# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c0fa864-da7b-56f3-8743-1b74ae4f475b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2015 A-3765/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3765-2015_2015-09-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-3765/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richter Michael Beusch,  

Richter Pascal Mollard,    

Gerichtsschreiber Beat König. 
 

 
 

Parteien 
 Y._______ AG, …, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidg. Steuerverwaltung ESTV,  

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI,  

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA-NL). 

 

 

 

A-3765/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 13. Juni 2013 reichte der Belastingdienst der Niederlande (nach-

folgend: BD) gestützt auf das Abkommen vom 26. Februar 2010 zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Nieder-

lande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steu-

ern vom Einkommen (SR 0.672.963.61; nachfolgend: DBA-NL) bei der 

Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) ein Amtshilfe-

gesuch ein. Im Gesuch ist die Y._______ AG mit Sitz in […] als "beteiligte 

Rechtsperson in der Schweiz" aufgeführt. Als "beteiligte Person in den 

Niederlanden" wird darin A._______ bezeichnet. 

Der BD führt zur Begründung des Amtshilfebegehrens aus, die niederlän-

dische Steuerbehörde habe eine Steuerprüfung bezüglich der E._______ 

BV und ihrer Tochtergesellschaften F._______ BV, G._______ BV, 

H._______ BV und I._______ BV eingeleitet. B._______, der Sohn von 

A._______, sei Geschäftsführer der E._______ BV. Früher sei A._______ 

Geschäftsführer dieser Gesellschaft gewesen. Der BD vermute, dass 

A._______ Aktionär der Y._______ AG und ultimate beneficial owner sei. 

Obschon die niederländische Steuerbehörden die Herren [A._______ und 

B._______] sowie die E._______ BV befragt und Prüfungen bei nieder-

ländischen Banken eingeleitet hätten, sei unklar geblieben, wer der ulti-

mate beneficial owner dieser niederländischen Gesellschaft sei. Durch 

Verschleierung des ultimate beneficial owner werde möglicherweise die 

niederländische Steuererhebung behindert, weshalb der BD zwecks einer 

richtigen Erhebung der Einkommenssteuer des Jahres 2012 darum bitte, 

ihm im Zusammenhang mit dem dargestellten Sachverhalt Informationen 

zu übermitteln.  

A.b Der BD ersucht konkret um Informationen "für das gesamte Jahr 

2012". Die dazu im Gesuch enthaltene Liste enthält insbesondere folgen-

de Fragen und Ersuchen um Zustellung von Unterlagen:  

"1.  Wer ist oder sind der/die Aktionär(e) der Y._______ AG am 1. Janu-

ar 2012 und am 1. Januar 2013? Ich möchte gerne den/die vollstän-

dige(n) Name(n) und Adresse(n) erhalten. 

2.  Haben im zwischenliegenden Zeitraum oder nach dem 1. Januar 

2013 Änderungen stattgefunden? Wenn ja, welche? 

A-3765/2015 

Seite 3 

3.  Wer ist oder sind der/die Ultimate Beneficial Owner(s) der Y._______ 

AG am 1. Januar 2012 und am 1. Januar 2013? Ich möchte gerne 

den/die vollständige(n) Name(n) und Adresse(n) erhalten. 

4.  Haben im zwischenliegenden Zeitraum oder nach dem 1. Januar 

2013 Änderungen stattgefunden? Wenn ja, welche? 

5.  Hat Y._______ AG eine Steueranmeldung für das Jahr 2012 einge-

reicht? Wenn ja, dann möchte ich gerne eine Ablichtung erhalten. 

6.  Hat Y._______ AG im Jahr 2012 Dividende an ihre Aktionäre be-

zahlt? Wenn ja, wie viel und an wen? 

[…] 

13. Sind Y._______ AG und/oder […] Inhaberin von einer oder mehreren 

Immobilien in der Schweiz? Wenn ja, um welche Immobilie(n) han-

delt es sich? 

[…] 

16. Haben Y._______ AG und/oder […] ein Bankkonto oder mehrere 

Bankkonten in der Schweiz? Wenn ja, welche? Ich möchte gerne 

Übersichten der Kontobewegungen bezüglich des Zeitraums 

1. Januar 2012 bis einschl. 31. Dezember 2012 erhalten." 

Der BD versicherte in einem Begleitschreiben zum Amtshilfeersuchen, 

dass sämtliche zur Beschaffung der verlangten Informationen verfügba-

ren Ermittlungsmöglichkeiten im ersuchenden Staat ausgeschöpft worden 

seien und der BD in vergleichbaren Fällen in der Lage sei, entsprechende 

Informationen zu beschaffen.  

A.c Mit Schreiben vom 23. August 2013 ergänzte der BD Frage 6 seines 

Amtshilfebegehrens vom 13. Juni 2013 dahingehend, dass nicht nur um 

Übermittlung von Angaben zu Dividenden, sondern auch um Informatio-

nen zu Löhnen und/oder ähnlichen, an die Aktionäre der Y._______ AG 

bzw. an die betroffene Person im Jahr 2012 bezahlten Leistungen ersucht 

wird. Ferner bat der BD die ESTV insbesondere, im Falle "eines Nach-

weises des 'ultimate beneficial owner', jedoch nicht der Identifizierung 

dessen", die im ursprünglichen Ersuchen gestellten Fragen 1-13 "auch 

den Folgegesellschaften in der Schweiz zu stellen, bis der 'ultimate be-

neficial owner' identifiziert werden kann." 

