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**Case Identifier:** d368c0dd-868a-5c55-8f0a-030e28fd5407
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.08.2011 IV 2009/348
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-348_2011-08-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/348

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.06.2020

Entscheiddatum: 29.08.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 29.08.2011
Art. 28 Abs. 2 IVG. Invalidenrente. Rückweisung zur weiteren Abklärung. 
Zwar haben sich die körperlichen Symptome eines Alkoholabusus erst nach 
Verfügungserlass (massiv) manifestiert. Indessen ist unbestritten, dass jener 
bereits lange davor begonnen hat. Obwohl den (rheumatologischen) 
Gutachtern bekannt war, dass ein Alkoholproblem bestand und dessen 
psychische Auswirkungen begutachtet wurden, erfolgte bislang keine 
somatische Begutachtung der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dies 
ist nachzuholen (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 28. September 2011, IV 2009/348).

Entscheid Versicherungsgericht, 28.09.2011

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, a.o. Ver-

sicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 28. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ stellte am 9. Januar 2007 ein Gesuch um Leistungen der 

Invalidenversicherung (Rente). Dabei gab sie an, sie leide seit Februar 1997 unter 

Diskushernien (act. G 4.1/6). Ihre letzte Stelle als Spitexhelferin bei der Pro Senectute 

gab sie infolge Krankheit auf Ende Juni 2006 auf (letzter Arbeitstag: 19. Januar 2006; 

act. G 4.1/12.1). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, gab in seinem Bericht vom 22. Januar 2007 an, es beständen 

persistierende belastungsabhängige Kreuzschmerzen mit intermittierend auftretenden 

Schwächen in den Beinen sowie ein Status nach Rezidivhernienoperation L3/L4 links 

im September 2005 und ein Status nach Diskushernienoperation 1998. In der 

angestammten Tätigkeit als Spitexhilfe sei die Versicherte ab 29. August 2005 zu 100 

arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei demnach nicht mehr zumutbar. Auch andere 

Tätigkeiten seien ihr nicht zumutbar. Vielmehr müsse sie zur Bewältigung ihres 

Vierpersonen-Haushalts selber die Dienste der Spitex in Anspruch nehmen (act. G 

4.1/7.1 - 7.4). Der frühere Hausarzt der Versicherten, Dr. med. C.___, Allgemeine 

Medizin FMH, gab in seinem Bericht vom 13. Februar 2007 zudem an, es bestehe auch 

ein Status nach Diskushernienoperation 1999 sowie ein Status nach partieller Epilepsie 

mit komplexen partiellen Anfällen, die jedoch hätten behandelt werden können. Seit 

1998 habe die Versicherte unter vor allem lumbalen Rückenschmerzen gelitten (act. G 

4.1/14.5). Dr. med. D.___, Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen, gab in seinem 

Bericht vom 12. April 2007 nebst den belastungsabhängigen Kreuzschmerzen mit den 

bereits genannten Status nach den Rückenoperationen von 1998 und 2005 eine 

intermittierend auftretende Schwäche in beiden Beinen an. Auch dieser Arzt erachtete 

die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Haushalthilfe nicht mehr für 

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arbeitsfähig. Zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit in einer anderen Tätigkeit regte er 

eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit an (act. G 4.1/17.1 - 17.2).

A.b   Auf Anregung des RAD Ostschweiz ordnete die IV-Stelle St. Gallen die 

Durchführung einer orthopädisch-psychiatrischen Begutachtung an. In seinem 

Gutachten vom 4. Dezember 2007 diagnostizierte Dr. med. E.___, Spezialarzt 

Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin SGSM, eine Osteochondrose der 

Brustwirbelsäule sowie eine fortgeschrittene Osteochondrose der Lendenwirbelsäule 

L3 - L5 und Spondylarthrose L4 bis S1 mit foraminal-extraforaminal links reichender 

Diskushernie L3/4 und hochgradiger Einengung des Neuroforamens sowie der Wurzel 

L5 rechts am lateralen Rezessus und leichter zentraler Spinalkanalstenose L4/5 bei 

Zustand nach Diskushernienoperation L3/4 links extraforaminal im Februar 1998 und 

Reoperation im September 2005. Zudem bestehe ein neurasthenisches 

Beschwerdebild. Im Weiteren diagnostizierte Dr. E.___ eine Diskusprotrusion C3/4, 

C4/5 und C5/6 ohne neurale Kompression sowie einen Status nach partieller Epilepsie, 

eine Aortensklerose und einen Nikotinabusus. Zusammen mit dem psychiatrischen 

Gutachter, Dr. med. univ. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie sowie Arzt für 

psychotherapeutische Medizin, Psychosomatik und Psychosoziale Medizin, der im 

Wesentlichen ebenfalls ein neurasthenisches Beschwerdebild (F48.0) sowie ein 

chronisches Lendenwirbelsäulenschmerzsyndrom mit ischialgieformen Beschwerden 

links diagnostizierte, gelangte Dr. E.___ zum Schluss, dass die Versicherte in ihrer 

angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin der Pro Senectute ab Frühling 2006 bei voller 

Stundenpräsenz noch zu 30 % arbeitsfähig sei. Als Hausfrau sei die Arbeitsfähigkeit 

um etwa einen Drittel eingeschränkt. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten 

Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne 

dass dabei regelmässig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen 

eingenommen und Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen werden müssten, 

seien der Versicherten bei voller Stundenpräsenz zu 80 % zumutbar (act. G 4.1/36.6 

und 36.9, 36.16).

