# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adadf1d0-ae98-535b-b43d-bf13f3ac5603
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1997-08-08
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 08.08.1997 JAAC 62.14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_031_JAAC-62-14--_1997-08-08.pdf

## Full Text

JAAC 62.14

Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen
Asylrekurskommission vom 8. August 1997

Extrait de la jurisprudence de la Commission suisse de recours en
matière d’asile.

Art. 67 al. 1 PA. Délai pour invoquer un vice de procédure à l’appui d’une
demande de révision.

Si un vice de procédure au sens de l’art. 66 al. 2 let. b ou c PA est invoqué
comme moyen de révision, le délai légal de 90 jours commence à courir à
partir de la notification de la décision sur recours.

Auszug aus der Rechtsprechung der Schweizerischen
Asylrekurskommission.

Art. 67 Abs. 1 VwVG. Revisionsfrist bei Verfahrensmängeln.

Werden Verfahrensmängel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. b oder
c VwVG als Revisionsgrund geltend gemacht, beginnt die 90tägige
Revisionsfrist von der Eröffnung des angefochtenen Urteils an zu
laufen.

Estratto della giurisprudenza della Commissione svizzera di ricorso in
materia d’asilo.

Art. 67 cpv. 1 PA. Termine per invocare un vizio di procedura nel quadro
di una domanda di revisione.

Se un vizio di procedura ai sensi dell’art. 66 cpv. 2 lett. b o c PA è
invocato quale motivo di revisione, il termine legale di 90 giorni decorre
dalla notificazione della sentenza su ricorso.

1

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Mit Verfügung vom 30. Oktober 1996 lehnte das Bundesamt für Flüchtlinge
(BFF) das Asylgesuch des Gesuchstellers ab und ordnete dessen Wegweisung
aus der Schweiz an. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies die
Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil vom 22. Januar 1997
ab.

Am 31. Juli 1997 beantragt der Gesuchsteller durch seinen Vertreter, das
angefochtene Urteil sei in Revision zu ziehen.

Die ARK tritt auf das Revisionsgesuch wegen Verspätung nicht ein.

Aus den Erwägungen:

3. Der Gesuchsteller macht im wesentlichen geltend, die ARK habe in ihrem
Beschwerdeentscheid übersehen, dass der Gesuchsteller nicht nur vor den
Kriegshandlungen in seiner Heimat sowie vor den Behelligungen seitens der
LTTE geflohen sei, sondern auch, weil die srilankische Armee ihn wegen seines
bei der LTTE kämpfenden jüngeren Bruders gesucht habe. Damit ruft er den
Revisionsgrund von Art. 66 Abs. 2 Bst. b VwVG an.

Dieser Revisionsgrund wird indessen offensichtlich verspätet vorgebracht.
Gemäss Art. 67 Abs. 1 VwVG ist das Revisionsbegehren innert 90 Tagen
seit Entdeckung des Revisionsgrundes einzureichen. Bezogen auf den
hier geltend gemachten Revisionsgrund hat diese Frist vom Zeitpunkt
an zu laufen begonnen, in welchem der Gesuchsteller vom angeblichen
Verfahrensmangel hat Kenntnis nehmen können, d. h. vom Zeitpunkt der
Eröffnung des angefochtenen Urteils. Dass, wie sinngemäss vorgebracht wird,
erst der jetzt beigezogene Rechtsvertreter des angeblichen Verfahrensmangels
gewahr wurde, ist dabei unerheblich. Es kann nicht darauf ankommen,
wann dem Betroffenen «das Licht aufgeht über die rechtliche Natur
eines an sich bekannten Sachverhaltes» (Ursina Beerli-Bonorand, Die
ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes
und der Kantone, Zürich 1985, S. 157 mit Hinweis auf Monatsschrift für
bernisches Verwaltungsrecht und Notariatswesen [MBVR] 1975 Nr. 8). Nach
dem Gesagten fällt beim Revisionsgrund der Verfahrensmängel der - für den
Beginn der relativen Revisionsfrist massgebende - Zeitpunkt der «Entdeckung»
mit dem Datum der Eröffnung des angefochtenen Beschwerdeentscheides
zusammen (vgl. dazu unveröffentlichtes Urteil der ARK vom 3. Januar 1995
i. S. A. u. a.). Andernfalls hätten es unterlegene Beschwerdeführer in der
Hand, während der absoluten zehnjährigen Frist jederzeit durch nochmalige
Lektüre des angefochtenen Entscheides oder durch jeweils neu beigezogene
Rechtsvertreter weitere angebliche Verfahrensmängel zu «entdecken». Dies
wäre mit der Rechtssicherheit unvereinbar.

2

Zum selben Schluss führt auch ein Vergleich mit der Regelung des (gemäss
Art. 12 des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979 [AsylG], SR 142.31 hilfsweise
anwendbaren) Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation
der Bundes-

rechtspflege (OG, SR 173.110), welches in den Art. 136 ff. gegenüber
den in Art. 66 VwVG «sachwidrigerweise ineinander verschachtelten
Prozesserscheinungen» (Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl.,
Bern 1983, S. 260) die Revisionsgründe der neuen Tatsachen von denjenigen
der Verfahrensmängel unterscheidet und dementsprechend eine differenzierte
Fristenregelung kennt (für Verfahrensmängel: Beginn der Frist ab Eingang
der schriftlichen Ausfertigung des Entscheides; Art. 141 Abs. 1 Bst. a OG).
Das angefochtene Urteil wurde dem Gesuchsteller gemäss Rückschein am
23. Januar 1997 eröffnet; die 90tägige Revisionsfrist ist demnach bereits am
8. Mai 1997 abgelaufen.

3

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 62.14 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission

vom 8. August 1997

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1998
Année

Anno

Band 62
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Ref. No 150 003 815

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 8. August 1997
	Zusammenfassung des Sachverhalts:
	Aus den Erwägungen: