# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f28e7d2-4e23-53e8-88eb-92d0074cf9cb
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-01
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 01.06.2021 608 2021 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_608-2021-37_2021-06-01.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

608 2021 37
608 2021 38

Urteil vom 1. Juni 2021 

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Johannes Frölicher 
Richterinnen: Daniela Kiener

Anne-Sophie Peyraud 
Gerichtsschreiber: Mischa Poffet

Parteien A.________, Beschwerdeführer,

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz

Gegenstand Invalidenversicherung – Neuanmeldung, Invalidenrente

Beschwerde vom 22. Februar 2021 gegen die Verfügung vom 20. Januar 
2021 (608 2021 37)

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vom gleichen Tag 
(608 2021 38)

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1970, geschieden, wohnhaft in B.________, gelernter Holzsäger, 
meldete sich am 29. Oktober 2002 wegen Schulterproblemen bei der Invalidenversicherungsstelle 
des Kantons Bern zum Leistungsbezug an.

Mit Verfügung vom 15. November 2007 wies diese das Leistungsbegehren ab.

B. Am 17. Juni 2013 stellte der Versicherte ein neues Leistungsbegehren bei der nunmehr 
zuständigen Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) und mach-
te geltend, er leide an Multipler Sklerose (nachfolgend: MS). Mit Verfügung vom 9. Dezember 2013 
trat die IV-Stelle mangels Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des medizinischen Zustands 
auf das Gesuch nicht ein.

Eine dagegen vom Versicherten erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Freiburg mit 
Urteil vom 7. Januar 2014 ab (605 2014 24).

C. Am 11. August 2014 gelangte der Versicherte mit einem erneuten Leistungsbegehren an die 
IV-Stelle, welche in der Folge zusätzliche Sachverhaltsabklärungen traf.

Im neuropsychologischen Gutachten vom 27. Februar 2016 der Universitätsklinik für Neurologie 
des C.________ gelangten die Experten zum Schluss, aus neuropsychologischer Sicht sei 
aufgrund des MS-Leidens von keinen massgeblichen Einschränkungen in einer angepassten 
Tätigkeit auszugehen.

Mit Bericht vom 13. Juni 2016 empfahl der Regionale Ärztliche Dienst Bern/Freiburg/Solothurn 
(nachfolgend: RAD) eine neurologische Begutachtung. In seinem neurologischen Gutachten vom 
27. Februar 2017 hielt Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie, fest, es bestehe aus neuro-
logischer Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit bei einer verminderten Leistungsfähigkeit von 
20 Prozent aufgrund der MS-bedingten Fatigue.

Gestützt auf das neurologische Gutachten vom 27. Februar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versi-
cherten mit Vorbescheid vom 22. März 2017 mit, sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzu-
weisen, da von einer 80-prozentigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen 
sei, woraus ein Invaliditätsgrad von 20 Prozent resultiere. Gegen diesen Vorbescheid erhob der 
Versicherte am 22. April 2017 schriftlich Einwände.

In seinem Bericht vom 13. März 2017 gelangte der RAD zum Schluss, dass zusätzlich eine 
psychiatrische Begutachtung angezeigt sei. In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine weitere 
Begutachtung in den Bereichen Neurologie und Psychiatrie. Im bidisziplinärem Gutachten vom 
24. Dezember 2017 stellten die Dres. med. E.________, Facharzt für Neurologie, und F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 
20 Prozent ab 2005, von 25 Prozent ab dem 1. Juni 2016 und von 50 Prozent ab dem 1. Januar 
2017 fest.

Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2018 kündigte die IV-Stelle an, dem Versicherten ab 1. Juli 2017 
eine Viertelsrente und ab 1. Oktober 2017 eine halbe IV-Rente zuzusprechen. Mit Schreiben vom 
4. Juli 2018 erhob der Versicherte wiederum Einwände.

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Am 13. Juli 2018 hielt der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Chirurgie, fest, es sei 
angebracht, ein Zusatzgutachten durch einen MS-Experten anzufordern. In der Folge gab die 
IV-Stelle erneut ein neuropsychologisches Gutachten in Auftrag.

In seinem neuropsychologischen Gutachten vom 10. Dezember 2018 gelangte lic. phil. 
H.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie, zum Schluss, seit der neuropsychologischen 
Untersuchung im Dezember 2015 sei eine Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit 
eingetreten, welche sich durch ein Fortschreiten der MS-Erkrankung erklären lasse. Aus rein 
neuropsychologischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit 60 Prozent. Weiter gehe er davon aus, 
dass im bidisziplinären Gutachten vom 24. Dezember 2017 die 20-prozentige Arbeitsunfähigkeit 
aus psychiatrischer Sicht und die 50-prozentige Arbeitsunfähigkeit aus neurologischer Sicht hätten 
addiert werden müssen. Unter Berücksichtigung sämtlicher beteiligter Disziplinen liege eine 
Arbeitsunfähigkeit von 76 Prozent vor.

