# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49eefb22-f8aa-5903-9cca-ef2221ecc5e0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 29.03.2004 ZB 2004 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2004-12_2004-03-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 29. März 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 04 12

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
Richterinnen Heinz-Bommer und Sutter-Ambühl
Aktuar ad hoc Walder

——————

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X., Klägerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. HSG 
Hermann Just, Masanserstrasse 35, Chur,

gegen

den Abschreibungsbeschluss des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 29. Januar 
2004, mitgeteilt am 11. Februar 2004, in Sachen der Beschwerdeführerin, gegen Y., 
Beklagter und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. Andrea 
Schmid Kistler, Promenade 123 A, Davos Dorf,

betreffend Rechnungsablage,

hat sich ergeben:

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A. 1. X. erbte im Jahre 1975 von ihrem Vater A. ein beachtliches Vermö-
gen. In diesem befanden sich unter anderem verschiedene Liegenschaften, nämlich 
eine Villa an der R.-Strasse in C., die Renditeliegenschaft Q.-Strasse in C., eine 
Villa in D. mit einem Umschwung von rund 6'000 m2 sowie zwei Grundstücke in E. 
und eine Villa mit Seeanstoss in F.. Neben diesen Immobilien, die im Privateigentum 
des Erblassers gestanden hatten, erbte X. die Beteiligung an zwei Aktiengesell-
schaften, der A. AG (heute: H.) und der I. AG, die ihrerseits ein erhebliches Grun-
deigentum besassen, nämlich Liegenschaften an der O.-Strasse und an der P.-
Strasse in C., eine Fabrikliegenschaft in J., Gemeinde K., sowie verschiedene 
Wohnhäuser auf rund 50'000 m2 Land ebenfalls in der Gemeinde K..

2. X. führte nach dem Tode ihres Vaters vorerst die Geschäfte der ge-
erbten Aktiengesellschaften mit ihrem Sohn B. weiter, bis dieser 1980 aus den Be-
trieben ausschied; in der Folge mussten beide Firmen ihre operative Tätigkeit ein-
stellen. Als Mitte der Achtzigerjahre auch die früheren Vertrauten von Vater und 
Tochter nicht mehr zur Verfügung standen, suchte X. nach einer sachverständigen 
Person zur Bewältigung ihrer Probleme im Zusammenhang mit ihrem Immobilien-
besitz. Dabei kam sie mit Y. in Kontakt, dem sie darauf verschiedene Mandate be-
züglich ihrer eigenen und der Liegenschaften der H. übertrug. Mit der Verwaltung 
der Liegenschaften betraute die Klägerin die L. AG, C., an welcher Y. als Verwal-
tungsrat zu 50 % beteiligt war. Über Y. kam X. in Kontakt zum Treuhänder M., der 
darauf ab anfangs Januar 1988 die Buchhaltungs- und Steuerangelegenheiten der 
X. gehörenden Aktiengesellschaften sowie deren persönliche Steuerprobleme erle-
digte. Mit Schreiben vom 5. Mai 1992 kündigte M. das Auftragsverhältnis, weil er 
sich wegen eines von der H. an Y. gewährten Darlehens in einem Interessenkonflikt 
fühlte, nachdem Y., für den M. ebenfalls als Steuerberater tätig war, die Zinsen für 
dieses Darlehen nicht mehr zahlte.

