# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d587ac7-7eaf-56c8-ae9b-3c346067d227
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 13.08.2020 VG.2020.00032 (VG.2020.962)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2020-00032_2020-08-13.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 13. August 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2020.00032

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
    (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______, geboren im Jahr 1986, war seit dem 1.
  März 2013 im Vollzeitpensum bei der C.______GmbH als Bauarbeiter
  arbeitstätig. Dabei war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
  (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am
  14. April 2016 fielen Elemente einer Betonschalung auf A.______, was bei ihm
  eine offene Unterschenkelfraktur am linken Bein verursachte.

  
	
   

  
	
  1.2 Die Suva erbrachte die gesetzlichen
  Versicherungsleistungen für die Folgen dieses Berufsunfalls. Das
  Arbeitsverhältnis mit der C.______GmbH wurde im Sommer 2019 aufgelöst. Am 24.
  Juni 2019 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt, gestützt
  worauf die Suva A.______ am 26. Juni 2019 eine Integritätsentschädigung von
  Fr. 14'820.- bei einer Integritätseinbusse von 10 % zusprach.
  Dagegen erhob A.______ am 26. August 2019 Einsprache. Nachdem die Suva am
  28. August 2019 schriftlich bestätigt hatte, dass eine künftige
  Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht in die Beurteilung der
  Integritätsentschädigung eingeflossen sei, zog Letzterer seine Einsprache am
  26. September 2019 zurück.

  
	
   

  
	
  1.3 Am 12. September 2019 schloss die Suva den Fall ab.
  Mit Verfügung vom 4. Oktober 2019 entschied sie, A.______ bei einem
  Invaliditätsgrad von 4 % keine Invalidenrente auszurichten. Dagegen
  erhob A.______ am 4. November 2019 Einsprache, welche die Suva mit Einspracheentscheid
  vom 26. Februar 2020 abwies, wobei sie den Invaliditätsgrad auf 8 %
  festsetzte. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  A.______ gelangte in der
  Folge mit Beschwerde vom 23. März 2020 ans Verwaltungsgericht. Er
  beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids der Suva vom
  26. Februar 2020 und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen sowie
  die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen
  Rechtsverbeiständung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  der Suva. Die Suva beantragte am 27. April 2020 die Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 1 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) i.V.m.
  Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
  vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1 des Einführungsgesetzes zum
  Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Soweit der Beschwerdeführer in seiner
  Beschwerdeschrift die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragt,
  ist er darauf hinzuweisen, dass aufgrund der gesetzlich vorgesehenen
  Raschheit des Verfahrens kein Anspruch auf einen solchen besteht. Vielmehr
  liegt die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels im Ermessen des Gerichts.
  Die Parteien haben jedoch Anspruch darauf, von allen beim Gericht
  eingereichten Stellungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich dazu zu äussern,
  weshalb das Gericht alle Eingaben den Parteien wenigstens zur Kenntnisnahme
  zustellen muss. Die Zustellung zur Kenntnisnahme ist insbesondere dann nicht
  zu beanstanden, wenn von den Parteien erwartet werden kann, dass sie
  unaufgefordert dazu Stellung nehmen, wovon bei rechtskundig vertretenen
  Personen ausgegangen werden darf (Susanne Bollinger, in Ghislaine
  Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger [Hrsg.], Basler Kommentar,
  Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, Art. 61 N. 7, mit
  Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeantwort der
  Beschwerdegegnerin wurde nach deren Erhalt umgehend dem rechtskundig
  vertretenen Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt. In der Folge hat
  dieser darauf verzichtet, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Ebenso wenig hat
  er um Ansetzung einer Frist zum Einreichen einer Stellungnahme ersucht.
  Folglich ist davon auszugehen, dass er sich im vorliegenden Verfahren in
  genügender Weise äussern konnte, weshalb kein zweiter Schriftenwechsel
  anzuordnen ist.

  
	
   

  
	
  1.3 Ferner beantragt der Beschwerdeführer die Edition
  der Akten der Invalidenversicherung. Da sich das vorliegende Verfahren auf
  die Berechnung des Invaliditätsgrads beschränkt (vgl. E. II/6
  nachfolgend), ist nicht ersichtlich, was den IV-Akten an verfahrensrelevanten
  Informationen zu entnehmen wäre, zumal der Beschwerdeführer seinen Antrag
  nicht entsprechend begründet. Folglich ist auf den Beizug der IV-Akten zu
  verzichten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Versicherte hat gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG
  Anspruch auf die zweckmässige Behandlung seiner Unfallfolgen. Ist er infolge
  des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er
  gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf ein
  Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der
  Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder
  mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Kann von der Fortsetzung der
  ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
  erwartet werden und laufen keine Eingliederungsmassnahmen der
  Invalidenversicherung, hat der Versicherer den Fall unter Einstellung der vor-übergehenden
  Leistungen abzuschliessen und den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf
  eine Integritätsentschädigung zu prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG;
  BGE 137 V 199 E. 2.1). 

  
	
   

  
	
  2.3 Ein Rückfall liegt vor, wenn eine scheinbar geheilte
  Schädigung erneut eine ärztliche Behandlung erforderlich macht und
  gegebenenfalls sogar eine Arbeitsunfähigkeit verursacht. Als Spätfolge gilt,
  wenn eine scheinbar geheilte Verletzung im Verlauf der Zeit zu einem oftmals
  völlig anders gearteten Krankheitsbild führt, das eine ärztliche Behandlung
  erforderlich macht und möglicherweise die Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit
  beeinträchtigt. Rückfälle und Spätfolgen können eine Leistungspflicht des
  Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend
  gemachten Beschwerden und der seinerzeit unfallbedingten
  Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
  besteht (BGE 118 V 293 E. 2c). 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Der
  Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von
  Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43
  Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser
  Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von
  medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der
  jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Beweisgrad ist der
  Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest
  mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden
  kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, sein
  Gesundheitszustand habe sich seit der ärztlichen Abschlussuntersuchung
  verschlechtert, weshalb er seit Dezember 2019 wieder teilweise
  krankgeschrieben sei. Das ärztlich umschriebene Leistungsprofil sei nicht
  mehr aktuell, stattdessen sei davon auszugehen, dass er auch in einer
  leidensangepassten Tätigkeit nur eingeschränkt arbeitsfähig sei, was sich
  nicht zuletzt aus der zugesprochenen Integritätsentschädigung ergebe. In
  Bezug auf das Valideneinkommen sei nicht ersichtlich, aus welchem Grund sein
  Ferien- und Feiertagsentgelt nicht berücksichtigt worden sei, würden diese
  doch AHV-pflichtige Lohnbestandteile darstellen. Auch hätte die
  Beschwerdegegnerin prüfen müssen, ob er überhaupt Ferien bezogen und
  Mehrstunden geleistet habe. Sodann sei zu beachten, dass der
  13. Monatslohn auf den ganzen Jahreslohn auszurichten sei, wozu auch die
  geleisteten Zulagen zählen würden. In Bezug auf das Invalideneinkommen sei es
  nicht sachgerecht, die LSE 2016 heranzuziehen. Stattdessen sei auf das
  statistische Durchschnittseinkommen der Branche abzustellen, da er insbesondere
  sämtliche schweren oder kognitiv anspruchsvollen Tätigkeiten nicht mehr
  ausüben könne. Sodann sei vorliegend ein leidensbedingter Abzug von
  mindestens 15 % angemessen, da sein Leistungsprofil beachtlich
  eingeschränkt sei, weshalb ihm insbesondere seine angestammte Tätigkeit auf
  dem Bau nicht mehr zumutbar sei. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin hält fest, dass anlässlich
  der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung ein ausgezeichneter medizinischer
  Endzustand vorgelegen habe. Folglich sei der Fall zu Recht abgeschlossen
  worden. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren sei der Gesundheitszustand des
  Beschwerdeführers zur Zeit der Rentenverfügung Ende September 2019
  massgebend. Einwendungen des Beschwerdeführers, welche sich auf seinen
  Gesundheitszustand nach dem vorerwähnten Zeitpunkt beziehen würden, seien als
  Rückfallmeldung entgegengenommen worden und würden von ihr nun abgeklärt.
  Entsprechend bildeten diese vorliegend nicht Verfahrensgegenstand. Ferner
  habe bei der Festsetzung des Validenlohns die Ferien- wie auch die
  Feiertagsentschädigung unberücksichtigt zu bleiben, was ebenso für die
  Mittagszulage gelte. Aus den Akten ergebe sich zudem kein Hinweis auf eine
  Mehrarbeit, weshalb ein entsprechender Zuschlag nicht zur Diskussion stehe.
  Was das Invalideneinkommen betreffe, sei praxisgemäss auf die LSE 2016
  abzustellen, zumal der Beschwerdeführer noch jung sei und ihm eine
  vielfältige Palette an Berufen im Sektor Produktion zur Verfügung stehe. Ein
  leidensbedingter Abzug sei sodann nicht vorzunehmen, da keine Anhaltspunkte
  dafür vorhanden seien, dass der Beschwerdeführer seine volle Arbeitsfähigkeit
  in einer leidensangepassten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur
  mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten könne, umfasse doch das
  Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl an leichten Tätigkeiten und zudem auch
  Nischenarbeitsplätze mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Einleitend ist
  festzuhalten, dass im vorliegenden Verfahren jener Sachverhalt
  rechtserheblich ist, welcher sich bis zum massgeblichen Zeitpunkt der
  angefochtenen Verfügung bzw. des angefochtenen Einspracheentscheids
  entwickelt hat (vgl. BGE 131 V 362 E. 1b). Tatsachen, die
  sich nach dem Verfügungserlass ereignet haben, sollen grundsätzlich
  Gegenstand einer neuen Verfügung bilden (Bollinger, Art. 61 N. 39).
  Daher bildet vorliegend die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
  4. Oktober 2019 bzw. deren Einspracheentscheid vom 26. Februar
  2020 Verfahrens-gegenstand. Die vom Beschwerdeführer nach dem Erlass der
  vorerwähnten Verfügung von Anfang Oktober 2019 geltend gemachte
  Verschlechterung seines Gesundheitszustands stellt eine Rückfallmeldung dar,
  welche von der Beschwerdegegnerin gemäss deren Ausführungen in der
  Beschwerdeantwort als solche entgegengenommen wurde. Somit obliegt es der Beschwerdegegnerin,
  den geltend gemachten Rückfall abzuklären, hat sie doch den diesbezüglichen
  Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
  Anschliessend wird sie über die vom Beschwerdeführer im Rahmen des Rückfalls
  geltend gemachten Ansprüche mittels separater, anfechtbarer Verfügung
  entscheiden. Folglich ist auf die diesbezüglichen Ausführungen des
  Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren nicht weiter einzugehen.
  Stattdessen ist auf das Leistungsprofil des Beschwerdeführers gemäss der kreisärztlichen
  Abschlussuntersuchung vom 24. Juni 2019 abzustellen, gegen welches der
  Beschwerdeführer keine Einwendungen erhebt. 

  
	
   

  
	
  Da der Beschwerdeführer
  den von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einkommensvergleich beanstandet,
  sind nachfolgend das Validen- und das Invalideneinkommen zu bestimmen und
  gestützt darauf ist der Invaliditätsgrad zu berechnen. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1

  
	
  6.1.1 Für
  die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was der Versicherte im
  Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
  als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in
  der Regel beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
  Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es einer
  empirischen Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
  Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Grundsätzlich ist dabei auf die
  konkreten Lohnangaben des ehemaligen Arbeitgebers abzustellen, wenn
  angenommen werden kann, der Beschwerdeführer wäre, wäre er nicht invalid geworden,
  mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin beim selben Arbeitgeber tätig
  (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 4.1; 129 V 222
  E. 4.3.1). 

  
	
   

  
	
  Für
  die Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist relevant, was
  grundsätzlich zum massgebenden Lohn gemäss dem Bundesgesetz über die Alters-
  und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 (AHVG) zu zählen ist
  (BGer-Urteil 8C_465/2009 vom 12. Februar 2010 E. 2.1, mit
  Hinweisen). Als massgebender Lohn nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt jedes Entgelt
  für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit
  geleistete Arbeit. Er umfasst unter anderem auch Teuerungs- und andere
  Lohnzulagen sowie Ferien- und Feiertagsentschädigungen (vgl. Art. 7
  der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom
  31. Oktober 1947 [AHVV]). 

  
	
   

  
	
  6.1.2 Der Beschwerdeführer erhebt zu Recht keine
  Einwendungen dagegen, dass die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des
  Valideneinkommens die Lohnangaben seiner früheren Arbeitgeberin heranzog. Aus
  den Akten zeigt sich, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2019 einen
  Stundenlohn von Fr. 28.- erzielt hätte. Darauf ist abzustellen, wird
  doch damit der Mindestlohn für Bauarbeiter ohne Fachkenntnisse gemäss
  Art. 41 Abs. 2 des Landesmantelvertrages des Schweizerischen
  Bauhaupt-gewerbes der Jahre 2019 – 2022 (LMV) nicht unterschritten. 

  
	
   

  
	
  6.1.3 Für die Berechnung des Valideneinkommens ist die
  jährliche Arbeitszeit von 2'112 Stunden ausschlaggebend
  (vgl. Art. 24 Abs. 2 LMV sowie den Bundesrats-beschluss über
  die Allgemeinverbindlicherklärung des Landesmantelvertrages für das
  Bauhauptgewerbe vom 6. Februar 2019). Dabei handelt es sich um die
  Bruttoarbeitszeit vor Abzug von Ferien und Feiertagen, da in Art. 24
  Abs. 1 LMV die jährliche Arbeitszeit explizit als Bruttosollarbeitszeit
  vor Abzug der allgemeinen Nichtleistungsstunden definiert wird. Damit sind
  von der Jahresarbeitszeit von 2'112 Stunden die Ferien (5 Wochen à
  40.5 Stunden = 202.5 Stunden; vgl. Art. 34 Abs. 1
  LMV) abzuziehen. Die acht Feiertage nach Art. 38 Abs. 1 LMV sind hingegen
  nicht zu subtrahieren, da sie wie normale Arbeitszeit zu entschädigen sind
  (Art. 38 Abs. 2 LMV; vgl. BGer-Urteil 8C_61/2012 vom 25. April 2012
  E. 2.6, 9C_232/2010 vom 13. Oktober 2010 E. 3.2, 8C_1028/2009
  vom 21. Mai 2010 E. 9.3). Zu berücksichtigen bleibt die
  Ferienentschädigung von 10,6 % gemäss Art. 34 Abs. 1 LMV, woraus
  folglich ein Jahreseinkommen von Fr. 59'133.40 (1'909.5 x Fr. 28.-
  x 1.106) resultiert. Würde hingegen der Argumentation des Beschwerdeführers
  gefolgt und die Ferien- sowie die Feiertagsentschädigung ausgehend von der
  Bruttosollarbeitszeit von 2'112 Stunden berechnet, würden die Feiertage
  wie auch die Ferientage doppelt berücksichtigt, was nicht sachgerecht wäre.
  Insofern der Beschwerdeführer überdies der Ansicht ist, die
  Beschwerdegegnerin hätte abzuklären, ob er die Ferien auch tatsächlich
  bezogen hatte, ist er darauf hinzuweisen, dass der Bezug von Ferien während
  der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht durch Geldleistungen oder andere
  Vergünstigungen abgegolten werden darf (vgl. Art. 329d Abs. 3
  i.V.m. Art. 362 Abs. 1 des Obligationenrechts vom 30. März
  1911 [OR]). Daraus darf geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer die
  Ferien auch tatsächlich bezogen hat, zumal er keine gegenteiligen
  Ausführungen macht. Sodann zeigt sich aus den Lohnabrechnungen des
  Beschwerdeführers, dass er von April 2015 bis und mit April 2016
  weniger als die Nettoarbeitszeit von 1'909.5 Stunden arbeitete, was zum
  einen auf einen tatsächlichen Bezug der Ferien hindeutet. Zum anderen kann daraus
  ebenfalls geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer keine Mehrstunden
  leistete, woraus folgt, dass entgegen dessen Ansicht nicht zu prüfen ist, ob
  ein Mehrstundenzuschlag zu gewähren ist. 

  
	
   

  
	
  6.1.4 Weiter ist der 13. Monatslohn in der Höhe von
  8,33 % gemäss Art. 50 Abs. 1 LMV anzurechnen. Dabei ist zu
  beachten, dass auch der während den Ferien bezogene Lohn in die Berechnung
  des 13. Monatslohns miteinzubeziehen ist, was sich explizit aus Ziffer
  301 Anhang 8 des LMV ergibt (vgl. BGer-Urteil 8C_61/2012 vom 25. April 2012 E. 2.6). Nicht zu berücksichtigen
  ist bei der Berechnung des 13. Monatslohns der entrichtete Zuschlag für
  die Reisezeit, sofern deren Abrechnung aufgrund von vereinbarten pauschalen
  Frankenbeiträgen erfolgt (vgl. Anhang 8 Ziffer 503 LMV). Da
  der Beschwerdeführer mit seinem ehemaligen Arbeitgeber eine tägliche
  Entschädigung für Reisezeit von pauschal Fr. 11.- vereinbarte, entfällt
  deren Berücksichtigung bei der Berechnung des 13. Monatslohns. Folglich
  ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 64'059.20 (Fr. 59'133.40 +
  8,33%).

  
	
   

  
	
  6.1.5 Dass die vereinbarte und entrichtete
  Reisezeitentschädigung einen Lohnbestandteil darstellt, ist unbestritten.
  Dabei ist zu beachten, dass während den Ferien wie auch während den
  Feiertagen keine Reisezeitentschädigung ausgerichtet wird, weshalb die
  Ferientage und die Feiertage diesbezüglich unberücksichtigt zu bleiben haben.
  Folglich ist eine Reisezeitentschädigung für 227.4 Arbeitstage
  ([2'112 Stunden Jahresarbeitszeit – 202.5 Ferienstunden] /
  [40.5 Wochenstunden / 5 Arbeitstage pro Woche] – 8 Feiertage =
  227.74 Arbeitstage pro Jahr) in die Berechnung miteinzubeziehen, womit
  Fr. 2'505.15 (227.74 x Fr. 11.-) dem Valideneinkommen
  hinzuzurechnen sind. 

  
	
   

  
	
  6.1.6 Soweit die Beschwerdegegnerin bei der Festsetzung des
  Valideneinkommens die dem Beschwerdeführer entrichtete Mittagszulage von
  jeweils Fr. 15.- nicht berücksichtigte, ist ihr nicht zu folgen. Denn ob
  die Mittagszulage in die Berechnung des versicherten Verdienstes und des
  Valideneinkommens einzubeziehen ist, hängt davon ab, ob sie eine regelmässige
  Entschädigung für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnlichen
  Arbeitsort war, welche zum massgebenden Lohn gehört (Art. 9 Abs. 2
  AHVV; BGer-Urteil 8C_430/2010 vom 28. September 2010 E. 6.3). Aus
  den Lohnabrechnungen der Monate April 2015 bis April 2016 zeigt
  sich, dass dem Beschwerdeführer allmonatlich eine Mittagszulage entrichtet
  wurde. Deren Anzahl stimmt zudem jeweils mit der Anzahl der ausbezahlten
  Reisezeitentschädigungen überein, woraus einzig folgen kann, dass sich der
  gewöhnliche Arbeitsort des Beschwerdeführers auf auswärtigen Baustellen
  befand. Entsprechend stellte die Mittagszulage eine Abgeltung für
  Verpflegungskosten dar, womit es sich bei der Mittagszulage um der
  AHV-Beitragspflicht unterliegenden massgeblichen Lohn handelt (vgl. auch
  Art. 60 Abs. 2 LMV). Da die Mittagszulage während den Ferien und
  den Feiertagen nicht entrichtet wird, rechtfertigt es sich, eine jährliche
  Mittagszulage von Fr. 3'416.10 (227.74 Arbeitstage pro Jahr x Fr. 15.-)
  bei der Festsetzung des Valideneinkommens zu berücksichtigen. Diese ist
  jedoch bei der Berechnung des 13. Monatslohns ausser Acht zu lassen
  (vgl. Anhang 8 Ziffer 601 LMV). 

  
	
   

  
	
  Zusammenfassend beträgt
  das gesamte Jahreseinkommen und damit das Valideneinkommen des
  Beschwerdeführers Fr. 69'980.45 ([Fr. 59'133.40 + 8,33 %] +
  Fr. 2'505.15 Reisezeitentschädigung + Fr. 3'416.10 Mittagszulage). 

  
	
   

  
	
  6.2

  
	
  6.2.1 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist
  primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
  versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität keine
  Erwerbstätigkeit aus, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt
  des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
  Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen,
  die der versicherten Person angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen
  sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden
  hierzu die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für
  Statistik (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). 

  
	
   

  
	
  Ausnahmsweise kann bei
  Personen, welche vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich
  tätig waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage
  kommt, auf das statistische Durchschnittseinkommen einzelner Branchen
  abgestellt werden, wenn dies sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall
  zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
  Rechnung zu tragen (vgl. BGer-Urteil 8C_457/2017 vom 11. Oktober
  2017 E. 6.2, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  6.2.2 Dem Beschwerdeführer ist gemäss dem ärztlich
  umschriebenen Leistungsprofil eine bis knapp mittelschwere (regelmässig bis
  15 kg, ausnahmsweise auch 20 bis 25 kg), wechselbelastende Tätigkeit
  vollschichtig und vollzeitig zumutbar. Nicht zumutbar sind Tätigkeiten in der
  Höhe mit Absturzgefahr sowie Tätigkeiten auf unebenem Boden oder in
  abschüssigem Gelände, kniende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten, die zu heftigen
  Erschütterungen und Vibrationen des linken Beins führen. Entsprechend ist
  auch die früher ausgeübte Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter andauernd nicht mehr
  möglich. Hingegen gibt es insbesondere im Bereich der Produktion verschiedene
  Tätigkeiten, welche er mit dem soeben umschriebenen Leistungsprofil ausüben
  kann. Zwar war der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz bis
  zu seinem Unfall sieben Jahre auf dem Bau tätig. Daraus kann jedoch nicht
  geschlossen werden, dass für ihn keine andere Tätigkeit in einem anderen
  Bereich in Frage kommen würde, zumal er erst 34 Jahre alt ist.
  Entsprechend liegt kein Ausnahmefall vor, welcher das Abstellen auf das
  statistische Durchschnitts-einkommen der Baubranche rechtfertigen würde.
  Stattdessen ist die LSE 2016 für die Festsetzung des Invalideneinkommens
  heranzuziehen.

  
	
   

  
	
  Auszugzugehen ist von
  Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total Männer, welche ein monatliches
  Einkommen von Fr. 5'340.- für Männer ausweist. Aufgerechnet auf ein Jahr
  und die übliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden resultiert so ein Einkommen
  von Fr. 66'803.40 (Fr. 5'340.- x 12 x 41,7 / 40). Indexiert auf das
  Jahr 2019 ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 68'012.60
  (Fr. 66'803.40 x 1.004 x 1.005 x 1.009).

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Wird das Invalideneinkommen wie vorliegend auf der
  Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der
  entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Praxisgemäss können
  persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer
  der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
  Beschäftigungsgrad einen Abzug von dem nach den Tabellenlöhnen der LSE zu
  ermittelnden Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass
  die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge
  eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
  unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann
  (BGE 134 V 322 E. 5.2, mit Hinweis). Ein Abzug soll aber
  nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte
  dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser
  Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem
  allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten
  kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in
  Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
  Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
  25 % des Tabellenlohns zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
  Die Frage, ob ein Abzug nach
  Massgabe der Grundsätze von BGE 126 V 75 vorzunehmen sei, ist rechtlicher Natur, die
  Bestimmung der Höhe eines solchen Abzugs dagegen Ermessensfrage (BGer-Urteil
  8C_530/2015, 8C_563/2015 vom 6. Januar 2016 E. 6.1.2).

  
	
   

  
	
  6.3.2 Vorliegend
  ist mit Blick auf das von Dr. D.______ umschriebene Zumutbarkeitsprofil von einem genügend breiten Spektrum
  an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, welche keine besondere
  Beanspruchung des linken Unterschenkels erfordern. So stehen dem
  Beschwerdeführer beispielsweise in stehender wie auch in sitzender Position
  auszuführende Hilfsarbeiten in der Produktion offen, welche auf dem ausgeglichenen
  Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden. Ferner ist der Beschwerdeführer im Rahmen eines
  Vollzeitpensums arbeitsfähig, wobei es die ihm auferlegten Einschränkungen
  der angepassten Arbeitstätigkeit nicht als unrealistisch erscheinen lassen,
  eine Arbeitsstelle zu finden (vgl. BGer-Urteil I 69/07 vom 2. November
  2007 E. 5.1 f). Sodann rechtfertigt allein der Umstand, dass ihm
  höchstens nur noch bis knapp mittelschwere Erwerbstätigkeiten zumutbar sind,
  keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. BGer-Urteil 8C_82/2019 vom
  19. September 2019 E. 6.3.2). Die eingeschränkte Belastbarkeit des
  Beschwerdeführers sowie seine Schmerzen sind überdies bereits bei der
  Umschreibung des ihm zumutbaren Leistungsprofils berücksichtigt worden. Dies
  kann unter dem Titel des Tabellenlohnabzugs nicht erneut und damit doppelt
  beachtet werden. Weitere Gründe für einen allfälligen Abzug sind schliesslich
  nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht substantiiert
  dargelegt. Der pauschale Hinweis darauf, dass er aufgrund seines bereits
  erlittenen Unfalls mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen rechnen müsse,
  genügt zumindest nicht für die Gewährung eines Abzugs vom Tabellenlohn. 

  
	
   

  
	
  Der Vollständigkeit halber
  hinzuweisen bleibt darauf, dass die Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen
  Verfahren einen Abzug vom Tabellenlohn von 5 % gewährte. Diesbezüglich
  ist festzuhalten, dass das Verwaltungsgericht nach Art. 61 lit. d
  ATSG an die Begehren der Parteien nicht gebunden ist und daher die Beschwerde
  gestützt auf einen anderen Grund als die Vorinstanz abweisen darf
  (BGE 140 V 136 E. 1.1). Da auch die Beschwerdegegnerin im
  Dispositiv des Einspracheentscheids zum Schluss kam, dass kein
  rentenbegründender Invaliditätsgrad gegeben ist, liegt keine Schlechterstellung
  des Beschwerdeführers vor, welche die Gewährung einer vorgängigen Gelegenheit
  zur Stellungnahme nötig gemacht hätte (vgl. Art. 61 lit. d
  ATSG; Bollinger, Art. 61 N. 51).

  
	
   

  
	
  6.4 Stellt man unter Anwendung des Einkommensvergleichs
  das Invalideneinkommen von Fr. 68'012.60 dem jährlichen Valideneinkommen von
  Fr. 69'980.45 gegenüber, resultiert ein unfallversicherungsrechtlicher
  Invaliditätsgrad von gerundet 3 %, was keinen Anspruch des
  Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung begründet.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG
  i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Da der Beschwerdeführer unterliegt, steht ihm keine
  Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g
  ATSG e contrario). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
  Gemäss Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
  vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die Behörde eine Partei, der die Mittel
  fehlen um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie die
  Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise von der
  Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos ist. Der
  Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der
  gesuchstellenden Partei.

  
	
   

  
	
  2.2 Da die Gerichtskosten auf die Staatskasse zu nehmen
  sind, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
  als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

  
	
   

  
	
  2.3 Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers erscheint
  aufgrund der Aktenlage als offensichtlich. Zudem kann das vorliegende
  Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Da der Beschwerdeführer
  auf eine rechtliche Vertretung angewiesen war, ist das Gesuch um
  unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihm ist in der Person
  von Rechtsanwalt B.______ ein
  unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Dieser ist mit Fr. 2'000.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Der Beschwerdeführer ist darauf
  hinzuweisen, dass eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt
  worden ist, für den Fall, dass sie später in günstige wirtschaftliche
  Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung der Verfahrenskosten verpflichtet
  werden kann (Art. 139a VRG). 

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Das
    Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen
    Prozessführung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

    
	
    2.

    	
    Das
    Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen
    Rechtsverbeiständung wird gutgeheissen. Ihm wird in der Person von
    Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

    
	
    3.

    	
    Der Rechtsbeistand wird zu
    Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 2'000.- (inkl. Auslagen und
    Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    4.

    	
    Die Nachzahlungspflicht gemäss
    Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    5.

    	
    Die
    Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im August 2025 zu prüfen, ob die
    Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
    3.

    	
    Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]