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**Case Identifier:** 25cdadd3-86f6-5fb9-bef3-adbf39eef54f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 02.11.2023 WBE.2023.67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2023-67_2023-11-02.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2023.67 / MW / we 
(2023-000023)  

Art. 111 

 

Urteil vom 2. November 2023 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Winkler, Vorsitz  

Verwaltungsrichterin Lang 

Verwaltungsrichter Leibundgut 

Gerichtsschreiber Wildi    

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

vertreten durch Dr. iur. Lukas Breunig-Hollinger, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 19, 5401 Baden 

 

gegen 

 

Vorinstanzen  Gemeinderat Q._____    

vertreten durch Dr. iur. Beat Ries, Rechtsanwalt, Bleichemattstrasse 43, 

5001 Aarau    

 

  Regierungsrat des Kantons Aargau, Regierungsgebäude, 5000 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Baubewilligung 

 

Entscheid des Regierungsrats vom 18. Januar 2023 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Am 16. März 2020 reichte A._____ beim Gemeinderat Q._____ ein nach-

trägliches Baugesuch ein für den Neubau mehrerer Vordächer (EG und 

OG), den Abbruch des bestehenden Wintergartens und die Überdachung 

der Terrasse auf der Parzelle Nr. aaa. Mit Verfügung vom 12. Mai 2020 

ordnete der Gemeinderat die unverzügliche Einstellung aller Arbeiten auf 

der Parzelle Nr. aaa an und verlangte bis 1. Juni 2020 die Wiederherstel-

lung des rechtmässigen Zustands oder eine Ergänzung der Unterlagen. 

Während der öffentlichen Auflage des Baugesuchs vom 11. Juni bis 13. Juli 

2020 gingen zwei Einwendungen ein, davon eine von der B._____ AG, 

Q._____. Am 6. August 2020 ordnete der Gemeinderat erneut die unver-

zügliche Einstellung sämtlicher Arbeiten auf der Parzelle Nr. aaa an und 

verlangte von der Bauherrschaft innert 20 Tagen die Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands oder eine Ergänzung der Unterlagen. A._____ 

reichte am 25. August 2020 Unterlagen bzw. eine Projektänderung für den 

Neubau mehrerer Vordächer (EG) sowie einer Garagenbaute (UG), den 

Abbruch des bestehenden Wintergartens (EG) sowie der bestehenden Ga-

rage (UG) ein. Während der öffentlichen Auflage vom 10. September bis 

zum 12. Oktober 2020 gingen wiederum zwei Einwendungen ein, eine da-

von von der B._____ AG. Am 4. Dezember 2020 reichte die Bauherrschaft 

eine weitere Projektänderung ein (welche u.a. einen bereits erstellten Lift-

schacht an der Nordseite des Gebäudes zeigte). Die bisherigen Einwender 

hielten an ihren Einwendungen weiterhin fest. 

 

Mit Verfügung vom 17. Februar 2021 stimmte das Departement Bau, Ver-

kehr und Umwelt (BVU), Abteilung für Baubewilligungen, dem Bauvorha-

ben bezüglich der kantonalen Prüfbelange unter Auflagen zu. Den ver-

schiedenen Unterschreitungen des Kantonsstrassenabstands wurde mit 

Ausnahmebewilligungen Rechnung getragen. Am 6. April 2021 erteilte der 

Gemeinderat Q._____ die Baubewilligung, unter Auflagen und Bedingun-

gen. Die Einwendungen wurden abgewiesen, soweit ihnen in der Baube-

willigung nicht Rechnung getragen bzw. teilweise zugestimmt wurde. 

 

B. 

Auf Beschwerde der B._____ AG hin fällte der Regierungsrat am 18. Ja-

nuar 2023 folgenden Entscheid: 

 

1. 
a) 
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde sind die Vordächer auf der Ost- 
und Westseite des Gebäudes Nr. bbb auf Parzelle aaa GB Q._____ soweit 
zurückzubauen, dass die Gebäudelänge von 30 m gemäss § 5 der Bau- 
und Nutzungsordnung der Gemeinde Q._____ (BNO) unter Anrechnung 
der Vordächer eingehalten wird. 

 - 3 - 

 

 

 

 
b) 
Der Rückbau hat innert drei Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Ent-
scheids zu erfolgen. 
 
2. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 
 
3. 
Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus einer Staatsgebühr von 
Fr. 2'000.– sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen von Fr. 364.90, ins-
gesamt Fr. 2'364.90, sind je zur Hälfte, das heisst mit je Fr. 1'182.45 von 
der Beschwerdeführerin B._____ AG und dem Bauherrn A._____ zu tra-
gen. Der durch die Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von 
Fr. 2'000.– wird dieser im Umfang von Fr. 817.55 aus der Staatskasse zu-
rückerstattet. 
 
4. 
Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 

 

C. 

1. 

Gegen den am 24. Januar 2023 zugestellten Entscheid des Regierungsrats 

erhob A._____ am 23. Februar 2023 Beschwerde mit den Anträgen: 

 

1. 
Der Beschluss vom 18. Januar 2023 sei in Bezug auf Dispositiv Ziff. 1a, 1b 
und 3 aufzuheben. 
 
2. 
Es sei dem Beschwerdeführer zu erlauben, die an der südöstlichen Fas-
sade erstellten Vordächer aus Beton und Holz zu belassen. 
 
3. 
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
bzw. an den Gemeinderat Q._____ zurückzuweisen. 
 
4. 
Prozessual: Das Verfahren sei bis auf Weiteres zu sistieren. 
 
5. 
Prozessual: Es sei ein Augenschein vorzunehmen. 
 
6. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin. 

 

2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2023 beantragte der Rechtsdienst des 

Regierungsrats namens des Regierungsrats die kostenfällige Abweisung 

der Beschwerde. 

 

 - 4 - 

 

 

 

3. 

Der Gemeinderat Q._____ stellte mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2023 

folgende Anträge: 

 

1. 
Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit überhaupt auf sie eingetreten 
werden darf. 
 
2. 
Das Verfahren sei nicht zu sistieren. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt) zu Lasten des Be-
schwerdeführers. 

 

4. 

Die B._____ AG teilte am 2. Mai 2023 mit, sich am verwaltungsgerichtli-

chen Verfahren nicht zu beteiligen. 

 

5. 

Mit Verfügung vom 9. Mai 2023 wurde das Sistierungsgesuch des Be-

schwerdeführers abgewiesen. 

 

6. 

In der Replik vom 14. August 2023 hielt der Beschwerdeführer an den Be-

schwerdeanträgen fest. 

 

7. 

Mit Duplik vom 5. September 2023 beantragte der Rechtsdienst des Regie-

rungsrats namens des Regierungsrats erneut die kostenfällige Abweisung 

der Beschwerde. 

 

8. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 2. November 2023 beraten und 

entschieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspfle-

gegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Das gilt auch in Bausachen (§ 61 Abs. 3 

der Bauverordnung vom 25. Mai 2011 [BauV; SAR 713.121]). Das Verwal-

tungsgericht ist somit zuständig. 

 

 - 5 - 

 

 

 

2. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 55 Abs. 1 VRPG). Eine Ermessenskontrolle ist dagegen ausge-

schlossen (Umkehrschluss aus § 55 Abs. 3 VRPG). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Der Beschwerdeführer anerkennt in der Replik, dass er sich in Bezug auf 

die südöstlichen Vordächer nicht auf die kantonale Besitzstandsgarantie 

gemäss § 68 BauG berufen kann (Replik, S. 2). An den anderslautenden 

Ausführungen in der Beschwerde (S. 3 ff., 5) hält er demnach nicht mehr 

fest. Dies zu Recht, hat er das früher bestehende Konstrukt doch freiwillig 

abgerissen, d.h. es wurde nicht durch einen Brand oder eine andere Kata-

strophe zerstört (vgl. § 68 Abs. 1 lit. c BauG) (siehe auch angefochtener 

Entscheid, S. 6; Beschwerdeantwort Vorinstanz, S. 2; Beschwerdeantwort 

Gemeinderat, S. 4 f.). Zudem sind die fraglichen Vordächer bzw. Über-

dachungen in den Baugesuchsunterlagen mit roter Farbe (= neu) gekenn-

zeichnet (siehe Vorakten, act. 3, 16, 17, 36), was untermauert, dass auch 

er selber nicht von vorbestehenden und bewilligten Bauten ausging. Dass 

dem Planer diesbezüglich bei der Planerstellung ein Fehler unterlaufen ist 

(Beschwerde, S. 5), überzeugt nicht, wurden doch auch in den (späteren) 

Projektänderungsplänen diese Vordächer/Überdachungen stets als neu 

ausgewiesen. 

 

1.2. 

Soweit ersichtlich hält der Beschwerdeführer in der Replik auch nicht mehr 

an seiner Behauptung fest, dass die Ostfassade mit dem Vordach bzw. der 

Überdachung aus Beton vor Vorinstanz nicht Streitgegenstand gewesen 

sei (vgl. Beschwerde, S. 3). Die Behauptung träfe ohnehin nicht zu. In der 

Baubewilligung vom 6. April 2021 hatte bereits der Gemeinderat festgehal-

ten, die Beton-Sitzplatzüberdachung und das Holzdach würden die zuläs-

sige Gebäudelänge überschreiten (weshalb der Gemeinderat eine Ausnah-

mebewilligung nach § 67 BauG erteilte) (Vorakten, act. 52). Die vorinstanz-

liche Beschwerdeführerin (B._____ AG) rügte vor Vorinstanz sodann, die 

auf der Ostseite erstellte Terrassenüberdachung sei Teil des Gebäudes 

und die zulässige Gebäudelänge werde damit überschritten (wobei eine 

Ausnahmebewilligung nach § 67 BauG – da kein Ausnahmegrund vorliegt 

– nicht in Betracht komme) (vgl. Vorakten, act. 63 f.). Die Ostfassade mit 

dem Vordach bzw. der Überdachung aus Beton gehörte somit bereits vor 

Vorinstanz zum Streitgegenstand. 

 

2. 

Die Gemeinde Q._____ hat die neuen Baubegriffe und Messweisen der 

Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe 

 - 6 - 

 

 

 

vom 22. September 2005 (IVHB; SAR 713.010) im kommunalen Recht um-

gesetzt. Die Bestimmungen der Allgemeinen Verordnung zum Baugesetz 

vom 23. Februar 1994 (ABauV), wie sie im Anhang 3 BauV aufgeführt sind, 

gelten somit nicht mehr (vgl. § 64 Abs. 1 BauV).  

 

Gemäss § 16 BauV gelten die Baubegriffe und Messweisen der IVHB, wel-

che als Anhang 1 (Begriffe und Messweisen) und Anhang 2 (Skizzen) der 

BauV aufgeführt sind; Ergänzungen des kantonalen Rechts sind in den 

§§ 17 ff. BauV enthalten.  

 

3. 

3.1. 

Die Parzelle Nr. aaa liegt in der Wohn- und Gewerbezone 3 (WG3), in wel-

cher eine maximal zulässige Gebäudelänge von 30 m gilt (vgl. Bauzonen-

plan sowie Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Q._____ vom 

______ 2013 / ______ 2014).  

 

Als "Gebäudelänge" gilt die längere Seite des flächenkleinsten Rechtecks, 

welches die projizierte Fassadenlinie umfasst (Anhang 1 Ziffer 4.1 BauV). 

Die "projizierte Fassadenlinie" ist die Projektion der Fassadenlinie auf die 

Ebene der amtlichen Vermessung (Anhang 1 Ziffer 3.3 BauV). Die "Fassa-

denlinie" wiederum ist die Schnittlinie von Fassadenflucht und massgeben-

dem Terrain (Anhang 1 Ziffer 3.2 BauV). Die "Fassadenflucht" schliesslich 

ist die Mantelfläche, gebildet aus den lotrechten Geraden durch die äus-

sersten Punkte des Baukörpers über dem massgebenden Terrain. Vor-

springende und unbedeutend rückspringende Gebäudeteile werden nicht 

berücksichtigt (Anhang 1 Ziffer 3.1 BauV). "Vorspringende Gebäudeteile" 

ragen höchstens 1.50 m, bei Klein- und Anbauten höchstens 60 cm über 

die Fassadenflucht (Mass a) und dürfen – mit Ausnahme von Dachvor-

sprüngen und Vordächern – pro Gebäudeeinheit gesamthaft nicht breiter 

sein als ein Drittel des zugehörigen Fassadenabschnitts (§ 21 Abs. 1 BauV 

i.V.m. Anhang 1 Ziffer 3.4 BauV).  

 

Ob Anbauten (im Sinne von Anhang 1 Ziffer 2.3 BauV i.V.m. § 19 Abs. 1 

BauV) bei der Bestimmung der Gebäudelänge zu berücksichtigen sind, 

geht aus der IVHB im Weiteren nicht eindeutig hervor (siehe auch IVHB-

Erläuterungen vom 3. September 2013 des Interkantonalen Organs über 

die Harmonisierung der Baubegriffe [IOHB], S. 7 [abrufbar auf: https://www. 

bpuk.ch/bpuk/konkordate/ivhb]), ebenso wenig aus der BauV. Den Erläute-

rungen des BVU zum Bau- und Nutzungsrecht des Kantons Aargau (BNR), 

Version 3.1, Juni 2012 / Januar 2014, lässt sich dazu allerdings entneh-

men, dass die Gebäudelänge und die Gebäudebreite, welche der Dimen-

sionierung von Gebäuden dienen, für jedes Gebäude separat bestimmt 

werden, insbesondere auch für Anbauten (BNR, S. 52 Rz. 199). Diese Lö-

sung entspricht auch dem Vorschlag der IOHB in den IVHB-Erläuterungen 

– soweit es nicht um eine (hier nicht interessierende) Konstellation geht, 

 - 7 - 

 

 

 

bei der ein Anbau zwei Hauptgebäude miteinander verbindet (vgl. IVHB-

Erläuterungen, S. 7 und 8).  

 

3.2. 

3.2.1. 

Vorliegend ist unbestritten, dass die Gebäudelänge unter Anrechnung der 

vom Beschwerdeführer erstellten östlichen und westlichen Vordächer das 

maximal zulässige Mass von 30 m deutlich überschreitet. Die Vorinstanz 

prüfte sodann, ob die an die Ost- bzw. die Westfassade angebauten Über-

dachungen als Anbauten im Sinne von Anhang 1 Ziffer 2.3 BauV i.V.m. 

§ 19 Abs. 1 BauV qualifiziert werden können. Dabei kam sie zum Schluss, 

dass das Vordach an der Westfassade (trotz des 30 cm Unterbruchs) so-

wohl in optischer als auch in funktioneller Hinsicht eine Einheit sei und die 

beiden Teile gemeinsam zu beurteilen seien. Sie überschritten daher das 

zulässige Mass an Grundfläche gemäss § 19 Abs. 1 lit. a BauV und das 

Vordach könne nicht als Anbaute im Sinne dieser Bestimmung qualifiziert 

werden (vgl. angefochtener Entscheid, S. 5). Bei den östlichen Vordächern 

könne im Weiteren schon deshalb nicht von einer Anbaute ausgegangen 

werden, weil keine Nebennutzung, sondern eine Hauptnutzung vorliege. 

Darüber hinaus sei auch beim östlichen Vordach trotz den Unterschieden 

in der Materialisierung nicht davon auszugehen, dass die beiden Teile – 

welche zusammengebaut seien – im Hinblick auf die Qualifikation als An-

baute getrennt betrachtet werden könnten. Somit wäre auch hier die maxi-

male Grundfläche deutlich überschritten (vgl. angefochtener Entscheid, 

S. 5 f.). Sowohl die Vordächer auf der westlichen als auch jene auf der öst-

lich Gebäudeseite seien daher bei der Ermittlung der Gebäudelänge mit 

einzubeziehen, womit diese rund 35 m betrage und die zulässige maximale 

Gebäudelänge von 30 m gemäss § 5 BNO überschritten sei. Eine Ausnah-

mebewilligung falle mangels ausserordentlicher Verhältnisse oder eines 

Härtefalls ausser Betracht. Die dafür vom Gemeinderat erteilte Baubewilli-

gung sei aufzuheben (angefochtener Entscheid, S. 6).  

 

Im Weiteren sei der Rückbau anzuordnen, soweit die Baute unter Anrech-

nung der Vordächer eine Gebäudelänge von 30 m überschreite. Bei einer 

Überschreitung der zulässigen Gebäudelänge um gut 5 m könne nicht von 

einer geringfügigen Abweichung gesprochen werden. Die hinter dem Rück-

bau stehenden öffentlichen Interessen (Einhaltung der Bauvorschriften, 

Rechtsgleichheitsgebot) seien gewichtig und würden die Interessen des 

Beschwerdeführers (in erster Linie Vermögensinteressen) überwiegen. Da-

bei sei auch zu beachten, dass der Bauherr trotz hängigem Baugesuch und 

obwohl ihm bewusst gewesen sei, dass dies ohne gültige Baubewilligung 

nicht zulässig sei, Bauarbeiten vorgenommen habe. Auch dass die östli-

chen Vordächer als Überdachung für den Aussenbereich des Restaurants 

dienten, vermöge kein überwiegendes Interesse am Erhalt des Vordachs 

zu begründen, da nur ein Teil der Überdachung entfernt werden müsse, um 

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die Gebäudelänge von 30 m zu erreichen. Ein teilweiser Rückbau der Vor-

dächer auf die zulässige Gebäudelänge von 30 m gemäss § 5 BNO sei so-

mit verhältnismässig (vgl. angefochtener Entscheid, S. 7). 

 

3.2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei mit dem Rückbau der westlichen 

Vordächer bzw. mit der Anpassung der westlichen Vordächer einverstan-

den und werde ein entsprechendes Projektänderungsgesuch einreichen 

(Replik, S. 2, 7). Hingegen sei der Rückbau der östlichen Vordächer unver-

hältnismässig, zumal die zulässige Gebäudelänge von 30 m effektiv ledig-

lich um 16 cm überschritten worden sei (gemessen bis Aussenkante der 

Betonstützen) und damit von einem geringfügigen Abweichen vom Erlaub-

ten auszugehen sei. Zudem habe der Beschwerdeführer in gutem Glauben 

gehandelt und habe in gutem Glauben angenommen, gestützt auf die vor-

handenen Baubewilligungen betreffend das Storendach und den Winter-

garten berechtigt zu sei, diese Bauten mit Vordächern aus Beton und Holz 

zu ersetzen. Die zufolge des Rückbaus entstehenden finanziellen Schäden 

seien im Übrigen nicht unbedeutsam, weshalb der Rückbau der östlichen 

Vordächer unverhältnismässig sei und der angefochtene Entscheid in die-

sem Punkt aufzuheben sei. Die fehlende Feststellung des massgeblichen 

Sachverhalts betreffend den guten Glauben des Beschwerdeführers durch 

die Vorinstanz müsse bei der Kostenverteilung berücksichtigt werden (Rep-

lik, S. 3 ff., 7 f.). 

 

3.3. 

Die Vorinstanzen stützten sich bei ihren Beurteilungen auf die mit dem Bau-

gesuch und den Projektänderungsgesuchen eingereichten Pläne. Die Vor-

instanz hielt dabei fest, die zulässige maximale Gebäudelänge von 30 m 

werde durch das nachträgliche Baugesuch um gut 5 m überschritten. Sie 

ordnetet deshalb an, die Vordächer auf der Ost- und Westseite seien soweit 

zurückzubauen seien, dass die Gebäudelänge von 30 m unter Anrechnung 

der Vordächer eingehalten werde. Art und Weise des Rückbaus wurde da-

bei nicht konkreter vorgeschrieben, sondern dem Beschwerdeführer über-

lassen. Entsprechend dem vorinstanzlichen Entscheid steht es dem Be-

schwerdeführer somit frei, welche Vordächer bzw. Überdachungen er in 

welchem Umfang zurückbauen möchte. Ebenso steht es ihm frei, allfällige 

andere Lösungen zu finden, um die Gebäudelänge einzuhalten, z.B. indem 

er die Vordächer so umgestaltet, dass diese nicht mehr zur Gebäudelänge 

gerechnet werden (vgl. auch Duplik Vorinstanz). 

 

Der Beschwerdeführer akzeptiert in der Replik den Rückbau der westlichen 

Vordächer. Umstritten ist dagegen ein Rückbau der östlichen Vordächer 

bzw. Überdachungen. Die Vorinstanz wies diesbezüglich zutreffend darauf 

hin, dass die Vordächer/Überdachungen an der Ostseite des Gebäudes der 

Hauptnutzung dienen, da mit ihnen die Terrasse mit den Aussensitzplätzen 

 - 9 - 

 

 

 

des im Erdgeschoss des Gebäudes betriebenen Restaurants vor Witte-

rungseinflüssen geschützt wird. Da keine Nebennutzung vorliegt, kommt 

eine Qualifikation als "Anbaute" von vornherein nicht in Betracht (siehe An-

hang 1 Ziffer 2.3 BauV). Abgesehen davon sind die erwähnten Vordä-

cher/Überdachungen – trotz der Unterschiede in der Materialisierung – im 

Hinblick auf die Qualifikation als "Anbaute" als Einheit zu betrachten, wobei 

festzustellen ist, dass die maximale Grundfläche von 40 m2 (siehe 

§ 19 Abs. 1 lit. a i.V.m. Anhang 1 Ziffer 2.3 BauV) deutlich überschritten ist. 

Die Vorinstanz schloss deshalb zu Recht, dass die östlichen Vordä-

cher/Überdachungen (mangels Qualifikationsmöglichkeit als "Anbaute") 

bei der Ermittlung der Gebäudelänge miteinzubeziehen sind. Von "vor-

springenden Gebäudeteilen" (vgl. § 21 Abs. 1 i.V.m. Anhang 1 Ziffern 3.1 

und 3.4 BauV) kann bei den östlichen Vordächern/Überdachungen auf-

grund der Ausladungen von weit mehr als 1.50 m ab der östlichen Gebäu-

dewand – diese betragen ca. 6.80 m (Vordach/Überdachung aus Beton) 

bzw. ca. 3.10 m (Vordach/Überdachung aus Holz) – im Übrigen ebenfalls 

nicht gesprochen werden.  

 

Geht man somit davon aus, dass der Beschwerdeführer die westlichen Vor-

dächer (wie angekündigt) zurückbaut bzw. dahingehend umgestaltet, dass 

sie nicht mehr zur Gebäudelänge des Hauptgebäudes zu rechnen sind, so 

erstreckt sich die Gebäudelänge neu ab der westlichen äusseren Gebäu-

dewand in Richtung Osten bis zum östlichen (äusseren) Rand des östlichen 

Vordachs bzw. der Überdachung aus Holz. An dieser Stelle umfasst die 

längere Seite des flächenkleinsten Rechtecks die projizierte (östlichste) 

Fassadenlinie. Gestützt auf den mit der Replik eingereichten Plan ergibt 

sich somit eine Gebäudelänge von ca. 31.30 m. Soweit der Beschwerde-

führer vorbringt, die effektive Gebäudelänge betrage nach dem Rückbau 

der westlichen Vordächer lediglich 30.16 m (gemessen bis zur Aussen-

kante der Betonstützen des südöstlichen Vordachs), kann dem nicht gefolgt 

werden. Für die Ermittlung der Gebäudelänge ist nicht die Aussenkante der 

unter der betonierten Überdachung zurückversetzten Betonstützen mass-

gebend, sondern – entsprechend den Vorgaben in Anhang 1 Ziffern 4.1, 

3.3, 3.2 und 3.1 BauV – der äusserste Rand der östlichen Vordächer/Über-

dachungen. Dieser äusserste Rand befindet sich am östlichen Ende des 

Vordachs bzw. der Überdachung aus Holz.  

 

3.4. 

3.4.1. 

Da auch unter Ausblendung der westlichen Vordächer die zulässige Ge-

bäudelänge überschritten wird, stellt sich die Frage der Herstellung des 

rechtmässigen Zustands. Der Beschwerdeführer erachtet einen Rückbau 

der östlichen Vordächer/Überdachungen als unverhältnismässig bzw. mit 

dem guten Glauben nicht vereinbar. 

 

 - 10 - 

 

 

 

3.4.2. 

Wird durch die Errichtung von Bauten und Anlagen ohne Bewilligung, unter 

Verletzung einer solchen oder auf andere Weise ein unrechtmässiger Zu-

stand geschaffen, so können die Einstellung der Arbeiten, die Einreichung 

eines Baugesuchs sowie die Herstellung des rechtmässigen Zustands, ins-

besondere die Beseitigung oder Änderung der rechtswidrigen Bauten oder 

Anlagen angeordnet werden (§ 159 Abs. 1 BauG). Die Beseitigung des 

rechtswidrigen Zustands muss mit den Grundsätzen der Verhältnismässig-

keit, der Rechtsgleichheit und des Gutglaubensschutzes vereinbar sein. So 

kann der Abbruch oder die Abänderung der rechtswidrig erstellten Baute 

bzw. Anlage unterbleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbe-

deutend ist oder der Abbruch nicht im öffentlichen Interesse liegt, ebenso 

wenn die Bauherrschaft in gutem Glauben angenommen hat, sie sei zur 

Bauausführung ermächtigt, und der Beibehaltung des rechtwidrigen Zu-

stands nicht schwerwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen (vgl. 

BGE 132 II 21, Erw. 6; 111 Ib 213, Erw. 6; Aargauische Gerichts- und Ver-

waltungsentscheide [AGVE] 2011, S. 125, Erw. 3.1; statt vieler: Entscheid 

des Verwaltungsgerichts WBE.2022.236 vom 12. April 2023, Erw. II/4.1).  

 

3.4.3. 

3.4.3.1. 

Soweit sich der Beschwerdeführer auf den guten Glauben beruft, kann ihm 

nicht gefolgt werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts fällt 

eine Berufung auf den guten Glauben nur in Betracht, wenn die Bauherr-

schaft bei zumutbarer Aufmerksamkeit und Sorgfalt annehmen durfte, sie 

sei zur Bauausführung berechtigt. Dabei darf vorausgesetzt werden, dass 

die grundsätzliche Bewilligungspflicht für Bauvorhaben allgemein bekannt 

ist (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 1C_77/2021 vom 25. Mai 2021, 

Erw. 6.1, 1C_10/2019 vom 15. April 2020, Erw. 5.1; Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2022.236 vom 12. April 2023, Erw. II/4.3.2.1). Davon 

muss auch im vorliegenden Fall ausgegangen werden. Die vom Beschwer-

deführer ins Recht gelegten Baubewilligungen vom 5. Februar 2002 für ein 

Storendach (Beschwerdebeilage 2) und vom 12. September 2011 für einen 

Wintergarten (Beschwerdebeilage 3), ändern daran nichts. Sowohl das 

Storendach als auch der Wintergarten wurden vom Beschwerdeführer ab-

gebrochen. Für neue Bauten an der Stelle der abgebrochenen Bauten 

konnten die ursprünglichen Baubewilligungen aus dem Jahre 2002 bzw. 

2011 nicht mehr massgebend sein. Dies muss auch einem Bauherrn be-

kannt sein, der in Bausachen Laie ist. Von gutgläubigem Handeln des Be-

schwerdeführers lässt sich schon aus diesem Grund nicht sprechen.  

 

Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer die Bauarbeiten an den östlichen 

Vordächern/Überdachungen auch nicht einstellte, als er von der Gemeinde 

am 24. Februar 2020 auf die Baubewilligungspflicht hingewiesen und am 

12. Mai 2020 sogar ein Baustopp angeordnet worden war. Anlässlich eines 

 - 11 - 

 

 

 

Augenscheins vom 27. Juli 2020 musste festgestellt werden, dass die Sitz-

platzüberdeckung – entgegen des Baustopps – abgedichtet worden war. 

Auf den Hinweis des Vertreters der Bauverwaltung am Augenschein hin, 

dass ein Baustopp bestehe und die Weiterführung der Arbeiten eine Busse 

oder allfällige Strafanzeige zur Folge habe, war dem Beschwerdeführer 

egal, falls es eine Busse gebe. In der Folge ordnete der Gemeinderat am 

6. August 2020 erneut einen Baustopp an (zum Ganzen: kommunale Akten 

[Vorakten, act. 107]). Soweit der Beschwerdeführer in der Replik abwei-

chend von diesen Darlegungen behauptet, er habe nach Einreichung des 

Baugesuchs (16. März 2020) keine Bauarbeiten ausgeführt, die für den ver-

fügten Rückbau der westlichen und östlichen Vordächer relevant wären 

bzw. das nachträgliche Baugesuch tangierten (vgl. Replik, S. 6), trifft dies 

nicht zu. Dagegen sprechen bereits die erwähnten aktenkundigen Feststel-

lungen anlässlich des Augenscheins vom 27. Juli 2020.  

 

Da dem Beschwerdeführer kein guter Glaube attestiert werden kann, er-

weist sich auch sein Vorwurf, wonach die Vorinstanz den Untersuchungs-

grundsatz verletzt habe, weil sie seinen guten Glauben bei der Prüfung der 

Verhältnismässigkeit nicht berücksichtigt habe (vgl. Replik, S. 6), als unbe-

gründet. 

 

3.4.3.2. 

Zu prüfen ist, ob ein (teilweiser) Rückbau der östlichen Vordächer/Überda-

chungen verhältnismässig ist. Auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

kann sich auch ein Bauherr berufen, der nicht gutgläubig gehandelt hat. Er 

muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwä-

gungen, namentlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen 

Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zu-

stands erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn allenfalls er-

wachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichti-

gen (BGE 132 II 21, Erw. 6.4; 111 Ib 213, Erw. 6b; Urteil des Bundesge-

richts 1C_535/2012 vom 4. September 2013, Erw. 4.2.1; statt vieler: Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2019.277 vom 16. Dezember 2019, 

Erw. II/3.3.2.2).  

 

Die Anordnung, wonach die Vordächer/Überdachungen soweit zurückzu-

bauen sind, dass die Gebäudelänge von 30 m eingehalten wird, ist fraglos 

geeignet, um den rechtmässigen Zustand herzustellen. Ebenso ist die Er-

forderlichkeit der Anordnung zu bejahen, eine mildere Massnahme zur Her-

stellung des rechtmässigen Zustands ist nicht ersichtlich. Bei der Interes-

senabwägung ist dem Interesse an der Herstellung des rechtmässigen Zu-

stands hohes Gewicht beizumessen: Eine bloss geringfügige Abweichung 

vom Erlaubten liegt nicht vor. Die Vorinstanz stellte eine Gebäudelänge von 

über 35 m fest, womit die zulässige Gebäudelänge von 30 m massiv über-

schritten war. Geht man davon aus, dass der Beschwerdeführer die west-

lichen Vordächer – wie vor Verwaltungsgericht angekündigt – zurückbaut 

 - 12 - 

 

 

 

bzw. dahingehend umgestaltet, dass sie nicht mehr zur Gebäudelänge zu 

rechnen sind, so beträgt die Gebäudelänge noch immer ca. 31.30 m. Die 

Überschreitung der zulässigen Gebäudelänge beträgt somit ca. 1.30 m, 

was erheblich ist. Dass sie nur 16 cm beträgt, wie der Beschwerdeführer 

behauptet (vgl. Replik, S. 4 f.), trifft nicht zu (siehe Erw. II/3.3). Für einen 

Rückbau spricht im Weiteren das Interesse an der Einhaltung der Bauord-

nung. Würde der rechtswidrige Zustand vorliegend toleriert, hätte dies er-

hebliche präjudizielle Auswirkungen. Die v.a. auch vor dem Hintergrund, 

dass der Beschwerdeführer nicht gutgläubig gehandelt hat. Eigenmächti-

ges Vorgehen soll sich nicht lohnen. Das Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [BV; SR 101]) gebietet, dass derjenige Bauherr, der korrekt vorgängig 

ein Baugesuch einreicht und sich an die Regeln hält, gegenüber demjeni-

gen, welcher eigenmächtig baut, nicht benachteiligt wird. Den gewichtigen 

öffentlichen Interessen an der Herstellung des rechtmässigen Zustands 

stehen die Interessen des Beschwerdeführers entgegen. Diese sind im We-

sentlichen finanzieller Natur. Der Beschwerdeführer spricht von Rückbau-

kosten sowie nutzlos gewordenen Erstellungs- und Materialkosten von 

rund Fr. 60'000.00 (wobei er von einer unzutreffenden Berechnung der Ge-

bäudelänge ausgeht); hinzu kämen Umsatzeinbussen von mehreren Tau-

send Franken, da die Gartenwirtschaft während der Rückbauarbeiten nicht 

betrieben werden könne (vgl. Replik, S. 6 f.). Die behaupteten Umsatzein-

bussen sind indessen zu relativieren, da die Rückarbeiten in den kommen-

den Monaten (Spätherbst/Winter) vorgenommen werden können, wenn in 

der Gartenwirtschaft kein Betrieb ist. Abgesehen davon kann den finanzi-

ellen Interessen ohnehin nur sehr untergeordnetes Gewicht beigemessen 

werden. Mit seinem eigenmächtigen Vorgehen hat der Beschwerdeführer 

das Risiko einer Rückbauanordnung in Kauf genommen. Beurteilte man die 

Verhältnismässigkeit zudem allein nach der Höhe der Kosten im Zusam-

menhang mit der Herstellung des rechtmässigen Zustands, führte dies zum 

unhaltbaren Ergebnis, dass der Grundsatz der Verhältnismässigkeit umso 

eher verletzt und die Herstellung des rechtmässigen Zustands umso er-

schwerter wäre, je umfangreichere Investitionen in Abweichung von der er-

teilten Bewilligung und im Widerspruch zum materiellen Baurecht getätigt 

worden sind. Im Rahmen der Interessenabwägung ergibt sich daher, dass 

das gewichtige öffentliche Interesse an der Herstellung des rechtmässigen 

Zustands das entgegenstehende private Interesse der Beschwerdeführer 

überwiegt. Der Rückbau ist somit zumutbar. Nicht zu beanstanden ist 

schliesslich die angesetzte Frist zur Herstellung des rechtmässigen Zu-

stands von drei Monaten ab Rechtskraft (vgl. angefochtener Entscheid, 

S. 8 [Dispositiv-Ziffer 1b]).  

 

4. 

Weitere Beweiserhebungen sind schliesslich nicht erforderlich, um den Fall 

schlüssig beurteilen zu können. Der entscheidrelevante Sachverhalt ergibt 

 - 13 - 

 

 

 

sich aus den Akten mit genügender Klarheit. Auf die vom Beschwerdefüh-

rer verlangte Abnahme weiterer Beweismittel (namentlich Durchführung ei-

nes Augenscheins sowie Messung der Gebäudelänge durch das Gericht) 

kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. BGE 141 I 

60, Erw. 3.3; 136 I 229, Erw. 5.3; 134 I 140, Erw. 5.3). Für die Beurteilung 

der Gebäudelänge stellt das Gericht zudem auf den vom Beschwerdeführer 

mit der Replik eingereichten Plan (Replikbeilage 1) ab. 

 

5. 

Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

III. 

1. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-

pflichtig (§ 31 Abs. 2 VRPG). Er hat dem anwaltlich vertretenen Gemeinde-

rat, dem Parteistellung zukommt (§ 13 Abs. 2 lit. f VRPG), zudem die vor 

Verwaltungsgericht entstandenen Parteikosten zu ersetzen (§ 32 Abs. 2 

i.V.m. § 29 VRPG). 

 

2. 

Die Höhe der Parteientschädigung richtet sich nach Massgabe des Dekrets 

über die Entschädigung der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif; 

SAR 291.150 [nachfolgend: AnwT]). Gemäss § 8a Abs. 1 AnwT bemisst 

sich die Entschädigung in vermögensrechtlichen Streitsachen nach dem 

gemäss § 4 AnwT berechneten Streitwert. Innerhalb der vorgesehenen 

Rahmenbeträge richtet sich die Entschädigung nach dem mutmasslichen 

Aufwand des Anwaltes, nach der Bedeutung und der Schwierigkeit des Fal-

les (§ 8a Abs. 2 AnwT). Die Entschädigung wird als Gesamtbetrag festge-

setzt. Auslagen und Mehrwertsteuer sind darin enthalten (§ 8c AnwT).  

 

Vorliegend gilt als Streitwert die finanzielle Belastung des Beschwerdefüh-

rers, die mit der Befolgung der umstrittenen Wiederherstellung (östliche 

Vordächer/Überdachungen) verbunden ist (vgl. AGVE 1989, S. 289, 

Erw. II/2b; statt vieler: Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2022.236 

vom 12. April 2023, Erw. III/2.2). Entsprechend den Angaben des Be-

schwerdeführers (welcher allerdings von einer falschen Berechnung der 

Gebäudelänge ausgeht) ist von einem Streitwert von rund Fr. 60'000.00 

auszugehen, wobei der Beschwerdeführer überdies Umsatzeinbussen von 

mehreren Tausend Franken moniert. Bei einem Streitwert über 

Fr. 50'000.00 bis Fr. 100'000.00 beträgt der Rahmen für die Entschädigung 

Fr. 3'000.00 bis Fr. 10'000.00 (§ 8a Abs. 1 lit. a Ziffer 3 AnwT). Der Streit-

wert liegt in der unteren Hälfte des Rahmens (von über Fr. 50'000.00 bis 

Fr. 100'000.00), die Schwierigkeit des Falles war knapp mittel und der mut-

massliche Aufwand des Anwalts des Gemeinderats ist als gering einzustu-

fen. Insgesamt erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'300.00 sach-

gerecht. 

 - 14 - 

 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 3'000.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 285.00, gesamthaft Fr. 3'285.00, sind vom Beschwerdeführer zu 

bezahlen. 

 

3. 

Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, dem Gemeinderat Q._____ die vor 

Verwaltungsgericht entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 3'300.00 zu 

ersetzen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter) 

den Gemeinderat Q._____ (Vertreter) 

den Regierungsrat 

 

Mitteilung an: 

das Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung für Baubewilligun-

gen 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110]). 

 

 - 15 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 2. November 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz:     Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Winkler     Wildi