# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df84ecc9-54bb-512b-a059-2c5b62604ed1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.04.2022 AVI 2021/58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2021-58_2022-04-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2021/58

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 25.07.2022

Entscheiddatum: 07.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2022
Art. 30 Abs. 1 lit. a und Art. 16 AVIG, Art. 44 Abs. 1 lit. b und Art. 45 AVIV. 
Zumutbarkeit am Verbleib einer Arbeitsstelle bis zum Auffinden einer 
Anschlussstelle bejaht. Den besonderen Umständen ist bei der Einstelldauer 
Rechnung zu tragen. Mittelschweres Verschulden (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. April 2022, AVI 
2021/58).

Entscheid vom 7. April 2022

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

AVI 2021/58

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Marco Büchel, LL.M., K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, 9242 Oberuzwil,

gegen

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Kantonale Arbeitslosenkasse, Geltenwilenstrasse 16/18, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 28. April 2021 beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) B.___ zur Arbeitsvermittlung an (act. G3.1/50) und 

stellte per 1. Juli 2021 bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse Antrag auf Arbeits­

losenentschädigung (act. G3.1/42). Seine Anstellung bei der C.___ AG (nachfolgend: 

Arbeitgeberin) hatte er am 27. Januar 2021 per 30. Juni 2021 gekündigt. Im 

Kündigungsschreiben hielt er als Grund fest, dass er weder in die 

Entscheidungsfindungen noch bei den Entscheidungen im personellen Bereich seiner 

Abteilung einbezogen worden sei (act. G3.1/46).

A.a. 

Im Rahmen der Verschuldensabklärung führte der Versicherte am 22. Juni 2021 

aus, dass er nach dem Stellenantritt am 1. April 2020 relativ schnell gemerkt habe, 

dass sein Vorgesetzter, der ebenfalls neu bei der Arbeitgeberin eingetreten sei, die 

Hälfte des Teams des Versicherten habe auswechseln wollen. Sein Vorgesetzter habe 

jeweils direkt eine Sitzung mit der Personalabteilung angesetzt, obwohl ein erstes 

Personalgespräch normalerweise ohne die Personalabteilung geführt werde. Er habe 

die Entscheidung, dass zwei langjährigen Angestellten, welche kurz vor der 

Pensionierung gestanden seien, gekündet worden sei, nicht mittragen und vor dem 

Team vertreten können. Deshalb habe er gekündet, ohne eine neue Stelle zu haben 

(act. G3.1/33).

A.b. 

Am 9. Juli 2021 meldete sich der Versicherte per 31. Juli 2021 von der Arbeits­

vermittlung ab, da er per 1. August 2021 bei der D.___ eine Stelle antreten könne (act. 

G3.1/27). Diesen Arbeitsvertrag hatte er am 27. April 2021 unterzeichnet (act. G3.1/45).

A.c. 

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B.  

Mit Verfügung vom 6. August 2021 stellte die Arbeitslosenkasse den Versicherten 

ab 1. Juli 2021 für 45 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Sie führte aus, dass die 

vom Versicherten geltend gemachten Gründe keine Unzumutbarkeit des 

Arbeitsverhältnisses belegen könnten. Vielmehr wäre es ihm zumutbar gewesen, zuerst 

eine andere Stelle zu suchen, um für einen lückenlosen Übergang von einem 

Arbeitgeber zum anderen zu sorgen. Daher müsse das ihm anzulastende Verschulden 

als schwer beurteilt werden (act. G3.1/20).

A.d. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 17. August 2021 (Datum 

Poststempel) Einsprache. Zur Begründung machte er geltend, dass er als 5_-jähriger 

Familienvater und Hausbesitzer die Arbeitsstelle nicht gekündigt hätte, wenn die 

Situation zumutbar gewesen wäre. Von seinem ursprünglichen Team von 1- 

Mitarbeitenden hätten bereits sieben die Arbeitgeberin verlassen. Einer der entlassenen 

Mitarbeiter, der vom Vorgesetzten des Versicherten laufend gemobbt worden sei und 

gespürt habe, dass er eine Kündigung erhalten könnte, habe ihn gefragt, ob "er 

entlassen werde und vor den Zug gehen könne". Der Versicherte habe diese Aussage 

sehr ernst genommen und seinem Vorgesetzten gemeldet, woraufhin die Arbeitgeberin 

diesen Angestellten sofort entlassen habe. Er sei einem stetigen Druck und 

Mobbingversuchen ausgesetzt gewesen. Teilweise habe er bis zu zwölf Stunden pro 

Tag arbeiten müssen und sich immer überdurchschnittlich bei der Arbeit eingesetzt 

(act. G3.1/18).

B.a. 

In einem Telefongespräch und einem E-Mail vom 21. September erklärte die 

Arbeitslosenkasse dem Versicherten, aufgrund welcher Rechtsgrundlagen die 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgt sei und welche Tatsachen zu einem 

unzumutbaren Arbeitsverhältnis führen könnten (act. G3.1/14 und 14.1). Mit E-Mail vom 

3. Oktober 2021 stellte der Versicherte der Arbeitslosenkasse ein von Dr. phil. E.___, 

Psychotherapeut ASP und Psychoanalytiker SGAP, ausgestelltes Attest vom 

28. September 2021 zu. Darin hielt dieser fest, dass der Versicherte von Februar bis 

Mai 2021 auf Anraten seines Hausarztes wegen ethischer Konflikte am Arbeitsplatz in 

psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei. Der Entscheid des Versicherten, den 

Arbeitsplatz zu verlassen, um seine Arbeitsfähigkeit nicht zu gefährden, sei richtig 

B.b. 

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C.  

gewesen, und auch er habe ihm zu einer Kündigung geraten (act. G3.1/13). Zudem 

reichte der Versicherte eine Verordnung für eine Psychotherapie ein, in welcher sein 

Hausarzt Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, festhielt, dass der 

Versicherte am 19. März 2021 von einer akuten psychosozialen Belastung berichtet 

habe, für welche er eine Psychotherapie bei Dr. E.___ in Anspruch nehmen wolle. Aus 

hausärztlicher Sicht sei die Therapie absolut indiziert (act. G3.1/13).

Mit Entscheid vom 15. Oktober 2021 hiess die Arbeitslosenkasse die Einsprache 

teilweise gut. Aufgrund der ausgewiesenen gesundheitlichen Probleme könne das 

Verschulden vorliegend als mittelschwer beurteilt und die Sanktionsdauer auf 20 Tage 

reduziert werden. Ein Verzicht auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung sei 

nicht möglich. Es liege kein eindeutiges Arztzeugnis vor, welches schwerwiegende 

gesundheitliche Beschwerden attestiere, die eine sofortige Stellenaufgabe medizinisch 

objektiv notwendig gemacht hätten. Da die Kündigung bereits vor den Konsultationen 

bei Dr. E.___ und bei Dr. F.___ erfolgt sei, könnten die Atteste nicht belegen, dass die 

Kündigung aus ärztlicher Sicht explizit nahegelegt worden sei (act. G3.1/11).

B.c. 

Gegen diesen Entscheid erhebt der Beschwerdeführer, vertreten durch 

Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., am 12. November 2021 Beschwerde mit dem 

Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und auf eine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung sei zu verzichten; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Ohne erheblichen Leidensdruck hätte er sich kaum in eine 

psychotherapeutische Behandlung begeben müssen. Es habe ein enormer psychischer 

Druck auf ihm gelastet, und wäre er noch länger bei der Arbeitgeberin gewesen, hätte 

dies unweigerlich in einem Burnout geendet. Die Kündigung sei die einzige Möglichkeit 

gewesen, um einer psychischen Überlastung und einer schweren 

Gesundheitsgefährdung vorzubeugen. Dennoch habe er auch nach der Kündigung 

unter widrigen Bedingungen weitergearbeitet, um im Arbeitsprozess zu bleiben und 

sich bewerben zu können. Dass sich sein Gesundheitszustand nach erfolgter 

Kündigung stabilisiert habe, zeige die gefundene Stelle ab 1. August 2021 (act. G1).

