# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ef23cc2-aa31-59cf-a2f0-9607489ac7f2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2025 D-2992/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2992-2022_2025-05-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2992/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Thomas Segessenmann (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Lea Fritsche. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kongo (Kinshasa),   

vertreten durch Alfred Ngoyi Wa Mwanza,  

(…),  

Beschwerdeführerin,   

  
 
gegen 

  
 

Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 3. Juni 2022. 

 

 

 

D-2992/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin verliess ihr Heimatland gemäss eigenen An-

gaben im Jahr 2010, hielt sich in der Folge in Ghana auf und reiste am 

19. April 2019 in die Schweiz ein, wo sie am 2. März 2020 im Bundesasyl-

zentrum (BAZ) B._______ um Asyl nachsuchte. Gleichentags hatte sie den 

rubrizierten Rechtsvertreter mit der Wahrung ihrer Rechte im Asylverfahren 

beauftragt.  

A.b Am 10. März 2020 fand das Dublin-Gespräch statt und am 22. Juni 

2020 wurde mit der Beschwerdeführerin eine «Anhörung Menschenhan-

del» durchgeführt. Am folgenden Tag wurde ihr eine Erholungs- und Be-

denkzeit bis zum 20. Juli 2020 eingeräumt.  

A.c Am 29. Juni 2020 erfolgte die Zuteilung in das erweiterte Verfahren. 

A.d Die Beschwerdeführerin wurde am 28. April 2021 und am 11. Februar 

2022 zu ihren Asylgründen angehört. Dabei machte sie im Wesentlichen 

geltend, ihr Ehemann, C._______, sei ein enger Freund von D._______ 

gewesen. Nach dem Putschversuch 2004 sei ihr Ehemann verhaftet wor-

den. Seither sei er verschollen und sie gehe davon aus, dass er getötet 

worden sei. Er habe beim «Service National d'Intelligence et de Protection» 

(SNIP) und später als (…) der «Agence Nationale de Renseignements» 

(ANR) gearbeitet. D._______ habe sie nach dem Verschwinden ihres Ehe-

mannes gelegentlich finanziell unterstützt. 2007 habe dieser ihr eine Stelle 

als Hausangestellte bei einem befreundeten französischen Geschäfts-

mann organisiert. Am (…) Februar 2010 sei Letzterer verhaftet worden, 

weil ihm der damalige Präsident Kabila vorgeworfen habe, an einer Rebel-

lion im Norden des Landes beteiligt gewesen zu sein. Jedoch habe sich 

der französische Botschafter erfolgreich für die Freilassung ihres Chefs 

eingesetzt. Am (…) Februar 2010 habe das Militär das Lager der Firma, bei 

welcher ihr Chef angestellt gewesen sei, durchsucht und verwüstet. Die 

Soldaten seien auch zu ihr ins Nebenhaus gekommen und hätten sie ge-

schlagen und beschuldigt, eine Komplizin von D._______ und Teil eines 

Komplotts gegen die Regierung zu sein, und sie schliesslich verhaftet. Im 

Gefängnis sei sie (die Beschwerdeführerin) vom obersten Vorgesetzen 

«E._______» immer wieder verhört und zu ihrem Vater, ihrem Ehemann, 

ihrem Chef, dem Sitz der Rebellen, den Waffenlagern, D._______ und sei-

nen Vertrauten oder dem Putschversuch befragt worden, obwohl sie dazu 

keine näheren Informationen gehabt habe. Wenn sie eine Frage nicht habe 

beantworten können, sei sie von den Soldaten, die neben ihr gestanden 

D-2992/2022 

Seite 3 

seien, mit dem Hinterteil der Waffe geschlagen worden. Die Verhöre habe 

sie jeweils nackt über sich ergehen lassen müssen und sie sei dabei regel-

mässig von «E._______» vergewaltigt worden. Auch die übrigen Wächter 

hätten sie nachts oder nach dem Duschen immer wieder vergewaltigt. Am 

(…) März 2010 habe ihr Chef ihre Flucht veranlassen und sie zu sich nach 

Brazzaville bringen können. Am (…) April 2010 sei sie mit ihrem Chef nach 

Accra gereist, wo sie weiter als dessen Hausangestellte gearbeitet habe.  

Im Jahr 2019 habe die kongolesische Regierung nach ihrem Chef und 

D._______ gesucht. Aus diesem Grund sei sie von den ghanaischen Be-

hörden im März 2019 zwei Mal befragt worden. Man habe sie verdächtigt, 

etwas mit der Partei F._______ von D._______ zu tun zu haben, und es 

sei ihr angedroht worden, in ihr Land zurückgeschickt zu werden. Drei Tage 

nach der zweiten Anhörung habe ihr Chef sie angerufen und ihr mitgeteilt, 

dass sie nicht weiter in Ghana bleiben könne. Er habe ihre Ausreise orga-

nisiert und ein Freund von ihm habe sie nach Genf begleitet, wo sie am 

(…) April 2019 angekommen sei. Dort sei sie dann in einem Haus festge-

halten und wiederholt vergewaltigt worden. Erst am 2. März 2020 sei es ihr 

gelungen, aus dem Haus zu fliehen.  

A.e Die Beschwerdeführerin reichte im Verlauf des erstinstanzlichen Ver-

fahrens verschiedene Arztberichte sowie eine Wahlkarte im Original ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 3. Juni 2022 – eröffnet am 7. Juli 2022 – verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte ihr Asylge-

such ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz an. Den Vollzug 

der Wegweisung hingegen schob es wegen Unzumutbarkeit desselben zu-

gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Ebenso wurde die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten verfügt. 

C.  

Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin am 7. Juli 2022 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, ihr sei – 

in Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft – Asyl zu gewähren. Eventuali-

ter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um die unentgeltliche Prozess-

führung einschliesslich des Verzichts auf Erhebung eines Kostenvorschus-

ses und die Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbei-

stand.  

D-2992/2022 

Seite 4 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. August 2022 gewährte der Instruktionsrich-

ter der Beschwerdeführerin eine Frist bis zum 22. August 2022, um bei der 

Vorinstanz um (vollständige) Einsicht in die editionspflichtigen Akten zu er-

suchen und beim Bundesverwaltungsgericht eine ergänzende Stellung-

nahme einzureichen.  

E.  

Am 31. August 2022 ging – nach erfolgter Akteneinsicht – beim Bundes-

verwaltungsgericht eine undatierte Beschwerdeergänzung ein.  

F.  

Am 11. November 2024 zeigte der Rechtsvertreter dem Bundesverwal-

tungsgericht an, dass das Beschwerdeverfahren neu durch die rubrizierte 

Firma betreut werde, wobei er weiter die rechtliche Vertretung wahrnehme.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

D-2992/2022 

Seite 5 

Die Beschwerde richtet sich gegen Ziff. 1 – 3 des Dispositivs der angefoch-

tenen Verfügung (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, Ablehnung des 

Asylgesuchs und Wegweisung aus der Schweiz). Die Frage des Vollzugs 

der Wegweisung bildet demgegenüber nicht Gegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5).  

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung ihres rechtli-

chen Gehörsanspruchs respektive eine Verletzung des Akteneinsichts-

rechts sowie – sinngemäss – eine Verletzung der Aktenführungspflicht. Die 

beiden Anhörungsprotokolle seien weder im Aktenverzeichnis aufgeführt 

noch zusammen mit dem Asylentscheid bei den Akten gelegen. Durch die 

unterlassene Zustellung der vollständigen Akten sei ihr die wirksame An-

fechtung der vorinstanzlichen Verfügung nicht möglich gewesen. Diese for-

mellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet 

sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

4.2  

4.2.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Das Recht auf Akteneinsicht gemäss Art. 26 ff. VwVG 

bildet einen Teilgehalt des rechtlichen Gehörsanspruchs. Nach der Recht-

sprechung wird aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör auch eine allge-

meine Aktenführungspflicht abgeleitet. Aus der Aktenführungspflicht erge-

ben sich auch Anforderungen an die Systematik der Aktenführung: Voraus-

gesetzt wird ein chronologisches, zum Zeitpunkt der Entscheidung in sich 

geschlossenes Dossier, das heisst spätestens im Zeitpunkt des Entschei-

des müssen die Akten durchgehend paginiert werden (vgl. statt vieler 

BVGE 2018 IV/5 E. 8.1 m.w.H.).  

4.2.2 Das SEM händigt der asylsuchenden oder der von ihr bevollmächtig-

ten Person gemäss Art. 17 Abs. 5 AsylG bei der Eröffnung eines Entscheids 

nach Art. 23 Abs. 1, Art. 31a oder Art. 111c AsylG gleichzeitig die Verfah-

rensakten aus, wenn der Vollzug der Wegweisung angeordnet wurde. 

D-2992/2022 

Seite 6 

Diese Regelung vermittelt den Asylsuchenden einen gesetzlichen An-

spruch auf Zusendung der Verfahrensakten bei Entscheideröffnung (BBl 

2011 7325, 7340). 

4.2.3 Bei der angefochtenen Verfügung des SEM handelt es sich zwar um 

einen Entscheid nach Art. 31a Abs. 4 AsylG, vorliegend wurde jedoch kein 

Wegweisungsvollzug angeordnet. Damit liegt keine Verfahrenskonstella-

tion gemäss Art. 17 Abs. 5 AsylG vor. Mithin bestand für die Vorinstanz im 

Zeitpunkt der Entscheideröffnung keine gesetzliche Verpflichtung, der Be-

schwerdeführerin – ohne Vorliegen eines Akteneinsichtsgesuchs – gleich-

zeitig die editionspflichtigen Akten auszuhändigen. Die blosse unvollstän-

dige Zustellung der editionspflichtigen Akten an die Beschwerdeführerin 

stellt deshalb vorliegend noch keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts 

dar.  

4.2.4 Indes hat in casu dass SEM seine Aktenführungspflicht verletzt, in-

dem die Verfahrensprotokolle im Entscheidzeitpunkt beziehungsweise 

spätestens im Zeitpunkt der Entscheideröffnung noch nicht in den elektro-

nischen Akten beziehungsweise im entsprechenden Aktenverzeichnis voll-

ständig erfasst waren. Aus diesem Grund leidet die angefochtene Verfü-

gung auch an einem Eröffnungsmangel, indem der Beschwerdeführerin die 

editionspflichtigen Akten unvollständig ausgehändigt wurden und auch das 

mitgelieferte Aktenverzeichnis unvollständig war, obwohl sie gestützt auf 

die Dispositiv-Ziffer 7 darauf vertrauen durfte, sämtliche editionspflichtigen 

Akten (inkl. vollständigem Aktenverzeichnis) zu erhalten.  

4.2.5 Diese Mängel erweisen sich indessen als geringfügig und sind mit 

der nachträglich gewährten vollständigen Einsicht in die editionspflichtigen 

Akten (inkl. vollständig nachgeführtem Aktenverzeichnis) durch das SEM 

und die vom Bundesverwaltungsgericht eingeräumte Möglichkeit zur Ein-

reichung einer ergänzenden Stellungnahme als geheilt zu betrachten (vgl. 

zu den Voraussetzungen der Heilung von Gehörsverletzungen BGE 137 I 

195 E. 2.3.2, BVGE 2013/23 E. 6.1.3, je m.w.H.).  

4.3 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen der Beschwer-

deführerin als unbegründet beziehungsweise sind sie als auf Beschwerde-

ebene geheilt zu betrachten. Es besteht somit keine Veranlassung, die an-

gefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache 

an das SEM zurückzuweisen. Das entsprechende Begehren ist abzuwei-

sen. 

D-2992/2022 

Seite 7 

5.   

5.1 Somit bleibt zu prüfen, ob das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

der Beschwerdeführerin verneint, ihr Asylgesuch abgelehnt und ihre Weg-

weisung aus der Schweiz verfügt hat.  

5.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlings-

eigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nach-

teile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche im 

Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen der 

asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungs-

motive drohen oder zugefügt worden sein. Weiter ist massgeblich, ob die 

geltend gemachte Gefährdungslage noch aktuell ist (vgl. BVGE 

2008/12 E. 5., 2010/57 E. 2).  

Die Aktualität der Verfolgung beinhaltet ein objektives und ein subjektives 

Element. Ob eine begründete Furcht vor künftiger (weiterer) Verfolgung 

vorliegt, ist aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu beurteilen. 

Es müssen hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vor-

handen sein, die bei jedem Menschen in der gleichen Lage Furcht vor Ver-

folgung hervorrufen würden. Für die Beurteilung der objektiv begründeten 

Furcht ist also entscheidend, ob die Umstände, welche zur Flucht geführt 

haben auch im Entscheidzeitpunkt noch vorliegen. Veränderungen der ob-

jektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid 

bzw. Urteil sind deshalb zugunsten und zulasten der asylsuchenden Per-

son zu berücksichtigen. Die objektive Betrachtungsweise ist durch das vom 

Betroffenen bereits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in ver-

gleichbaren Fällen zu ergänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungsmass-

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/12
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/12

D-2992/2022 

Seite 8 

nahmen ausgesetzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (sub-

jektive) Furcht. (vgl. BVGE 2011/50 E. 3.1.1 f.; 2011/51 E. 6 f.; 2008/4 

E. 5.2, je m.w.H). 

5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegen-

satz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringungen einer asyl-

suchenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit 

der Sachverhaltsdarstellung der gesuchstellenden Person sprechen, über-

wiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektive Sichtweise abzustellen und 

es kommt auf die Gesamtbeurteilung aller Elemente an (Übereinstimmung 

bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibi-

lität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen 

die Gesuchstellerin sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, 

wenn die positiven Elemente überwiegen, wobei es nicht ausreicht, wenn 

der Inhalt der Vorbringungen zwar möglich, aber in Würdigung der gesam-

ten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-

brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. dazu BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 sowie das Referenzurteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Feb-

ruar 2015 E. 5.6.1, beide m.w.H.)  

6.  

6.1 Das SEM begründet die Ablehnung des Asylgesuchs der Beschwerde-

führerin im Wesentlichen damit, die Beschwerdeführerin habe zwar viel 

und ausschweifend erzählt, jedoch seien ihre Schilderungen in wesentli-

chen Punkten oberflächlich geblieben und sie habe diese auch auf Nach-

frage nicht vertiefen können. So sei sie nicht in der Lage gewesen, nähere 

Angaben zu den behaupteten Beziehungen ihres Ehemannes und ihres 

Chefs zu D._______ und deren gemeinsamen Aktivitäten zu machen. Auch 

die Situation im Lagerhaus und die dort gelagerten Güter habe sie nicht 

beschreiben können. Auch die Fragen zu ihrem Haftalltag, dem Ablauf der 

Befragungen und ihrem gesundheitlichen Zustand nach ihrer Befreiung 

D-2992/2022 

Seite 9 

habe sie knapp und oberflächlich beantwortet. Ebenso vage sei ihre Be-

schreibung der Befragung durch die ghanaischen Behörden ausgefallen. 

Neben den oberflächlichen Schilderungen hätten ihre Aussagen auch Wi-

dersprüche und Ungereimtheiten enthalten. So habe sie sowohl ihre Ver-

haftung als auch die Gewaltanwendungen während ihrer Verhaftung wider-

sprüchlich geschildert. Sie habe zudem Vorgänge beschrieben, die sie aus 

ihrer Position im Nebengebäude, in welchem sie geschlafen und sich vor 

der Festnahme und während der Hausdurchsuchung aufgehalten habe, 

gar nicht habe wahrnehmen können. Darauf angesprochen habe sie die 

Ungereimtheiten nicht hinreichend zu erklären vermocht. Auch ihre Erklä-

rungen, dass sie in G._______ inhaftiert gewesen sei, was sie bei ihrer 

Befreiung habe feststellen können, vermöchten nicht zu überzeugen. So-

dann hätten wesentliche Punkte der Schilderungen der Beschwerdeführe-

rin der allgemeinen Erfahrung und Logik widersprochen. So sei nicht nach-

vollziehbar, dass ihr Arbeitgeber, in dessen Haus Waffen gefunden worden 

seien und der von den Behörden eines geplanten Regierungssturzes be-

zichtigt worden sei – angesichts der Schwere der Vorwürfe und trotz Inter-

vention des französischen Botschafters in Kinshasa – so schnell aus der 

Haft entlassen worden sei und unbehelligt habe das Land verlassen kön-

nen. Ebenso sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin 

sechs Jahre seit dem Verschwinden ihres Ehemannes unbehelligt geblie-

ben sei, obwohl ihr während ihrer Haft die früheren Aktivitäten und Verbin-

dungen ihres Ehemannes zu H._______ vorgehalten worden seien. Auch 

erschliesse sich dem SEM nicht, warum die ghanaischen Behörden die 

Beschwerdeführerin erst im Frühjahr 2019 – mithin nach neun Jahren un-

behelligten Aufenthalts in Ghana – ins Visier genommen haben sollten. Die 

Erklärung der Beschwerdeführerin, dies habe mit der Wahl des neuen Prä-

sidenten Félix Tshisekedi im Dezember 2018 zu tun gehabt, sei nicht über-

zeugend. Eine andere Einschätzung ergebe sich auch nicht aus dem ein-

gereichten ärztlichen Bericht der Psychotherapeutin der Beschwerdeführe-

rin und dem beigefügten Konsultationsbericht des (…). Die oben dargeleg-

ten zahlreichen Hinweise auf die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen der Be-

schwerdeführerin liessen sich nicht allein durch ihre gesundheitlichen Be-

schwerden oder den Zeitablauf erklären. Zudem enthielten die Arztberichte 

zu den Angaben der Beschwerdeführerin in ihren Anhörungen Widersprü-

che bezüglich der Haftzeit und der vorgebrachten Fehlgeburt. Selbst wenn 

die eingereichten Berichte bestätigten, dass die Beschwerdeführerin ge-

sundheitliche Probleme habe, welche auf die geltend gemachten Erleb-

nisse schliessen lassen könnten, liessen diese Berichte die Vorbringen 

nicht als glaubhaft erscheinen. Da die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

D-2992/2022 

Seite 10 

den Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht standhielten, sei deren Asylrele-

vanz nicht zu prüfen.  

Bezüglich der geltend gemachten Missbräuche durch den Freund des ehe-

maligen Arbeitgebers der Beschwerdeführerin nach ihrer Ankunft in Europa 

führte die Vorinstanz aus, dass aus den Akten keine Hinweise vorliegen 

würden, dass sie aufgrund der geltend gemachten Probleme auch in 

Kongo (Kinshasa) Nachteile zu befürchten hätte. Unter anderem habe sie 

den Freund ihres Arbeitgebers in Ghana kennengelernt, ein Bezug zu ih-

rem Heimatland sei nicht ersichtlich. Auch habe er die Beschwerdeführerin 

letztendlich freiwillig gehen lassen. Diese Vorbringen seien mangels be-

gründeter Furcht vor Verfolgung im Heimatstaat flüchtlingsrechtlich nicht 

relevant.  

6.2 Die Beschwerdeführerin hielt diesen Ausführungen auf Beschwerde-

ebene im Wesentlichen entgegen, ihre Vorbringen seien in Anbetracht der 

traumatischen Erlebnisse in Haft sehr wohl detailliert und so präzise wie 

möglich ausgefallen. Das Gleiche gelte für die Fragen zu ihren Verhören 

durch die ghanaischen Behörden. Alsdann habe sie die Fragen zu ihrer 

Beziehung und der Beziehung ihres Mannes zu H._______ alle wahrheits-

getreu beantwortet. Betreffend die vorgebrachten Widersprüche entgeg-

nete sie, dass es sich nicht um essentielle Punkte handle. Ebenso habe 

das SEM nicht berücksichtigt, dass sie während ihren Anhörungen über 

Erlebnisse erzählt habe, welche sie vor mehr als 10 Jahren erlebt habe und 

dass während ihren beiden Anhörungen erneut eine beträchtliche Zeit ver-

gangen sei. Ihre Vorbringungen seien in den wesentlichen Punkten durch-

aus schlüssig ausgefallen. Sodann führten mehrere internationale Berichte 

zur Lage in der Demokratischen Republik Kongo aus, dass nach der 

Machtübernahme von Präsident Félix Tshisekedi im Dezember 2018 Op-

positionelle von den Sicherheitskräften eingeschüchtert und bedroht, ge-

schlagen, festgenommen und in einigen Fällen strafrechtlich verfolgt wor-

den seien. Es sei also plausibel, dass sie erst im Jahre 2019 ins Visier der 

ghanaischen Behörden geraten sei. Ein weiterer Grund könnte sein, dass 

ihr Aufenthaltsort vom kongolesischen Geheimdienst nicht vorher habe er-

mittelt werden können. Ihre Krankenakte bestätigte indes ihre Asylvorbrin-

gungen und die darin enthaltenen Widersprüche dürften sich nicht auf die 

Glaubhaftigkeit auswirken. Unter Berücksichtigung des reduzierten Be-

weismassstabs im Asylverfahren seien ihre Vorbringen als überwiegend 

wahrscheinlich und somit glaubhaft nach Art. 7 AsylG zu betrachten. Be-

treffend den Asylpunkt hielt sie der Argumentation des SEM entgegen, ihre 

D-2992/2022 

Seite 11 

erlittenen Verfolgungen (Vergewaltigungen und Misshandlungen im Ge-

fängnis in G._______) wiesen eine gewisse Intensität auf und seien ihr ge-

zielt aufgrund der ihr vorgehaltenen politischen Mitgliedschaft in der Partei 

F._______ von D._______ durch die staatlichen Behörden zugefügt wor-

den. Bei einer möglichen Rückkehr in ihr Heimatland bestehe sowohl sub-

jektiv als auch objektiv begründete Furcht vor Folter und Misshandlung. 

Ihre Vorbringen erfüllten somit die Anforderungen an die Flüchtlingseigen-

schaft. 

7.  

7.1 Nachfolgend werden die Vorbringen der Beschwerdeführerin im Hin-

blick auf ihre Glaubhaftigkeit (Art. 7 AsylG) und ihre flüchtlingsrechtliche 

Relevanz (Art. 3 AsylG) geprüft.  

7.2 Die Schilderungen der Beschwerdeführerin zu ihren Verhören, Miss-

handlungen und Vergewaltigungen in Haft in ihrem Heimatland im Jahre 

2010 sind zwar nicht sonderlich substantiiert. Sie enthalten jedoch einige 

Realkennzeichen sowie emotionale Regungen und sind im Wesentlichen 

widerspruchsfrei (vgl. insbesondere SEM act. 32/21 A50 f. und 37/14 

A37 ff.). Ob die erwähnten Einschränkungen betreffend die Substantiie-

rung auf die mit den geschilderten Erlebnissen verbundene psychische und 

emotionale Belastung der Beschwerdeführerin zurückzuführen sein könn-

ten, braucht vorliegend nicht abschliessend beantwortet zu werden. Selbst 

wenn nämlich die geltend gemachte Inhaftierung und die in Haft erlittenen 

Misshandlungen als glaubhaft zu betrachten wären, könnte daraus – wie 

nachfolgend aufzuzeigen ist (vgl. unten E. 7.5) – nicht geschlossen wer-

den, die Beschwerdeführerin hätte im Fall einer (hypothetischen) Rückkehr 

in ihr Heimatland heute noch eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung 

zu befürchten.  

7.3 Was die angeblichen Behelligungen der Beschwerdeführerin in Ghana 

im Jahr 2019 betrifft, kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, 

dass sich diese als unglaubhaft erweisen. Ihre Vorbingen wirken konstru-

iert, enthalten mehrere Widersprüche und ihre Aussagen zu den angebli-

chen Verhören durch den ghanaischen Geheimdienst erweisen sich als 

oberflächlich und substanzlos. Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer An-

hörung vom 28. April 2021 (SEM act. 32/21) vor, dass sie verhaftet worden 

sei, jedoch habe sie vorweg zwei Vorladungen, eine datiert auf den 5. März 

und eine datiert auf den 19. März erhalten. Sie sei zum Geheimdienst ge-

gangen und dort gefragt worden, warum sie in Ghana lebe und welche Ak-

tivitäten sie zwischen Kinshasa und Ghana betreibe. Die Befrager hätten 

D-2992/2022 

Seite 12 

ihr sehr viele Fragen gestellt. Auch sei sie beschuldigt worden, Mitglied in 

der F._______ zu sein, da sie Kongolesin sei. Sie sei zudem aufgefordert 

worden zu sagen, wo die Parteisitzungen in Ghana stattfänden. Zuletzt sei 

sie beschuldigt worden, zusammen mit ihrem Chef und der Partei 

F._______ die Regierung in Kinshasa stürzen zu wollen. Es sei ihr nicht 

geglaubt worden, sie sei aber doch wieder freigelassen worden. Drei Tage 

später habe sie ihr Chef angerufen und dieser habe sich grosse Sorgen 

um sie gemacht, weshalb er daraufhin ihre Ausreise aus Ghana organisiert 

habe (SEM act. 32/21 A52/60). Als Grund für die erst späte Behelligung 

durch den Geheimdienst in Ghana meinte die Beschwerdeführerin, dies 

habe mit der Wahl vom derzeit amtierenden Präsident Félix Tshisekedi zu 

tun, die oppositionelle Partei F._______ habe viel Kritik an der Regierung 

und auch an Félix Tshisekedi und Kabila geübt. Jedoch wisse sie nicht ge-

nau, warum (SEM act. 32/21 A77). Während ihrer ergänzenden Anhörung 

vom 11. Februar 2022 brachte die Beschwerdeführerin vor, dass der Ge-

heimdienst nur ihren Chef zuhause gesucht habe. Zum Verhör sei sie nicht 

freiwillig gegangen, sondern sie sei dann zusammen mit ihrem Chef zur 

Migrationsstelle und dort in einen Raum gebracht und befragt worden. Sie 

sei zweimal vorgeladen und auch zweimal befragt worden. Einige Tage 

später habe sie ihr Chef angerufen und gesagt, dass ihre Situation ernst 

geworden sei und sie darum Ghana verlassen müsse (SEM act. 37/14 

A57). Darauf angesprochen, wer sie damals mitgenommen habe, wider-

spricht sich die Beschwerdeführerin zum vorherigen Vorbringen, sie wisse 

nicht, ob es der Geheimdienst von Ghana gewesen sei, weil die Personen 

in ziviler Kleidung gekommen seien (SEM act. 37/14 A59). Darauf ange-

sprochen, dass die Beschwerdeführerin nun von zwei Vorladungen gespro-

chen habe und einmal, wo sie von zu Hause mitgenommen worden sei, 

antwortete die Beschwerdeführerin ausweichend und gab an, die Perso-

nen seien am 5. März gekommen und hätten sie und ihren Chef mitgenom-

men. Bei der zweiten Vorladung sei sie auch zusammen mit ihrem Chef 

mitgenommen worden, das sei am 18. oder 19. März gewesen (SEM act. 

37/14 A64). Diese widersprüchlichen und teilweise nachgeschoben wirken-

den Aussagen zu den Behelligungen durch den angeblichen ghanaischen 

Geheimdienst im Jahre 2019 in Ghana, die bezüglich der Nachverfol-

gungsgefahr ein zentrales Element darstellen, lassen erhebliche Zweifel 

an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen aufkommen. Insgesamt sind diese 

Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG als unglaubhaft einzustufen.   

7.4 Im Weiteren geht das Bundesverwaltungsgericht nach der Konsultation 

verschiedener Länderberichte davon aus, dass sich die politische Situation 

D-2992/2022 

Seite 13 

in Kongo (Kinshasa) seit den geltend gemachten Übergriffen der Be-

schwerdeführerin im Jahr 2010 massgeblich verändert präsentiert. Wäh-

rend Kabila in der Anfangsregierungszeit von Félix Tshisekedi noch einen 

bedeutenden Einfluss auf den neu gewählten Präsidenten ausübte und die 

kongolesischen Behörden anfangs noch mit Gewalt gegen Oppositionelle 

– sowohl im Kongo als auch in der Umgebung – vorgegangen waren, 

setzte sich Félix Tshisekedi selbst von Beginn seiner Amtszeit an für eine 

politische Öffnung ein. Bald begann sich Félix Tshisekdedi zu emanzipieren 

und den Einfluss von Kabila zu beenden. So kündigte Félix Tshisekedi die 

politische Allianz mit der «Front commun pour le Congo» (FCC) und bildete 

im April 2021 eine neue Regierung, welche überwiegend aus eigenen An-

hängern sowie anderen Kabila-Gegnern bestand beziehungsweise besteht 

(vgl. dazu IRB-Immigration and Refugee Board of Canada: Democratic Re-

public of the Congo: Treatment of opposition members since the 2018 elec-

tions, including members of the Union for Democracy and Social Progress 

[…] as well as clergy […], 25. Februar 2020, < https://www.irb-

cisr.gc.ca/en/country-information/rir/Pages/index.aspx?doc=458090-

&pls=1 >, zuletzt gesehen am 8. Mai 2025; IAGCI, Country Policy and In-

formation Note DRC: Opposition to the government, November 2023, < 

https://www.ecoi.net/en/file/local/2100648/COD+CPIN+Opposition+to-

+the+Government.pdf >, zuletzt gesehen am 8. Mai 2025;  Frankfurter 

Rundschau, Von der Ente zum Adler, 1. Februar 2021, < 

https://www.fr.de/politik/von-der-ente-zum-adler-90187827.html >; zuletzt 

gesehen am 8. Mai 2025; BusinessDay, DRC cabinet overhaul shifts bal-

ance of power to Felix Tshisekedi, < https://www.busi-

nesslive.co.za/bd/world/africa/2021-04-12-drc-cabinet-overhaul-shifts-bal-

ance-of-power-to-felix-tshisekedi/ >, zuletzt gesehen am 8. Mai 2025; vgl. 

ebenfalls zum ganzen Urteile des BVGer D-5554/2020 vom 2. September 

2021 E. 6.4. m.w.H.; D-7269/2017 vom 9. Oktober 2020 E. 5.4 ff.).  

Bereits während der ersten Amtsperiode von Félix Tshisekedi verbesserte 

sich die Menschenrechtslage im Land kontinuierlich (vgl. dazu IRB-Immi-

gration and Refugee Board of Canada: Democratic Republic of the Congo: 

Treatment of opposition members since the 2018 elections, including mem-

bers of the Union for Democracy and Social Progress […] as well as clergy 

[…], 25. Februar 2020, < https://www.irb-cisr.gc.ca/en/country-informa-

tion/rir/Pages/index.aspx?doc=458090&pls=1 >, zuletzt gesehen am 

8. Mai 2025). Obwohl es im Vorfeld der Wiederwahl von Félix Tshisekedi 

im Dezember 2023 zu kritischen Vorfällen – unter anderem gegenüber Dis-

sidenten – kam (vgl. dazu Reuters, Congo presidency’s rights record raises 

questions ahead of vote, < https://www.reuters.com/world/africa/congo-

https://www.irb-cisr.gc.ca/en/country-information/rir/Pages/index.aspx?doc=458090&pls=1
https://www.irb-cisr.gc.ca/en/country-information/rir/Pages/index.aspx?doc=458090&pls=1
https://www.irb-cisr.gc.ca/en/country-information/rir/Pages/index.aspx?doc=458090&pls=1
https://www.irb-cisr.gc.ca/en/country-information/rir/Pages/index.aspx?doc=458090&pls=1
https://www.irb-cisr.gc.ca/en/country-information/rir/Pages/index.aspx?doc=458090&pls=1

D-2992/2022 

Seite 14 

presidencys-rights-record-raises-questions-ahead-vote-2023-10-03/ > zu-

letzt gesehen am 8. Mai 2025), beruhigte sich die Lage nach der (umstrit-

tenen) Wiederwahl von Félix Tshisekedi im Dezember 2023 wieder. Ge-

mäss den konsultierten Länderberichten bleiben Oppositionelle, die nicht 

über ein besonders ausgeprägtes politisches Profil verfügen, in aller Regel 

unbehelligt, auch bei einer Rückkehr in die Demokratische Republik Kongo 

(vgl. dazu IAGCI, Country Policy and Information Note DRC: Opposition to 

the government, November 2023, insbesondere E. 3.1 ff < 

https://www.ecoi.net/en/file/local/2100648/COD+CPIN+Opposi-

tion+to+the+Government.pdf >, zuletzt gesehen am 8. Mai 2025; HRW-Hu-

man Rights Watch, World Report 2025 – Democratic Republic of Congo, < 

https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/democratic-re-

public-congo > zuletzt gesehen am 8. Mai 2025; Reuters, Congo frees op-

position leader and former president’s ally Kabund <https://www.reu-

ters.com/world/africa/congo-frees-opposition-leader-former-presidents-

ally-kabund-2025-02-21/> zuletzt gesehen am 8. Mai 2025).  

7.5 Vor diesem Hintergrund kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Beschwerdeführerin, die selber über kein ausgeprägtes 

politisches Profil verfügt, selbst bei Wahrunterstellung ihrer Vorbringen, im 

heutigen Zeitpunkt bei einer (hypothetischen) Rückkehr in ihr Heimatland 

nicht (mehr) eine objektiv begründete Furcht hätte, (erneut) das Opfer einer 

ernsthaften, politisch-motivierten Verfolgung durch die kongolesischen Be-

hörden zu werden. 

Die Beschwerdeführerin hat sich selber nie als Mitglied der Partei 

F._______ ausgegeben. Selbst wenn sie durch ihren verstorbenen Ehe-

mann und ihre Arbeit als Haushaltshilfe für ihren französischen Chef – mit 

einer möglichen Verbindung zu D._______ – eine gewisse Nähe zur Füh-

rungsspitze der Partei F._______ aufgewiesen haben sollte, ist nicht davon 

auszugehen, dass sie – nach so langer Zeit – (noch) im Fokus der kongo-

lesischen Behörden stehen könnte. 

7.6 Gemäss ständiger Praxis zu Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK ist eine einmal 

erlittene Verfolgung auch nach Wegfall einer entsprechenden aktuellen Ge-

fährdung weiterhin als asylrechtlich relevant zu betrachten, wenn eine 

Rückkehr in den früheren Verfolgerstaat aus zwingenden, auf diese Verfol-

gung zurückgehenden Gründen nicht zumutbar ist. Zwingende Gründe in 

diesem Sinn bilden namentlich traumatisierende Erlebnisse, die es der be-

troffenen Person angesichts erlebter schwerwiegender Verfolgungsmass-

D-2992/2022 

Seite 15 

nahmen, insbesondere Folterungen, aufgrund einer Langzeittraumatisie-

rung psychisch verunmöglichen, ins Heimatland zurückzukehren (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2007/31 E. 5.4, m.w.H., insbesondere Entscheidung und 

Mitteilung der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 

16, E. 5a ff.). 

7.7 Aus den Akten ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin am 

4. September 2020 eine (…), eine (…) ohne psychotische Symptome und 

eine (…) diagnostiziert wurde. Als Gründe werden sowohl die erlittene Ver-

folgung und Vergewaltigungen in der Demokratischen Republik Kongo als 

auch die erlittenen Vergewaltigungen auf ihrer Flucht von Ghana in die 

Schweiz angegeben. Weitere Arzt- und Verlaufsberichte wurden während 

des Asylverfahrens keine mehr zu den Akten gereicht. Auch in der Be-

schwerdeschrift finden sich keine weiteren Ausführungen zum Gesund-

heitszustand der Beschwerdeführerin. Selbst bei Wahrunterstellung der 

geltend gemachten Misshandlungen im Jahr 2010 kann aus den einge-

reichten medizinischen Unterlagen nicht geschlossen werden, die geschil-

derten psychischen Beeinträchtigungen würden die praxisgemäss gefor-

derte Schwere für die Annahme zwingender Gründe erreichen.  

7.8 Schlussendlich ist festzuhalten, dass die Vorbringen der Beschwerde-

führerin hinsichtlich ihrer Zeit in Genf selbst bei Wahrunterstellung nicht 

asylrelevant sind. Die geltend gemachten Misshandlungen fanden in der 

Schweiz statt und gingen von einer Privatperson aus – dem Freund ihres 

ehemaligen Chefs.  

7.9 Das SEM hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin dem-

nach zu Recht verneint und ihr Asylgesuch folgerichtig abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

  

D-2992/2022 

Seite 16 

9.  

Nachdem das SEM den Beschwerdeführer mit der angefochtenen Verfü-

gung wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz 

vorläufig aufgenommen hat, stellt sich die Frage nach dem Vorliegen der 

weiteren Voraussetzungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegwei-

sung – Unzulässigkeit und Unmöglichkeit – im vorliegenden Fall nicht, da 

diese Vollzugshindernisse alternativer Natur sind; ist eines erfüllt, gilt der 

Vollzug der Wegweisung als undurchführbar. Die Zulässigkeit und die Mög-

lichkeit des Vollzugs ist erst bei einer möglichen Aufhebung der vorläufigen 

Aufnahme auf Beschwerdeebene zu prüfen (vgl. BVGE 2011/7 E. 8 

m.w.H.).  

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist. 

11.  

11.1 Angesichts des direkten Entscheids in der Sache erweist sich der An-

trag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, als 

gegenstandslos. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG, Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Da ihre Rechtsbegehren jedoch nicht als von vornherein aus-

sichtslos betrachtet werden können und aufgrund der Akten von ihrer pro-

zessualen Bedürftigkeit (vgl. Fürsorgebestätigung vom 8. Juni 2022) – so-

weit ersichtlich bis zum Urteilszeitpunkt – auszugehen ist, ist das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG gutzuheissen. Es sind ihr somit keine Verfahrenskosten aufzuerle-

gen.  

11.3 Eine Parteientschädigung ist bei diesem Ausgang des Verfahrens 

nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

D-2992/2022 

Seite 17 

11.4 Nachdem das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung gutgeheissen wird, ist auch jenes um amtliche Rechtsverbeistän-

dung gutzuheissen und ihr rubrizierter Rechtsvertreter als amtlicher 

Rechtsbeistand einzusetzen (Art. 65 Abs. 2 VwVG). 

11.5 Der amtlich beigeordneten Rechtsvertretung ist zu Lasten des Ge-

richts ein amtliches Honorar auszurichten, soweit dieses sachlich notwen-

dig war, wobei für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter praxisge-

mäss von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– ausgegangen 

wird (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8-11 VGKE). Das Gericht setzt das Honorar 

aufgrund der Kostennote oder, sofern keine solche eingereicht wird, auf-

grund der Akten fest (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).  

11.6 In Abwesenheit einer Kostennote und angesichts der Aktenstücke 

wird die Entschädigung auf Fr. 1'300.– festgesetzt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2992/2022 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung wird gutgeheissen und 

MLaw Alfred Ngoyi Wa Mwanza wird zum amtlichen Rechtsbeistand be-

stellt. 

4.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand MLaw Alfred Ngoyi Wa Mwanza ist ein amt-

liches Honorar von Fr. 1'300.– aus der Gerichtskasse zu entrichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Segessenmann Lea Fritsche 

 

 

Versand: