# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f7b82d9-afc1-5a0d-ae9d-43d246cc125c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 23.09.2025 LC210031
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC210031_2025-09-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LC210031-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. S. Janssen und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss und Urteil vom 23. September 2025

in Sachen

A._____, 
Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

B._____, 
Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger

betreffend Ehescheidung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 
4. Abteilung, vom 14. Oktober 2021 (FE180741-L)

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Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich,
4. Abteilung, vom 14. Oktober 2021:

(Urk. 291 S. 67 ff.)

1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden.

2. Der Beklagten wird die alleinige elterliche Sorge für die Kinder C._____ und 

D._____, beide geboren am tt.mm.2016, übertragen.

3. Es wird festgehalten, dass der Kläger und die Kinder C._____ und D._____ 

gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr haben. Auf 

eine Regelung des Besuchsrechts wird verzichtet.

4. Die mit Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 

8. September 2017 für die Kinder C._____ und D._____ angeordnete Bei-

standschaft wird aufrecht erhalten. Der Aufgabenkatalog der Beiständin

E._____ wird wie folgt angepasst:

 die Beklagte in ihrer Sorge um die Kinder mit Rat und Tat zu unterstüt-

zen;

 die weitere Pflege und Entwicklung der Kinder zu begleiten und zu über-

wachen und bei Bedarf Unterstützungsmassnahmen einzurichten bzw. 

bei der Behörde einen entsprechenden Antrag zu stellen;

 zu gegebener Zeit auf eine Wiederaufnahme des persönlichen Verkehrs 

zwischen dem Kläger und den Kindern hinzuwirken bzw. bei der Be-

hörde einen entsprechenden Antrag zu stellen.

5. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für die Kinder C._____ und 

D._____ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich allfällige Familien-

zulagen und Kinderrenten, zu bezahlen:

 CHF 4'100 pro Kind ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 

31. Januar 2022 (davon je CHF 2'660 als Betreuungsun-

terhalt);

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 CHF 3'890 pro Kind ab dem 1. Februar 2022 bis zur effektiven Pen-

sionierung des Klägers (davon je CHF 820 als Betreu-

ungsunterhalt);

 CHF 640 pro Kind ab der effektiven Pensionierung des Klägers bis 

zum 31. Juli 2028;

 CHF 0 pro Kind ab dem 1. August 2028.

Die Unterhaltsbeiträge sowie allfällige Familienzulagen und Kinderrenten sind 

an die Beklagte zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Mo-

nats.

Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss 

einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, so-

lange das jeweilige Kind im Haushalt der Beklagten lebt und keine eigenen 

Ansprüche gegenüber dem Kläger stellt bzw. keinen anderen Zahlungsemp-

fänger bezeichnet.

6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten wie folgt nachehelichen Unterhalt 

zu bezahlen:

 CHF 2'150 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. Januar 

2022;

 CHF 3'210 ab dem 1. Februar 2022 bis zur effektiven Pensionierung 

des Klägers.

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines 

jeden Monats.

7. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 und 6 basieren auf dem Landesindex 

der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Septem-

ber 2021 von 101,3 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie wer-

den jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 

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2023, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres angepasst. 

Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:

alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index
Neuer Unterhaltsbeitrag  =

101,3

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Ein-

kommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unterhalts-

beiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung ange-

passt.

Fällt der Index unter den Stand von Ende September 2021, berechtigt dies 

nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.

8. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG wird angewiesen, mit Rechtskraft des 

Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto des Klägers (Anschluss-Nr. 1, Versi-

cherten-Nr. 2, AHV-Nr. 3) CHF 319'196, zuzüglich Zins ab 26. Oktober 2018, 

auf das Freizügigkeitskonto der Beklagten (Freizügigkeitskonto 4, AHV-Nr. 5) 

bei der Freizügigkeitsstiftung der F._____ AG, ... [Adresse], zu überweisen.

9. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine güterrechtliche Ausgleichs-

zahlung in der Höhe von CHF 103'433 zu bezahlen.

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 30'000; die weiteren Kosten betragen:

CHF 1'740 Dolmetscherkosten;

CHF 600 Kopierkosten.

11. Die Gerichtskosten (mit Ausnahme der Kopierkosten) werden den Parteien je 

zur Hälfte auferlegt.

Die Kopierkosten werden der Beklagten auferlegt und mit dem dafür geleiste-

ten Vorschuss verrechnet.

12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

13. [Schriftliche Mitteilung.]

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14. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung: 30 Tage.]

Berufungsanträge:

der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten (Urk. 290 
S. 2 ff.):

"1. Dispositiv Ziff. 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
14. Oktober 2021 (FE180741-L) sei aufzuheben und die mit Urteil 
des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 
8. September 2017 für die Kinder C._____ und D._____ angeord-
nete Beistandschaft sei aufzuheben.

 2. Der Kläger sei in Abweichung zu Dispositiv Ziff. 5 erster Absatz 
des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Oktober 2021 
(FE180741-L) zu verpflichten, der Beklagten für die Kinder 
C._____ und D._____ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge, 
zzgl. allfällige Kinderzulagen und Kinderrenten, zu bezahlen: 
- CHF 5'062.00 pro Kind ab Rechtskraft des Scheidungsur-

teils bis zum 31. Januar 2022 (davon je CHF 2'912.00 als 
Betreuungsunterhalt)

- CHF 5'953.00 pro Kind ab Februar 2022 bis Dezember 2025 
(davon je CHF 2'912.00 als Betreuungsunterhalt)

- CHF 6'088.00 pro Kind ab Januar 2026 bis zur effektiven 
Pensionierung des Klägers (davon je CHF 2'912.00 als Be-
treuungsunterhalt)

- CHF 870.00 pro Kind ab effektiver Pensionierung des Klä-
gers bis zur Volljährigkeit eines jeden Kindes bzw. bis zum 
jeweiligen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung 
des jeweiligen Kindes (über das Mündigkeitsalter hinaus).

Eventualiter sei Dispositiv Ziff. 5 erster Absatz des Urteils des Be-
zirksgerichts Zürich vom 14. Oktober 2021 (FE180741-L) aufzu-
heben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. 

 3. Es sei der Kläger in Ergänzung von Dispositiv Ziff. 5 des Urteils 
des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Oktober 2021 (FE180741-L) 
zu verpflichten, ausserordentliche Kosten der Kinder (z.B. Kosten 
Nachhilfe, Kieferchirurgie, Brillen, etc.), soweit sie nicht von Drit-
ten übernommen werden, zusätzlich zu den ordentlichen Unter-
haltsbeiträgen zu bezahlen; eventualiter sei er zu verpflichten, die 
Hälfte dieser Kosten zu bezahlen. 

 4. Der Kläger sei in Abweichung zu Dispositiv Ziff. 6 erster Absatz 
des Urteils des Bezirksgerichts Zürich von 14. Oktober 2021 

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(FE180741-L) zu verpflichten, der Beklagten wie folgt nacheheli-
chen Unterhalt zu bezahlen: 
- CHF 4'567.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 

31. Januar 2022; eventualiter, sollte den Kindern nicht Be-
treuungsunterhalt in beantragtem Umfang zugesprochen 
werden, CHF 10'567.00

- CHF 5'748.00 ab Februar 2022 bis Dezember 2025; eventu-
aliter, sollte den Kindern nicht Betreuungsunterhalt in bean-
tragtem Umfang zugesprochen werden, CHF 11'748.00

- CHF 5'614.00 ab Januar 2026 bis zur effektiven Pensionie-
rung des Klägers; eventualiter, sollte den Kindern nicht Be-
treuungsunterhalt in beantragtem Umfang zugesprochen 
werden, CHF 11'614.00

- CHF 3'800.00 ab effektiver Pensionierung des Klägers. 
Eventualiter sei Dispositiv Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichts 
Zürich vom 14. Oktober 2021 (FE180741-L) aufzuheben und die 
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

 5. In Abweichung zu Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 
vom 14. Oktober 2021 (FE180741-L) sei der Kläger zu verpflich-
ten, der Beklagten CHF 971'071.90 zu bezahlen. 
Eventualiter sei Dispositiv Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts 
Zürich vom 14. Oktober 2021 (FE180741-L) aufzuheben und die 
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten 
des Beklagten."

des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers (Urk. 299 S. 2):

"1. Die Anträge der Beklagten in ihrer Berufung vom 26. November 
2021 seien abzuweisen. 

 2. In Abweichung zu Ziff. 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 
vom 14. Oktober 2021 (FE180741) sei die Stiftung Auffangein-
richtung BVG anzuweisen, mit Rechtskraft des Scheidungsurteils 
vom Vorsorgekonto des Klägers (Anschluss-Nr. 1, Versicherten-
Nr. 2, AHV-Nr. 3) CHF 306'332, zuzüglich Zins ab 26. Oktober 
2018, auf das Freizügigkeitskonto der Beklagten (Freizügigkeits-
konto 4 AHV-Nr. 5) bei der Freizügigkeitsstiftung der F._____ AG, 
... [Adresse], zu überweisen.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zzgl. MWST, 
zulasten der Beklagten."

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der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten zur An-
schlussberufung (Urk. 309 S. 1 i.V.m. Urk. 306 S. 2):

"1. Die Anschlussberufung sei vollumfänglich abzuweisen und Dispo-
sitiv Ziff. 8 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts zu be-
stätigen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten 
des Klägers."

Klageänderung der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklag-
ten (Urk. 362):

In Abweichung zum vorinstanzlichen Entscheid (Dispositiv-Ziff. 8) sei 
neu die G._____ Freizügigkeitsstiftung anzuweisen, vom Vorsorge-
konto des Berufungsbeklagten den Betrag von CHF 319'196.00, zu-
züglich Zins ab 26. Oktober 2018, auf das Freizügigkeitskonto der Be-
rufungsklägerin bei der F._____ AG zu überweisen.

Weitere Klageänderung der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberu-
fungsbeklagten (Urk. 363 S. 2 ff.):

"Sollte der Vorsorgeausgleich mittels Austrittsleistungen im Sinne von 
Art. 123 ZGB nicht mehr durchführbar sein, so sei der Berufungsbe-
klagte zur Zahlung einer Entschädigung im Sinne von Art. 124e ZGB 
(Kapitalabfindung) im Betrag von CHF 319'196.00, zzgl. Zins ab 
26. Oktober 2018, an die Berufungsklägerin zu verpflichten."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessverlauf

1. Sachverhalt

Die Parteien heirateten am tt. September 2009 in H._____ ZH. Der Kläger, Beru-

fungsbeklagte und Anschlussberufungskläger (nachfolgend: Kläger) stammt ur-

sprünglich aus Belgien, die Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungs-

beklagte (nachfolgend: Beklagte) aus Trinidad und Tobago sowie Belgien. Am 

tt.mm.2010 kam I._____ und am tt.mm.2012 J._____ auf die Welt. Mit Urteil vom 

17. Mai 2013 wurde die Vaterschaftsvermutung des Klägers hinsichtlich der bei-

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den Mädchen beseitigt. Ein erstes Eheschutzgesuch zog der Kläger am 20. Sep-

tember 2013 zurück. Am tt.mm.2016 kamen die Zwillingsmädchen C._____ und 

D._____ auf die Welt. Seit dem 21. September 2016 leben die Parteien getrennt. 

Mit Urteil vom 8. September 2017 regelte die Vorinstanz das Getrenntleben 

(EE160301-L, Urk. 9/79). 

2. Prozessverlauf

2.1. Mit Klage vom 24. Oktober 2018 samt Gesuch um Abänderung der Ehe-

schutzmassnahmen leitete der Kläger das vorliegende Scheidungsverfahren ein 

(Urk. 1). Der Verfahrensverlauf vor Vorinstanz kann dem angefochtenen Ent-

scheid entnommen werden (Urk. 291 S. 7 f.). Am 14. Oktober 2021 erging das 

eingangs aufgeführte Urteil (Urk. 291). 

2.2. Das Urteil wurde dem Kläger am 26. Oktober 2021 (Urk. 287) und der Be-

klagten am 27. Oktober 2021 (Urk. 288) zugestellt. Die Beklagte erhob mit Ein-

gabe vom 26. November 2021 (Urk. 290) fristgerecht Berufung. Der mit Verfü-

gung vom 1. Dezember 2021 (Urk. 294) auferlegte Kostenvorschuss von 

CHF 24'000.– wurde am 10. Januar 2022 innert erstreckter Frist geleistet 

(Urk. 295 und Urk. 296). Mit Verfügung vom 23. Februar 2022 wurde dem Kläger 

Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt (Urk. 298). Mit Eingabe vom 

31. März 2022 erstattete er die Berufungsantwort und erhob gleichzeitig An-

schlussberufung (Urk. 299 S. 2). Mit Verfügung vom 2. Juni 2022 wurde die Beru-

fungsantwortschrift mit der Anschlussberufung sowie den entsprechenden Beila-

gen der Beklagten zugestellt und dieser Frist für die Beantwortung angesetzt 

(Urk. 302). Mit Eingabe vom 20. Juni 2022 (Urk. 303) nahm sie Stellung zu den 

neuen Tatsachenbehauptungen des Klägers in der Berufungsantwort. Die An-

schlussberufungsantwort der Beklagten vom 8. Juli 2022 (Urk. 306) samt Beila-

gen (Urk. 307 und 308/1-7), die Eingabe vom 11. Juli 2022 mit dem korrigierten 

Antrag Ziffer 1 (Urk. 309) und das Schreiben der Beklagten vom 18. Juli 2022 

(Urk. 311) samt Bericht des Kinderspitals vom 8. Juli 2022 (Urk. 312/1) wurden 

dem Kläger mit Verfügung vom 18. August 2022 zur Stellungnahme zugestellt 

(Urk. 313). Mit Eingabe vom 8. September 2022 beantragte der Kläger eine Fris-

terstreckung für die Duplik um 20 Tage, welche ihm bis zum 29. September 2022 

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gewährt wurde (Urk. 314). Mit Eingabe vom 28. September 2022 machte die Be-

klagte geltend, der Kläger sei Aktionär der K._____ Aktiengesellschaft mit Sitz in 

Frankreich (Urk. 315) und reichte entsprechende Unterlagen ein (Urk. 317/1-4). 

Im Rahmen seiner Stellungnahme vom 29. September 2022 (Urk. 318) zur An-

schlussberufungsantwort und insbesondere zum Bericht des Kinderspitals reichte 

der Kläger ein persönliches Schreiben (Urk. 320) ein und verwies auf eine bereits 

eingereichte Beilage (Urk. 301). Mit Verfügung vom 7. November 2022 wurden 

die Eingaben und Beilagen der Parteien (Urk. 315, 316, 317/1-4, 318, 319 und 

329) je der Gegenseite zugestellt und wurde ihnen je Frist zur Stellungnahme zu 

den Unterlagen und den neu aufgestellten Behauptungen angesetzt (Urk. 323). 

Am 2. Dezember 2022 ersuchte die Rechtsvertreterin der Beklagten telefonisch 

um eine Bestätigung, welche Ziffern des Scheidungsurteils vom 14. Oktober 2021 

in Rechtskraft erwachsen seien (vgl. Aktennotiz vom 2. Dezember 2022; Urk. 

324). 

2.3. Mit Beschluss vom 7. Dezember 2022 wurde vorgemerkt, dass die Ziffern 1 

bis 3 (Scheidungspunkt, Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge für die Kin-

der C._____ und D._____ an die Beklagte und Verzicht einer Regelung des Be-

suchsrechts für den Kläger) des Urteils der Vorinstanz vom 14. Oktober 2021 am 

31. März 2022 in Rechtskraft erwachsen sind (Urk. 326). 

2.4. Die Stellungnahme der Beklagten vom 11. Januar 2023 (Urk. 329) und die 

Eingabe der Beklagten vom 9. Februar 2023 (Urk. 331) samt Beilagenverzeichnis 

(Urk. 332) und Beilagen (Urk. 333/1-2) wurden mit Verfügung vom 10. März 2023 

dem Kläger zugestellt und es wurde ihm Frist zur Stellungnahme angesetzt 

(Urk. 334). Der Kläger nahm entsprechend mit Eingabe vom 12. April 2023 Stel-

lung (Urk. 335) und reichte Beilagen (Urk. 337/3-4) ein, welche mit Verfügung 

vom 5. Juni 2023 der Beklagten zur Stellungnahme zugestellt wurden (Urk. 339). 

Innert erstreckter Frist nahm die Beklagte mit Eingabe vom 14. Juli 2023 Stellung 

(Urk. 341) und reichte als Beilage eine Kopie des Schreibens der Beiständin 

E._____ vom 11. Juli 2023 an das Obergericht ein (Urk. 342). Dieses Schreiben 

ging im Original am 17. Juli 2023 beim Obergericht ein (Urk. 343). 

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2.5. Mit Verfügung vom 6. September 2023 wurden die Stellungnahme der Be-

klagten (Urk. 341) samt Beilage (Urk. 342) und das Schreiben der Beiständin 

(Urk. 343) dem Kläger zugestellt und es wurde ihm Frist zur Stellungnahme ange-

setzt (Urk. 344). Der Kläger verzichtete mit Schreiben vom 12. September 2023 

auf eine Stellungnahme (Urk. 346). 

2.6. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2023 (Urk. 350) reichte die Beklagte di-

verse Beilagen ein (Urk. 352/1-5), welche dem Kläger mit Verfügung vom 4. Ja-

nuar 2024 zur Stellungnahme zugestellt wurden (Urk. 353). Mit Verfügung vom 

9. April 2024 wurde den Parteien der Übergang des Verfahrens in die Phase der 

Urteilsberatung angezeigt (Urk. 357). Mit Telefonat vom 2. Dezember 2024 teilte 

der Rechtsvertreter des Klägers mit, dass der Kläger per Ende 2024 pensioniert 

werde. Eine Kopie der entsprechenden Aktennotiz wurde den Parteien mit Stem-

pelverfügung vom 10. April 2025 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 359). 

2.7. Mit Eingabe vom 24. Februar 2025 ersuchte die Beklagte neu, die G._____ 

Freizügigkeitsstiftung entsprechend der Dispositiv-Ziffer 8 des vorinstanzlichen 

Entscheids betreffend Vorsorgeausgleich anzuweisen (Urk. 362). Mit Eingabe 

vom 26. Februar 2025 stellte die Beklagte nebst einem Eventualbegehren zum 

Antrag vom 24. Februar 2025 ein superprovisorisches Massnahmebegehren 

(Urk. 363), dem mit Verfügung vom 27. Februar 2025 teilweise entsprochen 

wurde (Urk. 366). Gleichzeitig wurde dem Kläger Frist angesetzt, um zum Gesuch 

um vorsorgliche Massnahmen Stellung zu nehmen (Urk. 366 S. 6). Nachdem sich 

der Kläger innert Frist nicht vernehmen liess, wurden mit Beschluss vom 24. März 

2025 die mit Verfügung vom 27. Februar 2025 superprovisorisch angeordneten 

Massnahmen in vorsorgliche Massnahmen überführt (Urk. 368). 

2.8. Mit Eingabe vom 28. März 2025 teilte Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ dem 

Gericht mit, dass er den Kläger nicht mehr vertrete, jedoch von diesem als Zu-

stellbevollmächtigter bezeichnet worden sei (Urk. 370), und reichte entsprechend 

die Zustellvollmacht (Urk. 371) ins Recht. Die Eingabe samt Beilage wurde der 

Beklagten mit Verfügung vom 2. April 2025 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 

376). 

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2.9. Mit Eingabe ebenfalls vom 2. April 2025 stellte die Beklagte ein vorsorgli-

ches Massnahmebegehren (Urk. 373). Dieses wurde dem Kläger mit Verfügung 

vom 16. April 2025 zugestellt und ihm Frist zur Stellungnahme angesetzt 

(Urk. 378). Der Kläger nahm mit Eingabe vom 25. April 2025 samt Beilagen Stel-

lung (Urk. 381 und Urk. 383/1-5) und reichte gleichzeitig ein separates Schreiben 

ein (Urk. 382). Mit Beschluss vom 6. Mai 2025 wurde der Kläger verpflichtet, die 

vollständigen Konto- und Depotauszüge sämtlicher auf ihn lautenden Konti und 

Depots bei der Zürcher Kantonalbank für den Zeitraum vom 14. November 2024 

bis 2. April 2025 innert 15 Tagen ab Zustellung der Beklagten via deren Rechts-

vertreterin zukommen zu lassen, wobei für den Fall der Widerhandlung eine Be-

strafung nach Art. 292 StGB angedroht wurde (Urk. 384). Mit Eingabe vom 8. Mai 

2025 ersuchte die Beklagte um Sistierung des Verfahrens bis zur Erfüllung ihres 

Editionsanspruches und beantragte eine Aufrechterhaltung der mit Verfügung 

vom 27. Februar 2025 und Beschluss vom 24. März 2025 angeordneten Verfü-

gungsbeschränkung (Urk. 385).

2.10. Mit Eingabe vom 23. Mai 2025 stellte der ehemalige Rechtsvertreter des 

Klägers ein Fristerstreckungsgesuch (Urk. 386), auf welches mit Verfügung vom 

26. Mai 2025 nicht eingetreten wurde (Urk. 387).

2.11. Am 2. Juni 2025 stellte die Beklagte erneut ein Begehren um vorsorgliche 

Massnahmen (Urk. 388). Mit Verfügung vom 4. Juni 2025 wurde dem Kläger Frist 

angesetzt, um zum Gesuch der Beklagten vom 8. Mai 2025 um vorsorgliche 

Massnahmen und zum Antrag der Beklagten auf Verlängerung der mit Beschluss 

vom 24. März 2025 angeordneten Verfügungsbeschränkung Stellung zu nehmen. 

Gleichzeitig wurde das Gesuch der Beklagten um Sistierung des Berufungsver-

fahrens abgewiesen (Urk. 389). 

2.12. Mit Beschluss vom 3. Juli 2025 wurde die Zürcher Kantonalbank verpflich-

tet, die vollständigen Konto- und Depotauszüge sämtlicher auf den Kläger lauten-

den Konti und Depots bei der Zürcher Kantonalbank für den Zeitraum vom 

14. November 2024 bis 2. Juni 2025 der Beklagten via deren Rechtsvertreterin 

zukommen zu lassen. Gleichzeitig wurde beschlossen, über das Gesuch um An-

ordnung der Weitergeltung der Verfügungsbeschränkung über den Zeitpunkt des 

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Erlasses des Berufungsurteils in der Hauptsache hinaus im Endentscheid zu ent-

scheiden (Urk. 390). 

2.13. Die Beiständin beantragte mit Eingabe vom 3. Juli 2025 die Aufhebung der 

Beistandschaft von C._____ und D._____ (Urk. 392). 

2.14. Mit Schreiben vom 9. Juli 2025 (Urk. 393) übermittelte die Zürcher Kanto-

nalbank eine Orientierungskopie (ohne Beilagen) ihres Schreibens vom 9. Juli 

2025 an die Rechtsvertreterin der Beklagten (Urk. 394).

2.15. Mit Eingabe vom 15. Juli 2025 stellte die Beklagte ein Gesuch um Anord-

nung (super-)provisorischer Massnahmen und erneut um Sistierung des Beru-

fungsverfahrens (Urk. 395). Mit Verfügung vom 23. Juli 2025 wurden sowohl das 

Gesuch um Erlass superprovisorischer Massnahmen als auch das Sistierungsge-

such abgewiesen und wurde dem Kläger eine kurze Frist zu Stellungnahme ange-

setzt (Urk. 400). 

2.16. Nachdem sich der Kläger innert Frist nicht vernehmen liess (Urk. 401), 

wurde die Zürcher Kantonalbank in Gutheissung des vorsorglichen Massnahme-

begehrens der Beklagten verpflichtet, ihr Belastungsanzeigen gewisser Belastun-

gen zukommen zu lassen (Urk. 403).

2.17. Mit Schreiben vom 18. September 2025 (Urk. 404) übermittelte die Zürcher 

Kantonalbank eine Orientierungskopie (ohne Beilagen) ihres Schreibens vom 

16. September 2025 an die Rechtsvertreterin der Beklagten (Urk. 405).

2.18. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-289). Das Verfah-

ren ist spruchreif. 

II. Prozessuales

1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315 

Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten wurden die Dispositiv-Ziffern 1 (Scheidungs-

punkt), 2 (Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge für C._____ und D._____ 

auf die Beklagte) und 3 (Anspruch auf persönlicher Verkehr und Verzicht auf eine 

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Regelung des Besuchsrechts) des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 290 S. 2 und 

Urk. 299 S. 2). Diese Ziffern sind in Rechtskraft erwachsen, was mit Beschluss 

vom 7. Dezember 2022 vorgemerkt wurde (Urk. 326).

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; BGer 5A_340/2021 vom 16. November 2021 E. 5.3.1; BGer 

5A_184/2013 vom 26. April 2013 E. 3.1).

3. In der Berufungsschrift ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-

stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von 

Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Beru-

fungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich ar-

gumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verwei-

sungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärun-

gen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen 

sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verwei-

sung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht 

(BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1; 

BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 3.2). Was nicht oder nicht in einer 

den gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich 

– abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der 

Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formge-

recht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (BGE 142 III 413 

E. 2.2.4; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016 E. 5.3; BGer 4A_258/2015 

vom 21. Oktober 2015 E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014 

E. 3.1 und 5). Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige 

Begründungen, muss sich der Berufungskläger in der Berufungsschrift mit allen 

Begründungen auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle einer Haupt- und 

- 14 -

Eventualbegründung (OGer ZH LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III.1.a; ZK 

ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 36). Die Anforderungen an die Berufung gelten 

sinngemäss auch für die Berufungsantwort (BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 

2016 E. 2.2.2 m.w.H.). Diese Grundsätze gelten auch im Bereich der unbe-

schränkten Untersuchungsmaxime (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_800/2019 

vom 9. Februar 2021 E. 5.1).

4.1. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersuchungs- 

und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt 

von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. 

In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, kön-

nen die Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel 

unbeschränkt vorbringen (Art. 317 Abs. 1bis ZPO, der gemäss Art. 407f ZPO im 

vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangt).

4.2. Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren nur noch zulässig, wenn die 

Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind und sie auf neuen Tat-

sachen und Beweismitteln beruht (Art. 317 Abs. 2 ZPO), die nach Art. 317 Abs. 1 

und Abs. 1bis ZPO im Berufungsverfahren vorgebracht bzw. eingereicht werden 

können. Die Klageänderung muss zudem durch die Noven veranlasst worden 

sein (ZK ZPO-Hilber/Reetz, Art. 317 N 86). Diese Einschränkungen gelten aller-

dings lediglich für den Anwendungsbereich der Dispositionsmaxime, die für den 

nachehelichen Unterhalt gilt (Art. 277 Abs. 1 ZPO). Im Anwendungsbereich der 

Offizialmaxime können demgegenüber nachträgliche Änderungen (im Sinne "un-

verbindlicher Vorschläge") auch unabhängig von den Voraussetzungen von 

Art. 317 Abs. 2 ZPO berücksichtigt werden, wenn dies von Amtes wegen ange-

bracht erscheint (OGer ZH LC200028 vom 9. November 2020 E. II.2; ZK ZPO-Hil-

ber/Reetz, Art. 317 N 76). 

4.3. Im erstinstanzlichen Verfahren verlangte die Beklagte vom Kläger in der Kla-

geantwort Ehegattenunterhalt bis zur Aufgabe seiner Erwerbstätigkeit (Urk. 61 

S. 2 Rechtsbegehren Ziffer 5), womit Unterhaltsbeiträge bis zu seiner effektiven 

Pensionierung nach Erreichung des ordentlichen Pensionsalters gemeint waren. 

- 15 -

Vor und anlässlich der Hauptverhandlung verlangte sie Ehegattenunterhalt "min-

destens bis zum Eintritt des Klägers ins gesetzliche Rentenalter der AHV oder ei-

ner späteren Aufgabe der Erwerbstätigkeit durch den Kläger" (Urk. 93A S. 2 f. und 

Urk. 96 S. 2 f. je Rechtsbegehren Ziffern 6–7; siehe auch Urk. 174 S. 2 f. Rechts-

begehren Ziffern 6–7). Was mit "mindestens" gemäss dem vor resp. an der 

Hauptverhandlung gestellten Begehren gemeint war, erschliesst sich weder aus 

den Anträgen noch aus ihren Ausführungen anlässlich der Hauptverhandlung 

resp. deren Fortsetzung. Vielmehr erfolgten für die Zeit nach der effektiven Pen-

sionierung lediglich genauere Ausführungen zum Kinderunterhalt (vgl. Urk. 174 S. 

8 Rz. 17 und Prot. Vi S. 60). Daher ist davon auszugehen, dass die Beklagte vor 

erster Instanz Ehegattenunterhalt bis zum Eintritt des Klägers ins gesetzliche 

Rentenalter oder einer späteren Aufgabe der Erwerbstätigkeit verlangte, wovon 

offensichtlich auch die Vorinstanz ausging. Im Berufungsverfahren beantragt die 

Beklagte demgegenüber auch nacheheliche persönliche Unterhaltsbeiträge in 

Höhe von CHF 3'800 ab effektiver Pensionierung des Klägers (Urk. 290 S. 2 Be-

rufungsantrag Ziffer 4, letzter Spiegelstrich). Dabei handelt es sich um eine Klage-

änderung im unter E. II. 4.2. dargelegten Sinne. Dass die Voraussetzungen dafür 

erfüllt wären, tut die Beklagte nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Vielmehr war 

die bevorstehende Pensionierung des Klägers inzwischen im erstinstanzlichen 

Verfahren ein zentrales Thema, auch für die Beklagte, wie sich nur schon anhand 

der vorerwähnten Anträge zeigt. Diese Klageänderung ist daher nicht zuzulassen; 

auf den im Berufungsverfahren neu gestellten Antrag der Beklagten, der Kläger 

sei zu verpflichten, ihr nachehelichen Unterhalt von CHF 3'800 ab seiner effekti-

ven Pensionierung zu bezahlen (Berufungsantrag Ziffer 4, letzter Spiegelstrich), 

ist nicht einzutreten. Die Spiegelstriche 1 bis 3 des Berufungsantrags Ziffer 4 sind 

wegen Zeitablaufs bzw. weil sich die effektive Pensionierung des Klägers bereits 

aktualisiert hat, als gegenstandslos abzuschreiben (vgl. sogleich unter E. II.5.). 

Dispositivziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils erwächst damit in Rechtskraft 

(Art. 315 Abs. 1 ZPO), wovon Vormerk zu nehmen ist. Der Klarheit halber ist fest-

zuhalten, dass es bis zur Rechtskraft des Scheidungsurteils damit beim mit Verfü-

gung vom 18. Januar 2019 vereinbarten Ehegattenunterhalt von CHF 1'800 

(Urk. 37 Dispositiv-Ziffer 1.2) bleibt.

- 16 -

4.4. Einzutreten ist dagegen auf die Klageänderung der Beklagten betreffend Vor-

sorgeausgleich, welche sie mit Eingaben vom 24. resp. 26. Februar 2025 vor-

nahm (Urk. 362 und Urk. 363). Die diesbezüglichen Anträge beruhen einerseits 

auf neuen Tatsachen im Sinne von Art. 317 Abs. 2 lit. b ZPO. Andererseits ist der 

geänderte Anspruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen wie der ur-

sprüngliche und steht er mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zu-

sammenhang, weshalb auch die Voraussetzungen für eine Klageänderung nach 

Art. 227 Abs. 1 ZPO erfüllt sind.

5. Die Klägerin verlangt die Abänderung des vorinstanzlichen Entscheids hinsicht-

lich der Unterhaltsbeiträge ab Rechtskraft des Scheidungsurteils, danach aber ab 

Februar 2022 (Urk. 290 S. 2 f., Berufungsantrag Ziffer 2, erster Spiegelstrich ff., 

und Berufungsantrag Ziffer 4, erster Spiegelstrich ff.). Dieser Antrag ist vor dem 

Hintergrund zu sehen, dass die Berufungsanträge im November 2021 gestellt 

wurden (Urk. 290 S. 1). Mit Verfügung vom 18. Januar 2019 genehmigte die Vor-

instanz die von den Parteien am 7. Januar 2019 in Abänderung der Ziffern 4, 5 

und 7 der gerichtlich genehmigten Eheschutzvereinbarung vom 8. September 

2017 abgeschlossene Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen 

(Urk. 37). Die darin vereinbarten Unterhaltsbeiträge für die beiden Kinder der Par-

teien sowie für die Beklagte gelten für die gesamte Dauer des Verfahrens, dem-

nach auch für die Dauer des Berufungsverfahrens (Urk. 37 Dispositiv-Ziffern 1.1 

und 1.2; vgl. dazu die Beklagte in Urk. 290 S. 6 Rz 6). Eine Abänderung der vor-

sorglichen Massnahmen gemäss Verfügung vom 18. Januar 2019 wurde nicht 

verlangt, auch nicht im Berufungsverfahren. Demnach sind die oben genannten 

Anträge der – anwaltlich vertretenen – Beklagten dahingehend zu verstehen, dass 

der Berufungsentscheid den Zeitraum ab Rechtskraft des Scheidungsurteils abzu-

decken hat. Dies bedeutet, dass die Anträge der Beklagten gemäss dem ersten 

Spiegelstrich im Berufungsantrag Ziffer 2 vollständig und jener gemäss dem zwei-

ten Spiegelstrich im Berufungsantrag Ziffer 2 teilweise obsolet sind.

6. Mit Verfügung vom 9. April 2024 wurde den Parteien wie dargelegt der Überg-

ang des Verfahrens in die Phase der Urteilsberatung mitgeteilt (Urk. 357). Auf-

grund der ab 24. Februar 2025 gestellten Anträge der Beklagten betreffend den 

- 17 -

Pensionskassenausgleich, insbesondere aufgrund ihrer Anträge auf Erlass super-

provisorischer und vorsorglicher Massnahmen, wurde die Phase der Urteilsbera-

tung hinsichtlich des Pensionskassenausgleichs faktisch aufgehoben. Zudem 

wurde die Beklagte von der Mitteilung des Klägers betreffend Pensionierung vom 

31. Dezember 2024 in Kenntnis gesetzt (Urk. 359). Hinsichtlich der übrigen Rege-

lungsbereiche hat es beim Aktenschluss zu bleiben und können nach dem 9. April 

2024 eingegangene Noven nicht mehr berücksichtigt werden.

7.1. Mit superprovisorischer Verfügung vom 27. Februar 2025 und anschliessen-

dem (Massnahme-)Beschluss vom 24. März 2025 wurde dem Kläger auf Antrag 

der Beklagten eine Verfügungsbeschränkung betreffend seine Vermögenswerte 

bei der Zürcher Kantonalbank auferlegt und derselben untersagt, den Kläger ohne 

schriftliche Zustimmung der Beklagten oder Anweisung des Gerichts in bestimm-

tem Umfang über seine bei ihr liegenden Vermögenswerte verfügen zu lassen 

(Urk. 366 und Urk. 368). Im Beschluss vom 3. Juli 2025, in dem die Zürcher Kan-

tonalbank gerichtlich verpflichtet wurde, der Beklagten vollständige Konto- und 

Depotauszüge sämtlicher auf den Kläger lautenden Konti und Depots für den Zeit-

raum vom 14. November 2024 bis 2. Juni 2025 zukommen zu lassen, wurde so-

dann beschlossen, dass über das Gesuch der Beklagten um Anordnung der Wei-

tergeltung der Verfügungsbeschränkung über den Zeitpunkt des Erlasses des Be-

rufungsurteils in der Hauptsache hinaus (vgl. Urk. 385 S. 2 Antrag 2) im Endent-

scheid befunden werde, wobei der diesbezügliche Entscheid Kenntnis des Ge-

richts darüber voraussetze, ob bei der Zürcher Kantonalbank noch Vermögens-

werte des Klägers und in welcher Höhe vorhanden seien (Urk. 390 S. 3 und Dis-

positivziffer 2).

7.2. Gemäss Art. 268 Abs. 2 Satz 1 ZPO fallen die vorsorglichen Massnahmen 

mit Rechtskraft des Entscheids in der Hauptsache von Gesetzes wegen dahin. 

Nach Satz 2 der Vorschrift kann das Gericht die Weitergeltung anordnen, wenn es 

der Vollstreckung dient oder das Gesetz dies vorsieht. Eine solche Anordnung 

fällt vorliegend aber ausser Betracht: Die ZKB stellte der Beklagten die fraglichen 

Dokumente am 9. Juli 2025 zu, worauf diese sie zu den Akten reichte (vgl. 

Urk. 393 und Urk. 394 = Urk. 397/1). Daraus geht hervor, dass der Kläger bei der 

- 18 -

Zürcher Kantonalbank zwei Konti hatte, die beide am 23. Januar 2025 saldiert 

wurden (Urk. 395 Rz 3 und Urk. 397/2-3). Aufgrund der erteilten Auskünfte ist da-

von auszugehen, dass er über keine weiteren Vermögenswerte bei der Zürcher 

Kantonalbank verfügt. Damit steht fest, dass schon im Zeitpunkt der Anordnung 

und auch heute keine Vermögenswerte mehr vorhanden waren bzw. sind, welche 

Gegenstand der angeordneten Verfügungsbeschränkung resp. deren Weitergel-

tung über den vorliegenden Berufungsendentscheid hinaus bilden könnten. Das 

Gesuch der Beklagten um Anordnung der Weitergeltung der Verfügungsbe-

schränkung im Sinne von Art. 268 Abs. 2 Satz 2 ZPO ist deshalb als gegen-

standslos geworden erledigt abzuschreiben.

III. Aufhebung Beistandschaft

1. Die Beklagte beantragt die Aufhebung der für C._____ und D._____ angeord-

neten Beistandschaft (Urk. 290 S. 2 Berufungsantrag Ziffer 1). Zur Begründung 

führt sie in der Berufungsschrift vom 26. November 2021 aus, dass die Kinder un-

ter ihrer alleinigen Obhut lebten und keinen Kontakt zum Kläger hätten. Dieser 

wünsche auch keinen Kontakt und die Kinder, die den Kläger (im Zeitpunkt, in 

dem die Berufungsschrift erstattet wurde) weit über vier Jahre nicht mehr gesehen 

hätten und im Zeitpunkt der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes der Par-

teien noch nicht einmal ein Jahr alt gewesen seien, vermissten diesen auch nicht 

(Urk. 290 S. 9 Rz 10). Den Kindern der Parteien gehe es gut. Eine Gefährdung 

des Wohls der Kinder sei nicht ersichtlich. Eine Fortführung der Beistandschaft im 

heutigen Zeitpunkt sei nicht mehr sinnvoll und auch nicht mehr erforderlich 

(Urk. 29 S. 9 Rz 11).

2. Der Kläger verzichtete auf eine diesbezügliche Stellungnahme (Urk. 299 S. 5 

Rz 16). 

3. In den Rechenschaftsberichten über den Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis 

30. September 2023 betreffend C._____ (Urk. 352/1) und D._____ (Urk. 352/2) 

hält die Beiständin unter dem Titel "Beziehung und Kontakte zu den Eltern" zu-

sammenfassend fest, dass C._____ und D._____ mit ihrer Mutter und ihren Ge-

schwistern wohnten. Sowohl C._____ als auch D._____ pflegten eine gute Bezie-

- 19 -

hung zu ihrer Mutter und würden sie sehr gerne mögen. Zum Vater hätten die 

Zwillinge keinen Kontakt und von diesem aus gebe es aktuell kein Interesse. We-

der C._____ noch D._____ fragten nach ihrem Vater. Im Leben der Zwillinge 

scheine der Vater (zur Zeit) keine Bedeutung zu haben resp. kein Bedürfnis her-

vorzurufen (Urk. 352/1 S. 4 und Urk. 352/2 S. 4). Im Schulheft, in das C._____ oft 

zeichne, komme der Vater nicht vor (Urk. 352/1 S. 4). Unter "Fazit und Zielset-

zung für die nächste Berichtsperiode" schreibt die Beiständin, dass es C._____ 

und ihrer Zwillingsschwester D._____ gut gehe. Sie seien erfolgreich in die erste 

Primarschulklasse eingetreten und besuchten den Unterricht gerne. Sie hätten 

Hobbys, seien kreativ, offen und in ihrer Familie gut eingebettet. Sie fragten nicht 

nach ihrem Vater; er spiele zurzeit keine Rolle im Leben der beiden Mädchen. Der 

Vater habe seinen Teil der elterlichen Sorge an die Mutter abgetreten und müsse 

in die Entscheidungen betreffend die Zwillinge nicht mehr eingebunden werden. 

Es stehe ihm ein Informationsrecht zu. Aufgrund des Desinteresses des Vaters 

und weil es C._____ und D._____ gut gehe, sie sich altersadäquat entwickelten 

und kein Bedürfnis zeigten, ihren Vater sehen zu wollen, sei die Beistandschaft 

überholt und eine Aufhebung solle deshalb geprüft werden (Urk. 352/1 S. 6 und 

Urk. 352/2 S. 6). 

4. Aufgrund dieser Ausführungen ist die bestehende Beistandschaft für C._____ 

und D._____ nicht mehr notwendig und kann antragsgemäss aufgehoben wer-

den, zumal der Kläger dagegen auch nicht opponiert. 

IV. Erziehungsgutschriften

1. Bei der Regelung der Kinderbelange hat das Gericht auch über die Anrechnung 

der Erziehungsgutschriften (Art. 29sexies AHVG) für die Berechnung der AHV/IV-

Renten zu entscheiden (Art. 52f Abs. 1 AHVV). 

2. Da die Beklagte die alleinige elterliche Sorge und Obhut über C._____ und 

D._____ hat, sind ihr die Erziehungsgutschriften ab Rechtskraft des Scheidungs-

punktes und der Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge für die Kinder 

C._____ und D._____, mithin ab 31. März 2022, vollumfänglich anzurechnen. 

- 20 -

Dies entspricht der gesetzlichen Regelung gemäss Art. 52fbis Abs. 6 AHVV, wes-

halb diesbezüglich nichts vorzukehren ist. 

V. Unterhalt

1. Ausgangssituation und Grundlagen

1.1. Wie bereits dargelegt, ist der nacheheliche Unterhalt im Berufungsverfah-

ren nicht mehr zu thematisieren (vgl. II. 4.3.). Zu prüfen ist dagegen der Anspruch 

der Kinder auf Bar- und Betreuungsunterhalt.

1.2. Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für 

den in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt ihrer Kin-

der (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt an sich auch für den gesamten Geldun-

terhalt, dessen Umfang sich nach Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB bemisst. Soweit die 

Elternteile getrennt leben und deshalb auch getrennte Haushaltskassen führen, 

wird praktisch relevant, wer wem welchen Geldbetrag zu entrichten hat. Steht das 

Kind unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, indem es in dessen Haus-

halt lebt, so leistet der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag be-

reits vollständig in natura, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist (sog. 

Naturalunterhalt). Diesfalls fällt der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleich-

wertigkeit von Geld- und Naturalunterhalt vom Grundsatz her vollständig dem an-

deren Elternteil anheim (BGE 147 III 265 E. 5.5 m.w.H.).

1.3. Bei der Unterhaltsberechnung ist grundsätzlich nach der zweistufig-konkre-

ten Methode vorzugehen (BGE 147 III 265 E. 6.6.). Ausgangspunkt der Bedarfs-

rechnung stellen die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbe-

amten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmini-

mums vom 1. Juli 2009 dar (Richtlinien; BGE 147 III 265 E. 7.2.).

1.4. Bei der zweistufigen Methode werden zum einen die zur Verfügung stehen-

den finanziellen Mittel festgestellt; hierfür sind in erster Linie die effektiven oder 

hypothetischen Einkommen relevant. Zum anderen wird der Bedarf der von der 

Unterhaltsberechnung betroffenen Person ermittelt (sog. gebührender Unterhalt); 

dieser ist keine feste Grösse, sondern ergibt sich aus den konkreten Bedürfnissen 

- 21 -

und den verfügbaren Mitteln. Schliesslich werden die vorhandenen Ressourcen 

auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, dass in einer bestimm-

ten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden Mitteln das sog. 

familienrechtliche Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und alsdann ein ver-

bleibender Überschuss nach der konkreten Situation ermessensweise verteilt 

wird; beim daraus resultierenden Unterhaltsbeitrag sind insbesondere auch die 

Betreuungsverhältnisse zu berücksichtigen (BGE 147 III 265 E. 7). 

1.5. Das Bundesgericht hat in BGE 144 III 481 das sog. Schulstufenmodell eta-

bliert. Nach diesem ist dem hauptbetreuenden Elternteil ab der obligatorischen 

Einschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50 %, ab dessen Eintritt 

in die Sekundarstufe I eine solche von 80 % und ab dessen Vollendung des 

16. Lebensjahres ein Vollzeiterwerb zuzumuten (BGE 144 III 481). Im gleichen 

Entscheid hielt das Bundesgericht fest, von den aufgestellten Richtlinien könne 

aufgrund pflichtgemässer richterlicher Ermessensausübung im Einzelfall abgewi-

chen werden. Beispielsweise dürfe Berücksichtigung finden, dass bei vier Kindern 

die verbleibende ausserschulische Betreuungslast (Aufgabenhilfe, Vorkehrungen 

im Krankheitsfall, Kindergeburtstage, Hilfestellung bei der Ausübung von Hobbys 

etc.) deutlich grösser als bei nur einem Kind sei und deshalb eine Erwerbstätigkeit 

von 50 % bzw. 80 % gemäss Schulstufen allenfalls nicht zumutbar sei. Eine er-

höhte Betreuungslast könne sich auch durch eine Behinderung eines Kindes er-

geben. Spezifische Besonderheiten des Einzelfalles seien schon nach der bisheri-

gen Rechtsprechung zu berücksichtigen gewesen (BGE 144 III 481 E. 4.7.9. mit 

Hinweis auf BGE 135 III 158; KUKO ZGB-Michel/Ludwig, Art. 285 ZGB N 8c). 

1.6. Der Betreuungsunterhalt entspricht grundsätzlich dem Betrag, der einem 

betreuenden Elternteil fehlt, um seine eigenen Lebenshaltungskosten zu decken, 

und ist nur geschuldet, wenn der Elternteil zu dieser Zeit ansonsten eine bezahlte 

Tätigkeit ausüben könnte. Er dient allein zum Ausgleich des Verlusts oder der 

Minderung der Erwerbsfähigkeit des betreuenden Elternteils und entspricht der 

Differenz zwischen dem Einkommen des betreuenden Elternteils und seinen Le-

benshaltungskosten. Der gebührende Unterhalt des Kindes hat in Bezug auf den 

Barbedarf und den Betreuungsunterhalt nicht die gleiche Obergrenze; der Betreu-

- 22 -

ungsunterhalt bleibt auch bei überdurchschnittlichen Verhältnissen auf den erwei-

terten Notbedarf beschränkt; mit dem Betreuungsunterhalt werden nur die Grund-

bedürfnisse des betreuenden Elternteils wirtschaftlich finanziert (Maier, Unter-

haltsfestsetzung in der Praxis, Ein Kasuistik Handbuch mit Fallbeispielen, 2023, 

N 101 f.).

1.7. Nicht restlos geklärt ist, wie nach dem revidierten Recht Unterhaltsverhält-

nisse mit verschiedenen Beteiligten zu koordinieren sind. Dies betrifft einerseits 

die Koordination bei mehreren Kindern einer betreuungsunterhaltspflichtigen Par-

tei, die im selben Haushalt wohnen: Da der Betreuungsunterhalt als Anspruch 

grundsätzlich jedem Kind einzeln zusteht, jedoch insgesamt nur die Betreuung 

durch eine einzige Person sicherstellen soll, ist eine Verteilung des Anspruchs auf 

die verschiedenen Kinder unumgänglich. Gleiches gilt noch akzentuiert, wenn ver-

schiedene Kinder unterschiedlicher unterhaltspflichtiger Elternteile im Haushalt 

des Elternteils wohnen, dem der Betreuungsunterhalt wirtschaftlich zukommen 

soll. In diesem Fall geht es um einen Ausgleich zwischen Parteien verschiedener 

Unterhaltsverhältnisse. Eine Koordinationsmöglichkeit läge darin, das Unterhalts-

verhältnis zu einem Kind gerichtlich bzw. behördlich festzulegen und die Rege-

lung der übrigen Beziehungen auf ein Abänderungsverfahren zu verweisen 

(KUKO ZGB-Michel/Ludwig, Art. 285 ZGB N 8d). In BGE 5A_378/2021 vom 

7. September 2021 hat das Bundesgericht für Patchworkfamilien Grundsätze defi-

niert, die auch im vorliegenden Fall herangezogen werden können (dazu nachfol-

gend unter E. V. 2.2.4.).

2. Einkommen

2.1. Einkommen Kläger

2.1.1. Der Kläger hatte im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids das ordentli-

che Pensionsalter bereits erreicht, war indes vorerst weiter erwerbstätig (Urk. 291 

S. 13). Gemäss Mitteilung seines damaligen Rechtsvertreters wurde er per 

31. Dezember 2024 pensioniert (Urk. 359). Angesichts dessen, dass der Kläger 

im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids bereits im Rentenalter stand, ging 

die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass der effektive Übertritt des Klägers in den 

- 23 -

Ruhestand zu berücksichtigen sei (vgl. Urk. 291 S. 35 ff.). Dass der Kläger zwei 

minderjährige Kinder hat, die auf Unterhalt angewiesen sind, ändert daran nichts. 

Wie die Vorinstanz richtig erwog, haben auch unterhaltspflichtige Eltern Anspruch 

darauf, in den Ruhestand treten zu können. Zudem treten beim Eintritt eines un-

terhaltspflichtigen Elternteils in den Ruhestand, wie die Vorinstanz ebenfalls zu-

treffend erwog, in der Regel neben die Altersrente auch entsprechende Kinder-

renten (Urk. 291 S. 13). Die Ausführungen der Beklagten betreffend erhöhte An-

strengungspflicht (Urk. 290 S. 11 f. Rz 16 ff.) gehen daher ins Leere. Soweit die 

Beklagte geltend macht, dass selbstständig Erwerbende deutlich über ihr Pensi-

onsalter hinaus erwerbstätig sein könnten (Urk. 290 S. 13 f. Rz 22), ist darauf hin-

zuweisen, dass der Kläger in einem Anstellungsverhältnis stand, worauf auch 

schon die Vorinstanz hingewiesen hatte (Urk. 291 S. 13 lit. d). Damit liegen die 

von der Beklagten behaupteten Verhältnisse nicht vor, weshalb auf ihre weiteren 

Ausführungen dazu nicht weiter einzugehen ist. Da der Berufungsentscheid nach 

der Pensionierung des Klägers ergeht und Unterhaltsbeiträge erst ab Eintritt der 

Rechtskraft des Scheidungsurteils zuzusprechen sind (dazu vorne unter E. II. 5.), 

kann eine Auseinandersetzung mit dem Erwerbseinkommen des Klägers bis zu 

seiner Pensionierung und der diesbezüglichen Kritik der Beklagten am vorinstanz-

lichen Entscheid (Urk. 290 S. 9 ff.) ebenfalls unterbleiben. 

2.1.2. Die von der Vorinstanz aufgeführten Renteneinkommen (AHV-Altersrente 

des Klägers von CHF 1'847 und Kinderrenten zur Altersrente des Vaters von 

CHF 739 pro Kind, Pension Belgien von CHF 429 pro Monat sowie BVG-Alters-

rente von CHF 2'048 pro Monat und Pensionierten-Kinderrenten von monatlich 

CHF 410 pro Kind [Urk. 291 S. 14 f. Ziff. 3a und b/aa sowie S. 17 Ziff. 3c]) wurden 

von keiner Partei beanstandet, weshalb es dabei zu bleiben hat. Inzwischen sind 

die AHV-Renten per 1. Januar 2023 um 2,5% und per 1. Januar 2025 um 2,9 % 

erhöht worden, was eine AHV-Altersrente des Klägers von aktuell CHF 1'948 und 

Kinderrenten zur Altersrente des Klägers von CHF 779 pro Kind ergibt.

2.1.3. Unter dem Titel "Verrentung Vorsorgeguthaben; Latente Steuern" rügt die 

Beklagte, dass die Vorinstanz betreffend Guthaben des Klägers bei der Stiftung 

Auffangeinrichtung BVG, welches dieser sich nur als Kapital auszahlen lassen 

- 24 -

könne, von einer Steuerbelastung von CHF 102'800 ausgehe, obwohl der Kläger 

selbst diese Steuerbelastung nie geltend gemacht habe. Soweit es um nacheheli-

chen Ehegattenunterhalt gehe, könne die Steuerbelastung von vornherein nicht 

berücksichtigt werden (Urk. 290 S. 14 f. Rz 24). Die Steuerberechnung der Vorin-

stanz von CHF 102'800 auf CHF 736'800 sei sodann offensichtlich falsch. Der 

Kläger werde sich das Vorsorgeguthaben sicher erst 2022 auszahlen lassen. Ge-

mäss § 37 StG würden Kapitalleistungen aus Vorsorge zu dem Steuersatz ver-

steuert, der sich ergebe, wenn anstelle einer einmaligen eine jährliche Leistung 

von 1/10 der Kapitalleistung ausgerichtet würde. Der Regierungsrat habe mit Be-

schluss vom 17. März 2021 indes die Inkraftsetzung der Revision dieser Bestim-

mung auf den 1. Januar 2022 beschlossen. 2022 komme der Steuersatz zur An-

wendung, der sich ergeben würde, wenn anstelle der einmaligen eine jährliche 

Leistung von 1/20 der Kapitalleistung ausgerichtet würde. Aus einem Vorsorge-

guthaben von CHF 736'800 resultierten also nur gerade Steuern von CHF 54'000 

(Urk. 290 S. 15 Rz 25). 

2.1.3.1. Der Kläger führt aus, dass nicht nur die Staats- und Gemeindesteuern, 

sondern auch Bundessteuern auf der Kapitalleistung zu bezahlen seien (Urk. 299 

S. 9 Rz 40). Abgesehen davon gehe die Beklagte von der falschen Annahme aus, 

dass er sich das Vorsorgeguthaben im Jahr 2022 auszahlen lasse. Wie schon die 

Beklagte in ihrem Titel 5.1 ausführe, handle es sich bei den von der Vorinstanz 

berücksichtigten Steuern um latente Steuern. Die Auszahlung der Kapitalleistung 

könne bis 5 Jahre nach Erreichen des Pensionsalters aufgeschoben werden. Zu-

dem könne er die Kapitalleistung solange nicht beziehen, als die Parteien nicht 

geschieden seien oder die Beklagte ihr Einverständnis dazu gebe. Da heute nicht 

klar sei, wie die Steuerbelastung in den späteren Jahren aussehen werde, könne 

sehr wohl auf die Steuerberechnung der Vorinstanz anhand der Steuergesetze, 

welche im Jahr 2021 gegolten hätten, abgestellt werden (Urk. 299 S. 9 Rz 41). 

2.1.3.2. Die Steuerbelastung auf der Kapitalleistung ist vorliegend zu berücksichti-

gen, weil es sich um eine Rechtsfrage handelt, die von der Vorinstanz zu Recht 

geprüft wurde, und sie das effektive Kapital, das gemäss der Vorinstanz angelegt 

werden muss, um eine Rente zu generieren, reduziert. Abgesehen davon be-

- 25 -

schlägt das Einkommen aus der Kapitalleistung die Höhe des Unterhalts für die 

beiden Töchter der Parteien und hat das Gericht den Sachverhalt insoweit von 

Amtes wegen zu erforschen (dazu vorne unter E. II. 4.1.).

2.1.3.3. Inzwischen hat sich ergeben, dass die Freizügigkeitsleistung des Klägers 

per Valuta 17. März 2022 an die G._____ Freizügigkeitsstiftung übertragen wurde 

(Urk. 365/1) und das Freizügigkeitskonto des Klägers bei der G._____ am 24. Mai 

2024 infolge Kundenauftrags aufgelöst und ausbezahlt wurde (Urk. 365/2). Dem 

Auszahlungsauftrag vom 2. Mai 2024 kann entnommen werden, dass der Kläger 

eine Wohnadresse in L._____ angab. Damit erfolgte die Auszahlung im Jahr 2024 

im Kanton Schwyz, was bei einer Kapitalleistung von CHF 736'800 eine Steuerbe-

lastung (Kantons- und Gemeindesteuern sowie Direkte Bundessteuer) von ge-

samthaft aufgerundet CHF 49'400 ergibt (Berechnung vorgenommen auf dem 

Steuerrechner des Kantons Schwyz; https://www.sz.ch/finanzdepartement/steuer-

verwaltung/natuerliche-personen/steuerberechnung/steuerkalkulator-fuer-kapital-

leistungen.html/8756-8758-8802-10332-10354-10376-10411-10639; zuletzt be-

sucht am 24. Juli 2025). 

2.1.3.4. Die Beklagte rügt die von der Vorinstanz abgezogenen Schulden und 

macht geltend, dass das Vorsorgeguthaben der Altersvorsorge diene. Es gehe 

nicht an, dass zugunsten des Klägers die von ihm geschuldeten güterrechtlichen 

Ausgleichszahlungen oder sonstige Schulden berücksichtigt würden. Ansonsten 

würden sie und die Kinder faktisch einen Teil der ihr geschuldeten güterrechtli-

chen Ausgleichzahlungen finanzieren (Urk. 290 S. 15 Rz 26).

2.1.3.5.  Mit diesen Ausführungen nimmt die Beklagte keinen Bezug auf die Aus-

führungen der Vorinstanz, wonach der Kläger über keinerlei Vermögen verfügt 

(Urk. 291 S. 64 f.), aus dem er die güterrechtliche Ausgleichszahlung und die ver-

bleibenden Schulden betr. Bentley Leasing bezahlen könnte. Es bleibt nur eine 

Bezahlung aus dem ausbezahlten Vorsorgeguthaben und damit die zu aktualisie-

rende Berechnungsweise der Vorinstanz.  

2.1.3.6. Unter Berücksichtigung des korrigierten Steuerbetrages verbleiben dem 

Kläger rund CHF 687'400. Nach der Befriedigung der korrigierten güterrechtlichen 

- 26 -

Ansprüche der Beklagten in der Höhe von CHF 104'932 (vgl. E. VII. 3.5.) und Be-

gleichung des Ausstandes von schätzungsweise noch rund CHF 5'700 im Zusam-

menhang mit dem Bentley Leasing (Urk. 291 S. 31 E. VIII/4; CHF 19'500 abzüg-

lich weiterer 46 monatliche Raten à CHF 300) verbleiben dem Kläger rund 

CHF 576'800. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass dem Kläger neben 

der Verwendung des Ertrags auch ein schrittweiser Verzehr zuzumuten ist, zumal 

es sich um Vorsorgekapital handelt, das für den Verbrauch im Alter vorgesehen 

ist, und er für zwei minderjährige Kinder unterhaltspflichtig ist (Urk. 291 S. 16). 

2.1.4. Die von der Vorinstanz berechnete Rente rügt die Beklagte als zu niedrig 

und weist darauf hin, dass das Bundesgericht bei solchen Berechnungen seit Jah-

ren von einem Zinsfuss von 3.5 % ausgehe (Urk. 290 S. 16 f. Rz 27 ff. mit Hin-

weis auf BGer 4A_254/2017 E. 3 ff.). 

2.1.4.1. Der Kläger wendet ein, dass eine Verrentung auf der Grundlage eines 

Zinsfusses von 3.5 % utopisch sei. Es sei vorliegend zu beachten, dass er die Ka-

pitalleistung konservativ anzulegen habe, um das Einkommen auch effektiv erzie-

len zu können. Eine Leibrente sei damit – zumal auf diesem Betrag keine Rente 

aus beruflicher Vorsorge möglich sei – die realistischste Lösung für ihn, um seine 

Vorsorge und die Unterhaltsbeiträge sicherzustellen. Entsprechend komme ein 

Zinssatz von 3.5 % nicht in Frage (Urk. 299 S. 10 Rz 46). 

2.1.4.2. Im von der Beklagten angesprochenen Bundesgerichtsentscheid geht es 

um den Kapitalisierungszinsfuss bei einer Kapitalabfindung, nicht um den anzu-

wendenden Zinssatz bei einer Verrentung. Letzterer wurde von den Gerichten 

wiederholt unter 3.5 % angesetzt; teilweise wurde sogar gar kein Zins berücksich-

tigt (vgl. BGer 5A_440/2013 vom 30. Dezember 2013 E.2.2 [1.5 %]; BGer 

5A_210/2013 vom 24. Dezember 2013 E.5.1. ff. [2 %]; OGer ZH LC110040 vom 

29. November 2011 E.II.6 [0,5 %]). 

2.1.4.3. Stauffer/Schaetzle/Weber halten zur Verrentung fest, es sei zu beachten, 

dass ein höherer Zinsfuss zu einer höheren Rente bzw. ein tieferer Zinssatz zu ei-

ner kleineren Rente führe. Es verhalte sich also gerade umgekehrt zur Kapitalisie-

rung. Der Zinsfuss solle dem mutmasslich erzielbaren Kapitalertrag unbedingt 

- 27 -

entsprechen, was zumindest für die Annahme eines Realzinses von 3.5 % zwei-

felhaft sei (Stauffer/Schaetzle/Weber, Barwerttafeln, 7. Aufl., N 2.37 mit Verweis 

auf N 2.31). 

2.1.4.4. Ein Realzins von 3.5 % scheint im heutigen Marktumfeld und in absehba-

rer Zukunft kaum respektive nur mit erhöhten Risiken realisierbar. Solche sind ei-

nerseits dem Kläger nicht zumutbar, zumal er angesichts seines Alters keinen un-

beschränkten Anlagehorizont hat. Andererseits liegen sie aber auch nicht im Inter-

esse der Kinder der Parteien, die bis zum Ende der Unterhaltspflicht des Klägers 

auf möglichst sichere Unterhaltsbeiträge sollen vertrauen können. Eine Leibrente 

ihrerseits ist uninteressant, weil die einzelnen Rentenzahlungen in der Regel ver-

hältnismässig tief ausfallen. Dies zeigt sich nur schon daran, dass der Kläger bei 

der von der Vorinstanz angenommenen Rentenhöhe von CHF 1'700 pro Monat 

und dem Anfangsdatum 1. Februar 2022 (Urk. 291 S. 16), über 92 Jahre alt wer-

den müsste, um allein das investierte Kapital – ohne irgendwelchen Zins – zu-

rückzuerhalten, die mittlere Lebenserwartung in jenem Zeitpunkt aber lediglich 

22,87 Jahre betrug (d.h. 88 Jahre; vgl. Stauffer/Schaetzle/Weber, a.a.O., Tafel 

Z3). Entgegen der Vorinstanz kann darauf nicht abgestellt werden. Vielmehr ist 

davon auszugehen, dass der Kläger das Kapital selber anlegt und sukzessive ver-

zehrt. 

Vor dem aufgezeigten Hintergrund ist unter Hinweis auf die vorstehenden Ausfüh-

rungen von Stauffer/Schaetzle/Weber und unter Berücksichtigung der Einwände 

beider Parteien von einem Zinssatz von 2 % auszugehen. 

2.1.4.5. Gestützt auf die Barwerttafeln von Stauffer/Schaetzle/Weber, Tafel M1X 

(Lebenslängliche Rente - Männer, Rechnungsgrundlage 2015 (Stauf-

fer/Schaetzle/Weber, a.a.O., N 2.32), ist der Kapitalbetrag zu verrenten. Dafür ist 

folgende Formel zu verwenden: Kapital : Faktor = Jahresrente. Ausgehend vom 

Alter des Klägers im Jahr der Auszahlung des Kapitals (68), einer lebenslängli-

chen Rente und einem Zins von 2 %, ist der Kapitalbetrag von CHF 576'800 

durch den Faktor 15.75 zu dividieren (Stauffer/Schaetzle/Weber, a.a.O., S. 115), 

was eine jährliche Rente von rund CHF 36'622 ergibt. Dies entspricht einem mo-

- 28 -

natlichen Betrag von rund CHF 3'050, welcher dem Kläger als zusätzliches Ein-

kommen anzurechnen ist. 

2.2. Einkommen Beklagte

2.2.1. Grundsätzliches

2.2.1.1. Grundsätzlich hat auch der betreuende Elternteil seine Eigenversor-

gungskapazität auszuschöpfen (BGE 144 III 481 E. 4.7.7), wobei sich zumindest 

die Zumutbarkeit der (Wieder-) Aufnahme oder Ausdehnung einer Erwerbstätig-

keit nach dem Schulstufenmodell richtet (BGer 5A_975/2022 vom 30. August 

2023 E. 4.2.1. mit Verweis auf BGE 144 III 481 E. 4.7.3 und E. 4.7.6-4.7.9). Bei 

der Berechnung von Unterhalt ist primär auf das vergangene und das aktuell er-

zielte Einkommen der beteiligten Personen abzustellen. Schöpft ein Elternteil 

seine Erwerbskraft nicht voll aus, kann ihm ein hypothetisches Einkommen ange-

rechnet werden, sofern dieses zu erreichen ihm zumutbar und möglich ist. Welche 

Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint, ist eine Rechtsfrage. Tatfrage bil-

det hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und das angenom-

mene Einkommen tatsächlich erzielbar ist (BGE 144 III 481 E. 4.7.8; 143 III 

233 E. 3.2 mit Hinweis; 137 III 102 E. 4.2.2.2 mit Hinweis). Soweit in tatsächlicher 

Hinsicht die Aufnahme einer Erwerbsarbeit möglich ist, besteht der Grundsatz, 

dass diese auch zumutbar und unter dem Titel der Eigenversorgung ein entspre-

chendes (hypothetisches) Einkommen an den Unterhalt anzurechnen ist (BGer 

5A_801/2022 vom 10. Mai 2024 E. 4.1. [nicht publiziert in BGE 150 III 305] mit 

Hinweis auf BGE 147 III 308 E. 5.4 und E. 5.6).

2.2.1.2. In diesem Zusammenhang fallen ins Gewicht das Alter des betreffenden 

Elternteils (der berufliche [Wieder-]Einstieg ist bei jüngeren Personen tendenziell 

leichter als bei älteren), sein Gesundheitszustand, die Dauer des Erwerbsunter-

bruchs (welche mit dem Alter korrelieren kann, aber nicht muss, denn je länger 

der Unterhaltsgläubiger nicht im Erwerbsleben stand, desto schwieriger ist der be-

rufliche Wiedereinstieg), die Art der Ausbildung bzw. der früheren beruflichen Tä-

tigkeit (welche je nachdem ihre Aktualität behält und an welche – allenfalls mit ad-

äquaten Wiedereingliederungsmassnahmen – angeknüpft werden kann) und die 

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- 29 -

Dauer der beruflichen Tätigkeit vor dem Erwerbsunterbruch (je länger diese ge-

dauert hat, desto leichter fällt das Wiederanknüpfen an eine seinerzeitige berufli-

che Tätigkeit). Fallbezogen können noch weitere Gesichtspunkte entscheidend 

sein (BGE 150 III 305 E. 5.7.3.2).

2.2.2. Unter Bezugnahme auf den Unterhaltsprozess betreffend I._____ und 

J._____ zeigte die Vorinstanz auf, dass das Bezirksgericht Meilen und das Ober-

gericht des Kantons Zürich der Beklagten ein hypothetisches Einkommen von mo-

natlich CHF 4'250.00 bei einem Beschäftigungsgrad von 50 % angerechnet hät-

ten, weil sie davon ausgegangen seien, die Beklagte würde im Alltag durch den 

Schul- und Hortbesuch der Kinder völlig entlastet. Das Bundesgericht habe diese 

Erwägungen geschützt. Zum aufgrund des Gesundheitszustands der am Rett-

Syndrom leidenden J._____ anfallenden Betreuungsaufwand hätten die kantona-

len Instanzen sogar konkret festgehalten, dass beide Kinder (I._____ und 

J._____) tagsüber ausser Haus seien, und dies seit Jahren (Urk. 291 S. 20 lit. f). 

Auf den vorliegenden Fall übertragen bedeute dies, dass allfällige Betreuungs-

pflichten der Beklagten gegenüber I._____ und J._____ in Bezug auf den Kinder-

unterhalt eine Rolle spielen könnten, gestützt auf die in jenem Unterhaltsprozess 

ergangenen Entscheide aber davon auszugehen sei, dass die Beklagte im Alltag 

durch den Schul- und Hortbesuch von I._____ und J._____ völlig entlastet werde 

und insofern eine Erwerbsquote von 50 % zumutbar sei. Es seien in erster Linie 

die Gerichte in jenem Verfahren gewesen, welche die spezifischen Bedürfnisse 

J._____s abzuklären gehabt hätten, wobei sich die fraglichen Sachverhaltsfest-

stellungen auch aufgrund der vorliegenden Akten nachvollziehen liessen (Urk. 

291 S. 21 lit. g). Die Vorinstanz erwog weiter, die Beklagte habe in Bezug auf die 

von ihr behauptete ausserordentliche betreuerische Belastung bisher stets und 

ausschliesslich mit J._____ und deren schwerer Beeinträchtigung argumentiert. In 

ihrem Schlussvortrag habe sie erstmals D._____s Asthma (Pollenallergie) und de-

ren Neurodermitis erwähnt. Dass lebenslange Behandlungen und Therapien nötig 

wären, ergebe sich nicht aus den Akten. Es sei demnach nicht davon auszuge-

hen, dass die Beklagte aufgrund der gesundheitlichen Probleme D._____s in der 

Ausübung einer Erwerbstätigkeit dauerhaft und in relevantem Ausmasse einge-

schränkt wäre (Urk. 291 S. 21 f. lit. h). Die Vorinstanz fasste als Zwischenergeb-

- 30 -

nis zusammen, die konkrete Situation erfordere kein Abweichen vom Schulstufen-

modell. Zwar dürfe die verbleibende ausserschulische Betreuungslast bei vier Kin-

dern eher überdurchschnittlich ausfallen. Im Alltag werde die Beklagte durch den 

Schul- und Hortbesuch – gerade auch der älteren beiden Kinder – erheblich ent-

lastet. Nachdem auch die Zwillinge obligatorisch beschult würden, sei der Beklag-

ten nach Einräumung einer angemessenen Übergangsfrist eine Erwerbsarbeit 

von 50 % zuzumuten. Ab dem Eintritt der Zwillinge in die Sekundarstufe I sei ihr 

eine solche von 80 % und ab deren Vollendung des 16. Lebensjahres ein Vollzeit-

erwerb zuzumuten (Urk. 291 S. 22 lit. i). 

2.2.3. Die Beklagte behauptet auch im Berufungsverfahren die Unmöglichkeit 

bzw. Unzumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit und führt aus, dass sie schon im vor-

instanzlichen Verfahren geltend gemacht habe, gemäss Bundesgericht sei vom 

Schulstufenmodell, welches lediglich die Funktion einer Richtlinie habe, aufgrund 

von pflichtgemässer Ermessensausübung im Einzelfall abzuweichen. Beispiels-

weise müsse berücksichtigt werden, dass bei vier Kindern die verbleibende aus-

serschulische Betreuungslast (Aufgabenhilfe, Vorkehren im Krankheitsfall, Kinder-

geburtstag, Hilfestellung bei Ausübung von Hobbys etc.) deutlich grösser als bei 

nur einem Kind und deshalb eine Erwerbstätigkeit von 50 % bzw. 80 % gemäss 

Schulstufen (recte: Schulstufenmodell) allenfalls nicht zumutbar sei. Eine erhöhte 

Betreuungslast könne sich auch durch eine Behinderung eines Kindes ergeben 

(Urk. 290 S. 17 Rz 31 mit Verweis auf Urk. 96 Rz 20 und unter Hinweis auf 

BGer 5A_384/2018 vom 21. September 2018 E. 4.7.9.). Sie habe vier Kinder, wo-

bei sich die Väter der Kinder überhaupt nicht um diese kümmerten. Anders als an-

dere Väter betreuten diese die Kinder nie, auch nicht am Wochenende oder wäh-

rend der Ferien. Einen freien Abend oder gar ein freies Wochenende kenne sie 

nicht und die Belastung durch die Betreuung der vier Kinder sei eine ganz ausser-

ordentliche und lasse sich in keiner Art und Weise mit der Belastung einer allei-

nerziehenden Mutter mit beispielsweise zwei Kindern vergleichen. Darauf gehe 

die Vorinstanz mit keinem Wort ein (Urk. 290 S. 17 f. Rz 32). Sie habe sodann im 

vorinstanzlichen Verfahren dargelegt, dass J._____ am sogenannten Rett-Syn-

drom leide und schwerstbehindert sei. J._____ könne nie ohne Aufsicht sein und 

deren kognitiven Einschränkungen seien extrem. Sie müsse J._____ wickeln, an-

- 31 -

ziehen, füttern, waschen etc. Einkäufe oder andere Erledigungen könne man nicht 

tätigen, wenn man J._____ betreue, zumal diese kaum laufen könne. Treppen-

steigen könne diese überhaupt nicht. Sie müsse J._____ zu Therapien sowie den 

regelmässigen Arztbesuchen begleiten. J._____ werde heute, anders als im Zeit-

punkt des Erlasses des Entscheids des Bundesgerichts vom 30. März 2020, nicht 

mehr den ganzen Tag in der Schule M._____ betreut und nicht mehr morgens 

früh mit dem Schulbus abgeholt und erst um 18.30 Uhr zurückgebracht. Die lan-

gen Schultage seien für J._____ zu viel gewesen. Die Schulzeiten seien nun der-

gestalt, dass J._____ nicht mehr vom Schulbus abgeholt werden könne. Sie fahre 

J._____ täglich in die Schule und hole diese wieder ab. Es mache sodann den 

Anschein, dass die Schultage heute für J._____ zu anspruchsvoll seien. Immer 

wenn J._____ ein Weilchen (vgl. Homeschooling oder Schulferien) zuhause ge-

wesen sei und dann wieder "ganze" Tage in der Schule verbringen müsse, erbre-

che diese und müsse dann jeweils ärztlich untersucht werden. In der Regel werde 

diese dann für einige Tage krankgeschrieben und müsse wieder den ganzen Tag 

zuhause von ihr betreut werden (Urk. 290 S. 18 Rz 33). Die Belastung durch die 

Betreuung von J._____ lasse sich in keiner Art und Weise mit der Belastung 

durch die Betreuung eines gesunden Kindes vergleichen. J._____ könne moto-

risch, aber auch kognitiv weniger als ein einjähriges Kind, sei aber grösser und 

schwerer. Bei der Betreuung eines einjährigen Kindes sei klar, dass keine Er-

werbstätigkeit verlangt werden könne (Urk. 290 S. 19 Rz 35). 

2.2.4. Die Belastung durch die Betreuung von J._____ wurde nicht bestritten. Al-

lerdings ist darauf hinzuweisen, dass es nicht dem Kläger obliegt, über den Be-

treuungsunterhalt für die beiden gemeinsamen Töchter den Erwerbsausfall der 

Beklagten infolge der Betreuung der nicht gemeinsamen Tochter J._____ zu fi-

nanzieren (BGer 5A_378/2021 vom 7. September 2022 E. 8.4). Die Beklagte ist 

diesbezüglich auf ein Abänderungsverfahren betreffend Unterhalt von J._____ zu 

verweisen (vgl. vorstehend E. V. 1.7.). 

2.2.4.1. In ihrer Berufung rügt die Beklagte ferner die vorinstanzlichen Ausführun-

gen zum Gesundheitszustand von D._____ und den damit verbundenen Betreu-

ungsaufwand für sie und macht dazu geltend, dass D._____ aufgrund ihrer 

- 32 -

schweren Neurodermitis unzählige Arztbesuche habe. Zudem müsse sie mehr-

mals täglich eingecremt werden und zahllose Medikamente einnehmen, was sie 

aufgrund ihres Alters noch nicht alleine könne. D._____s Zustand sei so schlimm, 

dass diese in den nächsten Jahren alle zwei Wochen Injektionen mit einem sehr 

starken und sehr teuren Medikament (Dupilumab) benötigen werde. Die Betreu-

ung der extrem leidenden D._____, die sich immer wieder blutig kratze, schreie 

und weine, erfordere von ihr einen grossen Einsatz. Die Ausführungen der Vorin-

stanz seien somit offensichtlich falsch und aktenwidrig (Urk. 290 S. 21 f. Rz 40). 

Die Experten gingen davon aus, dass sich die Situation von D._____ noch wäh-

rend Jahren nicht bessern werde. Sodann könne D._____ beispielsweise an 

Waldtagen, Schulreisen etc. nicht teilnehmen, weil sie je nach örtlichem Umfeld 

erhebliche allergische Reaktionen erleide. Auch der enorme Betreuungsaufwand 

von D._____ verunmögliche ihr die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (Urk. 290 

S. 22 Rz 41 f.). 

2.2.4.2. Der Kläger macht dazu in der Berufungsantwort geltend, die Beklagte 

habe es unterlassen, einen Arztbericht zum Gesundheitszustand von D._____ 

einzureichen (Urk. 299 S. 14 Rz 67). 

2.2.4.3. Die Beklagte hat mit Eingabe vom 18. Juli 2022 (Urk. 311) einen Bericht 

von PD Dr. med. N._____, … Ärztin am Kinderspital Zürich, vom 8. Juli 2022 be-

treffend D._____ eingereicht (Urk. 312/1). Aus diesem geht hervor, dass D._____ 

unter einer schweren und chronischen atopischen Dermatitis, (allergischem) 

Asthma und einer allergischen Rhinokonjunktivitis leide, wobei betreffend Ekzem-

krankheit die gesamte Haut betroffen sei und Entzündungen, Wunden und Juck-

reiz kontinuierlich vorhanden seien und dass im Sommer 2021 eine Systemthera-

pie mit Dupilumab, einem neuen, zugelassenen Immuntherapeutikum in Form von 

subkutanen Spritzen, begonnen worden sei. Darunter und unter fortgesetzten in-

tensiven Haut-Therapiemassnahmen habe sich bis heute eine erfreuliche Verbes-

serung des Hautzustandes eingestellt. D._____ müsse weiterhin nach genauen 

Vorgaben spezifisch gepflegt und lokal behandelt werden. Dies umfasse tägliche 

Bäder, gefolgt von der Applikation spezifischer Cremes mehrmals täglich, z.T. un-

ter Schlauchverbänden. Die Verabreichung der Dupilumab-Spritzen sei bei gros-

- 33 -

ser Spritzenangst der Patientin relativ aufwändig und müsse in der Kinderarztpra-

xis durchgeführt werden mit Einsatz verschiedener unterstützender Massnahmen. 

D._____s Familie sei durch die schwere Ekzemkrankheit sehr gefordert und be-

treibe einen bedeutenden Zeitaufwand für die Behandlung ihrer Tochter, nebst ei-

ner nicht zu unterschätzenden psychosozialen Belastung durch die chronische 

Krankheit und den Juckreiz mit auch gestörter Nachtruhe. D._____ brauche wei-

terhin die medizinische Anbindung an ein kinderdermatologisches Zentrum und 

eine fortgesetzte sorgfältig durchgeführte Therapie (Urk. 312/1). 

2.2.4.4. Der Einwand des Klägers, wonach es sich beim Schreiben des Kinderspi-

tals vom 8. Juli 2022 um ein Gefälligkeitsgutachten zu handeln scheine (Urk. 318 

S. 3 Rz 8), ist durch nichts belegt, und dafür liegen auch keinerlei Anhaltspunkte 

vor. Der Kläger macht zum Bericht geltend, dass die darin aufgestellten Behaup-

tungen zum Gesundheitszustand von D._____ die Erwerbstätigkeit der Beklagten 

nicht einschränkten. D._____ gehe normal zur Schule und könne auch im Hort 

betreut werden. Wenn Bäder und Eincremen erforderlich seien, so könne die Be-

klagte dies in ihrer erwerbsfreien Zeit tun (Urk. 318 S. 3 Rz 9). 

2.2.4.5. Aus dem Bericht des Kinderspitals Zürich vom 8. Juli 2022 geht hervor, 

dass sich zwar eine Verbesserung des Gesundheitszustandes von D._____ ein-

gestellt hat, ihre Haut aber nach wie vor intensiv gepflegt werden muss 

(Urk. 312/1). Hinzu kommen Arzt- resp. Therapietermine, bei denen auch der Klä-

ger davon ausgeht, dass sie häufiger stattfinden müssen als bei anderen Kindern 

(Urk. 299 S. 12 Rz 54). Der mit der Erkrankung von D._____ einhergehende, weit 

über die normale Betreuungsarbeit hinausgehende Aufwand wird von der Beklag-

ten allein getragen, da zwischen dem Kläger und den Kindern seit Jahren kein 

Kontakt mehr besteht und sie vollumfänglich von der Beklagten allein betreut wer-

den. D._____ selber war bisher zu jung, um die Verantwortung oder eine Teilver-

antwortung für die Pflege ihrer Haut zu übernehmen oder selbstständig Arzt- oder 

Therapiebesuche wahrzunehmen. Es kann aber davon ausgegangen werden, 

dass sie nunmehr altersmässig zunehmend in der Lage sein wird, die Pflege ihrer 

Haut selber zu übernehmen und dass in den nächsten Jahren auch bei der Wahr-

- 34 -

nehmung von Arzt- oder Therapieterminen eine sukzessive Entlastung der Be-

klagten stattfinden wird.

Hinzu kommt die generelle alleinige Betreuung der Kinder durch die Beklagte. Im 

Regelfall entfällt auch dann, wenn minderjährige Kinder unter der alleinigen Obhut 

nur eines Elternteils stehen, die Betreuungstätigkeit des Obhutsinhabers an min-

destens zwei Tagen pro zwei Wochen, einem Teil der Feiertage sowie mehreren 

Ferienwochen pro Jahr aufgrund des Besuchs- und Ferienbesuchsrechts. Die Be-

klagte erbringt die gesamte Betreuungsarbeit indes auch an diesen Tagen stets 

allein, weil der Kläger keinen Kontakt zu den Töchtern pflegt. 

2.2.4.6. Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass der durch die Erkrankung 

von D._____ und die gänzliche alleinige Betreuung der Kinder entstehende zu-

sätzliche Betreuungsaufwand der Beklagten, verglichen mit dem Betreuungsauf-

wand des alleinigen Inhabers der Obhut im Regelfall, bislang die Zeit überstieg, 

die sie für ein 50%-iges Arbeitspensum aufgewendet hätte. Daran ändert nichts, 

dass sich die Kinder ausserhalb der Ferienzeit wochentags grösstenteils in der 

Schule befanden. Der dargelegten ausserordentlichen Belastung der Beklagten 

ist bei der Prüfung der Frage, ab wann ihr die Wiederaufnahme einer Arbeitstätig-

keit zuzumuten ist, Rechnung zu tragen. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass 

die Kinder im mm. 2026 10-jährig werden und ihre Selbstständigkeit stark zuneh-

men wird.

2.2.4.7. In Abweichung vom Schulstufenmodell ist der Beklagten daher ab mm. 

2026 ein Erwerbseinkommen von 50 % anzurechnen. Ab dem Eintritt der Zwil-

linge in die Oberstufe und der damit einhergehenden Selbstständigkeit ist der Be-

klagten, in Übereinstimmung mit dem Schulstufenmodell, eine Arbeitstätigkeit von 

80 % anzurechnen. Ab Vollendung des 16. Lebensjahres der Zwillinge ist der Be-

klagten ein Vollzeiterwerb zuzumuten. 

2.2.5. Zur tatsächlichen Erwerbsmöglichkeit führte die Vorinstanz aus, dass die 

Beklagte gesundheitlich keinerlei Einschränkungen unterliege. Weiter verfüge sie 

zwar über ein sehr hohes Ausbildungsniveau, aber vergleichsweise wenig ein-

schlägige Berufserfahrung. Die eingeschränkten Kenntnisse der deutschen Spra-

- 35 -

che dürften keine allzu hohe Hürde darstellen, zumal die Beklagte fliessend Eng-

lisch spreche. Die Aufnahme einer 50%-Tätigkeit im betriebswirtschaftlichen Be-

reich sei daher tatsächlich möglich und es sei dabei unter Berücksichtigung der 

früheren Äusserungen der Beklagten sowie der vom Kläger präsentierten Zahlen 

des Salarium-Lohnrechners von einem effektiv erzielbaren Nettoeinkommen von 

CHF 4'250 pro Monat auszugehen (Urk. 291 S. 22 lit. j). 

2.2.5.1. Die Beklagte rügt diese Ausführungen als äusserst realitätsfremd. Sie 

habe 2009 doktoriert und sei damals bereits 36 Jahre alt gewesen. Bis dahin 

habe sie eine Assistentinnentätigkeit bei der F._____ gehabt und maximal CHF 

5'000 pro Monat verdient. Im Frühjahr 2010 sei ihre älteste Tochter auf die Welt 

gekommen und seither sei sie, mit Ausnahme des minimalen Lehrauftrags an der 

Universität O._____, nie mehr erwerbstätig gewesen. Sie verfüge lediglich als As-

sistentin über Berufserfahrung. Sie werde mangels Berufserfahrung mit Sicherheit 

keine Stelle im "betriebswirtschaftlichen Bereich" bei einer Bank finden. Dies, zu-

mal Banken bekanntermassen immer mehr Stellen abbauten. Selbst für erfahrene 

Banker sei es heute schwierig, wieder eine Stelle zu finden. Dies jedenfalls, wenn 

sie ca. 50 Jahre alt seien. Ihr Studium sei heute auf dem Arbeitsmarkt, weil sie nie 

relevante Berufserfahrungen gesammelt habe und angesichts ihres Alters, fak-

tisch wertlos (Urk. 290 S. 23 f. Rz 46). Sie wäre tatsächlich wieder gerne arbeiten 

gegangen. Mit vier Kindern, eines davon schwerstbehindert, sei das nicht mög-

lich. Daran, dass sie heute keine realistische Chance habe, eine Stelle, erst recht 

nicht im betriebswirtschaftlichen Bereich, zu finden, ändere auch die Tatsache 

nichts, dass sie sich für die Dauer des Scheidungsverfahrens vergleichsweise ein 

hypothetisches Einkommen von CHF 1'000 pro Monat habe anrechnen lassen. 

Die Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen habe für die Frage des 

nachehelichen Unterhalts keine bindende Wirkung (Urk. 290 S. 25 f. Rz 50). 

2.2.5.2. Die Beklagte ist inzwischen 52 Jahre alt und weist keine relevante Ar-

beitserfahrung auf, die ihrem Ausbildungsniveau entsprechen würde. Sie war aber 

als Assistentin tätig, und es ist nicht ersichtlich, weshalb sie eine solche oder eine 

ähnliche Tätigkeit nicht wieder aufnehmen kann. Entgegen ihren Ausführungen in 

der Berufung (Urk. 290 S. 26 Rz 51) benötigt sie bei einem international ausge-

- 36 -

richteten Unternehmen vornehmlich Englisch, und solche Unternehmen sind in 

der Region Zürich auch zahlreich ansässig. Es erübrigt sich, auf den entsprechen-

den Einwand des Klägers (Urk. 299 S. 15 f. Rz 75) einzugehen. 

2.2.5.3. Angesichts dieser Ausgangslage ist bei der Beklagten von einer Arbeits-

tätigkeit als persönliche Assistentin / Assistentin der Geschäftsleitung (Office Ma-

nagement) auszugehen. Als Berufseinsteigerin kann sie bei einer 100%-Stelle ein 

Einkommen von CHF 7'365 brutto erzielen (vgl. Lohnbuch 2025, S. 403). Netto 

entspricht dies einem Betrag von abgerundet CHF 6'400 bzw. bei einem 50 % 

Pensum CHF 3'200 und bei 80 % CHF 5'120. 

2.2.6. Zusammenfassend ist der Beklagten ab dem tt.mm.2026 ein hypotheti-

sches Einkommen von CHF 3'200 bei einem 50%-Pensum anzurechnen. Eine zu-

sätzliche Übergangsfrist steht ihr, nachdem sie spätestens seit dem erstinstanzli-

chen Entscheid davon ausgehen resp. zumindest damit rechnen musste, dass die 

Gerichte ihr ein (hypothetisches) Einkommen (vorerst) aus einer Teilzeittätigkeit 

anrechnen würden, nicht mehr zu, weshalb auf ihre diesbezüglichen Ausführun-

gen (Urk. 290 S. 26 Rz 53 f.) nicht weiter einzugehen ist. Ab dem 1. August 2028 

(Eintritt der Zwillinge in die Sekundarstufe I) ist ihr ein hypothetisches Einkommen 

von CHF 5'120 bei einem 80%-Pensum anzurechnen. Mit Vollendung des 16. Al-

tersjahrs der Zwillinge ist der Beklagten eine volle Erwerbstätigkeit zuzumuten 

und ihr somit ab dem tt.mm.2032 ein Einkommen von CHF 6'400 netto pro Monat 

anzurechnen.

2.3. Einkommen Zwillinge

Neben den bereits aufgeführten AHV-Kinderrenten (vgl. E. V. 2.1.2.) stehen 

C._____ und D._____ Familienzulagen zu. Die Familienzulagen der Zwillinge be-

tragen seit 1. Januar 2025 je CHF 215. Per tt.mm.2028 (Monat nach der Vollen-

dung des 12. Altersjahrs) erhöhen sich die Zulagen auf je CHF 268 (§ 4 Abs. 1 

EG FamZG). 

3. Zusammenfassung Einkommen (gerundet)

Phase 1 (bis tt.mm.2025)

- 37 -

AHV-Rente Kläger CHF   1'948
Rente Stiftung Auffangeinrichtung BVG Kläger CHF   2'048
(hyp.) Einkommen Kläger aus Kapitalbezug CHF   3'050
Pension Kläger Belgien CHF      429 CHF   7'475

Einkommen Beklagte CHF    0 CHF  0

Kinderzulage C._____ CHF      215
AHV-Kinderrente C._____ CHF      779
Kinderrente C._____ Stiftung Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF   
1'404

Kinderzulage D._____ CHF      215
AHV-Kinderrente D._____ CHF      779
Kinderrente D._____ Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF   1'404

Total CHF 10'283

Phase 2 (tt.mm.2026 - 31. Juli 2028)

AHV-Rente Kläger CHF   1'948
Rente Stiftung Auffangeinrichtung BVG Kläger CHF   2'048
(hyp.) Einkommen Kläger aus Kapitalbezug CHF   3'050
Pension Kläger Belgien CHF      429 CHF  7'475

Erwerbseinkommen Beklagte (hypothetisch 50 %) CHF   3'200 CHF  3'200

Kinderzulage C._____ (Durchschnitt) CHF      225
AHV-Kinderrente C._____ (Durchschnitt) CHF      779
Kinderrente C._____ Stiftung Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF  
1'414

Kinderzulage D._____ CHF      225
AHV-Kinderrente D._____ CHF      779
Kinderrente D._____ Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF  1'414

Total CHF 13'503

Phase 3 (1. August 2028 - tt.mm.2032)

AHV-Rente Kläger CHF   1'948
Rente Stiftung Auffangeinrichtung BVG CHF   2'048
(hyp.) Einkommen Kläger aus Kapitalbezug CHF   3'050
Pension Kläger Belgien CHF      429 CHF   7'475

- 38 -

Erwerbseinkommen Beklagte (hypothetisch 80 %) CHF   5'120 CHF   5'120

Kinderzulage C._____ CHF      268
AHV-Kinderrente C._____ CHF      779
Kinderrente C._____ Stiftung Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF   
1'457

Kinderzulage D._____ CHF      268
AHV-Kinderrente D._____ CHF      779
Kinderrente D._____ Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF   1'457

Total CHF 15'509

Phase 4 (tt.mm.2032 - tt.mm.2034) / Phase 5 (ab tt.mm.2034 bis zum Abschluss 
einer angemessenen Erstausbildung)

AHV-Rente Kläger CHF   1'948
Rente Stiftung Auffangeinrichtung BVG Kläger CHF   2'048
(hyp.) Einkommen Kläger aus Kapitalbezug CHF   3'050
Pension Kläger Belgien CHF      429 CHF   7'475

Erwerbseinkommen Beklagte (hypothetisch 100 %) CHF   6'400 CHF   6'400

Kinderzulage C._____ CHF      268
AHV-Kinderrente C._____ CHF      779
Kinderrente C._____ Stiftung Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF   
1'457

Kinderzulage D._____ CHF      268
AHV-Kinderrente D._____ CHF      779
Kinderrente D._____ Auffangeinrichtung BVG CHF      410 CHF   1'457

Total CHF 16'789

4. Bedarfe

4.1. Bedarf des Klägers

4.1.1. Die Vorinstanz setzte das familienrechtliche Existenzminimum des Klägers 

für die von ihr definierte erste Phase (bis 31. Januar 2022; Urk. 291 S. 31) auf 

monatlich CHF 6'645 (Grundbetrag CHF 1'200, Wohnung CHF 3'110, Kranken-

kassenprämie KVG CHF 427, Krankenkassenprämie VVG CHF 63, Gesundheits-

kosten CHF 80, Versicherungspauschale CHF 30, Kommunikationspauschale 

- 39 -

CHF 150, Fahrkosten CHF 85, auswärtige Verpflegung CHF 220, Steuern 

CHF 1'280) fest (Urk. 291 S. 32). 

4.1.2. Die Beklagte macht zu den Wohnkosten des Klägers in der Berufung gel-

tend, dass die Vorinstanz ihm als Einzelperson in absoluten Zahlen stets höhere 

Wohnkosten als ihr und den Kindern zugebilligt habe. Dies sei offensichtlich unan-

gemessen und habe nichts mit einer Beibehaltung des ehelichen Standards 

(CHF 10'000 für damals sechs Personen) bzw. einer Einschränkung im Verhältnis 

zum ehelichen Standard im selben Umfang zu tun (Urk. 290 S. 27 Rz 56). Mit die-

sen Ausführungen nimmt sie keinen Bezug auf die Ausführungen der Vorinstanz, 

wonach massgebend primär die effektiv bezahlten Wohnkosten seien, soweit 

diese angesichts der wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse der Parteien 

und des jeweiligen Wohnungsmarktes nicht als übersetzt erschienen (Urk. 291 

S. 24 E. 5.a/aa), weshalb nicht weiter auf die diesbezügliche Rüge einzugehen ist. 

Die Beklagte macht ferner geltend, sie habe schon vor Vorinstanz darauf hinge-

wiesen, dass der Sohn des Klägers ebenfalls in dessen Wohnung wohne 

(Urk. 290 S. 28 Rz 58). In diesem Zusammenhang erklärt der Kläger, dass er al-

leine wohne und sein Sohn in Thailand wohnhaft sei (Urk. 299 S. 17 Rz 87). Dazu 

reichte er eine Kopie einer vom thailändischen Arbeitsministerium ausgestellten 

Arbeitsbewilligung für seinen Sohn ein (Urk. 301/1). Gestützt darauf ist davon 

auszugehen, dass der Kläger die Wohnung alleine bewohnt. 

4.1.2.1. Grundsätzlich ist bei den Wohnkosten der effektive monatliche Mietzins 

inkl. Nebenkosten, jedoch exkl. Energiekosten, zu berücksichtigen. Ist der Miet-

zins den wirtschaftlichen Verhältnissen und den persönlichen Bedürfnissen nicht 

angemessen, kann er nach Ablauf des nächsten Kündigungstermins auf ein orts-

übliches Normalmass herabgesetzt werden (vgl. BlSchKG 2009 S. 193; BGer 

5A_549/2019 vom 18. März 2021 E. 5.3). Ein wichtiges Kriterium bei der Beurtei-

lung der konkreten Verhältnisse ist die Anzahl Personen, die in der fraglichen 

Wohnung lebt (Maier, a.a.O., N 984 f.). 

4.1.2.2. Der Mietzins für die 3.5-Zimmerwohnung des Klägers im Zürcher Quartier 

P._____ (Kreis …) beträgt CHF 3'110 (Urk. 89/62). Angesichts der per 31. De-

zember 2024 erfolgten Pensionierung des Klägers und der damit verbundenen 

- 40 -

Einkommensreduktion ist eine Wohnung in dieser Preisklasse den wirtschaftli-

chen Verhältnissen seit 1. Januar 2025 nicht mehr angemessen. Zudem ist nicht 

ersichtlich, weshalb der Kläger seit seiner Pensionierung für sich alleine eine 3.5-

Zimmerwohnung benötigen sollte, zumal seit dem Zeitpunkt seiner Pensionierung 

kein Arbeitsplatz in der Wohnung mehr notwendig ist. Gemäss dem Mietvertrag 

ist der nächste ordentliche Kündigungstermin für die Wohnung Ende März 2026 

(Urk. 89/62). Im Bedarf des Klägers sind daher ab dem 1. April 2026 die Kosten 

für eine 2- bis 2.5-Zimmerwohnung zu berücksichtigen. Es ist notorisch, dass für 

die Miete einer (modernen) 2- resp. 2.5-Zimmerwohnung monatlich CHF 2'000 

reichen, insbesondere wenn, wie vorliegend beim Kläger, nicht aus beruflichen 

Gründen ein Domizil in zumutbarer Entfernung zum Arbeitsplatz vorhanden sein 

muss. Somit sind diese Kosten ab dem 1. April 2026 im Bedarf des Klägers einzu-

setzen. Da die Phase 2 vom tt.mm.2026 bis 31. Juli 2028 dauert, ist für diese 

Phase ein durchschnittlicher Mietzins von gerundet CHF 2'110 pro Monat einzu-

setzen.

4.1.3. Die Positionen für Krankenkassenprämien KVG und VVG sind korrekt und 

blieben zudem unbestritten. 

4.1.4. Soweit die Beklagte die von der Vorinstanz eingesetzten Gesundheitskos-

ten von CHF 80 pro Monat rügt (Urk. 290 S. 31 Rz 62 f.), so sind diese gemäss 

Aufstellung der Q._____ (Urk. 95/71) belegt. Dass sie für die Zukunft nicht belegt 

werden können, versteht sich von selbst. Gemäss der angehefteten Aufstellung 

der Q._____ betreffend Zusatzversicherung handelte es sich nicht etwa um ein-

malig anfallende Kosten, die zudem angesichts der Höhe von CHF 80 pro Monat 

nicht als "geringfügige Gesundheitskosten" bezeichnet werden können. Der dies-

bezüglichen Argumentation der Beklagten (Urk. 290 S. 31 Rz 63) kann daher 

nicht gefolgt werden kann; diese Kosten sind mit der Vorinstanz im Bedarf zu be-

rücksichtigen. 

4.1.5. Die übrigen Positionen (Versicherungspauschale, Kommunikationspau-

schale, Fahrkosten, auswärtige Verpflegung und [aufgerundete] Steuern) blieben 

unbestritten. 

- 41 -

4.1.6. In Phase 1 (bis tt.mm.2025) liegt ein Mankofall vor, weshalb bei der Unter-

haltsberechnung nicht das familienrechtliche, sondern lediglich das betreibungs-

rechtliche Existenzminimum massgebend ist und die Krankenkassenprämien 

VVG, die Kommunikationskosten, die Versicherungspauschale sowie die Steuern 

nicht berücksichtigt werden können. Sodann sind aufgrund dessen, dass der Klä-

ger per 31. Dezember 2024 in den Ruhestand getreten ist, die Wegkosten und die 

Kosten für auswärtige Verpflegung entfallen. In dieser Phase ist daher von einem 

zu berücksichtigenden betreibungsrechtlichen Existenzminimum des Klägers von 

CHF 4'817 auszugehen (Grundbetrag CHF 1'200, Wohnkosten CHF 3'110, Kran-

kenkasse KVG CHF 427, ungedeckte Gesundheitskosten CHF 80).

4.1.7. Für Phase 2 (tt.mm.2026 bis 31. Juli 2028) wird der Beklagten zwar ein hy-

pothetisches Einkommen von 50 % angerechnet, doch reichen die Einkünfte des 

Klägers nicht, um dessen familienrechtliches Existenzminimum, dasjenige der bei-

den Kinder sowie den in dieser Phase anfallenden Betreuungsunterhalt für die 

Kinder abzudecken, weshalb auch in dieser Phase das betreibungsrechtliche 

Existenzminimum zu ermitteln ist und – jedenfalls in einem ersten Schritt – weder 

die Krankenkassenprämien VVG noch die Kommunikationskosten, die Versiche-

rungspauschale oder die ca. CHF 590 monatlich betragenden Steuern zu berück-

sichtigen sind. Beim Kläger sind neu Wohnkosten in der Höhe von CHF 2'110 auf-

zunehmen. Ihm ist in Phase 2 ein betreibungsrechtliches Existenzminimum von 

CHF 3'817 anzurechnen (Grundbetrag CHF 1'200, Wohnkosten CHF 2'110, Kran-

kenkasse KVG CHF 427, ungedeckte Gesundheitskosten CHF 80).

4.1.8. In Phase 3 (1. August 2028 - tt.mm.2032) setzt sich das familienrechtliche 

Existenzminimum des Klägers wie folgt zusammen: Grundbetrag CHF 1'200, 

Wohnkosten CHF 2'000, Krankenkassenprämie KVG CHF 427, Krankenkassen-

prämie VVG CHF 63, Gesundheitskosten CHF 80, Versicherungspauschale 

CHF 30, Kommunikationspauschale CHF 150, Steuern ca. CHF 670). Es resultiert 

ein familienrechtliches Existenzminimum von CHF 4'620. 

4.1.9. In Phase 4 (tt.mm.2032 - tt.mm.2034) beträgt das familienrechtliche Exis-

tenzminimum des Klägers CHF 4'670 (Grundbetrag CHF 1'200, Wohnkosten CHF 

2'000, Krankenkassenprämie KVG 427, Krankenkassenprämie VVG CHF 63, Ge-

- 42 -

sundheitskosten CHF 80, Versicherungspauschale CHF 30, Kommunikationspau-

schale CHF 150, Steuern ca. CHF 720). 

4.1.10. Für Phase 5 (tt.mm.2034 bis zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung) siehe nachfolgende E. V. 5.6.

4.2. Bedarf der Beklagten

4.2.1. Die Vorinstanz bezifferte das familienrechtliche Existenzminimum der Be-

klagten für die von ihr definierte erste Phase (bis 31. Januar 2022; Urk. 291 S. 31) 

auf CHF 5'324 (Grundbetrag CHF 1'350, Wohnkostenanteil CHF 1'500, Kranken-

kassenprämie KVG CHF 532, Krankenkassenprämie VVG CHF 762, Versiche-

rungspauschale CHF 30, Kommunikationspauschale CHF 150, Steuern 

CHF 1'000; Urk. 291 S. 33). Sie ging allerdings bei ihren Berechnungen davon 

aus, dass sowohl Betreuungs- als auch nachehelicher Unterhalt festzulegen sei. 

Da aufgrund der effektiven Pensionierung des KIägers kein nachehelicher Unter-

halt festzulegen ist (dazu vorne unter E. V. 1.1.), ist im Berufungsverfahren der 

Bedarf der Beklagten einzig im Hinblick auf den Anspruch der Kinder auf Betreu-

ungsunterhalt zu ermitteln. Massgebend sind in diesem Fall die Lebenshaltungs-

kosten, wozu der Grundbetrag, der Wohnkostenanteil, die obligatorische Kranken-

versicherung (inkl. unumgängliche Gesundheitskosten wie Franchise und Selbst-

behalt, abzüglich IPV) und die Berufsausübungskosten (Kosten für auswärtige 

Verpflegung sowie Wegkosten zum Arbeitsplatz) zählen. Diese Kosten entspre-

chen dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum der Beklagten. Reichen die 

vorhandenen Mittel, um die Lebenshaltungskosten in diesem Umfang zu decken, 

so sind in einer nächsten Stufe ein Steueranteil, eine Versicherungspauschale, 

Kosten für Serafe, die Kommunikationspauschale und über die obligatorische 

Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprämien (VGG) zu berücksich-

tigen (BGE 147 III 265 E. 7.2). 

4.2.1.1. Die Beklagte macht zu ihren Wohnkosten zusammenfassend geltend, 

dass diese effektiv höher als CHF 3'000 pro Monat seien, da die Bank den Hypo-

thekarvertrag gekündigt habe, was zu Zinsen von 5 % bzw. Hypothekarzinsen von 

CHF 60'000 pro Jahr führe. Dazu kämen Nebenkosten (Stockwerkeigentümerbei-

- 43 -

träge etc.) von über CHF 1'200 pro Monat. Ihre aktuellen tatsächlichen Wohnkos-

ten seien somit deutlich höher als der im Rahmen des Existenzminimums zu be-

rücksichtigende Betrag. Betreffend Wohnkosten seien die Ausführungen der Vor-

instanz (Urk. 291 S. 25), wonach sie erst mit Eingabe vom 16. August 2021 gel-

tend gemacht habe, es seien ihre effektiven Wohnkosten von CHF 6'000 zu be-

rücksichtigen, falsch. Sie habe bereits im Oktober 2019 geltend gemacht, dass 

die effektiven Wohnkosten für sie und die Kinder deutlich höher seien als der gel-

tend gemachte Betrag. Den Betrag von CHF 3'000 für sich und die beiden Kinder 

habe sie ausdrücklich lediglich als angemessene Wohnkosten im Rahmen des 

Existenzminimums geltend gemacht (mit Verweis auf Urk. 96 Rz 30 und 41). Sie 

habe effektive Wohnkosten für sich und die beiden Kinder von CHF 4'000 pro Mo-

nat geltend gemacht. Dies entspreche aufgeteilt nach grossen und kleinen Köpfen 

CHF 2'000 für sie und je CHF 1'000 pro Monat für die Kinder. Mindestens bis zur 

Pensionierung des Klägers sei dieser Betrag somit in ihrem familienrechtlichen 

Existenzminimum und demjenigen der Kinder zu berücksichtigen. Nach der Pen-

sionierung des Klägers, wenn jedenfalls auf Seiten des Klägers nicht die effekti-

ven Kosten von CHF 3'110 berücksichtigt werden könnten, sei der Betrag, wie 

von der Vorinstanz angenommen, auf CHF 1'500 pro Monat für sie und je 

CHF 750 pro Monat für die Kinder zu reduzieren. Ergänzend sei schliesslich dar-

auf hinzuweisen, dass sie zwar nach wie vor versuche, die 2.5-Zimmerwohnung 

irgendwie zu halten. Tatsache sei aber auch, dass es sich bei der Wohnung, in 

welcher sie aktuell mit vier Kindern wohne, lediglich um eine 2.5-Zimmerwohnung 

mit improvisierter Küche handle. Wenn sie für sich und ihre vier Kinder eine ange-

messene Wohnung finden müsse, werde diese sicher mindestens CHF 6'000 pro 

Monat kosten. Dies sei angesichts der Tatsache, dass die Wohnung der gesam-

ten Familie vor der Trennung der Parteien sogar CHF 10'000 pro Monat gekostet 

habe, nicht überraschend. Jedenfalls scheine es nicht angemessen, wenn die 

Vorinstanz für eine Einzelperson von angemessenen Mietkosten von CHF 3'110 

ausgehe, für eine solche für drei Personen aber von lediglich CHF 3'000 pro Mo-

nat (Urk. 290 S. 27 ff.).

4.2.1.2. Schon vor Vorinstanz blieb unklar und unbelegt, welche Wohnkosten der 

Beklagten effektiv entstehen. Der Einwand der Beklagten, dass eine 2.5-Zimmer-

- 44 -

wohnung für sie und ihre vier Kinder nicht angemessen sei (Urk. 290 S. 28 ff. 

Rz 59), ist berechtigt. Daran ändert nichts, dass die beiden nichtgemeinsamen 

Kinder grundsätzlich auszuklammern sind. Allerdings verhält es sich aufgrund der 

Darstellung der Beklagten so, dass sie und die Kinder in der betreffenden Woh-

nung wohnen, weil es sich um eine Eigentumswohnung handelt, nicht, weil die 

Miete einer grösseren Wohnung nicht möglich wäre, und muss sie, um in dieser 

Wohnung bleiben zu können, höhere Kosten in Kauf nehmen, als sie für eine 

grössere Mietwohnung aufwenden müsste (vgl. Urk. 290 S. 28 ff. Rz 59 ff.). Das 

erscheint wenig sinnvoll. Unter Hinweis auf die Erwägungen zu den Wohnkosten 

des Klägers (vgl. vorstehend E. V. 4.1.2.2.), ist bei der Beklagten trotz der Pensio-

nierung des Klägers für Phase 1 von einem Wohnkostenanteil von monatlich 

CHF 2'000 und bei den Zwillingen von je CHF 1'000 pro Monat auszugehen, was 

einen Betrag von CHF 4'000 ergibt. Ab Phase 2, ab der auch beim Kläger von tie-

feren Wohnkosten ausgegangen wird, sind Wohnkosten für sie von CHF 1'500 

pro Monat und für die Zwillinge von je CHF 750 pro Monat zu berücksichtigen. 

Damit kann für die insgesamt fünfköpfige Familie der Beklagten unter Annahme 

eines Wohnkostenanteils von ebenfalls je CHF 750 pro Monat für ihre beiden älte-

ren Töchter eine Wohnung zu einem Mietzins von CHF 4'500 pro Monat gemietet 

werden, was – auch unter Berücksichtigung des beim Kläger eingesetzten Be-

trags – den gegebenen Verhältnissen angemessen erscheint. Davon scheint für 

die Zeit nach der Pensionierung des Klägers auch die Beklagte auszugehen 

(Urk. 290 Rz 61, S. 30 Mitte). Aus Gleichbehandlungsgründen und da hinsichtlich 

der Wohnkosten (auch) Kinderbelange betroffen sind, in denen das Gericht den 

Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge 

entscheidet (dazu vorne unter E. II. 4.1.; so auch die Beklagte: Urk. 291 S. 27 

Rz 56), sind auch bei der Beklagten und den Kindern die tieferen Beträge ab 

1. April 2026 zu berücksichtigen. Da die Phase 2 vom tt.mm.2026 bis 31. Juli 

2028 dauert, sind für diese durchschnittliche Wohnkosten von CHF 1'550 bei der 

Beklagten und je CHF 775 bei den Zwillingen einzusetzen. Unter den gegebenen 

Umständen kann offenbleiben, ob die Kosten einer Eigentumswohnung tiefer sind 

als Mietzinse, wie der Kläger behauptet (Urk. 299 S. 17 Rz 84).

- 45 -

4.2.2. Die weiteren von der Vorinstanz eingesetzten Positionen (Krankenkassen-

prämien KVG CHF 532, Krankenkassenprämien VVG CHF 762, Versicherungs-

pauschale CHF 30, Kommunikationspauschale CHF 150, Steueranteil CHF 1'000) 

blieben unbestritten. Die Krankenkassenprämien sind aufgrund der nach Erlass 

des vorinstanzlichen Entscheids erfolgten Prämienerhöhungen anzupassen. Sie 

betragen monatlich CHF 633 für KVG und CHF 961 für VVG (Urk. 352/3-4).

4.2.3. Die Beklagte rügt ferner, dass die Vorinstanz das von ihr erstinstanzlich gel-

tend gemachte Vorsorgedefizit von CHF 1'500 pro Monat nicht berücksichtigt 

habe (Urk. 290 S. 32 f. Rz 66). Vorliegend geht es um die Festlegung von Betreu-

ungsunterhalt, nicht von nachehelichem Unterhalt. Beim Betreuungsunterhalt 

kann die Altersvorsorge nicht berücksichtigt werden (Maier, a.a.O., N 109 mit Ver-

weis auf BGer 5A_637/2018 vom 22. Mai 2019 [E. 7.3.], und N 112). Eine weitere 

Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Ausführungen der Beklagten kann 

daher unterbleiben.

4.2.4. Das familienrechtliche Existenzminimum der Beklagten setzt sich in 

Phase 1 wie folgt zusammen: Grundbetrag CHF 1'350, Wohnkostenanteil 

CHF 2'000, Krankenkassenprämien KVG CHF 633, Krankenkassenprämie VVG 

961, Versicherungspauschale CHF 30, Kommunikationspauschale CHF 150 so-

wie Steuern, was einen Betrag von CHF 5'124 zuzüglich Steuern ergibt. Da in die-

ser Phase ein Manko resultiert, können die Krankenkassenprämien VVG, die Ver-

sicherungspauschale, die Kommunikationspauschale und die Steuern nicht be-

rücksichtigt werden (dazu vorne unter E. V. 4.2.1.). Somit ist auf Seiten der Be-

klagten ein betreibungsrechtliches Existenzminimum von CHF 3'983 zu berück-

sichtigen.

In Phase 2 decken die Einkünfte des Klägers nicht dessen familienrechtliches 

Existenzminimum, dasjenige der beiden Kinder und den in dieser Phase anfallen-

den Betreuungsunterhalt für die Kinder, weshalb bei der Beklagten – jedenfalls in 

einem ersten Schritt – kein Raum für die Berücksichtigung der Krankenkassen-

prämien VVG, der Versicherungspauschale, der Kommunikationspauschale und 

der ca. CHF 23 pro Monat betragenden Steuern bleibt. Zudem ist der Anteil der 

Wohnkosten der Beklagten auf CHF 1'550 zu reduzieren. Hinzu kommen demge-

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genüber die aufgrund der Arbeitstätigkeit nunmehr anfallenden Fahrkosten von 

CHF 87 (ZVV-NetzPass Erwachsene 1-2 Zonen, vgl. www.zvv.ch/de/abos-und-ti-

ckets/abos/monats-und-jahresabo.html; Webseite zuletzt besucht am 31. Juli 

2025) sowie eine Pauschale für auswärtige Verpflegung entsprechend dem Ar-

beitspensum von 50 % in der Höhe von CHF 110. Dies