# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53fab1bb-7e2d-59a9-bbab-5fa663943aca
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-25
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 25.06.2020 VG.2019.00104 (VG.2020.946)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00104_2020-06-25.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 25. Juni 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  VG.2019.00104/105

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  	
    Gemeinde Glarus Nord

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  vertreten durch Rechtsanwalt A.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.1   BA.______

    	
    Beschwerdegegner

    
	
    1.2   BB.______

    	
     

    
	
    2.     C.______

    	
     

    
	
    3.     D.______

    	
     

    
	
    4.1   EA.______

    	
     

    
	
    4.2   EB.______

    	
     

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  alle vertreten durch Rechtsanwalt
  F.______

  
	
   

  
	
  5.1   GA.______

  
	
  5.2   GB.______

  
	
  6.1   HA.______

  
	
  6.2   HB.______

  
	
  7.     I.______

  
	
  8.     J.______

  
	
   

  
	
  Beschwerdegegner 8 vertreten durch

  Rechtsanwalt K.______

  
	
   

  
	
  9.     L.______

  
	
  10.   M.______

  
	
  11.1 NA.______

  
	
  11.2 NB.______

  
	
   

  
	
  Beschwerdegegner 10 und 11

  
	
  vertreten durch
  Rechtsanwälte O.______ und P.______

  
	
   

  
	
  12.   Departement
  Bau und Umwelt des Kantons Glarus

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  sowie

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.     Q.______AG

    	
    Beigeladene

    
	
    2.     R.______AG

    	
     

    

  

  
	
  3.     Erbengemeinschaft
  S.______

  
	
  bestehend aus

  
	
  3.1   SA.______

  
	
  3.2   SB.______

  
	
  3.3   SC.______

  
	
  3.4   SD.______

  
	
  3.5   SE.______

  
	
   

  
	
  alle vertreten durch Rechtsanwalt T.______

  
	
   

  
	
  4.     U.______

  
	
  5.1   VA.______

  
	
  5.2   VB.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
  VG.2019.00111/112

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  	
    1.     Q.______AG

    	
    Beschwerdeführerinnen

    

  2.     R.______AG

  
	
   

  
	
  beide vertreten durch Rechtsanwalt T.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.1   BA.______

    	
    Beschwerdegegner

    

  1.2   BB.______

  
	
  2.     C.______

  
	
  3.     D.______

  
	
  4.1   EA.______

  
	
  4.2   EB.______

  
	
   

  
	
  alle vertreten durch Rechtsanwalt F.______

  
	
   

  
	
  5.1   GA.______

  
	
  5.2   GB.______

  
	
  6.1   HA.______

  
	
  6.2   HB.______

  
	
  7.     I.______

  
	
  8.     J.______

  
	
   

  
	
  Beschwerdegegner 8 vertreten durch

  
	
  Rechtsanwalt K.______

  
	
   

  
	
  9.     L.______

  
	
  10.   M.______

  
	
  11.1 NA.______

  
	
  11.2 NB.______

  
	
   

  
	
  Beschwerdegegner 10 und 11

  
	
  vertreten durch Rechtsanwälte O.______ und P.______

  
	
   

  
	
  12.   Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  sowie

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.     Gemeinde Glarus
    Nord

    	
    Beigeladene

    

  

  
	
  vertreten durch Rechtsanwalt A.______

  
	
   

  
	
  2.     Erbengemeinschaft S.______

  
	
  bestehend aus

  
	
  2.1   SA.______

  
	
  2.2   SB.______

  
	
  2.3   SC.______

  
	
  2.4   SD.______

  
	
  2.5   SE.______

  
	
   

  
	
  vertreten durch Rechtsanwalt T.______

  
	
   

  
	
  3.     U.______

  
	
  4.1   VA.______

  
	
  4.2   VB.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Überbauungsplan
  Bellavista

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das 35'474 m2 grosse
  Überbauungsplangebiet Bellavista umfasst die im Gesamteigentum der
  Erbengemeinschaft S.______ stehenden Parz.-Nrn. 303 und 305,
  Grundbuch Mollis, welche in der Wohnzone 2b (WkB, mit kleinem Bonus) liegen
  und grösstenteils nicht überbaut sind. Das Überbauungsplangebiet soll über die
  Liegenschaften Parz.-Nrn. 292 und 301 erschlossen werden. Eigentümer der
  Parz.-Nr. 292 ist U.______. Die Liegenschaft Parz.-Nr. 301 steht im
  hälftigen Miteigentum von VA.______ und VB.______. Geplant ist die Überbauung
  des Gebiets mit 17 Einfamilien- und 13 Mehrfamilienhäusern.

  
	
   

  
	
  1.2 Vom 9. Oktober 2014 bis am 29. Oktober 2014 lag der
  Überbauungsplan Bellavista zur Information und Mitwirkung gemäss Art. 7 des
  Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG) auf (Amtsblatt vom 9.
  Oktober 2014). Die öffentliche Auflage des Überbauungsplans nach Art. 25 RBG
  erfolgte vom 8. Juli 2016 bis am 8. August 2016 (Amtsblatt vom 7. Juli 2016).
  Gegen den Überbauungsplan wurden verschiedene Einsprachen erhoben. 

  
	
   

  
	
  1.3 Der Gemeinderat Glarus Nord erliess am 20. Dezember
  2017 den Überbauungsplan unter verschiedenen Auflagen. Gleichentags wies er
  sämtliche Einsprachen ab, soweit er darauf eintrat.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gegen den Erlass des Überbauungsplans erhoben
  GA.______ und GB.______, BA.______ und BB.______, C.______, HA.______ und HB.______,
  D.______, I.______ sowie EA.______ und EB.______ am 7. März 2018 Beschwerde
  beim Departement Bau und Umwelt (DBU). Am 9. März 2018 erhob auch J.______
  beim DBU Beschwerde gegen den Erlass des Überbauungsplans. Dasselbe taten
  gleichentags L.______ sowie M.______, NA.______ und NB.______.

  
	
   

  
	
  2.2 Bereits am 8. März 2018 hatten die Q.______AG sowie
  die R.______AG Beschwerde gegen den Erlass des Überbauungsplans erhoben,
  wobei sich ihre Beschwerde gegen die in den Erlass des Überbauungsplans
  aufgenommenen Auflagen richtete.

  
	
   

  
	
  2.3 Das DBU vereinigte am 30. August 2019 die
  Beschwerdeverfahren und hiess die Beschwerden von GA.______ und GB.______,
  BA.______ und BB.______, C.______, HA.______ und HB.______, D.______,
  I.______, EA.______ und EB.______ sowie L.______ gut, während es die
  Beschwerden von J.______, M.______, NA.______, NB.______ sowie der Q.______AG
  und der R.______AG abwies, soweit es darauf eintrat. Gleichentags verweigerte
  es dem Überbauungsplan die Genehmigung.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Dagegen erhob die Gemeinde Glarus Nord am 26.
  September 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (Verfahren VG.2019.00104
  und VG.2019.00105). Sie beantragte, dass sowohl der Beschwerdeentscheid als
  auch die Genehmigungsverfügung aufzuheben seien. Es seien der Überbauungsplan
  und die zugehörigen Sonderbauvorschriften zu genehmigen. Eventualiter sei die
  Sache zur Überarbeitung und Neubeurteilung an das DBU zurückzuweisen; alles
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  3.2 Am 2. Oktober 2019 erhoben auch die Q.______AG und
  die R.______AG Beschwerde beim Verwaltungsgericht (Verfahren VG.2019.00111
  und VG.2019.00112). Im Wesentlichen beantragten sie ebenfalls die Aufhebung
  des Beschwerdeentscheids und der Genehmigungsverfügung des DBU; unter Kosten-
  und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  3.3 Das Verwaltungsgericht lud in der Folge mit
  Präsidialverfügung vom 4. Oktober 2019 die Erbengemeinschaft S.______,
  U.______ sowie VA.______ und VB.______ in die Verfahren bei. Gleichzeitig lud
  es die Q.______AG und die R.______AG in die Verfahren VG.2019.00104 und
  VG.2019.00105 sowie die Gemeinde Glarus Nord in die Verfahren VG.2019.00111
  und VG.2019.00112 bei. Ferner vereinigte es die Beschwerdeverfahren.

  
	
   

  
	
  3.4 M.______, NA.______ und NB.______ beantragten am
  18. Oktober 2019, dass auf die gegen sie gerichteten Beschwerden nicht
  einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. GA.______ und
  GB.______, HA.______ und HB.______ sowie I.______ teilten dem
  Verwaltungsgericht am 28. Oktober 2019 mit, dass sie sich am Verfahren nicht
  beteiligen werden. Das DBU beantragte am 29. Oktober 2019, dass die
  Beschwerden unter Kostenfolgen abzuweisen seien. J.______ verzichtete am
  4. November 2019 auf eine Beschwerdeantwort. L.______ schloss am
  17. Dezember 2019 auf Abweisung der Beschwerden; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
  BA.______ und BB.______, C.______, D.______ sowie EA.______ und EB.______
  beantragten am 16. Januar 2020, dass auf die Beschwerden der Gemeinde Glarus
  Nord nicht einzutreten sei. Eventualiter seien sie abzuweisen. Die
  Beschwerden der Q.______AG und der R.______AG seien abzuweisen; alles unter
  Kosten- und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  3.5 Die Q.______AG und die R.______AG (nachfolgend:
  Beschwerdeführerinnen 1 und 2) reichten am 30. Januar 2020 eine Stellungnahme
  ein, auf welche L.______ am 6. Februar 2020 antwortete. Am
  11. Februar 2020 reichten die Q.______AG und die R.______AG eine weitere
  Stellungnahme ein. 

  
	
   

  
	
  3.6 Die Gemeinde Glarus Nord (nachfolgend:
  Beschwerdeführerin 3) reichte am 12. Februar 2020 eine Stellungnahme
  ein, zu welcher sich das DBU (nachfolgend: Vor-instanz) am 25. Februar
  2020 äusserte.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79
  Abs. 1 RBG i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes
  über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung
  der gegen den Beschwerdeentscheid der Vorinstanz gerichteten Beschwerden
  zuständig. Dies ist es auch, soweit mit den Beschwerden die Nichtgenehmigung
  des Überbauungsplans gerügt wird (Art. 28 Abs. 3 RBG).

  
	
   

  
	
  1.2

  
	
  1.2.1 Die Beschwerdegegner 1-4 vertreten die Auffassung,
  dass auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 3 nicht einzutreten sei.
  Diese führe nicht aus, welche öffentlichen Interessen sie im vorliegenden
  Beschwerdeverfahren zu vertreten gedenke. Soweit sie sich auf die
  Gemeindeautonomie berufe, sei sie damit nicht zu hören. Art. 113 VRG
  regle die Voraussetzungen zum Ergreifen einer diesbezüglichen Beschwerde,
  welche vorliegend nicht erfüllt seien. Abgesehen davon verletze der
  angefochtene Entscheid die Gemeindeautonomie nicht.

  
	
   

  
	
  1.2.2 Eine Gemeinde ist zunächst gestützt auf Art. 88
  lit. a VRG zur Beschwerde befugt, wenn sie vom angefochtenen Entscheid
  gleich oder ähnlich wie ein Privater in ihren materiellen oder
  vermögensrechtlichen Interessen berührt ist. Dies kann beispielsweise der
  Fall sein, wenn sie selbst Bauherrin ist, oder wenn sie durch eine
  Baubewilligung für ein Werk gleich wie Private immissionsbelastet ist.
  Vorliegend ist die Beschwerdeführerin 3 in ihrer Rolle als
  Planungsbehörde berührt. Es ist offensichtlich und bedarf keiner Weiterungen,
  dass sie vom angefochtenen Entscheid nicht wie ein Privater betroffen ist.

