# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 037dfcaa-3add-5a09-8acb-e209093354d9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.09.2008 A-1772/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1772-2006_2008-09-11.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1772/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Michael Beusch (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiberin Nadine Mayhall.

X._______ GmbH, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion OZD,
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verzollung von Multifunktionsgeräten (Tarifierung).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1772/2006

Sachverhalt:

A.
X._______ GmbH ist eine Gesellschaft  mit  beschränkter Haftung mit 
Sitz in ... . 

B.
B.a Am 5. bzw. 8. April 2005 führte die Y._______ AG, ..., im Auftrag 
von X._______ GmbH drei Multifunktionsgeräte in die Schweiz ein: 

- ...: 
Multifunktionsgerät
elektrostatisches, im indirekten Verfahren arbeitendes Multifunk-
tionsgerät zum Farbfotokopieren, Faxen, Scannen, Drucken und 
digitalen Versenden (teilweise via PC) von Dokumenten in diver-
sen Formaten,  in  einem annähernd rechteckigen Gehäuse aus 
Kunststoff,  auf  Rollen,  mit  Anzeige- und Bedienfeld,  Prozessor, 
Festplatte,  Arbeitsspeicher,  Fast  Ethernet  Printserver,  Schnitt-
stellen, vier Belichtungstrommeln und drei Papierkassetten aus-
gerüstet;  Kopierfunktion  unabhängig  von  einem PC einsetzbar. 
Das Basisgerät muss mit einer separat zu bestellenden Papier-
ausgabe  ergänzt  werden  (optional  mit  Hefteinrichtung,  Multi-
funktions-Finisher oder achtfach-Ablage).

- ...
Multifunktionsgerät
elektrostatisches, im indirekten Verfahren arbeitendes Multifunk-
tionsgerät zum Fotokopieren, Faxen, Scannen, Drucken und digi-
talen Versenden (teilweise via PC) von Dokumenten in diversen 
Formaten,  in  einem  annähernd  rechteckigen  Gehäuse  aus 
Kunststoff,  auf  Rollen,  mit  Anzeige- und Bedienfeld,  Prozessor, 
Festplatte,  Arbeitsspeicher,  Fast  Ethernet  Printserver,  Schnitt-
stellen und drei Papierkassetten ausgerüstet; Kopierfunktion un-
abhängig von einem PC einsetzbar. 

- ...
Multifunktionsgerät
elektrostatisches, im indirekten Verfahren arbeitendes Multifunk-
tionsgerät zum Fotokopieren, Faxen, Scannen, Drucken und digi-
talen  Versenden  (teilweise  via  PC)  von  Dokumenten  in  A4,  in 
einem annähernd rechteckigen Gehäuse aus Kunststoff, auf Rol-

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len, mit Anzeige- und Bedienfeld, Prozessor, Festplatte, Arbeits-
speicher,  Fast  Ethernet  Printserver,  Schnittstellen  und drei  Pa-
pierkassetten ausgerüstet; Kopierfunktion unabhängig von einem 
PC einsetzbar. 

Diese drei  Multifunktionsgeräte  wurden  im EDV-Verfahren Modell  90 
beim Zollamt Luzern  gestützt  auf  die Zolltarifnummer 8517.2100 zur 
definitiven Einfuhrverzollung deklariert (Einfuhrzollausweise ..., ..., ...). 

B.b Im Rahmen der formellen Kontrolle wurden die Unterlagen in letz-
ter Instanz der Oberzolldirektion (OZD) unterbreitet. Mit Revisionsbe-
fund vom 29. September 2005 kam die OZD zum Schluss,  dass die 
drei  besagten  Multifunktionsgeräte  unter  die  Zolltarifnummer 
9009.1200 einzureihen seien. 

B.c Am 21. Oktober 2005 verzollte das Zollamt Luzern die fraglichen 
drei Geräte gestützt auf die Tarifnummer 9009.1200 zum Ansatz von 
Fr. 49.-- je 100 kg brutto. Insgesamt erhob das Zollamt bei X._______ 
GmbH einen Zollbetrag von insgesamt Fr. 770.60 (ohne MWSt).

B.d Mit E-Mail vom 24. Oktober 2005 informierte das Zollamt Luzern 
die X._______ GmbH über diese Einreihung.

C.
Daraufhin ersuchte X._______ GmbH mit Schreiben vom 2. November 
2005 bei der OZD um eine Tarifauskunft. Mit  Schreiben vom 11. No-
vember  2005 erteilte  die  OZD die  Auskunft,  die  besagten Multifunk-
tionsgeräte seien nach der Zolltarifnummer 9009.1200 zu tarifieren.

D.
D.a Mit Schreiben vom 13. Dezember 2005 erhob X._______ GmbH 
(Beschwerdeführerin) beim Zollamt Luzern Beschwerde gegen die Ver-
zollungen gemäss den Einfuhrzollausweisen ..., ... und ... sowie die Ta-
rifierung  der  drei  Multifunktionsgeräte  nach  der  Zolltarifnummer 
9009.1200. Das Zollamt überwies die Beschwerde an die zuständige 
Zollkreisdirektion Basel. Mit Schreiben vom 18. Januar 2006 teilte die 
Zollkreisdirektion Basel der Beschwerdeführerin mit, bei der vorliegen-
den Sachlage die Beschwerde nicht  gutheissen zu können. Zur Ver-
meidung von Kostenfolgen gab sie der Beschwerdeführerin die Mög-
lichkeit, die Beschwerde zurückzuziehen. Die Beschwerdeführerin be-
stand darauf, einen beschwerdefähigen Entscheid zu erhalten. Darauf-
hin stellte  die Zolldirektion mit  begründetem Entscheid vom 19. April 

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2006 fest, dass die erwähnten drei Multifunktionsgeräte unter die Zoll-
tarifnummer  9009.1200  einzureihen seien  und  wies  die  Beschwerde 
ab.

D.b Gegen  diesen  Entscheid  erhob  die  Beschwerdeführerin  am 
22. Mai 2006 fristgerecht Beschwerde bei der OZD. Die OZD wies die 
Beschwerde mit Entscheid vom 6. November 2006 ab.

D.c Mit Schreiben vom 8. Dezember 2006 erhob die Beschwerdefüh-
rerin gegen den Entscheid der OZD vom 6. November 2006 Beschwer-
de  bei  der  Eidgenössischen  Zollrekurskommission  (ZRK).  Sie  bean-
tragte, der angefochtene Entscheid sei kostenpflichtig aufzuheben, die 
drei besagten Multifunktionsgeräte seien mit Wirkung bis zum 31. De-
zember 2006 in die Zolltarifnummer 8471 einzureihen, die Verzollun-
gen gemäss den Einfuhrzollausweisen ..., ... und ... seien aufzuheben 
und der erhobene Zollbetrag in der Höhe von Fr. 770.60 sei der Be-
schwerdeführerin  zurückzuerstatten.  Eventualiter  sei  die  Sache  kos-
tenpflichtig zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

D.d Mit Instruktionsmassnahme vom 23. Januar 2007 teilte das Bun-
desverwaltungsgericht den Verfahrensbeteiligten mit, es habe das vor-
liegende Verfahren zuständigkeitshalber übernommen. 

D.e In der Vernehmlassung vom 21. März 2007 hielt die Vorinstanz an 
ihrem Entscheid vom 6. November 2006 fest und schloss auf kosten-
pflichtige Abweisung der Beschwerde.

D.f Am 30. März 2007 reichte die Beschwerdeführerin die in der Be-
schwerdeschrift vom 8. Dezember 2006 als Beilage 21 angekündigten 
Deklarationsunterlagen ein. Mit Schreiben vom 2. Mai 2007 liess sich 
die Vorinstanz dazu vernehmen und hielt vollumfänglich an ihren Aus-
führungen  und  am  Antrag  gemäss  Vernehmlassung  vom  21. März 
2007 fest. 

D.g Mit Zwischenverfügung vom 19. Mai 2008 wurden die Verfahrens-
beteiligten über Änderungen in der Zusammensetzung des Spruchkör-
pers informiert.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen erstinstanzliche Verfügun-
gen oder Beschwerdeentscheide der OZD der Beschwerde an die ZRK 
(Art. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 [aZG, 
AS 42 287 und BS 6 465]). Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, 
sofern es zuständig ist, die zu diesem Zeitpunkt bei der ZRK hängigen 
Rechtsmittel.  Die  Beurteilung  erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht 
(Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 
Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich gemäss dessen 
Art. 37  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Am 1. Mai 
2007 sind das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0) sowie die 
dazugehörige Verordnung vom 1. November 2006 (ZV, SR 631.01) in 
Kraft  getreten.  Zollveranlagungsverfahren,  die  zu  diesem  Zeitpunkt 
hängig waren, werden nach dem bisherigen Recht und innerhalb der 
nach diesem gewährten Frist abgeschlossen (Art. 132 Abs. 1 ZG). 

1.2 Beschwerden an das Bundesverwaltungsgericht sind zulässig ge-
gen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG (Art. 31 VGG). Entscheide 
der OZD betreffend die Tarifierung unterliegen der Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht (Art. 33 Bst. d VGG in Verbindung mit 109 
Abs. 1 Bst. c aZG). Dieses ist somit sachlich und funktionell zuständig. 
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2.
2.1
2.1.1 Die Ein- und Ausfuhrzölle werden gemäss dem Zolltarif  festge-
setzt (Art. 21 aZG in Verbindung mit dem Anhang zum Zolltarifgesetz 
vom  9. Oktober  1986  [ZTG,  SR  632.10]).  Alle  Waren,  die  über  die 
schweizerische Zollgrenze ein-  und ausgeführt  werden,  sind – unter 
Vorbehalt abweichender Bestimmungen, namentlich aus Staatsverträ-
gen  –  nach  dem  Generaltarif  zu  verzollen  (Art. 1  ZTG  und  Art. 14 
Ziff. 1 aZG). 

2.1.2 Die Schweiz ist  dem internationalen Übereinkommen über das 
Harmonisierte  System  zur  Bezeichnung  und  Codierung  der  Waren 
vom 14. Juni 1983 beigetreten (für die Schweiz in Kraft seit 1. Januar 
1988,  SR 0.632.11).  Das  "Harmonisierte  System"  (HS)  bedeutet  die 
Nomenklatur, welche die Nummern und Unternummern mit den dazu-

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gehörenden  Codenummern,  die  Abschnitt-,  Kapitel-  und  Unternum-
mern-Anmerkungen sowie die "Allgemeinen Vorschriften für die Ausle-
gung des HS" umfasst (Art. 1 Bst. a des Übereinkommens). Die Ver-
tragsstaaten  verpflichten  sich,  ihre  Tarifnomenklatur  mit  dem  HS  in 
Einklang zu bringen (Art. 3 des Übereinkommens). Das ZTG beinhaltet 
den  Nomenklaturtext  des  HS (siehe  den  Anhang  in  Verbindung  mit 
Art. 2 des Übereinkommens), womit der schweizerische Tarif dem HS 
entspricht. 

Dem Generaltarif kommt Gesetzesrang zu. Das Bundesverwaltungsge-
richt ist demnach an diesen Tarif gebunden (Art. 190 der Bundesver-
fassung der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 
[BV, SR 101]; vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1718/2006 
vom 7. Dezember 2007 E. 2.1.2, A-1704/2006 vom 25. Oktober 2007 
E. 2.1.2,  A-1699/2006  vom  25. April  2007  E. 2.1.1,  Entscheide  der 
ZRK vom 19. April  1996 und 28. März 1996, veröffentlicht in Verwal-
tungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  61.17  E. 2a  und  61.19 
E. 4a.aa). Der Generaltarif wird nach Art. 5 Abs. 1 des Publikationsge-
setzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512) in der Amtlichen Sammlung 
(AS) allerdings nicht mehr veröffentlicht, kann jedoch mitsamt seinen 
Änderungen  bei  der  OZD  eingesehen  oder  über  das  Internet 
(www.ezv.admin.ch und www.tares.ch) konsultiert werden (vgl. Anhän-
ge 1 und 2 zum ZTG, Fussnote 1; vgl. auch Urteil des Bundsverwal-
tungsgerichts A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 2.2). 

2.1.3 Die  Vertragsstaaten  des  obenbezeichneten  Übereinkommens 
(E. 2.1.2) beabsichtigen eine einheitlichen Auslegung und Anwendung 
des  HS  (vgl.  Art. 7  Ziff. 1  Bst. c  und  Art. 8  Ziff. 2  des  Übereinkom-
mens). Hierzu dienen u.a. die "Avis de classement" und die "Notes ex-
plicatives  du  Système  Harmonisé",  welche  vom Rat  für  die  Zusam-
menarbeit  auf  dem Gebiet  des  Zollwesens  (nachfolgend  Weltzollrat) 
auf Vorschlag des Ausschusses des Harmonisierten Systems geneh-
migt worden sind (Art. 1 Bst. e und f in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 1 Bst. 
a - c  in  Verbindung  mit  Art. 8  Ziff. 2  und  3  des  Übereinkommens). 
Diese Vorschriften sind als materiell  internationales (Staatsvertrags-) 
Recht  für  das  Bundesverwaltungsgericht  verbindlich.  Die  Vertrags-
staaten haben einzig nach Art. 7 Ziff. 1 sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 des 
Übereinkommens die Möglichkeit, die Überprüfung oder Änderung der 
"Notes  explicatives"  und  "Avis  de  classement"  zu  veranlassen  (vgl. 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1704/2006 vom 25. Oktober 
2007  E. 2.3.2,  A-1692/2006 vom 25. April  2007  E. 2.1.3; Entscheide 

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der ZRK vom 19. Februar 1999, veröffentlicht in VPB 64.10 E. 3a, vom 
27. Oktober 1994, veröffentlicht in VPB 59.34 E. 2b).

2.1.4 Die  von  der  OZD  gestützt  auf  Art. 22  Abs. 3  aZG erlassenen 
"Erläuterungen zum schweizerischen Zolltarif"  (nachfolgend "Erläute-
rungen")  stimmen  –  mit  Ausnahme  der  so  genannten  "Schweizeri-
schen Erläuterungen"  – weitgehend wörtlich mit  den "Notes explica-
tives" des HS überein. Sofern eine solche Übereinstimmung besteht, 
darf das Bundesverwaltungsgericht davon nicht abweichen (vgl. Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1718/2006 vom 7. Dezember 2007 
E. 2.3.4,  A-1704/2006  vom  25. Oktober  2007  E. 2.3.4,  A-1692/2006 
vom  25. April  2007  E. 2.1.4;  Entscheide  der  ZRK  vom  19. Januar 
2000, veröffentlicht in VPB 64.109 E. 2a).

2.2
2.2.1 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art, Menge und Be-
schaffenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle ge-
stellt  worden  ist  (vgl.  Art. 23  aZG).  Auf  den  Verwendungszweck  ist 
demgegenüber nur dann abzustellen, wenn dies in den einzelnen Tarif-
positionen  als  Einreihungskriterium  ausdrücklich  festgehalten  ist.  Ist 
dies  nicht  der  Fall,  kommt  dem  Verwendungszweck  wie  auch  dem 
Preis,  der Verpackung,  der Bezeichnung durch Hersteller  oder Emp-
fänger der Ware lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende 
Bedeutung  zu  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1718/2006 
vom 7. Dezember 2007 E. 2.3.1, A-1704/2006 vom 25. Oktober 2007 
E. 2.3.1, A-1699/2006 vom 25. April  2007 E. 2.1.2, A-1675/2006 vom 
21. März 2007 E. 2.2).

2.2.2 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen 
Zollbehörden angewendeten "Allgemeinen Vorschriften für  die Ausle-
gung  des  Harmonisierten  Systems"  (AV)  übereinstimmend  mit  den 
"Allgemeinen  Vorschriften  für  die  Auslegung  des  HS"  des  offiziellen 
Textes des Übereinkommens in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinreihung 
einer Ware der Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-
Anmerkungen  sowie  die  weiteren  Allgemeinen  Vorschriften,  soweit 
diese  dem  Wortlaut  der  Nummern  und  der  Anmerkungen  nicht 
widersprechen,  massgebend  sind.  Bei  der  Bestimmung  der 
zutreffenden  Tarifnummer  ist  somit  stufenweise  in  der  gesetzlich 
festgelegten  Reihenfolge  (Tariftext  –  Anmerkungen  –  Allgemeine 
Vorschriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist immer erst 
dann heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht zum 

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Ziel  geführt,  d.h.  keine  einwandfreie  Tarifierung  ermöglicht  hat  (vgl. 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1718/2006  vom 7. Dezem-
ber  2007  E. 2.3.3,  A-1704/2006  vom  25. Oktober  2007  E. 2.3.3, 
A-1692/2006  vom  25. April  2007  E. 2.2,  A-1675/2006  vom 21. März 
2007 E. 2.4).

2.2.3
2.2.3.1 Wie aus der  Tarifanlage ersichtlich  ist,  basiert  die  Einteilung 
von Vervielfältigungsmaschinen,  Apparaten und Geräten regelmässig 
auf der Grundlage ihrer Funktionsweise (so bereits Entscheid der ZRK 
vom 7. September  1967,  veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches 
Abgaberecht [ASA] 37 [1968] S. 468 ff.,  475). Stellt  der Wortlaut der 
Tarifposition  auf  das  technische Verfahren einer  Vervielfältigungsma-
schine, eines Apparats oder eines Geräts ab, so ist nachfolgend die-
ses für die Einreihung massgebend. Erlaubt der Wortlaut der Tarifposi-
tionen keine eindeutige Zuordnung zu einer Zolltarifnummer, so ist in 
einem zweiten Schritt  auf  die Anmerkungen und letztlich auf  die  AV 
abzustellen.

2.2.3.2 Kommen für Kombinationen von Maschinen, Apparaten, Gerä-
ten und Vorrichtungen, die in den Nummern der Kapitel 84 oder 85 ge-
nannt  werden,  mehrere Tarifnummern in Frage, so ist  für  die Tarifie-
rung gemäss Anmerkung 3 i.V.m. Anmerkung 5 zum Abschnitt XVI auf 
die charakterisierende Haupttätigkeit abzustellen:

"Vorbehältlich gegenteiliger Bestimmungen sind Kombinationen von Maschi-
nen  verschiedener  Art,  die  zusammen arbeiten sollen  und  einen  einheitli-
chen Maschinenblock bilden, sowie Maschinen, die nach ihrer Bauart  zwei 
oder  mehr  verschiedene,  sich  abwechselnde  oder  ergänzende Tätigkeiten 
ausführen können, nach der das Ganze kennzeichnenden Haupttätigkeit ein-
zureihen."

"Bei  der  Anwendung  der  vorstehenden  Anmerkungen  umfasst  der  Begriff 
«Maschinen» die in den Nummern der Kapitel 84 oder 85 genannten Maschi-
nen, Apparate, Geräte und Vorrichtungen."

Die Anmerkung 3  zum Abschnitt  XVI  des  Schweizerischen Zolltarifs 
wird durch eine Erläuterung der OZD wie folgt präzisiert:

"Mehrzweckmaschinen; Kombinationen von Maschinen: In der Regel ist eine 
Maschine, die zwei oder mehr Funktionen ausübt, nach der sie charakterisie-
renden Hauptfunktion einzureihen. (...) Wenn die Ermittlung der Hauptfunk-
tion nicht möglich ist und auch die Anmerkung 3 zu Abschnitt XVI keine ge-
genteiligen Bestimmungen enthält, dann ist die Regel 3(c) der Allgemeinen 
Vorschriften  für  die  Auslegung des  Harmonisierten  Systems  massgebend. 
(...)" 

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2.2.3.3 Ziff. 3 AV enthält generelle Vorschriften für die Tarifierung von 
Waren, wenn diese unter zwei oder mehr Zolltarifnummern eingereiht 
werden können. Die Vorgehensweise bestimmt sich wie folgt:

"a)  Die Nummer mit  der  genaueren Warenbezeichnung geht  den Nummern 
mit allgemeiner Warenbezeichnung vor. Zwei oder mehr Nummern, von denen 
sich jede nur auf einen Teil der Stoffe einer gemischten oder zusammenge-
setzten Ware oder nur auf einen Teil der Artikel im Falle von für den Einzelver-
kauf aufgemachten Warenzusammenstellungen bezieht,  sind jedoch im Hin-
blick auf diese Ware oder diesen Artikel als gleich genau zu betrachten, selbst 
wenn eine von ihnen eine genauere oder  vollständigere Warenbezeichnung 
aufweist.
b) Mischungen, Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Bestandteilen be-
stehen  und  für  den  Einzelverkauf  aufgemachte  Warenzusammenstellungen, 
deren Einreihung nicht nach der Vorschrift  3 a) erfolgen kann, werden nach 
dem Stoff oder Bestandteil eingereiht, der ihnen ihren wesentlichen Charakter 
verleiht, sofern dieser Stoff oder Bestandteil ermittelt werden kann.
c) Ist die Einreihung nach den Vorschriften 3 a) und 3 b) nicht möglich, so ist 
die Ware der in der Nummernfolge zuletzt genannten gleichermassen in Be-
tracht kommenden Nummer zuzuweisen."

3.
3.1 Die drei  Multifunktionsgeräte, deren Tarifierung vorliegend strittig 
ist, setzen sich aus mehreren technischen Komponenten zusammen: 

- Laserdrucker. Das Laserdruckverfahren beruht  auf  dem Prinzip 
der  Elektrofotografie.  Zentrales  Element  ist  der  Fotohalbleiter 
bzw. dessen Eigenschaft, bei Licht leitend und bei Dunkelheit als 
Isolator zu wirken. Der erste Schritt des Druckvorgangs besteht 
aus  der  elektrostatischen  Aufladung  des  Fotohalbleiters.  Zur 
Schaffung des Bildkontrasts  wird  die  Ladung in  einem zweiten 
Schritt  dort  entfernt,  wo später  kein  Toner  aufgetragen werden 
soll  (Charged Area Development)  bzw. dort  entfernt,  wo später 
Toner aufgetragen werden soll  (Discharged Area Development). 
Dafür  wird  ein  digitalisiertes  Bild  mit  einem  Laser  oder  einer 
LED-Zeile in Rasterform auf den zuvor elektrostatisch aufgelade-
nen Fotohalbleiter projeziert; die an den belichteten Stellen durch 
den  Lichteinfall  erzeugten  Ladungsträger  entladen  die  Oberflä-
chenladungen  an  die  elektrisch  leitende  Rückseite.  Die  an-
schliessend erfolgende Entwicklung und der  Toner-Transfer  ba-
sieren auf entgegengesetzter bzw. unterschiedlicher elektrischer 
Aufladung  der  verwendeten  Materialien.  Für  die  Fixierung  des 
Bildes  werden  die  Tonerteilchen  in  der  Regel  erhitzt  und  zum 
Schmelzen gebracht, wodurch sie sich fest mit dem Bedruckstoff 
verbinden.

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- Scanner. Ein Scanner tastet Vorlagen mit einem Zeilensensor ab 
und wandelt  die  reflektierten Lichtpunkte in  elektrische Signale 
um.

- Computer:  Nach  unbestritten  gebliebener  Darstellung  verfügen 
die besagten drei  Multifunktionsgeräte über  Prozessoren,  Fest-
platten, Arbeitsspeicher, Fast Ethernet Printserver sowie die für 
ihre Funktion nötigen Schnittstellen.

- Telefax. 

Diese technischen Komponenten erlauben es den drei besagten Multi-
funktionsgeräten,  Dokumente  im  Laserdruckverfahren  auszudrucken, 
zu scannen und – nach unbestritten gebliebener Darstellung der Be-
schwerdeführerin – im Falle einer Unterstützung durch eine Faxkarte 
zu faxen. Ebenfalls möglich ist das Kopieren von Dokumenten. Die Ko-
pierfunktion ergibt sich unbestrittenermassen aus einer "Hintereinan-
derschaltung" der digitalen Scan- und Laserdruckfunktion.

3.2
3.2.1 Nach Auffassung der Vorinstanz kommen für die Einreihung der 
besagten drei Multifunktionsgeräte grundsätzlich die Zolltarifnummern 
8471.6000, 8517.2100 und 9009.1200 in Frage. Die Beschwerdeführe-
rin beantragt hingegen, die erwähnten Multifunktionsgeräte seien ge-
mäss der Zolltarifnummer 8471 zu tarifieren.

3.2.2
3.2.2.1 Unter die Zolltarifnummer 8471 fallen die folgenden Waren:

"Automatische  Datenverarbeitungsmaschinen  und  ihre  Einheiten;  magneti-
sche oder  optische Schriftenleser, Maschinen zum Aufzeichnen von Daten 
auf Datenträger in Form eines Codes und Maschinen zum Verarbeiten dieser 
Daten, anderweitig weder genannt noch inbegriffen."

Ein-  oder  Ausgabeeinheiten,  auch wenn sie  in  einem gemeinsamen 
Gehäuse  Speichereinheiten  enthalten,  fallen  unter  die  Tarifnummer 
8471.6000.

Als  "automatische  Datenverarbeitungsmaschinen"  im  Sinne  der 
Nr. 8471 gelten gemäss Anmerkung 5 (A) zum Kapitel 84 des Schwei-
zerischen Zolltarifs in der Fassung gültig bis zum 31. Dezember 2006: 

"a) digitale Maschinen, die 
1) das Verarbeitungsprogramm oder die Verarbeitungsprogramme und min-

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destens  die  zur  Durchführung  dieses  Programms oder  dieser  Programme 
unmittelbar notwendigen Daten zu speichern vermögen; 
2) entsprechend den Erfordernissen des Benützers frei programmiert werden 
können; 
3) Rechenvorgänge nach den Eingaben des Benützers durchführen können; 
4)  ohne  menschlichen  Eingriff  ein  Verarbeitungsprogramm  durchzuführen 
vermögen, das sie während des Programmablaufs durch logische Entschei-
dung selbst ändern können; 
b) analoge Maschinen, die in der Lage sind, mathematische Modelle zu si-
mulieren und die mindestens analoge Rechenelemente, Steuerelemente und 
Programmiervorrichtungen besitzen; 
c) hybride Maschinen, die aus einer digitalen Maschine, kombiniert mit ana-
logen Elementen, oder aus einer analogen Maschine, kombiniert mit digita-
len Elementen, bestehen."

Nach der Anmerkung 5 (D) zum Kapitel 84 des Schweizerischen Zoll-
tarifs  sind  Drucker  stets  als  Einheiten  in  die  Nr.  8471  einzureihen, 
wenn sie die Bedingungen gemäss der Anmerkung 5 B(b) und 5 B(c) 
erfüllen. Die Anmerkungen 5 B(b) und 5 B(c), auf welche die Anmer-
kung 5D verweist, lauten folgendermassen:

"Automatische Datenverarbeitungsmaschinen können in Form von Systemen 
vorkommen, die aus einer veränderlichen Anzahl von bestimmten Einheiten 
bestehen. Unter Vorbehalt der Bestimmungen von Absatz E) hiernach wird 
eine Einheit dann als Teil eines vollständigen Systems angesehen, wenn sie 
gleichzeitig folgende Voraussetzungen erfüllt: (...); (b) sie muss an die Zen-
traleinheit unmittelbar oder über eine oder mehrere andere Einheiten ange-
schlossen werden können; und (c) sie muss in der Lage sein, Daten in einer 
Form – als Code oder als Signale – zu empfangen oder zu liefern, die vom 
System verwendet werden kann."

Die  vorbehaltene  Anmerkung  5 (E)  zum  Kapitel  84  des  Schweizeri-
schen Zolltarifs besagt folgendes:

"Maschinen mit eigener Funktion, andere als die Datenverarbeitung, welche 
eine eingebaute automatische Datenverarbeitungsmaschine aufweisen oder 
in Verbindung mit einer solchen arbeiten, sind in die ihrer Funktion entspre-
chende Nummer oder, falls keine solche vorhanden ist, in eine Sammelnum-
mer einzureihen."

Nicht unter den Abschnitt XVI (Waren der Nr. 84 und 85) können hin-
gegen Waren des Kapitels 90 eingereiht werden (Ziff. 1 lit. m der An-
merkungen zum Abschnitt XVI des Schweizerischen Zolltarifs). 

3.2.2.2 Vorliegend ist weitgehend unbestritten, dass die drei besagten 
Multifunktionsgeräte die Voraussetzungen, die an eine Einreihung un-
ter die Zolltarifnummer 8471 gestellt werden, erfüllen. Dass die besag-
ten Multifunktionsgeräte grundsätzlich der Zolltarifnummer 8471 zuge-
ordnet werden können, entspricht auch der Auffassung der Vorinstanz. 

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Im angefochtenen Entscheid verneint sie lediglich für die Kopierfunk-
tion die Erfüllung der Voraussetzungen von Anmerkung 5 zum Kapitel 
84 des Schweizerischen Zolltarifs und ordnet weiter den Scanner als 
technische Komponente der drei Multifunktionsgeräte dem Kapitel 90 
des Schweizerischen Zolltarifs zu.

Insofern die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid gestützt auf den 
Umstand,  dass  die  Kopierfunktion  als  nacheinandererfolgende  Nut-
zung der Scan- und Druckfunktion auch ohne Zugriff auf einen Com-
puter  oder  ein Netzwerk erfolgen kann,  die diesbezügliche Erfüllung 
der Voraussetzungen der Anmerkung 5 zum Kapitel 84 des Schweize-
rischen Zolltarifs verneint, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Möglich-
keit, die Scan- und Druckfunktion der Multifunktionsgeräte ohne Inan-
spruchnahme eines angeschlossenen Computers bzw. eines verfügba-
ren Netzwerks zu nutzen, ändert nichts daran, dass die besagten Mul-
tifunktionsgeräte  an  einen  Computer  oder  an  ein  Netzwerk  ange-
schlossen  werden  können.  Ebenso  ist  es  notorisch,  dass  Multifun-
kionsgeräte wie jene der Beschwerdeführerin in der Lage sind, Daten 
zu empfangen oder zu liefern, welche vom System verwendet werden 
können. Hinsichtlich der sich aus der technischen Komponente des La-
serdruckers  ergebenden  Druckfunktion  der  drei  Multifunktionsgeräte 
ergibt sich somit, dass es sich dabei um einen Drucker handelt, wel-
cher die Voraussetzungen der Anmerkungen 5B(b) und 5B(c) zum Ka-
pitel  84 des Schweizerischen Zolltarifs  erfüllt  und somit  gemäss An-
merkung 5 (D) zum Kapitel 84 des Schweizerischen Zolltarifs als Ein-
heit eines Systems von automatischen Datenverarbeitungsmaschinen 
in die Nr. 8471 einzureihen ist. 

Für die Scanfunktion ist  mit  der Vorinstanz davon auszugehen, dass 
Scanner auf der Grundlage von optischen Systemen beruhen. So tas-
tet ein Scanner die Vorlage zeilenweise ab und wandelt anschliessend 
die  reflektierten  Lichtstrahlen  in  elektrische  Signale  um.  Optische 
Schriftleser  fallen  jedoch  nicht  unter  das  Kapitel  90;  sie  werden 
vielmehr vom Wortlaut der Zolltarifnummer 8471 ausdrücklich erfasst 
und sind folglich unter diese Tarifposition einzureihen.

Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die technischen Komponen-
ten,  welche die  Druck-,  Scan-  und Kopierfunktion  der  drei  besagten 
Multifunktionsgeräte ermöglichen – der Scanner und der Laserdrucker 
– gemäss dem Wortlaut  der  Tarifposition und den einschlägigen An-
merkungen der Zolltarifnummer 8471 zugeordnet werden können. Da 

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die Kopierfunktion aus einer nacheinander erfolgenden Nutzung zwei-
er Funktionen von technischen Komponenten resultiert, die beide der 
Zolltarifnummer 8471 zuzuordnen sind, können die drei besagten Mul-
tifunktionsgeräten aufgrund dieser Funktion nicht als "Maschinen mit 
eigener  Funktion,  andere als  die Datenverarbeitung"  qualifiziert  wer-
den.  Entsprechend  ist  die  Anmerkung  5 (E)  zum  Kapitel  84  des 
Schweizerischen Zolltarifs vorliegend nicht einschlägig und für die Ein-
reihung  der  drei  Multifunktionsgeräte  der  Beschwerdeführerin  nicht 
massgeblich.

3.2.3 Die systematische Gliederung der Tarifnummer 8517.2100 stellt 
sich wie folgt dar:

"Elektrische Apparate für die drahtgebundene Telefonie oder Telegrafie, ein-
schliesslich  drahtgebundene  Telefonapparate  mit  drahtlosem  Handapparat 
und  Apparate  für  Trägerfrequenzsysteme  oder  für  die  digitale  Fernmelde-
technik; Bildtelefone
- Fernkopierer und Fernschreiber;
-- Fernkopierer."

Die  Telefaxkomponente  der  besagten  drei  Multifunktionsdrucker  fällt 
unter die Zolltarifnummer 8517. Diese Einreihung ist  vorliegend nicht 
umstritten.

3.2.4
3.2.4.1 Der Wortlaut der Tarifnummer 9009 erfasst Fotokopierappara-
te, mit optischem System oder für das Kontaktverfahren und Thermo-
kopierapparate.  Elektrostatische  Fotokopierapparate,  welche  durch 
Wiedergabe des Originalbildes auf die Kopie mittels eines Zwischen-
trägers (indirektes Verfahren) arbeiten, werden unter die Tarifnummer 
9009.1200 eingereiht.

3.2.4.2 Herkömmlicherweise  fallen  unter  die  Tarifnummer  9009.1200 
sog. Analogkopierer. In diesem Verfahren wird die Vorlage selbst  mit 
einer  starken  Lichtquelle  beleuchtet  und  über  ein  Objektiv  auf  den 
elektrostatisch aufgeladenen Fotohalbleiter abgebildet (indirektes Ver-
fahren); das so erzeugte latente Bild aus elektrischen Ladungen wird 
nachfolgend dafür verwendet, selektiv Toner anzubringen und so eine 
Kopie der Vorlage anzufertigen. 

Es ist vorliegend unbestritten, dass die besagten drei Multifunktionsge-
räte keine technische Komponente enthalten, welche als Fotokopierap-
parat  im dargelegten Sinn qualifiziert  werden könnte. Die Vorinstanz 

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begründet die Einreihung der Multifunktionsgeräte mit  der Scan- und 
Laserdruckkomponente,  welche – hintereinandergeschaltet  –  die An-
fertigung von Kopien ermöglicht.

3.2.4.3 Vorauszuschicken ist, dass sowohl elektrostatische Fotokopier-
apparate wie auch Laserdrucker (vgl. dazu oben, E. 3.1) als Kernstück 
mit Fotohalbleiter beschichtete Trommeln enthalten und damit in tech-
nologischer Hinsicht auf der indirekten Elektrofotografie beruhen. 

Sie unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, dass der Laserdrucker 
keinen  Reproduktionsmechanismus  enthält.  Analogkopierer  projezie-
ren  ein  optisch  identisches  und  unverändertes  Abbild  einer  Vorlage 
über ein Objektiv direkt auf einen Fotohalbleiter, um nachfolgend unter 
Verwendung der unterschiedlichen elektrostatischen Ladung Toner an 
den aufgeladenen bzw. entladenen Stellen anzubringen und so eine 
Kopie der Vorlage anzufertigen. Ein Laserdrucker hingegen empfängt 
ein digitalisiertes Bild und stellt dieses latent mittels Laser auf dem Fo-
tohalbleiter wieder her. 

Beim  sogenannten  digitalisierten  Fotokopieren  wird  der  Reproduk-
tionsmechanismus durch den Scanner übernommen. In einem ersten 
Schritt  wird das reflektierte Licht über einen Zeilensensor aufgenom-
men,  in  elektronische Signale umgewandelt  und an das Laserdruck-
werk weitergeleitet. Mittels Laser wird das digitalisierte Bild im Raster-
verfahren  auf  dem  Fotohalbleiter  latent  wieder  hergestellt  und  an-
schliessend dazu benutzt, selektiv Toner aufzutragen. 

Entsprechend  beruht  die  (digitale)  Kopierfunktion  der  besagten  drei 
Multifunktionsgeräte  auf  einer  "Hintereinanderschaltung"  von  zwei 
technischen Komponenten der Multifunktionsgeräte, des Scanners und 
des Laserdruckers. Es fragt sich somit, ob die drei besagten Multifunk-
tionsgeräte, deren Scanner und Laserdrucker hintereinander geschal-
tet und auf diese Weise – im Verfahren der indirekten Elektrofotografie, 
jedoch auf digitalem Weg – Vorlagen reproduzieren können, unter die 
Zolltarifnummer 9009 fallen.

3.2.4.4 Soweit sich die Vorinstanz für ihre Einreihung unter die Zollta-
rifnummer 9009 auf das – für das Bundesverwaltungsgericht ohnehin 
nicht verbindliche – EuGH-Urteil  vom 9. Oktober 1997 in der Rechts-
sache C67/95, Rank Xerox Manufacturing (Nederland) BV beruft, kann 
ihr  nicht  gefolgt  werden. Beim Verfahren des  digitalen Kopierens er-
setzt die Umwandlung des Bildes in digitale Daten nicht den unter Nr. 

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9009.1200  erwähnten  Zwischenträger  bzw.  das  indirekte  Übertra-
gungsverfahren. Sollte  die  nacheinander  erfolgende Verwendung der 
Scanner- und der Laserdruckfunktion in einem Multifunktionsgerät als 
Fotokopierer im Sinne der Zolltarifnummer 9009.1200 zu qualifizieren 
sein,  so  ersetzt  die  Scanfunktion  den  Reproduktionsmechanismus, 
welcher  beim analogen  Verfahren  durch  die  starke  Beleuchtung  der 
Vorlage selbst und die Abbildung über ein Objektiv auf den elektrosta-
tisch  aufgeladenen  Fotohalbleiter  erfolgt.  Das  indirekte  Verfahren 
selbst, d.h. die Verwendung von mit  einem Fotohalbleiter beschichte-
ten Trommeln bzw. Bänder anstelle der Nutzung einer Fotoleiterschicht 
auf dem Papier selbst (direktes Verfahren), wird dadurch nicht berührt. 
Der  Argumentation  des  europäischen  Gerichtshofes,  wonach  Multi-
funktionsgeräte mit  digitaler Kopierfunktion deswegen unter die Tarif-
nummer 9009 einzureihen sei, weil dabei das indirekte Übertragungs-
verfahren aus der Umwandlung des Bildes in digitale Daten bestehe, 
vermag somit nicht zu überzeugen.

3.2.4.5 Massgebend ist vorliegend jedoch, dass es sich beim Scanner 
und beim Laserdrucker nicht um eine Weiterentwicklung des analogen 
Fotokopierapparats handelt,  wie er in der Zolltarifnummer 9009.1200 
beschrieben worden ist. Beim Scanner und beim Laserdrucker handelt 
es sich vielmehr um etablierte selbständige technische Komponenten, 
welche ihrerseits auch selbständig in der Nomenklatur aufgeführt sind. 

Weder der Scanner noch der Laserdrucker können für sich betrachtet 
unter die Zolltarifnummer 9009.1200 eingereiht werden. Eine allfällige 
Unterstellung der besagten Multifunktionsgeräte unter die Zolltarifnum-
mer 9009.1200 würde somit lediglich daraus resultieren, dass auf die 
Verwendung dieser technischen Komponenten im Einzelfall abgestellt 
würde: Im Falle einer Nutzung des Laserdruckers für das Ausdrucken 
von Dokumente  bzw. des  Scanners  für  deren Einlesen wären  beide 
Komponenten  unter  die  Zolltarifnummer  8471;  im  Falle  einer 
"Hintereinanderschaltung"  des Scanners und des Druckers hingegen 
unter die Zolltarifnummer 9009 einzureihen. 

Massgebend für die Einreihung von Waren ist in erster Linie deren Be-
schaffenheit; auf den Verwendungszweck ist hingegen nur dann abzu-
stellen,  wenn  die  betreffende  Tarifposition  dies  ausdrücklich  festhält 
(vgl. E. 2.2.1). Kopieren –  ob als  klassisches analoges Fotokopieren 
oder  digitales  Kopieren  –  figuriert  nicht  in  der  Nomenklatur  des 
Schweizerischen  Zolltarifs;  die  Funktion  ist  damit  für  die  Einreihung 

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nicht massgebend. Dass hingegen ein Scanner und ein Laserdrucker – 
welche ihrerseits beide je für sich in der Nomenklatur aufgeführt sind – 
nacheinander betätigt und so zur Herstellung von Fotokopien verwen-
det werden können, macht sie noch nicht zu einem Fotokopierapparat 
im Sinne des Wortlauts der Zolltarifnummer 9009.1200. Entsprechend 
können  die  besagten  drei  Multifunktionsgeräte  nicht  unter  die  Tarif-
nummer 9009.1200 eingereiht werden.  

3.2.5 Selbst wenn die kombinierte Verwendung der Scan- und Laser-
druckfunktion der besagten drei Multifunktionsgeräte als Fotokopierap-
parat im Sinne der Zolltarifnummer 9009.1200 qualifiziert werden wür-
de,  änderte  sich  vorliegend  nichts  an  der  Einreihung  der  Multifunk-
tionsgeräte unter die Zolltarifnummer 8471.

Nachdem es sich bei dem so aus einem Scanner und einem Laserdru-
cker zusammengesetzten Fotokopierer, dessen Bestandteile weiterhin 
auch separat ihrer Funktion gemäss benutzt werden können, nicht um 
eine reine Ware des Kapitels 90, sondern um eine zusammengesetzte 
Ware handeln würde, käme diesfalls der Ausschlussgrund von Ziff. 1 
lit. m der Anmerkungen zum Abschnitt XVI des Schweizerischen Zoll-
tarifs (siehe dazu oben, E. 3.2.2.1) nicht zum Tragen. Für die Einrei-
hung der drei Multifunktionsgeräte der Beschwerdeführerin wären so-
mit die Zolltarifnummern 8471, 8517 und 9009 in Betracht zu ziehen. 
Da es sich dabei nicht nur um Waren der Kapitel 84 und 85 handeln 
würde, wäre dieser Konflikt nicht nach der Anmerkung 3 i.V.m. Anmer-
kung  5  zum  Abschnitt  XVI  des  Schweizerischen  Zolltarifs,  sondern 
nach Ziff. 3 AV zu lösen. Gemäss Ziff. 3(b) AV ist die Einreihung von 
Waren, die aus verschiedenen Bestandteilen bestehen und deren Tari-
fierung nicht nach Ziff. 3(a) AV erfolgen kann, nach dem Bestandteil 
vorzunehmen, welcher der Ware ihren wesentlichen Charakter verleiht.

Unbestrittenermassen stellt die Faxkomponente kein Hauptbestandteil 
der besagten drei Multifunktionsgeräte dar. Beide Funktionen, welche 
vorliegend von den Verfahrensbeteiligten in  den Vordergrund gestellt 
werden – die Druck-  bzw. die Kopierkomponente – basieren auf  ge-
drucktem  Papier.  Es  kann  somit  ohne  weitere  Ausführungen  davon 
ausgegangen  werden,  dass  vorliegend  die  Laserdruckkomponente, 
welche für eine Einreihung sowohl unter die Zolltarifnummer 8471 wie 
auch  unter  die  Zolltarifnummer  9009  ausschlaggebend  ist,  den  drei 
Multifunktionsgeräten  ihren  wesentlichen  Charakter  verleiht.  Wie  be-
reits ausgeführt (E. 3.2.2.2), fällt die Laserdruckkomponente ihrerseits 

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als solche unter die Zolltarifnummer Nr. 8471. An diesem Ergebnis än-
dern weder die Verordnung (EG) Nr. 400/2006 der Kommission der Eu-
ropäischen Gemeinschaften vom 8. März 2006 (ABl 2006 L 70/9) noch 
der Umstand etwas, dass die erwähnten Geräte gemäss OZD ab dem 
1. Januar 2007 unter die Tarifnummer 8443.3100 fallen.

3.2.6 Damit ist die Beschwerde vollumfänglich gutzuheissen und erüb-
rigen sich Ausführungen zu der von der Beschwerdeführerin  geltend 
gemachten Unzulässigkeit  der behaupteten Praxisänderung der Zoll-
behörden.

4.
4.1 Der  obsiegenden  Beschwerdeführerin  und  der  OZD  sind  keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 VwVG). Entsprechend hat die 
OZD den von der  Beschwerdeführerin  im vorinstanzlichen Verfahren 
einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 400.-- zurückzuerstatten. Der im 
vorliegenden  Verfahren  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 1000.-- 
wird der Beschwerdeführerin ebenfalls zurückerstattet.

4.2 Die Vorinstanz hat die obsiegende Beschwerdeführerin für die ihr 
erwachsenen notwendigen Kosten zu entschädigen. 

Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung und allfälli-
ge weitere Auslagen der Partei, inklusive Mehrwertsteuer; das Gericht 
setzt die Parteientschädigung aufgrund der eingereichten Kostennoten 
oder, mangels Einreichung einer solchen, aufgrund der Akten fest. Das 
Anwaltshonorar  wird  dabei  nach  dem  notwendigen  Zeitaufwand  be-
messen,  wobei  der  Stundenansatz mindestens Fr. 200.--  und höchs-
tens Fr. 400.-- beträgt. Die Auslagen der Vertretung werden aufgrund 
der  tatsächlichen  Kosten  ausbezahlt  (Art. 64  Abs. 1  und  2  VwVG; 
Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).  Da  die  Beschwerdeführerin  bereits  im  vorinstanzlichen 
Beschwerdeverfahren  anwaltlich  vertreten  war,  sind  auch  diese  Auf-
wendungen  im  Gesamtbetrag,  den  das  Bundesverwaltungsgericht 
spricht,  anteilsmässig  zu  berücksichtigen (Art. 64  Abs. 1  VwVG; vgl. 
zur  Rechtslage  bei  den  Vorgängerorganisationen  ANDRÉ MOSER,  in: 
Moser/Uebersax,  Prozessieren  vor  eidgenössischen  Rekurskommis-
sionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 4.24).

Mit Kostennote vom 13. August 2008 bzw. vom 18. August 2008 haben 
die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin Honorar und Auslagen in 

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Höhe von Fr. ... (exkl. Mehrwertsteuer) für das vorinstanzliche und in 
Höhe  von  Fr. ...  (exkl.  Mehrwertsteuer)  für  das  vorliegende  Be-
schwerdeverfahren geltend gemacht. Unter Berücksichtigung des not-
wendigen  Zeitaufwandes  für  die  Instruktion,  die  Sachverhalts-  und 
Rechtsabklärungen – welche insbesondere  auch die  Funktionsweise 
von digitalem Fotokopieren umfassen – des Abfassens und der Durch-
sicht der Beschwerdeschrift sowie dem Stundenansatz gemäss Art. 10 
Abs.  2  VGKE,  wird  die  Parteientschädigung  für  das  vorinstanzliche 
Verfahren  auf  Fr. ...  inkl.  Mehrwertsteuer  angesetzt.  Für  das  vor-
liegende Verfahren  ist  hingegen  festzuhalten,  dass  die  Beschwerde-
schrift  vom 8. Dezember 2006 sowohl  systematisch wie inhaltlich im 
wesentlichen  der  im  vorinstanzlichen  Beschwerdeverfahren  einge-
reichten Beschwerdeschrift  vom 22. Mai 2006 folgt; diesbezüglich er-
scheint – unter Berücksichtigung der oben genannten Kriterien – eine 
Parteientschädigung  in  der  Höhe  von Fr. ...  inkl.  Mehrwertsteuer  als 
angemessen. Für die Auslagen der Vertretung, die nicht nach den tat-
sächlich  erwachsenen  Kosten,  sondern  pauschal  geltend  gemacht 
worden sind, ist eine Entschädigung von Fr. ... zu leisten. 

Die  OZD hat  somit  der  Beschwerdeführerin  für  das vorliegende und 
das vorinstanzliche Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in 
Höhe von Fr. ... inkl. Mehrwertsteuer auszurichten. Anzumerken bleibt, 
dass  diese  Entschädigung  angesichts  von  bundesgerichtlichen  Be-
schwerdeverfahren, welche sich für die Parteientschädigung bei Streit-
sachen mit Vermögensinteressen in erster Linie am Streitwert ausrich-
ten (Art. 3 ff. des Reglements vom 31. März 2006 über die Parteient-
schädigung und die Entschädigung für die amtliche Vertretung im Ver-
fahren  vor  dem  Bundesgericht  [SR 173.110.210.3]),  vergleichsweise 
hoch ausfällt.

5.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst. l des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[BGG, SR 173.110]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen und der  angefochtene Entscheid 
wird im Sinne der Erwägungen aufgehoben. Die OZD wird verpflichtet, 
der Beschwerdeführerin  den erhobenen Zollbetrag von Fr. 770.60 zu-
rückzuerstatten.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Die OZD wird verpflich-
tet, der Beschwerdeführerin den im vorinstanzlichen Verfahren einge-
forderten  Kostenvorschuss  von  Fr. 400.--  zurückzuerstatten.  Der  im 
vorliegenden  Verfahren  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'000.-- 
wird der Beschwerdeführerin ebenfalls zurückerstattet.

3.
Die OZD wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. ... zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (mit Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; mit Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Beusch Nadine Mayhall

Versand:

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