# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9377cec-3fab-5a14-ae01-896d3824c9ad
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.09.2021 UV 2020/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-57_2021-09-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/57

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.02.2022

Entscheiddatum: 29.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2021
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Art. 24 UVG. Art. 36 UVV. Würdigung einer 
kreisärztlichen Beurteilung und eines im Auftrag der IV-Stelle erstellten 
polydisziplinären Gutachtens. Abweisung des Rentenrevisionsgesuchs, da 
überwiegend wahrscheinlich keine relevante Verschlechterung der 
unfallbedingten Beschwerden eingetreten ist. Eine höhere 
Integritätsentschädigung als bereits zugesprochen ist nicht gerechtfertigt. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 29. September 2021, UV 2020/57).

Entscheid vom 29. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2020/57

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Horschik, Schifflände 22, Postfach, 

8024 Zürich,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente / Integritätsentschädigung (Erhöhung)

Sachverhalt

A.  

A.___ war arbeitslos und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherung 

(nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie sich 

am 28. November 2007 beim Treppensteigen infolge eines Fehltritts das rechte Knie 

verdrehte (Suva-act. 5, 256). Der am 14. Dezember 2007 erstbehandelnde Dr. med. 

B.___, Allgemeinmedizin FMH, äusserte den Verdacht auf eine Läsion des medialen 

Meniskus und überwies die Versicherte zur weiteren Abklärung an die Klinik H.___ 

(Suva-act. 3, vgl. Suva-act. 4). Der dort tätige Dr. med. C.___, Orthopädische Chirurgie 

FMH, bestätigte den Verdacht (vgl. Suva-act. 1) und führte am 18. Februar 2008 eine 

arthroskopische Hinterhornteilresektion des medialen Meniskus sowie ein 

Knorpeldébridement des medialen Femurcondylus und der Trochlea am Knie rechts 

durch (Suva-act. 10 f.). Am 14. April 2008 befand Dr. C.___, wegen der 

Restbeschwerden sei eine Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres ausgewiesen. Die 

Physiotherapie und medikamentöse Behandlung sollten weitergeführt werden (Suva-

act. 13). Die Suva kam für die Folgen des Unfalles auf (vgl. Suva-act. 81).

A.a. 

Vom 4. August bis 4. September 2008 befand sich die Versicherte stationär in der 

Rehaklinik Bellikon. Die dort tätigen medizinischen Fachpersonen berichteten am 5. 

September 2008 über eine schmerzhafte Funktionseinschränkung des rechten Knies 

und eine Anpassungsstörung mit leichter depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21). Die 

A.b. 

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zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungskraft sei ihr derzeit nicht zumutbar. Eine 

adaptierte Tätigkeit sei hingegen ganztags möglich (Suva-act. 24).

PD Dr. med. D.___, Teamleiter Stv., Orthopädie der Klinik E.___, empfahl nach 

einer Untersuchung vom 21. Oktober 2008 vorerst die Entfernung des Restmeniskus 

(Suva-act. 35). Die Versicherte konnte sich jedoch nicht zur vorgeschlagenen Operation 

entschliessen (vgl. Suva-act. 42, 46 f.) und Dr. C.___ riet am 19. Februar 2009 davon ab 

(Suva-act. 47). Eine MRI-Untersuchung des rechten Knies vom 7. Mai 2009 ergab eine 

fortgeschrittene mediale Gonarthrose sowie Binnensignalstörungen des 

Meniskuscorpus und des Hinterhorns (Suva-act. 266).

A.c. 

Dr. C.___ berichtete am 13. Mai 2009, er habe der Versicherten eine Tibiakopf­

valgisationsosteotomie, respektive eine unikondyläre Knieprothese, empfohlen (Suva-

act. 53). Nach einer Untersuchung vom 25. Mai 2009 befand Suva-Kreisarzt Dr. med. 

F.___, Facharzt FMH für Chirurgie, es lägen noch Schmerzen im Knie rechts vor. Die 

Empfehlung zur Implantation einer unikondylären Prothese sei absolut nachvollziehbar 

(Suva-act. 52, vgl. Suva-act. 54).

A.d. 

Nachdem sich die Versicherte zu keinem operativen Eingriff hatte entscheiden 

können (vgl. Suva-act. 56, 68 f.), führte Dr. F.___ am 30. Oktober 2009 eine 

kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch. Er befand, es sei davon auszugehen, 

dass nur ein Teil der Beschwerden aufgrund der radiologisch nachgewiesenen 

Veränderungen zu erklären sei. Entsprechend sei die Operationsindikation insgesamt 

mit Zurückhaltung zu stellen. Der Versicherten sei eine adaptierte Tätigkeit ganztägig 

zuzumuten (Suva-act. 74). Den Integritätsschaden schätzte er auf 20 % (Suva-act. 75).

A.e. 

Mit Schreiben vom 27. November 2009 teilte die Suva der Versicherten mit, sie 

stelle die Heilkostenleistungen ein. Das Taggeld richte sich noch bis zum 30. November 

2009 aus (Suva-act. 81).

A.f. 

Mit Verfügung vom 11. Dezember 2009 sprach die Suva der Versicherten mit 

Wirkung ab 1. Dezember 2009 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 10 

% sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20 % zu 

(Suva-act. 83). Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache (Suva-act. 87) 

hiess die Suva mit Entscheid vom 12. Februar 2010 insofern teilweise gut, als sie der 

A.g. 

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Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 eine Invalidenrente bei einem 

Invaliditätsgrad von 11 % zusprach. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (Suva-act. 

91). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die von der Versicherten 

dagegen erhobene Beschwerde (vgl. Suva-act. 96) mit Entscheid vom 11. Januar 2011 

ab (Suva-act. 104, vgl. Suva-act. 116 f.).

Dr. med. G.___, Orthopädische Chirurgie FMH, Klinik H.___, berichtete am 15. 

April 2016 unter anderem über eine posttraumatische, medialbetonte Gonarthrose mit 

Rezidiv-Läsion des medialen Meniskus. Er empfehle ein operatives Vorgehen (Suva-

act. 149). Suva-Kreisarzt I.___ beurteilte am 25. Mai 2016, die geklagten Beschwerden 

am Knie rechts seien überwiegend wahrscheinlich unfallkausal, eine Rückfallkausalität 

sei gegeben (Suva-act. 156). Die Suva teilte der Versicherten gleichentags mit, sie 

übernehme die Versicherungsleistungen für die Unfallfolgen. Ein Anspruch auf 

Taggeldleistungen entfalle, da sie Suva-Rentnerin sei (Suva-act. 157). 

A.h. 

Am 2. November 2016 befand Dr. med. J.___, Orthopädische Chirurgie FMH, Klinik 

H.___, er sehe als einzige Option für die im Vordergrund stehenden Kniebeschwerden 

den prothetischen Gelenkersatz auf beiden Seiten (Suva-act. 170). Am 27. Februar 

2017 führte Dr. J.___ den entsprechenden Eingriff am Knie rechts durch (Suva-act. 181, 

183). Vom 4. bis 31. März 2017 befand sich die Versicherte stationär im Rehazentrum 

K.___ (Suva-act. 195).

A.i. 

Dr. J.___ berichtete am 11. April und 9. September 2017, die Versicherte klage 

über anhaltende Schmerzen im Knie rechts (Suva-act. 198, 215). Am 14. März 2018 

hielt er fest, seit die Versicherte regelmässig auf ihrem Hometrainer trainiere, sei eine 

gewisse Besserung eingetreten (Suva-act. 225). Am 18. September 2018 führte er aus, 

es bestehe eine Diskrepanz zwischen dem Befund und den Symptomen. An den Knien 

wäre rechts die Indikation für einen Retropatellarersatz und links für eine Totalprothese 

gegeben. In der aktuellen Situation sei die Indikation dazu aber sehr zurückhaltend zu 

stellen und die Versicherte sei auch nicht bereit für eine weitere Operation. Er empfehle 

vorläufig das Training weiterzuführen und die psychiatrische Behandlung zu verstärken. 

Weitere Kontrollen seien derzeit nicht geplant (Suva-act. 232).

A.j. 

Vom 4. bis 22. Dezember 2018 befand sich die Versicherte zur stationären 

intensiven rheumatologischen Rehabilitation in der Rehaklinik L.___ (IV-act. 224-77 ff.).

A.k. 

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B.  

Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. Suva-act. 231) wurde die Versicherte im Dezember 

2018 und Januar 2019 durch Ärzte der Medas Interlaken GmbH polydisziplinär 

(internistisch, orthopädisch, psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 17. April 

2019 listeten diese als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine 

chronifizierte mittelgradige Depression (ICD-10: F32.1), akzentuierte 

Persönlichkeitszüge mit histrionischen Anteilen (ICD-10: Z73.1), eine anhaltende 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ein chronisches Ganzkörper-Schmerzsyndrom mit 

Diskrepanz zwischen den somatischen Befunden und den erlebten Schmerzen 

(ICD-10: M79.00), eine Adipositas (ICD-10: E66.-), eine Varus-Arthrose der oberen 

Sprunggelenke (OSG) beidseits (ICD-10: M19.07) und einen Status nach 

Knietotalprothesen-Implantation rechts auf. Als Reinigungsmitarbeiterin bestehe 

interdisziplinär eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. In einer adaptierten Tätigkeit liege 

aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100%, aus psychiatrischer (sowie auch 

interdisziplinärer) Sicht eine solche von 50 % vor (Suva-act. 279).

A.l. 

Suva-Kreisärztin Dr. med. M.___, Fachärztin für Allgemeinchirurgie und 

Traumatologie, befand am 6. und 11. Juni 2019, die Zumutbarkeitsbeurteilung habe 

sich seit der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 30. Oktober 2009 (vgl. Suva-

act. 74) nicht verändert. Aufgrund der erfolgten Prothesenimplantation sei der 

Integritätsschaden von 20 auf 30 % gestiegen (Suva-act. 235 f.).

A.m. 

Mit Verfügung vom 12. Juni 2019 sprach die Suva der Versicherten eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 30 % zu, wobei 

20 % bereits am 11. Dezember 2009 ausbezahlt worden seien. Da das 

Zumutbarkeitsprofil gemäss der Verfügung vom 11. Dezember 2009 weiterhin 

Gültigkeit habe, prüfe sie die Höhe der Invalidenrente nicht erneut (Suva-act. 237).

A.n. 

Dagegen erhob die Versicherte am 10. Juli 2019 Einsprache (Suva-act. 241, vgl. 

Suva-act. 249, 253, 293).

B.a. 

Mit Entscheid vom 22. Juni 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 297).B.b. 

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C.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die der 

Beschwerdeführerin ursprünglich zugesprochene Rente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 11 % zu revidieren bzw. zu erhöhen ist. Weiter ist die Höhe der 

revisionsweise zugesprochenen Integritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden 

von 30 % zu prüfen. Die Beschwerdeführerin beantragt zwar die Zusprache der 

"gesetzlichen Leistungen", insbesondere eine höhere Rente und eine höhere 

Integritätsentschädigung (act. G1). Die Prüfung des Anspruchs auf weitere 

Gegen den Einspracheentscheid vom 22. Juni 2020 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 20. August 2020 Beschwerde. Sie beantragte 

damit, dieser sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, 

insbesondere eine höhere Rente und eine höhere Integritätsentschädigung, zu 

erbringen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten zu erstellen. Subeventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Anordnung eines 

zweiten Schriftenwechsels und die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege; alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 24. September 2020 die Abweisung der 

Beschwerde. Sie brachte vor, es sei auf die beweiskräftige Beurteilung von Kreisärztin 

Dr. M.___ vom 11. Juni 2019 abzustellen (act. G3).

C.b. 

Am 5. November 2020 teilte die Verfahrensleitung der Beschwerdeführerin mit 

Verweis auf den entsprechenden formlosen Entscheid im parallel geführten 

invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren IV 2020/137 mit, ihrem Gesuch um 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung könne mangels Bedürftigkeit nicht entsprochen 

werden (act. G4).

C.c. 

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2020 verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine 

einlässliche Replik und verwies auf ihre Beschwerde (act. G6). Am 7. Dezember 2020 

reichte sie einen Bericht der Klinik N.___ vom 30. November 2020 ein (act. G7, G7.1).

C.d. 

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vorübergehende Leistungen fällt jedoch insofern ausser Betracht, als diese im 

Einspracheentscheid vom 22. Juni 2020 und der zugrundeliegenden Verfügung vom 

12. Juni 2019 weder konkret thematisiert, noch im Rahmen des Einspracheverfahrens 

umstritten waren (vgl. Suva-act. 237, 241, 297). Auch im vorliegenden Verfahren 

machte die Beschwerdeführerin keine Ausführungen zu allfälligen diesbezüglichen 

Ansprüchen und die medizinischen Akten veranlassen nicht dazu, die Einstellung der 

vorübergehenden Leistungen (vgl. Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) in Frage zu stellen.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG; SR 832.20). Der Grad der für 

den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch 

einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte 

Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

1.1. 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur 

Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den 

tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 

Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen 

Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands 

erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Bei der Rentenrevision (auf 

Gesuch hin oder von Amtes wegen) ist zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung 

einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads der letzte rechtskräftige 

Einspracheentscheid, welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E. 5). Zum Vergleich heranzuziehen ist 

der Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2 mit 

Hinweisen) bzw. des streitigen Einspracheentscheids.

1.2. 

Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie 

1.3. 

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Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Ein 

Integritätsschaden gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen 

Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, 

geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig 

oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die 

Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Voraussehbare Verschlimmerungen des 

Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im 

Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht 

voraussehbar war (Art. 36 Abs. 4 UVV).

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2018; Irene Hofer, 

N 66 zu Art. 6, in Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019; Alexandra Rumo-Jungo/André 

Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich 

Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).

1.4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der 

Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a 

mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

1.5. 

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2.

Vorliegend ist zu prüfen, ob eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes 

der Beschwerdeführerin zwischen dem ursprünglichen, in Rechtkraft erwachsenen 

Einspracheentscheid vom 12. Februar 2010 (Invaliditätsgrad von 11 %, 

Integritätsschaden von 20 %; Suva-act. 91) und dem angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 22. Juni 2020 (Suva-act. 297) eingetreten ist. Dabei sind nur 

die unfallkausalen Beschwerden am Knie rechts zu berücksichtigen. Die weiteren 

somatischen Beschwerden (insbesondere am Knie links) sind unbestritten nicht auf den 

Unfall vom 28. November 2007 zurückzuführen. Betreffend der psychischen bzw. 

organisch nicht objektivierbaren Beschwerden hat das Versicherungsgericht die 

Adäquanz mit Entscheid vom 11. Januar 2011 bereits verneint (UV 2010/18, E. 2.1; 

Suva-act. 104). Im Folgenden ist vorerst eine Verschlechterung im Hinblick auf den 

Invaliditätsgrad zu prüfen.

Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden 

(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen 

Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).

Der Einspracheentscheid vom 12. Februar 2010 stützte sich in medizinischer 

Hinsicht im Wesentlichen auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. F.___ vom 30. Oktober 

2009 (Suva-act. 74). Dr. F.___ beurteilte am 30. Oktober 2009, es lägen persistierende 

Schmerzen am Knie rechts mit einer symptomatisch medial betonten Gonarthrose und 

bei einem Status nach arthroskopischer Hinterhornteilresektion des medialen Meniskus 

sowie einem Knorpeldébridement am medialen Femurkondylus und der Trochlea am 

18. Februar 2008 vor. Klinisch finde sich eine betonte Schmerzhaftigkeit im Bereich des 

medialen Kniegelenkspaltes ohne Gelenkserguss. Die Meniskuszeichen seien positiv, 

das Knie sei stabil. Die Beweglichkeit sei seitengleich und wesentliche 

Schonungszeichen fänden sich nicht. Die Beschwerdeführerin möchte keinen weiteren 

Eingriff durchführen lassen, obwohl durch die Klinik E.___ eine Arthroskopie und 

allenfalls eine Umstellungsosteotomie empfohlen worden sei. Die Beschwerdeführerin 

habe über einen wegen zunehmender Verspannungen und Kopfschmerzen 

angetretenen, vier Tage dauernden Aufenthalt im L.___ berichtet, wo es zu einer 

Beschwerdelinderung gekommen sei. Da durch die gesamtheitliche Anwendung im 

2.1. 

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Thermalbad mit Lockerung der Muskulatur bereits eine Linderung der Beschwerden 

habe erreicht werden können, sei davon auszugehen, dass nur ein Teil der 

Beschwerden aufgrund der radiologisch nachgewiesenen Veränderung zu erklären sei. 

Partiell seien die Beschwerden im Rahmen der diffusen Schmerzsymptomatik mit 

Kopf- und Rückenschmerzen zu sehen. Entsprechend sei die Operationsindikation 

insgesamt mit Zurückhaltung zu stellen. Dies sei ebenfalls in Anbetracht der neuen 

Röntgenbilder zu sehen. Eine Zunahme der gonarthrotischen Veränderungen sei im 

Vergleich zu den Vorbildern nicht aufgetreten. Bei einem erheblichen intraartikulären 

Meniskusschaden bzw. einer wesentlichen ostoechondralen Läsion wäre hingegen zu 

erwarten, dass die Arthrose innerhalb von einem Jahr progredient sein sollte. Des 

Weiteren sei anzumerken, dass die Beschwerdeführerin bei massiven Schmerzen 

Omeprazol als Reservemedikament einnehme. Dabei handle es sich jedoch um einen 

Magensäureblocker, nicht um ein Schmerzmedikament. Der Beschwerdeführerin sei 

eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit ganztägig zuzumuten. 

Zwangshaltungen wie Knien und Kauern sowie häufiges Treppen- und Leiternsteigen 

und das Begehen von unebenem Gelände seien ungeeignet (Suva-act. 74). Die 

Beschwerdegegnerin ging basierend auf dieser Beurteilung von einer Arbeitsfähigkeit 

von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit aus und errechnete einen Invaliditätsgrad von 

11 % (Suva-act. 91).

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 22. Juni 2020 (Suva-act. 296) basierte 

bezüglich des Rentenanspruchs in medizinischer Hinsicht in erster Linie auf der 

Beurteilung von Kreisärztin Dr. M.___ vom 6. Juni 2019 (Suva-act. 235). Die 

Beschwerdegegnerin verwies zudem auf das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene 

Medas-Gutachten vom 17. April 2019 (Suva-act. 279).

2.2. 

Kreisärztin Dr. M.___ beurteilte am 6. Juni 2019, die Zumutbarkeit habe sich seit 

der Abschlussuntersuchung vom 30. Oktober 2009 nicht verändert (Suva-act. 235). Sie 

begründete ihre Einschätzung nicht. Diese ist aber insofern nachvollziehbar, als keine 

Hinweise darauf bestehen, dass es der Beschwerdeführerin infolge der 

zwischenzeitlich erfolgten Einsetzung einer Totalprothese am Knie rechts nicht mehr 

möglich sein sollte, eine den von Dr. F.___ umschriebenen Adaptionskriterien (vgl. 

Suva-act. 74, E. 2.1) entsprechende Tätigkeit ganztags auszuüben. Zudem wird die 

Einschätzung von Dr. M.___ von keiner anderen ärztlichen Beurteilung in Frage gestellt. 

Im Gegenteil steht sie - wie nachfolgend ausgeführt wird - im Einklang mit dem Medas-

Gutachten vom 17. April 2019. Dr. M.___ war dieses Gutachten bekannt (vgl. Suva-act. 

235) und sie konnte sich bei ihrer Beurteilung dementsprechend auf die damals 

aktuellen Befunde und Erkenntnisse der Gutachter stützen.

2.2.1. 

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Die Medas Gutachter gingen im interdisziplinären Konsens von einer Arbeitsun­

fähigkeit von 100 % in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin aus. 

Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestierten sie der 

Versicherten eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt ihres Gutachtens. Durch 

die chronifizierte Depression und die anhaltende Schmerzstörung habe sich die 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit seit August 2011 (Medas Gutachten St. Gallen) leicht 

verschlechtert (damals sei eine Arbeitsunfähigkeit von 35 % attestiert worden; Suva-

act. 279-14). Wie sich jedoch insbesondere aus den Teilgutachten ergibt, beziehen sich 

die attestierte Arbeitsunfähigkeit und die festgestellte Verschlechterung einzig auf die 

unfallfremde psychische Problematik (Suva-act. 279-99). Sowohl die orthopädischen 

als auch der internistische Teilgutachter gingen von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in 

einer angepassten Tätigkeit aus (vgl. Suva-act. 279-67, 279-132). Die orthopädischen 

Teilgutachter hielten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Varus-

Arthrose der OSG beidseits und einen Status nach Knietotalprothesen-Implantation 

rechts am 27. Februar 2017 sowie temporär eine Tendinitis calcarea der Schulter links 

fest (Suva-act. 279-130). Sie führten aus, es bestehe seit Jahren eine Diskrepanz 

zwischen den objektiven somatischen, gelenkspezifischen Befunden und der 

Einschränkung und dem Leidensdruck der Beschwerdeführerin. Alle ambulanten und 

stationären Massnahmen hätten nur unzureichende Erfolge gezeigt. Auch durch eine 

rheumatologische Abklärung habe keine systemische Erkrankung diagnostiziert werden 

können. Auf Grundlage der objektiven Befunde sei daher von orthopädischer Seite die 

Arbeitsfähigkeit nur geringgradig eingeschränkt (Suva-act. 279-131). Wegen der 

implantierten Knietotalprothese und der beidseitigen OSG-Arthrose seien Knien, 

Kauern sowie Stehen auf Hockern und ähnlichen Gegenständen nicht möglich. 

Arbeiten auf unebenem Gelände seien nicht zumutbar und es müsse sich um eine 

wechselbelastende Tätigkeit handeln. Heben von mehr als 10 kg sei nicht möglich 

(gemäss interdisziplinärer Beurteilung ist das nur repetitiv nicht der Fall; vgl. Suva-act. 

279-14). Die vorübergehende Unmöglichkeit von Überkopfarbeiten bezog sich auf die 

unfallfremde Tendinitis calcarea links (Suva-act. 279-132). Die orthopädischen 

Teilgutachter hielten weiter fest, der zeitliche Verlauf der Entwicklung der 

Arbeitsfähigkeit sei bezüglich der Knie gleichbleibend gewesen (Suva-act. 279-133). 

Die Beurteilung der somatischen Teilgutachter stimmt damit bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit und der Adaptionskriterien im Wesentlichen mit der Einschätzung von 

Dr. M.___ und der früheren Beurteilung von Dr. F.___ überein. Das Medas-Gutachten ist 

entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (act. G1) auch vorliegend von Relevanz, 

obwohl es von der IV-Stelle in Auftrag gegeben wurde. Die Gutachter befassten sich 

zwar nicht mit spezifischen unfallversicherungsrechtlichen Fragen, dem Gutachten sind 

2.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

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3.

Weiter zu prüfen ist der Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung als mit dem 

Einspracheentscheid vom 12. Februar 2010 (bzw. der Verfügung vom 11. Dezember 

2009; Suva-act. 83) bereits zugesprochen. Die Beschwerdegegnerin hatte der 

Beschwerdeführerin damals eine Integritätsentschädigung basierend auf einem 

Integritätsschaden von 20 % zugesprochen (vgl. Suva-act. 91). Mit dem angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 22. Juni 2020 (bzw. der zugrundeliegenden Verfügung vom 

12. Juni 2019; Suva-act. 237) erhöhte die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden von 30 % (Suva-act. 297). Die 

Beschwerdeführerin macht einen darüberhinausgehenden Anspruch geltend (act. G1). 

aber dennoch Erkenntnisse bezüglich der unfallkausalen Kniebeschwerden rechts zu 

entnehmen. Die Adaptionskriterien berücksichtigen auch unfallfremde somatische 

Beschwerden, sind aber dennoch nicht wesentlich umfangreicher als von den 

Kreisärzten Dr. M.___ und Dr. F.___ umschrieben. Soweit die Beschwerdeführerin 

geltend macht, das Gutachten könne nicht herangezogen werden, da den Gutachtern 

nicht die vollständigen Akten der Beschwerdegegnerin vorgelegen hätten (act. G1), trifft 

dies nicht zu. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt, hatte die IV-Stelle 

sämtliche Akten angefordert (act. G3, vgl. Suva-act. 226). Zudem ergibt sich aus dem 

im Gutachten enthaltenen Aktenauszug (Suva-act. 279-24 ff.), dass die Gutachter 

Kenntnis von allen relevanten kreisärztlichen Beurteilungen sowie der Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 11. Dezember 2009 und dem Einspracheentscheid vom 12. 

Februar 2010 hatten.

Es besteht somit bei gleichbleibender Arbeitsfähigkeit und unveränderten 

Adaptionskriterien insgesamt kein medizinisch bedingter Rentenrevisionsgrund und es 

ist weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit 

auszugehen. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich. Dies insbesondere vor 

dem Hintergrund, dass Kreisärztin Dr. M.___ sich bei ihrer Beurteilung auf das aktuelle 

und umfassende Medas-Gutachten abstützen konnte. Hinsichtlich der Validen- und 

Invalideneinkommen ist unbestritten keine Sachverhaltsänderung eingetreten, weshalb 

sich diesbezüglich keine Neufestsetzung rechtfertigt. Wie bei der ursprünglichen 

Rentenzusprache durch die Beschwerdegegnerin ist damit weiterhin von einem 

Anspruch auf eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 11 % auszugehen 

(vgl. Suva-act. 91).

2.3. 

Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei einem gleichen medizinischen Befund 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär 

bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei 

unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des 

Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls 

ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung 

der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht 

zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) wird die Integritätsentschädigung gemäss den 

Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als 

gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung 

der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche 

Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet. 

Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten 

gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 

E. 1c mit Hinweis).

Die ursprüngliche Zusprache einer Integritätsentschädigung basierte auf der 

Beurteilung von Kreisarzt Dr. F.___ vom 30. Oktober 2009. Dieser hatte nachvollziehbar 

ausgeführt, gemäss Feinrastertabelle 5 ("Integritätsschaden bei Arthrosen") sei bei 

einer mässiggradigen femorotibialen Arthrose ein Integritätsschaden zwischen 5 und 

15 % geschuldet. Eine Umstellungsosteotomie bzw. eine unikondyläre Prothese sei im 

vergangenen Jahr bereits besprochen worden. Auch im MRI hätten sich degenerative 

Veränderungen mässigen Ausbildungsgrades gezeigt, so dass die oberen 

Referenzwerte einer mässiggradigen femorotibialen Arthrose gerechtfertigt seien. 

Ebenfalls hätten beginnende degenerative Veränderungen femoropatellär 

nachgewiesen werden können. Insgesamt seien die Beschwerden nur partiell 

organisch erklärbar. In Zukunft sei eine Zunahme der arthrotischen Veränderungen zu 

erwarten, so dass eine mässiggradige Pangonarthrose im mittleren 

Referenzwertbereich anzunehmen sei. Entsprechend sei mit der in Zukunft zu 

erwartenden Verschlimmerung ein Integritätsschaden von 20 % (bei einem für eine 

mässige Pangonarthrose vorgesehenen Integritätsschaden von 10 bis 30 %) 

geschuldet (Suva-act. 75).

3.2. 

In der Folge kam es im Jahr 2016 zu einem von der Beschwerdegegnerin 

anerkannten Rückfall bezüglich der Kniebeschwerden rechts (Suva-act. 149, 156 f.) 

und schliesslich am 27. Februar 2017 zur Implantation einer Totalprothese am Knie 

rechts (Suva-act. 181, 183). Dr. M.___ beurteilte am 11. Juni 2019, aufgrund der 

Prothesenimplantation sei gemäss Suva-Tabelle 5.2 eine Integritätsentschädigung von 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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30 % geschuldet (Suva-act. 236). Die genannte Tabelle ("Integritätsschaden bei 

Arthrosen") verweist für die Beurteilung eines Integritätsschadens nach Implantation 

von Endoprothesen auf den Entscheid des damaligen Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts (EVG) vom 4. September 2003, U 313/02. Gemäss diesem ist 

bei Endoprothesen auf den unkorrigierten Zustand abzustellen, das heisst auf den 

Schweregrad der Arthrose vor Prothesenimplantation. Nur bei Prothesen, welche - 

nicht wie vorliegend - direkt nach dem Unfall eingesetzt werden, ist der Zustand nach 

der Implantation massgebend. Vorliegend hatte eine Röntgenuntersuchung vom 16. 

März 2016 eine mässige beidseitige Varusgonarthrose mit medial femorotibialer 

Gelenkspaltverschmälerung und kleinen randständigen Osteophyten ergeben (Suva-

act. 152, vgl. Suva-act. 149). Dr. J.___ hatte am 2. November 2016 über eine im 

SPECT-CT des rechten Knies ersichtliche medial deutliche und lateral nur minimal 

aktivierte Gonarthrose berichtet. Zusätzlich bestehe hier eine deutliche Aktivität im 

Bereich der Eminentia, retropatellär aber ein unauffälliger Befund (Suva-act. 170, vgl. 

Suva-act. 153, 181). Insgesamt ist damit von einer vor der Prothesenversorgung 

bestehenden mässigen Pangonarthrose auszugehen. Für eine solche ist ein 

Integritätsschaden von 10 bis 30 % vorgesehen, womit die Schätzung von Dr. M.___ 

eines Integritätsschadens von 30 % nachvollziehbar ist.

Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Einsprache geltend, es stelle sich die 

Frage, ob eine Versteifung des Knies vorliege, welche mindestens zu einem 

Integritätsschaden von 50 % führe (Suva-act. 293). Wie die Beschwerdegegnerin zu 

Recht einwendete (vgl. Suva-act. 297-9), wurde allerdings nie eine Versteifung des 

Knies vorgenommen. In ihrer Beschwerde brachte die Beschwerdeführerin sodann 

keine konkreten Einwände gegen die Beurteilung der Integritätsentschädigung durch 

Dr. M.___ vor (vgl. act. G1).

3.4. 

Insgesamt ist damit von einer leichten Verschlechterung der Gonarthrose auszu­

gehen, welche schlussendlich zum Entscheid einer prothetischen Versorgung des 

Kniegelenks rechts führte. Es erscheint als grosszügig, aber gerade noch vertretbar, 

dass die Beschwerdegegnerin den Integritätsschaden aufgrund der leichten 

Verschlechterung von 20 % auf 30 % erhöhte. Eine noch höhere 

Integritätsentschädigung ist jedenfalls nicht gerechtfertigt. Die Annahme einer leichten 

Verschlechterung bezüglich der Gonarthrose und die Erhöhung der 

Integritätsentschädigung widersprechen der Verneinung der Revisionsvoraussetzungen 

bezüglich des Rentenanspruchs nicht, zumal - wie ausgeführt - trotz der 

fortgeschrittenen Arthrose und der Prothesenversorgung von keiner Veränderung der 

Arbeitsfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades auszugehen ist.

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Im Sinne der Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu 

beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

4.2. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

4.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2021
	Art. 17 Abs. 1 ATSG. Art. 24 UVG. Art. 36 UVV. Würdigung einer kreisärztlichen Beurteilung und eines im Auftrag der IV-Stelle erstellten polydisziplinären Gutachtens. Abweisung des Rentenrevisionsgesuchs, da überwiegend wahrscheinlich keine relevante Verschlechterung der unfallbedingten Beschwerden eingetreten ist. Eine höhere Integritätsentschädigung als bereits zugesprochen ist nicht gerechtfertigt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2021, UV 2020/57).

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