# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96a5272d-dcee-5f43-9f72-46314cad235e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.12.2014 IV 2012/419
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-419_2014-12-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/419

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.06.2020

Entscheiddatum: 08.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2014
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Art. 49 Abs. 3 ATSG. Begründungspflicht. 
Invaliditätsbemessung. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. 
Dezember 2014, IV 2012/419).

Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus,

a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 8. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, St. Gallerstrasse 46, 

Postfach 945, 9471 Buchs SG 1,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  Ein erstes Rentengesuch von A.___ wurde am 31. Januar 1997 bei einem nicht 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 20 Prozent (nach einer unfallbedingten 

Verletzung am rechten Unterarm) abgewiesen (IV-act. 72). Dabei stützte sich die IV-

Stelle auf ein Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Zentralschweiz 

vom 6. Oktober 1995, in welchem für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (IV-act. 51). Auf eine zweite Anmeldung trat die 

IV-Stelle mit einer Verfügung vom 3. Juli 1998 nicht ein (IV-act. 13). Eine dagegen 

erhobene Beschwerde wurde vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit 

einem Entscheid vom 7. Dezember 2000 abgewiesen (IV 1998/172; vgl. IV-act. 17).

A.b  Der Versicherte meldete sich am 29. Dezember 2009 unter Hinweis auf ein Herz­

leiden erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen an (IV-act. 112). Er gab an, er habe als Hilfsarbeiter in einem 

vollen Pensum gearbeitet, sei am 27. Juli 2009 am Herz operiert worden und sei seither 

nicht mehr in der Lage gewesen, seiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die 

Arbeitgeberin des Versicherten gab am 22. Januar 2010 an (IV-act. 121), der 

Versicherte habe am 1. Juni 2003 eine Vollzeitstelle als Hilfsarbeiter angetreten. Der 

Jahreslohn habe ab dem 1. Januar 2009 55’185 Franken betragen. Der Versicherte 

habe seit dem 22. Juli 2009 nicht mehr gearbeitet. Der Hausarzt des Versicherten, 

Dr. med. B.___, berichtete am 25. Januar 2010 telefonisch (IV-act. 123), es liege ein 

Status nach einem akuten Coronarsyndrom und einem Coronararterien-Bypass im 

August 2009 vor. Der Versicherte leide an einem thoracalen Schmerzsyndrom, das am 

ehesten durch Blockaden bedingt sei. Dem Versicherten könnten aber körperlich 

leichte bis mittelschwere Tätigkeiten weiterhin zugemutet werden. Zu Beginn sei von 

einer Arbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag bzw. 50 Prozent auszugehen. Eine 

Steigerung sollte aber möglich sein. In der Folge verzichtete der Versicherte auf 

Massnahmen der Frühintervention (vgl. IV-act. 131). Er gab an, er werde noch mehrere 

Monate arbeitsunfähig bleiben und sich anschliessend alleine wieder um eine Arbeit 

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bemühen. Mit einem Vorbescheid vom 3. Januar 2011 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-

act. 137). Daraufhin erklärte der Versicherte, erwünsche sehr wohl berufliche 

Massnahmen (IV-act. 138). Im Mai 2011 berichtete der Hausarzt Dr. B.___ (IV-act. 149), 

dass sich der Versicherte zurzeit in einer stationären Rehabilitation befinde. Er werde 

ihm ein Arztzeugnis für eine Arbeitsfähigkeit von 30 Prozent ab dem 15. Mai 2011 und 

eine solche von 50 Prozent ab dem 1. Juni 2011 ausstellen. Für eine leichte Tätigkeit 

werde der Versicherte seines Erachtens wieder eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit 

erreichen können. Anlässlich einer Besprechung am Arbeitsplatz am 10. Mai 2011 hielt 

der Versicherte fest (vgl. IV-act. 154), er fühle sich nicht in der Lage, einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen. Er werde aber versuchen, im Rahmen eines 

