# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 689e9cff-e5b2-5947-a92f-091e3d03a94a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2009 C-195/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-195-2009_2009-08-21.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-195/2009/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Adrian Brand.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung für B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-195/2009

Sachverhalt:

A.
B._______ (geboren  [...]  1967,  nachfolgend:  Gesuchsteller  bzw. 
Eingeladener),  sri-lankischer  Staatsangehöriger,  beantragte  am  27. 
August  2008  bei  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Colombo  ein 
Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei seinem im Kan-
ton  Zürich  lebenden  Schwager  A._______. Nach  formloser  Ver-
weigerung übermittelte die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur 
Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber Ab-
klärungen zum beabsichtigten Besuchsaufenthalt vorgenommen hatte, 
wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 11. De-
zember 2008 ab.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom 
9. Januar 2009 beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung sowie die Gutheissung des Ge-
suchs um Bewilligung der Einreise.

D.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 6. März 2009 
die Abweisung der Beschwerde.

E.
Mit Verfügung vom 11. März 2009 erhielt der Beschwerdeführer unter 
Fristansetzung die Gelegenheit, zur vorinstanzlichen Vernehmlassung 
allfällige Bemerkungen und entsprechende Beweismittel einzureichen. 
Der  Beschwerdeführer  machte  von  dieser  Möglichkeit  keinen  Ge-
brauch.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Seite 2

C-195/2009

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-
teilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. 
Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 

Seite 3

C-195/2009

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20],  Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung 
[VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung 
[EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, 
SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie 
C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der 
in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthalts-
zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

Seite 4

C-195/2009

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt der Be-
schwerdeführer als sri-lankischer Staatsangehöriger der Visumspflicht. 

6.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der  Umset-
zung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, 
SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden nach neuem Recht fortgeführt 
(Art. 57 VEV).

7.

7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht. 

7.3 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4% gewachsen. Das 
Pro-Kopf-Einkommen betrug 1'350 USD, das Bruttoinlandprodukt (BIP) 
27 Mrd. USD. Für  2008  wird  erneut  ein  hohes Wirtschaftswachstum 
von über 6% erwartet. Ein Problem für die weitere wirtschaftliche Ent-
wicklung  ist  zunehmend die  Inflation,  die  2007  mit  einer  Jahresrate 
von deutlich über 15% nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. 
Die Arbeitslosigkeit  beträgt  seit  längerer Zeit  ungefähr  7%. Die wirt-
schaftliche Entwicklung Sri  Lankas weist  allerdings grosse regionale 
Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Co-
lombo, die fast  die  Hälfte  der  gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. 
Demgegenüber  bleiben  breite  Bevölkerungsschichten  vor  allem  im 

Seite 5

C-195/2009

Norden und Osten des Landes von vergleichsweise schwierigen öko-

nomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen (Quelle: Deut-

sches  Auswärtiges  Amt,  <http://www.auswaertiges-amt.de>,  Länder, 

Reisen  und  Sicherheit  >  Sri  Lanka  >  Wirtschaft,  Stand:  November 

2008).

Darüber  hinaus  verschlechterte  sich  die  Sicherheitslage  im  ganzen 
Land seit 2006 wieder, nachdem erneut Kämpfe zwischen dem Militär 
und der "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) ausgebrochen wa-
ren. Davon besonders betroffen waren der Osten und Norden Sri Lan-
kas; Anschläge – auch auf zivile Ziele – kamen jedoch im ganzen Land 
vor. Zudem hatte die Regierung im Januar 2008 das Waffenstillstands-
abkommen mit der LTTE offiziell per 16. Januar 2008 gekündigt. Seit-
her hatten die Gefechte im Norden des Landes zugenommen, wobei 
jedoch auch die Hauptstadt Colombo mehrfach von Anschlägen betrof-
fen war (Quellen: Deutsches Auswärtiges Amt, a.a.O, Länder, Reisen 
und Sicherheit > Sri Lanka > Reise- und Sicherheitshinweis/Teilreise-
warnung, Stand: 23. März 2009, sowie Eidgenössisches Departement 
für  auswärtige  Angelegenheiten  [EDA],  <http://www.eda.admin.ch>, 
Reisehinweise  >  Reiseziele  >  Sri  Lanka,  Stand:  9.  März  2009;  vgl. 
auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1739/2008 vom 3. April 
2009 E. 7.2 sowie BVGE 2008/2 E. 7.2 bis 7.5). 

In den vergangenen Wochen und Monaten war die sri-lankische Armee 
in die letzten von den tamilischen Rebellen kontrollierten Gebiete vor-
gerückt und hatte die LTTE weiter zurückgedrängt. Nach einem über 
zwanzigjährigen bewaffneten Konflikt legten die LTTE am 17. Mai 2009 
die Waffen nieder. Die Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen in 
Sri Lanka haben viele Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert. Meh-
rere hunderttausend Menschen wurden aus ihren Wohnorten vertrie-
ben. Die Lage in den ehemaligen Konfliktzonen im Norden, Osten und 
im Yala Nationalpark ist weiterhin unübersichtlich; das politische Klima 
bleibt gespannt. Auch nachdem die Regierung Sri Lankas die Kämpfe 
mit den Rebellen der LTTE für beendet erklärt hat, kann eine Fortset-
zung  des  Guerilla-Krieges  durch  einzelne  LTTE-Gruppen  mit  unter 
Umständen landesweiten Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden 
(Quellen:  Deutsches  Auswärtiges  Amt,  a.a.O,  Länder,  Reisen  und 
Sicherheit  >  Sri  Lanka  >  Reise-  und  Sicherheitshinweis/Teilreise-
warnung,  Stand: 26. Mai  2009,  sowie  EDA,  a.a.O.,  Reisehinweise > 
Reiseziele > Sri Lanka, Stand: 22. Mai 2009).

Seite 6

C-195/2009

7.4 Die Tendenz zur Auswanderung zeigt sich erfahrungsgemäss be-
sonders stark bei  jüngeren und ungebundenen Personen, aber auch 
sozial eingebundene Menschen reiferen Alters fassen oft diesen Weg 
ins  Auge.  Ein  bestehendes  soziales  Beziehungsnetz  (Freunde  oder 
Verwandte) im Ausland ist ein wichtiges Element, das den Auswande-
rungswillen noch akzentuieren kann. Es gilt  nach Möglichkeit  zu ver-
hindern, dass Gesuchsteller ihre Anwesenheit in der Schweiz – entge-
gen der ursprünglichen Absichtserklärung – dazu nutzen, ein Asylge-
such einzureichen oder  die  fristgerechte  Wiederausreise  auf  andere 
Weise zu umgehen. Die schwierige Lage des Landes spiegelt sich im 
Übrigen in der schweizerischen Asylstatistik wider, in der Sri Lanka im 
Jahre 2008 mit 1'262 Gesuchen die fünftgrösste Gruppe von Asylsu-
chenden stellte, wobei sich die Anzahl der Gesuche wegen der Eska-
lation des bewaffneten Konfliktes im Vergleich zum Vorjahr fast verdop-
pelt  hat. Dieser Trend setzte sich in den ersten vier Monaten dieses 
Jahres fort: In dieser Zeitspanne reichten bereits 587 Personen aus Sri 
Lanka in der Schweiz ein Asylgesuch ein, nachdem im gleichen Zeit-
raum  des  Vorjahres  noch  275  Gesuche  gestellt  worden  waren  (vgl. 
BFM-Asylstatistik 2008 vom 12. Januar 2009, S. 4 und 9, Monatsstatis-
tiken  2008  und  2009,  im  Internet  unter:  <http://www.bfm.admin.ch>, 
Themen > Statistiken).

8.
8.1 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt  einer Gesuch-
stellerin oder einem Gesuchsteller im Heimatland beispielsweise eine 
besondere berufliche,  gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, 
kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose 
Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt  muss bei Antragstellerinnen 
und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtun-
gen haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes 
Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch 
eingeschätzt werden.

8.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen verheirateten 41 jäh-
rigen Mann und Vater dreier Kinder, welcher aus dem Osten Sri Lan-
kas stammt. Der Gesuchsteller hat seinen Wohnsitz in Batticaloa, hält 
sich zurzeit aber in Trincomalee auf, wo er gemäss eigenen Angaben 
ein eigenes Kleidergeschäft führt. Beide Orte liegen in der Ostprovinz 
und gehören zu einem Krisengebiet  mit  besonders grossem Migrati-

Seite 7

C-195/2009

onsdruck. Das Risiko einer nicht fristgerechten Ausreise muss deshalb 
grundsätzlich als entsprechend hoch bezeichnet werden. Gemäss dem 
in Kopie eingereichten Kontoauszug betrug der Saldo zu Gunsten des 
Gesuchstellers am 22. August 2008 505'416.08 LKR (srilankische Ru-
pien), was dem Gegenwert von ungefähr 4'685.-- CHF entspricht. Zwar 
besitzt  der  Gesuchsteller  gemäss eigenen Angaben zudem Land im 
Wert von 21 LKHS (2'100'000 srilankische Rupien), was einem Gegen-
wert von ca. 19'493.-- CHF entspricht, und führt ein eigenes Kleiderge-
schäft. Trotzdem dürfte er  kaum in wirtschaftlich sehr günstigen Ver-
hältnissen leben, die ihn verlässlich von einer Emigration abzuhalten 
vermöchten, zumal ausser der Reise sämtliche mit dem Besuchsauf-
enthalt  verbundenen Kosten nicht vom Gesuchsteller selbst,  sondern 
vom Gastgeber  übernommen  würden  (vgl.  Ziff.  20  des  persönlichen 
Einreisegesuches).  Den  Akten  lassen  sich  auch  keine  Hinweise  auf 
besondere berufliche, familiäre oder gesellschaftliche Verpflichtungen 
des Gesuchstellers in Sri Lanka entnehmen. Der Gesuchsteller macht 
im Schreiben vom 13. August  2008 geltend, er sei  verheiratet,  Vater 
von drei Kindern und könne nicht lange in der Schweiz bleiben, da in 
Sri Lanka Entführungen und Ermordungen stattfänden. Der Beschwer-
deführer macht in seiner Rechtsmitteleingabe vom 9. Januar 2009 im 
Widerspruch dazu geltend,  der  Gesuchsteller  habe zwei  Kinder  und 
lebe mit seiner Familie im von der Regierung und nicht von der Befrei-
ungsorganisation  kontrollierten  Teil  Sri  Lankas. Der  geplante  Ferien-
aufenthalt  des Gesuchstellers in  der Schweiz von drei  Monaten und 
die  damit  verbundene  lange Abwesenheit  von seinem Geschäft  und 
seiner  Familie deutet  nicht  auf  berufliche oder familiäre Verpflichtun-
gen hin, welche den Gesuchsteller ernsthaft von einer Emigration ab-
halten könnten. Zudem lebt der Schwager des Gesuchstellers in der 
Schweiz.  Der  Gesuchsteller  verfügt  demnach  über  ein  bestehendes 
verwandtschaftliches soziales Beziehungsnetz in der Schweiz, was ei-
nen  allenfalls  bestehenden  Auswanderungswillen  noch  akzentuieren 
könnte.  Vor  diesem  Hintergrund  müssen  die  Beteuerungen  auf  Be-
schwerdeebene,  wonach  genügend  Garantien  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise vorhanden seien, als nicht ausschlaggebend bezeich-
net werden.

9.
Gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen durfte  die  Vorinstanz  zu 
Recht davon ausgehen, die Wiederausreise des Gesuchstellers sei im 
Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. An der Rich-
tigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der 

Seite 8

C-195/2009

Beschwerdeführer die rechtzeitige Rückkehr des eingeladenen Schwa-
gers zugesichert  hat,  denn eine solche Garantie ist  trotz bester  und 
ehrlicher  Absichten  nicht  möglich  bzw.  rechtlich  nicht  durchsetzbar. 
Gastgeber können zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammen-
hang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Verhal-
ten ihrer  Gäste garantieren (vgl. anstelle vieler: Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts  C-204/2008  vom  5. März  2009  E.  8.4  und 
C-2618/2008 vom 26. Februar 2009 E. 11, mit weiteren Hinweisen).

10.
Aus den genannten Gründen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und dem Gesuchsteller die Ein-
reise verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist somit im Ergebnis 
rechtmässig  (Art. 49  VwVG). Die  Beschwerde ist  demnach abzuwei-
sen.

11.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdefüh-
rer die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die 
Verfahrenskosten sind  auf  Fr. 600.--  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 9

C-195/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 7. Februar 2009 geleisteten Kosten-
vorschuss gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Migrationsamt des Kantons Zürich

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Adrian Brand

Versand: 

Seite 10