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**Case Identifier:** 413ab3a6-ccb6-5169-a041-b4268163aab9
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-13
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung 13.09.2016 OG O2S-16-9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_OG-O2S-16-9_2016-09-13.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer 
Privatkläger 

A___ 
 
vertreten durch: RA AA___ 
 

 
Beschwerdegegner 
Beschuldigter 

B___ 
 
verteidigt durch: RA BB___ 
 

 
Beschwerdegegnerin 
Anklägerin 

Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden   
 
vertreten durch: StA C___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau 
 

 

 
  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
2. Abteilung  
 

Beschluss vom  13. September 2016  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichter R. Krapf, B. Dick, S. Plachel, Dr. M. Winiger 
Obergerichtsschreiberin B. Schittli 
 
 

Verfahren Nr. O2S 16 9 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Gegenstand Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 16.2.2016 (Verfahren Nr. U 1 6 115) 

 

Seite 2 

Anträge 
 
 
a) des Beschwerdeführers: 
 

1. Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 16. Februar 2016 sei aufzuheben. 
 

2. Die Sache sei zur Durchführung der Untersuchung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 
 
 
b) des Beschwerdegegners: 
 

1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 
 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 
 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

 

a) Am 31. Oktober 2015 spielten die beiden Handballvereine BSG Vorderland 2 und HC 

Goldach-Rorschach 2 im Rahmen ihrer Hallenmeisterschaft der Liga M3-1 in der Halle 

Wies in Heiden gegeneinander. In der 22. Spielminute, nach einem Torerfolg des HC 

Goldach-Rorschach 2, führte der Heimclub einen Gegenstoss aus. A___ gelangte in 

Ballbesitz und zog als linker Rückraumspieler in Richtung gegnerische Siebenmeterlinie. 

Der Verteidiger B___ stellte sich ihm frontal entgegen und stoppte ihn bzw. den Angriff, 

indem er mit beiden Händen gegen den Oberkörper von A___ griff. Durch die Wucht des 

Zusammenpralls fiel A___ rückwärts zu Boden. Dabei erlitt er einen Schlüsselbeinbruch, 

der einen operativen Eingriff nötig machte. Der Schiedsrichter taxierte die Aktion von 

B___ als sogenanntes Foul, also als Spielregelverletzung und ahndete dieses mit einer 

gelben Karte, was einer Verwarnung gleichkommt (act. B 8/1, B 8/3, S. 3 f., act. B 8/7).  

 

 

b) A___ reichte am 2. November 2015 beim Regionalpolizeiposten Heiden Anzeige ein 

gegen B___ wegen Körperverletzung (act. B 8/2). Dabei machte er geltend (act. B 8/3, S. 

3), er habe einen Gegenstoss ausgeführt. Der Gegenspieler sei in der Verteidigung 

gestanden und habe ihn geschlagen. Er wisse nicht mehr genau, wie er ihn geschlagen 

habe. Der Arzt habe gemeint, dass ein Knochen nicht so schnell breche, das müsse 

schon ein rechter „Chlapf“ gewesen sein. Der betreffende Gegenspieler habe vorher 

 

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bereits mehrere Male als Kreisspieler seinen ausgestreckten Arm mit dem eigenen Arm 

eingeklemmt und ihn rumgerissen. … Er sei selbst auch Schiedsrichter und aus dieser 

Sichtweise sei dies eine klare Tätlichkeit, welche mit einer roten Karte bestraft werde (act. 

B 8/3, S. 4).  

 

 

c) Das Verfahren U 16 115 wurde mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Februar 

2016 (act. B 2) unter Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht anhand genommen 

(Ziff. 1). Es erfolgte keine Kostenauflage (Ziff. 2).  

 

Der Begründung der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung kann entnommen 

werden, dass der Spieler B___ seinen Gegner A___ unstreitig hart angegangen habe, 

was als sogenanntes Foul vom Schiedsrichter abgepfiffen und bestraft worden sei. Der 

Regelverstoss selbst sei jedoch nicht als gravierend eingestuft worden. B___ habe den 

angreifenden Gegner in dessen Vorwärtsbewegung gestoppt, was zu einem harten 

Aufprall und der Verletzung geführt habe. Nach Angaben des Sportarztes Dr. D___ könne 

ein Schlüsselbeinbruch auch ohne aussergewöhnlich hohe Gewalteinwirkung erfolgen 

und sei gerade in köperbetonten Sportarten wie Handball keine Seltenheit. Die 

Ermittlungen der Polizei würden zwar belegen, dass die Ursache für den 

Schlüsselbeinbruch von A___ im Foulspiel von B___ liege. Aber eine absichtliche und 

grobe Regelverletzung könne nicht erkannt werden, weshalb kein Verfahren eröffnet 

werde.  

 

 

 

B. Prozessgeschichte 

 

a) Gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung liess A___ durch seinen Rechtsvertreter mit 

Eingabe vom 24. Februar 2016 Beschwerde beim Obergericht einreichen und die 

eingangs erwähnten Anträge stellen (act. B 1).  

 

 

b) Mit Verfügung vom 26. Februar 2016 wurde A___ verpflichtet, innert 10 Tagen einen 

Kostenvorschuss von CHF 500.00 zu leisten (act. B 4). Dieser ging am 3. März 2016 bei 

der Gerichtskasse ein (act. B 5).  

 

 

Seite 4 

c) Am 15. März 2016 wurde der Staatsanwaltschaft und B___ je eine Kopie der 

Beschwerdeschrift zugestellt und ihnen Gelegenheit zur Einreichung einer schriftlichen 

Stellungnahme eingeräumt (act. B 6).  

 

 

d) Mit Eingabe vom 22. März 2016 zeigte RA BB___ dem Obergericht an, dass er B___ im 

Beschwerdeverfahren vertrete und er ersuchte um Überlassung der Akten sowie um 

Fristerstreckung für die schriftliche Stellungnahme (act. B 9), welche in der Folge gewährt 

wurde (act. B 11).  

 

 

e) Die Stellungnahme des Beschwerdegegners datiert vom 8. April 2016 (act. B 13). Die 

Staatsanwaltschaft liess sich nicht vernehmen.  

 

 

f) Am 11. April 2016 wurde dem Beschwerdeführer und der Staatsanwaltschaft je eine 

Kopie der Beschwerdeantwort zugestellt, die Erledigung der Beschwerde an einer der 

nächsten Sitzungen der 2. Abteilung zur Kenntnis gebracht und den Parteivertretern 

Gelegenheit gegeben, ihre Kostennoten einzureichen (act. B 14). Diese gingen am 

19. bzw. 21. April 2016 beim Obergericht ein (act. B 16 bis B 18).  

 

Auf die Ausführungen in den vorstehend aufgeführten Eingaben kann verwiesen werden; 

soweit für die Beurteilung der Beschwerde erforderlich, ist darauf im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

 

 

 

C. Beschluss des Obergerichts 

 

Das Obergericht führte seine Beratung am 13. September 2016 durch und eröffnete 

seinen Beschluss anschliessend im Dispositiv.  

 

 

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Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1 Bezüglich der im Kanton Appenzell Ausserrhoden ab 1. Januar 2011 für die 

Strafrechtspflege zuständigen Behörden nach StPO ist auf Art. 26 des Justizgesetzes 

vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) hinzuweisen. Nach Art. 26 JG ist das 

Obergericht Berufungs- und Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Strafrechtspflege. 

 

 

1.2 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft ist die 

Beschwerde gegeben (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Nichtanhandnahmeverfügung der 

Staatsanwaltschaft stellt eine solche Verfahrenshandlung dar (Art. 393 Abs. 1 lit. a in 

Verbindung mit Art. 310 und Art. 322 Abs. 2 StPO)1. Ausschlussgründe gemäss Art. 394 

StPO liegen keine vor.  

 

 

1.3 Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). 

Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Nichtanhandnahmeverfügung der 

Staatsanwaltschaft am 17. Februar 2016 erhalten (act. B 1, S. 2). Mit der Erhebung der 

Beschwerde am 24. Februar 2016 (act. B 1) wurde die Beschwerdefrist von Art. 396 Abs. 

1 StPO gewahrt.  

 

Auch der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet. 

 

 

1.4 Legitimiert zur Anfechtung einer Nichtanhandnahmeverfügung ist jede Partei, die ein 

rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids hat (Art. 

382 in Verbindung mit Art. 310 Abs. 2 und 322 Abs. 2 StPO). Parteien sind die 

beschuldigte Person, die Privatklägerschaft sowie im Haupt- bzw. Rechtsmittelverfahren 

die Staatsanwaltschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO). In der Strafuntersuchung Nr. U 16 115 der 

                                                
1 ANDREAS KELLER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 16 zu Art. 393; PATRICK GUIDON, Basler Kommentar, StPO, 
2. Aufl. 2014, N. 10 zu Art. 393 StPO. 

 

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Staatsanwaltschaft ist A___ Privatkläger und hat damit Parteistellung (act. B 8/2)2. 

Dadurch dass die Staatsanwaltschaft gegen B___ kein Strafverfahren anhand genommen 

hat (act. B 2), ist A___ in seinen rechtlich geschützten Interessen tangiert und folglich zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert.  

 

 

1.5 Mit der Beschwerde können 

 
a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des 

Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; 
 b. die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts; 
 c. Unangemessenheit 

 
gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).  

 

 Der Beschwerdeführer liess bezüglich der Nichtanhandnahmeverfügung diverse 

Rechtsfehler rügen, zum Beispiel, dass die Polizei nicht befugt sei, Sachverständige zu 

befragen (act. B 1, S. 4) und dass gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO die fraglichen 

Tatbestände oder Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sein müssten. Gemäss 

den Auskunftspersonen, auf welche der Polizeirapport vom 22. Januar 2016 verweise, 

ergebe sich aus dem zu beurteilenden Sachverhalt jedoch klar eine vorsätzliche oder 

eventualvorsätzliche Körperverletzung.  

 

1.6 Neue Tatsachenbehauptungen und Beweise sind zulässig, wenn die beschwerdeführende 

Partei sie nicht schon bei der Vorinstanz hätte vorbringen können3. Die Beschwerde wird 

in einem schriftlichen Verfahren behandelt. Heisst das Obergericht die Beschwerde gut, 

so fällt es einen neuen Entscheid oder hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist 

ihn zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Bei Gutheissung einer Beschwerde 

gegen eine Einstellungsverfügung kann das Obergericht der Staatsanwaltschaft für den 

weiteren Gang des Verfahrens Weisungen erteilen (Art. 397 Abs. 1 - 3 StPO). Aufgrund 

der Natur der Sache ist immer nur kassatorisch zu entscheiden, wenn die Beschwerde 

gegen einen Entscheid auf Nichtanhandnahme, Einstellung oder Sistierung des 

                                                
2 NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013. N. 5 zu 

Art. 382; VIKTOR LIEBER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 14 ff. zu Art. 382 StPO. 

3 PATRICK GUIDON, a.a.O., N. 16 zu Art. 393 StPO; vgl. auch ANDREAS KELLER, a.a.O., N. 15 zu Art. 
396 StPO. 

 

Seite 7 

Verfahrens gutgeheissen wird4. Gegen Entscheide der kantonalen Beschwerdeinstanzen 

ist die Strafrechtsbeschwerde ans Bundesgericht zulässig5.  

 

 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

 

2. Materielles 

 

2.1 Der Beschwerdeführer  macht im Wesentlichen geltend (act. B 1, S. 3), die 

Staatsanwaltschaft sei aufgrund des polizeilichen Vorabklärungsverfahrens zum Schluss 

gelangt, dass B___ gegenüber A___ zwar ein Foul begangen habe, eine absichtliche und 

grobe Regelverletzung aber nicht erkannt werden könne, weswegen kein Verfahren 

eröffnet werde. Die Staatsanwaltschaft sehe den Tatbestand der Körperverletzung nicht 

als erfüllt. Sie verkenne aber, dass gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO die fraglichen 

Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sein müssten. 

Gemäss den Auskunftspersonen, auf welche der Polizeirapport vom 22. Januar 2016 

verweise, gehe klar hervor, dass im zu beurteilenden Sachverhalt eine vorsätzliche oder 

eventualvorsätzliche Körperverletzung liege. Verschiedene Personen hätten Aussagen in 

diese Richtung getätigt. Sodann habe die Kantonspolizei St. Gallen bei B___ im Jahre 

2004 ein Körperverletzungsdelikt verzeichnet. Andere Personen seien von der Polizei 

überhaupt nicht befragt worden (act. B 1, S. 4). Zur Befragung von Sachverständigen sei 

die Polizei nicht zuständig und die Aussage des Sportarztes, Dr. med. D___, beziehe sich 

lediglich auf das generelle Verletzungsrisiko des Handballsports. Der eigentliche, 

behandelnde Arzt, Dr. med. E___, sei indessen nicht befragt worden. Vor diesem 

Hintergrund sei dargetan, dass ein genügender Tatverdacht für die Eröffnung einer 

Untersuchung wegen Körperverletzung vorliege.  

 

 

2.2 Dem liess der Beschwerdegegner  entgegen halten, es werde bestritten, dass er 

vorsätzlich mit beiden Fäusten in den Brustbereich des Beschwerdeführers geschlagen 

habe. Er habe den Beschwerdeführer nicht geschlagen, sondern habe lediglich 

Verteidigungsarbeit geleistet. Diese sei mit der offenen Handfläche und nicht mit den 

Fäusten erfolgt, was sein Trainer, F___, bestätigt habe (act. 13, S. 2 f.). Er habe zwar ein 

Foul, d.h. eine Spielregelverletzung, begangen, welche mit einer gelben Karte geahndet 

                                                
4 ANDREAS KELLER, a.a.O., N. 7 zu Art. 397 StPO. 
5 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 8 zu Art. 322 StPO; GRÄDEL/HEINIGER, Basler Kommentar, StPO, 2. 

Aufl. 2014, N. 7 zu Art. 322 StPO. 

 

Seite 8 

worden sei. Nicht jede Regelwidrigkeit, welche eine Sportverletzung zur Folge habe, führe 

jedoch zu strafrechtlichen Konsequenzen. Namentlich dann nicht, wenn der Sportler die 

gebotene Sorgfalt beachtet habe, also nicht grobfahrlässig oder absichtlich und im 

Rahmen des erlaubten Risikos gehandelt habe. Zudem bleibe die Tat grundsätzlich 

straflos, wenn keine Missachtung der Spielregeln gegeben sei. Bei dieser Konstellation 

liege in der Regel der Rechtfertigungsgrund der Einwilligung des Verletzten vor. Die 

Staatsanwaltschaft habe zu Recht festgehalten, dass es sich bei Handball um eine 

Mannschaftssportart handle, bei der Körperkontakt grundsätzlich erlaubt sei. Beim Kampf 

Mann gegen Mann komme es zwangsläufig zu Rangeleien und Rempeleien und es 

bestehe das Risiko, dass ein Spieler einen anderen verletze. Vorliegend hätte der 

Schiedsrichter nicht nur die gelbe Karte gezogen, sondern hätte den Beschwerdegegner 

sofort hinausgestellt (2-Minuten-Strafe) oder disqualifiziert (rote Karte), wenn es 

tatsächlich zu einer schweren Regelverletzung gekommen wäre. Dass der 

Beschwerdegegner bei seiner Verteidigungsarbeit die gebotene Sorgfalt eingehalten und 

im Rahmen des erlaubten Risikos gehandelt habe, zeige sich auch mit Blick auf die 

Aussagen des Trainers von B___ sowie diejenigen von Dr. med. D___ (act. 13, S. 3 f.). 

Demgegenüber seien die Aussagen der Auskunftspersonen G___, H___, I___ und J___ 

nicht dazu geeignet, eine vorsätzliche oder eventualvorsätzliche Körperverletzung zu 

belegen. Niemand habe mit Sicherheit sagen können, dass der Angriff mit den Fäusten 

stattgefunden habe. Komme hinzu, dass es sich - mit Ausnahme von G___ - um 

Mitspieler des Beschwerdeführers handle. Schliesslich habe der Beschwerdeführer sich 

bezüglich der Frage, wie der Beschwerdegegner ihn geschlagen haben solle, 

widersprüchlich geäussert (act. 13, S. 5). Insgesamt stehe somit fest, dass der 

Beschwerdegegner die sportartkennzeichnenden Grenzen eines Eingriffs in die 

körperliche Integrität des Beschwerdeführers nicht überschritten und das Fairnessgebot 

eingehalten habe. Eine absichtliche oder grobfahrlässige Schadenszufügung sei folglich 

nicht dargetan. Schliesslich fehle es auch an der Rechtswidrigkeit der Aktion, da davon 

ausgegangen werden könne, dass ein Sportler, welcher an einem Wettkampf teilnehme, 

mindestens konkludent in mögliche schädigende Handlungen einwillige, die bei der 

Ausführung der betreffenden Sportart natur- und erfahrungsgemäss auch bei Einhaltung 

der Spielregeln verursacht werden können (act. 13, S. 6).  

 

 

2.3 Aus der angefochtenen Verfügung vom 16. Februar 2016 (act. B 2) geht hervor, dass das 

auf Strafanzeige hin eröffnete Verfahren gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht 

anhand genommen wurde. Nichtanhandnahme gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO ist 

demzufolge am Platz, wenn Straftatbestände eindeutig nicht erfüllt sind, also in 

 

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sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen6. Die Situation muss sich für den 

Staatsanwalt demnach so präsentieren, dass gar nie ein Verdacht hätte angenommen 

werden dürfen oder der Anfangsverdacht vollständig entkräftet worden ist7. Hingegen darf 

bei blossen Zweifeln, ob ein Straftatbestand vorliegt oder ob der Nachweis strafbaren 

Verhaltens gelingen wird, keine Nichtanhandnahme erfolgen8. Wenn eine eingehende 

rechtliche Würdigung notwendig ist (etwa bei einer Sorgfaltspflichtverletzung), besteht 

kein Raum für eine Nichtanhandnahmeverfügung9. Eine Nichtanhandnahmeverfügung 

kommt nur infrage, wenn keine Untersuchungshandlungen vorgenommen werden10. 

 

 

2.4 Gemäss dem Beschwerdeführer liegt ein genügender Tatverdacht für die Eröffnung einer 

Untersuchung wegen Körperverletzung (Art. 122 ff. StGB) vor.  

 

 Anhaltspunkte für eine schwere Körperverletzung, welche in Art. 122 StGB geregelt wird, 

sind nicht ersichtlich und schwere bleibende Schäden oder lebensgefährliche 

Verletzungen werden auch nicht behauptet. Demzufolge fallen insbesondere die einfache 

oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht.  

 

 Nach Art. 123 Ziff. 1 StGB wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise an Körper oder 

Gesundheit schädigt. In leichten Fällen kann der Richter die Strafe mildern (Art. 48a 

StGB). Auch wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt, 

wird auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 125 

Abs. 1 StGB).  

 

 Für Sportverletzungen gibt es kein Sonderrecht. Nicht wenige Sportarten, so auch 

Handball, bergen, weil der Kampf „Mann gegen Mann“ geht, das Risiko in sich, dass ein 

Spieler einen anderen körperlich verletzt. Solcher Art zugefügte Verletzungen können im 

Allgemeinen weder zivil- noch strafrechtliche Folgen haben; auch dann nicht, wenn sie 

objektiv den Tatbestand der einfachen oder gar schweren Körperverletzung erfüllen. Der 

Spieler resp. Teilnehmer hat dieses Risiko selbst, freiwillig und bewusst auf sich 

genommen. Man spricht von „Handeln auf eigene Gefahr“ oder von der „acceptaticon du 

                                                
6 BGE 137 IV 285 ff. E. 2.3. 
7 LANDSHUT/BOSSHARD, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 310 StPO.  
8 LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 5 zu Art. 310; BGE 137 IV 285 E. 2.3. 
9 BGE 137 IV 285 E. 2.5. 
10 LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 1 zu Art. 310 StPO; ESTHER OMLIN, Basler Kommentar, StPO, 2. 

Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 310 StPO. 

 

Seite 10 

risque“11. Immerhin setzen die Sport- resp. Spielregeln die Richtlinien und gleichzeitig die 

Grenzen. Die Spielregeln bezwecken nicht nur einen geordneten Spielverlauf überhaupt 

erst zu ermöglichen, sie sind wenigstens zum Teil auch darauf ausgerichtet, gegenseitige 

Verletzungen zu vermeiden. Sie auferlegen damit dem Spieler die Sorgfaltspflicht, sich 

nach eben diesen Spielregeln und nach dem allgemeinen Grund „neminem laedere“ zu 

verhalten, also fair zu spielen12. Die stillschweigende Einwilligung in das Risiko ist damit 

ebenso stillschweigend durch die Voraussetzung begrenzt, dass auch die Mitspieler diese 

Regeln einhalten. In die strafrechtliche Beurteilung von Foulspielen bei 

Mannschaftssportarten sind auch die geltenden Spielregeln miteinzubeziehen. Wo ein 

Spieler diese Spielregeln verletzt, d.h. ein „Foul“ begeht, und dadurch 

(Kausalzusammenhang) einen Mitspieler verletzt, steht der zivil- und strafrechtlichen 

Verfolgung nichts im Wege. Immerhin genügt nicht jede Regelverletzung. Im Kampf 

kommt es zwangsläufig zu Rangeleien und Rempeleien mit kleineren oder grösseren 

Regelverstössen. Damit eine gerichtliche Verfolgung möglich ist, ist vorab gefordert, dass 

eine Regel verletzt wurde, die auch und gerade auf den Schutz der Spieler abzielt. Zudem 

ist absichtliche oder grobe Regelverletzung erforderlich. Ob und wie der Schiedsrichter 

ein solches Foul geahndet hat, ob allenfalls andere sport- resp. vereinsrechtliche 

Sanktionen folgten, spielt grundsätzlich keine Rolle, denn derartige Sanktionen 

bezwecken nicht den Schutz der öffentlichen Ordnung; sie beziehen sich rein auf das 

sportliche Disziplinarrecht. Immerhin kann die Tatsache, dass der Schiedsrichter den 

entsprechenden Spieler verwarnt (gelbe Karte) oder gar ausgeschlossen (rote Karte) hat, 

auch für die straf- oder zivilrechtliche Beurteilung wegleitend sein. Die Grenze zwischen 

strafbaren und straflosen Körperverletzungen ist schwer zu ziehen. Im konkreten Fall ist 

stets zu prüfen, ob die zugefügte Körperverletzung noch als sportartspezifisches Risiko 

bezeichnet werden kann, oder ob sie darüber hinausgeht. Bei absichtlichem 

Regelverstoss, aber fehlendem resp. nicht nachweisbarem Verletzungsvorsatz liegt 

Fahrlässigkeit vor13.  

 

 

2.5 Die Staatsanwaltschaft hat die Voraussetzungen für die strafrechtliche Ahndung von 

Verletzungen, welche aus der Teilnahme an einem Spiel einer körperbetonten 

Mannschaftssportart herrühren, korrekt aufgezeigt (act. B 2, S. 1). Allein der Umstand, 

dass im Vorfeld der Nichtanhandnahmeverfügung relativ umfangreiche 

Untersuchungshandlungen durchgeführt wurden (act. B 8), spricht jedoch gegen die 

                                                
11 ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 22 vor Art. 122 StGB. 
12 ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., N. 23 vor Art. 122 StGB mit weiteren Hinweisen. 
13 ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., mit weiteren Hinweisen. 

 

Seite 11 

gewählte Art der Erledigung14. Zudem hat die Staatsanwaltschaft nach Auffassung des 

Obergerichts  einen Sachverhalt rechtlich gewürdigt, der in tatsächlicher Hinsicht alles 

andere als klar ist. Dafür lassen sich verschiedene Beispiele anführen: 

 

- In der Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft wird die Aussage des 

Sportarztes Dr. med. D___ zitiert, wonach ein Schlüsselbeinbruch auch ohne 

aussergewöhnlich hohe Gewalteinwirkung brechen könne und gerade in einer 

körperbetonten Sportart, wie Handball, keine Seltenheit sei. Einmal davon 

abgesehen, dass die Polizei im vorliegenden Kontext nicht befugt war, eine 

sachverständige Person beizuziehen (Art. 182 StPO)15, erfolgte die Aussage offenbar 

pauschal, d.h. ohne Kenntnis der näheren Umstände (etwas anderes ergibt sich auf 

jeden Fall nicht aus den Akten) und ihre Aussagekraft ist dementsprechend 

eingeschränkt.  

 

- Der Beschwerdeführer erwähnte weitere Personen, die das Foul nach seiner 

Wahrnehmung ebenfalls gesehen haben (nämlich sein Mitspieler K___ sowie die 

Trainer L___ und M___; act. B 8/3, S. 4 und act. B 1, S. 4). Diese wurden vom 

rapportierenden Polizeibeamten nicht befragt (act. B 8/1). Hier drängt sich eine 

Einvernahme umso mehr auf, als (bisher) nicht erstellt werden konnte (vgl. die im 

Polizeirapport wiedergegebenen Aussagen, act. B 8/1, S. 3 f.), ob A___ sich bei der 

Verteidigungsaktion von B___ bereits in der Luft befand (d.h. zum Sprung angesetzt 

hatte) oder noch Bodenhaftung hatte. Dieser Umstand hat mit Blick auf die 

Spielregeln jedoch grosse Bedeutung (vgl. act. B 8/5). Dasselbe gilt mit Bezug auf die 

Frage, ob B___ mit den offenen Handflächen oder den Fäusten verteidigt hat.  

 

- In der mündlichen Befragung sagten der Schiedsrichter N___ und der Zeitnehmer 

G___ aus, B___ sei nicht auf den Ball, sondern auf den Körper von A___ gegangen 

(act. B 8/1, S. 3). In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Tatsache, ob 

und wie der Schiedsrichter ein Foul geahndet hat, grundsätzlich keine Rolle spielt, da 

derartige Sanktionen nicht den Schutz der öffentlichen Ordnung bezwecken, sondern 

sich rein auf das sportliche Disziplinarrecht beziehen16. Immerhin kann die Tatsache, 

dass der Schiedsrichter den entsprechenden Spieler verwarnt (gelbe Karte) oder gar 

ausgeschlossen hat (rote Karte), auch für die straf- oder zivilrechtliche Beurteilung 

wegleitend sein und darf selbstredend nicht ausgeblendet werden.  

                                                
14 LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 1 zu Art. 310 StPO; ESTHER OMLIN, a.a.O., N. 8 zu Art. 310 StPO. 
15 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 6 zu Art. 182 StPO. 
16 Pra. 72 (1983) Nr. 216 E. 3 = BGE 109 IV 102 E. 3; ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., N. 23 vor Art. 122 

StGB.  

 

Seite 12 

 

- Nicht geprüft wurde bisher offenbar, ob es nicht Film-, Video- oder 

Handyaufzeichnungen des Spiels gibt, welche unter Umständen weitere Aufschlüsse 

über die genauen Umstände des Fouls geben könnten.  

 

 

2.6 In Würdigung der oben erwähnten Punkte erweist sich die Kritik des Beschwerdeführers 

an der Nichtanhandnahmeverfügung somit als begründet und die angefochtene 

Verfügung ist aufzuheben und die Sache zur weiteren Beurteilung an die 

Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. 

 

 

3. Kosten 

 

3.1 Verfahrenskosten 

 

 Art. 428 StPO regelt die Kostentragungspflicht im Beschwerdeverfahren. Gemäss dessen 

Abs. 1 tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens. Abweichend davon sieht Absatz 4 bei Aufhebung eines 

Entscheids durch die Rechtsmittelinstanz und Rückweisung zu neuer Entscheidung an die 

Vorinstanz vor, dass der Kanton die Kosten des Rechtsmittelverfahrens und, nach 

Ermessen der Rechtsmittelinstanz, jene der Vorinstanz trägt. Dies gilt auch dann, wenn 

sich die beschuldigte Person der Gutheissung widersetzt hat, also als unterliegend zu 

betrachten ist17. Was die vorinstanzlichen Kosten angeht, ist in casu über deren 

Verlegung nicht zu befinden; diese können, weil sie korrekt waren und damit Basis des 

neuen Entscheids bilden, bei der Prozedur belassen werden. Über diese Kosten ist also 

im neuen Entscheid von der Instanz, an welche die Streitsache zurückgewiesen wird, zu 

entscheiden18. 

 

 Vorliegend wurde die Beschwerde gutgeheissen und die Sache zur weiteren Beurteilung 

an die Vorinstanz zurückgewiesen. In Anwendung von Art. 428 Abs. 1 und 4 StPO 

erscheint es als angemessen, die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus 

einer Gebühr von CHF 300.00 (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. a Gebührenordnung, bGS 233.3) auf 

                                                
17 YVONA GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 15 zu Art. 428 StPO; PATRICK GUIDON, Die Beschwerde 
gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. Zürich/St. Gallen 2011, Rz. 574. 

18 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 15 zu Art. 428 StPO; THOMAS DOMEISEN, Basler Kommentar, StPO, 2. 
Aufl. 2014, N. 25 zu Art. 428 StPO.  

 

Seite 13 

die Staatskasse zu nehmen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von 

CHF 500.00 ist ihm zurückzuerstatten. 

 

 

3.2 Entschädigungen 

 

3.2.1 Art. 436 StPO regelt die Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren. Abs. 3 

dieser Bestimmung lautet wie folgt: „Hebt die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid nach 

Art. 409 auf, so haben die Parteien Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für 

ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren und im aufgehobenen Teil des 

erstinstanzlichen Verfahrens“. Die Bestimmung verweist auf eine Aufhebung im 

Berufungsverfahren nach Art. 409 StPO; sie ist aber auch im Beschwerdeverfahren 

anwendbar, wenn nach Art. 397 Abs. 2 StPO eine Rückweisung erfolgt. Die 

Entschädigung wird hier von der Rechtsmittelinstanz zugesprochen, ebenfalls bezüglich 

des aufgehobenen Teils des erstinstanzlichen Verfahrens19. Es stellt sich die Frage, von 

wem die Parteien infolge Aufhebung der Einstellungsverfügung eine Entschädigung 

zugute haben. Bei einer Rückweisung nach einem Beschwerdeverfahren kann davon 

ausgegangen werden, dass das erstinstanzliche Verfahren an solchen Mängeln leidet, 

dass das Urteil aufgehoben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück gesandt 

werden muss. Die Vorinstanz hat also fehlerhaft gehandelt, wofür nur der Staat die 

Verantwortung trägt und entsprechend entschädigungspflichtig wird20. Anspruch auf eine 

Entschädigung haben alle Parteien, selbst die unterliegende21. Es bleibt schliesslich 

darauf hinzuweisen, dass die Staatsanwaltschaft bzw. der von ihr vertretene Kanton 

generell, d.h. auch bei Obsiegen, keinen Anspruch auf Entschädigung hat22.  

 

 Zunächst ist die Entschädigung für A___ festzusetzen, wobei allfällige vorinstanzliche 

Bemühungen mit der gleichen Begründung wie die vorinstanzlichen Verfahrenskosten 

(vgl. E. 3.1) bei der Hauptsache belassen werden.  

 

 RA AA___ hat für das Beschwerdeverfahren eine Kostennote über CHF 864.00 (3.33 h à 

CHF 240.00 und CHF 64.00 Mehrwertsteuer) eingereicht (act. B 16). Der geltend 
                                                
19 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 4 f. zu Art. 436; WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 

2014, N. 14 zu Art. 436 StPO; PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer 
Strafprozessordnung, Diss. Zürich/St. Gallen 2011, Rz. 580. 

20 WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N. 14 zu Art. 436; PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss 
Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. Zürich/St. Gallen 2011, Rz. 580. 

21 WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N. 16 zu Art. 436; PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss 
Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. Zürich/St. Gallen 2011, Rz. 580. 

22 PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. Zürich/St. 
Gallen 2011, Rz. 581; NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 2 zu Art. 423 StPO. 

 

Seite 14 

gemachte Stundenaufwand erscheint als angemessen. Hingegen kann pro Stunde 

lediglich ein Ansatz von CHF 200.00 vergütet werden (Art. 18 und 19 Abs. 1 Anwaltstarif, 

bGS 145.53). Dies ergibt eine Entschädigung von CHF 788.40 (inkl. Barauslagen und 

MWSt).  

 

 Die Kostennote von RA B___ beläuft sich auf CHF 2‘152.05 und umfasst 9.58 Stunden à 

CHF 200.00, 4 % Barauslagen und 8 % Mehrwertsteuer (act. B 18). Dass der Aufwand 

des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners etwas höher ausfällt als derjenige des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist nachvollziehbar, musste der Erstere sich 

doch zusätzlich mit den Argumenten des Letzteren auseinandersetzen. Indessen 

erscheinen die geltend gemachten 9.58 Stunden als (zu) hoch. Der Aufwand für die 

Rechtsschrift vom 8. April 2016 sollte mit 6 Stunden angemessen berücksichtigt sein. 

Demzufolge ist dem Beschwerdegegner eine Entschädigung in Höhe von insgesamt CHF 

1‘348.00 (6 h à CHF 200.00 + CHF 48.00 Barauslagen + CHF 100.00 Mehrwertsteuer) 

zuzusprechen.  

 

3.2.2 Der Beschwerdegegner verlangt zusätzlich eine Entschädigung nach Art. 429 Abs. 1 lit. b 

StPO (act. B 17). Begründet wird die Forderung mit einer Lohneinbusse von CHF 500.00 

(inkl. Reisekosten Staad-Heiden), welche durch die polizeiliche Einvernahme vom 

18. Januar 2016 entstanden sein soll.  

 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das Verfahren 

gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung der wirtschaftlichen 

Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind 

(Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO). Wenn die Aufwendungen der beschuldigten Person 

geringfügig sind, kann die Strafbehörde die Entschädigung oder Genugtuung herabsetzen 

oder verweigern (Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO). Eine Entschädigung für den persönlichen 

Zeitaufwand (Aktenstudium, Verfassen von Eingaben, Teilnahme an Verhandlungen etc.) 

von nicht anwaltlich vertretenen Personen (Beschuldigte und Privatkläger) ist in der StPO 

ebenso wenig explizit vorgesehen wie bei anwaltlich vertretenen Personen, die trotz 

anwaltlicher Verteidigung in der Regel eigene Zeit für ihre Verteidigung aufwenden 

müssen (Gespräche mit Verteidiger etc.)23. Nach Niklaus Schmid sind private 

Zeitaufwendungen und Zeitausfälle der beschuldigten Person daher nicht oder nur im 

Rahmen von Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO zu entschädigen, wenn ein Lohn- oder 

Verdienstausfall im Sinne dieser Bestimmung belegt ist24. Als geringfügige Aufwendung 

                                                
23 Urteil des Bundesgerichts 6B_251/2015 vom 24. August 2015 E. 2.3.1 = Pra. 2015 Nr. 97, E. 2.3.1. 
24 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 8 zu Art. 429 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_251/2015 vom 24. 

August 2015 E. 2.3.1 = Pra. 2015 Nr. 97, E. 2.3.1. 

 

Seite 15 

wird beispielsweise angesehen, wenn ein Beschuldigter ein oder zwei Mal zu 

Verhandlungen zu erscheinen hat25. 

 

 Dass er durch die notwendige Beteiligung am vorliegenden Verfahren einen Lohn- oder 

Erwerbsausfall erlitten hat, hat der Beschuldigte nicht belegt. Die Einvernahme vor der 

Polizei dauerte lediglich 28 Minuten (act. B 8/4). Auch wenn man noch je 30 Minuten für 

den Hin- und Rückweg (Fahrtweg von rund 15 Minuten plus Zeitreserve) dazu rechnet, 

bleibt die zeitliche Belastung des Beschwerdegegners klar unter 2 Stunden. Damit kann 

offensichtlich nicht von einem hohen Arbeitsaufwand gesprochen werden, der den 

Rahmen dessen überschreitet, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei 

zur Besorgung der persönlichen Angelegenheit auf sich zu nehmen hat. Zu 

berücksichtigen ist sodann, dass der zeitliche Aufwand im Verfahren vor der 

Staatsanwaltschaft und nicht im Rechtsmittelverfahren anfiel. Die 

Entschädigungsforderung des Beschuldigten gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO ist 

daher abzuweisen.  

 

 

  

                                                
25 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 6 zu Art. 430 StPO; Botschaft, 1330; YVONA GRIESSER, a.a.O., N. 14 zu 

Art. 430 StPO; a.M. WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N. 18 f. zu Art. 430 StPO. 

 

Seite 16 

Das Obergericht beschliesst: 

 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Nichtanhandnahmeverfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 16. Februar 2016 in Sachen Staat und A___ gegen B___ 
(Verfahren Nr. U 16 115/BWE) in Ziffer 1 aufgehoben und die Sache zur weiteren 
Beurteilung an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. 

 
 
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gebühr von CHF 300.00, 

werden auf die Staatskasse genommen. Die vom Beschwerdeführer geleistete Sicherheit 
von CHF 500.00 wird ihm durch die Gerichtskasse zurückerstattet. 

 
 
3. Dem Beschwerdeführer A___ wird für die Kosten seiner Vertretung im 

Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von CHF 788.40 (inkl. Barauslagen und MWSt) 
aus der Staatskasse zugesprochen.  

 
 
4. Dem Beschwerdegegner B___ wird für die Kosten seiner Vertretung im 

Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von CHF 1‘348.00 (inkl. Barauslagen und 
Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse zugesprochen.  

 
 
5. Die Entschädigungsforderung von B___ gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO wird 

abgewiesen. 
 
 
6. Rechtsmittel:   
 Den Parteien steht innert einer Frist von 30 Tagen seit Zustellung dieses Beschlusses die 

Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesgericht offen (Art. 78-81 
BGG). Die Beschwerde in Strafsachen ist bei der Bundesgerichtskanzlei, Avenue du 
Tribunal-Fédéral 29, Postfach, 1000 Lausanne 14, schriftlich einzureichen (Art. 42 BGG).  

 
 
7. Zustellung am  21. Dezember 2016 an: 

- den Beschwerdeführer über seinen Rechtsvertreter, eingeschrieben 
- den Beschwerdegegner über seinen Rechtsvertreter, eingeschrieben 
- die Staatsanwaltschaft (U 16 115), intern, mit Empfangsbestätigung 

 

 
Der Obergerichtspräsident: 
 
 
 
lic. iur. Ernst Zingg 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
lic. iur. Barbara Schittli