# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1277e28c-8ed2-51c0-b768-948ee6d57e44
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 10.11.2009 ZK2 2009 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2009-31_2009-11-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 10. November 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 09 31

(Auf die gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit 
Urteil vom 24. November 2010 nicht eingetreten worden).

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichter Hubert
RichterInnen Kantonsrichter Bochsler und Kantonsrichterin Michael Dürst
Redaktion Aktuar Conrad

In der zivilrechtlichen Berufung

des BC., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Christian Thöny, Rechtsanwälte Caviezel Thöny Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 7000 
Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 11. März 2009, mitgeteilt am 05. Mai 
2009, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen die Z .  
V e r s i c h e r u n g s - G e s e l l s c h a f t , Beklagte und Berufungsbeklagte, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Brüesch, Rechtsanwälte Gadient 
Zinsli Brüesch, Werkstrasse 2, 7000 Chur,

betreffend Forderung (Haftpflicht Art. 58, 59 SVG; Teilklage; grobes 
Selbstverschulden/Haftungsbefreiung, mitwirkendes 

Selbstverschulden/Haftungsreduktion),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.1. Anlässlich der im Jahre 2003 in St. Moritz durchgeführten alpinen 
Skiweltmeisterschaften (WM) leistete BC. als Angehöriger des Zivilschutzes (ZS) 
Chur Dienst im Umfeld des Rennbetriebs. Dabei erlitt er im Skigebiet Corviglia-
Salastrains, innerhalb eines gesicherten und markierten Nebengeländes der 
Damenabfahrtspiste, einen Arbeitsunfall.

2. Nahe der Örtlichkeit "Alp Giop" beschrieb die Damenabfahrtspiste in 
Fahrtrichtung eine langgezogene Rechtskurve. Oberhalb und unterhalb der Kurve 
war die Rennpiste für den Verkehr der sonstigen Pistenbenützer durch die eigens 
für den Grossanlass errichteten Tunnels "Grosses Loch" (oben) und "Vereina" 
(unten) unterführt. Zwischen den beiden Tunnels befand sich ein beidseitig 
durchgehend abgesperrter, ca. 70 m langer und 8-15 m breiter und gepisteter 
Verbindungsweg für querende Skifahrer und andere Schneesportler. Die 
Verbindung hatte, beginnend vom oberen Tunnel "Grosses Loch" bis zum Ende 
des unteren Tunnels "Vereina" ein leichtes Gefälle, sodass die Strecke von den 
Schneesportlern langsam durchfahren werden konnte. Die Tunnelein- und -
ausgänge sowie das dazwischen liegende, freie Verbindungsstück wurden durch 
Angehörige des Zivilschutzes bewirtschaftet, beaufsichtigt und kontrolliert. Ihre 
Aufgabe war, den Verbindungsweg zwischen den beiden Tunnels zu sichern, den 
Durchgangsverkehr zu regeln, erforderlichenfalls die Durchfahrt zu sperren, 
Bodenwellen vor und in den Tunnels auszugleichen, den Passanten bei der 
Durchfahrt zu helfen, bei Bedarf das Absperrgitter zu entfernen, um Pistenfahr-
zeugen Durchlass zu gewähren und dergleichen. Sie kommunizierten per Funk, 
mittels Zurufen oder Zeichen. BC. war in der Nähe des Eingangs des unteren 
Tunnels "Vereina", das heisst auf der dem Verbindungsweg zugewandten Seite 
als Helfer eingesetzt. Damit – vor allem während den Rennen – keine Skifahrer 
und Zuschauer in die Rennpiste gelangen konnten, war das offene Teilstück 
zwischen den beiden besagten Tunnels bergseitig und namentlich talseitig 2-fach 
durchgehend mit Pfosten und Kunststoffnetzen/Fangnetzen abgesperrt. Um 
während den Rennläufen eine Ansammlung von Zuschauern auf dem engen 
Verbindungsweg zu verhindern, hatte man zudem die Sicht talwärts auf die 
Rennpiste mittels einem an den Absperrnetzen befestigten Vlies verhindert. 
Oberhalb des Tunnels "Grosses Loch", vom offenen Verbindungsweg ca. 100 m 
bergwärts, beim so genannten "Weissen Band", befand sich eine vorinstallierte 
Verankerung um das Windenseil von Pistenbearbeitungsmaschinen einzuhängen.

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3.a. Nach Nebel und leichtem Schneefall am Vormittag des 06. Februar 2003 
klarte es gegen Mittag auf. Der für die Präparation der Pisten zuständige 
Pistenchef der X., A., nützte diese Gelegenheit, um mit seinen Leuten die 
Damenabfahrtspiste maschinell zu präparieren. Dies sollte im Bereich der Tunnels 
"Grosses Loch" und "Vereina" sowie unterhalb derselben mit Hilfe des Seils 
geschehen. Dabei wird ein Stahlzugseil aus einer Trommelseilwinde, die sich in 
einem frei schwenkbaren Arm über der Kabine des Pistenfahrzeugs befindet, 
jeweils an einer weiter oben im Gelände eigens dafür angebrachten Verankerung 
eingehängt. Die Pistenmaschine manövriert dann an diesem ausgezogenen 
Stahlseil "hängend". A. fuhr mit dem Pistenfahrzeug Prinoth Everest P (je nach 
Ausstattung: Gesamtgewicht bis 12 t, Motor 430 PS, 6 m breit, 9 m lang) von der 
Bergstation Corviglia zur "Alp Giop", hängte das Windenseil an der 
Seilverankerung oberhalb vom "Weissen Band" ein und setzte eine Funkmeldung 
an die Zentrale der Rennleitung ab, in der er mitteilte, dass die ganze 
Damenrennstrecke ab 12.00 Uhr gesperrt sei. Anschliessend fuhr er mit seinem 
Pistenfahrzeug zum unteren Ausgang des Tunnels "Grosses Loch", hielt an, stieg 
aus und begab sich zu den dort Dienst leistenden beiden Zivilschützern. Er erteilte 
B. die Weisung, den Tunnel "Grosses Loch" für ca. eine halbe Stunde für jeglichen 
Personenverkehr zu sperren. Er werde die Rennpiste mit der Maschine und dem 
vorgespannten Seil präparieren. Die dort arbeitenden Personen müssten sich in 
den Tunnel begeben. BC. sagte er nichts. B. gab die Weisung zur unverzüglichen 
Sperrung des Tunnels per Funk an die Zivilschutzleute am oberen Eingang des 
Tunnels "Grosses Loch" weiter. An BC. setzte B. keine Meldung ab. BC. war zu 
diesem Zeitpunkt auf dem offenen Verbindungsweg, beim oberen Eingang zum 
Tunnel "Vereina" mit der Präparierung des Weges beschäftigt. Nachdem er 
bemerkt hatte, dass etwas vor sich ging, begab er sich auf dem Verbindungsweg 
hoch Richtung Tunnel "Grosses Loch" und fragte bei B. über Funk nach, was 
anstehe. Dieser antwortete ihm, dass man keine Skifahrer und Snowboardfahrer 
mehr durchlasse, es werde alles gesperrt. 

b. Inzwischen hatte sich A. mit seiner Pistenmaschine, nun am Seil, auf der 
gesperrten Damenpiste entlang abwärts Richtung Salastrains auf den Weg 
gemacht. Das Seil begann sich über dem Tunnel "Grosses Loch" 
beziehungsweise über dem Verbindungsweg zwischen den beiden Tunnels zu 
spannen. BC., der die Fahrt des Pistenfahrzeuges wegen des Vlieses, das die 
Sicht auf die Rennpiste verhinderte, nicht weiter verfolgen konnte, stand in einem 
Bereich von ca. 23 m (ein Drittel des Verbindungsweges) bis 35 m (Mitte des 
Verbindungsweges) vom Tunneleingang "Vereina" entfernt, als er plötzlich 

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bemerkte, wie ein Seil, zunächst etwa mannshoch bis 3 Meter über ihm, allmählich 
von Zaunpfosten zu Zaunpfosten hinweg abwärts Richtung Tunnel "Vereina" 
wanderte. Versuche der beiden Zivilschutzleute B. und D., ihn durch Zurufe und 
Funk vor dem Windenseil zu warnen, wurden von BC. nicht gehört. Vor dem 
Tunnel "Vereina", nahe seiner anfänglichen Ausgangsposition, verfing sich das 
Windenseil dann in die talseitigen Absperrpfosten und drückte diese samt Netzen 
und Vlies bis an den Boden. BC. wandte sich talwärts etwas auf die Stelle zu, 
wobei sich das Seil nun auf der Seite zu seiner Rechten befand. Da das 
gespannte Windenseil das weisse Sichtbehinderungsvlies und die dahinter 
befindliche Absperrung auf den Boden drückte, vermochte BC. nun den 
Fahrverlauf der Pistenmaschine erheblich weiter unten in steilem Gelände zu 
erkennen. Das Windenseil hatte sich an einem Pfosten der Abschrankung 
verfangen, drückte diesen nieder, schnellte dann unvermittelt bergwärts auf BC. 
zu, erfasste diesen und schleifte ihn mit. Ein Bein konnte BC. befreien, während 
das andere unter dem Seil blieb. Danach spannte sich das Windenseil erneut und 
BC. rechtes Bein wurde bei der talseitigen Abzäunung zwischen Seil und Boden 
eingeklemmt.

4.a. BC. erlitt bei diesem Unfall eine drittgradig offene, verschmutzte, 
trümmerartige Unterschenkelfraktur rechts mit Muskelverletzung und war vom 06. 
Februar bis 04. März 2003 hospitalisiert beziehungsweise in Rehabilitation. 
Komplikationen im Wundheilungsverlauf hatten weitere Aufenthalte mit 
medizinischen Eingriffen in der Klinik Gut in St. Moritz, im Universitätsspital Zürich 
und im Kantonsspital Chur zur Folge. Am 05. August 2003 stürzte BC. beim 
normalen Gehen; die Folge war eine dislozierte Tibaschaft-Refraktur des alten 
Bruchs, was eine neuerliche Operation nötig machte. Am 26. November 2003 erlitt 
BC. schliesslich einen weiteren Unfall (Sturz mit dem Fahrrad) mit kompliziertem 
Handgelenkbruch rechts und erneutem minimal verschobenem Bruch des rechten 
Unterschenkels. Gemäss einem vom Verletzten eingelegten klinischen Gutachten 
sind auch die gesundheitlichen Störungen ab dem 26. November 2003 
überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 06. Februar 2003 im 
Sinne einer Alleinursache zurückzuführen. Der erste Unfall und die nachfolgende 
operative Versorgung hätten Konsequenzen nach sich gezogen, welche die 
wahrscheinlich an sich harmlosen Unfälle vom August und November 2003 zu 
schwerwiegenden Ereignissen machen liessen. 

b. Die unfallbedingten Arbeitsunfähigkeiten BC. vom 06. Februar 2003 
(Unfalltag) bis 10. April 2005 schwankten zwischen 100 % und 50 %, 
anschliessend bewegten sie sich im Rahmen von 10 % bis 20 %. BC., geb. 1964, 

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ist von Beruf Musiker. Zur Zeit seines Zivilschutzeinsatzes in St. Moritz war er seit 
dem Jahr 2000 zu 50 % als Sachbearbeiter in der Klavierabteilung eines 
Musikhauses in Zürich und seit 1998 mit einem Pensum von 38 % für eine 
Kirchgemeinde als Kirchenmusiker (Organist im Hauptamt, Konzertorganisator, 
Gesamtadministration kirchenmusikalischer Belange) tätig. Mit weiteren 
Erwerbseinkünften aus sporadischen Nebenbeschäftigungen als Musiklehrer und 
Organist erzielte er ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 75'000.— brutto. 
Die Arbeitsstelle im Musikhaus wurde ihm auf Ende Februar 2004 gekündigt, weil 
er nicht mehr dieselbe Leistung wie vor dem Unfall erbringen konnte. Die Stelle als 
Kirchenmusiker gab er auf Ende 2006 aus eigenem Antrieb auf, unter anderem 
wegen den Unfallfolgen. Nach eigener Einschätzung fühlte er sich bei der Aufgabe 
überfordert und konnte seinen eigenen hohen Ansprüchen als Musiker nicht mehr 
gerecht werden. BC. ist heute teilinvalid und erhält von der Militärversicherung 
eine Invalidenrente.

5. Auf Grund des von BC. am 09. Februar 2003 gestellten Strafantrages sowie 
gestützt auf den Erhebungsbericht der Kantonspolizei Graubünden vom 19. März 
2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 08. April 
2003 eine Strafuntersuchung gegen den Fahrer des unfallverursachenden 
Pistenfahrzeugs, A., welche am 29. März 2004 eingestellt wurde. Gegen die 
Einstellung führte BC. Beschwerde an die strafrechtliche Beschwerdekammer des 
Kantonsgerichts, welche mit Entscheidung vom 16. Juni 2004 die 
Einstellungsverfügung aufhob und die Sache zur Ergänzung der 
Strafuntersuchung an die Staatsanwaltschaft zurückwies. Nach Ergänzung der 
Strafuntersuchung stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Verfahren 
gegen A. am 20. Oktober 2005 abermals ein. 

B. Das beim Unfall von A. gesteuerte Pistenfahrzeug, braunes Kontrollschild 
GR 419 (Ausnahmefahrzeug) war auf die unselbständige öffentlich-rechtliche 
Anstalt X. [X.; Rechtsnachfolgerin Bergbahnen Y.] als Halterin registriert. 
Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherer im Sinne von Art. 63 ff. SVG ist die Z. 
Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden Z.). Am 12. Dezember 2006 liess BC. 
gegen die Z. beim Vermittler des Kreises Oberengadin für den bis zum 31. 
Dezember 2006 eingetretenen Schaden (direkter Erwerbsausfall, 
Haushaltschaden, vorprozessuale Anwaltskosten, unfallbedingte Spesen, 
Schadenszinsen) und Genugtuung das Sühnebegehren für folgende Teilklage 
stellen:

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"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 110'000.— zu bezahlen, 
zuzüglich 5 % Verzugszins ab dem 01.01.2007 und abzüglich einer allfälligen, 
von der Militärversicherung ausgerichteten lntegritätsschadensrente.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten."

C.1.  Nach durchgeführter Sühnverhandlung vom 24. August 2007 bezog der 
Kläger am 02. November 2007 den Leitschein. Er setzte das Klageverfahren 
mittels Prozesseingabe am 22. November 2007 mit gleichlautenden 
Rechtsbegehren gemäss Leitschein an das Bezirksgericht Maloja fort. 

2. In ihrer Prozessantwort vom 22. Januar 2008 beantragte die Beklagte 
vollumfängliche Klageabweisung, unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und 
aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers. Sie 
stellte sich vorab auf den Standpunkt, der Kausalzusammenhang zwischen dem 
Betrieb des Pistenfahrzeugs und dem Unfall sei durch grobfahrlässiges Verhalten 
BC., das heisst durch sein Selbstverschulden, vollständig unterbrochen worden. 
Der Kläger habe aus unmotivierter Neugier seinen sicheren Ausgangsstandort am 
Tunneleingang "Vereina" verlassen und sich in den Gefahrenbereich des 
Windenseils begeben. Nach allen ihm bekannten Informationen, Vorgaben, 
Warnungen und Erkenntnissen über die Präparierung der Piste durch Fahrzeuge 
am Windenseil müsse dieses klägerische Verhalten nicht nur als falsch sondern 
als dermassen leichtfertig und unüberlegt eingestuft werden, dass sein 
Verschulden als grob zu qualifizieren sei. Sein Fehlverhalten sei die einzig 
beachtliche Ursache für den Unfall, womit eine Haftung aus dem Betrieb des 
Pistenfahrzeugs gänzlich entfalle.

3. Mit Beweisverfügung vom 17. Juni 2008 wurden die von den Parteien 
eingelegten Urkunden, die Editionsbegehren (Straf-, Versicherungs- und 
medizinische Akten) sowie die beantragten separaten Sachverständigengutachten 
betreffend Einschränkung der Erwerbstätigkeit in Beruf und Haushalt und 
betreffend Kausalität zwischen den Unfällen vom 06. Februar 2003 und 26. 
November 2003 für relevant erklärt. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2008 
ordnete der Prozessleiter gestützt auf Art. 94 Abs. 1 ZPO eine Verhandlung über 
die materiell-rechtliche Teilfrage der grundsätzlichen Haftung an. Sofern im 
Teilentscheid die Voraussetzungen für eine Haftpflicht zu bejahen seien, würden 
die beiden Expertisen angeordnet.

4. Mit Urteil vom 11. Mai 2009 wies das Bezirksgericht Maloja die Klage von 
BC. vollumfänglich ab, überband ihm die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr Fr. 
8'000.—, Streitwertzuschlag Fr. 2'000.—, Schreibgebühren Fr. 500.—, 

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vermittleramtliche Kosten Fr. 300.—) und verpflichtete ihn zur Zahlung einer 
Prozessentschädigung von Fr. 22'700.70 an die Z..

Die Klageabweisung wurde zusammenfassend im Wesentlichen damit begründet, 
dass sich die Beklagte von der Haftung aus dem Betrieb ihres Pistenfahrzeugs im 
Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG befreit habe. Sie habe zum einen nachgewiesen, 
dass der Unfall beziehungsweise der Schaden durch ein schweres 
Selbstverschulden des Klägers verursacht worden sei. Er habe seinen sicheren 
Standort, obwohl er von der Gefährlichkeit der Pistenpräparierung mit 
Pistenfahrzeugen an Winden gewusste habe und darauf aufmerksam gemacht 
worden sei, verlassen und sei auf das Seil der Pistenmaschine zugegangen. 
Darüber hinaus habe die Beklagte den Beweis erbracht, dass A. als Fahrer des 
Pistenfahrzeugs kein schuldhaftes Verhalten vorgeworfen werden könne.

D.1. Gegen das am 05. Mai 2009 mitgeteilte Urteil liess BC. am 06. Mai 2009 
durch seinen Rechtsvertreter die Berufung an das Kantonsgericht erklären, mit 
folgenden Rechtsbegehren:

"1. Die Ziffern 1-3 des Urteilsdispositivs seien aufzuheben.

2. Die volle oder teilweise Haftung der Beklagten für die Folgen des Unfalles 
vom 6. Februar 2003 sei zu bejahen und die Angelegenheit sei an die 
Vorinstanz zur Fortsetzung des Verfahrens zurückzuweisen.

3. Falls Ziff. 1 des angefochtenen Urteils geschützt werden sollte, sei auf eine 
Auferlegung von Verfahrenskosten im angefochtenen Urteil angesichts 
bewilligter unentgeltlicher Prozessführung zu verzichten und dem 
Parteivertreter des Klägers sei Frist zur Einreichung einer detaillierten 
Honorarnote betreffend Anwaltsaufwand anzusetzen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das vermittleramtliche, das 
bezirksgerichtliche und das Berufungsverfahren zuzüglich 7.6 % 
Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungsbeklagten.

5. Dem Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren."

2. Das Bezirksgericht Maloja liess sich zur Sache nicht vernehmen.

3.a. Zur mündlichen Hauptverhandlung vor der II. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts vom 10. November 2009 erschienen der Kläger und 
Berufungskläger BC. mit seinem Rechtsvertreter Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Christian Thöny sowie Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Brüesch für die Beklagte und 
Berufungsbeklagte Z. Versicherungs-Gesellschaft.

b. Gegen die Zuständigkeit und Zusammensetzung des Gerichts wurden an 
der Hauptverhandlung keinerseits Einwendungen vorgetragen. Formelle Einreden 

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gemäss Art. 225 Abs. 3 ZPO wurden ebenso wenig erhoben. Mangels 
entsprechender Anträge im Sinne von Art. 226 Abs. 1 ZPO blieb das 
Beweisverfahren geschlossen. 

c. Rechtsanwalt Thöny bestätigte und begründete für den Berufungskläger die 
Rechtsbegehren gemäss schriftlicher Berufungserklärung vom 06. Mai 2009. 
Rechtsanwalt Brüesch beantragte die vollumfängliche Abweisung der Berufung, 
mit gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu 
Lasten des Berufungsklägers. Infolge Verzichts auf Replik entfiel auch ein weiterer 
Vortrag der Beklagten (Art. 227 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 106 ZPO). Die schriftlichen 
Zusammenfassungen der mündlichen Vorträge beider Rechtsvertreter wurden zu 
den Akten genommen.

4. Auf die Begründungen der Berufungsanträge, die Erwägungen im 
angefochtenen Urteil sowie auf das Beweisergebnis ist, soweit erforderlich und 
sachdienlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

II. Erwägungen

1.a. Das Anfechtungsobjekt ist ein prozesserledigendes Teilurteil im Sinne von 
Art. 94 Abs. 1 und 2 (1. Halbsatz) ZPO. Dagegen steht die Berufung offen (Art. 94 
Abs. 3 ZPO i.V.m. Art. 20 Abs. 1 ZPO und Art. 218 ZPO). Ungeachtet des 
Umstands, dass in erster Instanz eine Auseinandersetzung über die Höhe des 
Schadensersatzes gänzlich ausgeblieben ist, ist für den Streitwert (Art. 22 ZPO) 
auch in der Berufung vom Forderungsbetrag gemäss Leitschein beziehungsweise 
Prozesseingabe auszugehen, sodass das geldwerte Interesse am Streit 110'000 
Franken beträgt. Der für die Berufung erforderliche Streitwert ist erreicht (Art. 218 
Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 19 Ziff. 1 ZPO). Die Berufungserklärung vom 06. Mai 2009 
gegen das am 05. Mai 2009 mitgeteilte Urteil ist im Übrigen fristgerecht, bei der 
zuständigen Instanz und mit ihren ausformulierten Anträgen auf Abänderung des 
erstinstanzlichen Urteils formgerecht eingelegt worden (Art. 219 Abs. 1 ZPO). 
Darauf ist einzutreten.

b.  Gemäss Verfügung des Prozessleiters in erster Instanz war vorerst 
lediglich die materiell-rechtliche Teilfrage der Haftung zu entscheiden. 
Beweisabnahmen und richterliche Erwägungen zum Schaden, Schadenshöhe und 
seinem Ersatz sind unterblieben. Insoweit ist der Streitgegenstand auch im 
Berufungsverfahren ein beschränkter. Es geht somit auch im 

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Rechtsmittelverfahren zunächst um die Frage, ob die beklagte Versicherung für 
den entstandenen Schaden aus dem Unfall haftet (Art. 58 Abs. 1 i.V.m. Art. 59 
Abs. 1 SVG). Falls die Haftung im Grundsatz zu bejahen ist, wäre sodann im 
Berufungsverfahren grundsätzlich – zumindest soweit hinsichtlich der in Betracht 
fallenden Reduktionsgründe ein entscheidungsreifes Beweisergebnis vorliegt (zu 
diesem Vorbehalt vgl. nachstehende Erwägung Ziff. 8.3 und 8.4) – auch über das 
Ausmass der Haftung (Haftungsquote) zu befinden, das heisst, ob die Beklagte 
voll oder nur teilweise haftet (Art. 58 Abs. 1 i.V.m. Art. 59 Abs. 2 SVG, Art. 44 Abs. 
1 OR). Art. 229 Abs. 2 ZPO sieht im Falle fehlender Spruchreife vor, dass die 
Sache zur Ergänzung der Akten und Neubeurteilung an die erste Instanz 
zurückgewiesen werden kann. Bei bejahen der Haftung wäre dies vorliegend 
keine freiwillige Option, sondern zwingend, da einerseits zum Ersatz (Schaden, 
Schadenshöhe etc.) nicht in allen Teilen ein spruchreifes Beweisergebnis vorliegt 
und dieser Umstand andererseits an der funktionellen Zuständigkeit nichts ändern 
soll. Die Rechtsmittelinstanz kann nicht Rechtsfragen entscheiden, welche vor 
unterer Instanz gestützt auf Art. 94 ZPO und mit Zustimmung der Parteien 
bewusst ausgeklammert worden sind und zu denen Beweisabnahmen offen sind. 
Der Instanzenzug ist nicht zu verkürzen. Im Falle gänzlicher oder teilweiser 
Gutheissung der Berufung wäre daher die Sache zur Fortführung des Verfahrens 
an das Bezirksgericht Maloja zurückzuweisen.

c.aa. Mit der Vorladung vom 10. September 2009 zur mündlichen 
Hauptverhandlung vor die II. Zivilkammer auf den 10. November 2009 wurde den 
Parteien bekannt gegeben, dass das Gericht in der Zusammensetzung Hubert, 
Bochsler und Michael Dürst tagen werde. Mit Schreiben vom 28. September 2009 
ersuchte der Rechtsvertreter der Beklagten das Gericht, eine Änderung in der 
Zusammensetzung des Gerichts zu prüfen. Er wies darauf hin, dass angesichts 
von Art. 42 GOG möglicherweise der Ausstandsgrund der Vorbefassung vorliege, 
nachdem die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts unter dem Vorsitz von 
Kantonsrichter Bochsler einer strafrechtlichen Beschwerde des Klägers 
stattgegeben und die Sache zur Fortführung der Strafuntersuchung gegen A. an 
die Staatsanwaltschaft Graubünden zurückgewiesen habe (Entscheid der 
Beschwerdekammer vom 16. Juni 2004, BK 04 23, act. 0.2.III.21). 

bb. Die Parteien können einen Ausstandsgrund innert 10 Tagen, seit sie davon 
Kenntnis erhalten haben, beim Vorsitzenden geltend machen (Art. 44 Abs. 1 
GOG); der Entscheid obliegt jedoch dem in der Hauptsache zuständigen Gericht 
(Art. 46 Abs. 1 GOG). Mit Erhalt der Vorladung und Bekanntgabe der 
Gerichtszusammensetzung erhielt die Beklagte gleichzeitig Kenntnis eines 

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möglichen Ausstandsgrundes im Sinne von Art. 44 Abs. 1 GOG, darf doch 
vorausgesetzt werden, dass sie die Akten des vorliegenden Zivilverfahrens, aus 
denen die Mitwirkung von Kantonsrichter Bochsler im strafrechtlichen 
Beschwerdeverfahren hervorgeht (act. 02.V.I.1.18), jederzeit präsent hat. 
Ausserdem wurde der Angeschuldigte A. nach dem Entscheid der 
Beschwerdekammer von Rechtsanwalt Dr. Brüesch vertreten, welcher die 
Beklagte im hiesigen Zivilverfahren vertritt. Die Zusammensetzung der II. 
Zivilkammer wurde am 10. September 2009 bekannt gegeben und die 
Reklamation erfolgte am 28. September 2009, womit die Geltendmachung des 
Ausstandsgrundes angesichts von Art. 44 Abs. 1 GOG verspätet ist. 

cc. Die Beklagte hat in ihrem Schreiben vom 28. September 2009 sodann 
weder klar behauptet, dass ein Ausstandsgrund vorliege noch ultimativ begehrt, 
dass Kantonsrichter Bochsler in den Ausstand zu treten habe, sondern das 
Gericht lediglich zur Prüfung der Frage angehalten, weil "möglicherweise" ein 
Ausstandsgrund vorliege. Ob diese unverbindliche Einladung ein förmliches 
Ausstandsbegehren im Sinne von Art. 44 GOG darstellt, bleibe dahingestellt. Mit 
Antwortschreiben vom 26. Oktober 2009 an die Beklagte wies der Vorsitzende auf 
die Spruchpraxis zu diesem Thema hin, wonach eine Änderung in der 
Zusammensetzung des Spruchkörpers nicht in Betracht falle. Dieser 
Meinungsäusserung des Vorsitzenden kommt angesichts der 
Zuständigkeitsvorschrift von Art. 46 Abs. 1 GOG kein Verfügungscharakter im 
Sinne autoritativer Ablehnung eines Verfahrensantrags zu. Wenn die Beklagte 
anderer Auffassung gewesen wäre, hätte sie diesen Akt anfechten müssen. Das 
hat sie einerseits nicht getan. Zum anderen hat die Beklagte an der 
Berufungsverhandlung vom 10. November 2009 auf Frage hin gegen die 
Zusammensetzung des Gerichts, und damit gegen die Mitwirkung von 
Kantonsrichter Bochsler im Spruchkörper, keine Einwendungen (mehr) erhoben 
(vgl. Art. 225 Abs. 2 und 3 ZPO; act. 08.1). Solches wäre jedoch erforderlich 
gewesen, damit von einem prozesswirksam aufrecht erhaltenen 
Ausstandsbegehren gesprochen werden könnte. Insofern das Ersuchen der 
Beklagten vom 28. September 2009 als rechtzeitiges und förmliches 
Ausstandsbegehren zu qualifizieren wäre, hätte es demnach als zurückgezogen 
zu gelten. 

d. Die Beklagte verweist zur Begründung ihrer Berufungsanträge vorab 
ausdrücklich auf das angefochtene Urteil. Die Vorinstanz habe sich eingehend und 
unter Hinweis auf die relevanten Aktenstücke mit der tatsächlichen und rechtlichen 

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Situation der Angelegenheit auseinandergesetzt und sei zu einer vollumfänglichen 
Abweisung der Klage gelangt. 

Insoweit die Beklagte damit die Erwägungen der ersten Instanz in globo zu ihren 
Argumenten in der Berufung machen will, ist dies unzulässig. Im Unterschied zur 
Rechtsmittelinstanz (vgl. Art. 229 Abs. 3 ZPO) ist der Partei, die ein Rechtsmittel 
erhebt, eine solche Verweisung auf fremdes Vorbringen nicht gestattet. Die 
Berufung muss ein autonomer, aus sich selbst heraus verständlicher Vortrag sein; 
unter Vorbehalt von gegenständlich nicht zur Anwendung gelangenden 
Prozessmaximen, welche das Gericht zum Einschreiten von Amtes wegen 
veranlassen, können sich Prüfungsgegenstand und -umfang nur aus dem 
mündlichen Plädoyer (Art. 225-227 ZPO) und seiner schriftlichen 
Zusammenfassung oder aus der schriftlichen Berufungsbegründung gemäss Art. 
224 Abs. 2 und 3 ZPO ergeben (PKG 1998 Nr. 29 E. b., 1960 Nr. 28 E. 1; Urteile 
Zivilkammer ZF 06 99 vom 21.11.2006 E. 3.3, ZF 05 74 vom 14.02.2006 E. 1.c.aa, 
ZF 05 24 vom 03.10.2005 E. 1.b, ZF 04 62 vom 28.02.2005 E. 1.b, ZF 03 26 vom 
26.01.2004 E. 1.b; Urteil Kantonsgerichtspräsidium PZ 03 144 vom 19.1.2004 E. 
1b; Urteil Kantonsgerichtsausschuss SKG 06 9 vom 21.3.2006 E. 1b). Was darin 
nicht enthalten ist, kann umgekehrt nicht als Berufungsbegründung gelten und das 
Kantonsgericht hat sich damit nicht zu beschäftigen. Dem steht auch Art. 86 SVG 
nicht entgegen (vgl. Hans Giger, Kommentar SVG, 2008, N 3 zu Art. 86).

2. Strittig sind in erster Linie die Beweiswürdigung zum Verhalten und Wissen 
des Klägers BC. und der Fahrzeughalterin sowie deren rechtliche Qualifikationen 
unter dem Aspekt des Verschuldens. Das angefochtene Urteil lässt sich nicht 
halten. Die Beklagte hat weder bewiesen, dass BC. ein grobes Selbstverschulden 
trifft, noch dass die Fahrzeughalterin selbst respektive deren Fahrer A. kein 
Verschulden trifft. Aus einer eingehenden Würdigung des gesamten 
Beweismaterials ergeben sich im Resultat tatsächliche Feststellungen, die in 
entscheidenden Punkten massgeblich von jenen der Vorinstanz abweichen und 
die überdies im Licht von Art. 59 Abs. 1 SVG rechtlich anders zu bewerten sind. 
Dazu führen folgende Überlegungen:

3.a. Ein motorisiertes Raupenfahrzeug, mit dessen Hilfe Skipisten angelegt und 
unterhalten werden, fällt unter den Begriff des Motorfahrzeugs im Sinne von Art. 7 
Abs. 1 SVG und die Gefährdungshaftung des Motorfahrzeughalters gelangt auch 
dann zur Anwendung, wenn sich der Unfall nicht auf einer öffentlichen Strasse 
ereignet hat (BGE 116 II 214). Ausgangspunkt für die Haftung ist somit Art. 58 
Abs. 1 SVG: Wird durch den Betrieb eines Motorfahrzeugs ein Mensch getötet 

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oder verletzt oder Sachschaden verursacht, so haftet der Halter für den Schaden. 
Die Haftungsordnung des SVG beruht auf dem Gedanken, dass die 
Betriebsgefahr des Motorfahrzeugs für sich allein eine hinreichende 
Haftungsgrundlage setzt, wenn ihretwegen ein Schaden entsteht. Der Betrieb 
eines Motorfahrzeugs ist mit einer omnipräsenten, grosses Schädigungspotential 
aufweisenden Gefährdung der übrigen Strassenbenützer verbunden. Dieser 
Erfahrungstatsache Rechnung tragend hat der Gesetzgeber die Haftung für die 
von Motorfahrzeugen verursachten Schäden nicht an menschliches Versagen, 
sondern prinzipiell allein an die Tatsache des Betriebs eines Motorfahrzeugs 
geknüpft, wobei der Schaden dem Halter des Motorfahrzeugs zugerechnet wird. 
Es handelt sich um eine Gefährdungshaftung, eine besondere Form der 
Kausalhaftung. Der Halter eines Motorfahrzeugs haftet demzufolge unter 
Weglassung von Betrachtungen zum Verschulden jedweder Beteiligter kausal auf 
Grund der blossen Verursachung des Schadens durch den mit Gefahren 
verbundenen Betrieb seines Fahrzeugs (Giger, a.a.O., Vorbem. 1 zu Art. 58; BGE 
93 II 123 E. 8).

b. Dass BC. durch den Unfall, verursacht durch das bei der Beklagten 
obligatorisch (Art. 63 SVG) versicherte Pistenfahrzeug, eine erhebliche 
Körperverletzung erlitten hat und dieser Personenschaden eine 
Rechtsgutverletzung darstellt, die als widerrechtlich zu qualifizieren ist, ist 
unbestritten. Ebenso wenig zweifelhaft ist, dass ihm daraus ein wirtschaftlicher 
Schaden entstanden ist. Die positiven Voraussetzungen einer Haftung der Halterin 
des Pistenfahrzeugs Prinoth, GR 419, mit Direktforderungsanspruch des 
Geschädigten gegen die Haftpflichtversicherung (Art. 65 SVG) sind 
unbestrittenermassen erfüllt.

4. Art. 59 SVG eröffnet dem Fahrzeughalter die Möglichkeit, seine Haftpflicht 
nach Art. 58 SVG ganz (Art. 59 Abs. 1 SVG, Haftungsbefreiung) oder teilweise 
(Art. 59 Abs. 2 SVG, Haftungsquote) abzuwenden. Um sich zur Gänze von der 
Haftung aus dem Betrieb seines Motorfahrzeugs zu befreien, hat er einen 
dreifachen Beweis zu erbringen. Einerseits hat er den positiven Beweis zu leisten, 
dass der Unfall durch höhere Gewalt oder grobes Selbstverschulden des 
Geschädigten oder durch grobes Verschulden eines Dritten verursacht wurde. 
Sodann hat er kumulativ dazu die negativen Beweise zu beweisen, dass ihn selbst 
oder Personen, für die er verantwortlich ist – wie namentlich den Fahrzeuglenker 
(Art. 58 Abs. 4 SVG) –, kein Verschulden am Unfall trifft und dass auch keine 
fehlerhafte Beschaffenheit des Fahrzeugs zum Unfall beigetragen hat (vgl. Roland 
Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, Bern 2008, Rz 398). 

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a. Höhere Gewalt oder grobes Verschulden eines Dritten in- oder ausserhalb 
der gesamten Organisation der alpinen Skiweltmeisterschaften 2003 wird 
beklagtenseits nicht angerufen.

b. Ein mögliches zivilrechtliches Verschulden des Fahrers der 
Pistenmaschine, A., kann a priori kein Drittverschulden im Sinne von Art. 59 Abs. 
1 SVG darstellen, da die Halterin ihm das Pistenfahrzeug überlassen und er 
dieses in Ausübung seines Arbeitsverhältnisses befugterweise und insoweit 
bestimmungsgemäss eingesetzt hat, sodass die Halterin für seine Handlungen 
einzustehen hat. Das Verhalten A.s ist demnach vielmehr unter dem 
vorerwähnten, von der Beklagten zu erbringenden Negativbeweis von Bedeutung. 
Sie muss – kumulativ zum Beweis des groben Selbstverschuldens von BC. – 
beweisen, dass A. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein – auch kein leichtes 
– Verschulden trifft, wobei die Anforderung an den letztgenannten Beweis nach 
der Rechtsprechung streng sind (Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, a.a.O., Rz 476 
ff.), da im Anwendungsfall eine gesetzliche Gefährdungshaftung vollständig 
dahinfallen soll. 

c. Ein Fehlverhalten der Schweizerischen Eidgenossenschaft respektive der 
ihr zuzurechnenden Zivilschutzorganisation und ihrer Angehörigen und/oder der 
Organisatoren der Ski-Weltmeisterschaften wird von der Beklagten an keiner 
Stelle als grobes, kausalitätsunterbrechendes Drittverschulden angerufen. 

d. In Bezug auf die Zivilschutzorganisation und ihrer Angehörigen und/oder 
der Organisatoren der Ski-Weltmeisterschaften erhebt sich zudem die Frage, ob 
der Zivilschutz und die in ihrer juristischen Struktur unbekannte WM-Organisation 
überhaupt Dritte im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG sind, oder Personen, für die der 
Halter verantwortlich ist, im Sinne derselben Bestimmung. Falls die X. in ihrer 
Eigenschaft als SVG-Halterin für sie verantwortlich wären, müsste die Beklagte – 
wie bei A. – beweisen, dass den Zivilschutz und die WM-Organisation keinerlei 
Verschulden trifft. Der Kläger liess dazu denn auch ausführen, die Beklagte müsse 
beweisen, dass nebst dem Fahrer des Pistenfahrzeugs, "sämtliche Hilfspersonen, 
die bei Einsatz des Fahrzeugs und bei der Pistenpräparation irgendwelche 
Funktionen hatten", keinerlei Verschulden treffe. 

aa. Über das Ziel hinausschiessend erscheint die klägerische Auffassung 
insoweit, als mit Pistenpräparation das eigentliche Gelände der 
Damenabfahrtspiste gemeint ist. Die in Frage kommenden Teams des ZS hatten 
auf der Piste keinerlei Aufgabe; sie konnten zufolge der mehrfachen Absperrung 

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auch nicht ohne Weiteres dorthin gelangen. Der Unfall hat sich auf dem von der 
Piste eindeutig abgegrenzten Nebengelände des Verbindungsweges ereignet. Um 
zur Qualifikation als haftpflichtrechtlich relevante Hilfspersonenhandlung im Sinne 
des SVG zu gelangen, muss sich ein Tun oder Unterlassen dieser Personen also 
direkt oder wenigstens indirekt auf diesen Ort ausgewirkt haben. Soweit der 
Kläger mit "Hilfspersonen, die bei der Pistenpräparation irgendwelche Funktionen 
hatten" die Institutionen und Personen des Zivilschutzes und der 
Veranstaltungsorganisation meint, ist deren Stellung im Licht von Art. 59 SVG 
nicht ohne Weiteres klar. 

bb. Der Zivilschutz dürfte, wie die Voluntaris, auf jeden Fall Hilfsperson der 
WM-Organisation sein. Weder behauptet noch zum Beweis gestellt oder sonst wie 
aktenkundig ist, ob die Fahrzeughalterin X. als Betreiberin der Pisten im Skigebiet 
von Corviglia auch als Organisatorin der WM auftrat. Bejahendenfalls könnte sie 
allenfalls (auch) aus einem anderen Rechtsgrund denn als SVG-Fahrzeughalterin 
für das Verhalten dieser im Gesamtanlass mithelfenden Personen (Zivilschutz, 
Rennleitung, Funkzentrale) haften. 

cc. Gemäss Art. 58 Abs. 4 SVG ist der Halter für das Verschulden mitwirkender 
Hilfspersonen wie für eigenes Verschulden verantwortlich; diese mitwirkenden 
Hilfspersonen gehören zum Kreis derjenigen, welche Art. 58 Abs. 2 und Art. 59 
Abs. 1 SVG als "Personen, für die der Halter verantwortlich ist" bezeichnet. Eine 
Hilfspersonenstellung des Zivilschutzes (in Frage kommen: B., H., seine 
namentlich unbekannten Dienstkollegen am oberen Eingang des Tunnels 
"Grosses Loch", Zivilschutz-Chef C. sowie allenfalls D.) und der Rennorganisation 
(für diese handelnd kommen in Frage: Personen der Rennleitung und der 
Funkzentrale) wie man sie üblicherweise im Strassenverkehr findet, wie 
beispielsweise Mitfahren im Unfallfahrzeug, Überwachen der Fahrt (Fahrlehrer), 
Hilfe bei der Beladung, Zeichengebung beim Manövrieren und dergleichen, liegt 
hier nicht vor (vgl. die Beispiele bei Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, a.a.O., Rz 
128). Es stellt sich indessen die Frage, ob die Verantwortung für die 
Betriebsgefahr, die bei der Bestimmung der Haftpflicht des SVG-Halters im 
Zentrum steht, nicht auch Auswirkung auf den Kreis der mitwirkenden 
Hilfspersonen hat. Man könnte sich fragen, ob nicht ein Teil der durch das 
Windenseil auf dem Verbindungsweg erzeugten und daher  erweiterten Fahrzeug-
Betriebsgefahr auf den Zivilschutz und/oder die WM-Organisation übergegangen 
ist und sie auf diesem Weg zu Mitwirkenden im Sinne von Art. 58 Abs. 4/Art. 59 
Abs. 1 SVG geworden sind. Aus einer funktionellen Betrachtungsweise ist der 
Kreis jener, die mitwirken, weit zu ziehen. Nebst dem Betriebsvorgang als solchem 

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genügt eine betriebsbezogene Mitwirkung (Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, 
a.a.O., Rz 126). Was als "betriebsbezogen" zu gelten hat, ist allerdings 
auslegungsbedürftig. Die Verrichtungen der ZS-Leute, insbesondere die 
Tunnelsperrung, hatten zweifellos einen gewissen Zusammenhang mit der 
Pistenpräparierung am Seil, nur hätte A., nüchtern betrachtet, diese Präparation 
auch ohne sie ausführen können. Für das Führen des Spezialfahrzeugs und die 
Technik der Pistenpräparation auf dem eigentlichen Renngelände brauchte A. 
sicher keine Hilfe. Vom Zweck ausgehend, war die Hilfe der ZS-Leute nur 
vorbeugend im Licht der besonderen, vom Stahlseil ausgehenden Gefährdung 
nützlich, wobei sich ihre rechtliche Mitverantwortung von vorneherein auf das 
Nebengelände des Verbindungsweges beschränkte, indem sie nur die Menschen 
dort (nicht auf der eigentlichen Rennpiste) von der besonderen Seilgefahr fern zu 
halten hatten. Insoweit haben sich die Handlungen/Unterlassungen der 
Zivilschutzleute im Zusammenhang mit der Bewegung des Pistenfahrzeugs 
letztlich eben doch "ausgewirkt" und könnten ein Element in der Kette der 
Ursachen bilden, die zum Schadensereignis geführt haben. 

Auf der anderen Seite wird in der Lehre der Polizist, der durch missverständliche 
Zeichengebung bei der Verkehrsregelung einen Unfall verursacht, nicht als 
mitwirkende Hilfsperson eines bestimmten Fahrzeuglenkers qualifiziert, mit dem 
Argument, seine amtliche Aufgabe der Intervention im Strassenverkehr diene allen 
Beteiligten. Zweck dieser Aufgabe sei die Wahrung eines sicheren und flüssigen 
Verkehrs, so dass eine für den Unfalllenker bestimmte Zeichengabe nicht 
besonders als Hilfe für diesen Benützer sondern ebenso sehr für die übrigen, 
wartenden Teilnehmer gedacht gewesen sei (Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, 
a.a.O., Rz 129, mit Hinweisen). Diese Zweckbeschränkung auf den "sicheren und 
flüssigen Verkehr" kann nun aber vorliegend genau den Handlungen der 
Zivilschutzleute zugeschrieben werden. Mehr noch: Sie haben, im Unterschied 
zum Beispiel des Polizisten, A. überhaupt keine Zeichen zum Manövrieren 
gegeben oder seine Fahrt dirigiert oder sonst wie in ihrer eigentlichen Ausführung 
beeinflusst. Sie haben A. in keiner Art und Weise gesagt, wann, wo, wie oder wie 
weit (Letzteres eine Frage, die bei der Qualifikation seines Verhaltens eine Rolle 
spielt) er fahren dürfe oder solle. Nach Antritt der Fahrt war dies übrigens auf 
Distanz gar nicht mehr möglich, da sie keine direkte Funkverbindung zu A. hatten. 
Ihre Handlungen waren zumindest direkt nur auf die "übrigen, wartenden 
Teilnehmer" ausgerichtet. Abgesehen vom Befehl, sich selbst durch Rückzug in 
den Tunnel "Grosses Loch" zu schützen – den sie sträflich verweigert haben –  
galt das Verhalten der ZS-Leute am Ein- und Ausgang des Tunnels "Grosses 

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Loch" auftragsgemäss den Schneesportlern, welche im Nebengelände die 
Unterführungstunnels passieren wollten und erschöpfte sich darin, diese 
aufzuhalten. Vom vorgenannten Beispiel des Polizisten ausgehend, wäre daher 
nicht unproblematisch, das Verhalten des Zivilschutzes tale quale in den 
Verantwortungsbereich der Fahrzeughalterin zu stellen, dies umso mehr als auch 
die Befehlslinien zwischen der Rennorganisation, der Pistenmannschaft und den 
Zivilschützern wenig klar waren. Abgesehen davon, dass die Lösung im 
vorgenannten Beispiel des Polizisten nicht restlos überzeugt, spricht gegen die 
Entlassung der Zivilschutzleute aus dem Verantwortungsbereich der 
Fahrzeughalterin die Überlegung, dass sich aus tatsächlich ergriffenen 
Vorsichtsmassnahmen Rückschlüsse darauf ziehen lassen, was als 
Mitwirkungshandlung anzusehen ist. Die Tatsache, dass der Fahrzeugführer 
(irgend) eine Person beizieht, deren Aufgabe lediglich darin besteht, einen 
bestimmten Raum freizuhalten, genügt. Der Fahrer eines Lastwagens, der 
rückwärts aus einer unübersichtlichen Einfahrt auf die Strasse fährt, muss unter 
Umständen eine Hilfsperson beiziehen, die den Verkehr auf der Strasse aufhält, 
ansonsten darf er nicht fahren. Die beigezogene Hilfsperson wird 
verantwortlichkeitsmässig ihm beziehungsweise dem Halter angerechnet. 
Wenigstens in Bezug auf den Aspekt des Aufhaltens des gefährdeten Verkehrs, 
welcher die Gefahrenzone passieren will, ist die Situation vorliegend analog. Der 
Gefahrenverursacher A. hat sich dafür der Zivilschutzleute bedient. Ob und wie 
dies die Organisation vorgesehen hat, spielt keine Rolle; der Fakt genügt. Implizite 
hat der Zivilschutzmann B. mit der vollzogenen Sperrung des Tunnels "Grosses 
Loch" A. die Fahrt auf der Rennpiste freigegeben und damit die Voraussetzung 
geschaffen für die Ausübung der Betriebsgefahr durch das Windenseil auf dem 
Nebengelände des Verbindungsweges. Die Verrichtungen des Zivilschutzes 
waren eben doch Voraussetzung dafür, dass A. seine Fahrt überhaupt antrat und 
insoweit waren sie daher betriebsbezogen. Daneben fällt nicht ins Gewicht, dass 
die Zivilschutzleute die Fahrt von A.s Pistenmaschine anschliessend nicht dirigiert 
haben. 

Ob die Zivilschutzdienst leistenden Personen mitwirkende Hilfspersonen der 
Fahrzeughalterin X. sind, mag letztlich jedoch offen bleiben. Wie zu zeigen sein 
wird, scheitert die Haftungsbefreiung bereits je selbständig daran, dass den 
Geschädigten kein grobes Verschulden trifft und den Fahrer A. ein gewisses 
Mitverschulden trifft.

e. Dass schliesslich die fehlerbehaftete Beschaffenheit des 
schadensverursachenden Pistenfahrzeugs Prinoth Everest P (Power) zum 

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Schaden beigetragen habe, war keinerseits ein Thema. Das beim 
Strassenverkehrsamt immatrikulierte Fahrzeug ist vermutungsweise betriebssicher 
und über unbestrittene Tatsachen ist kein Beweis zu führen. Ein Geschädigter 
müsste nach dem Prinzip von Treu und Glauben im Prozess wenigstens Indizien 
namhaft machen, damit der Halter zum Antritt des negativen (Gegen)Beweises 
veranlasst wird (in diesem Sinne Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, a.a.O., Rz 486, 
488), dies um so mehr, als das Pistenfahrzeug gemäss Polizeirapport mängelfrei 
war (act. 02.V.I.3.1, S. 6). Gegenteiliges hat der Kläger nicht angedeutet und 
entsprechende Indizien in den Akten und aus dem Geschehensablauf fehlen. 

5. Das grobe Selbstverschulden BC. im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG leitete 
das Erstgericht aus den Tatsachenkomponenten ab,

▪ dass er über die Gefährlichkeit der Pistenpräparierung mit 
Pistenfahrzeugen am Windenseil instruiert worden sei;

▪ dass er genau gewusst habe, wie Pistenmaschinen mit Winden 
funktionierten;

▪ dass er vor der Unfallsituation gewusst habe, dass eine maschinelle 
Pistenpräparation stattfinde;

▪ dass er habe erkennen müssen, dass das Seil einzig von dem zuvor 
erblickten Pistenfahrzeug von A. habe stammen können;

▪ dass er auch ohne vorgängige Instruktion und Wissen über die 
Gefährlichkeit der Pistenpräparierung mit Pistenfahrzeugen am 
Windenseil die vom Seil ausgehende Gefahr hätte erkennen müssen;

▪ dass er seinen sicheren Standort beim oberen Eingang zum Tunnel 
"Vereina" verlassen habe;

▪ dass er trotz Wissen um dessen Gefährlichkeit auf das Seil zugegangen 
sei.

Die Beklagte liess ausführen, bei allem Verständnis könne man nicht sagen, dass 
der durchschnittlich verständige Mensch im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis 
in der gleichen Lage ebenso wie der Kläger gehandelt hätte. Der Beklagten ist 
entgegen zu halten, dass Abweichung vom Verhalten eines durchschnittlich 
verständigen Menschen auch "normales" (Mit)Verschulden beinhaltet. Insoweit 

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werden von der Beklagten Qualität und/oder Quantität des groben 
Selbstverschuldens gemäss Art. 59 Abs. 1 SVG grundlegend verkannt. 

5.1 Antizipierung eines Geschehensablaufs und Einflussnahme darauf 
einerseits sowie das aus ihrer Absenz im Sinne einer rechtlichen Wertung 
abzuleitende Einstehenmüssen für Fehler andererseits verlaufen parallel. Der 
Verschuldens- oder Selbstverschuldensgrad (ohne – leicht – mittel – grob – 
ausschliesslich) beschreibt das Niveau auf dem sich diese Parallelität abspielt, 
den Unterschied zwischen dem Normalverhalten und der Abweichung dazu. Je 
weniger bestimmt ich eine eingetretene Entwicklung voraussehen konnte und je 
weniger ihr Verlauf in meiner Macht lag, desto weniger bin ich dafür verantwortlich 
(Emil W. Stark, Entlastungsgründe im Haftpflichtrecht, Diss. Zürich 1946, S. 181) – 
je grösser die Voraussehbarkeit der eingetretenen Entwicklung für eine Person 
war und je mehr Einflussmöglichkeit ihr zur Steuerung gegeben war, desto 
ausgeprägter ist der Tadel, der ihr aus mangelndem Voraussehen und 
unterlassener Beeinflussung erwächst. Ein qualifiziertes Abweichen vom 
Normalverhalten im Sinne eines groben Verschuldens des Geschädigten gemäss 
Art. 59 Abs. 1 SVG liegt vor, wenn ein Verhalten unter Verletzung elementarster – 
durch Gesetz und/oder menschliche Vernunft diktierte – Vorsichtsgebote an den 
Tag gelegt wird, ausser Acht lassend, was jedem verständigen Menschen in der 
gleichen Lage und unter der gleichen Umständen sofort einleuchtet (BGE 95 II 
630, E. 5; 108 II 424, E. 2; 115 II 287, E. 2a). Ohne geradezu an dolus zu streifen 
(Schaffhauser/Zellweger, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, 
Bd. II, Bern 1988,  RN 1030), muss ein schweres Verschulden in einem quasi 
unerklärlichen Verhalten liegen und eine empörte Reaktion bei anderen Leuten 
auslösen im Sinne von "das darf nicht passieren" (Brehm, 
Motorfahrzeughaftpflicht, a.a.O., Rz 427, mit Hinweisen). Es muss eine derartige 
Intensität erreichen, dass es als einzige beachtliche Ursache für das 
Schadenereignis erscheint (BGE 77 II 255, E. 2). 

5.2. Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass man sich bei der Prüfung unter Art. 
59 Abs. 1 SVG von der simplen Vorstellung "Dritte haben keine Schuld – ergo hat 
der Geschädigte selber Schuld" bewusst lösen muss. Fremdverhalten, streng 
objektiv oder gemildert subjektiv aus der Sicht des Geschädigten bewertet, kann 
bei der Qualifikation seines Verschuldens zweifellos eine Rolle spielen. Der Fokus 
der Betrachtungen liegt dabei aber auf dem Selbstverschulden des Geschädigten, 
nicht auf dem Verschulden (individuelle Vorwerfbarkeit) respektive dem 
Nichtverschulden anderer Personen. Ob und in welchem Ausmass Dritten ihr 
Verhalten individuell vorwerfbar ist, spielt keine Rolle. Die Frage ist nur, wie 

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allenfalls erkanntes oder erkennbares Drittverhalten auf die Bewussteins- und 
Handlungslage jener Person gewirkt hat, deren Verschulden aktuell zu prüfen ist. 
Wie hätte der Geschädigte sich, unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände 
verhalten sollen und wie hat er sich tatsächlich verhalten. Allein aus dieser 
Differenz der persönlich vorwerfbaren Verletzung der ihm obliegenden, sich jedem 
verständigen Menschen in der gleichen Lage geradezu aufdrängenden, 
elementarsten Sorgfaltspflicht ergibt sich der Massstab, den der Richter bei der 
Qualifikation des groben Selbstverschuldens nach Art. 59 Abs. 1 SVG benützt. 
Der allfällige Umstand, dass den Pistenfahrer A. oder andere Personen aus den in 
Frage kommenden Bereichen (Rennorganisation, Funk, Zivilschutz) keinerlei 
strafrechtliches und/oder zivilrechtliches Verschulden anlastet, indiziert nicht ohne 
weiteres, dass und in welchem Ausmass den Kläger nach zivilrechtlichen 
Gesichtspunkten ein Selbstverschulden treffe. Es gibt keine direkte Abhängigkeit 
zwischen dem Fehlen eines Verschuldens anderer und einem zivilrechtlichen 
Selbstverschulden des Geschädigten im Sinne eines Korrelats.

5.3. a. Die Betriebsgefahr ist die ratio legis von Art. 58 ff. SVG und bei 
Kollision zwischen Halter und Nichthalter gilt stets das Primat der Betriebsgefahr 
(Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, a.a.O., Rz 583, 602). Haftungsgrund ist die 
Betriebsgefahr und auf dieser Basis hat der Aspekt fehlerhaften, 
unangemessenen menschlichen Verhaltens grundsätzlich ausser Betracht zu 
bleiben. Diese Eingangsfeststellung ist wichtig, weil sie Art. 59 Abs. 1 SVG zu 
einer Ausnahmebestimmung werden lässt. Die Entlastung von der Halterhaftung 
wegen Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs zufolge höherer 
Gewalt, grobem Selbstverschulden des Geschädigten oder grobem Verschulden 
eines Dritten erscheint als Ausnahme von der Regel und ist daher grundsätzlich 
strengen Anforderungen zu unterstellen, sollen der Schutz und die obligatorische 
versicherungsrechtliche Absicherung des Geschädigten nicht illusorisch werden. 
Voraussetzung für eine Entlastung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG ist ein 
betriebsfremdes Phänomen, das so sehr überwiegt, dass die Beteiligung des 
Halterfahrzeugs, also dessen Betriebsgefahr, nicht ins Gewicht fällt und deshalb 
als adäquate Ursache ausgeschaltet wird (vgl. Urteil Bundesgericht 4C.332/2002 
vom 8.7.2003, E. 3.3.). Der Haftungsgrund der Betriebsgefahr darf nur dann 
vollständig ausser Kraft gesetzt werden, wenn das Festhalten daran, mit einem 
ausgewogenen Schadensausgleichssystem schlechterdings nicht mehr vereinbar 
ist. Fällt persönliches Fehlverhalten des Geschädigten in Betracht, muss dieses 
qualifiziert abnorm sein. Betriebsgefahr und individuelles 
Geschädigtenverschulden stehen sich ambivalent gegenüber, weshalb denn die 

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konkrete Betriebsgefahr, die von einem schadensstiftenden Fahrzeug ausgeht, 
eine stets im Auge zu behaltene Rolle spielt. Je höher sie ist, desto gravierender 
muss das vom Geschädigten eingegangene Risiko sein, damit es als 
kausalunterbrechend eingestuft werden kann. Falls eine erhöhte Betriebsgefahr zu 
beachten ist, ist daher eine zusätzliche Schwere des Verschuldens des 
Geschädigten zu fordern, wenn der Halter vollständig entlastet werden will. Dabei 
ist im vorliegenden Zusammenhang von Interesse, dass beispielsweise beim 
Abschleppen eines anderen Fahrzeugs eine erhöhte Betriebsgefahr eines 
Fahrzeugs angenommen wird (Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht 
II/2, 4. A. Zürich 1989, § 25 N 356, 440; Schaffhauser/Zellweger, a.a.O., RN 1061-
1063, 1380). 

b. Angesichts des bedeutsamen Einflusses der Betriebsgefahr auf die 
Verschuldensprüfung unter Art. 59 Abs. 1 SVG ist vorneweg auf das 
Gefährdungspotential eines bei der Schneepistenpräparierung am Windenseil 
operierenden Pistenfahrzeugs näher einzugehen.

