# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96f8e6eb-6f0e-5dd9-a2db-d7edd86d3caa
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240333-O1
**Docket/Reference:** SB240333-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240333-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240333-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. S. Volken 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Jacomet

Urteil vom 2. Juni 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A._____,

Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie Anschlussberufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw, LL.M. X._____, 

betreffend versuchte einfache Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, 

vom 13. Juni 2023 (GG220031)

-   2   -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  3. Oktober  2022 

(Urk. 32) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 97 S. 89 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig











der mehrfachen Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB

der sexuellen Belästigung i.S.v. Art. 198 Abs. 1 StGB

der mehrfachen sexuellen Belästigung i.S.v. Art. 198 Abs. 2 StGB

der Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB

der Beschimpfung i.S.v. Art. 177 Abs. 1 StGB.

2.

Von den übrigen Vorwürfen wird der Beschuldigte freigesprochen.

3.

In Bezug auf den Vorwurf der Drohung in B._____ am 13. März 2021 wird das Verfahren 

eingestellt.

4.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.00, wovon 

3 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten, und einer Busse von Fr. 600.00.

5.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 6 Tagen.

6.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Die Busse ist zu bezahlen.

7.

8.

Die Zivilforderungen der Privatklägerinnen 1 und 2 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 eine Genugtuung in Höhe von 

Fr. 500.00 zu bezahlen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 eine Prozessentschädigung von 

Fr. 5'000.00 zu bezahlen.

-   3   -

10.

Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als amtlicher 

Verteidiger mit Fr. 20'791.90 (Betrag enthält Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt.

11.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin lic. iur. Y._____ der Privatklägerin 1 wird für ihre Bemü-

hungen und Auslagen mit Fr. 3'437.15 (Betrag enthält Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt.

12.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin lic. iur. Z._____ der Privatklägerin 2 wird für ihre Bemü-

hungen und Auslagen mit Fr. 4'613.75 (Betrag enthält Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt.

13.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'500.00   Gebühr Vorverfahren;

20'791.90   amtliche Verteidigung;

3'437.15   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 1;

4'613.75   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 2.

Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen 

Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

14.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser diejenigen der amt-

lichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden zu 

2/3 dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Im Restbetrag von 1/3 werden diese 

auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung im Umfang von 2/3 der Kosten der amtlichen Vertei-

digung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

15.

(Mitteilungen)

16.

(Rechtsmittel)"

-   4   -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 4 f.)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 110 S. 1)

1.

Das Urteil der Vorinstanz vom 13. Juni 2023 sei betreffend Ziff. 1 hinsichtlich 

des  Schuldspruchs  der  mehrfachen  Drohung  i.S.v.  Art. 180  Abs. 1  StGB 

sowie der Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB und betreffend Ziff. 4 aufzu-

heben.

2.

Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der mehrfachen Drohung und vom Vor-

wurf der Tätlichkeit freizusprechen.

3.

Der  Beschuldigte  sei  unter  Anrechnung  der  erstandenen  Haft  mit  einer 

bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von 

Fr. 200.– zu bestrafen.

4.

Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. Kosten der amtlichen Verteidi-

gung  (zahlbar  an  den  Rechtsvertreter,  zuzüglich  Mehrwertsteuer)  zu  Lasten  der 

Staatskasse. 

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 109 S. 1; Urk. 98 S. 1 f.)

1.

Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten sowie einer Geldstrafe 

von 40 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 1'500.–.

2.

Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen bei schuldhafter Nicht-

bezahlung der Busse.

3.

Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe.

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Erwägungen:

I. Prozessuales

1.

Zum  Verfahrensgang  bis  zum  Erlass  des  erstinstanzlichen  Urteils  kann  auf 

die  zutreffenden  Erwägungen  im  angefochtenen  Entscheid  verwiesen  werden 

(Urk. 97 S. 7 f.). Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 

13. Juni  2024  gemäss  dem  eingangs  zitierten  Urteilsdispositiv  schuldig  gespro-

chen.  Innert  gesetzlicher  Frist  meldete  die  Staatsanwaltschaft  mit  Eingabe  vom 

23. Juni 2023 Berufung an (Urk. 93; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nachdem das begrün-

dete  Urteil  den  Parteien  zugestellt  worden  war,  reichte  die  Staatsanwaltschaft 

wiederum  fristgerecht  mit  Eingabe  vom  4. Juli  2024  die  Berufungserklärung  ein 

(Urk. 98; Art. 399 Abs. 3 StPO). Der Beschuldigte erhob seinerseits mit Eingabe 

vom 2. August 2024 innert Frist eine Anschlussberufung (Urk. 102; Art. 400 Abs. 3 

StPO).

2.

Die  Staatsanwaltschaft  beschränkt  ihre  Berufung  auf  die  Dispositivziffern  3 

bis 5 des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 98). Gleichzeitig erklärte die Staatsanwalt-

schaft, dass sie ihre Berufung auf die Bemessung der Strafe und den bedingten 

Vollzug beschränke (Urk. 98 S. 1 f.). Dies wird indes in den vorinstanzlichen Dispo-

sitivziffern  4  bis  6  geregelt.  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  bestätigte  die 

Staatsanwaltschaft, dass sie sich auf diese Ziffern beziehe und sie demgegenüber 

Dispositivziffer 3 betreffend Einstellung des Verfahrens in Bezug auf den Vorwurf 

der  Drohung  in  B._____  vom  13.  März  2021  nicht  anfechten  wollte  (vgl.  Prot.  II 

S. 5). Der Beschuldigte ficht mit seiner Anschlussberufung die Dispositivziffer 1 be-

treffend die Schuldsprüche der mehrfachen Drohung und der Tätlichkeit sowie Dis-

positivziffer 4 betreffend das Strafmass an (Urk. 102 S. 1 f.; Urk. 110 S. 1; Prot. II 

S. 4 f.).

In Rechtskraft erwachsen ist demnach Dispositivziffer 1 betreffend die Schuldsprü-

che der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 1 StGB, der mehrfachen 

sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB sowie der Beschimpfung. 

Weiter nicht angefochten werden die Dispositivziffern 2 (Teilfreispruch), 3 (Verfah-

renseinstellung),  7  (Zivilforderungen  Privatklägerinnen  1  und  2),  8  (Genugtuung 

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Privatklägerin  3),  9  (Prozessentschädigung  Privatklägerin  3),  10  (Entschädigung 

RA  X._____),  11 

(Entschädigung  RAin  Y._____),  12 

(Entschädigung 

RAin Z._____), 13 (Kostenfestsetzung) sowie 14 (Kostenauflage).

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1.

Der  Beschuldigte  ficht  mit  seiner  Anschlussberufung  die  Schuldsprüche 

wegen Drohung zum Nachteil der Privatklägerin 3 (C._____; Dossier 2) sowie des 

Privatklägers 4 (D._____; Dossier 2) an. Weiter ficht er die Verurteilung wegen Tät-

lichkeiten zum Nachteil des Privatklägers 4 an (D._____; Dossier 2).

2.

Drohung zum Nachteil der Privatklägerin 3 (C._____; Dossier 2)

2.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 25. August 2021 zur 

Privatklägerin 3, C._____, gesagt zu haben, "ich verwütsch dich schon no" und "ihr 

scheiss Frauen, ihr habt es verdient, vergewaltigt zu werden". Durch diese Aussa-

gen  und  das  gleichzeitig  aggressive  Verhalten  des  Beschuldigten  sei  die 

Privatklägerin  3  stark  verängstigt  worden  und  habe  befürchtet,  der  Beschuldigte 

werde ihr etwas antun, was vom Beschuldigten durch sein Verhalten bezweckt oder 

zumindest in Kauf genommen worden sei (Urk. 32 S. 5).

2.2 Die Privatklägerin 3 führte sowohl in der polizeilichen als auch der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme detailliert aus, wie sie zunächst vom Beschuldigten 

im Bus angesprochen und sodann ausgestiegen, aber vom Beschuldigten verfolgt 

worden sei. Nachdem sie in einen anderen Bus eingestiegen sei, habe der Beschul-

digte sie auch dorthin verfolgt. Sie sei daher wieder ausgestiegen. Während sie mit 

ihrem Freund am Telefon gewesen sei, habe der Beschuldigte sie angesprochen 

und  zu  ihr  gesagt  "wie  viel  Geld  möchtisch  du  Schlampe?".  Er  habe  gesagt,  er 

wohne gegenüber und habe auf einen Block gezeigt. Zudem habe er zu ihr gesagt 

"ich verwütsch dich scho no". Sie sei dann zur Bushaltestelle an der gegenüber-

liegenden Strassenseite gegangen, wobei der Beschuldigte ihr gefolgt sei. Er habe 

sie währenddessen angeschrien, sie sei eine Schlampe, er hole seine Cousins und 

seine  Brüder  und  wisse  jetzt,  wo  sie  wohne.  Zudem  habe  er  zu  ihr  gesagt  "ihr 

scheiss Frauen, ihr habt es verdient, vergewaltigt zu werden". Er habe sie sodann 

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weiterhin beschimpft. Sie sei in der Folge die Strasse entlang gerannt, wobei er ihr 

gefolgt sei. Als sie ihm dann gesagt habe, dass ihr Freund bald da sei und sie die 

Polizei  rufen  werde,  habe  sich  die  Situation  geändert.  Im  Nachgang  zu  diesem 

Vorfall sei sie sehr verängstigt gewesen und habe infolge einer Panikattacke auch 

hospitalisiert werden müssen (Urk. 17/1 Frage 6 ff.; Urk. 17/2 Frage 20 und Prot. I 

S. 8 ff.). Der Privatkläger 4 bestätigte diese Angaben insofern, als er ausführte, er 

habe mit der Privatklägerin 3 telefoniert und dabei die Beleidigungen des Beschul-

digten  ("Schlampe",  "Nutte")  gehört.  Seine  Partnerin,  die  Privatklägerin  3,  habe 

dabei immer wieder "geh weg" und "lass mich in Ruhe" gesagt (Urk. 18/2 Frage 23). 

2.3 Der Beschuldigte stellt den Vorwurf seinerseits generell in Abrede und machte 

gegenüber  der  Polizei  grösstenteils  ausweichende  Ausführungen  (Urk. 14/1 

Frage 8 ff.). Weiter führte er ohne weitere Erläuterungen aus, die Frau (gemeint ist 

die Privatklägerin 3) ist krank und suchte Probleme (Urk. 14/1 Frage 81). Er habe 

zu ihr gesagt, dass sie weggehen solle. Er habe zudem bloss zu ihr gesagt, dass 

sie eine Maske tragen solle (Urk. 14/1 Frage 96). Auch in der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme stellte er sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, er habe 

die Privatklägerin 3 bloss angesprochen, weil sie keine Maske getragen habe. Als 

sie  ausgestiegen  sei,  habe  er  zu  ihr  gesagt,  dass  sie  besser  eine  Maske  tragen 

solle.  Sie  sei  ihm  daraufhin  hinterher  gelaufen  und  habe  ihn  verfolgt  (Urk. 14/2 

Frage 37). Er habe in einem Geschäft in E._____ einkaufen wollen, die Privatklä-

gerin 3 habe ihn aber verfolgt und das nicht zugelassen. Er habe zudem eine wei-

tere Runde mit einem Bus gedreht, da ihm die Landschaft und Natur gut gefalle 

(Urk. 14/2 Frage 42 ff.). Anlässlich seiner Befragung an der Berufungsverhandlung 

stellte er den Vorfall ebenfalls wiederum in Abrede und erklärte, er habe der Privat-

klägerin 3 lediglich gesagt, sie solle eine Maske tragen. Sie habe im Bus den Platz 

gewechselt und sei neben ihn gesessen. Sie habe keine Angst vor ihm gehabt. Sie 

habe  dann  den  Privatkläger  4  angerufen,  welcher  gekommen  sei.  Weil  er  (der 

Beschuldigte) Angst gehabt habe, habe er um Hilfe gerufen und jemand habe dann 

die Polizei angerufen (Urk. 108 S. 12 ff.). 

2.4 Die  Aussagen  der  Privatklägerin  wirken  äusserst  lebensnah  und  erlebt. 

Detailliert schilderte sie den Ablauf von Beginn weg und erklärte jeweils, wie sie 

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sich  dabei  gefühlt  habe.  Auch  die  Interaktion  mit  dem  Privatkläger  4  und  die 

Alarmierung der Polizei fügt sich in ein überzeugendes Gesamtbild ein. Der Privat-

kläger 4 bestätigte im Übrigen ihre Aussagen dahingehend, dass die Privatkläge-

rin 3 grosse Angst gehabt habe, ihm geschrieben habe und er danach am Telefon 

mit ihr die Beschimpfungen des Beschuldigten mitbekommen habe. Eine plausible 

und  nachvollziehbare  Erklärung,  weshalb  die  Privatklägerin  3  und  der  Privat-

kläger 4 den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollten, ist nicht ersichtlich. Viel-

mehr  belasteten  sie  sich  mit  ihren  Aussagen  auch  selbst,  indem  z.B.  der  Privat-

kläger  4  erklärte,  dass  er  den  Beschuldigten  geschlagen  habe  (vgl.  auch  nach-

folgend  Erw. 3).  Weiter  schilderte  die  Privatklägerin  3,  dass  sie  aufgrund  einer 

Panikattacke  hospitalisiert  werden  musste,  was  weiter  dafür  spricht,  dass  sie 

wegen der Aussagen und des Verhaltens des Beschuldigten tatsächlich verängstigt 

war. Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen demgegenüber in keiner Weise 

überzeugend und entgegen der Verteidigung auch nicht als "ebenso plausibel" wie 

diejenigen der beiden Privatkläger (vgl. Urk. 110 S. 4). Entgegen den Schilderun-

gen  des  Beschuldigten  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  (Urk. 108  S. 14  f.) 

lässt  sich  dem  Polizeirapport  vom  10. November  2021  entnehmen,  dass  der 

Beschuldigte sehr unhöflich und offensichtlich betrunken gewesen sei (Urk. D2/1 

S. 5). Im Gegensatz zu den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 110 S. 6) stellte 

der Beschuldigte sodann gänzlich in Abrede, im Verlauf des Konflikts unanständige 

Worte benutzt zu haben (Urk. 108 S. 12). Nach dem oben Gesagten ist dies jedoch 

nicht glaubhaft. Dass die Privatklägerin 3 den betrunkenen Beschuldigten alleine 

verfolgt haben soll, überzeugt sodann in keiner Weise und stünde auch im Wider-

spruch zu ihren nachweislich an den Privatkläger 4 versandten WhatsApp-Nach-

richten (vgl. D2 Urk. 2/1). Auch die Darstellung des Beschuldigten, dass er einzig 

aufgrund der schönen Natur eine weitere Runde mit dem Bus gedreht habe und 

dies  zufällig  jener  gewesen  sein  soll,  den  auch  die  Privatklägerin  3  genommen 

hatte, ist schlichtweg nicht nachvollziehbar. 

Es ist daher von den Aussagen der Privatklägerin auszugehen, womit der Sachver-

halt diesbezüglich erstellt ist. 

-   9   -

2.5 Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz würdigten den erstellten Sachver-

halt als Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Urk. 97 S. 64 ff.). Die Vertei-

digung  hat  diesbezüglich  an  der  Berufungsverhandlung  vorgebracht,  dass  die 

Privatklägerin 3 nicht stark verängstigt gewesen sei, zumal sie dem Beschuldigten 

nachgelaufen  sei,  und  wies  ferner  auf  eine  mutmasslich  emotional  instabile 

Persönlichkeitsstörung der Privatklägerin 3 hin (Urk. 110 S. 7). Die Vorinstanz hat 

die theoretischen Grundlagen zu diesem Tatbestand zutreffend aufgeführt (Urk. 97 

S. 64 f.). Die Äusserungen des Beschuldigten "ich verwütsch dich scho no" und "ihr 

scheiss Frauen, ihr habt es verdient vergewaltigt zu werden" sind insbesondere in 

der vorliegenden Konstellation eindeutig als Drohung zu qualifizieren. Der Beschul-

digte  stellte  der  Privatklägerin  3,  welche  im  Tatzeitpunkt  alleine  war,  nach  und 

verfolgte sie während einiger Zeit. Doch auch unabhängig davon, wären die beiden 

Äusserungen  zumindest  in  Kombination  als  Androhung  einer  Vergewaltigung  zu 

verstehen.  Dass  die  Privatklägerin  dem  Beschuldigten  nachgelaufen  sei,  ändert 

daran  nichts,  zumal  sie  in  jenem  Zeitpunkt  gemäss  ihren  Aussagen  lediglich 

verhindern wollte, dass der Beschuldigte flüchtet und der Privatkläger 4 bereits auf 

dem  Weg  zu  ihr  war.  Der  objektive  Tatbestand  ist  damit  erfüllt.  In  subjektiver 

Hinsicht  handelte  der  Beschuldigte  vorsätzlich,  da  er  die  Privatklägerin  3  ein-

schüchtern und in Angst versetzen wollte. Ein anderer Grund für die fraglichen Äus-

serungen ist nicht ersichtlich. Der Beschuldigte ist demnach der Drohung im Sinne 

von Art. 180 Abs. 1 StGB zulasten der Privatklägerin 3 schuldig zu sprechen.

3.

Tätlichkeiten zum Nachteil von D._____ (Dossier 2)

3.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, anlässlich einer zunächst 

verbalen Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Privatkläger 4, D._____, wel-

cher der Privatklägerin 3 zu Hilfe gekommen sei, jenen am Hals gepackt und damit 

in einer Art und Weise körperlich beeinträchtigt zu haben, die über das allgemein 

übliche und gesellschaftlich geduldete Mass hinausgegangen sei. Dies habe er ge-

wusst und gewollt (Urk. 32 S. 6).

3.2.1 Der Privatkläger 4 führte diesbezüglich aus, der Beschuldigte sei, nachdem 

er ihn wegen der Auseinandersetzung mit der Privatklägerin 3 angesprochen habe 

und seine Hände deeskalierend in die Luft gehalten habe, auf ihn losgekommen. 

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Der Beschuldigte habe ihn direkt am Hals gepackt. Zudem habe er gesehen, dass 

der  Beschuldigte  etwas  in  der  Hand  halte.  Der  Beschuldigte  habe  ihn  schlagen 

wollen, aber er habe ausweichen können. Vermutlich habe er ihn leicht gestossen, 

woraufhin er wieder auf ihn losgekommen sei. Er habe dem Beschuldigten sodann 

eine Faust auf den Kiefer verpasst. Nachdem er ihn geschlagen habe, habe der 

Beschuldigte  kurz  den  Kopf  geschüttelt  (Urk. 17/1  Frage  8  und  13;  Urk. 17/2 

Frage 23).  Die  Privatklägerin  3  gab  zu  Protokoll,  dass  der  Beschuldigte  nach 

Eintreffen  des  Privatklägers  4  diesen  mit  einem  spitzen  Gegenstand  angegriffen 

habe. Der Privatkläger 4 sei aber ausgewichen. Sodann habe der Beschuldigte mit 

der anderen Hand versucht, den Privatkläger 4 zu schlagen (Urk. 17/2 Frage 23). 

3.2.2 Der Beschuldigte stellt sich seinerseits auf den Standpunkt, der Privatkläger 4 

sei  unvermittelt  auf  ihn  losgekommen  und  habe  ihn  schlagen  wollen  (Urk. 14/1 

Frage 14 und 102; Urk. 108 S. 13 f.). 

3.3 Auch  diesbezüglich  erscheinen  die  Schilderungen  des  Privatklägers  4 

deutlich  überzeugender  als  jene  des  Beschuldigten.  Der  Beschuldigte  behauptet 

pauschal,  dass  der  Privatkläger  4  ihn  direkt  geschlagen  habe,  ohne  dass  ein  in 

irgend einer Art nachvollziehbarer Geschehensablauf erkennbar wäre. Demgegen-

über berichtete der Privatkläger 4 detailliert, wie sich das Geschehen aus seiner 

Sicht abgespielt habe. Der Einwand der Verteidigung, wonach der Privatkläger 4 

zum  Kerngeschehen  nicht  glaubhaft  ausgesagt  habe  bzw.  dass  er  nicht  genau 

habe sagen können, wie er am Hals gepackt worden sei (Urk. 110 S. 9), erweist 

sich mit Blick auf die Aussagen des Privatklägers 4 als überspitzt und wortklaube-

risch.  Geringe  Unterschiede  im  Wortlaut  sind  im  Übrigen  aufgrund  des  dynami-

schen  Geschehens  nichts  Ungewöhnliches.  Ebenfalls  räumte  der  Privatkläger  4 

auch  ein,  dass  er  den  Beschuldigten  gestossen  und  danach  sogar  geschlagen 

habe.  Seine  Aussagen  sind  insbesondere  angesichts  der  Selbstbelastungen  als 

glaubhaft anzusehen. Zusammenfassend ist daher von der Schilderung des Privat-

klägers  4  auszugehen,  womit  der  Anklagesachverhalt  erstellt  ist.  Dass  gemäss 

Ausführungen der Verteidigung (Urk. 110 S. 3 und S. 11) das Verfahren gegen den 

Privatkläger 4 betreffend einen Faustschlag gegen den Kopf des Beschuldigten im 

Rahmen der vorliegenden Auseinandersetzung eingestellt worden sei, ist letztlich 

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den in jenem Verfahren zuständigen Behörden überlassen und ändert nichts am 

vorliegenden Tatbeitrag des Beschuldigten. 

3.4 Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz würdigten den erstellten Sachver-

halt als Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Urk. 97 S. 66 f.). Die Ver-

teidigung hat die rechtliche Würdigung nicht beanstandet bzw. sich diesbezüglich 

nicht  geäussert  (Urk. 110).  Die  Vorinstanz  hat  die  theoretischen  Grundlagen  zu 

diesem Tatbestand zutreffend aufgeführt und ist in der Folge zum richtigen Schluss 

gelangt, dass der Griff an den Hals als Tätlichkeit einzustufen ist. Auf ihre Erwä-

gungen kann verwiesen werden. Der Beschuldigte ist demnach in Bestätigung des 

vorinstanzlichen Entscheids der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. 

4.

Drohung zum Nachteil des Privatklägers 4 (D._____; Dossier 2)

4.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er sei dem Privatkläger 4 

nachgerannt und habe gesagt "ich bringe dich um", "ich töte dich, "du wirst schon 

sehen". Zudem habe der Beschuldigte zur Privatklägerin 3 und zum Privatkläger 4 

gesagt, "ich bringe euch um". Durch diese Aussagen und das gleichzeitig aggres-

sive Verhalten des Beschuldigten seien die Privatklägerin 3 und der Privatkläger 4 

stark  verängstigt  worden  und  hätten  befürchtet,  der  Beschuldigte  werde  ihnen 

etwas antun, was vom Beschuldigten durch sein Verhalten bezweckt oder zumin-

dest in Kauf genommen worden sei (Urk. 32 S. 6).

4.2 Der  Privatkläger  4  führte  diesbezüglich  aus,  der  Beschuldigte  habe  im 

Rahmen  der  zuvor  geschilderten  Begegnung,  nachdem  er  den  Beschuldigten 

aufgrund der Auseinandersetzung mit der Privatklägerin 3 angesprochen habe, zu 

ihm gesagt "ich bringe dich um", "ich töte dich" und zudem "Du und deine Frau, ich 

bringe  euch  um"  (Urk. 18/1  Frage  8;  Urk. 18/2  Frage  23;  Prot.  I  S.  13).  Er  habe 

dabei  gebrochen  Deutsch  gesprochen  (Urk. 18/1  Frage 9).  Dies  habe Angst und 

Panik bei ihm ausgelöst. Er, der Privatkläger 4, habe sich bedroht und geängstigt 

gefühlt, da "so unberechenbare Menschen" gefährlich seien (Urk. 18/1 Frage 25; 

vgl. auch Urk. 18/2 Frage 36). Er habe deswegen Herzrasen und Übelkeit verspürt. 

Zudem habe er Schweissausbrüche gehabt. Die Drohungen habe er ernst genom-

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men und auch damit gerechnet, dass der Beschuldigte dies zu einem späteren Zeit-

punkt umsetzen könnte (Urk. 18/1 Frage 27 ff.).

Die Privatklägerin 3 bestätigte die Schilderung des Privatklägers 4 und gab eben-

falls zu Protokoll, der Beschuldigte habe die Drohungen betreffend umbringen etc. 

gesagt, als ihr Freund, der Privatkläger 4, mit dem Beschuldigten gesprochen und 

sich gegen diesen gewehrt habe (Urk. 17/1 Frage 11). Weiter führte sie aus, der 

Beschuldigte  habe  zu  ihnen,  als  sie  letztlich  in  ihr  Fahrzeug  eingestiegen  seien, 

erneut gesagt "ich bringe dich um" und "ich bringe euch um" (Urk. 17/2 Frage 20 

S. 8). 

Der Beschuldigte stellt seinerseits jegliche Drohungen gegen den Privatkläger 4 in 

Abrede  (Prot.  I  S. 27;  Urk. 108  S. 14).  Die  Verteidigung  verwies  anlässlich  der 

Berufungsverhandlung  insbesondere  auf  den  Polizeirapport  vom  10. November 

2021  (Urk. 110  S. 11  f.),  wobei  sich  diesem  nichts  Entlastendes  zugunsten  des 

Beschuldigten entnehmen lässt. Der Sachverhalt lässt sich indessen gestützt auf 

die  glaubhaften  Aussagen  des  Privatklägers  4  und  die  Bestätigungen  durch  die 

Privatklägerin 3 ohne Weiteres erstellen. Dass die Privatklägerin 3 – so die Vertei-

digung (vgl. Urk. 110 S. 12) – die Drohungen des Beschuldigten gar nicht selbst 

mitbekommen und dies nur durch den Privatkläger 4 erfahren habe, ändert daran 

nichts.  Mit  der  Vorinstanz  macht  zudem  der  Umstand,  dass  die  Polizisten  im 

Polizeirapport  festgehalten  hätten,  dass  keine  Drohungen  in  ihrer  Anwesenheit 

ausgesprochen worden seien, die Aussagen der beiden Privatkläger nicht unglaub-

haft (vgl. Urk. 97 S. 60). Es ist daher vom Ablauf auszugehen, wie ihn die Staats-

anwaltschaft in der Anklageschrift umschrieben hat.  

4.3 Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz würdigten den erstellten Sachver-

halt als Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Urk. 97 S. 67 f.). Die Verteidi-

gung hat die rechtliche Würdigung nicht beanstandet bzw. sich diesbezüglich nicht 

geäussert (Urk. 110). Diese rechtliche Würdigung des Sachverhalts ist zutreffend. 

Die Ausdrücke "ich bringe dich um", "ich töte dich" und zudem "Du und deine Frau, 

ich bringe euch um" sind zweifellos als Todesdrohungen zu verstehen und mussten 

insbesondere  in  der  fraglichen  Konstellation,  in  welcher  der  Beschuldigte  die 

Privatklägerin 3 zuvor verfolgt und den Privatkläger 4 tätlich angegangen war, auch 

-   13   -

ernst  genommen  werden.  Der  Beschuldigte  ist  demnach  auch  betreffend  diesen 

Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Der 

angefochtene vorinstanzliche Schuldspruch der mehrfachen Drohung ist daher zu 

bestätigen.  

III. Sanktion und Vollzug

1.  Vorbemerkungen und Wahl der Strafart

1.1 Das  Bundesgericht  hat  die  Grundsätze  der  Strafzumessung  nach  Art. 47 ff. 

StGB  und  die  an  sie  gestellten  Begründungsanforderungen  wiederholt  dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der 

Einsatz-  und  der  Gesamtstrafe  nach  Art. 49  Abs. 1  StGB  in  Anwendung  des 

Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1.; BGE 217 E. 2.2 und E. 3; BGE 141 

IV  61  E. 6.1.2;  je  mit  Hinweisen).  Darauf  sowie  auf  die  zutreffenden  vorinstanz-

lichen Erwägungen kann vorab verwiesen werden (Urk. 97 S. 69 ff.).

1.2 Zur Wahl der Strafart ist daran zu erinnern, dass sich diese nach der Zweck-

mässigkeit bzw. Angemessenheit der Sanktion und der Präventionswirkung auf den 

Täter  (namentlich  unter  Berücksichtigung  von  Rückfall,  Delinquenz  während  der 

Probezeit oder Vorstrafen) richtet. Zu berücksichtigen sind weiter die Auswirkungen 

auf  die  soziale  Situation  des  Täters.  Daneben  spielt  untergeordnet  auch  das 

Verschulden  eine  Rolle  (BGE  147  IV  241  E.  3;  144  IV  313  E.  1.1.1;  Urteil 

7B_223/2022 vom 14. März 2024 E. 4.2; je mit Hinweisen). Bei mehreren in Frage 

kommenden Strafarten ist in der Regel die mildere Strafart zu wählen, wobei die 

Geldstrafe der Freiheitsstrafe grundsätzlich vorgeht (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1 mit 

Hinweis). In die Wahl der Strafart einzubeziehen sind auch die Kriterien von Art. 41 

StGB, dies im Bereich, wo eine Geld- und eine Freiheitsstrafe in Betracht fallen. 

Die Wahl der strengeren Sanktionsart der Freiheitsstrafe ist zu begründen (Urteil 

7B_223/2022 vom 14. März 2024 E. 4.2 mit Hinweis).

Im  aktuellen  Strafregisterauszug  des  Beschuldigten  sind  insgesamt  8  Vorstrafen 

verzeichnet.  Konkret  wurde  er  von  der  Staatsanwaltschaft  Limmattal/Albis  am 

21. Mai 2014 der Übertretung des Ausländergesetzes, der Übertretung des Betäu-

-   14   -

bungsmittelgesetzes sowie des rechtswidrigen Aufenthaltes schuldig gesprochen 

und  zu  einer  unbedingten  Freiheitsstrafe  von  150  Tagen  sowie  einer  Busse  von 

Fr. 300.–  verurteilt.  Am  30. Juli  2014  sprach  ihn  die  Staatsanwaltschaft  Limmat-

tal/Albis des einfachen Diebstahls sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und  Beamte  schuldig  und  verurteilte  ihn  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  180 Tagen. 

Am 19. Oktober 2015 sprach ihn die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat der Miss-

achtung einer Ein- oder Ausgrenzung schuldig und verurteilte ihn zu einer unbe-

dingten Freiheitsstrafe von 90 Tagen. Am 25. Januar 2016 sprach ihn die Staats-

anwaltschaft Winterthur/Unterland des rechtswidrigen Aufenthalts schuldig und ver-

urteilte  ihn  zu  einer  unbedingten  Freiheitsstrafe  von  3  Monaten.  Am  7. Oktober 

2016  wurde  er  durch  die  Staatsanwaltschaft  Winterthur/Unterland  wegen  einer 

Missachtung einer Ein- oder Ausgrenzung schuldig gesprochen und zu einer unbe-

dingten Freiheitsstrafe von 30 Tagen verurteilt. Am 1. Dezember 2016 sprach ihn 

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis des einfachen Diebstahls sowie der Miss-

achtung einer Ein- oder Ausgrenzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheits-

strafe von 3 Monaten. Am 31. Dezember 2016 wurde er durch die Staatsanwalt-

schaft  Limmattal/Albis  erneut  wegen  einer  Missachtung  einer  Ein-  oder 

Ausgrenzung  schuldig  gesprochen  und  zu  einer  unbedingten  Freiheitsstrafe  von 

150  Tagen  verurteilt.  Schliesslich  wurde  er  am  30. Dezember  2017  durch  die 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat wegen einfachen Diebstahls sowie der Missach-

tung einer Ein- oder Ausgrenzung schuldig gesprochen und zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 100 Tagen verurteilt (Urk. 99). An diesen zahlreichen Vorstrafen 

aus  den  Jahren  2014  bis  2017  ist  –  entgegen  der  Verteidigung  (vgl.  Urk. 110 

S. 15 f.) – erkennbar, dass sich der Beschuldigte auch durch mehrere unbedingte 

Freiheitsstrafen nicht von weiterer Delinquenz abhalten liess. Entsprechend muss 

davon  ausgegangen  werden,  dass  die  weniger  eingriffsintensiven  Geldstrafen 

keine  ausreichende  spezialpräventive  Wirkung  entfalten  würden.  Vorliegend 

kommt hinzu, dass der Beschuldigte während laufender Strafuntersuchung erneut 

delinquierte und auch damit unter Beweis stellte, dass er sich von Strafverfahren 

und den daraus resultierenden Sanktionen nicht beeindrucken lässt. Es ist daher 

bei denjenigen Delikten, bei welchen das Gesetz sowohl eine Geld- als auch eine 

Freiheitsstrafe vorsieht, aus spezialpräventiven Gründen letztere zu wählen (Art. 41 

-   15   -

Abs. 1  lit. a  StGB).  Ergänzend  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Beschuldigte  als 

abgewiesener  Asylbewerber  mit  Sozialhilfestopp,  welcher  eigenen  Angaben 

zufolge auch über kein Vermögen verfügt (vgl. Urk. 14/4 Frage 17; Prot. I. S. 16 f. 

und Urk. 27/1), eine Geldstrafe wohl nur mit Schwierigkeiten bezahlen könnte. Der 

Vollzug  einer  Geldstrafe  erscheint  daher  ernsthaft  gefährdet.  Auch  aus  diesem 

Grund ist vorliegend – sofern gesetzlich möglich – die Strafart der Freiheitsstrafe 

vorzuziehen (Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB).

2.

Die Drohung im Sinne von Art. 180 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren  oder  Geldstrafe  bestraft.  Die  Beschimpfung  im  Sinne  von  Art.  177  StGB 

sieht  demgegenüber  bloss  eine  Geldstrafe  bis  zu  90  Tagessätzen  als  mögliche 

Sanktion vor. Die weiter zu beurteilenden sexuellen Belästigungen und die Tätlich-

keit stellen sodann Übertretungen dar, welche mit Busse zu sanktionieren sind. Es 

ist demnach zunächst für die Drohungen eine Gesamtfreiheitsstrafe festzulegen. 

Für die Beschimpfung ist sodann eine separate Geldstrafe auszufällen. Weiter ist 

für die Übertretungen eine Gesamtbusse festzusetzen. Als schwerste Drohung gilt 

vorliegend jene zum Nachteil der Privatklägerin 3 gemäss Dossier 2, Sachverhalts-

abschnitt  4,  da  es  sich  um  eine  Vergewaltigungsdrohung  handelte,  welche  nach 

einem eigentlichen Nachstellen und Verfolgen ausgesprochen wurde. Es ist für die 

Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe somit von dieser auszugehen.

3. Gesamtfreiheitsstrafe für mehrfache Drohung

3.1 Drohung  zum  Nachteil  der  Privatklägerin  3  (Dossier  2,  Sachverhaltsab-

schnitt 4)

Der  Beschuldigte  sagte  zur  Privatklägerin  "ich  verwütsch  dich  scho  no"  und  "ihr 

scheiss Frauen, ihr habt es verdient, vergewaltigt zu werden". Die Androhung einer 

Vergewaltigung ist eine äusserst schwere Drohung und dürfte für die Privatklägerin 

extrem  beunruhigend  gewesen  sein.  Dies  insbesondere  in  der  vorliegenden 

Konstellation. Der Beschuldigte hat die Privatklägerin 3 während längerer Zeit im 

Bus belästigt und ist ihr sodann sogar in einen anderen Bus gefolgt. Ebenfalls ist 

er  ihr  auf  der  Strasse  nachgelaufen.  Die  Privatklägerin,  welche  im  Tatzeitpunkt 

alleine unterwegs war, musste vor diesem Hintergrund die Drohung durchaus ernst 

-   16   -

nehmen und wurde entsprechend verängstigt, was sich auch anhand ihrer in der 

Folge erlittenen Panikattacke deutlich zeigt. Insgesamt wäre bei isolierter Betrach-

tung dieser Drohung eine Freiheitsstrafe von 120 Tagen angezeigt.

3.2 Drohung zum Nachteil der Privatklägerin 3 und des Privatklägers 4 (Dossier 2, 

Sachverhaltsabschnitt 7)

Der Beschuldigte sagte zum Privatkläger 4 "ich bringe dich um", "ich töte dich" und 

"du wirst schon sehen". Zudem sagte er zum Privatkläger 4 und zur Privatklägerin 3 

"ich bringe euch um". Er hat damit Todesdrohungen ausgesprochen, auch wenn 

diese noch nicht weiter konkretisiert wurden. In Kombination mit seinem aggressi-

ven  Auftreten  und  dem  Umstand,  dass  er  den  Privatkläger  4  zuvor  auch  tätlich 

angegangen war und der Privatklägerin 3 nachgestellt hatte, mussten die Drohun-

gen  ernst  genommen  werden.  Bei  isolierter  Betrachtung  würde  sich  hierfür  eine 

Freiheitsstrafe von 80 Tagen rechtfertigen 

3.3 Asperation

Die  Einsatzstrafe  von  120  Tagen  für  die  Vergewaltigungsandrohung  gegen  die 

Privatklägerin  3  ist  aufgrund  der  weiteren  (Todes-)Drohungen  gegen  den  Privat-

kläger  4  und  teilweise  gegen  die  Privatklägerin  3  zu  erhöhen.  Der  örtliche  und 

zeitliche Zusammenhang der beiden Delikte ist sehr eng. Beide Drohungen wurden 

im Rahmen der gleichen Auseinandersetzung mündlich geäussert. Es rechtfertigt 

sich daher, die Einsatzstrafe um 40 Tage auf insgesamt 160 Tage zu erhöhen.

4. Geldstrafe für Beschimpfung

Der Beschuldigte sagte zur Privatklägerin 3, sie sei eine "Scheiss Schlampe" und 

"Hure". Die mündliche geäusserte Beschimpfung verletzte die Privatklägerin 3 in 

ihrer Ehre. Es rechtfertigt sich, hierfür eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen auszu-

fällen.

-   17   -

5.

Busse

5.1 Sexuelle Belästigung zum Nachteil der Privatklägerinnen 1 und 2

Der Beschuldigte hat zu den beiden 15 bzw. 16-jährigen Privatklägerinnen, welche 

sich am Bahnhof in B._____ aufgehalten hatten, gesagt: "du bist eine schöne Frau", 

"du hast einen schönen Arsch", "du hast einen geilen Arsch und schöne Kurven" 

und "du bist sicher keine Jungfrau mehr". Zudem hat der Beschuldigte die Privat-

klägerinnen 1 und 2 gefragt, ob sie schon "gefickt" hätten, ob sie einen Porno sehen 

wollten, wie jemand seinen "Schwanz lutsche" und ob sie seinen "Schwanz" sehen 

wollten. Weiter sagte er zu den Privatklägerinnen 1 und 2, dass er andere Frauen 

"viel in den Arsch ficke". Diese groben verbalen sexuellen Belästigungen dürften 

für die beiden jungen Frauen äusserst unangenehm und beunruhigend gewesen 

sein.  Weiter  fällt  ins  Gewicht,  dass  es  der  Beschuldigte  nicht  bloss  bei  einem 

Spruch  beliess,  sondern  die  beiden  jungen  Frauen  mit  einer  ganzen  Reihe  an 

unangemessenen Sprüchen und Aussagen eindeckte. Weiter erfolgten die verba-

len Äusserungen des Beschuldigten gänzlich einseitig, ohne dass die Privatkläge-

rinnen  dem  Beschuldigten  in  irgend  einer  Art  und  Weise  zu  verstehen  gegeben 

hätten,  dass  sie  mit  ihm  interagieren  wollten.  Sodann  öffnete  der  Beschuldigte 

während des gleichen Vorfalls seinen Gurt und griff sich in die Hose und berührte 

seinen  Penis.  Bei  isolierter  Betrachtung  würde  sich  für  die  sexuelle  Belästigung 

eine Busse in Höhe von Fr. 1'000.– rechtfertigen.

5.2 Sexuelle Belästigung zum Nachteil der Privatklägerin 3

Der Beschuldigte sagte zur Privatklägerin 3, als diese aus dem Bus ausstieg, um 

nachhause zu gehen, "wie viel Geld möchtisch du Schlampe?" und packte sie dabei 

an der Schulter. Bei isolierter Betrachtung würde sich für diese verbale Äusserung 

eine Busse in Höhe von Fr. 100.– angemessen erweisen.

5.3 Tätlichkeit zum Nachteil des Privatklägers 4

Der Beschuldigte packte den Privatkläger 4, welcher der Privatklägerin 3 zur Hilfe 

geeilt war, am Hals. Wäre dieses Delikt isoliert zu betrachten, erschiene eine Busse 

in Höhe von Fr. 200.– angemessen. 

-   18   -

5.4 Asperation (Art. 49 Abs. 1 StGB)

Die für die sexuelle Belästigung zum Nachteil der Privatklägerinnen 1 und 2 festge-

setzte  Busse  von  Fr. 1'000.–  ist  aufgrund  der  sexuellen  Belästigung  der  Privat-

klägerin  3,  welche  isoliert  mit  Fr. 100.–  zu  bestrafen  wäre,  in  Anwendung  des 

Asperationsprinzips  (Art.  49  Abs.  1  StGB  i.V.m.  Art.  104  StGB)  um  Fr. 50.–  zu 

erhöhen.  Für  die  Tätlichkeit  zum  Nachteil  des  Privatklägers  4,  welche  isoliert 

betrachtet mit Fr. 200.– zu bestrafen wäre, ist eine Erhöhung um Fr. 100.– vorzu-

nehmen. Gesamthaft resultiert damit eine Busse in Höhe von Fr. 1'150.–.

6.

Täterkomponente und Tagessatzhöhe

6.1 Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist bekannt, dass er in 

Libyen  geboren  wurde  und  mit  5  Jahren  mit  der  Familie  nach  Tunesien  ging.  Er 

ging einige Jahre dort zur Grundschule und flüchtete sodann mit 13 Jahren nach 

Frankreich.  Dort  hat  er  seinen  Angaben  zufolge  auf  der  Strasse  Französisch, 

Italienisch und Deutsch gelernt. Seine Muttersprache ist aber Arabisch. Als er in 

die Schweiz gekommen war, wurde er wegen illegaler Einreise in Haft genommen. 

Einen  Pass  besitzt  er  nicht.  In  der  Schweiz  hat  der  Beschuldigte  nicht  wirklich 

gearbeitet. Zurzeit lebt er in einer Wohnung in F._____, welche vom Sozialamt zur 

Verfügung gestellt wird. Seit dem heute zu beurteilenden Ereignis leidet er seinen 

Schilderungen  zufolge  an  Depressionen  und  Diabetes.  Hierfür  nimmt  er  regel-

mässig Medikamente ein. Bereits seit einigen Jahren ist er zudem in psychologi-

scher und psychiatrischer Behandlung in Arud. Er hat weder Vermögen noch Schul-

den. Er erhält monatlich ca. Fr. 400.– vom Sozialamt zum Leben (Urk. 14/4 Frage 

17; Prot. I S. 16 f.; Urk. 108 S. 2-10). Der Aufenthaltsstatus des Beschuldigten wird 

als "Asylsuchender mit Sozialhilfestopp" geführt (Urk. 27/1). Aus seinem Lebens-

weg und seinen persönlichen Verhältnissen ergeben sich keine strafzumessungs-

relevanten Faktoren.

6.2 Der  Beschuldigte  stritt  im  vorliegenden  Verfahren  die  ihm  gemachten 

Vorwürfe grösstenteils ab. Reue und Einsicht sind folglich nicht zu erkennen. Dem 

Beschuldigten kann unter diesem Titel daher keine Strafreduktion gewährt werden.

-   19   -

6.3 Wie  eingangs  ausgeführt  wurde,  sind  im  aktuellen  Strafregisterauszug  des 

Beschuldigten derzeit noch 8 Verurteilungen eingetragen (Urk. 99). Es handelt sich 

dabei  zwar  teilweise  bzw.  zum  grössten  Teil  um  ausländerrechtliche  Delikte, 

welche in Bezug auf die heute zu beurteilenden Delikte nicht direkt einschlägig sind. 

Auch  diese  stellen  indessen  Vorstrafen  dar  und  sind  straferhöhend  zu  werten. 

Weiter  wurde  der  Beschuldigte  auch  bereits  wegen  Gewalt  und  Drohung  gegen 

Behörden  und  Beamte  verurteilt,  was  mit  Blick  auf  die  heute  zu  beurteilenden 

Delikte zumindest teilweise einschlägig ist. Weiter sind auch Verurteilungen wegen 

Diebstahl  im  Strafregisterauszug  des  Beschuldigten  eingetragen.  Die  Vorstrafen 

sind daher klar straferhöhend zu werten. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte die 

Delikte gemäss Dossier 2 während laufender Strafuntersuchung und nach Entlas-

sung aus der Haft aufgrund der Vorwürfe gemäss Dossier 1 beging. Auch dies ist 

straferhöhend zu werten, da daraus eine gewisse Unbelehrbarkeit abzuleiten ist.

6.4 Zu  Recht  machte  die  Verteidigung  indes  eine  Verletzung  des  Beschleuni-

gungsgebots  geltend,  da  zwischen  der  Berufungsanmeldung  der  Staatsanwalt-

schaft und der Zustellung des begründeten Urteils durch die Vorinstanz mehr als 

ein  Jahr  verging  (Urk. 110  S. 13).  Es  rechtfertigt  sich  daher  eine  Reduktion  der 

Strafe im Umfang von 20 Tagen. 

6.5 Die  aufgrund  der  Vorstrafen  des  Beschuldigten  vorzunehmende  Erhöhung 

der Freiheitsstrafe und die infolge der Verletzung des Beschleunigungsgebots vor-

zunehmende Reduktion halten sich die Waage, sodass es bei einer Freiheitsstrafe 

von 160 Tagen bleibt. Die Geldstrafe von 15 Tagessätzen ist in Berücksichtigung 

der Täterkomponente um 5 Tagessätze auf 20 Tagessätze zu erhöhen. Schliess-

lich ist der Beschuldigte mit einer Busse in der Höhe von Fr. 1'150.– zu bestrafen. 

6.6 Der  Tagessatz  ist  angesichts  des  Umstands,  dass  der  Beschuldigte  weder 

Vermögen  noch  Schulden  hat  und  lediglich  Nothilfe  bezieht,  auf  Fr. 10.–  festzu-

setzen (vgl. Art. 34 Abs. 2 StGB).

-   20   -

7.

Fazit

Zusammenfassend  ist  der  Beschuldigte  demnach  zu  einer  Freiheitsstrafe  von 

160 Tagen,  einer  Geldstrafe  von  20  Tagessätzen  à  Fr. 10.–  und  einer  Busse  in 

Höhe von Fr. 1'150.– zu verurteilen. 

IV. Vollzug

1.

Das  Gericht  schiebt  den  Vollzug  einer  Geldstrafe  oder  einer  Freiheitsstrafe 

von  höchstens  zwei  Jahren  in  der  Regel  auf,  wenn  eine  unbedingte  Strafe  nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell ist das Fehlen einer ungüns-

tigen Prognose vorausgesetzt, wobei die günstige Prognose vermutet wird, ausser 

wenn der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder 

unbedingten  Freiheitsstrafe  von  mehr  als  sechs  Monaten  verurteilt  worden  ist 

(Art. 42 Abs. 2 StGB).

2.

Sowohl  die  Geld-  als  auch  die  Freiheitsstrafe  liegen  vorliegend  noch  im 

Bereich,  in  welchem  sie  vollständig  bedingt  ausgesprochen  werden  könnten.  Im 

aktuellen  Strafregisterauszug  des  Beschuldigten  sind  indessen  8  Verurteilungen 

aufgeführt. Diese sind zwar grösstenteils nicht einschlägig. Insbesondere wurde er 

aber  auch  bereits  wegen  Gewalt-  und  Drohung  gegen  Behörden  und  Beamte 

verurteilt, was mit Blick auf die heutigen Schuldsprüche wegen Drohung und Tät-

lichkeiten  zumindest  nicht  gänzlich  anders  gelagert  ist.  Im  Übrigen  spricht  allein 

schon  die  Anzahl  an  Vorstrafen  dafür,  dass  der  Beschuldigte  sich  von  Verurteil-

ungen  nicht  relevant  beeindrucken  lässt.  Weiter  hat  der  Beschuldigte  vorliegend 

während  laufender  Strafuntersuchung  und  nach  Entlassung  aus  der  Haft  weiter 

delinquiert, was auf eine gewisse Unbelehrbarkeit schliessen lässt. Stabilisierende 

Umstände, welche den Beschuldigten künftig von der Begehung weiterer Delikte 

abhalten  könnten,  sind  weiterhin  nicht  ersichtlich.  Insbesondere  hat  er  weiterhin 

keine  feste  Arbeitsstelle,  welche  ihm  eine  Tagesstruktur  geben  könnte.  Dem 

Beschuldigten  muss  daher  –  entgegen  der  Argumentation  der  Verteidigung 

(vgl. Urk. 110 S. 16) – eine schlechte Prognose gestellt werden. Sowohl die Geld- 

als auch die Freiheitsstrafe sind daher zu vollziehen.

-   21   -

3.

Die  Busse  ist  von  Gesetzes  wegen  zu  bezahlen  (Art.  105  Abs.  1  StGB). 

Bezahlt  der  Beschuldigte  die  Busse  schuldhaft  nicht,  tritt  an  deren  Stelle  eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 11 Tagen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  praxisgemäss  auf 

Fr. 3'600.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 GebV 

OG).  Die  Staatsanwaltschaft  dringt  mit  ihren  Berufungsanträgen  grösstenteils 

durch. Der Umstand, dass die vorliegend auszusprechende Geldstrafe und die 

Busse  noch  unter  dem  Antrag  der  Staatsanwaltschaft  liegen,  ist  auf  einen 

Ermessensentscheid  des  Gerichts  zurückzuführen,  welcher  vorliegend  keine 

Auswirkungen  auf  die  Kostenfolgen  hat.  Im  Übrigen  liegt  die  heute  auszu-

sprechende Freiheitsstrafe leicht über dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Mit 

seinen  Anschlussberufungsanträgen  unterliegt  der  Beschuldigte  schliesslich 

vollumfänglich. Es rechtfertigt sich daher, die Kosten des Berufungsverfahrens 

dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen.

2.

Die  amtliche  Verteidigung  macht  für  das  Berufungsverfahren  Aufwend-

ungen  in  der  Höhe  von  Fr. 5'763.–  (inkl.  MwSt.  und  Barauslagen  sowie  einer 

Schätzung  für  die  Berufungsverhandlung)  geltend  (Urk. 107).  Angesichts  der 

Tatsache, dass vorliegend keine komplizierten Fragestellungen zu beantworten 

waren und der Fall auch nicht von grosser Tragweite für den Beschuldigten war, 

rechtfertigt es sich, die Entschädigung der Verteidigung auf pauschal Fr. 5'000.– 

festzusetzen.  Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  sind  einstweilen  auf  die 

Gerichtkasse zu nehmen. Vorbehalten bleibt eine Rückforderung beim Beschul-

digten gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO.

-   22   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 13. Juni 

2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig











(…)

der sexuellen Belästigung i.S.v. Art. 198 Abs. 1 StGB

der mehrfachen sexuellen Belästigung i.S.v. Art. 198 Abs. 2 StGB

(…)

der Beschimpfung i.S.v. Art. 177 Abs. 1 StGB.

Von den übrigen Vorwürfen wird der Beschuldigte freigesprochen.

In Bezug auf den Vorwurf der Drohung in B._____ am 13. März 2021 wird das Ver-

fahren eingestellt.

(…)

(…)

(…)

Die Zivilforderungen der Privatklägerinnen 1 und 2 werden auf den Zivilweg verwie-

sen.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 eine Genugtuung in Höhe von 

Fr. 500.00 zu bezahlen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 eine Prozessentschädigung 

von Fr. 5'000.00 zu bezahlen.

10.

Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als amtlicher 

Verteidiger mit Fr. 20'791.90 (Betrag enthält Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 

entschädigt.

11.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin lic. iur. Y._____ der Privatklägerin 1 wird für ihre 

Bemühungen und Auslagen mit Fr. 3'437.15 (Betrag enthält Mehrwertsteuer) aus der 

Gerichtskasse entschädigt.

-   23   -

12.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin lic. iur. Z._____ der Privatklägerin 2 wird für ihre 

Bemühungen und Auslagen mit Fr. 4'613.75 (Betrag enthält Mehrwertsteuer) aus der 

Gerichtskasse entschädigt.

13.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'500.00   Gebühr Vorverfahren;

20'791.90   amtliche Verteidigung;

3'437.15   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 1;

4'613.75   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 2.

Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr 

um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

14.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser diejenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, 

werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Im Restbetrag von 

1/3 werden diese auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die 

Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung im Umfang von 2/3 

der Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

15.

(Mitteilungen)

16.

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig: 

-

-

der mehrfachen Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB sowie

der Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 160 Tagen Freiheitsstrafe, wovon 3 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind, und mit einer Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie einer Busse von Fr. 1'150.–.

-   24   -

3.

4.

Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 11 Tagen.

5.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt.)

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

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die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben)

die Vertretung der Privatklägerin G._____ im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin H._____ im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin C._____ im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versandt)

den Privatkläger D._____ (versandt)

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangen.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

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und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

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die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 2. Juni 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw A. Jacomet