# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cb1ed42-db17-510f-b7ae-6b9977ed21c3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2023 E-6841/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6841-2023_2023-12-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6841/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiber Jonas Attenhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Dieter Roth, Advokatur Roth,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 4. Dezember 2023 / N (…). 

 

 

 

E-6841/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführer am (…) in der Schweiz um Asyl nachsuchten, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass sie am (…) bereits in Kroatien um Asyl 

nachgesucht hatten, 

dass das SEM die kroatischen Behörden am 8. November 2023 um Wie-

deraufnahme der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführern am 13. November 2023 – im 

Beisein ihrer Rechtsvertretung – das rechtliche Gehör zu einem allfälligen 

Nichteintretensentscheid und einer Überstellung nach Kroatien gewährte, 

dass sie sich zu einer Überstellung nach Kroatien ablehnend äusserten, 

und angaben, in Kroatien gezwungen worden zu sein, ihre Fingerabdrücke 

abzugeben, 

dass sie ferner angaben, verschiedene gesundheitliche Probleme zu ha-

ben, 

dass Kroatien dem Wiederaufnahmeersuchen am 21. November 2023 zu-

gestimmt hat, 

dass das SEM mit Verfügung vom 4. Dezember 2023 (gleichentags eröff-

net) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführer nicht eintrat, ihre Wegwei-

sung nach Kroatien anordnete, sie aufforderte, die Schweiz am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und den zuständigen Kanton mit 

dem Vollzug der Wegweisung beauftragte,  

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-

deführer verfügte, 

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Seite 3 

dass die Rechtsvertretung am 4. Dezember 2023 dem SEM die Beendi-

gung ihres Mandats mitteilte, 

dass die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Dezember 2023 gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben, 

dass sie in der Sache beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzu-

heben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten,  

dass die Sache eventualiter an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, und 

diese die Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen habe, 

dass die Beschwerdeführer in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses, sowie Beiordnung des unterzeichneten Rechts-

vertreters als amtlichen Rechtsbeistand ersuchen, 

dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und super-

provisorisch vollzugshemmende Massnahmen anzuordnen seien, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 12. Dezember 2023 einen super-

provisorischen Vollzugsstopp verfügte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

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Seite 4 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit der vorliegenden Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass in der Beschwerdeschrift im Sinne eines Eventualbegehrens die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragt wird, da sie das Ab-

hängigkeitsverhältnis der Beschwerdeführerin zu ihren erwachsenen Ge-

schwistern, sowie ihre medizinische Situation unzureichend abgeklärt 

habe, 

dass sich in den Akten keine Hinweise darauf finden, dass die Vorinstanz 

die Vorbringen der Beschwerdeführer nicht sorgfältig und differenziert ge-

prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt hätte, 

dass die Vorinstanz entgegen der Beschwerdeschrift die gesundheitlichen 

Vorbringen beider Beschwerdeführer, sowie das geltend gemachte Abhän-

gigkeitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und ihren erwachse-

nen Geschwistern rechtsgenüglich prüfte und berücksichtigte (vgl. SEM-

act. 27/4 F4; 40/19 S.6 ff.), 

dass sich allein aus dem Umstand, dass das SEM bei der Würdigung des 

Sachverhalts zu einem anderen Schluss gelangt, als von den Beschwer-

deführern erhofft, keine unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

Sachverhalts ableiten lässt, 

dass das Rechtsbegehren um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zur Neubeurteilung demzufolge abzuweisen ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht einzutreten ist, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

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Seite 5 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird,  

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), wobei im Rahmen des sogenannten 

Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) grundsätzlich keine (er-

neute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III stattfindet und die Zuständig-

keit beziehungsweise die Verpflichtung des Mitgliedstaates zur Wiederauf-

nahme sich direkt aus Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d beziehungsweise Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO ergibt (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europäischen 

Union [EuGH] [Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H. und R., C 582/17 

und C-583/17, EU:C:2019:280, Rn. 47–50; BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 

VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.H.), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführer mit der «Eu-

rodac»-Datenbank ergab, dass sie am (…) in Kroatien um Asyl nachge-

sucht haben (vgl. SEM-act. 8/2; 11/1), 

dass, nachdem die kroatischen Behörden dem Gesuch um Wiederauf-

nahme gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO ausdrücklich zugestimmt 

haben, die staatsvertragliche Zuständigkeit Kroatiens zur Behandlung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens grundsätzlich gegeben ist, zumal das 

Dublin-System auf klaren Zuständigkeitsregeln beruht und den Gesuch-

stellern kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selbst aus-

zuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner bestätigten Rechtsprechung 

nicht davon ausgeht, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in 

Kroatien wiesen systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. statt vieler Urteile des BVGer  

F-5486/2023 vom 16. Oktober 2023 E. 5 und D-5164/2023 vom 2. Oktober 

2023 E. 7.3; jeweils m.H.a. das Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 

vom 22. März 2023 E. 9.5), 

dass daher die Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf die genannte 

Bestimmung nicht angezeigt ist,  

dass gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO die Mitgliedstaaten in der Regel 

Antragsteller, die wegen Schwangerschaft, eines neugeborenen Kindes, 

schwerer Krankheit, ernsthafter Behinderung oder hohen Alters auf die 

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Seite 6 

Unterstützung ihres Kindes, eines ihrer Geschwister oder eines Elternteils 

angewiesen sind, nicht trennen beziehungsweise sie zusammenführen, 

sofern die familiäre Bindung bereits im Herkunftsland bestanden hat, der 

nahe Angehörige in der Lage ist, die abhängige Person zu unterstützen 

und die Betroffenen diesen Wunsch schriftlich kundgetan haben, 

dass auf Beschwerdeebene geltend gemacht wird, die Beschwerdeführerin 

sei aufgrund gesundheitlicher Probleme psychischer und somatischer Na-

tur auf die Unterstützung ihrer in der Schweiz lebenden erwachsenen Ge-

schwister angewiesen, 

dass die Beschwerdeführerin in gesundheitlicher Hinsicht Diabetes melli-

tus, Hyperglykämie, Asthma, Dyspnoe, einen Bandscheibenvorfall und 

eine nun zurückkehrende, vor 15 Jahren diagnostizierte Depression gel-

tend macht, 

dass die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Anhörung ein Abhängigkeits-

verhältnis zu ihren erwachsenen Brüdern selber verneint hat (vgl. SEM-act. 

27/4 F4), 

dass die Brüder der Beschwerdeführerin seit mehreren Jahren oder Jahr-

zehnten in der Schweiz leben (vgl. SEM-act. 27/4 F3), 

dass die Vorinstanz somit zutreffend ein rechtlich relevantes Abhängig-

keitsverhältnis i.S. von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO oder Art. 8 EMRK zwi-

schen den erwachsenen Geschwistern verneint und eine entsprechende 

Zuständigkeit der Schweiz ausgeschlossen hat (vgl. SEM-act. 40/19 

S.6 f.), 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm gestellten Antrag auf internationalen Schutz 

zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kri-

terien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-

VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und ge-

mäss dieser Bestimmung das SEM das Asylgesuch «aus humanitären 

Gründen» auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre, 

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dass der Selbsteintritt zwingend ist, wenn individuelle völkerrechtliche 

Überstellungshindernisse vorliegen (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1), 

dass Kroatien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und grundsätzlich davon auszugehen ist, dass es sei-

nen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch anzunehmen ist, dieser Staat anerkenne und schütze weiterhin 

die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäi-

schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass die Vermutung, Kroatien halte seine völker- und gemeinschaftsrecht-

lichen Verpflichtungen ein, zwar im Einzelfall widerlegt werden kann, es 

hierfür aber konkreter und ernsthafter Hinweise bedarf, die von der be-

troffenen Person glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.), 

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, die Beschwerdeführerin sei 

in Kroatien Opfer sexueller Gewalt geworden, indem sie sich anlässlich ei-

ner Leibesvisitation ohne Sichtschutz vor Dritten habe ausziehen müssen, 

dass die Beschwerdeführerin jedoch in ihrer Anhörung geltend gemacht 

hatte, sie sei von einer Frau in ein Badezimmer gebracht und dort ausge-

zogen worden, womit die Behauptung in der Beschwerde als nicht glaub-

haft gemacht zu qualifizieren ist (vgl. SEM-act. 27/4 F5), 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar-

stellen kann, 

dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-

nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte 

(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des 

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Seite 8 

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]), oder wenn eine 

schwer kranke Person durch die Abschiebung mit einem realen Risiko kon-

frontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-

schlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden (vgl. Ur-

teil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse 

Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H., bestätigt in Savran gegen Däne-

mark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kammer 57467/15), 

dass eine solche Konstellation im Fall der Beschwerdeführer offensichtlich 

nicht gegeben ist, zumal sie für den Beschwerdeführer einen Nabelbruch 

geltend machen und für die Beschwerdeführerin Diabetes mellitus, Hyper-

glykämie, Asthma, eine herausgefallene Zahnfüllung, Dyspnoe, Rückenbe-

schwerden und eine nun wiederkehrende Depression, 

dass Kroatien im Übrigen über eine ausreichende medizinische Infrastruk-

tur verfügt und kein Grund ersichtlich ist, der die Annahme rechtfertigt, Kro-

atien könnte den Beschwerdeführern in Verletzung seiner sich aus der Auf-

nahmerichtlinie ergebenden Verpflichtungen (im Bedarfsfall) den Zugang 

zu einer in Zukunft allenfalls erforderlichen medizinischen Versorgung 

– auch nicht einer psychiatrisch-psychologischen – verweigern, 

dass insgesamt somit keine zwingenden Gründe für die Anwendung der 

Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO vorliegen, 

dass rechtsprechungsgemäss davon auszugehen ist, dass bei den kroati-

schen Behörden in der Regel keine individuellen Zusicherungen im Zusam-

menhang mit der Überstellung einzuholen sind (vgl. Referenzurteil des 

BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 12), 

dass das SEM somit den Antrag auf individuelle Zusicherungen zurecht 

abgelehnt hat (vgl. SEM-act. 40/19 S. 9), 

dass gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts das SEM bei der An-

wendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspielraum 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) verfügt und die angefochtene Verfügung auch 

unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden ist,  

dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen und die Verfügung 

der Vorinstanz zu bestätigen ist,  

dass mit dem vorliegenden Urteil der am 12. Dezember 2023 angeordnete 

Vollzugsstopp dahinfällt, 

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dass die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses mit dem vorliegenden Ent-

scheid in der Sache gegenstandslos geworden sind, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-

zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies bereits im Zeit-

punkt der Gesuchstellung waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführern aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Jonas Attenhofer 

 

 

Versand: