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**Case Identifier:** f9c5f56c-73de-54d0-984d-13f65b7189f1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.11.2014 200 2014 604
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-604_2014-11-24.pdf

## Full Text

200 14 604 KV
GRD/SCC/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 24. November 2014

Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

KPT Krankenkasse AG 
Recht, Postfach 8624, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 21. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2014, KV/14/604, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) hat bei der KPT Kran-
kenkasse (KPT bzw. Beschwerdegegnerin) die obligatorische Krankenpfle-
geversicherung mit Unfalldeckung abgeschlossen (Dossier der KPT, Ant-
wortbeilage [AB] 1). Am ... Mai 2011 erlitt sie einen Unfall: Sie wollte ihrem 
Sohn nachrennen und stolperte auf dem geteerten Hausplatz. Beim Sturz 
verletzte sie sich an den Zähnen (Unfallanzeige vom 4. Juni 2011 [AB 1]). 
Der behandelnde Zahnarzt Dr. med. dent. C.________ reichte das Zahn-
schadenformular vom 12. Oktober 2011, zusammen mit Fotos, ein (AB 4). 
Am 25. März 2013 reichte er Unterlagen zur Behandlung ein und teilte mit, 
die kieferorthopädische Vorbehandlung sei abgeschlossen, es werde nun 
eine Implantatkrone auf Zahn 21 und ein Veneer auf Zahn 11 eingesetzt 
(AB 8). Mit Schreiben vom 3. April 2013 lehnte die KPT eine Kostenüber-
nahme für die Versorgung des Zahns 11 mit einem Veneer und des Zahns 
47 mit einem Kompositaufbau ab (AB 9). An der Ablehnung hielt sie auch 
nach einer Stellungnahme des behandelnden Zahnarztes Dr. med. dent. 
C.________ fest (AB 10, 11). 

Mit Verfügung vom 28. Mai 2013 lehnte die KPT eine Kostenübernahme 
der Versorgung der Zähne 11 und 47 ab mit der Begründung, die Kausalität 
des Schadens zum Unfall vom ... Mai 2011 müsse verneint werden 
(AB 13). Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch die B.________, 
am 27. Juni 2013 Einsprache. Auf den Fotos, die nach dem Unfall erstellt 
worden seien, sei beim Zahn 11 eine Fraktur erkennbar. Es sei überwie-
gend wahrscheinlich, dass die Fraktur auf den Unfall vom ... Mai 2011 
zurückzuführen sei. Die KPT habe die gesetzlichen Leistungen in Bezug 
auf die Behandlungen an Zahn 11 zu erbringen (AB 15).

Mit Einspracheentscheid vom 21. Mai 2014 wies die KPT die Einsprache 
ab (AB 16).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2014, KV/14/604, Seite 3

B.

Am 19. Juni 2014 erhob die Versicherte, vertreten durch die B.________, 
beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Sie liess beantra-
gen, der Einspracheentscheid der KPT vom 21. Mai 2014 sei in Bezug auf 
die Leistungsverweigerung betreffend den Zahn 11 aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu 
erbringen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 13. August 2014 beantragte die KPT die Ab-
weisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 21. Mai 
2014 (AB 16). Streitig und zu prüfen ist die Kostenübernahme für die Be-

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handlung des Zahnes 11 mittels Aufsetzen eines Veneers. Nicht mehr strei-
tig ist die Verweigerung der Kostenübernahme für die Behandlung des 
Zahns 47 (vgl. Einspracheentscheid vom 21. Mai 2014 S. 4 Ziff. 8 und 9).

1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.-- (vgl. Beilagen zu AB 8), wes-
halb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die soziale Krankenversicherung gewährt Leistungen bei Unfall 
(Art. 4 ATSG), soweit dafür keine Unfallversicherung aufkommt (Art. 1a 
Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 
18. März 1994 [KVG; SR 832.10]). Die obligatorische Krankenpflegeversi-
cherung übernimmt die Kosten der Behandlung von Schäden des Kausys-
tems, die durch einen Unfall nach Artikel 1 Abs. 2 lit. b KVG verursacht 
worden sind (Art. 31. Abs. 2 KVG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 248 E. 4 S. 250, 134 
V 109 E. 2.1 S. 112).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 

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Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte 
gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 
S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung ist selbst dann leis-
tungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versi-
cherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit 
nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts "conditio sine qua 
non" war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder 
Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisie-
rung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im 
Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Be-
deutung anzunehmen (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 29 E. 4.2.1)

2.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.5 Der Krankenversicherer hat nach der Rechtsprechung unter be-
stimmten Voraussetzungen die Kosten der operativen Behandlung sekun-
därer krankheits- oder unfallbedingter Beeinträchtigungen, namentlich äus-
serliche Verunstaltungen vor allem an sichtbaren und in ästhetischer Be-
ziehung speziell empfindlichen Körperteilen – besonders im Gesicht – zu 
übernehmen. Dies trifft zu, wenn die äusserliche Verunstaltung ein gewis-
ses Ausmass erreicht, sich durch eine kosmetische Operation beheben 

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lässt, der Versicherer für die primäre Unfall- oder Krankheitsbehandlung 
leistungspflichtig war und der Eingriff sich in allgemein üblichen Grenzen 
sowie im Rahmen der Wirtschaftlichkeit hält (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 30. Oktober 2008, 9C_126/2008, E. 4.1).

2.6 Die Zweckmässigkeit einer Leistung setzt deren Wirksamkeit vor-
aus. Ob eine Leistung zweckmässig ist, muss anhand des diagnostischen 
oder therapeutischen Nutzens der Anwendung im Einzelfall, unter Berück-
sichtigung der damit verbundenen Risiken, gemessen am angestrebten 
Heilerfolg der möglichst vollständigen Beseitigung der körperlichen oder 
psychischen Beeinträchtigung beurteilt werden (BGE 137 V 295 E. 6.2 S. 
306, 130 V 299 E. 6.1 S. 304). Zweckmässigkeit und Wirksamkeit einer 
Leistung nach Art. 25 KVG sind prognostisch zu beurteilen (BGE 130 V 299 
E. 5.2 S. 303). Zweckmässigkeit und Wirksamkeit setzen voraus, dass die 
Massnahme geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen. Welche von 
mehreren in Betracht fallenden Massnahmen als geeigneter erscheint, ist 
im Rahmen dieser Voraussetzungen nicht entscheidend. Nach der gesetz-
lichen Regelung genügt es, dass die vom Arzt angeordnete Massnahme 
zweckmässig ist. Sind gleichzeitig mehrere Massnahmen als zweckmässig 
zu qualifizieren, beurteilt sich die Leistungspflicht des Krankenversicherers 
unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit (RKUV 1999 KV Nr. 64 S. 
67 E. 3a; SVR 2001 KV Nr. 42 S. 120 E. 5a; vgl. auch BGE 126 V 334 E. 
2a S. 338).

2.7 Das Wirtschaftlichkeitserfordernis im Sinne von Art. 32 Abs. 1 KVG 
bezieht sich nach der Rechtsprechung auf die Wahl unter mehreren 
zweckmässigen Behandlungsalternativen: Bei vergleichbarem medizini-
schem Nutzen ist die kostengünstigste Variante bzw. diejenige mit dem 
besten Kosten-/Nutzen-Verhältnis zu wählen. Das bedeutet aber nicht, 
dass dort, wo es nur eine einzige Behandlungsmöglichkeit gibt, diese un-
geachtet der Kosten in jedem Fall als wirtschaftlich zu betrachten wäre. 
Unter dem allgemeinen Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit, die für das 
gesamte Staatshandeln gilt (Art. 5 Abs. 2 BV), ist eine Leistung zu verwei-
gern, wenn zwischen Aufwand und Heilerfolg ein grobes Missverhältnis 
besteht, was eine Beurteilung des Verhältnisses von Kosten und Nutzen 
voraussetzt. Es können somit weder die hohe therapeutische Wirksamkeit 

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noch die Wirtschaftlichkeit je getrennt voneinander betrachtet werden in 
dem Sinne, dass die Frage nach dem hohen therapeutischen Nutzen mit 
einem kategorialen Ja oder Nein beantwortet werden könnte und bejahen-
denfalls die Kosten in beliebiger Höhe zu übernehmen wären. Vielmehr ist 
die Frage nach dem hohen therapeutischen Nutzen graduell und in Relati-
on zu den Behandlungskosten zu beurteilen: Je höher der Nutzen ist, desto 
höhere Kosten sind gerechtfertigt (BGE 139 V 135 E. 4.4.3 S. 140, 136 V 
395 E. 7.4 S. 407).

3.

3.1 Unbestritten ist, dass es sich beim Ereignis vom ... Mai 2011 um 
einen Unfall handelte. Die Beschwerdegegnerin übernahm denn auch Leis-
tungen in diesem Zusammenhang (AB 9). Sie bestreitet jedoch die Leis-
tungspflicht bezüglich der Versorgung des Zahns 11 mit der Begründung, 
es liege kein schlüssiger Beweis vor, dass der Zahn 11 beim Ereignis vom 
... Mai 2011 frakturiert worden sei (vgl. AB 16, Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. 
4). Vorab ist deshalb die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs 
zwischen dem Schaden am Zahn 11 und dem Unfall vom ... Mai 2011 zu 
prüfen. 

Übereinstimmend stellten die Parteien zu Recht fest, dass im Zahnscha-
denformular vom 12. Oktober 2011 (AB 4) keine Schädigung des Zahns 11 
erwähnt wurde (Beschwerde S. 3; Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. 6). Im 
Schreiben vom 22. April 2013 hielt der behandelnde Zahnarzt Dr. med. 
dent. C.________ dazu fest, es sei vergessen worden, den Defekt auf dem 
Formular zu erwähnen. Nach der Reposition des Zahns 21 und der Schie-
nung mit Splint der Frontzähne sei der Defekt vom Splint überdeckt gewe-
sen (AB 10). Am 20. Juni 2013 ergänzte er, beim Unfall sei ein Frontzahn 
total luxiert worden und es seien diverse starke Weichteilverletzungen an 
Lippe, Wange und Kinn entstanden; die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass 
auch andere Zähne in Mitleidenschaft gezogen worden seien (Beilage zu 
AB 15). Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Mai 2014 legte die 
Beschwerdegegnerin dar, auf den Fotos des behandelnden Oralchirurgen 
Dr. med. dent. D.________ (Beilage zu AB 4) sei ersichtlich, dass der Zahn 

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11 schon abgeschliffen sei, was zeige, dass sich die Zahnärzte mit dem 
Zahn 11 „beschäftigt“ hätten (vgl. AB 16 S. 5 Ziff. 12). In der Beschwerde-
antwort hielt sie am Standpunkt fest, der Zahn sei schon beschädigt gewe-
sen, da die Ecke bereits im Zeitpunkt der Aufnahme der Verletzung angek-
lebt gewesen sei. Die Kausalität sei ernsthaft in Zweifel zu ziehen (S. 5 Ziff. 
7). Den Argumenten der Beschwerdegegnerin kann hier nicht gefolgt wer-
den: Es liegen Fotos vor, welche offensichtlich kurz nach dem Unfall erstellt 
wurden (mit noch unverheilter Stelle bei luxiertem Zahn 21); gestützt auf 
diese Fotos bestätigte der behandelnde Zahnarzt am 22. April 2013 die 
frakturierte mesiale Schneidekante (AB 10). Auf den Fotos ist klar sichtbar, 
dass eine Ecke des Zahns 11 (untere linke Ecke hinter der Front ausgebro-
chen) beschädigt wurde (Beilage zu AB 8). Daran ändert nichts, dass Dr. 
med. dent. C.________ vergass, diesen Defekt im Zahnschadenformular 
vom 12. Oktober 2011 zu erwähnen. Damit ist mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit ein Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 
... Mai 2011 und dem Defekt am Zahn 11 erstellt. 

3.2 Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten für die 
Versorgung mit einem Veneer auf dem Zahn 11 zu übernehmen hat. Die 
Beschwerdeführerin bringt vor, die provisorische Kompositfüllung nütze 
sich ab, insbesondere im Bereich der Schneidefläche, so dass sie immer 
wieder ersetzt werden müsse (Beschwerde S. 3). Die Beschwerdegegnerin 
geht davon aus, dass der Zahn 11 nunmehr funktionsfähig sei und dass 
auch eine wiederholte Versorgung mit Komposit wirtschaftlicher sei als ein 
Veneer (vgl. AB 16, Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. 4).

Für das Anbringen eines Veneers (eine hauchdünne, lichtdurchlässige Ke-
ramikschale für die Zähne, die mit Spezialkleber auf die Zahnoberfläche 
angebracht wird) kann gegenüber der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung auch bei unfallbedingten Zahnschäden keine grundsätzliche Leis-
tungspflicht abgeleitet werden (vgl. Entscheid des BGer vom 20. Februar 
2012, 9C_707/2011, E. 4.2). Dem Argument der Beschwerdeführerin, eine 
definitive Herstellung sei nur mittels Aufsetzen eines Veneers möglich und 
dies sei die kostengünstigere Variante (Beschwerde S. 3 f.), kann hier nicht 
gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht festgehalten, dass 
die Funktionsfähigkeit mit dem Abschleifen des Zahns 11 und einem Kom-

http://de.wikipedia.org/wiki/Zahn

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positaufbau wiederhergestellt werden kann (vgl. Fotos in der Beilage zu 
AB 4). Die Versorgung eines beschädigten Frontzahns mit einer Komposit-
füllung ist zweckmässig, auch wenn der Komposit (wegen Verfärbungen 
oder Sichtbarkeit der Ränder) ersetzt werden muss und ein Veneer dauer-
hafter ist. Zahnmedizinische Gründe, weshalb im konkreten Fall eine Ver-
sorgung mit einem Veneer einem Kompositaufbau vorzuziehen wäre, wer-
den nicht vorgebracht, vielmehr überwiegen offensichtlich ästhetische 
Gründe (vgl. Fotos in der Beilage zu AB 4). Sind gleichzeitig mehrere  
Massnahmen als zweckmässig zu qualifizieren, beurteilt sich die Leis-
tungspflicht des Krankenversicherers unter dem Gesichtspunkt der Wirt-
schaftlichkeit. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin ist auch ein 
wiederholter Kompositaufbau wirtschaftlicher als ein Veneer (zu den Tari-
fen: www.sso.ch [Kurztarife]; vgl. auch  z.B. www.zahnarzt-zuerich-
weber.ch/Porzellan-Schale-Veneer-Keramik-Schalen.htm); zudem ist auch 
die Funktionstauglichkeit eines Veneers begrenzt (vgl. 9C_707/2011, 
E. 4.3.1). Daran ändert nichts, dass es sich beim beschädigten Zahn 11 um 
einen Frontzahn handelt. Auch diesbezüglich hat sich ein Eingriff im Rah-
men der Wirtschaftlichkeit zu halten. Die Voraussetzungen bezüglich einer 
ausnahmsweisen Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für ein Veneer 
sind nicht erfüllt (vgl. 9C_126/2008, E. 4.1 [E. 2.5 hiervor]).

3.3 Da nach dem Gesagten der natürliche Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Ereignis vom ... Mai 2011 und dem Defekt am Zahn 11 erstellt 
ist, hat eine Übernahme der unfallbedingten Kosten beim Zahn 11 unter 
Berücksichtigung des Prinzips der Wirtschaftlichkeit zu erfolgen (vgl. Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute: Bundesgericht] 
vom 24. Mai 2005, K 145/04, E. 2). Die Beschwerdegegnerin hat – unter 
Berücksichtigung des Prinzips der Austauschbefugnis, welches auch in der 
obligatorischen Krankenversicherung zur Anwendung gelangt – die Kosten 
für eine wirtschaftliche Behandlung (mittels Kompositaufbau) zu überneh-
men; diese sind von den darüber hinausgehenden Kosten für den ästhe-
tisch begründeten Teil der Behandlung (mittels Veneer) des Zahns 11 aus-
zuscheiden. Aus den Akten ist die Höhe der Behandlungskosten für eine 
wirtschaftliche Behandlung des Zahns 11 nicht ersichtlich (vgl. AB 8). Die 
Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – 
unter Einholung eines entsprechenden (allenfalls fiktiven) Kostenvoran-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2014, KV/14/604, Seite 10

schlags beim behandelnden Zahnarzt – die Kosten für eine wirtschaftliche 
Behandlung des Unfallzahns 11 abklärt und danach neu verfügt.

In teilweiser Gutheissung ist der angefochtene Einspracheentscheid der 
KPT vom 21. Mai 2014 aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre 
und neu verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

4.

4.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die teilweise obsiegende 
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG). Nachdem die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 19. 
August 2014 mitteilte, die Höhe der Parteientschädigung werde dem Er-
messen des Gerichts überlassen, wird die Parteientschädigung gerichtlich 
bestimmt auf pauschal Fr. 400.--.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der KPT vom 21. Mai 2014 aufgehoben und die Sa-
che an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne 
der Erwägungen verfahre und neu verfüge. Im Übrigen wird die Be-
schwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 400.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2014, KV/14/604, Seite 11

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- KPT Krankenkasse AG 
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.