# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00c1080f-b525-515a-bddb-df9e52d5cad2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2014 D-959/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-959-2014_2014-03-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-959/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Thomas Wespi, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiber Alfred Weber. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Eritrea, 

vertreten durch LL.M. lic. iur. Susanne Sadri, 

Asylhilfe Bern, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des BFM vom 13. Februar 2014 / N (…). 

 

 

D-959/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess den Heimatstaat eigenen Angaben zufol-

ge am 9. September 2009 und gelangte in den B._______, wo er sich 

mehrere Monate aufhielt. In der Folge reiste er über C._______ nach 

D._______ weiter, von wo aus er über seinen in der Schweiz lebenden 

Bruder am 19. September 2011 ein Gesuch um Einreisebewilligung in die 

Schweiz zur Durchführung des Asylverfahrens und um Gewährung von 

Asyl stellen liess. Zwischenzeitlich kehrte er wieder in den B._______ zu-

rück.  

B.  

Mit Verfügung vom 11. Oktober 2013 trat das BFM auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers aus dem Ausland mangels Höchstpersönlichkeit 

eines zu stellenden Asylgesuchs (vgl. BVGE 2011/39) nicht ein. Diese 

Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

C.  

Der Beschwerdeführer verliess den B._______ eigenen Angaben zufolge 

im Februar 2013 und gelangte nach C._______. Im September 2013 sei 

er mit dem Schiff nach (Ort 1) in Italien weitergereist, wo er am 13. Sep-

tember 2013 angekommen sei. Nach zwei Wochen Aufenthalt dort habe 

man ihn nach (Ort 2) geflogen, von wo aus er mit dem Bus nach (Ort 3) 

gekommen sei. In (Ort 3) habe er sich einen Monat aufgehalten. Danach 

habe er sich nach (Ort 4) begeben. Mit einem Schlepper sei er am 

10. November 2013 in die Schweiz gelangt, wo er zunächst rund zwei 

Wochen bei seinem Bruder geweilt habe, ehe er am 25. November 2013 

um Asyl nachsuchte. 

D.  

Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 4. Dezember 2013 wurde 

ihm das rechtliche Gehör zum Umstand gewährt, dass – nachdem er am 

26. September 2013 in (Ort 2) (Italien) registriert/daktyloskopiert worden 

sei – mutmasslich Italien für die Durchführung seines Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens zuständig sei, weshalb auf das Asylgesuch nicht einge-

treten werde. Er führte aus, es sei grausam, wie die Leute auf der Strasse 

leben würden. Die Menschenrechte würden in Italien mit Füssen getreten, 

weshalb er nicht dorthin zurückkehren möchte. Dies würde für ihn bedeu-

ten, auf der Strasse zu leben. 

D-959/2014 

Seite 3 

E.  

Am 17. Dezember 2013 stellte das BFM ein Übernahmegesuch an die 

italienischen Behörden. Diese hiessen das Gesuch um Übernahme des 

Beschwerdeführers am 13. Februar 2014 gut.  

F.  

Mit Verfügung vom 13. Februar 2014 – eröffnet am 18. Februar 2014 – 

trat das BFM auf das Asylgesuch nicht ein und wies den Beschwerdefüh-

rer aus der Schweiz nach Italien weg. Gleichzeitig forderte es ihn auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlas-

sen, und verpflichtete den Kanton E._______ mit dem Vollzug der Weg-

weisung. Es händigte ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis aus und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfü-

gung komme keine aufschiebende Wirkung zu.  

G.  

Diese Verfügung liess der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe 

vom 25. Februar 2014 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten und die 

Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung beantragen. Es sei mit super-

provisorischer und provisorischer Verfügung der vorliegenden Beschwer-

de die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Kantonspolizei E._______ 

sei anzuweisen, die Vollzugsbemühungen sofort einzustellen. Das BFM 

sei anzuweisen, die Behandlung des Asylgesuchs des Beschwerdefüh-

rers fortzusetzen. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechts-

pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren. Auf die Be-

gründung der Beschwerde wird, soweit entscheidwesentlich in den Erwä-

gungen eingegangen.  

H.  

Die vorinstanzlichen Akten gingen am 27. Februar 2014 beim Gericht ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und ent-

scheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, 

D-959/2014 

Seite 4 

SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju-

ni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 

hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die – unter Vorbehalt der 

nachfolgenden Erwägungen (E. 2.3) – frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 

VwVG). 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

im Asylbereich aus den in Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgesehenen Gründen. 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG bzw. alt Art. 32–35a AsylG), ist die Beurteilungs-

kompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage be-

schränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetre-

ten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5). Die Fragen der Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft und der Gewährung von Asyl bilden demgegenüber nicht 

Gegenstand des angefochtenen Nichteintretensentscheides. 

2.3 Das Asylgesuch des Beschwerdeführers aus dem Ausland fand sei-

nen rechtskräftigen Abschluss mit Verfügung des BFM vom 11. Oktober 

2013 (vgl. Bst. B). Für die Fortsetzung und materielle Überprüfung des 

diesbezüglichen Verfahrens besteht somit kein Raum. Auf den entspre-

chende Antrag (Rechtsbegehren Ziff. 3) ist daher nicht einzutreten. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schrif-

tenwechsel verzichtet. 

D-959/2014 

Seite 5 

4.  

4.1 Nach Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG bzw. alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 

tritt das BFM auf ein Asylgesuch in der Regel nicht ein, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchfüh-

rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig 

ist. Diesbezüglich gelangt das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 

Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der 

Schweiz gestellten Antrages ([DAA] Dublin-Assoziierungsabkommen, 

SR 0.142.392.68) zur Anwendung, und die Zuständigkeitsfrage ist ge-

stützt auf die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 

2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 

Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehöri-

gen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-

VO) zu prüfen. 

4.2 Die Dublin-II-VO ist durch die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Eu-

ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung 

der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für 

die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in 

einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zustän-

dig ist (Dublin-III-VO), abgelöst worden, welche seit dem 1. Januar 2014 

in allen Staaten der Europäischen Union anwendbar ist. Im Notenaus-

tausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der Europäi-

schen Union betreffend die Übernahme der Dublin-III-VO (Weiterentwick-

lung des Dublin/EURODAC-Besitzstands) teilte der Bundesrat der Euro-

päischen Union mit, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechtsakts ak-

zeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umsetzen werde. Mit 

Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 wurde festgehalten, der 

Notenaustausch werde ab dem 1. Januar 2014 vorläufig angewendet, mit 

Ausnahme von Art. 18 Abs. 2, Art. 27 Abs. 3 und Art. 28 Dublin-III-VO. 

4.3 Aus Art. 49 Dublin-III-VO geht hervor, dass die Verordnung nicht an-

wendbar ist, wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schutz als auch 

das Gesuch um Aufnahme oder Wiederaufnahme vor dem 1. Januar 

2014 gestellt wurden. 

Der Beschwerdeführer suchte am 25. November 2013 in der Schweiz um 

Asyl nach. Das Übernahmeersuchen des Bundesamtes an die italieni-

schen Behörden erfolgte am 17. Dezember 2013. Vorliegend bleibt daher 

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Seite 6 

die Dublin-II-VO anwendbar und der für die Prüfung seines Asylgesuches 

zuständige Staat ist nach den dortigen Kriterien zu ermitteln (vgl. Art. 49 

Dublin-III-VO). 

5.  

5.1 Gemäss Art. 5 i.V.m. Art. 6 bis 13 Dublin-II-VO ist unter anderem na-

mentlich derjenige Mitgliedstaat zuständig, welcher einem Familienange-

hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenschaft als Flüchtling ge-

währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufenthaltstitel oder 

ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land-, See- oder Luftgrenze 

der Asylbewerber aus einem Drittstaat kommend legal oder illegal über-

schritten hat, oder in welchem der erste Asylantrag gestellt wurde. So-

dann wird in Abweichung von den vorgenannten Zuständigkeitskriterien 

jedem Mitgliedstaat die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuches ein-

geräumt (Art. 3 Abs. 2 und Art. 15 Dublin-II-VO). 

Bei einem Aufnahmeverfahren sind die Kriterien in der in Kapitel III der 

Dublin-II-VO genannten Rangfolge anzuwenden (vgl. Art. 5–14 Dublin-II-

VO), und es ist von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der Asylbewerber 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszugehen (Art. 5 

Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO). 

Die Übernahmeverpflichtungen erlöschen, wenn der Drittstaatsangehöri-

ge das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate ver-

lassen hat, es sei denn, der Drittstaatsangehörige ist im Besitz eines vom 

zuständigen Mitgliedstaat ausgestellten gültigen Aufenthaltstitels (Art. 16 

Abs. 3 Dublin-II-VO). 

5.2 Nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO kann die Schweiz ein Asylgesuch ma-

teriell prüfen, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehenen Kri-

terien ein anderer Staat zuständig ist (Selbsteintrittsrecht). Diese Be-

stimmung ist nicht direkt anwendbar, sondern kann nur in Verbindung mit 

einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts angeru-

fen werden (vgl. BVGE 2010/45 E. 5). Art. 29a Abs. 3 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) sieht vor, dass das 

BFM aus humanitären Gründen ein Gesuch behandeln kann, auch wenn 

nach den Kriterien der Dublin-II-VO ein anderer Staat zuständig ist. Diese 

Kann-Bestimmung gibt den Behörden einen gewissen Ermessensspiel-

raum und ist restriktiv auszulegen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2.2.). Droht 

hingegen ein Verstoss gegen übergeordnetes Recht, zum Beispiel gegen 

eine Norm des Völkerrechts, so besteht ein einklagbarer Anspruch auf 

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Ausübung des Selbsteintrittsrechts (a.a.O. E. 7.2.; CHRISTIAN FILZWIE-

SER/ANDREA SPRUNG, Dublin II-Verordnung: Das Europäische Asylzustän-

digkeitssystem, 3. Aufl., Wien und Graz 2012, K8 zu Art. 3). In Frage 

kommen insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach 

Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und menschenrechtliche Garantien der 

Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 

und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des Internationalen Paktes über 

bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) und des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105). 

6.  

6.1 Das BFM erwog in der angefochtenen Verfügung unter anderem, der 

Beschwerdeführer sei gemäss Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zent-

raleinheit Eurodac am 26. September 2013 in Italien illegal in das Ho-

heitsgebiet der Dublin-Staaten eingereist. Die italienischen Behörden hät-

ten das Ersuchen um Übernahme gestützt auf Art. 10 Abs. 1 Dublin-II-VO 

gutgeheissen. Somit liege die Zuständigkeit für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens gemäss DAA bei Italien. Es würden 

keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich Italien nicht an 

seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asyl- und Weg-

weisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde. 

6.2 In der Rechtsmitteleingabe wird unter Hinweis auf diverse nationale 

und internationale Publikationen zunächst die prekäre Situation der 

Flüchtlinge in Italien skizziert. Bezüglich des Beschwerdeführers wird 

ausgeführt, nach Meinung der Rechtsvertretung handle es sich bei die-

sem um eine schutzbedürftige Person, welche aufgrund des Erlebten 

hoch traumatisiert und lebensmüde sei (u.a. auf der Flucht seit 2009; 

mehrere Inhaftierungen; Erdulden unmenschlicher und erniedrigender 

Behandlungen in dieser Zeit; Stellen eines Asylgesuchs im Jahre 2011 in 

der Schweiz). Ferner habe er in der Schweiz einen nahen Verwandten 

(Bruder) und könne auf dessen Beistand zählen. In Italien habe er weder 

eine Vertrauensperson noch ein Bleiberecht, eine Unterkunft oder sonsti-

ge Unterstützung. Es sei fraglich und zu bezweifeln, dass dem Be-

schwerdeführer bei seiner Überstellung nach Italien die Garantien der 

EMRK und FK und damit das Mindestschutzniveau des europäischen 

Flüchtlingsrechts in Italien gewährt werde. Nach Ansicht der Rechtsver-

tretung sollte das BFM Art. 3 Abs. 2 Satz 1 Dublin-II-VO (Selbsteintritt) 

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Seite 8 

anwenden. Ausserdem könnte das BFM nunmehr das Asylverfahren des 

Beschwerdeführers von 2011 durchführen und materiell überprüfen. 

 

7.  

7.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in Italien einreiste, 

dort am 26. September 2013 daktyloskopiert wurde und nach einem Auf-

enthalt von etwas mehr als einem Monat weiter in die Schweiz reiste. In 

Anbetracht der Zustimmung der italienischen Behörden zum Übernah-

meersuchen des BFM ging dieses zu Recht von der Zuständigkeit Italiens 

zur Durchführung des vorliegenden Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

aus. 

Die Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich des ihm gewährten 

rechtlichen Gehörs, er möchte nicht nach Italien zurückkehren, weil dort 

die Menschenrechte mit Füssen getreten würden und er auf der Strasse 

leben müsste, sind nicht geeignet, die Zuständigkeit Italiens in Frage zu 

stellen. Auch die Argumentation in der Beschwerde, wonach er zu Italien 

keine Beziehung habe, indes in der Schweiz über einen Bruder verfüge, 

der ihm Beistand leisten und seine Integration fördern würde, vermag an 

der Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des vorliegenden Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens nichts zu ändern, da diese weder von einer 

persönlichen Präferenz der asylsuchenden Person noch von einer allfälli-

gen Integration abhängt. Zudem ist der Bruder kein Familienangehöriger 

im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin-II-VO. 

7.2 Ferner wendet der Beschwerdeführer gegen eine Überstellung nach 

Italien ein, es könnte ihm eine mit der EMRK und FK unvereinbare Be-

handlung drohen. Als hoch traumatisierte und lebensmüde Person auf-

grund des Erlebten sei er besonders schutzbedürftig. 

Italien ist Signatarstaat der EMRK, der FK und der FoK, und es bestehen 

keine konkreten Hinweise dafür, dass sich das Land im vorliegenden Fall 

nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen halten würde. Das 

Bundesverwaltungsgericht geht in konstanter Rechtsprechung davon aus, 

dass die Vermutung, alle Mitgliedstaaten beziehungsweise staatsvertrag-

lich assoziierten Staaten würden die Rechte der EMRK garantieren und 

die Zuständigkeitsordnung selbst ein EMRK-konformes Ergebnis liefern, 

im Falle Italiens trotz teilweise schwieriger Umstände für Asylsuchende 

und Unzulänglichkeiten Geltung hat. Vorliegend bestehen zudem keine 

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Seite 9 

stichhaltigen Gründe für die Annahme, der Beschwerdeführer wäre im 

Falle einer Überstellung konkret einer reellen und ernsthaften Gefahr ei-

ner grundrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt. Nach dem Gesagten 

besteht für die schweizerischen Asylbehörden insgesamt keine Veranlas-

sung, in Abweichung von der festgestellten Zuständigkeitsordnung vom 

Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 

AsylV 1 Gebrauch zu machen. 

7.3 Italien ist somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdefüh-

rers gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet, 

ihn gemäss Art. 17 bis Art. 19 Dublin-II-VO aufzunehmen. Das BFM ist in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d 

AsylG) zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführer nicht einge-

treten und hat, da er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-

derlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).  

Unter diesen Umständen sind allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 

die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu prü-

fen, da das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Vor-

aussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10 S. 645). 

8.  

Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-

desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten 

ist. 

9.  

Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen. Der 

Antrag (Rechtsbegehren 2), es sei mit superprovisorischer und provisori-

scher Verfügung der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wir-

kung zu erteilen, erweist sich somit als gegenstandslos. 

10.  

10.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Beschwerde als 

aussichtslos zu bezeichnen ist.  

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10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]).  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 

Abs. 1 VwVG) wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Wespi Alfred Weber 

 

 

Versand: