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**Case Identifier:** 3f470baf-05ab-584e-a7a7-daa8c28bc594
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung O1S-15-14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_001_O1S-15-14_nodate.pdf

## Full Text

Berufungsbeklagte/ 
Anklägerin 

Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden   
 
vertreten durch: StA B___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau 
 

Privatkläger C___ 
 
vertreten durch: RA CC___ 
 

 

 
  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
1. Abteilung  
 

Urteil vom  15. Juni 2017  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichterin S. Rohner 
Oberrichter B. Oberholzer, Hp. Blaser, Ch. Wild 
Obergerichtsschreiberin B. Schittli 
 
 

Verfahren Nr. O1S 15 14 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 
 

Berufungskläger/ 
Beschuldigter 

A___ 
 
verteidigt durch: RA AA___ 
 
 

Gegenstand Anstiftung zu Angriff, zu einfacher Körperverletzung und zu 
Hausfriedensbruch (Schuldspruch wegen Angriff, Strafmass, 
Strafaufschub, Parteientschädigung)  

 

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Anträge 
 
 
a) der Staatsanwaltschaft: 
 

im erstinstanzlichen Verfahren: 
 
1. Der Beschuldigte A___ sei schuldig zu sprechen wegen: 

- der Anstiftung zu Angriff im Sinne von Art. 134 i.V.m. Art. 24 StGB 
- der Anstiftung zu einfacher qualifizierter Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 2 i.V.m. Art. 24 StGB 
- der Anstiftung zu Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 i.V.m. Art. 24 StGB. 
 

2. Er sei deswegen mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten bei einer 
Probezeit von 3 Jahren sowie einer Busse von CHF 5'000.00 zu bestrafen, bei 
schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 50 Tagen. 

 
3. Die beschlagnahmten Vermögenswerte von CHF 30'000.00 seien zur Deckung der 

Busse und Verfahrenskosten, eventuell zusätzlich für Entschädigungen zu 
verwenden. 

 
4. Es sei über die Zivilforderung zu entscheiden. 
 
5. Nebst Kostenfolge gemäss Art. 426 StPO. 
 
 

 im Berufungsverfahren: 
 

1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen. 
 

2. Das Urteil des Kantonsgerichts vom 17. Juni 2015 sei in allen Punkten zu 
bestätigen. 
 

3. Unter Kostenfolge zu Lasten des Beschuldigten gemäss Art. 426 und 428 StPO. 
 
 
b) des Privatklägers: 
 

im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

1. Die Beschuldigten A___, D___ und E___ seien solidarisch zu verpflichten, dem 
Zivilkläger C___ Schadenersatz von mindestens CHF 216'721.55 und Genugtuung 
in der Höhe von CHF 20'000.00 zu bezahlen. 

 
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) zu Lasten der Beschuldigten 

unter solidarischer Haftbarkeit. 
 
 
 im Berufungsverfahren: 
 

1. Es sei das Urteil des Kantonsgerichtes Appenzell Ausserrhoden vom 17. Juni 2015 
zu bestätigen. Eventualiter sei zusätzlich den heutigen Anträgen der 
Staatsanwaltschaft zu folgen. 
 

2. Die Berufungen der Beschuldigten seien abzuweisen, soweit darauf überhaupt 
einzutreten ist.  
 

 

Seite 3 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) zu Lasten der 
Beschuldigten unter solidarischer Haftbarkeit.  

 
 
c) des Beschuldigten: 
 

im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

1. A___ bekennt sich schuldig der Anstiftung zur einfachen Körperverletzung und zum 
Hausfriedensbruch i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 und Art. 186 i.V.m. Art. 24 StGB. 
 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Anstiftung zum Angriff i.S.v. Art. 134 StGB 
sowie der einfachen qualifizierten Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 2 i.V.m. Art. 
24 StGB freizusprechen. 
 

3. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von höchsten 3 Monaten zu 
verurteilen.  

 
4. Die auszufällende Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren.  
 

5. Die beschlagnahmten Vermögenswerte des Beschuldigten in der Höhe von 
CHF 30'000.00 seien an die Verfahrenskosten anzurechnen. 
 

6. Der Beschuldigte anerkennt einen Schadenersatz- und Genugtuungsanspruch im 
Grundsatz. Zum Schadenersatz sind die Aufwendungen für medizinische 
Leistungen von CHF 2'098.05 anerkannt, im Übrigen sei die Zivilforderung 
abzuweisen, soweit überhaupt darauf einzutreten ist. Eventualiter sei sie auf den 
Zivilweg zu verweisen. 
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge bzw. für die Zivilklage zu Lasten des 
Zivilklägers. 

 
 
 im Berufungsverfahren: 
 

1. Die Ziffern 1 bis 8 des angefochtenen Entscheides des Kantonsgerichtes Appenzell 
Ausserrhoden vom 17. Juni 2015 (K3S 14 3) seien mit Ausnahme der Ziffern 4, 5 
und 8 aufzuheben. 
 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Anstiftung zu Angriff freizusprechen; 
stattdessen sei er betreffend Anstiftung zu einfacher Körperverletzung und zu 
Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Art. 186 i.V.m. Art. 24 StGB für 
schuldig zu sprechen. 
 

3. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 18 Monaten zu 
verurteilen. 

 
4. Die auszufällende Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren.  
 

5. Der Beschuldigte anerkennt einen Schadenersatz- und Genugtuungsanspruch von 
C___ im Grundsatz. Im Übrigen seien die Zivilforderungen abzuweisen, soweit 
überhaupt darauf einzutreten ist. Eventualiter seien sie auf den Zivilweg zu 
verweisen.  
 

 

Seite 4 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge bzw. für die Zivilklage zulasten des 
Zivilklägers. 

 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

 

Am frühen Morgen des 8. Juni 2010 lauerten F___, G___ und H___ C___ in dessen Stall auf. 

F___ und H___ verprügelten den Privatkläger, wobei von einem der Schläger zeitweise ein 

Holzstock mit aufgesetztem metallenem Winkelrohr gegen den Privatkläger eingesetzt wurde. 

G___ stand Schmiere. 

 

Beim Privatkläger C___ handelt es sich um den Nachbarn des Beschuldigten A___. Letzterer 

hegte gegenüber seinem Nachbarn unter anderem den Verdacht, dass dieser seinen Kühen ein 

Gift spritze und sie krank mache, weshalb der Beschuldigte ihm einen Denkzettel verpassen 

wollte. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, sich über die Vermittlung von D___ und E___ mit 

F___ in Kontakt gesetzt zu haben und diesen sowie die beiden weiteren Haupttäter G___ und 

H___ durch Leistung einer Geldzahlung von insgesamt CHF 17'500.00 (davon CHF 5'000.00 

als Anzahlung, den Restbetrag nach Tatausführung) angeheuert zu haben, dem Privatkläger in 

dessen Stall aufzulauern und ihn zusammenzuschlagen. 

 

 

B. Prozessgeschichte vor Kantonsgericht 

 

a) Der Beschuldigte meldete sich am 17. Juni 2010 bei der Polizei in Heiden und erklärte, er 

habe zusammen mit seinem Nachbarn D___ etwas organisiert, nämlich dass man dem 

Privatkläger mal etwas "chlepft" (Vorverfahren act. 3.1, S. 1). In der Folge wurde der 

Beschuldigte diverse Male polizeilich und untersuchungsrichterlich befragt (Vorverfahren 

act. 3.1 bis act. 3. 6; Vorverfahren act. 12.1). Der polizeiliche Schlussbericht datiert vom 1. 

Oktober 2010 (Vorverfahren act. 1.1), das Fotodossier des Kriminaltechnischen Dienstes 

vom 30. November 2010 (Vorverfahren act. 27). Die Staatsanwaltschaft trennte die 

Verfahren gegen die Anstifter A___, E___ und D___ von den Verfahren gegen die 

Haupttäter F___, G___ und H___ ab. Mit Urteil vom 29. März 2011 wurden die Haupttäter 

betreffend den Vorfall zu Lasten des Privatklägers erstinstanzlich der einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB sowie des Hausfriedensbruchs im 

Sinne von Art. 186 StGB für schuldig befunden. Das Obergericht Appenzell Ausserrhoden 

 

Seite 5 

erklärte am 18. Juni 2012 in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft 

die drei Haupttäter des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB sowie der qualifizierten 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig 

(Vorverfahren act. 69.1 bis act. 69.3). Je mit Urteil vom 10. Juni 2013 wies das 

Bundesgericht die Beschwerden von zwei Haupttätern ab (Vorverfahren act. 90 und 

Vorverfahren act. 91). 

 

 

b) Mit Schreiben vom 4. Juli 2011 stellte der Verteidiger des Beschuldigten bei der 

Staatsanwaltschaft Antrag auf Durchführung eines abgekürzten Verfahrens (Vorverfahren 

act. 54). Diesem wurde mit Verfügung vom 5. Dezember 2011 entsprochen (Vorverfahren 

act. 63). Am 8. Oktober 2013 erklärte der Staatsanwalt gegenüber dem Verteidiger des 

Beschuldigten, dass die Untersuchung nach dem Scheitern des abgekürzten Verfahrens 

im ordentlichen Verfahren fortgeführt werde (Vorverfahren act. 102). In der Folge wurden 

mit dem Beschuldigten zwei weitere Schlusseinvernahmen durchgeführt (Vorverfahren 

act. 114; Vorverfahren act. 150).  

 

 

c) Die Anklageschrift datiert vom 11. September 2008 (recte 2014; act. 1). Die 

Hauptverhandlung fand am 17. Juni 2015 in Anwesenheit des Staatsanwaltes, des 

Privatklägers und dessen Rechtsvertreters, des Beschuldigten und dessen Verteidigers 

sowie der Mitbeschuldigten E___ und D___ und deren Verteidiger statt. Das Urteil wurde 

gleichentags mündlich eröffnet und kurz begründet (act. 35/1). Gegen das am 19. Juni 

2015 im Dispositiv versandte Urteil (act. 43) meldete der Beschuldigte fristgerecht 

Berufung an (act. 47). Entsprechend wurde das Urteil schriftlich begründet. 

 

 

C. Entscheid der Vorinstanz 

 

Mit Urteil vom 17. Juni 2015 sprach das Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden, 

3. Abteilung, A___ der Anstiftung zu Angriff (Art. 134 i.V.m. Art. 24 StGB), zu einfacher 

Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 StGB) und zu Hausfriedensbruch 

(Art. 186 i.V.m. Art. 24 StGB) schuldig und verurteilte ihn unter Anrechnung der 

erstandenen Untersuchungshaft von einem Tag zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde - unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren - im 

Umfang von 18 Monaten aufgeschoben. Weiter wurde Vormerk genommen, dass der 

Beschuldigte die Schadenersatzforderung des Privatklägers im Umfang von CHF 

2‘098.05 (Schadensposition „Medizinischer Schaden“) anerkannt hat und dass er für 

 

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diesen Betrag solidarisch mit den Beschuldigten E___ und D___ haftet. Im Mehrbetrag 

wurde die Schadenersatzforderung auf den Zivilweg verwiesen. Die 

Genugtuungsforderung des Privatklägers wurde ebenfalls auf den Zivilweg verwiesen. Die 

Verfahrenskosten in Höhe von insgesamt CHF 11‘000.00 wurden dem Beschuldigten 

auferlegt. Dieser wurde verpflichtet, dem Privatkläger einen Drittel der 

Parteientschädigung von insgesamt CHF 18‘639.25 zu bezahlen, unter solidarischer 

Haftung mit den Beschuldigten E___ und D___ für den ganzen Betrag. Das 

beschlagnahmte Bargeld des Beschuldigten im Umfang von CHF 30‘000.00 wurde zur 

Deckung der Verfahrenskosten und Entschädigungen verwendet.  

 

 Auf eine Wiedergabe der Urteilsbegründung in den angefochtenen Punkten wird 

verzichtet und auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen.  

 

 

D. Schriftenwechsel im Berufungsverfahren 

 

a) Gegen das Urteil vom 17. Juni 2015, dessen Zustellung an den Verteidiger des 

Beschuldigten in begründeter Ausfertigung am 30. November 2015 erfolgt war (act. 53), 

liess dieser mit Eingabe seines Verteidigers vom 21. Dezember 2015 Berufung einreichen 

(act. B 1).  

 

 

b) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 23. Dezember 2015 wurde der 

Staatsanwaltschaft und dem Privatkläger Gelegenheit gegeben, einen schriftlichen und 

begründeten Nichteintretensantrag und/oder Anschlussberufung einzureichen (act. B 4). 

Von dieser Möglichkeit wurde nicht Gebrauch gemacht (act. B 10).  

 

 

c) Am 10. März 2017 bzw. 4. Mai 2017 reichte der Beschuldigte das ausgefüllte Formular 

„Befragung zur Person/Angaben zu Einkommens- und Vermögensverhältnissen“ ein (act. 

B 17, B 21 und B 22).  

d) Mit Schreiben vom 7. Juni 2017 wies das Obergericht die Beteiligten sämtlicher Verfahren 

auf Art. 392 StPO hin (act. B 23).  

 

 

E. Ausstandsbegehren 

 

 

Seite 7 

Je mit Beschluss vom 5. Juli 2016 wies die 2. Abteilung des Obergerichts die 

Ausstandsbegehren gegen Obergerichtspräsident Ernst Zingg, Oberrichterin Susanne 

Rohner und Gerichtsschreiberin Barbara Schittli ab (act. B 9/1-3), welche am 18. Juni 

2012 als Mitglieder der 1. Abteilung des Obergerichtes die drei Haupttäter beurteilt hatten.  

 

 

F. Hauptverhandlung vor dem Obergericht 

 

Die mündliche Berufungsverhandlung vor dem Obergericht fand am 9. Juni 2017 in 

Anwesenheit des Staatsanwaltes, des Rechtsvertreters des Privatklägers, des 

Beschuldigten und dessen Verteidigers sowie der Mitbeschuldigten E___ und D___ sowie 

deren Verteidiger statt (act. B 25 bis B 28 und B 35 und B 36). 

 

 

G. Entscheid des Obergerichts 

 

Das Obergericht führte seine Beratung am 15. Juni 2017 durch und eröffnete sein Urteil 

den Parteien anschliessend im Dispositiv (act. B 37).  

 

 

H. Verzicht auf Rechtsmittel 

 

In der Folge verzichteten sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft auf die 

Einlegung von Rechtsmitteln gegen das Urteil des Obergerichts (act. B 44 und B 45). Mit 

Bezug auf die Schuldsprüche hat das Obergericht am erstinstanzlichen Urteil keine 

Veränderungen vorgenommen, bezüglich des Strafmasses steht dem Privatkläger keine 

Beschwerdemöglichkeit an das Bundesgericht offen (Art. 382 StPO). Praxisgemäss wird 

die Begründung daher kurz gehalten.  

 

Seite 8 

Erwägungen 

 

I. Formelles 

 

1. Anwendbares Recht, Zuständigkeit 

 

Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(act. B 2, E. 1.1 und 1.2, S. 5). 

 

 

2. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

 

Festzuhalten ist, dass bezüglich des Urteils der Vorinstanz vom 17. Juni 2015 die 

Schuldsprüche wegen Anstiftung zu einfacher Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

i.V.m. Art. 24 StGB) sowie Anstiftung zu Hausfriedensbruch (Art. 186 i.V.m. Art. 24 StGB; 

Dispositiv Ziffer 1 al. 2 und 3), die Behandlung der Zivil- und Genugtuungsforderung des 

Privatklägers (Dispositiv Ziffern 4 und 5) sowie die Vermögenseinziehung (Dispositiv Ziffer 

8) nicht angefochten worden sind und sich die Berufung nur gegen die übrigen 

Urteilspunkte richtet. 

 

 

3. Verletzung des Grundsatzes der Verfahrenseinheit  

 

3.1 Das Kantonsgericht  hat die Verletzung des Grundsatzes der Verfahrenseinheit im 

Rahmen der Strafzumessung beurteilt und für den vorliegenden Sachverhalt bejaht (act. B 

2 E. 3.6, S. 27).  

 

3.2 Der Beschuldigte  kritisierte, dass hier keine sachlichen Gründe für eine Abtrennung des 

Verfahrens bestanden hätten und er über diese Massnahme auch nicht informiert worden 

sei. Er habe davon aus der Presse erfahren (act. B 36, S. 7 f.).  

 

3.3 Der Staatsanwalt  begründete die Verfahrenstrennung damit (act. B 36, S. 13), dass die 

Haupttäter sich unter anderem wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft befunden 

hätten. Dieser Haftgrund daure bis zur Verhandlung an. Teilweise hätten sie auch den 

vorzeitigen Strafvollzug angetreten. Das bedeute, dass möglichst rasch Anklage erhoben 

werden müsse, um Überhaft zu vermeiden. Man habe zumindest die Anstifter zusammen 

beurteilen wollen. Bei zwei Anstiftern sei das Drogendelikt dazugekommen; diesbezüglich 

 

Seite 9 

hätten noch weitere Abklärungen vorgenommen werden müssen. Für die Abtrennung 

seien somit sachliche Gründe ausschlaggebend gewesen.  

 

3.4 Nach Art. 29 Abs. 1 StPO werden Straftaten gemeinsam verfolgt und beurteilt, wenn eine 

beschuldigte Person mehrere Straftaten verübt hat oder Mittäterschaft oder Teilnahme 

vorliegt. Aus sachlichen Gründen können die Staatsanwaltschaft und die Gerichte 

Strafverfahren trennen oder vereinen (Art. 30 StPO).  

 

 Abweichend vom Grundsatz der Verfahrenseinheit von Art. 29 StPO soll ein Verfahren nur 

getrennt werden, wenn sachliche Gründe hierfür vorliegen. Dies soll aber die Ausnahme 

sein. Ein Abweichen vom Grundsatz der Verfahrenseinheit und die Geltendmachung einer 

Ausnahme nach Art. 30 StPO rechtfertigen sich nur, wenn objektive Gründe vorliegen, die 

der Sache dienen. Sachliche Gründe können etwa eine grosse Anzahl Mittäter bei 

Massendelikten sein, wie im Bereich der Netzwerkkriminalität häufig, langwierige 

Auslieferungsverfahren von Mitbeschuldigten im Ausland oder die Verjährung von 

Übertretungen, die zusammen mit einem Verbrechen beurteilt werden sollen. Diese 

Gründe dienen insbesondere der Verfahrensbeschleunigung1. An die gesetzlichen 

Ausnahmevoraussetzungen für eine Verfahrenstrennung ist aber auch deshalb ein 

strenger Massstab anzulegen, weil eine getrennte Führung von Strafverfahren gegen 

mutmassliche Mittäter und Teilnehmer (Gehilfen und Anstifter) schwerwiegende 

Konsequenzen für die gesetzlich gewährleisteten Parteirechte der Betroffenen nach sich 

zieht2. 

 

3.5 Das Obergericht  erachtet die Abtrennung der Verfahren gegen den Anstifter resp. die 

Gehilfen von denjenigen der Haupttäter vorliegend als problematisch, vor allem weil der 

Umfang und die Intensität der Beteiligung wechselseitig bestritten sind (zum Beispiel 

erklärte F___ am 20. Juli 2010, Vorverfahren act. 5.9, S. 2, der Beschuldigte habe gewollt, 

dass das Opfer und sein Vater zusammengeschlagen und schwer verletzt werden resp. 

so schwer zusammengeschlagen werden, dass sie danach 20 Jahre nicht mehr arbeiten 

können, Vorverfahren act. 5.10, S. 11) und somit die Gefahr besteht, dass der eine 

Mitbeschuldigte die Verantwortung dem andern zuweisen will. Belasten sich Mittäter und 

Teilnehmer gegenseitig und ist unklar, welcher Beschuldigte welchen Tatbeitrag geleistet 

hat, besteht bei getrennten Verfahren das Risiko sich widersprechender Entscheide, sei 

es in Bezug auf die Sachverhaltsfeststellung, die rechtliche Würdigung oder die 

                                                
1 URS BARTETZKO, Basler Kommentar, StPO, 2. Auf. 2014, N. 3 ff. zu Art. 30 StPO; NIKLAUS 

SCHMID, Praxiskommentar schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 2 zu Art. 30 
StPO; BGE 138 IV 214 E. 3.2. 

2 Urteil Bundesgericht 1B_124/2016 vom 12. August 2016 E. 4.6. 

 

Seite 10 

Strafzumessung3. Gerade dies will der Grundsatz der Verfahrenseinheit verhindern4. Bei 

der vorliegenden Konstellation wäre es nach Meinung des Obergerichts daher eher 

angebracht gewesen, das Betäubungsmitteldelikt später resp. separat zu beurteilen. Nach 

dem Gesagten hält die im Vorverfahren durch die Staatsanwaltschaft vorgenommene 

Abtrennung der Strafverfahren betreffend die Anstifter/Gehilfen von denjenigen der 

Haupttäter vor Bundesrecht nicht stand.  

 

 

4. Verletzung Teilnahmerechte 

 

4.1 Das Kantonsgericht  gelangte zum Schluss (act. B 2, E. 1.3, S. 6 f.), bereits unter altem 

Recht sei mit Hinweis auf Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK vorgesehen gewesen, dass dem 

Beschuldigten oder seinem Verteidiger wenigstens einmal im Strafverfahren die 

Gelegenheit gegeben werden müsse, an der Einvernahme eines Belastungszeugen 

teilzunehmen und Ergänzungsfragen stellen zu können. Gleiches gelte auch unter der 

neuen eidgenössischen Strafprozessordnung. Es sei grundsätzlich Sache der 

Strafverfolgungsbehörden, dem Beschuldigten seine Schuld mit gerichtlich verwertbaren 

Beweisen nachzuweisen und daher ihr Risiko, wenn sie den Prozess mit einem 

Hauptbeweismittel führten, dessen Erhebung den konventionsrechtlichen Anforderungen 

offensichtlich nicht genüge und das daher vom Beschuldigten auch noch im 

Berufungsverfahren in Frage gestellt werden könne. Beruhe die Unmöglichkeit der 

Gewährleistung des Konfrontationsrechts auf Umständen, welche die 

Strafverfolgungsbehörden zu vertreten hätten - etwa wenn abzusehen sei, dass der 

Belastungszeuge zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung nicht mehr greifbar sein werde 

oder wenn der Zeuge vor der Konfrontationseinvernahme ausgeschafft werde -, seien die 

Angaben, die der Zeuge gemacht habe, nicht verwertbar. Vorliegend seien diese 

Verfahrensrechte weitgehend nicht gewährt worden, insbesondere sei der Beschuldigte 

während des gesamten Verfahrens nie mit den drei in einem abgetrennten Verfahren 

verurteilten Schlägern konfrontiert worden und habe keine Gelegenheit zur Stellung von 

Ergänzungsfragen erhalten. Deren Aussagen seien in der Folge nicht verwertbar, worauf 

zurückzukommen sein werde. 

 

4.2 Auch vor dem Obergericht liess der Beschuldigte  eine Verletzung seiner 

Teilnahmerechte rügen und insbesondere geltend machen, dass zu seinem Nachteil - 

nebst den Aussagen der Haupttäter - auch auf diejenigen von J___ nicht abgestellt 

werden könne (act. B 36, S. 7).  

                                                
3 Urteil Bundesgericht 1B_124/2016 vom 12. August 2016 E. 4.5. 
4 Urteil Bundesgericht 1B_339/2016 vom 17. November 2016 E. 2.3. 

 

Seite 11 

 

4.3 Vor dem Kantonsgericht machte der Staatsanwalt  geltend (act. 35/1, S. 37), es sei in der 

Rechtsprechung allgemein anerkannt, dass es genüge, wenn die Gelegenheit zu Fragen 

einmal im Verfahren bestehe. Das sei, wenn man die Akten verfolge, zumindest in der 

späteren Phase jedenfalls immer wieder möglich gewesen. Es falle auf, dass, als die 

Einvernahmen der drei heute angeklagten Personen Ende 2013 wiederholt worden seien, 

jeweils der Verteidiger der vorgeladenen Person anwesend gewesen sei. Die Verteidiger 

der anderen Mitbeschuldigten, die auch eine Vorladung erhalten hätten, seien zumindest 

teilweise nicht erschienen. Die Rüge der Verletzung der Teilnahmerechte werde daher als 

rechtsmissbräuchlich erachtet. Vor dem Obergericht wurde vorgebracht (act. B 36, S. 12), 

die Teilnahmerechte seien nicht verletzt worden, da getrennte Verfahren geführt worden 

seien. Bei getrennten Verfahren würden die Teilnahmerechte nicht mehr spielen  

 

4.4 Die Parteien haben das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und 

die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen (Art. 

147 Abs. 1 Satz 1 StPO). Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen dieses Artikels 

erhoben worden sind, dürfen nicht zulasten der Partei verwendet werden, die nicht 

anwesend war (Art. 147 Abs. 4 StPO).  

 

Die Garantie von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK verleiht dem Angeschuldigten in Konkretisierung 

von Art. 29 Abs. 2 und Art 32 Abs. 2 BV u.a. den Anspruch, Fragen an die 

Belastungszeugen zu stellen oder stellen zu lassen. Eine belastende Zeugenaussage ist 

danach grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während 

des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in 

Zweifel zu ziehen und Ergänzungsfragen zu stellen. Der Beschuldigte muss in der Lage 

sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage zu prüfen und ihren Beweiswert in 

kontradiktorischer Weise in Frage zu stellen. Das kann entweder im Zeitpunkt, in welchem 

der Belastungszeuge seine Aussage macht, oder auch in einem späteren 

Verfahrensstadium erfolgen. Die Mitwirkung des Beschuldigten kann für die Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Zeugen namentlich entscheidend sein, wenn dieser 

über Vorgänge berichtet, an welchen beide Parteien beteiligt waren5. 

 

Dem Anspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK kommt grundsätzlich absoluter Charakter 

zu. Auf eine Konfrontation des Angeklagten mit dem Belastungszeugen oder auf dessen 
                                                
5 Urteil Bundesgericht 6B_510/2013 vom 3. März 2014 E. 1.3.2 mit weiteren Hinweisen; BGE 

133 I 33. E. 3.1; DORRIT SCHLEIMINGER METTLER, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 
30 zu Art. 147  StPO; WOLFGANG WOHLERS, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 12 ff. und 27 zu Art. 
147 StPO. 

 

Seite 12 

ergänzende Befragung kann nur unter besonderen Umständen verzichtet werden. Die 

Fragen an den Belastungszeugen dürfen nicht auf dem Weg einer antizipierten 

Beweiswürdigung für entbehrlich erklärt werden. Dies gilt auch, wenn das streitige 

Zeugnis nicht den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Unerheblich ist, 

dass die belastende Aussage lediglich eines von mehreren Gliedern einer Indizienkette 

bildet6.  

 

Nach der Rechtsprechung verletzt die fehlende Befragung des Belastungszeugen die 

Garantie dann nicht, wenn der Zeuge berechtigterweise das Zeugnis verweigert, wenn er 

trotz angemessener Nachforschungen unauffindbar bleibt, dauernd oder für lange Zeit 

einvernahmeunfähig wird oder wenn er verstorben ist. Die Verwertbarkeit der Aussage 

erfordert allerdings, dass der Beschuldigte zu den belastenden Aussagen hinreichend 

Stellung nehmen konnte, die Aussagen sorgfältig geprüft wurden und ein Schuldspruch 

sich nicht allein darauf abstützt. Ausserdem darf der Umstand, dass der Angeschuldigte 

seine Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen konnte, nicht in der Verantwortung der 

Behörde liegen7. 

 

Nach der Rechtsprechung hat der Beschuldigte seinen Antrag auf Befragung eines 

Zeugen den Behörden rechtzeitig und formgerecht einzureichen. Stellt er seinen 

Beweisantrag nicht rechtzeitig, kann er den Strafverfolgungsbehörden nachträglich nicht 

vorwerfen, sie hätten durch Verweigerung der Konfrontation oder ergänzender Fragen an 

Belastungszeugen seinen Grundrechtsanspruch verletzt8. Ob ein Antrag auf Befragung 

von Belastungszeugen unter dem Aspekt von Treu und Glauben rechtzeitig vorgebracht 

wurde, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. Auf das Recht der 

Befragung von Belastungszeugen kann verzichtet werden. Der Beschuldigte verwirkt sein 

Recht auf die Stellung von Ergänzungsfragen aber nicht dadurch, dass er es erst im 

Rahmen der Berufung geltend macht9. 

 

4.5 Der Staatsanwalt hat zu Recht darauf hingewiesen, dass bezüglich A___, E___ und D___ 

Konfrontationseinvernahmen tatsächlich durchgeführt worden sind (vgl. Vorverfahren act. 

36.1, act. 115, act. 116, act. 119) resp. für die einzelnen Verfahrensbeteiligten zumindest 

die Möglichkeit bestanden hätte, an diesen teilzunehmen (Vorverfahren act. 144 und act. 

147-149). Insoweit liegt keine Verletzung von Teilnahmerechten vor.  

 
                                                
6 Urteil Bundesgericht 6B_510/2013 vom 3. März 2014 E. 1.3.2 mit weiteren Hinweisen. 
7 Urteil Bundesgericht 6B_510/2013 vom 3. März 2014 E. 1.3.2 mit weiteren Hinweisen; BGE 

131 I 476 E. 2.2 und 2.3.4 mit weiteren Hinweisen. 
8 BGE 125 I 127 E. 6c/bb; 121 I 306 E. 1b; 118 Ia 462 E. 5b. 
9 Urteil Bundesgericht 6B_510/2013 vom 3. März 2014, E. 1.3.2 mit weiteren Hinweisen.  

 

Seite 13 

Unbestritten ist hingegen, dass A___ nie mit den von ihm angestifteten Haupttätern F___, 

H___ und G___ konfrontiert wurde resp. Gelegenheit erhielt, diesen Ergänzungsfragen zu 

stellen (Beispiel Vorverfahren act. 3.1-3.6, Vorverfahren act. 5.1-5.13, Vorverfahren act. 

6.1-6.8, Vorverfahren act. 7.7-7.9, Vorverfahren act. 12.1). Dasselbe gilt auch für die als 

Zeugin einvernommene J___ (Vorverfahren act. 2.16-2.18, Vorverfahren act. 7.11 sowie 

Vorverfahren act. 31.14). Eine Rechtfertigung für diese Beschränkung des 

Teilnahmerechts ist nicht ersichtlich10. Namentlich kann dafür die Abtrennung des 

Verfahrens der Haupttäter von denjenigen der Anstifter/Gehilfen nicht herangezogen 

werden, da diese selbst ohne sachliche Gründe erfolgt ist (E. I. 3.5 oben).  

 

 Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass die Teilnahmerechte von A___ (zumindest 

partiell) verletzt wurden und die Einvernahmen der Haupttäter nicht verwertbar sind, 

soweit sie den Beschuldigten belasten, ist daher zutreffend.  

 

 

5. Verletzung des Beschleunigungsgebotes 

 

5.1 Das Kantonsgericht  hat festgehalten (act. B 2 E. 3.6, S. 27 f.), es möge sein, dass die 

Verfahrenstrennung zur Beschleunigung der Verfahren gegen die Haupttäter beigetragen 

habe. Dies treffe jedoch keineswegs auf die Verfahren gegen die Anstifter und damit den 

Beschuldigten zu. Eine wesentliche Verzögerung habe das vorliegende Verfahren sodann 

im Rahmen des abgekürzten Verfahrens erlitten, welches sich über zwei Jahre 

hingezogen habe. Es sei grundsätzlich an der Verfahrensleitung - hier also der 

Staatsanwaltschaft - das Verfahren voranzutreiben. Das vorliegende Vorverfahren sei 

nicht beförderlich geführt worden. Die Anklageerhebung gegen die Anstifter sei erst über 

vier Jahre nach Einleitung der Strafuntersuchung erfolgt, obwohl relativ bald umfassende 

Geständnisse vorgelegen hätten. Dieser (zu) langen Verfahrensdauer sei mit einer 

leichten Strafminderung Rechnung zu tragen. 

 

5.2 Der Verteidiger des Beschuldigten  liess ausführen, Verfahrensdauern von 5 Jahren bis 

zum Urteil der ersten resp. deren 7 bis zum Urteil der zweiten Instanz seien viel zu lange 

(act. B 36, S. 7).  

 

5.3 Der Grundsatz der Verfahrensbeschleunigung ergibt sich bereits aus Art. 29 Abs. 1 und 

Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 5 Abs. 3 und 4 bzw. Art. 6 Abs. 1 EMRK. Er gilt für 

                                                
10 BGE 139 IV 25 E. 5.4 und 5.5 mit weiteren Hinweisen. 

 

Seite 14 

Strafverfolgungsbehörden wie Gerichte11. Ob der Grundsatz verletzt oder beachtet wurde, 

entscheidet sich im konkreten Fall nach dessen Umständen (Umfang, Komplexität der 

relevanten Sachverhalte bzw. der zu erhebenden Beweise). Er gilt für alle 

Verfahrensstufen, so zwischen Anklage und Hauptverhandlung, entscheidend ist jedoch 

die Gesamtdauer des Verfahrens, nicht die einzelne Prozesshandlung12. Die 

Strafprozessordnung sieht keine besonderen Sanktionen für die Verletzung des 

Beschleunigungsgebotes vor. Es gelten somit die allgemeinen, bereits zur Rechtslage vor 

Inkrafttreten der StPO entwickelten Grundsätze. Eine Verletzung ist demnach bei der 

Strafzumessung, durch Vormerknahme im Entscheid oder Leistung von Schadenersatz 

und Genugtuung zu berück-sichtigen. Als ultima ratio durch Einstellung des 

Strafverfahrens13. 

 

5.4 Aus den Akten ergibt sich, dass der relevante Sachverhalt überdurchschnittlich komplex 

war: So gab es zahlreiche Straftatbestände zu beurteilen, die von mehreren Beteiligten in 

wechselnden Konstellationen begangen worden sind. Dass die Strafuntersuchung unter 

diesen Umständen nicht in kurzer Zeit abgeschlossen werden konnte, liegt auf der Hand. 

Dazu kommt, dass auch die Beschuldigten teilweise die Verantwortung für eine gewisse 

Verzögerung zu tragen haben, zum Beispiel A___ durch das Stellen verschiedener 

Ausstandsgesuche (act. B 7 und B 9). Als störend erweist sich hingegen der Umstand, 

dass die Untersuchung wegen des abgekürzten Verfahrens während mehr als zwei 

Jahren nicht mehr vorangetrieben worden ist (Vorverfahren act. 54 bis 102), so dass die 

Gesamtdauer des Verfahrens insgesamt doch als unverhältnismässig lang erscheint14, 

umso mehr als Ende August 2010 umfassende Geständnisse vorlagen (Vorverfahren act. 

3.6 und 3.7, act. 4.3, act. 4.9, act. 5.9 und act. 6.7). Diesbezüglich hat das Kantonsgericht 

zu Recht festgehalten, dass die Staatsanwaltschaft das Vorverfahren zu wenig beförder-

lich geführt hat. Darauf wird im Rahmen der Strafzumessung noch zurückzukommen sein 

(E. II. 2.4.4). 

 

 

6. Folgen des Rechtsmittelverzichts 

 

Als Folge des Rechtsmittelverzichts durch den Beschuldigten sowie die 

Staatsanwaltschaft ist das vorliegende Urteil des Obergerichts vom 15. Juni 2017 gestützt 

                                                
11 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 1 zu Art. 5 StPO mit weiteren Hinweisen. 
12 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 2 zu Art. 5 StPO mit weiteren Hinweisen. 
13 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 3 zu Art. 5 StPO mit weiteren Hinweisen; SARAH SUMMERS, Basler 

Kommentar, StPO, 2. Auf. 2014, N. 15 ff. zu Art. 5 StPO. 
14 SARAH SUMMERS, a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 5 StPO. 

 

Seite 15 

auf Art. 386 Abs. 1 und Art. 437 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO für diese 

Verfahrensbeteiligten am Tag seiner Ausfällung rechtskräftig geworden. 

II. Materielles 

 

1. Schuldspruch wegen Anstiftung zu Angriff, einfac her Körperverletzung und 
Hausfriedensbruch 

 

1.1 Gemäss der Vorinstanz  hat A___ die Haupttäter damit beauftragt, dem Privatkläger in 

dessen Stall aufzulauern und ihn zusammenzuschlagen. Der objektive Tatbestand der 

Anstiftung zum Hausfriedensbruch und zur einfachen Körperverletzung sei damit ohne 

weiteres erfüllt (act. B 2, E. 2.4.1, S. 15). Weiter hat das Kantonsgericht den 

Beschuldigten der Anstiftung zum Angriff schuldig gesprochen und dies grundsätzlich 

damit begründet (act. B 2, E. 2.4.1, S. 16), dass der Beschuldigte mehrere Personen 

beauftragt habe, dem Privatkläger einen Denkzettel zu verpassen bzw. ihn 

zusammenzuschlagen. Das Opfer habe aufgrund der Tatausführung durch die Haupttäter 

multiple Verletzungen erlitten, die als einfache Körperverletzungen zu qualifizieren seien. 

Es sei offensichtlich, dass die durch mehrere angeheuerte Schläger verursachte 

Gefährdung den eingetretenen Erfolg an Intensität übertroffen habe. Aufgrund der über 

den später tatsächlich eingetretenen Erfolg hinausgehenden Gefährdung stehe damit der 

Angriffstatbestand in Konkurrenz mit dem Verletzungstatbestand und der objektive 

Tatbestand der Anstiftung zum Angriff im Sinne von Art. 134 StGB sei erfüllt. In 

subjektiver Hinsicht habe der Beschuldigte bei den Haupttätern wissentlich und willentlich 

den Tatentschluss hervorgerufen, in den Stall des Privatklägers einzudringen und diesen 

zusammenzuschlagen, mithin ihm eine einfache Körperverletzung zuzufügen (act. B 2, E. 

2.4.1, S. 17). Damit sei der subjektive Tatbestand sowohl betreffend Anstiftung zu 

Hausfriedensbruch als auch Anstiftung zu einfacher Körperverletzung erfüllt. Da die 

Anklageschrift keine Anhaltspunkte dafür enthalte, dass der Beschuldigte den Einsatz 

einer Waffe bei der Tatausführung in Kauf genommen habe, könne der Exzess der 

Schläger, einen Holzstock als Waffe gegen den Privatkläger einzusetzen, dem 

Beschuldigten - wie bereits in objektiver Hinsicht - auch in subjektiver Hinsicht nicht 

angerechnet werden. Es bleibe bei der Anstiftung zur einfachen Körperverletzung ohne 

entsprechende Qualifizierung aufgrund des Einsatzes der Waffe durch die Haupttäter. 

Hingegen sei festzustellen, dass wer mehr als eine Person anstifte, einen Dritten 

zusammenzuschlagen, ohne weiteres in Kauf nehme, dass das Opfer von mehreren 

Angestifteten körperlich attackiert bzw. angegriffen werde. Das Vorliegen des subjektiven 

Tatbestandes betreffend Anstiftung zum Angriff sei daher ebenfalls zu bejahen.  

 

1.2 Der Beschuldigte  vertritt demgegenüber die Auffassung, dass der Verletzungstatbestand 

der einfachen Körperverletzung den Gefährdungstatbestand des Angriffs konsumiere (act. 

 

Seite 16 

B 25, S. 6). Seines Erachtens trifft es nicht zu, dass allein der Umstand, dass der Angriff 

von mehreren Personen ausgegangen sei, zu einer höheren Gefährdung als bei einer 

einfachen Körperverletzung geführt habe (act. B 25, S. 7 f.). Eher treffe das Umgekehrte 

zu: Je mehr Angreifer einer Person gegenüberstünden, desto manifester sei die 

Übermacht und desto eher könnten Exzesse vermieden werden. Die Zahl der Angreifer 

erhöhe somit nicht zwingend die Intensität der Gefährdung des Opfers. Der Sachverhalt 

im Bundesgerichtsentscheid 135 IV 153 (Pra. 99 [2010] Nr. 11), von dem das 

Kantonsgericht ausgegangen sei, könne mit dem vorliegenden nicht verglichen werden 

(act. B 25, S. 8). Im angeklagten Sachverhalt werde weder der „Denkzettel“ noch der 

Auftrag genauer umschrieben. Es werde auch nicht gesagt, wie sich der Angriff genau 

abgespielt habe. Mangels Angaben der erforderlichen Tatbestandselemente lasse der 

angeklagte Sachverhalt deshalb nur eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung 

zu (act. B 25, S. 10). In den Urteilen gegenüber den Haupttätern habe das Obergericht die 

echte Konkurrenz zwischen dem Tatbestand des Angriffs und der einfachen 

Körperverletzung damit begründet, dass dem wehrlos am Boden liegenden Privatkläger 

bandenmässig Schläge mit Fäusten, Füssen sowie mit einem gefährlich einzustufenden 

Gegenstand (Holzstock mit aufgesetztem Metallteil) - unter anderem auch gegen den 

Kopf - versetzt worden seien (act. B 25, S. 12). Interessanterweise habe das 

Kantonsgericht diese Begründung nicht übernommen und den Exzess der Haupttäter dem 

Beschuldigten nicht angerechnet. Im angeklagten Sachverhalt würden Anhaltspunkte für 

eine besondere Gefährdung, die über die einfache Körperverletzung hinausgehen, somit 

schlichtweg fehlen (act. B 25, S. 13). 

 

1.3 Die Staatsanwaltschaft  erachtet das Urteil der Vorinstanz als korrekt und verweist 

insbesondere auf deren rechtliche Überlegungen (act. B 27, S. 1). Im zweiten Vortrag an 

Schranken verwahrt B___ sich gegen die vom Beschuldigten vorgebrachte Auffassung, 

eine grössere Anzahl Angreifer spreche gegen eine Gefährdung (act. B 36, S. 13). Im 

Strafrecht gebe es das qualifizierende Merkmal der Bandenmässigkeit. Das Rechtsgut 

werde bei Bandenmässigkeit regelmässig stärker gefährdet. Der Gedanke dahinter sei, 

dass bei einer Bande eine gewisse Gruppendynamik spiele und die Hemmschwelle 

leichter sinke. Die Sache mit der erhöhten Kontrolle funktioniere seines Erachtens in einer 

grösseren Gruppe nicht.  

 

1.4 Auch der Privatkläger  lässt bezüglich der Schuldsprüche vollumfänglich auf das Urteil 

des Kantonsgerichts verweisen (act. 28).  

 

1.5 Es ist von folgendem Sachverhalt  auszugehen: 

 

 

Seite 17 

Am 8. Juni 2010 verprügelten die drei Haupttäter F___, G___ und H___ den heutigen 

Privatkläger C___ in dessen Stall.  

 

Bereits im Vorverfahren anerkannte der Beschuldigte, mehreren Personen den Auftrag 

erteilt zu haben, dem Privatkläger eine Lektion zu erteilen und ihnen dafür insgesamt 

einen Betrag von CHF 17'500.00 bezahlt zu haben (Vorverfahren act. 3.1, S. 2). Sein 

Auftrag habe gelautet, dem Privatkläger mal "recht die Fresse [zu] polieren". Darunter 

verstehe er den "Grend verchlockä" (Vorverfahren act. 3.2, S. 5). Man habe dem 

Privatkläger "emol vaterländisch uf de Grend ge" sollen, jedoch ohne ihn zu töten oder 

schwer zu verletzen und bleibende Schäden zu hinterlassen (Vorverfahren act. 3.5, S. 5).  

 

Auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bekannte sich der Beschuldigte dazu, 

dass wohl ein erstes Treffen zu Dritt mit D___ und E___ stattgefunden habe und dass er 

anfangs Juni 2010 bei D___ in K___ mit E___, F___ und H___ zusammengekommen sei, 

um die Schläger zu instruieren. Sein Auftrag an die Schläger habe gelautet, dass man 

dem jungen C___ einmal eine Lektion erteilen sollte. Auf die Frage, ob er den in der 

Anklageschrift zur Last gelegten Sachverhalt als richtig anerkenne, antwortete der 

Beschuldigte mit "mehr oder weniger schon, ja" (act. 35/1, S. 5).  

 

Diese Aussagen bestätigte er im Berufungsverfahren erneut (act. B 35, S. 5 f.). 

 

 Es ist folglich unbestritten, dass der Beschuldigte im Frühling 2010 gegenüber D___ 

erklärte, er wolle dem Privatkläger einen Denkzettel verpassen lassen. In der Folge trat 

D___ mit E___ in Kontakt und es kam zu einem ersten Treffen zwischen dem 

Beschuldigten, D___ und E___. Anfang Juni 2010 kam es im Haus von D___ zu einem 

weiteren Treffen mit E___ und den durch E___ vermittelten Personen F___ und H___. 

Anlässlich dieses Treffens beauftragte der Beschuldigte schliesslich die Haupttäter, dem 

Privatkläger in dessen Stall aufzulauern und ihm einen Denkzettel zu verpassen, wobei 

der Beschuldigte im Laufe der Hauptverhandlung anerkannte, dass es um mehr als nur 

um eine Ohrfeige gegangen sei (act. 35/1, S. 42, act. B 35, S. 5 f.). Für die Tatausführung 

stellte der Beschuldigte den Involvierten insgesamt eine Belohnung von CHF 17'500.00 in 

Aussicht, wobei er CHF 5'000.00 bereits vor Tatausführung zur Anzahlung und nach der 

Tatvollendung weitere CHF 12'500.00 leistete. Somit kann festgestellt werden, dass sich 

Anklage und Geständnis vollumfänglich decken. Entsprechend kann offen gelassen 

werden, wie es sich mit der Verwertbarkeit der übrigen Aussagen im Detail verhält. 

 

1.6 Vor dem Obergericht ist (noch) strittig, ob A___ die Haupttäter - zusätzlich zur einfachen 

Körperverletzung und zum Hausfriedensbruch, welche von ihm anerkannt werden - auch 

 

Seite 18 

zum Tatbestand des Angriffs angestiftet hat. Das Vorliegen einer Anstiftung zu 

qualifizierter einfacher Körperverletzung hat das Kantonsgericht mit zutreffender 

Begründung (act. B 2 E. 2.4.1, S. 15) - auf welche verwiesen werden kann - verneint.  

 

Den Tatbestand der Anstiftung erfüllt, wer jemanden vorsätzlich zu dem von diesem 

verübten Verbrechen oder Vergehen bestimmt hat. Der Anstifter ist gemäss Art. 24 Abs. 1 

StGB nach der Strafandrohung, die auf den Täter Anwendung findet, zu bestrafen. Wer 

sich an einem Angriff auf einen oder mehrere Menschen beteiligt, der den Tod oder die 

Körperverletzung eines Angegriffenen oder eines Dritten zur Folge hat, wird gemäss Art. 

134 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.  

 

 

1.7 Rechtliche Würdigung 

 

1.7.1 Objektiver Tatbestand 

 

Anstiftung ist die Hervorrufung des Vorsatzes zu einer bestimmten rechtswidrigen Tat15, 

wobei der Anstifter bei der Planungs- und Ausführungsphase der Haupttat keinen 

entscheidenden Einfluss mehr auf die Täter ausübt16. Eine Anstiftung kann sich alternativ 

und kumulativ auf mehrere Straftaten beziehen17. Als Anstiftungsmittel kommt jedes moti-

vierende Tun in Frage. Zwischen dem motivierenden aktiven Verhalten des Anstifters und 

dem ausgelösten Tatentschluss beim angestifteten Haupttäter muss ein Kausal- bzw. 

Motivationszusammenhang bestehen18. Die konkrete Tatausführung braucht durch den 

Anstifter nicht präzise festgelegt zu werden. Es genügt, wenn die angestrebte Haupttat als 

Straftat erkennbar ist19. Die Anstiftung ist vollendet, wenn der Tatentschluss 

hervorgerufen und die Haupttat vom Angestifteten zumindest versucht wurde20. 

 

Der Beschuldigte hat die Haupttäter damit beauftragt, dem Privatkläger in dessen Stall 

aufzulauern und ihn zusammenzuschlagen bzw. ihm eine „rechte Abreibung“ zu 

verpassen (act. B 35, S. 6).  

 

                                                
15  TRECHSEL/JEAN-RICHARD, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 2. Aufl. 

2013, N. 1 zu Art. 24 StGB. 
16  MARC FORSTER, Basler Kommentar, StGB I, 3. Aufl. 2013, N. 12 zu Art. 24 StGB. 
17  MARC FORSTER, a.a.O., N. 23 zu Art. 24 StGB. 
18  MARC FORSTER, a.a.O., N 16 f zu Art. 24 StGB; siehe auch Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., N. 4 

f. zu Art. 24 StGB. 
19  MARC FORSTER, a.a.O., N. 21 zu Art. 24 StGB mit weiteren Hinweisen. 
20  MARC FORSTER, a.a.O., N. 24 zu Art. 24 StGB mit weiteren Hinweisen. 

 

Seite 19 

Bezüglich des Tatbestands des Angriffs wird in Lehre und Rechtsprechung die 

Auffassung vertreten, dass Art. 134 StGB durch den Verletzungstatbestand konsumiert 

wird, wenn es sich beim Verletzten um die einzige angegriffene Person handelt21. In 

einem neuern Entscheid führt das Bundesgericht aus22, der Tötungstatbestand nach Art. 

111 ff. StGB oder der Verletzungstatbestand von Art. 122 ff. StGB würden den 

Angriffstatbestand von Art. 134 StGB konsumieren, wenn die vorsätzliche oder fahrlässige 

Tötung oder Körperverletzung durch einen Beteiligten am Angriff nachgewiesen sei. Der 

Tötungs- bzw. Verletzungstatbestand würden die effektive Gefährdung der beim Angriff 

getöteten oder verletzten Person bereits umfassen und sanktionieren. Konkurrenz 

zwischen Art. 134 StGB und Art. 111 ff. oder 122 ff. StGB könne somit nur bestehen, 

wenn beim Angriff eine bestimmte andere als die getötete oder verletzte Person effektiv 

gefährdet worden sei oder wenn die Person, die beim Angriff verletzt worden sei, nur eine 

einfache Körperverletzung erlitten habe, die Gefährdung den Erfolg an Intensität aber 

übertroffen habe. 

 

 Ob eine Mehrheit von Angreifern zu einer Vergrösserung des Risikos für den 

Angegriffenen führt - wovon die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz ausgehen - oder 

im Gegenteil eine Verringerung der Gefahr zur Folge hat - wie die Verteidigung geltend 

macht -, kann nach Auffassung des Obergerichts nicht generell, sondern nur unter 

Einbezug der konkreten Umstände beurteilt werden. In der Mehrheit der Fälle dürfte die 

Meinung der Staatsanwaltschaft allerdings zutreffen; dafür spricht zunächst, dass der 

Gesetzgeber die Bandenmässigkeit nicht ohne Grund als qualifizierendes Merkmal in 

gewisse Tatbestände aufgenommen hat (zum Beispiel bei Diebstahl und Raub, vgl. Art. 

139 Ziff. 3 Abs. 2 und Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Nach allgemeiner Erfahrung geht von 

einer Mehrzahl von Personen wegen der Dynamik und des Sinkens der Hemmschwelle, 

aber auch der Erschwernis einer Umkehr23, nämlich regelmässig eine grössere Gefahr für 

das geschützte Rechtsgut aus. Wobei nicht auszuschliessen ist, dass es sich in einem 

besonders gelagerten Fall anders verhalten kann. Für die hier zu beurteilende 

Konstellation trifft die Theorie des Verteidigers nach Auffassung des Gerichts allerdings 

nicht zu: Der Einsatz des gefährlichen Gegenstandes und die Tatsache, dass dem Opfer 

„in der Hitze des Gefechtes“ auch Schläge gegen den Kopf verabreicht wurden (vgl. Urteil 

des Obergerichts vom 8. Juni 2012, Vorverfahren act. 69.1, E. 5.5, S. 37), zeigen deutlich, 

                                                
21 BGE 118 IV 227 E. 5b; TRECHSEL/FINGRHUTH, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, 2. Aufl. 2013, N. 7 zu Art. 134 StGB; STEFAN MÄDER, Basler Kommentar, 
Strafrecht II, 3. Auf. 2013, N. 13 zu Art. 134 StGB. 

22 BGE 135 IV 152 E. 2.1 = Pra. 99 (2010) Nr. 11 E. 2.1. 
23 TRECHSEL/CRAMERI, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 2. Aufl. 

2013, N. 16 zu Art. 139 StGB; NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auf. 2013, N. 
118 ff. zu Art. 139 StGB und N. 70 zu Art. 140 StGB. 

 

Seite 20 

dass der Überfall eben gerade nicht kontrolliert ablief. Zuzugeben ist indessen, dass die 

Anklage in dieser Hinsicht dürftig ist und nicht weiter hilft, da sie lediglich von einem 

„Denkzettel“, „Überfall“ oder „Auftrag“ spricht, ohne diese Begriffe aber näher zu 

konkretisieren, zum Beispiel zu sagen, wie der Auftrag hätte ausgeführt werden sollen 

(act. 1, S. 2). Mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen kann diese Frage letztlich 

jedoch offen gelassen werden. 

 

 Dass das Verletzungsdelikt, vorliegend die einfache Körperverletzung mit einer 

Strafdrohung von maximal drei Jahren Freiheitsstrafe, das Gefährdungsdelikt des Angriffs 

mit einer Strafdrohung von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe konsumieren soll, wenn der 

Verletzte die einzige angegriffene Person ist und nicht einer über die erlittenen 

Verletzungen hinausgehenden Gefährdung ausgesetzt war, überzeugt dogmatisch nicht, 

wie der Kommentator des Basler Kommentars einleuchtend darlegt24. In zwei neuesten 

Entscheiden aus dem Jahr 2016 deutet auch das Bundesgericht an, dass eine 

Verurteilung des Täters wegen Angriff und  einfacher Körperverletzung 

bundesrechtskonform ist, auch wenn keine der im Entscheid 135 IV 152 (= Pra. 99 [2010] 

Nr. 11) erwähnten Ausnahmesituationen (andere als die verletzte oder getötete Person 

wird gefährdet resp. die beim Angriff verletzte Person erleidet eine einfache 

Körperverletzung, die Gefährdung übertrifft den Erfolg jedoch an Intensität) vorliegt25.  

 

 Folglich ist auch der objektive Tatbestand der Anstiftung zum Angriff im Sinne von Art. 

134 StGB erfüllt.  

 

1.7.2 Subjektiver Tatbestand 

 

 Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz bezüglich der Teilnahme an einem Angriff, 

wobei Eventualvorsatz genügt26. Subjektiv muss der Anstifter wenigstens mit dem Even-

tualvorsatz handeln, in der von ihm angegangenen Person den Entschluss zur Verübung 

einer strafbaren Handlung hervorzurufen27. Der Anstifter muss subjektiv voraussehen 

bzw. zumindest in Kauf nehmen, dass sein motivierendes Verhalten den Tatentschluss 

                                                
24 STEFAN MÄDER, a.a.O., N. 14 zu Art. 134 StGB; siehe auch STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, 

Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, Straftaten gegen Individualinteressen, 7. Aufl. 
2010, § 4, Rz. 44, welche in Konkurrenz mit einfacher Körperverletzung immer Art. 134 StGB 
vorgehen lassen. 

25 Urteile des Bundesgerichts 6B_157/2016 vom 8. August 2016 E. 6.4 und 6B_79/2016 vom 
16. Dezember 2016 E. 3.4. 

26 STEFAN MÄDER, a.a.O., N. 9 zu Art. 134 StGB. 
27  ANDREAS DONATSCH, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder [Hrsg.], Kommentar StGB, 

19. Aufl. 2013, N. 25 zu Art. 24 StGB. 

 

Seite 21 

beim Angestifteten hervorruft und sich insofern für die Haupttat kausal auswirkt28. Verübt 

der Täter eine schwerere Straftat, als der Anstifter bewirken wollte, so kann dem Anstifter 

dieser Täterexzess nur so weit zugerechnet werden, wie ihm ein entsprechender 

Anstiftungsvorsatz nachgewiesen werden kann29.  

 

Der Beschuldigte hat bei den Haupttätern wissentlich und willentlich den Tatentschluss 

hervorgerufen, in den Stall des Privatklägers einzudringen und diesen 

zusammenzuschlagen, mithin dem Privatkläger eine einfache Körperverletzung 

zuzufügen. Wer mehr als eine Person anstiftet, einen Dritten zusammenzuschlagen, 

nimmt ohne weiteres in Kauf, das das Opfer von mehreren Angestifteten körperlich 

attackiert bzw. angegriffen wird. Das Vorliegen des subjektiven Tatbestandes betreffend 

Anstiftung zum Angriff ist daher zu bejahen. 

 

1.7.3 Fazit 

 

Der Beschuldigte ist folglich der Anstiftung zu Angriff im Sinne von Art. 134 i.V.m. Art. 24 

StGB, der Anstiftung zu einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

i.V.m. Art. 24 StGB sowie der Anstiftung zu Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 

i.V.m. Art. 24 StGB, begangen vom Frühling 2010 bis 8. Juni 2010, zum Nachteil des 

Privatklägers schuldig zu sprechen. 

 

 

2. Strafzumessung  

 

2.1 Parteivorbringen 

 

2.1.1 Das Kantonsgericht  hat den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, 

unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von einem Tag (Art. 51 StGB), 

verurteilt (act. B 2, E. 3.10, S. 29).  

 

2.1.2 Im Berufungsverfahren beantragt A___, er sei zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 18 

Monaten zu verurteilen (act. B 25).  

 

2.1.3 Der Staatsanwalt  ersucht um Bestätigung des Urteils des Kantonsgerichts vom 17. Juni 

2015 (act. B 27).  

                                                
28  MARC FORSTER, a.a.O., N 3 und N 5 zu Art. 24 StGB. 
29  MARC FORSTER, a.a.O., N. 46 zu Art. 24 StGB; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, a.a.O., N. 28 vor Art. 

24 StGB. 

 

Seite 22 

 

2.1.4 Gemäss dem Privatkläger  ist das Urteil des Kantonsgerichts zu bestätigen und die 

Berufung des Beschuldigten abzuweisen (act. B 28).  

 

2.2 …   

 

2.3 Rechtsgrundlage, Strafrahmen 

 

Die Strafzumessung erfolgt gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB nach dem Verschulden des 

Täters, wobei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 

Strafe auf sein Leben zu berücksichtigen sind. Das Verschulden wird nach Art. 47 Abs. 2 

StGB nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie 

danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der 

Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden.  

 

Vorliegend wird der Beschuldigte der Anstiftung zu Angriff, der Anstiftung zu einfacher 

Körperverletzung sowie der Anstiftung zu Hausfriedensbruch für schuldig befunden. In 

Anwendung von Art. 24 Abs. 1 StGB ist der Anstifter nach derselben Strafandrohung zu 

bestrafen wie der Täter. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die 

Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht in 

Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie 

angemessen. Auszugehen ist vom Strafrahmen der schwersten Tat, wobei als schwerste 

jene gilt, für welche das Gesetz die höchste Strafe vorsieht30.  

 

Bei der Straftat mit der höchsten Höchststrafe handelt es sich um den Straftatbestand des 

Angriffs, wofür Art. 134 StGB einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren 

oder Geldstrafe vorsieht. 

 

2.4 Würdigung 

 

2.4.1 Bewertung des Verschuldens des Hauptdelikts 

 

                                                
30  TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

2. Aufl. 2013, N. 8 zu Art. 49 StGB. 

 

Seite 23 

 Bei der Festsetzung der Strafe kommt dem Verschulden entscheidende Bedeutung zu31. 

Entsprechend hat das Gericht dieses Verschulden zu würdigen. 

 

 Im Rahmen des objektiven Tatverschuldens stellt sich die Frage, wie die objektive 

Tatschwere aufgrund des äusseren Erscheinungsbildes der Tat zu bewerten und grob zu 

bezeichnen ist. Bewertungskriterien sind die Art und Weise des Tatvorgehens  sowie 

das Ausmass der Verletzung und der Gefährdung des Recht sgutes 32. Um die 

objektive Tatschwere einzuschätzen, hat der Richter zu überlegen, wie sich die 

Verwerflichkeit der Tat im Vergleich zu anderen denkbaren Tatvarianten einordnen lässt. 

Dabei ist zu fragen, ob schwerere oder leichtere Handlungsweisen vorstellbar sind. Wird 

dies bejaht, kann in einem zweiten Schritt bestimmt werden, in welchem Umfang sich 

derartige Tatvarianten unterscheiden. Dieses Vorgehen ist weiter zu verfeinern, bis sich 

beurteilen lässt, in welchem Bereich die Tatschwere im konkreten Fall einzustufen ist. Der 

Entscheid, ob von einem leichten, mittleren oder schweren Tatvorwurf ausgegangen 

werden muss, ist nicht absolut, sondern immer relativ zum Unrechtsgehalt der 

anzuwendenden Strafbestimmung33. Das Opferverhalten wird den Tatmodalitäten 

zugerechnet und es kann beispielsweise von Bedeutung sein, ob das Opfer eine aktive 

oder passive Rolle gespielt hat, ob es durch Sorglosigkeit die Tat erleichtert oder durch 

eine Tatprovokation den Schaden mitverschuldet hat34. 

 

 Der Beschuldigte hat drei ihm bislang unbekannten Personen den Auftrag erteilt, seinen 

Nachbarn C___ zusammenzuschlagen. Dem Opfer wurden in der Folge durch die 

angestifteten Haupttäter multiple Verletzungen zugefügt. Diese bewegten sich für eine 

einfache Körperverletzung im oberen, denkbaren Bereich. Das Tatvorgehen ist als brutal 

und perfid zu bezeichnen, indem die Angreifer das wehrlose Opfer am frühen Morgen in 

seinem Stall überraschten und rücksichtslos auf es einschlugen. Das Ausmass des 

verschuldeten Erfolgs, d.h. die Schwere der Rechtsgutverletzung, ist daher im oberen 

Bereich liegend, d.h. schwer, einzustufen. 

 

 Bei der Frage, wie dem Beschuldigten die objektive Tatschwere subjektiv anzurechnen 

ist35, gilt es zu berücksichtigen, dass dieser mit der Tat seinen Hof retten wollte, dessen 

                                                
31 WIPRÄCHTIGER/KELLER, Basler Kommentar, StGB I, 3. Auf. 2013, N. 85 zu Art. 47 StPO; HANS 

MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2016, S. 25, N. 53. 
32 Hans Mathys, a.a.O., S. 195 f.; TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 18 zu Art. 47 StGB; 

WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N. 91 f. zu Art. 47 StGB. 
33 Hans Mathys, a.a.O., S. 30, N. 63. 
34 TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 19 zu Art. 47 StGB; Hans Mathys, a.a.O., S. 196. 
35 Hans Mathys, a.a.O., S. 48 ff., N. 99 ff. und S. 197. 

 

Seite 24 

Existenz in seiner Wahrnehmung durch das Opfer bedroht wurde. Die subjektive 

Tatschwere beurteilt das Obergericht daher als mittel.  

 

 Sodann ist die Verwerflichkeit des Handelns  zu berücksichtigen, wobei die Schuld 

geringer ist, je weniger kriminelle Energie aufzuwenden war36. Der Beschuldigte heuerte 

gegen Entgelt drei Schläger an, um dem Privatkläger einen Denkzettel zu verpassen, weil 

er mit diesem schon länger im Streit lag und ihn unter anderem verdächtigte, seinen 

Tieren etwas anzutun. Dadurch setzte der Beschuldigte C___ skrupellos einer 

erheblichen Gefahr aus, die er nicht mehr kontrollieren konnte. Zwar lotete er zuerst 

andere Möglichkeiten aus, um die Gefahr zu bannen, welche seines Erachtens von 

seinem Nachbarn ausging (vgl. act. B 35, S. 3 f.). Als diese Schritte nicht zum Ziel führten, 

sah er jedoch keinen anderen Weg mehr, als Gewalt anzuwenden. Damit handelte er 

verwerflich. Die Idee für den Überfall und der Kontakt mit den Haupttätern kamen zwar 

erst aufgrund der Initiative und Vermittlung durch D___ zustande. Letztlich war es aber 

der Beschuldigte, der den Auftrag erteilte und dafür auch bereit war, einen grösseren 

Geldbetrag zu bezahlen. Mit seiner Anzahlung von CHF 5‘000.00 und dem Versprechen, 

nach der Ausführung der Tat weitere CHF 12‘500.00 zu leisten, hat er allein bei den 

Haupttätern den Entschluss zur Tatausführung bewirkt.  

 

 A___ und C___ sind Nachbarn. Es liegt keine ersichtliche Tatprovokation durch den 

Privatkläger vor. Der Beschuldigte räumte heute an Schranken denn auch ein, dass er 

über keine Beweise verfügte, die seine Vermutungen, das Opfer habe ihm „geleidwerkt“, 

belegen würden (act. B 35, S. 4). Ein Mitverschulden des Tatopfers, das den 

Beschuldigten entlasten könnte, ist daher zu verneinen.  

 

 Insgesamt stuft das Gericht die kriminelle Energie als mittelschwer ein.  

 

Im Rahmen der Beurteilung des subjektiven Tatverschuldens  ist zu berücksichtigen, ob 

der Täter mit direktem Vorsatz oder Eventualvorsatz handelte. Bei Fahrlässigkeitsdelikten 

kann entscheidend sein, ob bewusste oder unbewusste Fahrlässigkeit vorlag37. Beim Kri-

terium der Intensität des verbrecherischen Willens ist lediglich das Verhalten des Täters 

ohne dasjenige weiterer Beteiligter zu berücksichtigen. Eventualvorsatz wirkt entlastend38. 

                                                
36 TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 19 zu Art. 47 StGB; Hans Mathys, a.a.O., S. 50 f., N. 

105 f., und S. 197 f. 
37  MARKUS HUG, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder [Hrsg.], Kommentar StGB, 19. Aufl. 2013, 

N. 10 zu Art. 47 StGB. 
38  TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 20 zu Art. 47 StGB; HANS MATHYS, a.a.O., S. 80, N. 

184 f. 

 

Seite 25 

Der Beschuldigte wollte, dass dem Privatkläger Gewalt angetan wird, und setzte diesen 

bewusst der entsprechenden Gefährdung aus. Er handelte direktvorsätzlich.  

 

Ebenso ist das Mass der Entscheidungsfreiheit  zu berücksichtigen, also wie weit der 

Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden. Es geht primär um die Freiheit des Täters, sich für das Recht 

und gegen das Unrecht zu entscheiden, wobei psychologische mit normativen 

Gesichtspunkten verknüpft werden39. Je leichter der Täter die übertretene Norm hätte 

befolgen können, desto schwerer wiegt seine Entscheidung, sie zu verletzen, und folglich 

seine Tat40. Dem Beschuldigten wären andere Wege offen gestanden, den bestehenden 

Konflikt zu lösen. Er hetzte - getrieben von Vergeltungssucht - mehrere Schläger auf den 

Privatkläger, um diesem einen Denkzettel zu erteilen. Mithin handelte er unreflektiert und 

aus egoistischem Motiv, um dem Privatkläger eine Bestrafung zukommen zu lassen für 

widrige Umstände - unter anderem das Sterben mehrerer Kühe innerhalb relativ kurzer 

Zeit - für welche der Beschuldigte den Privatkläger als ursächlich und schuldig erachtete. 

Immerhin ist dem Beschuldigten zugute zu halten, dass es wohl nicht zu einer solchen Tat 

gekommen wäre, wenn die beiden weiteren Involvierten diesen nicht in seinem Tun 

gestützt und die entsprechenden Kontakte vermittelt hätten. 

 

Als weiteres - gewichtiges - Kriterium bei der Verschuldensbewertung ist schliesslich eine 

allfällig verminderte Schuldfähigkeit  zu berücksichtigen41. Die Strafe ist bei verminderter 

Schuldfähigkeit in Anwendung von Art. 19 Abs. 2 StGB zu mildern. Gemäss bun-

desgerichtlichem Entscheid geht es - entgegen dem Wortlaut des Gesetzes und in Än-

derung der bisherigen Rechtsprechung - dabei nicht um die Herabsetzung einer Strafe, 

sondern um die Reduktion des Verschuldens. Der Schuldvorwurf, der einem nur vermin-

dert schuldfähigen Täter gemacht werden kann, ist verglichen mit einem voll schuldfähi-

gen Täter geringer. Das Schuldprinzip verlangt deshalb, dass die Strafe für einen Täter, 

der vermindert schuldfähig ist, niedriger sein muss als die Strafe für eine in voller Schuld-

fähigkeit begangene Tat. Die mildere Strafe ergibt sich aus dem leichteren Verschulden42. 

Das Gutachten der psychiatrischen Dienste Thurgau vom 28. September 2010 diagnosti-

zierte beim Beschuldigten eine paranoide Persönlichkeitsstörung und attestierte ihm eine 

                                                
39  TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 21 zu Art. 47 StGB; W IPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N. 

117 zu Art. 47 StGB. 
40 BGE 127 IV 101, E. 2a = Praxis 8 (001), Nr. 140. 
41 BGE 136 IV 55, Regeste und E. 5.6. 
42 BGE 136 IV 55, E. 5.5; siehe auch BOMMER/DITTMANN, Basler Kommentar, StGB I, 3. Aufl. 

2013, N. 59 zu Art. 19 StGB, wonach Art. 19 Abs. 2 StGB als Strafzumessungsregel in den 
Kontext der Strafmilderungsgründe von Art. 48 StGB gehören würde; HANS MATHYS, a.a.O., S. 
56, N. 118.  

 

Seite 26 

leicht- bis mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit43. Zugunsten des Beschuldigten ist ihm 

folglich eine verminderte Schuldfähigkeit mittleren Grades zuzubilligen. Vor diesem Hin-

tergrund ist das subjektive Verschulden des Beschuldigten als mittelschwer zu beurteilen. 

 

2.4.2 Bewertung des Verschuldens allfälliger Nebendelikte 

 

 Auch das Verschulden der durch den Beschuldigten begangenen Nebendelikte (vgl. E. II. 

1.7.3) erachtet das Obergericht als mittel.  

 

2.4.3 Hypothetische tatbezogene Strafe für das Hauptdelikt 

 

 Das Gericht ist nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen 

Strafzumessungskriterien berücksichtigt. Bereits von daher ist es abzulehnen, bei der 

Verminderung der Schuldfähigkeit einen genauen Raster etwa von 75 %, 50 % und 25 % 

oder eine lineare Abstufung zu verlangen44. Auszugehen ist vielmehr von folgendem 

Abstufungsmuster: Ein objektiv sehr schweres Tatverschulden kann sich wegen einer 

leichten Verminderung der Schuldfähigkeit auf ein schweres bis sehr schweres 

Verschulden reduzieren, bei einer mittelgradigen Beeinträchtigung auf ein mittelschweres 

bis schweres und bei einer schweren Einschränkung auf ein leichtes bis mittelschweres. 

Gestützt auf diese grobe Einschätzung hat der Richter unter Berücksichtigung der 

weiteren Strafzumessungsgründe innerhalb des ihm zur Verfügung stehenden 

Strafrahmens die Strafe auszufällen, wobei ihm wiederum ein erhebliches Ermessen 

zusteht45. Insgesamt vermag vorliegend das subjektive Tatverschulden unter Beachtung 

der mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit das objektive Tatverschulden zu 

relativieren. Insgesamt ist deshalb von einem mittleren Tatverschulden auszugehen. 

Entsprechend ist die hypothetische Strafe innerhalb des Strafrahmens zu bestimmen, die 

dem Verschulden entspricht46.  

 

Grundsätzlich käme nach Art. 134 StGB auch eine Geldstrafe in Betracht. Eine Geldstrafe 

kann jedoch gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB auf höchstens 360 Tagessätze festgesetzt 

werden, was einer Freiheitsstrafe von maximal einem Jahr entspricht. Bei einem 

Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe wird dem mittleren 

Tatverschulden des Beschuldigten einzig eine Freiheitsstrafe gerecht. Sie ist im unteren 

Bereich des mittleren Drittels des gesetzlichen Strafrahmens festzulegen. Als dem 

                                                
43  Vorverfahren act. 26.12, S. 14 und S. 21. 
44 BGE136 IV 55, E. 5.6 mit weiteren Hinweisen. 
45 BGE136 IV 55, E. 5.6. 
46 BGE 136 IV 55, E. 5.7. 

 

Seite 27 

Tatverschulden angemessen erscheint hier eine hypothetische Strafe von 26 Monaten 

Freiheitsstrafe. 

 

2.4.4 Hypothetische tatbezogene Strafe allfälliger Nebendelikte47 

 

 Die hypothetische tatbezogene Strafe für die einfache Körperverletzung und den 

Hausfriedensbruch beträgt nach Ansicht des Obergerichtes 4 Monate Freiheitsstrafe oder 

120 Tagessätze Geldstrafe.  

 

2.4.5 Straferhöhungs- und minderungsgründe 

 

Die durch die Tatkomponenten ermittelte Strafe ist in einem weiteren Schritt aufgrund der 

Täterkomponenten  gegebenenfalls anzupassen48. Die verschuldensangemessene Strafe 

kann durch Umstände, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu tun haben, erhöht oder 

herabgesetzt werden.  

 

Zu den täterbezogenen Kriterien zählt unter anderem das Vorleben des Täters, wobei vor 

allem die Vorstrafen belastend gewertet werden. Vorstrafenlosigkeit ist hingegen nicht 

strafmindernd zu berücksichtigen49. Weiter sind gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB auch die 

persönlichen Verhältnisse zu beachten. Diese betreffen sämtliche Lebensumstände des 

Täters im Zeitpunkt der Strafzumessung, wie beispielsweise Familienstand und Beruf, 

Gesundheit, soziale Herkunft, Lebenserfahrung, Bildungsstand, mehr oder weniger 

günstige Lebensverhältnisse, Alkohol- und Drogenabhängigkeit und Behinderung50. Die 

Berücksichtigung der Strafempfindlichkeit, also der Wirkung der Strafe auf das Leben des 

Täters, ist in Art. 47 Abs. 1 StGB ebenfalls ausdrücklich vorgeschrieben. Zudem ist auch 

das Nachtatverhalten in die Strafzumessung einzubeziehen. Dazu gehören die 

Geständnisbereitschaft, die Einsicht in das begangene Unrecht und Reue51. Schliesslich 

ist auch das Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahren, etwa weitere Delinquenz 

während des Strafverfahrens, zu berücksichtigen52. 

 

                                                
47 HANS MATHYS, a.a.O., S. 201. 
48  BGE 136 IV 55, E. 5.7; HANS MATHYS, a.a.O., S. 102 ff, N. 231 ff. und S. 109 ff., N. 245 ff. 

sowie S. 201 f. 
49  TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 30 zu Art. 47 StGB; HANS MATHYS, a.a.O., S. 108, N. 

241. 
50  WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N. 146 zu Art. 47 StGB. 
51  WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N 169 zu Art. 47 StGB. 
52  TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 23 zu Art. 47 StGB.  

 

Seite 28 

 Täterbezogene Gründe, welche die verschuldensangemessene bzw. tatbezogene Strafe 

heraufzusetzen vermöchten53, liegen nach Auffassung des Obergerichts nicht vor. Die 

Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten (act. 36) wertet es ebenso wie sein Vorleben als 

neutral. Zwar war das Verhältnis zu seinem strengen Vater problematisch (Vorverfahren 

act. 26.12, S. 2 ff.), insgesamt bezeichnete der Beschuldigte seine Kindheit jedoch als 

nicht übel (Vorverfahren act. 26.12, S. 3).  

 

 Hingegen gibt es eine Reihe von täterbezogenen Gründen, welche die 

verschuldensangemessene bzw. tatbezogene Strafe zu mindern vermögen54: 

 

- Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Verbüssung einer Freiheitsstrafe 

für jeden in ein berufliches und/oder familiäres Umfeld eingebetteten Beschuldigten 

mit einer gewissen Härte verbunden. Als unmittelbare gesetzmässige Folge einer 

unbedingten Freiheitsstrafe muss dies nur bei aussergewöhnlichen Umständen 

strafmindernd berücksichtigt werden55. Der Beschuldigte ist nicht verheiratet, aber 

Vater von zwei Kindern im Alter von 6 und 8 Jahren (act. B 22/5). Er ist selbständiger 

Landwirt mit eigenem Hof, den er nach eigener Aussage heute, nachdem seine 

Partnerin mit den Kindern nach Trogen gezogen ist, - abgesehen von gelegentlichen 

Aushilfen - mehr oder weniger alleine bewirtschaftet. Trotz der räumlichen Trennung 

besteht jedoch nach wie vor ein enger Kontakt zu den gemeinsamen Kindern, welche 

er im Wechsel mit der Mutter betreut (act. B 35, S. 2). Durch eine Freiheitsstrafe wird 

der Beschuldigte sowohl in seinem beruflichen wie familiären Umfeld erheblich 

betroffen. Das ist nach der Rechtsprechung allerdings eine unvermeidliche Folge der 

Verbüssung einer Freiheitsstrafe. Erschwerend kommt hier allerdings hinzu, dass der 

Beschuldigte den Hof bei einer unbedingten Freiheitsstrafe sehr wahrscheinlich 

definitiv aufgeben müsste. Dies kann ganz leicht strafmindernd berücksichtigt 

werden.  

- Weiter legte A___ ein umfassendes Geständnis  ab und verhielt sich während dem 

laufenden Strafverfahren kooperativ . Das Geständnis erfolgte zwar zu Beginn der 

Ermittlungen und erleichterte die Arbeit der Polizei erheblich. Allerdings wurde es 

nicht aus freien Stücken abgelegt, zum Beispiel als Ausdruck von Reue und 

Einsicht56, sondern vor dem Hintergrund des Erpresst-Werdens durch E___ und F___ 

(Vorverfahren act. 3.1, act. B 35, S. 7). Ein Geständnis führt nicht zwingend zu einer 

                                                
53 HANS MATHYS, a.a.O., S. 102 ff., N. 231 ff. und S. 201. 
54 HANS MATHYS, a.a.O., S. 109 ff., N. 245 ff. und S. 201 f. 
55  Urteile des Bundesgerichts 6B_291/2012 vom 16. Juli 2013 E. 6.3; 6B_375/2014 vom 28. 

August 2014 E. 2.6; TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N. 33 zu Art. 47 StGB; HANS 
MATHYS, a.a.O., S. 115 ff., N. 259 ff. 

56 BGE 121 IV 202 E. 2d. 

 

Seite 29 

Strafreduktion, in welchem Umfang es strafmindernd berücksichtigt wird, ist 

Ermessenssache57. Unter den geschilderten Umständen kann das Geständnis 

lediglich leicht strafmindernd berücksichtigt werden. 

- Der Beschuldigte hat sich nach der Tat auch einsichtig gezeigt . In diesem 

Zusammenhang ist ihm insbesondere anzurechnen, dass er sich nach dem auf den 

Privatkläger ausgeführten Überfall freiwillig in psychiatrische Behandlung begeben 

und diese mehrere Jahre weitergeführt hat, wobei schlussendlich offenbar auch der 

behandelnde Therapeut die Auffassung vertreten hat, dass es nun gut sei (act. B 35, 

S. 2). Sodann hat er gegenüber dem Opfer mehrfach Reue bekundet  und erklärt, 

dass ihm das Ganze leid tue und er es am liebsten ungeschehen machen würde 

(Vorverfahren act. 3/6, S. 12, act. 35/1, S. 6 und 45, act. B 36, S. 18).  

- Vorverurteilungen von Tatverdächtigen durch die Medien sind angemessen 

strafmindernd zu beachten58. Die vom Beschuldigten eingereichten Medienauszüge 

zeigen deutlich die reisserische Berichterstattung, welcher der Beschuldigte im 

Nachgang des Überfalls ausgesetzt war (act. 38/1-4). Dabei wurde teilweise der 

Grundsatz der Unschuldsvermutung verletzt. Erschwerend kommen die 

kleinräumigen Verhältnisse im Appenzellerland hinzu, wo jeder jeden kennt. Eine 

unzulässige Vorverurteilung durch die Medien ist daher zu bejahen und fällt ebenfalls 

leicht strafmindernd ins Gewicht.  

- Schliesslich ist der Verletzung  des Grundsatzes der Verfahrenseinheit 59 (vgl. E. I. 

3.) und des Beschleunigungsgebotes 60 (vgl. E. I. 5.) je leicht strafmindernd 

Rechnung zu tragen.  

 

2.4.6 Festsetzung der Strafe für das einzelne Delikt61 

 

Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Der 

ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen 

und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde 

erscheint62. 

 

Zusammenfassend liegen keine Gründe vor, die sich straferhöhend auswirken. Das 

Vorleben sowie die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten sind als neutral zu bewerten. 

                                                
57 Urteil Bundesgericht 6B_866/2009 vom 22. Februar 2010, E. 1.3.3 mit Hinweisen. 
58 BGE 128 IV 97, Regeste; HANS MATHYS, a.a.O., S. 129, N. 286 ff. 
59 HANS MATHYS, a.a.O., S. 131, N. 292. 
60 HANS MATHYS, a.a.O., S. 119 ff., N. 270 ff. und S. 202. 
61 HANS MATHYS, a.a.O., S. 202. 
62  BGE 136 IV 55, E. 5.8. 

 

Seite 30 

Strafmindernd wirken sich die ganz leicht erhöhte Strafempfindlichkeit, die Reue und 

Einsicht des Beschuldigten sowie seine Bereitschaft und sein Wille aus, an seinem 

psychischen Problem zu arbeiten. Das ist leicht strafmindernd zu berücksichtigen. 

Ebenfalls als leicht strafmindernd sind die lange Verfahrensdauer, die Vorverurteilung 

durch die Medien sowie die Verletzung des Grundsatzes der Verfahrenseinheit zu 

beachten. Das führt zu einer Einsatzstrafe von 18 Monaten. 

 

2.4.7 Festsetzung der Strafe bei mehreren Delikten 

 

 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere 

gleichartige Strafen erfüllt, so hat ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu der 

Strafe der schwersten Straftat zu verurteilen und diese angemessen zu erhöhen.  

 

 Strafschärfend fällt ins Gewicht, dass A___ die Haupttäter zu mehreren Delikten 

anstiftete, nämlich zusätzlich zum Angriff zu einer einfachen Körperverletzung und zu 

Hausfriedensbruch. Bei der hier zu beurteilenden Anstiftungshandlung geht es um einen 

Lebensvorgang, weshalb den Beschuldigten für alle drei angestifteten Tatbestände 

dasselbe Verschulden trifft. Als angemessen erscheint für die zusätzlichen Delikte eine 

leichte Strafschärfung im Umfang von 2 Monaten.  

 

 

 

 

 

2.4.8 Fazit 

 

 Insgesamt ist A___ somit zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten zu verurteilen. Die 

erstandene Untersuchungshaft von einem Tag ist in Anwendung von Art. 51 StGB 

anzurechnen. 

 

 

3. Strafvollzug 

 

 Nach Art. 42 StGB ist der Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten 

und höchsten zwei Jahren in der Regel aufzuschieben, wenn eine unbedingte Strafe nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten. Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu 

einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder zu 

 

Seite 31 

einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der Aufschub nur 

zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen. Spricht das Gericht die Strafe 

ganz oder teilweise bedingt aus, so bestimmt es gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB eine 

Probezeit von zwei bis fünf Jahren. 

 

 Da vorliegend eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten ausgesprochen wird, sind die 

objektiven Voraussetzungen für einen bedingten Vollzug erfüllt. Ein Fall von Art. 42 Abs. 2 

StGB liegt nicht vor. Damit ist zu prüfen, ob auch die subjektiven Voraussetzungen für den 

bedingten Vollzug vorliegen. 

 

 Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs setzt das Fehlen einer ungünstigen Prognose 

voraus. Es dürfen keine Gründe für die Befürchtung bestehen, der Täter werde sich in 

Zukunft nicht bewähren63. Eine günstige Prognose wird vermutet. Die Vermutung kann 

allerdings widerlegt werden, wenn die Tatumstände, das Vorleben, der Leumund oder 

weitere Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten 

auf seine Bewährung zulassen, dagegen sprechen64.  

 

 Der Beschuldigte ist Vater zweier Kinder im Primarschulalter, welche er abwechselnd mit 

seiner Partnerin betreut; er bewirtschaftet als selbständiger Landwirt einen Hof. Es 

besteht somit ein familiärer und gesellschaftlicher Rahmen, von welchem eine 

stabilisierende Wirkung hinsichtlich der Bewährungsaussichten des Beschuldigten 

angenommen werden kann. Zu berücksichtigen ist sodann, dass er sich nach der Tat 

freiwillig in psychiatrische Behandlung begeben hat. Darüber hinaus ist der Beschuldigte 

nicht vorbestraft und hat sich seit den hier zu beurteilenden Vorfällen nichts weiter zu 

Schulden kommen lassen. Mithin spricht nichts gegen eine günstige Prognose. Der 

Vollzug der Strafe ist folglich bedingt aufzuschieben. 

 

Gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB bestimmt das Gericht eine Probezeit von zwei bis fünf 

Jahren, wenn es den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise aufschiebt. Vorliegend ist 

die gesetzliche Mindestprobezeit von zwei Jahren anzusetzen. Der Beschuldigte wird im 

Sinne von Art. 44 Abs. 3 StGB ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die bedingte Strafe 

gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen werden kann, wenn er während der Probezeit ein 

Verbrechen oder Vergehen verüben sollte und deshalb zu erwarten wäre, dass er weitere 

Straftaten verüben wird.  

 

 

                                                
63 BGE 134 IV 97, E. 7.3. 
64 Markus HUG, a.a.O., N. 6 f. zu Art. 42 StGB. 

 

Seite 32 

 

III. Kosten 

 

1. Verfahrenskosten 

 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 

über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO), wobei 

diese Fragen für jede Verfahrensstufe separat zu prüfen sind und demgemäss 

Kostenauflagen und Entschädigungspflichten für diese durchaus verschieden ausfallen 

können65. Die Verfahrenskosten werden vom Kanton getragen, der das Verfahren geführt 

hat; abweichende Bestimmungen dieses Gesetzes bleiben vorbehalten (Art. 423 Abs. 1 

StPO). Art. 426 Abs. 1 StPO sieht vor, dass die beschuldigte Person die 

Verfahrenskosten trägt, wenn sie verurteilt wird.  

 

 Dies trifft hier für die Positionen der erstinstanzlichen Verfahrenskosten (Kosten 

Voruntersuchung, Gebühr für die Vertretung der Anklage an Schranken, erstinstanzliche 

Gerichtsgebühr) uneingeschränkt zu, weshalb diese dem Beschuldigten vollumfänglich 

aufzuerlegen sind.  

 

 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Das Obsiegen oder Unterliegen 

beurteilt sich grundsätzlich nach den Anträgen der rechtsmittelführenden Partei. Unterliegt 

eine Partei nur teilweise, werden die Kosten anteilsmässig verlegt66.  

 

 Vor dem Obergericht wurde A___ zwar auch schuldig gesprochen; er hat jedoch insofern 

obsiegt, als das Strafmass tiefer ausgefallen ist und ihm der bedingte Strafvollzug gewährt 

wird. Es rechtfertigt sich daher, die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr in Höhe von CHF 

4‘500.00 (Art. 29 Abs. 1 lit. b Gebührentarif, bGS 233.3) zu einem Drittel auf die 

Staatskasse zu nehmen. Von einer Gebühr für die Vertretung der Anklage an Schranken 

im Berufungsverfahren wird mangels eines entsprechenden Antrages (act. B 27; Art. 26 

Abs. 1 lit. c Gebührenordnung, bGS 233.3) abgesehen. 

 

 

2. Entschädigung an den Beschuldigten 

                                                
65 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 1 zu Art. 428 StPO. 
66 BGE 123 V 156 E. 3c; YVONA GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar 

zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 428 StPO; Thomas 
Domeisen, Basler Kommentar, StPO, 2. Auf. 2014, N. 6 f. zu Art. 428 StPO.  

 

Seite 33 

 

Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren richten sich 

nach den Artikeln 429-434 (Art. 436 Abs. 1 StPO). Aus den Art. 429-434 StPO folgt ohne 

weiteres, dass bei einem Schuldspruch grundsätzlich kein Raum für eine Entschädigung 

des Beschuldigten bleibt67. Erfolgt weder ein vollständiger oder teilweiser Freispruch noch 

eine Einstellung des Verfahrens, obsiegt die beschuldigte Person aber in andern Punkten, 

so hat sie Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen (Art. 

436 Abs. 2 StPO). Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sie milder bestraft wird68. 

 

 Für das erstinstanzlichen Verfahren ist A___ somit keine Entschädigung zuzusprechen. 

 

 Entsprechend der Verlegung der zweitinstanzlichen Verfahrenskosten ist A___ ein Drittel 

des Aufwands seines Verteidigers im Berufungsverfahren zu ersetzen (E. III. 1.).  

 

 Die Kostennote von RA AA___ in Höhe von CHF 9‘322.55 (act. B 32) ist tarifgemäss (Art. 

13 Abs. 2 i.V.m. Art. 18 Abs. 1 lit. c und Art. 19 Abs. 1 Anwaltstarif, bGS 145.53). Für das 

Berufungsverfahren ist A___ somit eine (reduzierte) Entschädigung von CHF 3‘107.50 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse zuzusprechen. 

 

 

3. Entschädigung an den Privatkläger 

 

3.1 Entschädigung im erstinstanzlichen Verfahren 

 

3.1.1 Vor dem Kantonsgericht reichte der Vertreter des Privatklägers eine Kostennote über 

CHF 62‘866.80 ein (act. 29/2), worin er einen Zeitaufwand von 192.45 Stunden geltend 

machte. Die Vorinstanz  beurteilte die Honorarnote als nicht tarifgemäss, da entgegen Art. 

19 Abs. 2 Anwaltstarif ein Stundensatz von CHF 300.00 statt des mittleren Honorars von 

CHF 200.00 je Stunde angewendet wurde. Des Weiteren wurde beanstandet, dass 

durchwegs ein Mehrwertsteuersatz von 8 % eingesetzt wurde, obwohl der 

Mehrwertsteuersatz erst per 1. Januar 2011 von 7.6 auf 8 % angestiegen war (act. B 2, E. 

7.2, S. 42). Das Kantonsgericht hielt sodann fest, dass der Privatkläger aufgrund der 

Schuldsprüche gegenüber dem Beschuldigen im Strafpunkt obsiegt habe. Dies gelte aber 

nicht für den Zivilpunkt, da die Zivilforderung überwiegend auf den Zivilweg verwiesen 

worden sei. Der Beschuldigte habe dem Privatkläger deshalb lediglich die mit dem 

                                                
67 NIKLAUS SCHMID, a.a.O., N. 1 zu Art. 429 StPO. 
68 YVONA GRIESSER, a.a.O., N. 3 zu Art. 436 StPO mit weiteren Hinweisen; WEHRENBERG/FRANK, 

Basler Kommentar, StPO, 2. Auf. 2014, N. 10 zu Art. 436 StPO. 

 

Seite 34 

Strafpunkt zusammenhängenden Anwaltskosten oder anderweitigen Auslagen zu 

ersetzen (a.a.O.). In der Folge schied die Vorinstanz anhand der 

Stundenzusammenstellung die von ihr als nicht zulässig erachteten Positionen aus und 

gelangte zum Schluss (act. B 2, E. 7.2, S. 43 f.), dem Privatkläger könnten für das Jahr 

2010 insgesamt 21 Stunden mit einem Mehrwertsteuersatz von 7,6 % und ab dem Jahr 

2011 bis und mit der Hauptverhandlung im Jahr 2015 total 63 Stunden mit einem 

Mehrwertsteuersatz von 8 % zugerechnet werden. Hinzu kämen die geltend gemachten 

Barauslagen von CHF 475.00, welche ermessensweise je zur Hälfte mit einem 

Mehrwertsteuersatz von 7,6 % bzw. einem solchen von 8 % berücksichtigt würden. Bei 

einem mittleren Stundenhonorar von CHF 200.00 sowie den Barauslagen resultiere eine 

Entschädigung von CHF 18‘639.25 (2010: [21 x CHF 200.00 + CHF 237.50] x 1,076 = 

CHF 4‘774.75; 2011: [63 x CHF 200.00 + CHF 237.50] x 1,08 = CHF 13‘864.50). Der 

Beschuldigte sei somit zu verpflichten, dem Privatkläger einen Drittel der 

Parteientschädigung von insgesamt CHF 18‘639.25 zu bezahlen, unter solidarischer 

Haftung mit den Mitbeschuldigten E___ und D___ für den ganzen Betrag.  

 

3.1.2 Der Beschuldigte  verlangte die Aufhebung der Urteilsziffer, welche die Entschädigung an 

den Privatkläger festlegt (act. B 25, S. 3) und liess ausführen, dass CHF 18‘000.00 allein 

für den Strafpunkt nicht gerechtfertigt seien (act. B 36, S. 8 f.). Im Jahre 2012 sei dem 

Privatkläger bereits im Verfahren gegen die Haupttäter eine Entschädigung zugesprochen 

worden. In der Zeit von der Beurteilung des Strafpunktes bei den Schlägern bis zur 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung gegen die Anstifter habe es im Strafpunkt praktisch 

keine Aufwendungen mehr gegeben, da die Einvernahmen alle vorher durchgeführt 

worden seien. Aufwand sei lediglich noch bezüglich des Zivilpunktes angefallen. 

Diesbezüglich sei im Verfahren gegen die Anstifter praktisch das gleiche Plädoyer wie bei 

den Haupttätern gehalten worden. Auch im zweiten Verfahren seien aber keine konkreten 

Zahlen vorgebracht worden.  

 

3.1.3 Staatsanwalt  B___ äusserte sich  zur Kostennote des Privatklägers nicht (act. B 27 und 

B 36, S. 12 ff.). 

 

3.1.4 Der Rechtsvertreter des  Privatklägers  liess vortragen (act. B 28, S. 4 f.), die Kostennote 

vom 17. Juni 2015 führe die Kosten und Aufwendungen detailliert auf. Der betriebene 

Aufwand sei aufgrund der Schwierigkeit, des Umfangs des Prozesses und vor allem 

aufgrund der schwerwiegenden Folgen für den Mandanten mehr als angebracht. Er sei in 

seinem Stall hinterhältig attackiert und mit einer Eisenstange auf brutalste Art und Weise 

niedergeschlagen worden. Die Beschuldigten hätten ausgesagt, dass er sicher für sechs 

Monate ins Krankenhaus gebracht bzw. invalid hätte geschlagen werden sollen. Es 

 

Seite 35 

erstaune nicht, dass der Privatkläger in seinem Stall noch heute mit Nachwirkungen und 

Erinnerungen an den Angriff zu kämpfen habe. Aufgrund dieser einschneidenden Folgen 

der Tat auf den Privatkläger seien die erbrachten Aufwendungen erforderlich gewesen, 

um diesen angemessen vertreten zu können. Es stelle sich vielmehr die Frage, ob die 

Berufung der Beschuldigten betreffend die Parteientschädigung eine mutwillige 

Prozessführung darstelle und damit unnötige Kosten verursache. Schliesslich sei die 

Kostennote im Urteil vom 17. Juni 2015 bereits auf das Nötigste gekürzt worden. Eine 

weitere Kürzung würde das verfassungsmässige Grundrecht des Privatklägers auf einen 

Rechtsbeistand verletzen.  

 

3.1.5 Die Privatklägerschaft hat nach Art. 433 Abs. 1 StPO gegenüber der beschuldigten 

Person unter anderem Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige 

Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt. Ein Obsiegen ist sicher dann gegeben, 

wenn die beschuldigte Person im Strafpunkt schuldig gesprochen wird und wenn der 

Privatklägerschaft die geltend gemachte Zivilforderung zugesprochen wird69. Vorliegend 

hat der Privatkläger im Schuldpunkt obsiegt, jedoch nicht im Zivilpunkt, da die 

Zivilforderung überwiegend auf den Zivilweg verwiesen wurde. Der Beschuldigte hat dem 

Privatkläger daher nur die mit dem Strafpunkt zusammenhängenden Anwaltskosten oder 

anderweitigen Auslagen zu entschädigen70. 

 

Entschädigungsforderungen müssen vor dem Ende des Verfahrens beantragt werden, 

andernfalls verwirkt die Privatklägerschaft ihren Anspruch auf Entschädigung. Dabei ist 

der Antrag „unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin“ 

alleine nicht ausreichend. Der Untersuchungsgrundsatz gilt hier nicht71. Ein ausreichender 

Antrag erfordert eine Bezifferung und einen Beleg, andernfalls tritt die Strafbehörde auf 

diesen nicht ein (Art. 433 Abs. 2 StPO). Neben den Anwaltskosten sind auch die weiteren 

Aufwendungen zu beziffern. All dies ist zudem, unter anderem unter Einreichung einer 

detaillierten Kostennote, zu belegen72. 

 

3.1.6 Das Kantonsgericht hat den Verfahrensbeteiligten am 21. Mai 2015 Gelegenheit gegeben, 

ihre Kostennoten einzureichen, wovon diese in der Folge auch Gebrauch machten (act. 

27, act. 28/2, act. 29/2 und act. 31).  

 

                                                
69  WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N 10 zu Art. 433 StPO. 
70  WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N. 11 zu Art. 433 StPO; NIKLAUS Schmid, a.a.O., N. 3 zu Art. 433 

StPO; BGE 139 IV 102 E. 4. 
71 WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N. 22 zu Art. 433 StPO mit weiteren Hinweisen. 
72 WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N. 24 zu Art. 433 StPO; YVONA GRIESSER, a.a.O., N. 4 f. zu Art. 

433 StPO.  

 

Seite 36 

3.1.7 Nach dem Gesagten hätte der Rechtsvertreter des Privatklägers die Aufwendungen zum 

Strafpunkt grundsätzlich bereits im erstinstanzlichen Verfahren detailliert darlegen 

müssen, angesichts der Begründung der Vorinstanz (vgl. act. B 2, E. 7.2, S. 42) umso 

mehr im Berufungsverfahren. Die Ausscheidung der Positionen für den Strafpunkt resp. 

für die Zivilforderung ist aufgrund der Stundenzusammenstellung und unter Zuhilfenahme 

der Akten ohne weiteres möglich und zumutbar.  

 

Da der Privatkläger seiner Aufgabe, die notwendigen Aufwendungen nachzuweisen nicht 

nachgekommen ist, ist es nicht Sache des Gerichts, die eingereichte Kostennote 

entsprechend zu prüfen (wie es die Vorinstanz mit einlässlicher Begründung getan hat). 

Nach Art. 433 Abs. 2 StPO könnte der Entschädigungsanspruch des Privatklägers 

mangels Nachweis der im Strafpunkt gemachten Bemühungen vollumfänglich 

abgewiesen werden. Da es aber naheliegend ist, dass auch nach dem Urteil gegen die 

Haupttäter im Zusammenhang mit dem Strafpunkt noch gewisse Bemühungen erbracht 

wurden, bestimmt das Obergericht die Entschädigung nach Ermessen, d.h. macht eine 

Schätzung (Art. 4 Abs. 2 Anwaltstarif).  

 

Vorwegzunehmen ist, dass die vom Privatkläger geltend gemachten 192,45 Stunden - vor 

allem im Vergleich mit den Kostennoten der Verteidiger - als viel zu hoch erscheinen und 

der geltend gemachte Aufwand im Zusammenhang mit dem Strafpunkt - zum Teil - nicht 

nachvollziehbar ist: Zum Beispiel ein 17-minütiges Telefon von RA L___ mit der 

Sekretärin der Staatsanwaltschaft am 18. Oktober 2010. Oder die Eingaben von RA L___ 

im Zusammenhang mit dem Antrag auf Untersuchungshaft bezüglich A___, der letztlich 

durch den leitenden Staatsanwalt abgewiesen wurde (Vorverfahren act. 22). Dafür haben 

nicht die Beschuldigten aufzukommen.  

 

Vor dem Kantonsgericht machte der Verteidiger von A___ einen Aufwand von 103,36 

Stunden geltend (act. B 34), derjenige von E___ einen solchen von 59 Stunden (act. 40) 

und derjenige von D___ von 24 Stunden (act. 39). Im Durchschnitt sind das rund 60 

Stunden, also etwa 7 Arbeitstage à 8,5 Stunden. Diese Zahl erscheint realistisch, wenn 

man dem Rechtsvertreter des Privatklägers überschlagsmässig 2 Tage für Akten- und 

Rechtsstudium nach der Hauptverhandlung gegen die Haupttäter (welche mit CHF 

10‘919.20 separat entschädigt worden ist, Vorverfahren act. 69.1), 2 Tage für 

Besprechungen, Telefone sowie Schriftverkehr etc., 2 Tage für die Vorbereitung der 

Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht und 1 Tag für die Teilnahme an der 

Hauptverhandlung, insgesamt somit 7 Tage, zubilligt.  

 

 

Seite 37 

3.1.8 Das Honorar im Strafverfahren kann in Anwendung von Art. 13 Abs. 2 Anwaltstarif auch 

nach Zeitaufwand bemessen werden. In diesem Fall beträgt das mittlere Honorar 

CHF 200.00 je Stunde (Art. 19 Abs. 2 Anwaltstarif). Bei 60 Stunden beläuft sich die 

Entschädigung somit auf CHF 12‘000.00. Dazu kommen pauschal 4 % Barauslagen 

(CHF 480.00) und 8 % Mehrwertsteuer (CHF 998.40). Insgesamt ist dem Privatkläger 

somit eine Entschädigung in Höhe von CHF 13‘478.40 (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zuzusprechen.  

 

 Sind mehrere beteiligte Personen kostenpflichtig, so sind die Kosten gemäss Art. 418 

Abs. 1 StPO anteilsmässig aufzuerlegen, wobei gemäss Art. 418 Abs. 2 StPO für 

gemeinsam verursachte Kosten eine solidarische Haftung der kostenpflichtigen Personen 

angeordnet werden kann. Demzufolge ist der Beschuldigte zu verpflichten, dem 

Privatkläger für das erstinstanzliche Verfahren einen Drittel der Parteientschädigung von 

insgesamt CHF 13‘478.40 zu bezahlen, unter solidarischer Haftung mit den 

Mitbeschuldigten E___ und D___ für den ganzen Betrag. 

 

 

 

3.2 Entschädigung im Berufungsverfahren 

 

3.2.1 Im Berufungsverfahren reichte der Rechtsvertreter des Privatklägers  eine Kostennote 

über CHF 9‘771.85 ein, was einem Aufwand von 43.5 Stunden entspricht (act. B 30). 

Dazu führte er aus (act. B 28, S. 5 f.), RA CC___, welchen er heute vertrete, habe dem 

Gericht bereits im Januar 2017 mitgeteilt, dass er an der Verhandlung vom 9. Juni 2017 

aufgrund eines andern wichtigen Termins nicht teilnehmen könne. Eine Verschiebung der 

Berufungsverhandlung sei vom Gericht abgelehnt worden. Entgegenkommenderweise 

habe RA CC___ sich damit einverstanden erklärt, eine Vertretung zu organisieren. Dabei 

habe er kommuniziert, dass sein Vertreter sich in die umfangreichen Akten einarbeiten 

und diese studieren müsse. Ein damit zusätzlich anfallender Aufwand sei also 

entsprechend genehmigt worden. Es handle sich um ein sehr umfangreiches, langjähriges 

Verfahren. In der heutigen Kostennote widerspiegle sich das Studieren und Aufarbeiten 

der Akten der letzten sieben Jahre. Betreffend die Angemessenheit und Notwendigkeit 

des Zeitaufwands könne auf die vorhin gemachten Ausführungen zur Kostennote vom 17. 

Juni 2015 verwiesen werden.  

 

3.2.2 RA AA___  bezeichnete die Kostennote des Privatklägers für das Berufungsverfahren in 

Höhe von CHF 9‘771.85 als nicht akzeptabel, da dieser keine Anträge gestellt habe und 

es nicht mehr um die Zivilforderungen gegangen sei; diese seien vom Kantonsgericht 

 

Seite 38 

rechtskräftig auf den Zivilweg verwiesen worden (act. B 36, S. 16). Im Strafpunkt seien 

ebenfalls keine Aufwendungen angefallen, da im Berufungsverfahren nicht Stellung 

genommen worden sei. Es gehe also einzig um die heutige Verhandlung. Dafür habe kein 

grosses Aktenstudium betrieben werden müssen. Der Privatkläger habe an der 

Verhandlung nicht teilgenommen und habe nicht instruiert werden müssen. Es hätten 

auch keine Beweise beschafft werden müssen. Für den gestellten Antrag hätte RA CC___ 

seinen Substituten ohne weiteres innerhalb einer Stunde instruieren können. Alles, was 

über die heutige Verhandlung hinausgehe, sei daher abzuweisen. Im Übrigen fehle das 

Leistungsjournal, um den geltend gemachten Aufwand zu überprüfen.  

 

3.2.3 Staatsanwalt  B___ nahm zur heute eingereichten Kostennote des Privatklägers nicht 

Stellung (act. B 36, S. 12 ff.).  

 

3.2.4 Wie oben (E. III. 3.1.7) dargelegt, kann das Honorar in Strafverfahren nach Zeitaufwand 

bemessen werden (Art. 13 Abs. 2 i.V.m. Art. 18 Abs. 1 lit. c Anwaltstarif).  

 

 Es trifft zu, dass RA CC___ an der Berufungsverhandlung aufgrund anderweitiger 

Verpflichtungen nicht persönlich teilnehmen konnte und sich freundlicherweise vertreten 

liess. Selbstredend ist die Einarbeitung und Instruktion des Vertreters unter diesen 

Umständen, ebenso wie die Teilnahme an der heutigen Verhandlung, zu entschädigen. 

Zu berücksichtigen ist indessen, dass unnötiger Aufwand ausser Betracht fällt (Art. 18 

Abs. 2 Anwaltstarif), die Zivil- und Genugtuungsforderung des Privatklägers durch die 

Vorinstanz rechtskräftig auf den Zivilweg verwiesen worden ist und dieser im 

Berufungsverfahren keine eigenen Anträge gestellt hat. Mithin hatte er sich lediglich zur 

Kostennote vom 17. Juni 2015 zu äussern, welche von den Beschuldigten angefochten 

worden ist. Dafür erscheint der verlangte Aufwand von 43,5 Stunden als unangemessen 

hoch. Dies auch im Vergleich zur Kostennote des Verteidigers von E___, der sich für die 

Berufungsverhandlung ebenfalls vertreten lassen musste und lediglich einen Aufwand von 

14,92 Stunden geltend macht (O1S 15 16, act. B 20). Dabei hatte sich der Letztere nicht 

nur zur Parteientschädigung, sondern auch zum Strafmass und zum Strafvollzug zu 

äussern.  

 

 Unter diesen Umständen und in Anbetracht der Tatsache, dass die Berufungsverhandlung 

einen ganzen Tag dauerte, kann ein Aufwand von maximal 20 Stunden gerade noch als 

angemessen bezeichnet werden. Zusammen mit einer Pauschale von 4 % für 

Barauslagen (CHF 160.00) und 8 % für die Mehrwertsteuer (CHF 332.80) erscheint für 

das Berufungsverfahren somit eine Entschädigung von CHF 4‘492.80 als gerechtfertigt.  

 

 

Seite 39 

Im Vergleich zu der durch die erste Instanz zugesprochenen Entschädigung in Höhe von 

CHF 18‘639.25 wurde dem Privatkläger im Berufungsverfahren lediglich eine 

Parteientschädigung von CHF 13‘478.40 gewährt (E. III. 3.1.8); im Berufungsverfahren 

hat er also mit 72 % obsiegt. Entsprechend ist auch die Entschädigung für das 

Berufungsverfahren auf 72 % oder CHF 3‘235.00 festzusetzen.  

 

 Auch für diese Kosten haben die Beschuldigten grundsätzlich anteilsmässig und 

solidarisch einzustehen (Art. 418 Abs. 1 und 2 StPO). Zu beachten ist indes, dass sie im 

Berufungsverfahren mit ihren Anträgen bezüglich der Parteientschädigung in 

unterschiedlichem Masse obsiegt haben.  

 

 A___ verlangte die Aufhebung der Parteientschädigung ohne zu sagen, in welchem 

Umfang er eine solche als gerechtfertigt erachtet (act. B 1 und B 25). Folglich ist er 

bezüglich der durch das Obergericht schlussendlich zugesprochenen Entschädigung von 

CHF 13‘478.40 vollumfänglich unterlegen und er hätte den Privatkläger für das 

Berufungsverfahren mit CHF 3‘235.00 zu entschädigen. Bei E___, welcher eine 

Parteientschädigung von CHF 10‘000.00 zugestanden hat, beträgt das Verhältnis von 

Obsiegen und Unterliegen gegenüber dem Privatkläger 60 % zu 40 %. D___ hat eine 

Parteientschädigung von CHF 8‘000.00 beantragt und hat damit zu 51 % obsiegt; 

entsprechend ist der Privatkläger zu 49 % unterlegen. Wenn man diese Prozentzahlen auf 

die als angemessen erachtete Parteientschädigung für das Berufungsverfahren von 

CHF 3‘235.00 überträgt, ergibt sich folgendes Bild: 

  

  
Antrag vor 
OG Unterliegen 

Unterliegen 
in % 

Anteil an 
Parteikosten 

Anteil an 
Parteikosten   

A___ 0.00 13'478.40 72% 3'235.00 44% 1'423.00 
C___ 18'639.25 5'160.85 28% 1'258.00     
              
E___ 10'000.00 3'478.40 40% 1'797.00 25% 809.00 
C___ 18'639.25 5'160.85 60% 2'695.00     
              
D___ 8'000.00 5'478.40 51% 2'291.00 31% 1'003.00 
C___ 18'639.25 5'160.85 49% 2‘201.00     
          7'323.00   

 

 

 Entsprechend ist A___ zu verpflichten, dem Privatkläger für das Berufungsverfahren 

einen Anteil von CHF 1‘423.00 der Parteientschädigung von insgesamt CHF 3‘235.00 zu 

bezahlen, unter solidarischer Haftung mit E___ und D___ für den ganzen Betrag.  

 

Seite 40 

in teilweiser Gutheissung der Berufung erkennt das Obergericht: 

 

1. Es wird Vormerk genommen, dass das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell 
Ausserrhoden, 3. Abteilung, vom 17. Juni 2015 (K3S 14 3) in Dispositiv  

 
- Ziff. 4 (Zivilforderung) 
- Ziff. 5 (Genugtuungsforderung) 
- Ziff. 8 (Vermögenseinziehung) 
 
mangels Berufung in Rechtskraft erwachsen ist.  

 
 
2. Der Beschuldigte A___ wird schuldig gesprochen 
 

- der Anstiftung zu Angriff im Sinne von Art. 134 i.V.m. Art. 24 StGB (begangen im 
Zeitraum Frühling 2010 bis 8. Juni 2010); 

- der Anstiftung zu einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. 
Art. 24 StGB (begangen im Zeitraum Frühling 2010 bis 8. Juni 2010); 

- der Anstiftung zu Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 i.V.m. Art. 24 StGB 
(begangen im Zeitraum Frühling 2010 bis 8. Juni 2010). 

 
 
3. Er wird, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von einem Tag, verurteilt 

zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten (Art. 47, 49 und 51 StGB). 
 
 
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird bedingt aufgeschoben unter Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren (Art. 42 Abs. 1 StGB). 
 
 
5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus 

- CHF 7‘600.00 Kosten der Voruntersuchung  
- CHF 1‘000.00 Gebühr für die Vertretung der Anklage an Schranken 
- CHF 2‘400.00 erstinstanzliche Gerichtsgebühr 
- CHF 4‘500.00 zweitinstanzliche Gerichtsgebühr 
- CHF  15‘500.00 insgesamt, 

 
werden im Betrag von CHF 1‘500.00 auf die Staatskasse genommen und im Betrag von 
CHF 14‘000.00 dem Beschuldigten A___ auferlegt. 

 
 
6. Dem Beschuldigten wird für das erstinstanzliche Verfahren keine Entschädigung 

zugesprochen. 
 
 
7. Für das Berufungsverfahren wird A___ für die Kosten seiner Verteidigung eine 

(reduzierte) Entschädigung von CHF 3‘107.50 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) 
aus der Staatskasse zugesprochen. 

 
 
8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das erstinstanzliche Verfahren 

einen Drittel der Parteientschädigung von insgesamt CHF 13‘478.40 zu bezahlen, unter 
solidarischer Haftung mit den Beschuldigten E___ und D___ für den ganzen Betrag. 

 
 

 

Seite 41 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das Berufungsverfahren einen 
Anteil von CHF 1‘423.00 der Parteientschädigung von insgesamt CHF 3‘235.00.00 zu 
bezahlen, unter solidarischer Haftung mit E___ und D___ für den ganzen Betrag.  

 
 
10. Gegenüber dem Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft ist das vorliegende Urteil am 

15. Juni 2017 in Rechtskraft erwachsen, nachdem diese auf die Ergreifung eines 
Rechtsmittels verzichtet haben.  

 
 
11. Rechtsmittel:   

Gegen dieses Urteil kann der Privatkläger innert 30 Tagen seit der Zustellung 
Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 78 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal Fédéral 29, 1000 Lausanne 
14, schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene 
E