# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0626b968-fa64-536d-b409-b0a498adfe2f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 14.12.2016 810 16 238
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-238_2016-12-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 14. Dezember 2016 (810 16 238) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Errichtung von Vertretungsbeistandschaften 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Stefan 

Schulthess, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther,  
Gerichtsschreiberin Chiara Piras 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch René Borer, Rechtsan-
walt 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 

 C.____ und D.____, Beigeladene, vertreten durch E.____,  
Berufsbeistandschaft B.____  
 

  

Betreff Errichtung von Vertretungsbeistandschaften gemäss Art. 394 i.V.m. 
Art. 395 ZGB  
(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
7. Juli 2016) 

 
 

A. Am 28. November 2014 übermittelte das Kantonsspital Baselland, Standort F.____, der 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) eine Gefährdungsmeldung: Während 

eines Spitalaufenthalts habe sich gezeigt, dass C.____ (geb. 1930) und seine Ehefrau, D.____ 

(geb. 1931), auf Unterstützung in der Lebens- und Alltagsbewältigung angewiesen seien. Beim 

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Austritt aus dem Spital sei die Unterstützung durch die Spitex B.____, einen Mahlzeitendienst, 

Angehörige und eine Nachbarin vorerst zwar gewährleistet, in organisatorischen-

administrativen Belangen bräuchten C.____ und D.____ jedoch weitere Unterstützung. Nach 

Anhörung der Tochter von C.____ und D.____, A.____, verzichtete die KESB vorerst auf die 

Anordnung behördlicher Massnahmen.  

 

B. Am 2. Mai 2016 reichte Dr. med. G.____, Fachärztin für allgemeine innere Medizin in 

H.____, bei der KESB eine weitere Gefährdungsmeldung betreffend C.____ und D.____ ein, da 

diese wegen fortschreitender Demenz nicht mehr in der Lage seien, ihre Angelegenheiten selb-

ständig zu regeln.  

 

C. Am 3. Juni 2016 besuchte die Präsidentin der KESB das Ehepaar C.____ und D.____. 

Sie stellte dabei fest, dass C.____ und D.____ sehr ungepflegt seien, die Wohnung sich in ei-

nem schlechten hygienischen Zustand befinde und der Kühlschrank fast leer, voller Mäusekot 

und mit Schimmel befallen sei.  

 

D. Am 13. Juni 2016 wurde A.____ zu einer allfälligen Errichtung von Vertretungsbei-

standschaften für ihre Eltern angehört. Sie stellte sich auf den Standpunkt, ihre Eltern seien gut 

versorgt und erklärte, in den letzten Wochen nicht bei ihnen gewesen zu sein, weil ihr der Fahr-

ausweis entzogen worden sei. Einer Beistandschaft und der Ernennung von E.____ als Bei-

ständin stimmte sie indes zu. Der Sohn von C.____ und D.____, I.____, wurde am 27. Juni 

2016 angehört und erklärte sich mit der Errichtung einer Beistandschaft ebenfalls einverstan-

den.  

 

E. In zwei Arztberichten vom 20. Juni 2016 bestätigte Dr. med. G.____ ihre bisherige Ein-

schätzung: D.____ leide an einer schweren Demenz des Alzheimertyps. Sie sei aufgrund ihrer 

Erkrankung nicht mehr urteilsfähig und könne sich nicht zu ihrer Lebenssituation bzw. zur Frage 

allfälliger Erwachsenenschutzmassnahmen äussern. Auch C.____ sei mittelschwer bis schwer 

dement und könne sich nicht mehr um seine Angelegenheiten kümmern. Beide benötigten des-

halb dringend Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen und bei der Körperpflege. Die bisherigen Un-

terstützungsmassnahmen durch die Spitex und die Tochter erachtete sie als ungenügend.  

 

F. Mit Entscheid vom 7. Juli 2016 verfügte die KESB für C.____ und D.____ Vertretungs-

beistandschaften mit Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 i.V.m. Art. 395 des Schweizeri-

schen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907 (Ziff. 1). Als Mandatsträgerin wurde 

E.____, Sozialpädagogin FH, Abteilung Berufsbeistandschaft KESB B.____, eingesetzt (Ziff. 2). 

Die Beiständin erhielt insbesondere die Aufgabe, das Ehepaar C.____ und D.____ bei der Erle-

digung der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten und ihr Einkommen und Vermögen zu 

verwalten (Ziff. 3a), um ihr Wohl besorgt zu sein (Ziff. 3c), in Zusammenarbeit mit der Spitex 

sicherzustellen, dass der Haushalt gemacht werde (Ziff. 3d) und für eine geeignete Wohnsitua-

tion zu sorgen (Ziff. 3e). Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzo-

gen (Ziff. 5) und die Verfahrenskosten zu Lasten von C.____ und D.____ auf Fr. 220.-- festge-

legt (Ziff. 6).  

 

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G. Gegen den Entscheid der KESB erhob am 30. Juli 2016 A.____, vertreten durch René 

Borer, Rechtsanwalt, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfas-

sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt, der Entscheid der KESB sei voll-

umfänglich aufzuheben (Ziff. 1) und die Mandatsträgerin E.____ aus ihrem Amt zu entlassen 

(Ziff. 2); unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 3). Sie macht im Wesentlichen geltend, sie könne sich bes-

ser und persönlicher um ihre Eltern kümmern. Ferner rügt sie, die KESB sei von einem falschen 

Sachverhalt ausgegangen, da ihre Eltern weder verwahrlost seien, noch ihre bisherige Hilfe als 

ungenügend betrachtet werden könne. Des Weiteren verletze der angefochtene Entscheid die 

Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit. Schliesslich sei sie von der KESB 

nicht vorgängig zur Errichtung der Beistandschaften angehört worden, was eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs darstelle. 

 

H.  Die KESB liess sich am 5. Oktober 2016 vernehmen und schloss auf kostenfällige Ab-

weisung der Beschwerde. 

 

I. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 

überwiesen. Gleichzeitig wurde der Beweisantrag der KESB auf Befragung diverser Auskunfts-

personen abgewiesen.  

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde 

Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB in 

Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-

nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Ein-

führung des Zivilgesetzbuchs (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kantonsgericht, Abtei-

lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit 

zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis 450e ZGB. Im Übrigen sind die 

Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (vgl. § 66 Abs. 2 EG 

ZGB).  

 

1.2 Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren 

beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich ge-

schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben 

(Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist Tochter der von den verfügten Vertretungsbeistandschaften 

betroffenen C.____ und D.____. Sie ist als ihnen nahe stehende Person zur Beschwerdeerhe-

bung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 450 ff. ZGB i.V.m. 

§ 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.  

 

1.3 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen 

(Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un-

angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der 

Beschwerde somit volle Kognition zu.  

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2. Die Beschwerdeführerin rügt in formeller Hinsicht die Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs. Dies begründet sie damit, dass sie vor dem Entscheid der KESB nicht angehört worden 

sei. Auch könne dem angefochtenen Entscheid nicht entnommen werden, weshalb eine Be-

treuung durch Verwandte oder Bekannte vorliegend nicht in Betracht komme. 

 

3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfas-

sung (BV) vom 18. April 1999. Er umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren 

und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient das recht-

liche Gehör einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzel-

nen eingreift. Zum rechtlichen Gehör gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor 

Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern und an 

der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweiser-

gebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 

E. 3.1; BGE 127 I 54 E. 2b; BGE 126 I 19 E. 2a; BGE 124 I 241 E. 2). Art. 29 Abs. 2 BV räumt 

keinen Anspruch auf persönliche Anhörung der betroffenen Person ein (BGE 134 I 140 E. 5.3). 

Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör wurde jedoch in Art. 447 ZGB aus-

gedehnt, indem darin die persönliche Anhörung der betroffenen Person vorgeschrieben wird, 

soweit dies nicht als unverhältnismässig erscheint (vgl. auch § 70 Abs. 1 EG ZGB; CHRISTOPH 

AUER/MICHÈLE MARTI, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, 

Basel 2012, N 6 zu Art. 447 ZGB). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 

Abs. 2 BV wird zudem die Pflicht der Behörde abgeleitet, ihre Entscheide so zu begründen, 

dass sie sachgerecht angefochten werden können. Die Begründung muss daher kurz die Über-

legungen nennen, auf welche die Behörde ihren Entscheid stützt. Dagegen ist nicht erforderlich, 

dass sie sich mit jeder tatsächlichen Behauptung und mit jedem rechtlichen Einwand ausdrück-

lich auseinandersetzt (BGE 138 I 232 E. 5.1; BGE 136 I 229 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 

1C_205/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 3.1 m.w.H.).  

 

3.2 Der vorliegend angefochtene Entscheid der Vorinstanz betrifft die Eltern der Be-

schwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin selbst ist vom Entscheid im Sinne von Art. 447 ZGB 

nicht direkt betroffen. Indes geht – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (Be-

schwerde vom 30. Juli 2016, Rz. 6) – aus den Verfahrensakten hervor, dass sie von der KESB 

über das laufende Verfahren informiert worden war und am 13. Juni 2016 eine Anhörung statt-

fand, an der sie über das Verfahren und die geplanten Massnahmen orientiert wurde (Aktenno-

tiz der KESB zur Anhörung vom 13. Juni 2016). Die Rüge der fehlenden Anhörung erweist sich 

daher als unbegründet.  

 

3.3 Vorliegend geht auch die Rüge, es fehle an einer Begründung, weshalb eine Betreu-

ung durch Verwandte oder Bekannte nicht infrage komme, fehl. Aus dem Entscheid der Vo-

rinstanz ergibt sich, dass die KESB aufgrund der Gefährdungsmeldung von Dr. med. G.____ 

vom 18. April 2016, des Besuchs der Präsidentin der KESB beim Ehepaar C.____ und D.____ 

vom 3. Juni 2016 und der Arztberichte vom 20. Juni 2016 zum Schluss kam, dass die bereits 

bestehende Unterstützung durch die Beschwerdeführerin und die Spitex ungenügend und das 

Ehepaar C.____ und D.____ vielmehr auf eine umfassende Vertretung durch eine persönlich 

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und fachlich geeignete Person angewiesen sei. Im Übrigen ist festzustellen, dass sich vorgän-

gig sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihr Bruder mit der Errichtung der Beistandschaften 

einverstanden erklärt haben (Aktennotiz der KESB zur Anhörung vom 13. Juni 2016 und Akten-

notiz der KESB zur Anhörung vom 27. Juni 2016). Der Vorinstanz kann deshalb vorliegend 

nicht vorgeworfen werden, diesen Punkt nicht vertieft ausgeführt zu haben. Insgesamt ist somit 

festzustellen, dass im angefochtenen Entscheid den Anforderungen an eine rechtsgenügliche 

Begründung Genüge getan wurde.  

 

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt ferner, die Vorinstanz habe in ihren Erwägungen ‟völlig 

deplatzierte” Schlüsse gezogen (Beschwerde vom 30. Juli 2016, Rz. 5) und den Sachverhalt 

unrichtig festgestellt. So habe sich das Ehepaar C.____ und D.____ anlässlich des Besuchs der 

Präsidentin der KESB weder in einem Zustand ‟totaler Verwahrlosung” befunden, noch sei die 

Unterstützung durch die Spitex und die Beschwerdeführerin ungenügend gewesen.  

 

4.2 Der angefochtene Entscheid würdigt insbesondere die Gefährdungsmeldung vom 

18. April 2016, den Besuch der Präsidentin der KESB beim Ehepaar C.____ und D.____ vom 

3. Juni 2016 und die Arztberichte vom 20. Juni 2016. Soweit die Vorinstanz die Hilfe der Be-

schwerdeführerin als ungenügend und den Zustand der Betroffenen als verwahrlost gewertet 

hat, ist dies weder faktenwidrig, noch stellt es eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung dar. 

Vielmehr stimmt diese Schlussfolgerung mit den vorliegenden Verfahrensakten überein: Am 

28. November 2014 ging bei der KESB eine erste Gefährdungsmeldung des Kantonsspitals 

Baselland ein (Schreiben des Kantonsspitals Baselland vom 28. November 2014). In der Folge 

tätigte die Vorinstanz erste Abklärungen. Die ehemalige Mieterin des Ehepaars C.____ und 

D.____ erklärte am 16. Dezember 2014 gegenüber der KESB, dass das Ehepaar schwer de-

ment sei und dringend Hilfe benötige (Aktennotizen der KESB, Eintrag vom 16. Dezember 

2014). Mit Schreiben vom 8. Januar 2015 bat der Bruder der Beschwerdeführerin die KESB, 

eine neutrale Fachperson für die finanziellen Angelegenheiten der Eltern einzusetzen (Schrei-

ben des Bruders der Beschwerdeführerin vom 8. Januar 2015). Am 18. April 2016 reichte 

Dr. med. G.____ eine Gefährdungsmeldung bei der KESB ein. Darin wurde festgehalten, das 

Ehepaar C.____ und D.____ könne wegen fortschreitender Demenz seine Angelegenheiten 

nicht mehr selbständig erledigen und die aktuelle Hilfe durch die Spitex und die Tochter sei un-

genügend. Gespräche mit der Spitex und der Tochter hätten die Situation auch nicht verbes-

sert. Die Tochter habe zudem Mühe, sich durchzusetzen und habe auch während einer länge-

ren Abwesenheit ihrer Eltern nicht wie versprochen das Hausschloss ausgewechselt (Schreiben 

von Dr. med. G.____ vom 18. April 2016). Anlässlich des Hausbesuchs der Präsidentin der 

KESB vom 3. Juni 2016 sei ein verwahrlostes Haus vorgefunden worden. Der Kühlschrank sei 

fast leer und voller Schimmel und Mäusekot gewesen. Das Ehepaar C.____ und D.____ sei 

sehr ungepflegt gewesen und habe zum Essen in die Dorfbeiz gehen müssen, weil die Be-

schwerdeführerin an diesem Tag kein Essen gebracht hätte (Aktennotiz der KESB vom 3. Juni 

2016). Dieser Eindruck wurde in den Arztberichten vom 20. Juni 2016 von Dr. med. G.____ 

bestätigt: Die Ärztin wies darauf hin, dass das Ehepaar C.____ und D.____ an mittelschwerer 

bis schwerer Demenz des Alzheimertyps leide und nicht mehr urteilsfähig sei, dass die Wohnsi-

tuation schwierig und dass die Wohnung schmutzig sowie unordentlich sei und sich die Küche 

sowie die Sanitäranlagen in einem hygienisch bedenklichen Zustand befänden (Arztberichte 

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von Dr. med. G.____ vom 20. Juni 2016). Die Beschwerdeführerin zeigt hingegen nicht auf, 

inwiefern die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz unzutreffend sein soll. Auch die von ihr 

eingereichten, undatierten Fotos sind nicht geeignet, die Behauptungen der Beschwerdeführe-

rin zu belegen. Die von der Vorinstanz eingereichten Fotoaufnahmen vom 18. August 2016 zei-

gen ein anderes, sich mit den Eindrücken der KESB und des Medizin- und Pflegepersonals de-

ckendes Bild der Wohnung der Ehegatten C.____ und D.____ (Vernehmlassung vom 5. Okto-

ber 2016, Beilage 13). Aus diesem Grund sind auch die Beweisanträge der Vorinstanz auf ge-

richtliche Erkundigung und Befragung von Zeugen und Auskunftspersonen abzuweisen, da von 

ihnen keine sacherheblichen Aussagen zu erwarten sind. Aufgrund der gesamten Umstände ist 

der Schluss der Vorinstanz, das Ehepaar C.____ und D.____ benötige aufgrund ihres gesund-

heitlichen Zustands und der festgestellten, ungenügenden Hilfe durch die Spitex und die Be-

schwerdeführerin, einer behördlichen Massnahme, nicht zu beanstanden. 

 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass dem angefochtenen Entscheid keine unrichtige 

Sachverhaltsfeststellung zugrunde liegt. Die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführerin 

sind deshalb unbegründet.  

 

5.1 Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die Vorinstanz verletze die Grundsätze der 

Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit, weil sie vorschnell, ohne seriöse Abklärung und in 

unverhältnismässiger Art und Weise eingegriffen habe (Beschwerde vom 30. Juli 2016, Rz. 6).  

 

5.2 Zweck der behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes ist nach Art. 388 

Abs. 1 ZGB, das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicherzustellen. Gleichzeitig 

sollen die Massnahmen die Selbstbestimmung der betroffenen Person soweit wie möglich er-

halten und fördern (Art. 388 Abs. 2 ZGB). In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle be-

hördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität und 

der Verhältnismässigkeit. Behördliche Massnahmen sind nach Art. 389 Abs. 1 ZGB nur dann 

anzuordnen, wenn die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person durch die Familie, andere na-

hestehende Personen oder private oder öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein 

als ungenügend erscheint (Ziff. 1) oder wenn bei Urteilsfähigkeit der hilfsbedürftigen Person 

keine oder keine ausreichende eigene Vorsorge getroffen worden ist und die Massnahmen von 

Gesetzes wegen nicht genügen (Ziff. 2). Jede behördliche Massnahme muss erforderlich und 

geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person 

auf andere Art – durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentli-

che Dienste – bereits gewährleistet, werden keine Erwachsenenschutzmassnahmen angeord-

net (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB; BGE 140 III 49 E. 4.3.1; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung 

Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 9. September 2015 [810 15 129] E. 2.2). 

Indessen muss solche Unterstützung durch Angehörige aktuell sichergestellt sein (HELMUT 

HENKEL, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, 5. Aufl., Basel 2014, N 6 zu 

Art. 389 ZGB m.w.H.).  

 

5.3 Verschiedene Bestimmungen (Art. 374 ff., Art. 377 ff., Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) wol-

len die Familiensolidarität stärken und gleichzeitig den Staat entlasten. Veränderte gesellschaft-

liche Verhältnisse, die Lockerung familiärer Beziehungen, namentlich auch zwischen den Gene-

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rationen, die Anforderungen im Berufsleben, die höchst anspruchsvolle Verbindung zwischen 

Familie und Beruf, setzen dieser Solidarität auch objektive Grenzen. Verwandte mit der Füh-

rung eines Erwachsenenschutzmandats oder der Betreuung einer hilfsbedürftigen Person zu 

beauftragen, kann jedoch in gewissen Konstellationen auch als problematisch erscheinen. Die 

wichtigsten Gründe, die dagegen sprechen, sind die mit verwandtschaftlichen Beziehungen 

verbundenen emotionalen – positiven und konflikthaften – Bindungen, welche eine ungenügen-

de Distanz zum Geschehen bewirken und Verwandte daran hindern können, sachgerechte und 

im Interesse der betroffenen Person liegende Entscheidungen zu treffen. So führt HÄFELI in 

‟Private Mandatsträger (Prima) und Angehörige als Beistand” aus, dass ein ‟gekränkter Fami-

lienstolz” Verwandte dazu verleiten könnte, die tatsächlichen Schwierigkeiten der betroffenen 

Person zu bagatellisieren und ihr nicht die nötige Betreuung zukommen zu lassen. Die gleiche 

Ausgangslage könnte andererseits auch dazu führen, dass die betroffene Person besonders 

hart angefasst wird und von ihr Leistungen verlangt werden, die sie aufgrund ihrer Schwäche 

nicht erbringen kann. Auch handfeste Interessenkonflikte zwischen verwandten Betreuungsper-

sonen und der betroffenen Person können deren Wohl beeinträchtigen. Diese Gefahr besteht 

insbesondere, wenn erwachsene Nachkommen behördliche Massnahmen für die betagten El-

tern übernehmen und es an der nötigen persönlichen Fürsorge fehlen lassen, weil sie offen  

oder im Geheimen die Schmälerung des zu erwartenden Nachlasses befürchten (vgl. dazu 

CHRISTOPH HÄFELI, Private Mandatsträger [Prima] und Angehörige als Beistand, in: Zeitschrift 

für Kindes- und Erwachsenenschutz [ZKE], 3/2015, S. 198-214, S. 206; vgl. auch KGE VV vom 

9. September 2015 [810 15 129] E. 2.3).  

 

5.4 Kommt die Erwachsenenschutzbehörde zum Schluss, die vorhandene Unterstützung 

der hilfsbedürftigen Person sei nicht ausreichend oder von vornherein ungenügend, so muss 

ihre behördliche Massnahme verhältnismässig, das heisst erforderlich und geeignet sein 

(Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde hat deshalb nicht gesetzlich fest um-

schriebene, starre Massnahmen, sondern ‟Massnahmen nach Mass” zu treffen, das heisst sol-

che, die den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB; BGE 140 

III 49 E. 4.3.1). Dies gilt auch für die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft mit Vermö-

gensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB. 

 

6.1 Vorliegend unbestritten ist, dass die Ehegatten C.____ und D.____ an einer schweren 

bzw. mittelschweren Demenz leiden und damit ein Schwächezustand im Sinn von Art. 390 

Abs. 1 ZGB vorliegt (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Er-

wachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001 ff., 

S. 7043). Ebenfalls unbestritten ist, dass sie die eigenen Angelegenheiten nicht mehr hinrei-

chend besorgen können und auf Hilfe in diversen Lebensbereichen (Zahlungen, Haushalt, Kör-

perpflege, Einkäufe, etc.) angewiesen sind. Vorliegend ist einzig umstritten, ob die Beschwerde-

führerin geeignet ist, die erforderliche Unterstützung zu leisten bzw. ob die Errichtung der Ver-

tretungsbeistandschaften mit Vermögensverwaltung zu Recht erfolgt ist.  

 

6.2 Nach der ersten Gefährdungsmeldung (Schreiben des Kantonsspitals Baselland vom 

28. November 2014) versuchte die KESB, eine freiwillige Lösung mit der Beschwerdeführerin 

und der Spitex zu suchen und verzichtete vorerst darauf, behördliche Massnahmen anzuord-

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Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nen. Erst als sich im Mai 2016 zeigte, dass sich die bisherige Unterstützung der Ehegatten 

C.____ und D.____ aufgrund der übereinstimmenden Meldungen und Aussagen der betreuen-

den Ärztin Dr. med. G.____ (vgl. E. 4.2 hiervor), der Mitarbeiter der Spitex (Aktennotizen der 

KESB, Eintrag vom 17. Mai 2016), des Bruders der Beschwerdeführerin (Aktennotizen der 

KESB, Eintrag vom 27. Juni 2016) sowie der Präsidentin der KESB (E. 4.2 hiervor) als ungenü-

gend erwies, ordnete die Vorinstanz die notwendigen Massnahmen an. Als die Beschwerdefüh-

rerin mit der Situation konfrontiert wurde (Aktennotiz der KESB vom 13. Juni 2016), verharmlos-

te sie diese und stellte sich auf den Standpunkt, alles sei übertrieben und sie habe in den letz-

ten Wochen nur nicht vorbeigehen können, weil ihr der Fahrausweis entzogen worden sei. In 

der vorliegenden Beschwerde stellt sie ebenfalls in Abrede, dass die Körperpflege der Eltern 

vernachlässigt wirke und der wohnliche Zustand des Elternhauses prekär sei (Beschwerde vom 

30. Juli 2016, Rz. 5). Als Ergebnis einer Gesamtbetrachtung wirkt das Verhalten der Beschwer-

deführerin als Bagatellisierung der Erkrankung ihrer Eltern. Insgesamt ergibt sich aus den Ver-

fahrensakten, dass die Beschwerdeführerin zusammen mit der Spitex keine hinreichende Be-

treuung und Pflege ihrer Eltern sicherstellte oder sicherstellen konnte. Vor diesem Hintergrund 

stellen die angeordneten Vertretungsbeistandschaften mit Vermögensverwaltung eine geeigne-

te und erforderliche Massnahme zum Wohl und zum Schutz der Ehegatten C.____ und D.____ 

dar. Die Errichtung der Vertretungsbeistandschaften mit Vermögensverwaltung steht folglich im 

Einklang mit den Grundsätzen der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit, weshalb diese 

nicht zu beanstanden sind. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.  

 

7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 

dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 

die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-

mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Somit sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- 

vorliegend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 1‘400.-- zu verrechnen. Die Parteikosten sind in Anwendung von § 21 Abs. 1 

und 2 VPO wettzuschlagen.  
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

   

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. 

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.  

 

 

 

 

 

 

 

Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
 
 

 

 

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