# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92f9967d-e248-5191-a491-0fd0f9999241
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.10.2020 720 20 184/235
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-184-235_2020-10-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 8. Oktober 2020 (720 20 184 / 235) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente; voller Beweiswert eines polydisziplinären externen Verwaltungsgutachtens 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber i.V. Stefan A. Buchwal-
der 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Michelle Wahl, Advoka-
tin, Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Die 1971 geborene A.____ ist gelernte Damenschneiderin und meldete sich bereits 
1996 erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. 
Damals finanzierte ihr die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) unter anderem berufliche Mass-
nahmen in Form einer Umschulung im kaufmännischen Bereich, da sie den Schneiderberuf 
aufgrund eines allergischen Asthma bronchiale aufgeben musste. Mit Verfügung vom 21. Juli 
1999 stellte die IV-Stelle fest, dass die Versicherte beruflich angemessen eingegliedert sei und 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

weitere Massnahmen beruflicher Art nicht notwendig seien. Das Begehren um berufliche Ein-
gliederungsmassnahmen wurde deshalb abgeschrieben. 
 
A.2 Mit Gesuch vom 24. September 2008 meldete sich A.____ erneut bei der IV an und be-
antragte unter Hinweis auf Schwindel, allergisches Asthma, Schlafprobleme, Atemprobleme 
sowie psychische Einschränkungen Massnahmen für die berufliche Eingliederung. Nach ge-
sundheitlichen, erwerblichen und haushalterischen Abklärungen sowie nach Einholung eines 
monodisziplinären Gutachtens bei Dr. med. Dipl.-Psych. B.____, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, und eines polydisziplinären Gutachtens bei der Academy of Swiss Insurance 
Medicine (asim) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 10. Februar 2016 eine 
ab 1. August 2008 bis 31. Januar 2009 befristete Viertelsrente zu. Hiergegen erhob A.____, 
vertreten durch Michelle Wahl, Advokatin, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Das Kantonsgericht wies die Angelegen-
heit mit Urteil vom 6. Oktober 2016 mit dem Hinweis an die Vorinstanz zurück, dass diese zu-
nächst den Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen zu beurteilen habe. Danach 
sei eine neue Verfügung zu erlassen und erst hernach über den Anspruch auf eine Rente zu 
entscheiden. 
 
A.3 Mit der Versicherten wurden in der Folge berufliche Massnahmen in Form eines Bewer-
bungscoachings im Zeitraum vom 4. Dezember 2017 bis 9. Februar 2018 durchgeführt. Da die 
Versicherte subjektiv von einer maximalen Arbeitsfähigkeit von 50 % ausging, wurde das 
Coaching aufgrund der bestehenden Auslastung und einer möglichen gesundheitlichen Ver-
schlechterung vorzeitig beendet. Nach Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung 
durch die Swiss Medical Assessment- and Business-Center AG Bern (SMAB) wurde A.____ mit 
Vorbescheid vom 4. September 2019 die vorgesehene Zusprache einer befristeten Viertelsren-
te ab 1. August 2008 bis 28. Februar 2009 mitgeteilt, wogegen die Versicherte Einwand erhob. 
Mit Verfügung vom 17. März 2020 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Michelle Wahl, am 14. Mai 2020 Be-
schwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, die Verfügung der IV-Stelle vom 17. März 
2020 sei aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. August 2008 eine Dreiviertelsrente auszu-
richten. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung von weiteren medizinischen Abklärungen, 
insbesondere zur Anordnung einer unabhängigen rheumatologischen, neurologischen und psy-
chiatrischen Begutachtung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen; alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung brach-
te sie im Wesentlichen vor, dass auf das Gutachten der SMAB nicht abgestellt werden könne, 
da dieses die Einschätzungen des behandelnden Psychiaters keiner eingängigen Diskussion 
unterziehe und auch in seinen Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar sei. Auch seien ver-
schiedene Punkte des von der IV-Stelle vorgenommenen Einkommensvergleichs zu beanstan-
den. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Juni 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitgegenstand und somit vorliegend zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdefüh-
rerin über die mit der angefochtenen Verfügung gewährte Rentenleistung hinaus Anspruch auf 
eine Invalidenrente hat. Strittig in diesem Zusammenhang ist insbesondere, in welchem Aus-
mass sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie 
zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe 
Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % 
invalid ist. 
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, 
im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich be-
rücksichtigt. Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objek-
tiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 30 E. 1). 
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in einem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig 
sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die 
Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mas-
se sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; 
Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei versicherten Personen, die nur zum Teil erwerbstätig sind, bestimmt 
sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich 
ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird (vgl. Art. 28a Abs. 1 und 2 IVG i.V.m. Art. 16 
ATSG). Die Invalidität ergibt sich unter Anwendung der gemischten Methode aus der Addierung 
der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG 
i.V.m. Art. 27bis Abs. 2 IVV; BGE 130 V 396 E. 3.3; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 
18. Januar 2017, 9C_399/2016, E. 4.1.1 und vom 9. Juli 2012, 9C_406/2011, E. 5.2, in: SVR 
2012 IV Nr. 53 S. 192). 
 
3.4 Bei der rückwirkenden stufenweisen Rentenzusprache richtet sich der Zeitpunkt einer 
Rentenheraufsetzung, -herabsetzung oder -aufhebung ausschliesslich nach Art. 88a der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 (BGE 106 V 17 E. 3a, 109 
V 128 E. 4b; vgl. auch BGE 133 V 70 E. 4.3.4 mit Hinweis). Nach dieser Bestimmung ist die 
anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Her-
absetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem an-
genommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall 
zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Art. 88a IVV konkretisiert damit die Dauer und In-
tensität, welche eine Sachverhaltsänderung aufweisen muss, um revisionsrechtlich relevant zu 
werden (BGE 133 V 70 E. 4.3.3). Auf die Einräumung der Wartedauer von drei Monaten bis zur 
Aufhebung der Rente ist dabei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur in Ausnahmefäl-
len zu verzichten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2019, 8C_36/2019, E. 5, vom 
30. September 2016, 8C_232/2016, E. 4.3 und vom 6. Oktober 2011, 9C_603/2010, E. 4.2). 
Dabei bezweckt Art. 88a IVV, dass kurzfristige Änderungen leistungsbegründender Faktoren 
keine revisionsweise Anpassung auslösen können sollen, da einer in Rechtskraft erwachsenen 
Leistungszusprache schon im Hinblick auf die Rechtssicherheit eine gewisse Beständigkeit zu-
erkannt werden muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. September 2016, 8C_232/2016, 
E. 4.1 mit Hinweisen). 
 
4.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 E. 5.3 und 6). Im 
Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden kommt belastenden psychosozia-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

len Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu. Ein invalidisierender 
Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in 
jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich 
beeinträchtigt (BGE 127 V 299 E. 5a; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 
2011, 8C_302/2011, E. 2.5.1, in: SVR 2012 IV Nr. 22 S. 96). Für die Belange der Invalidenver-
sicherung ist jedoch grundsätzlich nicht die (psychiatrische) Diagnose an sich, sondern vielmehr 
die sozialpraktische Auswirkung der Erkrankung, mithin die Beurteilung der hieraus resultieren-
den Verminderung der Arbeitsfähigkeit, massgebend (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 
23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2 und vom 27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.4).  
Massgebend ist in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der 
Symptomatik (BGE 136 V 281 E. 3.2.1; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 31. Januar 
2020, 8C_647/2019, E. 4.1, vom 28. Juni 2018, 9C_273/2018, E. 4.2, in: SVR 2018 IV Nr. 76 
S. 251 und vom 15. März 2016, 9C_634/2015, E. 6.1, in: SVR 2017 IV Nr. 5 S. 12). Die psychi-
atrische Begutachtung kann dabei von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen; 
sie eröffnet der sachverständigen Person deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, 
innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen einer de 
lege artis durchgeführten Exploration zu respektieren sind (BGE 145 V 365 E. 4.1.2, vgl. auch 
Urteile des Bundesgerichts vom 21. Februar 2017, 9C_338/2016, E. 5.5, in: SVR 2017 IV Nr. 49 
S. 148, und vom 15. März 2016, 9C_634/2015, E. 6.1, in: SVR 2017 IV Nr. 5 S. 12). 
 
4.2 Des Weiteren sind bei de lege artis diagnostizierten psychischen Erkrankungen wie 
depressiven Störungen (BGE 143 V 416, E. 4.5.2, 141 V 285 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundes-
gerichts vom 1. Februar 2018, 8C_300/2017, E. 4.1.4.2) für die einzelfallweise Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren (Beweisthemen und Indizien) beachtlich, die es – 
unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren wie auch von 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver-
mögen einzuschätzen (BGE 141 V 297 E. 4; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 11. Mai 
2020, 9C_765/2019, E. 4.2 und vom 25. Juni 2018, 8C_74/2018, E. 2.2). Entscheidend ist da-
bei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung ihres Leidens, ob es der leistungsbean-
spruchenden, materiell beweisbelasteten versicherten Person gelingt, auf objektivierter Beurtei-
lungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu er-
bringen (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 296 E. 3.7.2; vgl. auch Urteil des 
Bundesgerichts vom 1. Februar 2018, 8C_300/2017, E. 4.1.4.2). Medizinisch-psychiatrisch nicht 
begründbare Selbsteinschätzungen und -limitierungen sind nicht als invalidisierende Gesund-
heitsbeeinträchtigungen anzuerkennen (BGE 141 V 295 E. 3.7.1). Der Rechtsanwender prüft 
die medizinischen Angaben frei darauf hin, ob die Ärzte sich insbesondere an die massgeben-
den normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob respektive in welchem Umfang 
die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit 
schliessen lassen (BGE 145 V 364 E. 3.2.2, 144 V 54 E. 4.3, 143 V 427 E. 6; vgl. auch Urteil 
des Bundesgerichts vom 7. Februar 2020, 8C_423/2019, E. 3.2.2). 
 
4.3 Das Bundesgericht hat die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Er-
krankungen beachtlichen Standardindikatoren wie folgt systematisiert: Der erste Indikatoren-
Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. Darunter sind die Ausprägung der 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -
resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffenden 
Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstruktur 
gefragt, und es sind die persönlichen Ressourcen des Versicherten zu eruieren. Im dritten Indi-
katoren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “Sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressour-
cen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist 
schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen verhaltensbezogene Kategorien wie die 
Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren 
Lebensbereichen und eines behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen 
Leidensdrucks (BGE 141 V 281 E. 4). 
 
5.1 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung 
und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenen-
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärz-
tin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weite-
ren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 
mit Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob 
die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 
122 V 160 E. 1c; ALFRED BÜHLER, Versicherungsinterne Gutachten und Privatgutachten, in: 
Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialver-
sicherung, St. Gallen 1997, S. 179 ff.). Wichtigste Grundlage für de lege artis getätigte gut-
achterliche Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die kli-
nische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 4. November 2019, 9C_517/2019, E. 3.3.3, vom 
5. September 2019, 8C_270/2019, E. 4.1.2, und vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1, 
in: SVR 2016 IV Nr. 53 S. 179). 
 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren 
Hinweisen). Solche Indizien können sich aus dem Gutachten selber ergeben (z.B. innere Wi-
dersprüche, mangelnde Nachvollziehbarkeit) oder auch aus Unvereinbarkeiten mit anderen 
ärztlichen Stellungnahmen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 3. März 2015, 8C_872/2015, 
E. 4.2.1 und vom 29. Oktober 2014, 9C_49/2014, E. 4.1). In Bezug auf Berichte von behan-
delnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese 
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 
Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 470 E. 4.5, 125 V 351 
E. 3b/cc; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2020, 8C_60/2020, E. 4.3). 
 