aa. Die Betriebsgefahr eines mit dem Pistenfahrzeug in Gewicht vergleichbaren 
Lasters, der sich voraussehbarer- und normalerweise auf einer ihm vorbehaltenen 
Strasse/Fahrbahn bewegt, ist erfahrungsgemäss hoch. Das ist der Grund, warum 
wir im Strassenverkehr eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung 
haben. Nimmt man die vorgenannte Gefahr als einen Normalfall der 
Fahrzeuggefahr, der den Menschen im Alltag des Strassenverkehrs üblicherweise 
vertraut sein dürfte, ist die abstrakte Betriebsgefahr einer Schneepistenmaschine 
im Vergleich dazu insofern erhöht, als das Pistenfahrzeug nicht an eine Fahrbahn 
gebunden ist. Das rund 12 Tonnen schwere, mit einem 4-500 PS-Motor bestückte 
Gefährt fährt zwar langsam, einem landwirtschaftlichen Traktor vergleichbar, kann 
sich jedoch frei in praktisch jedem Gelände bewegen, unerwartet auftauchen und 
beispielsweise an Ort und Stelle um 180° drehen. Ausserdem ist es mit 
hervorstehenden, zum Teil selbständig beweglichen Teilen, wie Schaufeln, 
Raupen, Pressen, Seilwindenkran und dergleichen bestückt. 

bb. Die zerstörerischen Kräfte, welche von einer Schneepistenmaschine 
ausgehen, die am Windenseil operiert, sind nun abermals merklich erhöht – und 
zwar in Qualität (Art, Wesen der Gefahr) und in ihrer Quantität (örtliche 
Ausdehnung der Gefahr). Man muss sich plastisch in einem Skigelände vorstellen, 
dass die Maschine an diesem Stahlseil "hängt" und sich auch lateral (rechtwinklig 
zur Geraden zwischen Maschine und Verankerungspunkt) bewegt. Das Seil 
zwischen dem Verankerungspunkt und der sich lateral bewegenden Maschine 

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beschreibt in der Grundprojektion idealtypisch ein Dreieck oder einen Kegel. In Tat 
und Wahrheit handelt sich jedoch um einen ungleichförmigen, sich verändernden 
Raum (3-dimensional), denn je nach Bewegung des Fahrzeugs und 
Geländetopographie zwischen ihm und der Verankerung kann sich das Seil im 
Verhältnis zum dazwischen liegenden Boden mehrere Meter heben oder bis zum 
Boden absenken. Die Distanz zwischen Verankerung und dem ungefähren 
Endpunkt der Maschine beim Seilbahnmasten Nr. 8 betrug hier beträchtliche 140 
m und die maximalen seitlichen Bewegungen der Maschine legten eine Distanz 
zurück, die ungefähr jener des Verbindungsweges von 70 m entsprach. Von der 
Idealfigur des gleichschenkligen Dreiecks mit der Verankerung als Scheitelpunkt 
ausgehend, ergäbe dies eine projizierte Fläche von rund 5'000 m2. Dieser ganze 
Bereich fällt nun – vergleichbar der Situation in der ein Fahrzeug von einem 
Zugfahrzeug mittels Stange oder Seil abgeschleppt wird – ebenso unter den 
maschinentechnischen Betrieb des Pistenfahrzeugs wie das Fahrzeug 
(Zugfahrzeug) selbst, denn Ursprung der Sondergefahr des sich bewegenden 
Stahlseils ist immer noch das sich durch motorische Kräfte bewegende Fahrzeug. 
Wie gesagt, handelt es sich nicht bloss um eine gefährdete Fläche, sondern um 
einen sich dynamisch verändernden Gefahrenraum. Die ganze Zone zwischen 
dem Verankerungspunkt und dem sich bewegenden Stahlseil wird zu einer 
ausgesprochenen Gefahrenzone. Ein Skifahrer, der mit einer bestimmten 
Geschwindigkeit in ein in entsprechender Höhe über dem Boden gespanntes 
Stahlseil fährt, riskiert enthauptet zu werden. Die Gefahr des als solches schwer 
erkennbaren Stahlseils ist indessen nicht statisch im Sinne eines blossen 
Hindernisses. Das Seil bewegt sich, und dies, wie das vorliegende Geschehen 
zeigt, unter Umständen sehr schnell, abrupt und in eine Richtung, die nicht ohne 
weiteres zu antizipieren ist. Auch Körper, die sich selbst nicht bewegen, sind somit 
akut gefährdet; das Seil droht, sie niederzumähen. Der technisch-mechanische 
Vorgang am langen Stahlseil erzeugt also eine Gefahr, die nicht nur in ihrer 
räumlichen Ausdehnung sondern auch in ihrer Eigenart wesentlich von jener 
abweicht, die von einem Pistenfahrzeug ohne Seil ausgeht. Sie ist für den 
Normalbürger, selbst für den fleissigen Skifahrer, eine äusserst ungewohnte 
Erscheinung mit schwer erkennbaren und fatalen Risiken. 

cc. Es ist erwiesen, dass der Geschädigte das graue Stahlwindenseil spät und 
für ihn überraschend erkannt hat. Zur Unfallzeit herrschte vor Ort unterschiedliche 
Bewölkung, mit zeitweiligem Sonnenschein, Nebelbänken und leichten 
Schneeschauern. Insbesondere bei diffusen Lichtverhältnissen ist das Seil nicht 
gut sichtbar (Fotoblatt, Aufnahmen Nrn. 4-7). Schon aus diesem Grund muss als 

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halterseitig zu verantwortender Mangel erscheinen, dass das Seil nicht mit 
Markern (rote Fähnchen oder dergl.) versehen war. In diesem Zusammenhang 
darf auf die den Gefahrensatz konkretisierenden Regeln des Strassenverkehrs 
hingewiesen werden, wonach ganz allgemein Verkehrshindernisse ausreichend 
kenntlich zu machen sind (Art. 4 Abs. 1 SVG) und im Besonderen, in der 
gefahrenmässig vergleichbaren Situation beim Schleppen eines Motorfahrzeugs 
mittels Seil (max. 8 m Länge) vorgeschrieben ist, das Seil in der Mitte auffällig zu 
kennzeichnen (Art. 72 Abs. 5 VRV). Der Zweck dieser Regeln besteht 
offensichtlich darin, Gefahren frühzeitig erkennbar zu machen. Aus der 
schadenswirksamen Unterlassung dieser Regeln wäre Verschulden abzuleiten.

dd. Die Betriebsgefahr ist letztlich nicht abstrakt zu bestimmen, sondern es ist 
zu berücksichtigen, ob und wenn ja in welchem Mass sie sich in der konkreten 
Situation ausgewirkt hat (Urteil 4A_479/2009 Bundesgericht vom 23.12.09, E. 7.1). 
Dass sich die besondere Betriebsgefahr des Stahlwindenseils ausgewirkt hat, ist 
offensichtlich, denn wäre die Rennpiste ohne Einsatz des Seils präpariert worden, 
wäre BC. nicht verletzt worden. Zu den vorstehend erwähnten Elementen treten 
weitere Gefahrenaspekte hinzu, die im vorliegenden Fall effektiv eine Rolle 
gespielt haben. Eine zusätzliche, für die Umwelt nicht ohne weiteres erkennbare 
Gefahr dieses Operationsmodus' liegt darin, dass sich das gespannte Seil von 
hoch oben unvermittelt herabsenkt oder je nach Manöver des hinter Kuppen 
hinunter fahrenden Pistenfahrzeugs in die Schneepiste eingräbt oder sonst wie im 
Boden verheddert, um sich dann bei Lateralbewegung des Fahrzeugs plötzlich zu 
lösen und mit grosser Wucht weg zu schnellen. Angesichts der Länge des Seils 
kann die Seilgefahr ferner bestehen, ohne dass die Gefährdeten überhaupt ein 
Pistenfahrzeug sehen oder hören, so wenn es, gegebenenfalls auch weit entfernt, 
hinter einer nicht einsehbaren Geländekuppe oder aufgebauten Hindernissen 
(Zaun, Vlies) operiert. Alle diese gefahrverschärfenden Phänomene sind im 
hiesigen Fall aufgetreten. Die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen dem 
ohnehin optisch schwer erkennbaren Stahlseil und der Zugmaschine kann dann 
für den im Umgang damit Unvertrauten und nicht Vorgewarnten buchstäblich 
unmöglich sein. Dazu tritt eine weitere Gefahr beziehungsweise eine Schwierigkeit 
bei der Einschätzung ihrer örtlichen Ausdehnung hinzu. Unter der Voraussetzung, 
dass man des Seils gewahr wird, genügt unter Umständen keineswegs, stehen zu 
bleiben und abzuwarten. Hat sich das Seil, an dem eine unsichtbare 12-Tonnen 
schwere Maschine "hängt", im Boden eingegraben, kann es bei entsprechender 
Lateralbewegung der Maschine in unvorhersehbarer Richtung wegschnellen und 
dabei eine beachtliche Amplitude entwickeln. BC. war nach seiner, keinerseits 

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angezweifelten Einschätzung, 5 m vom Seil weg, als es urplötzlich vom Boden 
seitlich weg- und hochschnellte. Ungeachtet dieser Distanz erwischte es ihn 
trotzdem. Die dramatischen Folgen für irgendwelche Körper und insbesondere für 
menschliche Körper in der Reichweite eines solchermassen peitschenden 
Stahlseils liegen auf der Hand. 

ee. Von jenen Personen im Bereich des Unfallgeschehens ist es der mit 18 
Dienstjahren als Pistenfahrer und Pistenchef der X. sehr erfahrene A., der die 
ausserordentlichen Gefahren des Manövrierens von 
Pistenpräparationsfahrzeugen am Windenseil ganz genau kennt. Seine 
kategorische, gegenüber B. und H. kundgegebene und in der Strafuntersuchung 
mehrmals bestätigte Auffassung, wenn ich dort am Seil arbeite, haben sich die 
ZS-Leute in ihren Tunnel zurückzuziehen, ist unmissverständlicher Ausdruck 
davon. Gemäss Aussagen A.s ist für das Operieren von Pistenmaschinen an der 
Seilwinde zwar weder ein Kurs zu besuchen noch eine Prüfung abzulegen. 
Dessen ungeachtet gibt es offenbar betriebsinterne Vorgaben zur Vermeidung von 
Unfällen. Auf eine ausgesprochen hohe abstrakte Betriebsgefahr lassen denn 
auch die von den X. für den normalen Pistenbetrieb tatsächlich geübten 
Vorsichtsmassnahmen schliessen. Das Windenseil ist für Menschen dermassen 
gefährlich, dass auf befahrenen Skipisten niemals damit gearbeitet werden darf. 
Nach den Aussagen A.s kommt das Seil daher in aller Regel tagsüber gar nicht 
zum Einsatz. Die Beschränkung auf den Nachteinsatz bei gänzlich geschlossenen 
Pisten geschieht offensichtlich im Bestreben nach der grösstmöglichen Sicherheit, 
dass keine Leute in der Nähe sind. Dass, von dieser Regel abweichend, die 
Rennpiste mit dem Windenseil an der WM tagsüber und bei grundsätzlich 
vorhandenem Verkehr von Schneesportlern präpariert wurde, war augenscheinlich 
eine durch die Anforderungen des sportlichen Grossanlasses an eine perfekte 
Pistenpräparierung bedingte Ausnahme. Wenn die Gefahr, aus der sportlichen 
Notwendigkeit der optimalen Pistenpräparierung für die WM heraus, dennoch 
tagsüber bei erheblichem Verkehrsaufkommen auf den Pisten und 
Nebengeländen heraufbeschwört werden musste, dann war dies nur zu 
verantworten, wenn ein der aussergewöhnlichen Situation angemessen erhöhtes 
und zum Schutz aller potentiell Gefährdeten ausnahmslos funktionierendes 
Sicherheits- und Warndispositiv bestand. Dass dies nicht der Fall war, wird zu 
zeigen sein.

ff. Will man der Rechtsauffassung folgen, dass bei der uneigentlichen 
Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs durch Selbstverschulden 
eine erhöhte Betriebsgefahr, die erkannt wurde, grundsätzlich ausser Betracht 

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falle (Stark, a.a.O., S. 172 ff., insbeso. S. 180), kommt dies vorliegend nicht zum 
Tragen, da die Besonderheit der Betriebsgefahr respektive ihre Erhöhung vom 
Geschädigten im entscheidenden Moment (schuldlos) nicht erkannt worden ist 
(ebenso Stark, a.a.O., S. 180 f.). Die diesbezügliche allgemeine 
Risikounterweisung der Amateur-Helfer während der WM war marginal; die 
meisten der vorgenannten Phänomene kamen gar nicht zur Sprache (vgl. dazu 
hinten Erwägung 5.4.a.) und BC. hat das Seil in den für eine Schadensvermeidung 
noch nützlichen Zeitpunkten tatsächlich nicht mit dem Pistenfahrzeug in 
Verbindung gebracht, wobei eine solche Zuordnung auch nicht auf der Hand lag 
(vgl. dazu hinten Erwägung 5.5).

5.4. Nach dem Gefahrensatz ist jener, der einen Zustand schafft, der einen 
anderen schädigen könnte, verpflichtet, die zur Vermeidung eines Schadens 
erforderlichen Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Es sind – ohne die 
vernünftigerweise erfüllbaren Verkehrssicherungspflichten zu überspannen – alle 
nach Art und Ausmass geeigneten und notwendigen Massnahmen zur 
Gefahrenabwehr vorzukehren. Wer also besondere Gefahren herauf beschwört, 
muss der Verwirklichung ihrer Risiken dementsprechend mit tauglichen 
Sondermassnahmen begegnen. Welches waren die Elemente zur Abwendung der 
Seilgefahr?

a. Zu Instruktion und Weisungen an die ZS-Leute über das Windenseil hat die 
Vorinstanz ausgeführt, es stehe fest, dass der Geschädigte, wie seine 
Zivilschutzkollegen, ausdrücklich auf die Gefahren im Zusammenhang mit der 
Präparierung durch die an Winden gesicherten Pistenmaschinen aufmerksam 
gemacht worden sei. So habe er eine entsprechende Weisung zu Dienstbeginn 
vom obersten Zivilschutzchef erhalten, wonach er nicht auf das Seil habe zugehen 
dürfen, da dies lebensgefährlich sei. Dies sei von den als Zeugen einver-
nommenen E., der während der Ski-WM 2003 Chef der Rennorganisation war, 
und dem Zivilschutzkollegen D. bestätigt worden. Gegenüber dem 
Untersuchungsrichter habe der Kläger zwar seine Aussage betreffend die 
Instruktion über die von der maschinellen Pistenpräparation ausgehende Gefahr 
dahingehend relativiert, er sei einzig instruiert worden, nicht in ein Pistenfahrzeug 
hinein zu fahren. Die Behauptung habe er jedoch gleich selber widerlegt, habe er 
doch in der gleichen Einvernahme ausgesagt, die Zivilschutzangehörigen seien 
instruiert worden, nicht in das Seil an der Pistenmaschine hinein zu fahren. 
Aufgrund dieser Aussage sei offensichtlich, dass im Rahmen der Instruktion die 
Präparation der Pisten mit an Winden gesicherten Pistenfahrzeugen und die 
davon ausgehende Gefahr zur Sprache gekommen seien. Im Übrigen habe der 

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Kläger in seiner Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 29. März 2004 ausdrücklich anerkannt, dass 
die Angehörigen des Zivilschutzes "mündlich auf die Gefahren, die beim 
Pistenpräparieren durch die Pistenmaschine mit dem Windeseil bestünden", 
hingewiesen worden seien. Demzufolge habe der Kläger genau gewusst, wie 
Pistenmaschinen mit Winden funktionieren würden. Zudem sei er instruiert 
worden, dass von deren Betrieb Lebensgefahr ausging und dass er nicht auf das 
Seil zugehen durfte.

aa. Das trifft den Kern der Sache nicht. Es genügte nicht, dass die Gefahr 
irgendwie zur Sprache kam. Von einem genauen Wissen der ZS-Leute wie 
Pistenmaschinen am Windenseil operieren und der davon ausgehenden 
besonderen Gefahren, ist man weit entfernt. Gemessen an ihren besonderen 
Ausprägungen (räumliche Ausdehnung, Bewegung, Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit 
von Seil und Maschine, Schadenspotential etc.) war die allgemeine "Instruktion" 
der ZS-Leute über die Seilarbeit und die Aufklärung über die von ihr ausgehenden 
speziellen Betriebsgefahren untauglich. Sie hatten eine schwache, theoretisch-
abstrakte Ahnung davon, ohne je vorher praktisch und aus der Nähe damit 
instruktiv und einprägsam konfrontiert worden zu sein. 

bb. Die "Instruktionen" an den Kläger erschöpften sich darin, dass es 
gefährlich/lebensgefährlich sei, in ein Pistenfahrzeug und in ein gespanntes 
Windenseil an einer Pistenmaschine hinein zu fahren. Das ist unbedarft. Man 
muss einem Fahrradfahrer auch nicht sagen, es sei gefährlich/lebensgefährlich 
aktiv in einen Lastwagen oder in ein Abschleppseil an diesem hinein zu fahren. 
Dazu braucht es keine spezielle Weisung oder Aufklärung, nur ein wenig 
gesunden Menschenverstand.

cc. B. kann sich als Zeuge nicht daran erinnern, im Rahmen der bei 
Dienstantritt erhaltenen Weisungen jemals darauf hingewiesen worden zu sein, 
dass (schon) der Aufenthalt in der Nähe von Pistenmaschinen, welche am Seil 
arbeiten gefährlich sei. Das ist insofern von Bedeutung, als neben A. just B. die 
Person gewesen wäre, welcher die Möglichkeit gegeben gewesen wäre, die 
Meldung über die spezifische Seilgefahr rechtzeitig an BC. weiter zu geben. Wenn 
im Sinne der Aussagen von BC. zu diesem Thema dennoch auch an B. ein kurzer 
Hinweis erfolgt sein sollte, war dieser jedenfalls nicht derart nachhaltig, dass er 
haften geblieben wäre. B. war dafür nicht sensibilisiert. Falls das Thema vom 
Veranstalter und Zivilschutzkadern überhaupt ernst genommen wurde, muss es 
sehr flüchtig abgehandelt worden sein.

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dd. Der einzige, der detailliert zur Frage der vorgängigen Instruktion und 
Aufklärung als Zeuge befragt wurde, ist der Zivilschutzangehörige D.. Er sagte 
aus: "Im Rahmen der ersten Instruktionen und nachdem die Gruppen eingeteilt 
worden seien, wurden wir darauf hingewiesen, dass es Posten gab und gibt, 
welche sich im Bereiche der am Seil arbeitenden Pistenmaschinen befinden. Wir 
wurden darauf hingewiesen, dass von diesen Maschinen und vom Seil eine 
Gefahr ausgeht. Es wurde uns dann aber gesagt, dass wir jeweils beim konkreten 
Posten im Detail über unsere Aufgaben und die damit zusammenhängenden 
Gefahren instruiert würden. Da mein Posten nicht einem solchen Gefahrenbereich 
lag, wurde unsere Gruppe nicht besonders unterwiesen." Eine solche spezielle 
Unterweisung für die Leute im Bereich der Tunnels 3 und 4 hat nie stattgefunden. 
Im Übrigen täuscht sich D. über den Gefahrenbereich; sein Arbeitsplatz lag beim 
Tunnel "Grosses Loch" und dort fuhr A. von rechts oben kommend bereits mit 
eingehängtem Seil vorbei. Ausserdem scheint es üblich gewesen zu sein, dass die 
ZS-Leute am oberen Eingang des Tunnels "Grosses Loch" nach ihrer Ablösung 
durch den Tunnel fuhren, um sich ins Verpflegungszentrum zu begeben. 
Dannzumal befanden sie sich bereits im potentiellen Gefahrenbereich des 
Stahlseils. Auch beim Kläger und dessen Gruppe am unteren Tunnel "Vereina" 
fand keine solche gefahren- und ortsspezifische Instruktion statt. 

ee. Die Zivilschutzleute erhielten für ihren aktuellen Einsatzort jeweils schriftlich 
eine Art Agenda und Aufgabenbeschrieb. In jenem für den Tunnel 4 "Vereina", 
den man BC. abgegeben hatte, steht weder ein allgemeiner Hinweis auf die 
Seilarbeit von Pistenmaschinen noch eine diesbezüglich spezielle Instruktion für 
den Einsatz des Seils an diesem Ort (act. 02.V.I.3.3). Er enthält keinerlei Hinweis 
darauf, dass der Zwischenbereich der Tunnels mit dem Windenseil von 
Pistenmaschinen bestrichen werden kann und was dies für ihre 
Dienstleistungsaufgabe gegenüber dem Publikum, geschweige denn für ihre 
eigene Sicherheit bedeutete.

ff. Eine Instruktion der Zivilschutzleute für ihren konkreten Arbeitsplatz im 
Zusammenhang mit der Seilpräparierung war somit inexistent. Der kurze 
pauschale Hinweis und die Vertröstung auf weitere Sicherheitsanweisungen an 
Ort und Stelle, die dann nicht erfolgten, stellte für völlig Unerfahrene, wie es das 
Gros der ZS-Leute gewesen sein dürfte, keine ausreichende Instruktion dar. Was 
offensichtlich fehlte, waren die Hinweise und nachhaltigen Warnungen:

▪ dass sich das Seil auf die Leute zu bewegen konnte – und dies schnell und 
unerwartet;

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▪ dass die Gefahr vorhanden sein konnte, ohne dass Gefährdete überhaupt 
eine Pistenmaschine sehen und/oder hören mussten;

▪ wo sich die Verankerungspunkte befanden;

▪ dass die laterale Bewegung der Pistenmaschine die ganzen grossen Raum 
zwischen Verankerungspunkt und ihrem Operationsbereich für alle 
Menschen zu einer schlichtweg verbotenen Zone werden liess;

▪ dass sich das Seil hoch über Grund aber auch am Boden bewegen und der 
Gefahrenbereich durch die Geländetopographie daher eine beträchtliche 
dreidimensionale Ausdehnung haben konnte 

▪ dass die Personen, die sich auch nur annähernd in der Reichweite 
befanden, in Deckung zu begeben hatten und sich dort erst wieder blicken 
lassen durften, nachdem Entwarnung gegeben war.

Das ist der "Stand der Technik", der für den Professional A. selbstverständlich 
war, den man aber den ZS-Leuten als Anfängern weder im Allgemeinen noch 
bezogen auf ihren konkreten Einsatzort hinreichend vor Augen geführt hat. Dass 
der Geschädigte ein einziges Mal – auf dem Sessellift von Ferne und bei 
Dunkelheit – ein Pistenfahrzeug mit Seil gesehen hatte, war Zufall. Gemessen an 
der organisationsseits bekannten Betriebsgefahr, welche für die ZS-Leute eine 
bislang nicht erlebte Sondergefahr darstellen musste, ist die tatsächlich erfolgte 
"Instruktion" als unangemessene Alibiübung zu bezeichnen. Dessen war sich auch 
der ZS-Gruppenleiter C., ohne den Unfall selbst beobachtet zu haben, sofort  
bewusst, wenn er ungenügende Kommunikation konstatierte und verlangte, der 
Zivilschutz müsse künftig "wissen um was es geht". Der Zivilschutz wusste nicht, 
worum es ging. Die Zivilschutzangehörigen waren über die spezifischen 
Seilgefahren und die adäquaten Verhaltensregeln nicht hinreichend aufgeklärt.

b. Aufgrund des Beweisergebnisses steht sodann fest, dass sämtliche am 
Unfallort präsenten Funktionäre – im Gegensatz zum Geschädigten vor der Aktion 
konkret wissend, dass mit dem Seil gearbeitet wurde und sich das Windenseil  
über den Verbindungsweg spannen würde – einen sträflich leichtfertigen Umgang 
mit der Sicherheit bei der Seilarbeit an den Tag legten und kein gutes Beispiel 
abgaben. Ein erheblicher Teil von ihnen gefährdete sich selbst. 

aa. Vom unteren Tunnelausgang "Grosses Loch" bergwärts schauend, befand 
sich die Seilverankerung weit oberhalb und weit rechts (act. 02.V.I.3.2, Fotoblatt, 

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Aufnahmen 3 und 6). Damit ist – unbesehen davon, ob nun A.s Maschine beim 
unteren Tunnelausgang ankommend, das Seil lose am Boden zog oder es bereits 
in der Luft gewesen sein sollte – erwiesen, dass teilweise über dem Tunnel 
"Grosses Loch" und sicher ab dem unteren Ausgang dieses Tunnels abwärts 
Gefahrenzone bestand. Nach der objektiv zutreffenden, das heisst 
gefahrenadäquaten Meinung von A. hatten sich alle Leute die sich beim unteren 
Ausgang des Tunnels "Grosses Loch" aufhielten, daher in diesen Tunnel hinein zu 
begeben. Es durfte sich niemand im Freien aufhalten. Entgegen der Meinung von 
B. genügte nicht, wenn sie sich "beim Ausgang des Tunnels" aufhielten, wobei 
sich B. tatsächlich einige Meter vor der Tunnelöffnung im Anschluss an eine kleine 
Senke aufgehalten haben muss (vgl. Fotoblatt, Aufnahme 6 und die darauf 
ersichtlichen ZS-Leute), hätte er doch sonst wegen der Topographie (Senke, S-
förmiger Streckenverlauf; act. 02.V.I.3.2, Fotoblatt, Aufnahmen 3 und 6) den Unfall 
gar nicht mitverfolgen können. Als A. B. mündlich an Ort und Stelle den Befehl 
gab, den Tunnel zu sperren und sich selbst in den Tunnel zu begeben, war der 
Zivilschutzmann H., der mit B. beim unteren Ausgang des Tunnels "Grosses Loch" 
den Dienst versah, zugegen. Der Befehl galt gleichsam für B. und H. sowie den 
später von oben hinzu tretenden D.. Zumindest B. und D. konnten den Unfall, 
beim Ausgang des Tunnels "Grosses Loch" stehend und die ganze Situation 
überschauend, live mitverfolgen, woraus zu schliessen ist, dass sie allesamt dem 
direkten Befehl von A. zuwiderhandelten. Im Tunnel drin hätten sie den Unfall 
nicht mitverfolgen können.

bb. Der Zivilschutzmann D., mit Einsatzort am oberen Eingang des Tunnels 
"Grosses Loch", war vor dem Ereignis abgelöst worden. Dass er sich dann durch 
den Tunnel zu B. am unteren Ausgang des Tunnels begab, war objektiv gegen 
den Befehl A.s, da zu jenem Zeitpunkt der Tunnel bereits gesperrt gewesen sein 
musste. Letzteres ist zwanglos daraus zu schliessen, dass D. aus dem Tunnel 
fahrend sogleich das Seil über BC. auf halber Strecke des Verbindungsweges (ca. 
35 Meter unterhalb des Tunnelausgangs "Grosses Loch" erblickte.

cc. Der namentlich unbekannte Zivildienstleistende, welcher D. am oberen 
Eingang des Tunnels "Grosses Loch" ablöste, verstiess gegen den über Funk 
erhaltenen Befehl von B., niemanden beziehungsweise keine Skifahrer mehr 
durch den Tunnel zu lassen. Keiner der Beteiligten wird sich ernsthaft darauf 
berufen können, die ZS-Leute und die X.-Pistenfunktionäre seien keine "Skifahrer" 
und es habe der Tunnelsperrbefehl für sie nicht gegolten. Zumindest auf der Seite 
des Zivilschutzes dürfte der lasche Umgang mit den Sicherheitsbestimmungen 
darauf zurück zu führen sein, dass diesen Leuten vorgängig eben keine plastische 

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Vorstellung von den Sondergefahren des Stahlseils vermittelt worden war. Der ZS-
Mann, der den Tunneleingang zu sperren hatte, liess nach dem Sperrbefehl zuerst 
seinen Kollegen D. und kurz darauf F., ein von den X. angestellter 
Pistenpatrouilleur, mit dem Rettungsschlitten den Tunnel passieren, womit die 
beiden in den Gefahrenbereich hinein fuhren. Dass sie aus dem Tunnel kommend 
nicht direkt ins Seil hinein fuhren, war Zufall, da es offenbar bereits weiter nach 
unten gewandert war. D. hatte möglicherweise zuvor nichts gewusst vom Seil, 
musste er doch durch den Tunnel fahrend an dessen Ausgang von seinen 
Kollegen aufgehalten werden. Aus den Aussagen B.s geht nirgends hervor, dass 
er gegenüber den Kollegen am oberen Eingang des zu sperrenden Tunnels das 
Windenseil erwähnt hat. Das Beweisverfahren ist insoweit schlüssig, als – neben 
dem Verunfallten – auch die ZS-Leute am oberen Eingang des Tunnels "Grosses 
Loch" nicht gewusst haben, aus welchem Grund der Tunnel gesperrt war, nämlich 
weil der Raum über dem Tunnel und ab seinem Ausgang abwärts vom 
Stahlwindenseil bestrichen wurde. Auch wenn sie selbst sich nicht im 
unmittelbaren Gefahrenbereich befunden haben sollten, war dies objektiv ein auf 
das mangelhafte Instruktions- und Kommunikationskonzept zurückzuführender 
Fehler. Entsprechendes Bewusstsein über die Gefährlichkeit und Kenntnis der 
konkreten Gefahrausübung durch das Stahlseil hätten sie dazu bewegen können, 
den Sperrbefehl als absolut für jedermann geltend zu nehmen und nur dies wäre 
der konkreten Gefahrensituation auf dem Verbindungsweg vom Tunnelausgang 
abwärts angemessen gewesen.

dd. Der Zivilschutzmann am oberen Eingang des Tunnels "Grosses Loch" hielt 
F. auf und verweigerte ihm zunächst die Durchfahrt. Unter dem Motto "Ich kann 
selbst auf mich aufpassen" widersetzte sich F. dem Befehl. Er setzte den 
Zivilschützer unter Druck, indem er seine grössere Erfahrung im Pistenbetrieb 
respektive eine nicht gegebene Autorität ausspielte, damit er befehlswidrig 
durchgelassen wurde. Selbst die erfahrenen Berufsleute des Renn- und 
Pistenbetriebes der X. pflegten demnach letztlich einen leichtfertigen Umgang mit 
der Sicherheit bei der Pistenpräparation durch Pistenfahrzeuge am Windenseil 
und waren kein Vorbild für die ZS-Leute.

ee. A. hielt sich in letzter Konsequenz nicht an seine eigene Devise und jene 
der X., wonach mit dem Windenseil nur gearbeitet werden durfte, wenn absolut 
sichergestellt war, dass sich keine Personen auch nur annähernd im 
Gefahrenbereich des Seils aufhielten. Darauf ist im Detail bei der Prüfung seines 
Verschuldens zurückzukommen.

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c. Der Inbegriff der gesamten in der Strassenverkehrsgesetzgebung 
niedergelegten Verkehrsregeln genügte vorliegend unbestrittenermassen nicht zur 
Abwendung der beschriebenen Sondergefahr auf einer Skipiste im Rahmen einer 
sportlichen Grossveranstaltung. Der Zivilschutz war im Verhältnis zum Publikum 
Hilfsperson der WM-Organisation zur Abwehr der von Pistenfahrzeugen und ihren 
Windenseilen ausgehenden Gefahren. Um diese Aufgabe wirksam und 
gefahrenadäquat zu erfüllen, musste er in jedem einzelnen Fall der konkreten 
Verwirklichung der Gefahr zum voraus wissen, dass, wo und wann sie auftrat. 
Ausgangspunkt dieses Wissens konnten nur Informationen sein, die von den für 
das Pistenfahrzeug Verantwortlichen als unmittelbare Gefahrenverursacher 
stammten. Dass die Quelle dergestalt sein musste, dass die Angehörigen des 
Zivilschutzes dabei ebenso vor der Gefahr geschützt waren wie alle anderen, ist 
selbstverständlich. Diese Informationsqualität musste auch dann gewährleistet 
bleiben, wenn Mittler (WM-Organisation: Funkzentrale, Rennleitung) auftraten.

aa.  Nicht nur entscheidendes sondern alleiniges Element für ein genügendes 
Wissen der ZS-Leute über Zeitpunkt und Ort der auftretenden Sondergefahr soll 
nach Auffassung der Vorinstanz und der Beklagten das auf Funk basierende und 
von der Funkzentrale gesteuerte Kommunikationsnetz gewesen sein. Fest steht, 
dass der Ausgangspunkt der konkreten Gefahrenmeldung für den 
Verbindungsweg zwischen den beiden Tunnels in jedem Fall nur bei A., der die 
Gefahr vor Ort heraufbeschwörte, liegen konnte und dass A. die ZS-Leute nicht 
direkt anfunken konnte. Er musste die betroffenen ZS-Leute demnach auf dem 
Umweg über die Funkzentrale oder direkt vor Ort im persönlichen Gespräch oder 
auf beiden Wegen orientieren.

bb. In Bezug auf die Frage, auf welche der drei Varianten (nur Funk, nur vor 
Ort, beides) das Warnkonzept beruhte, ist das Beweisergebnis insofern schlüssig, 
als der Funkverantwortliche G. keinen Zweifel daran liess, dass die von der 
Funkzentrale auf allen Kanälen abgesetzte Meldung der Pistenpräparierung die 
Zivilschützer auf dem Nebengelände des Verbindungsweges zwischen den beiden 
Tunnels gar nicht betraf. Die Funkzentrale sei nicht angewiesen worden, im Falle 
der Präparierung der Piste auch die sich auf den Nebenflächen befindlichen 
Funktionäre zu informieren oder diese gar speziell zu informieren. Das wird vom 
Zeugen B. insofern bestätigt, als er aussagte, sie seien sicher nie explizit von der 
Funkzentrale angefunkt worden. Falls das Warndispositiv dennoch vorgesehen 
haben sollte, dass die Verbreitung einer einzigen allgemeinen Warnmeldung der 
Funkzentrale für die ZS-Leute im Bereich der beiden Tunnels genügte, so war die 
Handhabung im konkreten Fall jedenfalls unangemessen. Die von A. frühzeitig um 

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ca. 11 Uhr abgesetzte Meldung beruhte auf dem Entscheid der Jury, die Piste 
während der Präparierung zu sperren und war nichts anderes als dessen 
Eröffnung an die Funkzentrale zwecks Weitergabe auf allen offenen Kanälen. Sie 
war allgemeiner Natur und bezog sich auf die (ganze) Rennpiste, jedoch nicht 
spezifisch auf ein Nebengelände. Gemäss Aussage des Funkverantwortlichen G. 
wurde sie denn auch zwingend von den drei Operateurinnen (je 1 für die Sektoren 
Sport, Logistik und Nebenkanäle) auf alle laufenden Funkkanäle weitergegeben. 
Die im Licht der konkreten Seilgefahr inhaltlich ungenügende Meldung erfolgte 
über 1 ½ Stunden vor dem Unfall. Obwohl die Präparierung der Piste mit 
Bestreichung des Verbindungsweges durch das Seil nur etwa eine halbe Stunde 
gedauert hat, wäre der Tunnel schon 1 h vorher gesperrt gewesen und die ZS-
Leute und Schneesportler hätten mit 1 ½ h unangemessen lange im Tunnel 
ausharren beziehungsweise davor warten müssen. Entgegen der Einschätzung 
der Vorinstanz ist bereits aus diesem Grund wenig nachvollziehbar, dass 
vorgesehen gewesen sein soll, dass die über die Funkzentrale verbreitete 
Meldung von 11 Uhr die einzige und entscheidende Warnmeldung vor dem Seil 
bleibe. B., D. und BC. hatten sie nicht sicher gehört oder schenkten ihr 
nachvollziehbar keine Beachtung, weil sie (nur) die Rennpiste als solche betraf. B. 
und alle im Bereich des unteren Ausgangs des Tunnels "Grosses Loch" wären 
jedenfalls – wie BC. – vom Seil vollkommen überrascht worden, wenn A. sie nicht 
vorher persönlich an Ort und Stelle instruiert hätte. Allein dies legt, entgegen der 
Beklagten und der Vorinstanz, zwingend nahe, dass das Informationskonzept 
nicht auf einer singulären, auf allen Funkkanälen verbreiteten Meldung der 
Funkzentrale über die Pistensperrung gebaut haben konnte – und dies 
unabhängig davon, ob in besagter Funkmeldung bereits von Seilpräparierung die 
Rede war oder nicht. 

cc. In der Strafuntersuchung wurde C. die Frage gestellt, ob er persönlich über 
Funk mitgehört habe, dass der Pistenmaschinenfahrer (A.) oder die Funkzentrale 
die Zivilschützer bei den Tunnels "Vereina" und "Grosses Loch" angewiesen 
haben in die Tunnels zu gehen und diese zu sperren, da jetzt die Piste präpariert 
werde. Das ist eine falsche Frage. Der Pistenmaschinenfahrer konnte zum einen 
nach dem Funkplan die Zivilschützer bei den Tunnels "Vereina" und "Grosses 
Loch" nicht direkt anfunken. Zum anderen war es nicht die Aufgabe der 
Funkzentrale solch konkrete Warnungen und Befehle an einzelne Teams des 
Zivilschutzes auszugeben. Das Beweisergebnis (Zeugenaussagen C. und 
insbesondere G.) legt vielmehr nahe, dass das Warndispositiv – stets mit Blick auf 
die Seilwindengefahr in Nebengeländen – entscheidend darauf beruhte, dass der 

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Störer die konkret Betroffenen ZS-Leute vor Ort und zeitnahe zum Vorgang 
speziell informierte. Erwiesene Tatsache ist denn auch, dass A., obwohl er mit 
bereits eingehängtem, vermutlich lose am Boden schleifendem Windeseil hätte 
vorbeifahren können, statt dessen am unteren Ausgang des Tunnels tatsächlich 
anhielt, die dort im Einsatz stehenden ZS-Leute von Angesicht zu Angesicht über 
sein Vorhaben orientierte und ihnen konkrete Befehle erteilte. Es ist ganz einfach: 
Die Vorsicht hat es erfordert, sonst hätte es A. nicht getan – umso mehr als er 
unter dem Druck einer zeitgerechten, die Gunst der gebesserten Wetterlage 
nutzenden Pistenpräparierung stand. Zwischen A. und B. bestand ein 
Kommunikations- beziehungsweise Verständigungsproblem. Es gab offensichtlich 
keine Vorgaben der Rennleitung wie die konkreten Warnmeldungen und Befehle 
an die Empfänger im Zusammenhang mit der Seilpräparierung zu lauten hatten. 
Das blieb dem zur Meldung Verpflichteten überlassen. Welchem Kreis die 
Warnmeldungen und auf welche Weise weiter zu verbreiten waren, dafür gab es 
ebenfalls keine Vorgaben. B. wusste nicht genau, was die Instruktionen und der 
Tunnelsperrbefehl von A. für den Verbindungsweg bedeuteten und als 
Konsequenz dieses objektiven Mangels, wem er den Befehl beziehungsweise die 
Gefahrenmeldung (Rückzug in den Tunnel) weiterleiten musste (BC.). B.s 
Instruktion durch A. war unvollständig beziehungsweise zu ungenau. Falls er ihm 
tatsächlich wörtlich bedeutet hat, dass "alle dort Arbeitenden" sich in den Tunnel 
zu begeben hatten, stellten sich die Fragen, was "dort" hiess und wer zu "alle" 
gehörte. A. traf in Bezug auf die Kommunikationslinie sodann angeblich eine 
Annahme (B. wird BC. warnen/in den Tunnel schicken), von der er nicht mit 
Sicherheit wusste, dass sie zutraf (zur verschuldensmässigen Qualifikation dieser 
Feststellungen vgl. nachstehende Erwägung Ziff. 6.3.b.cc).

dd. Nachdem ihm der Hergang aufgrund der Aussagen B. und D. von der 
Polizei geschildert worden war, zog C. aus dem Unfall das Fazit, "ich möchte dass 
künftig die Kommunikation zwischen dem ZS und dem OK besser funktioniert, 
damit solche Vorfälle nicht mehr passieren und wir wissen, um was es geht". 
Quintessenz dieses Eingeständnisses ist, dass kausale Mitursachen waren, dass 
die Kommunikation nicht [bis in die unterste Ebene] funktionierte und der ZS nicht 
wusste, worum es ging. Von Kommunikationskonzept zu sprechen, scheint in der 
Tat hoch gegriffen. Die Befehlslinien waren alles andere als klar und der Zufall 
spielte eine [zu] grosse Rolle. C. stand als Gruppenchef 27 Leuten vor und hatte 
mit diesen für die Sicherung der Unterführungen unter den Rennpisten besorgt zu 
sein. C. kennt das Kommunikationskonzept/Warnsystem nicht. In der 
Strafuntersuchung gegen A. konnte er nicht einmal die Frage, wie der Zivilschutz 

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darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass die Piste gesperrt werden musste, damit 
sie maschinell präpariert werden konnte, beantworten. Es ist klar zu stellen, dass 
dem ZS-Gruppenchef dabei die falsche Frage gestellt wurde. Von Interesse ist 
nicht, von wem die ZS-Leute die allgemeine Meldung erhielten, dass die 
Rennpiste gesperrt wurde, damit sie maschinell präpariert werden konnte (diese 
Meldung der Funkzentrale ging nachweislich über den Äther), sondern von wem, 
an wen und auf welchem Weg der Befehl zur Sperrung von Nebengeländen wie 
des Verbindungsweges zwischen Tunnels zwecks Pistenpräparierung am 
Windenseil hätte erfolgen müssen, was dabei Sperrung bedeutete respektive wie 
sich die Zivilschutzleute zu verhalten hatten. C. weiss nicht, ob das direkt vom 
Fahrer der Maschine (Verursacher der Gefahr) auf den ZS-Kanal gefunkt wurde 
(was nach dem Funkdispositiv nicht möglich war), oder ob die Meldung über die 
Funkzentrale an ihn oder an seine Leute hätte erfolgen müssen. Ein vordefinierter 
"Dienstweg" musste bei Meldungen nicht eingehalten werden. In Bezug auf 
Anweisungen betreffend Sperrung beziehungsweise Freihaltung gewisser Räume 
vermutet C. – der natürlichen Vernunft folgend – bloss, dass sie den 
Anweisungsempfängern jeweils vor Ort, also vom unmittelbaren 
Gefahrenverursacher zu geben waren. Er räumte vorbehaltlos ein, es sei nicht 
geregelt gewesen, auf welchem Weg solche Anweisungen zu jenen Leuten 
gelangten, die sie letztlich umzusetzen hatten. Die Linie als wichtiges Merkmal 
verbindlicher Kommunikation (Befehle) war also nicht klar festgelegt. Sie fehlte 
nicht nur im konkreten Fall, sondern war systematisch undefiniert. Das 
Kommunikations- und Informationskonzept zwischen den Zivilschutz und den 
anderen Gruppen und unter den Zivilschutzangehörigen war entweder in seiner 
Anlage untauglich oder hat im konkreten Anwendungsfall versagt; welches von 
beidem zutrifft, ist aus der Optik des Geschädigten nicht von Interesse.

5.5.a. Zum eigentlichen Hergang des Unfalls und dem Bewusstsein von 
BC., was A. tun werde, hat die Vorinstanz ausgeführt, der Kläger habe von der 
maschinellen Präparation der Piste gewusst. So habe er ausdrücklich anerkannt, 
aus dem Gespräch zwischen dem Fahrer des Pistenfahrzeuges (A.) und einem 
Zivilschutzkollegen (B.) mitbekommen zu haben, dass das Pistenfahrzeug fünf bis 
sechs Mal die Piste hinauf und hinunter fahren würde. Zum anderen sei ihm auch 
bekannt gewesen, wie die Präparation mit an Winden gesicherten 
Pistenmaschinen funktionieren würde. So habe er am Morgen früh oder bei Nacht 
vom Sessellift aus beobachtet, wie solche Gefährte mit Seil die Pisten 
präparierten. 

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Damit wird unterstellt, dass 1. Die Präparierung der Rennpiste immer und überall 
am Seil erfolge und der Kläger 2. gewusst habe, dass die Pistenpräparierung 
durch A. in jenem Moment am Seil erfolgen würde. Beides ist unhaltbar. 
Zutreffend ist vielmehr, dass er bis zum Zeitpunkt des Blicks über das 
niedergedrückte Vlies, und damit Sekunden bevor er vom Seil erfasst wurde, nicht 
wusste und er auch nicht hätte wissen müssen, dass das Windenseil einer 
Pistenmaschine im Spiel war. Aus dem Umstand, dass er zufällig mitbekam, dass 
A. "nun 5-6 Mal die Piste rauf und runter fahren würde" kann nichts gegen den 
Geschädigten im Sinne eines groben Selbstverschuldens abgeleitet werden. 
Gemäss der 2. Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
20. Oktober 2005 (S. 4 unten) soll BC. auf seine Funkanfrage an B. von diesem 
zur Antwort erhalten haben, dass die Maschine am Seil die Piste präparieren 
werde und alles gesperrt sei. Das ist eine aktenwidrige Sachverhaltsfeststellung. 
Wahr ist, dass B. weder von der Polizei noch vom Untersuchungsrichter dazu 
befragt wurde oder von sich aus eine Aussage dazu machte (act. 02.V.I.3.7/3.19) 
und BC. dazu aussagte "…sagte mir der Mann von Gamma 6 [B.], dass sie keine 
Skifahrer und anderen Verkehr durchlassen, es werde alles gesperrt" und "…dass 
keine Ski- und Snowboardfahrer von oben mehr durchgelassen werden. Weitere 
Informationen habe ich nicht erhalten bzw. habe ich nicht mitbekommen" (act. 
02.V.I.3.9). Von Seil ist nirgends die Rede. Es wurde ihm nichts davon gesagt, er 
hat aus der Ferne tatsächlich nichts vom Seil mitbekommen und er konnte das 
eingehängte Seil in jenem Moment, als A. die ZS-Leute beim unteren Ausgang 
des Tunnels "Grosses Loch" instruierte, nicht sehen, da es lose am Boden lag.

b. Das Bezirksgericht ist wertend zum Schluss gelangt, BC. hätte die vom Seil 
ausgehende Gefahr selbst dann erkennen müssen, wenn er von der maschinellen 
Pistenpräparation und dem Einsatz des Windenseils nicht gewusst hätte. Denn er 
habe selber beobachtet, wie das Seil die Zaunpfosten bis an den Boden gedrückt 
habe und es sehr stark gespannt gewesen sei. Unter diesen Umständen habe er 
gleichzeitig erkennen müssen, dass das Seil einzig vom Pistenfahrzeug von A. 
stammen konnte, zumal er kurz zuvor gesehen habe, wie dieses die Damenpiste 
hinuntergefahren sei.

aa. Nach dem Grundgedanken der Vorschrift von Art. 44 OR muss der 
Geschädigte den Schaden selbst tragen, soweit er ihn selbstverantwortlich 
mitverursacht hat (Urteil Bundesgericht 4C.225/2003 vom 24.02.2004, E. 5). Dabei 
handelt es sich um einen allgemeinen Rechtsgrundsatz des privaten 
Haftungsrechts (BGE 130 III 182 E. 5.5.1 S. 189). Das Selbstverschulden des 

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Geschädigten wird prinzipiell nach den gleichen Regeln beurteilt wie das 
Verschulden des Schädigers. Im Unterschied dazu ist die Widerrechtlichkeit der 
Mitverursachung aber nicht Voraussetzung der Erheblichkeit des 
Selbstverschuldens. Im Allgemeinen wird der Geschädigte durch das Mitwirken an 
der Schadensverursachung denn auch nicht rechtswidrig handeln und sich sein 
Verhalten in einer - grundsätzlich erlaubten - Selbstschädigung erschöpfen. Es 
muss ihm vorgehalten werden können, dass er die in seinem eigenen Interesse 
aufzuwendende Sorgfalt nicht beachtet, dass er nicht genügend Sorgfalt und 
Umsicht zu seinem eigenen Schutz aufgewendet hat. Vorwerfbar ist ihm dieses 
Verhalten allerdings nur, wenn er die Möglichkeit einer Schädigung voraussehen 
kann oder könnte und sein Verhalten dieser Voraussicht nicht anpasst (Urteil 
Bundesgericht 4C.225/2003 vom 24.02. 2004, E. 5.1 mit Hinweisen). Individuelle 
Schuldzuweisung setzt Handlungs- respektive Unterlassungsbewusstsein voraus. 
Wo das Gesetz Schuld und Tadel zur Voraussetzung und zum Massstab für 
rechtliche Verantwortung nimmt, kann sich solche Verantwortung nur als 
Konsequenz von Willensfreiheit einstellen. Freie Willensbildung und 
Willensbetätigung setzen entsprechendes Bewusstsein voraus. Die Zielperson 
muss im entsprechenden Moment wissen oder wenigstens erkennen können, was 
von ihr als Normverhalten erwartet wird. Ohne diesen intellektuellen Zustand fehlt 
jeglichem Tadel der Nährboden. 

bb. Wenn BC. in der polizeilichen Einvernahme im Spital sagte, das 
Windenseil, welches er plötzlich mannhoch über sich erblickt habe, habe "offenbar 
zu diesem Pistenfahrzeug gehört", ist Letzteres eine spätere Erkenntnis, die der 
Aussagende im Moment des Erblickens des Seils offensichtlich nicht hatte. Kein 
Befragter hat eine entsprechend bejahende Einschätzung des Bewusstseins von 
BC. zum Besten gegeben. D. sagte aus, BC. habe die Gefahr nicht erkannt (act. 
02.V.I.3.18). BC. selbst machte in mehreren anderen Aussagen klar, dass er 
erstmals beim Erblicken des Pistenfahrzeugs durch den niedergedrückten Zaun 
gedanklich einen Zusammenhang zwischen diesem und dem Seil hergestellt 
hatte. 

cc. Für das konkrete Wissen des Klägers um die Seilgefahr in der Nebenzone 
des Verbindungsweges zwischen den Tunnels, beruft sich die Beklagte auf die 
Aussage des Zivilschutzangehörigen D., "Ich bestätige nochmals, wenn Pisten-
fahrzeuge am Seil die Piste präparierten, wurde das jeweils vom Pistenfahrer an 
die Funkzentrale und von dort an die jeweils betroffenen Posten weitergeleitet." 
Damit will behauptet werden, BC. habe ab 11 Uhr gewusst, dass es zu einer 
Bestreichung des Zwischenbereichs des Verbindungsweges zwischen den 

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Tunnels mit einem Windenseil kommen würde. Die Argumentation baut auf 
unbewiesenen Fakten auf. Die Aussage von D. formuliert eine Regel; er sagte 
indessen nicht aus, sie sei im Fall des hier zur Debatte stehenden Ereignisses 
eingehalten worden. Aus dem übrigen Beweisergebnis ergibt sich zweifelsfrei, 
dass die Regel in dem zur Debatte stehenden Ereignis zum einen nicht 
eingehalten worden war. Zum anderen erweist sich die in D.s Aussage formulierte 
Regel angesichts des Funkkonzepts inhaltlich als falsch. Die Funkzentrale hat die 
ZS-Leute im Bereich des offenen Zwischenstücks zwischen den Tunnels nicht 
über eine Seilpräparierung orientiert; das war gar nicht ihre Aufgabe. Die 
Funkzentrale hat nie bestimmte Personen oder einzelne Posten mit Meldungen 
bedient, sondern nur ganze Funkkanäle. Wenn also die Funkzentrale eine 
Meldung auf den ZS-Kanal "Gamma" schickte, richtete sie sich nicht spezifisch "an 
die jeweils betroffenen Posten", was vom Zeugen B. mit Sicherheit bestätigt wird 
(act. 02.V.I.3.19, S. 2 unten). A. hat seine Befehle (Tunnelsperrung, Rückzug in 
den Tunnel) vor Ort nur B. gegeben und B. hat BC. nicht orientiert. Gemäss 
Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 20. Oktober 2005 
(act. 02.V.I.1.25, S. 3 unten) soll BC., nachdem A. den Zivilschützern am unteren 
Ausgang des Tunnels "Grosses Loch" seine Weisungen erteilt habe, (von sich 
aus) mitbekommen haben, dass der Zugang zum oberen Tunnel und der 
Verbindungsweg für sämtlichen Verkehr gesperrt worden seien. Das ist 
unzutreffend. Er erfuhr erst etwas später davon und nur weil er sich bei B. per 
Funk erkundigte, was anstehe. 

dd. Für die These, dass BC. allein durch den Funkspruch der Funkzentrale 
genügend vorgewarnt gewesen sei, stützt sich die Vorinstanz sodann auf die 
Aussage von E.. Als Chef der Rennorganisation in der Defensive, sagte er 7 
Monate nach dem Unfall auf entsprechende Suggestivfrage hin aus, er sei damals 
auf der Piste unterwegs gewesen und habe auf dem Pistenkanal gehört, dass die 
Leute im Bereich der Tunnels "Vereina" und "Grosses Loch" angewiesen worden 
seien, sich in den Tunnels in Sicherheit zu bringen und die Tunnels zu sperren, da 
nun die Pisten präpariert würden. Er habe persönlich gehört wie A. die Meldung 
abgesetzt habe, dass die Piste im Bereich der beiden Tunnels präpariert werde 
und dass die Leute sich nicht im gefährdeten Bereich aufhalten dürften (act. 
02.V.I.3.15). Diese Aussagen sind zumindest in dieser Wortwahl aus mehreren 
Überlegungen unglaubhaft respektive irrelevant. Die Präparierung der Rennpiste 
per se bedingte nicht die Tunnelsperrung. Allenfalls ist das Gegenteil 
anzunehmen, denn wenn der normale Schneesportlerverkehr die Skipiste nicht 
mehr benützen konnte, musste er über das Nebengelände. Die Aussage E. ist im 

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vorliegenden Zusammenhang des Weiteren insofern wenig hilfreich, als die Leute 
im Bereich der Tunnels "Vereina" und "Grosses Loch" gar nicht über den 
Pistenkanal angewiesen werden konnten. Gemäss der in sich und mit dem 
übrigen Beweisergebnis stringenten Aussage G. kommunizierten auf dem 
Pistenkanal die Pistenfahrzeuge und die Personen, welche auf der Piste 
arbeiteten, untereinander. Dazu gehörten die ZS-Leute auf dem Verbindungsweg 
nicht. Sie konnten gemäss dem Funkplan den Funkverkehr auf dem "Pistenkanal" 
nicht hören, sondern nur jene Meldungen davon, welche die Funkzentrale auf 
allen offenen Kanälen weitergab. Damit deckt sich die Aussage E. insofern, als er 
aussagte, der Chef der Pistenpräparierung habe "über den Kanal der Rennleitung 
beziehungsweise der Funkzentrale mit den anderen Arbeitenden auf der Piste 
kommuniziert". Die Funkzentrale hatte sodann nicht die Aufgabe, Leute auf 
Nebengeländen und schon gar nicht Teams an bestimmten Orten speziell zu 
informieren. Die Funkmeldung, mit dem von E. geschilderten Inhalt, wurde denn 
auch von keinem der befragten Leute sicher gehört (D., act. 02.V.I.3.6/3.18; B., 
act. 02.V.I.3.7/3.19; BC., act. 02.V.I.3.9/3.17; C., act. 02.V.I.3.16; F. act. 
02.V.I.3.11) und den gesamten Zeugenaussagen ist nicht zu entnehmen, dass A. 
über Funk 2 Meldungen veranlasst hat, die als Warnmeldung an die ZS-Leute im 
Bereich der Tunnels in Frage kommen. E. will mehr gehört haben, als A. gemeldet 
hat. A. hat nie  über Funk, weder direkt noch indirekt über die Funkzentrale, 
spezifisch den ZS-Leuten im Bereich der Tunnels die Tunnelsperrung und den 
Rückzug in den Tunnel befohlen. Er hat dazu ausgesagt: "Danach gab ich über 
Funk der Funkzentrale der Rennorganisation durch, dass die ganze 
Damenstrecke ab 12.00 Uhr gesperrt sei und "Bevor wir mit der Präparierung der 
Piste anfingen, meldete ich das der Funkzentrale". Als Angeschuldigter 
einvernommen, sagte er zu seinen Gunsten später aus "Meine Anweisung an die 
Funkzentrale lautete lediglich, Achtung die Piste wird präpariert und zwar mit 
Windenseil, alles sperren!" (act. 02.V.I.3.10/3.14). Selbst wenn es wahr sein sollte, 
dass er bereits bei der Meldung von 11 Uhr das Wort "Windenseil" und "alles 
sperren" in den Mund genommen hat, von Tunnel "Vereina", "Grosses Loch" und 
vor allem, dass sich die Zivilschutzleute im Zwischenbereich der Tunnels "Grosses 
Loch" und "Vereina" in ihren Tunnels in Sicherheit zu bringen hätten, ist selbst in 
dieser Aussage, die A. als Angeschuldigter zu seinen Gunsten 7 Monate nach 
dem Unfall gemacht hat, nicht die Rede. Abgesetzt hat er ca. um 11 h die 
allgemeine Meldung, welche nur die Rennpiste als solche betraf (G.). Dass bereits 
in dieser Meldung von 11 h von "und zwar mit Windenseil" die Rede gewesen sein 
soll, ist aus mehreren Gründen höchst unglaubhaft. Es wurde nicht die ganze 
Damenabfahrtsstrecke am Windenseil präpariert, die betroffenen Sektoren wurden 

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nicht genannt, die Meldung erfolgte über 1 ½ h vor dem Unfall und A. sagte 
eigener Darstellung zufolge über Funk nicht, dass sich die ZS-Leute in die Tunnels 
zurückziehen sollten, was damit in Einklang steht, dass die Pistenpräparierung per 
se dazu noch gar keinen Anlass bot. A. widerspricht in seiner Aussage jener von 
E. auch direkt, wenn er deponierte: "Unsere Zentrale gab an alle über Funk durch, 
dass die Damenpiste inkl. Tunnel für jeglichen Verkehr gesperrt sei. Ich hielt das 
für genügend". Von einer Anweisung der ZS-Leute über die Pistenpräparation am 
Windenseil und dass sie sich in ihren Tunnels in Deckung zu begeben hatten, 
spricht er nicht. Das ist vielmehr eine Wunschvorstellung des Rennleiters, deren 
tatsächliche Umsetzung beim hiesigen Ereignis sich nicht beweisen lässt. Eine 
zweite Meldung von A. an die Funkzentrale und von dieser an die ZS-Leute wurde 
nicht abgesetzt und mit dem ZS-Kanal "Gamma" konnte A. nicht direkt 
Funkkontakt aufnehmen.

c. Die weitere, im Sinne eines schwerwiegenden Schuldvorhalts gemachte 
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz, der Kläger habe sich zu Beginn der 
Pistenpräparierung beim oberen Eingang zum Tunnel "Vereina" an "einem 
sicheren Standort befunden" und gestützt darauf die implizite Erwägung, er hätte 
sich von dort nicht fortbewegen dürfen, erweisen sich als willkürlich. Beides beruht 
auf qualifiziert falscher Sachverhaltsfeststellung. Feststellung und Folgerung sind 
nach dem Beweisergebnis sachlich unhaltbar (aa.), stehen in Widerspruch zu 
anderen (zutreffenden) Feststellungen und Erwägungen der Vorinstanz (bb.) und 
sind obendrein unter dem A