# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74884bd5-c7a5-54a5-a415-b96f6d30e415
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 20.08.2013 A 2013 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2013-13_2013-08-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

A 13 13

4. Kammer 

bestehend aus

Vizepräsident Priuli als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Stecher 

und Präsident Meisser, Aktuarin ad hoc Blumenthal

URTEIL
vom 20. August 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 
Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde B._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel sowie 

Rechtsanwältin lic. iur. Jeannette Fischer, 

Beschwerdegegnerin
und

Gemeinde C._____, 

Beigeladene

betreffend Steuerpflicht

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1. A._____, Jahrgang 1964, arbeitet als Versicherungsangestellter in 

O.1._____ und ist mit D._____ verheiratet, die zu 70% beim 

Schulverband O.2._____ als Sekundarlehrerin tätig ist. Sie leben in 

gefestigter Ehe und haben zwei gemeinsame Kinder (Jahrgang 1990 und 

1991). Die Ehefrau ist Eigentümerin eines Einfamilienhauses in B._____. 

Ferner besitzt das Ehepaar in O.3._____, Gemeinde C._____, eine 

Maiensässhütte zu Miteigentum. Während 21 Jahren hatte A._____ 

zusammen mit seiner Familie seinen zivil- und steuerrechtlichen Wohnsitz 

in der Gemeinde B._____, bis er sich am 15. März 2012 in der Gemeinde 

B._____ nur noch als Wochenaufenthalter registrierte und in der 

Gemeinde C._____ durch Hinterlegung seiner Schriften anmeldete.

2. Zwecks Abklärung des Steuerdomizils liess die Gemeinde B._____ 

A._____ das Formular für Wochenaufenthalter ausfüllen. Gestützt auf die 

darin enthaltenen Antworten verfügte das Gemeindesteeuramt sodann 

am 31. Oktober 2012, dass sich das Hauptsteuerdomizil von A._____ 

weiterhin zu 100% in der Gemeinde B._____ befinde. Die durch den 

Steuerpflichtigen am 21. November 2012 dagegen erhobene Einsprache 

wurde mit Entscheid des gleichen Steueramtes am 29. Januar 2013 

abgewiesen.

3. Dagegen erhob A._____ am 27. Februar 2013 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Anträgen auf 

Aufhebung und Feststellung, dass sich sein Hauptsteuerdomizil seit dem 

13. März 2012 in der Gemeinde C._____ befinde.

▪ Zunächst wird die Unterschriftsberechtigung des 

Gemeindesteuerbeamten beanstandet und verlangt, dass bei 

Zuständigkeit des Gemeindevorstandes die Angelegenheit zur 

Neubehandlung durch diesen an die Beschwerdegegnerin 

(nachfolgend: Gemeinde) zurückgewiesen werde.

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▪ Des Weiteren führt er aus, dass er seine gesamte Freizeit sowie 

seine Ferien, kurze Auslandferien vorbehalten, auf seinem 

Maiensäss in O.3._____ verbringe. So sei er im Auftrag der 

Gemeinde C._____ ganzjährig für die Funktionsfähigkeit des 

Reservoirs der Wasserversorgung zuständig, bringe viel Zeit für die 

Interessengemeinschaft E._____ auf, habe noch vor dem 

angefochtenen Entscheid bei der örtlichen Jägersektion von 

O.3._____ die B-Mitgliedschaft beantragt und besitze zusammen mit 

seiner Ehefrau die Wintersaisonkarte der Sesselbahn und Skilifte 

O.4._____. Seine Verbundenheit und Anwesenheit in O.3._____ 

würden sodann viele Bekannte durch Unterschrift bestätigen.

▪ Die „Maiensässhütte“ sei im Jahr 2005 renoviert bzw. die 

Innenräume neu gebaut worden (grosser Wohnraum, Küche, 2 

Doppelschlafzimmer, 1 Einzelzimmer, diverse Nebenräume, 

permanente Wasserzufuhr, Kanalisationsanschluss). Ab nächstem 

Sommer sei auch die Elektrizitätsversorgung vorgesehen. Im 

Übrigen sei das Maiensässgebäude ganzjährig, im Sommer mit dem 

Auto und im Winter mit Ski, per Sesselbahn oder zu Fuss über den 

Schlittelweg gut erreichbar.

 

▪ Seine Ehefrau verbringe einen grossen Teil der Wochenenden mit 

ihm auf dem Maiensäss, wo ihre Kinder sie auch oft besuchen 

würden. Denn seine Tochter wohne in O.5._____, wo sie im Sommer 

die Pädagogische Hochschule abschliessen und auch eine Stelle 

suchen werde. Sein Sohn arbeite in O.1._____ und sei selten noch in 

B._____ zuhause. Das Familienleben finde somit mehr auf dem 

Maiensäss als in B._____ statt, wo er in keinem Verein aktiv sei, sich 

nicht politisch engagiere und auch nicht am öffentlichen Leben 

teilnehme. 

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▪ Zu guter Letzt bestehe für ihn aus steuerlicher Sicht auch kein 

Vorteil, da der Gemeindesteuerfuss in B._____ 88% und in C._____ 

110% betrage. 

4. In ihrer Vernehmlassung vom 21. März 2013 beantragte die Gemeinde 

die Abweisung der Beschwerde und führte aus: 

▪ Die Zuständigkeit des Gemeindesteueramtes zu Entscheid und 

Behandlung der Einsprache ergebe sich aus Art. 11 und 12 des 

Gemeindesteuergesetzes und Art. 138 Abs. 2 des Steuergesetzes 

des Kantons Graubünden. Eine Mitunterzeichnung eines 

Gemeindevorstandsmitgliedes sei somit nicht erforderlich.

▪ Gemäss den einschlägigen Gesetzesbestimmungen habe eine 

natürliche Person schliesslich dort ihren steuerrechtlichen Wohnsitz, 

wo sich der faktische Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen nach 

objektiven äusseren Gesamtumständen befinde. Sofern sich eine 

Person wie vorliegend abwechselnd an zwei Orten aufhalte, sei der 

Ort mit den stärkeren Beziehungen massgebend, wobei für 

verheiratete Personen die natürliche Vermutung bestehe, dass eine 

Beziehung zum Ort der Familie bestehe. Wie bisher, und seit über 20 

Jahren auch der Beschwerdeführer selbst, hätten die Ehefrau und 

seine beiden Kinder ihren zivil- und steuerrechtlichen Wohnsitz in 

B._____. Lediglich der Beschwerdeführer habe sich im März 2012 

neu in B._____ als Wochenaufenthalter angemeldet, wobei er selber 

zugebe, dass er drei bis vier Tage pro Woche immer noch in 

B._____ schlafe und an diesen Tagen auch regelmässig die 

Mittagessen mit seiner Familie im Einfamilienhaus einnehme. Dass 

sich der Beschwerdeführer in seiner Freizeit in seinem Maiensäss 

aufhalte, werde nicht bestritten, da auch nichts Ungewöhnliches oder 

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Spezielles daran sei, wenn jemand seine Freizeit im eigenen 

Maiensäss verbringe. Fest stehe jedoch, dass das Maiensäss nicht 

ganzjährig mit dem Auto zugänglich sei, da es im Winter nur unter 

erschwerten Bedingungen (zu Fuss, Ski oder per Quad) erreichbar 

sei. Es sei somit auch nicht möglich, von dort aus täglich und das 

ganze Jahr über zur Arbeit nach O.1._____ zu fahren.

▪ Es sei zwar offensichtlich, dass es die erklärte Absicht des 

Beschwerdeführers sei, die Interessen zu O.3._____ in den nächsten 

Jahren zu intensivieren, bzw. in O.3._____ wohnen zu wollen, jedoch 

könne die jetzige gefühlsmässige Bevorzugung von O.3._____ die 

natürliche Vermutung der stärkeren Beziehung zum Familienwohnort 

nicht umstossen. Daran würden auch die vorgebrachten 

Verbundenheitsbestätigungen zum Ort seines Maiensässes nichts 

ändern, da diese lediglich die Tatsache verdeutlichen würden, dass 

sich der Beschwerdeführer in seiner Freizeit in seinem Maiensäss 

aufhalte. Im Übrigen könne denn auch die Überwachung des 

Wasserreservoirs an den Wochenenden und während den Ferien 

erfolgen. Genau wie vermutungsweise die Tätigkeit für die E._____, 

welche sich gemäss deren Zusammenstellung auf einen 

Arbeitsaufwand von etwa 18 h pro Jahr beschränke.

▪ Solange sich der Beschwerdeführer mehrheitlich in B._____ aufhalte 

und von dort zur Arbeit fahre und solange seine Familie ihren zivil- 

und steuerrechtlichen Wohnsitz in B._____ habe, sei nicht 

ersichtlich, weshalb sein steuerrechtlicher Wohnsitz nun plötzlich 

nicht mehr in B._____ sein soll. Denn es habe sich gegenüber den 

letzten Jahren, ausser der gefühlsmässigen Bevorzugung von 

O.3._____ und der Verlegung des zivilrechtlichen Wohnsitzes, was 

beides vorliegend aber keine Entscheidende Bedeutung habe, nichts 

geändert. Da B._____ auch steuermässig vorteilhafter sei, könne ein 

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möglicher Vorteil höchstens in der Erleichterung während der Jagd 

erblickt werden, da Maiensässbesitzer immer wieder versuchen 

würden, ihren Wohnort nach O.3._____ zu verlegen, damit sie 

während der Jagd bis dorthin mit dem Auto fahren könnten.

5. Die ebenfalls zu einer Vernehmlassung aufgeforderte Gemeinde C._____ 

beantragte am 21. März 2013 die Gutheissung der Beschwerde und 

führte aus, dass der Beschwerdeführer mit Abgabe seines 

Heimatscheines seinen zivilrechtlichen Wohnsitz von B._____ nach 

C._____ bzw. O.3._____ verlegt habe und sie des Weiteren festgestellt 

habe, dass sich der Beschwerdeführer mehrheitlich in C._____, d.h. in 

der Fraktion O.3._____ aufhalte. Gemäss Art. 6 Abs. 2 des 

Steuergesetzes des Kantons Graubünden habe eine Person dort ihren 

Wohnsitz, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibes aufhalte.

6. In seiner Replik vom 8. April 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Ausführungen fest und ergänzte diese dahingehend, dass das 

Maiensässgebäude nur noch von aussen den Charakter eines 

Maiensässes besitze, da es inzwischen sowohl als Gebäude als auch als 

Grundstück eine grössere Fläche als das Einfamilienhaus in B._____ 

erreiche. So übernachte er pro Woche im Durchschnitt drei Mal in 

B._____ und vier Mal auf dem Maiensäss. Aufgrund dessen, dass er seit 

einem Jahr im Schadenaussendienst für verschiedene Gebiete welche 

sich alle in der Nähe befinden tätig sei, fahre er oftmals nicht zur Arbeit 

nach O.1._____, sondern direkt in sein Arbeitsgebiet und nehme deshalb 

teilweise das Mittagessen auswärts ein. Des Weiteren bestehe die durch 

ihn zu überwachende Wasserversorgung aus zwei Wasserreservoirs und 

vier Wasserverteilschächten, welche das ganze Jahr funktionsfähig sein 

müssten. Im Übrigen genüge für die Jagdausübung der zivilrechtliche 

Wohnsitz in O.3._____, weshalb er bereits letzten Herbst zur 

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Jagdausübung auf sein Maiensäss fahren konnte. Da der Schwerpunkt 

seiner Lebensinteressen nunmehr in O.3._____ liege, müsse folglich 

auch sein steuerrechtlicher Wohnsitz dorthin verlegt werden. 

7. In ihrer Duplik hielt auch die Gemeinde an ihren Ausführungen fest und 

führte zusätzlich aus, dass sich die Angaben über die Liegenschaften aus 

den entsprechenden amtlichen Schätzungen vom 21. Oktober 2009 und 

8. August 2007 ergeben würden. Gemäss diesen betrage die 

Grundstücksfläche in B._____ 253 m² und in O.3._____ lediglich 93 m². 

Ausserdem würde sich in der erwähnten amtlichen Schätzung vom 

8. August 2007 die Erstellung eines praktisch neuen Maiensässhauses in 

den Jahren 2005/06 nicht bestätigen.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist der Einspracheentscheid 

des Gemeindesteueramtes B._____ vom 29. Januar 2013 betreffend 

Feststellung des Hauptsteuerdomizils. Streitig und zu prüfen ist zunächst 

die Frage der sachlichen und funktionellen Zuständigkeit der 

Einsprachebehörde sowie danach die Frage, ob die Gemeinde den 

Wochenaufenthalterstatus des Beschwerdeführers zu Recht nicht 

anerkannt hat, indem sie ihn nach wie vor in B._____ vollumfänglich für 

steuerpflichtig erklärt hat.

2. a) Massgebend für die Frage der sachlichen und funktionalen Zuständigkeit 

der kommunalen Einsprachebehörde ist das Gesetz über die Gemeinde- 

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und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200), da gemäss dessen Art. 31 

Abs. 2 die Bestimmungen des Gesetzes ab dem 1. Januar 2009 direkte 

Anwendung finden, selbst wenn das kommunale Recht abweichende 

Regelungen enthalten sollte (PVG 2011 Nr. 13 E.2). Nach Art. 27 Abs. 3 

GKStG ist die Veranlagungsbehörde dem Grundsatz nach zugleich auch 

die Einsprachebehörde. Wobei bezüglich Vollzug und Verfahren Art. 27 

Abs. 4 zweiter Satz GKStG ausdrücklich festhält, dass die Exekutive der 

Gemeinde, d.h. der Gemeindevorstand, weder als Veranlagungs- noch 

als Einsprachebehörde bestimmt werden kann. Hintergrund dieser 

Einschränkung ist einerseits, dass die Einsprache Teil des 

Veranlagungsverfahrens ist und deshalb von der gleichen Behörde 

behandelt werden muss, anderseits dass das Einspracheverfahren ein 

Verfahren ist, in dem geprüft werden muss, ob die getroffene 

Veranlagungsverfügung rechtlich korrekt ist. Die Rechtsanwendung soll 

nicht in die Hände der politisch gewählten Behörden gelegt werden, 

sondern den dafür angestellten und ausgebildeten Mitarbeitenden der 

Gemeinden übertragen werden (Botschaft GKStG, Heft Nr. 3/2006-2007, 

S. 235 f.).

b) Das hier anzuwendende Gemeindesteuergesetz (GStG) führt in Art. 12 

Abs. 1 GStG aus, dass der Vollzug des GStG dem Gemeindesteueramt 

obliege. Eine ausdrückliche Zuweisung der Kompetenz zur Behandlung 

von Einsprachen enthält das Gesetz zwar nicht, immerhin bestimmt aber 

Art. 12 Abs. 2 GStG, dass das Gemeindesteueramt für den Vollzug der 

den Gemeinden durch das kantonale Steuergesetz übertragenen 

Aufgaben zuständig ist; hierzu ist auch die Behandlung von Einsprachen 

zu zählen. Vorliegend wurde der angefochtene Einspracheentscheid 

sodann auch vom Gemeindesteueramt erlassen, womit die Einsprache 

von der sachlichen und funktionell zuständigen Einsprachebehörde im 

Sinne des Art. 27 GKStG i.V.m. Art. 12 Abs. 2 GStG entschieden wurde. 

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Eine, wie vom Beschwerdeführer geltend gemachte Mitunterzeichnung 

eines Gemeindevorstandes wäre gemäss Art. 27 Abs. 4 zweiter Satz 

GKStG gar als unzulässig zu qualifizieren. Demnach kann im Sinne eines 

Zwischenfazits festgehalten werden, dass der Einspracheentscheid in 

formell-rechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden ist.

3. a) In materiell-rechtlicher Hinsicht ergibt sich, dass nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) im interkantonalen und 

verwaltungsgerichtlicher Praxis im interkommunalen Verhältnis (vgl. die 

Urteile des Verwaltungsgerichts A 11 2 vom 1. März 2011, A 11 29 vom 

22. November 2011 sowie A 12 34 vom 28. August 2012) der 

steuerrechtliche Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer unselbständig 

erwerbenden Person derjenige Ort ist, wo sich die betreffende Person mit 

der Absicht dauernden Verbleibens aufhält bzw. wo sich faktisch der 

Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet (vgl. auch Art. 3 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14], Art. 3 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] und 

Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]). 

Dieser Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich nach der 

Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die 

Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen 

der steuerpflichtigen Person. Auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines 

Ortes kommt es nicht an; der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht 

frei wählbar. Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind 

oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt dagegen keine 

Entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere Merkmale, die ein 

Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch das 

übrige Verhalten der Person dafür spricht (statt vieler: Urteil des 

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Bundesgerichts 2C_178/2011 vom 2. November 2011 E.2.2 mit 

Hinweisen).

b) Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für 

die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes, aufgrund der 

Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen, zu welchem Ort 

sie die stärkeren Beziehungen unterhält. Bei unselbständig erwerbenden, 

ledigen Steuerpflichtigen ist das gewöhnlich der Ort, wo sie für längere 

oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der täglichen 

Arbeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Lebensunterhalts dauernder 

Natur (Urteile des Bundesgerichts 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 

E.2.2 mit Hinweisen, 2C_178/2011 vom 2. November 2011 E.2.2, 

2C_518/2011 vom 1. Februar 2012 E.2.1, 2C_26/2012 vom 8. Mai 2012 

E.3.1).

c) Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden 

die persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie 

aufhält, als stärker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in 

nicht leitender Stellung unselbständig erwerbstätig sind und täglich oder 

an den Wochenenden regelmässig an den Familienort zurückkehren 

(BGE 132 I 29 E.4.2 und E.4.3, Urteile des Bundesgerichts 2C_397/2010 

vom 6. Dezember 2010 E.2.2 mit Hinweisen, 2C_178/2011 vom 

2. November 2011 E.2.2, 2C_518/2011 vom 1. Februar 2012 E.2.1, 

2C_26/2012 vom 8. Mai 2012 E.3.1). 

d) In Bezug auf die Beweisführung besteht somit bei verheirateten Personen 

die natürliche Vermutung der stärkeren Beziehung zum Familienort als 

zum Arbeitsort. Bei der natürlichen Vermutung wird aufgrund von Indizien 

mittels Wahrscheinlichkeitsüberlegungen und aufgrund der Lebens-

erfahrung auf eine nicht direkt beweisbare Tatsache geschlossen. Die 

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Vermutung gilt als entkräftet, wenn der Gegenbeweis erbracht wird, d.h. 

beweismässige Anhaltspunkte erstellt sind, welche begründete Zweifel an 

der Richtigkeit des Hauptbeweises, also der natürlichen Vermutung, 

erbringen. Es geht somit darum festzustellen, ob die gegen die natürliche 

Vermutung vorgebrachten Indizien überzeugen und stärker sind als die 

Vermutung (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_397/2010 vom 

6. Dezember 2010, E.2.4.2 mit Hinweisen).

4. a) Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer vor dem 

massgebenden Jahr 2012 zusammen mit seiner Familie im 

Einfamilienhaus in B._____ lebte und seinen zivil- und steuerrechtlichen 

Wohnsitz seit über 20 Jahren in B._____ hatte. Während seine Familie im 

massgebenden Jahr 2012 ihren zivil- und steuerrechtlichen Wohnsitz in 

B._____ behielt – obwohl die Ehefrau im Schulverband O.2._____  

arbeitete und auch die Kinder in O.1._____ resp. O.5._____ 

arbeiteten/studierten – verlegte der Beschwerdeführer seinen 

zivilrechtlichen Wohnsitz nach C._____ resp. O.3._____ und meldete sich 

in B._____ als Wochenendaufenthalter an. Auch ist unbestritten, dass 

sich der Beschwerdeführer im massgebenden Jahr 2012 sowohl in 

B._____ als auch in O.3._____ aufhielt. Gemäss eigenen Angaben war er 

pro Woche im Durchschnitt drei bis vier Mal im Einfamilienhaus der 

Familie in B._____ und die restlichen Wochentage auf dem Maiensäss in 

O.3._____, welches seit Längerem im Miteigentum der beiden Ehegatten 

steht. Somit hielt sich der Beschwerdeführer abwechslungsweise sowohl 

in B._____ als auch in O.3._____ auf, womit er im massgebenden Jahr 

2012 zwei Aufenthaltsorte aufwies. Demnach ist, aufgrund der 

Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen, zu welchem der 

beiden Orte er die stärkere Beziehung unterhält.

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b) In Anwendung der vorstehend genannten Rechtsprechung gilt vorliegend 

was folgt: Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer verheiratet 

ist, gilt die natürliche Vermutung, dass die persönlichen und familiären 

Kontakte zum Ort, wo sich dessen Familie aufhält, als stärker zu erachten 

sind als diejenigen zum Arbeitsort, wenn er in nicht leitender Stellung 

unselbständig erwerbstätig ist und täglich oder an den Wochenenden 

regelmässig an den Familienort zurückkehrt. Denn verschieben sich die 

Ehepartner nicht gemeinsam zwischen Arbeitsort und Freizeitort, besteht 

mithin ein vom Arbeitsort verschiedener Familienort, so ist dieser das 

Zentrum der ideellen Interessen und somit grundsätzlich dieser 

Familienort das Hauptsteuerdomizil. Anders ist es bei 

Wochenaufenthaltern nur, wenn sie am Arbeitsort eine leitende Stellung 

innehaben; dann beansprucht ihre Berufsausübung die Persönlichkeit der 

steuerpflichtigen Person so intensiv, dass ausnahmsweise die materiellen 

Interessen überwiegen und damit der Arbeitsort zum Hauptsteuerdomizil 

wird (LOCHER PETER, Einführung in das interkantonale Steuerrecht, 

3. Aufl., 2009, S. 31).

c) Vorliegend arbeitet der Beschwerdeführer als Versicherungsangestellter 

in O.1._____, aber auch im Aussendienst in verschiedenen Gebieten 

welche in der Nähe sind. Da der Beschwerdeführer gemäss den 

eingereichten Unterlagen weder in einer leitenden Stellung arbeitet, noch 

sich sein Arbeitsgebiet auf einen Ort beschränkt, kann ein Arbeitsort, an 

welchem die materiellen Interessen des Beschwerdeführers überwiegen, 

nicht eruiert werden. Nach dem vorstehend Gesagten können somit beim 

verheirateten Beschwerdeführer nur noch die ideellen Interessen und 

somit das Familienleben selbst der faktische Mittelpunkt der 

Lebensinteressen darstellen. Es gilt demnach zu prüfen, ob sich die 

Familie vorliegend in B._____ oder in O.3._____ aufhält und ob der 

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Beschwerdeführer täglich oder an den Wochenenden regelmässig an den 

entsprechenden Familienort zurückkehrt.

d) Unbestrittenermassen befindet sich seit über 20 Jahren der zivil- und 

steuerrechtlichen Wohnsitz der ganzen Familie in B._____. Es kann auch 

davon ausgegangen werden, dass sich das Familienleben in den über 20 

Jahren mehrheitlich dort abspielte. Nach wie vor haben die Ehefrau und 

die beiden gemeinsamen Kinder ihren zivil- und steuerrechtlichen 

Wohnsitz in B._____, womit davon ausgegangen werden kann, dass das 

Leben der Familie während der Woche und an den Wochenenden, an 

welchen die Ehefrau und die Kinder nicht ins Maiensässhäuschen fahren, 

immer noch mehrheitlich im Einfamilienhaus in B._____ stattfindet. Damit 

ist B._____ eindeutig der Familienaufenthaltsort. Allein der Umstand, 

dass die Ehefrau und die Kinder die Wochenenden oder Ferien oft in 

ihrem Maiensäss in O.3._____ verbringen, vermag lediglich die Tatsache, 

dass die Familie öfters Zeit in ihrem „Ferienhäuschen“ verbringt zu 

belegen, bewirkt aber keinen Wechsel des festgestellten 

Familienaufenthaltsortes. Durch die regelmässige Rückkehr des 

Beschwerdeführers nach B._____ – gibt er doch selbst zu, dass er drei 

bis vier Mal in der Woche in B._____ zu Mittag isst und übernachtet – 

wird sodann auch die natürliche Vermutung der stärkeren Beziehung zum 

Ort, wo sich die Familie aufhält und somit zu B._____ bestätigt.

e) Zweifelsohne pflegt der Beschwerdeführer auch eine Beziehung zu 

O.3._____, doch sind die einzelnen Aktivitäten, wie die Betreuung der 

Wasserversorgung, die Mitgliedschaft in der E._____, die B-Mitgliedschaft 

der Jägersektion und der Besitz der Wintersaisonkarte lediglich Indizien 

um zu bestätigen, dass sich der Beschwerdeführer wie er ausführt ein bis 

zwei Mal während der Woche und an den Wochenenden in O.3._____ 

aufhält. Denn gemäss den beschwerdeführerischen Unterlagen ist sowohl 

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die Wasserversorgung als auch die Interessengemeinschaft jeweils mit 

keinem besonders zeitintensiven Aufwand verbunden und weder die 

Jagdausübung, noch der Besitz der Wintersaisonkarte sprechen für eine 

ganzjährige bzw. überwiegende Anwesenheit in O.3._____. Da auch den 

Verbundenheitsbestätigungen der Bekannten, welche allem Anschein 

nach im Rahmen des Einspracheverfahrens veranlasst worden sind und 

demnach als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren sind, beweisrechtlich 

eine beschränkte Bedeutung zukommt – jedoch aufgrund fehlender 

Quantifizierung der Anwesenheit grundsätzlich auch nur die unbestrittene 

Tatsache bestätigen, dass sich der Beschwerdeführer in O.3._____ 

aufhält – lassen all die genannten Indizien insgesamt die Beziehung zu 

O.3._____ nicht gewichtiger resp. stärker erscheinen als jene zum 

effektiven Familienaufenthaltsort in B._____ und können somit die 

Vermutung zu Gunsten des Familienaufenthaltsortes nicht entkräften.

Damit erübrigen sich des Weiteren auch Erörterungen zur Frage, ob das 

Maiensäss das ganze Jahr hindurch zugänglich ist resp. von dort die 

Arbeitsgebiete erreicht werden können, oder ob die „Maiensässhütte“ nun 

renoviert wurde und eine grössere Fläche als das Einfamilienhaus in 

B._____ erreicht haben soll – was jedoch angesichts der amtlichen 

Schätzungen höchst fraglich erscheint. 

5. Zusammenfassend ist somit in materiell-rechtlicher Hinsicht festzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten zwar durchaus eine 

gewisse Verbundenheit zu O.3._____ darzutun vermochte, jedoch darin 

aufgrund der vorgebrachten Anhaltspunkte keine gewichtige Beziehung 

erblickt werden kann, die die natürliche Vermutung umzustossen vermag, 

wonach die Beziehung des verheirateten Steuerpflichtigen zum 

Familienort als stärker erachtet wird. Als rechtliche Folge daraus ist 

vorliegend B._____ das Hauptsteuerdomizil des Beschwerdeführers. Dies 

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zumindest solange wie die Ehefrau und die beiden gemeinsamen Kinder 

ihren zivil- und steuerrechtlichen Wohnsitz am langjährigen Familienort in 

B._____ haben und der Beschwerdeführer mehr oder weniger 

regelmässig zum Familienort zurückkehrt. In diesem Sinne hat die 

Gemeinde den Wochenaufenthalterstatus des Beschwerdeführers 

steuerrechtlich zu Recht nicht anerkannt, indem sie ihn im massgebenden 

Jahr 2012 nach wie vor in B._____ für steuerpflichtig erklärt hat.

6. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Bei diesem Ausgang gehen die 

Verfahrenskosten gemäss Art. 73 Abs. 1 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes [VRG; BR 370.100] zu Lasten des Beschwerdeführers. 

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel 

keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein 

Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘200.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 1‘552.--

gehen zu Lasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

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3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]