Mit RAD-Bericht vom 11. April 2019 nahm die RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, Stellung zur Frage, ob aufgrund des neuropsychologischen 
Gutachtens vom 10. Dezember 2018 von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 oder 60 Prozent auszu-
gehen sei. Sie hielt fest, eine solche Differenzierung sei aus medizinisch-theoretischer Sicht nicht 
möglich und es müsse eine praktische Abklärung durchgeführt werden.

In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung bei der 
J.________ in K.________. Das Eingliederungspotential des Versicherten wurde im Abklärungs-
bericht vom 22. Oktober 2019 als nicht gegeben beurteilt. Unter dem medizinisch-theoretisch 
zumutbaren Pensum von 50 Prozent habe sich eine objektivierbare Verschlechterung der neurolo-
gischen Symptomatik gezeigt. Zusammenfassend sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 80 Prozent 
auszugehen.

In ihrem Bericht vom 24. Oktober 2019 kam die RAD-Ärztin Dr. med. L.________, Fachärztin für 
Physikalische Medizin und Rehabilitation, zum Schluss, auf die arbeitsmarktlich-medizinische 
Abklärung könne nicht abgestützt werden. Weiter werde zur Klärung des medizinischen Sachver-
halts eine neurologische Begutachtung mit aktuellen Erhebungen gemäss Expanded Disability 
Status Scale (EDSS), Fatigue Skala für Motorik und Kognition (FSMC) und Würzburger Erschö-
pfungsinventar bei Multipler Sklerose (WEIMuS) sowie eine psychiatrische Begutachtung mit 
Symptomvalidierung benötigt. Gestützt auf den RAD-Bericht gab die IV-Stelle eine zweite neurolo-
gisch-psychiatrische Begutachtung in Auftrag.

Die Dres. med. M.________, Facharzt für Neurologie, und N.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, hielten in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 24. Juni 2020 fest, dass 
aufgrund des Pausenbedarfs wegen der schweren Fatigue in Zusammenhang mit der MS-Erkran-
kung ab 2015 eine Leistungsverminderung von 30 Prozent und ab 2017 gesamthaft eine Arbeits-
unfähigkeit von 40 Prozent vorliege.

Mit RAD-Bericht vom 6. Juli 2020 äusserte sich die RAD-Ärztin Dr. med. L.________ dahingehend, 
aufgrund des zeitnahen neurologischen Gutachtens vom 27. Februar 2017, in dem die Fatigue-
bedingte Leistungsverminderung mit 20 Prozent beziffert worden sei, könne nicht davon ausge-
gangen werden, dass die im bidisziplinären Gutachten vom 24. Juni 2020 festgehaltene Leistungs-
verminderung von 30 Prozent bereits seit 2015 vorliege. Seit 2017 könne jedoch – entgegen dem 
bidisziplinären Gutachten vom 24. Dezember 2017, in dem ab 1. Januar 2017 eine Arbeitsunfähig-
keit von 50 Prozent festgehalten worden sei – gestützt auf das neuere neurologisch-psychiatrische 
Gutachten von einer 40-prozentigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden.

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Mit Verfügung vom 20. Januar 2021 sprach die IV-Stelle dem Versicherten basierend auf einem 
Invaliditätsgrad von 44.6 Prozent ab 1. Dezember 2017 eine Viertelsrente zu. Im Zeitraum vom 
1. Februar 2015 (6 Monate nach der Anmeldung) bis 31. Mai 2016 bestehe bei einem Invaliditäts-
grad von 26.8 Prozent und im Zeitraum vom 1. Juni 2016 (Eintritt der Verschlechterung) bis 
31. Dezember 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 35.4 Prozent indessen kein Rentenanspruch.

D. Gegen diese Verfügung erhebt der Versicherte am 22. Februar 2021 Beschwerde an das 
Kantonsgericht Freiburg und beantragt, es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (608 
2021 37). Zusätzlich stellt er ein Gesuch um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechts-
pflege (608 2021 38). Zur Begründung seiner Begehren macht der Beschwerdeführer geltend, der 
Abklärungsbericht der J.________ sowie die schwere Fatigue seien ungenügend in die medizini-
sche Beurteilung eingeflossen. Ausserdem habe die IV-Stelle keinen Leidensabzug auf den Tabel-
lenlöhnen vorgenommen.

In ihren Bemerkungen vom 22. April 2021 beantragt die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. 
Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet.

E. Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massge-
bend, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 22. Februar 2021 gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 20. Januar 2021 
ist frist- und formgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht 
worden. Der Beschwerdeführer hat ein schutzwürdiges Interesse daran, dass das Kantonsgericht, 
II. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob ihm die Vorinstanz zu Recht nur eine befristete Vier-
telsrente zugesprochen hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1. Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von 
Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; 
SR 831.20) zur Anwendung kommt, die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein.

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

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2.2. Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfä-
higkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliede-
rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres 
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 
ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 
ATSG) sind.

Die Rente wird nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Versicherte haben Anspruch auf 
eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 
mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent oder auf 
eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 2 IVG). Der 
Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.3. Wurde gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung (IVV; SR 831.201) eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des 
zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird 
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 erfüllt sind. Dieser 
Absatz sieht vor, dass, wenn ein Gesuch um Revision eingereicht wird, darin glaubhaft zu machen 
ist, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten 
Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erhebli-
chen Weise geändert hat.

Die zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung im Sinne von 
Art. 87 Abs. 3 IVV bildet bei der Neuanmeldung – wo eine staatliche Leistungspflicht erst behaup-
tet wird und es mithin an einer ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung fehlt – wie auch 
bei der Rentenrevision die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs mit rechtskonfor-
mer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs 
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustan-
des) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revisi-
on (BGE 133 V 108 E. 5.3 und 5.4; 130 V 71 E. 3.2.3).

2.4. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall 
das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(Befunderhebung, Diagnosestellung) und Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten der Versicherte in seinen körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das 
Leiden eingeschränkt, d.h. arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 130 V 97 E. 3.3.2). Der Grad der 
Arbeitsfähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in welchem die versicherte Person aus gesundheit-
lichen Gründen an ihrem angestammten Arbeitsplatz zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend 
tätig sein kann. Nicht massgebend ist hingegen die bloss medizinisch-theoretische Schätzung der 
Arbeitsunfähigkeit (Urteil BGer 9C_48/2015 vom 1. Juli 2015 E. 3.3.3). Bei langdauernder Arbeits-
unfähigkeit im angestammten Beruf hat die versicherte Person andere ihr offenstehende Erwerbs-
möglichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die Zumutbarkeit 
einer Invalidentätigkeit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei dieser Sachver-
halt aufgrund des objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 20 E. 2b; OMLIN, 
Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201). Insbesondere ist dabei 

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nicht auf das subjektive Empfinden der versicherten Person abzustellen, hätte es doch diese 
ansonsten in der Hand, ihren Invaliditätsgrad selbst zu bestimmen.

2.5. Das Sozialversicherungsgericht prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von 
wem sie stammen, und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-
sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma-
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten 
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung-
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen). 
Dies gilt auch für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch täti-
gen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Urteil BGer 8C_913/2013 vom 11. April 2014 
E. 4.4.3 mit Hinweisen).

3.

Anhand der medizinischen Unterlagen ist zu prüfen, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu 
Recht ab dem 1. Dezember 2017 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 45 Prozent eine Viertels-
rente zusprach. Dabei ist der Zeitraum vom 15. November 2007 (letzte rechtskräftige materiell-
rechtliche Verfügung) bis zum 20. Januar 2021 (angefochtene Verfügung) massgebend.

3.1. Aufgrund der zahlreichen Abklärungen und Begutachtungen, die im vorliegenden Verfahren 
vorgenommen wurden, drängt es sich auf, die wesentlichen Akten chronologisch aufzuführen und 
kurz zusammenzufassen:

– Psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten vom 14. August 2007 der Dres. med. 
O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und P.________, Facharzt für 
Rheumatologie (Vorakten S. 134 ff.): Es wurden eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung und ein generalisiertes Schmerzsyndrom ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
diagnostiziert.

– Arztbericht vom 11. Juli 2014 von Dr. med. Q.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin (Vorakten S. 217): Seit Dezember 2012 schubförmige remittierende MS mit Ganga-
taxie, welche mit Copaxone (Wirkstoff Glatirameracetat) therapiert wird.

– Arztbericht vom 19. Januar 2015 von Dr. med. R.________, Facharzt für Rheumatologie 
(Vorakten S. 279 ff.): Er weist unter anderem auf die Diagnosen Fibromyalgie, rezidivierende 
Schulterschmerzen und Depression hin.

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– Arztbericht vom 21. Januar 2015 von Dr. med. S.________, Facharzt für Neurologie (Vorakten 
S. 285 ff.): Er erachtet eine arbeitsmedizinische Abklärung als notwendig zur Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. 

– Neuropsychologisches Gutachten vom 27. Februar 2016 der Universitätsklinik für Neurologie 
des C.________ (Vorakten S. 391 ff.): Keine massgebliche Einschränkung der Arbeitsunfähig-
keit in einer angepassten Tätigkeit aufgrund der MS-Erkrankung.

– RAD-Bericht vom 13. Juni 2016 (Vorakten S. 413): Neurologische Begutachtung notwendig.

– Neurologisches Gutachten vom 27. Februar 2017 von Dr. med. D.________ (Vorakten S. 428 
ff.): Vollständige Arbeitsfähigkeit bei einer um 20 Prozent verminderten Leistungsfähigkeit 
aufgrund der MS-bedingten Fatigue.

– RAD-Bericht vom 13. März 2017 (Vorakten S. 448 f.): Auf das neurologische Gutachten vom 
27. Februar 2017 könne abgestellt werden; für eine definitive Abklärung sei zusätzlich eine 
psychiatrische Begutachtung angezeigt.

– RAD-Bericht vom 17. Juni 2017 (Vorakten S. 463 f.): Die Einwände vom 22. April 2017 seien 
berechtigt, da die neurologische Begutachtung die Einschränkungen aufgrund der MS-Erkran-
kung nicht umfassend darstelle; es sei eine neurologisch-psychiatrische Begutachtung ange-
zeigt.

– Neurologisch-psychiatrisches Gutachten vom 24. Dezember 2017 der Dres. med. E.________ 
und F.________ (Vorakten S. 481 ff.): Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer 
Sicht von 25 Prozent ab dem 1. Juni 2016 sowie 50 Prozent ab dem 1. Januar 2017 und aus 
psychiatrischer Sicht von 20 Prozent seit 2005.

– RAD-Bericht vom 9. Mai 2018 (Vorakten S. 523 f.): Bestätigung des bidisziplinären Gutach-
tens vom 24. Dezember 2017.

– RAD-Bericht vom 13. Juli 2018 (Vorakten S. 543): Die Einwände des Versicherten seien nach-
vollziehbar und die Gutachter hätten selbst angemerkt, bei der Arbeitsunfähigkeit von 
50 Prozent handle es sich um eine Schätzung; entsprechend sei es angezeigt, ein Zusatzgut-
achten bei einem MS-Spezialisten (Neuropsychologie) einzuholen.

– Neuropsychologisches Gutachten vom 10. Dezember 2018 von lic. phil. H.________ (Vorak-
ten S. 559 ff.): Aus rein neuropsychologischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit 60 Prozent; 
unter Berücksichtigung sämtlicher beteiligter Disziplinen gehe er von einer Arbeitsunfähigkeit 
von 76 Prozent aus.

– RAD-Bericht vom 11. April 2019 (Vorakten S. 583 f.): Ob 50 oder 60 Prozent Arbeitsunfähig-
keit vorliege, sei nicht medizinisch-theoretisch, sondern im Rahmen einer praktischen Abklä-
rung zu eruieren.

– Arbeitsmarktlich-medizinischer Abklärungsbericht vom 22. Oktober 2019 der J.________ 
(Vorakten S. 648 ff.): Eingliederungspotential wird verneint. Die Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers wird insgesamt auf ca. 20 Prozent geschätzt.

– RAD-Bericht vom 24. Oktober 2019 (Vorakten S. 696 ff.): Auf das bidisziplinäre Gutachten 
vom 24. Dezember 2017 und den Abklärungsbericht vom 22. Oktober 2019 könne nicht abge-
stellt werden; es sei eine valide neurologisch-psychiatrische Begutachtung notwendig.

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– Neurologisch-psychiatrisches Gutachten vom 24. Juni 2020 der Dres. med. M.________ und 
N.________ (Vorakten S. 755 ff.): Aufgrund des Pausenbedarfs wegen der schweren Fatigue 
in Zusammenhang mit der MS-Erkrankung bestehe ab 2015 eine Leistungsverminderung von 
30 Prozent und ab 2017 aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 40 Prozent.

– RAD-Bericht vom 6. Juli 2020 (Vorakten S. 837 ff.): Auf die Leistungsverminderung von 
30 Prozent seit 2015 könne aufgrund der zeitnahen neurologischen Begutachtungen durch die 
Dres. med. D.________ und E.________ nicht abgestellt werden; ab 2017 könne aufgrund 
des bidisziplinären Gutachtens vom 24. Juni 2020 von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 Prozent 
ausgegangen werden.

3.2. Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers mit der erstmals im Dezember 2012 diagnostizierten MS-Erkrankung wesent-
lich verschlechtert hat. Ebenfalls kann festgehalten werden, dass sich der Gesundheitszustand ab 
Beginn des Jahres 2017 weiter verschlechtert hat.

3.2.1. Das neurologisch-psychiatrische Gutachten vom 24. Dezember 2017 wurde erstellt, nach-
dem der RAD eine dem MS-Leiden angemessene, umfassende bidisziplinäre Untersuchung gefor-
dert hatte. In diesem Gutachten wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus neurologischer 
Sicht eine Encephalomyelitis disseminata mit schubförmigem Verlauf, Beeinträchtigung der Fein-
motorik der rechten Hand bei armbetonter Hemiparese und rechtsbetonter Ataxie der unteren 
Extremitäten, Fatigue sowie leicht bis mässig ausgeprägter kognitiver Beeinträchtigung und aus 
psychiatrischer Sicht eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine leichtgradige, rezi-
divierend auftretende depressive Episode diagnostiziert. Hinsichtlich Einschätzung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit sei die neurologische Beurteilung massgebend. Ab dem 1. Juni 2016 betra-
ge die Beeinträchtigung aus neurologischer Sicht 25 Prozent und ab dem 1. Januar 2017 
50 Prozent; aus psychiatrischer Sicht sei von einer 20-prozentigen Beeinträchtigung seit 2005 
auszugehen (Vorakten S. 512 f.).

3.2.2. Das neuropsychologische Gutachten vom 10. Dezember 2018, das aufgrund der Einwände 
des Beschwerdeführers vom 4. Juli 2018 und des RAD-Berichts vom 13. Juli 2018 im Sinne eines 
Zusatzgutachtens (vgl. zur Natur der neuropsychologischen Abklärung Urteil BGer 9C_752/2018 
vom 12. April 2019 E. 5.3) in Auftrag gegeben wurde, geht mit Bezug auf die schubförmige MS-
Erkrankung von einer 60-prozentigen Beeinträchtigung aus (Vorakten S. 576). Zur im RAD-Bericht 
vom 13. Juli 2018 aufgeworfenen Bemerkung, es könne sein, dass die Arbeitsunfähigkeit höher als 
bei 50 Prozent liege, äusserte sich der Neuropsychologe mit Bezug auf das bidisziplinäre Gutach-
ten vom 24. Dezember 2017 dahingehend, dass evtl. die Einschränkungen in sämtlichen Berei-
chen addiert werden müssten, woraus eine Gesamteinschränkung von insgesamt 76 Prozent 
resultieren würde (Vorakten S. 577).

3.2.3. Sowohl das bidisziplinäre Gutachten vom 24. Dezember 2017 als auch das neuropsycholo-
gische Zusatzgutachten vom 10. Dezember 2018 sind als beweiskräftig zu beurteilen. Beide 
Gutachten stellen auf das vollständige medizinische Dossier mit sämtlichen bisherigen ärztlichen 
Zeugnissen ab, welche fachspezifisch wiedergegeben und behandelt wurden. In allen drei Fachge-
bieten fand eine Exploration des Beschwerdeführers statt. Die Gutachten sind für die streitigen 
Belange umfassend, berücksichtigen die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden, wurden 
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und sind in der Beurteilung der medizinischen 
Situation sowie der medizinischen Zusammenhänge plausibel und überzeugend. Die leichte Diver-
genz bei der Beurteilung der MS-bedingten Arbeitsunfähigkeit (50 Prozent im Gutachten vom 

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24. Dezember 2017 bzw. 60 Prozent im Gutachten vom 10. Dezember 2018) liegt darin begründet, 
dass der medizinisch-theoretischen Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit ein gewisser Beurteilungs-
spielraum inhärent ist. Da das neuropsychologische Gutachten in Auftrag gegeben wurde, weil die 
Gutachter des neurologisch-psychiatrischen Gutachtens vom 24. Dezember 2017 selbst ange-
merkt hatten, es handle sich bei der Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent um eine Schätzung, und 
auch der RAD-Arzt empfahl, es sei unter den gegebenen Umständen ein Zusatzgutachten durch 
einen MS-Experten anzuordnen, kann bezüglich der Frage der Arbeitsunfähigkeit ohne weiteres 
auf das neuropsychologische Gutachten abgestellt und von einer Arbeitsunfähigkeit von 
60 Prozent ausgegangen werden. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil der neuropsychologische 
Gutachter schlüssig begründet, wieso die MS-bedingte Beeinträchtigung im bidisziplinären Gutach-
ten vom 24. Dezember 2017 zu tief eingeschätzt wurde (Vorakten S. 576 f.). In Bezug auf das 
neurologisch-psychiatrische Gutachten, das von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent ausgeht, 
bleibt zu bemerken, dass von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in einer 
Expertise abgewichen werden kann, ohne dass sie ihren Beweiswert gänzlich einbüsst (vgl. Urteil 
BGer 8C_24/2018 vom 27. Juni 2018 E. 5.1 mit Hinweisen).

