# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a353812-0b51-5f27-86af-e8d89711dccd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.09.2023 A-4976/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4976-2022_2023-09-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4976/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richter Pierre-Emmanuel Ruedin, Richter Keita Mutombo,    

Gerichtsschreiber Roger Gisclon. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch  

a&o kreston ag,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Verrechnungssteuer (geldwerte Leistung). 

 

 

 

A-4976/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) firmierte bis zum 21. Juli 

2022 unter dem Namen (…) AG. Die Steuerpflichtige mit Sitz in (…) be-

zweckt gemäss Handelsregistereintrag insbesondere die Vermögensver-

waltung für natürliche und juristische Personen im In- und Ausland. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 14. Oktober 2019 forderte die Eidgenössische 

Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) von der Steuerpflichtigen die Ein-

reichung der Jahresrechnungen für die Jahre 2014 bis 2018 sowie der Ver-

zeichnisse über die Aktionäre und die wirtschaftlich berechtigten Personen. 

Nach Mahnschreiben vom 29. November 2019 wurde die ESTV von der 

Steuerpflichtigen darauf hingewiesen, dass das kantonale Steueramt (…) 

(nachfolgend: KStA […]) bei ihr bereits eine Buchprüfung durchgeführt 

habe. Mit Schreiben vom 23. Juli 2020 gelangte die ESTV an das KStA (…) 

und ersuchte um Zustellung der entsprechenden Unterlagen. 

B.b Die daraufhin an die ESTV überstellten Unterlagen enthielten u.a. das 

Protokoll des KStA (…) vom 4. April 2019 zur Steuereinschätzung der Steu-

erpflichtigen für die Jahre 2015 und 2016. Darin ist ersichtlich, dass Kosten 

für erbrachte Leistungen seitens der B._______ Ltd. sowie der 

C._______ AG für Zwecke der direkten Steuern reduziert und im entspre-

chenden Umfang Gewinnaufrechnungen vorgenommen wurden. 

B.c Mit Einschätzungsvorschlag des KStA (…) vom 10. April 2019 für die 

direkten Steuern der Steuerpflichtigen für das Jahr 2015 wurde eine steu-

erliche Korrektur für nicht geschäftsmässig begründeten Aufwand im Um-

fang von CHF 126'039.- vorgenommen. Die Korrektur setzte sich zusam-

men aus Kostenreduktionen für Leistungen der B._______ Ltd. 

(CHF 50'770.- statt CHF 140'999.-) sowie der C._______ AG 

(CHF 60'000.- statt CHF 95'800.-). Auf Grundlage der Korrektur resultierte 

für das Jahr 2015 neu ein Verlust von CHF 13'021.- – welcher auf CHF 0.- 

aufgerundet wurde – statt eines Verlusts von CHF 139'060.-.  

B.d Mit Einschätzungsvorschlag des KStA (…) vom 10. April 2019 für die 

direkten Steuern der Steuerpflichtigen für das Jahr 2016 wurde eine steu-

erliche Korrektur für nicht geschäftsmässig begründeten Aufwand im Um-

fang von CHF 89'871.- vorgenommen. Die Korrektur setzte sich zusammen 

aus Kostenreduktionen für Leistungen der B._______ Ltd. (CHF 47'000.- 

statt CHF 128'783.-) sowie der C._______ AG (CHF 60'862.- statt 

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Seite 3 

CHF 68'950.-). Auf Grundlage der Korrektur resultierte für das Jahr 2016 

neu ein Verlust von CHF 155'665.- – welcher ebenfalls auf CHF 0.- aufge-

rundet wurde – statt eines Verlusts von CHF 245'536.-. 

B.e Am 23. April 2019 unterschrieb die Steuerpflichtige die Zustimmungs-

erklärungen zu den Einschätzungsvorschlägen für die Staats- und Ge-

meindesteuern sowie die direkten Bundessteuern für die Jahre 2015 und 

2016. Mit der Unterzeichnung hat die Steuerpflichtige die Einschätzungs-

faktoren für die Jahre 2015 und 2016 – jeweils ein Gewinn von CHF 0.- – 

anerkannt. 

B.f Nachdem die ESTV vom KStA (…) über die erwähnten Korrekturen in-

formiert worden war, führte sie – die ESTV – bei der Steuerpflichtigen 

zwecks Erhebung der Verrechnungssteuer auf geldwerte Leistungen am 

26. Oktober 2020 in (…) eine Buchprüfung betreffend die Jahre 2015 bis 

2019 durch.  

B.g Im Anschluss an die Buchprüfung teilte die ESTV am 4. November 

2020 der Steuerpflichtigen mit, dass die vom KStA (…) aufgerechneten und 

akzeptierten Kosten auch verrechnungssteuerlich abgerechnet werden 

müssten. Am 16. November 2020 liess die ESTV der Steuerpflichtigen eine 

Steuerrechnung zukommen. In der Rechnung wurde u.a. ausgeführt, dass 

den Akten der kantonalen Steuerverwaltung entnommen werden könne, 

dass die Steuerpflichtige in den Jahren 2015 und 2016 geldwerte Leistun-

gen im Umfang von insgesamt CHF 215'910.- (CHF 126'039.- [2015] + 

CHF 89'871.- [2016]) erbracht habe und sich die ESTV diesbezüglich der 

Ansicht des KStA (…) anschliesse. Entsprechend belief sich die Rechnung 

für die Verrechnungssteuer für die Jahre 2015 und 2016 auf CHF 75'568.50 

(35 Prozent von CHF 215'910.-). Daraufhin ersuchte die Steuerpflichtige 

am 11. November 2020 die ESTV um eine einsprachefähige Verfügung.  

B.h Am 5. Februar 2021 erliess die ESTV eine Verfügung bzw. einen Ent-

scheid, welcher die Verrechnungssteuer auf CHF 75'568.50 (zzgl. Verzugs-

zins von 5%) festlegte und die Steuerpflichtige zur Überwälzung der Steuer 

auf die Leistungsempfänger verpflichtete.   

B.i Am 5. März 2021 erhob die Steuerpflichtige Einsprache gegen diesen 

Entscheid und beantragte dessen Aufhebung. Mit Schreiben vom 30. No-

vember 2021 ersuchte die ESTV die Steuerpflichtige, zu diversen Fragen 

Stellung zu nehmen. Am 30. Dezember 2021 reichte die Steuerpflichtige 

das entsprechende Antwortschreiben ein.  

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Seite 4 

B.j Mit Schreiben vom 19. Juli 2022 teilte die ESTV der Steuerpflichtigen 

mit, dass sie – die ESTV – aufgrund der bisherigen Erkenntnisse im Rah-

men des zu erlassenden Einspracheentscheides beabsichtige, die Ver-

rechnungssteuerforderung im Vergleich zum Entscheid vom 5. Februar 

2021 zu Ungunsten der Steuerpflichtigen abzuändern. Die Änderung sei 

dahingehend vorgesehen, dass die Höhe der geldwerten Leistungen für 

das Jahr 2015 neu auf CHF 188'121.15 (statt CHF 126'039.-) festgesetzt 

werde, was die Verrechnungssteuerforderung für dieses Jahr von 

CHF 44'113.65 auf CHF 65'842.40 erhöhen würde. Für das Jahr 2016 sei 

beabsichtigt, die Höhe der geldwerten Leistungen neu auf CHF 169'387.05 

(statt CHF 89'871.-) festzusetzen, was die Verrechnungssteuerforderung 

für dieses Jahr von CHF 31'454.85 auf CHF 59'285.45 erhöhen würde. Die 

ESTV gewährte der Steuerpflichtigen eine Frist bis zum 19. August 2022, 

um diesbezüglich Stellung zu nehmen. Mit den im Schreiben vom 26. Juli 

2022 gemachten Ausführungen, machte die Steuerpflichtige das Festhal-

ten an der Einsprache geltend.  

B.k Mit Einspracheentscheid vom 29. September 2022 wies die ESTV die 

Einsprache der Steuerpflichtigen ab (Dispositiv-Ziff. 1). Sie erkannte, die 

Steuerpflichtige habe ihr – der ESTV – Verrechnungssteuern in Höhe von 

CHF 125'125.05 zu überweisen, wobei die Verrechnungssteuer auf den 

Leistungsempfänger zu überwälzen sei (Dispositiv-Ziff. 2). Zur Begründung 

brachte die ESTV im Wesentlichen vor, die Steuerpflichtige habe der 

C._______ AG sowie der B._______ Ltd. in den Geschäftsjahren 2015 und 

2016 geldwerte Leistungen im Umfang von insgesamt CHF 357'500.20 er-

bracht. Die Steuerpflichtige habe für von der C._______ AG und der 

B._______ Ltd. bezogene Dienstleistungen überhöhte Vergütungen ent-

richtet. Dabei seien die beiden genannten Gesellschaften als naheste-

hende Dritte der Steuerpflichtigen zu betrachten, da die Steuerpflichtige, 

die C._______ AG sowie die B._______ Ltd. teils dieselben Beteiligungs-

inhaber bzw. wirtschaftlich Berechtigte aufweisen würden. Zudem hätten 

einige dieser Beteiligungsinhaber gleichzeitig ein Anstellungsverhältnis mit 

mehreren der genannten Gesellschafften gehabt. 

C.  

C.a Mit Eingabe vom 31. Oktober 2022 erhob die Steuerpflichtige (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

gegen den Einspracheentscheid der ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) 

vom 29. September 2022. Sie beantragt – unter Kostenfolge zu Lasten der 

Vorinstanz – die vollumfängliche Aufhebung des Einspracheentscheids der 

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Seite 5 

ESTV sowie die Feststellung, dass die Verrechnungssteuer in Höhe von 

CHF 125'125.05 nicht geschuldet sei.  

Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, es sei 

unbestritten, dass es sich bei ihr, der C._______ AG, sowie der B._______ 

Ltd. jeweils um rechtlich sowie wirtschaftlich unabhängige Unternehmen 

handle, weshalb sich die von der Vorinstanz vorgenommene Anwendung 

der OECD-Verrechnungspreisrichtlinie nicht gebiete. Zudem habe die Vo-

rinstanz nicht aufzuzeigen vermocht, wer der Empfänger der geldwerten 

Leistungen sei. Weiter habe zu keinem Zeitpunkt die Absicht bestanden, 

die eine Gesellschaft zu Lasten einer anderen Gesellschaft zu bereichern. 

Dies lasse sich daraus schliessen, dass zwischen den Gesellschaften ein 

umfangreiches Vertragswerk bestanden habe, welches mehrfach an sich 

verändernde Gegebenheiten bzw. Rahmenbedingungen angepasst wor-

den sei. Zuletzt seien der Vorinstanz Rechnungen der B._______ Ltd. an 

Drittparteien zugestellt worden, welche sich inhaltlich sowie betragsmässig 

kaum von denjenigen an sie (die Beschwerdeführerin) unterscheiden wür-

den, weshalb das «dealing at arm’s length»-Prinzip eingehalten worden 

sei.  

C.b Mit Vernehmlassung vom 27. Dezember 2022 beantragt die Vorinstanz 

die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulas-

ten der Beschwerdeführerin.  

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Ak-

ten wird – soweit für die vorliegende Entscheidung wesentlich – in den fol-

genden Erwägungen näher eingegangen. 

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt dieses Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Als anfecht-

bare Verfügungen gelten auch Einspracheentscheide der ESTV (Art. 5 

Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren 

vor Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Die Beschwerdeführerin ist 

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Seite 6 

zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde berechtigt (Art. 48 Abs. 1 

VwVG).  

1.2  

1.2.1 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach – unter Vorbehalt 

des Nachfolgenden – einzutreten. 

1.2.2 Feststellungsbegehren sind subsidiär zu Leistungsbegehren und nur 

zulässig, wenn daran ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse besteht. 

Zudem kann ein Feststellungsantrag nicht abstrakte, theoretische Rechts-

fragen zum Gegenstand haben, sondern nur konkrete Rechte oder Pflich-

ten (BGE 141 II 113 E. 1.7 m.w.H.; Urteil des BGer 2C_109/2021 vom 

28. Juni 2021 E. 1.2; Urteil des BVGer A-4410/2021 vom 27. März 2023 

E. 1.2.2). 

Würde der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheent-

scheids der Vorinstanz (s. Sachverhalt C.a) gutgeheissen, hätte dies zur 

Folge, dass die Beschwerdeführerin keine Verrechnungssteuern für die 

Jahre 2015 und 2016 schulden würde. Bei diesem Antrag handelt es sich 

somit um ein Leistungsbegehren, neben welchem das Begehren der Be-

schwerdeführerin um Feststellung, dass keine Verrechnungssteuern in 

Höhe von CHF 125'125.05 für die Jahre 2015 und 2016 geschuldet seien, 

keine selbständige Bedeutung hat. Auf das Feststellungsbegehren ist mit-

hin nicht einzutreten. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einsprache-

entscheid in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann ne-

ben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrich-

tigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 

Bst. c VwVG). 

1.4  

1.4.1 Das Verfahren vor der ESTV wie auch jenes vor dem Bundesverwal-

tungsgericht werden von der Untersuchungsmaxime beherrscht. Danach 

muss die entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von 

sich aus abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen (Urteile 

des BVGer A-2823/2020 vom 7. Februar 2023 E. 1.6.1, A-416/2017 vom 

2. Juli 2018 E. 2.3 und A-629/2010 vom 29. April 2011 [in BVGE 2011/45 

nicht publizierte] E. 3.1). 

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Der Untersuchungsgrundsatz wird allerdings modifiziert durch die im Steu-

errecht regelmässig gesetzlich vorgesehene Mitwirkungspflicht der steuer-

pflichtigen Person. Für die Verrechnungssteuer ist diese in Art. 39 des Bun-

desgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer (VStG, 

SR 642.21) geregelt, wonach die Steuerpflichtigen der ESTV über alle Tat-

sachen, die für die Steuerpflicht oder für die Steuerbemessung von Bedeu-

tung sein könnten, nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft erteilen 

und insbesondere ihre Geschäftsbücher ordnungsgemäss führen müssen. 

Sie haben diese, die Belege und andere Urkunden, auf Verlangen beizu-

bringen (Urteile des BVGer A-2823/2020 vom 7. Februar 2023 E. 1.6.1, 

A-629/2010 vom 29. April 2011 [in BVGE 2011/45 nicht publizierte] E. 3.1, 

letzteres m.w.H.). 

1.4.2 Ist der Sachverhalt unklar und daher zu beweisen, endet die Beweis-

würdigung mit dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine rechtserhebli-

che Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Beweis ist geleis-

tet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung zur Überzeu-

gung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht 

hat. Gelangt die Entscheidinstanz nicht zum Ergebnis, dass sich der in 

Frage stehende Umstand verwirklicht hat, so fragt es sich, wer die Folgen 

der Beweislosigkeit zu tragen hat (statt vieler: Urteile des BVGer 

A-2823/2020 vom 7. Februar 2023 E. 1.6.2, A-629/2010 vom 29. April 2011 

[in BVGE 2011/45 nicht publizierte] E. 3.2). 

1.4.3 Gestützt auf die allgemeinen Regeln der Beweislastverteilung trägt 

die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden und -erhö-

henden Tatsachen und die steuerpflichtige Person für die steueraufheben-

den und -mindernden Tatsachen (sogenannte Normentheorie; BGE 144 II 

427 E. 8.3.1, 142 II 488 E. 3.8.2; Urteil des BGer 2C_928/2014 vom 9. Juni 

2015 E. 5.1; Urteil des BVGer A-4263/2020 vom 5. Juli 2022 E. 3.7.2; zur 

Beweislast bei der Verrechnungssteuer im Besonderen s.: 

DUSS/HELBING/DUSS, in: Zweifel/Beusch/Bauer-Balmelli [Hrsg.], Kommen-

tar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Verrech-

nungssteuer, 2. Aufl. 2012 [nachfolgend: VStG-Kommentar], Art. 4 

N. 132a). 

2.  

2.1 Der Bund erhebt eine Verrechnungssteuer unter anderem auf dem Er-

trag beweglichen Kapitalvermögens (Art. 132 Abs. 2 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, 

SR 101]; Art. 1 Abs. 1 VStG). Gegenstand der Verrechnungssteuer sind 

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unter anderem die Zinsen, Renten, Gewinnanteile und sonstigen Erträge 

der von einem Inländer ausgegebenen Aktien, Stammanteile an Gesell-

schaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaftsanteile, Partizipati-

onsscheine und Genussscheine (Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG).  

2.2 Die Verrechnungssteuer wird – ihrem Charakter als Sicherungssteuer 

entsprechend (BGE 142 II 446 E. 2.3, 136 II E. 3.3.1; Urteil des BVGer 

A-1954/2022 vom 16. Februar 2023 E. 2.2) – an der Quelle erhoben. Dabei 

ist die ausschüttende inländische Gesellschaft nicht nur Steuerschuldnerin 

(Steuerpflichtige), sondern auch Steuersubjekt (Art. 10 Abs. 1 VStG; 

THOMAS JAUSSI, VStG-Kommentar, Art. 10 N. 1 ff.). Der Sicherungs- und 

der Fiskalzweck der Verrechnungssteuer verlangen in der Folge deren 

Überwälzung auf den Empfänger, wozu der Steuerpflichtige unter Strafan-

drohung (Art. 63 VStG) öffentlich-rechtlich verpflichtet ist (BGE 136 II 525 

E. 3.3.1, 131 III 546 E. 2.1; REICH/BAUER-BALMELLI, VStG-Kommentar, 

Art. 14 N. 9). Schliesslich wird die Verrechnungssteuer dem Empfänger der 

um die Steuer gekürzten Leistung nach Massgabe des Verrechnungssteu-

ergesetzes oder im internationalen Verhältnis aufgrund eines Staatsvertra-

ges (teilweise) zurückerstattet (Art. 1 Abs. 2 VStG; Urteil des BVGer 

A-5361/2013 vom 17. Dezember 2015 E. 3.2; vgl. BAUER-BALMELLI/REICH, 

VStG-Kommentar, Vorbemerkungen N. 71; MAJA BAUER-BALMELLI, Der Si-

cherungszweck der Verrechnungssteuer, 2001, S. 3). 

2.3 Zu den steuerbaren Erträgen im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG 

gehört grundsätzlich jede geldwerte Leistung der Gesellschaft an die Inha-

ber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte oder ihnen nahestehende Dritte, 

die sich weder als Rückzahlung der im Zeitpunkt der Leistung bestehenden 

Anteile am einbezahlten Grundkapital (Art. 20 Abs. 1 der Verordnung vom 

19. Dezember 1966 über die Verrechnungssteuer [VStV, SR 642.211]) 

noch als Rückzahlung im Sinne von Art. 5 Abs. 1bis VStG darstellt. Das 

Bundesgericht hat festgehalten, dass die Steuerverwaltungen bei der An-

wendung dieser Bestimmung nicht strikt an die zivilrechtliche Gestaltung 

des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden sind, sondern der Sachver-

halt steuerrechtlich auch entsprechend seinem wirtschaftlichen Gehalt zu 

würdigen ist (vgl. BGE 138 II 57 E. 2.1; Urteil des BGer 2C_177/2016 und 

2C_178/2016 vom 30. Januar 2017 E. 4.2; Urteil des BVGer A-1954/2022 

vom 16. Februar 2023 E. 2.3). 

2.4  

2.4.1 Der Begriff der geldwerten Leistung im Sinne von Art. 20 VStV ent-

spricht grundsätzlich jenem von Art. 20 Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes 

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Seite 9 

vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11; 

BGE 143 IV 228 E. 4.1; Urteil des BGer 2C_578/2019 vom 31. März 2020 

E. 3.2; Urteile des BVGer A-2823/2020 vom 7. Februar 2023 E. 2.3.2, 

A-6360/2017 vom 15. Mai 2019 E. 2.4.1). 

Zu den geldwerten Leistungen in diesem Sinne zählen auch verdeckte Ge-

winnausschüttungen (Urteil des BGer 2C_578/2019 vom 31. März 2020 

E. 3.2; Art. 58 Abs. 1 Bst. b DBG; vgl. PETER LOCHER, Kommentar zum 

DBG, I. Teil, 2. Aufl. 2019, Art. 20 N. 83 ff.). Diese erfolgen auf Stufe der 

Gesellschaft buchhalterisch zulasten eines Aufwand- oder eines Ertrags-

kontos bzw. zulasten eines aktiven oder eines passiven Bestandeskontos 

(vgl. Urteil des BVGer A-2591/2019 vom 8. Juni 2022 E. 5.2.2.2).  

Eine verdeckte Gewinnausschüttung im engeren Sinne liegt vor, wenn die 

Gesellschaft die geldwerte Leistung zu Lasten der gegenwärtigen oder 

künftigen Erfolgsrechnung ausrichtet. Dabei wird die gegenwärtige Erfolgs-

rechnung durch Verbuchung eines überhöhten Aufwands belastet (Urteile 

des BVGer A-1954/2022 vom 16. Februar 2023 E. 2.5.2, A-6360/2017 vom 

15. Mai 2019 E. 2.5.3; DUSS/HELBING/DUSS, VStG-Kommentar, Art. 4 

N. 132b). 

2.4.2 Im Einzelnen setzt die Annahme einer geldwerten Leistung in Form 

einer verdeckten Gewinnausschüttung gemäss ständiger Rechtsprechung 

voraus, dass die folgenden Voraussetzungen (kumulativ) erfüllt sind (statt 

vieler: BGE 144 II 427 E. 6.1; Urteile des BGer 9C_660/2022 vom 10. Mai 

2023 E. 4.2, 2C_578/2019 vom 31. März 2020 E. 3.3; Urteil des BVGer 

A-1954/2022 vom 16. Februar 2023 E. 2.4.2): 

(1) Eine Leistung, die keine Rückzahlung des einbezahlten Kapitals dar-

stellt, wird ohne entsprechende, gleichwertige Gegenleistung erbracht, 

was eine Entreicherung der Gesellschaft zur Folge hat.  

(2) Die Leistung wird einem Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte 

direkt oder indirekt (z.B. über eine ihm nahestehende Person oder Unter-

nehmung) zugewendet.  

(3) Sie hat ihren Rechtsgrund im Beteiligungsverhältnis, das heisst, sie 

wäre – weil die Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung 

erhält – unter den gleichen Verhältnissen einem unbeteiligten Dritten nicht 

erbracht worden. Insoweit erscheint die Leistung als ungewöhnlich. 

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Seite 10 

(4) Der ungewöhnliche Charakter der Leistung, insbesondere das Missver-

hältnis zwischen der gewährten Leistung und der erhaltenen Gegenleis-

tung, muss für die handelnden Gesellschaftsorgane erkennbar gewesen 

sein. 

Die Prüfung dieser Kriterien erfolgt einzig aus Sicht der leistenden Gesell-

schaft und nicht aus jener des Leistungsempfängers (statt vieler: Urteil des 

BVGer A-3440/2021 vom 9. März 2022 E. 2.4.3).  

2.5 Leistungen, die die Gesellschaft gegenüber ihren Aktionären oder die-

sen Nahestehenden erbringt und die ihren Grund nicht im Beteiligungsver-

hältnis haben, sondern zum Beispiel in einem privatrechtlichen Vertrag, der 

auch mit aussenstehenden Dritten in gleicher Weise hätte geschlossen 

werden können, sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen (BGE 119 

Ib 431 E. 2b; Urteile des BVGer A-4263/2020 vom 5. Juli 2022 E. 3.4.4, 

A-1623/2018 vom 16. Mai 2019 E. 3.4.4).  

Bei der Beurteilung des steuerrechtlichen Verhältnisses zwischen dem Ak-

tionär und seiner Aktiengesellschaft – bzw. zwischen Konzerngesellschaf-

ten – ist praxisgemäss vom Grundsatz der Gestaltungsfreiheit der steuer-

pflichtigen Person auszugehen, soweit die Schranken nicht klarerweise 

tangiert sind. Bei der Beantwortung der Frage, ob ein Missverhältnis zwi-

schen Leistung und Gegenleistung vorliegt, darf die ESTV nicht ihr eigenes 

Ermessen an dasjenige der Steuerpflichtigen setzen (BGE 139 II 78 

E. 3.2.1; Urteile des BGer 2C_708/2012 vom 21. Dezember 2012 [in BGE 

139 I 64 nicht publizierte] E. 4.2, 2C_272/2011 vom 5. Dezember 2011 

E. 3.2.3; Urteile des BVGer A-3440/2021 vom 9. März 2022 E. 2.4.4, 

A-1623/2018 vom 16. Mai 2019 E. 3.4.4; MARTIN KOCHER, Aspekte der 

steuerlichen Zweidimensionalität – Gedankensplitter im Licht der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung, in: OREF [Hrsg.], Au carrefour des contri-

butions, 2020, S. 595 f.). 

2.6  

2.6.1 Ein Element der steuerlichen Erfassung einer verdeckten Gewinn-

ausschüttung ist die Bestimmung der Angemessenheit von Leistung und 

Gegenleistung (vgl. E. 2.4.2, Voraussetzung 1). Rechtsgeschäfte zwischen 

Kapitalgesellschaften und Beteiligungsinhabern, bzw. deren nahestehen-

den Personen, werden steuerlich anerkannt, soweit die vereinbarten Ver-

tragsbedingungen einem «sachgemässen Geschäftsgebaren» entspre-

chen. Sie müssen – aus der einzig relevanten Sicht der Gesellschaft – ge-

schäftsmässig begründet sein. Für die Beurteilung der Angemessenheit 

A-4976/2022 

Seite 11 

von Leistung und Gegenleistung und somit auch der geschäftsmässigen 

Begründetheit einer Transaktion wird der sogenannte Dritt- bzw. Fremdver-

gleich angestellt (auch Prinzip des «dealing at arm's length»). Verlangt 

wird, dass Rechtsgeschäfte mit Beteiligungsinhabern, bzw. deren naheste-

henden Personen, zu den gleichen Bedingungen abzuwickeln sind, wie sie 

mit aussenstehenden Dritten zu Wettbewerbs- und Marktbedingungen ver-

einbart werden würden (BGE 140 II 88 E. 4.1, 138 II 545 E. 3.2; Urteil des 

BGer 2C_578/2019 vom 31. März 2020 E. 4.2; Urteile des BVGer 

A-3440/2021 vom 9. März 2022 E. 2.5, A-1200/2018 vom 13. Februar 2019 

E. 2.3.1 m.H.). 

2.6.2 Diese marktorientierten Vergleichspreise – insbesondere, wenn sie 

auf einer Schätzung beruhen – bewegen sich regelmässig innerhalb einer 

bestimmten Bandbreite, welche auch im Geschäftsverkehr mit Naheste-

henden ausgeschöpft werden darf und innerhalb welcher das Missverhält-

nis nicht als offensichtlich bezeichnet werden kann. Eine Korrektur erfolgt 

nur bei Vorliegen eines eindeutigen, offensichtlichen Missverhältnisses 

(statt vieler: Urteil des BVGer A-2823/2020 vom 7. Februar 2023 E. 2.4.3; 

LOCHER/GIGER/PEDROLI, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, II. Teil, 2. Aufl. 2022, Art. 58 N. 155; STOCKER/SCHMID, 

Transfer Pricing, in: Stocker/Oesterhelt [Hrsg.], Internationales Steuerrecht 

der Schweiz, 2023, § 17 Rz. 9, 17). Verdeckte Gewinnausschüttungen sind 

klar von wirtschaftlich ungeschickten oder verlustbringenden Transaktio-

nen zu unterscheiden, da deren geschäftsmässige Begründetheit vom Fis-

kus nicht in Frage gestellt werden kann (Urteil des BVGer A-4091/2017 

vom 24. Januar 2018 E. 2.4.2). 

2.6.3 Beim Dritt- bzw. Fremdvergleich sind in jedem Einzelfall alle konkre-

ten Umstände des abgeschlossenen Geschäfts bzw. Vertrags zu berück-

sichtigen (BGE 138 II 57 E. 2.2, 3.1; vgl. Urteil des BVGer A-4263/2020 

vom 5. Juli 2022 E. 4.3.2; HARBEKE/HUG/SCHERRER, Verrechnungspreis-

recht der Schweiz, 2022, § 11 N. 515). 

2.6.4 Die OECD hat im Bereich der konzerninternen Verrechnungspreise 

Richtlinien veröffentlicht (aktuelle Fassung: OECD, Transfer Pricing Guide-

lines for Multinational Enterprises and Tax Administrations, 2022 [nachfol-

gend: OECD-Verrechnungspreisrichtlinien [Jahr]). Die darin beschriebenen 

Methoden sollen den Steuerbehörden und den Steuerpflichtigen helfen, 

angemessene Drittpreise zu bestimmen. Die bundesgerichtliche Recht-

sprechung – wie auch die ESTV (Kreisschreiben Nr. 4 vom 19. März 2004) 

– berücksichtigt die OECD-Verrechnungspreisrichtlinien, um zu prüfen, ob 

A-4976/2022 

Seite 12 

Leistungen dem Drittvergleich standhalten oder als verdeckte Gewinnaus-

schüttungen gelten. Was den temporalen Aspekt anbelangt, so sind die 

OECD-Verrechnungspreisrichtlinien – zumindest grundsätzlich – in der für 

das betreffende Steuerjahr geltenden Version heranzuziehen (Urteile des 

BGer 2C_824/2021, 2C_825/2021 vom 12. Oktober 2022 E. 5.2, 

2C_548/2020 vom 3. Mai 2021 E. 3.2.1, 2C_343/2019 vom 27. September 

2019 E. 4.4, 2C_495/2017, 2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 E. 11.1; RAOUL 

STOCKER, Verrechnungspreise in der Schweiz, in: Vögele/Borstell/Bern-

hardt [Hrsg.], Verrechnungspreise, 5. Aufl. 2020, S. 2311 Rz. 42, 44). 

2.6.4.1 Die Anwendung des Drittvergleichs setzt voraus, dass der Markt-

wert des übertragenen Gutes oder der erbrachten Dienstleistung ermittelt 

wird. Besteht ein freier Markt, sind dessen Preise massgebend und ermög-

lichen einen effektiven Vergleich mit den Preisen zwischen verbundenen 

bzw. nahestehenden Unternehmen (BGE 140 II 88 E. 4.2; Urteile des BGer 

9C_686/2022 vom 14. März 2023 E. 4.2, 2C_1073/2018, 2C_1089/2018 

vom 20. Dezember 2019 E. 11.2, 2C_272/2011 vom 5. Dezember 2011 

E. 3.2.2; DUSS/HELBING/DUSS, VStG-Kommentar, Art. 4 N. 137, vgl. 

OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kom-

mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer [DBG], 4. Aufl. 2022 [nachfolgend: DBG-Kommentar], 

Art. 58 Rz. 74, 76). Ein solcher Marktpreis ist grundsätzlich gegeben bei 

hochgradig standardisierten bzw. homogenen Leistungen, bei welchen der 

Preis ohne Weiteres öffentlich einsehbar ist (d.h. insbes. Leistungen mit 

einem Börsenpreis; vgl. Urteil des BVGer A-4696/2014 vom 1. April 2015 

E. 2.3.4) oder bei Leistungen, welche ein Steuerpflichtiger an Dritte er-

brachte, wobei die quasi identische Leistung (bspw. ähnliche Menge, glei-

che Abnehmerkategorie usw.) auch an verbundene bzw. nahestehende 

Unternehmen oder Personen erbracht wurde (insbes. Leistungen mit ei-

nem Listenpreis; Urteile des BVGer A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 

E. 4.2.4, A-4091/2016 vom 24. Januar 2018 E. 2.4.2 in fine; vgl. OESTER-

HELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, DBG-Kommentar, Art. 58 Rz. 73). In die-

sen Fällen ist der effektive Vergleich vorzunehmen und es besteht kein 

Raum für Schätzungen oder Anpassungen (Urteile des BVGer 

A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 E. 4.2.4, A-4696/2014 vom 1. April 2015 

E. 2.3.4). 

2.6.4.2 Gibt es keinen freien Markt, der einen effektiven Vergleich ermög-

licht, so ist die Methode des Vergleichs mit einer vergleichbaren Transak-

tion (oder die Methode des vergleichbaren Preises, «Comparable Uncon-

trolled Price Method [CUPM]», «méthode du prix comparable») 

A-4976/2022 

Seite 13 

anzuwenden, bei der ein Vergleich mit dem Preis vorgenommen wird, der 

zwischen Dritten – bzw. zwischen dem Steuerpflichtigen und einem Dritten 

– bei einer Transaktion mit denselben Merkmalen verlangt wird, d.h. unter 

Berücksichtigung aller massgeblichen Umstände (BGE 140 II 88 E. 4.2; 

Urteile des BGer 9C_686/2022 vom 14. März 2023 E. 4.2, 2C_1073/2018, 

2C_1089/2018 vom 20. Dezember 2019 E. 11.2; HARBEKE/HUG/SCHER-

RER, a.a.O., § 11 N. 516; OECD-Verrechnungspreisrichtlinien 2010, N. 2.3 

in fine und 2.13 ff.; KIRIL HASLEBACHER, Das Arm’s Length Principle im 

schweizerischen Recht, 2023, Rz. 556; STOCKER/SCHMID, a.a.O., § 17 

Rz. 47; OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, DBG-Kommentar, 

Art. 58 Rz. 73).  

In Bezug auf die Hierarchie der anwendbaren Methode zur Ermittlung ei-

nes angemessenen Drittpreises scheint es – zumindest im Hinblick auf di-

rekte Steuern (vgl. Art. 58 Abs. 3 und Art. 58 Abs. 1 Bst. b fünftes Lemma 

DBG) – auch abweichende Rechtsprechung des Bundesgerichts zu geben, 

welche keine Hierarchie bei den anwendbaren Drittpreis-Methoden erkennt 

und die Auswahl dem Beurteilungsspielraum der Steuerbehörden überlässt 

(Urteile des BGer 2C_548/2020, 2C_551/2020 vom 3. Mai 2021 E. 3.2.3, 

2C_495/2017, 2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 E. 10.1). Das Bundesver-

waltungsgericht vertritt jedoch die Auffassung, dass die seitens der OECD 

vorgegebene Methoden-Hierarchie bei der Bestimmung von Drittpreisen 

jeweils zu einem sachgerechteren und überzeugenderen Ergebnis führt. 

Diese Auffassung wird denn geteilt von der herrschenden Lehre sowie ei-

nem Teil der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (s. entsprechenden Ver-

weise im ersten Abschnitt dieser Erwägung).   

2.6.4.3 Nach der dargelegten Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts 

bzgl. Methoden-Hierarchie erfolgt erst in Ermangelung eines effektiven 

Vergleichs (E. 2.6.4.1) oder einer vergleichbaren Transaktion (E. 2.6.4.2) 

die Bestimmung des Fremdvergleichspreises nach anderen Methoden. 

Diesfalls kann die Kostenaufschlagsmethode («Cost Plus Methode 

[CPM]», «méthode du coût majoré») oder die Wiederverkaufspreisme-

thode («Resale Price Method [RPM]», «méthode du prix de revente») an-

gewandt werden, die – neben der Methode des vergleichbaren Preises 

(CUPM; E. 2.6.4.2) – zu den (geschäftsfallbezogenen) Standardmethoden 

gemäss den OECD-Verrechnungspreisrichtlinien gehören (BGE 140 II 88 

E. 4.2; Urteile des BGer 9C_686/2022 vom 14. März 2023 E. 4.2, 

2C_1073/2018, 2C_1089/2018 vom 20. Dezember 2019 E. 11.2; 

HARBEKE/HUG/SCHERRER, a.a.O., § 11 N. 516; vgl. OECD-Verrechnungs-

preisrichtlinien 2010, N. 2.3). 

A-4976/2022 

Seite 14 

2.6.4.4 Bei der Kostenaufschlagsmethode (CPM) werden insbesondere 

die Kosten des Unternehmens, das die Leistung erbringt, ermittelt, zu de-

nen eine angemessene Marge addiert wird, so dass unter Berücksichti-

gung der ausgeübten Funktionen und der Marktbedingungen ein angemes-

sener Gewinn erzielt wird (BGE 140 II 88 E. 4.2; Urteile des BGer 

2C_343/2019 vom 27. September 2019 E. 4.6, 2C_11/2018 vom 10. De-

zember 2018 E. 7.4; OECD-Verrechnungspreisrichtlinien 2010, N. 2.39 ff.). 

Bei der Kostenaufschlagsmethode sind für die Kostenbasis der Herstellung 

eines Gutes oder Erbringung einer Dienstleistung sowohl die direkten als 

auch indirekten Kosten zu berücksichtigen (OECD-Verrechnungspreis-

richtlinien 2010, N. 2.47 f.). 

2.6.4.5 Neben den Standardmethoden können in Ermangelung eines ef-

fektiven Vergleichs oder einer vergleichbaren Transaktion auch die sog.  

Gewinnaufteilungsmethoden zur Bestimmung des Drittpreises angewen-

det werden. Gemäss OECD zählen zu den Gewinnaufteilungsmethoden 

die transaktionsbezogene Nettomargenmethode («Transactional Net Mar-

gin Method [TNMM]», «méthode transactionnelle de la marge nette») und 

die transaktionsbezogene Gewinnaufschlagsmethode («Transactional 

Profit Split Method [TPSM]», «méthode transactionelle du partage des bé-

néfices»; Urteil des BGer 2C_548/2020, 2C_551/2020 vom 3. Mai 2021 

E. 3.2.2; OECD-Verrechnungspreisrichtlinien 2010, N. 2.47 f.). 

2.6.4.6 Der Drittvergleich basiert auf einem gedanklichen Vergleich der Be-

dingungen eines konzerninternen Geschäftsvorfalls mit denjenigen, wel-

che unabhängige Unternehmen bei vergleichbaren Umständen vereinbart 

hätten (vgl. E. 2.6.1). Somit ist eine Gewinnkorrektur nur dann gerechtfer-

tigt, wenn die gegenübergestellten Transaktionen miteinander vergleichbar 

sind. Einen Kernaspekt bei der Anwendung des Drittvergleichs bildet daher 

– als Element der Sachverhaltsermittlung – die Vergleichbarkeitsanalyse 

(HASLEBACHER, a.a.O., Rz. 549, HARBEKE/HUG/SCHERRER, a.a.O., § 11 

N. 515; vgl. Urteile des BGer 2C_343/2019 vom 27. September 2019 

E. 4.6 und 2C_495/2017, 2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 E. 11.2). Liegt 

dagegen ein Marktpreis vor und kann somit ein effektiver Vergleich vorge-

nommen werden (s. E. 2.6.4.1), kann grundsätzlich auf die Vergleichbar-

keitsanalyse verzichtet werden. 

Ziel und Zweck der Vergleichbarkeitsanalyse ist – nebst der Identifikation 

der geeignetsten Methode (s. E. 2.6.4.1 – 2.6.4.5) sowie deren (korrekte) 

Anwendung – im Vergleich zur konzerninternen Transaktion möglichst zu-

verlässige Vergleichswerte zu eruieren (OECD-Verrechnungspreisricht-

A-4976/2022 

Seite 15 

linien 2010, N. 3.2). Das Schweizer Steuerrecht enthält keine konkreten 

Vorgaben oder Anhaltspunkte, wie die für die Sachverhaltsfeststellung not-

wendige Vergleichbarkeitsanalyse in methodischer Hinsicht vorzunehmen 

ist (vgl. z.B. Art. 123 Abs. 1 DBG). Mangels konkreter Vorgaben ist es daher 

– gerade in einem internationalen Kontext – sachgerecht, hierfür die ent-

sprechenden methodischen Ansätze der OECD-Verrechnungspreisrichtli-

nien zu berücksichtigen (s. E. 2.6.4). Denn diese Regeln enthalten eine 

konsistente Methodenlehre, wie Verrechnungspreise zwischen verbunde-

nen Unternehmen zu bestimmen sind, wenn dem Drittvergleichsprinzip ge-

folgt werden soll (HARBEKE/HUG/SCHERRER, a.a.O., § 11 N. 517; 

OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, DBG-Kommentar, Art. 58 

Rz. 63, 65; vgl. STOCKER/SCHMID, a.a.O., Rz. 29 – 34; Urteil des Steuerre-

kursgerichts des Kantons Zürich 1 DB.2014.208, 1 ST.2014.262 vom 

20. Dezember 2019 E. 1/e/aa).   

Die OECD legt in ihren Verrechnungspreisrichtlinien ein typisches Verfah-

ren dar, das bei der Durchführung einer Vergleichbarkeitsanalyse als «best 

practice» befolgt werden kann, ohne jedoch verpflichtend zu sein (sog. 

Neun-Schritt-Modell; OECD-Verrechnungspreisrichtlinien 2010, N. 3.4): 

Nach der Festlegung der relevanten Jahre (1. Schritt) und der Analyse des 

Unternehmens (insbes. Historie, Struktur, Strategie) sowie dessen Markt-

umfelds (2. Schritt) werden im 3. Schritt die geprüften konzerninternen 

Transaktionen auf Basis einer Funktionsanalyse (u.a. Identifikation der 

Werttreiber) untersucht sowie deren relevante Vergleichbarkeitsfaktoren 

bestimmt. Dabei gibt es fünf «Vergleichbarkeitsfaktoren» – bzw. Merkmale 

der zu vergleichenden Transaktionen –, die relevant sein können: die Ei-

genschaften der übertragenen Waren oder erbrachten Dienstleistungen, 

die von den Parteien wahrgenommenen Funktionen, die vertraglichen Ver-

einbarungen, die wirtschaftlichen Umstände der Parteien und die von ihnen 

verfolgten Geschäftsstrategien. In einem nächsten Schritt ist nach der Ana-

lyse der u.U. intern verfügbaren und vergleichbaren Geschäftsvorfälle mit 

Dritten (4. Schritt) und der Bestimmung von zugänglichen Informations-

quellen zu externen Vergleichstransaktionen (5. Schritt) die geeignetste 

Verrechnungspreismethode auszuwählen (6. Schritt). Beim 7. Schritt wird 

die Identifikation von möglichen Vergleichswerten (d.h. potenziell ver-

gleichbare Transaktionen Dritter) vorgenommen. Hierzu wird entweder der 

«additive Ansatz» (Erstellung einer Liste von Dritten, welche potentiell ver-

gleichbare Transaktionen vornehmen) oder der «deduktive Ansatz» (ins-

bes. Feststellung von Unternehmen, welche im gleichen Bereich tätig sind 

und vergleichbare Funktionen ausüben) verwendet. Zur Wahrung ausrei-

chender Objektivität bei den beiden genannten Ansätzen ist entscheidend, 

A-4976/2022 

Seite 16 

dass das Verfahren zur Identifikation potenzieller Vergleichswerte transpa-

rent, systematisch und nachprüfbar ist. Bestehen Unterschiede zwischen 

dem zu überprüfenden konzerninternen Geschäftsvorfall und einem ver-

gleichbaren, externen Geschäftsvorfall, die sich einerseits auf den Preis 

auswirken und andererseits quantifiziert werden können, kann die Ver-

gleichbarkeit mittels einer sog. Vergleichbarkeitsanpassung hergestellt 

werden (8. Schritt). Ob in einem konkreten Fall überhaupt Anpassungen 

zur Herstellung der Vergleichbarkeit vorgenommen werden und falls ja, auf 

welche Art eine Anpassung vorgenommen werden soll, ist dabei eine Er-

messensfrage. In einem letzten Schritt (9. Schritt) sind die in den vorange-

henden Schritten erstellten Analysen zu interpretieren und letztlich eine 

Aussage zur Fremdvergleichskonformität der betrachteten Transaktion zu 

treffen. Dabei gilt zu beachten, dass die Anwendung der geeignetsten Me-

thode (bzw. Methoden) i.d.R. eine Bandbreite an Fremdvergleichswerten 

ergeben wird. Liegen die vereinbarten Verrechnungspreise ausserhalb die-

ser Bandbreite, gilt es, dies plausibel zu begründen (vgl. E. 2.6.2; HASLE-

BACHER, a.a.O., Rz. 550 – 552; HARBEKE/HUG/SCHERRER, a.a.O., § 12 

N. 523 f.; für den Überblick über das Neun-Schritt-Modell s. OECD-Ver-

rechnungspreisrichtlinien 2010, N. 3.4, für die Beschreibung der einzelnen 

Schritte s. OECD-Verrechnungspreisrichtlinien 2010, N. 3.7 bis 3.66, vgl. 

auch Urteile des BGer 2C_343/2019 vom 27. September 2019 E. 4.6 und 

2C_495/2017, 2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 E. 11.2). 

2.6.4.7 Obschon die OECD-Verrechnungspreisrichtlinien – und damit auch 

die Vergleichbarkeitsanalyse gemäss OECD – für die schweizerische 

Rechtsprechung nicht bindend sind (vgl. E. 2.6.4), können sie den Behör-

den nichtsdestotrotz eine hilfreiche Erkenntnisquelle sein, wie im Hinblick 

auf die Sachverhaltsermittlung bzw. Beweislastverteilung (s. E. 1.4.2 f.) – 

sowie nicht zuletzt auf die Begründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG) – me-

thodisch vorzugehen ist, um bei einer Transaktion mit nahestehenden Drit-

ten das Vorliegen von unsachgemässem Geschäftsgebaren bzw. eines of-

fensichtlichen Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung 

(s. E. 2.6.1 f.) nachzuweisen (s. auch nachfolgende Erwägung). 

2.6.5 Hinsichtlich Beweislastverteilung ist bei der Abklärung, ob eine Leis-

tung einem Drittvergleich standhält, zu beachten, dass zunächst die ESTV 

das Fehlen einer adäquaten Gegenleistung bzw. das offensichtliche Un-

gleichgewicht zwischen Leistung und Gegenleistung nachzuweisen hat 

und nicht die Beschwerdeführerin das Vorliegen derselben. Erst, wenn es 

der Vorinstanz gelingt, das Fehlen einer adäquaten Gegenleistung nach-

zuweisen, ist der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, den 

A-4976/2022 

Seite 17 

Gegenbeweis zu erbringen (Urteile des BVGer A-1954/2022 vom 16. Feb-

ruar 2023 E. 2.5.1, A-4091/2016 vom 24. Januar 2018 E. 4.1). 

2.7  

2.7.1  Nahestehende Personen (vgl. E. 2.4.2 Voraussetzung [2]) sind vorab 

dem Aktionär verwandtschaftlich verbundene natürliche Personen oder 

vom gleichen Aktionär beherrschte juristische Personen. Nach der Recht-

sprechung gelten auch Personen als nahestehend, zu denen der Aktionär 

wirtschaftliche oder persönliche Beziehungen unterhält, welche nach den 

gesamten Umständen als eigentlicher Grund für die Leistung an den Drit-

ten betrachtet werden müssen (vgl. E. 2.4.2 Voraussetzung [3] statt vieler: 

Urteile des BGer 2C_177/2016 und 2C_178/2016 vom 30. Januar 2017 

E. 4.3, 2C_16/2015 vom 6. August 2015 E. 2.3.2; Urteile des BVGer 

A-3822/2016 vom 19. Dezember 2017 E. 4.1.4, A-5210/2014 vom 30. März 

2015 E. 2.3.3; OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, DBG-Kommen-

tar, Art. 58 Rz. 100 ff.). Dabei kann es sich um Gesellschaften derselben 

Gruppe handeln, z.B. Schwestergesellschaften oder eine Grossmutterge-

sellschaft. Das Bundesgericht spricht ebenfalls von einer massgeblichen 

Beherrschung, wenn die leistende Gesellschaft mittelbar durch eine zwi-

schengeschaltete Gesellschaft beherrscht wird. Das heisst, der Leistungs-

empfänger beherrscht die leistende Gesellschaft indirekt über die unmittel-

bar gehaltene Muttergesellschaft und wird steuerlich so betrachtet, als ob 

er die leistende Tochtergesellschaft selbst beherrschen würde (vgl. zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-4091/2016 vom 24. Januar 2018 E. 2.5; 

OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, DBG-Kommentar, Art. 58 

Rz. 91). 

2.7.2 Der Begriff der nahestehende Person wird vom Bundesgericht ferner 

verobjektiviert, indem vom quantitativen Element (i.e. die ungewöhnliche 

Leistung) auf das qualitative Merkmal der Verbundenheit zwischen Gesell-

schafter und Dritten geschlossen wird, d.h. der Dritte somit durch den Emp-

fang der nicht marktüblichen Leistung zur nahestehenden Person werden 

soll. So wird kein direkter Beweis der Nahestehendeneigenschaft verlangt; 

vielmehr dürfe die Steuerverwaltung vermutungsweise davon ausgehen, 

dass die Leistung zugunsten des Aktionärs oder einer nahestehenden Per-

son erbracht wurde, wenn sich dieser Schluss zwingend aufdrängt und 

eine andere Erklärung für die Vorgänge nicht zu finden ist (BGE 119 Ib 431 

E. 3b). Diese extensive Auslegung der Nahestehendeneigenschaft wurde 

in der Praxis scharf kritisiert (vgl. DUSS/HELBING/DUSS, VStG-Kommentar, 

Art. 4 N. 143b). Das Bundesgericht hat diese Rechtsprechung indes dahin-

gehend relativiert, als dass die Voraussetzungen aller Elemente einer 

A-4976/2022 

Seite 18 

verdeckten Gewinnausschüttung «an sich» von der Steuerbehörde darzu-

tun wären. Die Steuerbehörde müsse die Art des Nahestehens mit Hilfe 

der steuerpflichtigen Person aufzeigen oder zumindest glaubhaft machen, 

bevor auf eine geldwerte Leistung geschlossen werden könne (Urteil des 

BGer 2C_377/2009 vom 9. September 2009 E. 3.4). Sodann spricht das 

Bundesgericht in seiner jüngeren Rechtsprechung nur noch davon, dass 

die Ungewöhnlichkeit der Leistung (insbesondere das Missverhältnis zwi-

schen Leistung und Gegenleistung im Drittvergleich) lediglich ein Indiz (ne-

ben anderen) ist, dass die geldwerte Leistung aufgrund persönlicher Merk-

male, insbesondere einer engen Beziehung zwischen Gesellschaft oder 

Beteiligungsinhaber und dem begünstigten Dritten, erbracht worden ist (Ur-

teile des BGer 2C_177/2016 vom 30. Januar 2017 E. 4.3, 2C_16/2015 vom 

6. August 2015 E. 2.5.3, 2C_414/2012 vom 19. November 2012 E. 6.1; 

BVGE 2011/45 E. 4.3.1 mit Hinweisen; Urteil des BVGer A-4091/2016 vom 

24. Januar 2018 E. 2.6.5 f. mit weiteren Hinweisen; vgl. zum Ganzen: 

OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, DBG-Kommentar, Art. 58 

Rz. 103 und 110).  

2.7.3  Das Bundesgericht hat zudem festgehalten, dass eine «beherr-

schende Stellung» (in der leistenden Gesellschaft) keine (zwingende) Vo-

raussetzung einer verdeckten Gewinnausschüttung sei. Auch ein Minder-

heitsaktionär könne eine verdeckte Gewinnausschüttung erhalten. Einzig 

relevant sei, dass die Leistung ihren Grund im Beteiligungsverhältnis habe, 

dem Empfänger also «causa societatis» zufliesse (Urteil des BGer 

2C_1082/2013 und 2C_1083/2013 vom 14. Januar 2015 E. 6.4). In den 

meisten vom Bundesgericht beurteilten Fällen war indes der Leistungs-

empfänger Mehrheitsbeteiligter, oder er konnte auf andere Weise auf die 

leistende Gesellschaft einwirken (vgl. schon Urteil des BGer vom 21. Ok-

tober 1955 E. 2, in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 24 

S. 334; Urteil des BVGer A-4696/2014 vom 1. April 2015 E. 2.3.6.2; RO-

LAND BÖHI, Das verdeckte Eigenkapital im Steuerrecht, 2014, S. 88 f., 

THOMAS GEHRIG, Der Tatbestand der verdeckten Gewinnausschüttung an 

einen nahestehenden Dritten, 1998, S. 119 ff., je mit einer Übersicht zur 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung). 

Bei einem Minderheitsbeteiligten muss es sich jedoch – zusätzlich zu sei-

ner Beteiligung – aus den Umständen des Einzelfalles ergeben, dass ihm 

die Leistung aufgrund seines Beteiligungsverhältnisses zugekommen ist. 

Eine solche Differenzierung bei Minderheitsaktionären ist notwendig, um 

verdeckte Gewinnausschüttungen von wirtschaftlich ungeschickten oder 

verlustbringenden Transaktionen mit unabhängigen Dritten – bzw. mit 

A-4976/2022 

Seite 19 

Beteiligungsinhabern oder diesen nahestehenden Personen – zu unter-

scheiden. Deren geschäftsmässige Begründetheit kann von der Steuerbe-

hörde nicht in Frage gestellt werden (vgl. zum Ganzen mit weiteren Aus-

führungen: Urteil des BVGer A-4696/2014 vom 1. April 2015 E. 2.3.6.2 f. 

und OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, DBG-Kommentar, Art. 58 

Rz. 89 ff.).  

3.  

Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in den 

Jahren 2015 und 2016 für bei der C._______ AG sowie der B._______ Ltd. 

bezogene Dienstleistungen insgesamt einen Betrag in Höhe von 

CHF 236'799.25 bzw. CHF 197'733.- bezahlt hat. Im Grundsatz ebenfalls 

unbestritten ist der Umstand, dass diesen Zahlungen Gegenleistungen in 

Form von «Finanzdienstleistungen» gegenüberstanden.  

Vorliegend streitig – und daher nachfolgend zu prüfen – ist die Frage, ob 

die Beschwerdeführerin in den Jahren 2015 und 2016 von der C._______ 

AG sowie B._______ Ltd. jeweils Leistungen zu übersetzten Preisen bezog 

– und damit geldwerte Leistungen an nahestehende Personen erbrachte – 

und sie daher Verrechnungssteuern in Höhe von CHF 125'125.05 schuldet.  

3.1  

3.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei unbestritten, dass es sich 

bei ihr, der C._______ AG sowie der B._______ Ltd. jeweils um rechtlich 

wie wirtschaftlich unabhängige Unternehmen handle. Der Umstand, dass 

bestimmte involvierte Personen – bspw. D._______ – an diesen am Leis-

tungsaustausch involvierten Gesellschaften jeweils Minderheitsbeteiligun-

gen besessen hätten, vermöge daran nichts zu ändern.  

Zudem vermöge die ESTV nicht aufzuzeigen, wer im vorliegenden Sach-

verhalt den Empfänger der geldwerten Leistungen darstellen solle. Bei-

spielhaft dafür diene Herr E._______, welcher zu 24.4 Prozent an ihr – der 

Beschwerdeführerin – beteiligt gewesen sei, jedoch zu keinem Zeitpunkt 

an der C._______ AG oder der B._______ Ltd. Es sei daher nicht nach-

vollziehbar, inwiefern Herr E._______ geldwerte Leistungen empfangen 

haben soll.  

Ferner habe im Hinblick auf die Erkennbarkeit der geldwerten Leistungen 

für die handelnden Organe zu keinem Zeitpunkt die Absicht bestanden, die 

eine Gesellschaft zu Lasten einer anderen zu bereichern. Anders sei nicht 

zu erklären, weshalb zwischen den einzelnen Gesellschaften jeweils 

A-4976/2022 

Seite 20 

umfangreiche Verträge geschlossen worden seien, die mehrfach den sich 

ändernden Gegebenheiten angepasst worden seien.  

Zudem habe es die ESTV unterlassen, aufzuzeigen, inwieweit ein Missver-

hältnis zwischen Leistung und Gegenleistung gegeben sein soll.  

Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe der ESTV an Drittpar-

teien gerichtete Rechnungen der B._______ Ltd. zugestellt, welche sich 

inhaltlich und betragsmässig kaum von den Rechnungen an sie – die Be-

schwerdeführerin – unterscheiden würden. Die ESTV habe es versäumt in 

ihrem Einspracheentscheid darauf einzugehen, andernfalls wäre sie zum 

Schluss gekommen, dass das «dealing at arm’s length»-Prinzip eingehal-

ten worden sei. Ausserdem bleibe kein Platz für die Anwendung der Ver-

rechnungspreisrichtlinien (der OECD), da es sich bei den Unternehmen um 

rechtlich wie wirtschaftlich unabhängige Gesellschaften handle.  

Zuletzt führt die Beschwerdeführerin aus, es sei dem Verrechnungspreis-

recht die Tatsache inhärent, dass die als «entrepreneur» agierende Gesell-

schaft – im vorliegenden Fall die Beschwerdeführerin – ein Transfer-Price-

Modell in einer Art aufsetzt, sodass die Kosten der Tochter- bzw. Schwes-

tergesellschaften, welche als «Auftragsfertiger» betrachtet würden, ge-

deckt seien oder nur ein kleiner Gewinn anfalle. Jedoch hätten im vorlie-

genden Fall beide ausländischen Gesellschaften – die C._______ AG so-

wie die B._______ Ltd. – in der relevanten Zeitperiode Verluste geschrie-

ben.  

3.1.2 Die Vorinstanz bringt vor, sie habe vorliegend, um den Dritt- bzw. 

Marktpreis für die von der Beschwerdeführerin bei der C._______ AG so-

wie B._______ Ltd. bezogenen Dienstleistungen zu berechnen, die OECD-

Verrechnungspreisrichtlinien in Analogie herangezogen. Wie im Einzelfall 

ein Vergleichswert zu ermitteln sei, sei nicht immer einfach zu beurteilen, 

jedoch könnten die dagegen erhobene Einwände der Beschwerdeführerin 

nicht gehört werden, da diese pauschaler Natur seien und einer näheren 

Begründung entbehrten.  

Da es ihr – der Vorinstanz – an einer Zahlenbasis (insbes. Gewinnauftei-

lung) fehle, habe sie auf die analoge Anwendung der Kostenaufschlags-

methode abgestellt. Soweit sich die Einwände der Beschwerdeführerin ge-

gen die Anwendung dieser Methode richten würden, weist sie – die Vo-

rinstanz – darauf hin, dass im Hinblick auf die anwendbaren Methoden kein 

Hierarchieverhältnis bestehe. 

A-4976/2022 

Seite 21 

Ferner bringt die Vorinstanz vor, dass die streitbetroffenen Dienstleistun-

gen an die Beschwerdeführerin teilweise durch Arbeitnehmer erbracht wor-

den seien, die nicht nur bei der B._______ Ltd. bzw. der C._______ AG 

angestellt gewesen seien, sondern gleichzeitig auch bei der Beschwerde-

führerin selbst. Vereinfacht ausgedrückt, beziehe die Beschwerdeführerin 

daher Beratungsdienstleistungen, welche von eigenen Mitarbeitern er-

bracht würden. Da im vorliegenden Fall lediglich die entstandenen Perso-

nalkosten bekannt seien, führe die Kostenaufschlagsmethode zum ver-

lässlichsten Ergebnis. 

Weiter bringt die Vorinstanz vor, dass sich die von der Beschwerdeführerin 

eingereichten Rechnungen für den Drittvergleich bzw. die Preisvergleichs-

methode nicht eignen würden, da vorliegend die Beschwerdeführerin (zum 

Teil) Leistungen ihrer eigenen Mitarbeitenden über die C._______ AG so-

wie die B._______ Ltd. indirekt wieder eingekauft habe, was einen Ver-

gleich mit in Rechnung gestellten Beratungsdienstleistungen gegenüber 

anderen Gesellschaften von vornherein schwierig mache. Aus den ent-

sprechenden Rechnungen werde nur ersichtlich, dass Leistungen von der 

B._______ Ltd. an andere – in den Rechnungen nicht aufgeführten bzw. 

geschwärzten – Gesellschaften fakturiert worden seien. Ob es sich dabei 

um vergleichbare Leistungen und um unabhängige Dritte handle, etc., 

könne nicht festgestellt werden. Zudem würden die eingereichten Rech-

nungen nicht den vorliegend relevanten Zeitraum (die Jahre 2015 und 

2016) betreffen, da sie in den Jahren 2018, 2019 und 2020 ausgestellt wor-

den seien.   

3.2 Nachfolgend werden die durch die Beschwerdeführerin von der 

C._______ AG und der B._______ Ltd. bezogenen Dienstleistungen im 

Hinblick auf das Vorliegen geldwerter Leistungen separat abgehandelt 

(E. 3.3 bzw. 3.4), da es sich um verschiedenartige Leistungen mit jeweils 

eigener vertraglicher Grundlage handelt. Zunächst sollen die bei der 

C._______ AG bezogenen Leistungen behandelt werden.  

3.3  

3.3.1 Die Beschwerdeführerin bezog im Jahr 2015 Leistungen von der 

C._______ AG in Höhe von CHF 95'800.- und im Jahr 2016 in Höhe von 

CHF 68'950.- (Einspracheentscheid, S. 25, 30). Rechtliche Grundlage hier-

für bildete der Zusammenarbeitsvertrag vom 1. Dezember 2012 (fortan 

auch nur: Zusammenarbeitsvertrag) sowie diverse Vertragsanpassungen 

(act. 20/C der vorinstanzlichen Akten). Ziff. 1.1 des Zusammenarbeitsver-

trags beschreibt den zwischen der Beschwerdeführerin sowie der 

A-4976/2022 

Seite 22 

C._______ AG vereinbarten Leistungsgegenstand, welcher Vermögens-

verwaltungsdienstleistungen, Portfoliomanagement und «Advisory Ser-

vices» beinhaltet. Im Detail beinhaltet der Vertrag folgende Dienstleistun-

gen: Führen und Verwalten der Modellportfolios in den Währungen CHF, 

EUR und USD (Ziff. 1.1.1); Organisation und Durchführung eines regel-

mässigen «Investment Committee» (IC) Meetings sowie Protokollführung 

(Ziff. 1.1.2); Output des IC Meetings mit Anlageempfehlungen, strategi-

scher und taktischer «Asset Allocation», Währungsallokationen, etc. 

(Ziff. 1.1.3); «Performanceupdates» für die Portfolios (Ziff. 1.1.4); Laufende 

Risikobeurteilung der Anlageklassen (Ziff. 1.1.5); Erstellen von volkswirt-

schaftlichen sowie marktkonformen Präsentationen für das IC und Kunden 

(Ziff. 1.1.6). Dass diese Leistungen – oder Teile davon – erbracht wurden, 

ist unbestritten (vgl. Einspracheentscheid, Ziff. II/2.3.2.2 ff.). 

3.3.2 Für diese periodischen Leistungen wurde gemäss Ziff. 4 des Zusam-

menarbeitsvertrags vom 1. Dezember 2012 eine pauschale monatliche 

Entschädigung von CHF 17'000.- (zzgl. MwSt) vereinbart. Für zusätzliche 

Dienstleistungen sowie Aufwendungen wurde ein Stundensatz von 

CHF 220.- (zzgl. MwSt) beschlossen. Am 31. Juli 2014 wurde eine Ver-

tragsanpassung von den Parteien vorgenommen, mit welcher – u.a. auf-

grund des Umstandes, dass der asiatische Markt nicht von der C._______ 

AG abgedeckt wurde – die monatliche Pauschalentschädigung auf 

CHF 13'000 (zzgl. MwSt) herabgesetzt wurde (act. 20/C der vorinstanzli-

chen Akten). Sodann wurde aufgrund einer Reorganisation des Portfolio-

managements qua Vertragsanpassung vom 1. September 2014 der Ver-

trag bis auf Weiteres sistiert (act. 20/C der vorinstanzlichen Akten). Letzt-

lich wurde am 1. November 2014 die Vertragsanpassung vorgenommen, 

welche für den streitbetroffenen Zeitraum (die Jahre 2015 und 2016) rele-

vant ist. Mit dieser Vertragsanpassung nahmen die Parteien die Vertrags-

beziehung wieder auf, wobei «aufgrund veränderter Voraussetzungen» 

gänzlich auf eine pauschale Monatsentschädigung verzichtet und stattdes-

sen eine Aufwandsentschädigung (CHF 300.-/Std. [zzgl. MwSt]) vereinbart 

wurde (act. 20/C der vorinstanzlichen Akten). 

3.3.3 Hintergrund des Zusammenarbeitsvertrags vom 1. Dezember 2012 

war eine Funktionsauslagerung seitens der Beschwerdeführerin. Mit der 

Gründung der C._______ AG im Jahr 2012 wurden an diese bestimmte 

Aufgabenbereiche – insbes. die Erstellung von Modellportfolios – ausgela-

gert (act. 5 der vorinstanzlichen Akten, E-Mail der Beschwerdeführerin vom 

30. Dezember 2021, S. 2). Der Begriff «Modellportfolio» ist ein Fachbegriff 

aus der Vermögensverwaltungsbranche. Ein Modellportfolio wird jeweils 

A-4976/2022 

Seite 23 

pro Strategie (insbes. im Hinblick auf den Risikograd und die Allokation auf 

einzelne Vermögenswertklassen) und Währung ausgearbeitet, wobei sich 

darin die strategischen sowie taktischen Entscheidungen des Investitions-

komitees spiegeln (s. auch Goldman Sachs, Model Portfolios, 

< https://www.gsam.com/content/gsam/us/en/advisors/resources/invest-

ment-ideas/gsam-model-portfolios.html >, abgerufen am 7.8.2023). Die 

Kundenportfolios der Beschwerdeführerin wurden anhand dieser Modell-

portfolios regelmässig angepasst. Ziel der Modellportfolios war es, dass 

sämtliche Kundenportfolios mit derselben Strategie sowie Währung – vor-

behältlich individueller Kundenwünsche – identisch aussahen. Die Imple-

mentierung der verschiedenen Modellportfolios in den einzelnen Kunden-

portfolios – d.h. der Kauf sowie Verkauf der einzelnen Aktien, Anleihen, etc. 

im Auftrag des Kunden – erfolgte sodann durch die Beschwerdeführerin 

selbst. Während die Beschwerdeführerin insbesondere schweizerische so-

wie asiatische Kunden(portfolios) betreute, betreute die C._______ AG – 

gemäss Beschwerdeführerin aufgrund regulatorischer Gegebenheiten – in 

erster Linie deutsche Kunden(portfolios). Die Beschwerdeführerin wurde 

für die ihrerseits erbrachten Vermögensverwaltungsdienstleistungen von 

ihrer vor allem schweizerischen wie asiatischen Kundschaft mit einer sog. 

«All-in-fee» entschädigt, welche sich pro Kunde als Prozentsatz des ver-

walteten Vermögens errechnet (act. 5 der vorinstanzlichen Akten, E-Mail 

der Beschwerdeführerin vom 30. Dezember 2021, S. 1 f.). Vor diesem Hin-

tergrund kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, insoweit sie vorbringt, 

die Beschwerdeführerin könne die bei der C._______ AG eingekauften 

Leistungen ihren eigenen Kunden nicht in Rechnung stellen (Einsprache-

entscheid, Ziff. II/2.3.2.1). Mit der von der Beschwerdeführerin vereinnahm-

ten «All-in-fee» werden sämtliche Kosten der Vermögensverwaltung abge-

deckt, einschliesslich der Kosten für die Erstellung der Modellportfolios. 

Somit werden wirtschaftlich betrachtet, die bei der C._______ AG einge-

kauften Dienstleistungen von den Kunden der Beschwerdeführerin getra-

gen.  

3.3.4 Die Vorinstanz sieht das Missverhältnis zwischen Leistung (insbes. 

Erstellung von Modellportfolios) und Gegenleistung (CHF 300.-/Std.) als 

gegeben an, da die Lohnstückkosten von D._______ und E._______ – wel-

che beide sowohl bei der Beschwerdeführerin als auch bei der C._______ 

AG angestellt waren – ca. CHF 60.-/Std. betragen haben. Somit wäre es 

gemäss Vorinstanz für die Beschwerdeführerin rund fünfmal günstiger ge-

wesen, wenn die Beschwerdeführerin die in E. 3.3.1 genannten Funktionen 

nicht an die C._______ AG ausgelagert hätte, sondern D._______ und 

A-4976/2022 

Seite 24 

E._______ diese Funktionen als Angestellte der Beschwerdeführerin aus-

geführt hätten (Einspracheentscheid, S. 40 f.).  

3.3.5 Dieser Auffassung der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Es ist 

grundsätzlich nicht Aufgabe der Vorinstanz anstelle der Geschäftsleitung 

Hypothesen aufzustellen, wie die Dienstleistungen eines Unternehmens 

kosteneffizienter erbracht werden könnten. Welche Funktionen die Be-

schwerdeführerin selbst erbringt und welche sie auslagert, ist vorliegend 

Teil der unternehmerischen Gestaltungsfreiheit der Beschwerdeführerin 

(s. E. 2.5). Zudem verkennt die Vorinstanz, dass zwar eine «eingekaufte 

Stunde» für Dienstleistungen in der Regel teurer ausfallen dürfte, als eine 

Lohnstunde (des eigenen Personals), jedoch die Auslagerung («outsour-

cing») von Dienstleistungen eine unternehmerische Entscheidung ist, wel-

che gegenüber der Selbstfertigung Vorteile bietet, wie etwa erhöhte Flexi-

bilität, Möglichkeit der Spezialisierung bzw. Fokussierung sowie Steigerung 

der Qualität der ausgelagerten Leistung. Ausserdem fällt für die hier in 

Frage stehenden Leistungen kaum ausschliesslich Personalaufwand an; 

die entsprechende Software sowie Finanzinformationsdatenbanken dürf-

ten hierfür ebenso vonnöten sein. Ferner sind Leistungen, die die Be-

schwerdeführerin gegenüber ihren Aktionären oder diesen Nahestehenden 

erbringt und die ihren Grund in einem privatrechtlichen Vertrag haben, der 

auch mit aussenstehenden Dritten in gleicher Weise hätte geschlossen 

werden können, nicht der Verrechnungssteuer unterworfen (E. 2.5; 

s. OECD-Verrechnungspreisrichtlinie 2010, N. 7.19). Vorliegend ist der im 

Hinblick auf die Verrechnungssteuer relevante privatrechtliche Vertrag der 

Zusammenarbeitsvertrag vom 1. Dezember 2012 sowie die entsprechende 

Vertragsanpassung vom 1. November 2014.  

3.3.6 Ob ein Missverhältnis vorliegt, beurteilt sich folglich einzig danach, 

wieviel eine unabhängige Drittpartei für den in E. 3.3.1 beschriebenen, ver-

traglich vereinbarten Leistungskomplex zu Marktbedingungen bezahlen 

würde (Drittvergleich; s. E. 2.6.1). In Anbetracht dessen, dass es sich bei 

der Erstellung von Modellportfolios um eine eigentliche Kernaufgabe der 

Vermögensverwaltung sowie eine spezialisierte Tätigkeit handelt, scheint 

die Annahme der Vorinstanz, diese Leistung könne auf dem freien Markt 

für einen Stundensatz von CHF 60.- bezogen werden, schon auf den ers-

ten Blick eher unwahrscheinlich. Ob vorliegend ein offensichtliches Miss-

verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung gegeben ist, beurteilt sich 

in erster Linie danach, ob der zwischen der Beschwerdeführerin und der 

C._______ AG vereinbarte Stundenansatz von CHF 300.- im Vergleich 

zum Marktpreis für dieselben bzw. ähnliche Dienstleistungen offensichtlich 

A-4976/2022 

Seite 25 

überhöht ist. Irrelevant ist dagegen, ob es allenfalls günstiger gewesen 

wäre, wenn die Beschwerdeführerin die bezogenen Leistungen selbst er-

bracht hätte.   

3.3.7 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz besteht durchaus ein Hie-

rarchieverhältnis bei der Anwendung der Verrechnungspreismethoden 

(oben E. 2.6.4, insb. 2.6.4.2 in fine und 2.6.4.3). Ausgangspunkt eines Dritt-

preisvergleichs ist stets derjenige Preis einer Dienstleistung, der auf dem 

freien Markt bezahlt wird (E. 2.6.4.1). Ein solcher «effektiver Vergleich» 

kann jedoch regelmässig nur dann vorgenommen werden, wenn es sich 

bei der zu vergleichenden Dienstleistung oder dem zu vergleichenden Gut 

um eine hochgradig standardisierte bzw. homogene Leistung handelt 

(bspw. Leistungen mit einem Börsenpreis) oder dieselbe Unternehmung 

die quasi identische Leistung auch an Dritte erbracht hat. Im vorliegenden 

Fall handelt es sich indes nicht um eine Leistung mit einem derartigen 

Standardisierungsgrad. Zudem ergibt sich aus den Akten nicht, dass die 

C._______ AG eine nahezu identische Leistung (wie die in E. 3.3.1 be-

schriebene) auch an einen Dritten erbracht hätte. Damit ist – infolge Un-

möglichkeit der Anwendung des effektiven Vergleichs – die Anwendbarkeit 

der Methode des vergleichbaren Preises zu prüfen (E. 2.6.4.2; CUPM). 

D.h. vorliegend müssen Transaktionen identifiziert werden, welche ver-

gleichbar sind, bzw. dieselben Merkmale aufweisen, wie die vertraglich ver-

einbarte. Bei der Dienstleistung «Erstellung von Modellportfolios» handelt 

es sich um eine Leistung, für welche ein Markt besteht (UBS, Form ADV 

Part 2A, Firm Brochure, 31. März 2023, S. 7 «Model Programs», < https://

www.ubs.com/content/dam/assets/am/us/us-financial-advisor/products/

ubs-sma/form-adv-part-2a.pdf >, abgerufen am 7.8.2023; Blackrock, DIE 

BLACKROCK MODELL-PORTFOLIOS, < https://www.blackrock.com/de/ 

professionelle-anleger/themen/modellportfolios >, abgerufen am 7.8.2023; 

Fidelity Group, Modellportfolio-Tool, < https://www.ffb.de/besser-bera-

ten/modellportfolio-tool/ >, abgerufen am 7.8.2023; Goldman Sachs, Model 

Portfolios, < https://www.gsam.com/content/gsam/us/en/advisors/re-

sources/investment-ideas/gsam-model-portfolios.html >, abgerufen am 

7.8.2023; s. bzgl. Anwendbarkeit der Methode des vergleichbaren Preises 

bei «Asset Management»-Dienstleistungen auch STOCKER/SCHMID, a.a.O., 

§ 17 Rz. 48). Es liegt somit an der Vorinstanz festzustellen, ob die am Markt 

angebotenen Leistungen – unter Anstellung einer Vergleichbarkeitsana-

lyse (s. E. 2.6.4.6) – hinreichend vergleichbar sind, welche Unterschiede 

allenfalls zu berücksichtigen sind und ob im Vergleich zu den Preisen die-

ser Leistungen vorliegend ein offensichtliches Missverhältnis zwischen 

Leistung und Gegenleistung besteht. Sollte es nicht möglich sein, im 

A-4976/2022 

Seite 26 

vorliegenden Fall die Methode des vergleichbaren Preises anzuwenden, 

wäre dies durch die Vorinstanz zu begründen. 

3.3.8 Erst in Ermangelung eines effektiven Vergleichs oder einer vergleich-

baren Transaktion kann der Drittvergleich nach weiteren Methoden ge-

mäss der OECD-Verrechnungspreisrichtlinien erfolgen. Bei der von der Vo-

rinstanz vorliegend angewendeten «Cost Plus Methode» bzw. Kostenauf-

schlagsmethode, ist allerdings zu beachten, dass sowohl die direkten als 

auch die indirekten Kosten zu berücksichtigen sind (E. 2.6.4.4). Die Kosten 

der Dienstleistung «Erstellung von Modellportfolios» können nicht allein 

anhand von Personalaufwand erhoben werden. Hierzu bedarf es zusätz-

lich etwa spezialisierter Software und Finanzinformationsdienstleistungen 

(E. 3.3.5). Weiter müssen auch nicht direkt zuordenbare Kosten wie Miete 

oder allgemeiner Verwaltungsaufwand über einen zu definierenden 

Schlüssel der Dienstleistung zugeordnet werden.  

3.3.9 Ferner stellt sich die Frage, ob es sich rechtfertigt, die Kostenauf-

schlagsmethode – sollten Marktpreisvergleichsmethoden (d.h. effektiver 

Vergleich und vergleichbarer Preis; E. 2.6.4.3) sich als ungeeignet erwei-

sen – im vorliegenden Fall anzuwenden. Gemäss Kreisschreiben Nr. 4 der 

ESTV vom 19. März 2004 «erweist sich die ‹cost plus›-Methode für Finanz-

dienstleistungen und Management-Funktionen nicht oder nur in seltenen 

Ausnahmefällen als adäquat». Vorliegend handelt es sich unbestrittener-

massen um eine Finanzdienstleistung. Die Vorinstanz hat daher zu begrün-

den, weshalb es sich im vorliegenden Fall um einen solchen «seltenen 

Ausnahmefall» handelt. Hierbei kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, 

soweit sie schreibt, es fehle «an der Zahlenbasis», um eine andere Me-

thode als die Kostenaufschlagsmethode anzuwenden (Vernehmlassung, 

S. 4). Die Beschwerdeführerin hat sämtliche Jahresrechnungen – sowohl 

die eigenen als auch diejenigen der C._______ AG und B._______ Ltd. – 

für den relevanten Zeitraum zur Verfügung gestellt (s. act. 20/G, 22, 23 der 

vorinstanzlichen Akten). Zudem ist aus den Akten nicht ersichtlich, dass 

sich die Beschwerdeführerin geweigert hätte, angefragte Geschäftszahlen 

mitzuteilen. Mithin hat die Beschwerdeführerin diesbezüglich ihre Mitwir-

kungspflichten (s. E. 1.4.1) nicht verletzt.   

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob sich vorliegend für den 

Drittvergleich nicht eher die transaktionsbezogene Gewinnaufschlagsme-

thode («Transactional Profit Split Method»; s. E. 2.6.4.5) aufdrängt (natür-

lich immer unter der Voraussetzung, dass die Methoden des effektiven Ver-

gleichs und des vergleichbaren Preises nicht angewandt werden können). 

A-4976/2022 

Seite 27 

Denn diese Methode eignet sich besonders für Geschäftsvorfälle, bei wel-

chen die Parteien wertvolle Leistungen – bzw. Leistungen mit hoher Wert-

schöpfung – erbringen (OECD-Verrechnungspreisrichtlinie 2010, 

N. 2.109). Bei dem in E. 3.3.1 dargelegten Leistungskomplex handelt es 

sich denn um einen solchen. Bei der transaktionsbezogenen Gewinnauf-

schlagsmethode müsste in einem ersten Schritt der aus der Vermögens-

verwaltung der Beschwerdeführerin sowie der C._______ AG anfallende 

Gewinn (bzw. Verlust) ermittelt werden. Dieser aggregierte Gewinn (bzw. 

Verlust) wäre anschliessend mittels eines zu definierenden Beitrags- bzw. 

Verteilschlüssels den beiden Gesellschaften zuzuordnen (s. OECD-Ver-

rechnungspreisrichtlinien 2010, N. 2.115 ff.).   

3.4 Nachfolgend werden diejenigen Dienstleistungen im Hinblick auf eine 

allfällige geldwerte Leistung behandelt, welche die Beschwerdeführerin in 

den Jahren 2015 und 2016 von der B._______ Ltd. bezogen hat.  

3.4.1 Die Beschwerdeführerin bezog im Jahr 2015 Leistungen von der 

B._______ Ltd. in Höhe von CHF 140'999.25 und im Jahr 2016 in Höhe 

von CHF 128'782.98 (Einspracheentscheid, Ziff. II/2.3.3.2). Rechtliche 

Grundlage hierfür bildeten folgende zwischen der Beschwerdeführerin und 

der B._______ Ltd. abgeschlossenen Verträge (s. act. 20/C der vorinstanz-

lichen Akten): 

• Asia Market News - Consulting and Administration Agreement vom 

31. Oktober 2013; 

• Investment Advisory Agreement vom 1. Juni 2015. 

3.4.2  

3.4.2.1 Zunächst wird auf das «Asia Market News - Consulting and Admin-

istration Agreement» vom 31. Oktober 2013 (nachfolgend: Consulting and 

Administration Agreement 2013) Bezug genommen. Dieses beinhaltet als 

Leistungsgegenstand unter Ziff. 2 («Asia Market News») eine Vielzahl an 

Informationsdienstleistungen im Hinblick auf Wirtschaftsdaten aus Asien 

(u.a. «Daily Asia Market News – Summary» und «Asia Equity Research»). 

Zudem wurden in diesem Vertrag unter Ziff. 3 Leistungen administrativer 

bzw. unterstützender Natur, wie etwa «Introduction to local prospects» oder 

«Arranging and reserving meeting room for meetings or conference», ver-

einbart.  

3.4.2.2 Gemäss Aktenlage ist der Grund, weshalb die Beschwerdeführerin 

diese Leistungen von der B._______ Ltd. bezogen hat, dass sie – die 

A-4976/2022 

Seite 28 

Beschwerdeführerin – das Geschäft mit asiatischen Kunden ausbauen 

wollte (s. act. 16 der vorinstanzlichen Akten). Die Beschwerdeführerin be-

zog von der B._______ Ltd. in erster Linie Informationen. Die Basisarbeit 

mit dem Aufbau von Hintergrundwissen im asiatischen Markt (inkl. kulturel-

len Differenzen und regulatorischen Ansprüchen) stand dabei im Vorder-

grund. Gemäss der Beschwerdeführerin gibt der europäische Markt – so-

wohl in Bezug auf Kunden als auch Wertpapiere – aufgrund der regulatori-

schen Vorgaben sowie des stagnierenden Wachstums «nicht viel her», 

weshalb die Beschwerdeführerin das unternehmerische Risiko eingegan-

gen ist, den Fokus vermehrt auf Asien zu legen (act. 20/C der vorinstanzli-

chen Akten, Schreiben der Beschwerdeführerin vom 27. Juni 2018, Ziff. 5). 

Gemäss Akten der Vorinstanz hat sich erst im Nachhinein herausgestellt, 

dass das (Kunden)Portfolio nicht gemäss den Erwartungen der Beschwer-

deführerin erweitert werden konnte. In den Folgejahren wurde deshalb we-

niger für Marktinformationen aus Asien ausgegeben (act. 16 der vo-

rinstanzlichen Akten). Dies bestätigt sich denn auch, wenn die Höhe der 

durch die Beschwerdeführerin an die B._______ Ltd. bezahlten Rechnun-

gen des Jahres 2016 mit dem Vorjahr verglichen wird (s. Einspracheent-

scheid, Ziff. II/2.2.1 und 2.2.2; E. 3.4.3.4). Im Gegensatz zur Beschwerde-

führerin hat die C._______ AG weniger auf eine asiatische Klientel gesetzt, 

weshalb die entsprechenden Informationen nicht von der C._______ AG 

bezogen werden konnten (act. 5 der vorinstanzlichen Akten, E-Mail vom 

30. Dezember 2021, S. 2).  

3.4.2.3 Die in E. 3.4.2.1 dargelegten Leistungen wurden monatlich auf 

Stundenbasis abgerechnet. Als Stundensatz wurden HKD 2'000.- verein-

bart (Consulting and Administration Agreement 2013, Ziff. 5). Am Datum 

des Vertragsschlusses (31. Oktober 2013) entsprach dies einem Betrag in 

Franken in Höhe von 234.42 (bei einem Wechselkurs von 0.11721 

HDK/CHF, < https://www.rates.bazg.admin.ch/home >, abgerufen am 

7.8.2023). Jedoch wurde der Grossteil der Rechnungen, welche auf dem 

Consulting and Administration Agreement 2013 basieren, in den Jahren 

2015 und 2016 in CHF ausgestellt. Bei diesen Rechnungen wurde ein 

leicht höherer Stundensatz von CHF 250.- verwendet (s. act. 20/C der 

vorinstanzlichen Akten, Rechnungen «Service Consulting» Januar 2015 

bis Dezember 2016). Dass die Leistungen in CHF fakturiert wurden, 

obschon die Abrechnung in HKD vereinbart worden war, ist vorliegend ir-

relevant, da letztlich lediglich der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Wert der Gegenleistung feststellbar sein muss und relevant ist (s. Ein-

spracheentscheid, Ziff. II/2.2.2).  

A-4976/2022 

Seite 29 

3.4.2.4 Wiederum ist die Vorinstanz dafür beweisbelastet (analog zu 

E. 3.3.6 f.), dass der Stundensatz von CHF 234.42 bzw. CHF 250.- im Ver-

gleich zum Preis, den zwei unabhängige Parteien für dieselben bzw. ver-

gleichbare Leistungen (wie sie in E. 3.4.2.1 dargelegt wurden) vereinbaren 

würden, offensichtlich in einem Missverhältnis steht. Da es sich vorliegend 

gemäss Consulting and Administration Agreement 2013 um Leistungen 

handelt, welche nicht als homogen bzw. hochgradig standardisiert zu qua-

lifizieren sind und – soweit aus den Akten ersichtlich – keine nahezu iden-

tischen Leistungen an Drittpersonen erbracht wurden, scheint die effektive 

Vergleichsmethode nicht anwendbar zu sein (s. E. 2.6.4.1). Folglich ist im 

nächsten Schritt abzuklären, ob die Methode des vergleichbaren Preises 

(CUPM; E. 2.6.4.2) anwendbar ist. Hierfür muss abgeklärt werden, ob 

Preise ähnlicher Leistungen – mit denselben relevanten Merkmalen – ge-

geben sind. Hierzu könnte die Vorinstanz beispielsweise die von der Be-

schwerdeführerin eingereichten Rechnungen an Drittparteien zum Ver-

gleich heranziehen (act. 9 der vorinstanzlichen Akten). Zwar stammen 

diese Rechnungen nicht aus der streitrelevanten Zeitperiode – sondern 

aus den Jahren 2018 bis 2020 –, nichtsdestotrotz dürften sie im Hinblick 

auf den Drittvergleich eine gewisse Aussagekraft haben, da es sich dabei 

um in Rechnung gestellte Leistungen handelt, die mit den vorliegend streit-

betroffenen zumindest vergleichbar sind. Das Argument der Vorinstanz, 

wonach die von der Beschwerdeführerin eingereichten Rechnungen für ei-

nen Drittvergleich untauglich seien, da «die Beschwerdeführerin (zum Teil) 

Arbeitsleistung ihrer eigenen Mitarbeiter über die C._______ AG und die 

B._______ Ltd. indirekt wieder eingekauft» habe, vermag nicht zu über-

zeugen (s. Vernehmlassung S. 5). Vielmehr ist der Umstand, dass wohl die 

gleichen Mitarbeiter Leistungen sowohl an die Beschwerdeführerin als 

auch an Drittparteien erbracht haben, als der Vergleichbarkeit zuträglich zu 

werten.   

3.4.2.5 Vorliegend hat die Vorinstanz den Drittvergleichsgrundsatz verletzt, 

indem sie für den Preisvergleich von vornherein und ausschliesslich auf 

Lohnstückkosten (einschl. Spesen) abgestellt hat (s. auch E. 3.3.4 – 3.3.8). 

Die Vorinstanz hat einen Stundensatz für die durch die Beschwerdeführerin 

von der B._______ Ltd. bezogenen Leistungen von CHF 44.- für das Jahr 

2015 (CHF 24'834.80 / 564 Stunden) bzw. CHF 42.31 für das Jahr 2016 

(CHF 12'524.60 / 296 Stunden; Einspracheentscheid, Ziff. II/2.3.3.3 Bst. h) 

errechnet. Dass sich mit solchen Stundenansätzen die in E. 3.4.2.1 darge-

legten Leistungen auf dem freien Markt erwerben liessen, scheint schon 

auf den ersten Blick eher unwahrscheinlich. Zudem, sollten der effektive 

Vergleich und die Methode des vergleichbaren Preises nicht möglich sein 

A-4976/2022 

Seite 30 

(s. E. 2.6.4.3), wäre bei der Kostenaufschlagsmethode eine Vollkosten-

rechnung vorzunehmen. D.h. nicht nur die direkten Kosten (etwa Lohn-

stückkosten), sondern auch indirekte Kosten (wie etwa Mietkosten) müss-

ten eingerechnet werden (s. E. 2.6.4.4 und 3.3.8).      

3.4.2.6 Der Vorinstanz ist indes dahingehend Recht zu geben, dass bei der 

Rechnung vom 25. April 2016, welche doppelt bezahlt wurde, die zweite 

Zahlung als Gegenleistung unberücksichtigt bleiben muss (s. act. 20/C der 

vorinstanzlichen Akten, Rechnungen MC88217; Einspracheentscheid, 

Ziff. II/2.3.3.3 Bst. h).  

3.4.3  

3.4.3.1 Das «Investment Advisory Agreement» vom 1. Juni 2015 zwischen 

der Beschwerdeführerin und der B._______ Ltd. beinhaltet als Leistungs-

gegenstand verschiedene Beratungsdienstleistungen im Bereich der Ver-

mögensverwaltung (act. 20/C der vorinstanzlichen Akten, Investment Advi-

sory Agreement). Unter Ziff. 2 des Vertrags wurde vereinbart, dass fol-

gende Leistungen durch die B._______ Ltd. an die Beschwerdeführerin zu 

erbringen sind: «Non Discretionary Investment Advisory», «Research Re-

port and Asia Market News» und «Financial Product Advisory». Für das 

«Non Discretionary Investment Advisory» wurde unter Ziff. 9 eine pau-

schale Vergütung von CHF 3'200.- pro Monat vereinbart und für die «Asia 

Market News» eine Entschädigung nach Zeitaufwand.  

3.4.3.2 Gemäss Beschwerdeführerin wurde das «Investment Advisory Ag-

reement» vom 1. Juni 2015 abgeschlossen, um den Vorgaben der Auf-

sichtsbehörden in Hong Kong zu entsprechen (s. act. 5 der vorinstanzli-

chen Akten, E-Mail der Beschwerdeführerin vom 30. Dezember 2021, 

Ziff. 8/A). Dies ergibt sich denn auch aus dem Vertrag selbst, da dieser im 

Vergleich zum Consulting and Administration Agreement 2013 deutlich um-

fangreicher ausfällt (vierzehn im Vergleich zu vier Seiten) und an verschie-

denen Stellen Verweise auf die Hongkonger Aufsichtsbehörden («Securi-

ties and Futures Commission [SFC]»), die Regulierung («Securities and 

Futures Ordinance [SFO]») sowie den Zulassungstyp der B._______ Ltd. 

enthält («Type 4 [Advising on Securities]»). Zudem enthält der Vertrag un-

ter Ziff. 18 und 19 eine umfassende Aufklärung des «Professional Inves-

tors» – i.e. der Beschwerdeführerin – über Risiken im Zusammenhang mit 

Finanzmarktinvestitionen. Eine solche Informationspflicht der Finanz-

dienstleister über Risiken ist denn auch der schweizerischen Finanzmarkt-

regulierung zu eigen (s. Art. 8 Abs. 1 Bst. d des Bundesgesetzes über die 

A-4976/2022 

Seite 31 

Finanzdienstleistungen vom 15. Juni 2018 [Finanzdienstleistungsgesetz, 

FIDLEG, SR 950.1]). 

3.4.3.3 Die Vorinstanz bringt im Einspracheentscheid vor, es gehe aus dem 

Vertragsinhalt nicht klar hervor, wie und worin sich die Leistungen des «In-

vestment Advisory Agreement» vom 1. Juni 2015, welche einerseits nach 

Aufwand in HKD abgerechnet würden, und andererseits das «Non Discre-

tionary Investment Advisory», für welche eine Pauschale von CHF 3'200.- 

monatlich anfalle, unterscheiden würden (Einspracheentscheid, 

Ziff. II/2.3.3.3 Bst. e). Aus den Rechnungen, die die Vorinstanz richtiger-

weise dem «Investment Advisory Agreement» vom 1. Juni 2015 zuordnet, 

ergibt sich, dass mit den entsprechenden «Advisory Service»-Rechnungen 

lediglich die pauschale Vergütung fakturiert wurde (act. 20/C und E der vo-

rinstanzlichen Akten, «Invoice – Advisory Service»). Ferner ergibt sich aus 

diesen Rechnungen, dass damit ausschliesslich Leistungen, die Informati-

onen bzw. Anlageempfehlungen zu einzelnen Finanzinstrumenten beinhal-

teten, abgerechnet wurden. Dies im Unterschied zu den auf Grundlage des 

Consulting and Administration Agreement 2013 ausgestellten Rechnun-

gen, mit welchen in erster Linie Leistungen für makroökonomische Recher-

chen sowie administrative Tätigkeiten fakturiert wurden (s. E. 3.4.2.1). Ge-

mäss «Investment Advisory Agreement» vom 1. Juni 2015 werden die Be-

ratungsleistungen im Zusammenhang mit einzelnen Finanzinstrumenten 

unter Ziff. 2 als «Financial Product Advisory» bezeichnet. Unter Ziff. 9 des 

«Investment Advisory Agreements» vom 1. Juni 2015 wurde für das «Non 

Discretionary Investment Advisory» – und damit einschliesslich für das «Fi-

nancial Product Advisory» – die pauschale Vergütung vereinbart 

(s. E. 3.4.3.1 in fine). Dabei bezeichnet der Ausdruck «Non Discretionary 

Investment Advisory» (zu Deutsch «nicht-diskretionäre Anlageberatung») 

– in Abgrenzung zur diskretionären Vermögensverwaltung – diejenigen 

Vermögensdienstleistungen, bei welchen es dem Kunden (vorliegend der 

Beschwerdeführerin) überlassen ist, den Anlageempfehlungen Folge zu 

leisten oder nicht (vgl. zur Terminologie: Urteil des BGer 4A_436/2016 vom 

7. Februar 2017 E. 3.1).  

Die im «Investment Advisory Agreement» vom 1. Juni 2015 vereinbarte 

Leistung «Research Report and Asia Market News» (E. 3.4.3.1) wurde 

demgegenüber mit den in E. 3.4.2.3 beschriebenen Rechnungen 

(act. 20/C der vorinstanzlichen Akten, Rechnungen «Service Consulting» 

Januar 2015 bis Dezember 2016) abgerechnet. Es ist davon auszugehen, 

dass mit dem Vertrag vom 1. Juni 2015 diese bereits mit dem Consulting 

and Administration Agreement 2013 vereinbarte Leistung auf ein 

A-4976/2022 

Seite 32 

regulatorisch einwandfreies Fundament gehievt werden sollte. Eine dop-

pelte Inrechnungstellung dieser Leistung fand allerdings nicht statt. 

3.4.3.4 Die gemäss «Investment Advisory Agreement» vom 1. Juni 2015 

vereinbarte pauschalisierte Vergütung von monatlich CHF 3'200.- (für das 

«Non Discretionary Investment Advisory») beinhaltet gemäss den entspre-

chenden Rechnungen jeweils exakt 12 Stunden Zeitaufwand für die in 

E. 3.4.3.1 und 3.4.3.3 dargelegten Leistungen (act. 20/C und E der vo-

rinstanzlichen Akten, «Invoice – Advisory Service»). Dies entspricht somit 

einem Stundensatz von ca. CHF 267.-. Für den April 2016 liegen zwei 

Rechnungen (mit derselben Rechnungsnummer/-bezeichnung) vor (eine 

in Höhe von CHF 300.-, die andere in Höhe von CHF 3'200.-), wobei ledig-

lich die tiefere im Aufwand verbucht wurde (Einspracheentscheid, 

Ziff. II/2.2.2, S. 29). Bei der Rechnung vom April 2016 in Höhe von 

CHF 300.- wurde lediglich eine Stunde Aufwand verrechnet, weshalb in 

diesem Monat der Stundensatz CHF 300.- betrug. Ab Juli 2016 wurde die 

pauschalisierte Vergütung von CHF 3'200.- – nachdem für den Mai und 

Juni 2016 gar keine Rechnung gestellt worden war – auf CHF 2'000.- re-

duziert, welche jeweils einem Zeitaufwand von 8 Stunden entsprach 

(act. 20/E der vorinstanzlichen Akten, «Invoice – Advisory Service»). Folg-

lich wurde ab Juli 2016 der Beschwerdeführerin für die besagten Leistun-

gen ein Stundensatz von CHF 250.- in Rechnung gestellt.  

3.4.3.5 Analog zu den Ausführungen in E. 3.4.2.4 ist wiederum die Vo-

rinstanz dafür beweisbelastet, dass die Stundensätze von CHF 250.-, 

CHF 267.- bzw. CHF 300.- für die in E. 3.4.3.1 und 3.4.3.3 beschriebenen 

Leistungen einem offensichtlichen Missverhältnis zwischen Leistung und 

Gegenleistung entsprechen. 

Hierzu ist wiederum in einem ersten Schritt zu eruieren, ob ein freier Markt 

besteht, auf welchem identische, hochgradig standardisierte Leistungen 

angeboten werden oder die Beschwerdeführerin nahezu identische Leis-

tungen auch an Dritte erbrachte (effektiver Vergleich; E. 2.6.4.1). Vorlie-

gend ergibt sich aus den Akten, dass es sich bei den in Rechnung gestell-

ten Leistungen gemäss «Investment Advisory Agreement» vom 1. Juni 

2015 weder um hochgradig standardisierte Leistungen handelt noch um 

solche, die in nahezu identischer Weise auch an Dritte erbracht wurden. 

Mithin ist davon auszugehen, dass vorliegend für die besagten Leistungen 

kein Marktpreis besteht, weshalb die Anwendbarkeit der Methode des ver-

gleichbaren Preises (CUPM) zu prüfen ist, bei welcher die Preise ähnlicher 

Leistungen (im Vergleich zum «Financial Product Advisory», s. E. 3.4.3.3), 

A-4976/2022 

Seite 33 

mit denselben relevanten Merkmalen beigezogen werden. Hierfür könnte 

die Vorinstanz die von der Beschwerdeführerin eingereichten Rechnungen 

an Drittparteien zum Vergleich heranziehen, da diese u.a. auch für Bera-

tungsleistungen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten gestellt wur-

den (act. 9 der vorinstanzlichen Akten). Zwar stammen diese Rechnungen 

nicht aus der streitrelevanten Zeitperiode – sondern aus den Jahren 2018 

bis 2020 –, nichtsdestotrotz dürften sie im Hinblick auf den Drittvergleich 

eine gewisse Aussagekraft haben, da es sich dabei um in Rechnung ge-

stellte Leistungen handelt, die mit den vorliegend streitbetroffenen zumin-

dest vergleichbar sind.   

3.4.3.6 Vorliegend hat die Vorinstanz den Drittvergleichsgrundsatz verletzt, 

indem sie für den Preisvergleich von vornherein und ausschliesslich auf 

Lohnstückkosten (einschl. Spesen) abgestellt hat (s. auch E. 3.3.4 – 3.3.8 

und 3.4.2.5). Die Vorinstanz hat einen Stundensatz für die durch die Be-

schwerdeführerin von der B._______ Ltd. bezogenen Leistungen von 

CHF 44.- für das Jahr 2015 bzw. CHF 42.31 für das Jahr 2016 errechnet 

(s. E. 3.4.2.5). Dass sich mit solchen Stundenansätzen die in E. 3.4.3.1 

und 3.4.3.3 dargelegten Leistungen auf dem freien Markt erwerben lies-

sen, scheint schon auf den ersten Blick eher unwahrscheinlich. Zudem, 

sollten der effektive Vergleich und die Methode des vergleichbaren Preises 

nicht möglich sein (s. E. 2.6.4.3), wäre bei der Kostenaufschlagsmethode 

eine Vollkostenrechnung vorzunehmen. D.h. nicht nur die direkten Kosten 

(etwa Lohnstückkosten), sondern auch indirekte Kosten (wie etwa Mietkos-

ten) müssten eingerechnet werden (s. E. 2.6.4.4, 3.3.8 und 3.4.2.5).      

3.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz in Bezug auf 

die von der Beschwerdeführerin bei der C._______ AG und bei der 

B._______ Ltd. bezogenen Dienstleistungen im Hinblick auf eine allfällige 

geldwerte Leistung bzw. den Drittvergleich (s. E. 2.4.2, Voraussetzung 1 

[Leistung ohne entsprechende Gegenleistung]) nicht sachgerecht und 

nicht im Sinne der Rechtsprechung vorgegangen ist. Die reinen Lohnstück-

kosten sind vorliegend für den Drittvergleich ungeeignet. Für die Feststel-

lung, ob die zwischen der Beschwerdeführerin und der C._______ AG bzw. 

der B._______ Ltd. vereinbarten Stundensätze in einem offensichtlichen 

Missverhältnis stehen, hat die Vorinstanz nach den in den Erwägungen 

dargelegten Ansätzen vorzugehen. Der Stundenaufwand – bzw. die Anzahl 

der in Rechnung gestellten Stunden –, welchen die Vorinstanz für die Er-

bringung der streitrelevanten Dienstleistungen durch die C._______ AG 

bzw. die B._______ Ltd. errechnet hat, ist dagegen nicht zu beanstanden.  

A-4976/2022 

Seite 34 

3.6 Bei diesem Resultat kann im Prinzip offenbleiben, ob die weiteren, in 

E. 2.4.2 dargestellten Voraussetzungen erfüllt sind. Trotzdem sei an dieser 

Stelle ergänzend erwähnt, dass verschiedene Indizien dafür vorliegen, 

dass die Voraussetzung 2 (evtl. in Kombination mit Voraussetzung 3) erfüllt 

ist und es sich bei der Beschwerdeführerin und der C._______ AG bzw. 

der B._______ Ltd. um Nahestehende handelt. 

Aus dem angefochtenen Einspracheentscheid ergeben sich folgende Be-

teiligungsverhältnisse, die – soweit ersichtlich – unbestritten sind:  

Die Beschwerdeführerin wird zu jeweils 24,4 Prozent von F._______, 

D._______ und E._______ gehalten. Weiter hält G._______ 10 Prozent 

der Beteiligungsrechte. 7,2 Prozent werden von der H._______ AG (mit 

I._______ als wirtschaftlich Berechtigtem) gehalten. Jeweils 4,8 Prozent 

halten die J._______ Ltd. in (…) und K._______. An der C._______ AG 

sind I._______ zu 60 Prozent und jeweils zu 20 Prozent D._______ und 

L._______ beteiligt. Die B._______ Ltd. wiederum wird zu 100 Prozent von 

der M._______ Ltd. (…) gehalten, mit I._______ als wirtschaftlich Berech-

tigtem. 

Hieraus folgt, dass I._______ die C._______ AG und die B._______ Ltd. 

mittels Mehrheitsbeteiligung beherrscht. Bei der Beschwerdeführerin hält 

I._______ zwar (indirekt) lediglich 7,2 Prozent der Beteiligungsrechte. Ge-

meinsam mit seinem Sohn F._______ und D._______, welcher ebenfalls 

zu 20 Prozent an der C._______ AG beteiligt ist, hält I._______ indes 

56 Prozent der Beschwerdeführerin. Zumindest die Beschwerdeführerin 

und die C._______ AG werden somit vom selben Aktionariat beherrscht, 

indem dieses bei beiden Gesellschaften über eine Mehrheitsbeteiligung 

verfügt. Bei der Beschwerdeführerin und der C._______ AG handelt es 

sich demzufolge wohl um Nahestehende. Im Verhältnis der Beschwerde-

führerin zur B._______ Ltd. liegt indes keine Mehrheitsbeteiligung dessel-

ben Aktionariats vor. Während I._______ die B._______ Ltd. eindeutig be-

herrscht, kommt er bei der Beschwerdeführerin (gemeinsam mit seinem 

Sohn F._______) auf eine Beteiligung von 31,6 Prozent. I._______ fun-

gierte in der in Frage stehenden Zeitperiode indessen auch als Präsident 

des Verwaltungsrates, womit er in der Summe möglicherweise beherr-

schend auf die Beschwerdeführerin einwirken konnte. Zumindest aber 

lässt sich festhalten, dass – sollte das Missverhältnis zwischen Leistung 

und Gegenleistung seitens der Vorinstanz noch bewiesen werden (vgl. 

E. 3.5 und E. 4) – nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (E. 2.7.2 

f.) mehrere Indizien dafür gegeben wären, dass die Beschwerdeführerin 

A-4976/2022 

Seite 35 

und die B._______ Ltd. in einem Nahestehendenverhältnis zueinander 

stünden. 

4.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die Sa-

che zu weiteren Abklärungen und zu einem neuen Entscheid im Sinne der 

Erwägungen (s. insbes. E. 3.3.7 bis 3.3.9, 3.4.2.4 f., 3.4.3.5 f.) an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen ist.  

5.  

Abschliessend bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-

entschädigung zu befinden. 

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt sie nur teilweise, so werden die 

Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Obsiegen und Unter-

liegen im Prozess ist grundsätzlich nach den Rechtsbegehren der Be-

schwerde führenden Partei, gemessen am Ergebnis der Anfechtung des 

vorinstanzlichen Entscheids, zu beurteilen (BGE 123 V 156 E. 3c und 123 

V 159 E. 4b). In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem 

Entscheid (mit noch offenem Ausgang) praxisgemäss als volles Obsiegen 

der beschwerdeführenden Partei (BGE 137 V 2010 E. 7.1; Urteile des 

BVGer A-4191/2020, A-4193/2020 vom 6. April 2022 E. 7.1, A-978/2020 

vom 31. März 2020 E. 4.1).  

Bei der vorliegenden Rückweisung ist der Verfahrensausgang grundsätz-

lich noch offen, womit die Beschwerdeführerin als obsiegend zu gelten hat. 

Ihr sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der geleistete Kos-

tenvorschuss von insgesamt CHF 6'000.- ist ihr nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der unterliegenden Vo-

rinstanz können als Bundesbehörde keine Verfahrenskosten auferlegt wer-

den (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

5.2 Die Vorinstanz hat der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Partei-

entschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Eine Kostennote 

wurde nicht eingereicht. Die Parteientschädigung wird demnach praxisge-

mäss auf insgesamt CHF 9'000.- festgesetzt. 

 

A-4976/2022 

Seite 36 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Der Ein-

spracheentscheid der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 29. Sep-

tember 2022 wird aufgehoben und die Sache zur Fällung eines neuen Ein-

spracheentscheids im Sinne der Erwägungen an die Eidgenössische Steu-

erverwaltung zurückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss in Höhe 

von CHF 6'000.- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Entscheids zurückerstattet.  

3.  

Die Eidgenössische Steuerverwaltung wird verpflichtet, der Beschwerde-

führerin eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 9'000.- zu bezahlen.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Steiger Roger Gisclon 

A-4976/2022 

Seite 37 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-4976/2022 

Seite 38 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)