# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2985b5dc-a6bd-5de6-838e-6b76ad9f724b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-04-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.04.2017 F-1846/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1846-2017_2017-04-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1846/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  A p r i l  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichter Antonio Imoberdorf, 

mit Zustimmung von Richter Markus König; 

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am […], 

Türkei, 

vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Federspiel, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 15. März 2017 / […]. 

 

 

 

F-1846/2017 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 8. Dezember 2016 von Deutschland her-

kommend illegal in die Schweiz einreiste und am 13. Dezember 2016 im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nach-

suchte, 

dass ein Abgleich mit dem zentralen europäischen Visumsystem (CS-VIS) 

ergab, dass ihm von der italienischen Auslandvertretung in Izmir am 

21. Juni 2016 ein vom 1. Juli 2016 bis 1. August 2016 gültiges Visum für 

die Schengener Staaten ausgestellt worden war,  

dass das SEM dem Beschwerdeführer im Rahmen der Befragung zur Per-

son vom 22. Dezember 2016 das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Ita-

liens oder Deutschlands für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungs-

verfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid sowie zur Weg-

weisung dorthin gewährte, 

dass er hierbei geltend machte, man habe ihm gesagt, dass Italien für An-

hänger der Gülen-Bewegung ein unsicherer Ort und es in Europa oder in 

den USA am sichersten sei, 

dass Italien zwar auch in Europa liege, er in der Schweiz jedoch zudem 

einen Onkel habe, der ihm helfen könne und er sich hierzulande sicherer 

fühle als in Italien, 

dass der Beschwerdeführer ergänzte, von dem ihm ausgestellten Visum 

keinen Gebrauch gemacht und keine Ahnung zu haben, wo sich sein Rei-

sepass befinde, 

dass er mit Blick auf eine allfällige Überstellung nach Deutschland erklärte, 

er würde es einfach vorziehen, in der Schweiz bleiben zu können, 

dass die Vorinstanz die italienischen Behörden am 12. Januar 2017 um 

Übernahme des Beschwerdeführers ersuchte, 

dass die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum Über-

nahmeersuchen keine Stellung nahmen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 15. März 2017 – eröffnet am 22. März 

2017 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien an-

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ordnete, den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmassnah-

men im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen und den Kanton Solothurn 

mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 

27. März 2017 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erhob und dabei beantragen liess, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben, das Asylgesuch materiell zu prüfen und in Anerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft gutzuheissen, 

dass der Beschwerdeführer eventualiter nach Prüfung seines Asylgesu-

ches wenigstens vorläufig aufzunehmen sei und subeventualiter von Italien 

vorgängig einer Überstellung Garantien, insbesondere bezüglich Unter-

bringung und fairem Verfahren, einzuholen seien, 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege mit Verbeiständung (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) sowie um 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ersucht 

wurde, 

dass dem Rechtsmittel ein Auszug aus einem Bericht der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe (SFH) vom August 2016 zum Thema Aufnahmebedingun-

gen in Italien (nachfolgend: Bericht SFH) und ein Presseartikel zu diesem 

Bericht beigelegt waren,  

dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Überstellung mit superproviso-

rischer Massnahme vom 29. März 2017 vorsorglich stoppte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 30. März 2017 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

 

 

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und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – unter 

Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 

und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts grund-

sätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 

Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.), 

dass daher auf die weiteren Anträge (Anerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft, Gutheissung des Asylgesuches, Eventualantrag auf Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme) nicht einzutreten ist, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG 

und Art. 6 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO), zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2; FILZWIESER/SPRUNG, Dublin III-VO, 

Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, Wien 2014, K4 zu Art. 7), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2.1 m.w.H.), sondern eine sol-

che insbesondere auf den materiellen Zuständigkeitsbestimmungen nach 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b, c und d Dublin-III-VO gründet, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

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Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass der Beschwerdefüh-

rer von den italienischen Behörden in Izmir ein vom 1. Juli 2016 bis 1. Au-

gust 2016 gültiges Visum ausgestellt erhalten hatte, 

dass das SEM die italienischen Behörden am 12. Januar 2017 um Auf-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO er-

suchte, 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, wo-

mit sie die Zuständigkeit von Italien implizit anerkannten (Art. 25 Abs. 2 

Dublin-III-VO), 

dass das SEM diesen Sachverhalt den italienischen Behörden gegenüber 

mittels Verfristungsschreiben vom 17. März 2017 bestätigte, 

dass der Beschwerdeführer im EVZ Kreuzlingen in diesem Zusammen-

hang ausführte, dass nicht er sondern die „Gülen-Gemeinde“ dieses Visum 

organisiert und er selber nicht davon Gebrauch gemacht habe, 

dass er auf Beschwerdeebene die Existenz eines entsprechenden Visums 

nicht in Abrede stellte, jedoch entgegnete, dass dessen Gültigkeit inzwi-

schen abgelaufen sei, er das Hoheitsgebiet Italiens nach Ablauf des Vi-

sums verlassen und in Italien auch kein Asylgesuch gestellt habe, 

dass nach Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO der Mitgliedstaat zuständig bleibt, 

der ein seit weniger als sechs Monaten abgelaufenes Visum ausgestellt 

hat, wobei im fraglichen Staat nicht zusätzlich ein Asylgesuch gestellt wor-

den zu sein braucht, 

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dass der Beschwerdeführer, als er im Juni 2016 ein Schengen-Visum be-

antragte, sich mit einem gültigen türkischen Reisepass (gültig bis 26. Mai 

2026) ausweisen konnte, er anlässlich der Einvernahme zur Person am 

13. Dezember 2016 indes plötzlich keine Ahnung mehr haben wollte, wo 

sich dieses Reisedokument befindet, 

dass der geltend gemachte seitherige Aufenthalt ausserhalb des Hoheits-

gebietes der Dublin-Mitgliedstaaten (angeblich bis anfangs Dezember 

2016 wiederum in der Türkei) nicht belegt ist und an der grundsätzlichen 

Zuständigkeit Italiens unter den konkreten Begebenheiten ohnehin nichts 

änderte (vgl. Urteil des BVGer D-6497/2016 vom 27. Oktober 2016 S. 7), 

dass die Vorinstanz die italienischen Behörden korrekt über den Sachver-

halt informierte (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM act.] A14/7), 

dass Übernahmeersuchen üblicherweise auf elektronischem Weg erfol-

gen, 

dass keinerlei Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, die Anfrage vom 

12. Januar 2017 sei an das falsche Land gelangt bzw. die italienischen Be-

hörden hätten davon keine Kenntnis (siehe „Proof of Delivery“, SEM 

act. 15/2) und sie auch das Verfristungsschreiben vom 17. März 2017 er-

halten haben müssen (SEM act. 18/1 bzw. A19/2 [„Proof of Delivery“), 

dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer lediglich deshalb zusätzlich 

das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Überführung nach Deutschland 

gewährte, weil er eigenen Angaben zufolge über dieses Land in die 

Schweiz eingereist war (vgl. Protokoll der Befragung zur Person, SEM 

act. A9/13 S. 9), 

dass sich das vorliegende Verfahren, wie sich der angefochtenen Verfü-

gung entnehmen lässt, in der Folge auf eine Wegweisung des Beschwer-

deführers nach Italien beschränkte, was Missverständnisse der vom Par-

teivertreter vermuteten Art ausschliesst, 

dass sich aufgrund dessen eine erneute Anfrage bei den italienischen Be-

hörden erübrigt, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

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Seite 8 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vom 27. März 2017 

ausführen lässt, als Kurde und Anhänger der Gülen-Bewegung handle es 

sich bei ihm offensichtlich um einen schutzbedürftigen Flüchtling, 

dass es sich sowohl gestützt auf Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO als auch aus 

humanitären Gründen (Art. 29a Abs. 3 AsylV 1) geradezu aufdränge, sein 

in der Schweiz gestelltes Asylgesuch auch hier inhaltlich zu prüfen, 

dass im Asyl- und Aufnahmesystem von Italien entgegen der vorinstanzli-

chen Auffassung durchaus systematische Mängel bestünden und es das 

SEM unterlassen habe, von diesem Land irgendwelche Garantien bezüg-

lich Unterbringung, adäquater medizinischer Versorgung und fairem Ver-

fahren einzuholen, 

dass der Beschwerdeführer ferner angibt, in der Schweiz einen Onkel zu 

haben, zu dem ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehe, was 

ebenfalls für die Behandlung des Asylgesuches in der Schweiz spreche, 

dass die italienischen Behörden jedenfalls nicht willens seien, sein Asylge-

such zu behandeln, 

dass es mit Blick auf die Aussage des Beschwerdeführers im EVZ Kreuz-

lingen, er würde es einfach vorziehen, in der Schweiz bleiben zu können, 

vorab klarzustellen gilt, dass er den zuständigen Mitgliedstaat, in welchem 

er das Asylverfahren durchlaufen möchte, nicht selber wählen kann (vgl. 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien weise syste-

mische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-

III-VO auf, 

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Seite 9 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass diese Ansicht durch den Europäischen Gerichtshof für Menschen-

rechte (EGMR) bestätigt wird, indem dieser in seiner bisherigen Rechtspre-

chung festhält, dass in Italien kein systematischer Mangel an Unterstüt-

zung und Einrichtungen für Asylsuchende bestehe, obwohl die allgemeine 

Situation und insbesondere die Lebensumstände von Asylsuchenden, an-

erkannten Flüchtlingen und Personen mit einem subsidiären Schutzstatus 

in Italien gewisse Mängel aufweisen würden (vgl. EGMR: Entscheidung 

Mohammed Hussein und andere vs. Niederlande und Italien [Beschwerde 

Nr. 27725/10] vom 2. April 2013, § 78),  

dass der Beschwerdeführer als junger, alleinstehender und gesunder 

Mann ohnehin nicht zu den besonders schutzbedürftigen Personen im 

Sinne der Rechtsprechung des EGMR (Urteil Tarakhel; siehe auch BVGE 

2016/2 E. 5) gehört, deren Rücküberstellung eine individuelle Garantieer-

klärung der italienischen Behörden hinsichtlich der Unterbringung erfor-

dert,  

dass er demnach aus dem auszugsweise vorgelegten Bericht der SFH und 

dem dazugehörigen Presseartikel nichts zu seinen Gunsten abzuleiten ver-

mag und sich auch die Einholung eines aktuellen Lageberichts oder Ga-

rantien im Sinne des Subeventualbegehrens erübrigen, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt erscheint,  

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Seite 10 

dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen, wie eben angetönt, 

ausdrücklich die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-II-VO respektive 

Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,  

dass die schweizerischen Behörden zwar prüfen müssen, ob der Be-

schwerdeführer im Fall seiner Überstellung nach Italien Gefahr laufen 

würde, eine Verletzung seiner Grundrechte zu erleiden, 

dass vorliegend indes kein Grund zur Annahme besteht, dass die italieni-

schen Behörden dem Beschwerdeführer, der sich bislang nicht um Auf-

nahme in das italienische Asylverfahren bemüht hat, die Aufnahme oder 

den Zugang zum Asylverfahren verweigern respektive in seinem Fall den 

Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein 

Land zwingen würden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem er 

Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-

den, 

dass der Beschwerdeführer sodann nicht glaubhaft darzulegen vermag, 

die ihn bei einer Rückführung erwartenden Bedingungen in Italien seien 

derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK oder Art. 3 

FoK führen könnten, 

dass er auch nicht konkret dargetan hat, Italien würde ihm dauerhaft die 

ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingun-

gen vorenthalten, 

dass es ihm bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung offen-

steht, sich an die zuständigen italienischen Behörden zu wenden und die 

ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einzufor-

dern (vgl. Urteil des BVGer F-501/2017 vom 2. Februar 2017 E. 3.7 in fine),  

dass mithin keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Be-

schwerdeführer geriete im Falle einer Rückkehr nach Italien wegen der 

dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage, zumal er zu 

keinem Zeitpunkt gesundheitliche Probleme geltend machte, 

dass sich der Parteivertreter darüber hinaus sinngemäss auf Art. 8 Abs. 1 

EMRK beruft, weil ein Onkel des Beschwerdeführers in der Schweiz lebe, 

zu welchem ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehe und er (der 

Beschwerdeführer) in jeder Hinsicht auf die Hilfe dieser Person angewie-

sen sei, 

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Seite 11 

dass das SEM in zutreffender Weise ausführte, weshalb es sich beim in 

der Schweiz lebenden Onkel des Beschwerdeführers nicht um einen Fa-

milienangehörigen im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO handelt und aus 

welchen Gründen die Voraussetzungen von Art. 16 Dublin-III-VO nicht vor-

liegen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die ent-

sprechenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen wer-

den kann, 

dass sich auf den Schutz von Art. 8 EMRK in erster Linie Mitglieder der 

Kernfamilie berufen können, mithin die Eltern und ihre minderjährigen Kin-

der, 

dass – sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Bezie-

hung besteht – von der Anwendung von Art. 8 EMRK neben der eigentli-

chen Kernfamilie auch weitere familiäre Verhältnisse erfasst werden kön-

nen, 

dass Hinweise für solche Beziehungen das Zusammenleben in einem ge-

meinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre 

Bande, regelmässige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für 

eine andere Person sind (BGE 135 I 148 m.w.H.), 

dass vorliegend keine solche familiäre Beziehung vorliegt, zumal der Be-

schwerdeführer erst anfangs Dezember 2016 in die Schweiz eingereist ist 

und nicht ersichtlich wird, inwiefern innert so kurzer Zeit ein Abhängigkeits-

verhältnis zu diesem Onkel hätte entstehen können, 

dass der Beschwerdeführer nach erfolgter illegaler Einreise nie beim Onkel 

übernachtet oder gewohnt hat (vgl. SEM act. A2/31) und auch seine dies-

bezüglichen Äusserungen im EVZ nicht auf sehr enge Bindungen zu be-

sagter Person schliessen lassen, 

dass der Beschwerdeführer und sein in der Schweiz ansässiger Onkel so-

mit nicht als Familienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO 

respektive Art. 8 EMRK erachtet werden können, womit der Beschwerde-

führer keine Rechtsansprüche aus Art. 10 i.V.m. Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO 

abzuleiten vermag und sich keine Befragung dieser Person aufdrängt, 

dass die sonstigen Ausführungen des Parteivertreters das materielle Asyl-

verfahren betreffen, wofür nach dem Gesagten – wie erwähnt – die italie-

nischen Behörden zuständig bleiben, 

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Seite 12 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,  

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist soweit darauf 

eingetreten werden kann, und die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen 

ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

dass der am 29. März 2017 angeordnete Vollzugsstopp mit dem vorliegen-

den Urteil dahinfällt, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen 

waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass aufgrund der Aussichtslosigkeit der Begehren dem Gesuch um Bei-

ordnung eines amtlichen Beistandes ebenfalls nicht stattgegeben werden 

kann, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.- (Art. 1 - 

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

 

F-1846/2017 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm 

 

 

Versand: 

  

F-1846/2017 

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Zustellung erfolgt an: 

– den Parteivertreter des Beschwerdeführers (vorab per Telefax; Ein-

schreiben; Beilage: Einzahlungsschein) 

– das SEM, Abt. Dublin, mit den Akten […] (vorab per Telefax; in Kopie) 

– das Migrationsamt des Kantons Solothurn (per Telefax)