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**Case Identifier:** f88e5127-a045-5747-b07d-a87f83d87450
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 01.05.2015 ZK1 2015 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-17_2015-05-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 01. Mai 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 17 19. Mai 2015
ZK1 15 16

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
Richter Michael Dürst und Schnyder
Aktuar Hitz

In der zivilrechtlichen Berufung und Beschwerde

der X._____, Berufungsklägerin, Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin, vertre-
ten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital, Stradun, 7550 Scuol, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 19. Januar 2015, 
mitgeteilt am 20. Januar 2015, in Sachen der Berufungsklägerin, Gesuchstellerin 
und Beschwerdeführerin gegen Y._____, Berufungsbeklagter, Gesuchsgegner 
und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Hess, Ca-
sa Sulegl, 7413 Fürstenaubruck, 

betreffend vorsorgliche Massnahmen (Grundbuchsperre) und Sistierung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Die Cousins zweiten Grades Y._____ und X._____ sind je zur Hälfte Mitei-
gentümer der Liegenschaft Nr. _____ in der Gemeinde A._____, welche mit einem 
Wohnhaus, der B._____, überbaut ist. Die Grundstücksfläche beträgt 1029 m2. 
Bewohnt wird die ganze Liegenschaft von Y._____ mit seiner Familie, welcher mit 
X._____ am 24. Juni 2010 einen bis 31. Juli 2015 befristeten Mietvertrag abge-
schlossen hat. Der eingelegten Korrespondenz zwischen den Parteien lässt sich 
entnehmen, dass in der Folge Differenzen bezüglich der Nutzung der Liegen-
schaft, der Abrechnung von Reparaturkosten und anstehenden Renovationen ent-
standen. Ebenso wenig konnten sich die Parteien hinsichtlich einer Übernahme 
des Miteigentumsanteils von X._____ durch Y._____ einigen. 

B. Am 24. September 2012 reichte Y._____ beim Vermittleramt des Bezirks 
Maloja gegen X._____ Klage auf richterliche Aufhebung des Miteigentumsverhält-
nisses und Anordnung einer Versteigerung des Grundstücks Nr. _____ in der 
Gemeinde A._____ unter den Parteien ein. X._____ beantragte die Abweisung der 
Klage; eventuell die Aufhebung des Miteigentums unter Anordnung einer öffentli-
chen Versteigerung. Eine Einigung konnte nicht erreicht werden, so dass die Kla-
gebewilligung am 20. Februar 2013 zugestellt wurde. In der Zwischenzeit wurde 
ein Angebot von Y._____, den Anteil von X._____ für Fr. 1.6 Mio. zu übernehmen, 
abgelehnt. Die Klageeinreichung ans Bezirksgericht Maloja erfolgte am 17. Mai 
2013. 

C. Mit Vertrag vom 22. August 2013 räumte Y._____ seiner Ehefrau C._____ 
ein lebenslängliches Nutzniessungsrecht an seinem Miteigentumsanteil ein. Am 
17. November 2014 tat X._____ es ihm gleich und räumte ihrem Ehemann 
D._____ ein solches Recht an ihrem Miteigentumsanteil ein. 

D. Am 30. November 2014 stellte X._____ ein Schlichtungsgesuch beim Be-
zirksgerichtspräsidium Maloja und verlangte die Feststellung, dass der von 
Y._____ mit seiner Ehefrau abgeschlossene Dienstbarkeitsvertrag nichtig, even-
tuell ungültig sei. Das Grundbuchamt sei anzuweisen, das Nutzniessungsrecht zu 
löschen. Mit Eingabe gleichen Datums ersuchte X._____ beim Bezirksgericht um 
Erlass vorsorglicher Massnahmen. Sie beantragte, die Sachvorbringen und Be-
weismittel im Massnahmeverfahren im Prozess über die Aufhebung des Miteigen-
tums als Noven zuzulassen. Der Miteigentumsanteil von Y._____ sei superprovi-
sorisch ohne seine vorherige Anhörung mit einer Grundbuchsperre zu belegen. 
Das Verfahren bezüglich der Aufhebung des Miteigentums sei zu sistieren und die 

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in jenem Verfahren angeordnete Schätzung der Liegenschaft aufzuschieben. Al-
lenfalls seien dem Schätzer ergänzende Weisungen zu erteilen. Zur Begründung 
wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Rechtsvertreter von Y._____ anläss-
lich der Einigungsverhandlung vor dem Bezirksgerichtspräsidium Maloja vom 28. 
Oktober 2014 beiläufig erwähnt habe, dass zu Lasten des Miteigentumsanteils von 
Y._____ ein lebenslängliches Nutzniessungsrecht zu Gunsten der Ehefrau von 
Y._____ eingetragen worden sei. Die Abklärungen hätten ergeben, dass in der Tat 
am 22. August 2013 – drei Tage vor Einreichung der Replik im Hauptverfahren – 
der fragliche Grundbucheintrag erfolgt sei. Rein vorsorglich habe X._____ ansch-
liessend am 17. November 2014 ebenfalls zu Gunsten ihres Ehemannes auf ihrem 
Miteigentumsanteil ein derartiges Nutzniessungsrecht eintragen lassen. Y._____ 
und seiner Ehefrau sowie dem Bezirksgerichtspräsidium Maloja sei aber am 27. 
November 2014 mitgeteilt worden, dass man bereit sei, diese Last umgehend zu 
löschen, sobald aufgrund eines Gerichtsurteils oder einer freiwilligen Löschungs-
bewilligung das vom Kläger eingetragene Nutzniessungsrecht gelöscht werde. 
Unter heutigem Datum (30. November 2014) sei gegen C._____ und Y._____ bei 
der Schlichtungsbehörde des Bezirks Maloja eine ordentliche Klage auf Feststel-
lung der Nichtigkeit eventuell Ungültigkeit des eingetragenen Dienstbarkeitsvertra-
ges vom 22. August 2013 rechtshängig gemacht worden. In rechtlicher Hinsicht 
werde von X._____ der Standpunkt vertreten, dass durch das eingetragene Nutz-
niessungsrecht eine korrekte Steigerung gemäss Art. 651 Abs. 2 ZGB auf un-
zulässige Weise erschwert beziehungsweise faktisch vereitelt werde. 

E. Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Dezember 2014 wies der verfah-
rensleitende Richter des Bezirksgerichts Maloja das Gesuch um Erlass einer su-
perprovisorischen Verfügung ab und setzte Y._____ Frist zur Einreichung einer 
Stellungnahme. Darin wurde am 23. Dezember 2014 beantragt, die Anträge von 
X._____ seien kostenfällig abzuweisen, mit Ausnahme, dass die Tatsache der auf 
beiden Miteigentumsanteilen eingetragenen Nutzniessungsrechte als Novum bei-
zuziehen sei und dass der ernannte Gutachter eine Marktwertschatzung ohne die 
Belastungen durchführen solle. In der Begründung wurde von Y._____ insbeson-
dere ausgeführt, die güterrechtlichen Verhältnisse zwischen ihm und seiner Ehe-
frau seien dergestalt, dass letztere gegenüber ihren Nachkommen nur mit einer 
Nutzniessung auf der fraglichen Liegenschaft abgesichert werden könne. Dass 
das Datum des Eintrags zeitlich eng mit der Replik zusammenfalle, sei rein zufäl-
lig. 

F. Mit Entscheid vom 19. Januar 2015, mitgeteilt am 20. Januar 2015, erkann-
te der Einzelrichter am Bezirksgericht Maloja wie folgt: 

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 "1. Das Gesuch wird abgewiesen.

2. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung)."

Der Einzelrichter hielt in den Erwägungen seines Entscheides fest, dass die Ein-
tragung einer Nutzniessung zugunsten der Ehefrau von Y._____ sowie die Anhe-
bung einer Nichtigkeits- respektive Ungültigkeitsklage neue Tatsachen darstellen 
würden, die als Noven im Sinne von Art. 229 ZPO zu berücksichtigen seien. So-
dann ziele die Schätzung der fraglichen Liegenschaft auf den Verkehrswert des 
Grundstückes ab, ohne Berücksichtigung nachträglich erfolgter Belastungen. Die 
Abweisung des Antrags auf Erlass einer Grundbuchsperre wurde im Wesentlichen 
damit begründet, dass X._____ nicht ausführe, welche Indizien Anlass für ihre Be-
fürchtungen, Y._____ könnte die Liegenschaft noch weiter belasten, sein könnten. 
Es sei weder eine Notwendigkeit noch eine Dringlichkeit für die Anordnung einer 
Verfügungsbeschränkung glaubhaft gemacht worden. Eine Sistierung des Verfah-
rens werde deshalb abgelehnt, weil eine Belastung eines Miteigentumsanteils mit 
Dienstbarkeiten einer Aufhebung des Miteigentums grundsätzlich nicht entgegen-
stehe. Eine Verkehrswertschätzung sei sowohl unter Berücksichtigung von Servi-
tuten als auch unter deren Vernachlässigung möglich.  

G. Gegen diesen Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 
19. Januar 2015 liess X._____ am 27. Januar 2015 Berufung beim Kantonsgericht 
von Graubünden mit den folgenden Rechtsbegehren erheben:

 "1. Ziff. 1 des Entscheids des Einzelrichters des Bezirksgerichts Maloja 
vom 19.01./20.01.2015 sei aufzuheben, soweit darin der Antrag vom 
30.11.2014 auf Erlass einer Grundbuchsperre während hängigem Ver-
fahren abgewiesen worden ist. 

2. Der im Eigentum des Berufungsbeklagten und Gesuchsgegners ste-
hende Miteigentumsanteil Nr. _____ im Grundbuch der Gemeinde 
A._____ sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme gestützt auf Art. 
56 GBVO mit einer Grundbuchsperre (Kanzleisperre) zu belegen, wo-
nach keinerlei Verfügungen ohne Zustimmung der anordnenden In-
stanz oder der Gesuchstellerin vorgenommen werden dürfen. Eventu-
ell sei die Grundbuchsperre (Kanzleisperre) auf die Eintragungen unter 
Dienstbarkeiten und Grundlasten zu beschränken. 

3. Das Grundbuchamt Maloja sei richterlich anzuweisen, die Grundbuch-
sperre (Kanzleisperre) gemäss vorstehender Ziff. 2 im Grundbuch der 
Gemeinde A._____ auf dem Miteigentumsanteil Nr. _____ grundbuch-
lich anzumerken.

4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beru-
fungsbeklagten und Gesuchsgegners."

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Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass die Belastung eines hälfti-
gen Miteigentumsanteils an einem Grundstück im Vorfeld einer Versteigerung des 
gesamten Grundstücks, auf welchem ein Wohnhaus stehe, ganz generell massive 
negative Auswirkungen auf ein späteres Steigerungsergebnis habe. Die eingetra-
gene Nutzniessung habe bei einer Versteigerung bloss unter den Parteien nur für 
jene wirtschaftlich stärkere Partei keinen Nachteil, welche in der Lage sei, die Lie-
genschaft zu ersteigern und danach die vorgängig auf dem eigenen Anteil einge-
tragene Nutzniessung mit dem Ehegatten löschen zu lassen, nicht aber für die 
wirtschaftlich schwächere Gegenpartei, welche auf einen möglichst hohen Steige-
rungserlös angewiesen sei. Das Kriterium des nicht leicht wieder gut zu machen-
den Nachteils für X._____ im Zusammenhang mit der Eintragung einer Nutznies-
sung auf dem Miteigentumsanteil der Gegenpartei sei damit erfüllt. Zudem könne 
Y._____ zusätzlich zu der bereits eingetragenen Nutzniessung zu Gunsten von 
C._____ gleich- oder nachrangige lebenslängliche Nutzniessungen zum Beispiel 
zu Gunsten der noch sehr jungen eigenen Nachkommen auf dem Miteigentums-
anteil Nr. _____ eintragen, um mit Blick auf eine Versteigerung den Wert der Lie-
genschaft noch weiter zu schmälern. Mit Ausnahme von Y._____ würde im Rah-
men einer von ihm klageweise verlangten Versteigerung – erfolge diese nur unter 
den zwei Miteigentümern oder auch öffentlich – niemand ein relevantes Interesse 
haben, die Liegenschaft Nr. _____ mit dem darauf befindlichen Wohnhaus und der 
darauf weiterhin bestehenden lebenslänglichen Nutzniessung zu ersteigern. 

