# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 270fa6d0-5b1b-51a9-8cdc-859b83ddf310
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 29.05.2015 ST.2015.43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2015-43_2015-05-29.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2015.43 
 
 
 

Entscheid 
 
 

 29. Mai 2015 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. A,   

 
2. B,   

 
 Rekurrenten,  

Nr. 1 vertreten durch Taxalis Treuhand AG,  
Rudolfstrasse 37, Postfach 2097, 8401 Winterthur,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

 
 
 

gegen 
 
 
 
Staat  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 
 

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2012 

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1 ST.2015.43 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist von Beruf Architekt und als solcher selbst-

ständig erwerbstätig. Daneben ist er alleiniger Inhaber der 200 Stammanteile der C 

GmbH in der Gemeinde D mit einem Nennwert von insgesamt Fr. 20'000.-. In der 

Steuererklärung 2012 gab er den Wert dieser Anteile mit Fr. 2'279'000.- und eine von 

der Gesellschaft ausgeschüttete Dividende von Fr. 550'000.- an. Das deklarierte steu-

erbare Einkommen lautete auf Fr. 700'600.- (satzbestimmend Fr. 705'400.-) und das 

steuerbare Vermögen auf Fr. 2'654'000.- (satzbestimmend Fr. 2'777'000.-). 

 

 Der Steuerkommissär schätzte den Pflichtigen und seine Ehefrau B (nachfol-

gend die Pflichtigen) demgegenüber für die Steuerperiode 2012 am 27. Mai 2014 mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 700'200.- (satzbestimmend Fr. 705'400.-), da-

von Fr. 550'000.- aus qualifizierter Beteiligung, sowie einem steuerbaren Vermögen 

von Fr. 7'312'000.- (satzbestimmend Fr. 7'476'000.-) ein. Dabei setzte er den Wert der 

C GMBH-Stammanteile auf Fr. 34'890.- pro Stück, entsprechend Fr. 6'978'000.- insge-

samt fest. 

 

 

 B. Mit Einsprache vom 30. Juni 2014 liessen die Pflichtigen beantragen, den 

Wert der C GMBH-Stammanteile dem Substanzwert entsprechend gemäss Steuerer-

klärung auf Fr. 2'279'000.- festzusetzen. Das steuerbare Einkommen blieb unbestritten. 

Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 12. November 2014 bezüglich der 

Bewertungsfrage ab, unterliess dabei jedoch gleichzeitig die Besteuerung der ausge-

schütteten Dividende als Ertrag aus qualifizierter Beteiligung. 

 

 
 C. Mit Rekurs vom 13. Februar 2015 verfochten die Pflichtigen den Wert der C 

GMBH-Stammanteile mit Fr. 4'854'000.-, entsprechend dem Mittel aus der einfachen 

Gewichtung des Substanzwerts und der 0,7-fachen Gewichtung des Ertragswerts der 

C GMBH. Zudem beantragten sie die privilegierte Besteuerung der ausgeschütteten 

Dividende. 

 

 Das kantonale Steueramt schloss am 12. März 2015 auf teilweise Gutheis-

sung des Rekurses, indem es die privilegierte Besteuerung der Dividende anerkannte, 

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1 ST.2015.43 

jedoch an der Bewertung der C GMBH-Stammanteile festhielt. 

 

 In Replik und Duplik kam es hinsichtlich der einzig noch streitigen Bewer-

tungsfrage zu keiner Annäherung der Parteien. 

 

 

 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Das steuerbare Vermögen bemisst sich nach dem Stand am Ende der 

Steuerperiode (§ 51 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Das Vermö-

gen – und damit insbesondere auch das Wertschriftenvermögen – wird zum Verkehrs-

wert bewertet (§ 39 Abs. 1 StG sowie § 39 Abs. 2 StG e contrario). Massgeblich für die 

Bestimmung des Verkehrswerts ist dabei eine "technisch-" bzw. "rechtlich-objektive" 

und nicht eine "subjektiv-wirtschaftliche" Betrachtungsweise (RB 1998 Nr. 140, 1989 

Nr. 26).  

 

 b) Der Verkehrswert nichtkotierter Wertpapiere – um solche handelt es sich 

bei den Stammanteilen der C GMBH – ist gemäss Ziff. B.I.2. der Weisung der Finanz-

direktion 12. November 2010 (ZStB I Nr. 22/201) nach der Wegleitung der Schweizeri-

schen Steuerkonferenz (SSK) zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die 

Vermögenssteuer (Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008; www.steuer-

konferenz.ch, nachfolgend Wegleitung) zu ermitteln. Davon ist nach der Rechtspre-

chung nur dann abzuweichen, wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswerts dies 

gebietet (StE 1999 B 52.41 Nr. 2; im Ergebnis ebenso das Bundesgericht in StE 1997 

B 22.2 Nr. 13). 

 

 Gemäss Randziffer (Rz) 2 Abs. 4 Wegleitung entspricht der Verkehrswert von 

nichtkotierten Wertpapieren, für die keine Kursnotierungen bekannt sind, dem inneren 

Wert. Er wird nach den Bewertungsregeln der Wegleitung in der Regel als Fortfüh-

rungswert berechnet. Privatrechtliche Verträge wie beispielsweise Aktionärbindungs-

verträge, welche die Übertragbarkeit der Wertpapiere beeinträchtigen, sind für die Be-

wertung unbeachtlich. Bei der Bewertung stehen Ertrags- und Substanzwert des 

Unternehmens im Vordergrund: 

 

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 c) Der Unternehmenswert von Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunter-

nehmen ergibt sich gemäss Rz 34 Wegleitung aus der zweimaligen Gewichtung des 

Ertragswerts und der einmaligen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswer-

ten. Zwar bezieht sich diese Art der Bewertung, welche auch "Praktikermethode" ge-

nannt wird, auf Aktiengesellschaften, jedoch werden Gesellschaften mit beschränkter 

Haftung (GmbH) nach den gleichen Grundsätzen bewertet (Rz 49 Wegleitung). Die 

Bewertung ist tendenziell auf kleinere Unternehmen zugeschnitten (BGr, 18. Septem-

ber 2013, 2C_309/2013 und 2C_310/2013, www.bger.ch). In Ergänzung hierzu nimmt 

die SSK in Ziff. 5 des Kommentars zur Wegleitung Stellung zur Bewertung einer Ge-

sellschaft mit nicht bzw. nur schwer veräusserbarem, von der Leistung einer Einzelper-

son abhängigem Ertragswert: Wird die Wertschöpfung allein vom Mehrheitsbeteiligten 

erzielt und wird mit Ausnahme von wenigen Hilfskräften für die Administration und Lo-

gistik kein weiteres Personal beschäftigt, kann die Bewertungsstelle dies auf Antrag 

der Unternehmung berücksichtigen, indem der Ertragswert und der Substanzwert je 

einfach gewichtet werden. 

 

 Im Gründungsjahr und in der Zeit der Aufbauphase sind Handels-, Industrie- 

und Dienstleistungsunternehmen dagegen nach dem Substanzwert zu bewerten 

(Rz 32 Wegleitung). Für reine Holding-, Vermögensverwaltungs- und Finanzierungsge-

sellschaften sowie Immobiliengesellschaften richtet sich der Unternehmenswert eben-

falls nach dem Substanzwert (Rz 38 bzw. 42 Wegleitung). Massgebend für die Bewer-

tungsmethodik ist dabei nicht so sehr der statutarische Zweck, sondern die tatsächlich 

ausgeübte Tätigkeit der Gesellschaft (Rz 6 Wegleitung).  

 

 Die Berücksichtigung des Ertragswerts ist immer dann angezeigt, wenn nicht 

primär das aktuelle Vermögen eines Unternehmens, sondern die Wahrscheinlichkeit 

künftiger Gewinne bzw. Verluste, d.h. die Ertragskraft, für den Wert einer Gesellschaft 

entscheidend ist. Auf operativ tätige Unternehmen trifft dies regelmässig zu, nicht aber 

auf Gesellschaften, die sich in erster Linie auf das Halten und Verwalten von Vermö-

gen beschränken, für die daher die Substanzwertmethode Anwendung findet (BGr, 

12. Juni 2009, 2C_800/2008, www.bger.ch).  

 

 Diese Methoden gelten nach ständiger Praxis des Bundesgerichts als zuver-

lässig zur Bestimmung des Verkehrswerts, da in ihr die Überlegungen, die für die 

Preisbildung bei den nicht an der Börse kotierten Aktien im Allgemeinen massgebend 

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sind, zum Ausdruck kommen (BGr, 18. September 2013, 2C_309/2013 und 

2C_310/2013, www.bger.ch).  

 

 Die Wegleitung beruht auf der Überlegung, dass der Verkehrswert der nicht 

regelmässig gehandelten Aktien – gleich wie der in den offiziellen Börsennotierungen 

zum Ausdruck kommende Verkehrswert kotierter Aktien – erfahrungsgemäss vom bis-

herigen und zu erwartenden Ertrag in Form von Dividenden und anderen Gewinnantei-

len sowie von der Ertragsintensität der Gesellschaft abhängt und durch weitere Fakto-

ren der Gesellschaft (Vermögen, Liquidität, Stabilität etc.) beeinflusst wird (BGr, 

4. November 1987 = StE 1988 B 72.13.22 Nr. 10). Die Wegleitung beschränkt sich 

beim Ertrag auf die Berücksichtigung der bisher erzielten Gewinne und lässt zukünftige 

Ertragsaussichten ausser Acht, was zulässig ist (StRK I, 25. Januar 2007, 

1 ST.2006.296 sowie Irene Blumenstein, in: ASA 44, 346 ff., insb. 348). Immerhin ist – 

wie in den vorgängigen Wegleitungen – gleichwohl vorgesehen, dass ausserordentli-

che, am Stichtag bereits ersichtliche zukünftige Verhältnisse angemessen berücksich-

tigt werden können (Rz 8 Abs. 3 Wegleitung). Die Beurteilung dieser künftigen Verhält-

nisse hat dabei immer aus Sicht des Bewertungsstichtags zu erfolgen und nicht aus 

einer späteren Sicht, z.B. der zeitlich verzögerten Einschätzung. Substanziierung und 

Nachweis dieser Verhältnisse ist dabei Sache der Steuerpflichtigen, da die Bewertung 

aufgrund der Wegleitung (= Mittel aus dem gewichteten Ertrags- und Substanzwert des 

Unternehmens) für die zutreffende Vermutung streitet, sie gebe den Verkehrswert rich-

tig wieder, sodass der vom Fiskus für diesen Wert zu leistende Nachweis als erbracht 

gilt und es am Steuerpflichtigen liegt, den Gegenbeweis anzutreten. 

 

 

 2. a) Bei der C GMBH handelt es sich um eine bereits am 27. November 1995 

gegründete Gesellschaft, die ein Architekturbüro betreibt (aktueller Handelsregister-

auszug). Die Pflichtigen machen nicht geltend, diese Zweckumschreibung gemäss 

Handelsregistereintrag entspreche nicht der effektiv ausgeübten Tätigkeit oder die Ge-

sellschaft stehe noch in der Aufbauphase. Demnach fällt die Bewertung zum Sub-

stanzwert ausser Betracht, wie sie die Pflichtigen noch in der Einsprache verfochten 

haben. Denn die C GMBH gilt als operativ tätige Gesellschaft, bei der es für die An-

teilsinhaber – wie bei solchen Gesellschaften üblich – primär auf die Ertragskraft, d.h. 

auf die künftigen Gewinn- und Verlustmöglichkeiten ankommt. 

 

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 Nicht anders verhalten kann es sich daher auch bei einem Erwerber von An-

teilen solcher Gesellschaften, d.h. ist auch bei diesem für die Bewertung der Anteile in 

erster Linie massgebend, ob und inwiefern die zu erwerbenden Titel eine Rendite ab-

werfen. 

 

 Anzuwenden ist daher nach dem Gesagten die erwähnte "Praktikermethode", 

d.h. die Ermittlung des Verkehrswerts aufgrund des gewichteten Mittels aus Ertrags- 

und Substanzwert des Unternehmens. Gemäss Wegleitung ist dabei der Ertragswert 

zweimal und der Substanzwert einmal zu gewichten. Grundlage für die Bestimmung 

des Ertragswerts bilden dabei in der Regel die zwei letzten vor dem bzw. am massge-

benden Bewertungsstichtag abgeschlossenen Jahresrechnungen (Rz 7 Wegleitung). 

Als Ertragswert ist der kapitalisierte ausgewiesene Reingewinn dieser zwei Geschäfts-

jahre heranzuziehen, wobei der Reingewinn des letzten Geschäftsjahres doppelt ge-

wichtet wird (Modell 1). Alternativ können die letzten drei Geschäftsjahre herangezo-

gen werden (Modell 2). 

 

 Da zum Zeitpunkt der Einschätzung der Titelinhaber die aktuelle Jahresrech-

nung der zu bewertenden Gesellschaft meistens noch ausstehend ist, können auch die 

Vorjahres-Steuerwerte zur Anwendung gelangen, sofern die Gesellschaft im aktuellen 

Geschäftsjahr keine wesentlichen Veränderungen erfahren hat (Rz 4 Wegleitung).  

 

 b) Diesem Vorgehen widersetzten sich die Pflichtigen noch in der Einsprache, 

indem sie die Bewertung zum Substanzwert bzw. nach einer andern Methode, etwa 

der so genannten DFC-Methode (= Discounted Cashflow-Methode) verfochten und die 

"Praktikermethode" in verschiedener Hinsicht als veraltet, d.h. nicht dem aktuellen 

Stand der Wissenschaft entsprechend, ablehnten. Zur Begründung brachten sie vor, 

auch das Bundesgericht argumentiere in diese Richtung, indem es in einem neueren 

Urteil festgehalten habe, dass sich die "Praktikermethode" für steuerliche Zwecke nicht 

werde halten lassen, sobald ein Unternehmen spezifischere Methoden anwende. Das 

oberste Gericht gehe davon aus, dass der Einsatz neuerer Methoden, z.B. der DFC-

Methode, zu einer treffenderen Bestimmung des Unternehmenswerts führe. 

 

 Die Pflichtigen übersehen, dass es im angesprochenen Bundesgerichtsurteil 

vom 18. September 2013 (2C_309/2013 und 2C_310/2013, www.bger.ch) nicht – wie 

hier – um die Beteiligungsbewertung einer natürlichen Person für die Vermögenssteu-

er, sondern um diejenige einer juristischen Person für die Gewinn- und Kapitalsteuer 

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gegangen ist. Das Bundesgericht hielt für die vorliegend allein interessierende erstere 

Kategorie von Steuerpflichtigen unter Verweis auf seine Rechtsprechung zudem aus-

drücklich fest, dass es sich für diese Bewertung stets an der streitigen Wegleitung ori-

entiere. Mithin besteht auch für das Steuerrekursgericht vorliegend kein Anlass, von 

der Bewertungsmethodik gemäss Wegleitung abzuweichen. Dies insbesondere auch 

deshalb, weil eine Methode, die – wie die DFC-Methode – von den Zukunftserwartun-

gen der zu bewertenden Unternehmung ausgeht, weitgehend auf subjektiven und des-

halb nur schwer überprüfbaren Einschätzungen basiert und daher für das Massenver-

anlagungsgeschäft mit den in jeder Steuerperiode zu treffenden unzähligen 

Bewertungen der deklarierten Wertpapiere geradezu als untauglich erscheint. Die 

Weglassung der zukünftigen Ertragsaussichten und die Berücksichtigung nur der er-

zielten Gewinne gemäss Wegleitung beruht zudem auf einem Gutachten, das eine von 

der Schutzorganisation der privaten Aktiengesellschaften beauftragte Expertenkom-

mission erarbeitet hatte und in Lehre sowie Steuerpraxis zustimmend aufgenommen 

wurde (Irene Blumenstein, Besprechung des Gutachtens in ASA 44, 346 ff., insb. 348; 

Erhard Jost, Die Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer, 

ASA 44, 353 ff.; vgl. auch Der Schweizer Treuhänder, 9/2009, S. 605 und Carl Helb-

ling, Unternehmensbewertung und Steuern, 9. A., 1998, S. 132 und 167). Da die Pflich-

tigen sodann auch keine ausserordentlichen, am Stichtag bereits ersichtlichen zukünf-

tigen Verhältnisse, die nach Rz 8 Abs. 3 Wegleitung angemessen berücksichtigt 

werden könnten, geltend machen, ist auch im vorliegenden Verfahren für die Ertrags-

wertberechnung auf die bisher erzielten Gewinne der C GMBH und nicht die zukünfti-

gen Gewinnaussichten abzustellen. 

 

 Dem stimmen denn auch die Pflichtigen im Rekurs dem Grundsatz nach nun-

mehr zu, plädieren sie doch nun selber für einen Einbezug des auf den Vorjahresab-

schlüssen basierenden Ertragswerts der C GMBH, wenn auch nur mit dem Faktor 0,7. 

 

 c) Das kantonale Steueramt ermittelte den Ertragswert auf Basis der Ergeb-

nisse der Geschäftsjahre 2009/10 und 2010/11 von Fr. 801'240.- bzw. Fr. 843'289.-. 

Dies entspricht den gemäss RZ 7 Wegleitung für die Bewertung per Ende 2011 mass-

gebenden Zahlen und ergäbe somit den für die vorliegend nicht streitbetroffene Steu-

erperiode 2011 massgebenden Wert pro Stammanteil von Fr. 34'890.-. Für die hier 

interessierende Steuerperiode 2012 an sich korrekt wäre das Abstellen auf die Ab-

schlüsse 2010/11 und 2011/12, was zu einem höheren Wert von Fr. 40'630.- pro 

Stammanteil führte. Von einer entsprechenden Anhebung der Bewertung ist indessen 

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abzusehen, da das kantonale Steueramt bei den Pflichtigen schon in den Vorperioden 

stets die Vorjahressteuerwerte verwendete, letztere ebenfalls mit den entsprechenden 

Abschlusszahlen operieren und auch die Wegleitung in Rz 4 ausnahmsweise ein Ab-

stellen auf die Vorjahreswerte zulässt. Damit ist der getroffenen Bewertung aus Grün-

den der Kontinuität zu folgen. 

 

 d) aa) Die Pflichtigen beantragen sodann, den Ertragswert nicht zweimal, 

sondern nur 0,7 Mal zu gewichten. Dies widerspricht der Wegleitung insofern, als sie 

die doppelte Gewichtung dieses Werts vorsieht und gemäss Praxis bzw. Kommentar 

zur Wegleitung ausnahmsweise die einfache Gewichtung nur zulässig ist, wenn der 

Ertragswert nicht bzw. nur schwer veräusserbar ist, weil er von der Leistung einer Ein-

zelperson abhängig ist. Voraussetzung für die bloss einfache Gewichtung des Ertrags-

werts bildet nach dem Gesagten, dass die Wertschöpfung allein vom Allein-/Mehrheits-

beteiligten erzielt und mit Ausnahme von wenigen Hilfskräften für die Administration 

und Logistik kein weiteres Personal beschäftigt wird.  

 

 Allgemein betrachtet, stellt die starke Personenbezogenheit gerade bei KMU-

Unternehmen, auf welche Gesellschaftskategorie die Wegleitung ausgerichtet ist, 

nichts Aussergewöhnliches, sondern die Regel dar und wird daher auch nicht mittels 

eines Einschlags berücksichtigt (StGer BL, 10. August 2012 = BStPra 5/2013, auch 

zum Folgenden). In der Schweiz sind vor allem nicht börsennotierte KMU-

Unternehmen zu bewerten. Schon aufgrund dieser strukturellen Situation ist eine ein-

heitliche Bewertungspraxis, die eine gewisse Schematisierung nötig macht, unerläss-

lich. Die Wegleitung wird in allen Kantonen angewendet. 

 

 Beweispflichtig dafür, dass die Voraussetzungen für die bloss einmalige Ge-

wichtung des Ertragswerts in seinem Fall gegeben sind, ist aber jedenfalls der Steuer-

pflichtige. Denn es handelt sich um eine in der Wegleitung an sich nicht vorgesehene 

Ausnahme und gilt der von der Steuerbehörde zu erbringende Nachweis für die Rich-

tigkeit der von ihr getroffenen Bewertung mit Anwendung der Wegleitung als erbracht.  

 

 bb) Den Pflichtigen ist die praktizierte Ausnahme der bloss einmaligen Ge-

wichtung des Ertragswerts gemäss Kommentar zur Wegleitung ganz offenkundig be-

kannt, berufen sie sich doch im Rekurs ausdrücklich darauf. Mithin hätten sie aber von 

sich aus, d.h. ohne spezielle Aufforderung durch das Steuerrekursgericht, die diesbe-

züglichen Voraussetzungen darlegen und nachweisen müssen. Indessen bringen sie 

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nur vor, die Akquisition bei der C GMBH erfolge ausschliesslich durch den Pflichtigen 

selber, da er aufgrund seiner Publikationstätigkeit, Erfahrungen im städtebaulichen 

Kommissionen, verschiedenen Vorstandstätigkeiten, Lehrtätigkeit, zahlreichen Aus-

zeichnungen und Jurytätigkeit über einen hohen Bekanntheitsgrad verfüge sowie zahl-

reiche Grossaufträge ausschliesslich dank seiner Kreativität, Bekanntheit für hochste-

hende Architektur bei guter Rentabilität und Erfahrung mit Grossprojekten persönlich 

gewonnen habe. 

 

 cc) Vorab ist den Pflichtigen entgegen zu halten, dass sie die den Bekannt-

heitsgrad des Pflichtigen angeblich begründenden Umstände nicht hinreichend nach-

gewiesen haben. Insbesondere legen sie zwar eine 17 Seiten umfassende Publikati-

onsliste mit über 150 angeblichen Veröffentlichungen vor, jedoch wird der Name des 

Pflichtigen darin nur gerade bei zehn Positionen erwähnt. Die Publikationen selber 

reichten sie zudem nicht – auch nicht auszugsweise – ein. Überhaupt nicht belegt sind 

sodann die behaupteten Tätigkeiten in städtebaulichen Kommissionen, verschiedenen 

Vorständen, Jurys sowie die zahlreichen Auszeichnungen. 

 

 Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Pflichtige seine Architekturtätigkeit 

sowohl als Einzelunternehmer als auch über die C GMBH betreibt. Mit dem Einzelun-

ternehmen weist er dabei einen Dienstleistungsertrag überwiegend aus Arbeiten von 

rund Fr. 365'000.- (2010) bzw. Fr. 370'000.- (2011) ohne jeden Lohnaufwand aus, so-

dass er diesen Umsatz vollumfänglich selber, d.h. ohne Angestellte erwirtschaftet hat. 

Wenn er nun zahlreiche Grossaufträge nach eigenem Bekunden persönlich gewonnen 

haben will, muss er diese Aufträge naheliegenderweise auch über die Einzelunterneh-

mung abgewickelt haben, sodass seine diesbezügliche Akquisitionsbemühungen und 

die dabei erzielten Umsätze nicht der C GMBH zu Gute gekommen sind. 

 

 Schliesslich handelt es sich bei der C GMBH nicht um ein Unternehmen, dass 

neben wenigen Hilfskräften für die Administration und Logistik kein weiteres Personal 

beschäftigt. So weist die C GMBH gemäss Sachdarstellung der Pflichtigen im Rekurs 

durchschnittlich 15 beschäftigte Personen auf, ohne dass Letzterer geltend macht oder 

gar nachweist, diese verrichteten nur die erwähnten Hilfstätigkeiten. 

 

 dd) Damit ist es den Pflichtigen nicht gelungen, die Voraussetzungen für die 

bloss einmalige Gewichtung des Ertragswerts nachzuweisen. Für die verfochtene Ge-

wichtung mit dem Faktor 0,7 fehlte es zudem ohnehin an einer Grundlage. 

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 e) Die übrigen Elemente der Bewertung – Kapitalisierungsfaktor von 8,5% 

beim Ertragswert sowie der Substanzwert von Fr. 1'426'853.- – sind nicht streitig.  

 

 Damit erweist sich die vom kantonalen Steueramt getroffene Bewertung in 

allen Belangen als rechtsbeständig. 

 

 

 3. Die privilegierte Besteuerung der von der C GMBH ausgeschütteten Divi-

dende im Umfang von Fr. 550'000.- gemäss § 34 Abs. 4 StG (in der ab Steuerperiode 

2008 gültigen Fassung vom 9. Juli 2007) ist nicht streitig und daher entsprechend zu 

gewähren. 

 

 

 4. Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung des Rekurses. Aus-

gangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Parteien anteilsmässig aufzuerle-

gen (§ 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung wurde nicht verlangt. 

 

 

 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrenten werden für die Staats- 

und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. bzw. 

§ 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif und Tarif gemäss § 35 Abs. 4 StG): 

 
 Steuerperiode Einkommen Vermögen 

 Fr. Fr. 

 2012 steuerbar 700'200.- 7'312'000.- 

davon Ertrag aus qualifi- 
  zierten Beteiligungen 550'000.- 

  satzbestimmend 705'400.- 7'476'000.-. 

 

[…]