3. Nach der Darstellung der Klägerin übernahm Y. nach der Mandatsnie-
derlegung durch M. auch die von diesem bisher ausgeübten Treuhandfunktionen. 
Y. habe versprochen, die Buchhaltung zu führen, die Steuerprobleme zu lösen und 
den ganzen Zahlungsverkehr zu erledigen. Er sei zur Vertrauensperson geworden, 
dem sie blindlings vertraut habe. Erst als sich im Frühjahr 1998 die Betreibungen 
gehäuft hätten, habe sie Verdacht geschöpft  und sich – da sie nicht in der Lage 
gewesen sei, sich selbst ein Bild über die Situation zu machen – an die Treuhand-
unternehmung B.U. N. in G. gewandt. Auf Grund erster Recherchen sei Ulrich N. 
zum Schluss gekommen, dass ihre finanzielle Situation äusserst prekär gewesen 
sei, und dass die Gründe dafür nicht nachvollziehbar gewesen seien. Er habe auch 

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feststellen müssen, dass sie über die Vorgänge der letzten Jahre überhaupt nicht 
informiert gewesen sei. Sie sei es nicht gewohnt gewesen, sich selbst um ihre fi-
nanziellen Angelegenheiten zu kümmern und sei dazu auch schlicht nicht in der 
Lage gewesen. Mit Schreiben vom 13. Mai 1998 teilte X.  dem Beschwerdegegner 
mit, sie kündige mit sofortiger Wirkung alle Mandate und verbiete ihm, weiterhin 
irgendwelche Handlungen zu ihren Lasten vorzunehmen. Mit der Kündigung for-
derte sie den Beklagten auf, alle sich in seinem Besitze befindlichen Unterlagen 
innert fünf Tagen an die Firma N. zu schicken.

B. Da Y. nach Auffassung der Beschwerdeführerin seinen Pflichten zur 
Rechenschaftsablegung nicht in genügender Weise nachgekommen war, reichte X. 
Klage beim Bezirksgericht Oberlandquart ein mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin im Sinne von Art. 400 OR 
umfassend über seine Tätigkeit als Generalbevollmächtigter in der Zeit 
von Januar 1990 bis Ende Mai 1998 Rechenschaft abzulegen. Er sei 
insbesondere zu verpflichten, sämtliche Unterlagen, welche er im Zu-
sammenhang mit der Geschäftsführung erhalten hat, herauszugeben 
und detaillierte  Abrechnungen über die von ihm getätigten Geschäfte 
abzuliefern. Herauszugeben sind insbesondere folgende Unterlagen:

- Letzte Steuererklärung der Klägerin, sowie sämtliche Korrespon-
denz mit den Steuerbehörden.

- Revidierte Buchhaltung der H. AG der Jahre 1992 bis 1998.

- Liegenschaftenabrechnungen für sämtliche von ihm verwalteten 
Liegenschaften in C., O.-Strasse, P.-Strasse inklusive Umbauten 
etc.

- Liegenschaftenverkäufe in E., F., Q.-Strasse in C., Fabrikareal in 
J., Kauf und Verkauf Mehrfamilienhaus T.-Strasse F., Liegen-
schaftentransaktionen V. in D., Kauf, Stockwerkeigentumsbegrün-
dung und Teilverkauf O.-Strasse in C..

- Umbau R.-Strasse in C..

- Abrechnung Baugesellschaft S., D. inkl. Bauabrechnungen etc.

Vorstehende Aufzählung ist nicht abschliessend und weitere Rechen-
schaftsablegungsbegehren werden ausdrücklich vorbehalten.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, die sich aus den Abrechnungen erge-
benden Guthaben und den auf Grund seiner Tätigkeit entstandenen 
Schaden zu ersetzen. 

3. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Schadener-
satz im Betrage von Fr. 10'000'000.--, subeventualiter nach richterli-
chem Ermessen zu bezahlen.

4. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.“

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Der Beklagte stellte in seiner Prozessantwort vom 30. Juni 2000 das Rechts-
begehren, die Klage sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klä-
gerin vollumfänglich abzuweisen.

C. Mit (Teil-)Urteil vom 10. Januar 2002 erkannte das Bezirksgericht Prät-
tigau/Davos:

„1. Die Klage der X. wird teilweise gutgeheissen und Y. wird verpflichtet, ihr 
bis zum (nicht erstreckbaren Termin des) 15. April 2002 vollumfänglich 
Rechenschaft abzulegen über seine Tätigkeit als generalbevollmächtig-
ter Auftragnehmer in Sachen Überbauung „S.“ in D. (inkl. Abrechnungen 
Baugesellschaft S., Bauabrechnungen etc.). Diese Rechenschaftsable-
gung Y.s hat an das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos zuhan-
den der X. zu erfolgen.

 2. X. kann alsdann innert einer vom Bezirksgerichtspräsidium Prätti-
gau/Davos anzusetzenden Frist beim Bezirksgericht Prättigau/Davos 
ihre (Forderungs-)Anträge stellen und begründen. Alsdann erhält Y. Ge-
legenheit, sich hierzu vernehmen zu lassen.

 3. Im übrigen wird die Klage der X. abgewiesen.

 4. Die Kosten werden bei der Prozedur belassen.

 5. Die ausseramtlichen Entschädigungen werden bei der Prozedur belas-
sen.

 6. Mitteilung an ...“

D. Gegen dieses Urteil liess X. am 20. Februar 2002 die Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären mit dem Antrag:

„1. Ziff. 1 des Dispositivs  des angefochtenen Urteils sei dahingehend ab-
zuändern, dass der Beklagte zu verpflichten sei, der Klägerin im Sinne 
von Art. 400 OR umfassend über seine Tätigkeit als Generalbevoll-
mächtigter und Auftragnehmer in der Zeit von Januar 1990 bis Ende Mai 
1998 Rechenschaft abzulegen.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das vorinstanzliche und das 
vorliegende Verfahren zu Lasten der Gegenpartei.“

Mit Urteil vom 25. Juni 2002, mitgeteilt am 21. August 2002, hiess das 
Kantonsgericht die Berufung teilweise gut und formulierte die Ziffer 1 des 
angefochtenen Urteils dahin, dass in teilweiser Gutheissung der Klage Y. 
verpflichtet wurde, X. innert drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-
genden Urteils vollumfänglich Rechenschaft abzulegen über seine Tätigkeit als Auf-
tragnehmer in Sachen Liegenschaftenkauf T.-Strasse in F., Liegenschaftentransak-
tionen V. in D., Überbauung S. in D., sowie Liegenschaftenverkäufe in E. und an 
der U.-Strasse in F..

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Eine von Y. gegen dieses Urteil erhobene staatsrechtliche Beschwerde wies 
das Schweizerische Bundesgericht mit Urteil vom 27. Januar 2003 ab.

E. Am 9. Mai 2003 reichte Y.  beim Bezirksgericht Prättigau/Davos ein Ge-
such ein, mit welchem er beantragte, das Verfahren sei infolge Gegenstandslosig-
keit abzuschreiben. Er führte zur Begründung aus, er habe am 9. April 2003 durch 
Ersteigerung beim Betreibungsamt C. 7 die gesamte Forderung der Klägerin im vor-
liegenden Zivilprozess erworben, nämlich die Herausgabeforderung etwaiger Gut-
haben, die Schadenersatzforderung und das eventuelle Schadenersatzbegehren in 
der Höhe von zehn Millionen Franken. Ein Rechtsmittel gegen den Steigerungszu-
schlag sei nicht erhoben worden, so dass der Zuschlag rechtsgültig sei. Damit sei 
der Streitgegenstand weggefallen. Der Untergang der Hauptforderung bewirke von 
Gesetzes wegen das Erlöschen aller Nebenrechte. Der Anspruch aus Rechen-
schaftsablegung stelle als Hilfsanspruch nur eine Voraussetzung für die Geltend-
machung der Ablieferungsobligationen und weiterer Rechte des Auftraggebers dar; 
folglich sei die Rechenschaftsablegungspflicht eine Nebenpflicht und erlösche mit 
dem Untergang der Hauptforderung. In jedem Falle würde der Klägerin das Rechts-
schutzinteresse an der Rechenschaftsablegung fehlen, da sie hieraus keine 
Geldansprüche ableiten könnte.

Die Gesuchsgegnerin beantragte in ihrer Stellungnahme vom 24. Juni 2004, 
auf das Gesuch sei nicht einzutreten, beziehungsweise es sei dieses abzuweisen. 
Eventualiter sei das Gesuch zu sistieren, bis die betreibungsrechtliche Beschwerde 
gegen die Versteigerung der Forderung letztinstanzlich entschieden sei. Die Re-
chenschaftspflicht sei im vorliegenden Fall nicht abgetreten, womit diese nach wie 
vor bei der ursprünglichen Trägerin verbleibe. Der Prozess sei also insofern nicht 
gegenstandslos geworden und könne in dieser Beziehung nicht abgeschrieben wer-
den. Im Übrigen stehe noch nicht fest, ob die der Abtretung zugrunde liegenden 
betreibungsrechtlichen Handlungen gültig seien. Sollte das diesbezügliche Be-
schwerdeverfahren dazu führen, dass der Zuschlag aufgehoben und die Verwer-
tung als ungültig erklärt werde, bestehe eine Grundvoraussetzung für die Gegen-
standlosigkeit, nämlich die Identität von Kläger und Beklagtem nicht mehr.

In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunk-
ten fest. Der Beklagte reichte im Laufe des Verfahrens die Kopie eines in Rechts-
kraft erwachsenen Zirkularbeschlusses des Bezirksgerichts C. vom 21. August 2003 
ein, mit welchem auf die von X. eingereichte Beschwerde gegen die vom Betrei-

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bungsamt C. 7 vorgenommenen Verwertungshandlungen mit Bezug auf die Forde-
rung gegen Y. nicht eingetreten wurde.

F. Mit Beschluss vom 29. Januar 2004 schrieb das Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos die Klage der X. gegen Y. infolge Gegenstandslosigkeit ab und strich die 
Klage vom Geschäftsverzeichnis des Gerichts (Ziffer 1). Die Kosten des Verfahrens, 
das zum Teilurteil vom 10. Januar 2002 geführt hatte, nämlich insgesamt 6'800 
Franken, wurden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und die aussergerichtlichen 
Kosten wettgeschlagen (Ziffer 2). Die Kosten des Abschreibungsbeschlusses wur-
den Y. auferlegt, welcher zudem verpflichtet wurde, X. aussergerichtlich mit 1'000 
Franken zu entschädigen (Ziffer 3).

G. Gegen den Abschreibungsbeschluss des Bezirksgerichts Prättigau/Davos 
liess X. am 2. März 2004 Beschwerde beim Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden einreichen mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Beschluss sei 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners aufzu-
heben, soweit damit die Klage betreffend Rechenschaftsablage gemäss Urteil des 
Kantonsgerichts vom 25. Juni 2002 abgeschrieben worden sei. Y. liess in seiner 
Beschwerdeantwort vom 17. März 2004 die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde beantragen. – Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften zur Begrün-
dung dieser Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

I. Die Vorinstanz hat den Parteien für den Fall, dass sie den Abschrei-
bungsbeschluss anzufechten wünschten, in einer in den Erwägungen näher um-
schriebenen Rechtsmittelbelehrung empfohlen, eine allfällige Beschwerde so zu 
formulieren, dass sie auch den formellen Anforderungen an eine Berufung zu genü-
gen vermöchte. Obwohl in Zivilsachen nicht üblich, wollte das Bezirksgericht den 
Parteien offenbar eine Hilfe mit Bezug auf das gegen seinen Beschluss zu ergrei-
fende Rechtsmittel geben, doch scheint sich das Gericht selbst nicht ganz sicher 
gewesen zu sein, ob die Berufung oder die zivilrechtliche Beschwerde in Frage 
käme. Sie neigte richtigerweise der letzteren zu. Das Kantonsgericht hat in dem in 
PKG Nr. 1997 Nr. 4 publizierten Urteil dargelegt, dass im Gegensatz zum alten Ge-
setz nach der neuen Zivilprozessordnung neu als Beschwerdeobjekte in der Einlei-
tung zu der in Art. 232 ZPO enthaltenen Aufzählung neben den nicht berufungsfähi-
gen Urteilen auch prozesserledigende Entscheide der Einzelrichter, des Bezirksge-

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richtsausschusses und des Bezirksgerichtes genannt würden. Dabei seien nach der 
in PKG 1989 Nr. 16 eingehend begründeten Praxis des Kantonsgerichts mit nicht 
berufungsfähigen Urteilen Sachurteile und mit prozesserledigenden Entscheiden 
das Verfahren beendigende Prozessurteile (im Gegensatz zu Beiurteilen im Sinne 
von blossen Zwischenentscheiden) gemeint. Mit dem vom Gesuchsteller geltend 
gemachten und vom Bezirksgericht bestätigten Wegfall des Rechtsschutzinteres-
ses seitens der Klägerin fehlt es – falls diese Auffassung richtig war - an einer Pro-
zessvoraussetzung, so dass ein prozesserledigender Entscheid auszufällen war, 
der gemäss Art. 232 ZPO mittels Beschwerde angefochten werden konnte. Auf das 
von der Gesuchsgegnerin eingereichte Rechtsmittel ist folglich einzutreten.

II.1.  Y. begründete in seiner Eingabe vom 9. Mai 2003 sein Gesuch um 
Abschreibung der von X. am 1. Mai 2000 beim damaligen Bezirksgericht Oberland-
quart gegen ihn erhobenen Klage auf Rechenschaftsablegung und Schadenersatz 
(Prozess Nr. 50/00) damit, dass er am 9. April 2003 durch Ersteigerung beim Be-
treibungsamt C. 7 die gesamte Forderung der Klägerin erworben habe, so dass der 
Streitgegenstand weggefallen und die Klage folglich wegen Gegenstandslosigkeit 
und Fehlens eines Rechtsschutzinteresses abzuschreiben sei. Es trifft zu, dass das 
Betreibungsamt C. 7 am 21. Februar 2003 in einem Betreibungsverfahren gegen X. 
eine auf 100'000 Franken bezifferte Forderung aus dem erwähnten Prozess gegen 
Y., deren Wert auf 100 Franken geschätzt wurde, gepfändet hat und dass diese 
Forderung anlässlich der öffentlichen Steigerung vom 9. April 2003 gegen Bezah-
lung von 2'500 Franken Y. zugeschlagen wurde. Es ist auch richtig, dass die von X. 
gegen den Zuschlag gerichtete Beschwerde vom Bezirksgericht C. am 21. August 
2003 abgewiesen wurde, so dass der Erwerb der Forderung durch den heutigen 
Beschwerdegegner rechtskräftig geworden ist.

Gegenstand des in erster Instanz durch das Bezirksgericht Prättigau/Davos 
beurteilten Prozesses Nr. 50/00 bildete eine Klage auf Rechenschaftsablegung und 
Schadenersatz. Dieses Verfahren wurde im Sinne einer Stufenklage geführt, so 
dass sich das Gericht vorerst nur über den Umfang der Rechenschaftsablegungs-
pflicht des Beklagten zu äussern hatte. Das Bezirksgericht beschränkte die entspre-
chende Pflicht Y.s auf die Offenlegung seiner Aktivitäten und Abrechnungen mit Be-
zug auf die Überbauung S. in D., was die Klägerin veranlasste, Berufung beim Kan-
tonsgericht einzulegen. Diese wurde teilweise gutgeheissen und die Pflicht Y.s, der 
Auftraggeberin Rechenschaft über seine Immobilientransaktionen abzulegen, ge-
genüber dem erstinstanzlichen Urteil wesentlich weiter gefasst. Das entsprechende 
Urteil des Kantonsgerichts erwuchs in Rechtskraft, nachdem es vom Beklagten er-

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folglos durch staatsrechtliche Beschwerde angefochten worden war. Auf Grund des 
von Y. nun vorzulegenden Rechenschaftsberichts sollte X. in die Lage versetzt wer-
den, entsprechend der rechtskräftigen Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Prät-
tigau/Davos vom 10. Januar  2002 in einer zweiten Phase des Prozesses allfällige 
Schadenersatzansprüche formulieren zu können. Bevor es so weit kommen konnte, 
wurde gegen die einst wohlhabende Klägerin ein Betreibungsverfahren eröffnet, in 
dessen Rahmen die oben erwähnte Forderung, deren Bezifferung erst nach erfolg-
ter Rechenschaftsablage durch den Beklagten hätte erfolgen können, durch Y. er-
steigert wurde. Dieser stellte sich nun in seinem Abschreibungsgesuch an das Be-
zirksgericht Prättigau/Davos auf den Standpunkt, indem er diese Forderung erwor-
ben habe, sei das ganze Verfahren gegenstandslos geworden. Die Vorinstanz ist 
dem Gesuchsteller in dieser Auffassung gefolgt und hat festgestellt, der Gegen-
stand der Stufenklage bildende Anspruch auf Rechenschaftsablegung sei mit dem 
Forderungskauf nach Art. 131 Abs. 1 SchKG ebenfalls abgetreten worden. Doch 
selbst wenn dies nicht der Fall wäre, vermöchte dies die Abschreibung des Verfah-
rens nicht zu verhindern. Auf Grund der Rechenschaftsablegung würde die Klägerin 
in die Lage versetzt, gegen den Beklagten eine bezifferte Forderungsklage zu erhe-
ben. Nachdem Y. aber eine solche künftige Forderung bereits durch Ersteigerung 
erworben habe, würde es der Klägerin am erforderlichen Rechtsschutzinteresse 
fehlen, um ein Gericht auf eine solche Forderungsklage überhaupt eintreten zu las-
sen. Aufgrund der Rechenschaftsablage sich allenfalls als möglich erweisende An-
sprüche gegen Dritte vermöchten an dieser Sachlage auch nichts zu ändern, da 
allfällige Garantieansprüche mittlerweile verjährt wären und die sich aus der allen-
falls unterlassenen rechtzeitigen Geltendmachung solcher Ansprüche gegenüber 
Dritten abzuleitenden Schadenersatzansprüche gegenüber dem Beklagte wie-
derum am Kauf der sich daraus möglicherweise ergebenden Forderung durch Y. 
scheitern müsste.

2. Der Kantonsgerichtsausschuss kann sich der vom Bezirksgericht ver-
tretenen Auffassung nicht anschliessen. Die Klägerin hat in dem gegen Y. ange-
strengten Verfahren ursprünglich vom Beklagten zweierlei verlangt, nämlich einer-
seits eine umfassende Rechenschaftsablegung und andererseits die Auszahlung 
der sich aus den Abrechnungen ergebenden Guthaben und den Ersatz des durch 
allfällige unsorgfältige Mandatsausübung entstandenen Schadens. Da die Beziffe-
rung der Forderungsklage erst auf Grund der vom Beklagten vorzulegenden Ab-
rechnungen möglich war, hatte das angerufene Gericht vorerst nur über den Um-
fang der Rechenschaftsablegung zu befinden. Nachdem das Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos den Beklagten nur in sehr beschränktem Umfange zur Rechenschafts-

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ablegung verpflichtet und die Klägerin gegen diesen Entscheid Berufung eingelegt 
hatte, entschied das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 25. Juni 2002, dass Y. 
über fünf Immobilientransaktionen vollumfänglich Rechenschaft abzulegen habe. 
Dieses Urteil ist in Rechtskraft erwachsen; das Verfahren war damit in Bezug auf 
die Frage des Umfanges der Rechenschaftspflicht erledigt und das Urteil in dieser 
Beziehung selbständig vollstreckbar. Das Bezirksgericht durfte also schon aus rein 
prozessrechtlichen Gründen auf die mit diesem rechtskräftigen Teilurteil endgültig 
entschiedene Frage der dem Beklagten auferlegten Verpflichtungen zur Rechen-
schaftsablegung nicht mehr zurückkommen, und es konnte dieser definitiv erledigte 
Teil der Stufenklage auch nicht mehr zum Gegenstand eines Abschreibungsbe-
schlusses gemacht werden. Gewiss stand für die Klägerin beim ersten Punkt ihres 
Rechtsbegehrens, der gestützt auf Art. 94 ZPO vorweg entschieden werden sollte, 
die Absicht im Vordergrund, sich in einem ersten Schritt die Voraussetzungen zur 
Bezifferung der im Punkt 2 des Rechtsbegehrens formulierten Forderungsklage zu 
verschaffen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es sich beim Recht des 
Auftraggebers, vom Beauftragten die Rechnungslegung zu verlangen, um einen 
selbständig klagbaren Anspruch handelt, der in einem besonderen Verfahren gel-
tend gemacht oder aber mit einer Klage auf Herausgabe des zu Erstattenden ver-
bunden werden kann (Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 1979, 
S. 167). Daraus wird gefolgert, dass es sich um eine Leistungspflicht des Beauftrag-
ten handelt, wobei die Rechenschaftspflicht – da sie nicht zu den den Vertragstypus 
bestimmenden Leistungspflichten zählt – den Nebenleistungspflichten oder 
primären Nebenpflichten zugeordnet wird (Fellmann, Berner Kommentar, Bern 
1992, N. 56 zu Art. 400 OR). Auch dieser Autor hält mit verschiedenen anderen fest, 
dass der Anspruch auf Rechenschaftsablegung als Nebenleistungspflicht selbstän-
dig klagbar ist, auch wenn seine Vollstreckung prekär bleibe (a.a.O., N. 92; OR-
Weber, Art. 400 N. 25; Hofstetter, SPR VII/6, Basel 2000, S. 116). Der Beschwer-
degegner lässt geltend machen, aus dem Umstand, dass es sich bei der Befugnis 
des Auftraggebers, die Rechenschaftsablegung zu verlangen, um einen Hilfsan-
spruch handle, der aus der vertraglichen Grundbeziehung fliesse und folglich nur 
eine eingeschränkte Selbständigkeit habe, ergebe sich, dass sie nur zusammen mit 
dem ihr zugrunde liegenden Anspruch abgetreten werden könne. Im vorliegenden 
Fall habe die Beschwerdeführerin (gemeint wohl der Beschwerdegegner) alle For-
derungen aus dem Auftragsverhältnis erworben, so dass auch diese Nebenleis-
tungspflicht untergegangen und der Anspruch auf Rechenschaftsablegung erlo-
schen sei. Mit dieser Argumentation scheint der Beschwerdegegner davon auszu-
gehen, dass es sich bei den von ihm erworbenen Forderungen um den dem Recht 
auf Rechenschaftsablegung zugrunde liegenden Anspruch handelt. Die vertragliche 

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Grundbeziehung war aber ein Auftragsverhältnis, bei dem es nicht zwingend und 
vor allem nicht ausschliesslich um Forderungen ging. Der Inhalt eines Auftrags kann 
sehr vielfältig sein und so war es denn auch im vorliegenden Fall, wo die Auftrag-
geberin Y. mit sehr umfassenden Geschäftsbesorgungen beauftragt hatte. Aus die-
ser Auftragserteilung sich ergebende geldwerte Forderungen stellten einen Teilas-
pekt dessen dar, was die Ausführung des Mandats mit sich bringen konnte, und 
zwar jenen Teil, der – wie es durch den Erwerb der Forderung durch den Beklagten 
geschah – sich auf einen Dritten übertragen liess. Die übrigen Pflichten des Man-
datars blieben von dieser Transaktion unberührt, behielten ihr eigenes rechtliches 
Schicksal und müssen folglich auch weiterhin selbständig gegenüber dem Beauf-
tragten geltend gemacht werden können. Es trifft keineswegs zu, dass sich das In-
teresse X.s, vom Mandataren über seine gesamte in ihrem Auftrag erfolgte Ge-
schäftsführung aufgeklärt zu werden, in der Möglichkeit erschöpft, von ihm die Her-
ausgabe des aus seiner Tätigkeit resultierenden Ergebnisses zu verlangen und aus 
allfälliger unsorgfältiger Mandatserfüllung abzuleitende Schadenersatzforderungen 
formulieren zu können. Aus einer detaillierten Rechenschaftsablegung können sich 
verschiedene andere zivil- und strafrechtliche Erkenntnisse ergeben, welche für die 
Auftraggeberin von Interesse sein können. Dabei verfängt der von der Vorinstanz 
vorgebrachte Einwand nicht, sämtliche gegen Dritte aufgrund der Rechnungslegung 
allenfalls zu Tage geförderte Garantieansprüche wären mittlerweile ohnehin ver-
jährt. Diese Frage bildet nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, und es 
durfte sich das Bezirksgericht folglich nicht von sich aus und ohne dass von einer 
Partei ein entsprechender Antrag gestellt wurde, geschweige denn Beweise offeriert 
worden wären, sich mit diesem sich allenfalls in einem zukünftigen Verfahren stel-
lenden Problem beschäftigen und sogar bereits einen Entscheid vorwegnehmen. 
Aus allen diesen Gründen ging es nicht an, dass sich die Vorinstanz über das 
rechtskräftige Urteil des Kantonsgerichts hinwegsetzte und der Beschwerdeführerin 
das Recht, vom Beklagten die Erfüllung der ihm durch dieses Urteil auferlegten 
Pflicht zur Rechenschaftsablegung zu verlangen, abschnitt, indem sie die ganze 
Klage ohne Rücksicht darauf, ob über diese bereits entschieden wurde, schlechthin 
abschrieb und vom Geschäftsverzeichnis strich. Durch den Erwerb der gegen ihn 
gerichteten, wegen der noch nicht erfüllten Pflicht zur Rechnungslegung noch un-
bezifferten Forderung hat sich Y. zwar dagegen abgesichert, von der Klägerin aus 
dem Auftragsverhältnis noch finanziell belangt zu werden, doch hat er sich damit 
nicht von der ihm durch das Kantonsgericht auferlegten Pflicht befreit, über die im 
Urteil vom 25. Juni 2002 aufgezählten Immobilientransaktionen vollumfänglich Re-
chenschaft abzulegen. Die Beschwerde der X. ist daher gutzuheissen und das an-
gefochtene Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos insoweit abzuändern, als das 

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Gericht die Klage auch mit Bezug auf die dem Beklagten auferlegte Pflicht zur Re-
chenschaftsablegung abgeschrieben hat.

III. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens gehen die Kosten 
des Kantonsgerichtsausschusses zu Lasten von Y., der die Beschwerdeführerin 
aussergerichtlich angemessen zu entschädigen hat. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Ziffer 1 des angefochtenen Abschrei-
bungsbeschlusses aufgehoben und durch folgende Formulierung  ersetzt:

Die Klage der X. wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben, soweit 
damit verlangt wird, es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin die sich 
aus den Abrechnungen ergebenden Guthaben und den auf Grund seiner 
Tätigkeit entstandenen Schaden zu ersetzen (Ziffer 2 des ursprünglichen 
Rechtsbegehrens).

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 2'500.--  und einer Schreibgebühr von Fr. 180.-- total somit Fr. 2'680.--
, gehen zu Lasten des Beschwerdegegners, der die Beschwerdeführerin aus-
sergerichtlich mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen hat. 

3. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident Der Aktuar ad hoc