# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 633c6430-7b8e-5abb-9266-256e25dace05
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 22.03.2021 RT210005
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT210005_2021-03-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RT210005-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, 

 Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin Dr. S. Janssen 

 sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

Beschluss vom 22. März 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Rechtsöffnung 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah-
ren am Bezirksgericht Meilen vom 21. Dezember 2020 (EB200325-G) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Urteil vom 21. Dezember 2020 erteilte die Vorinstanz der Gesuch-

stellerin und Beschwerdegegnerin (nachfolgend: Gesuchstellerin) in der Betrei-

bung Nr. … des Betreibungsamtes Küsnacht-Zollikon-Zumikon (Zahlungsbefehl 

vom 30. September 2020) provisorische Rechtsöffnung für den Betrag von 

Fr. 3'123.30 zuzüglich Zins zu 5 % seit 2. März 2020, für die Betreibungskosten 

sowie für Kosten und Entschädigung; im Mehrumfang wies sie das Rechtsöff-

nungsbegehren ab und regelte die Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 

des Gesuchsgegners und Beschwerdeführers (nachfolgend: Gesuchsgegner; 

Urk. 17 S. 5 f. = Urk. 20 S. 5 f.). 

2. Gegen das Urteil vom 21. Dezember 2020 erhob der Gesuchsgegner 

am 11. Januar 2021 innert Frist (siehe Urk. 18/2) Beschwerde mit folgenden An-

trägen (Urk. 19): 

"1. Das Urteil des Bezirksgericht[s] Meilen vom 21. Dezember 2020 
sei aufzuheben und es sei zur Neubeurteilung an dieses zurück-
zuweisen. 

 2. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 
 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zuzüglich 

7.7 % MWST, zu Lasten der Beschwerdegegnerin." 

3. Mit Verfügung vom 21. Januar 2021 wurde der Gesuchstellerin Frist 

angesetzt, um sich zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung zu 

äussern; sodann wurde dem Gesuchsgegner Frist angesetzt, um einen Kosten-

vorschuss von Fr. 450.– zu leisten (Urk. 26). Der Vorschuss ging rechtzeitig hier-

orts ein (Urk. 26 f.). Nachdem sich die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 4. Feb-

ruar 2021 zur aufschiebenden Wirkung hatte vernehmen lassen (Urk. 28), wurde 

diese mit Verfügung vom 5. Februar 2021 erteilt; gleichzeitig setzte die Kammer-

präsidentin der Gesuchstellerin Frist an, um die Beschwerde zu beantworten 

(Urk. 30). Die Verfügung wurde der Gesuchstellerin (bzw. ihrem Rechtsvertreter) 

am 9. Februar 2021 zugestellt (Urk. 30). Die Frist lief unbenutzt ab. 

- 3 - 

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–18). Auf die 

Parteivorbringen ist nachfolgend nur insoweit einzugehen, als diese entscheidre-

levant sind. 

II. 

1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen-

sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Die Beschwerde ist begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 

ZPO). Dazu gehört, dass in der Beschwerde im Einzelnen dargelegt werden 

muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sein soll. Was nicht in 

einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise bean-

standet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. Das 

gilt zumindest insoweit, als ein Mangel nicht geradezu ins Auge springt (OGer ZH 

RT180080 vom 29.08.2018, E. I.4.). Sodann sind im Beschwerdeverfahren neue 

Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen 

(Art. 326 Abs. 1 ZPO); eine Ausnahme gilt für Noven, zu denen erst der Entscheid 

der Vorinstanz Anlass gegeben hat (BGE 139 III 466 E. 3.4 [S. 471]; BGer 

4A_51/2015 vom 20. April 2015, E. 4.5.1). 

2. a) Die Vorinstanz erwog, dass die Frist zur Einreichung der Ge-

suchsantwort am 7. Dezember 2020 geendet habe. Die Stellungnahme sei dem 

Gericht am 8. Dezember 2020 elektronisch zugestellt worden (Urk. 17 E. 1.). Der 

Gesuchsgegner habe somit innert Frist keine Stellungnahme eingereicht. Er sei 

deshalb mit den verspätet erhobenen Einwendungen nicht zu hören (Urk. 17 

E. 3.2.). 

 b) Der Gesuchsgegner wendet ein, er habe die Gesuchsantwort am 

7. Dezember 2020 via IncaMail der Kanzlei der Vorinstanz übermittelt. Mit auto-

matischer Antwort-Mail vom 7. Dezember 2020, 16:41:10 Uhr, sei ihm via Inca-

Mail die Abgabequittung zugestellt worden (Urk. 19 Rz. 14). Damit sei die Frist 

gewahrt, wie es in Art. 143 Abs. 2 ZPO vorgesehen sei (Urk. 19 Rz. 15). Die Vor-

instanz habe fälschlicherweise auf die Abholquittung abgestellt (Urk. 19 Rz. 16). 

- 4 - 

 c) Wird eine Eingabe elektronisch eingereicht, so ist für die Frist-

wahrung der Moment entscheidend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die be-

stätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für die 

Übermittlung notwendig sind (Art. 143 Abs. 2 ZPO). Präziser ist Art. 8b Abs. 1 

VeÜ-ZSSV: Für die Wahrung der Frist ist der Zeitpunkt massgebend, in dem die 

von den Verfahrensbeteiligten verwendete Zustellplattform die Quittung ausstellt, 

dass sie die Eingabe zuhanden der Behörde erhalten hat (Abgabequittung). Da-

raus folgt e contrario, dass der Zeitpunkt, in dem das Gericht die Sendung von der 

Zustellplattform abholt, irrelevant ist. 

 d) Die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Frist zur Einreichung 

der Gesuchsantwort am 7. Dezember 2020 geendet habe, blieb unangefochten 

(Urk. 17 E. 1.; Urk. 19 Rz. 14). Aus der vom Gesuchsgegner ins Recht gereichten 

Abgabequittung ist ersichtlich, dass der Gesuchsgegner seine Klageantwort samt 

Beilagen im Verfahren EB2003235 [sic] am 7. Dezember 2020 um 16.40 Uhr ab-

gegeben hat und sie auf der Abgabeplattform angenommen wurde (Urk. 23/7). 

Aus der Abholquittung ist ersichtlich, dass die Vorinstanz die Sendung am 8. De-

zember 2020 um 6.58 Uhr annahm (Urk. 23/8); dieser Zeitpunkt stimmt mit dem 

E-Mail überein, welches bei den vorinstanzlichen Akten liegt (Urk. 15). Da der Ab-

gabe- und nicht der Abholzeitpunkt massgebend ist, liess sich der Gesuchsgeg-

ner innert Frist vernehmen. Die Vorinstanz hätte seine Einwände deshalb berück-

sichtigen müssen. Die Beschwerde erweist sich demnach als begründet. 

3. Die Vorinstanz hat die Gesuchsantwort vom 7. Dezember 2020 

(Urk. 12) und die Beilagen dazu (Urk. 13/1–6) noch nicht der Gesuchstellerin zu-

gestellt. Das Verfahren ist damit noch nicht spruchreif. Das Urteil des Einzelge-

richts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 21. Dezember 

2020 ist deshalb in Anwendung von Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO aufzuheben und die 

Sache ist zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Letztere wird unter Wahrung des rechtlichen Gehörs bei-

der Parteien erneut über das Rechtsöffnungsbegehren befinden und dabei die 

Einwände, welcher der Gesuchsgegner in seiner Gesuchsantwort vom 7. Dezem-

ber 2020 erhoben hat, berücksichtigen müssen. 

- 5 - 

III. 

Da ein prozessual fehlerhafter Entscheid aufgehoben wird, mit dem sich die 

Gesuchstellerin im Rechtsmittelverfahren auch nicht identifiziert hat, rechtfertigt 

es sich, von der Erhebung von Gerichtskosten abzusehen (Art. 107 Abs. 2 ZPO). 

Die Gesuchstellerin ist daher auch nicht als unterliegend zu betrachten, so dass 

sie nicht zur Zahlung einer Parteientschädigung verpflichtet werden kann. Art. 107 

Abs. 2 ZPO bietet überdies in solchen Fällen keine Grundlage, zulasten des Kan-

tons Parteientschädigungen (Art. 95 Abs. 3 ZPO) zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 

Meilen vom 21. Dezember 2020 wird aufgehoben und die Sache wird zur 

Ergänzung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwä-

gungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Die erst- und zweitinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

- 6 - 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 3'646.60. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 22. März 2021 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. Chr. Arnold 
 
 
versandt am: 
la 

	Beschluss vom 22. März 2021
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Das Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 21. Dezember 2020 wird aufgehoben und die Sache wird zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewie...
	2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Gerichtskosten erhoben.
	3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...