# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f17f9819-f220-5cd6-8654-1f94eb8af6b7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2015 B-6776/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6776-2014_2015-09-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-6776/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 

Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Ronald Flury, 

Gerichtsschreiberin Myriam Senn. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

Beschwerdeführer, 

 
 

 
gegen 

 
 

Prüfungskommission Humanmedizin, 

Bundesamt für Gesundheit, 

Vorinstanz. 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Eidgenössische Prüfung in Humanmedizin. 

 

 

 

B-6776/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung vom 13. Oktober 2014 entschied die Prüfungskommission 

Humanmedizin des Bundesamtes für Gesundheit (nachfolgend: Vor-in-

stanz), dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) die eidgenössi-

sche Prüfung in Humanmedizin nicht bestanden habe. Gleichentags teilte 

ihm das Institut für Medizinische Lehre IML, Abteilung für Assessment und 

Evaluation AAE der Universität Bern, mit Schreiben mit, dass er in der CS-

Prüfung (Clinical Skills bzw. strukturierte praktische Prüfung) ein Prüfungs-

resultat von 87 Punkten bei einer Bestehensgrenze von 88 Punkten er-

reicht habe. 

B.  

Mit Beschwerde vom 10. November 2014 wandte sich der Beschwerdefüh-

rer an das Bundesverwaltungsgericht und beantragt, dass ihm der feh-

lende Punkt zum Bestehen der Prüfung gegeben werde. Zur Begründung 

kritisiert er die Bewertung seiner Prüfungsleistung in Bezug auf fünf Posten 

und macht geltend, das ungenügende Ergebnis sei vor allem auf Nervosität 

und Prüfungsangst zurückzuführen gewesen. 

C.  

Mit Vernehmlassung vom 30. Januar 2015 beantragt die Vorinstanz die Ab-

weisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, nach dem Exa-

men habe ein Gespräch mit dem Beschwerdeführer stattgefunden und es 

sei eine Nachkontrolle des Prüfungsergebnisses durchgeführt worden, die 

keinerlei Fehler zu Tage gefördert habe. Der Beschwerdeführer habe im 

Prüfungstotal und in 7 von 12 Posten eine ungenügende Punktzahl er-

reicht. Seine Leistung sei von den 12 Prüfenden anhand von rund 300 vor-

definierten Kriterien beurteilt worden. Die angefochtene Prüfung sei korrekt 

durchgeführt und ausgewertet worden. Es könne keinesfalls von einer of-

fensichtlichen Unterbewertung seiner Leistungen oder von offensichtlich zu 

hohen Prüfungsanforderungen gesprochen werden. 

Im Rahmen ihrer Vernehmlassung reichte die Vorinstanz auch die nicht 

parteiöffentlichen Vorakten der Prüfung des Beschwerdeführers ein. 

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten-

stücke wird – soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

B-6776/2014 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Der Entscheid der Vorinstanz vom 13. Oktober 2014 stellt eine Verfügung 

im Sinne von Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 

172.021) dar. Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31 des Bun-

desgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (Ver-

waltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) Beschwerdeinstanz gegen Ver-

fügungen, welche von eidgenössischen Kommissionen erlassen werden 

(Art. 33 Bst. f VGG), worunter die Vorinstanz fällt. 

Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, 

ist als Adressat der angefochtenen Verfügung besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 48 

Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 

Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerde-

schrift sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kosten-

vorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 49 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

2.1 Im Bereich der universitären Medizinalberufe wird die Ausbildung mit 

der eidgenössischen Prüfung abgeschlossen (Art. 14 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die universitären Medizinalberufe vom 23. Juni 2006 [Medi-

zinalberufegesetz, MedBG, SR 811.11]). Mit der Prüfung wird abgeklärt, ob 

die Studierenden über die fachlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähig-

keiten sowie über die Verhaltensweisen und die soziale Kompetenz verfü-

gen, die sie zur Ausübung des entsprechenden Medizinalberufes benöti-

gen und ob sie die Voraussetzungen für die erforderliche Weiterbildung er-

füllen (Art. 14 Abs. 2 MedBG). Die eidgenössische Prüfung kann aus einer 

oder mehreren Einzelprüfungen bestehen, wobei Einzelprüfungen auch 

Teilprüfungen enthalten können (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die eid-

genössischen Prüfungen der universitären Medizinalberufe vom 26. No-

vember 2008 [Prüfungsverordnung MedBG, SR 811.113.3]). Jede Einzel-

prüfung wird mit "bestanden" oder "nicht bestanden" bewertet. Die eidge-

nössische Prüfung ist bestanden, wenn jede Einzelprüfung mit "bestanden" 

bewertet worden ist (Art. 5 Abs. 2 und 3 Prüfungsverordnung MedBG). 

B-6776/2014 

Seite 4 

2.2 Die strukturierte praktische Prüfung besteht aus mindestens zehn ver-

schiedenen Stationen, die in Form eines Parcours angelegt sind. Eine Sta-

tion kann eine oder mehrere praktische Aufgaben, beispielsweise mit ech-

ten oder standardisierten Patienten oder Modellen, umfassen (Art. 12, Art. 

13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 der Verordnung des EDI über die Form der 

eidgenössischen Prüfung der universitären Medizinalberufe vom 1. Juni 

2011 [Prüfungsformenverordnung, SR 811.113.32]). An jeder Station beur-

teilt jeweils eine andere examinierende Person während oder nach der Prü-

fung die Leistung des Kandidaten anhand vorgegebener Beurteilungskrite-

rien in Form einer Checkliste (Art. 14 Abs. 2 Prüfungsformenverordnung). 

3.  

Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde gegen die nicht be-

standene Prüfung vor allem mit seiner Nervosität und Prüfungsangst, die 

während der Prüfung nicht als solche, sondern als mangelnde Kommuni-

kationsfähigkeit und Kompetenz wahrgenommen worden seien. Zwar 

weise er eine grenzwertige Kommunikation auf. Er sei aber fachlich sattel-

fest. Sein Mangel an Sicherheit korreliere nicht mit seinem Mangel an Kom-

petenz. Zudem sei seine Leistung bei den Posten "B._______"  

(…), "C._______" (…), "D._______" (…), "E._______" (…) und 

"F._______" (…) nicht korrekt bewertet worden. Er verlangt daher, dass 

diese Posten neu bewertet würden und ihm in der Folge der fehlende Punkt 

zum Bestehen der Prüfung gegeben werde. 

Demgegenüber äussert sich die Vorinstanz zunächst ausführlich zur Ent-

wicklung und zum Ablauf der CS-Prüfung im Allgemeinen. Die aus 12 un-

terschiedlichen Stationen (Posten) bestehende Prüfung werde von  

12 unabhängigen Examinierenden anhand vorgegebener Beurteilungskri-

terien (Checklisten) bewertet. Die festgelegten Kriterien würden mit unter-

schiedlichen Punkten gewichtet und das Verfahren sei standardisiert. Als-

dann äussert sie sich generell zur Bewertung, zur Auswertung, zur Beste-

hensgrenze und zur Bewertung der Kommunikation. 

In Bezug auf die Prüfungsleistung des Beschwerdeführers hält sie fest, 

dass er 6mal als grenzwertig oder nicht kompetent beurteilt worden sei. Im 

Bereich Kommunikation sei er 7mal als grenzwertig oder als nicht kompe-

tent beurteilt worden. Im klinischen Alltag müsse ein Arzt aber mit den Pa-

tienten kommunizieren können. Theoretisches Faktenwissen genüge nicht. 

Insgesamt sei die erreichte Punktzahl des Beschwerdeführers 7mal in den 

B-6776/2014 

Seite 5 

12 Stationen als nicht ausreichend bewertet worden. Von den 896 geprüf-

ten Kandidaten wiesen 874 Kandidaten eine höhere Punktzahl als er auf. 

Es hätten die gleichen Bedingungen für alle Kandidaten gegolten und es 

sei unzweifelhaft, dass die Prüfung korrekt durchgeführt und ausgewertet 

worden sei. 

3.1 Mit der Verwaltungsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich die Überschreitung oder der Missbrauch des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit der angefochtenen Verfügung 

gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet 

somit grundsätzlich mit voller Kognition. Indessen haben Prüfungen oft-

mals Spezialgebiete zum Gegenstand in denen die Rechtsmittelbehörde in 

der Regel über keine genügenden, eigenen Fachkenntnisse verfügt. Zu-

dem sind der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle massgebenden Fak-

toren der Bewertung bekannt und es ist ihr nicht immer möglich, sich ein 

zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen einer beschwerde-

führenden Person sowie der Leistungen der übrigen Kandidierenden zu 

machen. Eine freie und umfassende Überprüfung der Examensbewertung 

würde die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber 

anderen Kandidaten in sich bergen und es ist auch nicht Aufgabe der Be-

schwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungsleistungen einer beschwer-

deführenden Person gewissermassen zu wiederholen. Das Bundesverwal-

tungsgericht auferlegt sich daher bei der Bewertung von Prüfungsleistun-

gen eine gewisse Zurückhaltung und weicht nicht von der Beurteilung 

durch die Prüfungsexperten ab, nicht zuletzt solange sie im Rahmen der 

Vernehmlassung der Prüfungskommission Stellung zu den Rügen des Be-

schwerdeführers genommen haben und ihre Auffassung, insbesondere so-

weit sie von derjenigen des Beschwerdeführers abweicht, nachvollziehbar 

und einleuchtend ist (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1; 2010/11 E. 4.1-2; 2010/10 

E. 4.1; 2008/14 E. 3.1, 3.3; Urteil B-6727/2011 E. 4, je mit weiteren Hinwei-

sen; kritisch dazu PATRICIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prüfungs-

fällen: Aktuelle Entwicklungen, ZBl 112 10/2011, S. 555 ff). 

Sind dagegen die Auslegung oder Anwendung von Rechtsvorschriften 

streitig oder werden Verfahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt – wie 

zum Beispiel Hinweise auf die Befangenheit der Prüfungsexperten –, so 

hat das Bundesverwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen mit um-

fassender Kognition zu prüfen (vgl. BVGE 2010/11 E. 4.2; 2010/10 E. 4.1; 

2008/14 E. 3.3, je mit weiteren Hinweisen). 

B-6776/2014 

Seite 6 

Ferner ist darauf hinzuweisen, dass gemäss ständiger Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichts die Beweislastregel von Art. 8 ZGB auch im öffentli-

chen Recht bzw. im Bereich der Humanmedizinalberufeprüfungen Anwen-

dung findet (vgl. Urteile des BVGer B-6553/2013 vom 8. Juli 2014 E. 3.2; 

B-6049/2012 vom 3. Oktober 2013 E. 4.5.2). Es hat somit in diesem Be-

reich derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-

sen, der aus ihr Rechte ableitet. 

Auf Rügen bezüglich der Bewertung von Examensleistungen hat die 

Rechtsmittelbehörde daher dann detailliert einzugehen, wenn der Be-

schwerdeführer selbst substantiierte und überzeugende Anhaltspunkte 

und die entsprechenden Beweismittel dafür liefert, dass das Ergebnis ma-

teriell nicht vertretbar ist, dass eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt 

oder die Prüfungsleistungen offensichtlich unterbewertet wurden (vgl. 

BVGE 2010/21 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen; 2010/11 E. 4.3; 2010/10 E. 

4.1; Urteil B-6727/2013 E. 4). Die Behauptung allein, die eigene Lösung 

sei richtig und die Auffassung der Prüfungskommission oder eine vorgege-

bene Musterlösung sei falsch oder unvollständig, wird dieser Anforderung 

nicht gerecht (vgl. Urteil des BVGer B-2229/2011 vom 13. Februar 2012 E. 

6.1). 

3.2 Vorliegend macht der Beschwerdeführer generell geltend, dass er 

durch seine Nervosität beeinträchtigt worden sei. Er beherrsche die fachli-

chen Aspekte an sich gut, was durch seine Leistung in der MC-Prüfung 

belegt sei. Seine Nervosität und Prüfungsangst seien aber nicht als solche 

wahrgenommen, sondern ihm fälschlicherweise als mangelnde Kommuni-

kation und Kompetenz ausgelegt worden. 

Aus den nicht parteiöffentlichen Vorakten geht hervor, dass verschiedenen 

Examinatoren die Unsicherheit des Beschwerdeführers auffiel. Es ist nicht 

auszuschliessen, dass die von ihnen festgestellten und bewerteten Kom-

munikationsmängel, etwa bezüglich Gesprächsstruktur oder verbalem und 

nonverbalem Ausdruck, teilweise auf Nervosität oder Prüfungsangst des 

Beschwerdeführers zurückzuführen waren. Warum darin eine offensichtli-

che Unterbewertung seiner Leistung zu sehen sein sollte, ist allerdings 

nicht nachvollziehbar. 

Wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, stellt die Fähigkeit zu einer adäqua-

ten Kommunikation mit Patienten und Pflegefachpersonen eine zentrale 

Kompetenz eines Arztes jeglicher Fachrichtung dar und bildet daher eines 

B-6776/2014 

Seite 7 

der Themen der eidgenössischen Prüfung in Humanmedizin (vgl. Informa-

tionen für die Kandidaten der eidgenössischen Prüfung Humanmedizin, 

Eidgenössisches Departement des Innern EDI, Bundesamt für Gesundheit 

BAG, S. 3). Es ist Sache des Beschwerdeführers, anlässlich der Prüfung 

zu zeigen, dass er in ausreichendem Ausmass über diese Kompetenz ver-

fügt und im Rechtsmittelverfahren zu beweisen, dass er diese Prüfungs-

leistung erbracht und seine Leistung unterbewertet wurde. Bei einer münd-

lichen oder praktischen Prüfung, bei der die Prüfungsexaminatoren ihre 

Bewertung lediglich gestützt auf ihre eigenen Aufzeichnungen darlegen, ist 

dieser Nachweis naturgemäss schwer zu erbringen. Diese Schwierigkeit 

führt indessen nicht zu einer Umkehr der Beweislast. Mit der Behauptung 

allein, sein Verhalten sei falsch bewertet worden, kann dieser Nachweis 

allerdings nicht erbracht werden. 

3.3 Hinsichtlich des Postens "B._______" rügt der Beschwerdeführer, dass 

sein Management trotz der Fehldiagnose – er diagnostizierte einen (…) – 

richtig gewesen sei. Bei der Empfehlung, ein (…) zu nehmen, handle es 

sich insofern um einen Folgefehler. Im Posten "C._______" habe er Punkte 

für seinen Folgefehler erhalten. Es sei daher angebracht, ihm auch hier 

einen Punkt für das richtige Management einer (…) zu geben. 

Bezüglich der Frage, welches relative Gewicht den verschiedenen Anga-

ben, Überlegungen und Berechnungen zukommt, die zusammen die kor-

rekte und vollständige Lösung einer bestimmten Prüfungsaufgabe darstel-

len, und wie viele Punkte für nur teilweise richtige Antworten oder Prü-

fungsleistungen zu vergeben sind, steht den Prüfungsexperten ein relativ 

grosser Ermessenspielraum zu, der von den Rechtsmittelinstanzen zu res-

pektieren ist. Das Ermessen der Prüfungsexperten ist lediglich dann ein-

geschränkt, wenn die Prüfungsorgane ein verbindliches Bewertungsraster 

vorgegeben haben, aus dem die genaue Punkteverteilung pro Teilantwort 

hervorgeht. Der Grundsatz der Gleichbehandlung aller Kandidaten ge-

währt in einem derartigen Fall jedem Kandidaten den Anspruch darauf, 

dass auch er diejenigen Punkte erhält, die ihm gemäss Bewertungsraster 

für eine richtige Teilleistung zustehen (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.3.2; Urteil 

des BVGer B-241/2013 E. 4.2.3; B-2229/2011 E. 6.1). 

Unter einem Folgefehler versteht man einen Fehler im Endresultat, der sich 

einzig deshalb ergibt, weil zwar korrekt im Sinne der Prüfungsaufgabe, 

aber auf der Basis eines falschen Zwischenergebnisses vorgegangen wird. 

Im vorliegenden Fall hatte die falsche Diagnose des Beschwerdeführers 

zur Folge, dass auch sein weiteres Vorgehen zwar konsequent im Sinne 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/14

B-6776/2014 

Seite 8 

seiner falschen Diagnose, nicht aber korrekt im Sinne der Prüfungsaufgabe 

war. Wenn der Examinator ihm dafür keine Punkte zugestanden hat, ist das 

daher nicht zu beanstanden. 

Die Argumentation des Beschwerdeführers, er habe Anspruch auf Punkte 

für seinen Folgefehler, weil er im Posten "C._______" Punkte für einen 

Folgefehler erhalten habe, ist unbehelflich. Ein Rechtsanspruch auf Gleich-

behandlung könnte grundsätzlich nur im Vergleich mit der Bewertung der 

gleichen Lösung eines anderen Kandidaten angerufen werden, nicht aber 

im Vergleich mit der Bewertung der Lösung einer anderen Aufgabe des 

Beschwerdeführers selbst. Ausserdem hatte der Beschwerdeführer in je-

nem Fall statt einer (…) eine (…) diagnostiziert, so dass die Konsequenzen 

dieser Fehldiagnose für den Patienten weit weniger gravierend waren als 

beim Posten "B._______" und die vorgeschlagenen Massnahmen aus 

Sicht des Examinators als nachvollziehbar eingestuft werden konnten. 

3.4 Hinsichtlich des Postens "C._______" rügt der Beschwerdeführer, dass 

er beim Status null Punkte erhalten habe. Er habe alle (…). Vielleicht habe 

er diese nicht lange genug (…), aber da es sich beim Patienten um einen 

gesunden Schauspieler gehandelt habe, könne ihm dies nicht zum Vorwurf 

gemacht werden. 

Demgegenüber legt die Vorinstanz dar, dass er beim Status nicht null, son-

dern bei der (…) Teilpunkte erzielt habe. Die (…), die (…) und der (…) 

Stelle sowie die (…) seien aber nicht durchgeführt worden, weshalb der 

Examinator diesen Posten korrekt bewertet habe. 

Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern der Examinator das 

ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt haben sollte. 

3.5 Hinsichtlich des Postens "D._______" rügt der Beschwerdeführer, dass 

er für den von ihm gemachten (…) mehr Punkte in der Anamnese verdiene. 

Er habe eine Struktur gehabt und sei überzeugt, dass bei einem (…) Pos-

ten mit (…) zuerst (…) Ursachen auszuschliessen seien. Er erachtet es 

zudem als schwierig nach dem Entscheid für eine Richtung, seine Meinung 

zu ändern, zumal es sehr undeutlich gewesen sei, worauf dieser Posten 

hinaus wollte. 

Die Vorinstanz legt im Rahmen ihrer Vernehmlassung dar, dass der Kandi-

dat verschiedene (…) nicht abgeklärt habe. So habe er die (…) nicht ex-

ploriert, entscheidende Fragen zur Abgrenzung einer (…) Ursache der (…) 

nicht gestellt sowie nicht nach dem (…) in Bezug auf den (…) gefragt. Es 

B-6776/2014 

Seite 9 

sei zudem eine entscheidende Kompetenz eines Arztes, seine (…) Hypo-

thesen zu überprüfen und in den weiteren Entscheidungsprozess zu integ-

rieren. Offenbar habe der Kandidat einen schematischen (…) erhoben, 

ohne konkreten Bezug zum vorliegenden Fall. Er habe es dann auch ver-

säumt, mit der Patientin die naheliegenden (…) zu besprechen. 

Wie bereits dargelegt, steht den Prüfungsexperten ein relativ grosser Er-

messenspielraum bezüglich der Frage zu, wie viele Punkte für nur teilweise 

korrekte oder für unvollständige Prüfungslösungen zu vergeben sind. Vor-

liegend hat die Prüfungskommission nachvollziehbar dargelegt, warum die 

Leistung des Beschwerdeführers unvollständig und teilweise unkorrekt 

war. Es würde dem Beschwerdeführer obliegen, anhand objektiver, sub-

stantiierter und überzeugender Argumente sowie den entsprechenden Be-

weismitteln konkret darzulegen, inwiefern diese Darlegung nicht den Tat-

sachen entsprechen oder die Bewertung unhaltbar sein sollte. Dieser 

Nachweis ist nicht erbracht, wenn er einfach die Ansicht vertritt, er hätte 

mehr Punkte in der Anamnese verdient. 

3.6 Hinsichtlich des Postens "E._______" rügt der Beschwerdeführer, es 

sei unverständlich und schlicht nicht nachvollziehbar, dass dieser Posten 

als ungenügend bewertet worden sei. Zwar habe er aus Nervositätsgrün-

den eine (…) als (…) bezeichnet und das Wort (…) nicht gefunden, was 

einen inkompetenten Eindruck gemacht habe. Er habe aber eine gründli-

che Untersuchung durchgeführt. 

Ihrerseits anerkennt die Vorinstanz zwar, dass er in diesem Posten relativ 

vieles richtig gemacht habe und in den Bereichen Anamnese, Status, Ma-

nagement (ASM) ungefähr die Hälfte der Punkte erzielt habe. Insgesamt 

liege er aber ungefähr 10 Punkte unter der Bestehensgrenze für diesen 

Posten. Diese Grenze sei hoch festgelegt worden, weil es sich um einen 

einfachen Posten handle. Dementsprechend müssten viele Punkte erzielt 

werden, um die Minimalanforderungen zu erreichen. Ein Arzt müsse in der 

Lage sein, einen solchen Fall selbständig und weitgehend fehlerfrei meis-

tern zu können. Der Beschwerdeführer habe aber unter anderem die Pati-

entin (…) und sie auch nicht nach (…) gefragt. 

Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er diese Aufgabe nicht voll-

ständig korrekt gelöst hat. Er legt auch nicht substantiiert dar, welche 

Punkte ihm zu Unrecht verweigert worden seien. Bei welcher Punktzahl die 

Prüfungskommission im einzelnen Fall die Bestehensgrenze festlegt, ist 

eine Ermessensfrage. Anhaltspunkte dafür, dass die Prüfungskommission 

B-6776/2014 

Seite 10 

ihr Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt haben könnte, hat der Beschwer-

deführer nicht dargetan. Die Bewertung ist daher nicht zu beanstanden. 

3.7 Hinsichtlich des Postens "F._______" rügt der Beschwerdeführer, dass 

er vieles richtig gemacht und das meiste erfragt habe. Er habe mindestens 

15 von 21 Punkten im ASM geholt. 

Demgegenüber hält die Vorinstanz fest, dass dem Beschwerdeführer meh-

rere wichtige Fehler unterlaufen seien. Er habe entscheidende Elemente 

(…) unvollständig erfragt, wichtige (…) nicht durchgeführt und die wich-

tigste Massnahme verpasst. Er habe damit die Patientin (…) gefährdet. 

Die Prüfungskommission hat ihre Bewertung nachvollziehbar dargelegt 

und der Beschwerdeführer hat es dagegen unterlassen, substantiiert dar-

zulegen, inwiefern die Begründung der Vorinstanz fehlerhaft sein sollte. An-

gesichts des der Vorinstanz zukommenden fachlichen Ermessens ist die 

Bewertung dieses Postens daher nicht zu beanstanden. 

4.  

Insgesamt ergibt sich, dass die Bewertung der Prüfungsleistungen des Be-

schwerdeführers durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden ist. Dem Be-

schwerdeführer kann daher kein zusätzlicher Punkt angerechnet werden. 

Infolgedessen bleibt auch das Prüfungsergebnis unverändert und die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

5.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer als unter-

liegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 

1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Sie 

werden auf Fr. 800.– festgelegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 

in gleicher Höhe verrechnet. 

Der Beschwerdeführer hat als unterliegende Partei keinen Anspruch auf 

Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

6.  

Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht weiter-

gezogen werden (Art. 83 Bst. t des Bundesgesetzes über das Bundesge-

richt vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]). Er ist 

somit endgültig. 

B-6776/2014 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer 

– die Vorinstanz 

 

Die vorsitzende Richterin: 

 

Die Gerichtsschreiberin: 

  

Eva Schneeberger Myriam Senn 

Versand: 30. September 2015