# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3086e47-0262-512c-9b0d-0ed334b1a726
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2021 D-6586/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6586-2020_2021-10-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6586/2020 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter Gérard Scherrer, 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch lic. iur. Brigitt Thambiah, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. November 2020 / N (…). 

 

 

 

D-6586/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 18. Februar 2018 im Transitbereich 

des Flughafens Zürich bei der Flughafenpolizei um die Gewährung von 

Asyl in der Schweiz nach. Gemäss Feststellung der Flughafenpolizei hatte 

er den Flughafen am Tag zuvor erreicht. Das SEM verweigerte ihm noch 

am gleichen Tag vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ihm für 

längstens 60 Tage den Transitbereich des Flughafens als Aufenthaltsort 

zu. 

A.b Am 20. Februar 2018 wurde der Beschwerdeführer zu seiner Person, 

zum Reiseweg und summarisch zu den Gesuchsgründen (Befragung zur 

Person, BzP) befragt. Er gab an, er sei in B._______ geboren worden und 

habe sich zuletzt in C._______ aufgehalten. Im Jahr 2011 sei er indessen 

untergetaucht und habe anschliessend an verschiedenen Orten gelebt. Er 

habe das College 1996 abgebrochen, weil er den Liberation Tigers of Tamil 

Eelam (LTTE) beigetreten sei, für die er Bürotätigkeiten ausgeübt und de-

ren Mitglieder registriert habe. Den LTTE habe er bis im April 2009, als er 

sich der Armee gestellt habe, angehört. Bis im August 2010 sei er in einem 

Camp in D._______ gewesen, danach sei er nach C._______ geschickt 

worden. Bei seiner Freilassung habe man ihm gesagt, seine Tante habe für 

ihn gebürgt. Bei seiner Ankunft in C._______ sei er von Marine-Soldaten 

registriert worden. Er wisse nicht, von wem er immer wieder bei seiner 

Tante gesucht worden sei. Er habe deshalb bei Bekannten seiner Tante 

gelebt. Anlässlich eines Besuchs bei seiner Tante im Jahr 2011, sei er von 

Marine-Soldaten festgenommen worden. Die Marine habe von ihm wissen 

wollen, welche LTTE-Leute sich noch in Freiheit befänden. Er sei während 

etwa elf Monaten auf dem Stützpunkt von C._______ festgehalten worden; 

im Camp sei er geschlagen und mit Zigaretten verbrannt worden. Als er 

krank geworden und in ein Spital gebracht worden sei, habe er fliehen kön-

nen. 2012 sei er nach E._______ gegangen, wo er in den Jahren 2013 und 

2014 als (…) gearbeitet habe. Danach sei er von einem Kameraden, der 

mit ihm bei den LTTE gewesen sei, finanziell unterstützt worden. Zirka im 

März 2015 sei er nach Sri Lanka zurückgekehrt; er habe bis zu seiner Aus-

reise im Februar 2018 versteckt im F._______-Distrikt gelebt. In E._______ 

sei er einmal vom dortigen Geheimdienst kontrolliert worden. Er habe zu-

gegeben, dass er bei den LTTE gewesen sei, worauf er sich während 

15 Tagen täglich zur Unterschrift habe melden müssen. 2015 sei er von 

den (…) Behörden festgenommen worden. Man habe ihn für fünf Tage in-

haftiert; während dieser Zeit seien Geheimdienstleute gekommen, die ihm 

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Fotografien gezeigt und gefragt hätten, ob er die abgebildeten Personen 

kenne. Man habe seinen Vater gebracht, der sich in einem Flüchtlingscamp 

aufgehalten habe, und sie seien beide befragt worden. Man habe ihnen 

gesagt, sie würden in Sri Lanka gesucht. Schliesslich habe man ihn gehen 

lassen und er sei selbständig in die Heimat zurückgekehrt. Sein Vater sei 

seit September 2017 in Sri Lanka in Haft – er sei nicht LTTE-Mitglied ge-

wesen, habe aber für diese Organisation gearbeitet. Sein Schwager, der 

bei den LTTE gewesen sei, sei ums Leben gekommen. Zudem sei sein 

Bruder verschollen. Es gebe ein Schreiben der Armee, in dem stehe, dass 

sein Vater seinetwegen festgenommen worden sei. Die Armee gehe immer 

wieder zu seiner Mutter und verlange, dass sein Bruder und er sich stellten. 

A.c Am 27. Februar 2018 hörte das SEM den Beschwerdeführer einge-

hend zu seinen Asylgründen an. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, 

er habe ab 1996 für die LTTE gearbeitet. Seine Aufgabe sei das Zusam-

menfassen von Texten gewesen. Er sei militärisch ausgebildet worden, 

habe aber an keinen Kampfhandlungen teilgenommen. Er sei der „Verwal-

tung“ zugeteilt worden und habe alle administrativen Arbeiten erledigen 

müssen. Er habe die Personalien und Wohnorte der LTTE-Mitglieder auf-

nehmen müssen. Als die Armee 2009 angerückt sei, habe er nach 

E._______ fliehen wollen. Während er mit dem Boot unterwegs gewesen 

sei, sei er von der sri-lankischen Marine festgenommen und nach 

G._______ sowie nach einem halben Tag zum (…) in D._______ geschickt 

worden. Eine Woche später sei er ins (…)-Camp gebracht worden. Man 

habe wissen wollen, ob er irgendwo Verwandte habe, und er habe seine 

Tante genannt. Bis zu seiner Entlassung Ende 2009/Anfang 2010 sei er 

von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und von Caritas 

betreut worden. Nach der Freilassung sei er zu einem Navy-Camp in 

C._______ gebracht worden, wo ihm eine Tafel mit seinem LTTE-Codena-

men in die Hand gegeben worden sei. So habe man ihn fotografiert. Am 

folgenden Tag habe er zu seiner Tante gehen dürfen. Nachdem er dort an-

gekommen sei, sei er die ganze Zeit befragt und belästigt worden. Nach 

einer Woche habe ihn die Tante zu anderen Personen gebracht. Als er ei-

nes Tages seine Tante habe besuchen wollen, sei er festgenommen und 

elf Monate lang im Navy-Camp in C._______ festgehalten worden. Man 

habe von ihm die Namen von LTTE-Leuten, die er registriert habe, wissen 

wollen. Er sei auf verschiedene Weise misshandelt worden. Er glaube, An-

fang 2011 hätten mehrere Gefangene hohes Fieber bekommen; alle seien 

nach C._______ ins Spital gebracht worden. Er habe einen Gärtner ken-

nengelernt, der dort gearbeitet habe. Dieser habe die Telefonnummer sei-

ner Schwester ausfindig gemacht und sie ihm gegeben. Eines Tages habe 

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er das Spital verlassen. Es sei keine Wache dort gewesen. Als er sich in 

E._______ aufgehalten habe, sei er vom Geheimdienst befragt worden. 

Sein Vater sei in E._______ in einem anderen Camp untergebracht worden 

– er sei im September 2017 mit dem Flugzeug nach Sri Lanka zurückge-

schickt und am Flughafen von Colombo festgenommen worden. Er (der 

Beschwerdeführer) habe 2014 bei der Schweizer Botschaft in E._______ 

ein Asylgesuch stellen wollen. 2015 sei er nach Sri Lanka zurückgekehrt, 

weil die (…) Behörden gedroht hätten, ihn zurückzuschaffen. Sein Vater sei 

seinetwegen festgenommen worden; die Behörden hätten wissen wollen, 

wo er sich aufhalte. 2012 sei sein Bruder ebenfalls seinetwegen mitgenom-

men worden – man wisse bis heute nicht, was mit ihm geschehen sei. Nach 

seiner Rückkehr nach Sri Lanka im Jahr 2015 habe er versteckt gelebt. 

Nachdem sein Vater festgenommen worden sei, habe er noch mehr Angst 

gehabt als zuvor. Mitarbeiter des Criminal Investigation Department (CID) 

und Navy-Leute seien mehrmals bei ihm zuhause und an anderen Orten 

gewesen, um nach ihm zu suchen. Seine Familie sei deshalb umgezogen. 

A.d Zur Stützung seiner Angaben reichte der Beschwerdeführer Kopien 

seiner Identitätskarte, seiner Geburtsurkunde und eines Schreibens der 

Human Rights Commission of Sri Lanka (HRC) vom 13. September 2012 

ein. Ferner gab er die Kopie einer Anordnung des High Court von Colombo 

vom (…) 2011 zu den Akten, gemäss der sein Vater festzunehmen sei, falls 

er ein- oder ausreisen wolle. Zudem reichte er Kopien weiterer seinen Vater 

betreffenden Dokumente ein (Ausreisesperre, Bestätigungen seiner Ver-

haftung durch die Polizei). Ebenfalls gab er Kopien eines Schreibens des 

„(…) Welfare Centre“ und ein Schreiben eines Parlamentsmitglieds ab. Der 

Beschwerdeführer reichte später das Original seiner Identitätskarte nach. 

A.e Mit Verfügung vom 9. März 2018 stellte das SEM fest, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch 

ab, verfügte die Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zü-

rich und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

A.f Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 16. März 2018 liess der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, die Verfügung des SEM sei 

aufzuheben, es sei ihm zu gestatten, den Transitbereich des Flughafens 

Zürich-Kloten zu verlassen und in die Schweiz einzureisen, es sei festzu-

stellen, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft erfülle und 

es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass der Voll-

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zug der Wegweisung des Beschwerdeführers unzulässig sei und er sei vor-

läufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

das SEM zurückzuweisen. Der Eingabe lagen ein Bestätigungsschreiben 

von H._______ vom 16. März 2018 sowie weitere Beweismittel bei. 

A.g Mit Eingabe vom 26. März 2018 übermittelte der Beschwerdeführer die 

Kopie eines Auszugs aus dem Informationsbuch der Polizeistation von 

C._______ vom (…) 2018. 

A.h Am 6. April 2018 reichte der Beschwerdeführer einen Auszug aus dem 

Informationsbuch einer Polizeistation und ein Schreiben seiner Schwester 

vom 15. März 2018 ein. 

A.i Mit Verfügung vom 18. April 2018 bewilligte das SEM dem Beschwer-

deführer die Einreise in die Schweiz und wies ihn für den weiteren Aufent-

halt während des Asylverfahrens dem Kanton I._______ zu. 

A.j Der Beschwerdeführer liess am 9. Mai 2018 die Kopie einer Registrie-

rungskarte einreichen. 

A.k Mit Urteil D-1631/2018 vom 19. Juli 2018 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht die Beschwerde gut, soweit die Aufhebung der Verfügung vom 

9. März 2018 beantragt worden war. Es wies die Sache zur weiteren Sach-

verhaltsabklärung und Neubeurteilung an das SEM zurück. Es wurden 

keine Kosten erhoben und das SEM wurde angewiesen, dem Beschwer-

deführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Partei-

entschädigung von Fr. 3500.– auszurichten. 

B.  

B.a Das SEM forderte den Beschwerdeführer am 18. Juni 2020 auf, schrift-

liche Auskünfte von den Herren J._______ und H._______ über die LTTE-

Einsätze von ihm und seinem Vater nachzureichen. 

B.b Mit Eingabe vom 31. Juli 2020 übermittelte der Beschwerdeführer die 

schriftlichen Auskünfte über seine Tätigkeit bei den LTTE von Herrn 

J._______ vom 17. Juli 2020 und von Herrn H._______ vom 17. Juli 2020. 

Er wies darauf hin, dass die beiden Herren über die Tätigkeit seines Vaters 

keine Angaben machen könnten. Zudem teilte er mit, sein Vater sei seines 

Wissens mehrere Jahre bei den LTTE angestellt gewesen. Infolge einer 

Suchaktion sei er nach Indien gegangen, wo er ein Asylgesuch gestellt 

habe. Bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka sei er im Jahr 2017 verhaftet 

worden. 2019 sei er wegen der erlittenen Folterungen und wegen seiner 

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Krankheit (Lungenkrebs) im Gefängnis verstorben. Der Leichnam sei nach 

Hause gebracht worden. Der Todesschein des Vaters liege bei, wobei der 

vermerkte Todesort von den sri-lankischen Behörden «gefälscht» worden 

sei. 

B.c Das SEM hörte den Beschwerdeführer am 13. Oktober 2020 in Anwe-

senheit seiner Rechtsvertreterin zu seinen Asylgründen an. Er machte im 

Wesentlichen geltend, sein Vater habe schon für die LTTE gearbeitet, als 

er noch klein gewesen sei. Er habe erfahren, dass sein Vater im «Ausgabe-

bereich» (Lebensmittel und andere Sachen) tätig gewesen sei. Zudem 

habe er sich um die Bildung von Kindern, den Wiederaufbau von Tempeln 

und Schulen sowie um sportliche Tätigkeiten gekümmert. Er wisse nicht, 

ob sein Vater auch in anderen Bereichen für die LTTE tätig gewesen sei. 

Sein Vater habe sich häufig im Camp von K._______ aufgehalten, der (…) 

des LTTE-Gemeindienstes gewesen sei. Von den Personen, die damals 

mit seinem Vater zusammen gewesen seien, habe niemand überlebt. Sein 

Vater sei am 19. September 2019 verstorben. Danach hätten sich Leute 

aus der ganzen Welt gemeldet und ihr Beileid ausgesprochen. Er habe 

nicht gewusst, dass sein Vater eine solche Persönlichkeit gewesen sei. Die 

Regierung habe es nicht zugelassen, dass die Beerdigung nach hinduisti-

schen Gebräuchen durchgeführt worden sei. Die Leiche sei in Anwesenheit 

von einigen Verwandten in der Nähe eines Dorfes (L._______) beigesetzt 

worden. Diejenigen, die teilgenommen hätten, seien später vom CID be-

fragt worden. Die Behörden seien immer noch interessiert daran, Informa-

tionen über seine Familie zu sammeln. Ein in London lebender Mann habe 

ihn kontaktiert und ihm von seinem Vater erzählt. Er (der Beschwerdefüh-

rer) sei überzeugt, dass sein Vater ihm nicht alles über seine LTTE-Tätig-

keit erzählt habe. Ein Mann, der in Deutschland lebe und der (…) ange-

höre, habe sich bei ihm gemeldet und gesagt, die (…) wolle über seinen 

Vater ein Buch schreiben. Der Mann habe sich erkundigt, ob er etwas über 

seinen Vater erzählen könne. Seine Familie habe (…) besessen, auf denen 

viele Leute gearbeitet hätten. Derzeit seien vier Häuser von der Regierung 

besetzt und die Hälfte der (…) blockiert worden. Ein Haus sei einer Schule 

gegeben worden, ein anderes habe die EPDP (Eelam People’s Democratic 

Party) erhalten. Die anderen beiden Häuser dürfe niemand betreten. Seine 

Familie lebe in einem Miethaus. Am 11. Oktober 2020 habe seine Mutter 

einen Anruf erhalten. Jemand habe sich in gebrochenem Tamilisch nach 

ihren Kindern erkundigt. Der Anrufer habe gesagt, er spreche vom Flugha-

fen aus und heisse M._______. Sie habe das Gespräch unterbrochen und 

sei am selben Abend von derselben Nummer nochmals angerufen worden. 

Im Jahr 1996 sei er (der Beschwerdeführer) den LTTE beigetreten. Sein 

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Vater sei damals im Camp von N._______ gewesen und bis zum Kriegs-

ende dortgeblieben. Angesichts der Folgen des Krieges und weil er die 

Schule nicht habe weiterbesuchen können, sei er (der Beschwerdeführer) 

freiwillig den LTTE beigetreten. Er sei zu einem Mann namens O._______ 

oder P._______ gegangen und habe sich bei diesem gemeldet. Er habe 

gesagt, dass er der Bewegung beitreten möchte, woraufhin man ihm ge-

antwortet habe, er sei zu jung. Trotzdem sei er zum Trainingslager gebracht 

worden, wo er während sechs Monaten das Basistraining absolviert habe. 

1997 sei er den Sea Tigers beigetreten; er sei bis zum 22. April 2009 bei 

ihnen geblieben. Zuerst habe er für sie Berichte verfasst und über andere 

Männer, die zu den Sea Tigers gekommen seien, Informationen sammeln 

müssen. In diesem «Archivierungsbereich» habe man alles gewusst, was 

innerhalb der Sea Tigers abgelaufen sei. In seinem Camp hätten 35 Per-

sonen gearbeitet, die solche Berichte verfasst hätten. Q._______ sei der 

Abteilungsleiter gewesen; dieser sei verschollen. An Kampfhandlungen 

habe er nie teilgenommen. Am 22. April 2009 habe er das Vanni-Gebiet 

verlassen, um nach Indien zu gehen. Das Boot, auf dem er gewesen sei, 

sei von den Behörden angehalten worden. Die Marinesoldaten hätten alle 

Flüchtlinge mitgenommen und nach G._______ gebracht. Nach zirka 

sechs Stunden seien sie zum (…) gebracht worden. Dort sei er einige Wo-

chen geblieben. Danach sei er ins (…) gebracht worden, wo er bis 2010 

geblieben sei. Wenn er sich unwohl gefühlt habe, habe er sich im Camp 

bei einem Vorsteher melden müssen. Er sei dann in ein Spital und zurück 

ins Camp gefahren worden. Als er nach der Ankunft im Camp dem Vorste-

her Informationen über sich habe geben müssen, habe er gesagt, dass 

seine nächsten Verwandten in C._______ lebten. Später seien 35 Perso-

nen nach C._______ geschickt worden, wo sie in einem Distrikts-Büro re-

gistriert worden seien. Erst dann sei er als LTTE-Mitglied identifiziert wor-

den. Als er enttarnt worden sei, habe er im Distrikts-Büro ein Schild mit 

dem Namen «R._______» hochhalten müssen, wobei er fotografiert wor-

den sei. Da er bereits bei der IOM und der Caritas registriert gewesen sei, 

habe man ihm nichts antun können. Als er zu seiner Tante habe gehen 

wollen, sei er einmal festgenommen worden. Er sei beim Marine-Stütz-

punkt von C._______ ungefähr elf Monate lang festgehalten worden. Die 

Marine habe von ihm viele Informationen erhalten wollen. Es habe dort un-

terirdische Wege gegeben. Beim Vorbeigehen habe er Zellen gesehen, in 

denen LTTE-Verdächtigte festgehalten und gefoltert worden seien. Auch er 

sei befragt und gefoltert worden. Seither könne er mit dem rechten Arm 

keine Flaschen mehr halten. Man habe Zigaretten auf ihm ausgedrückt und 

ihn mit einem Gurt geschlagen. Er habe am ganzen Körper Narben und 

spüre den rechten Arm fast nicht. (Der Beschwerdeführer wurde bei den 

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Schilderungen der Haftzeit vom Befrager unterbrochen). In einem Rehabi-

litations-Camp sei er nie gewesen. Er habe nach dem Ende des Krieges 

keinen Kontakt zu einer Familie gehabt. Da seine ganze Familie von den 

sri-lankischen Behörden befragt und belästigt worden sei, habe sein Vater 

im Jahr 2010 Sri Lanka zusammen mit den beiden Brüdern des Beschwer-

deführers verlassen. Sein Bruder S._______ sei nach seiner Rückkehr von 

Indien festgenommen worden; seither sei er verschollen. T._______ sei 

schon nach einigen Wochen Aufenthalts in Indien in die Heimat zurückge-

kehrt. Er lebe nun zu Hause bei der Mutter. Sein Vater sei im September 

2017 nicht ganz freiwillig nach Sri Lanka zurückgereist. Polizisten der «Q-

Branch» hätten seinen Vater und ihn in Indien einmal befragt. Sie hätten 

gesagt, sie seien eine wichtige Familie und würden von der sri-lankischen 

Regierung gesucht. Sein Vater sei einerseits an Lungenkrebs gestorben, 

anderseits hätten die körperlichen und psychischen Belästigungen wäh-

rend seiner Haft eine wichtige Rolle gespielt. Er könne nicht sagen, wes-

halb sein Vater am 15. September 2017 festgenommen worden sei. Die 

Behörden hätten ihn als wichtigen LTTE-Mann angesehen. Als seine Mut-

ter gegen die Inhaftierung des Vaters Beschwerde eingereicht habe, habe 

man ihr geschrieben, ihr Ehemann sei von der Antiterror-Abteilung zur Be-

fragung in den vierten Stock gebracht worden. Seine Mutter und seine 

Schwester hätten sich um die Freilassung seines Vaters bemüht. Sein Va-

ter sei ins Spital von U._______ gebracht worden, wo er von seiner Mutter, 

seiner Schwester und deren Tochter habe besucht werden können. Im Ge-

fängnis hätten sie ihn nie besuchen dürfen. Nach seinem Schwager ge-

fragt, sagte der Beschwerdeführer, dieser sei bis zu seinem Tod im Jahr 

2006 bei den LTTE gewesen. Seine Schwester habe gesagt, er sei den 

LTTE 1988 oder 1989 beigetreten. Als er an Kampfhandlungen beteiligt 

gewesen sei, habe er 1991 sein linkes Bein verloren. Danach sei er für die 

LTTE in der (…) tätig gewesen. Abschliessend wies der Beschwerdeführer 

darauf hin, dass seine Familie drei Männer verloren habe. Die sri-lanki-

schen Behörden würden nach ihnen suchen, bis man sie eliminiert habe. 

In Sri Lanka gebe es für seine Familie keine Sicherheit. Der Beschwerde-

führer gab Fotografien seines Vaters, seines Schwagers, seines verschol-

lenen Bruders, von einer Gedenkfeier für seinen Vater in Indien und eine 

Liste von Personen, die mit ihm bei den LTTE gewesen seien, ab. 

C.  

Mit Verfügung vom 27. November 2020 – eröffnet am 1. Dezember 2020 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

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Seite 9 

D.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 30. Dezember 2020 liess der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. Darin wird beantragt, die Verfügung des SEM sei 

aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventuali-

ter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und zur Neubeurteilung an das 

SEM zurückzuweisen. Insbesondere sei der Beschwerdeführe hinsichtlich 

der geltend gemachten Misshandlungen zu befragen. Ferner seien die vom 

Bundesverwaltungsgericht erwähnten Abklärungen hinsichtlich der Fest-

nahme seines Vaters sowie seiner Stellung bei den LTTE vorzunehmen. 

Subeventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzu-

lässig sei und er sei vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht wird beantragt, dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechts-

pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren und es sei ihm in der 

Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin beizu-

geben.  

Der Eingabe lagen die Kopien von Schreiben der Rechtsvertreterin an das 

SEM vom 16. Juli 2020 und 26. Oktober 2020, ein Schreiben des SEM vom 

28. Juli 2020 und eine Bestätigung der Sozialhilfeausrichtung an den Be-

schwerdeführer bezüglich Januar 2021 bei. 

E.  

Mit Instruktionsverfügung vom 7. Januar 2021 hiess der Instruktionsrichter 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut. Er gab 

dem Beschwerdeführer lic. iur. Brigitt Thambiah als amtliche Rechtsbei-

ständin bei. Gleichzeitig wies er das SEM an, dem Beschwerdeführer eine 

Kopie des im Beweismittelumschlag unter Ziffer 7 abgelegten Dokuments 

zuzustellen. Die Akten übermittelte er zur Vernehmlassung an das SEM. Er 

forderte das SEM auf, das Aktenverzeichnis zu prüfen und zu aktualisieren 

sowie der Vernehmlassung eine aktualisierte Version desselben beizule-

gen. 

F.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 28. Januar 2021 an seinem 

Standpunkt fest. 

G.  

Mit Eingabe vom 17. Februar 2021 nahm die Rechtsvertreterin namens 

des Beschwerdeführers zur Vernehmlassung Stellung, machte geltend, 

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Seite 10 

das SEM sei der Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts, ihm das 

Beweismittel Nr. 7 zuzustellen, nicht nachgekommen und wies hin, dass es 

sich um Beweismittel Nr. 5 handle, in das er Einsicht begehre. Da das ihm 

vorliegende Aktenverzeichnis unvollständig sei, ersuche er um die Zustel-

lung einer aktualisierten Version desselben. 

H.  

Mit Eingabe vom 11. März 2021 reichte der Beschwerdeführer ein Schrei-

ben des «Centre for Human Rights and Development» in Colombo (CHRD) 

vom 21. Dezember 2020 ein.  

I.  

Der Instruktionsrichter stellte dem Beschwerdeführer am 24. März 2021 

eine Kopie des dem Bundesverwaltungsgericht vorliegenden Aktenver-

zeichnisses und eine Kopie des Beweismittels Nr. 5 zu. 

J.  

Am 9. April 2021 teilte die Rechtsvertreterin mit, bei dem als Beweismittel 

Nr. 5 zugestellten Dokument handle es sich nicht um die im Beweismittel-

verzeichnis unter Ziffer 5 verzeichnete richterliche Haftanordnung, sondern 

um zwei ihm bereits vorliegende Beweismittel. Das zugestellte Aktenver-

zeichnis sei nicht aktualisiert worden, denn es entspreche demjenigen, in 

dessen Besitz man bereits sei. Sie ersuchte um erneute Aufforderung an 

das SEM, ein bis zum Zeitpunkt des Erlasses seiner Entscheide aktuali-

siertes, vollständiges Aktenverzeichnis zu erstellen. 

K.  

Der Instruktionsrichter bestätigte dem Beschwerdeführer am 21. April 

2021, dass das im vorinstanzlichen Beweismittelumschlag (SEM-act. A11) 

unter Ziffer 5 abgelegte Dokument demjenigen entspreche, das ihm vom 

Gericht am 24. März 2021 zugestellt worden sei. Es sei vom SEM mit 

«Richterliche Haftanordnung betr. Vater des GS (Mailkopie)» bezeichnet 

worden. Das unter Ziffer 5 abgelegte Dokument entspreche demjenigen, 

das ebenfalls unter Ziffer 7 abgelegt und mit «Ausreisesperre für den Vater 

des GS (Kopie)» bezeichnet worden sei. Das Dokument sei von ihm offen-

bar der Flughafenpolizei abgegeben worden, die es als «Richterliche 

Haftanordnung betr. Vater des GS (Kopie)» an das SEM übermittelt habe 

(vgl. SEM-act. A9/35 S. 1 und S. 29 – 34). Hinsichtlich des am 24. März 

2021 zugestellten Aktenverzeichnisses der SEM-Akten sei festzuhalten, 

dass es sich um das dem Gericht vorliegende Aktenverzeichnis handle. 

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Seite 11 

Nicht paginierte Akten, die den Zeitraum vor Erlass der angefochtenen Ver-

fügung beträfen, befänden sich nicht bei den Akten. Das Gericht sehe dem-

nach keine Veranlassung, das SEM erneut aufzufordern, sein Aktenver-

zeichnis zu aktualisieren und zu ergänzen. 

L.  

Die Rechtsvertreterin stellte dem Gericht am 18. Juni 2021 eine Honorar-

note zu.  

M.  

Mit Eingabe vom 10. September 2021 reichte die Rechtsvertreterin eine ihr 

vom Beschwerdeführer zugestellte E-Mail ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor. 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

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Seite 12 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides aus, nach Kriegs-

ende seien hunderttausende tamilische Flüchtlinge in Welfare Camps in-

terniert worden. LTTE-Angehörige seien von ihren Familien getrennt und 

in separaten Camps festgehalten und rehabilitiert worden. Es erstaune ei-

nerseits, dass die Behörden über die Zusammenarbeit des Beschwerde-

führers mit den LTTE Bescheid gewusst, ihn aber nicht separiert und reha-

bilitiert hätten. Anderseits könne nicht geglaubt werden, dass er selbst nicht 

wisse, ob er tatsächlich rehabilitiert und mit welcher Begründung er aus 

dem Camp (…) entlassen worden sei. Es erstaune des Weiteren, dass die 

Behörden ihn eine Woche nach seiner Entlassung aus dem Camp wieder 

festgenommen hätten. Es sei nicht glaubhaft, dass er nach elfmonatiger 

Haft ohne Beaufsichtigung in ein Spital gebracht worden sei und mit Hilfe 

eines Gärtners habe fliehen können. Nicht nachvollziehbar sei, dass er 

nach den angeblich erlebten Verfolgungsmassnahmen von Indien nach Sri 

Lanka zurückgekehrt sei. Es könne nicht geglaubt werden, dass er sich 

drei Jahre lang in Sri Lanka versteckt habe. Auf diese Zeit angesprochen, 

D-6586/2020 

Seite 13 

habe er lediglich gesagt, er habe sich versteckt gehalten und er habe ab 

und zu seine Mutter angerufen. Seine Familie habe dem Freund, bei dem 

er sich versteckt habe, Geld geschickt. Seinen Angaben seien keine Rea-

litätsmerkmale zu entnehmen. Die sri-lankischen Behörden hätten in den 

letzten Jahren nach LTTE-Exponenten gesucht, weshalb nicht plausibel 

sei, dass sie neun Jahre nach Kriegsende auf ihn angewiesen seien, um 

allfällige LTTE-Kaderleute zu finden. Falls dem so gewesen wäre, hätten 

die Behörden ihn nicht ohne weiteres aus dem Welfare Centre entlassen 

und ihm auch nicht die Flucht aus dem Spital ermöglicht. Zudem sei nicht 

anzunehmen, dass er 2015 nach Sri Lanka zurückgekehrt wäre, falls er 

ständig gesucht worden wäre. Dass er trotz angeblich den Behörden be-

kannter LTTE-Tätigkeiten nicht in ein Rehabilitationscamp geschickt wor-

den sei, sei erstaunlich. 

Was seinen Bruder betreffe, so sei es erstaunlich, dass seine Eltern keine 

ordentliche Vermisstenanzeige erstattet hätten. Hinsichtlich seines Vaters 

habe er nur spärliche Auskünfte geben können. Zum Grund der Festnahme 

habe er gesagt, man suche nach seinen Söhnen. Es erstaune, dass die 

Angehörigen nichts hätten unternehmen können, um seinen Vater zu un-

terstützen. Es falle auf, dass er nicht wissen wolle, was seinem Vater vor-

geworfen werde. Der Beschwerdeführer kenne den Inhalt der abgegebe-

nen Beweismittel offenbar nicht. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe den vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten Sachverhalt mit Urteil vom 19. Juli 2018 als unglaubhaft erach-

tet. Seine Aussagen stünden in verschiedener Hinsicht nicht miteinander 

im Einklang. Er habe abweichende Angaben zu den Orten gemacht, an 

denen er interniert worden sei, sowie zur Frage, ob er sich der Armee frei-

willig gestellt habe oder nicht. Ebenso unstimmig seien die Angaben dazu, 

ob er nach der Internierung auf eigene Faust nach C._______ gereist  

oder von den Behörden dorthin gebracht worden sei. Aufgrund dessen 

habe es sich erübrigt, ihn während der ergänzenden Anhörung vom 

13. Oktober 2020 zu den vom Bundesverwaltungsgericht als unglaubhaft 

befundenen Vorbringen erneut anzuhören. Die Eingaben vom 26. und 

28. Oktober 2020 könnten an der Einschätzung des SEM nichts ändern. 

Die abgegebenen Beweismittel vermöchten die Aussagen des Beschwer-

deführers nicht glaubhaft zu machen. Es handle sich lediglich um Kopien, 

die aufgrund zahlreicher Manipulationsmöglichkeiten geringen Beweiswert 

hätten. Zudem widersprächen die Beweismittel seinen Aussagen. In der 

Bestätigung der HRC von 2012 werde nicht erwähnt, dass er Anfang 2010 

D-6586/2020 

Seite 14 

nach der Entlassung aus dem (…) Welfare Centre festgenommen und elf 

Monate lang festgehalten worden, sondern, dass er im August 2010 zu-

sammen mit seinem Vater nach Indien geflohen sei. Auf diese Ungereimt-

heit angesprochen, habe er lediglich gesagt, er sei damals in Haft gewe-

sen. Auf der polizeilichen Nachricht bezüglich der Festnahme seines Va-

ters vom September 2017 stehe das Datum «1. Mai 2012». Nach der An-

hörung habe der Beschwerdeführer schriftlich mitgeteilt, der Dolmetscher 

habe 2012 begonnen, die seinen Vater betreffenden Dokumente zu über-

setzen. Er kenne den Inhalt der Beweismittel nicht ausführlich. Das Schrei-

ben des Parlamentariers habe keinen Beweiswert, da diesem keine stich-

haltigen Hinweise für eine Verfolgung des Beschwerdeführers zu entneh-

men seien. 

Bei den Asylgründen des Beschwerdeführers handle es sich um ein Kon-

strukt, das auf Ereignissen basiere, die vielleicht in einem anderen Zusam-

menhang stattgefunden hätten, und auf Ereignissen, die es nicht gegeben 

habe. Er habe die Ungereimtheiten nicht aufklären können und sei immer 

sehr vage geblieben. 

Mit Urteil vom 19. Juli 2018 habe das Bundesverwaltungsgericht die Ein-

schätzung des SEM bestätigt. Dem Beschwerdeführer gelinge es nicht, die 

Geschehnisse, die sich in Sri Lanka zugetragen hätten, glaubhaft zu ma-

chen. Neben den Unstimmigkeiten und offensichtlichen Widersprüchen 

zwischen seinen Aussagen und den Beweismitteln, seien seine Aussagen 

in sich widersprüchlich. Es stehe nicht fest, ob er sich nach dem Ende des 

Bürgerkrieges in einem Internierungslager aufgehalten habe. Aufgrund des 

Schreibens des schweizerischen Generalkonsulats in V._______ vom 

22. März 2014 könne als erstellt gelten, dass er 2014 ein Asylgesuch aus 

dem Ausland habe stellen wollen. Als Adresse habe er den Aufenthaltsort 

seines Vaters in W._______ angegeben. Aufgrund der Aktenlage sei ge-

mäss Bundesverwaltungsgericht davon auszugehen, dass er sich tatsäch-

lich in E._______ aufgehalten habe. Wann er sich dorthin begeben habe, 

sei aufgrund der widersprüchlichen Angaben nicht feststellbar. Er habe gel-

tend gemacht, er sei von Sri Lanka aus über E._______ in die Schweiz 

gereist, ohne dies zu belegen. Ob er im März oder im Oktober 2015 tat-

sächlich von E._______ nach Sri Lanka zurückgekehrt sei und sich dort 

zweieinhalb oder drei Jahre versteckt gehalten habe, erscheine angesichts 

seiner farblosen und substanzarmen Schilderungen dazu fraglich. 

D-6586/2020 

Seite 15 

Das Ergebnis der zusätzlichen Instruktionsmassnahmen (ergänzende An-

hörung, Anfrage bei den Zeugen) vermöge die Glaubwürdigkeit des Be-

schwerdeführers nicht wiederherzustellen. Er habe weder zu den eigenen 

LTTE-Tätigkeiten noch zu denjenigen seines Vaters überzeugende Aussa-

gen machen können, sondern habe sich in weitere Ungereimtheiten ver-

strickt. Er habe weder detailliert erklären können, was sein Vater für die 

Bewegung geleistet habe, noch mit stichhaltigen Angaben und Beweismit-

teln belegen können, dass dieser nach seiner Rückkehr festgenommen 

worden und nach zwei Jahren in Haft, angeblich auch wegen Misshand-

lungen, gestorben sei. Er habe gesagt, sein Vater sei Sozialaktivist gewe-

sen, der sich um die Bildung von Kindern und um sportliche Aktivitäten ge-

kümmert habe. Es erstaune, dass er diese Aktivitäten in den früheren Be-

fragungen nicht erwähnt habe, handle es sich doch nicht um geheime oder 

riskante Tätigkeiten, die sein Vater hätte verbergen müssen. Die Angaben 

zu allfälligen Tätigkeiten seines Vaters für den LTTE-Geheimdienst über-

zeugten nicht. Die Gründe für diese Annahme seien gemäss Beschwerde-

führer die grossen Sympathiekundgebungen von Personen aus der gan-

zen Welt sowie das Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behörden an 

den Kindern seines Vaters gewesen. Diese Angaben habe er weder mit 

detaillierten Angaben noch mit Beweismitteln belegen können. Es könne 

nicht geglaubt werden, dass er trotz der angeblich grossen Anzahl von Leu-

ten, die seinen Vater gekannt hätten, und des angeblich langjährigen Ver-

folgungsinteresses der Behörden nicht wisse, was sein Vater für die LTTE 

geleistet haben solle. Es sei nicht plausibel, dass sein Vater nach seiner 

Rückkehr aus Indien mehrere Jahre in Haft gewesen sei. Zudem habe der 

Beschwerdeführer weder die Hilfe eines Anwalts noch diejenige einer Men-

schenrechtsorganisation in Anspruch genommen. Die Haft des Vaters 

habe er nicht belegen können. Auf der Todesurkunde seines Vaters sei ein 

anderer Sterbeort erwähnt als der vom Beschwerdeführer genannte, der 

gesagt habe, die Behörden hätten die Todesurkunde gefälscht. Es sei nicht 

ersichtlich, weshalb die Behörden sich die Mühe genommen hätten, den 

Sterbeort zu vertuschen. Bei dieser Angabe handle es sich um eine Be-

hauptung, die mit keinen stichhaltigen Aussagen oder mit Beweismitteln 

belegt werde. Der Beschwerdeführer habe sich, was die angeblichen Akti-

vitäten seines Vaters und die angebliche Verfolgung durch die Behörden 

betreffe, mit Aussagen begnügt, die nicht über deklamatorische Bekundun-

gen hinausgingen. Das SEM schliesse aus, dass sein Vater eine führende 

Rolle bei den LTTE gehabt habe.  

D-6586/2020 

Seite 16 

Seine eigenen Tätigkeiten für die LTTE betreffend, habe der Beschwerde-

führer bei der ergänzenden Anhörung bestätigt, dass er eine einfache Bü-

rotätigkeit erledigt habe. Er habe keine Führungsrolle innegehabt, keine 

Uniform getragen und nie an Kampfhandlungen teilgenommen. Zur angeb-

lichen Festnahme habe er widersprüchliche Angaben gemacht. In der An-

hörung vom 27. Februar 2018 habe er ausgesagt, dass die Zivilisten und 

die LTTE-Angehörigen bereits in D._______ sortiert worden seien, wäh-

rend er in der ergänzenden Anhörung angegeben habe, er sei erst in 

C._______ als LTTE-Angehöriger identifiziert worden. Es erstaune, dass 

er bei der ergänzenden Anhörung dezidiert gesagt habe, er sei nie rehabi-

litiert worden, während er in der Anhörung vom 27. Februar 2018 gesagt 

habe, er wisse es nicht. Das SEM gelange zum Schluss, dass der Be-

schwerdeführer bei den LTTE keine führende Rolle gehabt habe.  

Was die schriftlichen Aussagen der Zeugen anbelange, sei festzustellen, 

dass diese die LTTE-Aktivitäten des Vaters des Beschwerdeführers nicht 

bestätigt und angegeben hätten, der Beschwerdeführer sei von 1996 bis 

2009 für die LTTE tätig gewesen. Detaillierte Auskünfte seien nicht vorhan-

den. 

Schliesslich sei festzustellen, dass die anlässlich der Anhörung vom 

13. Oktober 2010 (recte: 2020) abgegebenen Fotografien die geltend ge-

machte Verfolgung des Beschwerdeführers nicht glaubhaft machen könn-

ten. Weder der Tod seines Vaters und seines Bruders noch eine Liste von 

Personen, die angeblich seinen LTTE-Einsatz bestätigen könnten, bewie-

sen, dass die sri-lankischen Behörden ihn heute als ehemaliges LTTE-Mit-

glied verfolgten. Somit seien die Fragen bezüglich seiner Funktion bei den 

LTTE sowie der angeblichen LTTE-Aktivitäten seines Vaters abschliessend 

beantwortet worden. 

Es gelte zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach 

Sri Lanka begründete Furcht vor Verfolgungsmassnahmen habe. Gemäss 

Rechtsprechung sei die Prüfung anhand von Risikofaktoren vorzunehmen 

(vgl. Urteil des BVGer E-1866/2016 vom 15. Juli 2016). Eine Befragung bei 

einer Rückkehr am Flughafen und das Eröffnen eines Strafverfahrens we-

gen illegaler Ausreise stellten keine asylrelevante Verfolgungsmassnahme 

dar. Rückkehrer würden auch am Herkunftsort zwecks Registrierung, Er-

fassung der Identität bis hin zur Überwachung der Aktivitäten der Person 

befragt. Auch diese Kontrollmassnahmen nähmen kein asylrelevantes Aus-

mass an. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, vor seiner 

Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu 

D-6586/2020 

Seite 17 

sein. Er sei bis Anfang 2012 und von 2015 bis Februar 2018 in Sri Lanka 

wohnhaft gewesen. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende Ri-

sikofaktoren hätten kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen 

Behörden ausgelöst. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, wes-

halb er nunmehr in den Fokus der Behörden geraten sollte. Auch die am 

16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl vermöge diese Ein-

schätzung nicht umzustossen. Die Überwachung der Zivilbevölkerung 

habe seit den Terroranschlägen von Ostern 2019 und nach der Präsident-

schaftswahl zugenommen. Dennoch gebe es keinen Anlass zur Annahme, 

dass ganze Volks- oder Berufsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr 

ausgesetzt seien. Das Verfolgungsrisiko sei im Einzelfall zu prüfen. Voraus-

setzung für eine Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschaftswahl sei 

ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Person zu diesem Ereignis res-

pektive dessen Folgen. Der Beschwerdeführer habe die Präsidentschafts-

wahl respektive deren Folgen nicht als Gefährdungselement vorgebracht. 

Den Akten seien keine Hinweise auf eine Verschärfung seiner persönlichen 

Situation zu entnehmen. Die Anforderungen an eine begründete Verfol-

gungsfurcht seien damit nicht gegeben. Somit bestehe kein Anlass zur An-

nahme, der Beschwerdeführer werde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft flüchtlings-

rechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Sachverhalt sei durch 

das SEM unvollständig und teilweise falsch erstellt worden. Entgegen den 

Ausführungen des SEM habe der Beschwerdeführer nie davon gespro-

chen, von D._______ ins Rehabilitationscamp (…) verlegt worden zu sein. 

Er habe lediglich vom Camp (…) gesprochen. Diese Unterscheidung sei 

nicht unwichtig, da es im Entscheid auch darum gehe, ob er rehabilitiert 

worden sei oder nicht. In der Eingabe vom 26. Oktober 2020 seien nicht 

lediglich Ausführungen betreffend die geltend gemachten Folterungen ge-

macht worden. Mit dem Schreiben seien mehrere Fotografien eingereicht 

worden, die in der Praxis des Hausarztes des Beschwerdeführers gemacht 

worden seien. Ferner sei eine diese erläuternde E-Mail von Dr. X._______ 

beigelegt worden, in der ausgeführt worden sei, es sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer wäh-

rend der Haft Misshandlungen ausgesetzt gewesen sei. Dieser Umstand 

sei für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft relevant. Er habe sich in 

den Anhörungen nie zur geltend gemachten Haft äussern können und es 

seien ihm dazu keine Fragen gestellt worden, obwohl er in der Anhörung 

vom 27. Februar 2018 gesagt habe, er sei im Navy-Camp in C._______ 

D-6586/2020 

Seite 18 

misshandelt worden, und auf die davon resultierenden Narben hingewie-

sen habe. In der Anhörung vom 13. Oktober 2020 sei er unterbrochen wor-

den, als er von den Folterungen zu erzählen begonnen habe. Dies sei mit 

dem Hinweis geschehen, das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem 

Urteil vom 19. Juli 2018 die Unglaubhaftigkeit der Schilderungen des Be-

schwerdeführers bezüglich der Geschehnisse in Sri Lanka bestätigt. Da er 

nie zu den Folterungen befragt worden sei, habe das Gericht diesbezüglich 

keine Unglaubhaftigkeit der Schilderungen bestätigen können. Im ersten 

Entscheid des SEM vom 9. März 2018 sei lediglich festgehalten worden, 

der Beschwerdeführer sei in C._______ über ehemalige LTTE-Mitglieder 

befragt «und auch misshandelt worden». Deshalb sei in der Eingabe vom 

16. Oktober 2020 beantragt worden, der Beschwerdeführer sei zu seiner 

Haft und insbesondere zu den Misshandlungsspuren zu befragen. Dieses 

Schreiben figuriere im Aktenverzeichnis des SEM nicht. Ferner wäre der 

Satz «noch heute befände er sich in Haft» zu aktualisieren gewesen, da 

der Vater des Beschwerdeführers im September 2019 verstorben sei. Der 

Sachverhalt sei in verschiedener Hinsicht falsch beziehungsweise nicht 

vollständig erstellt, womit das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers 

verletzt worden sei. 

Im vom SEM zugestellten Aktenverzeichnis seien zahlreiche Dokumente 

nicht aufgeführt worden. Es fehlten die Vernehmlassung des SEM vom 

16. April 2018, die Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Ap-

ril 2018, die Schreiben des Beschwerdeführers vom 19. April 2018, 26. Ok-

tober 2020 und 28. Oktober 2020, die Stellungnahme des Beschwerdefüh-

rers vom 9. Mai 2018 sowie die Entscheide des SEM vom 23. Oktober 

2020 und 27. November 2020. Auch dadurch werde der Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt. 

Der angefochtene Entscheid sei von Y._______ und Z._______ gefällt wor-

den, die bereits den negativen Entscheid vom 9. März 2018 gefällt hätten. 

Die Tatsache, dass die Ausführungen auf den Seiten 4 bis 7 des Entschei-

des nahezu eine Kopie des ersten Entscheids seien, befremde. Die Ver-

fasser hätten sich nicht bemüht, aktenwidrige Vorbringen im ersten Ent-

scheid, die in der ersten Beschwerde unter Hinweis auf die entsprechen-

den Aktenstellen gerügt worden seien, oder weitere Vorbringen des Be-

schwerdeführers in seinen Eingaben zu berücksichtigen. Das SEM habe 

sich in keiner Weise mit den Argumenten in seinen Eingaben auseinander-

gesetzt. Es habe sich bei der «Begründung» des neuen Entscheids im We-

sentlichen mit der Betätigung der copy-paste-Tasten begnügt. Der elfsei-

tige Entscheid sei abgesehen von zwei Seiten eine Kopie des Entscheids 

D-6586/2020 

Seite 19 

vom 9. März 2018. Auf die eingereichten Fotografien, die Spuren von Miss-

handlungen dokumentierten, sei nicht eingegangen worden. An dieser 

Stelle sei auf das Verfahren N (…) zu verweisen, in dem gleich wie im an-

gefochtenen Entscheid vorgegangen worden sei, wobei die genannten Mit-

arbeiter des SEM auch diesen Entscheid unterzeichnet hätten. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe im Urteil vom 19. Juli 2018 an keiner 

Stelle festgehalten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers unglaub-

haft seien. Das Gericht habe zusammenfassend festgehalten, dass «an-

gesichts der zahlreichen Ungereimtheiten in den Aussagen des Beschwer-

deführers und den eingereichten Beweismitteln erhebliche Zweifel an der 

Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers bestünden». Der Hinweis 

des SEM auf diese Zweifel entbinde es nicht davon, die vom Beschwerde-

führer unter Angabe von Aktenstellen belegten aktenwidrigen Vorbringen 

zur Kenntnis zu nehmen und deren Wiederholung zu unterlassen. Es 

werde nicht in Abrede gestellt, dass verschiedene Widersprüche in den An-

gaben des Beschwerdeführers bestünden, die Glaubhaftigkeit seiner Aus-

sagen deshalb in Frage zu stellen, sei unhaltbar. Die Formulierungen des 

SEM seien öfters subjektive Aussagen, bei denen es sich nicht auf kon-

krete Verhältnisse in Sri Lanka berufen könne. Es werde ausser Acht ge-

lassen, dass die Verhältnisse in Sri Lanka nach dem Ende des Krieges im 

Frühling 2009 angesichts der zahlreichen Flüchtlinge und Internierten cha-

otisch gewesen seien und nicht alles als «nachvollziehbar» erscheine. 

Bei der ergänzenden Anhörung hätten sich verschiedene «Ungereimthei-

ten» geklärt. So etwa, wie der Beschwerdeführer nach seiner Internierung 

nach C._______ gekommen sei. Zu den Orten, an denen er interniert wor-

den sei, habe er keine abweichenden Angaben gemacht. All dies sei im 

angefochtenen Entscheid unbeachtet geblieben. Die Unklarheit bezüglich 

seiner Verhaftung beziehungsweise, ob er sich selbst gestellt habe, habe 

er bereits anlässlich der Anhörung geklärt. Die in der ergänzenden Anhö-

rung geklärten Ungereimtheiten würden im angefochtenen Entscheid nicht 

nur wiederholt, sie würden gar zur Begründung beigezogen, dass es sich 

erübrige, ihn zur Haft und den erlittenen Folterungen anzuhören. Abenteu-

erlich sei es, wenn geltend gemacht werde, die schriftlichen Eingaben vom 

26. und 28. Oktober 2020 vermöchten an der Einschätzung des SEM 

nichts zu ändern. Mit der Eingabe seien Fotografien vom Beschwerdefüh-

rer, die Folterspuren zeigten, sowie eine E-Mail eines Arztes eingereicht 

worden. Lägen konkrete Indizien vor, die die Glaubhaftigkeit des Be-

schwerdeführers untermauerten, würden sie vom SEM einfach nicht be-

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Seite 20 

rücksichtigt. Er hätte zur von ihm geltend gemachten Haft und zu den Fol-

terspuren befragt werden müssen. Da dies nicht geschehen sei, liege eine 

weitere gravierende Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. 

Bereits in der Beschwerde vom 16. März 2018 sei geltend gemacht wor-

den, der Beschwerdeführer sei nicht zusammen mit seiner Familie inter-

niert worden. Seines Wissens sei er nicht im Camp (…) gewesen. Vielmehr 

habe er gesagt, er sei von April bis Ende 2009/Anfang 2010 im Camp (…) 

gewesen. Er habe mit Schreiben vom 9. Mai 2018 (nicht akturiert) eine Re-

gistrierungskarte eingereicht, aus der hervorgehe, dass er als Einzelperson 

registriert worden sei. Trotzdem werde im neuen Entscheid zu Unrecht wie-

derholt, er sei im Camp (…) interniert gewesen. Er habe nicht geltend ge-

macht, im (…) Welfare Centre gewesen beziehungsweise von dort entlas-

sen worden zu sein. Auf Seite 5 der SEM-Akte 18, auf die im angefochte-

nen Entscheid auf Seite 5 hingewiesen werde, werde das (…) Welfare 

Centre nicht erwähnt, sondern nur das (…)-Camp. Das (…) Welfare Centre 

sei einzig deshalb Thema des Verfahrens, weil er ein Schreiben desselben 

eingereicht habe, dem zu entnehmen sei, dass er und seine Familie am 

15. Mai 2019 in dieses Zentrum transferiert und am 18. November 2019 

wieder entlassen worden seien. Der Beschwerdeführer könne sich dies 

nicht erklären und halte daran fest, dass er dort nie interniert worden sei. 

Weshalb das SEM diesem Bestätigungsformular des (…) Welfare Centre 

Glauben schenke, sei nicht ersichtlich, zumal dieses im Widerspruch zum 

Schreiben der HRC vom 13. September 2012 stehe, was dem SEM ent-

gangen zu sein scheine. Das SEM nehme nicht zur Kenntnis, dass in der 

Beschwerde vom 16. März 2018 dargelegt worden sei, der Beschwerde-

führer habe in der ersten Anhörung klar zum Ausdruck gebracht, dass er in 

C._______ – nach seinem Aufenthalt in (…) – als LTTE-Mitglied identifiziert 

worden sei. Trotz diesen Vorbringen kopiere das SEM einfach den Text aus 

dem ersten Entscheid. Der Beschwerdeführer habe bei der ergänzenden 

Anhörung deutlich zu Protokoll gegeben, dass er nicht rehabilitiert worden 

sei. Angesichts der Tatsache, dass hunderttausende von Menschen in La-

gern interniert worden seien, vermöge nicht zu erstaunen, dass der Be-

schwerdeführer nicht genau wisse, mit welcher Begründung er entlassen 

worden sei. Den Freigelassenen seien keine Schreiben mit der Begrün-

dung für ihre Entlassung ausgehändigt worden. Dazu sei auf den Bericht 

der Internationalen Kommission von Juristen («ICJ briefing note») 

«Beyond Lawful Constraints: Sri Lanka’s Mass Detention of LTTE Sus-

pects» vom September 2010 hinzuweisen. Dem Vorbringen des Beschwer-

deführers, er wisse nicht, weshalb er im Camp gewesen und weshalb er 

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Seite 21 

wieder entlassen worden sei, dürfe somit Glauben geschenkt werden. An-

gesichts dessen, dass er sich während seiner versuchten Flucht zusam-

men mit Zivilisten ergeben habe, sei anzunehmen, dass es sich beim 

Camp (…) um ein «surendee»-Camp gehandelt habe. Der Beschwerde-

führer habe nicht ausgesagt, er sei bereits eine Woche nach seiner Entlas-

sung verhaftet worden. Er habe gesagt, er sei knapp eine Woche bei seiner 

Tante gewesen, die ihn zu jemand anderem gebracht habe. Als er sie eines 

Tages habe besuchen wollen, sei er in der Nähe ihres Hauses verhaftet 

worden. Anlässlich seiner ergänzenden Anhörung vom 13. Oktober 2020 

habe er erklärt, die Flüchtlinge auf den Booten hätten nicht weiterfahren 

können und mit den Marinesoldaten mitgehen müssen. Er wisse nicht, ob 

man dies als Festnahme bezeichne. Die voneinander abweichenden An-

gaben habe er bereits bei der Anhörung vom 27. Februar 2018 geklärt. 

Auch die Frage, ob er selbständig nach C._______ gereist sei oder nicht, 

habe er bei der ergänzenden Anhörung geklärt. Glaubhaft sei, dass er auf-

grund der Bestechung eines Gärtners aus dem Spital habe fliehen können; 

Gefangene hätten selbst Soldaten durch Bezahlung dazu bringen können, 

ihnen zur Flucht zu verhelfen. Der Beschwerdeführer habe in der Be-

schwerde vom 16. März 2018 erklärt, weshalb er von Indien nach Sri Lanka 

zurückgekehrt sei. Die sri-lankischen Behörden gingen nicht davon aus, 

dass sie ihre Suche nach LTTE-Mitgliedern sowie Waffen-, Munitions- und 

Sprengstoff-Verstecken erfolgreich hätten abschliessen können. In der Be-

stätigung der HRC aus dem Jahr 2012 werde nicht erwähnt, dass der Be-

schwerdeführer anfangs 2010 festgenommen worden und elf Monate in 

Haft gewesen sei. Aus derselben gehe vielmehr hervor, dass er im August 

2010 zusammen mit seinem Vater nach Indien geflüchtet sei. Das (…) Wel-

fare Centre werde in der Bestätigung nicht erwähnt, worauf bereits in den 

Stellungnahmen vom 6. April und 9. Mai 2018 hingewiesen worden sei. 

Das SEM übergehe erneut, dass sich das Schreiben nicht auf den Be-

schwerdeführer, sondern auf seinen Bruder S._______ beziehe. Sein Vater 

und seine Brüder S._______ sowie T._______ seien im August 2010 nach 

Indien geflohen. 

Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Sachverhalt unvollständig 

und teilweise falsch erstellt worden sei. Das Aktenverzeichnis sei unvoll-

ständig. Von den Vorbringen des Beschwerdeführers in der Beschwerde, 

in den Vernehmlassungen sowie der ergänzenden Anhörung werde keine 

Kenntnis genommen beziehungsweise hätten diese nicht Eingang in den 

angefochtenen Entscheid gefunden. Das SEM habe in mindestens sieben 

Punkten aktenwidrige Ausführungen einfach wiederholt. Es habe sich in 

Verletzung seiner Amtspflicht nicht bemüht, den Entscheid aufgrund der 

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neuen Erkenntnisse zu fällen. Dadurch seien das rechtliche Gehör und der 

Untersuchungsgrundsatz verletzt worden. Darüber hinaus seien die Ar-

beitsweise des SEM sowie das Verhalten des Befragers bei der Anhörung 

vom 13. Oktober 2020 unhaltbar. Sie seien nicht nur eine Zumutung für 

einen Asylsuchenden, sondern verantwortungs- und respektlos. Es werde 

auf das «Unterschriftenblatt» des Hilfswerkvertreters und das Schreiben 

der Rechtsvertreterin an das Bundesverwaltungsgericht vom 9. Mai 2018 

sowie deren Schreiben an das SEM vom 26. Oktober 2020 verwiesen. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe die Sache mit Urteil vom 19. Juli 2018 

zur weiteren Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung an das SEM zu-

rückgewiesen. Dieses habe den Beschwerdeführer nochmals befragt, die 

Herren J._______ und H._______ aber nicht als Zeugen befragt. Der Be-

schwerdeführer sei lediglich aufgefordert worden, schriftliche Auskünfte 

der beiden Herren einzureichen. Eine Botschaftsabklärung sei nicht getä-

tigt worden, obwohl das Gericht festgehalten habe, dass die Echtheit der 

bezüglich des Vaters des Beschwerdeführers eingereichten Dokumente 

ohne weitere Abklärungen nicht festgestellt werden könne. Ohne Berück-

sichtigung und Abklärungen hinsichtlich der vom Gericht erwähnten Doku-

mente komme das SEM zum Schluss, dass sein Vater keine führende Rolle 

bei den LTTE innegehabt habe. Die eingereichte Haftanordnung, gemäss 

der sein Vater ein wichtiges Mitglied der LTTE sei, das während 20 Jahren 

mit einem Kadermann der LTTE terroristische Aktivitäten verübt haben 

solle, werde nicht erwähnt. Dem Beschwerdeführer werde aber vorgewor-

fen, er habe die Haft seines Vaters nicht belegen können. Das SEM sei 

verpflichtet, den Sachverhalt von Amtes wegen zu erstellen und eine Bot-

schaftsanfrage sei zumutbar. Das SEM habe die ihm obliegende Pflicht, 

den Sachverhalt korrekt und vollständig abzuklären, verletzt. 

Der Beschwerdeführer habe bei seiner ergänzenden Anhörung erklärt, 

weshalb er keine Angaben über die Tätigkeit seines Vaters für die LTTE 

machen könne. Einerseits müssten LTTE-Mitglieder beim Eintritt in die Be-

wegung ein Gelübde der Verschwiegenheit und Geheimhaltung abgeben, 

anderseits gehe es in der tamilischen Kultur nicht an, den Vater über seine 

Tätigkeiten ausserhalb des Hauses auszufragen. LTTE-Mitglieder seien 

verschwiegen, was erkläre, dass der Beschwerdeführer auch von den 

Menschen, die mit ihm Kontakt aufgenommen hätten, keine Informationen 

über seinen Vater erhalten habe. Er habe ausgesagt, seine Mutter und 

seine Schwester hätten sich bemüht, den Vater freizubekommen. Sie seien 

zu den Behörden gegangen und hätten einen Parlamentarier kontaktiert. 

Die Familie habe auch Unterlagen betreffend den Lungenkrebs des Vaters 

D-6586/2020 

Seite 23 

eingereicht und gebeten, ihn behandeln zu dürfen. Der Beschwerdeführer 

habe auch gesagt, er wisse nicht, ob die Familie einen Anwalt beauftragt 

habe. Die Familie habe die UN-Menschenrechtskommission kontaktiert, 

die einen Anwalt eingeschaltet habe. Das SEM habe bei der Beurteilung 

der Aktivitäten des Vaters des Beschwerdeführers die eingereichte Haftan-

ordnung des Gerichts vom (…) 2011 und den Bericht des TID (Terrorism 

Investigation Division) vom (…) 2012 ausser Acht gelassen. Der Vater habe 

sich zum Zeitpunkt, als der Bericht des TID verfasst worden sei, in Indien 

befunden. Sollte den Vorbringen des Beschwerdeführers kein Glauben ge-

schenkt werden, werde beantragt, dass die Botschaftsanfrage durchzufüh-

ren sei. 

Die Arbeit des Beschwerdeführers für die LTTE sei eine Bürotätigkeit ge-

wesen, die für die Organisation wichtig gewesen sei. Sie sei aber auch für 

die sri-lankischen Behörden von Interesse, da sie über ihn Informationen 

über die Sea Tigers und deren Mitglieder erhalten könnten. Es sei davon 

auszugehen, dass sie auch heute noch ein Interesse an ihm hätten. 

Die Auskunftspersonen hätten die Tätigkeit des Vaters des Beschwerde-

führers für die LTTE nicht bestätigen können, weil sie diesen nicht gekannt 

hätten. Hinsichtlich der Informationen, die sie über den Beschwerdeführer 

gegeben hätten, könne von LTTE-Mitgliedern nicht erwartet werden, dass 

sie einer Behörde gegenüber detailliert Auskunft über die Tätigkeit eines 

anderen LTTE-Mitglieds gäben. Für detaillierte Angaben hätte das SEM 

konkrete Fragen stellen oder die Herren als Zeugen einvernehmen müs-

sen. Der Beschwerdeführer habe bei der ergänzenden Anhörung eine Liste 

mit Namen und Telefonnummern von fünf Personen eingereicht, die alle 

bei den Sea Tigers gewesen seien und Kenntnis von seiner Mitgliedschaft 

und Tätigkeit hätten. Soweit ihm bekannt sei, habe das SEM keine dieser 

Personen kontaktiert. 

Ein Schwager des Beschwerdeführers sei bei den LTTE gewesen und im 

Krieg umgekommen. Der Körper des Beschwerdeführers weise zahlreiche 

Vernarbungen auf, was auf Misshandlungen schliessen lasse. Darauf sei 

im Entscheid des SEM nicht eingegangen worden. 

Es sei davon auszugehen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 

glaubhaft seien. Dass er mit der zeitlichen Einordnung teilweise Schwierig-

keiten gehabt habe, falle gemäss dem Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts angesichts der verstrichenen Zeit nicht stark ins Gewicht. Aufgrund 

seiner Schilderungen und den Folterspuren stehe mit überwiegender 

D-6586/2020 

Seite 24 

Wahrscheinlichkeit fest, dass er im Zeitpunkt seiner Flucht ernsthaften 

Nachteilen ausgesetzt gewesen sei. 

Hinsichtlich der Risikofaktoren, die im Referenzurteil des Bundesverwal-

tungsgerichts vom 15. Juli 2016 definiert worden seien, gelte eine tatsäch-

liche oder vermeintliche Verbindung zu den LTTE als Hauptrisikofaktor. 

Auch frühere Verhaftungen im Zusammenhang mit einer tatsächlichen  

oder vermuteten Verbindung zu den LTTE durch die sri-lankischen Behör-

den bildeten einen Risikofaktor. Solche Personen seien seit Mitte 1990 auf-

gezeichnet und mit Namen mit dem Vermerk «schädliche Interessen» re-

gistriert. Als weiterer Risikofaktor werde das Fehlen der erforderlichen 

Identitätspapiere bei der Einreise betrachtet. Der Aufenthalt in einem west-

lichen Staat stelle ebenfalls einen Risikofaktor dar. Aufgrund der Ausfüh-

rungen und der eingereichten Fotografien sei davon auszugehen, dass die 

Aussagen des Beschwerdeführers zur Verhaftung und den erlittenen Miss-

handlungen der Wahrheit entsprächen. Aus den eingereichten, vom SEM 

nicht überprüften Dokumenten gehe hervor, dass sein Vater verdächtigt 

worden sei, ein wichtiges Mitglied der LTTE gewesen zu sein. Es sei davon 

auszugehen, dass der Vater im September 2017 deshalb verhaftet worden 

sei. Aus alle diesen Gründen lasse sich schliessen, dass der Beschwerde-

führer im Falle einer Rückkehr ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt sein werde.  

4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, der Beschwerdeführer 

beziehungsweise dessen Rechtsvertreterin verkennten, dass das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil vom 19. Juli 2018 die fehlende Glaubhaf-

tigkeit der Verfolgung klar bestätigt habe. Vor diesem Hintergrund habe für 

das SEM keine zwingende Notwendigkeit bestanden, den Beschwerdefüh-

rer nochmals vollumfänglich zu seinen Asylgründen zu befragen. Nachge-

schobene Angaben und/oder Beweismittel könnten daran nichts ändern. 

Laut dem Urteil vom 19. Juli 2018 sei zu klären gewesen, ob der Beschwer-

deführer aufgrund seiner Tätigkeiten oder derjenigen seines Vaters in Sri 

Lanka Verfolgungsmassnahmen zu befürchten habe. Entsprechend seien 

die Zeugen schriftlich einvernommen und er ergänzend angehört worden. 

Aus seinen Angaben gehe klar hervor, dass weder seine noch die angebli-

chen Aktivitäten seines Vaters ein Verfolgungsinteresse der sri-lankischen 

Behörden auslösen würden. 

4.4 In der Replik vom 17. Februar 2021 wird entgegnet, es treffe nicht zu, 

dass das Bundesverwaltungsgericht die fehlende Glaubhaftigkeit klar be-

stätigt habe. Weder im Schreiben an das SEM vom 26. Oktober 2020 (nicht 

D-6586/2020 

Seite 25 

akturiert) noch in der Beschwerde sei beantragt worden, der Beschwerde-

führer sei nochmals «vollumfänglich zu seinen Asylgründen» anzuhören. 

In der Eingabe vom 26. Oktober 2020 seien Ausführungen betreffend die 

erlittene Folter gemacht worden. Es seien mehrere Fotografien eingereicht 

worden, die in der Praxis seines Hausarztes aufgenommen worden seien. 

In einer beigelegten E-Mail vom 21. Oktober 2020 habe Dr. X._______ die 

Fotografien erläutert. Dass der Beschwerdeführer vorbringe, gefoltert wor-

den zu sein, und dies mit Fotografien untermauere, sei für die Beurteilung 

seiner Flüchtlingseigenschaft relevant. Die erlittenen Misshandlungen 

habe er nie schildern können. Aus diesem Grund sei nach der ergänzen-

den Anhörung beantragt worden, er sei zu seiner Haft und insbesondere 

zu den Misshandlungsspuren zu befragen. Da das SEM diesem Antrag 

nicht Folge geleistet, ihn aber auch nicht abgelehnt habe, sei er in der Be-

schwerde nochmals gestellt worden. Sollte die Sache zu einer erneuten 

Anhörung zurückgewiesen werden, werde darum ersucht, dass diese nicht 

vom bisher zuständigen Sachbearbeiter oder seiner im Schreiben vom 

26. Oktober 2020 erwähnten Mitarbeiterin durchgeführt werde. Zur Be-

gründung werde auf das «Unterschriftenblatt» des Hilfswerkvertreters an-

lässlich der Anhörung vom 13. Oktober 2020 sowie auf das Schreiben an 

das SEM vom 26. Oktober 2020 verwiesen. Die Behörde habe gemäss der 

Untersuchungsmaxime auch nach Elementen zu forschen, welche die Vor-

bringen der asylsuchenden Person bestätigten. Lägen physische Spuren 

von Folter vor, müsse die Behörde dies beachten, auch wenn sich die Per-

son widerspreche. Das Bundesverwaltungsgericht habe hinsichtlich der 

geltend gemachten Misshandlungen die Unglaubhaftigkeit der Schilderun-

gen nicht bestätigt und diese nicht bestätigen können, weil der Beschwer-

deführer nie die Gelegenheit gehabt habe, diese zu schildern. Die vorge-

brachten Misshandlungen seien nicht nachgeschoben, denn er habe bei 

der Anhörung vom 27. Februar 2018 vorgebracht, er sei im Navy-Camp 

von C._______ misshandelt worden. Diesbezüglich sei er jedoch nicht be-

fragt worden. Beweismittel könnten bis zum Ende des Verfahrens nachge-

reicht werden. Gemäss den Akten treffe nicht zu, dass die Zeugen schrift-

lich einvernommen worden seien, da keine Einvernahmeprotokolle vorlä-

gen. Der Beschwerdeführer sei aufgefordert worden, schriftliche Auskünfte 

einzureichen. Dies stelle keine «Einvernahme» dar; bei einer solchen wür-

den von der Behörde konkrete Fragen gestellt, die von der einvernomme-

nen Person beantwortet würden. Sollten die Zeugen tatsächlich einver-

nommen worden sein, werde um Gewährung von Akteneinsicht und Frist 

zur Einreichung einer Stellungnahme ersucht. Was die Tätigkeiten seines 

Vaters betreffe, sei darauf hinzuweisen, dass die vom Gericht angeregten 

Abklärungen vom SEM nicht vorgenommen worden seien. Stattdessen 

D-6586/2020 

Seite 26 

spreche es immer noch von «angeblichen Aktivitäten des Vaters», obwohl 

Beweismittel eingereicht worden seien, denen zu entnehmen sei, dass der 

Vater des Beschwerdeführers für die LTTE tätig gewesen und deshalb bei 

einer allfälligen Ausreise/Einreise aus/nach Sri Lanka festzunehmen sei. 

Die Echtheit der Dokumente sei nie in Frage gestellt worden. 

4.5 In der Eingabe vom 11. März 2021 wird ausgeführt, aus dem Schreiben 

des CHRD vom 21. Dezember 2020 gehe hervor, dass der Vater des Be-

schwerdeführers am 15. September 2017 am Flughafen von Colombo vom 

TID verhaftet worden sei. Das CHRD habe seinen Vater unterstützt, indem 

es ihm einen Anwalt besorgt habe. Des Weiteren werde ausgeführt, der 

Vater sei am 16. September 2017 dem Gericht vorgeführt und auf Kaution 

freigelassen worden. Dies sei zu präzisieren, denn der Vater sei nicht frei-

gelassen, sondern aufgrund der Bezahlung einer Kaution ins U._______ 

eingewiesen worden. Dort sei er unter Beobachtung gewesen und habe 

nicht besucht werden dürfen. Er sei alle ein bis zwei Monate abgeholt und 

ins Gebäude des TID, Gebäude Nr. 2, 4. Stock gebracht worden, wo er 

verhört worden sei. Habe die Einvernahme länger gedauert, habe er im 

Gefängnis übernachten müssen. Der Vater sei nach seiner Verhaftung bis 

zum Tod keinen einzigen Tag in Freiheit gewesen. Der Beschwerdeführer 

habe wohl deshalb gesagt, sein Vater sei bis zum Tod im Gefängnis gewe-

sen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel 

(Bstn. a-e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mit-

wirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu ge-

hört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzuge-

ben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhö-

rung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu be-

zeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der bio-

metrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet 

einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollständig, 

D-6586/2020 

Seite 27 

wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände be-

rücksichtigt werden. 

5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-

seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass 

eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein-

greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Er-

lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise 

beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan-

trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent-

weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, 

wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch 

auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, 

die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren 

Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; 

BVGE 2009/35 E. 6.4.1). 

Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin-

gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung 

angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristgerechten 

Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit-

frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab-

gefasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenenfalls 

sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegun-

gen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie 

ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit 

allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

6.  

6.1  

6.1.1 In der Beschwerde wird darauf hingewiesen, dass mehrere Doku-

mente im Aktenverzeichnis des SEM nicht aufgeführt seien. Die zweite Ver-

nehmlassung des SEM im ersten Beschwerdeverfahren vom 16. April 

2018 ist in der Tat nicht aufgeführt und auch nicht in den Akten abgelegt. 

Die Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. April 2018, mit 

welcher dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Replik 

gewährt wurde, ging gemäss Verteiler nicht an das SEM und muss sich 

deshalb nicht in dessen Akten befinden. Das Schreiben des Beschwerde-

führers an das Bundesverwaltungsgericht vom 19. April 2018 (Gesuch um 

D-6586/2020 

Seite 28 

Akteneinsicht) wurde mit der Zwischenverfügung des Bundesverwaltungs-

gerichts vom 24. April 2018 unter SEM-act. A38/1-3 abgelegt. Die Stellung-

nahme des Beschwerdeführers vom 9. Mai 2018 zur Vernehmlassung des 

SEM vom 16. April 2018 wurde vom Beschwerdeführer offenbar aus-

schliesslich an das Bundesverwaltungsgericht gesandt, weshalb diese kei-

nen Eingang in die vorinstanzlichen Akten gefunden haben muss. In der 

angefochtenen Verfügung vom 27. November 2020 werden die Eingaben 

des Beschwerdeführers vom 26. und 28. Oktober 2020 ebenso erwähnt 

wie ein an das SEM retournierter Entscheid vom 23. Oktober 2020. Alle 

diese Dokumente sowie auch die angefochtene Verfügung vom 27. No-

vember 2020 sind im Aktenverzeichnis nicht aufgeführt worden und befin-

den sich auch nicht bei den vorinstanzlichen Akten. 

6.1.2 Obwohl in der Beschwerde gerügt wurde, dass aus Sicht des Be-

schwerdeführers mehrere Akten keinen Eingang in das Aktenverzeichnis 

des SEM gefunden hätten und das SEM vom Bundesverwaltungsgericht 

mit Zwischenverfügung vom 7. Januar 2021 aufgefordert wurde, das Ak-

tenverzeichnis zu prüfen und zu aktualisieren sowie der Vernehmlassung 

eine aktualisierte Version desselben beizulegen, sah sich das SEM nicht 

veranlasst, in der Vernehmlassung Stellung zur erhobenen Rüge zu neh-

men beziehungsweise die nicht bei den Akten liegenden Aktenstücke nach-

träglich zu den Akten zu legen und in das Aktenverzeichnis aufzunehmen. 

Da das SEM in der angefochtenen Verfügung unter Ziff. 7 des Abschnitts I 

auf Eingaben des Beschwerdeführers vom 26. und 28. Oktober 2020 hin-

wies, steht fest, dass ihm diese vorlagen. Gemäss der dem Bundesverwal-

tungsgericht vorliegenden Kopie der Eingabe vom 26. Oktober 2020 und 

den Angaben in der Beschwerde vom 30. Dezember 2020 lagen der Ers-

teren Fotografien bei, die in der Praxis des Hausarztes des Beschwerde-

führers aufgenommen worden seien. Der Hausarzt erläutere in einer eben-

falls beigelegten E-Mail vom 21. Oktober 2020, dass der Beschwerdefüh-

rer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit misshandelt worden sei. Da das 

SEM den Beschwerdeführer nach Erhalt der Eingabe vom 26. Oktober 

2020 nicht aufforderte, die darin aufgeführten Beweismittel nachzureichen, 

ist davon auszugehen, dass es diese tatsächlich erhielt. Das SEM ist an-

gesichts der vorstehenden Erwägungen seiner Pflicht zur Führung eines 

vollständigen Akten- und Beweismittelverzeichnisses nicht nachgekom-

men. Damit wurde der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches 

Gehör verletzt. 

D-6586/2020 

Seite 29 

6.1.3 In der Eingabe des Beschwerdeführers an das SEM vom 26. Oktober 

2020 wurde unter Hinweis auf eingereichte Fotografien und die Ausführun-

gen seines Hausarztes beantragt, er sei zu seiner Haft und den Misshand-

lungsspuren zu befragen. Das SEM behandelte den gestellten Antrag in 

der angefochtenen Verfügung ebenso wenig, wie es die eingereichten Fo-

tografien, denen gemäss den Ausführungen des Hausarztes Spuren von 

erlittenen Misshandlungen zu entnehmen seien, erwähnte und würdigte. 

Damit wurden der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör 

und die Begründungspflicht verletzt sowie der rechtserhebliche Sachver-

halt unvollständig festgestellt. 

6.1.4 In diesen Zusammenhang ist festzuhalten, dass das Bundesverwal-

tungsgericht, das ebenso wie das SEM keine überwiegenden Zweifel an 

der vom Beschwerdeführer geltend gemachten LTTE-Mitgliedschaft äus-

serte, in seinem Urteil D-1631/2018 vom 19. Juli 2018 festhielt, es stehe 

nicht fest, ob der Beschwerdeführer sich nach dem Ende des Bürgerkriegs 

tatsächlich in einem Internierungslager aufgehalten habe (vgl. E. 5.2.3). 

Aus dem Wortlaut ergibt sich, dass das Gericht eine Inhaftierung des Be-

schwerdeführers nicht ausschloss, obwohl es an seiner Sachverhaltsdar-

stellung erhebliche Zweifel hegte (vgl. E. 5.5). Damit ist auch gesagt, dass 

sich das Bundesverwaltungsgericht im Urteil D-1631/2018 vom 19. Juli 

2018 nicht dazu äusserte, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemach-

ten Misshandlungen glaubhaft sind oder nicht. Er brachte bereits bei der 

BzP vor, er sei während seiner Haft beim Marine-Stützpunkt C._______ 

geschlagen und mit Zigaretten gebrandmarkt worden (vgl. SEM-act. A9/35 

S. 12). Bei der Anhörung wiederholte er dies und wies auf von den Verlet-

zungen zeugende Narben hin (vgl. SEM-act. A18/16 S. 6). Somit kann 

nicht davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe im Rah-

men der ergänzenden Anhörung bisher nicht Erwähntes nachschieben 

wollen, als er begann, von erlittenen Misshandlungen zu berichten (vgl. 

SEM-act. A49/24 S. 21). 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem Urteil D-1631/2018 vom 

19. Juli 2018 fest, dass sich hinsichtlich der Rolle, die der Vater des Be-

schwerdeführers bei den LTTE spielte, verschiedene Fragen stellten, die 

ohne weitere Abklärungen nicht zu beantworten seien. Die vom SEM in der 

angefochtenen Verfügung vertretene Auffassung, der Beschwerdeführer 

habe hinsichtlich seiner Ausführungen zu den LTTE-Aktivitäten seines Va-

ters und der ihm entstandenen Probleme keine tauglichen Beweismittel 

eingereicht, ist in dieser absoluten Form unzutreffend. Er gab bereits am 

Flughafen Zürich die Kopie einer Anweisung des High Court von Colombo 

D-6586/2020 

Seite 30 

vom (…) 2011 ab, gemäss der sein Vater bei einer allfälligen Ein- oder Aus-

reise über den Flughafen von Colombo festzunehmen sei. Zudem reichte 

er die Kopie eines Antrags der sri-lankischen Polizei vom Januar 2012 ein, 

gemäss dem sein Vater, der ein langjähriges und wichtiges LTTE-Mitglied 

gewesen sei, wegen des Verdachts des Terrorismus bei einer Ein- oder 

Ausreise festzunehmen sei. Ebenso reichte der Beschwerdeführer die Ko-

pie einer Bestätigung des TID (Katuyanake Airport) vom (…) 2017 ein, ge-

mäss der sein Vater an diesem Tag festgenommen worden sei. Des Wei-

teren liegt die Kopie einer Meldung des TID Colombo an den TID 

C._______ vom (…) 2017 bei den Akten, in der Letzterer gebeten wird, die 

Mutter des Beschwerdeführers über die Festnahme seines Vaters zu infor-

mieren. Somit steht fest, dass bereits zu Beginn des Asylverfahrens Be-

weismittel bezüglich der Einleitung eines Verfahrens gegen den Vater des 

Beschwerdeführers vorlagen. Der im zweiten Beschwerdeverfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eingereichten Bestätigung des CRHD vom 

21. Dezember 2020 gemäss wurde der Vater des Beschwerdeführers vom 

TID Colombo am (…) 2017 festgenommen, als er über den Flughafen von 

Colombo nach Sri Lanka einreisen wollte. Er sei am folgenden Tag dem 

Colombo Magistrate Court vorgeführt und auf Kaution freigelassen worden. 

Das CHRD führt aus, es habe den Vater des Beschwerdeführers während 

des Verfahrens durch die Beauftragung von Anwälten unterstützt. Der In-

halt des Dokuments entspricht hinsichtlich der geltend gemachten Fest-

nahme des Vaters dem, was den zu Beginn des Verfahrens eingereichten 

Beweismitteln zu entnehmen ist. 

6.3  

6.3.1 Soweit in der Beschwerde gerügt wird, das SEM habe den Sachver-

halt falsch erstellt, weil es ausgeführt habe, der Beschwerdeführer habe 

angegeben, er sei ins Rehabilitationscamp (…) verlegt worden, ist darauf 

hinzuweisen, dass er bei der Anhörung vom 27. Februar 2018 die Frage, 

ob (…) ein Rehabilitationscamp gewesen sei, ohne zu zögern bejahte. Er 

ergänzte, dass dorthin die Mitglieder der Bewegung geschickt worden 

seien. Auf die kurz danach gestellte Frage, ob er das Camp rehabilitiert 

habe verlassen können, sagte er, es sei nicht gesagt worden, dass (…) ein 

Rehabilitationscamp gewesen sei. Auf Nachfrage bestätigte er, er wisse 

nicht, ob es ein Rehabilitationscamp gewesen sei oder nicht. Er wies aber 

darauf hin, dass dort die Mitglieder der Bewegung gewesen seien (vgl. 

SEM-act. A18/16 S. 5). Die in der Beschwerde vertretene Auffassung, der 

Beschwerdeführer habe nie vom Rehabilitationscamp (…) gesprochen, 

trifft in dieser absoluten Form somit nicht zu, weshalb nicht von einer fal-

schen Sachverhaltsfeststellung gesprochen werden kann. 

D-6586/2020 

Seite 31 

6.3.2 Bezüglich des Hinweises in der Beschwerde, es sei nicht der Unter-

zeichnenden, sondern dem Sachbearbeiter des SEM zuzuschreiben, dass 

der Entscheid vom 23. Oktober 2020 nicht habe zugestellt werden können, 

erübrigen sich Ausführungen seitens des Gerichts, da das SEM lediglich 

darauf hinwies, dass dieser Entscheid aufgrund einer neuen Postfachad-

resse der Rechtsvertreterin nicht habe zugestellt werden können. Dies ent-

spricht dem tatsächlichen Sachverhalt. 

6.3.3 In der Beschwerde wird darauf hingewiesen, das SEM hätte in der 

Sachverhaltsschilderung den Satz, der Vater des Beschwerdeführers be-

fände sich immer noch in Haft, ergänzen beziehungsweise aktualisieren 

müssen, da sein Vater im September 2019 verstorben sei. Das SEM wies 

bei der Sachverhaltsdarstellung auf die Aussage des Beschwerdeführers 

während der ergänzenden Anhörung hin, sein Vater sei am 19. September 

2019 verstorben. Ebenso gab es die Aussagen des Beschwerdeführers 

über die Geschehnisse wieder, die sich nach dem Tod seines Vaters zuge-

tragen hätten (vgl. die angefochtene Verfügung S. 3 Ziff. 3). Das SEM er-

wähnte auch hinsichtlich der bei den Akten liegenden Beweismittel, dass 

der Beschwerdeführer Fotografien seines inzwischen verstorbenen Vaters 

sowie von Personen, die in Indien den Tod seines Vaters betrauert hätten, 

eingereicht habe (vgl. die angefochtene Verfügung S. 3 Ziff. 6). Das SEM 

wiederholte in den Erwägungen, der Vater des Beschwerdeführers sei am 

Flughafen festgenommen worden und derzeit immer noch in Haft (vgl. die 

angefochtene Verfügung S. 5. Letzter Abschnitt), führte aber später aus, 

dem Beschwerdeführer sei gemäss seinen Aussagen nach dem Tode sei-

nes Vaters klargeworden, welch wichtige LTTE-Persönlichkeit dieser ge-

wesen sei (vgl. angefochtene Verfügung S. 7 letzter Abschnitt). Auch aus 

den folgenden Erwägungen geht hervor, dass dem SEM bewusst war, dass 

der Vater des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfü-

gung vom 27. November 2020 verstorben war (vgl. angefochtene Verfü-

gung S. 8 f.). Von einer falschen Sachverhaltsfeststellung kann somit trotz 

der redaktionellen Fehler, die dem Kopieren von Erwägungen aus der Ver-

fügung des SEM vom 9. März 2018 zuzuschreiben sind, nicht ausgegan-

gen werden. 

6.4 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung aus, der Beschwerde-

führer habe gesagt, seine Familie und er seien von April 2009 bis Ende 

2009/Anfang 2010 im Camp (…) interniert worden. In der Beschwerde wird 

zutreffend festgehalten, dass der Beschwerdeführer während den drei Be-

fragungen nicht geltend machte, sich zusammen mit seiner Familie im ge-

D-6586/2020 

Seite 32 

nannten Camp aufgehalten zu haben. Auf einen Aufenthalt des Beschwer-

deführers im (…) Welfare Centre könnte einzig aufgrund der von ihm ein-

gereichten Bestätigung dieses Camps vom 18. November 2009 geschlos-

sen werden. Die Sachverhaltsfeststellung des SEM ist in diesem Zusam-

menhang somit unrichtig beziehungsweise unvollständig. 

6.5 Das SEM zeigt sich in der angefochtenen Verfügung erstaunt, dass der 

Beschwerdeführer von den sri-lankischen Behörden bereits eine Woche 

nach seiner Entlassung aus dem Camp (…) wieder verhaftet worden sei. 

Das SEM geht auch in diesem Punkt von einem Sachverhalt aus, den der 

Beschwerdeführer so nicht geltend machte. Er erklärte, dass seine Tante 

ihn, nachdem er sich etwa eine Woche lang bei ihr aufgehalten habe, zu 

einer befreundeten Familie gebracht habe, weil sich bei ihr mehrmals un-

bekannte Leute nach ihm erkundigt hätten. Gemäss den Angaben des Be-

schwerdeführers wurde er zu einem späteren Zeitpunkt von der sri-lanki-

schen Marine festgenommen, als er seine Tante habe besuchen wollen 

(vgl. SEM-act. A9/35 S. 12, A18/16 S. 5 f. und A49/24 S. 20). 

6.6  

6.6.1 Festzustellen ist sodann, dass die vom Beschwerdeführer bezeich-

neten Personen, die seine Tätigkeit bei den LTTE bestätigten, entgegen 

der in der Vernehmlassung vom 28. Januar 2021 gemachten Ausführun-

gen vom SEM nicht schriftlich einvernommen wurden. Das SEM forderte 

den Beschwerdeführer am 18. Juni 2020 auf, schriftliche Auskünfte der bei-

den Personen beizubringen. Die Feststellung in der angefochtenen Verfü-

gung, die beiden «Zeugen» hätten die LTTE-Aktivitäten seines Vaters nicht 

bestätigt, ist zutreffend. Der Beschwerdeführer brachte indessen nie vor, 

die beiden Personen könnten sich zu den Tätigkeiten seines Vaters äus-

sern. Insofern das SEM ausführt, die «Zeugen» hätten lapidar angegeben, 

der Beschwerdeführer sei von 1996 bis 2009 für die LTTE tätig gewesen, 

ist festzustellen, dass das SEM keine konkreten Fragen stellte, die es von 

den Auskunftspersonen hätte beantwortet haben wollen. Angesichts dieser 

Ausgangslage ist ohne weiteres nachvollziehbar, dass die beiden Aus-

kunftspersonen keine detaillierteren Ausführungen zu den Aktivitäten des 

Beschwerdeführers für die LTTE machten. Wie bereits vorstehend festge-

halten, zweifelte das SEM nicht daran, dass der Beschwerdeführer LTTE-

Mitglied war; hingegen schloss es aus, dass er bei den LTTE eine führende 

Rolle innegehabt habe. Dies hat der Beschwerdeführer auch nie geltend 

gemacht. 

D-6586/2020 

Seite 33 

6.6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hielt im Urteil D-1631/2018 vom 

19. Juli 2018 fest, die Frage der Echtheit der vom Beschwerdeführer abge-

gebenen Dokumente, die ein gegen seinen Vater eingeleitetes Verfahren 

betreffen, könne ohne weitere Abklärungen nicht beantwortet werden. Bei 

der ergänzenden Anhörung gab der Beschwerdeführer an, er habe keine 

Kenntnis von über ein «soziales Engagement» seines Vaters hinausgehen-

den Aktivitäten für die LTTE. Aufgrund der Reaktionen von ihr Beileid be-

kundenden Personen gehe er jedoch davon aus, dass sein Vater eine wich-

tige Persönlichkeit gewesen sei. Das SEM legt in der angefochtenen Ver-

fügung zwar dar, aus welchen Gründen es an den entsprechenden Aussa-

gen des Beschwerdeführers zweifelt, womit aber immer noch keine Klar-

heit darüber besteht, ob gegen den Vater des Beschwerdeführers eine Ein- 

beziehungsweise Ausreisesperre verhängt und ein Strafverfahren eröffnet 

wurden oder nicht. 

6.6.3 Das Bundesverwaltungsgericht forderte das SEM mit Zwischenver-

fügung vom 7. Januar 2021 auf, sich insbesondere zu Ziffer 5 der Be-

schwerde zu äussern, in der gerügt wurde, im zugestellten Aktenverzeich-

nis seien zahlreiche Dokumente nicht akturiert. Zudem wies es das SEM 

an, das Aktenverzeichnis zu prüfen und zu aktualisieren sowie der Ver-

nehmlassung eine aktualisierte Version desselben beizulegen. Das SEM 

kam diesen Aufforderungen in keiner erkennbaren Weise nach. Ebenso 

wenig Beachtung fand die in derselben Zwischenverfügung erteilte Anwei-

sung, dem Beschwerdeführer sei eine Kopie des im Beweismittelumschlag 

unter Ziffer 7 abgelegten Dokuments zuzustellen. Das Verhalten der mit 

der Bearbeitung des vorliegenden Verfahrens beauftragten Angestellten 

des SEM, gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG an die Vorinstanz gerichtete 

verbindliche Anweisungen des Bundesverwaltungsgerichts zu missachten, 

ist rechtswidrig. 

6.6.4 In der Beschwerde wird ferner das Verhalten des Fachspezialisten 

Asyl während der ergänzenden Anhörung vom 13. Oktober 2020 bean-

standet. Die Hilfswerksvertretung wies auf dem Unterschriftenblatt vom 

selben Tag darauf hin, die Körpersprache des Sachbearbeiters sei «lust-

los» gewesen. Er habe auf dem Handy «herumgedrückt» und auf einem 

Blatt gemalt (vgl. SEM-act. A49/24 S. 24). Die bei der ergänzenden Anhö-

rung anwesende Rechtsvertreterin bestätigte diese Beobachtungen in ihrer 

Eingabe an das SEM vom 26. Oktober 2020. Da sich das SEM zur erho-

benen Rüge, das Verhalten des Befragers sei unangebracht gewesen, 

D-6586/2020 

Seite 34 

nicht äusserte, ist davon auszugehen, dass die von der Hilfswerksvertre-

tung und der Rechtsvertreterin übereinstimmend geschilderten Beobach-

tungen zutreffend sind. 

6.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der rechtserhebliche Sach-

verhalt durch das SEM in mehreren Punkten unrichtig oder unvollständig 

festgestellt wurde. Ebenso wurde der Anspruch auf rechtliches Gehör des 

Beschwerdeführers verletzt. Hinzu kommt, dass während des vorinstanzli-

chen Verfahrens und während des Beschwerdeverfahrens Anordnungen 

des Bundesverwaltungsgerichts missachtet wurden. 

7.  

7.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. 

7.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt – ange-

sichts des formellen Charakters des Gehörsanspruchs unabhängig davon, 

ob die angefochtene Verfügung bei korrekter Verfahrensführung im Ergeb-

nis anders ausgefallen wäre – grundsätzlich zur Kassation und Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz. Die Heilung von Gehörsverletzungen 

aus prozessökonomischen Gründen ist auf Beschwerdeebene nur mög-

lich, sofern die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist, 

das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung neh-

men kann und der Beschwerdeinstanz für die konkrete Streitfrage die freie 

Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zu-

kommt und die fehlende Entscheidreife mit vertretbarem Aufwand herge-

stellt werden kann (vgl. BVGE 2015/10 E. 7.1). 

7.3 Eine Heilung der festgestellten Verfahrensmängel auf Beschwerde-

ebene fällt vorliegend nicht in Betracht, da sich in sachverhaltlicher Hinsicht 

weitere Abklärungen als notwendig erweisen und die Entscheidreife nicht 

mit vertretbaren Aufwand durch das Bundesverwaltungsgericht hergestellt 

werden kann. 

7.4 Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, soweit die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung vom 27. November 2020 beantragt wird. Die ange-

fochtene Verfügung ist somit aufzuheben und die Sache im Sinne der nach-

folgenden Erwägungen zur ergänzenden Feststellung des Sachverhalts 

und zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen (vgl. BVGE 2015/10 

E. 7.1). Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den 

D-6586/2020 

Seite 35 

weiteren Vorbringen und Anträgen in den Eingaben des Beschwerdefüh-

rers. 

8.  

8.1 Das SEM ist darauf hinzuweisen, dass seitens des Beschwerdeführers 

auf eine mögliche Befangenheit des das Verfahren bisher führenden Fach-

spezialisten und einer weiteren Angestellten des SEM hingewiesen und 

geltend gemacht wird, dass die weitere Bearbeitung des Verfahrens von 

einer anderen Person erfolgen müsse. Es empfiehlt sich, zeitnah über die-

sen Antrag zu befinden. 

8.2 Das SEM wird im wiederaufzunehmenden Verfahren die vorstehend 

erwähnten Dokumente und Beweismittel zu suchen und zu den Akten zu 

nehmen haben. Anschliessend wird es das Akten- und das Beweismittel-

verzeichnis nachzuführen haben. Aufgrund der vom Beschwerdeführer ein-

gereichten Fotografien und der Erläuterungen seines Hausarztes wird das 

SEM den Beschwerdeführer zu den von ihm geltend gemachten Misshand-

lungen zu befragen haben. Sollte das SEM aufgrund der dadurch gewon-

nen Erkenntnisse weiterhin davon ausgehen, der Beschwerdeführer sei 

aufgrund seiner Vorbringen und der dazu eingereichten Beweismittel bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht gefährdet, Opfer von asylrechtlich re-

levanter Verfolgung zu werden, wird es im Rahmen einer Botschaftsabklä-

rung zu ermitteln haben, ob die vom Beschwerdeführer eingereichten Do-

kumente hinsichtlich der Einleitung eines Strafverfahrens gegen seinen Va-

ter authentisch sind oder nicht. Das Ergebnis dieser Abklärungen wird bei 

der Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in 

sein Heimatland asylrechtlich relevante Verfolgung zu befürchten hat oder 

nicht, ebenso zu berücksichtigen sein. Nachdem der rechtserbliche Sach-

verhalt – soweit möglich – erstellt sein wird, wird das SEM erneut über die 

Sache zu befinden haben. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

10.  

Dem Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in Anwendung 

von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm notwendigerweise 

D-6586/2020 

Seite 36 

erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin bezeich-

net den zeitlichen Aufwand in der Honorarnote vom 18. Juni 2021 mit ins-

gesamt 20 Stunden und 55 Minuten (gemäss einer Mitteilung der Rechts-

vertreterin im ersten Beschwerdeverfahren vom 26. März 2018 beträgt ihr 

Stundenansatz Fr. 220.–) und veranschlagt Spesen von Fr. 78.20. Der 

ausgewiesene zeitliche Aufwand erscheint nicht vollumfänglich angemes-

sen beziehungsweise notwendig im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG. Unter 

Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 

VGKE) und der Entschädigungspraxis in Vergleichsfällen ist der Vertre-

tungsaufwand für das Beschwerdeverfahren auf insgesamt Fr. 4000.– 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) festzulegen. Dieser Betrag 

ist dem Beschwerdeführer vom SEM als Parteientschädigung auszurich-

ten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6586/2020 

Seite 37 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 27. November 2020 wird aufgehoben und die 

Sache – unter Hinweis auf die Erwägung 8 – zur weiteren Sachverhaltsab-

klärung und Neubeurteilung an das SEM zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 4000.– 

auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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