A-3765/2015 

Seite 4 

B.  

Aufgrund des Ersuchens des BD forderte die ESTV mittels Editionsverfü-

gungen vom 4. Juli, 8. Juli, 13. September, 17. September, 2. Oktober 

und 4. Oktober 2013 sowie 5. Mai 2014 unter anderem die Y._______ AG 

auf, verschiedene Unterlagen einzureichen und Informationen zu übermit-

teln. Die Beteiligten kamen diesen Aufforderungen nach.  

C.  

Mit Notifikation vom 2. Oktober 2013 und ergänzender Notifikation vom 

4. Mai 2015 setzte die ESTV die Y._______ AG darüber in Kenntnis, wel-

che Informationen über diese Gesellschaft sie dem BD zu übermitteln be-

absichtige. Zugleich gab sie ihr Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. 

Ferner gewährte die ESTV der Y._______ AG (auf ein Ersuchen vom 

20. September 2013 hin) mit Schreiben vom 3. Oktober 2013 Aktenein-

sicht.  

D.  

Am 15. Mai 2015 erliess die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) eine 

Schlussverfügung gegenüber der Y._______ AG. Danach leistet die 

ESTV dem BD Amtshilfe "betreffend A._______" (Dispositiv-Ziff. 1 der 

Schlussverfügung). Nach Dispositiv-Ziff. 2 der Schlussverfügung übermit-

telt die ESTV dem BD folgende Informationen:  

"a.  Wer ist oder sind der/die Aktionäre der Y._______ AG am 1. Januar 

2012 und am 1. Januar 2013? Ich möchte gerne die vollständigen 

Namen und Adressen erhalten. 

(… Antwort auf Frage a…) 

b.  Haben im zwischenliegenden Zeitraum oder nach dem 1. Januar 

2013 Änderungen stattgefunden? Wenn ja, welche? 

(… Antwort auf Frage b…) 

c.  Wer ist oder sind die Ultimate Beneficial Owner der Y._______ AG 

am 1. Januar 2010 (recte: 2012) und am 1. Januar 2013? Ich möchte 

gerne die vollständigen Namen und Adressen erhalten. 

(… Antwort auf Frage c…) 

d.  Haben im zwischenliegenden Zeitraum oder nach dem 1. Januar 

2013 Änderungen stattgefunden? Wenn ja, welche? 

(… Antwort auf Frage d…) 

A-3765/2015 

Seite 5 

e.  Hat Y._______ AG eine Steueranmeldung für das Jahr 2013 (rec-

te: 2012) eingereicht? Wenn ja, dann möchte ich gerne eine Ablich-

tung erhalten. 

(… Antwort auf Frage e…) 

f.  Hat Y._______ AG im Jahre 2013 (recte: 2012) Dividenden an ihre 

Aktionäre bezahlt? Wenn ja, wie viel und an wen? 

(… Antwort auf Frage f…) 

g. […] 

h.  [...] 

i.  [...] 

j.  […] 

k.  […] 

l.  [...] 

m.  Ist [...] oder Y._______ AG Inhaberin von einer oder mehreren Im-

mobilien in der Schweiz? Wenn ja, um welche Immobilien handelt es 

sich? 

(… Antwort auf Frage m…) 

n. [...] 

o.  [...] 

p.  Hat Y._______ AG [...] ein Bankkonto oder mehrere Bankkonten in 

der Schweiz? Wenn ja, welche? Ich möchte gerne Übersichten der 

Kontobewegungen bezüglich des Zeitraums 1. Januar 2012 bis ein-

schl. 31. Dezember 2012 erhalten. 

(… Antwort auf Frage p…) 

q. […] 

r.  [...] 

s.  [...] 

t.  […] 

A-3765/2015 

Seite 6 

u.  […] 

v.  Ergänzungsfrage: Im Falle eines Nachweises des 'ultimate beneficial 

owner', jedoch nicht der Identifizierung dessen, bitten wir Sie, die von 

uns verfassten Fragen auch den Folgegesellschaften in der Schweiz 

zu stellen, bis der 'ultimate beneficial owner' identifiziert werden 

kann. 

(… Antwort auf Frage v…)" 

Die ESTV hielt in ihrer Schlussverfügung ferner fest, sie werde den BD 

darauf hinweisen, dass die in Dispositiv-Ziff. 2 der Schlussverfügung ge-

nannten Informationen nur im Verfahren gegen A._______ für den im Er-

suchen vom 13. Juni 2013 sowie im Ergänzungsersuchen vom 23. Au-

gust 2013 genannten Sachverhalt verwertet werden dürften und die edier-

ten Informationen, wie die aufgrund des niederländischen Rechts be-

schafften Informationen, geheim zu halten seien und nur Personen oder 

Behörden (einschliesslich der Gerichte und der Verwaltungsbehörden) 

zugänglich gemacht werden dürften, welche mit der Veranlagung, Erhe-

bung, Verwaltung, Vollstreckung, Strafverfolgung oder mit der Entschei-

dung über Rechtsmittel hinsichtlich der in Art. 26 DBA-NL genannten 

Steuern befasst seien (Dispositiv-Ziff. 3 der Schlussverfügung). 

E.  

Am 15. Juni 2015 erhob die Y._______ AG (nachfolgend auch: Be-

schwerdeführerin) gegen die genannte Schlussverfügung der ESTV Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie stellt den Antrag, die Ant-

wort auf Frage a gemäss Dispositiv-Ziff. 2 der Schlussverfügung sei wie 

folgt zu korrigieren:  

(… Antwort gemäss Antrag der Beschwerdeführerin…) 

Ferner verlangt die Beschwerdeführerin, auf die Beantwortung der Fra-

ge p gemäss Dispositiv-Ziff. 2 der Schlussverfügung zu Handen des BD 

sei vollständig zu verzichten und eventualiter sei die Antwort auf diese 

Frage auf folgende Ausführungen zu beschränken:  

(… Antwort gemäss Eventualantrag der Beschwerdeführerin…) 

Die Beschwerdeführerin stellt zudem folgendes Begehren: 

(… Antwort auf Frage v gemäss Antrag der Beschwerdeführerin…) 

A-3765/2015 

Seite 7 

In der Beschwerdebegründung erklärt die Beschwerdeführerin zu diesem 

Begehren, in der angefochtenen Schlussverfügung würden "ausschliess-

lich Fragen betreffend die Y._______ AG beantwortet", weshalb "ein Hin-

weis auf die X._______ AG […] sachlich nicht gerechtfertigt" sei (Be-

schwerde, S. 3).   

Die Beschwerdeführerin fordert schliesslich eine Parteientschädigung.  

F.  

Mit Schreiben vom 31. Juli 2015 nahm die ESTV eine "Berichtigung" der 

Dispositiv-Ziff. 2 ihrer Schlussverfügung vom 15. Mai 2015 vor. Die Bst. a 

und v dieser Dispositiv-Ziffer lauten nach der "Berichtigung" wie folgt:  

"a.  Wer ist oder sind der/die Aktionäre der Y._______ AG am 1. Januar 

2012 und am 1. Januar 2013? Ich möchte gerne die vollständigen 

Namen und Adressen erhalten. 

(… Antwort auf Frage a…) 

"v.  Ergänzungsfrage: Im Falle eines Nachweises des 'ultimate beneficial 

owner', jedoch nicht der Identifizierung dessen, bitten wir Sie, die von 

uns verfassten Fragen auch den Folgegesellschaften in der Schweiz 

zu stellen, bis der 'ultimate beneficial owner' identifiziert werden 

kann. 

(… Antwort auf Frage v…)" 

G.  

Mit Vernehmlassung vom 31. Juli 2015 beantragt die Vorinstanz, die Be-

schwerde sei kostenpflichtig abzuweisen.  

H.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich-

ten Unterlagen wird – sofern erforderlich – in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

  

A-3765/2015 

Seite 8 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des nieder-

ländischen BD gestützt auf das DBA-NL zugrunde. Da das streitbetroffe-

ne Amtshilfegesuch am 13. Juni 2013, also nach dem Inkrafttreten des 

Bundesgesetzes vom 28. September 2012 über die internationale Amts-

hilfe in Steuersachen (Steueramtshilfegesetz, StAhiG; SR 672.5) am 

1. Februar 2013 eingereicht wurde, richtet sich die Durchführung dieses 

Abkommens nach diesem Gesetz (vgl. Art. 24 StAhiG e contrario). Die 

per 1. August 2014 in Kraft getretenen Art. 14 Abs. 1 und 2, Art. 15 Abs. 2 

sowie Art. 21a StAhiG in der Fassung der Änderung vom 21. März 2014 

gelten dabei vorliegend ungeachtet des Umstandes, dass das hier in Fra-

ge stehende Amtshilfeersuchen im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser 

Gesetzesänderung bereits eingereicht war (vgl. Art. 24a Abs. 2 StAhiG in 

der Fassung der am 1. August 2014 in Kraft getretenen Änderung vom 

21. März 2014 [AS 2014 2309 ff.]). Vorbehalten bleiben abweichende 

Bestimmungen des im vorliegenden Fall einschlägigen DBA-NL 

(vgl. Art. 1 Abs. 2 StAhiG). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden 

gegen Schlussverfügungen der ESTV betreffend Amtshilfe gestützt auf 

das DBA-NL zuständig (vgl. Art. 19 Abs. 5 StAhiG in Verbindung mit 

Art. 31-33 VGG). Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich dabei 

nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

2.  

2.1 Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV) verleiht den von einem zu treffenden Entscheid Betroffenen 

verschiedene Mitwirkungsrechte. Das rechtliche Gehör umfasst diverse 

Teilgehalte, so das Akteneinsichtsrecht, das Recht auf Informationen über 

den Verfahrensausgang und das Recht auf einen begründeten Entscheid 

(vgl. ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Aufl. 2013, N. 3.80 ff.; PATRICK SUTTER, in: Christoph Auer et 

al. [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah-

ren, 2008, Art. 29 N. 1 ff.; BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in: Bern-

hard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar 

VwVG, Art. 29 N. 2 ff.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet es 

insbesondere als elementares Prinzip, dass Entscheide den direkt be-

troffenen Personen eröffnet werden (BGE 133 I 201 E. 2.1; Urteile des 

A-3765/2015 

Seite 9 

BGer 1C_320/2011 vom 30. Mai 2012 E. 4.2, 1C_457/2011 vom 4. April 

2012 E. 3.2, 5A_555/2008 vom 10. Dezember 2008 E. 3.1; ALFRED KÖLZ 

et al., Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl. 2013, N. 616; RENÉ RHINOW et al., Öffentliches Prozessrecht, 

3. Aufl. 2014, N. 342). 

2.2 Bei einem besonders schwer wiegenden Verstoss gegen grundlegen-

de Parteirechte hat eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

die Nichtigkeit des fehlerhaften Entscheids zur Folge. Dies ist insbeson-

dere dann der Fall, wenn der Betroffene von einer Entscheidung mangels 

Eröffnung gar nichts weiss bzw. wenn er gar keine Gelegenheit erhalten 

hat, an einem gegen ihn laufenden Verfahren teilzunehmen (BGE 136 III 

571 E. 6.2, 129 I 361 E. 2, 122 I 97 E. 3a/aa; Urteile des BVGer 

A-2433/2015 vom 9. Juli 2015 E. 3, A-5540/2013 vom 6. Januar 2014 

E. 2.2.2; ULRICH HÄFELIN et al., Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 

2010, N. 956; THIERRY TANQUEREL, Manuel de droit administratif, 2011, 

N. 916). Betrifft ein solcher Mangel nur einen Teil des in Frage stehenden 

Entscheids, ist nur dieser Teil nichtig, soweit davon ausgegangen werden 

kann, dass der Entscheid ohne diesen Teil erlassen worden wäre (Urteile 

des BVGer A-2433/2015 vom 9. Juli 2015 E. 3, A-7401/2014 vom 

24. März 2015 E. 3.1 in fine, mit Hinweis auf PIERRE MOOR/ETIENNE POL-

TIER, Droit administratif, Bd. II, 2011, S. 363).  

2.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist in Fäl-

len, bei welchen die vom Amtshilfegesuch betroffene Person nicht über 

die Eröffnung des Amtshilfeverfahrens informiert worden war und sie des-

halb keine Gelegenheit hatte, sich vor Erlass der Schlussverfügung zur 

Sache zu äussern, eine die Nichtigkeit der Schlussverfügung begründen-

de schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs dieser Person 

anzunehmen. Dabei schloss das Gericht bei entsprechenden Konstellati-

onen regelmässig auf eine vollumfängliche Nichtigkeit der Schlussverfü-

gung, und zwar mit der Begründung, aufgrund der Besonderheit des Ver-

fahrens der internationalen Amtshilfe in Steuersachen, bei welchem es 

um die Übermittlung von eng miteinander verknüpften Informationen an 

die ausländische Behörde gehe, sei die Annahme einer Teilnichtigkeit 

ausgeschlossen. Grundsätzlich nicht als ausschlaggebend für den Um-

fang der Nichtigkeit erachtete es dabei jeweils den Umstand, dass es sich 

bei den Beschwerdeführenden nicht um die vom Amtshilfegesuch be-

troffenen Personen handelte (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer 

A-2433/2015 vom 9. Juli 2015 E. 3 und 5, A-7401/2014 vom 24. März 

2015 E. 3.3).   

A-3765/2015 

Seite 10 

2.4 Eine nichtige Verfügung entfaltet keinerlei Rechtswirkungen und ist ex 

tunc sowie ohne amtliche Aufhebung rechtlich unverbindlich (BGE 132 II 

342 E. 2.3, 129 I 361 E. 2.3; HÄFELIN et al., a.a.O., N. 955). Eine nichtige 

Verfügung kann aufgrund ihrer fehlenden Rechtswirkung kein Anfech-

tungsobjekt einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde sein. Auf die Be-

schwerde gegen eine nichtige Verfügung ist daher nicht einzutreten, je-

doch ist die Nichtigkeit im Dispositiv festzustellen (BGE 132 II 342 E. 2.3, 

129 V 485 E. 2.3, 127 II 32 E. 3g; Urteil des BGer 2C_381/2010 vom 

17. November 2011 E. 1.4; BVGE 2008/59 E. 4.3; Urteile des BVGer 

A-6175/2013 vom 12. Februar 2015 E. 2.5.1, C-1520/2012 vom 27. Juni 

2014 E. 5.2, A-6729/2010 vom 5. April 2011 E. 2.2.3).   

3.  

3.1 Die ESTV wendet sich gemäss Art. 8 Abs. 3 StAhiG zur Beschaffung 

der amtshilfeweise verlangten Informationen an die Personen und Behör-

den nach Art. 9-12 StAhiG, von welchen sie annehmen kann, dass sie 

über die Informationen verfügen (Art. 8 Abs. 3 StAhiG). Es sind dies na-

mentlich die betroffene Person (vgl. Art. 9 StAhiG), also die "Person, über 

die im Amtshilfeersuchen Informationen verlangt werden" (Art. 3 

Bst. a StAhiG), und die Informationsinhaberin oder der Informationsinha-

ber (vgl. Art. 10 StAhiG) bzw. "die Person, die in der Schweiz über die 

verlangten Informationen verfügt" (Art. 3 Bst. b StAhiG). 

3.2 In Art. 14 und Art. 15 StAhiG finden sich den Anspruch auf rechtliches 

Gehör konkretisierende Vorschriften (vgl. dazu auch ALFRED KÖLZ et al., 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl. 2013, N. 2071).   

Gemäss Art. 14 Abs. 1 StAhiG informiert die ESTV die betroffene Person 

über die wesentlichen Teile des Ersuchens. Laut Art. 15 Abs. 1 StAhiG 

können sich die beschwerdeberechtigten Personen am Verfahren beteili-

gen sowie insbesondere Einsicht in die Akten nehmen. Die ESTV kann 

gemäss Art. 15 Abs. 2 StAhiG einer beschwerdeberechtigten Person die 

Einsicht in bestimmte Aktenstücke nach Art. 27 VwVG verweigern, soweit 

die ausländische Behörde hinsichtlich dieser Aktenstücke Geheimhal-

tungsgründe glaubhaft macht.  

3.3 Für die Übermittlung der Informationen an die ersuchende Behörde 

sieht Art. 16 StAhiG ein vereinfachtes Verfahren für den Fall vor, dass die 

beschwerdeberechtigten Personen der Informationsübermittlung zustim-

men (vgl. Abs. 1 und 2 der Bestimmung).  

A-3765/2015 

Seite 11 

Soweit es an einer entsprechenden Zustimmung der beschwerdeberech-

tigten Personen fehlt, muss das ordentliche Verfahren im Sinne von 

Art. 17 StAhiG durchgeführt werden (vgl. Art. 16 Abs. 3 StAhiG). Gemäss 

Art. 17 Abs. 1 StAhiG eröffnet die ESTV "jeder beschwerdeberechtigten 

Person eine Schlussverfügung", in welcher die Amtshilfeleistung zu be-

gründen und der Umfang der zu übermittelnden Informationen zu be-

stimmen sind. In der Botschaft zum StAhiG wird zu letzterer Vorschrift 

insbesondere Folgendes ausgeführt (Botschaft zum Erlass eines Steuer-

amtshilfegesetzes vom 6. Juli 2011, BBl 2011 6193 ff., 6218):  

"Die ESTV wird in der Praxis je nach beschwerdeberechtigter Person ver-

schiedene Schlussverfügungen erlassen. Während jene an die betroffene 

Person ausführlicher Natur ist, beschränkt sich die an eine andere be-

schwerdeberechtigte Person gerichtete Schlussverfügung aus Gründen der 

Geheimhaltung auf die diese Person betreffenden Informationen."  

3.4 Beschwerdeberechtigte Personen sind gemäss Art. 19 Abs. 2 StAhiG 

die betroffene Person und weitere Personen unter den Voraussetzungen 

von Art. 48 VwVG. Aufgrund von Art. 19 Abs. 2 StAhiG ist insbesondere 

nebst der betroffenen Person auch der Informationsinhaber beschwerde-

berechtigt, soweit er die Verletzung eigener Rechte rügt (nichts daran än-

dert der Umstand, dass dies anders als in Art. 13 Abs. 2 der früheren 

Verordnung vom 1. September 2010 über die Amtshilfe nach Doppelbe-

steuerungsabkommen [ADV; AS 2010 4017] nicht mehr ausdrücklich ge-

setzlich festgehalten ist; s. zum Ganzen MICHAEL BEUSCH/URSULA 

SPÖRRI, in: Martin Zweifel et al. [Hrsg.], Internationales Steuerrecht, 2015, 

Art. 26 OECD-Musterabkommen N. 375).  

3.5 Das DBA-NL enthält keine Regelungen, welche den hiervor in 

E. 3.1 ff. genannten Vorschriften des StAhiG widersprechen. 

4.  

4.1 Im vorliegenden Fall ist mit Blick auf den Inhalt des vorliegenden 

Amtshilfeersuchens (vgl. vorn Bst. A) nach Treu und Glauben davon aus-

zugehen, dass der BD einzig bezüglich A._______ als betroffene Person 

(E. 3.1) um Amtshilfe ersucht und er in diesem Zusammenhang unter an-

derem Informationen über die Beschwerdeführerin verlangt. Auch nicht 

ansatzweise wird im Amtshilfegesuch vom 13. Juni 2013 und dem ergän-

zenden Ersuchen des BD vom 23. August 2013 behauptet, die Be-

schwerdeführerin weise abkommensrelevante steuerliche, allenfalls bis-

lang zu Unrecht nicht berücksichtigte, Anknüpfungspunkte in den Nieder-

A-3765/2015 

Seite 12 

landen auf (vgl. zu einem insoweit ähnlich gelagerten Fall Urteil des 

BVGer A-1606/2014 vom 7. Oktober 2014 E. 4.1).  

Die Beschwerdeführerin ist vor diesem Hintergrund nicht als betroffene 

Person, sondern als Informationsinhaberin und als Inhaberin des Bank-

kontos, über welches gemäss Dispositiv-Ziff. 2 Bst. p der angefochtenen 

Schlussverfügung Informationen im Rahmen der internationalen Amtshilfe 

in Steuersachen ins Ausland übermittelt werden sollen, gemäss Art. 19 

Abs. 2 StAhiG in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VwVG beschwerdeberech-

tigte Person (vgl. auch BGE 139 II 404 E. 2.1.1 und 2.3, m.w.H.). 

4.2 Die vorliegend angefochtene Schlussverfügung wurde einzig der Be-

schwerdeführerin, nicht jedoch der vom Amtshilfeersuchen betroffenen 

Person A._______ eröffnet. Es fragt sich deshalb vorab, ob diese 

Schlussverfügung mit Blick auf den Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Art. 29 Abs. 2 BV) und Art. 17 Abs. 1 StAhiG nicht auch A._______ als 

betroffener (und damit beschwerdeberechtigter) Person hätte eröffnet 

werden müssen (vgl. E. 2 und 3.2). Auch stellt sich die Frage, ob allfällige 

Verfahrensrechte A._______s im Verfahren auf Erlass dieser Schlussver-

fügung missachtet wurden.  