3.2.4. Für die Durchführung einer "praktischen Abklärung" zur abschliessenden Beurteilung der 
Arbeitsunfähigkeit (50 oder 60 Prozent), wie sie Dr. med. I.________ im RAD-Bericht vom 11. April 
2019 vorgeschlagen hatte (Vorakten S. 583), bestand indessen nach dem Gesagten (Vorliegen 
von zwei beweiskräftigen Gutachten; vgl. zuvor E. 3.2.3) kein Anlass. Kommt hinzu, dass leis-
tungsorientierte berufliche Abklärungen in erster Linie Aussagen zur subjektiven Arbeitsleistung 
und nicht zur tatsächlichen Arbeitsfähigkeit ermöglichen (vgl. Urteil BGer 9C_501/2019 vom 
15. Oktober 2019 E. 3.4.3). Die arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung war im vorliegenden Fall 
also nicht notwendig.

Ebenfalls nicht nachvollziehbar sind die Schlüsse von Dr. med. L.________ im Bericht vom 
24. Oktober 2019, soweit sie geltend macht, auf das bidisziplinäre Gutachten vom 24. Dezember 
2017 könne nicht abgestellt werden, da weder der EDSS-, FSMC- noch der WEIMuS-Wert erho-
ben worden sei und eine rückwirkende Beurteilung durch den Neurologen lege artis ohnehin nicht 
möglich sei. Bei der Begutachtung steht die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, 
Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung im Vordergrund; ob Tests durchgeführt werden, 
entscheidet die begutachtende medizinische Fachperson (vgl. Urteil BGer 8C_370/2020 vom 
15. Oktober 2020 E. 5.2). Entgegen der Aussage der RAD-Ärztin wurde der FSMC-Wert von 
Dr. med. E.________ denn auch erfasst und mit 78 beziffert, was einer schweren Fatigue 
entspricht (Vorakten S. 496). Weshalb eine rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lege artis 
nicht möglich sein soll, leuchtet ebenfalls nicht ein, zumal vorliegend – bei geltend gemachter 
Verschlechterung ab Dezember 2012, Neuanmeldung im August 2014 und erstmaliger Begutach-
tung im Februar 2016 – sich ohnehin alle Gutachter (auch) rückwirkend zur Arbeitsfähigkeit 
äussern mussten. Zudem beurteilte die gleiche RAD-Ärztin in ihrem Bericht vom 6. Juli 2020 die 
neurologische Einschätzung vom 24. Dezember 2017 als beweiskräftig, obschon sich auch diese 
zum Zeitraum ab Juni 2016 äussert, wenn auch nur, um von der im zweiten bidisziplinären Gutach-
ten für die Jahre 2015 und 2016 höher bezifferten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen (Vorakten 
S. 838). Schliesslich erklärte sie im RAD-Bericht vom 6. Juli 2020 das neurologische Teilgutachten 
vom 24. Juni 2020 für die Zeitperiode ab 1. Januar 2017 als beweiskräftig (Vorakten S. 839), womit 
sie selbst davon auszugehen scheint, dass eine rückwirkende neurologische Beurteilung durchaus 
möglich ist.

3.3. Vor dem Hintergrund, dass dem ersten neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 
24. Dezember 2017 volle Beweiskraft zukommt und der medizinische Sachverhalt in neurologi-

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scher und psychiatrischer Hinsicht mit diesem Gutachten bereits hinreichend abgeklärt war, stellt 
sich die Frage, ob die Einholung eines zweiten bidisziplinären Gutachtens mit den Disziplinen 
Neurologie und Psychiatrie nicht eine unzulässige second opinion darstellt (vgl. Urteil BGer 
9C_57/2019 vom 7. März 2019 E. 3.2). Die Frage kann indes offengelassen werden, da das späte-
re Gutachten einer inhaltlichen Prüfung ohnehin nicht standhält, wie nachfolgend dargelegt wird.

Das neurologisch-psychiatrische Gutachten vom 24. Juni 2020 setzt sich in entscheidender 
Hinsicht nicht mit den medizinischen Vorakten auseinander. Insbesondere fehlt im neurologischen 
Teilgutachten von Dr. med. M.________ eine Auseinandersetzung mit der durch Dr. med. 
E.________ festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 25 Prozent ab 1. Juni 2016 bzw. 50 Prozent ab 
1. Januar 2017: Dr. med. M.________ nimmt trotz im Wesentlichen gleicher Hauptdiagnose 
(Encephalomyelitis disseminata mit schubförmigem Verlauf, Gangataxie und schwerer Fatigue), 
einer zusätzlichen neurologischen Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (belastungs-
abhängige Ischialgie rechts) sowie höherem FSMC-Wert (96 gegenüber 78 bei Dr. med. 
E.________) eine deutlich tiefere Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent ab 2015 an, ohne auf diese 
Diskrepanz weiter einzugehen. Gleiches gilt für seinen Gutachterkollegen Dr. med. N.________, 
der im psychiatrischen Teilgutachten eine Diskussion des neuropsychologischen Fachgutachtens 
von lic. phil. H.________, der dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 60 Prozent 
bescheinigte, vermissen lässt.

Auch wenn es nach dem Vorgesagten bei der Beurteilung der Beweiskraft eines Gutachtens nicht 
auf die durchgeführten Tests ankommt, ist zuletzt dennoch darauf hinzuweisen, dass die RAD-
Ärztin das Fehlen des WEIMuS-Werts im neurologischen Teilgutachten vom 24. Dezember 2017 
bemängelte, denselben Mangel im neurologischen Teilgutachten vom 24. Juni 2020 jedoch nicht 
hervorhob, obschon die Erhebung dieses Werts von ihr explizit gefordert wurde.

3.4. Im Ergebnis ist zur Bestimmung des Invaliditätsgrads des Beschwerdeführers auf das bidis-
ziplinäre Gutachten vom 24. Dezember 2017 und auf das neuropsychologische Gutachten vom 
10. Dezember 2018 abzustellen. Für die Zeitperiode vom 1. Februar 2015 bis zum 31. Mai 2016 ist 
wegen der Depression und Schmerzsymptomatik von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent 
auszugehen. Aufgrund der MS-bedingten Beeinträchtigungen betrug die Arbeitsunfähigkeit ab 
1. Juni 2016 25 Prozent und ab 1. Januar 2017 60 Prozent.

Was die vom Neuropsychologen diskutierte Addition der Einschränkungen anbelangt ist festzuhal-
ten, dass sich die Dres. med. E.________ und F.________ in der Konsensbeurteilung sinngemäss 
gegen eine Addition der Werte aussprachen, indem sie die neurologische Beurteilung als massge-
bend erachteten (Vorakten S. 513). Dies ist durchaus nachvollziehbar, kommt doch der erschöp-
fungsbedingte erhöhte Pausenbedarf aus neurologischer Sicht auch den psychiatrischen bzw. den 
neuropsychologischen Beeinträchtigungen zugute und umgekehrt. Damit bleibt es bei einer 
Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent vom 1. Februar 2015 bis zum 31. Mai 2016, von 25 Prozent vom 
1. Juni 2016 bis 31. Dezember 2016 und von 60 Prozent ab dem 1. Januar 2017.

4.

Bezüglich der Bemessung des Invaliditätsgrades macht der Beschwerdeführer geltend, bei der 
Berechnung des Invalideneinkommens sei ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen.

4.1. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten 
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der 
Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und 

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Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Aufgrund dieser Faktoren 
kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der 
Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 Prozent nicht übersteigen 
(BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 126 V 75).

Ein Abzug auf dem Invalideneinkommen wird insbesondere dann gewährt, wenn eine versicherte 
Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit einge-
schränkt ist. Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch 
bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn im 
tiefsten Anforderungsniveau bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 
umfasst (Urteil BGer 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.2 mit Hinweisen). Der Richter darf 
sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern 
muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung 
als naheliegender erscheinen lassen (Urteil BGer 8C_91/2013 vom 22. August 2013 E. 3.3.1 mit 
Hinweisen).

4.2. Im vorliegenden Fall kam die Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerdeführer ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung weiterhin seinem Beruf als Holzsäger hätte nachgehen können. 
Gemäss den LSE-Tabellen ergibt sich für diese Tätigkeiten ein monatlicher Bruttolohn von 
CHF 5'844.- (TA1 2016, Kat. 10-33 Verarbeitendes Gewerbe und Herstellung von Waren, Kompe-
tenzniveau 2, Männer). Unter Berücksichtigung der Wochenarbeitszeit von 41.3 Stunden und des 
Nominallohnindexes von 0.4 Prozent ergibt sich ein Valideneinkommen von CHF 72'407.15 für das 
Jahr 2016 und CHF 72'696.80 für das Jahr 2017.

Zur Berechnung des Invalideneinkommens hielt die Vorinstanz fest, aufgrund des Zumutbarkeits-
profils könne der Beschwerdeführer einer angepassten Tätigkeit z.B. in der leichten Produktion 
nachgehen, wofür im Jahr 2016 ein Monatslohn von CHF 5'340.- geleistet wurde (TA1 2016, Total, 
Kompetenzniveau 1, Männer). Gestützt auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und 
einen Nominallohnindex von 0.4 Prozent sowie unter Berücksichtigung der dem Beschwerdeführer 
attestierten Arbeitsunfähigkeit resp. Leistungseinschränkung liegt das vom Beschwerdeführer 
erzielbare Invalideneinkommen im Zeitraum vom 1. Februar 2015 (sechs Monate nach Eingang 
der Neuanmeldung) bis zum 31. Mai 2016 bei CHF 53'656.50, vom 1. Juni 2016 bis 31. Dezember 
2016 bei CHF 50'302.95 und ab 1. Januar 2017 bei CHF 26'828.25.

4.3. Was den vom Beschwerdeführer geforderten Leidensabzug anbelangt ist festzuhalten, 
dass die Vorinstanz zu Recht darauf hinwies, eine reduzierte Leistungsfähigkeit führe bei einer 
grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähigen versicherten Person nicht automatisch zu einer zusätzli-
chen Berücksichtigung im Rahmen eines Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil BGer 8C_20/2012 vom 
4. April 2012 E. 3.2). Vorliegend kann bei einer Einschränkung von 60 Prozent nicht ohne weiteres 
davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer sei vollzeitlich arbeitsfähig (vgl. zudem die 
Herleitung der Arbeitsunfähigkeit im neuropsychologischen Gutachten vom 10. Dezember 2018, 
Vorakten S. 576), und Männern, die lediglich einem Teilzeiterwerb nachgehen können, wird grund-
sätzlich ein Abzug gewährt. Die Festlegung der Höhe des Leidensabzugs ist indes eine Ermes-
sensfrage (vgl. Urteil BGer 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E. 4.2). Selbst wenn man vorlie-
gend zugunsten des Beschwerdeführers der Tatsache, dass er eine Erwerbstätigkeit von lediglich 
40 Prozent ausüben kann, mit einem mittleren, höchstens jedoch 10-prozentigen Abzug Rechnung 

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tragen würde, hätte dies keinen Einfluss auf seinen Rentenanspruch, weshalb die Frage, ob dem 
Beschwerdeführer ein leidensbedingter Abzug zu gewähren ist, vorliegend ohne Relevanz ist.

4.4. Der Beschwerdeführer hat sich am 11. August 2014 zum Leistungsbezug angemeldet, sein 
Invaliditätsgrad lag aber im Zeitraum vom 1. Februar 2015 bis zum 31. Mai 2016 bei 25.9 Prozent 
(Valideneinkommen: CHF 72'407.15; Invalideneinkommen: CHF 53'656.50; Erwerbseinbusse: 
CHF 18'750.65) und im Zeitraum vom 1. Juni 2016 bis 31. Dezember 2016 bei 30.5 Prozent (Vali-
deneinkommen: CHF 72'407.15; Invalideneinkommen: CHF 50'302.95; Erwerbseinbusse: 
CHF 22'104.20). Erst ab 1. Januar 2017 lag der Invaliditätsgrad mit 63.1 Prozent (Valideneinkom-
men: CHF 72'696.80; Invalideneinkommen: CHF 26'828.25; Erwerbseinbusse: CHF 45'868.55) 
über 40 Prozent. Da der Beschwerdeführer erstmals am 1. Juli 2017 während eines Jahres ohne 
Unterbruch durchschnittlich zu 40 Prozent arbeitsunfähig war ([6 * 25 + 6 * 60] / 12), hat er ab dem 
1. Juli 2017 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.

5.

Somit ist festzuhalten, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfü-
gung dahingehend abzuändern ist, dass der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2017 Anspruch auf eine 
Dreiviertelsrente hat.

6.

6.1. Der Beschwerdeführer beantragt für das Verfahren vor Kantonsgericht die unentgeltliche 
Rechtspflege. Da er seit Jahren vom Sozialdienst unterstützt wird, womit seine finanzielle Bedürf-
tigkeit dargetan ist, und sich die Beschwerde angesichts der teilweisen Gutheissung nicht als 
aussichtslos erwies, ist ihm diese zu gewähren.

6.2. Die Gerichtskosten von CHF 800.- sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend zu drei 
Vierteln, ausmachend CHF 600.-, der Vorinstanz und zu einem Viertel, ausmachend CHF 200.-, 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei sie von diesem aufgrund der gewährten unentgeltli-
chen Rechtspflege einstweilen nicht zu erheben sind.

Gelangt der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln oder wird nachgewiesen, dass 
seine Bedürftigkeit nicht bestand, so kann das Gemeinwesen von ihm innert zehn Jahren seit 
Abschluss des Verfahrens die Vergütung seiner Leistungen verlangen (Art. 145b Abs. 3 des kanto-
nalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]).

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen (608 2021 37).

Die Verfügung der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg vom 20. Januar 2021 
wird dahingehend abgeändert, dass A.________ ab 1. Juli 2017 Anspruch auf eine Dreivier-
telsrente hat.

II. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen (608 2021 
38).

III. Die Gerichtskosten von CHF 800.- werden zu drei Vierteln, ausmachend CHF 600.-, der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg und zu einem Viertel, ausmachend 
CHF 200.-, A.________ auferlegt, von dem sie aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege aber einstweilen nicht erhoben werden.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene 
Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesge-
richt ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Gegen die Festsetzung der Höhe der Gerichtskosten ist innert 30 Tagen die Einsprache an die 
Behörde, die entscheiden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird 
(Art. 148 VRG).

Freiburg, 1. Juni 2021/mpo

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: