerin 1 und der dritte jene 

betreffend die G._____ AG, welche vom Beschuldigten allesamt anerkannt wurden 

(Urk. 5024004;  Urk.  504005;  Urk. 50204007).  Ebenfalls  anerkannt  wurde  vom 

Beschuldigten sodann der Sachverhalt betreffend die F._____ AG (Urk. 50204007). 

Kaum  war  der  Beschuldigte  in  Freiheit  und  kurz  bevor  er  sich  nach  Thailand 

absetzte  (Urk.  30401003),  liess  er  über  seinen  Verteidiger  einen  Widerruf  des 

Geständnisses  mitteilen  und  die  Sistierung  des  Verfahrens  beantragen.  Es  ist 

davon auszugehen, dass der Verteidiger den Beschuldigten über die Folgen eines 

Geständnisses ebenso wie über jene eines Widerrufs aufklärte und der Widerruf 

aus taktischen, insofern nicht überzeugenden Gründen erfolgte. 

2.3. Auffällig ist sodann, dass der Beschuldigte nach den eigenen Zugeständnis-

sen und erfolgtem Widerruf an der Hauptverhandlung vor Vorinstanz sich als den 

- 17 -

Unwissenden gab (Prot. I S. 12 ff.). Auch vom Verteidiger wird der Beschuldigte 

seither  im  Wesentlichen  als  unwissender  Postbote  oder  Botengänger  ohne 

Entscheidkompetenz 

beschrieben, 

der 

als 

"A'._____ 

der 

Familie 

A._____E._____J._____ K._____ nur auf Geheiss von Vater und älterem Bruder 

mitgewirkt" habe. Dem entsprechend bestreitet der amtliche Verteidiger in den Stel-

lungnahmen  vom  29.  April  2022  (Urk. 70202025 

ff.),  30.  Januar  2023 

(Urk. 70202065 ff.) sowie in der Stellungnahme zum Schlussvorhalt vom 15. März 

2023 (Urk. 50502001 ff.) wie auch im Plädoyer vor Vorinstanz (Urk. 26) und an der 

Berufungsverhandlung  (Urk.  60)  zusammengefasst,  dass  der  Beschuldigte  zu  ir-

gendeinem kritischen Zeitpunkt exekutive Funktionen mit selbständigen Entscheid-

befugnissen wahrgenommen habe, um die Straftatbestände der Misswirtschaft und 

der Unterlassung der Buchführung überhaupt erfüllen zu können. Es fehle an der 

Voraussetzung einer materiellen Organschaft. Die bloss formelle Organeigenschaft 

– grundsätzlich anerkannt bei der G._____ AG (Urk. 26 S. 2) – reiche nicht aus. 

Weitere Einwendungen zum Tatsächlichen erfolgten auch im Rahmen des Beru-

fungsverfahrens nicht (vgl. Urk. 60; Prot. II S. 6 ff.). Auf die einzelnen Vorbringen 

ist nachfolgend soweit nötig einzugehen. 

3.

Sachverhaltserstellung

3.1. Übersicht der Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel im angefochtenen Urteil in einer 

Übersicht  zusammengetragen.  Darauf  ist  zu  verweisen  (Urk.  35  S.  29).  Auf  die 

massgeblichen Personal- und Sachbeweise hat sie in der Folge im nachfolgenden 

Sinne jeweils Bezug genommen. 

3.2. Sachverhaltskomplex "F._____ Holding AG"

3.2.1. Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel – namentlich die Aussagen 

des  Beschuldigten,  des  Mitbeschuldigten  und  des  Privatklägers  3  sowie  diverse 

Urkunden (Rechnung der M._____ Treuhand, Buchhaltungsunterlagen, Kontoun-

terlagen,  Konkursakten,  Anmeldung  des  Beschuldigten  beim  Handelsregisteramt 

als Direktor der F._____ AG, Arbeitsverträge/Beratungsvertrag/Arbeitsbestätigung 

- 18 -

F._____ AG, Betreibungsprotokoll der F._____ AG sowie einen Lebenslauf des Be-

schuldigten)  richtig  angeführt  (Urk.  35  S.  32  ff.).  Darauf  und  auf  den  Mietvertrag 

(Urk. 20101012) ist zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen. Die Vor-

instanz hat die Aussagen und übrigen Beweismittel im Kerngehalt wiedergegeben 

und sie in der Folge einlässlich, differenziert – auch unter Beachtung der vorhan-

denen Widersprüche in den Schilderungen des Beschuldigten – und mit zutreffen-

dem  Ergebnis  gewürdigt  (Urk.  35  S.  45  f.).  Die  Vorinstanz  hat  den  Sachverhalt 

insofern als erstellt erachtet, als dass die F._____ AG durch den Mitbeschuldigten 

am 23. Mai 2013 gekauft worden sei und der Beschuldigte seit dem tt.mm.2013 als 

Direktor der F._____ AG im Handelsregister eingetragen gewesen sei. Zudem hät-

ten zwei Arbeitsverträge zwischen der F._____ AG und dem Beschuldigten bestan-

den,  nach  welchen  er  als  Direktor  respektive  Vice  President  angestellt  gewesen 

sei. Seit der Übernahme der Gesellschaft sei weder eine rentable Tätigkeit ausge-

übt worden noch sei eine richtige Buchführung erfolgt. Es müsse davon ausgegan-

gen werden, dass die F._____ AG hauptsächlich benutzt worden sei, um Gelder an 

andere vom Mitbeschuldigten misswirtschaftlich geführte Gesellschaften zu über-

weisen. Die Gesellschaft sei 89 Mal betrieben worden und daraus seien 31 Verlust-

scheine resultiert. In der Folge sei über die F._____ AG am 30. Januar 2020 der 

Konkurs eröffnet worden (Urk. 35 S. 46 f.). 

3.2.2.  Die  Würdigung  der  Vorinstanz  kann  vorbehaltlos  übernommen  werden, 

zumal  die  Chronologie  der  Ereignisse  nicht  bestritten  und  von  der  Verteidigung 

auch  anerkannt  wurde,  dass  die  F._____  AG  misswirtschaftlich  geführt  und  die 

Buchführung unterlassen wurde. Gemäss Verteidigung liegt dies aber nicht in der 

Verantwortlichkeit  des  Beschuldigten,  da  dieser  weder  eine  materielle  noch  eine 

formelle  Organstellung  noch  Leitungsbefugnisse  oder  eine  Garantenstellung 

gehabt  habe.  Die  Konkursverschleppungen,  die  Misswirtschaft  und  die  Unter-

lassung der Buchführung seien dem Vater des Beschuldigten und dessen älterem 

Bruder  anzulasten  (Prot.  I  S.  19;  Urk. 60).  Die  Frage,  ob  der  Beschuldigte  eine 

organschaftliche Stellung innehatte und ob er sich dadurch zumindest eventualvor-

sätzlich  strafbar  gemacht  haben  könnte,  hat  die  Vorinstanz  unter  dem  Titel  der 

rechtlichen Würdigung behandelt (Urk. 35 S. 47 und S. 68 f.). Darauf ist indessen 

bereits unter dem Sachverhalt einzugehen. 

- 19 -

3.2.3.  Rekapitulierend  ist  festzuhalten,  dass  sich  der  Beschuldigte  derart  wider-

sprüchlich zu seiner Funktion bei der F._____ AG äusserte (vgl. Urk. 35 S. 32-37), 

dass von einem eigentlichen Zickzack-Kurs gesprochen werden kann. So berich-

tete er von gewissen Aktivitäten und eigenen Projektplänen bis es zum Geständnis 

kam, das er später widerrief, um sich gleichzeitig zum blossen Laufburschen der 

F._____ AG zu degradieren. Zugestanden wurde ursprünglich vom Beschuldigten, 

dass er mit dem Mitbeschuldigten bei einem Treuhänder in N._____ gewesen sei, 

um die Firma zu gründen (Urk. 50102007). Aus der Rechnung der M._____ Treu-

hand vom 23. Mai 2013 ergibt sich, dass die F._____ AG (alte Firmenbezeichnung 

der F._____ Holding AG) für EUR 19'500 gekauft wurde (Urk. 40201-3). Der Be-

schuldigte bestätigte, dass er die Gesellschaft zusammen mit dem Mitbeschuldig-

ten  gekauft  hatte.  Zu  Beginn  sei  es  ein  Mantelunternehmen  gewesen.  Es  habe 

keine operative Tätigkeit gegeben und von den früheren CHF 100'000.00 sei gar 

nichts mehr vorhanden gewesen (Urk. 50102007). Die F._____ AG sei später nie-

mals  kapitalisiert  worden  (Urk.  50102008).  Der  im  Handelsregister  seit  dem 

tt.mm.2013 eingetragene Zweck sei nie verfolgt worden. Der Beschuldigte bestä-

tigte, dass er für strategische Entscheidungen mitverantwortlich gewesen sei: "Ge-

nau. Wie ich gesagt habe, ich war Business Developer, aka Vermittler. Das ist das 

Einzige, das ich machen musste." Auf Zuflüstern des Verteidigers sagte er sodann: 

"Ich war nicht für die Entscheidungen zuständig" (Urk. 50102012). Diese Aussagen 

aus dem Jahre 2021 zeigen, dass der Beschuldigte viel stärker in die F._____ AG 

involviert war, als er später behauptete. 

3.2.4. Dafür spricht auch der Eintrag im Handelsregister, wo der Beschuldigte ab 

dem tt.mm.2013 bis zur Konkurseröffnung als "Direktor" mit Einzelunterschriftsbe-

fugnis geführt wurde (Urk. Urk. 30101022; Urk. 20101022), so dass er die F._____ 

AG  auch  bei  allen  Entscheidungen  und  im  Rechtsverkehr  gegen  aussen  alleine 

vertreten konnte. Dies macht ihn zum Mitarbeiter mit tatsächlicher Leitungsbefug-

nis, wie die Staatsanwaltschaft zu Recht geltend machte (Urk. 25 S. 4). 

3.2.5. Untermauert wird dies durch diverse Vertragswerke betreffend die Tätigkeit 

des Beschuldigten. So liegt zum einen ein Arbeitsvertrag des Beschuldigten über 

die Anstellung als Vice President Business Development bei der F._____ AG vom 

- 20 -

1. November  2013  vor,  welcher  vom  Beschuldigten  und  vom  Mitbeschuldigten 

unterzeichnet  wurde  (Urk.  30102005  ff.).  In  diesem  werden  die  Aufgaben  des 

Beschuldigten umschrieben, welche darin bestehen "die Gesellschaft nach besten 

Kräften und Gewissen zu führen, um das Telekomprojekt in Zusammenarbeit mit 

den anderen Geschäftsführern gemäss Business Plan in den nächsten Jahren zu 

realisieren". Dies – Führung nach besten Kräften und Gewissen – hat der Beschul-

digte gemäss eigenen Angaben auch gemacht (Urk. 50102015). Dafür wurde ein 

Entgelt von brutto CHF 30'000.00 festgehalten, falls Meilensteine erreicht würden, 

ein Salär von CHF 60'000.00. 

Ferner liegt auch der Arbeitsvertrag des Beschuldigten mit der F._____ AG 

vom  1.  Februar  2014  über  seine  Anstellung  als  "Director"  in  den  Akten  (Urk. 

30102009 ff.; unterzeichnet vom Beschuldigten und Mitbeschuldigten). In diesem 

werden dem Beschuldigten dieselben Aufgaben wie beim vorangehenden Arbeits-

vertrag  auferlegt.  Sein  Salär  betrug  dafür  brutto  CHF  10'500.00  pro  Monat  (Urk. 

30102009). 

Im  Beratungsvertrag  vom  1.  Dezember  2013  (Urk.  40201-4  ff.)  wurde  der 

Beschuldigte als "Vice President Business Development" ab dem 1. Januar 2014 

eingestellt. Hierbei wurden ihm wiederum dieselben Aufgaben wie bisher übertra-

gen zu einem Salär von CHF 54'000.00 pro Quartal bzw. CHF 216'000.00 pro Jahr. 

Dieser  Vertrag  wurde  jedoch  lediglich  vom  Mitbeschuldigten  unterzeichnet.  Die 

Unterschrift des Beschuldigten fehlt (Urk. 40201-7).

3.2.6.  In  den  Akten  liegt  zudem  eine  an  das  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich 

gerichtete Arbeitsbestätigung für den Beschuldigten, welche vom Mitbeschuldigten 

unterzeichnet wurde. Diese bestätigt, dass der Beschuldigte bei der F._____ AG 

als Direktor angestellt sei (Urk. 30102013). Auch so trat der Beschuldigte nach aus-

sen als Direktor auf.

3.2.7. Der Beschuldigte erklärte, dass ihm tatsächlich ca. CHF 1'000.00-1'500.00 

pro Monat ausbezahlt worden seien, und bestätigte, dass die F._____ AG ihm ge-

genüber  jährliche  Schulden  von  ca.  CHF  200'000.00  gemacht  habe  (Urk. 

50102015).  Der  Beschuldigte  bezeichnete  die  (aufgelaufenen)  Kosten  von 

- 21 -

CHF 18'000.00  für  das  Beraterhonorar,  wovon  ca.  CHF  1'500.00/Monat  ausbe-

zahlte worden seien, und monatlich CHF 6'500.00 Miete für das Haus der Familie 

A._____E.______J._____K._____,  angesichts  der  finanziellen  Lage  der  Gesell-

schaft selber als gerechtfertigt (Urk. 50102019). 

3.2.8. Die Staatsanwaltschaft bemerkte vor Vorinstanz zu Recht, dass sowohl die 

imposanten Job-Titel als auch das gigantische Salär die grosse Verantwortung des 

Beschuldigten für das Unternehmen im Sinne eines tatsächlichen Geschäftsführers 

beweisen würden. Zudem habe der Beschuldigte eingeräumt, dass er Einzelunter-

schrift für das Geschäftskonto der F._____ AG gehabt habe (Urk. 50102008), wel-

che Kompetenz im Geschäftsverkehr nur faktische Geschäftsführer oder ranghohe 

Mitarbeiter hätten (Urk. 25 S. 5). 

3.2.9. Erstellt ist auch, dass der Beschuldigte den Mietvertrag für das 7 ½-Zimmer-

Einfamilienhaus in L._____ mit einem Monatsmietzins von CHF 6'500.00 effektiv 

(mit Vollmacht von E._____ vom 25. Juli 2014 [Urk. 30102002; darin wird der Be-

schuldigte  als  Vice  President  F._____  Holding  AG  bezeichnet])  unterzeichnete 

(Urk. 20101012). 

3.2.10. Schliesslich spricht auch der anlässlich der Hausdurchsuchung sicherge-

stellte  Lebenslauf  des  Beschuldigten  für  seine  faktische  Organstellung  bei  der 

F._____  AG  (Urk.  41501197  ff.).  Im  besagten  Lebenslauf  führt  der  Beschuldigte 

seine Tätigkeit als Director und Vice President bei der F._____ AG vom Juli 2012 

bis November 2019 auf, bei welcher er für die internationale Geschäftsentwicklung, 

das Anwerben von Investoren, Vernetzungsanlässe sowie Präsentationen gegen-

über Geschäftspartnern und potentiellen Investoren zuständig gewesen sei. In der 

Beschreibung der Qualifikationen wird zudem die Mitgründung der F._____ AG auf-

geführt.

3.2.11.  Mit  diesen  früheren  Zugeständnissen  und  Urkunden  ist  erstellt,  dass  der 

Beschuldigte ein tatsächlicher Leiter der F._____ AG, mindestens aber ein Mitar-

beiter  mit  selbständigen  Entscheidungsbefugnissen  und  strategischer  Mitverant-

wortung war. 

- 22 -

3.2.12. Erstellt ist mit den oben erwähnten Darlegungen weiter, dass die F._____ 

AG eine ungenügende Kapitalausstattung hatte und der Beschuldigte dies wusste: 

Er sagte aus, dass er und sein Bruder die F._____ AG als reinen Aktienmantel mit 

null Eigenkapital gekauft haben und dass er die F._____ AG später nie kapitalisiert 

habe.

3.2.13.  Ohne  operative  Tätigkeit  und  Einnahmen  stellten  die  erwähnten  Salär-

verpflichtungen und das für die Familie A._____E.______J._____K._____ über die 

F._____ AG angemietete 7 ½-Zimmer Einfamilienhaus in L._____ für CHF 6'500.00 

pro Monat einen unverhältnismässigen Aufwand dar. Gleiches gilt für den teuren 

Fuhrpark (Urk. 50102017 f.). 

3.2.14. Die Verschlimmerung der Vermögenslage, die durch diesen übermässigen 

Aufwand  bei  fehlendem  Ertrag  verursacht  wurde,  ist  durch  die  Betreibungs-  und 

Konkursakten, die von der Kapo ausgewertet wurden (Urk. 30101009), sowie durch 

die Zugeständnisse des Beschuldigten (50102005und 010) belegt. Die F._____ AG 

stand im Moment des Konkurses ca. CHF 275'000.00 schlechter da als vier Jahre 

zuvor; alle Gläubiger kamen zu Verlust (Urk. 20101137 f.). 

3.2.15. Der Sachverhalt betreffend Misswirtschaft ist aufgrund der ursprünglichen 

Aussagen des Beschuldigten auch in subjektiver Hinsicht erstellt. Der Gang zum 

Betreibungsamt Wollerau war für den Beschuldigten nichts Aussergewöhnliches. 

So  sagte  er  bei  der  Staatsanwaltschaft  aus,  dass  er  ca.  alle  zwei  Wochen 

"Zahlungsbefehle  und  Betreibungsbriefe"  auf  dem  Betreibungsamt  abholen  ging 

(Urk. 50102005). Ebenso konzedierte er, dass sich der gute Eindruck der F._____ 

AG zu Beginn ab einem gewissen Zeitpunkt verschlimmert habe (Urk. 50102004). 

Er  sprach  auch  von  "Stress"  und  vom  Gefühl,  dass  "es  im  Minus  war"  (Urk. 

50102020).  In  der  Einvernahme  vom  26.  Mai  2021  wurde  der  Beschuldigte  von 

seinem Verteidiger gefragt, ob er bei seinen geleisteten Botendiensten beim Be-

treibungsamt diese Zahlungsbefehle nur entgegen genommen habe oder auch auf-

gemacht und gleich Rechtsvorschlag erhoben habe. Dazu gab der Beschuldigte zu 

Protokoll: "Ich habe sie entgegengenommen und geöffnet und meinen Bruder ge-

fragt, was zu tun ist, z.B. ob ich Rechtsvorschlag erheben soll. Dann sagte E._____ 

meistens,  ich  solle  ihm  den  Zahlungsbefehl  weitergeben",  und  auf  Nachfragen, 

- 23 -

sagte der Beschuldigte, er habe den Zahlungsbefehl nicht ungeöffnet weitergege-

ben (Urk. 50102025), dies im Gegensatz zu seiner Behauptung an der Hauptver-

handlung vor Vorinstanz (Urk. 23 S. 17 f.). 

3.2.16. Weiter ist der Sachverhalt auch in Bezug auf die Unterlassung der Buch-

führung für die F._____ AG erstellt. Der Beschuldigte sagte aus, der Mitbeschul-

digte  habe  für  die  Buchhaltung  zunächst  einen  Treuhänder  organisiert,  der  die 

Buchhaltung aber irgendwann nicht mehr gemacht habe. Ob dies tatsächlich getan 

wurde, kümmerte den Beschuldigten offenbar nicht weiter, sagte er doch: "Danach 

hatte ich keine Ahnung" (Urk. 50102011). Er sah nie eine Bilanz oder Erfolgsrech-

nung (Urk. 50102011). Die Staatsanwaltschaft machte hierzu zu Recht geltend, wer 

tatsächlicher Leiter einer buchführungspflichtigen Gesellschaft sei und sich derart 

krass nicht kümmere, entscheide sich bewusst für blindes Nichtwissen. Und das 

sei lnkaufnahme (Urk. 25 S. 8). Dem ist beizupflichten mit der Ergänzung, dass der 

Beschuldigte  gemäss  eigener  Darstellung  Business  Administration  und  Hotel 

Management studiert und in einem Treuhandunternehmen ein einjähriges Prakti-

kum absolviert hatte (Urk. 23 S. 5), so dass er in den Grundzügen mit der Buch-

führung vertraut war. 

3.2.17. Damit ist der Sachverhaltskomplex "F._____ Holding AG" in objektiver und 

subjektiver Hinsicht erstellt. 

3.3. Sachverhaltskomplex "G._____ AG"

3.3.1. Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel – namentlich die Aussagen 

des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten sowie diverse Urkunden (Protokoll der 

ausserordentlichen  Generalversammlung  der  G._____  AG  vom  30.  Juli  2018, 

Handelsregisteranmeldungen und -auszug, Betreibungsregisterauszug und -proto-

koll,  Bankunterlagen  und  eine  Abholquittung  betr.  Aktenherausgabe  durch  Treu-

handfirma) – angeführt und die Aussagen sowie die übrigen Beweismittel im Kern-

gehalt wiedergegeben. Darauf ist zur Vermeidung von Wiederholungen zu verwei-

sen (Urk. 35 S. 46 ff.). Diese Personal- und Sachbeweise hat die Vorinstanz in der 

Folge  ebenfalls  einlässlich  und  differenziert  gewürdigt  (Urk. 35  S.  53  ff.).  Die 

Vorinstanz hat den Sachverhalt insofern als erstellt erachtet, als dass der Beschul-

- 24 -

digte  zweimal  als  Verwaltungsrat  ins  Handelsregister  eingetragen  gewesen  sei, 

nämlich ein erstes Mal am tt.mm.2018 und ein zweites Mal am tt.mm.2020. Bereits 

bevor der Beschuldigte Verwaltungsrat der G._____ AG gewesen sei, habe er ge-

gen diese gerichtete Zahlungsbefehle beim Betreibungsamt abgeholt. Insgesamt 

habe er 27 Zahlungsbefehle abgeholt. Aus den Unterlagen des am 27. September 

2018  saldierten  Geschäftskontos  könne  zudem  entnommen  werden,  dass  die 

G._____ AG keinerlei Geschäftstätigkeit nachgegangen sei und hauptsächlich zur 

Bezahlung von Bussen als auch zur Überweisung von Geldern an andere vom Mit-

beschuldigten geführte Unternehmen benutzt worden sei (Urk. 35 S. 57 f.). 

3.3.2. Die Würdigung der Vorinstanz kann vorbehaltlos übernommen werden, zu-

mal die Chronologie der Ereignisse nicht bestritten und von der Verteidigung auch 

anerkannt wurde, dass die G._____ AG misswirtschaftlich geführt und die Buch-

führung unterlassen wurde (Urk. 26 S. 2). Auch hier wird geltend gemacht, dass 

dies nicht in der Verantwortlichkeit des Beschuldigten gewesen sei, sondern diese 

dem Mitbeschuldigten anzulasten sei (Prot. I S. 19; Urk. 60). Die formelle Organ-

schaft des Beschuldigten wird zwar nicht bestritten, diese reiche für eine zivil- oder 

strafrechtliche Verantwortlichkeit aber nicht aus (Prot. I S. 17 f.; Urk. 60). Auf den 

subjektiven Tatbestand ist die Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen Würdigung 

eingegangen (Urk. 35 S. 58). Es erscheint auch hier angebracht, bereits unter dem 

Sachverhalt darauf einzugehen. 

3.3.3. Vorweg ist in Erinnerung zu rufen, dass der Beschuldigte den Sachverhalts-

komplex "G._____ AG" in der Untersuchung nach einlässlichen Einvernahmen, dif-

ferenzierten  Aussagen  des  Beschuldigten,  diversen  weiteren  Beweisabnahmen 

und  einem  detaillierten  Anklagevorwurf,  vollständig  eingestanden  hatte,  bevor  er 

sein Geständnis aus taktischen und nicht überzeugenden Gründen widerrufen hat 

(vgl. oben Ziff. III.B 2.2).

3.3.4. Rekapitulierend ist festzuhalten, dass die G._____ AG vom Mitbeschuldigten 

am 16. Oktober 2015 alleine gekauft wurde (Urk. 40701018 ff.). Darin war folgende 

Tilgung des Kaufpreises von CHF 117'000.00 vorgesehen: Rekapitalisierung der 

AG, d.h. Übernahme der Schuld der Verkäufer gegenüber der AG im Betrag von 

maximal  CHF  112'000.00  per  15.10.2015  zur  Rückzahlung  und  Verzinsung; 

- 25 -

Zahlung von CHF 5'000.00 aufgeteilt an 3 ehemalige Aktionäre (Urk. 40701018 ff.). 

Das  heisst,  dass  der  Mitbeschuldigte  die  AG  mit  einem  Aktienkapital  von 

CHF 112'000.00 zum Preis von CHF 5'000.00 kaufte. Im Kaufvertrag verpflichtete 

sich der Mitbeschuldigte, das nicht mehr vorhandene Aktienkapital zu rekapitalisie-

ren (Urk. 30201026), was er nie effektiv getan hat; dem Aktienkapital wurde eine 

"Forderung  gegen  über  Aktionären"  in  der  gleichen  Höhe  gegenübergesellt,  um 

damit die Überschuldung zu umgehen (Urk. 30201024; Urk. 40701039). Gegen den 

Mitbeschuldigten  waren  u.a.  die  folgenden  Betreibungen  eingeleitet  worden 

(Urk. 30201027): 

2014:

2015

2016 

31 Betreibungen Total CHF 372'543.85

9 Betreibungen Total CHF 300'440.05

11 Betreibungen Total CHF 216'391.25

2O17 

25 Betreibungen Total CHF 315'461.75

2018 

2019 

2020

7 Betreibungen Total CHF 35'082.65

1 Betreibung Total CHF 258'896.20

1 Betreibung Total CHF 4'872.OO

Die Forderung der G._____ AG gegenüber dem einzigen Aktionär, d.h. dem Mitbe-

schuldigten, war aufgrund dessen miserabler finanzieller Verhältnisse somit wert-

los.  Eine  entsprechende  Korrektur  in  der  Buchhaltung  wurde  nie  vorgenommen. 

Die Gesellschaft war damit faktisch bereits bei der Übernahme durch den Mitbe-

schuldigten überschuldet (Urk. 30201027). 

3.3.5. Der Beschuldigte hatte sich erstmals am 30. Juli 2018 als einziges Mitglied 

des  Verwaltungsrates  der  G._____  AG  mit  Einzelunterschrift  angemeldet  (Urk. 

40601045 ff.). Nachdem die G._____ AG am 3. Dezember 2019 von Amtes wegen 

aufgelöst worden war, weil ihr ordnungsgemässes Domizil fehlte (Urk. 40601056), 

stellte  sich  der  Beschuldigte  am  17.  Februar  2020  erneut  als  Verwaltungsrat  mit 

Einzelunterschrift zur Verfügung (Urk. 40601039). Damit hatte der Beschuldigte in 

der anklagerelevanten Zeit eine formelle Organstellung bei der G._____ AG.

3.3.6. Vor und nach dem Geständnis gab sich der Beschuldigte überwiegend als 

den Unwissenden (sei es über die eigene Anmeldung ins Handelsregister, ob die 

G._____ AG je operativ tätig war, ob sie einen Geschäftsbetrieb und regelmässige 

- 26 -

Einnahmen hatte, was die Pflichten eines Verwaltungsrats sind, als einzige regel-

mässige Ausgabe nannte er "das Auto" [Urk. 23 S. 20]) sowie als blossen Boten-

gänger und Postboten, so letztmals vor Vorinstanz (vgl. Urk. 23 S. 19 ff.). Allerdings 

sagte der Beschuldigte im Gegensatz dazu zu Beginn der Untersuchung auf die 

Frage,  ob  er  sich  über  die  Pflichten  als  Verwaltungsrat  informiert  habe:  "Ja,  ich 

habe  mich  informiert.  Ich  habe  mich  bei  meinem  Bruder  E._____  informiert.  Ich 

habe  ihn  gefragt,  was  ich  machen  muss."  Er  habe  gesagt,  er  müsse  nicht  alles 

machen. Aber wenn etwas abgeholt werden müsse, dann sage er es ihm. In Bezug 

auf die Aufgaben als Verwaltungsrat habe er nicht so detailliert geantwortet, "[…] 

mehr so, dass ich z.B. Briefe holen muss" (Urk. 50201003). 

3.3.7. In Bezug auf das Wissen um die finanzielle Lage der G._____ AG fällt auf, 

dass  sich  der  Beschuldigte  auch  diesbezüglich  überwiegend  als  unwissend  und 

unzuständig zeigte, so auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (Urk. 23 S. 

22 ff.), aber doch gewisse Kenntnisse hatte. So konzedierte er, dass die finanzielle 

Lage nach Angaben des Mitbeschuldigten "nicht in der Balance" gewesen sei, man 

habe alles neu aufbauen und stabilisieren müssen. Es sei für die Gesellschaft ein 

Konto  bei  der  Migros  Bank  durch  den  Bruder  K._____  eröffnet  worden.  Auch 

erwähnte er, dass er lediglich am Anfang vom Mitbeschuldigten gehört habe, dass 

die  Gesellschaft  wieder  aufgebaut  werden  müsse  (Urk.  50201003).  Dass  der 

Beschuldigte von Beginn weg orientiert war, zeigt sich auch an dieser Aussage des 

Beschuldigten: "E._____ hat mir das erklärt, als ich als Verwaltungsrat angemeldet 

wurde. Er hat gesagt, es braucht einen neuen Plan. Dabei ging es um ein Gesamt-

paket: Bezahlen der Schulden, neue Geschäftsideen, neue Einkünfte." Die Frage, 

ob das umgesetzt worden sei, verneinte der Beschuldigte (Urk. 50201009). 

3.3.8. Der Beschuldigte war auch während seines Amtes als Verwaltungsrat immer 

wieder mit den finanziellen Schwierigkeiten der G._____ AG konfrontiert. So nahm 

er  – genau  gleich  wie  bei  der  F._____  AG  –  den  Grossteil  der  Zahlungsbefehle 

gegen die G._____ AG persönlich entgegen (Urk. 23 S. 17). Obwohl er behauptete, 

dass die G._____ AG keine Aufwendungen gehabt habe, wurde die G._____ AG 

in den Jahren 2017-2021 satte 57 Mal betrieben. Es wurden total 20 Verlustscheine 

- 27 -

in Gesamtbetrag von CHF 70'094.70 ausgestellt. In den Jahren 2019 und 2020 kam 

es zu je drei Konkursandrohungen (Urk. 50201008). 

3.3.9. Gleichzeitig wusste der Beschuldigte, dass die G._____ AG während seiner 

Amtszeit als Verwaltungsrat keine operative Tätigkeit ausführte, keine Angestellten 

und keine Büros hatte (Urk. 50201003 ff.). Der Beschuldigte konnte andererseits 

auf Vorhalt der Konkursandrohung der Gläubiger O._____ AG vom 13. Mai 2019 

über CHF 16'095.00 sagen, dass der Range Rover von der O._____ abgeholt wor-

den sei, weil das Leasing nicht mehr bezahlt worden sei (Urk. 502010078). Wieso 

die inaktive G._____ AG überhaupt noch ein Leasing für den PW hatte, vermochte 

er nicht zu beantworten ("Das ist eine gute Frage"; Urk. 50201013). 

3.3.10. Die Betreibung Nr. 1 vom 4. April 2018 über CHF 650.00, Gläubiger Stadt-

richteramt Zürich, führte zu einem Verlustschein (Urk. 30201014; Urk. 41401005). 

Ab  diesem  Zeitpunkt  fehlten  der  Gesellschaft  die  erforderlichen  Mittel  (Urk. 

41401005). Am 21. September 2018 wurde die G._____ AG erneut betrieben. Da 

der Betrag von CHF 190.00 nicht bezahlt werden konnte, endete auch diese Be-

treibung  in  einem  Verlustschein  (Urk.  41401005).  Somit  bestand  für  den 

Beschuldigten spätestens ab dem 21. September 2018 eine begründete Besorgnis 

der Zahlungsunfähigkeit. 

3.3.11.  Trotz  der  zufolge  diverser  Zahlungsbefehle  und  Konkursandrohungen 

offensichtlichen Verschlimmerung der Vermögenslage der G._____ AG hat der Be-

schuldigte  als  deren  einziger  Verwaltungsrat  niemals  eine  Zwischenbilanz  der 

G._____  AG  erstellt  oder  diese  von  einem  zugelassenen  Revisor  prüfen  lassen, 

auch keine Überschuldungsanzeige deponiert oder anderweitige Sanierungsmass-

nahmen eingeleitet oder eine Generalversammlung beantragt (Urk. 50203008). Da-

mit hat er diesen Vermögenszerfall, der im Konkurs endete (Urk. 40601066) zumin-

dest in Kauf genommen.

3.3.12.  Am  11.01.2021,  mit  Wirkung  ab  09:00  Uhr,  eröffnete  das  Kantonsgericht 

Zug den Konkurs über die G._____ AG (Urk. 40601066). Der Konkurs wurde am 

29. Juli 2021 mangels Aktiven eingestellt (Urk. 30201015). 

- 28 -

3.3.13. Erstellt ist ebenfalls, dass über die G._____ AG in der anklagerelevanten 

Zeit (bzw. ab 2016; Urk. 30201017, 024 f.) keine ordentliche Buchhaltung geführt 

wurde – Buchhaltungsunterlagen sind nicht vorhanden. 

3.3.14.  Erstellt  ist  schliesslich,  dass  sich  der  Beschuldigte  zwei  Mal  als  Verwal-

tungsrat der G._____ AG eintragen liess (Urk. 40601045 f. und Urk. 40601039). 

Nicht erstellt werden kann hingegen, dass der Beschuldigte nie den Willen gehabt 

habe, die unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben eines Mitglieds des Ver-

waltungsrats der Gesellschaft zu erfüllen. Seine diesbezüglichen Depositionen, nie 

die Absicht gehabt zu haben, als oberstes Leitungsorgan der G._____ AG tätig zu 

sein respektive mit der G._____ AG den statuarischen Zweck der Unternehmungs-

führung zu verfolgen und diesbezüglich eine Leitungsfunktion zu übernehmen (Urk. 

50203006, 009), stehen im diametralen Widerspruch zu seinen sonstigen Aussa-

gen und dem, wie er sich jahrelang verhalten hat, weshalb sie als Schutzbehaup-

tungen zu qualifizieren sind und entsprechend nicht darauf abgestellt werden kann. 

Mithin ist nicht erstellt, dass die Eintragungen des Beschuldigten im Handelsregis-

ter als Verwaltungsratsmitglied der G._____ AG unwahr und falsch waren bzw. der 

Beschuldigte dies in Kauf genommen hätte.

3.3.15. Damit ist der Sachverhalt betreffend G._____ AG in objektiver und subjek-

tiver Hinsicht – mit obgenannter Einschränkung – erstellt. 

3.4. Sachverhaltskomplex "Geldwäscherei"

3.4.1. Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel – namentlich die Aussagen 

des  Beschuldigten  und  des  Mitbeschuldigten,  den  WhatsApp-Chat,  Bankunterla-

gen und E-Mail-Korrespondenz richtig angeführt (Urk. 35 S. 58 ff.). Darauf ist zur 

Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen. Die Vorinstanz hat die Aussagen 

ausführlich und die übrigen Beweismittel im Kerngehalt wiedergegeben und sie in 

der  Folge  einlässlich,  differenziert  und  mit  zutreffendem  Ergebnis  gewürdigt 

(Urk. 35 S. 64 ff.). Die Vorinstanz  ist zum Fazit gelangt, dass aufgrund der Aus-

sagen, der Kontoauszüge und der WhatsApp-Chats der in der Anklage beschrie-

bene objektive Sachverhalt erstellt sei. Aufgrund des Plädoyers des Verteidigers 

sei ferner davon auszugehen, dass der Beschuldigte den E-Mail-Verkehr zwischen 

- 29 -

dem  Privatkläger  2  und  dem  Mitbeschuldigten  am  3.  April  2019  erhalten  habe. 

Dieser Einschätzung ist zuzustimmen. Die Frage des Vorsatzes hat die Vorinstanz 

unter dem Titel der rechtlichen Würdigung behandelt (Urk. 35 S. 67 und S. 78 ff.). 

Darauf ist als subjektives Element des Sachverhalts unter diesem Titel einzugehen. 

Die  nachfolgenden  Erwägungen  verstehen  sich  als  Zusammenfassung  und 

teilweise Ergänzung.

3.4.2. Vorweg ist in Erinnerung zu rufen, dass der Beschuldigte den Sachverhalts-

komplex "Geldwäscherei" in der Untersuchung nach einlässlichen Einvernahmen, 

differenzierten Aussagen des Beschuldigten, diversen weiteren Beweisabnahmen 

und  einem  detaillierten  Anklagevorwurf,  vollständig  eingestanden  hatte,  bevor  er 

sein Geständnis aus taktischen und nicht überzeugenden Gründen teilweise wider-

rufen hat (vgl. oben Ziff. III.B 2.2). Anerkannt wurde von ihm sodann vor Vorinstanz, 

dass er von den überwiesenen Geldern auf sein Konto mit dem Einverständnis des 

Mitbeschuldigten CHF 1'183.26 für Warenbezüge im P._____ Hotel, für Einkäufe 

und Restaurantbesuche verbraucht habe. Zudem habe er CHF 196.00 in bar bezo-

gen. Es sei ein Fehler gewesen das auszugeben, was er bekommen habe (Urk. 23 

S. 28). Über die kriminellen Machenschaften seines Vaters und den Rest habe er 

keine  Kenntnis  gehabt,  er  sei  ausgenutzt,  missbraucht  und  erpresst  worden 

(Urk. 23 S. 28 f.). 

3.4.3. In den Akten liegen die Kontoauszüge der PostFinance (Urk. 60302001 ff., 

Urk. 60303001 f.). In diesen sind die Geldeingänge sowie Überweisungen aufgelis-

tet. Aus den Chats zwischen den Brüdern K._____, dem Mitbeschuldigten E._____ 

und dem Beschuldigten sind die mehrfachen Anweisungen an den Beschuldigten 

ersichtlich, wie er Überweisungen vorzunehmen habe (Urk. 60303003 ff.). Weder 

die Überweisungen noch die Anweisungen werden durch den Beschuldigten be-

stritten (Prot. I S. 29; Urk. 60) und sind damit erstellt.

3.4.4. Die Vortat zur Geldwäscherei zum Nachteil des Privatklägers 2 ist durch das 

Geständnis des Mitbeschuldigten in der Schlusseinvernahme in seinem früheren 

Verfahren (Urk. 503001 ff.) und das rechtskräftige Urteil vom 30. März 2022 des 

Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung (DG210199-L), erstellt (Urk. 41701007 ff. und 

023 ff.). Der Privatkläger 2 hatte (u.a.) aufgrund einer arglistigen Täuschung durch 

- 30 -

den Mitbeschuldigten CHF 22'500.00 auf das Konto des Beschuldigten überwiesen. 

Der Beschuldigte hat für die Weiterverwendung der auf sein Konto überwiesenen 

CHF  22'500  dem  Mitbeschuldigten  seine  Bankkarte  sowie  seine  Login-Daten  für 

das  E-Banking  gegeben.  Ferner  hat  er  bei  jedem  Login-Vorgang  den  benötigten 

und an sein Telefon gesandten TAN-Code weitergeleitet. Der Beschuldigte bestä-

tigte dieses Vorgehen. Der Mitbeschuldigte überwies in der Folge vom 3. April 2019 

bis  zum  25.  April  2019  in  36  Transaktionen  CHF  21'120.74  auf  ein  Konto  des 

Bruders K._____, auf ein Konto einer durch den Mitbeschuldigten geführten Ge-

sellschaft in den Niederlanden, auf ein Konto des Vaters sowie auf das Konto der 

Mutter bei der PostFinance AG. Die Überweisung in der Höhe von CHF 13'488.00 

an den Bruder K._____ erfolgte mittels 20 Transaktionen. Die an den Vater über-

wiesene Summe von CHF 3'620.00 überwies der Mitbeschuldigte in 9 Transaktio-

nen. Eine Summe von CHF 500.00 an die Mutter überwies der Mitbeschuldigte in 

6 Transaktionen. Nachdem der Mitbeschuldigte dem Beschuldigten es erlaubte, be-

nutzte  dieser  CHF  1'183.26  für  Warenbezüge  etc.,  ausserdem  bezog  er  CHF 

196.00 in bar (Urk. 30301010, Urk. 50305007, Urk. 23 S. 26). 

3.4.5. Die Vortat ist auch in Bezug auf die Geldwäscherei zum Nachteil der Privat-

klägerin 1 gestützt auf das Geständnis des Mitbeschuldigten in der Schlusseinver-

nahme (Urk. 507010134 f.) und das erwähnte rechtskräftige Urteil vom 30. März 

2022 (Urk. 1701007 ff. und 025 ff.) erstellt. In diesem Fall hat die Privatklägerin 1 

aufgrund einer arglistigen Täuschung durch den Vater des Beschuldigten, J._____, 

und den Mitbeschuldigten insgesamt CHF 100'000.00 überwiesen, von denen CHF 

50'000.00 auf das Konto des Beschuldigten eingingen. Der Beschuldigte hat CHF 

42'430.00 an drei verschiedene Konten seines Bruders K._____ überwiesen. Ein 

Teil  davon  (CHF  1'500.00)  hat  der  Beschuldigte  in  bar  bezogen,  um  es  seinem 

Bruder K._____ zu übergeben, einen weiteren (CHF 513.50) an den Mitbeschul-

digten via Revolut überwiesen. Schliesslich hat er CHF 4'610.24 für sich (für die 

Bezahlung  von  Miete,  seines  Lebensunterhalts  und  bestehender  Schulden)  ver-

braucht.

3.4.6.  Der  Beschuldigte  stellte  dem  Mitbeschuldigten  sein  Konto  zur  Verfügung, 

"weil sein Konto nicht zur Verfügung stand". Den Grund, weshalb das Geld auf sein 

- 31 -

Konto gekommen sei, will er nicht gewusst haben. Der Mitbeschuldigte habe ihm 

erst später gesagt, dass es Gelder für Investments seien (Urk. 50302004). Bereits 

die Ausgangslage "sein Konto stand nicht zur Verfügung", hätte den Beschuldigten 

aufhorchen lassen müssen, zumal dies nicht zum ersten Mal der Fall war. Er stellte 

sein Konto sodann nicht etwa als einmaliges Zielkonto zur Verfügung. Er übergab 

ihm  gegenteils  das  Kontokärtchen,  Benutzername  und  Passwort  zum  E-Banking 

seines privaten Kontos (Urk. 50302007) und stellte ihm bei jeder Transaktion den 

per SMS eingegangenen TAN-Code zur Verfügung (Urk. 500305006). Dass er sein 

privates Konto zur Verfügung stellte, erachtete er zum einen als problemlos: "Als 

Familie ist das kein Problem" (Urk. 50302007), um später zu behaupten, er sei von 

seiner Familie ausgenutzt, missbraucht und erpresst worden (Urk. 23 S. 28 f.). Der 

Beschuldigte äusserte sich in den Phasen vor und nach dem Geständnis in weite-

ren Punkten widersprüchlich und nicht glaubhaft. So will er wie gesagt nichts über 

die kriminelle Herkunft der Gelder gewusst haben. Trotzdem sagte er über die Geld-

überweisungen: "Ich war hässig auf meine Brüder. Ich wollte mich von der Familie 

distanzieren. Ich sagte, ich wolle mit ihren Dingen nichts zu tun haben. Und dann 

bekomme  ich  plötzlich  eine  Meldung,  dass  Geld  auf  meinem  Konto  einbezahlt 

werde" (Urk. 50303003). Dies spricht zumindest für Zweifel an einem legalen Hin-

tergrund der Gelder. Gleiches gilt auch für diese Aussage: "Es war ein komisches 

Gefühl,  dass  sie  irgend  etwas  am  Machen  sind.  Dass  etwas  geschäftlich  nicht 

klappt"  (Urk.  50303004),  was  er  später  wieder  bestritt,  gesagt  zu  haben 

(Urk. 50305017). Oder: "Wegen solchen Sachen hatte wir viel Streit. Ich hatte ein 

schlechtes Gefühl: 1. Wieso auf mein Konto. 2. Wieso diese Beträge auf drei ver-

schiedene Konten." (Urk. 50303006). Ebenfalls war er schockiert, als er auf dem 

Vertrag "A._____" gesehen habe (Urk. 50305010). 

3.4.7. Der Beschuldigte schilderte eigene Zweifel am Vorgehen. Es lagen aber auch 

sonst diverse Alarmzeichen für illegale Machenschaften vor mit der grundsätzlichen 

Zurverfügungstellung  des  Kontos  ohne  genaueres  Hinterfragen,  die  Zahl  der 

Zahlungseingänge, der zahlreichen Inland- und Auslandüberweisungen in auffälli-

ger  Stückelung  wie  auch  der  grosse  zeitliche  Druck,  den  der  Mitbeschuldigte 

machte (Urk. 50303011). Damit ist der Sachverhalt betreffend Geldwäscherei auch 

in subjektiver Hinsicht erstellt. 

- 32 -

IV. Rechtliche Würdigung

A

Sachverhaltskomplex "F._____ Holding AG"

1.

Die  Vorinstanz  hat  den  unter  diesem  Titel  vorgeworfenen  Sachverhalt  als 

Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB und als Unterlassung der Buch-

führung im Sinne von Art. 166 StGB qualifiziert (Urk. 35 S. 67 ff.). Die theoretischen 

Grundlagen dazu hat sie einlässlich und korrekt dargestellt. Der Vorinstanz ist auch 

in der Anwendung auf den konkreten Fall – mit einer kleinen Ausnahme (vgl. nach-

folgende Ziff. IV.A.2.4) – zuzustimmen. Die nachfolgenden Ausführungen verste-

hen sich im Wesentlichen als Ergänzungen und Präzisierungen.

2. Misswirtschaft

2.1.  Den Tatbestand der Misswirtschaft nach Art. 165 Ziff. 1 StGB erfüllt, wer als 

Schuldner  in  anderer  Weise  als  durch  Gläubigerschädigung  durch  Vermögens-

verminderung nach Art. 164 StGB, durch Misswirtschaft, namentlich durch unge-

nügende  Kapitalausstattung,  unverhältnismässigen  Aufwand,  gewagte  Spekula-

tionen,  leichtsinniges  Gewähren  oder  Benützen  von  Kredit,  Verschleudern  von 

Vermögenswerten  oder  arge  Nachlässigkeit  in  der  Berufsausübung  oder  Ver-

mögensverwaltung,  seine  Überschuldung  herbeiführt  oder  verschlimmert,  seine 

Zahlungsunfähigkeit  herbeiführt  oder  im  Bewusstsein  seiner  Zahlungsunfähigkeit 

seine  Vermögenslage  verschlimmert,  wenn  über  ihn  der  Konkurs  eröffnet  oder 

gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist. Die Eröffnung des Konkurses 

ist objektive Strafbarkeitsbedingung (Urteil 6B_54/2008 vom 9. Mai 2008 E. 7.3.1). 

Täter  kann  ausschliesslich  der  Schuldner  selber  oder  eines  der  in  Art.  29  StGB 

genannten Organe sein (BGE 144 IV 52 E. 7.3). 

Nach der Rechtsprechung liegt eine nachlässige Berufsausübung vor, wenn 

gesetzliche  Bestimmungen  der  Unternehmensführung  missachtet  werden.  Dazu 

gehören insbesondere die Vernachlässigung der Rechnungslegung oder die Ver-

letzung  der  Pflicht  des  Verwaltungsrats  einer  Aktiengesellschaft,  den  Richter  im 

Falle der Überschuldung zu benachrichtigen (Urteile 6B_1047/2015 vom 28. April 

2016 E. 4.3; 6B_242/2015 vom 6. Oktober 2015 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Tatbe-

standsmässig ist nur ein krasses wirtschaftliches Fehlverhalten. Das Eingehen ei-

- 33 -

nes jeder Geschäftstätigkeit inhärenten Risikos ist nicht strafbar, auch wenn sich 

ex  post  herausstellt,  dass  eine  Fehlentscheidung  getroffen  worden  ist  (Urteil 

6B_1047/2015 vom 28. April 2016 E. 4.3; HAGENSTEIN, in: Basler Kommentar, Straf-

recht, Bd. II, 3. Aufl. 2013, N. 11 zu Art. 165 StGB; TRECHSEL/OGG, in: Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 4 zu Art. 165 StGB).

Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz hinsichtlich der Bankrotthandlung 

(BGE 144 IV 52 E. 7.3). Vorsatz liegt bereits vor, wenn der Täter das Risiko der 

Insolvenz  unter  Missachtung  einschlägiger  Bestimmungen  in  unverantwortlicher 

Weise  negiert.  Hinsichtlich  der  Verschlimmerung  der  Überschuldung  bzw.  der 

Herbeiführung  der  Zahlungsunfähigkeit  genügt  dabei  grobe  Fahrlässigkeit 

(OFK StGB-Donatsch, 21. Aufl. 2022, Art. 165 N 8).

2.2.1.  Gemäss  erstelltem  Sachverhalt  war  der  Beschuldigte  als  Direktor  der 

F._____ AG mit Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen. Damit vertrat er 

die Gesellschaft gegen aussen (Art. 718 Abs. 1 und 2 OR). Direktoren werden in 

aller Regel als Organe im materiellen Sinne qualifiziert (BGE 114 V 213). Davon 

abzuweichen  besteht  vorliegend  kein  Anlass,  da  es  nicht  nur  bei  der  formellen 

Kundgabe blieb. Die Aufgaben des Beschuldigten wurden in Arbeits- und Berater-

verträgen festgehalten. Dazu gehörte es, "die Gesellschaft nach besten Kräften und 

Gewissen zu führen, um das Telekomprojekt in Zusammenarbeit mit den anderen 

Geschäftsführern gemäss Business Plan in den nächsten Jahren zu realisieren". 

Dies – Führung nach besten Kräften und Gewissen – hat der Beschuldigte gemäss 

eigenen  Angaben  auch  gemacht  (Urk.  50102015).  Der  Beschuldigte  bestätigte, 

dass  er  für  strategische  Entscheidungen  mitverantwortlich  gewesen  sei.  Auf  Zu-

flüstern des Verteidigers relativierte er seine Aussage. Dies vermag weder zu über-

zeugen noch – gegebenenfalls, d.h. bei Absprachen mit dem Mitbeschuldigten – 

die leitende Funktion zu minimieren, da er – entgegen der Verteidigung (Urk. 60) – 

mindestens eine Mitverantwortung trug. Dem Beschuldigten kam somit – entgegen 

der Verteidigung (Urk. 60; Prot. II S. 12 f.) und mit der Staatsanwaltschaft (Prot. II 

S. 8 f.) – auch faktische bzw. materielle Organstellung i.S.v. Art. 29 StGB zu.

2.2.2. Weiter ist erstellt, dass der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte die F._____ 

AG als reinen Aktienmantel mit null Eigenkapital kauften und die Gesellschaft spä-

- 34 -

ter effektiv nie (d.h. abgesehen von einer wertlosen Forderung) kapitalisiert wurde 

(Urk.  35  S.  69  f.,  S.  71).  Damit  ist  die  Tathandlungsvariante  der  ungenügenden 

Kapitalausstattung in objektiver Hinsicht erfüllt. 

2.2.3. Ebenso ist ein unverhältnismässiger Aufwand im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 

StGB zu bejahen. Die Unverhältnismässigkeit des Aufwandes beurteilt sich dabei 

nicht nur nach objektiven Kriterien, sie ergibt sich vielmehr aus dem Vergleich des 

Aufwandes in Relation zu den beim Schuldner vorhandenen Vermögenswerten und 

Einkünften (BSK StGB-Hagenstein, Art. 165 N 15). Die F._____ AG hatte keinerlei 

Vermögenswerte, erwirtschaftete keinen Gewinn und generierte gleichzeitig hohe 

Auslagen, so durch Salärverpflichtungen und eine nicht geschäftsmässig begrün-

dete Miete, wurde das angemietete Objekt doch als Familienhaus genutzt (Urk. 35 

S. 70 f.). Ein solcher Aufwand findet aus kaufmännischer Sicht keine Rechtfertigung 

mehr und ist daher unverhältnismässig.

2.2.4. Gemäss erstelltem Sachverhalt verschlimmerte sich die Vermögenslage der 

F._____  AG  zusehends,  bis  über  die  Gesellschaft  der  Konkurs  eröffnet  wurde 

(Konkurseröffnung am 30. Januar 2020).

2.3.  Erstellt ist weiter, dass der Beschuldigte in ständigem Kontakt mit dem Betrei-

bungsamt stand, wo er selber eine Vielzahl von Zahlungsbefehlen und Konkursan-

drohungen abholte, welche Post er auch öffnete. Damit wusste der Beschuldigte, 

dass die finanzielle Lage der F._____ AG desolat war und sich ständig verschlech-

terte. Folglich musste er auch damit rechnen, dass den Gläubigern ein Totalverlust 

drohte. Dagegen hat er pflichtwidrig nichts unternommen.

2.4.  Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen nicht vor. Somit hat sich 

der  Beschuldigte  im  Zusammenhang  mit  der  F._____  AG  der  Misswirtschaft  im 

Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB schuldig ge-

macht. Entgegen der Vorinstanz ist hier von einer einfachen Misswirtschaft auszu-

gehen (vgl. Urk. 35 S. 74). 

3.

Unterlassung der Buchführung

- 35 -

3.1.1.  Gemäss  Art.  166  StGB  macht  sich  der  Schuldner  strafbar,  der  die  ihm 

gesetzlich obliegende Pflicht zur ordnungsmässigen Führung und Aufbewahrung 

von  Geschäftsbüchern  oder  zur  Aufstellung  einer  Bilanz  verletzt,  so  dass  sein 

Vermögensstand  nicht  oder  nicht  vollständig  ersichtlich  ist,  wenn  über  ihn  der 

Konkurs eröffnet oder in einer gemäss Art. 43 SchKG erfolgten Pfändung gegen 

ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist. Die Buchführungspflicht wird verletzt, 

wenn  die  Buchführung  ganz  unterbleibt  oder  mangelhaft  erfolgt  und  dadurch  die 

Vermögenslage der Schuldnerin nur mit erheblichem Aufwand überblickt werden 

kann  (Urteile  6B_1263/2020  vom  5.  Oktober  2022,  E.  2.3.;  6B_1262/2020  vom 

2. August  2022,  E.  3.3.1.;  6B_1180/2020  vom  10.  Juni  2021,  E.  4.1.  und 

6B_893/2018  vom  2.  April  2019,  E.  1.1.1.).  Der  Umfang  der  Buchführungspflicht 

ergibt sich aus dem Privatrecht. Einzelne Pflichten sind namentlich in den Art. 957 

ff. OR konkretisiert. Die Buchführung bildet dabei die Grundlage der Rechnungs-

legung  und  erfasst  diejenigen  Geschäftsvorfälle  und  Sachverhalte,  die  für  die 

Darstellung  der  wirtschaftlichen  Lage  des  Unternehmens  notwendig  sind  (vgl. 

Art. 957a  Abs.  1  OR).  Von  Bilanz  und  Erfolgsrechnung  wird  erwartet,  dass  sie 

vollständig,  wahrheitsgetreu,  systematisch,  klar,  zweckmässig,  vorsichtig  und 

nachprüfbar  angelegt  sind  (vgl.  Art.  957a  Abs.  1  und  Art.  958c  Abs.  1  OR).  Die 

Rechnungslegung  soll  die  wirtschaftliche  Lage  des  Unternehmens  so  darstellen, 

dass sich Dritte ein zuverlässiges Urteil bilden können (Art. 958 Abs. 1 OR; Urteile 

6B_1263/2020 vom 5. Oktober 2022, E. 2.3.; 6B_1262/2020 vom 2. August 2022, 

E.  3.3.1.).  Art.  166  StGB  erfordert  Vorsatz,  wobei  Eventualvorsatz  genügt 

(BGE 117 IV 163, E. 2.b). 

3.1.2. Täter der Unterlassung der Buchführung kann ausschliesslich der Schuldner 

oder eines der in Art. 29 StGB genannten Organe sein.

3.2.1. Wie oben dargelegt, hatte der Beschuldigte bei der F._____ AG eine fakti-

sche Organstellung. Er hatte somit die gesetzliche Pflicht zur Aufstellung von Jah-

resrechnungen  bzw.  zum  Veranlassen  derselben,  was  er  spätestens  ab  Januar 

2017 bis zum Konkurs am 30. Januar 2020, d.h. während drei Jahren, unterliess. 

Dies führte dazu, dass der Vermögensstand der F._____ AG nicht mehr ersichtlich 

war. Der objektive Tatbestand ist damit erfüllt. Dem Beschuldigten sind die began-

- 36 -

genen Pflichtverletzungen in Anwendung von Art. 29 lit. a StGB zuzurechnen. Der 

Beschuldigte  hatte  dadurch  auch  die  einem  Verwaltungsrat  inhärente  von  der 

Verteidigung (Prot. I S. 18; Prot. II S. 6 f., 14) bestrittene Garantenstellung inne, wie 

die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk 35 S. 75).

3.2.2. Ebenfalls erfüllt ist die objektive Strafbarkeitsbedingung des Konkurses und 

des Vorliegens von Verlustscheinen.

3.2.3. Nachdem bereits aufgrund der Aussagen des Beschuldigten erstellt ist, dass 

im Tatzeitraum keine Buchführung erfolgte und der Beschuldigte in der Folge auch 

nicht um eine ordentliche Buchhaltung besorgt war, verletzte er als Gesellschafts-

organ seine Pflicht zur Kontrolle des Rechnungswesens wissentlich und willentlich. 

In  Anbetracht  dessen  ergibt  sich  ohne  Weiteres,  dass  dadurch  ein  vollständiger 

Überblick über die tatsächliche Verschuldungslage der Gesellschaft bei Konkurs-

eröffnung nicht möglich war, was der Beschuldigte zumindest in Kauf nahm. 

3.2.4. Zusammenfassend sind mithin sowohl der objektive als auch der subjektive 

Tatbestand von Art. 166 StGB als gegeben zu erachten.

3.2.5.  Der  Beschuldigte  beging  die  Handlungen  und  Unterlassungen  als  Haupt-

beteiligter  zusammen  mit  seinem  diesbezüglich  bereits  rechtskräftig  verurteilten 

Bruder 

(Mitbeschuldigter)  aufgrund  gemeinsamer,  zumindest  konkludenter 

Entschlussfassung  sowie  durch  gleich  massgebliches  Zusammenwirken  bei  der 

Tatausführung.  Der  Beschuldigte  leistete  einen  wesentlichen  Tatbeitrag.  Die 

Vorinstanz hat daher zu Recht eine Mittäterschaft bejaht (Urk. 35 S. 84). 

3.3. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen nicht vor. Somit hat sich 

der Beschuldigte betreffend F._____ AG auch der Unterlassung der Buchführung 

im Sinne von Art. 166 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB schuldig gemacht. 

- 37 -

B

Sachverhaltskomplex "G._____ AG"

1.

Nachdem  betreffend  den  Vorwurf  der  mehrfachen  Erschleichung  einer 

falschen Beurkundung der Anklagesachverhalt in Bezug darauf, dass der Beschul-

digte den falschen Anschein erweckt haben soll, Verwaltungsratsmitglied sein zu 

wollen,  ohne  je  diese  Absicht  gehabt  zu  haben,  nicht  erstellt  werden  konnte 

(vgl. Ziff. III.B.3.3.14), hat diesbezüglich ein Freispruch zu erfolgen. 

Die Vorinstanz hat den unter diesem Titel überdies vorgeworfenen (und erstellten) 

Sachverhalt als Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB und als Unter-

lassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB qualifiziert (Urk. 35 S. 72 ff.). 

Die theoretischen Grundlagen dazu hat sie einlässlich und korrekt dargestellt. Der 

Vorinstanz  ist  auch  in  der  Anwendung  der  genannten  Bestimmungen  auf  den 

vorliegenden Fall zuzustimmen. Die nachfolgenden Ausführungen verstehen sich 

im Wesentlichen als Ergänzungen und Präzisierungen.

2. Misswirtschaft

2.1.1. Zu den theoretischen Grundlagen betreffend den Vorwurf der Misswirtschaft 

kann auf obige Erwägungen verwiesen werden (Ziff. IV.A.2.1). Laut der einschlägi-

gen  Rechtsprechung  liegt  eine  nachlässige  Berufsausübung  auch  vor,  wenn 

gesetzliche Bestimmungen betreffend die Unternehmensführung missachtet wer-

den.  Dazu  gehören  insbesondere  die  Vernachlässigung  der  Rechnungslegung 

oder die Verletzung der Pflicht des Verwaltungsrates einer Aktiengesellschaft, das 

Gericht im Falle einer Überschuldung zu benachrichtigen (BGE 144 IV 52 E. 7.3.). 

2.1.2. In Bezug auf die unterlassene Bilanzdeponierung bzw. Überschuldungsan-

zeige ist daran zu erinnern, dass das neue Aktienrecht am 1. Januar 2023 in Kraft 

getreten ist und im anklagegegenständlichen Zeitraum die frühere Fassung mass-

gebend war (Konkurseröffnung: 11. Januar 2021). In Präzisierung der Vorinstanz 

ist daher aArt. 725 Abs. 2 OR als massgebend zu erachten. Demgemäss muss bei 

begründeter Besorgnis einer Überschuldung eine Zwischenbilanz erstellt und diese 

einem  zugelassenen  Revisor  zur  Prüfung  vorgelegt  werden.  Ergibt  sich  aus  der 

Zwischenbilanz, dass die Forderungen der Gesellschaftsgläubiger weder zu Fort-

- 38 -

führungs- noch zu Veräusserungswerten gedeckt sind, so hat der Verwaltungsrat 

das Gericht zu benachrichtigen, sofern nicht Gesellschaftsgläubiger im Ausmass 

dieser Unterdeckung im Rang hinter alle anderen Gesellschaftsgläubiger zurück-

treten. Wenn gleich aArt. 725 Abs. 2 Satz 2 OR dies nicht explizit vorsieht, gewäh-

ren Rechtsprechung und herrschende Lehre dem Verwaltungsrat im Falle reeller 

dauerhafter Sanierungsaussichten einen Aufschub der Überschuldungsanzeige, so 

dass diese nicht zwangsläufig sofort im Zeitpunkt der erstmaligen Feststellung der 

Überschuldung erfolgen muss (vgl. BGE 132 III 564, E. 5.1.; 127 IV 110, E. 5.a; 

Urteile 6B_1104/2022 vom 19. April 2023, E. 1.1.1.; 6B_985/2016 vom 27. Februar 

2017, E. 4.2.1.; 6B_1091/2014 vom 24. November 2015, E. 5. und 4C.366/2000 

vom 19. Juni 2001, E. 4.b). Mit der Benachrichtigung des Gerichtes darf hingegen 

nicht  zugewartet  werden,  wenn  die  ergriffenen  Sanierungsmassnahmen  den 

Unternehmenszusammenbruch  lediglich  hinauszögern  würden.  Auch  dürfen  die 

Befriedigungschancen  der  Gesellschaftsgläubiger  durch  den  Aufschub  nicht 

zusätzlich gefährdet werden (Urteil 6B_1104/2022 vom 19. April 2023, E. 1.1.1.).

2.2.1.  In  Bezug  auf  die  Funktion  des  Beschuldigten  ist  erstellt,  dass  sich  der 

Beschuldigte  zweimal  als  einziges  Verwaltungsratsmitglied  im  Handelsregister 

hatte eintragen lassen. Es kam ihm damit formelle Organstellung bei der G._____ 

AG zu. 

2.2.2. Gemäss erstelltem Sachverhalt fehlten der G._____ AG ab dem 9. April 2018 

die erforderlichen Mittel, um ihre fälligen und zukünftigen Schulden zu begleichen. 

Spätestens ab dem 21. September 2018 bestand eine begründete Besorgnis der 

Zahlungsunfähigkeit, was der Beschuldigte gemäss erstelltem Sachverhalt wusste 

(vgl. Ziff. III.A.3.3.10). Es wurde weder eine Zwischenbilanz noch eine Überschul-

dungsanzeige deponiert. Gemäss erstelltem Sachverhalt verschlimmerte sich die 

Vermögenslage der G._____ AG zusehends, bis über die Gesellschaft der Konkurs 

eröffnet wurde (Konkurseröffnung am 11. Januar 2021). Trotz der offensichtlichen 

Verschlimmerung  der  Vermögenslage  der  G._____  AG  hat  der  Beschuldigte  als 

deren  einziger  Verwaltungsrat  den  Vermögenszerfall,  der  im  Konkurs  endete, 

pflichtwidrig zugelassen. Damit ist zumindest ein eventualvorsätzliches Handeln zu 

bejahen. 

- 39 -

2.2.3.  Rechtfertigungs-  und  Schuldausschlussgründe  liegen  nicht  vor.  Somit  hat 

sich der Beschuldigte im Zusammenhang mit der G._____ AG der Misswirtschaft 

im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB schuldig 

gemacht. 

3.

Unterlassung der Buchführung

3.1. Zu den theoretischen Grundlagen betreffend den Vorwurf der Unterlassung 

der Buchführung kann auf obige Erwägungen verwiesen werden (Ziff. IV. A 3.1.1.).

3.2.  Der  Beschuldigte  war  im  Handelsregister  eingetragenes  einziges  Verwal-

tungsratsmitglied der G._____ AG. Er hatte die gesetzliche Pflicht zur Aufstellung 

von Jahresrechnungen, was er ab 30. August 2018 bis zum Konkurs am 11. Januar 

2021,  d.h.  während  mehr  als  drei  Jahren,  unterliess.  Dies  führte  dazu,  dass  der 

Vermögensstand der G._____ AG nicht ersichtlich war. Der objektive Tatbestand 

ist damit erfüllt. Dem Beschuldigten sind die begangenen Pflichtverletzungen in An-

wendung von Art. 29 lit. a StGB zuzurechnen.

3.3.  Ebenfalls erfüllt ist die objektive Strafbarkeitsbedingung des Konkurses und 

des Vorliegens von Verlustscheinen.

3.4.  Gemäss erstelltem Sachverhalt wurde in der anklagerelevanten Zeit über die 

G._____ AG nicht Buch geführt, welche Unterlassung der Beschuldigte, der über 

die entsprechenden Pflichten im Bild war, in Kauf genommen hatte. Damit ist der 

Tatbestand von Art. 166 StGB mit der Vorinstanz in objektiver und subjektiver Hin-

sicht erfüllt (Urk. 35 S. 76). 

3.5.  Der Beschuldigte beging die Handlungen und Unterlassungen als Hauptbe-

teiligter  zusammen  mit  seinem  diesbezüglich  bereits  rechtskräftig  verurteilten 

Bruder 

(Mitbeschuldigter)  aufgrund  gemeinsamer,  zumindest  konkludenter 

Entschlussfassung  sowie  durch  gleich  massgebliches  Zusammenwirken  bei  der 

Tatausführung.  Der  Beschuldigte  leistete  einen  wesentlichen  Tatbeitrag.  Die 

Vorinstanz hat daher zu Recht eine Mittäterschaft bejaht (Urk. 35 S. 84). 

- 40 -

3.6.  Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen nicht vor. Somit hat sich 

der Beschuldigte betreffend G._____ AG auch der Unterlassung der Buchführung 

im Sinne von Art. 166 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB schuldig gemacht.

C

Sachverhaltskomplex "Geldwäscherei"

1.  Die Vorinstanz kam im Zusammenhang mit den Transaktionen zum Nachteil 

der Privatkläger 1-2 zum Schluss, der Beschuldigte habe sich durch das erstellte 

Verhalten  der  mehrfachen  Geldwäscherei  im  Sinne  von  Art.  305bis  Ziff.  1  StGB 

schuldig gemacht (Urk. 35 S. 78 ff.). Sie hat dabei eingangs die rechtlichen Grund-

lagen ausführlich und korrekt dargelegt, weshalb darauf zu verweisen ist (Urk. 35 

S. 78 f.). Rekapitulierend und ergänzend ist festzuhalten, dass das nach Art. 305bis 

StGB  strafbare  Verhalten  in  der  Sicherung  der  durch  die  Vortat  unrechtmässig 

erlangten  Vermögenswerte  liegt.  Tathandlung  der  Geldwäscherei  ist  jeder  Vor-

gang, der geeignet ist, den Zugriff der Strafbehörden auf die verbrecherisch erlang-

ten Vermögenswerte zu vereiteln (BGE 145 IV 335 E. 3.1; BGE 144 IV 172 E. 7.2.2; 

BGE  136  IV  188  E.  6.1;  je  mit  Hinweisen).  Unter  dieser  Voraussetzung  können 

selbst  einfachste  Tathandlungen  den  Tatbestand  erfüllen.  Komplizierte  Finanz-

transaktionen  oder  eine  erhebliche  kriminelle  Energie  sind  nicht  vorausgesetzt 

(BGE 128 IV 117 E. 7a; BGE 122 IV 211 E. 3b.aa; Urteil 6B_1201/2019 vom 1. Mai 

2020 E. 3.3). Ob solch tatbestandsmässiges Verhalten vorliegt, ist im Einzelfall zu 

bestimmen (BGE 144 IV 172 E. 7.2.2 mit Hinweisen; BGE 122 IV 211 E. 2). Als 

Vereitelungshandlungen kommen gemäss Rechtsprechung etwa das Verstecken, 

das  Anlegen  sowie  das  Wechseln  von  Bargeld  in  Betracht,  nicht  jedoch  dessen 

einfache  Einzahlung  auf  das  dem  üblichen  privaten  Zahlungsverkehr  dienende 

persönliche Bankkonto am Wohnort oder der blosse Besitz bzw. das Aufbewahren 

von Geld (BGE 127 IV 20 E. 3a mit Hinweisen; vgl. auch BSK StGB-Pieth, 2019, 

Art. 305bis N 46). Auch bei einer blossen Verlängerung der Papierspur ("paper trail") 

– etwa bei einer Überweisung von einem Konto auf ein anderes (im Inland) – liegt 

in  der  Regel  keine  Geldwäscherei  vor,  solange  keine  weiteren  Verschleierungs-

handlungen stattfinden und die Vermögenswerte dort noch einziehbar sind.

2.

Die Vorinstanz hat eine sorgfältige und differenzierte Würdigung des erstellten 

Sachverhalts vorgenommen (Urk. 35 S. 80). Diese erweist sich als richtig und kann 

- 41 -

übernommen werden. Die nachfolgenden Erwägungen sind als Rekapitulation und 

teilweise Ergänzung zu verstehen.

3.1.  Vorweg ist mit Blick auf den Standpunkt des Verteidigers ("Vorrang Hehlerei 

vor Geldwäsche"; Urk. 26 S. 5; Urk. 60 S. 1) daran zu erinnern, dass Gegenstand 

der Hehlerei nur körperliche Sachen sein können. Das schliesst auch Wertpapiere 

und Geld mit ein. Blosse Forderungen und andere Rechte scheiden hingegen aus. 

Buchgeld ist keine Sache. Deshalb begeht keine Hehlerei, wer etwa die von einem 

anderen betrügerisch erschlichene Gutschrift von einem Bankkonto abhebt, um das 

Geld zu verheimlichen (vgl. OGer ZH SB220652 vom 13. Dezember 2023, S. 10). 

Dagegen kommt der hier eingeklagte Tatbestand der Geldwäscherei in Frage. 

3.2.  Als Tatobjekt kommen Vermögenswerte in Betracht, die aus einem Verbre-

chen herrühren. Eine entsprechende Vortat zur Geldwäscherei zum Nachteil der 

Privatkläger 1-2 ist mit dem rechtskräftigen Urteil vom 30. März 2022 des Bezirks-

gericht Zürich, 9. Abteilung (DG210199-L), gegeben, mit dem der Mitbeschuldigte 

wegen  seinen  betrügerischen  Machenschaften  u.a.  zum  Nachteil  der  heutigen 

Privatkläger 1 und 2 verurteilt wurde (Urk. 41701007 ff. und 023 ff.).

3.3. Die Geldwäscherei wurde vom Beschuldigten gemäss erstelltem Sachverhalt 

durch verschiedene Tathandlungen betrieben, so übergab er in Bezug auf die Geld-

wäscherei  zum  Nachteil  des  Privatklägers  2  dem  Mitbeschuldigten  seine  Konto-

karte, teilte Benutzername und Passwort zum E-Banking seines privaten Bankkon-

tos mit und stellte ihm bei jeder einzelnen Transaktion den per SMS eingegangenen 

TAN-Code  zur  Verfügung,  sodass  Letzterer  36  In-  und  Auslandüberweisungen 

vornehmen konnte; er bezog Bargeld und tätigte in Bezug auf die Geldwäscherei 

zum Nachteil des Privatklägers selber Inlandüberweisungen und ebenfalls Barbe-

züge sowie verwendete in beiden Fällen Gelder für den Kauf und den Verbrauch 

von Konsumgütern. Mithin hat der Beschuldigte in beiden Fällen nicht bloss sein 

Bankkonto zur Verfügung gestellt, wie die Verteidigung vorbringt, sondern war an 

den  Verschleierungshandlungen  wesentlich  beteiligt,  weshalb  der  seitens  der 

Verteidigung  zitierte  Bundesgerichtsentscheid  6B_565/2022  vom  11. September 

2024,  welcher  festhält,  dass  das  alleinige  Zurverfügungstellen  der  Konten  und 

Empfangen der darauf überwiesenen Gelder als tatbestandsmässige Geldwäsche-

- 42 -

reihandlungen ausser Betracht falle (E. 1.4.4), nicht einschlägig ist. Mit den Barbe-

zügen  unterbrach  er  die  Papierspur.  Die  Auslandüberweisungen,  wozu  er  einen 

wesentlichen Tatbeitrag leistete, waren geeignet zur Einziehungsvereitelung. Glei-

ches  gilt  für  die  Konsumgüter.  Bei  den  Inlandüberweisungen,  welche  der 

Beschuldigte ebenfalls durch seine Tatbeiträge ermöglichte bzw. teilweise selber 

vornahm, kamen weitere Verschleiherungshandlungen dazu, wie die Staatsanwalt-

schaft richtig aufzeigte, nämlich mit der Angabe eines unklaren Namens, wodurch 

die  Geschädigten  über  die  Identität  des  wirtschaftlich  Berechtigten  getäuscht 

wurden, durch zahlreiche kleine Einzelbeträge, durch weitere Überweisungen an 

verschiedene  Inhaber  und  verschiedene  Banken,  das  Ganze  zeitlich  gestaffelt 

(Urk. 25 S. 24 f.). Damit ist der Tatbestand der Geldwäscherei mit der Vorinstanz 

in Bezug auf den Privatkläger 2 (Urk. 35 S. 80 ff.) und die Privatklägerin 1 (Urk. 35 

S. 82 ff.) in objektiver Hinsicht erfüllt. 

3.4. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat die Vorinstanz zu Recht den Tatbestand 

der Geldwäscherei auch in subjektiver Hinsicht als erfüllt erachtet (Urk. 35 S. 81 

ff.).

D.

Fazit

1.  Der Beschuldigte ist der mehrfachen Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB, 

der  mehrfachen  Unterlassung  der  Buchführung  i.S.v.  Art.  166  StGB  sowie  der 

mehrfachen Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2.  Vom  Vorwurf  der  mehrfachen  Erschleichung  einer  falschen  Beurkundung 

i.S.v. Art. 253 Abs. 1 StGB ist der Beschuldigte freizusprechen. 

A.  Ausgangslage

V. Sanktion und Vollzug

1.  Die  Vorinstanz  hat  den  Beschuldigten  bestraft  mit  14  Monaten  Freiheits-

strafe,  abzüglich  2  Tage  Haft.  Sie  hat  ihm  den  bedingten  Strafvollzug  bei  einer 

Probezeit von 4 Jahren gewährt (Urk. 35 S. 93 ff.).

- 43 -

2.

Die Staatsanwaltschaft beantragt heute – wie bei Vorinstanz (Urk. 35 S. 3) – 

eine teilbedingte Strafe von 31 Monaten, wovon 12 Monate zu vollziehen und die 

restlichen 19 Monate unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren aufzuschieben 

seien (Urk. 37).

B. Grundlagen der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung im angefoch-

tenen Urteil korrekt aufgezeichnet, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen 

vorab darauf (Urk. 35 S. 85) und auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hierzu 

zu  verweisen  ist  (u.a.  BGE  136  IV  55  E.  5.4  ff.  mit  Hinweisen;  BGE  144  IV  217 

E. 3.5.1 ff.). Die Vorinstanz hat auch auf das per 1. Januar 2018 in Kraft getretene 

neue Sanktionenrecht hingewiesen, welches vor allem in Bezug auf eine Geldstrafe 

von Bedeutung ist (Urk. 35 S. 85). Das Bundesgesetz über die Harmonisierung der 

Strafrahmen trat vor Erlass dieses Urteils in Kraft (1. Juli 2023), hat aber in concreto 

keine Auswirkungen. 

C.

Konkrete Strafzumessung

1. Was  die  konkrete  Strafzumessung  anbelangt,  so  stellt  die  Misswirtschaft 

gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB mit einem Strafrahmen bis zu fünf Jahren Freiheits-

strafe hier das schwerste Delikt dar, und zwar jene zum Nachteil der F._____ AG, 

so  dass  für  diese  Tat  die  Einsatzstrafe  festzulegen  ist.  Entgegen  der  Vorinstanz 

sind die Misswirtschaftsvorwürfe einer separaten Betrachtung zu unterziehen. Glei-

ches gilt hernach auch für die Unterlassung der Buchführung und die Geldwäsche-

rei. Die ermittelten Einzelstrafen sind hernach bei Gleichartigkeit zu asperieren.

2. 

Tatkomponenten

2.1. Tatkomponente Misswirtschaft F._____ AG

Der Beschuldigte bewirkte mit der unterbliebenen Rekapitalisierung bei gleichzeitig 

unverhältnismässigem  Aufwand  eine  Verschlimmerung  der  Vermögenslage  der 

F._____ AG um mindestens CHF 275'485.19. Er verwirklichte nicht nur eine, son-

dern gleich drei Tatvarianten. Der Schaden muss als hoch bezeichnet werden; die 

- 44 -

Gläubiger  erlitten  in  diesem  Umfang  einen  Totalverlust.  Negativ  ins  Gewicht  fällt 

die lange Dauer der Delinquenz von rund vier Jahren. Federführend war der Mitbe-

schuldigte, was zugunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen ist. Gleiches gilt 

für  den  Umstand,  dass  er  bloss  mit  Eventualversatz  handelte.  Die  Vorinstanz 

bewertete das Verschulden des Beschuldigten in der Gesamtbetrachtung mit den 

Handlungen zum Nachteil der G._____ AG als leicht und legte dafür eine Freiheits-

trafe von 6 Monaten fest (Urk. 35 S. 91). Dies erschiene auch bei einer Einzelbe-

trachtung  aufgrund  der  langen  Deliktszeit  nicht  verschuldensadäquat.  Es  ist  von 

einem noch leichten Verschulden auszugehen und die Sanktion betreffend F._____ 

AG bei rund 11 Monaten anzusiedeln.

2.2.  Tatkomponente Misswirtschaft G._____ AG

Der Beschuldigte verschleppte in seiner Funktion als Verwaltungsrat den Konkurs 

um rund 2.5 Jahre. Die Vermögenslage verschlimmerte sich in dieser Zeit erheb-

lich.  Er  verursachte  dadurch  einen  Schaden  bzw.  einen  Gläubigerverlust  von 

CHF 215'000.00. Der Beschuldigte war auch hier nicht federführend und handelte 

eventualvorsätzlich.  Das  Verschulden  ist  zwischen  leicht  und  noch  leicht  anzu-

siedeln. Als Einzelstrafe erscheint eine Sanktion von 10 Monaten angemessen. 

2.3. Tatkomponente Unterlassung der Buchführung bei der F._____ AG 

Der  Tatbestand  der  Unterlassung  der  Buchführung  sieht  eine  abstrakte  Strafan-

drohung  mit  Freiheitsstrafe  von  bis  zu  drei  Jahren  oder  Geldstrafe  vor  (Art.  166 

StGB).  Der  Beschuldigte  kümmerte  sich  trotz  seiner  Funktion  als  Direktor 

überhaupt nicht um die Buchführung. Das stellt eine schwere Unterlassung dar. Es 

resultierte  eine  konkrete  Gläubigerschädigung.  In  subjektiver  Hinsicht  gilt  das 

Gesagte.  Das  Verschulden  ist  als  leicht  zu  gewichten  und  bei  4  Monaten  oder 

120 Strafeinheiten anzusiedeln.

2.4. Tatkomponente Unterlassung der Buchführung bei der G._____ AG

Die Tatumstände, der Tatbeitrag des Beschuldigten und die subjektiven Aspekte 

fallen hier ähnlich aus wie bei der F._____ AG, weshalb auch hier von einem leich-

- 45 -

ten Verschulden auszugehen ist und die Einzelstrafe auf 3 Monate oder 90 Strafein-

heiten festzusetzen ist. 

2.5.  Tatkomponente Geldwäscherei zum Nachteil des Privatklägers 2

Auch der Tatbestand der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Abs. 1 StGB sieht als 

Sanktion Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Der Beschuldigte 

stellte  sein  Bankkonto  samt  Zugangsdaten  für  die  Geldwäsche  von  rund 

CHF 20'000.–  zur  Verfügung  und  übermittelte  dem  Mitbeschuldigten  für  jede 

einzelnen Transaktion – insgesamt 36 – den per SMS eingegangenen TAN-Code, 

sodass der Mitbeschuldigten die entsprechenden Überweisungen tätigen konnte. 

Die meisten Waschhandlungen nahm der Beschuldigte damit nicht selber vor, die 

treibende Kraft war der Mitbeschuldigte. Der Beschuldigte bezog CHF 196.– bar 

und verbrauchte CHF 1'183.26 für den Kauf und den Verbrauch von Konsumgü-

tern. Er handelte eventualvorsätzlich. Das Verschulden ist als leicht zu qualifizieren 

und die Einzelstrafe auf 3 Monate festzusetzen.

2.6. Tatkomponente Geldwäscherei zum Nachteil der Privatklägerin 1

Der  Deliktsbetrag  liegt  bei  rund  CHF 50'000.–  und  der  Beschuldigte  nahm  die 

deliktischen Handlungen hier selber vor: Er überwies insgesamt CHF 41'430 sei-

nem  Bruder  auf  drei  verschiedene  Konten  bei  drei  verschiedenen  Bankinstituten 

und  hob  CHF 1'500.–  bar  ab,  um  diese  ebenfalls  seinem  Bruder  zu  übergeben. 

Zudem  verbrauchte  er  CHF 4'610.24  für  die  Bezahlung  seines  Lebensunterhalts 

und vorbestehender Schulden. Wiederum handelte der Beschuldigte eventualvor-

sätzlich. Die Einsatzstrafe ist auf 4 Monate festzusetzen. 

2.7.  Wahl der Strafart und Asperation

2.7.1.  Die  Vorinstanz  hat  für  alle  Delikte  zu  Recht  eine  Freiheitsstrafe  ausgefällt 

(Urk. 35 S. 90). Der Beschuldigte wurde bereits einmal wegen eines Vermögens-

delikts  mit  einer  Geldstrafe  bestraft:  Der  Beschuldigte  wurde  mit  Strafbefehl  der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 27. September 2013 wegen Veruntreuung 

zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à CHF 30 sowie zu einer Busse 

von  CHF  600  verurteilt  (Urk.  12).  Die  Strafe  liegt  zwar  weit  zurück,  hat  ihn  aber 

- 46 -

offenbar nicht beeindruckt, fing er doch nicht lange Zeit später und noch während 

laufender  Probezeit  mit  den  vorliegenden  Delikten  an  [Ablauf  der  Probezeit: 

27.09.2013;  Urk.  52].  Es  kommt  hinzu,  dass  heute  wieder  Vermögensdelikte  zu 

beurteilen sind. Auch wenn für die Unterlassung der Buchhaltung noch Geldstrafen 

möglich wären, erschiene es aufgrund des Sachzusammenhangs mit der Misswirt-

schaft  nicht  gerechtfertigt,  dafür  eine  Geldstrafe  auszufällen.  Kommt  hinzu,  dass 

der  Beschuldigte  bereits  13  Mal  über  insgesamt  ca.  CHF  230'000.00  betrieben 

wurde und 75 Verlustscheine über ca. CHF 130'000.00 aufweist (Urk. 30301007). 

Der Beschuldigte hat weder Einkommen noch Ersparnisse, so dass eine Geldstrafe 

nicht vollzogen werden könnte. Somit ist auch für die Geldwäscherei eine Freiheits-

strafe festzulegen. 

2.7.2.  Aufgrund  der  gleichen  Strafart  ist  die  hypothetische  Einsatzstrafe  für  die 

Misswirtschaft bei der F._____ AG von 11 Monaten Freiheitsstrafe um die weiteren 

Delikte zu asperieren. Angemessen erscheint eine Asperation von 6 Monaten für 

die  Misswirtschaft  G._____  AG,  2  Monate  für  die  Unterlassung  der  Buchführung 

F._____ AG, 2 Monaten für die Unterlassung der Buchführung G._____ AG und 

insgesamt 5 Monaten für die Geldwäschereihandlungen, total entsprechend um 15 

Monate . Dies führt unter dem Titel der Tatkomponenten zu einer Freiheitsstrafe 

von einstweilen 26 Monaten.

3.

Täterkomponenten

3.1.  Zu  den  Täterkomponenten  kann  auf  das  vorinstanzliche  Urteil  verwiesen 

werden (Urk. 35 S. 92). 

Insgesamt  wirkt  sich  die  Biographie  des  Beschuldigten  strafzumessungs-

neutral aus.

3.2.  Der Beschuldigte ist vorbestraft (Urk. 53). Die Vorstrafe ist zwar einschlägig, 

liegt  aber  lange  zurück.  Sie  kann  sich  daher  nur  leicht  straferhöhend  auswirken. 

Ebenfalls leicht strafschärfend wirkt sich die Delinquenz während laufender Probe-

zeit aus. 

- 47 -

3.3.  Der Beschuldigte zeigte sich nur temporär geständig, was sich nur minimal 

strafmindernd  auswirken  kann.  Strafmindernd  wirkende  Einsicht  oder  Reue  sind 

nicht auszumachen, was sich insgesamt neutral auswirkt.

3.4.  Die ersten Handlungen liegen zwar lange zurück. Da der Beschuldigte aber 

über Jahre delinquierte, kann sich der Zeitablauf nicht strafmindernd auswirken. 

4.

Fazit

Der  Beschuldigte  ist  unter  Berücksichtigung  sämtlicher  Strafzumessungskriterien 

mit  einer  Freiheitsstrafe  von  28  Monaten  zu  bestrafen.  Die  erstandene  Haft  von 

2 Tagen ist ihm anzurechnen.

D.

Vollzug

1. Wie vorstehend dargetan, ist die vorliegend zu beurteilende Delinquenz des 

Beschuldigten  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  28  Monaten  zu  sanktionieren.  Damit 

steht in objektiver Hinsicht der teilbedingte (Art. 43 StGB) Vollzug zur Debatte. In 

subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwar nicht Ersttäter ist, 

die Vorstrafe  aber ins Jahr 2013 zurückgeht. Seine Delinquenz ging über Jahre. 

Sein Verhalten war aber schon in jungen Jahren geprägt vom kriminellen Umfeld 

seiner Familie, welches – vor allem in der Person des Mitbeschuldigten – federfüh-

rend war. Gemäss den Aussagen des Beschuldigten vor Vorinstanz hat er sich von 

seiner Familie distanziert.  In der Gesamtbetrachtung dürften diese Veränderungen 

positive Auswirkungen auf die Legalprognose haben. Hingegen lässt der Umstand, 

dass der Beschuldigte sich dem vorliegenden Strafverfahren entzogen hat, ihn in 

keinem guten Licht erscheinen. Aufgrund der konkreten Lebensumstände sowie in 

Anbetracht  dessen,  dass  einem  allfälligen  Risiko  einer  erneuten  Delinquenz  mit 

dem Vollzug eines Teils der Freiheitsstrafe genügend Rechnung getragen werden 

kann,  kann  ihm  insgesamt  keine  ungünstige  Prognose  gestellt  werden.  Es 

erscheint daher gerechtfertigt, den teilbedingen Vollzug zu gewähren.

2.

Bei einer teilweise bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 28 Monaten muss 

der  zu  verbüssende  Strafteil  mindestens  sechs  Monate  betragen  (Art. 43  Abs. 3 

StGB),  darf  aber  14  Monate  nicht  übersteigen  (Art. 43  Abs.  2  StGB).  Innerhalb 

- 48 -

dieses Rahmens steht dem Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum offen. Bei 

dessen pflichtgemässer Handhabung muss es aber einerseits die Wahrscheinlich-

keit der Legalbewährung des Beschuldigten und anderseits dessen Einzeltatschuld 

angemessen berücksichtigen (BGE 134 IV 1 E. 5.6; BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; Urteil 

6B_785/2007 vom 14. Mai 2008, E. 3.1). Unter Berücksichtigung insbesondere der 

verbleibenden Bedenken erscheint es angemessen, die Freiheitsstrafe im Umfang 

von 12 Monaten (abzüglich der erstandenen Haft und vorzeitigen Strafvollzug) zu 

vollziehen und den Vollzug der restlichen Strafe (16 Monaten) aufzuschieben, unter 

Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren.

VI. Landesverweisung

1.

Die  Vorinstanz  hat  –  im  Sinne  des  Antrags  des  Beschuldigten  –  von  der 

Anordnung einer (fakultativen) Landesverweisung abgesehen (Urk. 35 S. 97). 

2.

Die Staatsanwaltschaft beantragt auch heute eine Landesverweisung für die 

Dauer von 7 Jahren (Urk. 37).

3.  Gemäss Art. 66abis StGB kann das Gericht einen Ausländer für 3-15 Jahre 

des Landes verweisen, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das 

keine Katalogtat gemäss Art. 66a StGB darstellt, zu einer Strafe verurteilt wird. Das 

Gericht  soll  damit  nach  Ermessen  auch  bei  weniger  schweren  Delikten  eine 

Landesverweisung anordnen können (Bertossa in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schwei-

zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl., Bern 2017, Art. 66abis N 1). 

Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Grundlagen für eine Landesverweisung korrekt 

dargestellt (Urk. 35 S. 95 f.). Es kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf 

verwiesen  werden.  Zu  prüfen  ist  lediglich  eine  nicht  obligatorische  Landesver-

weisung. 

4.  Die  Vorinstanz  hat  in  ihrer  Begründung  darauf  hingewiesen,  dass  der 

Beschuldigte mit seiner Schweizer Freundin zurück in die Schweiz kehren möchte, 

damit diese psychologische Pflege erfahren könne. Der Beschuldigte sei weder mit 

ihr verheiratet, noch habe sich das Paar in den letzten 1.5 Jahren in der Schweiz 

- 49 -

verwurzelt. Die beiden lebten seit Juni 2022 in Thailand bei den Eltern der Freundin. 

Der Beschuldigte sei Ende 2008 in die Schweiz gekommen und habe hier einen 

Hochschulabschluss in Business Administration und Hotel Management gemacht. 

Seine Familie lebe nicht mehr in der Schweiz und ein anderes soziales Netzwerk 

scheine sich der Beschuldigte nicht aufgebaut zu haben. Der Beschuldigte habe 

kein Verbrechen von besonderer Schwere begangen und sein Verschulden wiege 

leicht bis noch leicht. Die öffentliche Sicherheit sei durch den Beschuldigten nicht 

derart gefährdet, dass eine Landesverweisung zu rechtfertigen wäre, wenn von ei-

ner positiven Legalprognose ausgegangen werden könne. Unter Berücksichtigung 

der  bundesgerichtlich  festgehaltenen  Unverhältnismässigkeit  einer  fakultativen 

Landesverweisung bei einer Verurteilung bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe und der 

positiven  Legalprognose  erscheine  eine  Landesverweisung  bei  der  heutigen 

Sanktion  von  14  Monaten  Freiheitsstrafe  trotz  der  schwachen  Verwurzelung  des 

Beschuldigten unverhältnismässig. 

5.

Die  Staatsanwaltschaft  begründete  ihren  Antrag  vor  Vorinstanz  wie  auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung damit, der Beschuldigte sei weder hier gebo-

ren, noch hier aufgewachsen. Er sei ca. 2009 im Alter von 17 Jahren mit seinen 

Eltern und Brüdern in die Schweiz gekommen. Es habe nicht lange gedauert, da 

sei die Familie auch in unserem Land mit zahlreichen Delikten aufgefallen. Bereits 

2013 seien der Beschuldigte, seine Brüder und seine Mutter in U-Haft genommen 

worden wegen Veruntreuung und Zechprellerei. Im selben Jahr habe der Beschul-

digte mit den heute zu beurteilenden Delikten begonnen, welche bis anfangs 2021 

gedauert hätten. Seine Brüder (der Mitbeschuldigte und sein Bruder K._____) seien 

bereits  rechtskräftig  verurteilt,  gegen  den  Vater  bestehe  ein  dringender  Tatver-

dacht. Zusammengefasst begehe die ganze Familie des Beschuldigten seit Jahren 

schwere Vermögensdelikte in der Schweiz. Der Beschuldigte habe keinerlei stabile 

Verbindungen zur Schweiz. Seine ganze Familie und seine Lebenspartnerin lebten 

im Ausland: Sein Vater angeblich in Vietnam, seine Mutter in Belgien. Der Mitbe-

schuldigte sei bekanntlich geflüchtet. Seine Lebenspartnerin habe sich Mitte 2022 

nach Thailand abgemeldet, wo sie auch ihre Wurzeln habe. Eine geregelte Arbeit 

habe  der  Beschuldigte  nie  gehabt,  sondern  nach  einer  kurzen  Motorrennsport-

Karriere, die Ende 2012 fertig gewesen sei, sei er nur noch Organ in den betrüge-

- 50 -

rischen Gesellschaften seines Bruders und Vaters gewesen. Und wenn man seine 

Betreibungsregisterauszüge  anschaue,  könne  man  den  Eindruck  bekommen,  er 

mache seit 2010 nichts anderes, als Schulden anzuhäufen. Am entscheidendsten 

sei aber seine Flucht aus der Schweiz im Mai 2022 und seine seither andauernde 

Weigerung, sich seiner Vergangenheit in der Schweiz zu stellen. Die Stippvisite bei 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ändere nichts daran, weil sie nur unter der 

Bedingung erfolgt sei, dass ihm freies Geleit gewährt werde und er sofort nach der 

Hauptverhandlung wieder abreisen könne (Urk. 25 S. 29 f.; Prot. I S. 15). Konse-

quenterweise  sei  der  Beschuldigte  des  Landes  zu  verweisen.  Eine  Dauer  von 

sieben Jahren erweise sich als angemessen (Urk. 25 S. 9 f., Urk. 61 S. 22 f.). 

An der Berufungsverhandlung führte die Staatsanwaltschaft ergänzend aus, 

der  Beschuldigte  sei  heute  –  nachdem  sowohl  sein  Gesuch  um  freies  Geleit  als 

auch sein Dispensationsgesuch abgewiesen worden seien – trotz Erscheinungs-

pflicht nicht erschienen. Der Beschuldigte habe ergo seine Zelte hier in der Schweiz 

definitiv abgebrochen (Urk. 61 S. 22 f.).

6.  Die  Verteidigung  führte  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  hierzu  aus, 

Thailand  sei  keine  Wunschdestination,  der  Beschuldigte  wolle  in  die  Schweiz 

zurückkehren  und  hier  eine  Lehre  beginnen.  Er  habe  seine  Lektionen  gelernt 

(Prot. II S. 16). 

7.  Würdigung

Der Beschuldigte verfügt über keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz und hält 

sich  seit  seiner  Flucht  vor  bald  drei  Jahren  in  Thailand  auf.  Der  Beschuldigte  ist 

denn auch heute trotz Erscheinungspflicht der Berufungsverhandlung fern geblie-

ben. Damit hat er sein Desinteresse bekundet, sich am vorliegenden Strafverfahren 

zu  beteiligen  und  sich  den  Konsequenzen  seines  Verhaltens  zu  stellen.  Er  kann 

sodann  keinerlei  stabile  Verbindungen  zur  Schweiz  aufzeigen.  Seine  ganze 

Familie, welcher in der Schweiz mit zahlreichen Delikten aufgefallen und teilweise 

ebenfalls geflüchtet ist, und seine Lebenspartnerin leben im Ausland. Sodann wird 

der (einschlägig vorbestrafte) Beschuldigte heute für seine jahrelange Delinquenz 

mit einer deutlich ein Jahr übersteigenden Freiheitsstrafe von 28 Monaten sanktio-

- 51 -

niert.  Mit  Verweis  auch  auf  die  voranstehenden  Ausführungen  erweist  sich  die 

Anordnung  der  (fakultativen)  Landesverweisung  von  insgesamt  7  Jahren  als 

notwendig  und  verhältnismässig.  Angesichts  des  bestehenden  Sicherheitsbe-

dürfnisses steht denn auch das FZA der Anordnung der Landesverweisung nicht 

entgegen.

Da der Beschuldigte niederländischer Staatsbürger ist, mithin eines Mitgliedstaates 

des Schengen-Raums, fällt die Ausschreibung im SIS – wie sie von der Staatsan-

waltschaft beantragt wird (Urk. 61 S. 1) – ausser Betracht (vgl. Art. 24 Abs. 2 Satz 1 

SIS-II-Verordnung).

VII. Ersatzforderung

1.  Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Ersatzforderungen einlässlich 

und korrekt dargestellt. Es kann darauf verwiesen werden (Urk. 35 S. 100 ff.).

2.1.  Die Staatsanwaltschaft hatte die Verpflichtung des Beschuldigten zur Abliefe-

rung von CHF 5'989.50 an den Staat als Ersatzforderung beantragt. Dieser Betrag 

entspreche dem gerundeten Betrag aus CHF 196.00 und CHF 1'183.23 aus den 

eigenen  Bezügen  des  Beschuldigten  aus  den  Geldwäschereihandlungen  zum 

Nachteil des Privatklägers 2 und den CHF 4'610.00, die der Beschuldigte aus den 

Handlungen  zum  Nachteil  der  Privatklägerin  1  für  seine  Miete  verwendet  habe 

(Urk. 35 S. 102). 

2.2.  Die Verteidigung hat die Ersatzforderung lediglich im Zusammenhang mit dem 

beantragten (vollumfänglichen) Freispruch angefochten, und für den Fall einer Ver-

urteilung sich nicht weiter zum Thema Ersatzforderung geäussert (Urk 60).

2.3. Die genannten Beträge waren deliktischer Herkunft. Der Beschuldigte hat sie 

zu seinem eigenen Nutzen verbraucht. Diese Vermögenswerte sind nicht mehr vor-

handen.  Die  Voraussetzungen  für  eine  Ersatzforderung  hat  die  Vorinstanz  unter 

diesen  Umständen  zu  Recht  bejaht,  ebenso  die  Zumutbarkeit  in  der  genannten 

Höhe. 

- 52 -

2.4.  Der Beschuldigte ist daher zu verpflichten, dem Kanton Zürich den Betrag von 

CHF 5'989.20 als Ersatzforderung für den unrechtmässig erlangten Vermögensvor-

teil zu bezahlen.

VIII. Zivilforderungen

1.

Die  Voraussetzungen  für  eine  Adhäsionsklage  und  einen  Anspruch  auf 

Leistung von Schadenersatz finden sich im angefochtenen Urteil (Urk. 35 S. 97 f.). 

Es ist darauf zu verweisen. In Bezug auf die Schadenersatzforderungen aus Geld-

wäscherei hielt das Bundesgericht in BGE 146 IV 211 folgendes fest: Soweit das 

Gericht die beschuldigte Person schuldig spricht, ist der Entscheid über die anhän-

gig gemachten Schadenersatzforderungen, soweit sie hinreichend begründet und 

beziffert sind, zwingend (E. 3). Der Tatbestand der Geldwäscherei dient in Fällen, 

in denen die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte aus Delikten gegen 

das Vermögen herrühren, neben dem Einziehungsinteresse des Staates auch dem 

Schutz der individuell durch die Vortat geschädigten Person. Die Haftung des Geld-

wäschers erstreckt sich auch auf den durch die Vortat verursachten Schaden im 

Umfang der Vermögenswerte, deren Einziehung durch die Geldwäscherei vereitelt 

worden ist (E. 4). 

2.1. Die Vorinstanz wies einleitend darauf hin, dass der Beschuldigte die Delikte 

in Mittäterschaft mit dem Mitbeschuldigten begangen habe, weshalb die beiden für 

Zivilforderungen haften würden (Urk. 35 S. 99). Dies trifft grundsätzlich zu: Gemäss 

Art. 50 Abs. 1 OR haften, wenn mehrere den Schaden, sei es als Anstifter, Urheber 

oder  Gehilfen,  gemeinsam  verschuldet  haben,  diese  dem  Geschädigten  solida-

risch. Nach Abs. 3 derselben Bestimmung haftet der Begünstiger nur dann und nur 

soweit für Ersatz, als er einen Anteil an dem Gewinn empfangen oder durch seine 

Beteiligung  Schaden  verursacht  hat  (BGE  146  IV  211  E.  3.2.).  Die  solidarische 

Haftung ergibt sich hier allerdings nicht aus dem Dispositiv und wäre bejahenden-

falls zu ergänzen.

2.2.  Der  Vollständigkeit  halber  ist  zu  erwähnen,  dass  der  Mitbeschuldigte 

(E._____) in dem gegen ihn geführten Strafverfahren gemäss rechtskräftigem Urteil 

- 53 -

vom 30. März 2022 u.a. folgende Schadenersatzforderungen anerkannt hat (Urk. 

41701007 ff. und 023 ff.): 

- 

Privatklägerin  1  (B._____):  CHF  100'000.00  zuzüglich  Zins  zu  5  %  seit  21. 

Januar 2020 (hiesige Privatklägerin 1)

- 

Privatkläger  3  (C._____;  hiesiger  Privatkläger  2)  und  Privatklägerin  6 

(Q._____) in Solidargläubigerschaft: CHF 120'000 zuzüglich Zins zu 5 % seit 

18. Juni 2018, USD 260'000 zuzüglich Zins zu 5 % seit 15. Juli 2018, USD 

4'225 zuzüglich Zins zu 5 % seit 19. Juli 2018, CHF 114'000 zuzüglich Zins 

zu 5 % seit 22. Oktober 2018, EUR 29'487.29 zuzüglich Zins zu 5 % seit 4. 

Februar 2019 und CHF 22'500 zuzüglich Zins zu 5 % seit 2. April 2019

-

Privatkläger 7 (D._____; hiesiger Privatkläger 3): 

CHF 227'095.85.

3.

Die  Verteidigung  hat  die  Schadenersatzforderungen  lediglich  akzessorisch 

zum beantragen Freispruch angefochten und für den Fall eines Schuldspruches die 

Erwägungen der Vorinstanz – zu Recht – nicht beanstandet. 

4.

In Bezug auf die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 1 ist mit Verweis 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 35 S. 99) der Beschuldigte 

zu verpflichten, der Privatklägerin 1 CHF 49'053.74 zuzüglich Zins ab 25. Januar 

2020 zu bezahlen. Ergänzend ist die solidarische Haftung mit den Vor- bzw. Mit-

tätern  festzuhalten.  Der  Zusatz  "sofern  diese  Forderung  noch  nicht  getilgt  ist" 

(Urk. 35,  Dispositiv-Ziff.  6)  ist  hingegen  nicht  nötig,  da  dies  eine  Frage  der  Voll-

streckung ist. 

5.  Hinsichtlich der Schadenersatzforderung  des  Privatklägers  2  hielt  die 

Vorinstanz fest, der Beschuldigte habe durch seine Handlungen dazu beigetragen, 

dass die Summe von CHF 22'500.00 auf verschiedene Bankkonten verteilt und da-

durch vor einer Einziehung geschützt worden seien. Der Beschuldigte werde daher 

verpflichtet, dem Privatkläger 2 CHF 22'500.00 zuzüglich Zins zu bezahlen (Urk. 35 

S. 100). Auch dies ist zu bestätigen mit der Ergänzung der solidarischen Haftung 

- 54 -

mit den Vor- bzw. Mittätern; wiederum ist der Hinweis betreffend mögliche Tilgung 

zu streichen. 

6.

Die  Schadenersatzforderung  des  Privatklägers  3  basiert  auf  aufgelaufenen 

Mietzinsen im Umfang von CHF 227'095.88, welche die F._____ AG als Mieterin 

des Hauses der Familie des Beschuldigten dem Privatkläger 3 schuldig blieb. Der 

Vertrag  wurde  vom  Beschuldigten  mit  Vollmacht  des  Mitbeschuldigten  für  die 

F._____ AG unterzeichnet. Der Beschuldigte hat durch sein deliktisches Verhalten 

den Schaden mitverursacht und ist entsprechend in solidarischer Haftung vollum-

fänglich schadenersatzpflichtig. 

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Kostenfolgen im erstinstanzlichen Verfahren

Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Dispositiv-

Ziffern 15-16).

2.

Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren

2.1.  Die Gerichtsgebühr ist auf CHF 4'500.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 

StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des Ober-

gerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens  (Art. 428  Abs. 1  StPO).  Ob  eine  Partei  im 

Rechtsmittelverfahren  als  obsiegend  oder  unterliegend  gilt,  hängt  davon  ab,  in 

welchem  Ausmass  ihre  vor  Beschwerdeinstanz  bzw.  Berufungsgericht  gestellten 

Anträge gutgeheissen wurden (BSK StPO-Domeisen, Art 428 N 6). 

2.2.  Der  Beschuldigte  strebte  mit  seiner  Berufung  einen  vollumfänglichen 

Freispruch mit entsprechenden Folgen an. Er unterliegt vollumfänglich. Die Staats-

anwaltschaft unterliegt in Bezug auf den geforderten zusätzlichen Schuldspruch so-

wie  teilweise  die  Höhe  der  Strafe.  In  der  Gesamtbetrachtung  erscheint  es 

gerechtfertigt, die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen  Verteidigung,  zu  4/5  dem  Beschuldigten  aufzuerlegen  und  im  Umfang 

von 1/5 auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der 

- 55 -

amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren sind zu 4/5 einstweilen und 

zu 1/5 definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Es ist die Rückzahlungspflicht 

des Beschuldigten gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO im Umfang von 4/5 dieser Kosten 

vorzubehalten.

3.

Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand von 

über CHF 11'000.00 (inkl. MwSt.) geltend (vgl. Urk. 47 f.; Urk. 56). Die Entschädi-

gung  der  amtlichen  Verteidigung  beurteilt  sich  gemäss  der  Anwaltsgebührenver-

ordnung vom 8. September 2010 (AnwGebV; Art. 135 Abs. 1 StPO). Dabei sind nur 

diejenigen Bemühungen zu entschädigen, die in kausalem Zusammenhang mit der 

Wahrung  der  Rechte  im  Verfahren  stehen  und  zudem  verhältnismässig  und 

notwendig waren (BSK StPO-Ruckstuhl, Art. 135 N 3). Bei der Festsetzung sind 

unter anderem die Bedeutung und Schwierigkeit des Falles, die Verantwortung des 

Anwalts sowie der notwendige Zeitaufwand zu berücksichtigen, wobei bei einem 

offensichtlichen  Missverhältnis  die  geforderte  Entschädigung  zu  reduzieren  ist 

(§ 2 AnwGebV).  Betreffend  die  erste  Honorarnote  (Urk.  48)  kann  vorab  auf  die 

Präsidialverfügung vom 21. Oktober 2024 verwiesen werden, wonach die amtliche 

Verteidigung  einen  Stundenansatz  von  CHF  500.00  statt  CHF  220.00  geltend 

machte (Urk. 49). Die Verteidigung hat sodann auf ihrem zweiseitigen Plädoyer im 

Berufungsverfahren  nichts  Neues  vorgebracht  und  bei  ihren  Ausführungen  auch 

keine eigentliche Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Urteil vorgenom-

men. Unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien bei der Berechnung des 

Honorars,  insbesondere  Art  und  Umfang  der  Bemühungen  und  Schwierigkeiten 

des  Falles,  erscheint  in  casu  eine  pauschale  Entschädigung  von  insgesamt 

CHF 3'500.– (inkl. MwSt.) angemessen. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ ist entspre-

chend aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Davon wurden ihm Rahmen einer 

Akontozahlung bereits CHF 1'500 ausbezahlt (Urk. 49).

- 56 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 14. Dezember 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.-9. (…)

10. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

30. März 2023 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantons-

polizei Zürich, Asservaten Triage, sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheides der Lagerbehörde zur Vernichtung zu überlassen:

-

-

-

-

Ass. Nr. A015'830'736: Armbanduhr Rolex, Oyster Perpetual Date, 

Silberfarben, schwarzes Ziffernblatt, Lunette blau/schwarz, Fälschung

Ass.-Nr. A015'830'747: Armbanduhr Richard Mille, schwarz Plastik, 

kupferfarbenes Ziffernblatt Totenkopf, Fälschung

Ass.-Nr. A015'830'758: Uhrenschachtel grün, Rolex, Oyster L, leer

Ass.-Nr. A015'830'769: Uhrenschachtel grün, Rolex, Oyster M, leer

11. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich vom 

30. März 2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände lagernd bei 

der Kantonspolizei Zürich, 

Asservaten Triage, sind an die Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich 

zwecks Beschlagnahme im Verfahren 2021/10032341 zu überlassen:

-

-

Ass.-Nr. A015'878'076: Datensicherung von Apple iPhone 12 pro max, 

SN: G6TF3gROOD56

Ass.-Nr. A015'878'101: Datensicherung von Apple iMac, SN: DGKM-

TOD9F8J8, ModellA1418

12. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft lll des Kantons Zürich vom 

30. März 2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei 

der Kasse des Bezirksgerichts Zürich, sind nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheides an den Beschuldigten auf erstes Verlangen hin herauszu-

gegeben. Bei Nichtabholung innert drei Monaten seit Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheides werden die Gegenstände vernichtet:

-

Ass.-Nr. A015'697'311: Effektensack enth. Unterlagen 

- 57 -

-

-

-

-

-

-

-

-

-

-

-

-

Ass.-Nr. A015'697'333: Effektensack enth. Unterlagen "Handelsregister"

Ass.-Nr. A015'697'355: Effektensack enth. Unterlagen

Ass.-Nr. A015'697'413: Effektensack enth. Ausdrucke aus EDV

Ass.-Nr. A015'697'457: Effektensack enth. Kopien aus Ordner 

Ass.-Nr. A015'697'479: Memory Stick, Daten aus EDV 

Ass.-Nr. A015'830'056: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'667: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'678: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'689: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'690: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'703: Effektensack enth. lose Akten / Notizen

Ass.-Nr. A015'830'725: Effektensack enth. lose Akten

13. Das Apple iPhone 6 S (Ass.-Nr. A015'881'626), lagernd bei der Kantonspoli-

zei Zürich, Asservaten Triage, wird dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen 

hin herausgegeben. Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist wird der Gegen-

stand der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CH

CH

CH

CH

F

F

F

F

7'000.00

15'000.00

22'725.10

; die weiteren Kosten betragen:

  Gebühr für das Vorverfahren;

  amtliche Verteidigung (inkl. Akontozahlungen)

180.00

  Auslagen (Gutachten);

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

15.-16. (…)

17. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten mit CHF 7'227 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.

18.

(Mitteilungen)

19.

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

- 58 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

-

-

-

der mehrfachen Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB;

der mehrfachen Unterlassung der Buchführung i.S.v. Art. 166 StGB; 

der mehrfachen Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB.

2.

Vom Vorwurf der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung 

i.S.v. Art. 253 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage 

durch Haft erstanden sind.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 16 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.

5.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66abis StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) in solidari-

scher Haftung mit allfälligen Vor- oder Mittätern Schadenersatz von 

CHF 49'053.74 zuzüglich 5 % Zins ab 25. Januar 2020 zu bezahlen.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (C._____) in solidari-

scher Haftung mit allfälligen Vor- oder Mittätern Schadenersatz von 

CHF 22'500 zuzüglich 5 % Zins ab 3. April 2019 zu bezahlen.

- 59 -

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (D._____) in solidari-

scher Haftung mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von CHF 227'095.88 

zu bezahlen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr 

vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil CHF 5'989.20 zu 

bezahlen.

10. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 15-16) wird bestätigt.

11. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'500.00   amtliche Verteidigung 

  (davon bereits ausbezahlt CHF 1'500.00)

12. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden zu 4/5 dem Beschuldigten auferlegt und zu 

1/5 auf die Gerichtskasse genommen.

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im 

Umfang von 4/5 gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO vorbehalten. 

14. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt)

die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (versandt)

die Vertretung des Privatklägers 3 (D._____) im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versandt)

die Privatklägerschaft 1 (B._____) und 2 (C._____) (versandt)

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.)



das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

- 60 -

sowie in vollständiger Ausfertigung an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

die Vertretung des Privatklägers 3 (D._____) im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft

das Bundesamt für Polizei, Meldestelle für Geldwäscherei MROS

die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"

15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

- 61 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 3. April 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Prinz

MLaw A. Donatsch

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam ge-

macht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie 

die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheits-

strafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 

Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.