# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcb45fbf-a017-5130-b372-d576471b80e9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 29.07.2014 HG020408
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG020408_2014-07-29.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG020408-O U/ei 
 

Mitwirkend: Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Ersatzoberrichterin  

Franziska Egloff, die Handelsrichter Dr. h.c. Stephan Weber,  

und Dr. Thomas Lörtscher, Handelsrichterin Verena Preisig sowie 

der Gerichtsschreiber Matthias-Christoph Henn 

Urteil vom 29. Juli 2014 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin 
 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  
 

sowie 
 

1. B._____ AG,  
2. C._____,  
Streitberufene 
 

gegen 
 

1. D._____ AG,  
2. E._____,  
Beklagte 
 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,  

 

betreffend Forderung 

- 2 - 

Inhaltsverzeichnis 

 

Sachverhalt und Verfahren .................................................................................... 4 

A. Sachverhaltsübersicht .................................................................................... 4 

B. Prozessverlauf ................................................................................................ 5 

Erwägungen ........................................................................................................ 15 

1. Formelles ...................................................................................................... 15 

1.1. Zuständigkeit ......................................................................................... 15 
1.2. Anwendbares Prozessrecht .................................................................. 15 
1.3. Prozessfähigkeit der Klägerin ................................................................ 15 
1.4. Verhalten der Parteien im Prozess (§ 50 ZPO/ZH) ............................... 21 
1.5. Fazit ...................................................................................................... 21 

2. Haftungsvoraussetzungen ............................................................................ 21 

2.1. Im Allgemeinen ..................................................................................... 21 
2.2. Natürlicher Kausalzusammenhang ....................................................... 22 
2.3. Bei HWS-Schleuderverletzungen im Besonderen ................................. 22 

3. Unfall vom 30. Juli 1997 ............................................................................... 23 

3.1. Unbestrittener Sachverhalt .................................................................... 23 
3.2. Umstrittene Heftigkeit des Aufpralls ...................................................... 24 
3.2.1. Darstellung der Klägerin ......................................................................... 24 
3.2.2. Darstellung der Beklagten ...................................................................... 26 
3.2.3. Bedeutung der Unfallschwere ................................................................ 27 
3.2.4. Beweisverfahren zum Unfallhergang ..................................................... 27 
3.2.5. Kollisionsgeschwindigkeit und delta-v .................................................... 27 
3.2.6. Gefasstsein / Zahnschäden ................................................................... 28 
3.2.7. Out of position, Bewegungsablauf, kurzes Schwarz-werden-vor-Augen 33 
3.3. Fazit zum Unfallhergang ....................................................................... 37 

4. Mitursache für Invalidisierung: Fehlverhalten Beklagte 1/"Psychoterror"...... 38 

4.1. Übersicht und rechtliche Relevanz ........................................................ 38 
4.2. Die Sachverhalte "Fehlverhalten" im Einzelnen .................................... 39 
4.2.1. Fallbearbeitung bis zur Leistungseinstellung im Frühjahr 2000 ............. 39 
4.2.2. Leistungseinstellung im März 2000 ........................................................ 44 
4.2.3. Versuchte Nötigung (biomechanisches Gutachten) ............................... 57 
4.2.4. Anonyme Schreiben / Überfälle (Sachverhalte vor Klageeinreichung) ... 60 

- 3 - 

4.2.5. Drohbriefe / „Unterstützungsschreiben“ nach Klageeinleitung ............... 62 
4.2.6. Schläge und Handverletzung (Beweissätze 17 bis 20) .......................... 64 
4.2.7. Entfernung von Replikbeilagen (Beweissätze 41 bis 44) ....................... 65 
4.2.8. Observation/Mailverkehr/Telefonabhörung (Beweissätze 37 bis 40) ..... 68 
4.3. Fazit ...................................................................................................... 69 

5. Vorliegen einer HWS-Schleuderverletzung .................................................. 70 

5.1. Sachdarstellung der Parteien im ordentlichen Schriftenwechsel ........... 70 
5.1.1. Darstellung gemäss Klageschrift ............................................................ 70 
5.1.2. Darstellung gemäss Klageantwortschrift ................................................ 72 
5.1.3. Stellungnahme mit Replik ...................................................................... 75 
5.2. Substantiierungshinweis zum Auftreten initialer Beschwerden ............. 76 
5.3. Substantiierungseingabe vom 30. März 2006 (act. 105) ....................... 77 
5.4. Fähigkeit zur Darlegung von Art und Zeitpunkt des initialen Auftretens 

geklagter Beschwerden (Beweissätze 10 und 11) ................................ 78 
5.5. Anforderungen an das Vorliegen einer HWS-Schleuderverletzung ....... 83 
5.6. Angerufene Beweismittel ....................................................................... 84 
5.7. Würdigung der Beweismittel zum Beschwerdebild ................................ 92 
5.8. Weitere relevante Fakten (Unfallhergang, unmittelbar folgender Verlauf, 

Erwerbsfähigkeit, Behandlung, Vorzustand) ....................................... 110 
5.8.1. Arztkonsultationen nach Schadenereignis ........................................... 110 
5.8.2. Medizinische Behandlung im weiteren Verlauf ..................................... 111 
5.8.3. Erwerbsfähigkeit nach dem Schadenereignis ...................................... 111 
5.8.4. Gründe für Abnahme der Erwerbsfähigkeit .......................................... 113 
5.8.5. Widerspruch zwischen geklagter und tatsächlicher Leistungsfähigkeit 113 
5.8.6. Weiteres Nachunfallverhalten .............................................................. 114 
5.8.7. Unfallschwere ...................................................................................... 115 
5.8.8. Vorzustand ........................................................................................... 115 
5.9. Zusammenfassung Beweislage zum Kausalzusammenhang ............. 115 
5.10. Absehen von weiteren Beweisabnahmen (antizipierte Würdigung) .... 119 
5.10.1. Zum behaupteten Beschwerdebild einer HWS-Schleuderverletzung . 119 
5.10.2. Zum Kausalzusammenhang betreffend paranoide Schizophrenie ..... 123 
5.11. Fazit natürlicher Kausalzusammenhang ............................................. 126 

6. Adäquanz der schweren psychischen Störung ........................................... 127 

6.1. Rechtsprechung zur Adäquanz von psychischen Folgen .................... 127 
6.2. Zurechenbarkeit im vorliegenden Fall ................................................. 128 

7. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen .......................................... 130 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................................................ 132 

 

- 4 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Die Beklagten haben der Klägerin aus dem Unfallereignis vom 30. 
Juli 1997 in solidarischer Haftbarkeit Fr. 6'717'842.15 zu bezah-
len. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 
1 und 2 in solidarischer Haftbarkeit." 

 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

1.  Am 30. Juli 1997 fuhr der Beklagte 2 mit seinem Personenwagen der Marke 

Jeep von hinten auf den vor einem Rotlicht stehenden Porsche der Klägerin auf. 

Motorhaftpflichtversicherer des Beklagten 2 ist die Beklagte 1. Es ist unbestritten, 

dass dieser Unfall durch den Beklagten 2 allein verschuldet wurde und die Be-

klagte 1 als obligatorische Haftpflichtversicherung für einen daraus entstandenen 

Schaden grundsätzlich aufzukommen hat. Mit der vorliegenden Klage fordert  

die Klägerin Schadenersatz und Genugtuung in Höhe von insgesamt 

CHF 6'717'842.15 (act. 1 S. 2, 4 f., 41 ff.; act. 32 S. 2). Am 3. März 2000 wurde 

die Klägerin erneut Opfer einer Auffahrkollision. Sie hat dem Unfallverursacher 

C._____ und dessen Haftpflichtversicherer, den F._____, den Streit verkündet 

(act. 1 S. 2). Die Beklagte 1 erbrachte ab dem Unfallfolgemonat (August 1997) 

zunächst monatliche Akontozahlungen für den geltend gemachten Erwerbsausfall 

der Klägerin als selbständig Erwerbende in den Bereichen Mobbing-Beratung und 

Vermittlung von sog. Liebesnestern (Vermittlung und Einrichtung von Räumlich-

keiten für Geschäftsherren mit ausserehelichen Beziehungen) und ab Oktober 

1998 sodann die von der Klägerin errechneten Mindereinnahmen auf der Annah-

me eines monatlichen Bruttohonorarumsatzes von CHF 17'500.-. Im März 2000 

stellte die Beklagte 1 ihre Leistungen wegen zunehmender Zweifel am Vorliegen 

unfallbedingter Beschwerden resp. einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit ein. 

- 5 - 

Die Klägerin wurde mit Verfügung der IV vom 24. April 2001 rückwirkend per 1. 

Juli 1998 bei einem Invaliditätsgrad von 70% berentet (act. 1 S. 32). 

2.  Die Klägerin macht im Wesentlichen geltend, seit dem ersten Auffahrunfall 

vom 30. Juli 1997 an verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu lei-

den, die zum einen auf ein beim ersten Auffahrunfall erlittenes HWS-Beschleuni-

gungstrauma und zum anderen auf ein gravierendes Fehlverhalten der Beklagten 

1 sowohl bei als auch ausserhalb der Schadenfallbearbeitung zurückzuführen 

seien. Dieses Fehlverhalten habe die Invalidisierung mitverursacht. Als Folge der 

geklagten Beeinträchtigungen macht sie – unter Berücksichtigung der ab August 

1997 bis Ende 1999 von der Beklagten 1 geleisteten Entschädigungen für Er-

werbsausfall – geltend, seit dem 1. Januar 2000 zu 70% und seit dem 13. No-

vember 2002 zu 100% erwerbsunfähig und in ihrer Fähigkeit zur Haushaltführung 

eingeschränkt zu sein.  

3.  Die Beklagten plädieren auf Klageabweisung. Sie bestreiten das Vorliegen 

von Gesundheitsschäden der Klägerin als Folge des Erstunfalls vom 30. Juli 1997 

wie auch jegliches Fehlverhalten von Mitarbeitenden der Beklagten 1 gegenüber 

der Klägerin bei oder ausserhalb der Bearbeitung des Schadenfalls. Allfällige ge-

klagte Beschwerden seien auf den zweiten Unfall vom 3. März 2000 zurückzufüh-

ren resp. allfällige Beeinträchtigungen psychischer Natur vorbestehend oder auf 

vorbestehende Leiden zurückzuführen. Schliesslich bemängeln sie die Substanti-

ierung des (bestrittenen) Schadens.  

4.  Auf diese und weitere Vorbringen der Parteien ist, soweit für die Entscheid-

findung relevant, nachfolgend einzugehen. 

B. Prozessverlauf  

1. Am 13. November 2002 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin Weisung 

und Klageschrift ein (act. 1 und 3). Mit Verfügung vom 15. November 2002 wurde 

von der Streitverkündung der Klägerin an den Verursacher des Auffahrunfalls vom 

3. März 2000, C._____, sowie dessen Haftpflichtversicherung (F._____) Vormerk 

genommen (Prot. S. 2). Nach Eingang der Klageantwortschrift vom 24. März 2003 

- 6 - 

(act. 16) wurden die Parteien auf den 5. Juni 2003 zur Referentenaudienz und 

Vergleichsverhandlung vorgeladen (act. 18). Mit Eingabe vom 27. Mai 2003 (act. 

21) und unter Hinweis auf ein zwischenzeitlich von der Klägerin (persönlich) ein-

gereichtes Buch ("G._____", act. 19), welches diese resp. deren Eltern hatten er-

scheinen lassen und durch welches sich die Beklagte 1 verunglimpft fühle, erklär-

ten die Beklagten, zurzeit nicht vergleichsbereit zu sein, woraufhin die Verhand-

lung abgesagt wurde.  

2. Mit Verfügung vom 3. Juni 2003 wurde die schriftliche Fortsetzung des 

Hauptverfahrens angeordnet und wurden den Parteien ausführliche Substantiie-

rungshinweise erteilt (Prot. S. 10 f.). Die Klägerin liess Rechtsanwältin Dr. 

X1._____ mit Eingabe vom 19. Juni 2003 (act. 27) zur Absage der Vergleichsge-

spräche durch die Beklagte Stellung nehmen und reichte eine Einstellungsverfü-

gung resp. Anklageschrift aus einem Strafverfahren der Klägerin gegen Mitarbei-

ter der Beklagten (act. 28/1-2) sowie drei der Klägerin zugegangene anonyme 

Drohbriefe ein (act. 28/5.1-3).  

3. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 24. Juni 2003 (Prot. S. 16) wur-

den die Eingaben act. 21 und 27 als nicht zum Prozessstoff gehörig bezeichnet 

und wurde der Klägerin Frist angesetzt, um sich zu den Vertretungsverhältnissen 

im vorliegenden Verfahren zu äussern (Prot. S. 16), welcher Aufforderung die 

Klägerin mit Eingabe vom 4. Juli 2003 (act. 31) nachkam.  

4. Die Replikschrift datiert vom 4. Juli 2003 (act. 32), die Duplikschrift vom 

7. November 2003 (act. 36). 

5. Nach abgeschlossenem zweitem Schriftenwechsel ergingen folgende weite-

ren Eingaben der Parteien und Dritter: 

 a) Mit Eingabe vom 23. Dezember 2003 (act. 39) reichten die Beklagten ein 

Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 23. Oktober 2003 (act. 40) ein, mit welchem 

zwei Angestellte der Beklagten 1 vom von der Klägerin erhobenen Vorwurf der 

Nötigung freigesprochen wurden (act. 40). Am 5. Januar 2004 ging eine Postkarte 

der Klägerin persönlich betreffend die H._____-Medienberichterstattung über das 

- 7 - 

Strafverfahren betreffend Nötigung ein (act. 41). Mit Verfügung vom 5. Januar 

2004 (Prot. S. 19 f.) wurde der Klägerin Frist zur Stellungnahme zur beklagtischen 

Noveneingabe (act. 39) sowie zur Erklärung der Bedeutung von act. 41 angesetzt. 

 b) Seitens der Klägerin persönlich wurden in der Folge mehrere anonyme, 

an sie gerichtete, mehrheitlich mit „D._____“ auf der untersten Zeile versehene, 

Schreiben eingereicht, wobei es sich zum Teil um Schmäh- und Drohbriefe, zum 

Teil um "Unterstützungsschreiben" handelt (act. 44, 50, 51, 60, 61, 65). Am 2. 

Februar 2004 gingen sodann ein die Klägerin unterstützendes, undatiertes ano-

nymes Schreiben an das Gericht (act. 47) und diesem beiliegend ein anonymes, 

undatiertes Schreiben an die Klägerin ein (act. 48). 

 c) Mit Eingabe vom 27. Januar 2004 (act. 45) nahm die Klägerin fristgerecht 

Stellung zur Noveneingabe der Beklagten vom 23. Dezember 2003 (act. 39 und 

40) und orientierte über eine Ehrverletzungsklage, welche sie bezüglich der Be-

richterstattung der H._____ über das vorerwähnte Strafverfahren erhoben habe. 

Sodann reichte sie drei weitere anonyme Drohbriefe ein (act. 46/14-16). Mit 

Schreiben vom 20. Februar 2004 (act. 49) orientierte Prof. Dr. I._____, damaliger 

Direktor des Bundesamtes für Privatversicherungen (BPV), darüber, nicht mit der 

vorliegenden Streitsache befasst (gewesen) zu sein.  

 d) Mit Eingabe vom 28. Juli 2004 (act. 52) ersuchte der Vertreter der Kläge-

rin um Zustellung einer Eingabe der Beklagten 1 an das Handelsgericht, von der 

die Klägerin vernommen habe, und reichte ein weiteres, anonym an die Klägerin 

gerichtetes Unterstützungsschreiben ein (act. 53). Mit Schreiben des Instruktions-

richters vom 29. Juli 2004 (act. 54) wurde mitgeteilt, dass die letzte Eingabe der 

Beklagten 1 vom 23. Dezember 2003 datiere (act. 39) und mit Verfügung vom 

5. Januar 2004 zugestellt worden sei. 

 e) Es folgten zwischen dem 12. Mai 2004 und dem 15. August 2005 eine 

Vielzahl von Eingaben der Klägerin persönlich in Form von Faxübermittlungen 

(Zeitungsartikel mit Handkommentaren, Faxe an Behörden etc.), Briefen und 

(Post)Karten (act 25/2-14, 57, 62/1-6, 64, 67/1-3, 68-71, 76), teils an das Gericht, 

teils an Politiker und Ämter gerichtet, mit Meinungsbekundungen der Klägerin zu 

- 8 - 

einer Reihe von Themen (Buch "G._____", Verhalten der Beklagen 1, als bedroh-

lich wahrgenommene Situation der Klägerin, BPV, Mitgliedschaft Club, Strafver-

fahren, Dankesbekundung etc.), die ohne Weiterungen blieben.  

 f) Mit Fax vom 4. November 2004 (act. 58/1) reichte die Klägerin persönlich 

eine an das BPV gerichtete Anfrage von Rechtsanwältin Dr. X1._____ vom 13. 

September 2004 ein, womit um Zustellung einer Kopie eines vermeintlichen 

Rundschreibens der Beklagten 1 vom Juli 2004 betreffend die Klägerin und deren 

Schadenfall ersucht wurde (act. 58/2-3). Mit weiteren Faxeingaben orientierte die 

Klägerin (persönlich) über ein anonymes Telefonat betreffend die Entfernung von 

Replikbeilagen/Buchhaltungsunterlagen (act. 59), weitere anonyme Schreiben 

(act. 60, 61, 65) und sodann über Schläge, die sie erhalten habe (act. 60A).  

6. Mit Beschluss vom 23. März 2005 (act. 72) wurde über die Zulässigkeit der 

Noveneingaben act. 39, 40, 45 und 58/1-3 entschieden und wurden der Klägerin 

in Ausübung der richterlichen Fragepflicht ausführliche Substantiierungshinweise 

(Dispositivziffern II.1-14) erteilt. Weiter wurde der Klägerin Frist zur Stellungnah-

me zu neuen Behauptungen und Beilagen der Duplik, die jeweils integral zu zitie-

ren seien, angesetzt, sowie beiden Parteien zur Stellungnahme zu den Novenein-

gaben der jeweiligen Gegenseite. 

7. Einem mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 31. März 2005 (act. 74) ge-

stellten Begehren der Klägerin um Überprüfung der Aktenvollständigkeit (Replik-

beilagen) wurde mit Verfügung vom 4. April 2005 (Prot. S. 31) unter Hinweis auf 

die lediglich nach Ordnern, nicht nach einzelnen Dokumenten erfolgte Nummerie-

rung und Auflistung im Beilagenverzeichnis zur Replik nicht stattgegeben.  

8. Mit Eingabe vom 4. Mai 2005 stellte die Klägerin einen Antrag auf unentgelt-

liche Prozessführung und Bestellung ihres Rechtsvertreters Dr. X._____ als un-

entgeltlicher Rechtsbeistand (act. 86). Mit Verfügung vom 6. Mai 2005 wurden die 

laufenden Fristen gemäss Beschluss vom 23. März 2005 (act. 72) abgenommen 

und der Klägerin Frist zur Einreichung von spezifizierten Unterlagen zu ihren fi-

nanziellen Verhältnissen angesetzt (Prot. S. 36 ff.), was mit Eingabe vom 30. Mai 

2005 erfolgte (act. 90 mit Beilagen act. 91/1-14). Nachdem die Klägerin am 4. Juli 

- 9 - 

2005 zu ihren finanziellen Verhältnissen ausführlich persönlich befragt worden 

war (Prot. S. 39 - 74), wurde ihr mit Beschluss vom 9. Januar 2006 (act. 99) mit 

Wirkung ab 4. Mai 2005 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und Rechtsan-

walt Dr. X._____ als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Mit nämlichem Be-

schluss wurden die Fristen gemäss Beschluss vom 23. März 2005 (act. 72) neu 

angesetzt und wurde der Klägerin überdies Frist angesetzt, um in den zehn von 

ihr mit der Replik eingereichten Ordnern und in der Sammelbeilage act. 91/1 je-

des einzelne Dokument mit einer durchlaufenden Nummer zu versehen (act. 99; 

vgl. auch Prot. S. 34). 

9. Mit Faxeingabe der Klägerin persönlich vom 5. Mai 2005 (act. 85/2) orien-

tierte diese darüber, das sie am 2. Mai 2005 erneut unverschuldet einen Unfall er-

litten habe und wiederum die Beklagte 1 Haftpflichtversicherer des Unfallverursa-

chers sei. Mit weiterer Faxeingabe vom 9. Dezember 2005 (act. 96, 97) teilte die 

Klägerin (persönlich) die Einstellung eines sie betreffenden Strafverfahrens we-

gen des von der Beklagten 1 zur Anzeige gebrachten Vorwurfs der Fälschung ei-

nes vermeintlich von Dr. J._____ (Beklagte 1) stammenden Schreibens (act. 

106/17) mit. Die diesbezügliche Stellungnahme der Beklagten datiert vom 30. 

März 2006 (act. 107). 

10. Mit Eingabe vom 25. Januar 2006 (act. 101) reichte die Klägerin ein Arzt-

zeugnis ihrer behandelnden Psychiaterin Dr. K._____ vom 17. Januar 2006 

(act. 102) ein.  

11. Mit Eingabe vom 30. März 2006 (act. 105 sowie Ergänzung act. 109 und 

110) erfolgte die Stellungnahme der Klägerin zu den mit Beschluss vom 23. März 

2005 erteilten Substantiierungsaufforderungen (act. 72 S. 10 f. Ziff. II.1-14). Wei-

ter reichte die Klägerin aufforderungsgemäss (act. 99) die durchnummerierten Be-

lege (Replikbeilagen, Sammelbeilage 91) ein und monierte das Fehlen gewisser 

von ihr eingereichter Replikbeilagen. Weiter wurden drei anonyme Schreiben 

(act. 106/9-11) eingereicht und deren Bedeutung in Zusammenhang mit einem 

vermeintlichen Rundschreiben der Beklagten 1 über die Klägerin resp. deren 

Schadenfall erläutert. Gleichentags erfolgte auch die Eingabe der Beklagten 

(act. 107). 

- 10 - 

12. Mit Eingabe vom 9. Juni 2006 ersuchte der Vertreter der Klägerin unter Hin-

weis auf die gesundheitliche Situation der Klägerin erneut dringend um Einberu-

fung einer Referentenaudienz (act. 111). Mit Verfügung vom 13. Juni 2006 (act. 

112) nahm der Instruktionsrichter hierzu einlässlich Stellung und stellte eine Ver-

handlung nach Eingang der Beweisantretungsschriften in Aussicht. Weiter wurde 

den Beklagten Frist angesetzt, um zu den Ausführungen der Klägerin (act. 105) 

zu den ihr nach § 55 ZPO/ZH unterbreiteten Fragen Stellung zu nehmen, was mit 

Eingabe vom 4. September 2006 fristgerecht erfolgte (act. 116). 

13. In der Folge machte die Klägerin persönlich eine Reihe von weiteren Einga-

ben (act. 25/15-20, act. 117-118, Beilagen act. 119 und 120/1-69; 121; 123), da-

runter auch betreffend eine von ihr beim Europäischen Gerichtshof für Menschen-

rechte erhobenen Beschwerde sowie eine Bestätigung ihrer behandelnden Psy-

chiaterin Dr. K._____ vom 12. Oktober 2006, wonach die Klägerin „grundsätzlich 

nicht einvernahmefähig“ sei (act. 117). Es folgte eine Eingabe vom 9. Februar 

2007 (act. 122-123) des Vertreters der Klägerin betreffend die Herausgabe eines 

Menschenrechtsgutachtens. Mit Schreiben des Instruktionsrichters vom 21. Feb-

ruar 2007 (act. 124) wurde der Klägerin u.a. aufgegeben zu erläutern, welche Be-

deutung der Beschwerde an den EGMR sowie weiteren Schreiben für das vorlie-

gende Verfahren zukomme, und wurde zur Frage eines Vergleichsvorschlags 

beim gegebenen Verfahrensstand Stellung genommen. Das Schreiben des In-

struktionsrichters blieb unbeantwortet seitens des klägerischen Vertreters. Statt-

dessen folgten weitere Eingaben der Klägerin persönlich zum Verfahren vor 

EMGR und diversen Schreiben an Ämter und Personen des öffentlichen Lebens 

(act. 126-134), darunter ein Arztzeugnis der behandelnden Psychiaterin Dr. 

K._____ vom 11. August 2007 (act. 131/1), wonach die Klägerin aus gesundheitli-

chen Gründen nicht einvernahmefähig sei und dies eventuell nach Beendigung 

des Verfahrens wieder sein werde. 

14. Mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2007 wurde das Verfahren zur weite-

ren Bearbeitung einem neuen Instruktionsrichter zugeteilt (Prot. S. 92). Gleichen-

tags erging der (beschränkte) Beweisauflagebeschluss (act. 135), womit der Klä-

gerin (auch) Frist angesetzt wurde, sich im Lichte von § 115 ZPO/ZH zu den vor-

- 11 - 

erwähnten Eingaben (act. 25/15-25, 117-119, 120/1-69, 121, 126-134) zu äus-

sern, widrigenfalls diese unbeachtet blieben (act. 135 S. 10). Die diesbezügliche 

Stellungnahme der Klägerin datiert vom 5. Dezember 2007 (act. 141 S. 3 f). In 

dieser wurde die Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen des Entscheids des 

EGMR betreffend die Menschenrechtssituation der Klägerin beantragt und darge-

legt, dass die Klägerin derzeit nicht in der Lage sei, ihren Rechtsvertreter zu in-

struieren (act. 141 S. 3).  

15. Mit Präsidialverfügung vom 17. Dezember 2007 (act. 143; Prot. S.101) wur-

de der Klägerin Frist angesetzt, um sich zur Frage der Anordnung einer vormund-

schaftlichen Massnahme zu äussern, und wurden den Parteien die laufenden 

Fristen abgenommen. Mit Eingabe vom 25. Januar 2008 (act. 145) lehnte die Klä-

gerin die Anordnung einer Massnahme ab. 

16. Mit Beschluss vom 7. Februar 2008 (act. 146) wurde das Sistierungsbegeh-

ren der Klägerin abgewiesen. Von der Benachrichtigung der Vormundschaftsbe-

hörde wurde einstweilen abgesehen und die den Parteien mit Beschluss vom 

1. Oktober 2007 angesetzten (act. 135) und mit Verfügung vom 17. Dezember 

2007 (act. 143) wieder abgenommenen Fristen wurden neu angesetzt. Weiter 

wurde der Klägerin erneut Frist angesetzt, um sich hinsichtlich jeder einzelnen der 

vorerwähnten Eingaben (act. 25/15-25, 117-119, 120/1-69, 121, 126-134) zu de-

ren Bedeutung im Lichte von § 115 ZPO/ZH zu äussern.  

17. Am 1. April 2008 erfolgte die Beweisantretungsschrift der Beklagten 

(act. 150 und 151/1-6), am 18. April 2008 jene der Klägerin einschliesslich einer 

(aufforderungsgemäss neuerlichen) Erklärung im Sinne von § 115 ZPO/ZH zur 

Relevanz der vorerwähnten Eingaben (act. 25/15-25, 117-119, 120/1-69, 121, 

126-134) für das vorliegende Verfahren.  

18. Mit Präsidialverfügung vom 2. Oktober 2008 (act. 154) wurde der Klägerin 

im Hinblick auf die Durchführung einer Vergleichsverhandlung und die damit ein-

hergehende Notwendigkeit einer entsprechenden Instruktion des klägerischen 

Rechtsvertreters (erneut) Frist angesetzt, um eine Beistandschaft in die Wege zu 

leiten, widrigenfalls die Beweisabnahme ohne vorgängige Vergleichsverhandlung 

- 12 - 

vorgenommen würde. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 24. Oktober 2008 (act. 

156) lehnten die Beklagten die Teilnahme an einer Vergleichsverhandlung ab. Mit 

Eingabe vom 2. Dezember 2008 (act. 159) teilte der klägerische Rechtsvertreter 

mit, dass die Klägerin eine Beistandschaft nicht akzeptiere und dass eine Ver-

gleichsverhandlung auch in deren Abwesenheit stattfinden könne. Androhungs-

gemäss wurde mit Präsidialverfügung vom 4. Dezember 2008 (Prot. S. 105) die 

Durchführung der Beweisabnahme ohne vorgängige Vergleichsverhandlung an-

geordnet. 

19. Am 11. November 2009 erging der Beweisabnahmebeschluss (act. 163) und 

wurden die Eingaben act. 25/15-25, 117-119, 120/1-69, 121, 126-134 andro-

hungsgemäss als unbeachtlich erklärt. Am 4. Dezember 2009 (act. 165) erging 

die Stellungnahme der Klägerin zu den Gutachtervorschlägen der Gegenseite, am 

10. Dezember 2009 diejenige der Beklagten (act. 167). Mit Beschluss vom 21. 

Oktober 2010 (act. 170) erfolgte die Gutachterbestellung hinsichtlich der Be-

weissätze 1 und 7. Mit Eingabe der Klägerin vom 2. November 2010 (act. 172) 

resp. der Beklagten vom 4. November 2010 (act. 174) reichten die Parteien frist-

gerecht Originalunterlagen zu den Unfallfahrzeugen, wo vorhanden, ins Recht. 

Am 18. November 2010 (act. 176) erfolgte die schriftliche Experteninstruktion. 

Das unfalltechnische Gutachten der AGU datiert vom 14. April 2011 (act. 194), 

das biomechanische vom 31. Mai 2011 (act. 193). Mit Eingabe der Beklagten vom 

4. Juli 2011 (act. 198) resp. der Klägerin vom 19. August 2011 (act. 200-201) 

nahmen die Parteien fristgerecht dazu Stellung.  

20. Mit Präsidialverfügung vom 27. Februar 2012 wurde ein neuerlicher Instruk-

tionsrichterwechsel angeordnet (Prot. S. 128). In der Folge erstattete die Klägerin 

persönlich zwischen dem 11. Juni 2012 und dem 12. Juli 2012 wiederum eine 

Vielzahl von handschriftlichen Eingaben (act. 206 bis 229), welche – soweit lesbar 

resp. inhaltlich nachvollziehbar – mangels erkennbarem Zusammenhang mit dem 

vorliegenden Verfahren mit Verfügung vom 13. Juli 2012 aus dem Recht gewie-

sen, jedoch bei den Akten belassen wurden mit dem Hinweis an die Parteien auf 

die Möglichkeit der Einsichtnahme (Prot. S. 129 f.). 

- 13 - 

21. Mit Eingabe vom 24. Oktober 2012 (act. 254) teilte der klägerische Rechts-

vertreter unter Beilage des diesbezüglichen Beschlusses der Sozialkommission 

L._____ vom 20. Juli 2012 (act. 255/1) mit, dass der Klägerin mit Wirkung ab dem 

2. August 2012 die Handlungsfähigkeit vorläufig entzogen und ihr in der Person 

von M._____ eine vorläufige gesetzliche Vertreterin bestellt worden sei. Weiter 

wurde eine Vollmacht der vorläufigen Vertreterin an den Vertreter der Klägerin ins 

Recht gelegt (act. 255/2). Mit Beschluss vom 25. Januar 2013 (act. 263) wurden 

die zwischenzeitlich seit Eintritt der Rechtskraft des vorgenannten Beschlusses 

der Sozialkommission L._____ eingegangenen Eingaben der Klägerin persönlich 

(act. 247 bis 251, 252/1-79, 257/1-3, 261/1-2) als zufolge vorläufigen Entzugs der 

Handlungsfähigkeit unbeachtlich erklärt. Weiter wurde der Klägerin Frist ange-

setzt, um bezüglich ihrer vor Entzug der Handlungsfähigkeit erfolgten persönli-

chen Eingaben act. 231 bis 246 zu erklären, unter welchem Titel (§ 115 ZPO/ZH) 

diese erfolgt seien, widrigenfalls diese unbeachtlich blieben. Weiter wurde der 

Klägerin Frist angesetzt, um das von ihr persönlich mit Eingabe vom 23. August 

2012 (act. 252/27/1) – und damit nach vorläufigem Entzug der Handlungsfähigkeit 

– eingereichte Gutachten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (Gutachten 

PUK) vom 16. August 2012 ordentlich in den Prozess einzuführen und die von ihr 

angerufenen Zeugen zu den Beweissätzen 8 bis 11 vom Berufsgeheimnis zu ent-

binden. Mit entsprechender Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. Februar 2013 

(act. 268, 269/1-2) wurde auf Weiterungen betreffend die vorerwähnten Eingaben 

(act. 231-246) verzichtet, das Gutachten PUK vom 16. August 2012 (act. 269/1) 

kommentarlos eingereicht und wurden die angerufenen Zeugen vom Arztgeheim-

nis entbunden. Mit Eingabe vom 25. April 2013 (act. 270) reichte die Klägerin ei-

nen Bericht ihrer behandelnden Psychiaterin Dr. N._____ vom 22. April 2013 zu 

den Akten und rief mit weiterer Eingabe vom 6. Mai 2013 (act. 274) das Gutach-

ten PUK innert der ihr mit Verfügung vom 30. April 2013 (act. 272) angesetzten 

Frist als Beweismittel zu den Beweissätzen 8, 9 und 11 bis 16 (vgl. act. 135) an.  

22. Mit Eingabe vom 14. Mai 2013 (act. 275) reichte die Klägerin den Entscheid 

der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Bezirks Meilen vom  

2. Mai 2013 (act. 276) betreffend die Aufhebung des vorläufigen Entzugs der 

Handlungsfähigkeit der Klägerin ins Recht, wovon mit Verfügung vom 20. Juni 

- 14 - 

2013 (act. 282) per Eintritt der Rechtskraft des Entscheids der KESB am 7. Juni 

2013 (Prot. S. 137) Vormerk genommen wurde. 

23.  Am 7. Juni 2013 (Prot. S. 139-179, act. 284) sowie am 5. November 2013 

(Prot. S. 181-196, act. 287) fanden die Einvernahmen der zu den Beweissätzen  

8 bis 11 angerufenen Zeugen Dr. O._____, Dr. K._____ und Prof. Dr. P._____ 

statt. Zu der anlässlich der Beweisverhandlung vom 5. November 2013 (erneut) 

thematisierten Durchführung einer Vergleichsverhandlung nahm die Klägerin mit 

persönlicher Eingabe vom 6. November 2013 (act. 286/1-2) sowie mit den Einga-

ben ihres Rechtsvertreters vom 26. November 2013 (act. 289) resp. vom 4. De-

zember 2013 (act. 293) und die Beklagte mit Eingabe vom 2. Dezember 2013 

(act. 291) Stellung. Im Lichte der Stellungnahmen der Parteien wurde mit Verfü-

gung vom 10. Dezember 2013 von der Durchführung einer Vergleichsverhandlung 

abgesehen (Prot. S. 201).  

24. Der mit Verfügung vom 21. November 2013 (act. 287) bestellte und mit 

Schreiben vom 10. Dezember 2013 (act. 294) instruierte Gutachter Prof. Dr. 

Q._____ erstattete am 27. Dezember 2013 (act. 298) die Analyse zu Beweissatz 

6. 

25.  Mit den Verfügungen vom 25. Februar und vom 6. März 2014 (Prot. 

S. 205 f.) wurde der Klägerin in Ausübung von § 55 ZPO/ZH wiederum Frist zur 

Erläuterung ihrer zwischenzeitlichen Eingaben act. 304 und 309 (je samt Beila-

gen) angesetzt. Die Parteien erstatteten ihre Stellungnahmen zum einstweiligen 

Beweisergebnis (und die Klägerin überdies zu den vorerwähnten Eingaben) innert 

der mit Beschluss vom 14. Februar 2014 (act. 302) angesetzten, mehrfach er-

streckten Frist mit Eingaben vom 24. März 2014 (Klägerin, act. 316) resp. vom  

22. und 29. April 2014 (act. 320 und 324). Mit Verfügung vom 14. Mai 2014 wur-

den die Stellungnahmen der Parteien je der Gegenseite zugestellt (act. 327). Das 

Verfahren ist spruchreif.  

 

- 15 - 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche Zuständigkeit bestimmt sich nach dem neuen Recht, wobei eine be-

stehende Zuständigkeit nach dem alten Recht erhalten bleibt (Art. 404 Abs. 2 

ZPO). Das angerufene Gericht ist sowohl örtlich (26 Abs. 1 GestG) als auch 

sachlich (§ 62 GVG resp. § 64 Ziff. 1 GVG, act. 7) zuständig. Der Streitwert 

beträgt CHF 6'717'842.15 (§ 18 ff. ZPO/ZH). Die Klage wurde gehörig eingeleitet 

(act. 3; § 102 ZPO/ZH). 

1.2. Anwendbares Prozessrecht 

Gemäss Art. 404 Abs. 1 der am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen eidgenössi-

schen Zivilprozessordung (ZPO) gilt für Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses 

Gesetzes rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss 

vor der betroffenen Instanz. Auf das vorliegende Verfahren sind demnach die Zi-

vilprozessordnung des Kantons Zürich (ZPO/ZH) und das Gerichtsverfassungs-

gesetz des Kantons Zürich (GVG) anwendbar. Für die Rechtsmittel gilt hingegen 

das Recht, das bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 

ZPO), somit das neue Prozessrecht.  

1.3. Prozessfähigkeit der Klägerin  

a) Die Klägerin wirft mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 5. Dezember 2007 

(act. 141) sowie erneut mit Beweisantretungsschrift vom 18. April 2008 (act. 153) 

die Frage ihrer Prozess- resp. Instruktionsfähigkeit auf, beide Male in Stellung-

nahme zu vorgängigen Aufforderungen des Gerichts, den Zweck diverser, per-

sönlich eingereichter Eingaben der Klägerin im Rahmen dieses Verfahrens darzu-

legen (act. 135 S. 10; act. 146 S. 11). Sie macht im Wesentlichen geltend, sich 

zufolge des gegen sie gerichteten Psychoterrors (Drohbriefe mit klarem, sich aus 

deren Inhalt erschliessendem Zusammenhang mit diesem Verfahren, Anrufe, 

Überwachung etc. ) in einem psychischen Ausnahmezustand zu befinden (act. 

- 16 - 

141 S. 2 f.; ebenso act. 153 S. 1 f.). Die Klägerin sei mit Zeugnis ihrer behandeln-

den Psychiaterin Dr. K._____ vom 5. November 2007 einvernahmeunfähig erklärt 

worden. Materielle Prozessinstruktionen könnten daher derzeit nicht erhältlich 

gemacht werden, was ein Prozessieren in eigener Sache verunmögliche (act. 141 

S. 2 f.). Bereits mit Eingabe vom 30. März 2006 hatte die Klägerin in Stellung-

nahme zur Substantiierungsaufforderung hinsichtlich des Auftretens von Be-

schwerden geltend gemacht, an psychischen Störungen infolge massiver Unfall-

beschwerden, des gleichgültigen Verhaltens der Beklagten, ständiger Drohbriefe 

und dauernder Überwachung zu leiden (act. 105 S. 7). 

b) Auf Aufforderung des Gerichts vom 17. Dezember 2008, sich zur Anordnung 

einer vormundschaftlichen Massnahme zu äussern (Prot. S. 101), resp. vom  

2. Oktober 2008 (act. 154), eine solche im Hinblick auf die Durchführung einer – 

von der Klägerin wiederholt gewünschten – Vergleichsverhandlung in die Wege 

zu leiten, lehnte die Klägerin eine solche in beiden Stellungnahmen ab; mit Ein-

gabe vom 25. Januar 2008 (act. 145) zunächst mit der Begründung, dass die In-

struktion zu Fragen des Schadenereignisses und dessen Folgen nur durch die 

Klägerin persönlich erfolgen und eine Vormundschaft bei der Dossierbearbeitung 

nicht weiterhelfen könne, und mit Eingabe vom 2. Dezember 2008 (act. 159) so-

dann ohne jegliche Begründung bei gleichzeitigem Festhalten – trotz behaupteter 

Instruktionsunfähigkeit – am Wunsch nach Durchführung einer Vergleichsver-

handlung.  

c) Mit Eingabe vom 20. Februar 2013 (act. 268) reichte die Klägerin das auftrags 

der Sozialkommission L._____ im Hinblick auf die Prüfung der Anordnung einer 

Vormundschaft im Sinne von aArt. 369 ZGB (Geisteskrankheit resp.-schwäche) 

erstellte Gutachten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 16. August 

2012 (act. 269/1) ins Recht, in welchem eine schwere psychische Erkrankung in 

Form einer paranoiden Schizophrenie mit kontinuierlichem Verlauf diagnostiziert 

wurde (act. 267/1 S. 62). Das Gutachten hält unter Heranziehung früherer Gut-

achten sowie der Auskünfte der langjährigen behandelnden Psychiaterin Dr. 

K._____ fest, dass seit mindestens zehn Jahren ein Verfolgungs- und Beeinträch-

tigungserleben und damit Symptome der diagnostizierten Erkrankung vorhanden 

- 17 - 

seien. Entgegen der Empfehlung im Gutachten PUK (act. 269/1 S. 71 f.) wurde 

mit Entscheid der KESB Bezirk Meilen vom 2. Mai 2013 (act. 276) aufgrund der 

Stellungnahme der Gutachterin der PUK – und neu behandelnden Psychothera-

peutin der Klägerin – Dr. med. N._____ vom 11. März 2013 auf die Anordnung ei-

ner die Handlungsfähigkeit tangierenden vormundschaftlichen Massnahme ver-

zichtet und lediglich eine Begleitbeistandschaft im Sinne von Art. 393 ZGB ange-

ordnet. Begründet wurde dies im Wesentlichen damit, dass die Klägerin gemäss 

Bericht ihrer behandelnden Psychiaterin und Psychotherapeutin Dr. med. 

N._____ vom 11. März 2013 auf die antipsychotische Depotmedikation sehr gut 

angesprochen habe, dass keine Hinweise auf psychotisches Erleben mehr vor-

handen seien und die Klägerin jetzt in der Lage sei, die Folgen ihres Handelns 

adäquat abzuschätzen (act. 276 S. 2 ff.). Aufgrund der Einschätzung der Fachärz-

tin und behandelnden Psychiaterin der Klägerin sei die Anordnung von Mass-

nahmen des Erwachsenenschutzrechts gegen den Willen der Klägerin nicht ge-

rechtfertigt. Die Klägerin verhalte sich gemäss ärztlicher Einschätzung auch be-

züglich ihrer Finanzen adäquat. Die KESB bejahte sodann die Urteilsfähigkeit der 

Klägerin als weitere Voraussetzung für eine Begleitbeistandschaft. Verwiesen 

wurde schliesslich auf die Stellungnahme des klägerischen Rechtsvertreters ge-

genüber der KESB, wonach aus seiner Sicht keine Notwendigkeit für eine zusätz-

liche Unterstützung der Klägerin für das laufende Verfahren (in Form einer Er-

wachsenenschutzmassnahme) bestehe (act. 276 S. 5).  

d) Die Fähigkeit, einen Prozess in eigenem Namen zu führen oder durch eine 

selbst gewählte Vertretung führen zu lassen, ist als Prozessvoraussetzung von 

Amtes wegen zu prüfen (§ 108 ZPO/ZH). Als prozessuales Pendant zur Hand-

lungsfähigkeit setzt sie wie diese Urteilsfähigkeit und Mündigkeit voraus (§ 27 

ZPO/ZH). Die Mündigkeit der seit Beginn des Verfahrens anwaltlich und mit Wir-

kung ab dem 4. Mai 2005 (act. 99) unentgeltlich vertretenen Klägerin war mit 

Ausnahme der Dauer des vorläufigen Entzugs der Handlungsfähigkeit vom 2. Au-

gust 2012 bis 7. Juni 2013 während der Prozessdauer gegeben (Beschluss der 

Sozialkommission L._____ vom 20. Juli 2012, act. 255/1; Entscheid der KESB 

Bezirk Meilen vom 2. Mai 2013, act 276; ferner act. 259, 263, 276, 282). Während 

der vorerwähnten Dauer der vorübergehenden Handlungsunfähigkeit war der 

- 18 - 

Klägerin mit M._____ (Fachstelle Erwachsenenschutz Bezirk Meilen) eine vorläu-

fige gesetzliche Vertreterin bestellt, die den klägerischen Rechtsvertreter mit 

Vollmacht vom 22. Oktober 2012 zur Weiterführung dieses Verfahrens im Rah-

men der unentgeltlichen Rechtspflege ermächtigte (act. 255/2 und 256).  

e)  Urteilsfähig ist, wem nicht infolge Geisteskrankheit oder -schwäche oder eines 

anderen in Art. 16 ZGB genannten Zustands die Fähigkeit mangelt, vernunftge-

mäss zu handeln. Gemäss Rechtsprechung bedeutet das Vorliegen einer Geis-

teskrankheit als solches nicht zwangsläufig auch Urteilsunfähigkeit, sondern muss 

kumulativ aufgrund der konkreten Umstände im Einzelfall geprüft werden, ob eine 

daraus fliessende Unfähigkeit, Sinn, Nutzen und Tragweite einer bestimmten 

Handlung zu erkennen und gemäss dieser Erkenntnis nach seinem freien Willen 

zu handeln, gegeben ist (BGE 127 I 6, 19 E. 7b; 124 III 7 E. 1a; 117 II 231; HANS 

BINDER, Die Urteilsfähigkeit in psychologischer, psychiarischer und juristischer 

Hinsicht, Zürich 1964, S. 87). Es bedarf eines aufgrund konkreter Umstände ge-

führten Nachweises, dass es mit Bezug auf einen konkreten Prozessgegenstand 

resp. Rechtsakt im Zeitpunkt von dessen Vornahme an der Fähigkeit vernünftiger 

Einsicht und vernünftigen Handelns fehlt; die Urteilsfähigkeit lässt sich mithin nicht 

losgelöst von der individuellen, konkreten Situation beurteilen. Selbst eine Ent-

mündigung wegen Geisteskrankheit (aArt. 369 ZGB) stösst für sich allein die 

Vermutung der Urteilsfähigkeit nicht um (BSK ZGB I-BIGLER-EGGENBERGER Art. 16 

Rz. 25 ff. m.w.H.). Einer Partei bleibt bis zur endgültigen gerichtlichen Feststel-

lung der Prozessunfähigkeit die Möglichkeit der Prozessführung gewahrt (BGE 

108 Ia 236 E. 3a). Die Bestimmungen über die Handlungsfähigkeit dienen dem 

Schutz des Urteilsunfähigen selbst und nicht jenem von Drittpersonen (BGE 55 II 

157 f. und 89 II 389 f.). 

f)  Im vorliegenden Verfahren, mittels dessen die Klägerin aufgrund eines unstrei-

tig stattgehabten Heckauffahrunfalls Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche 

geltend macht, finden sich keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Klägerin Sinn, 

Zweckmässigkeit und wirtschaftliche Tragweite ihrer Klage resp. der in ihrem Na-

men erstatteten Vorbringen zum eigentlichen Prozessthema – dem Unfallereignis 

und dessen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen – nicht zu erkennen  

- 19 - 

oder nicht dieser Erkenntnis gemäss zu handeln vermöchte (vgl. zur Mitursache 

eines Fehlverhaltens der Beklagten 1 resp. den Sachverhalten "Psychoterror" so-

gleich lit g). Was die Frage der Instruktionsfähigkeit der Klägerin betrifft, ist zu-

nächst festzuhalten, dass die Instruktion des Klagefundaments im Rahmen des 

Hauptverfahrens, vorliegend somit im November 2002 (act. 1) und Juli 2003 (act. 

32), erfolgte und – wie von der Klägerin zutreffend geschildert (act. 145) – im We-

sentlichen Vorbringen zum Ablauf des Unfallereignisses, zum Auftreten von initia-

len Beschwerden und deren Auswirkungen erforderte. Weiter ist auf die gerichts-

notorische Tatsache zu verweisen, dass sich die Vorbringen der behauptungs- 

und beweisbelasteten Klagepartei zu den genannten Anspruchsfundamenten in 

einem Jahre nach dem Schadenereignis angehobenen Haftpflichtverfahren wie 

dem vorliegenden regelmässig auf die im Nachgang zum Ereignis verfassten Ur-

kunden (Polizeirapport, Notfalbericht, medizinische Berichte, Korrespondenz etc.) 

stützen. Im vorliegenden Fall teilte die Klägerin ihre Wahrnehmung des Unfallge-

schehens und seiner unmittelbaren Folgen erstmals 13 Tage (act. 4/7 vom  

12. August 1997) und – nach Geltendmachung von Erwerbsausfallansprüchen – 

sodann erneut und ausführlich drei Wochen nach dem Schadenereignis (act. 4/6, 

"Unfallerlebnisbericht" vom 21. August 1997) der nunmehr belangten Haftpflicht-

versicherung mit. Was die mit späterer Eingabe (act. 105 vom 30. März 2006) be-

hauptete – und in der Folge zum Beweis verstellte – psychisch bedingte Unfähig-

keit zur chronologischen Darstellung der nach dem Schadenereignis aufgetrete-

nen Beschwerden anbetrifft, ist schon an dieser Stelle auf die nachfolgenden Er-

wägungen zu verweisen, wonach aufgrund der offerierten Beweismittel, ein-

schliesslich der Aussagen der die Klägerin vergleichsweise zeitnah behandelnden 

Ärzte Prof. Dr. P._____ (behandelnder Neurologe von November 1997 bis 2000) 

und Dr. K._____ (behandelnde Psychiaterin 1998 bis 2009) sowie der Neuropsy-

chologin Dr. phil. O._____ (Untersuchung im April 1998), eine solche Unfähigkeit 

in der jeweils beurteilbaren Zeitperiode nicht vorlag (vgl. im Einzelnen nachfol-

gend 5.4.). Zu ergänzen bleibt, wie bereits mit Beschluss vom 7. Februar 2008 

(act. 146 S. 8 f.) hinsichtlich der Verhandlung betreffend unentgeltliche Prozess-

führung festgehalten, dass die Klägerin, soweit für das Gericht aus den Verhand-

lungen mit der Klägerin beurteilbar, in der Lage zu sein scheint, die Prozesssitua-

- 20 - 

tion und die möglichen Risiken grundsätzlich zu erfassen. Ergänzend ist darauf 

hinzuweisen, dass gemäss eigenem Vorbringen der Klägerin noch dem psychiat-

rischen Teilgutachten Dr. R._____ vom 18. Juli 2002 (act. 4/66 S. 7) zu entneh-

men ist, dass sich zum damaligen Zeitpunkt keine Hinweise auf Wahn, Halluzina-

tionen und psychotische Phänomene fanden (act. 1 S. 64). 

g)  Anders verhält es sich hinsichtlich der von der Klägerin als zusätzliches, die 

Invalidisierung mitverursachendes Element angeführten Sachverhalte zum The-

menbereich "Fehlverhalten der Beklagten 1" resp. erlittene Drangsale. Die Vor-

bringen in den diversen Eingaben der Klägerin persönlich resp. ihres Rechtsver-

treters nach abgeschlossenem Schriftenwechsel, soweit nicht in Beantwortung 

von Substantiierungsaufforderungen (§ 55 ZPO/ZH) erfolgt, hatten durchwegs von 

der Klägerin als Psychoterror vorgetragene Vorgänge (Drohbriefe, Überfälle, 

Überwachung, Abhörung etc.), welche in einen Zusammenhang mit dem (ver-

meintlichen) Verhalten der Gegenseite gestellt wurden, sowie daraus resultieren-

de Vorkehren der Klägerin (Schreiben an Ämter, Personen des öffentlichen Le-

bens, Anwälte; gerichtliche Schritte; Petitionen etc.) zum Gegenstand. Den Sach-

verhalten dieses Themenkomplexes kommt nach Darstellung der Klägerin indes, 

wie dargelegt, die Bedeutung eines ihre Invalidisierung mitverursachenden Ele-

ments zu (vgl. nachfolgend im Einzelnen 4.1. bis 4.3.). Aufgrund des – wiederholt 

nicht oder nur schwer nachvollziehbaren – Inhalts der Vielzahl von Eingaben un-

ter diesem Titel, die zu einer extensiven Ausübung der richterlichen Fragepflicht 

führte, sowie vor dem Hintergrund der Feststellungen im Gutachten PUK vom  

16. August 2012, wonach sich bei der Klägerin über Jahre schleichend eine 

schwere psychiatrische Erkrankung mit Wahn- und Verfolgungserleben entwickelt 

habe, ist der Klägerin ab dem Zeitpunkt und in dem Umfang, in dem sie aus ihrem 

Wahn- und Verfolgungserleben heraus entsprechende Sachverhalte behauptet, 

die Fähigkeit zu deren richtigen Beurteilung abzusprechen. Die Urteilsunfähigkeit 

der Klägerin ist mithin eine partielle und ist aufgrund des Dargelegten beschränkt 

auf die genannten Themenkreise zu bejahen (vgl. BGE 76 IV 143 und 88 IV 114; 

ZK-EGGER, Art. 13 ZGB N 13; BINDER, a.a.O., S. 43 f.). 

- 21 - 

h) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Urteilsfähigkeit der Klägerin hin-

sichtlich des unstreitig stattgehabten Schadenereignisses vom 30. Juli 1997 und 

seiner unmittelbaren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen gegeben und 

ihre Fähigkeit, die Bedeutung und Tragweite ihrer Klage auf Schadenersatz und 

Genugtuung aus diesem Schadenereignis zu erkennen, zu bejahen ist. Soweit 

sich in der Vielzahl von Eingaben und Vorbringen das krankheitsbedingte Wahn- 

und Verfolgungserleben manifestiert, ist der Klägerin die Fähigkeit zu vernünftiger 

Einsicht und ebensolchem Handeln abzusprechen.  

1.4. Verhalten der Parteien im Prozess (§ 50 ZPO/ZH) 

Die Klägerin erblickt sodann in einer Reihe von Sachverhalten Verstösse der Be-

klagten resp. ihres Rechtsvertreters gegen das prozessuale Fairnessgebot und 

beantragt u.a. als zwingend bezeichnete Beweisvorkehr die Unterlassung neuerli-

cher Begutachtung. Hierauf wird in Zusammenhang mit den betreffenden Sach-

verhalten, soweit erforderlich, eingegangen.  

1.5. Fazit 

Die Prozessvoraussetzungen sind damit im Ergebnis erfüllt (§ 108 ZPO/ZH).  

 

2. Haftungsvoraussetzungen 

2.1. Im Allgemeinen 

Wird durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges ein Mensch getötet oder verletzt 

oder Sachschaden verursacht, so haftet der Halter für den Schaden (Art. 58 Abs. 

1 SVG). Art. 58 SVG statuiert eine Gefährdungshaftung. Art und Umfang des 

Schadenersatzes sowie die Zusprechung einer Genugtuung richten sich nach den 

Grundsätzen des Obligationenrechts für unerlaubte Handlungen (Art. 62 Abs. 1 

SVG). Der Geschädigte hat im Rahmen der vertraglichen Versicherungsdeckung 

der obligatorischen Haftpflichtversicherung für Motorfahrzeughalter ein Forde-

rungsrecht unmittelbar gegen den Versicherer (Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 

- 22 - 

SVG). Die Beweislast für die positiven Haftungsvoraussetzungen trägt der kla-

gende Geschädigte.  

2.2. Natürlicher Kausalzusammenhang 

a) Gemäss ständiger Praxis ist der natürlicher Kausalzusammenhang gegeben, 

wenn das schadensstiftende Verhalten eine notwendige Bedingung für den einge-

tretenen Schaden ist (BGE 132 III 715 E. 2.2 S. 718; 128 III 180 E. 2d S. 184 mit 

Hinweisen), das fragliche Verhalten demnach nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele bzw. nicht als in 

gleicher Weise bzw. zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden könnte. Nicht 

erforderlich ist, dass ein Schadenereignis die alleinige oder unmittelbare Ursache 

gesundheitlicher Störungen ist; vielmehr genügt es, dass dieses zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten 

Person beeinträchtigt hat (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen).  

b) Soweit der Kausalzusammenhang nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit 

nachgewiesen werden kann, genügt, dass er als überwiegend wahrscheinlich er-

scheint (BGE 107 II 269 E. 1b S. 272 f.; 128 III 271 E. 2b/aa S. 275 f.; je mit Hin-

weisen). Dies ist zu bejahen, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach 

objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass andere 

denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen 

(BGE 130 III 321 E. 3.3 S. 325).  

2.3. Bei HWS-Schleuderverletzungen im Besonderen 

a) Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts (BGE 117 V359 E. 4b, bestätigt 

u.a mit BGE 134 V 109) kann ein Unfall mit Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) 

in der charakteristischen Erscheinungsform einer Häufung von typischen Be-

schwerden eine Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit verursachen, auch wenn die 

festgestellten Funktionsausfälle organisch nicht nachweisbar sind. Sind für beste-

hende Beschwerden keine organischen Ursachen nachweisbar, so wird der natür-

liche Kausalzusammenhang vermutet, wenn ein für diese Verletzung als typisch 

bezeichnetes "buntes" Beschwerdebild – diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_275%2F2013&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-III-715%3Ade&number_of_ranks=0#page715
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_275%2F2013&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-III-180%3Ade&number_of_ranks=0#page180
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_275%2F2013&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-177%3Ade&number_of_ranks=0#page177
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_275%2F2013&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-II-269%3Ade&number_of_ranks=0#page269
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_275%2F2013&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-III-271%3Ade&number_of_ranks=0#page271
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_275%2F2013&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-321%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page321

- 23 - 

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visus-

störungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Affektlabilität, Depression, Wesensver-

änderung usw. (BGE 134 V 116 E. 6.2.1, 117 V 360 E. 4a) – vorliegt, welches im 

Sinne einer der medizinischen Forschung entnommenen Vermutung annehmen 

lässt, die Beschwerden seien durch die diagnostizierte HWS-Verletzung verur-

sacht worden (BGE 117 V 364 E.5b/bb).  

b) Im Gegenzug zu dieser Kausalitätsvermutung sind an die Grundlagen für den 

Schluss auf das Vorliegen solcher typischer Verletzungen hohe Anforderungen zu 

stellen. Zum einen können HWS-Schleuderverletzungen zwar klinisch untersucht, 

aber abgesehen von ossären Läsionen und dergleichen nicht bildgebend objekti-

viert werden, weshalb den Angaben des Geschädigten über bestehende Be-

schwerden eine besondere Bedeutung zukommt, was ein gewisses Missbrauchs-

potenzial birgt. Zum anderen können die erhobenen Befunde aus dem Katalog 

des für derartige Verletzungen als typisch erachteten Beschwerdebildes bei iden-

tischer Symptomatik auch nichttraumatischer Genese sein. Aus den genannten 

Gründen kommt der möglichst genauen und verifizierbaren Dokumentation des 

Unfallhergangs einerseits und der anschliessend auftretenden Beschwerden an-

dererseits als den ersten tatbeständlichen Grundlagen gemäss Praxis grosses 

Gewicht zu (BGE 134 V 109).  

c) Es ist nachfolgend zunächst auf das Unfallereignis vom 30. Juli 1997, sodann 

auf die geltend gemachte Mitursache eines Fehlverhaltens der Beklagten 1 und 

schliesslich auf das Vorliegen der behaupteten Beschwerden und deren Unfall-

kausalität einzugehen.  

 

3. Unfall vom 30. Juli 1997 

3.1. Unbestrittener Sachverhalt 

3.1.1.  Der Beklagte 2 fuhr am 30. Juli 1997 als Lenker eines Personenwagens 

der Marke "Jeep" von Küsnacht herkommend auf der Seestrasse stadteinwärts. 

Vor der Lichtsignalanlage an der See- bzw. …strasse, Höhe …strasse … in Zü-

- 24 - 

rich, bremste er aufgrund des für ihn geltenden Rotlichts ab und liess sich dann 

von einem Plakat ablenken, das sich auf der rechten Seite befand. Aufgrund die-

ser Unachtsamkeit fuhr er in der Folge auf den Personenwagen der Klägerin der 

Marke "Porsche" auf, der korrekt vor der nach wie vor rot zeigenden Lichtsignal-

anlage stand (act. 1 S. 4). Diese Sachdarstellung gemäss Strafbefehl der damali-

gen Bezirksanwaltschaft Zürich vom 22. März 1999 gegen den Beklagten 2 (act. 

4/5), aus dem die Klägerin – einerseits, vgl. sogleich unten 3.2 – zur Schilderung 

des Unfallhergangs zitiert, wird seitens der Beklagten anerkannt (act. 16 S. 3). 

3.1.2.  Unbestritten ist weiter, dass die fotographisch dokumentierten Schäden an 

den beiden Fahrzeugen sich im Wesentlichen auf eine hinten rechts nach unten 

abgeknickte Stossstange am Fahrzeug der Klägerin sowie auf einige Kratzspuren 

am Fahrzeug des Beklagten 2 beschränkten und auf eine leichte Kollision hindeu-

teten (act. 16 S. 4; act. 32 S. 4). Weiter ist unbestritten, dass die Klägerin ange-

schnallt und ihr Sitz mit Kopfstützen ausgerüstet war (act. 1 S. 5; act. 193 S. 3; 

act. 194 S. 9; act. 200 i.V.m. act. 201 S. 1).  

3.2. Umstrittene Heftigkeit des Aufpralls 

3.2.1.  Darstellung der Klägerin 

a)  Nebst der Sachdarstellung im vorerwähnten Strafmandat (3.1.1 hiervor) zitiert 

die Klägerin zur Schilderung des Unfallhergangs aus ihrem drei Wochen nach 

dem Unfall verfassten Bericht vom 21. August 1997 zuhanden der Beklagten 1 

(act. 4/6; nachfolgend Unfallerlebnisschilderung): Sie habe nach dem Anhalten 

vor dem Rotlicht ganz kurz in den Rückspiegel geschaut, habe ein grosses Auto 

(Jeep) kommen sehen und den Fahrer des Fahrzeugs gesehen. Sie habe wieder 

nach vorne geschaut, leicht nach rechts geneigt, und habe weiter am Radio ge-

dreht auf der Suche nach dem Sender Z. Plötzlich habe es "gekracht". Sie sei er-

schrocken und habe sich auf die Zähne gebissen, es sei "kurz schwarz im Kopf" 

geworden und sie sei einfach im Auto sitzen geblieben. Sie habe einen Schock 

gehabt. Sie sei angeschnallt gewesen und es habe sie “kurz nach vorne genom-

men und dann ganz fest in den Sitz“ gedrückt. Der Unfallverursacher und sie sei-

en auf das Trottoir gefahren, wo sie zunächst noch etwas sitzen geblieben und 

- 25 - 

dann ausgestiegen sei. Nachdem man die erste Seite des Unfallprotokolls ausge-

füllt habe, sei sie zur Arbeit gefahren. Der Aufbiss der Zähne habe noch weh ge-

tan (act. 1 S. 6).  

b)  Weiter bringt die Klägerin zur Heftigkeit des Aufpralls vor, dass sie sich beim 

Unfall die Zähne verletzt habe, was die Wucht des Aufpralls dokumentiere (act. 1 

Rz 7). Die Behandlungskosten gemäss Voranschlag ihres Zahnarztes Dr. med. 

dent. S._____ vom 3. Oktober 1997 zuhanden der T._____ Versicherung seien 

vom Vertrauensarzt der Letzteren zur Übernahme empfohlen und die Behandlung 

im Ausmass der korrigierten Kostenorientierung von Dr. med. dent. S._____ vom  

6. November 1997 schliesslich ausgeführt worden (act. 1 Rz. 8 f.). Die Behand-

lung der vier schadhaften Zähne sei ausschliesslich unfallbedingt notwendig ge-

worden; die T._____ als sozialer Unfallversicherer der Klägerin habe die Kausali-

tät zwischen Zahnschaden und Unfallereignis hinlänglich abgeklärt und der Re-

gress sei von der Beklagten 1 akzeptiert worden. Der Klägerin sei im Übrigen zu-

folge Zeitablaufs nicht mehr zumutbar, alle Details im Zusammenhang mit der 

Zahnschadenkausalität vorzubringen (act. 32 S. 4, 7 und 22). 

c) Replicando hält die Klägerin an ihrer Darstellung fest mit der Klarstellung, dass 

von einem ungebremsten Aufprall auf das klägerische Fahrzeug auszugehen sei. 

Wenngleich die Klägerin das Kollisionsfahrzeug habe kommen sehen, habe sie 

nicht mit einem Aufprall gerechnet und sei daher nicht auf einen solchen gefasst 

gewesen (act. 32 S. 4 ff., 16 und 22).  

d) Innert der ihr mit Beschluss vom 23. März 2005 (act. 72 S. 10 Ziff. II.3.) ange-

setzten Frist zur Erklärung, von welcher Aufprallgeschwindigkeit (in km/h) sie bei 

der Behauptung, der Beklagte 2 sei „ungebremst“ auf ihr Fahrzeug aufgefahren, 

ausgehe, schätzte die Klägerin diese mit Eingabe vom 30. März 2006 (act. 105  

S. 6) auf 30 bis 40 km/h.  

- 26 - 

3.2.2. Darstellung der Beklagten  

a) Nach Darstellung der Beklagten sprechen sowohl die vom Experten der Be-

klagten 1 erstellte Unfallanalyse vom 25. November 1999 (act. 17/1) als auch die 

Schadensbilder für das Vorliegen einer leichten Kollision: Der Jeep des Beklagten 

2 sei mit einer Restgeschwindigkeit von höchstens 10.5 km/h auf den Porsche der 

Klägerin aufgefahren; die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) 

des Porsches durch Heckanstoss werde auf maximal 7.5 km/h beziffert (act. 16  

S. 4 a.E.). Die klägerische Schätzung der Auffahrgeschwindigkeit auf 30 bis 40 

km/h sei unzutreffend und im Widerspruch zur Aktenlage stehend (act. 116 S. 3). 

Bestritten werden weiter die leicht nach rechts geneigte Sitzhaltung im Augenblick 

der Kollision; das geschilderte Erschrecken wie auch das „Kurz schwarz werden“ 

werden angesichts des Umstands, dass die Klägerin das auffahrende Fahrzeug 

eigener Schilderung zufolge habe kommen sehen, als wenig glaubhaft bezeichnet 

(act. 16 S. 5). Sowohl die Out-of-Position-Sitzhaltung als auch das mangelnde 

Gefasstsein auf den Aufprall seien bei der Beurteilung der Kollisionsschwere im 

internen Gutachten der Beklagten 1 im Übrigen bereits berücksichtigt (act. 36  

S. 5).  

b) Nicht glaubhaft angesichts der geringen Kollisionsgeschwindigkeit seien so-

dann der behauptete heftige Aufbiss sowie das Auftreten der Zahnschäden ge-

mäss Kostenorientierung von Dr. med. dent. S._____. Die Zahnschäden hätten 

wohl vorbestanden (act. 16 S. 5; act. 36 S. 5). Der Entscheid der T._____ Versi-

cherung zur Übernahme der Behandlungskosten sei ohne Rücksprache mit der 

Beklagten 1 erfolgt und die Kostenübernahme durch Letztere gegenüber der re-

gressierenden T._____ Versicherung angesichts des relativ bescheidenen Be-

trags unpräjudiziell und unter Anrechnung an die Gesamtkosten erfolgt. Es müsse 

zudem angesichts der lapidaren Feststellung des Vertrauensarztes in dessen 

Schreiben vom 22. Oktober 1997, „das Unfallereignis ist gegeben“, geschlossen 

werden, dass dieser sich nicht auf Unterlagen zum Unfallhergang habe stützen 

können. Unterlagen zum Vorunfallzustand der Zähne der Klägerin seien nicht ins 

Recht gelegt worden (act. 16 S. 8).  

- 27 - 

3.2.3.  Bedeutung der Unfallschwere 

Wie eingangs dargelegt, kommt angesichts der fehlenden Objektivierbarkeit von 

HWS-Schleuderverletzungen der möglichst genauen und verifizierbar dokumen-

tierten Abklärung nicht nur der initial aufgetretenen Beschwerden und von deren 

Verlauf, sondern auch des Unfallhergangs, grosses Gewicht zu. Die hohen Anfor-

derungen an die Grundlagen für den Schluss auf das Vorliegen von Schleuderver-

letzungen setzen eine verlässliche Feststellung des Unfallhergangs als einer der 

tatbeständlichen Grundlagen voraus.  

3.2.4. Beweisverfahren zum Unfallhergang 

Der Klägerin wurde in Zusammenhang mit dem Unfallereignis der Nachweis der 

bestrittenen Umstände – Auffahrgeschwindigkeit von 30 bis 40 km/h, leicht nach 

rechts geneigte Sitzposition, Erschrecken, Bewegung beim Aufprall, Zahnaufbiss 

vor Schreck, Verletzung von vier Zähnen hierbei, kurzes Schwarz werden vor Au-

gen – überbunden (act. 135 S. 4 f., Beweissätze 1 bis 7). Aus den von den Par-

teien mit Beweisantretungsschrift vom 1. April 2008 (act. 150, Beklagte) resp. vom 

18. April 2008 (act. 153, Klägerin) angerufenen und mit Beschluss vom 11. No-

vember 2009 (act. 163) abgenommenen Beweismitteln ergibt sich das Folgende: 

3.2.5. Kollisionsgeschwindigkeit und delta-v  

a) Zur Behauptung, wonach das Fahrzeug des Beklagten 2 mit einer Geschwin-

digkeit von 30 – 40 km/h auf das Fahrzeug der Klägerin aufprallte (Beweissatz 1), 

ergab die als einziges Beweismittel klägerischerseits angerufene unfalltechnische 

Analyse der AGU ... vom 14. April 2011 einen frontalen Heckaufprall mit einer re-

lativen Kollisionsgeschwindigkeit von rund 7 bis 13 km/h, bei dem das klägerische 

Fahrzeug eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) von rund 5 

bis 9 km/h erfuhr. Die angegebenen Bandbreiten sind gemäss Analyse aus Be-

rechnungen mit Extremwerten festgelegt. Da die Kontrollwerte teilweise unrealis-

tische Grössen annehmen würden, seien die Geschwindigkeitswerte nahe der 

Grenzen der Bandbreiten als wenig wahrscheinlich zu bezeichnen (act. 194).  

- 28 - 

b) Mit Stellungnahme vom 19. August 2011 (act. 200) belässt es die Klägerin 

beim nicht weiter begründeten Vorbringen, dass Dr. U._____ in seiner von der 

Klägerin eingeholten Fachmeinung vom 17. Juli 2011 zum AGU-Gutachten (act. 

201) „mit plausibler Begründung zu einem delta-v-Wert von 7 bis 10 km/h“ gelan-

ge, auf den abzustellen sei. Dem Parteigutachten U._____, dem der Stellenwert 

von substantiiert vorgetragenen Einwänden zukommt (BGE 125 V 351), lässt sich 

zur unfalltechnischen Analyse entnehmen, dass sich unter Berücksichtigung der 

relevanten Daten wie Leermassen, Umfang der Fahrzeugschäden, Steifigkeit der 

Strukturen etc. eine Kollisionsgeschwindigkeit von 10-15 km/h und ein delta-v-

Wert von 7,11 bis 9.85 km/h ergebe. Da Vorbringen dazu, inwiefern das Gerichts-

gutachten AGU auf unzutreffenden Grundlagen beruht, gänzlich fehlen, sondern 

Ziffer 1 des Parteigutachtens U._____ vielmehr zu entnehmen ist, dass die tech-

nische Unfallanalyse der AGU … überprüft worden sei und die dort angenomme-

ne Anstosskonstellation zutreffe (vgl. act. 201 S. 1 Ziff. 1), ist das Parteigutachten 

nicht geeignet, Zweifel an der Richtigkeit der unfalltechnischen Analyse der AGU 

zu wecken. Angesichts des Beweisergebnisses und der Stellungnahme der Be-

klagten zur unfalltechnischen Analyse AGU (act. 198) erübrigt es sich, auf die 

Gegenbeweismittel der Beklagten (Parteigutachten Ing. HTL V._____, act. 17/1, 

sowie Erläuterungen dazu, act. 4/70; Strafbefehl, act. 4/5, sowie Zeugeneinver-

nahme V._____) einzugehen.  

c) Damit ist der Nachweis eines ungebremsten Aufpralls mit 30 bis 40 km/h – der, 

wie aufgezeigt, überdies im Widerspruch zum von der Klägerin ebenfalls aner-

kannten Sachverhalt gemäss Strafbefehl steht – misslungen. Gemäss erstelltem 

Sachverhalt ist von einer Kollisionsgeschwindigkeit von rund 7 bis 13 km/h und 

einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung (delta-v) von rund 5 bis 9 

km/h resp. höchstwahrscheinlich max. 8 km/h auszugehen.  

3.2.6.  Gefasstsein / Zahnschäden  

a) Hinsichtlich der weiteren zur Heftigkeit des Aufpralls vorgebrachten und zum 

Beweis verstellten Vorbringen, wonach die Klägerin durch das plötzliche Krachen 

[des Aufpralls] erschrak (Beweissatz 3), vor Schreck auf die Zähne biss (Beweis-

satz 5) und sich dabei vier Zähne verletzte (Beweissatz 6), ist zunächst auf Wi-

- 29 - 

dersprüche in den klägerischen Vorbringen, sodann auf die Hauptbeweismittel der 

Klägerin (163 S. 20: act. 4/6-8, act. 4/10-12) und schliesslich auf die als Gegen-

beweismittel zu Beweissatz 6 eingeholte Analyse (Gerichtsgutachten) der zahn-

ärztlichen Kostenorientierungen einzugehen.  

b) Die Klägerin hat sich eigener Darstellung zufolge vor Schreck – und nicht etwa 

zufolge der nunmehr als gering erstellten Heftigkeit des Heckanstosses und eines 

hierdurch ausgelösten Bewegungsablaufs – auf die Zähne gebissen. Nichtsdes-

totrotz beruft sie sich zur Dokumentation der „Wucht des Aufpralls“ wiederholt auf 

einen Zahnaufbiss und eine hierdurch bewirkte Zahnschädigung (vgl. 3.2.1. hier-

vor). Im zu den Beweissätzen 3 und 5 angerufenen, 13 Tage nach dem Unfaller-

eignis verfassten Schreiben der Klägerin vom 12. August 1997 an die Beklagte 1 

(act. 4/7) bezieht sich die Klägerin auf den Zahnaufbiss, auf den sie das Auftreten 

erster Schmerzen nach zwei bis drei Tagen zunächst zurückgeführt habe, und 

führt aus, dass sie nun noch beim Zahnarzt angemeldet werde und „der kleine 

abgebissene Ecken an 2 Zähnen […] wohl keine grosse Sache sein [werde]“, 

dass sie über perfekte Zähne verfüge, keine einzige Amalgamfüllung habe und 

dass jährliche Röntgenbilder vorhanden seien. Der zu den nämlichen Beweissät-

zen 3 und 5 angerufenen Unfallerlebnisschilderung der Klägerin vom 21. August 

1997, wiederum zuhanden der Beklagten 1 (act. 4/6), ist nebst den zum Beweis 

verstellten Behauptungen – dass die Klägerin erschrak und sich auf die Zähne 

biss – zu entnehmen, dass die Klägerin nach dem Anhalten kurz in den Rück-

spiegel blickte und das herannahende Hinterfahrzeug sowie dessen Fahrer sah. 

Wenngleich aus diesem Umstand nicht auf ein eigentliches Gefasstsein der Klä-

gerin im Moment des Auffahrens zu schliessen ist, so ist doch der gerichtsnotori-

schen Tatsache Rechnung zu tragen, dass ein gewisses Mass an Erschrecken 

jedem, selbst einem geringfügigen, Auffahrereignis eigen ist (vgl. auch act. 193 

S. 4). Angesichts der unbestrittenen Wahrnehmung des herannahenden Fahr-

zeugs samt Fahrer durch die Klägerin, der erstellten Auffahrgeschwindigkeit von  

7 bis 13 km/h sowie den unstreitig geringfügigen Schäden an beiden Fahrzeugen 

ist vorliegend nicht von einem dieses übliche Mass übersteigenden Erschrecken 

auszugehen und verbleibt unklar, was die Klägerin aus einem gewissen Erschre-

- 30 - 

cken – abgesehen von einer Zahnschädigung infolge Erschreckens (hierzu so-

gleich) – für die Heftigkeit des Unfallereignisses ableiten will.  

c) Zum Nachweis dafür, dass sie sich beim durch das Erschrecken ausgelösten 

Aufbiss vier Zähne verletzte (Beweissatz 6) und die Behandlung gemäss Kos-

tenorientierung ihres Zahnarztes Dr. med. dent. S._____ vom 3. Oktober 1997 

(act. 4/9) resp. deren korrigierter Fassung vom 6. November 1997 (act. 4/11) da-

mit unfallbedingt notwendig geworden sei (act. 32 S. 7 f.), ruft die Klägerin die 

Klagebeilagen act. 4/8 sowie 4/10-12 an (act. 163 S. 20). Dem Austrittsbericht des 

Kantonsspitals Luzern vom 8. August 1997 (act. 4/8) ebenso wie dem Erstkonsul-

tationsberichts des Neurologen Prof. Dr. P._____ vom 24. November 1997 (act. 

4/12) lässt sich hierzu nichts entnehmen. Die Kostenorientierung des Zahnarztes 

Dr. med. dent. S._____ vom 6. November 1997 zuhanden der T._____-Ver-

sicherung (act. 4/11) nimmt im Deckblatt betreffend Kostengutsprache, nicht aber 

in der Kostenorientierung zuhanden der Klägerin Bezug auf das Unfallereignis 

vom 30. Juli 1997 und enthält folgende Leistungen: Stiftaufbau, zwei Keramik-

Inlays sowie eine Krone. Der Kostenübernahmeempfehlung des Vertrauensarztes 

der T._____, Dr. med. dent. W._____, vom 22. Oktober 1997, die sich aufgrund 

der Chronologie nur auf die – nicht als Beweismittel angerufene – ursprüngliche 

Kostenorientierung des Zahnarztes Dr. med. dent. S._____ vom 25. August 1997 

(act. 4/9) und nicht die erst im November erstellte korrigierte Fassung vom 6. No-

vember 1997 (act. 4/11) beziehen kann, ist zur Frage der Unfallbedingtheit der zu 

behandelnden Zahnschäden lediglich der Hinweis „das Unfallereignis ist gege-

ben“ sowie die Ablehnung einer Position „Aufpolieren alter Füllungen“ zu entneh-

men. Weitere Beweismittel, insbesondere die vorerwähnten, jährlich erstellten 

Röntgenbilder zum Vorzustand der Zähne, wurden zu Beweissatz 6 nicht angeru-

fen.   

d) Die Beklagten rufen zum Gegenbeweis dafür, dass die Zahnschäden schon vor 

dem Unfall vom 30. Juli 1997 bestanden hätten, eine Analyse der zahnärztlichen 

Kostenorientierungen an. Dem unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB er-

stellten Gerichtsgutachten von Prof. Dr. Q._____, … der Klinik für rekonstruktive 

Zahnmedizin und Myoarthropathien der Universität Basel, vom 27. Dezember 

- 31 - 

2013 (act. 298) ist zunächst zu entnehmen, dass die ursprüngliche Kostenorien-

tierung (act. 4/9, Seiten 3 und 4), datierend vom 25. August 1997 und an die Klä-

gerin adressiert, keinen Hinweis auf eine unfallbedingte zahnärztliche Behandlung 

enthält und sich ein solcher Hinweis erst auf Seite 1 der an die T._____ adressier-

ten Kostenorientierung vom 3. Oktober 1997 als Grundlage für eine Kostengut-

sprache finde. Die Kostenorientierung (act. 4/9, Seiten 3 und 4) enthalte grund-

sätzlich alle Positionen, die einem Privatpatienten für diese Art der Versorgung 

korrekterweise berechnet werden könnten, wobei hierbei sowohl der Taxpunkt-

wert wie auch die im Vergleich zum SUVA-Tarif erhöhte Taxpunktzahl des Pri-

vattarifs ausgenutzt werde (act. 298 S. 1 f.). Die korrigierte Kostenorientierung 

(act. 4/11) enthalte die gleichen detaillierten Leistungspositionen, doch seien Tax-

punktwert und -zahl reduziert, da für die Versicherung lediglich die SUVA-

Positionen hätten berücksichtigt werden können. Sodann begründet der Gutach-

ter einlässlich, weshalb sich aus den beiden Kostenorientierungen allein keine 

Schlüsse auf eine unfallbedingte Ursache der behandelten Zahnschäden ziehen 

liessen: Dazu bedürfe es minimal der Röntgenbilder kurz vor dem Unfalldatum im 

Vergleich zu denjenigen, die nach dem Unfall angefertigt worden seien, sowie ei-

ner klinischen Befundaufnahme. Gemäss Gutachten fehlen zudem das im Nor-

malfall bei Unfällen vorhandene Unfallprotokoll mit Angaben dazu, welche Zähne 

vom Unfall betroffen seien und wie der Zustand der Restdentition aussehe, weiter 

Röntgenbilder sowie eine photographische Dokumentation bei Behandlungsbe-

ginn. Bei der an die Klägerin gerichteten Kostenorientierung vom 25. August 1997 

sei offensichtlich weder von Patienten- noch von Zahnarztseite davon ausgegan-

gen worden, dass die Kosten von einer Versicherung übernommen würden (Pri-

vatpatiententarif sowie keine Erwähnung des Unfalls). Unter dieser Annahme – 

keine Thematisierung des Unfalls bei Erstellung der Kostenorientierung vom  

25. August 1997 – sei das Vorgehen bezüglich Kostenorientierung und minima-

lem klinischem Befund völlig korrekt gewesen. 

e) Zum aus den Kostenorientierungen hervorgehenden Schadensbild führt der 

Gutachter sodann aus, dass die behandelten drei – und nicht vier – Zähne sich al-

le im Seitenzahnbereich befänden und ihm keine zahnmedizinischen Berichte 

über Auffahrunfälle (ohne Fremdkörper zwischen den Zähnen) und konsekutive 

- 32 - 

Füllungs- und /oder Höckerfrakturen im Seitenzahnbereich bekannt seien. Dieses 

unübliche Resultat, das zudem über den Ober- und Unterkiefer diagonalversetzt 

erfolgt sei, könne spekulativ kaum ohne bestehende Vorschädigung des Zahnes 

passiert sein. Zumindest bei Zahn 15 müsse bereits eine Wurzelbehandlung be-

standen haben, da dieser Zahn mit einem Stift und Aufbau versorgt worden sei. 

Es lasse sich aus den Kostenorientierungen nicht erschliessen, ob die Schäden 

an drei Zähnen durch ein „vor Schreck auf die Zähne beissen“ entstanden seien 

oder ob es sich um Schäden handle, die schon vor dem Unfallereignis bestanden 

hätten.  

f) Die Klägerin wendet gegen das Gutachten ein, dass sich der Gutachter in Spe-

kulationen darüber ergehe, dass die Klägerin dem Zahnarzt nichts vom Unfall ge-

sagt habe, dass sie als bei ihrer Krankenkasse auch UVG-Versicherte einen Hin-

weis auf den Unfall nicht habe anbringen müssen, dass der Gutachter den Vorun-

fallstatus nicht geprüft habe sowie schliesslich, dass gemäss Rechtsprechung der 

Kausalitätsnachweis auch aufgrund der zeitlichen Koinzidenz erbracht werden 

könne. Es sei daher ein Obergutachten in Auftrag zu geben (act. 316 S. 3 f.).  

g) Den Einwänden, die sich ausschliesslich mit den Feststellungen des Gutach-

ters zu im Normalfall vorhandenen Unterlagen resp. Angaben befassen, kann 

nicht gefolgt werden: Einen Vorunfallstatus konnte der Gutachter mangels Einrei-

chen der gemäss Klägerin jährlich erstellten Röntgenbilder nicht feststellen, was 

im Gutachten ausdrücklich festgehalten ist. Sodann verkennt die Klägerin, dass 

es sich um ein als Gegenbeweismittel angerufenes Gutachten zu den eingereich-

ten Kostenschätzungen des Zahnarztes der Klägerin handelt, auf die sich die Klä-

gerin zum Nachweis der Unfallbedingtheit der Zahnschäden beruft. Der Gutachter 

beurteilt daher nicht primär die formellen Aspekte, sondern die sich aus den Kos-

tenorientierungen inhaltlich ergebenden Zahnschäden und führt schlüssig und 

nachvollziehbar aus, dass die Kostenorientierungen von Dr. med. dent. S._____ 

Schäden an drei (und nicht vier) diagonal versetzten Zähnen im Seitenzahnbe-

reich betreffen, was keinem bekannten Bild von zahnmedizinischen Berichten 

nach Auffahrunfällen entspreche, und dass dem Gutachter keine zahnmedizini-

schen Berichte über Auffahrunfälle mit konsekutiver, diagonal über den Ober- und 

- 33 - 

Unterkiefer versetzten Füllungs- und Höckerfrakturen bekannt seien. Die Frage, 

ob sich aus den Kostenorientierungen ableiten lasse, dass die betreffenden 

Zahnschäden durch einen unfallbedingten Zahnaufbiss verursacht wurden, ver-

neint der Gutachter. Damit vermag die von den Beklagten als Gegenbeweismittel 

angerufene Analyse der zahnärztlichen Kostenorientierungen begründete Zweifel 

an der Sachdarstellung der Klägerin, wonach sie beim erschreckensbedingten 

Aufbiss anlässlich des Unfalls vier Zähne beschädigte, resp. den als Hauptbe-

weismitteln angerufenen Kostenorientierungen zu wecken. Dazu kommt, dass die 

Klägerin im zum Aufbiss der Zähne angerufenen Schreiben an die Beklagte vom 

12. August 1997 (act. 4/7) von „kleinen abgebissenen Ecken an zwei Zähnen“, 

von bislang perfekten Zähnen ohne Füllungen sowie jährlich erstellten Röntgen-

bildern berichtet, was im Widerspruch nicht nur zur Kostenorientierung von  

Dr. med. dent. S._____ (act. 4/11) und zu den Feststellungen des Gutachters, 

sondern auch der abgelehnten Kostenübernahme für das Aufpolieren alter Fül-

lungen gemäss Vertrauensarzt der T._____ (act. 4/10) steht. Wie von den Beklag-

ten zutreffend festgestellt, fehlt es an Unterlagen zum Zustand der Zähne der 

Klägerin vor dem Unfallereignis und verbleibt unklar, welche Unterlagen dem Ver-

trauensarzt der T._____ Versicherung für dessen Stellungnahme vorgelegen ha-

ben (act. 16 S. 8; act. 36 S. 5). Zum Argument der zeitlichen Koinzidenz als Kau-

salitätsnachweis ist auf die Rechtsprechung zum unzulässigen Beweisschluss im 

Sinne von "post hoc ergo propter hoc" zu verweisen. 

h) Damit ist der Klägerin der Nachweis, dass ein (erschreckensbedingter) Aufbiss 

der Zähne beim Auffahrereignis zu Zahnschädigungen führte, anhand der offerier-

ten Urkunden nicht gelungen und ist dem klägerischen Argument einer dadurch 

dokumentierten besonderen Wucht des Aufpralls – auch angesichts der wider-

sprüchlichen diesbezüglichen Vorbringen („vor Schreck“) – der Boden entzogen.  

3.2.7.  Out of position, Bewegungsablauf, kurzes Schwarz-werden-vor-Augen 

a) Zum Nachweis ihrer Vorbringen, wonach sie im Moment der Kollision eine 

leicht nach rechts geneigte Sitzhaltung inne gehabt, am Radio gedreht und einen 

Sender gesucht habe (sog. Out of position, Beweissatz 2), es sie "kurz nach vor-

ne nahm und dann ganz fest in den Sitz" (Beweissatz 4) und ihr „kurz schwarz 

- 34 - 

geworden“ sei (Beweissatz 7), ruft die beweisbelastete Klägerin zum einen wiede-

rum ihr vorzitiertes Schreiben an die Beklagte 1 vom 12. August 1997 (act. 4/7) 

an. Die genannten Umstände finden darin keinerlei Erwähnung. Weiter ruft die 

Klägerin ihre ebenfalls vorerwähnte Unfallerlebnisschilderung zuhanden der Be-

klagten 1 vom 21. August 1997 (act. 4/6) an, aus der die zum Beweis verstellten 

Behauptungen zitiert wurden. Darüber hinaus lässt sich aus der Urkunde nichts 

für den Standpunkt der Klägerin ableiten.  

b) Zu Beweissatz 4 – der von der Klägerin geschilderten Vor- und Rückwärtsbe-

wegung – ist zunächst die gerichtsnotorische Tatsache zu wiederholen, dass ein 

solcher Bewegungsablauf bei jeder frontalen Heckkollision, wenn auch in unter-

schiedlicher Intensität, stattfindet und dementsprechend in jede technische Un-

fallanalyse – so auch im vorliegenden Verfahren (vgl. act. 194 S. 9) – Eingang 

findet. Im konkreten Fall ist angesichts eines wahrscheinlichen maximalen delta-v-

Werts von 8 km/h unwahrscheinlich, dass diese Bewegung, wie von der Klägerin 

ihrer subjektiven Wahrnehmung entsprechend vorgebracht, „ganz fest“ gewesen 

wäre: Zu erinnern ist daran, dass sich die klägerische Sachdarstellung zur Heftig-

keit des Unfallereignisses – „ungebremster“ Aufprall mit Auffahrgeschwindigkeit 

von 30 bis 40 km/h sowie Zahnschäden als Dokumentation der Wucht des Auf-

pralls resp. des dadurch ausgelösten Erschreckens – im Beweisverfahren nicht 

erhärten liess.  

c) Zu Beweissatz 2 – der geltend gemachten „out-of-position“-Sitzhaltung der Klä-

gerin, die für die Verletzungsintensität nebst dem mangelnden Gefasstsein auf 

den Aufprall massgebend sei (act. 32 S. 4) – ist zunächst die gerichtsnotorische 

Tatsache festzuhalten, dass diesem Aspekt einzig im Rahmen eines biomechani-

schen Gutachtens zur Frage der Erklärbarkeit von geklagten Beschwerden an-

hand des konkreten Unfallereignisses eine gewisse Bedeutung zukommen mag; 

bei einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung mit Extremwerten von  

5 bis 9 km/h, wie vorliegend, allerdings eine lediglich geringfügige (vgl. sogleich). 

Ein solches biomechanisches Gutachten hat die Klägerin allerdings nicht angeru-

fen (act. 153 S. 5 f.), sondern sich gegenteils bereits vorprozessual wie auch in 

diesem Verfahren mit Nachdruck gegen dessen Einholung ausgesprochen (vgl. 

- 35 - 

insbesondere nachfolgend 4.2. betreffend Fehlverhalten der Beklagten 1 u.a. we-

gen versuchter Nötigung zu einem biomechanischen Gutachten). Da ausser den 

von der Klägerin selbstverfassten Schreiben an die Beklagte 1 vom 12. resp. vom 

21. August 1997 (act. 4/6-7) keine weiteren Beweismittel offeriert sind, lässt sich 

die Behauptung zur Sitzhaltung im Moment des Auffahrens nicht objektivieren.  

d) Ob die klägerische Behauptung angesichts der aufgezeigten Widersprüche be-

treffend die Heftigkeit des Unfallereignisses (gebremst/ungebremst, Zahnschäden 

infolge Erschreckens resp. Wucht des Aufpralls), aber auch zu Art und Zeitpunkt 

des Auftretens von initialen Beschwerden (vgl. nachfolgend 5.), als glaubhaft zu 

qualifizieren ist, kann vorliegend offenbleiben: Zum einen wurde, wie dargelegt, 

ein biomechanisches Gutachten zum Kausalzusammenhang zwischen Beschwer-

debild und erstelltem Unfallhergang von der Klägerin nicht angerufen resp. aus-

drücklich abgelehnt; zum anderen ist wissenschaftlich umstritten, ob eine „out of 

position“-Sitzhaltung bei geringfügigem Aufprall mit einer kollisionsbedingten Ge-

schwindigkeitsänderung von weniger als 10 km/h überhaupt ein höheres Verlet-

zungsrisiko birgt (vgl. FÜRBETH/GROSSER/MÜLLER: HWS - Biomechanik 98. Son-

derfälle zum Verletzungsrisiko, in: Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik 2/1999,  

S. 32 ff. insbesondere zur Frage der Auswirkung auf das Verletzungsrisiko, wenn 

sich der Fahrer z.B. in Richtung Radio beugt), zumal dann, wenn es sich, wie vor-

liegend, um eine im Zeitpunkt des Ereignisses 35-jährige und nach eigenem Be-

kunden an keinerlei aufprallrelevanten Beschwerden oder Vorzuständen leidende 

Fahrzeuginsassin handelt (vgl. act. 4/7 S. 2, wonach die Klägerin ausser Frauen- 

und Zahnarzt seit 20 Jahren nie einen Arzt aufgesucht habe).  

e) Zu Beweissatz 7 – dass der Klägerin kurz schwarz wurde – ruft die beweisbe-

lastete Klägerin wiederum ihre vorerwähnten Schreiben an die Beklagte 1 vom 

12. resp. 21. August 1997 (act. 4/6-7) an, denen sich hierzu nichts (act. 4/7) resp. 

die zum Beweis verstellte Behauptung (act. 4/6) entnehmen lässt. Das von den 

Beklagten als Gegenbeweismittel angerufene biomechanische Gutachten der 

AGU ... vom 31. Mai 2011 (act. 193), das unter der Strafandrohung von Art. 307 

StGB und auf der Grundlage der technischen Unfallanalyse (act. 194) sowie wei-

terer zur Verfügung gestellter Akten einschliesslich Schadensbilder erstellt wurde 

- 36 - 

(vgl. act. 193 S. 1 f.), kommt zum Schluss, dass ein mechanisches Trauma im 

Rahmen der Kollision als Ursache für ein „Schwarz-werden-vor-den-Augen“ aus-

geschlossen werden könne (act. 193 S. 5). Bei einer kollisionsbedingten Ge-

schwindigkeitsänderung von 5 bis max. 9 km/h habe ein Beschleunigungsmecha-

nismus bezüglich des Gehirns in einem nur unerheblichen Ausmass stattfinden 

können und sei ein echter, hirnorganisch bedingter Bewusstseinsverlust, welcher 

allenfalls auf eine „milde traumatische Hirnverletzung“ (MTBI) hinweisen hätte 

können, auszuschliessen. Insbesondere sei vorliegend, gestützt auf die techni-

sche Unfallanalyse, beim beschriebenen Ereignis nicht von einem Kopfanprall 

(Ausnahme Kopfstütze) als wesentliche Voraussetzung für eine MTBI auszuge-

hen.  

f) Mit Stellungnahme vom 19. August 2011 (act. 200) wendet die Klägerin ein, 

dass das biomechanische Gutachten vom Normalfall ausgehe, mithin weder die 

„out-of-position“-Sitzhaltung der Klägerin beim Aufprall noch den von den Beklag-

ten als Ursache für die heutigen Beschwerden der Klägerin geltend gemachten, 

medizinisch nicht abgeklärten Vorzustand berücksichtige (act. 200 S. 2 f.). Zum 

ersteren Einwand ist auf die Erwägungen hiervor zu verweisen (sehr geringe Be-

deutung einer vom Normalfall abweichenden Sitzhaltung bei delta-v von weniger 

als 10 km/h bei im Übrigen dem Normalfall entsprechenden Verhältnissen). Der 

zweite Einwand ist unbehelflich, da die Beklagten einen biomechanisch zu be-

rücksichtigenden Vorzustand im Sinne einer „mehr als unerheblichen krankhaften 

oder traumatisch bedingten Veränderung im Halswirbelsäulenbereich“ (vgl. act. 

193 S. 3) nicht geltend machen, sondern vielmehr vorbringen, dass die psychi-

schen Beschwerden der Klägerin vorbestehend gewesen oder auf vorbestehende 

Leiden zurückzuführen seien (vgl. Beweisbeschlüsse zu Gegenbeweissatz 9, act. 

135 S. 5 und act. 163 S. 23). Das biomechanische Gutachten zu Beweissatz 7 

äussert sich klarerweise einzig zur Frage, ob die Kollision gemäss erstelltem 

Sachverhalt Ursache für ein „Kurz-schwarz-werden“ im Zeitpunkt des Heckan-

stosses habe sein können. Da weder ein biomechanisch zu berücksichtigender 

Vorzustand unberücksichtigt blieb und die damals 35-jährige Klägerin im Übrigen 

eigener, zu Beweissatz 7 angerufener Schilderung zufolge im Zeitpunkt des Auf-

fahrereignisses gesund und beschwerdefrei war (act. 4/7), vermögen die klägeri-

- 37 - 

schen Einwände keine Zweifel an der Stichhaltigkeit des Gutachtens zu wecken. 

Ein Eingehen auf die übrigen Einwände klägerischerseits – Feststellungen des  

biomechanischen Gutachters könnten höchstens für einen Zeitraum von einem 

halben Jahr zutreffen und keine Aussagen zu Unfallverarbeitung, zu psychischen 

Problemen in Zusammenhang mit dem Unfall und zur Mitverursachung der ge-

sundheitlichen Schäden durch das Fehlverhalten des Haftpflichtversicherers ma-

chen (act. 200 S. 3 ff.) – erübrigt sich angesichts des auf ein „Kurz-schwarz-

werden“ im Kollisionsmoment beschränkten Gegenstands des Gutachtens. Zu er-

gänzen bleibt, dass die Beklagten bereits mit Eingabe vom 4. Juli 2011 auf eine 

Stellungnahme zur biomechanischen Begutachtung verzichteten (act. 198). 

g) Als Ergebnis des als Gegenbeweismittel zu Beweissatz 7 eingeholten biome-

chanischen Gerichtsgutachtens AGU, das erhebliche Zweifel an einem kollisions-

bedingten „Kurz-schwarz-werden-im Kopf“ zu wecken geeignet ist, ist auszu-

schliessen, dass ein allfälliges „Kurz-schwarz-werden-im-Kopf“, soweit ein sol-

ches allein aufgrund der nicht objektivierbaren klägerischen Angaben als tatsäch-

lich stattgehabt anzusehen wäre, auf ein mechanisches Trauma im Rahmen der 

leichten Kollision zurückzuführen ist. 

3.3. Fazit zum Unfallhergang 

a) Gemäss unbestrittenem resp. erstelltem Sachverhalt ist von folgendem Unfall-

hergang auszugehen: Der Beklagte 2 fuhr abgebremst mit einer Restgeschwin-

digkeit von 7 bis maximal 13 km/h frontal auf das Heck des stehenden Fahrzeugs 

der Klägerin auf, welches durch den Aufprall eine kollisionsbedingte Geschwin-

digkeitsänderung (delta-v) von 5 bis 9 km/h erfuhr, wobei ein maximaler delta-v-

Wert von 8 km/h sehr wahrscheinlich ist. In Übereinstimmung damit zeigen die 

Schadenbilder eine geringfügige Beschädigung der beiden Fahrzeuge. Die Kläge-

rin war im Zeitpunkt des Aufpralls angeschnallt und ihr Fahrzeug mit Kopfstützen 

ausgerüstet. Die Klägerin fuhr nach dem Ausfüllen des Schadenformulars zur Ar-

beit, wobei ihr der durch das lärmbedingte Erschrecken ausgelöste Aufbiss der 

Zähne noch weh tat. Offen bleiben kann an dieser Stelle der – nicht objektiv über-

prüfbare – Umstand einer Out-of-position-Sitzhaltung. Die in den Folgemonaten 

- 38 - 

behandelten Zahnschäden gemäss Kostenorientierungen Dr. med. dent. S._____ 

(act. 4/9 resp. 4/11) waren nicht unfallkausal.  

b) Auf den erstellten Unfallsachverhalt als einer der tatbeständlichen Grundlagen 

für die Prüfung des Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und geklag-

ten Beschwerden resp. dadurch ausgelöster Erwerbsunfähigkeit ist nachfolgend 

u.a. bei der Würdigung der medizinischen Berichte zurückzukommen. 

 

4. Mitursache für Invalidisierung: Fehlverhalten Beklagte 1/"Psychoterror" 

4.1. Übersicht und rechtliche Relevanz 

a) Unter dem Titel eines Fehlverhaltens der Beklagten 1 trägt die Klägerin sodann 

eine Reihe von Sachverhalten vor, denen – nebst dem Unfallereignis vom 30. Juli 

1997 – die Bedeutung eines mitverursachenden Elements für die Invalidisierung 

der Klägerin zukomme. Diese von den Beklagten durchwegs detailliert bestritte-

nen Sachverhalte haben vermeintliche Handlungen von Mitarbeitern der Beklag-

ten 1 oder auf deren Veranlassung hin, sowohl bei als auch ausserhalb der Scha-

denfallbearbeitung, zum Gegenstand und beschlagen eine bereits vor Klageein-

reichung einsetzende Zeitperiode von mehreren Jahren. Nach Darstellung der 

Klägerin im vorliegenden Verfahren kommt dieser Mitursache erhebliche Ent-

scheidrelevanz zu, da die vorgebrachten Sachverhalte in gravierender Weise zu 

einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands in psychischer Hinsicht beige-

tragen hätten (act. 1 S. 19 f., 63; act. 32 S. 2, 15, 39, 49 und 51).  

b) Die Erledigung eines Versicherungsfalls, sei es durch die Behandlung als Natu-

ralleistung der Versicherung, sei es durch die Abklärungen der Kreis- und ande-

ren beigezogenen Ärzte, kann zur Verschlimmerung oder Verfestigung psychoge-

ner Beschwerden beitragen (Entscheid des EVG vom 11. Juli 1995, publ. in: SVR 

10/1996 UV-Nr. 58, S. 194 Erw. 4e; ). Zu denken ist etwa an Umstände wie eine 

schikanöse Behandlung, persönliche Kränkung oder das Nichternstnehmen des 

Geschädigten seitens untersuchender Ärzte oder Mitarbeitender der Versiche-

rung. 

- 39 - 

c) Gemäss ständiger Praxis ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusam-

menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfallereignis die alleinige oder unmittelba-

re Ursache gesundheitlicher Störungen ist und es folglich genügt, dass das schä-

digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-

tige Integrität des Geschädigten beeinträchtigt hat, so kommt einem allfälligen 

Fehlverhalten von Mitarbeitenden der Beklagten 1 vorliegend doch in zweifacher 

Hinsicht Bedeutung zu: Wenn die von der Klägerin unter diesem Titel geltend ge-

machten Sachverhalte gegenüber dem Unfallereignis – in seiner nunmehr be-

weismässig erstellten Form – überwiegen oder diese zumindest den ausschlag-

gebenden Charakter des Auffahrereignisses als Ursache zweifelhaft erscheinen 

lassen, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Erwerbs-

unfähigkeit nicht erstellt (BGE 119 Ib 334 E.3.c, m.w.H.). Zudem hat der Beklagte 

2 für die wirtschaftlichen Folgen eines von der Beklagten 1 zu vertretenden Fehl-

verhaltens nicht einzustehen.  

d) Es ist nachfolgend zu prüfen, ob die Klägerin ein der Sphäre der Beklagten 1 

zuzurechnendes Fehlverhalten hinreichend konkret vorbringt, ob gegebenenfalls 

rechtsgenüglich dargelegt wird, inwiefern sich der betreffende Sachverhalt auf 

den Gesundheitszustand der Klägerin und infolgedessen deren Erwerbsfähigkeit 

ausgewirkt hat und schliesslich, soweit nach abgeschlossenem Schriftenwechsel 

in den Prozess eingeführt, ob die Vorbringen im Lichte der Eventualmaxime von 

§ 115 ZPO/ZH beachtlich sind. Behauptungs- und beweisbelastet ist die Klägerin, 

die (auch) aus den geschilderten Sachverhalten Rechte (Genugtuungs- und 

Schadenersatzforderung) ableitet (Art. 8 ZGB).  

4.2. Die Sachverhalte "Fehlverhalten" im Einzelnen  

4.2.1. Fallbearbeitung bis zur Leistungseinstellung im Frühjahr 2000 

a) Darstellung der Klägerin 

Unter Zitierung einer Vielzahl von ins Recht gelegten Urkunden (interne Berichte, 

Memoranden und Schreiben der Beklagten 1 resp. des fallführenden Schadensin-

spektors, Schreiben der Klägerin an Letzteren, an behandelnde Ärzte und die IV-

- 40 - 

Stelle, act. 4/20-35; act. 1 S. 18 ff; act. 32 S. 8 ff.), welche aus einem Zeitraum 

von knapp zweieinhalb Jahren (25. August 1997 bis 28. November 1999) datie-

ren, schildert die Klägerin zunächst die Fallführung durch die Beklagte 1 ab dem 

Unfallfolgemonat August 1997 bis zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung im 

Frühjahr 2000. Nach anfänglich korrektem Handeln der mit der Fallführung be-

fassten Mitarbeiter der Beklagten 1 hätten sich mit Übergabe des Falles vom bis 

anhin federführenden Schadensinspektor (AA._____) an einen neuen Sachbear-

beiter (AB._____) per Ende März 1999 Unkorrektheiten ergeben resp. habe "of-

fenbar ein neues Regime" eingesetzt (act. 1 Rz 19; act. 32 S. 8). Zwar habe die 

getroffene Ertragsausfallregelung weitergegolten, doch habe sich gemäss Bericht 

der behandelnden Psychiaterin Dr. K._____ vom 28. November 1999 der Zustand 

der Klägerin in den letzten Monaten verschlechtert und habe sich ein schwerer 

psychophysischer Erschöpfungszustand eingestellt „mit Zunahme von Schmer-

zen, Angst und depressiven Symptomen“ in Zusammenhang mit für die Klägerin 

ungünstig lautenden Briefen der Beklagten 1 (act. 1 Rz 19; act. 4/18). 

b) Darstellung der Beklagten 

Die Beklagte 1 bestreitet jegliches Fehlverhalten seitens ihrer Mitarbeiter. Die von 

der Klägerin eingereichten internen Berichte des Schadensinspektors würden 

nebst der uneingeschränkt gewährten Akteneinsicht insbesondere dokumentie-

ren, dass die Beklagte 1 sich der Bearbeitung des angemeldeten Schadenfalls 

von Beginn weg mit Ernsthaftigkeit und entgegenkommendem Verständnis ge-

widmet habe (act. 16 S. 12). Die Klägerin habe sich denn auch verschiedentlich 

äusserst anerkennend zum Verhalten der Beklagten 1 geäussert, so noch in ihren 

Schreiben vom 23. September 1999 an den Neurologen Prof. Dr. P._____ (act. 

17/2) resp. vom Oktober 1999 an den Sachbearbeiter (AB._____) der Beklagten 1 

(act. 17/3). Bestritten werde daher, dass die Dossierübergabe bei der Beklagten 1 

per Ende März 1999 in irgend einer Form zu einer Verschlechterung des Zu-

stands der Klägerin geführt habe. Für die von der Psychiaterin Dr. K._____ am  

28. November 1999 beschriebene Verschlechterung depressiver Symptome be-

stehe keine objektiv erkennbare Veranlassung. Die Klägerin habe denn auch kei-

- 41 - 

nerlei Beispiele der von Dr. K._____ in ihrem Bericht erwähnten „ungünstig lau-

tenden Briefe“ der Beklagten 1 angeführt oder eingereicht (act. 16 S. 17 f.). 

c) Erstellter Sachverhalt aufgrund der Parteivorbringen 

aa) Zunächst ergibt sich aus der Darstellung der Klägerin resp. aus den unbestrit-

ten gebliebenen Vorbringen der Beklagten zur Handhabung der Ertragsausfallre-

gelung durch die Beklagte 1 ab dem Unfallfolgemonat (August 1997), dass die 

Klägerin bereits kurz nach dem Unfallereignis von der Beklagten 1 Ersatz eines 

unfallbedingten Ertragsausfalls als selbständig Erwerbende (vgl. act. 105 S. 7) 

verlangte und die Beklagte 1 gestützt auf die Angaben der Klägerin (10 Sitzungen 

pro Tag à CHF 120.–) bereits am 25. August 1997 einen monatlichen Bruttoertrag 

an Honorareinnahmen der Klägerin von ca. CHF 15'000.– errechnete (act. 1 

S. 12; act. 16 S. 14; act. 32 S. 9). Ab August 1997 wurden Ertragsausfallzahlun-

gen geleistet und im November 1997 eine Akontozahlung verabredet. Ab Herbst 

1998 bezahlte die Beklagte sodann auf der Annahme eines monatlichen Brutto-

umsatzes an Honorareinnahmen von CHF 17'500.– jeweils monatlich die Diffe-

renz zwischen diesem Betrag und dem tatsächlich erzielten Geschäftsumsatz 

gemäss den Angaben der Klägerin (act. 16 S. 17; act. 32 S. 10). Dazu kamen u.a 

Zahlungen zur Abdeckung der Umbaukosten der klägerischen Praxis (sog. Neu-

ausrichtung auf Kartenlegen, act. 105 S. 7; act. 1 S. 19; act. 16 S. 17 f. und 21). 

bb) Unbestritten blieb weiter, dass die Beklagte 1 bis zur Einstellung jeglicher 

Leistungen gegenüber der Klägerin Akontozahlungen von rund CHF 430'000.– 

erbrachte als Entschädigung des behaupteten Erwerbsausfalls und für weitere 

Kosten einschliesslich berufliche Umorientierung (act. 16 S. 12 und 14; act. 32 

S. 8).  

cc) Unstreitig ist sodann, dass sich die Klägerin lange nach dem Wechsel in der 

Sachbearbeitung per Ende März 1999 und bei unverändert weiter geltender Er-

tragsausfallregelung in ihren aktenkundigen Schreiben vom 23. September 1999 

an den Neurologen Prof. Dr. P._____ (act. 17/2) resp. vom Oktober 1999 just an 

den neuen Sachbearbeiter der Beklagten 1 (AB._____; act. 17/3, Eingangsdatum  

- 42 - 

28. Oktober 1997) äusserst anerkennend zum Verhalten der Beklagten 1 äusserte 

(act. 16 S. 12; act. 32 S. 8). 

dd) Eigener Darstellung der Klägerin zufolge bestätigte die Beklagte 1 am  

25. März 1999 gegenüber der IV (act. 4/33) und am 22. September 1999 (act. 

4/34) gegenüber der Klägerin schriftlich, dass sie unpräjudiziell von einer monatli-

chen Honorarbasis der Klägerin von CHF 17'500.- ausgehe (act. 1 Rz 20 f.). Mit 

Schreiben vom 22. Oktober 1999 (act. 4/35), mithin über ein halbes Jahr nach 

dem Wechsel in der Sachbearbeitung, bestätigte die Beklagte 1 – wiederum eige-

ner Darstellung der Klägerin zufolge – ein telefonisches Vergleichsgespräch mit 

der Klägerin, wonach man sich auf ein Jahresbruttoeinkommen für das Ge-

schäftsjahr 1998/1999 von CHF 240'000.–, einschliesslich einer ausserordentli-

chen Zahlung von CHF 30'000.-, geeinigt habe (act. 1 Rz 21).  

ee) Damit lässt die Handhabung des von der Klägerin geltend gemachten Er-

tragsausfalls durch die Beklagte 1 in keiner Hinsicht auf ein Fehlverhalten von de-

ren Mitarbeitern sowohl vor als auch nach dem Wechsel des Sachbearbeiters 

schliessen. Soweit die Klägerin anhand der zitierten Dokumente ihre gegenüber 

dem Schadensinspektor bekundete Existenzangst als Selbständigerwerbende 

resp. ihren Willen und ihre Bemühungen zur Aufrechterhaltung ihres Geschäfts in 

der Mobbing-Beratung schildert (act. 1 S. 12 ff.), ist nicht ersichtlich, was die Klä-

gerin daraus hinsichtlich eines angeblichen Fehlverhaltens der Beklagten 1 ablei-

ten will. Dasselbe gilt, soweit sie sich – wiederum anhand der zitierten Dokumente 

– über die gegenüber dem Schadensinspektor bekundeten Beschwerden aus-

lässt, die Eingang in dessen Rapporte und Memoranden fanden oder aber in ei-

genen Briefen der Klägerin an den Schadensinspektor zum Ausdruck kamen (vgl. 

act. 1 S. 12 ff.). 

ff) Zum verbleibenden Vorbringen, wonach sich der Gesundheitszustand der Klä-

gerin gemäss Bericht ihrer behandelnden Psychiaterin Dr. K._____ vom 28. No-

vember 1999 in Zusammenhang mit für die Klägerin ungünstig lautenden Briefen 

der Beklagten 1 in den vorangegangenen Monaten verschlechtert habe (act. 1 S. 

16), wurde der Klägerin mit Beschluss vom 23. März 2005 (act. 72 S. 11 Ziff. II.6) 

aufgegeben, diese ungünstig lautenden Briefe der Beklagten 1 aus der Zeit vor 

- 43 - 

dem 28. November 1999 (Datum Bericht Dr. K._____) genauer zu bezeichnen 

und einzureichen (§ 113 ZPO/ZH). Mit Stellungnahme vom 30. März 2006 (act. 

105 S. 8) erklärte die Klägerin, es seien "nicht eigentlich Briefe, sondern Diskussi-

onen, Telefonate etc." gewesen, aus denen die Klägerin habe schliessen müssen, 

dass sich das Verhältnis zur Beklagten 1 verschlechtere und sie durch den 

"Rückzug" der Beklagten 1 um ihre Existenz habe bangen müssen. Dies gehe 

aus den Rapporten des Schadensinspektors der Beklagten 1 vom 25. März 1999 

(act. 4/29) und vom 31. März 1999 (act. 4/30) hervor.  

gg) Wie von den Beklagten mit Stellungnahme dazu (act. 116) zutreffend ausge-

führt, fallen die angeführten beklagten-internen Schadensinspektorenberichte 

(act. 4/29-30 vom März 1999) und ein Memorandum vom 22. November 1999 

(act. 4/41), welche der Klägerin erst später im Rahmen der Akteneinsicht zur Ver-

fügung gestellt wurden, von vornherein nicht in Betracht als der Klägerin in den 

Monaten vor Erstellung des ärztlichen Berichts von Dr. K._____ vom 28. Novem-

ber 1999 zugegangene, vermeintlich ungünstig lautende Briefe der Beklagten 1, 

die zu dem von Dr. K._____ beschriebenen Erschöpfungszustand hätten führen 

können. Hinsichtlich des allein verbleibenden Schreibens der Beklagten 1 vom 22. 

Oktober 1999 (act. 4/35) schliesslich ist auf die eigene Darstellung der Klägerin im 

Rahmen des ordentlichen Schriftenwechsels zu verweisen, wonach die Beklagte 

1 just mittels dieses Schreibens gegenüber der Klägerin bestätigt habe, dass sie 

von einem monatlichen Honorarertrag der Klägerin von CHF 17'500.- ausgehe 

und der Klägerin überdies einen zusätzlichen Erwerbsausfall von CHF 30'000.- 

ersetze, um der (entgangenen) Umsatz- und Verdienststeigerung der Klägerin 

Rechnung zu tragen (act. 1 Rz 20 f.; act. 32 S. 10). Soweit die Klägerin aus die-

sem Schreiben, das weder im Ton unkorrekt ist, noch ein Druck ausübendes 

Element enthält, "namhafte Differenzen" ableiten möchte, ist dies vor dem Hinter-

grund eigener Vorbringen der Klägerin zum besagten Schreiben vom 22. Oktober 

1999 nicht nachvollziehbar und widersprüchlich. Zu e