# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ecad5c4-0a6a-5291-9a32-fb4847176f64
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.04.2022 B-3072/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3072-2021_2022-04-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-3072/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter David Aschmann (Vorsitz), 

Richter Martin Kayser, Richterin Vera Marantelli,  

Gerichtsschreiberin Katherina Schwendener. 
 

 
 

Parteien 
 Prinzenhaus GmbH,  

Oberbiegelhof 1, DE-74906 Bad Rappenau,   

vertreten durch Dr. Marc Wullschleger, Rechtsanwalt,  

Isler & Pedrazzini AG, Patent- und Markenanwälte,  

Giesshübelstrasse 45, Postfach 1772, 8027 Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Geistreich Alpinspirits GmbH,  

Messestrasse 11, AT-6850 Dornbirn,   

vertreten durch die Rechtsanwälte  

Dr. iur. Ronny D. Banchik und Dr. iur. Rudolf A. Rentsch, 

IPrime Legal AG,  

Hirschengraben 1, 8001 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 

Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 
 Widerspruchsverfahren Nr. 101736,  

IR 1'451'656 PRINZ / CH 750'731 PRINZENHAUS. 

 

B-3072/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin der Schweizer Wortmarke 

Nr. 750'731 PRINZENHAUS, die am 13. August 2020 bei der Vorinstanz 

hinterlegt wurde. Sie beansprucht Schutz für folgende Waren:  

Klasse 32 

Biere; alkoholfreie Getränke; Mineralwässer und kohlensäurehaltige Wässer; 

Fruchtgetränke und Fruchtsäfte; Sirupe und andere alkoholfreie Präparate für 

die Zubereitung von Getränken.  

 

Klasse 33 

Alkoholische Getränke, ausgenommen Biere; alkoholische Präparate für die 

Zubereitung von Getränken.  

B.  

Die Beschwerdegegnerin ist Inhaberin der internationalen Wortmarke 

Nr. 1'451'656 PRINZ, die am 21. Februar 2019 gestützt auf eine österrei-

chische Basiseintragung in der Gazette OMPI des marques internationales 

Nr. 2019/6 veröffentlicht wurde. Soweit vorliegend interessierend bean-

sprucht sie – unter anderem für die Schweiz – Schutz für die folgenden 

Waren: 

Klasse 33 

Produits à boire alcoolisés (à l'exception de bières); essences alcooliques, ex-

traits alcooliques; extraits de fruits alcoolisés; cidres; poirés; vins; spiritueux; 

produits à boire distillés, schnaps, kirsch, liqueurs, amers, liqueurs fortes 

(schnaps), whisky. 

C.  

Gestützt auf ihre ältere Marke widersprach die Beschwerdegegnerin am 

16. November 2020 der veröffentlichten Schutzausdehnung der beschwer-

deführerischen Marke und beantragte deren vollständigen Widerruf. Die 

angefochtene Marke übernehme die Widerspruchsmarke vollständig, was 

angesichts der Warengleichartigkeit bzw. -identität zu einer Verwechs-

lungsgefahr führe.  

D.  

Die Beschwerdeführerin beantragte mit Widerspruchsantwort vom 11. De-

zember 2020, der Widerspruch sei abzuweisen. Mangels Gleichartigkeit 

und Zeichenähnlichkeit sei eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen.  

B-3072/2021 

Seite 3 

E.  

Mit Entscheid vom 1. Juni 2021 hiess die Vorinstanz den Widerspruch voll-

umfänglich gut. Sie führte aus, angesichts der Warenidentität bzw. -gleich-

artigkeit und der Zeichenähnlichkeit bestehe eine Verwechslungsgefahr.  

F.  

Gegen diese Verfügung gelangte die Beschwerdeführerin mit Beschwerde 

vom 2. Juli 2021 an das Bundesverwaltungsgericht und beantragt, die an-

gefochtene Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und der Widerspruch 

vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulas-

ten der Beschwerdegegnerin. Sie rügt die unrichtige Beurteilung von Wa-

rengleichartigkeit, Zeichenähnlichkeit und folglich der Verwechslungsge-

fahr. Zu Unrecht sei die Vorinstanz davon ausgegangen, die Waren der 

Klassen 32 seien gleichartig zu jenen der Klasse 33. Der Zeichenabstand 

genüge ausserdem, um eine Verwechslungsgefahr auszuschliessen. 

G.  

Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 3. September 2021 auf eine 

Vernehmlassung und beantragt unter Hinweis auf ihre Begründung im an-

gefochtenen Entscheid die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

H.  

Mit Beschwerdeantwort vom 27. September 2021 beantragt auch die Be-

schwerdegegnerin, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin abzuweisen. Die Ausführun-

gen der Vorinstanz seien nicht zu beanstanden.  

I.  

Am 31. Januar 2022 informierte die Beschwerdegegnerin, die Wider-

spruchsmarke sei veräussert worden und die Geistreich Alpinspirits GmbH 

trete nunmehr an Stelle der veräussernden Partei in den Prozess ein. Dies 

wurde den übrigen Verfahrensbeteiligten mit Datum vom 2. Februar 2022 

zur Kenntnis gebracht.  

J.  

Auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung haben die Parteien 

stillschweigend verzichtet.  

K.  

Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Ak-

ten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen ein-

gegangen. 

B-3072/2021 

Seite 4 

Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. e VGG). Die Beschwerdefüh-

rerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung beschwerdelegitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG), sie hat den Kostenvorschuss fristgerecht geleistet 

(Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde frist- und formgerecht einge-

reicht (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

2.1 Der Inhaber einer älteren Marke kann der Eintragung einer jüngeren 

Marke widersprechen, wenn diese seiner Marke ähnlich ist und für gleiche 

oder zumindest gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert ist, so 

dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 Bst. c 

MSchG). Die Verwechslungsgefahr beurteilt sich nach der Kennzeich-

nungskraft der älteren Marke, der Zeichenähnlichkeit und der Gleichartig-

keit der Waren und Dienstleistungen, für die die Marken hinterlegt sind 

(GALLUS JOLLER, in: Noth/Bühler/Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzgesetz 

[MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 3 N. 46). Als eine Wechselwirkung zwischen 

der Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen und der Zeichenähn-

lichkeit sind an die Verschiedenheit der Zeichen umso höhere Anforderun-

gen zu stellen, je ähnlicher die Produkte sind, und umgekehrt (MATTHIAS 

STÄDELI/SIMONE BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, in: David/Frick [Hrsg.], Kom-

mentar zum Markenschutz- und Wappenschutzgesetz, 3. Aufl. 2017, Art. 3 

N. 154).  

2.2 Wenn die massgeblichen Verkehrskreise annehmen können, die unter 

Verwendung ähnlicher Marken angebotenen Waren oder Dienstleistungen 

würden angesichts ihrer üblichen Herstellungs- und Vertriebsstätten aus 

demselben Unternehmen stammen oder doch wenigstens unter der Kon-

trolle eines gemeinsamen Markeninhabers hergestellt, liegt Gleichartigkeit 

vor (Urteile des BVGer B-6761/2017 vom 5. Juni 2019 E. 2.2 "Qnective/

Q qnnect [fig.]; B-5868/2019 vom 8. Juli 2020 "Nivea [fig.]/Neauvia" E. 2.2; 

STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 3 N. 117). Gleichartig bedeu-

tet nicht von ähnlicher innerer Beschaffenheit, sondern von ähnlicher Er-

wartung im Verkehr, was Angebot und Vertrieb der Waren und Leistungen 

betrifft (Urteile des BVGer B-259/2017 vom 19. März 2019 E. 3.2 "Tesla 

Powerwall/Tesla Powerwall"; B-3209/2017 vom 2. April 2019 E. 3.4.1 "Pa-

radis/Blanc du Paradis"; B-2165/2018 vom 26. Juni 2019 E. 4.2 "Hero 

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Seite 5 

[fig.]/Heera [fig.]"). Für die Annahme gleichartiger Waren und Dienstleistun-

gen sprechen eine einheitliche Wertschöpfungskette, der gleiche Verwen-

dungszweck, ein ähnliches fabrikationsspezifisches Know-how, Substitu-

ierbarkeit, das Verhältnis von Hauptware und Zubehör sowie die marktüb-

liche Verknüpfung oder enge Zusammengehörigkeit mit gleichen Abneh-

merkreisen und Vertriebsstätten (Urteile des BVGer B-758/2007 vom 

26. Juli 2007 E. 5.2 "G-mode/Gmode"); B-341/2013 vom 1. April 2015 

E. 5.1 "Victorinox/Miltrorinox"; B-1778/2019 vom 30. Juni 2021 E. 2.2 

"Pyrat/"thePirate.com [fig.] und "tP thePirate.com [fig.].").  

2.3 Die Zeichenähnlichkeit bestimmt sich nach dem Gesamteindruck, den 

die Marken in der Erinnerung der angesprochenen Verkehrskreise hinter-

lassen (BGE 123 III 446 E. 3.1 "Appenzeller"; 121 III 377 E. 2a "Boss/

Boks"; 119 II 473 E. 2d "Radion/Radomat"; STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄU-

SER, a.a.O., Art. 3 N. 41). Hierfür ist der Registereintrag einschlägig (Urteile 

des BVGer B-5325/2007 vom 12. November 2007 E. 3 "Adwista/ad-vista 

[fig.]"; B-7475/2006 vom 20. Juni 2007 E. 5 "Converse All Stars [fig.]/Army 

tex [fig.]"). Dem Zeichenanfang kommt in der Regel eine höhere Bedeutung 

zu, da er besser im Gedächtnis haften bleibt (Urteile des BVGer 

B-1403/2017 vom 28. November 2018 E. 2.3 "Real Nature Pure Quality for 

Dogs Wilderness [fig.]/Wolf of Wilderness"; B-3325/2010 vom 15. Dezem-

ber 2010 E. 4.5 "Bally/Tally"; B-6012/2008 vom 25. November 2009 E. 4.9 

"Stenflex/Star Flex [fig.]").  