A.c   Am 28. September 2007 führte die IV-Stelle St. Gallen bei der Versicherten eine 

Haushaltsabklärung durch. Dabei stellte sie fest, dass die Versicherte vor dem 

Gesundheitsschaden im Umfang von 35 % als Haushaltshilfe gearbeitet habe. 

Ursprünglich sei geplant gewesen, mit dem Älterwerden des jüngsten Kindes dieses 

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Pensum auf 5,5 Stunden täglich (entsprechend einem Arbeitspensum von etwa 65 %) 

zu steigern. Im Haushalt ermittelte die Abklärungsperson eine Einschränkung von 30,34 

% ab September 2005 (act. G 4.1/31).

A.d   Mit Feststellungsblatt vom 8. Januar 2008 ging die IV-Stelle St. Gallen von einer 

Aufteilung von 35 % im Aufgabenbereich und 65 % in der Erwerbstätigkeit aus. Da die 

Versicherte aber auch mit der gesundheitlichen Einschränkung noch eine 

Arbeitsfähigkeit bzw. - da auch beim Valideneinkommen vom Tabellenlohn auszugehen 

sei - eine Erwerbsfähigkeit von 80 % aufweise, ergebe sich selbst unter 

Berücksichtigung eines 10 %-igen Leidensabzugs keine Erwerbseinbusse. Unter 

Berücksichtigung der Einschränkung im Haushaltsteil von 30,34 % ergebe sich damit 

ein (Gesamt-)Invaliditäts-grad von 10,61 % (act. G 4.1/39.2). Mit Vorbescheid vom 25. 

Januar 2008 setzte die IV-Stelle die Versicherte in Kenntnis über die vorgesehene 

Abweisung ihres Renten-gesuchs (act. G 4.1/41).

A.e   Mit Einwand vom 25. Februar 2008 und Ergänzung vom 30. April 2008 liess die 

Versicherte durch ihren damaligen Rechtsvertreter beantragen, der Invaliditätsgrad sei 

neu zu berechnen und es sei ihr gestützt darauf eine Rente auszurichten. Moniert 

wurde im Wesentlichen, das Hauptgutachten von Dr. E.___ weise eine hohe Dichte von 

vagen Aussagen auf. Einzelne Befunde würden ohne weitere Nachforschungen als 

"unerklärlich" deklariert und der Versicherten implizit unterstellt zu simulieren. Obwohl 

das Gutachten weiterführende diagnostische Massnahmen für notwendig erkläre, 

würden die Schlussfolgerungen als abschliessend deklariert und von der IV-Stelle 

kritiklos entgegengenommen. Es sei nicht klar, wie der Gutachter auf Grund der 

erhobenen Befunde zu seinen Schlussfolgerungen gelange. Die medizinische Seite sei 

daher mit weiteren Abklärungen fachgerecht aufzuarbeiten (Stellungnahme der 

behandelnden Ärzte, ergänzende oder Oberbegutachtung, Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit, Würdigung durch die IV-Stelle). Unabhängig von der Begutachtung 

wurde auch die Berechnung des Invaliditätsgrades (im Erwerbsteil) bemängelt (act. G 

4.1/46 und 53).

A.f    Mit Stellungnahme vom 2. Juli 2008 regte der RAD Ostschweiz eine zusätzliche 

rheumatologische Begutachtung inklusive Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit an (act. G 4.1/55). Am 2. Februar 2009 erstattete die Zentrum für 

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Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) ihr Gutachten. Sie stellte unter 

anderem die Diagnosen eines Panvertebralsyndroms mit/bei lumbospondylogener 

Schmerzkomponente links, Thorako- und Zervikovertebralsyndrom, Status nach 

Diskushernienoperation L3/4 links 1998 und 2005, erosiven Osteochondrosen L3/4, 

L4/5, Facettengelenksarthrosen multisegmental, Diskushernie L3/4 links mit 

Kompression der Nervenwurzel L3 links foraminal, Diskushernie L4/5 mit Einengung 

des Neuroforamens L4 rechts, anamnestisch degenerativen BWS-Veränderungen 

sowie leichten degenerativen HWS-Veränderungen. Im Weiteren diagnostizierte die 

AEH ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit episodischem Substanzgebrauch, eine 

beginnende Leberzirrhose, Splenomegalie, eine dekompensierte äthyltoxische 

Hepatopathie mit Aszites. Die AEH holte zudem bei Dr. med. G.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, Klinik Teufen, ein psychiatrisches Gutachten ein. Dieser stellte in 

seinem Gutachten vom 4. November 2008 keine psychiatrischen Diagnosen fest und 

ging dementsprechend von einer vollen Arbeits-fähigkeit aus psychiatrischer Sicht aus. 

In einem Zusatzgutachten vom 23. Januar 2009 äusserte sich Dr. G.___ noch zur Frage 

des Foetor aethylicus, den die AEH anlässlich ihrer Untersuchung vom 9. und 10. 

Oktober 2008 festgestellt hatte. Dabei stellte er fest, dass bei der Versicherten ein 

Alkoholabhängigkeitssyndrom mit episodischem Substanzgebrauch (F10.26) vorliege, 

das jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, da zu diesem Zeitpunkt 

mindestens von einer Teilabstinenz auszugehen sei (act. G 4.1/61 und 65).

Unter Berücksichtigung dieser Teilgutachten erachtete die AEH die angestammte 

Tätigkeit im innegehabten Pensum von rund 40 % aus rheumatologischer Sicht 

weiterhin als zumutbar. Eine angepasste, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit 

mit Einschränkungen für Arbeiten in statisch vorgeneigter Position sowie für Arbeiten 

über Kopf (maximal manchmal) erachtete die AEH ganztags mit vermehrten Pausen (2 

Stunden pro Tag) als zumutbar. Gesamthaft resultiere daraus eine Arbeitsfähigkeit von 

75 % (act. G 4.1/68.7 f).

A.g   Mit Feststellung vom 20. März 2009 ging die IV-Stelle wiederum davon aus, dass 

die Versicherte im Erwerbsteil keine Einbusse erleiden würde, im Haushaltsteil eine 

solche von 10,61 % (act. G 4.1/77). Mit Vorbescheid vom 26. März 2009 stellte die IV-

Stelle der Versicherten erneut die Abweisung ihres Rentengesuchs in Aussicht (act. G 

4.1/79). Mit erneutem Einwand vom 11. Juni 2009 teilte der neu beauftragte 

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Rechtsvertreter der IV-Stelle mit, dass bei der Statusfrage von einer vollen 

Erwerbstätigkeit auszugehen sei. Die Versicherte würde heute ohne 

Gesundheitsschaden ganztägig arbeiten, mindestens jedoch zu 80 - 90 %. Mithin 

komme nicht die gemischte Methode zur Anwendung. Im Übrigen sei die Versicherte 

nicht im vom AEH-Gutachten bescheinigten Ausmass arbeitsfähig. Dieses stelle 

wesentlich auf die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit ab. Es sei nicht 

nachvollziehbar, wenn die AEH das Hauptproblem der Versicherten in der angeblichen 

Dekonditionierung sehe und deshalb der Auffassung sei, die Leistungsfähigkeit könne 

nicht zuverlässig beurteilt werden. Auf Grund der aufgezeigten Diagnosen sei nicht 

nachvollziehbar, wie die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig 

sein soll. Es gehe auch nicht an, anzunehmen, die Versicherte könnte bessere 

Resultate erzielen, wenn sie nur wollte. Das Gutachten leuchte somit in der Darlegung 

der medizinischen Situation nicht ein und seine Schlussfolgerungen seien nicht 

begründet (act. G 4.1/82).

A.h   Mit Verfügung vom 1. September 2009 wies die IV-Stelle St. Gallen das 

Leistungsgesuch ab. Beim festgestellten Invaliditätsgrad von 14,86 % bestehe kein 

Anspruch auf eine Rente. Neu ging sie von einer Aufteilung Erwerbstätigkeit/Haushalt 

im Verhältnis von 80 % zu 20 % aus. Zudem berücksichtigte sie einen Leidensabzug 

von 10 % (act. G 4.1/85).

A.i     Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 1. Oktober 

2009 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der 

Beschwerdeführerin sei sodann spätestens ab August 2006 eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Vornahme weiterer 

Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Zunächst sei nicht von der gemischten Methode auszugehen. Die 

Beschwerdeführerin gehe davon aus, dass sie heute ohne den Gesundheitsschaden 

ganztägig erwerbstätig wäre. Entgegen der Ansicht des Bundesgerichts sei bei der 

Wahl der Methode der Invaliditätsbemessung danach zu fragen, wie weit es der 

versicherten Person im hypothetischen Gesundheitsfall objektiv zumutbar wäre, einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Kinder der Beschwerdeführerin seien 21 und 15 

Jahre alt. Eine ganztägige ausserhäusliche Tätigkeit ihrer Mutter wäre ihnen somit nicht 

abträglich. Zudem sei die Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung der 

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Beschwerdeführerin schon aus finanziellen Gründen notwendig. Bei zutreffender 

Betrachtungsweise sei somit nur der Einkommensvergleich vorzunehmen.

In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit könne aus den in den beiden Einwänden formulierten 

Gründen nicht auf die bisher ergangenen Gutachten abgestellt werden. Vielmehr sei 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf Grund ihrer gesundheitlichen

Störungen unter Annahme einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage kein Einkommen 

mehr erzielen könne. Obwohl die einschränkenden gesundheitlichen Störungen der 

Beschwerdeführerin somatischer Natur seien, sei zum Gutachten von Dr. G.___ doch 

zu bemerken, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin nicht zum Aushalten seien. 

Die Beschwerdeführerin habe zwar auf Grund ihrer Biografie gelernt, sich nicht 

unterkriegen zu lassen. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Schmerzen die 

Beschwerdeführerin in

ihrer Arbeitsfähigkeit nicht massiv behinderten. Auch der erfolgte – und in der 

Zwischenzeit wieder eingestellte – übermässige Alkoholkonsum sei eine Folge der 

Schmerzen und damit der Grunderkrankung gewesen (act. G 1).

A.j     Mit Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2009 beantragt die Verwaltung 

Abweisung der Beschwerde. Auf Grund der Angaben der Beschwerdeführerin 

anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle sei davon auszugehen, dass sie ohne 

Gesundheitsschaden zu 65 % erwerbstätig wäre. Auf Grund der Ausführungen im 

Einwand zum Vorbescheid habe die Beschwerdegegnerin eine 80 %-ige 

Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall anerkannt. Es könne offen 

gelassen werden, ob die Beschwerdeführerin allenfalls eine 100 %-ige Erwerbstätigkeit 

ausgeübt hätte, da ohnehin kein Rentenanspruch resultiere.

Die angefochtene Verfügung stelle auf das AEH-Gutachten ab, wonach die 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 75 % arbeitsfähig sei. Die 

somatischen Experten der AEH hätten die geklagten lumbalen Beschwerden 

nachvollziehen können. Im Bereich der Halswirbelsäule hätten die Gutachter mässige 

degenerative Veränderungen festgestellt. Sie hätten Hinweise für eine radikuläre Reiz- 

oder sensomotorische Ausfallsymptomatik oder eine Neurokompression erkannt. Sie 

seien jedoch von einer Verdeutlichungstendenz und einer Selbstlimitierung in der EFL 

ausgegangen. Auf Grund der erhobenen Befunde und der gestellten Diagnosen lasse 

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sich die von der AEH attestierte qualitative Einschränkung des Spektrums der noch 

zumutbaren Tätigkeiten auf körperlich leichte bis maximal mittelschwere 

wechselbelastende Tätigkeiten nachvollziehen. Auch erscheine die Beurteilung des 

psychiatrischen Sachverständigen Dr. G.___ plausibel, wonach kein psychisches 

Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Die in der Gesamtbeurteilung 

attestierte 25 %ige Einschränkung für adaptierte Tätigkeiten werde mit der 

festgestellten Dekonditionierung begründet. Diese könne nach der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung jedoch durch körperliches Training behoben werden. Es sei somit von 

einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Daraus resultiere weder beim reinen 

Einkommensvergleich noch bei der gemischten Methode ein Rentenanspruch (act. G 

4).

A.k    Mit Replik vom 19. Mai 2010 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 

Dazu reicht sie im Wesentlichen zwei Berichte des Spitals Herisau ein, aus denen sich 

die (bislang noch nicht gestellten) Diagnosen einer Leberzirrhose Child A und einer 

Ösophagusvarizenligatur am 10. März 2010, einer Panzytopenie und einer 

Hypokaliämie ergeben. Diese neuen Beschwerdebilder seien iv-rechtlich relevant, 

hätten sie doch Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Im Übrigen erachte das 

Bundesgericht eine Dekonditionierung nicht von Vornherein als unbeachtlich (act. G 

12). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 14).

A.l     Mit weiteren Eingaben vom 28. Juni 2010, 20. August 2010, 20. September 2010, 

25. Februar 2011 und 10. März 2011 weist der Rechtsvertreter auf die weitere 

Entwicklung der Alkoholkrankheit, der Ligaturbehandlung bei progredienten 

Ösophagusvarizen und der damit zusammenhängenden diversen Spitalaufenthalte von 

April 2010 bis Februar 2011 hin. Diese gesundheitliche Problematik habe schon bis 

zum massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung bestanden 

(act. G 16, 18, 21, 24 und 25).

Erwägungen:

1.     

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Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 

E. 1b), sind für den sich bis Ende 2007 verwirklichten Sachverhalt die bis zum 

31. Dezember 2007 gültig gewesenen materiellen Bestimmungen anzuwenden. Für den 

danach bis zur Verfügung vom 1. September 2009 verwirklichten Sachverhalt ist auf 

das aktuelle materielle Recht abzustellen, wobei dieses in Bezug auf die 

Anspruchsvoraussetzungen keine Änderung erfahren hat.

2.      

2.1    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität 

nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 

wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall 

sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 

IVG).

2.2    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung (vorher: Art. 

28 Abs. 1 IVG) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

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2.3    Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die 

medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis; RKUV 2000, 214).

3.      

3.1    Umstritten ist zunächst die Wahl der Bemessungsmethode der gesundheitlichen 

Einschränkungen der Beschwerdeführerin bzw. der Grad der als Gesunde mutmasslich 

ausgeübten Tätigkeit. Dabei ging die Beschwerdegegnerin ursprünglich von einem 

Verhältnis von 65 % Erwerbstätigkeit und 35 % Haushalt aus (Feststellung vom 20. 

März 2009 [act. G 4.1/77]). In der angefochtenen Verfügung vom 1. September 2009 

ging sie – nach dem Einwand vom 11. Juni 2009 – davon aus, die Beschwerdeführerin 

wäre ohne Gesundheitsschaden zu 80 % erwerbstätig und dementsprechend zu 20 % 

im Auf-gabenbereich. Damit komme die gemischte Methode zur Anwendung (act. G 

4.1/85). Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, sie wäre als Gesunde 

zu 100 % erwerbstätig, weshalb allein ein Einkommensvergleich vorzunehmen sei. Da 

die Kinder 15 und 21 Jahre alt und in Ausbildung seien, hätten die Beschwerdeführerin 

und ihr Ehemann noch für den Unterhalt aufzukommen. Letzterer verdiene nicht derart 

viel, dass sein Einkommen ohne grosse Einschränkungen für den Unterhalt der Familie 

ausreichen würde. Die Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung der Beschwerdeführerin 

im Gesundheitsfall wäre deshalb schon aus finanziellen Gründen notwendig. In 

Anbetracht des Alters der Kinder und deren damit verbundenen Selbstständigkeit, sei 

ihnen eine ausserhäusliche Tätigkeit der Mutter nicht abträglich.

Demgegenüber ist mit der Beschwerdegegnerin festzustellen, dass die 

Beschwerdeführerin noch zu Zeiten ihrer Erwerbstätigkeit bei der Spitex in einem 

Pensum von rund 35 % gearbeitet hat. Gegenüber der Abklärungsbeauftragten der 

Beschwerdegegnerin gab sie in der Befragung an, sie hätte dieses Pensum im 

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Gesundheitsfall auf rund 5,5 Stunden pro Tag aufgestockt, wenn die Tochter etwas 

älter sein würde (act. G 4.1/31.3). Dies entspricht dem von der Beschwerdegegnerin 

ursprünglich angenommenen Beschäftigungsgrad von rund 65 % (5,5 h : 8,4 h x 100). 

Der frühere Rechtsvertreter erachtete denn angesichts des aufwändigen Haushalts der 

Beschwerdeführerin selbst diesen Beschäftigungsgrad als zu hoch (act. G 4.1/53.2). 

Der neue Rechtsvertreter begründet sodann die mit Einwand vom 11. Juni 2009 

erstmals vorgebrachte Behauptung einer ganztägigen, mindestens aber 80 - 90 %igen 

Erwerbstätigkeit nicht näher. Vielmehr wird lediglich auf die allgemeine finanzielle 

Situation der Familie, die eine höhere Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin 

erforderlich mache, sowie auf das Alter der Kinder, das einen höheren Erwerbsgrad der 

Mutter zulasse, hingewiesen. Beide Argumente lassen aber nicht automatisch den 

Schluss zu, die Beschwerdeführerin hätte im Gesundheitsfall tatsächlich mehr als die 

bisher inne gehabten 35 % gearbeitet, zumal die Familie bislang auch im Wesentlichen 

mit dem Einkommen des Ehemannes auskommen musste. Zwar erscheint glaubhaft, 

dass die Beschwerdeführerin mit dem

Älterwerden der Kinder ihre Erwerbstätigkeit in der ursprünglich deklarierten Weise auf 

rund 65 % ausgedehnt hätte. Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung 

vom 1. September 2009 zudem eine angenommene Erwerbstätigkeit von 80 % 

akzeptiert hat, besteht kein Anlass, im vorliegenden Verfahren wieder auf 65 % 

zurückzugehen. Eine höhere Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall als 80 

% erscheint demgegenüber nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan. Damit hat es bei der von der 

Beschwerdegegnerin vorgenommenen Aufteilung von 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % 

im Aufgabenbereich, und damit der Anwendung der gemischten Methode, sein 

Bewenden.

3.2    Die von der Beschwerdegegnerin im Abklärungsbericht vom 2. November 2007 

festgestellte Einschränkung im Aufgabenbereich von 30,34 % (act. G 4.1/31.9) wird von 

der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Demgegenüber ist die Einschränkung in der 

Erwerbsfähigkeit vorliegend umstritten. In der angefochtenen Verfügung geht die 

Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin in körperlich leichten 

Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend 

ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei regelmässig inklinierte, reklinierte oder 

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rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 10 kg gehoben werden 

müssten, zu 80 % arbeitsfähig ist (Vollzeit mit um 20 % reduzierter Leistung).

Mit dem Rechtsvertreter ist dazu vorab festzustellen, dass diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auf dem orthopädischen Gutachten von Dr. E.___ vom 4. 

Dezember 2007 beruht. Dazu bemängelt der Rechtsvertreter, dieses weise eine hohe 

Dichte von vagen Aussagen aus. So würden einzelne Befunde ohne weitere 

Nachforschungen als unerklärlich betrachtet, etwa die Kraftverminderung der linken 

oberen Extremität sowie die gelegentliche Ausstrahlung der Schmerzen in die linke 

Grosszehe und die Hypästhesien am Unterschenkel und am linken Fuss. Teilweise 

entstehe der Eindruck, dass der Gutachter der Beschwerdeführerin unterstelle zu 

simulieren, wenn er etwa von "sogenannten" Schultergürtelbeschwerden spreche. 

Wenn der Gutachter diese Beschwerden in Frage stelle, müsse er dies klar darlegen 

und deren Nichtvorhandensein unterlegen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung beruhe in 

nicht unerheblicher Weise auf ärztlichem Ermessen, weshalb die Schlussfolgerungen 

eines Gutachtens klar nachvollziehbar sein müssten. Dies sei beim Gutachten von Dr. 

E.___ nicht der Fall, weshalb es nicht geeignet sei, Aussagen über die gesundheitlichen 

Störungen der Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung zu 

machen.

Die Beschwerdegegnerin hat diesen - im Wesentlichen bereits vom früheren 

Rechtsvertreter erhobenen - Kritikpunkten dadurch Rechnung getragen, dass sie bei 

der AEH ein weiteres rheumatologisches Gutachten eingeholt hat. Dieses erhob in 

Bezug auf die Rückenproblematik im Wesentlichen dieselben degenerativen Befunde 

wie schon Dr. E.___. Während letzterer unter anderem eine Osteochondrose der 

Brustwirbelsäule sowie eine fortgeschrittene Osteochondrose der Lendenwirbelsäule 

(L3 bis L5) und Spondylarthrose L4 bis S1 mit foraminal-extraforaminal links reichender 

Diskushernie L3/4 und hochgradiger Einengung des Neuroforamens sowie der Wurzel 

L3 und Diskusprotrusionen C3/4, C4/5 und C5/6 diagnostizierte (act. G 4.1/36.6), 

betonte die AEH bei ihrer Diagnose die Schmerzproblematik etwas stärker, indem sie - 

bei den gleichen zu Grunde liegenden Abnützungserscheinungen - von einem 

Panvertebralsyndrom mit/bei lumbospondylogener Schmerzkomponente sowie 

Thorako- und Zervikovertebralsyndrom ausging (act. G 4.1/68.7). In Bezug auf die 

Schlussfolgerungen liegen die beiden Gutachten nahe beisammen. So geht Dr. E.___ 

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davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Pro 

Senectute-Mitarbeiterin bei voller Stundenpräsenz noch zu etwa 30 % arbeitsfähig sei. 

In einer adaptierten Tätigkeit, wie sie von der Beschwerdegegnerin ihrer Verfügung 

vom 1. September 2009 zu Grunde gelegt wurde (vgl. oben), bestehe bei voller 

Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. In ähnlicher Weise geht die AEH 

davon aus, dass die angestammte

Tätigkeit im bisherigen Umfang von ca. 40 % weiterhin zumutbar sei. Auf Grund der 

objektiven Befunde sei aus rheumatologisch/orthopädischer Sicht von einer 

Einschränkung der Wirbelsäulenbelastbarkeit und der allgemeinen körperlichen 

Belastbarkeit auszugehen. Körperlich schwere Tätigkeiten seien der 

Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Einschränkungen beständen auch für solche 

in statisch vorgeneigten Arbeitspositionen sowie Arbeiten über Kopf, die nur maximal 

manchmal ausgeübt werden könnten. Eine körperlich leichte bis maximal 

mittelschwere Arbeit sei der Beschwerdeführerin jedoch ganztags zumutbar, wobei auf 

Grund der Dekonditionierung ein erhöhter Pausenbedarf von 2 Stunden pro Tag 

bestehe. Dies entspreche einer Arbeitsfähigkeit von 75 % (act. G 4.1/68.8).

In psychiatrischer Hinsicht geht der Erstgutachter Dr. F.___ davon aus, dass die 

Beschwerdeführerin auf Grund einer Neurasthenie bei voller Präsenzzeit um 20 % in 

der Arbeitsfähigkeit reduziert sei. Dies hat jedoch keine zusätzlichen Auswirkungen auf 

die Gesamtarbeitsfähigkeit (vgl. act. G 4.1/36.8 f.). Der psychiatrische Zweitgutachter 

Dr. G.___ konnte die Diagnose einer Neurasthenie nicht bestätigen (act. G 4.1/61.7), so 

dass es auch anlässlich der zweiten Begutachtung zu keiner zusätzlichen 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen kommt. Ebenso führte in 

psychischer Hinsicht der von Dr. G.___ auf Veranlassung der AEH zusätzlich abgeklärte 

Substanzgebrauch nicht zu einer weiteren Reduktion der Arbeitsfähigkeit. Anlässlich 

seiner Zusatzuntersuchung vom 19. November 2009 diagnostizierte Dr. G.___ neu ein 

Alkoholabhängigkeitssyndrom mit episodischem Substanzgebrauch (F10.26), das 

allerdings keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (act. G 4.1/65.2).

3.3    Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin erscheinen die Schlussfolgerungen 

der orthopädisch/rheumatologischen Gutachter zumindest für die massgebende 

adaptierte Tätigkeit als plausibel. Dass die Beschwerdeführerin unter 

Rückenbeschwerden leidet ist unbestritten. Ebenso unbestritten ist, dass sie keine 

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schweren körperlichen Tätigkeiten mehr ausüben kann. Es leuchtet bei der von den 

Gutachtern beschriebenen Befunden und Diagnosen ein, dass bei adaptierten, d.h. 

rückenschonenden Tätigkeiten eine weitgehende Arbeitsfähigkeit besteht. Ebenso 

leuchtet ein, dass die von den psychiatrischen Gutachtern festgestellten leichten bzw. 

verneinten Befunde keine weitere Arbeitsunfähigkeit zu bewirken vermögen. Letzteres 

wird von der Beschwerdeführerin denn auch gar nicht bestritten. Indessen kann den 

Gutachtern nicht gefolgt werden, soweit sie die angestammte Tätigkeit bei der Spitex 

als leichte Tätigkeit beschreiben, die nach wie vor im Umfang von 40 % ausgeübt 

werden könnte. Vielmehr ist diese Tätigkeit wohl als mittelschwere Tätigkeit 

einzustufen. Dies ergibt sich auch daraus, dass die Beschwerdeführerin mittlerweile 

selber die Dienste der Spitex in Anspruch nehmen muss. Demgegenüber haben die 

AEH-Gutachter die schnellere Ermüdbarkeit dahingehend berücksichtigt, dass sie der 

Beschwerdeführerin einen zusätzlichen Pausenbedarf von zwei Stunden pro Tag, 

entsprechend einer Reduktion von 25 %, zugebilligt haben. Es kann somit nicht gesagt 

werden, dass eine allfällige, die Kondition beeinflussende Wirkung der festgestellten 

Schmerzen nicht berücksichtigt worden wäre.

