# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7ff8472-a988-582e-927d-e8ed4d17d0b3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.09.2020 ZK1 2020 123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2020-123_2020-09-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Urteil vom 09. September 2020

Referenz ZK1 20 123

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Bäder Federspiel, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Laura Oesch
Quaderstrasse 5, Postfach 44, 7001 Chur 

gegen

Regionalgericht Plessur
Theaterweg 1, Postfach 36, 7001 Chur
Beschwerdegegner 1

B._____
Beschwerdegegner 2
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Unterdorfstrasse 8, Postfach 10, 7206 Igis 

Gegenstand Rechtsverzögerung/Rechtsverweigerung (Obhutsregelung etc.)

Anfechtungsobj. superprovisorischer Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen 
am Regionalgericht Plessur vom 24. August 2020, mitgeteilt am 
24. August 2020 (Proz. Nr. 135-2020-580)

Mitteilung 10. September 2020

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I. Sachverhalt

A/a. A._____, geboren am _____ 1987, und B._____, geboren am _____ 1988, 
sind die unverheirateten Eltern von C._____, geboren am _____. Am 31. Januar 
2019 reichte B._____ beim Regionalgericht Plessur gegen A._____ eine Klage 
betreffend Regelung der Kinderbelange ein (Proz.Nr. 115-2019-9). 

A/b. Auf Gesuch von A._____ hin traf der Einzelrichter in Zivilsachen am Regio-
nalgericht Plessur mit Entscheid vom 10. September 2019, mitgeteilt am 12. De-
zember 2019, vorsorgliche Massnahmen (Proz.Nr. 115-2019-518). Unter anderem 
wurde C._____ dabei vorsorglich für die Dauer des Hauptverfahrens unter die al-
ternierende Obhut von A._____ und B._____ gestellt, dies bei Betreuungsanteilen 
von je 3.5 Tagen pro Woche und unter der Verpflichtung, dass sich die Eltern über 
die Festlegung der Betreuungstage und -zeiten verständigen. Im Weiteren wurde 
der Wohnsitz von C._____ für die Dauer des Hauptverfahrens am Wohnsitz von 
A._____ in O.1_____ festgelegt. Schliesslich wurde B._____ zu vorläufigen Un-
terhaltszahlungen an C._____ verpflichtet. Die von B._____ gegen diesen Ent-
scheid erhobene Berufung wies das Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil 
ZK1 19 212 vom 24. Juni 2020, mitgeteilt am 25. Juni 2020, ab. 

A/c. Ein weiteres von Seiten des Vaters angehobenes Massnahmeverfahren 
betreffend Zuteilung der alleinigen Obhut auf ihn (Proz.Nr. 115-2020-256) wurde 
infolge Rückzug des Gesuchs mit Entscheid vom 25. August 2020 abgeschrieben.

B. In einem weiteren Massnahmeverfahren (Proz.Nr. 115-2020-580) ersuchte 
der Vater mit Eingaben vom 8. bzw. 10. August 2020 um Kindesschutzmassnah-
men, mit dem Ziel, die Kindsmutter mit Blick auf den Kindergarteneintritt von 
C._____ anzuweisen, sich an die rechtskräftig verfügte Betreuungsregelung zu 
halten sowie eine Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft zu errichten. Die 
Mutter äusserte sich am 13. und am 20. August 2020 zu den Betreuungszeiten. 
Am 17. August 2020 fand eine Vergleichsverhandlung mit den Rechtsvertretern 
der Parteien statt. Mit superprovisorischem Entscheid vom 24. August 2020, mit-
geteilt gleichentags, verfügte der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht 
Plessur wie folgt:

1. Die alleinige Obhut über C._____ wird daher per sofort dem Vater, 
B._____, zugeteilt.

2. Der Wohnsitz von C._____ ist per sofort am Wohnsitz des Vaters, 
B._____.

(Anweisung an B._____, den Wohnsitz von C._____ während der 
Dauer des Hauptverfahrens nicht zu wechseln).

(Hinweis auf die Strafandrohung nach Art. 292 StGB).

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3. Die Einschulung (Kindergarten) hat auf Deutsch zu erfolgen.

4. (Regelung des Besuchsrechts von A._____)

5. A._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von C._____ monatliche, 
im Voraus per 1. jeden Monats zahlbare Beiträge von CHF 700.00 an 
B._____ zu bezahlen, erstmals per September 2020.

6. Zu Gunsten von C._____ wird eine Besuchsrechtsbeistandschaft er-
richtet und die zuständige KESB mit dem Vollzug betraut.

7. Diese vorsorgliche Massnahme wird verhandelt – nach Möglichkeit 
gleichzeitig mit der Hauptsache.

8. (Kosten)

9. (Mitteilung)

C. Aufgrund dieses Entscheides erhob A._____ mit Eingabe vom 3. Septem-
ber 2020 in den Verfahren Proz.Nr. 115-2019-9 (Hauptverfahren) und Proz.Nr. 
135-2020-580 (vorsorgliche Massnahmen) Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden, mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Entscheid vom 24. August 2020, Proz. Nr. 135-2020-580 sei bis 
auf die Ziff. 6 aufzuheben.

2. Das Regionalgericht Plessur sei anzuweisen, C._____ anzuhören.

3. Das Regionalgericht Plessur sei anzuweisen, einen Bericht/Gutachten 
über C._____ Fähigkeiten der Einschulung in einer Fremdsprache ein-
zuholen.

4. Das Regionalgericht Plessur sei anzuweisen, die Wohnsituation des 
Vaters zu prüfen.

5. Eventualiter sei das Regionalgericht Plessur unverzüglich anzuweisen, 
ein Erziehungsfähigkeitsgutachten beider Parteien bezüglich der Er-
ziehung von C._____ einzuholen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerde-
gegners.

Verfahrensrechtlich beantragte sie, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung 
zu erteilen, indem bis zum Entscheid im Hauptverfahren (Proz.Nr. 115-2019-9) der 
Entscheid des Kantonsgerichts vom 24. Juni 2020 (ZK1 19 212) resp. der damit 
bestätigte Entscheid des Regionalgerichts Plessur Proz.Nr. 135-2019-518 in Kraft 
bleibe.

D. Bereits am 27. August 2020 hatte A._____ beim Regionalgericht Plessur 
zudem ein Wiedererwägungsgesuch in Bezug auf den superprovisorischen Ent-
scheid vom 24. August 2020 eingereicht, welches sie mit Schreiben vom 1. Sep-
tember 2020 ergänzte. Beide Eingaben wurden B._____ am 3. September 2020 
mit dem Hinweis, dass er dazu anlässlich der Hauptverhandlung werde Stellung 
nehmen können, zur Kenntnis gebracht.

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Auf die Begründung der Anträge in der Beschwerdeschrift sowie auf die Erwägun-
gen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Nach Art. 319 ZPO mit Beschwerde anfechtbar sind nicht berufungsfähige 
erstinstanzliche Endentscheide, Zwischenentscheide und Entscheide über vor-
sorgliche Massnahmen (lit. a), andere erstinstanzliche Entscheide und prozesslei-
tende Verfügungen in den vom Gesetz bestimmten Fällen (lit. b Ziff. 1) oder wenn 
durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (lit. b Ziff. 2) sowie 
Fälle von Rechtsverzögerung (lit. c).

1.2. Gegenstand einer Rechtsverzögerungs- bzw. Rechtsverweigerungsbe-
schwerde nach Art. 319 lit. c ZPO bildet die sog. formelle Rechtsverweigerung, die 
sich in einer unrechtmässigen Verweigerung oder Verzögerung eines anfechtba-
ren Entscheids äussert. Die angemessene Dauer ist im Einzelfall unter Berück-
sichtigung der gesamten Umstände zu beurteilen und in ihrer Gesamtheit zu wür-
digen. In Anbetracht des Gestaltungsspielraums des erstinstanzlichen Gerichts ist 
eine Pflichtverletzung nur zu bejahen, wenn der gesetzte Rahmen offensichtlich 
überschritten ist (Kurt Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 
Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Art. 197‒408 ZPO, 2. 
Auflage, Zürich 2016, N 45 ff. zu Art. 319 ZPO; Karl Spühler, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Auflage, Basel 2017, N 21 ff. zu Art. 319 ZPO).

2.1. Die Beschwerde von A._____ richtet sich zum einen gegen den superprovi-
sorischen Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur 
vom 24. August 2020 im Massnahmeverfahren Proz. Nr. 135-2020-580. Gegen 
kantonal erstinstanzliche Entscheide über superprovisorische Massnahmen ist in 
der ZPO nach Rechtsprechung und Lehre kein Rechtsmittel vorgesehen (BGE 
140 III 289 E. 2.7, BGE 137 III 417 E. 1.3; Thomas Sprecher, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Auflage, Basel 2017, N 32 zu Art 265 ZPO m.w.H.; Karl Spühler, a.a.O., 
N 5 zu Art. 319 ZPO; Kurt Blickenstorfer, a.a.O., N 23 zu Art. 308 ZPO; Lucius 
Huber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 20 zu Art. 
265 ZPO). Soweit die Beschwerdeführerin die Aufhebung der superprovisorisch 

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angeordneten Massnahmen (Ziff. 1 – 5 des Dispositivs des angefochtenen Ent-
scheids) verlangt, kann auf ihre Beschwerde daher nicht eingetreten werden.

2.2. Zu beachten ist, dass die Beschwerdeführerin den superprovisorischen 
Entscheid nicht nur in materieller Hinsicht rügt, sondern auch eine Rechtsverzöge-
rung geltend macht. Diesbezüglich kann auf ihre Beschwerde eingetreten werden 
(vgl. auch E. 3.1), zumal diese an keine Frist gebunden ist und formgerecht einge-
reicht wurde (Art. 321 ZPO). Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubün-
den zur Beurteilung der Beschwerde als Rechtsmittelinstanz ergibt sich aus Art. 7 
Abs. 1 EGzZPO. Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivil-
rechtliche Beschwerden auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuchs bei der I. Zi-
vilkammer (Art. 6 lit. a KGV).

3.1. Nach Art. 265 Abs. 2 ZPO lädt das Gericht die Parteien gleichzeitig mit der 
Anordnung der superprovisorischen Massnahme zu einer Verhandlung vor, die 
unverzüglich stattzufinden hat, oder setzt der Gegenpartei eine Frist zur schriftli-
chen Stellungnahme. Nach Anhörung der Gegenpartei entscheidet das Gericht 
unverzüglich über das Gesuch (Art. 265 Abs. 2 ZPO). Das Gericht hat gestützt auf 
diese Bestimmung somit so schnell wie möglich zur Anhörung und zur Fällung des 
Massnahmeentscheids, des sog. Bestätigungsentscheids, zu schreiten, nicht zu-
letzt, um den Umstand, dass ein Superprovisorium auf einseitiges Begehren und 
ohne Anhörung der Gegenpartei erfolgt, so rasch wie möglich prozessual zu korri-
gieren (Johann Zürcher, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische 
Zivilprozessordnung [ZPO], Kommentar, Art. 197‒408 ZPO, 2. Auflage, Zürich 
2016, N 11 zu Art. 265 ZPO; Thomas Sprecher, a.a.O., N 35 zu Art. 265 ZPO). 
Die Anhörung kann nach Ermessen des Gerichts entweder im Rahmen einer 
mündlichen Verhandlung oder in einer schriftlichen Stellungnahme erfolgen, 
(Thomas Sprecher, a.a.O., N 37 zu Art. 265 ZPO; Johann Zürcher, a.a.O., N 13 zu 
Art. 265 ZPO). Die Frist zur Einreichung einer Stellungnahme oder bis zur Durch-
führung der Verhandlung sollte kurz sein, üblicherweise fünf bis zehn Tage (Tho-
mas Sprecher, a.a.O., N 40 zu Art. 265 ZPO; Lucius Huber, a.a.O., N 15 zu Art. 
265 ZPO m.w.H.; Johann Zürcher, a.a.O., N 12 zu Art. 265 ZPO, spricht sich für 
eine Anhörung spätestens innert 20 Tagen aus, und Jann Six, Eheschutz, 2. Auf-
lage, Bern 2014, Rz. 1.18, für eine Obergrenze von 14 Tagen für Anhörung und 
Entscheidfällung). Nach Ablauf der gesetzten Frist bzw. im Rahmen der Verhand-
lung entscheidet das Gericht – nunmehr in Kenntnis auch des Standpunkts der 
Gegenpartei – über die eigentliche vorsorgliche Massnahme. Der Entscheid hat 
unverzüglich zu erfolgen, maximal innerhalb von 10 Tagen (Thomas Sprecher, 
a.a.O., N 43 zu Art. 265 ZPO; Johann Zürcher, a.a.O., N 13 zu Art. 265 ZPO). 

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Namentlich wenn das Gericht die Obhut in Abweichung zur bisherigen hauptsäch-
lichen Betreuung durch einen Elternteil superprovisorisch dem anderen Elternteil 
zuweist, hat die mündliche Verhandlung und Entscheidfällung innert maximal 10 
Tagen zu erfolgen, da die Rechtsmittelinstanz im Fall einer Berufung zur Vermei-
dung kurzfristiger und häufiger Veränderungen gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO in 
der Regel die aufschiebende Wirkung zu erteilen hat, dies aber grundsätzlich erst 
tun kann, wenn der Fall bei ihr anhängig ist, was das Vorliegen eines begründeten 
Entscheids voraussetzt. Nimmt das Gericht die Anhörung der Gegenseite oder die 
Entscheidfällung im Sinne von Art. 265 Abs. 2 ZPO ohne Vorliegen mit dem Fall 
zusammenhängender Gründe nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung vor, liegt 
eine Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung vor. Dagegen kann gemäss 
Art. 319 lit. c i.V.m. Art. 321 Abs. 4 ZPO jederzeit Beschwerde eingereicht werden, 
was ein Korrektiv zur fehlenden Rechtsmittelmöglichkeit darstellt und im Einzelfall 
zu einer Beschleunigung des Verfahrens führen kann (vgl. Jann Six, a.a.O., Rz. 
1.18 u. 1.47f, u.a. mit Hinweis auf BGE 138 III 565; Entscheid des Kantonsgerichts 
Luzern 3C 19 4 vom 20. Februar 2019, publ. in LGVE II Nr. 3, E. 1.2.3).

3.2. Vorliegend hat der Vorderrichter im superprovisorischen Entscheid vom 24. 
August 2020 weder zu einer unverzüglich stattfindenden Verhandlung vorgeladen 
noch der Beschwerdeführerin Frist zur schriftlichen Stellungnahme gesetzt. Viel-
mehr hat er lediglich festgehalten, dass die vorsorgliche Massnahme verhandelt 
werde, nach Möglichkeit gleichzeitig mit der Hauptsache. Mittlerweile steht fest, 
dass die Hauptverhandlung sowohl im Hauptverfahren als auch im vorliegenden 
Massnahmeverfahren am 5. Oktober 2020 stattfinden wird. Damit wird frühestens 
sechs Wochen nach dem superprovisorischen Entscheid ein anfechtbarer Mass-
nahmeentscheid vorliegen. Dies stellt eine klare Verletzung von Art. 265 Abs. 2 
ZPO dar, zumal im superprovisorischen Entscheid – ohne entsprechendes Begeh-
ren von B._____, wollte dieser doch lediglich die Betreuungszeiten geregelt wis-
sen – unter anderem die Obhut über C._____ allein dem Vater zugeteilt wurde. 
Dies hat für die Genannte einschneidende Folgen, muss sie doch nicht nur ihr so-
ziales Umfeld in O.1_____ (wo sie seit dem 17. August 2020 auch den Kindergar-
ten besucht hatte) verlassen, sondern entfällt mit der Aufhebung der alternieren-
den Obhut über C._____ und der Betreuungsanteile von je 3.5 Tagen auch die bis 
anhin gelebte hälftige Betreuung durch beide Elternteile. Unter diesen Umständen 
muss die Lücke im Rechtsschutz, die sich durch die fehlende Möglichkeit der An-
fechtung der superprovisorischen Massnahme ergibt, möglichst kurz gehalten 
werden. Dies ist mit dem vom Vorderrichter gewählten Vorgehen nicht der Fall, 
weshalb eine Rechtsverzögerung vorliegt. 

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3.3. Demnach ist Ziffer 7 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids aufzu-
heben und die Vorinstanz anzuweisen, das vorsorgliche Massnahmeverfahren 
unverzüglich im Sinne von Art. 265 Abs. 2 ZPO fortzuführen, sei dies durch sofor-
tige Durchführung einer Verhandlung oder – falls dies nicht möglich sein sollte – 
durch Ansetzung einer kurzen Frist für eine schriftliche Stellungnahme der Partei-
en. Nachdem sich A._____ in ihrem Wiedererwägungsgesuch bereits zur Sache 
geäussert hat und B._____ ihre Eingaben bekannt sind, rechtfertigt es sich, die 
Frist für die Anhörung auf maximal fünf Tage festzusetzen. Im Anschluss hat die 
Vorinstanz wiederum ohne Verzug, spätestens bis zum 25. September 2020, in 
einem anfechtbaren Entscheid darüber zu befinden, ob die superprovisorisch an-
geordneten Massnahmen vorläufig bestehen bleiben oder diese für die weitere 
Dauer des Hauptverfahrens – respektive für die Dauer allfälliger zusätzlicher Ab-
klärungen, wie sie auch mit vorliegender Beschwerde beantragt werden – anzu-
passen sind. Dieser Entscheid ist den Parteien innert der genannten Frist zumin-
dest im Dispositiv zu eröffnen. Letzteres hätte zwar zur Folge, dass die unterlie-
gende Partei nicht sogleich ein Rechtsmittel einlegen könnte, sondern zunächst 
die schriftliche Begründung verlangen müsste (Art. 239 Abs. 2 ZPO). Es würde ihr 
aber ermöglichen, in sinngemässer Anwendung von Art. 263 ZPO für die Zeit, bis 
die schriftliche Begründung vorliegt, bei der Rechtsmittelinstanz vorsorglich den 
Aufschub der Vollstreckbarkeit zu beantragen (vgl. das Urteil des Appellationsge-
richts Basel-Stadt DGZ.2019.10 vom 17. Dezember 2019 E. 4.1 sowie den Ent-
scheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 430 12 374 vom 18. Dezember 
2012 E. 1). Auf diesem Weg würde dem legitimen Rechtsschutzbedürfnis der Be-
schwerdeführerin wenigstens insofern Rechnung getragen, als sie ihre Einwen-
dungen gegen die sofortige Vollstreckbarkeit der Massnahmen innert nützlicher 
Frist durch die Rechtsmittelinstanz überprüfen lassen könnte.

4. Was den Antrag der Beschwerdeführerin auf aufschiebende Wirkung be-
trifft, gilt es festzuhalten, dass der superprovisorische Entscheid nur im Hinblick 
auf eine Rechtsverzögerung der Beschwerde unterliegt. In diesem Rahmen ist es 
der Beschwerdeinstanz verwehrt, einen Entscheid über den Aufschub der Voll-
streckbarkeit zu fällen (vgl. Jann Six, a.a.O., Rz. 1.18).

5.1. Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren eine Rechtsverzögerung/-
verweigerung im Hinblick auf das Hauptverfahren (Proz.Nr. 115-2019-9) geltend. 

5.2. Das Hauptverfahren ist seit dem 31. Januar 2019 vor dem Regionalgericht 
Plessur hängig. Nach der Klageeinleitung kam es zu einem mehrfachen, kontinu-
ierlichen Rechtsschriftenwechsel, der über ein Jahr dauerte. Ausserdem gab es 
mehrere Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen, inklusive Verhandlun-

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gen, wobei eines an das Kantonsgericht weitergezogen wurde. Zwischenzeitlich 
wurde der Termin für die Hauptverhandlung auf den 5. Oktober 2020 angesetzt. 
Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, dass die Vorinstanz den Ent-
scheid im Hauptverfahren unrechtmässig verzögern oder verweigern würde, wes-
halb sich die Beschwerde als unbegründet erweist und insofern abzuweisen ist. 

5.3. Zu beachten bleibt, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Rechts-
verzögerungsbeschwerde auch vorbringt, die Vorinstanz unterlasse vor dem Er-
lass ihres Urteils die nötigen Sachverhaltsabklärungen. So lade sie bspw. zur 
Hauptverhandlung ein, ohne dass das Beweisergebnis feststehe. In diesem Sinn 
beantragt sie denn auch, das Regionalgericht zur Anhörung von C._____ und zu 
verschiedenen Beweisabnahmen anzuweisen. Derartige Rügen können nicht Ge-
genstand einer Rechtsverzögerungsbeschwerde nach Art. 319 lit. c ZPO sein. 
Vielmehr wäre eine unvollständige Abklärung des Sachverhalts bzw. eine Verlet-
zung der Untersuchungsmaxime mit dem Rechtsmittel gegen den Bestätigungs-
entscheid im Massnahmeverfahren oder gegen den Endentscheid im Hauptverfah-
ren geltend zu machen. Sollte der Instruktionsrichter während laufendem Verfah-
ren zu Unrecht Beweisanträge ablehnen und der Beschwerdeführerin dadurch ein 
nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil drohen, hat sie sodann die Möglich-
keit, die entsprechende prozessleitende Verfügung mittels Beschwerde nach Art. 
319 lit. b Ziff. 2 ZPO anzufechten. In Bezug auf den Vorwurf der unterlassenen 
Sachverhaltsabklärungen kann auf die Beschwerde von A._____ folglich nicht 
eingetreten werden. 

6.1. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Ge-
richtskosten als auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der 
unterliegenden Partei auferlegt, wobei bei Nichteintreten die klagende Partei als 
unterliegend gilt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, werden die Prozesskosten 
gestützt auf Art. 106 Abs. 2 ZPO nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 
106 Abs. 2 ZPO).

6.2. Vorliegend obsiegt die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde, sofern sie 
eine Rechtsverzögerung im Massnahmeverfahren geltend macht. Demgegenüber 
unterliegt sie im Hinblick auf die von ihr gerügte Rechtsverzögerung im Hauptver-
fahren sowie in Bezug auf die Anfechtung der superprovisorischen Massnahmen 
als solche. Gestützt auf diesen Ausgang werden die Kosten des Beschwerdever-
fahrens, die nach auf Art. 10 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivil-
verfahren (VGZ; BR 320.210) auf CHF 1'500.00 festgesetzt werden, je hälftig der 
Beschwerdeführerin und dem Kanton Graubünden auferlegt. Ausserdem wird der 
Beschwerdeführerin, soweit sie mit ihrer Rechtsverzögerungsbeschwerde obsiegt, 

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eine Parteientschädigung zu Lasten des Kantons zugesprochen (BGE 139 III 
471). Diese wird pauschal auf CHF 1'000.00 inklusive Spesen und Mehrwertsteuer 
festgesetzt. Auf das Zusprechen einer Parteientschädigung an den Beschwerde-
gegner 2 wird verzichtet, nachdem jenem aufgrund des auf Art. 322 Abs. 1 ZPO 
gestützten Verzichts auf das Einholen einer Beschwerdeantwort kein Aufwand 
entstanden ist. Soweit die Beschwerde gutgeheissen wurde, richtete sich diese im 
Übrigen ausschliesslich gegen die Vorinstanz, weshalb der Beschwerdegegner 2 
dazu von vornherein nicht zur Stellungnahme aufzufordern war.

7. Der vorliegende Entscheid ergeht in Anwendung von Art. 7 Abs. 2 lit. b 
EGzZPO in einzelrichterlicher Kompetenz.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde von A._____ wird gutgeheissen, soweit damit eine 
Rechtsverzögerung im Massnahmeverfahren (Proz.Nr. 135-2020-580) 
gerügt wird. Im Übrigen wird die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, 
abgewiesen.

2. Ziffer 7 des superprovisorischen Entscheids des Einzelrichters in Zivilsa-
chen am Regionalgericht Plessur vom 24. August 2020 wird aufgehoben. 
Der Instruktionsrichter wird angewiesen, das Massnahmeverfahren 
(Proz.Nr. 135-2020-580) im Sinne der Erwägungen und von Art. 265 Abs. 2 
ZPO unverzüglich weiterzuführen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen je hälftig 
zu Lasten von A._____ und des Kantons Graubünden. Der Kanton 
Graubünden hat A._____ eine Parteientschädigung von CHF 1'000.00 in-
klusive Spesen und Mehrwertsteuer zu leisten.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: