# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff73bf59-4229-5c0f-b02f-554758dcace3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 05.05.2022 LC200021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC200021_2022-05-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC200021-O/U 

 
Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter  

lic. iur. M. Spahn und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie  

 Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

 

Beschluss und Urteil vom 5. Mai 2022 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte (fortan Beklagte) 

 
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____,  

 
gegen 

 
B._____, 
Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger (fortan Kläger) 

 
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

sowie 

 
C._____,  
Verfahrensbeteiligte 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____,  

- 2 - 

betreffend Ehescheidung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 13. Mai 2020 (FE160261-L) 

- 3 - 

Modifiziertes Rechtsbegehren des Klägers: 
(Urk. 142 S. 2 ff.) 

"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 
2. Es sei die Tochter C._____, geb. tt.mm. 2008, unter der gemein-

samen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen. 
3. Es sei die gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm. 2008, unter 

die alleinige Obhut des Klägers zu stellen und der Wohnsitz von 
C._____ sei bei ihm festzulegen. 

4. Es sei die Betreuung von C._____ wie folgt zu regeln: 
Die Beklagte betreut C._____ (in Zürich) 
− in den geraden Kalenderwochen von Freitag nach Schulschluss bis 

Montag, Schulbeginn. 
− fällt das Wochenende auf ein verlängertes (schweizerisches oder 

polnisches) Feiertagswochenende, so erstreckt sich dieses auf das 
gesamte Feiertagswochenende (inkl. Brückentage); 

− in den geraden Kalenderjahren während der ersten Schulferienwo-
che über Weihnachten; 

− in den ungeraden Kalenderjahren während der zweiten Schulferien-
woche über Neujahr; 

− sowie in den ungeraden Kalenderjahren während fünf Wochen und 
in den geraden Kalenderjahren während sechs Wochen Ferien wäh-
rend den Schulferien von C._____ (mit Ausnahme der Weihnachts-
ferien). 

− weiter sei die Beklagte berechtigt zu erklären, an vier Tagen unter 
der Woche sowie an einem Tag während des Betreuungswochen-
endes des Klägers mit C._____ per Skype zu telefonieren. 

In der übrigen Zeit wird C._____ vom Kläger betreut. 
Die Parteien treffen folgende allgemeine Regelungen: 
− als erste (und damit ungerade) Kalenderwoche im Jahr gilt die erste 

Woche im Januar, bei welcher der 1. Januar auf einen Montag, 
Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag fällt (ISO 8601); 

− als Stichtag für die Festlegung, ob ein Feiertag in einer geraden oder 
ungeraden Kalenderwoche liegt, gilt stets der erste Tag der verein-
barten Betreuungseinheit; 

− die Parteien sprechen sich bis am 31. Dezember über die Ferien des 
nächsten Jahres ab. Können sie sich nicht einigen, so steht dem 
Kläger in geraden und der Beklagten in ungeraden Jahren der 
Stichentscheid zu; 

− die Ferien- und Feiertagsregelungen gehen der regulären Wochen-/ 
Wochenendbetreuung vor; 

- 4 - 

− die Parteien können in gegenseitigem Einvernehmen sowie unter 
Berücksichtigung des Kindeswohls jederzeit eine abweichende Re-
gelung treffen. 

5. Es sei die mit Beschluss der KESB vom 3. Februar 2015 errichte-
te Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB auf-
zuheben. 

6. In Bezug auf die Kinderunterhaltsbeiträge sei folgende Regelung 
vorzumerken: 
− Der Kläger kommt ab Rechtskraft des Scheidungsurteils für folgende 

regelmässig anfallenden Kinderkosten von C._____ auf: 

• Verpflegungskosten während seiner Betreuungszeit 

• Wohnkostenanteil seiner Wohnung 

• Bekleidung (inkl. Sportbekleidung) 

• Krankenkasse (KVG + VVG) und Gesundheitskosten 

• ausserschulische Betreuung während seiner Betreuungszeit 
(Hort, Lagerkosten) 

• Schulkosten 

• Sport- und Musikkosten (Hobbykosten) 

• Taschengeld (inkl. Handy) 

• öV-Abonnement 

• Ferien und Ausflüge während seiner Betreuungszeit 
− Die Beklagte kommt ab Rechtskraft des Scheidungsurteils für fol-

gende regelmässig anfallenden Kinderkosten von C._____ auf: 

• Verpflegungskosten während ihrer Betreuungszeit 

• ausserschulische Betreuung während ihrer Betreuungszeit 
(Hort, Lagerkosten) 

• Ferien und Ausflüge während ihrer Betreuungszeit 
− Die gesetzlichen oder vertraglichen Kinder- oder Ausbildungszula-

gen verbleiben dem Kläger. 
− Ein Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet. 
− Es sei festzuhalten, dass der gebührende Bedarf von C._____ ge-

deckt sei. 
− Für ausserordentliche Kosten, z.B. Zahnarzt, schulische Förde-

rungsmassnahmen, kommen die Parteien je zur Hälfte auf. Voraus-
setzung für die hälftige Kostentragung ist, dass sie sich vorgängig 
über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine 
Einigung zustande, so trägt die veranlassende Partei die entspre-

- 5 - 

chende Ausgabe einstweilen allein. Die gerichtliche Geltendma-
chung der Kostenbeteiligung bleibt vorbehalten. 

− Diese Kinderkostenregelung basiert auf dem Betreuungsplan ge-
mäss Ziffer 4 vorstehend. Sie muss neu festgesetzt werden, wenn 
sich dieser wesentlich verändert. 

− Die vorstehenden Regelungen gelten bis zur Volljährigkeit von 
C._____ bzw. bis zum Abschluss einer ordentlichen Ausbildung 
auch über die Volljährigkeit hinaus, sofern C._____ keine eigenen 
Ansprüche gegenüber den Parteien geltend macht. 

7. Es sei das Mietverhältnis der ehelichen Wohnung an der 
E._____-strasse … auf den Kläger zu übertragen. 

8. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und der 
Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten eine güterrechtliche Aus-
gleichszahlung von CHF 700.00 zu bezahlen. 

9. Es seien die Vorsorgeguthaben der Parteien per 9. April 2016 je hälftig 
zu teilen. 

10. Es seien die Editionsbegehren der Beklagten, soweit diesen nachfol-
gend nicht bereits nachgekommen wird, abzuweisen. 

11. Es sei das Gesuch der Beklagten um Leistung eines Prozesskosten-
vorschusses abzuweisen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der 
Beklagten." 

Eventualanträge: 

"3. Es sei die gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm. 2008, unter die 
alleinige Obhut der Beklagten zu stellen. 

4. Es sei die Betreuung von C._____ wie folgt zu regeln: 
Der Kläger betreut C._____ (in F._____) 
− in den geraden Kalenderwochen von Freitag nach Schulschluss bis 

Montag, Schulbeginn. 
− fällt das Wochenende auf ein verlängertes (schweizerisches oder 

polnisches) Feiertagswochenende, so erstreckt sich dieses auf das 
gesamte Feiertagswochenende (inkl. Brückentage) und das Be-
suchsrecht findet in Zürich statt; 

− in den geraden Kalenderjahren während der ersten Schulferienwo-
che über Weihnachten; 

− in den ungeraden Kalenderjahren während der zweiten Schulferien-
woche über Neujahr; 

− sowie während einer Woche Sportferien und fünf Wochen Sommer-
ferien. 

- 6 - 

− weiter sei der Kläger berechtigt zu erklären, an vier Tagen unter der 
Woche sowie an einem Tag während des Betreuungswochenendes 
der Beklagten mit C._____ per Skype zu telefonieren. 

In der übrigen Zeit wird C._____ von der Beklagten betreut. 
Die Parteien treffen folgende allgemeine Regelungen: 
− als erste (und damit ungerade) Kalenderwoche im Jahr gilt die erste 

Woche im Januar, bei welcher der 1. Januar auf einen Montag, 
Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag fällt (ISO 8601); 

− als Stichtag für die Festlegung, ob ein Feiertag in einer geraden oder 
ungeraden Kalenderwoche liegt, gilt stets der erste Tag der verein-
barten Betreuungseinheit; 

− die Parteien sprechen sich bis am 31. Dezember über die Ferien des 
nächsten Jahres ab. Können sie sich nicht einigen, so steht dem 
Kläger in geraden und der Beklagten in ungeraden Jahren der 
Stichentscheid zu; 

− die Ferien- und Feiertagsregelungen gehen der regulären Wochen-/ 
Wochenendbetreuung vor; 

− die Parteien können in gegenseitigem Einvernehmen sowie unter 
Berücksichtigung des Kindeswohls jederzeit eine abweichende Re-
gelung treffen. 

5. Es sei die mit Beschluss der KESB vom 3. Februar 2015 errichtete Be-
suchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB als gegen-
standslos abzuschreiben. 

6. Es sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten an die Betreuung und 
Erziehung von C._____ monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von 
CHF 372.35 (zuzüglich allfällige vertragliche und/oder gesetzliche Kin-
derzulagen) zu bezahlen; zahlbar monatlich im Voraus an die Beklagte 
auch über die Volljährigkeit hinaus, solange C._____ keine eigenen 
Ansprüche gegenüber dem Kläger stellt bzw. einen anderen Zahlungs-
empfänger bezeichnet. 

7. Es sei das Mietverhältnis an der E._____-strasse … zu kündigen. Die 
Parteien seien zu verpflichten, die nötigen Unterschriften hierfür zu leis-
ten. 

8. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und der 
Vermieter der ehelichen Wohnung, sei zu verpflichten, dem Kläger vom 
gemeinsamen Mietkautionsdepot einen Betrag von CHF 3'700.00 und 
der Beklagten einen solchen von CHF 700.00 auszubezahlen. Im Übri-
gen behält jede Partei, sämtliches Vermögen und sämtliche Schulden, 
welche auf ihren Namen lauten. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der 
Beklagten." 

Subeventualanträge: 

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"3. Es sei die gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm. 2008, unter die 
alternierende Obhut der Parteien zu stellen. Es sei der Wohnsitz von 
C._____ beim Kläger festzulegen. 

4. Es sei die Betreuung von C._____ wie folgt zu regeln (in Zürich): 
Der Kläger betreut C._____ 
− Montagmorgen, 8.00 Uhr, bis Mittwochmorgen, 8.00 Uhr; 
− in den ungeraden Kalenderwochen jeweils von Freitagmorgen, 

8.00 Uhr, bis Montagmorgen, 8.00 Uhr; 
− in den ungeraden Kalenderwochen über die Osterfeiertage von 

Gründonnerstag nach Schulschluss bis Dienstag nach Ostern zum 
Schulbeginn sowie über die Pfingstfeiertage von Donnerstag vor 
Pfingsten nach Schulschluss bis Dienstag nach Pfingsten zum 
Schulbeginn; 

− in den ungeraden Kalenderjahren während der ersten Schulferien-
woche über Weihnachten (inklusive 23. Dezember, 18.00 Uhr bis 
25. Dezember, 18.00 Uhr), mit Ausnahme vom 25. Dezember, 
18.00 Uhr, bis 27. Dezember, 18.00 Uhr; 

− in den geraden Kalenderjahren über Weihnachten vom 25. Dezem-
ber, 18.00 Uhr, bis 27. Dezember, 18.00 Uhr, sowie während der 
zweiten Schulferienwoche über Neujahr; 

− in den ungeraden Kalenderwochen an Auffahrt, von Mittwochabend 
nach Schulschluss bis Montag zum Schulbeginn; 

− in den ungeraden Kalenderwochen an Sechseläuten, von Freitag vor 
Sechseläuten nach Schulschluss bis Dienstag nach Sechseläuten 
zum Schulbeginn, und Knabenschiessen, von Freitag vor Knaben-
schiessen nach Schulschluss bis Dienstag nach Knabenschiessen 
zum Schulbeginn; 

− in den geraden Kalenderwochen am 1. Mai, vom 30. April nach 
Schulschluss bis am 2. Mai zum Schulbeginn; 

− sowie in den geraden Kalenderjahren während fünf Wochen und in 
den ungeraden Kalenderjahren während sechs Wochen während 
den Schulferien. 

Die Beklagte betreut C._____ (in Zürich) 
− von Mittwochmorgen, 8.00 Uhr, bis Freitagmorgen, 8.00 Uhr; 
− in den geraden Kalenderwochen jeweils von Freitagmorgen, 

8.00 Uhr, bis Montagmorgen, 8.00 Uhr; 
− in den geraden Kalenderwochen über die Osterfeiertage von Grün-

donnerstag nach Schulschluss bis Dienstag nach Ostern zum 
Schulbeginn sowie über die Pfingstfeiertage von Donnerstag vor 
Pfingsten nach Schulschluss bis Dienstag nach Pfingsten zum 
Schulbeginn; 

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− in den geraden Kalenderjahren während der ersten Schulferienwo-
che über Weihnachten (inklusive 23. Dezember, 18.00 Uhr bis 
25. Dezember, 18.00 Uhr), mit Ausnahme vom 25. Dezember, 
18.00 Uhr, bis 27. Dezember, 18.00 Uhr; 

− in den ungeraden Kalenderjahren über Weihnachten vom 25. De-
zember, 18.00 Uhr, bis 27. Dezember, 18.00 Uhr, sowie während 
der zweiten Schulferienwoche über Neujahr; 

− in den geraden Kalenderwochen an Auffahrt, von Mittwochabend 
nach Schulschluss bis Montag zum Schulbeginn; 

− in den geraden Kalenderwochen an Sechseläuten, von Freitag vor 
Sechseläuten nach Schulschluss bis Dienstag nach Sechseläuten 
zum Schulbeginn, und Knabenschiessen, von Freitag vor Knaben-
schiessen nach Schulschluss bis Dienstag nach Knabenschiessen 
zum Schulbeginn; 

− in den ungeraden Kalenderwochen am 1. Mai, vom 30. April nach 
Schulschluss bis am 2. Mai zum Schulbeginn; 

− sowie in den geraden Kalenderjahren während sechs Wochen und 
in den ungeraden Kalenderjahren während fünf Wochen während 
den Schulferien. 

Die Parteien treffen folgende allgemeine Regelungen 
− als erste (und damit ungerade) Kalenderwoche im Jahr gilt die erste 

Woche im Januar, bei welcher der 1. Januar auf einen Montag, 
Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag fällt (ISO 8601); 

− als Stichtag für die Festlegung, ob ein Feiertag in einer geraden oder 
ungeraden Kalenderwoche liegt, gilt stets der erste Tag der verein-
barten Betreuungseinheit; 

− die Parteien sprechen sich bis am 31. Dezember über die Ferien des 
nächsten Jahres ab. Können sie sich nicht einigen, so steht dem 
Kläger in geraden und der Beklagten in ungeraden Jahren der 
Stichentscheid zu; 

− die Ferien- und Feiertagsregelungen gehen der regulären Wochen-/ 
Wochenendbetreuung vor; 

− die Parteien können in gegenseitigem Einvernehmen sowie unter 
Berücksichtigung des Kindeswohls jederzeit eine abweichende Re-
gelung treffen. 

6. In Bezug auf die Kinderunterhaltsbeiträge sei folgende Regelung vor-
zumerken: 
− Der Kläger kommt ab Rechtskraft des Scheidungsurteils für folgende 

regelmässig anfallenden Kinderkosten auf: 

• Verpflegungskosten während seiner Betreuungszeit 

• Wohnkostenanteil seiner Wohnung 

- 9 - 

• Bekleidung (inkl. Sportbekleidung) zur Hälfte 

• Krankenkasse (KVG + VVG) und Gesundheitskosten 

• ausserschulische Betreuung während seiner Betreuungszeit 
(Hort, Lagerkosten) 

• Sport- und Musikkosten (Hobbykosten) 

• Taschengeld (inkl. Handy) 

• Ferien und Ausflüge während seiner Betreuungszeit 

• Mobilitätskosten und Schulkosten 
− Die Beklagte kommt ab Rechtskraft des Scheidungsurteils für fol-

gende regelmässig anfallenden Kinderkosten auf: 

• Verpflegungskosten während ihrer Betreuungszeit 

• Wohnkostenanteil ihrer Wohnung 

• Bekleidung (inkl. Sportbekleidung) zur Hälfte 

• ausserschulische Betreuung während ihrer Betreuungszeit 
(Hort, Lagerkosten) 

• Kosten für die polnische Schule 

• Ferien und Ausflüge während ihrer Betreuungszeit 
− Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten an die Kosten von 

C._____ folgende monatlich im Voraus zu bezahlende Barunter-
haltsbeiträge zu bezahlen: 
− CHF 1'217.45 ab Rechtskraft der Ehescheidung bis zur 

Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer 
angemessenen Erstausbildung 

− Die gesetzlichen oder vertraglichen Kinder- oder Ausbildungszula-
gen verbleiben dem Kläger. 

− Ein Betreuungsunterhalt ist angesichts der vorliegenden finanziellen 
Verhältnisse nicht geschuldet. 

− Es sei festzuhalten, dass mit der Bezahlung der beantragten Kin-
derunterhaltsbeiträge der gebührende Bedarf von C._____ gedeckt 
sei. 

− Für ausserordentliche Kosten, z.B. Zahnarzt, schulische Förde-
rungsmassnahmen, kommen die Parteien je zur Hälfte auf. Voraus-
setzung für die hälftige Kostentragung ist, dass sie sich vorgängig 
über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine 
Einigung zustande, so trägt die veranlassende Partei die entspre-
chende Ausgabe einstweilen allein. Die gerichtliche Geltendma-
chung der Kostenbeteiligung bleibt vorbehalten. 

- 10 - 

− Diese Kinderkostenregelung basiert auf dem Betreuungsplan ge-
mäss Ziffer 4 vorstehend. Sie muss neu festgesetzt werden, wenn 
sich dieser wesentlich verändert.  

− Die vorstehenden Regelungen gelten bis zur Volljährigkeit von 
C._____ bzw. bis zum Abschluss einer ordentlichen Ausbildung 
auch über die Volljährigkeit hinaus, sofern C._____ keine eigenen 
Ansprüche gegenüber den Parteien geltend macht oder einen ande-
ren Zahlungsempfänger bezeichnet. 

− Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren. 
7. Es sei das Mietverhältnis an der E._____-strasse … auf die Beklagte 

alleine zu übertragen. 
8. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und die 

Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger einen güterrechtlichen Aus-
gleichsbetrag von CHF 3'700.00 zu bezahlen. 

12. Es seien die AHV-Erziehungsgutschriften der Beklagten anzurechnen. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten 
der Beklagten." 

Modifiziertes Rechtsbegehren der Beklagten: 
(Urk. 148 S. 2 ff.) 

"1. Die Anträge des Klägers seien abzuweisen, insoweit sie nicht mit den 
Anträgen der Beklagten übereinstimmen. 

2. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu schei-
den. 

3. Es sei die Tochter C._____, geb. tt.mm.2008, unter der gemein-
samen elterlichen Sorge beider Parteien zu belassen. Die Obhut 
sei der Beklagten alleine zuzuteilen. 

4. Das Sorgerecht des Klägers sei hinsichtlich der Ausstellung pol-
nischer Ausweispapiere (Pass, Identitätskarte) von C._____ zu 
beschränken. 
Die Beklagte sei zu ermächtigen, bei der zuständigen polnischen 
Stelle alleine die Handlungen zur Registrierung der Tochter 
C._____ als polnische Staatsangehörige vorzunehmen sowie al-
leine die polnischen Ausweispapiere (Pass, Identitätskarte) von 
C._____ erhältlich zu machen. 
Der Kläger sei zudem zu verpflichten, der Beklagten sämtliche 
vorhandenen Ausweispapiere (CH-Pass) der Beklagten auf erstes 
Verlangen herauszugeben. 

5. Es sei die Tochter C._____, geb. tt.mm.2008, unter die alleinige 
Obhut der Beklagten zu stellen. 

- 11 - 

6. Die Beklagte sei für berechtigt zu erklären, den Wohnsitz von 
C._____ nach F._____, Polen, zu verlegen. 

7. 
7.1. Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, nach dem Wohnsitz-

wechsel C._____ wie folgt zu oder mit sich auf Besuch bzw. in die 
Ferien zu nehmen: 
− während 6 Wochen Schulferien pro Jahr (am Stück oder aufgeteilt in 

bis zu vier Tranchen); 
− an einem verlängerten Feiertagswochenende (Ostern, 1. Mai, Auf-

fahrt, Pfingsten, Allerheiligen oder polnischer Nationalfeiertag);  
− in Jahren mit gerader Jahreszahl an den Weihnachtstagen (24. bis 

26. Dezember); 
− während der Schulzeit jeweils an zwei Wochenenden pro Monat, 

von Donnerstagnachmittag (16.00 Uhr) bis Sonntagabend 
(18.00 Uhr), in F._____, Polen. 

Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung des monat-
lichen Betreuungswochenendes während der Schulzeit abzusprechen. 
Können sie sich nicht einigen, hat die Betreuung am ersten Wochen-
ende des Monats, von Donnerstagabend (18.00 Uhr) bis Sonntag-
abend (18.00 Uhr), in F._____, Polen, stattzufinden. 
Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung der Schulfe-
rien und die Wahl des verlängerten Feiertagswochenendes (Ostern, 
1. Mai, Auffahrt, Pfingsten, Allerheiligen oder polnischer Nationalfeier-
tag) jeweils mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen. Können 
sie sich nicht einigen, so sei dem Kläger in Jahren mit gerader Jahres-
zahl und in den Jahren mit ungerader Jahreszahl der Beklagten das 
Entscheidungsrecht zu gewähren. 
Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, einmal pro Woche für mindes-
tens 15 Minuten mit der Tochter zu kommunizieren, nach Möglichkeit 
per Skype, ansonsten per Telefon. 

7.2. Für den Fall, dass der Beklagten nicht bewilligt werden soll, den 
Wohnsitz von C._____ nach Polen zu verlegen, sei der Kläger für 
berechtigt zu erklären, C._____ wie folgt zu oder mit sich auf Be-
such bzw. in die Ferien zu nehmen: 
− während 3 Wochen Schulferien pro Jahr (davon maximal zwei Wo-

chen am Stück); 
− an einem verlängerten Feiertagswochenende (Ostern, 1. Mai, Auf-

fahrt, Pfingsten, Allerheiligen oder polnischer Nationalfeiertag); 
− in Jahren mit gerader Jahreszahl an den Weihnachtstagen (24. bis 

26. Dezember); 
− während der Schulzeit jeweils an zwei Wochenenden pro Monat, 

von Freitagabend (18.00 Uhr) bis Sonntagabend (18.00 Uhr). 

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Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung des monat-
lichen Betreuungswochenendes während der Schulzeit abzusprechen. 
Können sie sich nicht einigen, hat die Betreuung am ersten und dritten 
Wochenende des Monats, von Freitagabend (18.00 Uhr) bis Sonntag-
abend (18.00 Uhr), stattzufinden.  
Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung der Schulfe-
rien und die Wahl des verlängerten Feiertagswochenendes (Ostern, 1. 
Mai, Auffahrt, Pfingsten, Allerheiligen oder polnischer Nationalfeiertag) 
jeweils mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen. Können sie 
sich nicht einigen, so sei dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl 
und in den Jahren mit ungerader Jahreszahl der Beklagten das Ent-
scheidungsrecht zu gewähren. 

8. Es sei der Kläger zu verpflichten, an den Unterhalt von C._____ 
geb. tt.mm.2008, angemessene, indexierte und monatlich im Vo-
raus jeweils auf den Ersten eines Monats zahlbare monatliche 
Kinderunterhaltsbeiträge (Bar- und Betreuungsunterhalt) (zzgl. 
vertragliche und/ oder gesetzliche Kinder- und/oder Familienzula-
gen) bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum ordentlichen Abschluss 
einer angemessenen Erstausbildung, auch über die Volljährigkeit 
hinaus, an die Beklagte zu bezahlen, solange C._____ in deren 
Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen 
anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 

9. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-
Renten seien alleine der Beklagten anzurechnen. 

10. Es sei der Kläger zu verpflichten, an den Unterhalt der Beklagten 
angemessene, indexierte und monatlich im Voraus jeweils auf 
den Ersten eines Monats zahlbare monatliche nacheheliche Un-
terhaltsbeiträge zu bezahlen. 

11. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen. 
12. Es seien die Vorsorgeguthaben der Parteien zu teilen. 
13. Der Kläger sei durch das Gericht gestützt auf die Abklärungs- und 

Fragepflicht (Offizialmaxime/Untersuchungsmaxime, richterliche 
Fragepflicht) zu verpflichten, folgende Unterlagen einzureichen: 
− sämtliche Lohnabrechnungen (inkl. Bonusabrechnungen) des Klä-

gers für den Zeitraum Januar 2014 bis Feb. 2019 
− sämtliche Jahreslohnausweise (inkl. Bonusabrechnungen) des Klä-

gers der Jahre 2014 bis 2018 
− sämtliche definitiven oder, sofern noch nicht vorhanden, provisori-

schen Steuerrechnungen (Staats-, Gemeinde- und Bundessteuern) 
des Klägers der Jahre 2017 bis 2018 

− den aktuellen Arbeitsvertrag sowie der neue Arbeitsvertrag (ab 
Sommer 2018) der G._____ Schweiz AG mit allfälligen Reglementen 
wie Bonus- und Spesenreglement, etc. 

- 13 - 

14. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten einen angemesse-
nen Prozesskostenvorschuss zu bezahlen. 

15. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher 
MwSt.) zu Lasten des Klägers." 

 

Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Zü-
rich, 4. Abteilung, vom 13. Mai 2020: 

(Urk. 193 S. 74 ff.) 

1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden. 

2. Der Antrag der Beklagten, sie sei für berechtigt zu erklären, den Wohnsitz 

von C._____, geboren am tt.mm. 2008, nach F._____, Polen, zu verlegen, 

wird abgewiesen. 

3. Die Tochter C._____, geboren am tt.mm. 2008, wird unter der gemeinsamen 

elterlichen Sorge der Parteien belassen. 

4. Die Obhut für die Tochter C._____, geboren am tt.mm. 2008, wird beiden 

Parteien mit wechselnder Betreuung übertragen.  

Der zivilrechtliche Wohnsitz der Tochter bleibt am Wohnort der Mutter. 

5. Die Betreuungsregelung für C._____ wird wie folgt festgelegt: 

a) Der Vater betreut C._____ jeweils von Montagmorgen, 8.00 Uhr, bis Mittwochmor-
gen, 8.00 Uhr und an jedem zweiten Wochenende von Freitagmorgen, 8.00 Uhr, bis 
Montagmorgen, 8.00 Uhr.  

b) Die Mutter betreut C._____ jeweils von Mittwochmorgen, 8.00 Uhr, bis Freitagmor-
gen, 8.00 Uhr, sowie an jedem zweiten Wochenende von Freitagmorgen, 8.00 Uhr, 
bis Montagmorgen, 8.00 Uhr. 

c) Ferien, Weihnachten/Neujahr: 

Der Vater betreut C._____: 

in den ungeraden Kalenderjahren während der ersten Schulferienwoche über Weih-
nachten (inklusive 24. Dezember, 10.00 Uhr, bis 25. Dezember, 18.00 Uhr), mit Aus-
nahme vom 25. Dezember, 18.00 Uhr, bis 27. Dezember, 18.00 Uhr; 

in den geraden Kalenderjahren über Weihnachten vom 25. Dezember, 18.00 Uhr, bis 
27. Dezember, 18.00 Uhr, sowie während der zweiten Schulferienwoche über Neu-
jahr;  

sowie in den geraden Kalenderjahren während fünf weiteren Wochen und in den un-
geraden Kalenderjahren während sechs weiteren Wochen während den Schulferien. 

Die Mutter betreut C._____: 

- 14 - 

in den geraden Kalenderjahren während der ersten Schulferienwoche über Weih-
nachten (inklusive 24. Dezember, 10.00 Uhr, bis 25. Dezember, 18.00 Uhr), mit Aus-
nahme vom 25. Dezember, 18.00 Uhr, bis 27. Dezember, 18.00 Uhr; 

in den ungeraden Kalenderjahren über Weihnachten vom 25. Dezember, 18.00 Uhr, 
bis 27. Dezember, 18.00 Uhr, sowie während der zweiten Schulferienwoche über 
Neujahr; 

sowie in den ungeraden Kalenderjahren während fünf weiteren Wochen und in den 
geraden Kalenderjahren während sechs weiteren Wochen während den Schulferien. 

Allgemeine Regelungen: 

es können jeweils maximal drei Wochen Ferien am Stück bezogen werden; 

die Parteien sprechen sich bis am 31. Dezember des Vorjahres über die Ferien des 
nächsten Jahres ab. Können sie sich nicht einigen, so steht dem Kläger in geraden 
und der Beklagten in ungeraden Jahren der Stichentscheid für die ihnen zustehenden 
Ferienwochen zu. Solche Stichentscheide müssen in Bezug auf die Sommerferien so 
getroffen werden, dass es dem jeweils anderen Elternteil möglich bleibt, zwei zu-
sammenhängende Wochen zu beziehen (z.B. können beim Bezug von drei Wochen 
am Stück nur entweder die ersten drei Wochen oder die letzten drei Wochen gewählt 
werden); 

die Ferien- und Feiertagsregelungen gehen der regulären Wochen-
/Wochenendbetreuung vor. 

d) Feiertagsregelung Ostern: 

Der Vater betreut C._____ in Jahren mit gerader Jahreszahl von Gründonnerstag ab 
Schulschluss bis Ostermontag, 18.00 Uhr. Das auf diese Feiertagsbetreuung durch 
den Vater folgende Wochenende verbringt C._____ bei der Mutter, womit die ab-
wechselnde Wochenendbetreuung von Neuem beginnt.  

Die Mutter betreut C._____ in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Gründonnerstag 
ab Schulschluss bis Ostermontag, 18.00 Uhr. Das auf diese Feiertagsbetreuung 
durch die Mutter folgende Wochenende verbringt C._____ beim Vater, womit die ab-
wechselnde Wochenendbetreuung von Neuem beginnt.  

e) Feiertagsregelung Auffahrt/Sechseläuten/Pfingsten/Knabenschiessen: 

Es gilt die Betreuungsregelung gemäss Dispositiv Ziffer 5 lit. a und b.  

6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für C._____ die folgenden Kin-

derunterhaltsbeiträge zu bezahlen: 

a) Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. März 2021:  
CHF 4'410.– (davon CHF 3'615.– Betreuungsunterhalt) 

b) Ab 1. April 2021 bis 30. September 2024:  
CHF 3'280.– (davon CHF 2'215.– Betreuungsunterhalt) 

c) Ab 1. Oktober 2024 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstaus-
bildung von C._____, auch über ihre Volljährigkeit hinaus:  
CHF 1'270.– 

Die Kinderzulagen verbleiben beim Kläger. 

Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte zahlbar und zwar im Voraus auf 

den Ersten eines jeden Monats.  

- 15 - 

Diese Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Ab-

schluss einer angemessenen Ausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, 

solange C._____ im Haushalt der Beklagten lebt und keine eigenen Ansprü-

che gegenüber dem Kläger stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger 

bezeichnet. 

7. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten monatlich im Voraus jeweils auf 

den Ersten eines jeden Monats nachehelichen Unterhalt zu bezahlen: 

a) Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. März 2021:  
CHF 770.– 

b) Ab 1. April 2021 bis 30. September 2024:  
CHF 1'030.–  

c) Ab 1. Oktober 2024 bis zum Erreichen des Pensionsalters der Beklag-
ten:  
CHF 2'350.– 

8. Von dem ihm im Jahr 2020 ausbezahlten bzw. auszubezahlenden Bonus hat 

der Kläger der Beklagten 30 % des Nettobetrages zu überweisen. Sollte der 

Kläger der Beklagten bereits einen höheren Anteil überwiesen haben, ist er 

berechtigt, den die 30 % des Nettobetrages übersteigenden Betrag mit den 

gemäss diesem Urteil zu bezahlenden Unterhaltsbeiträgen zu verrechnen. 

9. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 6 und 7 basieren auf dem Landesindex 

der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende April 

2020 von 101,3 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind je-

weils auf den 1. Januar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2021, dem 

Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die An-

passung erfolgt nach folgender Formel: 

 

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr 

Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unter-

haltsbeiträge gemäss Ziffer 6 und 7 nur proportional zur tatsächlichen Ein-

kommenssteigerung angepasst. 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

alter Index 

- 16 - 

Fällt der Index unter den Stand von Ende April 2020 berechtigt dies nicht zu 

einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 

10. Die Teil-Vereinbarung der Parteien vom 11. Juli 2019 über die Scheidungs-

folgen wird im Übrigen genehmigt. Sie lautet wie folgt: 

"1. Scheidung 
Die Parteien stellen übereinstimmend fest, dass sie bei Einreichung der Klage be-
reits länger als zwei Jahre getrennt gelebt haben. Gestützt darauf anerkennt die 
beklagte Partei den geltend gemachten Scheidungsgrund (Art. 114 ZGB). 

2. Güterrecht 
In güterrechtlicher Hinsicht treffen die Parteien folgende Regelung: 
Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen An-
sprüche eine Ausgleichszahlung in der Höhe von CHF 1'365.– zu bezahlen, zahlbar 
innert zwölf Monaten nach Rechtskraft des Scheidungsurteils. 
Die Parteien stellen fest, dass das Mieterkautionskonto Nr. ... bei der H._____ Zü-
rich AG, Zürich, betreffend die Wohnung an der E._____-strasse …, … Zürich, auf 
sie beide lautet.  
Sollte das auf sie beide lautende Konto aufgelöst werden, verpflichten sie sich, das 
Guthaben wie folgt aufzuteilen: 
(a) CHF 3'700.– an den Kläger 

(b) CHF 700.– an die Beklagte 
(c) sollte das Guthaben höher als CHF 4'400.– sein, wird der übersteigende Be-

trag im Verhältnis von 1/5 (Beklagte) zu 4/5 (Kläger) aufgeteilt. 
Falls das Mieterkautionskonto Nr. ... auf die Beklagte alleine übergeht, verpflichtet 
sie sich, dem Kläger zur Abgeltung seiner güterrechtlichen Ansprüche eine Aus-
gleichszahlung in der Höhe von CHF 3'700.– zu bezahlen, zahlbar innert zwölf Mo-
naten seit Übergang des Kontos auf sie alleine. 
Falls das Mieterkautionskonto Nr. ... auf den Kläger alleine übergeht, verpflichtet er 
sich, der Beklagten zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche eine Aus-
gleichszahlung in der Höhe von CHF 700.– zu bezahlen, zahlbar innert zwölf Mona-
ten seit Übergang des Kontos auf ihn alleine. 
Abgesehen davon behält jede Partei, was sie zurzeit besitzt respektive was auf ih-
ren Namen lautet. 

3. Ausweispapiere von C._____ 
Die Parteien verpflichten sich, bei der Beschaffung und Erneuerung von polnischen 
und schweizerischen Ausweispapieren für C._____ (jeweils Identitätskarte und 
Pass) einvernehmlich mitzuwirken und notwendige Zustimmungen schriftlich oder 
mündlich zu erteilen.  
Sie vereinbaren, dass grundsätzlich die Beklagte jeweils über den polnischen Pass 
und die schweizerische Identitätskarte verfügt und der Kläger über den schweizeri-
schen Pass und die polnische Identitätskarte.  

- 17 - 

Falls es für eine Reise erforderlich ist, verpflichten sich die Parteien, die entspre-
chenden Dokumente auszutauschen.  

4. Vorsorgliche Massnahmen 
Die Ziffer 3 dieser Vereinbarung tritt sinngemäss bereits als vorsorgliche Mass-
nahme im Scheidungsprozess per sofort in Kraft." 

11. Die mit Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt 

Zürich vom 3. Februar 2015 angeordnete Beistandschaft für C._____, gebo-

ren am tt.mm. 2008, wird aufgehoben.  

 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich wird ersucht, 

die Beiständin, derzeit I._____ vom Sozialzentrum … [Adresse], abzubestel-

len. 

12. Die Pensionskasse G._____ Pensionskasse, J._____ Vorsorge AG, … [Ad-

resse] wird angewiesen, mit Rechtskraft des Scheidungsurteils vom 

Vorsorgekonto des Klägers (AHV-Nr. 1) CHF 37'581.95, zuzüglich Zins ab 9. 

April 2016, auf ein von der Beklagten noch zu bezeichnendes 

Freizügigkeitskonto zu überweisen. 

13. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden 

allein der Beklagten angerechnet. Es ist Sache der Beklagten, die betroffe-

nen Ausgleichskassen über diese Regelung zu informieren. 

14. Die Rechte und Pflichten des Klägers aus dem Mietvertrag der vormals ehe-

lichen Wohnung (Referenz-Nr. … Wohnung Nr. 4), an der E._____-strasse 

… in … Zürich, werden auf die Beklagte alleine übertragen und der Kläger 

damit aus dem Mietverhältnis entlassen.  

Die K._____, L._____-strasse …, Postfach …, … Zürich wird angewiesen, 

den Mietvertrag der Parteien für die Wohnung (Referenz-Nr. … Wohnung 

Nr. 4), an der E._____-strasse … in … Zürich, per 1. Juli 2020 mit allen 

Rechten und Pflichten auf die Beklagte zu übertragen. 

15. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 8'000.– festgesetzt. Die weiteren Ausla-

gen betragen CHF 31.50 (Urkunden/Zeugnisse). 

- 18 - 

16. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss 

Art. 123 ZPO hingewiesen. 

17. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

18. [Mitteilungen] 

19. [Rechtsmittel] 

 
 

Berufungsanträge der Beklagten: 
(Urk. 192 S. 2 ff.) 

"1. In Abänderung von Dispositivziffer 2 sei die Beklagte für berechtigt zu erklä-
ren, den Wohnsitz von C._____, geb. tt.mm.2008, nach F._____, Polen zu 
verlegen. 

 2. In Abänderung von Dispositivziffer 4 sei die Obhut für die Tochter C._____, 
geb. tt.mm.2008, der Beklagten alleine zuzuteilen. 
Der zivilrechtliche Wohnsitz der Tochter sei am Wohnort der Mutter zu be-
lassen. 

 3. In Abänderung von Dispositivziffer 5 sei die Betreuungsregelung für C._____ 
wie folgt festzulegen: 
3.1. Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, nach dem Wohnsitzwechsel 

C._____ wie folgt zu oder mit sich auf Besuch bzw. in die Ferien zu 
nehmen: 

- während der Schulzeit jeweils an zwei Wochenenden pro Monat, von 
Freitag nach der Schule bis Sonntagabend (18.00 Uhr), in F._____, 
Polen. 

- während 6 Wochen Schulferien pro Jahr (aufgeteilt in bis zu vier Tran-
chen); 

- an einem verlängerten Feiertagswochenende (Ostern, 1. Mai, Auffahrt, 
Pfingsten, Allerheiligen oder polnischer Nationalfeiertag); 

- in Jahren mit gerader Jahreszahl an den Weihnachtstagen (24. bis 25. 
Dezember, 18.00 Uhr); 

 Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung des monat-
lichen Betreuungswochenendes während der Schulzeit abzusprechen. 
Können sie sich nicht einigen, hat die Betreuung am ersten Wochen-
ende des Monats, von Freitag nach der Schule bis Sonntagabend 
(18.00 Uhr), in F._____, Polen, stattzufinden. 

 Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung der Schulfe-
rien und die Wahl des verlängerten Feiertagswochenendes (Ostern, 1. 
Mai, Auffahrt, Pfingsten, Allerheiligen oder polnischer Nationalfeiertag) 
jeweils mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen. Können sie 

- 19 - 

sich nicht einigen, so sei dem Kläger in Jahren mit gerader Jahreszahl 
und in den Jahren mit ungerader Jahreszahl der Beklagten das Ent-
scheidungsrecht zu gewähren. 

 Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, einmal pro Woche für mindes-
tens 15 Minuten mit der Tochter zu kommunizieren, nach Möglichkeit 
per Skype, ansonsten per Telefon. 

3.2. Für den Fall, dass der Beklagten nicht bewilligt werden sollte, den 
Wohnsitz von C._____ nach F._____, Polen, zu verlegen, sei der Klä-
ger für berechtigt zu erklären, C._____ wie folgt zu sich oder mit sich 
auf Besuch bzw. in die Ferien zu nehmen: 
- während der Schulzeit jeweils an zwei Wochenenden pro Monat, 

von Freitag nach der Schule bis Sonntagabend (18.00 Uhr). 
- während 3 Wochen Schulferien pro Jahr (davon maximal zwei 

Wochen am Stück); 
- an einem verlängerten Feiertagswochenende (Ostern, 1. Mai, 

Auffahrt, Pfingsten, Allerheiligen oder polnischer Nationalfeiertag); 
- in Jahren mit gerader Jahreszahl an den Weihnachtstagen (24. 

bis 25. Dezember, 18.00 Uhr); 
Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung des 
monatlichen Betreuungswochenendes während der Schulzeit ab-
zusprechen. Können sie sich nicht einigen, hat die Betreuung am 
ersten und dritten Wochenende des Monats, von Freitagabend 
(18.00 Uhr) bis Sonntagabend (18.00 Uhr), stattzufinden. 
Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung der 
Schulferien und die Wahl des verlängerten Feiertagswochenen-
des (Ostern, 1. Mai, Auffahrt, Pfingsten, Allerheiligen oder polni-
scher Nationalfeiertag) jeweils mindestens drei Monate im Voraus 
abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so sei dem Kläger 
in Jahren mit gerader Jahreszahl und in den Jahren mit ungera-
der Jahreszahl der Beklagten das Entscheidungsrecht zu gewäh-
ren. 

 4. In Abänderung von Dispositivziffer 6 sei der Kläger zu verpflichten der Be-
klagten für C._____ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge (zzgl. allfälliger 
Kinder-/Familienzulagen): zu bezahlen: 
4.1. a) CHF 5'08.45 (= CHF 2'380.45 Barunterhalt und CHF 2628.– Betreu-

ungsunterhalt) ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis März 2021 
 b) CHF 4'528.45 (= CHF 2'700.45 Barunterhalt und CHF 1'828.– Be-

treuungsunterhalt) ab April 2021 bis September 2024 
 c) CHF 2'040.90 (= CHF 2'790.90 Barunterhalt und CHF 1'028.– Be-

treuungsunterhalt) ab Oktober 2024 bis zum Abschluss einer ange-
messenen Erstausbildung, auch über die Volljährigkeit hinaus. 
Die Kinderunterhaltsbeiträge sind bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum 
ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung, auch 
über die Volljährigkeit hinaus, an die Beklagte zu bezahlen, solange 
C._____ in deren Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprüche stellt 
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 

4.2. Für den Fall, dass der Beklagten nicht bewilligt werden soll, den Wohn-
sitz von C._____ nach F._____, Polen, zu verlegen und ihr die alleinige 

- 20 - 

Obhut zugeteilt wird, sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten für 
C._____ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge (zzgl. allfälliger Kinder-
/Familienzulagen) zu bezahlen: 

 a) CHF 5'254.45 (= CHF 1'616.45 Barunterhalt und CHF 3'638.– Be-
treuungsunterhalt) ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis März 2021 

 b) CHF 5'614.45 (= CHF 1'976.45 Barunterhalt und CHF 3'638.– Be-
treuungsunterhalt) ab April 2021 bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung, auch über die Volljährigkeit hinaus. 
Die Kinderunterhaltsbeiträge sind bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum 
ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung, auch 
über die Volljährigkeit hinaus, an die Beklagte zu bezahlen, solange 
C._____ in deren Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprüche stellt 
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 

4.3. Subeventualiter, für den Fall, dass der Beklagten nicht bewilligt werden 
soll, den Wohnsitz von C._____ nach F._____, Polen, zu verlegen und 
C._____ unter die geteilte Obhut der Parteien gestellt wird, sei der Klä-
ger zu verpflichten, der Beklagten für C._____ die folgenden Kinderun-
terhaltsbeiträge (zzgl. allfälliger Kinder-/Familienzulagen) zu bezahlen: 

 a) CHF 4'756.20 (= CHF 1'193.20 Barunterhalt und CHF 3'563.– Be-
treuungsunterhalt) ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis März 2021 

 b) CHF 5'161.20 (= CHF 1'598.20 Barunterhalt und CHF 3'563.– Be-
treuungsunterhalt) ab April 2021 bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung, auch über die Volljährigkeit hinaus. 
Die Kinderunterhaltsbeiträge sind bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum 
ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung, auch 
über die Volljährigkeit hinaus, an die Beklagte zu bezahlen, solange 
C._____ in deren Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprüche stellt 
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 

 5. In Abänderung von Dispositivziffer 7 sei der Kläger zu verpflichten, der Be-
klagten monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats 
nachehelichen Unterhalt zu bezahlen, wie folgt: 
5.1. a) CHF 1'312.10 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis März 2021 
 b) CHF 1'720.90 ab April 2021 bis September 2024 
 c) CHF 1'952.10 ab Abschluss einer angemessenen Erstausbil-dung 

von C._____, auch über die Volljährigkeit hinaus 
 d) CHF 3'068.90 ab Abschluss einer angemessenen Erstausbil-dung 

von C._____ bis zur ordentlichen Pensionierung des Klägers 
5.2. Für den Fall, dass der Beklagten nicht bewilligt werden soll, den Wohn-

sitz von C._____ nach F._____, Polen, zu verlegen, sei der Kläger zu 
verpflichten, der Beklagten monatlich im Voraus auf den Ersten eines 
jeden Monats nachehelichen Unterhalt zu bezahlen, wie folgt: 

 a) CHF 1'504.90 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis März 2021 
 b) CHF 1'324.90 ab April 2021 bis zum Abschluss einer angemesse-

nen Erstausbildung von C._____, auch über die Volljährigkeit hinaus 
 c) CHF 4'962.90 ab Abschluss einer angemessenen Erstausbildung 

von C._____, auch über die Volljährigkeit hinaus, bis zur ordentlichen 
Pensionierung des Klägers 

- 21 - 

5.3. Subeventualiter, für den Fall, dass der Beklagten nicht bewilligt werden 
soll, den Wohnsitz von C._____ nach F._____, Polen, zu verlegen und 
C._____ unter die geteilte Obhut der Parteien gestellt wird, sei der Klä-
ger zu verpflichten, der Beklagten monatlich im Voraus auf den Ersten 
eines jeden Monats nachehelichen Unterhalt zu bezahlen, wie folgt: 

 a) CHF 1'482.90 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis März 2021 
 b) CHF 1'302.90 ab April 2014 [recte: 2021] bis zum Abschluss einer 

angemessenen Erstausbildung von C._____, auch über die Volljährig-
keit hinaus. 

 c) CHF 4'865.90 ab Abschluss einer angemessenen Erstausbildung 
von C._____, auch über die Volljährigkeit hinaus, bis zur ordentlichen 
Pensionierung des Klägers 

 6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss vorstehenden Ziffern 4 und 5 seien zu inde-
xieren. 

 7. In Abänderung von Dispositivziffer 11 sei die mit Beschluss der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich vom 03.02.2015 angeordnete 
Beistandschaft für C._____, geb. am tt.mm.2008, weiterzuführen. 

 8. In Abänderung von Dispositivziffer 12 die Pensionskasse G._____ Pensi-
onskasse, J._____ Vorsorge AG, … [Adresse] anzuweisen, mit Rechtskraft 
des Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto des Klägers (AHV-Nr. 1) CHF 
50'109.30, zzgl. Zins ab 9. April 2016, auf ein von der Beklagten noch zu be-
zeichnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen. 

 9. 
10.1 Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung - 

Einzelgericht, vom 13. Mai 2020, betreffend Ehescheidung (Geschäfts-
Nr. FE160261) aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

10.2 Die Vorinstanz sei zu verpflichten, auf das Begehren der Berufungsklä-
gerin bzw. Beklagten betreffend Anhörung von C._____ einzutreten. 

 10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MwSt.) zu 
Lasten des Berufungsbeklagten bzw. Klägers." 

 

Anschlussberufungsanträge des Klägers: 
(Urk. 223 S. 2 f.) 

"1. Es seien die Anträge 1-3, 7 sowie 8 der Berufungsklägerin abzuweisen, so-

weit darauf überhaupt einzutreten sei, und das erstinstanzliche Urteil zu be-

stätigen. 

 2. Es sei der Antrag 4 der Berufungsklägerin abzuweisen und der Berufungs-

beklagte stattdessen in Abänderung von Dispositivziffer 6 des erstinstanzli-

chen Urteils zu verpflichten, für C._____ folgende Unterhaltsbeiträge zu be-

zahlen: 

- 22 - 

- ab Rechtskraft Ehescheidung bis August 2021  

(davon CHF 1'435.– als Betreuungsunterhalt)  CHF 2'321.10 

- ab September 2021 bis September 2024 

(davon CHF 121.– als Betreuungsunterhalt)  CHF 1'100.40 

- ab Oktober 2024 bis zur Volljährigkeit bzw. 

bis zum Abschluss Ausbildung C._____   CHF    997.20 

 3. Es sei der Antrag 5 der Berufungsklägerin abzuweisen und der Berufungs-

beklagte sei stattdessen in Abänderung von Dispositivziffer 7 des erstin-

stanzlichen Urteils zu verpflichten, der Berufungsklägerin folgende persönli-

che nacheheliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 

- Rechtskraft Ehescheidung bis August 2021   CHF 1'414.– 

- September 2021 bis September 2024   CHF 1'322.– 

- Eventualiter ab Oktober 2024 bis zur ordentlichen. 

Pensionierung der Beklagten     CHF   545.– 

 4. Es seien sämtliche prozessualen Anträge als gegenstandslos geworden ab-

zuweisen. 

 Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 13. Mai 2020 aufzuhe-

ben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Beru-

fungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten." 

Erwägungen: 

1. Streitgegenstand 

Die Parteien heirateten am tt. Juli 2008 in Zürich. Sie sind die Eltern der Tochter 

C._____ (fortan Verfahrensbeteiligte oder C._____), geboren am tt.mm. 2008. Mit 

Eheschutzentscheid vom 9. Oktober 2014 wurde festgehalten, dass die Parteien 

- 23 - 

das Getrenntleben ab April 2014 aufgenommen hatten, es wurden die Kinderbe-

lange (Obhut, Persönlicher Verkehr, Unterhalt) geregelt, die Gütertrennung per 9. 

Juli 2014 angeordnet und von einem Ehegattenunterhalt zu Gunsten der Beklag-

ten in Höhe von monatlich zunächst CHF 3'460.–, später CHF 3'110.– Vormerk 

genommen. Am 8. April 2016 liess der Kläger dem Bezirksgericht Zürich die 

Scheidungsklage einreichen, die am 13. Mai 2020 beurteilt wurde. Im Rechtsmit-

telverfahren steht in erster Linie die von der Beklagten beabsichtigte Verlegung 

des Wohnsitzes von C._____ nach F._____ im Streit. Damit zusammenhängend 

sind auch die übrigen Scheidungsfolgen, ausgenommen die elterliche Sorge und 

das Güterrecht, Gegenstand der Berufung. Im Rahmen der Anschlussberufung 

wird die Reduktion der Unterhaltsbeiträge beantragt.  

2. Prozessgeschichte 

2.1. Am 8. April 2016 leitete der Kläger bei der Vorinstanz die Scheidungsklage 

ein (Urk. 1). Am 29. August 2016 fanden die Einigungsverhandlung und eine Ver-

handlung betreffend vorsorgliche Massnahmen statt (Prot. I S. 11 ff.); bei letzterer 

stand bereits der Antrag der Beklagten auf Verlegung des Wohnsitzes von 

C._____ nach F._____ im Zentrum (vgl. Urk. 15 S. 2). Mit Verfügung vom 17. No-

vember 2016 wurde dieser Antrag bewilligt (Urk. 68). Auf die Berufung des Klä-

gers hin wies die Kammer mit Urteil vom 5. Dezember 2017 den Antrag der Be-

klagten auf Wohnsitzverlegung ab, im Wesentlichen mit der Begründung, dass die 

Gefahr der Vorwegnahme des Endentscheids bestehe und ein Hin und Her für 

C._____ zu einschneidend wäre (Urk. 74 S. 17 und 27). 

2.2. Die Vorinstanz ordnete einen Schriftenwechsel an (Urk. 77), setzte einen 

Vertretungsbeistand für C._____ ein (Urk. 88) und führte zwei Kinderanhörungen 

(Urk. 56, 119 und 123) sowie am 14./15. Januar 2019 einen Teil der Hauptver-

handlung durch (vgl. Prot. I S. 68 ff.). Der Parteivortrag der Beklagten folgte 

schriftlich (Urk. 148), es wurden Beweise erhoben (Urk. 150) und die Hauptver-

handlung am 11. Juli 2019 mündlich fortgesetzt (Prot. I S. 88 ff.). Im Übrigen sei 

zur Vermeidung von Wiederholungen auf die vorinstanzliche Darstellung des Pro-

zessverlaufs in deren Urteil verwiesen (vgl. Urk. 193 S. 13 ff.). Am 13. Mai 2020 

erliess die Vorinstanz ihr Urteil (Urk. 184 = Urk. 193). 

- 24 - 

2.3. Mit Schreiben vom 22. Juni 2020 erhob die Beklagte Berufung gegen das 

vorinstanzliche Urteil mit den eingangs angeführten Berufungsanträgen (Urk. 192 

S. 2 ff.) und den prozessualen Anträgen auf Durchführung einer Kindsanhörung, 

auf Aktenbeizug, auf Verpflichtung des Klägers zur Bezahlung eines Prozesskos-

tenvorschusses und eventualiter auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Urk. 192 S. 9 f.). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-191). Die 

Parteien und die Verfahrensbeteiligte erklärten sich in der Folge damit einver-

standen, am 20. November 2020 eine Instruktionsverhandlung, beschränkt auf 

Vergleichsbemühungen mit einer Vorabstellungnahme des Kindsvertreters anzu-

beraumen (Urk. 198). Zufolge einer Covid-Infektion einer Parteivertreterin wurde 

die Verhandlung auf den 17. Dezember 2020 verschoben (Urk. 200-204). 

2.4. Mit Eingabe vom 7. Dezember 2020 ersuchte der Kläger, dass die Beklag-

te für das Berufungsverfahren zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses zu 

verpflichten sei, eventualiter um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Urk. 205 S. 2). Mit Präsidialverfügung vom 14. Dezember 2020 wurde die Pro-

zessleitung an den Referenten delegiert (Urk. 208). Anlässlich der Instruktions-

verhandlung konnte keine Einigung erzielt werden, der Kindsvertreter wurde indes 

mit der Abklärung betraut, wie C._____ sich zu einer Anhörung durch eine Dele-

gation der Kammer stelle (Prot. II S. 5).  

2.5. Am 6. Januar 2021 wurde die Kinderanhörung C._____s sodann durchge-

führt (Urk. 209 f.; Prot. II S. 6 ff.) und den Parteien danach in Nachachtung des 

Wunsches von C._____ Zeit bis Ende Januar 2021 zur einvernehmlichen Streit-

beilegung gewährt (vgl. Urk. 211); die Parteien liessen sich nicht vernehmen. Mit 

Beschluss vom 5. März 2021 wurden die Gesuche der Parteien um Zusprechung 

eines Prozesskostenvorschusses, eventualiter um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege abgewiesen und die Beklagte wurde dazu verpflichtet, einen Kos-

tenvorschuss von CHF 12'000.– zu leisten (Urk. 212 S. 9 f.). Mit Referentenverfü-

gung vom 25. März 2021 wurde die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses bis 

zum 16. April 2021 erstreckt (Urk. 215). Auf Beschwerde der Beklagten hin wurde 

mit Präsidialverfügung des Bundesgerichts vom 14. April 2021 die Pflicht zur Leis-

tung des Kostenvorschusses einstweilen ausgesetzt (Urk. 216).  

- 25 - 

2.6. Mit Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2021 wurde die Beschwerde der 

Beklagten abgewiesen, soweit darauf einzutreten war (Urk. 217 S. 9). Die Beklag-

te leistete danach den Kostenvorschuss am 21. Juni 2021 (vgl. Urk. 218-221). Die 

Berufungsantwort und Anschlussberufung mit den eingangs angeführten Anträgen 

datiert vom 27. August 2021 (Urk. 222 f.). Den ihm für die Anschlussberufung auf-

erlegten Kostenvorschuss in Höhe von CHF 6'000.– leistete der Kläger fristge-

recht (Urk. 226 f.). Die Beklagte erstattete ihre Anschlussberufungsantwort mit 

dem Antrag auf Abweisung der Anschlussberufung am 4. Oktober 2021 

(Urk. 228). Der Kläger liess sich dazu in einer unaufgeforderten Stellungnahme 

vernehmen (Urk. 232). Mit Verfügung vom 7. Oktober 2021 wurde der Verfah-

rensbeteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme zu den bisherigen Rechtsschriften 

gegeben, woraufhin sie um erneute Anhörung ersuchen liess (vgl. Urk. 231 und 

234). Die erneute Anhörung konnte auf den 2. Dezember 2021 festgesetzt und 

durchgeführt werden (vgl. Urk. 235 f. und Prot. II S. 19 ff.). 

2.7. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2021 reichte der Kindsvertreter seine Hono-

rarnote ein (Urk. 237 f.). Den Parteien wurde das rechtliche Gehör gewährt 

(Urk. 239). Der Kläger verzichtete auf Stellungnahme (Urk. 240); die Beklagte 

liess sich mit Eingabe vom 31. Januar 2022 zur Kindsanhörung vernehmen 

(Urk. 241). Die Eingabe wurde den übrigen Verfahrensbeteiligten zugestellt. Es 

folgte je eine weitere Eingabe des Klägers (Urk. 244) und der Beklagten 

(Urk. 246). Letztere ist mit dem vorliegenden Entscheid zuzustellen; das Beru-

fungsverfahren erweist sich nunmehr als spruchreif.  

3. Berufungsvoraussetzungen 

Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen das 

Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Diese sind vorliegend gegeben. Die 

Berufung wie auch die Anschlussberufung gingen rechtzeitig, schriftlich begründet 

und mit konkreten Anträgen versehen bei der Rechtsmittelinstanz ein (Urk. 186 

und Couvert zu Urk. 192; Urk. 222 f.). Die Parteien sind durch das vorinstanzliche 

Urteil beschwert und zur Rechtsmittelerhebung legitimiert; für das Rechtsmittel 

gegen den vorinstanzlichen Entscheid ist das angerufene Obergericht zuständig. 

- 26 - 

Die Kostenvorschüsse wurden geleistet. Auf die Berufung und die Anschlussberu-

fung ist einzutreten. 

4. Prozessuales 

4.1. Teilrechtskraft. Mit der Berufung wurden die Dispositiv-Ziffern 1 (Schei-

dungspunkt), 3 (gemeinsame elterliche Sorge), 10 (Teilvereinbarung), 13 (Erzie-

hungsgutschriften) und 14 (Übertragung Mietvertrag) nicht angefochten. Da diese 

Aspekte auch in der Anschlussberufung nicht aufgegriffen wurden, sind sie in 

Rechtskraft erwachsen. Dem Kläger lief die Frist für die Beantwortung der Beru-

fung am 31. August 2021 ab, weshalb die Rechtskraft am 1. September 2021 ein-

trat (vgl. Urk. 222). Davon ist Vormerk zu nehmen. Über die nicht angefochtenen 

erstinstanzlichen Prozesskosten ist im Rahmen des Berufungsverfahrens zu be-

finden (Art. 318 Abs. 3 ZPO).  

4.2. Prozessuale Anträge. Über die beantragten Kostenvorschüsse bzw. die Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde mit Beschluss vom 25. März 

2021 befunden (Urk. 215), die Kammer hat die vorinstanzlichen Akten (FE160261; 

Urk. 1-191), enthaltend die Akten des Eheschutzverfahrens (EE140114; Urk. 

10/1-35) beigezogen und C._____ wurde am 6. Januar sowie 2. Dezember 2021 

von einer Delegation der Kammer im Beisein des Kindsvertreters angehört 

(Prot. II S. 6 und 19). Mit Eingabe vom 31. Januar 2022 liess die Beklagte den An-

trag stellen, es sei beim neuen Psychologen von C._____ ein Bericht über die all-

gemeine Situation einzuholen, insbesondere unter Berücksichtigung des Aspekts, 

ob sich C._____ von einem oder beiden Eltern unter Druck gesetzt fühle und 

Angst habe, ihren Willen bezüglich des Landes und des Elternteils, wo/bei dem 

sie leben möchte, offen zu äussern (Urk. 241 S. 3; Urk. 246 S. 2). Die Position 

von C._____ wurde durch die insgesamt vier Anhörungen, die Stellungnahmen 

des Kindsvertreters und der Beiständin sowie die Darstellung der Parteien zu-

reichend ins Verfahren eingebracht (vgl. dazu E. 5.8.2 und E. 7.5 f.). Insbesonde-

re formulierte C._____ anlässlich der zweiten Anhörung vor Obergericht Wünsche 

für die Ausgestaltung der Betreuung, die sowohl von den Anträgen des Klägers 

als auch von jenen der Beklagten abweichen, was eine differenzierte und unab-

hängige Haltung indiziert. Die Einholung eines Berichts beim Psychologen Bern-

- 27 - 

hard Schneiter erscheint angesichts dieser Ausgangslage als nicht erforderlich. 

Der entsprechende Antrag ist abzuweisen.  

4.3. Rechtliches Gehör. Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 53 Abs. 1 ZPO ha-

ben die Parteien eines Gerichtsverfahrens Anspruch auf rechtliches Gehör. Die 

Beklagte rügt in der Berufungsschrift an etlichen Stellen, das rechtliche Gehör 

C._____s und ihr eigenes sei verletzt worden (Urk. 192 S. 13, 15, 25, 35, 69). 

Vorab sei darauf hingewiesen, dass es der Beklagten nicht zusteht, eine angebli-

che Verletzung des rechtlichen Gehörs C._____s zu rügen, zumal diese Kompe-

tenz deren Vertreter zukommt (vgl. Art. 300 ZGB). Im Übrigen wurde C._____ er-

neut angehört, weshalb in diesem Zusammenhang auch keine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs ersichtlich ist. Der Kläger hat vorinstanzlich subeventualiter 

die Anordnung der alternierenden Obhut beantragt (Urk. 142 S. 8). In dieser 

Konstellation hat das Gericht die Möglichkeit der alternierenden Obhut zu prüfen 

(Art. 298 Abs. 2ter ZGB). Die Beklagte hat vor Vorinstanz im Übrigen auch zur al-

ternierenden Obhut Stellung genommen (vgl. Urk. 148 S. 35). Entgegen ihrer An-

sicht war die Vorinstanz demnach nicht gehalten, eine zusätzliche Stellungnahme 

der Parteien zur Anordnung der alternierenden Obhut einzuholen (vgl. Urk. 192 

S. 13 und 34 f.; vgl. auch Urk. 223 S. 5). Auch diesbezüglich ist keine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs dargetan. Schliesslich ist die Beklagte hinsichtlich einer 

Verletzung des rechtlichen Gehörs bei der Höhe des Taschengeldes von C._____ 

nicht beschwert (Urk. 192 S. 69), ist es nach dem vorinstanzlichen Entscheid 

doch ohnehin der Kläger, der C._____ das Taschengeld gesamthaft zu entrichten 

hat (Urk. 193 S. 61). 

4.4. Verhandlungs- / Untersuchungsgrundsatz. Thema des Berufungsverfah-

rens sind einerseits die Kinderbelange und die berufliche Vorsorge; hier gilt der 

Untersuchungsgrundsatz. Für den andererseits umstrittenen nachehelichen Un-

terhalt würde grundsätzlich nach Art. 277 Abs. 1 ZPO der Verhandlungsgrundsatz 

gelten. Da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners nur 

einheitlich ermittelt werden kann, schlägt die uneingeschränkte Untersuchungs-

maxime aber auch hinsichtlich der Ermittlung der Ehegattenunterhaltsbeiträge 

durch (vgl. OGer ZH LE170035 vom 8.12.2017, S. 11). Ferner gilt auch die in 

- 28 - 

Kinderbelangen gelockerte Novenschranke (BGE 144 III 349 E. 4.2.1) grundsätz-

lich umfassend. Ausgenommen bleibt vorliegend die umstrittene Frage nach dem 

zuletzt erreichten, gemeinsam gelebten Lebensstandard, der sich nur auf die Hö-

he des nachehelichen Unterhalts, nicht auch auf die Höhe der Kindesunterhalts-

beiträge auswirken kann und damit dem Verhandlungsgrundsatz untersteht (vgl. 

E. 9.6.1.4). 

4.5. Anforderungen an die Berufungsschrift. Das Berufungsverfahren ist ein ei-

genständiges Verfahren. Es dient nicht etwa der Vervollständigung des erstin-

stanzlichen Verfahrens, sondern vielmehr der Überprüfung und Korrektur des an-

gefochtenen Entscheides im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstan-

dungen (BGE 142 III 413 E. 2.2.1). Die Berufungsschrift muss – im Gegensatz zur 

Klageschrift – nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begrün-

dung enthalten (ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 36). Die Beanstandungen am 

angefochtenen Entscheid haben die Parteien innert der Berufungs- bzw. Beru-

fungsantwortfrist vollständig vorzutragen (BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit Hinwei-

sen). Vor Obergericht haben die Parteien mittels klarer und sauberer Verweisun-

gen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo sie die massgeblichen 

Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen vorgetragen und auch Beweisanträge 

gestellt haben. 

In diesem Sinne ist die Berufungsinstanz namentlich nicht gehalten, von sich aus 

wie ein erstinstanzliches Gericht alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen 

Fragen zu untersuchen, wenn keine entsprechenden Rügen der Parteien vor der 

zweiten Instanz vorliegen. Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich das 

Berufungsgericht grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und Beru-

fungsantwort gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu 

beschränken. Oder mit andern Worten: Die Rügen der Parteien geben das Prü-

fungsprogramm der Berufungsinstanz vor, und der angefochtene Entscheid ist 

grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. In rechtlicher Hin-

sicht ist das Berufungsgericht – in Anwendung des Grundsatzes iura novit curia – 

bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an 

die Argumente der Parteien gebunden. Auch in tatsächlicher Hinsicht ist es nicht 

- 29 - 

an die Feststellungen des erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn der 

erstinstanzliche Entscheid bei fehlenden Sachverhaltsrügen der Parteien im Beru-

fungsverfahren in der Regel als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient. Im 

Berufungsverfahren sind die Parteien sodann gehalten, erstinstanzlich gestellte 

Beweisanträge, denen nicht entsprochen wurde, zu wiederholen. Dies gilt auch 

für die berufungsbeklagte Partei, muss sie doch mit der Gutheissung der Beru-

fung rechnen. Es ist namentlich nicht Sache der Berufungsinstanz, die erstin-

stanzlichen Akten nach erstinstanzlich erhobenen, vor zweiter Instanz jedoch 

nicht erneuerten Beweisanträgen zu durchforschen. Zudem entspräche dies nicht 

der Natur des Berufungsverfahrens als eines eigenständigen Verfahrens. Soweit 

im Berufungsverfahren keine Sachverhaltsrügen vorgetragen werden, bildet der 

erstinstanzliche Entscheid in der Regel die Grundlage des Rechtsmittelverfahrens 

(BGE 144 III 394 E. 4.1.4. und 4.2.). 

5. Bestimmung von C._____s Aufenthaltsort 

5.1. Üben die Eltern die elterliche Sorge gemeinsam aus und will ein Elternteil 

den Aufenthaltsort des Kindes wechseln, so bedarf dies der Zustimmung des an-

dern Elternteils oder der Entscheidung des Gerichts, wenn der neue Aufenthalts-

ort im Ausland liegt (Art. 301a Abs. 2 lit. a ZGB). 

5.2. Die Vorinstanz führte zunächst das Notwendige zu den theoretischen 

Grundlagen der Bestimmung des Aufenthaltsorts eines Kindes aus (Urk. 193 

S. 17 ff.). Darauf ist zu verweisen. Dann erwog sie zusammengefasst, dass sich – 

abgesehen von der schmerzlichen Einschränkung der Kontakte zur Beklagten im 

Falle eines Umzuges letzterer nach Polen – keine Gründe ergäben, welche im In-

teresse des Kindes für den Umzug nach Polen sprächen. Was das gesicherte 

Umfeld, den Freundes- und Verwandtenkreis, die Schule aber auch das Mass der 

persönlichen Betreuung betreffe, wahre ein Verbleib von C._____ in der Schweiz 

das Kindswohl besser. Die Trennung von der Beklagten werde dadurch aufgewo-

gen, dass im umgekehrten Fall das Gleiche für den Kläger gelte. Zwar würde sich 

je nach Ausgestaltung des Besuchsrechts des Vaters umfangmässig etwas weni-

ger ändern als bei einer Zuteilung der Obhut an ihn; es sei diesfalls aber klar ab-

sehbar, dass sich die Kontakte zum Kläger durch den Landeswechsel verringern 

- 30 - 

würden. Da ferner die Parteien als gleichwertige Bezugspersonen von C._____ 

anzusehen seien und die weiteren Kriterien gegen einen Umzug nach Polen 

sprächen, sei ein Wechsel des Aufenthaltsortes nach F._____ nicht zu bewilligen 

(Urk. 193 S. 28 f.). 

5.3. Die Beklagte stellt sich mit der Berufung auf den Standpunkt, es sei Fakt, 

dass sie stets Hauptbetreuungs- und Hauptbezugsperson von C._____ gewesen 

sei. Die Vorinstanz verkenne, dass C._____ eine viel engere Beziehung zu ihr 

habe als zum Kläger. Er habe sich auch nie um die administrativen Belange, Arzt, 

Zahnarzt, Kieferorthopädie, etc. gekümmert. Seit er eine neue Partnerin habe, 

besuche er C._____ auch nicht mehr bei der Beklagten. Es sei eine traditionelle 

Hausgattenehe gelebt worden und sie sei die Hauptbetreuungsperson gewesen. 

In ihr habe C._____ eine gute Freundin, mit der sie Sorgen und Ängste teile. Für 

die Beurteilung der Sichtweise von C._____ seien keine aktuellen Unterlagen bei-

gezogen worden. Die Vorinstanz habe auch den Sachverhalt falsch festgestellt, 

weil sie auf einen alten Bericht der Beiständin abgestellt habe, der damit schlies-

se, dass C._____ längere Zeit am Stück beim Vater verbringen wolle. Dieses 

Missverständnis sei anlässlich der zweiten Kinderanhörung geklärt worden; 

C._____ wolle mehr Zeit alleine mit dem Vater, ohne Anwesenheit von Drittperso-

nen, wie zum Beispiel dessen Freundin, verbringen. Wenn C._____ beim Kläger 

sei, so schlafe letzterer mit seiner Freundin im Wohnzimmer und C._____ im 

Schlafzimmer. Das seien keine adäquaten Wohnverhältnisse. C._____ benötige 

ein eigenes Zimmer. Eine alternierende Obhut wäre erst möglich, wenn der Klä-

ger eine grössere Wohnung gefunden hätte. Aus der zweiten erstinstanzlichen 

Anhörung könne nicht abgeleitet werden, dass C._____ bei beiden Eltern wohnen 

und auch unter der Woche vom Kläger betreut werden wolle. Zur sorgfältigen Prü-

fung des Wohnsitzwechsels hätte auch ihre berufliche Situation in Polen geprüft 

werden müssen. Sie sei unglücklich in der Schweiz und sehe für sich und 

C._____ hier keine Zukunft; ihre Chancen sehe sie lediglich in Polen. Mit der al-

ternierenden Obhut werde indirekt in ihre persönliche Freiheit eingegriffen. Sie 

könne nicht gezwungen werden, in der Schweiz bei C._____ zu leben. Es sei 

schlicht falsch, wenn die Vorinstanz zum Schluss komme, sie könne nicht als 

Hauptbezugsperson angesehen werden. C._____ habe stets mit ihr gelebt und 

- 31 - 

habe nie beim Vater leben wollen. Auch wenn die Beziehung C._____s zum Klä-

ger wichtig sei, könne nicht gesagt werden, dass beide Eltern als Bezugsperso-

nen angesehen werden könnten. Mutter und Tochter würden jede freie Minute zu-

sammen verbringen. Auch im Schulalltag unterstütze sie C._____. Es bestehe ei-

ne sehr enge, emotionale Beziehung. Der angefochtene Entscheid habe bei 

C._____ negative Gefühle ausgelöst. Soweit sie es wisse, habe der Kindsvertre-

ter den Entscheid mit C._____ nicht besprochen. Sie sei überzeugt, dass C._____ 

das Urteil nicht akzeptieren würde und nicht damit einverstanden sei, dass sie al-

leine nach Polen gehen müsse oder dann eine alternierende Obhut bestehe. 

C._____ möchte in die gleiche Schule gehen wie ihre derzeit beste Freundin aus 

F._____. In der Schweiz finde sie nur schlecht Anschluss; nach der 6. Klasse 

müsse C._____ ohnehin die Schule wechseln und neue Kinder kennen lernen. 

Sie sei in Polen bereits gut integriert und würde bei einem Wohnsitzwechsel nam-

hafte Unterstützung von Freunden und Verwandten erhalten. Auch die Tochter ih-

rer besten Freundin studiere in Polen und kenne C._____ schon ihr ganzes Leben 

lang; es sei wie Familie. Zahlreiche Verwandte seien ebenfalls in F._____. Es be-

stehe daher durchaus ein familiäres Umfeld in Polen; zudem habe auch der Klä-

ger selber einen sehr engen Bezug zu Polen. Mit Blick auf die Schule verkenne 

die Vorinstanz, dass im Sommer 2021 ohnehin ein Schulwechsel bevorstehe. Es 

zeichne sich ab, dass C._____ das Gymnasium besuchen werde. Sie werde über 

den Mittag nicht mehr nach Hause gehen, um zu essen. Das Verfahren werde 

mindestens noch ein Jahr in Anspruch nehmen, weshalb zum Entscheidzeitpunkt 

ohnehin schulische Veränderungen anstehen würden. Gerade so gut könne sie 

die Schule in Polen besuchen. Das Schulsystem könne kein Grund für den Ver-

bleib von C._____ in der Schweiz sein. Im Übrigen sei C._____ mit 12 Jahren 

schon selbständig. Es gebe starke Indizien und Hinweise dafür, dass sich 

C._____ in ihrer jetzigen Schule nicht wohl fühle. Schliesslich sei nicht sicher, ob 

der Kläger zur Betreuung nach wie vor sein Pensum reduzieren könne. Die Vo-

rinstanz verletze die Begründungspflicht, wenn sie ausführe, dass C._____ keine 

Namen von Verwandten in Polen habe nennen können, ohne auszuführen, woher 

sie diese Ausführungen nehme. C._____ sage immer wieder, dass sie bei der 

Mutter leben und mit ihr nach F._____ ziehen wolle. Es gebe also keine Präferenz 

- 32 - 

für einen bestimmten Ort, wohl aber für sie als Person. Diesen Wunsch gelte es 

zu berücksichtigen. Ihr gegenüber habe C._____ schliesslich kund getan, dass 

sie dem Kindsvertreter betreffend Wohnsitzwechsel etwas anderes erzählt habe, 

als dieser gegenüber dem Gericht verlautbart habe. Die Vorinstanz sei zu Unrecht 

zum Schluss gelangt, dass der Verbleib von C._____ in der Schweiz das Kinds-

wohl besser wahre als ein Umzug nach Polen. Es stimme nicht, wenn die Vo-

rinstanz schreibe, dass sich der Kontakt zum Kläger durch einen allfälligen Lan-

deswechsel von C._____ verringern würde; der Kläger habe einen sehr engen 

Bezug zu Polen und es wäre ihm möglich, C._____ fast gleich häufig zu sehen 

wie bis anhin (Urk. 192 S. 15-36). 

5.4. Der Kläger erklärt in der Berufungsantwort, die Vorinstanz sei zu Recht 

zum Schluss gekommen, dass die Parteien gleichermassen wichtige Bezugsper-

sonen für C._____ seien. C._____ selbst habe das von Anfang an stets sehr klar 

und konzis ausgeführt; in der Anhörung vor Obergericht habe sie das besonders 

gute Verhältnis zum Kläger hervorgehoben, während sie das Verhältnis zur Be-

klagten eher als belastet beschrieben habe. Nach über siebenjähriger Verfah-

rensdauer seit der Trennung seien sodann nicht länger die Verhältnisse vor der 

Trennung massgebend, sondern die aktuellen. Das Verhältnis zum Kläger sei e-

her sogar noch stärker geworden. C._____ fände es gut, je zur Hälfte bei Mutter 

und Vater zu sein. C._____ äussere sich ferner klar dazu, nicht nach Polen zie-

hen zu wollen. Das decke sich mit dem Entscheid der Vorinstanz. 

Die Beklagte habe sodann im vorinstanzlichen Verfahren nicht ansatzweise sub-

stantiiert darzulegen vermocht, welche konkreten beruflichen Optionen sie in 

F._____ ausüben könne. Die Beklagte mache das Kindswohl C._____s von ihrem 

eigenen Glück abhängig. Auch die Kinderanhörung vor Obergericht habe gezeigt, 

dass sich die Beklagte C._____ gegenüber manipulativ verhalte, was sich für ein 

Kind äusserst belastend auswirke. Entweder verliere es seinen eigenen Willen  

oder die Liebe der Mutter. Es treffe auch nicht zu, dass die Vorinstanz in die per-

sönliche Freiheit der Beklagten eingegriffen habe; sie selber habe es stets abge-

lehnt, alleine nach Polen zu ziehen und habe keine entsprechenden Anträge ge-

stellt. Eine beste Freundin in Polen habe C._____ nicht. Ferner hätten sich die 

beiden Mütter überworfen und den Kontakt vollständig abgebrochen. C._____ sei 

- 33 - 

mittlerweile in die erste Klasse des Gymnasiums eingetreten und habe hier zwei 

gute Freundinnen gefunden. Die von der Beklagten aufgezählten Personen in Po-

len seien keine Freunde von C._____; die Beklagte habe es sodann grundlos un-

terlassen, diese Behauptungen schon erstinstanzlich aufzustellen. Die in diesem 

Zusammenhang eingereichten Bestätigungsschreiben seien ferner Gefälligkeits-

schreiben, da alle dem gleichen Inhalt folgten und offensichtlich vorgeschrieben 

worden seien. Alle engen Familienmitglieder des Klägers lebten in der Schweiz 

bzw. würden demnächst hierhin ziehen. 

Seit geraumer Zeit arbeite er nun nahezu vollständig von zu Hause aus und er 

habe die Zusicherung seiner Arbeitgeberin, dass er auch "Post Covid" zwischen 

40 und 60 % von zu Hause aus arbeiten könne. Inwiefern die Beklagte hingegen 

in Polen eine persönliche Betreuung sicherstellen könnte, sei nicht überprüfbar, 

da nicht einmal die Ausrichtung einer Arbeitstätigkeit der Beklagten bekannt sei. 

Schliesslich hätte der Wegzug von C._____ nach Polen grosse Auswirkungen auf 

den Kontakt zwischen Vater und Tochter. Die Vorinstanz habe sich umfassend 

mit den vorgebrachten Argumenten auseinandergesetzt und eine korrekte Inte-

ressenabwägung vorgenommen; eine erneute Kinderanhörung sei mittlerweile er-

folgt und die Aussagen C._____s würden sich vollumfänglich mit dem erstinstanz-

lichen Entscheid decken. Er sei in diesem Punkt zu bestätigen (Urk. 223 S. 6 ff.). 

5.5. Der Kindsvertreter führte anlässlich der Verhandlung vom 17. Dezember 

2020 aus, sie hätten das erstinstanzliche Urteil nicht angefochten. C._____ sei 

damit einverstanden und zufrieden. Sonst hätte er sich dagegen gewehrt. Es sei 

für C._____ nicht das Optimum, sie könne aber gut damit leben. Das beziehe sich 

insbesondere auch auf die Frage, ob der Wohnsitz in der Schweiz oder in Polen 

sein solle (Prot. II S. 3). 

5.6. C._____ selbst erzählte in der Kinderanhörung vom 6. Januar 2021, sie sei 

im Schulumfeld nie sehr beliebt gewesen; damit könne sie aber umgehen. Ein 

Mädchen, das anfänglich sehr gemein zu ihr gewesen sei, sei inzwischen eine 

sehr gute Freundin von ihr; in Polen habe sie auch eine Freundin, Q._____. Die 

Schule in der Schweiz sei viel besser. Es habe ihr zwar geschmeichelt, sehr gute 

Noten zu schreiben und die beste Schülerin zu sein, als sie im letzten Herbst in 

- 34 - 

Polen zur Schule gegangen sei. Die Qualität des Unterrichts sei aber nicht gleich 

gut wie in der Schweiz, weshalb es längerfristig gedacht nichts Gutes sei. Sie wol-

le nicht in Polen zur Schule gehen. Sie hege den Wunsch, nach der Schule an der 

ETH Physik zu studieren. Nach dem Verhältnis zu ihren Eltern gefragt wies 

C._____ darauf hin, dass sie nicht in die Konflikte der Eltern einbezogen werden 

wolle. Sie fühle sich von ihrer Mutter häufig bedrängt; bspw. nach einer Anhörung 

werde sie ausgefragt. Ihre Mutter sei überzeugt davon, dass sie nach Polen mit-

gehen wolle. Teilweise sage ihre Mutter auch, wenn sie etwas nicht mache, so 

bedeute dies, dass sie ihre Mutter nicht lieb habe. Wenn sie selbst sage, was sie 

wolle, gebe es häufig Streit. Sie habe schon mehrfach gesagt, dass sie nicht nach 

Polen und mehr Zeit mit dem Vater verbringen wolle; diesbezüglich werde sie ig-

noriert. Mit ihrem Vater verstehe sie sich besser (Prot. II S. 6 ff.). 

In der neuerlichen Anhörung vom 2. Dezember 2021 brachte C._____ zu Proto-

koll, sie sei inzwischen ins Gymnasium eingetreten und habe jetzt eine beste Kol-

legin und einen besten Kollegen. Sie müsse sich noch daran gewöhnen, dass sie 

mehr lernen müsse, um gute Noten zu schreiben. Sie führte zur Betreuungsrege-

lung aus, dass sie zwar mehr Zeit mit dem Vater, nicht aber ganz 50 % bei ihm 

verbringen möchte. Ferner wünsche sie sich eine gewisse Flexibilität hinsichtlich 

der Betreuungszeiten, was aber nicht umsetzbar sein werde, so wie sie ihre Eltern 

kenne. Es sei nach wie vor so, dass sie nicht nach Polen ziehen wolle; mit ihrer 

Mutter habe sie es aber inzwischen viel besser, da sie gemeinsame Interessen 

gefunden hätten (Prot. II S. 19 f.). 

5.7. Mit Eingabe vom 31. Januar 2022 hielt die Beklagte dafür, C._____ wolle 

wie bis anhin bei ihr leben und den Kläger besuchen. In F._____ seien sie gut 

vernetzt. Die beste Freundin von C._____ lebe dort. Der Kläger sei regelmässig in 

Österreich; die Fahrt dahin sei länger als der Flug nach F._____. C._____ habe 

ihr immer wieder gesagt, dass sie mit nach F._____ gehen würde, wenn sie (die 

Beklagte) das wolle und den Umzug konkret durchführe (Urk. 241). 

5.8. Folgendes ist in Erwägung zu ziehen: 

5.8.1. Die Vorinstanz hat die Prüfung der Fragen des Aufenthaltsbestimmungs-

rechts und der alternierenden Obhut eindeutig auseinander gehalten und unab-

- 35 - 

hängig voneinander geprüft (Urk. 193 S. 17 f. und S. 28 f.). Die in diesem Zu-

sammenhang erhobene Rüge der Beklagten, sie werde gezwungen, in der 

Schweiz zu bleiben, ist unbegründet. 

5.8.2. Die Vorinstanz stellte fest, dass die Beklagte seit der Trennung faktisch und 

in quantitativer Hinsicht (ca. 70 %) die Hauptbetreuungsperson von C._____ ge-

wesen sei. Auch bei einer nicht hälftigen Betreuung könnten indes die Eltern 

gleichwertige Bezugspersonen sein. Aus dem Bericht der Beiständin und den 

Kinderanhörungen gehe hervor, dass für C._____ beide Elternteile sehr wichtig 

seien; dies gelte unabhängig davon, dass die Beklagte den Bericht vom 15. Au-

gust 2016 dahingehend kritisiert habe, C._____ habe sicher nicht erklärt, gleich 

viel Zeit mit dem Vater wie mit der Mutter verbringen zu wollen, sonderlich ledig-

lich meine, die verfügbare Zeit mit ihrem Vater mehr mit ihm alleine verbringen zu 

wollen. Auch der Kindsvertreter habe anlässlich der Verhandlung vom 11. Juli 

2019 bestätigt, dass sie beide Elternteile sehr gern habe und sie die Beziehung 

zu beiden nicht verlieren wolle. Aus diesen Äusserungen folge, dass trotz der 

quantitativen Hauptbetreuung nicht von einer Hauptbezugsperson gesprochen 

werden könne, sondern beide Elternteile für C._____ gleich wichtig seien und 

beide als Bezugspersonen anzusehen seien und die Ausgangslage neutral zu 

bewerten sei. Ebenso sei klar ersichtlich, dass beide Varianten, der Verbleib beim 

Kläger in der Schweiz  

oder der Wegzug mit der Beklagten nach Polen, C._____ sehr belasten würden. 

Sie wolle sich nicht auf eine Seite stellen, habe den Kindsvertreter nicht autori-

siert, weitere relevante Informationen dem Gericht bekannt zu geben, und habe 

auch anlässlich der zweiten Kindesanhörung mitgeteilt, dass einzelne von ihr ge-

machte Aussagen den Eltern und Rechtsvertretern nicht offenzulegen seien 

(Urk. 123 f.). 

Mit diesen Erwägungen setzt sich die Beklagte nur unzureichend auseinander. 

Der Vorwurf, der Kläger habe sich nicht um administrative Belange gekümmert, 

zeitigt keinen Einfluss auf die Qualität seiner Beziehung zu C._____. Es trifft auch 

nicht zu, dass die Vorinstanz die Beklagte nicht als Hauptbezugsperson sähe; sie 

bezeichnet indes den Kläger als gleichwertige Bezugsperson. Die Vorinstanz 

- 36 - 

stellte zur Erfassung der Sichtweise von C._____ sowohl auf den Bericht der Bei-

ständin, die beiden Kinderanhörungen C._____s als auch die Ausführungen des 

Kindesvertreters ab. Dies ergibt ein kohärentes Bild der Sichtweise C._____s. Die 

soeben wiedergegebenen, gegenteiligen Ausführungen der Beklagten in der Be-

rufung beruhen hingegen einzig auf deren eigenen Wahrnehmung, scheinen teil-

weise von einer Druckausübung auf C._____ geprägt zu sein und vermögen an 

den Erwägungen der Vorinstanz nichts zu ändern. Die vom Obergericht durchge-

führten Kinderanhörungen mit den oben wiedergegebenen, differenzierten Aus-

sagen C._____s wie auch die Ausführungen des Kindsvertreters bestätigen die-

ses Bild. Die Parteien sind als gleichwertige Bezugspersonen anzusehen. 

5.8.3. Zu den weiteren Kriterien (familiäres und wirtschaftliches Umfeld, Stabilität 

der Verhältnisse, Sprache, Beschulung, gesundheitliche Bedürfnisse und Mei-

nung von C._____) erwog die Vorinstanz, dass C._____ anlässlich der zweiten 

Kindesanhörung ausgeführt habe, viele Verwandte in Polen zu haben, mehr als 

die Hälfte davon aber nicht zu kennen. Aus den Ausführungen des Kindsvertre-

ters erhelle, dass C._____ in der 5. Klasse gut integriert und angekommen sei. 

Sie sei hier geboren und kenne das schweizerische Schulsystem. Das polnische 

Schulsystem wäre für C._____ fremd; dort gebe es ein Tagesschulsystem, in wel-

chem das Kind auch über Mittag in der Schule verbleibe. Der Kläger würde bei ei-

nem Verbleib von C._____ in der Schweiz sein Pensum auf 80 % reduzieren und 

an jenen Tagen, an denen C._____ nachmittags schulfrei habe, morgens von zu 

Hause aus arbeiten. So könne er C._____ an zwei Tagen die Woche nach der 

Schule zu Hause betreuen. An drei Tagen wäre C._____ im Hort. Die Pensums-

reduktion sei durch eine Arbeitgeberbestätigung belegt. In Polen wäre C._____ 

fünf Tage die Woche ganztags in der Schule und damit fremdbetreut. Unter dem 

Aspekt der persönlichen Betreuung durch einen Elternteil führte der Umzug nach 

Polen daher zu keiner Verbesserung. C._____ sei zweisprachig aufgewachsen 

und habe teilweise die polnische Schule besucht. Insofern würde ein Umzug 

C._____s keine Probleme bereiten. Die Beklagte sei in M._____ aufgewachsen, 

wolle nun aber nach F._____ ziehen. Sie habe nicht schlüssig dargetan, dass sie 

selber in F._____ über einen Freundeskreis verfüge, den C._____ kenne. Haupt-

motivation der Beklagten für einen Umzug sei das Finden einer ihrer Ausbildung 

- 37 - 

entsprechenden Arbeit. Die berufliche Entwicklung der Beklagten in F._____ sei 

aber zum heutigen Zeitpunkt mangels konkreter Angaben ungewiss. Es könne ihr 

nicht attestiert werden, dass sie in ein wirtschaftlich und sozial abgesichertes Um-

feld ziehen wolle. C._____ würde sich mit beiden Orten arrangieren, sofern sie mit 

beiden Eltern in derselben Stadt verbleiben könnte. Daraus ergebe sich nicht ein 

fehlender Bezug zum aktuellen Wohnort sondern vielmehr, dass C._____ dem 

Frieden zuliebe auch nach F._____ ziehen würde, wenn sich beide Eltern dort 

niederliessen.  

Die Beklagte setzt sich mit ihren in Erwägung 5.3. zusammengefasst wiederge-

gebenen Rügen nicht zureichend mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinan-

der. Die von ihr in diesem Zusammenhang mit der Berufung eingereichten 

Schreiben von Personen aus Polen (vgl. Urk. 195/2-4) zeichnen sich einerseits 

durch Superlative und starke Adjektive bzw. Adverbien aus (treffen uns immer; 

beste Freundinnen; verbringen viel Zeit zusammen; Jedes Mal; spielt sehr gerne 

mit C._____; jedes Mal warte ich auf diesen Treffen; wäre ich sehr glücklich; Wir 

unterstützen uns mein ganzes Leben lang in jeder Situation), sind gleichzeitig 

aber weitgehend abstrakt, detailarm und nehmen keinen Bezug auf konkrete Er-

eignisse. Andererseits wurden sie spezifisch als Bestätigungen für diesen Pro-

zess erstellt. Der Schluss der Vorinstanz, es könne der Beklagten nicht attestiert 

werden, dass sie in ein wirtschaftlich und sozial abgesichertes Umfeld ziehen wol-

le, kann damit nicht entkräftet werden. Ob und wo die Beklagte eine Stelle fände, 

wo innerhalb von F._____ sie eine Wohnung bezöge und in welche Schule 

C._____ konkret ginge, erscheint nach wie vor weitgehend ungeklärt. Zutreffend 

ist auch, dass in der Schweiz während der verbleibenden Primarschulzeit ein 

Mehr an persönlicher Betreuung sichergestellt war. Die von der Beklagten bestrit-

tene Möglichkeit zur Pensumsreduktion des Klägers und Flexibilität der Arbeits-

zeiteinteilung ergibt sich einerseits aus einer konkreten Bestätigung der G._____ 

vom 12. Dezember 2018 (Urk. 143/57), aus dem entsprechenden Reglement zum 

Arbeitszeitmodell (Urk. 159/97) und andererseits aus dem mit der Berufungsant-

wort eingereichten Home Office Agreement samt Richtlinie der Arbeitgeberin des 

Klägers (Urk. 225/19 f.). Selbst nach dem Dafürhalten der Beklagten in der Beru-

fungsschrift ist C._____ eine sehr gute Schülerin, welche die Aufnahmeprüfung 

- 38 - 

für das Gymnasium machen möchte (Urk. 192 S. 30 und 68); sie hat die Prüfung 

denn inzwischen auch bestanden und ist in der Probezeit, wobei sie davon aus-

geht, sie werde sie bestehen. Sie ist nach eigenen Dafürhalten auch im Klassen-

verbund gut eingebettet (Prot. II S. 19). Zureichende Anhaltspunkte für eine von 

der Vorinstanz abweichende Beurteilung sind daher nicht dargetan. Dass der Klä-

ger für eine optimale Betreuung C._____s auf eine grössere Wohnung angewie-

sen ist, ist ihm auch selber bewusst; entsprechend ist er in der Baugenossen-

schaft N._____ seit dem Frühjahr 2018 auf der Warteliste für eine grössere Woh-

nung (Urk. 94/32). Seit C._____ nunmehr das Gymnasium besucht, hat sich der 

Radius vergrössert, in welchem der Kläger eine Wohnung suchen kann (vgl. Urk. 

223 S. 13 und 27). Der Berufungsschrift der Beklagten ist ferner zu entnehmen, 

dass der Kläger seiner derzeit beengten Wohnsituation insofern Rechnung trägt, 

als er C._____ in seinem Schlafzimmer übernachten lässt und ins Wohnzimmer 

ausweicht (Urk. 192 S. 19). Schliesslich verbringen sie zeitweise auch ein Wo-

chenende in der grösseren Wohnung der Freundin des Klägers in O._____, wo 

C._____ über ihr eigenes Zimmer verfügt (Urk. 223 S. 13). C._____ selbst hat in 

der letzten Kinderanhörung zu diesem Umstand ausgeführt, dass sie sich nicht 

unwohl dabei fühle (Prot. II S. 20). Mit der Erwägung der Vorinstanz ist davon 

auszugehen, dass der Kläger in Zukunft eine grössere Wohnung beziehen wird 

(Urk. 193 S. 56). Insofern ist der Kläger in der Lage, für eine angemessene Un-

terbringung C._____s zu sorgen und die derzeitige Situation tangiert das Kinds-

wohl nicht massgeblich. Da sich die Vorinstanz mit Blick auf ihre Erwägung zur 

Bekanntheit der vielen Verwandten in Polen erkennbar auf die zweite Kinderanhö-

rung abstützte (Urk. 193 S. 26 und 28), geht die von der Beklagten gerügte an-

gebliche Verletzung der Begründungspflicht fehl (Urk. 192 S. 32). Dass sich der 

Kontakt des Klägers zu C._____ bei einer Bewilligung des Wegzugs nach Polen 

verringerte, wie von der Vorinstanz erwogen, gesteht die Beklagte in ihrer Beru-

fung schliesslich selber zu und bedarf keiner weiteren Erläuterung (vgl. auch Urk. 

223 S. 9).  

5.9. Insgesamt überzeugt die vorinstanzliche Einschätzung zum beantragten 

Wechsel des Aufenthaltsorts von C._____ nach Polen. Diese Einschätzung hat 

- 39 - 

sich mit dem Fortgang des Verfahrens und der zunehmenden Ortsgebundenheit 

C._____s noch gefestigt. Der Aufenthaltswechsel ist zu verweigern.  

6. Obhut 

6.1. In einem Scheidungsverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil die 

alleinige elterliche Sorge, wenn es zur Wahrung des Kindswohls notwendig ist; es 

kann sich auch auf eine Regelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der 

Betreuungsanteile beschränken, wenn keine Aussicht besteht, dass sich die El-

tern diesbezüglich einigen, wobei es auf Antrag die Möglichkeit einer alternieren-

den Obhut prüft (Art. 298 Abs. 1-2ter ZGB). 

6.2. Die Vorinstanz hielt zutreffend die theoretischen Grundlagen zur Obhut 

fest, worauf verwiesen werden kann, und erwog, die Beklagte habe für den Fall 

der Verweigerung des Wechsels des Aufenthaltsorts explizit ausgeführt, nicht al-

leine nach Polen auszuwandern und implizit dahingehende Anträge gestellt, wes-

halb sowohl die alleinige als auch die alternierende Obhut zu prüfen seien. Mit 

Eheschutzurteil vom 9. Oktober 2014 sei die Obhut über C._____ der Beklagten 

alleine zugeteilt worden. Die Betreuung werde nach Massgabe dieses Entscheids 

gelebt. Der Kläger betreue C._____ jedes zweite Wochenende von Freitag ab 

Schulschluss bis Sonntagabend und in der Folgewoche dann von Donnerstag-

abend nach Schulschluss bis Freitagmorgen Schulbeginn. Die Parteien seien er-

ziehungsfähig und die Kommunikation hinsichtlich der Kinderbelange habe sich 

gebessert, sofern nicht der Wohnsitzwechsel thematisiert werde. Auch der Kinds-

vertreter habe attestiert, die Parteien seien sich über die meisten Angelegenhei-

ten einig und vieles funktioniere bereits gut. Es sei daher davon auszugehen, 

dass ein genügender Austausch über die Kinderbelange gelinge und die nötigen 

organisatorischen Massnahmen getroffen würden. Der Kläger habe C._____ in 

der Vergangenheit im Umfang von 30-35 % betreut. Es sei dargetan, dass er sei-

ne Arbeitszeit flexibel gestalten und von zu Hause aus arbeiten könne. Die 

Wohnorte der Parteien seien so nahe, dass C._____ auch von der Wohnung des 

Klägers zu Fuss zur Schule gehen könne. C._____ selber wolle beide Elternteile 

möglichst oft sehen, pflege zu ihnen ein gutes und enges Verhältnis. Sie habe 

sich nicht dahingehend geäussert, bei wem sie lieber oder mehr wohnen wolle. Es 

- 40 - 

sei offenkundig, dass sie sich in einem Loyalitätskonflikt befinde. Es sei die alter-

nierende Obhut anzuordnen (Urk. 193 S. 32 f.). 

6.3. Die Beklagte moniert mit der Berufung, die Vorinstanz hätte nicht darauf 

schliessen dürfen, dass sie es akzeptiere, hier in der Schweiz zu bleiben oder so-

gar mit dem Kläger die Obhut zu teilen. Es sei ihr unerfindlich, wann C._____ 

ausgeführt habe, dass sie beide Elternteile möglichst oft sehen wolle. Das gehe 

auch nicht aus dem Entscheid hervor. C._____ wolle nicht beim Vater leben. Es 

werde nicht in Abrede gestellt, dass C._____ auch zum Kläger eine Beziehung 

leben und pflegen wolle. Wenn C._____ in Polen sei, so könne er das Besuchs-

recht regelmässig wahrnehmen, Ferien mit ihr verbringen, unter der Woche mit 

Video-Anrufen kommunizieren, weshalb er nichts vom Alltag von C._____ ver-

passe. Es treffe zu, dass sich die Kommunikation betreffend die Kinderbelange 

grundsätzlich verbessert habe. Ende März 2020 habe sich hingegen ein bedenkli-

cher Vorfall ereignet. Sie habe dem Kläger aus Goodwill anerboten, ein verpass-

tes Besuchswochenende nachzuholen. Er habe C._____ aber nicht vereinba-

rungsgemäss am 30. März 2020 um 12 Uhr zurückgebracht, sondern erst am 5. 

April 2020. Sie habe sich am 30. März 2020 umgehend an den Beistand und ihre 

Anwältin gewandt. Sie sei schlicht machtlos gewesen. Bei geteilter Obhut bestün-

den mehr Reibungspunkte zwischen den Parteien betreffend Kinderbelange, ins-

besondere betreffend Abhol- und Bringzeiten. Es sei ungeklärt, ob der Kläger ak-

tuell in der Lage sei, sein Pensum zu reduzieren und C._____ zu betreuen. Auch 

die Nähe des Wohnorts könne kein Kriterium sein, zumal selbst die Vorinstanz 

davon ausgehe, dass der Kläger bald eine grössere Wohnung der Genossen-

schaft beziehen werde. Eventualiter habe eine alternierende Obhut erst nach ei-

ner angemessenen Übergangsfrist zu erfolgen (Urk. 192 S. 36-41). 

6.4. Der Kläger weist in der Berufungsantwort darauf hin, dass die alternierende 

Obhut in jedem Fall geprüft werden müsse, wenn ein Elternteil dies beantrage. 

Das sei vorliegend geschehen. Das Bundesgericht habe entschieden, dass die al-

ternierende Obhut nur dann abzulehnen sei, wenn fehlende Erziehungsfähigkeit 

oder ungünstige geographische Verhältnisse vorliegen würden. Seit der Trennung 

betreue er C._____ zu 30 % und habe konstant eine hälftige Betreuung für 

- 41 - 

C._____ beantragt, was die Beklagte stets abgelehnt und jeglichen Mehrkontakt 

zu verhindern versucht habe. C._____ habe sich stets in die Richtung geäussert, 

dass sie gleich viel Zeit mit beiden Eltern verbringen wolle, was die Beklagte igno-

riert habe. In der Anhörung vor Obergericht habe C._____ unmissverständlich 

zum Ausdruck gebracht, dass sie je zur Hälfte bei beiden Elternteilen leben wolle. 

Selbst eine schwierige Kommunikation zwischen den Eltern sei der alternierenden 

Obhut nicht abträglich. Der von der Beklagten geschilderte Vorfall im März 2020 

stelle kein echtes Novum dar und sei aus diesem Grund nicht zu hören. Der Ein-

wand sei auch inhaltlich falsch. Die Beklagte habe ihm die Ausübung des Be-

suchsrechts wegen eines möglichen Corona-Verdachts – ohne Quarantäne-

Anordnung – verweigert. Er habe daher mitgeteilt, dass er die ihm entzogenen 

Tage nachholen werde. Nicht korrekt sei, dass die Beklagte ihm ein zusätzliches 

Wochenende angeboten habe, habe sie ihm doch zugleich das Folgewochenende 

entziehen wollen, weshalb er das Angebot denn auch abgelehnt habe und die 

Tage wie angekündigt angehängt habe. Er müsse nach wie vor für jeden seiner 

wenigen Betreuungstage richtiggehend kämpfen. Die Streitereien der Parteien be-

träfen den willkürlichen einseitigen Entzug von Betreuungstagen. Mit einer Aus-

weitung der Betreuung müsste er nicht um jeden wertvollen Tag kämpfen und die 

Konflikte würden sich eindeutig verbessern. Gerichtlich wäre er als gleichwertiger 

Vater bestätigt. Beruflich habe sich die Situation dahingehend verbessert, dass er 

zukünftig zu mindestens 40 % von zu Hause aus arbeiten könne. Da C._____ im 

Gymnasium sei, werde er auch keine Fremdbetreuung über Mittag mehr benöti-

gen (Urk. 223 S. 10 ff.). 

6.5. Anlässlich der ersten Kinderanhörung vor Obergericht vom Januar 2021 

hielt C._____ dafür, sie fände es gut, je zur Hälfte bei Vater und Mutter in der 

Schweiz zu sein. Mit ihrem Vater verstehe sie sich besser. Sie seien wie Zwillinge 

und würden gleich denken. Sie könne besser mit ihm reden und es sei entspann-

ter mit ihm (Prot. II S. 8). 

In der zweiten Anhörung schilderte C._____, dass ihr bester Kollege sie habe 

adoptieren wollen, als sie ihm von der Situation mit ihren Eltern erzählt habe. Zur 

Betreuung sagte C._____ aus, sie wolle zwar mehr Zeit als jetzt, nicht aber ganz 

50 % mit ihrem Vater verbringen. Mit ihrer Mutter habe sie es inzwischen viel bes-

- 42 - 

ser als früher. Sie hätten gemeinsame Interessen gefunden und sie wolle nicht, 

dass ihre Mutter alleine nach Polen gehe. Manchmal würden sie und ihr Vater für 

ein Wochenende oder die Ferien nach Österreich fahren und Zeit mit dessen 

Freundin verbringen; es sei kein Problem und sie fühle sich nicht unwohl dabei 

(Prot. II S. 19 ff.). 

6.6. Im vorinstanzlichen Verfahren hielt die Beklagte explizit Folgendes fest 

(Urk. 148 S. 15 f.): "Für den Fall, dass ihr die Bewilligung [mit der Tochter nach 

Polen auszuwandern] nicht erteilt werden würde, stellt es für sie keine Option dar, 

alleine nach Polen zu ziehen und ihre Tochter in der Schweiz zurückzulassen. In 

diesem Fall müsste die bisherige Regelung beibehalten werden, bzw. dass die 

Beklagte die Hauptbetreuungs- und Hauptbezugsperson von C._____ ist und der 

Kläger ein den bisherigen Umgang entsprechendes Besuchsrecht erhält." Auch 

anlässlich der Verhandlung vom 11. Juli 2019 sowie im Berufungsverfahren hielt 

die Beklagte fest, es stelle für sie keine Option dar, alleine – ohne C._____ – nach 

Polen zu ziehen (Urk. 176 S. 7; Urk. 228 S. 3). Insofern erscheint die Erwägung 

der Vorinstanz, in der vorliegenden Konstellation verbleibe die Beklagte in der 

Schweiz, als zutreffend. Dass C._____ beide Parteien möglichst oft sehen möch-

te, leitet die Vorinstanz aus den beiden Kinderanhörungen und den Stellungnah-

men des Kindsvertreters ab (vgl. den Aktenhinweis in Urk. 193 S. 33 und die in-

haltliche Auseinandersetzung in Urk. 193 S. 21 ff.) und erschliesst sich damit oh-

ne weiteres. Die beiden Kindsanhörungen vor Obergericht stimmen mit diesem 

Ergebnis überein. Zunehmend wird nun ohnehin auch die eigenständige Freizeit-

gestaltung und damit auch die von C._____ gewünschte Flexibilität der Eltern an 

Bedeutung gewinnen. Es bestehen abgesehen von der subjektiven Auffassung 

der Beklagten keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass C._____ nicht auch beim Klä-

ger leben will. Für die in der Anschlussberufungsantwort aufgestellte Behauptung, 

der Kläger habe faktisch seinen Lebensmittelpunkt nach Österreich verlegt, wur-

den keine Beweise offeriert (Urk. 228 S. 3) und sie wurde ferner von C._____ in 

deren Kinderanhörung widerlegt (vgl. Prot. II S. 20). Auf den beantragten Wechsel 

des Aufenthaltsorts ist im Rahmen der Obhutszuteilung nicht zurückzukommen. 

Die Beklagte anerkennt sodann, dass sich die Kommunikation betreffend die Kin-

derbelange grundsätzlich verbessert habe. Ihr im vorliegenden Verfahren als No-

- 43 - 

vum zu berücksichtigendes (vgl. dazu E. 4.4), gegenteiliges Beispiel eines be-

denklichen Vorfalls vom März 2020 bleibt zu singulär, um auf eine fehlende Ko-

operationsfähigkeit der Eltern zu schliessen, zeigt indes die Tendenz der Parteien 

auf, auf ihren Positionen zu Lasten von C._____ zu bestehen. Mit Abschluss des 

vorliegenden Verfahrens wird indes eine Entspannung in der Beziehung der Par-

teien zu erwarten sein. Die Beklagte erläutert ferner nicht weiter, weshalb mit der 

alternierenden Obhut mehr Reibungspunkte zwischen den Parteien entstehen 

würden. Die von der Vorinstanz konkret definierte Betreuung sieht keine direkten 

Übergaben zwischen den Parteien vor und es kommt auch nicht zu häufigeren 

Wechseln (vgl. Urk. 193 S. 75) zwischen den Parteien. Damit ist nicht dargetan, 

dass betreffend Abhol- und Bringzeiten mehr Reibungspunkte bestehen. Mit Blick 

auf die Pensumsreduktion und die Wohnung des Klägers ist auf die Erwägung 

5.8.3. zu verweisen. Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass die Nähe der 

Wohnorte der Parteien mit dem Eintritt von C._____ ins Gymnasium an Bedeu-

tung verloren hat.  

6.7. Der Entscheid der Vorinstanz erscheint dem Kindswohl als angemessen. 

Es ist die alternierende Obhut anzuordnen. Die Festsetzung des Wohnsitzes von 

C._____ bei der Beklagten ist ferner zu bestätigen (vgl. Urk. 193 S. 38). 

7. Betreuungsanteile 

7.1. Das Gericht berücksichtigt beim Entscheid über die Betreuungsanteile das 

Recht des Kindes, regelmässige persönliche Beziehungen zu beiden Elternteilen 

zu pflegen (Art. 298 Abs. 2bis ZGB). 

7.2. Im Wesentlichen hielt die Vorinstanz fest, dass eine Lösung zu finden sei, 

die ein ständiges Hin und Her zwischen den Parteien vermeide und auf die jetzi-

gen Verhältnisse sowie die beruflichen Verpflichtungen Rücksicht nehme. Es sei 

nicht ersichtlich, weshalb die Kontakte des Klägers zu C._____ im Vergleich zur 

Regelung gemäss Eheschutzentscheid einzuschränken seien, wie es die Beklag-

te beantragt habe. Im Interesse von C._____ seien die Kontakte zum Kläger aus-

zudehnen. Bereits jetzt übernachte C._____ beim Kläger, je alternierend unter der 

Woche und am Wochenende; hinzu komme, dass letzterer die Möglichkeit habe, 

- 44 - 

relativ flexibel zu arbeiten. Die vom Kläger beantragte Regelung ermögliche eine 

alternierende Betreuung am schulfreien Freitagnachmittag und eine gleichgela-

gerte Betreuungsverantwortung am Wochenende; sinnvoll sei es, den Mittwoch-

nachmittag auch künftig in der Betreuungsverantwortung der Beklagten zu belas-

sen. Die vom Kläger vorgeschlagene Betreuungsverantwortung von Montag- bis 

Mittwochmorgen erleichtere der Beklagten den Einstieg in die Berufstätigkeit an 

zwei fixen Wochentagen. Schliesslich werde auch dem Wunsch C._____s Rech-

nung getragen, die eine Betreuungsverantwortung an bloss einzelnen Tagen nach 

dem jetzigen Modell als anstrengend erachte. Entsprechend sei C._____ von 

Montagmorgen bis Mittwochmorgen und an jedem zweiten Wochenende von Frei-

tagmorgen bis Montagmorgen vom Kläger und im Übrigen von der Beklagten zu 

betreuen. Die Parteien hätten hinsichtlich der Ferien- und Feiertagsbetreuung am 

11. Juli 2019 eine Vereinbarung für die weitere Dauer des Verfahrens treffen kön-

nen (Urk. 177). Die hälftige Aufteilung der Ferien entspreche der Anordnung der 

alternierenden Obhut, weshalb es angemessen und sinnvoll erscheine, die von 

den Parteien getroffene Regelung beizubehalten. Schliesslich regelte die Vor-

instanz auch die Betreuungsverantwortung an den Feiertagen (Urk. 193 S. 34 ff.). 

7.3. Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, es sei nicht im Interesse von 

C._____, mehr vom Kläger betreut zu werden. Die Annahme der Vorinstanz, dass 

C._____ bereits nach dem geltenden Betreuungssystem je alternierend unter der 

Woche und am Wochenende beim Kläger übernachte, sei völlig falsch. Die Vor-

instanz führe zu Unrecht aus, dass der Kläger die Möglichkeit habe, relativ flexibel 

bzw. von zu Hause aus zu arbeiten. Es sei sodann nicht erstellt, dass C._____ 

angeblich länger beim Vater sein wolle. Es werde zu Unrecht auf einen vier Jahre 

alten Bericht der Beiständin abgestellt. Es habe eine erneute Anhörung C._____s 

stattzufinden, unter Hinweis auf die bisherigen Ausführungen. Auch hinsichtlich 

der Ferien sei eine hinreichende Abklärung unterblieben (Urk. 192 S. 42 ff.). 

7.4. Der Kläger führt aus, dass die Ausführungen der Beklagten den klar ge-

äusserten Willen von C._____ ignorieren würden. C._____ verbringe sehr gerne 

ihre Ferien mit ihm. Schon jetzt betreue er sie zu 30 %. Ohne jeglichen Grund ver-

lange die Beklagte nun eine erhebliche Reduktion seiner Betreuungszeit. Einen 

- 45 - 

Grund, weshalb auf die vor Vorinstanz einvernehmlich geregelte Feiertags- und 

Ferienregelung zurückzukommen sei, nenne die Beklagte auch nicht (Urk. 223 

S. 13). 

7.5. In der zweiten Anhörung vor Obergericht äusserte sich C._____ konkret zu 

den von ihr gewünschten Betreuungsanteilen. Wenn sie am Wochenende beim 

Vater sei, bevorzuge sie es, erst um 19 Uhr zu ihrer Mutter zurückzukehren. Sei 

sie donnerstags bei ihm, wäre es ihr lieber, bereits am Mittwoch nach der Schule 

zu ihm zu gehen. Sie wolle mehr Zeit, aber nicht ganz 50 % der Zeit bei ihm ver-

bringen. Betreffend die Weihnachtsferien wäre es ihr in Zukunft lieber, sie würde 

je eine Woche der Ferien bei einem Elternteil verbringen, und hinsichtlich der 

Sommerferien wünschte sie sich alternierend je drei Wochen bei einem Elternteil. 

Diese Wünsche habe sie mit ihren Eltern noch nicht besprochen (Prot. II S. 19 f.). 

Die Parteien haben sich zum Protokoll der Kinderanhörung in dieser Hinsicht nicht 

vernehmen lassen (vgl. Urk. 240 f.).  

7.6. Unter Hinweis auf Erwägung 5.8.2. ist zu wiederholen, dass der Stand-

punkt C._____s zureichend in