Schliesslich trifft entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht nicht zu, dass die AEH 

ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung im Wesentlichen auf die in der EFL festgestellte 

Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz stützt und dabei unterstellt, 

die Beschwerdeführerin könnte eine bessere Leistung erbringen, wenn sie nur wollte. 

Vielmehr beruht die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Wesentlichen auf den 

durchgeführten klinischen rheumatologischen Untersuchungen und den bildgebenden 

Verfahren. Die AEH geht aber davon aus, dass bei der EFL auf Grund der genannten 

Umstände in vielen Tests keine funktionelle Limite beobachtet werden konnte und 

diese deswegen nur teilweise verwertbar sei (act. G 4.1/68.7). In Bezug auf die 

untersuchte Situation am Rücken ist das AEH-Gutachten nicht zu beanstanden, zumal 

es zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangt wie zuvor schon das Gutachten von Dr. 

E.___. Die untersuchte psychische Situation ergab ebenfalls in beiden Gutachten keine 

zusätzliche Reduktion der Arbeitsfähigkeit (über die ohnehin aus orthopädischen 

Gründen bestehende Arbeitsunfähigkeit hinaus), wenn auch der Erstgutachter noch 

von einer Neurasthenie ausging. Nachdem die Beschwerdeführerin zudem nur relativ 

wenige Schmerzmittel bekommt (Schmerzspritzen durch den Hausarzt [act. G 68.3]), 

ist davon auszugehen, dass wohl nicht in erster Linie die Rückenproblematik sondern 

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die Alkoholkrankheit (vgl. nachstehende Erwägung) zur verminderten Belastbarkeit 

geführt hat und damit den hauptsächlich limitierenden Faktor darstellt. In Bezug auf die 

untersuchte rheumatologisch/psychiatrische Seite kann somit auf die von der 

Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten abgestellt werden.

3.4     Mit Eingabe vom 28. Juni 2010 reicht der Rechtsvertreter einen Bericht des 

Spitals Wattwil vom 2. Juni 2010 ein, der über eine erfolgte Hospitalisation der 

Beschwerde-führerin in der Zeit vom 25. bis 31. Mai 2010 berichtet. Daraus geht 

hervor, dass die Beschwerdeführerin unter einer chronischen Alkoholkrankheit und 

einer Leberzirrhose Child A leidet und dass aktuell ein somatischer Alkoholentzug 

stattgefunden habe. Die Einweisung zum Alkoholentzug sei erfolgt, nachdem die 

Beschwerdeführerin im Kantonsspital St. Gallen wegen einer anämisierenden 

Varizenblutung behandelt worden sei. Im MRI-Untersuch des Abdomens sei sodann 

eine HCC-verdächtige (Hepatocellular carcinoma, Leberzellkarzinom) Läsion im 

Segment II festgestellt worden, die mit der Abdomensonographie allerdings nicht habe 

verifiziert werden können. Zudem bestehe eine Panzytopenie, die mit grosser 

Wahrscheinlichkeit auf den sekundären Hypersplenismus zurückzuführen sei (act. G 

16.1).

In der Folge reicht der Rechtsvertreter weitere Spitalberichte ein, unter anderem den 

Bericht des Kantonsspitals St. Gallen, Gastroenterologie/Hepatologie vom 28. April 

2010, der über die Hospitalisation vom 16. bis 21. April 2010 Auskunft gibt. Dabei 

diagnostiziert das Kantonsspital St. Gallen eine Leberzirrhose Child A äthyltoxischer 

Genese bei Status nach Ligaturbehandlung bei progredienten distalen 

Ösophagusvarizen sowie einer akuten Ösophagusvarizenblutung. Im Weiteren 

diagnostiziert das Kantonsspital eine Läsion im Segment II mit fehlender Phagozytose 

und verstärktem KM-Enhance-ment differenzialdiagnostisch high grade dysplastischer 

Knoten bzw. beginnendes HCC (act. G 18.2). Aus dem Austrittsbericht des Spitals 

Wattwil vom 25. Juni 2010 ist sodann ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin vom 31. 

Mai bis zum 23. Juni 2010 erneut dort hospitalisiert war, um nach dem somatischen 

Entzug noch eine dreieinhalbwöchige

Alkoholentwöhnungstherapie auf der psychosomatischen Abteilung durchzuführen (act. 

G 18.7). Am 10. März 2011 reicht der Rechtsvertreter weitere Spitalberichte ein, so 

zwei Austrittsberichte des Spitals Herisau vom 17. Dezember 2010 und vom 16. 

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Februar 2011, wonach die Beschwerdeführerin vom 7. bis 15. Dezember 2010 wegen 

erneuter Ösophagusvarizenblutungen hospitalisiert werden musste. Das Spital Herisau 

ging nunmehr von einer Leberzirrhose Child B, MELD-Score 14 aus (act. G 25.1 und 

25.2).

3.5    Auf Grund dieser Berichte ist glaubhaft, dass bei der Beschwerdeführerin nebst 

den von Dr. G.___ verneinten psychischen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. 

act. G 4.1/65.2) auch mannigfaltige körperliche Auswirkungen der Alkoholkrankheit 

vorliegen. Inwiefern diese einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben, wurde bislang 

nicht gutachterlich abgeklärt.

Zwar haben sich die genannten körperlichen Auswirkungen des Alkoholabusus (Leber-, 

Milz- und Gefässschäden) erst nach Verfügungserlass manifestiert. Indessen ergibt 

sich aus dem AEH-Gutachten, dass die Alkoholproblematik bereits vorher bestanden 

hat. So verweisen die Gutachter auf eine Abklärung des Spitals Herisau vom Mai 2008, 

welche die Diagnose einer dekompensierten äthyltoxischen Hepatopathie bei 

beginnender Leberzirrhose und Aszites nenne. Im Austrittsbericht werde unter anderem 

eine mässige Splenomegalie, eine Hypoalbuminämie sowie eine Panzytopenie erwähnt 

(nicht bei den Akten). Zudem verweisen die Gutachter auf den Hausarzt der 

Beschwerdeführerin, der auf eine bereits seit längerem bestehende Alkoholproblematik 

verweise (act. G 4.1/68.5 f.). Ausserdem erscheint plausibel, dass körperliche 

Schädigungen von der geschilderten Art und Schwere nicht innert weniger Monate 

nach Verfügungserlass entstehen konnten. Mithin erscheinen die relevanten 

somatischen Auswirkungen des Alkoholabusus im Zeitpunkt des Verfügungserlasses 

nicht genügend abgeklärt. Dies ist nachzuholen. Die Streitsache ist demnach zur 

Einholung eines internistischen Gutachtens, das sich zu den körperlichen Folgen der 

Alkoholkrankheit sowie zu deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit äussert, 

zurückzuweisen.

3.6    Im Weiteren bemängelt der Rechtsvertreter die Berechnung des 

Invaliditätsgrades im Erwerbsteil. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die 

Beschwerdegegnerin auf einen Betrag (Valideneinkommen) von Fr. 31'223.-- komme. 

Davon ausgehend, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 65 % gearbeitet 

hätte, hätte sie gemäss Beschwerdegegnerin bereits ein Einkommen von Fr. 31'223.-- 

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erzielt. Wenn schon, sei von Fr. 38'423.-- (richtig wohl: Fr. 38'428.-- [Fr. 31'223.-- : 65 x 

80]) auszugehen. Mit der Beschwerdegegnerin ist zunächst davon auszugehen, dass 

vorliegend auch das Valideneinkommen nach dem Tabellenlohn zu bestimmen ist, da 

die Beschwerdeführerin vor der Anmeldung nur noch ein minimales Einkommen 

erzielte. Dabei stützt sich die Beschwerdegegnerin auf die Lohnstrukturerhebung 2007, 

ohne allerdings die genaue Grundlage (Tabelle) anzugeben. Unter der Annahme, dass 

auch für das Invalideneinkommen derselbe Tabellenlohn zur Anwendung gelangt, ist 

dies insofern ohne Bedeutung, als es in diesem Fall zu einem reinen Prozentvergleich 

kommt. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter 

Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 

9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). Davon gehen offenbar auch die Parteien 

aus, ging doch die Beschwerdegegnerin jeweils von der LSE 2007 aus, wogegen die 

Beschwerdeführerin keine Einwände erhebt. Allerdings erscheint fraglich, ob dieser 

Ansatz der richtige ist, ist doch eher davon auszugehen, dass die angestammte 

Tätigkeit als Spitex-Helferin im körperlich mittelschweren Bereich anzusiedeln ist (vgl. 

E. 3.3 erster Abschnitt), die adaptierte Tätigkeit nach dem bisherigen Stand der 

Abklärungen dagegen nur noch im körperlich leichten bis maximal mittelschweren, 

sodass kein blosser Prozentvergleich erfolgen kann. Nachdem vorliegend noch nicht 

klar ist, ob und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin schliesslich noch wird 

arbeiten können, kann hier aber ohnehin noch kein Einkommensvergleich 

(Prozentvergleich) vorgenommen werden. Vielmehr wird die Beschwerdegegnerin im 

Rahmen der Neubeurteilung einen solchen vorzunehmen haben. Entgegen der 

angefochtenen Verfügung, wird sie dabei zu beachten haben, dass bei reduzierter 

Arbeitsleistung bzw. vermehrtem Pausenbedarf nur auf die anteilige 

Restleistungsfähigkeit abgestellt werden kann, welche die Beschwerdeführerin beim 

angenommenen Erwerbsgrad von 80 % noch erbringen kann. Nach dem bisherigen 

Stand der medizinischen Abklärungen wäre dies also 75% von 80 % (vgl. Entscheid 

des Ver-sicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juli 2010 [IV 2008/486] E. 

6.2.4).

3.7    Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die 

angefochtene Verfügung vom 1. September 2009 aufzuheben. Die Streitsache ist 

sodann zur ergänzenden Abklärung (internistische Begutachtung) an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

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4.       

4.1    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 E. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

4.2    Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Im 

vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

1. September 2009 aufgehoben und die Streitsache zur ergänzenden Abklärung im 

Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.08.2011
	Art. 28 Abs. 2 IVG. Invalidenrente. Rückweisung zur weiteren Abklärung. Zwar haben sich die körperlichen Symptome eines Alkoholabusus erst nach Verfügungserlass (massiv) manifestiert. Indessen ist unbestritten, dass jener bereits lange davor begonnen hat. Obwohl den (rheumatologischen) Gutachtern bekannt war, dass ein Alkoholproblem bestand und dessen psychische Auswirkungen begutachtet wurden, erfolgte bislang keine somatische Begutachtung der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dies ist nachzuholen (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. September 2011, IV 2009/348).

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