# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df68290f-3651-59c1-bdf1-624c704fabcc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 28.08.2008 PZ 2008 157
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2008-157_2008-08-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 28. August 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 08 157

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Präsident Brunner
Aktuar ad hoc Pers

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In der zivilrechtlichen Beschwerde 

d e r  S t o c k w e r k e i g e n t ü m e r g e m e i n s c h a f t  W . , Gesuchsgegnerin und 
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Pfiffner, Postfach 
342, Via Stredas 4, 7500 Y.,

gegen

die Verfügung des Kreispräsidenten Oberengadin vom 18. Juli 2008, mitgeteilt am 
18. Juli 2008, in Sachen der Z .  A G , Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Guido Lazzarini, Via Retica 26, 7503 Same-
dan,

betreffend Sicherstellung eines gefährdeten Beweises,

hat sich ergeben:

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A. Die Z. AG mit Sitz in Y. ist Eigentümerin der Liegenschaft Nr._, Wohn- 
und Geschäftshaus Assek. Nr._, Grundbuch der Gemeinde Y.. Im Erdgeschoss die-
ser Liegenschaft befindet sich ein Verkaufsladen der X. und im Untergeschoss die 
dazugehörigen Magazinräume. Infolge Wassereintritts in das Untergeschoss der 
Liegenschaft Nr._ und der Vermutung, die Ursache hierfür sei auf dem Nachbar-
grundstück Nr._ der Stockwerkeigentümergemeinschaft W. zu finden, reichte die Z. 
AG am 16. Juli 2008 ein Gesuch um Sicherstellung eines gefährdeten Beweises 
beim Kreispräsident Oberengadin ein. Das Gesuch enthielt folgendes Rechtsbe-
gehren:

„1. Es sei bezüglich der Liegenschaft Nr._, Wohn- und Geschäftshaus As-
sek. Nr._, Geschäftshaus X., Y., unverzüglich eine vorsorgliche Beweis-
aufnahme durchzuführen.

2. Als Experte sei Herr V., Bauingenieur FH, , zu bestimmen.

3. Dem Experten seien folgende Fragen zur Beantwortung vorzulegen.

a. Der Experte habe in seinem Gutachten verbindlich festzustellen, 
dass Wasser in die Geschäftsräumlichkeiten, d.h. im Verkaufsladen 
im Erdgeschoss sowie in den Magazinräumen im Untergeschoss der 
X., Liegenschaft Nr._, eindringt. Die vom Wassereinbruch betroffe-
nen Stellen im Verkaufsladen und in den Magazinräumen seien durch 
den Experten fotografisch festzuhalten und in den diesem zuzustel-
lenden Planunterlagen (Grundrisspläne) zu kennzeichnen.

b. Der Gutachter habe sich über die Ursachen des Wassereintritts zu 
äussern.

c. Der Gutachter wird ersucht, sämtliche möglichen Massnahmen zur 
Behebung des Wassereintritts aufzuzeigen.

d. Der Gutachter wird ersucht, die mit den Massnahmen zur Behebung 
des Wassereintritts verbundenen Kosten zu berechnen, bzw. zu 
schätzen.

e. Haben nach Ansicht des Gutachters die im Grenzbereich der Grund-
stücke Nrn. 1044 und 1659 sich auf der Parzelle Nr._ befindenden 
Bäume/Weiden einen Einfluss auf den Eintritt des Wassers auf die 
Liegenschaft Nr._, beispielsweise dadurch, dass das Wurzelwerk die 
Umfassungsmauer des Gebäudes Assek. Nr._ (X.) angegriffen und 
beschädigt haben könnte.

f. Gibt dem Gutachter der vorliegende Auftrag in Bezug auf die Lokali-
sation des Wassereintrittes, die Ursache dieses Ereignisses, die Kos-
ten zur Behebung des Schadens etc. zu weiteren Bemerkungen An-
lass.

4. Aus Gründen der zeitlichen Dringlichkeit sei die Expertise ohne An-
hörung der Gegenpartei anzuordnen.

5. Kostenfolge gemäss Gesetz.“

Zur Begründung machte die Gesuchstellerin geltend, die Wasserrinne sowie 
die daran angeschlossenen Wasserschächte auf dem Grundstück Nr._ nahe der 

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Grenze zu Grundstück Nr._ dürften altersbedingt Beschädigungen aufweisen, so-
dass das Regenwasser bei starken Regenfällen nicht mehr genügend aufgefangen 
und abgeleitet werde. In der Folge dringe dieses Wasser in die Erde nahe der 
Grundstücksgrenze ein und fliesse danach auf das Gebäude Grundstück Nr._ über. 
Weiter sei nicht auszuschliessen, dass bei starken Regenfällen zusätzlich Wasser 
hinter der Wasserrinne in das Erdreich von Grundstück Nr._ eindringe und ansch-
liessend auf die tiefer gelegene Liegenschaft Nr._ gelange. Diesen Schlussfolge-
rungen liege ein erster Augenschein unter Beizug eines Architekten, eines Bauin-
genieurs und eines Baumeister zu Grunde.

B. Mit Verfügung vom 18. Juli 2008, mitgeteilt gleichentags, erkannte der 
Kreispräsident Oberengadin:

„1. Das Gesuch wird gutgeheissen und mit der Beweisaufnahme Bauinge-
nieur FH V. beauftragt.

2. Der Experte wird angewiesen, die Parteien resp. deren Vertreter zur Be-
weisaufnahme einzuladen. Die Beweisaufnahme ist so bald wie möglich 
durchzuführen.

3. Das Gutachten ist dem Kreisamt Oberengadin in genügender Ausferti-
gung, samt Honorarnote, zuzustellen.

4. Ferner wird der Experte auf Art. 307 StGB hingewiesen, wonach mit 
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer 
als gerichtlich eingesetzter Experte ein falsches Gutachten abgibt.

5. Die Kosten dieser Verfügung im Betrage von CHF 350.00 gehen zu Las-
ten der Gesuchstellerin und sind innert 30 Tagen dem Kreisamt Obe-
rengadin zu überweisen.

6. (Mitteilung).“

Eine Begründung des Kreispräsidenten Oberengadin für diesen Entscheid ist 
der Verfügung nicht zu entnehmen. Im Übrigen wurde der Stockwerkeigentümerge-
meinschaft W. keine Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme gegeben.

C. Gegen diese Verfügung liess die Stockwerkeigentümergemeinschaft 
W. am 30. Juli 2008 Beschwerde beim Kantonsgerichtspräsidenten von Graubün-
den mit folgendem Rechtsbegehren erheben:

„1. Die Verfügung des Kreispräsidenten Oberengadin sei in Bezug auf die 
Anträge 3b. – 3f. (Antrag vom 16. Juli 2008) der Beschwerdegegnerin 
aufzuheben.

2. Es sei die aufschiebende Wirkung anzuordnen.

3. Unter vollumfänglicher gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6 % MWSt zulasten der Be-
schwerdegegnerin.“

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Zur Begründung wurde ausgeführt, die Begehren Ziffer 3b bis 3f der Be-
schwerdegegnerin seien im Rahmen einer Beweissicherung nicht möglich und der 
Kreispräsident Oberengadin habe durch die Gutheissung dieser Anträge gegen die 
Bestimmungen der ZPO verstossen. Bei den Beweissicherungsmassnahmen sei 
der drohende Verlust glaubhaft zu machen, nicht dagegen die wahrscheinliche Be-
gründetheit des Hauptbegehrens. Die Äusserungen des Experten in Bezug auf 
Massnahmen, Ursachen, Kosten etc. gingen als Beweis nicht verloren und könnten 
jederzeit im Hauptverfahren beigebracht werden. Dass eine Expertise später nicht 
mehr möglich sei, habe die Beschwerdegegnerin nirgends glaubhaft gemacht. So-
mit sei die Verfügung des Kreispräsidenten Oberengadin dahingehend anzupassen, 
dass nur der Antrag 3a gutzuheissen sei. Damit nicht durch einen Experten Aufwen-
dungen vorgenommen würden, welche im Rahmen der Beweissicherung nicht er-
hoben werden dürften, wurde zudem ersucht, der Beschwerde die aufschiebende 
Wirkung zuzusprechen.