  
	
   

  
	
  1.2.3 Gemäss Art. 88 lit. b VRG ist eine Gemeinde aber
  auch zur Wahrung der von ihr vertretenen öffentlichen Interessen zur
  Beschwerde legitimiert. Seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das
  Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) am 1. Januar 2007 orientiert
  sich das Verwaltungsgericht bei der Auslegung dieser Bestimmung mit Blick auf
  die in Art. 111 Abs. 1 i.V.m. Art. 89 BGG verankerte
  Mindestanforderung an die Beschwerdelegitimation im kantonalen Verfahren an
  der bundesgerichtlichen Praxis zur Beschwerdelegitimation vor dem
  Bundesgericht (vgl. VGer-Urteil VG.2018.00044 vom 28. Juni 2018
  E. 1.3.4.1, mit Hinweis). 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdelegitimation
  einer Gemeinde ist dann zu bejahen, wenn sie als Trägerin öffentlicher
  Aufgaben schutzwürdige, spezifische öffentliche Interessen geltend machen
  kann und in einem Mass betroffen ist, das die Bejahung der
  Rechtsmittelbefugnis im als verletzt gerügten Aufgabenbereich rechtfertigen
  lässt. Verlangt wird grundsätzlich eine qualifizierte Betroffenheit in
  eigenen hoheitlichen Interessen. Eine solche ist anzunehmen, wenn ein
  Hoheitsakt wesentliche öffentliche Interessen in einem Politikbereich
  betrifft, welcher der Gemeinde zur Regelung zugewiesen wurde
  (BGE 136 II 383 E. 2.4; VGer-Urteil VG.2018.00044 vom 28. Juni
  2018 E. 1.3.4.1; Martin Bertschi, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar
  zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf, § 21 N. 105 ff.; Bernhard Waldmann, in Basler
  BGG-Kommentar, 3. A., 2018 § 89 N. 43).

  
	
   

  
	
  Die
  Beschwerdeführerin 3 verweist auf die Gemeindeautonomie, ohne aber
  darzulegen, welche spezifischen öffentlichen Interessen sie im Sinne der
  dargelegten Rechtsprechung wahren will. Sie erfüllt daher die Legitimationsvoraussetzungen
  von Art. 88 lit. b VRG nicht.

  
	
   

  
	
  1.2.4 Hingegen ist eine Gemeinde nach Art. 113 Abs. 1
  lit. b VRG zur Beschwerde befugt, wenn sie geltend macht, ihre Autonomie
  sei verletzt durch einen nicht mehr mit Verwaltungsbeschwerde anfechtbaren
  Entscheid einer anderen kantonalen Behörde.

  
	
   

  
	
  Die
  Beschwerdegegner 1-4 legen nicht substantiiert dar, weshalb die
  Voraussetzungen von Art. 113 Abs. 1 lit. b VRG nicht erfüllt
  sein sollen. Die Beschwerdeführerin 3 ist durch die angefochtenen Entscheide
  als Trägerin hoheitlicher Gewalt berührt und rügt, dass der Entscheid der
  Vorinstanz ihre Gemeindeautonomie verletzte. Das reicht grundsätzlich
  bereits, um auf die Beschwerde einzutreten. Ob die beanspruchte
  Autonomie tatsächlich besteht (vgl. dazu nachfolgend E. II/4.3.2)
  und im konkreten Fall verletzt wurde, ist nämlich keine Frage des Eintretens,
  sondern der materiellen Beurteilung der Beschwerde (BGE 140 V 328
  E. 4.1). 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeführerin 3 ist daher zur Erhebung der
  Beschwerden befugt. Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind,
  ist auf ihre Beschwerden einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.3 Zu Recht unbestritten ist sodann, dass die
  Beschwerde der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 die Prozessvoraussetzungen
  erfüllt, weshalb darauf einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Beim Überbauungsplan handelt es sich um einen
  Sondernutzungsplan, welcher nach Art. 23 Abs. 1 RBG insbesondere die
  Erschliessung, die besondere Bauweise sowie die Freiraumgestaltung eines
  Teilgebiets regelt. Mit dem Überbauungsplan kann gemäss Art. 23 Abs. 4 RBG
  von der Regelbauweise abgewichen werden, wenn dadurch gesamthaft ein
  ortsbaulich und architektonisch besseres Ergebnis verwirklicht wird und dies
  im öffentlichen Interesse liegt.

  
	
   

  
	
  2.2 Wird ein grösseres Bauareal geplant, ist nach
  Art. 6 Abs. 1 der Bauordnung Mollis vom 16. September 1994 (BO
  Mollis) ein verbindliches Gesamtkonzept vorzulegen, das nebst den Elementen
  des Überbauungsplans verbindliche Angaben über die Gestaltung der Gebäude und
  Freiflächen enthält. Gestützt darauf kann der Gemeinderat in den einzelnen
  Zonen Ausnahmen von den zonengemässen Vorschriften über die zulässige
  Ausnützungsziffer bewilligen. Die Regelung bezweckt gemäss Art. 6
  Abs. 2 BO Mollis eine ausgewogene Lösung zwischen einer haushälterischen
  Nutzung des Bodens und Sicherstellung eines qualitativ hochstehenden
  Wohnungsangebots bei einer architektonisch und städtebaulich guten
  Gestaltung. Nach Art. 6 Abs. 3 BO Mollis besteht kein Anspruch auf
  die Gewährung der erhöhten Ausnützung bzw. der zusätzlichen Geschosse. Die
  Ausnahmen können nur gewährt werden, wenn damit eine hygienisch und baulich
  einwandfreie Lösung erzielt wird. Insbesondere ist eine die Wohnqualität
  sichernde Erschliessung vorzusehen; ebenso sind die Beziehungen zu den
  Nachbargrundstücken zu beachten. Die Bebauung hat sich in das Ortsbild der
  Gemeinde gut einzufügen. Das Projekt ist daher gemäss Art. 6 Abs. 4
  BO Mollis von einer Fachinstanz zuhanden des Gemeinderats zu begutachten.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Beschwerdeführerin 3 erliess den
  Überbauungsplan unter verschiedenen Auflagen, welche sie in
  Disp.-Ziff. 1 ihres Beschlusses aufführte: Beim Baubereich A4 ist
  angrenzend an die Kännelstrasse ein Bereich von 2 m mit einem Servitut
  zu Gunsten der Gemeinde freizuhalten und der Strassenabstand ab diesem
  Bereich zu messen (lit. a). Alle Fuss- und Fahrwegrechte zu Gunsten der
  Gemeinde sind vor der ersten Baueingabe (Hagnenstrasse) im Grundbuch
  einzutragen (lit. b). Die Korridore (Mittel- und Niederspannung, Fernwärme)
  für übergeordnete Erschliessungen sind im Überbauungsplan aufzunehmen. Dieser
  ist mit dem Standort der Trafostation zu ergänzen. In den
  Sonderbauvorschriften (SBV) muss das Recht auf die Platzierung von
  Niederspannungsverteilkabinen eingeräumt werden (lit. c). In Art. 10 der
  SBV ist zu ergänzen, dass die Entsorgungsanlage zu Lasten der
  Projektverfasser zu erstellen ist und der Standort sowie die Ausrüstung in
  Absprache bzw. nach Weisung der Gemeinde zu erfolgen hat (lit. d). Die
  Gestaltung der Quartierstrassen ist im Sinne der Stellungnahme der Gestaltungskommission
  zu überarbeiten (lit. e). Die Legende im Überbauungsplan ist so anzupassen,
  dass die Baumstandorte und Baumarten nicht Genehmigungs-, sondern nur
  Orientierungsinhalt sind. Art. 7.4 SBV ist entsprechend anzupassen (lit. f).
  Bei der Anordnung der Bauten ist darauf zu achten, dass möglichst wenig
  Terrainverschiebungen nötig sind und der Freiraum in der Siedlung ein
  zusammenhängendes Ganzes bleibt (lit. g). Der Grünkorridor hat als offene
  Kulturland-Zunge in Erscheinung zu treten, die sich bis an die
  Gebäudefassaden zieht. Das offene Wiesland ist mit einzelnen Obst- und
  Nussbäumen zu gliedern unter Beibehaltung der natürlichen Topographie (lit.
  h). Zur Überprüfung der in Art. 5.1 SBV verlangten
  überdurchschnittlichen architektonischen Qualität und hervorragenden
  Gesamtwirkung sind alle Bauprojekte vor der Ausarbeitung zum Baugesuch der
  Bauberatung oder der Gestaltungskommission zur Beurteilung vorzulegen.
  Art. 5 ist entsprechend zu ergänzen (lit. i). Die in Art. 12
  SBV optional geregelte Etappierung ist als verbindlich zu erklären und mit
  einem konkreten Etappierungsplan zu hinterlegen (lit. j).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2
  erhoben gegen einen Teil dieser Auflagen bei der Vorinstanz Beschwerde. Dabei
  beantragten sie, dass der freizuhaltende Bereich von 2 m im
  Baubereich A4 (Auflage 1a), die Formulierung bei der Standortwahl und
  Ausrüstung der Entsorgungsanlagen (Auflage 1d), die Überarbeitung der
  Quartierstrassen (Auflage 1e), die Terrainverschiebung und der Freiraum als
  zusammenhängendes Ganzes (Auflage 1g), der Grünkorridor bis an die
  Gebäudefassadenende (Auflage 1h) sowie die Ergänzung in den SBV, wonach alle
  Bauprojekte der Gestaltungskommission vorzulegen sind (Auflage 1h), zu
  streichen seien.

  
	
   

  
	
  3.2.2 Noch während des laufenden Beschwerdeverfahrens
  schlossen die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 sowie die
  Beschwerdeführerin 3 am 21./22. August 2018 eine Vereinbarung. Die
  Auflage 1a wurde neu formuliert. Danach ist beim Baubereich A4
  angrenzend an die Kännelstrasse ein Bereich von 2 m mit einem Servitut
  zu Gunsten der Gemeinde freizuhalten, wobei der Strassenabstand für eine
  Baute im Baubereich A4 ab der heute bestehenden Strasse gemessen wird.
  Die Abstandsvorschriften für Garagenplätze bleiben unberührt. Die
  freizuhaltende Fläche darf jederzeit als Zufahrt und Fussweg für den
  Baubereich A4 genutzt werden. Die Auflage 1d wurde ebenfalls neu
  gefasst. Gemäss der Vereinbarung ist in Art. 10 SBV zu ergänzen, dass
  die Erstellungs-, Unterhalts- und Erneuerungskosten für die Entsorgungsanlage
  zu Lasten der Grundeigentümer gehen und dass der Standort sowie die
  Ausrüstung in Absprache zwischen Gemeinde und Planergemeinschaft zu erfolgen
  hat. Soweit erforderlich wird hierfür eine Grunddienstbarkeit vereinbart. Die
  Auflage 1e wurde ersatzlos gestrichen. Die Planergemeinschaft
  verpflichtete sich in der Vereinbarung jedoch, dass die Strassen in der
  Detailplanung mit Versätzen oder mit Verkleinerung der Fahrbahnbreite oder
  Vergrösserung der Seiten- oder Gehwegflächen geplant werden, wobei die
  Detailanpassungen geringfügig und ohne Neuauflage des Strassenplans erfolgen.
  Die Auflagen 1g, 1h und 1i wurden sodann ersatzlos gestrichen. Die
  Vorinstanz wurde schliesslich aufgefordert, die Vereinbarung im Genehmigungs-
  und Beschwerdeentscheid aufzunehmen.

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1

  
	
  3.3.1.1 Die Vorinstanz erachtete die Vereinbarung
  aus mehreren Gründen als nicht zulässig. Diese habe den Streitgegenstand
  verändert, weshalb sämtliche Parteien hätten einverstanden sein müssen. Bei
  den vorgenommenen Streichungen und Anpassungen handle es sich sodann um
  wesentliche Änderungen zum erlassenen Überbauungsplan. Deshalb wäre eine
  erneute öffentliche Auflage notwendig gewesen. Sodann seien die
  Voraussetzungen für den Abschluss eines Vergleichs nicht erfüllt gewesen.

  
	
   

  
	
  3.3.1.2 Die Beschwerdeführerin 3 hält dafür, da
  nur die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 die Auflagen angefochten hätten,
  habe sich auch nur eine Einigung mit ihnen aufgedrängt. Es sei deshalb nicht
  nachvollziehbar, weshalb eine aussergerichtliche Prozess-erledigung unzulässig
  sein sollte, zumal die mit der Vereinbarung erledigten Punkte von den
  Beschwerdegegnern überhaupt nicht bemängelt worden seien. 

  
	
   

  
	
  3.3.1.3 Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2
  vertreten die Auffassung, die Auflagen hätten nie öffentlich aufgelegen,
  weshalb gegenüber der Öffentlichkeit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs
  vorliegen könne. Gerade die Auflagen hätten dazu beigetragen, dass der
  Überbauungsplan in einigen Punkten abgeändert werden sollte. 

  
	
   

  
	
  3.3.2

  
	
  3.3.2.1 Anfechtungsobjekt im vorinstanzlichen
  Verfahren war der Erlass des Überbauungsplans mit den strittigen Auflagen.
  Mit der Einreichung der Beschwerden wurde die Sache rechtshängig. Damit wurde
  nicht nur das verwaltungsinterne Beschwerdeverfahren in Gang gebracht,
  sondern die Beschwerdeführerin 3 verlor als Vorinstanz grundsätzlich die
  Kompetenz, in der Angelegenheit Anordnungen zu treffen
  (vgl. Art. 94 Abs. 1 VRG). Mit diesem sogenannten Devolutiveffekt
  ist verbunden, dass die Vorinstanz grundsätzlich die Befugnis verliert, sich
  mit der Sache zu befassen. Dieser Mechanismus wird jedoch durch den mit
  Art. 58 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom
  20. Dezember 1968 (VwVG) identischen Art. 94 VRG durchbrochen.
  Dessen Abs. 2 lässt ausdrücklich zu, dass die Vorinstanz die
  angefochtene Verfügung bis zu Einreichung der Vernehmlassung in
  Wiedererwägung ziehen darf (vgl. zum Ganzen August Mächler, in Christoph
  Müller/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], VwVG-Kommentar, 2. A.,
  Zürich/St. Gallen 2019, Art. 58 N. 1).

  
	
   

  
	
  3.3.2.2 Aus dem Gesagten folgt, dass eine
  Anpassung des Streitgegenstands durch die Vorinstanz auch nach
  Rechtshängigkeit ohne Mitwirkung der Parteien auf dem Wege der Wiedererwägung
  grundsätzlich möglich ist. Nicht zulässig ist es hingegen, die ursprüngliche
  Verfügung zu Ungunsten einer Partei abzuändern. Darin ist lediglich ein
  Antrag an die Beschwerdeinstanz zu sehen, bei welcher das Rechtsmittel hängig
  ist (Mächler, Art. 58 N. 23).

  
	
   

  
	
  3.3.2.3 Die privaten Beschwerdegegner rügten im
  vorinstanzlichen Verfahren unter anderem eine ungenügende Gestaltung und
  Einordnung. Mit der Streichung der Auflagen 1e, 1g, 1h und 1i wurde die
  angefochtene Verfügung zu ihren Ungunsten geändert.

  
	
   

  
	
  Es ist während eines Rechtsmittelverfahrens nicht
  zulässig, den Streitgegenstand mittels eines Vergleichs abzuändern, ohne dass
  damit sämtliche Parteien einverstanden sind. Überdies wäre im
  vorinstanzlichen Verfahren – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – auch
  eine Wiedererwägung der angefochtenen Verfügung nicht in Frage gekommen. Auch
  damit wäre nämlich der Streitgegenstand zu Ungunsten der privaten
  Beschwerdegegner abgeändert worden. Insgesamt konnte der zwischen den
  Beschwerdeführerinnen während der Rechtshängigkeit des vorinstanzlichen
  Verfahrens geschlossenen Vereinbarung lediglich der Charakter eines
  gemeinsamen Antrags an die Vorinstanz, wie die Auflagen abzuändern sind,
  zukommen.

  
	
   

  
	
  3.3.3

  
	
  3.3.3.1 Die Vorinstanz kam sodann zum Schluss,
  dass es zwar prinzipiell zulässig sei, mit einer Verfügung betreffend den
  Erlass eines Überbauungsplans Auflagen zu verbinden. Allerdings handle es
  sich bei den durch die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 angefochtenen
  Auflagen um nicht geringfügige Änderungen des Überbauungsplans, weshalb sie
  nicht ohne erneute öffentliche Auflage hätten erlassen werden dürfen. Überdies
  seien die nach Art. 29 Abs. 3 RBG erforderlichen Zustimmungen für
  die Änderung des Überbauungsplans nicht vorhanden. Die angefochtenen Auflagen
  seien daher widerrechtlich, was zur Aufhebung der Auflagen führe.

  
	
   

  
	
  3.3.3.2 Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 machen
  geltend, die Auflagen hätten mangels gesetzlicher Grundlage nicht verfügt
  werden dürfen. Auflagen seien bei einem Überbauungsplan auch wenig sinnvoll,
  weil erstens der Überbauungsplan eng von der Gemeinde begleitet werde und
  zweitens allfällige geringfügige Anpassungen im Baubewilligungsverfahren
  erfasst werden könnten. Daher habe der Erlass bzw. die Genehmigung des
  Überbauungsplans ohne Auflagen zu erfolgen.

  
	
   

  
	
  3.3.3.3 Die Beschwerdeführerin 3 vertritt hingegen
  die Auffassung, dass sämtliche Auflagen geringfügige Änderungen des
  Überbauungsplans darstellten und deshalb hätten verfügt werden dürfen.

  
	
   

  
	
  3.3.4

  
	
  3.3.4.1 Bei der Auflage handelt es sich um die mit
  einer Verfügung verbundene zusätzliche Verpflichtung zu einem Tun, Dulden
  oder Unterlassen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen 1
  und 2 darf eine Auflage auch dann verfügt werden, wenn sie nicht ausdrücklich
  in einem Rechtssatz vorgesehen ist. Deren Zulässigkeit kann aus dem mit dem
  Gesetz verfolgten Zweck hervorgehen. Eine Bewilligung kann insbesondere dann
  mit einer Auflage verbunden werden, wenn sie aufgrund der gesetzlichen
  Bestimmungen überhaupt verweigert werden könnte. Insofern ist eine Auflage
  Ausdruck des Verhältnismässigkeitprinzips (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix
  Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., Zürich/St. Gallen,
  Rz. 919 ff.).

  
	
   

  
	
  3.3.4.2 Zwar ist den Beschwerdeführerinnen 1 und 2
  insofern zuzustimmen, dass Auflagen beim Erlass eines Überbauungsplans eher
  selten sind, ausgeschlossen sind sie aber nicht, auch wenn sie im Gegensatz
  zu den Auflagen bei Baubewilligungen (Art. 76 Abs. 2 RBG) im Gesetz
  nicht explizit erwähnt werden. 

  
	
   

  
	
  3.3.5

  
	
  3.3.5.1 Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2
  beantragten im vorinstanzlichen Verfahren die Aufhebung der Auflagen 1a, 1d,
  1e, 1g, 1h und 1i. Dabei ist wesentlich, dass die Auflagen erst beim Erlass
  des Überbauungsplans verfügt wurden, ohne dass sie zuvor bei der öffentlichen
  Auflage des Überbauungsplans erwähnt worden waren.

  
	
   

  
	
  3.3.5.2 Gemäss Art. 27a Abs. 1 RBG sind im Einspracheverfahren
  vorgenommene Änderungen an einem Sondernutzungsplan nochmals öffentlich
  aufzulegen. Vorbehalten bleiben geringfügige Änderungen im Sinne von
  Art. 29 RBG. Änderungen an Sondernutzungsplänen gelten nach Art. 29
  Abs. 5 RBG als geringfügig, wenn keine öffentlichen Interessen berührt
  werden (lit. a) und keine Änderung des dem Sondernutzungsplan zugrunde
  liegenden Konzepts einhergeht (lit. b). Geringfügige Änderungen an
  Zonenplänen und Sondernutzungsplänen können indessen ohne öffentliche Auflage
  nur dann vorgenommen werden, wenn die von ihnen direkt betroffenen
  Grundeigentümer, die Mehrheit der Eigentümer der angrenzenden Grundstücke und
  die Baurechtsinhaber sich mit ihnen einverstanden erklärt haben. Nicht
  zustimmende Grundeigentümer werden unter Ansetzung einer Einsprachefrist von
  30 Tagen angeschrieben (Art. 29 Abs. 3 RBG). 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 haben offensichtlich
  den Auflagen nicht zugestimmt, was bereits ihre bei der Vorinstanz erhobene
  Beschwerde zeigt. Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin 3 die
  Auflagen von vornherein nicht ohne erneute öffentliche Auflage hätte erlassen
  dürfen; dies unabhängig davon, ob der Überbauungsplan dadurch nur geringfügig
  geändert wurde oder nicht. Den Auflagen kann daher keine Geltung zukommen.
  Überdies legte die Vorinstanz in ihrem Entscheid zutreffend dar, weshalb
  zumindest die von den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 beanstandeten
  Auflagen keine bloss geringfügigen Änderungen darstellen
  (E. 4.10.3.5 ff.), worauf verwiesen werden kann.

  
	
   

  
	
  3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die
  Vereinbarung zwischen den Beschwerdeführerinnen über die Anpassung
  bzw. Streichung von Auflagen im vorinstanzlichen Verfahren lediglich als
  gemeinsamer Antrag an die Vorinstanz anzusehen war. Da die Auflagen aber ohne
  Zustimmung der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 erlassen wurden und
  überdies zumindest teilweise keine geringfügigen Änderungen des
  Überbauungsplans zur Folge hatten, hätten sie öffentlich aufgelegt werden
  müssen. Indem die Beschwerdeführerin 3 dies unterliess, kann den
  Auflagen keine Geltung zukommen. Daher ist nachfolgend der Überbauungsplan
  ohne Auflagen auf seine Gesetzeskonformität hin zu prüfen.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1

  
	
  4.1.1 Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 machen geltend,
  der Überbauungsplan weiche nicht von der Regelbauweise ab. Das werde schon
  dadurch deutlich, dass das Gebiet Bellavista gemäss der Bauordnung Mollis
  einer Überbauungsplanpflicht unterliege. Es müsse daher kein ortsbaulich und
  architektonisch besseres Ergebnis verwirklicht werden. Die Beurteilung der
  Gestaltungskommission sei sodann für den Gemeinderat in keiner Weise bindend.
  Entsprechend sehe das Gesetz auch nicht vor, dass ein positiver Bericht der
  Gestaltungskommission vorliegen müsse. Sei der Einordnungsentscheid einer
  kommunalen Baubehörde nachvollziehbar, hätten die kantonalen Instanzen diesen
  zu respektieren. Sie dürften das Ermessen der kommunalen Behörde nicht durch
  ihr eigenes ersetzen. Der Gemeinderat sei auf die negativen Punkte
  eingegangen, welche die Gestaltungskommission verspätet erwähnt habe. Dennoch
  habe er den Überbauungsplan genehmigt. Am 19. September 2016 sei ihnen,
  den Beschwerdeführerinnen 1 und 2, mitgeteilt worden, es seien keine
  neuen Stellungnahmen eingegangen. Wenn nun die Gestaltungskommission danach
  den Plan unausgereift finde, obwohl sie auf zahlreiche Anpassungen hingewirkt
  habe, erweise sich dies als treuwidrig. Überdies fehle offensichtlich eine
  gesetzliche Grundlage, welche es der Gestaltungskommission erlaube, im
  Verfahren betreffend Überbauungsplan mitzuwirken. Dies müsse bei der
  Gewichtung der Meinung der Gestaltungskommission berücksichtigt werden. Die
  Gestaltungskommission dürfe sodann keine überdurchschnittliche ortsbauliche
  und architektonische Gestaltung verlangen, da dies das Gesetz nicht vorsehe.
  Es genüge, dass die Voraussetzungen von Art. 6 Abs. 3 BO Mollis
  erfüllt seien, nämlich, dass sich die Bebauung gut in das Ortsbild der
  Gemeinde einfüge. Die Ausführungen der Gestaltungskommission zu den
  Verkehrsanordnungen, der Nutzungsart, der Bauweise, teilweise der
  Freiraumgestaltung und zu Massnahmen der sparsamen Nutzung und Verteilung von
  Energie seien daher unbeachtlich. Die Gestaltungskommission sei ferner davon
  ausgegangen, dass die Ausnützungsziffer angemessen sei. Diese Ausnahme habe
  aber nur gewährt werden können, wenn damit eine hygienische und baulich
  einwandfreie Lösung erzielt werde. Insbesondere müsse nach Art. 6
  Abs. 3 BO Mollis eine die Wohnqualität sichernde Erschliessung
  vorgesehen werden. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt seien, erwiesen sich
  die gegenteiligen Ausführungen der Gestaltungskommission in ihrem letzten
  Bericht als widersprüchlich. Nicht zu hören sei die Kritik am Richtprojekt,
  da dieses nicht genehmigt werden müsse.

  
	
   

  
	
  Für das
  Überbauungsplangebiet sei unter Beachtung des Bundesinventars der
  schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) eine
  Nutzungsordnung geschaffen worden, welche direktdemokratisch abgesegnet
  worden und grundeigentümerverbindlich sei. Das Überbauungsplangebiet stehe
  nicht unter Schutz, weshalb auf das ISOS nicht weiter einzugehen sei. Das
  Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) sei
  daher nicht einmal beratend hinzuziehen. Wenn die Vorinstanz sämtliche vor
  dem 1. Juni 2016 erstellten Berichte als unwesentlich erachte und das
  Gutachten dennoch beiziehe, verhalte sie sich widersprüchlich. 

  
	
   

  
	
  Zum Gutachten der
  kantonalen Denkmalpflege sei anzuführen, dass das neue Quartier den
  Gestaltungsregeln von heute verpflichtet und kein Denkmalpflegeobjekt sei.
  Das Gebiet grenze nicht an die geschützte Zone an, sondern es liege derzeit
  ein Grüngürtel von ca. 50 m Tiefe dazwischen. Der Überbauungsplan
  respektiere mit der rücksichtsvollen Andersartigkeit den historischen Bestand
  als etwas Einmaliges, ohne sich billig anzubiedern. Schliesslich sei auch die
  kantonale Denkmalpflege in ihrem Schreiben vom 16. Juni 2015 von einem
  überdurchschnittlich gestalteten Quartier ausgegangen.

  
	
   

  
	
  4.1.2 Die Beschwerdeführerin 3 vertritt die Auffassung,
  mit einem Überbauungsplan sei es möglich, über eine verhältnismässig grosse
  Fläche eine gesamthaft gestaltete Überbauung zu ermöglichen, weshalb die
  Bauordnung für den Überbauungsplan gewisse Freiheiten vorsehe. Eine Ausnahme
  in der Bauordnung stelle aber noch keine Abweichung von der Regelbauweise dar.
  Der Nachweis der ortsbaulich und architektonisch besseren Lösung sei
  erbracht. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass die Planungsbehörde, nicht
  die Gestaltungskommission, zum Entscheid befugt sei. Indem die Vorinstanz dem
  Entscheid der Gestaltungskommission ein dermassen grosses Gewicht beimesse
  und damit den Entscheid der Planungsbehörde aus den Angeln hebe, überschreite
  sie ihre Beurteilungskompetenz und greife damit ungerechtfertigt in die
  Gemeindeautonomie ein. Unzutreffend sei sodann die Einschätzung, dass mit den
  gewährten Ausnahmen im Überbauungsplan die Vorgaben des ISOS nicht
  eingehalten werden könnten. Die Ausweitung des ISOS auf den vorliegenden
  Überbauungsplan sei gesetzlich nicht vorgesehen und daher unzulässig. Dem
  Gutachten der ENHK komme daher keine beratende Funktion zu. Tatsache sei,
  dass das Überbauungsplangebiet Bellavista nicht unter Schutz stehe. Das ISOS
  sei auf kantonaler und kommunaler Ebene einzig bei der Erstellung von
  Richtplänen zu berücksichtigen. Schliesslich wären die Aspekte des
  Ortsbildschutzes und der Schutzanliegen des ISOS ohnehin erst dann in die
  Interessenabwägung einzubeziehen, wenn von der Grundnutzungsordnung
  abgewichen würde. Dies sei vorliegend jedoch gerade nicht der Fall.

  
	
   

  
	
  4.1.3 Die Vorinstanz führt dazu aus, der Überbauungsplan
  weiche insbesondere hinsichtlich der Bebauungsart Mehrfamilienhäuser mit den
  Flachdächern, der erhöhten Ausnützungsziffer und den höheren Gebäudehöhen von
  der Regelbauweise der Wohnzone 2b ab. Art. 6 der BO Mollis regle nicht
  die Regelbauweise, sondern begrenze die möglichen Abweichungen davon. Sodann
  treffe es zwar zu, dass dem Gemeinderat ein grosses Ermessen zukomme.
  Indessen fehle es an einer Beurteilung der Planungsbehörde, weshalb mit dem
  Überbauungsplan eine gegenüber der Regelbauweise bessere Lösung erzielt
  werde. Auf die zahlreichen Kritikpunkte der Gestaltungskommission werde nicht
  eingegangen. Wenn der Gemeinderat den Überbauungsplan trotzdem erlassen wolle
  und damit vom Fachgutachten der eigenen Gestaltungskommission abweichen
  müsse, sei dies vertieft zu begründen. Dafür sei es aber nicht ausreichend,
  sich bei seinem Entscheid einzig auf den Punkt der Schaffung eines Grünraums
  zu beziehen. Der Einordnungsentscheid des Gemeinderats sei daher nicht
  nachvollziehbar. Schliesslich sei das ISOS auch bei Sondernutzungsplanungen
  zu berücksichtigen, was sich aus dem kantonalen Recht ergebe.

  
	
   

  
	
  4.1.4 Die Beschwerdegegner halten im Wesentlichen dafür,
  dass mit dem Überbauungsplan von der Regelbauweise abgewichen werde. Der
  Beizug der Gestaltungskommission sei durch Art. 6 Abs. 4 BO Mollis
  vorgeschrieben. Der Gemeinderat hätte sich eingehend mit der Auffassung der
  Gestaltungskommission auseinandersetzen müssen, was er nicht getan habe.
  Massgeblich sei dabei, dass sich die Gestaltungskommission negativ zum
  Überbauungsplan geäussert habe. Schliesslich sei auch das Gutachten der ENHK
  mitzuberücksichtigen. 

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1

  
	
  4.2.1.1 Die Gestaltungskommission beschäftigte sich ab dem
  Oktober 2012 intensiv mit dem Überbauungsplan (vgl. etwa die Protokolle
  der Sitzungen vom 30. Oktober 2012, 27. August 2013, 24. Juni 2014, 28.
  Oktober 2014 und 4. Juni 2015). In ihrer Stellungnahme vom 2. Oktober
  2015 kritisierte die Gestaltungskommission insbesondere die
  überdimensionierten Baubereiche, die Bauen bis in die empfindliche Zone des
  Grünraums hinein zuliessen. Letztmals vor der öffentlichen Auflage des
  Überbauungsplans setzte sich die Gestaltungskommission in ihrer Sitzung vom
  12. Mai 2016 mit diesem auseinander. Dabei begrüsste sie die Reduktion der
  Baufelder. Der durchgehende Grünraum werde dadurch aufgewertet, was der
  ganzen Überbauung zugute komme. Die Ausnützung werde für das Areal als
  angemessen beurteilt. Daneben machte sie verschiedene "Vorschläge zur
  Präzisierung", welche sich insbesondere auf die Qualität der
  Architektur, den Grünraum, die Strassenfläche und die Parkierung bezogen.

  
	
   

  
	
  Im Dezember 2016 nahm die
  Gestaltungskommission zum aufgelegten Überbauungsplan Stellung. Sie führte
  dabei aus, dass sie der Bauherrschaft und den Projektverfassern mehrmals ein
  Konkurrenzverfahren empfohlen habe, um die ortsbauliche und architektonische
  Qualität zu sichern. In Massstab und Körnung orientiere sich die Bebauung am
  Kontext, was begrüsst werde. Die Dichte der Bebauung beurteile sie als dem
  Kontext angemessen. Die Setzung der Volumen bleibe jedoch
  geometrisch-schematisch. Sie vermisse eine stärker räumlich gedachte,
  spannungsvollere und in die Landschaft eingebettete Setzung. Problematisch
  seien in Bezug auf eine befriedigende Einbettung insbesondere die grösstenteils
  schnurgeraden Stichstrassen in der Falllinie des Hangs, was sie bereits
  mehrfach kritisiert habe. Diese Strassengeometrie sei am Hang optisch
  auffällig und nicht erwünscht. Die verkehrsorientierte Strassengestaltung sei
  nicht mehr zeitgemäss. Bei den Wohnformen handle es sich weitgehend um
  konventionelle Einfamilienhäuser und Geschosswohnungen. Die in den
  Sonderbauvorschriften erwähnten "vielfältigen Wohnformen" vermisse
  sie im Richtprojekt. Die Richtprojekte wiesen einen konventionellen, weitgehend
  charakterlosen Ausdruck auf. Sie vermisse die im Überbauungsplan genannte
  "überdurchschnittliche gestalterische Qualität". Sie begrüsse, dass
  die Baufelder verkleinert und die Hagnenstrasse im Bereich des Grünraums
  verschmälert worden seien. Hingegen kritisiere sie, dass die Zwischenräume
  zwischen den einzelnen Bauten der Überbauung mehrheitlich als Abstandsräume
  ohne eigene Aufenthaltsqualität geplant seien. Sie unterstütze die
  detaillierte Stellungnahme der Landschaftsarchitektin W.______. Die Errungenschaft
  des Überbauungsplans bestehe in der Schaffung des öffentlichen Grünraums als
  Gewinn für Dorf und Quartier. Diesen würde die Bauherrschaft bei einer
  Überbauung in Regelbauweise kaum realisieren. Gesamthaft seien bei der
  Überarbeitung des Überbauungsplans die Hinweise der Gestaltungskommission zu
  berücksichtigen. Gelinge dies, stütze sie den Überbauungsplan. Die
  ortsbauliche und architektonische Gestaltung sei nicht überdurchschnittlich,
  doch der Überbauungsplan ermögliche im Gegensatz zur Regelbauweise die
  Schaffung des öffentlichen Grünraums, den sie als Gewinn für Dorf und
  Quartier werte. Vorausgesetzt, die Kritikpunkte in der Stellungnahme zum
  Grünraum würden ebenfalls berücksichtigt.

  
	
   

  
	
  4.2.1.2 Als Anhang zur Stellungnahme war der Bericht von W.______
  angeführt. Diesem lässt sich entnehmen, dass W.______ als Spezialistin für
  Landschaftsarchitektur in die Beurteilung der Bauvorhaben und die Entwicklung
  eines Masterplans im Gebiet Bellavista involviert war. Die vorgelegten
  Vorschläge schafften aus ihrer Sicht nicht die geforderte
  überdurchschnittliche Qualität und vorzügliche Gesamtwirkung. Sie
  berücksichtigten den für diesen Grünraum vorgegebenen Charakter nicht. Die
  Problematik zeige sich in grundlegenden Strukturen wie auch in vielen
  Details. Die Gestaltungsabsichten veränderten diesen prägenden Teil von
  Mollis in einer Weise, welche der Identität des Orts entgegenstehe und diese
  deutlich und unwiderruflich schwäche. Sie empfehle daher, das
  Gestaltungskonzept für den Aussenraum zu überarbeiten. 

  
	
   

  
	
  4.2.2

  
	
  4.2.2.1 Die kantonale Natur- und Heimatschutzkommission
  führte am 3. Februar 2015 aus, das Gebiet sei zu Recht als wichtiger
  Ortsbildhintergrund ausgeschieden worden. Was hier gebaut werde, beeinflusse
  direkt die Wahrnehmung des Ortsbilds von Mollis und werde in Zukunft Teil
  dieses national bedeutsamen Ortsbilds sein. Das Ortsbild werde im Bereich der
  Kirche durch dörfliche Strukturen bestimmt, was durch den Überbauungsplan
  berücksichtigt werden müsse. Dies geschehe aber wegen der monotonen, schematischen
  und grossvolumigen Bauten sowie der entstehenden monotonen (Flach-)Dachlandschaft
  nicht. Die notwendige überdurchschnittliche Qualität sei nicht gegeben. Der
  Überbauungsplan müsse daher grundlegend überarbeitet werden.

  
	
   

  
	
  4.2.2.2 Die kantonale Fachstelle Denkmalpflege und
  Ortsbildschutz nahm am 22. Juli 2015 zum Überbauungsplan Stellung. Dabei
  begrüsste sie das Grünraumkonzept, verlieh aber ihrer Sorge um die
  architektonische Qualität Ausdruck. Ferner wies sie darauf hin, dass ihre
  Beurteilung unter Vorbehalt der Erkenntnisse der ENHK stehe, deren Gutachten
  noch nicht erfolgt sei.