Arbeitsversuchs mit einem Pensum von 30 Prozent einarmig zu arbeiten. Sein 

Arbeitgeber erklärte, der Versicherte sei zwar ein langjähriger, guter Mitarbeiter 

gewesen, aber eine solche Tätigkeit könne ihm nicht angeboten werden, weshalb man 

das Krankentaggeld auslaufen lassen und das Arbeitsverhältnis kündigen werde. Mit 

einem Vorbescheid vom 24. Juni 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

sie gedenke, die beruflichen Massnahmen abzuschliessen (IV-act. 160). Am 

16. September 2011 verfügte sie entsprechend (IV-act. 164).

A.c  Am 7. November 2011 berichtete der Hausarzt Dr. B.___ (IV-act. 165–1 ff.), der 

Versicherte leide an schweren, belastungsabhängigen Schmerzen im linken Thorax. Er 

sei seit August 2009 vollständig arbeitsunfähig. Er habe eine psychotherapeutische 

Behandlung abgebrochen. Seinem Bericht lag unter anderem ein Bericht der 

Psychiaterin Dr. med. C.___ vom 16. Mai 2010 bei (IV-act. 165–17 f.), in welchem die 

Diagnosen einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion, gemischt, 

sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung angeführt worden waren. Am 

16. November 2011 empfahl Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD) die Begutachtung des Versicherten durch eine MEDAS (IV-act. 167). Die 

IV-Stelle beauftragte in der Folge die ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH 

mit der Erstellung eines solchen Gutachtens (IV-act. 169). Die Sachverständigen der 

ABI GmbH hielten in ihrem am 29. Mai 2012 verfassten Gutachten fest (IV-act. 176–

2 ff.), der Versicherte leide an einem chronischen thoraco-brachialen Schmerzsyndrom 

links (ohne radiculäre Symptomatik), einer coronaren Ein-Gefäss-Erkrankung, einem 

Tinnitus rechts (mittelgradig kompensiert), einer Hochtonschwerhörigkeit beidseits 

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sowie chronischen intermittierenden Restbeschwerden am rechten Vorderarm. Aus 

polydisziplinärer Sicht seien ihm aber körperlich leichte bis intermittierend 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne erhöhte auditive Anforderungen 

und in ruhiger Umgebung zumutbar. Die Leistungsfähigkeit betrage aufgrund eines 

vermehrten Pausenbedarfs 90 Prozent. Andere Tätigkeiten seien dem Versicherten 

nicht mehr zumutbar. Für körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten 

bestehe seit dem Herzinfarkt im Juli 2009 eine Arbeitsunfähigkeit. Die Einschränkungen 

aus otorhinolaryngologischer Sicht bestünden seit April 2011, da ab diesem Zeitpunkt 

eine Hörgeräteversorgung notwendig geworden sei. Bis April 2011 habe also keine 

länger andauernde Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestanden. 

Die aktuell festgestellte Arbeitsfähigkeit gelte ab April 2011. Der RAD-Arzt Dr. D.___ 

notierte am 15. Juni 2011 (IV-act. 177), das Gutachten der ABI GmbH sei umfassend, 

kohärent und widerspruchsfrei. Die relevanten Fragen würden plausibel nachvollziehbar 

beantwortet.

A.d  Mit einem Vorbescheid vom 19. Juli 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit 

(IV-act. 181), dass sie gedenke, sein Rentengesuch bei einem nicht 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad von sechs Prozent abzuweisen. Dagegen liess 

der nun anwaltlich vertretene Versicherte am 19. September 2012 eine „Einsprache“ 

erheben (IV-act. 189). Sein Rechtsvertreter forderte „unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge“ die Aufhebung des Vorbescheides und die Durchführung 

weiterer Abklärungen. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, der vorgesehene 

Entscheid sei bereits deshalb falsch, weil schon alleine die Beschwerden im rechten 

