# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7caa3348-7bf7-5f31-a9b0-5a83b843048b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 21.11.2022 HG200077
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG200077_2022-11-21.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG200077-O U2/dz 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Vizepräsidentin, und der Ober-

richter Dr. Stephan Mazan, die Handelsrichterin Dr. Eliane Ganz, die 

Handelsrichter Markus Koch und Dr. Stefan Gerster sowie die Ge-

richtsschreiberin Zoë Biedermann 

 

Urteil vom 21. November 2022 

 

in Sachen 

 

1. A._____ AG,  
2. ... 

Klägerin 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

1 vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X2._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG, 
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

" 1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, den Klägern den Betrag von 
CHF 405'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 21. Februar 2020 
sowie die Kosten des Zahlungsbefehls vom 5. März 2020 in der 
Betreibung Nr. 1 des Betreibungsamtes D._____ im Betrage von 
CHF 203.30 zu bezahlen. 

2. Es sei der Rechtsvorschlag der Beklagten in der Betreibung Nr. 1 
des Betreibungsamtes D._____ (Zahlungsbefehl vom 5. März 
2020) im Umfang der Gutheissung der Klage zu beseitigen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.7 % MwSt.) 
zu Lasten der Beklagten." 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin 1 ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich. Sie erbringt Bera-

tungsdienstleistungen, vorwiegend im … Bereich, beispielsweise bei … und …. 

Sie ist als Beraterin, Managerin, Agentin und Mäklerin tätig (act. 1 Rz. 7 f.; 

act. 3/1). Die Beklagte ist ein Immobilienunternehmen, das den … bezweckt 

(act. 3/4). 

b. Prozessgegenstand 

Die Beklagte wollte das Grundstück an der C._____-Strasse 1 in D._____, das 

damals in ihrem Eigentum stand, verkaufen. Zu diesem Zweck zog sie die 

E._____ AG (nachfolgend: E._____) als Mäklerin bei, welche sie mit Exklusivver-

einbarung vom 21. November 2018 beauftragte (act. 21/2). Die Klägerin 1 macht 

geltend, ab Februar 2019 bzw. März 2019 aufgrund einer mündlichen Vereinba-

rung mit der Beklagten und mit Einverständnis der E._____, zusätzlich zur 

E._____, als Mäklerin tätig gewesen zu sein. Ab Mai 2019 habe die Klägerin 1 mit 

dem (aus dem Verfahren ausgeschiedenen) Kläger 2 zusammengearbeitet. Die 

Kläger hätten den Kontakt zu F._____ von der G._____ AG (nachfolgend: 

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G._____), der späteren Käuferin der Liegenschaft, hergestellt. Entsprechend ste-

he ihnen aus Mäklervertrag ein Provisionsanspruch von CHF 405'000.– zu. Es 

handle sich dabei um eine ortsübliche Provision von 3 % des Verkaufspreises von 

CHF 13,5 Mio. Die Klägerin 1 hält auch nach dem Ausscheiden des Klägers 2 

vollumfänglich an diesem Anspruch fest. 

Die Beklagte weist darauf hin, dass sie einzig mit der E._____ einen exklusiven 

Mäklervertrag geschlossen habe. Sie bestreitet, dass die Klägerin 1 für sie als 

Mäklerin tätig gewesen sei. Diese sei vielmehr als Käuferin bzw. Vertreterin einer 

israelischen Käufergruppe aufgetreten und habe als interessierte Käuferin bzw. 

deren Vertreterin sogar eine schriftliche Kaufofferte bei der E._____ deponiert. 

Der geplante Kauf durch die israelische Käufergruppe sei jedoch gescheitert. Im 

weiteren Verlauf des Verkaufsprozesses habe die Klägerin 1 keine Rolle mehr 

gespielt. Vielmehr habe der ehemalige Kläger 2, der von F._____ kontaktiert wor-

den sei, der späteren Käuferschaft vorgespielt, über ein Mäklermandat zu verfü-

gen. Diese falsche Tatsache sei entdeckt und durch die Beklagte aufgeklärt wor-

den. Danach habe der Kläger 2 für den Verkauf auch keine Rolle mehr gespielt. 

Da kein Mäklervertrag zwischen der Beklagten und den Klägern bestanden habe, 

stehe der Klägerin 1 auch kein Provisionsanspruch zu. 

B. Prozessverlauf  

a. Klageeinleitung 

Mit Eingabe vom 13. Mai 2020 (Datum Poststempel: 14. Mai 2020) reichten die 

Klägerin 1 und der damalige Kläger 2, H._____, beim Handelsgericht des Kantons 

Zürich eine Klage ein (act. 1; act. 3/1-30). Mit Verfügung vom 15. Mai 2020 wurde 

ihnen Frist zur Leistung eines Vorschusses für die Gerichtskosten angesetzt, wel-

cher von der Klägerin 1 fristgerecht bezahlt wurde (act. 4; act. 6). Mit Verfügung 

vom 22. Juni 2020 wurde der Beklagten Frist zur Einreichung der Klageantwort 

angesetzt (act. 7). Am 11. September 2019 [recte: 2020] ersuchte die Beklagte 

um Sicherstellung der Parteientschädigung durch den damaligen Kläger 2 (act. 9; 

act. 11/1-2). Mit Verfügung vom 14. September 2020 wurde dem Kläger 2 Frist 

zur Stellungnahme angesetzt und der Beklagten die Frist zur Erstattung der Kla-

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geantwort abgenommen (act. 12). Mit Eingabe vom 28. September 2020 reichten 

die Kläger eine Stellungnahme ein, welche der Beklagten zugestellt wurde 

(act. 14; Prot. S. 7). Mit Verfügung vom 13. Oktober 2020 wurde der Antrag der 

Beklagten auf Sicherstellung der Parteientschädigung abgewiesen und der Be-

klagten eine (Rest-)Frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt (act. 15). In-

nert Nachfrist reichte die Beklagte die Klageantwort ein (act. 17; act. 18; act. 20; 

act. 21/1-24). Mit Verfügung vom 10. November 2020 wurde das Verfahren an 

den Instruktionsrichter delegiert (act. 22). 

b. Wesentliche Verfahrensschritte 

Die Parteien wurden zur Vergleichsverhandlung auf den 22. Februar 2021 vorge-

laden, welche ohne Ergebnis blieb (act. 24; Prot. S. 11 f.). Auf Ersuchen der Klä-

ger, die einen Klagerückzug prüften, wurde in der Folge mit den nächsten Pro-

zessschritten zugewartet (Pot. S. 13). Nach Rückfrage des Gerichts am 11. März 

2021 ersuchten die Kläger um Fortführung des Verfahrens (act. 25/1-2; act. 27). 

Mit Verfügung vom 19. März 2021 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet 

und den Klägern Frist zu Replik sowie zur Leistung eines zusätzlichen Kostenvor-

schusses angesetzt (act. 28). Dieser wurde innert Frist durch die Klägerin 1 be-

zahlt (act. 35).  

Die Beklagte ersuchte am 1. April 2021 um Wiedererwägung der Verfügung vom 

13. Oktober 2020; die Klägerin 1 sowie der Kläger 2 seien je einzeln zur Leistung 

einer angemessenen Sicherheit für die Parteientschädigung zu verpflichten 

(act. 30; act. 31/25-27). Nach Eingang der Stellungnahme der Kläger verpflichtete 

das Gericht die Kläger mit Verfügung vom 17. Mai 2021 je zur Leistung einer Si-

cherheit für die Parteientschädigung in der Höhe von CHF 21'500.– (act. 32; 

act. 34; act. 36). Die Klägerin 1 kam dieser Aufforderung fristgerecht nach 

(act. 39). Am 7. Juni 2021 reichten die Kläger die Replik ein (act. 40; act. 41/1-5). 

Der Kläger 2 leistete die Sicherheitszahlung weder innert Nachfrist, noch innert 

Notfrist (vgl. act. 38; act. 42; act. 44; act. 45; act. 48). Androhungsgemäss wurde 

auf die Klage des Klägers 2 mit Beschluss vom 13. August 2021 nicht eingetreten; 

die Kläger wurden materiell nicht als einfache Gesellschaft und prozessual nicht 

als notwendige Streitgenossenschaft qualifiziert. Gleichzeitig wurde das Verfahren 

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bezüglich der Klage der Klägerin 1 bis zur Rechtskraft des Beschlusses sistiert 

(act. 49). Die Kläger haben gegen diesen Beschluss Beschwerde vor Bundesge-

richt erhoben. Die Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesgerichts vom 

14. Dezember 2021 abgewiesen, soweit es darauf eintrat (act. 56). 

Mit Verfügung vom 24. Januar 2022 wurde der Kläger 2 aus dem Rubrum ent-

fernt, das Verfahren der Klägerin 1 gegen die Beklagte wieder aufgenommen und 

der Beklagten Frist zur Einreichung der Duplik angesetzt (act. 57). Mit Eingabe 

vom 11. Februar 2022 reichte die Klägerin 1 die Abtretungsvereinbarung zwi-

schen ihr und dem damaligen Kläger 2 vom 8. Februar 2022 ins Recht (act. 59; 

act. 60). Die Duplik der Beklagten datiert vom 28. März 2022. Die Beklagte nahm 

darin auch zur Abtretungsvereinbarung vom 8. Februar 2022 Stellung (act. 61). 

Die Duplik wurde der Klägerin 1 mit Verfügung vom 31. März 2022 zugestellt. 

Gleichzeitig wurde der Aktenschluss verfügt (act. 62). Weitere Eingaben sind nicht 

eingegangen. 

Mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 wurde den Parteien Frist angesetzt, zu er-

klären, ob sie auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung – unter 

Vorbehalt der Durchführung eines Beweisverfahrens – verzichteten (act. 64). Die 

Beklagte verzichtete in der Folge ausdrücklich auf die Durchführung einer mündli-

chen Hauptverhandlung (act. 66). Die Klägerin 1 liess sich innert Frist nicht ver-

nehmen, weshalb androhungsgemäss Verzicht auf Hauptverhandlung anzuneh-

men ist. 

Das Verfahren erweist sich als spruchreif (Art. 236 Abs. 1 ZPO). 

Da der am Beschluss vom 13. August 2021 mitwirkende Handelsrichter Peter 

Leutenegger das Handelsgericht inzwischen altershalber verlassen hat, wirkt neu 

Handelsrichter Dr. Stefan Gerster am vorliegenden Urteil mit. 

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Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Örtliche und sachliche Zuständigkeit 

Das Handelsgericht des Kantons Zürich ist zur Beurteilung der vorliegenden Kla-

ge unbestrittenermassen örtlich und sachlich zuständig (act. 1 Rz. 2 f.; act. 20; 

Art. 31 ZPO sowie Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). 

1.2. Zulässigkeit der Noveneingabe 

1.2.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin 1 macht geltend, bei der Abtretungsvereinbarung vom 8. Februar 

2022 handle es sich um ein echtes Novum, da die Vereinbarung erst nach dem 

Einreichen der Replik zustande gekommen sei (act. 59). Die Beklagte äussert 

sich nicht zur Zulässigkeit der Noveneingabe (act. 61 Rz. 3, Rz. 11). 

1.2.2. Zulässigkeit neuer Tatsachen und Beweismittel 

Die Eingabe der Klägerin 1 vom 11. Februar 2022 erfolgte nach Einreichung der 

Replik vom 7. Juni 2021 und somit nach dem letzten uneingeschränkten Partei-

vortrag der Klägerin 1 (act. 40; act. 59). Wie von der Klägerin 1 richtig ausgeführt 

wird, ist eine solche Eingabe nur zuzulassen, wenn es sich bei den neu geltend 

gemachten Tatsachen um Noven handelt (vgl. Art. 229 ZPO). Die Klägerin 1 

reichte die Abtretungsvereinbarung vom 8. Februar 2022 am 11. Februar 2022 ein 

und führte aus, es handle sich um ein echtes Novum, da die Vereinbarung erst 

nach Einreichung der Replik zustande gekommen sei (vgl. act. 59; act. 60). Zu-

treffend ist zwar, dass die Abtretungsvereinbarung erst am 8. Februar 2022 ent-

standen ist; jedoch handelt es sich dabei um ein sog. Potestativ-Novum, d.h. ein 

Novum, dessen Entstehung vom Willen der beiden Kläger abhängig ist. Die Zu-

lässigkeit solcher Noven entscheidet sich danach, ob sie trotz zumutbarer Sorgfalt 

im Sinne von Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO nicht früher hatten vorgebracht werden 

können (BGE 146 III 416 E. 5.3); mithin werden sie wie unechte Noven behandelt. 

Die Partei, die sich auf solche Noven stützen will, hat für jede neue Tatsache und 

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jedes neue Beweismittel substantiiert darzutun, dass die Zulässigkeitsvorausset-

zungen erfüllt sind, d.h. sie trägt die Beweislast (Art. 8 ZGB analog; statt vieler: 

WILLISEGGER, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], BSK ZPO, 3. Aufl. 2017, 

Art. 229 N 33). 

1.2.3. Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweislast 

Die beweisbelastete Partei hat in Verfahren, in denen – wie vorliegend – der Ver-

handlungsgrundsatz gilt, die Tatsachen anzugeben, auf die sie ihre Begehren 

stützt (sog. Behauptungslast; Art. 55 Abs. 1 ZPO). Bestreitet die Gegenpartei die 

Vorbringen der behauptungsbelasteten Partei substantiiert (vgl. zum substantiier-

ten Bestreiten: WALTER, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], BK ZGB, Einleitung und Per-

sonenrecht, Art. 1-9 ZGB, Band I/1, 2012, Art. 8 N 191 ff.), trifft die behauptungs-

belastete Partei eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungs-

last. Die erforderlichen Tatsachenbehauptungen müssen so konkret und bestimmt 

vorgebracht werden, dass darüber Beweis abgenommen werden kann (WILLISEG-

GER, a.a.O., Art. 221 N 29, m.w.N.). Das genügende Behaupten und Bestreiten 

der rechtserheblichen Tatsachen ist eine prozessuale Last, deren Nichterfüllung 

prozessuale Nachteile für die betreffende Partei zur Folge haben kann. Bezüglich 

unsubstantiiert vorgetragener Sachverhalte besteht kein Anspruch auf Beweisfüh-

rung. Der nicht substantiiert vorgetragene Sachverhalt ist somit dem nicht bewie-

senen gleichgestellt (BGE 129 III 18 E. 2.6 = Pra 92 [2003] Nr. 30; Urteile BGer 

4C.211/2006 E. 3.1; 5P.210/2005 E. 4.1; WILLISEGGER, a.a.O., Art. 222 N 24). 

1.2.4. Subsumtion 

Die Klägerin 1 will sich auf die Abtretungsvereinbarung und die in diesem Zu-

sammenhang aufgestellten Tatsachenbehauptungen stützen, weshalb sie die 

Beweislast für den Sorgfaltsnachweis gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO trägt. Sie 

legt aber nicht dar, wieso die Abtretungsvereinbarung – die zwischen den Kläger 

abgeschlossen wurde und daher einzig von deren Wille abhängig ist – nicht schon 

früher hätte erstellt und eingereicht werden können. Somit kommt sie ihrer Be-

hauptungslast nicht nach, und der Sorgfaltsnachweis misslingt ihr. Die Tatsa-

chenbehauptungen in der Eingabe vom 11. Februar 2022 und die Abtretungsver-

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einbarung vom 8. Februar 2022 als Beweismittel sind als unzulässige Noven zu 

qualifizieren (act. 59; act. 60). 

Im Sinne einer Eventualbegründung ist darauf hinzuweisen, dass die Kläger be-

reits nach Erhalt des Beschlusses vom 13. August 2021 damit rechnen mussten, 

im weiteren Verfahrensverlauf nicht als einfache Gesellschaft und notwendige 

Streitgenossen qualifiziert zu werden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätten sich 

die Kläger absichern müssen. Es wäre ihnen frei gestanden, (wohl hauptsächlich 

als unechte Noven) weitere Tatsachenbehauptungen und Beweismittel zur Art ih-

rer Zusammenarbeit – insbesondere zur internen Absprache hinsichtlich des Mäk-

lerlohns – ins Verfahren einzubringen, oder die Abtretung ihrer Ansprüche vorzu-

nehmen. Indem sie vor der Abtretung der Ansprüche den Entscheid des Bundes-

gerichts abgewartet haben, sind ihre Noven in diesem Zusammenhang auch als 

verspätet zu qualifizieren. Daher sind die Noveneingabe vom 11. Februar 2022 

und die Abtretungsvereinbarung vom 8. Februar 2022 für das vorliegende Verfah-

ren unbeachtlich. 

