# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 253bf045-c5eb-5a2f-8034-49e5bb35c3e8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.07.2010 C-6297/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6297-2008_2010-07-15.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6297/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichter Beat Weber, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A.________, Z.________ (Thailand),
vertreten durch B._______, Y._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
X.________,
Vorinstanz.

Ausserordentliche Invalidenrente; Verfügung der IVSTA 
vom 19. September 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6297/2008

Sachverhalt:

A.
A._______  (nachfolgend:  Versicherter  oder  Beschwerdeführer)  ist 
1967 geboren und Schweizer Bürger. Er leidet seit  seiner Geburt  an 
einer  geistigen Behinderung  (Oligophrenie)  und  bezog seit  dem (...) 
1985  –  unterbrochen  durch  Eingliederungsmassnahmen  –  eine 
ausserordentliche  ganze  Invalidenrente  sowie  eine  Hilflosenent-
schädigung  mittleren  Grades  und  Ergänzungsleistungen  (act.  IV/51, 
61, 64 – 68). Er lebt seit dem 30. September 2003 mit seiner Mutter in 
Thailand (Beschwerdeakte act. 8.02, 8.03).

B.
Mit  Verfügung  vom  21.  August  2003  hob  die  Sozialversicherungs-
anstalt  W._______,  IV-Stelle  (nachfolgend:  IV  W._______),  die 
ausserordentliche  IV-Rente,  die  Hilflosenentschädigung  mittleren 
Grades und die Ergänzungsleistungen per 30. September 2003 mit der 
Begründung  auf,  diese  Leistungen  könnten  nur  für  Versicherte  mit 
Wohnsitz  oder  gewöhnlichem  Aufenthalt  in  der  Schweiz  ausbezahlt 
werden. Einer gegen die Verfügung gerichteten Einsprache wurde die 
aufschiebende Wirkung entzogen (act. IV/86). Die Verfügung erlangte 
unangefochten Rechts-kraft.

C.
C.a Mit Faxschreiben vom 27. März 2008 liess die Mutter als Rechts-
vertreterin des Versicherten – ihrerseits vertreten durch B.________ – 
den  Anspruch  ihres  Sohnes  auf  eine  Invalidenrente  abklären  (act. 
IV/88 = 95). Anlässlich eines Auskunftsgesprächs vom 15. Mai  2008 
bei  der  IV  W._______ stellte  sich  heraus,  dass  der  Versicherte  seit  
seiner  Ausreise  nach  Thailand  im  Oktober  2003  bei  der  freiwilligen 
Versicherung AHV/IV Beiträge entrichten liess (act. IV/92a = 96).

Die  IV  W._______  überwies  in  der  Folge  die  Akten 
zuständigkeitshalber an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA 
(nachfolgend: Vorinstanz; act. IV/94).

C.b Mit  Mitteilung vom 28. Mai  2008 informierte  die  Vorinstanz den 
Versicherten dahingehend, dass die ausserordentliche Invalidenrente 
mit  Verfügung vom 21. August  2003 anlässlich seiner Ausreise nach 
Thailand zu Recht auf  den 30. September 2003 aufgehoben worden 
sei. Ein allfälliges formelles Gesuch um Wiederausrichtung der Inva-

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lidenrente bei zivilrechtlichem Wohnsitz in Thailand bzw. um Ausrich-
tung einer ordentlichen Invalidenrente bei Wohnsitz und gewöhnlichem 
Aufenthalt in Thailand müsste deshalb abgewiesen werden.

Die  nach  der  Ausreise  nach  Thailand  geleisteten  Beitragszahlungen 
an die freiwillige Versicherung könnten den Anspruch auf eine ausser-
ordentliche Invalidenrente nicht wieder aufleben lassen,  da eine Ge-
burtsinvalidität bestehe, der Anspruch auf eine ausserordentliche Ren-
te bereits am 1. Februar 1985 (Versicherungsfall) eingetreten sei und 
keine Änderungen erfahren habe. Die Beiträge an die freiwillige Ver-
sicherung würden aber einen Versicherungsschutz für allfällige im Aus-
land notwendige Eingliederungsmassnahmen darstellen und bei  Ein-
tritt  des Versicherungsfalles  „Alter“  als  Beitragszahlungen für  die Al-
tersrente angerechnet.

C.c Am 27. Juli  2008 wurde der IVSTA eine Anmeldung zum Bezug 
von IV-Leistungen für Erwachsene eingereicht (act. IV/104, 105).

C.d Mit  Vorbescheid vom 11. August  2008 teilte  die Vorinstanz dem 
Versicherten  mit,  das  Gesuch  um  Ausrichtung  einer  Invalidenrente 
müsste abgewiesen werden, da vorliegend nach Eintritt des ausseror-
dentlichen Rentenanspruchs per 1. Februar 1985 kein neuer Anspruch 
auf eine ordentliche Rente entstehen könne und ein Rentenanspruch 
nur bei Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz bestehe 
(act. IV/107).

Mit Eingabe vom 3. September 2008 liess der Versicherte den Beleg 
über den für das Jahr 2007 geleisteten Beitrag für die freiwillige Versi-
cherung einreichen und sinngemäss mitteilen, er verstehe nicht, wes-
halb die Versicherung Prämien entgegennehme und dafür keine Leis-
tungen erbringen müsse. Im Übrigen sei es doch viel sinnvoller, wenn 
er  in  Thailand lebe,  wo es  ihm besser  als  früher  in  der  Schweiz  in 
Heimbetreuung gehe, wo dem Staat viel höhere Kosten anfallen wür-
den (act. IV/108).

C.e Mit Verfügung vom 19. September 2008 wies die Vorinstanz das 
Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente ab (act. IV/110).

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D.
D.a Gegen  diesen  Bescheid  liess  der  Beschwerdeführer  am 
30. September 2008 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde füh-
ren  (act.  1)  und  bat  sinngemäss  um  gerichtliche  Überprüfung  der 
Angelegenheit.

D.b In  ihrer  Vernehmlassung vom 12. Januar  2009  verwies  die  Vor-
instanz auf  die Ausführungen in ihrer  Verfügung vom 19. September 
2008 und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

D.c In seiner Replik vom 18. Februar 2009 hielt der Beschwerdeführer 
im Grundsatz  daran fest,  dass  ihm eine  Invalidenrente  zustehe und 
beantragte eine Rente von monatlich Fr. 2'000.--. Er führte im Wesent-
lichen weiter aus, die Auswanderung sei für  ihn das Beste, da er in 
Thailand ein Umfeld gefunden habe, welches bewirke, dass es ihm viel  
besser gehe als in  der Schweiz. Sein Unterhalt  sei  in Thailand trotz 
Betreuungskosten relativ kostengünstig, aber ohne Unterstützung aus 
der Schweiz sei ein weiterer Verbleib in Thailand finanziell nicht mög-
lich. Mit  einer Rente aus der Schweiz könne auch die Wohnsituation 
langfristig geregelt werden (act. 8).

D.d Am 19. Februar 2009 ging im Bundesverwaltungsgericht der mit 
Zwischenverfügung vom 19. Januar 2009 geforderte Kostenvorschuss 
in Höhe von Fr. 300.-- ein (act. 10).

D.e In ihrer Duplik vom 26. Februar 2009 hielt die Vorinstanz an ihrem 
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. 11).

D.f Mit Verfügung vom 9. März 2009 schloss das Bundesverwaltungs-
gericht den Schriftenwechsel ab (act. 12).

D.g Am 5. Oktober 2009 liess der Beschwerdeführer dem Bundesver-
waltungsgericht  per  Telefax  ein  Stimmungsbild  aus  Thailand  zukom-
men und ersuchte um ein positives Urteil (act. 14).

E.
Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, 
soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  Verwaltungsgerichtsgesetz  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art.  69 
Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 
19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes über 
das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für  Ver-
sicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht vor. 

1.2 Der  von  seiner  Mutter,  C._______,  gesetzlich  vertretene 
Beschwerdeführer (act. 8.02) hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundes-
gesetzes  über  den  allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1]; entsprechend: Art. 48 Abs. 1 
VwVG).  Er  ist  daher  zur  Beschwerde  legitimiert.  C._______  hat 
B._______,  Y._______,  rechtsgültig  mit  der  Wahrung  der  Interessen 
ihres Sohnes A._______ beauftragt  (act. 1.01). Der die  Beschwerde 
unterzeichnende B._______ ist somit rechtsgültig bevollmächtigt.

1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 
(Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) und der Kostenvorschuss innert der 
auferlegten  Frist  gemäss  Art.  63  Abs.  4  VwVG geleistet  wurde,  ist  
darauf einzutreten.

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz  (VwVG), 
soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 
das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim-
mungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26 bis und 
28 – 70) anwendbar, soweit  das IVG nicht  ausdrücklich eine Abwei-
chung vom ATSG vorsieht.

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2.2 Der  Beschwerdeführer  ist  Schweizer  Staatsbürger  und  lebt  in 
Thailand. Da die Schweiz mit Thailand keinen Staatsvertrag über Leis-
tungen der  Alters-,  Hinterlassenen-  und Invalidenversicherung abge-
schlossen hat,  bestimmt sich die Frage,  ob vorliegend ein Anspruch 
auf  Leistungen  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  besteht, 
ausschliesslich aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften. 

2.3 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der  
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den nach Rentenantrag vom 
27. Juli 2008 bis zum Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes, 
hier der Verfügung vom 19. September 2008, eingetretenen Sachver-
halt abstellen (BGE 130 V 329, BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweisen),  
werden im Folgenden die ab 1. Januar 2008 anwendbaren materiellen 
Bestimmungen  des  ATSG,  des  IVG  und  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1946 über die Alters-  und Hinterlassenenversicherung 
(AHVG, SR 831.10) sowie der dazu gehörenden Verordnungen (Ver-
ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 
831.201] und Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung [AHVV, SR 831.101]) zitiert. 

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-
fern  das  Gesetz  nicht  etwas Abweichendes vorsieht,  nach  dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor-
derungen nicht. Das Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhaltsdarstel-

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lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E.  2, je 
mit Hinweisen).

4.
Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsge-
richt zu prüfen, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht die 
Zusprache einer Invalidenrente verweigert hat.

4.1 Laut  Art.  36  Abs.  1  IVG  haben  Versicherte  Anspruch  auf  eine 
ordentliche Rente der Invalidenversicherung, die bei Eintritt  der Inva-
lidität  während  mindestens  drei  Jahre  Beiträge  geleistet  haben. Die 
Versicherten  sind  beitragspflichtig,  solange  sie  eine  Erwerbstätigkeit 
ausüben (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 AHVG i.V.m. Art. 2 IVG).

Das Schweizer Recht sieht somit vor, dass nur Personen Anspruch auf 
eine  ordentliche Invalidenrente haben, die erwerbstätig und beitrags-
pflichtig sind bzw. waren und Pflichtbeiträge an die AHV/IV geleistet 
haben.

Aufgrund der  Akten ist  unbestritten,  dass  der  Beschwerdeführer  ge-
burtsinvalid ist  und deshalb nie erwerbsfähig und beitragspflichtig im 
gesetzlichen  Sinn  war. Eine  Zusprache einer  ordentlichen  Invaliden-
rente ist  deshalb im vorliegenden Fall  ausgeschlossen. Unter diesen 
Umständen stellt sich vorwiegend einzig die Frage, ob der Beschwer-
deführer Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente hat.

4.2 Gemäss Art. 39 Abs. 1 IVG richtet sich der Anspruch von Schwei-
zer Bürgern  auf  ausserordentliche Invalidenrenten nach den Bestim-
mungen des AHVG. Anspruch auf eine ausserordentliche Rente haben 
Schweizer  Bürger  mit  Wohnsitz  und gewöhnlichem Aufenthalt  in  der 
Schweiz, die während der gleichen Zahl von Jahren versichert waren 
wie ihr Jahrgang, denen aber keine ordentliche Rente zusteht, weil sie 
bis zur Entstehung des Rentenanspruchs nicht während eines vollen 
Jahres (bzw. drei  Jahren für  den Anspruch einer  Invalidenrente) der 
Beitragspflicht unterstellt gewesen sind (Art. 42 Abs. 1 AHVG). 

Mit anderen Worten sind ausserordentliche Renten für jene Personen 
bestimmt, welche nicht erwerbsfähig waren und deshalb keine Pflicht-
beiträge leisteten,  aber die invaliditätsmässigen Voraussetzungen für 
eine Rente erfüllen (vgl. auch Botschaft des Bundesrats zur Änderung 

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des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (5. Revision) vom 
22.  Juni  2005  [BBl  2005  4536]:  „Empfänger  dieser  Leistungen 
[ausserordentliche  Invalidenrente]  sind  ausschliesslich  Geburts-  und 
Frühinvalide, deren Rentenanspruch vor dem 21. Altersjahr beginnt.“).

4.2.1 Die  Gewährung  einer  ausserordentlichen  Invalidenrente  setzt 
wie  oben  erwähnt  voraus,  dass  die  ansprechende  Person  in  der 
Schweiz Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Nach Art. 13 ATSG bestimmt sich der Wohnsitz einer Person nach den 
Artikeln 23 –  26  des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. De-
zember 1907 (ZGB, SR 210). Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich 
der Wohnsitz  einer Person an dem Ort,  wo sie sich mit  der  Absicht 
dauernden Verweilens aufhält. Nach Art. 25 Abs. 2 ZGB haben bevor-
mundete  Personen  ihren  Wohnsitz  am  Sitz  der  Vormundschaftsbe-
hörde ("abgeleiteter Wohnsitz"; vgl. hiezu im Zusammenhang mit der 
Ausrichtung von ausserordentlichen Invalidenrenten und Hilflosenent-
schädigungen BGE 130 V 404, bestätigt in BGE 135 V 249).

4.2.2 Unbestritten ist  und auch aus den Akten ergibt  sich,  dass der 
Beschwerdeführer die Schweiz Ende September 2003 definitiv ver las-
sen und in Thailand Wohnsitz genommen hat (vgl. act. 1, 8.02, 8.03). 

Die  Vorinstanz  hat  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  die 
rechtlichen  Grundlagen  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Be-
schwerdesache genannt  (vgl. auch oben E. 4.1 f.). Entscheidend für 
die  Ausrichtung  einer  ausserordentlichen  Rente  ist,  dass  der  Be-
schwerdeführer seinen Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt  in der 
Schweiz oder in einem EU/EFTA-Staat hat (vgl. auch das Kreissschrei-
ben  über  das  Verfahren  zur  Leistungsfestsetzung  in  der  AHV/IV 
(KSBIL) des Bundesamtes für Sozialversicherungen, Rz. 7014 ff.).

Da der  Wohnsitz  und der  Lebensmittelpunkt  des Beschwerdeführers 
seit Oktober 2003 in Thailand liegt, hat der Beschwerdeführer seit die-
sem Zeitpunkt keinen Anspruch mehr auf eine ausserordentliche Inva-
lidenrente nach Schweizer Recht. Dasselbe gilt für den Anspruch auf 
eine ausserordentliche Hilflosenentschädigung gemäss Art. 42 Abs. 1 
IVG. Auch die Zusprache von Ergänzungsleistungen zur Invalidenrente 
erfordert  den Wohnsitz  in  der Schweiz (vgl. Art. 4  Abs. 1 Bst. c des 
Bundesgesetzes  über  Ergänzungsleistungen  zur  Alters-,  Hinterlas-

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senen-  und  Invalidenversicherung  vom  6. Oktober  2006  [ELG; 
SR 831.30]).

5.
Nachfolgend ist auf weitere Ausführungen und Rügen des Beschwer-
deführers einzugehen.

5.1 Der Beschwerdeführer rügt, er habe seit seiner Auswanderung ab 
Oktober 2003 Beiträge an die freiwillige Alters- und Hinterlassenenver-
sicherung geleistet (act. IV/94, 100, Beschwerdeakte act. 8.2.1, 8.2.2), 
weshalb er Anspruch auf die Zusprache einer Invalidenrente habe. 

Wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung zu Recht ausführt, ist vorliegend, 
da sich beim Beschwerdeführer die Invalidität nicht verändert hat und 
kein neuer  Versicherungsfall  eingetreten ist,  für  die  Zusprache einer 
ausserordentlichen  Rente  einzig  ausschlaggebend,  dass  er  in  der 
Schweiz wohnt (oben E. 4.2.2).

Im  Rahmen  der  vierten  Revision  des  IVG prüfte  der  Bundesrat,  ob 
ausserordentliche  IV-Renten  neu  ins  Ausland  auszurichten  seien.  In 
seiner Botschaft vom 21. Februar 2001 führte er diesbezüglich aus, die 
ausserordentlichen Renten stellten wie die Ergänzungsleistungen und 
die  Hilflosenentschädigungen  bedarfs- und  nicht  beitragsabhängige 
Leistungen  dar. Solche  Leistungen  würden  grundsätzlich  nur  in  der 
Schweiz ausgerichtet (vgl. Botschaft über die 4. Revision des Bundes-
gesetzes über  die  Invalidenversicherung vom 21. Februar  2001,  BBl 
2001 3274). Der Gesetzgeber hat sich in der Folge dieser Auffassung 
angeschlossen und explizit auf die Möglichkeit einer Ausrichtung von 
ausserordentlichen Invalidenrenten und ausserordentlichen Hilflosen-
entschädigungen  ins  Ausland  verzichtet  (unter  Vorbehalt  des  Wohn-
sitzes  im  EU-/EFTA-Raum;  vgl.  auch  ULRICH MEYER-BLASER,  Recht-
sprechung  des  Bundesgerichts  zum  IVG,  2.  Auflage,  Zürich  2010, 
S. 420 f. sowie BGE 130 V 404 E. 6.2 und Urteil I 259/01 des Eidge-
nössischen Versicherungsgerichts vom 20. Juni 2001).

Aus diesen Gründen geht der Beschwerdeführer mit seiner Argumen-
tation  fehl,  aufgrund  der  geleisteten  Beiträge  an  die  freiwillige  Ver-
sicherung habe er Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente.

Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, besteht, solange der Be-
schwerdeführer  der  freiwilligen Versicherung untersteht  und Beiträge 

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leistet,  ein  Anspruch  auf  allfällig  im  Ausland  notwendige  Eingliede-
rungsmassnahmen der IV (vgl. Art. 9 Abs. 1 und 1bis IVG in Verbindung 
mit Art. 23ter IVV). 

5.2 Soweit  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  geltend  macht,  aus 
Kostengründen sei vorliegend vom Gesetz abzuweichen, ist ihm ent-
gegenzuhalten, dass der Gesetzgeber bezüglich Erstattung von aus-
serordentlichen  Renten bei  Wohnsitz  im Nicht-EU/EFTA-Ausland  be-
wusst  keine  Ausnahmebestimmungen  vorgesehen  hat  (siehe  oben 
E. 5.1). Der Beschwerdeführer verkennt auch, dass das Gericht an die 
Gesetzgebung gebunden ist; über einen Ermessensspielraum verfügt 
es  (beziehungsweise  die  Verwaltung)  nur  dort,  wo  ihm der  Gesetz-
geber einen solchen einräumt.

5.3 Was die  sinngemässe  Rüge  des  Beschwerdeführers  gegenüber 
der Vorinstanz – die Rente sei ihm auch deshalb zuzuerkennen, weil 
die  Heimatgemeinde und die  IV  W.______ Sorgfaltspflichten verletzt 
hätten (vgl. act. IV/105) – betrifft,  ist  darauf nicht weiter einzugehen, 
da  diese  Rügen  weder  begründet  noch  die  diesbezüglichen 
Andeutungen  konkretisiert  und  auch nicht  belegt  sind. Dasselbe  gilt 
auch für die Argumentation in der Replik, man hätte die Mutter davon 
abhalten  müssen,  mit  dem  Beschwerdeführer  auszuwandern,  ohne 
finanzielle  Unterstützung  der  Invalidenversicherung  (act.  8  S.  2). 
Diesbezüglich ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer mehrmals 
– im Rahmen der Rentenverfügungen – auf die Konsequenzen eines 
Wegzugs ins Ausland hingewiesen wurde (Verfügungen vom 20. März 
1986 und 2. Juni 1986, act. IV/64 und 68, je S. 2: „Bezüger von Renten 
und  Hilflosenentschädigungen  haben  der  Ausgleichskasse  jede 
Änderung  der  Verhältnisse,  welche  den  Wegfall,  die  Herabsetzung 
oder die Erhöhung zugesprochener Leistungen zur Folge haben kann, 
sowie  Adressänderungen,  unverzüglich  zu  melden.  Dies  ist 
insbesondere  erforderlich  bei  mehr  als  drei  Monate  dauerndem 
Auslandsaufenthalt  oder  Verlegung  des  Wohnsitzes  ins  Ausland.“; 
Mitteilung vom 3. März 1995, S. 2 act. IV/76: „Die Versicherte Person 
bzw. ihre gesetzliche Vertreterin hat jede Adressänderung sowie jede 
Änderung  in  den  persönlichen  Verhältnissen,  welche  [...]  den 
Leistungsanspruch  beeinflussen kann  [...]  unverzüglich  zu  melden.“; 
Mitteilung vom 9. April 2001, act. IV/85: „Meldepflicht: Jede Änderung 
in  den  persönlichen  und  wirtschaftlichen  Verhältnissen,  die  den 
Leistungsanspruch  beeinflussen kann,  ist  uns  schriftlich  mitzuteilen. 
Beim Bezug von Renten ist diese insbesondere notwendig bei einem 

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mehr als  drei  Monate  dauernden Auslandsaufenthalt  oder  Verlegung 
des Wohnsitzes ins Ausland [...].“). Im Übrigen wurde die Verfügung 
der  IV  W.______  vom  28. August  2003,  mit  welcher  die  bisher 
ausgerichteten  Sozialversicherungsleistungen  wegen  Wegzugs  ins 
Ausland  per  30.  September  2003  eingestellt  wurden,  nicht  ange-
fochten. Erst im März 2008 – über vier Jahre später – wurden Schritte 
unternommen, um wieder eine Rente der Schweizer Invalidenversiche-
rung zu erhalten.

Auch wenn das Gericht ein gewisses Verständnis für die Anliegen des 
Beschwerdeführers hat,  besteht  kein Spielraum für  eine andere Ent-
scheidung.  Daran  kann  auch  das  eingereichte  Stimmungsbild  vom 
5. Oktober 2009 nichts ändern.

5.4 Der Vollständigkeit  halber ist  zu ergänzen, dass allfällige Sozial -
versicherungsansprüche  des  Bruders  des  Beschwerdeführers  (vgl. 
act. 8 S. 2) nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden.

5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde hin-
sichtlich  des Antrags auf  Ausrichtung  einer  Invalidenrente  als  offen-
sichtlich unbegründet erweist  und vollumfänglich abzuweisen ist. Die 
Beschwerde ist daher im einzelrichterlichen Verfahren gemäss Art. 23 
Abs. 2 VGG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG und Art. 85 bis Abs. 3 
AHVG abzuweisen. 

6.
Zu befinden ist schliesslich über die Verfahrenskosten und eine allfälli -
ge Parteientschädigung.

6.1 Die Verfahrenskosten werden unter Berücksichtigung des Umfan-
ges und der Schwierigkeit der Streitsache im vorliegenden Verfahren 
auf Fr. 300.-- festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG sowie Art. 1, 2 und 4 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 
Sie sind von der unterliegenden Partei zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) 
und  mit  dem am 19.  Februar  2009  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen. 

6.2 Weder der unterliegende Beschwerdeführer noch die obsiegende 
Vorinstanz  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  (Art.  64 
Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 300.-- verrechnet.

3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

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