  
	
   

  
	
  4.2.2.3 Die ENHK erstatte ihr Gutachten am 28. Oktober
  2015. Sie kam zum Schluss, die Planung negiere bewusst die historisch
  gewachsenen Strukturen des Ortskerns. Sie orientiere sich vielmehr am
  Bebauungsmuster der jüngeren baulichen Entwicklung, die im ISOS unter
  E. 0.0.39 als störend ausgewiesen worden sei. Durch die neue
  hangparallel geführte 5 m breite Erschliessungsstrasse und die neue,
  sich grossflächig ausdehnende Quartierstruktur werde eine Konkurrenz zum
  historischen Strassendorf geschaffen und dieses somit in seiner Wirkung
  erheblich beeinträchtigt. Der Überbauungsplan führe zu einer schwerwiegenden
  Beeinträchtigung; dies insbesondere in Bezug auf die Schutzziele der
  Erhaltung der wesentlichen Sichtbezüge sowie des östlichen Ortsbildrands mit
  seinem Ortsbildhintergrund.

  
	
   

  
	
  4.2.2.4 Die Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz nahm
  am 22. Januar 2019 erneut zum Überbauungsplan Stellung. Zusammenfassend
  führte sie aus, dass dieser keine ortsbaulichen Verbesserungen gegenüber der
  Regelbauweise mit sich bringe. Die Nachteile, welche durch die grossen
  Baufelder, deren rasterartige Anordnung an einem vollständig neu modellierten
  Hang, der hangparallelen Strasse, den grossen Volumina, der Bauweise als
  Flachdachbauten am Hang und der fehlenden Körnigkeit entstünden, könnten
  durch den Vorteil des Grünstreifens (sofern er gemäss den Auflagen angepasst
  werde) nicht aufgewogen werden. In der Vorprüfungsphase sei das Vorhaben
  durch die ENHK als schwerwiegende Beeinträchtigung bezeichnet worden. Daran
  habe sich aufgrund der fehlenden Berücksichtigung der Kritikpunkte im
  vorliegenden Projekt nichts geändert. 

  
	
   

  
	
  4.2.3

  
	
  4.2.3.1 Im Nachgang an die letzte Beurteilung der Gestaltungskommission
  schrieb die Beschwerdeführerin 3 den Beschwerdeführerinnen 1 und 2
  am 22. Dezember 2016, die Gestaltungskommission habe sich nochmals mit
  dem Überbauungsplan beschäftigt, weil für dessen Erlass durch den Gemeinderat
  und die anschliessende Genehmigung ein Fachgutachten verlangt werde. Die
  Gestaltungskommission würdige die Arbeit ausführlich, erachte den
  Überbauungsplan gesamthaft jedoch als zu wenig ausgereift für eine positive
  Stellungnahme zuhanden des Gemeinderats. Um eine Rückweisung durch den
  Gemeinderat zu verhindern, bestehe nur die Möglichkeit, den Überbauungsplan
  nochmals in den beanstandeten Punkten zu überarbeiten. Eine Wiederholung der
  öffentlichen Auflage nach erneuter Überarbeitung des Überbauungsplans sei
  unumgänglich. 

  
	
   

  
	
  4.2.3.2 Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 zeigten sich damit
  in ihrem Schreiben vom 10. Februar 2017 nicht einverstanden und ersuchten den
  Gemeinderat, den Überbauungsplan zu erlassen. Dies machte der Gemeinderat am
  20. Dezember 2017, wobei er verschiedene Auflagen verfügte
  (vgl. dazu E. II/3). Dabei führte er aus, das Projekt weise eine
  sehr gute wohnhygienische Qualität auf. Im Richtprojekt sei ersichtlich, dass
  die Hausgrundrisse grosszügig konzipiert und sehr gut besonnt seien. Das
  Richtprojekt ermögliche gemäss der Stellungnahme der Gestaltungskommission im
  Gegensatz zur Regelbauweise die Schaffung von öffentlichem Grünraum, der als
  Gewinn für das Dorf und das Quartier gewertet werde. Die Arealüberbauung
  solle als moderne, zeitgenössische Überbauung eine überdurchschnittliche
  Qualität aufweisen und eine hervorragende Gesamtwirkung auch als prägender
  Dorfbildhintergrund erzielen. Der öffentliche Grünraum und die Freiflächen
  seien grosszügig konzipiert und gut besonnt. Zusätzlich zum naturnahen
  öffentlichen Grünraum werde eine Fläche für Spiel und Begegnung
  ausgeschieden. 

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Dem Überbauungsplan kann ein Abweichen von der
  planungsrechtlichen Grundordnung gestattet werden. Dies erfordert im Gegenzug
  ein sorgfältiges Abwägen zwischen den Vor- und Nachteilen des
  Überbauungsplans. Dabei ist der Überbauungsplan als Sondernutzungsplan
  gesamthaft zu betrachten (VGer-Urteil VG.2019.00028 vom 21. November
  2019 E. II/4.3).

  
	
   

  
	
  4.3.2 Die Beurteilung, ob die Voraussetzungen für den
  Erlass eines Überbauungsplans erfüllt sind, obliegt gemäss Art. 27a Abs. 1
  RBG dem Gemeinderat. Dabei ist zu beachten, dass der Gemeindeautonomie im
  Bau- und Raumplanungsrecht eine herausragende Bedeutung zukommt. Gemeinden
  sind in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht
  abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur
  Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche
  Entscheidungsfreiheit einräumt. Der geschützte Autonomiebereich kann sich auf
  die Befugnis zum Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen
  oder den Spielraum bei der Anwendung kantonalen oder eidgenössischen Rechts
  betreffen. Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Autonomie aus
  dem für den entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und
  Gesetzesrecht (BGE 136 I 265 E. 2.1, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  Gemäss Art. 115 Abs. 2 der
  Verfassung des Kantons Glarus vom 1. Mai 1988 (KV) sind den Gemeinden in
  den Schranken von Verfassung und Gesetz ihr Bestand und das Recht, ihre
  Angelegenheiten selbständig zu regeln, gewährleistet. Sie besorgen alle
  örtlichen Angelegenheiten, für die weder der Bund noch der Kanton
  ausschliesslich zuständig sind (Art. 119 Abs. 1 KV). Die Ortsplanung ist
  gemäss Art. 15 Abs. 1 RBG Aufgabe der Gemeinde. Bei der Anwendung
  der nutzungsplanerischen Vorschriften, kommt der kommunalen Baubehörde ein
  besonderer Ermessensspielraum zu, der im Rechtsmittelverfahren zu beachten
  ist. Auch wenn den Beschwerdebehörden gemäss Art. 33 Abs. 3
  lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979
  (RPG) eine volle Überprüfungspflicht zukommt, müssen sie den
  Handlungsspielraum, welcher das Gesetz der Verwaltung einräumt, respektieren.
  Die Beschwerdebehörde hat im Auge zu behalten, dass sie Rechtsmittel- und
  nicht Planungsinstanz ist, dies insbesondere, wenn es um lokale
  Angelegenheiten geht (BGE 127 II 238 E. 3b/aa, mit Hinweisen;
  BGer-Urteil 1C_241/2019 vom 19. August 2019 E. 2.2). Die nach
  Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG zur Prüfung der Angemessenheit
  berufene Beschwerdebehörde hat sich im Rahmen ihrer Kognition Zurückhaltung
  aufzuerlegen (BGer-Urteil 1C_97/2014 vom 9. Februar 2015 E. 3.3,
  mit Hinweisen). Die Autonomie der Gemeindebehörde hat aber dort ihre Grenzen,
  wo sich eine Auslegung mit dem Wortlaut sowie mit dem Sinn und Zweck der Bestimmung
  nicht mehr vereinbaren lässt (Christian Häuptli, in Andreas Baumann et
  al. [Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013,
  § 13 N. 23; vgl. zum Ganzen VGer-Urteil VG.2017.00075/76 vom
  3. Mai 2018 E. II/3.3, VG.2014.00122 vom 5. Februar 2015
  E. II/2.2).

  
	
   

  
	
  4.3.3 Gemäss Art. 68 Abs. 1 der Bauverordnung vom
  23. Februar 2011 (BauV) hat die zuständige Gemeinde zur Beurteilung von
  Vorhaben nach Art. 46 RBG und von besonderen Einordnungsfragen nach Art.
  47 Abs. 1 RBG eine Gestaltungskommission zu bestellen, welche sich aus
  fünf bis sieben Fachleuten zusammensetzt. Die Kommission unterbreitet nach
  Art. 68 Abs. 2 BauV ihre Beurteilung der für das Bewilligungsverfahren
  zuständigen Gemeindebehörde.

  
	
   

  
	
  Bei der
  Gestaltungskommission handelt es sich um eine Fachbehörde, welche unter
  anderem Überbauungspläne zu beurteilen hat. Sie ist die Fachinstanz im Sinne
  von Art. 6 Abs. 4 BO Mollis. Ihre Ausführungen sind für den
  Gemeinderat aber nicht bindend. Insofern hat sie nicht die Befugnis, einen
  Überbauungsplan zu genehmigen oder nicht zu genehmigen. Sie hat vielmehr eine
  fachliche Stellungnahme abzugeben, von welcher der Gemeinderat abweichen
  darf. Da es sich bei der Gestaltungskommission um eine Fachbehörde handelt,
  kommt ihrer Stellungnahme indessen erhebliches Gewicht zu. Ein Abweichen
  davon ist einlässlich zu begründen (VGer-Urteil VG.2019.00028 vom
  21. November 2019 E. II/2.2; vgl. auch den Antrag des
  Regierungsrats zur Totalrevision Bauverordnung vom 19. Oktober 2010,
  Ziff. 4.2).

  
	
   

  
	
  4.3.4 Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die
  Begründungsanforderungen mit dem Ermessensspielraum zusammenhängen und dessen
  Kehrseite sind: Je mehr Ermessen einer Behörde zugestanden wird, desto höher
  sind im Gegenzug die Anforderungen an die Begründung ihres Entscheids
  (Häfelin/Müller/Uhlmann, Rz. 1072; Kaspar Plüss, in Alain Griffel [Hrsg.],
  Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, § 10 N. 27).

  
	
   

  
	
  4.4

  
	
  4.4.1 Der Überbauungsplan weicht in verschiedener Hinsicht
  vom in der Wohnzone 2b Erlaubten ab. Nach Art. 5 BO Mollis bezweckt
  die Wohnzone 2b die Schaffung gesunder Wohnbebauung. Erlaubt sind Ein-
  und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser und andere Baugruppen, falls eine
  gute und zweckmässige Bebauung erreicht wird. Zulässig sind zwei Geschosse
  mit Wohn- und Arbeitsräumen, kein ausgebautes Dachgeschoss, jedoch
  Giebelzimmer. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 7 m und die maximale
  Ausnützung der Hauptbauten 0,4 und der An- und Nebenbauten 0,05. Flachdächer
  sind nach Art. 29 Abs. 1 BO Mollis nur ausnahmsweise zulässig,
  sofern das Orts- und Strassenbild nicht beeinträchtigt werden. Im Besonderen
  können sie gestattet werden, wenn eine Baugruppe einheitlich durchgestaltet
  wird. Im Überbauungsplan sind neben 17 Einfamilienhäusern 13
  Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnen vorgesehen. Die Ausnützungsziffer wird
  für Hauptbauten auf 0,5 und für Nebenbauten auf 0,1 angehoben (Art. 4
  SBV). In allen Baubereichen sind für Haupt- und Nebenbauten ausschliesslich
  Flachdächer erlaubt (Art. 5.4 SBV). 

  
	
   

  
	
  4.4.2 Die Beschwerdeführerinnen verkennen offenbar den
  Begriff der "Regelbauweise". Mit der Regelbauweise ist nichts
  Anderes gemeint, als die gemäss der anwendbaren Bauordnung in der
  entsprechenden Zone zulässige Bebauung. Wenn nun Art. 5 und Art. 6
  BO Mollis im Rahmen des Überbauungsplans den Bau von Mehrfamilienhäuser oder
  eine Erhöhung der Ausnützung in der Wohnzone 2b auf 0,5 für Hauptbauten
  und 0,1 für Nebenbauten erlauben, begrenzen diese Bestimmungen das bei
  Überbauungsplänen zulässige Mass der Abweichungen von der Regelbauweise.
  Daran ändert aber selbst bei einer Überbauungsplanpflicht nichts, dass von
  der Grundnutzungsordnung und damit von der Regelbauweise abgewichen wird,
  wenn diese Ausnahmen in Anspruch genommen werden. Es ist gerade Sinn des
  Überbauungsplans, dass von der Regelbauweise abgewichen werden darf, im
  Gegenzug aber besondere Anforderungen an das ortsbaulich und architektonische
  Ergebnis gestellt werden. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
  kommt daher die Bestimmung von Art. 23 Abs. 4 RBG zum Tragen,
  wonach durch den Überbauungsplan bei Abweichungen von der Regelbauweise gesamthaft ein ortsbaulich und architektonisch besseres
  Ergebnis verwirklicht werden und dies im öffentlichen Interesse liegen muss.

  
	
   

  
	
  4.5 Soweit die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 sodann der
  Gestaltungskommission ihre Legitimation zur Abgabe einer Stellungnahme
  deshalb absprechen wollen, weil sie lediglich in der Bauverordnung, nicht
  aber auf Gesetzesstufe vorgesehen sei, kann offen bleiben, ob die
  Gestaltungskommission einer Grundlage in einem kantonalen Gesetz bedarf. Art.
  6 Abs. 4 BO Mollis sieht nämlich bei Überbauungsplänen vor, dass diese von
  einer Fachinstanz zuhanden des Gemeinderats zu begutachten sind, wobei die
  Gestaltungskommission eine solche Fachinstanz darstellt. Dass die durch die
  Gemeindeversammlung gestützt auf das kantonale Baugesetz erlassene Bauordnung
  den Anforderungen an ein formelles Gesetz erfüllt, bestreiten die
  Beschwerdeführerinnen zu Recht nicht (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann,
  Rz. 119). 

  
	
   

  
	
  4.6

  
	
  4.6.1 Die Beschwerdeführerinnen stellen sich weiter auf
  den Standpunkt, dass das Überbauungsplangebiet nicht unter Schutz stehe. Auf
  das ISOS sei daher nicht einzugehen und das Gutachten der ENHK sei nicht
  einmal beratend hinzuzuziehen.

  
	
   

  
	
  4.6.2 Mollis ist im ISOS als Ortsbild von nationaler
  Bedeutung erfasst. Das Überbauungsplangebiet liegt innerhalb der
  Umgebungszone II, welche als "Wieshang oberhalb des Dorfes, mit
  verstreuten Stallscheunen und Obstbäumen, entlang der Kerenzerbergstrasse
  auch mit einzelnen älteren Wohnhäusern, Ortsbildhintergrund" bezeichnet
  wird. Für die Umgebungszone II gilt das Erhaltungsziel a. Dies
  bedeutet, dass die Beschaffenheit als Kulturland oder Freifläche zu erhalten
  ist. Die für das Ortsbild wesentliche Vegetation und die Altbauten sind zu
  bewahren, störende Veränderungen zu beseitigen.

  
	
   

  
	
  Mit Ausnahme des Hauses
  Laager, welches erhalten bleibt, wird das Überbauungs-plangebiet im
  kommunalen Zonenplan weder durch eine Ortsbildschutzzone noch eine Umgebungsschutzzone
  überlagert.

  
	
   

  
	
  4.6.3 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG) wird durch die Aufnahme
  eines Objekts von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes dargetan,
  dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber
  unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die
  grösstmögliche Schonung verdient. Ein Abweichen von der ungeschmälerten
  Erhaltung im Sinne der Inventare darf bei Erfüllung einer Bundesaufgabe nur
  in Erwägung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige
  Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen (Art. 6
  Abs. 2 NHG). Daraus folgt, dass die Schutzbestimmung nur bei der
  Erfüllung von Bundesaufgaben in unmittelbarer Weise gilt. Soweit keine
  Bundesaufgabe in Frage steht, wird der Schutz von Ortsbildern vorab durch
  kantonales und kommunales Recht gewährleistet. Dies ergibt sich aus der
  verfassungsrechtlichen Kompetenzausscheidung von Art. 78 Abs. 1 der
  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April
  1999 (BV), wonach die Kantone für den Natur- und Heimatschutz zuständig sind
  (Arnold Marti, St. Galler BV-Kommentar, 3. A.,
  Zürich/St. Gallen 2014, Art. 78 N. 4). Indessen sind
  Bundesinventare wie das ISOS auch bei der Erfüllung von kantonalen und
  kommunalen Aufgaben von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung findet ihren
  Niederschlag zum einen in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden
  (Nutzungs-)Planung, zum andern darin, dass im Einzelfall Interessenabwägungen
  vorzunehmen sind. Dies ist insbesondere der Fall, wenn von der
  Grundnutzungsordnung abgewichen werden soll (BGE 135 I 209 E. 2.1;
  BGer-Urteil 1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.3).

  
	
   

  
	
  4.6.4 Die kommunale Nutzungsplanung und das ISOS
  widersprechen sich vorliegend, da das Überbauungsplangebiet im kommunalen
  Zonenplan anders als im ISOS nicht durch eine Umgebungsschutzzone überlagert
  ist. Unbestritten ist, dass keine Bundesaufgabe in Frage steht, weshalb das
  ISOS nicht unmittelbar anwendbar ist. So ist das in einer Bauzone liegende
  Überbauungsplangebiet entgegen dem ISOS-Eintrag nicht als Freifläche zu
  erhalten. Indessen weicht der Überbauungsplan wie dargelegt von der
  Grundnutzungsordnung ab. Im Rahmen der Sondernutzungsplanung musste die
  Beschwerdeführerin 3 daher dem ISOS Beachtung schenken und dessen
  Anliegen in die Interessenabwägung einbeziehen. Insofern kann dem gestützt
  auf Art. 17a NHG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. e der Verordnung über den
  Natur- und Heimatschutz vom 16. Januar 1991 (NHV) eingeholten Gutachten
  der ENHK nicht jede Bedeutung versagt werden. Dies ergibt sich im Übrigen
  auch aus Art. 10 des kantonalen Gesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom
  2. Mai 1971 (kNHG) i.V.m. Art. 9 Abs. 1 lit. b und Art. 10 lit. a der
  kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung vom 2. Oktober 1991 (kNHV).
  Danach sind die Gemeinden nämlich bei der Nutzungsplanung verpflichtet,
  schutzwürdige Ortsbilder zu erhalten und zu pflegen, wobei das ISOS als
  nationales Inventar angemessen zu berücksichtigen ist.

  
	
   

  
	
  Indessen gilt es zu
  beachten, dass sich das Gutachten der ENHK nicht auf den aktuellen
  Überbauungsplan, sondern auf eine frühere Version von diesem bezieht.

  
	
   

  
	
  4.7

  
	
  4.7.1 Das Überbauungsplangebiet liegt an einem grünen Hang
  hinter dem geschützten Dorfkern von Mollis. Die Überbauung erfolgt daher in
  einem baulich sensiblen Gebiet, weshalb an die Überbauung hohe Anforderungen
  zu stellen sind.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeführerinnen
  bestreiten zu Recht nicht, dass die Gestaltungskommission in ihrem letzten
  Bericht den Überbauungsplan kritisch beurteilte. Sie begrüsste zwar die
  Schaffung eines öffentlichen Grünraums, hielt aber auch fest, dass die
  ortsbauliche und architektonische Qualität bloss durchschnittlich sei. Die
  Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz sah sodann beim Überbauungsplan
  keine Verbesserungen im Vergleich zur Regelbauweise.

  
	
   

  
	
  4.7.2 Namentlich die Stellungnahme der
  Gestaltungskommission veranlasste die Beschwerdeführerin 3 zum Schreiben
  an die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 vom 22. Dezember 2016, in
  welchem sie eine Überarbeitung des Überbauungsplans und eine erneute
  öffentliche Auflage als notwendig erachtete. Es mutet nun nicht konsequent
  an, wenn die Beschwerdeführerin 3 den Überbauungsplan erliess, ohne dass
  er durch die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 überarbeitet wurde. Daran
  ändern auch die Auflagen nichts, zumal diesen mangels erneuter öffentlicher
  Auflage des Überbauungsplans keine verbindliche Wirkung zukommt
  (vgl. vorangehend E. II/3).

  
	
   

  
	
  Der Gemeinderat wäre nach
  dem Dargelegten verpflichtet gewesen, sich – ausgehend vom Bericht der
  Gestaltungskommission – umfassend mit den Vor- und Nachteilen des
  Überbauungsplans auseinanderzusetzen. Dabei hätte er durchaus auch die
  Stellungnahme der ENHK würdigen müssen, soweit deren Aussagen auch für den
  aktuellen Überbauungsplan gültig waren. Dass er dies gemacht hätte, lässt
  sich jedoch weder aus seiner Verfügung noch aus seinen Einspracheentscheiden
  ableiten. 

  
	
   

  
	
  In der Verfügung, mit
  welcher der Überbauungsplan erlassen wurde, würdigt der Gemeinderat unter dem
  Titel "Baurechtliche Prüfung" den öffentlichen Grünraum und die aus
  seiner Sicht sehr gute wohnhygienische Qualität des Projekts. Anschliessend
  führt er die Stellungnahmen der ENHK vom 28. Oktober 2015 und der
  Gestaltungskommission vom Dezember 2016 auf. Er diskutiert aber die
  geäusserte Kritik nicht, sondern lässt sie einfach im Raum stehen. Eine
  Antwort, weshalb er in seiner Beurteilung von den Fachgutachten abweicht,
  bleibt er dabei gänzlich schuldig.

  
	
   

  
	
  Damit hat der Gemeinderat
  seine Aufgabe beim Erlass des Überbauungsplans nicht wahrgenommen. Würde man
  sein Vorgehen genügen lassen, verkämen die zentralen Bestimmungen von Art. 23
  Abs. 4 RBG und Art. 6 Abs. 3 BO Mollis, welche die Anforderungen an
  einen Überbauungsplan regeln, zu toten Buchstaben. 

  
	
   

  
	
  Fehlt eine gesamthafte
  Würdigung des Überbauungsplans mit all seinen Vor- und Nachteilen, kann der
  Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, sie habe die Gemeindeautonomie verletzt
  und unzulässig in das Ermessen der Planungsbehörde eingegriffen, indem sie
  den Nachweis eines ortsbaulich und architektonisch besseren Ergebnisses als
  nicht erfüllt erachtete. Die Berufung auf eigenes Ermessen bedingt nämlich,
  dass ersichtlich ist, wie das eigene Ermessen ausgeübt wurde, wozu die Auseinandersetzung
  mit sämtlichen entscheidrelevanten Gesichtspunkten notwendig ist.

  
	
   

  
	
  4.7.3 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die
  geäusserte Kritik durchaus gerechtfertigt ist. So ist der ungelöste Konflikt
  zwischen der hangparallelen Erschliessung und dem geschützten Ortsbild von
  Mollis offensichtlich. Die Kritik an den geraden Stichstrassen in den
  Falllinien des Hangs wurde durch die Gestaltungskommission mehrmals geäussert
  und wird durch die Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz geteilt.
  Ebenso überzeugt es, wenn die Gestaltungskommission die ortsbauliche und
  architektonische Gestaltung als nicht überdurchschnittlich qualifiziert.
  Sodann ist mit der Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz zu befürchten,
  dass mit dem strittigen Überbauungsplan ein neues Quartier geschaffen würde,
  welches den historischen Dorfteil übermässig dominieren würde. Einziger
  nennenswerter Vorteil des Überbauungsplans ist die Schaffung des öffentlichen
  Grünraums, zu welchem bei der Regelbauweise keine Verpflichtung bestünde.
  Doch selbst dessen Ausgestaltung wird durch die beigezogene
  Landschaftsarchitektin W.______ in ihrer Stellungnahme vom 12. Dezember
  2016 kritisiert.

  
	
   

  
	
  Letztlich vermögen auch
  die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 in ihrer Beschwerdeschrift nicht
  überzeugend darzulegen, dass der Überbauungsplan zu einem ortsbaulich und
  architektonisch besseren Ergebnis als die Regelbauweise führt, wobei sie der
  unzutreffenden Auffassung unterliegen, ein solches sei vorliegend gar nicht
  nötig.

  
	
   

  
	
  4.7.4 Insgesamt ist weder nachgewiesen noch anderweitig
  ersichtlich, dass der Überbauungsplan zu einem ortsbaulich und
  architektonisch besseren Ergebnis führt bzw. eine architektonisch und
  städtebaulich gute Gestaltung aufweist und sich die geplante Bebauung in das
  Ortsbild von Mollis gut einfügt. Eine schlüssige Beurteilung des
  Gemeinderats, welche – namentlich unter Berücksichtigung des grossen
  Ermessensspielraums der den Überbauungsplan erlassenden Behörde – zu einem
  anderen Ergebnis führen könnte, fehlt dabei schliesslich gänzlich. Die
  Beschwerden sind daher bereits deshalb abzuweisen, weil die Voraussetzungen
  von Art. 23 Abs. 4 RBG und Art. 6 BO Mollis nicht erfüllt
  sind, was die Vorinstanz zutreffend erkannte.

  
	
   

  
	
  4.7.5 Daran ändert im Übrigen nichts, dass sich die
  Beschwerdeführerinnen 1 und 2 auf das Vertrauensschutzprinzip berufen.
  So hat die Gestaltungskommission zu keiner Zeit den vorliegend strittigen
  Überbauungsplan vorbehaltlos unterstützt, weshalb die
  Beschwerdeführerinnen 1 und 2 nicht damit rechnen konnten, dass die Stellungnahme
  zu Gunsten des Überbauungsplans ausfallen wird. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Auch wenn die Beschwerden ohnehin abzuweisen sind,
  rechtfertigen sich dennoch einige Überlegungen zur strittigen Erschliessung
  des Überbauungsplangebiets. Nach Art. 19 Abs. 1 RPG ist unter anderem
  Voraussetzung für die Erschliessung von Land, dass die für die betreffende
  Nutzung hinreichende Zufahrt besteht. Die Voraussetzung einer hinreichenden
  Erschliessung ergibt sich aus dem Bundesrecht. Der Begriff ist insofern ein
  bundesrechtlicher. Indessen enthält das Bundesrecht nur allgemeine
  Grundsätze, während sich die Anforderungen an die Erschliessung im Detail aus
  dem kantonalen Recht ergeben (BGer-Urteil 1A.125/2005 vom 21. September
  2005 E. 9.2.2).

  
	
   

  
	
  Das kantonale Recht
  enthält keine Detailregelungen zur verkehrsmässigen Erschliessung von
  Grundstücken, sondern hält in Art. 45 Abs. 1 lit. a RBG einzig fest, dass zur
  Erschliessung auch eine auf die Nutzung abgestimmte und den örtlichen
  Verhältnissen angemessene Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr und
  Langsamverkehr gehört. Praxisgemäss werden die entsprechenden Normen des
  Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS-Normen)
  beigezogen. Dabei handelt es sich allerdings um Empfehlungen, die nicht
  behördenverbindlich sind. Sie dürfen daher nicht schematisch und unbesehen
  der konkreten Verhältnisse zur Anwendung gebracht werden (VGer-Urteil
  VG.2018.00019 vom 31. Mai 2018 E. II/3.1.1, VG.2014.00085 vom
  6. August 2015 E. II/4.1 und II/4.5.2; Bernhard Waldmann/Peter Hänni,
  Handkommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 19 N. 21).

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Zur Zufahrt im Sinne von Art. 19 Abs. 1 RPG gehört
  nicht nur das Verbindungsstück von der öffentlichen Strasse zum Grundstück,
  sondern auch die weiterführende öffentliche Strasse (BGE 116 Ib 159 E. 6b).
  Die Erschliessung muss in ihrer Gesamtheit geprüft werden, um die Zufahrt zu
  sämtlichen Grundstücken der Bauzone dauerhaft sicherzustellen bzw. nicht
  zu gefährden. Eine Zufahrt ist somit in rechtlicher Hinsicht nur dann ausreichend,
  wenn auch die Zufahrt zu anderen Grundstücken des Quartiers sichergestellt
  ist, und sie darüber hinaus der erwarteten Entwicklung des gesamten Gebiets,
  das sie erschliesst oder erschliessen soll, genügt (Eloi Jeannerat, in Heinz
  Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung,
  Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 19 N. 29; Waldmann/Hänni, Art. 19 N. 21). 

  
	
   

  
	
  5.2.2 Im Lichte der polizeilichen Zwecksetzung von
  Art. 19 Abs. 1 RPG wird eine genügende Zugänglichkeit sowohl für
  die Benützer der Bauten und Anlagen als auch für die Fahrzeuge der
  öffentlichen Dienste (Feuerwehr, kommunale Elektrizitäts- und Wasserwerke,
  Spielautos, Kehrichtabfuhr) verlangt. Ausserdem muss die Zufahrt die
  Verkehrssicherheit aller Benutzer, insbesondere die der Fussgänger
  gewährleisten.

  
	
   

  
	
  5.3 Im Überbauungsplangebiet soll die neue Hagnenstrasse
  erstellt werden, welche über die Parz.-Nrn. 292 und 301 führt und in die
  Kännelstrasse einmündet. Die Kännelstrasse führt in nördlicher Richtung in
  die Kerenzerbergstrasse. Die Kännelstrasse weist von der Einmündung der neuen
  Hagnenstrasse bis zur Einmündung in die Kerenzerbergstrasse auf den ersten
  80 m eine Breite zwischen 5.0 und 5.5 m und anschliessend eine
  solche von ungefähr 6.0 m auf. Teilweise sind entlang der Kännelstrasse Längsstreifen
  markiert. Südöstlich an das Überbauungsplangebiet Bellavista schliesst das
  Überbauungsplangebiet Oberhof an, welches über die Oberdorfstrasse und die
  Kännelstrasse erschlossen werden soll. Oberhalb Seelmess befindet sich
  östlich der Kännelstrasse das Überbauungsplangebiet Ruchenacher.

  
	
   

  
	
  5.4

  
	
  5.4.1 Die X.______AG erstellte am 9. Januar 2014 ein
  Kurzgutachten zur Erschliessung des Überbauungsplangebiets. Darin führte sie
  aus, dass die Kännelstrasse durch die drei Überbauungsplangebiete Bellavista,
  Ruchenacher und Oberdorf 500 bis 700 zusätzliche Fahrten erhalten werde. Noch
  offen sei, wie stark die Strasse bereits heute befahren sei. Hierzu solle
  eine Verkehrserhebung durchgeführt werden. Gemäss VSS-Norm zu den
  Sammelstrassen betrage die Belastbarkeit für eine Quartiersammelstrasse
  500 Fahrzeuge in der Spitzenstunde oder auf den Tag umgerechnet
  ca. 4'000 bis 5'000 Fahrten pro Tag. Der Fussgängerschutz in der
  Kännelstrasse müsse noch geklärt werden. Eine Fussverkehrsinfrastruktur (z.B.
  einseitiges Trottoir) auf dem Abschnitt bis zur Einmündung der Hagnenstrasse
  sei zu prüfen.

  
	
   

  
	
  In der Folge erstellte die
  X.______AG im Auftrag der Beschwerdeführerin 2 am 12. Juni 2015 das
  detaillierte Verkehrsgutachten Bellavista. Danach sei auf der Kännelstrasse mit
  zusätzlich 714 Fahrten pro Tag zu rechnen. Die Kännelstrasse sei mit Tempo 30
  signalisiert. Grundsätzlich seien in Tempo 30-Zonen keine Trottoirs
  notwendig. Die Kännelstrasse erfülle daher die Anforderungen an das
  geschätzte Verkehrsaufkommen und an die Fussgängerführung. Die Anwohner
  würden sich trotzdem ein Trottoir wünschen. Optionales Ziel sei daher die
  Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Fussverkehr. Dazu gebe es zwei
  Varianten: Einerseits könnte eine Begegnungszone mit Tempo 20 angeordnet werden.
  Die Fussgänger hätten dann Vortritt. Andererseits könnte der Seitenbereich
  abgepollert oder mit speziellem Belag gekennzeichnet werden. Bei einem
  Trottoir, welches mindestens 1,50 m breit sein müsse, würde sich
  hingegen die Fahrbahn auf 3,50 m verengen, womit ein Kreuzen von zwei
  Personenwagen nicht mehr möglich wäre. Eine solche Lösung bedinge Warteräume
  für entgegenkommende Fahrzeuge. 

  
	
   

  
	
  5.4.2 Die Vorinstanz holte in einem das
  Überbauungsplangebiet Oberhof betreffenden Verfahren ein Gutachten der Y.______AG
  ein, welches am 11. Januar 2018 erstattet wurde. Dieses äussert sich nur
  am Rande zum Bereich der Kännelstrasse zwischen der Einmündung der
  Hagnenstrasse und der Kerenzerbergstrasse. Die Zahlen entnimmt es aus der
  Ergänzung zum detaillierten Verkehrsgutachten der X.______AG, wobei es sie
  grob plausibilisiert, aber nicht komplett neu abschätzt. Dabei kommt es zum
  Schluss, dass durch die geplante Überbauung Bellavista die Kännelstrasse im
  hier interessierenden Bereich mit 140 bis 198 Fahrzeugen in der
  Spitzenstunde, durch die geplante Überbauung Oberhof mit 7 bis 11 Fahrzeugen
  in der Spitzenstunde und durch eine allfällige Überbauung Ruchenacher mit 17
  bis 23 Fahrzeugen in der Spitzenstunde zu rechnen sei. 

  
	
   

  
	
  5.4.3 Die kantonale Abteilung Tiefbau nahm am 23. August
  2019 zum Überbauungsplan Stellung. Dabei führte sie aus, die Kännelstrasse
  sei als Quartiersammelstrasse einzustufen. Quartiersammelstrassen würden
  gemäss VSS-Norm 40 044 grundsätzlich zweispurig mit mindestens
  einseitigem Gehweg ausgebildet. Der für die Dimensionierung massgebende
  Grundbegegnungsfall Lastwagen/Personenwagen bei reduzierter Geschwindigkeit
  (20 km/h) erfordere eine Fahrbahnbreite von 5.30 m, welche die
  Kännelstrasse im hier massgebenden Abschnitt nicht durchgehend aufweise. Dies
  könnte allenfalls noch toleriert werden. Der fehlende Gehweg bzw. Schutz
  der Fussgänger wiege jedoch schwer. Durch die geplante Überbauung nehme der
  Verkehr auf der Kännelstrasse stark zu und verschärfe die Gefahrensituation.
  Die im Verkehrsgutachten vorgeschlagenen Verbesserungsmassnahmen für den
  Fussverkehr seien fraglich bzw. nicht tauglich. Sie seien auch nicht
  Teil des Überbauungsplans, weshalb sie nicht weiter beurteilt würden. Bei
  mehreren Zufahrten entlang der Kännelstrasse seien schliesslich die
  erforderlichen Sichtweiten von rund 20 m nicht gewährleistet. 

  
	
   

  
	
  5.4.4 Die Beschwerdeführerin 3 reichte schliesslich im
  vorliegenden Verfahren eine zwischen dem 18. und 25. November 2019
  durchgeführte Verkehrsmessung an der Kännelstrasse ein. Aus dieser ist
  ersichtlich, dass sämtliche Werte unter 50 Fahrzeugen pro Stunde blieben.

  
	
   

  
	
  5.5

  
	
  5.5.1 Die Abteilung Tiefbau geht davon aus, dass die
  Kännelstrasse von ihrer Funktion her gemäss den VSS-Normen 640 044 und 640
  045 als Quartiersammelstrasse zu qualifizieren sei. Dies begründet sie
  zutreffend damit, dass die Kännelstrasse einzelne Transportwünsche aus den
  angrenzenden Quartieren zusammenfasst und den Verkehr auf die hierarchisch
  höhere Kantonsstrasse führt. Zum selben Schluss gelangen auch die X.______AG
  und die Y.______AG.

  
	
   

  
	
  5.5.2 Richtig ist sodann, dass nach der VSS-Norm 640 044
  bei Quartiersammelstrassen vom Grundbegegnungsfall Lastwagen/Personenwagen
  bei reduzierter Geschwindigkeit auszugehen ist. Quartiersammelstrassen sind
  grundsätzlich zweispurig auszugestalten und müssen mindestens einen Gehweg
  haben. Die Belastbarkeit liegt bei 500 Fahrzeugen pro Stunde.

  
	
   

  
	
  5.5.3 Bei der Beurteilung der hinreichenden Zufahrt muss
  wie dargelegt (vgl. vorangehend E. II/5.2.1) geprüft werden, ob sie der
  erwarteten Entwicklung des gesamten Gebiets, das sie erschliesst oder
  erschliessen soll, genügt.

  
	
   

  
	
  Aus den erhobenen Zahlen
  ergibt sich, dass die Kännelstrasse im hier interessierenden Abschnitt nach
  Bebauung aller drei Überbauungsplangebiete in der Spitzenstunde zwischen 250
  und 300 Fahrzeuge aufweisen dürfte. Dieser Wert liegt unter der Belastbarkeit
  einer Quartiersammelstrasse, aber über derjenigen einer Zufahrtsstrasse (bis
  100 Fahrzeuge in der Spitzenstunde) oder einer Quartiererschliessungsstrasse
  (bis 150 Fahrzeuge in der Spitzenstunde), weshalb grundsätzlich auch dann die
  Ausbauqualitäten einer Quartiersammelstrasse zu fordern sind, wenn nicht auf
  die Funktion der Strasse, sondern auf das erwartete Verkehrsaufkommen
  geachtet wird.

  
	
   

  
	
  5.5.4 Es ist unbestritten, dass der Grundbegegnungsfall
  Lastwagen/Personenwagen bei einer reduzierten Geschwindigkeit (20 km/h) nicht
  durchgehend gewährleistet ist, da der Strassenabschnitt die hierfür
  erforderlichen 5.30 m teilweise unterschreitet. Sowohl die Vorinstanz als
  auch die Abteilung Tiefbau weisen aber zu Recht darauf hin, dass
  diesbezüglich allenfalls von den VSS-Normen abgewichen werden könnte. Die
  Vorinstanz führt aber zutreffend aus, dass im Gegenzug massvolle
  Verbesserungen der Erschliessungsverhältnisse notwendig und möglich seien.
  Dabei ist wesentlich, dass der Fussgängerschutz offensichtlich ungenügend
  ist, wobei die Gewährung der Verkehrssicherheit namentlich auch für den
  Langsamverkehr ein zentrales Element einer genügenden Erschliessung ist. So
  kommt selbst das Kurzgutachten der X.______AG zum Schluss, dass der
  Fussgängerschutz auf der Kännelstrasse noch geprüft werden müsse, was bisher
  aber noch nicht ernsthaft gemacht wurde.

  
	
   

  
	
  5.6

  
	
  5.6.1 Zu berücksichtigen ist indessen, dass sich im Kanton
  Glarus dem Überbauungsplan ein ordentliches Baubewilligungsverfahren
  anschliesst. Das Überbauungsplanverfahren ersetzt daher weder das
  Baubewilligungsverfahren noch präjudiziert es dieses. Gestützt auf den
  Überbauungsplan darf noch nicht gebaut werden. Erst die erteilte Baubewilligung
  berechtigt zum Bau. Daraus folgt, dass ein Überbauungsplan nicht den
  Detaillierungsgrad eines Baugesuchs aufweisen muss. Vielmehr ist dem Bauherrn
  ein Spielraum für die Ausarbeitung des Bauprojekts zu belassen (BGE 121 I 117
  E. 4c; VGer-Urteil VG.2019.00028 vom 21. November 2019 E. II/5.2.1;
  Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf, Zürcher Planungs- und Baurecht,
  6. A., Zürich 2019, Bd. 1, S. 185). 

  
	
   

  
	
  Art. 23 Abs. 1 RBG ist im
  Lichte dieser Ausführungen zu sehen. Soweit die Bestimmung verlangt, dass der
  Überbauungsplan die Erschliessung regelt, kann damit – zumindest hinsichtlich
  der Groberschliessung – nicht gemeint sein, dass die Erschliessung bereits in
  einer den Anforderungen von Art. 19 RPG genügenden detaillierten Weise
  festgesetzt wird. Zu prüfen ist vielmehr die Zweckmässigkeit des
  Erschliessungskonzepts, während eine eingehendere Prüfung erst im
  Baubewilligungsverfahren zu erfolgen hat (so auch Urteil des
  Verwaltungsgerichts St. Gallen B 2018/150 vom 20. Mai 2019 E. 6.1;
  bestätigt durch BGer-Urteil 1C_348/2019 vom 27. April 2020).

  
	
   

  
	
  5.6.2 Die Vorinstanz führt zu Recht nicht aus, dass eine
  Erschliessung des Überbauungsplangebiets durch die neue Hagnenstrasse und die
  Kännelstrasse nicht zweckmässig oder gar unmöglich sei. Vielmehr geht sie
  davon aus, dass das Gebiet über die Kännelstrasse verkehrsmässig
  rechtsgenügend erschlossen werden kann. Notwendig sind lediglich einzelne
  massvolle Verbesserungen. Diese können auch erst im Baubewilligungsverfahren
  ausgearbeitet werden, wobei die Vollendung der notwendigen Massnahmen
  spätestens bis Bauende gesichert sein muss (Waldmann/Hänni, Art. 19
  N. 22). Daraus folgt, dass die Vorinstanz die Beschwerden nicht bereits
  deshalb hätte gutheissen bzw. dem Überbauungsplan die Genehmigung
  versagen dürfen, weil für eine rechtsgenügende Erschliessung noch einzelne
  Massnahmen erforderlich sind.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen schliesslich eine
  Gehörsverletzung, da ihnen die Stellungnahme der Fachstelle Denkmalpflege und
  Ortsbildschutz vom 22. Januar 2019 sowie die Stellungnahme der Abteilung
  Tiefbau vom 29. August 2019 nicht zugestellt worden seien. Die
  Beschwerdeführerinnen 1 und 2 beanstanden zudem, dass ihnen auch das
  Gutachten der Y.______AG vom 11. Januar 2018 nicht zugestellt worden sei.

  
	
   

  
	
  6.2 Grundsätzlich waren der Beschwerdeentscheid und der
  Genehmigungsentscheid koordiniert zu eröffnen. Dabei musste der
  Genehmigungsentscheid in die Beurteilung des Beschwerdeverfahrens
  miteinbezogen werden (VGer-Urteil VG.2016.00103 vom 22. Dezember 2016). Die
  Vorinstanz ist sowohl für die Beurteilung der gegen einen Überbauungsplan
  gerichteten Beschwerde als auch für den Genehmigungsentscheid zuständig.
  Dabei prüft sie den Sachverhalt frei (Art. 99 Abs. 1 VRG) und wendet das
  Recht von Amtes wegen an (Art. 9 Abs. 1 VRG). 

  
	
   

  
	
  Wenn sie nun im
  Genehmigungsverfahren eine Stellungnahme einer Fachbehörde einholt oder ein
  Verkehrsgutachten beizieht, sind diese zwangsläufig auch im
  Beschwerdeverfahren zu beachten. Daraus folgt, dass die Vorinstanz die
  Stellungnahmen der Fachstelle Denkmalpflege und Ortsbildschutz und der
  Abteilung Tiefbau sowie das Gutachten der Y.______AG den Parteien des
  Beschwerdeverfahrens hätte zustellen oder ihnen mindestens Kenntnis vom
  Eingang geben müssen, damit die Parteien sich bei Bedarf dazu hätten äussern
  können. Indem sie dies unterliess, verletzte sie deren durch Art. 29 Abs. 2
  BV und Art. 63 Abs. 1 VRG geschützten Anspruch auf rechtliches Gehör. 

  
	
   

  
	
  6.3 Dies hat nun aber nicht zur Folge, dass die
  Beschwerde gutzuheissen oder dass die Stellungnahmen aus dem Recht zu weisen
  wären. Denn auch das Verwaltungsgericht prüft den Sachverhalt frei und wendet
  das Recht von Amtes wegen an, weshalb es auch die Stellungnahmen und das
  Gutachten in seine Entscheidfindung einzubeziehen hat. 

  
	
   

  
	
  Im vorliegenden Verfahren
  hatten die Parteien ausreichend Gelegenheit sich zu den strittigen
  Stellungnahmen und zum Gutachten der Y.______AG zu äussern, welche sie auch
  wahrnahmen. Das Verwaltungsgericht kann sodann die Beschwerden umfassend
  prüfen (vgl. vorangehend E. II/4.3.2). Insofern wurde die
  Gehörsverletzung im vorliegenden Verfahren geheilt (vgl. dazu
  VGer-Urteil VG.2018.00112 vom 20. Dezember 2018 E. II/3). Indessen
  ist sie bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen zu berücksichtigen. 

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass die Vorinstanz die Beschwerden zu Recht guthiess und den Erlass
  des Überbauungsplans mangels rechtsgenügender Gestaltung und Einordnung
  aufhob. Folgerichtig versagte sie dem Überbauungsplan die Genehmigung.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung der
  Beschwerden.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Da die Beschwerden
  abzuweisen sind, wären die Gerichtskosten grundsätzlich den
  Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen, wobei die Beschwerdeführerin 3 als
  Gemeinde nicht kostenpflichtig wäre (Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG i.V.m.
  Art. 135 Abs. 2 VRG).

  
	
   

  
	
  Ein Entscheid, der unter
  Verletzung der Gehörsansprüche der Beschwerdeführerinnen erging, ist indessen
  stets rechtsfehlerhaft, weshalb die Anfechtung grundsätzlich zu Recht
  erfolgt. Wenn das Verwaltungsgericht diesen Mangel ausnahmsweise heilt,
  entscheidet es im Grunde anstelle der ersten Instanz. Erst durch seinen
  Entscheid erfüllt sich der Anspruch auf eine formell korrekte
  Streitentscheidung. Erweist sich das Rechtsmittel in der Sache als
  unbegründet und entscheidet das Verwaltungsgericht neu, sind allfällige
  Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens den Beschwerdeführerinnen als
  unterliegende Partei aufzuerlegen. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens
  sind demgegenüber grundsätzlich auf die Staatskasse zu nehmen, da die
  Gehörsverletzung, die Anlass zur Beschwerdeführung gab, durch die Vorinstanz
  zu verantworten ist (vgl. BGer-Urteil 1C_215/2016 vom 9. Januar 2017 E.
  3.4, 1C_556/2013, 1C_558/2013, 1C_562/2013 vom 21. September 2016 E. 16.2).
  Daraus folgt, dass die Gerichtskosten auf die Staatskasse zu nehmen sind. Den
  Beschwerdeführerinnen 1 und 2 ist der bereits geleistete Kostenvorschuss
  in der Höhe von Fr. 3'000.- zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Aus denselben Gründen
  haben die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 zu Lasten der Vor-instanz
  Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung von Fr. 5'000.-
  (inkl. Mehrwertsteuer). Der Beschwerdeführerin 3 steht als
  Gemeinwesen hingegen mangels Vorliegens besonderer Umstände keine
  Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 4 VRG). Den anwaltlich vertretenen
  Beschwerdegegnern 1-4 ist eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Entschädigungspflichtig ist auch
  diesbezüglich die Vorinstanz, da die Beschwerdeerhebung gegen den
  Beschwerdeentscheid nach dem Dargelegten aufgrund der Gehörsverletzung zu
  Recht erfolgt ist, weshalb die Beschwerdeführerinnen nicht
  entschädigungspflichtig sind. Dem Beschwerdegegner 9 steht mangels einer
  rechtlichen Vertretung und den Beschwerdegegnern 10-12 mangels eines
  nennenswerten Aufwands keine Parteientschädigung zu.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerden werden abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen. Den
    Beschwerdeführerinnen 1 und 2 wird der von ihnen bereits geleistete
    Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Vorinstanz wird verpflichtet, innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses
    Entscheids den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 eine Parteientschädigung von
    gesamthaft Fr. 5'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Die
    Vorinstanz wird verpflichtet, innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses
    Entscheids den Beschwerdegegnern 1-4 eine Parteientschädigung von
    gesamthaft Fr. 3'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    5.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]