# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6048fabf-af39-5348-80db-04353f571ba0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.08.2023 D-3810/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3810-2023_2023-08-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3810/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richter Manuel Borla;   

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kongo (Kinshasa),  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 7. Juni 2023 / N (…). 

 

 

 

D-3810/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 

20. Dezember 2022 verliess, in der Folge über B._______ (C._______) 

und (…) D._______ in die Schweiz gelangte, wo er am 6. März 2023 um 

Asyl nachsuchte, 

dass er anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 23. Mai 2023 zur 

Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei nach 

dem Tod seines Vaters am (…) 2022 von traditionellen Chefs seines Clans 

am (…) September 2022 in einen Wald entführt worden, um mit Initiations-

ritualen darauf vorbereitet zu werden, selber ein solcher zu werden, 

dass er dazu nicht gewillt gewesen sei, weil er als Christ solche diaboli-

schen, satanischen und mit Zauber verbundene Zeremonien ablehne, 

dass ihm in der Nacht, als seine Entführer geschlafen hätten, die Flucht 

gelungen sei, 

dass er sich nicht an die Polizei gewandt habe, weil sich diese nicht in sol-

che Sachen einmische, sondern wolle, dass die Angelegenheit im Rahmen 

der Familie gelöst werde, 

dass er sich direkt zu seiner Kirche begeben habe, um sich mittels Gebeten 

von den bösen Geistern zu befreien, 

dass er sich bis zu seiner Ausreise immer in der Kirche aufgehalten habe, 

wobei er dort anonyme Drohanrufe erhalten habe, er solle zurückkommen 

oder werde sonst umkommen, 

dass er am 25. Mai 2023 dem erweiterten Verfahren zugeteilt und für die 

weitere Dauer seines Asylverfahrens dem Kanton E._______ zugewiesen 

wurde, 

dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 

7. Juni 2023 – eröffnet am 15. Juni 2023 – ablehnte sowie die Wegweisung 

aus der Schweiz und den Vollzug anordnete, 

dass das SEM zur Begründung im Wesentlichen anführte, bei den Entfüh-

rern habe es sich nicht um staatliche Organe, sondern um Mitglieder des 

Clans des Beschwerdeführers gehandelt, 

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Seite 3 

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei aufzuzeigen, inwiefern 

durch die Verfassung seines Heimatlands solche Taten anerkannt würden, 

weshalb keine Hinweise darauf vorlägen, dass die Polizei seinem Anliegen 

von vornherein keine Beachtung geschenkt hätte, 

dass durch die Unterlassung des Beschwerdeführers, den Vorfall bei der 

Polizei zu melden, diese weder ihren Schutzwillen noch ihre Schutzfähig-

keit habe unter Beweis stellen können, und keine Hinweise bestünden, 

dass ihm nicht hätte zugemutet werden können, die Entführung sowie die 

Drohanrufe der Polizei zu melden,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. Juli 2023 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

beantragte, die vorinstanzliche Verfügung vom 7. Juni 2023 sei aufzuhe-

ben, es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und es sei ihm 

Asyl zu gewähren, eventualiter sei der Vollzug der Wegweisung als unzu-

lässig beziehungsweise unzumutbar zu beurteilen und er sei vorläufig auf-

zunehmen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei die unentgeltli-

che Rechtspflege zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses zu verzichten und ein amtlicher Rechtsbeistand einzusetzen, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 7. Juli 

2023 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 

2023 die Verfahrensanträge des Beschwerdeführers abwies und ihn auf-

forderte, bis zum 27. Juli 2023 einen Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 750.– zu leisten, 

dass der verlangte Kostenvorschuss am 24. Juli 2023 fristgerecht geleistet 

wurde, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– wie auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

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Seite 4 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass das SEM in seiner Verfügung mit überzeugender Begründung zur Er-

kenntnis gelangt ist, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den An-

forderungen an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit gemäss Art. 3 AsylG 

nicht genügen, 

dass diesbezüglich vorab auf die Erwägungen des SEM verwiesen werden 

kann, zumal in der Beschwerde im Wesentlichen lediglich die bisherigen 

Vorbringen wiederholt werden, 

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dass in der Beschwerde insbesondere ausgeführt wird, das Ziel des Rituals 

sei es gewesen, dass er Hexer («[…]») werde (vgl. auch SEM act. […]-

13/12 F70), er aber seinem Vater bereits vor dessen Tod erklärt habe, dass 

er nicht bereit sei, dessen Rolle als traditioneller Chef einzunehmen, 

dass es gemäss den als Beschwerdebeilage 3 eingereichten Recherchen 

der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) insbeson-

dere keine Informationen gibt, dass das «Amt» des Hexers von den Vä-

tern auf die Söhne vererbt wird, sondern eher die jungen Männer darauf 

vorbereitet werden, solche Hexer zu erkennen, 

dass auch niemand dazu gezwungen wird, und derartige Initiationsriten 

(vor allem beim Übertritt ins Erwachsenenalter, aber zum Beispiel auch bei 

bewaffneten Gruppen) üblich sind (vgl. a.a.O.), 

dass der Beschwerdeführer beim geltend gemachten Vorfall bereits 45 

Jahre alt gewesen wäre,  

dass es dem Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund nicht gelungen 

sein dürfte, aus seinen Ausführungen in der Beschwerde etwas zu seinen 

Gunsten abzuleiten, 

dass das SEM sodann (implizit) zu Recht davon ausgegangen sein dürfte, 

die kongolesischen Behörden seien in Kinshasa, woher der Beschwerde-

führer stammt, grundsätzlich fähig und auch willens, Personen, welche von 

Drittpersonen bedroht beziehungsweise verfolgt werden, den erforderli-

chen Schutz zu gewähren, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

Staatssekretariat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom Staatssekretariat ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

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dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

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Seite 7 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-

staat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete 

Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-

zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, 

dass auch bezüglich der individuellen Situation des Beschwerdeführers bei 

einer Rückkehr in sein Heimatland auf die überzeugenden Erwägungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann (SEM-Verfügung 

vom 7. Juni 2023, Ziff. III/2, S. 5 f.), 

dass das Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Rechtsmittelein-

gabe, er leide unter Bluthochdruck, nehme ein Antidepressivum ein und 

warte auf einen Termin (im Oktober 2023) bei einem Psychologen in 

Uznach, nicht geeignet ist, zu einer anderen Einschätzung zu führen, 

dass die Vorinstanz somit unter Würdigung der Vorbringen des Beschwer-

deführers zu Recht auch die Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs bejaht hat,  

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung 

zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem be-

reits geleisteten Vorschuss zu verrechnen sind. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag wird mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in 

gleicher Höhe verrechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Daniel Widmer