# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc92f748-f24c-5738-8df1-81ca9c114dbe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 11.04.2024 SK 2023 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-65_2024-04-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 65

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. April 2024 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin), Oberrichter Horisber-
ger, Oberrichter Knecht
Gerichtsschreiberin Walthard

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Verurteilte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Exequaturverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 12. Januar 2023 (PEN 22 180)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit begründetem Urteil vom 12. Januar 2023 erklärte das Regionalgericht Emmen-
tal-Oberaargau (nachfolgend: Vorinstanz) das Urteil des Landgerichts C.________, 
D.________ (Land), vom 5. Oktober 2018 gegen A.________ (nachfolgend: Beru-
fungsführerin) als in der Schweiz teilweise vollstreckbar und entschied, dass die 
dem Schweizerischen Strafrahmen angepasste Freiheitsstrafe von einem Jahr in 
der Schweiz zu vollziehen sei. Weiter verzichtete die Vorinstanz darauf, Verfah-
renskosten zu erheben. Die amtliche Entschädigung für die Verteidigung bestimmte 
sie auf CHF 1'366.00, ohne Rück- oder Nachzahlungspflicht (pag. 34 ff.).

2. Berufung und Verlauf des oberinstanzlichen Verfahrens

Am 6. Februar 2023 reichte die Verteidigung der Berufungsführerin form- und frist-
gerecht die begründete Berufungserklärung, datierend vom 3. Februar 2023, ein 
(pag. 46 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 16. Febru-
ar 2023 mit, dass kein Nichteintreten auf die Berufung beantragt und auf die Er-
klärung einer Anschlussberufung verzichtet werde (pag. 61 f.). Mit Beschluss vom 
27. März 2023 wurde den Parteien mitgeteilt, dass aufgrund des entsprechenden 
Beweisantrags der Berufungsführerin (vgl. E. I.3 hiernach) die Akten der Vorunter-
suchung des D.________ Verfahrens ediert werden und das vorliegende Verfahren 
nach Versand des Editionsbegehrens sistiert werde (pag. 69 ff.). Nach Erhalt der 
entsprechenden Akten wurde die Sistierung mit Verfügung vom 14. August 2023 
aufgehoben und das Verfahren wieder aufgenommen (pag. 97 f.). Mit Verfügung 
vom 5. Oktober 2023 wurde der Berufungsführerin Gelegenheit gegeben, ihre be-
gründete Berufungserklärung zu ergänzen (pag. 365 f.). Die Verteidigung reichte 
die Ergänzung zur Berufungserklärung vom 4. November 2023 fristgerecht am 
7. November 2023 ein (pag. 379 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit 
Eingabe vom 10. November 2023 auf die Einreichung einer Stellungnahme 
(pag. 388), woraufhin der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 10. November 2023 
als abgeschlossen erachtet, die Kammerbesetzung den Parteien mitgeteilt und ein 
schriftliches Urteil in Aussicht gestellt wurde (pag. 389 f.). Mit Verfügung vom 
27. März 2024 wurde von der am 26. März 2024 eingereichten Honorarnote der 
Verteidigung für ihre Aufwendungen im oberinstanzlichen Verfahren (pag. 391 ff.) 
Kenntnis genommen und durch Zustellung einer Kopie an die Generalstaatsan-
waltschaft gegeben (pag. 395 f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Rahmen der Berufungserklärung vom 3. Februar 2023 beantragte die Verteidi-
gung einerseits, die Berufungsführerin sei vor oberer Instanz nachträglich und 
erstmals rechtsgültig zur Sache zu befragen. Andererseits beantragte sie, es seien 
bei Bedarf die gesamten Akten des D.________ Verfahrens zu edieren, insbeson-
dere die Akten der Voruntersuchung, aus welchen ersichtlich werde, dass die Beru-

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fungsführerin nie EMRK-konform einvernommen worden und bei ihrer Befragung 
nicht anwaltlich vertreten gewesen sei (pag. 52). Mit Beschluss vom 27. März 2023 
wies die Kammer den Antrag auf Befragung zur Sache vor oberer Instanz ab. Den 
Beweisantrag auf Edition der gesamten Akten des D.________ Verfahrens hiess 
sie insoweit gut, als die Akten der Voruntersuchung des D.________ Verfahrens 
(Aktenzeichen ________) ediert wurden (pag. 69 ff.). Die rechtshilfeweise edierten 
Akten wurden mit Schreiben des D.________ Justizministeriums vom 25. Juli 2023 
der Kantonalen Zentralbehörde für internationale Rechtshilfe zugesandt (pag. 96) 
und gingen am 9. August 2023 bei den Strafkammern des Obergerichts des Kan-
tons Bern ein (vgl. pag. 95). Mit Verfügung vom 14. August 2023 stellte die Verfah-
rensleitung den Parteien eine Kopie des Schreibens zu und wies darauf hin, dass 
die edierten Akten übersetzt und anschliessend den Parteien zugestellt werden 
(pag. 97 f.). Die Übersetzung der Akten ging am 22. September 2023 ein (vgl. 
pag. 228) und wurde den Parteien am 23. September 2023 in Kopie zugestellt 
(pag. 361 f.).

4. Anträge der Parteien

In der begründeten Berufungserklärung vom 3. Februar 2023 beantragte die Ver-
teidigung namens der Berufungsführerin Folgendes (pag. 47):

1. Das Urteil des Landesgerichts C.________, D.________, vom 05.10.2018, mit welchem 
A.________ zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden ist, sei als 
nicht vollstreckbar zu erklären und die ausgesprochene Strafe sei nicht zu vollziehen.

2. Kosten- und Entschädigungspunkt seien gerichtlich zu regeln.

Im Rahmen der Ergänzung zur Berufungserklärung (pag. 379 ff.) bestätigte die 
Verteidigung diese Anträge namens der Berufungsführerin sinngemäss (vgl. 
pag. 383).

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte keine Anträge (vgl. pag. 61 f. und pag. 388).

5. Anwendbare Rechtsnormen / Verfahrensgegenstand und Kognition der 
Kammer

5.1 Vorbemerkung

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage der Vollstreckbarerklärung 
des Urteils des Landgerichts C.________, D.________, vom 5. Oktober 2018 ge-
gen die Berufungsführerin (Exequaturverfahren). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) ge-
langt das IRSG zur Anwendung, soweit andere Gesetze oder internationale Ver-
einbarungen nichts anderes bestimmen. In einem ersten Schritt ist demnach zu 
prüfen, ob zwischen der Schweiz und D.________ ein Staatsvertrag bezüglich der 
gegenseitigen Vollstreckung von Strafurteilen besteht, welcher dem IRSG vorgeht.

5.2 Anwendbare Rechtsnormen

5.2.1 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz führte zusammengefasst aus, während die Staatsanwaltschaft 
mangels anderweitiger Abkommen mit D.________ die Anwendbarkeit des IRSG 

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anerkenne, würden gemäss der Berufungsführerin das Zusatzprotokoll zum Übe-
reinkommen über die Überstellung verurteilter Personen (Zusatzprotokoll zum 
ÜÜVP; SR 0.343.1) sowie das Schengener Durchführungsübereinkommen (SDÜ; 
ABI. der EU L 239 vom 22. September 2000 S. 19-62) zur Anwendung gelangen. 
Gemäss der Präambel des Zusatzprotokolls zum ÜÜVP und Art. 67 SDÜ stützen 
sich beide von der Berufungsführerin angerufenen Übereinkommen bzw. Bestim-
mungen auf das Übereinkommen über die Überstellung verurteilter Personen 
(ÜÜVP; SR 0.343). Die Berufungsführerin verkenne, dass es vorliegend nicht um 
eine Überstellung gehe, da sie bereits in der Schweiz sei. Zudem sei die Rückkehr 
der Berufungsführerin in die Schweiz nicht als Flucht zu qualifizieren. Folglich falle 
der vorliegende Sachverhalt weder in den Anwendungsbereich des ÜÜVP bzw. 
dessen Zusatzprotokolls noch in den des SDÜ. Mit dem Ausschluss der genannten 
Übereinkommen bestehe vorliegend gerade keine internationale Vereinbarung, 
welche die Anwendbarkeit des IRSG ausschliessen würde, weshalb das IRSG an-
wendbar sei (pag. 36 f.).

5.2.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Berufungsführerin wendete oberinstanzlich zusammengefasst ein, das 
D.________ Justizministerium habe seinem Vollstreckungsgesuch ohne jeglichen 
Zweifel das im Gesuch mehrfach erwähnte Zusatzprotokoll zum ÜÜVP zugrunde 
gelegt. Dieses sei gemäss Art. 2 anwendbar auf Personen, welche versuchen, sich 
durch Flucht in ein Vertragsland der Vollstreckung einer ergangenen Sanktion im 
Urteilsstaat, welche ebenfalls Vertragspartei sei, zu entziehen. Die Berufungsführe-
rin habe sich der Verfolgung bzw. Vollstreckung des D.________ Urteils jedoch 
nicht durch Flucht entzogen. Eine Vollstreckbarkeit für legal in ihre Heimat zurück-
gekehrte, verurteilte Personen sehe das Zusatzprotokoll zum ÜÜVP nicht vor. Mit 
der Unterstellung des Gesuchs unter diesen Staatsvertrag samt expliziter Erwäh-
nung von Art. 2 des Zusatzprotokolls zum ÜÜVP, habe die D.________ Behörde 
die entsprechenden Voraussetzungen anerkannt. Aus rechtsstaatlichen Gründen, 
insbesondere aber auch aus Gründen der Rechtssicherheit, könne es daher nicht 
angehen, dass die zuständigen Behörden in der Schweiz ihrerseits die rechtlichen 
Grundlagen subsidiär ändern und erklären, es sei ausschliesslich das IRSG an-
wendbar. Ein Wechsel der Rechtsgrundlage zu Ungunsten der Berufungsführerin 
durch die Schweizerischen Behörden sei nicht statthaft, denn an sich wäre das auf 
falscher Grundlage gestellte Vollstreckungsgesuch wohl zu behandeln, wie wenn 
es nicht gestellt worden wäre. Zudem setze die Vollstreckung ausländischer Stra-
fentscheide zwingend ein ausdrückliches und ordnungsgemäss gestelltes Ersu-
chen des ausländischen Staates voraus. Das Urteil vom 5. Oktober 2018 sei des-
halb in der Schweiz nicht vollstreckbar und die Strafe nicht zu vollziehen (pag. 47 
ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft äusserte sich nicht explizit zum anwendbaren Recht 
(vgl. pag. 61 f.).

5.2.3 Erwägungen der Kammer

Am 20. April 2022 ging beim Bundesamt für Justiz ein auf den 5. April 2022 datier-
tes Schreiben des D.________ Justizministeriums mit dem Betreff «Additional Pro-

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tocol to the Convention on the Transfer of Sentenced Persons, Strasbourg 1997 - 
A.________, born on ________» ein. Darin informierte das D.________ Justizmi-
nisterium darüber, dass das Landgericht C.________ einen Antrag zur Anerken-
nung und Vollstreckung einer Freiheitsstrafe gegen die Berufungsführerin gestellt 
habe, und ersuchte das Bundesamt für Justiz gestützt auf Art. 2 des Zusatzproto-
kolls zum ÜÜVP um Vollstreckung des Urteils (vgl. amtliche Akten der Be-
währungs- und Vollzugsdienste des Kantons Bern [nachfolgend: BVD] pag. 22). 
Der Berufungsführerin ist somit insoweit beizupflichten, als in diesem Schreiben die 
Vollstreckung explizit gestützt auf das Zusatzprotokoll zum ÜÜVP verlangt wurde. 
Demgegenüber wird das Zusatzprotokoll zum ÜÜVP im «Antrag zur Anerkennung 
und Vollstreckung eines D.________ strafrechtlichen Beschlusses im Ausland» des 
Landgerichts C.________ vom 25. Februar 2022 nirgends erwähnt (vgl. amtliche 
Akten BVD pag. 9 ff.). Dem Anerkennungs- und Vollstreckungsantrag ist zu ent-
nehmen, dass dieser «auf Grundlage von Art. 151 Abs. 1 Buchst. a und b aus Ge-
setz Nr. ________» beantragt wurde (vgl. pag. 9). Bei diesem Gesetz handelt es 
sich gemäss der online zugänglichen Gesetzesübersicht D.________s um das 
«E.________» (Gesetz). Gemäss dem Onlinedienst für maschinelle Übersetzung, 
DeepL, bedeutet dies «Gesetz über die internationale justizielle Zusammenarbeit in 
Strafsachen». Dem Anerkennungs- und Vollstreckungsantrag des Landgerichts 
C.________ ist demnach nicht zu entnehmen, dass der Antrag an sich dem Zu-
satzprotokoll zum ÜÜVP unterstellt worden wäre. Bereits aus diesem Grund ist 
nicht ersichtlich, weshalb eine Prüfung des Vollstreckungsgesuchs durch die 
Schweizer Behörden ausschliesslich gestützt auf das Zusatzprotokoll zum ÜÜVP 
erfolgen dürfte. Die diesbezüglichen oberinstanzlichen Vorbringen der Berufungs-
führerin verfangen nicht, zumal auch vorliegend der Grundsatz «iura novit curia» 
Geltung hat.

Im Übrigen kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche 
zutreffend aufzeigte, dass vorliegend weder das ÜÜVP bzw. dessen Zusatzproto-
koll noch das SDÜ einschlägig sind und dass auch kein anderer rechtswirksamer 
Staatsvertrag besteht, der die stellvertretende Vollstreckung von D.________ Stra-
fentscheiden in der Schweiz regelt. Somit ist vorliegend das IRSG einschlägig. 
Subsidiär, d.h. soweit das IRSG keine Bestimmung enthält, gelangt die Schweizeri-
sche Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) zur Anwendung (Art. 54 StPO).

5.3 Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat vorliegend von Amtes wegen zu prüfen, ob die Voraussetzungen 
der Vollstreckung gegeben sind (Art. 106 Abs. 1 IRSG). Sie kann das vorinstanzli-
che Urteil in Anwendung von Art. 398 Abs. 2 StPO in allen angefochtenen Punkten 
umfassend überprüfen. Bei der Beurteilung der Strafbarkeit und der Verfolgbarkeit 
nach Schweizerischem Recht ist sie jedoch – wie bereits die Vorinstanz – an die 
Feststellungen über den Sachverhalt gebunden, auf denen der Entscheid beruht 
(Art. 97 IRSG).

Die Berufungsführerin hat das vorinstanzliche Urteil nur teilweise angefochten (vgl. 
pag. 47), weshalb durch die Kammer die teilweise Vollstreckbarerklärung des Ur-
teils des Landgerichts C.________, D.________, vom 5. Oktober 2018 gegen die 
Berufungsführerin (Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie der Ent-

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scheid, dass die dem Schweizerischen Strafrahmen angepasste Freiheitsstrafe von 
einem Jahr in der Schweiz zu vollziehen sei (Ziff. 2 des vorinstanzlichen Urteilsdis-
positivs) zu überprüfen sind. In Rechtskraft erwachsen und von der Kammer nicht 
mehr zu überprüfen sind demgegenüber die Kosten- und Entschädigungsfolgen in 
erster Instanz (Ziff. 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).

II. Voraussetzungen der Vollstreckung von Strafentscheiden

6. Rechtliches

Die Voraussetzungen der Vollstreckung von Strafentscheiden sind in Art. 94 ff. 
IRSG geregelt. Zu berücksichtigen sind jedoch auch die allgemeinen Bestimmun-
gen zum Ausschluss von Ersuchen nach Art. 2 ff. IRSG. Namentlich ist nach Art. 2 
lit. a IRSG einem Rechtshilfeersuchen nicht zu entsprechen, wenn Gründe für die 
Annahme bestehen, dass das Verfahren im Ausland den in der Europäischen Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) 
oder im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt-II; 
SR 0.103.2) festgelegten Verfahrensgrundsätzen nicht entspricht. Diese Bestim-
mung gilt für alle Formen der Rechtshilfe und soll verhindern, dass die Schweiz 
durch Leistung von Rechtshilfe die Durchführung solcher Strafverfahren unterstützt, 
in welchen den verfolgten Personen die ihnen in einem demokratischen Rechtss-
taat zustehenden und insbesondere durch die EMRK umschriebenen Minimalga-
rantien nicht gewährt werden oder welche dem internationalen ordre public zuwi-
derlaufen bzw. Vollstreckungshilfe für Strafurteile leistet, die unter Verletzung die-
ser Garantien und des internationalen ordre public ergangen sind. Dies ist etwa der 
Fall, wenn dem Entscheid eine manifeste Verletzung des Grundsatzes von in dubio 
pro reo zugrunde liegt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1284/2021 vom 20. Juli 2022 
E. 5.3.2 mit Hinweisen). Gleiches hat bezüglich des Anspruchs auf Unterrichtung 
der angeklagten Person über Art und Grund der gegen sie erhobenen Beschuldi-
gung in allen Einzelheiten in einer ihr verständlichen Sprache gemäss Art. 6 Abs. 3 
lit. a EMRK, den Anspruch auf Unterstützung durch eine dolmetschende Person, 
wenn sie die Verhandlungssprache nicht versteht, gemäss Art. 6 Abs. 3 lit. e 
EMRK, sowie den Anspruch auf anwaltliche Vertretung gemäss Art. 6 Abs. 3 lit. c 
EMRK zu gelten. Die entsprechenden Garantien gelten schon während der Vorun-
tersuchung, sollen sie doch eine effektive Verteidigung ermöglichen (vgl. VILLIGER, 
in: Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK], 3. Aufl. 2020, 
N. 582 ff.). 

Beruft sich eine beschuldigte/verurteilte Person auf Art. 2 lit. a IRSG, muss sie 
glaubhaft machen, dass sie konkret und ernsthaft eine schwerwiegende Verletzung 
der Menschenrechte im ersuchenden Staat erfahren hat. Dabei sind höhere Anfor-
derungen zu stellen, wenn sich die geltend gemachten Mängel auf ein im ersu-
chenden Staat bereits rechtskräftig abgeschlossenes Strafverfahren beziehen: Die 
erfolgten Grundrechtsverletzungen sind dann konkret aufzuzeigen. Abstrakte und 
pauschale Behauptungen genügen nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_1284/2021 
vom 20. Juli 2022 E. 5.3.2 mit Hinweisen).

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7. Vorbringen der Parteien

In der begründeten Berufungserklärung macht die Berufungsführerin unter dem Ti-
tel «Gewährung des rechtlichen Gehörs» zusammengefasst geltend, bei ihrer Ein-
vernahme durch die D.________ Polizei sei weder ein «Anwalt der ersten Stunde» 
noch eine übersetzende Person anwesend gewesen. Eine Übersetzung habe – aus 
Zeitgründen – einzig durch ihren damaligen Freund stattgefunden (pag. 49). Nach 
Erhalt der übersetzten Akten des D.________ Vorverfahrens wird in der Ergänzung 
vom 4. November 2023 weiter ausgeführt, nachdem die Berufungsführerin mit ih-
rem Sohn, ihrem damaligen Freund F.________ und dessen Kollegen G.________ 
beim Grenzübergang H.________ auf der Einreisespur nach D.________ angehal-
ten worden sei, habe vor Ort eine Kontrolle stattgefunden. Diese Kontrolle sei pro-
tokollarisch festgehalten worden, habe jedoch zumindest im Fall der Berufungsfüh-
rerin und ihres Sohnes ohne Deutsch sprechenden Dolmetscher stattgefunden. Je-
denfalls würden in beiden Protokollen entsprechende Hinweise fehlen und es gebe 
auch keinen Hinweis auf eine mögliche anwaltliche Vertretung. Die Polizei habe ih-
nen mitgeteilt, das Aufbieten eines akkreditierten Dolmetschers würde zu dieser 
späten Tageszeit zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Eine Befragung habe aber 
trotzdem stattgefunden, weil F.________, so gut es gegangen sei, übersetzt habe. 
Anschliessend weist die Berufungsführerin konkret auf Widersprüche in den über-
setzten Akten der Voruntersuchung des D.________ Verfahrens hin und führt zu-
sammengefasst aus, Protokolle der Befragungen vom Abend des 13. Juli 2017 
würden gänzlich fehlen, die «Inaugenscheinnahme vor Ort» habe ohne Dolmet-
scher für die deutsche Sprache stattgefunden und die in den Protokollen vom 
14. Juli 2017 abgefassten Protokollpassagen, welche in Ich-Form abgefasst seien, 
würden nicht aus einer direkten, rechtskonformen Befragung der Berufungsführerin 
stammen, da eine solche nie stattgefunden habe, sondern es handle sich hier um 
mit Übersetzungshilfe von F.________ zustande gekommene und danach in die 
Protokolle hineinkopierte angebliche Aussagen der Berufungsführerin. Damit sei 
belegt, dass das Vorverfahren in keiner Art und Weise den Verfahrensgrundsätzen 
der EMRK oder dem UNO-Pakt-II entspreche. Die Befragung als beschuldigte Per-
son habe sich als Farce entpuppt, dem Anspruch aus Art. 6 Abs. 3 lit. e EMRK auf 
Unterstützung durch eine dolmetschende Person und auf Anhörung und Befragung 
in der eigenen Sprache sei in keiner Weise Genüge getan worden. Besonders 
schwer wiege diese Verletzung, weil unter jedem der Dokumente der Stempel und 
die Unterschrift eines angeblich anwesenden Dolmetschers prange, da damit der 
Anschein erweckt werden könnte, der Berufungsführerin sei in rechtsstaatlich kor-
rekter Manier der Prozess gemacht worden, obwohl dies offenkundig nicht der Fall 
gewesen sei. Zudem sei der Berufungsführerin zu keiner Zeit ein Anwalt beigeord-
net worden, was in Anbetracht der angedrohten Strafe jedoch zwingend notwendig 
gewesen wäre; darauf hätte die Berufungsführerin nicht verzichten können. Sie ha-
be damit konkret und ernsthaft eine schwerwiegende Verletzung elementarer 
Grundrechte erlitten (pag. 380 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft äusserte sich nicht zur Frage, ob Art. 2 lit. a IRSG 
der Vollstreckbarerklärung des D.________ Urteils entgegensteht (vgl. pag. 61 f.).

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8. Würdigung der Kammer

Wie bereits mit Beschluss vom 27. März 2023 (pag. 69 ff.) festgehalten, ergaben 
sich aus den amtlichen Akten der BVD keinerlei Hinweise, dass der Berufungsfüh-
rerin im D.________ Verfahren eine deutschsprachige Übersetzung zugekommen 
wäre. Diese Schlussfolgerung wurde zudem dadurch gestützt, dass im Antrag zur 
Anerkennung und Vollstreckung durch das Landgericht C.________ als Sprache 
der Berufungsführerin «schweizerisch» aufgeführt (amtliche Akten BVD pag. 9) und 
in der Beweisanalyse des erstinstanzlichen Urteils festgehalten wurde, eine Besich-
tigung vor Ort sei «in Anwesenheit des Dolmetschers für I.________ Sprache» 
durchgeführt worden (amtliche Akten BVD pag. 14).

Da aufgrund der Akten der BVD nicht abschliessend geklärt werden konnte, ob die 
Verfahrensgarantien von Art. 6 EMRK eingehalten wurden, wurden die Verfahrens-
akten der D.________ Voruntersuchung ediert. Wie von der Berufungsführerin im 
Rahmen ihrer Ergänzung vom 4. November 2023 erwähnt, findet sich auf mehreren 
dieser edierten Aktenstücken ein Rundsiegel des vom Justizministerium 
D.________ mit der Nr. ________ akkreditierten Dolmetschers für die deutsche 
Sprache, J.________, samt (vermutungsweise) dessen Unterschrift. Dies ist na-
mentlich der Fall auf dem Aufdeckungsbericht vom 14. Juli 2017 (pag. 251) sowie 
auf den die Berufungsführerin betreffenden Dokumenten «Zeugenaussage» 
(pag. 255 ff.), «Protokoll über die Rechtsbelehrung als Verdächtige» (pag. 258 f.), 
«Aussagen der Verdächtigen» (pag. 260 ff.), «Protokoll über die Rechtsbelehrung 
als Beschuldigte» (pag. 263 f.) und «Aussagen der Beschuldigten» (pag. 265 ff.). In 
den genannten Dokumenten wird zudem (teils mehrfach) explizit auf die Anwesen-
heit des Dolmetschers hingewiesen (vgl. pag. 256, 257, 258, 261, 262, 263 und 
266). Zudem soll die Berufungsführerin wiederholt auf den Beizug eines Verteidi-
gers verzichtet haben (vgl. pag. 256, 259 und 264).

Diese Umstände lassen auf den ersten Blick an den Schilderungen der Berufungs-
führerin zweifeln. Bei genauerer Betrachtung der Akten finden sich jedoch – wie 
von ihr vorgebracht – diverse Ungereimtheiten und Widersprüche, auf die nachfol-
gend einzugehen ist:

Dem Aufdeckungsbericht vom 14. Juli 2017 lässt sich entnehmen, dass die ange-
haltenen Personen nach der Kontrolle «zur weiteren Untersuchungen und zur Be-
fragung in Anwesenheit eines Dolmetschers ins [recte: in den] Grenzpolizeibezirk 
K.________ gebracht» worden seien (pag. 251). Anhaltspunkte, wonach bereits bei 
der Grenzkontrolle ein (deutschsprachiger) Dolmetscher anwesend gewesen wäre, 
ergeben sich aus dem Bericht keine. Gemäss «Protokoll über die Durchführung der 
Leibesvisitation und der Gepäckkontrolle» fanden entsprechende Untersuchungen 
bei der Berufungsführerin, ihrem Sohn, F.________ und G.________ am 13. Ju-
li 2017 zwischen 21:30 Uhr und 22:45 Uhr beim Grenzpolizeibezirk K.________ 
statt (pag. 268 f., 281 und 291). Die Protokolle betreffend F.________ und 
G.________ wurden von einem Dolmetscher unterzeichnet (vgl. pag. 176 und 192), 
wobei es sich dabei wohl um den Dolmetscher für die I.________ Sprache, 
L.________, gehandelt haben dürfte (vgl. Unterschrift auf bspw. pag. 130). Dem-
gegenüber finden sich auf den Protokollen betreffend die Berufungsführerin und ih-
ren Sohn keinerlei Hinweise auf die Anwesenheit einer deutschsprachigen Über-

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setzung (vgl. fehlende Unterschrift auf pag. 154 und 156). Zumal auch im Aufde-
ckungsbericht bloss von der Anwesenheit eines Dolmetschers die Rede ist, dürfte 
am Abend des 13. Juli 2017 kein Dolmetscher für die deutsche Sprache anwesend 
gewesen sein. Jedoch steht im Aufdeckungsbericht gerade selbst, dass die ange-
haltenen Personen für weitere Untersuchungen und zur Befragung in den Grenzpo-
lizeibezirk gebracht worden seien. Zudem vergingen zwischen der Anhaltung um 
ca. 19:30 Uhr (vgl. pag. 233) und der «Durchführung der Leibesvisitation und der 
Gepäckkontrolle» der Berufungsführerin um 21:30 Uhr immerhin zwei Stunden. Un-
ter diesen Umständen erachtet die Kammer die Aussagen der Berufungsführerin 
als glaubhaft, wonach sie bereits am Abend des 13. Juli 2017 von der Polizei be-
fragt, aus zeitlichen Gründen aber auf das Aufbieten eines akkreditierten Dolmet-
schers für die deutsche Sprache verzichtet worden sei und lediglich F.________ 
als Übersetzer fungiert habe. Angesichts dessen überrascht es nicht, dass in den 
Akten Protokolle der Befragungen gänzlich fehlen. 

Es fand sodann von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr eine «Inaugenscheinnahme vor Ort» 
in Anwesenheit des Dolmetschers für die I.________ Sprache, L.________, statt 
(pag. 253). Von einer deutschsprachigen Übersetzung ist im entsprechenden Be-
richt keine Rede. Folglich ist auch nicht ersichtlich, wie sich die – der I.________ 
Sprache nicht mächtige – Berufungsführerin dahingehend hätte äussern können, 
dass sie «keine Einwände oder Bemerkungen zu den in diesem Bericht festgehal-
tenen Feststellungen oder zur Art und Weise, wie sie getroffen wurden, vorzubrin-
gen» habe (vgl. pag. 253). Auch dieser Umstand lässt den Einwand der Berufungs-
führerin, sie habe nicht gewusst, was und wie ihr geschehen sei (pag. 383), als 
glaubhaft erscheinen. Zudem untermauert die «Inaugenscheinnahme vor Ort» die 
Annahme, dass bereits am Abend des 13. Juli 2017 erste Befragungen durchge-
führt wurden, zumal der stellvertretende Polizeikommissar zu diesem Zeitpunkt an-
sonsten gar nicht hätte wissen können, welchen Weg die betreffenden Personen 
«vom Ort der Aufdeckung bis zum Ort der illegalen Überschreitung der Staatsgren-
ze» genommen hatten (vgl. pag. 253). Vollständigkeitshalber ist zudem darauf hin-
zuweisen, dass im «Bericht in Bezug auf die Inaugenscheinnahme vor Ort» zwar 
davon die Rede ist, es handle sich um die «Fortsetzung der Ermittlungen in der 
Strafsache Nr. ________ vom 14. Juli 2017» (pag. 253). Dieser Datumsverschrieb 
taucht in den Akten jedoch mehrfach auf und wurde mit Protokoll vom 4. Au-
gust 2017 vom 14. Juli 2017 auf den 13. Juli 2017 berichtigt (vgl. pag. 252 und 
pag. 296).

Eine halbe Stunde nach der «Inaugenscheinnahme» soll die Berufungsführerin von 
12:30 Uhr bis 13:00 Uhr als Zeugin einvernommen worden sein, und zwar in An-
wesenheit des Dolmetschers für die deutsche Sprache, J.________ (vgl. pag. 255 
ff.). Anlässlich dieser Einvernahme soll sie Folgendes erklärt haben (pag. 256 f.; 
Hervorhebungen im übersetzten Original):

Am 12.07.2017 bin ich mit meinem Fahrzeug der Marke Ford Focus, mit den schweizerischen Kon-
trollschildern ________, nach M.________ (Land) gefahren, um meinen Freund F.________, 
N.________ Bürger und seinen Freund G.________, ebenfalls N.________ Bürger, zu treffen.

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So traf ich sie am selben Tag in O.________, in M.________, wo sie nach P.________ (Land) einrei-
sen wollten, aber nicht die nötigen Dokumente hatten und wegen des Schutzzauns zwischen den bei-
den Ländern illegal nicht konnten.

Ich weise darauf hin, dass wir am 13.07.2017 auf O.________ Richtung Grenze zu D.________ fuh-
ren und gegen 16.00 Uhr in Q.________, M.________, ankamen, wo mich mein Freund F.________ 
bat anzuhalten. Die beiden N.________ Bürger stiegen aus dem von mir gefahrenen Auto aus, und 
mein Freund sagte mir, ich solle über die Grenze nach D.________ fahren und am Ortseingang von 
R.________ auf sie warten.

Ich reiste legal von M.________ nach D.________, über den Grenzübergang S.________, ein und 
fuhr bis in die Nähe der Ortschaft R.________, wo nach etwa einer Stunde, sowohl mein Freund 
F.________ als auch sein Freund G.________ zu Fuss ankamen. Sie stiegen in das von mir gefah-
rene Auto und wir fuhren in Richtung Grenzübergang H.________ mit der Absicht, die Grenze nach 
P.________ zu überqueren, wo wir gegen 19.30 Uhr ankamen. Wir fuhren auf der Ausreisespur aus 
D.________, bis wir in der Nähe der T.________-Geschäfte ankamen, als wir bemerkten, dass die 
Grenzbeamten die Dokumente in Ausfahrtrichtung kontrollierten, also fuhren wir auf die Einreisespur 
nach D.________ zurück.

Als wir auf der Einreisespur waren, wurden wir zur Dokumentenkontrolle angehalten und die Grenz-
beamten bemerkten, dass mein Freund F.________, N.________ Bürger und sein Freund 
G.________, ebenfalls N.________ Bürger, keine Pässe hatten, um legal nach D.________ einzurei-
sen. Nach der Kontrolle teilten uns die Grenzbeamten mit, dass die beiden N.________ Bürger nicht 
legal nach D.________ eingereist seien und brachten uns zum Hauptgebäude der Grenzpolizei in 
K.________.

Ich erwähne, dass ich weiss, wie mein Freund F.________ und G.________ von M.________ nach 
D.________ eingereist sind, nämlich illegal zu Fuss, über ein Feld.

Das ist meine Aussage die ich mache, dabei bleibe und diese unterschreibe.

Gleich anschliessend ist protokolliert, «[d]ie Zeugin muss keine Ergänzungen, Be-
richtigungen oder andere Klarstellungen vornehmen, nachdem diese ihr vom Dol-
metscher für die deutsche Sprache Wort für Wort vorgelesen wurde» (pag. 257). In 
Einklang mit der Berufungsführerin (pag. 381) erachtet auch die Kammer als nicht 
nachvollziehbar, dass für die gesamte Befragung (inklusive Belehrung, Abgabe der 
eidstaatlichen Erklärung gemäss pag. 256, Aussagen der Berufungsführerin auf 
Deutsch samt wortwörtlicher Übersetzung auf D.________, Protokollierung der 
übersetzten Aussagen, Verlesen samt wortwörtlicher Rückübersetzung auf 
Deutsch) bloss eine halbe Stunde benötigt worden sein soll. Es erscheint deshalb 
fraglich, ob die Befragung tatsächlich wie protokolliert stattgefunden hat.

Sodann soll die Berufungsführerin von 14:00 Uhr bis 14:30 Uhr als Verdächtige 
einvernommen worden sein und die exakt gleichen Aussagen gemacht haben, wie 
hiervor zitiert (vgl. pag. 261 f.). Lediglich soll sie anstelle des letzten zitierten Sat-
zes gesagt haben, sie anerkenne und bereue die begangene Tat. Anschliessend 
steht wiederum, «[d]ie Zeugin muss keine Ergänzungen, Berichtigungen oder an-
dere Klarstellungen vornehmen, nachdem diese ihr vom Dolmetscher für die deut-
sche Sprache Wort für Wort vorgelesen wurde» (pag. 262). Der ausnahmslos iden-
tische Wortlaut der angeblichen Aussagen der Berufungsführerin weckt starke 
Zweifel daran, dass die Einvernahme wie protokolliert stattgefunden hat. Dass be-

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züglich der Rückübersetzung wiederum von «Zeugin» die Rede ist, obwohl die Be-
rufungsführerin zu diesem Zeitpunkt als Verdächtige einvernommen worden sein 
soll, erhärtet die Vermutung der Berufungsführerin, dass es sich – abgesehen von 
der Abänderung betreffend Bereuen und Anerkennen der Tat – lediglich um eine 
Kopie des vorherigen Protokolls handelt. Jedenfalls kann aus dem Hinweis auf die 
Rückübersetzung nicht geschlossen werden, dass die Aussagen – wurden sie 
denn überhaupt je in dieser Form gemacht – tatsächlich rückübersetzt wurden.

Von 15:00 Uhr bis 15:30 Uhr soll die Berufungsführerin letztlich als Beschuldigte 
einvernommen worden sein. Wiederum soll sie – abgesehen vom letzten Satz – die 
exakt gleichen Aussagen gemacht haben, wie hiervor zitiert (vgl. pag. 266 f.). 
Nachdem sie die begangene Tat wiederum anerkannt und gesagt haben soll, diese 
zu bereuen, steht indes im nachfolgenden Satz, «[o]bwohl mir gesagt wurde, dass 
ich eine Vereinbarung in Bezug auf ein Schuldeingeständnis treffen kann, möchte 
ich dies nicht tun, da ich die gegen mich erhobenen Vorwürfe nicht anerkenne und 
den Fall im Rahmen des ordentlichen Verfahrens untersuchen lassen möchte. Ich 
möchte unentgeltliche, gemeinnützige Arbeit an einem vom Gericht bestimmten Ort 
leisten» (pag. 267). Mit der Berufungsführerin (381 f.) erachtet die Kammer als 
äusserst unlogisch, dass diese die Tat zunächst eingestanden und gesagt haben 
soll, diese zu bereuen, nur um die gegen sie erhobenen Vorwürfe im nächsten Satz 
nicht anzuerkennen. Ebenso unlogisch erscheint, dass die in der Schweiz lebende 
Mutter eines minderjährigen Kindes gemeinnützige Arbeit an einem vom 
D.________ Gericht bestimmten Ort leisten wollen würde. Auffallend ist zudem, 
dass sich an dieser Stelle überhaupt kein Hinweis auf eine allfällige Rücküberset-
zung findet. Aufgrund dieser Umstände (wortwörtliche Wiederholung der angeblich 
bereits als Zeugin und Verdächtige gemachten Aussagen, widersprüchliche Pas-
sagen am Ende des Protokolls, fehlender Hinweis auf eine Rückübersetzung) geht 
die Kammer davon aus, dass auch diese Einvernahme nicht wie protokolliert 
durchgeführt worden ist.

Weiter fällt auf, dass die Berufungsführerin gemäss «Protokoll über die Rechtsbe-
lehrung als Verdächtige» um 12:00 Uhr als Verdächtige belehrt worden sein soll 
(pag. 258 f.). Anschliessend erfolgte um 12:30 Uhr die Einvernahme als Zeugin, 
samt entsprechender Belehrung (pag. 255 ff.), und die Einvernahme als Verdächti-
ge startete erst um 14:00 Uhr (pag. 260 ff.). Weshalb die Berufungsführerin zuerst 
im Rahmen eines separaten Protokolls als Verdächtige belehrt, dann aber eine 
halbe Stunde später als Zeugin belehrt und einvernommen worden sein soll, er-
schliesst sich nicht. Hinzu kommt, dass vor der eigentlichen Einvernahme der Beru-
fungsführerin als Beschuldigte noch separat eine «Rechtsbelehrung als Beschul-
digte» stattgefunden haben soll (pag. 263 f.). Gemäss dem entsprechenden Proto-
koll soll der Berufungsführerin anlässlich dieser Rechtsbelehrung als Beschuldigte 
«um 14.00 Uhr zur Kenntnis gebracht» worden sein, dass sie einen Anwalt beizie-
hen könne (pag. 264). Just um diese Zeit – am 14. Juli 2017 um 14:00 Uhr – soll 
jedoch die Einvernahme der Berufungsführerin als Verdächtige gestartet haben 
(vgl. pag. 262). Aus diesem zeitlichen Widerspruch ergibt sich, dass entweder die 
Einvernahme der Berufungsführerin als Verdächtige, oder die separate Rechtsbe-
lehrung der Berufungsführerin als Beschuldigte nicht oder zumindest nicht zum pro-
tokollierten Zeitpunkt erfolgt sein kann.

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All diese Widersprüche und Ungereimtheiten wecken starke Zweifel an der Richtig-
keit der protokollierten Verfahrenshandlungen, sodass trotz des Stempels samt Un-
terschrift eines akkreditierten Dolmetschers für die deutsche Sprache nicht mit 
genügend grosser Wahrscheinlichkeit gesagt werden kann, die Berufungsführerin 
sei tatsächlich in dessen Anwesenheit EMRK-konform einvernommen worden und 
habe rechtsgültig auf eine Verteidigung verzichtet. Im Gegenteil zementieren die 
genannten Umstände aus Sicht der Kammer die glaubhaften Einwände der Beru-
fungsführerin, dass sie eine schwerwiegende Verletzung elementarer Grundrechte 
erlitten hat und insbesondere ihr Recht auf ein faires Verfahren verletzt wurde.

9. Fazit

Nach dem Gesagten bestehen gute Gründe für die Annahme, dass das 
D.________ Vorverfahren den in der EMRK festgelegten Verfahrensgrundsätzen 
nicht entsprach. Folglich ist dem D.________ Ersuchen um stellvertretende Straf-
vollstreckung gestützt auf Art. 2 lit. a IRSG nicht zu entsprechen. Bei diesem Ver-
fahrensausgang erübrigt sich eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen von 
Art. 2 ff. und Art. 94 ff. IRSG.

III. Kosten und Entschädigung

10. Verfahrenskosten

10.1 Erste Instanz

Der erstinstanzliche Verzicht auf Erhebung von Verfahrenskosten ist in Rechtskraft 
erwachsen (vgl. E. I.5.3 hiervor).

10.2 Obere Instanz

Gemäss Art. 108 IRSG gelten die Kosten für das Exequaturverfahren – wozu auch 
die Auslagen für Übersetzungen gehören (YOUSSEF, Basler Kommentar Internatio-
nales Strafrecht, 2015, N. 4 zu Art. 108 IRSG) – als Kosten im Sinne von Art. 31 
IRSG. Art. 31 Abs. 1 IRSG bestimmt, dass ausländische Ersuchen in der Regel 
unentgeltlich ausgeführt werden. Demzufolge werden für das vorliegende Exequa-
turverfahren keine Kosten erhoben.

11. Entschädigung

11.1 Erste Instanz

Die amtliche Entschädigung der Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren, ohne 
Rück- oder Nachzahlungspflicht, ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. E. I.5.3 hiervor).

11.2 Obere Instanz

Gemäss Art. 135 Abs. 2 StPO legt das urteilende Gericht am Ende des Verfahrens 
die Entschädigung der amtlichen Verteidigung fest. Der von Rechtsanwältin 
B.________ mit Honorarnote vom 25. März 2024 geltend gemachte Aufwand für 
die Verteidigung der Berufungsführerin im oberinstanzlichen Verfahren erscheint 
der Kammer angesichts des internationalen Sachverhalts und des Umfangs der 
übersetzten Akten gerade noch als angemessen.

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Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidi-
gung der Berufungsführerin vor oberer Instanz mit CHF 6'480.00.

Zumal die Berufungsführerin vorliegend nicht zu den Verfahrenskosten verurteilt 
wird, besteht auch keine Rückzahlungspflicht (Art. 135 Abs. 4 StPO e contrario).

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IV. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 
12. Januar 2023 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. für das erstinstanzliche Verfahren keine Verfahrenskosten erhoben wurden;

2. der Kanton Bern Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ im erstinstanzlichen Verfahren mit CHF 1'366.00 entschädigt und keine 
Rück- oder Nachzahlungspflicht besteht.

II.

1. Das Urteil des Landgerichts C.________, D.________, vom 5. Oktober 2018 gegen 
A.________ (Aktenzeichen ________) wird als in der Schweiz nicht vollstreckbar er-
klärt.

2. Für das oberinstanzliche Verfahren werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidi-
gung von A.________ im oberinstanzlichen Verfahren mit CHF 6'480.00. Es besteht 
keine Rückzahlungspflicht.

III.

Zu eröffnen:
- der Verurteilten/Berufungsführerin, a.v.d. Rechtsanwältin B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- dem Bundesamt für Justiz
- den Bewährungs- und Vollzugsdiensten des Kantons Bern

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Bern, 11. April 2024 Im Namen der 2. Strafkammer

Die Präsidentin:

Oberrichterin Friederich Hörr

Die Gerichtsschreiberin:

Walthard

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.