# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae7e5b60-e3f5-5ff6-bd3b-1532f0eb8fb9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.05.2016 C-7287/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7287-2014_2016-05-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-7287/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  M a i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Daniel Stufetti, 

Gerichtsschreiber Kilian Meyer. 
 

 
 

Parteien 
 I._______ (Kosovo),   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Anspruch auf eine Invalidenrente,  

Verfügung IVSTA vom 10. November 2014. 

 

 

 

C-7287/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (….) geborene I._______ ist Staatsangehöriger von Kosovo und 

wohnt im Kosovo (Vorakten 1, 3). Er hat in den Jahren 1983 sowie 1986 

bis 1990 in der Schweiz gearbeitet und Beiträge an die schweizerische Al-

ters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) entrichtet 

(Vorakten 13). 

A.a Am 4. März 2013 reichte I._______ die Anmeldung zum Leistungsbe-

zug mittels Anmeldeformular ein (Eingang bei der IV-Stelle für Versicherte 

im Ausland [IVSTA, Vorinstanz] am 8. März 2013, Vorakten 1).  

A.b Nach erfolgten medizinischen und erwerblichen Abklärungen (vgl. 

Vorakten 10, 11, 14, 18, 21, 22, 24) stellte die Vorinstanz I._______ mit 

Vorbescheid vom 29. August 2014 (Vorakten 26) die Abweisung des Leis-

tungsbegehrens in Aussicht mit der Begründung, dass kein Versicherungs-

fall vor dem 1. April 2010 entstanden sei, zwischen der Schweiz und Ko-

sovo seit dem 1. April 2010 kein Sozialversicherungsabkommen mehr be-

stehe, weshalb er als Nichtvertragsausländer die versicherungsmässige 

Voraussetzung des Wohnsitzes in der Schweiz nicht erfülle. Am 10. No-

vember 2014 (Vorakten 34) verfügte die Vorinstanz im Sinne des Vorbe-

scheids.  

B.  

Mit Beschwerde vom 6. Dezember 2014 (act. 1) beantragte I._______ (Be-

schwerdeführer) sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

vom 10. November 2014 und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. 

C.  

C.a Mit E-Mail-Eingabe vom 30. Dezember 2014 bezeichnete der Be-

schwerdeführer ein Zustelldomizil in der Schweiz (act. 3).  

C.b Am 14. Januar 2015 leistete der Beschwerdeführer den von ihm mit 

Zwischenverfügung vom 6. Januar 2015 einverlangten Kostenvorschuss 

von Fr. 400.-. 

D.  

In ihrer Vernehmlassung vom 18. Februar 2015 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihrer angefochtenen 

Verfügung (act. 8). 

C-7287/2014 

Seite 3 

E.  

Mangels Eingang einer Replik des Beschwerdeführers, wozu er mit Verfü-

gung vom 24. Februar 2015 eingeladen worden war, wurde der Schriften-

wechsel geschlossen (act. 10). 

F.  

Auf weitere Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen 

wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG 

und Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsge-

richt zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grund-

sätzlich nach dem VwVG (SR 172.021 [Art. 37 VGG]). Vorbehalten bleiben 

gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG 

(SR 830.1). 

1.2 Angefochten ist die Verfügung (vgl. Art. 5 i.V.m. Art. 44 VwVG) vom 

10. November 2014. Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von 

der angefochtenen Verfügung berührt und er kann sich auf ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen (vgl. Art. 59 

ATSG, Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 ATSG, Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist ein-

zutreten. 

2.  

2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf 

Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung hat.  

2.2 Das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

und der (ehemaligen) Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozial-

versicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1; nachfolgend: Sozial-

versicherungsabkommen) ist ab dem 1. April 2010 nicht weiter auf kosova-

rische Staatsangehörige anwendbar (BGE 139 V 263). Dies hat namentlich 

zur Folge, dass IV-Renten von Staatsangehörigen des Kosovos, die für den 

Zeitraum nach dem 31. März 2010 zugesprochen werden, gemäss Art. 6 

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Abs. 2 Satz 2 IVG nicht mehr ins Ausland exportierbar sind. Sie werden nur 

noch innerhalb der Schweiz gewährt. Die laufenden Renten geniessen 

demgegenüber gemäss Art. 25 des Sozialversicherungsabkommens den 

Besitzstand (BGE 139 V 335 E. 6.1).  

2.3  Gemäss dem Grundsatz, wonach in zeitlicher Hinsicht regelmässig 

diejenigen Rechtssätze heranzuziehen sind, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, bildet für die Frage, 

ob das für Angehörige der heutigen Republik Kosovo per Ende März 2010 

ausser Kraft gesetzte Sozialversicherungsabkommen weiterhin zur 

Anwendung gelangt, die Entstehung des IV-Rentenanspruchs und nicht 

der Zeitpunkt des Verfügungserlasses den massgebenden Anknüpfungs-

punkt (BGE 139 V 335 E. 6.2; Urteil BGer 9C_793/2013 vom 27. März 2014 

E. 3.2).  

2.4 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 und vorliegend 

anwendbaren Fassung entsteht der Leistungsanspruch frühestens sechs 

Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Der Beschwerde-

führer hat die Anmeldung zu Leistungsbezug am 4. März 2013 abgegeben. 

Somit konnte der Leistungsanspruch und damit der Versicherungsfall frü-

hestens am 4. September 2013 entstehen (vgl. Urteil BGer 9C_562/2012 

vom 18. Oktober 2012 E. 3). Zu diesem Zeitpunkt war das besagte Sozial-

versicherungsabkommen nicht mehr anwendbar.  

2.5 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, er verfüge neben der ko-

sovarischen auch über die serbische Staatsbürgerschaft und deshalb sei 

das Sozialversicherungsabkommen weiterhin anwendbar. Auch aufgrund 

der Akten (vgl. beispielsweise Geburtsurkunde Vorakten 3) ist keine koso-

varisch-serbische Doppelbürgerschaft ausgewiesen. In seiner Anmeldung 

für berufliche Integration/Rente vom 4. März 2013 (Vorakten 1) gab der 

Beschwerdeführer an, er sei kosovarischer Staatsangehöriger.  

2.6 Da vor Ende März 2010 kein IV-Rentenanspruch entstanden sein 

konnte, ist somit vorliegend kein Sozialversicherungsabkommen anwend-

bar, welches eine Abweichung von Art. 6 Abs. 2 IVG statuiert. Demnach hat 

der im Kosovo wohnhafte Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

IV-Rente, und die Vorinstanz hat das Leistungsbegehren zu Recht abge-

wiesen.  

2.7 Die Beschwerde erweist sich folglich als offensichtlich unbegründet und 

ist deshalb im einzelrichterlichen Verfahren (Art. 69 Abs. 2 IVG i.V.m. 

Art. 85bis Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 23 Abs. 2 VGG) abzuweisen. 

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Seite 5 

3.  

Es bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteientschädigung 

zu befinden. 

3.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind die Verfahrenskosten der unterlie-

genden Partei aufzuerlegen, wobei der geleistete Kostenvorschuss zu be-

rücksichtigen ist. Da der Beschwerdeführer unterlegen ist, hat er die Ver-

fahrenskosten zu tragen. Diese sind nach dem Verfahrensaufwand und un-

abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 - 1000 Franken festzulegen 

(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Für das vorliegende Verfahren sind die Verfahrens-

kosten auf Fr. 400.- festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

3.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-

hörde hat die IV-Stelle jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung 

(Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

3.3 Der unterliegende Beschwerdeführer hat ebenfalls keinen Anspruch 

auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).  

 

 

(Es folgt das Urteilsdispositiv) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Stufetti Kilian Meyer 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

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