# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c2738f1-f815-5fd9-a98b-35add2b07868
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-09
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007
**Docket/Reference:** ST.2010.167
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_167_xw.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2010.167 
2 DB.2010.121 

Entscheid 

9. November 2010 

Mitwirkend: 

Präsident Richard Oesch, die Mitglieder Walter Balsiger, Rhea Schircks Denzler und 
Sekretär Hans Heinrich Knüsli 

1.  A,    

2.  B,    

vertreten durch C,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrenten/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (im  Folgenden  der/die  Pflichtige  bzw.  die  Pflichtigen)  machten  in 

der  Steuererklärung  2007  bei  Einkünften  von  insgesamt  Fr. 305'786.-  unter  anderem 

einen  Abzug  für  Einzahlungen  an  die  berufliche  Vorsorge  (Einkauf)  in  Höhe  von 

Fr. 220'000.-  geltend.  Die  Steuerkommissärin  schätzte  die  Pflichtigen  mit  Entscheid 

vom  11. Januar  2010  für  die  Steuerperiode  2007  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von  Fr. 196'300.-  (satzbestimmend:  Fr. 203'300.-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen 

von  Fr. 1'809'000.-  (satzbestimmend:  Fr. 2'059'000.-)  ein  und  setzte  den  Rückerstat-

tungsanspruch für die Verrechnungssteuer 2008 (Fälligkeitsjahr 2007) auf Fr. 3'932.25 

fest. Dabei rechnete sie insbesondere den erwähnten Betrag von Fr. 220'000.- teilwei-

se auf und begrenzte den Abzug für den Einkauf in die Pensionskasse auf Fr. 65'600.- 

(20 %  des  versicherten  Jahreslohnes).  Mit  Verfügung  vom  26. März  2010  wurden  die 

Pflichtigen  für  die  Bundessteuerperiode  2007  zudem  mit  einem  steuerbaren  Einkom-

men von Fr. 192'300.- (satzbestimmend: Fr. 199'200.-) veranlagt. 

B. Die Pflichtigen liessen dagegen am 26. Januar bzw. 7. April 2010 Einspra-

chen  erheben,  welche  das  kantonale  Steueramt  mit  separaten  Entscheiden  vom 

18. Mai 2010 abwies. 

C.  Mit  Eingaben  vom  9./8. Juni  2010  liessen  die  Pflichtigen  Rekurs  und  Be-

schwerde  erheben  und  beantragen,  das  steuerbare  Einkommen  auf  Fr. 41'916.- 

(Staats- und Gemeindesteuer) bzw. Fr. 37'900.- (Bundessteuer) festzusetzen. 

Das  kantonale  Steueramt  beantragte  mit  Rekurs-/Beschwerdeantwort  vom  

2.  Juli  2010  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 

(ESTV) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 9. August 2010 auf kostenfällige Abwei-

sung der Beschwerde. 

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Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. a)  Von  den  Einkünften  werden  laut  § 31  Abs. 1  lit. d  des  Steuergesetzes 

vom 8. Juni 1997 (StG) bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) die gemäss Gesetz, Statut oder Regle-

ment  geleisteten  Einlagen,  Prämien  und  Beiträge  zum  Erwerb  von  Ansprüchen  aus 

Einrichtungen  der  beruflichen  Vorsorge  abgezogen.  Diese  Bestimmungen  vollziehen 

die bundesrechtliche Vorschrift von Art. 81 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die beruf-

liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG), wonach 

die  von  den  Arbeitnehmern  und  Selbstständigerwerbenden  nach  Gesetz  oder  regle-

mentarischen  Bestimmungen  geleisteten  Beiträge  an  Vorsorgeeinrichtungen  bei  den 

direkten Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden abziehbar sind. Abzugsfä-

hig sind dabei nicht nur die ordentlichen Beiträge an die Vorsorgeeinrichtung, sondern 

auch die Beiträge für den Einkauf von Lohnerhöhungen, von Beitragsjahren, von Vorfi-

nanzierungen für Frühpensionierungen oder von im Rahmen einer Scheidung übertra-

genen  Austrittsleistungen.  Dabei  spielt  es  keine  Rolle,  ob  die  Vorsorge  auf  dem 

Leistungs- oder dem Beitragsprimat beruht oder den obligatorischen oder überobligato-

rischen  Bereich  betrifft  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisier-

ten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 31 N 79 StG und Handkommentar zum DBG, 

2. A.,  2009,  Art. 33  N 81  DBG;  RB 1996  Nr. 48;  VGr,  23. Januar  2002  =  StE 2002 

B 27.1 Nr. 26).  

Zu  beachten  sind  hingegen  die  Einkaufsbeschränkungen  von  Art. 79b  BVG 

(Fassung vom 3. Oktober 2003, in Kraft seit 1. Januar 2006); so darf etwa die Vorsor-

geeinrichtung  den  Einkauf  höchstens  bis  zur  Höhe  der  reglementarischen  Leistungen 

ermöglichen  (Ziff. 1)  und  dürfen  bei  getätigten  Einkäufen  die  daraus  resultierenden 

Leistungen  innerhalb  der  nächsten  drei  Jahre  nicht  in  Kapitalform  aus  der  Vorsorge 

zurückgezogen werden (Ziff. 3). 

b)  Bei  Freizügigkeitsleistungen  gilt  –  mit  Ausnahmen  –  ein  Barauszahlungs-

verbot.  Grundsätzlich  ist  die  Austrittsleistung,  sowohl  der  obligatorische  als  auch  der 

überobligatorische Teil, vollumfänglich in die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitge-

bers  einzubringen  (Art. 3  Abs. 1  des  Freizügigkeitsgesetzes  vom  17.  Dezember  1993 

[FZG]). Gemäss Art. 5 Abs. 1 FZG können Versicherte die Barauszahlung der Austritts-

leistung verlangen, wenn sie die Schweiz endgültig verlassen (lit. a), eine selbstständi-

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ge  Erwerbstätigkeit  aufnehmen  und  der  obligatorischen  beruflichen  Vorsorge  nicht 

mehr unterstehen (lit. b) oder die Austrittsleistung weniger als ihr Jahresbeitrag beträgt 

(lit.  c).  Diese  Aufzählung  ist  abschliessend  (vgl.  zum  Ganzen  Carl  Helbling  [Hrsg.], 

Personalvorsorge und BVG, 8. A., 2006, S. 265 ff.). 

Bei  Barauszahlungen  gestützt  auf  Art. 5  Abs. 1  lit.  a  FZG  hat  die  versicherte 

Person  damit zwei Bedingungen zu erfüllen: Erstens muss sie die Schweiz verlassen 

und zweitens hat diese Abreise endgültig zu sein. Laut Bundesgericht ist es Sache der 

Vorsorgeeinrichtungen  und  der  für  die  berufliche  Vorsorge  zuständigen  Behörden,  zu 

prüfen, ob die Voraussetzungen für die Barauszahlung erfüllt sind. Gemäss Bundesamt 

für  Sozialversicherungen  kommt  es  vor,  dass  Ausländer  die  Schweiz  verlassen,  Bar-

auszahlungen  beziehen  und  kurz  nach  ihrer  "endgültigen"  Ausreise  wieder  in  die 

Schweiz zurückkehren, wonach sie sich erneut in die berufliche Vorsorge einkaufen. In 

gewissen  Fällen  seien  so  erhebliche  steuerliche  Vorteile  erzielt  worden.  Seit  dem 

1. Juni 2007 ist die Barauszahlung des obligatorischen Teils der Freizügigkeitsleistun-

gen an Personen aus dem EU/EFTA-Raum zudem an die weitere Bedingung geknüpft, 

dass  die  betreffende  Person  nicht  der  obligatorischen  Rentenversicherung  eines  EU- 

oder  EFTA-Staats  unterstellt  ist  (vgl.  zum  Ganzen  Mitteilungen  des  Bundesamts  für 

Sozialversicherungen Nr. 1 Rz 4, Mitteilungen Nr. 78 Rz 463, Mitteilungen Nr. 96 Rz 2 

[alles unter www.bsv.admin.ch]). 

2. a)  Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  liegt  eine  Steuerumge-

hung  vor,  wenn  das  gewählte  Vorgehen  ungewöhnlich,  unangemessen  oder  seltsam 

erscheint,  jedenfalls  aber  nicht  dem  verfolgten  wirtschaftlichen  Ziel  entspricht,  dieser 

ungewöhnliche  Weg  nur  aus  Gründen  der  Steuerersparnis  gewählt  wurde  und  eine 

erhebliche Steuerersparnis eintreten würde, falls die Aktion erfolgreich wäre. Bei einer 

Steuerumgehung  muss  die  Veranlagung  das  von  den  Pflichtigen  angestrebte  wirt-

schaftliche Ziel berücksichtigen, nicht aber die Angaben der Pflichtigen (vgl. BGE 131 II 

627  E. 5.2  sowie  statt  vieler  BGr,  9. November  2001,  ASA  72,  413  ff.;  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu §§ 119-131 N 36 ff. StG und VB zu Art. 109–121 N 

37  ff.  DBG;  Höhn/Waldburger,  Steuerrecht,  Band  I,  2001,  § 5  N  74).  Zur  Beurteilung, 

ob das gewählte Vorgehen absonderlich ist, sind stets die gesamten Umstände zu be-

rücksichtigen. 

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b) Geltend gemachte Abzüge im Zusammenhang mit Beiträgen an Einrichtun-

gen  der  beruflichen  Vorsorge  (wie vorstehend  in  E. 1a  ausgeführt)  werden  nach  bun-

desgerichtlicher  Rechtsprechung  nicht  zugelassen,  wenn  eine  Steuerumgehung  vor-

liegt,  insbesondere  bei  missbräuchlich  steuerminimierenden,  zeitlich  nahen  Einkäufen 

und Kapitalbezügen in/von Vorsorgeeinrichtungen, d.h. im  Fall von gezielt vorüberge-

henden und steuerlich motivierten Geldverschiebungen in die 2. Säule, mit denen nicht 

die  Schliessung  von  Beitragslücken  angestrebt,  sondern  die  Pensionskasse  als  steu-

erbegünstigtes  Kontokorrent 

zweckentfremdet  wird 

(BGr,  12. März  2010, 

2C_658/2009, E. 2.1, www.bger.ch). 

3. a) aa) Der Pflichtige arbeitete nach eigenen Angaben vom 1. Oktober 1991 

bis 31. Dezember 1996 bei der D bzw. E in F. Von 1997 bis 2006 sei er in Deutschland 

beruflich  tätig  gewesen.  Konkrete  Angaben  oder  Belege  dazu  hat  der  Pflichtige  trotz 

entsprechenden Aufforderungen des Steueramts im Einschätzungsverfahren nicht ein-

gereicht. 

bb) Am 30. September 2006 unterzeichnete der Pflichtige mit der in G ansäs-

sigen H einen Arbeitsvertrag. Demgemäss wurde er als Leiter der in I zu gründenden 

Zweigniederlassung und "Head of Swiss Operations" angestellt. Der Stellenantritt wur-

de per 1. Januar 2007 vereinbart, mit Arbeitsort I. Gemäss Ziff. 8 der Vereinbarung war 

festgelegt, dass der Arbeitnehmer den gesetzlich vorgesehenen Pensionsbeitrag erhal-

ten  sollte,  und  zwar  nach  den  in  der  "Schweizer  Industrie"  üblichen  Massstäben.  Für 

die genauen Beträge wurde auf denjenigen Zeitpunkt verwiesen, in dem der konkrete 

Vertrag zwischen J und der entsprechenden Pensionskasse bekannt sein würde. 

cc)  Im  November  2006  beantragte  der  Pflichtige  nach  eigenen  Angaben  die 

Auszahlung seines während der Anstellung bei der D/E geäufneten Freizügigkeitsgut-

habens.  Gemäss  Austrittsabrechnung  der  Freizügigkeitsstiftung  K  vom  14. Dezember 

2006  hatte  er  per  4. Dezember  2006  eine  Austrittsleistung  von  Fr. 148'994.75  einge-

bracht.  Davon  wurde  ein  Betrag  von  Fr. 6'936.25  in  Abzug  gebracht  (Quellensteuer 

und  Gebühren).  Die  K  überwies  dem  Pflichtigen  per  Valuta  18. Dezember  2006  den 

Betrag von netto Fr. 142'058.50 auf ein Privatkonto einer schweizerischen Bank in Zü-

rich. 

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dd) Am 19. Dezember 2006 reiste der Pflichtige in die Schweiz ein. Die Grün-

dung  der  schweizerischen  Zweigniederlassung  J  erfolgte  am  2.  Februar  2007.  Das 

entsprechende  Pensionskassenreglement  der  Swisscanto  Sammelstiftung  der  Kanto-

nalbanken  (im  Folgenden  Swisscanto)  lag  –  nach  Angaben  des  Pflichtigen  –  im  April 

2007 vor. 

ee) Die maximal mögliche Einkaufssumme für das Jahr 2007 belief sich nach 

Berechnungen der Swisscanto auf Fr. 1'172'030.-. Der Pflichtige hatte keine Freizügig-

keitsleistungen  aus  anderen  bzw.  früheren  Pensionskassenansprüchen  eingebracht. 

Per 21. Dezember 2007 nahm der Pflichtige bei der Swisscanto einen Einkauf von Bei-

tragsjahren gemäss Art. 9 Abs. 2 FZG in Höhe von Fr. 220'000.- vor.  

b) Sowohl die Vorinstanz als auch die ESTV sehen im dargestellten Vorgehen  

eine  Steuerumgehung.  Die  Pflichtigen  wenden  sich  gegen  diese  Betrachtung,  insbe-

sondere mit den im Folgenden zu prüfenden Vorbringen: 

aa) Als sich der Pflichtige das Freizügigkeitsguthaben habe auszahlen lassen, 

sei  noch  kein  Reglement  vorgelegen,  das  die  Überweisung  der  bisherigen  Vorsorge-

gelder in die neue BVG-Vorsorgeeinrichtung hätte vorschreiben können. 

Dieser  Punkt  verfängt  bereits  deshalb  nicht,  weil  mit  Art. 3  Abs. 1  FZG  von 

Gesetzes wegen bei einem Stellenwechsel die Pflicht besteht, Freizügigkeitsleistungen 

vollumfänglich  in  die  Vorsorgeeinrichtung  des  neuen  Arbeitgebers  einzubringen.  Der 

Pflichtige  wusste  bereits  bei  Unterzeichnung  des  Arbeitsvertrages  am  30. September 

2009, dass er zu einem späteren, nicht in weiter Ferne liegenden Zeitpunkt mit seinem 

künftigen Arbeitgeber eine vorsorgerechtliche Regelung treffen würde (Ziff. 8 des Ver-

trags).  Dies  war  ihm  auch  bewusst,  als  er  im  November  2006  die  Auszahlung  seines 

Freizügigkeitsguthabens  beantragte.  Selbst  wenn  er  den  Stellenantritt  damals  –  aus 

welchen Gründen auch immer  – noch  für unsicher gehalten haben sollte, gab es kei-

nen Grund, die Austrittsleistung vorzeitig auszahlen zu lassen. Der Pflichtige hätte die-

ses  Guthaben  ohne  Weiteres  weiterhin  –  wie  in  den  zehn  Jahren  zuvor  –  bei  der  K 

belassen und den Anschluss an die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers abwarten 

können bzw. müssen.  

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bb)  Weiter  führen  die  Pflichtigen  aus,  sie  könnten  nicht  "ersehen,  was  die 

Auszahlung des BVG-Guthabens im Dezember 2006 mit dem Einkauf von Beitragsjah-

ren im Dezember 2007" zu tun habe. Der Pflichtige habe per Ende 2006 über ein Ver-

mögen aus Wertschriften und Guthaben von rund Fr. 1,6 Mio verfügt. Für den Einkauf 

von  Beitragsjahren  im  Umfang  von  Fr. 220'000.-  sei  der  Pflichtige  nicht  darauf  ange-

wiesen  gewesen,  das  im  Dezember  2006  bestehende  BVG-Guthaben  von  rund 

Fr. 142'000.- zu beziehen. Der Einkauf von Beitragsjahren im Umfang von Fr. 220'000.- 

sei  weder  mit  der  Ende  2006  ausbezahlten  Freizügigkeitsleistung,  mit  Fremdkapital 

noch auf andere Weise absonderlich finanziert worden, so dass in diesem Zusammen-

hang  nicht  von  einem  absonderlichen  oder  ungewöhnlichen  Vorgehen  gesprochen 

werden könne.  

Ob der Pflichtige im streitbetroffenen Zusammenhang  auf das Freizügigkeits-

guthaben  angewiesen  war  oder  nicht,  ist  unerheblich.  Fest  steht  jedenfalls,  dass  er 

sich dieses Guthaben (wie noch zu erörtern sein wird, zu Unrecht) auszahlen liess, und 

zwar auf ein Privatkonto. Damit konnte er über den Betrag grundsätzlich frei verfügen, 

anders, als wenn die Überweisung auf ein Vorsorgekonto erfolgt wäre. Fest steht eben-

falls, dass er verpflichtet gewesen wäre, die Austrittsleistung der Freizügigkeitseinrich-

tung an die neue Einrichtung der beruflichen Vorsorge zu übertragen, was steuerneut-

ral möglich gewesen wäre. 

cc) Der Bezug von Fr. 142'000.- im Jahre 2006, so der Pflichtige weiter, stelle 

keinen  "Missbrauch  von  BVG-Geldern"  dar.  Bei  einer  Deckungslücke  von  insgesamt 

Fr. 1'172'000.- wäre auch bei einer Einzahlung von Fr. 142'000.- noch eine genügend 

grosse Deckungslücke vorhanden gewesen, um den Betrag von Fr. 220'000.- als Ein-

kaufsbetrag  zu  verwenden.  Es  stehe  unter  gewissen  Bedingungen  jedem  BVG-

Versicherten  zu,  Kapital  zu  beziehen.  Dabei  spiele  es  keine  Rolle,  ob  solche  Bezüge 

von  Inländern  oder  Ausländern  getätigt  würden.  Der  Bezug  von  Kapital  könne  per  se 

nicht als absonderlich oder ungewöhnlich bezeichnet werden. 

Auch diese Argumente vermögen den Pflichtigen nicht zu helfen. Die Freizü-

gigkeitsleistung wurde dem Pflichtigen zweifellos und unbestrittenermassen in Anwen-

dung von Art. 5 Abs. 1 lit. a FZG (endgültiger Wegzug ins Ausland) ausbezahlt. Zwar 

trifft es zu, dass der Pflichtige am Tag der Barauszahlung noch im Ausland  wohnhaft 

war. Bereits einen Tag später reiste er aber für einen unbeschränkten Zeitraum wieder 

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in  die  Schweiz  ein,  wo  gemäss  vertraglicher  Abmachung  auch  sein  Arbeitsort  ab  An-

fang  2007  liegen  sollte.  Unter  diesen  Umständen  kann  keine  Rede  davon  sein,  dass 

der Pflichtige sich die Austrittsleistung der  K aufgrund des "endgültigen" Wegzugs ins 

Ausland ausbezahlen liess. Im konkreten Fall erweist sich deshalb die Kapitalauszah-

lung  nicht  nur  als  ungewöhnlich  bzw.  absonderlich,  sondern  sie  erfolgte  gar  zu  Un-

recht,  zumal  der  Pflichtige  zur  Einbringung  der  Vorsorgegelder  in  die  neue  Vorsorge-

einrichtung  gemäss  Art. 3  Abs. 1  FZG  verpflichtet  war.  Als  steuerlich  abzugsfähige 

Einkaufsbeiträge  –  maximal  bis  zur  Höhe  der  Deckungslücke  –  können  damit  von 

vornherein  lediglich  Summen  anerkannt  werden,  die  über  das  ehemals  bei  der  K  ge-

äufnete Freizügigkeitsguthaben hinausgehen. 

dd) Schliesslich bringt der Pflichtige vor, er habe aus einer persönlichen Risi-

kobeurteilung  heraus  entschieden,  die  bei  der  K  vorhandenen  BVG-Gelder  zu  bezie-

hen,  da  die  Niederlassung  in  der  Schweiz  bei  Unterzeichnung  des  Arbeitsvertrages 

noch nicht gegründet gewesen sei und er sich (aufgrund der amerikanischen "hire and 

fire"-Politik)  nicht  habe  darauf  verlassen  können,  dass  die  Niederlassung  tatsächlich 

gegründet werde. 

Auch dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Wie bereits erwähnt, hätte der Pflich-

tige  das  Freizügigkeitsguthaben  bis  zur  Klärung  der  vorsorgerechtlichen  Verhältnisse 

unter dem neuen Arbeitgeber bei der K belassen können bzw. müssen. 

c) Mit dem gewählten Vorgehen wurde somit nicht in erster Linie die Schlies-

sung  einer  Beitragslücke  angestrebt.  Bei  einer  Vorsorgelücke  von  Fr. 1'172'000.-  per 

2007 und einem Vermögen aus Wertschriften und Guthaben von rund Fr. 1,6 Mio per 

Ende 2006 muss die zu Unrecht erfolgte Auszahlung des Freizügigkeitsbetrags von der 

K  und  die  Wiedereinzahlung  nach  etwas  mehr  als  einem  Jahr  insgesamt  als  unge-

wöhnlich und sachwidrig beurteilt werden. Sie lässt ohne Weiteres auf eine Absicht der 

missbräuchlichen  Steuerminimierung  schliessen  und  nicht  auf  eine  zulässige  Vorsor-

geoptimierung.  Wenn  die  gewählte  Gestaltung  zugelassen  würde,  führte  sie  zu  einer 

(sofortigen) tatsächlichen Steuerersparnis von insgesamt rund Fr. 40'000.- (Staats- und 

Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuern. Ein solcher Betrag ist auch angesichts 

der  komfortablen  finanziellen  Verhältnisse  der  Pflichtigen  bedeutend  und  jedenfalls 

nicht vernachlässigbar. 

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d) Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz eine Steuerumgehung zu beja-

hen; auf die entsprechenden Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid kann im Übri-

gen  verwiesen  werden  (§ 19  Abs. 2  der  Verordnung  über  die  Organisation  und  das 

Verfahren der Steuerrekurskommissionen vom 29. April 1998). 

4. Allerdings hat  das Steueramt im  vorliegenden Fall  zu Unrecht  Art. 60b der 

Verordnung  über  die  berufliche  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenvorsorge  vom 

18. April 1984 (BVV 2, SR 831.441.1) für anwendbar erachtet. Diese Bestimmung lau-

tet  wie  folgt:  "Für  Personen,  die  aus  dem  Ausland  zuziehen  und  die  noch  nie  einer 

Vorsorgeeinrichtung  in  der  Schweiz  angehört  haben,  darf  in  den  ersten  fünf  Jahren 

nach  Eintritt  in  eine  schweizerische  Vorsorgeeinrichtung  die  jährliche  Einkaufssumme 

20 Prozent des reglementarischen versicherten Lohnes nicht überschreiten. […]". Der 

Pflichtige war zwischen 1991 und 1996 in der Schweiz tätig und hat in dieser Zeit  ein 

entsprechendes  Freizügigkeitsguthaben  bei  der  K  angehäuft.  Damit  sind  bei  ihm  die 

Voraussetzungen für die Anwendbarkeit von Art. 60b BVV 2 klarerweise nicht gegeben 

und es fehlt an einer Grundlage, die zulässige Einkaufssumme in diesem Sinn zu be-

grenzen. 

5.  Nachdem  eine  Steuerumgehung  zu  bejahen  ist,  muss  sich  der  Pflichtige 

von  den  Fr.  220'000.-  einen  Anteil  von  Fr.  148'994.75  als  Wiedereinbringung  der  zu 

Unrecht ausbezahlten Freizügigkeitsleistung anrechnen lassen, womit sich der abzieh-

bare Einkauf auf Fr. 71'005.25 reduziert. Da die Steuerkommissärin aufgrund der An-

wendung  von  Art.  60b  BVV  2  einen  Betrag  von  Fr. 65'600.-  zum  Abzug  zuliess,  sind 

die  Rechtsmittel  der  Pflichtigen  teilweise  gutzuheissen  (Differenz:  Fr. 5'405.25).  Das 

steuerbare Einkommen für die Steuerperiode 2007 ist folglich bei den Staats- und Ge-

meindesteuern  auf  Fr. 190'900.-  (Zürich  bzw.  Fr.  197'900.-  satzbestimmend)  und  für 

die Bundessteuerperiode 2007  auf Fr. 186'900.- (steuerbar bzw. Fr. 193'800.- satzbe-

stimmend) festzusetzen.  

6. Die  Pflichtigen  vermögen  mit  ihren  Anliegen  nur  zu  einem  sehr  geringen 

Teil durchzudringen (betragsmässig zu ca. 3.5 % [Herabsetzung des steuerbaren Ein-

kommens um Fr. 5'405.25 statt Fr. 154'384.- bzw. Fr. 154'400.-]). Bei diesem Ausgang 

des  Verfahrens  rechtfertigt  es  sich,  den  Pflichtigen  trotz  teilweiser  Gutheissung  der 

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Rechtsmittel die gesamten Verfahrenskosten aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG, Art. 144 

Abs. 1  DBG).  Eine  Parteientschädigung  ist  den  grossmehrheitlich  unterliegenden 

Pflichtigen  nicht  zuzugestehen  (§ 152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes  vom  24. Mai  1959/6.  September  1987,  Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m. 

Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 

1968).  

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrenten werden für die Staats- 

und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 

Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

Einkommen   

Vermögen 

     2007 

       Fr.  

    190'900.- 

    197'900.- 

     Fr.  

1'809'000.- 

2'059'000.-. 

2.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

direkte Bundessteuer wie folgt veranlagt (Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

     2007 

steuerbar 

satzbestimmend 

[…] 

Einkommen 

       Fr. 

186'900.- 

193'800.-. 

2 ST.2010.167 
2 DB.2010.121