# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd94dbdd-382c-536e-9ed8-7ea7b1961eb8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.08.2017 S 2015 107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-107_2017-08-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 107

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 17. August 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. André Largier,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Invalidenrente

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1. A._____ ist gelernte Dentalhygienikerin und arbeitete bis 1988 in ihrem 

Beruf in X._____. Anschliessend nahm sie ihre Tätigkeit im Y._____ auf. 

Bereits seit anfangs 1995 traten nach ihren Angaben arbeitseinschrän-

kende Schmerzen an der rechten Hand auf, die sich 1996 auf den rechten 

Vorderarm ausdehnten. Im März 1997 wurde ihr ein beidseitiges Carpal-

tunnelsyndrom (CTS) diagnostiziert, weshalb sie am 25. März 1997 ope-

riert wurde. Nach der Operation traten eine Bewegungseinschränkung 

und Schmerzen an der rechten oberen Extremität auf. Seitdem ist sie in 

ihrem erlernten Beruf als Dentalhygienikerin voll arbeitsunfähig. Im Urteil 

S 98 844 vom 25. Februar 1999 betreffend Versicherungsleistungen nach 

dem Unfallversicherungsgesetz kam das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden zum Schluss, dass das Carpaltunnelsyndrom als Berufs-

krankheit zu qualifizieren sei, da es vorwiegend auf die berufliche Tätig-

keit von A._____ zurückzuführen sei.

2. A._____ meldete sich erstmals 1998 bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Da die IV-

Stelle eine Aufnahme der bisherigen Tätigkeit gesundheitsbedingt als 

nicht mehr möglich einstufte, sprach sie ihr im Dezember 2000 eine Aus-

bildung zur Sprachlehrerin zu. Nach ihren Angaben gab sie diese Tätig-

keit wegen Überforderung und anhaltendender gesundheitlicher Schmer-

zen auf.

3. Im Auftrag des Unfallversicherers erstattete die Medizinische Abklärungs-

stelle (MEDAS) des Universitätsspitals Basel am 29. September 2005 ein 

Gutachten, worin nebst dem Befund eines nach der Operation vom 25. 

März 1997 eingetretenen CRPS (komplexes regionales Schmerzsyn-

drom) Typ II und von Spannungskopfschmerzen, aus psychiatrischer 

Sicht eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert wurde. 

Letztere erachteten die Gutachter jedoch ohne Einfluss auf die Arbeits-

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fähigkeit, wogegen sie aus neurologischer Sicht aufgrund der einge-

schränkten Einsatzmöglichkeit der rechten Hand sowie der chronischen 

Kopfschmerzen eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 80 % at-

testierten. Im angestammten Beruf wurde A._____ als 100 % arbeitsun-

fähig eingestuft. Gestützt darauf sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung 

vom 20. Dezember 2005 vom 15. Februar bis zum 31. Mai 1998 eine Voll-

rente zu. Ab dem 1. Juni 1998 wurde der Anspruch auf eine Invalidenren-

te ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 30 % verneint. 

4. Am 9. Dezember 2008 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle an, 

da sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe. Sie stützte sich da-

bei auf das Gutachten des Universitätsspitals Zürich vom 31. März 2008, 

gemäss welchem auch in adaptierter Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsun-

fähigkeit bestanden habe.

5. Am 27. August 2012 erfolgte im Auftrag des Unfallversicherers und bei 

Beteiligung der IV-Stelle eine erneute Begutachtung am Universitätsspital 

Zürich. Der Rheumatologe Prof. Dr. med. B._____ hielt im Ergänzungs-

gutachten vom 7. September 2012 insbesondere fest, dass sich das 

CRPS zurückgebildet habe und aktuell nicht mehr erkenntlich sei. Die 

bisherige Tätigkeit als Dentalhygienikerin sei aufgrund des Status nach 

dem CRPS nicht mehr zumutbar. Sodann empfahl er, mit einem Halb-

tagspensum in einer angepassten Tätigkeit zu beginnen, wobei er mit ei-

ner Steigerung auf 100 % in einer angepassten Tätigkeit (ohne feinmanu-

elle Tätigkeiten und Überkopfarbeiten) rechnete. Demgegenüber stellten 

die Psychiater, Dr. med. C._____ und Prof. Dr. med. D._____, im psych-

iatrischen Ergänzungsgutachten vom 16. Oktober 2014 fest, dass die Ar-

beitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aufgrund der diagnostizierten 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

bei CRPS nach operativer Sanierung eines CPT rechts im 1997 seit 2008 

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sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 

50 % eingeschränkt sei. Auf der Basis dieses psychiatrischen Gutachtens 

kam der RAD-Arzt Dr. med. E._____ in seiner Beurteilung vom 13. No-

vember 2014 hingegen zum Schluss, dass aus versicherungspsychiatri-

scher Sicht eine somatoforme Schmerzstörung ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit bestehe. Ausserdem liege im Vergleich zum MEDAS-

Gutachten vom 29. September 2005 ein wesentlich unveränderter Ge-

sundheitszustand vor, was sich aus einem Vergleich von Beschwerde-

schilderung, Tagesablauf, Befund und Diagnose ergebe. 

6. Mit Verfügung vom 16. Juli 2015 hielt die IV-Stelle fest, dass A._____ 

keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe. Die IV-Stelle stellte auf die Ein-

schätzung des RAD ab. Sie hielt im Wesentlichen fest, dass ein CRPS 

somatisch nicht mehr vorliege und daher von einer 100%igen Arbeits-

fähigkeit auszugehen sei. Psychiatrisch liege unbestritten eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung vor. Die IV-Stelle ging aber davon aus, 

dass diese überwindbar sei und zwar auch unter der Berücksichtigung der 

neuen bundesgerichtlichen Praxis zu den somatoformen Schmerzstörun-

gen. Sowohl somatisch als auch psychiatrisch sei A._____ zuzumuten, 

trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen, einer behinderungsgeeigneten 

Arbeit zu 100 % (und nicht bloss zu 80 %) nachzugehen.

7. Gegen die rentenverneinende Verfügung vom 16. Juli 2015 erhob 

A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 8. September 2015 Be-

schwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem An-

trag auf deren Aufhebung und Verpflichtung zur Ausrichtung einer rück-

wirkenden angemessenen Rente. Begründend trug sie im Wesentlichen 

vor, das CRPS bestehe nach wie vor, träten doch die typischen Diagno-

sekriterien weiterhin auf. Sie sei somit auch in leidensadaptierter Tätigkeit 

ab März 2008 nur zu 50 % arbeitsfähig. Aus dem rheumatologischen und 

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psychiatrischen Gutachten gehe nicht klar hervor, wie hoch die Ge-

samteinschränkung sei. Hierzu seien ergänzende Abklärungen erforder-

lich. Allerdings hätte die IV-Stelle von der Beurteilung der externen Gut-

achter nicht abweichen dürfen. Die IV-Stelle habe die Frage der zumutba-

ren Willensanstrengung trotz der Praxisänderung des Bundesgerichts an-

hand der bisherigen Rechtsprechung beantwortet. Für das Invalidenein-

kommen sei nicht auf das Einkommen als Sprachlehrerin, sondern auf die 

LSE, Anforderungsniveau 4 abzustellen. Zusätzlich sei ein Leidensabzug 

von 25 % wegen multipler Einschränkungen und langdauernder gesund-

heitsbedingter Arbeitsunfähigkeit vorzunehmen. Jedenfalls stehe ihr ab 

Juni 2009 eine ganze Rente zu. Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. 

8. Mit Vernehmlassung vom 9. Oktober 2015 beantragte die IV-Stelle (nach-

folgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Begrün-

dend führte sie im Wesentlichen aus, wie der rheumatologische Gutachter 

überzeugend festhalte, bestehe spätestens seit der Begutachtung vom 

12. März 2008 kein CRPS mehr. Aus psychiatrischer Sicht sei der Be-

schwerdeführerin zumutbar, die anhaltende somatoforme Schmerz-

störung vollständig zu überwinden. Weiter sei die zumutbare Verwertbar-

keit einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu be-

jahen. Zu denken sei nicht nur an die Tätigkeit als Lehrerin, sondern auch 

an andere Tätigkeiten im Unterrichts-, Gesundheits- und Sozialwesen, 

welche die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Be-

rufs- und Fachkenntnisse auf dem Anforderungsniveau 3 ausüben könne. 

Schliesslich sei aufgrund der 100%igen Arbeitsfähigkeit kein Leidensab-

zug zu gewähren. Damit liege im hier relevanten Zeitraum ab dem 1. Juni 

2009 auch keine langandauernde gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit 

vor. 

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9. Mit Replik vom 21. Oktober 2015 vertiefte die Beschwerdeführerin ihre 

Argumentation. Sie reichte Fotografien zu den Akten, mit welchen bewie-

sen sei, dass die rechte Hand nach wie vor geschwollen sei. Duplizierend 

ergänzte auch die Beschwerdegegnerin am 28. Oktober 2015 ihre Aus-

führungen. 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf 

die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehen-

den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der kantonalen Amtsstelle anfecht-

bar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 16. Juli 

2015 stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor 

dem Versicherungsgericht dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwal-

tungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den All-

gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Ver-

bindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der angefochtenen Ver-

fügung ist die Beschwerdeführerin überdies berührt und weist ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zu-

dem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

aufgrund der erneuten Anmeldung vom 29. Dezember 2008 ab dem 1. 

Juni 2009 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Rentenanspruch hat oder nicht. 

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Unbestritten ist, dass die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als 

Dentalhygienikerin aufgrund des Zustandes nach dem CRPS der rechten 

Hand nicht mehr zumutbar ist. Umstritten und zu beurteilen ist demge-

genüber die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sowie das Inva-

lideneinkommen der Beschwerdeführerin.

3. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG). Ein rentenbegründender Invali-

ditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er-

halten oder verbessern kann, während mindestens eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % im bisherigen 

Beruf oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind 

diese Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Person bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali-

ditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 IVG).

b) Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hin-

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weis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat es 

die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 

61 lit. c ATSG) als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdi-

gung aufzustellen. So kommt den Berichten und Gutachten versiche-

rungsinterner Ärzte voller Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei-

nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und 

keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache allein, 

dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungs-

träger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befan-

genheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche 

das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begrün-

det erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche 

den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Un-

parteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 

(BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 

225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_245/2011 

vom 25. August 2011 E.5.3, 8C_854/2016 vom 21. April 2017 E.2.4). In 

Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfah-

rungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-

ten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E.3a mit Hinweisen).

4. Die Beschwerdeführerin meldete sich vorliegend am 29. Dezember 2008 

erneut bei der Beschwerdegegnerin an, nachdem diese mit Verfügung 

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vom 24. März 2006 eine Rentenleistung abgelehnt hatte. Die Beschwer-

deführerin stützte sich dabei auf das vom Unfallversicherer veranlasste 

polydisziplinärische Gutachten des Universitätsspital Zürich vom 31. März 

2008 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 63 S. 31 ff.). Auf der Basis 

dieses Gutachtens kam die RAD-Ärztin Dr. med. F._____ am 7. August 

2009 zum Schluss, dass die hinreichend abgeklärte somatische Situation 

seit dem MEDAS-Gutachten des Universitätsspitals Basel vom 29. Sep-

tember 2005 (Bg-act. 63 S. 75 ff.), das Grundlage für die rentenvernei-

nende Verfügung vom 24. März 2006 gebildet hatte, unverändert geblie-

ben sei. Die psychiatrische Beurteilung im Gutachten vom 31. März 2008, 

wonach aufgrund der Somatisierungsstörung eine 100%ige Arbeitsun-

fähigkeit bestehe, erachtete die RAD-Ärztin als nicht verwertbar, da die 

Zumutbarkeit gemäss BGE 130 V 352 nicht diskutiert worden sei (vgl. 

Case Report, Bg-act. 135 S. 5 f.). 

Da die in der Folge zwischen dem 15. November 2008 und dem 

11. August 2009 durchgeführten, vom Unfallversicherer veranlassten Ob-

servationen Hinweise auf eine bessere Alltagsfunktionalität als im er-

wähnten Gutachten vom 31. März 2008 ergeben hätten, gab der Unfall-

versicherer dem Universitätsspital Zürich am 13. April 2012 ein rheumato-

logisches sowie ein psychiatrisches Ergänzungsgutachten in Auftrag. Die 

Beschwerdegegnerin beteiligte sich daran, indem sie den Gutachtern Zu-

satzfragen unterbreitete (vgl. Case Report, Bg-act. 135 S. 6 f.). Das Uni-

versitätsspital Zürich liess aus rheumatologischer Sicht durch Prof. Dr. 

med. B._____, Facharzt FMH für Innere Medizin spez. Rheumatologie, 

am 7. September 2012 (Bg-act. 97) sowie aus psychiatrischer Sicht durch 

Dr. med. C._____ und Prof. Dr. med. D._____, Fachärzte FMH für Psych-

iatrie und Psychotherapie, am 16. Oktober 2014 (Bg-124) die entspre-

chenden (Ergänzungs-)Gutachten erstellen. Diese externen Begutach-

tungen bilden den Ausgangspunkt für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

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der Beschwerdeführerin. Dazu ist vorweg zu bemerken, dass den Gutach-

tern die Observationsunterlagen (vgl. die zwischen dem 15. November 

2008 und dem 11. August 2009 durchgeführten Observationen, Akten Un-

fallversicherer) bekannt waren. Während der Rheumatologe diese bei 

seiner Beurteilung berücksichtigte, hatten sie bei den Schlussfolgerungen 

der Psychiater keinen wesentlichen Einfluss. Letztere hielten nämlich fest, 

das Observationsmaterial und das Besprechungsprotokoll deuteten zwar 

drauf hin, dass die krankheitsbedingten Einschränkungen im Alltag weni-

ger ausgeprägt vorhanden seien als auf alleiniger Grundlage der Sym-

ptomschilderung der Explorandin zu vermuten wäre. Sie präzisierten 

aber, dass das Überwachungsmaterial für sich allein keine hinreichende 

Grundlage für die Beurteilung des Gesundheitszustandes sei (Bg-act. 124 

S. 84). Insoweit als die Gutachter die erwähnten Videoaufzeichnungen 

berücksichtigten, ist im Einklang mit der neuesten Rechtsprechung des 

Bundesgerichts bezüglich Observationen in der Invalidenversicherung 

davon auszugehen, dass diese verwertbar und mithin in zulässiger Weise 

in die Beurteilung der Gutachter einbezogen worden sind, da einerseits 

das öffentliche Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmiss-

brauches überwiegt und es sich vorliegend – wie sich aus den Observa-

tionsunterlagen ergibt (vgl. Akten Unfallversicherer) – zudem um (unbe-

einflusste) Handlungen der Beschwerdeführerin handelte, die im öffentli-

chen Raum aufgenommen wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_806/2016 vom 14. Juli 2017 E.4 ff. [zur Publikation vorgesehen]).

5. a) Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist zunächst aus somatischer 

Sicht zu überprüfen. Wie oben bereits erwähnt (vgl. E.2), ist in der ange-

stammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Dentalhygienikerin ange-

sichts des Zustandes nach dem CRPS der rechten Hand mit der Ein-

schätzung von Prof. Dr. med. B._____ (vgl. Bg-act. 97 S. 16) unbestritte-

nermassen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Bei der 

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Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ist hinge-

gen zunächst entscheidend, ob ein CRPS (noch) vorliegt. Unbestritten ist, 

dass das CRPS eine somatische Erkrankung ist. Die Beschwerdegegne-

rin ist der Auffassung, dass spätestens seit der Begutachtung vom 12. 

März 2008 kein CRPS mehr vorliege. Aus rheumatologischer Sicht lägen 

keine Befunde vor, die eine Arbeitsunfähigkeit in einer behinderungsge-

eigneten Tätigkeit begründen könnten. In einer behinderungsgeeigneten 

Tätigkeit sei somit wohl von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

Dabei stützt sich die Beschwerdegegnerin auf die Feststellungen von 

Prof. Dr. med. B._____ im Ergänzungsgutachten vom 7. September 2012 

(Bg-act. 97) und in der Stellungnahme zum Ergänzungsgutachten vom 

24. Januar 2013 (Bg-act. 102). Dem hält die Beschwerdeführerin entge-

gen, Prof. Dr. med. B._____ habe ab dem Zeitpunkt der letzten Begutach-

tung im Jahr 2008 eine 50 % Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit an-

genommen. Die von ihm mittelfristig bloss für möglich prognostizierte 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit reiche beweisrechtlich nicht aus, um dar-

auf abzustellen. Das CRPS bestehe nach wie vor, träten doch die typi-

schen Diagnosekriterien weiterhin auf, wie die eingereichten Fotografien 

und die konsultierten Ärzte bestätigen würden.

b) Aus rheumatologischer Sicht diagnostizierte Prof. Dr. med. B._____ im 

Ergänzungsgutachten vom 7. September 2012 (Bg-act. 97) ein subjektiv 

chronisches Schmerzsyndrom der rechten Körperhälfte mit eingeschränk-

ter Berührungsempfindlichkeit bei Status nach Sudeck-Dystrophie (Syn-

onym für CRPS) der rechten Hand im Anschluss an die CTS-Operation 

rechts im März 1997. Prof. Dr. med. B._____ zufolge habe sich das 

CRPS zurückgebildet und es sei aktuell nicht mehr erkenntlich. Infolge 

des CRPS habe sich ein Schmerzsyndrom der rechten Körperseite aus-

gebildet. Aus rein rheumatologischer Sicht bestehe eine erhebliche Mus-

kelverspannung mit Druckdolenzen im Bereiche des rechten oberen Kör-

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perquadranten, insbesondere im Bereiche der Schulter rechts. Feinma-

nuelle Dauerleistungen seien aufgrund des Status nach dem CRPS der 

rechten Hand nicht mehr zumutbar. Die Fähigkeit, Überkopfarbeiten 

durchzuführen, sei aufgrund der starken Weichteilveränderungen im Be-

reiche der rechten oberen Körperquadranten ebenfalls eingeschränkt. 

(vgl. Bg-act. 97 S. 12 f. und 16). Sodann präzisierte Prof. Dr. med. 

B._____ in seiner letzten Stellungnahme an den Unfallversicherer vom 

24. Januar 2013 (Bg-act. 102), er habe in seinem Ergänzungsgutachten 

vom 7. September 2012 sowie in seinem Gutachten vom 31. März 2008 

festgehalten, dass sich kein objektivierbares Zeichen mehr für ein noch 

vorhandenes CRPS finde, dieses jedoch in seiner Konsequenz nicht völlig 

ausgeheilt sei.

c) Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin ist gestützt auf die nach-

folgenden Ausführungen mit der Beschwerdegegnerin festzustellen, dass 

der Nachweis eines noch bestehenden CRPS durch die von der Be-

schwerdeführerin eingereichten Arztberichte samt Fotodokumentation 

nicht erbracht und damit auf die Schlussfolgerungen von Prof. Dr. med. 

B._____ abzustellen ist. Dr. med. G._____, Chefarzt Rheumatologie, 

Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, berichtete am 

20. Januar 2015 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 3), dass sich kli-

nisch bis auf eine Temperaturdifferenz (-4° rechts) keine Anhaltspunkte 

(mehr) für ein florides CRPS an der rechten Hand zeigten. Damit wird die 

Einschätzung von Prof. Dr. med. B._____ bestätigt. Ferner enthalten die 

Arztzeugnisse des behandelnden Arztes, Dr. med. H._____, Facharzt 

FMH für Allgemeinmedizin, vom 13. August und 14. Oktober 2015 (Bf-act. 

4 und Bf-act. 3/Replik) keine Ausführungen zum CRPS. Allein aufgrund 

der von ihm festgestellten Merkmale (Schwellung der rechten Hand sowie 

Farbunterschied, Temperaturunterschied und Schwitzen der Hände [vgl. 

auch Fotografien in Bf-act. 1/Replik]) ist angesichts der ausführlichen Be-

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urteilung von Prof. Dr. med. B._____ (vgl. Stellungnahme vom 24. Januar 

2013 [Bg-act. 102], Ergänzungsgutachten vom 7. September 2012 [Bg-

act. 97], und Gutachten vom 31. März 2008 [Bg-act. 63 S. 31 ff.]) die Ein-

holung eines gerichtlichen Gutachtens entgegen dem Antrag der Be-

schwerdeführerin nicht angezeigt. Im Übrigen begründete die Hausärztin, 

Dr. med. I._____, Fachärztin FMH für Innere Medizin, in ihrem Bericht 

vom 18. August 2015 (Bf-act. 5) ein bestehendes CRPS, wie die Be-

schwerdegegnerin zu Recht ausführt, nur aufgrund der früheren Akten 

und nicht mit aktuellen Befunden. Demnach ist mit Prof. Dr. med. B._____ 

und Dr. med. G._____ davon auszugehen, dass objektiv inspektorisch 

kein CRPS mehr vorliegt, wobei mit Prof. Dr. med. B._____ hinzufügen 

bleibt, dass das CRPS in seiner Konsequenz nicht völlig ausgeheilt ist. 

Sodann ist hinsichtlich der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit aus somatischer Sicht festzuhal-

ten, dass Prof. Dr. med. B._____ im Ergänzungsgutachten vom 7. Sep-

tember 2012 (Bg-act. 97) die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

zwar vorerst, wie im Rahmen der Begutachtung vom 2008, auf 50 % ein-

schätzte. Aus rein rheumatologischer Sicht beurteilte er die Prognose 

aber als gut, da die muskulären Verhärtungen durchaus wesentlich ver-

bessert werden könnten (Muskellockerung durch physikalische Therapie). 

Er kam somit letztlich zum Schluss, dass einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 

in einer angepassten Tätigkeit (mit Einschränkung von Überkopfarbeiten 

und feinmanuellen Dauerleistungen) grundsätzlich nichts im Wege stehe. 

Bei der Einschätzung von Prof. Dr. med. B._____ handelt es sich nicht, 

wie die Beschwerdeführerin annimmt, um eine blosse Prognose. Vielmehr  

ist gestützt auf diese fachärztlichen Feststellungen von einer (aus rein 

somatischer Sicht) vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ad-

aptierter Tätigkeit auszugehen. In medizinischer Hinsicht ist die Angele-

genheit somit genügend abgeklärt. Dass weitere Beweisvorkehren an 

diesem Ergebnis etwas ändern würden, kann nach Würdigung der Akten-

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lage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. 

Deshalb ist der von der Beschwerdeführerin gestellte Beweisantrag, das 

Gericht habe ein neurologisches Fachgutachten einzuholen, in antizipier-

ter Beweiswürdigung abzulehnen (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 

E.5.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2012 vom 29. Mai 2012 E.4.2).

6. a) Nachfolgend ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychia-

trischer Sicht zu klären. Hinzuweisen ist, dass Dr. med. C._____ und Prof. 

Dr. med. D._____ die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer 

bisherigen Tätigkeit als Dentalhygienikerin aufgrund der durch die Psy-

chopathologie bedingten mittelgradigen Beeinträchtigung in den Fähig-

keitsbereichen Anpassung an Regeln und Routinen, Planung und Struktu-

rierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie Durch-

haltefähigkeit als zu ca. 50 % eingeschränkt einstufen. Da aber bereits 

aus rheumatologischer Sicht gestützt auf die Beurteilung von Prof. Dr. 

med. B._____ unbestrittenermassen von einer 100%igen Arbeitsunfähig-

keit auszugehen ist (vgl. vorstehend E.5a), ist im Folgenden lediglich die 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit abzuklären. 

b) Unbestritten ist, dass eine somatoforme Schmerzstörung vorliegt. Zu prü-

fen bleibt, ob die Beschwerdeführerin diese somatoforme Schmerz-

störung überwinden kann. Die Beschwerdegegnerin bejaht dies und stützt 

sich dabei auf die RAD-Abschlussbeurteilung von Dr. med. E._____ vom 

13. November 2014  (Bg-act. 135 S. 8 ff.). Die Beschwerdeführerin rügt, 

dass die Beschwerdegegnerin von der Beurteilung vom 16. Oktober 2014 

der externen psychiatrischen Gutachter Dr. med. C._____ und Prof. Dr. 

med. D._____ (Bg-act. 124), welche eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attes-

tiert hätten, nicht habe abweichen dürfen, zumal an dieser keine Wider-

sprüche oder sonstige erhebliche Mängel hätten festgestellt werden kön-

nen. Zudem beantworte die Beschwerdegegnerin die Frage der zumutba-

- 15 -

ren Willensanstrengung trotz der Praxisänderung des Bundesgerichts an-

hand der bisherigen Rechtsprechung.

c) Im psychiatrischen (Ergänzungs-)Gutachten von Dr. med. C._____ und 

Prof. Dr. med. D._____ vom 16. Oktober 2014 (Bg-act. 124) wird mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-F 45.41) bei CRPS nach 

operativer Sanierung eines CTS rechts im 1997 diagnostiziert (vgl. Bg-

act. 124 S. 70). Die psychiatrischen Gutachter Dr. med. C._____ und 

Prof. Dr. med. D._____, prüften im Ergänzungsgutachten vom 16. Okto-

ber 2014 die Zumutbarkeit der Überwindung der diagnostizierten chroni-

schen Schmerzstörung anhand der Foerster-Kriterien. Sie werteten das 

nach der Operation der rechten Hand im Jahre 1997 entstandene CRPS 

als chronische körperliche Begleiterkrankung. Die sich in der Folge entwi-

ckelte chronische Schmerzstörung habe seither nie remittiert, und der 

Schweregrad sei vermutlich seit 2008 relativ stabil. Die psychiatrischen 

Gutachter schätzten die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

seit Frühjahr 2008 als zu 50 % eingeschränkt (vgl. Bg-act. 124 S. 83 f.). 

Dagegen gelangte der RAD-Arzt Dr. med. E._____, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, in seiner Abschlussbeurteilung vom 13. 

November 2014 (Bg-act. 135 S. 8 ff.) zum Schluss, dass die somatoforme 

Schmerzstörung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei. Somit be-

stehe im Vergleich zum letzten Entscheid (Verfügung vom 20. Dezember 

2005) ein wesentlich unveränderter Gesundheitszustand. Insbesondere 

verneinte er – im Gegensatz zu den psychiatrischen Gutachtern und unter 

Berücksichtigung des rheumatologischen Gutachtens von Prof. Dr. med. 

B._____ vom 7. September 2012 (Bg-act. 97) und seiner Stellungnahme 

vom 24. Januar 2013 (Bg-act. 102) – das Vorliegen einer chronischen 

körperlichen Begleiterkrankung. Da die Foerster-Kriterien nicht überwie-

- 16 -

gend erfüllt seien, sei eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der diagnostizier-

ten somatoformen Schmerzstörung nicht ausgewiesen.

d) Die Ausführungen der Gutachter Dr. med. C._____ und Prof. Dr. med. 

D._____ im psychiatrischen Ergänzungsgutachten vom 16. Oktober 2014 

(Bg-act. 124) sowie des RAD-Arztes Dr. med. E._____ in der Beurteilung 

vom 13. November 2014 (Bg-act. 135 S. 8 ff.) beruhen, wie soeben gese-

hen, auf der damaligen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den psy-

chosomatischen Beschwerdebildern. Danach begründeten derartige Dia-

gnosen als solche noch keine Invalidität, sondern es bestand die Vermu-

tung, dass diese resp. deren Folgen mit einer zumutbaren Willensan-

strengung überwindbar seien (vgl. BGE 131 V 49 E.1.2 mit Verweis auf 

das Leiturteil BGE 130 V 352). Diese Vermutung basierte unter anderem 

auf der Feststellung, dass eine somatoforme Schmerzstörung nicht natur-

gesetzlich mit objektivierbaren funktionellen Einschränkungen verbunden 

sei. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und 

konstant behinderten, konnten den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess 

unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die 

für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. 

Mit anderen Worten konnte die Vermutung der Überwindbarkeit gemäss 

dieser alten Rechtsprechung einzelfallweise widerlegt werden. Ob ein 

solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand ver-

schiedener Kriterien (sog. "Foerster-Kriterien"), wobei die Feststellung ei-

ner psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und 

Dauer im Vordergrund stand. Massgebend sein konnten auch weitere Kri-

terien wie ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unverän-

derter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, 

chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein sozialer Rückzug in allen 

Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehba-

rer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber 

- 17 -

entlastenden Konfliktbewältigung oder das Scheitern einer konsequent 

durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz kooperati-

ver Haltung der versicherten Person (vgl. BGE 130 V 352 E.2.2.2 sowie 

GÄCHTER/MEIER, Schmerzrechtsprechung 2.0, in: Jusletter vom 29. Juni 

2015, Rz. 20 ff.). Je mehr diese Kriterien zutrafen und je ausgeprägter 

sich die entsprechenden Befunde darstellten, desto eher waren die Vor-

aussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen resp. 

galt die somatoforme Schmerzstörung – ausnahmsweise und entgegen 

der Vermutung – als unüberwindbar und damit invalidisierend (vgl. dazu 

BGE 131 V 49 E.1.2).

e) Mit dem mittlerweile als BGE 141 V 281 publizierten Urteil 9C_492/2014 

vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht auf die fortwährende Kritik aus 

medizinischen wie auch juristischen Kreisen an der vorerwähnten 

Schmerzrechtsprechung reagiert und seine Rechtsprechung zu den Vor-

aussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen 

und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründende In-

validität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise 

geändert. Dabei ist das Bundesgericht aus mehreren Überlegungen zum 

Ergebnis gelangt, dass die bisherige Überwindbarkeitsvermutung aufzu-

geben sei. So sei diese insofern nicht ergebnisoffen gewesen, als der Fo-

kus im Rahmen der Widerlegung der Vermutung fast ausschliesslich auf 

der Abklärung der Foerster- resp. Zumutbarkeitskriterien und damit den 

belastenden Elementen gelegen habe, während die Ressourcen der be-

troffenen Person tendenziell vernachlässigt worden seien. Dies habe sei-

tens der Gerichte zu einer "latenten Voreingenommenheit" geführt, wel-

che mit dem Untersuchungsgrundsatz, der freien Beweiswürdigung sowie 

der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht zu vereinbaren gewesen 

sei. Zudem habe die Vermutung die Auffassung begünstigt, die Über-

windbarkeit sei unteilbar, sodass im Ausnahmefall letztlich nur eine 

- 18 -

vollständige Arbeitsunfähigkeit in Frage gekommen sei. Eine derartige "al-

les oder nichts"-Lösung widerspreche jedoch dem in der Invalidenversi-

cherung vorgesehenen abgestuften Rentenanspruch (vgl. zu den Ände-

rungsgründen GÄCHTER/MEIER, a.a.O., Rz. 27 ff. und BGE 141 V 281 

E.3.4.2 m.w.H. sowie zur vormaligen Kritik z.B. JEGER, Die Entwicklung 

der "Foersterkriterien" und ihre Übernahme in die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung: Geschichte einer Evidenz, in: Jusletter vom 16. Mai 

2011).

f) Auch nach der neuen Rechtsprechung kann eine Einschränkung der Leis-

tungsfähigkeit nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 

fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist. 

Der Rentenanspruch wird – in Nachachtung der verfassungs- und ge-

setzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 der Schweizerischen Bundes-

verfassung [BV; SR 101] (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (ob-

jektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) – auch künftig anhand von normati-

ven Rahmenbedingungen beurteilt, und es braucht weiterhin medizinische 

Evidenz, dass die Erwerbsfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. 

Aufgegeben wurde jedoch die Überwindbarkeitsvermutung, und anstelle 

des bisherigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturierter, normativer 

Prüfraster (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.5 und 3.7.3). Demnach liegt Er-

werbsunfähigkeit im Sinne von Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG nur vor, wenn 

mittels objektivierbarer Indikatoren nachgewiesen werden kann, dass der 

versicherten Person keine Arbeitsleistung mehr zugemutet werden kann. 

Das Entfallen der Vermutung führt also weder zu einer Aufgabe der Re-

geln über die Zumutbarkeit noch zu einem Wegfall des Erfordernisses ei-

ner objektivierten Beurteilungsgrundlage (vgl. BGE 141 V 281 E.3.7.1 so-

wie GÄCHTER/MEIER, a.a.O., Rz. 34). Die zwecks Prüfung der Rechtsfrage 

der zumutbaren Arbeitsleistung nach wie vor nötige objektivierte Beurtei-

lungsgrundlage liefern die medizinischen Sachverständigen, welche das 

- 19 -

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen der betroffenen Person an-

hand eines Kataloges von Indikatoren – unter Berücksichtigung leistungs-

hindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations-

potentialen resp. Ressourcen andererseits – ergebnisoffen und symme-

trisch zu beurteilen haben (vgl. BGE 141 V 281 E.3.6). Dieser Katalog 

sieht im Regelfall folgendermassen aus:

Kategorie "funktioneller Schweregrad"

1. Komplex: Gesundheitsschädigung

1.1 Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde

1.2 Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz

1.3 Komorbiditäten

2. Komplex: Persönlichkeit

Persönlichkeitsdiagnostik (Persönlichkeitsstruktur, Persönlich-

keitsentwicklung und -störungen, persönliche Ressourcen)

3. Komplex: Sozialer Kontext

3.1 Abgrenzung psychosozialer und soziokultureller Faktoren

3.2 Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds

Kategorie "Konsistenz"

1. Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-

gleichbaren Lebensbereichen

2. Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener 

Leidensdruck

Zu diesem Prüfraster ist zu bemerken, dass das Bundesgericht bewusst 

nicht mehr von Kriterien, sondern von Indikatoren spricht. Damit bringt es 

zum Ausdruck, dass der soeben dargestellte Katalog nicht im Sinne einer 

Checkliste "abzuhaken" ist, sondern dass im Rahmen einer ergebnisoffe-

nen Beurteilung sämtliche Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen 

sind, mithin eine Gesamtschau realisiert werden soll, wobei jeder einzelne 

Indikator anhand seiner im Einzelfall vorhandenen Ausprägung zu ge-

- 20 -

wichten ist (vgl. BGE 141 V 281 E.4.1.1 m.w.H. sowie GÄCHTER/MEIER, 

a.a.O., Rz. 42). Überdies hat die neue Praxis gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung auf alle laufenden und zukünftigen Verfahren zur An-

wendung zu gelangen (vgl. BGE 137 V 210 E.6 sowie GÄCHTER/MEIER, 

a.a.O, Rz. 94).

g) Zufolge der soeben erörterten Änderung der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatoformen Schmerz-

störungen drängt sich nun die Frage auf, ob im vorliegenden Fall die Be-

schwerdegegnerin gehalten gewesen wäre, eine ergänzende, die neue 

Rechtsprechung berücksichtigende Beurteilung einzuholen, oder ob das 

psychiatrische Gutachten vom 16. Oktober 2014 eine schlüssige Beurtei-

lung anhand der neu massgeblichen Indikatoren erlaubt. Das Bundesge-

richt hat im erwähnten Entscheid diesbezüglich festgehalten, dass bereits 

getroffene Abklärungen und bereits erstellte Gutachten nicht per se ihren 

Beweiswert verlören (vgl. BGE 141 V 281 E.8 mit sinngemässem Verweis 

auf BGE 137 V 210 E.6). Vielmehr sei in jedem Einzelfall sogfältig zu prü-

fen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachver-

ständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztli-

chen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebli-

chen (neuen) Indikatoren erlaubten oder nicht. Je nach Abklärungstiefe 

und -dichte könne unter Umständen eine punktuelle Ergänzung bisheriger 

Abklärungen genügen (vgl. BGE 141 V 281 E.8 sowie GÄCHTER/MEIER, 

a.a.O., Rz. 95).

h) Die hier angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2015 stützt sich in psychia-

trischer Hinsicht auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. E._____ 

vom 11. November 2014 (Bg-act. 135 S. 8 ff.), der sich dafür des Ergän-

zungsgutachtens von Dr. med. C._____ und Prof. Dr. med. D._____ vom 

16. Oktober 2014 (Bg-act. 124) bediente. Zwar haben die psychiatrischen 

- 21 -

Gutachter Dr. med. C._____ und Prof. Dr. med. D._____ und der RAD-

Arzt Dr. med. E._____, wie bereits erwähnt (vgl. vorne E.6c f.), noch vor 

der Praxisänderung und somit gestützt auf die alte bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen ihre medizini-

sche Einschätzung erstattet. Die Beschwerdegegnerin hat die angefoch-

tene Verfügung aber in Kenntnis der neuen Rechtsprechung erlassen. So 

hat sie darin ausgeführt, dass die alten Foerster-Kriterien, welche nicht er-

füllt seien, in das neue Beweisverfahren eingeflossen seien. Demnach sei 

weiterhin zu berücksichtigen, dass bei der Beschwerdeführerin keine mit-

wirkende, psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwe-

re, Intensität, Ausprägung und Dauer vorliege, keine körperlichen Beglei-

terkrankungen (mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter 

oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission) vorlägen, 

kein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens festgestellt werden 

könne und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Mo-

tivation und Eigenanstrengung zu verneinen seien. Ausserdem seien Fak-

toren, welche gegen die Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung 

sprächen, nicht ersichtlich (vgl. angefochtene Verfügung lit. e S. 6). Mit 

Hinweis auf die Observationsunterlagen aus den Jahren 2008 und 2009 

hielt die Beschwerdegegnerin ferner fest, dass zwischen den von der 

Versicherten bei den Ärzten geschilderten Beschwerden und Schmerzen 

und dem von ihr im Alltag tatsächlich gezeigten Verhalten eine erhebliche 

Diskrepanz bestehe. Unter diesen Umständen sei davon auszugeben, 

dass die Versicherte den Ärzten über gesundheitliche Beschwerden be-

richte, welche effektiv entweder überhaupt nicht oder nur teilweise vorlä-

gen. Im vorliegenden Fall führe also auch eine ergebnisoffene Bewertung 

des tatsächlichen Leistungsvermögens im Sinne des neuen Bundesge-

richtsurteils zum Ergebnis, dass es der Versicherten zumutbar sei, die 

Schmerzstörung vollständig zu überwinden. Unter diesen Umständen sei 

nicht zu beanstanden, dass sich die IV-Stelle in der Einschätzung der Ar-

- 22 -

beitsfähigkeit – ohne weitere Abklärungen vorzunehmen – weiterhin auf 

die Beurteilungen des RAD Ostschweiz vom 13. und 14. November 2014 

abstütze (angefochtene Verfügung lit. e S. 6).

i) Diese Argumentation der Beschwerdegegnerin greift im Ansatz etwas zu 

kurz. Denn fortan soll eine neue Herangehensweise im Sinne einer um-

fassenden Betrachtungsweise Platz greifen, in deren Rahmen leistungs-

hindernde äussere Belastungsfaktoren einerseits und das Kompensati-

onspotential resp. die Ressourcen andererseits ergebnisoffen und sym-

metrisch zu beurteilen sind (vgl. vorstehend E.6e). Dazu weist MEIER dar-

auf hin, die Folgerechtsprechung zur neuen Praxis mache deutlich, dass 

viele nach altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten einen heute 

überholten Schwerpunkt aufwiesen, da die Gutachten noch ganz in der 

Terminologie der Foerster-Kriterien verfasst worden seien. Nicht selten 

fehlten daher Ausführungen und Anhaltspunkte für die Beurteilung der 

neuen Schwerpunkte, wie die genaue Diagnosestellung, die Schwere der 

Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und die Konsistenzindikato-

ren (vgl. MEIER, a.a.O., Rz. 107). Vorliegend erlaubt das externe psychia-

trische Gutachten vom 16. Oktober 2014 indessen – wie nachfolgend 

dargelegt wird – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen 

(neuen) Indikatoren, weshalb es nicht angezeigt erscheint, ein neues 

Gutachten einzufordern. Für vertiefte Ausführungen zu den einzelnen In-

dikatoren ist unter anderem auf das Rundschreiben Nr. 334 des Bundes-

amts für Sozialversicherungen (BSV), gültig ab 7. Juli 2015, Anhang zu 

verweisen. 

j) Hinzuweisen ist noch, dass nur dann, wenn die funktionellen Auswirkun-

gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage 

im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs-

frei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind, ein ren-

- 23 -

tenbegründender Invaliditätsgrad anerkannt werden kann. Die Folgen ei-

ner Beweislosigkeit trägt weiterhin die materiell beweisbelastete versi-

cherte Person (vgl. BGE 141 V 281 E.6). 

k/aa) Zum ersten Komplex "Gesundheitsschädigung" ist festzuhalten, dass im 

psychiatrischen Ergänzungsgutachten vom 16. Oktober 2014 von einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

gemäss ICD-10 F45.41 bei CRPS nach operativer Sanierung eines CTS 

rechts im 1997 diagnostiziert wurde (vgl. Bg-act. 124 S. 70). Wie oben be-

reits erwähnt (vgl. vorne E.6c), erachteten die psychiatrischen Gutachter 

Dr. med. C._____ und Prof. Dr. med. D._____, dass die sich in der Folge 

entwickelte chronische Schmerzstörung seither nie remittiert habe und 

der Schweregrad vermutlich seit 2008 relativ stabil sei. Laut den Gutach-

tern umfassten die erhobenen Befunde bei der Explorandin chronische 

Schmerzen und Empfindungsstörungen der rechten Körperseite und dar-

aus resultierende Symptome (Konzentrationsstörungen, verstärkte Er-

müdbarkeit, Schlafstörungen) und Verhaltensweisen (partieller sozialer 

Rückzug) sowie eine verstärkte Angst und Besorgnis bezüglich körperli-

chen Symptomen und der körperlichen Gesundheit (vgl. Bg-act. 124 S. 

81). Die Gutachter führten weiter aus, dass sich die vorliegenden Defizite 

in den Fähigkeitsbereichen Anpassung an Regeln und Routinen, Planung 

und Strukturierung von Aufgaben und Flexibilität in einer Tätigkeit z.B. als 

Sprachlehrerin, die zeitlich relativ flexibel und selbständig durchgeführt 

werden könne, weniger auswirkten. Die Durchhaltefähigkeit wäre aller-

dings auch bei einer solchen Aufgabe in gleichem Masse beeinträchti-

gend, sodass die Arbeitsfähigkeit auch in einer solchermassen angepass-

ten Tätigkeit als ca. 50 % eingeschränkt zu beurteilen sei. Aggravation 

und Simulation wurden von den Gutachtern ausdrücklich verneint (vgl. 

Bg-act. 124 S. 77). Zudem stellten sie eine aktive Mitwirkung der Be-

schwerdeführerin an der Untersuchung fest. Dagegen zweifelte der RAD-

- 24 -

Arzt Dr. med. E._____ an der kooperativen Haltung der Beschwerdefüh-

rerin aufgrund der in der rheumatologischen Stellungnahme vom 24. Ja-

nuar 2013 von Prof. Dr. med. B._____ (Bg-act. 102) herausgearbeiteten 

Diskrepanzen (vgl. Bg-act. 135 S. 9). Dem kann nicht gefolgt werden. Al-

lein aus der von Prof. Dr. med. B._____ festgestellten Diskrepanz zwi-

schen den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und den objekti-

vierbaren Befunden kann nicht auf mangelnde Behandlungsbereitschaft 

geschlossen werden. Auf die Schlussfolgerungen der Gutachter, die auch 

über die Observationsunterlagen verfügten (vgl. Bg-act. 124 S. 33 f. und 

67 ff.), ist deshalb abzustellen. Anzeichen, dass die Leistungseinschrän-

kung auf Aggravation, Simulation oder einer ähnlichen Konstellation be-

ruhte, bestehen keine. Des Weiteren sind beim Indikator "Behandlungser-

folgs oder ‐resistenz" die Äusserungen der psychiatrischen Gutachter Dr. 

med. C._____ und Prof. Dr. med. D._____ entscheidend, wonach es trotz 

Eigenanstrengung unter den bisherigen ambulanten und stationären Be-

handlungen zu keiner Besserung gekommen sei. Die psychiatrischen Be-

handlungsoptionen seien noch nicht vollständig ausgeschöpft. Der Erfolg 

sämtlicher Behandlungsoptionen sei davon abhängig, inwiefern es der 

Explorandin gelinge, sich auf diese einzulassen (vgl. Bg-act. 124 S. 79 

ff.). Namentlich aufgrund des langjährigen Krankheitsverlaufs bezeichne-

ten die Gutachter die Prognose jedoch als ungünstig. Daraus ist zu 

schliessen, dass trotz noch möglicher und zumutbarer Behandlungs-

massnahmen ein wesentlicher Behandlungserfolg eher nicht zu erwarten 

ist. Bezüglich des weiteren Indikators "Eingliederungserfolgs oder ‐resis-

tenz" ist sodann auf die Ausführungen der Gutachter zu verweisen, wo-

nach die bisher erfolglosen Bemühungen um einen beruflichen Wieder-

einstieg mitbedingt durch eine persönlichkeitsbedingte maladaptive und 

unflexible Krankheitsbewältigung seien. Die Einleitung von beruflichen 

Massnahmen erachteten sie zudem als nicht indiziert. Schliesslich ist zum 

Indikator "Komorbiditäten" zunächst festzuhalten, dass die bisherigen Kri-

- 25 -

terien "psychiatrische Komorbidität" und "körperliche Begleiterkrankun-

gen" zu einem einheitlichen Indikator zusammengefasst wurden. Erforder-

lich ist eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen 

Bezüge der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheitswerti-

gen Störungen (vgl. Rundschreiben Nr. 334 des BSV, gültig ab 7. Juli 

2015, Anhang). Die psychiatrischen Gutachter Dr. med. C._____ und 

Prof. Dr. med. D._____ bejahten eine chronische körperliche Begleiter-

krankung bzw. einen Zusammenhang zwischen dem CRPS und der so-

matoformen Schmerzstörung (vgl. Bg-act. 124 S. 77 und 83), obwohl sich 

das CRPS – wie oben erwähnt (vgl. E.5c) – objektiv nicht mehr feststellen 

liess. Objektiv sind für ein CRPS gemäss dem rheumatologischen Gut-

achter Prof. Dr. med. B._____ zwar keine Anzeichen mehr vorhanden, 

dieses sei in seiner Konsequenz indessen nicht völlig ausgeheilt (vgl. 

Stellungnahme vom 24. Januar 2013 [Bg-act. 102]). Daraus lässt sich fol-

gern, dass sich die Folgen des CRPS weiterhin als Begleiterkrankung 

auswirken, liegt doch angesichts des Zustandes nach dem CRPS der 

rechten Hand und damit der Einschränkungen in Feinmanuellen- und 

Überkopfarbeiten aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsunfähig-

keit in der angestammten Tätigkeit vor (vgl. vorstehend E.5c). 

k/bb) Zum Komplex "Persönlichkeit" ist zu sagen, dass die Gutachter keine 

Hinweise auf Persönlichkeitsstörungen fanden. Sie wiesen aber darauf 

hin, ein Selbstanspruch der Explorandin, dass eine Arbeit nur im Vollbe-

sitz der physischen und psychischen Kräfte durchgeführt werden könne, 

sei ein Persönlichkeitsmerkmal, welches vermutlich zum bisherigen 

Scheitern eines beruflichen Wiedereinstiegs beigetragen habe (vgl. Bg-

act. 124 S. 78; vgl. auch die vorstehenden Erwägungen unter 6k/aa zum 

Indikator "Eingliederungserfolg"). Demnach kann davon ausgegangen 

werden, dass die leistungsorientierten Persönlichkeitszüge der Be-

schwerdeführerin gewisse Ressourcen rauben. 

- 26 -

k/cc) Zum Komplex "sozialer Kontext" ist darauf hinzuweisen, dass diesem 

schon unter der Geltung der alten Schmerzpraxis mit dem Foerster-

Kriterium des sozialen Rückzuges grosse Bedeutung zukam. Mit BGE 

141 V 281 wurde der Anwendungsbereich erweitert, in dem nicht nur be-

lastende, sondern auch positive Lebensumstände berücksichtigt werden. 

Ein intaktes soziales Netzwerk kann mobilisierbare Ressourcen für die 

versicherte Person bereithalten und sich so positiv auf das Leistungsver-

mögen auswirken. Wie oben bereits ausgeführt (vgl. E.6f), sollen die Indi-

katoren nun nicht (mehr) im Sinne einer Checkliste als erfüllt oder nicht 

erfüllt abgehakt, sondern anhand ihrer im Einzelfall vorhandenen Ausprä-

gung gewichtet werden. Dies führt dazu, dass auch ein teilweiser oder 

zeitlich wiederholt auf einige Tage begrenzter sozialer Rückzug in die Ge-

samtprüfung Eingang findet. Ein durchgehender sozialer Rückzug wird 

nicht mehr gefordert (vgl. MEIER, Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, 

in: Jusletter vom 11. Juli 2016, Rz. 70 ff. m.H.). Vorliegend ist von einem 

mindestens partiellen sozialen Rückzug auszugehen. So berichteten die 

psychiatrischen Gutachter Dr. med. C._____ und Prof. Dr. med. D._____, 

dass es der Beschwerdeführerin, wenn auch schmerzbedingt in reduzier-

tem Ausmass, weiterhin möglich sei, Alltagsaufgaben auszuführen und 

am sozialen Leben teilzunehmen. Sie verfüge über einen guten Freun-

deskreis. Infolge der Schmerzen sei es aber zu einem partiellen sozialen 

Rückzug gekommen (vgl. Bg-act. 124 S. 73, 81). Zudem schilderte die 

Beschwerdeführerin selbst in plausibler Weise, wie sie an schlechten Ta-

gen einen ausgeprägten Rückzug erlebt. So führte sie insbesondere aus, 

dass es ihr aufgrund der schwankenden Befindlichkeit nur schwer möglich 

sei, feste Termine einzuhalten (vgl. Bg-act. 124 S. 50). Das soziale Netz-

werk erscheint im Übrigen auch angesichts der erfolgten Scheidung von 

ihrem Ehemann und der Tatsache, dass ihre engsten Verwandten in den 

USA leben, nicht derart ausgeprägt, dass hier entscheidende unterstüt-

- 27 -

zende Ressourcen bereit stünden. Mit den Gutachtern ist demnach zu 

folgern, dass die Beschwerdeführerin zwar sozial aktiv ist, doch nur wenn 

es die Schmerzen zulassen (vgl. Bg-act. 124 S. 84). 

k/dd) Sodann ist auf die Indikatoren der Kategorie "Konsistenz" einzugehen. 

Dabei geht es um die Frage, ob die geltend gemachten Einschränkungen 

im beruflichen Bereich mit den privaten Aktivitäten in Einklang stehen

oder ob sich aus dem Vergleich Unstimmigkeiten ergeben (MEIER, a.a.O., 

Rz. 79). Die Beschwerdeführerin wohnt allein. Nach eigenen aber plausi-

blen Angaben führe sie selbständig nur kleinere Hausarbeiten aus. Der 

Rest werde mehrheitlich durch die Spitex erledigt. Freizeitaktivitäten wie 

Velofahren und Fitness übe sie infolge der Schmerzen nicht mehr aus 

(vgl. Bg-act. 124 S. 49 und 72). Die hier zur Diskussion stehende berufli-

che Einschränkung von 50 % erscheint somit im Vergleich zu den sonsti-

gen Lebensbereichen ohne Weiteres etwa gleich ausgeprägt. Indizien auf 

ein inkonsistentes Verhalten sind nicht ersichtlich. Schliesslich ist ein Lei-

densdruck genügend ausgewiesen. Trotz des oben bereits erwähnten 

nicht ausgeschöpften Therapiepotentials (vgl. E.6k/aa), ist nicht auf eine 

mangelnde Bereitschaft der sich in regelmässiger Behandlung befinden-

den Beschwerdeführerin (vgl. Bg-act. 124 S. 80) zu schliessen. Auch deu-

ten die Bemühungen der Beschwerdeführerin, eine flexible Tätigkeit zu 

finden (vgl. Bg-act. 124 S. 50), ohne Weiteres auf eine Eingliederungsbe-

reitschaft hin. Anzeichen auf eine fehlende Compliance seitens der Be-

schwerdeführerin bestehen jedenfalls keine. 

l) Die Prüfung anhand der Indikatoren gemäss der neuen Schmerzrecht-

sprechung (BGE 141 V 281) führt zum Ergebnis, dass eine Überwindung 

des sich auf das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin ressour-

cenberaubend auswirkenden Schmerzsyndroms nicht zumutbar er-

scheint. Mangels Kompensationspotenzial resultiert somit eine funktionel-

- 28 -

le Einschränkung. Die von den Gutachtern angenommen Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 50 % (vgl. Bg-act. 124 S. 

80) erweist sich auch unter Beachtung der neuen Schmerzrechtspre-

chung als schlüssig und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-

wiesen.

m) Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass rein somatisch 

von keiner Einschränkung, während in psychiatrischer Hinsicht von einer 

50%igen Einschränkung infolge des chronischen Schmerzsyndroms in 

adaptierter Tätigkeit auszugehen ist. Demnach liegt eine Gesamtein-

schränkung in adaptierter Tätigkeit von 50 % vor. Auf ergänzende Ab-

klärungen zur medizinischen Gesundheitslage – wie von der Beschwerde-

führerin beantragt –, kann aufgrund der bereits umfassend erfolgten Be-

gutachtungen in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. 

BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3, Urteil des Bundesgerichts 

8C_28/2012 vom 29. Mai 2012 E.4.2).

7. a) Sodann ist noch das strittige Invalideneinkommen festzulegen. Massge-

bend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Rentenbeginns, wobei Vali-

den- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben 

und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis 

zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E.4; vgl. auch BGE 142 V 178 

E.2.5.8.1 und Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 11. Septem-

ber 2015 E.3.2.2). Vorliegend steht ein Rentenanspruch ab dem 1. Juni 

2009 zur Diskussion, weshalb für die Bestimmung des Invalideneinkom-

mens unbestrittenermassen die Daten der Schweizerischen Lohnstruktur-

erhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Jahr 2008 

beizuziehen sind. Umstritten ist, welches Anforderungsniveau (neu: Kom-

petenzniveau) heranzuziehen ist.

http://links.weblaw.ch/de/BGE-142-V-94
http://links.weblaw.ch/de/9C_526/2015

- 29 -

b/aa) Die Beschwerdeführerin wendet ein, betreffend das Invalideneinkommen 

könne nicht auf das Einkommen als Sprachlehrerin abgestellt werden, da 

sie einzig den Einführungskurs für Sprachkursleitende absolviert habe, 

die geplante Fortsetzung der Umschulung zur eidgenössischen diplomier-

ten Sprachlehrerin indessen gesundheitsbedingt nicht habe durchführen 

können. Zudem würden die Beschwerden eine konstante Arbeitsleistung 

verhindern, welche aber für eine Tätigkeit als Lehrerin unabdingbar sei. 

Schliesslich sei sie seit 1997 gar nicht mehr erwerbstätig gewesen. Es sei 

offenkundig, dass sie nicht über die erforderliche Ausbildung zur Verrich-

tung der in Beilage 4 der Erläuterungen des BFS zur NOGA 2008, Allge-

meine Systematik der Wirtschaftszweige, aufgezählten Berufe verfüge. 

Massgebend sei daher das Anforderungsniveau 4.

b/bb) Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführe-

rin mit Doppelbürgerrecht (USA und Schweiz) über gute Berufs-, Fach- 

und Sprachkenntnisse verfügt. So studierte sie nach ihren unbestrittenen 

Angaben in den USA Dentalhygienikerin mit Spezialisierung auf Parodon-

tose. In diesem Bereich lehrte sie auch als Lehrerin an der Universität. An 

der K._____, absolvierte sie einen Einführungskurs für Sprachkursleiten-

de, danach unterrichtete sie während dreier Monate eine Klasse in 

Z._____. Aufgrund der körperlichen Belastung gab sie in der Folge nur 

noch Einzelunterricht, bis sie schliesslich die Lehrtätigkeit einstellte (vgl. 

Bg-act. 124 S. 19). Teilweise erteilt sie noch einzelne Englischlektionen 

via Skype, doch dies nur an Bekannte, bei denen eine kurzfristige Absage 

möglich ist (vgl. Bg-act. 124 S. 50). Die mit Englisch als Muttersprache 

aufgewachsene Beschwerdeführerin hat zudem Fremdsprachenkenntnis-

se in Deutsch und Italienisch. Aufgrund ihrer Ausbildung und Berufserfah-

rung sowie insbesondere ihrer Englischkenntnisse sollte es der Be-

schwerdeführerin somit möglich sein, obwohl sie seit Jahren nicht mehr 

- 30 -

erwerbstätig ist, im Unterrichts-, Gesundheits- und/oder Sozialwesen auf 

dem Anforderungsniveau 3 (LSE 2008), welches Berufs- und Fachkennt-

nisse voraussetzt, eine (behinderungsgeeignete) Tätigkeit auszuüben. 

c/aa) Zu klären bleibt die Frage, ob vorliegend ein Leidensabzug zu gewähren 

ist. Falls dies der Fall ist, so ist die Höhe des Leidensabzugs zu bestim-

men, da dieser vom ermittelten Invalideneinkommen in Abzug zu bringen 

ist und deshalb für die Höhe des Invaliditätsgrades von Bedeutung sein 

könnte. Die Frage, ob und in welchem Ausmass die Tabellenlöhne für die 

Ermittlung des Invalideneinkommens herabzusetzen sind, hängt von allen 

persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab 

(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufent-

haltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Er-

messen gesamthaft zu schätzen sind (BGE 134 V 322 E.5.2, 129 V 472 

E.4.2.3, 126 V 75 E.5b). Es kann dabei höchstens ein Leidensabzug von 

25 % zugelassen werden (BGE 135 V 297 E.5.2). Ein Abzug soll aber 

nicht automatisch erfolgen, sondern nur dann, wenn im Einzelfall genü-

gend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen 

eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich beding-

te (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch mit 

unterdurchschnittlichem Erwerbserfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 

E.5.2, 126 V 75 E.5b). Der Leidensabzug bezweckt, ausgehend von sta-

tistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im 

Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Ver-

richtungen im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht 

(BGE 134 V 322 E.6.2). In Bezug auf die Überprüfung des Leidensabzugs 

ist die Kognition des kantonalen Versicherungsgerichtes nicht auf Rechts-

verletzung beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf die Beurteilung 

der Angemessenheit der Verwaltungsverfügung (BGE 137 V 71 E.5.2; 

MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des 

- 31 -

Bundesgerichtes zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a 

Rz. 114).

c/bb) Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass infolge der negativen Ein-

flüsse (Einschränkung der Restarbeitsfähigkeit, Alter, 20 Jahre langer 

Ausschluss aus dem Arbeitsprozess) eine leidensbedingte Kürzung von 

25 % resultiere. Die Beschwerdegegnerin, welche von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit ausgeht und in der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 

2015 keinen Leidensabzug gewährte, erwidert, dass keine langdauernde 

gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vorliege, da die Beschwerdefüh-

rerin in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit seit März 1998 mindes-

tens 80 % arbeitsfähig sei. Zudem rechtfertige das Alter der Beschwerde-

führerin ebenfalls keinen Abzug. 

c/cc) Die sich vorliegend insbesondere im Unterrichtswesen bietende Erwerbs-

tätigkeiten dürften keine repetitiven feinmotorischen Einsätze der rechten 

Hand der Beschwerdeführerin bedingen und auch ausreichend Flexibilität 

gewährleisten, sodass die Tätigkeit auf die "besseren" Tageszeiten gelegt 

werden und die Stundeneinteilung von der Beschwerdeführerin mitgestal-

tet und zumindest bis zu einem gewissen Grad ihrem Befinden angepasst 

werden kann. Wenn also die Beschwerdeführerin einwendet, dass sich 

die Einschränkung ihrer Restarbeitsfähigkeit negativ auf die Höhe des 

Lohns auswirkte, so kann ihr nicht gefolgt werden, sondern es ist davon 

auszugehen, dass den Einschränkungen in psychiatrischer Hinsicht mit 

Festlegung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bei 50 % ausrei-

chend Rechnung getragen wurde. Was den weiteren Einwand des fortge-

schrittenen Alters anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass ein fortge-

schrittenes Alter als abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichti-

gung aller konkreten Umstände des Einzelfalles zu prüfen ist und für sich 

- 32 -

allein noch keinen Abzug rechtfertigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E.4.2, 9C_334/2013 vom 24. Juli 

2013 E.3, 9C_160/2013 vom 28. August 2013 E.4.2, 9C_130/2010 vom 

14. April 2010 E.3.3.3). Trotz des Alters der Beschwerdeführerin (im Ver-

fügungszeitpunkt 57-jährig) und des jahrelangen Ausschlusses aus dem 

Arbeitsprozess, erscheint hier eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit 

auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit durchschnittlichem Erfolg 

aufgrund der Ausbildung und Berufserfahrung der Beschwerdeführerin 

realistisch. Ein Leidensabzug ist demnach nicht zu gewähren.

d) Ausgehend vom Mittelwert gemäss der Tabelle TA 1 (LSE 2008) Anforde-

rungsniveau 3 im privaten Sektor bei Frauen, auf der Basis der üblichen 

durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden, bei einer 

50%igen Arbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung einer Nominalloh-

nentwicklung von 2.1 % im Jahr 2009 ergibt sich somit ein Invalidenein-

kommen von CHF 37'420.30 (CHF 5'873.50 x 12 : 40 x 41.6 x 0.5 x 

1.021). 

8. Der Vergleich des eben ermittelten Invalideneinkommens von 

Fr. 37'420.30 mit dem unbestrittenen Valideneinkommen von 

Fr. 92'232.68 führt zu einer Erwerbseinbusse von Fr. 54'812.40 und damit 

zu einem Invaliditätsgrad im hier relevanten Zeitraum ab dem 1. Juni 

2009 von 59.43 %, mithin gerundet (vgl. BGE 130 V 121 E.3.2) 59 %, was 

einen Anspruch auf eine halbe Rente begründet. Insgesamt ist die Be-

schwerde damit teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung 

vom 16. Juli 2015 aufzuheben. 

9. a) Das Beschwerdeverfahren ist – in Abweichung zu Art. 61 lit. a ATSG –

gemäss Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verwei-

- 33 -

gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-

tenpflichtig. Die Beschwerdeführerin beantragte in ihren Rechtsbegehren 

die Zusprechung einer angemessenen Rente. Obschon sie in ihren Aus-

führungen von einem Anspruch auf eine ganze Rente ausging, liegt hier 

durch die Zusprechung einer halben Rente im Grundsatz ein Obsiegen 

der Beschwerdeführerin vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_995/2012 

vom 17. Januar 2013 E.3). Daher hat die unterlegene Beschwerdegegne-

rin die Verfahrenskosten von Fr. 900.-- zu tragen. Damit wird das Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege hinfällig. 

b) Der Beschwerdeführerin steht nach Art. 61 lit. g ATSG eine aussergericht-

liche Entschädigung zu. Da sie im Grundsatz obsiegt, ist ihr eine un-

gekürzte Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 9C_995/2012 vom 17. Januar 2013 E.3, 9C_288/2015 vom 7. Ja-

nuar 2016 E.4.2 f.). Die von ihrem Rechtsvertreter am 13. November 

2015 eingereichte, zwar angemessen erscheinende Honorarnote in Höhe 

von Fr. 4'773.60 ist jedoch beim Stundenansatz (Fr. 260.-- pro Stunde) zu 

korrigieren. Dieser ist gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts bei un-

terlassener Einreichung einer Honorarvereinbarung auf den Mittelwert 

gemäss Art. 3 Abs. 1 der Honorarverordnung (HV; BR 310.250) von 

Fr. 240.-- pro Stunde herabzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat der 

Beschwerdeführerin somit eine aussergerichtliche Entschädigung von 

Fr. 4'415.05 (bestehend aus einem Honorar von Fr. 3'984.-- [16.6 Stun-

den à Fr. 240.--], Spesen von Fr. 104.-- und einer Mehrwertsteuer auf das 

Ganze von 8 %) auszurichten. 

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 16. 

Juli 2015 aufgehoben und es wird festgestellt, dass A._____ mit Wirkung 

ab 1. Juni 2009 Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat.

2. Die Kosten von Fr. 900.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ aussergerichtlich mit 

Fr. 4'415.05 (inkl. MWST) zu entschädigen.  

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 20. Februar 

2018 abgewiesen (9C_785/2017).