Vorderarm gemäss einem früheren Entscheid einen Invaliditätsgrad von 20 Prozent zur 

Folge gehabt hätten. Angesichts der vielfältigen zusätzlichen Beschwerden könne der 

Invaliditätsgrad nicht sechs Prozent betragen. Gemäss einer Stellungnahme des 

Hausarztes Dr. B.___ vom 10. September 2012 bestehe bloss noch eine 

Arbeitsfähigkeit von 20–30 Prozent für leichte Tätigkeiten. Die kardiologische 

Untersuchung im Rahmen der Begutachtung sei ungenügend ausgefallen. Da Dr. B.___ 

sich auf den Standpunkt stelle, es könne zwischenzeitlich zu einer weiteren 

Progression der Gefässkrankheit gekommen sein, müsse eine eingehende 

Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. Das psychiatrische Teilgutachten 

überzeuge nicht. Es fehle an jeglicher Plausibilität. Dem Teilgutachten habe auch bloss 

ein 30 Minuten dauerndes Gespräch zugrunde gelegen. Die Qualitätsleitlinien der 

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Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie seien nicht beachtet 

worden. Der Versicherte leide entgegen der Angaben des Sachverständigen permanent 

unter Todesangst und sei wegen depressiver Störungen bereits durch Dr. C.___ 

behandelt worden. Über die Behandlung durch Dr. C.___ lägen ungenügende Angaben 

im Recht. Es müssten daher noch weitere Berichte eingeholt werden. Zudem fehlten im 

psychiatrischen Teilgutachten Ausführungen zur Überwindbarkeit bezüglich der 

somatoformen Schmerzstörung. Dr. B.___ hatte am 10. September 2012 in Bezug auf 

das ABI-Gutachten ausgeführt (IV-act. 189–7 f.), die objektiven Befunde seien korrekt 

wiedergegeben worden. Das Schmerzsyndrom des Versicherten sei aber nicht 

ausreichend gewürdigt worden. Ausserdem hätten die Sachverständigen übersehen, 

dass der Versicherte ein depressives Syndrom entwickelt habe. Weiter hätte untersucht 

werden müssen, ob es zu einer zwischenzeitlichen Progression der Gefässkrankheit 

gekommen sei. Die Diagnosen seien korrekt wiedergegeben, aber falsch interpretiert 

worden. Der Versicherte sei für körperlich leichte Tätigkeiten maximal zu 20–30 Prozent 

arbeitsfähig. Nachdem der RAD-Arzt Dr. D.___ am 2. Oktober 2012 festgehalten hatte 

(IV-act. 192), er sehe keinen Grund, seine Einschätzung zu revidieren, verfügte die IV-

Stelle am 8. Oktober 2012 gemäss dem Vorbescheid (IV-act. 193).

B.    

B.a  Am 7. November 2012 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung 

der Verfügung vom 8. Oktober 2012 und die Rückweisung der Sache an die 

Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer Abklärungen. Zur Begründung führte 

er aus, die Beschwerdegegnerin habe sich mit seiner „Einsprache“ nicht 

auseinandergesetzt und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Das 

Gutachten der ABI GmbH bilde keine genügende Grundlage für die Bemessung des 

Invaliditätsgrades. Die Beschwerdegegnerin müsse insbesondere weitere 

kardiologische und psychiatrische Abklärungen tätigen.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. März 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, sie habe sich mit den 

Einwänden des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und sei ihrer 

Begründungspflicht nachgekommen. Das Gutachten der ABI GmbH beantworte 

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sämtliche relevanten medizinischen Fragen, weshalb kein Grund zur Durchführung 

weiterer Abklärungen bestehe. Dem Beschwerdeführer sei bereits erklärt worden, wie 

es zum tieferen Invaliditätsgrad trotz zusätzlicher Beschwerden gekommen sei.

B.c  Mit einer Replik vom 29. April 2013 liess der Beschwerdeführer an seinem Antrag 

festhalten (act. G 8). Unter Hinweis auf einen Bericht von Dr. B.___ vom 22. März 2013, 

einen Bericht des Kardiologen Dr. med. E.___ vom 20. November 2012 und einen 

Bericht des Psychiaters Dr. med. F.___ vom 28. März 2013 liess er ausführen, dass die 

Abklärungen der Beschwerdegegnerin ungenügend ausgefallen seien.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:

1.      Der Beschwerdeführer hat eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches 

Gehör (Art. 42 ATSG) in Form einer Verletzung der Begründungspflicht durch die 

Beschwerdegegnerin gerügt. Die Pflicht zur Begründung von Verfügungen ist in Art. 49 

Abs. 3 ATSG geregelt. Der Sinn und Zweck der Begründungspflicht ist es, dem 

Verfügungsadressaten offen zu legen, welche Überlegungen im Wesentlichen zum 

getroffenen Entscheid geführt haben. Der Verfügungsadressat soll anhand der 

Begründung prüfen können, ob er ein Rechtsmittel gegen die Verfügung einlegen will. 

Dazu muss er in die Lage versetzt werden, sich in einer allfälligen Einsprache oder 

Beschwerde materiell mit der Verfügung auseinanderzusetzen, wofür ihm die 

wesentlichen Überlegungen der verfügenden Behörde bekannt sein müssen. Darin 

erschöpft sich der Sinn und Zweck der Begründungspflicht. Ermöglicht eine 

Begründung die Prüfung eines Weiterzuges und die eingehende Begründung einer 

allfälligen Eingabe, ist die verfügende Behörde ihrer Begründungspflicht ausreichend 

nachgekommen. Diesen Zweck kann bereits eine kurze, rudimentäre Begründung 

erfüllen. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 

ausgeführt, dass sie ihren Entscheid in medizinischer Hinsicht auf das ABI-Gutachten 

stütze. Weiter hat sie begründet, weshalb sie trotz der Einwände des 

Beschwerdeführers gegen das Gutachten darauf abstelle. Schliesslich hat sie ihrer 

Verfügung die Stellungnahme des RAD-Arztes zu den medizinischen Einwänden gegen 

das ABI-Gutachten, auf welche sie abgestellt hat, beigelegt. Damit ist der 

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Beschwerdeführer in die Lage versetzt worden, die wesentlichen Überlegungen der 

Beschwerdegegnerin nachzuvollziehen und abzuwägen, ob er eine Beschwerde gegen 

die Verfügung erheben will. Er ist auch in der Lage gewesen, seine Beschwerde 

eingehend materiell zu begründen, weshalb die Begründung der angefochtenen 

Verfügung ihren Zweck vollumfänglich erfüllt hat. Folglich liegt keine Verletzung der 

Begründungspflicht vor.

2.     

2.1   Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver­

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte und nach der zumutbaren Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, in 

Beziehung gesetzt (Art. 16 ATSG).

2.2   Gemäss der übereinstimmenden Beurteilung des RAD-Arztes Dr. D.___ und des 

Hausarztes Dr. B.___ haben die Sachverständigen der ABI GmbH die wesentlichen 

somatischen Befunde korrekt erhoben und die richtigen Diagnosen gestellt. Eine mög­

liche Progression der Gefässerkrankung hat sich gemäss den neusten Berichten, die 

der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Replik eingereicht hat, als unwahrscheinlich 

erwiesen, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass die im Rahmen der 

Begutachtung erhobenen Befunde im Zeitpunkt der Verfügungseröffnung nach wie vor 

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aktuell gewesen sind. Zwar könnte mittels einer Herzkatheteruntersuchung die 

Diagnose genauer gestellt werden, doch wird eine zu 100 Prozent gesicherte Diagnose 

für die Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers nicht benötigt. Der 

medizinische Sachverhalt muss nämlich bloss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

bewiesen sein. Dieser Beweisgrad ist mit den im Recht liegenden Berichten betreffend 

die Gefässerkrankung erreicht. Gemäss der Beurteilung des RAD-Arztes Dr. D.___ sind 

die gestützt auf die erhobenen Befunde und die gestellten Diagnosen gezogenen 

Schlussfolgerungen der Sachverständigen der ABI GmbH nachvollziehbar und 

überzeugend. Der Hausarzt Dr. B.___ hat die Schlussfolgerungen dagegen als nicht 

plausibel erachtet. Er hat den Auswirkungen der Gefässerkrankungen bzw. den 

Thoraxschmerzen eine wesentlich weiter gehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in leidensadaptierten Tätigkeiten zugemessen. Zudem hat er 

geltend gemacht, die psychiatrische Beurteilung sei falsch, denn der Beschwerdeführer 

sei depressiv und leide an permanenter Todesangst. Letzteres hat der neu 

behandelnde Psychiater Dr. F.___ nur teilweise bestätigt. Er hat nämlich ausgeführt, der 

Beschwerdeführer leide an einer atypischen Depression mit dysphorischen Zügen, 

mittelgradiger Ausprägung und ausgeprägter vegetativer Dysregulation. Eine 

Angststörung hat er dagegen nicht diagnostiziert. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hat 

er ausgeführt, diese werde vor allem durch die beobachtete verminderte Fähigkeit zur 

Affektkontrolle eingeschränkt. Eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hat 

er (noch) nicht attestieren können. Diese Einschätzung spricht nicht für eine 

wesentliche quantitative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit und steht nicht in 

Widerspruch zu den vom psychiatrischen Sachverständigen der ABI GmbH erhobenen 

Befunden. Auch der Beschwerdeführer selbst erachtet sich als psychisch zumindest 

weitgehend gesund. Er hat eine erste psychotherapeutische Behandlung durch 

Dr. C.___ als sinnlos erachtet und nach kurzer Zeit wieder abgebrochen. Auch dem 

einzigen Bericht von Dr. C.___ lässt sich nichts entnehmen, das Zweifel an der 

Beurteilung durch den psychiatrischen Sachverständigen der ABI GmbH wecken 

würde. Das psychiatrische Teilgutachten der ABI GmbH erscheint als schlüssig und 

nachvollziehbar. Die Schlussfolgerungen sind begründet und plausibel. Dass die 

Exploration bloss 30 Minuten gedauert haben sollte, wie der Beschwerdeführer 

bemängelt, ist eher unwahrscheinlich. Diese Zeit dürfte nicht einmal für die Erstellung 

der im Gutachten enthaltenen, ausführlichen Anamnese ausgereicht haben. Selbst 

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wenn es sich aber so verhielte, ist das Teilgutachten jedenfalls umfassend und 

detailliert genug ausgefallen. Die angeblich ungenügende Dauer der Exploration hat 

den Sachverständigen also nicht daran gehindert, ein sorgfältiges, umfassendes 

Teilgutachten zu verfassen. Weitere Gründe, an dessen Zuverlässigkeit zu zweifeln, 

sind gesamthaft ebenfalls keine ersichtlich, weshalb darauf abzustellen ist. Folglich 

bestehen keine Anhaltspunkte für eine relevante psychische 

Gesundheitsbeeinträchtigung. Da sich auch das kardiologische Teilgutachten entgegen 

der Rügen des Beschwerdeführers gemäss den neusten Berichten als umfassend und 

überzeugend erwiesen hat, besteht kein Anlass, an dessen Überzeugungskraft zu 

zweifeln und weitere Abklärungen in die Wege zu leiten. Betreffend die 

Zumutbarkeitsbeurteilung erscheint die Stellungnahme von Dr. B.___ als wenig 

überzeugend, denn er hat nicht zu erklären vermocht, weshalb die Thoraxschmerzen 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers selbst für leichte Arbeiten praktisch 

vollständig aufheben sollten. Seine nicht weiter begründete Behauptung erweckt den 

Anschein, primär therapeutisch motiviert zu sein. Es handelt sich dabei mit anderen 

Worten nicht um eine versicherungsmedizinisch relevante Zumutbarkeitsbeurteilung, 

sondern vielmehr um eine Angabe, in welchem maximalen Umfang eine 

Erwerbstätigkeit therapeutisch als sinnvoll zu qualifizieren sei. Für die 

Invaliditätsbemessung ist aber eine (strengere) Zumutbarkeitsbeurteilung massgebend. 

Ausserdem erweckt die Stellungnahme von Dr. B.___ den Eindruck, er sei der – 

gutachterlich bestätigten – unbewussten Aggravation des Beschwerdeführers 

aufgesessen. Die Einschätzung der Sachverständigen der ABI GmbH erscheint 

diesbezüglich als plausibel. Bereits die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz 

hatten nach der schweren Verletzung am rechten Unterarm trotz der damals noch 

vorhandenen starken Schmerzen eine vollumfängliche Leistungsfähigkeit als zumutbar 

erachtet. Der Beschwerdeführer war denn auch in der Lage gewesen, in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit über mehrere Jahre hinweg eine volle Arbeitsleistung zu 

erbringen. Vor diesem Hintergrund ist plausibel, dass die aktuellen Schmerzen die 

Leistungsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit ebenfalls nur marginal 

beeinträchtigen. Da es sich bei diesen Schmerzen, obwohl sie somatisch nur teilweise 

erklärt werden können, nicht um ein so genanntes pathogenetisch-ätiologisch unklares 

Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Genese handelt, haben sich die 

Sachverständigen der ABI GmbH zu Recht nicht weiter zu den so genannten 

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Foerster’schen Kriterien geäussert. Gesamthaft erweist sich das ABI-Gutachten als 

nachvollziehbar und überzeugend, weshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von 

einer Leistungsfähigkeit von 90 Prozent in leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen 

ist.

2.3   Der Beschwerdeführer hat zuletzt einen leicht unterdurchschnittlichen Lohn erzielt, 

der allerdings nicht als Valideneinkommen qualifiziert werden kann, weil der 

Beschwerdeführer eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeit ausgeübt hätte, wenn er 

einen entsprechenden Arbeitsplatz gefunden hätte. Für die Ermittlung des 

Valideneinkommens ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne 

Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin als Hilfsarbeiter tätig gewesen wäre und eine 

durchschnittlich entlöhnte Tätigkeit ausgeübt hätte. Da ihm weiterhin 

Hilfsarbeitertätigkeiten zugemutet werden können, entspricht der Ausgangswert des 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem Valideneinkommen, weshalb 

die Bemessung des Invaliditätsgrades anhand eines so genannten Prozentvergleichs 

erfolgen kann. Das bedeutet, dass der Invaliditätsgrad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, 

allenfalls korrigiert um einen so genannten Tabellenlohnabzug (vgl. BGE 126 V 75), 

entspricht. Da keine Gründe ersichtlich sind, welche die Erzielung eines 

durchschnittlichen, einer Leistungsfähigkeit von 90 Prozent entsprechenden 

Hilfsarbeitereinkommens in einer vollständig leidensadaptierten Tätigkeit 

verunmöglichen würden, fällt ein Tabellenlohnabzug nicht in Betracht. Der 

Invaliditätsgrad beträgt folglich zehn Prozent, was nicht zum Bezug einer Rente der 

Invalidenversicherung berechtigt.

3.      Die angefochtene Verfügung erweist sich daher als rechtmässig, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist. Der unterliegende Beschwerdeführer hat die 

Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen. Diese Gebühr ist durch den von ihm 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt. Ein Anspruch auf eine 

Parteientschädigung besteht nicht.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

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1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

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