# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 564c3ff0-e3dc-5faa-9a08-1689d08c042b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 17.08.2021 470 21 93 (470 2021 93)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-21-93_2021-08-17.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

17. August 2021 (470 2021 93) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Nichtanhandnahme des Verfahrens 

 

 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle, 

Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiberin i.V. Laura Venerito 

 

 

Parteien A.____,  

Beschwerdeführer 

  

 

gegen 

 

 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Strafbefehle (SB),  

Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal,  

Beschwerdegegnerin 

 

Unbekannte Täterschaft,  

Beschuldigte Person 

  

Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens 

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der  

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 22. April 2021 

 

  

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A. Gegen A.____ wurde ein Strafverfahren (Nr. XXX) wegen grober Verletzung von Ver-

kehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG, SR 741.01) eröffnet, da 

er am 21. Mai 2020 mit einer überhöhten Geschwindigkeit von netto 57 km/h auf der 

W.____strasse in X.____ gefahren sein soll. Im Laufe des Strafverfahrens gab A.____ an, dass 

er vom unbekannten Lenker des überholten Fahrzeuges genötigt worden sei, mit erhöhter Ge-

schwindigkeit zu überholen, da dieser beim Überholungsmanöver selber beschleunigt habe. Mit 

Schreiben vom 26. Oktober 2020 erstattete A.____ Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ba-

sel-Landschaft gegen den unbekannten Lenker wegen Nötigung nach Art. 181 des Schweizeri-

schen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) sowie wegen "Verhinderns eines korrekten Überhol-

manövers" gemäss Art. 35 Abs. 7 SVG. 

 

B. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle (nachfolgend: 

Staatsanwaltschaft), erliess am 22. April 2021 eine Nichtanhandnahmeverfügung, in welcher sie 

festhielt, dass das Verfahren in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Straf-

prozessordnung (StPO, SR 312.0) nicht an Hand genommen werde und die Kosten zu Lasten 

des Staates gingen. Auf die Begründung der Nichtanhandnahmeverfügung sowie der nachfol-

genden Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

C. Gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 22. April 2021 er-

hob A.____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Schreiben vom 28. April 2021 Beschwerde 

beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), und 

beantragte sinngemäss deren Aufhebung. Dabei verlangte der Beschwerdeführer, dass die ge-

samte Videosequenz mit Messungen beider beteiligter Fahrzeuge bei der Verkehrskontrolle vom 

21. Mai 2020 ausgewertet werden solle und nicht nur das zusammengeschnittene 1 Sekunden-

Video, welches ihm Herr B.____ am 9. April 2021 zugestellt habe. 

 

D. Die Staatsanwaltschaft begehrte in ihrer Stellungnahme vom 4. Mai 2021 die Abweisung 

der Beschwerde gegen die Nichtanhandnahme des Verfahrens. Ausserdem seien die ordentli-

chen und ausserordentlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 

E. Sodann wurde mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 25. Mai 2021 unter anderem die 

seitens der Staatsanwaltschaft ins Recht gelegte Videosequenz zu den Akten genommen und 

der Schriftenwechsel geschlossen. 

 

 

Erwägungen 

 

1.  Formelles 

 

1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als 

Rechtsmittelinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 

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lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung (EG StPO, SGS 250). Nach Art. 310 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 322 

Abs. 2 StPO sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO kann gegen Nichtanhandnahmeverfügungen der 

Staatsanwaltschaft innert zehn Tagen Beschwerde bei der Beschwerdeinstanz eingereicht wer-

den. Gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO können mit der Beschwerde gerügt werden: Rechtsverletzun-

gen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes 

(lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). Gestützt auf Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde 

gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert zehn Tagen schriftlich und begründet 

bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Dabei hat der Beschwerdeführer laut Art. 385 Abs. 1 

StPO genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides er anficht (lit. a), welche Gründe einen 

anderen Entscheid nahe legen (lit. b) und welche Beweismittel er anruft (lit. c). 

 

1.2 Mit der vorliegenden Beschwerde vom 28. April 2021 wird die Nichtanhandnahmeverfü-

gung der Staatsanwaltschaft vom 22. April 2021 angefochten, welche ein taugliches Beschwer-

deobjekt darstellt. Die Beschwerde vom 28. April 2021 wurde gleichentags zu Handen des Kan-

tonsgerichts der Schweizerischen Post übergeben und ist somit fristgerecht erfolgt. Der Be-

schwerdeführer verfügt als Verfügungsadressat und Geschädigter über ein rechtlich geschütztes 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung und ist daher zur Beschwerde legiti-

miert (Art. 310 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 382 Abs. 1 StPO). 

Bei Laienbeschwerden sind die Anforderungen an die Begründungspflicht nicht allzu hoch anzu-

setzen. Eingaben müssen allerdings selbst in diesen Fällen den Rechtsstandpunkt hinreichend 

darstellen, und die vorgebrachten Rügen haben sich in sachlicher sowie gebührender Form auf 

das konkrete Verfahren zu beziehen (vgl. BGer 6B_278/2013 vom 5. September 2013 E. 1). In 

casu ergibt sich aus der durch eine nicht anwaltlich vertretene juristische Laienperson verfassten 

Beschwerde im Wesentlichen, dass der Beschwerdeführer die Aufhebung der Nichtanhandnah-

meverfügung beantragt. Den Begründungsanforderungen ist ebenfalls Genüge getan. Nachdem 

somit alle Beschwerdeformalien erfüllt sind, ist auf die Beschwerde vom 28. April 2021 einzutre-

ten. 

 

2.  Materielles 

 

2.1 Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Nichtanhandnahmeverfügung vom 22. April 2021 

aus, dass die Beschleunigung des unbekannten Lenkers während des Überholmanövers des Be-

schwerdeführers nicht aus den Aufnahmen der Radarmessung hervorgehe. Selbst wenn der un-

bekannte Lenker während des Überholvorgangs beschleunigt haben sollte, würde dieses Verhal-

ten keine derartige Zwangswirkung auf die Willensbildung des Beschwerdeführers entfalten, dass 

er in dieser Situation keine andere Möglichkeit mehr gehabt hätte, als sein Fahrzeug massiv zu 

beschleunigen, um überholen zu können. Zwar dürfe das überholte Fahrzeug grundsätzlich in 

einer solchen Situation nicht beschleunigen. Dies bedeute jedoch nicht, dass eine Geschwindig-

keitsüberschreitung seitens des Beschwerdeführers gerechtfertigt wäre. Ebensowenig müsse auf 

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ein allfälliges Beschleunigen des überholten Fahrzeuges mit einer massiven Geschwindigkeits-

überschreitung reagiert werden. Vielmehr hätte der Beschwerdeführer sein Überholmanöver ab-

brechen müssen, wenn er festgestellt habe, dass er nur durch massives Beschleunigen überho-

len könne. Ein nötigendes Verhalten des überholten Fahrzeuglenkers alleine durch (mutmassli-

ches) Beschleunigen seines Fahrzeuges liege jedenfalls nicht vor. Damit sei der Tatbestand der 

Nötigung nicht erfüllt, weshalb das Verfahren in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht 

an Hand genommen werde.  

 

2.2 Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner Beschwerde vom 28. April 2021 

geltend, dass der an der Verkehrskontrolle vom 21. Mai 2020 beteiligte Polizist, Feldweibel 

C.____, angegeben habe, zur fraglichen Zeit seien zwei Messungen gemacht worden. Eine Mes-

sung habe 141 km/h und eine weitere Messung 133 km/h ergeben. Die erste Messung habe dem 

Personenwagen des Beschwerdeführers mit dem Kennzeichen Y.____ zugeordnet werden kön-

nen. Da sich zur fraglichen Zeit an derselben Stelle nur zwei Fahrzeuge befunden hätten, müsse 

die zweite Messung zwangsläufig dem Personenwagen mit dem Kennzeichen Z.____ zugeordnet 

werden. Dabei handle es sich bei der Messung von 133 km/h um eine deutliche Tempoüber-

schreitung, was beweise, dass dieses Fahrzeug zuvor massiv beschleunigt, ihn in unverantwor-

tungsvoller Weise in Gefahr gebracht und so sein Überholmanöver massiv erschwerte habe. Da-

mit sei klar ersichtlich, dass eine Nötigung stattgefunden habe. 

 

2.3 Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Stellungnahme vom 4. Mai 2021 an ihrer Nichtan-

handnahmeverfügung vom 22. April 2021 fest. Der Beschwerdeführer habe im Verlaufe des Ein-

spracheverfahrens gegen den Strafbefehl vom 6. August 2020 den Vorwurf erhoben, dass der 

Lenker des von ihm überholten Fahrzeuges ebenfalls und in erheblichem und unverantwortbarem 

Masse gleichzeitig beschleunigt habe. Da er sich auf der Gefahrenbahn befunden habe und das 

Einbiegen hinter dem überholten Fahrzeug eine erheblich grössere Gefahr dargestellt hätte, habe 

er sich zur Sicherheit aller Beteiligten dafür entschieden, das Überholmanöver rasch abzuschlies-

sen. Er sei somit durch das verantwortungslose, unverständliche und unfaire Verhalten dieses 

Fahrzeuglenkers zur Geschwindigkeitsüberschreitung genötigt worden. Gleichzeitig habe der Be-

schwerdeführer die Durchführung der Messung als fehlerhaft gerügt und einen "Rückzug" der 

Strafanzeige gegen den unbekannten Lenker in Aussicht gestellt, falls die Messung für ungültig 

erklärt und damit das Verfahren gegen ihn eingestellt würde. Diese Einwände des Beschwerde-

führers zielten jedoch ins Leere und eine Verfahrenseinstellung sei nicht in Betracht gekommen. 

Bis zum Einspracheverfahren habe der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt erwähnt, dass er 

durch das Verhalten des zum Zeitpunkt der Messung überholten Fahrzeuges zur Geschwindig-

keitsüberschreitung "genötigt" worden sein soll. Es stimme nicht und ergebe sich nicht aus den 

Akten, dass der überholte Personenwagen mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 133 km/h 

unterwegs gewesen sein soll. Diese Einwände seien anlässlich der Anhaltung nicht erhoben wor-

den, da sie ansonsten im Polizeirapport vermerkt worden oder vom Beschwerdeführer in anderer 

Weise geltend gemacht worden wären. Es seien keinerlei Anhaltspunkte vorgelegen, die auf ein 

Fehlverhalten des überholten Fahrzeuges hindeuten würden, welches eine Verfahrenseröffnung 

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geboten hätte. Zudem sei nicht ersichtlich, weshalb die Polizisten den unbekannten Lenker nicht 

hätten verzeigen sollen, wenn dieser die Verkehrsregeln verletzt haben sollte. Vielmehr seien die 

Einwände des Beschwerdeführers als Schutzbehauptungen anzusehen, um sich im eigenen Ver-

fahren Vorteile zu verschaffen. Selbst wenn der unbekannte Lenker jedoch beschleunigt hätte, 

sei damit der Tatbestand der Nötigung nicht erfüllt: Mit Verweis auf die Nichtanhandnahmeverfü-

gung vom 22. April 2021 stelle ein allfälliges Beschleunigen eines Fahrzeuges, welches überholt 

werde, kein Nötigungsmittel im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen dar. Hätte das überholte 

Fahrzeug derart beschleunigt, wie es vom Beschwerdeführer geschildert worden sei, wäre es ihm 

ohne weiteres möglich gewesen, sein Tempo zu drosseln und sich wieder hinter diesem Fahr-

zeug einzuordnen. Es habe für den Beschwerdeführer keinen Grund gegeben, seinen Wagen auf 

141 km/h zu beschleunigen und dies erst noch vor einer gefährlichen Kurve und knapp an der 

Grenze zum Rasertatbestand. 

 

2.4. Strittig ist vorliegend, ob die Staatsanwaltschaft das Verfahren zu Recht nicht an die 

Hand genommen hat.  

 

2.4.1 Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme, 

sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftat-

bestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (lit. a), Verfahrenshinder-

nisse bestehen (lit. b) oder aus den in Art. 8 StPO genannten Gründen auf eine Strafverfolgung 

zu verzichten ist (lit. c). Die Frage, ob ein Strafverfahren über eine Nichtanhandnahme erledigt 

werden kann, beurteilt sich nach dem aus dem Legalitätsprinzip abgeleiteten Grundsatz "in dubio 

pro duriore" (Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV, 

SR 101] sowie Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO; BGE 

138 IV 86 E. 4.2). Danach darf die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahme gestützt auf Art. 

310 Abs. 1 lit. a StPO verfügen, wenn sich die Situation so präsentiert, dass gar nie ein Verdacht 

hätte angenommen werden dürfen oder der Anfangsverdacht vollständig entkräftet worden ist. 

Verlangt wird bei dieser ersten Variante klare Straflosigkeit, wobei diese dann gegeben ist, wenn 

sicher ist, dass der Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt (NATHAN LANDSHUT/THOMAS 

BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 3. Auflage, Art. 310 N 4; BGer 1B_478/2012 vom 26. No-

vember 2012 E. 2.2). Bei blossen Zweifeln, ob ein Straftatbestand vorliegt oder ob der Nachweis 

strafbaren Handelns gelingen wird, darf hingegen keine Nichtanhandnahme erfolgen (NATHAN 

LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O., N 5; BGer 1B_478/2012 vom 26. November 2012 E. 2.2). 

In diesen Fällen ist die Untersuchung zu eröffnen oder der Tatverdacht durch eigene oder poli-

zeiliche Ermittlungen abzuklären (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O.; ESTHER OMLIN, 

Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Art. 310 N 8; NIKLAUS 

SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Auflage, 

Art. 310 N 2; BGE 137 IV 285 E. 2.3). 

 

2.4.2 In casu fragt sich, ob der Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB eindeutig nicht 

erfüllt ist. Der Nötigung macht sich strafbar, wer jemanden durch Gewalt, Androhung ernstlicher 

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Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu un-

terlassen oder zu dulden. Schutzobjekt von Art. 181 StGB ist die Freiheit der Willensbildung und 

Willensbetätigung des Einzelnen (BGE 129 IV 6 E. 2.1). Um dem gesetzlichen und verfassungs-

mässigen Bestimmtheitsgebot gerecht zu werden, ist die Tatbestandsvariante "andere Beschrän-

kung der Handlungsfreiheit" einschränkend auszulegen. Nicht jeder noch so geringfügige Druck 

auf die Entscheidungsfreiheit eines andern führt zu einer Bestrafung nach Art. 181 StGB. Viel-

mehr muss das verwendete Zwangsmittel das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung 

in ähnlicher Weise eindeutig überschreiten, wie es für die vom Gesetz ausdrücklich genannte 

Gewalt und Androhung ernstlicher Nachteile gilt (BGE 119 IV 301 E. 2.a). Unrechtmässig ist eine 

Nötigung, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist, wenn das Mittel zum erstrebten Zweck 

nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen 

Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 129 IV 6 E. 

3.4). Ob die Beschränkung der Handlungsfreiheit anderer eine rechtswidrige Nötigung darstellt, 

hängt somit vom Mass der Beeinträchtigung, von den dazu verwendeten Mitteln bzw. den damit 

verfolgten Zwecken ab (BGE 120 IV 17, 119 IV 301 E. 2.a, 108 IV 165 E. 3). Nicht als Nötigung 

wurden unter anderem das Verweilen einer Studentengruppe in einer Fakultätssitzung trotz Auf-

forderung zum Verlassen des Raumes (BGE 107 IV 116), ein einmaliges Nachfahren mit einem 

Motorfahrzeug oder eine kurzfristige Verhinderung oder Erschwerung der Weiterfahrt erachtet 

(BGE 129 IV 267, ZR 90 [1991] Nr. 38). 

 

2.4.3 Aus den vorliegenden Akten erhellt, dass weder der objektive noch der subjektive Tat-

bestand des angezeigten Deliktes erfüllt ist, womit sich der unbekannte Lenker evidentermassen 

nicht der Nötigung gemäss Art. 181 StGB strafbar gemacht hat. Zunächst ist festzuhalten, dass 

die vom Beschwerdeführer behauptete Beschleunigung des anderen Fahrzeuges während des 

Überholmanövers nicht erwiesen ist. Selbst wenn man indessen von diesem Umstand ausgehen 

würde, wäre dieses Verhalten offensichtlich kein Mittel, welches den Tatbestand der Nötigung 

erfüllen würde, da damit das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung nicht in ähnlicher 

Weise eindeutig überschritten wird, wie es für die vom Gesetz ausdrücklich genannte Gewalt oder 

Androhung ernstlicher Nachteile gilt (vgl. BGE 119 IV 301 E. 2.a). Der Beschwerdeführer hätte 

jederzeit die Möglichkeit gehabt, seine Geschwindigkeit zu reduzieren und sein Überholmanöver 

abzubrechen, sollte der unbekannte Lenker tatsächlich derart beschleunigt haben. Zu diesem 

Verhalten wäre der Beschwerdeführer notabene auch rechtlich verpflichtet gewesen. Entspre-

chend gab es für ihn zu keinem Zeitpunkt eine irgendwie geartete Veranlassung, in einer Zone, 

in welcher eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt, auf 141 km/h zu beschleunigen. Es ist 

der Staatsanwaltschaft beizupflichten, dass es sich bei den Einwänden des Beschwerdeführers 

offensichtlich um Schutzbehauptungen handelt, die er erst später im Verfahren und zudem wohl 

nur zur Verbesserung seiner eigenen Position vorgebracht hat. Denn es gibt keinerlei Hinweise, 

dass der unbekannte Lenker beim Überholmanöver beschleunigt hat und zwei Messungen vor-

genommen worden sind. Der Beschwerdeführer hat den vorgeworfenen Sachverhalt im Ge-

schwindigkeitsrapport vom 21. Mai 2020 im Übrigen vorbehaltlos anerkannt. Mangels strafbaren 

Verhaltens des unbekannten Lenkers war eine Verfahrenseröffnung damit keinesfalls geboten. 

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Vielmehr hat der Beschwerdeführer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zur fraglichen Zeit mit 

netto 57 km/h massiv überschritten und dies erst noch vor einer gefährlichen Kurve. Folglich ist 

der Tatbestand der Nötigung eindeutig nicht erfüllt und die Nichtanhandnahmeverfügung vom 22. 

April 2021 ist zu Recht ergangen. 

 

2.4.4 Die Beschwerde erweist sich dementsprechend als unbegründet, weshalb sie abzuwei-

sen ist. In diesem Zusammenhang gilt es festzuhalten, dass auch dem Verfahrensantrag des 

Beschwerdeführers, das vorliegende Verfahren müsse mit seinem Verfahren Nr. XXX behandelt 

werden, mangels Vorliegens der entsprechenden Voraussetzungen von Art. 29 StPO (Verübung 

mehrerer Straftaten durch eine beschuldigte Person oder Vorliegen der Mittäterschaft resp. Teil-

nahme) nicht stattgegeben werden kann. 

 

3.  Kosten 

 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unter-

liegens die Kosten des Rechtsmittelverfahrens. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ge-

hen die Verfahrenskosten im vorliegenden Fall zu Lasten des unterliegenden Beschwerdeführers. 

Die dem Beschwerdeführer aufzuerlegende Gerichtsgebühr wird gestützt auf § 13 Abs. 1 der Ver-

ordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT, SGS 170.31) auf CHF 500.00 festgelegt. Hinzu 

kommen Auslagen in der Höhe von CHF 50.00, welche ebenfalls durch den Beschwerdeführer 

zu tragen sind.  

  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

CHF 550.00, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 500.00 so-

wie Auslagen von CHF 50.00, gehen zu Lasten des Beschwerdefüh-

rers. 

 

 3. Mitteilung (…). 

 

 

 

Präsident 

 

 

 

 

Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin i.V. 

 

 

 

 

Laura Venerito 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

 

 

 

 

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