# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4d4040e-99f0-5ea6-aa00-52f6fb29112d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.01.2023 200 2022 563
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-563_2023-01-09.pdf

## Full Text

200 22 563 ALV
JAP/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 9. Januar 2023

Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Arbeitslosenkasse, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 18. August 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Jan. 2023, ALV/22/563, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1966 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) mel-
dete sich am 25./26. Juli 2021 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 
(RAV) zur Arbeitsvermittlung an (Akten des Amts für Arbeitslosenversiche-
rung [AVA bzw. Beschwerdegegner], Dossier 3 [act. IIB] 79 f.) und stellte am 
30. August 2021 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. IIB 84 ff.) ab 
1. Oktober 2021 (act. IIB 36 = 11; vgl. auch Akten des AVA, Dossier 2 [act. 
IIA] 4). Mit Verfügung vom 5. Mai 2022 verneinte das AVA die Anspruchsbe-
rechtigung ab dem 1. Oktober 2021 mit der Begründung, die Beitragszeit sei 
nicht erfüllt (Akten des AVA, Dossier 1 [act. II] 81 ff.). Die dagegen erhobene 
Einsprache (act. II 45 f., 34 ff. = 24 ff.) wies es nach zusätzlicher Prüfung 
auch eines Befreiungsgrundes mit Entscheid vom 18. August 2022 ab (act. 
II 16 ff.).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte mit vom 17. September 2022 datierter und 
am 20. September 2022 der Post übergebener Eingabe Beschwerde mit 
dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es 
seien ihm Arbeitslosentaggelder auszurichten.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2022 schloss der Beschwerdegeg-
ner auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 24. Oktober und 10. November 2022 reichte der Beschwerdeführer Be-
richte und Atteste seinen Gesundheitszustand betreffend ein (Akten des Be-
schwerdeführers [act. I] 4-8).

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obligatori-
sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; 
SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung vom 
31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 18. August 
2022 (act. II 16 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Arbeitslosen-
entschädigung ab 1. Oktober 2021 und dabei insbesondere, ob der Be-
schwerdeführer von der Erfüllung der Beitragszeit befreit war.

1.3 Der Streitwert liegt bei den beantragten 90 Taggeldern (vgl. dazu 
Art. 27 Abs. 4 AVIG) à Fr. 127.-- (Art. 41 Abs. 1 lit. b AVIV) unter Fr. 20'000.--, 
weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständig-
keit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, wer ganz oder teil-
weise arbeitslos ist, einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat, in der 
Schweiz wohnt, die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das 
Rentenalter der AHV erreicht hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die 
Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist, ver-
mittlungsfähig ist und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 8 Abs. 1 AVIG).

2.2 Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt die Beitragszeit, wer innerhalb der 
Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine 
beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Die Rahmenfrist für die Bei-
tragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Per-
son erstmals sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 
i.V.m. Abs. 2 AVIG). 

2.3 Gemäss Art. 11 AVIV zählt als Beitragsmonat jeder volle Kalender-
monat, in dem die versicherte Person beitragspflichtig ist (Abs. 1); Beitrags-
zeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zusammen-
gezählt, wobei je 30 Kalendertage als ein Beitragsmonat gelten (Abs. 2); die 
Beitragszeit von Teilzeitbeschäftigten wird nach den gleichen Regeln ermit-
telt wie bei Arbeitnehmern mit Vollzeitbeschäftigung (Abs. 4 Satz 1); übt die 
versicherte Person gleichzeitig mehrere Teilzeitbeschäftigungen aus, so wird 
die Beitragszeit nur einmal gezählt (Abs. 4 Satz 2).

Für die Bestimmung des Beitragsmonats kommt es auf die formale Dauer 
des Arbeitsverhältnisses an. Dies bedeutet, dass jeder Kalendermonat in-
nerhalb eines Arbeitsverhältnisses, in dem Arbeit geleistet wird, als (ein) Bei-
tragsmonat gilt, während jene Kalendermonate ausser Betracht fallen, in de-
nen der Arbeitnehmer an gar keinem Tag gearbeitet hat (BGE 121 V 165 
E. 2c bb S. 170; ARV 2013 S. 74 E. 2.3). Für die Ermittlung der Beitrags-

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dauer sind die Kalendertage massgebend und nicht etwa die Tage, an wel-
chen der Leistungsansprecher tatsächlich einer beitragspflichtigen Beschäf-
tigung nachging. Die Beschäftigungstage, wozu auch solche zählen, an de-
nen die versicherte Person unter Umständen nur kurz, z.B. eine Stunde, ge-
arbeitet hat, müssen deshalb mit dem Faktor 1.4 in Kalendertage umgerech-
net werden (BGE 122 V 249 E. 2c S. 251). Eine Aufrundung der als Beitrags-
zeit anrechenbaren Kalendertage fällt auch dann nicht in Betracht, wenn 
diese nur um den Bruchteil eines Tages nicht erreicht wird (BGE 122 V 256; 
Entscheid des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2020, 8C_541/2020, 
E. 5.3.6).

2.4 Von der Erfüllung der Beitragszeit ist gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG u.a. 
befreit, wer innerhalb der Rahmenfrist während insgesamt mehr als zwölf 
Monaten wegen Schulausbildung, Umschulung oder Weiterbildung (lit. a) 
oder infolge Krankheit, Unfall oder Mutterschaft (lit. b) nicht in einem Arbeits-
verhältnis stand und deshalb die Beitragszeit nicht erfüllen konnte.

Nach dem klaren Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 AVIG muss die versicherte 
Person durch einen der in dieser Bestimmung genannten Gründe an der 
Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung gehindert worden sein. 
Zwischen dem Befreiungsgrund und der Nichterfüllung der Beitragszeit muss 
ein Kausalzusammenhang bestehen. Dabei muss das Hindernis während 
mehr als zwölf Monaten bestanden haben. Denn bei kürzerer Verhinderung 
bleibt der versicherten Person während der zweijährigen Rahmenfrist genü-
gend Zeit, um eine ausreichende beitragspflichtige Beschäftigung auszuü-
ben. Da eine Teilzeitbeschäftigung mit Bezug auf die Erfüllung der Beitrags-
zeit einer Vollzeitbeschäftigung gleichgestellt ist (Art. 11 Abs. 4 Satz 1 AVIV), 
liegt die erforderliche Kausalität zudem nur vor, wenn es der versicherten 
Person aus einem der in Art. 14 Abs. 1 AVIG genannten Gründe auch nicht 
möglich und zumutbar war, ein Teilzeitarbeitsverhältnis einzugehen 
(BGE 141 V 625 E. 2 S. 627, 674 E. 4.3.1 S. 678, 139 V 37 E. 5.1 S. 38; ARV 
2020 S. 382 E. 3.3.1).

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3.

3.1 In der massgebenden – hinsichtlich der zeitlichen Festlegung (mitt-
lerweile) unbestrittenen (vgl. Beschwerde, S. 1 Ziff. 1) und mit Blick auf die 
bis Ende September 2021 ausgeübte (temporäre) Tätigkeit für die 
B.________ AG (act. IIB 96 ff., 51 f. = 3 f., 48 f. = 20 f., 44 f., 22 f., 9 f.; vgl. 
auch act. IIB 36) nicht zu beanstandenden – Rahmenfrist für die Beitragszeit 
vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2021 berücksichtigte der Beschwer-
degegner eine beitragspflichtige Beschäftigung von 11.13 Monaten bzw. 
11 Monaten und 3.8 Tagen (act. II 81, 10). Diese setzt sich wie folgt zusam-
men:

Arbeitgeber Anstellungsdauer 
(in Rahmenfrist)

Aktenbelege Werktage x 1.4 = Beitragstage Beitragsmonate 
(Beitragstage / 30)

C.________ 
AG

01.10.19-31.01.20 act. IIB 64 f., 60-
62

4 ganze Beitragsmonate 4

D.________ 
AG

03.02.20-27.03.20 act. IIB 40, 77 f., 
89-91

1 ganzer Beitragsmonat (1.+2. Feb. 
waren nicht Werktage) +
28 Beitragstage (bei 20 Werktagen)

1.93

E.________ 
AG

08.04.20-06.05.20 act. IIB 38 f., 92 
f.

29.4 Beitragstage (bei 21 Werktagen) 0.98

C.________ 
AG

08.07.20-01.09.20 act. IIB 99-102 = 
81-83+88=63, 
66-69

1 ganzer Beitragsmonat (Aug.) +
26.6 Beitragstage (bei 19 Werktagen)

1.89

B.________ 
AG

22.07.21-30.09.21 act. IIB 96-98, 
44 f., 48 f. = 20 
f., 51 f. = 3 f., 23, 
10

2 ganze Beitragsmonate (Aug./Sept.) + 
9.8 Beitragstage (bei 7 Werktagen)

2.33

Total 11 Monate und 3.8 Tage 11.13 Monate

Nachdem sich in den Akten keine Hinweise auf weitere Beschäftigungen fin-
den und solche der Beschwerdeführer denn auch nicht geltend macht, ergibt 
sich insgesamt eine Beitragszeit von 11.13 Monaten. Wie erwähnt (vgl. 
E. 2.3 hiervor) ist ein Aufrunden der als Beitragszeit anrechenbaren Kalen-
dertage auf die gesetzliche Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten nicht 
zulässig. Zudem ist gemäss Rechtsprechung eine Kumulation ungenügen-
der Beitragszeit mit Zeiten, für welche die versicherte Person von der Erfül-
lung der Beitragszeit befreit war, ausgeschlossen, weshalb es nicht möglich 
ist, fehlende Beitragszeiten mit Zeiten der Befreiung von der Erfüllung der 
Beitragszeit aufzufüllen und umgekehrt (BGE 141 V 674 E. 4.1 S. 677). Da-
mit ist die notwenige Beitragszeit von zwölf Monaten nicht erfüllt, was vom 
Beschwerdeführer zu Recht nicht mehr bestritten wird (vgl. Beschwerde, S. 
1 Ziff. 1 i.f.).

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3.2 Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer von der Erfüllung der Bei-
tragszeit nach Art. 14 AVIG in Verbindung mit Art. 13 AVIV befreit war (vgl. 
E. 2.4 hiervor). So macht er beschwerdeweise (wie auch schon im Einspra-
cheverfahren; act. II 34; vgl. auch act. II 52) geltend, während der Rahmen-
frist vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2021 wegen Krankheit während 
über zwölf Monaten nicht vermittelbar gewesen zu sein (Beschwerde, S. 2). 
Nach erfolgter Kündigung durch die C.________ AG per 31. Januar 2020 
(vgl. act. IIB 60 f.) habe er an einer depressiven Episode gelitten. Zunächst 
habe er zwar während einigen Monaten noch befristeten Arbeitsverhältnis-
sen nachgehen können, doch habe sich sein Gesundheitszustand am Ende 
des (erneuten) Arbeitsverhältnisses mit der C.________ AG (1. September 
2020; act. IIB 102) derart verschlechtert, dass es sogar zu einem Klinikauf-
enthalt gekommen sei. Erst mit der Arbeitsaufnahme am 7. (recte: 22. [act. 
IIB 96]) Juli 2021 habe sich sein Gesundheitszustand wieder gebessert. Dies 
würde durch ärztliche Berichte bestätigt (Beschwerde, S. 1 f. Ziff. 2 f.).

3.2.1 Innerhalb der Rahmenfrist (ab 1. Oktober 2019) setzte der Beschwer-
deführer gemäss Arbeitgeberbescheinigung der C.________ AG vom 
18. August 2021 die Arbeit vom 9. bis 13. Dezember 2019 sowie am 20. und 
21. Januar 2020 krankheitsbedingt aus (act. IIB 65 Ziff. 18). Im Rahmen der 
anschliessenden Arbeitsverhältnisse mit der D.________ AG (3. Februar bis 
27. März 2020) und der E.________ AG (8. April bis 6. Mai 2020) fehlte er 
vom 26. bis 29. Februar 2020 (gemäss Arbeitgeberbescheinigung vom 
18. August 2021 [act. IIB 78 Ziff. 18]) sowie am 14. und 15. April 2020 und 
vom 20. April bis 6. Mai 2020 (gemäss Arbeitgeberbescheinigung vom 
25. Juni 2020 [act. IIB 93 Ziff. 18]) krankheitshalber. Auch wenn der Be-
schwerdegegner im Einspracheentscheid vom 18. August 2022 auf ein Arzt-
zeugnis des F.________ G.________ … mit einer attestierten Arbeitsun-
fähigkeit vom 20. April bis 17. Mai 2020 hinweist (act. II 10), fehlen in den 
Akten entsprechende Arbeitsunfähigkeitsatteste. Immerhin ergeben sich auf-
grund der Arbeitgeberbescheinigungen und der Ausführungen im Einspra-
cheentscheid zumindest Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer an 32 
Werktagen (ohne Samstag 29. Februar 2020 und ohne die Wochenenden 
vom 25./26. April 2020 sowie vom 2./3., 9./10. und 16./17. Mai 2020) krank-
heitsbedingte Absenzen zu verzeichnen hatte.

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3.2.2 Gemäss ärztlichem Zeugnis vom 10. Juli 2020 suchte der Beschwer-
deführer gleichentags das F.________ G.________ … auf, woraufhin Dr. 
med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, (rückwirkend) 
eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 9. Juni bis 5. Juli 2020 – und damit 
während 19 Werktagen – bescheinigte (act. II 38 = 28).

3.2.3 Vom 8. Juli bis 1. September 2020 war der Beschwerdeführer erneut 
für die C.________ AG tätig. Deren Arbeitgeberbescheinigung vom 18. Au-
gust 2021 zufolge hatte er dabei keine Krankheitsabsenzen zu verzeichnen 
(act. IIB 68 Ziff. 18), doch war er anscheinend telefonisch nicht erreichbar 
und konnte entsprechend nicht für Einsätze aufgeboten werden (act. IIB 67 
Ziff. 13). So liesse sich immerhin die (im Vergleich zum Juli 2020) bedeutend 
tiefere Gehaltszahlung für August 2020 erklären (act. IIB 66).

Diese Anstellung betreffend bescheinigte die behandelnde Assistenzärztin 
des Spitals I.________ am 22. Juli 2020 eine Arbeitsunfähigkeit vom 20. bis 
25. Juli 2020 (act. II 39 = 29) und damit für fünf Werktage. Wie aus dem 
Austrittsbericht der Klinik J.________ vom 27. Januar 2021 zu folgern ist, litt 
der Beschwerdeführer damals an segmentalen Lungenembolien beidseits 
(act. I 5/1 unten).

3.2.4 Gemäss Zeugnis der Klinik J.________ vom 5. Januar 2021 stand 
der Beschwerdeführer ab 21. Oktober 2020 in psychotherapeutischer Be-
handlung und es wurde von da an bis 11. Januar 2021 eine volle Arbeitsun-
fähigkeit attestiert (act. II 41 = 31 = act. I 3), also für zwei volle Monate und 
15 Werktage.

3.2.4.1 Bereits mit Schreiben vom 13. November 2020 (zu Handen des RAV) 
führte die behandelnde Ärztin der Klinik J.________ aus, aufgrund des bei 
Eintritt (21. Oktober 2020) sichtbaren Krankheitsbildes könne retrospektiv 
davon ausgegangen werden, dass Arbeitsbemühungen in den Monaten vor 
dem Klinikeintritt, also in den Monaten Juli bis September 2020, nicht mög-
lich gewesen seien (act. II 40 = 30). Gegen diese (blosse) Annahme spricht 
einerseits, dass der Beschwerdeführer vom 8. Juli bis 1. September 2020 in 
einem Arbeitsverhältnis mit der C.________ AG gestanden (act. IIB 99 ff.) 
und in diesem Rahmen auch Arbeiten verrichtet hat (act. IIB 66; vgl. auch 
E. 3.2.3 hiervor). Andererseits ist er bei seiner Aussage zu behaften, wonach 

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sich sein Gesundheitszustand (erst) nach Beendigung dieses Anstellungs-
verhältnisses – und somit ab 1. September 2020 – signifikant verschlechtert 
hat (Beschwerde, S. 1 f. Ziff. 2). Jedenfalls liegen für die Zeit von Juli bis 20. 
Oktober 2020 keine Arbeitsunfähigkeitsatteste vor.

3.2.4.2 Ab 21. Oktober 2020 wurde der Beschwerdeführer bei diagnostizier-
ter rezidivierend depressiver Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-
10 F33.2), auf der … der Klinik J.________ stationär behandelt und nach 
entsprechender Stabilisierung am 5. Januar 2021 in ein tagesstationäres 
Setting mit begleitender Psychiatriespitex (2x/Woche) entlassen (Austritts-
bericht der Klinik J.________ vom 27. Januar 2021 [act. I 5]). Dabei persis-
tierten zwar – wenngleich einzig – beeinträchtige kognitive Fähigkeiten (v.a. 
für alltägliche Entscheidungen) und ein sozialer Rückzug (vgl. act. I 8 f.), 
doch wurde die Arbeitsunfähigkeit trotz empfohlener regelmässiger 
hausärztlicher Verlaufskontrollen (vgl. act. I 5/5) und begleitender Psychia-
triespitex (vgl. act. I 8 f.) echtzeitlich nicht verlängert. Bei den mit Eingabe 
vom 24. Oktober 2022 offerierten und schliesslich am 11. November 2022 
eingegangenen Spitex-Berichten (act. I 8 f.) handelt es sich nicht um ärztli-
che Berichte, weshalb diese von vornherein nicht ausschlaggebend sind.

3.2.4.3 Erst mit Schreiben vom 19. September 2022 wies dipl. med. 
K.________, Praktischer Arzt, F.________ G.________ …, darauf hin, dass 
im Zusammenhang mit der jahrelangen chronischen Erkrankung der Übertritt 
in die Tagesklinik nach der stationären Behandlung (Oktober 2020 und Ja-
nuar 2021) vermutlich wegen eines erneuten Rezidivs gescheitert sei. Ent-
sprechend sei aus medizinischer Sicht anzunehmen, dass der Beschwerde-
führer zwischen Januar und Juli 2021 gesundheitlich trotz Medikation nicht 
mit Arbeit belastbar gewesen sei (act. I 4). Dieses erst im Beschwerdever-
fahren ins Recht gelegte Attest ist nicht aussagekräftig. Das Zeugnis ist sehr 
vage gehalten und beruht auf blossen Mutmassungen über den Gesund-
heitszustand vor über einem Jahr, wobei fraglich ist, ob der Beschwerdefüh-
rer damals überhaupt im G.________ … von F.________ in regelmässiger 
hausärztlicher Behandlung stand. Dipl. med. K.________ erklärte lediglich, 
vermutlich sei nach der stationären Behandlung (Austritt aus der Klinik 
J.________ per 11. Januar 2021) ein Übertritt in die Tagesklinik wegen eines 

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erneuten Rezidivs gescheitert, es sei anzunehmen, dass der Beschwerde-
führer zwischen Januar und Juli 2021 gesundheitlich trotz Medikation nicht 
mit Arbeit belastbar gewesen sei. Es wurden weder objektive Befunde noch 
Diagnosen erwähnt und die Annahmen wurden auch nicht durch echtzeitli-
che Berichte oder Auszüge aus der Krankengeschichte untermauert. Ohne-
hin kontrastiert die postulierte Arbeitsunfähigkeit im Juli 2021 mit dem Um-
stand, dass der Beschwerdeführer ab 22. Juli 2021 in einem Arbeitsverhält-
nis mit der B.________ AG stand (act. IIB 96 ff.) und hierbei keine Krank-
heitsabsenzen zu verzeichnen waren (act. IIB 44, 48 und 51 je Ziff. 1; vgl. 
auch act. IIB 23 und 10 je Ziff. 4 sowie act. IIB 80 oben und 84 Ziff. 3 f.). 
Schliesslich stehen psychische Beschwerden zur Diskussion, weshalb dipl. 
med. K.________ mangels Facharzttitels für Psychiatrie und Psychotherapie 
nicht qualifiziert ist, differenziert aufzuzeigen, ob und inwieweit die für die 
wenigstens teilzeitliche Verrichtung von Berufsarbeit (vgl. E. 2.4 hiervor) er-
forderlichen psychischen Funktionen retrospektiv während den gesamten 
sieben Monaten limitiert oder aufgehoben waren. Unter Berücksichtigung der 
vorerwähnten Aspekte liegt der Verdacht eines Gefälligkeitszeugnisses im 
Raum.

3.2.5 Abschliessend ist noch zu erwähnen, dass im Zusammenhang mit 
einem Spitalaufenthalt im Spital L.________ vom 8. bis 10. November 2021 
eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 5. bis 12. November 2021 attestiert wurde 
(act. IIB 55 = 47). Überschneidend dazu bescheinigte Dr. med. M.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie für Endokrinologie-Diabeto-
logie, am 15. November 2021 eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 10. bis 
21. November 2021 (act. IIB 56 = 46). Ausführungen des Beschwerdeführers 
zufolge dürften diese Arbeitsunfähigkeiten auf hohe bzw. schwankende Blut-
zuckerwerte zurückzuführen gewesen sein (vgl. act. IIB 43). Trotz der er-
wähnten Atteste verneinte er im Formular "Angaben der versicherten Person 
für den Monat November 2021" eine Arbeitsunfähigkeit in diesem Monat (act. 
IIB 31 Ziff. 4). Wie es sich damit verhält, braucht nicht weiter abgeklärt zu 
werden, da diese Arbeitsunfähigkeit ausserhalb der Rahmenfrist vom 1. Ok-
tober 2019 bis 30. September 2021 liegt und vorliegend somit unbeachtlich 
ist (vgl. E. 2.4 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Jan. 2023, ALV/22/563, Seite 11

3.3 Nach dem Dargelegten steht mit dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer während der Rah-
menfrist für die Beitragszeit vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2021 
nicht während insgesamt mehr als zwölf Monaten arbeitsunfähig war und 
deshalb die Beitragszeit nicht erfüllen konnte. Selbst bei grosszügiger Be-
trachtung liegt lediglich eine Verhinderung von 5.31 Monaten vor (zwei volle 
Monate [vgl. E. 3.2.4 hiervor]; zusätzlich 71 Werktage, was multipliziert mit 
dem Faktor 1.4 99.4 Kalendertagen und somit [dividiert durch 30 Kalender-
tage] weiteren 3.31 Monaten entspricht).

4.

Zusammenfassend ist weder die Beitragszeit erfüllt (vgl. E. 2.1 hiervor) noch 
liegt ein Befreiungsgrund vor (vgl. E. 2.3 hiervor). Der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 18. August 2022 (act. II 16 ff.) ist nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet abzuweisen. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu erhe-
ben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG; Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Arbeitslosen-

kasse (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 24. Oktober 2022 
[Eingang am 11. November 2022])

- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.