# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e1f4291-0943-51a0-8b13-ec30b6314674
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.08.2018 200 2018 469
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-469_2018-08-28.pdf

## Full Text

200 18 469 IV
SCP/REL/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. August 2018

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2018, IV/18/469, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 20. Juni 2017 unter Hinweis auf eine posttraumatische 
Belastungsstörung nach dem Tod ihrer Tochter im Jahr 2002, Schmerzen 
am ganzen Körper, Schlaflosigkeit/totale Erschöpfung, Angstzustände, 
Konzentrationsschwierigkeiten, Mangel an Eisen und wichtigen Vitaminen, 
Zittern, Doppelsehen und starken Kopfschmerzen bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage der IV-
Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; AB] 4). Die IVB nahm Ab-
klärungen in beruflicher und medizinischer Hinsicht vor und liess ein psych-
iatrisches Gutachten erstellen (AB 23 bzw. AB 29). Gestützt auf das ent-
sprechende Gutachten vom 22. Februar 2018 (AB 39.1) stellte die IVB mit 
Vorbescheid vom 28. März 2018 (AB 40) die Abweisung des Leistungsbe-
gehrens mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wir-
kung im Rechtssinne in Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte mit 
Einwand vom 16. April 2018 (AB 44) nicht einverstanden, reichte eine Stel-
lungnahme der behandelnden Ärzte zu den Akten und beantragte die Ge-
währung von Eingliederungsmassnahmen und einer Rentenprüfung nach 
Abschluss der beruflichen Massnahmen. Am 23. Mai 2018 verfügte die IVB 
dem Vorbescheid entsprechend und wies das Leistungsbegehren ab 
(AB 47).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 23. Juni 2018 Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern. Sie beantragt die Gewährung von „auf 
ihre gesundheitliche und invalidisierende Problematik zugeschnittenen, 
fachkompetenten Eingliederungsmassnahmen“. Zudem sei auf die Auferle-
gung von Verfahrenskosten zu verzichten. Am 9. Juli 2018 leistete sie den 
Kostenvorschuss von Fr. 800.– „zwecks Einhaltung der Frist“ (vgl. Aktenno-
tiz vom 16./17. Juli 2018).

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Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juli 2018 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 24. Juli 2018 gewährte der Instrukti-
onsrichter der Beschwerdeführerin eine Frist zur Einreichung von Schluss-
bemerkungen und/oder eines Gesuches um unentgeltliche Prozessführung 
und der entsprechenden Unterlagen. Diese Frist verstrich ungenutzt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Mai 2018 (AB 47). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis-
tungen der IV; zu Gunsten der nicht vertretenen Beschwerdeführerin erfolgt 

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hier keine Beschränkung des Streitgegenstandes auf berufliche Massnah-
men (vgl. BGE 125 V 413 E. 1b S. 414 f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgras (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-Grades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 
S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ist den Akten 
im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im versicherungspsychiatrischen Gutachten vom 20. Mai 2017 zu 
Handen der zuständigen Taggeldversicherung der Beschwerdeführerin 

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(AB 2.2) konnte Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, keine eigenständige primär psychische Störung mit Krank-
heitswert erheben (S. 10). Es sei fraglich, ob in den Wochen zuvor die Be-
schwerden den Ausprägungsgrad und die Dauer angenommen hätten, um 
von einer krankheitswertigen Symptomatik auszugehen. Dann wäre als 
Diagnose am ehesten eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) im Sinne 
einer depressiven Reaktion zu diagnostizieren gewesen. Aktuell sei die 
Beschwerdeführerin jedoch als arbeitsfähig zu betrachten. Der Umstand, 
dass einer der Belastungsfaktoren in der Arbeitsplatzstelle lag, sei eindeu-
tig als krankheitsfremder Faktor zu bezeichnen (S. 9). Selbst für den Fall, 
dass eine krankheitswertige Symptomatik aufgetreten sei – was vom unter-
zeichnenden Psychiater im Hinblick auf die Krankheitswertigkeit so nicht 
nachvollzogen werde – so sei aus versicherungsmedizinischer Sicht allen-
falls von einer Minderung der Arbeitsfähigkeit über maximal einige Wochen 
von Januar 2017 bis Ende März 2017 auszugehen (S. 10). Aktuell sei die 
Beschwerdeführerin als wieder (weitgehend) arbeitsfähig zu bezeichnen. 
Es liege weder eine akute psychiatrische Erkrankung noch eine psychische 
Gesundheitsschädigung vor (S. 11).

3.1.2 Der leitende Arzt med. pract. C.________, praktischer Arzt und 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und die Psychologin 
D.________ der psychiatrischen Dienste E.________ nannten in ihrem 
Bericht vom 19. Juli 2017 (AB 18) eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 
F33.11), aktuelle Episode seit Sommer 2016, und eine posttraumatische 
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) seit 2002 als Diagnosen mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Nach einer ersten depressiven Episode 
nach dem Unfalltod der Tochter 2002 habe die Beschwerdeführerin eine 
posttraumatische Symptomatik entwickelt, die bis heute vorhanden sei 
(S. 2). Diese posttraumatische Symptomatik habe in den letzten Jahren im 
Zusammenhang mit Triggern und dem Stressniveau der Beschwerdeführe-
rin geschwankt. Zirka im Sommer 2016 sei es zu einer allmählichen Ent-
wicklung einer erneuten depressiven Episode gekommen. In der Zeit vom 
8. Februar 2017 bis zum 31. Juli 2017 wurde eine 100 %ige Arbeitsun-
fähigkeit attestiert (S. 5). Gegenwärtig seien alle Aufgaben unzumutbar, die 
Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, Tätigkeiten mit Leistungsan-

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spruch aufzunehmen. Zurzeit befinde sie sich in einer tagesklinischen 
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung.

3.1.3 Im Verlaufsbericht vom 26. Oktober 2017 (AB 33 S. 3 ff.) hielten 
Dr. med. C.________ und die Psychologin D.________ fest, dass sich der 
Gesundheitszustand verbessert habe und die rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom 
(ICD-10: F33.11), nun teilremittiert sei. Die depressive Symptomatik habe 
deutlich reduziert werden können, es seien zum aktuellen Zeitpunkt noch 
eine erhöhte Ermüdbarkeit sowie Konzentrationsstörungen vorhanden. Die 
posttraumatische Symptomatik habe durch traumafokussierte Interventio-
nen reduziert werden können, bei Triggern könnten weiterhin starke Ge-
fühlsaktivierungen erfolgen. Bis zum 19. November 2017 sei von der Ta-
gesklinik eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ab dem 20. November 
2017 scheine eine Teilarbeitsfähigkeit von 50 % realistisch (S. 4).

3.1.4 Im Gutachten vom 22. Februar 2018 (AB 39.1) diagnostizierte 
Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige 
depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.01 bzw. 
F33.11), eine subsyndromale posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 
F43.1) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit leistungsorientierten 
Anteilen (ICD-10: Z73.1 [S. 33]). Die Persönlichkeitsakzentuierung per se 
sei nicht als krankheitswertig bzw. als Normvariante anzusehen. Es sei 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bereits in früheren Jah-
ren (zumindest 2002) ein depressives Störungsbild gezeigt haben dürfte, 
welches behandlungsbedürftig gewesen sei, und im Längsschnitt sei von 
einem Verlauf mit mehreren depressiven Zustandsbildern bzw. Episoden 
auszugehen (S. 32). Längsschnittdiagnostisch könne also von einer rezidi-
vierenden depressiven Störung (ICD-10: F33) bzw. nosologisch von einer 
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige 
depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.01 bzw. 
F33.11), ausgegangen werden, was im Übrigen aktenkongruent sei. Die 
depressive Entwicklung sah der Gutachter nicht nur im Kontext grosser 
Verluste bzw. insbesondere des Verlusts der Tochter, wie auch der Ar-
beitsstelle Ende 2016, sondern auch im Zusammenhang mit den auffälligen 

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Persönlichkeitsmerkmalen einer hohen Leistungsbereitschaft, einem gros-
sen Leistungswillen, einer Tendenz sich selber zu übernehmen und einem 
hohen Gerechtigkeitssinn (S. 27). Diese auffälligen Persönlichkeitsmerkma-
le seien im Sinne einer Normvariante bzw. als akzentuierte Persönlich-
keitszüge (ICD-10: Z73.1) mit insbesondere hoher Leistungsorientierung zu 
verorten. Im Zusammenhang mit dem traumatischen Verlust der Tochter im 
Jahr 2002 und einer wahrscheinlichen Retraumatisierung im Zusammen-
hang mit dem schwer anmutenden Autounfall des Sohnes im Februar 2016 
stelle sich die Frage einer Traumafolgestörung bzw. einer posttraumati-
schen Belastungsstörung (S. 32). Insbesondere aufgrund des Fehlens von 
Nachhallerinnerungen könne nicht von einem Vollbild einer posttraumati-
schen Belastungsstörung ausgegangen werden, diagnostisch solle viel-
mehr eine subsyndromale posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 
F43.1) festgehalten werden (S. 33). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führte 
der Gutachter aus, dass von Seiten der Persönlichkeitsakzentuierung per 
se keine Einschränkung zu erwarten sei, allerdings könne diese eine de-
pressive Entwicklung bzw. Akzentuierung begünstigen (S. 35). Einschrän-
kend für die Arbeitsfähigkeit seien hingegen die Befunde im Kontext der 
depressiven Störung. Vor allem die psychomotorische und gedankliche 
Verlangsamung und die Antriebsstörung mit vorzeitiger Erschöpfbarkeit 
würden die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht beeinträchtigen. Ange-
sichts des Fehlens kognitiver Störungen seien keine relevanten Einschrän-
kungen in qualitativer Hinsicht zu erwarten. Aufgrund der unauffälligen Ta-
gesgestaltung mit keinen erschöpfungsbedingten Pausen zu Hause sei 
davon auszugehen, dass aktuell ein Arbeitspensum von 60 % realistisch 
sein sollte, wenn dieses auf fünf Tage pro Woche verteilt werde. Zusam-
menfassend bestehe bezüglich einer Leitungsfunktion eine volle Arbeitsun-
fähigkeit, für eine Tätigkeit ohne Leitungsfunktion in den Bereichen Haus-
wirtschaft oder als Verkäuferin sei von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % aus-
zugehen (S. 36). Unter Optimierung der Behandlung und unter Einbezug 
der Behandler sollte diese schrittweise alle zwei bis drei Monate um 10 % 
erhöht werden können, wobei eine Arbeitsfähigkeit von 80 % binnen eines 
halben Jahres realistisch sein dürfe. Bezüglich des Verlaufs könne auf die 
Daten der Behandler abgestellt werden, so dass vom 8. Februar 2017 bis 
zum 19. November 2017 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit, ab dem 

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20. November 2017 von einer 50 % Arbeitsfähigkeit und ab Datum des 
Gutachtens von einer solchen von 60 % auszugehen sei.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 23. Mai 2018 (AB 47) auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
F.________ vom 22. Februar 2018 (AB 39.1) gestützt. Dieses Gutachten 
erfüllt im Grundsatz die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.2 
hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nach-
vollziehbar, umfassend und einlässlich begründet, so dass grundsätzlich 
darauf abgestellt werden kann.

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3.3.1 Soweit der Gutachter allerdings eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne 
somatisches Syndrom (ICD-10: F33.01 bzw. F33.11 [AB 39.1 S. 32]), 
festhält und hieraus eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit ableitet 
(S. 35 f.), ist dies bereits hinsichtlich der Diagnosestellung nicht nachvoll-
ziehbar. Denn der psychiatrische Gutachter der zuständigen Taggeldversi-
cherung Dr. med. B.________ hat aufgrund der bereits im Frühjahr 2017 
erhobenen psychopathologischen Befunde in seinem Gutachten vom 
20. Mai 2017 (AB 2.2) die Diagnose einer Depression mit nachvollziehbarer 
Begründung verneint (S. 8 f.), was überzeugt. Daran ändert entgegen den 
Ausführungen des Psychiaters des Regionalen Ärztlichen Dienstes (vgl. 
AB 22 S. 2) nichts, dass Dr. med. B.________ über keine früheren medizi-
nischen Berichte der zuvor behandelnden Ärzte verfügte, sagen doch sol-
che über den aktuellen Befund nichts aus. Und die Aufnahme der Behand-
lung in der Tagesklinik der psychiatrischen Dienste E.________ erfolgte 
erst am 29. Mai 2017 (vgl. AB 18 S. 3), mithin zwei Monate nach der Be-
gutachtung durch Dr. med. B.________, weshalb ihm die entsprechenden 
Berichte gar nicht vorliegen konnten. Ein halbes Jahr nach der Begutach-
tung durch Dr. med. B.________ – und damit kurze Zeit vor der Untersu-
chung durch Dr. med. F.________ – haben die behandelnden Ärzte der 
psychiatrischen Dienste E.________ im Bericht vom 26. Oktober 2017 
(AB 33 S. 3 ff.) gar festgehalten, dass die depressive Symptomatik durch 
psychologische Gespräche und ohne psychiatrische Medikation deutlich 
habe reduziert werden können und neben Konzentrationsstörungen ledig-
lich noch eine erhöhte Ermüdbarkeit vorhanden sei. Anlässlich seiner Be-
gutachtung konnte Dr. med. F.________ denn auch keine kognitiven 
Störungen mehr feststellen, womit von einer relevanten Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hinsicht nicht auszugehen ist (AB 39.1 
S. 35). Dass die Beschwerdeführerin unter Stimmungsschwankungen lei-
det, ändert daran nichts. Einerseits wirken sich diese nicht auf die Arbeits-
fähigkeit aus. Andererseits ist mit dem Gutachter davon auszugehen, dass 
eine Behandlung erforderlich (und auch zumutbar) ist (S. 34): Im Rahmen 
der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht kann somit eine entspre-
chende Behandlungsmassnahme von der Beschwerdeführerin gefordert 
werden, liegt doch die (Rest)Symptomatik der depressiven Störung gemäss 
dem psychiatrischen Gutachter einzig noch in einer psychomotorischen 

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und gedanklichen Verlangsamung und Antriebsstörung mit vorzeitiger Er-
schöpfbarkeit (S. 35). Eine solche lässt sich gerichtsnotorisch medika-
mentös ohne weiteres behandeln und es kann damit eine rasche Steige-
rung der Arbeitsfähigkeit auch in quantitativer Hinsicht erwartet werden, wie 
dies Dr. med. F.________ im Gutachten festhält (S. 35 f). Entgegen der 
Auffassung der behandelnden Ärzte und der behandelnden Psychologin in 
ihrer Stellungnahme vom 11. April 2018 (AB 44 S. 3 f.) zum Einwand gegen 
den Vorbescheid vom 16. April 2018 (AB 44) ist es denn unter den gege-
benen Umständen mit Bezug auf die von der Beschwerdeführerin bean-
spruchten Leistungen der IV auch nicht ihre Sache als Patientin, nach ei-
genem Gutdünken und dem jeweils gerade vorliegenden Befinden zu be-
stimmen, welche Therapiemassnahmen für sie selber geeignet und ausrei-
chend sind.

3.3.2 Dass der Gutachter Dr. med. F.________ zudem die von den be-
handelnden Ärzten und der Psychologin der psychiatrischen Dienste 
E.________ (AB 18 und AB 33 S. 3 ff.) gestellte Diagnose einer posttrau-
matischen Belastungsstörung im Sinne der ICD-10 F43.1 übernimmt und 
diese unter die Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sub-
sumiert, ist nicht uneingeschränkt nachvollziehbar. Zwar führt der Gutach-
ter diese Diagnose mit dem Zusatz „subsyndromal“ auf und hält fest, dass 
insbesondere aufgrund des Fehlens von Nachhallerinnerungen nicht von 
einem Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgegangen 
werden kann (AB 39.1 S. 33). Weshalb er dieser Diagnose dann aber einen 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumisst, ist nicht schlüssig, denn er räumt 
dieser – anders als etwa den akzentuierten Persönlichkeitszügen – keine 
Wechselwirkung ein (vgl. S. 39 i.V.m. S. 33). Insoweit ist auch auf das Gut-
achten von Dr. med. B.________ vom 20. Mai 2017 (AB 2.2 S. 8 f.) hinzu-
weisen, in welchem der Ertrinkungstod der Tochter im Alter von drei Jahren 
durchaus als ein die Beschwerdeführerin besonders belastendes Ereignis 
gewürdigt wird, indessen die daraus abgeleiteten Einflüsse und Reaktionen 
nicht als relevant zur Stellung der eigenständigen Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung erachtet werden. Wie die Beschwerde-
gegnerin in der Beschwerdeantwort vom 19. Juli 2018 richtig festhält, ist 
eine posttraumatische Belastungsstörung gemäss den diagnostischen Leit-
linien der internationalen Klassifikation psychischer Störungen ICD-10 (DIL-

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LING/MOMBOUR/SCHMIDT [HRSG.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 207 ff.) innerhalb eines halben Jahres seit dem traumatisierenden 
Ereignis zu diagnostizieren. Seit dem Ertrinkungstod der Tochter sind mehr 
als fünfzehn Jahre vergangen, weshalb nicht nachvollziehbar ist, dass ent-
gegen der diagnostischen Leitlinien zu Beginn des Jahres 2018 eine post-
traumatische Belastungsstörung diagnostiziert wird. Es war der Beschwer-
deführerin zudem trotz dieses Ereignisses während vieler Jahre möglich, 
voll erwerbstätig zu sein (vgl. AB 8 S. 3). Das Unfallereignis ihres Sohnes 
im Jahr 2016, welcher mit dem Auto verunfallt und in einen Fluss gestürzt 
ist, war sodann höchstens geeignet, im Rahmen einer Anpassungsstörung 
oder einer anderweitigen depressiven Reaktion (ICD-10: F43) das mehrere 
Jahr zuvor Erlebte vorübergehend wieder zu aktivieren, wie Dr. med. 
B.________ überzeugend festgehalten hat (vgl. dazu AB 2.2 S. 9). Von 
einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit ist vorliegend deshalb nicht auszugehen. 

3.4 Selbst wenn mit dem psychiatrischen Gutachter aufgrund der von 
ihm diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
leichte bis mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: 
F33.01 bzw. ICD-10: 33.01), von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von 40 % (mit einer als realistisch bezeichneten Steigerung der Arbeits-
fähigkeit auf 80 % binnen eines halben Jahres) ausgegangen würde 
(AB 39.1 S. 36), könnte ihm rechtlich nicht ohne weiteres gefolgt werden. 
Vielmehr ist unter dieser Prämisse die rechtliche Ausgewiesenheit der at-
testierten Arbeitsunfähigkeit nach Massgabe der einschlägigen Indikatoren 
zu prüfen (vgl. E. 2.3 hiervor). 

3.4.1 Vorab ist festzuhalten, dass hier keine Ausschlussgründe im Sinne 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegen (BGE 141 V 281 E. 2.2 
S. 287 f. unter Hinweis auf BGE 131 V 49). Insbesondere fand der Gutach-
ter keine Hinweise auf Aggravation und ähnliche Erscheinungen (AB 39.1 
S. 37). 

3.4.2 Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist – was die Ausprägung 
der diagnoserelevanten Befunde und Symptome anbelangt (vgl. BGE 141 
V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) – festzuhalten, dass das depressive Geschehen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2018, IV/18/469, Seite 13

gemäss dem grundsätzlich beweiskräftigen psychiatrischen Gutachten vom 
22. Februar 2018 (AB 39.1) nur leicht bis mittelgradig ausgeprägt ist 
(S. 32), was im Lichte der Untersuchungsbefunde sowie des geschilderten 
Tagesablaufs bzw. der Aktivitäten (S. 20 f.) überzeugt. Das Beschwerdebild 
der posttraumatischen Belastungsstörung wurde bereits vom Gutachter nur 
als subsyndromale Diagnose festgehalten (S. 32) und kann versicherungs-
rechtlich nicht als eigene Diagnose berücksichtigt werden (vgl. E. 3.3.2 
vorstehend). Die zudem diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge 
sind gemäss dem psychiatrischen Gutachter im Sinne einer Normvariante 
zu verorten und haben keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 39.1 
S. 27). Wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 
23. Mai 2018 (AB 47 S. 2) zu Recht festhält, sind die diagnostizierten Be-
funde und Symptome nur leicht bis maximal mittelgradig ausgeprägt. 

Bezüglich „Behandlungserfolg bzw. -resistenz“ (vgl. BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist anzumerken, dass der psychiatrische Gutachter 
eine Weiterführung der bestehenden psychotherapeutischen Behandlung 
empfiehlt (AB 39.1 S. 34). Daneben sei eine medikamentöse Therapie er-
forderlich und diese der Beschwerdeführerin durchaus zumutbar. Eine The-
rapieresistenz ist damit nicht gegeben. 

Hinsichtlich des Indikators der „Komorbiditäten“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.) hat sich gezeigt, dass die Diagnose der subsyndromal diagnosti-
zierten posttraumatischen Belastungsstörung nicht zu berücksichtigen ist 
(vgl. E. 3.3.2 hiervor). Bei den daneben von Dr. med. F.________ diagnos-
tizierten akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) handelt es 
sich um eine Diagnose aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Klas-
sifikations-Systems; gemäss Gutachter (AB 39.1 S. 27 und S. 22) ist sie mit 
einer hohen Leistungsorientierung verbunden, womit der Störung keine 
ressourcenhemmende Wirkung zukommt und diese keine rechtlich bedeut-
same Komorbidität darstellt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
9. Mai 2018, 9C_899/2017, E. 4.2.3).

3.4.3 Dafür, dass bei der Beschwerdeführerin der Komplex Persönlich-
keit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) einer Erwerbstätigkeit entgegensteht, 
bestehen keine Anhaltspunkte. Insbesondere liegt keine Persönlichkeitss-
törung vor, sondern allein akzentuierte Persönlichkeitszüge, welche als Z-

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Diagnosen nicht ressourcenhemmend sind (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Wie die 
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 23. Mai 2018 
(AB 47) richtig ausführt, verfügt die Beschwerdeführerin mit ihrer Arbeits-
motivation, ihrer guten und vielseitigen Ausbildung und der langjährigen 
Berufserfahrung in verschiedenen Berufszweigen über gute Ressourcen. 

3.4.4 Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
ist festzuhalten, dass dieser bei der Beschwerdeführerin objektiv und sub-
jektiv geordnet ist: Sie lebt in einer stabilen Beziehung, pflegt rege soziale 
Kontakte, besorgt den Haushalt selbstständig und geht verschiedenen 
Hobbies nach (AB 39.1 S. 21). Damit bestehen durchaus mobilisierende 
Ressourcen, auf welche die Beschwerdeführerin zurückgreifen kann.

3.4.5 Zusammenfassend fehlt es nach dem Dargelegten in der Gesamt-
betrachtung an den erforderlichen funktionellen Auswirkungen der diagnos-
tizierten rezidivierenden depressiven Störung. So zeigt die Indikatorenprü-
fung gemäss BGE 141 V 281 im Komplex Gesundheitsschaden (Ausprä-
gung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Komorbidität; Be-
handlungs- und Eingliederungserfolg bzw. -resistenz) keine negative Beein-
flussung. Vielmehr sind sich die behandelnden Ärzte und auch der psychia-
trische Gutachter einig, dass die psychiatrische Behandlung weitergeführt 
werden sollte (AB 18 S. 4 und AB 39.1 S. 34) und es liegen keine ein-
schränkenden Komorbiditäten vor (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Die Beschwerde-
führerin verfügt im Bereich des sozialen Kontexts über genügend Ressour-
cen zur medizinisch zumutbaren Willensanstrengung zur Bewältigung die-
ser Defizite. Eine Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) erü-
brigt sich vor diesem Hintergrund (vgl. Entscheid des BGer vom 21. April 
2016, 9C_367/2015, E. 4).

4.

Nach dem Dargelegten fehlt es bei der Beschwerdeführerin an einem inva-
lidisierenden Gesundheitsschaden, weshalb sie weder einen Anspruch auf 
eine IV-Rente noch auf Eingliederungsmassnahmen hat. Die angefochtene 
Verfügung vom 23. Mai 2018 (AB 47) ist deshalb nicht zu beanstanden. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2018, IV/18/469, Seite 15

dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist ab-
zuweisen.

5.

5.1  Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1‘000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder die Beschwerdefüh-
rerin (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) noch 
die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt des 
Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 

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- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.