5.4 Um feststellen zu können, in welchem Mass eine versicherte Person im Haushalt zu-
folge ihrer gesundheitlichen Beschwerden eingeschränkt ist, ist nicht die medizinisch-
theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in 
der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was grundsätzlich einer Abklärung vor Ort 
bedarf (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; BGE 130 V 99 E. 3.3.1 unter Hinweis auf 
Rz. 3081 ff. des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen über Invalidität 
und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] vom 1. Januar 2015, Stand am 1. Juli 
2020; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 6. September 2017, 9C_373/2017, E. 3.1). Die 
Abklärung erstreckt sich im Haushalt auch auf den zumutbaren Umfang der Mithilfe von Fami-
lienangehörigen, welche im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und 
weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung 
(BGE 133 V 509 E. 4.2; vgl. auch die Urteile des Bundesgerichts vom 7. Januar 2020, 
8C_748/2019, E. 5.1 und vom 16. Juli 2019, 9C_11/2019, E. 6.1). Nach der Rechtsprechung 
stellen die entsprechenden Abklärungsberichte grundsätzlich eine geeignete und im Regelfall 
genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung im Haushalt dar (vgl. Urteile des Bundes-
gerichts vom 12. Juli 2018, 9C_671/2017, E. 4.2 und vom 5. September 2011, 9C_201/2011, 
E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86); insbesondere auch im Hinblick auf die Bemessung einer 
psychisch bedingten Invalidität (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2014, 8C_817/2013, 
E. 5.1). Bei der Abklärung vor Ort handelt es sich dabei nicht um ein Gutachten nach Art. 44 
ATSG (BGE 140 V 550 E. 3.2.3). Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts ist vielmehr 
wesentlich, dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und 
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein-
trächtigungen und Behinderungen hat. Die Angaben der versicherten Person sind zu berück-
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Abklärungsbericht aufzuzeigen 
sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der ein-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen 
Angaben stehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Januar 2020, 8C_748/2019, E. 5.2, 
vom 12. Juli 2018, 9C_671/2017, E. 4.2 und vom 1. März 2017, 9C_701/2016, E. 4.2). 
 
5.5 Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person im sozialversicherungs-
rechtlichen Verfahren ist die Beweismaxime einschlägig, wonach die sogenannten spontanen 
„Aussagen der ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere 
Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs-
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstel-
lung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Ereignis oder bei 
der ersten Abklärung macht, regelmässig grösseres Gewicht zu, als jenen nach Kenntnis einer 
ablehnenden Verfügung des Versicherungsträgers (BGE 143 V 174 E. 5.2.2, 121 V 47 E. 2a, 
115 V 143 E. 8c; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2020, 8C_723/2019, 
E. 5.1). Diese Beweismaxime gilt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung insbesondere im 
Zusammenhang mit der Würdigung von Haushaltabklärungsberichten (vgl. Urteile des Bundes-
gerichts vom 28. Juni 2019, 9C_161/2019, E. 5.4.3, in: SVR 2020 IV Nr. 8 S. 32, vom 
17. August 2018, 9C_481/2018, E. 3.2.1 und vom 17. Oktober 2016, 9C_926/2015, E. 4.2.4, in: 
SVR 2017 IV Nr. 2 S. 3). 
 
6.1 Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungs-
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder 
zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die-
se bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 
bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten 
Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo-
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 
IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfäl-
lige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähig-
keiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichti-
gen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung 
entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 
(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 30 E. 2.3, 141 V 20 E. 3.1, 137 V 338 E. 3.2; vgl. 
auch Urteile des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2019, 8C_591/2019, E. 2.3, vom 
16. Dezember 2019, 8C_571/2019, E. 3.2, und vom 20. August 2019, 8C_133/2019, E. 4.1). 
 
6.2 Liegt ein Wechsel des Status – voll-, teil- oder nichterwerbstätig – und damit ein Wech-
sel der Methodenwahl vor, ist diese Wahl auf ihre Verfassungs- und Konventionskonformität in 
Bezug auf das Diskriminierungsverbot von Art. 8 i.V.m. Art. 14 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 respektive von Art. 8 
Abs. 2 i.V.m. Art. 14 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 
18. April 1999 zu überprüfen. Hierzu hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest-
gehalten (vgl. Urteil des EGMR vom 2. Februar 2016, Requête n°7186/09, Di Trizio contre la 
Suisse, § 94 ff.), dass diese Konformität nicht gegeben sei in Situationen, in welchen einerseits 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die von der versicherten Person getroffenen Dispositionen – teilweise Aufgabe der Erwerbstä-
tigkeit infolge der Geburt von Kindern – die alleinige Grundlage des Statuswechsels bilden und 
andererseits aus der Änderung der Invaliditätsbemessungsmethode – Anwendbarkeit der ge-
mischten statt der Einkommensvergleichsmethode – die revisionsweise Aufhebung oder Herab-
setzung der Invalidenrente resultiert (BGE 144 I 26 E. 4.2, 143 I 64 E. 3.3.4, 143 I 58 E. 4.1; vgl. 
auch Urteile des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 9C_525/2016, E. 4.1, in: SVR 2017 IV 
Nr. 52 S. 156, und vom 25. Januar 2017, 9C_473/2017, E. 4, in: SVR 2017 IV Nr. 31 S. 90). 
Das besagte Urteil des EGMR hat jedoch nichts daran geändert, dass die gemischte Methode 
ausserhalb der vorangehend beschriebenen Konstellation weiterhin Anwendung finden kann. 
Zu denken ist dabei an eine erstmalige Rentenzusprache bei einer versicherten Person, die 
bereits vor der Rentenprüfung einer Teilerwerbstätigkeit nachgegangen respektive während des 
massgebenden Beurteilungszeitraums als teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich zu qualifizieren 
ist (BGE 143 I 60 E. 4.4, vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017, 
9C_553/2017, E. 6.1, vom 6. November 2017, 8C_157/2017, E. 3.3 und 3.5, in: SVR 2018 IV 
Nr. 7 S. 25, und vom 21. März 2017 9C_615/2016 E. 5.2, in: SVR 2017 IV Nr. 53 S. 160). 
 
6.3 Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurtei-
lung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichti-
gen hat. Derlei ist einer direkten Beweisführung wesensgemäss nicht zugänglich und muss in 
aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer Gesche-
hensabläufe stellt eine Tatfrage dar, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin 
auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. 
Ebenso sind Feststellungen über innere oder psychische Tatsachen Tatfragen, wie beispiels-
weise was jemand wollte oder wusste (BGE 144 I 31 E. 2.4; vgl. auch Urteile des Bundesge-
richts vom 23. Dezember 2019, 8C_591/2019, E. 2.3, vom 16. Dezember 2019, 8C_571/2019, 
E. 3.2, vom 31. Oktober 2019, 8C_422/2019, E. 5.2). 
 
7. Der strittigen Angelegenheit liegen zahlreiche ärztliche Unterlagen zu Grunde. Im Fol-
genden sollen jedoch lediglich diejenigen Berichte und Gutachten wiedergegeben werden, wel-
che sich für den Entscheid als zentral erweisen. 
 
7.1 In seinem Bericht vom 21. August 2002 stellte Dr. med. C.____, FMH Neurologie, bei 
der Patientin rezidivierende Schwindelbeschwerden bei leichtem Cervicalsyndrom mit cer-
vicogener Schwindelkomponente und bei funktioneller Überlagerung bei psychosozialer Belas-
tungssituation fest. Anamnestisch seien von der Patientin rezidivierend auftretende sekunden-
dauernde Schwindelsensationen seit Januar 2002 geklagt worden, wobei es sich anfänglich 
hauptsächlich um einen Dreh-, später auch um einen Schwankschwindel gehandelt habe. Den 
Schwindelanfällen würden regelmässig Kopfschmerzen mit beidseitigem frontotemporalem Ma-
ximum folgen, welche teils cervicogen bedingt seien und teils als Spannungskopfschmerzen 
imponieren würden. Zudem beklage die Patientin ebenfalls seit einem halben Jahr auch Na-
ckenschmerzen. In seiner neurologischen Befunderhebung habe er keine grobe Pathologie der 
Hirnnerven erkennen können. Auch sei die Halswirbelsäule der Patientin gut beweglich, wobei 
die Endstellungen jedoch leicht schmerzhaft seien und mit flüchtiger Schwindelprovokation ein-
hergingen. Der Unterberger Tretversuch habe ein inkonstantes Rechtsabweichen gezeitigt, wo-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

bei dieses nicht mit Sicherheit signifikant sei. Der übrige neurologische Status werde als unauf-
fällig beurteilt. Aus neurologischer Sicht würden sich keine Hinweise auf ein zentral-vestibuläres 
Geschehen respektive auf eine Hirnstamm-Funktionsstörung finden lassen. Auch eine oto-
rhino-laryngologische Abklärung bei Dr. med. D.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, habe kei-
ne Anhaltspunkte für eine periphere Vestibulopathie ergeben. 
 
7.2 Am 13. Dezember 2007 diagnostizierte Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie, bei der Patientin eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) bei akzentuier-
ten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1). Sie leide unter gedrückter Stimmung, Konzentrati-
onsstörungen, Erschöpfung, Freudlosigkeit, Müdigkeit und Schlafstörungen. Sie sei oftmals von 
Schuldgefühlen, Verunsicherung, Ärger und Wut, Hoffnungslosigkeit und Gefühlen des Ausge-
liefertseins und der Aussichtslosigkeit gequält. Wiederholt sei es zu Überforderungs- und Ver-
zweiflungszuständen mit massiver Niedergeschlagenheit gekommen; zudem leide sie unter 
Schwindelattacken und allergischen Beschwerden. Sie lebe in dauernder Auseinandersetzung 
mit ihrem Ehemann, von welchem sie getrennt lebe. Es bestehe seit der Kindheit ein ausge-
sprochen schlechtes Verhältnis mit ihrem Vater und auch mit ihrer Mutter habe sie derzeit 
Streit. Auch am Arbeitsplatz würden Auseinandersetzungen, Kritik sowie eine drohende Kündi-
gung derzeit zu einer Verschlechterung des Zustandes der Patientin führen. Vom 1. Oktober 
2007 bis zum 26. Oktober 2007 habe sie sich zudem wegen zunehmender Erschöpfung und 
Überforderung bei der Betreuung und Fürsorge zusammen mit ihrem Sohn in der Klinik X.____, 
stationär behandeln lassen. Er empfehle eine integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische 
Behandlung und Begleitung. Eine Einschätzung, wann die Patientin wieder in der angestamm-
ten Tätigkeit arbeitsfähig sein werde, sei ihm jedoch nicht möglich. 
 
7.3 In seinem Bericht vom 20. Juli 2008 verwies Dr. E.____ zunächst darauf, dass er nach 
seiner Mitteilung vom 13. Dezember 2007 ab dem 1. Mai 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % 
für zwei bis drei Monate festgestellt habe. Der Gesundheitszustand der Patientin habe sich aber 
wider Erwarten nicht gebessert. Vielmehr sei diese von ihrem Ehemann schwanger geworden 
und habe – aufgrund einer zunehmenden Depression – in der Folge einen Schwangerschafts-
abbruch vornehmen lassen müssen. Aus diesem Grund habe er der Patientin zur vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz nun auch eine weiterhin andauernde Arbeitsunfä-
higkeit von 50 % bis zum 18. August 2008 attestiert. 
 
7.4 Mit handschriftlichem Bericht vom 3. November 2008 stellte Dr. med. F.____, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode 
sowie einer sozialen Phobie. In seiner Befunderhebung verzeichnete er eine bewusstseinsklare, 
allseits orientierte Patientin. Sie sei im Affekt deprimiert, mit verminderter Schwingungsfähigkeit, 
Lust- und Freudlosigkeit. Subjektiv beständen zudem Konzentrationsstörungen. Bisher seien 
regelmässige psychotherapeutische Sitzungen in Form einer kognitiven Verhaltenstherapie 
durchgeführt worden. Hierdurch habe die Patientin ihre Depression überwinden können. Die 
Patientin sei denn auch in ihrem privaten und beruflichen Leben nicht mehr beeinträchtigt, wes-
halb er ab dem 1. November 2008 der Patientin aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit 
von 100 % attestiere. Er empfehle einzig eine Weiterführung der psychotherapeutischen Be-
handlung der sozialen Phobie. 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.5 Im Bericht vom 11. November 2008 teilte Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere 
Medizin, mit, dass bei der Patientin rezidivierende mittelschwere depressive Episoden, eine 
bronchiale Hyperreagibilität sowie ein Status nach rezidivierenden Lumboischialgien beständen. 
Hinsichtlich der Feststellung einer relevanten Arbeitsunfähigkeit verwies er auf die anamnesti-
schen Angaben der Patientin, wonach diese von Dr. F.____ seit dem 1. August 2007 zu 50 % 
arbeitsunfähig geschrieben sei. Aus seiner rein internistischer Sicht, so Dr. G.____ weiter, sei 
die Patientin jedoch während dem letzten Jahr nie krankgeschrieben worden, weshalb er nicht 
ausführlicher zum jetzigen Leiden Stellung nehmen könne. 
 
7.6 Am 29. Januar 2009 stellte Dr. F.____ in seinem Bericht die Diagnosen eines psycho-
genen Schwindels im Rahmen sonstiger somatoformer Störungen (ICD-10 F45.8), einer länge-
ren depressiven Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21), einen beste-
henden Ehekonflikt (ICD-10 Z63.0) sowie das Vorhandensein unsicher-vermeidender Persön-
lichkeitszüge fest. In seiner Befunderhebung verzeichnete er erneut eine bewusstseinsklare, 
allseits orientierte Patientin. Es hätten sich Hinweise auf leichte bis mittelgradige kognitive und 
mnestische Defizite ergeben, wobei der formale Gedankengang kohärent sei. Es beständen 
keine Anzeichen für Wahnerleben, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Die Stimmung sei leicht 
deprimiert bei erhaltener Schwingungsfähigkeit, es beständen allerdings Lust- oder Freudlosig-
keit. Zudem sei eine Selbstwertproblematik vorhanden. Der Antrieb sei leicht reduziert ohne 
Morgentief. In Stresssituationen trete ein Schwindelgefühl auf. Es beständen jedoch keine Hin-
weise auf Suizidalität sowie Ein- oder Durchschlafstörungen. Die Patientin sei deshalb aus psy-
chiatrischer Sicht für alle Tätigkeiten zu 30 % arbeitsunfähig, wobei eine vollständige Arbeitsfä-
higkeit durch berufliche Massnahmen erreichbar erachtet werde. 
 
7.7 In seinem Gutachten vom 31. Dezember 2009 verzeichnete Dr. B.____ eine bewusst-
seinsklare und -helle sowie zu allen Qualitäten voll orientierte Patientin, deren Aufmerksamkeit 
während der Dauer des Gesprächs aufrecht erhalten werden könne und deren Konzentration 
und Auffassungsgabe ungestört seien. Im formalen Gedankengang sei sie geordnet und nicht 
verlangsamt, jedoch deutlich eingeengt auf die erlebten körperlichen Beschwerden. Ihre Grund-
stimmung sei leicht gedrückt, nicht labil, nicht dysphorisch, wobei die affektive Modulationsfä-
higkeit leicht vermindert sei. Hinweise auf eine akute oder latente Suizidalität oder eines Ge-
fühls von Lebensüberdruss hätten sich nicht gezeigt. Eine Aggravation oder Simulation würden 
nicht vorliegen. In der psychometrischen Untersuchung erzielte die Patientin auf der Hamilton 
Depressionsskala (HAMD) 12 Punkte und auf der Montgomery Asberg Depression Rating Scale 
(MADRS) 15 Punkte, was jeweils einem leichtgradig depressiven Syndrom entspreche. 
Dr. B.____ stellte in der Folge die Diagnosen einer leichtgradig ausgeprägten depressiven Epi-
sode mit einem ausgeprägten somatischen Syndrom im Rahmen einer depressiven Entwick-
lung (ICD-10 F32.01), einer somatoformen autonomen Funktionsstörung des kardiovaskulären 
Systems, des muskuloskelletalen Systems und des intestinalen Systems (ICD-10 F45.30, 
F45.40, F45.31 und F45.32) und eine akzentuierte Persönlichkeit mit dependenten und selbst-
unsicheren Anteilen (ICD-10 Z73.1). Die für die Arbeitsfähigkeit relevante leichtgradig depressi-
ve Episode mit somatischem Syndrom ergebe sich dabei aus einer gedrückten Stimmungslage, 
ausgeprägter Erschöpfbarkeit, Interesseminderung, Schlafstörungen, Insuffizienz- und leichten 
Schuldgefühlen, deutlicher Irritierbarkeit und Verunsicherung sowie einer leichten Verminderung 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der emotionalen Reagibilität. Der Umstand, dass die Erschöpfung in erster Linie beschwerde-
verursacht sei, spreche gegen eine neurasthene oder pseudoneurasthene Symptomatik. Die 
anamnestisch verzeichnete diffuse Schmerzproblematik mit wandernden Schmerzen in Schulter 
und Ellenborgen sowie in Hand-, Finger-, Hüft-, Knie-, Fuss- und Zehengelenken sei organisch 
nicht nachweisbar und trete auch unabhängig von ängstlichen Zuständen im Sinne einer phobi-
schen oder Panikstörung auf. Der von der Patientin überdies beschriebene Schwindel sei am 
ehesten als Symptom im Rahmen der somatoformen Gesamtproblematik zu beurteilen. Er sehe 
deshalb bei der Patientin eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 20 % ab Ende Januar 
2009, wobei berufliche Massnahmen – insbesondere eine Arbeitserprobung mit Feststellung 
des (auch fachlichen) Ressourcen- und Belastungsprofils – hinsichtlich einer Verbesserung er-
folgsversprechend seien. Zudem empfehle er eine psychotherapeutische Behandlung, insbe-
sondere zum Erlernen von Strategien der Beschwerdebewältigung. 
 
7.8 Mit Stellungnahmen vom 18. Januar 2010, vom 11. Juni 2010 sowie vom 23. Juli 2010 
verzeichnete Dr. med. H.____, FMH Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, zertifizierter medizi-
nischer Gutachter SIM, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), Diskrepanzen zwischen der Ein-
schätzung des Gutachters und den Angaben der behandelnden Ärzte, der Patientin sowie de-
ren Arbeitgeber. So werde die Arbeitsfähigkeit der Patientin während ihrer stationären psychiat-
rischen Behandlung vom 1. Oktober 2007 bis zum 26. Oktober 2007 weiterhin mit 50 % ange-
geben. Dies sei jedoch nicht nachvollziehbar. Er schlage vielmehr vor, dass von Juli 2007 bis 
Ende Dezember 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, von Januar 2008 bis Ende Oktober 
2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, von November 2008 bis Ende Januar 2009 eine volle 
Arbeitsfähigkeit und ab Februar 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % anzuerkennen sei. 
 
7.9 Mit Arztbericht vom 15. September 2011 stellte Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, die psychiatrische Verdachtsdiagnose einer rezidivierenden depressiven Stö-
rung seit 2000, gegenwärtig remittiert respektive unter Behandlung (ICD-10 F33.4) mit chro-
nisch anhaltenden Schwindelgefühlen und Verdacht auf Panikattacken (ICD-10 F41.0) bei 
chronischen Eheproblemen (ICD-10 Z63.0), Problemen mit Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56), Prob-
lemen mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z59) und ungenügender familiärer Unterstüt-
zung (ICD-10 Z63.2) sowie einer Schlangenphobie (ICD-10 F40.2). Anamnestisch sei ein Wie-
derauftreten massiver Schwindelgefühle vor allem bei Stress- und Belastungssituationen – mit 
Verstärkung durch Drehbewegungen des Kopfes, Manipulationen am Nacken oder Lärm – zu 
verzeichnen. Hinzu komme wiederholt eine affektiv depressive Stimmung ohne Hinweise auf 
Suizidgedanken. Er empfehle eine Fortsetzung des eingeschlagenen Settings in Form von 
zweiwöchentlichen psychoanalytisch und verhaltenstherapeutisch orientierten Gesprächen so-
wie zusätzliche Unterstützung bei der Wiedereingliederung respektive Jobsuche. Die verbliebe-
ne Restarbeitsfähigkeit der Patientin sei schwierig zu quantifizieren und hänge von ihrer Tages-
form ab, weshalb eine detaillierte arbeitsmedizinische Abklärung in einer spezialisierten Institu-
tion angezeigt sei. Es bestehe eine allgemeine psychosoziale Überforderungssituation, wobei 
durch die kontinuierliche Behandlung der IV-fremden Belastungsfaktoren auch die Arbeitsfähig-
keit der Patientin wieder gesteigert werden könne. Eine angepasste Tätigkeit müsse einen ruhi-
gen Arbeitsplatz ohne somatische oder emotionale Stressfaktoren beinhalten. 
 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.10 Am 22. September 2011 wiederholte Dr. G.____ in seinem Bericht zu Handen der IV-
Stelle, dass bei der Patientin – gestützt auf die früheren Berichte von Dr. F.____ – eine rezidi-
vierende mittelschwere depressive Episode mit starker Somatisierungstendenz bestehe. Anam-
nestisch lägen zudem Schlafstörungen, Antriebslosigkeit sowie diffuse Schmerzen am ganzen 
Körper vor. Die bisherigen internistischen Abklärungen hätten keine Hinweise auf eine schwer-
wiegende somatische Störung ergeben. Er selber habe sie in der Folge erstmals im Februar 
2011 aus medizinischer Sicht in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 50 % arbeitsunfähig erklärt. Er 
empfehle eine ergänzende medizinische Abklärung aufgrund der Komplexität der Beschwerden 
der Patientin. 
 
7.11 Mit Bericht vom 17. Oktober 2011 über seine magnetresonanztomographische (MRT) 
Untersuchung vom 14. Oktober 2011 stellte PD Dr. med. J.____, Facharzt für Radiologie, bei 
der Patientin eine generalisierte, insgesamt nicht sehr ausgeprägte degenerativ dehydratative 
Diskopathie der Halswirbelsäule ohne wesentliche Höhenminderung der Intervertebralräume, 
eine flache dorsomedial subligamentäre Herniation HWK 5/6 ohne erkennbare Affektion nerva-
ler Strukturen sowie eine flache, breitbasig dorsomedial subligamentäre Herniation HWK 6/7 mit 
linkslateral intraforaminaler kleiner Herniation und dort relevanter foraminaler Einengung fest. 
 

7.12.1 Am 22. Mai 2012 erstattete die asim Bericht über das bei ihr in Auftrag gegebene poly-
disziplinäre Gutachten. Im internistischen Teilgutachten von Dr. med. K.____, Facharzt für All-
gemeinmedizin und Arbeitsmedizin, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, wurden keine 
Diagnosen gestellt. 
 
7.12.2 Im neurootologischen Teilgutachten attestierte Prof. Dr. med. L.____, FMH Oto-Rhino-
Laryngologie, der Patientin einen mittelgradigen kompensierten Tinnitus beidseits sowie ein 
rezidivierendes Schwindel- respektive Unsicherheitsgefühl ohne Hinweise für eine peripher- 
oder zentralvestibuläre Funktionsstörung. In der neurootologischen Untersuchung habe sich 
dabei in Bezug auf die Schwindelbeschwerden ein unauffälliger oto-rhino-laryngologischer Sta-
tus gezeigt. Weder mit noch ohne Fixation hätten sich Nystagmen – mit Ausnahme einzelner 
Upbeat-Nystagmen in der Elektronystagmographie – auslösen lassen. Das (unauffällige) MRT 
des Neurokraniums wie auch die neurologische Untersuchung hätten jedoch keine pathologi-
sche Bedeutung der vereinzelten Upbeat-Nystagmen zutage fördern können. Aus oto-rhino-
laryngologischer Sicht sei die Patientin somit vollständig arbeitsfähig. 
 
7.12.3 Im psychiatrischen Teilgutachten stellte Dr. med. M.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, zertifizierter Arbeitsfähigkeitsassessor SIM und zertifizierter medizinischer Gutach-
ter SIM, die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, 
mit somatischem Syndrom (ICD-10 F.33.01) nach vorausgegangener Anpassungsstörung, die 
Verdachtsdiagnose einer nicht näher bezeichneten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.9) mit 
Zügen einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetyp bei multiplen nega-
tiven Erlebnissen in der Kindheit und Jugend, akzentuiert bei negativen Erlebnissen im Erwach-
senenalter, mit Differentialdiagnose einer akzentuierten Persönlichkeit (ICD-10 Z73), sowie die 
Verdachtsdiagnose einer anderen dissoziativen Störung (ICD-10 F44.8) mit Schwindelsyndrom. 
Im Psychostatus nach AMDP sei die Patientin dabei stets bewusstseinsklar und in allen Qualitä-

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ten angemessen orientiert gewesen und habe über 160 Minuten dem Gespräch aufmerksam 
folgen können. Gedächtnislücken oder Zeitgitterstörungen seien während des Gesprächs kaum 
aufgefallen. Während der Untersuchung sei sie weder dysphorisch noch euphorisch gewesen; 
ihre Stimmung erscheine jedoch modulationsfähig. So habe sie einmal während des Gesprächs 
geweint, habe auch mehrfach kurz gelacht und habe oft aufgehellter gewirkt. Dabei erfahre die 
Patientin insbesondere durch Cipralex eine Besserung, da dieses ihre Stimmung aufhelle und 
sie sich dadurch "dickhäutiger" fühle. Suizidgedanken oder Lebensüberdruss weise sie derzeit 
nicht auf, nachdem sie in der Jugend einen Suizidversuch aufgrund von Misshandlungen durch 
ihren Vater unternommen habe. Es bestehe bei der Patientin eine zirkadiane Besonderheit bei 
ausgeprägtem morgendlichen Stimmungstief. Dr. M.____ führt weiter aus, dass kein Nystag-
mus erkennbar und die Diadochokinese regelrecht sei. In der Beurteilung des ZNS-
Erfassungsbogens erkennt er eine lediglich geringe Wahrscheinlichkeit einer hirnorganischen 
Beteiligung an einer psychischen Störung. Auf der Hamilton Depression Rating Scale habe sie 
16 Punkte, entsprechend einer leichten Depression, erzielt. Im SCL-90-Fragebogen nach Dero-
gati habe sie sich nicht bis mittelgradig belastet gezeigt. Dr. M.____ erklärte, dass die depressi-
ve Störung unbestritten und in mehreren Berichten festgehalten sei, wobei von einer rezidivie-
renden Störung auszugehen sei. Die von Dr. F.____ gestellte Diagnose einer Anpassungsstö-
rung sei heute nicht mehr aufrechtzuerhalten und vielmehr in eine affektive Störung umzukodie-
ren. Auch die von selbigem attestierte soziale Phobie sei aufgrund der fehlenden Ausprägung 
nicht mehr als eigenständige Diagnose feststellbar. Eine akzentuierte Persönlichkeit, wie sie 
bereits von den Dres. E.____ und B.____ diagnostiziert wurde, sei hingegen überwiegend 
wahrscheinlich vorhanden. Die Schwindelproblematik sei schliesslich unter dem Krankheitsbild 
der dissoziativen Störung zu subsumieren. Der Patientin sei deshalb eine Arbeitsunfähigkeit 
von 30 % zu attestieren, da die angestammte Tätigkeit ein hohes Mass an Empathie, Frustrati-
onstoleranz, Team- und Multitaskingfähigkeit, Konzentrations- und Antizipationsfähigkeit, Ge-
dächtnisleistung sowie Exaktheit verlange. Eine angepasste Tätigkeit sollte die Vermeidung 
kognitiv anspruchsvoller und überfordernder Tätigkeiten sowie die Vermeidung intensiven 
stresserzeugenden Verkehrs mit Kundschaft und Mitarbeitenden beinhalten. Zudem sei den 
körperlichen Einschränkungen dadurch Rechnung zu tragen, dass keine Arbeiten über Boden 
und über Kopf sowie keine Zwangshaltungen des Kopfes ausgeführt werden müssen. Auch 
sollten regelmässige Arbeitszeiten mit vermehrtem Pausenbedarf veranschlagt werden; jeden-
falls aber keine Schichtzeiten. 
 
7.13 Mit Bericht vom 12. Dezember 2012 stellte die Neurologisch-Neurochirurgische Polikli-
nik des Spitals Y.____ bei der Patientin die anlässlich der Untersuchung vom 12. September 
2012 erhobenen Verdachtsdiagnosen einer vestibulären Migräne und allenfalls einer sensiblen 
C8-Radikulopathie links fest. Anamnestisch beschreibe sie episodischen, lage- und lagerungs-
unabhängigen Schwankschwindel sowie Kopfdruck von drückendem Schmerzcharakter, wel-
cher circa drei Mal pro Woche auftrete und von occipital bihemisphärisch bis in die Augen zie-
he. Zudem berichte sie von Photo- und Phonophobien. In der klinisch-neurologischen Untersu-
chung sei ein fingerperimetrisch intaktes Gesichtsfeld mit isokoren Pupillen und prompter Reak-
tion auf Licht zu beobachten. Es lägen leichte Hypästhesien V1 und V2, eine Hypästhesie des 
linken ulnaren Unterarms und der Dig. IV und V, sowie eine Hypästhesie im gesamten linken 
Bein vor. Ein am 19. September 2012 erstelltes MRT des Neurokraniums habe keine intraze-

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rebralen strukturellen Veränderungen ergeben. In der elektromyographischen Untersuchung 
vom 19. Oktober 2012 und der elektroneurographischen Untersuchung vom 23. November 
2012 habe sich kein Hinweis auf ein Sulcus-ulnaris-Syndrom ergeben; auch eine motorische 
Radikulopathie C8 links sei bei fehlendem akuten und chronischen Denervationszeichen in den 
betreffenden Muskeln nur wenig wahrscheinlich, jedoch nicht auszuschliessen. Es werde hin-
sichtlich der vestibulären Migräne eine schmerzmodulierende Therapie und die Führung eines 
Kopfschmerzenkalenders mit konsequenter Physiotherapie empfohlen. 
 
7.14 Am 22. Januar 2013 teilte Dr. G.____ der IV-Stelle die Diagnose einer rezidivierenden 
mittelschweren Depression mit starker Somatisierungstendenz, die Verdachtsdiagnosen einer 
vestibulären Migräne und einer sensiblen C8-Radikulopathie links sowie des bereits bekannten 
Asthmas bronchiale mit. Die Arbeitsunfähigkeit lasse sich weiterhin nicht genau eruieren und 
sollte angesichts der Komplexität der Symptome in einer interdisziplinären Abklärung begutach-
tet werden. 
 
7.15 Mit Bericht vom 1. Februar 2013 teilte die Neurologisch-Neurochirurgische Poliklinik 
des Spitals Y.____ die Ergebnisse der Verlaufskontrolle vom 18. Januar 2013 mit. Als Diagnose 
wurden ein episodischer Schwankschwindel, differentialdiagnostisch im Rahmen eines phobi-
schen Schwankschwindels oder einer vestibulären Migräne, sowie eine Hypästhesie im linken 
Unterarm und Handbereich, differentialdiagnostisch eine sensible C8-Radikulopathie oder eine 
Nervus ulnaris-Affektion festgehalten. Die Kopfschmerzen würden lediglich noch etwa einmal im 
Monat – nämlich im Zusammenhang mit dem starken Schwankschwindel – auftreten. Bei der 
diagnostizierten Migräne fehle es jedoch an einer eindeutigen Aura in anderen Qualitäten und 
auch die Kopfschmerzen würden für sich gesehen die Migränekriterien grundsätzlich nicht erfül-
len. Eine symptomatische Behandlung mit physiotherapeutischem Training und Dokumentation 
der Schwindel- und Kopfschmerzepisoden sei deshalb angezeigt. Hinsichtlich der Hypästhesie 
des linken ulnaren Unterarms und der linken ulnaren 2 Finger wurde verzeichnet, dass diese 
weiterhin vorhanden sei. Es hätten sich in der klinisch-neurologischen Untersuchung jedoch 
keine motorischen Defizite nachweisen lassen, weshalb auch hier eine konservative Behand-
lung empfohlen werde. Auf eine schmerzmodulierende Therapie werde, angesichts der bereits 
vorhandenen antidepressiven Medikation, verzichtet. 
 
7.16 Dr. H.____ stellte mit RAD-Stellungnahmen vom 3. April 2013 und vom 14. Oktober 
2013 klar, dass es der Patientin im Rahmen des gutachterlich erhobenen Befundes hinsichtlich 
des Schwindels an den typischen Schwindelsensationen fehle. Vielmehr beschreibe sie diesen 
als Kopfdruck, Benommenheitsgefühl, als Ameisenlaufen im Kopf, als Mühe mit dem Gleichge-
wicht, als Trance-Gefühl oder eine Art Vibration; zu keinem Zeitpunkt jedoch als eigentlichen 
Dreh- oder Schwankschwindel. Trotz umfassender neurootologischer Untersuchung durch 
Prof. L.____ habe – mit Ausnahme einzelner Upbeat-Nystagmen in der Elektronystagmogra-
phie – keinerlei organisches Korrelat für den geklagten Schwindel gefunden werden können. 
Auch dem elektronystagmographischen Befund komme keine pathologische Bedeutung zu, 
woraus die Gutachterin ableite, dass es weder eindeutige Anhaltspunkte für eine peripher-
vestibuläre noch für eine zentral-vestibuläre Funktionsstörung gäbe. 
 

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.17 Mit Bericht vom 10. Januar 2013 (recte: 2014) teilte die Neurologisch-Neurochirur-
gische Poliklinik des Spitals Y.____ mit, dass sie bei der Patientin aus neurologischer Sicht kei-
ne Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen könne. Die anamnestisch geklag-
ten permanenten Schwankschwindel- respektive intermittierenden Drehschwindelepisoden sei-
en in der klinisch-neurologischen Untersuchung nicht mit einem fokal-neurologischen Defizit 
nachgewiesen worden. Der chronische Schwindel sei am ehesten multifaktorieller Aetiologie, 
weshalb eine interdisziplinäre Begutachtung bei der asim empfohlen werde. 
 
7.18 In seinem Arztbericht vom 29. September 2014 – welchen er in den Berichten vom 
29. Juni 2016 und vom 26. Juli 2017 bestätigte – hielt Dr. I.____ die Diagnosen von rezidivie-
renden leichten bis schweren depressiven Störungen (seit circa 2008), aktuell remittiert (ICD-10 
F33.4) mit chronisch rezidivierenden Schwindelgefühlen (seit circa 2002) bei cervicaler Gefäss-
einengung links, chronischem Ehekonflikt (ICD-10 Z63.0), Problemen bei der Erziehung des 
Sohnes (ICD-10 Z62.8), ungenügender familiärer Unterstützung (ICD-10 Z63.2), Problemen mit 
der Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56) sowie chronischen finanziellen Schwierigkeiten (ICD-10 Z59) 
fest. Hinzu kommen die Diagnosen einer Spinnen- und Schlangenphobie (ICD-10 F40.2), einer 
generalisierten degenerativen Diskopathie der Halswirbelsäule mit dorsomedialen Herniationen 
HWK5/6 und HWK6/7 mit linkslateraler foraminaler Einengung, sowie des bereits bekannten 
polyallergischen Asthmas. In seinem ärztlichen Befund verzeichnete er keine Hinweise auf we-
sentliche Aufmerksamkeits-, Denk- oder Gedächtnisstörungen, Befürchtungen, Zwänge, Wahn-
vorstellungen oder Sinnestäuschungen. Anamnestisch würden die rezidivierenden (psycho-) 
somatischen Probleme der Luftwege, des Magendarmtraktes und die zum Teil massiven 
Schwindelgefühle und Kopfschmerzen zu starken Einschränkungen ihrer Konzentrationsfähig-
keit sowie zu Vergesslichkeit und einer allgemeinen Verlangsamung und Erschöpfung führen. In 
der Folge seien zudem wiederholte, unterschiedlich stark ausgeprägte depressive Episoden mit 
Verminderungen von Antrieb, Freude und Interesse, Überforderungsgefühlen, Ein- und Durch-
schlafschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Gereiztheit, Entscheidungsschwie-
rigkeiten und Sinnkrisen ohne Suizidgedanken aufgetreten. Die Arbeitsfähigkeit der Patientin 
sei objektiv nur schwierig einschätzbar, weil die von der Patientin angegebenen, vor allem 
stressabhängigen Beschwerden und Symptome mehrheitlich unspezifisch, unterschiedlich aus-
geprägt und anatomisch-körperlich nur ungenügend nachweis- und erklärbar seien. Die Patien-
tin selber gehe von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % aus. Dr. I.____ hielt fest, 
dass eine angepasste Tätigkeit ohne somatische oder emotionale Stressfaktoren die Arbeitsfä-
higkeit der Patientin verbessern würde und empfahl erneut eine detaillierte arbeitsmedizinische 
Abklärung in einer spezialisierten Institution. 
 
7.19 Dr. N.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer 
Gutachter SIM, RAD beider Basel, stellte in seiner RAD-Stellungnahmen vom 19. Januar 2015 
– mit Bestätigung in der Stellungnahme vom 29. Juli 2016 – unter Hinweis auf die Lehre fest, 
dass remittierte depressive Störungen keine dauerhafte oder erhebliche Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit und leichte depressive Episoden auch nur eine geringe Arbeitsunfähigkeit be-
gründen würden. Es fehle der von Dr. I.____ attestierten 50 % Arbeitsunfähigkeit an einer ge-
nügenden medizinischen Begründung; er stütze sich mehrheitlich auf das subjektive Erleben 
der Patientin ab. Es sei zudem nicht erkennbar, wie die geltend gemachten Spinnen- und 

 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Schlangenphobien hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin in einer Ge-
meinde einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausüben sollten. Die von Dr. I.____ beschriebe-
nen Belastungsfaktoren schliesslich seien als invaliditätsfremde Faktoren nicht unbesehen in 
die Begründung der medizinischen Arbeitsunfähigkeit einzubeziehen. 
 
7.20 In seinen Arztberichten vom 10. September 2015 und vom 29. Juni 2017 verzeichnete 
Dr. G.____ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den Verdacht auf eine ves-
tibuläre Migräne, das Asthma bronchiale, die rezidivierenden depressiven Episoden sowie eine 
allergische Rhinopathie. In ersterem Bericht erklärte er, dass die Arbeitsfähigkeit der Patientin 
schwierig zu beurteilen und deshalb interdisziplinär abzuklären sei, während er in letzterem eine 
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf von maximal 50 % veranschlagte. 
 
7.21 Dr. N.____ verzeichnete in seinen RAD-Stellungnahmen vom 14. September 2015 und 
vom 29. Juli 2016, dass der von Dr. G.____ im Bericht vom 10. September 2015 geltend ge-
machte Verdacht auf eine vestibuläre Migräne durch das Gutachten vom 12. Mai 2012 hinrei-
chend widerlegt worden sei. Zudem lege Dr. G.____ in seinem Bericht keine neuen Beschwer-
den, Befunde oder anderweitigen Argumente dar, welche auf eine Verschlechterung im Ver-
gleich zur Begutachtung durch die asim hinweisen würden. Eine Indikation zur erneuten Abklä-
rung sei deshalb nicht erkennbar. 
 
7.22 Mit Bericht vom 8. April 2016 über seine MRT-Untersuchung vom 7. April 2016 stellte 
PD Dr. med. O.____, FMH Radiologie, bei der Patientin vorwiegend mediane Diskushernien 
von C4/5 bis C6/7 mit von proximal nach distal zunehmenden Befunden fest. Eine wesentliche 
Grössenzunahme der Hernien gegenüber der Voruntersuchung vom Oktober 2011 liege aber 
nicht vor. Des Weiteren finde sich eine durch die Hernie und leichte knöcherne Anbauten be-
dingte Foraminalstenose auf C6/7 links, so dass eine Irritation der linken C7-Wurzel gut möglich 
sei. Hingegen seien keine wesentlichen Veränderungen im zervikookzipitalen Übergang aus-
zumachen. 
 
7.23 Mit Faxschreiben vom 25. Juni 2018 sowie ergänzendem Arztbericht vom 12. Sep-
tember 2018 stellte Dr. med. P.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und FMH Rheumatolo-
gie, die Diagnose von Fussbeschwerden links mehr denn rechts aufgrund mehrfacher Ursa-
chen, darunter eine Valgus-Knick-Senkfussdeformität beidseits, einer Grosszehengrundge-
lenksarthrose beidseits mit Einsteifung rechts, einer degenerativen Achillessehnen-Tendopathie 
links mit Verdickung und einer Plantarfaszien-Insertionstendopathie links. Des Weiteren stellte 
er die Diagnosen von Fingergelenksbeschwerden beidseits bei Hyperlaxität (Beighton Score 
8/9) und bei Verdacht auf beginnende Fingergelenkspolyarthrosen in der PIPs, einer Thoracic-
Outlet-Symptomatik links sowie eines Status nach Diskushernie nuchal mit rezidivierenden cer-
vicalen Beschwerden. Am 4. September 2018 bei Dr. med. Q.____, FMH Rheumatologie, 
durchgeführte Ultraschall-Untersuchungen hätten dabei weder im Hand- noch in den Finger- 
oder Zehengelenken Hinweise auf Synovitiden, Tenosynovitiden oder Periarthritis ergeben. Ei-
ne Behandlung der Beschwerden habe erstlinig in konsequentem Tragen von massorthopädi-
schen Schuheinlagen zu erfolgen. Soweit damit keine befriedigende Beschwerdeverringerung 
zu erreichen sei, könne eine solche allenfalls mittels Physiotherapie noch erreicht werden. Un-

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

günstig seien ausschliesslich stehende, Stufen-, Leitern- und gehäuft Treppen-benutzende Tä-
tigkeiten sowie Arbeiten mit erhöhten feinmotorischen Anforderungen im Handbereich oder 
ausgesprochen handbelastende Tätigkeiten. 
 
7.24 In seinem Arztbericht vom 21. Oktober 2018 erklärte Dr. I.____, dass er bisher selber 
keine Arbeitsunfähigkeiten bei der Patientin attestiert habe, sondern lediglich deren subjektive 
Angaben wiedergegeben habe. Die Arbeitsfähigkeit sei objektiv weiterhin nur schwer ein-
schätzbar, da die von der Patientin angegebenen, vor allem stress- und belastungsabhängigen 
Beschwerden und Symptome mehrheitlich unspezifisch, unterschiedlich ausgeprägt und ana-
tomisch-funktionell nur ungenügend nachweis- und erklärbar seien. Die Leistungsfähigkeit und 
Belastbarkeit der Patientin dürfte je nach Tagesform zwischen 30 % und 70 % eines normalen 
Pensums liegen. Seit seinen Vorberichten habe sich die Situation nicht wesentlich verändert; 
die Patientin leide weiterhin an rezidivierenden Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen, welche 
insbesondere durch Drehbewegungen des Kopfes, Manipulationen am Nacken, Lärm und all-
gemein durch Stress- und Belastungssituationen ausgelöst respektive verstärkt würden. Diese 
Symptomatik führe anamnestisch weiterhin zu starken Einschränkungen ihrer Konzentrations-
fähigkeit, entsprechender Vergesslichkeit sowie zu einer allgemeinen Verlangsamung und Er-
schöpfung, Überforderungsgefühlen, Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Nervosität, Gereizt-
heit, Entscheidungsschwierigkeiten und Sinnkrisen. In der objektiven Befunderhebung sei wei-
terhin eine bewusstseinsklare und allseits orientierte Patientin ohne Hinweise auf wesentliche 
Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- oder Denkstörungen, Befürchtungen, Zwänge, Wahnvorstellun-
gen oder Sinnestäuschungen zu beobachten. Als Diagnosen bestätigte Dr. I.____ die bereits 
attestierte rezidivierende leichte bis schwere depressive Störung, derzeit mit leichter Episode 
(ICD-10 F33.0) bei chronisch rezidivierenden, ausgeprägten Schwindelgefühlen und diversen Z-
Diagnosen. Zudem wiederholte er die anlässlich der MRT-Untersuchungen vom 14. Oktober 
2011 und vom 23. Juni 2017 gestellten Diagnosen bezüglich der Hals- und Lendenwirbelsäule. 
Die möglichen Ressourcen der Patientin, welche für eine Eingliederung hilfreich sein könnten, 
sehe er durch ihre Erschöpfungszustände, Polyallergien und chronischen Finanzprobleme ein-
geschränkt. Ausserdem fühle sie sich in der quasi-alleinerziehenden Betreuung ihres Sohnes 
meist ausgelastet und zuweilen überfordert. Allerdings bemühe sie sich, ihre familiären und so-
zialen Beziehungen und Bekanntschaften so gut wie möglich zu pflegen. 
 

7.25.1 Am 12. April 2019 erstattete die SMAB Bericht über das bei ihr in Auftrag gegebene 
polydisziplinäre Gutachten. Im orthopädisch-traumatologischen Teilgutachten von 
Dr. med. R.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap-
parates und Facharzt für Chirurgie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, und im internisti-
schen Teilgutachten von Dr. med. S.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, zertifizierter medi-
zinischer Gutachter SIM, wurden dabei keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
gestellt. 
 
7.25.2 Im neurologischen Teilgutachten wurden von Dr. med. T.____, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, die 
Diagnosen einer Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0), von Spannungskopfschmerzen (ICD-10 
G44) sowie einer generalisierten degenerativen Diskopathie der Halswirbelsäule mit dorsome-

 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dialen Herniationen und einer geringgradigen osteodiskogenen foraminalen Einengung festge-
stellt. In der klinischen Untersuchung sei weder Druck noch Klopfschmerz im Bereich der Schä-
delkalotte feststellbar gewesen. Hinweise auf einen Nystagmus oder Sakkaden seien nicht vor-
handen. Sämtliche untersuchten Reflexe seien ohne Pathologie und seitengleich sehr lebhaft 
auslösbar. Der Test of Memory Malingering habe keine Hinweise auf das Vorliegen einer Ag-
gravation oder gar Simulation ergeben. Die Beschwerden auf dem neurologischen Fachgebiet 
seien nachvollziehbar und plausibel. Die Diagnose einer Migräne decke sich mit dem Bericht 
des Spitals Y.____ vom 1. Februar 2013, welcher diese als Verdachtsdiagnose attestiere. Aus 
neurologischer Sicht werde der Patientin empfohlen, das Arbeiten an kalten und heissen Ar-
beitsplätzen zu vermeiden und für ein geregeltes Arbeitsumfeld zu sorgen. Die Einschränkung 
der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit betrage aus 
neurologischer Sicht 10 %. Hinsichtlich der Migräne sei zudem eine Intervalltherapie angezeigt. 
 
7.25.3 Im psychiatrischen Teilgutachten stellte Dr. med. U.____, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, Neurologie sowie Psychosomatische Medizin, die Diagnosen einer rezidivie-
renden depressiven Störung mit leichten bis schweren Episoden, gegenwärtig leichte Episode 
(ICD-10 F33.1), sowie einer akzentuierten Persönlichkeit mit emotional instabilen Merkmalen 
(ICD-10 Z73). In der klinischen Untersuchung sei die Patientin dabei stets wach, bewusstseins-
klar und in allen Qualitäten vollständig orientiert gewesen und habe über 90 Minuten dem Ge-
spräch ohne Hinweise auf reduzierte Konzentration oder reduzierte Aufmerksamkeit folgen 
können. Die Merkfähigkeit wie auch die Willensbildung seien ungestört. Der Grundaffekt sei 
leicht zum depressiven Pol verschoben, jedoch gäbe es keine Hinweise auf eine affektive Labili-
tät, wenngleich die Schwingungsfähigkeit eingeschränkt sei. Es bestehe hingegen eine zirkadi-
ane Besonderheit durch das morgendliche Stimmungstief. Hinsichtlich der geschilderten 
Schwindelsymptomatik lasse sich keine dissoziative Symptomatik erfassen; die Kriterien einer 
Somatisierungsstörung seien nicht ganz erfüllt, weswegen diese Diagnose nicht gestellt werden 
könne. Dr. U.____ betont, dass die Patientin bei Einnahme von Cipralex sowohl hinsichtlich der 
depressiven Symptomatik als auch in Bezug auf das Schwindelgefühl profitiere. In der versiche-
rungsmedizinischen Beurteilung sei die Arbeitsfähigkeit der Patientin aus psychiatrischer Sicht 
im Längsschnitt leicht bis mittelschwer beeinträchtigt, was einer Einschränkung der Arbeitsfä-
higkeit von 30 % in der angestammten wie einer angepassten Tätigkeit entspreche. In den An-
gaben der Patientin würden einzig Inkonsistenzen hinsichtlich des Erlebens eines sexuellen 
Missbrauchs in der Jugend sowie des Konflikts mit dem Vater, jedoch keine Aggravation oder 
Simulation auffallen. Aus gutachterlicher Sicht besitze die Patientin insbesondere in ihrer Leis-
tungsorientiertheit und ihrer Restfähigkeit angemessene Ressourcen. Eine Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit sei durch medizinische Massnahmen nicht möglich, jedoch könne durch eine 
ergänzende kognitive Verhaltenstherapie der Umgang mit dem Schwindel im Sinn einer stabili-
sierenden Funktion verbessert werden. 
 
8. Vorgängig anzumerken ist, dass die im Verfahren von 2016 (Urteil des Kantonsge-
richts, Abteilung Sozialversicherung [KGE SV] vom 6. Oktober 2016, 720 16 90 / 262, E. 5.4) 
beanstandete fehlende Eingliederung gehörig nachgeholt wurde, was auch von der Beschwer-
deführerin nicht bestritten wird. Anlässlich des Assessment-Gesprächs vom 15. November 2017 
gab die Beschwerdeführerin an, derzeit nicht in der Lage für Belastbarkeits- und Aufbautrai-

 

 
 
Seite 20   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nings zu sein. In der Folge wurde ein individuelles Bewerbungscoaching vereinbart, welches sie 
von Dezember 2017 bis Februar 2018 absolvierte. Mit Schreiben vom 20. März 2018 wurde ein 
Anspruch auf weitere Eingliederungsmassnahmen durch die IV-Stelle abgelehnt, was von der 
Beschwerdeführerin nicht beanstandet wurde. 
 
9.1 Streitig ist zunächst der Anspruch auf eine (ganze) Invalidenrente für den Zeitraum ab 
dem 1. Februar 2009. Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Ablehnung eines Rentenan-
spruchs der Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten der 
SMAB, wonach die Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht per 3. November 2008 voll-
ständig arbeitsfähig respektive per 1. Februar 2009 zu 30 % arbeitsunfähig gewesen ist. Soweit 
die Beschwerdeführerin geltend macht, dass diese gutachterliche Einschätzung hinsichtlich der 
attestierten Arbeitsfähigkeit von 70 % auf dem freien Arbeitsmarkt – aufgrund der Schwindel-
problematik und der schwankenden Tagesform – nicht nachvollziehbar und ihr vielmehr eine 
verbleibende Restarbeitsfähigkeit von 40 % zuzuerkennen sei, geht sie fehl, wie nachfolgend 
aufzuzeigen ist. 
 
9.2 Das Gutachten der SMAB entspricht grundsätzlich den allgemeinen Anforderungen an 
ein Gutachten (siehe Erwägung 5.2 hiervor): So nimmt es insbesondere ausführlich Kenntnis 
von den Vorakten und bespricht diese, soweit sie für die jeweiligen Teilgutachten einschlägig 
sind. Auch auf die Berichte von Dr. I.____ wird – entgegen der Behauptung der Beschwerdefüh-
rerin – wenn auch in knapper Form Bezug genommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese 
Berichte auch nicht in dem von der Beschwerdeführerin vorgebrachten klaren Widerspruch zur 
gutachterlichen Einschätzung stehen (siehe Erwägung 9.3.1 hernach). Die jeweiligen Untersu-
chungen wurden mit eingehender Anamneseerhebung, Symptomerfassung, Verhaltensbe-
obachtung und gegebenenfalls mithilfe standardisierter klinischer Testungen durchgeführt. Sie 
führen bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen und nachvollziehbaren Ergebnissen. So 
wird insbesondere stimmig hergeleitet, weshalb bei der Patientin im Längs- respektive Durch-
schnitt von einer psychiatrisch leicht bis mittelschwer beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit und da-
mit einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % auszugehen ist. Dass im neurologischen Teilgutachten 
dem Schwindel grundsätzlich keine organische Ursache zugrunde gelegt werden kann, stimmt 
mit den Ergebnissen des neurootologischen Teilgutachtens der asim überein. Aus psychiatri-
scher Sicht kann die Schwindelproblematik überdies keiner Diagnose nach einem wissen-
schaftlich anerkannten Klassifikationssystem zugeordnet werden. Die Diagnose ist zwar für die 
Beurteilung der Höhe der Arbeitsunfähigkeit, nicht aber für den dieser Arbeitsunfähigkeit zu-
grundeliegenden Gesundheitsschaden an sich unbeachtlich (siehe Erwägungen 4.1 und 4.2 
hiervor). Mangels einer solchen Diagnose fehlt es somit an der notwendigen Voraussetzung zur 
Annahme eines (allenfalls) invalidisierenden Gesundheitsschadens, weshalb keine Arbeitsunfä-
higkeit insoweit begründet werden kann. Diese Einschätzung erging innerhalb des dem psychi-
atrischen Gutachters bei de lege artis durchgeführter Untersuchung zustehenden Ermessens-
spielraums und ist somit nicht zu beanstanden (siehe Erwägung 4.1 hiervor). Damit verzeichnet 
das Gutachten diesbezüglich zu Recht keinen eigenständigen, eine Arbeitsunfähigkeit begrün-
denden Faktor. Auch die Attestierung einer vollen Arbeitsfähigkeit aus orthopädisch-
rheumatologischer Sicht überzeugt (siehe Erwägungen 7.23 und 7.25.1 hiervor) und bedarf kei-
ner Weiterungen. Schliesslich weist das Gutachten der SMAB die erforderlichen Angaben zur 

 

 
 
Seite 21   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Prüfung der Standardindikatoren auf, da die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ge-
würdigt, die persönlichen und sozialen Ressourcen eruiert und die Konsistenz der Einschrän-
kungen ausführlich und überzeugend dokumentiert sind (siehe Erwägung 4.3 hiervor). Damit 
erlaubt es das Gutachten der SMAB, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen abzu-
schätzen, weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Kommt dem Gutachten jedoch volle Be-
weiskraft zu, sind abweichende fachärztliche Beurteilungen nicht ohne Weiteres geeignet, 
Grund zur Beanstandung am Abstellen auf das Gutachten zu geben. Vielmehr müssen konkrete 
Zweifel – etwa durch innere Widersprüche oder mangelnde Nachvollziehbarkeit – an der Validi-
tät des Gutachtens geweckt werden, um dieses zu erschüttern (siehe Erwägung 5.3 hiervor). 
Aus den Berichten der behandelnden Ärzte Dres. G.____ und I.____ können jedoch – entgegen 
der Ansicht der Beschwerdeführerin – keine solchen konkreten Zweifel am Gutachten der 
SMAB abgeleitet werden. 
 
9.3.1 Hinsichtlich der Berichte von Dr. I.____ ist zu betonen, dass dieser durchgehend fest-
hält, dass eine Quantifizierung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit der Patientin schwierig 
und deshalb durch eine spezialisierte Institution abzuklären sei. Die erstmals im Bericht vom 
29. September 2014 attestiere Arbeitsunfähigkeit von 50 % wird ausdrücklich als Selbstein-
schätzung der Beschwerdeführerin verzeichnet. Dies bestätigt Dr. I.____ in seinem Bericht vom 
21. Oktober 2018, als er verzeichnet, dass er bisher selber keine eigene Einschätzung der Ar-
beitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin abgegeben habe. Sie dürfte je nach Tagesform wohl 
zwischen 30 % und 70 % eines normalen Pensums liegen. Dabei stützt er sich insbesondere 
auf die anamnestisch verzeichneten schweren Episoden der Depression der Beschwerdeführe-
rin. In den Berichten vom 15. September 2011, vom 29. September 2014 und vom 26. Juli 2017 
beschreibt er jedoch eine Remission der Depression und in den Berichten vom 29. Juni 2016 
und vom 21. Oktober 2018 lediglich leichte Episoden. Dies deckt sich mit den Einschätzungen 
von Dr. U.____ im SMAB-Gutachten vom 12. April 2019 und von Dr. M.____ im asim-Gutachten 
vom 22. Mai 2012, welche ebenfalls zum jeweiligen Zeitpunkt eine leichte Episode und deswe-
gen eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % bescheinigen. Schliesslich ging auch bereits Dr. B.____ in 
seinem Gutachten vom 31. Dezember 2009 von einer leichtgradigen depressiven Episode und 
einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % aus. Selbst die Dres. E.____ und F.____ gingen in ihren Be-
richten vom 13. Dezember 2007 respektive vom 3. November 2008 einzig von einer mittelgradi-
gen depressiven Episode aus. Konkrete Hinweise für die schweren Episoden, welche eine hö-
here Arbeitsunfähigkeit als 30 % begründen könnten, ergeben sich deshalb für den vorliegend 
strittigen Zeitraum nicht. Die Ausführungen von Dr. I.____ stehen deshalb – entgegen der An-
sicht der Beschwerdeführerin – nicht in dem Masse diametral zur Einschätzung der SMAB, als 
dass sie geeignet wären, konkrete Zweifel an der Validität des Gutachtens zu wecken. 
 
9.3.2 Die Berichte von Dr. G.____ wiederum stützen sich in der Bescheinigung der Arbeits-
unfähigkeit im Wesentlichen auf die Angaben der behandelnden Psychiater. So verzeichnet er 
in den Berichten vom 11. November 2008 und vom 22. September 2011, dass die Beschwerde-
führerin durch Dr. F.____ zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben worden sei. Im Bericht vom 
10. September 2015 bezeichnete er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als schwierig 
zu beurteilen und interdisziplinär abklärungsbedürftig. Im Bericht vom 17. Oktober 2018 ver-
weist er schliesslich ebenfalls integral auf die Beurteilung durch Dr. I.____. Einzig dem Bericht 

 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vom 29. Juni 2017 ist eine eigene Arbeitsunfähigkeitseinschätzung zu entnehmen, wobei diese 
wiederum der von Dr. I.____ mehrfach verzeichneten Selbsteinschätzung der Beschwerdefüh-
rerin entspricht. Selbst wenn diese Einschätzung von Dr. G.____ selbst getätigt worden wäre, 
wäre sie – da er nicht Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist – als fachfremd und damit 
im Beweiswert geschmälert zu betrachten. Damit ergeben sich auch aus den Berichten von 
Dr. G.____ keine Indizien, welche konkrete Zweifel am Gutachten der SMAB wecken könnten. 
 
9.3.3 In Bezug auf die von Dr. F.____ und Dr. I.____ gestellten Diagnosen des Ehekonflikts 
(ICD-10 Z63.0), der Probleme bei der Erziehung des Sohnes (ICD-10 Z62.8), der ungenügen-
den familiären Unterstützung (ICD-10 Z63.2), der Probleme mit der Arbeitslosigkeit (ICD-10 
Z56) und der chronischen finanziellen Schwierigkeiten (ICD-10 Z59) sowie der in den (Teil-) 
Gutachten von Dr. B.____, Dr. M.____ und Dr. U.____ gestellten Diagnose der akzentuierten 
Persönlichkeit (mit dependenten und selbstunsicheren Anteilen respektive mit emotional instabi-
len Merkmalen, ICD-10 Z73) ist zu beachten, dass die Kategorien Z00 bis Z999 des Diagnose-
Code ICD-10 für Fälle vorgesehen sind, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Proble-
me" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kate-
gorien A00 bis Y89 klassifizierbar sind (siehe ICD-10-GM Version 2020 – Systematisches Ver-
zeichnis, Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesund-
heitsprobleme, 10. Revision – German Modification, Version 2020 – Stand vom 25. Mai 2020, 
Hinweise zum Kapitel XXI; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2016, 
9C_551/2016, E. 5.4, in: SVR 2017 IV Nr. 28 S. 82, vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.1, 
in: SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189, und vom 20. September 2011, 8C_302/2011, E. 2.3, in: SVR 
2012 IV Nr. 22 S. 95). Z-kodierte Diagnosen fallen nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen; sie 
stellen somit grundsätzlich keine invalidisierenden Gesundheitsschäden dar (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts vom 12. November 2019, 9C_542/2019, E. 3.2 und vom 16. April 2018, 
9C_271/2017, E. 4.5, je mit weiteren Hinweisen). Dementsprechend geben aber auch diese 
Diagnosen keinen Grund zur Beanstandung des Gutachtens. 
 
9.4 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass keine konkreten Zweifel am Gut-
achten der SMAB zutage getreten sind, weshalb diesem voller Beweiswert zukommt. Die darin 
festgestellte Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten wie auch in einer 
angepassten Tätigkeit von 30 % ab dem 1. Februar 2009 durfte von der Beschwerdegegnerin 
deshalb zu Recht für die Bemessung des Invaliditätsgrades herangezogen werden. 
 
10.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen. Zwischen den Parteien unbestritten geblieben sind für den erwerblichen Bereich sowohl 
das Validen- als auch das Invalideneinkommen, mit Ausnahme des leidensbedingten Abzugs. 
Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hat das Kantonsgericht die besagten Einkommen 
jedoch auch dann zu prüfen, wenn keine Begehren diesbezüglich gestellt wurden. 
 
10.2.1 Zunächst ist die Berechnung des Valideneinkommens zu prüfen. Für die Ermittlung des 
Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmög-
lichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesun-

 

 
 
Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

de Person tatsächlich verdienen würde (Art. 29 Abs. 1 IVG; BGE 135 V 59 E. 3.1, 131 V 53 
E. 5.1.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2020, 8C_795/2019, E. 3.2 und vom 
14. Januar 2020, 8C_630/2019, E. 4.1). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bis-
herige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die 
Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschä-
digung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste 
Verdienst (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2020, 8C_630/2019, E. 4.1, in: SVR 
2020 IV Nr. 37, S. 131, mit Verweis auf BGE 139 V 30 E. 3.3.2, 135 V 59 E. 3.1, 134 V 325 
E. 4.1, je mit Hinweisen). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt 
sein (BGE 139 V 30 E. 3.3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2020, 
9C_316/2020, E. 3.1 und vom 11. September 2020, 8C_402/2020, E. 4.1). 
 
10.2.2 Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin, welche in der angefochtenen Verfü-
gung gestützt auf die schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik BFS 
(LSE) für das Jahr 2016 von einem Valideneinkommen von Fr. 75'371.-- ausging, ist vorliegend 
auf das Einkommen in der letzten Tätigkeit abzustellen. Die letzte reguläre Arbeitgeberin – die 
Gemeinde Z.____ – hatte das Arbeitsverhältnis aufgrund ungenügender Leistungen auf den 
31. Mai 2008 hin aufgelöst. Die Kündigung fand mithin in jenem Zeitraum statt, in welcher die 
Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsunfähig war (siehe Erwägung 7.8 hiervor). Die in der Kün-
digung vorgebrachten Gründe entsprechen dabei den gutachterlich bestätigten Beeinträchti-
gungen der Beschwerdeführerin während dieser Zeit. Es ist deshalb davon auszugehen, dass 
die Kündigung ohne Gesundheitsschädigung nicht ausgesprochen worden wäre und die Be-
schwerdeführerin damit weiterhin für ihren damaligen Arbeitgeber tätig wäre. Gestützt auf die 
Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (13 Monate x Fr. 5’959.30) ist deshalb von einem Va-
lideneinkommen von Fr. 77’471.-- für das Jahr 2008 auszugehen. 
 
10.3.1 Zu klären bleibt die Höhe des Invalideneinkommens. Das Invalideneinkommen bestimmt 
sich danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (BGE 131 V 53 E. 5.1.2). Für die Bestimmung des Invaliden-
einkommens können nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss den 
LSE (BGE 139 V 594 E. 2.3, 135 V 301 E. 5.2) – in der Regel die Monatslöhne der Zeile “Total 
Privater Sektor“ (BGE 144 I 110 E. 5.2; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 17. Oktober 
2018, 9C_444/2018, E. 3.1 und vom 24. August 2007, 9C_237/2007, E. 5.1, in: SVR 2008 IV 
Nr. 20 S. 64) – herangezogen werden. Auf die Löhne einzelner Sektoren oder gar einzelner 
Branchen ist abzustellen, wenn dies sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren 
erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich 
bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen 
sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_910/2013, E. 3.1.2.1 und vom 7. März 2013, 
9C_841/2013, E. 4.2, je mit Hinweisen). 
 
10.3.2 Die Beschwerdegegnerin ging zu Recht davon aus, dass die Beschwerdeführerin wei-
terhin im angestammten Sektor tätig sein möchte, was diese anlässlich der Begutachtung bei 

 

 
 
Seite 24   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der SMAB auch mehrfach bestätigte. Der Sektor "Andere kaufmännische und administrative 
Tätigkeiten" ist jedoch lediglich in der Tabelle TA7 (bis 2010) zu finden; in der Tabelle T17 (ab 
2012) ist diesbezüglich hingegen der Sektor "Sonstige Bürokräfte und verwandte Berufe" ein-
schlägig und vorliegend auch gerechtfertigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2018, 
8C_212/2018, E. 4.4.1). Da erst seit 2012 nach Berufsgruppen unterschieden wird, ist bei der 
Berechnung des Valideneinkommens früherer Jahre ausgehend vom Wert des Jahres 2012 die 
zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung abzuziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
15. September 2020, 8C_285/2020, E. 3 und 4.4). Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht den 
Monatslohn von Fr. 5'779.-- (LSE 2012, Tabelle T17, Zeile 44, Spalte Frauen 30-49) basierend 
auf 40 Wochenstunden herangezogen. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche Wochenar-
beitszeit im entsprechenden Sektor von 41.3 Stunden (vgl. “Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilung“, BFS Nr. je-d-03.02.03.01.04.01, Tabelle 2004-2019, Zeile O, Spalte 
2008) und nach Abzug der Nominallohnentwicklung von 3.6 % (vgl. “Nominallohnindex Frauen 
2011-2019“, BFS Nr. je-d-03.04.03.00.03, Tabelle T1.2.10, Zeile O, Spalte 2011 bis 2012 und 
“Nominallohnindex Frauen 2006-2010“, BFS Nr. je-d-03.04.03.00.02, Tabelle T1.2.05, Zeile 
M,N,O, Spalte 2009 bis 2010) x 12 Monate (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 
2016, 9C_672/2015, E. 3.1) ergibt sich ein jährliches Einkommen von Fr. 69’114.-- für das Jahr 
2008. Bei einem zumutbaren Pensum von 70 % resultiert ein Invalideneinkommen von 
Fr. 48'380.--. 
 
10.4.1 Gegen diese Berechnung des Invalideneinkommens bringt die Beschwerdeführerin 
vor, dass ihr ein leidensbedingter Abzug von mindestens 10 % zu gewähren sei. Dieser sei auf-
grund der höchstens halbtägigen Tätigkeit in einem durchschnittlichen Pensum von 40 % - und 
des hierdurch bedingten überdurchschnittlichen und damit unzumutbaren Entgegenkommens 
eines potentiellen Arbeitgebers – notwendig. 
 
10.4.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswer-
ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll 
der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art 
und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 146 V 19 E. 4.1, 
142 V 181 E. 1.3, 124 V 322 E. 3b/aa). So drängt sich ein Abzug aufgrund funktioneller Ein-
schränkungen dann auf, wenn sie ihrer Natur nach nicht ohne Weiteres mit den Anforderungen 
vereinbar sind, wie sie sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen in einer leidensange-
passten Tätigkeit ergeben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2008, 9C_119/2008, 
E. 2.3.1). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem 
erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 79 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch 
erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen 
gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 146 V 20 E. 4.1, 135 V 302 
E. 5.3, 126 V 80 E. 5b/bb). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn 
ein Merkmal zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft 
neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E. 3.2 
und vom 21. September 2010, 9C_748/2009, E. 4.1.2, in: SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91). 

