# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad8b3828-473d-524e-be45-9330d5ac71c8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.02.2012 E-1513/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1513-2009_2012-02-01.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­1513/2009

U r t e i l   v om   1 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Kurt Gysi (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richter Bruno Huber,   
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______, geboren am (…),
alias B._______, geboren am (…),
dessen Ehefrau
C._______, geboren am (…),
alias D._______, geboren am (…),
und deren Kinder
E._______, geboren am (…),
F._______, geboren am (…),
G._______, geboren am (…),
Staatsangehörigkeit ungeklärt,
(…),  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 4. Februar 2009 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden am 27. Mai 2007 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchten,  nachdem sie gemäss eigenen Angaben am 24. Mai  2007 
von  Moskau  (Russland)  aus  auf  dem  Landweg  Richtung  Westeuropa 
gereist seien,

dass sie am 31. Mai 2007 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum Vallorbe 
befragt  und  am  12.  Februar  2008  durch  das  BFM  zu  den  Asylgründen 
ausführlich angehört wurden,

dass bezüglich der Begründung des Asylgesuchs auf die Akten und den 
in  der  angefochtenen  Verfügung  wiedergegebenen  wesentlichen 
Sachverhalt  verwiesen wird,  sowie  ­  soweit  entscheiderheblich  ­  in  den 
nachfolgenden Erwägungen darauf einzugehen ist,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  4.  Februar  2009  feststellte,  die 
Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  die 
Asylgesuche ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren 
Vollzug anordnete,

dass es zur Begründung  im Wesentlichen ausführte, die Vorbringen der 
Beschwerdeführenden würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 
gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
nicht standhalten,

dass  aus  der  Ablehnung  eines  Asylgesuches  in  der  Regel  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  folge  und  der  Vollzug  der  Wegweisung 
zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  9.  März  2009  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben 
und  in  materieller  Hinsicht  beantragten,  die  Verfügung  des  BFM  vom      
4.  Februar  2009  sei  vollumfänglich  aufzuheben,  ihr  Asylgesuch  sei 
gutzuheissen,  indem  die  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  AsylG 
anzuerkennen  sei,  eventualiter  sei  die  Verfügung  der  Vorinstanz  im 
Wegweisungspunkt  aufzuheben  und  sie  und  ihre  Kinder  seien  in  der 
Schweiz vorläufig aufzunehmen, allenfalls sei die Wegweisungsverfügung 
in  dem  Sinne  abzuändern,  dass  die  Rückschaffung  nach  Armenien 
ausgeschlossen werde,

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dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses ersuchten,

dass der Rechtsmitteleingabe ein Internetausdruck des Council of Europa 
vom  24.  November  2004  und  ein  Auszug  von  Wikipedia  über  die 
ethnische  Zugehörigkeit  der  Bevölkerung  in  Armenien  (Stand  2008) 
beigelegt wurden,

dass  auf  die  Begründung  der  Beschwerdebegehren,  soweit 
entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom          
13.  März  2009  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
unter  Vorbehalt  der  Veränderung  der  finanziellen  Lage  der 
Beschwerdeführenden  guthiess,  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  verzichtete  und  die  Beschwerdeführenden 
aufforderte, eine Fürsorgebestätigung nachzureichen,

dass  mit  derselben  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts 
das BFM eingeladen wurde, sich innert Frist zur Beschwerde vernehmen 
zu lassen,

dass  das  BFM mit  Vernehmlassung  vom  23.  März  2009  ausführte,  die 
Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen 
könnten, und die Abweisung der Beschwerde beantragte,

dass  den  Beschwerdeführenden  die  Vernehmlassung  des  BFM  vom 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Zustellung  vom  27.  März  2009  zur 
Kenntnis gebracht wurde,

dass  mit  Eingabe  vom  1.  April  2009  eine  Fürsorgebestätigung  zu  den 
Akten gereicht wurde,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  29.  Mai  2009 
beantragen,  es  sei  das  Original  der  Geburtsurkunde  des 
Beschwerdeführers  bei  den  deutschen  Behörden  von  Amtes  wegen 
anzufordern,

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und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  in  der  Regel     
­  so auch vorliegend  ­ endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 
des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31­33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert sind (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 
48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  zu 
Recht eingetreten wurde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei als Flüchtlinge Personen gelten, die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  die  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Anhörungen  zu  ihrem 
Asylgesuch in entscheidwesentlicher Hinsicht geltend machten, sie seien 
in  Aserbaidschan  geboren  und  im  Jahre  1988  aufgrund  der  damaligen 

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kriegerischen  Auseinandersetzungen  je  mit  ihren  Eltern  nach  Russland 
umgesiedelt, 

dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  armenischer  und  die  Mutter 
aserbaidschanischer Ethnie zugehörig sei,

dass  der  Vater  der  Beschwerdeführerin  der  armenischen  Ethnie 
angehöre und die Mutter halb­armenischer, halb­aserischer Abstammung 
sei,  beziehungsweise  der  Grossvater  mütterlicherseits  der  aserischen 
Ethnie zugehörig gewesen sei,

dass sich die Familien der Beschwerdeführenden in Russland nie formell 
hätten  registrieren  lassen  und  somit  dort  fortan  ohne  gültige  Papiere 
sowie ohne geregelten behördlichen Aufenthaltsstatus gelebt hätten,

dass  auch  die  Beschwerdeführenden  nach  der Gründung  ihrer  eigenen 
Familie bis zu ihrer Ausreise aus Russland dort keinen formell geregelten 
Aufenthaltsstatus  hätten  erlangen  können  und  deshalb  ihre  drei  Kinder 
nicht  in  einem  Spital,  sondern  zuhause  zur  Welt  gebracht  und  nicht 
registriert worden seien,

dass  sie  trotz  ihres  illegalen  Aufenthaltsstatus  aufgrund  guter 
Beziehungen eines Freundes der Familie zu den Behörden und aufgrund 
von  Bestechungsgeldern  bis  zum  Jahr  2006  ohne  diesbezügliche 
Probleme in Russland hätten leben können,

dass  jedoch  seit  dem  Jahre  2006  die  russischen  Behörden  begonnen 
hätten,  Personen  kaukasischer  Erscheinung  (sogenannte  "Schwarze") 
intoleranter  gegenüber  zu  treten,  wobei  keine  Unterscheidung  etwa 
zwischen Georgiern und anderen aus dieser Region stammender Leute 
gemacht worden sei,

dass  der  Beschwerdeführer  in  diesem  Zusammenhang  immer  häufiger 
auch  festgenommen  und  nach  Bezahlung  von  Schmiergeldern  wieder 
freigelassen worden sei,

dass  es  anlässlich  einer  polizeilichen  Kontrolle  vom  1.  Mai  2007  im 
Hause  der  Beschwerdeführenden  zum  Streit  gekommen  sei,  wobei  der 
Beschwerdeführer einen Polizisten schwer verletzt habe,

dass er sich umgehend zum Freund der Familie habe absetzen können, 
der  ihn  vor  der  behördlichen  Suche  versteckt  und  die  Ausreise  der 
Beschwerdeführenden aus Russland organisiert habe,

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dass das BFM  in der angefochtenen Verfügung zu Recht  feststellte, die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  seien  in  ihrer  Gesamtheit  als 
tatsachenwidrig zu bezeichnen,

dass die Erwägungen des Bundesamtes in der angefochtenen Verfügung 
den von den Beschwerdeführenden vorgebrachten Sachverhalt in seinen 
entscheidwesentlichen  Punkten  in  ausgewogener  und  überzeugender 
Form beurteilen und somit zu bestätigen sind,

dass  das  BFM  zutreffend  ausführte,  ein  Daktyloskopievergleich  habe 
ergeben,  dass  die  Beschwerdeführenden  am  12.  August  2004  in 
Deutschland  unter  anderen  (als  den  schweizerischen  Behörden 
angegebenen)  Personalien  Asylgesuche  eingereicht  hatten,  die  am  22. 
Juli  2005  abgelehnt  worden  sind,  und  sie  in  Deutschland  seit  dem  22. 
Juni 2007 als fortgezogen gelten (vgl. Akten BFM A28/1 und A29/1),

dass die Beschwerdeführenden weder in ihrer im Rahmen des vom BFM 
gewährten  rechtlichen  Gehörs  eingereichten  Stellungnahme  vom  22. 
Januar  2009  (vgl.  A32/2),  noch  in  der  Rechtsmitteleingabe  Einwände 
gegen  die  Feststellung  ihres  Aufenthaltes  in  Deutschland  vorbringen, 
sondern diese bestätigen,

dass  demnach  unbestritten  bleibt,  dass  der  geltend  gemachte 
Sachverhalt  bezüglich  der  Ausreisegründe  aus  Russland  und  demnach 
eine  strafrechtliche  Verfolgung  des  Beschwerdeführers  durch  die 
russischen Behörden sowie daraus abgeleitete Folgen für die in Russland 
verbliebenen  Eltern  des  Beschwerdeführers  nicht  den  Tatsachen 
entsprechen,

dass  sich  aus  diesem  Umstand  die  Beschwerdeführenden  ernsthafte 
Vorbehalte  an  der  Glaubhaftigkeit  ihres  Aussageverhaltens 
berechtigterweise entgegenhalten lassen müssen,

dass  diese  Einschätzung  dadurch  bestärkt  wird,  wenn  in  der 
Rechtsmitteleingabe  vorgebracht wird,  die Beschwerdeführerin  habe die 
deutschen Behörden  im Rahmen  des  dortigen Asylverfahrens  über  ihre 
Identität getäuscht,

dass  jedoch  für  ein  derartiges  Verhalten  gegenüber  den  deutschen 
Behörden  wiederum  kein  vernünftiger  Grund  erkennbar  ist,  wenn  die 
Beschwerdeführerin  bezüglich  ihrer  Identität  und  Biografie  nichts  zu 
verbergen oder zu vertuschen gehabt hätte,

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dass  demnach  auch  nicht  erstellt  ist,  ob  der  im  vorliegenden 
schweizerischen  Asylverfahren  eingereichte Geburtsschein,  der  nun  die 
wahre  Identität  der  Beschwerdeführerin  ausweisen  soll,  tatsächlich  ihr 
zuzurechnen ist oder einer anderen Person zusteht,

dass  abgesehen  von  all  dem  sich  die  Beschwerdeführenden  selbst  als 
Angehörige der armenischen Ethnie bezeichnen (vgl. A1/12 S. 2 Punkt 4., 
A2/11 S. 2 Punkt 4.),

dass an der  armenischen Volkszugehörigkeit  der Beschwerdeführenden 
auch  eine  aserische  Volkszugehörigkeit  der  Mutter  des 
Beschwerdeführers  und  eine  aserische  Volkszugehörigkeit  des 
Grossvaters der Beschwerdeführerin nichts zu ändern vermöchten,

dass  es  sich  bei  dieser  Sachlage  erübrigt,  dem  in  der  Eingabe  vom       
29. Mai 2009 gestellten Antrag, es sei das Original der Geburtsurkunde 
des Beschwerdeführers bei den deutschen Behörden von Amtes wegen 
anzufordern, zu folgen und der Antrag abzuweisen ist,

dass das BFM  in der angefochtenen Verfügung zu Recht ausführte und 
zu  bestätigen  ist,  dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  dem 
armenischen  Gesetz  über  die  Staatsangehörigkeit  vom  16.  November 
1995  (StAngG)  die  Möglichkeit  haben,  die  armenische 
Staatsangehörigkeit  zu  erwerben  (Art.  13  StAngG,  Aufnahme  in  die 
Staatsangehörigkeit  der  Republik  Armenien  [letzte  Änderung  durch 
Gesetz vom 26. Februar 2007, in Kraft seit 6. März 2007]),

dass  ebenso  der  Erkenntnis  des  Bundesamtes  zu  folgen  ist,  dass  die 
armenische  Regierung mit  Hilfe  des  UNHCR  seit  dem  Jahre  1999  das 
Verfahren zur Förderung der Einbürgerung vereinfacht und Anreize zum 
Erwerb der armenischen Staatsangehörigkeit geschaffen hat,

dass  zudem  gestützt  auf  das  armenische  Flüchtlingsrecht  den 
Beschwerdeführenden  neben  der  Möglichkeit,  die  armenische 
Staatsangehörigkeit  zu beantragen, die Option offensteht,  als Displaced 
People  in  Armenien  zu  leben  (vgl.  dazu  Austrian Center  for  Country  of 
Origin  and  Asylum  Research  and  Dokumentation  [ACCORD]/United 
Nations  High  Commissioner  for  Refugees  [UNHCR],  8th  European 
Country  of Origin  Information Seminar, Armenia, Country Report,  28­29 
June 2002, S. 31 f.),

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dass  sich  eine  Qualifikation  der  Beschwerdeführenden  als  defacto­
Flüchtlinge  aufgrund  der  heutigen  Situation  offenkundig  nicht  bejahen 
lässt,

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  anlässlich  der 
Anhörungen  und  die  entsprechenden  Einwände  in  der 
Rechtsmitteleingabe,  sie  wären  in  Armenien  wegen  der  aserischen 
Herkunft  der  Mutter  des  Beschwerdeführers  und  der  aserischen 
Volkszugehörigkeit  des  Grossvaters  der  Beschwerdeführerin  Nachteilen 
ausgesetzt, die  für sie ein Leben dort verunmöglichen würden, als stark 
überzeichnet nicht zu überzeugen vermögen,

dass  die  Beschwerdeführenden  in  Armenien  vielmehr  als  der 
armenischen Ethnie zugehörend wahrgenommen würden,

dass  daran  auch  der  mit  der  Rechtsmitteleingabe  eingereichte  Bericht 
über  nationale  Minderheiten  in  Armenien  in  entscheidwesentlicher 
Hinsicht nicht massgeblich ins Gewicht fällt,

dass nach der Einschätzung der heutigen Situation in Armenien demnach 
keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  erkennbar  sind,  wonach  die 
Beschwerdeführenden  in  absehbarer  Zukunft  mit  erheblicher 
Wahrscheinlichkeit aus flüchtlingsrechtlich relevanten Motiven ernsthaften 
Nachteilen ausgesetzt sein könnten,

dass das Bundesamt die Asylgesuche demnach zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuches oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb die verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  die  Beschwerdeführenden  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung 
nicht nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermögen, weshalb das in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und 
keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im 
Sinne von Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten  vom  4. November  1950  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich 
sind, die in Armenien droht,

dass  die  Beschwerdeführenden  bezüglich  der  von  ihnen  geltend 
gemachten Furcht vor einer Wohnsitznahme in Armenien keine konkrete 
Gefahr  nachweisen  und  ihre  Befürchtungen,  einer  unmenschlichen 
Behandlung ausgesetzt zu werden, weder hinreichend substanziiert noch 
überzeugend ausgefallen sind,

dass  die  allgemeine  Menschenrechtslage  in  Armenien  einen 
Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  sowohl  im Sinne der asyl­ 
als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen  nicht  als  unzulässig 
erscheinen lässt,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  in Armenien  keine Situation  allgemeiner Gewalt  herrscht,  weshalb 
von  der  generellen  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
ausgegangen wird,

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dass den Akten auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür zu entnehmen 
sind,  die  Beschwerdeführenden  würden  bei  einer  Wohnsitznahme  in 
Armenien  aus  individuellen  Gründen  in  eine  existenzbedrohende 
Situation geraten,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  ihrem  langjährigen  Aufenthalt  in 
Russland  gezeigt  haben,  dass  sie  in  der  Lage  sind,  sich  selber  ein 
Beziehungsnetz und eine Existenzsicherung aufzubauen,

dass  der  Beschwerdeführer,  der  eigenen  Angaben  zufolge  ohne 
schulische Bildung geblieben ist, aufgrund der Akten Berufserfahrung aus 
der Landwirtschaft mitbringt, hat er  in Russland doch mehrere Jahre auf 
einem Bauernhof gelebt und gearbeitet (vgl. A21/16 S. 4),

dass  dem  Beschwerdeführer  auch  zuzumuten  wäre,  sich  um  andere 
Berufstätigkeiten ohne schulische Voraussetzungen zu bemühen,

dass  die  Beschwerdeführenden  die  armenische  Sprache  beherrschen 
und  aufgrund  ihrer  Herkunft  mit  den  Lebensgepflogenheiten  der 
armenischen Volksgemeinschaft vertraut sind,

dass  die  armenische  Regierung  und  die  zuständigen  armenischen 
Behörden  erhebliche  Anstrengungen  unternehmen,  die  Eingliederung 
armenischer Landsleute aus dem Ausland in Armenien zu fördern und zu 
erleichtern,

dass  die  armenischen  Behörden  dabei  unter  anderen  auch  von  der 
Europäischen  Union  und  namhaften  Nichtregierungs­Organisationen 
unterstützt  werden  (vgl.  zu  den  Eingliederungs­  und 
Unterstützungskonzepten  etwa  http://www.backtoarmenia.am/?l=eng, 
dort unter About Projekt),

dass bei dieser Sachlage die Rüge in der Rechtsmitteleingabe, das BFM 
habe  den  Sachverhalt  unvollständig  festgestellt,  indem  es  in  der 
angefochtenen  Verfügung  nicht  berücksichtigt  habe,  dass  die 
Beschwerdeführenden  mit  ihren  drei  Kindern  in  Armenien  kein 
Beziehungsnetz  und  keinen  Sozialschutz  vorfinden  würden,  nicht 
durchzudringen vermag,

dass demnach der sinngemässe Antrag auf Rückweisung der Sache an 
das  BFM  zu  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes 
abzuweisen ist,

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dass sich vorliegend entgegen dem Einwand  in der Rechtsmitteleingabe 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  vor  dem  Hintergrund  des 
Übereinkommens  vom 20. November  1989 über  die Rechte des Kindes 
(Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) als zumutbar erweist, 

dass aufgrund der oben  festgestellten Sachlage keine Anhaltspunkte  für 
eine Verletzung der Kinderrechtskonvention zu entnehmen sind,

dass die Kinder in Armenien unter der Obhut ihrer Eltern stehen würden, 
welche  gemäss  den  Akten  in  der  Lage  sind,  für  diese  zu  sorgen  und 
deren Bedürfnisse abzudecken,

dass  insgesamt  davon  auszugehen  ist,  dass  es  den 
Beschwerdeführenden  möglich  und  zumutbar  ist,  sich  in  Armenien  zu 
integrieren,

dass  das  BFM  aufgrund  der  Aktenlage  zu  Recht  zum  Schluss  kommt, 
dass der Vollzug der Wegweisung zulässig und zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach 
Armenien schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 
(Art. 83  Abs. 2  AuG),  und  es  ihnen  obliegt,  bei  der  Beschaffung 
vollzugstauglicher Papiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  demnach  nicht  darzutun  vermögen, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass  jedoch  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gutgeheissen  wurde  und  die  Beschwerdeführenden 
aufgrund der Aktenlage nach wie vor als prozessbedürftig zu betrachten 
sind (Art. 65  Abs. 1 VwVG),

dass demnach keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

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