# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97ce46ed-e3f2-5cfc-b30e-ab65cf047f31
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-16
**Language:** de
**Title:** Gericht des Sensebezirks BGSEN Polizeirichter des Sensebezirks 16.09.2014 50 2014 28, 29/mpo
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/FR_UPL_001_50-2014-28--29-mpo_2014-09-16.pdf

## Full Text

Gericht des Sensebezirks BGSEN 

Tribunal de l'arrondissement de la Singine TRSI 

 

Polizeirichter 

Juge de police 

 

Amthaus, Schwarzseestrasse 5, Postfach 67, 1712 Tafers 

 

 

— 

Pouvoir Judiciaire PJ 

Gerichtsbehörden GB 

Dossiernummer: 50 2014 28, 29/mpo 

 
 

Polizeirichter des Sensebezirks 

Urteil vom 16. September 2014 

 

Besetzung  Polizeirichter: Peter Rentsch 

Gerichtsschreiberin: Stefanie Durot 

Parteien  A._______, Beschuldigter, verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. Anton 

Henninger, Murten 

B._______, Beschuldigter, verteidigt durch Rechtsanwalt Markus 

Meuwly, Freiburg 

Gegenstand  Fahrlässige Beseitigung oder Nichtanbringung von Sicherheitsvor-
richtungen 

Einsprache vom 10. April 2014 (B.) und 11. April 2014 (A.) gegen 

den Strafbefehl D 12 1432 und D 12 1726 der Staatsanwaltschaft 

vom 3. April 2014 

Gericht des Sensebezirks BGSEN 

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Urteil vom 16. September 2014 

 
 

Erwägungen 

I. 

1. Mit Strafbefehl vom 3. April 2014 wurde der Beschuldigte A._____ der fahrlässigen Beseiti-

gung oder Nichtanbringung von Sicherheitsvorrichtungen für schuldig befunden und zu ei-

ner Geldstrafe von 10 Tagessätzen verurteilt; der bedingte Strafvollzug wurde mit einer 

Probezeit von 2 Jahren gewährt, der Betrag eines Tagessatzes wurde auf CHF 210.00 fest-

gelegt und zu einer Busse von CHF 500.00 verurteilt.  

Mit Strafbefehl vom 3. April 2014 wurde der Beschuldigte B._____ der fahrlässigen Beseiti-

gung oder Nichtanbringung von Sicherheitsvorrichtungen für schuldig befunden und zu ei-

ner Geldstrafe von 10 Tagessätzen verurteilt; der bedingte Strafvollzug wurde mit einer 

Probezeit von 2 Jahren gewährt, der Betrag eines Tagessatzes wurde auf CHF 130.00 fest-

gelegt und zu einer Busse von CHF 300.00 verurteilt (act. 4).  

2. Gegen den Strafbefehl, welcher dem Beschuldigten A._____ bzw. seinem Vertreter am 4. 

April 2014 zugestellt wurde, erhob A._____ am 10. April 2014 (Postaufgabe) Einsprache (act. 

1). Gegen den Strafbefehl, welcher dem Beschuldigten B._____ bzw. seinem Vertreter am 

7. April 2014 zugestellt wurde, erhob B._____ am 11. April (Postaufgabe) Einsprache (act. 

3). Mit Verfügung vom 17. Juli 2014 wurden die Beschuldigten zur Sitzung vom 16. Septem-

ber 2014 vorgeladen (act. 12 und 13). Zudem wurde Insp  

C._____ vorgeladen, um als Anzeiger - Zeuge einvernommen zu werden (act. 14).  

3. An der Sitzung des Polizeirichters vom 16. September 2014 nahmen die Beschuldigten, be-

gleitet von ihren Rechtsvertretern teil. Das Beweisverfahren wurde eröffnet und mit Einver-

ständnis der Beschuldigten wurde Insp C._____ zuerst befragt. Danach wurden die Be-

schuldigten zur Angelegenheit befragt. Nachdem das Beweisverfahren geschlossen wor-

den war, hielten Rechtsanwalt Markus Meuwly und Rechtsanwalt Dr. Anton Henninger ihre 

Parteivorträge. Die Beschuldigten verzichteten auf ihr Recht auf das letzte Wort. Daraufhin 

schloss der Polizeirichter die Parteiverhandlung und zog sich zur geheimen Urteilsberatung 

zurück. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde das Urteil öffentlich eröffnet und münd-

lich begründet (act. 27). 

4. Das Urteilsdispositiv wurde den Rechtsvertretern der Beschuldigten am 22. und 23. Sep-

tember 2014 und der Staatsanwaltschaft am 22. September 2014 zugestellt  (act. 32, 33, 

34). Am 1. Oktober 2014 (Postaufgabe) meldete Dr. Markus Julmy, Stellvertretender Gene-

ralstaatsanwaltschaft, fristgerecht Berufung an (act. 35). 

 

II. 

1. Am 3. April 2012 zwischen 18.45 und 19.00 Uhr wurde Z._____ während eines Trainings 

auf dem Fussballplatz W. von einem 9mm-Geschoss an der Brust getroffen. Das Geschoss 

stammte aus dem Pistolenstand W., welcher sich knapp 150 Meter nördlich des Fussball-

platzes in einer tieferen Lage befindet und dessen Schussrichtung genau gegen den Fuss-

ballplatz zeigt. Z._____ wurde von einem abgeprallten Projektil getroffen. Wer genau die-

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sen verirrten Schuss abgab, konnte nicht ermittelt werden. Z._____ erlitt nur eine geringfü-

gige oberflächliche Verletzung und trug keinen bleibenden Schaden davon. Er reichte am 

4. April 2012 Strafklage gegen Unbekannt wegen einfacher Körperverletzung ein. Am 14. 

Dezember 2012 zog er die Strafklage zurück (vgl. act. 4).  

Gestützt auf diesen Vorfall wurde ein Verfahren gegen A._____ und B._____ wegen Besei-

tigung oder Nichtanbringung von Sicherheitsvorrichtungen (Art. 230 StGB) eröffne t. In die-

sem Rahmen wurden das Forensische Institut Zürich mit einem Gutachten beauftragt, nach-

dem die Beschuldigten den Standpunkt vertreten hatten, die Schiessanlage sei einwandfrei. 

Das Zentrum für forensische Physik und Ballistik der Universität Bern wurde zusätzlich mit 

einem Gutachten beauftragt.  

2. Gestützt auf die Akten, die Gutachten des Forensischen Instituts Zürich sowie des Zent-

rums für forensische Physik und Ballistik der Universität Bern und den allgemeinen Gege-

benheiten, ist es als sehr wahrscheinlich anzusehen, dass das Projektil, welches Z._____  

am 3. April 2012 verletzt hat, vom Schiesstand in W. herstammte und als Prellschuss quali-

fiziert werden kann. Das Tatprojektil sei gemäss Kriminalpolizei vollständig und habe sechs 

Felderabdrücke nach rechts gewindet aufgewiesen. Die Breite der Felderabdrücke könne 

aufgrund der geringen Spuren nicht ermittelt werden. In der Tat könne auf dem ganzen 

Projektil, welches sich auf den Fussballplatz verirrt hatte, "störende Streifen", entdeckt wer-

den. Diese seien sehr fein und regelmässig. Da das Tatprojektil nicht deformiert gewesen 

sei und aufgrund des sich darauf befindlichen Spurenbildes, könne daraus geschlossen 

werden, dass es eine weiche und glatte Masse durchbrochen hat. Demzufolge ist es ge-

mäss Kriminalpolizei plausibel, dass es sich bei der genannten Masse um morsches Holz, 

wie es beim Kugelfang des 25m Schiessstandes vorhanden ist, handelt. Ein  

direkter Schuss vom Schiessstand aus könne aufgrund der Eigenschaften der Verletzung 

von Z._____ und der Topografie der Örtlichkeiten ausgeschlossen werden (vgl. Dossier der 

Staatsanwaltschaft D 12 1432 und D 12 1726 act. 2110ff., 4038ff. und 4049ff.).  

3. Die Tathandlung von Art. 230 StGB wird primär an Sicherheitsvorrichtungen für Fabriken 

begangen. Der Tatbestand des Art. 230 StGB ist nicht a priori auf den vorliegenden Sach-

verhalt zugeschnitten, er kann jedoch trotzdem aufgrund der allgemein gehaltenen Defini-

tion gemäss Basler Kommentar darunter subsumiert werden. Überdies ist jedoch unter Um-

ständen auch an rein private Unternehmen zu denken, bei denen entgegen bestehender 

Vorschriften notwendige Sicherungen nicht zweckmässig unterhalten wurden (RO-

ELLI/FLEISCHA NDERL, Basler Kommentar Strafrecht II, 3. A., 2013, N 7 zu Art. 230 StGB). 

Eine Strafbarkeit ist nur dann gegeben, wenn vorschriftswidrig eine notwendige Sicherung 

nicht zweckmässig unterhalten wird.  Die einzigen Vorschriften technischer Art bezüglich 

der Sicherheitseinrichtungen eines Schiessstandes sind in den Weisungen für Schiessanla-

gen (Technische Belange der Schiessanlagen für das Schiesswesen ausser Dienst) der 

Schweizer Armee aufgeführt (vgl. act. 3019-3023).  Als vorliegend relevanter Erlass wird 

zudem die Verordnung des VBS über die eidgenössischen Schiessoffiziere und die kanto-

nalen Schiesskommissionen (Schiessoffiziersverordnung / 512.313) zugezogen.  

4.1 Dem Beschuldigten A._____ wird vorgeworfen, sich in seiner Funktion als eidgenössischer 

Schiessoffizier, der fahrlässigen Beseitigung oder Nichtanbringen von Sicherheitsvorrich-

tungen (Art. 230 StGB) schuldig gemacht zu haben.  

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Gemäss Art. 12 der Verordnung über die Schiessanlagen für das Schiesswesen ausser 

Dienst und auch Art. 9 der Schiessoffiziersverordnung begutachtet der eidgenössische 

Schiessoffizier die Sicherheit der Schiessanlagen. Er hat für die Einhaltung der Vorschriften 

zu sorgen. Bei tatsächlichem Handlungsbedarf obliegt es somit dem eidgenössischen 

Schiessoffizier die nötigen Schritte einzuleiten. 

4.2  Dem Beschuldigten B._____ wird vorgeworfen, sich in seiner Funktion als Mitglied der kan-

tonalen Schiesskommission, am 26. April 2011 in W., der fahrlässigen Beseitigung oder 

Nichtanbringung von Sicherheitsvorrichtungen (Art. 230 StGB) schuldig gemacht zu haben.  

 Gemäss Art. 25 der Schiessoffiziersverordnung hat das Kommissionsmitglied bei den ihm 

unterstellten Schiessvereinen jährlich eine Kontrolle durchzuführen, diese umfasst den gan-

zen Schiessbetrieb sowie die Verhältnisse in und um die betreffenden Schiessanlagen. 

Massgebend hierfür sind insbesondere die jährlich durch die Gruppe Verteidigung festge-

legten Kontrollpunkte. Nach Art. 26 der Schiessoffiziersverordnung ist ein standardisierter 

Kontrollbericht zu erstellen. Wenn im Rahmen dieser Kontrolle Mängel festgestellt werden, 

legt der Kommissionspräsident oder die Kommissionspräsidentin gemäss Art. 17 der 

Schiessoffiziersverordnung den Kontrollbericht des Kommissionsmitglieds zwecks Festle-

gung des weiteren Vorgehens umgehend dem eidgenössischen Schiessoffizier vor.  

5.1 A._____ hat am 26. März 2012, nur wenige Tage vor den Geschehnissen des 3. April 2012, 

auf eigene Initiative die gesamte Schiessanlage in W. kontrolliert und fotografisch festge-

halten. Dies tat er, gemäss seinen Aussagen anlässlich der Sitzung vom 26. September 

2014, nicht aufgrund eines ihm zugetragenen Mangels dieses Schiessstandes, sondern 

aufgrund eines Auftrages des eidgenössischen Schiessanlagenexperten, wonach von je-

dem Schiessstand eine Fotodokumentation zu erstellen sei. Dabei hat A._____ den ganzen 

Schiessstand in W. angeschaut und kam zum Schluss, dass die beiden Kugelfänge (der 25 

und 50 Meteranlage) den reglementarischen Sicherheitsvorschriften entsprächen, der Stirn-

holzstapel kein Sicherheitselement darstelle und der Kugelfang den Stirnholzstapel passie-

rende Schüsse selbstverständlich auffangen würde. Er sah es als unmöglich an, dass ein 

Geschoss bei einer Neigung des Kugelfangs von 100 Prozent nach hinten wegfliegen 

konnte (act. 27). 

B._____ hat am 26. April 2011, ungefähr ein Jahr vor den Geschehnissen des 3. April 

2012, den Schiessstand in W. in seiner Funktion als Mitglied der kantonalen Schiesskom-

mission inspiziert. Dabei füllte er das Kontrollblatt der Schiesskommission anlässlich dieser 

jährlichen Kontrolle aus und bewertete den Schiesstand in allen Punkten mit „gut“, der bes-

ten Bewertungseinheit. Gemäss seinen Aussagen anlässlich der Sitzung vom 26. Septem-

ber 2014, wiesen die Stirnholzstapel der 25 und 50 Meteranlage keine Löcher auf und die 

Spälte vor dem Kugelfang der 25 Meteranlage seien sauber horizontal und vertikal aufge-

stellt sowie korrekt und gut gewesen (act. 27). 

5.2  Gemäss dem Gutachten des Forensischen Instituts Zürich entspricht der Aufbau der 

Schiessanlage in W. grundsätzlich den einschlägigen Vorschriften. Einige Bestandteile, res-

pektive deren Unterhalt, würde jedoch nicht den Anforderungen der Weisungen für 

Schiessanlagen entsprechen. So wird der Zustand der leicht nach hinten aufgestellten 

Holzspälten am Kugelfang der 25 Meteranlage und der nicht gehörig unterhaltene Vorge-

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schossfang in Form des Stirnholzstapels in Bezug auf die Sicherheit bemängelt (insbeson-

dere deren Zusammenspiel). Der Schiessstand in W. verfügt sowohl bei der 25 als auch bei 

der 50 Meteranlage über einen natürlichen Geschossfang gemäss Ziffer 9.1 der Weisungen 

für Schiessanlagen. Ein Stirnholzstapel wird in den genannten Weisungen nur im Zusam-

menhang mit einem aufgeschütteten Kugelfang erwähnt. Das Forensische Institut Zürich ist 

der Ansicht, dass wenn ein Stirnholzstapel als Vorgeschossfang aufgestellt wird, dies auch 

nur aufgrund des Umweltschutzes sei, so müsse dieser - wenn eingebaut - gleich unterhal-

ten werden, wie es die Weisungen für Schiessanlagen bei einem aufgeschütteten Kugel-

fang in Ziffer 9.2 vorsehen. Ein Entfernen aller Holzspälten sei also angezeigt gewesen, da 

deren Zustand und Platzierung die Sicherheit der Schiessanlage nicht mehr gewährleistete, 

des Weiteren wird auf Ziffer 9.6 der Weisungen für Schiessanlagen verwiesen, wonach 

Projektilrückstände periodisch aus den Geschossfanganlagen zu entfernen sind, um Spick-

geschosse zu vermeiden (vgl. Dossier der Staatsanwaltschaft D 12 1432 und D 12 1726 

act. 4038ff.). 

 Das Gutachten vermag keine Aussage darüber zu machen, in welchem Zustand sich die 

einzelnen Elemente des Schiessstandes in W. bei der von B._____ durchgeführten Kon-

trolle am 26. April 2011 befanden, oder inwiefern sich deren Zustand bis zum 3.  

April 2012 verändert hätten. Es können lediglich Annahmen getroffen werden, wobei eine 

starke Veränderung des Zustandes der Holzspälten am Kugelfang der 25 Meteranlage in-

nerhalb eines Jahres eher unwahrscheinlich ist. 

6. Die Tat nach Art. 230 StGB wird dadurch vollendet, dass das aktive oder passive Verhalten 

des Täters zu einer konkreten Gefahr für Leib oder Leben von Mitmenschen führt. Zwi-

schen der ungenügenden Sicherung und dem Eintritt der Gefährdung muss ein Kausalzu-

sammenhang bestehen (DONATSCH/WOHLERS, Strafrecht IV, Delikte gegen die Allgemein-

heit, 3. A., 2004, § 14 1.3). 

Gemäss dem Forensischen Institut Zürich kann die Möglichkeit eines sogenannten Prell-

schusses auch bei Einhaltung aller Vorschriften bezüglich Bau und Unterhalt der Ge-

schossfänge, nie ganz ausgeschlossen werden (vgl. Strafdossier der Staatsanwaltschaft  

D 12 1432 und D 12 1726 act. 4038ff.).  

Insofern fehlt es vorliegend am Kausalzusammenhang zwischen der ungenügenden Siche-

rung durch Unterlassen und dem Eintritt der Gefährdung. 

7.1 In subjektiver Hinsicht gilt es das Vorhandensein der Fahrlässigkeit  zu überprüfen, da ein 

Vorsatz vorliegend ausgeschlossen werden kann. Nach Art. 12 Abs. 3 StGB begeht ein 

Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsich-

tigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtig-

keit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach 

seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist.  

Eine Begrenzung von Sorgfaltsgeboten liegt darin, dass sie nicht weiter reichen können als 

die Fähigkeit des Menschen, Geschehensabläufe vorherzusehen und gestaltend auf sie 

Einfluss zu nehmen, es kann keine Pflicht geben, sein Verhalten nach für niemanden er-

kennbaren Risiken auszurichten oder das Menschenunmögliche zu tun, um eine drohende 

Gefahr abzuwenden. Zu den Grundvoraussetzungen sorgfaltswidrigen Handelns gehören 

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deshalb einerseits die Voraussehbarkeit des Erfolgs und andererseits dessen Vermeidbar-

keit (NIGGLI/MA EDER, Basler Kommentar Strafrecht I, 3. A., 2013, N 99 zu Art. 12 StGB).  

7.2 Gemäss den Aussagen von A._____ an der Sitzung vom 16. September 2014 habe er trotz 

seiner Funktion als eidgenössischer Schiessoffizier keine besonderen ballistischen Kennt-

nisse (act. 27). Das Institut für Rechtsmedizin, Abteilung Forensische Physik und Ballistik 

hat in seinem Gutachten vom 6. September 2013 untersucht, ob ein Geschoss vom Pisto-

lenschiesstand in W. das Fussballfeld von W. erreichen kann. Aus dem Gutachten ergibt 

sich, und dies nach komplizierten ballistischen Berechnungen, dass ein beim Schiesstand 

abgepralltes Geschoss, das 400 m entfernte Fussballfeld erreichen kann (act. 4052ff.). Es 

kann A._____ nicht vorgeworfen und nachgewiesen werden, dass er bereits am 26. März 

2012, vor Einsichtnahme in das Gutachten, die Möglichkeit der komplexen möglichen Flug-

bahnen eines Projektils voraussehen konnte, was zum Fehlen der Voraussehbarkeit des 

Erfolgs führt.  

7.3 B._____ führte aus, er habe die Kontrolle des Schiessstandes in W. am 26. April 2011 nach 

bestem Wissen und Gewissen durchgeführt. Gemäss seinen Aussagen an der Sitzung vom 

16. September 2014, habe er trotz seiner Funktion als Mitglied der kantonalen Schiesskom-

mission keine besonderen ballistischen Kenntnisse (act. 27). Auch wenn der Zustand ein-

zelner Elemente des Schiessstandes in W. zum Zeitpunkt der Kontrolle mangelhaft war, 

konnte er wohl aufgrund seiner nicht vorhandenen ballistischen Kenntnisse die allenfalls 

davon ausgehende Gefahr eines Spickgeschosses oder Prellschusses nicht erkennen. Auf-

grund dessen erschien ihm der Zustand dieser Elemente des Schiessstandes nicht als 

mangelhaft, auch wenn diese allenfalls mangelhaft waren. Somit fehlt es, selbst wenn ein 

mangelhafter Zustand von gewissen Bestandteilen des Schiessstandes vorlag, an der Vo-

raussehbarkeit des Erfolges.    

7.4 Auch wenn der Erfolg für beide Beschuldigten voraussehbar gewesen wäre, hätte es den-

noch an der Vermeidbarkeit gefehlt, da - wie bereits erwähnt - die Möglichkeit eines Prell-

schusses auch bei Einhaltung aller Vorschriften nie ganz ausgeschlossen werden kann.  

8. Die Beschuldigten A._____ und B._____ sind daher frei zu sprechen. 

 Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie gemäss  Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO 

Anspruch auf die Entschädigung ihrer Aufwendungen für die Ausübung ihrer Verfahrens-

rechte. Aufgrund der umfangreichen Akten und der Komplexität der Angelegenheit und un-

ter Berücksichtigung der eingereichten Kostenlisten ist von einem Anwaltsaufwand von je 

ca. 30 Stunden auszugehen. Bei einem angemessenen Stundenansatz von CHF 250.00 

ergibt sich ein Entschädigungsanspruch von CHF 7'500.00 zuzüglich CHF 600.00 Mehr-

wertsteuer.  

9.         Aufgrund der Freisprüche gehen die Kosten des Verfahrens zu Lasten des Staates (Art. 

426 StPO e contrario). 

 

 

 

 

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Demnach wird geurteilt: 

1.1  A._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Beseitigung oder Nichtanbringung von Sicher-

heitsvorrichtungen, angeblich begangen am 26. März 2012 in W., freigesprochen. 

1.2  A._____ wird zu Lasten des Staates eine Entschädigung von CHF 8‘100.00 (inkl. 

CHF 600.00 Mehrwertsteuer) zugesprochen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). 

2.1  B._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Beseitigung oder Nichtanbringung von Sicher-

heitsvorrichtungen, angeblich begangen am 26. April 2011 in W., freigesprochen. 

2.2  B._____ wird zu Lasten des Staates eine Entschädigung von CHF 8‘100.00 (inkl. 

CHF 600.00 Mehrwertsteuer) zugesprochen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). 

3.  Die Kosten des Verfahrens gehen zu Lasten des Staates. 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Die Partei, die Berufung angemeldet hat, reicht dem Strafappellationshof  des Kantonsgerichts in-

nert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein. 

Sie hat darin anzugeben: a. ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht; b. welche 

Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt; und c. welche Beweisanträge sie stellt. 

Wer nur Teile des Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche 

der folgenden Teile sich die Berufung beschränkt: a. den Schuldspruch, allenfalls bezogen auf ein-

zelne Handlungen; b. die Bemessung der Strafe; c. die Anordnung von Massnahmen; d. den Zi-

vilanspruch oder einzelne Zivilansprüche; e. die Nebenfolgen des Urteils; f. die Kosten -, Entschädi-

gungs- und Genugtuungsfolgen; g. die nachträglichen richterlichen Entscheidungen (Art. 399 Abs. 

3 und 4 StPO, Art. 64 JG). 

 

Peter Rentsch 

Polizeirichter 

Stefanie Durot 

Gerichtsschreiberin  
 

 

 

Empfänger 

— 
- Rechtsanwalt Dr. Anton Henninger (gegen Empfangsbestätigung) 

- Rechtsanwalt Markus Meuwly (gegen Empfangsbestätigung) 

- Staatsanwaltschaft (in zweifacher Ausfertigung, gegen Empfangsbestätigung)