# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c99a2aa-df01-5812-8e68-579ad4e62b39
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.11.2022 LY220053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY220053_2022-11-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY220053-O/U 

 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender,  

Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin  

lic. iur. Ch. von Moos Würgler  

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 9. November 2022 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 
gegen 

 
B._____,  
Kläger und Berufungsbeklagter 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 
sowie 

 
1. C._____,  
2. D._____,  
Verfahrensbeteiligte 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) 

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 14. Oktober 2022 (FE180195-G) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Die Parteien stehen seit dem Jahr 2018 vor dem Bezirksgericht 

Meilen (Vorinstanz) im Scheidungsverfahren. Die in den Jahren 2011 und 2013 

geborenen Töchter der Parteien wurden mit Verfügung vom 10. Juni 2021 für die 

Dauer des Verfahrens unter die alleinige Obhut des Klägers gestellt und leben 

seither beim Kläger und dessen Partnerin. Mit Verfügung vom 1. November 2021 

sollte das zwischenzeitlich sistierte Kontaktrecht der Beklagten wieder aufgebaut 

werden (Vi-Urk. 797 S. 3 f.). Aufgrund des gescheiterten Kontaktaufbaus wurde 

jedoch mit Verfügung vom 31. August 2022 u.a. der Antrag der Beklagten auf In-

stallierung von unbegleiteten Kontakten abgewiesen und deren Kontaktrecht sis-

tiert (Vi-Urk. 797 S. 30 Dispositiv-Ziffern 4 und 5). Am 29. September 2022 er-

suchte die Beklagte darum, dass die Kinder sie in der Klinik besuchen dürften (Vi-

Urk. 808 f.). Mit Verfügung vom 14. Oktober 2022 wies die Vorinstanz den Antrag 

der Beklagten auf Durchführung eines Besuchskontaktes in der Klinik ab (Vi-

Urk. 815 = Urk. 2). 

b) Hiergegen erhob die Beklagte am 26. Oktober 2022 (Postaufgabe) 

fristgerecht (vgl. Vi-Urk. 816/2; Zustellung am 18. Oktober 2022) Berufung und 

stellte die Berufungsanträge (Urk. 1): 

"Es sollen unverzüglich Kinder-Mutter-Kontakte in Begleitung von Dr.med. 
E._____ stattfinden. 
Zu den üblichen Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Berufung 

sogleich als offensichtlich unbegründet bzw. unzulässig erweist, kann auf weitere 

Prozesshandlungen verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

2. a) Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufung ist begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Zu dieser Be-

gründungsanforderung gehört, dass in der Berufungsschrift dargelegt werden 

muss, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten un-

richtig sein soll; die Berufung muss sich dementsprechend mit den Entscheid-

gründen der Vorinstanz im Einzelnen auseinandersetzen. Die Berufungsinstanz 

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hat sich (abgesehen von offensichtlichen Mängeln) grundsätzlich auf die Beurtei-

lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift in rechts-

genügender Weise erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.). 

b) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, wie bereits in der Verfügung 

vom 31. August 2022 ausführlich dargelegt, sei die Installation von unbegleiteten 

oder begleiteten Kontakten der Kinder zur Beklagten aktuell nicht möglich, da das 

Risiko von (re)traumatisierenden Erlebnissen nicht ausgeschlossen werden kön-

ne. Diese Einschätzung basiere insbesondere auf der Beurteilung der Psychothe-

rapeuten der beiden Kinder; als Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Kon-

takten hätten die Psychotherapeuten namentlich einen Perspektivenwechsel bei 

der Beklagten identifiziert. Der von der Beklagten eingereichte Bericht ihres Klini-

karztes ändere an dieser Würdigung nichts; dieser lege dar, dass für die Gene-

sung der Beklagten solche Kontakte sinnvoll wären. In erster Linie relevant sei je-

doch die Frage, ob Kontakte dem Kindeswohl entsprechen würden; diesbezüglich 

relevante Äusserungen könne der Klinikarzt der Beklagten jedoch nicht machen, 

da er die Kinder nicht kenne und auch keine Kenntnisse vom Verlauf des vorlie-

genden Verfahrens habe. Die Durchführung von Besuchen der Kinder in der Klinik 

noch vor dem Austritt der Beklagten (mithin vor dem 24. Oktober 2022) komme 

darüber hinaus schon deshalb nicht in Frage, weil ein erneutes Aufgleisen von 

Kontakten in jedem Fall eine enge Betreuung und Vorbereitung der Kinder erfor-

dern würde; ein überstürztes Vorgehen sei keinesfalls im Kindeswohl, da eine Re-

Traumatisierung der Kinder verhindert werden müsse (Urk. 2 S. 4-5). 

c) Die Beklagte macht in ihrer Berufung zusammengefasst geltend, Kin-

der hätten ein Recht auf Kontakte mit den Eltern. Es sei aktenkundig, dass von ihr 

keinerlei Gefährdung für die Kinder ausgehe. Die Traumatisierung sei auf die ge-

waltsame Fremdplatzierung und den darauf folgenden Kontaktabbruch zu ihr zu-

rückzuführen. Aufgrund der andauenden psychiatrischen Behandlung ihrer Töch-

ter mit psychopharmakologischer Medikation sollten unverzüglich Kontakte der 

Kinder zu ihr stattfinden. Diese seien auch nach ihrem Klinikaustritt möglich, da 

ihr Klinikarzt freundlicherweise die Begleitung auch danach gewährleiste und die 

Argumentation der angefochtenen Verfügung daher hinfällig sei (Urk. 1). 

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d) Mit einer Berufung kann nur das Dispositiv des beanstandeten Ent-

scheides angefochten werden. In der angefochtenen Verfügung vom 14. Oktober 

2022 wurde hinsichtlich Kontakten der Kinder zur Beklagten einzig entschieden, 

dass der Antrag der Beklagten auf Durchführung eines Besuchskontaktes in der 

Klinik abgewiesen werde (Urk. 2 Dispositiv-Ziffer 1). Die vorinstanzliche Erwä-

gung, dass die Beklagte am 24. Oktober 2022 aus der Klinik austreten werde 

(Urk. 2 Erwägung 3.4), wird in der Berufung nicht als unrichtig beanstandet. Damit 

ist davon auszugehen, dass die Beklagte im Zeitpunkt der Einreichung der Beru-

fung (26. Oktober 2022) die Klinik bereits verlassen hatte, womit die gegen die 

Abweisung von Besuchskontakten in der Klinik gerichtete Berufung von Anfang 

an ins Leere zielte. Ohnehin aber wird die vorinstanzliche Erwägung, wonach ge-

mäss der Beurteilung der Psychotherapeuten der beiden Kinder ein Perspekti-

venwechsel bei der Beklagten Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Kon-

takten bilde, durch die Berufungsvorbringen nicht in Frage gestellt bzw. bean-

standet. Dass in dieser Hinsicht gegenüber der Verfügung vom 31. August 2022 

veränderte Verhältnisse vorliegen würden, d.h. dass inzwischen ein solcher Per-

spektivenwechsel stattgefunden hätte, wird nicht geltend gemacht und ist auch 

nicht ersichtlich. Damit bleibt es bei der Sistierung des Kontaktrechts der Beklag-

ten zu den Töchtern gemäss jener Verfügung (Vi-Urk. 797 Dispositiv-Ziffer 5). 

e) Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung als offensichtlich unbe-

gründet. Sie ist demgemäss abzuweisen und die angefochtene Verfügung ist zu 

bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). 

3. a) Das Berufungsverfahren beschlägt eine nicht vermögensrechtli-

che Streitigkeit. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 6 

Abs. 1, § 8 Abs. 1 und § 12 der Gerichtsgebührenverordnung auf Fr. 800.-- fest-

zusetzen.  

b) Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss 

der Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

c) Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen, der Beklagten zufolge ihres Unterliegens, dem Kläger und den Verfah-

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rensbeteiligten mangels relevanter Umtriebe (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 

ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen und die Verfügung des Einzelgerichts im 

summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 14. Oktober 2022 

wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Beklagten aufer-

legt. 

4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger und die Verfahrensbe-

teiligten je unter Beilage eines Doppels von Urk. 1, und an die Vorinstanz, je 

gegen Empfangsschein. 

Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. Es handelt sich um eine nicht 
vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

- 6 - 

 
Zürich, 9. November 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
versandt am: 
jo 

	Urteil vom 9. November 2022
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und die Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 14. Oktober 2022 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Beklagten auferlegt.
	4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger und die Verfahrensbeteiligten je unter Beilage eines Doppels von Urk. 1, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...