# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d57c1ff6-cdcd-541b-b351-f72a0d7514ee
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 04.04.2014 BRGE I Nr. 0039/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nr--0039-2014_2014-04-04.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 0039/2014 vom 4. April 2014 in BEZ 2014 Nr. 37 

Der Bezirksrat stellte in seinem Beschluss unter anderem fest, dass die B. 
als Betriebsstätte-Immobiliengesellschaft zu qualifizieren sei, solange die 
Sonderbauvorschriften für die Grundstücke der B. nicht rechtskräftig geändert 
worden seien und die B. ihren statutarischen und tatsächlichen Zweck nicht 
ändere. Ferner wurde der Antrag abgewiesen, für die Beteiligung der 
Gesuchstellerin an einer Wohnimmobiliengesellschaft mittels Partizipations-
scheinen sei die Nichtbewilligungspflicht festzustellen.  

Aus den Erwägungen: 

5. Die Rekurrentin beantragt zunächst die Abänderung des
vorinstanzlichen Beschlusses insofern, als dort festgestellt wurde, dass die B. 
als Betriebsstätte-Immobiliengesellschaft zu qualifizieren ist, solange die 
Sonderbauvorschriften für die Grundstücke der B. nicht rechtskräftig geändert 
werden und die B. ihren statutarischen und tatsächlichen Zweck nicht ändert. 
Sie möchte stattdessen festgestellt haben, dass die B. als Betriebsstätte-
Immobiliengesellschaft zu qualifizieren ist, solange der Verkehrswert der 
Wohnanteile weniger als 20 Prozent des Gesamtverkehrswerts der 
Grundstücke ausmacht. (…) 

http://www.baurekursgericht-zh.ch/files/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0039-2014_vom_4._april_2014.pdf

- 2-  

 

 

6.1 Personen im Ausland bedürfen für den Erwerb von Grundstücken einer 
Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde (Art. 2 Abs. 1 BewG). Keiner 
Bewilligung bedarf der Erwerb eines Grundstückes, das als ständige 
Betriebsstätte eines Handels-, Fabrikations- oder eines anderen nach 
kaufmännischer Art geführten Gewerbes, eines Handwerksbetriebs oder eines 
freien Berufes dient (Art. 2 Abs. 2 lit. a BewG). Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG 
gilt der Erwerb des Eigentums oder der Nutzniessung an einem Anteil an einer 
juristischen Person, deren tatsächlicher Zweck der Erwerb von Grundstücken 
ist, als Erwerb eines Grundstückes, sofern die Anteile dieser juristischen Person 
nicht an einer Börse in der Schweiz kotiert sind. 

Obwohl Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG keine Einschränkung bezüglich der 
Nutzweise der von der juristischen Person gehaltenen Grundstücke macht, ist 
klar, dass nur solche Grundstücke gemeint sind, die nicht nach Art. 2 Abs. 2 lit. 
a BewG bewilligungsfrei erworben werden können.  

Zunächst ist festzuhalten, dass die Befreiung von der Bewilligungspflicht 
für Betriebsstätten-Grundstücke die Ausnahme von der Regel darstellt. Nur 
wenn und solange ein Grundstück im Sinne von Art. 2 Abs. 2 lit. a BewG 
überbaut und genutzt wird, kann es bewilligungsfrei erworben werden. In allen 
anderen Fällen – sei es, dass das Land unbebaut oder mit Wohnbauten 
überstellt ist und bleiben soll – unterliegt der Erwerb der Bewilligungspflicht 
gemäss Bewilligungsgesetz. Mit anderen Worten qualifizieren sich die 
streitbetroffenen Grundstücke nur so lange als Betriebsstätten-Grundstücke, als 
sie auch tatsächlich gewerblich genutzt werden und die Absicht besteht, dies 
auch weiterhin zu tun. Zumindest so lange ist die B. als Betriebsstätte-
Immobiliengesellschaft zu qualifizieren, und es ist mit Bezug auf das 
Bewilligungsgesetz nicht von Bedeutung, welcher Art und welchen Umfangs die 
Beteiligung der Rekurrentin an der R. bzw. der B. ist.  

6.2 Unter dem Gesellschaftszweck versteht man eine über unbestimmte 
Angaben deutlich hinausgehende Umschreibung des vorgesehenen 
Tätigkeitsfeldes der Gesellschaft. Der statutarische Zweck hat eine positive und 
eine negative Wirkung. Positiv verpflichtet er die Leistungsorgane auf eine 
Verfolgung der in das Tätigkeitsfeld fallenden Geschäftsaktivitäten als 
selbständige Wirtschaftseinheit. Negativ setzt er eine äusserste Schranke für 
die Vertretungsmacht der Organe (vgl. Peter Böckli, Schweizer Aktienrecht, 4. 
A., 2009, Rz. 474 f.). Handlungen ausserhalb des statutarisch definierten 
Zweckes sind nicht mehr von der Vertretungsmacht der Organe gedeckt. 

Gemäss Gründungsstatuten der B. soll sich ihr Zweck auf den Erwerb, die 
Verwaltung und Veräusserung von Betriebsstätten-Liegenschaften 

beschränken. Die Änderung des statutarischen Zwecks der B. hin zu Erwerb, 
Verwaltung und Veräusserung von Wohnimmobilien müsste demnach 
unmittelbar vor dem Wechsel der Nutzung der Grundstücke bzw. mit der 
Aufgabe der Betriebsstättennutzung erfolgen. Da vorausgesetzt werden darf, 
dass sich die Organe der B. regelkonform verhalten werden, wird der Zeitpunkt 
der Änderung des statutarischen Zwecks der B. ungefähr mit der Änderung der 
tatsächlichen Geschäftstätigkeit zusammenfallen. Da erst die statutarische 
Zweckänderung die Organe der B. berechtigt, aber auch verpflichtet, auf den 

- 3-  

 

 

bisher als Betriebsstätten an die R. vermieteten Grundstücken Wohnbauten zu 
erstellen, hat die Vorinstanz zu Recht auf den Zeitpunkt der Änderung der 
Statuten abgestellt, in welchem die B. nicht mehr als Betriebsstätte-
Immobiliengesellschaft qualifiziert und der Erwerb eines ihrer Anteile demnach 
im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG bewilligungspflichtig ist.  

6.3 Für gemischte Immobiliengesellschaften, deren Zweck sowohl im 
Erwerb von Betriebsstätten-Grundstücken wie auch etwa von 
Wohngrundstücken oder Bauland liegt, enthält das Bewilligungsgesetz keine 
Regelung. Nachdem mit der Revision des Bewilligungsgesetzes im Jahr 1997 
eine Öffnung des Immobilienmarktes angestrebt wurde, ist nicht von einer 
Verschärfung der Regelung auszugehen. Gemäss der aufgehobenen 
Bestimmung von Art. 4 Abs. 1 lit. d BewG löste der Erwerb eines Anteils an 
einer juristischen Person erst dann eine Bewilligungspflicht aus, wenn im 
Rahmen der Gesamtaktiven die Grundstücke in der Schweiz nach ihrem 

tatsächlichen Wert mehr als einen Drittel dieser Aktiven ausmachten. Nach 
Lehre und Rechtsprechung ist der Erwerb eines Gesellschaftsanteils durch eine 
Person im Ausland unproblematisch, wenn die bewilligungspflichtigen 
Grundstücke einer Gesellschaft (deren statutarischer Zweck nicht der Erwerb 
von gemäss Bewilligungsgesetz bewilligungspflichtigen Grundstücken ist) 
weniger als 20 Prozent der gesamten Aktiven ausmachen. Zumindest dann ist 
ihr tatsächlicher Zweck nicht der Erwerb von bewilligungspflichtigen 
Grundstücken im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG.  

Es ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass eine solche Faustregel 
dann sinnvoll ist, wenn sich aus dem statutarischen Zweck einer juristischen 
Person nicht ergibt, ob es sich um eine Wohn- oder Betriebsstätte-
Immobiliengesellschaft handelt. Um solche unklare Situationen zu vermeiden, 
hat die Vorinstanz zudem zu Recht darauf bestanden, dass bei einer in Bezug 
auf das Bewilligungsgesetz wegen ihrer ausländischen Beherrschung allenfalls 
relevanten Gesellschaft der Gesellschaftszweck im Zeitpunkt der Gründung der 
B. eng definiert wird. 

6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die tatsächliche 
Zweckänderung erst nach Änderung der Sonderbauvorschriften möglich sein 
wird und eine Änderung des statutarischen Zwecks vorher nicht angezeigt ist. 
Allein die baupolizeiliche Möglichkeit der Wohnnutzung auf dem 
streitbetroffenen Areal qualifiziert die B. nicht als Wohnimmobiliengesellschaft. 
Die Erwähnung der Änderung der Sonderbauvorschriften ist in diesem 
Zusammenhang daher bedeutungslos. Die kumulative Aufzählung von 
statutarischem und tatsächlichem Zweck im Dispositiv des angefochtenen 
Beschlusses ist hingegen sachgerecht. (…). 

Demgemäss ist Dispositiv-Ziffer 1.c des angefochtenen Beschlusses in 
teilweiser Gutheissung des Rekurses wie folgt neu zu formulieren: «Es wird 
festgestellt, dass die B. als Betriebsstätte-Immobiliengesellschaft zu 
qualifizieren ist, solange sie ihren statutarischen und tatsächlichen Zweck nicht 
ändert.» 

- 4-  

 

 

7. Im Weiteren stellt die Rekurrentin den Antrag, es sei festzustellen, dass 
der Vollzug des Aktienkaufvertrags keiner Bewilligungspflicht gemäss dem 
Bewilligungsgesetz unterliege und dass die Rekurrentin insbesondere auch 
dann mittels Partizipationsscheinen in die B. investiert bleiben dürfe, wenn 
diese als Wohnimmobiliengesellschaft im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Bst. e BewG 
qualifiziere. Die Vorinstanz hatte den Antrag bezüglich der Feststellung der 
Nichtbewilligungspflicht der rekurrentischen Beteiligung in Form von 
Partizipationsscheinen an einer Wohnimmobiliengesellschaft abgewiesen. Sie 
verwies dabei zum einen auf ein Merkblatt des Bundesamtes für Justiz. Es sei 
zudem klar, dass unter «Anteil» im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG sowohl 
Aktien als auch Partizipationsscheine zu verstehen seien. Der Gesetzgeber 
habe jegliche Beteiligung ausländischer Personen an nicht börsenkotierten 
Wohnimmobiliengesellschaften der Bewilligungspflicht gemäss Bewilligungs-
gesetz unterstellt. Die Frage der ausländischen Beherrschung stelle sich nicht. 
Die Vorinstanz sieht in der Zweckänderung von einer Betriebsstätte-

Immobiliengesellschaft in eine Wohnimmobiliengesellschaft den Erwerb eines 
Grundstücks. Die Zweckänderung komme einer Gründung gleich, weshalb Art. 
1 Abs. 1 lit. a BewV in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG analog 
anzuwenden seien, und daher ein bewilligungspflichtiger Vorgang vorliege. (…) 

8.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 BewG bedürfen Personen im Ausland für den 
Erwerb von Grundstücken einer Bewilligung der zuständigen kantonalen 
Behörde. Damit besteht die Bewilligungspflicht gemäss dem Bewilligungs-
gesetz, wenn erstens der Erwerber eine Person im Ausland im Sinne von Art. 5 
f. BewG bzw. Art. 2 BewV ist, zweitens ein Erwerbsvorgang im Sinne von Art. 4 
BewG bzw. Art. 1 BewV vorliegt und drittens der Gegenstand des in Frage 
stehenden Rechtsgeschäftes ein Grundstück im Sinne von Art. 2 und 4 BewG 
ist.  

8.2 Die Rekurrentin ist aufgrund ihres Sitzes im Ausland zweifelsohne und 
unbestrittenermassen eine Person im Ausland gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b BewG. 

8.3 Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG gilt der Erwerb des Eigentums oder 
der Nutzniessung an einem Anteil an einer juristischen Person, deren 
tatsächlicher Zweck der Erwerb von Grundstücken ist, als Erwerb eines 
Grundstückes, sofern die Anteile dieser juristischen Person nicht an einer Börse 
in der Schweiz kotiert sind. Keiner Bewilligung bedarf der Erwerb eines 
Grundstückes, das als ständige Betriebsstätte eines Handels-, Fabrikations- 
oder eines anderen nach kaufmännischer Art geführten Gewerbes, eines 
Handwerksbetriebs oder eines freien Berufes dient (Art. 2 Abs. 2 lit. a BewG). 
Anteile an solchen juristischen Personen gelten mit anderen Worten als 
Grundstücke im Sinne des Bewilligungsgesetzes. 

Der Begriff «Anteil» in Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG ist umfassend zu 
verstehen. Man muss ihn nicht in seiner aktienrechtlichen Bedeutung 
verstehen, um zu diesem Schluss zu kommen. Ganz allgemein meint «Anteil» 
eine Beteiligung an etwas, was sowohl finanzieller Natur sein als auch in 
Mitbestimmung bestehen kann. Auch die teleologische Auslegung der 
Gesetzesbestimmung führt zu keinem anderen Schluss: Ziel des 
Bewilligungsgesetzes war und ist der Schutz des heimischen Bodens vor 

- 5-  

 

 

Überfremdung (vgl. Art. 1 BewG). Nicht zuletzt sollte die Spekulation mit 
schweizerischen Grundstücken durch Personen im Ausland eingeschränkt 
werden. Dass diese auch allein durch finanzielle Beteiligung geschehen kann, 
ist offensichtlich.  

Wie die Rekurrentin zu Recht ausführt, wurde im Rahmen der Revision des 
Bewilligungsgesetzes im Jahr 2004 das in Art. 6 Abs. 2 lit. a BewG genannte 
Partizipationsscheinkapital gestrichen. Diese Bestimmung behandelt die Frage, 
wann die Beherrschung einer juristischen Person durch eine Person im Ausland 
zu vermuten sei. Bei dieser Frage spielt die rein finanzielle Beteiligung 
naturgemäss eine untergeordnete Rolle, und die Streichung des Partizipations-
kapitals war folglich sachgerecht. Dass Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG nicht in 
entsprechender Weise angepasst wurde, spricht für sich. Der Gesetzgeber 
wollte hier den Erwerb jeder Beteiligung (bzw. jeden Anteils) der Bewilligungs-
pflicht unterstellen. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, ist diesbezüglich die 

Frage der ausländischen Beherrschung nicht relevant. Auch der Erwerb einer 
einzelnen Aktie führt schliesslich in den seltensten Fällen zu einer 
beherrschenden Stellung, ist jedoch gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG 
bewilligungspflichtig.  

Die von der Rekurrentin genannten Beispiele, bei welchen die 
Eigenkapitalbeteiligung an Immobiliengesellschaften erlaubt sind, sind zwar 
zutreffend, jedoch als Ausnahmen von der Regel, dass Personen im Ausland 
keine Anteile an Gesellschaften, deren Zweck der Erwerb von Grundstücken ist, 
erwerben dürfen, konzipiert. So ist der Erwerb von Anteilen an Wohn-
immobiliengesellschaften nur dann erlaubt, wenn die Anteile an der Börse 
gehandelt werden, was vorliegend gerade nicht der Fall ist. Der Gesetzgeber 
wollte explizit für börsenkotierte Gesellschaften eine Erleichterung schaffen, sie 
sollten anders behandelt werden. Auch die unterschiedliche Behandlung von 
ausländischen Investitionen in Gesellschaften, die nebenbei Immobilien halten, 
ist gerechtfertigt, soll doch die Eigenkapitalbeschaffung nicht generell erschwert 
werden. Einzig die Möglichkeit der Teilnahme an einer Kapitalerhöhung einer 
Wohnimmobiliengesellschaft, wenn sich dadurch die Stellung der Person im 
Ausland nicht verstärkt (Art. 1 Abs. 1 lit. a BewV), stützt die rekurrentische 
Position, setzt sie doch voraus, dass eine Person im Ausland in eine juristische 
Person, deren tatsächlicher Zweck der Erwerb von Grundstücken ist, die nicht 
nach Art. 2 Abs. 2 lit. a BewG ohne Bewilligung erworben werden können, 
investiert sein kann.  

Schliesslich ist auch das Merkblatt des Bundesamtes für Justiz zum 
Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland vom 1. Juli 2009, 
wonach auch der Erwerb eines Partizipationsscheines einer nicht börsen-

kotierten Gesellschaft, die ausschliesslich oder zumindest auch zu einem 
wesentlichen Teil Wohnimmobilien erworben hat oder mit solchen handelt, der 
Bewilligungspflicht des Bewilligungsgesetzes unterliegt (Merkblatt, S. 6), zu 
beachten. Dieses Merkblatt ist für das Baurekursgericht zwar nicht verbindlich, 
stellt jedoch eine Auslegungshilfe dar und fliesst insoweit in die 
Entscheidfindung ein. 

- 6-  

 

 

Insgesamt ist der Begriff «Anteil» in Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG so 
auszulegen, dass jeder Erwerb einer Beteiligung – unabhängig von der 
Verbindung mit einem Stimmrecht – an einer Gesellschaft, deren Zweck der 
Erwerb und das Halten von Immobilien, welche nicht nach Art. 2 Abs. 2 lit. a 
BewG bewilligungsfrei erworben werden können, bewilligungspflichtig im Sinne 
des Bewilligungsgesetzes ist. 

8.4.1 Damit die Bewilligungspflicht nach Bewilligungsgesetz zur 
Anwendung kommt, muss schliesslich ein Erwerbsvorgang gegeben sein. Dies 
kann zum einen der Kauf eines Grundstücks sein. Art. 1 Abs. 1 lit. a der 
Verordnung zum Bewilligungsgesetz (BewV) bestimmt sodann, dass die 
Beteiligung an der Gründung und, sofern der Erwerber damit seine Stellung 
verstärkt, an der Kapitalerhöhung von juristischen Personen, deren 
tatsächlicher Zweck der Erwerb von Grundstücken ist (Art. 4 Abs. 1 lit. e 
BewG), die nicht nach Art. 2 Abs. 2 lit. a BewG ohne Bewilligung erworben 

werden können, auch als Erwerb von Grundstücken gelten. Gemäss lit. b der 
genannten Verordnungsbestimmung gilt die Übernahme eines Grundstückes, 
das nicht nach Art. 2 Abs. 2 lit. a BewG ohne Bewilligung erworben werden 
kann, zusammen mit einem Vermögen oder Geschäft (Art. 181 des 
Obligationenrecht [OR]) oder durch Fusion, Spaltung, Umwandlung oder 
Vermögensübertragung nach Fusionsgesetz (FusG), sofern sich dadurch die 
Rechte des Erwerbers an diesem Grundstück vermehren, ebenfalls als Erwerb 
von Grundstücken. 

Dass der notwendige Erwerbsvorgang weder im Verkauf der Aktien an die 
M. noch in der Abspaltung der B. (die sich dannzumal unzweifelhaft als 
Betriebsstätte-Immobiliengesellschaft qualifiziert) liegen kann, ist offensichtlich 
und unbestritten. Am ehesten könnte – wie dies die Vorinstanz auch getan hat – 
in der formellen Zweckänderung hin zur Wohnimmobiliengesellschaft ein 
Erwerbsvorgang erblickt werden, was jedoch weder Gesetz noch Verordnung 
so festhalten. 

8.4.2 Eine Gesetzeslücke liegt vor, wenn sich eine gesetzliche Regelung 
als unvollständig erweist, weil sie auf eine bestimmte Frage keine Antwort 
enthält. Bevor eine solche Lücke angenommen wird, ist durch Auslegung zu 
ermitteln, ob das Fehlen einer ausdrücklichen Anordnung nicht als so 
genanntes qualifiziertes Schweigen zu verstehen ist. Diesfalls hat der 
Gesetzgeber eine Rechtsfrage nicht übersehen, sondern stillschweigend 
(negativ) mitentschieden. 

Lehre und Rechtsprechung unterscheiden zwischen echten und unechten 
Lücken. Eine echte Lücke liegt vor, wenn ein Gesetz für eine Frage, ohne deren 

Beantwortung die Rechtsanwendung nicht (vollständig) möglich ist, keine 
Regelung enthält. Bei der unechten Lücke gibt die gesetzliche Regelung zwar 
auf alle Fragen, die sich bei der Rechtsanwendung stellen, eine Antwort; weil 
die Regelung aber zu einem sachlich gänzlich unbefriedigenden Resultat führt, 
wird sie als lückenhaft empfunden. Das Rechtsverweigerungsverbot verpflichtet 
die rechtsanwendende Behörde, echte Lücken zu füllen, während das 
Legalitätsprinzip es grundsätzlich untersagt, unechte Lücken zu schliessen. 

- 7-  

 

 

Eine neuere Auffassung verzichtet auf die Unterscheidung zwischen echter 
und unechter Lücke und bezeichnet die Lücke als planwidrige Unvollständigkeit 
des Gesetzes, die von den rechtsanwendenden Behörden behoben werden 
darf. Das Bundesgericht hat diesen Lückenbegriff übernommen und nimmt eine 
vom Gericht zu schliessende Lücke stets dann an, wenn die gesetzliche 
Regelung nach den dem Gesetz zu Grunde liegenden Wertungen und 
Zielsetzungen als unvollständig und daher ergänzungsbedürftig betrachtet 
werden muss (BGE 102 Ib 224 f., E. 2). Diesfalls ist der Richter zur 
Lückenfüllung berechtigt und verpflichtet (vgl. zum Ganzen Ulrich Häfelin/Georg 
Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. A., 2010, Rz. 233 ff.). 

8.4.3 Das Ziel des Bewilligungsgesetzes ist die Verhinderung der 
Überfremdung des einheimischen Bodens (Art. 1 BewG). Dies soll erreicht 
werden, indem der direkte Grunderwerb durch Personen im Ausland (mit 
einigen Ausnahmen) der Bewilligungspflicht unterstellt wird und 

Bewilligungstatbestände sehr einschränkend formuliert sind. Weiter wird der 
Erwerb von Anteilen an juristischen Personen, welche Grundstücke halten, und 
damit der indirekte Immobilienerwerb eingeschränkt. Damit soll nicht zuletzt 
ausländische Spekulation mit einheimischem Boden verhindert werden. 

Es ist klar und offensichtlich, dass das mit der vorliegend zu beurteilenden 
Standortentwicklung angestrebte Ziel – eine Person im Ausland ist mit 20 
Prozent des Gesellschaftskapitals an einer schweizerischen Wohnimmobilien-
Gesellschaft beteiligt und profitiert in finanzieller Hinsicht dank der 
Ausgestaltung ihrer Anteile als Vorzugspartizipationsscheine überproportional – 
den Zielen und Werten des Bewilligungsgesetzes widerspricht. Wenn das 
Bewilligungsgesetz keine Regelung für den Vorgang der Zweckänderung einer 
bestehenden Gesellschaft, in die eine Person im Ausland investiert ist, hin zur 
Gesellschaft, welche bewilligungspflichtige Grundstücke erwerben und halten 
will, enthält, so erweist es sich als offensichtlich unvollständig und daher 
ergänzungswürdig.  

Die Aufzählung in Art. 1 Abs. 1 BewV ist beispielhaft und daher nicht 
abschliessend. Eine analoge Anwendung von Art. 1 Abs. 1 lit. a BewV (wonach 
die Beteiligung an der Gründung und, sofern der Erwerber damit seine Stellung 
verstärkt, an der Kapitalerhöhung von juristischen Personen, deren 
tatsächlicher Zweck der Erwerb von Grundstücken ist [Art. 4 Abs. 1 lit. e BewG], 
die nicht nach Art. 2 Abs. 2 lit. a BewG bewilligungsfrei erworben werden 
können, als Erwerb von Grundstücken gilt) in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. e 
BewG erweist sich daher als sachgerecht, um die Gesetzeslücke zu schliessen. 
Die Änderung des Zwecks einer Gesellschaft, welche sich neu als 
Wohnimmobiliengesellschaft qualifiziert, kommt dem Erwerb von Grundstücken 

damit gleich. 

Demgemäss ist der Rekurs diesbezüglich abzuweisen.