# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d304d2c-a453-54de-9728-9294f8a43e6f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2024 BVGE 2024 I/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2024-I-1_2024-05-08.pdf

## Full Text

Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 2024 I/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 1 

 

2024 I/1 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung II 
i.S. X. gegen Bundesamt für Zivildienst 

B-294/2024 vom 8. Mai 2024 

Zivildienst. Dienstverschiebung. Abbruch Ersteinsatz. Dauer Ersatz-

dienst nach rechtmässig abgebrochenem Ersteinsatz. Legalitäts-

prinzip. 

Art. 20, Art. 23 ZDG. Art. 38 Abs. 3, Art. 43 Abs. 3 ZDV.  

1. Aus Art. 38 Abs. 3 Bst. a ZDV, wonach eine zivildienstpflichtige 
Person, welche eine Rekrutenschule bestanden hat, einen Erstein-

satz von 54 Tagen zu leisten hat, lässt sich nicht die Pflicht ablei-

ten, dass bei einem rechtmässigen Abbruch dieses Ersteinsatzes 

die gesamte Einsatzdauer, das heisst ohne Berücksichtigung der 

bereits geleisteten Einsatztage, zu wiederholen ist (E. 4.2 und 5.1). 

2. Nach der vorinstanzlichen Praxis muss bei rechtmässig abgebro-
chenen Ersteinsätzen die gesamte Einsatzdauer wiederholt 

werden, wenn die zivildienstpflichtige Person nicht mindestens 

80 Prozent der Einsatztage des Ersteinsatzes geleistet hat. Diese 

Praxis stützt sich im entscheidenden Punkt weder auf eine zivil-

dienstrechtliche Regelung noch auf einen Analogieschluss zur 

Regelung für die Rekrutenschule (E. 5.2). Mangels gesetzlicher 

Grundlage ist das Legalitätsprinzip verletzt (E. 5.1 und 6.4). 

Service civil. Report de service. Interruption de la première période 

d'affectation. Durée du service civil de remplacement après inter-

ruption justifiée de la première période d'affectation. Principe de la 

légalité. 

Art. 20, art. 23 LSC. Art. 38 al. 3, art. 43 al. 3 OSCi. 

1. L'art. 38 al. 3 let. a OSCi, selon lequel toute personne astreinte au 
service civil ayant accompli l'école de recrues effectue une pre-

mière affectation de 54 jours, n'implique pas l'obligation, en cas 

d'interruption justifiée de cette première affectation, de répéter la 

durée totale de l'affectation sans tenir compte des jours d'affecta-

tion déjà effectués (consid. 4.2 et 5.1). 

2. Selon la pratique de l'autorité inférieure, en cas d'interruption 
justifiée de la première affectation, la personne astreinte qui n'a 

2024 I/1 Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 

 

 

2 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

pas accompli au moins 80 pour cent de la première affectation au 

service civil doit répéter la durée totale de l'affectation. Sur ce 

point, cette pratique ne se fonde ni sur la réglementation du service 

civil ni sur un raisonnement par analogie avec la réglementation 

de l'école de recrues (consid. 5.2). En l'absence de base légale, il y 

a violation du principe de la légalité (consid. 5.1 et 6.4). 

Servizio civile. Differimento del servizio. Interruzione del primo im-

piego. Durata del servizio sostitutivo dopo l'interruzione giustificata 

del primo periodo d'impiego. Principio della legalità. 

Art. 20, art. 23 LSC. Art. 38 cpv. 3, art. 43 cpv. 3 OSCi. 

1. Dall'art. 38 cpv. 3 lett. a OSCi, secondo cui una persona soggetta 
al servizio civile che ha adempiuto una scuola reclute deve prestare 

un primo periodo d'impiego che dura almeno 54 giorni, non deriva 

l'obbligo, in caso di interruzione giustificata di tale primo impiego, 

di ripetere l'intera durata dello stesso, ossia senza tener conto dei 

giorni di impiego già prestati (consid. 4.2 e 5.1). 

2. Secondo la prassi dell'autorità inferiore, in caso di interruzione 
giustificata di un primo impiego occorre ripetere l'intera durata 

dello stesso se la persona soggetta al servizio civile non ha prestato 

almeno l'80 per cento dei giorni del primo impiego. Su questo 

aspetto detta prassi non si basa né su una normativa in materia di 

servizio civile, né su una deduzione per analogia fondata sulla 

regolamentazione per la scuola reclute (consid. 5.2). In mancanza 

di una base legale, vi è violazione del principio della legalità 

(consid. 5.1 e 6.4). 

 

Nach Absolvierung der Rekrutenschule und von drei Wiederholungskur-

sen wurde der Beschwerdeführer zum Zivildienst zugelassen.  

Der Beschwerdeführer trat am 3. Juli 2023 seinen 54-tägigen Ersteinsatz 

im Zivildienst an. Zwischenzeitlich wurde ihm bekannt, dass er im Rah-

men seines Studiums drei Prüfungen nicht bestanden habe und diese im 

August 2023 wiederholen müsse. Am 31. Juli 2023 teilte die Vorinstanz 

dem Beschwerdeführer mit dem Einverständnis des Einsatzbetriebs telefo-

nisch mit, dass er den Einsatz nach 29 geleisteten Diensttagen in Anbe-

tracht der für ihn wichtigen Lernzeit per sofort abbrechen könne. 

Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 2024 I/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 3 

 

Mit Verfügung vom 3. August 2023 genehmigte die Vorinstanz sein Ge-

such um Dienstverschiebung und bekräftigte den Abbruch des Erstein-

satzes per 31. Juli 2023. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer darauf 

hingewiesen, dass er den Ersteinsatz von mindestens 54 Tagen nicht erfüllt 

habe und dieser somit im Jahr 2024 neu geplant werden müsse. 

Am 8. Oktober 2023 reichte der Beschwerdeführer ein zweites Dienstver-

schiebungsgesuch ein, da er plane, ein halbjähriges Praktikum zu absolvie-

ren, was mit einem Zivildiensteinsatz von 54 Tagen nicht vereinbar sei. 

Das zweite Dienstverschiebungsgesuch wies die Vorinstanz mit Verfügung 

vom 29. November 2023 unter anderem mit der Begründung ab, dass der 

Beschwerdeführer seinen Ersteinsatz in vollem Umfang zu wiederholen 

habe und hierfür in den Semesterferien im Sommer hinreichend Zeit habe. 

Mit Eingabe vom 12. Januar 2024 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Der 

Beschwerdeführer beantragte, es sei die Verfügung der Vorinstanz vom 

29. November 2023 aufzuheben und es sei festzuhalten, dass er den am 

31. Juli 2023 abgebrochenen Ersteinsatz im Jahr 2024 vollenden müsse 

und für maximal 26 Einsatztage zu verpflichten sei. Zur Begründung 

brachte der Beschwerdeführer insbesondere vor, es fehle an einer gesetzli-

chen Grundlage, welche verbiete, einen rechtmässig abgebrochenen Erst-

einsatz zu vollenden. 

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut. 

Aus den Erwägungen: 

3.  
3.1 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seinen 54-
tägigen Ersteinsatz nach 29 geleisteten Diensttagen am 31. Juli 2023 

rechtmässig abbrach. In seiner Beschwerde vom 12. Januar 2024 stellt der 

Beschwerdeführer das Rechtsbegehren, er sei für maximal 26 Einsatztage 

im Zeitraum zwischen 1. Juli 2024 und 11. August 2024 zu verpflichten 

([…]). Er ficht damit die Verfügung vom 29. November 2024 nur so weit 

an, als er zur Wiederholung des gesamten Ersteinsatzes von 54 Dienst-

tagen aufgefordert wird ([…]). 

3.2 Streitig ist demnach, ob gestützt auf Art. 20 des Zivildienstgeset-
zes vom 6. Oktober 1995 (ZDG, SR 824.0) in Verbindung mit Art. 38 

Abs. 3 der Zivildienstverordnung vom 11. September 1996 (ZDV, SR 

2024 I/1 Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 

 

 

4 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

824.01) nach einem rechtmässigen Abbruch des Ersteinsatzes nach 29 ge-

leisteten Diensttagen der gesamte Ersteinsatz von 54 Diensttagen wieder-

holt werden muss.  

3.3 Der Beschwerdeführer beanstandet, im Gesetz wie in der Verord-
nung fehle eine explizite Regelung, wie mit abgebrochenen Ersteinsätzen 

umzugehen sei. Auch aus den Materialien sei nichts Entsprechendes zu 

entnehmen ([…]). Insbesondere sei die rechtliche Lage einer vorgängigen 

Fraktionierung eines Einsatzes zu unterscheiden von einem nachträglichen 

rechtmässig verfügten Abbruch ([…]). Ratio legis der Mindestdauern und 

der längeren Ersteinsätze sei zum einen, dass vernünftig lange Ersteinsätze 

den Einsatzbetrieben entgegenkommen würden, sowie zum anderen, dass 

die gesamte Dienstpflicht innerhalb der vorgesehenen Dauer erfüllt wer-

den könne, wofür in Bezug auf den Beschwerdeführer mit noch verblei-

benden 84 Tagen kein Risiko bestehe ([…]). Folglich müsse ein berechtigt 

abgebrochener Ersteinsatz vollendet werden können. Eine Wiederholung 

des gesamten Einsatzes sei nur nötig, wenn die Einsatztage des abgebro-

chenen Einsatzes nicht anrechenbar wären. Dazu sehe Art. 43 Abs. 3 ZDV 

vor, dass auch rückwirkend ein Abbruch verfügt werden könne. Art. 29 

ZDV bestimme zudem, dass ein ersatzweise geleisteter Einsatz zusammen 

mit dem abgebrochenen als ein einziger Einsatz gelte. Dies müsse analog 

auch gelten, wenn die Resttage des abgebrochenen Einsatzes nicht mehr 

im selben Jahr geleistet würden ([…]). Auch leuchte nicht ein, weshalb 

beim Militärdienst eine abgebrochene Rekrutenschule oder auch ein abge-

brochener Beförderungsdienst vollendet werden könne, was niemand 

ernsthaft infrage stelle, es sich beim zivilen Ersatzdienst aber anders ver-

halten solle ([…]). Für eine behauptete Praxis der Vorinstanz, wonach der 

Ersteinsatz (trotz Abbruchs) als bestanden zu qualifizieren sei, wenn min-

destens 80 Prozent der aufgebotenen Diensttage angerechnet worden 

seien, fehle es an einer gesetzlichen Grundlage, mithin sei das Legalitäts-

prinzip verletzt (Art. 5 i.V.m. Art. 164 BV […]). 

3.4 Die Vorinstanz entgegnet, Art. 38 Abs. 3 ZDV sei mit der Teilre-
vision der ZDV am 1. Februar 2011 eingeführt worden. Ziel dieser und 

weiterer Ergänzungen der ZDV sei es gewesen, die Attraktivität des Zivil-

dienstes gegenüber dem Militärdienst zu reduzieren. Diese Wirkung würde 

entfallen, wenn der Ersteinsatz gemäss Art. 38 Abs. 3 ZDV beliebig auf-

geteilt werden könne ([…]). Während Art. 38 Abs. 3 ZDV nicht vorsehe, 

dass ein 54-tägiger Ersteinsatz aufgeteilt werden könne, sei eine solche 

Aufteilung hingegen beim langen Einsatz von mindestens 180 Tagen ge-

mäss Art. 37 ZDV vorgesehen. Entsprechend folge die Vorinstanz dieser 

Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 2024 I/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 5 

 

Auffassung in ihrer langjährigen, bewährten Praxis, nach der ein Erstein-

satz nach Art. 38 Abs. 3 ZDV dann als bestanden gelte, wenn mindestens 

80 Prozent der aufgebotenen Diensttage an die Erfüllung der ordentlichen 

Zivildienstleistungen angerechnet worden seien. Der Beschwerdeführer 

habe vorliegend vor dem Abbruch 29 anrechenbare Diensttage geleistet, 

das entspreche lediglich zwei Tagen mehr als der Hälfte der verfügten 

54 Tage und erreiche die Schwelle von 80 Prozent nicht annähernd. Die 

Verpflichtung, einen erneuten Ersteinsatz von 54 Tagen zu leisten, erschei-

ne daher im Lichte der erwähnten Praxis und des Normzwecks im vorlie-

genden Fall als erforderlich. Der Gesetzgeber habe dem Bundesrat mit der 

Delegationsnorm von Art. 20 ZDG die Kompetenz eingeräumt, die Min-

destdauer und die zeitliche Abfolge der Einsätze zu regeln. In Art. 21 

Abs. 1 ZDG sei bereits auf Gesetzesstufe festgelegt, dass der erste Einsatz 

spätestens in dem Jahr, das der rechtskräftigen Zulassung folgt, zu begin-

nen sei. Die in Art. 38 Abs. 3 ZDV getroffene Regelung, die präzisierend 

festhalte, dass der Ersteinsatz mindestens 54 Tage zu dauern habe, sei von 

der Delegationsnorm ohne Weiteres gedeckt. Diese Verordnungsbestim-

mung könne hinsichtlich der Eingriffsschwere insoweit nicht mit dem per 

1. Juli 2016 (meint: als Folge des Urteils BVGE 2014/50) aufgehobenen 

Art. 36a ZDV verglichen werden, als dieser die Pflicht zum Durchdienen 

im Zivildienst vorsah ([…]). Vor diesem Hintergrund sei auch der Vorwurf 

des Beschwerdeführers, die Praxis der Vorinstanz würde das Legalitäts-

prinzip verletzen, nicht nachvollziehbar. Die Praxis berücksichtige den 

Willen des Verordnungsgebers und genüge dem Verhältnismässigkeits-

prinzip, indem Zivildienstleistende, deren 54-tägiger Ersteinsatz nach 

Leistung eines Grossteils der verfügten Diensttage rechtmässig abgebro-

chen wurde, nicht nochmals von vorne beginnen müssten ([…]). 

3.5 Das Generalsekretariat des Eidgenössischen Departements für 
Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) stützt die Argumenta-

tion der Vorinstanz, wonach Art. 38 Abs. 3 Bst. a ZDV keine Teilung des 

Ersteinsatzes vorsehe. Der Bundesrat habe diese Teilung im Sinne eines 

qualifizierten Schweigens bewusst nicht geregelt, da die Leistung des Erst-

einsatzes von mindestens 54 Tagen Dauer am Stück zu erfolgen habe. Falls 

der Ersteinsatz abgebrochen werde, so habe die zivildienstpflichtige Per-

son den Ersteinsatz grundsätzlich in gesamter Länge zu wiederholen, so-

weit es sich nicht nur um ein paar fehlende Diensttage handle ([…]).  

2024 I/1 Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 

 

 

6 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

4.  
4.1 In Bezug auf die Möglichkeit zur vorgängigen Fraktionierung 
eines Einsatzes ist festzustellen, dass der lange Einsatz von mindestens 

180 Tagen für zivildienstpflichtige Personen, die keine Rekrutenschule be-

standen haben, ohne zusätzliche Begründung in zwei Teilen geleistet wer-

den kann (Art. 20 ZDG i.V.m. Art. 37 Abs. 3 ZDV). In Bezug auf zivil-

dienstpflichtige Personen, die bereits eine Rekrutenschule absolviert 

haben, regelt Art. 38 Abs. 3 ZDV nicht explizit, ob diese ihren Ersteinsatz 

von mindestens 54 Tagen Dauer (Art. 38 Abs. 3 Bst. a ZDV) ebenfalls in 

zwei Teilen leisten können.  

4.2 Mit Blick auf den Militärdienst gilt, dass Militärdienstpflichtige 
ihre Rekrutenschule grundsätzlich ohne Unterbruch in der vollen Dauer 

gemäss dem öffentlichen militärischen Aufgebot zu leisten haben. Nur in 

begründeten Ausnahmefällen kann die Rekrutenschule einmal unterbro-

chen (fraktioniert) und somit in zwei Teilen absolviert werden, wobei hier-

zu kein Anspruch besteht (Art. 49 des Militärgesetzes vom 3. Februar 

1995 [MG, SR 510.10] i.V.m. Art. 57 Abs. 1 der Verordnung vom 22. No-

vember 2017 über die Militärdienstpflicht [VMDP, SR 512.21]). Wieder-

holungskurse können gemäss Art. 58 Abs. 2 Bst. a und b VMDP bei 

Vorliegen besonderer Ausbildungsbedürfnisse in mehrere Teile aufgeteilt 

werden. 

Somit sind zivildienstpflichtige Personen in Bezug auf den langen Einsatz 

von 180 Tagen im Vergleich zu militärdienstpflichtigen Personen leicht 

bessergestellt, was sich wohl mit der längeren Einsatzdauer rechtfertigt. 

Hingegen herrscht für den Militär- wie auch den Zivildienst ansonsten der 

Grundsatz vor, dass die Fraktionierung unerwünscht und damit der Einsatz 

am Stück ohne Unterbrüche zu leisten ist. Vor diesem Hintergrund ist die 

Argumentation von Vorinstanz und Generalsekretariat VBS insoweit nach-

vollziehbar, als diese geltend machen, im Unterschied zum langen Einsatz 

von 180 Tagen könne der Ersteinsatz von 54 Tagen gemäss Art. 38 Abs. 3 

Bst. a ZDV mangels expliziter Bestimmung im ZDG oder ZDV e contrario 

im Sinne eines qualifizierten Schweigens nicht geplant aufgeteilt bezie-

hungsweise fraktioniert werden ([…]). Die Frage, ob insoweit tatsächlich 

ein qualifiziertes Schweigen vorliegt, kann indessen offenbleiben. 

5.  
Im vorliegenden Fall beantragt der Beschwerdeführer indessen keine vor-

gängige Fraktionierung seines Ersteinsatzes; vielmehr trat er den 54-tägi-

gen Ersteinsatz unbestrittenermassen mit der Absicht an, die Gesamtdauer 

am Stück zu leisten. Als er nachträglich erfuhr, dass er drei Prüfungen 

Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 2024 I/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 7 

 

nicht bestanden hatte, entschied er sich zum Abbruch, der seitens der Vor-

instanz bewilligt beziehungsweise genehmigt wurde (vgl. E. 3.1 hiervor). 

Es geht somit einzig um die Frage, ob nach einem bewilligten Abbruch des 

Ersteinsatzes nur die fehlenden Tage zu leisten sind oder der ganze Erstein-

satz zu wiederholen ist. 

5.1 Die Vorinstanz wie das Generalsekretariat des VBS schliessen 
aus der fehlenden Regelung zur Fraktionierung in Art. 38 Abs. 3 ZDV, 

dass auch nach einem nachträglichen, rechtmässigen Abbruch bei Nichtbe-

stehen des Ersteinsatzes von 54 Tagen der gesamte Ersteinsatz wiederholt 

werden muss ([…]). Dieser Schluss greift jedoch zu kurz. Aus dem soeben 

festgestellten Konzept, dass eine geplante Fraktionierung nicht gewollt ist, 

ergibt sich nicht mit gleicher Selbstverständlichkeit, dass auch nach recht-

mässigem Abbruch der Dienst im Ergebnis nicht so aufgeteilt werden 

kann, dass – jedenfalls für den vorliegenden Fall, in welchem die Hälfte 

der Diensttage bereits geleistet worden ist – nicht nochmals ein voller Erst-

einsatz zu leisten ist. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, 

dass ein Abbruch des Einsatzes zwar rückwirkend verfügt werden kann 

(Art. 43 Abs. 3 ZDV), aber jedenfalls gemäss Art. 23 Abs. 1 ZDG wichtige 

Gründe voraussetzt. Der Abbruch hat durch die Vollzugsstelle in Form 

einer beschwerdefähigen Verfügung zu erfolgen (Art. 23 Abs. 2 ZDG). 

Dies ist ein deutlicher Unterschied zur Fraktionierung. In Bezug auf den 

54-tägigen Ersteinsatz regelt Art. 38 Abs. 3 ZDV lediglich den Zeitpunkt 

des Beginns und Bst. a bestimmt die Mindestdauer von 54 Tagen. Weder 

aus dem Zeitpunkt des Beginns noch aus der Mindestdauer lässt sich je-

doch ableiten, ob nach einem bewilligten Abbruch dennoch der gesamte 

Ersteinsatz zu wiederholen ist. Folglich enthalten weder das ZDG noch die 

ZDV eine gesetzliche Grundlage, wie im Zivildienst mit abgebrochenen 

(Erst-)Einsätzen umzugehen sei. Auch in den Botschaften vom 22. Juni 

1994 zum Bundesgesetz über den zivilen Ersatzdienst (Zivildienstgesetz, 

ZDG; BBl 1994 III 1609, 1673 ff.) sowie vom 21. September 2001 zur 

Änderung des Bundesgesetzes über den zivilen Ersatzdienst (BBl 2001 

6127, 6188) fehlen entsprechende Ausführungen. 

5.2 Der Vergleich mit dem Militärdienst ergibt, dass diesbezüglich 
explizite gesetzliche Regelungen zu den Folgen des Abbruchs vorhanden 

sind. Militärdienstpflichtige, die mindestens 80 Prozent der vollen Dauer 

der Rekrutenschule geleistet haben und mindestens als genügend qualifi-

ziert wurden, haben die Rekrutenschule bestanden (Art. 49 MG i.V.m. 

Art. 57 Abs. 2 VMDP). Militärdienstpflichtige, welche die Rekruten-

schule nicht bestanden haben, werden auf den nächstmöglichen Zeit- 

2024 I/1 Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 

 

 

8 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

punkt für den Rest der Dauer aufgeboten (Art. 49 MG i.V.m. Art. 57 Abs. 3 

VMDP).  

In Bezug auf die Praxis der Vorinstanz, wonach ein Ersteinsatz dann als 

bestanden gelte, wenn mindestens 80 Prozent der aufgebotenen Diensttage 

an die Erfüllung der ordentlichen Zivildienstleistungen angerechnet wor-

den seien, wendet die Vorinstanz Art. 57 Abs. 2 VMDP wohl insoweit ana-

log an, als Militärdienstpflichtige, die mindestens 80 Prozent der vollen 

Dauer der Rekrutenschule geleistet haben, die Rekrutenschule bestanden 

haben. Damit scheint die Vorinstanz von einer gewissen Vergleichbarkeit 

zwischen Ersteinsatz und Rekrutenschule auszugehen. Hingegen folgt die 

Vorinstanz in Bezug auf den Zivildienst nicht der Lösung des MG, wonach 

Militärdienstpflichtige, welche die Rekrutenschule nicht bestanden haben, 

nur für den Rest der Dauer aufgeboten werden (Art. 49 MG i.V.m. Art. 57 

Abs. 3 VMDP). Auch das Generalsekretariat des VBS spricht sich gegen 

eine analoge Anwendung von Art. 57 Abs. 3 VMDP aus ([…]).  

5.3 Im Gesetz besteht eine Lücke, wenn eine Regelung unvollständig 
ist, weil sie jede Antwort auf die sich stellende Rechtsfrage schuldig bleibt. 

Hat der Gesetzgeber eine Rechtsfrage nicht übersehen, sondern still-

schweigend – im negativen Sinn – mitentschieden (qualifiziertes Schwei-

gen), bleibt kein Raum für richterliche Lückenfüllung. Eine echte Geset-

zeslücke, die vom Gericht zu füllen ist, liegt nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts vor, wenn der Gesetzgeber etwas zu regeln unterlassen hat, 

was er hätte regeln sollen, und dem Gesetz diesbezüglich weder nach sei-

nem Wortlaut noch nach dem durch Auslegung zu ermittelnden Rechtssinn 

eine Vorschrift entnommen werden kann (BGE 148 V 397 E. 6.2.1; 141 IV 

298 E. 1.3.1 m.H.). 

Vorliegend liegt in Bezug auf die Frage, wie im Zivildienst mit abgebro-

chenen (Erst-)Einsätzen von 54 Tagen umzugehen sei, jedenfalls entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz kein qualifiziertes Schweigen vor, welches 

eine echte Lücke ausschliessen würde (vgl. TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2022, Rz. 576). Ob in Bezug auf 

die Rechtslage nach bewilligtem Abbruch vorliegend mit Blick auf die 

Möglichkeit des Analogieschlusses zur gesetzlichen Lösung im Militär-

dienst eine echte Lücke vorliegt, kann aufgrund der nachfolgenden Aus-

führungen letztlich offenbleiben. 

5.4 Aufgrund des soeben Gesagten stellt sich die fallentscheidende 
Frage, ob die Vorinstanz mit ihrer für die zivildienstpflichtige Person 

unvorteilhaften und verglichen mit einer militärdienstpflichtigen Person 

Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 2024 I/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 9 

 

strengeren Praxis mangels gesetzlicher Grundlage gegen das Legalitäts-

prinzip verstösst. 

6.  
6.1 Das Recht bildet Grundlage und Schranke staatlichen Handelns 
(Art. 5 Abs. 1 BV). Diese Verfassungsnorm statuiert den Vorbehalt und 

den Vorrang des Rechtssatzes. Ersterer verlangt insbesondere, dass sich 

behördliche Akte auf eine hinreichend bestimmte generell-abstrakte Norm 

stützen. Letzterer, dass sich rechtsanwendende Organe an das geltende 

Recht halten und rechtsetzende Organe die Normenhierarchie beachten. 

Durch den Vorbehalt des Rechtssatzes sollen die Rechtssicherheit im Sin-

ne der Vorhersehbarkeit sowie die Rechtsgleichheit verwirklicht werden 

(vgl. BGE 131 II 13 E. 6.3 ff.; BVGE 2021 IV/5 E. 6.1; Urteile des BVGer 

B-1897/2022 vom 15. September 2022 E. 5.1; B-5117/2016 vom 

30. Januar 2019 E. 4.1; BENJAMIN SCHINDLER, in: St. Galler Kommentar, 

Die schweizerische Bundesverfassung, 4. Aufl. 2023, Art. 5 N. 18 ff.; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 

2020, Rz. 325, 338 ff.). Art. 164 Abs. 1 BV bestimmt, dass auf Bundes-

ebene alle wichtigen rechtsetzenden Bestimmungen in der Form des Bun-

desgesetzes zu erlassen sind. Als massgebliche Kriterien zur Umschrei-

bung der Wichtigkeit im Sinne des materiellen Gesetzesvorbehalts gelten 

namentlich die Intensität des Eingriffs, die Zahl der von der Regelung be-

troffenen Personen, die finanzielle Bedeutung und die Akzeptanz der 

Massnahmen (BVGE 2014/50 E. 4.3; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

a.a.O., Rz. 354 ff.).  

6.2 Es steht fest, dass mit der Teilrevision der ZDV im Jahr 2011 
sowie weiteren Ergänzungen der ZDV unter anderem die Attraktivität des 

Zivildienstes gegenüber dem Militärdienst reduziert werden sollte (vgl. 

dazu Erläuternder Bericht zur Revision des Zivildienstgesetzes vom 

2. August 2013, Ziffer 1.1.3, S. 5). Unabhängig davon darf gemäss stän-

diger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eine zivildienst-

pflichtige Person nicht bessergestellt werden als eine militärdienstpflich-

tige Person (Urteile des BVGer B-5180/2021 vom 23. März 2022 E. 3.1; 

B-6183/2017 vom 19. April 2018 E. 3.3). Aus dieser Rechtsprechung darf 

jedoch nicht geschlossen werden, dass eine zivildienstpflichtige Person 

stets und ohne gesetzliche Grundlage schlechter zu stellen wäre als eine 

militärdienstpflichtige Person. Möglicherweise ist der Beschwerdeführer 

als zivildienstpflichtige Person gegenüber einem Militärdienstpflichtigen 

insoweit privilegiert, als er den Ersteinsatz erst im Kalenderjahr, das der 

2024 I/1 Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 

 

 

10 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

rechtskräftigen Zulassung zum Zivildienst folgt, beginnen muss und zu-

dem seinen Zivildiensteinsatz zum für ihn günstigsten Zeitpunkt leisten 

kann ([…]). Dieser potenzielle Vorteil kann jedoch nicht pauschal rechtfer-

tigen, dass im Falle einer Pflicht zur Wiederholung des gesamten Einsatzes 

nach rechtmässigem Abbruch des Ersteinsatzes eine zivildienstpflichtige 

Person gegenüber einer militärdienstpflichtigen Person Nachteile erleidet, 

ohne dass hierfür eine gesetzliche Grundlage besteht. 

6.3 Mit Urteil BVGE 2014/50 hatte das Bundesverwaltungsgericht 
die unterbruchsfreie Leistung des Zivildienstes für militärische Durch-

diener gestützt auf aArt. 36a ZDV zu beurteilen. Es erwog, die unselbst-

ständige Verordnungsnorm von aArt. 36a ZDV sei gesetzeswidrig, weil 

sich diese Regelung nicht auf eine hinreichende formell-gesetzliche Dele-

gationsnorm stütze (E. 5.8). Die Verordnungsregelung, wonach Zivil-

dienstleistende, die im Zeitpunkt ihrer Anmeldung zum Zivildienst als 

Durchdiener gemeldet waren, einen unterbruchsfreien Zivildiensteinsatz 

zu leisten haben, wurde daher die Anwendung versagt (E. 5.9). Im Nach-

gang zu diesem Urteil ist aArt. 36a ZDV mit Wirkung per 1. Juli 2016 

aufgehoben worden (AS 2016 1897). Auch in BVGE 2022 I/4 (insb. 

E. 4.2.2) sowie in seinen Urteilen B-4297/2021 vom 11. Januar 2022, 

B-2474/2019 vom 23. September 2019 sowie B-3356/2014 vom 17. Au-

gust 2015 stützte sich das Bundesverwaltungsgericht in Bezug auf die 

Wahl des Durchdienermodells namentlich auf die in BVGE 2014/50 ent-

wickelte Argumentation. 

6.4 Vorliegend wirkt sich die Praxis der Vorinstanz, wonach analog 
zum Militärdienst nach Leistung von 80 Prozent der Einsatztage der Erst-

einsatz als bestanden gilt, im Vergleich zum reinen Wortlaut der ZDV 

positiv auf die Rechtsposition der zivildienstpflichtigen Person aus, da sie 

eine Erleichterung darstellt. Hingegen greift die Pflicht zur Wiederholung 

des vollständigen Ersteinsatzes nach einem Abbruch respektive bei Nicht-

bestehen negativ in die Rechtsposition des Beschwerdeführers ein, da sie 

ihm im Vergleich zum naheliegenden Analogieschluss zu den diesbezüg-

lich für den Militärdienst geltenden Regeln zusätzliche Pflichten auferlegt. 

In diesem Sinne müsste sich die Pflicht zur Wiederholung des vollständi-

gen Einsatzes jedenfalls auf eine materiell-gesetzliche Grundlage, also zu-

mindest auf eine entsprechende explizite Regelung in der ZDV, stützen. 

Anders als in der erwähnten Rechtsprechung zu aArt. 36a ZDV zur Wahl 

des Durchdienermodells gründet die Pflicht zur Wiederholung des voll-

ständigen Ersteinsatzes nach einem rechtmässigen Abbruch jedoch auf 

keinerlei gesetzlicher Grundlage (weder auf Stufe ZDV als Verordnung 

Zivildienst. Dauer Ersatzdienst 2024 I/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 11 

 

noch auf Stufe ZDG als formelles Gesetz). Daher kann – wie der Be-

schwerdeführer zutreffend feststellt ([…]) – offenbleiben, ob eine solche 

Verschärfung gegenüber dem Militärdienst in Art. 38 Abs. 3 ZDV analog 

zu aArt. 36a ZDV auch als unselbstständige Verordnungsnorm gesetzes-

widrig wäre, wenn sich diese Regelung nicht auf eine hinreichende 

formell-gesetzliche Delegationsnorm stützt (vgl. dazu BVGE 2014/50 

E. 4.4). Folglich kann vorliegend mangels gesetzlicher Grundlage die Ein-

griffsschwere keine Rolle spielen. Diese müsste hingegen berücksichtigt 

werden in Bezug auf die Frage, ob die Schlechterstellung von zivildienst-

pflichtigen Personen im Sinne einer Pflicht zur Wiederholung des vollstän-

digen Einsatzes gestützt auf eine unselbstständige Verordnungsnorm aus-

reichend wäre. Diese Frage stellt sich im konkreten Fall jedoch nicht.