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**Case Identifier:** 7356e7a9-fc95-536d-a127-781ad0b67a8d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.10.2014 100 2014 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-119_2014-10-30.pdf

## Full Text

100.2014.119/120U
HAT/SAD/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 30. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiber Schurter

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdeführerin 

gegen

A.________ und B.________
Beschwerdegegnerschaft 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern und direkte Bundessteuer 2010 
(Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 25. März 2014; 100 
13 64; 200 13 57)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.10.2014, Nrn. 100.2014.119/
120U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die Ehegatten A.________ und B.________ wohnen in ..., wo A.________ das Hotel 
«C.________» in Form einer Einzelunternehmung betreibt. A.________ ist 
Alleineigentümer der Grundstücke ... Gbbl. Nr. 1___, auf dem sich das Hotel 
«C.________» befindet, und Gbbl. Nr. 2___ mit einem im Jahr 2010 erworbenen 
Einfamilienhaus, das die Familie … selber bewohnt. Bis Ende 2009 führte A.________ 
zudem das Restaurant «D.________». Nach Aufgabe des Restaurantbetriebs veräus-
serte er am 4. Januar 2010 das Grundstück ... Gbbl. Nr. 3___, auf dem sich die 
Restaurantliegenschaft befindet, zum Preis von Fr. 650'000.--.

Aufgrund einer Vermögensvergleichsberechnung stellte die Steuerverwaltung des 
Kantons Bern (Steuerverwaltung), Region …, bei der Steuerveranlagung 2010 von 
A.________ und B.________ ein Einkommensmanko von Fr. 45'644.-- fest. Mit 
Eingabe vom 8. Juni 2012 brachten die Steuerpflichtigen als Erklärung für die 
festgestellte Differenz vor, A.________ habe von seiner Schwester in … ein Darlehen 
über Fr. 30'000.-- erhalten; ausserdem hätten sie in sehr bescheidenen Verhältnissen 
gelebt. Die Steuerverwaltung berücksichtigte jedoch das geltend gemachte Darlehen 
mangels genügenden Nachweises weder im Veranlagungs- noch im anschliessenden 
Einspracheverfahren. Sie veranlagte die Steuerpflichtigen nach pflichtgemässem 
Ermessen auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 86'200.-- (Kantons- und 
Gemeindesteuern) bzw. Fr. 93'400.-- (direkte Bundessteuer) und auf ein steuerbares 
Vermögen von Fr. 176'000.--. Insgesamt rechnete sie den Steuerpflichtigen (nebst 
weiteren Korrekturen) einen Betrag von Fr. 45'000.-- als Einkommen aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit auf (Einspracheentscheide vom 16.1.2013). 

B.

Hiergegen gelangten A.________ und B.________ am 9. Februar 2013 mit Rekurs und 
Beschwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Diese hiess in 
ihren Entscheiden vom 25. März 2014 die Rechtsmittel insofern gut, als sie die 
Aufrechnung im steuerbaren Einkommen auf Fr. 12ʹ000.-- reduzierte und die Sache zur 
Neuveranlagung der Steuerpflichtigen an die Steuerverwaltung zurückwies.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.10.2014, Nrn. 100.2014.119/
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C.

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerden vom 29. April 2014 hat die Steuerverwaltung die 
Aufhebung der Entscheide der StRK beantragt.

Am 30. April 2014 hat der Abteilungspräsident die Verfahren betreffend die Kantons- 
und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt.

Die StRK schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 28. Mai 2014 auf Abweisung der 
Beschwerden. A.________ und B.________ haben sich nicht vernehmen lassen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. 
auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und 
Art. 145 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer 
[DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den 
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerverwaltung ist 
sowohl in Bezug auf die Kantons- und Gemeindesteuern als auch hinsichtlich der 
direkten Bundessteuer zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt (Art. 79 Abs. 2 
VRPG i.V.m. Art. 201 Abs. 2 StG und Art. 141 Abs. 1 i.V.m. Art. 145 DBG). Bei den 
angefochtenen Entscheiden handelt es sich um Endentscheide, verbleibt der 
Steuerverwaltung doch kein Entscheidungsspielraum mehr; die Rückweisung zur 
Neufestsetzung des steuerbaren Einkommens der Beschwerdegegnerschaft dient nur 
noch der (rechnerischen) Umsetzung des von der StRK Angeordneten (vgl. statt vieler 
BGE 134 II 124 E. 1.3; für das kantonale Verfahren auch BVR 2012 S. 558, nicht publ. 
E. 1.2 [VGE 2011/324 vom 16.5.2012]). Die zusätzlichen Voraussetzungen von Art. 74 
Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 VRPG für die Anfechtung von Zwischenentscheiden 

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müssen daher nicht erfüllt sein. Indes wäre die Steuerverwaltung vorliegend so oder 
anders zur Erhebung der Beschwerden befugt, da ihr ein nicht wieder gutzumachender 
Nachteil droht, indem sie von der StRK verpflichtet wird, ihrer Auffassung widerspre-
chende neue Entscheide zu treffen, die sie in der Folge nicht anfechten könnte (vgl. 
BGE 134 II 124 E. 1.3, 133 II 409 E. 1.2). Auf die form- und fristgerecht eingereichten 
Beschwerden ist demnach einzutreten. 

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich kantonaler Steuern als auch der direkten 
Bundessteuer angefochten, so muss das Verwaltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal 
es sich um verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen 
zustehen. Allerdings können die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift 
getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Vorliegend ist die 
ermessensweise Aufrechnung von steuerbarem Einkommen aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit umstritten. Da die massgeblichen Normen des kantonalen und eid-
genössischen Rechts im Wesentlichen gleich lauten, rechtfertigt sich nicht nur die 
Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren (Art. 17 Abs. 1 VRPG; vgl. vorne Bst. C), 
sondern auch die gemeinsame Beurteilung hinsichtlich kommunaler, kantonaler und 
eidgenössischer Steuern. 

1.3 Der Streitwert beträgt sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch 
bei der direkten Bundessteuer weniger als Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der 
Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes 
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen 
Einkünfte, die nicht ausdrücklich von der Besteuerung ausgenommen sind (Art. 19 
Abs. 1 StG; Art. 16 i.V.m. Art. 24 DBG; vgl. auch Art. 7 Abs. 1 und 4 des 
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten 
Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]). Die Veranlagungsbehörde 
stellt zusammen mit der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige 

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Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest (Art. 166 
Abs. 2 StG; Art. 123 Abs. 1 DBG). Aus dem Untersuchungsgrundsatz ergibt sich die 
Pflicht (und das Recht) der Veranlagungsbehörde, den rechtserheblichen Sachverhalt 
von Amtes wegen abzuklären; sie hat insbesondere die Steuererklärung zu prüfen und 
die erforderlichen Untersuchungen vorzunehmen, um den materiell wahren 
Sachverhalt zu erforschen (vgl. Art. 166 Abs. 3 Satz 1, Art. 174 Abs. 1 StG; Art. 123 
Abs. 2 Satz 1, Art. 130 Abs. 1 DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 1 StHG; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Art. 130 N. 3 
ff.; Martin Zweifel, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 
Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 130 DBG N. 2; Zweifel/Casanova, 
Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 2008, § 14 N. 4). Die steuer-
pflichtige Person hat ihrerseits alles zu tun, um eine vollständige und richtige Veran-
lagung zu ermöglichen (Art. 167 Abs. 1 StG; Art. 126 Abs. 1 DBG; vgl. auch Art. 42 
Abs. 1 StHG). Sie muss insbesondere die Steuererklärung und Einlageblätter 
wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen, persönlich unterzeichnen und samt den 
vorgeschriebenen Beilagen fristgerecht einreichen (Art. 170 Abs. 2 Satz 1 StG; Art. 124 
Abs. 2 DBG). Natürliche Personen mit Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 
müssen der Steuererklärung die unterzeichneten Jahresrechnungen (Bilanzen, Er-
folgsrechnungen) der Steuerperiode oder, wenn eine kaufmännische Buchhaltung 
fehlt, Aufstellungen über Aktiven und Passiven, Einnahmen und Ausgaben sowie 
Privatentnahmen und Privateinlagen beilegen (Art. 171 Abs. 2 StG; Art. 125 Abs. 2 
DBG; vgl. auch Art. 42 Abs. 3 StHG).

2.2 Hat die steuerpflichtige Person trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht 
erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht 
einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerverwaltung die Veranlagung nach 
pflichtgemässem Ermessen vor (Art. 174 Abs. 2 Satz 1 StG; Art. 130 Abs. 2 Satz 1 
DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 3 StHG). Anlass zu einer Ermessensveranlagung bietet 
jede nicht zu beseitigende Ungewissheit im Sachverhalt, welche es der 
Veranlagungsbehörde verunmöglicht, die Steuerfaktoren oder Teile davon einwandfrei 
zu ermitteln. Die Ungewissheit über den massgebenden Sachverhalt kann, muss aber 
nicht auf einer Nicht- bzw. Schlechterfüllung von Verfahrenspflichten beruhen 
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 26, 30, 38, 41; Martin Zweifel, 
a.a.O., Art. 130 DBG N. 30, 42; Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 10, 16). 

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2.3 Die Ermessensveranlagung besteht in einer Schätzung der Steuerfaktoren oder 
einzelner Einkommens- bzw. Gewinnbestandteile und beruht auf einer 
Sachverhaltsfeststellung durch Wahrscheinlichkeitsschluss. Ziel der ermessensweisen 
Schätzung ist die bestmögliche Annäherung an den wirklichen Sachverhalt. Die 
Veranlagungsbehörde hat die amtliche Schätzung pflichtgemäss vorzunehmen. Sie 
kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand der steuer-
pflichtigen Person berücksichtigen (Art. 174 Abs. 2 StG; Art. 130 Abs. 2 DBG; vgl. auch 
Art. 46 Abs. 3 StHG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 61 f.; 
Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 18 f.). Der steuerpflichtigen Person steht allerdings 
der Nachweis offen, dass sie besonders sparsam gelebt hat oder ihren 
Lebensunterhalt durch Vermögensverzehr oder steuerfreie Einkünfte bestritten hat (vgl. 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 71). Eine Ermessensveranlagung 
wird etwa dann vorgenommen, wenn das deklarierte und belegte Einkommen in nicht 
erklärbarer Weise niedriger ist als der Aufwand der davon lebenden Personen. Liegen 
über die Entwicklung der Vermögensverhältnisse verlässliche bzw. überprüfbare 
Angaben vor, so ist von der Differenz des jeweiligen Vermögensstands am Anfang und 
am Ende der Bemessungsperiode auszugehen und zum so ermittelten Betrag der 
geschätzte Lebens- und Privataufwand hinzuzurechnen 
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 70 ff.).

2.4 Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen kann die steuerpflichtige 
Person nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten; die Einsprache ist zu 
begründen und muss allfällige Beweismittel nennen (Art. 191 Abs. 3 und 5 StG bzw. 
Art. 132 Abs. 3 DBG; vgl. auch Art. 48 Abs. 2 StHG). Diese gegenüber der Einsprache 
im ordentlichen Verfahren qualifizierte Anforderung folgt aus der besonderen Natur der 
Ermessensveranlagung. Weil sich der betragsmässige Umfang der zu bestimmenden 
Steuerfaktoren nicht genau feststellen lässt, ist er zu schätzen. Die Schätzung beruht 
notwendigerweise auf Annahmen und Vermutungen. Weil die Ermessensveranlagung 
deshalb zwangsläufig gewisse Ungenauigkeiten aufweist, ist die Möglichkeit, sie 
anzufechten, entsprechend eingeschränkt. Mithilfe eines umfassenden 
Unrichtigkeitsnachweises hat die steuerpflichtige Person die bestehende Ungewissheit 
bezüglich des Sachverhalts zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen nicht. In der 
Begründung der Einsprache ist daher der Sachverhalt in substanziierter Weise 
darzulegen, und es sind die Beweismittel für diese Sachverhaltsdarstellung zu nennen. 
Es reicht nicht aus, die Einschätzung in pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich 
einzelne Positionen der Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen (vgl. etwa BGer 

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2C_136/2011 vom 30.4.2012, E. 4.2.1, 2C_279/2011 und 2C_280/2011 vom 
17.10.2011, in StE 2012 B 93.5 Nr. 26 E. 3.2; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 
Art. 132 N. 54; Martin Zweifel, a.a.O., Art. 132 DBG N. 42). Offensichtlich unrichtig ist 
eine Schätzung dann, wenn sie an einem in die Augen springenden, qualifizierten 
Fehler leidet. Dies ist der Fall, wenn ein wesentlicher erwägenswerter Gesichtspunkt 
übergangen oder falsch gewürdigt worden ist (statt vieler BGer 2C_260/2014 und 
2C_261/2014 vom 2.4.2014, E. 4.1, 2C_279/2011 und 2C_280/2011 vom 17.10.2011, 
in StE 2012 B 93.5 Nr. 26 E. 3.1) oder wenn die Schätzung sachlich nicht begründbar, 
insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert ist, sich auf sachwidrige 
Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder aus sonstigen Gründen 
mit den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls nicht vereinbar ist (BVR 2008 
S. 181 E. 4.3 mit Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 132 N. 68; 
Martin Zweifel, a.a.O., Art. 132 DBG N. 52). 

3.

3.1 Unstreitig ist, dass aufgrund der Vermögensentwicklung der Be-
schwerdegegnerschaft mit Blick auf das deklarierte Einkommen und die 
Lebenshaltungskosten die Voraussetzungen für die Vornahme einer Er-
messensveranlagung erfüllt waren. Zu beurteilen ist allein die Höhe der Aufrechnung 
von steuerbarem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit: Die 
Steuerverwaltung berechnete einen ungeklärten Fehlbetrag von Fr. 45'000.--. Der 
Büchersachverständige der StRK überprüfte diese Berechnung und ermittelte 
seinerseits einen tieferen Fehlbetrag von Fr. 12ʹ000.--, auf den die StRK in den 
angefochtenen Entscheiden abstellte (E. 6 f.). Im Wesentlichen unterscheiden sich die 
beiden Vermögensvergleichsberechnungen für die Steuerperiode 2010 wie folgt:

Steuerverwaltung StRK

Vermögensveränderung bereinigt + Fr. 50'446.-- Fr. 20'446.--

Total verfügbare Einkünfte - Fr. 62'102.-- Fr. 66'102.--

Überschuss zur Deckung der 
Lebenshaltungskosten Fr. 11'656.-- Fr. 45'656.--

Total der Lebenshaltungskosten - Fr. 57'300.-- Fr. 58'300.--

Fehlbetrag Fr. 45'644.-- Fr. 12'644.--

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3.2 Die Steuerverwaltung macht vorab geltend, der StRK sei ein Fehler bei der 
Ermittlung der relevanten Vermögensveränderung unterlaufen und zwar in Bezug auf 
die im Jahr 2010 aus dem Geschäftsvermögen verkaufte Liegenschaft ... 
Gbbl. Nr. 3___ (vgl. vorne Bst. A). Dabei steht fest, dass der Verkaufserlös von 
Fr. 650'000.-- um Fr. 311'800.-- unter dem amtlichen Wert von Fr. 961'800.-- lag, 
während der Buchwert Fr. 620'000.-- betragen hatte. Die 
Vermögensvergleichsberechnungen der Steuerverwaltung und der StRK unterscheiden 
sich letztlich einzig in der Behandlung der wiedereingebrachten Abschreibungen in der 
Höhe von Fr. 30'000.--, wie sich aus der nachfolgenden Darstellung ergibt: 

Steuerverwaltung StRK

Reinvermögen 01.01.2010 Fr. 157'603.-- Fr. 157'603.--

Reinvermögen 31.12.2010 Fr. 244'049.-- Fr. 244'049.--

Reinvermögenszunahme 2010 Fr.   86'446.-- Fr.   86'446.--

Korrektur Vermögensveränderung

Erhaltene Erbschaften, Schenkungen - Fr.     8'000.-- Fr.     8'000.--

Abschreibung Geschäftsliegenschaf-
ten - Fr.   27'500.-- Fr.   27'500.--

Korrektur aus Kauf Immobilien - Fr. 342'300.-- Fr. 342'300.--

(Restzahlung Einfamilienhaus)   (+ Fr. 180'000.--)  (+ Fr. 180'000.--)

(Zunahme amtlicher Wert EFH)   (- Fr. 522'300.--)  (- Fr. 522'300.--)

Korrektur aus Verkauf Immobilien + Fr. 311'800.-- Fr. 311'800.--

(Amtlicher Wert verkaufte Liegen-
schaft )   (+ Fr. 961'800.--)  (+ Fr. 961'800.--)

(Verkaufspreis)   (- Fr. 650'000.--)  (- Fr. 650'000.--)

Wiedereingebrachte Abschreibun-
gen + Fr.  30'000.--

Vermögenszunahme bereinigt Fr.  50'446.-- Fr.  20'446.--

3.2.1 Die Steuerverwaltung erklärt diesen Unterschied wie folgt: Bei der 
Veräusserung der Liegenschaft ... Gbbl. Nr. 3___ habe ein steuerbarer Erfolg von 
Fr. 30'000.-- (Differenz von Erlös und Buchwert) resultiert, den der Beschwerdegegner 
in der Erfolgsrechnung korrekt verbucht habe und der das steuerbare Reineinkommen 
der Beschwerdegegnerschaft entsprechend erhöht habe. In den Berechnungen der 

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Vorinstanz seien die Fr. 30'000.-- einmal als Einkommen und einmal als Teil des 
Verkaufserlöses von Fr. 650'000.--, mithin also zweimal als Mittelzufluss enthalten. Der 
effektive Mittelzufluss habe aber bloss Fr. 650'000.-- und nicht Fr. 680'000.-- betragen, 
weshalb sie in ihren eigenen Berechnungen den doppelt berücksichtigten Betrag von 
Fr. 30'000.-- unter der Position «wiedereingebrachte Abschreibungen» bereinigt habe. 
In der Berechnung der StRK sei die bereinigte Vermögenszunahme dagegen um 
Fr. 30'000.-- zu tief ausgefallen. 

3.2.2 Die StRK hatte die wiedereingebrachten Abschreibungen in der 
Vermögensvergleichsberechnung der Steuerverwaltung gestrichen, weil die Differenz 
zwischen amtlichem Wert und Verkaufspreis stichtagsbezogen bereits bereinigt 
worden sei. Der Buchwert per Ende 2009 sei für das Reinvermögen 2009 nicht von 
Bedeutung gewesen, da für die Vermögenssteuer der amtliche Wert und nicht der 
Buchwert massgebend sei. Der Buchgewinn von Fr. 30'000.-- aus dem Verkauf der 
Geschäftsliegenschaft sei im Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit enthalten. 
Hier handle es sich um einen effektiven Mittelzufluss, der im Rahmen der Ver-
mögensvergleichsberechnung nicht mehr zu korrigieren sei; ein effektiver Mittelzufluss 
sei nicht einer buchmässigen Abschreibung gleichzusetzen (angefochtene Entscheide, 
E. 6.1). In ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 28. Mai 2014 hat die StRK zudem 
ausgeführt, die streitige Geschäftsliegenschaft sei in der Vorperiode (2009) mit dem 
amtlichen Wert von Fr. 961'800.-- im Reinvermögen der Beschwerdegegnerschaft 
enthalten gewesen. Mit dem Verkauf der Liegenschaft für Fr. 650'000.-- habe 2010 ein 
Mittelzufluss stattgefunden. Für die Vermögensvergleichsberechnung müsse somit in 
einem ersten Schritt die Differenz zwischen Verkaufserlös und amtlichem Wert 
bereinigt werden (Korrektur um Fr. 311'800.--). Diese Vermögensabnahme sei nicht mit 
einer effektiven Substanzabnahme gleichzustellen. Bis anhin sei der amtliche Wert für 
die Vermögensbemessung massgebend gewesen, neu seien es die flüssigen Mittel 
aus dem Verkauf. Somit sei die fiktive Vermögensveränderung in einem zweiten Schritt 
zu bereinigen, woraus sich korrekterweise eine Vermögensveränderung von Null 
Franken ergebe. Im ersten Teil der Vermögensvergleichsberechnung seien mithin nur 
die unterschiedlichen Wertansätze des Reinvermögens bereinigt worden. Im 
Einkommen sei zwar der Gewinn von Fr. 30'000.-- aus dem Verkauf der Liegenschaft 
enthalten. Dieses Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit sei aber nach dem 
Gesagten bei der Vergleichsberechnung nur in der Position «Reineinkommen der 
Steuerperiode» enthalten und müsse bzw. dürfe deshalb nicht als wiedereingebrachte 
Abschreibung korrigiert werden. 

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3.2.3 Die Ausführungen der StRK sind nur teilweise nachvollziehbar. Wie die StRK in 
ihrer Vernehmlassung richtig darlegt, gilt es in einem ersten Schritt zu klären, wie sich 
das Vermögen der Beschwerdegegnerschaft in der Bemessungsperiode tatsächlich 
verändert hat. Entscheidend ist dabei, dass die Veränderung des steuerbaren 
Reinvermögens nicht zwingend die effektiven Mittelzuflüsse und -abgänge abbildet, 
weshalb gegebenenfalls entsprechende Korrekturen anzubringen sind. Dies ist ins-
besondere dann der Fall, wenn bei der Veräusserung einer Liegenschaft der amtliche 
Wert (als Vermögensabgang) und der Verkaufserlös (als Vermögenszugang) nicht 
übereinstimmen, da für die Vermögensvergleichsberechnung allein massgebend ist, 
welche Mittel den Steuerpflichtigen für die Bestreitung der Lebenshaltungskosten 
effektiv zur Verfügung gestanden haben. Wird wie hier eine Liegenschaft unter dem 
amtlichen Wert veräussert, ist die Zunahme der verfügbaren Mittel höher als die 
steuerlich massgebende Reinvermögenszunahme. In Bezug auf die interessierende 
Liegenschaft ... Gbbl. Nr. 3___ wurde darum sowohl in der Berechnung der 
Steuerverwaltung als auch in derjenigen der StRK der «Ersatz» des amtlichen Werts 
durch den Verkaufserlös zunächst durch einen entsprechenden Zuschlag in der Höhe 
von Fr. 311'800.-- erreicht. Zu beachten ist jedoch weiter, dass bei Liegenschaften im 
Geschäftsvermögen die Differenz zwischen dem Buchwert und dem höheren 
Verkaufserlös (Art. 18 Abs. 2 DBG) bzw. zwischen dem Buchwert und den 
Anlagekosten (Art. 21 Abs. 3 StG) der Einkommenssteuer unterliegt (sog. 
wiedereingebrachte Abschreibungen; die Differenz zwischen Anlagekosten und 
Verkaufserlös wird im kantonalen Recht mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst). 
Darum ist ein Teil des Erlöses aus der Veräusserung der Geschäftsliegenschaft als 
wiedereingebrachte Abschreibung in der Höhe von Fr. 30'000.-- in den Reingewinn des 
Geschäftsbetriebs des Beschwerdegegners eingeflossen und damit beim «verfügbaren 
Einkommen» bereits berücksichtigt worden. Weil bei der Ermittlung der 
Vermögensdifferenz jener Teil des selbständigen Erwerbseinkommens des 
Beschwerdegegners schon berücksichtigt ist, der als wiedereingebrachte 
Abschreibung aus dem Verkaufserlös von Fr. 650'000.-- stammt, kann bei der 
Korrektur wegen der Differenz zwischen Verkaufspreis und amtlichem Wert nicht auf 
den gesamten Verkaufserlös abgestellt werden. Ansonsten würde – wie die 
Steuerverwaltung zu Recht geltend macht – der Teilerlös von Fr. 30'000.-- ein erstes 
Mal als Vermögenszugang berücksichtigt, was zu einer geringeren Vermögens-
zunahme führt, und ein zweites Mal als Teil des Einkommens erfasst, das zur 
Bestreitung des Lebensunterhalts zur Verfügung steht. Es trifft zu, dass der 
Beschwerdegegnerschaft ohne Gegenkorrektur der wiedereingebrachten 

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Abschreibungen bei der Vermögensentwicklung ein insgesamt überhöhter effektiver 
Mittelzufluss von Fr. 680'000.-- angerechnet würde. Die unerklärte 
Vermögenszunahme der Beschwerdegegnerschaft ist deshalb mit der 
Steuerverwaltung um Fr. 30'000.-- grösser als von der StRK in den angefochtenen 
Entscheiden angenommen. Die Beschwerden erweisen sich insoweit als begründet 
und sind gutzuheissen.

3.3 Die Steuerverwaltung rügt weiter, die StRK habe die Lebenshaltungskosten der 
Beschwerdegegnerschaft nicht korrekt ermittelt. Diesbezüglich ergibt sich aus der 
Gegenüberstellung der beiden Vermögensvergleichsberechnungen, dass die StRK die 
Lebenshaltungskosten auf Fr. 58'300.-- festlegte, während die Steuerverwaltung von 
einem Betrag von Fr. 57'300.-- ausgeht; bei den verfügbaren Einkünften stehen sich 
Beträge von Fr. 66'102.-- und 62'102.-- gegenüber. Trotz des unterschiedlichen 
Vorgehens kommen die StRK und die Steuerverwaltung damit zu praktisch gleichen 
Ergebnissen. Wie bereits ausgeführt, kann die steuerpflichtige Person 
Ermessensveranlagungen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten (Art. 191 
Abs. 3 StG; Art. 132 Abs. 3 DBG). Diese Einschränkung im Einspracheverfahren gilt 
nach ständiger Praxis auch für spätere Rechtsmittelverfahren, ergeben sich doch die 
gegenüber der Einsprache im ordentlichen Verfahren qualifizierten Anforderungen aus 
der besonderen Natur der Ermessensveranlagung (vorne E. 2.4). Nachdem die 
wiedereingebrachten Abschreibungen entsprechend dem Antrag bzw. den 
ursprünglichen Veranlagungsverfügungen der Steuerverwaltung bei der 
Vermögensentwicklung als Vermögenszunahme berücksichtigt worden sind (vorne 
E. 3.2), kann in qualitativer und quantitativer Hinsicht von einer offensichtlichen 
Unrichtigkeit der Ermessensveranlagungen der Steuerverwaltung von vornherein keine 
Rede mehr sein. Die StRK hat die offensichtliche Unrichtigkeit in ihren Entscheiden mit 
einer Abweichung des von ihr selber ermittelten Einkommensfehlbetrags im Umfang 
von 73 % begründet (vgl. angefochtene Entscheide, E. 7). Unter Berücksichtigung der 
wiedereingebrachten Abschreibungen beträgt die Abweichung nunmehr bloss noch 
Fr. 3'000.-- bzw. 7 %. Bei diesen Gegebenheiten hätte die StRK keine Korrektur der 
Ermessensveranlagungen vorgenommen, weshalb die angefochtenen Entscheide 
aufzuheben und die Einspracheentscheide der Steuerverwaltung zu bestätigen sind. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.10.2014, Nrn. 100.2014.119/
120U, Seite 12

4.

4.1 Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdegegnerschaft grundsätzlich 
kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Da sie in den 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren keinen Antrag gestellt hat, ist sie indes nicht als 
unterliegend zu betrachten, weshalb ihr auch keine Kosten aufzuerlegen sind (zuletzt 
etwa VGE 13/263 vom 12.8.2014, E. 5 mit Hinweisen; vgl. auch 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 108 N. 3). 
Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 
Abs. 3 VRPG). 

4.2 Mit der Aufhebung der angefochtenen Entscheide sind auch die Kosten der 
vorinstanzlichen Verfahren neu zu verlegen, wobei die Verfahrenskosten der nunmehr 
vollumfänglich unterliegenden Beschwerdegegnerschaft aufzuerlegen sind (Art. 102 
VRPG i.V.m. Art. 200 Abs. 1 StG; Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu 
sprechen (Art. 102 VRPG i.V.m. Art. 200 Abs. 4 StG). 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2010 wird 
gutgeheissen. Der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
25. März 2014 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung 
vom 16. Januar 2013 wird bestätigt.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2010 wird gutgeheissen. Der 
Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 25. März 2014 wird 
aufgehoben und der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung vom 16. Januar 
2013 wird bestätigt.

3. a) Für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Verfahrenskosten 
erhoben. 

b) Die Kosten der Verfahren vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 800.--, werden der Beschwerdegegnerschaft auferlegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.10.2014, Nrn. 100.2014.119/
120U, Seite 13

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Beschwerdegegnerschaft
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.