Für die Ähnlichkeit von Wortelementen sind der Wortklang, das Schriftbild 

und unter Umständen der Sinngehalt ausschlaggebend (BGE 127 III 160 

E. 2b/cc "Securitas"; EUGEN MARBACH, in: von Büren/David [Hrsg.], 

Schweizerisches Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1, Mar-

kenrecht, 2. Aufl. 2009, N. 872 ff). Grundsätzlich genügt die Übereinstim-

mung auf einer Ebene, damit die Zeichenähnlichkeit bejaht werden kann 

(Urteil des BVGer B-6732/2014 vom 20. Mai 2015 E. 2.4 "Calida/Calyana"). 

Der Wortklang wird im Wesentlichen durch die Silbenzahl, die Aussprache-

kadenz und die Aufeinanderfolge der Vokale bestimmt, das Schriftbild 

durch die Anordnung und optische Wirkung der Buchstaben sowie die 

Wortlänge (BGE 122 III 382 E. 5a "Kamillosan"; 119 II 473 E. 2c "Ra-

dion/Radiomat").  

2.4 Für die Beurteilung, ob eine Verwechslungsgefahr vorliegt, ist auch der 

Schutzumfang der Widerspruchsmarke von Belang. (Urteil des BVGer 

B-7017/2008 vom 11. Februar 2010 E. 2.4 "Plus/PlusPlus [fig.]"). Der 

Schutzumfang bestimmt sich nach der Kennzeichnungskraft einer Marke. 

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Für schwache Marken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für 

starke Marken (BGE 122 III 282 E. 2a "Kamillosan"). Eine Marke gilt als 

stark, wenn sie aufgrund ihres fantasiehaften Gehalts auffällt oder dank 

intensiven Gebrauchs eine überdurchschnittliche Bekanntheit geniesst 

(BGE 122 III 382 E. 2a "Kamillosan"; Urteil des BVGer B-7475/2006 vom 

20. Juni 2007 E. 7 "Converse All Stars [fig.]/Army tex [fig.]"; MARBACH, 

a.a.O., N. 979).  

2.5 Eine Verwechslungsgefahr besteht, wenn aufgrund der Ähnlichkeit der 

Zeichen und der Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen Fehlzu-

rechnungen zu befürchten sind. Eine unmittelbare Verwechslungsgefahr 

bedeutet, dass ein Zeichen für das andere gehalten wird. Bei einer mittel-

baren Verwechslungsgefahr können die massgeblichen Verkehrskreise die 

Zeichen zwar auseinanderhalten, vermuten aber wirtschaftliche Zusam-

menhänge zwischen den Markeninhabern (BGE 102 II 122 E. 2 "Anna-

belle"; Urteile des BVGer B-5692/2012 vom 17. März 2014 E. 3.4 "Yello/

Yellow Lounge"; B-531/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.5 "Gallo/Gallay 

[fig.]"; STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 3 N. 26 f.).  

3.  

Ausgehend vom Waren- und Dienstleistungsverzeichnis der älteren Marke 

sind die massgeblichen Verkehrskreise und deren Aufmerksamkeitsgrad 

zu bestimmen.  

3.1 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, alkoholische Getränke würden 

aufgrund ihres Preises und der Tatsache, dass es sich um Genussmittel 

handle, mit erhöhter Aufmerksamkeit nachgefragt. Die Beschwerdegegne-

rin sowie die Vorinstanz gehen davon aus, es handle sich bei den Waren 

der Klasse 32 um Massenartikel des täglichen Bedarfs, die mit einer gerin-

geren Aufmerksamkeit von den Verkehrskreisen nachgefragt würden. Kei-

ner der Verfahrensbeteiligten äusserte sich zur Zusammensetzung der 

massgeblichen Verkehrskreise. 

3.2 Alkoholische Getränke sind nicht an Jugendliche unter 16 Jahren ab-

zugeben (Art. 14 des Lebensmittelgesetzes vom 20. Juni 2014, LMG, SR 

817.0). Für die Widerspruchsmarke ist, entgegen der Ansicht der Be-

schwerdeführerin, nicht auf die Käuferschicht von Getränkeliebhabern oder 

Kennern abzustellen, sondern aufgrund eines normativen Massstabs nach 

Abnehmern von Bier und anderen alkoholischen Getränken zu fragen (Ur-

teile des BVGer B-4471/2012 vom 29. Oktober 2013 E. 4 "Lalla Alia [fig.]/

Lalla Alia"; B- 1778/2019 vom 30. Juni 2021 E. 4.2 Pyrat/"thePirate.com 

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[fig.]" und "tP the Pirate.com [fig.]"). Während eine kleine Anzahl von Ken-

nern alkoholische Getränke mit erhöhter Aufmerksamkeit kauft, handelt es 

sich gemäss ständiger Rechtsprechung doch um allgemeine Waren des 

täglichen Bedarfs, sodass vorwiegend auf eine breite, erwachsene Abneh-

merschaft abzustellen ist, die die Waren mit einem normalen Aufmerksam-

keitsgrad nachfragt (Urteile des BVGer B-531/2013 vom 21. Oktober 2013, 

E. 3.3 f. "Gallo/Gallay [fig.]"; B-5120/2011 vom 17. August 2012 E. 5.2 "Bec 

de fin bec [fig.]/Fin Bec [fig.]"; B-1778/2019 vom 30. Juni 2021 E. 4.2 

"Pyrat/thePirate.com [fig.]/tP the Pirate.com [fig.]").  

4.  

Sodann ist die Gleichartigkeit der sich gegenüberstehenden Waren zu prü-

fen. 

4.1 Die Vorinstanz erwog, betreffend die Warenklasse 33 bestehe Wa-

renidentität, was von den Parteien unbestritten blieb. Zudem seien die an-

gefochtenen "Biere; alkoholfreie Getränke; Mineralwässer und kohlensäu-

rehaltige Wässer; Fruchtgetränke und Fruchtsäfte; Sirupe und andere al-

koholfreie Präparate für die Zubereitung von Getränken" der Klasse 32 pra-

xisgemäss gleichartig zu den "Produits à boire alcoolisés (à l'exception de 

bières); essences alcooliques, extraits alcooliques; extraits de fruits alcoo-

lisés; cidres; poirés; vins; spiritueux; produits à boire distillés, schnaps, 

kirsch, liqueurs, amers, liqueurs fortes (schnaps), whisky" der Klasse 33 

der Widerspruchsmarke. Zwar bestünden zwischen diesen Waren fabrika-

tionstechnische Unterschiede, was jedoch nichts an den sich stark überla-

gernden Vertriebswegen und Verwendungszwecken ändern würde. So sei 

es üblich, dass z.B. Wein und Mineralwasser gemeinsam serviert oder vor 

dem Essen beispielsweise zum Apéro ein Glas Bier konsumiert werde. Die 

Beschwerdegegnerin pflichtet dem sinngemäss bei. Die Beschwerdeführe-

rin vertritt die Ansicht, die von ihr beanspruchten Waren der Klasse 32 

seien nicht gleichartig zu den alkoholischen Getränken der Klasse 33 der 

Widerspruchsmarke und kritisiert, die gefestigte Rechtsprechung trage den 

aktuellen Marktgegebenheiten zu wenig Rechnung.  

4.2 Eine Warengleichartigkeit kann angenommen werden, wenn Produkte 

zu ähnlichen Zwecken und vergleichbaren Gelegenheiten konsumiert wer-

den oder zwischen zwei Produkten eine enge Zusammengehörigkeit mit 

gleichen Abnehmerkreisen und Vertriebsstätten besteht (Urteile des BVGer 

B-1778/2019 vom 30. Juni 2021 E. 5.3.2 "PYRAT/thePirate.com [fig.]/tP 

thePirate.com [fig.]"; B-361/2021 vom 17. Februar 2022 E. 4.2 "Valser [fig.]/

Valser Bier – Das Original Bernstein Oberbräu"). 

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Seite 8 

4.3 Gemäss ständiger Rechtsprechung sind "alkoholische Getränke" und 

"Biere" gleichartig (Urteile des BVGer 4159/2019 vom 25. November 2009 

E. 3.2 "Efe [fig.]/Eve"; B-1085/2008 vom 13. November 2008 E. 5.2 "Red 

Bull/Stier Bräu"). Gleichartigkeit zwischen "Bieren" und "vins" kann tatsäch-

lich angenommen werden (vgl. B-6099/2013 vom 28. Mai 2015 E. 4.2 und 

4.2.3 "Carpe Diem/carpe noctem"; B-531/2013 vom 21. Oktober 2013 

E. 4.2 "Gallo/Gallay [fig.]"), da diese zu ähnlichen Gelegenheiten konsu-

miert werden, z.B. bei einem Apéro oder einem Abendessen. Es ist nicht 

ersichtlich, inwiefern diese Beurteilung den aktuellen Marktgegebenheiten 

nicht gerecht wird. Bier richtet sich an ein gleichermassen anspruchsvolles 

Publikum wie Wein. Umgekehrt gibt es auch Weine im weniger anspruchs-

vollen Bereich. Beide Getränke werden jedenfalls häufig gleichzeitig ange-

boten und von denselben Kreisen konsumiert. Restaurants bieten neben 

den klassischen "Weinbegleitungen" vielerorts auch "Bierbegleitungen" an 

(vgl. < https://schweizerfleisch.ch/stories/bier-ist-der-neue-wein >, abgeru-

fen am 30. März 2022), es gibt "Biersommeliers" (vgl. < https://bier-som-

melier.ch/ >, abgerufen am 30. März 2022) und in den Supermärkten nebst 

einer Weinauswahl auch ein vielfältiges Angebot teilweise auch hochprei-

siger Craftbiere. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, die den kont-

rären Standpunkt der bisherigen Praxis nicht schlüssig wiederlegt, vermag 

nicht zu überzeugen. 

4.4 Alkoholika sind häufig Bestandteil verschiedenster Cocktails und Long-

drinks. Alkoholische Getränke werden den relevanten Verkehrskreisen also 

häufig in Kombination mit "alkoholfreien Getränken; Mineralwässern und 

kohlensäurehaltigen Wässern; Fruchtgetränken und Fruchtsäften; Sirupen 

und andere alkoholfreien Präparaten für die Zubereitung von Getränken" 

über die gleichen Vertriebsstätte angeboten (Urteile des BVGer 

B-1778/2019 vom 30. Juni 2021 E. 4.2 "Pyrat/thePirate.com [fig.]/tP the Pi-

rate.com [fig.]"; B-5653/2015 vom 14. September 2016 E. 7.2.1 "Havana 

Club [fig.]/Cana Club [fig.]"). Für diese Waren ist daher von einer 

Gleichartigkeit gegenüber "Produits à boire alcoolisés (à l'exception de 

bières); essences alcooliques, extraits alcooliques; extraits de fruits alcooli-

sés; cidres; poirés; vins; spiritueux; produits à boire distillés, schnaps, 

kirsch, liqueurs, amers, liqueurs fortes (schnaps), whisky" der Klasse 33 

auszugehen.  

4.5 Im Ergebnis ist von Warenidentität hinsichtlich der eingetragenen Wa-

ren in Klasse 33 und Warengleichartigkeit betreffend die Warenklassen 32 

und 33 auszugehen.  

B-3072/2021 

Seite 9 

5.  

Zu prüfen ist nun die Zeichenähnlichkeit. Der älteren Wortmarke "Prinz" 

steht die neuere Wortmarke "Prinzenhaus" gegenüber.  

5.1 Die Vorinstanz bejahte die Zeichenähnlichkeit aufgrund des gemeinsa-

men Elements "Prinz", dem die Widerspruchsmarke entspreche und das 

von der angefochtenen Marke "Prinzenhaus" integral übernommen werde. 

Die Beschwerdeführerin argumentiert, die Zeichen seien nicht ähnlich, da 

durch das angefügte "-enhaus" ein abweichender Gesamteindruck ent-

stehe.  

5.2 Die Widerspruchsmarke "Prinz" ist eine reine Wortmarke, bestehend 

aus fünf Buchstaben und mit einer Silbe. Die angefochtene Marke ist eben-

falls eine reine Wortmarke, bestehend aus elf Buchstaben und mit drei Sil-

ben ("Prin-zen-haus"). Bei der jüngeren Marke wird das Wort "Prinz" da-

hingehend übernommen, dass aus dem Substantiv durch das Hinzufügen 

der Endung "en" mit "Prinzen" ein den Wortbestandteil "haus" beschreiben-

der Adjektiv gebildet wird. Der Fall nähert sich damit der Gruppen von Fäl-

len an, bei welchen von einer integralen Übernahme ausgegangen wird. 

Gemäss ständiger Rechtsprechung ist die unveränderte Übernahme einer 

älteren Marke in eine jüngere grundsätzlich unzulässig, wenn die ältere 

Marke nicht wesentlich verändert wird (Urteile des BVGer B-433/2014 vom 

18. Februar 2014 E. 5.1 "Metro/Metropool"; B-4772/2012 vom 12. August 

2012 E. 5.2 "Mc [fig.]/MC2[fig.]"; B-3118/2007 vom 1. November 2007 E. 2 

und 6.1 "Swing/Swing Relaxx, Swing & Relaxx [fig.]"; RKGE in: sic! 2006 

S. 269 E. 6 "Michel [fig.]/Michel Compte Waters"; sic! 2005 S. 757 E. 6 

"Boss/Airboss"; sic! 2005 S. 571 E. 6 "CJ Cavalli Jeans [fig.]/Rocco Cavalli 

[fig.]"; sic! 2003 S. 907 E. 5 "Kiss/Soft-Kiss"; sic! 2003 S. 904 E. 7 7 "Se-

ven[fig.]/Seven Pictures [fig.]"; sic! 2001 S. 813 E. 7 "VIVA/CoopVIVA [fig.]", 

mit Hinweisen; sic! 2000 S. 509 E. 5 "DK/dk Daniel Kramer Cosmetics 

[fig.]"). Die Übernahme des Hauptbestandteils einer Marke kann allerdings 

dann zulässig sein, wenn der übernommene Bestandteil derart mit der 

neuen Marke verschmolzen wird, dass er seine Individualität verliert und 

nur noch als untergeordneter Teil des jüngeren Zeichens erscheint (Urteil 

des BVGer B-433/2014 vom 18. Februar 2014 E. 5.2 "Metro/Metropool"). 

Die beiden Zeichen stimmen im Zeichenanfang "Prinz" überein, wohinge-

gen die Endung der angefochtenen Marke mit "-enhaus" unterschiedlich 

ist. Sowohl schriftbildlich als auch klangbildlich bleibt das Wort "Prinz" klar 

individualisierbar und als prägender Bestandteil – nicht zuletzt auch daher, 

dass beim Vergleich zweier Zeichen der Wortanfang besondere Beachtung 

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Seite 10 

verdient – erkennbar. Die Zeichenähnlichkeit ist somit bezüglich Schrift- 

und Klangbild gegeben. 

5.3 Es ist zu prüfen, ob allenfalls ein divergierender Sinngehalt die Zei-

chenähnlichkeit auf klanglicher und optischer Ebene relativiert.  

5.4 "Prinz" ist einerseits der Titel für ein nicht regierendes männliches Mit-

glied regierender Fürstenhäuser (vgl. < www.duden.de/rechtschreibung/

prinz >, abgerufen am 10. März 2022). Andererseits ist "Prinz" mit nur 125 

Privateinträgen auf www.tel.search.ch ein in der Schweiz seltener Nach-

name. Die Bedeutung des Nachnamens rückt – da er sehr selten ist und 

somit die Verkehrskreise das Wort kaum als Nachnamen verstehen – vor-

liegend in den Hintergrund (vgl. B-7801/2015 vom 20. Dezember 2017 

E. 6.5.3 "König [fig.]/H.koenig [fig.]").  

5.5 Das Zeichen "Prinzenhaus" besteht aus zwei Substantiven, nämlich 

"Prinz" und "Haus". Die Wortkombination ist zwar kein häufiger oder fest-

stehender Begriff, jedoch wird er aufgrund der ohne Weiteres verständli-

chen Hauptwörter ohne Zuhilfenahme der Fantasie als "Haus des Prinzen" 

verstanden, wie die Vorinstanz zurecht erwog. Zudem gab bzw. gibt es das 

"Prinzenhaus" in Plön (vgl. < https://de.wikipedia.org/wiki/Prinzen-

haus_(Plön) >, abgerufen am 10. März 2022), das Prinzenhaus in Gotha 

(vgl. < https://de.wikipedia.org/wiki/Prinzenhaus_(Gotha) >, abgerufen am 

10. März 2022), eines in Hannover (vgl. < https://de.wikipedia.org/wiki/

Prinzenhaus_(Hannover) >, abgerufen am 10. März 2022) und eines in 

Göttingen (vgl. < https://de.wikipedia.org/wiki/Michaelishaus_(Göttin-

gen) >, abgerufen am 10. März 2022).  

5.6 Mit beiden Zeichen werden trotz des Zusatzes "-enhaus" bei der jün-

geren Marke die Verkehrskreise einen königlichen Thronfolger bzw. we-

nigstens fürstliche Zusammenhänge assoziieren, sodass die Zeichenähn-

lichkeit auch aufgrund des Sinngehalts zu bejahen ist.  

6.  

Weiterhin ist die Kennzeichnungskraft zu prüfen. 

6.1 Die Vorinstanz erwog, "Prinz" sei für die beanspruchten Waren nicht 

beschreibend, denn bei dem Zeichen handle es sich weder um eine Sach-

bezeichnung noch gebe es Waren in den beanspruchten Klassen, die spe-

zifisch für Prinzen gedacht seien. Letztlich handle es sich auch nicht um 

einen Qualitätshinweis, so dass "Prinz" auch nicht anpreisend sei. Die Be-

schwerdeführerin geht davon aus, "Prinz" sei anpreisend, handle es sich 

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Seite 11 

doch definitionsgemäss um "den Ersten im Rang der Thronfolge". Die Be-

schwerdegegnerin argumentiert, "Prinz" sei für die beanspruchten Waren 

der Klasse 33 originär durchschnittlich kennzeichnungskräftig. Sofern die 

angesprochenen Verkehrskreise einen Familiennamen erkennen, sei die-

ser per se herkunftsweisend und unterscheidungskräftig. Solle dies nicht 

der Fall sein, handle es sich in Verbindung mit alkoholischen und nichtal-

koholischen Getränken um eine fantasievolle Marke.  

6.2 Es stellt sich somit die Frage, ob "Prinz" beschreibend im Sinne einer 

Anpreisung ist. Sachbezeichnungen und Zeichen, die beschreibend sind, 

fehlt die Unterscheidungskraft. Beschreibende Zeichen sind Angaben, die 

sich ohne gedanklichen Umweg in einem direkten Bezug zum gekenn-

zeichneten Gegenstand erschöpfen, also von den massgeblichen Ver-

kehrskreisen unmittelbar und ausschliesslich als Aussage über bestimmte 

Eigenschaften der zu kennzeichnenden Waren oder Dienstleistungen ver-

standen werden. Hierunter fallen namentlich Wörter, die geeignet sind, im 

Verkehr als Hinweis auf Art, Zusammensetzung, Qualität, Quantität, Be-

stimmung, Verwendungszweck, Wert, Wirkungsweise, Inhalt, Form, Verpa-

ckung oder Ausstattung der beanspruchten Ware oder Dienstleistung auf-

gefasst zu werden (BGE 128 III 447 E.1.5 "Première"; STÄDELI/BRAUCHBAR 

BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 2 N. 84; MARBACH, a.a.O., Rz.247, 313 f.). Zum 

Gemeingut zählen auch Zeichen, die sich in allgemeinen Qualitätshinwei-

sen oder reklamehaften Anpreisungen erschöpfen (BGE 128 III 447 E. 1.6 

"Première"; 129 III 225 E. 5.2 "Masterpiece"; 103 II 339 E. 4 "More"; Urteil 

des BVGer B-2999/2011 vom 22. Februar 2013 E. 3.1 "Die Post").  

6.3 Es ist ständige Praxis der Vorinstanz und etablierte Rechtsprechung, 

dass Zeichen bestehend aus einer Sachbezeichnung und dem Bestandteil 

"König" oder "königlich" anpreisend hinsichtlich des Warenherstellers bzw. 

des Dienstleistungserbringers beurteilt werden und deren Eintragung da-

her regelmässig zurückgewiesen wird (Newsletter IGE 2015/06 vom 

30. Mai 2015, < https://www.ige.ch/de/datensatzsammlung/ige-newslet-

ter/ige-deutsch/newsletter-201506-marken >, zuletzt abgerufen am 

22. März 2022; Urteil des BVGer B-528/2016 vom 17. Mai 2017 E. 5.2 f 

"Muffin King"). Das gleiche gilt für Wortkombinationen mit "Kaiser" bzw. 

"kaiserlich", da diese das entsprechende Produkt in ähnlicher Weise als 

dem höchsten weltlichen Herrscher würdig und damit von überragender 

Qualität anpreisen (Urteil des BVGer B-5164/2017 vom 7. August 2018 

E. 6.1.3 "Imperial [fig.]/Tierra Imperial"). Auch "royal" wird regelmässig als 

anpreisender Markenbestandteil eingestuft (vgl. Urteil des BVGer 

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Seite 12 

B-7426/2006 vom 30. September 2008 "The Royal Bank of Scotland"; Ent-

scheide der RKGE vom 17. Februar 2003 in sic! 6/2003 495 ff. "Royal Com-

fort" und vom 14. Juni 20016 in sic! 4/2007 269 ff. "Royal"). 

6.4 Bei "Prinz" handelt es sich um die Bezeichnung für ein nicht-regieren-

des männliches Mitglied eines Fürsten- oder Königshauses (vgl. oben 

E  5.4). Das Wort "Prinz" wurde im Deutschen vom französischen Wort 

"prince" beziehungsweise vom lateinischen Wort "princeps" entlehnt, das 

für "Fürst" steht (vgl. < https://de.wiktionary.org/wiki/Prinz >, abgerufen am 

16. März 2022). "Princeps" kann übersetzt werden mit "der Erste, der Vor-

nehmste, der Angesehenste" (vgl. PONS Online-Wörter-

buch: < https://de.pons.com/Übersetzung/latein-deutsch/princeps >, abge-

rufen am 16. März 2022). Der "Prinz" ist (noch) nicht an der Macht, aber 

immerhin einer von wenigen Anwärtern des königlichen Throns (vgl. z.B. 

das britische Königshaus: "Royal Family tree and line of succes-

sion", < https://ichef.bbci.co.uk/news/976/cpsprodpb/18112/production/_

120787589_royal_family_tree_1_oct_2021_976-nc.png >, abgerufen am 

16. März 2022).  

6.5 Die RGKE stellte in einem älteren Entscheid fest, die Marke "Prince" 

sei phantasievoll und nicht beschreibend für Back- und Süsswaren (Ent-

scheid der RGKE vom 7. Februar. 2005, veröffentlicht in: sic! 2005 S. 384, 

E. 4 "Prince [fig.]/Le p'tit Prince"), dies aber ohne Begründung. Im Ent-

scheid "Prinz Fourre/Prinzenrollen" (RSPI 1996, S. 487 ff) wurde erwogen, 

"Prinz" bzw. "Prince" seien nicht anpreisend im Sinne einer Qualitätsan-

gabe (E. 20), wenn die Marke eine gesteigerte Bekanntheit geniesse. Wird 

ein Produkt aber ohne markenmässige Bekanntheit mit "Prinz" gekenn-

zeichnet, liegt der Verdacht nahe, dass es sich – ähnlich zu "König", "Kai-

ser" oder "royal" – um ein Produkt von vorzüglicher Qualität handelt, so-

dass "Prinz" durchaus anpreisend wirkt.  

6.6 Wenig überzeugt die Argumentation der Beschwerdeführerin, "Prinz" 

könne auch ein Hinweis auf die Zielgruppe (Destinatäre) sein, da den an-

gesprochenen Verkehrskreisen sich nicht erschliesst, weshalb bestimmte 

Getränke sich nur an diese kleine Zielgruppe richten sollten.  

6.7 Im Ergebnis ist "Prinz" beschreibend im Sinne einer Qualitätsangabe 

und es kann diesem Zeichen nur eine geschwächte Kennzeichnungskraft 

attestiert werden. 

B-3072/2021 

Seite 13 

7.  

Unter Berücksichtigung der geschwächten Kennzeichnungskraft der Wi-

derspruchsmarke, der Warenidentität bzw. –gleichartigkeit und der Zei-

chenähnlichkeit ist somit über die Verwechslungsgefahr zu befinden.  

Da es sich um gleichartige bzw. identische Waren handelt, ist ein strenger 

Massstab anzulegen und die angefochtene Marke muss sich umso stärker 

von der Widerspruchsmarke abheben. Zwar unterscheiden sich die beiden 

Zeichen insofern, als das angefochtene Zeichen "Prinzenhaus" länger ist 

und die Widerspruchsmarke durch den Zeichenbestandteil "-enhaus" er-

gänzt wird. Dieser zusätzliche Bestandteil bezieht sich jedoch grammatika-

lisch direkt auf das integral übernommene und auch in diesem Zeichen 

schwachen Zeichenbestandteil "Prinz" und stellt einen Bezug zu diesem 

her. Diese Abweichung genügt vorliegend bei normaler Aufmerksamkeit 

der massgeblichen Verkehrskreise nicht, um eine Verwechslungsgefahr 

auszuschliessen. Die Verwechslungsgefahr ist daher zu bejahen. 

Die Beschwerde ist daher abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu 

bestätigen.  

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten- 

und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die 

Gerichtsgebühr bemisst sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsa-

che, Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien (Art. 63 

Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 des Reglements über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 

[VGKE, SR 173.320.2]). Dafür ist im Beschwerdeverfahren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht ein Streitwert zu veranschlagen (Art. 4 VGKE), wo-

bei im Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse des Widerspre-

chenden an der Löschung beziehungsweise jenes der Widerspruchsgeg-

nerin am Bestand der angefochtenen Marke zu veranschlagen ist. Bei eher 

unbedeutenden Zeichen wird praxisgemäss ein Streitwert zwischen 

Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen (BGE 133 III 492 E. 3.3 "Tur-

binenfuss [3D]"). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden Ver-

fahren auszugehen, da keine Anhaltspunkte vorliegen, die für einen höhe-

ren oder niedrigen Wert der strittigen Marke sprechen. Im Ergebnis recht-

fertigt es sich daher, die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf Fr. 4'500.– 

festzulegen. Dieser Betrag wird der Beschwerdeführerin auferlegt.  

B-3072/2021 

Seite 14 

9.  

Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder 

auf Antrag eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen kos-

ten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Parteientschädigung 

umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Aus-

lagen der Partei und ist anhand der eingereichten Kostennote oder, falls 

keine solche eingereicht wurde, aufgrund der Akten festzulegen (Art. 8 

VGKE). Die Beschwerdegegnerin hat keine Honorarnote eingereicht. An-

hand des aktenkundigen Aufwands bei einem prägnanten und einfachen 

Schriftenwechsel im Beschwerdeverfahren erscheint eine von der Be-

schwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin zu zahlende Parteientschä-

digung von Fr. 1'200.– als angemessen.  

10.  

Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht offen 

(Art. 73 BGG). Das Urteil ist daher mit Eröffnung rechtskräftig.  

  

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Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen und die angefochtene Verfügung wird 

bestätigt.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'500.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt und dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-

nommen. 

3.  

Der Beschwerdegegnerin wird zulasten der Beschwerdeführerin für das 

Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.– zugespro-

chen.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 

und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David Aschmann Katherina Schwendener 

 

 

Versand: 19. April 2022 

  

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Seite 16 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben;  

Beilagen: sämtliche Beilagen zurück) 

– die Beschwerdegegnerin (Einschreiben;  

Beilagen: sämtliche Beilagen zurück) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 101736; Einschreiben,  

Beilagen: Vorakten zurück)