H. Gegen den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 
19. Januar 2015 liess X._____ am 27. Januar 2015 ebenfalls Beschwerde beim 
Kantonsgericht von Graubünden mit den folgenden Rechtsbegehren erheben:

"1. Ziff. 1 des Entscheids des Einzelrichters des Bezirksgerichts Maloja 
vom 19.01./20.01.2015 sei aufzuheben, soweit darin der Antrag vom 
30.11.2014 auf Sistierung des Hauptverfahrens Proz. 115-2013-24 
abgewiesen worden ist. 

2. Das vor Bezirksgericht Maloja hängige Hauptverfahren Proz. 115-
2013-24 betreffend Aufhebung des Miteigentums sei zu sistieren, bis 
die zu Lasten des Miteigentumsanteils _____ eingetragene Last: 
"Nutzniessungsrecht zugunsten von C._____, 18.04.1967/22.08.2013 
Beleg 1806" im Grundbuch der Gemeinde A._____ entweder aufgrund 
eines Gerichtsurteils oder einer Löschungsbewilligung der Nutznies-
sungsberechtigten grundbuchlich gelöscht oder die hängige Klage auf 
Löschung des Nutzniessungsrechts rechtskräftig abgewiesen worden 
ist.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Be-
schwerde- und Gesuchsgegners."

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Werde im Verfahren Proz. 115-2013-24 über die von Y._____ verlangte Versteige-
rung entschieden, ohne vorgängig die Frage der Rechtmässigkeit der auf dessen 
Miteigentumsanteil Nr. _____ eingetragenen Nutzniessung zu beantworten, werde 
bei Gutheissung der Aufhebungsklage im Ergebnis die Versteigerung des Grunds-
tücks mit der auf dem Miteigentumsanteil Nr. _____ eingetragenen Nutzniessung 
richterlich verfügt. Gelange dann das Gericht im zweiten, durch X._____ im No-
vember 2014 rechtshängig gemachten Prozess im Rahmen eines erst später er-
gehenden Urteils zum Schluss, dass die eingetragene Nutzniessung ungültig sei, 
würden sich im Ergebnis zwei sich widersprechende Urteile gegenüber stehen, 
was Art. 126 ZPO ausdrücklich vermeiden wolle. Damit sei gleichzeitig erstellt, 
dass ohne Sistierung des beim Bezirksgericht Maloja hängigen Miteigentumsauf-
hebungsverfahrens im Proz. 115-2013-24 X._____ ein nicht leicht wiedergutzu-
machender Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO drohe. Die Beurteilung 
eines Sistierungsantrags erfordere in der Regel eine Interessenabwägung, indem 
das Gericht das Interesse an der Sistierung dem gegenteiligen Interesse an der 
Beschleunigung des Verfahrens gegenüberstelle und den Grad der Abhängigkeit 
vom Ausgang des anderen Verfahrens mitberücksichtige. Die Vorinstanz habe 
eine solche Interessenabwägung nicht vorgenommen. 

I. Y._____ liess in seiner Berufungsantwort vom 12. Februar 2013 die vollum-
fängliche Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolge bean-
tragen. Es könne durchaus zutreffen, dass in einer öffentlichen Versteigerung 
durch den Eintrag der Nutzniessung ein geringerer Preis erzielt werden könne. 
Das Ziel der Eheleute Y.C._____ sei die Absicherung der Ehefrau gewesen. Auf-
grund der güterrechtlichen Verhältnisse könne im vorliegenden Fall die Ehefrau 
gegenüber ihren Nachkommen in optimaler Weise nur mit einer Nutzniessung auf 
der Liegenschaft abgesichert werden. Dass das Datum des Eintrages zeitlich eng 
zusammen mit der Replik falle, sei rein zufällig. Der Eintrag von Nutzniessungen 
für die Kinder wäre völlig widersinnig, da Y._____ beabsichtigt habe, seiner Ehe-
frau für den Fall seines Todes den Verbleib im Haus zu ermöglichen. Wenn er dies 
gleichzeitig für die Kinder machen würde, wäre dies ein kompletter Widerspruch 
und würde die Interessen der Ehefrau verletzen.  

J. In seiner Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2015 liess Y._____ die voll-
umfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
beantragen. Die Sistierung werde von X._____ damit begründet, dass die Verstei-
gerungsart wesentlich vom Ausgang des zweiten angestrengten Verfahrens um 
Anfechtung der Nutzniessung abhängen könne. Weil das Verfahren um Anfech-
tung schlicht keinen Erfolg haben könne, dürfe es nicht dazu herhalten, das vorlie-

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gende Aufhebungsverfahren um Miteigentum aufzuschieben. Deshalb sei die Be-
schwerde abzuweisen. 

K. In ihren Stellungnahmen mit Gegenbemerkungen zu der Berufung respekti-
ve Beschwerde vom 17. Februar 2015 liess X._____ unter anderem ausführen, 
dass die Gegenseite wahrheitswidrig ausgeführt habe, sie habe das Hauptverfah-
ren immer wieder verzögert und sämtliche Mittel ergriffen, um die Sache unerledigt 
zu lassen. Tatsache sei, dass die zwei vor Kantonsgericht von Graubünden hän-
gigen Rechtsmittel zusammen mit dem gleichzeitig bei der Vorinstanz eingereich-
ten Erläuterungs- und Berichtigungsgesuch bis anhin seit dem Schlichtungsverfah-
ren im November 2012 die ersten und einzigen Rechtsmittel und Rechtsbehelfe 
seien, welche sie im Hauptverfahren ergriffen habe. 

L. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie 
in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägun-
gen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Der Rechtsvertreter von X._____ hat Berufung (ZK1 15 17) gemäss Art. 
308 Abs. 1 lit. b ZPO eingereicht. Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO sind mit der 
Berufung erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen anfechtbar. 
In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der 
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 
10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Für den Erlass vorsorglicher Massnah-
men ist das summarische Verfahren anwendbar (Art. 248 lit. d ZPO). Die Berufung 
gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid ist unter Beilage 
des Entscheids innert zehn Tagen seit der Zustellung desselben beim Kantonsge-
richt von Graubünden schriftlich und begründet einzureichen (Art. 314 Abs. 1 
ZPO). Das Streitwerterfordernis gilt für sämtliche unter Art. 308 Abs. 1 ZPO fallen-
den Entscheide, mitunter auch für Entscheide über vorsorgliche Massnahmen, 
soweit eine vermögensrechtliche Angelegenheit betroffen ist (vgl. Peter 
Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-
mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zürich 2013, N. 3 
zu Art. 309 ZPO [zit. Kommentar zur ZPO]; Karl Spühler, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Basel 2013, N. 7 zu Art. 308 ZPO [zit. Basler Kommentar zur ZPO]; Kurt 
Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar zur 

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Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2011, N. 26 zu Art. 308 ZPO [zit. 
DIKE-Kommentar zur ZPO]). Berufungsgegenstand bildet die durch die Vorinstanz 
abgewiesene Grundbuchsperre, mit welcher der Eintrag weiterer Dienstbarkeiten 
durch Y._____ verhindert werden soll. Streitigkeiten um Dienstbarkeiten sind ver-
mögensrechtlicher Natur, wobei für die Bestimmung des Streitwerts in erster Linie 
das Interesse des Klägers an der Gutheissung seiner Rechtsbegehren (bzw. der 
Wert der sich daraus für das klägerische Grundstück ergebenden Vorteile) mass-
gebend ist. Alternativ kann auf das Interesse des Beklagten (bzw. den Wert der 
sich für diesen ergebenden Nachteile) abgestellt werden, falls sich dieser Wert als 
höher erweist (vgl. PKG 1997 Nr. 7; Urteile des Bundesgerichts 5A_677/2011 vom 
14. Dezember 2011 E. 1; 5C.96/2006 vom 2. August 2006 E. 1). Der Streitwert ist 
in der Regel zu schätzen (Kurt Blickenstorfer, in: DIKE-Kommentar, a.a.O., N. 26 
zu Art. 308 ZPO). Sollte die vorliegende Berufung der Berufungsklägerin gutge-
heissen und damit die von der Vorinstanz abgewiesene vorsorgliche Massnahme 
erlassen werden, könnte der Miteigentumsanteil Nr. _____ im Grundbuch der 
Gemeinde A._____ des Berufungsbeklagten zumindest für die Dauer des Haupt-
verfahrens nicht mehr mit weiteren Dienstbarkeiten belastet werden. Denn mit wei-
teren Belastungen auf dem Miteigentumsanteil Nr. _____ könnte das Grundstück 
Nr. _____ bei einer späteren Versteigerung nach Auffassung der Berufungskläge-
rin Werteinbussen erleiden, die ihrer Meinung nach mehr als Fr. 10'000.00 betra-
gen. Folgt man dieser Auffassung, ist die massgebliche Streitwertgrenze von Fr. 
10'000.00 zweifellos erreicht, womit der angefochtene Entscheid berufungsfähig 
ist. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Berufung ist somit einzutreten. 
Fraglich ist jedoch, ob zudem auch die für die zivilrechtliche Beschwerde an das 
Bundesgericht erforderliche Streitwertgrenze von Fr. 30'000.00 erfüllt ist (Art. 74 
Abs. 1 lit. b des Bundesgerichtsgesetztes [BGG; SR 173.110]). Gemäss Art. 112 
Abs. 1 lit. d BGG hat die Rechtsmittelbelehrung die Angabe des Streitwerts zu 
enthalten. Angesichts der vorangehenden Ausführungen zum Berufungsstreitwert 
dürfte der für den Weiterzug an das Bundesgericht massgebliche Streitwert nach 
Schätzung der I. Zivilkammer über Fr. 30'000.00 (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) liegen, 
womit gegen das vorliegende Urteil im Berufungsverfahren ZK1 15 17 die zivil-
rechtliche Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG offensteht. In diesem Zusammen-
hang kann ebenfalls festgehalten werden, dass die Beschwerde gemäss Art. 74 
Abs. 1 lit. b BGG auch gegen ein abweisendes Urteil bezüglich der Sistierung im 
Beschwerdeverfahren ZK1 15 16 zulässig ist, wenn der Entscheid einen nicht wie-
der gutzumachenden Nachteil bewirken kann (vgl. Art. 93 Abs. 1 BGG und Nina J. 
Frei, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Kommentar zum schweize-

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rischen Privatrecht, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, Artikel 1-149 ZPO, 
Bern 2012, N. 24 zu Art. 126 ZPO). 

2. Gemäss Art. 126 Abs. 1 ZPO kann das Gericht das Verfahren sistieren, 
wenn die Zweckmässigkeit dies verlangt. Das Verfahren kann namentlich sistiert 
werden, wenn der Entscheid vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängig 
ist. Die Sistierung ist mit Beschwerde anfechtbar (vgl. Art. 126 Abs. 2 ZPO). Be-
schwerdegegenstand bildet die durch die Vorinstanz in Ziffer 1. ihres Entscheides 
ebenfalls (wenn auch nicht explizit) enthaltene abgewiesene Sistierung des 
Hauptverfahrens 115-2013-24, welche gemäss Art. 126 Abs. 2 ZPO mit Be-
schwerde anfechtbar ist. Die Beschwerde ist gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO in Ver-
bindung mit Art. 7 Abs. 1 des kantonalen Einführungsgesetzes zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) beim Kantonsgericht von 
Graubünden innert 30 Tagen seit der Zustellung des begründeten Entscheids 
schriftlich und begründet einzureichen. Die vorliegende Beschwerde vom 27. Ja-
nuar 2015 gegen die verweigerte Sistierung im Entscheid vom 19. Januar 2015 
wurde fristgerecht eingereicht. Da die Beschwerde im Übrigen den Formerforder-
nissen entspricht, kann darauf ebenfalls eingetreten werden. 

3. Da der gleiche Sachzusammenhang besteht, rechtfertigt es sich, die Beru-
fung (ZK1 15 17) und die Beschwerde (ZK1 15 16) im gleichen Entscheid zu beur-
teilen. Für die Beschwerde gilt hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung indessen 
eine beschränkte Kognition gemäss Art. 320 ZPO. Diesfalls ist eine qualifiziert feh-
lerhafte Feststellung des Sachverhalts erforderlich, wobei „offensichtlich unrichtig“ 
gleichbedeutend mit willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (vgl. Dieter Freiburg-
haus/Susanne Afheldt, in: Kommentar zur ZPO, a.a.O., N. 3 ff. zu Art. 320 ZPO; 
Karl Spühler, in: Basler Kommentar zur ZPO, a.a.O., N. 1 f. zu Art. 320 ZPO). Da 
die tatsächlichen Verhältnisse aber grundsätzlich unbestritten sind und im Zu-
sammenhang mit der Sistierung gemäss Art. 126 ZPO praktisch ausschliesslich 
Rechtsfragen zu beurteilen sind, erwachsen daraus keine prozessualen Probleme, 
zumal mit der Beschwerde auch die Angemessenheit eines Entscheides überprüft 
werden kann. 

4. a) Nachdem X._____ erfahren hatte, dass Y._____ während des Verfahrens 
um Aufhebung des Miteigentums an Parzelle Nr. _____ diese mit einem lebens-
länglichen Nutzniessungsrecht zu Gunsten seiner Ehefrau C._____ belastet hat, 
stellte sie am 30. November 2014 beim verfahrensleitenden Richter des Bezirks-
gerichts Maloja unter anderem ein Gesuch um Erlass einer Grundbuchsperre 
(Kanzleisperre) bezüglich des Miteigentumsanteils von Y._____ an der Parzelle 

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Nr. _____, um zu verhindern, dass durch Y._____ weitere dingliche Belastungen 
erfolgen und so das Ergebnis der anzusetzenden Versteigerung der Liegenschaft 
negativ beeinflusst wird. In der Beschwerdeschrift vom 27. Januar 2015 (vgl. act. 
A.1 in ZK1 15 16) wird dies vertieft damit begründet, Y._____ anerkenne selbst 
teilweise, dass der Eintrag der Nutzniessung bei einer öffentlichen Versteigerung 
nachteilig sein könne, nicht aber bei einer Versteigerung unter den Parteien. Mit 
dem Vorgehen von Y._____ werde insbesondere die in Art. 650 ZGB immanente 
Zielsetzung der Wertrealisierung des eigenen Miteigentumsanteils unterlaufen. 
Das Vorgehen stelle einen Rechtsmissbrauch im Sinne eines Institutsmissbrauchs 
gemäss Art. 2 ZGB dar. Der Nutzniessungsvertrag sei zudem als sittenwidrig 
gemäss Art. 20 Abs. 1 und Art. 41 OR zu werten, was zu dessen Ungültigkeit füh-
re. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien genügend Indizien für die Be-
fürchtung, Y._____ könnte seinen Miteigentumsanteil noch weiter belasten, gege-
ben. Dies werde schon durch dessen klammheimliches Vorgehen im Falle der 
Nutzniessung entkräftet. Zudem könne die Zusicherung von Y._____, dass er 
"nicht im Sinne" habe, weitere Belastungen einzutragen, eine Grundbuchsperre 
nicht ersetzen. 

b) Y._____ bestätigt in seiner Berufungsantwort vom 12. Februar 2015 (vgl. 
act. A.2 in ZK1 15 17), dass der Eintrag der Nutzniessung bei einer Versteigerung 
unter Umständen zu einem geringeren Ertrag führen könne. Dies treffe aber nur 
bei einer öffentlichen Versteigerung zu, nicht aber bei einer solchen unter den Par-
teien. Ziel des Nutzniessungsvertrages sei die Absicherung der Ehefrau C._____ 
gegenüber ihren Nachkommen gewesen, da der Hauptteil des ehelichen Vermö-
gens aus dem hälftigen Miteigentumsanteils an der fraglichen Parzelle bestehe. 
Es könne nicht sein, dass eine aussenstehende Drittperson in dieses Verfügungs-
recht eingreifen könne. 

5. Gemäss Art. 261 Abs. 1 ZPO trifft das Gericht die notwendigen vorsorgli-
chen Massnahmen, wenn die gesuchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr 
zustehender Anspruch verletzt ist oder eine Verletzung zu befürchten ist (lit. a), 
und ihr aus der Verletzung ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht 
(lit. b). Sowohl bei der Frage, ob ein Anspruch im Hauptprozess geschützt würde 
(Hauptsachenprognose), wie bei jener, ob eine Verletzung zu befürchten sei, als 
auch bei der Frage, ob daraus der gesuchstellenden Partei ein nicht leicht wieder-
gutzumachender Nachteil drohe, handelt es sich um Prognosen, die naturgemäss 
mit Unsicherheiten behaftet sind (Thomas Sprecher, in: Basler Kommentar zur 
ZPO, a.a.O., N. 12 zu Art. 261 ZPO). Zum einen setzt die vorsorgliche Massnah-
me entsprechend ihrem Zweck einen zivilrechtlichen Anspruch der gesuchstellen-

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den Partei voraus, für den sie vorläufigen Rechtsschutzes bedarf. Ein Verfü-
gungsanspruch kann grundsätzlich jede subjektive Berechtigung des Zivilrechts 
sein, die auf eine positive oder negative Leistung (Tun, Unterlassen oder Dulden), 
Gestaltung und Feststellung gerichtet ist. Die gesuchstellende Partei muss ihren 
Verfügungsanspruch, die Begründetheit ihres materiellen Begehrens, glaubhaft 
machen. Zum anderen hat die gesuchstellende Partei den Verfügungsgrund 
glaubhaft zu machen, nämlich dass bei Zuwarten bis zum Urteil im Hauptprozess 
durch eine bereits bestehende Verletzung oder eine Gefährdung des materiellen 
Anspruchs dieser so, wie er lautet, vereitelt würde oder seine gehörige Befriedi-
gung wesentlich erschwert wäre, oder dass ihr ungeachtet der Möglichkeit 
nachträglichen Vollzugs ein nicht leicht zu ersetzender Schaden oder anderer 
Nachteil droht. Der Verfügungsgrund besteht mithin in einer Gefährdung der 
Rechtsstellung der gesuchstellenden Partei infolge der Prozessdauer (vgl. Tho-
mas Sprecher, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 15 ff. zu Art. 261 ZPO mit Hinwei-
sen; Lucius Huber, in: Kommentar zur ZPO, a.a.O., N. 17 ff. zu Art. 261 ZPO). 
Letztlich bedarf es für die Anordnung vorsorglicher Massnahmen der Dringlichkeit, 
was im Gesetz zwar nicht explizit gesagt wird, sich aber indirekt aus Art. 265 ZPO 
ergibt, wo "besondere" Dringlichkeit verlangt wird. Dringlichkeit im relativen Sinn, 
die sich einzig an der Dauer des ordentlichen Verfahrens misst, genügt hierbei 
(vgl. Thomas Sprecher, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 39 zu Art. 261 ZPO). 
Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache nach der Rechtsprechung des Bundesge-
richts bereits dann, wenn für deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, 
selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht ver-
wirklicht haben könnte. Der Gesuchsgegner kann allerdings das Glaubhaftmachen 
des Gesuchstellers zerstören, indem er seinerseits glaubhaft macht, dass der An-
spruch nicht besteht. Massgebend bleibt aber auch insoweit, ob sich der geltend 
gemachte Anspruch nach einer summarischen Prüfung der Tat- und Rechtsfragen 
gestützt auf die beiden Vorbringen beider Parteien als aussichtslos erweist (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 4A_312/2009 vom 23. September 2009 E. 3.6.1 mit 
Hinweisen; Lucius Huber, in: Kommentar zur ZPO, a.a.O., N. 25 zu Art. 261 ZPO). 
Das Gericht kann es mithin bei einer summarischen Prüfung der Rechtsfragen 
bewenden lassen (vgl. Johann Zürcher, in: DIKE-Kommentar zur ZPO, a.a.O., N. 
6 zu Art. 261 ZPO). 

6. Die Vorinstanz führte aus, dass X._____ nicht ausgeführt habe, welche In-
dizien oder Anzeichen Anlass für ihre Befürchtungen sein könnten. Es sei damit 
weder eine Notwendigkeit noch eine Dringlichkeit für die Anordnung einer Verfü-
gungsbeschränkung glaubhaft gemacht worden. Das Gesuch sei daher abzuwei-

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sen. Es ist somit zu prüfen, ob vorliegend tatsächlich keine Notwendigkeit und 
Dringlichkeit für die Anordnung der beantragten Grundbuchsperre besteht. Dabei 
ist insbesondere zu prüfen, was mit der eingeräumten Nutzniessung im Falle der 
Aufhebung des Miteigentumsanteils des Berufungsklägers geschieht respektive ob 
die Nutzniessung nach der Auflösung des Miteigentums und der Veräusserung an 
einen Dritten im Falle einer Versteigerung weiterhin Bestand hat und damit geeig-
net ist, den Steigerungserlös mindestens zu beeinflussen. 

a) Vorliegend errichtete Y._____ am 22. August 2013 ein lebenslängliches 
Nutzniessungsrecht (Wohnrecht) auf seinem Miteigentumsanteil Nr. _____ zu 
Gunsten seiner Ehefrau E._____. Die Berufungsklägerin als angeblich wirtschaft-
lich schwächere Partei befürchtet nun, dass es im Falle einer Versteigerung des 
gesamten Grundstücks im Zusammenhang mit der Auflösung des Miteigentums 
zu erheblichen, durch das eingetragene Nutzniessungsrecht verursachten Wert-
verlusten kommen und ihr deshalb ein nicht leicht wieder gut zu machender Nach-
teil entstehen könne. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. 

b) Gemäss Art. 650 Abs. 1 ZGB hat jeder Miteigentümer das Recht, die Auf-
hebung des Miteigentums zu verlangen, wenn sie nicht durch ein Rechtsgeschäft, 
durch Aufteilung zu Stockwerkeigentum oder durch die Bestimmung der Sache für 
einen dauernden Zweck ausgeschlossen ist. Der Anspruch ist realobligatorischer 
Natur und besteht für den ausscheidenden Miteigentümer darin, den Wert seines 
Anteils zu realisieren (vgl. Christoph Brunner/Jürg Wichtermann, in: Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch II, Art. 457-977 ZGB, 4. Aufl., Basel 2011, N. 4 und 8 zu 
Art. 650 ZGB [zit. Basler Kommentar zum ZGB]; Arthur Meier-Hayoz, in: Meier-
Hayoz [Hrsg.], Berner Kommentar, Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, 
Das Sachenrecht, 1. Abteilung, 1. Teilband: Systematischer Teil und Allgemeine 
Bestimmungen, Artikel 641-654 ZGB, 5. Aufl., Bern 1981, N. 5 und 6 zu Art. 650 
ZGB). 

c) Gemäss Art. 655 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB sind die Miteigentumsanteile an Grund-
stücken Grundstücke im Sinne dieses Gesetzes. Mit der Auflösung des Miteigen-
tumsanteils als Grundstück im Sinne von Art. 650 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit 
Art. 655 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB geht der als Grundstück aufgenommene Miteigen-
tumsanteil vollständig unter. Die Gemeinschafter sind somit nach Belieben frei, 
das Miteigentum als solches aufzuheben beziehungsweise untergehen zu lassen 
und damit die Berechtigung mehrerer an einer Sache zugunsten einer Alleinherr-
schaft zu beenden. Durch Geltendmachung des Aufhebungsanspruchs werden – 
durch einseitigen Willensakt eines Miteigentümers – die Anteile sämtlicher Mitei-

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gentümer zur Disposition gestellt (vgl. Christoph Brunner/Jürg Wichtermann, in: 
Basler Kommentar zum ZGB, a.a.O., N. 1 zu Art. 650 ZGB). Es handelt sich aller-
dings nur um einen relativen Verlust des Eigentums. Der Eigentumsverlust ist in-
sofern relativ, weil das Eigentum, beispielsweise im Falle einer Enteignung, nicht 
vollständig untergeht, sondern lediglich in Relation zum bisherigen Eigentümer; 
sein Eigentum geht im Falle einer Enteignung auf den Exproprianten über. Kenn-
zeichnend für den relativen Eigentumsverlust ist somit, dass in demselben Zeit-
punkt, in dem der bisherige Eigentümer seine Rechtsposition an einem Grunds-
tück verliert, ein anderes Rechtssubjekt Eigentümer wird. Dieser relative Eigen-
tumsverlust erfolgt nicht nur bei der Enteignung, sondern bei jeder Verwirklichung 
eines Eigentumserwerbsbestandes (vgl. Heinz Rey/Lorenz Strebel, in: Basler 
Kommentar zum ZGB, a.a.O., N. 2 und 16 zu Art. 666 ZGB). 

d) Bei der Nutzniessung handelt es sich um ein beschränktes dingliches 
Recht, das dem Inhaber ein umfassendes Nutzungsrecht an einem anderen Recht 
verschafft. Der belastete Vermögensgegenstand befindet sich folglich in einem 
besonderen Verhältnis (vgl. Martin Eggel, Studie zur Surrogation im schweizeri-
schen Zivilrecht, in: Hausheer [Hrsg.], ASR – Abhandlungen zum schweizerischen 
Recht Bd/Nr. 795, Bern 2013, N. 4.188). Die Nutzniessung kann nach Art. 745 
Abs. 1 ZGB unter anderem auch an Grundstücken bestellt werden. Bezüglich 
Grundstücken gilt die Definition von Art. 655 ZGB, weshalb nebst den Liegen-
schaften auch die ins Grundbuch aufgenommenen Miteigentumsanteile an Grund-
stücken Gegenstand der Nutzniessung sein können (vgl. Roland M. Müller, in: 
Basler Kommentar zum ZGB, a.a.O., N. 9 zu Art 745 ZGB). Gemäss Art. 748 Abs. 
1 ZGB geht die Nutzniessung unter mit dem vollständigen Untergang ihres Ge-
genstandes und überdies bei Grundstücken mit der Löschung des Eintrages, wo 
dieser zur Bestellung notwendig war. Der Eigentümer ist gestützt auf Art. 750 Abs. 
1 ZGB nicht zur Wiederherstellung verpflichtet. Andere Untergangsgründe als der 
gänzliche Untergang des Grundstückes führen nach dem Gesetzeswortlaut von 
Art. 749 Abs. 2 ZGB ebenfalls zum Untergang der Nutzniessung. Die herrschende 
Lehre ist sich einig, dass solche Untergangsgründe gemäss Art. 749 Abs. 2 ZGB 
materiell rechtlich zum Untergang der Nutzniessung führen. Die Löschung im 
Grundbuch hat somit nur deklaratorische Wirkung (vgl. Roland M. Müller, in: Bas-
ler Kommentar zum ZGB, a.a.O., N. 3 zu Art. 749 ZGB). 

e) Die Nutzniessung ist aufgrund ihres Charakters als beschränktes dingliches 
Recht insofern mit dem Schicksal des belasteten Rechts verbunden, als dass sie 
grundsätzlich nur so lange bestehen kann, wie das belastete, der Nutzniessung 
unterworfene Recht besteht. An die Stelle der Nutzniessung tritt bei Untergang 

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des belasteten Miteigentumsanteils eine rechtslagefortsetzende dingliche Surroga-
tion. Das ursprünglich belastete Objekt (vorliegend der ins Grundbuch als Grunds-
tück aufgenommene belastete Miteigentumsanteil) geht unter und die Nutznies-
sung springt ipso iure auf den Ersatzgegenstand, etwa eine Geldforderung, über 
(vgl. dazu auch Reto Mengiardi, Die Errichtung von beschränkten dinglichen 
Rechten zugunsten und zu Lasten von Miteigentumsanteilen und Stockwerkeigen-
tumseinheiten, Diss. Bern 1972, S. 103; Martin Eggel, a.a.O., N. 4.190 ff. und 
Pascal Simonius/Thomas Sutter, Schweizerisches Immobiliarsachenrecht, Bd. II: 
Die beschränkten dinglichen Rechte, Basel 1990, S. 112, N. 109, wo festgehalten 
wird, dass die Enteignung des Eigentümers nach Bundesrecht nicht zum Unter-
gang der Nutzniessung führe. Vielmehr trete die Enteignungsentschädigung nach 
Massgabe des Zivilrechts an die Stelle der enteigneten Liegenschaft. Zudem kön-
ne der Nutzniesser vom Enteigner selbständig Ersatz für den Schaden verlangen, 
der aus dem Entzug des Nutzniessungsgegenstandes erwachsen sei). 

f) Vorliegend ist der gemäss Art. 655 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB als Grundstück im 
Grundbuch aufgenommene Miteigentumsanteil Nr. _____ von Y._____ mit einer 
Nutzniessung belastet. Für die vorliegende Berufung bedeutet dies nach den oben 
gemachten Ausführungen nun, dass das vom Berufungskläger seiner Ehefrau am 
22. August 2013 eingeräumte Nutzniessungsrecht auf seinem Miteigentumsanteil 
Nr. _____ keinen Bestand über die Auflösung seines Miteigentumsanteils hinaus 
hat. Die Nutzniessung teilt das Schicksal des belasteten Miteigentumsanteils, wel-
cher im Falle seiner Auflösung untergeht. Im Falle einer Versteigerung würde nach 
der Auflösung der Miteigentumsanteile die gesamte Liegenschaft an sich verstei-
gert, auf welcher keine Nutzniessung zu Gunsten von C._____ mehr lasten würde, 
da dieses alleine auf dem Miteigentumsanteils Nr. _____ lastet, welchen es dann 
infolge des relativen Eigentumsverlustes nicht mehr geben würde. Dass dem so 
ist, dafür spricht auch die Tatsache, dass die Nutzniessung nur auf dem Grund-
buchblatt des Miteigentumsanteils von Y._____ eingetragen worden ist und nicht 
auch auf dem Blatt der Liegenschaft Nr. _____ (vgl. dazu den Grundbuchauszug 
des Grundbuchamtes Maloja vom 12. November 2014 in den Akten der Vorinstanz 
im Verfahren ZK1 15 16, act. 1). Im Falle der Aufhebung des Miteigentumsanteils 
und Wegfall der Nutzniessung würde an deren Stelle wie oben ausgeführt eine 
dingliche Surrogation zu Gunsten von C._____ treten. Nach dem Gesagten ist 
daher erstellt, dass die Berufungsklägerin im Falle einer Versteigerung der Lie-
genschaft nach Auflösung des Miteigentums nicht mit einer Werteinbusse wegen 
der Nutzniessung rechnen muss. Das gilt auch dann, falls der Berufungskläger 
weitere dingliche Dispositionen auf seinem Miteigentumsanteil Nr. _____ eintra-

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gen lassen sollte. Auch diese würden im Falle einer Aufhebung des Miteigentums 
gelöscht werden. Für allfällige Interessenten ist im Rahmen der Versteigerung al-
lerdings klar zu stellen, dass mit dem Untergang der Miteigentumsanteile auch die 
darauf lastenden beschränkten dinglichen Rechte untergehen. 

g) Damit ist es der Berufungsklägerin nicht gelungen, glaubhaft darzulegen, 
dass ein ihr zustehender Anspruch verletzt ist oder eine Verletzung zu befürchten 
ist und ihr aus dieser Verletzung ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil 
gemäss Art. 261 ZPO droht. Die Vorinstanz hat damit das Gesuch um Erlass einer 
Grundbuchsperre, wenn auch mit einer anderen Begründung, zu Recht abgewie-
sen. Die Berufung erweist sich somit als unbegründet, womit sie abzuweisen ist. 

7. Damit hat die Vorinstanz auch die Sistierung des Hauptverfahrens Proz. 
115-2013-24 zu Recht abgewiesen. Es ist bei diesem Verfahrensausgang nicht 
ersichtlich, inwiefern das Hauptverfahren betreffend Aufhebung des Miteigentums 
am Grundstück Nr. _____ im Grundbuch der Gemeinde A._____ sistiert werden 
müsste, da die Frage des rechtmässigen Bestandes der am 22. August 2013 ein-
getragenen Nutzniessung auf dem Miteigentumsanteil Nr. _____ im Falle einer 
Auflösung des Miteigentums und einer Versteigerung der Gesamtliegenschaft 
nach oben Ausgeführtem keine Rolle spielt, mithin kein nicht leicht wiedergutzu-
machender Nachteil vorliegt. Eine Schätzung der Gesamtliegenschaft ist somit 
ohne Berücksichtigung der Nutzniessung möglich. Somit ist auch die Beschwerde 
vollumfänglich abzuweisen. 

8. Es bleibt somit, über die Kosten des Berufungs- und Beschwerdeverfahrens 
zu entscheiden, in welchem die Berufungsklägerin respektive Beschwerdeführerin 
vollumfänglich unterlegen ist. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozess-
kosten der unterliegenden Partei auferlegt. Gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO kann 
das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten 
nach Ermessen verteilen, wenn besondere Umstände vorliegen, die eine Vertei-
lung nach dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen lassen. Es recht-
fertigt sich vorliegend, die Prozesskosten gemäss Art. 95 Abs. 1 ZPO nach Er-
messen zu verteilen, da sowohl die Berufungsklägerin als auch der Berufungsbe-
klagte nach den oben gemachten Ausführungen von falschen Annahmen ausge-
gangen sind und das Vorgehen von Y._____ das vorliegende Berufungs- und Be-
schwerdeverfahren provozierte. Somit gehen die Gerichtskosten, welche für das 
Berufungs- und Beschwerdeverfahren auf insgesamt Fr. 3'000.00 festgesetzt wer-
den, je zur Hälfte zu Lasten von Y._____ und von X._____ und werden von den 
von der Berufungsklägerin und Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüs-

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sen von insgesamt Fr. 3'000.00 bezogen. Y._____ wird verpflichtet, X._____ Fr. 
1'500.00 zu bezahlen. Die ausseramtlichen Kosten sind aus den gleichen Gründen 
für beide Verfahren wettzuschlagen. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung und die Beschwerde werden abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungs- und Beschwerdeverfahrens vor dem Kantons-
gericht von Graubünden in der Höhe von Fr. 3'000.00 gehen je zur Hälfte zu 
Lasten von X._____ und Y._____ und werden von den von der Berufungs-
klägerin und Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüssen von ins-
gesamt Fr. 3'000.00 bezogen. Y._____ wird verpflichtet, X._____ Fr. 
1'500.00 zu bezahlen. 

3. Die ausseramtlichen Kosten werden für beide Verfahren wettgeschlagen. 

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.– betreffende 
Entscheidung im Berufungs- und Beschwerdeverfahren ZK1 15 17 und ZK1 
15 16 kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG je einzeln Beschwerde 
in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
geführt werden. Die jeweilige Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, 
innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entschei-
dung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. 
Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vorausset-
zungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 
Art. 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: