# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e36f247f-c5e6-5ffa-96c3-b9a6858f909d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.03.2022 B-4199/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4199-2021_2022-03-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-4199/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 

Richter Ronald Flury, Richter Christian Winiger,    

Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ AG,  

vertreten durch lic. iur. Lorenzo Marazzotta, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ETH,  

Abteilung Immobilien,  

Binzmühlestrasse 130, 8092 Zürich,    

Vergabestelle.  

 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen, 

Projekt "7000.0849.EE_OAT_Mieterausbau  

Andreasturm_BKP 377.1_Elementwände", 

SIMAP-Meldungsnummer 1215887, 

SIMAP-Projekt-ID 223624. 

 

B-4199/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 8. Juli 2021 schrieb die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) 

Zürich, Abteilung Immobilien (im Folgenden: Vergabestelle), auf der Inter-

netplattform Simap (Informationssystem über das öffentliche Beschaf-

fungswesen in der Schweiz) einen Lieferauftrag unter dem Projekttitel 

"7000.0849.EE_OAT_Mieterausbau Andreasturm_BKP 377.1_Element-

wände" im offenen Verfahren aus (Meldungsnummer 1207235; Projekt-ID 

223624). Der Auftrag betrifft den Innenausbau der Mietfläche 14.-21. OG 

(moderne Büroarbeitsplätze und Sitzungszimmer) im Andreasturm an zent-

ralem Arbeitsort des Departements Informatik in Zürich Oerlikon (Aus-

schreibung, Ziff. 2.6). Der Auftrag sollte am 1. September 2021 beginnen 

und am 30. Juni 2022 enden (Ausschreibung, Ziff. 2.8). Die Angebote wa-

ren bis zum 17. August 2021 einzureichen (Ausschreibung, Ziff. 1.4). 

B.  

In der Folge gingen zwei Angebote ein, wovon eines das Angebot der 

X._______ AG (im Folgenden: Beschwerdeführerin) war.  

C.  

Mit Schreiben vom 27. August 2021 teilte die Vergabestelle der Beschwer-

deführerin mit, dass ihr Angebot vom Verfahren ausgeschlossen werde, da 

es in Position 1.3 (Elementwand Vollwand) eine Wandstärke von 100 mm 

anstelle der ausgeschriebenen 125 mm vorsehe und daher als Unterneh-

mervariante einzustufen sei. Gemäss den Submissionsbestimmungen (Teil 

A / Ziff. 2.11) seien keine Varianten zugelassen.  

D.  

Am 27. August 2021 erteilte die Vergabestelle der Y._______ AG (im Fol-

genden: Zuschlagsempfängerin), den Zuschlag zum Preis von 

Fr. 1'505'851.25 (exkl. MwSt.) und teilte dies der Zuschlagsempfängerin 

mit Schreiben vom 30. August 2021 mit.  

E.  

Die Vergabestelle veröffentlichte die Zuschlagsverfügung am 31. August 

2021 auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer 1215887). Zur 

Begründung führte sie aus, ausschlaggebend für den Zuschlag an die 

Firma Y._______ AG sei die beste Bewertung in den genannten Zuschlags-

kriterien gewesen. Insgesamt habe es das vorteilhafteste Angebot darge-

stellt (SIMAP-Zuschlagsverfügung, Ziff. 3.2 f.).  

B-4199/2021 

Seite 3 

F.  

Die Beschwerdeführerin wandte sich mit Schreiben vom 16. September 

2021 an die Vergabestelle und ersuchte sie, ihren Entscheid in Wiederer-

wägung zu ziehen. Sie habe das preisgünstigste Angebot eingereicht. Sie 

könne die Position 1.3 (Elementwand Vollwand) standardgemäss mit der 

Wandstärke 100 mm oder 125 mm anbieten und wolle im Rahmen eines 

mündlichen Debriefings darlegen, dass auf ihren Ausschluss zurückzu-

kommen sei.  

G.  

Mit Schreiben vom 17. September 2021 wies die Vergabestelle darauf hin, 

dass sie in der Ausschreibung in Position 1.3 explizit eine Wandstärke von 

125 mm verlangt habe. Diese bautechnische Vorgabe habe die Beschwer-

deführerin nicht erfüllt. Nachträglich könne die Vergabestelle aus Gründen 

der Gleichbehandlung aller Anbieter keine Angebote mehr entgegenneh-

men und auch nicht den erfolgten Zuschlag zurücknehmen. Die Ausschrei-

bung sei von keiner Partei innert Rechtsmittelfrist angefochten worden.  

H.  

Mit E-Mail vom 20. September 2021 teilte die Beschwerdeführerin der 

Vergabestelle mit, dass sie Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

eingereicht habe und an einer mündlichen Besprechung interessiert sei.  

I.  

Am 23. September 2021 fand ein Debriefing bei der Vergabestelle statt.  

J.  

Gegen die SIMAP-Zuschlagsverfügung vom 31. August 2021 erhebt die 

Beschwerdeführerin am 20. September 2021 Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht. Sie beantragt, der Ausschlussentscheid der Vergabe-

stelle vom 27. August 2021 und der am 31. August 2021 auf SIMAP publi-

zierte Zuschlagsentscheid der Vergabestelle seien aufzuheben und die 

Vergabestelle sei anzuweisen, den Zuschlag der Beschwerdeführerin zu 

erteilen. Eventualiter sei festzustellen, dass der verfügte Ausschluss der 

Beschwerdeführerin und die Zuschlagserteilung an die Mitbeteiligte bun-

desrechtswidrig seien, und es sei der Beschwerdeführerin nach Ermessen 

des Bundesverwaltungsgerichts Schadenersatz zuzusprechen.  

In prozessualer Hinsicht beantragt sie, der Beschwerde sei superproviso-

risch die aufschiebende Wirkung zu erteilen und der Vergabestelle sei 

demgemäss zu verbieten, mit der Mitbeteiligten den Vertrag betreffend die 

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Seite 4 

zu beschaffenden Elementwände abzuschliessen, und es sei nach Anhö-

rung der übrigen Verfahrensbeteiligten die Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung zu bestätigen. Weiter beantragt die Beschwerdeführerin, es sei ihr 

Einsicht in die Akten des Vergabeverfahrens zu gewähren.   

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, aufgrund von Wi-

dersprüchen in der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen und 

mit Blick auf den Grundsatz der Nichtdiskriminierung von Anbietenden 

könne es nicht angehen, eine geringfügige funktional beziehungsweise 

technisch begründete Abweichung vom Baubeschrieb als unzulässige Va-

riante zu qualifizieren. Mit einer Ausnahme entspreche das Angebot der 

Beschwerdeführerin vollumfänglich dem Leistungsverzeichnis bezie-

hungsweise Baubeschrieb. Die zu beschaffende Leistung gemäss Angebot 

optimiere lediglich die zu beschaffende Leistung, ohne dass eine andere 

Art der Leistungserfüllung vorliege. Der Wanddicke komme keine eigen-

ständige Funktion zu, weshalb es widersinnig sei, für die drei Element-

wände gemäss den Positionen 1.1-1.3 unterschiedliche Wanddicken zu 

verlangen. Die Beschwerdeführerin habe in ihrem Angebot das "X._______ 

System 100" mit einer Wandstärke von 100 mm offeriert, da diese Element-

wand einen Schalldämmwert von 51 dB aufweise. Es handle sich hierbei 

nicht um eine Variante, sondern um ein technisch, funktional und optisch 

optimales Angebot, in welchem von den Anforderungen in der Ausschrei-

bung in keiner Weise abgewichen werde.  

Die Beschwerdeführerin beanstandet überdies, dass auch das Angebot der 

Zuschlagsempfängerin vom Leistungsverzeichnis beziehungsweise Bau-

beschrieb abweiche. Bei der Elementwand Position 1.2 und Position 1.3 

dürfe eine Stossfuge von 2-3 mm sichtbar sein. Die Systemwand der Zu-

schlagsempfängerin weise indessen eine Fugenausbildung von 6 mm auf. 

Die Vergabestelle verstosse damit gegen das Gleichbehandlungsgebot 

und das spezifische vergaberechtliche Diskriminierungsverbot. Es sei 

rechtswidrig, das Angebot der Beschwerdeführerin auszuschliessen und 

der Mitbeteiligten den Zuschlag zu erteilen, obschon auch deren Angebot 

vom Leistungsverzeichnis beziehungsweise Baubeschrieb abweiche.  

K.  

Mit superprovisorischer Verfügung vom 21. September 2021 ordnete die 

Instruktionsrichterin an, dass bis zum Entscheid des Bundesverwaltungs-

gerichts über den Antrag betreffend Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

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Seite 5 

alle Vollzugsvorkehrungen, welche den Ausgang des hängigen Beschwer-

deverfahrens präjudizieren könnten, namentlich der Vertragsabschluss mit 

der Zuschlagsempfängerin, zu unterbleiben hätten. 

L.  

Mit Stellungnahme vom 30. September 2021 beantragt die Vergabestelle, 

der Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung sei abzuweisen, die Beschwerde vom 20. September 2021 sei abzu-

weisen und der Zuschlag vom 31. August 2021 sei zu bestätigen.  

Die Vergabestelle legt dar, im Leistungsverzeichnis sei explizit vermerkt 

gewesen, dass der Ausschreibungstext und sämtliche auf den beiliegen-

den Plänen dargestellten Abmessungen und Ausführungsdetails zwingend 

einzuhalten seien. Die Beschwerdeführerin habe ihr Angebot mit einer Ab-

weichung in der Abmessung von 100 mm Wandstärke anstelle der verlang-

ten 125 mm eingereicht. Die Abweichung in den Abmessungen entspreche 

nicht der technischen Spezifikation der Ausschreibung. Deshalb sei die 

Vergabestelle gezwungen gewesen, die Beschwerdeführerin vom Verfah-

ren auszuschliessen. Sie habe das Angebot auch nicht als Unternehmer-

variante entgegennehmen können, da Varianten gemäss Ausschreibung 

ausgeschlossen seien und die Beschwerdeführerin kein ausschreibungs-

konformes Grundangebot mit 125 mm Wandstärke eingereicht habe. Da-

her sei auch eine Bereinigung des Angebots mit der Beschwerdeführerin 

von vornherein nicht möglich gewesen. Auch eine Nachfrage wäre nicht 

zulässig gewesen.  

M.  

Die Zuschlagsempfängerin liess sich innert der ihr gesetzten Frist nicht ver-

nehmen und beantragte nicht, als Beschwerdegegnerin am Beschwerde-

verfahren teilzunehmen.  

N.  

Mit Zwischenentscheid vom 9. November 2021 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht den Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung gut.  

O.  

Mit Vernehmlassung vom 9. Dezember 2021 hält die Vergabestelle an ih-

rem Antrag auf Beschwerdeabweisung fest.  

Zur Begründung führt sie aus, bei der Vorgabe bei den Stossfugen in den 

Positionen 1.2 und 1.3 von 2-3 mm habe es sich um eine rein ästhetische 

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Zielvorgabe gehandelt. Das Angebot der Zuschlagsempfängerin habe eine 

Stossfuge von 6 mm und jenes der Beschwerdeführerin eine Stossfuge 

von 5 mm aufgewiesen. Die Vergabestelle habe beide Angebote deswegen 

nicht ausgeschlossen und damit die beiden Anbieterinnen gleichbehandelt. 

Es wäre der Zuschlagsempfängerin konstruktiv möglich, ihre Leistungen 

mit einer Stossfuge von 2-3 mm zu erbringen. Die Vergabestelle beantragt 

in diesem Zusammenhang eine Befragung der Zuschlagsempfängerin. Die 

Vergabestelle habe aus technischen (akustischen) und nutzerspezifischen 

Gründen in der Position 1.3 eine Wandstärke von 125 mm ausgeschrieben. 

Gemäss den Angaben des Bauakustikers träten bei einer 125 mm-Wand 

im Vergleich zu einer 100 mm-Wand deutlich bessere Schalldämmwerte im 

hohen Frequenzbereich, beispielsweise bei Telefongesprächen, auf. Die 

im Bauakustikkonzept vorgegebenen Di-Werte entsprächen den Schallpe-

geldifferenzen, dies im Unterschied zu den vorausgesetzten Schalldämm-

Massen "Rw" im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung. Es handle sich 

dabei um zwei verschiedene Werte, die jedoch nicht im Widerspruch zuei-

nander stünden, und die sich aus der SIA Norm 181 Schallschutz im Hoch-

bau (Ausgabe 2020) ergäben. Die Vergabestelle beantragt diesbezüglich 

eine Befragung des Bereichsleiters Bauphysik und Akustik. Würde die dün-

nere 100 mm-Elementwand verwendet, wären auch die Fassadenan-

schlüsse des Gipsers aus optischen und möblierungstechnischen Gründen 

auf 100 mm zu reduzieren, ansonsten es einen Versatz vom Fassadenan-

schluss zur daran anschliessenden Elementwand gebe. Dies hätte eine 

Reduktion des Schalldämmwertes im Bereich des Fassadenanschlusses 

zur Folge. Die Fassadenanschlüsse seien aber mit einem Mass von 

125 mm geplant und ausgeschrieben und im Andreasturm auch schon so 

ausgeführt worden. Eine nachträgliche Reduktion der Elementwand in der 

Stärke von nur 100 mm hätte verschiedene Arbeiten zur Folge. Auch sei 

die Beschwerdeführerin nicht zu hören, wenn sie vorbringe, sie habe zu 

einem günstigeren Preis als die Zuschlagsempfängerin offeriert. Würde 

eine solche Unternehmervariante zugelassen, hätte die Zuschlagsempfän-

gerin die Elementwand in Pos. 1.3 ebenfalls offeriert, und zwar zu einem 

günstigeren Preis als die Beschwerdeführerin. Die Vergabestelle habe in 

Bezug auf technische Kriterien in der Vorbereitung der Ausschreibung und 

der entsprechenden Darstellung in den Plänen einen Ermessensspiel-

raum, in den das Gericht nicht eingreifen dürfe.  

P.  

Mit Replik vom 26. Januar 2022 hält die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen fest.  

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Es sei in keiner Weise zwingend gewesen, sie vom Verfahren auszu-

schliessen. Die massgebende Formulierung in den Ausschreibungsunter-

lagen laute, dass abweichende Angebote nicht berücksichtigt werden 

"müssten". Die Vergabestelle hätte das Angebot der Beschwerdeführerin 

gemäss den Zuschlagskriterien bewerten müssen. Die Wanddicke stelle 

entgegen der Behauptung der Vergabestelle keine zwingende technische 

Anforderung dar, und das Angebot der Beschwerdeführerin keine Abwei-

chung von den technischen Spezifikationen, sondern ein technisch, funkti-

onal und optisch optimales Angebot dar. Es stelle entsprechend auch keine 

Variante dar. Die von der Beschwerdeführerin offerierte Elementwand 

weise einen Schalldämmwert von 51 dB auf und erfülle damit die Schall-

dämmanforderungen. Die Aussage der Vergabestelle über die Messungen 

eines Akustikers sei grundfalsch. Die Aussagen des Bauakustikers bezö-

gen sich ausschliesslich auf einen Vergleich einer 100 mm und einer 

125 mm starken Wand, welche den gleichen Aufbau und das gleiche In-

nenleben aufwiesen. Die ausgeschriebenen Elementwandsysteme seien 

aber Systeme, die sich von den jeweiligen Anbietern konstruktiv und op-

tisch unterschieden. Die Zuschlagsempfängerin führe zwar eine Element-

wand in der Stärke von 100 mm, welche den geringeren Anforderungen 

von 44 dB gemäss Position 1.2 entspreche, nicht aber eine Elementwand 

in der Stärke von 100 mm, welche der Anforderung 50 dB gemäss Position 

1.3 entspreche. Zudem sei in der Ausschreibung für Position 1.3 eine Zu-

satzeinlage mit einer Gipskarton- oder Fermacellplatte gefordert worden. 

Das Angebot der Beschwerdeführerin erfülle diese Voraussetzung vollum-

fänglich. Demgegenüber verfüge die Zuschlagsempfängerin gemäss ihrer 

Homepage über kein Wandsystem mit einer zusätzlichen Gipskarton- oder 

Fermacellplatte als Zusatzeinlage in der Stärke 125 mm. Es bestehe die 

begründete Vermutung, dass die Zuschlagsempfängerin diesen Punkt 

nicht erfülle und ebenfalls hätte ausgeschlossen werden müssen. Die Be-

schwerdeführerin habe eine Ausführung mit beidseitiger Spannplatte und 

einseitig zusätzlicher Gipsplatte angeboten. Mit der Verbesserung der 

Masse durch den Einbau der zusätzlichen Gipsplatte könne dem Einbruch 

im hohen Frequenzbereich vollumfänglich entgegengewirkt werden und 

schalldämmtechnisch die gleichen beziehungsweise die besseren Eigen-

schaften im Vergleich zu einer Wandstärke von 125 mm erzielt werden. Die 

Vergabestelle habe nicht nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie betreffend 

die Wandstärke auf der Einhaltung des Leistungsverzeichnisses insistiere, 

im Fall der Stossfuge aber darauf verzichtet habe. Es sei nicht ersichtlich, 

weshalb die Stossfugen eine rein ästhetische Zielvorgabe sein sollten, die 

angepasst werden könne, während die Wandstärke der Elementwände ein 

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Ausschlusskriterium darstelle, obwohl die Beschwerdeführerin die Schall-

dämmanforderung erfülle. Schliesslich sei das Angebot der Beschwerde-

führerin günstiger als jenes der Zuschlagsempfängerin. Ihr Angebot sei 

technisch, funktional und optisch optimal und stelle keine Variante dar. 

Beide Angebote seien zulässig, weshalb die Vergleichbarkeit auch hin-

sichtlich des Preises gewährleistet sei. Daher sei klar, dass die Beschwer-

deführerin beim Zuschlagskriterium Preis, das mit 70% gewichtet worden 

sei, ein besseres Angebot als die Zuschlagsempfängerin offeriert habe. Un-

zutreffend sei, dass die Zuschlagsempfängerin mit ihrem Angebot einer 

100 mm starken Elementwand günstiger gewesen wäre, da auch sie ihre 

Wandkonstruktion mit einer zusätzlichen Gipsplatte hätte versehen müs-

sen, um die geforderten 50 dB zu gewährleisten.  

Q.  

Mit Duplik vom 4. Februar 2022 hält die Vergabestelle an ihren Anträgen 

fest.  

Sie habe aufgrund des von einem Bauakustiker erstellten Bauakustikkon-

zepts in der Position 1.3 des Leistungsverzeichnisses eine Elementwand 

mit Wandstärke 125 mm gefordert. Auch die Nebengewerke der Element-

wand (Fassadenanschlüsse, Deckenanschlüsse, Konvektorengitter, usw.) 

seien auf die Wandstärke von 125 mm geplant und ausgeführt worden.  

R.  

Mit Eingabe vom 25. Februar 2022 präzisierte die Beschwerdeführerin ih-

ren Akteneinsichtsantrag.  

S.  

In der Folge lud die Instruktionsrichterin die Zuschlagsempfängerin und die 

Vergabestelle mit Verfügung vom 28. Februar 2022 ein, darzulegen, wo 

genau auf den Detailplänen ersichtlich sei, dass die Zuschlagsempfängerin 

die in Position 1.3 verlangte Zusatz-Einlage aus Gipskarton-/Fermacell-

Platten vorgesehen habe.  

T.  

Die Zuschlagsempfängerin teilte mit Eingabe vom 7. März 2022 mit, dass 

ihr Angebot sämtliche technischen Anforderungen und Spezifikationen der 

Ausschreibung erfülle, insbesondere auch, was den Aufbau der Wand in-

klusive ihr "Innenleben" betreffe. Die Position 1.3 (Vollwand 125 mm) sei in 

der Ausschreibung bezüglich Trennwandinhalt klar beschrieben worden. 

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Für die Zuschlagsempfängerin habe es keinen Grund gegeben, ihre Stan-

darddetails gemäss dem Positionsbeschrieb der Ausschreibung anzupas-

sen, da die Leitdetails der Ausschreibung keinen detaillierten Aufbau der 

Wand aufgezeigt hätten. Eine detaillierte Darstellung des Aufbaus der Po-

sition 1.3 hätte sie erst nach der Angebotsphase in den Freigabedetails 

aufzeigen müssen. Die in Position 1.3 ausgeschriebene Trennwandeinlage 

sei in ihrer Kalkulation enthalten.  

U.  

Die Vergabestelle hält mit Stellungnahme vom 7. März 2022 an ihren bis-

herigen Anträgen fest. Allfällige Änderungen oder Ergänzungen hätten aus-

drücklich vermerkt werden müssen. Die Zuschlagsempfängerin habe in 

keiner Position eine Abweichung von der Ausschreibungsvorlage vermerkt. 

Somit habe sie explizit die Ausschreibungsbedingungen bestätigt. Der Ver-

dacht der Beschwerdeführerin, wonach die Zuschlagsempfängerin die "zu-

sätzliche Gipsplatte bei ihrem Angebot aus dem Text gestrichen" habe, sei 

also falsch. Demgegenüber habe die Beschwerdeführerin in ihrem Angebot 

in Position Ziffer 1.3 auf eine Abweichung der Wandstärke von 100 mm 

anstatt der verlangten 125 mm hingewiesen. Mit dem Angebot in der Sub-

missionsphase hätten noch keine ausführungsreifen Detailpläne einge-

reicht werden müssen. Die Zuschlagsempfängerin habe diese Gipskarton-

/Fermacell-Platte im Angebot denn auch noch nicht zeichnerisch darge-

stellt. Im Vergleich dazu habe die Beschwerdeführerin zwar "symbolisch" 

eine Gips-/Fermacell-Platte einseitig eingezeichnet. Diese sei aber plane-

risch einfach über das Dämmmaterial im Kern der Elementwand einge-

zeichnet worden und sei so nicht ausführbar, sondern müsse noch in einem 

Detailplan gezeichnet werden.    

V.  

Die Vergabestelle wies mit Stellungnahme vom 9. März 2022 darauf hin, 

dass im Register "B2(…)" alle Pläne der Zuschlagsempfängerin, was die 

Position 1.3 betreffe, einzusehen seien. Dort sei ersichtlich, dass diese alle 

ausdrücklich mit einer Wandstärke von 125 mm vermasst seien (Bezeich-

nung "Systemwand Y._______ 125").  

W.  

Die Beschwerdeführerin legt mit Stellungnahme vom 15. März 2022 dar, 

die Vergabestelle vermöge nicht darzutun, dass die Zuschlagsempfängerin 

in ihrem Detailplan die in Position 1.3 explizit geforderte Gips-/Fermacell-

platte dargestellt habe und diese damit im Angebot enthalten sei. Demge-

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Seite 10 

genüber sei die zusätzliche Gips-Fermacellplatte in der Planbeilage zu ih-

rem eigenen Angebot eindeutig dargestellt. Sie werde vor Ort auf das ent-

sprechende Mass der äusseren Platte zugeschnitten und kraftschlüssig auf 

diese geklebt. Auch sei die von der Zuschlagsempfängerin aufgestellte Kal-

kulation falsch. Weder erfülle die unter Position 1.2 aufgeführte Trennwand 

in der Stärke von 100 mm den in der Position 1.3 geforderten Schalldämm-

wert von 50 dB, noch verfüge sie über eine Gips-Fermacellplatte. Daher 

könne die in der Position 1.3 beschriebene Ausführung mit den geforderten 

50 dB gar nicht mit der von der Zuschlagsempfängerin unter Position 1.2 

beschriebenen Ausführung angeboten werden. Das Vorbringen der Zu-

schlagsempfängerin, dass die Stützen und Profilstärken der preistreibende 

Faktor seien zwischen der Ausführung mit 100 mm (Pos. 1.2) und der Aus-

führung mit 125 mm (Pos. 1.3), lasse einzig den Schluss zu, dass ihr An-

gebot keine zusätzliche Gips-Fermacellplatte enthalte. Die zusätzlichen 

insgesamt circa 305 Stück Gips-Fermacellplatten würden zu erheblichen 

Mehrkosten zwischen der Trennwand mit 100 mm und der Trennwand mit 

125 mm führen. Die Zuschlagsempfängerin mache indessen für die ge-

samten Mehrkosten für die 125 mm-Wand gegenüber der 100 mm-Wand 

inklusive der Stützen und Stahlprofile, Transport und Montage Fr. (…) gel-

tend, was einem Mehrpreis von circa (…) Fr./lfm entspreche. Es sei schlicht 

unmöglich, dass diese auch die zusätzliche Gips-Fermacellplatte enthalten 

würden. Im Angebot der Beschwerdeführerin betrage der Preisunterschied 

alleine für die Gips-Fermacellplatte (…) Fr./lfm. Damit sei erstellt, dass die 

Zuschlagsempfängerin keine solchen Platten angeboten habe. Aus dem 

Angebot und den Detailplänen sei dies nicht ersichtlich und die Zuschlags-

empfängerin behaupte es in ihrer Eingabe vom 7. März 2022 auch nicht. 

Die Vergabestelle müsse demnach bei einer rechtsgleichen Behandlung 

die Zuschlagsempfängerin vom Verfahren ausschliessen oder das Angebot 

der Beschwerdeführerin zulassen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde 

einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und 

mit freier Kognition (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 m. H.).  

1.1 Am 1. Januar 2021 traten das totalrevidierte Bundesgesetz vom 

21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, 

SR 172.056.1), die dazugehörende Verordnung vom 12. Februar 2020 

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Seite 11 

über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) sowie das 

revidierte WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen 

vom 15. April 1994 (Government Procurement Agreement [GPA; 

SR 0.632.231.422], Fassung gemäss Ziff. 1 des Protokolls vom 30. März 

2012, BBl 2017 2175 ff.) in Kraft. Gemäss der in Art. 62 BöB enthaltenen 

Übergangsbestimmung werden Vergabeverfahren, die vor Inkrafttreten 

dieses Gesetzes eingeleitet wurden, nach bisherigem Recht zu Ende ge-

führt.  

Vorliegend wurde das Vergabeverfahren mit Ausschreibung vom 8. Juli 

2021 eingeleitet, weshalb das revidierte Beschaffungsrecht anzuwenden 

ist.   

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen die Erteilung eines Zuschlags, der in den Anwen-

dungsbereich des BöB fällt (vgl. Art. 52 Abs. 1 i.V.m. Art. 53 Abs. 1 Bst. e 

BöB).   

Das BöB findet auf die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte Auf-

traggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staatsvertragsbereichs An-

wendung (Art. 1 BöB). Das BöB ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin 

dem Gesetz untersteht (Art. 4 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand 

sachlich erfasst ist (Art. 8 BöB), der geschätzte Wert des zu vergebenden 

öffentlichen Auftrags den entsprechenden Schwellenwert von Art. 8 Abs. 4 

BöB i.V.m. Art. 16 BöB i.V.m. Anhang 4 erreicht und keiner der Ausnahme-

tatbestände von Art. 10 BöB gegeben ist.  

Die Vergabestelle untersteht als Teileinheit der allgemeinen Bundesverwal-

tung dem BöB (Art. 4 Abs. 1 Bst. a BöB).  

Die Vergabestelle geht in Ziffer 1.8 der Ausschreibung vom 8. Juli 2021 von 

einem "Bauauftrag" aus. Art. 8 Abs. 4 BöB sieht vor, dass im Staatsver-

tragsbereich die Leistungen nach Massgabe der Anhänge 1-3 dem BöB 

unterstehen, soweit sie den Schwellenwert nach Anhang 4 Ziffer 1 errei-

chen. Der Schwellenwert für Bauleistungen (Gesamtwert) beträgt 8,7 Mio. 

Fr. (Ziff. 1.1 Anhang 4 zum BöB). Gemischte Aufträge setzen sich aus un-

terschiedlichen Leistungen zusammen und bilden ein Gesamtgeschäft. Die 

Qualifikation des Gesamtgeschäfts folgt der finanziell überwiegenden Leis-

tung. Leistungen dürfen nicht mit der Absicht oder Wirkung gemischt oder 

gebündelt werden, die Bestimmungen dieses Gesetzes zu umgehen (Art. 8 

B-4199/2021 

Seite 12 

Abs. 3 BöB). Erreicht der Gesamtwert mehrerer Bauleistungen nach An-

hang 1 Ziffer 1 für die Realisierung eines Bauwerks den Schwellenwert des 

Staatsvertragsbereichs, so finden die Bestimmungen dieses Gesetzes für 

Beschaffungen im Staatsvertragsbereich Anwendung. Erreichen jedoch 

die Werte der einzelnen Leistungen nicht zwei Millionen Franken und über-

schreitet der Wert dieser Leistungen zusammengerechnet nicht 20 Prozent 

des Gesamtwerts des Bauwerks, so finden für diese Leistungen die Best-

immungen für Beschaffungen ausserhalb des Staatsvertragsbereichs An-

wendung (Bagatellklausel) (Art. 16 Abs. 4 BöB).  

Im vorliegenden Fall beträgt der Zuschlagspreis Fr. 1'505'851.25 

(exkl. MwSt.), weshalb davon auszugehen ist, dass der geschätzte Wert 

des in Frage stehenden Auftrags unter dem Schwellenwert für Bauleistun-

gen (8.7 Mio. Fr.), aber über dem Schwellenwert für Lieferaufträge 

(Fr. 230'000.–) liegt (Art. 8 Abs. 4 BöB i.V.m. Anhang 4 Ziff. 1.1 zum BöB).  

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, bei gemischten 

Aufträgen gelte, dass derjenige Schwellenwert einschlägig sei, der den ge-

wichtigsten Auftragsteil betreffe. Die vorliegende Beschaffung müsse da-

her wegen der Lieferung der Elementwände als Lieferauftrag qualifiziert 

werden.  

Gemäss den Ausführungen der Vergabestelle liegen die Gesamtprojekt-

kosten bei rund 16 Mio. Fr., verteilt auf total 30 Submissionen mit Werten 

von Fr. 20'000.– bis 1,6 Mio. Fr.  

Die Frage, ob die vorliegende Beschaffung als Lieferung oder als Bauleis-

tung einzustufen ist, kann daher offengelassen werden, da der massgebli-

che Schwellenwert auf jeden Fall erreicht ist. 

Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 10 BöB vorliegt, fällt 

die vorliegend angefochtene Beschaffung in den sachlichen Anwendungs-

bereich des BöB. 

Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegen-

den Streitsache zuständig. 

1.3 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren 

teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

B-4199/2021 

Seite 13 

Die Beschwerdeführerin ist formell beschwert, denn sie hat am Verfahren 

vor der Vergabestelle teilgenommen, und sie ist durch die angefochtene 

Verfügung auch offensichtlich besonders berührt, weil der Zuschlag nicht 

ihr erteilt wurde. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt der Umstand, dass 

jemand am Offertverfahren teilgenommen hat und nicht berücksichtigt wor-

den ist, nicht, um die Legitimation zu bejahen. Der unterlegene Anbieter ist 

zur Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht nur legitimiert, wenn er 

eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber zu erhalten (BGE 141 II 14 

E. 4 ff. "Monte Ceneri"). 

Die Frage, ob der Beschwerdeführer eine derartige reelle Chance besitzt, 

ist aufgrund der von ihm gestellten Anträge und vorgebrachten Rügen zu 

beantworten. Ob die entsprechenden Rügen begründet sind, ist insofern 

sowohl Gegenstand der materiellen Beurteilung als auch bereits vorfrage-

weise von Bedeutung für das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen 

(BGE 141 II 14 E. 5.1 "Monte Ceneri"; 137 II 313 E. 3.3.3 "Microsoft"). Für 

derartige doppelrelevante Sachverhalte gilt, dass es im Stadium der Prü-

fung der Eintretensvoraussetzungen genügt, wenn der Beschwerdeführer 

glaubhaft macht ("mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit geltend macht", 

"rende vraisemblable"), dass seine Aussichten, nach einer Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung den Zuschlag zu erhalten, intakt sind (BGE 141 

II 14 E. 5.1 m.H. "Monte Ceneri").  

Im vorliegenden Fall macht die Beschwerdeführerin geltend, der Aus-

schluss ihrer Offerte, weil sie bei Position 1.3 (Elementwand Vollwand) eine 

Wandstärke von 100 mm anstelle der ausgeschriebenen 125 mm angebo-

ten habe, sei unverhältnismässig gewesen. Da die Vergabestelle ihr Ange-

bot nicht bewertet hat, ist die Punktzahl, die ihre Offerte erhalten hätte, 

nicht bekannt. Die Beschwerdeführerin weist indessen darauf hin, dass die 

Zuschlagsempfängerin zu einem Preis von Fr. 1'505'851.25 (exkl. MwSt.) 

offeriert habe, die Beschwerdeführerin dagegen zu einem Preis von 

Fr. 1'488'553.– (exkl. MwSt.). Der Preis werde bei den Zuschlagskriterien 

mit 70 % gewichtet. Würde das Gericht der Auffassung der Beschwerde-

führerin folgen, dass ihre Offerte zu Unrecht ausgeschlossen worden sei, 

wäre daher nicht auszuschliessen, dass sie reelle Chancen auf einen Zu-

schlag hätte.  

Hinzu kommt, dass auch ein ausgeschlossener Anbieter legitimiert sein 

kann, einen Zuschlag anzufechten. Dies gilt jedenfalls dann, wenn er die 

B-4199/2021 

Seite 14 

Eignung des Zuschlagsempfängers und einzigen anderen Anbieters be-

streitet, weil bei einem Ausschluss auch dieser Offerte die Aufhebung des 

ganzen Verfahrens und eine Neuausschreibung des Auftrags erfolgen 

könnte, was ihm allenfalls die Möglichkeit eines neuen Angebots eröffnen 

würde. Auch wenn der ausgeschlossene Anbieter keinen direkten Zuschlag 

an sich selbst, sondern lediglich eine Neuausschreibung erwirken könnte, 

gilt dieses Interesse als schutzwürdig. Der Anspruch eines ausgeschlosse-

nen Anbieters auf gerichtliche Prüfung der Frage, ob nicht auch der einzige 

andere Anbieter hätte ausgeschlossen werden müssen, darf daher nicht 

vereitelt werden, indem ihm die Legitimation abgesprochen wird (BGE 141 

II 14 E. 4.7 "Monte Ceneri", vgl. auch Urteile des EuGH vom 4. Juli 2013 

C-100/12 Fastweb und vom 5. April 2016 C-689/13 PFE; Urteile des BVGer 

B-4637/2016 vom 17. März 2017 E. 1.2 "Tunnelreinigung Gotthard-Basis-

tunnel" und B-6366/2020 vom 9. Juni 2021 E. 1.5.4 "Erneuerung Weissen-

steintunnel").  

Im vorliegenden Fall liegt in Bezug auf die Eventualvorbringen der Be-

schwerdeführerin eine derartige Konstellation vor. Die Beschwerdeführerin 

rügt, auch das Angebot der Zuschlagsempfängerin weiche vom Leistungs-

verzeichnis ab. Gemäss Leistungsverzeichnis dürfe bei der Elementwand 

Position 1.2 und Position 1.3 eine Stossfuge von höchstens 2-3 mm sicht-

bar sein, doch weise die Systemwand der Zuschlagsempfängerin eine Fu-

genausbildung von 6 mm auf. In ihrer Replik vom 26. Januar 2022 bringt 

die Beschwerdeführerin überdies vor, in der Ausschreibung für Position 1.3 

sei eine Zusatzeinlage mit einer Gipskarton- oder Fermacellplatte zwin-

gend gefordert worden. Mit diesem in Position 1.3 geforderten Einbau einer 

zusätzlichen Gips- oder Fermacellplatte als Zusatzeinlage könne der Mas-

senverlust des Absorbers kompensiert werden. Ihr eigenes Angebot erfülle 

diese Voraussetzung. Demgegenüber verfüge die Zuschlagsempfängerin 

gemäss ihrer Homepage über kein Wandsystem mit einer zusätzlichen 

Gipskarton- oder Fermacellplatte als Zusatzeinlage in der Stärke 125 mm. 

Es bestehe die begründete Vermutung, dass die Zuschlagsempfängerin 

diesen Punkt nicht erfülle und ebenfalls hätte ausgeschlossen werden 

müssen. Es sei rechtswidrig, das Angebot der Beschwerdeführerin auszu-

schliessen, nicht aber dasjenige der Zuschlagsempfängerin, obschon auch 

deren Angebot vom Leistungsverzeichnis beziehungsweise Baubeschrieb 

abweiche.  

Würde die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge durchdringen, dass die 

Vergabestelle gegen das Gleichbehandlungsgebot verstossen habe, in-

B-4199/2021 

Seite 15 

dem sie die Offerte der Beschwerdeführerin, nicht aber diejenige der Zu-

schlagsempfängerin ausgeschlossen habe, obwohl auch Letztere nicht alle 

technischen Spezifikationen eingehalten habe, so könnte die Beschwerde-

führerin einen Einbezug ihrer Offerte in die Evaluation oder allenfalls einen 

Abbruch und eine mögliche Neuausschreibung erwirken.  

Die Beschwerdelegitimation ist daher gegeben. 

1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 56 

Abs. 1 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde 

rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG).  

1.5 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

2.  

Die Beschwerdeführerin rügt, die Vergabestelle habe ihr Angebot zu Un-

recht als unzulässige Variante eingestuft und vom Verfahren ausgeschlos-

sen. 

Angesichts von Widersprüchen in der Ausschreibung und den Ausschrei-

bungsunterlagen und mit Blick auf den Grundsatz der Nichtdiskriminierung 

von Anbietenden könne es nicht angehen, eine geringfügige funktional be-

ziehungsweise technisch begründete Abweichung vom Baubeschrieb als 

unzulässige Variante zu qualifizieren. Mit einer Ausnahme entspreche das 

Angebot der Beschwerdeführerin vollumfänglich dem Leistungsverzeichnis 

beziehungsweise Baubeschrieb. Der Wanddicke komme keine eigenstän-

dige Funktion zu, weshalb es widersinnig sei, für die drei Elementwände 

gemäss den Positionen 1.1-1.3 unterschiedliche Wanddicken zu verlan-

gen. Aus technischer Sicht gebe es bezüglich Anschlusswerke keinen 

Grund, zwei verschiedene Wandstärken auszuschreiben. Vielmehr werde 

dadurch die für Elementwände typische vollumfängliche Flexibilität unter-

laufen. Sie habe in ihrem Angebot das "X._______ System 100" mit einer 

einheitlichen Wandstärke von 100 mm offeriert, da diese Elementwand den 

verlangten Schalldämmwert von 51 dB aufweise. Es handle sich daher 

nicht um eine Variante, sondern um ein technisch, funktional und optisch 

optimales Angebot, in welchem von den Anforderungen in der Ausschrei-

bung in keiner Weise abgewichen werde.  

Auch das Angebot der Zuschlagsempfängerin weiche vom Leistungsver-

zeichnis beziehungsweise Baubeschrieb ab. Bei der Elementwand Posi-

tion 1.2 und Position 1.3 dürfe eine Stossfuge von 2-3 mm sichtbar sein. 

B-4199/2021 

Seite 16 

Die Systemwand der Zuschlagsempfängerin weise indessen eine Fugen-

ausbildung von 6 mm auf. Weiter habe die Zuschlagsempfängerin bei der 

Position 1.3 die geforderte Gips-Fermacellplatte nicht angeboten. Diese 

müsste in den zwingend beizulegenden Plandetails im Schnitt ersichtlich 

sein, was aber offenbar nicht der Fall sei. Die im Angebot der Zuschlags-

empfängerin unter der Position 1.2 aufgeführte Trennwand mit der Stärke 

von 100 mm erfülle den in der Position 1.3 geforderten Schalldämmwert 

von 50 dB nicht und verfüge nicht über eine Gips-Fermacellplatte. Daher 

könne die in der Position 1.3 beschriebene Ausführung mit den geforderten 

50 dB nicht mit der von der Zuschlagsempfängerin unter der Position 1.2 

beschriebenen Ausführung angeboten werden, weil diese die 50 dB nicht 

erfülle. Die Argumentation der Zuschlagsempfängerin, dass die Stützen 

und Profilstärken der preistreibende Faktor seien zwischen der Ausführung 

mit 100 mm (Position 1.2) und derjenigen mit 125 mm (Position 1.3), lasse 

einzig den Schluss zu, dass ihr Angebot keine zusätzliche Gips-Fermacell-

platte enthalte. Die Vergabestelle verstosse gegen das Gleichbehand-

lungsgebot und das spezifische vergaberechtliche Diskriminierungsverbot, 

wenn sie das Angebot der Beschwerdeführerin aufgrund einer Abweichung 

vom Leistungsverzeichnis ausschliesse, nicht aber dasjenige der Zu-

schlagsempfängerin, das ebenfalls davon abweiche. 

Die Vergabestelle macht dagegen geltend, im Leistungsverzeichnis sei ex-

plizit vermerkt gewesen, dass der Ausschreibungstext und sämtliche auf 

den beiliegenden Plänen dargestellten Abmessungen und Ausführungsde-

tails zwingend einzuhalten seien. Das Angebot der Beschwerdeführerin 

enthalte eine Abweichung von diesen Abmessungen. Gemäss den techni-

schen Spezifikationen sei vorgesehen gewesen, dass die Trennwände zwi-

schen zwei Büros eine Wandstärke von 125 mm aufweisen müssten (LV 

Pos. 1.3), diejenigen zum Korridor und offener Bürofläche dagegen eine 

Wandstärke von 100 mm (LV Pos. 1.1 und 1.2). Die Beschwerdeführerin 

habe indessen auch für die Position 1.3 eine Wandstärke von 100 mm an-

stelle der verlangten 125 mm vorgesehen. Diese Abweichung in den Ab-

messungen entspreche nicht der technischen Spezifikation der Ausschrei-

bung, weshalb sie gezwungen gewesen sei, das Angebot der Beschwer-

deführerin vom Verfahren auszuschliessen. Sie habe das Angebot auch 

nicht als Unternehmervariante entgegennehmen können, da Varianten ge-

mäss Ausschreibung nicht zulässig seien und die Beschwerdeführerin kein 

ausschreibungskonformes Grundangebot mit 125 mm Wandstärke einge-

reicht habe. Daher sei auch eine Bereinigung des Angebots oder eine 

Nachfrage bei der Beschwerdeführerin von vornherein nicht möglich gewe-

sen.   

B-4199/2021 

Seite 17 

Was die Stossfugen betreffe, so weiche auch die Offerte der Beschwerde-

führerin diesbezüglich vom Leistungsverzeichnis ab, denn sie biete eine 

Stossfuge von 5 mm an. Die ausgeschriebenen Stossfugen seien aber rein 

ästhetische Zielvorgaben und könnten bei überwiegenden konstruktiven 

Begründungen angepasst werden. Gegen das Gleichbehandlungsgebot 

würde die Vergabestelle nur verstossen, wenn sie die technische Vorgabe 

von 125 mm Wandstärke nicht berücksichtigen und das Angebot der Be-

schwerdeführerin mit 100 mm Wandstärke zulassen würde, denn eine dün-

nere Wand sei günstiger und auch die Zuschlagsempfängerin hätte eine 

dünnere Wand zu einem günstigeren Preis als dem Zuschlagspreis anbie-

ten können.  

2.1 Die Anbieter müssen ihre Offerte schriftlich, vollständig und fristgerecht 

einreichen (vgl. Art. 34 Abs. 1 BöB). Die Auftraggeberin kann ein Angebot 

vom Vergabeverfahren ausschliessen, wenn es wesentliche Formfehler 

aufweist oder wesentlich von den verbindlichen Anforderungen der Aus-

schreibung abweicht (vgl. Art. 44 Abs. 1 Bst. b BöB). Dieser Regel liegt der 

Gedanke zugrunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Of-

ferten direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (Urteil des 

BGer 2C_241/2012 vom 28. Juni 2012 E. 4.1 "Bioggio"; vgl. auch Urteile 

des BVGer B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.1 "Studie Schienengüter-

verkehr" und B-2431/2020 vom 7. September 2020 E. 2.1 m. H. "Rechen-

leistungen ZEM"). Dementsprechend sind die Offerten grundsätzlich auf-

grund der innert Frist eingereichten Angaben und Nachweise zu prüfen 

(vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-7479/2016 vom 8. Mai 2017 E. 6.4.2 

"Gittermasten"; Urteile des BVGer B-4637/2016 E. 3.15.2 "Tunnelreinigung 

Gotthard-Basistunnel" und B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 7.3 

"Neubau Galgenbucktunnel"). Die Entgegennahme eines Angebots, das 

den Vorgaben der Ausschreibung beziehungsweise der Ausschreibungs-

unterlagen nicht entspricht, ist im Hinblick auf das Gebot der Gleichbe-

handlung der Anbieter und dasjenige der Transparenz problematisch (vgl. 

BVGE 2007/13 E. 3.1 "Vermessung Durchmesserlinie", mit Verweis auf 

den Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche 

Beschaffungswesen [BRK] 2005-017 vom 23. Dezember 2005, veröffent-

licht in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.33 E. 2a/aa). 

Deshalb ist ein solches Angebot unter dem Vorbehalt des Verbots des 

überspitzten Formalismus grundsätzlich auszuschliessen (vgl. PETER 

GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentli-

chen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013, Rz. 456 f.). Dies gilt auch dann, 

wenn in der Folge das wirtschaftlich günstigste Angebot nicht berücksich-

B-4199/2021 

Seite 18 

tigt werden kann (Zwischenentscheid des BVGer B-3374/2019 vom 2. Sep-

tember 2019 E. 5.8 "Produkte zur Innenreinigung III"; BVGE 2007/13 E. 3.3 

"Vermessung Durchmesserlinie").  

2.2 Die Auftraggeberin bezeichnet in der Ausschreibung oder in den Aus-

schreibungsunterlagen die erforderlichen technischen Spezifikationen. 

Diese legen die Merkmale des Beschaffungsgegenstands wie Funktion, 

Leistung, Qualität, Sicherheit und Abmessungen oder Produktionsverfah-

ren fest und regeln die Anforderungen an Kennzeichnung und Verpackung 

(Art. 30 Abs. 1 BöB). Die Ausschreibungsunterlagen haben unter anderem 

Aufschluss über den Gegenstand der Beschaffung, einschliesslich techni-

scher Spezifikationen und Konformitätsbescheinigungen, Pläne, Zeichnun-

gen und notwendige Instruktionen sowie Angaben zur nachgefragten 

Menge zu geben (Art. 36 Bst. b BöB). Die Auftraggeberin beschreibt die 

Anforderungen an die Leistung, insbesondere deren technische Spezifika-

tionen nach Art. 30 BöB so ausführlich und klar wie nötig (Art. 7 Abs. 1 

VöB). Der Leistungsbeschrieb (Beschreibung des Beschaffungsgegen-

standes) enthält alle notwendigen Anforderungen an den Leistungsgegen-

stand und bildet zusammen mit den technischen Spezifikationen (Formu-

lierung der Detailanforderungen) das Kernstück der Ausschreibung (HANS 

RUDOLF TRÜEB, in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Kom-

mentar, 2011, Art. 12 BöB N. 1 f., Art. 18 BöB N. 13 f.; BARBARA OECHS-

LIN/THOMAS LOCHER, in: Trüeb [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizeri-

schen Beschaffungsrecht, 2020, Art. 30 BöB N. 7 f.). Produktanforderun-

gen sind – soweit sich aus der Ausschreibung nichts anderes ergibt – ab-

solute Kriterien. Ihre Nichterfüllung führt grundsätzlich zur Nichtberücksich-

tigung des Angebots (Zwischenentscheid des BVGer B-6295/2017 vom 

18. Juni 2018 E. 4.7 "Produkte zur Aussenreinigung"; OECHSLIN/LOCHER, 

a.a.O., Art. 30 N. 7 f.).  

2.3 Im vorliegenden Fall verwies die Ausschreibung bezüglich aller Zu-

schlagskriterien pauschal auf die Ausschreibungsunterlagen (Ziff. 2.10). 

Das Leistungsverzeichnis "Gewerk: 377.1 Element-Trennwände", welches 

Teil der Ausschreibungsunterlagen bildet, enthält die folgende allgemeine 

Vorgabe:  

"Allgemein 

Es ist für alle unten beschriebenen Teilbereiche ein durchgängiges System 

anzubieten, welches technisch, funktional sowie optisch optimal abgestimmt 

ist und ein einheitliches Erscheinungsbild garantiert.  

B-4199/2021 

Seite 19 

Der Ausschreibungstext ist wie sämtliche auf den beiliegenden Plänen darge-

stellten Abmessungen und Ausführungsdetails etc. zwingend einzuhalten. 

Es ist die exakt beschriebene Ausführung anzubieten. Auf allfällige Änderun-

gen und Ergänzungen dazu, ist ausdrücklich hinzuweisen. Abweichende An-

gebote müssen nicht berücksichtigt werden." (Leistungsverzeichnis, S. 2)  

Sodann hielt die Vergabestelle in den "Bestimmungen zum Vergabeverfah-

ren für Werkleistungen, Teil A", Ziffer 4.6.8 Besondere Produkt- Fabrikat- 

und Materialbestimmungen, Folgendes fest:  

"Sofern mit dem Angebot andere als in der Projektierung berücksichtigte und 

in der Ausschreibung vorgesehene Fabrikate und Materialien offeriert werden, 

so müssen diese zwingend der geforderten Gleichwertigkeit entsprechen. Ein 

vollständiger Nachweis zur Gleichwertigkeit der von der Bauherrschaft vorge-

gebenen Produkte hat der Anbieter zu erbringen und zu dokumentieren. Die-

ser Nachweis wird durch den Projektverfasser geprüft und gegebenenfalls be-

stätigt. Der endgültige Entscheid über das Erfüllen des Gleichwertigkeitsnach-

weises verbleibt bei der Bauherrschaft." (Bestimmungen zum Vergabeverfah-

ren für Werkleistungen, Teil A, Ziffer 4.6.8 S. 13) 

Weiter verlangte die Vergabestelle in den Ausschreibungsunterlagen, dass 

die Anbieter ein "vollständig ausgefülltes, insbesondere mit Preisen er-

gänztes Leistungsverzeichnis/Baubeschrieb" einreichen (vgl. "Bestimmun-

gen zum Vergabeverfahren für Werkleistungen, Teil A", Ziff. 5 Einzu-

reichende Angebotsunterlagen). Sie brachte hierbei den folgenden Ver-

merk an:  

"Abänderungen der vom Bauherrn abgegebenen Unterlagen sind nicht zuläs-

sig; entsprechende Angebote können vom Vergabeverfahren ausgeschlossen 

werden. 

Varianten, falls gemäss Ausschreibungstext zulässig, sind ausdrücklich als 

solche zu bezeichnen und zusätzlich zum Grundangebot gesondert einzu-

reichen." (Bestimmungen zum Vergabeverfahren für Werkleistungen, Teil A, 

Ziff. 5 S. 15) 

Gemäss der Ausschreibung waren Varianten nicht zugelassen (vgl. Aus-

schreibung, Ziff. 2.11).  

2.4 Die umstrittene Position 1.3 ist im Leistungsverzeichnis "Gewerk: 377.1 

Element-Trennwände" wie folgt definiert:  

"Pos. 1.3 Elementwand Vollwand 

Systemwand, Wanddicke 125 mm; 

B-4199/2021 

Seite 20 

Profilhöhe 35-40 mm, 

Rahmenmaterial Aluminium, Farbe RAL 9016; 

Unteres Profil zur Aufnahme von Unebenheiten im Doppelboden geeignet. 

Möglicher Wandaufbau siehe Detailpläne; 

Beplankung Spanplatte mit Belegung Melaminharzplatte 

Feinhammerschlag, RAL 9016; 

Stossfuge sichtbar 2-3 mm; 

Schalldämmwert mind. (Rw+C)>=50 dB (Laborwert); 

Zusatz-Einlage: Gipskarton-/Fermacell-Platten; 

Brandschutzanforderungen: keine 

Elementhöhe: OK Doppelboden bis UK Betondecke; 

genaue Höhe siehe entsprechende Pos." 

2.5 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bei dieser Position 1.3 

eine Wandstärke von 100 mm angeboten hat und nicht von 125 mm, wie 

es gefordert war (vgl. Offerte der Beschwerdeführerin, Leistungsverzeich-

nis vom 16. August 2021). Als Produkt nannte sie "X._____System 100". 

2.6 Andererseits ergibt sich aus der Offerte der Zuschlagsempfängerin, 

dass diese eine Wandstärke von 125 mm angeboten hat. Als Produkt führte 

sie dabei aber "Y._______ System 100" an. Die genauen Ausmasse dieses 

Produkts ergeben sich aus den der Offerte beigelegten Detailplänen: Das 

"Y._______ System 100" weist, wie bereits der Name indiziert, eine Wand-

stärke von 100 mm auf.  

Die Vergabestelle bezieht sich in ihrer Argumentation, in der sie die Offerte 

der Zuschlagsempfängerin verteidigen will, auf das von der Zuschlagsemp-

fängerin ebenfalls offerierte "Y._______ System 125" mit einer Wandstärke 

von 125 mm. Dieses System wurde von der Zuschlagsempfängerin indes-

sen nicht in Bezug auf die Position 1.3, sondern in Bezug auf andere Posi-

tionen angeboten.  

2.7 Zwar kann der Beschwerdeführerin insofern nicht gefolgt werden, als 

sie offenbar davon ausgeht, dass die angebotene Elementwand zwingend 

B-4199/2021 

Seite 21 

mit ausgearbeiteten Detailplänen darzustellen war. Der Umstand, dass 

sich aus den beigelegten Plänen nicht entnehmen lässt, dass und wo die 

Zuschlagsempfängerin die verlangte Zusatzeinlage einer Gipskarton-/Fer-

macell-Platte vorgesehen hatte, belegt daher noch nicht, dass eine derar-

tige Platte von ihr nicht angeboten worden war.  

Die Offerte der Zuschlagsempfängerin ist aber in Bezug auf die Posi-

tion 1.3 insofern offensichtlich widersprüchlich, als sie diesbezüglich versi-

chert, eine Wandstärke von 125 mm anzubieten, aber unter Verwendung 

eines Systems, das lediglich eine Wandstärke von 100 mm aufweist. Eine 

Erklärung, wie dieser Widerspruch aufzulösen wäre, hat die Vergabestelle 

nicht vorgebracht. Es ist zwar – jedenfalls für die nicht fachkundige Rechts-

mittelinstanz – vorstellbar, dass eine Wandstärke von 125 mm erzielt wer-

den könnte, indem die verlangte zusätzliche Gipskarton-/Fermacell-Platte 

auf die 100 mm dicke Systemwand aufgeklebt würde. Da indessen auch 

die Beschwerdeführerin dies bei ihrer gleich dicken Systemwand vorgese-

hen hatte, ist nicht ersichtlich, warum das "Y._______ System 100" der Zu-

schlagsempfängerin die technischen Vorgaben erfüllen sollte, das 

"X._______ System 100" der Beschwerdeführerin dagegen nicht.  

2.8 Die zitierten Passagen in den Ausschreibungsunterlagen ("Der Aus-

schreibungstext ist wie sämtliche auf den beiliegenden Plänen dargestell-

ten Abmessungen und Ausführungsdetails etc. zwingend einzuhalten. Es 

ist die exakt beschriebene Ausführung anzubieten. […] Abweichende An-

gebote müssen nicht berücksichtigt werden", "Abänderungen der vom 

Bauherrn abgegebenen Unterlagen sind nicht zulässig; entsprechende An-

gebote können vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden") sehen 

vor, dass von den technischen Vorgaben abweichende Angebote nicht be-

rücksichtigt werden müssten. Entgegen der Auffassung der Vergabestelle 

lässt sich diesen Passagen nicht entnehmen, dass sie gezwungen wäre, 

Offerten mit auch nur geringfügigen Abweichungen vom Verfahren auszu-

schliessen. Vielmehr gestehen diese Formulierungen der Vergabestelle ein 

gewisses Ermessen zu, ob sie Angebote, die Abweichungen von den tech-

nischen Vorgaben aufweisen, ausschliessen oder in die Evaluation einbe-

ziehen will. Zwingend ist indessen, dass die Vergabestelle dieses ihr zu-

stehende Ermessen unter Berücksichtigung des Gebots der Gleichbe-

handlung der Anbieter (vgl. Art. 2 Bst. c BöB) wahrnimmt.  

2.9 Wie dargelegt, ergibt sich aus den Akten, dass beide Anbieterinnen die 

Verwendung eines Systems vorgesehen hatten, das eine Wandstärke von 

B-4199/2021 

Seite 22 

lediglich 100 mm aufweist. Wenn die Vergabestelle unter diesen Umstän-

den – offenbar ohne Rückfragen – das eine Angebot ausgeschlossen und 

das andere berücksichtigt hat, hat sie das Gebot der Gleichbehandlung der 

Anbieter verletzt. 

3.  

In Bezug auf die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin macht die Verga-

bestelle geltend, es wäre der Zuschlagsempfängerin konstruktiv möglich, 

ihre Leistungen mit einer Stossfuge von 2-3 mm zu erbringen, und bean-

tragt in diesem Zusammenhang die Befragung der Zuschlagsempfängerin. 

Weiter führt die Vergabestelle aus, sie habe mit Blick auf die Anforderungen 

an die Elementwände den Bereichsleiter Bauphysik und Akustik beigezo-

gen. Dieser habe vor der Ausschreibung der Elementwände ein Bauakus-

tikkonzept erstellt, das die akustischen Anforderungen an die einzelnen 

Wände festgelegt habe. Die Ergebnisse des Bauakustikkonzeptes seien in 

die Ausschreibung eingegangen. Der Bauakustiker habe darauf hingewie-

sen, dass bei einer 125 mm-Wand im Vergleich zu einer 100 mm-Wand 

deutlich besserer Schalldämmwerte im hohen Frequenzbereich, beispiels-

weise bei Telefongesprächen, aufträten. Demgegenüber verzeichne eine 

100 mm-Wand im hohen Frequenzbereich einen deutlichen Einbruch des 

Schalldämmwertes. Deshalb seien in der Pos. 1.3 explizit 125 mm-Ele-

mentwände vorgeschrieben worden. Die Vergabestellte beantragt diesbe-

züglich eine Befragung ihres Bereichsleiters Bauphysik und Akustik.  

3.1 Die Behörde nimmt die ihr angebotenen Beweise ab, wenn diese zur 

Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen (Art. 33 Abs. 1 VwVG). 

Die Beweisabnahmepflicht korreliert mit dem Recht des Betroffenen, Be-

weisanträge zu stellen und beantragte Beweise abnehmen zu lassen. Es 

liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, wenn eine Behörde auf 

die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, wenn die noch im Raum 

stehenden Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder 

offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht 

oder umgekehrt die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend 

ersichtlich ist, oder wenn die entscheidende Behörde ihre Überzeugung auf 

Grund der bereits abgenommenen Beweise bereits gebildet hat und ohne 

Willkür in vorweggenommener (antizipierter) Beweiswürdigung annehmen 

kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge-

ändert würde (BGE 141 I 60 E. 3.3 m.H.).  

3.2 Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich, inwiefern die Frage, ob die 

Zuschlagsempfängerin ihre Leistungen auch mit einer Stossfuge von 

B-4199/2021 

Seite 23 

2-3 mm erbringen könnte, entscheidrelevant sein sollte, solange gar nicht 

behauptet wird, dass die Angebote der Beschwerdeführerin und der Zu-

schlagsempfängerin sich diesbezüglich unterscheiden. Auf eine Befragung 

der Zuschlagsempfängerin zu dieser Frage ist daher in antizipierter Be-

weiswürdigung zu verzichten. 

3.3 Eine Befragung des Bauakustikers zur Frage, aus welchen Gründen 

die Vergabestelle in Position 1.3 des Leistungsverzeichnisses eine Wand-

stärke von 125 mm verlangt hat, verspricht keinen zusätzlichen Erkennt-

nisgewinn. Entscheidend für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens ist 

nicht, ob die Vergabestelle mit dieser technischen Anforderung ihr Ermes-

sen rechtskonform ausgeübt hat oder nicht, sondern vielmehr, dass sie un-

ter Verletzung des Gebots der Gleichbehandlung der Anbieter von zwei An-

geboten, welche beide die Verwendung eines Systems mit einer Wand-

stärke von lediglich 100 mm vorsehen, das eine Angebot ausgeschlossen 

und das andere berücksichtigt hat (vgl. E. 2.9 hievor). Auch auf eine Befra-

gung des Bereichsleiters Bauphysik und Akustik ist daher in antizipierter 

Beweiswürdigung zu verzichten.   

4.  

Die Beschwerde erweist sich daher insoweit als begründet, als damit die 

Aufhebung des Zuschlags vom 29. August 2021 beantragt wird.  

Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrem Hauptbegehren indessen nicht 

nur die Aufhebung des angefochtenen Zuschlags, sondern auch eine 

Rückweisung zum direkten Zuschlag an sie selbst.  

Im vorliegenden Fall hat die Vergabestelle lediglich das Angebot der Zu-

schlagsempfängerin, nicht aber dasjenige der Beschwerdeführerin evalu-

iert. Ob das Angebot der Beschwerdeführerin das wirtschaftlich Günstigste 

wäre, wenn es nicht auszuschliessen wäre, ist daher nicht erstellt. Vor al-

lem aber steht der Vergabestelle, wie dargelegt, ein gewisses Ermessen 

zu, ob sie Angebote, die Abweichungen von den technischen Vorgaben 

aufweisen, ausschliessen oder in die Evaluation einbeziehen will. Erfüllen 

die beiden einzigen Anbieterinnen die gleiche Vorgabe nicht, und handelt 

es sich dabei nicht um eine derart wesentliche Vorgabe, dass anzunehmen 

ist, ein Verzicht darauf hätte den Kreis der potentiellen Anbieter erweitert, 

so steht es der Vergabestelle daher frei, entweder auf diese Anforderung 

zu verzichten und beide Angebote zu evaluieren oder von beiden Anbiete-

rinnen überarbeitete Offerten unter Einhaltung der Anforderung zu verlan-

gen oder aber das Verfahren abzubrechen, allenfalls im Hinblick auf eine 

B-4199/2021 

Seite 24 

neue Ausschreibung. Zwingend ist dabei einzig, dass sie bei dem von ihr 

gewählten Vorgehen das Gebot der Gleichbehandlung der Anbieterinnen 

beachtet. 

Angesichts dieser Umstände ist ein Rechtsanspruch der Beschwerdefüh-

rerin auf den Zuschlag nicht erstellt, weshalb ihrem Hauptbegehren inso-

fern nicht stattgegeben werden kann. Die Beschwerde ist lediglich insofern 

teilweise gutzuheissen, als der Zuschlag aufzuheben und die Sache an die 

Vergabestelle zurückzuweisen ist, damit sie das ihr zustehende Ermessen 

unter Beachtung des Gebots der Gleichbehandlung beider Anbieterinnen 

wahrnimmt.  

5.  

Eine Rückweisung mit offenem Ausgang wird praxisgemäss im Kosten-

punkt wie ein Obsiegen des Beschwerdeführers behandelt. Der Beschwer-

deführerin sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG).  

Vergabestellen haben, auch wenn sie unterliegen, keine Verfahrenskosten 

zu tragen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

6.  

Als obsiegende Partei hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Par-

teientschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung 

umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Aus-

lagen der Partei (Art. 8 VGKE). Parteikosten sind dann als notwendig zu 

betrachten, wenn sie zur sachgerechten und wirksamen Rechtsverfolgung 

oder Rechtsverteidigung unerlässlich erscheinen (vgl. BGE 131 II 200 

E. 7.2). Die obsiegende Beschwerdeführerin ist im vorliegenden Verfahren 

anwaltlich vertreten, weshalb ihr eine Parteientschädigung zuzusprechen 

ist. Sie hat indessen keine Kostennote eingereicht, weshalb die ihr zuzu-

sprechende Parteientschädigung nach Ermessen und aufgrund der Akten 

festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). 

  

B-4199/2021 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.  

Der Zuschlag vom 27. August 2021 wird aufgehoben und die Sache wird 

zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die Vergabestelle 

zurückgewiesen.  

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 

Fr. 4'500.– wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils aus der Gerichtskasse zurückerstattet.  

3. 

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vergabestelle eine 

Parteientschädigung von Fr. 9'000.– zugesprochen 

4. 

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle und die 

Zuschlagsempfängerin. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann 

 

  

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Seite 26 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG), soweit sich 

eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 1 

und 2 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am 

letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Han-

den der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen 

oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 

BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

Versand: 1. April 2022 

 

  

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Seite 27 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde;  

Beilage: Rückerstattungsformular) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 223624;  

Gerichtsurkunde) 

– die Zuschlagsempfängerin (Einschreiben)