C.a. 

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Erwägungen

1.  

Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2021 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und verweist für die Begründung 

auf den Einspracheentscheid (act. G3).

C.b. 

Mit Schreiben vom 2. Dezember 2021 reicht der Beschwerdeführer je ein 

detailliertes Zeugnis von Dr. E.___ vom 22. November 2021 und von Dr. F.___ vom 11. 

November 2021 ein (act. G5, G5.1 und G5.2).

C.c. 

Mit Stellungnahme vom 9. Dezember 2021 hält die Beschwerdegegnerin zu den 

neuen Beweismitteln fest, dass eine gesundheitliche Unzumutbarkeit durch die 

Zeugnisse nicht ausgewiesen sei (act. G7).

C.d. 

Der Beschwerdeführer erklärt mit Stellungnahme vom 11. Januar 2022, dass eine 

Krankschreibung auf seinen Wunsch nicht erfolgt sei. Er habe mit allen Mitteln 

versucht, weiterhin arbeitsfähig zu bleiben. Gesundheitlich sei es ihm damals sehr 

schlecht gegangen. Aus den Zeugnissen gehe hervor, dass ihm ein 

Arbeitsplatzwechsel empfohlen worden sei (act. G9).

C.e. 

Nach der im Sozialversicherungsrecht geltenden Schadenminderungspflicht (vgl. 

Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]) muss eine versicherte Person, die 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, alles Zumutbare unternehmen, um den 

Eintritt der Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder deren Dauer zu verkürzen. Nach Art. 30 

Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, 

wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die 

Arbeitslosigkeit namentlich dann, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis 

von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei 

denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte 

(Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Im Bereich der freiwilligen 

Stellenaufgabe findet demnach das sozialversicherungsrechtliche 

Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der Zumutbarkeit (Art. 16 Abs. 2 AVIG).

1.1. 

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2.  

Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe 

der Stelle im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen 

Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung 

und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend IAO-

Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober 

1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des IAO-Übereinkommens können 

Leistungen der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt 

werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre 

Beschäftigung freiwillig („volontairement“) ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) 

aufgegeben hat. Der triftige Grund nach dem IAO-Übereinkommen wird im 

Landesrecht dahingehend umschrieben, dass der versicherten Person das Verbleiben 

an der Arbeitsstelle nicht zumutbar ist. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend 

bestimmt und klar ist, ist sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen 

Bestimmungen über den Erlass von Einstellungsverfügungen vor (BGE 124 V 234 

E. 3c). Damit sind bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b 

AVIV bzw. bei der Zumutbarkeitsprüfung die gesamten Umstände der versicherten 

Person zu berücksichtigen (Boris Rubin, Commentaire de la loi sur l’assurance-

chômage, 2014, N 36 f. zu Art. 30; Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, Diss. 1998, S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen 

Beschäftigungsaufgabe im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden, wenn 

eine versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die 

Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, 

dass die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen 

vermag (BGE 124 V 234 E. 4b/aa).

1.2. 

Nicht bestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer sein Arbeitsverhältnis 

am 27. Januar 2021 unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist auf den 30. Juni 

2021 gekündigt hat und ihm zu diesem Zeitpunkt keine andere Stelle zugesichert war 

(vgl. act. G3.1/20). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer legitime Gründe 

für die Kündigung der Arbeitsstelle vorbringen kann bzw. ob er unfreiwillig die 

Beschäftigung aufgegeben hat, weil er durch die Entwicklung am Arbeitsplatz zur 

Kündigung gedrängt wurde. Der Beschwerdeführer macht verschiedene Gründe 

geltend, wieso ihm die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses bis zum Finden einer 

geeigneten Anschlussstelle nicht zumutbar gewesen sei (vgl. act. G1, G9 und G3.1/18), 

auf die nachfolgend einzeln einzugehen ist. Von der Arbeitgeberin wurden ausser der 

Arbeitgeberbescheinigung (vgl. act. G3.1/24) keine Auskünfte eingeholt.

2.1. 

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Die Unzumutbarkeit einer Fortsetzung des bisherigen Arbeitsverhältnisses ist vor 

dem Hintergrund von Art. 16 Abs. 1 AVIG zu beurteilen, wonach grundsätzlich jede 

Arbeit zumutbar ist, es sei denn, einer der in Abs. 2 dieser Bestimmung abschliessend 

aufgelisteten Ausnahmetatbestände sei erfüllt. Ein schlechtes Arbeitsklima oder 

Spannungen zwischen der versicherten Person und Vorgesetzten begründen noch 

keine Unzumutbarkeit. Sie können allenfalls im Rahmen der Verschuldensbeurteilung 

Berücksichtigung finden (Urteile des Bundesgerichts vom 7. August 2018, 

8C_107/2018, E. 3, und vom 27. November 2013, 8C_742/2013, E. 4.1; je mit 

Hinweisen). Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. c 

AVIG) muss nach der Rechtsprechung durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder 

allenfalls andere geeignete Beweismittel) belegt sein, wobei die Zumutbarkeit zum 

Verbleiben strenger beurteilt wird als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle 

(BGE 124 V 234 E. 4 b/bb mit Hinweisen). Aus Gründen der Rechtssicherheit darf sich 

die Arbeitslosenkasse oder das Gericht nicht mit blossen Behauptungen begnügen, 

sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, die primär die versicherte 

Person im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des 

Sachverhalts beizubringen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2013, 

8C_742/2013, E 4.1 mit Hinweisen).

2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei einem konstanten, psychischen Druck und 

Mobbingversuchen ausgesetzt gewesen. Sein Vorgesetzter habe sich in sein 

Aufgabengebiet eingemischt, und er sei in Personalentscheide nicht einbezogen 

worden. Die Arbeitgeberin habe zwei langjährige Angestellte kurz vor deren 

Pensionierung entlassen, wobei er diese Entlassungen nicht habe mittragen können. 

Teilweise habe er 12 Stunden pro Tag gearbeitet und sich überdurchschnittlich 

eingesetzt (act. G1, G3.1/18).

2.3. 

Mobbing ist nach einer auch vom Bundesgericht verwendeten Definition ein 

systematisches, feindliches, über einen längeren Zeitraum anhaltendes Verhalten, mit 

dem eine Person an ihrem Arbeitsplatz isoliert, ausgegrenzt oder gar von ihrem 

Arbeitsplatz entfernt werden soll. Mobbing ist schwierig zu beweisen. Ein Beweis kann 

in der Regel nur auf der Würdigung einer Vielzahl von Indizien beruhen (Urteil des 

Bundesgerichtes vom 7. August 2018, 8C_107/2018, E. 5 mit Hinweisen). Der 

Beschwerdeführer reicht weder Unterlagen ein, die den Vorwurf betreffend 

Mobbingversuche belegen, noch führt er diesbezüglich Beispiele an. Er hielt einzig fest, 

dass der von der Arbeitgeberin entlassene G.___ vom Vorgesetzten des 

Beschwerdeführers gemobbt worden sei. Auch die in den Akten liegenden 

2.3.1. 

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Arztzeugnisse der behandelnden Fachpersonen enthalten keine Aussagen bezüglich 

des vom Beschwerdeführer behaupteten Mobbings durch seinen Vorgesetzten.

Betreffend den erhöhten psychischen Druck, unter welchem der 

Beschwerdeführer gestanden habe, benennt er als Zeugen die behandelnden 

Fachpersonen sowie zwei ehemalige Arbeitnehmer, welche von der Arbeitgeberin 

entlassen wurden. Dabei macht er nicht geltend, dass die beiden Arbeitnehmenden 

etwas über den erhöhten psychischen Druck, unter welchem er gestanden habe, aus 

eigener Erfahrung berichten könnten, weshalb auf ihre Befragung zu verzichten ist. Aus 

den Ausführungen im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung und im Rahmen der 

Verschuldensabklärung geht hervor, dass der Vorgesetzte stark in die Teamführung 

des Beschwerdeführers eingegriffen habe und der Beschwerdeführer nach der 

Entlassung der beiden langjährigen Angestellten die Konsequenzen gezogen habe, da 

er diese Personalentscheide nicht habe mittragen können (act. G3.1/42 und 33). Wie 

vorstehend in Erwägung 2.2 dargelegt, vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und 

Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten, wozu die geschilderten Vorkommnisse 

gehören, grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses 

belegen.

2.3.2. 

Der Beschwerdeführer war bei der Arbeitgeberin als Z.___ und Mitglied des 

Kaders angestellt gewesen (act. G3.1/40). Von leitenden Angestellten wird 

praxisgemäss erwartet, dass sie etwas mehr leisten als nur das übliche Pensum (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2020, 4A_38/2020, E. 4.1). Betreffend die 

Überstunden respektive Überzeit reichte der Beschwerdeführer keine Unterlagen ein. 

Aus dem in den Akten liegenden Ausweis über das Jahreslohnkonto (act. G3.1/22 und 

23) geht hervor, dass im Juli 2021 Fr. 4'162.20 und im Dezember 2020 Fr. 12'349.25 

als Abgeltung der Überzeit zu einem Ansatz von Fr. 94.04 (vgl. act. G3.1/34, S. 94) 

ausbezahlt wurde. Für den Zeitraum April bis Dezember 2020 wurde demnach Überzeit 

von 131.20 Stunden und für Januar bis Juni 2021 Überzeit von 44.26 Stunden 

abgegolten. Die im Jahr 2020 geleistete Überzeit war damit hoch. Der 

Beschwerdeführer macht jedoch nicht geltend, dies mit der Arbeitgeberin thematisiert 

zu haben oder es sei für die Kündigung kausal gewesen.

2.3.3. 

Der Beschwerdeführer argumentiert weiter, dass ihm die Weiterführung des 

bisherigen Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar gewesen 

sei. Aufgrund eines erheblichen Leidensdruckes habe er sich in eine 

psychotherapeutische Behandlung begeben müssen. Hätte er noch länger bei der 

Arbeitgeberin gearbeitet, hätte er ein Burnout erlitten. Trotz der schwierigen 

2.4. 

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3.  

Bedingungen habe er nach der Kündigung weitergearbeitet, um im Arbeitsprozess zu 

bleiben (act. G1).

Die in den Akten liegenden detaillierten Zeugnisse von Dr. E.___ und Dr. F.___ 

belegen die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme nicht eindeutig, da sie 

weder eine Diagnose, eine funktionelle Einschränkung in der Arbeitstätigkeit noch eine 

allfällige Gesundheitsgefährdung ausweisen. Sie geben einzig wieder, dass eine 

Wiederaufnahme bzw. der Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz aus vom 

Beschwerdeführer empfundenen unlösbaren ethischen Konflikten nicht zumutbar 

gewesen sei. Beide Fachpersonen hielten fest, dass der Beschwerdeführer an seinem 

bisherigen Arbeitsplatz arbeitsfähig gewesen sei und sie am 19. Februar respektive am 

19. März 2021 einen Wechsel des Arbeitsplatzes empfohlen hätten (act. G5.1 und 5.2). 

Die ärztliche Empfehlung, die Anstellung zu kündigen, erfolgte somit erst im Zeitpunkt, 

als der Beschwerdeführer bereits von sich aus diese gekündigt hatte. Die 

Fachpersonen sahen dann auch – auf Wunsch des Beschwerdeführers (vgl. act. G1, 

G9) – von einer Krankschreibung ab. Dies spricht gegen einen medizinisch indizierten 

sofortigen Stellenwechsel. Die Zeugnisse vermögen nicht darzulegen, inwiefern die 

psychosoziale Belastungssituation am Arbeitsplatz die Unzumutbarkeit des 

Verbleibens begründet hätte. Der Beschwerdeführer macht zudem nicht geltend, dass 

ihm die Suche einer neuen Stelle infolge seiner gesundheitlichen Situation nicht 

möglich gewesen wäre, bevor er das noch bestehende Arbeitsverhältnis mit seiner 

Kündigung beendete. Davon zeugt auch der Abschluss eines neuen Arbeitsvertrags 

noch vor Eintritt der Arbeitslosigkeit (act. G3.1/45). Anlass zu seiner Kündigung waren 

denn auch nicht seine gesundheitlichen Beschwerden, sondern vielmehr ein fehlender 

Einbezug in die Entscheidungsfindung und in Personalentscheide, da sein Vorgesetzter 

stark in die Teamführung eingegriffen habe (vgl. act. G3.1/46 und 42). Obwohl die 

Arbeitssituation des Beschwerdeführers offensichtlich belastend war und der Wunsch 

nach einem Stellenwechsel, vor allem unter dem Blickwinkel des angespannten 

Arbeitsverhältnisses mit seinem Vorgesetzten und die für den Beschwerdeführer 

ethisch nicht tragbaren Entlassungen, nachvollzogen werden kann, ist der Tatbestand 

der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit erfüllt. Es ist mit der Beschwerdegegnerin 

davon auszugehen, dass das Verbleiben an der bisherigen Stelle bis zum Auffinden 

einer neuen Stelle und somit zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit zumutbar gewesen 

wäre. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist demnach zu Recht erfolgt.

2.5. 

Zu prüfen bleibt, ob die im angefochtenen Einspracheentscheid angeordnete 

Einstellhöhe von 20 Tagen angemessen ist.

3.1. 

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und 

beträgt höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Die Einstellung dauert 1-15 Tage bei 

leichtem, 16-30 Tage bei mittelschwerem und 31-60 Tage bei schwerem Verschulden 

(Art. 45 Abs. 3 AVIV). Kündigt die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine 

zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen, so liegt ein schweres 

Verschulden vor (Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV). Beim Einstellungsgrund der Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses ohne Zusicherung einer neuen Stelle (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV) 

kommt dem konkreten Sachverhalt für die Verschuldensbeurteilung im Allgemeinen 

eine erhebliche Bedeutung zu, zumal Tatsache und Schwere des Verschuldens meist 

nicht klar feststehen. Bei Einstellungen nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV kann die 

Bestimmung von Art. 45 Abs. 4 AVIV lediglich die Regel bilden, von welcher beim 

Vorliegen besonderer Umstände im Einzelfall abgewichen werden darf (BGE 130 V 126 

E. 3.2, Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2018, 8C_107/2018, E. 6 mit 

Hinweisen).

3.2. 

Aufgrund der belasteten Arbeitssituation mit nachvollziehbar ethischem Konflikt 

und sich daraus ergebenden gesundheitlichen Problemen hat die Beschwerdegegnerin 

die Selbstkündigung des Beschwerdeführers als mittelschweres Verschulden 

eingestuft. Rechtsprechungsgemäss durfte sie unter dieser Voraussetzung vom 

Grundsatz gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV abweichen. Die von der 

Beschwerdegegnerin verfügte Einstelldauer von 20 Tagen liegt im unteren Bereich des 

dafür geltenden Rahmens von 16 bis 30 Tagen und erscheint vorliegend als 

angemessen.

3.3. 

Die Beschwerde ist somit vollumfänglich abzuweisen.4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  des Bundesgesetzes über den 

allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Bei diesem 

Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

4.2. bis

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