# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8aaf5f9-cd54-5559-9191-434879c53873
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.07.2010 B-3402/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3402-2009_2010-07-06.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-3402/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richterin Vera Marantelli, 
Richter Claude Morvant, Richter Bernard Maitre, 
Richterin Maria Amgwerd,
Gerichtsschreiber Martin Buchli

1. (...)

2. (...)
 
3. C._______,

4. (...)

5. (...)

6. (...)

7. G._______,

8. H._______,

9. I._______,

10. Red Hat Limited, 6700 Cork Airport Business Park, 
Kinsale Road, IE-Cork,

11. (...)

12. (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

B-3402/2009

13. M._______,

14. N._______,

15. O._______,

16. P._______,

17. Q._______,

18. R._______,

alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Matthias Hauser, Lindtlaw Antwaltskanzlei, 
Obstgartenstrasse 7, Postfach, 8042 Zürich,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Bauten und Logistik BBL,
Ressort Einkauf Bürotechnik / Informatik, 
Fellerstrasse 15, 3003 Bern,
vertreten durch 
Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hans Rudolf Trüeb und 
Rechtsanwältin lic. iur. Julia Bhend,
Walder Wyss & Partner Rechtsanwälte, 
Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich,
Vergabestelle,

Beschaffungswesen - Verlängerung Lizenzen für 
standardisierten Arbeitsplatz Bund und darauf 
aufbauende Anwendungen (Clients und Server), Wartung 
und (Third Level) Support.

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Gegenstand

B-3402/2009

Sachverhalt:

A.

A.a Die Bundesverwaltung bezieht laut eigenen Angaben seit Anfang 
der 90er Jahre bei Microsoft Software für Computer und für einen Teil 
der  Server,  für  Text-,  Datenbank-,  Tabellen-  und Präsentationserstel-
lung  sowie  Hintergrunddienste  der  Büroautomation  wie  Print-,  File-, 
Directory- und Management-Werkzeuge.

A.b Im Jahr 1996/97 standardisierte die damalige Informatikkonferenz 
Bund (IKB, heute Informatikrat Bund, IRB) erste Büroarbeitsplatzkom-
ponenten  (Microsoft-Produkte  Exchange/Office).  In  der  Folge  wurde 
die  Microsoft-Produktepalette  mehrmals  bestätigt  und  ergänzt.  In 
diesem Zusammenhang wurde 2005 das Projekt Standardarbeitsplatz 
(später Büroarbeitsplatz Bund BAB) in Angriff genommen.

A.c Im  Oktober  2001  schloss  die  Eidgenossenschaft  nach  eigenen 
Angaben erstmals mit dem Unternehmen Microsoft Ireland Operations 
Ltd. ein sogenanntes Enterprise Agreement (EA) ab. Die Vertragslauf-
zeit  eines  solchen  beträgt  in  der  Regel  drei  Jahre.  Entsprechend 
wurde das EA in  den Jahren 2004 und  2007 verlängert. Weder  der 
erste  Zuschlag  im  Oktober  2001  noch  die  Verlängerungen  in  den 
Jahren  2004  und  2007  wurden  öffentlich  publiziert.  Auf  den  Inhalt 
eines solchen Enterprise Agreements wird – soweit notwendig – in den 
Erwägungen eingegangen.

A.d Seit  April  2003  besteht  ein  Vertrag  (Microsoft  Business 
Agreement), enthaltend die Bestimmungen für die Rechtsbeziehungen 
zwischen Microsoft und der Vergabestelle, welcher seither die Grund-
lage der Enterprise Agreements bildet.

A.e Im  Jahr  2005  verabschiedete  das  Informatikstrategieorgan  des 
Bundes (ISB) die Open Source-Software(OSS)-Strategie der Bundes-
verwaltung  (Version  1.01  vom 15. März  2005),  die  den  Einsatz  von 
OSS-Produkten in verschiedenen Bereichen vorsieht.

A.f Im  Jahr  2007  schrieb  das  Bundesamt  für  Bauten  und  Logistik 
(BBL) die Beschaffung von 10'500 Personal Computer (Los 1) sowie 
17'500 Notebooks (Los 2), je inklusive Installation, Staging, Transport  
und Inbetriebnahme sowie Service und Wartung im offenen Verfahren 

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aus. Als  technische Spezifikation wurde vorgegeben,  dass sämtliche 
Hardwarekomponenten  mit  Microsoft  Vista  und  Windows  XP 
kompatibel sein müssen sowie, dass die Personal Computer und die 
Notebooks  jeweils  mit  dem  kostengünstigsten  Betriebssystem 
"Microsoft  Vista  OEM" zu liefern  sind. Weiter  wurde unter  dem Titel 
"Produktebeschrieb" auf die "Weisung des Informatikrates des Bundes 
über  die  Standardisierung  von  Informatikprodukten  in  der 
Bundesverwaltung  vom  25.  März  2007"  hingewiesen,  welche 
Grundlage für die Beschaffung bilde. Am 15. Februar 2008 erteilte das 
BBL  für  insgesamt  Fr.  31'935'525.– den  Zuschlag  an  vier 
unterschiedliche  Anbieter.  Sowohl  die  Ausschreibung  als  auch  die 
Zuschlagserteilung blieben unangefochten.

B.

B.a Am  23.  Februar  2009  erteilte  die  Vergabestelle  der  Microsoft 
Ireland Operations Ltd. im freihändigen Verfahren den "Lieferauftrag" 
für  die  Verlängerung  von  Lizenzen  für  den  standardisierten  Arbeits-
platz  Bund  und  darauf  aufbauende  Anwendungen (Clients  und  Ser-
ver), Wartung und (Third Level) Support.

B.b Am 5. März  2009 schloss  die  Vergabestelle  mit  der  Zuschlags-
empfängerin den nach dem Willen der Parteien rückwirkend per 1. Ja-
nuar  2009 geltenden Vertrag betreffend die  Ablösung und Verlänge-
rung  des  ursprünglich  bis  Ende  2009  geltenden  Enterprise  Agree-
ments vom 10. Dezember 2006. Das Enterprise Agreement 2009 (EA 
09) umfasst jedenfalls die Fortsetzung der Software Assurance für die 
Arbeitsplätze von nahezu 40'000 Bundesangestellten, d.h. Aktualisie-
rungen,  Updates  und  Patches  von  bestehenden  Produkten  sowie 
Wartungs- und Supportleistungen für diese Produkte.

B.c Der Zuschlag vom 23. Februar 2009 wurde im SHAB Nr. 83 vom 
1. Mai 2009 publiziert. Zur Begründung des Zuschlags wird unter Ziffer 
3.3 der Publikation auf Art. 13 Abs. 1 Bst. c der Verordnung über das 
öffentliche Beschaffungswesen (VöB) verwiesen, wonach eine freihän-
dige Vergabe zulässig ist, wenn aufgrund der technischen oder künst -
lerischen  Besonderheiten  des  Auftrages  oder  aus  Gründen  des 
Schutzes geistigen Eigentums nur ein Anbieter oder eine Anbieterin in 
Frage kommt, und es keine angemessene Alternative gibt. 

C.
Am  15.  Mai  2009  reichte  die  Vergabestelle  angesichts  der  presse-

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öffentlich  angekündigten  Beschwerde  aus  dem  Kreise  der  Open 
Source-Software(OSS)-Anbieter eine Schutzschrift ein, in welcher sie 
namentlich beantragte, ein allfälliges Gesuch um Erlass einer super-
provisorischen  Verfügung  sei  abzuweisen.  Ausserdem  seien  keine 
Anordnungen  zu  treffen,  die  es  der  Bundesverwaltung  während  der 
Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  verunmöglichen,  Produkte  von 
Microsoft  gemäss Zuschlag  und  Enterprise  Agreement  vom 5. März 
2009 zu nutzen.

D.
Mit Eingabe vom 20. Mai 2009 (Posteingang beim Bundesverwaltungs-
gericht:  27.  Mai  2009)  erhoben  18  OSS-Anbieter  (im  Folgenden: 
Beschwerdeführende)  Beschwerde.  In  der  Hauptsache  stellen  sie 
folgenden Antrag:

"Die  Verfügung  vom  23.  Februar  2009  über  den  Zuschlag  'Verlängerung 
Lizenzen  für  standardisierten  Arbeitsplatz  Bund  und  darauf  aufbauende 
Anwendungen (Clients  und Server),  Wartung und (Third  Level)  Support'  an 
die  Mitbeteiligte  sei  aufzuheben  und  es  sei  die  Beschwerdegegnerin  zu 
verpflichten, ein rechtskonformes Vergabeverfahren durchzuführen."

In  prozessualer  Hinsicht  beantragten  die  Beschwerdeführenden,  der 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde  sei,  zunächst  superprovisorisch,  die 
aufschiebende Wirkung zu erteilen. Des Weiteren beantragten sie, der 
Vergabestelle  seien  während  der  Dauer  des  Beschwerdeverfahrens 
jegliche Vertragsvollzugshandlungen zu verbieten. 

Zur  Begründung  ihrer  Anträge,  insbesondere  zu  ihrer  Legitimation, 
führen  die  Beschwerdeführenden unter  anderem  aus,  bei  einer 
freihändigen  Vergabe  seien  alle  potentiellen  Anbieter  legitimiert, 
welche  geltend  machen  könnten,  die  Ausschreibung  sei  zu  Unrecht 
nicht in einem höherstufigen Verfahren durchgeführt worden. Jede der 
Beschwerdeführerinnen sei allein, mit anderen in einer Arbeitsgemein-
schaft  oder  als  Generalunternehmerin  mit  Subunternehmern  in  der 
Lage, die vergebene Leistung zu erbringen. Sie verweisen in diesem 
Zusammenhang  auf  ihre  Produkte,  die  denjenigen  der  Zuschlags-
empfängerin  ebenbürtig  seien. Der  Auftrag  weise  keine  technischen 
Besonderheiten im Sinne des Art. 13 Abs. 1 Bst. c VöB auf, zu denen 
es keine Alternative gebe.

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E.

E.a Mit superprovisorischer Anordnung vom 27. Mai 2009 verfügte der 
Instruktionsrichter,  dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung 
insoweit erteilt werde, als sich das Gericht einstweilen vorbehalte, die 
angefochtene Verfügung und damit den Zuschlag aufzuheben. Zudem 
wurde die Vergabestelle in Abweisung des anders lautenden Antrags 
der  Beschwerdeführenden ermächtigt,  Leistungen,  die  für  die  Auf-
rechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Informatik erforderlich sind, 
vorläufig  weiterhin  bei  der  Zuschlagsempfängerin  zu  beziehen.  Der 
weitergehende Bezug von Leistungen wurde ihr demgegenüber einst-
weilen untersagt. 

E.b Mit Eingabe vom 10. Juni 2009 nahmen die Beschwerdeführenden 
zur Schutzschrift der Vergabestelle vom 15. Mai 2009 Stellung. Sie er-
gänzten  ihre  prozessualen  Anträge  dahingehend,  das  Gericht  möge 
der Vergabestelle verbieten, bestimmte neue Softwareprodukte einzu-
führen (SharePoint), neu zu installieren (beispielsweise Migration von 
Windows  XP auf  Windows  Vista)  und  die  Migration  auf  Vista/Office 
2007 weiterzuführen.

E.c Am 12. Juni 2009 reichte die Vergabestelle innert erstreckter Frist 
ihre Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen der  Beschwerde-
führenden ein. Sie beantragte,  auf  die Beschwerde,  auf  das Gesuch 
um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie auf das Gesuch um 
Erlass  weiterer  vorsorglicher  Massnahmen  sei  nicht  einzutreten, 
eventualiter sei auf die entsprechenden Begehren der nicht beschwer-
deberechtigten Beschwerdeführenden nicht einzutreten, subeventuali-
ter  seien die  Beschwerde und die  genannten  Gesuche abzuweisen. 
Weiter  beantragte  sie,  der  Beschwerde  sei  die  superprovisorisch 
gewährte aufschiebende Wirkung zu entziehen und die superproviso-
risch verfügten Massnahmen seien aufzuheben.

Zur  Begründung  führt  die  Vergabestelle  in  der  Hauptsache  unter 
anderem  aus,  die  Beschwerdeführenden seien  zur  Anfechtung  des 
Zuschlages  nicht  legitimiert,  weil  keiner  der  Beschwerdeführenden 
Lizenzrechte und Wartungsleistungen für Microsoft-Produkte, sondern 
allenfalls  Teilleistungen  anbieten  könne.  Sie  bezeichnet  die  diesbe-
züglichen  Behauptungen  der  Beschwerdeführenden als  unsubstan-
tiiert,  da  die  Substituierbarkeit  aus  Sicht  der  Nutzer  nicht  nachge-
wiesen,  einige  der  genannten  Alternativprodukte  von  keinem  der 
Beschwerdeführenden angeboten  und  ausserdem  keine  Referenzen 

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für die genannten Produkte vorgelegt würden. Eine Untersuchung der 
Produktepalette und Unternehmensgrösse der einzelnen beschwerde-
führenden Unternehmen ergebe aus Sicht der Vergabestelle, dass sie 
die  vergebenen  Leistungen  jedenfalls  nicht  in  dem  gewünschten 
Umfang anbieten könnten.

E.d Gemäss  Verfügung  vom 27. Mai  2009  reichte  die  Vergabestelle 
mit ihrer Stellungnahme vom 12. Juni 2009 die Vorakten samt einem 
Aktenverzeichnis  ein,  aus  dem hervorgeht,  welche  Aktenstücke  von 
der Akteneinsicht auszunehmen seien. In der Folge erklärte sich die 
Vergabestelle bereit,  ein teilweise abgedecktes Aktenverzeichnis den 
Beschwerdeführenden zugänglich zu machen.

E.e Mit Verfügung vom 17. Juni 2009 stellte es der Instruktionsrichter 
der  Vergabestelle  wie  auch  den  Beschwerdeführenden frei,  bis  zum 
22. Juni 2009 gegenseitig zu den prozessualen Anträgen gemäss den 
Eingaben vom 10. bzw. 12. Juni 2009 Stellung zu nehmen. Der Antrag 
der Vergabestelle auf Verzicht eines zweiten Schriftenwechsels wurde 
insoweit  abgewiesen.  Der  Vergabestelle  wurde  aufgegeben  mitzu-
teilen,  welches  Gewicht  im  Rahmen  des  freihändig  vergebenen 
Auftrags den Lizenzgebühren, der Wartung und dem Third Level Sup-
port zukommt, wobei jeweils nach Client und Server als Kategorien zu 
unterscheiden war.

E.f Mit Eingabe vom 22. Juni 2009 hielten die  Beschwerdeführenden 
an  den  in  der  Beschwerde  gestellten  materiellen  Anträgen  fest.  Sie 
beantragten in prozessualer Hinsicht, den Antrag der Vergabestelle auf 
Entzug der superprovisorisch gewährten aufschiebenden Wirkung und 
auf  Aufhebung  der  superprovisorisch  verfügten  vorsorglichen  Mass-
nahmen abzuweisen. Betreffend die von der Vergabestelle in Zweifel 
gezogene  Legitimation  der  Beschwerdeführenden verwiesen  diese 
darauf,  dass  es  hierfür  allein  darauf  ankomme,  ob  es  sich  bei  den 
Beschwerdeführenden um potentielle Anbieter handle.

E.g Ebenfalls am 22. Juni 2009 reichte die Vergabestelle ihre Stel lung-
nahme zu den prozessualen Anträgen der  Beschwerdeführenden ein. 
Darin betont die Vergabestelle, dass es in ihrem Ermessen stehe, ob 
sie Leistungen von Dritten beschaffen bzw. Leistungen der Zuschlags-
empfängerin  durch  Neues ersetzen wolle. Durch das EA 09 würden 
keine  neuen  Produkte  beschafft,  sondern  nur  Aktualisierungen, 
Updates, Upgrades, Patches etc. sowie Wartungsleistungen für bereits 
genutzte Produkte eingekauft; nur 4 % des Auftragswerts entfalle auf 

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Lizenzgebühren. Die Beschwerdeführenden hätten nicht den Nachweis 
erbracht, die zugeschlagene Leistung erbringen zu können, weswegen 
die freihändige Vergabe zulässig gewesen sei.

E.h Weiter reichte die Vergabestelle eine Aufstellung gemäss Ziffer 5 
der Verfügung vom 17. Juni 2009 ein zur Frage, welches Gewicht im 
Rahmen des freihändig vergebenen Auftrags den Lizenzgebühren, der 
Wartung und dem Third Level Support zukommt. Die Vergabestelle be-
zeichnete  ihre  Eingabe  als  "vertraulich/von  der  Akteneinsicht  aus-
zunehmen".

E.i Mit  Verfügung  vom  23.  Juni  2009  wurde  der  Schriftenwechsel, 
soweit er Äusserungen mit Blick auf den Entscheid über die aufschie-
bende Wirkung bzw. vorsorgliche Anordnungen zum Gegenstand hat, 
geschlossen.

E.j Am 25. Juni  2009  reichte  die  Vergabestelle  auf  instruktionsrich-
terliche Aufforderung hin eine neue, ungefähre Prozentangaben ent-
haltende  Version  ihrer  Zusammenstellung  ein  zur  Frage,  welches 
Gewicht im Rahmen des freihändig vergebenen Auftrags den Lizenz-
gebühren, der Wartung und dem Third Level Support zukommt, welche 
der Gegenseite zugestellt wurde. Zudem wurden seitens der Vergabe-
stelle  Abdeckungsvorschläge  für  die  Aktenstücke  Nr. 36  (Aktennotiz 
"Microsoft  Enterprise  Agreement  Bund  1.1.2009-31.12.2011")  sowie 
Nr. 37 (dem eigentlichen EA 09 mitsamt Konzept) eingereicht. In der 
Folge erklärte sich die Vergabestelle  auf  Vorschlag des Instruktions-
richters bereit, auf einige der Abdeckungen zu verzichten.

E.k Mit  Verfügung vom 26. Juni  2009  unterbreitete  der  Instruktions-
richter  der  Vergabestelle  einen  eigenen  Abdeckungsvorschlag  in 
Bezug auf  die  Dokumente  Nr. 36 und Nr. 37 betreffend das EA 09, 
welcher mit Eingabe vom 29. Juni 2009 mit geringfügigen Änderungen 
akzeptiert wurde.

E.l Der  Instruktionsrichter  ersuchte  die  Vergabestelle  mit  Schreiben 
vom 29. Juni 2009 um Zustimmung zur Umschreibung des Inhalts des 
Dokuments  Nr. 40  (IRB-Sitzungsprotokoll),  welche  mit  Eingabe  vom 
30. Juni 2009 grösstenteils gegeben wurde.

E.m Mit Verfügung vom 30. Juni 2009 erklärte der Instruktionsrichter 
die  in  der  Verfügung  vom  22.  Juni  2009  betreffend  Schluss  des 

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Schriftenwechsels vorbehaltene Instruktion in Bezug auf die Aktenein-
sicht vor Ergehen des Zwischenentscheides für abgeschlossen.

E.n Mit Zwischenentscheid vom 2. Juli 2009 verfügte das Bundesver-
waltungsgericht, dass es dem Gesuch auf Erteilung der aufschieben-
den Wirkung dahingehend entspreche, dass es sich vorbehalte,  den 
angefochtenen Zuschlag aufzuheben. Die Begehren der  Beschwerde-
führenden, es seien vorab Feststellungen zur Gültigkeit des Vertrags 
zu  treffen  und  Einschränkungen  im  Vertragsvollzug  anzuordnen, 
wurden abgewiesen. 

F.

F.a Mit Schreiben vom 13. Juli 2009 beantragten die Parteien überein-
stimmend,  das  Beschwerdeverfahren  zu  sistieren,  um  zu  einer  Ver-
gleichslösung zu gelangen. Daraufhin sistierte der Instruktionsrichter 
das  Verfahren  mit  Zwischenverfügungen  vom  13.  Juli,  31. August, 
18. September  und  20.  Oktober  2009,  wobei  die  Parteien  jeweils 
ersucht wurden, über die Fortschritte bei den Vergleichsbemühungen 
zu informieren. Mit Eingaben vom 30. November 2009 äusserten sich 
die  Parteien  übereinstimmend,  dass  bei  dem  zuletzt  geführten 
Vergleichsgespräch keine Annäherung mehr stattgefunden habe. Sie 
beantragten eine weitere  Sistierung des Verfahrens bis  zum 10. De-
zember 2009, welche mit Zwischenverfügung vom 2. Dezember 2009 
verfügt  wurde,  wobei  die  Parteien  zugleich  aufgefordert  wurden, 
Anträge zur weiteren Prozessleitung zu stellen.

F.b Mit  Schreiben vom 9. Dezember  2009 bezeichnete die Vergabe-
stelle  die  Vergleichsgespräche  als  gescheitert  und  beantragte, 
zunächst ihren mit der fehlenden Beschwerdelegitimation begründeten 
Nichteintretensantrag zu behandeln. Die  Beschwerdeführenden bean-
tragten  am  10.  Dezember  2009,  den  Antrag  der  Vergabestelle, 
zunächst  in  einem  gesonderten  Zwischenentscheid  über  die  Legiti-
mation  zu  entscheiden,  abzuweisen. Es  seien  die  ihr  mit  Verfügung 
vom  13.  Juli  2009  abgenommenen  Fristen  betreffend  Akteneinsicht 
und Beschwerdeergänzung erneut anzusetzen.

F.c Mit  Zwischenverfügung  vom  10.  Dezember  2009  verfügte  der 
Instruktionsrichter die Aufhebung der Sistierung und beschränkte den 
Schriftenwechsel  in  der  Hauptsache  einstweilen  auf  die  Eintretens-
frage. Die  Beschwerdeführenden wurden aufgefordert, bis zum 8. Ja-
nuar  2010  ihre  Beschwerde  zur  Eintretensfrage  unter  besonderer 

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Berücksichtigung des in Bezug auf die Legitimation relevanten Sach-
verhalts zu ergänzen. Gleichzeitig erhielten die Beschwerdeführenden 
Gelegenheit, ihre Akteneinsichtsanträge zu spezifizieren.

G.

G.a Mit  Eingabe  vom  8.  Januar  2010  erklärten  die  Beschwerde-
führerinnen 1, 2, 4–6, 11 und 12 den Rückzug ihrer Beschwerde. Die 
im  Verfahren  verbliebenen  Beschwerdeführenden verzichteten  auf 
weitere  Akteneinsicht.  Auf  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführen-
den zur Begründung ihrer Legitimation wird in den Erwägungen einge-
gangen.

G.b Mit Verfügung vom 11. Januar 2010 hob der Instruktionsrichter die 
am  10.  Dezember  2009  angeordnete  Beschränkung  des  Schriften-
wechsels  auf  die  Eintretensfrage  auf  und  setzte  den  Beschwerde-
führenden Frist  bis  zum  12. Februar  2010  an,  ihre  Beschwerde  in 
Bezug  auf  die  materiellen  Fragen  zu  ergänzen.  Die  Vergabestelle 
wurde aufgefordert,  innert  gleicher Frist  eine auf  die Eintretensfrage 
beschränkte Beschwerdeantwort zu erstatten.

G.c Nach  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  in  Bezug  auf  die 
Kostenverlegung  erklärte  das  Gericht  das  Beschwerdeverfahren  mit 
Teilabschreibungsentscheid vom 5. Februar 2010 in Bezug auf die Be-
schwerdeführerinnen 1, 2, 4–6, 11 und 12 als zufolge Rückzugs teil-
weise erledigt.

G.d Die  Vergabestelle  nahm  mit  Eingabe  vom  12.  Februar  2010 
Stellung  zur  auf  die  Eintretensfrage  beschränkten  Beschwerde-
ergänzung  der  Beschwerdeführenden vom  8.  Januar  2010.  Sie 
beantragt was folgt:

"1. Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.

2. Eventualiter
2.1  Den  Beschwerdeführerinnen  sei  Frist  anzusetzen  zur  Erklärung,  in 
welcher  Zusammensetzung  sie  die  streitgegenständlichen  Leistungen  er-
bringen können und welche Beschwerdeführerinnen dabei 
- die Gesamtverantwortung als Alleinunternehmerin,
- die Gesamtverantwortung (rechtlich und organisatorisch) als Generalunter-
nehmerin,
- die Verantwortung gemeinschaftlich und (solidarisch) oder
-  anteilsmässig  in  einem  Konsortium  (unter  Darlegung  der  Konsortialmit-
glieder und Leistungsbeiträge) übernehmen, und/oder
- als Subunternehmerin auftreten würden.

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2.2 Es sei ein unabhängiger gerichtlicher Sachverständiger zu bestellen und 
mit der Klärung der folgenden Fragen zu beauftragen:
- Sind die Beschwerdeführerinnen (jede allein oder einige gemeinsam) finan-
ziell,  wirtschaftlich und technisch in der Lage, Leistungen zu erbringen, die 
einen gleichwertigen Ersatz darstellen, (i) zu den Leistungen, die Gegenstand 
der freihändigen Vergabe bilden und (ii) zu den Produkten, auf die sich das 
EA 09 bezieht?
-  Sind  die  Beschwerdeführerinnen  (jede  allein  oder  gemeinsam)  finanziell, 
wirtschaftlich  und  technisch  in  der  Lage,  in  nützlicher  Frist  eine  Migration 
(einschliesslich  Planung  und  Anpassung  der  Schnittstellen  zu  den 
Fachanwendungen)  von  37'000  Arbeitsplätzen  von  den  heute  in  Betrieb 
stehenden Produkten zu den von ihnen in Beschwerdebeilage 2 bzw. Beilage 
3 zur Beschwerdeergänzung vom 8. Januar 2010 angepriesenen Produkten 
durchzuführen?

3. Über die Frage der Legitimation der Beschwerdeführerinnen, die an ihrer 
Beschwerde  immer  noch  festhalten,  sei  im  Rahmen  eines  selbständig 
anfechtbaren Zwischenentscheids zu entscheiden.

4. An den bisher gestellten Begehren und Anträgen wird festgehalten."

Auf  die  Begründung  ihrer  Anträge  wird  in  den  Erwägungen  einge-
gangen.

G.e In der materiellen Beschwerdeergänzung vom 12. Februar 2010 
rügen die  Beschwerdeführenden unter  Aufrechterhaltung der  gestell-
ten materiellen Anträge insbesondere, dass die streitgegenständliche 
Freihandvergabe unzulässig gewesen sei, weil in Bezug auf den Auf-
tragsgegenstand der angefochtenen Vergabe Alternativen zu den Pro-
dukten der Zuschlagsempfängerin bestünden und keine der in Art. 13 
Abs. 1 VöB genannten, eine freihändige Vergabe rechtfertigenden Aus-
gangslagen gegeben sei. Ausserdem gebe es auch einen Intrabrand-
Wettbewerb in dem Sinne, dass mehrere Microsoft-Wiederverkäufer in 
der Lage seien, die nachgefragten Leistungen anzubieten.

G.f Am 15. Februar 2010 verfügte der Instruktionsrichter  einstweilen 
die Abweisung der Anträge der Vergabestelle zur Ansetzung einer Frist 
an  die  Beschwerdeführenden betreffend  die  Beantwortung  ver-
schiedener Fragen in Bezug auf deren Eignung und Konstituierung als 
Konsortium; dasselbe  wurde  in  Bezug  auf  den  Antrag  der  Vergabe-
stelle auf Bestellung eines gerichtlichen Sachverständigen angeordnet. 
Der  Instruktionsrichter  stellte  es  ausserdem den  Beschwerdeführen-
den frei,  bis  zum  23. Februar  2010  zum  Antrag  der  Vergabestelle, 
wonach die Legitimation der Beschwerdeführenden in einem selbstän-
dig  anfechtbaren  Entscheid  zu  beurteilen  sei,  Stellung  zu  nehmen. 
Beiden Parteien wurde innert  gleicher Frist  freigestellt,  zu der Frage 
Stellung  zu  nehmen,  ob  allenfalls  eine  Beschränkung  der  Legitima-

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tionsprüfung auf einen Teil der Beschwerdeführenden im Rahmen des 
selbständig  anfechtbaren  Entscheids  prozessual  zulässig  und 
opportun sei.

G.g Mit  Eingabe  vom 23. Februar  2010  beantragt  die  Vergabestelle 
was folgt:

"1. Von der Beschränkung der Legitimationsprüfung auf nur einen Teil der Be-
schwerdeführerinnen sei abzusehen, und es sei die Legitimationsprüfung für 
jede der verbleibenden elf Beschwerdeführerinnen vorzunehmen;
2.  Falls  die  Frage  der  Legitimation/bzw.  ihres  Fehlens  aufgrund  der  vor -
liegenden  Akten  und  Beweismittel  nicht  spruchreif  ist,  sei  ein  gerichtlicher 
Sachverständiger  zu  bestellen  und  mit  der  Beantwortung  der  Frage  zu 
betrauen, ob eine einzelne oder mehrere Beschwerdeführerinnen gemeinsam 
in der Lage seien, Leistungen in der Art und im Volumen der zugeschlagenen 
Leistungen zu erbringen."

G.h Die  Beschwerdeführenden beantragen  in  ihrer  Stellungnahme 
vom 23. Februar 2010, dass kein selbständig anfechtbarer Zwischen-
entscheid  über  ihre  Legitimation  gefällt  werde  und  der  gegenteilige 
Antrag der Vergabestelle abzuweisen sei. Eventualiter beantragen sie, 
es sei im Rahmen des selbständig anfechtbaren Zwischenentscheids 
über  die  Legitimation  sämtlicher  Beschwerdeführenden zu  entschei-
den. 

G.i Mit Verfügung vom 24. Februar 2010 stellte der Instruktionsrichter 
vorbehaltlich  der  Zustimmung  des  Spruchkörpers  einen  auf  die 
Eintretensfrage  beschränkten  Entscheid  in  Aussicht,  mit  welchem 
allenfalls  nur  die  Legitimation  einzelner  Beschwerdeführenden zu 
prüfen sei, und ersuchte in diesem Zusammenhang die Beschwerde-
führerin  10,  bis  zum  3.  März  2010  den  Umfang  der  ihrerseits  an-
gebotenen  Leistungen  anhand  von  einschlägigen  Referenzobjekten 
darzulegen.

G.j Die  im  Verfahren  verbliebenen  Beschwerdeführenden reichten 
innert erstreckter Frist mit Schreiben vom 8. März 2010 neben Unter-
lagen  zu  den  Referenzobjekten  der  Beschwerdeführerin  10  auch 
solche für die Beschwerdeführerinnen 13 und 14 ein. 

G.k Die Vergabestelle nahm mit Eingabe vom 22. März 2010 zu den 
Referenzprojekten der Beschwerdeführerinnen 10, 13 und 14 Stellung.

G.l Ebenfalls mit Eingabe vom 22. März 2010 erstattete die Vergabe-
stelle  innert  erstreckter  Frist  die  materielle  Beschwerdeantwort.  Sie 

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hält an ihren Anträgen fest und beantragt eventualiter die Bestellung 
eines unabhängigen gerichtlichen Sachverständigen unter anderem zu 
den Fragen, ob es Dritte gebe, die dieselben Leistungen erbringen, die 
gemäss dem angefochtenen Zuschlag beschafft werden, und welcher 
zeitliche,  personelle  und  kostenmässige  Aufwand eine Migration  der 
über  37'000  Arbeitsplätze  des  Bundes  auf  Nicht-Microsoft-Produkte, 
insbesondere die von den  Beschwerdeführenden angebotenen, erfor-
dere.

G.m Mit Verfügung vom 23. März 2010 erklärte der Instruktionsrichter 
den Schriftenwechsel in Bezug auf die Legitimation für geschlossen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gegen  den  Zuschlag  in  einem  Vergabeverfahren  ist  im  Anwen-
dungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungs-
wesen vom 16. Dezember 1994 (BöB, SR 172.056.1) die Beschwerde 
an das Bundesverwaltungsgericht zulässig (Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 
Abs.  1  BöB;  vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-
1982/2008 vom 17. Juli 2008, E. 1.2 mit Hinweisen). Dies gilt auch für 
den Zuschlag im Falle einer freihändigen Vergabe gemäss Art. 16 BöB 
i.V.m. Art. 13 der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffent-
liche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11), insbesondere da die 
beschwerdeführende  Partei  mangels  veröffentlichter  Ausschreibung 
nicht  in  die  Lage versetzt  wird,  diese  anzufechten und  so die  Wahl 
eines  möglicherweise  unzulässigen  Verfahrens  von  vornherein  zu 
verhindern (Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das 
öffentliche  Beschaffungswesen  [BRK]  1999-005  vom  19.  Juli  1999, 
veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  64.8 
E. 1b/cc;  PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/EVELYNE CLERC,  Praxis 
des  öffentlichen  Beschaffungsrechts,  2. Aufl.,  Zürich  2007,  Rz. 821; 
zum  kantonalen  Recht  vgl.  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts  des 
Kantons  Zürich  VB.2001.00116  vom  9. November  2001  E.  2a). 
Dementsprechend hat vorliegend die Vergabestelle das Vorhandensein 
eines  Anfechtungsobjekts  und  die  Zuständigkeit  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  zu  keinem  Zeitpunkt  bestritten.  Es  ist  des  Weiteren 
offensichtlich,  dass  namentlich  die  in  Frage  stehenden  Informatik-
dienstleistungen  gemäss  Art. 5  Abs. 1  Bst. b  BöB  i.V.m.  Anhang  1 

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Annex  4 des  GATT/WTO-Übereinkommens  vom 15. April  1994  über 
das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agree-
ment  [GPA],  SR  0.632.231.422)   in  den  Anwendungsbereich  des 
Gesetzes  fallen  und  dass  der  massgebliche  Schwellenwert  gemäss 
Art. 6 BöB überschritten ist.

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  bestimmt sich 
nach dem Bundesgesetz  vom 20. Dezember  1968 über  das Verwal-
tungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das BöB und das Verwal-
tungsgerichtsgesetz  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  nichts 
anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss 
Art. 31  BöB  kann  die  Unangemessenheit  vor  Bundesverwaltungs-
gericht nicht gerügt werden.

2.

2.1 Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt  sind und ob auf eine Be-
schwerde  einzutreten  ist,  prüft  das  Bundesverwaltungsgericht  von 
Amtes wegen und mit freier Kognition (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinwei -
sen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1773/2006 vom 25. Sep-
tember 2008, auszugsweise publiziert in BVGE 2008/61, E. 1.2). 

2.2 Zunächst  ist  zu  klären,  was  Streitgegenstand  des  vorliegenden 
Verfahrens bildet. Im Verwaltungsrecht definiert  sich der Streitgegen-
stand durch das Anfechtungsobjekt und die Anträge der beschwerde-
führenden Partei, die bestimmen, inwieweit die Verfügung angegriffen 
werden soll  (BGE 133 II  35 E. 2;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwal-
tungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl., 
Zürich 1998, N. 403). Der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens – 
und  damit  einhergehend  die  Entscheidmöglichkeiten  des  Gerichts  – 
werden  damit  einerseits  durch  die  angefochtene  Verfügung  und 
andererseits durch die Anträge der Beschwerdeführenden beschränkt.

2.3 Angefochten ist vorliegend die freihändige Zuschlagserteilung vom 
23. Februar 2009. Der Regelungsinhalt  des Zuschlags besteht darin, 
dass  die  Vergabestelle  in  rechtsverbindlicher  Weise  (Art.  29  Bst.  a 
BöB) festlegt, dass sie mit der Zuschlagsempfängerin den privatrecht-
lichen Vertrag über den konkreten Beschaffungsgegenstand – "Verlän-
gerung  Lizenzen  für  standardisierten  Arbeitsplatz  Bund  und  darauf 
aufbauende Anwendungen (Clients und Server),  Wartung und (Third 
Level)  Support"  –  abschliessen  will  (vgl.  MARTIN BEYELER,  Öffentliche 
Beschaffung,  Vergaberecht  und  Schadenersatz,  Zürich/Basel/Genf 

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2004  [im  Folgenden:  BEYELER,  Öffentliche  Beschaffung],  Rz.  316, 
wonach der Zuschlag zunächst als Willenserklärung zu verstehen ist).

2.4 Die  Beschwerdeführenden beantragen  in  der  Hauptsache,  "der 
Zuschlag sei aufzuheben und es sei die Vergabestelle zu verpflichten, 
ein  rechtskonformes  Vergabeverfahren  durchzuführen"  (Beschwerde 
vom 20. Mai 2009). Während der Antrag auf Aufhebung des Zuschla-
ges ohne weiteres zulässig ist,  verlässt  das Begehren,  die Vergabe-
stelle  sei  zu  verpflichten,  ein  rechtskonformes  Vergabeverfahren 
durchzuführen,  den  Regelungsgehalt  der  angefochtenen  Verfügung 
und damit den möglichen Streitgegenstand. Bei einer Aufhebung des 
freihändig erteilten Zuschlags steht es im Ermessen der Vergabestelle, 
ob sie die nachgefragte Leistung überhaupt noch beschaffen will. Eine 
Verpflichtung,  ein  neues  Vergabeverfahren  durchzuführen,  lässt  sich 
aus  dem  eidgenössischen  Vergaberecht  nicht  ableiten.  Dass  die 
Vergabestelle  im  vorliegenden  Fall  auf  die  nachgefragte  Leistung 
zwingend  angewiesen  ist  und  eine  vergaberechtsfreie  In-house-
Lösung wohl nicht in Frage kommt, ändert nichts an der Eingrenzung 
des Streitgegenstandes durch die angefochtene Verfügung. 

2.5 Streitgegenständliche Rechtsfrage ist daher vorliegend einzig, ob 
die Vergabestelle berechtigt war, den Zuschlag für die "Verlängerung 
Lizenzen  für  standardisierten  Arbeitsplatz  Bund  und  darauf  aufbau-
ende Anwendungen (Clients und Server),  Wartung und (Third Level) 
Support" freihändig an die Microsoft Ireland Operations Ldt. zu verge-
ben. Soweit  die  Beschwerdeführenden  über  die  Aufhebung  des 
Zuschlags hinaus beantragen, es sei eine rechtskonforme Ausschrei-
bung durchzuführen, ist  auf die Beschwerde insoweit  von vornherein 
nicht einzutreten (anders der Entscheid des Tribunal Administratif  du 
Canton de Vaud GE.2007.0013 vom 6. November 2009). 

3.
Die  Legitimation  zur  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht 
richtet sich nach Art. 48 Abs. 1 VwVG.

3.1 Als Voraussetzung zur Legitimation nennt Art. 48 Abs. 1 VwVG an 
erster Stelle die formelle Beschwer, d.h. die Teilnahme am Verfahren 
vor der Vorinstanz und das (jedenfalls teilweise) Unterliegen mit  den 
eigenen  Anträgen  (VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER,  in:  Bernhard 
Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  zum 
VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 48 N. 22; GALLI/MOSER/LANG/CLERC, 
a.a.O., Rz. 850). Im Beschaffungsrecht ergeben sich bei der Anfech-

Seite 15

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tung von Verfügungen betreffend den Zuschlag im offenen Verfahren 
diesbezüglich  keine  Besonderheiten:  Beschwerdeberechtigt  ist  in 
dieser  Konstellation  grundsätzlich  nur,  wer  sich  durch  Einreichung 
eines Angebots am Beschaffungsverfahren beteiligt  hat (vgl.  BEYELER, 
Öffentliche Beschaffung, Rz. 400). Das freihändige Verfahren zeichnet 
sich  jedoch  gerade  dadurch  aus,  dass  es  nur  mit  dem  Zuschlags-
empfänger durchgeführt wird. Am Auftrag interessierte Dritte erhalten 
in der Regel erst durch die Publikation des Zuschlages Kenntnis von 
der Vergabe. Da für  diese Dritte demnach gar keine Möglichkeit  der  
Teilnahme am Verfahren bestand,  kann der  Rechtsschutz  gegen die 
Zuschlagserteilung im freihändigen Verfahren nicht an die Verfahrens-
beteiligung anknüpfen (vgl.  ISABELLE HÄNER,  in: Christoph Auer/Markus 
Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Art.  48  N. 8). 
Analog  der  Konstellation  bei  der  Anfechtung  einer  Ausschreibung 
kommt im Rahmen der Anfechtung eines Zuschlages im freihändigen 
Verfahren  dem  Erfordernis  der  formellen  Beschwer  gemäss  Art.  48 
Abs.  1  Bst.  a  VwVG  folglich  keinerlei  Bedeutung  zu  (vgl.  BVGE 
2009/17  E. 2;  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-
1470/2010 vom 24. März 2010 E. 3.3; siehe auch BEYELER, Öffentliche 
Beschaffung, Rz. 405). 

3.2 Die Beschwerdebefugnis hängt nach Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c 
VwVG davon ab, dass die Beschwerdeführenden durch die angefoch-
tene Freihandvergabe besonders berührt sind und ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung haben (sog. materielle Beschwer).

3.2.1 In der Rechtsprechung und in der Literatur  wird die materielle 
Beschwer  und  damit  die  Legitimation  bei  Beschwerden  gegen  Frei-
handvergaben  davon  abhängig  gemacht,  dass  es  sich  bei  den 
Beschwerdeführenden  um  "potentielle  Anbieter"  der  nachgefragten 
Leistung handelt  (statt  vieler: Urteil  des Bundesgerichts 2P.282/1999 
vom 2. März 2000 E. 1b, Entscheid der BRK 2003-018 vom 4. Dezem-
ber  2003  E. 2c/bb;  GALLI/MOSER/LANG/CLERC,  a.a.O.,  Rz.  868;  BEYELER, 
Öffentliche  Beschaffung,  Rz.  405;  je  mit  Hinweisen).  Damit  ein 
Beschwerdeführer  als  potentieller  Anbieter  erscheint,  müsse  er 
gemäss dem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich 
VB.2001.00116 vom 9. November 2001 E. 2c namentlich in der Lage 
sein,  einen  Auftrag  der  betreffenden  Art  zu  übernehmen,  und  er 
müsse  ein  Interesse  an  dessen  Ausführung  glaubhaft  machen.  Die 
BRK  hat  im  Entscheid  2003-018  vom  4.  Dezember  2003  E.  2c/bb 

Seite 16

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festgehalten, der Beschwerdeführer müsse darlegen, dass er die tech-
nische, wirtschaftliche und finanzielle Fähigkeit gehabt hätte, die frag-
liche Vergabe auszuführen. Diese Voraussetzung sei gerechtfertigt, um 
eine Popularbeschwerde zu verhindern.

Eine vertiefte Auseinandersetzung, in welcher Weise ein Beschwerde-
führer im Rahmen der Eintretensfrage seine Stellung als potentieller 
Anbieter  beziehungsweise  seine  technische,  wirtschaftliche  und 
finanzielle  Fähigkeit  sowie  sein  Interesse  an  der  Ausführung  des 
Auftrages  darzulegen  hat,  damit  er  als  beschwerdeberechtigt  anzu-
sehen ist, ist jedoch weder der Rechtsprechung noch der Literatur zu 
entnehmen (vgl. immerhin das Urteil des Bundesgerichts 2P.282/1999 
vom 2. März 2000 E. 3, wo allerdings im Rahmen einer staatsrecht-
lichen Beschwerde gemäss Art. 83 ff.  des am 1. Januar 2007 ausser 
Kraft  getretenen  Bundesrechtspflegegesetzes  vom  16. Dezember 
1943 [aOG, BS 3 521] entschieden wurde, der Anbieter einer Schwel-
brennanlage sei kein potentieller Anbieter, wenn eine Rostfeueranlage 
zur  Kehrichtbeseitigung  Gegenstand  der  Beschaffung  bilde;  siehe 
dazu auch E. 3.2.8. f. hiernach). Dies namentlich deshalb, weil sich in 
den  Fällen,  welche  bislang  gerichtlich  zu  beurteilen  waren,  kaum 
Schwierigkeiten  ergaben,  den  Kreis  der  potentiellen  Anbieter  zu 
bestimmen. So ging es etwa um "Archivdienstleistungen" (Entscheid 
des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons  Zürich  VB.2003.00009  vom 
22. Juli  2003), um "Baumeisterarbeiten" (Entscheid des Verwaltungs-
gerichts des Kantons Luzern V 99 41 vom 20. April 1999, publiziert in 
LGVE 1999  II  Nr. 12),  um eine  "wärmetechnische  Sanierung"  (Ent-
scheid  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons  Luzern  V  06  107  vom 
10. Juli 2006), um "Architekturleistungen" beziehungsweise "Projektie-
rungsarbeiten" (Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Basel 
Landschaft  KGE  VV  vom 21.  März  2007)  oder  um  einen  "General-
planerauftrag" (Entscheid der BRK 1999-005 vom 19. Juli 1999, publi-
ziert  in VPB 64.8) und damit  um Aufträge,  bei  denen die Branchen-
angehörigen wohl regelmässig ohne weiteres in der Lage sein dürften, 
die freihändig beschafften Leistungen zu erbringen. In all den genann-
ten Fällen waren die Beschwerdeführenden zudem auch Willens, den 
Auftrag, der Gegenstand der Freihandvergabe bildete, zu erfüllen. 

Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  deshalb  vorliegend  die  Anforde-
rungen an die Stellung als potentieller Anbieter bei Freihandvergaben 
– und damit die Anforderungen an die Beschwerdeberechtigung – auf -

Seite 17

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grund der allgemein geltenden Grundsätze und unter Berücksichtigung 
der vergaberechtlichen Besonderheiten zu konkretisieren. 

3.2.2 Um  den  Gehalt  von  Art.  48  Abs.  1  VwVG zu  bestimmen,  ist 
einerseits auf die Rechtsprechung zu aArt. 48 VwVG zurückzugreifen 
(vgl.  VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER,  in:  Bernhard  Wald-
mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 48 N. 26; zur Frage, 
ob  der  im Rahmen der  Justizreform in  Art.  48  Abs. 1  Bst. b  VwVG 
eingefügten Ergänzung, wonach die beschwerdeführende Partei durch 
die  angefochtene  Verfügung nunmehr  besonders berührt  sein  muss, 
inhaltliche  Bedeutung  im  Sinne  einer  Verschärfung  zukommt  vgl. 
BERNHARD WALDMANN,  in: Marcel Alexander  Niggli/Peter Uebersax/Hans 
Wiprächtiger [Hrsg.],  Basler  Kommentar  zum Bundesgerichtsgesetz, 
Basel  2008,  Art.  89  N.  12;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel 
2008, Rz. 2.64; offen gelassen in BVGE 2009/17 E. 3.1), andererseits 
ist die Rechtsprechung und die Literatur zu Art. 89 Abs. 1 BGG sowie 
zu  Art.  103  aOG zu  berücksichtigen,  sind  diese  Legitimationsbe-
stimmungen doch identischen Inhalts  (BERNARD CORBOZ/ALAIN WURZBUR-
GER/PIERRE FERRARI/JEAN-MAURICE FRÉSARD/FLORENCE AUBRY GIRARDIN, 
Commentaire de la LTF, Bern 2009, Art. 89 N. 17). Die beschwerde-
führende Partei  muss demnach durch den angefochtenen Entscheid 
stärker als jedermann betroffen sein und in einer besonderen, beach-
tenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehen (BGE 131 II 361 
E. 1.2,  mit  Hinweisen). Gefordert  ist  ein  unmittelbares,  eigenes  und 
persönliches  Interesse  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B-
6113/2007 vom 5. März 2008 E. 3.4; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 
Rz. 2.65). Als schutzwürdig gelten im Rahmen der Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht  dabei  nicht  nur  rechtliche,  sondern  auch 
tatsächliche  Interessen  (BVGE  2007/20  E. 2.4.1,  BVGE  2009/17  E. 
3.1; vgl. zu aArt. 48 Bst. a VwVG BGE 131 II 587 E. 2.1). Ein Interesse 
tatsächlicher  Natur  braucht  dabei  nicht  mit  dem  Interesse  überein-
zustimmen,  das  durch  die  als  verletzt  bezeichnete  Norm  geschützt 
wird  (VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER,  in:  Bernhard  Wald-
mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 48 N. 10). 

3.2.3 Während  bei  offenen  und  selektiven  Vergabeverfahren  nicht 
berücksichtigte  oder  ausgeschlossene  Mitanbieter  ebenfalls  zu  den 
primären  Verfügungsadressaten  zu  zählen  sind  (Entscheid  der  BRK 
1999-002 vom 16. August  1999, publiziert  in  VPB 64.29 E. 1b;  VERA 
MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe 

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Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 48 N. 28) ist beim Zuschlag im frei-
händigen Verfahren nur der Zuschlagsempfänger direkter Verfügungs-
adressat. Die Beschwerdeführenden, welche die Aufhebung des frei-
händigen  Zuschlags  verlangen,  sind  demgegenüber  sog.  Drittbe-
schwerdeführer  contra  Adressat.  Während  sich  das  Erfordernis  des 
besonderen  Berührtseins  beim  Adressaten  einer  Verfügung  regel-
mässig ohne weiteres aus der  formellen Beschwer ergibt,  ist  dieses 
bei  Dritten,  welche  die  Verfügung  anfechten,  besonders  zu  prüfen. 
Dabei  darf  die  Legitimation  nicht  so  weit  gefasst  werden,  dass  die 
Beschwerde zur verpönten Popularbeschwerde wird (VERA MARANTELLI-
SONANINI/SAID HUBER,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger 
[Hrsg.], a.a.O., Art. 48 N. 11;  ISABELLE HÄNER, in: Auer/Müller/Schindler 
[Hrsg.],  a.a.O.,  Art. 48 N. 12). Die Rechtsprechung und die Literatur  
haben für solche Drittbeschwerden je nach Sachbereich beziehungs-
weise Personenkreis unterschiedliche Anforderungen an die materielle 
Beschwer  herausgearbeitet.  Namentlich  für  Beschwerden  von 
Nachbarn beziehungsweise Anwohnern (meist bezogen auf das Bau-, 
Planungs- und Umweltrecht; vgl. statt vieler BGE 133 II 249 E. 1.3.1) 
sowie für Beschwerden von Konkurrenten entwickelte sich eine durch 
Praxis und Lehre weitgehend gefestigte Dogmatik. Da die Beschwer-
deführenden  in  casu  Konkurrenten  der  Zuschlagsempfängerin  sind, 
interessiert  vorliegend  die  zur  sog.  Konkurrentenbeschwerde  ent-
wickelte Praxis und Lehre.

3.2.4 Nach der  Rechtsprechung und der  Literatur  reicht  eine blosse 
Konkurrenzstellung  im  Markt  nicht  aus,  damit  ein  Dritter  die  den 
Adressaten begünstigende Verfügung anfechten kann (BGE 123 II 376 
E. 5b, mit Hinweisen; Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommis-
sion für  Infrastruktur  und Umwelt  vom 1. Februar  2004,  publiziert  in 
VPB  69.90  E.  2.4,  mit  Hinweisen;  ISABELLE HÄNER,  in:  Auer/Mül-
ler/Schindler  [Hrsg.],  a.a.O.,  Art.  48  N.  15).  Eine  besondere 
Beziehungsnähe,  welche  die  Beschwerdebefugnis  zu  begründen 
vermag,  kann  aber  durch  eine  besondere  wirtschaftsverwaltungs-
rechtliche  Ordnung,  wie  namentlich  bei  vorgegebenen  Kontingenten 
oder  Zulassungsordnungen  gegeben  sein  (VERA MARANTELLI-
SONANINI/SAID HUBER,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger 
[Hrsg.],  a.a.O.,  Art.  48  N.  28;  weiterführend  ISABELLE HÄNER, Die 
Beteiligten  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  Zürich 
2000, Rz. 736 ff.), da hier der freie Wettbewerb nicht mehr spielt und 
die den Konkurrenten begünstigende Verfügung den Mitkonkurrenten 
in weitergehendem Masse erfasst (BGE 127 II 264 E. 2h). In solchen 

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Fällen hat die drittbegünstigende Massnahme einen direkten Einfluss 
auf die Chancen des Konkurrenten im Markt, sei dies durch Verringe-
rung dessen Kontingents, oder dass trotz gleichbleibendem Kontingent 
die  Marktstellung  des  Konkurrenten  geschwächt  wird  und  dies  zu 
einem Verlust potentieller Klienten führt. MANFRINI weist aber darauf hin, 
dass  die  Rechtsprechung  zur  Konkurrentenbeschwerde  bei  drittbe-
günstigenden  Massnahmen  Unsicherheiten  berge  (PIERRE LOUIS 
MANFRINI,  Le  contentieux  en  droit  administratif  économique,  in:  Zeit -
schrift für Schweizerisches Recht [ZSR] 1982 II, S. 433). 

3.2.5 Für das Vergaberecht ist daraus abzuleiten, dass die Zuschlags-
erteilung an einen Mitbewerber und die sich allenfalls daraus ergeben-
de Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Markt für sich alleine noch 
keine hinreichende Betroffenheit  im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. b 
und c VwVG begründen (vgl. aber BVGE 2009/17 E. 3.3, wonach dies 
bei  sog. marktordnenden Beschaffungen ausnahmsweise ausreichen 
kann). Zur Bejahung der Legitimation ist vielmehr zu verlangen, dass 
ein Beschwerdeführer ein eigenes Interesse am konkreten Auftrag, der 
Gegenstand  der  staatlichen  Beschaffung  bildet,  darlegen  kann  und 
dass  er  aufzuzeigen  vermag,  dass  die  (von  ihm  als  widerrechtlich 
gerügte)  Freihandvergabe  ihn  um  die  Chance  gebracht  hat,  die 
staatlich  nachgefragte  Leistung  zu  erbringen.  Mit  Blick  auf  den 
vorliegenden  Fall  ist  damit  unerheblich,  ob  sich  die  Zuschlags-
empfängerin der freihändigen Vergabe und die Beschwerdeführenden 
im Rahmen ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit  im selben Markt  für 
Informatikdienstleistungen  beziehungsweise  für  die  Entwicklung  und 
den Verkauf von Standard- und Individualsoftware bewegen, wie auch 
es  nicht  entscheidend  ist,  ob  die  Beschwerdeführenden  Produkte  – 
das heisst  namentlich Software – mit  gleicher  Funktionalität  wie  die 
Zuschlagsempfängerin anbieten (vgl. dazu E. 4.4. hiernach). Vielmehr 
ist für die Beurteilung der Legitimation massgebend, ob die Beschwer-
deführenden hinsichtlich der konkret nachgefragten Leistung auf dem 
Markt  als  Konkurrenten  der  Zuschlagsempfängerin  anzusehen  sind, 
d.h. ob sie als Anbieterinnen der von der Vergabestelle nachgefragten 
Leistung auf dem Markt auftreten und geltend machen, diese Leistung 
für die Vergabestelle erbringen zu wollen. 

3.2.6 Die  Beschwerdelegitimation  ist  demnach  mit  Blick  auf  den 
konkreten,  massgebenden  Beschaffungsgegenstand  der  angefoch-
tenen Freihandvergabe zu beurteilen; dieser definiert  den relevanten 
Markt für die Beurteilung der Stellung als potentieller Anbieter. Dabei 

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ist  zu  beachten,  dass  bei  einer  Freihandvergabe  weder  durch  eine 
Ausschreibung noch durch ein Pflichtenheft eine vorgängige Definition 
des Beschaffungsgegenstandes erfolgt, sondern der Beschaffungsge-
genstand  vielmehr  gerade  aufgrund  des  freihändig  vergebenen 
Auftrags  zu  bestimmen  ist.  Die  Stellung  als  potentieller  Anbieter  ist 
daher  davon  abhängig  zu  machen,  ob  die  vom  Beschwerdeführer 
angebotene  Leistung  funktional  der  freihändig  beschafften  Leistung 
entspricht.  Dies  ist  anzunehmen,  wenn  auch  die  Leistung  des 
Beschwerdeführers das hinter der Beschaffung stehende Bedürfnis zu 
befriedigen vermag, wobei dieses Bedürfnis an sich nicht rechtswidrig 
sein darf (siehe E. 3.2.9 hiernach). 

Diese  Konstellation  ist  vergleichbar  mit  dem wettbewerbsrechtlichen 
Konzept  zur  Bestimmung  des  sachlich  relevanten  Markts,  welches 
vorliegend zur  Bestimmung des massgebenden Beschaffungsgegen-
standes beziehungsweise der Stellung als potentieller Anbieter analog 
heranzuziehen ist. Demnach ist darauf abzustellen, ob ein bestimmtes 
Gut von der Marktgegenseite hinsichtlich seiner Eigenschaft und des 
vorgesehenen Verwendungszwecks als substituierbar angesehen wird 
(vgl. Art. 11 Abs. 3 Bst. a der Verordnung vom 17. Juni 1996 über die 
Kontrolle  von  Unternehmenszusammenschlüssen  [SR  251.4];  ROGER 
ZÄCH,  Schweizerisches Kartellrecht,  2. Auflage, Bern 2005, Rz. 538). 
Die Substituierbarkeit  richtet sich nach dem Bedarf der Marktgegen-
seite (sog. Bedarfsmarktkonzept; MANI REINERT/BENJAMIN BLOCH, in: Marc 
Amstutz/Mani  Reinert  [Hrsg.],  Basler  Kommentar  zum Kartellgesetz, 
Basel 2010, Art. 4 Abs. 2 N. 104), wobei die gleichartige Verwendungs-
möglichkeit zweier Güter namentlich, aber nicht ausschliesslich nach 
Vernunftkriterien  zu  beurteilen  ist  (ROGER ZÄCH,  a.a.O.,  Rz.  540). 
Angewandt  auf  das  Vergaberecht  bedeutet  dies,  dass  zunächst  der 
Bedarf  der  Vergabestelle  zu  bestimmen  ist.  Nur  wer  das  hinter  der 
Beschaffung stehende Bedürfnis zu befriedigen vermag, befindet sich 
im relevanten Markt. Nicht erforderlich ist jedoch, dass ein identisches 
Gut angeboten wird, um die Substituierbarkeit  und einhergehend die 
Beschwerdelegitimation  zu  bejahen.  Es  muss  sich  lediglich  –  aber 
immerhin – um ein mit  Blick auf  die von der Vergabestelle  vorgese-
hene Verwendung gleichartiges Produkt handeln.

3.2.7  Der  massgebende  Beschaffungsgegenstand  ist  nach  dem 
Gesagten  aus  einer  funktionalen  Sicht  zu  beurteilen  und  ein 
Beschwerdeführer hat darzulegen, dass seine Leistung die im freihän-
digen Verfahren beschaffte Leistung zu substituieren vermag, damit er 

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als potentieller Anbieter erscheint und auf die Beschwerde eingetreten 
werden  kann.  Das  Zugrundelegen  einer  funktionalen  Betrachtungs-
weise bedeutet namentlich, dass von der Vergabestelle berücksichtigte 
Handelsmarken  beziehungsweise  Handelsnamen  nicht  zu  einer 
Einschränkung  der  Beschwerdebefugnis  führen  können,  sind  solche 
aus  einer  funktionalen  Sicht  doch  gerade  unerheblich.  Auch  techni-
sche  Spezifikationen  könnten  nicht  dazu  führen,  dass  einem 
Beschwerdeführer die Eigenschaft als potentieller Anbieter abzuspre-
chen ist (vgl. dazu MANI REINERT/BENJAMIN BLOCH, in: Marc Amstutz/Mani 
Reinert  [Hrsg.],  a.a.O.,  Art.  4  Abs.  2  N. 112,  wonach  auch  bei  der  
wettbewerbsrechtlichen  Bestimmung  des  relevanten  Marktes 
unterschiedliche  Produktmerkmale  nicht  ohne  weiteres  dazu  führen, 
dass die betreffenden Produkte unterschiedlichen Märkten zuzuweisen 
sind).  Ebenso  wie  bei  der  Anfechtung  einer  Ausschreibung  wegen 
diskriminierender  technischer  Spezifikationen  die  Legitimation  eines 
Beschwerdeführers zu bejahen ist, soweit er darzulegen vermag, dass 
er mit seinem (die vorgegebenen technischen Spezifikationen gerade 
nicht erfüllenden) Produkt funktional dieselbe Leistung erbringen kann 
(vgl.  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-822/2010 
vom 10. März 2010 E. 3.2, wo ein Anbieter von duktilen Gussrohren 
gegen  die  Ausschreibung  für  den  Bau  von  Wasserleitungen  aus 
Polyethylenrohren  Beschwerde  eingereicht  hat),  muss  es  für  die 
Beschwerdelegitimation  gegen  eine  Freihandvergabe  nach  dem Ge-
sagten ausreichen, wenn der Beschwerdeführer aufzuzeigen vermag, 
dass er Willens und in der Lage ist, mit seinen Produkten beziehungs-
weise mit  den von ihm angebotenen Dienstleistungen das hinter der 
Nachfrage der  Vergabestelle  stehende Bedürfnis  zu  befriedigen. Die 
funktionale  Betrachtungsweise  des  massgebenden  Beschaffungsge-
genstandes  steht  damit  im  Einklang  mit  Art.  VI  und  Art.  XX  GPA, 
wonach diskriminierende technische Spezifikationen und die Vorgabe 
bestimmter  Handelsmarken  sowie  Handelsnamen  bei  öffentlichen 
Vergaben im Anwendungsbereich des Staatsvertrags unzulässig sind 
und  bei  einer  Verletzung  dieser  Vorschriften  Rechtsschutz  bestehen 
muss (vgl. BEYELER, Öffentliche Beschaffung, Rz. 390).

3.2.8 Es liegt  in  der  Kompetenz und Verantwortung des öffentlichen 
Auftraggebers, zu bestimmen, ob und wann er welche Arbeit vergeben 
will (Urteil des Bundesgerichts 2P.282/1999 vom 2. März 2000 E. 3a). 
Die  Vergabestelle  ist  also,  wie  auch die  Beschwerdeführenden nicht 
bestreiten  (Eingabe  der  Beschwerdeführenden vom 8. Januar  2010, 
Rz. 14), bei der Umschreibung des Gegenstandes einer Beschaffung 

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grundsätzlich  frei.  Dies  bedeutet  auch,  dass  nicht  jede  denkbare 
Möglichkeit, wie eine staatliche Aufgabe erfüllt werden kann, evaluiert 
werden  muss,  sondern  sich  die  Vergabestelle  auf  die  ihr  als  am 
zweckmässigsten erscheinende Lösung fokussieren darf. Die funktio-
nale Betrachtungsweise zur Bestimmung des massgebenden Beschaf-
fungsgegenstandes  schliesst  dies  nicht  aus:  Hat  die  Vergabestelle 
ihren Bedarf gesetzes- und verfassungsgemäss (siehe dazu sogleich 
E.  3.2.9)  festgelegt,  ist  ein  damit  einhergehender  Ausschluss  von 
denkbaren alternativen Lösungen hinzunehmen. Es ist einer Vergabe-
stelle damit unbenommen, ihren Bedarf – und damit den massgeben-
den Beschaffungsgegenstand – mit Blick auf die von ihr gewünschte 
Lösung zu konkretisieren. Die Substituierbarkeit ist dann in Bezug auf  
diese konkrete Leistung zu beurteilen. Soll  beispielsweise ein Tunnel 
durch  einen  Berg  gebaut  werden,  so  bietet  ein  Anbieter,  der  eine 
Passstrasse  als  zweckmässiger  erachtet,  funktional  nicht  mehr  eine 
gleichartige Leistung an (die von ihm angebotene Leistung entspricht 
nicht dem Bedürfnis der Vergabestelle). Ihm müsste deshalb die Legiti -
mation  zur  Beschwerdeführung  abgesprochen  werden. Die  Vergabe-
stelle  wird durch das öffentliche Beschaffungsrecht  im Übrigen auch 
nicht dazu gezwungen, an Stelle der Wartung und Pflege eines bisher 
benutzten  Gutes  einen  anderen,  neuen  Gegenstand  zu  erwerben. 
Entsprechend  ist  bei  Sanierungsarbeiten  an  einem  Gebäude  ein 
Anbieter,  der  den  Abbruch  des  bisherigen  und  die  Erstellung  eines 
neuen Gebäudes offerieren will,  nicht beschwerdeberechtigt. Ebenso 
eindeutig bietet bei beschafften Wartungsleistungen (sei dies für eine 
Fahrzeugflotte oder für Software) der Anbieter eines neuen Produkts 
(neue  Fahrzeuge  beziehungsweise  neue  Software)  funktional  etwas 
anderes an, weshalb er nicht als potentieller Anbieter der Wartungs-
leistungen zu betrachten ist.

3.2.9 Schliesst  die  Konkretisierung  des  Bedarfs  im  Sinne  der 
Fokussierung  auf  eine  Lösung  denkbare  Alternativen  aus,  mit  der 
Folge, dass Anbieter einer solchen denkbaren Alternative nicht mehr 
zum Kreis der potentiellen Anbieter zu zählen sind, darf diese Konkre-
tisierung  beziehungsweise  die  damit  einhergehende  Festlegung  des 
massgebenden  Beschaffungsgegenstandes  nicht  jeglicher  Rechts-
kontrolle  entzogen werden,  ansonsten gegen rechtswidrige Beschaf-
fungen kein Rechtsschutz bestehen würde (vgl. dazu den Entscheid 
des Bundesverwaltungsgerichts  B-6177/2008 vom 13. Februar  2009, 
publiziert in BVGE 2009/17, mit welchem die Beschaffung von Hörge-
räten für  die Alters-  und Hinterlassenenversicherung AHV sowie die 

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Invalidenversicherung IV wegen Verstosses gegen Art. 27 des Bundes-
gesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 
831.20] aufgehoben wurde). Entsprechend hat das Bundesgericht im 
Urteil  2P.282/1999  vom 2. März  2000 zunächst  geprüft,  ob  sich  die 
Vergabestelle zulässigerweise auf eine Rostfeueranlage zur Kehricht-
beseitigung  festlegen  durfte  (E.  3a  des  genannten  Entscheids;  was 
aus  den  unter  E.  3.2.8.  hiervor  dargelegten  Überlegungen  bejaht 
wurde),  um  dann  mit  Blick  auf  den  konkreten,  massgebenden 
Vergabegegenstand  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführerin, 
welche  eine  Schwelbrennanlage  offerieren  wollte  und  die  andere 
Technologie unbestrittenermassen nicht anbot, zur Rüge, der Auftrag 
sei unzulässigerweise freihändig vergeben worden, mangels Stellung 
als  potentielle  Anbieterin  nicht  legitimiert  sei  (E.  3b  des  genannten 
Entscheids). Der Entscheid des Bundesgerichts ist zwar aufgrund der 
unterschiedlichen  Legitimationsprüfung  der  ehemaligen  staatsrecht-
lichen Beschwerde gemäss Art. 83 ff. aOG nur mutatis mutandis auf 
den vorliegenden Sachverhalt anwendbar. Auch bei einer Beschwerde 
ans Bundesverwaltungsgericht  muss die  Frage,  ob die  Beschwerde-
führenden  aufgrund  des  ihres  Erachtens  rechtswidrig  festgelegten 
Beschaffungsgegenstandes  aus  dem Kreis  der  potentiellen  Anbieter 
fallen, aber im Rahmen des Eintretens geprüft werden. Würde nämlich 
die blosse Behauptung eines Beschwerdeführers,  der Beschaffungs-
gegenstand  sei  unzulässig  festgelegt  und  er  nur  deshalb  aus  dem 
Kreis  der  potentiellen  Anbieter  gedrängt  worden,  zur  Bejahung  der 
Beschwerdelegitimation ausreichen, würden damit systematisch auch 
Personen zur Beschwerde zugelassen, denen die Stellung als poten-
tielle  Anbieter  gerade nicht  zukommt. Unter  Anwendung von Art. 62 
Abs. 4  VwVG,  wonach  das  Gericht  im  Falle  des  Eintretens  auf  die 
Beschwerde  die  Rechtslage  umfassend  und  von  Amtes  wegen  zu 
prüfen  hat  und  sich  nicht  auf  einzelne  Rügen  beschränken  darf 
(THOMAS HÄBERLI,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger 
[Hrsg.],  a.a.O.,  Art.  62  N.  38;  MADELEINE CAMPRUBI,  in:  Auer/Mül-
ler/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Art. 62 N. 15; a.A. offenbar MARTIN BEYELER, 
Urteilsanmerkung  zum  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungs-
gerichts vom 2. Juli  2009,  in: Baurecht  4/2009,  S. 187 f.,  der  davon 
ausgeht, das Gericht dürfe vorliegend im Falle eines Eintretens auf die 
Beschwerde nicht prüfen, ob die Freihandvergabe aufgrund eines sog. 
Intrabrand-Wettbewerbs unzulässig war) würde dies dazu führen, dass 
das  Bundesverwaltungsgericht  gleich  einer  Aufsichtsbehörde  zur 
Überprüfung von Freihandvergaben angerufen werden könnte. Da die 
Aufsichtsbeschwerde  aber  nur  an  die  hierarchisch  übergeordnete 

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Verwaltungsbehörde  offen  steht  (Art.  71  Abs.  1  VwVG;  siehe  dazu 
STEFAN VOGEL, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Art. 71 N. 3 und 
9 ff.)  und dem Gericht gerade keine allgemeine Aufsichtsfunktion im 
Rahmen  der  Verwaltungskontrolle  zukommt,  ist  eine  derart  weite 
Zulassung zur Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht, welche die 
Beschwerde gegen Freihandvergaben faktisch zur Popularbeschwerde 
verkommen liesse, abzulehnen.

Nicht zu hören sind die Beschwerdeführenden, wenn sie mit Verweis 
auf  den  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons  Zürich 
VB.2008.00347  vom 10. Dezember  2008  E.  3  geltend  machen,  ein 
Anbieter  sei  in  jedem Fall  zur  Beschwerde  legitimiert,  wenn  er  vor-
bringt, der Vergabegegenstand sei in unzulässiger Weise so definiert 
worden, dass er von der Vergabe ausgeschlossen werde. Im von den 
Beschwerdeführenden zitierten  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zürich wurde eine Ausschreibung angefochten und das 
Gericht hatte die Zulässigkeit der vorgegebenen technischen Spezifi -
kationen  zu  beurteilen.  Die  Beschwerdeführerin  dieses  Verfahrens, 
welche die Zulassung von Druckmembranen alternativ zu den vorge-
gebenen Tauchmembranen erwirken wollte, hatte klarerweise ein aus 
funktionaler Sicht gleichartiges Produkt angeboten. Die Substituierbar-
keit war entsprechend gegeben, sie befand sind mithin im relevanten 
Markt. Es kann folglich aus diesem Entscheid nichts für den vorliegen-
den Fall abgeleitet werden.

4.

4.1 Vorliegend wurde der Beschaffungsgegenstand in der Zuschlags-
publikation im SHAB vom 1. Mai 2009 wie folgt umschrieben: 

"2.1. Projekttitel der Beschaffung:
Verlängerung  Lizenzen  für  standardisierten  Arbeitsplatz  Bund  und  darauf 
aufbauende Anwendungen (Clients und Server),  Wartung und (Third Level) 
Support
2.2. Gemeinschaftsvokabular:  48000000  Softwarepaket  und  Informations-
systeme"

Aus dieser  Publikation  ist  zu  schliessen,  dass  die  Vergabestelle  die 
bisher  genutzte  Informatikumgebung  der  Bundesverwaltung  weiter-
führen  will  und  eine  Umstellung  beziehungsweise  Migration  auf  ein 
grundlegend neues Informatiksystem nicht ihrem Bedürfnis entspricht 
(siehe dazu sogleich  E. 4.2). Welche Software-Lizenzen und welche 
Wartungsleistungen  im  Detail  Gegenstand  der  Beschaffung  bilden, 

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kann  der  Zuschlagspublikation  indessen  nicht  entnommen  werden, 
zumal der "standardisierte Arbeitsplatz Bund" weder an anderer Stelle 
der Publikation definiert wird noch sonst über eine allgemein zugäng-
liche Quelle in Erfahrung gebracht werden kann. Dass die Publikation 
den  Gegenstand  der  Beschaffung  nur  unzureichend  wiedergibt,  ist 
vorliegend indessen insofern im Ergebnis ohne Bedeutung, als dass 
den Beschwerdeführenden mit Verfügungen vom 17., 23., 26. und 30. 
Juni  2009 teilweise Einsicht  in  die  Akten der  Vergabestelle  geboten 
wurde und sich aus den vorgelegten Akten jedenfalls mit Blick auf die 
Eintretensfrage  hinreichend  ergibt,  welche  Leistungen  Gegenstand 
des abgeschlossenen Enterprise Agreements und damit der Beschaf-
fung bilden. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde-
führenden mit Eingabe vom 8. Januar 2010 ihre noch hängigen Akten-
einsichtsbegehren  zurückgezogen  haben,  was  zeigt,  dass  sie  zur 
Begründung ihrer Begehren offenbar hinreichende Kenntnisse über die 
beschaffungsgegenständlichen Leistungen gewinnen konnten. 

4.2 Unter den Parteien ist strittig, in welchem Umfang neue Software-
Lizenzen erworben wurden und in welchem Umfang lediglich Wartung 
beziehungsweise die Weiterentwicklung bereits dem Bund gehörender 
Software Gegenstand der Beschaffung bilden. Während die Vergabe-
stelle vorbringt, beschafft würden praktisch ausschliesslich Wartungs-
leistungen  für  früher  getätigte  "Investitionen"  (Eingabe  der  Vergabe-
stelle vom 22. Juni 2009, Rz. 13), machen die  Beschwerdeführenden 
geltend,  es handle sich  in  erster  Linie um sog. Software-Assurance, 
welche insbesondere das Recht auf Upgrade-Lizenzen für vorhandene 
Software  beinhalte.  Solche  Upgrade-Lizenzen  seien  Lizenzen  für 
vollständig  neue  Softwareversionen,  bei  denen  die  frühere  Version 
deinstalliert  oder  deaktiviert  und  die  komplette  in  sich  vollständige 
neue  Version  installiert  werde  (Eingabe  der  Beschwerdeführenden 
vom 8. Januar 2010, Rz. 16). 

Der Beschaffungsgegenstand setzt sich vorliegend aus einem Bündel 
unterschiedlicher  Leistungen  (von  Support-Dienstleistungen über  die 
Software-Pflege  im  Sinne  der  Weiterentwicklung  bestehender 
Programme  bis  zum  Erwerb  neuer  Software-Lizenzen)  zusammen, 
wobei  sämtliche  dieser  Leistungen  an  der  bestehenden  Informatik-
umgebung  des  Bundes  anknüpfen.  Der  Vertrag  mit  der  Zuschlags-
empfängerin  wurde gerade  mit  dem Ziel  abgeschlossen,  die  derzeit 
verwendeten Systeme effizient weiter nutzen zu können. Daraus ergibt 
sich,  dass  es  sich  bei  der  strittigen  Beschaffung  nicht  um  ein 

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komplettes  Informatiksystem  für  nahezu  40'000  funktional  definierte 
Arbeitsplätze handelt,  sondern um die Weiterführung und Ergänzung 
von Informatiksystemen auf  einer  bestehenden Plattform. Soweit  die 
Beschwerdeführenden vorbringen,  durch  die  neue  Beschaffung 
würden  faktisch  sämtliche  bestehenden  Applikationen  durch  neue 
ersetzt,  weshalb die vorliegende Beschaffung mit  dem Erwerb eines 
Nachfolgemodells  für  ein  Auto  vergleichbar  sei  (Eingabe  der 
Beschwerdeführenden vom 8. Januar  2010,  Rz. 16),  ist  dem entge-
genzuhalten,  dass  die  Vergabestelle  bereits  heute  mehrheitlich  über 
unbefristete  Software-Nutzungsrechte  verfügt  und  damit  unabhängig 
vom technischen Installationsprozess jedenfalls  nicht  gesagt  werden 
kann,  die  Weiternutzung  einer  Software  sei  mit  dem  Erwerb  neuer 
Software  gleichzusetzen.  Im  Übrigen  wurde  das  Betriebssystem 
Windows Vista OEM bereits im Rahmen der Hardwarebeschaffung im 
Jahr 2008 für insgesamt 28'000 Notebooks und Desktops (dies dürfte 
rund 70 % der Arbeitsplätze des Bundes entsprechen) erworben, was 
ein  weiterer  Beleg  dafür  ist,  dass  es  vorliegend  um  die  effiziente 
Weiterführung  eines  bestehenden  Datenverarbeitungssystems  geht. 
Es kann – was auch die Beschwerdeführenden nicht geltend machen 
–  nicht  von  einem  Migrationsprojekt  auf  ein  vollständig  neues 
beziehungsweise anderes Informatiksystem gesprochen werden.

4.3 Handelt  es sich vorliegend jedenfalls nicht in dem Sinne um ein 
Migrationsprojekt,  dass  ein  komplett  neues  Informatiksystem  einge-
führt werden soll, so hätten die Beschwerdeführenden nach dem unter 
E. 3.2 hiervor Gesagten darlegen müssen, dass sie gewillt und in der  
Lage  sind,  auf  der  bestehenden  Microsoft-Umgebung  aufbauende 
Leistungen  (namentlich  darauf  aufbauende Applikationen  sowie  die 
Wartung und den Third Level Support der bestehenden Produkte) zu 
erbringen. Dies machen sie nun aber weder in ihrer Beschwerdeschrift 
noch – nachdem ihnen in wesentliche Unterlagen betreffend den Inhalt  
des Enterprise Agreements Einsicht gewährt wurde – in ihrer Stellung-
nahme  vom  8.  Januar  2010  zur  Eintretensfrage  geltend.  Vielmehr 
lassen die Vorbringen der  Beschwerdeführenden lediglich ein Interes-
se an der grundsätzlichen Änderung der Informatikstrategie des Bun-
des erkennen.  Sie verstehen ihre Open Source-Lösungen weder  als 
Weiterführung  noch  als  Ergänzung  des  bestehenden  Informatik-
systems des Bundes, sondern als eigentliche Alternative der gesam-
ten Bürokommunikation,  umfassend Büroarbeitsplatz-  und Serverum-
gebung mit den gesamten Desktop- und Office-Applikationen. Auch die 
Wartungs-  und  Supportdienstleistungen  der  Beschwerdeführenden 

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beziehen sich klarerweise nur auf Open Source-Programme und nicht 
auf  die  aktuell  vom Bund  benutzte  Microsoft-Software.  Mit  anderen 
Worten  verfolgt  die  Beschwerde  einzig  das  Ziel  einer  vollständigen 
Migration  auf  Open  Source-Software  und  damit  einen  eigentlichen 
Strategiewechsel  bei  der  Informatik  der  Bundesverwaltung,  der  über 
die  teilweise  Verwendung  von  Open  Source-Software  auf  der 
bestehenden (Closed Source) Plattform hinausgeht. Damit zielen die 
Beschwerdeführenden am Beschaffungsgegenstand vorbei, zumal das 
Beschaffungsrecht  keinen  Anspruch  darauf  gewährt,  einen  früher 
getroffenen Strategieentscheid bei  jeder  Beschaffung,  die auf  dieser 
Strategie beruht,  aufs Neue überprüfen zu lassen (vgl.  TOMAS POLED-
NA/PHILIPP DO CANTO,  IT-Beschaffung des Bundes: Freihändige Vergabe 
mit gebundenen Händen?, in: Jusletter 18. Mai 2009, S. 5, wonach das 
Beschaffungsrecht  nicht  darauf  ausgelegt  sei,  frühere  strategische 
Entscheide zu korrigieren,  sondern diese vielmehr unter kartell-  und 
staatshaftungsrechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen seien). Es kann 
damit  offen  bleiben,  ob  die  Beschwerdeführenden  tatsächlich  –  wie 
von ihnen behauptet – in der Lage sind, eine vollständige Alternative 
für  die  nahezu  40'000  Informatik-Arbeitsplätze  des  Bundes  anzu-
bieten.

4.4 Hätten einzelne Beschwerdeführer geltend gemacht, ihre Software 
beziehungsweise ihre Dienstleistungen könnten auf der bestehenden 
IT-Umgebung einzelne Komponenten der strittigen Beschaffung substi-
tuieren und der freihändige Zuschlag sei  insoweit  teilweise aufzuhe-
ben, so wäre zu prüfen, ob sich diese Beschwerdeführenden auf dem 
Markt  für  entsprechende Einzelkomponenten der mit  dem Enterprise 
Agreement  beschafften  Leistungen  befinden.  Es  wäre  namentlich 
denkbar,  dass  zur  neu  erworbenen  Software  "SharePoint"  Open 
Source-Alternativen  bestehen,  welche  auf  der  bisherigen  Informatik-
umgebung  funktionieren.  Eine  solche  teilweise  Aufhebung  des  Zu-
schlages mit dem Ziel, einzelne Leistungskomponenten des Enterprise 
Agreements erbringen zu können, beantragen die Beschwerdeführen-
den  nun  aber  nicht.  Vielmehr  entspricht  die  damit  einhergehende 
grundsätzliche Akzeptanz der bisherigen Informatikumgebung gerade 
nicht  ihrem  Willen  und  dem  Zweck  ihrer  Beschwerde,  welche  wie 
dargelegt  einen  grundsätzlichen  Strategiewechsel  auf  Open Source-
Software beabsichtigt. 

Es  reicht  diesbezüglich  im  Übrigen  auch  nicht  aus,  wenn  die 
Beschwerdeführenden  eine  Liste  einreichen,  in  welcher  die 

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"Allgemeine  Funktionalität  der  Produkte"  des  strittigen  Enterprise 
Agreements  dargestellt  und  in  genereller  Weise  alternative  Open 
Source-Lösungen  mit  äquivalenter  Funktion  aufgezeigt  werden 
(Beilage  3  zur  Eingabe  der  Beschwerdeführenden  vom  10.  Januar 
2010), zumal die Beschwerdeführenden in keiner Weise differenzieren, 
ob  Software-Lizenzen  neu  erworben  oder  bereits  benutzte  Software 
gewartet  werden  soll.  Zudem ist  aus  dieser  Liste  weder  ersichtlich, 
welche  dieser  Produkte  von  welchem  Beschwerdeführer  angeboten 
werden,  noch  äussert  sich  die  Liste  zur  Kompatibilität  der  Open 
Source-Lösungen mit der bestehenden Informatikumgebung. Dass die 
Beschwerdeführenden,  welche  als  einfache  Streitgenossenschaft 
konstituiert ihre Beschwerdeberechtigung je einzeln darlegen müssen 
(VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe 
Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 6 N. 10), mit Ausnahme der Darle-
gung  von  Referenzobjekten  nur  gemeinsame  Vorbringen  machen, 
zeigt erneut, dass es ihnen um die grundsätzliche Strategieentschei-
dung geht und nicht darum, einzelne Leistungskomponenten der stritti-
gen Beschaffung für die Vergabestelle zu erbringen. 

Offen gelassen bleiben kann unter diesen Umständen, ob einzelne der 
Beschwerdeführenden in der Lage wären, basierend auf der bestehen-
den Informatik-Umgebung einzelne  Leistungen zu  erbringen,  welche 
funktional  den  beschaffungsgegenständlichen  Microsoft-Lösungen 
entsprechen. 

4.5

4.5.1 Die  Beschwerdeführenden machen  geltend,  die  anbieterbezo-
gene  Einschränkung  des  Beschaffungsgegenstandes  erweise  sich 
vorliegend  als  unzulässig  (Eingabe  der  Beschwerdeführenden vom 
8. Januar 2010, Rz. 13). Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass, 
wie unter E. 3.2.9 hiervor dargelegt wurde, die blosse Behauptung, der 
Beschaffungsgegenstand sei rechtswidrig festgelegt worden, entgegen 
den Vorbringen der Beschwerdeführenden nicht genügt, damit auf die 
vorliegende  Beschwerde  eingetreten  werden  kann.  Vielmehr  hängt 
gerade  von  der  Stichhaltigkeit  dieser  Behauptung  die  Stellung  als 
potentieller Anbieter ab, weshalb diese im Rahmen der Eintretensfrage 
zu prüfen ist.

4.5.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden ist nicht zu 
erkennen,  inwiefern  der  Entscheid,  die  bestehende 
Informatikumgebung  weiterzunutzen,  gegen  Gesetz  oder  Verfassung 

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verstossen solle. Wie unter E. 3.2.8. hiervor ausgeführt wurde, ist die 
Vergabestelle  bei  der  Umschreibung  des  Gegenstandes  einer 
Beschaffung  grundsätzlich  frei  und  sie  wird  durch  das  öffentliche 
Beschaffungsrecht auch nicht dazu gezwungen, an Stelle der Wartung 
und  Pflege  eines  bisher  benutzten  Gutes  einen  anderen,  neuen 
Gegenstand zu erwerben. Entgegen den Vorbringen der Beschwerde-
führenden (Eingabe der Beschwerdeführenden vom 12. Februar 2010, 
Rz.  89)  ist  es  auch  unerheblich,  ob  ein  Gut  buchhalterisch  bereits 
vollständig abgeschrieben wurde. Es entspricht, wie die Vergabestelle 
zutreffend  ausführt  (Eingabe  der  Vergabestelle  vom 22.  März  2010, 
Rz. 72), vielmehr dem Gebot des haushälterischen Umgangs mit den 
öffentlichen  Mitteln,  bestehende,  funktionsfähige  Güter  auch  dann 
weiter  zu  nutzen,  wenn  sie  keinen  Buchwert  mehr  haben. Es  kann 
auch  keine  rechtswidrige  Einschränkung  des  Beschaffungsgegen-
standes darin erblickt werden, dass die Vergabestelle die bestehende 
Informatik-Umgebung  weiterführen  will,  zumal  die  funktionale 
Betrachtungsweise  des  massgebenden  Beschaffungsgegenstandes 
das  Vorschieben  von  technischen  Spezifikationen  sowie 
Handelsmarken und -namen gerade verhindert.

Das Vorbringen der Beschwerdeführenden, sie würden aufgrund einer 
unzulässigen Einschränkung des Beschaffungsgegenstandes aus dem 
Kreis der potentiellen Anbieter ausgeschlossen, erweist sich nach dem 
Gesagten als unbegründet.

4.6 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführen-
den mit ihrer Beschwerde einzig einen eigentlichen Strategiewechsel 
bei  der  Bundesinformatik  und  eine  komplette  Migration  zu  Open 
Source-Software beabsichtigen. Dazu aber dient die Beschaffungsbe-
schwerde nicht. Da die Beschwerdeführenden nicht in der Lage – oder 
jedenfalls nicht Willens – sind, die Leistungen gemäss dem strittigen 
Enterprise Agreement zu erbringen, sind sie nicht als potentielle An-
bieter anzusehen. Sie sind entsprechend nicht zur Beschwerdeführung 
legitimiert, weshalb auf die vorliegende Beschwerde nicht eingetreten 
werden kann.

5.
Die  Beschwerdeführenden führen  mehrfach  aus,  dass  die  Standar-
disierung der Bundesinformatik rechtswidrig erfolgt sei und in früheren 
Jahren  unter  Umgehung  des  Vergaberechts  Informatikleistungen 
beschafft wurden (Beschwerde vom 20. Mai 2009, S. 11). In der Tat ist 

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nicht  auszuschliessen,  dass  frühere  Informatikaufträge  des  Bundes 
nicht nach den Bestimmungen des BöB ausgeschrieben und in einem 
vergaberechtskonformen  Verfahren  mit  Publikation  des  Zuschlages 
gemäss Art. 24 Abs. 2 BöB beschafft wurden. Diese früheren Aufträge 
bilden aber nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Soweit die 
Beschwerdeführenden diese de-facto-Vergaben vorliegend mitanfech-
ten wollten,  hätten  sie  dies  in  ihrer  Beschwerde klar  zum Ausdruck 
bringen müssen. Es kann damit auch offen bleiben, ob eine entspre-
chende Anfechtung überhaupt noch zulässig wäre oder nach Treu und 
Glauben nicht früher hätte erfolgen müssen.

6.

6.1 Die  Verfahrenskosten  richten  sich  nach  dem  Umfang  und  der 
Schwierigkeit  der  Streitsache,  der  Art  der  Prozessführung  und  der 
finanziellen Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 
In Anbetracht des geschätzten Vergabevolumens von Fr. 42'000'000.– 
und  unter  Berücksichtigung  der  Verfahrenserledigung  durch  Nicht-
eintreten (vgl. Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-2561/2009 
vom 20. Juli  2009  E. 7.1)  sind  die  Verfahrenskosten  für  den Haupt -
sacheentscheid  in  Anwendung  von  Art.  4  VGKE  auf  Fr.  10'000.– 
festzusetzen. Da auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, gelten die 
Beschwerdeführenden in der Hauptsache als unterliegend, sie haben 
entsprechend die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 
Als  unterliegende  Partei  haben  die  Beschwerdeführenden  keinen 
Anspruch  auf  Parteientschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  Aufwen-
dungen in Zusammenhang mit dem Hauptsacheurteil  (Art. 64 Abs. 1 
VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 2 VGKE). Ebenfalls keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung hat die Vergabestelle (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

6.2 Gesondert zu verlegen sind die Kosten für den Zwischenentscheid 
vom 2. Juli  2009, zumal dieser nicht von Amtes wegen, sondern auf 
Begehren der  Beschwerdeführenden und Gegenantrag der  Vergabe-
stelle zu erlassen war (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-
4409/2008  vom  27.  Januar  2010  E.  12  und  B-1098/2007  vom 
18. Januar  2010 E. 11). Die  Kosten für  den Zwischenentscheid  sind 
auf  Fr. 3'000.– festzusetzen,  namentlich  da ein  hoher  Begründungs-
aufwand in Bezug auf Grundsatzfragen verlangt war. Da dem Antrag 
der Beschwerdeführenden auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

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B-3402/2009

dahingehend  teilweise  entsprochen  wurde,  dass  sich  das  Gericht 
vorbehielt,  den angefochtenen Zuschlag allenfalls trotz  bereits  abge-
schlossenem  Vertrag  aufzuheben,  die  prozessualen  Anträge  im 
Übrigen aber entsprechend den Begehren der Vergabestelle abgewie-
sen  wurden,  erweisen  sich  die  Beschwerdeführenden  und  die 
Vergabestelle in Bezug auf den Zwischenentscheid vom 2. Juli  2009 
als je zur Hälfte obsiegend und unterliegend. Den Beschwerdeführen-
den  sind  damit  Fr.  1'500.– an  Verfahrenskosten  für  den  Zwischen-
entscheid  aufzuerlegen,  wobei  der  Rückzug  einzelner  Beschwerde-
führer seit Ergehen des Zwischenentscheides (vgl. Teilabschreibungs-
entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-3402/2009  vom 
5. Februar 2010) nicht weiter zu berücksichtigen ist. 

Als  mit  Blick  auf  den  Zwischenentscheid  vom 2. Juli  2009  teilweise 
obsiegende Partei haben die Beschwerdeführenden Anspruch auf eine 
Parteientschädigung  im  Umfang  der  Hälfte  der  ihr  durch  den 
Zwischenentscheid  erwachsenen  notwendigen  Kosten (Art.  7  Abs. 1 
und 2 VGKE). Aufgrund der Akten und unter Berücksichtigung,  dass 
die  Vergabestelle  eine  Schutzschrift  mit  prozessualen  Anträgen 
eingereicht hat, zu welcher die Beschwerdeführenden separat Stellung 
nahmen,  wird  der  notwendige  Parteiaufwand  für  den  Zwischen-
entscheid vom 2. Juli 2009 auf 50 Stunden zu Fr. 400.–, ausmachend 
Fr. 20'000.–,  festgelegt. Den Beschwerdeführenden  ist  entsprechend 
eine Parteientschädigung von Fr. 10'000.– zulasten der Vergabestelle 
zuzusprechen.  Die  Vergabestelle  hat  auch  in  Bezug  auf  den 
Zwischenentscheid  vom  2.  Juli  2009  keinen  Anspruch  auf  eine 
Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die  Verfahrenskosten  werden  im  Umfang  von  Fr.  11'500.– den 
Beschwerdeführenden  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kosten-
vorschuss  verrechnet.  Der  Überschuss  von  Fr.  700.– wird  den 
Beschwerdeführenden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  dieses  Urteils 
zurückerstattet. 

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B-3402/2009

3.
Den  Beschwerdeführenden  wird  zulasten  der  Vergabestelle  eine 
Parteientschädigung von Fr. 10'000.– inkl. MwSt zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  (Rechtsvertreter;  Gerichtsurkunde; 
Beilage: Rückerstattungsformular)

- die Vergabestelle (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde)
- die Zuschlagsempfängerin (zur Kenntnis)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Marc Steiner Martin Buchli

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  dieses  Urteil  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]), 
soweit sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 
83  Bst.  f  Ziff.  2  BGG).  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache 
abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 7. September 2010

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