# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2900191-6014-543b-8f99-7234b76d4f27
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 13.11.2018 400 18 186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-18-186_2018-11-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 
 
vom 13. November 2018 (400 18 186)  
___________________________________________________________________ 
 
 
 
Zivilgesetzbuch 
 
 
Scheidung: alternierende Obhut (in casu verneint), Kinderunterhaltsbeitrag nach neu-
em Recht 
 
 
Besetzung  Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richterich 

(Ref.), Richter Dieter Freiburghaus; Gerichtsschreiberin Karin Arber 
  

 

Parteien  A.____  
vertreten durch Advokat Diego Stoll, Advokatur und Notariat Neidhart 
Vollenweider Joset  Stoll  Gysin  Marbot, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 
4410 Liestal,  
Klägerin und Berufungsklägerin 

  gegen 

  B.____  
vertreten durch Advokatin Catherine Fürst, Blumenrain 3, Postfach, 
4001 Basel,  
Beklagter und Berufungsbeklagter 

   

Gegenstand  Ehescheidung  
Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 
West vom 3. Mai 2018 

 
 

 

 

 
 
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A. Die Ehegatten A.____ und B.____ heirateten am 12. Oktober 2012 in Basel. Am 
dd.mm.yy wurde die gemeinsame Tochter C.____ (nachfolgend C.____ genannt) geboren. 
Die Ehefrau hatte bereits die Tochter D.____ (Jahrgang 2002) aus erster Ehe, welche bei 
deren Kindsvater lebt. Die Parteien leben seit dem 1. Oktober 2014 getrennt und die Folgen 
des Getrenntlebens mussten gerichtlich geregelt werden. Während der Dauer der Trennung 
stand die gemeinsame Tochter C.____ unter der Obhut der Mutter und der Ehemann war zur 
Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet. Am 27. September 2016 leiteten die Ehegat-
ten das Scheidungsverfahren ein.  

B. Mit Entscheid vom 3. Mai 2018 schied das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West die 
Ehe der Parteien. Die elterliche Sorge über die gemeinsame Tochter wurde beiden Parteien 
gemeinsam belassen und die Tochter unter deren alternierende Obhut gestellt, wobei die 
Betreuung durch den Vater von Mittwoch Schulschluss bis Freitagabend und durch die Mut-
ter von Sonntagabend bis Mittwoch Schulbeginn festgelegt und für die Wochenenden von 
Freitagabend bis Sonntagabend die alternierende Betreuung vorgesehen wurde. Zur Über-
wachung und Durchsetzung der Betreuungsanteile sowie als Ansprechperson sah das Zivil-
kreisgericht die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft vor. Die Erziehungsgutschriften 
wurden den Parteien je hälftig angerechnet. Das Zivilkreisgericht verpflichtete den Ehemann 
zur Leistung von monatlichen Kinderunterhaltsbeiträgen (aufgeteilt in Bar- und Betreuungs-
unterhalt) an die Ehefrau insgesamt von CHF 1‘093.00 (bis zum vollendeten 10. Altersjahr 
der Tochter), von CHF 993.00 (vom 11. Altersjahr bis zum vollendeten 16. Altersjahr der 
Tochter) und von CHF 710.00 (vom 17. Altersjahr bis zur Volljährigkeit der Tochter). Das 
Zivilkreisgericht berechnete die Fehlbeträge zur Deckung des gebührenden Betreuungsun-
terhalts in der ersten Phase auf CHF 1‘030.00 und in der zweiten Phase auf CHF 1‘230.00 
und verpflichtete den Ehemann, Boni oder Provisionszahlungen in diesen beiden Phasen 
begrenzt auf die Höhe der Fehlbeträge an die Ehefrau zu bezahlen. Das Begehren der Ehe-
frau auf nachehelichen Unterhalt wies das Zivilkreisgericht ab. Weiter wurde festgestellt, 
dass die Ehegatten güterrechtlich auseinandergesetzt sind, und das eheliche Vorsorgegut-
haben des Ehemannes wurde hälftig geteilt. Die Gerichtskosten wurden den Ehegatten je 
hälftig und jeder Partei ihre eigenen Parteikosten auferlegt, wobei zufolge Bewilligung der 
unentgeltlichen Rechtspflege für beide Ehegatten die Gerichtskosten sowie die Anwaltshono-
rare zu Lasten des Staates gingen. Auf die Entscheidbegründung wird in den Erwägungen 
eingegangen. 

C. Mit Eingabe vom 7. Juni 2018 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivil-
recht, erklärte die Ehefrau die Berufung gegen den Entscheid vom 3. Mai 2018. Ihre Beru-
fung richtet sich in erster Linie gegen die Anordnung der alternierenden Obhut über die ge-
meinsame Tochter, aber auch gegen die Höhe der Kinderunterhaltsbeiträge, gegen die nicht 
gewährten nachehelichen Unterhaltsbeiträge, gegen die Anrechnung der Erziehungsgut-
schriften und gegen die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft. Für den Fall, dass ihrem 
Hauptantrag, wonach die Tochter unter die Obhut der Mutter zu stellen sei, nicht entspro-
chen werden sollte, stellte die Ehefrau Eventualanträge. Subeventualiter beantragte sie die 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Rückweisung an die Vorinstanz zur Neu-
beurteilung, alles unter o/e-Kostenfolge bezüglich des vorinstanzlichen und des kantonsge-
richtlichen Verfahrens. Weiter ersuchte die Ehefrau um Bewilligung der unentgeltlichen 

 
 
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Rechtspflege. Auf die einzelnen Rechtsbegehren und die Ausführungen in der Berufung 
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.  

D. Mit Berufungsantwort vom 16. August 2018 beantragte der Ehemann die Abweisung 
der Berufung unter o/e-Kostenfolge. Er ersuchte um Bewilligung der unentgeltlichen Rechts-
pflege und beantragte in verfahrensmässiger Hinsicht, es sei für die Dauer des vorliegenden 
Verfahrens der vom Berufungsbeklagten zu leistende Kinderunterhaltsbeitrag ab Januar 
2018 auf CHF 1‘093.00 zuzüglich allfällig an ihn ausbezahlte Kinderzulagen festzulegen. Auf 
die Ausführungen in der Berufungsantwort wird ebenfalls, soweit erforderlich, in den Erwä-
gungen eingegangen.  

E. Der Präsident der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts schloss mit Verfügung vom 
17. August 2018 den Schriftenwechsel und lud die Parteien zu einer Vergleichs- und Instruk-
tionsverhandlung vor. Weiter bewilligte er beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege. 
Die Vergleichs- und Instruktionsverhandlung fand am 25. September 2018 statt und führte zu 
keiner vergleichsweisen Erledigung des Falles. Mit der gleichentags erlassenen Verfügung 
wies der Präsident den Verfahrensantrag des Berufungsbeklagten auf Festsetzung eines 
Kinderunterhaltsbeitrags von CHF 1‘093.00 für die Dauer des Verfahrens ab, soweit er da-
rauf eintrat, und er verlangte vom Berufungsbeklagten weitere Unterlagen zu dessen Ein-
kommen. Den Zeugenantrag wies er ebenfalls ab unter Vorbehalt eines anderslautenden 
Entscheids durch die Dreierkammer. Weiter lud er die Parteien zur Hauptverhandlung vor.  

F. Am 13. November 2018 fand die zweitinstanzliche Hauptverhandlung vor der Dreier-
kammer des Kantonsgerichts statt, zu welcher beide Parteien je mit ihren Rechtsvertretun-
gen erschienen sowie der Dolmetscher E.____ (englische Sprache für die Berufungskläge-
rin) und die Dolmetscherin F.____ (französische Sprache für den Berufungsbeklagten). 
Nachdem der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin eingangs die neusten Bewerbungen 
und Kontoauszüge seiner Klientin einreichte, wurde anschliessend eine Parteibefragung mit 
Tonaufnahme durchgeführt. Daraufhin hielten der Rechtsvertreter bzw. die Rechtsvertreterin 
ihre Plädoyers, wobei sie an den in den Berufungsschriften bereits gestellten Rechtsbegeh-
ren festhielten. Auf die Rechtsbegehren der Parteien sowie auf ihre Ausführungen in den 
Rechtsschriften und an der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen.  

 

Erwägungen 

1. Formelles / Anwendbares Recht 

1.1 Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann Berufung erhoben werden. In vermögens-
rechtlichen Angelegenheiten, ist die Berufung nur zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt 
aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a 
und Abs. 2 ZPO). Im vorliegenden Fall sind zum einen die alternierende Obhut und die An-
ordnung einer Erziehungsbeistandschaft angefochten, welche keine vermögensrechtlichen 
Streitigkeiten darstellen, zum anderen liegt der Streitwert betreffend die vermögensrechtli-
chen Punkte (Kinderunterhaltsbeiträge, nachehelicher Unterhalt, Anrechnung der Erzie-
hungsgutschriften) über CHF 10'000.00, womit auch die Streitwertgrenze erreicht ist. Die 

 
 
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Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Ent-
scheids bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmit-
telinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche Begründung des Entscheids 
des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 3. Mai 2018 wurde dem Berufungskläger 
bzw. dessen damaligen Rechtsvertreterin am 8. Mai 2018 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist 
folglich durch die Berufung vom 7. Juni 2018 eingehalten. Auch die weiteren Formalien sind 
erfüllt, so dass auf die Berufung einzutreten ist. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die 
Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufun-
gen gegen Entscheide der Dreierkammern der Zivilkreisgerichte sachlich zuständig.  

1.2 Zur Vereinfachung der Lesbarkeit werden die Parteien, obwohl der Scheidungspunkt 
selber nicht angefochten und die Scheidung somit rechtskräftig ist, im Folgenden weiterhin 
als Ehemann und Ehefrau bezeichnet. 

1.3 Die Ehefrau ist nigerianische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz und der 
Ehemann ist Franzose mit Wohnsitz in Frankreich. Das Kind wohnt bei der Mutter in der 
Schweiz. Somit liegt ein internationaler Sachverhalt vor. Für die im hier vorliegenden Verfah-
ren streitigen Fragen ist das Schweizerische Recht anwendbar. Betreffend die Obhut sowie 
den persönlichen Verkehr des Kindes mit den Eltern geht dies aus Art. 1, 3 lit. b und 5 Abs. 1 
i.V.m. Art. 15 Abs. 1 des Übereinkommens über die Zuständigkeit, das anzuwendende 
Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elterlichen 
Verantwortung und der Massnahmen zum Schutz von Kindern (Haager Kindesschutz-
übereinkommen, HKsÜ, SR 0.211.231.011) hervor und hinsichtlich der Erziehungsbeistand-
schaft aus Art. 3 lit. c und 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 15 Abs. 1 HKsÜ. Bezüglich der Unterhaltsbei-
träge ergibt sich die Anwendbarkeit des Schweizerischen Rechts aus Art. 4 des Überein-
kommens über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht vom 2. Oktober 1973 
(SR 0.211.213.01). 

1.4 Es gilt an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass für Kinderbelange in familienrechtli-
chen Angelegenheiten der Untersuchungs- und Offizialgrundsatz gilt (Art. 296 ZPO) und die-
se Verfahrensmaximen im vorliegenden Fall insbesondere auf die Fragen der Obhut, der 
Betreuungsanteile bzw. des allfälligen Besuchs- und Ferienrechts, der Erziehungsbeistand-
schaft und des Kinderunterhaltsbeitrags Anwendung finden.  

 

2. Obhut 

2.1 Bereits im vorinstanzlichen Verfahren war die Obhut über die Tochter zwischen den 
Ehegatten umstritten. Während die Ehefrau die alleinige Obhut beanspruchte, beantragte der 
Ehemann die alternierende Obhut. Die Vorinstanz entschied für die alternierende Obhut und 
erwog dazu, die alternierende Obhut sei im Lichte einer kindes- und grundrechtskonformen 
Auslegung der neuen Gesetzesbestimmung tendenziell zu favorisieren. Dem Einwand der 
Ehefrau, die alleinige Obhut sei aus wirtschaftlichen Gründen geboten, hielt die Vorinstanz 
entgegen, dass aus rein wirtschaftlichen Überlegungen der Ehemann nicht in die klassische 
Ernährerrolle gedrängt werden dürfe, wenn die übrigen Umstände betreffend das Kindeswohl 
für eine alternierende Obhut sprechen würden, da sämtliche Betreuungsmodelle gleichbe-
rechtigt seien. Die Vorinstanz erwog weiter, die Umstände hätten sich seit dem Ehe-

 
 
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schutzentscheid insofern geändert, als der Ehemann nunmehr seit 1. Januar 2018 nur noch 
60% angestellt sei. Die Ehefrau arbeite weiterhin nicht oder nur in einem kleinen Teilzeitpen-
sum, so dass beide Eltern die Möglichkeit hätten, das Kind persönlich zu betreuen. Die Ehe-
gatten hätten während des knapp zwei Jahre dauernden ehelichen Zusammenlebens eine 
klassische Rollenverteilung gelebt, bei der die Ehefrau als Hausfrau hauptsächlich für die 
Kinderbetreuung zuständig gewesen sei. Im Eheschutzentscheid vom 12. Januar 2015 sei 
der Ehefrau die alleinige Obhut und dem Ehemann ein Besuchsrecht jedes zweite Wochen-
ende von Freitag bis Sonntag eingeräumt worden. Es werde jedoch ein ausgedehnteres Be-
suchsrecht gelebt und der Ehemann betreue die Tochter auch immer wieder einen Tag unter 
der Woche mit Übernachtung und die Tochter sei auch in den Weihnachts-, Frühlings- und 
Sommerferien je eine bzw. sogar zwei Wochen bei ihm gewesen. Damit liege faktisch eine 
über dem üblichen und auch so festgelegten Besuchsrecht hinausgehende Betreuung durch 
den Ehemann vor. Der Ehemann bringe die Tochter jeweils am Morgen direkt in den Kinder-
garten, was aufgrund seines Wohnortes im grenznahen St. Louis bis zum Kindergaten in 
Therwil ca. eine halbe Stunde Autofahrt bedeute und der Tochter zwei- bis dreimal pro Wo-
che zumutbar sei. Die Tochter könne damit auch bei alternierender Obhut in ihrer Schule und 
ihrem gewohnten Umfeld in Therwil bleiben. Hinsichtlich der Kooperationsfähigkeit der Ehe-
gatten erwog die Vorinstanz, die Konflikte seien aufgrund verspäteter Unterhaltszahlungen 
durch den Ehemann entstanden, woraufhin die Ehefrau die Übergabe der Tochter mehrmals 
verweigert habe. Eine solche Form der Selbstjustiz auf Kosten des Kindeswohls könne je-
doch nicht die Basis für die Ablehnung einer alternierenden Obhut sein und das unkooperati-
ve Verhalten eines Ehegatten dürfe dem anderen Ehegatten die alternierende Obhut nicht 
verunmöglichen. Die Konflikte würden sodann auch bei einem erweiterten Besuchsrecht, wie 
dies im vorliegenden Fall von der Ehefrau mit einer zusätzlichen Übernachtung unter der 
Woche beantragt werde, bestehen bleiben. Folglich sei die Nichtgewährung der alternieren-
den Obhut gar nicht geeignet, die andauernden Konflikte zwischen den Ehegatten zu ver-
meiden. Gesamthaft sprächen die Umstände für die Anordnung der alternierenden Obhut. Es 
sei im Interesse des Kindes, mit beiden Elternteilen gleichsam eine intensive Beziehung auf-
zubauen und die Eltern seien gehalten, künftig ein kooperatives Verhalten an den Tag zu 
legen und die zumutbaren Anstrengungen bei der gegenseitigen Kommunikation zu unter-
nehmen. Zur Unterstützung und Überwachung der Betreuungsanteile werde den Eltern ein 
Erziehungsbeistand zur Seite gestellt.  

2.2 Die Ehefrau erachtet die Ausführung der Vorinstanz, wonach die alternierende Obhut 
tendenziell zu favorisieren sei, als unrichtig und sie führt in ihrer Berufung vom 7. Juni 2018 
aus, es seien die konkreten Umstände des Einzelfalls ergebnisoffen und unter Zugrundele-
gung der bundesgerichtlichen Grundsätze zu würdigen. Die Vorinstanz habe die Kriterien, 
welche vom Bundesgericht formuliert worden seien, nicht berücksichtigt. Konkret kritisiert die 
Ehefrau die Nichtberücksichtigung der wirtschaftlichen Folgen der alternierenden Obhut 
durch die Vorinstanz. Die vorinstanzlich bevorzugte Betreuungslösung würde hinsichtlich der 
Unterhaltsregelung zu einer Unterdeckung der Tochter von aktuell CHF 1‘030.00 resp. ab 
ihrem 11. Altersjahr von CHF 1‘230.00 führen, was nicht im Sinne des Kindeswohls sei. Bei 
Fortführung des bisherigen Betreuungsmodells wären hingegen genügend finanzielle Mittel 
vorhanden. Die wirtschaftliche Unsicherheit spreche gegen die alternierende Obhut. Die Vor-
instanz lasse überdies die im Rahmen des Eheschutzentscheids vom 11. August 2016 be-

 
 
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rücksichtigten Kriterien für die Belassung der Obhut bei der Ehefrau ausser Acht. Im damali-
gen Eheschutzentscheid sei erwogen worden, dass eine alternierende Obhut die Tochter 
aus ihrem Umfeld reisse, dass die Tochter bisher bei der Ehefrau gewohnt und dort ein Ver-
hältnis zu ihrer Halbschwester D.____ aufgebaut habe, dass im Hinblick auf die Einschulung 
die alternierende Obhut kaum praktizierbar sei und diese bei einem so jungen Kind viel Auf-
wand und Unruhe in dessen Umgebung bringe. Weshalb die bisherige Regelung entgegen 
den Erwägungen des Eheschutzentscheids nicht mehr gelten solle, sei nicht schlüssig, zu-
mal die Tochter auch heute noch bei der Mutter wohne, noch immer sehr jung sei, regelmäs-
sig Kontakt zu ihrer Halbschwester habe, im Sommer 2017 eingeschult worden sei und an-
gesichts der Wohnorte in Therwil und Frankreich eine alternierende Obhut viel Unruhe brin-
ge. Die Ehefrau erachtet auch die Ausführung der Vorinstanz, wonach die persönliche Be-
treuung infolge Pensenreduktion des Ehemannes sichergestellt sei, als falsch. Denn gemäss 
Unterlagen arbeite der Ehemann mittwochs den ganzen Tag und könne die Tochter daher 
nicht von Mittwoch Schulschluss an persönlich betreuen. Auch die vorinstanzliche Ferienre-
gelung gehe nicht auf, da die Tochter 14 Wochen Schulferien habe und nicht die Hälfte die-
ser Ferien beim Vater, welcher lediglich 5 Wochen Ferien habe, verbringen könne. Zudem 
sei die Pensenreduktion des Ehemannes befristet bis zum 31. Dezember 2018 und was da-
nach gelte, sei unklar und von der Vorinstanz nicht abgeklärt worden. Auch die Betreuungs-
kontinuität spreche gegen eine alternierende Obhut, da die Ehegatten während des Zusam-
menlebens eine klassische Rollenteilung gelebt hätten, bei welcher der Ehemann einer Er-
werbstätigkeit nachgegangen sei und die Ehefrau sich um die Tochter gekümmert habe. 
Auch während des Getrenntlebens sei die Tochter unter der Obhut der Mutter gestanden 
und nicht alternierend betreut worden. Das bisherige Betreuungskonzept mit alleiniger Obhut 
und grosszügigem Besuchsrecht, wie dies beantragt worden sei, habe sich bewährt und sei 
am besten geeignet. Auch die Wohnorte würden gegen eine alternierende Betreuung spre-
chen. Die Fahrzeit zwischen St. Louis und Therwil betrage zu den Stosszeiten mehr als 
30 Minuten. Ein täglicher Reiseaufwand von mehr als einer Stunde sei einem fünfjährigen 
Mädchen nicht zumutbar. Die Vorinstanz setze sich auch nicht mit dem sozialen Umfeld 
auseinander. Die Tochter habe ihr ganzes persönliches Umfeld in Therwil, da sie dort den 
Kindergarten besuche und ihre Freunde dort seien. Sie habe auch regelmässig Kontakt zu 
ihrer Halbschwester und werde in lokale Kinder-, Spiel- und Sportgruppen eintreten, sobald 
dies altersmässig und finanziell möglich sei. Müsse sie wöchentlich zwischen Therwil und 
Frankreich hin- und herpendeln, könne sie nirgendwo Wurzeln schlagen und ihre Kontakte 
pflegen. Die Ehefrau kritisiert auch das von der Vorinstanz einseitig entworfene Bild, wonach 
sich die Ehefrau als unkooperativ gezeigt habe. Da der Ehemann seine Unterhaltspflichten 
gegenüber der Tochter nicht erfüllt habe, könne die mangelnde Kooperation nicht alleine der 
Ehefrau vorgeworfen werden. Das Verhältnis zwischen beiden Elternteilen sei belastet und 
beide Parteien würden Probleme im Umgang miteinander schildern und hätten sich in der 
Vergangenheit mehrfach des strafbaren Handelns bezichtigt und angezeigt. Auch die Kom-
munikation in Kinderbelangen sei schwierig. Die erforderliche elterliche Kooperation für eine 
alternierende Obhut sei vorliegend nicht vorhanden und die alternierende Obhut auch aus 
diesem Grund abzulehnen. Im mündlichen Plädoyer wurde zusätzlich vorgebracht, die Par-
teibefragung habe gezeigt, dass die Eltern bei gleichen Fragen immer verschiedene Antwor-
ten gegeben hätten. 

 
 
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2.3 Der Ehemann erachtet den vorinstanzlichen Entscheid als richtig und weist auf die 
Veränderungen seit dem Eheschutzentscheid vom August 2016 hin. Er führt in seiner Beru-
fungsantwort vom 16. August 2018 aus, er arbeite jetzt noch 60% und werde dies weiterhin 
so halten. Die Tochter sei jetzt fünf Jahre alt, gehe seit einem Jahr in den Kindergarten in 
Therwil, kenne die Situation bei beiden Eltern und könne auch wenn sie beim Vater sei prob-
lemlos den Kindergarten und später die Schule in Therwil besuchen. Die Halbschwester lebe 
mehrheitlich bei deren Vater und die Kontakte zwischen den Halbgeschwistern würden sich 
nicht verändern. Die Tochter habe auch Spielkameraden beim Vater und könne mit dem Va-
ter das Französisch als ihre gemeinsame Sprache pflegen. Aufgrund des Arbeitspensums 
könne der Vater die Tochter persönlich betreuen und er könne auch die Betreuung am Mitt-
wochnachmittag garantieren. In den 14 Wochen Schulferien seien auch Oster- und Weih-
nachtsferien inbegriffen, an welchen auch die Erwachsenen arbeitsfreie Tage hätten. Zudem 
gebe es in den Schulferien Aktivitäten wie Lager / Kurse / Tagesaktivitäten und es sei nicht 
zwingend eine 24-Stunden-Betreuung erforderlich. Die Betreuung der Tochter beim Ehe-
mann habe stets funktioniert. Kontinuität sei ein wichtiger Faktor, bedeute jedoch nicht, dass 
die Situation der ersten Jahre für alle Zukunft gelten müsse und keine Entwicklungen mög-
lich seien. Die Ehefrau habe nach der Geburt der Tochter diese zunächst betreut und sei 
keinem Erwerb nachgegangen. Dies sei aber keine vorgesehene Dauerlösung gewesen und 
da bereits nach zwei Jahren die Trennung erfolgt sei, seien keine gemeinsamen Entschei-
dungen mehr möglich gewesen. Der Ehemann habe sich auch während des Zusammenle-
bens um seine Tochter gekümmert und die Parteien hätten sich nach der Trennung nebst 
den üblichen Besuchswochenenden auf einen weiteren Besuch unter der Woche geeinigt. 
Das bisherige Betreuungskonzept werde entgegen den Ausführungen der Ehefrau nicht 
komplett auf den Kopf gestellt, sondern die Betreuungszeit des Vaters werde dem Alter der 
Tochter entsprechend unter der Woche ausgedehnt auf zwei anstatt einer Übernachtung und 
etwas mehr Betreuungszeit. Es sei keineswegs unzumutbar, wenn die Tochter künftig an 
zwei anstatt an einem Tag von St. Louis aus den Kindergarten besuche. Wenn die Tochter 
regelmässig in St. Louis sei, gebe es auch dort Möglichkeiten von Spiel- und Sportgruppen. 
Es liege keine Unfähigkeit zur Kooperation vor, welche die alternierende Obhut ausschlies-
sen würden, zumal Grund der Auseinandersetzungen nicht das Kind, sondern das Geld ge-
wesen sei. Mit dem Einkommen ab Januar 2018 könne der Ehemann den früher verfügten 
Unterhaltsbeitrag nicht mehr bezahlen. Änderungsanträge seien rechtzeitig gestellt und im 
Scheidungsurteil entschieden worden. Notwendige Kontakte und Absprachen seien zudem 
mit einer alternierenden Obhut gleich häufig wie bei der von der Ehefrau beantragten Be-
suchsrechtsregelung. Die Kriterien für eine alternierende Obhut seien erfüllt und diese liege 
im Interesse der Tochter. Die verlängerte Betreuungsphase des Vaters unter der Woche 
bringe mehr Ruhe ins System und ermögliche es Vater und Tochter, gemeinsam ein Stück 
Alltag zu leben. Im mündlichen Plädoyer wurde sodann noch vorgebracht, die Parteibefra-
gung habe gezeigt, dass die Parteien nur deshalb eine klassische Rollenteilung gelebt hät-
ten, weil der Ehemann das von der Ehefrau damals selbständig geführte Coiffeurgeschäft 
nicht habe finanzieren wollen. Wenn jedoch aus dem Einkommen des Ehemannes das Ge-
schäft der Ehefrau hätte finanziert werden müssen, wäre dies lediglich die Finanzierung ei-
nes Hobbys der Ehefrau gewesen und es wäre kein Beitrag der Ehefrau an das Familienein-
kommen aus ihrem Geschäft erfolgt, was der Grund für die Rollenteilung gewesen sei.  

 
 
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2.4 Vorab ist festzuhalten, dass die gemeinsame elterliche Sorge zwischen den Ehegatten 
nie umstritten war und die Vorinstanz im angefochtenen Ehescheidungsurteil die elterliche 
Sorge beiden Parteien gemeinsam belassen hat. Dies ist im Berufungsverfahren nicht ange-
fochten und auch nicht zu prüfen, da kein Grund ersichtlich ist, welcher gegen die gemein-
same elterliche Sorge sprechen könnte und von Amtes wegen zu berücksichtigen wäre. Um-
stritten ist dagegen die von der Vorinstanz festgelegte alternierende Obhut. Gemäss der am 
1. Januar 2017 in Kraft getretenen Gesetzesrevision berücksichtigt das Gericht beim Ent-
scheid über die Obhut, den persönlichen Verkehr oder die Betreuungsanteile das Recht des 
Kindes, regelmässige persönliche Beziehungen zu beiden Elternteilen zu pflegen (Art. 298 
Abs. 2bis ZGB). Bei gemeinsamer elterlicher Sorge prüft es im Sinne des Kindeswohls die 
Möglichkeit einer alternierenden Obhut, wenn ein Elternteil oder das Kind dies verlangt 
(Art. 298 Abs. 2ter ZGB). Mit dieser Gesetzesrevision hat der Gesetzgeber zum Ausdruck 
gebracht, dass er eine ausgeglichene Beteiligung beider Eltern an der täglichen Betreuung 
des Kindes nach der Trennung oder der Scheidung fördern will, ohne jedoch die alternieren-
de Obhut vorzuschreiben. Der Bundesrat ist auch rund ein Jahr nach Inkrafttreten dieser 
Gesetzesrevision nach Vorliegen der bei der Universität Genf in Auftrag gegebenen interdis-
ziplinären Studie zur alternierenden Obhut der Auffassung, dass es richtig sei, die alternie-
rende Obhut nicht als Regelfall vorzuschreiben, sondern individuelle Lösungen zu bevorzu-
gen und diejenige Betreuungslösung zu wählen, welche dem Kindeswohl am besten ent-
spricht. Die Beachtung des Kindeswohls sei für alle Entscheide das zentrale Kriterium und 
die alternierende Obhut sei nur anzuordnen, wenn dies dem Kindeswohl am besten entspre-
che (siehe Bericht des Bundesrates vom 8. Dezember 2017 zur Erfüllung des Postulats RK-
NR 15.3003 „Alternierende Obhut. Klärung der Rechtsgrundlagen und Lösungsvorschläge“, 
S. 3 und 14 ff., Beilage 1 der Berufungsantwort). Es ist daher ergebnisoffen zu prüfen, ob im 
konkreten Fall die alternierende Obhut dem Kindeswohl am besten entspricht. Auch das 
Bundesgericht hat in BGE 142 III 612 und BGE 142 III 617 festgehalten, dass das Kindes-
wohl für die Regelung des Eltern-Kind-Verhältnisses immer der entscheidende Faktor sein 
muss, während die Interessen und Wünsche der Eltern in den Hintergrund zu treten hätten. 
Ob die alternierende Obhut überhaupt in Frage kommt und dem Kindeswohl entspricht, 
hängt von den konkreten Umständen ab. Dabei ist gestützt auf festgestellte Tatsachen der 
Gegenwart und der Vergangenheit eine sachverhaltsbasierte Prognose darüber zu stellen, 
ob die alternierende Obhut als Betreuungslösung aller Voraussicht nach dem Wohl des Kin-
des entspricht (BGE 142 III 612 E. 4.2). Zur Beantwortung dieser Frage nennt das Bundes-
gericht als Kriterien die Erziehungsfähigkeit beider Elternteile wie auch die Fähigkeit und 
Bereitschaft beider Eltern, in den Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu ko-
operieren. Allein aus dem Umstand, dass sich ein Elternteil der alternierenden Obhut wider-
setzt, kann allerdings nicht auf eine fehlende Kooperationsfähigkeit geschlossen werden. 
Eine solche liegt erst vor, wenn die Eltern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feind-
seligkeiten auch hinsichtlich anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können und 
das Kind bei einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise aus-
gesetzt wäre, die seinen Interessen offensichtlich zuwiderläuft. Zu beachten sind überdies 
die geographische Situation und die Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Re-
gelung für das Kind gegebenenfalls mit sich bringt. Die alternierende Obhut fällt eher in Be-
tracht, wenn die Eltern das Kind schon vor der Trennung abwechselnd betreuten. Weitere 

 
 
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Gesichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das Alter 
des Kindes, seine Beziehungen zu (Halb- oder Stief-)Geschwistern, seine Einbettung in ein 
weiteres soziales Umfeld und der Wunsch des Kindes. Während die alternierende Obhut in 
jedem Fall die Erziehungsfähigkeit beider Eltern voraussetzt, sind die weiteren Beurteilungs-
kriterien oft voneinander abhängig und je nach den konkreten Umständen des Einzelfalles 
von unterschiedlicher Bedeutung, je nach Kriterium allenfalls auch abhängig vom Alter des 
Kindes. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern verdient besondere Beachtung, wenn das Kind 
schulpflichtig ist oder die geographische Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein 
Mehr an Organisation erfordert (BGE 142 III 612 E. 4.3). Diese Kriterien hat das Bundesge-
richt in verschiedenen Entscheiden wiederholt aufgeführt (so beispielsweise in den Entschei-
den 5A_888/2016 E. 3.2.1 vom 20. April 2018 und 5A_17/2017 E. 2.2.1 vom 25. Oktober 
2017).  

2.5 Es gilt nunmehr, im vorliegenden Fall konkret zu prüfen, welche Betreuungslösung 
dem Kindeswohl am besten entspricht, wobei auf die vom Bundesgericht aufgezählten Krite-
rien abzustellen ist.  

2.5.1 Die Erziehungsfähigkeit beider Eltern, eine zwingende Voraussetzung für eine alternie-
rende Obhut, ist bei beiden Elternteilen vorhanden, was auch von beiden Parteien gegensei-
tig zugestanden ist. Es finden sich keine Hinweise darauf, dass ein Elternteil nicht erzie-
hungsfähig sein könnte, so dass dieses Kriterium einer alternierenden Obhut nicht entge-
gensteht. 

2.5.2 Die Ehefrau wohnt in Therwil BL und der Ehemann in St. Louis, Frankreich. Die ge-
meinsame Tochter besucht den Kindergarten in Therwil. Wie die Parteibefragung anlässlich 
der Hauptverhandlung ergab, stellt sich die gelebte Betreuungssituation aktuell so dar, dass 
die Tochter jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen beim Vater ist 
sowie zusätzlich unter der Woche einen Abend mit Übernachtung, dies entweder am Mitt-
wochabend (wenn die Tochter am Wochenende nicht beim Vater ist) oder am Donnerstag-
abend (wenn die Tochter am Wochenende beim Vater ist). Der Ehemann bringt die Tochter 
nach den Besuchen am folgenden Morgen mit dem Auto nach Therwil zurück, gemäss sei-
ner Aussage entweder zur Ehefrau oder direkt in den Kindergarten, je nach Wunsch der 
Ehefrau. Nach Aussagen des Ehemannes braucht er mit dem Auto 30 Minuten, um von 
St. Louis nach Therwil zu fahren. Die Ehefrau vertritt die Meinung, der Weg daure zu Stoss-
zeiten angesichts der notorisch bekannten Staus länger als 30 Minuten und an der Haupt-
verhandlung führte sie aus, der Ehemann habe die Tochter mehrmals zu spät zu ihr zurück-
gebracht, so dass sie die Tochter im Kindergarten als krank abgemeldet habe. Der Ehemann 
entgegnete dieser Aussage, es sei nur einmal zu einer Verspätung gekommen, weil das Au-
to nicht angesprungen sei. Zur Häufigkeit der Verspätungen stehen Aussage gegen Aussage 
und diese Frage konnte nicht geklärt werden. Mit der von der Vorinstanz getroffenen Rege-
lung fällt der Weg von St. Louis nach Therwil am Mittwoch nach Schulabschluss, am Don-
nerstagmorgen und -nachmittag, am Freitagmorgen und jedes zweite Wochenende zusätz-
lich am Freitagabend und am Montagmorgen an. Unabhängig davon, ob der Weg 30 Minu-
ten oder mehr beansprucht, bedeutet dies für C.____ nicht nur einen grossen zeitlichen Auf-
wand, sondern es verunmöglicht ihr beim Transport zwischen St. Louis und Therwil auch, auf 
dem Schulweg mit ihren Schulkolleginnen und -kollegen Freundschaften aufzubauen bzw. zu 

 
 
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pflegen. Den Weg zwischen den Wohnorten der Eltern ist zu weit entfernt und erfordert 
überdies einen Grenzübertritt, so dass C.____ nicht selbständig zwischen den Wohnorten 
wechseln kann, sondern darauf angewiesen ist, dass sie chauffiert wird. Dies macht auch 
regelmässige Freizeitaktivitäten für C.____ sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Beide 
Elternteile äusserten an der Hauptverhandlung den Wunsch, dass C.____ Kurse oder Ver-
einsaktivitäten soll besuchen können, und beide führten aus, dass sie solche an ihrem jewei-
ligen Wohnort gerne für C.____ organisieren würden. Eine wöchentliche Teilnahme in Verei-
nen oder Kursen ist nur realisierbar, wenn der Tag der jeweiligen Aktivität mit dem jeweiligen 
Aufenthaltsort bei einem der beiden Eltern übereinstimmt, was die Möglichkeiten einschränkt 
und auch die Teilnahme an zusätzlichen Anlässen im Zusammenhang mit einer solchen Ak-
tivität (z.B. Aufführung, Match, Vereinsanlässe etc.) erschwert, wenn C.____ zu diesem Zeit-
punkt gerade vom anderen Elternteil betreut wird. Auch die Möglichkeit für Treffen mit 
Freunden ausserhalb der Schule ist vom jeweiligen Aufenthaltsort abhängig. Für eine alter-
nierende Obhut liegen die Wohnorte der beiden Eltern idealerweise in geringer Distanz, so 
dass es dem Kind möglich ist, selbständig von beiden Wohnorten aus die Schule und die 
gleichen Freizeitaktivitäten besuchen zu können. Da C.____ aufgrund der Entfernung nicht 
von beiden Wohnorten der Eltern aus innert relativ kurzer Zeit zu den gleichen Freizeitaktivi-
täten und Treffen mit Freunden gehen kann, müsste sie an zwei Orten Freizeitaktivitäten und 
Kontakte zu Freunden aufbauen. Dieser Aspekt wie auch die vielen Wechsel zwischen den 
Wohnorten und die zeitaufwändigen Transporte von St. Louis nach Therwil könnten für 
C.____ sehr belastend sein und zu fehlender Stabilität für sie führen, was nicht im Kindes-
wohl ist. Die Entfernung der Wohnorte der Eltern spricht daher eher gegen eine alternierende 
Obhut.  

2.5.3 Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen den Eltern war in der Ver-
gangenheit problematisch, wie auch die Vorinstanz unter Ziffer 10 der vorinstanzlichen Ent-
scheidbegründung ausführte. Es gab gegenseitige Anschuldigungen und sogar strafrechtli-
che Anzeigen. Die Vorinstanz führte aus, der Konflikt zwischen den beiden Parteien sei auf-
grund von verspäteten Unterhaltszahlungen entstanden, woraufhin die Ehefrau als Reaktion 
dem Ehemann die Übergabe der Tochter mehrmals verweigert habe. Eine solche Form der 
Selbstjustiz auf Kosten des Kindeswohls könne nicht die Basis bilden, eine alternierende, 
dem Kindeswohl entsprechende Obhut abzulehnen. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die 
Konflikte auch im Rahmen eines erweiterten Besuchsrechts bestehen bleiben würden und 
die Nichtgewährung der alternierenden Obhut folglich nicht geeignet sei, die andauernden 
Konflikte zu vermeiden. Diese Argumentation geht nicht hinreichend auf das Kindeswohl ein. 
Denn ist die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen den Eltern problematisch, 
kann jede erforderliche Absprache zu Konflikten führen, was auch dem Kind nicht entgehen 
wird, dieses belasten und einen Loyalitätskonflikt herbeiführen kann. Bei einer alternierenden 
Obhut ist eine grössere Anzahl an Absprachen erforderlich als bei einem erweiterten Be-
suchsrecht und daher auch die Gefahr von Konflikten höher, was nicht im Kindeswohl ist. Die 
Schwierigkeiten zwischen den Parteien betreffend die Kommunikations- und Kooperations-
fähigkeit wurde anlässlich der Befragung an der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung deut-
lich. Bei etlichen Fragen zeigte sich, dass die Eltern die Ereignisse unterschiedlich schilder-
ten und wahrnahmen. So etwa, wie oft der Ehemann die Tochter morgens zu spät zurückge-
bracht haben und wie lange die Tochter in den Sommerferien bei ihm gewesen sein soll. 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Auch die Frage, weshalb der Ehemann nicht am Elternabend erschien und was die Eltern im 
Vorfeld zu diesem Elternabend genau kommunizierten, konnte aufgrund der unterschiedli-
chen Aussagen nicht geklärt werden. Übereinstimmung besteht in den Aussagen der Partei-
en nur darüber, dass sie im Vorfeld über den Elternabend sprachen und der Ehemann 
Kenntnis von diesem hatte. Bei all diesen Fragen ging es um Kinderbelange und die Kom-
munikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern erscheint angesichts der unterschiedli-
chen Antworten und Wahrnehmungen schwierig zu sein. Dies zeigt sich auch darin, dass der 
Ehemann der Meinung ist, die Ehefrau sage ihm betreffend Kindergarten nicht alles, weshalb 
er versucht habe, mit der Kindergartenlehrerin über C.____ zu reden, als er sie in den Kin-
dergarten gebracht habe. Bei guter Kommunikation zwischen den Eltern würden sich die 
Parteien direkt darüber austauschen, was sie von der Kindergartenlehrerin über C.____ er-
fahren, was im vorliegenden Fall jedoch nicht zu funktionieren scheint. Die Kommunikations- 
und Kooperationsfähigkeit der Ehegatten scheint somit nicht nur in vermögensrechtlichen 
Angelegenheiten, sondern auch in Kinderbelangen problematisch. Die Kommunikations- und 
Kooperationsfähigkeit der Eltern verdient überdies besondere Beachtung, wenn die geogra-
phische Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert. 
Wie bereits ausgeführt liegen die Wohnsitze der beiden Eltern rund 30 Minuten Autofahrt 
auseinander, und der Ehemann muss C.____ für seine Betreuungszeiten in Therwil abholen 
und wieder zurückbringen. Dies erfordert gute Kommunikation und Kooperation zwischen 
den Eltern, da nicht nur jede zeitliche Verschiebung – und solche treten im Alltag ab und zu 
auf – abgesprochen werden muss, sondern sich die Eltern gegenseitig auch dauernd dar-
über austauschen müssen, was bei C.____ an Aktivitäten, Hausaufgaben (C.____ kommt im 
nächsten Schuljahr in die erste Klasse), allfälligen Arztbesuchen etc. auf dem Programm 
steht und was sie für den Wechsel zum anderen Ehegatten einpacken muss, zumal der Weg 
zu weit ist, um allenfalls vergessene Utensilien schnell holen zu können. Diese alltäglichen 
organisatorischen Massnahmen und gegenseitigen Informationen sind innert kurzer Zeit zu 
treffen und können daher kaum durch die Vermittlung eines Erziehungsbeistands erfolgen. 
Vielmehr muss die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern zumindest derge-
stalt sein, dass diese alltäglichen Absprachen mehr oder weniger konfliktfrei getroffen wer-
den können. Angesichts der Schwierigkeiten der Ehegatten in der Kommunikation und Ko-
operation ist es zweifelhaft, dass dies gelingen wird, so dass dieser Aspekt ebenfalls gegen 
die alternierende Obhut spricht.  

2.5.4 Betreffend Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung für das Kind 
gegebenenfalls mit sich bringt, fällt die alternierende Obhut eher in Betracht, wenn die Eltern 
das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreuten. Dies ist vorliegend nicht der Fall. 
Während des Zusammenlebens führten die Parteien eine klassische Hausgattenehe. Der 
Ehemann sorgte mit seinem Arbeitserwerb für den Familienunterhalt und die Ehefrau betreu-
te die gemeinsame Tochter und besorgte den Haushalt. Dies ist unbestritten und wurde an 
der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung mit der unwidersprochen gebliebenen Aussage der 
Ehefrau, es sei der Wunsch des Ehemannes gewesen, dass sie ihr Geschäft aufgebe (da 
der Ehemann dieses nicht habe finanzieren wollen) und sie die Tochter betreue und den 
Haushalt führe, bestätigt. Nach der Trennung wurde die Tochter unter die alleinige Obhut der 
Ehefrau gestellt (siehe Eheschutzentscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West 
vom 12. Januar 2015, Verfahren Nr. 120 14 2209 IV, und Eheschutzurteil des Zivilkreisge-

 
 
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richts Basel-Landschaft Ost vom 11. August 2016, Verfahren Nr. 120 16 152 I). Die Tochter 
stand somit bislang unter der Obhut der Mutter. Aktuell leben die Parteien zwar insofern ein 
erweitertes Besuchsrecht, als der Ehemann die gemeinsame Tochter jedes zweite Wochen-
ende von Freitagabend bis zum Schulbeginn am Montagmorgen bei sich zu Besuch hat so-
wie zusätzlich unter der Woche eine Übernachtung bis zum Schulbeginn am folgenden Tag, 
wobei bei der Parteibefragung unklar blieb, wie oft der zusätzliche Betreuungstag unter der 
Woche in der Vergangenheit stattgefunden hat. Dies entspricht einem erweiterten Besuchs-
recht und stellt noch keine alternierende Betreuung dar. Die Tochter wurde somit bisher nicht 
alternierend von beiden Eltern betreut. Dem Ehemann ist zuzustimmen, dass die Situation 
der ersten Jahre nicht für alle Zukunft gelten muss und dass Entwicklungen möglich sein 
müssen. Denn die im gemeinsamen Haushalt praktizierte Aufgabenteilung kann nicht in alle 
Ewigkeit fortgesetzt werden, ansonsten über die Tatsache hinweggesehen würde, dass mit 
der Trennung neue Lebensverhältnisse einhergehen, welche zwangsläufig von denjenigen 
abweichen, unter denen sich die Eltern auf eine bestimmte Aufgabenteilung verständigt ha-
ben. Vor diesem Hintergrund kann die im gemeinsamen Haushalt gelebte Aufgabenteilung 
nicht auf unbestimmte Zeit perpetuiert werden (BGer 5A_384/2018 vom 21. September 2018 
E. 4.6). Insofern ist die damalige Aufgabenteilung der Eltern nicht das entscheidende Kriteri-
um. Allerdings bestehen aufgrund der problematischen Kommunikations- und Kooperations-
fähigkeit der Ehegatten (siehe vorstehende Erwägung) grosse Bedenken für eine gut funkti-
onierende alternierende Obhut, so dass die aktuelle Situation mit dem erweiterten Besuchs-
recht, welche nicht nur weniger Konfliktpotential, sondern auch Kontinuität und Stabilität bie-
tet, zu bevorzugen ist.  

2.5.5 Zu der Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, stellt sich die aktuelle 
Situation so dar, dass der Ehemann seit 1. Januar 2018 in einem Pensum von 60% arbeitet 
und die Ehefrau nicht arbeitstätig ist. Das Pensum des Ehemannes ist von vormals 100% 
derzeit auf 60% reduziert, wobei diese Reduktion auf ein Jahr – vom 1. Januar 2018 bis zum 
31. Dezember 2018 – befristet ist, wie aus dem Vertrag vom 7. Dezember 2017 betreffend 
die temporäre Reduktion das Arbeitspensums (Beilage 20 des Ehemannes im erstinstanzli-
chen Verfahren, welche er mit seiner Eingabe vom 10.01.2018 der Vorinstanz einreichte) 
hervorgeht. Anlässlich der Befragung an der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung konnte 
der Ehemann nicht sagen, wie es ab dem 1. Januar 2019 weiterläuft bzw. in welchem Pen-
sum er ab dann arbeiten wird. Er sagte aus, es würde darüber im Dezember 2018 Verhand-
lungen mit seinem Vorgesetzten geben. Wie es weitergehe, hänge vom Bedarf der Arbeitge-
berin ab, was wiederum von der Auftragslage bestimmt werde. Er selber wünsche sich ein 
Pensum von 60% oder 80% und er würde ein Angebot der Arbeitgeberin für 80% annehmen. 
In welchem Pensum der Ehemann in Zukunft arbeiten wird, ist derzeit unklar und damit auch 
seine Möglichkeiten der persönlichen Betreuung von C.____. Auf die Frage, welches Ein-
kommen dem Ehemann anzurechnen ist, ist später noch einzugehen. 

2.5.6 Die Ehefrau macht geltend, die vorinstanzliche Betreuungslösung münde in einer Un-
terhaltsregelung, welche für das Kind zu einem Fehlbetrag führe, obwohl bei Fortführung des 
bisherigen Betreuungsmodells genügend Mittel im Familiensystem vorhanden wären. Es trifft 
zu, dass bei der von der Vorinstanz festgelegten Betreuungslösung für das Kind eine erheb-
liche Unterdeckung im Betreuungsunterhalt von monatlich CHF 1‘030.00 bis zum vollendeten 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

10. Altersjahr und von CHF 1‘230.00 vom 11. bis zum vollendeten 16. Altersjahr resultiert. 
Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Ehefrau mit einem Vollpensum monatlich netto 
CHF 4‘000.00 verdienen könne. Der Ehemann verdient dagegen bei einem Vollpensum netto 
rund CHF 7‘000.00 und ist damit einkommensmässig klarerweise die stärkere Partei. Ein 
Teilpensum des Ehemannes fällt daher hinsichtlich des familiären Gesamteinkommens viel 
stärker ins Gewicht als ein Teilpensum der Ehefrau. Die wirtschaftlichen Aspekte sollen bei 
der Frage der alternierenden Obhut kein zentrales Kriterium sein, insoweit ist der Vorinstanz 
zuzustimmen. Allerdings ist eine erhebliche Unterdeckung des Kinderunterhalts nicht im Sin-
ne des Kindeswohls, weshalb die wirtschaftlichen Folgen bei der Festlegung der Betreuungs-
lösung nicht gänzlich ausser Acht gelassen werden dürfen. Führt eine vorgesehene Betreu-
ungslösung zu einer erheblichen Unterdeckung des Kinderunterhalts, ist auch das wirtschaft-
liche Element mit zu berücksichtigen, insbesondere dann, wenn eine Deckung des Kinderun-
terhalts mit anderen Betreuungslösungen realisierbar wäre. Mit welcher Betreuungslösung 
bzw. mit welchen Teilpensen der Ehegatten im vorliegenden Fall der gebührende Kinderun-
terhalt gerade noch gedeckt werden könnte, kann allerdings offen bleiben, da bereits die 
Entfernung der Wohnorte, die nicht hinreichend vorhandene Kommunikations- und Koopera-
tionsfähigkeit der Eltern und die bisher gelebte Situation gegen eine alternierende Obhut 
sprechen.  

2.5.7 Der Kontakt von C.____ zu ihrer Halbschwester D.____ stellt im vorliegenden Fall kein 
gewichtiges Kriterium dar. D.____ ist 16-jährig, wohnt bei deren Vater und bestimmt selber, 
wann sie ihre Mutter besucht. Gemäss Aussagen der Ehefrau an der zweitinstanzlichen Ver-
handlung kommt D.____ sie zwar regelmässig besuchen, aber an ganz unterschiedlichen 
Tagen, manchmal unter der Woche und manchmal am Wochenende. Sie machen flexibel 
ab, wann D.____ auf Besuch kommt. Da die Besuche von D.____ keiner Regel folgen, be-
stehen auch keine geregelten Kontakte zwischen C.____ und ihrer Halbschwester, welche 
zu berücksichtigen wären.  

2.5.8 Das Kantonsgericht gelangt zusammenfassend zum Schluss, dass im vorliegenden 
Fall die alternierende Obhut abzulehnen ist, insbesondere wegen der Entfernung der Wohn-
orte der beiden Eltern und ihrer unzureichenden Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit 
in Kinderbelangen. Aber auch die Tatsache, dass bisher keine alternierende Betreuung ge-
lebt wurde und das Beibehalten der bisherigen Regelung Kontinuität und Stabilität bietet, 
spricht gegen die alternierende Obhut. Die Berufung ist folglich hinsichtlich der alternieren-
den Obhut gutzuheissen und die gemeinsame Tochter unter die Obhut der Kindsmutter zu 
stellen. Folglich ist auch über das Besuchs- und Ferienrecht zu entscheiden. 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3. Besuchs- und Ferienrecht  

3.1 Die Ehefrau beantragt mit ihrer Berufung folgendes Besuchs- und Ferienrecht: 
i. Der Kindsvater nimmt C.____ an jedem 2. Wochenende von Freitag, nach Schul-

schluss, bis Montag, Schulbeginn, sowie an jedem Mittwochabend bis Donners-
tag, Schulbeginn, zu sich auf Besuch; 

ii. Der Kindsvater verbringt mit C.____ fünf Wochen Ferien im Jahr, jeweils während 
den Schulferienwochen, hiervon höchstens zwei Wochen Ferien am Stück; 

iii. Der Kindsvater verbringt mit C.____ alternierend die jährlichen Feiertage (Weih-
nachten, Geburtstag etc.) und darüber hinaus jeweils diejenigen Feiertage, die 
seinen Besuchswochenenden und Ferienwochen gemäss Begehren i. und ii. vor- 
resp. nachgehen.  

Der Ehemann beantragte mit seiner Berufungsantwort die Bestätigung des vorinstanzlichen 
Entscheids und damit der alternierenden Obhut. Für den Fall der Zuteilung der Obhut an die 
Ehefrau stellte er in der Berufungsantwort keinen Eventualantrag hinsichtlich des Besuchs- 
und Ferienrechts. An der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung äusserte der Ehemann den 
Wunsch, das Kind an den Besuchswochenenden bis am Montagmorgen bei sich zu haben.  

3.2 Die Parteien leben aktuell ein erweitertes Besuchsrecht von jedem zweiten Wochen-
ende von Freitagabend bis Montagmorgen Schulbeginn, sowie am Mittwoch- oder Donners-
tagabend bis zum Schulbeginn am nächsten Morgen. Beide Ehegatten beantragen ein er-
weitertes Besuchsrecht. Gemäss Aussagen beider Eltern funktioniert das Besuchsrecht gut, 
so dass keine Gründe gegen ein erweitertes Besuchsrecht sprechen. In Anlehnung an die 
aktuelle Situation sollen Besuche weiterhin jedes zweite Wochenende sowie zusätzlich einen 
Nachmittag pro Woche bis zum Schulbeginn des Folgetags stattfinden können. Die Ehefrau 
beantragte für das Besuchswochenende den Besuch bereits ab Freitag nach Schulschluss. 
Da es jedoch durchaus möglich ist, dass der Ehemann künftig allenfalls am Freitagnachmit-
tag arbeitet und/oder das Kind allenfalls Schule hat, ist das Besuchsrecht von Freitagabend 
bis Montagmorgen zuzusprechen. Es bleibt den Parteien unbenommen, unter Berücksichti-
gung der Interessen der Tochter die Abholzeit früher zu vereinbaren. Damit die Möglichkei-
ten für regelmässige, wöchentliche Freizeitaktivitäten von C.____ (z.B. in einem Verein, 
Tanzschule, Musikschule, Orchester, Chor etc.) nicht zu stark eingeschränkt werden, ist der 
Besuch unter der Woche auf einen festen Wochentag zu legen. Das Gericht bestimmt hierfür 
die Wochenmitte bzw. den Mittwochnachmittag bis zum Schulbeginn am Donnerstagmorgen. 
Dies zum einen deshalb, weil der Mittwochnachmittag in der Regel schulfrei ist, und zum 
anderen, damit der Besuchstag nicht direkt an die Besuchswochenenden anschliesst bzw. 
damit die Tochter freitags vor dem Besuchswochenende nicht morgens und abends den 
Weg zwischen St. Louis und Therwil hinnehmen muss.  

3.3 Im Zusammenhang mit dem Ferienrecht und der Möglichkeit zur persönlichen Betreu-
ung bringt die Ehefrau vor, das Kind habe 14 Wochen Schulferien und der Ehemann habe 
gemäss Arbeitsvertrag nur fünf Wochen Ferien. Das Bundesgericht führte im Grundsatzent-
scheid 5A_384/2018 E. 4.7.6 vom 21. September 2018 aus, dass dem hauptbetreuenden 
Elternteil ab der obligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes in der Regel eine Erwerbs-
tätigkeit von 50%, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe I von 80% und ab dessen Vollen-
dung des 16. Lebensjahres ein Vollzeitpensum zuzumuten sei. Ist der Ehefrau entsprechend 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

diesem Bundesgerichtsentscheid eine Arbeitstätigkeit zumutbar (darauf ist im Zusammen-
hang mit dem Kinderunterhalt detailliert einzugehen), treffen ihre Ausführungen betreffend 
Umfang der Ferien des Kindes und des Ehemannes gleichermassen auf sie selber zu. Der 
Ehemann führt in diesem Zusammenhang aus, in den 14 Wochen Schulferien seien auch 
Oster- und Weihnachtsferien inbegriffen, also Zeiten, in denen auch für arbeitstätige Er-
wachsene arbeitsfreie Feiertage sind, und dass es für die Kinder während den Ferien auch 
Aktivitäten gebe (Kurse, Tagesaktivitäten, Lager etc.) und diese daher nicht in sämtlichen 
Ferienwochen den ganzen Tag über durch die Eltern persönlich betreut werden müssten. 
Diese Ausführungen gelten ebenfalls für beide Eltern. Der Ehemann nahm bereits in der 
Vergangenheit die Tochter zu sich in die Ferien, so beispielsweise im Sommer für vier Wo-
chen, allenfalls für fünf Wochen und somit länger als die Hälfte der Schulsommerferien (die 
genaue Anzahl der Ferienwochen konnte aufgrund der unterschiedlichen Aussagen der Par-
teien nicht verifiziert werden; gemäss Aussagen der Ehefrau waren es vier Wochen, gemäss 
Aussagen des Ehemannes länger). Die Betreuung der Tochter konnte er in dieser Zeit mit 
der Hilfe seiner Eltern bzw. der Grosseltern von C.____ organisieren. Das hat offenbar gut 
funktioniert. Es sind daher keine hinreichenden Gründe ersichtlich, betreffend Ferienrecht 
zwischen den Eltern zu unterscheiden und das Ferienrecht nicht je hälftig zuzusprechen. 
Das gleiche gilt für die Feiertage. Das Kantonsgericht verzichtet auf eine detailliertere Rege-
lung betreffend die Feiertage, da diese mit Besuchswochenenden und Ferien zusammenfal-
len können und daher jeweils nach Absprache zwischen den Eltern hälftig aufzuteilen sind, 
dies unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Kindes. 

3.4 Zusammenfassend hat der Kindsvater das Recht und die Pflicht, die Tochter jedes 
zweite Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen zum Schulbeginn sowie jeden 
Mittwochnachmittag bis Donnerstagmorgen zum Schulbeginn zu sich zu Besuch zu nehmen. 
Der Kindsvater hat zudem das Recht und die Pflicht, die Hälfte der Schulferien und der Fei-
ertage mit der Tochter zu verbringen. 

 

4. Erziehungsgutschriften 

Betreut ein Elternteil das gemeinsame Kind zum überwiegenden Teil, so rechnet das Gericht 
oder die Kindesschutzbehörde diesem Elternteil die ganze Erziehungsgutschrift an. Betreuen 
beide Eltern ihr Kind zu gleichen Teilen, so wird die Erziehungsgutschrift hälftig aufgeteilt 
(Art. 52fbis Abs. 2 AHVV). Gemäss den vorstehenden Ausführungen ist die gemeinsame 
Tochter der Parteien unter die Obhut der Kindsmutter zu stellen und dem Kindsvater das 
Besuchsrecht wie vorstehend beschrieben zu bewilligen. Entsprechend dieser Regelung 
betreut die Ehefrau das Kind zum überwiegenden Teil, so dass der Ehefrau in Abänderung 
des vorinstanzlichen Entscheids die Erziehungsgutschriften anzurechnen sind.  

 

5. Erziehungsbeistandschaft 

5.1 Die Vorinstanz sah in Ziffer 3 des Dispositivs die Errichtung einer Erziehungsbeistand-
schaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 315a Abs. 1 ZGB zur Überwachung und 
Durchsetzung der Betreuungsanteile sowie als Ansprechperson für beide Elternteile vor. Die 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Ehefrau beantragt, es sei von der Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft abzusehen und 
bringt vor, eine solche sei von der Gegenpartei entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen 
nicht beantragt worden. Die Beistandschaft sei aufgrund der Verhältnisse auch nicht erfor-
derlich, sondern nur wegen dem vorinstanzlich vorgesehenen Betreuungsmodell. Die Bei-
standschaft sei überdies untauglich, da der Ehemann in Frankreich wohne, sodass die sei-
tens der KESB eingesetzte Beistandspersonen ihm gegenüber ausserhalb der Schweiz kei-
ne verbindlichen Anordnungen durchsetzen und den persönlichen Verkehr nicht überwachen 
könne. Im Übrigen würden damit weitere Kosten anfallen, welche die mittellosen Eltern nicht 
tragen könnten. Der Ehemann entgegnet, ein Beistand/eine Beiständin könne hilfreich sein 
bei einem notwendigen Wechsel der Betreuungstage oder im Falle von Schwierigkeiten der 
Eltern bei der Festlegung von Ferienwochen. Der Ehemann müsse sich selbstverständlich 
auch an die Weisungen der Beistandsperson halten. 

5.2 Da mit dem vorliegenden Berufungsentscheid das Kind nunmehr unter die Obhut der 
Mutter gestellt wird, ist die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft zur Überwachung und 
Durchsetzung der Betreuungsanteile obsolet. Das Besuchsrecht wird mit dem vorliegenden 
Berufungsentscheid festgelegt und entspricht mehr oder weniger dem von den Parteien ak-
tuell gelebten. Dieses Besuchsrecht funktioniert nach Aussage beider Parteien recht gut. Die 
Tatsache, dass die Tochter in der Vergangenheit auch Ferien beim Kindsvater verbrachte, 
zeigt, dass sich die Parteien über die Festlegung von Ferienwochen einigen konnten. Der 
Ehemann kritisierte allerdings anlässlich der zweitinstanzlichen Parteibefragung, dass jeweils 
erst in letzter Minute abgemacht würde, welche Ferienwochen das Kind bei ihm verbringe. 
Eine Erziehungsbeistandschaft scheint angesichts der vorliegenden Verhältnisse nicht erfor-
derlich, da das Besuchsrecht und auch das Ferienrecht in der Vergangenheit offenbar funkti-
onierten. Dass das Ferienrecht nach Auffassung des Ehemannes zu kurzfristig festgelegt 
wird, rechtfertigt für sich alleine keine Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft, zumal es 
durchaus möglich ist, dass sich die Parteien darüber in Zukunft frühzeitiger absprechen 
könnten. Sollte sich zeigen, dass es in Zukunft Probleme mit dem Besuchs- und/oder Ferien-
recht gibt, kann dannzumal immer noch eine Erziehungsbeistandschaft errichtet werden. 
Derzeit scheint eine solche jedoch nicht erforderlich. Folglich ist die Dispositiv-Ziffer 3 des 
vorinstanzlichen Entscheids ersatzlos aufzuheben.  

 

6. Kindesunterhalt 

6.1 Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und 
Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen, wobei das Vermögen und die Einkünfte des Kin-
des zu berücksichtigen sind (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Gemäss dem seit 1. Januar 2017 gelten-
den neuen Kindesunterhaltsrecht dient der Unterhaltsbeitrag auch der Gewährleistung der 
Betreuung des Kindes durch die Eltern oder durch Dritte (Art. 285 Abs. 2 ZGB).  

Die Vorinstanz berechnete den Bedarf des Ehemannes auf CHF 2‘707.00 (Grundbetrag 
CHF 1‘080.00, Miete CHF 956.00, Nebenkosten CHF 139.00, Krankenkassenprämie KVG 
CHF 320.00, auswärtige Verpflegung CHF 132.00, U-Abo CHF 80.00), den Bedarf der Ehe-
frau auf CHF 3‘513.00 (Grundbetrag CHF 1‘350.00, Miete CHF 1995.00 abzüglich den 
Mietanteil für die Tochter von CHF 499.00, Krankenkassenprämie KVG CHF 537.00, U-Abo 

 
 
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CHF 80.00, Arzt CHF 50.00) und den Bedarf der Tochter auf CHF 1‘010.00 (Grundbetrag 
CHF 400.00, Wohnanteil CHF 499.00, Krankenkassenprämie KVG CHF 111.00). Als Ein-
kommen rechnete die Vorinstanz dem Ehemann ein Einkommen von CHF 4‘000.00 für das 
60%-Pensum an, der Ehefrau ein hypothetisches Einkommen von CHF 2‘000.00 für ein 
50%-Pensum und der Tochter die Kinderzulagen von CHF 200.00. Auf dieser Basis wurde 
der Unterhalt der Tochter gestützt auf die Berechnung nach der Lebenshaltungskosten-
Methode auf CHF 1‘093.00 bis zum vollendeten 10. Altersjahr, auf CHF 993.00 vom 11. Al-
tersjahr bis zum vollendeten 16. Altersjahr und auf CHF 710.00 ab dem 17. Altersjahr bis zur 
Volljährigkeit festgelegt, wovon CHF 483.00 bis zum vollendeten 10. Altersjahr und 
CHF 283.00 vom 11. bis zum vollendeten 16. Altersjahr Betreuungsunterhalt darstellen. Der 
Fehlbetrag zur Deckung des gebührenden Unterhalts (Betreuungsunterhalt) wurde für die 
erste Phase auf CHF 1‘030.00 und für die 2. Phase auf CHF 1‘230.00 berechnet. Der Ehe-
mann wurde verpflichtet, allfällige Boni und Provisionszahlungen an die Ehefrau zu bezah-
len, solange er Betreuungsunterhalt zu bezahlen hat, begrenzt auf die Höhe der bis zur Aus-
zahlung der Boni/Provisionen aufgelaufenen Fehlbeträge. 

6.2 Die Vorinstanz berechnete die Kinderunterhaltsbeiträge (Barunterhalt und Betreuungs-
unterhalt) nach der sogenannten Lebenshaltungskosten-Methode, was vom Grundsatz her 
von keiner Partei beanstandet wurde. Das Bundesgericht hat im zwischenzeitlich ergange-
nen BGE 144 III 377 die Lebenshaltungskosten-Methode als den für die Bemessung des 
Betreuungsunterhalts am besten geeigneten Ansatz bezeichnet, so dass diese bereits von 
der Vorinstanz angewendete Berechnungsmethode beizubehalten ist. Umstritten sind die 
den Ehegatten anzurechnenden Einkommen sowie einzelne Bedarfspositionen, worauf im 
Folgenden einzugehen ist. Es gilt darauf hinzuweisen, dass in den Unterhaltsberechnungen 
nur ganze Frankenbeträge ohne Rappen eingesetzt werden und daher immer auf ganze 
Franken gerundet wird.  

 

6.3 Einkommen des Ehemannes  

6.3.1 Die Vorinstanz rechnete dem Ehemann ein Einkommen von CHF 4‘000.00 exklusiv 
Bonus gestützt auf dessen Arbeitspensum von 60% an. Für die beim Ehemann allfällig anfal-
lenden Boni und Provisionen sah die Vorinstanz eine separate Regelung vor.  

6.3.2 Die Ehefrau stellt sich auf den Standpunkt, dem Ehemann sei ein Einkommen von net-
to CHF 7‘042.00 (inkl. 13. Monatslohn und Bonus, exkl. Familienzulage) basierend auf sei-
nem früheren 100%-Pensum anzurechnen, zumal ihm dessen Erzielung möglich und zumut-
bar sei. Sie wirft dem Ehemann vor, er habe bei seiner Arbeitgeberin per Januar 2018 um 
eine Reduktion seines Arbeitspensums ersucht, um damit Fakten in Bezug auf die Obhuts-
frage zu schaffen. Dass die Reduktion angeblich wirtschaftlich begründet und von der Ar-
beitgeberin ausgegangen sei, wird von der Ehefrau bestritten. Sie erachtet die Reduktion als 
mutwillig in Kauf genommen, weshalb es nach neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
nicht von Belang sei, ob der Ehemann diese rückgängig machen könne. Die vorinstanzliche 
Behandlung des Bonus findet die Ehefrau mangels Justiziabilität als nicht hilfreich. Zudem 
sei der Bonus vertraglich vereinbart und im Einkommen einzurechnen.  

 
 
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6.3.3 Der Ehemann entgegnet, eine Pensenreduktion habe zwar zwecks vermehrter Betreu-
ung von C.____ seinem Wunsch entsprochen, es sei jedoch in seiner Arbeitgeberfirma zu 
Umstrukturierungen und Kündigungen gekommen und seine Stelle sei nicht sicher gewesen. 
Er habe sich mit seinem Arbeitgeber auf eine Pensenreduktion einigen können und es sei 
ungewiss, ob er sein Pensum wieder aufstocken könne. Anlässlich der Befragung an der 
zweitinstanzlichen Hauptverhandlung konnte der Ehemann nicht sagen, wie es ab dem 
1. Januar 2019 weiterläuft bzw. in welchem Pensum er ab dann arbeiten wird. Er sagte aus, 
es würde darüber im Dezember 2018 Verhandlungen mit seinem Vorgesetzten geben. Wie 
es weitergehe hänge vom Bedarf der Arbeitgeberin ab, was wiederum von der Auftragslage 
bestimmt werde. Er selber wünsche sich ein Pensum von 60% oder 80% und er würde ein 
Angebot der Arbeitgeberin für 80% annehmen. 

6.3.4 Gemäss Arbeitsvertrag vom 23. September / 4. Oktober 2016 (Beilage 1 der vor-
instanzlichen Eingabe des Ehemannes vom 18. Januar 2017) ist der Ehemann seit 1. Januar 
2017 zu 100% bei der G.____AG mit einem Bruttolohn von CHF 7‘000.00 angestellt. Mit der 
Vertragsänderung vom 7. Dezember 2017 betreffend die temporäre Reduktion des Arbeits-
pensums (Beilage 20 des Ehemannes zu seiner Eingabe vom 10.01.2018 im erstinstanzli-
chen Verfahren) hat er sein Pensum von vormals 100% auf 60% reduziert, wobei diese Re-
duktion auf ein Jahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 befristet ist, wie aus 
dem Vertrag vom 7. Dezember 2017 hervorgeht. Die Arbeitsstunden, der Monatslohn und 
der 13. Monatslohn wurden entsprechend proportional reduziert. Weiter ist dem temporären 
Abänderungsvertrag zu entnehmen, dass die anderen Punkte des Arbeitsvertrags unverän-
dert bleiben. Da die Pensenänderung bis zum 31. Dezember 2018 befristet ist, gilt ab 1. Ja-
nuar 2019 wieder der „alte“ Arbeitsvertrag mit einem Pensum von 100%. Andernfalls hätte 
die Arbeitgeberin eine Kündigung/Änderungskündigung vornehmen müssen, wobei die Kün-
digungsfrist gemäss Ziffer 4 Abs. 2 des Arbeitsvertrages vom 23. September / 4. Oktober 
2016 drei Monate auf das Ende eines Kalendermonats beträgt. An der zweitinstanzlichen 
Verhandlung vom 13. November 2018 erwähnte der Ehemann keine Kündigung, vielmehr 
sagte er aus, im Dezember 2018 werde darüber verhandelt, wie es ab 1. Januar 2019 wei-
tergehe. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass ab 1. Januar 2019 grundsätzlich 
wieder der „alte“ Vertrag mit dem 100% Pensum gilt. Der Ehemann brachte wiederholt vor, 
die Pensenreduktion gründe in Umstrukturierungen, was von der Ehefrau jedoch bestritten 
ist. Im Vertrag betreffend Pensenänderung vom 7. Dezember 2017 steht eingangs, man 
nehme Bezug auf den Wunsch des Arbeitnehmers um Pensenreduktion, was eher dafür 
spricht, dass die Pensenänderung vom Ehemann ausging. Wer diese zuerst vorschlug, ob 
der Ehemann oder seine Arbeitgeberin, kann letztlich offen bleiben. Der Ehemann arbeitet 
derzeit effektiv 60% und erzielt entsprechend ein tieferes Salär, wobei diese Pensenredukti-
on bis Ende 2018 befristet ist und danach das ursprüngliche Pensum von 100% wieder auf-
leben müsste. Die Einkommensverminderung lässt sich somit wieder rückgängig machen 
bzw. war von Anfang an zeitlich begrenzt, so dass sich die von der Ehefrau aufgeworfene 
Frage, ob ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist, obwohl die Einkommensvermin-
derung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, gar nicht stellt. Die im Scheidungsurteil 
festgelegten Unterhaltsbeiträge gelten ab Rechtskraft des Entscheids. Nachdem die Vor-
instanz die alternierende Obhut anordnete und dem Ehemann ein 60%-Pensum anrechnete, 
kann ihm auch nicht vorgeworfen werden, er hätte versuchen müssen, sein Pensum schon 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

früher wieder zu erhöhen oder ein zusätzliches Einkommen zu generieren. Vielmehr ist dem 
Ehemann für die Zeit bis zum 31. Dezember 2018 das Einkommen aus seinem effektiven  
60%-Pensum anzurechnen. Welches Pensum der Ehemann ab 1. Januar 2019 arbeiten 
wird, konnte der Ehemann an der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung noch nicht sagen. 
Wie bereits ausgeführt ist mangels Kündigung/Änderungskündigung durch die Arbeitgeberin 
davon auszugehen, dass aufgrund der Vertragslage grundsätzlich wieder das 100% Pensum 
gilt. Offenbar besteht in der Arbeitgeberfirma jedoch die Möglichkeit von Teilzeitpensen. Dies 
zeigt sowohl die aktuelle Situation als auch die Aussage des Ehemannes, dass im Dezember 
über das Pensum verhandelt werde. Da dem Ehemann ein erweitertes Besuchsrecht zuge-
standen wird und er das Recht und die Pflicht hat, die Tochter nebst den Besuchswochen-
enden zusätzlich jeden Mittwochnachmittag bis Donnerstagmorgen zum Schulbeginn zu sich 
zu Besuch zu nehmen, wird dem Ehemann ab 1. Januar 2019 ein 90%-Pensum zugemutet 
und angerechnet, damit er die Möglichkeit hat, die Tochter am Mittwochnachmittag jeweils 
persönlich zu betreuen.  

6.3.5 Die Vorinstanz rechnete dem Ehemann für das 60%-Pensum ein monatliches Netto-
einkommen von CHF 4‘000.00 (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Zulagen und exkl. Bonus) an und 
regelte die Boni/Provisionszahlungen separat. Die Ehefrau beziffert in der Berufung das Ein-
kommen bei 100% auf netto CHF 7‘042.00 (inkl. 13. Monatslohn und Bonus, exkl. Familien-
zulagen) und verweist für die Detailberechnung auf Rz. 7.1 des schriftlichen Plädoyers des 
ehemaligen Rechtsvertreters der Ehefrau, in welcher folgende Rechnung präsentiert wird: 
11 x CHF 6‘162.00 = CHF 67‘782.00 + CHF 12‘625.70 = CHF 80‘407.70 : 12 = 
CHF 6‘701.00. Diese Berechnung basiert auf den Lohnabrechnungen des Ehemannes für 
die Monate Oktober 2017 bis Dezember 2017 (Beilage 28 der vorinstanzlichen Eingabe des 
Ehemannes vom 10. Januar 2018). Aus diesen Lohnabrechnungen geht bei einem 100%-
Pensum ein monatlicher Nettolohn von CHF 6‘162.25 (ohne Abzug von CHF 50.00 für Park-
platzgebühr) hervor. Im November 2017 wurde sodann der Monatslohn zuzüglich des 
13. Monatslohns ausbezahlt, was von netto CHF 12‘625.70 (ohne Abzug von CHF 50.00 für 
Parkplatzgebühr) entspricht. Somit ergibt sich im Durchschnitt inkl. 13. Monatslohn ein mo-
natlicher Nettolohn von CHF 6‘701.00 (exkl. Bonus), wie dies die Ehefrau korrekt berechne-
te. Die Ehefrau hat zu diesem Lohn sodann einen Bonus von jährlich netto rund 
CHF 4‘100.00 bzw. monatlich rund CHF 341.00 addiert und ausgeführt, der Ehemann nehme 
am Bonusprogramm der Firma teil, wodurch er 5% seines Bruttojahreslohnes von 
CHF 91‘000.00 und somit brutto CHF 4‘550.00 bzw. netto rund CHF 4‘100.00 im Jahr bzw. 
rund CHF 341.00 im Monat erziele. Boni und Provisionen sind einkommensrelevant. Es ist 
praktikabler, wenn diese bereits im monatlichen Durchschnittseinkommen und somit im Un-
terhaltsbeitrag berücksichtigt sind und der Ehemann nicht jährlich seine Provisionszahlungen 
dokumentieren muss und die Parteien sodann die bis zum Zeitpunkt der jeweiligen Bonus-
zahlung aufgelaufenen Fehlbeträge berechnen müssen, wie dies entsprechend dem vor-
instanzlichen Entscheid erforderlich wäre. Die vorinstanzliche Regelung kann zu Konflikten 
zwischen den Parteien führen und erschwert auch eine allfällige Vollstreckung, weshalb der 
Bonus in das zu berücksichtigende Monatseinkommen einzurechnen ist. Der Bonus ist in 
Ziffer 7.2 des Arbeitsvertrags des Ehemannes vom 23. September/4. Oktober 2016 geregelt. 
Der Ehemann hat das von der Ehefrau nachvollziehbar berechnete Monatseinkommen von 
CHF 7‘042.00 (inkl. 13. Monatslohn und Bonus, exkl. Familienzulagen) nicht gerügt und die-

 
 
Seite 20   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ser Summe keine andere Berechnung gegenübergestellt, weder in der Berufungsantwort 
noch im Plädoyer an der zweitinstanzlichen Verhandlung. Es ist daher auf das von der Ehe-
frau bezifferte Nettomonatseinkommen des Ehemannes bei einem 100%-Pensum von 
CHF 7‘042.00 abzustellen.  

6.3.6 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dem Ehemann bis und mit 
31. Dezember 2018 das Arbeitspensum von 60% und danach ein solches von 90% ange-
rechnet wird. Das Einkommen wird auf der Basis eines Einkommens bei 100% von netto 
CHF 7‘042.00 (inkl. 13. Monatslohn, inkl. Bonus, exkl. Familienzulagen) berechnet. Für ein 
60%-Pensum entspricht dies CHF 4‘225.25, wobei entsprechend dem Eventualantrag der 
Ehefrau gerundet der Betrag von CHF 4‘200.00 eingesetzt wird (siehe Rz 45 der Berufung 
vom 7. Juni 2018). Für ein 90%-Pensum resultiert ein monatliches Nettoeinkommen von 
CHF 6‘338.00 (90% von CHF 7‘042.00).  

 

6.4 Einkommen der Ehefrau 

6.4.1 Die Vorinstanz rechnete der Ehefrau ein hypothetisches Einkommen für eine 50%-
Stelle von CHF 2‘000.00 an. Die Ehefrau bringt in diesem Zusammenhang vor, die Vor-
instanz habe nicht ausgeführt, weshalb der Ehefrau ein Einkommen von CHF 2‘000.00 für 
ein 50%-Pensum angerechnet werde, welche Arbeitsstelle für die Ehefrau in Frage komme 
und auf welchen statistischen Werten dieses Einkommen basiere. Somit sei das rechtliche 
Gehör verletzt. Gestützt auf das frühere Einkommen der Ehefrau bei einem 30%-Pensum 
von CHF 976.85 resultiere bei einem 50%-Pensum ein Betrag von CHF 1‘630.00 und bei 
100% von CHF 3‘260.00. Ein Einkommen von CHF 2‘000.00 bei einem 50%-Pensum sei 
unrealistisch, da die aus Nigeria stammende Ehefrau keine richtige Ausbildung habe, nicht 
gut Deutsch spreche und jahrelang nicht arbeitstätig gewesen sei. Dies würden auch die 
zahlreichen Bewerbungen zeigen, welche zu keiner Anstellung geführt hätten. Der vorüber-
gehende Einstieg in das Berufsleben sei nur möglich gewesen, weil sich ein Bekannter von 
ihr zu einer 30%-Anstellung erbarmt habe. Dies sei jedoch keine Stelle im ordentlichen Ar-
beitsmarkt gewesen. Die Ehefrau lasse sich entsprechend der 10/16-Regel ein Einkommen 
von CHF 1‘630.00 ab April 2023 und von CHF 3‘260.00 ab April 2029 anrechnen.  

6.4.2 Der Ehemann entgegnet, es sei nunmehr auf das Schulstufenmodell abzustellen. Eine 
Erwerbstätigkeit von 50% sei der Ehefrau zumutbar und möglich und das Erzielen eines Ein-
kommens von CHF 2‘000.00 realistisch. Die zahlreichen Bewerbungen hätten bislang nur 
deshalb zu keiner Anstellung geführt, weil das Bewerbungsschreiben der Ehefrau nicht er-
folgsversprechend sei.  

6.4.3 Für eine allfällige Anrechnung eines hypothetischen Einkommens der Ehefrau ist zu 
prüfen, ob und in welchem Umfang ihr die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zumutbar ist und 
welche Einkommenshöhe zu erzielen ihr möglich ist. Dabei sind insbesondere die Berufs-
ausbildung, das Alter, der Gesundheitszustand und die Arbeitsmarktlage zu berücksichtigen. 
Ob ein hypothetisches Einkommen in der angemessenen Höhe zumutbar ist, ist eine Rechts-
frage, ob dessen Erzielung auch als tatsächlich möglich erscheint, ist hingegen eine Tatfrage 
(BGE 137 III 118 E. 2.3; BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2; BGE 128 III 4 E. 4a) 

 
 
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Im Entscheid 5A_384/2018 vom 21. September 2018 hat das Bundesgericht einen Grund-
satzentscheid unter anderem zur Frage der Zumutbarkeit einer Erwerbsarbeit bei gleichzeiti-
gen Betreuungspflichten gefällt. Es führte aus, dass dem die Obhut übernehmenden Eltern-
teil, der sich bislang ganz oder überwiegend der Kinderbetreuung gewidmet hat, die Auf-
nahme oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit in der Regel nicht sofort zugemutet werden 
soll, zumal die Trennung auch eine einschneidende Zäsur für das Kind bedeutet, welche 
vom Kind zuerst verarbeitet werden muss und es deshalb nicht im Kindeswohl ist, gleichzei-
tig mit der Trennung auch das Betreuungsmodell umzugestalten. Vielmehr sind in Abhängig-
keit vom Grad der Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit, vom finanziellen 
Spielraum der Eltern und von weiteren Umständen des Einzelfalls Übergangsfristen zu ge-
währen (BGer 5A_384/2018 E. 4.6). Hinsichtlich einer konkreten Regel für die Aufnahme 
oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit bei gleichzeitiger Kinderbetreuung hat das Bundes-
gericht für das neue Kinderunterhaltsrecht mit Betreuungsunterhalt darauf abgestellt, wie 
lange und in welchem Umfang ein Kind im konkreten Fall der persönlichen Betreuung bedarf. 
Als Richtlinie gibt das Bundesgericht – in Abwendung von der 10/16-Regel – ab der obligato-
rischen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50%, ab dessen Eintritt in 
die Sekundarstufe I von 80% und ab dessen Vollendung des 16. Lebensjahres von 100% vor 
(sogenanntes Schulstufenmodell), wobei von dieser Richtlinie aufgrund pflichtgemässer rich-
terlicher Ermessensausübung im Einzelfall abgewichen werden kann (siehe zum Ganzen 
BGer 5A_384/2018 E 4.7 bis 4.7.9).  

6.4.4 Die ältere Tochter D.____ (geb. 29. Juli 2002) der Ehefrau aus erster Ehe ist inzwi-
schen 16-jährig. Diese Tochter wohnt bei deren Vater und die Besuche bei der Mutter finden 
nach Absprache zu unregelmässigen Zeiten ab. Für diese Tochter kommen der Ehefrau kei-
ne Betreuungspflichten zu. Die gemeinsame Tochter C.____, für welche der Ehefrau Betreu-
ungspflichten zukommen, ist jetzt im zweiten Kindergartenjahr und kommt im Sommer 2019 
in die Schule. Es handelt sich bei C.____ um ein gesundes und normal entwickeltes Kind, so 
dass es der Ehefrau neben der Betreuungspflicht entsprechend dem Schulstufenmodell zu-
mutbar ist, aktuell einer Erwerbstätigkeit von 50%, ab 1. September 2025 (Eintritt von C.____ 
in die Sekundarstufe I im August 2025) von 80% und ab 1. März 2029 (C.____ wird 16-
jährig) von 100% nachzugehen, zumal die Ehefrau gesund und arbeitsfähig ist.  

6.4.5 Die Ehefrau ist derzeit nicht erwerbstätig. Es gilt zu klären, welche Tätigkeit sie ausü-
ben und welches Einkommen sie daraus erzielen kann. Die Vorinstanz führte nicht aus, wel-
che Tätigkeit die Ehefrau ausüben kann und welches Einkommen daraus realistischerweise 
erzielbar ist, sondern sie setzte ohne weitere Begründung ein hypothetisches Einkommen 
von CHF 2‘000.00 für ein 50%-Pensum ein. Es gilt daher nunmehr darauf einzugehen, wel-
che Tätigkeit die Ehefrau ausüben könnte. Dabei ist auf die Ausbildung und die bisherigen 
beruflichen Tätigkeiten der Ehefrau einzugehen, wobei auf den Lebenslauf der Ehefrau (in 
den an der zweitinstanzlichen Instruktionsverhandlung vom 25. September 2018 abgegebe-
nen Unterlagen) und deren Aussagen in der zweitinstanzlichen Verhandlung (siehe Protokoll 
der zweitinstanzlichen Verhandlung vom 13. November 2018) abgestellt wird. Die Ehefrau 
stammt aus Nigeria und machte dort eine Ausbildung zur Coiffeuse. Sie arbeitete in Nigeria 
sodann rund vier Jahre in einer Anstellung als Coiffeuse und danach rund zwei Jahre selb-
ständig auf ihrem Beruf. Im Sommer 2001 kam sie als Familiennachzug ihres damaligen 

 
 
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Schweizer Ehemannes in die Schweiz. In den Jahren 2003 bis 2009 war die Ehefrau in der 
Schweiz jeweils nur in kurzzeitigen Anstellungen von maximal sechs Monaten als Gardero-
bière, Betriebsmitarbeiterin, Mitarbeiterin in einem Alters- und Pflegeheim und Mitarbeiterin 
in einer Fastfood-Kette tätig. Im Lebenslauf sind zwar bei der Anstellung im Alters- und Pfle-
geheim neun Monate aufgeführt, nach Aussage der Ehefrau sollen es jedoch nur drei Mona-
te gewesen sein, während welcher sie zwar den Kurs beim Roten Kreuz anfing, die Prüfung 
jedoch nicht ablegte. In den Jahren 2009 und 2010 war die Ehefrau selbständig tätig (Nagel-
design, Haar- und Wimpernverlängerung). Schliesslich war sie von Mai 2016 bis April 2017 
und sodann noch einmal von Dezember 2017 bis Februar 2018 bei ihrem Bekannten als 
Mitarbeiterin/Sachbearbeiterin (siehe Arbeitsvertrag, vorinstanzliche Beilage 9 der Unterla-
gen der Ehefrau) zu 30% tätig. An der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung vom 13. No-
vember 2018 wurde die Ehefrau gefragt, ob sie bei der Arbeitslosenkasse angemeldet sei. 
Sie sagte aus, die Arbeitslosenkasse habe verlangt, dass sie ohne Lohn arbeite. Dazu sei 
sie nicht bereit gewesen. Ihr Anwalt bestätigte, dass eine Anmeldung erfolgt sei, aber keine 
Arbeitslosenentschädigung bezahlt wurde. Das Gericht vermutet, dass der Ehefrau Integrati-
onsmassnahmen vorgeschlagen wurden, welche diese jedoch aufgrund eines Missverständ-
nisses verweigerte, weshalb auch keine Arbeitslosentaggelder bezahlt werden. Die Ehefrau 
war in der Schweiz immer nur für ganz kurze Zeit in unterschiedlichen Bereichen angestellt 
und kann daher keine Berufserfahrung auf einem Gebiet vorweisen. In ihrem angestammten 
Beruf als Coiffeuse war sie in Nigeria nach der Lehre rund vier Jahre in einer Anstellung ar-
beitstätig. Ob ihre Ausbildung als Coiffeuse in der Schweiz anerkannt ist, ist dem Gericht 
nicht bekannt. Die Ehefrau arbeitete in der Schweiz während einer gewissen Zeit selbständig 
mit einem Studio für Nageldesign, Haar- und Wimpernverlängerung. Aus der Aussage der 
Ehefrau, der Ehemann habe ihr Studio nicht mehr finanzieren wollen, ist zu schliessen, dass 
sie daraus keinen Gewinn erzielte, so dass kein Einkommen aus einer solchen Selbständig-
keit angerechnet werden kann. Bei der Anstellung bei ihrem Bekannten verdiente sie für ein 
Pensum von 30% ein Einkommen von brutto CHF 1‘056.00 bzw. netto rund CHF 977.00 
(siehe Beilage 56 der Ehefrau im vorinstanzlichen Verfahren), was hochgerechnet auf 100% 
brutto CHF 3‘520.00 und netto rund CHF 3‘260.00 entspricht. Aufgrund der Ausbildung als 
Coiffeuse in Nigeria, der wenigen Berufserfahrungen aus Anstellungen in der Schweiz, der 
mangelhaften Sprachkenntnisse der deutschen Sprache und des Alters der Ehefrau von 
knapp 41 Jahren sind Anstellungen in gut bezahlten Stellen nicht realistisch, jedoch scheinen 
Anstellungen als Reinigungskraft, im Gastgewerbe, für Hilfstätigkeiten, als Betriebsmitarbei-
terin oder als Coiffeuse/Nail- und Hairsdesign durchaus möglich, allenfalls unter Vermittlung 
des RAV nach Absolvierung von Integrationsmassnahmen der Arbeitslosenkasse. Es han-
delt sich bei diesen möglichen Tätigkeiten um Arbeitsstellen im Niedriglohnsektor. Für das 
Gastgewerbe listet der L-GAV für das Jahr 2019 für Mitarbeiter ohne Berufslehre bei Vollzeit 
einen Mindestlohn von brutto CHF 3‘470.00 (zuzüglich 13. Monatslohn) auf und der GAV für 
das Schweizerische Coiffeurgewerbe führt Mindestansätze von CHF 3‘350.00 bis 
CHF 4‘000.00 auf (je nachdem, ob gelernt, angelernt oder ungelernt und abhängig von der 
Anzahl der Berufsjähre). Der NAV Hauswirtschaft setzt für ungelernte Hausangestellte in 
Privathaushalten bei einer 42-Stunden-Woche einen Mindestlohn von brutto CHF 3‘439.80 
(ungelernt) bzw. CHF 3‘776.50 (ungelernt mit 4 Jahren Berufserfahrung) bis zu 
CHF 4‘158.70 (gelernt EFZ, drei Jahre berufliche Grundbildung) fest. Auch als Betriebsmit-

 
 
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arbeiterin bzw. Hilfskraft in der Produktion ist von einem Einkommen in ähnlich tiefem Be-
reich auszugehen. Entsprechend diesen Mindestlöhnen wird als Basis auf das Einkommen 
von netto CHF 3‘260.00 bei 100% abgestellt, welches die Ehefrau bei ihrem Bekannten ver-
diente. Dies entspricht in etwa einem Bruttolohn von CHF 3‘600.00, welcher in den aufge-
führten Bereichen ungefähr erzielt werden kann.  

6.4.6 Da die Ehefrau derzeit keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist ihr eine Übergangsfrist zur 
Suche einer neuen Stelle zu gewähren. Das Thema einer Arbeitsaufnahme ist der Ehefrau 
schon länger bekannt. Bereits im erstinstanzlichen Scheidungsentscheid wurde ihr ein hypo-
thetisches Einkommen angerechnet und in der zweitinstanzlichen Instruktionsverhandlung 
vom 25. September 2018 war die Arbeitsaufnahme ebenfalls Thema. Eine Übergangsfrist bis 
Ende Februar 2019 – dies entspricht rund 3.5 Monaten – scheint daher vorliegend angemes-
sen.  

6.4.7 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Ehefrau die Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit zumutbar ist und eine Anstellung beispielsweise als Reinigungskraft, im 
Gastgewerbe, für Hilfstätigkeiten, als Betriebsmitarbeiterin oder als Coiffeuse / Nail- und 
Hairsdesign durchaus möglich ist, wobei ein monatliches Nettoeinkommens von 3‘260.00 
(brutto ca. CHF 3‘600.00) für ein Vollpensum bei solchen Tätigkeiten erzielbar ist. Folglich 
wird von diesem Basiseinkommen ausgegangen und der Ehefrau nach Gewährung einer 
Übergangsfrist von rund 3,5 Monaten ab 1. März 2019 ein hypothetisches Nettoeinkommen 
von CHF 1‘630.00 (für ein 50%-Pensum), ab Eintritt von C.____ in die Sekundarstufe I bzw. 
ab 1. September 2025 von CHF 2‘608.00 (für ein 80%-Pensum) und ab 1. März 2029 von 
100% angerechnet. 

 

6.5 Bedarf des Ehemannes 

Die Ehefrau kritisiert die vorinstanzliche Bedarfsberechnung des Ehemannes in verschiede-
nen Positionen, auf welche nachfolgend eingegangen wird. Für die Umrechnungen von Euro 
in CHF ist auf den Umrechnungskurs per Scheidungsdatum bzw. per 3. Mai 2018 abzustel-
len, welcher für 1 Euro = CHF 1.1947 betrug (siehe www.oanda.com), wie bereits die Vor-
instanz ausführte.  

6.5.1 Grundbetrag: Die Vorinstanz rechnete dem Ehemann einen Grundbetrag von 
CHF 1‘080.00 in Anlehnung an den Eheschutzentscheid des Zivilkreisgerichts Basel-
Landschaft Ost vom 11. August 2016 an. Dort wurde von einem Grundbetrag von 
CHF 1‘200.00 ausgegangen und dieser auf CHF 1‘080.00 reduziert mit der Begründung, 
gemäss UBS-Kaufkraftvergleich resultiere zwar ein verhältnismässiger Grundbetrag von 
CHF 800.00, da St. Louis jedoch unmittelbar an der Schweizer Grenze liege, seien die Le-
benshaltungskosten deutlich über dem französischen Durchschnitt einzuordnen und es sei 
ein gewisser Mehrbetrag zu gewähren, so dass CHF 1‘080.00 als Grundbetrag angebracht 
sei. Die Ehefrau vertritt dagegen die Auffassung, angesichts des Wohnsitzes des Eheman-
nes in St. Louis/Frankreich betrage der Grundbetrag kaufkraftbereinigt CHF 830.00. Sie stellt 
auf die Internet-Publikation der UBS AG, Preise und Löhne, Ausgabe 2018 ab und zieht den 
Vergleichswert für Lyon heran. Der Ehemann bestreitet diese Ausführungen und entgegnet, 
die Vorinstanz habe den Bedarf des Ehemannes korrekt berechnet. 

 
 
Seite 24   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Lebt der Unterhaltsschuldner im Ausland, ist bei der Bedarfsberechnung praxisgemäss das 
tiefere oder allenfalls höhere Niveau der dortigen Lebenskosten zu berücksichtigen. Diese 
Berücksichtigung des unterschiedlichen Lebensstandards in den verschiedenen Staaten 
erfolgt in der Regel über eine Umrechnung anhand der statistisch erhobenen Verbraucher-
geldparitäten bzw. internationaler Kaufkraftvergleiche. Verwendung finden in der Praxis vor-
ab die Erhebungen internationaler Grossbanken (z.B. die von der UBS AG veröffentlichte 
Publikation "Cost of living in cities around the world, Prisces and Earnings 2018") oder die 
Angaben des Bundesamtes für Statistik (Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, 
Abteilung Zivilrecht, vom 2. Juli 2013, 400 13 78, E. 3.2). Der Ehemann bestreitet nicht, dass 
der UBS-Kaufkraftvergleich eine taugliche Grundlage für die Bestimmung des Grundbetra-
ges des Ehemannes bildet, so dass auf diesen abzustellen ist. Da St. Louis in dieser Erhe-
bung der UBS AG nicht vermerkt ist, wird auf den für Lyon aufgeführten Wert abgestellt, zu-
mal für Frankreich in der UBS-Statistik lediglich Paris und Lyon aufgeführt sind und die Prei-
se in St. Louis eher den Preisen in Lyon entsprechen dürften als jenen in der Grossstadt 
Paris. Der genannten Statistik 2018 der UBS AG sind in der Kategorie „Price Levels“ unter 
der Rubrik „All prices (USD)“ für die Stadt Zürich monatliche Durchschnittskosten von 
USD 4‘260.60 (100%) aufgeführt und für Lyon von USD 2‘918.00 (68.49%). Wird dement-
sprechend für den Grundbetrag von CHF 1‘200.00 der Wert von 68.49% eingesetzt, resultiert 
ein Grundbetrag von CHF 821.88. Folglich ist im Bedarf des Ehemannes für den Grundbe-
trag der von der Ehefrau zugestandene Betrag von CHF 830.00 einzusetzen. 

6.5.2 Wohnkosten: Die Ehefrau führt aus, die Wohnkosten des Ehemannes würden sich aus 
EUR 630.00 und Nebenkostenvorauszahlungen von EUR 170.00 zusammensetzen und so-
mit EUR 800.00 bzw. CHF 922.50 (bei einem Umrechnungskurs von 1,1531 per 2. Juni 
2018) betragen. Die von der Vorinstanz zusätzlich berücksichtigten EUR 116.20 als Neben-
kosten seien nicht nachvollziehbar und würden bestritten. 

Gemäss Mietvertrag vom 22. September 2017 (Beilage 23a des Ehemannes im vor-
instanzlichen Verfahren) beträgt die monatliche Miete EUR 630.00 und die Nebenkosten 
EUR 170.00, so dass sich Mietkosten von total EUR 800.00 ergeben. Der Ehemann machte 
mit seinen vorinstanzlichen Beilagen 21 und 22 weitere Nebenkosten geltend. Bei der Beila-
ge 21 handelt es sich um Kosten für Internet, TV und Telefon. Diese Kosten sind im Grund-
betrag enthalten und daher nicht zusätzlich zu berücksichtigen. Die Beilage 22 ist eine 
Rechnung für den Bezug der Elektrizität. Die Auslagen für die Beleuchtung und den Koch-
strom sind auch bereits im Grundbetrag enthalten und daher ebenfalls nicht zusätzlich einzu-
rechnen. Folglich sind für die Wohnkosten des Ehemannes EUR 800.00 (inkl. EUR 170.00 
Nebenkosten) bzw. CHF 956.00 (Umrechnungskurs per 3. Mai 2018: 1 Euro = CHF 1.1947) 
einzusetzen, zumal nicht ersichtlich ist, worauf die von der Vorinstanz berücksichtigen 
EUR 116.20 abgestützt werden.  

6.5.3 Auswärtige Verpflegung: Bei einem 100%-Arbeitspensum des Ehemannes gesteht die 
Ehefrau für die auswärtige Verpflegung den praxisgemässen Betrag von CHF 220.00 zu. Die 
Vorinstanz setzte angesichts des berücksichtigten 60%-Einkommens des Ehemannes den 
Betrag von 132.00 ein. Da vorliegend dem Ehemann bis zum 31. Dezember 2018 sein aktu-
elles 60%-Pensum angerechnet wird, ist in dieser Zeit für die auswärtige Verpflegung eben-
falls CHF 132.00 einzusetzen. Ab 1. Januar 2019 wird ihm ein Arbeitspensum von 90% an-

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gerechnet, so dass für seine auswärtige Verpflegung sodann ein Betrag von CHF 198.00 
(90% von CHF 220.00) einzusetzen ist.  

6.5.4 In der vorinstanzlichen Grundbedarfsberechnung für den Ehemann wurden die Positio-
nen für die Krankenkassenprämien von CHF 320.00 und das U-Abo von CHF 80.00 nicht 
moniert und sind daher so zu belassen. Der Ehemann macht keine weiteren Positionen gel-
tend, welche bei einer Neuberechnung zu berücksichtigen seien, so dass auch keine solchen 
zu berücksichtigen sind. Der Grundbedarf des Ehemannes beträgt somit bis zum 31. De-
zember 2018 (60% Pensum) insgesamt CHF 2‘318.00 (Grundbetrag CHF 830.00, Wohnkos-
ten inkl. Nebenkosten CHF 956.00, Krankenkassenprämien CHF 320.00, auswärtige Ver-
pflegung CHF 132.00, U-Abo CHF 80.00) und ab 1. Januar 2019 insgesamt CHF 2‘384.00 
(Grundbetrag CHF 830.00, Wohnkosten inkl. Nebenkosten CHF 956.00, Krankenkassen-
prämien CHF 320.00, auswärtige Verpflegung CHF 198.00, U-Abo CHF 80.00). Die Vor-
instanz setzte angesichts der Mangellage keine Steuern ein. Der Ehemann monierte dies 
nicht und führte in seiner Berufung auch nicht aus, es seien Steuern zu berücksichtigen, so-
fern dem von der Ehefrau mit der Berufung gestellten Hauptantrag gefolgt werde. Da der 
Ehemann keine (eventuelle) Einberechnung von Steuern beantragt, werden diese im Grund-
bedarf nicht berücksichtigt, zumal auch nicht abgeschätzt werden kann, wie hoch in etwa die 
Steuern des Ehemannes in Frankreich ausfallen (von seinem Lohn wird keine Quellensteuer 
bezogen). Es wird dann jedoch bei der Überschussverteilung die Steuerbelastung des Ehe-
mannes zu berücksichtigen sein. Darauf ist an späterer Stelle zurückzukommen.  

 

6.6 Bedarf der Ehefrau 

6.6.1 Hinsichtlich des Bedarfs der Ehefrau geht die Ehefrau in ihrer Berufung von der vor-
instanzlichen Berechnung aus, setzt jedoch die nunmehr tieferen Wohnkosten von insge-
samt CHF 1‘690.00 aufgrund des neuen Mietvertrags vom 16. Februar 2018 ein, was vom 
Ehemann begrüsst wird (die Vorinstanz setzte noch Wohnkosten von CHF 1‘995.00 ein). 
Umstritten ist dagegen, in welchem Verhältnis diese Wohnkosten auf die Ehefrau und auf die 
Tochter aufzuteilen sind. Die Vorinstanz zog im Bedarf der Ehefrau von den Wohnkosten 
einen Viertel für die Tochter ab, wohingegen die Ehefrau einen Abzug von einem Drittel als 
richtig erachtet. Die Ehefrau und die Tochter wohnen nur zu zweit in der Wohnung, weshalb 
es angemessener ist, die Wohnkosten im Verhältnis zwei Drittel für die Ehefrau und einen 
Drittel für die Tochter aufzuteilen und somit den Betrag von CHF 563.00 (einen Drittel von 
CHF 1‘690.00) für die Tochter auszuscheiden.  

6.6.2 Bei einer Anrechnung eines 50%-Pensums macht die Ehefrau sodann Kosten von 
CHF 110.00 für die auswärtige Verpflegung geltend. Der Ehefrau sind wie auch beim Ehe-
mann Kosten für die auswärtige Verpflegung anzurechnen, wobei ebenfalls von CHF 220.00 
bei einem 100%-Pensum auszugehen ist. Folglich sind bei der Ehefrau bei der Anrechnung 
eines 50%-Pensums CHF 110.00 bzw. bei einem 80%-Pensum CHF 176.00 für die auswär-
tige Verpflegung einzusetzen. 

6.6.3 Die Ehefrau macht weiter bei einer Erwerbstätigkeit Autokosten von mindestens 
CHF 300.00 geltend. Diesem Antrag ist nicht zu folgen. Es ist davon auszugehen, dass die 
Ehefrau mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrer Arbeitsstelle gelangen kann, zumal ihr 

 
 
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Wohnort gut an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen ist. Folglich sind in ihrem Bedarf 
nur die Kosten für das U-Abo von monatlich CHF 80.00 einzusetzen.  

6.6.4 Schliesslich macht die Ehefrau bei einer Arbeitstätigkeit von 50% Kosten von monatlich 
CHF 200.00 für eine Fremdbetreuung der Tochter über den Mittag geltend. Auch diesem 
Antrag ist nicht zu folgen, da nicht ohne weiteres davon auszugehen ist, dass C.____ über 
Mittag fremdbetreut werden muss. Die Arbeitszeiten der Ehefrau sind nicht bekannt und es 
ist durchaus möglich ist, dass sie über den Mittag nicht arbeiten wird bzw. zu den Zeiten ar-
beiten kann, zu welchen die Tochter in der Schule ist oder durch der Ehemann betreut wird. 
Zudem resultiert ab der Anrechnung eines Einkommens der Ehefrau beim Ehemann ein 
Überschuss und eine Überschussbeteiligung der Tochter, aus welcher allfällige Drittbetreu-
ungskosten/Mittagstische zu begleichen sind.  

6.6.5 Sobald der Ehefrau ein hypothetisches Einkommen angerechnet wird, entsteht ein 
Überschuss. Folglich sind ab diesem Zeitpunkt auch Steuern zu berücksichtigen. Solange 
der Ehefrau ein 50%-Pensum mit einem Einkommen von CHF 1‘630.00 angerechnet wird, 
werden ihre Steuern auf monatlich rund CHF 170.00 und bei einem Pensum von 80% mit 
einem Einkommen von CHF 2‘608.00 auf CHF 350.00 geschätzt, dies jeweils unter Berück-
sichtigung ihres Gesamteinkommens inkl. Kinderunterhaltsbeitrag. 

6.6.6 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass in Abweichung von der vorinstanz-
lichen Bedarfsberechnung die neuen, tieferen Wohnkosten der Ehefrau berücksichtigt wer-
den und von diesen ein Drittel für das Kind ausgeschieden werden. Sobald der Ehefrau ein 
hypothetisches Einkommen angerechnet wird, werden in ihrem Bedarf für die auswärtige 
Verpflegung anteilsmässige Kosten eingerechnet (Basis: CHF 220.00 bei 100%) und es 
werden Steuern berücksichtigt. Nicht angefochten sind die von der Vorinstanz eingesetzten 
Beträge für den Grundbetrag, die Krankenkassenprämien, das U-Abo und die Arztkosten. 
Der Bedarf der Ehefrau stellt sich somit folgendermassen dar: 

Ohne Einkommen der Ehefrau: Grundbedarf von insgesamt CHF 3‘144.00 (Grundbetrag 
CHF 1‘350.00, Wohnkosten CHF 1‘690.00 abzüglich Anteil Kind von CHF 563.00, Kranken-
kassenprämien CHF 537.00, U-Abo CHF 80.00, Arztkosten CHF 50.00). 

Mit CHF 1‘630.00 (50%) Einkommen der Ehefrau: Grundbedarf von insgesamt CHF 3‘424.00 
(Grundbetrag CHF 1‘350.00, Wohnkosten CHF 1‘690.00 abzüglich Anteil Kind von 
CHF 563.00, Krankenkassenprämien CHF 537.00, auswärtige Verpflegung CHF 110.00, U-
Abo CHF 80.00, Arztkosten CHF 50.00, Steuern CHF 170.00). 

Mit CHF 2‘608.00 (80%) Einkommen der Ehefrau: Grundbedarf von insgesamt CHF 3‘670.00 
(Grundbetrag CHF 1‘350.00, Wohnkosten CHF 1‘690.00 abzüglich Anteil Kind von 
CHF 563.00, Krankenkassenprämien CHF 537.00, auswärtige Verpflegung CHF 176.00, U-
Abo CHF 80.00, Arztkosten CHF 50.00, Steuern CHF 350.00). 

 

6.7 Bedarf und Kinderzulagen der Tochter  

6.7.1 Im Vergleich zu der vorinstanzlichen Berechnung macht die Ehefrau nebst dem bereits 
abgehandelten Wohnkostenanteil und einem geringen Mehrbetrag bei der Krankenkasse von 
CHF 1.50 zusätzlich für Arztkosten der Tochter einen Betrag von CHF 20.00 und für Hob-

 
 
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bys/Lager etc. von CHF 20.00 geltend sowie ab April 2019 für das U-Abo einen Betrag von 
CHF 53.00. Sie führt dazu aus, für die Tochter seien in der Vergangenheit regelmässig Arzt-
kosten angefallen, weshalb diese auch zu berücksichtigen seien, zumal sie zum gebühren-
den Bedarf gehören. Auch die Kosten für Sport, Musik, Lager, Schule etc. seien zum gebüh-
renden Bedarf zu berücksichtigen. Sobald die Ehefrau einer Erwerbstätigkeit nachgehe, 
würden zusätzliche Kosten für den Mittagstisch von rund CHF 200.00 anfallen. Die Ehefrau 
weist weiter darauf hin, dass ab April 2029 eine Ausbildungszulage von CHF 250.00 ausge-
richtet werde. Der Ehemann bestreitet die Ausführungen der Ehefrau und führt aus, die Be-
rechnung der Vorinstanz sei korrekt und es seien nur die Mietkosten anzupassen.  

6.7.2 Von den Mietkosten von CHF 1‘690.00 ist angesichts des Zwei-Personen-Haushalts 
(Ehefrau und Tochter) ein Drittel bzw. der Betrag von CHF 563.00 im Bedarf der Tochter 
anzurechnen (siehe vorstehende Erwägung 6.6.1). Für die Krankenkassenprämie setzte die 
Vorinstanz CHF 111.00 ein. Eine Anpassung auf CHF 112.50 kann angesichts der Geringfü-
gigkeit der Differenz vernachlässigt werden, so dass der vorinstanzlich eingesetzte Betrag 
belassen wird. Solange eine Unterdeckung besteht, bleibt es bei der vorinstanzlichen Be-
darfsberechnung mit Anpassung der Mietkosten. Der Bedarf der Tochter beträgt somit 
CHF 1‘074.00 (Grundbetrag CHF 400.00, Wohnkostenanteil CHF 563.00, Krankenkassen-
prämien CHF 111.00).  

6.7.3  Ab dem Zeitpunkt, in welchem ein Überschuss resultiert (ab 1. März 2019) werden 
zusätzlich Arztkosten eingesetzt, zumal die Ehefrau solche bereits bei der Vorinstanz beleg-
te, so beispielsweise mit dem Auszug der Gesundheitskosten 2015 für die Steuererklärung 
(siehe vorinstanzliche Beilage 14 der Ehefrau, in den Belegen zu der Steuererklärung 2015). 
Es wird auf den geltend gemachten Betrag von CHF 20.00 abgestellt. Auch für Hobby, Lager 
etc. von C.____ wird ein Betrag von CHF 20.00 eingesetzt, da der Ehemann an der Haupt-
verhandlung aussagte, er würde für C.____ auch gerne Kurse organisieren und somit damit 
einverstanden ist, dass C.____ Kurse/Vereine o.ä. besuchen kann. Dagegen wird das gel-
tend gemachte U-Abo für C.____ nicht eingesetzt. Sie wohnt in Therwil und kann auch dort 
alle Schulen besuchen, so dass nicht ersichtlich ist, inwiefern sie ein U-Abo braucht. Sollte 
sie ein solches benötigen, kann dieses aus dem Überschussanteil finanziert werden. Ab 
1. März 2019 beträgt der Bedarf der Tochter somit CHF 1‘114.00 (Grundbetrag CHF 400.00, 
Wohnkostenanteil CHF 563.00, Krankenkassenprämien CHF 111.00, Arztkosten CHF 20.00, 
Hobbys/Lager etc. CHF 20.00).  

6.7.4 Dem Grundbedarf der Tochter von CHF 1‘074.00 bzw. CHF 1‘114.00 sind die Kinder-
zulagen von CHF 200.00 und ab dem 16. Altersjahr von C.____ die Ausbildungszulagen von 
CHF 250.00 gegenüberzustellen.  

 

6.8  Überschussverteilung 

Sobald der Ehefrau ein hypothetisches Einkommen angerechnet wird, resultiert beim Ehe-
mann je nach Phase ein beträchtlicher Überschuss zwischen CHF 1‘046.00 bis 2‘890.00 
(siehe beiliegende Unterhaltsberechnungen, auf die einzelnen Phasen wird nachfolgend ein-
gegangen), welcher ihm einen höheren Lebensstandard ermöglicht. Eine allfällig höhere Le-
bensstellung des unterhaltspflichtigen Elternteils widerspiegelt sich beim Kindesunterhalt 

 
 
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nicht im Betreuungsunterhalt, jedoch bei den direkten Kosten des Kindes, die entsprechend 
höher ausfallen (Botschaft Kindesunterhalt, S. 576). C.____ soll am höheren Lebensstan-
dard ihres Vaters teilhaben können, zumal ihr Grundbedarf dem Existenzminimum entspricht 
und der minimal eingesetzte Betrag von CHF 20.00 für Freizeit, Hobbys, Lager etc. keinen 
höheren Lebensstandard darstellt. Es wird jedoch darauf verzichtet, zusätzliche Positionen in 
der Bedarfsberechnung von C.____ aufzunehmen, vielmehr ist ihre Teilhabe am höheren 
Lebensstandard ihres Vaters mittels Überschussbeteiligung vorzunehmen (siehe auch 
SCHWEIGHAUSER/STOLL, Neues Kindesunterhaltsrecht – Bilanz nach einem Jahr, in: FamPra 
3/2018, S. 613 ff., S. 634). Wie bereits ausgeführt sind im Grundbedarf des Ehemannes kei-
ne Steuern berücksichtigt (siehe vorstehende Erwägung 6.5.4), was nunmehr im Rahmen 
der Überschussverteilung zu beachten ist, indem dem Ehemann ein höherer Überschussan-
teil zuzuweisen ist. Dementsprechend wird der Überschuss zwischen dem Vater und C.____ 
grundsätzlich im Verhältnis 75% zu 25% aufgeteilt, sofern dadurch keine Sparquote entsteht.  

 

6.9 Berechnungsphasen 

Entsprechend den vorstehenden Erwägungen zum Grundbedarf beider Ehegatten und der 
Tochter sowie der anrechenbaren Einkommen der Ehegatten sowie der Kinder- und Ausbil-
dungszulagen resultieren sechs Unterhaltsphasen (die Details können den beiliegenden Un-
terhaltsberechnungen entnommen werden). Der gesamthaft zu bezahlende Kinderunter-
haltsbeitrag (bestehend aus Barunterhalt und Betreuungsunterhalt) wird jeweils auf ganze 
Zehner gerundet und entsprechend auch der Bar- und Betreuungsunterhalt angeglichen. 
Folgende sechs Phasen resultieren:  

Phase 1: vom 3. Mai 2018 (Datum der Scheidung) bis 31. Dezember 2018  
Der Grundbedarf des Ehemannes beträgt CHF 2'318.00 und es wird ihm sein 60%-Pensum 
bzw. ein Einkommen von CHF 4‘200.00 angerechnet, sodass sein Überschuss 
CHF 1‘882.00 ausmacht. Der Grundbedarf der Ehefrau beträgt CHF 3‘144.00 und jener des 
Kindes CHF 1‘074.00. Der Ehefrau wird noch kein Einkommen angerechnet, sondern eine 
Übergangsfrist gewährt. Folglich beträgt das Manko der Ehefrau CHF 3‘144.00. Bei C.____ 
werden die Kinderzulagen von CHF 200.00 eingesetzt, so dass sich bei ihr ein Manko von 
CHF 874.00 ergibt. Insgesamt resultiert eine Unterdeckung. Dem unterhaltsverpflichteten 
Ehemann ist dessen Grundbedarf zu belassen und lediglich sein Überschuss von 
CHF 1‘882.00 zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen heranzuziehen. Folglich hat er für 
C.____ monatlich und im Voraus Unterhaltsbeiträge von insgesamt und gerundet CHF 
1‘880.00 zu bezahlen, wovon CHF 874.00 als Barunterhalt und CHF 1‘006.00 als Betreu-
ungsunterhalt. Im Betreuungsunterhalt resultiert eine Unterdeckung von CHF 2‘138.00. 

Phase 2: vom 1. Januar 2019 bis 28. Februar 2019  
Dem Ehemann wird nunmehr das Einkommen aus einem 90%-Pensum bzw. CHF 6‘338.00 
angerechnet und ein Grundbedarf von CHF 2'384.00 (etwas höher wegen höherem Betrag 
für auswärtige Verpflegung), sodass sein Überschuss CHF 3‘954.00.00 beträgt. Der Grund-
bedarf der Ehefrau und des Kindes bleibt unverändert. Der Ehefrau wird noch kein Einkom-
men angerechnet, sondern eine Übergangsfrist gewährt. Folglich beträgt das Manko der 
Ehefrau noch immer CHF 3‘144.00 und jenes von C.____ nach Abzug der Kinderzulagen 

 
 
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von CHF 200.00 ebenfalls unverändert CHF 874.00. Insgesamt resultiert eine geringe Unter-
deckung. Dem unterhaltsverpflichteten Ehemann ist dessen Grundbedarf zu belassen und 
lediglich sein Überschuss von CHF 3‘954.00 zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen heran-
zuziehen. Folglich hat er für C.____ monatlich und im Voraus Unterhaltsbeiträge von insge-
samt und gerundet CHF 3‘950.00 zu bezahlen, wovon CHF 874.00 als Barunterhalt und 
CHF 3‘076.00 als Betreuungsunterhalt. Im Betreuungsunterhalt resultiert eine Unterdeckung 
von CHF 68.00. 

Phase 3: vom 1. März 2019 bis 28. Februar 2023 
Es wird der Ehefrau ein hypothetisches Einkommen für ein 50%-Pensum von CHF 1‘630.00 
angerechnet. In ihrem Grundbedarf werden nunmehr CHF 110.00 für auswärtige Verpfle-
gung und CHF 170.00 für Steuern eingerechnet, da nunmehr insgesamt keine Mankolage 
mehr resultiert. Der Grundbedarf der Ehefrau beträgt CHF 3‘424.00 und ihre Unterdeckung 
folglich CHF 1‘794.00. Da kein Manko mehr besteht, wird auch bei C.____ der Grundbedarf 
erweitert um CHF 20.00 für Arztkosten und CHF 20.00 für Hobbys, Lager etc., so