# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10e8fa01-cac9-557c-b259-ba490906bad1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 19.06.2009 U 2009 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2009-41_2009-06-19.pdf

## Full Text

U 09 41
1. Kammer 

URTEIL
vom 19. Juni 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. Am 12. März 2009 schrieb die Gemeinde … betreffend den „Anschluss … 

West mit Kreiselanlage“ im offenen Verfahren verschiedene 

Arbeitsgattungen, u.a. für die Belagsarbeiten (BKP 463), aus. In den 

Ausschreibungsunterlagen wurden die für die Ermittlung des wirtschaftlich 

günstigsten Angebots massgebenden Zuschlagskriterien bekanntgegeben 

und dabei der Preis mit 60 %, die Qualität mit 20 % und 

Termine/Leistungsfähigkeit mit 20% gewichtet. 

Innert Frist gingen 5 Offerten ein:
… Fr. 1'603'385.35 100%
… AG Fr. 1'635'049.75 102%
… Fr. 1'671'580.80 104%
… Fr. 1'692'824.25 106%
… Fr. 1'708'390.25 107%

Die Bewertung der Offerten aufgrund der Zuschlagskriterien ergab folgende 

Rangierung:
Nettopreis Beurteilungspreis

1. … AG Fr. 1'635'049.75 Fr. 2'151'381.25
2. … Fr. 1'603'385.35 Fr. 2'236'906.10
3. … Fr. 1'692'824.25 Fr. 2'300'032.95
4. … Fr. 1'708'390.25 Fr. 2'307'388.25
5. … Fr. 1'671'580.80 Fr. 2’345’090.85

Mit Verfügung vom 7. Mai 2009 erteilte die Gemeinde … nach Vorliegen der 

Zustimmung des kantonalen Tiefbauamtes den Zuschlag für die 

Belagsarbeiten (BKP 463) zum Preis von netto Fr. 1'635'049.75 (inkl. MWST) 

mit der Begründung „Wirtschaftlichstes Angebot“ an die … AG.

2. Dagegen liess die zweitplatzierte … am 20. Mai 2009 beim 

Verwaltungsgericht frist- und formgerecht Beschwerde ein, im Wesentlichen 

mit den Anträgen um Aufhebung der angefochtenen Zuschlagsverfügung 

(Ziff. 2) und Erteilung des Auftrages „Belagsarbeiten Anschluss … West“ an 

sie (Ziff. 3). Eventualiter um Aufhebung und Rückweisung der 

Beschwerdesache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz (Ziff. 4). 

Subeventuell sei die Gemeinde zur Leistung von Schadenersatz zu 

verpflichten (Ziff. 5). Ferner stellte sie noch verschiedene verfahrensrechtliche 

Anträge, so um Gewährung der Akteneinsicht (Ziff. 6) und Anordnung eines 

zweiten Schriftenwechsels (Ziff. 8). Ferner verlangte sie die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung sowie die gerichtliche Anordnung, dass der 

Vorinstanz der Abschluss der entsprechenden Verträge mit den Mitbeteiligten 

zu untersagen sei. Zur Begründung brachte rügte sie im Wesentlichen eine 

Verletzung des Akteneinsichtsrechts und der Begründungspflicht (Kurzformel 

„wirtschaftlichstes Angebot“ reiche nicht), die Nichtberücksichtigung der von 

ihr eingereichten Unternehmervarianten, eine unzulässige nachträgliche 

Verfeinerung der bekanntgegebenen Zuschlagskriterien, ungerechtfertigte 

Punkteabzüge (z.B. bei den Referenzen des Bauführers und des Poliers) 

sowie eine ungenügende Berücksichtigung der Preisdifferenz von gegen 2%. 

Als geradezu willkürlich und völlig ungerechtfertigt bezeichnete sie den 

Notenabzug beim eingereichten Bauprogramm. Generell rügte sie das 

angewandte Bewertungssystem „Solothurner Modell“ als unüblich und 

unzulässig, zumal in den Ausschreibungsunterlagen auch ein entsprechender 

Hinweis gefehlt habe.

3. Mit verfahrensleitender Anordnung vom 22. Mai 2009 ordnete die 

Instruktionsrichterin an, dass bis zum Entscheid über die anbegehrte 

aufschiebende Wirkung jegliche Vollzugshandlungen zu unterbleiben hätten.

4. a) Die Gemeinde … liess Abweisung der Beschwerde beantragen. Der 

Zuschlagsentscheid sei im Lichte der hierzu ergangenen Rechtsprechung 

betrachtet hinreichend begründet worden und von der gerügten Verletzung 

des Akteneinsichtsrechts könne, nachdem telefonisch und vor Ort Auskünfte 

erteilt und Akteneinsicht gewährt worden sei, keine Rede sein. Die 

Unternehmervarianten hätten aufgrund der Vorgaben des kantonalen 

Tiefbauamtes nicht berücksichtigt werden. Bei der Bewertung sei auf das 

Solothurner Modell abgestellt worden, was zulässig sein müsse, zumal das 

kantonale Recht keine konkrete Bewertungsmethode vorschreibe. 

Kontrollweise habe sie die Bewertung auch noch nach der im Kanton 

Graubünden üblichen Matrix überprüft und sei dabei zum selben Ergebnis 

gelangt. Unhaltbar sei die Rüge der ungenügend berücksichtigten 

Preisdifferenz. Es handle sich bei dem streitigen Auftrag nicht bloss um simple 

Strassenbauarbeiten, sondern um einen viel befahrenen Kreisel, der 

angesichts der zu erwartenden, hohen Belastungen einem mittleren 

Schwierigkeitsgrad zugeordnet habe werden müssen. Bei den Referenzen 

der Schlüsselpersonen habe man deshalb einen Abzug vorgenommen, weil 

ausdrücklich für die konkreten Arbeiten zwei Referenzobjekte des Bauführers 

und des Poliers verlangt worden seien. Von den vier Referenzobjekten seien 

aber, wie Rückfragen bei der … ergeben hätten, zwei keine Kreiselbauten 

gewesen, daher sei her mit 80 (von möglichen 100) Punkten bewertet worden 

„Referenz gut, teilweise vergleichbarer Auftrag“). Was sodann die Bewertung 

der Sicherstellung der Qualität betreffe, sei in den Ausschreibungsunterlagen 

ausdrücklich verlangt worden, dass der Anbieter für die ausgeschriebenen 

Arbeiten seine Vorkehrungen zur Einhaltung der geforderten Qualitäten 

angeben müsse. Ein blosser Hinweis auf die ISO-Zertifizierung genügt dazu 

nicht. Verlangt worden sei vielmehr eine Auseinandersetzung mit den 

konkreten Risikopunkten der vorliegenden Arbeiten sowie ein Darlegen der 

geeigneten Gegenmassnahmen. Solches habe aber bei der 

Beschwerdeführerin völlig gefehlt.

b) Mit im Wesentlichen denselben Überlegungen beantragte die … AG ebenfalls 

Abweisung der Beschwerde. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Auf das vorliegende Verfahren gelangen neben dem GATT/WTO-

Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA), die 

Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (lVöB), 

das kantonale Submissionsgesetz (SubG) sowie die hierzu erlassene 

Submissionsverordnung (SubV) zur Anwendung. Die Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts zur Behandlung der Beschwerde ist unbestritten; sie 

ergibt sich ohne weiteres aus Art. 15 IVöB in Verbindung mit Art. 25 SubG.

2. a) Vorweg sind die verschiedenen verfahrensrechtlichen Anträge zu prüfen. 

Diesbezüglich ist vorweg festzustellen, dass mit dem Entscheid in der 

Hauptsache sowohl der Antrag nach Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung, als auch der Antrag, es sei der Beschwerdegegnerin gerichtlich zu 

untersagen sei, mit den Mitbeteiligten einen Vertrag zu abzuschliessen, 

obsolet wird. Ebenso wenig besteht aufgrund der lediglich pauschalen, nicht 

näher begründeten Vorbringen der Beschwerdeführerin zum einen, aber auch 

des Ausganges dieses Verfahrens zum andern, weder Grund und Anlass für 

die beantragte Zusprechung von Schadenersatz. Dieser ist denn auch ohne 

weiteres abzuweisen.

b) Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht eine Verletzung ihres 

Anspruches auf rechtliches Gehör geltend. Sie vertritt die Auffassung, dass 

die im Zuschlagsentscheide enthaltene Begründung „wirtschaftlichstes 

Angebot“ den submissionsrechtlich verlangten Anforderungen an die 

Begründungspflicht nicht zu erfüllen vermöge. Ihr kann jedoch nicht gefolgt 

werden. 

Gemäss Art. 23 Abs. 1 SubG i.V.mit Art. 13 lit. h IVÖB ist der Zuschlag allen 

Anbietern mitzuteilen und - mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen - kurz 

zu begründen. Nach konstanter verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung 

heisst dies, dass dabei wenigstens summarisch diejenigen Überlegungen zu 

nennen sind, von denen sich die Vergabebehörde hat leiten lassen und auf 

welche sich der Entscheid stützt (VGU U 03 41, U 06 71). Als zulässig hat das 

Gericht selbst derart kurze Begründungen - wie die vorliegende - in 

Submissionsangelegenheiten regelmässig dann erachtet, wenn zumindest 

zusammen mit den zur Einsichtnahme aufgelegten Vergabeakten klar 

hervorgeht, aus welchen Gründen die Vorinstanz den Zuschlag einem 

bestimmten Anbieter erteilt hat (VGU U 07 55, U 04 3) und wenn  die 

Offerenten die Möglichkeit haben, bei der Vergabebehörde Rückfragen zu 

stellen, um ihre Rechte im nachfolgenden Beschwerdeverfahren sachgerecht 

wahren zu können. Zutreffend ist, dass der Zuschlagsentscheid lediglich mit 

der Kurzformel „wirtschaftlichstes Angebot“ begründet worden ist. Trotzdem 

kann darin nach konstanter verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung (VGU 

U 07 55 mit weiteren Hinweisen) noch keine Verletzung der 

Begründungspflicht erblickt werden. Im erwähnten Urteil hat das Gericht die 

Zulässigkeit von Kurzbegründungen dann bejaht, wenn zumindest aus den 

zur Einsichtnahme aufgelegten Vergabeakten hervorgehe, aus welchen 

Gründen eine Vorinstanz den Zuschlag einem bestimmten Anbieter erteilt 

habe und die Offerenten zudem die Möglichkeit hätten, bei der 

Vergabebehörde ergänzende Fragen zu stellen, um ihre Rechte frist- und 

sachgerecht wahren zu können. Vorliegend war dem Zuschlagsentscheid 

immerhin eine - wenn auch wenig aussagekräftige - 

Gesamtbeurteilungsmatrix beigeheftet. Die Offerenten sind aber in der 

Rechtsmittelbelehrung ausdrücklich darauf hingewiesen worden sind, dass 

die Akten während der Rechtsmittelfrist auf der Gemeindekanzlei zur Einsicht 

aufliegen würden. Von der Möglichkeit zur Akteneinsichtnahme und zum 

Stellen von ergänzenden Fragen haben auch Vertreter der 

Beschwerdeführerin sowohl telefonisch als auch persönlich vor Ort Gebrauch 

gemacht. Aufgrund ihrer Vorbringen ist nicht ersichtlich, dass ihr in relevanter 

Weise die Möglichkeit zur Einsichtnahme verweigert worden sein könnte. 

Ganz im Gegenteil: So zeigt auch die Darstellung der Beschwerdeführerin 

letztlich auf, dass die vom Rechtsvertreter telefonisch und vom zuständigen 

Kalkulator vor Ort gestellten Fragen beantwortet wurden und sie auch Einsicht 

in die entscheidrelevanten Akten nehmen konnte. 

Soweit sie in diesem Zusammenhang eine Verletzung des 

Akteneinsichtsrechts (i.S. von Art. 29 Abs. 2 BV) geltend macht, kann sie 

daraus ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dies deshalb, weil das 

Akteneinsichtsrecht als Minimalgarantie es dem Rechtssuchenden 

ermöglichen soll, von den einem Verfahren zugrunde liegenden Akten 

Kenntnis zu nehmen (vgl. BGE 108 Ia 7 Erw. 2b). Als Teilaspekt des 

Informationsanspruches soll durch dieses Verfahrensinstrument den 

Betroffenen dazu verholfen werden, sich über die für das Verfahren 

massgeblichen Unterlagen und somit über den Gang des Verfahrens ein Bild 

zu machen, damit sie die Grundlagen für die Geltendmachung ihres 

Standpunktes erarbeiten können. Das Akteneinsichtsrecht findet indes seine 

Grenzen am öffentlichen Interessen des Staates oder an berechtigten 

Geheimhaltungsinteressen Dritter (vgl. statt vieler: BGE 122 I 161 Erw. 6a; 

ferner: Alexander Dubach, Das Recht auf Akteneinsicht, Bern 1990; für das 

Submissionsverfahren: vgl. Urteil 2P.226/2002 vom 20. Februar 2003). Die 

Beschwerdeführerin bringt in ihrer Eingabe nichts vor, was im Lichte der 

massgebenden submissionsrechtlichen Bestimmungen und der 

umschriebenen Rechtsprechung betrachtet im konkreten Fall für ihren 

Einwand sprechen würde. Jedenfalls war es der anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführerin - wie ihre ausführliche Eingabe aufzeigt - offenkundig 

möglich, frist- und sachgerecht Beschwerde zu erheben. Damit erweisen sich 

sowohl die Rüge der mangelhaften Begründung des angefochtenen 

Vergabeentscheides als auch der Verletzung des Akteneinsichtsrechts als 

nicht stichhaltig.  

c) Im Lichte des Dargelegten erweist sich auch der Antrag um Durchführung 

eines zweiten Schriftenwechsels als unbegründet, zumal die 

Beschwerdeführerin - wie erwähnt - ohne weiteres in der Lage war, die 

wesentlichen Entscheidgründe zu erkennen und sie hat dazu in ihrer 

Beschwerde denn auch eingehend Stellung genommen. Die von der 

Vorinstanz eingereichte  Vernehmlassung enthält keine wesentlich neuen 

Gesichtspunkte. Als  „neu“ sind bestenfalls ihre Ausführungen zur gerügten 

Benotung der Referenzen sowie zur Sicherstellung der Qualität zu 

qualifizieren. Von der Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels kann 

jedoch abgesehen werden. Zum einen deshalb, weil sich der streitige 

Zuschlagsentscheid - wie nachstehend noch näher aufzuzeigen ist - bereits 

aufgrund der Zulässigkeit des gewählten Bewertungsmodell sowie des 

grossen Abzuges beim Bauprogamm rechtfertigen lässt. Zum andern aber 

auch deshalb, weil es der Beschwerdeführerin möglich und zuzumuten 

gewesen wäre, sich vorgängig der Beschwerdeerhebung bei der Vorinstanz 

nach den näheren Gründen für diese Abzüge zu erkundigen und allfällige 

Rügen bereits mit der Beschwerde zu erheben. Die Beschwerdeführerin 

übersieht zudem, dass das Beschwerdeverfahren in 

Submissionsangelegenheiten gemäss Art. 26 Abs. 2 SubG möglichst rasch 

(Art. 15 Art. 2bis IVöB) und nach den Regeln des beschleunigten Verfahrens 

gemäss Zivilprozessordnung (Art. 135 ff. ZPO) durchzuführen ist. Das 

bedeutet, dass grundsätzlich nur ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt 

wird; lediglich wenn es der Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne des eben 

unter lit. b Dargelegten verlangt, wird vom Instruktionsrichter ein zweiter 

Schriftenwechsel angeordnet. Nachdem aber im konkreten Fall keine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ersichtlich ist, besteht auch 

kein Anlass auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels, weshalb auch 

dieser Antrag abzuweisen ist. 

3. a) Die Überprüfung von Verfügungen im Submissionsverfahren beschränkt sich 

nach Art. 27 SubG und Art. 16 IVöB gleich wie nach Art. 51 VRG auf 

Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauchs des 

Ermessens sowie auf unvollständige oder unrichtige 

Sachverhaltsfeststellung. Dagegen kann das Verwaltungsgericht nicht sein 

Ermessen an die Stelle jenes der Vorinstanz setzen, sondern es hat Lösungen 

der Verwaltung zu akzeptieren, die mit sachlichen Gründen vertretbar sind, 

selbst wenn eine andere Lösung als zweckmässiger erschiene. Bei Fragen 

technischer, technologischer, (bau)physikalischer und methodologischer Art 

oder bei Eignungs- und Angebotsbewertungen ist die Kognition - wie bei 

Examina - praktisch auf Willkür begrenzt (VGU U 04 114; U 2001 111 und 

128). Dasselbe gilt für die Festlegung von Eignungskriterien. Diese sind dazu 

bestimmt, die finanziellen, wirtschaftlichen, technischen und 

organisatorischen Fähigkeiten der Bewerber zu ermitteln. Obschon sich die 

Eignungskriterien auf die Person des Anbieters beziehen, müssen sie dessen 

ungeachtet in einem direkten und konkreten Bezug stehen zur Leistung, die 

zu erbringen ist, und zwar in dem Sinn, dass sie sich auf die zur erfolgreichen 

Erbringung dieser Leistung notwendigen Qualifikationen beziehen müssen 

(vgl. BR 2004 S. 76). Auch dabei steht der Vergabebehörde ein weiter 

Ermessensspielraum zu (VGU  U 06 86, U 04 130).

b) Was die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe in materieller Hinsicht vorbringt, 

erschöpft sich im Wesentlichen in rein appellatorischer Kritik an den beiden 

angefochtenen Vergabeentscheiden. Sie bringt in ihrer Eingabe nichts vor, 

was darauf schliessen lässt, dass die Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht 

oder überschritten hat, sondern legt lediglich dar, weshalb aus ihrer Sicht die 

Benotung der Zuschlagskriterien bei ihrem und dem Angebot der 

Beschwerdegegnerin 2 anders hätte bewertet werden sollen. Dies reicht aber 

praxisgemäss nicht aus, um den Vorwurf einer willkürlichen bzw. 

ermessensmissbräuchlichen Bewertung zu begründen.

c) Aus der gerügten Nichtberücksichtigung der beiden Unternehmervarianten 

(Pauschalpreis, Betonkreisel) kann die Beschwerdeführerin jedenfalls nichts 

zu ihren Gunsten ableiten. Wie die Gemeinde unter Verweis auf den ihr 

zustehenden weiten Ermessensspielraum bei der Berücksichtigung von 

offerierten Varianten nachvollziehbar dargelegt hat, standen sachliche 

Gründe hinter der Nichtberücksichtigung der beiden Unternehmervarianten, 

und zwar sowohl hinsichtlich der Pauschalvariante (offene Fragen hinsichtlich 

der konkreten Ausgestaltung des Anschlussarmes Camping bzw. allenfalls 

gar einem vollständigen Verzicht auf denselben) als auch der 

Betonkreiselvariante (unübliche Materialwahl; Empfehlungen des kantonalen 

Tiefbauamtes zur Verwendung von Spezialbelägen). Die Beschwerdeführerin 

bringt in ihrer Eingabe nichts vor und es ist für das Gericht auch nichts 

ersichtlich, was vorliegend auf eine willkürliche bzw. 

ermessensmissbräuchliche Ausübung durch die Vorinstanz hindeuten würde. 

Die Beschwerde erweist sich daher in diesem Punkt als unbegründet.

d) Die Beschwerdeführerin beanstandet die von der Vorinstanz beim Kriterium 

„Preis“ gewählte Bewertungsmethode (Solothurner Modell) mittels 

Bewertungspreis, welcher sich aus der Division des bereinigten 

Angebotspreises durch die (entsprechend deren Gewichtung) korrigierten 

Beurteilungspunkte ergibt. Sie macht geltend, diese Methode entspreche 

nicht dem Bündner Submissionsrecht, insbesondere werde damit auch der 

Preis ungenügend gewichtet. Ihr kann nicht gefolgt werden. Weder das 

kantonale SubG noch die IVöB schreiben nämlich zwingend ein bestimmtes 

Bewertungsmodell vor. Vielmehr überlassen sie die Wahl der Methode den 

zuständigen Instanzen. Verlangt wird aber - wie die Beschwerdeführer an sich 

zutreffend erkannt hat - dass dabei die Gewichtung des Kriteriums Preis (i.c. 

60%) tatsächlich zum Tragen kommt. Vorliegend ist nun nichts ersichtlich, 

was im Lichte des Dargelegten gegen die Anwendung des „Solothurner 

Modells“ sprechen würde. Immerhin wird diese Bewertungsmethode 

zumindest im Kanton Solothurn offiziell angewendet und es sind weder 

aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin noch aufgrund der eigenen 

Erkenntnisse des Gerichts relevante Schwächen ersichtlich, welche gegen die 

Zulässigkeit der Anwendung dieses Modells sprechen. Insbesondere hat auch 

die Kontrollbewertung nach dem im Kanton Graubünden gebräuchlichen 

Modell gezeigt, dass sich an der konkreten Rangierung der 

Beschwerdeführerin und dem Obsiegen der Beschwerdegegnerin 2 nichts 

ändern würde. Damit steht aber fest, dass das von der Gemeinde verwendete 

Bewertungsmodell submissionsrechtlich unbedenklich ist und insbesondere 

auch eine genügende Berücksichtigung des Angebotspreises garantiert.

Falsch ist in diesem Zusammenhang die von der Beschwerdeführerin unter 

Hinweis auf die Praxis des Verwaltungsgerichts Zürich vertretene Auffassung, 

die von der Vorinstanz gewählte Bandbreite bei der Benotung des Kriteriums 

„Preis“ sei zu weit. Wie die Gemeinde in ihrer Vernehmlassung unter Hinweis 

auf die interne Kontrollbewertung nachvollziehbar dargelegt hat, resultieren 

bei der von ihr gewählten Skala für die Beschwerdegegnerin 2, welche ein um 

1,97% teureres Angebot eingereicht hat, immer noch 4,6 von 5 Punkten ( 5 - 

[1,97% : 5]= 4.6 Punkte). Die von ihr gewählte Skala bringt es nun mit sich, 

dass ein Anbieter bereits bei einer Preisdifferenz von 25% keine Punkte mehr 

erhalten würde, wohingegen die von der Beschwerdeführerin zitierte Praxis 

erst ab einer Preisdifferenz von 30 - 50% zum selben Ergebnis führen würde. 

Damit erweit sich aber die beschwerdeführerische Rüge, die Preisdifferenz 

von 1,97% sei ungenügend berücksichtigt worden, als offenkundig 

unbegründet.

Nicht gefolgt werden kann ihr sodann auch, soweit sie sich auf den 

Standpunkt stellt, beim streitigen Auftrag handle es sich um eine in höchstem 

Masse standardisierte Routine-Arbeit, deren Komplexität auf der 

entsprechenden Skala zu unterst anzusiedeln sei, weshalb der Zuschlag 

hauptsächlich nach dem Kriterium des niedrigsten Preises hätte erfolgen 

müssen. Mit der Gemeinde ist demgegenüber davon auszugehen, dass die 

erforderlichen Arbeiten gerade aufgrund der zu erwartenden grossen 

Belastungen (starke Beanspruchung durch Schwer-, Durchgangs- und lokaler 

Verkehr; Höhenlage auf rund 1800 m.ü.M. mit entsprechenden 

Witterungseinflüssen; grosses Verkehrsaufkommen) dem mittleren 

Schwierigkeitsgrad (VGU 03 118) zugeordnet werden müssen. Entsprechend 

lässt sich die vorgenommene 60%-Gewichtung, nicht zuletzt auch wegen des 

ihr zustehenden Ermessensspielraumes ohne weiteres vertreten. Die 

Beschwerde erweist sich mithin auch hinsichtlich der beim Kriterium „Preis“ 

gewählten Bewertungsmethode, der Berücksichtigung der konkreten 

Preisdifferenz (1,97% = 0,4 Punkte) wie auch der gerügten Gewichtung 

desselben (60%) als völlig unbegründet.

e) Die Beschwerdeführerin rügt den vorgenommenen Punkteabzug beim 

Bauprogramm, wo sie lediglich 2 von 5 möglichen Punkten erhalten hat. Sie 

bringt diesbezüglich vor, gemäss Ausschreibung hätte lediglich das den 

Ausschreibungsunterlagen beiliegende Rasterprogramm vervollständig 

werden müssen, was sie korrekt gemacht habe. Es sei stossend, wenn sich 

die Gemeinde nun auf einen „Bauphasenplan“ berufe, das vom Raster-

Bauprogramm abweichende Termine nenne und ihr nicht vorgelegen habe. 

Selbstverständlich sei die Definition der einzelnen Bauphasen von 

Bedeutung, doch folge die Ausführung der Belagsarbeiten logischerweise 

allen vorangehenden Arbeiten des Strassenbaus. Im Ergebnis kann sie aus 

ihrer Argumentation nichts zugunsten ihrer Begehren ableiten. Sie scheint 

völlig übersehen zu haben, dass der Bauphasenphasenplan Gegenstand der 

den interessierten Anbietern anlässlich der Begehung vom 18. März 2009 

(auch der Beschwerdeführerin nachweislich) ausgehändigten 

Submissionspläne bildete und im Übrigen auch bereits in den 

Ausschreibungsunterlagen (vgl. S. 5/6, Ziff. 241.310.57-31 „Bauphasenplan“) 

ausdrücklich vorgesehen war. Insofern erweist sich ihre Argumentation 

schlichtweg als aktenwidrig. Wie die Gemeinde sodann auch nachvollziehbar 

dargelegt hat, war beim Raster-Bauprogramm lediglich die Gesamtbauzeit 

(Mai - Oktober) vorgegeben, ansonsten handelte es sich um ein leeres 

Formular. Aufgabe der Anbieter war es nun, in dieses leere Formular das 

individuelle Bauprogramm - unter Berücksichtigung der Vorgaben in den 

Ausschreibungsunterlagen - detailliert einzutragen. Weil sich die 

Beschwerdeführerin trotz klarer Vorgaben nicht daran gehalten hat, war eine 

deutliche Tieferbewertung angezeigt, wobei der von der Gemeinde 

vorgenommene Notenabzug noch als entgegenkommend gewertet werden 

muss. Für eine Höherbewertung, wie es der Beschwerdeführerin vorschwebt, 

besteht überhaupt kein Anlass. Die Beschwerde erweist sich auch 

diesbezüglich als unbegründet. 

f) Soweit die Beschwerdeführerin die Benotung der Referenzen der 

„Schlüsselpersonen“ beanstand, kann ihr ebenfalls nicht geholfen werden. 

Der Abzug erfolgte letztlich aufgrund der geringeren Erfahrung der Anbieterin 

mit Kreiselbauvorhaben. Diese leitete die Gemeinde aus dem Umstand ab, 

dass die Beschwerdeführerin trotz entsprechender Vorgabe in den 

Ausschreibungsunterlagen bei keiner Referenz einen Kreisel aufführte. 

Sodann ergaben auch die telefonischen Rückfragen, dass es sich zumindest 

bei zwei von vier angegebenen Referenzen um keine Kreiselbauten handelte 

(Referenzobjekt 1: N1/5 Baden; Referenzobjekt 2: Hottingerplatz Zürich). 

Standen aber zumindest diese beiden Referenzobjekt mit den 

ausgeschriebenen Arbeiten nur in einem teilweise vergleichbaren 

Zusammenhang, war eine Tieferbewertung sachlich geboten und der 

Punkteabzug war ohne weiteres vertretbar.

g) Soweit die Beschwerdeführerin noch den Punkteabzug unter dem Titel 

„Sicherstellung Qualität“ beanstandet, kann sie daraus ebenfalls nichts zu 

Gunsten ihrer Begehren ableiten. Sie verkennt, dass der von ihr vorgebrachte 

allgemeine Hinweis auf die ISO-Zertifizierungen den Vorgaben in den 

Ausschreibungsunterlagen nicht im mindesten genügt. Dort war nämlich 

ausdrücklich verlangt, dass der Anbieter für die ausgeschriebenen Arbeiten 

seine Vorkehrungen zur Einhaltung der geforderten Qualitäten angebe. Ein 

lediglich allgemeiner Hinweis, wie derjenige der Beschwerdeführerin, kommt 

diesen Vorgaben offensichtlich nicht gerecht, zumal eine vertiefte 

Auseinandersetzung mit den konkreten Risikopunkten der auszuführenden 

Arbeiten sowie eine erläuternde Darstellung der geeigneten 

Gegenmassnahmen fehlt. Entsprechend lässt sich der vorgenommene 

Punkteabzug nicht beanstanden. - Die Beschwerde erweist sich demnach als 

völlig unbegründet und ist daher abzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 72  f. VRG 

zulasten der Beschwerdeführerin. Diese wird überdies verpflichtet wird, der 

anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin 2 eine Parteientschädigung 

auszurichten (Art. 78 Abs. 1 VRG), wobei auf den mit der eingereichten 

Honorarnote vom 9. Juni 2009 geltend gemachten Betrag von Fr. 4'527.65 

(inkl. MWST) abgestellt werden kann (vgl. Art. 2 f. der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

[Honorarverordnung, HV], BR 310.250, in Kraft seit 1. April 2009). Der 

Beschwerdegegnerin 1 ist demgegenüber keine Parteientschädigung 

zuzusprechen, da sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat und 

vorliegend kein Anlass besteht, von dem in Art. 78 Abs. 2 VRG statuierten 

Grundsatz abzuweichen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 10'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 10'352.--

gehen zulasten der … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die … hat der … AG eine Parteientschädigung von Fr. 4'527.65 (inkl. MWST) 

zu bezahlen.