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**Case Identifier:** e8a12525-7909-5e05-966f-445c39e76540
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.08.2018 200 2018 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-77_2018-08-24.pdf

## Full Text

200 18 77 IV
GRD/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. August 2018

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Dezember 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 23. November 2004 bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Rentenbezug an (Akten 
der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Nach getätigten Abklärungen verneinte die 
IVB mit Verfügung vom 22. Juni 2006 (AB 22) bei einem in Anwendung der 
gemischten Methode (72% Erwerb, 28% Haushalt) ermittelten Invaliditäts-
grad von 18% einen Rentenanspruch, was sie mit Einspracheentscheid 
vom 24. August 2006 (AB 27) bestätigte. Der Einspracheentscheid blieb 
unangefochten.

B.

Am 3. September 2012 (AB 46) meldete sich die Versicherte wiederum bei 
der IVB zum Leistungsbezug an. Nach getätigten Abklärungen verneinte 
die IVB mit Verfügung vom 22. April 2014 (AB 75) bei einem in Anwendung 
der gemischten Methode (72% Erwerb, 28% Haushalt) ermittelten Invali-
ditätsgrad von 32% erneut einen Rentenanspruch. Die hiergegen erhobene 
Beschwerde (AB 76/3) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 8. Januar 2015, 
IV/2014/480 (AB 84), ab. Dagegen opponierte die Versicherte beim Bun-
desgericht (AB 85/2), welches die Beschwerde mit Entscheid vom 5. Mai 
2015, 9C_123/2015 (AB 86), abwies.

C.

Am 13. Dezember 2016 (AB 90) meldete sich die Versicherte erneut bei 
der IVB zum Leistungsbezug an. Nach getätigten Abklärungen stellte diese 
der Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2017 (AB 112) insbeson-
dere gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der C.________ (nachfol-
gend MEDAS) vom 27. September 2017 (AB 110.1) in Aussicht, den An-

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spruch auf eine Rente und auf berufliche Massnahmen zu verneinen, da 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. Hiergegen erhob die 
Versicherte Einwände (AB 115, 117). Nach Einholen einer Stellungnahme 
beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 19. Dezember 2017 (AB 
119) entschied die IVB mit Verfügung vom 28. Dezember 2017 (AB 120) 
dem Vorbescheid entsprechend. 

D.

Mit Eingabe vom 26. Januar 2018 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, hiergegen Beschwerde mit folgenden Rechts-
begehren:

1. Die Verfügung vom 28. Dezember 2017 sei aufzuheben und der Invaliditätsgrad 
neu zu berechnen. Es sei der Beschwerdeführerin zumindest eine Viertelsrente 
zuzusprechen.

2. Eventualiter seien die Akten an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung 
zurückzuweisen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 16. Februar 
2018 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 28. Dezember 
2017 (AB 120). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdefüh-
rerin auf Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorab rügt die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht eine Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs, indem sie vorbringt, die Beschwerdegegnerin 
und die von dieser beigezogene med. pract. D.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie vom RAD, würden sich in der Verfügung 
vom 28. Dezember 2017 (AB 120) bzw. der ärztlichen Stellungnahme vom 
19. Dezember 2017 (AB 119) nicht mit den Einwänden gegen den Vorbe-
scheid (AB 117) bzw. den mit diesen eingereichten Stellungnahmen der 
behandelnden Ärzte (AB 117/3, 117/4) auseinandersetzen, womit sie ihrer 
Begründungspflicht nicht nachgekommen seien.

2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Be-

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troffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch 
die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-
chen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

Die angefochtene Verfügung vom 28. Dezember 2017 (AB 120) erweist 
sich als hinlänglich begründet. Die Beschwerdegegnerin hat sich darin mit 
den wesentlichen Einwänden der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. 
Rechtsprechungsgemäss war sie nicht gehalten, auf jede erhobene Rüge 
einzugehen. Eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung war denn auch 
ohne weiteres möglich. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der 
Begründungspflicht liegt somit nicht vor.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

3.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 

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Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.4

3.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, 
so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 
351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegange-
ner rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme be-
antragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a).

3.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) In-

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validität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall ob-
liegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Be-
rücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlagge-
benden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

3.4.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 13. De-
zember 2016 (AB 90) eingetreten. Folglich ist die Eintretensfrage vom Ge-
richt nicht zu prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwi-
schen der letzten leistungsablehnenden Verfügung vom 22. April 2014 (AB 
75) und der hier angefochtenen Verfügung vom 28. Dezember 2017 (AB 

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120) eine wesentliche Änderung in medizinischer bzw. erwerblicher Hin-
sicht eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit einen 
allfälligen Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 3.4 hiervor).

4.2 Die Verfügung vom 22. April 2014 (AB 75) stützte sich aus medizini-
scher Sicht im Wesentlichen auf den RAD-Untersuchungsbericht von 
Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
8. Mai 2013 (AB 55) sowie auf das rheumatologische Gutachten der Klinik 
F.________ vom 5. September 2013 (AB 63.1). 

Dr. med. E.________ diagnostizierte eine seit langen Jahren bestehende 
somatoforme Schmerzstörung sowie rezidivierende depressive ängstlich 
gefärbte Episoden. Es bestünden Residualsymptome einer posttraumati-
schen Belastungsstörung mit Albträumen und wiederkehrenden Bildern von 
Gräueln, die die Versicherte vor vielen Jahren gesehen habe. Auch körper-
liche sei es zu einer Zustandsveränderung gekommen. Eine Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes sei insofern eingetreten, als dass sie seit 
dem Ablehnen des letzten Rentenbescheides in den letzten zwei Jahren 
wiederholt in der Klinik gewesen sei. Trotz intensiver Behandlung sei es 
jedoch zu keiner nachhaltigen Besserung ihres Zustandes gekommen. Die 
Versicherte sei anscheinend chronisch suizidal. Die bisher angewandten 
Behandlungen hätten zu keiner Besserung der Schmerzsymptomatik ge-
führt. Eine Intensivierung der psychiatrischen Behandlung würde mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit zu keiner Änderung des Gesundheitszustan-
des führen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei es zu einer Chronifi-
zierung der bereits bekannten Symptomatik gekommen, aber auch zu einer 
Verschlechterung der körperlichen Verfassung seit der Lungenembolie. Die 
Versicherte könne aus psychiatrischer Sicht noch zu 50% leichte … ma-
chen. Sie sei wegen ihrer Persönlichkeit eher in der Lage, alleine als im 
Team zu arbeiten. Sie sehe sich subjektiv seit vielen Jahren nicht in der 
Lage, ihren Haushalt zu erledigen, weshalb berufliche Massnahmen wenig 
aussichtsreich seien (AB 55 S. 7).

Im rheumatologischen Gutachten vom 5. September 2013 (AB 63.1) wur-
den mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Fibromyalgie – muskuläre 
Dekonditionierung –, eine rezidivierende depressive Störung sowie ein 
subacromiales Impingement der rechten Schulter diagnostiziert (S. 10). 

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Körperlich bestünden Einschränkungen der Schulterbeweglichkeit und al-
tersentsprechende degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, welche 
eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit verunmöglichen würden. Weiter 
bestehe eine allgemeine Dekonditionierung mit Kraftlosigkeit und 
Schwäche (S. 12 Ziff. 1). Die letzte ausgeführte Tätigkeit als … sei der Ver-
sicherten nicht mehr zumutbar (Ziff. 2). Eine leichte Arbeit mit Heben und 
Tragen von Gewichten bis 10 kg, Stehen und Sitzen bis 30 min, Vermeiden 
von repetitiven Überkopfarbeiten und vorgebeugter Haltung sei möglich 
und die auftretenden Beschwerden überwindbar (Ziff. 3). Eine solche Arbeit 
sei ihr im Pensum von 50% verteilt über den ganzen Tag zumutbar, d.h. an 
vier Stunden pro Tag (S. 13 Ziff. 10 und 13). Es müsse die Möglichkeit be-
stehen, regelmässig Pausen einzulegen (Ziff. 12). 

4.3 Seit der Verfügung vom 22. April 2014 (AB 75) ergibt sich bezüglich 
des Gesundheitszustandes im Wesentlichen das Folgende:

4.3.1 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. G.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 20. Dezem-
ber 2016 (AB 91/2) an den Rechtsvertreter der Versicherten eine rezidivie-
rende depressive Störung, langjährige chronifizierte Entwicklung, aktuell et-
wa mittel- bis schwergradige Episode (ICD-10 F33.1-2), eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40), eine generalisierte Angst-
störung (mit klaustrophobischen Ängsten, hypochondrischen Ängsten, 
Ängsten bei Alleinsein, vor Verfolgung und im Dunkeln; ICD-10 F41.1) bei 
Anhaltspunkten für eine posttraumatische Belastungsstörung bei persistie-
renden Kriegserinnerungen als 12-jähriges Kind (ICD-10 43.1). Er (Dr. 
med. G.________) gehe davon aus, dass sich der Gesundheitszustand seit 
mindestens zwei Jahren weiter verschlechtert habe, mit nochmaliger Zu-
nahme der Beschwerden/Störungen in den letzten Monaten. Dies betreffe 
insbesondere diverse somatische/somatoforme/vegetative Beschwer-
den/Störungen. Gemäss den Aussagen der Versicherten gehe es um kar-
diale Störungen, Kreislaufstörungen sowie deutlich verstärkte Schmer-
zen/Störungen im muskuloskelettalen Bereich. Damit zusammenhängend 
hätten sich auch die psychiatrischen Störungen gemäss den angegebenen 
Diagnosen verschlechtert bzw. weiter chronifiziert. Auf der psychiatrischen 
Symptomebene bestünden Erschöpfungszustände, eine Adynamie, Stim-

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mungstiefs, eine Resignation, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, 
Leeregefühle, eine Perspektivlosigkeit, ein sozialer Rückzug und episo-
disch latente Suizidgedanken.

4.3.2 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. H.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin, führte im Schreiben vom 23. Februar 2017 (AB 
91/1) an den Rechtsvertreter der Versicherten aus, er habe diese am 
21. Februar 2017 erneut befragt und untersucht. Im Vordergrund stünden 
seines Erachtens die psychischen Beschwerden, wie sie Dr. med. 
G.________ im Schreiben vom 20. Dezember 2016 dargelegt habe. Aus 
somatischer Sicht hätten sich die muskuloskelettalen Beschwerden deutlich 
verstärkt, mit zunehmenden Einschränkungen der Beweglichkeit der ge-
samten Wirbelsäule und ausgeprägten muskulären Insuffizienzen und Dys-
balancen. Neu lägen lumboischialgiforme Schmerzen, verdächtig auf eine 
Diskushernie L4/5 rechts, sowie Schmerzen in den Händen bei leichter 
Polyarthrose der Fingergelenke, insbesondere im Bereiche des MCP-
Gelenkes 1 links, im Sinne einer Rhizarthrose vor. Die verminderte Leis-
tungsintoleranz könne durch die kardiologischen Abklärungen nicht belegt 
werden und seien wahrscheinlich eher pulmonaler Natur bei einem Status 
nach Lungenembolien. Ebenso blieben der chronische Schwindel und die 
chronische Fatigue ungeklärt. In Anbetracht der sehr komplexen Situation 
sei eine erneute interdisziplinäre Abklärung notwendig. 

4.3.3 Dr. med. G.________ führte im Schreiben vom 10. April 2017 (AB 
98/3) an den Rechtsvertreter der Versicherten aus, die Versicherte berichte 
seit Monaten über einen deutlich verschlechterten Gesundheitszustand auf 
somatischer Ebene. Dies betreffe insbesondere ausgeprägte chronifizierte 
Schmerzen im Bereich Kopf, Wirbelsäule, obere Extremitäten (Schulterbe-
reich, Hand- und Fingergelenke), untere Extremitäten, über eine ausge-
prägte Fatigue, wie auch über kardiale Beschwerden und Kreislaufbe-
schwerden. Aus psychiatrischer Sicht hätten sich die umfangreichen Sym-
ptome/Störungsbilder innerhalb der letzten Jahre deutlich verschlechtert. 
Al-lein die psychiatrischen Diagnosen (und insbesondere zusammen mit 
den diversen somatischen Erkrankungen) sollten ausreichend sein, um das 
Er-suchen der Versicherten betreffend Leistungen der Invalidenversiche-
rung nochmals eingehend im Rahmen einer polydisziplinären Begutach-

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tung zu klären. Sie leide unter mittlerweile chronifizierten Stimmungstiefs, 
unter Verlust von Lebensfreude, Antriebslosigkeit, Motivationsstörungen 
und unter ausgeprägten Konzentrationsstörungen. Das Denken sei massiv 
eingeengt auf ihre Beschwerden und die schwierige Lebenssituation. 
Wahnideen oder Wahrnehmungsstörungen seien keine vorhanden. Immer 
wieder würden gelegentlich belastende, „flash-back“-artige Bilder von 
früheren traumatisierenden Erfahrungen auftreten (Gewalt- und Kriegserin-
nerungen im Kindesalter). Es bestünden eine ausgeprägte Resignations-
tendenz sowie eine Abflachung der Affekte. Häufig sei eine depressive 
Stimmungslage vorhanden, bei gegebener aber eingeschränkter Modulati-
onsfähigkeit. Es lägen massive klaustrophobische und hypochondrische 
Ängste vor, zudem Ängste bei Alleinsein, vor Verfolgung und im Dunkeln, 
Existenzängste, Zukunftssorgen sowie ausgeprägte Rückzugstendenzen 
mit mittlerweile nur noch vereinzelt gegebenen sozialen Kontakten. Oft 
würden Gefühle von Lebensverleider bis hin zu suizidalen Gedanken 
geäussert. Der Schlaf sei seit Monaten eingeschränkt, mit vielen (vermut-
lich auch schmerzbedingten) Wachphasen, wo wiederum drehendes grü-
belndes Denken und belastende Erinnerungen/Bilder auftreten würden. Die 
Leistungsfähigkeit sei auf das Führen des Haushalts – unter erheblicher 
Mithilfe des Ehemannes – beschränkt. Eine ausserhäusliche Tätigkeit sei 
für die Versicherte kaum vorstellbar, bei rascher Erschöpfung und chroni-
scher Fatigue. All diese Be-schwerden/Symptome hätten sich gemäss 
Sprechstundenkontakten in den letzten Monaten/Jahren doch deutlich ver-
stärkt. 

4.3.4 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 27. September 2017 
(AB 110.1) wurde keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
gestellt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. ein Sta-
tus nach Fraktur des V. Fingers der rechten Hand, achsengerecht und sta-
bil konsolidiert, minimes, funktionell irrelevantes Streckdefizit im Mittelge-
lenk des V. Fingers, ein Status nach bilateralem Venenstripping, komplikati-
onsloser Verlauf, ein Status nach Carpaltunnelsyndromoperationen 2005 
und 2016 links, jeweils rezidivfrei, eine arterielle Hypertonie sowie ein Zu-
stand nach Lungenembolie im September 2012 (S. 15). Im psychiatrischen 
Fachgebiet hätten die gestellten Diagnosen nicht bestätigt werden können. 
Bei der Versicherten liege keine psychiatrische Erkrankung vor. Es bestün-

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den keine Beeinträchtigungen der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und 
Routinen, zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität 
und der Umstellungsfähigkeit, zur Anwendung fachlicher Kompetenzen, der 
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Durchhaltefähigkeit, der Selbstbe-
hauptungsfähigkeit, der Kontaktfähigkeit zu Dritten, der Gruppenfähigkeit, 
der Fähigkeit zu familiären bzw. intimen Beziehungen, zu Spontanakti-
vitäten, zur Selbstpflege und der Verkehrsfähigkeit. Das Auftreten der Ver-
sicherten, ihr Antwortverhalten und das signifikant schlechte Abschneiden 
in einem Beschwerdevalidierungsverfahren sprächen für das Vortäuschen 
ei-ner nicht vorhandenen Symptomatik. Die Versicherte verfolge seit Jah-
ren den Wunsch, von der Invalidenversicherung berentet zu werden, was 
sie auch freimütig eingeräumt habe. Die Gesundheitsstörungen, die in den 
üb-rigen Fachgebieten hätten verifiziert werden können, würden sich nicht 
auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Diese sei vollständig erhalten. Die Ver-
sicherte habe nach der Kündigung ihres letzten Arbeitsplatzes 2005 bis 
dato nicht mehr gearbeitet. Die Wiederaufnahme dieser Tätigkeit sei aus 
orthopädischer Optik unmittelbar möglich. Die Arbeitsfähigkeit in der bishe-
rigen Arbeit wie auch einer Verweistätigkeit liege auf internistischem Gebiet 
bei 100%. Die arterielle Hypertonie sowie die vermutlich funktionellen 
Oberbauchbeschwerden würden die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussen (S. 
16). Die Funktionseinschränkungen, welche bei der Versicherten vorlägen, 
könnten nicht auf eine medizinische Ursache zurückgeführt werden. Es sei 
vielmehr davon auszugehen, dass sich der schwierige soziale Status, der 
sich aus der fehlenden Berufsausbildung und auch der mangelhaften Inte-
gration (die Versicherte sei, obwohl sie seit 1981 in der Schweiz wohne, im-
mer noch auf einen Dolmetscher angewiesen) ergebe, auswirke. Hierbei 
handle es sich um versicherungsfremde Faktoren, die bei der Bewertung 
der Arbeitsfähigkeit keine Berücksichtigung finden könnten (S. 18 Ziff. 3).

4.3.5 Am 16. November 2017 (AB 117/4) nahm Dr. med. G.________ 
Stellung zum psychiatrischen MEDAS-Teilgutachten (AB 110.2). Der 
psychiatrische Gutachter habe keine Beeinträchtigung der Kontaktfähigkeit 
zu Dritten, der Fähigkeit zu Spontan-Aktivitäten und Verkehrsfähigkeit so-
wie keine Zwangssymptome oder phobische Ängste feststellen können und 
gehe zudem von einem zielgerichteten Vortäuschen einer nicht vorhande-
nen Symptomatik aus. Überhaupt stelle dieser keinerlei psychopathologi-

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sche Befunde in seiner Exploration fest und könne dementsprechend auch 
keine psychiatrische Diagnose und damit auch keine Beeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht feststellen. Dies erstaune ihn (Dr. 
med. G.________) doch erheblich, da er in seinen früheren Berichten bzw. 
in seinen psychopathologischen Einschätzungen im Rahmen vieler in den 
letzten Jahren stattgefundener Konsultationen in seiner Sprechstunde bei 
der Versicherten doch zu deutlichen Befunden und psychiatrischen Dia-
gnosen gekommen sei. Selbst unter Berücksichtigung eines gewissen Er-
messenspielraums in psychiatrischen Einschätzungen sei dieser Unter-
schied doch massiv. Er habe die Versicherte in den letzten Wo-
chen/Monaten nicht mehr in seiner Sprechstunde gesehen. Sie habe auf-
grund der mittlerweile langandauernden chronifizierten psychischen 
Störungen, die weitgehend therapierefraktär geblieben seien und bei weit-
gehend aufgebrauchten Ressourcen resigniert und sich aufgegeben. Er 
habe nie den Eindruck gehabt, dass sie eine Symptomatik vortäusche oder 
erheblich aggraviere. Vielmehr sei seines Erachtens immer ein deutlicher 
Leidensdruck feststellbar gewesen (S. 4). 

4.3.6 Am 20. November 2017 (AB 117/3) nahm Dr. med. H.________ 
Stellung zum MEDAS-Gutachten. Die somatischen Befunde seien variabel 
in Intensität, Schmerzcharakter und Lokalisation der Schmerzen. Diese 
seien zugegebenermassen oft diskrepant zu den von der Versicherten ge-
schilderten Beschwerden, jedoch reproduzierbar und verifizierbar durch die 
klinische Untersuchung, insbesondere in manualmedizinischer Hinsicht. Es 
handle sich um vielfältige muskulär-funktionelle Störungen. Die Beschwer-
den seien im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung zu interpretie-
ren. Bezüglich der psychiatrischen Befunde schliesse er sich der Beurtei-
lung von Dr. med. G.________ vollumfänglich an. Dass der begutachtende 
Psychiater bei der Versicherte Simulationen in Erwägung ziehe, wirke auf 
ihn befremdend. Simulation entspreche eher einem Schimpfwort als einer 
seriösen psychiatrischen Diagnose. Die schwer belastende Vergangenheit 
der Versicherten und die andauernden finanziellen, familiären und psycho-
sozialen Schwierigkeiten kenne er seit Jahren und beurteile sie als real.

4.3.7 Med. pract. D.________ vom RAD führte in der Stellungnahme vom 
19. Dezember 2017 (AB 119) aus, auf das MEDAS-Gutachten vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 14

28. September 2017 (AB 110.1) könne vollumfänglich abgestellt werden. 
Die Gutachter, insbesondere der fallführende psychiatrische Gutachter, 
würden anerkannte Diagnose- und Testverfahren anwenden, die in der 
Lage seien, vorgebrachte Beschwerden zu objektivieren und zu validieren. 
Aus den durch den Rechtsvertreter der Versicherten nachgereichten Unter-
lagen der ambulanten Behandler gingen keine neuen objektivierbaren 
Sachverhalte hervor. Insbesondere würden die ambulanten Behandler ver-
sicherungsfremde Faktoren („andauernde finanzielle, familiäre und psycho-
soziale Schwierigkeiten“) erwähnen, welche den Zustand der Versicherten 
bedingten.

4.3.8 Dr. med. G.________ führte in seiner Stellungnahme vom 18. Ja-
nuar 2018 (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 4) aus, 
die von der RAD-Ärztin med. pract. D.________ dargestellten Sachverhal-
te, insbesondere dass die ambulanten Behandler versicherungsfremde 
Faktoren erwähnen würden, die den Zustand der Versicherten bedingen 
würden, könne er (Dr. med. G.________) in diesem Sinne nicht nachvoll-
ziehen. Psychosoziale Faktoren/Umstände (beispielsweise Familiensituati-
on, sprachliche Integration, Anpassungsprobleme, materielle Situation) 
könnten die krankheitsrelevanten Störungen bei der Versicherten nicht we-
sentlich begründen. Es sei nach wie vor von einer erheblich eingeschränk-
ten Arbeitsfähigkeit aus Krankheitsgründen auszugehen.

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 15

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von ex-
ternen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon-
krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 
V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Eine von anderen 
mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung 
vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört 
vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenma-
terial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. 
Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Ver-
waltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweis-
würdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

4.5 Die Beschwerdegegnerin stellte in der Verfügung vom 28. Dezem-
ber 2017 (AB 120) im Wesentlichen das auf polydisziplinäre MEDAS-Gut-
achten vom 27. September 2017 (AB 110.1) ab. Dieses erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen, weshalb ihm volle Beweiskraft 
zukommt (E. 4.4 hiervor). Die Experten haben sich in ihren Beurteilungen 
sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt 
sowie ihre Schlussfolgerungen und Einschätzungen gestützt auf ihre Unter-
suchung und die Akten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise darge-
legt. Sie hatten Kenntnis aller Vorakten und würdigten sämtliche ihnen zur 
Verfügung stehenden Informationen. Die Ausführungen in den Beurteilun-
gen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend sowie die ge-
zogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand überzeugend be-
gründet und werden auch von RAD-Ärztin med. pract. D.________ in der 
Stellungnahme vom 19. Dezember 2017 (AB 119) bestätigt. Die dagegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 16

von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände sowie die übrigen 
medizinischen Berichte vermögen – wie nachfolgend gezeigt wird – den 
Beweiswert dieses Gutachtens nicht zu schmälern. In der Folge ist darauf 
abzustellen.

Primär ist darauf hinzuweisen, dass die medizinischen Abklärungsstellen 
(MEDAS) und der RAD die gesetzlichen Organe zur Erhebung des medizi-
nischen Sachverhaltes bzw. zur Folgenabschätzung der erhobenen medizi-
nischen Befunde darstellen und nicht die behandelnden Ärzte. Damit kön-
nen Administrativgutachten und RAD-Stellungnahmen nicht einfach immer 
in Frage gestellt werden, wenn die behandelnden Ärzte eine abweichende 
Meinung zur Arbeitsunfähigkeit äussern. Zu beweismässigen Weiterungen 
Anlass besteht nur, wenn diese objektive Anlasspunkte vortragen, welche 
den Sachverständigen der MEDAS und/oder den RAD-Ärzten entgangen 
sind (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 17. Februar 2016, 
9C_668/2015, E. 3). Dies ist vorliegend nicht der Fall. 

Lediglich weil zwischen den psychiatrischen Erhebungen des behandeln-
den Psychiaters Dr. med. G.________ und dem untersuchenden MEDAS-
Psychiater bei der Erhebung der psychiatrischen Befunde und den Ein-
schätzungen ein „massiver“ Unterschied besteht (vgl. Brief von Dr. med. 
G.________ an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 16. No-
vember 2017 [AB 117/4]), hat dies noch nicht einen verminderten Beweis-
wert der MEDAS-Expertise zur Folge. Es ist zu berücksichtigen, dass Dr. 
med. G.________ gemäss eigenen Angaben vom 16. November 2017 die 
Beschwerdeführerin in den letzten Wochen/Monaten nicht mehr gesehen 
hat. Der psychiatrische MEDAS-Gutachter wies denn auch zu Recht darauf 
hin, dass es überrasche, warum die Beschwerdeführerin, bei welcher eine 
Depression aktenkundig sei, nicht antidepressiv behandelt werde (AB 
110.2 S. 8). Er stellte aufgrund eines Validierungstest fest, dass das Test-
ergebnis der Beschwerdeführerin eindeutig auf ein zielgerichtetes Vortäu-
schen einer nicht vorhandenen Symptomatik spricht. Dass Dr. med. 
G.________ nie den Eindruck hatte, dass die Beschwerdeführerin eine 
Symptomatik vortäuscht oder erheblich aggraviert (AB 117/4) ändert daran 
nichts, ist es doch nicht die primäre Aufgabe der behandelnden Fachärzte, 
die Angaben und präsentierten Beschwerden kritisch zu hinterfragen, wes-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 17

halb diese beispielsweise auch keine Validierungstests durchführen, wel-
che eine Simulation belegen können. Weiter konnten die von Dr. med. 
G.________ beschriebene rasche Erschöpfung und chronische Fatigue, 
welche eine ausserhäusliche Tätigkeit verhindern würde (AB 117/4 S. 5), 
anlässlich der psychiatrischen MEDAS-Begutachtung nicht festgestellt 
werden. So war die Auffassung während der 100 Minuten dauernden 
psychiatrischen Exploration nicht erschwert und die Konzentration war nicht 
beeinträchtigt, auch nicht im Verlauf oder gegen Ende der Untersuchung 
(AB 110.2 S. 5 Ziff. 3). Gleich verhält es sich in Bezug auf die somatischen 
Beschwerden (ausgeprägte chronifizierte Schmerzen im Bereich Kopf, Wir-
belsäule, Schulterbereich, Hand- und Fingergelenke sowie untere Extre-
mitäten), für welche die Beschwerdeführerin bei Dr. med. G.________ über 
eine verschlechterten Gesundheitszustand berichtete (AB 117/4 S. 5). Ge-
genüber dem orthopädischen MEDAS-Gutachter erwähnte die Beschwer-
deführerin lediglich Beschwerden im Bereich beider Beine und Füsse. Die 
früher gegenüber dem Hausarzt beschriebenen cervicovertebralen Be-
schwerden und rechtsseitigen Schulterbeschwerden wurden an der Begut-
achtung 2017 nicht mehr beklagt. Auch waren sowohl die Halswirbelsäule 
als auch die rechte Schulter klinisch funktionell vollständig unauffällig (AB 
110.3 S. 6). Lediglich eine minime Streckminderung im Mittelgelenk des 5. 
Fingers der rechten Hand konnte eruiert werden (S. 4), welche jedoch 
gemäss der Einschätzung des orthopädischen Fachgutachters keinen Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit hat (S. 7). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass 
Dr. med. G.________ über keinen Facharzttitel in Rheumatologie oder Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie verfügt und daher das detaillierte 
und fundierte rheumatologische MEDAS-Teilgutachten (AB 110.3) nicht 
fachspezifisch in Frage zu stellen vermag.

Auch die Briefe des behandelnden Hausarztes und Internisten Dr. med. 
H.________ vom 20. November 2017 (AB 117/3) und 18. Januar 2018 (BB 
4) an den Rechtsvertreter der Versicherten vermögen den Beweiswert des 
MEDAS-Gutachtens nicht zu schmälern. Einerseits verfügt Dr. med. 
H.________ nicht über einen Facharzttitel in Psychiatrie und Psychothera-
pie, weshalb er das detaillierte und fundierte psychiatrische MEDAS-
Teilgutachten (AB 110.2) nicht fachspezifisch in Frage zu stellen vermag. 
Andererseits bezeichnet selbst Dr. med. H.________ die somatischen Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 18

funde als oft diskrepant zu den von der Beschwerdeführerin geschilderten 
Beschwerden. Er beurteilt sie jedoch als durch die klinische Untersuchung 
reproduzier- und verifizierbar und interpretiert sie als „Beschwerden im 
Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung“ (AB 117/3). Eine anhalten-
de somatoforme Schmerzstörung verursacht jedoch körperliche Symptome, 
die sich nicht auf eine organisch-strukturelle Schädigung zurückführen las-
sen. Der Einschätzung eines Internisten zur aus dieser Gesundheitsstörung 
resultierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 
kann tatsächlich nur beschränkte Aussagekraft zukommen. Die fachliche 
Qualifikation der Ärzte ist hinsichtlich des Beweiswertes ihrer Aussagen 
von erheblicher Bedeutung (Entscheid des BGer vom 22. März 2010, 
8C_83/2010, E. 3.2.3). Auch seine Aussagen bezüglich der festgestellten 
Simulation sind vorliegend nicht massgebend bzw. muss darauf hingewie-
sen werden, dass er selbst versicherungsfremde Faktoren erwähnt, die den 
Zustand der Beschwerdeführerin bedingen (AB 117/3).

4.6 Aufgrund des beweiskräftigen MEDAS-Gutachtens vom 27. Sep-
tember 2017 (AB 110.1) ist seit der letzten rentenverweigernden Verfügung 
vom 22. April 2014 (AB 75) eine wesentliche Veränderung im Gesundheits-
zustand eingetreten. Die rheumatologischen Gutachter kamen im Gutach-
ten vom 5. September 2013 (AB 63.1) zum Schluss, dass der Beschwerde-
führerin u.a. wegen den damals festgestellten Einschränkungen der Schul-
terbeweglichkeit nur mehr eine leidensangepasste Erwerbstätigkeit und 
dies nur noch im Umfang von 50% zumutbar sei (S. 12 f.). Bei der klini-
schen Untersuchung der Schultergelenke war der Nacken- und Schürzen-
griff schmerzbedingt eingeschränkt. Bei der Schulterprotraktion war bei bei-
den Schultern die Aussenrotation eingeschränkt (S. 6). Bei der orthopä-
disch-traumatologischen Begutachtung 2017 schilderte die Versicherte we-
der Einschränkungen noch Schmerzen bezüglich der Schultern (AB 101.3 
S. 2 Ziff. 2.1). Im Gegensatz zu 2013 war 2017 die Beweglichkeit der 
Schultern nicht eingeschränkt. Auch waren jetzt die Globalfunktionen des 
Überkopf-, Nacken- und Schulterblattgriffes rechts und links ohne jede Be-
einträchtigung möglich. Weiter hat sich die Beweglichkeit der Halswir-
belsäule seit 2013 verbessert zumal sich der Kinn-Jugulum-Abstand von 
4/16 cm im Jahr 2013 (AB 63.1 S. 6) auf 2/21 cm im Jahr 2017 verbessert 
hat. 2017 war in sämtlichen Gelenken der oberen und unteren Extremitäten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 19

die Beweglichkeit aktiv und passiv beschwerdefrei und uneingeschränkt 
möglich. Entsprechend war auch die Beweglichkeit des Rumpfes und der 
Wirbelsäule aktiv und passiv vollständig und ohne Einschränkung möglich 
(AB 101.3 S. 4 Ziff. 3). Aufgrund der 2017 erhobenen Befunde konnte, an-
ders als noch 2013 (AB 63.1 S. 8), weder eine Fibromyalgie noch eine 
muskuläre Dekonditionierung, festgestellt werden (AB 110.3 S. 7). Der Fi-
bromyalgie und der muskulären Dekonditionierung wurden 2013 noch Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (AB 63.1 S. 10).

Zusammenfassend ist seit 2013 eine wesentliche Veränderung des Ge-
sundheitszustandes eingetreten, und der Invaliditätsgrad ist neu und ohne 
Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen. Aufgrund des be-
weiskräftigen MEDAS-Gutachtens vom 27. September 2017 (AB 110.1) 
sprechen das Auftreten der Beschwerdeführerin, das Antwortverhalten und 
das signifikant schlechte Abschneiden in einem Beschwerdevalidierungs-
verfahren für das zielgerichtete Vortäuschen einer nicht vorhandenen Sym-
ptomatik (S. 22 Ziff. 1). Es besteht somit – wie die Beschwerdegegnerin zu 
Recht annimmt – kein invalidisierender und damit kein versicherter Ge-
sundheitsschaden und die Beschwerdeführerin ist in der angestammten 
Tätigkeit wie auch in jeder anderen altersassoziierten Arbeit vollständig 
arbeits- und leistungsfähig. Eine Prüfung der einzelnen Indikatoren und 
damit die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens im Sinne von 
BGE 141 V 281 erübrigt sich damit.

4.7 Aufgrund des Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung 
vom 28. Dezember 2017 (AB 120) als rechtens. Die dagegen erhobene 
Beschwerde vom 26. Januar 2018 ist offensichtlich unbegründet und daher 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/77, Seite 20

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.