 

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
10.4.3 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin gibt eine Teilzeittätigkeit bei Frauen 
rechtsprechungsgemäss keinen Anlass für einen Abzug, da hierdurch regelmässig keine Ver-
minderung der Entlöhnung eintritt, sondern sich diese vielmehr sogar proportional lohnerhöhend 
auswirken kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. September 2020, 9C_768/2019, 
E. 3.3.2, vom 24. August 2018, 9C_857/2017, vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014, E. 4.2, in: SVR 
2015 IV Nr. 1 S. 2, und vom 26. August 2011, 8C_379/2011, E. 4.2.2.2, in: SVR 2012 IV Nr. 17 
S. 80). Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten aus-
zugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berück-
sichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – welcher insbesondere so-
genannte Nischenarbeitsplätze umfasst, an welchen Arbeitnehmer mit einem sozialen Entge-
genkommen von Seiten des Arbeitsgebers rechnen können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
4. Mai 2018, 9C_294/2017, E. 5.4.2, in: SVR 2018 IV Nr. 60 S. 195) – als ausserordentlich zu 
bezeichnen sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 6. Juli 2018, 8C_297/2018, E. 3.5, vom 
14. Juni 2018, 8C_91/2018, E. 5.3 und vom 13. April 2016, 9C_826/2015, E. 3.2.1). Eine psy-
chisch bedingte verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen gilt des-
halb grundsätzlich nicht als eigenständiger abzugsfähiger Umstand (vgl. Urteile des Bundesge-
richts vom 31. August 2018, 8C_327/2018, E. 3.5, in: ZBJV 2019 S. 834, vom 16. Juli 2014, 
8C_97/2014, E. 4.2, in: SVR 2015 IV Nr. 1 S. 2, und vom 19. November 2009, 9C_708/2009, 
E. 2.3.2, in: SVR 2010 IV Nr. 28 S. 88). 
 
10.4.4 In den Gutachten der asim wie auch der SMAB wird der Patientin grundsätzlich eine 
70 % Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, wie auch in einer angepassten Verweistä-
tigkeit attestiert. Die angepasste Verweistätigkeit gemäss Gutachten der asim beinhaltet ver-
mehrten Pausenbedarf, den Verzicht auf Wechselschichten, eine Vermeidung von kognitiv an-
spruchsvollen Arbeiten und intensivem stresserzeugendem Kunden- und Kollegenverkehr so-
wie keine Arbeiten über Boden und über Kopf. Die angepasste Verweistätigkeit gemäss Gut-
achten der SMAB setzt eine geringere Flexibilität und Umstellung, keine Wechselschichten, 
geringere Entscheidungs- und Urteilsfähigkeiten sowie eine Vermeidung von kalten und heissen 
Arbeitsplätzen als auch der Exposition der bekannten Allergene voraus. Diese beiden Tätig-
keitsprofile sind grundsätzlich mit gewöhnlichen Backoffice- respektive Sekretariats-Berufen 
vereinbar. Auch die orthopädisch-rheumatologischen Anpassungen (siehe Erwägung 7.23 hier-
vor) ändern hieran nichts. Zwar hat die Rechtsprechung bei Tätigkeiten, welche aus psychi-
schen Gründen ohne jeglichen Stress und Zeit- respektive Leistungsdruck sowie mit wenig bis 
keinem Kundenkontakt ausgestaltet sind und verminderte Anforderungen an die emotionale 
Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit, Konzentration und geteilte Aufmerksamkeit aufweisen, be-
reits Abzüge in unterschiedlicher Höhe gewährt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 
17. Januar 2018, 8C_447/2017, E. 5.5.2, vom 28. Januar 2014, 9C_796/2014, E. 3.4 und vom 
7. November 2012, 9C_955/2011, E. 5.3). Muss in einer angepassten Tätigkeit jedoch lediglich 
besonderer, also ausserordentlicher Zeitdruck oder intensiver und damit erheblich stresserzeu-
gender Kunden- und Kollegenverkehr vermieden werden, so lässt sich hierdurch kein zusätzli-
cher Abzug vom Tabellenlohn begründen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. September 
2019, 8C_536/2019, E. 5.3, vom 22. Januar 2015, 8C_693/2014, E. 4.2.2, in: SVR 2015 IV 
Nr. 22 S. 67). Vorliegend empfehlen die Gutachter der Beschwerdeführerin denn auch nicht, 

 

 
 
Seite 26   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

jeglichen irgendwie gearteten Kontakt mit Arbeitskollegen oder Kunden zu vermeiden oder voll-
ständig stress- und zeitdrucklosen Tätigkeiten nachzugehen. Dass sie zumindest eine gewisse 
Stressresistenz aufweist, ergibt sich bereits daraus, dass sie bisher in der Lage war, auf Abruf 
bei verschiedenen Institutionen als Übersetzerin tätig zu sein. Aus diesem Grund besteht für 
das Gericht auch diesbezüglich kein Raum, einen leidensbedingten Abzug in der von der Be-
schwerdeführerin geforderten Höhe von 10 % zu gewähren. 
 
10.5.1 Die Beschwerdeführerin macht des Weiteren geltend, dass die IV-Stelle zu Unrecht für 
den Zeitraum zwischen dem 3. August 2008 und dem 1. August 2013 von einer nicht krank-
heitsbedingten Teilerwerbstätigkeit und damit von der Anwendbarkeit der gemischten Methode 
ausgegangen sei. Auch mit dieser Rüge dringt sie nicht durch, wie nachfolgend aufzuzeigen ist. 
 
10.5.2 Am 5. Oktober 2010 wurde bei der Beschwerdeführerin eine Haushaltsabklärung 
durchgeführt. Im dazugehörigen Bericht vom 30. Dezember 2010 wurde verzeichnet, dass die 
Beschwerdeführerin sich grundsätzlich nicht als Typ Hausfrau und Mutter sehe, sondern zu-
sätzlich noch erwerbstätig sein wolle. Dabei gab sie an, dass sie ohne gesundheitliche Ein-
schränkung zu 80 % erwerbstätig sein und die freie Zeit mit ihrem Sohn verbringen würde. Den 
dazugehörigen Fragebogen, welcher diese Aussage ebenfalls enthielt, unterzeichnete die Be-
schwerdeführerin am 17. Dezember 2010. Eine zweite Haushaltsabklärung wurde am 21. April 
2015 durchgeführt. Im dazugehörigen Bericht vom 19. Mai 2015 wurde festgehalten, dass die 
Beschwerdeführerin seit dem Schuleintritt ihres Sohnes im August 2013 ohne gesundheitliche 
Einschränkungen einem Vollzeitpensum nachgehen würde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, 
dass sie auch zuvor nie freiwillig lediglich 80 % gearbeitet habe. Vielmehr habe das ausge-
schriebene Pensum der Stelle bei der Gemeinde Z.____ nur 80 % betragen; eine weitere Stelle 
mit einem Pensum von 20 % sei deswegen illusorisch gewesen. Insbesondere habe ihr Sohn 
keine Rolle bei diesem Entscheid gespielt. Auch diese Aussagen bestätigte die Beschwerdefüh-
rerin wiederum mit Unterschrift vom 30. Mai 2015. 
 
10.5.3 Wie dargelegt, hat die Berechnung des Invaliditätsgrades für Personen, welche nur 
zeitweilig erwerbstätig sind, nach der gemischten Methode zu erfolgen, soweit diese teilweise 
Erwerbstätigkeit nicht durch einen Gesundheitsschaden begründet wird (siehe Erwägung 6.1 f. 
hiervor). Die Bewertung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die nichterwerbliche 
Betätigung hat dabei grundsätzlich im Rahmen einer Haushaltsabklärung zu erfolgen (siehe 
Erwägung 5.4 hiervor). Ein solcher Haushaltsbericht dient dabei unter anderem auch der Beur-
teilung der Statusfrage (vgl. SUSANNE FANKHAUSER, Sachverhaltsabklärung in der Invalidenver-
sicherung – ein Gleichbehandlungsproblem, Diss. Zürich, Zürich/Basel/Genf 2010, S. 94 mit 
Verweis auf Urteil des EVG vom 2. März 2004, I 462/03, E. 4.2.1 in fine). Bei widersprechenden 
Aussagen der versicherten Person wird den "Aussagen der ersten Stunde" besonderes Gewicht 
verliehen (siehe Erwägung 5.5 hiervor). Vorliegend ist den Aussagen der ersten Stunde in der 
Abklärung vom 5. Oktober 2010 zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich aus 
familiären Gründen lediglich einem reduzierten Pensum nachgegangen war. Dass die Be-
schwerdeführerin im Zeitpunkt der zweiten Abklärung vom 21. April 2015 ihre Aussagen wider-
rief und sich in der Beschwerdeschrift hierauf stützt, entspricht der grundsätzlichen Notwendig-
keit des höheren Beweiswertes der Aussagen der ersten Stunde: die Angaben der ersten Stun-

 

 
 
Seite 27   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

de erscheinen regelmässig unbefangener und zuverlässiger als spätere Schilderungen, die be-
wusst oder unbewusst von Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst 
sein können (BGE 143 V 174 E. 5.2.2). Es sind dabei keine Gründe ersichtlich, weshalb die 
Haushaltsabklärung vom 5. Oktober 2010 nicht den entsprechenden beweisrechtlichen Kriterien 
(siehe Erwägung 5.4 hiervor) genügen würde und deshalb auf die späteren Aussagen abzustel-
len wäre. Insbesondere die durch Unterschrift bestätigte Richtigkeit der Angaben unterstreicht 
den Beweiswert der Abklärung. Damit ist die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegan-
gen, dass die Beschwerdeführerin vom 3. August 2008 bis zum 31. Juli 2013 als teilweise er-
werbstätig und vom 1. August 2013 an als vollständig erwerbstätig anzusehen ist. Da die Be-
schwerdeführerin zudem ihr Pensum bereits vor dem frühestmöglichen Rentenbeginn reduziert 
hatte, ist die erwähnte Rechtsprechung des EGMR vorliegend nicht einschlägig (siehe Erwä-
gung 6.3 hiervor). Die Veranlagung der Beschwerdeführerin nach der gemischten Methode für 
ersteren Zeitraum und nach dem Einkommensvergleich für letzteren Zeitraum ist deshalb nicht 
zu beanstanden. 
 
10.6. Nach dem oben Gesagten resultiert deshalb für den Zeitraum zwischen dem 
1. Februar 2009 und dem 31. Juli 2013 ein Invaliditätsgrad von 30.04 % ([100 ÷ Fr. 77'471.-- x 
Fr. 48'380.-- x 0.8] + [0 x 0.2]) und für den Zeitraum ab dem 31. Juli 2013 ein Invaliditätsgrad 
von 37.6 % (100 ÷ Fr. 77'471.-- x Fr. 48'380.--). Der massgebende Schwellenwert von 40 % 
wird damit – auch nach Rundung auf ganze Prozentzahlen (BGE 130 V 123 E. 3.2) – nicht er-
reicht. Da der Beschwerdeführerin vom 3. November 2008 bis zum 1. Februar 2009 eine Ar-
beitsfähigkeit von 100 % (und damit ein Invaliditätsgrad von 0 %) attestiert wurde und diese 
hernach auch weiterhin keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad aufweisen konnte, hat die 
IV-Stelle zu Recht mit Ablauf der dreimonatigen Wartefrist nach Art. 88a IVV (siehe Erwägung 
3.4 hiervor) die Leistungen eingestellt. 
 
11. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Beschwerdegegnerin in der an-
gefochtenen Verfügung vom 17. März 2020 einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin für 
die Zeit nach dem 1. Februar 2009 zu Recht abgelehnt hat. Die hiergegen erhobene Beschwer-
de erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
12.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1

bis
 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘ 000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- ihr aufzuerlegen sind. Diese 
werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 
 
12.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

 

 
 
Seite 28   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht