# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5c17ca6-951e-533a-876b-9deffdc0ca9a
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.04.2024 BG.2024.9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2024-9_2024-04-25.pdf

## Full Text

Beschluss vom 25. April 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
Parteien   

KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft,  

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

KANTON ST. GALLEN, Staatsanwaltschaft,  

Untersuchungsamt Uznach, 

Gesuchsgegner 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2024.9 

 

 

 

 

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Sachverhalt: 

 

A. Am 25. Mai 2022 übermittelte die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) der 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich eine Verdachtsmeldung nach 

Art. 305ter Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 4 Abs. 1 der Verordnung über die Melde-

stelle für Geldwäscherei (MGwV; SR 955.23). Hintergrund der Meldung war 

folgender Sachverhalt: A. habe am 24. Juli 2019 bei der Bank B. einen Kre-

ditkartenantrag unterzeichnet. Dabei habe er ein monatliches Nettoeinkom-

men von CHF 6'125.– angegeben und die C. AG als Arbeitgeberin in Z./FL 

genannt, bei welcher er seit März 2016 tätig gewesen sei. Die Bank B. habe 

A. ausserdem einen Kredit gewährt. Im Zuge einer Transaktionsanalyse 

habe der Finanzintermediär festgestellt, dass auf dem Kreditkartenkonto und 

dem Bankkredit Plus Konto von A. im Zeitraum von Juni 2020 bis Juli 2021 

Gutschriften von einem Konto bei der Bank D., lautend auf die C. AG, im 

Umfang von über CHF 300'000.– erfolgt seien. Es könne nicht ausgeschlos-

sen werden, dass A. mutmasslich Rechnungen seines Arbeitgebers abge-

ändert habe und die eingegangenen Vermögenswerte auf den Konten delik-

tischer Herkunft seien (Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, Lasche 3, nicht 

paginiert). 

 

 

B. Mit Schreiben vom 30. Mai 2022 ersuchte die Staatsanwaltschaft III des Kan-

tons Zürich die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl um Übernahme der Strafun-

tersuchung gegen A. Es sei anzunehmen, dass A. als Mitarbeiter der C. AG 

die Überweisungen von der Zweigniederlassung seiner Arbeitgeberin in Zü-

rich aus getätigt habe (Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, Lasche 5, nicht 

paginiert). 

 

 

C. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl lehnte die Verfahrensübernahme mit 

Schreiben vom 7. Juni 2022 ab. Es sei durchaus möglich, dass die Überwei-

sungen vom Hauptsitz der C. AG aus in Z./FL und nicht vom Sitz der Zweig-

niederlassung in Zürich getätigt worden seien. Zudem seien die Überweisun-

gen zwischen Juni 2020 und Juli 2021 erfolgt, mithin zu einer Zeit, in welcher 

pandemiebedingt Homeoffice verpflichtend gewesen sei. A. wohne gemäss 

den vorliegenden Erkenntnissen in Y./SG. Die Stadt Zürich scheine als Tat-

ort ausser Betracht zu fallen (Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, Lasche 

5, nicht paginiert). 

 

D. Am 18. Juni 2022 teilte der Leitende Oberstaatsanwalt der Oberstaatsan-

waltschaft des Kantons Zürich auf entsprechenden Antrag der Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich die Strafuntersuchung gegen A. der 

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Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zu. Als Gründe wurden ein bereits bei der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl hängiges Verfahren gegen A. sowie Hinweise 

für einen Anknüpfungspunkt für deliktisches Handeln in der Stadt Zürich ge-

nannt (Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, Lasche 5, nicht paginiert). 

 

 

E. Gestützt auf eine Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

4. Juli 2022 liess die Bank D. mit Schreiben vom 11. Juli 2022 der Staatsan-

waltschaft Zürich-Sihl Bankunterlagen zu einem Konto der C. AG zukommen 

(Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, Lasche 2, nicht paginiert). Am 

14. Juli 2022 erteilte die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl der Kantonspolizei 

Zürich ferner den Auftrag, A. zum Tatvorwurf bzw. zum Sachverhalt zu be-

fragen (Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, Lasche 2, nicht paginiert).  

 

 

F. Am 17. März 2023 erstattete die C. AG bei der Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl Strafanzeige gegen A. wegen des Verdachts des Missbrauches einer 

Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 StGB), Betrugs (Art. 146 StGB) und 

Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). A. wird vorgeworfen, im 

Zeitraum von Juni 2020 bis Dezember 2021 Mehrfachzahlungen an 

Kreditoren ausgeführt zu haben, indem er zunächst berechtigte 

Vermögensdispositionen an Kreditoren der C. AG getätigt und sodann im 

gleichen Umfang Beträge vom Konto seiner Arbeitgeberin zugunsten eines 

von ihm bezeichneten Kontos abgeführt habe. A. habe so auf mindestens 

115 Kreditorenzahlungen der C. AG eingewirkt. In weiteren elf Fällen habe 

A. auch direkt Falschüberweisungen vom Konto der C. AG zu Gunsten von 

Konten, an denen er mutmasslich wirtschaftlich berechtigt gewesen sei, 

veranlasst. Der C. AG sei dadurch ein Schaden im Umfang von 

CHF 1'219'289.– entstanden (Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, 

Lasche 1, nicht paginiert).  

 

 

G. Mit Schreiben vom 28. März 2023 ersuchte die Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl das Untersuchungsamt Uznach um Übernahme der Strafuntersuchung 

gegen A. Dieser habe seinen Arbeitsort in Z./FL gehabt. Gemäss Auskunft 

der C. AG habe A. nie physisch einen Termin bzw. Arbeiten in der Zweigfili-

ale in Zürich wahrnehmen müssen. Während des interessierenden Delikts-

zeitraums habe Homeoffice-Pflicht bestanden. A. wohne seit Oktober 2021 

in Y./SG, zuvor sei er in X./SG wohnhaft gewesen. Als Tatorte der fraglichen 

Delikte kämen somit primär die Orte in Frage, in welchen A. während der 

Homeoffice-Pflicht seinen Wohnsitz gehabt habe. Da diese Ortschaften im 

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Zuständigkeitsbereich des Untersuchungsamtes Uznach lägen, sei der Kan-

ton St. Gallen zuständig, die gegenständliche Strafuntersuchung zu führen. 

  

H. Das Untersuchungsamt Uznach lehnte das Gesuch um Verfahrensüber-

nahme mit Schreiben vom 14. April 2023 mit der Begründung ab, es könne 

gestützt auf die Strafanzeige der C. AG nicht ausgeschlossen werden, dass 

eine Arbeitskollegin von A., E., an den Tathandlungen beteiligt gewesen sei. 

Da E. sowohl ihren Wohnort als auch den Arbeitsort im Kanton Zürich gehabt 

habe und im Kanton Zürich die ersten Verfolgungshandlungen vorgenom-

men worden seien, erscheine dieser Kanton zuständig.  

 

  

I. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl ersuchte das Untersuchungsamt Uznach 

mit Schreiben vom 5. Oktober 2023 erneut um Übernahme des Verfahrens 

gegen A. Es seien mittlerweile sämtliche Transaktionen, welche A. zum 

Nachteil der C. AG ausgelöst habe, ausgewertet worden. Dabei habe sich 

eindeutig gezeigt, dass E. als Mittäterin ausgeschlossen werden könne, da 

die Zahlungen nur A. gutgeschrieben worden seien (Verfahrensakten Kt. ZH, 

Ordner Nr. 1, Lasche 1, nicht paginiert).  

 

  

J. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2023 lehnte das Untersuchungsamt Uznach 

das Gesuch um Verfahrensübernahme wiederum ab. Es machte geltend, 

das Verfahren im Kanton Zürich sei über 6 ½ Monate, nämlich vom 

14. Juli 2022 bis am 3. Februar 2023, stillgestanden und es befinde sich, 

nach über 1 ½ Jahren seit dem Zeitpunkt der MROS-Meldung, immer noch 

im Anfangsstadium. Daraus ergebe sich bei einer Gesamtbetrachtung der 

Umstände eine konkludente Anerkennung des Gerichtsstands durch den 

Kanton Zürich. 

 

  

K. Im Rahmen des abschliessenden Meinungsaustausches hielt die Ober-

staatsanwaltschaft des Kantons Zürich mit Schreiben 8. Februar 2024 an der 

Übernahme der Strafuntersuchung gegen A. durch den Kanton St. Gallen 

fest, während der Stv. leitende Staatsanwalt des Untersuchungsamtes 

Uznach die Übernahme mit Schreiben vom 27. Februar 2024 ablehnte (zum 

Ganzen: Verfahrensakten Kt. ZH, Ordner Nr. 1, Lasche 5, nicht paginiert).  

 

 

L. Mit Eingabe vom 6. März 2024 unterbreitete die Oberstaatsanwaltschaft des 

Kantons Zürich der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die Ange-

legenheit zum Entscheid. Sie stellt den Antrag, es seien die Strafbehörden 

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des Kantons St. Gallen für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die dem 

Beschuldigten A. zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen 

(act. 1, S. 2). In seiner Gesuchsantwort vom 21. März 2024 beantragt der 

Kanton St. Gallen, es seien die Strafbehörden des Kantons Zürich für be-

rechtigt und verpflichtet zu erklären, die dem Beschuldigten A. zur Last ge-

legten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen (act. 3, S. 1). Die Gesuchs-

antwort ist dem Kanton Zürich am 22. März 2024 zur Kenntnis zugestellt 

worden (act. 4). 

 

 Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und Form; 

vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2014.7 vom 21. März 2014 E. 1) 

sind vorliegend erfüllt, sodass auf das Gesuch einzutreten ist.  

 

 

2. 

2.1 Für die Verfolgung und Beurteilung einer Straftat sind die Behörden des Or-

tes zuständig, an dem die Tat verübt worden ist (Art. 31 Abs. 1 und 2 StPO). 

Der Ausführungsort befindet sich dort, wo der Täter gehandelt hat (BGE 86 

IV 222 E. 1; TPF 2022 154 E. 3.2 m.w.H.). Hat eine beschuldigte Person 

mehrere Straftaten an verschiedenen Orten verübt, so sind für die Verfol-

gung und Beurteilung sämtlicher Taten die Behörden des Ortes zuständig, 

an dem die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat begangen worden ist. Bei 

gleicher Strafdrohung sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem zuerst 

Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind (Art. 34 Abs. 1 StPO).  

 

 

2.2  

2.2.1 Die Beschwerdekammer kann (wie die beteiligten Staatsanwaltschaften un-

ter einander auch) einen anderen als den in Art. 31-37 StPO vorgesehenen 

Gerichtsstand festlegen, wenn der Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit 

oder die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person es erfordern 

oder andere triftige Gründe vorliegen (Art. 40 Abs. 3 StPO). Ein solches Ab-

weichen vom gesetzlichen Gerichtsstand kann aus Zweckmässigkeits-, Wirt-

schaftlichkeits- oder prozessökonomischen Gründen gerechtfertigt sein, soll 

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indes die Ausnahme bleiben (BGE 129 IV 202 E. 2 S. 203; Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BG.2014.8 vom 9. April 2014 E. 2.1 m.w.H.).  

 

2.2.2 Ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand ist unter anderem möglich, 

wenn ein Kanton seine Zuständigkeit konkludent anerkannt hat (Beschlüsse 

des Bundesstrafgerichts BG.2015.50 vom 22. April 2016 E. 2.2; BG.2013.31 

vom 28. Januar 2014 E. 2.2; SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichts-

standsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl. 2004, S. 147 ff.). Voraussetzung 

für ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand ist ein örtlicher Anknüp-

fungspunkt zum Gebiet jenes Kantons, in dem der Gerichtsstand bestimmt 

werden soll (BGE 120 IV 280 E. 2a). 

 

2.2.3 Die Strafbehörden prüfen ihre Zuständigkeit von Amtes wegen und leiten 

einen Fall wenn nötig der zuständigen Stelle weiter (Art. 39 Abs. 1 StPO). 

Betrachtet sich die Behörde als unzuständig, so hat sie den Fall rasch an die 

zuständige Stelle weiterzuleiten (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BG.2013.31 vom 28. Januar 2014 E. 2.2). Nach dem Eingang einer Strafan-

zeige haben die Strafverfolgungsbehörden von Amtes wegen, summarisch 

und beschleunigt zu prüfen, ob ihre örtliche Zuständigkeit und damit die Ge-

richtsbarkeit ihres Kantons gegeben ist, um Verzögerungen des Verfahrens 

zu vermeiden. Die mit der Prüfung befasste Behörde muss alle für die Fest-

legung des Gerichtsstandes wesentlichen Tatsachen erforschen, die dazu 

notwendigen Erhebungen durchführen und insbesondere den Ausführungs-

ort ermitteln (TPF 2011 178 E. 2.1 S. 180; Beschlüsse des Bundesstrafge-

richts BG.2006.28 vom 26. September 2006 E. 3.1; BG.2015.46 vom 

10. Februar 2016 E. 3.2). Beschränkt sich die Behörde im Wesentlichen auf 

die Abklärung von Tatsachen, die für die Bestimmung des Gerichtsstandes 

von Bedeutung sind oder führt eine Behörde während der Abklärung der Ge-

richtsstandsanfrage die Strafuntersuchung mit der gebotenen Beschleuni-

gung weiter, statt untätig den Ausgang des Gerichtsstandsverfahrens abzu-

warten, so kann darin keine konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes 

gesehen werden. Diese Ermittlungshandlungen haben für sich allein keine 

zuständigkeitsbegründende Wirkung, denn es wäre unbillig, jene Behörden, 

welche Abklärungen für die Ermittlung des Gerichtsstandes vornehmen, al-

lein deswegen schon zu verpflichten, nachher auch das ganze Verfahren 

durchzuführen. Wartet die Behörde mit der Gerichtsstandsanfrage zu lange 

zu bzw. unterlässt sie diese, so ist von einer konkludenten Anerkennung aus-

zugehen (Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2006.28 vom 26. Septem-

ber 2006 E. 3.1). Ein Grund für ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichts-

stand kann darin bestehen, dass die mit der Sache befasste Behörde des 

einen Kantons (z.B. nach der Ablehnung eines Verfahrensübernahmege-

suchs durch die angefragte Behörde des anderen Kantons) mehr als vier 

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Monate untätig bleibt. Diese Untätigkeit ist unter dem Aspekt des Prinzips 

von Treu und Glauben als konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes 

durch die über einen zu langen Zeitraum untätig bleibende Behörde einzu-

stufen (TPF 2011 178). Erscheinen mehrere Strafbehörden als örtlich zu-

ständig, so informieren sich die beteiligten Staatsanwaltschaften unverzüg-

lich über die wesentlichen Elemente des Falles und bemühen sich um eine 

möglichst rasche Einigung (Art. 39 Abs. 2 StPO). Bis zur verbindlichen Be-

stimmung des Gerichtsstands trifft die zuerst mit der Sache befasste Be-

hörde die unaufschiebbaren Massnahmen (Art. 42 Abs. 1 StPO). Damit der 

Meinungsaustausch zuverlässig erfolgen kann, müssen alle für die Festle-

gung des Gerichtsstandes wesentlichen Tatsachen erforscht und alle dazu 

notwendigen Erhebungen durchgeführt werden. Jeder der in Frage kommen-

den Kantone hat zur Abklärung der Zuständigkeit das Seine beizutragen und 

zu diesem Zweck vor allem jene Erhebungen zu machen, die auf seinem 

Gebiet vorgenommen werden müssen. Beschränkt sich ein Kanton nicht da-

rauf, sondern nimmt er während längerer Zeit weitere Ermittlungen vor, ob-

wohl längst Anlass bestand, die eigene Zuständigkeit abzuklären, so kann 

darin eine konkludente Anerkennung erblickt werden. Falls er Erhebungen 

in einem anderen Kanton durchführen muss, ist der unbeteiligte Kanton zur 

Rechtshilfe verpflichtet. All diese ersten Ermittlungshandlungen haben für 

sich allein keine prävenierende Wirkung (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., S. 181 

ff. N. 554, 558 unter Hinweis auf BGE 119 IV 102 E. 4 und 107 IV 77 E. 2; 

94 IV 44).  

 

 

3. 

3.1 Der Kanton St. Gallen stellt grundsätzlich nicht in Abrede, dass A. gestützt 

auf die Aussagen seiner ehemaligen Arbeitgeberin nie in der Zweignieder-

lassung in Zürich gearbeitet oder dort Termine wahrgenommen habe. Der 

Gesuchsgegner hat ferner den im Rahmen des Meinungsaustausches vor-

gebrachten Einwand, A. habe in Mittäterschaft mit der im Kanton Zürich 

wohnhaften E. gehandelt, im Verfahren vor dem hiesigen Gericht nicht mehr 

vorgebracht. Es kann daher als unbestritten betrachtet werden, dass als 

Handlungsort der Kanton Zürich ausser Frage steht. Unbestritten geblieben 

ist sodann die Ansicht des Gesuchstellers, wonach gestützt auf die Angaben 

der C. AG davon auszugehen sei, dass A. die ihm vorgeworfenen Taten mut-

masslich vorwiegend von zu Hause aus, d.h. von Y./SG oder X./SG aus, 

begangen habe, weshalb grundsätzlich der ordentliche Gerichtsstand im 

Kanton St. Gallen liegt. Der Gesuchsgegner ist jedoch der Ansicht, dass es 

beim Gesuchsteller zu einem mehrmonatigen Verfahrensstillstand gekom-

men sei, der als konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes zu qualifi-

zieren sei.  

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3.2 Der Gesuchsteller macht demgegenüber geltend, die Untersuchung sei 

durch den Kanton Zürich ab Eingang der MROS-Meldung bzw. ab Zuteilung 

des Ermittlungsauftrages an die Sachbearbeiterin der Kantonspolizei Zürich 

ohne Verzug geführt worden (act. 1, S. 3 ff.). In seinem Gesuch führt er ta-

bellarisch die polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungshandlun-

gen auf, die nach Eingang der Verdachtsmeldung des MROS vom 

25. Mai 2022 vorgenommen worden seien. Dieser Tabelle ist jedoch zu ent-

nehmen, dass nach Erteilung des Ermittlungsauftrages durch die Staatsan-

waltschaft Zürich-Sihl an die Kantonpolizei Zürich am 14. Juli 2022 (vgl. auch 

supra lit. E) offenbar während rund sechseinhalb Monaten, d.h. bis zum 

3. Februar 2023, weder Ermittlungshandlungen noch Abklärungen zum Ge-

richtsstand vorgenommen worden sind. In der Tabelle wird zwar nach dem 

14. Juli 2022 vermerkt: «19.11.22 Fallzuteilung an Kpl F.», «25.10.22 Email 

an StA G. betr. Fallübernahme», «31.01.23 Einholung Akten bei StA». Hier-

bei handelt es sich aber klarerweise nicht um Ermittlungshandlungen oder 

Abklärungen zum Gerichtsstand. Erst ab dem 3. Februar 2023, mithin gut 

6  ½ Monate nach Eingang der MROS-Meldung, sind gemäss Tabelle Er-

mittlungshandlungen zur Abklärung des Handlungsortes bzw. des Gerichts-

stands vorgenommen worden, wie beispielswiese die Einholung des Arbeits-

vertrages, Abklärungen bei der Einwohnerkontrolle, Telefonate mit der C. AG 

betreffend den Arbeitsort von A. Allerdings ergaben sich bereits aus der 

MROS-Meldung vom 25. Mai 2022 Hinweise auf einen möglichen Gerichts-

stand in einem anderen Kanton: So war nämlich bekannt, dass die mutmass-

lichen Tathandlungen zu einem grossen Teil während der Corona-Pandemie 

und der bundesrätlich verordneten Homeoffice-Pflicht erfolgt waren und A. 

seinen Wohnsitz im Kanton St. Gallen hatte. Dementsprechend teilte die 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

mit Schreiben vom 7. Juni 2022 mit, der Kanton Zürich scheine als Tatort 

ausser Betracht zu fallen (vgl. surpa lit. C). Dass der Gesuchsteller jedoch 

erst sechseinhalb Monate später konkrete Ermittlungshandlungen zum Ge-

richtsstand vornahm, ist mit dem Grundsatz der beschleunigten Prüfung des 

Gerichtsstandes nicht zu vereinbaren. Daran ändern auch allfällige Ressour-

cenprobleme auf Seiten der Kantonspolizei Zürich nichts, welche der Ge-

suchsteller geltend zu machen scheint (vgl. act. 1, S. 5; vgl. Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BG.2017.7 vom 26. Juli 2017 E. 5.3.3). Ein derartiges 

Verhalten ist als konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes durch den 

Kanton Zürich zu interpretieren. Was den örtlichen Anknüpfungspunkt im 

Kanton Zürich anbelangt, so genügt grundsätzlich eine Zweigniederlassung 

nicht, um einen solchen zu begründen. Dies gilt jedenfalls dann, wenn sich 

der Sitz der geschädigten Gesellschaft in der Schweiz befindet (Beschluss 

des Bundesstrafgerichts BG.2020.33 vom 9. September 2020 E. 4.3). 

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Vorliegend liegt der Sitz der geschädigten C. AG nicht in der Schweiz, son-

dern im Fürstentum Liechtenstein, sodass in Abweichung der genannten 

Rechtsprechung ohne Weiteres von einem Anknüpfungspunkt am Ort der 

Zweigniederlassung im Kanton Zürich ausgegangen werden kann.  

 

 

4. Zusammenfassend ist somit von einer konkludenten Anerkennung des Ge-

richtsstandes durch den Kanton Zürich auszugehen.  

 

 

5. Das Gesuch ist abzuweisen, und es sind die Strafverfolgungsbehörden des 

Kantons Zürich berechtigt und verpflichtet zu erklären, die A. zur Last geleg-

ten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen.  

 

 

6. Praxisgemäss ist bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten keine 

Gerichtsgebühr zu erheben (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 66 Abs. 4 

BGG per analogiam; vgl. schon BGE 87 IV 145). 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafbehörden des Kantons Zürich sind berechtigt und verpflichtet, die A. 

zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

2. Es werden keine Kosten erhoben.  

 

 

Bellinzona, 25. April 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

- Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt Uznach 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.