# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ead21858-64b4-567b-b21c-474218fadf45
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 02.05.2013 BRGE IV Nr. 0071/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-IV-Nr--0071-201_2013-05-02.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0071/2013 vom 23. Mai 2013 in BEZ 2013 Nr. 30 

2.1. Am 1. Juli 2012 wurden am streitbetroffenen, U-förmigen 
Bürogebäude diverse (motorbetriebene) Flachlamellenstoren an der West- und 
Nordwestfassade des Erdgeschosses, des ersten und zweiten Obergeschosses 
sowie des Dachgeschosses (Attika) durch Hagelschlag beschädigt. Die 
betroffene Fassade erstreckt sich auf ca. 28 m gerade und gegen Westen 
gerichtet, bevor sie gegen Nordwesten und weiter gegen Norden gerichtet 
abgerundet verläuft. Am geraden Teil der Westfassade befinden sich pro 
Vollgeschoss 15 Lamellenstoren (Storen Nrn. 1-15), am abgerundeten Teil 

(Nordwestfassade) weitere 13 Lamellenstoren (Storen Nrn. 16-28). Daran 
anschliessend folgen die Storen der zunächst abgerundeten und dann wieder 
gerade verlaufenden Nordfassade. Anlässlich des Lokaltermins wurden die 
Storen der Vollgeschosse in drei Sektoren eingeteilt, nämlich die Storen Nrn. 1-
23 in den Sektor 1 (total 69 Storen), die Storen Nrn. 24-28 in den Sektor 2 (total 
15 Storen) und die folgenden Storen in den Sektor 3. Im Dachgeschoss sind 
insgesamt 9 gegen Westen/Nordwesten gerichtete Lamellenstoren der 
Attikawohnungen betroffen. 

Die Rekurrentin stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, dass 
insgesamt 100 Storen der West- und Nordwestfassade vom heftigen 
Hagelschlag so stark beschädigt worden seien, dass sie zu ersetzen seien. Die 
Storen wiesen starke, augenfällige Beschädigungen auf. Sie seien übersät mit 
unzähligen Dellen. Durchschnittlich seien die Lamellen einer Store durch 12-20 
Hagelbeulen verunstaltet. Das Gebäude diene nicht nur als Lager, sondern 
auch als Vorführ- und Verkaufsraum. Die Storen träten demnach sowohl 
gegenüber Mitarbeitenden wie insbesondere auch gegenüber Kunden und 
Besuchern störend in Erscheinung.  

Vernehmlassungsweise führt die Rekursgegnerin im Wesentlichen aus, 
dass pro Vollgeschoss 23 Behänge (Storen Nrn. 1-23) bloss sehr leicht 
beschädigt seien. Es sei gerechtfertigt, dafür bloss eine 
Minderwertentschädigung von 1/6 zuzusprechen. Die übrigen Storen in den 
Vollgeschossen seien praktisch nicht beschädigt. Bei ihnen rechtfertige sich 
nicht einmal eine Minderwertentschädigung. Im Dachgeschoss seien drei 
Behänge leicht bis mittelschwer betroffen, wofür eine Minderwertentschädigung 
von 1/3 anerkannt werde. Weitere sechs Behänge des Attikageschosses seien 
bloss vereinzelt betroffen. Hier rechtfertige es sich, keine 
Minderwertentschädigung zuzusprechen. Insgesamt seien die Lamellenstoren 
an der West- und Nordwestfassade in unterschiedlicher Ausprägung 
beschädigt. Keine sei aber dermassen stark beschädigt, dass sich ein Ersatz 
rechtfertigen würde. Aus einer gewissen Distanz betrachtet seien die Schäden 
im Grundsatz kaum wahrnehmbar. (…) 

3.2 Im Gesetzesabschnitt «Versicherte Schäden» erklärt § 19 GebVG 
unter dem Randtitel «Elementarschäden» in Ziffer 2 die Gebäude als gegen 

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Schäden versichert, wenn sie durch Hagel entstanden sind. Bei solchen durch 
Hagel entstandenen Gebäudeschäden handelt es sich regelmässig um soge-
nannte Teilschäden, bei denen grundsätzlich die vollen Wiederherstellungs-
kosten zu ersetzen sind (§ 63 Abs. 1 und 2 GebVG). 

Gemäss § 63 Abs. 3 GebVG kann jedoch für Elementarschäden, die nur 
mit unverhältnismässig hohen Kosten behoben werden können, wie 
beispielsweise Risse oder blosse Schönheitsfehler, eine angemessene 
Minderwertentschädigung ausgerichtet werden. Der Grundsatz, wonach jeder 
Schaden voll zu vergüten ist, erfährt also dort eine Einschränkung, wo die 
Schadensbehebung im Verhältnis zur Beeinträchtigung unverhältnismässig 
hohe Kosten verursachen würde. In diesem Fall kann ein blosser Minderwert 
ausgerichtet werden. 

Nach gängiger Rechtsprechung und Praxis ist ein voller Ersatz eines durch 
Hagel beschädigten Lamellenstorens dann angezeigt, wenn die Anzahl der 
Einschläge hoch oder die Zahl der betroffenen Lamellen gross ist oder allenfalls 
einzelne tiefe, augenfällige Einschläge vorhanden sind. Sind dagegen bloss 
wenige leichtere Einschläge vorhanden, so sind die Kosten für die Behebung 
des Schadens im Verhältnis zur geringen optischen Beeinträchtigung 
unverhältnismässig und rechtfertigt sich die Ausrichtung eines blossen 
Minderwerts. Bei der Abschätzung der Höhe des Schadens ist es angezeigt, die 
beschädigten Storen in vier Kategorien einzuteilen; nämlich in solche, die gar 
nicht beschädigt sind, solche die so stark beschädigt sind, dass sie voll zu 
ersetzen sind, dann solche, die leicht beschädigt und durch einen Minderwert 
von 1/3 zu entschädigen sind und schliesslich solche, die lediglich sehr leichte 
Schäden aufweisen, welche durch einen Minderwert von 1/6 der Ersatzkosten 
abzugelten sind (vgl. BRGE IV Nr. 0043/2012 vom 22. März 2012, E. 3.2). 

Mit anderen Worten ist von einem nicht zu ersetzenden Hagelschaden an 
einer noch funktionsfähigen Store dann auszugehen, wenn die Store bloss 
einzelne, kaum sichtbare Einschläge (Dellen) an einzelnen Lamellen aufweist 
(Schadenkategorie 1; sog. Bagatellschaden, vgl. auch § 67 GebVG). Weist sie 
dagegen mehr als einzelne, d.h. einige wenige sichtbare, leichtere Einschläge 
auf einigen wenigen Lamellen auf, ist von einem sehr leichten Schaden 
auszugehen, bei dem sich eine Minderwertentschädigung von 1/6 rechtfertigt 
(Schadenkategorie 2). Leichte Schäden, die eine Minderwertentschädigung von 
1/3 nach sich ziehen (Schadenkategorie 3), liegen im Sinne der genannten 
Rechtsprechung dann vor, wenn einerseits mehr als bloss einige wenige 
Lamellen von mehr als bloss einigen wenigen sichtbaren Einschlägen betroffen 
sind und sie höchstens vereinzelte augenfällige und tiefe Einschläge aufweisen, 
jedoch andererseits noch nicht von vielen sichtbaren Einschlägen oder vielen 

betroffenen Lamellen oder einigen wenigen augenfälligen, tiefen Einschlägen 
gesprochen werden kann. Ist eine Store eben gerade mit solch vielen 
sichtbaren Einschlägen übersät oder sind viele Lamellen betroffen oder weist 
sie mindestens einige wenige augenfällige, tiefe Einschläge auf, so ist von einer 
starken Beschädigung auszugehen, die den Ersatz der Store und eine volle 
Entschädigung rechtfertigt (Schadenkategorie 4).  

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3.3 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass sämtliche betroffenen Storen 
in ihrer Funktionalität nicht beeinträchtigt sind. Strittig ist nur, wie stark die 
Storen optisch beschädigt sind. 

Wie sich am Augenschein vor Ort feststellen liess und dort auch anerkannt 
wurde, zeigen im Dachgeschoss sämtliche neun vom Hagel betroffenen Storen 
ein vergleichbares Schadenbild. Die Storen weisen jeweils viele gut sichtbare, 
teilweise tiefe Dellen auf und sind praktisch sämtliche Lamellen einer jeden 
Store betroffen. Wenn die Rekursgegnerin für drei dieser neun Storen eine 
Minderwertentschädigung von 1/3 und für die übrigen sechs gar keine 
Entschädigung sprechen will, so ist dies objektiv nicht mehr nachvollziehbar. 
Diese neun Storen im Dachgeschoss sind optisch dermassen stark 
beeinträchtigt, dass sich deren Ersatz rechtfertigt. Sie sind voll zu entschädigen. 

Was sodann die Storen in den drei Vollgeschossen betrifft, so liess sich am 
Lokaltermin feststellen, dass die Stärke der Beschädigung von Westen nach 
Norden abnehmend ist. Ebenso – jedoch in weit geringerem Ausmass – von 
oben nach unten. Wenn die Rekursgegnerin nun dafür hält, dass das 
Schadenbild noch nicht der Schadenkategorie 4 zugerechnet werden kann, 
diese Storen nur mit einem unverhältnismässig hohen finanziellen Aufwand zu 
ersetzen wären und sich darum bloss eine Minderwertentschädigung und noch 
kein voller Ersatz rechtfertige, ist dies noch vertretbar. Objektiv nicht 
nachvollziehbar ist es hingegen, wenn die Rekursgegnerin die Beschädigung 
dieser Storen unter die Schadenkategorie 2 (sehr leichter Schaden) subsumiert 
und für den optischen Schaden an diesen Storen bloss eine 
Minderwertentschädigung von 1/6 anerkennt. Auf sämtlichen drei Vollge-
schossen kann nämlich bei den Storen Nrn. 1-23 von bloss einigen wenigen, 
leichteren Dellen auf bloss einzelnen Lamellen klarerweise nicht mehr 
gesprochen werden. Vielmehr weisen diese Storen mehr als bloss einige 
wenige gut sichtbare Dellen auf. Auch sind jeweils mehr als bloss einige wenige 
Lamellen betroffen und weisen gewisse dieser Storen einzelne tiefere 
Einschläge auf. Es rechtfertigt sich daher, diese 69 Storen unter die 
Schadenkategorie 3 (leichter Schaden) zu subsumieren und mit einem 
Minderwert von 1/3 zu entschädigen. Auch die Storen Nrn. 24-28 eines jeden 
Vollgeschosses weisen praktisch ein einheitliches Schadenbild auf, das jedoch 
erkennbar weniger stark in Erscheinung tritt als dasjenige bei den Storen Nrn. 
1-23. So lassen sich bei diesen Storen bloss einige wenige, leichtere 
Einschläge auf einigen wenigen Lamellen ausmachen. Unter Berücksichtigung, 
dass bei Sonnenschein und bestimmtem Blickwinkel auch diese Dellen sehr 
wohl in Erscheinung treten und es sich beim Bürogebäude um eine relativ neue 
Baute handelt, an der optische Mängel durchaus auffallen, ist es nicht mehr 
vertretbar, wenn die Vorinstanz bei diesen insgesamt 15 Storen von einem 
Bagatellschaden (Schadenkategorie 1) ausgegangen ist. Vielmehr handelt es 
sich um Schäden, die der Schadenkategorie 2 zuzurechnen sind. Sie sind mit 
einem Minderwertersatz von 1/6 zu vergüten. Um Bagatellschäden handelt es 
sich hingegen bei den nördlich der Storen Nr. 28 gelegenen Storen eines jeden 
Vollgeschosses. Hier ist mit der Rekursgegnerin dafür zu halten, dass die 
Storen höchstens einzelne, kaum sichtbare Dellen auf einzelnen Lamellen 
aufweisen und sich daher auch ein Minderwertersatz nicht rechtfertigt.  

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3.4 Als Fazit ergibt sich, dass für die neun beschädigten Storen im 
Dachgeschoss ein voller Ersatz zu sprechen ist, für je 23 Storen in den drei 
Vollgeschossen (Storen Nrn. 1-23; total 69 Storen) ein Minderwertersatz von 
1/3 sowie für weitere je fünf Storen in den drei Vollgeschossen (Storen Nrn. 24-
28; total 15 Storen) ein Minderwertersatz von 1/6. (…) 

4.1 Zusammengefasst ergibt sich, dass der Einspracheentscheid vom 21. 
September 2011 in teilweiser Gutheissung des Rekurses aufzuheben ist, soweit 
damit für den Hagelschaden an den Lamellenstoren keine Entschädigung 
zugesprochen wurde. Die Rekursgegnerin ist zu verpflichten, der Rekurrentin 
für den Hagelschaden vom 1. Juli 2012 an den Lamellenstoren des Gebäudes 
Nr. 396 eine Entschädigung von Fr. 16431.-- (abzüglich des gesetzlichen 
Selbstbehalts) zu vergüten, bestehend aus Fr. 3780.-- für den vollen Ersatz von 
neun Lamellenstoren im Dachgeschoss und Fr. 12651.-- Minderwertersatz für 
die Lamellenstoren in den drei Vollgeschossen. Im Übrigen ist der Rekurs 

abzuweisen.