# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e3f3882-9826-5786-8bfc-fbf9900eebf5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.11.2018 200 2018 609
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-609_2018-11-01.pdf

## Full Text

200 18 609 IV
SCP/GET/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. November 2018

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Juli 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer), zuletzt bzw. bis April 2017 im Rahmen diverser – von der 
C.________ AG insbesondere im Bereich der … vermittelter – temporärer 
Arbeitsverhältnisse erwerbstätig, meldete sich im Mai 2017 unter Hinweis 
auf beidseitige Kniebeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfol-
gend IVB bzw. Beschwerdegegnerin] [act. II] 1; 22 S. 2; 29.4 S. 1). Die IVB 
klärte den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab, zog Berichte der behan-
delnden Ärzte sowie die Akten des zuständigen Krankentaggeldversiche-
rers bei und nahm einen Bericht von Dr. med. D.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), zu den Akten (act. II 61). Nach Durch-
führung des Vorbescheidverfahrens (act. II 65 ff.) verneinte die IVB mit Ver-
fügung vom 18. Juli 2018 (act. II 70) bei einem Invaliditätsgrad von 9% 
einen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch MLaw, LL.M. E.________ 
von der B.________ AG, mit Eingabe vom 3. September 2018 Beschwerde 
erheben. Er stellt die folgenden Anträge: 

1. Die Verfügung vom 18. Juli 2018 sei aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei ab dem 1. März 2018 eine ganze IV-
Rente zu entrichten.

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In der Begründung macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 
die vom RAD-Arzt Dr. med. D.________ attestierte volle Arbeitsfähigkeit in 
einer den Leiden angepassten Tätigkeit sei mit Blick auf die anderslauten-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 3

de Beurteilung des behandelnden Arztes Dr. med. F.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
nicht nachvollziehbar. Sodann könne der 64jährige Beschwerdeführer die 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr ver-
werten. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. September 2018 erwog der Instruk-
tionsrichter, in Anbetracht der Umstände, wonach der Beschwerdeführer 
nach der derzeitigen Aktenlage offenbar trotz seines Alters (Jahrgang 
1954) in keiner festen Anstellung gestanden habe und mit den von der 
C.________ AG vermittelten Temporäreinsätzen bloss ein 
unterdurchschnittliches Valideneinkommen (Abweichung - 29,81 %) zu 
erzielen in der Lage gewesen sei, hätten sich beide Parteien hinsichtlich 
der vorliegend umstrittenen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auch dazu 
zu äussern, ob die genannte Abweichung vom lohnstatistischen 
Vergleichseinkommen Ausdruck des Arbeitsmarktes bzw. des Alters sei 
oder ob der Beschwerdeführer diese Lohneinbusse aus freien Stücken 
hingenommen habe.

Mit Eingabe vom 18. September 2018 macht der Beschwerdeführer 
geltend, er habe sich nicht freiwillig mit einem unterdurchschnittlichen Lohn 
begnügt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2018 beantragt die 
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. In der Begründung 
bringt sie im Wesentlichen vor, die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
sei gegeben; ferner sei die – seitens des Beschwerdeführers nicht aus 
freien Stücken akzeptierte geringe Entlöhnung – im Rahmen der 
Parallelisierung auf Seiten des Invalideneinkommens berücksichtigt 
worden.

Erwägungen:

1.

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1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Juli 2018 (act. II 
70). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

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Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 
2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte 
Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 
mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie 
folgt:

3.1.1 Am … 2016 erfolgte im Spital G.________ bei diagnostizierter 
medialer Gonarthrose (Grad IV) eine Implantation einer medialen unikon-

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dylären Oberflächenersatzprothese im rechten Kniegelenk (act. II 43 S. 19 
ff.). 

Im Bericht des Spitals G.________ vom 3. Mai 2016 (act. II 43 S. 14 f.) 
wurde festgehalten, eine röntgenologische Untersuchung vom 26. April 
2016 habe eine im Vergleich zu Voraufnahmen vom März 2016 unverän-
derte Lage der medialen Teilprothese des Kniegelenkes ergeben, ohne 
Hinweise für Lockerung oder Migration; die Knieachse sei regelrecht (S. 
15). 

3.1.2 Am … 2017 erfolgte im Spital G.________ eine diagnostische Ar-
throskopie mit arthroskopischer Teilresektion des Innenmeniskushinter-
horns sowie eine milde Abrasionschondroplastik im Bereich der medialen 
Femurkondyle betreffend das linke Kniegelenk (act. II 18 S. 1 f.).

3.1.3 Mit Bericht vom 19. Mai 2017 (act. II 38 S. 10 f.) diagnostizierte Dr. 
med. F.________ nach Durchführung eines beide Kniegelenke betreffen-
den Orthoradiogrammes (vgl. act. II 38 S. 12 f.) eine progrediente Arthrose 
Kniegelenk links, einen Status nach medialer Teilmeniskektomie Knie links 
am 12. April 2017 sowie Schmerzen im rechten Kniegelenk bei Status nach 
Implantation einer medialen Hemiprothese am … 2017 (richtig: 2016). Die 
Indikation zum endoprothetischen Ersatz (betreffend das linke Kniegelenk) 
sei gegeben (S. 10). 

3.1.4 Am 22. Juni 2017 erfolgte im Spital H.________ bei diagnostizier-
ter „Gonarthrose Kniegelenk links“ eine Implantation einer computernavi-
gierten Knietotalendoprothese nach Rapid Recovery-Konzept links (act. II 
38 S. 8). 

Mit Bericht vom 18. Juli 2017 (act. II 38 S. 1 - 4) hielt der operierende Arzt 
Dr. med. F.________ die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit fest (S. 1): 

• Status nach Implantation einer Knietotalendoprothese links vom … 
2017 bei Gonarthrose Kniegelenk links 

• Status nach Implantation einer medialen Hemiprothese Kniegelenk 
rechts, auswärts

• Metabolisches Syndrom mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus 
Typ 2, arterielle Hypertonie, Adipositas, stoffwechselbedingte diffuse 
Schmerzen im Sinne eines DISH, Polyneuropathie 

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• Osteoarthrosen, ursächlich primär mit Fingerpoly- und Vorfussar-
throsen, AC-Gelenksarthrosen 

• Rezidivierende lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die 
unteren Extremitäten

Zurzeit durchlaufe der Beschwerdeführer die übliche postoperative Rehabi-
litationsphase. Er klage über postoperative Schmerzen rechts sowie akute 
postoperative Schmerzen links nach Implantation einer Knietotalendopro-
these links vom … 2017. Der Beschwerdeführer sei sicherlich die nächsten 
drei Monate zu 100% arbeitsunfähig (S. 2). 

3.1.5 Mit zu Handen der Hausärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin, erstelltem Bericht vom 15. Dezember 2017 
(act. II 48 S. 8 f.) hielt Dr. med. F.________ fest, im linken Kniegelenk sei 
der Verlauf zwar verzögert, aber dennoch nicht schlecht. Dass der Be-
schwerdeführer schmerzfrei geradeaus laufen könne, sei sicherlich sehr 
positiv. Die Beschwerden beim Treppenlaufen und bei Kraftanwendungen 
seien vor allen Dingen auf das Muskeldefizit zurückzuführen. Hier müsse 
der Beschwerdeführer unbedingt weiter intensiv trainieren. Sollte das Knie-
gelenk letztendlich schmerzfrei werden, müsse das rechte Kniegelenk 
eventuell gewechselt werden (S. 9).

Zu Handen der Beschwerdegegnerin hielt Dr. med. F.________ mit Bericht 
vom 28. Dezember 2017 (act. II 48 S. 2 - 5) als Diagnosen mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Implantation einer Knietotalendopro-
these links und einen Status nach Implantation einer Kniehemiprothese 
rechts fest. Der Gesundheitszustand habe sich verbessert (S. 2). Der Be-
schwerdeführer leide im linken Kniegelenk unter Belastungsschmerzen 
unter einer völlig insuffizienten kniestabilisierenden Muskulatur. Im rechten 
Knie leide er unter Belastungsschmerzen bei recht guter Muskulatur. Eine 
schwerere körperliche Arbeit sei dem Beschwerdeführer zurzeit nicht zu-
mutbar. Die Arbeitsunfähigkeit betrage noch bis am 24. März 2018 100%. 
Der Beschwerdeführer könne jegliche sitzende Tätigkeiten für vier Stunden 
täglich durchführen, jegliche körperlichen Tätigkeiten von mittlerem und 
höherem Ausmass sowie langes Stehen, Heben, Tragen, Kauern, Sitzen 
seien ihm zurzeit noch nicht zumutbar (S. 3).

3.1.6 Mit zu Handen von Dr. med. I.________ erstelltem Bericht vom 21. 
März 2018 (act. II 54 S. 7 f.) hielt Dr. med. F.________ fest, der Beschwer-

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deführer berichte über belastungsabhängige Schmerzen im operierten lin-
ken Kniegelenk. Auch das rechte Kniegelenk schmerze eher mehr. Nachts, 
in Ruhe und beim Sitzen sei er vollständig schmerzfrei. Sobald er das linke 
Kniegelenk bewege, käme allerdings Schmerz über beiden Gelenkspalten 
(S. 7). In der Beurteilung hielt Dr. med. F.________ fest, bei funktionell 
völlig unauffälliger Totalprothese links klage der Beschwerdeführer über 
starke Schmerzen, sowohl bei Palpation der beiden Gelenkspalten als auch 
bei jeder Bewegung. Er könne im Untersuchungszimmer kaum von einem 
Stuhl aufstehen, geschweige denn sich selber aus seiner Kleidung be-
freien, um auf der Untersuchungsliege Platz zu nehmen. In diesem Zustand 
sei an eine körperliche Arbeit nicht zu denken. Theoretisch wären Büroar-
beiten in rein sitzender Position denkbar. Zurzeit bleibe nichts weiter übrig, 
als den weiteren Verlauf abzuwarten, da die Prothese an sich sehr gut 
funktioniere und es auch keine offensichtlichen Anzeichen für Instabilität 
oder eine Infektion gebe. Auch im rechten Kniegelenk liege ein unbefriedi-
gender Status nach auswärtiger Implantation einer medialen Hemiprothese 
vor. Hier wäre eine rein sitzende Tätigkeit schon eher denkbar, auch wäre 
im rechten Kniegelenk ein Arbeitsweg mit vernünftigen Mitteln durchaus 
zumutbar (S. 8).

Mit zu Handen des Krankentaggeldversicherers erstelltem Bericht vom 
23. März 2018 (act. II 55 S. 6 f.) hielt Dr. med. F.________ fest, der Be-
schwerdeführer sei in einer angepassten sitzenden Tätigkeit zwei Stunden 
täglich arbeitsfähig. Nach der heutigen Untersuchung sei recht unklar, ob 
der Beschwerdeführer jemals wieder in seine angestammte Tätigkeit 
zurückkehren könne. Möglicherweise wäre eine vertrauensärztliche Unter-
suchung zur Einschätzung empfehlenswert (S. 7).

Zu Handen der Beschwerdegegnerin hielt Dr. med. F.________ mit Bericht 
vom 26. März 2018 (act. II 54 S. 2 - 5) fest, der Gesundheitszustand sei 
stationär; die Knieprothese zeige radiologisch einen perfekten Sitz und 
funktioniere auch in der klinischen Untersuchung einwandfrei. Im rechten 
Kniegelenk liege ein gewisses „over staffing“ vor, hier sei möglicherweise 
noch mit einem Knie-TP-Wechsel zu rechnen (S. 2). Zurzeit sei die ange-
stammte Tätigkeit kaum vorstellbar. Möglicherweise wäre eine rein sitzen-
de Tätigkeit für ein bis zwei Stunden täglich zurzeit möglich (S. 3). 

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3.1.7 Der RAD-Arzt Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 25. April 
2018 (act. II 61) fest, an körperlichen Einschränkungen seien „ein Zustand 
nach Hemiendoprothese medial rechtes Kniegelenk unter Totalendopro-
these linkes Kniegelenk“ ausgewiesen. Die darüber hinausgehende persis-
tierende, massive Schmerzsymptomatik der unteren Extremitäten mit 
schwerer Funktionseinschränkung sei aus orthopädischer Sicht nicht er-
klärbar. Über geistige oder psychische Beeinträchtigungen könne er sich 
nicht aussprechen. Aus orthopädischer Sicht sei bei einem beidseitigen 
Knieendoprothesenträger eine Lagerarbeit mit viel Gehen, Hantieren mit 
mittelschweren Gewichten, Besteigen von Leitern oder Ladeflächen von 
Lastwagen und schwerem Schieben nicht zumutbar (S. 5). Jedoch könnten 
einem auch beidseitigen Knietotalendoprothesenträger bei ungestörtem 
Verlauf sechs Monate nach der Operation leidensangepasst leichte bis 
ausnahmsweise mittelschwere Tätigkeiten in vorwiegend sitzender Position 
mit einer Gewichtsbelastung von maximal 10-15 kg ganztags über 8.5 
Stunden ohne weitere Leistungsminderung zugemutet werden. Vorwiegen-
des Stehen und Gehen, Zwangshaltungen, Arbeiten in gebückter Haltung, 
Hocken und Knien, Gehen auf unebenem Gelände, Steigen auf Leitern und 
Gerüste, häufiges Treppensteigen sowie Kälte-, Nässe- und Zugluftexposi-
tion seien dabei zu vermeiden. Aus orthopädischer Sicht könne das von Dr. 
med. F.________ erstellte, stark einschränkende Zumutbarkeitsprofil auf-
grund der geschilderten, objektiven, fachspezifischen Befunde nicht nach-
vollzogen werden (S. 6).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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3.3 Die im Recht liegenden Akten erlauben eine zuverlässige Beurtei-
lung der sich vorliegend stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen (vgl. 
E. 3.2 hiervor). 

3.4 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 18. Juli 2018 (act. II 70) in medizinischer Hinsicht massgeblich auf den 
Bericht des RAD-Arztes Dr. med. D.________ vom 25. April 2018 (act. II 
61) ab. Danach ist dem Beschwerdeführer eine den Leiden angepasste 
Tätigkeit zu 100% zumutbar (S. 6). Diese Einschätzung ist schlüssig und 
beweiswertig (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352), wobei es nicht schadet, dass es sich um einen 
Aktenbericht handelt, konnte Dr. med. D.________ seine Beurteilung doch 
auf einen (vom behandelnden Orthopäden Dr. med. F.________) umfas-
send, zuletzt am 20. März 2018 und damit aktuell erhobenen Befund (vgl. 
act. II 54 S. 7) abstützen und lagen dem RAD-Arzt auch die Röntgenbilder 
vor (vgl. act. II 62). Zudem ist die medizinische Situation klar und die ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen beschränken sich – soweit die Arbeits-
fähigkeit betreffend – auf Beschwerden aus dem orthopädischen 
Formenkreis bzw. auf die Knieproblematik beidseits. Zwar hat Dr. med. 
F.________ im Bericht vom 18. Juli 2017 (act. II 38 S. 1 - 4) weitere Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgelistet (vgl. S. 1). Es 
bestehen jedoch in den Akten weder zusätzliche Anhaltspunkte noch macht 
der Beschwerdeführer selber geltend, dass über die beidseitigen Kniebe-
schwerden hinaus weitere, (auch) andere medizinische Fachbereiche be-
treffende Gesundheitsbeeinträchtigungen bestehen, welche 
behandlungsbedürftig wären oder gar die Arbeitsfähigkeit (zusätzlich) be-
einträchtigten.

3.5 Sodann begründen weder die Vorbringen des Beschwerdeführers 
noch die Berichte von Dr. med. F.________ Zweifel am Beweiswert der 
Einschätzungen von Dr. med. D.________: 

3.5.1 Zunächst trifft es nicht zu, dass Dr. med. D.________ „von einem 
üblichen, einer Durchschnittsperson entsprechenden Heilungsverlauf“ aus-
gegangen ist (Beschwerde, S. 4, Ziffer 3.1). Vielmehr hielt er fest, dass das 
von Dr. med. F.________ erstellte, stark einschränkende Zumutbar-
keitsprofil „aufgrund der [von Dr. med. F.________] geschilderten, objekti-

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ven, fachspezifischen Befunde nicht nachvollzogen“ werden könne (act. II 
61 S. 6), womit der RAD-Arzt – auch hinsichtlich der Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit – auf den konkreten Fall respektive die medizinische Situati-
on des Beschwerdeführers Bezug nahm. 

3.5.2 Während zwischen Dr. med. D.________ und Dr. med. 
F.________ insoweit Übereinstimmung besteht, als dem Beschwerdeführer 
die angestammte Tätigkeit als … (in der bisherigen Ausgestaltung) nicht 
mehr zumutbar ist (vgl. act. II 54 S. 3; 61 S. 5), erachtet der RAD-Arzt den 
Beschwerdeführer in einer den Leiden angepassten, vorwiegend sitzenden 
Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig, wohingegen Dr. med. F.________ inso-
weit unterschiedliche Einschätzungen vornahm: So hielt er im Bericht vom 
28. Dezember 2017 (act. II 48 S. 2 - 5) fest, der Beschwerdeführer könne 
jegliche sitzende Tätigkeiten für vier Stunden täglich durchführen (S. 3). Im 
zu Handen von Dr. med. I.________ erstellten Bericht vom 21. März 2018 
(act. II 54 S. 7 f.) erachtete er „Büroarbeiten in rein sitzender Position“ als 
„denkbar“ (S. 8), welche Einschätzung mit der im gleichen Bericht wieder-
gegebenen anamnestischen Angabe korreliert, der Beschwerdeführer sei 
„in Ruhe und beim Sitzen […] vollständig schmerzfrei“ (S. 7). Nur zwei Ta-
ge später, mit Bericht vom 23. März 2018, bescheinigte Dr. med. 
F.________ zu Handen des Krankentaggeldversicherers, der Beschwerde-
führer sei in einer angepassten sitzenden Tätigkeit zwei Stunden täglich 
arbeitsfähig (act. II 55 S. 7); gegenüber der Beschwerdegegnerin hielt er 
schliesslich mit Bericht vom 26. März 2018 (act. II 54 S. 2 - 5) bei als stati-
onär beurteiltem Gesundheitszustand (S. 2) fest, „möglicherweise“ wäre 
eine rein sitzende Tätigkeit für „ein bis zwei Stunden täglich zurzeit mög-
lich“ (S. 3). 

Abgesehen davon, dass die von Dr. med. F.________ hinsichtlich einer 
den Leiden angepassten Tätigkeit getroffenen Einschätzungen zur Arbeits-
fähigkeit offensichtlich widersprüchlich sind respektive nicht anhand allfälli-
ger objektiv feststellbarer Befundveränderungen nachvollzogen werden 
können, kontrastiert die von ihm zuletzt postulierte, bloss ein bis zweistün-
dige Arbeitsfähigkeit täglich mit der von ihm festgestellten und dokumen-
tierten medizinischen Situation des Beschwerdeführers: So hielt Dr. med. 
F.________ im Bericht vom 21. März 2018 (act. II 54 S. 7 f.) fest, die Total-

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prothese links sei „funktionell völlig unauffällig“ und es gebe „auch keine 
offensichtlichen Anzeichen für Instabilität oder [eine] Infektion“ (S. 8). Fer-
ner stellte der behandelnde Orthopäde die folgenden Befunde fest: „Rech-
tes Kniegelenk nach wie vor mit 5 - 10° Extensionsdefizit, Flexion frei. 
Druckdolenz über dem medialen Gelenkspalt. Keine Rötung, keine Über-
wärmung, kein Erguss bei relativ gut erhaltener Muskulatur. Im linken Knie-
gelenk zeigt sich weiterhin ein deutliches Muskeldefizit, eine vollständige 
Extension, eine Flexion bis 130° und ein stabiler mediolateraler Kapselban-
dapparat. Noch leichter Erguss und leichte Weichteilschwellung, keine 
Rötung, keine Überwärmung, keine Schwellung. Grob neurologische Un-
tersuchung unauffällig. Beide Hüften mit unauffälligem Untersuchungsbe-
fund. Deutliche Druckdolenz über dem medialen und lateralen Gelenkspalt 
sowie über dem medialen und lateralen Seitenband. Anteroposterior 
vollständig stabil.“ Im Bericht vom 26. März 2018 (act. II 54 S. 2 - 5) 
bestätigte Dr. med. F.________, die Knieprothese zeige radiologisch einen 
perfekten Sitz und funktioniere auch in der klinischen Untersuchung ein-
wandfrei (S. 2). 

Wenn Dr. med. F.________ im letztgenannten Bericht weiter festhielt, der 
Beschwerdeführer könne beide Kniegelenke kaum belasten, das Gangbild 
sei äusserst kleinschrittig, er sei kaum in der Lage, eigenständig von einem 
Stuhl aufzustehen (S. 3) und Dr. med. F.________ auch hinsichtlich einer 
den Leiden angepassten Verweistätigkeit auf eine hochgradige Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit schloss, so vermag dies – Dr. med. D.________ 
folgend (vgl. E. 3.5.1 vorne) – in Anbetracht der dokumentierten, abgese-
hen von der prothetischen Versorgung bescheidenen und aus invalidenver-
sicherungsrechtlicher Sicht einzig massgeblichen objektiven Befundlage 
sowie der Tatsache, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben 
beim Sitzen beschwerdefrei sei, nicht zu überzeugen. Vielmehr liegt der 
Schluss nahe, dass Dr. med. F.________ seine vom RAD-Arzt abweichen-
de Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung massgeblich basierend auf den subjekti-
ven Schmerzangaben des Beschwerdeführers abstützte, womit seine 
Berichte keine – auch nur geringen – Zweifel an der von Dr. med. 
D.________ attestierten, hinsichtlich einer den Leiden angepassten Tätig-
keit vollen Arbeitsfähigkeit zu begründen vermögen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 13

3.5.3 Indem schliesslich auch anderweitig keine Berichte im Recht lie-
gen, welche Aspekte benennen, die von Dr. med. D.________ ausser Acht 
gelassen worden wären, erweist sich der medizinische Sachverhalt als hin-
reichend abgeklärt und der vom Beschwerdeführer (eventuell) beantragten 
weiteren Abklärungen bedarf es nicht. 

3.6 Demnach ist dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit 
als … nicht mehr zumutbar. Leichte bis ausnahmsweise mittelschwere 
Tätigkeiten in vorwiegend sitzender Position mit einer Gewichtsbelastung 
von maximal 10-15kg ganztags über 8.5 Stunden sind jedoch ohne weitere 
Leistungsminderung zumutbar. Vorwiegendes Stehen und Gehen, 
Zwangshaltungen, Arbeiten in gebückter Haltung, Hocken und Knien, Ge-
hen auf unebenem Gelände, Steigen auf Leitern und Gerüste, häufiges 
Treppensteigen sowie Kälte-, Nässe- und Zugluftexposition sind dabei zu 
vermeiden (act. II 61 S. 5 f.).

Auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend der Invali-
ditätsgrad zu ermitteln.

4.

4.1 Der Beschwerdeführer war ab dem 28. März 2017 arbeitsunfähig 
(act. II 18 S. 3; 29.2 S. 12) und meldete sich im Mai 2017 zum Leistungs-
bezug an (act. II 1 S. 8), so dass der hypothetisch frühest mögliche Ren-
tenbeginn im Jahr 2018 zu liegen kommt (Art. 28 Abs. 1 lit. b und 29 Abs. 1 
IVG). 

4.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 14

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Tabellenlöhnen 
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (BGE 139 V 
28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung 
Tabellenlöhne gemäss der vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen 
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 15

(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 
S. 1 E. 2.2). 

4.3 In Bezug auf das Valideneinkommen ist zwar erstellt, dass das 
letzte, von der C.________ AG vermittelte und im März 2017 angetretene 
Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers als „…“ aus gesundheitlichen 
Gründen gekündigt wurde (vgl. act. II 37 S. 2 f.). Aus seiner Erwerbsbio-
graphie folgt jedoch, dass der Beschwerdeführer (auch) in der Vergangen-
heit allein – und teils kurzzeitige – temporäre Beschäftigungsverhältnisse 
bei verschiedenen Arbeitgebern versah und keine Anzeichen dafür beste-
hen, dass er die zuletzt ausgeübte Tätigkeit über längere Zeit innegehabt 
hätte, weshalb für die Ermittlung des Valideneinkommens auf Tabellenlöh-
ne gemäss LSE 2014 abzustellen ist (vgl. E. 4.2.1 vorne). Mit Blick auf die 
früheren Beschäftigungen steht zudem mit dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer als Gesunder 
auch weiterhin im Bereich der … tätig gewesen wäre. Dabei rechtfertigt es 
sich, dem Valideneinkommen den Wert Total von Tabelle TA1, Kompe-
tenzniveau 1, Männer, zugrunde zu legen, zumal der Beschwerdeführer 
über keinen in der Schweiz anerkannten Berufsabschluss verfügt (vgl. act. 
II 1 S. 5) und er gemäss den Eintragungen im individuellen Konto (IK) im 
Rahmen seiner bisherigen temporären Beschäftigungen in den letzten Jah-
ren Einkommen erzielte, die den jährlichen Totalwert gemäss TA1 der LSE 
2014 jeweils (und teils deutlich) unterschritten (vgl. act. II 14 S. 1). Gleich-
zeitig bestehen auch keine Hinweise in den Akten, welche im massgebli-
chen Zeitpunkt des hypothetisch frühest möglichen Rentenbeginns (vgl. 
E. 4.1 vorne) überwiegend wahrscheinlich auf eine günstigere Lohnent-
wicklung schliessen lassen. Mit der Heraufsetzung des Valideneinkom-
mens wird schliesslich auch der in der angefochtenen Verfügung vom 
18. Juli 2018 (act. II 70) vorgenommenen Parallelisierung der Vergleichs-
einkommen Rechnung getragen (vgl. auch prozessleitende Verfügung des 
Instruktionsrichters vom 5. September 2018; vgl. BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3). 

4.4 Indem der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht aus-
schöpft respektive keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, sind für die Ermittlung 
des Invalideneinkommens grundsätzlich ebenfalls statistische Werte 
gemäss LSE 2014 zu berücksichtigen (vgl. E. 4.2.2 vorne). Er bringt jedoch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 16

vor, aufgrund seines Alters sowie beruflicher und persönlicher Gegebenhei-
ten sei die Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 
mehr verwertbar (Beschwerde, S. 5, Ziffer 3.2).

4.4.1 Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen 
Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat nicht dafür 
einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen mangelnder 
Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Ar-
beit finden; die hieraus sich ergebende „Arbeitsunfähigkeit“ ist nicht invali-
ditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1).

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder 
Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen 
mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen 
kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr 
nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die 
Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer 
wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige 
Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das 
verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, 
sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend 
können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner 
Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in 
diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene 
Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein 
(BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460; SVR 2016 IV Nr. 58 S. 192 E. 4.2.2).

4.4.2 Der im Juli … geborene Beschwerdeführer (act. II 1 S. 1; 2) war im 
massgeblichen Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit 
einer Erwerbstätigkeit – vorliegend im April 2018 (vgl. BGE 138 V 457 E. 
3.3 S. 462; act. II 61 S. 6) – gut 6…jährig, womit ihm eine Aktivitätsdauer 
von nur mehr rund einem Jahr und zwei Monaten verbleibt. Daraus allein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 17

lässt sich jedoch nicht auf eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
schliessen: 

In grundsätzlicher Hinsicht ist zu beachten, dass die in E. 4.4.1 hiervor 
dargelegte Praxis in erster Linie auf Sachverhaltskonstellationen fokussiert, 
bei denen die versicherte Person die angestammte Tätigkeit (beim 
bisherigen Arbeitgeber) nicht mehr ausüben kann und die im Rahmen der 
gebotenen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit zwecks neuer 
Festanstellung auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwiesen wird. Die 
vorliegend zu beurteilende Situation unterscheidet sich davon insoweit, als 
der Beschwerdeführer nach der Aktenlage – zumindest seit 2010 (vgl. act. 
II 22 S. 2; E. 4.3 vorne) – aus invaliditätsfremden Gründen durchgehend 
allein temporäre Anstellungen versah und nichts darauf hindeutet, dass er 
bis zu seiner Pensionierung überwiegend wahrscheinlich eine 
Festanstellung hätte eingehen können. Bei zum vornherein befristeten 
Arbeitsverhältnissen ist der von einem potentiellen Arbeitgeber zu leistende 
Einarbeitungs-, Umstellungs- und Betreuungsaufwand jedoch geringer als 
dies im Hinblick auf eine unbefristete Festanstellung der Fall wäre, ist doch 
der (potentielle) Arbeitgeber diesfalls allein an einem kurzfristigen 
Arbeitseinsatz interessiert und geht er keine länger dauernde 
arbeitsvertragliche Verpflichtung mit der versicherten Person ein. Unter 
diesen – vorliegend gegebenen – Umständen sind deshalb an die 
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bzw. die entsprechenden 
rechtsprechungsgemässen Beurteilungsfaktoren (vgl. E. 4.4.1) besonders 
strenge Anforderungen zu stellen. 

Diese sind vorliegend nicht erfüllt: Zunächst ist zu berücksichtigen, dass 
dem Beschwerdeführer, welcher in der Vergangenheit bei verschiedenen 
Arbeitgebern und noch bis Ende März 2017 erwerbstätig war (vgl. act. II 22; 
37 S. 2) und damit – trotz fehlendem, in der Schweiz anerkanntem 
Berufsabschluss – über eine erhebliche berufliche Erfahrung mit 
entsprechenden Fertigkeiten verfügt, überwiegend sitzende Tätigkeiten 
vollzeitig und ohne weitere Leistungsminderung zumutbar sind. Zwar sind 
gemäss dem RAD-Arzt Dr. med. D.________ Zwangshaltungen, Arbeiten 
in gebückter Haltung, Hocken und Knien, Gehen auf unebenem Gelände, 
Steigen auf Leitern und Gerüste, häufiges Treppensteigen sowie Kälte-, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 18

Nässe- und Zugluftexposition zu vermeiden (act. II 61 S. 6). Dabei handelt 
es sich jedoch überwiegend um einschränkende Faktoren, welche – ausser 
den (nicht näher bezeichneten) Zwangshaltungen sowie der Kälte-, Nässe- 
und Zugluftexposition – bereits durch die Vorgabe bzw. Notwendigkeit einer 
überwiegend sitzenden Tätigkeit berücksichtigt sind. So oder anders 
erweist sich das Zumutbarkeitsprofil als nicht sehr restriktiv formuliert und 
es lässt ein breites Spektrum in Betracht fallender (temporärer) 
Hilfstätigkeiten zu. In diesem Zusammenhang weist die 
Beschwerdegegnerin ferner zu Recht darauf hin, dass solche Hilfsarbeiten 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig 
nachgefragt werden (vgl. Entscheid des BGer vom 25. August 2017, 
8C_403/2017, E. 4.4.1) und dieser auch Stellen- und Arbeitsangebote (sog. 
Nischenarbeitsplätze) umfasst, bei denen Behinderte mit einem sozialen 
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (BGE 138 
V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 S. 
205 E. 5.1). Auch erfordern solche Hilfstätigkeiten keine besonderen 
(schulischen oder sprachlichen) Kenntnisse. Sodann bestehen in den 
Akten keine Hinweise auf die Verwertbarkeit einschränkende psychische 
oder persönlichkeitsbezogene Faktoren, so dass im Vergleich zu einer 
gesunden Person keine weitere arbeitsplatzbezogene Begleitung seitens 
eines potentiellen Arbeitgebers erforderlich ist, womit auch der 
Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand minimal gehalten werden kann. 

In Anbetracht der vorliegend strengen Voraussetzungen bzw. der ohnehin 
hohen Hürden, welche das Bundesgericht in grundsätzlicher Hinsicht für 
die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen aufstellt 
(vgl. Entscheid des BGer vom 21. März 2016, 9C_536/2015 E. 4.2), hat die 
Beschwerdegegnerin trotz fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers 
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in einer den Leiden 
angepassten Tätigkeit zu Recht bejaht. 

4.4.3 Mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.6 vorne) ist hinsicht-
lich des Invalideneinkommens somit auf dieselbe Tabellenposition wie beim 
Valideneinkommen abzustellen (vgl. E. 4.3 vorne; Entscheid des BGer vom 
4. April 2018, 8C_684/2017, E. 5.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 19

Die Beschwerdegegnerin hat zusätzlich einen leidensbedingten Abzug von 
10% berücksichtigt (vgl. act. II 70 S. 1; vgl. E. 4.2.2 vorne). Insoweit ist zu 
beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine 
zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum hinzutretende qualitative oder 
quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster 
Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, 
welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und 
Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage 
kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegenstand des Abzugs vom 
Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht 
fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem 
gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale 
Chancen für eine Anstellung bestehen (vgl. Entscheid des BGer vom 4. Juli 
2018, 8C_91/2018, E. 5.3).

Indem dem Beschwerdeführer zwar den Leiden angepasste, überwiegend 
sitzende Tätigkeiten zu 100% zumutbar, indessen in diesem Rahmen zu-
sätzliche Einschränkungen vorhanden sind (vgl. E. 4.4.2 vorne), erweist 
sich der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 10%ige Abzug als 
angemessen. Die weiteren, invaliditätsfremden Abzugskriterien (Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; vgl. 
E. 4.2.2 vorne) rechtfertigen dagegen keinen weiteren Abzug, arbeitete der 
Beschwerdeführer doch seit Jahren temporär, womit er auch bei guter Ge-
sundheit in seinem Alter neue Anstellungen hätte suchen müssen. 

4.4.4 Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen 
Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Dies-
falls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (von 
hier 0%) unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn von 10% 
(Entscheid des BGer vom 9. Mai 2016, 8C_934/2015, E. 2.1), womit der 
Beschwerdeführer (bei einem Invaliditätsgrad von 10%) keinen Anspruch 
auf eine Invalidenrente hat (vgl. E. 2.2 vorne). 

4.5 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung nicht zu bean-
standen und die Beschwerde abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 20

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 
allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2018, IV/18/609, Seite 21

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.