# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05afc77a-8285-55a1-8bf2-724aed589d75
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.12.2021 CA.2020.22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2020-22_2021-12-16.pdf

## Full Text

Urteil vom 16. Dezember 2021 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Olivier Thormann, Vorsitzender, 
Thomas Frischknecht und Marcia Stucki,  
Gerichtsschreiber Sandro Clausen  

Parteien  1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Konrad 
Jeker,  

Berufungsführer / Beschuldigter 
 
  

2. B., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Lukas 
Bürge,  

Berufungsführer / Beschuldigter  
 

 
gegen 

  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 
des Bundes Kaspar Bünger,  
 

Berufungsgegnerin  
  

Gegenstand 
 

Widerhandlungen gegen Art. 2 des Bundesgesetzes 
über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und 
«Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen 
 
Berufungen (vollumfänglich) vom 2. bzw. 3. November 
2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts SK.2020.7 vom 27. Oktober 2020 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2020.22 

- 2 - 

 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstes erstinstanzliches Urteil  

A.1 Am 20. November 2015 veröffentlichte der Verein «D.» das Video 
«AR/EN/FR/DE – Exklusive Interview with E. – The Islamic State and I» auf sei-
nem Youtube-Kanal. Der Veröffentlichung gingen mehrere Ankündigungen auf 
den vom D. unterhaltenen Kanälen der sozialen Medien voraus. Am 5. Dezember 
2015 führte der D. in einem Hotelsaal in Z. zudem einen Film mit dem Titel «al-
Fajr as Sâdiq» (deutsch: «Die wahrhaftige Morgendämmerung») auf und publi-
zierte diesen anschliessend ebenfalls auf seinem Youtube-Kanal. Auch dieser 
Veranstaltung gingen mehrere Ankündigungen in den sozialen Medien voraus. 
Am 13. Dezember 2015 wurde auf der Facebook-Seite und dem Twitter-Konto 
des D. die Veröffentlichung des Videos «Die wahrhaftige Morgendämmerung» 
angekündigt. Am 18. Dezember 2015 schliesslich publizierte der D. das Video 
«Die wahrhaftige Morgendämmerung» auf seinem YouTube-Kanal und verlinkte 
dieses auf der Facebook-Seite und dem Twitter-Konto. 

A.2 Wegen des Verdachts des Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes vom 
12. Dezember 2014 über das Verbot der Gruppierung «Al-Qaïda» und «Islami-
scher Staat» sowie verwandter Organisationen (nachfolgend: Al-Qaïda/IS-Ge-
setz) eröffnete die Bundesanwaltschaft am 9. Dezember 2015 eine Strafuntersu-
chung gegen C. (BA pag. 01-00-0001 f.). Am 26. August 2016 dehnte die Bun-
desanwaltschaft die Strafuntersuchung auf A., Vorstandsmitglied des D. und Ver-
antwortlicher des Departements «Public Relation und Information», und B., Prä-
sident des D., aus (BA pag. 01-00-0008 und BA pag. 01-00-0009). 

A.3 Nach durchgeführter Strafuntersuchung erhob die Bundesanwaltschaft am 
21. September 2017 beim Bundesstrafgericht Anklage gegen die drei Beschul-
digten wegen Widerhandlungen gegen das Al-Qaïda/IS-Gesetz (TPF 
SK.2017.49 [nachfolgend: TPF I] pag. 6.100.001 ff.). Mit Urteil vom 15. Juni 2018 
erklärte die Strafkammer des Bundesstrafgerichts den Beschuldigten C. wegen 
der Herstellung des Videos «AR/EN/FR/DE – Exklusive Interview with E. – The 
Islamic State and I» sowie der Herstellung, Veröffentlichung und Bewerbung des 
Videos «al-Fajr as sâdiq» (deutsch: «Die wahrhaftige Morgendämmerung)» des 
Verstosses gegen das Al-Qaïda/IS-Gesetz für schuldig und bestrafte ihn mit ei-
ner bedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 20 Monaten (TPF I 
pag. 6.970.103). Die beiden Beschuldigten A. und B. wurden demgegenüber frei-
gesprochen (TPF I pag. 6.970.103 f.). 

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B. Verfahren vor Bundesgericht / Rückweisungsurteil 6B_114/2019 vom 
26. Februar 2020 

Gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2017.49 vom 
15. Juni 2018 führte die Bundesanwaltschaft Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht und beantragte, das angefochtene Urteil bezüglich des Frei-
spruchs der Beschuldigten A. und B. sei aufzuheben (TPF I pag. 6.980.004 ff.). 
Mit Urteil 6B_114/2019 vom 26. Februar 2020 hob das Bundesgericht das Urteil 
der Strafkammer im angefochtenen Umfang auf und wies die Sache zur neuen 
Entscheidung an die Vorinstanz zurück (TPF I pag. 6.980.055 ff.). Eine vom Be-
schuldigten C. gegen seine Verurteilung erhobene Beschwerde in Strafsachen 
wies das Bundesgericht demgegenüber mit Urteil 6B_169/2019 vom 26. Februar 
2020 ab (TPF I pag. 6.980.019 ff.; TPF I pag. 6.980.043 ff.). 

C. Zweites erstinstanzliches Verfahren / Urteil SK.2020.7 vom 27. Oktober 
2020 

C.1 Nach der bundesgerichtlichen Rückweisung eröffnete die Strafkammer unter der 
Geschäfts-Nummer SK.2020.7 ein neues Verfahren (TPF SK.2020.7 [nachfol-
gend: TPF II] pag. 7.120.001). Am 17. März 2020 teilte der bisherige amtliche 
Verteidiger des Beschuldigten A. dem Gericht mit, dass er das Verteidigungs-
mandat per sofort niederlege (TPF II pag. 7.201.001). Mit Eingabe vom 16. April 
2020 ersuchte Rechtsanwalt Konrad Jeker um Einsetzung als amtlicher Verteidi-
ger des Beschuldigten A. (TPF II pag. 7.201.003 f.). Mit Verfügung vom 20. April 
2020 wurde Rechtsanwalt Konrad Jeker mit Wirkung ab 16. April 2020 zum amt-
lichen Verteidiger des Beschuldigten A. bestellt (TPF II pag. 7.911.001 ff.). 

C.2 Am 6. Oktober 2020 fand erneut eine Hauptverhandlung vor Vorinstanz statt, an 
welcher neben dem Vertreter der Bundesanwaltschaft die beiden Beschuldigten 
A. und B. in Begleitung ihrer amtlichen Verteidiger teilnahmen (TPF II 
pag. 7.720.002). Nach den Einvernahmen der Beschuldigten A. (TPF II 
pag. 7.731.001 ff.) und B. (TPF II pag. 7.732.001 ff) erstatteten die Verfahrens-
beteiligten ihre Parteivorträge (TPF II pag. 7.720.004 ff.; TPF II 
pag. 7.721.024 ff.; TPF II pag. 7.721.050 ff.; TPF II pag. 7.721.057 ff.). Die bei-
den Beschuldigten verzichteten auf ein Schlusswort (TPF II pag. 7.720.008). 

C.3 Am 27. Oktober 2020 fällte die Vorinstanz ihr Urteil im Rückweisungsverfahren, 
das sie gleichentags mündlich eröffnete (TPF II pag. 7.720.008 ff.). Die beiden 
Beschuldigten blieben der Urteilseröffnung unentschuldigt fern, weshalb gegen 
sie mit separaten Verfügungen vom 27. Oktober 2021 eine Ordnungsbusse von 
je Fr. 500.00 ausgesprochen wurde (TPF II pag. 7.720.008 f.; TPF II 

- 4 - 

pag. 7.913.001 ff.). Beide Verfügungen sind unangefochten in Rechtskraft er-
wachsen (CAR pag. 4.102.003). Soweit den Beschuldigten A. betreffend, lautete 
das vorinstanzliche Urteil wie folgt (TPF II pag. 7.930.101): 

 «1. A. wird schuldig gesprochen der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» 
sowie verwandter Organisationen. 

  2. A. wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, bedingt vollziehbar, bei 
einer Probezeit von 3 Jahren. 

  3. A. wird die Weisung erteilt, dass auf der Internetseite des Vereins «D.» abrufbare 
Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung (Titel auf arabisch ««al-Fajr as sâdiq» 
bzw. auf Englisch «The true Dawn in Syria») und die Verlinkung dazu zu löschen. 

  Für den Vollzug der Weisung ist der Kanton Bern zuständig. 

  4. A. werden Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 7'246.50 auferlegt. 

  5. A. wird keine Entschädigung ausgerichtet. 

  6. 

  6.1 Rechtsanwalt Lorenz Hirni wird für die amtliche Verteidigung von A. im Verfahren 
SK.2017.49 mit Fr. 24'547.20 (inkl. MWSt.) von der Eidgenossenschaft entschä-
digt. 

  6.2 Rechtsanwalt Konrad Jeker wird für die amtliche Verteidigung von A. im Verfahren 
SK.2020.7 mit Fr. 12'930.00 (inkl. MWSt.) von der Eidgenossenschaft entschädigt. 

  6.3 A. wird verpflichtet, der Eidgenossenschaft die Kosten seiner amtlichen Verteidi-
gung zurückzuerstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.» 

 In Bezug auf den Beschuldigten B. erging folgender Urteilsspruch (TPF II 
pag. 7.930.102): 

 «1. B. wird schuldig gesprochen der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes über das Verbot der Gruppierung «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» 
sowie verwandter Organisationen. 

  2. B. wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, bedingt vollziehbar, bei 
einer Probezeit von 3 Jahren. 

- 5 - 

  3. B. wird die Weisung erteilt, dass auf der Internetseite des Vereins «D.» abrufbare 
Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung (Titel auf arabisch ««al-Fajr as sâdiq» 
bzw. auf Englisch «The true Dawn in Syria») und die Verlinkung dazu zu löschen. 

  Für den Vollzug der Weisung ist der Kanton Bern zuständig. 

  4. B. werden Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 7'160.00 auferlegt. 

  5. B. wird weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung ausgerichtet. 

  6. Fürsprecher Lukas Bürge wird für die amtliche Verteidigung von B. mit insgesamt 
Fr. 39'538.-- (Fr. 29'600.-- bezüglich Verfahren SK.2017.49 und Fr. 9'938.-- bezüg-
lich Verfahren SK.2020.7) (inkl. MWSt) von der Eidgenossenschaft entschädigt. 

  B. wird verpflichtet, der Eidgenossenschaft die Kosten seiner amtlichen Verteidi-
gung zurückzuerstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.» 

C.4 Mit Eingabe vom 2. November 2020 liessen der Beschuldigte A. und mit Eingabe 
vom 3. November 2020 auch der Beschuldigte B. Berufung gegen das Urteil an-
melden (TPF II pag. 7.940.001; TPF II pag. 7.940.002). Das begründete Urteil 
wurde am 17. Dezember 2020 versandt (TPF II pag. 7.930.112) und von den bei-
den Beschuldigten am 18. Dezember 2020 (CAR pag. 1.100.105 [Empfangs-
schein Rechtsanwalt Jeker]) bzw. am 21. Dezember 2020 (CAR pag. 1.100.106 
[Empfangsschein Rechtsanwalt Bürge]) entgegengenommen. 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Mit Eingaben vom 23. Dezember 2020 (CAR pag. 1.100.117 f.) bzw. vom 31. De-
zember 2020 (CAR pag. 1.100.119) liessen die beiden Beschuldigten je Beru-
fung erklären. Der Beschuldigte A. focht das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme 
der Festsetzung der Entschädigung für seinen vormaligen Rechtsvertreter voll-
umfänglich an und beantragte, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen, unter 
gesetzlichen Kostenfolgen und Ausrichtung einer Entschädigung für Verteidi-
gungskosten und einer Genugtuung (CAR pag. 1.100.119). Der Beschuldigte B. 
focht ebenfalls das gesamte vorinstanzliche Urteil an. Er beantragte, er sei von 
den Anklagevorwürfen freizusprechen, die erst- und zweitinstanzlichen Verfah-
renskosten seien der Eidgenossenschaft aufzuerlegen und ihm seien für beide 
Verfahren Entschädigungen für seine Verteidigung auszurichten. Zudem seien 
ihm die Verteidigungskosten für das bundesgerichtliche Verfahren 6B_114/2019 
sowie die Gerichtsgebühren für das Ausstandsverfahren BB.2020.169 vor der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zu ersetzen (CAR 
pag. 1.100.117 f.). Die Berufungserklärungen der beiden Beschuldigten wurden 
mit Verfügung vom 5. Januar 2021 übermittelt (CAR pag. 2.100.001). Innert der 

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gesetzlichen Frist wurden weder Anträge auf Nichteintreten gestellt noch An-
schlussberufungen erhoben. 

B.2 Die Terminfindung zur Ansetzung der Berufungsverhandlung gestaltete sich 
schwierig (vgl. CAR pag. 3.102.001). Mit Verfügung vom 28. Juni 2021 wurden 
die Parteien schliesslich auf den 16. Dezember 2021 zur Berufungsverhandlung 
vorgeladen. Gleichzeitig wurde den Parteien Frist zur Stellung von Beweisanträ-
gen sowie zur freigestellten Mitteilung von allfälligen an der Berufungsverhand-
lung aufzuwerfenden Vorfragen angesetzt (CAR pag. 6.301.001 ff.). Die beiden 
Beschuldigten wie auch die Bundesanwaltschaft teilten daraufhin mit, dass einst-
weilen weder Beweisanträge gestellt noch Vorfragen aufgeworfen würden (CAR 
pag. 6.200.001; CAR pag. 6.200.002; CAR pag. 6.200.003). Vorbehältlich der 
Möglichkeit der Parteien zur Stellung weiterer Beweisanträge wurden von Amtes 
wegen betreffend die beiden Beschuldigten ein aktualisierter Strafregisterauszug 
sowie die erforderlichen Auskünfte und Unterlagen zu den persönlichen und fi-
nanziellen Verhältnisse eingeholt (CAR pag. 6.401.001 ff.; CAR 
pag. 6.402.001 ff.). Die Parteien stellten definitiv keine Beweisanträge (CAR 
pag. 1.100.118; CAR pag. 1.100.119; CAR pag. 2.100.003). 

B.3 Zur Berufungsverhandlung am 16. Dezember 2021 erschienen die beiden Be-
schuldigten in Begleitung ihrer jeweiligen amtlichen Verteidiger sowie Staatsan-
walt des Bundes Kaspar Bünger als Vertreter der Bundesanwaltschaft als Ankla-
gebehörde (CAR pag. 7.200.002). Im Rahmen der Behandlung von Vorfragen 
reichte Rechtsanwalt Konrad Jeker eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bun-
desanwaltschaft vom 20. Juli 2021 ein, welche als weiteres Beweismittel zu den 
Akten erkannt wurde (CAR pag. 7.200.004 und CAR pag. 7.300.001 ff.). Beide 
amtlichen Verteidiger präzisierten sodann den Umfang ihrer Berufung (CAR pag. 
7.200.003). Weitere Vorfragen waren nicht zu behandeln. Im Rahmen des Be-
weisverfahrens erfolgte die Befragung der beiden Beschuldigten, die keine Aus-
sagen zur Person und zur Sache machten (CAR pag. 7.200.004; CAR 
pag. 7.401.001 f.; CAR pag. 7.402.001 f.). Weitere Beweisanträge wurden nicht 
gestellt (CAR pag. 7.200.004). 

B.4 Nach Abschluss des Beweisverfahrens erstatteten die Parteien ihre Parteivor-
träge (CAR pag. 7.200.004 ff.). Rechtsanwalt Konrad Jeker stellte namens des 
Beschuldigten A. die nachfolgenden Anträge (CAR pag. 7.200.005): 

1. Es sei festzustellen, dass die Dispositiv-Ziffern I./1.6.1 und I./1.6.3 des vo-
rinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. Der Beschuldigte A. sei von den Vorwürfen gemäss Anklageschrift vom 
21. September 2017 freizusprechen. 

3. Die Weisung gemäss Dispositiv-Ziffer I./1.3 des vorinstanzlichen Urteils sei 
aufzuheben. 

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4. Die Kosten des Verfahrens seien der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
aufzuerlegen. 

5. Dem Beschuldigten A. seien die Aufwendungen für seine amtliche Verteidi-
gung gemäss Kostennote durch die Schweizerische Eidgenossenschaft zu 
entschädigen. 

6. Dem Beschuldigten A. seien die Aufwendungen für die erbetene Verteidi-
gung im Betrag von Fr. 2'033.90 durch die Schweizerische Eidgenossen-
schaft zu entschädigen. 

 
Fürsprecher Lukas Bürge stellte namens des Beschuldigten B. die folgenden An-
träge (CAR pag. 7.200.011; CAR pag. 7.300.022): 

1. B. sei freizusprechen von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen 
Art. 2 des Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierung «Al-Qaïda» 
und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen, angeblich be-
gangen im Zeitraum zwischen September und Dezember 2015. 

2. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien der Eidgenossenschaft aufzu-
erlegen (Art. 423 StPO). 

3. B. sei eine Entschädigung für die erstinstanzlichen Verteidigungskosten ge-
mäss eingereichter Honorarnote im Umfang von Fr. 39'538.00 inkl. MWST) 
auszurichten. Zudem seien ihm die Verteidigungskosten für das bundesge-
richtliche Verfahren (6B_114/2019) in der Höhe von Fr. 3'279.05 zu erset-
zen. Im Weiteren seien ihm auch die Gerichtsgebühren von Fr. 500.00 für 
das Ausstandsverfahren (BB.2020.169) zu ersetzen sowie eine Genugtuung 
in symbolischer Höhe von Fr. 400.00 für die besonders schwere Verletzung 
seiner persönlichen Verhältnisse (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO) auszurichten. 

4. Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren seien der Eidgenossen-
schaft aufzuerlegen und Herrn B. eine Entschädigung für die Verteidigungs-
kosten im Berufungsverfahren gemäss noch einzureichender Honorarnote 
auszurichten. 

5. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 
 

Staatsanwalt des Bundes Kaspar Bünger stellte als Vertreter der Anklagebe-
hörde die folgenden Anträge (CAR pag. 7.200.017): 

1. Die Berufungsanträge des Beschuldigten A. seien abzuweisen. 
2. Die Berufungsanträge des Beschuldigten B. seien abzuweisen. 
3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien den Beschuldigten A. und B. an-

teilsmässig aufzuerlegen. 

Die amtlichen Verteidiger der beiden Beschuldigten replizierten (CAR 
pag. 7.200.017 ff.), der Vertreter der Anklagebehörde verzichtete auf einen zwei-
ten Parteivortrag (CAR pag. 7.200.019). Die beiden Beschuldigten hielten je ein 

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Schlusswort (CAR pag. 7.200.020 ff. und CAR pag. 7.200.022 f.). Sämtliche Par-
teien verzichteten auf eine mündliche Eröffnung des Urteils und erklärten sich mit 
der schriftlichen Zustellung des Urteils einverstanden (CAR pag. 7.200.023). 

B.5 Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung und 
wurde den Parteien zunächst im Dispositiv schriftlich eröffnet (CAR pag. 
11.100.001 ff.). 

B.6 Im Nachgang zur Urteilsfällung ersuchte Rechtsanwalt Konrad Jeker mit Eingabe 
vom 3. März 2022 um Ausrichtung einer Akontozahlung für seine Bemühungen 
als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten A. (CAR pag. 9.102.001). Dem Be-
gehren wurde mit Verfügung vom 8. März 2022 entsprochen (CAR 
pag. 9.102.002). 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

Die Berufungsanmeldungen und die Berufungserklärungen der beiden Beschul-
digten erfolgten jeweils fristgerecht (Art. 399 Abs. 1-3 StPO). Das angeklagte 
Delikt des Verstosses gegen Art. 2 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes gemäss dessen 
Art. 2 Abs. 1 fällt in die Bundesgerichtsbarkeit (vgl. bereits Urteil SK.2020.7 E. 1.3 
[TPF II pag. 7.930.014]). Die beiden Beschuldigten sind durch die vorinstanzliche 
Verurteilung beschwert und haben ein rechtlich geschütztes Interesse an dessen 
Aufhebung (vgl. Art. 104 Abs. 1 lit. a und c, Art. 111 Abs. 1; Art. 381 Abs. 1 und 
Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Berufungskammer ist in der Besetzung mit drei Rich-
terpersonen für die Beurteilung der vorliegenden Berufung örtlich und sachlich 
zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 Iit. c, Art. 38a und 38b des Bundes-
gesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehörden-
organisationsgesetz, StBOG; SR. 173.71]). Es ist weder ersichtlich noch auch 
nur geltend gemacht, dass die Rechtsmittelvoraussetzungen aus anderen Grün-
den nicht erfüllt wären. Auf die Berufungen der beiden Beschuldigten ist einzu-
treten. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition / Bindungswirkung bundesgerichtli-
cher Entscheide  

2.1 Nach Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 
angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Beide Beschuldig-
ten beantragen im Berufungsverfahren einen vollumfänglichen Freispruch von 
Schuld und Strafe (CAR pag. 1.100.117 f.; CAR pag. 1.100.119). Unangefochten 

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blieb und in Rechtskraft erwuchs einzig die Festsetzung der Höhe der Entschä-
digung für den vormaligen amtlichen Verteidiger des Beschuldigten A. gemäss 
Dispositiv-Ziffer I./6.1 des angefochtenen Urteils (CAR pag. 1.100.119; vgl. auch 
CAR pag. 7.200.005). Anlässlich der Berufungsverhandlung liessen die beiden 
Beschuldigten erklären, dass auch die vorinstanzliche Festsetzung der weiteren 
Verteidigungshonorare (Dispositiv-Ziffern I./6.2 und II./6, erster Absatz des ange-
fochtenen Urteils) von der Berufungsanfechtung ausgenommen seien (CAR 
pag. 7.200.003; die nachträgliche Beschränkung der Berufung ist zulässig [vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_562/2019 vom 27. November 2019 E. 2.1]). Abgesehen von 
den insofern nicht beanstandeten Entscheidpunkten ist das vorinstanzliche Urteil 
in vollem Umfang zu überprüfen. 

2.2 In prozessualer Hinsicht machte der Beschuldigte A. wie schon im vorinstanzli-
chen Verfahren verschiedentlich geltend, die gegen ihn erhobenen Anklagevor-
würfe seien in der Anklageschrift nur diffus und zu wenig konkret umschrieben, 
was eine angemessene Verteidigung verunmögliche und eine anklagegemässe 
Verurteilung ausschliesse (CAR pag. 7.200.006; vgl. auch CAR pag. 7.200.011 
und CAR pag. 7.300.007). Soweit damit eine Verletzung des Anklagegrundsat-
zes beanstandet werden soll, kann dieser Rüge von vornherein kein Erfolg be-
schieden sein. Die Wahrung des Anklagegrundsatzes war bereits Gegenstand 
des in dieser Angelegenheit vor Bundesgericht geführten Beschwerdeverfah-
rens. Wie von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt wurde (vgl. Urteil SK.2020.7 
E. 1.5 [TPF II pag. 7.930.016]), hat das Bundesgericht dabei festgestellt, dass 
die vorliegende Anklageschrift die den beiden Beschuldigten vorgeworfenen Ta-
ten hinreichend präzise umschreibt und den inhaltlichen Anforderungen genügt 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_114/2019 vom 26. Februar 2020 E. 2.4 [TPF 
pag. 7.100.006]). An diese rechtliche Beurteilung sind die Instanzgerichte im wei-
teren Rechtsgang gebunden. Nach einer bundesgerichtlichen Rückweisung dür-
fen sich die in neuerlicher Befassung urteilenden Gerichte nur noch mit jenen 
Punkten auseinandersetzen, die das Bundesgericht kassierte (BGE 143 IV 214 
E. 5.2.1 und Urteil des Bundesgerichts 6B_765/2015 vom 3. Februar 2016 E. 4; 
je mit Hinweisen). Die neue Entscheidung ist somit auf diejenige Thematik be-
schränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der 
neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, 
als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts 
Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1 mit Hinweisen und Urteil des Bun-
desgerichts 6B_1366/2016 vom 6. Juni 2017 E. 3.2.1). Für eine neue Beurteilung 
der Sache unter dem Gesichtspunkt der Verletzung des Anklagegrundsatzes be-
steht angesichts der Bindungswirkung des bundesgerichtlichen Rückweisungs-
entscheids kein Raum. Sämtliche diesbezüglichen Rügen der beiden Beschul-
digten wurden vom Bundesgericht definitiv entkräftet. Die erneut zur Diskussion 

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gestellten Fragen, ob die Anklageschrift gegen die beiden Beschuldigten den ge-
setzlichen Anforderungen genügt und eine effektive Verteidigung ermöglichte, 
sind geklärt. Darauf kann nicht wie vom Beschuldigten A. verlangt zurückgekom-
men werden. Das galt im erstinstanzlichen Verfahren und gilt auch für das Beru-
fungsverfahren. Auf die entsprechenden Vorbringen ist nicht weiter einzugehen, 
jedenfalls nicht bezogen auf die Wahrung des Anklageprinzips. Soweit darin in 
grundsätzlicher Weise mehrere Einwände gegen die von der Vorinstanz bejahte 
Strafbarkeit und die Tatbestandsmässigkeit der den beiden Beschuldigten vor-
geworfenen Handlungen erhoben werden, wird darauf andernorts einzugehen 
sein. 

3. Verschlechterungsverbot (reformatio in peius) 

Gegen das vorinstanzliche Urteil haben nur die beiden Beschuldigten Berufung 
erhoben. Die Bundesanwaltschaft hat auf die Einlegung einer Berufung oder An-
schlussberufung verzichtet. Bei dieser prozessualen Ausgangslage gelangt der 
Grundsatz des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) zur An-
wendung, welcher nicht nur bezüglich des Strafmasses, sondern auch hinsicht-
lich der rechtlichen Qualifikation zu beachten ist (BGE 139 IV 282, E. 2.3 - 2.6, 
sowie ZIEGLER/KELLER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 391 StPO N. 3 und 
N. 3a). Das Berufungsgericht darf die einzig appellierenden Beschuldigten daher 
im Falle eines Schuldspruchs insbesondere nicht mit einer höheren als der von 
der Vorinstanz ausgesprochenen Strafe sanktionieren. 

4. Beweislage und Verwertbarkeit der Beweismittel 

 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil die vorhandenen Beweismittel detail-
liert zusammengefasst und wiedergegeben (Urteil SK.2020.7 E. 4.4 – E. 4.7.5 
[TPF II pag. 7.930.037 ff.]; Urteil SK.2020.7 E. 5.1.1 – E. 5.1.4 und Urteil 
SK.2020.7 E. 6.1.1). Die Darstellung des wesentlichen Inhalts der relevanten Be-
weismittel im vorinstanzlichen Urteil steht im Einklang mit den Akten und erweist 
sich – soweit für die Entscheidfindung relevant – als vollständig. Darauf kann 
ebenso verwiesen werden wie auf die vorinstanzlichen Ausführungen betreffend 
die strafprozessuale Zulässigkeit der Verwertung der von der Bundeskriminalpo-
lizei im Verlauf des Verfahrens unternommenen Abklärungen namentlich über 
die Funktion und die Rolle von E. und über die politische und religiöse Gesinnung 
des Beschuldigten A. (Urteil SK.2020.7 E. 1.6.1). In diesem Zusammenhang 
wurde seitens der Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren eingewendet, Be-
weiserhebungen aus öffentlich zugänglichen Quellen seien als strafprozessuale 
Zwangsmassnahmen zu qualifizieren, sobald sie Grundrechte beträfen (TPF II 
pag. 7.721.51). Die Vorinstanz hat diesen Einwand im Ergebnis zu Recht verwor-
fen. Die vorhandenen Beweismittel sind uneingeschränkt verwertbar. Nach 
Art. 139 Abs. 1 StPO setzen die Strafbehörden zur Wahrheitsfindung alle nach 

- 11 - 

dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die 
rechtlich zulässig sind. Die Strafprozessordnung kennt keinen numerus clausus 
der Beweismittel (Urteil des Bundesgerichts 6B_811/2018 vom 25. Februar 2019 
E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_921/2014 vom 21. Januar 2015 E. 1.3.2; 
vgl. zur Konsultation von allgemein zugänglichen Informationen durch die Straf-
behörden auch BGE 143 IV 380 und INFANGER, Darf ein Richter googeln?, in: 
"Justice - Justiz - Giustizia" 2017/4, insb. S. 8). Die Beschaffung und Auswer-
tung von Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen durch bundesnach-
richtendienstliche Organe waren und sind gesetzlich vorgesehen (vgl. das Bun-
desgesetz vom 21. März 1997 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Si-
cherheit [BWIS]). Der von der Verteidigung kritisierte Bericht über die Rolle und 
die Funktion von E. (vgl. BA pag. 10-01-0011 ff.) wurde demnach auf einer ge-
setzlichen Grundlage verfasst. Dass dabei die für die Aufgabenerfüllung durch 
den Bundesnachrichtendienst massgeblichen Vorgaben nicht eingehalten wor-
den wären, wurde nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Die auf 
allgemein zugänglichen Quellen beruhende Informationsbeschaffung durch den 
Bundesnachrichtendienst wird – wie von der Vorinstanz erwogen – nun aber nicht 
dadurch zur strafprozessualen Zwangsmassnahme, dass die recherchierten Tat-
sachen allenfalls die grundrechtlich geschützte Sphäre der betroffenen Person 
tangieren. Die Einlassungen der Verteidigung gehen von einem zu weiten Begriff 
der strafprozessualen Zwangsmassnahme aus. Den Strafgerichten ist es nicht 
untersagt, für die Sachverhaltsfeststellung auch bundesnachrichtendienstliche 
Berichte heranzuziehen. Welcher Erkenntniswert den in solchen Berichten ent-
haltenen Wahrnehmungen und Schlussfolgerungen bei der Sachverhaltsermitt-
lung zukommt, ist eine nicht an dieser Stelle zu erörternde Frage der Beweiswür-
digung. Ein Eingehen auf den unter dem Aspekt der strafprozessualen Verwert-
barkeit thematisierten Kurzanalysenbericht des Bundesamtes für Polizei vom 
13. April 2018 erübrigt sich von vornherein, nachdem dieser von der Vorinstanz 
nicht als Beweismittel zugelassen (TPF I pag. 6.280.005) und gar nicht erst zu 
den Akten erkannt wurde (TPF I pag. 6.510.062 A). 

II. Materielle Erwägungen 

A) Schuldpunkt 

1. Anklagevorwürfe und Standpunkte der Beschuldigten 

1.1 Gemäss Anklage soll der Beschuldigte A. mindestens im Zeitraum zwischen Sep-
tember 2015 und Januar 2016 in der Schweiz und/oder anderswo wissentlich und 
willentlich für die Gruppierung Al-Qaïda oder für eine mit dieser verwandten Or-
ganisation Propagandaaktionen organsiert respektive deren Aktivitäten auf an-
dere Weise gefördert haben. So soll der Beschuldigte A. in seiner Funktion als 
Vorstandsmitglied des D. und als zuständiger Vorsteher des «Departements für 

- 12 - 

Public Relations und Information» des Vereins die Veröffentlichung der beiden 
durch C. produzierten Videos «AR/EN/FR/DE – Exklusive Interview with E. – The 
Islamic State and I» (nachfolgend: «Exklusivinterview») und «al-Fajr as Sâdiq» 
(deutsch: «Die wahrhaftige Morgendämmerung»; nachfolgend nach der deut-
schen Fassung zitiert), genehmigt haben. Die Videos sollen als Propaganda für 
E., den führenden Vertreter der Al-Qaïda in Syrien, und die Dachorganisation 
Jaysh Al-Fath, einen integralen und zentralen Bestandteil des syrischen Ablegers 
der Al-Qaïda, Jabhat Al-Nusra, gedient haben. Des Weiteren lautet der Delikts-
vorwurf gegen den Beschuldigten A. dahingehend, ein auf der Internetseite des 
D. am […] veröffentlichtes Interview von P. mit dem Beschuldigten B., dem Ver-
einspräsidenten des D., produziert zu haben, wobei die beiden Propagandavi-
deos «Exklusivinterview» und «Die wahrhaftige Morgendämmerung» beworben 
worden sein sollen. Diese beiden Videos soll der Beschuldigte A. weiter dadurch 
beworben haben, dass er an der Organisation eines Anlasses des D. vom 5. De-
zember 2016 in einem Hotel in Z. beteiligt oder dafür verantwortlich gewesen sei, 
er mindestens bei einer Gelegenheit im Dezember 2015 für diesen Anlass mittels 
Flugblatt Werbung betrieben habe und mit der Organisation des Anlasses, des-
sen Promotion sowie seinem dortigen Auftritt darauf hingewirkt habe, dass das 
Propagandavideo «Die wahrhaftige Morgendämmerung» ein möglichst grosses 
Publikum erreiche. Schliesslich soll der Beschuldigte A. am 12. Januar 2016 auf 
dem Online-Kurznachrichtendienst Twitter das Video beworben haben, indem er 
auf eine ins Bosnische übersetzte Version hingewiesen und diese Nachricht mit 
der in arabischer Schrift verfassten Bezeichnung «#E.» sowie dem Link zur bos-
nischen Version des Videos versehen habe. Durch diese Handlungen soll der 
Beschuldigte A. aktiv dazu beigetragen haben, E. eine prominente, mehrspra-
chige und multimediale Plattform zu bieten, um seine eigene Person sowie die 
Ideologie der von ihm vertretenen terroristischen Organisation Al-Qaïda vorteil-
haft darzustellen und zu propagieren (TPF I pag. 6.100.022 ff.). Der Beschuldigte 
A. stellt in Abrede, unerlaubte Propaganda für die terroristische Organisation Al-
Qaïda betrieben und sich dadurch strafbar gemacht zu haben (TPF II 
pag. 7.721.050; CAR pag. 7.200.005). 

1.2 Dem Beschuldigten B. wirft die Anklage vor, mindestens im Zeitraum zwischen 
September 2015 und Dezember 2015 in der Schweiz wissentlich und willentlich 
für die Gruppierung Al-Qaïda oder für eine mit dieser verwandte Organisation 
Propagandaaktionen organisiert respektive deren Aktivitäten auf andere Weise 
gefördert zu haben. Im Einzelnen soll der Beschuldigte B. sich einerseits im vom 
Beschuldigten A. produzierten Interview vom […], welches auf der Internetseite 
des D. veröffentlicht worden sei, in seiner Funktion als Präsident des D. gegen-
über dem Interviewer zur Entstehung des «Exklusivinterview» und zur Person 
von E. geäussert haben, wobei die Veröffentlichung des Interviews dazu gedient 
habe, Werbung für das kurz danach veröffentlichte «Exklusive Interview» des D. 
zu betreiben. Andererseits soll der Beschuldigte B. wiederum in seiner Funktion 

- 13 - 

als Präsident des D. am Anlass vom 5. Dezember 2015 in Z. aufgetreten sein, 
eine rund 40-minütige Ansprache gehalten und mit diesem Auftritt darauf hinge-
wirkt haben, dass das Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung» ein möglichst 
grosses Publikum erreiche. Durch diese Handlungen soll der Beschuldigte B. ak-
tiv dazu beigetragen haben, dass E., dem führenden Vertreter der Al-Qaïda in 
Syrien, eine prominente, mehrsprachige und multimediale Plattform geboten wor-
den sei, um seine eigene Person sowie die Ideologie der von ihm vertretenen 
terroristischen Organisation Al-Qaïda vorteilhaft darzustellen und zu propagie-
ren, wodurch die verbotene terroristische Organisation Al-Qaïda in ihrer Anzie-
hungskraft gegenüber bestehenden und potentiellen Mitgliedern respektive Un-
terstützern weltweit gestärkt und somit in der Entfaltung ihrer kriminellen Aktivi-
täten gefördert worden sei (TPF I pag. 6.100.026 f.). Der Beschuldigte B. bestrei-
tet, sich im Sinne der Anklage schuldig gemacht zu haben (TPF II pag. 7.721.074; 
CAR pag. 7.300.022). 

2. Rechtliche Ausführungen zum Tatbestand von Art. 2 Al-Qaïda/IS-Gesetz 

2.1 Nach Art. 2 Abs. 1 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes macht sich strafbar, wer sich auf 
dem Gebiet der Schweiz einer nach Art. 1 verbotenen Gruppierung oder Organi-
sation beteiligt, sie personell oder materiell unterstützt, für sie oder ihre Ziele Pro-
pagandaaktionen organisiert, für sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere 
Weise fördert. Nach Art. 1 des Gesetzes sind namentlich verboten die Gruppie-
rungen «Al-Qaïda» (lit. a), «IS» (lit. b) und Tarn- und Nachfolgegruppierungen 
derselben sowie Organisationen und Gruppierungen, die in Führung, Zielsetzung 
und Mitteln mit jenen übereinstimmen oder in ihrem Auftrag handeln (lit. c). Die 
Vorinstanz hat die Entstehungsgeschichte des Al-Qaïda/IS-Gesetzes, die ge-
setzgeberischen Zielsetzungen sowie die tatbestandsmässigen Elemente der 
einzelnen Tathandlungen einlässlich und zutreffend dargelegt (Urteil SK.2020.7 
E. 3.1 – 3.6 [TPF II pag. 7.930.024 ff.]). Unter Verweis auf die entsprechenden 
Erwägungen (Art. 82 Abs. 4 StPO) braucht das nicht im Einzelnen wiederholt zu 
werden. Hervorzuheben bleibt hingegen, dass die Strafnorm im Al-Qaïda/IS-Ge-
setz sämtliche Aktivitäten der verbotenen Gruppierungen in der Schweiz und im 
Ausland unter Strafe stellt, ebenso wie alle Handlungen, die darauf abzielen, 
diese materiell oder personell zu unterstützen (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie 
verwandter Organisationen vom 12. November 2014, BBl 2014, 8927 ff.). Die Be-
stimmung bezweckt den Schutz der öffentlichen Sicherheit schon im Vorfeld von 
Straftaten. Die Bedrohung manifestiert sich in der aggressiven Propaganda von 
terroristischen Organisationen. Es besteht das Risiko, dass diese Propaganda 
Personen in der Schweiz zur Verübung von Anschlägen oder zum Anschluss an 
andere terroristische Organisationen verleitet (Botschaft zum Bundesgesetz über 
das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie ver-
wandter Organisationen vom 12. November 2014, BBl 2014, 8928 und 8931). 

- 14 - 

Die Strafbestimmung bewirkt eine Vorverlagerung der Strafbarkeit, indem sie 
schon das Unterstützen und Fördern der im Titel des Gesetzes benannten terro-
ristischen Organisationen unter Strafe stellt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.1: vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 
6B_169/2019 vom 26. Februar 2020 E. 2.1; EICKER, Zur Interpretation des Al-
Qaïda- und IS-Gesetzes durch das Bundesstrafgericht im Fall eines zum Islami-
schen Staat Reisenden, Jusletter 21. November 2016, Rz. 13). Die Generalklau-
sel der «Förderung auf andere Weise» ist gemäss den Ausführungen in der Bot-
schaft des Bundesrates vom 22. November 2017 zur Verlängerung des Al-
Qaïda/IS-Gesetzes bewusst weit gefasst, damit jegliche Handlungen bestraft 
werden können, mit denen der Fortbestand und die Aktivitäten der verbotenen 
terroristischen Organisationen gefördert werden (BBl 2018 87, 98 mit Hinweis auf 
Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 als Anwendungs-
fall [Ankündigung und Antritt einer Dschihad-Reise]; vgl. LEU/PARVEX, Das Verbot 
der «Al-Qaïda» und des «Islamischen Staats», AJP 2016, S. 764/765). In sub-
jektiver Hinsicht wird Vorsatz verlangt, wobei Eventualvorsatz genügt (Art. 12 
Abs. 1 und 2 StGB). Der Täter muss wissen oder zumindest damit rechnen, dass 
er eine Gruppierung oder Organisation nach Art. 1 Al-Qaïda/IS-Gesetz unter-
stützt, sich daran beteiligt, für sie oder ihre Ziele Propagandaaktionen organisiert, 
für sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere Weise fördert (vgl. TPF 2018 22 
E. 2.4.1; Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.63 vom 
18. Dezember 2019 E. 2.2.2). 

2.2 Gemäss den einleitenden Ausführungen zur Tatschilderung erfasst die Anklage 
die inkriminierten Handlungen der beiden Beschuldigten sowohl unter der Tatal-
ternative «Organisieren von Propagandaaktionen» als auch unter der in Gestalt 
einer Generalklausel ausgedrückten Tatvariante «Fördern auf andere Weise» 
(TPF I pag. 6.100.022 [Anklage-Ziffer 1.2.1] und pag. 6.100.026 [Anklage-Zif-
fer 1.3.1]). Die im gerichtlichen Verfahren von der Bundesanwaltschaft vertretene 
rechtliche Qualifikation konzentrierte sich jedoch auf die verbotene Propagan-
datätigkeit (vgl. TPF I pag. 6.920.010; TPF II pag. 7.721.039; CAR 
pag. 7.200.014). Die Vorinstanz hat die beiden Beschuldigten wegen unerlaubter 
Propagandaaktivitäten schuldig gesprochen und auf eine nähere Auseinander-
setzung mit der als subsidiär bezeichneten Tatvariante «Fördern auf andere 
Weise» verzichtet (Urteil SK.2020.7 E. 3.3, E. 4.9.11, E. 5.1.5, E. 5.2.6, E. 6.1.2, 
E. 6.2.2). In Anbetracht der besonderen Relevanz für den vorliegenden Fall ist 
dazu festzuhalten, dass die Unterstützung oder Organisation von Propagandaak-
tionen selbständige Teilnahme- bzw. Hilfshandlungen zugunsten von Aktivitäten 
der verbotenen Gruppierungen darstellen, mithin handelt es sich nicht um einen 
Anwendungsfall von Art. 25 StGB. Als weitere Tathandlung gilt nach der Recht-
sprechung auch die Förderung von Propagandahandlungen, sofern entspre-
chendes Handeln eine gewisse Tatnähe zu den verbrecherischen Aktivitäten auf-
weist (Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E.4.2.1; 

- 15 - 

Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 7. Oktober 
2020 E. 2.2.2.3; Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2017.43 
vom 15. Dezember 2017 E. 2.3.1). Mit der fraglichen Strafbestimmung sollen 
sämtliche Aktivitäten der im Gesetz genannten Organisationen in der Schweiz 
und im Ausland unter Strafe gestellt werden, ebenso wie alle Handlungen, die 
darauf abzielen, diese materiell oder personell zu unterstützen (vgl. Botschaft 
zum Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al Qaïda» und «Islami-
scher Staat» sowie verwandter Organisationen vom 12. November 2014, BBl 
2014, 8927 ff.). Die Bestimmung bezweckt den Schutz der öffentlichen Sicherheit 
schon im Vorfeld von Straftaten (Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2017 vom 
22. Februar 2017 E. 4.1). Die Tatbestandsmässigkeit knüpft nicht an einen kon-
kreten Erfolgseintritt an. Die Gesetzgebung zielt darauf ab, die Propaganda für 
bestimmte Organisationen und Gruppierungen einzuschränken. Eine Person 
handelt tatbestandsmässig, wenn sie eine der Tatvarianten des Art. 2 Al-
Qaïda/IS-Gesetzes begeht, also sich an einer verbotenen Gruppierung oder Or-
ganisation beteiligt, sie personell oder materiell unterstützt, für sie oder ihre Ziele 
Propagandaaktionen organisiert, für sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere 
Weise fördert. Ist eine dieser Handlungsvarianten begangen, ist die Tat vollendet. 
Insofern präsentiert sich die fragliche Strafbestimmung als ein abstraktes Gefähr-
dungsdelikt. 

2.3 Gegen eine Strafbarkeit im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-Gesetz werden 
im Berufungsverfahren wie bereits im erstinstanzlichen Urteil teilweise überge-
ordnete Bedenken geäussert. Einerseits hält die Verteidigung des Beschuldigten 
A. an der vor Vorinstanz vorgetragenen Sichtweise fest, dass die einschlägige 
Norm zu unbestimmt sei, um sie im strafrechtlichen Sinne anwendbar zu machen. 
Das Gesetz sage nicht, was genau strafbar sein solle und verletze somit das 
strafrechtliche Legalitätsprinzip (CAR pag. 7.200.006). Es ist einzuräumen, dass 
die Strafbestimmung von Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-Gesetz unter dem Blickwin-
kelt des Bestimmtheitsgebots sowohl in der Rechtspraxis als auch im Schrifttum 
durchaus kritisch rezipiert wurde. Insbesondere einzelne Literaturstimmen wie 
der von der Verteidigung angeführte ANDREAS EICKER (vgl. CAR pag. 7.200.006) 
erachten die Anwendung der Strafbestimmung als mit dem Bestimmtheitsgebot 
unvereinbar. Indessen hat sich längst auch das Bundesgericht mit der Frage be-
fasst, ob Art. 2 Abs. 1 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes dem in Art. 1 StGB verankerten 
Bestimmtheitsgebot gerecht wird. Zutreffend hat die Vorinstanz das Urteil des 
Bundesgerichts 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 erwähnt, wo eine Verlet-
zung des Bestimmtheitsgebots verneint wird, sofern über das Erfordernis einer 
gewissen Tatnähe des angeklagten Handelns zu den verbrecherischen Aktivitä-
ten der gemäss Gesetz verbotenen Gruppierung eine Einschränkung des mit 
Strafe bedrohten Verhaltens erfolgt (Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2016 vom 
22. Februar 2017 E.4.2.1). Angesichts der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
besteht kein begründeter Anlass, der Strafbestimmung von Art. 2 Abs. 1 Al-

- 16 - 

Qaïda/IS-Gesetz von vornherein die Anwendung zu versagen. Soweit notwendig, 
werden die einzelnen Ausprägungen des Bestimmtheitsgebots im Sachzusam-
menhang zu beachten sein. Zweitens wird geltend gemacht, die angeblich ver-
letzte Strafnorm befinde sich nicht im Strafgesetzbuch, sondern in einem zeitlich 
befristeten Gesetz, deren Geltungsdauer einstweilen bis 31. Dezember 2022 be-
schränkt sei. Was in der Anklageschrift vorgeworfen werde, sei in rund einem 
Jahr nicht (mehr) strafbar (CAR pag. 7.200.005). Der Einwand erfolgt ohne 
Grund. Aus der im angefochtenen Urteil umfassend aufgearbeiteten Normge-
nese (Urteil SK.2020.7 E. 2.2.1 – E. 2.2.6) sei einzig aufgegriffen, dass das vor-
liegend massgebliche Al-Qaïda/IS-Gesetz am 1. Januar 2015 in Kraft getreten 
ist. Das Gesetz stand im Zeitpunkt der vorgeworfenen Handlungen in Kraft, wes-
halb die den beiden Beschuldigten vorgeworfenen Verhaltensweisen in dessen 
zeitlichen Anwendungsbereich fallen. Inwiefern die beschränkte Gültigkeitsdauer 
des Gesetzes die beiden Beschuldigten zu entlasten vermöchte, ist nicht ersicht-
lich. Die Bundesanwaltschaft hat ausserdem berechtigterweise darauf hingewie-
sen (CAR pag. 7.200.016), dass eine Strafbarkeit wegen den zur Anklage ge-
brachten Handlungen selbst nach einer allfälligen Aufhebung des Al-Qaïda/IS-
Gesetzes nicht zwingend ausser Betracht fallen müsste. 

3. Objektiver Tatbestand der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-
Gesetz 

3.1 Propagandamaterial für eine verbotene Gruppierung als Tatobjekt 

3.1.1 Wie der einleitenden Darstellung der Anklagevorwürfe zu entnehmen ist, stehen 
die Anklagevorwürfe gegen die beiden Beschuldigten jeweils im unmittelbaren 
Zusammenhang mit den zwei Videoerzeugnissen «Exklusivinterview» und «Die 
wahrhaftige Morgendämmerung». Bevor auf die einzelnen Tathandlungen einzu-
gehen ist, rechtfertigt sich vorab die Klärung der Frage, ob es sich bei den beiden 
Filmen um Propaganda für eine im Sinne von Art. 2 Al-Qaïda/IS-Gesetz verbo-
tene Gruppierung handelt. In diesem Zusammenhang wurde von den Parteien 
die von der Vorinstanz nicht ausdrücklich behandelte Frage aufgeworfen, ob in 
Anbetracht der bundesgerichtlichen Bestätigung des Schuldspruchs gegen C. 
der Propagandacharakter der fraglichen Videos erneut zur Diskussion gestellt 
werden könne. Die Bundesanwaltschaft hat schon im erstinstanzlichen Verfahren 
dafürgehalten, das Bundesgericht habe verbindlich festgestellt, dass es sich bei 
den beiden Videos um Propaganda für die verbotene Organisation Al-Qaïda 
handle (TPF II pag. 7.721.025). Im Berufungsverfahren argumentierte die Bun-
desanwaltschaft nicht mehr explizit mit der Bindungswirkung eines bundesge-
richtlichen Rückweisungsurteils, sondern betonte stattdessen dem Sinne nach 
die Gefahr widersprüchlicher Urteile in gleicher Sache. So führte die Bundesan-
waltschaft aus, ihrer Ansicht nach sei nicht ersichtlich, wie das Berufungsgericht 
angesichts der materiellen Beurteilung durch das Bundesgericht bezüglich der 

- 17 - 

tatbestandsmässigen Propagandaeigenschaften zu einer abweichenden Er-
kenntnis kommen könnte (CAR pag. 7.200.013). Beide Beschuldigten stellen 
demgegenüber eine diesbezügliche Bindungswirkung in Abrede und bestreiten 
im erst- wie auch im zweitinstanzlichen Verfahren, dass die beiden Videoerzeug-
nisse als verbotene Propaganda zu betrachten seien (TPF II pag. 7.721.065; TPF 
II pag. 7.721.050; CAR pag. 7.300.013; CAR pag. 7.200.007). Mit der Bundes-
anwaltschaft erscheint in der Tat diskutabel, ob sich die Bindungswirkung des 
bundesgerichtlichen Urteils in der Strafsache gegen C. nicht auch auf die Propa-
gandaeigenschaft als objektives Tatbestandselement erstrecken müsste. Der ge-
gen C. ergangene Schuldspruch wurde als Ganzes geschützt. Es mag richtig 
sein, dass im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren hauptsächlich die Erfül-
lung des subjektiven Tatbestandes streitig war. Für die Betrachtungsweise der 
beiden Beschuldigten spricht sodann, dass sie angesichts der ergangenen Frei-
sprüche keine Möglichkeit hatten, die erstinstanzliche Bewertung des Propagan-
dacharakters der streitbetroffenen Videoerzeugnisse auf ihre Rechtskonformität 
überprüfen zu lassen. Aus rechtslogischen Gründen setzt die Annahme eines 
Tatvorsatzes jedoch das Vorliegen objektiver Tatbestandsmerkmale voraus, auf 
die dieser sich bezieht. Es ergibt sich denn auch aus den bundesgerichtlichen 
Erwägungen, dass auf den objektiven Tatbestand und damit auch auf den pro-
pagandistischen Charakter der beiden Videos eingegangen wurde (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_169/2019 vom 26. Februar 2020 E. 2.3). Dabei wurde nicht 
beanstandet, dass der vorinstanzliche Entscheid von Propaganda für die Ideolo-
gie der Al-Qaïda ausgegangen war. Gegenteils wurde diese Beurteilung den bun-
desgerichtlichen Erörterungen zum subjektiven Tatbestand zugrunde gelegt (vgl. 
etwa Urteil des Bundesgerichts 6B_169/2019 vom 26. Februar 2020 E. 2.4: «Mit 
der Herstellung und Verbreitung der Videos brachte er den Willen zum Ausdruck, 
Propaganda für Jabhat Al-Nusra und die Ideologie der Al-Qaïda zu betreiben.» 
[Hervorhebung nicht im Original]). Schliesslich sei erwähnt, dass das Bundesge-
richt den von der Vorinstanz gegen C. ergangenen Schuldspruch bei fehlenden 
objektiven Tatbestandselementen nicht ohne Weiteres hätte bestätigen können, 
weil er sich dann einzig eines Versuchs hätte schuldig machen können. Nachdem 
sich die Strafkammer im vorliegend angefochtenen Urteil indessen erneut aus-
führlich mit der Eignung der beiden Videos als Propagandamaterial auseinander-
gesetzt hat und diesem Befund zugestimmt werden kann (vgl. die nachfolgenden 
Erwägungen), braucht die Streitfrage nicht abschliessend entschieden zu wer-
den. 

3.1.2 Durch die Propaganda sollen andere Menschen für die geäusserten Gedanken 
 gewonnen oder in ihrer Überzeugung gefestigt und bestärkt werden. Propaganda 
kann objektiv in irgendwelchen für andere Personen wahrnehmbaren Handlun-
gen liegen, z.B. im Halten von Vorträgen, Ausleihen und Verteilen von Schriften, 
Ausstellen von Bildern, Tragen von Abzeichen, sogar in blossen Gebärden. Sub-
jektiv erfordert die Propaganda nicht nur das Bewusstsein, dass eine bestimmte 

- 18 - 

Handlung von anderen Personen wahrgenommen werde, sondern auch die Ab-
sicht, durch sie nicht nur Gedanken zu äussern, sondern dafür zu werben, d.h. 
so auf andere Personen einzuwirken, dass sie für die geäusserten Gedanken 
gewonnen oder, falls sie ihnen bereits zugetan sind, in ihrer Überzeugung be-
stärkt werden (BGE 143 IV 308 E. 5.2; BGE 140 IV 102 E. 2.2.2; TPF 2021 31 
E. 2.2.2.2). Was zunächst der Propagandacharakter des Videos «Exklusivinter-
view» anbelangt, erwägt die Vorinstanz, dieses habe sich grundsätzlich an Mus-
lime und insbesondere an muslimische Jugendliche im Westen gerichtet. Es sei 
notorisch, dass die Verwendung der Internetpropaganda ein Einfallstor für (jegli-
chen) gewaltsamen Extremismus sei. Erstellt sei, dass im publizierten Videoer-
zeugnis zum Jihad motiviert werde. E. stelle die dschihadistische Jaysh Al-Fath 
als erfolgreiches und gerechtes Kampfbündnis dar und bezeichne die dazuge-
hörenden Kämpfer als Mudschaheddin oder als Märtyrer. Eine solche an Dritte 
gerichtete Botschaft stelle Werbung bzw. Propaganda zu einem bestimmten 
Denken und Handeln dar. Es sei weiter erstellt, dass E. auch zum bewaffneten 
Jihad für die Jaysh Al-Fath auffordere bzw. beabsichtige, die Adressaten dafür 
zu gewinnen oder sie in ihrer allenfalls bereits bestehenden Bereitschaft dafür zu 
festigen. Dies stelle Propaganda dar. Angesichts der Redezeit von E. von über 
90 % des etwas mehr als 30 Minuten andauernden Videoerzeugnisses komme 
das Format einer Videobotschaft sehr nahe. Der Verherrlichung des Jihads und 
der Motivation zum Jihad setze das Video nichts entgegen und die Veröffentli-
chung mit Untertiteln in mehreren Sprachen fördere zudem die Gedankenverbrei-
tung auf nicht Arabisch sprechende Zuhörer (Urteil SK.2020.7 E. 4.9.1 – 
E. 4.9.7). Im Zusammenhang mit dem Video «Die wahrhaftige Morgendämme-
rung» hält die Vorinstanz fest, dass dem Zuschauer, namentlich durch die Be-
grüssungsszene mit E., die Freude eines solchen Kontakts bzw. die Sympathie 
von C. zu E. übermittelt werde. Insofern zeige das Video das Wohlwollen des 
Videoherstellers zu E., dem geistigen Führer der Jaysh Al-Fath und Befürworter 
der Ideologie der Al-Qaïda. Sodann würden sich die im Hintergrund hörbaren 
Naschids auf den gewaltsamen Dschihad beziehen. Zu hören sei ein Kampflied 
gegen Zion mit Aufruf zum Töten. Der Aufruf zum gewaltsamen Jihad werde 
durch die Begleitmusik zu einem Video über die Jaysh Al-Fath und die von ihr 
eroberten Gebiete, das deren militärisches Wirken und somit auch jenes der da-
zugehörenden und militärisch operierenden Jabhat Al-Nusra. Das Video «Die 
wahrhaftige Morgendämmerung» stelle somit ebenfalls Propaganda für die Jaysh 
Al-Nusra und deren gewaltsamen Dschihad und somit auch für die Ideologie der 
Al-Qaïda dar (Urteil SK.2020.7 E. 4.10.3 – E. 4.10.4). 

3.1.3 Die soeben skizzierte vorinstanzliche Beurteilung der Propagandaqualität der an-
klagegegenständlichen Videoerzeugnisse erfolgte einlässlich und sorgfältig. Sie 
erweist sich in jeder Hinsicht als zutreffend. Als Folge dessen kann grundsätzlich 
vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 

- 19 - 

Abs. 4 StPO). Der Inhalt der beiden Videos wurde im vorinstanzlichen Urteil de-
tailliert wiedergegeben (Urteil SK.2020.7 E. 4.1.1 [«Exklusivinterview»] und 
E. 4.1.2 [«Die wahrhaftige Morgendämmerung»]). Die von der Vorinstanz gleich-
sam minutiös nachgezeichneten textlichen und (audio-)visuellen Eigenschaften 
der beiden Videos lassen in ihrer Gesamtheit keinen anderen Schluss zu, als 
dass darin in einer werbenden und aufwieglerischen Art und Weise die Gesin-
nung und kämpferisch-aggressive Ideologie von Jabhat Al-Nusra und somit auch 
von Al-Qaïda positiv inszeniert wird. Darin liegt die vom Gesetzgeber als unzu-
lässig gewertete propagandistische Botschaft, deren Verbreitung strafrechtlich 
zu sanktionieren ist. Die beiden Filmerzeugnisse waren offenkundig dazu be-
stimmt, den Betrachter für die darin vermittelte Ideologie zu gewinnen. Was sei-
tens des Beschuldigten im Berufungsverfahren dagegen eingewendet wird, ver-
mag die Argumentation der Vorinstanz nicht zu entkräften. So machen die beiden 
Beschuldigten etwa geltend, Propaganda für die Al-Qaïda könne schon deshalb 
nicht vorliegen, weil diese Organisation selber nicht genannt werde (vgl. nur CAR 
pag. 7.200.007; CAR pag. 7.300.009). Dazu hat bereits die Vorinstanz zutreffend 
festgehalten, dass der von der im Video angesprochenen Jaysh Al-Fath propa-
gierte Dschihad der ideologischen Ausrichtung der Al-Qaïda entspreche und die 
Al-Qaïda insofern durchaus auch thematisiert werde (Urteil SK.2020.7 E. 4.9.7.6 
[«Exklusivinterview»] und E. 4.10.3.1 [«Die wahrhaftige Morgendämmerung»]). 
Ausserdem hat die Vorinstanz in gründlicher und nicht zu beanstandender Aus-
wertung der zur Verfügung stehenden Erkenntnisquellen dargelegt, dass sich E. 
als Verfechter der Al-Qaïda und deren Ideologie positioniert hatte und welche 
ideologische Nähe zwischen den verschiedenen dschihadistischen Gruppierun-
gen der syrischen Oppositionsfront bestand (Urteil SK.2020.7 E. 4.9.7.3 – 
E. 4.9.7.6 und E. 4.10.3.1). Es greift deshalb zu kurz, wenn die beiden Beschul-
digten auch im Berufungsverfahren geltend machen, E. sei im fraglichen Zeit-
punkt im syrischen Konflikt in vermittelnder Funktion aufgetreten und habe im 
innerislamischen Diskurs Stellung gegen den IS bezogen (CAR pag. 7.200.008; 
CAR pag. 7.300.008 f.). Weder das eine noch das andere vermag die in den bei-
den Videoproduktionen von E. demonstrierte gewalttätig-extremistische Einstel-
lung zu relativieren. Unbegründet ist schliesslich der Vorwurf, die Vorinstanz 
habe in einer Art logischem Fehlschluss die ablehnende Haltung gegenüber dem 
IS mit ideologischer Unterstützung der Al-Qaïda gleichgesetzt. Damit werden die 
im angefochtenen Urteil in grosser Zahl angeführten Sachumstände ausgeblen-
det, angesichts derer für die Vorinstanz zu Recht keinerlei Zweifel daran verblie-
ben, dass E. ein Anhänger der auch von der Al-Qaïda vertretenen gewaltextre-
mistischen Ideologie war. 

3.1.4.1 Hinsichtlich der ihnen vorgeworfenen Tathandlungen berufen sich beide Be-
schuldigte auf verfassungsrechtlich garantierte Grundrechte wie die Medienfrei-
heit oder die Meinungsäusserungsfreiheit und nehmen für sich in Anspruch, eine 
journalistische Aufgabe wahrgenommen zu haben. Auch wenn diese Einwände 

- 20 - 

ihrem Wesensgehalt nach die Motivation und damit eher subjektive Tatbestands-
komponenten betreffen, rechtfertigt es sich, sie als eigenständiger Teil der Frage 
nach dem propagandistischen Gehalt zu behandeln. Im Wesentlichen wird sei-
tens der Beschuldigten geltend gemacht, ihr Umgang mit dem von der Anklage 
als solchem bezeichneten Propagandainhalt sei ausschliesslich kontextualisiert 
erfolgt, habe die Thematik einer medialen Berichterstattung gleich eingeordnet 
und zum besseren Verständnis unter Vermittlung von Hintergrundinformationen 
bearbeite. Dadurch hätten sie die freie Meinungsbildung gefördert (TPF II 
pag. 7.721.060 und TPF II pag. 7.721.062 f.; TPF II pag. 7.721.054; CAR 
pag. 7.200.006 und CAR pag. 7.200.019 und CAR pag. 7.300.010 ff.; CAR 
pag. 7.200.022; CAR pag. 7.200.023). Was das zunächst angesprochene Span-
nungsverhältnis zwischen dem vorliegend zu beurteilenden Straftatbestand und 
der Ausübung von Freiheitsrechten im Allgemeinen anbelangt, hat schon die Vo-
rinstanz zu Recht festgestellt, dass der sachliche Geltungsbereich der der Frei-
heit der Kommunikation und der Meinungsbildung dienenden Grundrechte tan-
giert ist. Der Vorinstanz ist weiter zu folgen, dass politische, ideologische, kultu-
relle und weitere propagandistische Äusserungen alltäglich und von den verfas-
sungsmässigen Grundrechten wie der Meinungs- und Informationsfreiheit ge-
schützt sind, diese Grundrechte indessen nicht schrankenlos gelten (Urteil 
SK.2020.7 E. 3.4.3). Propagandatätigkeiten für eine terroristische Organisation 
mit dschihadistischem Gedankengut sind geeignet, die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung zu beeinträchtigen. Wie die Vorinstanz im Weiteren zutreffend ausge-
führt hat (Urteil SK.2020.7 E. 3.4.4), erweist sich das Verbot des Propagierens 
dschihadistischen Gedankenguts und der Förderung entsprechender Aktivitäten 
in Anbetracht der von terroristischen Organisationen ausgehenden Bedrohung 
als verhältnismässig. Die in Art. 2 Al-Qaïda/IS-Gesetz vorgesehene Strafbarkeit 
ist daher im Sinne von Art. 10 Ziff. 2 EMRK in einer demokratischen Gesellschaft 
notwendig zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und zur Aufrechterhaltung der 
Ordnung. Sie ist gemäss Art. 19 Abs. 3 lit. b des Internationalen Paktes über bür-
gerliche und politische Rechte vom 16. Dezember 1966 (UNO-Pakt II; in Kraft 
getreten für die Schweiz am 18. September 1992) erforderlich für den Schutz der 
öffentlichen Ordnung. Propagandistische Tätigkeiten für die Al-Qaïda, den IS 
oder in Bezug zu den genannten Organisationen stehende Gruppierungen fallen 
folglich nicht unter den Schutz der Meinungsäusserungsfreiheit. Hinsichtlich sol-
cher Äusserungen und Aktivitäten sind jedenfalls die Voraussetzungen erfüllt, 
unter welchen die Ausübung der von den Beschuldigten angerufenen Grund-
rechte durch Strafdrohungen beschränkt werden kann.  

3.1.4.2 Soweit beide Beschuldigten im vorliegenden Zusammenhang auf das hinsichtlich 
der Verurteilung von C. vor dem EGMR hängige Beschwerdeverfahren (CAR 
pag. 7.300.013 und CAR pag. 7.300.016) verweisen, lässt sich daraus nichts zu 
ihren Gunsten ableiten. Eine vom EGMR festgestellte Verletzung der EMRK oder 
der Protokolle dazu kann einen Revisionsgrund darstellen (Art. 410 Abs. 2 StPO; 

- 21 - 

Art. 122 BGG). Bis zu einem endgültigen Urteil des EGMR ist jedoch von der 
Rechtskräftigkeit des gegen C. ergangenen Bundesgerichtsurteils und dem Be-
stand der dieses tragenden Erwägungen auszugehen. Betreffend die behauptete 
Art und Weise der Auseinandersetzung mit den als Propaganda zu bezeichnen-
den Inhalten in den beiden Videos «Exklusivinterview» und «Die wahrhaftige 
Morgendämmerung» erscheint sodann vorab eine Begriffsklärung angezeigt. So-
fern unter «Kontextualisierung» das abstrakte In-Beziehung-Setzen verschiede-
ner Inhalte verstanden wird, wird niemand den beiden Beschuldigten widerspre-
chen können (vgl. etwa CAR pag. 7.300.011). Die vorliegend relevante Kontex-
tualisierung meint jedoch etwas anderes. Ein kontextualisiertes Format will infor-
mieren und aufklären sowie den Betrachter nicht bloss beeinflussen, sondern 
durch die Darlegung von Fakten sowie Gründen und Gegengründen dessen ei-
gene Meinungsbildung ermöglichen. Die vorliegend kritiklose und unterstützende 
Befassung mit den propagandistischen Inhalten genügt diesen Ansprüchen nicht. 
Die Anschauungen des in beiden Videos prominent auftretenden E. werden in-
haltlich weder hinterfragt noch überhaupt diskutiert. Eine auch nur ansatzweise 
kritische Haltung ist nicht feststellbar. So finden sich etwa im vom Beschuldigten 
B. gegebenen Interview vom […] oder im von ihm anlässlich der Veranstaltung 
vom 5. Dezember 2015 gehaltenen Vortrag keine Textpassagen, die einen un-
befangenen Leser oder Zuhörer Anlass zu Zweifeln an den vermittelten Botschaf-
ten geben könnten. Selbst ausdrückliche Aufrufe zum gewaltsamen Dschihad 
werden vorbehaltlos hingenommen. Im Grunde ist die von E. vertretene Ideologie 
denn auch gar nicht der eigentliche Gegenstand des von den beiden Beschuldig-
ten behaupteten Diskurses. Genau betrachtet wird diese stattdessen in den ar-
gumentativen Katalog zur geltend gemachten diskursiven Dekonstruktion der IS-
Ideologie integriert und damit unreflektiert in das eigene Narrativ übernommen. 
Dabei werden die ideologischen Aussagen von E. dem als extremistisch ge-
brandmarktem und zu bekämpfenden Gedankengut des IS konsequent gegen-
über gestellt. Alleine mit dieser Kategorisierung wird eine Wertung zu Gunsten 
von E. bekundet. Insgesamt manifestiert sich im Umgang der Beschuldigten mit 
den propagandistischen Inhalten der Aussagen von E. eine distanzlose Einstel-
lung, die letztlich nicht anders als als Zustimmungsbekundung interpretiert wer-
den kann. Gleichzeitig liegt darin eine mit einer diskursiven Herangehensweise 
nicht zu vereinbarende vorbehaltlose Übernahme der Ansichten von E. Die im 
Berufungsverfahren bemühten Vergleiche mit Produktionen von öffentlich-recht-
lichen Fernsehanstalten blenden in dieser Hinsicht Aspekte aus, auf die es hier 
gerade ankommt. Was die Handlungen der Beschuldigten von der angesproche-
nen Berichterstattung unterscheidet, ist die fehlende kritische Auseinanderset-
zung. Die Beschäftigung mit den propagandistischen Botschaften durch die bei-
den Beschuldigten wollte nicht primär einordnen, sie wollte vor allem überzeu-
gen. Unter diesen Umständen können die beiden Beschuldigten keine journalis-
tischen Beweggründe und vor allem kein entsprechenden Vorgehen für sich be-
anspruchen. 

- 22 - 

3.2 Die dem Beschuldigten A. konkret vorgeworfenen Tathandlungen 

3.2.1 «Absegnen und Veröffentlichung der Propaganda-Videos» (Anklagezif-
fer 1.2.1.1) 

3.2.1.1 Die Vorinstanz erachtet in objektiver Hinsicht als erstellt, dass sich der Beschul-
digte A. mit der Genehmigung der Veröffentlichung der Videos «Exklusivinter-
view» und «Die wahrhaftige Morgendämmerung» der Widerhandlung gegen 
Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-Gesetz schuldig gemacht habe (Urteil SK.2020.7 
E. 4.9.10 und E. 4.10.6). Der Sachverhalt ist in objektiver Hinsicht weitestgehend 
unbestritten. Der Beschuldigte A. war im fraglichen Zeitraum Mitglied des Vor-
standes des Vereins D. und fungierte als Vorsteher des «Departements für Public 
Relations und Information» als Kommunikationsverantwortlicher des Vereins D. 
Dass er in dieser Funktion die massgeblichen Entscheidungen über Veröffentli-
chungen des Vereins getroffen hat, ist unstreitig und wurde vom Beschuldigten 
ausdrücklich anerkannt. Es steht weiter fest, dass der Beschuldigte A. die Veröf-
fentlichung der beiden Videoproduktionen genehmigt hat. Sowohl in öffentlichen 
Stellungnahmen als auch in seinen Aussagen im vorliegenden Strafverfahren hat 
der Beschuldigte A. ausdrücklich die Verantwortung für die Veröffentlichung 
übernommen (vgl. etwa «Twitter Tweet vom 21. Dezember 2015» [BA pag. 
10.02.0293] und Bericht des D. vom 24. April 2018 zu den wesentlichen Vorwür-
fen der Schweizer Bundesanwaltschaft [BA] bzw. der Bundeskriminalpolizei 
[BKP] i.S. Anklage wegen vermeintlicher Al-Qaida-Propaganda gegen B., A. und 
C. [Strafuntersuchung SV.15.1660-NOT] [TPF I pag. 6.522.088]; Schlusswort 
anlässlich der ersten erstinstanzlichen Verhandlung [TPF pag. 6.925.111 ff.]). 
Dass die beiden Videos in der Folge auf den Social-Media-Kanälen des D. und 
auf Internetplattformen publiziert wurden, ist – wie die Vorinstanz schon festge-
halten hat (Urteil SK.2020.7 E. 4.9.1 und E. 4.10.1) – ebenfalls unbestritten und 
erstellt. Betreffend die rechtliche Qualifikation erwägt die Vorinstanz, der Be-
schuldigte habe die beiden Videos zu Handen der Allgemeinheit publizieren las-
sen. Die Verwendung der Internetpropaganda als Einfallstor für (jeglichen) ge-
waltsamen Extremismus sei notorisch (Urteil SK.2020.7 E. 4.9.1 und E. 4.10.1). 
Der Beschuldigte A. habe die beiden Videos ungefiltert und ohne kritische Rela-
tivierung publizieren lassen. Der Verherrlichung des Dschihads und der Motiva-
tion zum Dschihad sei nichts entgegengesetzt worden und die Veröffentlichung 
mit Untertiteln in mehreren Sprachen fördere zudem die Gedankenverbreitung 
auf nicht Arabisch sprechende Zuhörer. Mit der Gutheissung der Veröffentlichung 
der beiden Videos habe der Beschuldigte A. Propaganda getätigt (Urteil 
SK.2020.7 E. 4.9.6 und E. 4.10.4). 

3.2.1.2 Im Berufungsverfahren wendet sich der Beschuldigte A. nicht in erster Linie ge-
gen die vorinstanzliche Sachverhaltserstellung. Dagegen opponiert er in mehrfa-

- 23 - 

cher Hinsicht gegen die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdi-
gung. Einmal wird geltend gemacht, die in der Anklage verwendeten Tätigkeiten 
«absegnen» und «veranlassen» seien keine justiziablen Handlungen. Aus der 
Anklageschrift gehe nicht hervor, wie er wem gegenüber was konkret gemacht 
habe, das als «absegnen» oder «veranlassen» bezeichnet werden könnte (CAR 
pag. 7.200.009; vgl. auch TPF II pag. 7.721.053). Ein Eingehen auf diese Rügen 
erübrigt sich aus den bereits dargelegten Gründen (vgl. Erwägung I./2.2 hiervor) 
vorab in dem Umfang, als die Verletzung des Anklagegrundsatzes thematisiert 
wird. Nicht gefolgt werden kann alsdann der Auffassung, weder das Absegnen 
noch das Veranlassen könne eine tatbestandsmässige Handlung sein. «Abseg-
nen» entspricht im umgangssprachlichen Bereich, etwa ein bestimmtes Vorha-
ben zu bewilligen. Etwas «veranlassen» heisst im vorliegenden Kontext offen-
sichtlich, dass dafür gesorgt wurde, dass etwas Bestimmtes getan wird. Beide 
Verben bezeichnen konkrete Tätigkeiten. Es ist nicht einzusehen, weshalb die 
dergestalt umschriebenen Handlungen bezogen auf die einschlägige Strafnorm 
von vornherein als taugliche Tatobjekte ausscheiden müssten. Wenn der Be-
schuldigte unbestrittenermassen die Publikation der beiden Filme genehmigt und 
die Veröffentlichung verantwortet hat, hat er sie zwangsläufig im skizzierten 
Sinne «abgesegnet» und «veranlasst». Im Übrigen ist mit der Vorinstanz (Urteil 
SK.2020.7 E. 4.9.5) als irrelevant zu betrachten, ob der Beschuldigte die fragli-
chen Inhalte selber auf die verschiedenen Medienkanäle eingestellt hat oder 
nicht. Des Weiteren bringt der Beschuldigte vor, dass ein konkreter Erfolg der 
ihm vorgeworfenen Handlungen anklagemässig nicht umschrieben und auch 
nicht bewiesen sei (CAR pag. 7.200.009). Der Einwand übergeht die Art des Tat-
bestandes, der gerade nicht voraussetzt, dass durch das inkriminierte Verhalten 
tatsächlich eine terroristische Organisation in ihrer Anziehungskraft gestärkt und 
in der Entfaltung ihrer kriminellen Aktivitäten gefördert wurde. 

3.2.1.3 Andere konkrete Einwände, welche das vorinstanzliche Fazit, der Beschuldigte 
A. habe durch Genehmigung und Veranlassung der beiden Videoproduktionen 
objektiv tatbestandsmässig gehandelt, in Frage stellen könnten, wurden im Be-
rufungsverfahren nicht vorgetragen. Die überzeugend begründeten rechtlichen 
Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind denn auch nicht zu beanstanden. Zur 
Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann wiederum auf die vorinstanzlichen 
Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Sinne einer verdeutli-
chenden Zusammenfassung sind nachfolgend in der gebotenen Kürze die zent-
ralen Überlegungen darzulegen, aufgrund derer die objektive Tatbestandsmäs-
sigkeit der hier zur Diskussion stehenden Handlungen des Beschuldigten A. nicht 
ernsthaft bestritten werden kann. Indem der Beschuldigte A. die Publikation der 
beiden Videos «Exklusivinterview» und «Die wahrhaftige Morgendämmerung» 
auf verschiedenen Medienkanälen veranlasste, hat er Propaganda für eine ver-
botene Gruppierung verbreitet. Die Veröffentlichung der beiden Filmerzeugnisse 

- 24 - 

richtete sich an einen möglichst grossen, im Einzelnen noch unbestimmten Ad-
ressatenkreis. Die Publikation hat offenkundig die Wahrscheinlichkeit erhöht, 
dass die verbotene Propaganda weitere Beachtung findet. Dies gilt umso mehr, 
als angesichts der gewählten Verbreitung über das Internet keine Einflussmög-
lichkeiten bezüglich der weiteren Verwendung des Materials mehr bestand. Der 
Beschuldigte A. verschaffte den beiden Propagandavideos durch die öffentliche 
Publikation einen potentiell unbegrenzten Konsumentenkreis und damit eine aus-
gedehnte Reichweite. Dadurch wurde die Beeinflussung einer unbestimmten An-
zahl von Betrachtern ermöglicht. Damit hat der Beschuldigte A. eine gesetzlich 
verbotene Gruppierung propagandistisch unterstützt und tatbestandsmässig im 
Sinne von Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-Gesetz gehandelt. 

3.2.2 «Bewerbung der Propagandavideos» (Anklageziffer 1.2.1.2) 

3.2.2.1 Für die Vorinstanz steht weiter fest, dass der Beschuldigte A. sich auch durch die 
Veröffentlichung eines Interviews mit dem Beschuldigten B. am […], mit der Or-
ganisation des Anlasses des D. vom 5. Dezember 2015, mit der Bewerbung mit-
tels Flugblatt und seiner Teilnahme an der Premiere der Vorführung des Films 
«Die wahrhaftige Morgendämmerung» sowie mit Absetzung eines Tweets am 
12. Januar 2016 wegen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-Gesetz 
strafbar gemacht hat. Im angefochtenen Urteil heisst es zur Begründung zu-
nächst, das Interview und dessen Publikation seien nicht bestritten. Anerkannt 
sei auch, dass der Beschuldigte A. am Anlass des D. vom 5. Dezember 2015 
teilgenommen habe. Eine Beteiligung des Beschuldigten A. an der Organisation 
des Anlasses sei aufgrund seiner Stellung als Vorstandsmitglied und Kommuni-
kationsverantwortlicher plausibel. Unbestritten sei, dass der Beschuldigte A. am 
Anlass vom 5. Dezember 2015 als Redner/Moderator teilgenommen und dem 
Journalisten O. im Vorfeld einen diese Veranstaltung betreffenden Flyer ausge-
händigt habe. Schliesslich bestünden keine Hinweise darauf, dass der fragliche 
Eintrag auf dem Twitter-Konto des Beschuldigten A. nicht von ihm stamme (Urteil 
SK.2020.7 E. 5.1.2, 5.1.3, E. 5.2.5 und E. 5.3.1). Sodann führt die Vorinstanz in 
rechtlicher Sache aus, die im Interview vom Beschuldigten gemachte Werbung 
beziehe sich auf die verbotene Gruppierung Al-Qaïda. Der Beschuldigte A. habe 
die Verbreitung der Propaganda ermöglicht und sich damit an der Propagandaak-
tion für Al-Qaïda beteiligt (Urteil SK.2020.7 E. 5.1.5.3). Der Anlass des D. vom 
5. Dezember 2015 habe als Plattform zur Vorführung des Videos «Die wahrhaf-
tige Morgendämmerung» gedient, weshalb auch die Bewerbung und die Durch-
führung des Anlasses, an dem das Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung» 
vorgeführt worden sei, verbotene Propaganda darstelle, wobei der Beschuldigte 
A. die Bedeutung des Premierenanlasses gegenüber potentiellen Zuschauern 
durch seine persönliche Teilnahme unterstrichen und somit verbotene Propa-
ganda betrieben habe (Urteil SK.2020.7 E. 5.2.6.1). Der Tweet-Eintrag vom 

- 25 - 

12. Januar 2016 schliesslich beziehe sich auf das vom Beschuldigten A. vorgän-
gig veröffentlichte und beworbene Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung». 
Dieses Video habe der Beschuldigte A. durch den Tweet, es sei nun eine bosni-
sche Übersetzung vorhanden, öffentlich und insbesondere gegenüber den Per-
sonen deutscher und bosnischer Sprache beworben. Auch durch die Bewerbung 
des Videos «Die wahrhaftige Morgendämmerung» via Twitter habe sich der Be-
schuldigte A. der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-Gesetz schul-
dig gemacht (SK.2020.7 E. 5.3.1 und 5.3.4). 

3.2.2.2 Die vorinstanzlichen Feststellungen werden im Berufungsverfahren in tatsächli-
cher Hinsicht nicht bestritten angefochten. Unter Verweis auf die zutreffenden 
Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil ist vom Sachverhalt auszugehen, wie in 
die Vorinstanz als erstellt erachtet hat und wie er sich anhand der angeführten 
Aussagen und weiteren Beweismittel ohne Weiteres zuverlässig rekonstruieren 
lässt. An den noch vor Vorinstanz geäusserten Vorbehalten hinsichtlich der Ab-
fassung der Anklageschrift (vgl. TPF II pag. 7.721.054) wurde nicht mehr festge-
halten. Hingegen wird der vorinstanzliche Schuldspruch wiederum aus rechtli-
chen Gründen kritisiert. Wie schon vor Vorinstanz (vgl. TPF II pag. 7.721.054) 
wendet der Beschuldigte A. in einem grundsätzlichen Sinne ein, eine Verurtei-
lung wegen der Bewerbung der beiden Videos würde die Strafbarkeit überstra-
pazieren. Er habe gar nichts getan, was strafbar sein könne. Gemäss Anklage 
soll er Propaganda für Propaganda gemacht haben. Es sei nicht ersichtlich, wie 
damit unmittelbar eine verbotene Gruppierung wie die Al-Qaïda unterstützt wer-
den könne. Ihm werde eine nicht strafbare mittelbare Unterstützung vorgeworfen. 
Das könne nicht strafbar sein. Zudem wisse niemand, was die Wirkung der an-
geblichen Propaganda gewesen sei. Das Gleiche gelte für den Tweet, den er am 
12. Januar 2016 abgesetzt habe und in dem er auf eine ergänzte Fassung der 
Videos hingewiesen habe. Im vorliegenden Zusammenhang sei auszuschlies-
sen, dass solches als Propaganda für eine verbotene Organisation qualifiziert 
werden könne (CAR pag. 7.200.009 f.). Auf die unter der Überschrift «Bewer-
bung» konkret vorgeworfenen Tathandlungen bezogen, liess der Beschuldigte A. 
im vorinstanzlichen Verfahren zudem einwenden, dass das blosse Ankündigen 
eines Videos nicht strafbar sein könne und im Interview mit dem Beschuldigten 
B. nichts zu erkennen sei, was strafbar sei. Der Interviewte ordne im fraglichen 
Gespräch ein, was das zu publizierende Video zeigen werde und welche Fragen 
sich stellten (TPF II pag. 7.721.054). Mit der Verteilung des Flugblattes zur Ver-
anstaltung des D. vom 5. Dezember 2015 an O. sei keine Werbung für die Al-
Qaïda gemacht worden (TPF II pag. 7.721.054). Wie der blosse Auftritt an dieser 
Veranstaltung Werbung für Al-Qaïda sein könnte, sei nicht nachvollziehbar (TPF 
II pag. 7.721.055). Bei einem Link auf ein Video schliesslich handle es sich nicht 
um die Organisation von Propaganda, sodass er sich auch durch den Tweet auf 
Twitter nicht strafbar gemacht haben könne (TPF II pag. 7.721.055). 

- 26 - 

3.2.2.3 Mit den tathandlungsbezogenen Einwänden des Beschuldigten hat sich die Vo-
rinstanz nur am Rande befasst. Dabei hätten namentlich die kritischen Anmer-
kungen betreffend die Tragweite und den Anwendungsbereich eine nähere Aus-
einandersetzung verdient gehabt. Dem Beschuldigten ist darin beizupflichten, 
dass die Handhabung der fraglichen Strafbestimmung ohne gewisse Tatbe-
standsrestriktionen zu einer uferlosen Strafbarkeit führen würde. Es stellt sich im 
Lichte des strafrechtlichen Bestimmtheitsgrundsatzes in der Tat die Frage, wie 
weit der Kreis der strafwürdigen Werbung für die propagandistische Sache ge-
zogen werden darf. Denktheoretisch ist eine beliebige Anzahl mehr oder weniger 
positiv konnotierter Bezugnahmen auf propagandistische Äusserungen vorstell-
bar, die sich ihrerseits dem Vorwurf der Förderung der Propaganda aussetzen 
würden. Es drängt sich auf, sich bei der Abgrenzung zwischen strafbaren und 
nicht strafbaren Formen der Bewerbung von den Überlegungen des Gesetzge-
bers zum Al-Qaïda/IS-Gesetz leiten zu lassen. Die fragliche Strafnorm bezweckt 
die wirksame Intervention gegen ein vielseitiges und im Erscheinungsbild variie-
rendes Bedrohungspotential. Die effiziente strafrechtliche Bekämpfung terroristi-
scher Aktivitäten verlangt nach einer relativ weitgehenden Pönalisierung im Be-
reich propagandistischer Umtriebe. In Anbetracht der Zielsetzung der Strafbe-
stimmung lässt sich ein Vergleich zu dem die Verbreitung rassistischer Ideolo-
gien unter Strafe stellenden Art. 261bis StGB ziehen. Gemäss Art. 261bis Abs. 3 
StGB sind sämtliche Hilfshandlungen zur Verwirklichung von Propaganda straf-
bar. Die Rechtspraxis hatte sich in diesem Zusammenhang wiederholt mit dem 
Setzen von Internetlinks zu befassen. Die Rechtsprechung tendiert bei einer di-
rekten Verlinkung rassendiskriminierender Inhalte zur Annahme der Strafbarkeit, 
bei einem indirektem Link (Link auf Link-Liste) hingegen in der Regel mangels 
Zurechnung des Unrechts zur Straflosigkeit (vgl. die Rechtsprechungsnachweise 
bei METTLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2018, Art. 261bis N. 46). Entsprechend 
und unter Berücksichtigung der Rechtsschutzziele erscheint es sachgerecht, un-
ter die strafbare Propagandatätigkeit diejenigen werbenden Handlungen zu sub-
sumieren, die unmittelbar und direkt auf die propagandistischen Inhalte Bezug 
nehmen und erkennbar auf deren Weiterverbreitung abzielen. Eine solche Aus-
legung erlaubt eine differenzierte Kategorisierung von unterstützenden Aktivitä-
ten bezüglich der Bewerbung von Propagandamaterial und begegnet durch kon-
krete Merkmale einer unzulässigen Ausweitung der Strafbarkeit. 

3.2.2.4 Nach dem Gesagten ist den seitens des Beschuldigten B. vorgetragenen und 
auch für den Beschuldigten A. heranzuziehenden Ausführungen zu folgen, wo-
nach es zur Tatbestandserfüllung nicht ausreicht, wenn das Ansehen einer ver-
botenen Gruppierung mittelbar und gleichsam als Reflexwirkung gesteigert wird 
(vgl. CAR pag. 7.300.008). Fehl gehen diese Vorbringen indessen insofern, als 
gestützt auf eine in anderer Angelegenheit ergangene und im Berufungsverfah-
ren eingereichte Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft vom 
20. Juli 2021 (CAR pag. 7.300.001 ff.) aufgezeigt werden soll, dass die Anklage 

- 27 - 

gegen die beiden Beschuldigten auf eine uneinheitliche Praxis der Bundesan-
waltschaft zurückzuführen sei (CAR pag. 7.300.007 f.; vgl. auch CAR 
pag. 7.300.013 f.). Der Nichtanhandnahmeverfügung lag – soweit aus deren Be-
gründung ersichtlich – eine Anzeige zugrunde, wonach vom D. gesammelte 
Spendengelder in Syrien nicht für humanitäre Zwecke verwendet, sondern an 
dortselbst kämpfende islamische Terroreinheiten abgegeben worden seien (CAR 
pag. 7.300.001). Die Bundesanwaltschaft konnte keine Hinweise darauf erken-
nen, dass die Spendengelder nicht der Zivilbevölkerung zugekommen seien 
(CAR pag. 7.300.003). Vorliegend von besonderem Interesse sind indessen die 
weiteren Ausführungen, wonach solche Hilfsaktionen das Ansehen einer Grup-
pierung bei der Zivilbevölkerung in dem von dieser kontrollierten Gebiet mehre, 
es sich dabei aber um einen indirekten Nebeneffekt handle, der nicht mit direkter 
Unterstützung zu verwechseln sei, die im Falle von kriminellen oder der Al-Qaïda 
verwandten Organisationen strafbar wäre (CAR pag. 7.300.003). Entgegen der 
von der Verteidigung des Beschuldigten B. vertretenen Ansicht (CAR 
pag. 7.300.007) handelt es sich beim nicht anhandgenommenen Anzeigesach-
verhalt nicht um einen «ähnlich gelagerten» Fall. Vielmehr unterscheidet er sich 
von den vorliegenden Anklagesachverhalten in wesentlichen Belangen. Wäh-
rend dort eine allfällige Unterstützungswirkung allenfalls aus einer womöglich ei-
ner terroristischen Organisation zugeschriebenen Wohltätigkeit zugunsten der 
Bevölkerung resultierte, beinhaltet die Anklageschrift hier den Vorwurf, unmittel-
bar die Ideologie einer verbotenen terroristischen Organisation propagiert zu ha-
ben. Die Ausgangslage ist in tatsächlicher Hinsicht offensichtlich anders und 
nicht vergleichbar. Der Nichtanhandnahmeverfügung lässt sich damit nichts ent-
nehmen, was für die vorliegend zu beurteilende Strafsache entscheidend sein 
könnte. 

3.2.2.5 Nach Massgabe der zuvor dargelegten Grundsätze ist in der Folge zu prüfen, ob 
die dem Beschuldigten A. zur Last gelegten Handlungen als strafbare Unterstüt-
zung verbotener Propaganda durch Bewerbung der entsprechenden Inhalte qua-
lifiziert werden können. Dabei gilt es vorab, den die vorgeworfenen Tathandlun-
gen umspannenden Gesamtzusammenhang nicht aus den Augen zu verlieren. 
In der Anklageschrift wird zu Beginn in einer Kurzzusammenfassung der Vorwurf 
umschrieben, die von C. produzierten Videos seien vor und nach ihrer Veröffent-
lichung von den beiden Beschuldigten aktiv beworben worden (TPF I 
pag. 6.100.003). Die den beiden Beschuldigten im Einzelnen vorgeworfenen 
Werbehandlungen werden in der Anklageschrift jeweils unter der einheitlichen 
Überschrift «Bewerbung der Propaganda-Videos» (TPF I pag. 6.100.023 und 
TPF I pag. 6.100.026) dargelegt. Die verschiedenen Tathandlungen werden zu-
dem durch die Verwendung der modalen Präposition «indem» miteinander ver-
knüpft. Der abschliessende Vorwurf, wonach durch diese Tätigkeiten aktiv dazu 
beigetragen worden sein soll, dass E. sich und die Ideologie der terroristischen 
Organisation Al-Qaïda vorteilhaft darstellen und propagieren habe können, fasst 

- 28 - 

die einzelnen Bewerbungsaktivitäten im Hinblick auf ihr gemeinsames Ziel und 
Resultat wiederum zu einer Handlungseinheit zusammen. Nach Anlage und Ab-
fassung beinhaltet die Anklageschrift demnach nicht eine Abfolge isolierter und 
mehr oder weniger zufällig erfolgender Werbehandlungen. Wie die Bundesan-
waltschaft im Verlauf des Verfahrens wiederholt ausgeführt hat, geht es bei den 
Anklagevorwürfen um eine koordinierte und organisierte Bewerbungskampagne 
(TPF I pag. 6.920.009; TPF II pag. 7.721.026). Wird der von der Anklage unter-
stellte Propagandazweck ausgeklammert, haben die beiden Beschuldigten nie in 
Abrede gestellt, dass sämtliche Unternehmungen rund um die Veröffentlichung 
der beiden Videos in gemeinsamer Absprache und Koordination erfolgten. In 
dem von beiden Beschuldigten angeführten Bericht des D. vom 24. April 2018 
wird ausgeführt, wie dadurch die Präventionsarbeit des D. gegen den IS-Extre-
mismus fortgesetzt werden sollte (BA pag. 6.522.084). Des Weiteren wird in die-
sem Bericht aufgezeigt, wer gemäss seiner Funktion im ISZR welche Tätigkeit 
übernommen hatte (BA pag. 6.522.085). Es darf daher als erstellt gelten, dass 
es ein gemeinsames Vorhaben zur Bekanntmachung der beiden Videoerzeug-
nisse gab und die mehrschrittige Ausgestaltung von beiden Beschuldigten mit-
getragen wurde. Eine allzu isoliert und zu ausgestanzt wirkende Betrachtung der 
konkret vorgeworfenen Propagandahandlungen würde den Blick für diese kon-
zeptionelle Ausgangslage verstellen. 

3.2.2.6 Die Vorinstanz kommt zum Ergebnis, das vom Beschuldigten A. veröffentlichte 
Interview von P. mit dem Beschuldigten B. stelle verbotene Propaganda dar. 
Diese Beurteilung gibt im Ergebnis zu keinen Beanstandungen Anlass. Das dem 
Beschuldigten A. zuzurechnende Interview wurde auf der Homepage des D. pu-
bliziert und ist an die Öffentlichkeit als Adressatin gerichtet. Inhaltlich sind die 
Ausführungen im Interview geeignet, eine beeinflussende Wirkung auf die poten-
tielle Leserschaft zu entfalten und diese für die geäusserten Ansichten und Mei-
nungen zu gewinnen. Entgegen der Darstellung beider Beschuldigter nehmen E. 
und das mit ihm geführte Interview darin sehr wohl eine zentrale Stellung ein. 
Sowohl in der Titelgebung als auch in der einleitenden Umschreibung wird der 
primäre Fokus auf das Interview mit E. gelegt (BA pag. 13.02.0049). Im An-
schluss an den Interviewtext finden sich sodann Hinweise auf Publikationster-
mine (BA pag. 13.02.0051). Es kommt auf inhaltlicher Ebene entscheidend 
hinzu, dass E. ebenso wie die von ihm getätigten Aussagen durchwegs positiv 
konnotiert werden. Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass und wie E. als 
Persönlichkeit («Gelehrter» / «Autorität im Kampf gegen die IS-Ideologie» [Urteil 
SK.2020.7 E. 5.1.5.2; vgl. BA pag. 13.02.0051) ebenso wie in seinem Wirken 
(«zentrale Brückenbauerfigur» mit «unglaublich wichtigem» Einfluss / «wichtige 
Stimme der innerislamischen Mässigung» / Einstehen «gegen die Unterdrückung 
von Minderheiten» und für «Milde im Umgang mit Kriegsgefangenen» 
[SK.2020.7 E. 5.1.5.2; vgl. BA pag. 13.02.0051]) ausschliesslich vorteilhaft attri-
buiert wird. Diese von der Vorinstanz zu Recht als «begeistert» (Urteil SK.2020.7 

- 29 - 

E. 5.1.5.2) apostrophierte Darstellung von E. wollte fraglos das Interesse an dem 
von C. mit ihm durchgeführten Interview wecken. Zugleich wird der Eindruck er-
zeugt, dass besonderes Gewicht hat, was eine Person wie E. zu sagen hat. Das 
auch vom Beschuldigten A. im Rahmen der bezüglich des «Exklusivinterview» 
orchestrierten Bewerbungskampagne zu verantwortende Interview von P. mit 
dem Beschuldigten B. unterstützt die Verbreitung der von E. vermittelten propa-
gandistischen Rhetorik. Daran ändert der weitgehend formalistische Einwand 
nichts, nicht einmal ein Drittel des Interviews mit dem Beschuldigten B. setze sich 
mit E. und dem «Exklusivinterview» auseinander (CAR pag. 7.300.013). Der Pro-
pagandacharakter beurteilt sich nach dem materiellen Gehalt und nicht anhand 
quantitativer Kriterien wie dem textlichen Umfang. Ausserdem hilft die Einbettung 
in weitergehende positive Schilderungselemente vorliegend mit, den direkt auf 
das Video und die Person von E. bezogenen Teil des Textes in ein propaganda-
förderndes Licht zu rücken. 

3.2.2.7 Im Ergebnis beizupflichten ist der Vorinstanz, wenn sie bezüglich des vom Be-
schuldigten A. zumindest mitorganisierten Anlass des D. vom 5. Dezember 2015 
und seines dortigen Auftrittes von einer verbotenen Propagandatätigkeit ausgeht. 
Während der Beschuldigte sich im Berufungsverfahren zu diesem Anklagevor-
wurf nicht mehr konkret vernehmen liess, war der Sachverhalt vor Vorinstanz 
noch strittig gewesen. Dort wurde unter anderem geltend gemacht, es müsse 
unklar bleiben, welche Rolle dem Beschuldigten im Zusammenhang mit der Or-
ganisation dieser Veranstaltung zugekommen sei (TPF I pag. 7.721.054). Dazu 
hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, eine Mitwirkung des Beschuldigten A. bei 
der Organisation des Anlasses sei nicht bestritten worden und erscheine auch 
aufgrund seiner Stellung als Vorstandsmitglied und Kommunikationsverantwort-
licher plausibel (Urteil SK.2020.7 E. 5.2.5). Bei dieser aktengestützten beweis-
rechtlichen Überzeugung muss es sein Bewenden haben. Dass der Beschuldigte 
A. anlässlich der Veranstaltung als Redner und in einer moderierenden Rolle auf-
getreten ist, blieb unbestritten (vgl. Urteil SK.2020.7 E. 5.2.5 und die dortigen 
Aktenhinweise). Der erklärte Zweck des vom D. organisierten Anlasses war die 
Vorführung des Films «Die wahrhaftige Morgendämmerung» (vgl. BA 
pag. 6.522.086). Das Video sollte einem grösseren Publikum vorgeführt und des-
sen Bekanntheitsgrad weiter erhöht werden. Wie schon die Vorinstanz ausge-
führt hat (Urteil SK.2020.7 E. 5.2.6.1), wurde die Bedeutung der Filmvorführung 
durch die Anwesenheit und einleitenden Bemerkungen des Beschuldigten A. so-
wie durch die Konferenzschaltung mit C. unterstrichen. Alle diese Bemühungen 
um grösstmögliche Aufmerksamkeit richteten sich unmittelbar auf die Verbrei-
tung der filmischen Botschaft und damit eben wiederum auch auf die verbotenen 
Propagandaelemente. Nicht zuletzt fügte sich die Veranstaltung vom 5. Dezem-
ber 2015 samt Auftritt des Beschuldigten A. und von C. in das Gesamtkonzept 
der Veröffentlichung und begleitenden Bewerbung der von C. produzierten Vi-
deos ein. Indem der Beschuldigte diese Veranstaltung massgeblich mitgestaltet 

- 30 - 

hat und dabei auch persönlich aufgetreten ist, liegt in objektiver Hinsicht eine 
tatbestandsmässige Unterstützungshandlung vor. 

3.2.2.8 Hinsichtlich des vom Beschuldigten A. am 12. Januar 2016 verfassten Tweets 
einschliesslich dem gesetzten Link zur bosnischen Übersetzung des Videos «Die 
wahrhaftige Morgendämmerung» lässt sich Folgendes sagen: Der Beschuldigte 
A. hat mithin auf von ihm als Linkanbieter selber gestaltete und ins Internet ein-
gestellte Inhalte verwiesen. Durch dieses Vorgehen hat der Beschuldigte – wie 
die Vorinstanz richtigerweise geurteilt hat (Urteil SK.2020.7 E. 5.3.1) – zum Zwe-
cke der Weiterverbreitung unmittelbar propagandistische Inhalte beworben, wo-
bei sich durch die zusätzliche Öffentlichmachung einer in eine weitere Sprache 
übersetzten Version das Verbreitungspotential vergrössert hat. Ein solches Vor-
gehen ist geeignet, die Entfaltung der propagandistischen Wirkung verbotener 
Inhalte zu fördern, und deshalb im objektiven Sinne tatbestandsmässig. Dass 
dem auch betreffend das vom Beschuldigten A. dem Journalisten O. ausgehän-
digte Flugblatt so gewesen wäre, lässt sich indessen nicht sagen. Soweit Inhalt 
und Aufmachung des fraglichen Flugblattes aktenmässig rekapituliert werden 
können, wurde darauf auf die Veranstaltung des D. vom 5. Dezember 2015 und 
deren Ablauf hingewiesen (vgl. BA pag. 13.02.0044; TPF I pag. 6.934.004). Da-
mit wurde diese Veranstaltung und nichts mehr und nichts anderes beworben. 
Auf die anlässlich des beworbenen Anlasses vermittelten propagandistischen 
Botschaften wird nur mittelbar Bezug genommen und auf deren Weiterverbrei-
tung kann daher ebenfalls nicht unmittelbar abgezielt worden sein. Aus diesen 
Gründen ist die Übergabe dieses Flugblattes nicht als tatbestandsmässige Un-
terstützung von verbotener Propaganda zu betrachten. 

3.2.2.9 Nach den vorstehenden Erwägungen hat der Beschuldigte den objektiven Tat-
bestand von Art. 2 Abs. 1 Art. 2 Al-Qaïda/IS-Gesetz erfüllt, indem er die Veröf-
fentlichung der Videos «Exklusivinterview» und «Die wahrhaftige Morgendäm-
merung» genehmigt und veranlasst sowie indem er diese beiden propagandisti-
schen Videos beworben hat. 

3.3 Die dem Beschuldigten B. vorgeworfenen Tathandlungen («Bewerbung der 
Propaganda-Videos» [Anklageziffer 1.3.1.1]) 

3.3.1 Die Vorinstanz gelangt zur Überzeugung, dass der Beschuldigte B. mit dem am 
[…] schriftlich publizierten Interview Propaganda für eine im Sinne von Art. 2 Al-
Qaïda/IS-Gesetz verbotene Gruppierung getätigt habe. Zur Begründung verweist 
die Vorinstanz vollständig auf ihre Erwägungen bezüglich des den Beschuldigten 
A. betreffenden Anklagesachverhaltes. Resümierend wird festgehalten, das 
schriftliche Interview von B. habe sich an Dritte gerichtet, sei zur Einwirkung auf 
Dritte geeignet und habe Werbung für das Video «Exklusivinterview» und dessen 
Vorführung, mithin Propaganda für E., dargestellt. Das Video «Exklusivinterview» 

- 31 - 

habe Propaganda für Jaysh Al-Fath und der dazugehörigen Al-Qaïda bzw. für E. 
als deren geistlicher Führer dargestellt (Urteil SK.2020.7 E. 6.1.2 und E. 6.1.3 – 
6.1.4). Hinsichtlich des anklagegegenständlichen Auftritts des Beschuldigten B. 
an dem vom D. organisierten Anlass vom 5. Dezember 2015 bezeichnet die Vo-
rinstanz als unbestritten, dass dieser Anlass stattgefunden und dass der Beschul-
digte B. in diesem Rahmen aufgetreten und eine Rede gehalten habe. Unbestrit-
ten und erstellt sei im Weiteren, dass der Auftritt des Beschuldigten B. vor Publi-
kum im Rahmen der Aufführung des Videos «Die wahrhaftige Morgendämme-
rung» erfolgt sei. Dieses Video habe verbotene Propaganda dargestellt. Der An-
lass vom 5. Dezember 2015 habe der Videovorführung und dem Sammeln von 
Spenden durch den D. gedient. Ein Vereinspräsident geniesse bei den Vereins-
mitgliedern grundsätzlich hohes Ansehen. Mit seinem Auftritt verhelfe der Ver-
einspräsident der Veranstaltung somit zu mehr Gewicht, womit das Interesse der 
Vereinsmitglieder oder Vereinssympathisanten geweckt bzw. verstärkt werde. 
Die Präsenz des Beschuldigten B. und dessen Auftritt bei der Videovorführung 
vom 5. Dezember 2015 seien geeignet gewesen, Dritte zu motivieren, sich an 
den Anlass zu begeben und somit das Propagandavideo anzusehen. Objektiv 
stelle die Handlung des Beschuldigten B. somit eine verbotene Propagandaak-
tion im Sinne von Art. 2 Al-Qaïda/IS-Gesetz dar (Urteil SK.2020.7 E. 6.2.1 und 
E. 6.2.2). 

3.3.2 Wie schon bezüglich des Beschuldigten A. festgestellt wurde (vgl. Erwägung 
II./A.3.2.2.2 hiervor), wurde das inkriminierte Interview von P. mit dem Beschul-
digten B. am […] auf der Homepage des D. veröffentlicht. Der Beschuldigte B. 
stellt nicht in Abrede, dass die aktenkundige Abschrift des Interviews (vgl. BA 
pag. 13.02.0049 ff.) der publizierten und im Internet einsehbaren Fassung ent-
sprach und sämtliche der tatsächlich erteilten Antworten vollständig und richtig 
erfasst. Gleichfalls anerkannt und aufgrund der Akten hinreichend belegt ist so-
dann, dass der Beschuldigte am vom D. veranstalteten Anlass vom 5. Dezember 
2015 in Z. teilgenommen und im Anschluss an die Vorführung des Films «Die 
wahrhaftige Morgendämmerung» einen Vortrag mit dem Titel «Formen des the-
ologischen Extremismus» gehalten hat. Der Vortrag wurde aufgezeichnet und 
auf der Homepage des D. publiziert (BA pag. 10.02.521). Im Verlauf der gericht-
lichen Verfahren wurde zudem eine im Nachhinein erstellte schriftliche Transkrip-
tion der Ansprache des Beschuldigten B. vorgelegt (TPF I pag. 6.522.129 ff.). Die 
Transkription entspricht dem tatsächlich gesprochenen Wort, was vom Beschul-
digten B. im Übrigen auch nicht bestritten wird. Es wurde nicht geltend gemacht, 
dass diese schriftliche Fassung den Redetext nicht unverändert wiedergeben 
würde. Nicht bestritten wurde schliesslich, dass der Beschuldigte sowohl das von 
ihm gegebene Interview als auch das Auftreten anlässlich der Veranstaltung des 
D. vom 5. Dezember 2015 als Mitwirkung an der vom Vorstand des D. und damit 
von ihm selber initiierten Veröffentlichungs- und Bewerbungskonzept verstanden 
hat. Das ergibt sich – wie gesehen – ohne Weiteres aus dem vom D. und auch 

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im Namen des Beschuldigten B. verfassten Bericht zu den von der Bundesan-
waltschaft gegen die Vorstandsmitglieder eingereichten Anklage. Darüber hinaus 
wäre ohnehin lebensfremd anzunehmen, der Präsident eines Vereins würde bei 
einem von ebendiesem Verein durchgeführten Veröffentlichungsprojekt bloss als 
ansonsten unbeteiligter und nicht involvierter Interviewpartner und Gastredner 
fungieren. 

3.3.3 Auf dieser sachverhaltlichen Grundlage sind bezüglich der rechtlichen Würdi-
gung identische Überlegungen anzustellen, wie sie betreffend die Anklagevor-
würfe gegen den Beschuldigten A. angestellt wurden. Was das am […] publizierte 
Interview von P. anbelangt, müssen sie zu den gleichen Schlussfolgerungen füh-
ren. Bereits wurde dargelegt, dass sich dieses Interview aufgrund von Aufma-
chung und inhaltlichem Gehalt zur Unterstützung verbotener Propaganda eig-
nete. Auf schon Gesagtes (vgl. Erwägung II./A.3.2.2.6 hiervor) kann an dieser 
Stelle verwiesen werden. Es waren vor allem die vom Beschuldigten B. getätigten 
Aussagen, welche die Wahrnehmung der Person von E. und der von ihm vertre-
tenen Ideologie durch die Leser in einem positiven Sinne zu beeinflussen trach-
teten. Dem Beschuldigten sind darüber hinaus auch die textgestalterische Um-
rahmung sowie die dadurch bewirkte Fokussierung auf die bevorstehende Ver-
öffentlichung des Propagandavideos «Exklusivinterview» zuzurechnen. In objek-
tiver Hinsicht hat sich demnach auch der Beschuldigte B. vorwerfen zu lassen, 
durch dieses Interview die Verbreitung der propagandistischen Botschaft von E. 
gefördert zu haben. Die den objektiven Anklagesachverhalt betreffenden Vorbrin-
gen im Berufungsverfahren befassen sich weitestgehend mit Fragen und Prob-
lemkreisen, die bereits andernorts behandelt wurden. Dies beginnt mit den Ein-
wänden, beim Video «Exklusivinterview» habe es sich nicht um Propaganda ge-
handelt (CAR pag. 7.300.013), und trifft auch zu auf die Ausführungen, wonach 
das Interview schwergewichtig weder E. noch das Video «Exklusivinterview» the-
matisiere (CAR pag. 7.300.013). Weshalb ein Propagandavideo nicht beworben 
werden können soll, erschliesst sich entgegen einem weiteren Einwand (CAR 
pag. 7.300.014) nicht. Unbehelflich ist zudem der Hinweis, dass sich der Be-
schuldigte B. in seinem Interview in keiner Weise zum Video «Exklusivinterview» 
und den dort zu hörenden Ausführungen von E. äussere (CAR pag. 7.300.014). 
Unter Bezugnahme auf zahlreiche Textpassagen liess sich schlüssig darlegen, 
dass die vom Beschuldigten B. im Interview gemachten Aussagen eine positive 
Resonanz des entsprechenden Videoinhalts erkennen lassen. Diese waren auch 
ohne explizite Zustimmungsäusserung offenkundig auf die Verhaltensbeeinflus-
sung ausgelegt. Abschliessend bleibt festzuhalten, dass das vom Beschuldigten 
B. gegebene Interview hinsichtlich der Unterstützung von Propagandaaktionen 
objektiv tatbestandsmässig ist. 

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3.3.4 In Bezug auf den Auftritt des Beschuldigten B. an der Veranstaltung des D. vom 
5. Dezember 2015 muss in Würdigung aller Umstände sodann ebenfalls eine ob-
jektiv tatbestandsmässige Unterstützungstätigkeit gesehen werden. Auch diese 
Tathandlung des Beschuldigten B. ist in den Gesamtkontext zu stellen und als 
einzelnes Bemühen im Rahmen der vom D. und ihren Exponenten geführten 
Kampagne zur Bewerbung und Verbreitung der propagandistischen Videos «Ex-
klusivinterview» und «Die wahrhaftige Morgendämmerung» zu verorten. Dem in 
diesem Rahmen für die verbotene Propaganda geschaffenen Wirkungspotential 
würde eine isolierte Betrachtung der angeklagten Tatvorwürfe nicht gerecht. Der 
Anlass des D. vom 5. Dezember 2015 hat unzweifelhaft stattgefunden, um das 
Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung» vorzuführen und zu bewerben. Ent-
scheidend wirkt sich aus, dass damit zwangsläufig auch die Wirkung der durch 
dieses Video transportierten Propaganda verstärkt wurde. Entgegen der Ansicht 
der Vorinstanz (Urteil SK.2020.7 E. 6.2.2) ist dies jedoch nicht alleine auf die von 
der Präsenz des Vereinspräsidenten ausgehenden Anziehungskraft zurückzu-
führen. Massgeblich ist wiederum vor allem, dass die vom Beschuldigten B. ge-
haltene Rede als zustimmendes Bekenntnis zu den im Film «Die wahrhaftige 
Morgendämmerung» vermittelten Propagandainhalten gewertet werden muss. 
Ob der Beschuldigte B. – wie seitens der Verteidigung eingewendet wurde (CAR 
pag. 7.300.012) – eine «Propagandarede» für Al-Qaïda gehalten hat, kann da-
hingestellt bleiben. Solches wird dem Beschuldigten in der Anklageschrift nir-
gends vorgeworfen. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (CAR 
pag. 7.300.016) trifft es jedenfalls nicht zu, dass sich der Rede des Beschuldigten 
B. keine positive Aussage zum Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung» ent-
nehmen lässt. Diese Betrachtungsweise lässt sich durch einzelne Redeaus-
schnitte («wichtige Filmpremiere» [BA pag. 6.522.129] / «schönes Video» [BA 
pag. 6.522.136]), vor allem aber auch anhand des Sinngehalts der Ansprache 
widerlegen. In seiner Rede bezieht der Beschuldigte B. pointiert Stellung gegen 
die ideologische Ausrichtung des IS. Die Ansprache lässt im Verbund mit dem 
unmittelbar zuvor gezeigten Film «Die wahrhaftige Morgendämmerung» sowie 
dem schon zuvor publizierten und aufgrund des Gesamtkontextes ebenfalls in 
die Beurteilung einzubeziehenden Video «Exklusivinterview» letztlich nur die 
Deutung zu, dass der darin porträtierte E. und dessen ideologische Gesinnung 
aufgewertet werden. Eine solche Wirkung wurde insbesondere dadurch erzielt, 
dass die unkommentierte Selbstschilderung von E. über sein Denken und Wirken 
im Film «Die wahrhaftige Morgendämmerung» in der anschliessenden Rede in 
der Logik der bereits im Interview vom […] geprägten Dichotomie zwischen «le-
gitimem Dschihad» und «blutigem Extremismus» (vgl. BA pag. 13.02.0051) dem 
konsequent als extremistisch verurteilten IS gegenübergestellt wurde. Diese 
Kernbotschaft konnte den Besucherinnen und Besuchern der fraglichen Veran-
staltung nicht verborgen geblieben sein. Dadurch wurde in der Konsequenz die 
von E. verbreitete verbotene Propaganda unterstützt und gefördert. 

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3.3.5 Zusammenfassend steht fest, dass der Beschuldigte B. sowohl durch das von P. 
mit ihm geführten Interview als auch durch seinen Auftritt und den Vortrag an-
lässlich der Veranstaltung des D. vom 5. Dezember 2015 die Verbreitung verbo-
tener Propaganda unterstützt hat. In diesem Umfang ist der objektive Tatbestand 
der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 Art. 2 Al-Qaïda/IS-Gesetz erfüllt. 

4. Subjektiver Tatbestand der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 Al-Qaïda/IS-
Gesetz 

4.1 Tatvorsatz des Beschuldigten A. (Anklageziffer 1.2.1.3) 

4.1.1 In subjektiver Hinsicht verbleiben für die Vorinstanz keine Zweifel, dass der Be-
schuldigte bezüglich aller Tathandlungen mit Vorsatz gehandelt hat. Im ange-
fochtenen Urteil wird zunächst betreffend die Veröffentlichung des Videos «Ex-
klusivinterview» ausgeführt, die vom Beschuldigten A. geltend gemachte Absicht, 
das IS-Narrativ zu dekonstruieren, vermöge den Vorsatz nicht auszuschliessen. 
Es sei allgemein bekannt, dass der IS in der islamischen Welt nicht vollständige 
Unterstützung erfahre bzw. Gegenstand von militärischen und ideologischen 
Auseinandersetzungen bilde. Zeugnisse der innerislamischen Debatte gegen 
den IS seien unübersehbar. Auch das Zerwürfnis zwischen der Al Qaïda und dem 
IS sei allgemein bekannt, wobei der Konflikt zwischen der Al Qaïda und dem IS 
in der bundesrätlichen Botschaft thematisiert werde. Eine Ablehnung des IS be-
deute somit nicht eine grundsätzliche Ablehnung der Al-Qaïda oder der Propa-
ganda für sie. Bezogen auf das «Exklusivinterview» falle sodann auf, dass die 
darin gegenüber dem IS geäusserte Kritik nicht Punkte betreffe, die den schwei-
zerischen Gesetzgeber veranlasst hätten, sowohl die Al-Qaïda wie auch den IS 
zu verbieten. Die im Video von C. gegenüber dem IS geäusserten Vorwürfe be-
zögen sich vielmehr auf Themen, denen die Al-Qaïda Bedeutung zumesse, na-
mentlich islamisch-theologische Auslegungen wie die Voraussetzung der Ex-
kommunikation oder die Befugnis zur Umsetzung der Scharia. Die in diesen 
Punkten im «Exklusivinterview» ausgeübte Kritik am IS gehe somit Hand in Hand 
mit der Gesinnung von Al-Qaïda. Die vom Al-Qaïda/IS-Gesetz geschützte öffent-
liche Sicherheit der Schweiz werde durch die Aufforderung an hier lebende Men-
schen zur Beteiligung am gewaltsamen Jihad in Syrien tangiert. Der Beschuldigte 
A. sei über die Gegebenheiten in Syrien, die Hintergründe der Rivalität zwischen 
der Al-Qaïda und dem IS sowie deren Hauptfiguren und Positionen informiert 
gewesen. Auch habe der Beschuldigte A. anerkannt, bei beiden Produktionen 
die Hintergründe der auftretenden Akteure im Internet überprüft zu haben. Der 
Beschuldigte habe die arabische Sprache erlernt und habe somit die propagan-
distischen Inhalte