1.2.5. Fazit 

Bei der von der Klägerin 1 eingereichten Noveneingabe vom 11. Februar 2022 

und der Abtretungsvereinbarung vom 8. Februar 2022 handelt es sich um unzu-

lässige Potestativ-Noven (act. 59; act. 60). Die Klägerin 1 erbringt – mangels ent-

sprechender Behauptungen – den ihr obliegenden Sorgfaltsnachweis für die Zu-

lässigkeit solcher Noven nicht. Ausserdem ist eventualiter festzuhalten, dass die 

Potestativ-Noven verspätet erstellt und eingereicht wurden. Diese Tatsachen und 

Beweismittel sind für das vorliegende Verfahren unbeachtlich. 

1.3. Einfache Streitgenossenschaft 

Gemäss Verfügung des hiesigen Gerichts vom 17. Mai 2021 lässt sich weder der 

Klage noch der Stellungnahme zum Sicherstellungsgesuch vom 28. September 

2020 entnehmen, dass sich die Klägerin 1 und der Kläger 2 zu einer einfachen 

Gesellschaft zusammengefunden hätten, um für die Beklagte als Mäkler tätig zu 

sein (vgl. act. 1; act. 14). Vielmehr sind die Klägerin 1 in der Phase 1 (Vermittlung 

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von israelischen Kaufinteressenten; ab Februar 2019) und der ehemalige Kläger 2 

in der Phase 2 (Vermittlung weiterer Kaufinteressenten inkl. der späteren Käufe-

rin, der G._____; ab Mai 2019) jeweils allein aufgetreten. Daher bilden die Kläge-

rin 1 und der frühere Kläger 2 (materiell) keine einfache Gesellschaft und (pro-

zessual) keine notwendige Streitgenossenschaft (act. 36 E. 5). Auf diese Erwä-

gungen wird im Beschluss vom 13. August 2021 verwiesen und ausgeführt, dass 

das Schicksal der Klage bezüglich der Klägerin 1 und des Klägers 2 separat zu 

beurteilen ist. Mangels Bezahlung der Sicherheitsleistung für die Parteientschädi-

gung durch den Kläger 2 ist das Gericht auf seine Klage schliesslich nicht einge-

treten (act. 49 E. 13). 

Gegen diesen Beschluss haben die Kläger vor Bundesgericht Beschwerde erho-

ben (vgl. act. 56 S. 3). Mit Urteil vom 14. Dezember 2021 hat das Bundesgericht 

die Beschwerde abgewiesen, soweit es darauf eingetreten ist. Es hält fest, dass 

die Beschwerdeführer die Klage als einfache Streitgenossen eingereicht haben 

(act. 56 E. 6.1). Gleichzeitig weist es darauf hin, dass es Gegenstand des Sachur-

teils sein würde, zu bestimmen, welche Art von Gläubigerschaft (Einzelgläubiger-

schaft, gemeinschaftliche Gläubigerschaft oder Teilgläubigerschaft) vorliege und 

wie das Rechtsbegehren im Lichte der Klagebegründung auszulegen sei (act. 56 

E. 5.3). Dies ist nachfolgend zu prüfen. 

1.4. Bestimmtheit des Rechtsbegehrens 

Rechtsbegehren sind inhaltlich so bestimmt zu fassen, dass sie bei Gutheissung 

ohne Weiteres zum Urteil erhoben werden können, und dass das Urteil vollstreckt 

werden kann (vgl. Art. 84 Abs. 1 und Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO; LEUENBERGER, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar ZPO, 3. Aufl. 2016, 

Art. 221 N 28 ff. m.w.N.). Begehren, denen die Bestimmtheit fehlt, sind von den 

Gerichten nach dem Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des über-

spitzten Formalismus im Lichte der Klagebegründung auszulegen und in diesem 

Sinne von Amtes wegen zu präzisieren, zu reduzieren und umzuformulieren (BGE 

137 III 617 E. 6.2; Urteile BGer 5A_773/2018 E. 7.2; 5A_621/2012 E. 4.3). Das 

Gericht bleibt aufgrund des Dispositionsgrundsatzes an das Rechtsbegehren ge-

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bunden (BGE 107 II 82 E. 2.b; 97 II 92 S. 93 f.; Urteile BGer 5A_345/2020 E. 6.6; 

4A_460/2011 E. 2.1; je m.w.N.). 

Wird ein Prozess als einfache Streitgenossenschaft geführt, hat jeder einfache 

Streitgenosse den Prozess grundsätzlich unabhängig vom anderen zu führen 

(Art.  71 Abs. 3 ZPO) und entsprechend unabhängig vom anderen eigenständige 

Ansprüche geltend zu machen (Urteil BGer 4A_23/2018 E. 2.1). Auch wenn die 

einfachen Streitgenossen einen gemeinsamen Vertreter bezeichnen (Art. 72 ZPO) 

und eine gemeinsame Rechtsschrift einreichen, ist trotz Streitgenossenschaft in 

der Klage für jeden Streitgenossen ein eigenes Rechtsbegehren abzugeben (Ur-

teil BGer 5A_773/2018 E. 7.3.2 m.w.N.). 

Mit dem vorliegenden Rechtsbegehren verlang(t)en die Kläger die Bezahlung ei-

nes bestimmten Betrages an die Kläger, ohne anzugeben, welcher Kläger wel-

chen eigenständigen Anspruch geltend machen will. In ihren Rechtsschriften füh-

ren die Kläger aus, partnerschaftlich zusammengearbeitet zu haben, ohne nähere 

Angaben zum Innenverhältnis ihrer Vereinbarung zu machen (vgl. act. 1 Rz. 15, 

Rz. 17, Rz. 27, Rz. 33, Rz. 37; act. 34 Rz. 5; act. 40 Rz. 11, Rz. 13, Rz. 28, 

Rz. 56, Rz. 64, Rz. 68, Rz. 82). Sie stellen sich einzig auf den Standpunkt, dass 

sie für die Parteientschädigung solidarisch haften würden (act. 14 Rz. 5). Auf-

grund seines Wortlauts wurde das Rechtsbegehren für das Vorliegen eines Ge-

samthandverhältnisses formuliert (Zahlung eines bestimmten Betrages an beide 

Kläger). Dass die Klägerin 1 und der ehemalige Kläger 2 keine einfache Gesell-

schaft und damit keine Gesamthandschaft bilde(te)n, und sie die vorliegende Kla-

ge als einfache Streitgenossen eingereicht haben, wurde bereits verbindlich fest-

gestellt (vgl. Erwägung 1.3). Angesichts des klaren Wortlauts des betragsmässig 

bestimmten Klagebegehrens besteht für eine Aufteilung der Ansprüche zwischen 

der Klägerin 1 und dem Kläger 2 kein Raum. Zugunsten der Klägerin 1, und da 

sie trotz Ausscheidens des Klägers 2 an der Klage festhält, kann immerhin davon 

ausgegangen werden, dass sie für sich gegen die Beklagte klagen wollte, wobei 

sie (weiterhin) den Gesamtbetrag fordert. Entsprechend ist das Rechtsbegehren 

formell nicht unzulässig (vgl. Urteil BGer 5A_773/2018 E. 7.3.3). 

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2. Art der Gläubigerschaft 

2.1. Parteistandpunkte 

Die Parteien äussern sich in ihren Rechtsschriften nicht zu dieser Frage (vgl. 

act. 59; act. 61). Die Klägerin 1 reichte am 11. Februar 2022 die erwähnte unzu-

lässige Noveneingabe ins Recht, auf welche nicht weiter einzugehen ist (act. 59; 

act. 60; vgl. Erwägung 1.2). 

2.2. Rechtliches 

Im Leitentscheid BGE 140 III 150 fasst das Bundesgericht die verschiedenen Ar-

ten von Gläubigerschaft bei Gläubigermehrheit zusammen. Eine Mehrzahl von 

Gläubigern kann an ein und derselben Forderung im Sinne einer Einzelgläubiger-

schaft, einer gemeinschaftlichen Gläubigerschaft oder einer Teilgläubigerschaft 

berechtigt sein. Im Fall von Einzelgläubigerschaft ist jeder Gläubiger berechtigt, 

ohne Mitwirkung der andern (also selbständig), das Ganze und nicht nur einen 

Teil der Leistung zu verlangen. Der Schuldner hat dabei nur einmal zu leisten und 

wird dadurch befreit. Der wichtigste Typus der Einzelgläubigerschaft ist die in Art. 

150 OR geregelte Solidargläubigerschaft, die vor allem beim gemeinsamen Bank-

konto ("compte-joint") von Bedeutung ist. Bei der gemeinschaftlichen Gläubiger-

schaft steht die gesamte Forderung den Gläubigern ungeteilt zu, und zwar so, 

dass alle Gläubiger die Forderung nur gemeinsam geltend machen können. Um-

gekehrt kann der Schuldner sich nicht durch Leistung an einen einzelnen Gläubi-

ger befreien, sondern nur durch Gesamtleistung an alle Gläubiger. Bei der Teil-

gläubigerschaft sind mehrere Gläubiger unabhängig voneinander pro rata an ei-

ner teilbaren Forderung berechtigt, wobei die Leistung in ihrer Gesamtheit nur 

einmal zu erbringen ist. Jeder Gläubiger kann selbständig den ihm zustehenden 

Teil der Leistung verlangen und der Schuldner muss den entsprechenden Teil an 

jeden Gläubiger separat leisten. Das Bundesgericht folgt in seinem Leitentscheid, 

in dem es um den Verkauf eines Grundstücks geht, der herrschenden Lehre, wel-

che die Teilgläubigerschaft als gesetzlichen Regelfall ansieht. Es folgert, allein der 

Umstand, dass ein Grundstück als Ganzes veräussert werde, lasse nicht darauf 

schliessen, dass die Verkäufer in Bezug auf die Kaufpreisforderung eine gemein-

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schaftliche Gläubigerschaft bildeten, geschweige denn, dass sie gesamthände-

risch berechtigt seien (BGE 140 III 150 E. 2.2 m.w.N.). 

Ferner rechtfertigt es sich gemäss gefestigter Rechtsprechung des Bundesge-

richts für den Fall, dass mehrerer Mäkler in denselben Verkaufsprozess involviert 

sind, die Bedeutung der Tätigkeit der Mäkler innerhalb der zum Erfolg führenden 

Zusammenhänge gegenseitig abzuwägen und jedem von ihnen nach Massgabe 

seines Anteils am Erfolg einen entsprechenden Anteil am Mäklerlohn zukommen 

zu lassen (BGE 72 II 421 E. 3; Urteile BGer 2C_638/2020 E. 3.3.3; 4C_178/2001 

E. 3.b). 

2.3. Subsumtion 

Der Klägerin 1 ist es – wie vorstehend ausgeführt – nicht gelungen, das Vorliegen 

eines Gesamthandverhältnisses zwischen ihr und dem ehemaligen Kläger 2 dar-

zulegen (vgl. Erwägung 1.3). Insofern scheidet die gemeinschaftliche Gläubiger-

schaft von vornherein aus. Zu prüfen bleibt, ob die Kläger je einzeln berechtigt 

sind, den Gesamtanspruch zu verlangen, oder ob den Klägern jeweils ein be-

stimmter Teil an der Forderung zusteht. 

Das Rechtsbegehren, das so auszulegen ist, dass die Klägerin 1 trotz Ausschei-

dens des Klägers 2 weiterhin den Gesamtbetrag von der Beklagten fordert (vgl. 

dazu Erwägung 1.4), sowie der Umstand, dass die Kläger angeben, für eine allfäl-

lige Parteientschädigung solidarisch zu haften (vgl. act. 14 Rz. 5), sprechen zwar 

für das Vorliegen von Einzelgläubigerschaft. Ein Abweichen vom gesetzlich vor-

gesehenen Regelfall der Teilgläubigerschaft rechtfertigt sich aufgrund dieser sehr 

dürftigen Angaben der Kläger jedoch nicht. Vielmehr ist den Ausführungen der 

Kläger – abgesehen von der pauschalen Nennung der "partnerschaftlichen Zu-

sammenarbeit" und des Zusammenschlusses als "einfache Gesellschaft […] zur 

Erreichung eines gemeinsamen Zweckes" – zu entnehmen, dass ab Februar 

2019 zunächst die Klägerin 1 allein tätig gewesen sein soll (Phase 1) und ab Mai 

2019 der Kläger 2 dazu gestossen sei (Phase 2). Während die Klägerin 1 in Pha-

se 1 allein tätig gewesen sei, sei der Kläger 2 in Phase 2 aktiv vermittelnd tätig 

gewesen. Die Klägerin 1 habe in Phase 2 vor allem via die E._____ mit der Be-

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klagten kommuniziert und sei vom Kläger 2 (mit-)vertreten worden (act. 1 Rz. 15 

ff.; act. 40 Rz. 8, Rz. 11 f., Rz. 56 ff., Rz. 64, Rz. 66, Rz. 68, Rz. 75, Rz. 78, 

Rz. 80). 

Nach dieser Sachverhaltsdarstellung war die Klägerin 1 zunächst allein für die 

Beklagte tätig. In der Phase 2 schloss sie sich mit dem Kläger 2 zusammen, wo-

bei die Beklagte ihre gemeinsame Vertragspartnerin war. Eine interne Absprache 

bezüglich des Mäklerlohns und wie dieser aufgeteilt werden soll, wurde nicht dar-

gelegt. Der Zusammenschluss der Kläger ist daher als gemeinsamer Vertrag zu 

qualifizieren, bei dem mehrere Vertragsgenossen (die Kläger) auf einer Vertrags-

seite kontrahieren, ohne dass unter ihnen ein Gesamthandverhältnis besteht. Je-

dem Kläger steht ein individualisierbarer Anteil am Mäklerlohn zu, mithin bilden 

die Kläger eine Teilgläubigerschaft. Daher ist die Klägerin 1 nur berechtigt, den ihr 

zustehenden Anteil des Mäklerlohns einzuklagen. Zu diesem Anteil hat sie jedoch 

keine Angaben gemacht (vgl. act. 1; act. 14; act. 34; act. 40; Erwägung 3 nachfol-

gend). 

2.4. Fazit 

Die Kläger sind mit Blick auf die eingeklagte Forderung als Teilgläubiger zu quali-

fizieren. Jeder Teilgläubiger ist berechtigt, den ihm zustehenden (Teil-)Anspruch 

der Forderung selbständig zu verlangen, und der Schuldner muss den entspre-

chenden Anteil an jeden Gläubiger separat leisten. Die Klägerin 1 hat keine An-

gaben hinsichtlich des ihr zustehenden Teils der Forderung gemacht. 

3. Begründung des Rechtsbegehrens 

3.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin 1 führt im Rahmen der Klagebegründung aus, mit der Beklagten die 

Höhe des Mäklerlohnes für sie und den Kläger 2 nicht ausdrücklich vereinbart zu 

haben. Nach dem Verkauf der Liegenschaft im Dezember 2019 habe der Kläger 2 

der Beklagten Leistungen von ihm und der Klägerin 1 im Umfang von pauschal 

CHF 250'000.– (zzgl. 7.7 % MwSt.) in Rechnung gestellt. Die Rechnung sei nicht 

bezahlt worden. Mit der Klage macht sie nun einen Betrag von CHF 405'000.– 

- 14 - 

geltend. Sie erläutert, aus den Vertragsverhandlungen mit der späteren Käuferin, 

der G._____, könne konkludent auf die Vermittlungsprovision geschlossen wer-

den. Sie hätten von einem Kaufpreis von CHF 13.1 Mio. ohne Vermittlungsprovi-

sion und von CHF 13.5 Mio. mit Vermittlungsprovision gesprochen, was einen 

Mäklerlohn in der Höhe von rund CHF 400'000.– ergebe. Schliesslich führt die 

Klägerin 1 an, mangels Parteiabsprache und mangels vorhandener Tarife im Kan-

ton Zürich eine ortsübliche Provision von 3 % des Kaufpreises von CHF 13.5 Mio., 

mithin CHF 405'000.–, einzuklagen (act. 1 Rz. 27 ff., Rz. 33, Rz. 39, Rz. 42; 

act. 3/25-29). 

Die Beklagte bestreitet jeglichen Provisionsanspruch der Klägerin 1 (act. 20 Rz. 4 

ff.; act. 61 Rz. 6 ff.). 

3.2. Rechtliches 

Im vorliegenden Verfahren gilt – wie erwähnt – der Verhandlungsgrundsatz, d.h. 

es obliegt den Parteien, die Tatsachen des Verfahrens zusammenzutragen 

(Art. 55 Abs. 1 ZPO). Entsprechend trifft sie die Behauptungs-, Substantiierungs- 

und Beweislast sowie die Bestreitungslast (vgl. Erwägung 1.2.3). Gemäss Art. 8 

ZGB hat diejenige Partei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu be-

weisen, die aus ihr Rechte ableitet. Die andere Partei trifft die Gegenbeweislast 

(Urteil BGer 4A_82/2019 E. 2.1). 

3.3. Subsumtion 

Die Klägerin 1 fordert mit ihrer Klage 3 % des (angeblichen) Kaufpreises von 

CHF 13.5 Mio. als Mäklerlohn, was – gemäss ihrer Sachverhaltsdarstellung – 

dem gesamten, für diesen Verkauf geschuldeten Mäklerlohn entspricht. Sie be-

gründet jedoch nicht, weshalb ihr der Mäklerlohn gesamthaft zustehen soll. Viel-

mehr führt sie an, mit dem Kläger 2 zusammengearbeitet zu haben. Zudem sei 

auch die E._____, welcher ursprünglich das Exklusivmandat erteilt worden sei, 

weiterhin in den Verkaufsprozess involviert gewesen, wenn auch eher beratend 

(act. 1 Rz. 11; act. 40 Rz. 27, Rz. 64). Im Widerspruch dazu macht sie jedoch 

auch geltend, dass im Februar 2019 das Exklusivmandat zwischen der Beklagten 

- 15 - 

und der E._____ einvernehmlich aufgelöst worden sei (act. 40 Rz. 13). Aus dieser 

Begründung erhellt nicht, weshalb der Klägerin 1 der gesamte Mäklerlohn für den 

Verkauf der Liegenschaft zustehen soll, und sie liefert auch keine Anhaltspunkte, 

aus denen ihr Anspruch auf einen bestimmten Teil des Mäklerlohns hergeleitet 

werden könnte. 

Ferner ist ihre Begründung zur Höhe des geschuldeten Mäklerlohns inkohärent. 

Zunächst schildert sie, dass von der Beklagten aus Kulanz "bloss" eine Pauschale 

von CHF 250'000.– für sie und den Kläger 2 verlangt worden sei. Während der 

Vertragsverhandlung mit der G._____ sei von einem Mäklerlohn von 

CHF 400'000.– die Rede gewesen. Mit der Klage macht sie nun jedoch einen An-

spruch von 3 % des Kaufpreises, d.h. den Betrag von CHF 405'000.–, geltend. 

Selbst wenn man der bestrittenen Tatsachendarstellung der Klägerin 1 folgt, steht 

fest, dass die Klägerin 1 als Teilgläubigerin zu qualifizieren ist (vgl. Erwä-

gung 1.4). Als solche steht ihr nicht der gesamte Mäklerlohn (vom maximal gel-

tend gemachten Betrag) von CHF 405'000.– zu. Mangels entsprechender Be-

hauptungen ist eine Herleitung des Anteils, welcher der Klägerin 1 am Mäklerlohn 

zustehen soll, nicht möglich. Die Klägerin 1 ist ihrer Behauptungslast nicht nach-

gekommen, weshalb die Klage vollumfänglich abzuweisen. 

3.4. Fazit 

Die Klägerin 1 begründet den – gemäss ihrer Ansicht geschuldeten – Mäklerlohn 

inkohärent. Insbesondere verzichtet sie auf Ausführungen dazu, welcher Anteil 

des gesamten Mäklerlohns ihr zustehen soll. Da weitere Mäkler in den Verkaufs-

prozess involviert waren, hat die Klägerin 1 keinen Anspruch auf den vollen Mäk-

lerlohn. Weil die Klägerin 1 ihrer Behauptungslast nicht nachgekommen ist, ist die 

Klage vollumfänglich abzuweisen. 

4. Zusammenfassung 

In formeller Hinsicht ist die Noveneingabe der Klägerin 1 mangels Erbringung des 

Sorgfaltsnachweises unzulässig und somit unbeachtlich. Die Kläger haben bis 

zum Ausscheiden des Klägers 2 aus dem vorliegenden Prozess eine einfache 

- 16 - 

Streitgenossenschaft gebildet, wobei ihr Rechtsbegehren für das Vorliegen eines 

Gesamthandverhältnisses formuliert wurde. Zugunsten der Klägerin 1 ist das 

Rechtsbegehren so auszulegen, dass sie von der Beklagten (weiterhin) den Ge-

samtbetrag des Mäklerlohns fordert. Dieses Rechtsbegehren ist genügend be-

stimmt. 

In materieller Hinsicht ist die Art der Gläubigerschaft zwischen der Klägerin 1 und 

dem Kläger 2 als Teilgläubigerschaft zu qualifizieren. Entsprechend ist die Kläge-

rin 1 nur berechtigt, ihren Anteil an der Gesamtforderung einzuklagen. Da sie je-

doch den Gesamtanspruch einklagt, ohne anzugeben, welches ihr Anteil ist, 

kommt sie ihrer Behauptungslast nicht nach. Die Klage ist abzuweisen. 

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

5.1. Gerichtskosten 

Die Höhe der Gerichtskosten bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des 

Obergerichts (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG). Sie richtet sich in erster Li-

nie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Dieser beläuft sich im vorlie-

genden Verfahren auf CHF 405'000.–. Die Grundgebühr beträgt CHF 18'900.– 

(§ 4 Abs.  2 GebV OG). Das Verfahren gestaltete sich in prozessualer Hinsicht 

durch die Mehrfachbehandlung der Anträge auf Sicherstellung der Parteientschä-

digung und die Noveneingabe als relativ aufwändig, was einen Zuschlag zur 

Grundgebühr rechtfertigt (§ 4 Abs.  2 GebV OG). Andererseits ist eine gewisse 

Reduktion angezeigt, weil sich das Verfahren in materieller Hinsicht als nicht allzu 

komplex erweist (§ 4 Abs.  2 GebV OG). Insgesamt erscheint eine Gerichtsgebühr 

von rund 150 % der Grundgebühr, d.h. CHF 28'000.–, als angemessen. Davon in 

Abzug zu bringen ist der Anteil von CHF 8'000.–, der mit Teilentscheid vom 

13. August 2021 dem Kläger 2 auferlegt wurde, sodass eine Gerichtsgebühr von 

CHF 20'000.– verbleibt (vgl. act. 49). 

Die Prozesskosten sind der unterliegenden Partei aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 

ZPO). Die Klägerin 1 unterliegt mit ihrer Klage vollumfänglich und mit Blick auf die 

prozessualen Anträgen mehrheitlich; die Abweisung des Gesuchs um Sicherstel-

- 17 - 

lung der Parteientschädigung mit Verfügung vom 13. Oktober 2020 rechtfertigt 

keine Kostenausscheidung. Entsprechend ist der Klägerin 1 die verbleibende Ge-

richtsgebühr im Umfang von CHF 20'000.– aufzuerlegen. 

5.2. Partei- und Umtriebsentschädigung 

Die Höhe der Parteientschädigung bestimmt sich nach der Verordnung des Ober-

gerichts über die Anwaltsgebühren (Art. 105 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 ZPO). Sie richtet 

sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Beim vorlie-

genden Streitwert beträgt die nach § 4 Abs. 1 AnwGebV ermittelte Grundgebühr 

CHF 21'500.–. Unter Berücksichtigung des Aufwands für die Vergleichsverhand-

lung und die zweite Rechtsschrift, in der auch zur Noveneingabe Stellung ge-

nommen wurde, ist eine Erhöhung der Grundgebühr um 50 % auf insgesamt 

CHF 32'250.– angezeigt (§ 11 Abs. 1 und Abs. 2 AnwGebV). Davon in Abzug zu 

bringen ist wiederum der Anteil von CHF 12'500.–, der mit Teilentscheid vom 

13. August 2021 dem Kläger 2 auferlegt wurde, was eine verbleibende Parteient-

schädigung von CHF 19'750.– ergibt (vgl. act. 49).  

Die unterliegende Partei hat der obsiegenden eine Parteientschädigung zu ent-

richten (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Da die Klägerin 1 vollumfänglich unterliegt, hat sie 

der Beklagten die Parteientschädigung zu bezahlen. Diese ist der Beklagten di-

rekt von der Obergerichtskasse aus der von der Klägerin 1 dafür geleisteten Si-

cherheit zu entrichten (vgl. act. 36; act. 39). 

Der von der Beklagten beantragte Mehrwertsteuerzusatz ist dieser nicht zuzu-

sprechen, da die fehlende Berechtigung zum Vorsteuerabzug nicht nachgewiesen 

ist (Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts vom 17. Mai 

2006 Ziff. 2.1.1 S. 3; Urteil BGer 4A_552/2015 E. 4.5). 

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 20'000.–. 

- 18 - 

3. Die Kosten werden vollumfänglich der Klägerin 1 auferlegt und mit dem von 

ihr geleisteten Vorschuss verrechnet. 

4. Die Klägerin 1 wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 19'750.– zu bezahlen. Die von der Klägerin 1 geschuldete Parteient-

schädigung wird der Beklagten nach Ablauf der Rechtsmittelfrist direkt von 

der Obergerichtskasse aus der von der Klägerin 1 dafür geleisteten Sicher-

heit ausbezahlt, vorbehältlich der Erteilung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde durch das Bundesgericht (Art. 103 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 

BGG). 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der 

Streitwert beträgt CHF 405'000.–. 

 
 
Zürich, 21. November 2022 

 
Handelsgericht des Kantons Zürich 

 
Vizepräsidentin: 

 
 
 

Dr. Claudia Bühler 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Zoë Biedermann 
 
 
 

	Urteil vom 21. November 2022
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien und ihre Stellung
	b. Prozessgegenstand

	B. Prozessverlauf
	a. Klageeinleitung
	b. Wesentliche Verfahrensschritte

	Erwägungen
	1. Formelles
	1.1. Örtliche und sachliche Zuständigkeit
	1.2. Zulässigkeit der Noveneingabe
	1.2.1. Parteistandpunkte
	1.2.2. Zulässigkeit neuer Tatsachen und Beweismittel
	1.2.3. Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweislast
	1.2.4. Subsumtion
	1.2.5. Fazit
	1.3. Einfache Streitgenossenschaft
	1.4. Bestimmtheit des Rechtsbegehrens

	2. Art der Gläubigerschaft
	2.1. Parteistandpunkte
	2.2. Rechtliches
	2.3. Subsumtion
	2.4. Fazit

	3. Begründung des Rechtsbegehrens
	3.1. Parteistandpunkte
	3.2. Rechtliches
	3.3. Subsumtion
	3.4. Fazit

	4. Zusammenfassung
	5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	5.1. Gerichtskosten
	5.2. Partei- und Umtriebsentschädigung

	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 20'000.–.
	3. Die Kosten werden vollumfänglich der Klägerin 1 auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Vorschuss verrechnet.
	4. Die Klägerin 1 wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 19'750.– zu bezahlen. Die von der Klägerin 1 geschuldete Parteientschädigung wird der Beklagten nach Ablauf der Rechtsmittelfrist direkt von der Obergerichtskasse aus ...
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...