# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** beca8d24-d1af-5d55-a872-f1708ead3881
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.04.2015 200 2014 1149
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1149_2015-04-13.pdf

## Full Text

200 14 1149 IV
KOJ/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. April 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
c/o lic.iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 11. Januar 2012 unter Hinweis auf einen 
Bandscheibenvorfall und eine entsprechende Operation im Oktober 2011 
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2). 
Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor 
und holte Stellungnahmen ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein 
(AB 7 – 10, 22/3). Mit Verfügung vom 16. April 2013 verneinte die IVB den 
Anspruch auf berufliche Massnahmen (AB 28) und stellte der Versicherten 
mit Vorbescheid vom 4. Juni 2013 die Verneinung des Rentenanspruchs in 
Aussicht (AB 30). Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch lic. iur. 
B.________, am 4. Juli 2013 Einwände (AB 31). Daraufhin liess die IVB die 
Versicherte auf Empfehlung ihres RAD interdisziplinär begutachten (AB 
34). Die entsprechende Expertise der MEDAS C.________, Medizinische 
Abklärungsstelle der Eidg. Invalidenversicherung (MEDAS), wurde am 
20. Februar 2014 erstattet (AB 51.1). Nachdem die IVB der Versicherten 
zum MEDAS-Gutachten das rechtliche Gehör gewährt hatte, stellte sie ihr 
mit Vorbescheid vom 7. April 2014 die Verneinung des Rentenanspruchs in 
Aussicht (AB 53 – 55). Dagegen erhob die Versicherte am 6. Mai 2014 un-
ter Bezugnahme auf einen Bericht des psychiatrischen Dienstes 
D.________ vom 25. April 2014 Einwände (AB 56). Auf Empfehlung ihres 
RAD holte die IVB bei der MEDAS C.________ zwei ergänzende Stellung-
nahmen ein und gewährte der Versicherten dazu das rechtliche Gehör (AB 
55 – 65). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2014 verneinte die IVB daraufhin 
bei einem Invaliditätsgrad von 28 % den Anspruch auf eine Invalidenrente 
(AB 66). 

B.

Dagegen erhob die Versicherte am 2. Dezember 2014 Beschwerde und 
beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr un-

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ter Berücksichtigung aller medizinischen Elemente – psychisch wie phy-
sisch – eine Invalidenrente zuzusprechen. Gleichzeitig stellte die Be-
schwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Zur Begrün-
dung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die vom psychiatrischen Dienst 
D.________ aufgrund der psychiatrischen Krankheitsanteile attestierte Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit sei im MEDAS-Gutachten ausser Acht ge-
lassen worden. Objektiv gesehen habe sie in Anbetracht der langen Liste 
ihrer physischen und psychischen Leiden keine Chance, eine angepasste 
leichte Tätigkeit zu finden. Unter Berücksichtigung ihrer Depression, welche 
durch die behandelnde Psychiaterin bestätigt worden sei, und den diversen 
körperlichen Beschwerden, vor allem der starken Schmerzen, liege zumin-
dest eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit vor, weshalb ein Anspruch auf eine 
Invalidenrente bestehe. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. Januar 2015 auf eine einläss-
lich begründete Beschwerdeantwort und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde.

Mit Verfügung vom 20. Januar 2015 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 31. Oktober 2014 (AB 66). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali-
denrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 

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einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG)

2.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere 
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri-
ger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter 

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Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in 
allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be-
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht 
in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu-
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu-
tischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-
den Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraus-
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 
V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.3 S. 354).

2.4 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 
3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren ei-
nen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder 
seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – 
Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend 
auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 
5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich 
und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt 

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berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der 
Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV 
Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Mo-
nat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. 

2.6 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.8 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

Den medizinischen Akten ist im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1 Im Bericht des psychiatrischen Dienstes D.________ vom 9. April 
2013 (AB 29) diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine rezidivierende 
depressive Störung, leichten bis mittelgradigen Ausmasses (ICD-10: F33.1) 
und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), be-
stehend seit zirka zehn Jahren. Zur Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeüb-
ten Tätigkeit wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei seit mehreren 
Jahren nicht mehr arbeitstätig; die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer 
Sicht nicht mehr zumutbar. Es bestehe eine qualitative wie quantitative 
Einschränkung der Leistungsfähigkeit, zudem lägen ein unzuverlässiges 
Erscheinen und eine rasche Überforderung vor. Zur Anamnese hielten die 
behandelnden Ärzte fest, die Beschwerdeführerin sei vor zirka zehn Jahren 
in die Schweiz gekommen, wo sie vorerst noch verschiedentlich arbeitstätig 
gewesen sei (…). Schon nach zirka einem Jahr seien Rückenschmerzen 
aufgetreten, die sie seither quälten und im Jahr 2011 zu einer Operation 
geführt hätten. Eine Hospitalisation im Spital E.________ habe die Diagno-
se einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychologi-
schen Anteilen ergeben. Seit Juli 2012 sei die Beschwerdeführerin in 

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psychiatrischer Behandlung im psychiatrischen Dienst D.________. Im 
Vordergrund stünden dabei – neben der quälenden Schmerzproblematik – 
Ängste und Stimmungsschwankungen bis hin zu Lebensüberdruss in Zu-
sammenhang mit ihrer schwierigen sozialen Situation: Als unverheiratete, 
kinderlose Frau fühle sie sich wertlos, als Analphabetin, ohne Arbeit und 
ohne soziale Kontakte ausserhalb ihrer Kernfamilie stehe sie ohne Status 
und Zukunftsperspektive da. Unklar sei zudem, ob die Beschwerdeführerin 
traumatische Erlebnisse während des … durchgemacht habe. 

3.2 Das MEDAS-Gutachten vom 20. Februar 2014 (AB 51.1) basiert auf 
fachärztlichen Untersuchungen in den Bereichen Innere Medizin, Rheuma-
tologie, Neurologie, Dermatologie und Psychiatrie. Die Gutachter führten 
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (AB 
51.1/36):

Chronisches lumbovertebrales/lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit senso-
motorischem radikulärem Ausfallsyndrom L5 links

 nach mikrochirurgischer Sequesterektomie und Ausräumung des Bandschei-
benfaches L4/L5 bei sequestrierter Diskushernie L4/L5 links am 28. Oktober 
2011 bei 

 Spondylolisthesis L4/L5 Grad I nach Meyerding
 bilateraler Spondylolyse L4 und 
 breitbasiger Diskushernie L4/5 mit foraminaler Ausdehnung (MRT LWS vom 

25. Februar 2013)

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Fol-
genden festgehalten (AB 51.1/36):

 Adipositas permagna (BMI 44)
 Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, Malapati Stadium III
 Chronische Hepatitis B-Infektion
 Prurigo simplex subacuta
 Vitiligo lokalisierter Typ Abdomen
 Xerosis cutis
 Genua valga
 Spreizfüsse
 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
 Histrionisch akzentuierte Persönlichkeitszüge
 Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung
 Probleme in Verbindung mit Ausbildung und Bildung

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Zu den Auswirkungen der Störung auf die bisherige Tätigkeit hielten die 
Gutachter fest (AB 51.1/38), konkret eingeschränkt sei die Beschwerdefüh-
rerin für alle rückenbelastenden Tätigkeiten mit einem Hebe- und Haltelimit 
von 5 kg, mit repetitivem sich Bücken müssen, mit regelmässigem Bestei-
gen von Leitern und Gerüsten etc. wie dem Arbeiten in körperlicher 
Zwangshaltung. Alle wechselbelastenden Tätigkeiten mit leichten Ge-
wichtsbelastungen seien rein somatisch gesehen uneingeschränkt zumut-
bar. Längeres oder vorwiegendes Gehen und Stehen seien nicht zumutbar. 
Insgesamt sei die Beschwerdeführerin in einer durchschnittlichen Tätigkeit 
als … infolge der organisch begründbaren Beschwerden aufgrund der sen-
somotorischen Reizsymptomatik und Schmerzen in der lumbalen Wir-
belsäule zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Mittelschwere und 
schwere, insbesondere rückenbelastende Tätigkeiten seien nicht zumutbar. 
Weiter berichteten die Gutachter (AB 51.1/39), in adaptierten Tätigkeiten, 
welche die oben genannten Voraussetzungen erfüllten, bestehe rein soma-
tisch beurteilt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % aufgrund 
der chronischen, somatisch begründbaren Schmerzanteile. Psychiatrisch 
bestehe keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es liege eine 
bewusstseinsnahe demonstrative psychosomatische Überlagerung der 
gesamten Symptomatik bei eindeutig feststellbarer schwieriger sozialer 
Lage vor. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer mangelnden Ausbil-
dung, ihres Mangels an schulischen Kenntnissen in der Gesellschaft erheb-
lich sozial behindert, ihre Lebenspläne seien gescheitert; dass sie in dieser 
Situation eine Art Flucht in die Krankheit suche, sei auch normal psycholo-
gisch nachvollziehbar. Weiter verwiesen die Gutachter zu den Fragen der 
Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung des psychosoma-
tischen Leidensanteils auf den psychiatrischen Teilstatus. Dort wurde dies-
bezüglich festgehalten (AB 51.1/34), es bestehe eine leichte psychische 
Komorbidität, nicht aber eine ausgewiesene im Sinne einer histrionisch 
akzentuierten Persönlichkeitsstruktur. Weiter seien degenerative Verände-
rungen und eine neurologische Pathologie im Rücken vorhanden; ein lang-
jähriger Verlauf sei insofern vorhanden, als dass bei psychosomatischen 
Überlagerungen oder Krankheiten ein somatischer Therapieansatz nicht 
zum Erfolg führen könne. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Be-
langen des Lebens bestehe nicht. Über einen verfestigten, therapeutisch 
nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten, 

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psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung im Sinne eines primären 
Krankheitsgewinnes oder einer Flucht in die Krankheit könne ausgesagt 
werden, dass wahrscheinlich ein solcher nicht vorliege, hingegen ganz of-
fensichtliche Gründe eines Scheiterns eines Lebensplanes aufgrund 
schlechter sozialer Voraussetzungen, um diesen auch umsetzen zu kön-
nen. Von unbefriedigenden Behandlungsergebnissen trotz konsequent 
durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungsbemühungen kön-
ne insofern nicht gesprochen werden, als dass somatische Therapieansät-
ze bei grundsätzlich psychosomatischen und auch sozialen Problemen 
nicht von Erfolg begleitet werden könnten. Die Gutachter folgerten – bezüg-
lich der Überwindbarkeit des psychosomatischen Leidensanteils – daraus 
(AB 51.1/39), rein medizinisch gesehen bestehe keine Einschränkung 
diesbezüglich, würde die Beschwerdeführerin doch ihre Gesundheit in einer 
adaptierten Tätigkeit sicher nicht gefährden. 

3.3 Im Bericht des psychiatrischen Dienstes D.________ vom 25. April 
2015 (AB 56/4 f.) führten die behandelnden Ärzte als Diagnosen eine rezi-
divierende depressive Störung, leichten bis mittelgradigen Ausmasses 
(ICD-10: F33.1), und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-
10: F45.4), bestehend seit zirka zehn Jahren, auf. Zum Einfluss des Ge-
sundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die psych-
iatrischen Krankheitsanteile führten zu einer leichten bis mittelgradigen 
Leistungseinschränkung bei der Arbeit, insbesondere in den Bereichen 
Kognition (Konzentration) und im interpersonellen Kontakt sowie der 
Stresstoleranz. Die rezidivierende depressive Störung und die anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung führten zu einer teilweisen Arbeitsunfähig-
keit. Die genaue prozentuale Leistungsfähigkeit sei abhängig von der jewei-
ligen Arbeit und aktuell bei längerer Arbeitslosigkeit schwer einzuschätzen. 
Es werde eine neue Beurteilung im Rahmen eines Arbeitstrainings empfoh-
len. Zur Anamnese wurde im Wesentlichen das Gleiche wie im Bericht vom 
9. April 2013 (AB 29; vgl. E. 3.1 hiervor) ausgeführt.

3.4 In der ergänzenden Stellungnahme der MEDAS C.________ vom 
30. Juni 2014 (AB 61) wurde ausgeführt, am 9. April 2014 habe der psych-
iatrische Dienste D.________ die Diagnosen einer rezidivierenden depres-
siven Störung leichten bis mittelgradigen Ausmasses sowie eine anhalten-

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de somatoforme Schmerzstörung, bestehend seit zehn Jahren, genannt. 
Hier bestehe insofern eine Differenz zur MEDAS-Beurteilung, als dass eine 
depressive Komponente des Leidens separat, losgelöst von der psycho-
somatischen und sozialen Problematik gestellt worden sei. Dazu sei anzu-
merken, dass die Beschwerdeführerin bei der Begutachtung in ihrer Affekti-
vität zwar schwankend gewesen sei, vorwiegend lebhaft klagsam im Zu-
sammenhang mit ihren körperlichen Beschwerden, aber auch durchaus 
habe lächeln und lachen können sowie sehr munter gewesen sei, histrio-
nisch gefärbt und weitschweifig berichtet habe, wie dies im psychiatrischen 
Befund festgehalten worden sei. Es habe anlässlich der gutachterlichen 
Untersuchungen in der Abklärungswoche von keinem der beteiligten Unter-
sucher eine eigentliche Depression festgestellt werden können. Natur-
gemäss sei die Affektivität sehr situationsabhängig, abhängig von der sozi-
alen Problematik und vom subjektiven Schmerzerleben. Man könne aber 
keine eigenständige depressive Störung diagnostizieren, es handle sich 
hier um eine normale psychologisch nachvollziehbare Reaktion auf die mul-
tiplen sozialen Probleme und nicht um eine eigenständige Krankheit im 
Sinne einer Depression. Da passagere depressive Symptome immer Be-
gleitsymptome von somatoformen Störungen seien, seien diese in den Ak-
ten erwähnten Symptome auch nicht separat diagnostiziert worden. Zu-
sammengefasst könne gesagt werden, dass mit den vorbegutachtenden 
Stellungnahmen Einigkeit über das Vorliegen eines psychosomatischen 
Leidens vorhanden sei und lediglich im letzten Bericht des psychiatrischen 
Dienstes D.________ vom April 2013 eine rezidivierende depressive 
Störung diagnostiziert worden sei. Grundsätzlich handle es sich um eine 
etwas diagnostisch verschobene Darstellung des gleichen Sachverhaltes 
und eine andere Gewichtung desselben.

3.5 Nach Kenntnisnahme des Berichts des psychiatrischen Dienstes 
D.________ vom 25. April 2014 (AB 56/4 f.) wurde in einer weiteren ME-
DAS-Stellungnahme vom 20. August 2014 (AB 63) ausgeführt, die entspre-
chenden Diagnosen seien bereits in den Vorberichten des psychiatrischen 
Dienstes D.________ gestellt worden und aufgrund der älteren Akten be-
kannt gewesen. Von Seiten der MEDAS C.________ sei dazu im Bericht 
vom 30. Juni 2014 ausführlich Stellung genommen worden und diese Be-
richte seien auch im MEDAS-Gutachten erwähnt worden. Neue Aspekte 

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ergäben sich aus dem aktuell vorliegenden Bericht nicht. Wie im MEDAS-
Gutachten festgehalten worden sei, stehe in erster Linie die missliche sozi-
ale Situation der Beschwerdeführerin im Vordergrund, die natürlicherweise 
zu einer depressiven Stimmungslage führen könne. Dennoch sei die Be-
schwerdeführerin während ihres gesamten Aufenthaltes in der MEDAS 
C.________ nie als depressiv aufgefallen, hingegen sei die psychosomati-
sche Komponente im Sinne der auch in … gestellten Diagnosen einer so-
matoformen Schmerzstörung mit aller Deutlichkeit feststellbar. Von einer 
eigentlichen und eigenständigen depressiven Krankheit im engeren Sinne 
könne nicht gesprochen werden.

4.

4.1 Das MEDAS-Gutachten vom 20. Februar 2014 (AB 51.1) erfüllt die 
an den Beweiswert einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 2.8 hiervor). Das Gutachten ist für die streitigen Belange umfas-
send, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten 
Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-
ben, zudem ist es in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 
sowie der medizinischen Situation einleuchtend und enthält begründete 
Schlussfolgerungen. Das MEDAS-Gutachten ist demnach voll 
beweiskräftig, so dass darauf abgestellt werden kann. Massgebend sind 
somit einzig die darin gestellten Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit, d.h. das chronische lumbovertebrale bzw. 
lumbospondylogene Schmerzsyndrom (AB 51.1/36).

In psychischer Hinsicht wird von den MEDAS-Gutachtern das Vorhanden-
sein bzw. die Eigenständigkeit (vgl. E. 2.4 hiervor) der vom psychiatrischen 
Dienst D.________ diagnostizierten depressiven Erkrankung (rezidivieren-
de depressive Störung, leichten bis mittelgradigen Ausmasses [ICD-10: 
F33.1; vgl. AB 29, 56/4]) mit überzeugender Begründung verneint (vgl. AB 
51.1/39, 61/2 f., 63/2). Schlüssig sind insbesondere die Hinweise auf die 
eigenen Feststellungen der Gutachter anlässlich der Abklärungen (vgl. AB 
61/2), die leichte diagnostische Verschiebung und Gewichtung des glei-
chen Sachverhaltes (vgl. AB 61/3) und die dominierende psychosoziale 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 14

Problematik (vgl. AB 51.1/39; vgl. im Einzelnen E. 3.2 und 3.4 hiervor). 
Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass es die unterschiedliche Natur von 
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits nicht zulässt, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun-
gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benen-
nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie-
ben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Ein solcher Fall liegt hier 
jedoch nicht vor. Insgesamt haben die MEDAS-Gutachter schlüssig und 
überzeugend dargelegt, dass die depressiven Symptome eine Begleiter-
scheinung der somatoformen Schmerzstörung sowie eine Reaktion auf die 
schwierige soziale Situation der Beschwerdeführerin darstellen und dem-
nach keine eigenständige depressive Erkrankung gegeben ist. Somit liegt 
mit der rezidivierenden depressiven Störung, leichten bis mittelgradigen 
Ausmasses, auch keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, 
Ausprägung und Dauer vor, welche im Zusammenhang mit der somatofor-
men Schmerzstörung zur Unzumutbarkeit der Leidensüberwindung führen 
würde (vgl. E. 2.3 hiervor und sogleich). Gleiches gilt für die histrionisch 
akzentuierten Persönlichkeitszüge, wurden diese doch von den MEDAS-
Gutachtern lediglich als leichte psychische Komorbidität eingestuft (vgl. 
AB 51.1/34). 

Was die somatoforme Schmerzstörung betrifft, ist vorab festzuhalten, dass 
die MEDAS-Gutachter derselben keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
beigemessen haben (vgl. AB 51.1/36), so dass diesem Gesundheitsscha-
den von vornherein kein invalidisierender Charakter zukommen kann. So-
dann sind im Zusammenhang mit der Überwindbarkeitspraxis die weiteren 
neben der psychischen Komorbidität allenfalls massgebenden Kriterien 
(vgl. E. 2.3 hiervor) ohnehin nicht in genügender Anzahl und im geforderten 
Ausmass erfüllt. Das Kriterium der chronischen körperlichen Begleiterkran-
kungen ist angesichts des chronischen lumbovertebralen/lumbospondylo-
genen Schmerzsyndroms mit sensomotorischem radikulärem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 15

Ausfallsyndrom L5 links zu bejahen, mit Blick auf die lediglich 20 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten jedoch nicht in ausgeprägter 
Weise. Gleiches gilt mit Bezug auf das Kriterium eines mehrjährigen, chro-
nifizierten Krankheitsverlaufs mit unveränderter oder progredienter Sym-
ptomatik ohne länger dauernde Rückbildung. Ein sozialer Rückzug in allen 
Belangen des Lebens ist mit den MEDAS-Gutachtern zu verneinen (vgl. AB 
51.1/34), pflegt die Beschwerdeführerin doch Kontakte zu ihren Geschwis-
tern und zu ihrer Mutter (vgl. AB 51.1/32). Zum Kriterium eines verfestigten, 
therapeutisch nicht mehr beeinflussbarern innerseelischen Verlaufs einer 
an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung 
(primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") hielten die MEDAS-
Gutachter fest (AB 51.1/34), dass ein solcher wahrscheinlich nicht vorliege, 
hingegen ganz offensichtliche Gründe eines Scheiterns eines Lebenspla-
nes aufgrund schlechter sozialer Voraussetzungen, um diesen auch um-
setzen zu können. Folglich ist diese Kriterium zu verneinen. Bezüglich des 
Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären 
Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz 
kooperativer Haltung der versicherten Person ist festzuhalten, dass in so-
matischer Hinsicht noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, emp-
fahlen die MEDAS-Gutachter doch insbesondere dringend eine Gewichts-
reduktion, ein medizinisches Aktivierungsprogramm mit Dehnung und Kräf-
tigung der Muskulatur, was sich gemäss den Gutachtern auf den Bewe-
gungsapparat, insbesondere den Rücken, wie auch auf das Schlafapnoe-
syndrom positiv auswirken würde (AB 51.1/39). In psychischer Hinsicht 
haben die Gutachter festgehalten (AB 51.1/34 f.), die Beschwerdeführerin 
stehe seit 2011 in psychiatrischer Betreuung, ohne dass offenbar eine we-
sentliche Veränderung dadurch eingetreten wäre. Bei der einfachen Struk-
turiertheit der Beschwerdeführerin dürfte eine vertiefte Psychotherapie 
auch schwierig sein. Eine psychiatrische Betreuung sei aber indiziert. Auf-
grund des nach wie vor bestehenden Therapiepotenzials ist das Kriterium 
der gescheiterten Behandlung nicht erfüllt. Damit liegen die entsprechen-
den Kriterien weder gehäuft noch derart ausgeprägt vor, dass von der Un-
zumutbarkeit der Schmerzüberwindung auszugehen wäre (vgl. E. 2.3 hier-
vor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 16

4.2 Damit ist in medizinischer Hinsicht gestützt auf das voll beweiskräf-
tige MEDAS-Gutachten vom 20. Februar 2014 (AB 51.1) einzig von einer 
somatisch begründeten Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin auszugehen. Das in diesem Gutachten formulierte Zu-
mutbarkeitsprofil mit einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen, 
insbesondere aber einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 
Verweistätigkeit (AB 51.1/38 f.) ist nicht zu beanstanden. Hinsichtlich der 
Verwertbarkeit dieser Erwerbsfähigkeit ist darauf hinzuweisen, dass Er-
werbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen keinen Rentenanspruch zu 
begründen vermag. Die Invalidenversicherung hat nicht dafür einzustehen, 
dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen mangelnder Ausbildung oder 
Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Arbeit finden; die 
hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht invaliditätsbedingt 
(BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1). Auch hier ist die durch 
den Mangel an schulischen Kenntnissen und die fehlende Ausbildung der 
Beschwerdeführerin resultierende erschwerte Vermittelbarkeit invaliditäts-
fremd und im Übrigen für die in Frage kommenden Hilfstätigkeiten nicht 
entscheidend. Somit ist nachfolgend mittels Einkommensvergleich der In-
validitätsgrad zu bestimmen.

5.

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 17

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invaliden-
einkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 18

(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV 
Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1). 

5.4 Der Einkommensvergleich ist auf den Zeitpunkt des hypothetischen 
Beginns des Rentenanspruchs hin vorzunehmen (BGE 129 V 222). Die 
Beschwerdeführerin ist seit Oktober 2011 in ihrer Arbeitsfähigkeit einge-
schränkt (AB 9/3) und sie hat sich am 11. Januar 2012 bei der Invaliden-
versicherung angemeldet (AB 2), so dass vorliegend der Beginn eines all-
fälligen Rentenanspruchs in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 
Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.5 hiervor) auf den 1. Oktober 2012 fällt.

5.4.1 Für die Bestimmung des Valideneinkommens kann nicht auf das bei 
der letzten Arbeitgeberin, der F.________ AG, als … erzielte Einkommen 
abgestellt werden, da die Beschwerdeführerin dort nur in einem kleinen 
Teilzeitpensum von 4.75 Stunden pro Woche tätig war (AB 7/3) und nicht 
ohne Weiteres davon ausgegangen werden kann, dass ihr dort eine Voll-
zeitstelle zur Verfügung gestanden hätte. Folglich ist auf die Tabellenlöhne 
abzustellen (vgl. E. 5.2 hiervor). Auszugehen ist von den LSE 2010, Tabel-
le TA1, Anforderungsniveau 4, Frauen, Sonstige wirtschaftliche Dienstleis-
tungen, im Betrag von monatlich Fr. 3‘566.--, jährlich Fr. 42‘792.--. Indexiert 
auf das Jahr 2012 (Tabelle T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011 – 
2013, Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Index Jahr 2010: 100 
Punkte, Index Jahr 2012: 101.8 Punkte) resultiert ein Betrag von 
Fr. 43‘562.--; angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 
von 42.1 Stunden im betreffenden Bereich im Jahr 2012 ergibt dies ein 
Valideneinkommen von Fr. 45‘849.-- (Fr. 43‘562.-- : 40 h x 42.1 h).

5.4.2 Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine neue ihr zumutbare Tätigkeit aufgenommen hat, ist auch das Invali-
deneinkommen gestützt auf statistische Daten zu ermitteln (vgl. E. 5.3 hier-
vor). Auch hier ist von der LSE 2010, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, 
Frauen, jedoch vom Abschnitt „Total“ im Betrag von monatlich Fr. 4‘225.--, 
jährlich Fr. 50‘700.-- auszugehen; indexiert auf das Jahr 2012 (Tabelle 
T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011 – 2013, „Total“, Index Jahr 2010: 
100 Punkte, Index Jahr 2012: 102 Punkte) resultiert ein Betrag von 
Fr. 51‘714.--, was angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeits-
zeit von 41.7 Stunden im Abschnitt „Total“ im Jahr 2012 Fr. 53‘912.-- ergibt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 19

(Fr. 51‘714.-- : 40 h x 41.7 h). Unter Berücksichtigung der 20 %-igen Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit 
(AB 51.1/39) und des von der Beschwerdegegnerin gewährten und nicht zu 
beanstandenden leidensbedingten Abzuges (vgl. E. 5.3 hiervor) von 10 % 
resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 38‘817.-- ([Fr. 53‘912.-- x 0.8] x 
0.9).

5.5 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von ge-
rundet 15 % (100 : Fr. 45‘849.-- x [Fr. 45‘849.-- – Fr. 38‘817.--] = 15.34 %; 
zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Die 
angefochtene Verfügung vom 31. Oktober 2014 ist demnach im Ergebnis 
nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der 
Pflicht zur Zahlung der Verfahrenskosten befreit.

6.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2015, IV/14/1149, Seite 21

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.