4.2.1 Die Vorinstanz hat vorliegend am 15. Mai 2015 eine separate, an 

A._______ adressierte Schlussverfügung erlassen, mit welcher sie (eben-

falls) anordnete, dass sie dem BD betreffend diese Person Amtshilfe leis-

te. Auf der in dieser Schlussverfügung festgehaltenen Liste der dem BD 

zu übermittelnden Informationen figurieren auch die Antworten zu den 

Fragen p und v gemäss Dispositiv-Ziff. 2 der vorliegend angefochtenen, 

an die Beschwerdeführerin adressierten Schlussverfügung (die Antwort 

zur Frage v entspricht dabei derjenigen Fassung, welche in der ursprüng-

lich gegenüber der Beschwerdeführerin erlassenen, nicht "berichtigten" 

Schlussverfügung vorgesehen ist). Insoweit hat die Vorinstanz den An-

spruch auf rechtliches Gehör A._______s bzw. dessen Verfahrensrechte 

dadurch, dass sie die vorliegend angefochtene Schlussverfügung nur der 

Beschwerdeführerin eröffnete und A._______ allenfalls nicht in das Ver-

fahren auf Erlass dieser Verfügung miteinbezog, nicht verletzt. Denn 

durch den Erlass der ihm eröffneten Schlussverfügung wurde A._______ 

hinsichtlich der beabsichtigten Antworten auf die beiden erwähnten Fra-

gen p und v die Möglichkeit eingeräumt, sich mit einer gegen diese An-

ordnung gerichteten Beschwerde zur Wehr zu setzen und in diesem Zu-

sammenhang die Verletzung seiner Verfahrensrechte geltend zu machen.  

A-3765/2015 

Seite 13 

Das Vorgehen der Vorinstanz, in Bezug auf die erwähnten zwei Fragen 

des Amtshilfegesuchs je eine Schlussverfügung an die betroffene Person 

(A._______) und an die weitere beschwerdeberechtigte Person (die Be-

schwerdeführerin) zu erlassen, entspricht im Übrigen der in der Botschaft 

zum StAhiG (an der hiervor zitierten Stelle) skizzierten Verfahrensweise 

(vgl. E. 3.3). 

4.2.2 Als problematisch erscheint hingegen der Umstand, dass die mit 

der vorliegend angefochtenen Schlussverfügung angeordnete Informa-

tionsübermittlung auch Angaben beschlägt, deren Weiterleitung an den 

BD in der an A._______ eröffneten Schlussverfügung nicht vorgesehen 

ist. Im Einzelnen handelt es sich um die Antworten auf die Fragen a–f und 

m gemäss Dispositiv-Ziff. 2 der vorliegend angefochtenen Schlussverfü-

gung.  

4.2.2.1 In diesem Kontext ist vorab festzuhalten, dass die erwähnten Fra-

gen des Amtshilfegesuches (Fragen a–f und m gemäss Dispositiv-Ziff. 2 

der vorliegend angefochtenen Schlussverfügung) wesentliche Teile des 

Ersuchens im Sinne von Art. 14 Abs. 1 StAhiG bilden. Dementsprechend 

war die ESTV verpflichtet, A._______ als betroffene Person über diese 

Fragen von Amtes wegen zu informieren (vgl. vorn E. 3.2).  

Der erwähnten Informationspflicht ist die ESTV nicht nachgekommen: 

Zwar hat die Vorinstanz dem Rechtsvertreter von A._______ mit Schrei-

ben vom 14. August 2013 eine Kopie des Amtshilfegesuches zugestellt. 

Freilich waren die hier interessierenden Fragen des Amtshilfegesuches 

auf der betreffenden Kopie abgedeckt. Auch aus den übrigen Akten ergibt 

sich nicht, dass die Vorinstanz A._______ vor Erlass der vorliegend ange-

fochtenen Schlussverfügung über diese Fragen informiert hätte.  

Es steht somit fest, dass vorliegend die den Gehörsanspruch konkretisie-

rende Vorschrift von Art. 14 Abs. 1 StAhiG verletzt wurde, indem die 

ESTV A._______ nicht von Amtes wegen über die Fragen a–f und m ge-

mäss Dispositiv-Ziff. 2 der vorliegend angefochtenen Schlussverfügung 

informiert hat.  

4.2.2.2 Was die seitens der ESTV beabsichtigten Antworten auf die Fra-

gen a–f und m gemäss Dispositiv-Ziff. 2 der vorliegend angefochtenen 

Schlussverfügung betrifft, beziehen sich die entsprechenden Informatio-

nen zwar nur auf die Beschwerdeführerin und nicht ausdrücklich auf 

A._______. Indessen ist zu berücksichtigen, dass diese Angaben nach 

A-3765/2015 

Seite 14 

Ansicht der ESTV als Antworten auf ein Amtshilfegesuch betreffend 

A._______ an den BD übermittelt werden sollen. Vor diesem Hintergrund 

war die ESTV gehalten, den vom Amtshilfegesuch betroffenen A._______ 

zur Wahrung seines Gehörsanspruchs über die beabsichtigte Übermitt-

lung der entsprechenden Informationen/Antworten von Amtes wegen zu 

informieren bzw. ihn nach Art. 15 Abs. 1 StAhiG (vgl. dazu E. 3.2) in das 

entsprechende Verfahren der vorliegend beschwerdeführenden Gesell-

schaft einzubeziehen.  

Auch diesbezüglich wurde das vorinstanzliche Verfahren nicht rechtskon-

form durchgeführt, ist doch den Akten nicht zu entnehmen, dass 

A._______ seitens der ESTV in der gebotenen Weise Gelegenheit einge-

räumt wurde, zur beabsichtigten Übermittlung der von ihr vorgesehenen 

Antworten auf die Fragen a–f und m gemäss Dispositiv-Ziff. 2 der vorlie-

gend angefochtenen Schlussverfügung Stellung zu nehmen. Insoweit hat-

te er keine rechtsgenügende Gelegenheit, sich am Verfahren zu beteili-

gen und Einsicht in die Akten zu nehmen. 

4.2.2.3 Das rechtliche Gehör von A._______ wurde über das Ausgeführte 

hinaus schliesslich auch dadurch verletzt, dass ihm die vorliegend ange-

fochtene Schlussverfügung, soweit sie die Fragen a–f und m gemäss ih-

rer Dispositiv-Ziff. 2 betrifft, nicht eröffnet wurde.  

4.2.2.4 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das rechtliche Gehör von 

A._______ mehrfach verletzt. Gegen diesen Schluss lässt sich – wie im 

Folgenden aufgezeigt wird – nicht mit Erfolg einwenden, A._______ hätte 

sich von sich aus aufgrund der ihm vor Erlass der vorliegend angefochte-

nen Schlussverfügung ausgehändigten, teilweise geschwärzten Kopie 

des Amtshilfegesuches um eine Beteiligung am Verfahren betreffend die 

ihm nicht bekanntgegebenen Fragen des Amtshilfegesuches bemühen 

müssen. 

Der partiell geschwärzten Kopie des Amtshilfegesuches vom 14. August 

2013 konnten A._______ und sein Rechtsvertreter zwar insbesondere 

entnehmen, dass der BD nebst den ungeschwärzten Fragen weitere Fra-

gen gestellt hat und die Beschwerdeführerin nach Auffassung des BD in 

irgendeiner Weise in den Gegenstand des Ersuchens bildenden Sach-

verhalt involviert ist. Gleichwohl traf A._______ im vorinstanzlichen Ver-

fahren keine Obliegenheit, sich um die ihm nicht zur Kenntnis gebrachten 

Fragen des BD und/oder allfällige diesbezügliche Antworten der ESTV zu 

kümmern:  

A-3765/2015 

Seite 15 

Grundsätzlich darf jede von einem Amtshilfeersuchen betroffene Person 

davon ausgehen, dass sich die ESTV an die Regelung von Art. 14 Abs. 1 

StAhiG hält, wonach sie die betroffene Person über die wesentlichen Teile 

des Ersuchens zu informieren hat. Dementsprechend durfte A._______ 

als betroffene Person aufgrund der ihm zugestellten Kopie des Ersuchens 

im Umkehrschluss annehmen, dass die darauf geschwärzten Abschnitte 

des Amtshilfegesuches keine wesentlichen Teile des Ersuchens bilden, 

mindestens aber dass das Amtshilfeverfahren in Bezug auf ihm nicht be-

kanntgegebene Fragen des BD nicht weitergeführt wird. 

Es kommt hinzu, dass die ESTV A._______ bzw. seinen Rechtsvertreter 

mit Schreiben vom 11. Februar 2014 darüber informiert hat, welche In-

formationen sie dem BD zu übermitteln beabsichtige, und sie sich dabei 

bezeichnenderweise auf die Angabe der geplanten Antworten zu den 

A._______ damals bereits bekanntgegebenen Fragen der holländischen 

Behörde beschränkte (Antworten zu Fragen 14, 15 und 17-21 des Amts-

hilfegesuches). Auch aufgrund dieses Schreibens durften A._______ und 

sein Rechtsvertreter in guten Treuen davon ausgehen, dass die Vor-

instanz auf der erwähnten Kopie des Amtshilfegesuches dessen wesent-

liche Teile nicht unkenntlich gemacht hat. Das Schreiben der ESTV vom 

11. Februar 2014 berechtigte A._______ nach Treu und Glauben über-

dies zur Annahme, dass die ESTV nebst den darin erwähnten Informatio-

nen keine weiteren, ihn betreffenden Angaben an den BD übermitteln will. 

Insbesondere mit ihrem Schreiben vom 11. Februar 2014 hat die ESTV 

somit eine Sachlage geschaffen, bei welcher keine Obliegenheit von 

A._______ bestand, bei der Vorinstanz auf die Möglichkeit der Wahrneh-

mung von Parteirechten hinsichtlich ihm nicht bekanntgegebener Fragen 

des Amtshilfegesuches und diesbezüglich geplanter Antworten der ESTV 

zu pochen (bzw. namentlich umfassende Akteneinsicht zu verlangen). 

Stattdessen durfte er aufgrund des Verhaltens der ESTV davon ausge-

hen, dass er rechtsgenügend in das Amtshilfeverfahren mit einbezogen 

worden ist und keine ihm nicht angekündigte Informationsübermittlung zur 

Debatte steht.  

4.2.3 Die hiervor (E. 4.2.2) genannten Gehörsverletzungen haben zur 

Folge, dass A._______ – ohne dass er darum wusste oder hätte wissen 

müssen – grundsätzlich die Möglichkeit genommen wurde, sich vor der 

Übermittlung der Antworten zu den Fragen a–f und m gemäss Dispositiv-

Ziff. 2 der vorliegend angefochtenen Schlussverfügung, welche ihn als 

betroffene Person betreffend Amtshilfe gewährt, zur Wehr zu setzen. Um 

A-3765/2015 

Seite 16 

den Kern des Gehörsanspruchs zu wahren, ist es aber im Sinne einer 

Minimalgarantie geboten, eine Datenherausgabe ohne die Möglichkeit 

des Betroffenen, sich zur Wehr zu setzen, nicht zuzulassen (vgl. ANDREA 

OPEL, Neuausrichtung der schweizerischen Abkommenspolitik in Steuer-

sachen: Amtshilfe nach dem OECD-Standard, 2015, S. 511). Deshalb 

wiegt die festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs von A._______ 

betreffend die Fragen a–f und m der Dispositiv-Ziff. 2 der vorliegenden 

Schlussverfügung schwer.  

Bezüglich der zu den erwähnten Fragen seitens der ESTV vorgesehenen 

Antworten war A._______ durch das Vorgehen der Vorinstanz im Wesent-

lichen gleich gestellt, wie wenn er gar nicht über das vorliegende Amtshil-

feverfahren informiert worden wäre. In Analogie zur vorn in E. 2.3 ge-

nannten Rechtsprechung zu Fällen, bei welchen die betroffene Person 

nicht über das Amtshilfeverfahren informiert worden war, ist deshalb auf 

vollumfängliche Nichtigkeit der vorliegend angefochtenen Schlussverfü-

gung zu schliessen. Daran kann auch die von der Vorinstanz mit Schrei-

ben vom 31. Juli 2015 vorgenommene "Berichtigung" dieser Schlussver-

fügung nichts ändern, da auch in diesem Zusammenhang A._______ kei-

ne Gehörsrechte eingeräumt wurden. 

5.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Schlussverfügung mitsamt der 

"Berichtigung" vom 31. Juli 2015 nichtig.  

Demzufolge ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsobjektes nicht 

einzutreten, aber die Nichtigkeit der angefochtenen Schlussverfügung 

und der "Berichtigung" vom 31. Juli 2015 im Urteilsdispositiv festzustellen 

(vgl. E. 2.4). Die Sache ist sodann zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

von A._______ an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Art. 61 Abs. 1 

VwVG). Die Vorinstanz wird ihn ordnungsgemäss über die für den BD 

vorgesehenen Antworten auf die Fragen a–f und m gemäss Dispositiv-

Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung zu informieren und ihm eine ange-

messene Frist zur Äusserung einzuräumen haben.  

Sollte sie an ihrer Absicht, dem BD Informationen über die Beschwerde-

führerin zu übermitteln, festhalten, wird die Vorinstanz dies mittels – je 

separater oder einer einzigen – Schlussverfügung der Beschwerdeführe-

rin und A._______ zu eröffnen haben.  

A-3765/2015 

Seite 17 

6.  

6.1 Die Verfahrenskosten werden bei einem Nichteintreten in der Regel 

der beschwerdeführenden Partei auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

Vorliegend rechtfertigt es sich aber, die Bestimmungen über die Kosten- 

und Entschädigungsfolgen bei Gegenstandslosigkeit von Verfahren ana-

log anzuwenden, da die Nichtigkeit, welche zum Nichteintreten geführt 

hat, nur aufgrund einer Beschwerde festgestellt werden konnte und die 

Beschwerdeführerin an der Feststellung der Nichtigkeit ein Interesse ge-

habt haben dürfte (vgl. Urteile des BVGer A-2433/2015 vom 9. Juli 2015 

E. 6, A-2654/2014 vom 5. Februar 2015 E. 8.1.1, A-5410/2012 vom 

28. Mai 2013 E. 7.2, A-6683/2010 vom 25. August 2011 E. 5.1, 

A-6829/2010 vom 4. Februar 2011 E. 4.1).   

Wenn ein Verfahren gegenstandslos wird, sind die Verfahrenskosten in 

der Regel jener Partei aufzuerlegen, deren Verhalten die Gegenstandslo-

sigkeit bewirkt hat (vgl. Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE; SR 173.320.2]). Das vorliegende Beschwerdeverfahren wurde, 

weil die angefochtene Schlussverfügung nichtig ist, nicht durch ein Ver-

halten der Beschwerdeführerin, sondern infolge eines Verhaltens 

der Vorinstanz notwendig. Der Beschwerdeführerin sind somit keine Kos-

ten aufzuerlegen, weshalb ihr der einbezahlte Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 4'000.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

zurückzuerstatten ist.  

Der Vorinstanz können keine Kosten auferlegt werden (vgl. Art. 63 Abs. 2 

VwVG).  

6.2 Die anwaltlich nicht vertretene Beschwerdeführerin verlangt eine Par-

teientschädigung. Da ihr jedoch keine verhältnismässig hohen Kosten 

entstanden sind, ist ohne Rücksicht auf den Verfahrensausgang und das 

zur Kostenverlegung Ausgeführte (vgl. E. 6.1) von der Zusprechung einer 

Parteientschädigung abzusehen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung 

mit Art. 7 Abs. 4 VGKE). 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

A-3765/2015 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Es wird festgestellt, dass die der Beschwerdeführerin eröffnete Schluss-

verfügung der Vorinstanz vom 15. Mai 2015 und die "Berichtigung" der 

Vorinstanz vom 31. Juli 2015 nichtig sind.  

2.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

3.  

Die Sache wird zur Gewährung des rechtlichen Gehörs im Sinne der Er-

wägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.- wird ihr nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

5.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

6.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde); 

– die Vorinstanz (Ref.-Nr. …; Gerichtsurkunde); 

– A._______, …; Gerichtsurkunde).  

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Riedo Beat König 

 

 

  

A-3765/2015 

Seite 19 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grund-

sätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um 

einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG han-

delt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b 

BGG). In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraus-

setzung erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache 

abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 

Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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