# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d263a1b-86db-58bc-b5ad-c79ef83f514c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2011 C-8450/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8450-2010_2011-11-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­8450/2010

U r t e i l   v om   2 1 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richterin Ruth Beutler, 
Richter Antonio Imoberdorf,   
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

Parteien A._______, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Visum zu Besuchszwecken.

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Sachverhalt:

A. 
Die  1958  geborene  thailändische  Staatsangehörige  B._______  (im 
Folgenden:  Gesuchstellerin)  beantragte  am  26.  Mai  2010  bei  der 
Schweizerischen  Botschaft  in  Bangkok  ein  Schengenvisum  für  einen 
dreimonatigen  Besuchsaufenthalt  bei  A._______  (im  Folgenden: 
Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) im Kanton Bern.

In  zwei  an  die  Schweizerische  Botschaft  gerichteten  Schreiben  vom 
13. April  und  vom  17.  Mai  2010  hielt  der  Gastgeber  dazu  fest,  bei  der 
Gesuchstellerin  handle  es  sich  um  die  Schwester  der  Ehefrau  eines 
guten Freundes. Sie telefonierten wöchentlich miteinander und seien sich 
dabei sehr nahe gekommen. Er selbst sei seit 20 Jahren geschieden und 
seit 13 Jahren pensioniert. Der Besuch solle dazu dienen, dass sein Gast 
sein persönliches Umfeld kennen lerne und einen Sprachkurs in Deutsch 
besuchen könne. Falls  es der Gesuchstellerin bei  ihm gefalle, würde er 
sie später gerne heiraten. 

Die Schweizer Vertretung weigerte sich, das Visum in eigener Kompetenz 
zu erteilen und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die 
Vorinstanz weiter.

B. 
Zum Antrag begrüsst, holte der Migrationsdienst des Kantons Bern über 
die  Wohngemeinde  beim  Gastgeber  ergänzende  Auskünfte  ein  und 
leitete  diese  an  die  Vorinstanz  weiter.  Letztere  lehnte  es  in  einer 
Verfügung vom 23. November 2010 ab, das beantragte Besuchsvisum zu 
erteilen. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die anstandslose und 
fristgerechte  Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  nach  einem 
Besuchsaufenthalt  könne  nicht  als  gesichert  betrachtet  werden.  Sie 
stamme  aus  einer  Region,  aus  welcher  als  Folge  der  dort  in 
wirtschaftlicher  und  politischer  Hinsicht  herrschenden  Verhältnisse  ein 
anhaltend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Die 
Gesuchstellerin  sei  geschieden,  und  ihr  oblägen  weder  besondere 
berufliche  Verpflichtungen  noch  familiäre  oder  gesellschaftliche 
Verantwortlichkeiten,  die  trotz  der  erwähnten  Verhältnisse  Gewähr  für 
eine Wiederausreise bieten könnten. Es bestehe auch kein Anlass,  trotz 
Fehlens  von  Einreisevoraussetzungen  aus  besonderen,  beispielsweise 
humanitären Gründen ein Visum mit  räumlich beschränkter Gültigkeit zu 
erteilen. Dem Gastgeber sei es unbenommen, seinen Gast im Ausland zu 
besuchen.

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C. 
Mit Beschwerde  vom 5. Dezember  2010  beantragt  der Gastgeber  beim 
Bundesverwaltungsgericht, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben 
und das Schengenvisum für einen Besuchsaufenthalt sei zu erteilen. Zur 
Begründung  rügt  er  im  Wesentlichen,  die  Vorinstanz  sei  zu  Unrecht 
davon ausgegangen, dass die Wiederausreise der Gesuchstellerin nach 
einem  Besuchsaufenthalt  nicht  gesichert  wäre.  Die  in  diesem 
Zusammenhang geäusserten Bedenken könnten wohl auf jüngere Frauen 
aus Thailand, nicht  jedoch auf die Gesuchstellerin zutreffen. Letztere sei 
bereits 52 Jahre alt und noch nie im Ausland gewesen. Sie werde es sich 
daher sicher gut überlegen, ob sie von  ihrer Familie wegziehen und  ins 
Ausland übersiedeln möchte. Sie führe ein anspruchsloses Leben, sei mit 
wenig  zufrieden  und  ihre  Kinder  seien  bereits  erwachsen.  Es  gehe  ihr 
deshalb nicht um Verwirklichung einer wirtschaftlichen Besserstellung. Er 
selbst  (der  Beschwerdeführer)  sei  schon  73  Jahre  alt  und  habe 
entschieden,  seinen  Lebensmittelpunkt  nicht  mehr  aus  der  Schweiz  zu 
verschieben. Der geplante Besuchsaufenthalt der Gesuchstellerin bei ihm 
diene vor allem dazu herauszufinden, ob eine spätere Heirat  in Betracht 
käme.  Da  ihm  (dem  Beschwerdeführer)  lange  Flugstrecken  zusetzten, 
habe er nicht vor, oft nach Thailand zu reisen. Die Gesuchstellerin müsse 
daher die Möglichkeit haben, hierher zu reisen, dies auch um die Schweiz 
kennen  zu  lernen. Nur wenn er  und die Gesuchstellerin während dreier 
Monate  unter  hiesigen  Rahmenbedingungen  zusammenleben  könnten, 
sei  es  ihnen  möglich,  frei  von  äusseren  Zwängen  über  eine  Heirat  zu 
entscheiden. 

D. 
Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer Vernehmlassung vom 2. März 2011 auf 
Abweisung  der  Beschwerde.  Der  Beschwerdeführer  verzichtete  in  der 
Folge auf die Einreichung einer Replik.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art.  33 
VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  u.a. 
Verfügungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen­Visums 

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zu  Besuchszwecken  verweigert  wird.  In  dieser Materie  entscheidet  das 
Bundesverwaltungsgericht  endgültig  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem 
VwVG (Art. 37 VGG).

1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  gemäss  Art.  48  Abs.  1  VwVG  zur 
Beschwerde  berechtigt.  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 
2011/1 E. 2).

3. 
Der  angefochtenen  Verfügung  liegt  das  Gesuch  einer  thailändischen 
Staatsangehörigen  um  Erteilung  eines  Visums  für  einen  dreimonatigen 
Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf 
die  EU/EFTA­Personenfreizügigkeitsabkommen  berufen  kann  und  die 
beabsichtigte  Aufenthaltsdauer  drei  Monate  nicht  überschreitet,  fällt  die 
vorliegende  Streitsache  in  den  persönlichen  und  sachlichen 
Anwendungsbereich  der  Schengen­Assoziierungsabkommen,  mit  denen 
die  Schweiz  den  Schengen­Besitzstand  und  die  dazugehörigen 
gemeinschaftsrechtlichen  Rechtsakte  übernommen  hat.  Das 
Ausländergesetz  vom 16. Dezember  2005  (AuG, SR  142.20)  und  seine 
Ausführungsverordnung  gelangen  nur  soweit  zur  Anwendung,  als  die 
Schengen­Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 
enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG).

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4. 
Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 
Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt:

4.1.  Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht  auf  Einreise  noch  gewährt  es  einen  besonderen  Anspruch  auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch 
– grundsätzlich  nicht  gehalten,  Ausländerinnen  und  Ausländern  die 
Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Verpflichtungen 
handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum 
Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002, 
BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen­Recht 
schränkt  die  nationalstaatlichen  Befugnisse  insoweit  ein,  als  es 
einheitliche  Voraussetzungen  für  Einreise  und  Visum  aufstellt  und  die 
Mitgliedstaaten  verpflichtet,  die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, 
wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise 
bzw. Visum vermittelt auch das Schengen­Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / 
TOBIAS  D.  MEYER,  in:  Martina  Caroni  /  Thomas  Gächter  /  Daniela 
Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.).

4.2.  Angehörige  von  Drittstaaten  dürfen  über  die  Aussengrenzen  des 
Schengen­Raums  für  einen  Aufenthalt  von  höchstens  drei  Monaten  je 
Sechsmonatszeitraum  einreisen,  wenn  sie  im  Besitz  gültiger 
Reisedokumente  sind,  die  zum  Grenzübertritt  berechtigen.  Ferner 
benötigen  sie  ein  Visum,  falls  ein  solches  nach  Massgabe  der 
Verordnung  (EG)  Nr.  539/2001  des  Rates  vom  15.  März  2001  zur 
Aufstellung  der  Liste  der  Drittländer,  deren  Staatsangehörige  beim 
Überschreiten der Aussengrenzen  im Besitz eines Visums sein müssen, 
sowie  der  Liste  der  Drittländer,  deren  Staatsangehörige  von  dieser 
Visumpflicht  befreit  sind,  erforderlich  ist.  Kein  Visum  benötigen 
Drittstaatsangehörige,  die  Inhaber  eines  gültigen  Aufenthaltstitels  sind 
oder über ein gültiges Visum  für den  längerfristigen Aufenthalt  verfügen 
(vgl.  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  AuG,  Art. 2  Abs. 1  der  Verordnung  vom 
22. Oktober  2008  über  die  Einreise  und  die  Visumerteilung  [VEV,  SR 
142.204]  i.V.m.  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung  (EG)  Nr. 
562/2006  des  Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom  15. März 
2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen 
durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 
vom 13.04.2006, S. 1­32], Art. 4 VEV).

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4.3.  Im  Weiteren  müssen  Drittstaatsangehörige  den  Zweck  und  die 
Umstände  ihres  beabsichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über 
ausreichende  finanzielle Mittel verfügen  (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 
Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. 
a–c  der  Verordnung  [EG]  Nr. 810/2009  des  Europäischen  Parlaments 
und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft 
[nachfolgend:  Visakodex]).  Namentlich  haben  sie  in  diesem 
Zusammenhang  zu  belegen,  dass  sie  den  Schengen­Raum  vor  Ablauf 
des  bewilligungsfreien  Aufenthaltes  verlassen,  bzw.  ausreichende 
Gewähr  für  eine  fristgerechte Wiederausreise  zu  bieten  (Art.  14  Abs.  1 
Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu 
PHILIPP  EGLI  /  TOBIAS D. MEYER,  a.a.O.  Art.  5  N. 33).  Weiterhin  dürfen 
Drittstaatsangehörige nicht  im Schengener  Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine  Gefahr  für  die 
öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öffentliche  Gesundheit 
oder  die  internationalen  Beziehungen  eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK).

4.4. Eine Gefahr  für die öffentliche Ordnung  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 
Bst.  e SGK  ist  auch  dann  anzunehmen, wenn  die  drittstaatsangehörige 
Person  nicht  bereit  ist,  das  Hoheitsgebiet  des  Schengen­Raums 
fristgerecht  wieder  zu  verlassen  (vgl.  dazu  PHILIPP  EGLI  /  TOBIAS  D. 
MEYER,  a.a.O.,  Art.  5  N. 33;  ferner  Urteil  des  deutschen 
Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die 
Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu 
belegen, dass die Gefahr einer  rechtswidrigen Einwanderung oder einer 
nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 
21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesicherten Wiederausreise, wie 
sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt 
vorgesehen  ist,  steht  mit  dieser  Regelung  im  Einklang  (vgl.  BVGE 
2009/27  E.  5  mit  Hervorhebung  des  Zusammenhangs  zum 
Einreiseerfordernis  des  belegten  Aufenthaltszwecks  nach  Art.  5  Abs.  1 
Bst. c SGK).

4.5.  Sind  die  vorerwähnten  Einreisevoraussetzungen  (Visum 
ausgenommen) nicht erfüllt, darf ein  für den gesamten Schengen­Raum 
geltendes  "einheitliches  Visum"  (Art.  2  Ziff.  3  Visakodex)  nicht  erteilt 
werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es  jedoch ein Mitgliedstaat aus 
humanitären  Gründen,  aus  Gründen  des  nationalen  Interesses  oder 
aufgrund  internationaler  Verpflichtungen  für  erforderlich,  so  ist  er 
berechtigt,  der  drittstaatsangehörigen  Person,  welche  die  ordentlichen 

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Einreisevoraussetzungen  nicht  erfüllt,  ausnahmsweise  ein  "Visum  mit 
räumlich  beschränkter  Gültigkeit"  zu  erteilen  (Art.  2  Ziff.  4  Visakodex). 
Dieses  Visum  ist  grundsätzlich  nur  für  das  Hoheitsgebiet  des 
ausstellenden  Staates  gültig  (Art.  32  i.V.m.  Art.  25  Abs.  1  Bst.  a 
Visakodex;  unter  denselben  Voraussetzungen  kann  einer 
drittstaatsangehörigen  Person  die  Einreise  an  den  Aussengrenzen 
gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK).

5. 
5.1. Die Gesuchstellerin unterliegt als thailändische Staatsangehörige der 
Visumspflicht  (Anhang  I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates 
vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach 
Art.  5  Abs.  1  SGK  steht  die  Frage  der  gesicherten Wiederausreise  im 
Vordergrund,  welche  die  Vorinstanz  aufgrund  der  allgemeinen  Lage  im 
Heimatland  sowie  der  persönlichen  Verhältnisse  der  Gesuchstellerin 
anzweifelt.  Dazu  lassen  sich  in  der  Regel  keine  gesicherten 
Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche 
Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen.

5.2.  Anhaltspunkte  zur  Beurteilung  der  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise  können  sich  aus  der  allgemeinen  Situation  im 
Herkunftsland  der  Besucherin  oder  des  Besuchers  ergeben. 
Einreisegesuche  von  Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  bzw. 
Regionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen 
Verhältnissen  können  darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche 
Interessenlage  in  solchen  Fällen  nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer 
zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

5.3. 
5.3.1. Die Gesuchstellerin stammt aus der Provinz Ubon Ratchathani  im 
Nordosten Thailands, einem Gebiet, in dem breite Bevölkerungsschichten 
von  besonders  kargen  ökonomischen  und  sozialen  Lebensbedingungen 
betroffen  sind.  Die  Region  der  Nordostprovinzen  gilt  im  landesweiten 
Vergleich als ärmste (vgl. www.thaiwebsites.com > Economy and Politics 
in Thailand > GDP of Thai Regions and Provinces, besucht  im Oktober 
2011).

5.3.2.  Vom  Druck  zur  wirtschaftlichen  Existenzsicherung  sind  häufig 
Frauen  besonders  betroffen,  die  mit  ihrem  Einkommen  oft  für  die 
Überlebenschancen  ihrer  eigenen  Haushalte  und  ganzer  Gemeinden 
sorgen  müssen  und  deren  Arbeitsplätze  in  Zeiten  angespannter 

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wirtschaftlicher Verhältnisse – je nach Sektor – besonders gefährdet sind. 
Entsprechend  hat  die  wirtschaftlich  motivierte  Emigration  von 
Thailänderinnen  nach  1997  zugenommen  (Quelle:  Schlussbericht  vom 
13. Mai  2002  der  Kommission  des Deutschen  Bundestags  zum Thema 
Globalisierung  der  Weltwirtschaft  –  Herausforderungen  und  Antworten, 
Ziff.  6.2.2.2  S.  317  f.,  online  abrufbar  als  Bundesdrucksache  14/9200 
unter www.bundestag.de > Dokumente & Recherche > Drucksachen; zu 
den  wirtschaftlichen  Eckdaten  allgemein  vgl.  Staatssekretariat  für 
Wirtschaft  >  Themen  >  Aussenwirtschaft  >  Länderinformationen  > 
Asien/Ozeanien  >  Thailand,  <http://www.seco.admin.ch>,  Stand:  Januar 
2011, besucht im Oktober 2011).

5.3.3.  Im  Falle  der  Schweiz  wird  die  Tendenz  zur  Immigration 
erfahrungsgemäss dort noch begünstigt, wo durch die Anwesenheit  von 
Verwandten  oder  Freunden  bereits  ein  minimales  soziales 
Beziehungsnetz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung 
werden dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, 
indem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine ganz 
andere  rechtliche oder  faktische Basis zu stellen und sich so der Pflicht 
zur  Wiederausreise  zu  entziehen.  Solche  Umstände  und  Erfahrungen 
sind beim Entscheid über die Erteilung eines Visums zu berücksichtigen.

5.4.  Bei  der  Risikoanalyse  sind  allerdings  nicht  nur  die  erwähnten 
allgemeinen  Umstände  und  Erfahrungen,  sondern  auch  sämtliche 
Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu  berücksichtigen.  Obliegt 
einer  gesuchstellenden  Person  im  Heimatland  beispielsweise  eine 
besondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung, 
kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose 
Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer 
Heimat  keine  besonderen  Verpflichtungen  haben,  das  Risiko  für  ein 
ausländerrechtlich  nicht  regelkonformes  Verhalten  (nach  bewilligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

6. 
6.1.  Bei  der  Gesuchstellerin  handelt  es  sich  um  eine  53­jährige, 
geschiedene  Frau  und  –  gemäss  einem  Begleitschreiben  zum 
Visumantrag  der  Schweizer  Vertretung  in  Bangkok  –  Mutter  dreier 
erwachsener Kinder. Ansonsten ist über ihre persönliche Lebenssituation 
nichts bekannt. Die Gesuchstellerin dürfte  in  ihrem Herkunftsgebiet zwar 
durchaus gewisse  familiäre Beziehungen haben. Eigentliche persönliche 
Verpflichtungen,  welche  die  Prognose  einer  fristgerechten  und 

http://www.seco.admin.ch/

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anstandslosen  Wiederausreise  begünstigen  könnten,  sind  aber  keine 
erkennbar.

6.2.  Die  Gesuchstellerin  geht  keiner  geregelten  beruflichen 
Erwerbstätigkeit nach, so aus den Vorakten zu schliessen. Gemäss ihrer 
eigenen  Deklaration  im  Visumantrag  betätigte  sie  sich  damals  als 
Bäuerin.  Die  Schweizerische  Vertretung  vermerkte  in  ihrer 
Überweisungsnotiz  vom  1. Juni  2010,  die  Gesuchstellerin  habe  einen 
Monat  zuvor  zu  arbeiten  aufgehört.  Über  die  wirtschaftlichen 
Verhältnisse, in denen die Gesuchstellerin lebt, ist weiter nichts bekannt. 
Der  Beschwerdeführer  erklärte  dazu  nur  gerade,  sein  Gast  lebe  in 
bescheidenen Verhältnissen.

6.3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass sich die Gesuchstellerin 
ernsthaft  mit  dem  Gedanken  an  eine  Emigration  aus  Thailand  befasst. 
Sie  ist  offenbar nicht  abgeneigt,  es  ihrer Schwester gleichzutun, die mit 
einem  Schweizer  Bürger  verheiratet  ist  und  in  der  Schweiz  lebt.  Der 
Beschwerdeführer  beteuert  zwar,  dass  nur  ein  erster  Schritt  geplant 
werde,  bei  dem  es  um  ein  gegenseitiges  Kennenlernen  in  seiner 
schweizerischen Umgebung gehe. Für den Fall, dass eine Ehe ins Auge 
gefasst  werde,  solle  eine  solche  erst  in  einem  zweiten  Schritt  von 
Thailand aus geplant werden. Zwar sind Zweifel an den guten Absichten 
des  Beschwerdeführers  nicht  am  Platz.  Andererseits  kann  er  weder 
Verantwortung  für  das  Verhalten  seines  Gastes  übernehmen  noch  ein 
solches  verlässlich  steuern.  Gast  und  Gastgeber  kennen  sich  offenbar 
erst  seit  drei  Jahren  und  die  Kontakte  scheinen  –  aus  den  Akten  zu 
schliessen  –  vorab  über  die  Schwester  der  Gesuchstellerin  in  der 
Schweiz  zu  laufen;  dies  wohl  nicht  zuletzt  aus  sprachlichen  Gründen. 
Hinweise darauf, dass die beiden Beteiligten eine gemeinsame Sprache 
sprechen,  ergeben  sich  nämlich  aus  den  Akten  keine.  Nach  den 
Feststellungen  der  schweizerischen  Vertretung  in  Bangkok  spricht  die 
Gesuchstellerin kein Englisch und der Beschwerdeführer hielt  fest, dass 
sie  während  ihres  Besuchsaufenthalts  in  der  Schweiz  Deutsch  lernen 
sollte. Persönlich begegnet sind sich Gast und Gastgeber noch nie. Tritt 
hinzu,  dass  die  beiden  eine  Altersdifferenz  von  mehr  als  20  Jahren 
aufweisen.  Vor  diesem Hintergrund  sind  Vorbehalte  am Platz,  wenn  es 
beim  Beschwerdeführer  darum  geht,  mögliche  Vorstellungen  der 
Gesuchstellerin  über  ihre  kurz­  oder  mittelfristige  Lebensplanung 
abzuschätzen.  Es  ist  tatsächlich  nicht  auszuschliessen,  dass  die 
Gesuchstellerin  –  einmal  in  der  Schweiz  –  versucht  sein  könnte,  auch 

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unabhängig von der Entwicklung ihrer Beziehung zum Beschwerdeführer 
hierbleiben zu wollen. 

6.4.  Vor  dem  allgemeinen  und  persönlichen  Hintergrund  konnte  die 
Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr 
für  eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  der 
Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. 

6.5. Gründe  für die Ausstellung eines Visums mit  räumlich beschränkter 
Gültigkeit  (vgl.  E.  4.5)  wurden  vom  Beschwerdeführer  nicht  geltend 
gemacht und sind auch nicht ersichtlich.

7. 
Aus  vorstehenden Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 
daher abzuweisen.

8. 
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art.  1, 2 und 3 
Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  700.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref­Nr. Zemis […])

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

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