D. Mit Schreiben vom 11. August 2008 beantragte das Kreispräsidium 
Oberengadin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin habe über-
zeugend darzulegen vermocht, dass vor Inangriffnahme der Sanierungsarbeiten zur 
Wahrung aller Haftungsansprüche die Schadensursache gutachterlich abzuklären 
sei, da nach erfolgter Sanierung der ursprüngliche Sachverhalt kaum mehr rekon-
struierbar sein werde. Schliesslich könne von der Beschwerdegegnerin nicht ver-
langt werden, vorerst einen Zivilprozess einzuleiten und in diesem Verfahren die 
nötigen Beweissicherungsmassnahmen zu verlangen.

Ebenso verlangte die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 
21. August 2008 die Abweisung der Beschwerde, sofern auf diese zur materiell-
rechtlichen Beurteilung überhaupt eingetreten werden dürfe. Zudem sei ihr die auf-
schiebende Wirkung zu verweigern. Mangels Beschlusses der Stockwerkeigentü-
merversammlung im Sinne einer Prozessvollmacht an die Verwalterin sei die Stock-
werkeigentümergemeinschaft nicht rechtsgenügend vertreten, sodass auf die Be-
schwerde wegen Fehlens einer Prozessvoraussetzung nicht eingetreten werden 
könne. Weiter hätten zusätzliche Abklärungen ergeben, dass die Ursache des Was-
sereintritts möglicherweise auch im Bereich des Vorplatzes der Parzelle Nr._ der 
Beschwerdegegnerin zu suchen sei. Da dieser im Sommer 2007 vollständig saniert 
und abgedichtet worden sei, stelle sich unweigerlich die Frage der Haftung des da-
mit beauftragten Unternehmens. Es verstehe sich von selber, dass die Beweissi-
cherung in einem derartigen Fall vor Aufnahme der Sanierungsarbeiten durchge-
führt werden müsse, da sich nach Abschluss der Sanierungsarbeiten eine verän-
derte Situation präsentiere, wodurch die Schadensursache im Hinblick auf allfällige 

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Verantwortlichkeiten von Drittpersonen und mögliche Schadenersatzansprüche 
nicht mehr mit rechtsgenügender Bestimmtheit ermittelt werden könne. Indem die 
Beschwerdeführerin vorbringe, die Beweise seien nicht verloren und könnten auch 
im Hauptverfahren jederzeit noch produziert werden, provoziere sie geradezu ein 
Gerichtsverfahren. Im Übrigen entbehre die Behauptung der Beschwerdeführerin, 
wonach ein Gutachten im Rahmen einer Beweissicherung wie von der Vorinstanz 
angeordnet gegen die Bestimmungen der ZPO verstösse, jeglicher Grundlage. Sie 
sei vielmehr irreführend und stehe der geltenden Rechtsprechung diametral entge-
gen.

Auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie in den Rechts-
schriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung:

1. Verfügungen über die Anordnungen und den Vollzug von Beweissi-
cherungen können in nicht anhängigen Fällen gemäss Art. 212 Abs. 2 ZPO innert 
20 Tagen beim Kantonsgerichtspräsidenten mit Beschwerde angefochten werden. 
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde der Stockwerkeigentümer-
gemeinschaft W. ist deshalb grundsätzlich einzutreten.

2.a) Die Beschwerdegegnerin bringt vor, es liege kein Beschluss der 
Stockwerkeigentümergemeinschaft im Sinne einer Prozessvollmacht an die Verwal-
terin bzw. an den Rechtsanwalt vor, weshalb auf die Beschwerde mangels rechts-
genügender Vertretung nicht eingetreten werden dürfe. Es bleibt daher zu prüfen, 
ob die Verwalterin vorliegend berechtigt war, einen Rechtsanwalt mit der Wahrung 
der Interessen der Stockwerkeigentümergemeinschaft zu betrauen oder ob hierfür 
eine vorgängige Ermächtigung durch die Stockwerkeigentümergemeinschaft erfor-
derlich gewesen wäre.

b) Gemäss Art. 712t Abs. 2 ZGB bedarf der Verwalter zur Führung eines 
anzuhebenden oder vom Gegner eingeleiteten Zivilprozesses ausserhalb des sum-
marischen Verfahrens der vorgängigen Ermächtigung durch die Versammlung der 
Stockwerkeigentümer. Er verfügt demnach im summarischen Verfahren über eine 
gesetzliche Vertretungsbefugnis (vgl. Wermelinger, Das Stockwerkeigentum, SVIT-
Kommentar, Zürich 2004, N. 68 zu Art.712t ZGB; Bösch, Basler Kommentar, Zivil-
gesetzbuch II, Art. 457-977 ZGB, Art. 1-61 SchlT ZGB, 3. Aufl., Basel 2007, N. 6 zu 
Art. 712t ZGB; Meier-Hayoz/Rey, Berner Kommentar, Band IV.1.5, Bern 1988, N. 
41 zu Art. 712t ZGB).

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c) Über die Sicherstellung eines gefährdeten Beweises entscheidet der 
zuständige Richter – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – nicht im 
ordentlichen, sondern im summarischen Verfahren. Wesensmerkmal des summari-
schen Verfahrens ist die damit verbundene Beweisbeschränkung. Diese kann aus-
gestaltet sein als Beweismittelbeschränkung, indem nur bestimmte Beweismittel 
zulässig sind, die ohne Verzug erhoben werden können, oder als Beweisstrenge-
beschränkung, indem die tatsächlichen Grundlagen des Begehrens und/oder der 
Einwendungen nur glaubhaft zu machen, d.h. nicht strikt zu beweisen sind (vgl. Vo-
gel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts und des internationalen Zivilprozess-
rechts der Schweiz, 7. Aufl., Bern 2001, § 60 N. 149 ff.; Studer/Rüegg/Eiholzer, Der 
Luzerner Zivilprozess, Kriens 1994, S. 321). Dieses für das summarische Verfahren 
typische Merkmal der Beweisbeschränkung findet sich auch im Verfahren betref-
fend Sicherstellung eines gefährdeten Beweises. So genügt die Glaubhaftmachung 
der Notwendigkeit der Beweissicherung, wenn die Gefahr besteht, dass ein Beweis-
mittel im Zeitpunkt der Beweisabnahme im ordentlichen Prozess nicht mehr vorhan-
den oder nur erschwert zugänglich wäre (vgl. Vogel/Spühler, a.a.O., § 47 N. 92; vgl. 
hierzu auch Leuenberger/Uffer-Tobler, ZPO SG, Kommentar zur Zivilprozessord-
nung des Kantons St. Gallen, Bern 1999, N. 4 zu Art. 199 ZPO; Bühler/Edel-
mann/Killer, Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Aarau 
1998, N. 3 zu § 209 ZPO; Walder-Richli, Zivilprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 1996, § 
37 N. 27). 

Handelt es sich jedoch um ein summarisches Verfahren, besteht keine Not-
wendigkeit, die Verwalterin vorgängig durch die Stockwerkeigentümergemeinschaft 
zur Prozessführung zu ermächtigen, da ihr diese Vertretungsbefugnis bereits kraft 
Gesetzes zusteht. Darin ist auch die Befugnis enthalten, einen Rechtsanwalt mit der 
Wahrung der Interessen der Stockwerkeigentümergemeinschaft zu betrauen. Die 
Beschwerdeführerin ist nach dem Gesagten rechtsgenügend vertreten, weshalb auf 
die vorliegende Beschwerde eingetreten werden kann.

3. Vorgängig ist die Frage zu klären, ob der Kreispräsident Oberengadin 
im vorinstanzlichen Verfahren das rechtliche Gehör der Gesuchsgegnerin dahinge-
hend verletzt hat, als dieser nach Eingang des Begehrens der Gesuchstellerin keine 
Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden ist. Gemäss Art. 211 ZPO ent-
scheidet der Richter, ohne vorher die Gegenpartei anzuhören, wenn die Beweisauf-
nahme dringlich ist. Die Gegenpartei ist aber, soweit möglich, zur Beweisaufnahme 
einzuladen. In den übrigen Fällen ist nach Eingang des Begehrens der bekannten 
oder mutmasslichen Gegenpartei Frist für eine Stellungnahme einzuräumen. 

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Die Vorinstanz führte in ihrer Vernehmlassung vom 11. Juli 2008 aus, das 
vorliegende Beweissicherungsverfahren sei als dringlich eingestuft worden. Die Ge-
suchstellerin habe glaubhaft zu machen vermocht, dass die Sanierungsmassnah-
men unverzüglich zu erfolgen hätten, um den Schaden am Gebäude nicht noch 
grösser werden zu lassen. Diese Auffassung ist in Anbetracht des vorliegenden 
Sachverhalts vertretbar und nicht zu beanstanden. In diesem Fall war sie nicht ver-
pflichtet, die Gesuchsgegnerin zur Vernehmlassung aufzufordern. Deren Anspruch 
auf Gewährung des rechtlichen Gehörs wurde insofern ausreichend berücksichtigt, 
als sie zur Beweisaufnahme eingeladen worden ist (vgl. Walder-Richli, a.a.O., § 37 
N. 30; Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N. 7.a zu Art. 199 ZPO). Eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs der Gesuchsgegnerin im vorinstanzlichen Verfahren liegt 
somit nicht vor.

4.a) Wenn Gefahr besteht, dass bei längerer Verzögerung ein Beweismittel 
verloren geht oder sein Gebrauch wesentlich erschwert wird, kann unabhängig da-
von, ob ein Streit schon anhängig ist oder nicht, die sofortige vorsorgliche Erhebung 
verlangt werden (Art. 209 Abs. 1 ZPO). In nicht anhängigen Fällen ist das Gesuch 
an den Präsidenten des Kreises zu richten, in dem sich der fragliche Zeuge oder 
Gegenstand befindet (Art. 210 Abs. 2 ZPO). Voraussetzung für eine vorsorgliche 
Beweisabnahme ist, dass deren Notwendigkeit glaubhaft gemacht wird. 

b) Der Kreispräsident Oberengadin ordnete in der angefochtenen Verfü-
gung eine vorsorgliche Beweisaufnahme im Sinne von Ziffer 3a - 3f des vor-instanz-
lichen Rechtsbegehrens an. Demgemäss soll detailliert festgestellt werden, dass 
Wasser in die Räumlichkeiten eintritt, die betroffenen Stellen fotografisch festgehal-
ten und in den Planunterlagen gekennzeichnet werden (a). Weiter soll die Ursache 
des Wassereintritts geklärt (b) und sämtliche mögliche Massnahmen zu dessen Be-
hebung aufgezeigt werden (c). Zudem soll der Gutachter die mit den Massnahmen 
verbundenen Kosten berechnen bzw. schätzen (d) sowie abklären, ob die 
Bäume/Weiden im Grenzbereich der beiden Grundstücke einen Einfluss auf den 
Wassereintritt haben könnten (e). Abschliessend soll dem Gutachter noch die Ge-
legenheit zu weiteren Bemerkungen eingeräumt werden (f). Umstritten sind vorlie-
gend die Anordnungen 3b – 3f gemäss vorinstanzlicher Verfügung, während die 
Anordnung gemäss 3a von der Beschwerdeführerin anerkannt wird.

c) Die vorsorgliche Beweisaufnahme dient, wie erwähnt, der Beweissi-
cherung im Hinblick auf einen bevorstehenden oder laufenden Prozess und soll ver-
hindern, dass bei längerer Verzögerung ein Beweismittel verloren geht oder sein 
Gebrauch wesentlich erschwert wird. Beweise der genannten Art sollen unverzüg-

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lich aufgenommen und gesichert werden. Massgeblich sind in einem vorsorglichen 
Beweisverfahren die konkreten Mängel, die geltend gemacht werden.

Vorliegend werden Mängel der Nachbarliegenschaft, insbesondere altersbe-
dingte Beschädigungen der Wasserrinne sowie der daran angeschlossenen Was-
serschächte, geltend gemacht, wodurch Wasser in die Räumlichkeiten auf dem 
Grundstück der Beschwerdegegnerin eindringt. Unter Umständen könnte die Ursa-
che aber auch an der unfachgemässen Abdichtung des Vorplatzes der Liegenschaft 
der Beschwerdegegnerin liegen. Da die Feststellung von Mängeln und Schäden 
nach deren Behebung nicht mehr möglich ist, hat der Kreispräsident Oberengadin 
in der angefochtenen Verfügung unter anderem angeordnet, festzustellen, dass 
Wasser eintritt sowie die betroffenen Stellen fotografisch festzuhalten und in den 
Planunterlagen zu kennzeichnen. Im konkreten Fall können die weiteren vom Be-
schwerdeführer geforderten Abklärungen jedoch nicht Gegenstand einer vorläufi-
gen Beweisaufnahme sein. Die Feststellung der Ursache des Wassereintritts, das 
Aufzeigen möglicher Massnahmen zu dessen Behebung, die Berechnung der damit 
verbundenen Kosten sowie die Frage, ob die Bäume/Weiden allenfalls einen Ein-
fluss darauf haben, sind auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich und somit 
nicht dringlich im Sinne von Art. 209 ZPO. Ermittlungen dieser Art kann ein Gutach-
ter in einem umfassenden Beweisverfahren nachträglich ohne weiteres tätigen (vgl. 
Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums von Graubünden vom 9. Oktober 2002, 
PZ 02 94). Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen.

d) Im Übrigen gehen die Ausführungen der Beschwerdegegnerin an der 
Sache vorbei, wenn sie ausführt, die Beschwerdeführerin provoziere geradezu ein 
Gerichtsverfahren, was es mit der vorsorglichen Beweissicherung möglichst zu ver-
meiden gelte. Sie verkennt hierbei, dass es in diesem Verfahren nicht darum geht, 
ob ein Prozess vermieden werden kann, sondern ob allfällige Beweismittel gefähr-
det sind. Die vorsorgliche Erhebung von Beweisen dient nämlich in erster Linie der 
Beweissicherung und hat zum Ziel, die Antrag stellende Partei vor einem möglichen 
Beweisverlust zu schützen. Damit soll verhindert werden, dass sie in einem allfälli-
gen Prozess ihrer Beweispflicht nicht nachkommen kann (vgl. Leuenberger/Uffer-
Tobler, a.a.O., N. 1.a zu Art. 199 ZPO; Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O, N. 1 zu § 209 
ZPO).

e) Ist mit der vorliegenden Verfügung in der Sache selbst entschieden, 
wird eine Behandlung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ge-
genstandslos.

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5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwer-
deverfahrens von Fr. 1'200.00 (inkl. Schreibgebühren) gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Überdies wird sie verpflichtet, der obsiegenden 
Partei alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen 
(Art. 122 Abs. 2 ZPO). Das Gericht erachtet hierbei eine aussergerichtliche Ent-
schädigung in Höhe von Fr. 800.00 (inkl. MWST) für angemessen.

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Demnach verfügt das Kantonsgerichtspräsidium:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Anordnungen in der Verfügung 
des Kreispräsidenten Oberengadin vom 18. Juli 2008 im Sinne der Ziffern 3b 
– 3f des Rechtsbegehrens der Gesuchstellerin vor der Vorinstanz werden 
aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'200.00 (inkl. Schreibge-
bühren) gehen zu Lasten der Beschwerdegegnerin, welche die Beschwerde-
führerin überdies aussergerichtlich mit Fr. 800.00 (inkl. MWST) zu entschä-
digen hat.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 113 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Verfassungsbeschwerde gelten die Art. 113-119 BGG. 

4. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: