# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7864684c-65ba-51c0-b454-b382c1b0236f
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-10
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 10.07.2014 C1 14 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_C1-14-7_2014-07-10.pdf

## Full Text

RVJ / ZWR 2015 167 

 

Obligationenrecht 
Droit des obligations 

Haftung aus unerlaubter Handlung - KGE (I. Zivilrechtliche Abtei-
lung) vom 10. Juli 2014, X. c. Y. - TCV C1 14 7 

Haftung bei einer Kollision zwischen Skifahrer und Fussgänger 

- Das schweizerische Recht kennt keine spezialgesetzliche Regelung zum Verhalten 
von Schneesportlern und Fussgängern bei gemeinsamer Nutzung eines Weges als 
Skipiste und Fuss-/Wanderweg. Die Verantwortlichkeit von Schneesportlern und von 
Fussgängern bei Unfällen, insbesondere bei Kollisionen, beurteilt sich daher gestützt 
auf die Bestimmungen des Obligationenrechts aus unerlaubter Handlung (Art. 41 ff. 
OR). Dabei erscheint es sachgerecht, die FIS-Regeln und die Regeln fürs Skitouren-
gehen hilfsweise beizuziehen (E. 3.2). 

- Anwendungsfall (E. 3.3). 

Responsabilité en cas de collision entre un skieur et un piéton 

- Le droit suisse ne connaît pas de réglementation légale particulière régissant le 
comportement des adeptes des sports d’hiver et des piétons en cas d’usage 
commun d’un chemin servant de piste de ski et de randonnée pour les promeneurs. 
En cas d’accident et plus particulièrement de collision, la responsabilité des sportifs 
et des piétons se détermine, dès lors, à l’aide des dispositions du droit des obliga-
tions régissant les actes illicites (art. 41 CO ss). A cet égard, il se justifie de se référer 
aux règles de la FIS ainsi qu’à celles régissant la randonnée à ski (consid. 3.2) 

- Application au cas d’espèce (consid. 3.3) 

 

Verfahren (gekürzt) 
 

Der (Berufungs-) Kläger machte den (Berufungs-) Beklagten verant-
wortlich für die Folgen eines Zusammenstosses, der sich am 6. März 
2010 zwischen den Parteien - Kläger als Skifahrer, Beklagter als 
Fussgänger - ereignet hatte. 

 

Aus Sachverhalt und Erwägungen 
 

2.  Art. 55 ZPO regelt die Geltung des Verhandlungs- und Untersu-
chungsgrundsatzes. Gemäss Abs. 1 haben die Parteien dem Gericht 
die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die 

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Beweismittel anzugeben; den Parteien obliegt die Behauptungs-, 
Substanziierungs- und Beweisführungslast (Verhandlungsgrundsatz; 
vgl. Gehri, Basler Kommentar, 2. A., N. 2 ff. zu Art. 55 ZPO). Vorbe-
halten bleiben, so Abs. 2, gesetzliche Bestimmungen über die Fest-
stellung des Sachverhaltes und die Beweiserhebung von Amtes 
wegen (Untersuchungsgrundsatz). 

Der Berufungskläger macht - zu Recht - nicht geltend, vorliegend 
würde der Untersuchungsgrundsatz zur Anwendung gelangen. Viel-
mehr bezieht er sich auf die Beweisverfügung vom 30. August 2012, 
womit der Bezirksrichter dem Kläger den Hauptbeweis und dem 
Beklagten den Gegenbeweis für dem Rechtsstreit zu Grunde liegende 
Tatsachen auferlegte, ohne indes die darin vorgenommene Verteilung 
der Beweislast zu rügen. Der Berufungskläger begnügt sich damit, 
seine bereits in seiner Schlussdenkschrift vor Bezirksgericht gemach-
ten Kommentare zum Beweisergebnis zu wiederholen. Mit der blos-
sen Wiederholung seiner früheren Kommentare setzt er sich nicht mit 
den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander. Seine Berufung ist 
daher insoweit nicht gehörig begründet, weshalb darauf nicht einzu-
treten ist. Eine Verletzung von Art. 55 ZPO ist jedenfalls nicht darge-
tan. Inhaltlich richten sich die Ausführungen in der Berufungsschrift 
denn auch gegen die Beweiswürdigung, welche nachfolgend, vor-
behältlich einer gehörigen Begründung, näher zu prüfen ist. 

3.1  Der Riedweg bei Zermatt dient im Winter einerseits als Talabfahrt 
ins Dorf und anderseits als Fussweg. Dabei ist der untere Teil des 
Riedwegs mittels Abschrankungen in zwei Bereiche unterteilt: der 
talwärts liegende, schmalere Bereich ist Fussgängern vorbehalten; 
der bergwärts liegende, breitere Bereich steht ausschliesslich den 
Schneesportlern für die Abfahrt zur Verfügung Diese Unterteilung 
endet gut 100 m unterhalb des Restaurants Olympiastübli. Dieses 
grenzt talseitig direkt an den Riedweg; oberhalb desselben, dem 
Olympiastübli gegenüber, befindet sich eine Gartenterrasse, welche 
zum Restaurant gehört. 

Am 6. März 2010 wanderte das Ehepaar Y. auf dem Riedweg von 
Zermatt in Richtung Restaurant Olympiastübli, wo sie einkehren 
wollten. Vorerst benutzten die beiden den für Fussgänger abge-
trennten Bereich. Nach dessen Ende liefen sie auf dem Riedweg 
weiter auf das Restaurant zu, der Ehemann vor der Ehefrau. Zur glei-
chen Zeit näherte sich X. auf Skiern von oben dem Olympiastübli; 

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dessen Gattin und dessen Sohn fuhren hinter ihm her. Etwas unter-
halb des Restaurants kollidierten der Skifahrer X. und der Fussgänger 
Y. Beide Männer zogen sich beim Zusammenprall Verletzungen zu. 

Auf der Höhe des Restaurants Olympiastübli weist der Riedweg eine 
Breite von ca. 2.5 m auf und er geht in eine Kurve über (von unten 
Rechtskurve, von oben Linkskurve), so dass er (bzw. die Fortsetzung 
des Weges nach dem Restaurant) für die auf der Piste heranfahren-
den Schneesportler nicht bzw. nicht gänzlich einsehbar ist. Oberhalb 
des Restaurants sind auf der Piste mehrere Warnsignale angebracht, 
welche auf eine Mehrfachbenützung des Riedwegs durch Schnee-
sportler und Fussgänger hinweisen. X. weilte nach eigener Dar-
stellung schon wiederholte Male in Zermatt zum Skifahren, er kannte 
die Talabfahrt Pattularve/Riedweg und wusste, dass der Riedweg an 
besagter Stelle ebenfalls von Wanderern bzw. Fussgängern benutzt 
wird. In seiner Berufung stellt der Kläger die Mitbenutzung des Ried-
wegs durch Fussgänger und sein Wissen darum nicht in Frage. 

3.2  Das schweizerische Recht kennt keine spezialgesetzliche Rege-
lung zum Verhalten von Schneesportlern und Fussgängern bei ge-
meinsamer Nutzung eines Weges als Skipiste und Fuss-/Wanderweg. 
Nach geltendem Recht ist daher die Verantwortlichkeit von Schnee-
sportlern und von Fussgängern bei Unfällen, insbesondere bei Kolli-
sionen, zivilrechtlich gestützt auf die Bestimmungen des Obligationen-
rechts aus unerlaubter Handlung zu beurteilen (Art. 41 ff. OR; vgl. 
Hans-Kaspar Stiffler, Schweizerisches Schneesportrecht, 3. A., Bern 
2002, N. 20 f.; ZWR 2005 S. 175 E. 5a). Danach ist dem Geschädigten 
zum Ersatz verpflichtet, wer diesem widerrechtlich, mit Absicht oder 
aus Fahrlässigkeit, Schaden zugefügt hat (Art. 41 OR). Anspruchs-
voraussetzungen bilden also: Schaden, Kausalität, Widerrechtlichkeit 
und Verschulden. Der aus Art. 41 OR Klagende hat gemäss Art. 8 
ZGB und Art. 42 Abs. 1 OR das Verschulden, d.h. das Verhalten (Tun, 
Unterlassen) des Beklagten, das vom Kläger als Schadensursache 
angesprochen wird, sowie die Sachumstände, aus denen sich der 
rechtliche Schluss der Absicht oder Fahrlässigkeit ergeben soll, die 
Widerrechtlichkeit dieses Verhaltens, den Eintritt des Schadens und 
die Schadenshöhe sowie den Kausalzusammenhang zwischen dem 
als Schadensursache angesprochenen Verhalten und dem Schaden 
zu beweisen (Kummer, Berner Kommentar, 1962, N. 240-246 zu 
Art. 8 ZGB). Der Bezirksrichter hat in korrekter Berücksichtigung der 
Beweislast dem Kläger den Hauptbeweis auferlegt und den Beklagten 

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zum Gegenbeweis zugelassen, was vom Berufungskläger in seiner 
Berufung denn auch nicht beanstandet wird. Als Hauptbeweisbelas-
teter trägt der Kläger die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. Walter, 
Berner Kommentar, 2012, N. 28 ff. und 65 ff. zu Art. 8 ZGB). 

Da das Verfahren auf die Frage der grundsätzlichen Haftbarkeit 
beschränkt ist, ist der Schaden vorliegend ausser Acht zu lassen. Die 
Verletzung eines absoluten Rechts, wie Leben, körperliche Integrität 
und Gesundheit, erfüllt den Tatbestand der Widerrechtlichkeit (vgl. 
BGE 123 II 577 E. 4d/bb). Es ist dem Grundsatze nach nicht strittig, 
dass sich der Kläger bei der Kollision mit dem Beklagten Verletzungen 
zugezogen hat. Strittig und demzufolge näher zu prüfen ist, ob ein 
zumindest fahrlässiges Verhalten des Beklagten zum Zusammenstoss 
und damit zu den Verletzungen und dem damit allenfalls verbundenen 
Schaden geführt hat. Fahrlässigkeit ist rechtlich missbilligte Unsorgfalt 
(Brehm, Berner Kommentar, N. 196 zu Art. 41 OR). Das Mass der im 
Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der 
Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes 
Verhalten gebieten, in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 127 
IV 34 E. 2a mit Hinweisen). Das gleiche gilt für entsprechende allge-
mein anerkannte Verhaltensregeln, auch wenn diese von einem priva-
ten oder halböffentlichen Verband erlassen wurden und keine Rechts-
normen darstellen. Der Kläger beruft sich in diesem Zusammenhang 
einerseits auf die sog. FIS-Regeln und anderseits auf die Regeln fürs 
Skitourengehen. Auch wenn sich diese Regeln - jedenfalls primär - an 
Skifahrer und Snowboarder bzw. an Skitourengänger richten, 
erscheint es sachgerecht, sie bei der Beurteilung eines Unfalles 
zwischen Schneesportlern und Fussgängern hilfsweise beizuziehen 
(zur Relevanz der FIS-Regeln siehe BGE 122 IV 17, 121 IV 207, 118 
IV 130 E. 3a, 106 IV 350 E. 3a mit Verweisungen; ZWR 2005 S. 175 E. 
5b, 2003 S. 320 ff., 1991 S. 457 ff.; Duc, La responsabilité civile des 
usagers des pistes de ski, Diss. Lausanne 1998, S. 155). 

3.3  Der Kläger macht den Beklagten für den Zusammenstoss verant-
wortlich, weil dieser rechts auf der Piste bis vor die Anlage der 
Sonnenterrasse marschiert sei und alsdann die Piste überquert habe, 
ohne sich zu vergewissern, dass kein Skifahrer nahe, wodurch er 
selbst die Kollision trotz angepasster Geschwindigkeit nicht mehr 
habe vermeiden können. 

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3.3.1  Die Gattin und der Sohn des Klägers fuhren hinter diesem her 
und haben gemäss ihrer jeweiligen Aussage weder den hochsteigen-
den Fussgänger noch den Zusammenstoss beobachtet. Sie können 
daher zum Verhalten der beiden Kollisionsbeteiligten unmittelbar vor 
und nach dem Zusammenstoss nichts sagen, insbesondere auch 
nicht zum Weg (tal- oder bergseitig), den der Beklagte auf dem letzten 
Wegstück vor dem Restaurant Olympiastübli gewählt hat und zum 
Vorhalt, der Fussgänger habe die Piste unvermittelt und ohne 
Rücksicht auf die Skifahrer rasch überquert. Soweit der Berufungs-
kläger sich insoweit in seiner Berufung auf Aussagen seiner Angehöri-
gen beruft, gibt er diese somit nicht korrekt wieder und er verkennt, 
dass seine Gattin und sein Sohn erst nach dem Unfall zu ihm auf-
schlossen und wegen der Linkskurve beim Restaurant vorher den 
fraglichen Bereich nicht einsehen konnten. 

Angaben zum hier strittigen Verhalten des Beklagten können dem-
nach ausschliesslich dieser selbst sowie seine Gattin und der Kläger 
machen: 

Bei seiner Einvernahme führte der Kläger aus, oberhalb des Olympia-
stübli sei eine gerade Strecke. An dieser Stelle könne man die Fuss-
gänger sehen, wenn sie auf der Talseite liefen. Nicht sehen könne 
man Fussgänger, die hinter der bergseitigen Terrasse laufen und 
plötzlich die Pistenseite wechseln würden. Er sei auf der Talseite 
gefahren, wo er den Überblick auf der ganzen Talseite der S-Kurve 
gehabt habe. Ebenfalls einsehen können habe er einen Teil der Berg-
seite. Nur was sich direkt hinter der Terrasse befunden habe, habe er 
nicht sehen können. Er sei total überrascht worden. Er habe fest-
gestellt, dass sich der Beklagte hinter der Terrasse befunden habe 
und sich auf die andere Seite der Skipiste begeben habe, ohne sich 
zu versichern, dass keine Skifahrer am Herkommen gewesen seien. 
Das Ganze sei innert Zehntelsekunden abgelaufen. Die Kollision habe 
auf der Talseite stattgefunden. In diesem Moment habe er immer noch 
eine adaptierte Geschwindigkeit gehabt, jedoch für eine Strecke die 
frei war. Wenn Fussgänger bergseits laufen würden, könne es zu 
keiner Kollision kommen. Er habe den Beklagten während der Fahrt 
nicht gesehen und nicht sehen können. Er habe den Fussgänger 
unmöglich umgehen können. 

Der Beklagte sagte aus, er sei mit seiner Gattin nach dem Ende der 
Unterteilung des Riedwegs in Fussweg und Piste in Marschrichtung 

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links auf der Talseite weitergelaufen. An den weiteren Verlauf und den 
Zusammenstoss vermöge er sich nicht zu erinnern, weil er als Folge 
seiner Kopfverletzungen eine fünfstündige Gedächtnislücke habe. 
Seine Ehefrau gab als Zeugin befragt zu Protokoll, sie seien in Lauf-
richtung links auf dem Riedweg, also talseitig, hochmarschiert, ihr 
Mann voraus und sie sei in ca. 4-5 m gefolgt. Der Skifahrer sei viel zu 
schnell und unkontrolliert und derart seitlich, d.h. auf dem Trampel-
pfad gefahren, der normalerweise von den Fussgängern benutzt 
werde. Sie habe sich selber gefragt, wo ihr Mann jetzt noch aus-
weichen könne. Sie habe die Kollision selber gesehen. Ihr Mann habe 
einen Schritt nach rechts gemacht und dabei den Arm zum Schutz vor 
das Gesicht gehalten. Der Skifahrer sei im letzten Moment nach links 
gefahren. Die Darstellung des Klägers, ihr Mann habe aus unerklär-
lichen Gründen vom unteren Teil der Sonnenterrasse des Olympia-
stübli bergseits die Skipiste springend überquert, um auf die Talseite 
zu gelangen, weshalb es zur Kollision gekommen sei, bezeichnete sie 
als abwegig. Sie seien die ganze Zeit talseits gewesen. 

3.3.2  Dem Berufungskläger ist darin beizupflichten, dass die Gattin 
des Beklagten ein Interesse am Ausgang des Verfahrens hat. Glei-
ches gilt aber zumindest ebenso für den Kläger selbst, der vom 
Beklagten Ersatz für den durch den Unfall erlittenen Schaden einfor-
dert. Der Aussage des Klägers kommt deshalb keine höhere Glaub-
würdigkeit zu. Es besteht insoweit Aussage gegen Aussage. Unbetei-
ligte Dritte wurden im Beweisverfahren nicht als Zeugen genannt. Es 
lässt sich daher allein aufgrund der beiden widersprüchlichen Aussa-
gen nicht klären, wie es zum Unfall gekommen ist. Damit ist dem 
Kläger der Nachweis nicht gelungen, dass der Beklagte ihm unver-
mittelt vor die Skier gesprungen ist und dadurch die Ursache für den 
Unfall gesetzt hat. Da den Kläger die (Haupt-)Beweislast trifft, hat er 
auch die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Das Bezirksgericht hat 
die Klage demzufolge zu Recht abgewiesen, weshalb die Berufung 
abzuweisen ist, soweit diese in diesem Punkt den Begründungs-
anforderungen überhaupt genügt. 

3.3.3  Berücksichtigt man die örtlichen Gegebenheiten und die weite-
ren Sachverhaltsumstände, so spricht im Übrigen einiges dafür, dass 
sich der Zusammenstoss wie von der Ehefrau des Beklagten geschil-
dert ereignet hat. Vorab ist kein Grund ersichtlich, weshalb der 
Beklagte vom tal- auf den bergseitigen Wegrand hätte wechseln 
sollen, um ins Restaurant Olympiastübli zu gelangen, welches talseitig 

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an den Riedweg grenzt. Auf der Talseite des Weges können die 
bergwärts wandernden Fussgänger die herannahenden Schneesport-
ler besser sehen, weshalb sich aus Sicherheitsüberlegungen - zumal 
die Ehegattin zu jenem Zeitpunkt schwanger war - ebenfalls die 
Benutzung dieser Seite aufdrängt. Der für diese Piste zuständige Ret-
tungschef führte denn auch aus, er würde am äusseren Rand, also 
talseitig, hochlaufen, weil man dort die bessere Übersicht habe. Diese 
Vorgabe deckt sich mit der Aussage der Gattin des Beklagten, 
wonach sich auf dieser Seite ein von den Fussgängern benutzter 
Trampelpfad befunden habe. Mithin ist die Beweiswürdigung der 
Vorinstanz, wonach anzunehmen sei, dass der Beklagte auf der 
talseitigen Strassenseite (aus seiner Sicht links) hochgelaufen sei, 
nicht zu beanstanden. Erstellt ist, dass der Kläger ausser Stande war, 
rechtzeitig abzubremsen, anzuhalten oder mit einem Bogen um den 
Beklagten herumzufahren, und in den Beklagten hineingefahren ist. 

Nach der FIS-Regel 1 hat jeder Skifahrer und Snowboarder sich so zu 
verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt. Diese 
Verhaltensregel enthält einen allgemeinen Grundsatz, der selbst keine 
Anweisung für ein bestimmtes Fahrverhalten gibt, aber als Auffangtat-
bestand gilt für Situationen, für die keine bestimmte Regelung besteht 
(Stiffler, a.a.O., N. 63 ff.). Laut Skitouren-Regel 2 und FIS-Regel 7 ist 
beim Aufstieg zu Fuss der Rand der Piste bzw. der Abfahrt zu benut-
zen. Laut FIS-Regel 2 muss jeder Skifahrer und Snowboarder auf 
Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise sei-
nem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen 
sowie der Verkehrsdichte anpassen. Eine menschenleere und gut 
präparierte Piste bedeutet dabei nicht uneingeschränkt freie Fahrt. 
Vielmehr muss der Schneesportler stets innerhalb der Sichtweite der 
vor ihm liegenden Strecke ausweichen oder anhalten können. Dieses 
Gebot gilt nicht nur für offenes Gelände, sondern auch (und insbeson-
dere) für Engnisse, Schneisen, Waldwege oder Tunnels. Bei unüber-
sichtlichen Streckenabschnitten hat jeder Schneesportler daher seine 
Geschwindigkeit so herabzusetzen, dass er bei einem überraschen-
den Hindernis - z.B. einem gestürzten Abfahrtsbenützer - anhalten 
oder vorbeifahren kann (BGE 122 IV 17 E. 2b/c; Stiffler, a.a.O., N. 73 
ff.). 

Vorliegend ist der Beklagte - in Übereinstimmung mit der Skitouren-
Regel 2 und der FIS-Regel 7 - am talseitigen Wegrand hochgelaufen. 
Dritte hat er nicht gefährdet. Ein schuldhaftes Verhalten seinerseits ist 

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somit nicht gegeben. Demgegenüber war der Kläger nicht in der Lage, 
wie dies FIS-Regel 2 vorschreibt, anzuhalten oder auszuweichen. 
Dies räumt er letztlich selber ein, wenn er aussagt, er habe in diesem 
Moment immer noch eine adaptierte Geschwindigkeit gehabt, jedoch 
für eine Strecke, die frei gewesen wäre. Denn Geschwindigkeit und 
Fahrweise sind nur dann den äusseren Umständen angepasst, wenn 
der Skifahrer auch an einer unübersichtlichen Stelle und bei einem 
überraschenden Hindernis rechtzeitig zu reagieren vermag. Mit der 
Vorinstanz ist daher der Unfall laut Akten letztlich dem eigenen Ver-
halten des Klägers zuzuschreiben. Jedenfalls ist keine Rechtsgrund-
lage gegeben, um den Beklagten für den Schaden des Klägers haften 
zu lassen. Die Vorinstanz hat deshalb - auch aus diesem Grund und 
unbesehen der Beweislastverteilung - die Klage zu Recht abgewie-
sen, was zur Abweisung der Berufung führt, soweit diese überhaupt 
gehörig begründet ist.