# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48014a17-4cdf-5658-baa9-b1494f5aeb75
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.10.2018 SK 2017 471
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-471_2018-10-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 17 471

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. Oktober 2018 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Vicari und Oberrichterin Hubschmid Volz
Gerichtsschreiberin Bettler

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
amtlich vertreten durch Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Sexuelle Handlungen mit Kind

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 8. September 2017 (PEN 2016 337)

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Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................3
2. Berufung....................................................................................................................3
3. Beweisergänzungen..................................................................................................3
4. Anträge der Parteien .................................................................................................4
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................4

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ..................................................................................5
6. Ausgangslage............................................................................................................5
7. Beweismittel ..............................................................................................................5
8. Beweiswürdigung ......................................................................................................5

8.1 Aussagen der Privatklägerin ............................................................................5
8.2 Aussagen des Beschuldigten...........................................................................8
8.3 Abgelehnter Beweisantrag .............................................................................12
8.4 Aussagen der übrigen befragten Personen ...................................................13
8.5 Beweisergebnis und erwiesener Sachverhalt ................................................14

III. Rechtliche Würdigung ....................................................................................................14
9. Rechtliche Grundlagen............................................................................................14
10. Subsumtion .............................................................................................................15

IV.Strafzumessung .............................................................................................................16
11. Überprüfung durch die Kammer ..............................................................................16
12. Anwendbares Recht ................................................................................................16
13. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen....................................................................17
14. Tatkomponenten .....................................................................................................17

14.1 Objektive Tatkomponenten ............................................................................17
14.2 Subjektive Tatkomponenten...........................................................................18
14.3 Fazit Tatkomponenten ...................................................................................18

15. Täterkomponenten ..................................................................................................18
16. Strafmass und Strafart ............................................................................................18
17. Strafvollzug..............................................................................................................19

V. Zivilpunkt ........................................................................................................................20
VI.Kosten und Entschädigung ............................................................................................20

18. Verfahrenskosten ....................................................................................................20
19. Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin.............................................20

VII. Verfügungen ..............................................................................................................22
VIII. Dispositiv ...................................................................................................................23

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) verurteilte A.________ (nach-
folgend: Beschuldigter) mit Urteil vom 8. September 2017 wegen sexueller Hand-
lung mit Kind, begangen am 5. Mai 2015 in Bern z.N. von C.________ (Straf- und 
Zivilklägerin, nachfolgend: Privatklägerin), zu einer bedingten Geldstrafe von 
48 Tagessätzen zu CHF 140.00, ausmachend total CHF 6‘720.00, zu einer Verbin-
dungsbusse von CHF 1‘680.00 sowie zu den Verfahrenskosten, insgesamt be-
stimmt auf CHF 3‘465.00 (pag. 279 f., Ziff. I. erstinstanzliches Urteil).

Im Zivilpunkt verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zur Bezahlung von 
CHF 500.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 5. Mai 2015 an die Privat-
klägerin. Für die Beurteilung der Zivilklage wurden keine Kosten ausgeschieden 
(pag. 281, Ziff. III. erstinstanzliches Urteil).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Schreiben vom 13. September 2017 form- und fristgerecht die Be-
rufung an (pag. 321). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Ver-
fügung vom 24. November 2017 (pag. 330 f.) erklärte der Beschuldigte mit Eingabe 
vom 15. Dezember 2017 form- und fristgerecht die vollumfängliche Berufung 
(pag. 334 ff.). Mit Schreiben vom 22. Dezember 2017 teilte die Generalstaatsan-
waltschaft mit, dass sie auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzich-
tet (pag. 341 f.). Die Privatklägerin erhob keine Anschlussberufung und verzichtete 
auf die Geltendmachung von Nichteintretensgründen (vgl. pag. 347). Gestützt auf 
den Beschluss vom 12. Februar 2016 (pag. 346 ff.) erklärten sich der Beschuldigte 
und die Privatklägerin mit Schreiben vom 14. März 2018 (pag. 355) bzw. 20. März 
2018 (pag. 357) mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden. 
Mit Verfügung vom 21. März 2018 wurde die Durchführung eines schriftlichen Ver-
fahrens angeordnet (Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]; pag. 359 f.).

Mit Eingabe vom 23. April 2018 begründete der Beschuldigte seine Berufung 
(pag. 371 ff.). Die Privatklägerin nahm mit Eingabe vom 23. Mai 2018 Stellung und 
reichte gleichzeitig ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein (pag. 392 ff.; 
pag. 404 ff.). Der Beschuldigte replizierte mit Schreiben vom 25. Juni 2018 
(pag. 416 ff.). Die Privatklägerin reichte zur Ergänzung ihres Gesuchs um unent-
geltliche Rechtspflege am 29. Juni 2018 verschiedene Unterlagen ein (pag. 426 ff.) 
und verzichtete mit Schreiben vom 3. Juli 2018 auf eine Duplik (pag. 448). 

3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein ak-
tueller Strafregisterauszug und ein aktueller Leumundsbericht über den Beschuldig-
ten eingeholt, inkl. Erhebungsformular über die wirtschaftlichen Verhältnisse 
(pag. 363; pag. 364 ff.). 

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Der von der Verteidigung im Rahmen der Berufungserklärung vom 15. Dezember 
2017 gestellte Beweisantrag, es sei E.________ als Auskunftsperson zu befragen 
(pag. 335), wurde mit Beschluss vom 12. Februar 2018 abgewiesen (pag. 346 ff.; 
vgl. auch Ziff. II. 8.3 hinten).

4. Anträge der Parteien 

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten fol-
gende Anträge (pag. 386): 
I. Strafpunkt

Die Ziffer I des Urteils des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 8. September 2017 sei aufzuheben 
und der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen von der Anschuldigung der

1. Sexuellen Handlung mit Kind, angeblich begangen am 5. Mai 2015 in Bern, z.N. von C.________.

2. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuer-
legen.

3. A.________ sei für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren für die Ausübung seiner Verteidi-
gungsrechte eine Entschädigung in Höhe der aktenkundigen Honorar- und Kostennote (Kosten 
erste Instanz) sowie der noch nachzureichenden Honorar- und Kostennote (Kosten zweite In-
stanz) zuzusprechen.

4. A.________ sei eine Genugtuung in richterlich zu bestimmender Höhe, jedoch mindestens 
CHF 1'000.00, zuzusprechen.

II. Zivilpunkt

Die Ziffern Il und Ill des Urteils des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 8. September 2017 seien 
aufzuheben und es sei

1. die Zivilklage der Privatklägerin abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen;

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Privatklägerin.

III. Weitere Verfügungen

Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen vorzunehmen.

Fürsprecherin D.________ stellte und begründete namens der Privatklägerin fol-
gende Anträge (pag. 393):
1. Der Berufungsführer sei im Sinne des erstinstanzlichen Urteils der sexuellen Handlung mit Kind, 

begangen am 05.05.2015 in Bern z.N. von C.________ schuldig zu sprechen.

2. Der Berufungsführer sei zu verurteilen

a. zu einer gerichtlich zu bestimmenden Sanktion,

b. zu einer Genugtuung von CHF 500.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 05.05.2015 an C.________,

c. zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten und

d. zum Ersatz der erst- und oberinstanzlichen Parteikosten der Privatklägerin gemäss eingereich-
ten Honorarnoten.

3. Für den Fall der Nichterhältlichkeit der Parteientschädigung vom Berufungsführer sei das amtliche 
Honorar der Unterzeichnerin gemäss eingereichter Honorarnote festzusetzen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat infolge der vollumfänglichen Berufung das gesamte erstinstanzli-
che Urteil zu überprüfen. Sie verfügt dabei als Berufungsgericht über umfassende 
Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO; Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_1068/2015 vom 2. November 2016 E. 1.4.2 mit Hinwei-
sen) und ist aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten an das Ver-

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schlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Ausgangslage

Dem Beschuldigten wird im Strafbefehl vom 16. März 2016 (pag. 194) – der als 
Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – sexuelle Handlungen mit Kind, began-
gen am 5. Mai 2015 in Bern, zur Last gelegt: 

Der Beschuldigte soll die knapp 15-jährige Privatklägerin angesprochen und ge-
fragt haben, ob sie ihm helfen könne; was diese bejaht habe. Er sei dann der Pri-
vatklägerin immer näher gekommen, so dass diese von ihm habe zurückweichen 
müssen. Der Beschuldigte habe die Privatklägerin gebeten, die Schuhe auszuzie-
hen; was sie abgelehnt habe. Daraufhin habe der Beschuldigte die Privatklägerin 
am Arm gepackt und festgehalten. Mit der anderen Hand habe er sie über den 
Kleidern bewusst und in sexueller Absicht an der Brust berührt. Er habe die Brust 
seitlich berührt und sei mit der Hand von oben über die Brust nach unten gefahren. 
Die Privatklägerin habe dann zu schreien begonnen und den Beschuldigten weg-
gestossen. Der Beschuldigte habe daraufhin den Ort des Geschehens fluchtartig 
verlassen (pag. 194).

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass der Beschuldigte nicht bestreitet, die Pri-
vatklägerin angesprochen zu haben. Er bestreitet auch nicht, sie an der Brust 
berührt zu haben. Jedoch bestreitet er, die Privatklägerin gebeten zu haben, die 
Schuhe auszuziehen. Er habe ihr bloss ein Kompliment für ihre Schuhe gemacht 
und habe sie aufgrund ihrer Reaktion auf seinen Versuch, ihr zum Abschied die 
Hand zu geben, höchstens unbewusst an der Brust berührt. Zudem macht er gel-
tend, er habe angenommen, sie sei 19 bis 22 Jahre alt (pag. 287, S. 4 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). 

7. Beweismittel

Der Kammer liegen als Beweisgrundlage hauptsächlich subjektive Beweismittel in 
Form von Aussagen vor, wobei zur Feststellung des Sachverhalts in erster Linie die 
Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten zu analysieren sind. Die Vor- 
instanz hat diese Aussagen sowie die Aussagen der übrigen befragten Personen 
(F.________, G.________ und H.________) ausführlich wiedergegeben (pag. 291 
ff., S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf kann verwiesen wer-
den. Soweit ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den einzelnen 
Beweismitteln nötig sind, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden Beweis-
würdigung der Kammer. 

8. Beweiswürdigung 

8.1 Aussagen der Privatklägerin 

Die Privatklägerin sagte an der Videoeinvernahme vom 6. Mai 2015 (pag. 96 ff.; 
pag. 102) und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. Septem-

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ber 2017 (pag. 256 ff.) im Kerngeschehen konstant und gleichbleibend aus. Ihre 
Aussagen zeichnen sich durch das Fehlen jeglicher Lügensignale und durch zahl-
reiche Realitätskriterien aus.

Die Privatklägerin schilderte den Vorfall mehrfach detailliert, stimmig und nachvoll-
ziehbar (pag. 102 14:12 ff.; pag. 257 Z. 17 ff.). Das Erzählte wirkt selbst erlebt und 
ist individuell durchzeichnet. So führte sie beispielsweise an der Videoeinvernahme 
am Tag nach dem Vorfall aus, der Beschuldigte sei auf sie zugekommen und habe 
sie gefragt, ob sie ihm helfen könne, was sie bejaht habe. Er habe dann gefragt, ob 
sie ihren Schuh ausziehen könne. Sie habe gesagt «nein, wieso?» (pag. 102 14:12 
f.). Er sei dann immer näher gekommen, habe sie am Arm gepackt und habe ge-
sagt «bitte, zieh deinen Schuh aus», was sie verneint habe (pag. 102 14:15 f.; 
14:17). Dann habe er sie an der Brust angefasst. Sie habe geschrien, habe seine 
Hand weggestossen und dann sei er weggegangen (pag. 102 14:12 f.; 14:15; 
14:17). Der Beschuldigte habe sie seitlich an der Brust angefasst und sei dann mit 
seiner Hand nach unten gefahren. Die Privatklägerin zeigte der Polizistin vor, dass 
der Beschuldigte mit seiner Hand bis unter ihre Brust gegangen sei und sie dann 
seine Hand weggestossen habe (pag. 102 14:18 f., vgl. auch 14:21). 

Die Verteidigung bringt vor, die Privatklägerin habe den Vorfall versehentlich und 
aus der Überraschungssituation heraus anders wahrgenommen und interpretiert. 
Ihre Aussagen würden auf einem Missverständnis beruhen (pag. 372 f.). An der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe die Privatklägerin ausgesagt, sie glaube, 
dass es ein bewusstes, absichtliches Berühren der Brust gewesen sei. Dies zeige, 
dass die Privatklägerin nicht mit letzter Sicherheit bestätigen könne, dass die 
Berührung absichtlich stattgefunden habe (pag. 373). 

Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Die Verteidigung verkennt, dass 
die Privatklägerin den Tathergang bzw. das Kerngeschehen ganz anders schilder-
te, als der Beschuldigte selber (vgl. zu den Aussagen des Beschuldigten Ziff. II. 8.2 
hinten). Gemäss den Aussagen der Privatklägerin habe der Beschuldigte sie gebe-
ten, ihre Schuhe ausziehen, was sie abgelehnt habe. Er sei dann immer näher ge-
kommen, habe sie am Arm gepackt und sie noch einmal gebeten, die Schuhe aus-
zuziehen. Dann habe er sie an der Brust berührt und sei mit der Hand über die 
Brust nach unten gefahren (vgl. pag. 102 14:12 ff.; pag. 257 Z. 17 ff.). Besonders 
hervorzuheben ist, dass die Privatklägerin mehrfach zu Protokoll gab, der Beschul-
digte habe sie am Arm gepackt (pag. 102 14:12 f.; 14:15 f.; 14:17; 14:20; 14:22). 
Es gibt keine Hinweise, dass die Aussagen der Privatklägerin nicht dem tatsächlich 
Erlebten entsprechen und sie einem Missverständnis unterlegen ist. Aus ihren 
Aussagen geht vielmehr hervor, dass die Berührung der Brust absichtlich stattfand. 
Dass die Privatklägerin an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die Frage des 
Gerichtspräsidenten, ob es für sie ein bewusstes, absichtliches Berühren gewesen 
sei, mit «Ja. Also ich glaube schon. Sonst wäre es ja nicht so weit gekommen» 
(pag. 257 Z. 33 ff.) beantwortete, lässt keinen gegenteiligen Schluss zu. Wie die 
Vorinstanz zutreffend festhielt, zeigt diese Aussage vielmehr, dass die Privatkläge-
rin differenziert und überlegt aussagte und nicht aggravierte (pag. 293, S. 10 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Einwand der Verteidigung, dass die Pri-
vatklägerin im Verlauf des Verfahrens nie ernsthaft danach gefragt worden sei, ob 

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es sich nicht um ein Missverständnis gehandelt haben könnte (pag. 374), ist unbe-
helflich. Die Verteidigung erhielt an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung Gele-
genheit, der Privatklägerin Ergänzungsfragen zu stellen, ohne dass sie diese Frage 
aufgeworfen hätte (vgl. pag. 259 Z. 25 ff.; pag. 260 Z. 6 ff.). 

Die Aussagen der Privatklägerin enthalten zudem aussergewöhnliche Nebensäch-
lichkeiten, wie beispielsweise, dass der Beschuldigte am Anfang hin und her gelau-
fen sei und ein Handy in der Hand gehabt habe (pag. 97; pag. 257 Z. 18, Z. 20). 
Als der Beschuldigte immer näher gekommen sei und sie zurückgewichen sei, sei-
en hinter ihr Briefkästen gewesen (pag. 102 Z. 14:15 f., vgl. auch pag. 257 Z. 23). 
Ferner schilderte die Privatklägerin die Gefühle, die das Verhalten des Beschuldig-
ten in ihr auslösten. Sie habe Angst gehabt und habe in der Nacht nicht schlafen 
können (pag. 102; pag. 256 Z. 27). 

In den Aussagen der Privatklägerin sind keine Aggravierungstendenzen ersichtlich. 
So führte sie beispielsweise an der Videoeinvernahme aus, der Beschuldigte sei di-
rekt weggegangen, nachdem sie ihn weggestossen habe (14:13; 14:16; 14:17). Der 
Vorfall habe vielleicht ein paar Sekunden gedauert (14:19). Am Arm habe er sie 
nicht so fest gepackt, einfach normal. Es sei nicht so fest gewesen, dass es wehge-
tan habe. Sie habe es aber trotzdem gespürt. Auch an der Brust habe er sie nicht 
fest gedrückt. Sonst habe er sie nirgends berührt (14:22). Die Privatklägerin hätte 
mehrmals Gelegenheit gehabt, den Vorfall schlimmer darzustellen und die Hand-
lungen des Beschuldigten schwerwiegender erscheinen zu lassen, als sie dies ge-
macht hat. Der Umstand, dass die Privatklägerin den Beschuldigten nicht unnötig 
belastete und klar differenzierte, deutet darauf hin, dass sie die Wahrheit sagte. 
Hätte sie den Vorfall erfunden, wäre es ein Einfaches gewesen, die Erzählungen 
aufzubauschen.

Das Verhalten der Privatklägerin nach dem Vorfall spricht ebenfalls für die Glaub-
haftigkeit ihrer Aussagen. Sie ging am 5. Mai 2015 um 13:55 Uhr, und damit unmit-
telbar nach dem Vorfall, zusammen mit ihrer Mutter zu Polizei und erstattete An-
zeige (pag. 25). Wie bereits erwähnt ist nicht davon auszugehen, dass die Privat-
klägerin einem Missverständnis unterlegen ist. Entgegen der Auffassung der Ver-
teidigung lässt sich die Anzeigeerstattung nicht damit erklären, dass die Privatklä-
gerin die Situation subjektiv anders wahrgenommen hat (vgl. pag. 375). 

Der Kammer ist die von der Verteidigung zitierte Literatur zur Aussagepsychologie 
bekannt (pag. 376). Vorliegend gibt es jedoch keine Hinweise, dass die Aussagen 
der Privatklägerin durch Fremd- oder Autosuggestion entstanden sind. Gegen eine 
Fremdbeeinflussung spricht zunächst die Entstehungsgeschichte der belastenden 
Aussagen. Die Rechtsvertreterin der Privatklägerin wies zu Recht darauf hin, dass 
die Privatklägerin den Vorfall von Anfang an als sexuellen Übergriff verstand und 
ihr Umfeld entsprechend aufgewühlt darüber informierte (vgl. pag. 396). Soweit die 
Verteidigung vorbringt, der Vorfall habe sich im Laufe der Zeit zu einem sexuellen 
Missbrauch manifestiert (pag. 376), verkennt sie, dass die Privatklägerin unmittel-
bar nach dem Vorfall zur Polizei ging und Anzeige erstattete (vgl. pag. 25). Für die 
Kammer bestehen keine Zweifel daran, dass die Schilderungen der Privatklägerin 
erlebnisbasiert sind.

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Weiter hielt die Vorinstanz fest, auf der Videoaufnahme der ersten Einvernahme sei 
ersichtlich, dass die Privatklägerin im Zeitpunkt des Vorfalls gut Deutsch gespro-
chen habe. Ein Missverständnis zwischen einem Kompliment zu den Schuhen und 
der Aufforderung, den Schuh auszuziehen, erscheine damit undenkbar. In diesem 
Zusammenhang sei auch zu erwähnen, dass die Aufforderung, den Schuh auszu-
ziehen, für die Privatklägerin keine sexuelle Komponente gehabt habe. Sie habe 
nichts von den Vorlieben des Beschuldigten für Schuhe bzw. an Schuhen zu rie-
chen gewusst. Ein entsprechendes «Erfinden» sei in dieser Hinsicht aus der Sicht 
des Gerichts auszuschliessen (pag. 294, S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Diesen Ausführungen ist vollumfänglich zuzustimmen. 

Schliesslich ist nicht ersichtlich, weshalb die Privatklägerin den ihr unbekannten 
Beschuldigten zu Unrecht belasten und sich einem für sie belastenden Strafverfah-
ren aussetzen sollte. Auf das Vorbringen der Verteidigung, wonach die Privatkläge-
rin den Vorfall subjektiv anders wahrgenommen habe (pag. 375), wurde bereits 
mehrfach eingegangen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin eine 
Vielzahl an verschiedensten Realkennzeichen aufweisen. Ein stereotypes Aussa-
geverhalten ist ebenso wenig erkennbar wie allfällige Lügensignale. Ihre Aus-
führungen sind schlüssig und fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusam-
men. Die Kammer erachtet deshalb die Aussagen der Privatklägerin – in Überein-
stimmung mit der Vorinstanz – als glaubhaft.

8.2 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestritt in sämtlichen Einvernahmen, die Privatklägerin gebeten 
zu haben, ihre Schuhe auszuziehen (pag. 107 Z. 182 ff., Z. 188 f.; pag. 115 Z. 113 
ff.). Ferner bestritt er, die Privatklägerin am Arm gepackt und absichtlich an der 
Brust berührt zu haben (pag. 107 Z. 175 f., Z. 182 ff., Z. 213; pag. 116 Z. 153 ff., 
Z. 158 ff.; pag. 126 Z. 163 ff.). Der Beschuldigte schilderte den Vorfall wiederholt 
so, dass er die Privatklägerin angesprochen habe und sie erschrocken und zu-
sammengezuckt sei. Er habe ihr ein Kompliment für ihre Schuhe gemacht und ha-
be sie dann gefragt, ob sie wisse, ob es bei der Schule eine Mensa gebe. Als sie 
dies verneint habe, habe er sich bedankt und habe ihr die Hand geben wollen. Sie 
sei erschrocken und zusammengezuckt. Dabei habe er sie mit seiner Hand berührt. 
Er habe sich entschuldigt und sei weitergegangen (pag. 105 Z. 87 ff.; pag. 106 
Z. 129 ff.; pag. 113 Z. 25 ff.; pag. 123 Z. 50 f., Z. 63 f., Z. 66 ff., Z. 73 ff.; pag. 124 
Z. 110 ff.; pag. 263 Z. 15 ff.). Dass die Privatklägerin geschrien und ihn weggestos-
sen habe, bestritt der Beschuldigte (pag. 107 Z. 218; pag. 116 Z. 172 ff.; pag. 126 
Z. 172 ff., Z. 180; pag. 264 Z. 32 ff.; pag. 265 Z. 3). 

Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen nicht grundsätzlich widersprüchlich 
und können nicht von Vornherein als unglaubhaft bezeichnet werden. Wie nachfol-
gend aufzuzeigen ist, gibt es allerdings verschiedene Aspekte, die seine Aussagen 
als deutlich weniger überzeugend erscheinen lassen als diejenigen der Privatkläge-
rin.

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Auffallend ist, dass der Beschuldigte im Verlauf des Verfahrens immer mehr Kör-
perstellen erwähnte, die er allenfalls berührt haben könnte. Zudem beschrieb er die 
Handbewegung der Privatklägerin immer ausführlicher. 

In seinen ersten Aussagen an der polizeilichen Einvernahme vom 5. Mai 2015 
(pag. 103 ff.) schilderte der Beschuldigte, die Privatklägerin habe ihre Arme hoch-
gezogen, als er ihr die Hand habe geben wollen. Dabei sei sie an seine Hand ge-
stossen und er habe wohl mit seinen Fingern «ihren Vorbau» getroffen (pag. 105 
Z. 92 ff.). In derselben Einvernahme führte der Beschuldigte dann aus, die Privat-
klägerin sei zusammengezuckt und deshalb habe ihre Hand seinen Arm getroffen 
und er habe sie dann mit seiner Hand am Arm oder an der Brust berührt. «Eher die 
Brust, denn der Arm wäre wohl härter gewesen» (pag. 106 Z. 137 ff.). Auf Nachfra-
ge gab er an, er könne nicht genau erläutern, wie die Privatklägerin die Hände be-
wegt habe. Er sei auch erschrocken und habe die Augen eine Millisekunde ge-
schlossen. Deshalb habe er nicht gesehen, in welche Richtung sie die Hände be-
wegt habe (pag. 107 Z. 206 ff.). An der delegierten Einvernahme vom 4. Juni 2015 
(pag. 112 ff.) erklärte der Beschuldigte, die Privatklägerin sei zusammengezuckt 
und habe die Hände «verrührt». Er sei ebenfalls erschrocken und habe für eine Mil-
lisekunde die Augen geschlossen. Sie habe seine Hand berührt und hinauf ge-
schlagen. Seine Hand habe etwas Weiches berührt. Dies könne ihr Unterarm, ihr 
zweiter Unterarm, ihre Brust oder ihre Wange gewesen sein (pag. 113 Z. 33 ff.; 
pag. 119 Z. 300 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft führte der Beschuldigte an 
der Einvernahme vom 10. September 2015 (pag. 121 ff.) aus, er habe die Privat-
klägerin «an einer weichen Stelle gestreift» (pag. 123 Z. 75). Sie sei erschrocken 
und zusammengezuckt, habe sich nach vorne gebeugt und habe gegen seine 
Hand geschlagen. Da habe er sie an Brust, Backe, Schulter oder Unterarm berührt 
(pag. 124 Z. 111 f.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 8. September 
2017 schilderte der Beschuldigte schliesslich, die Privatklägerin sei zusammenge-
zuckt und habe mit ihren Armen gefuchtelt. Er sei ebenfalls erschrocken und habe 
für eine Millisekunde die Augen geschlossen. Durch das Handgemenge sei sie an 
seinen Arm gekommen und seine Hand sei davon geflogen. Er wisse noch, dass er 
etwas «Weiches» berührt habe. Was es gewesen sei – ob Bauch, Brust, Wange 
oder Gesicht – könne er nicht sagen (pag. 263 Z. 22 ff.). 

Im Zusammenhang mit dem vom Beschuldigten geschilderten Handlungsablauf 
stellen sich verschiedene Fragen. Es erscheint zumindest als sehr unüblich und 
auffällig, dass der Beschuldigte der Privatklägerin ein Kompliment zu ihren Schu-
hen machte, obwohl er unbestrittenermassen bemerkte, dass sie erschrak und zu-
sammenzuckte, als er sie ansprach (vgl. pag. 105 Z. 87 ff.; pag. 106 Z. 130 f.; 
pag. 113 Z. 25 ff.; pag. 123 Z. 67 ff.; pag. 263 Z. 16 ff.). Die Erklärungsversuche 
des Beschuldigten, wonach er der Privatklägerin ein Kompliment gemacht habe, 
um ihr zu vermitteln, dass sie keine Angst haben müsse, wirken wenig plausibel, 
konstruiert und nachgeschoben (vgl. pag. 105 Z. 89; pag. 106 Z. 130 f.; pag. 123 
Z. 67 ff.; pag. 263 Z. 17 f.). Der Beschuldigte liess in der anwaltlichen Berufungs-
begründung denn auch einräumen, dass sein Vorgehen objektiv gesehen etwas 
ungewöhnlich anmute. Er machte dann aber geltend, es entspreche durchaus eini-
gen Persönlichkeitsstrukturen, bei einem Zurückschrecken des Gegenübers mit 
Komplimenten zu reagieren (pag. 383). Worauf sich der Beschuldigte bei dieser als 

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quasi naturgesetzlich dargestellten Verhaltensweise stützt, lässt sich nicht er-
schliessen. Dass der Beschuldigte der Privatklägerin die Hand geben wollte, um 
sich von ihr zu verabschieden, mutet ebenfalls seltsam an. Es ist zwar richtig, dass 
Händeschütteln in der Schweiz eine Geste der Höflichkeit ist. Im vorliegenden Kon-
text (sehr kurzes Gespräch zwischen zwei Personen, die sich nicht kennen; sichtli-
ches Unbehagen der Privatklägerin) erscheint eine solche Verabschiedung aller-
dings unangebracht. 

Weiter stellt sich die Frage, ob eine Berührung der Brust der Privatklägerin bei dem 
vom Beschuldigten geschilderten Handlungsablauf überhaupt möglich ist. Die 
Kammer teilt die Auffassung der Vorinstanz, dass die Privatklägerin die Hand des 
Beschuldigten kaum so weggeschlagen haben kann, dass diese nach vorne an den 
Oberkörper der Privatklägerin prallte. Wenn die Privatklägerin die ausgestreckte 
Hand des Beschuldigten derart weggeschlagen hätte, wäre die Hand entweder 
seitwärts, nach oben oder zurück zum Körper des Beschuldigten gegangen 
(vgl. zum Ganzen pag. 304, S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Auch 
die Aussage des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin erschrocken sei, sich 
nach vorne gebeugt und dabei gegen seine Hand geschlagen habe (pag. 124 
Z. 111 f.), erscheint nicht plausibel. Nach allgemeiner Lebenserfahrung weicht man 
in einer Schrecksituation reflexartig von der Gefahrenquelle zurück und geht nicht 
auf diese zu. Dass es bei ausgestreckter Hand und einem Erschrecken der Privat-
klägerin zu einer Berührung der Brust kam, erscheint – entgegen dem Einwand der 
Verteidigung (vgl. pag. 383) – höchstens dann denkbar, wenn der Abstand zwi-
schen den beiden sehr gering war. Der Beschuldigte hätte also bereits unange-
messen nahe an die Privatklägerin herangetreten sein müssen, damit seine ausge-
streckte Hand ihren Oberkörper erreicht hätte. An der Einvernahme am Tag des 
Vorfalls selber wurde der Beschuldigte aufgefordert, der Polizei die genaue Bewe-
gung vorzuzeigen. Gemäss dem Einvernahmeprotokoll stand der Beschuldigte da-
bei ca. einen Meter vor den Polizisten und streckte seine Hand hin (pag. 107 Z. 198 
f.). Der Einwand der Verteidigung erscheint daher unbehelflich. Schliesslich ist dar-
auf hinzuweisen, dass die Hand des Beschuldigten bei der von ihm demonstrierten 
Bewegung nie in die Nähe des Körpers der gegenüberstehenden Person kam 
(pag. 107 Z. 203 f.). 

Ob sich der Beschuldigte nach dem vorliegend zu beurteilenden Vorfall in die 
Turnhalle begab, um sich dort zu verstecken, muss nach Auffassung der Kammer 
offen bleiben. Seine Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft, wonach man 
grundsätzlich davon ausgehen könne, dass ein Gebäude kein Versteck sei, da man 
in einem Raum sei und nicht raus könne (pag. 125 Z. 141 f.), erscheint allerdings 
sehr merkwürdig. 

Der Beschuldigte machte widersprüchliche Aussagen zur Frage, ob der Vorfall vor 
oder nach dem Besuch im Restaurant I.________ stattfand. Aus seinen ersten 
Aussagen an der Einvernahme vom 5. Mai 2015 geht hervor, dass der Beschuldig-
te zuerst bei J.________ im Restaurant I.________ gewesen sei und es danach 
zum Vorfall mit der Privatklägerin gekommen sei (vgl. pag. 105 Z. 81 f., Z. 84 ff.). 
Auf Nachfrage gab der Beschuldigte dann aber an, er sei um ca. 13:30 Uhr im Re-
staurant I.________ eingetroffen. Die genaue Zeit könne er nicht sagen. Er sei 

11

nach dem Zwischenfall zu J.________ gegangen und sei ca. 30 Minuten bei ihm 
gewesen. Nach diesem Treffen sei er alleine zum Schulareal gegangen. Er sei in 
das Schulgebäude hineingegangen und habe nach der Kantine gesucht. Dabei sei 
er fälschlicherweise zur Turnhalle gekommen. Er habe nach einem Abwart oder ei-
ner Lehrperson gesucht, habe aber niemanden gefunden, der ihm hätte Auskunft 
geben können. Als er die Turnhalle verlassen habe, habe ihn die Polizei angehal-
ten (pag. 105 Z. 100 ff.). Aus seinen Aussagen an der delegierten Einvernahme 
vom 4. Juni 2015 und anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 
10. September 2015 geht hervor, dass der Vorfall vor dem Termin im Restaurant 
stattgefunden habe (vgl. pag. 113 Z. 24, Z. 44 f.; pag. 123 Z. 50 ff.). Auf Vorhalt 
seiner widersprüchlichen Aussagen, meinte der Beschuldigte gegenüber der 
Staatsanwaltschaft, er könne es nicht mehr genau sagen. Es sei schon lange her 
(pag. 124 Z. 93 ff.). 

Die Aussagen des Beschuldigten zum Besuch des Restaurants I.________ betref-
fen zwar nicht das eigentliche Kerngeschehen; sie zeigen aber, dass der vom Be-
schuldigten geschilderte Handlungsablauf nicht aufgeht. Soweit die Verteidigung 
vorbringt, die Unsicherheit des Beschuldigten spreche eben gerade für die Glaub-
haftigkeit seiner Aussagen (pag. 380), kann ihr nicht gefolgt werden. Dass der Be-
schuldigte bereits an der Einvernahme am Tag des Vorfalls selber widersprüchliche 
Aussagen zum Zeitpunkt des Besuchs des Restaurants machte, lässt sich nicht mit 
einer Unsicherheit im Handlungsablauf erklären. 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auf dem Handy des Beschuldigten ein Fo-
to gesichert werden konnte, auf dem zu sehen ist, wie der Beschuldigte an einem 
Schuh riecht (vgl. pag. 120). Der Verteidigung ist beizupflichten, dass der Beschul-
digte seine sexuelle Vorliebe für Füsse offen zu Protokoll gab. So führte er aus, er 
verwöhne gerne die Füsse seiner Freundin (pag. 104 Z. 54). Zudem gab er an, er 
habe noch eine weitere Freundin. Mit dieser treffe er sich, wenn er Lust auf ihre 
Füsse habe (pag. 110 Z. 348 f.). Seine Vorliebe für Schuhe gab der Beschuldigte 
jedoch erst auf indirekten Vorhalt der Staatsanwaltschaft hin zu. Dabei gehe es um 
den Geruch beim Geschlechtsakt. Wenn man die Schuhe beim Geschlechtsakt 
trage, würden diese dann speziell riechen (pag. 127 Z. 222 ff.). Das Riechen an ei-
nem Schuh sei für ihn «wie ein Stück Schoggi essen, einfach gut» (pag. 129 Z. 283 
ff.). 

Diese Aussagen sprechen ebenfalls für die Glaubhaftigkeit der Sachverhaltsschil-
derung der Privatklägerin, wonach der Beschuldigte sie gebeten habe, den Schuh 
auszuziehen. Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass diese Aufforderung für 
die Privatklägerin keine sexuelle Komponente hatte. Sie wusste nichts von der Vor-
liebe des Beschuldigten für Schuhe bzw. an Schuhen zu riechen (pag. 294, S. 11 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten zum Kernge-
schehen nicht glaubhaft wirken und zur Beurteilung des Sachverhalts daher nicht 
darauf abgestellt werden kann. Sie sind tendenziell immer detaillierter geworden, 
teilweise nicht nachvollziehbar und stehen den glaubhaften Aussagen der Privat-
klägerin diametral entgegen.

12

8.3 Abgelehnter Beweisantrag

Die Verteidigung macht geltend, vorliegend sei dem mehrfach abgelehnten Bewei-
santrag auf Befragung von E.________ grosse Bedeutung zuzumessen. Die im 
Tatzeitpunkt 7-jährige Schwester der Privatklägerin habe den Vorfall direkt gese-
hen und könne Angaben darüber machen, ob die Berührung aus ihrer Sicht ab-
sichtlich stattgefunden habe oder nicht. Diesem entlastenden Beweisantrag sei von 
allen Verfahrensbeteiligten von vornherein die Beweiskraft abgesprochen worden. 
Dadurch sei die Unschuldsvermutung verletzt und dem Beschuldigten verwehrt 
worden, allenfalls entlastende Beweismittel ins Verfahren einzubringen (pag. 377). 
Auch dies führe dazu, dass vorliegend ein Freispruch zu erfolgen habe (pag. 378). 

Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die Strafbehörden, den Sachverhalt von 
Amtes wegen zu ermitteln (Gebot der materiellen Wahrheit). Dabei sind die belas-
tenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt zu untersuchen (vgl. Art. 6 
StPO). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts verpflichten Untersu-
chungsgrundsatz und rechtliches Gehör das Gericht nicht, von Amtes wegen oder 
auf Antrag hin Beweiserhebungen vorzunehmen, wenn es in willkürfreier Würdi-
gung der bereits abgenommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich 
erhebliche Sachverhalt sei genügend abgeklärt, und es überdies in willkürfreier an-
tizipierter Würdigung der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine 
Überzeugung werde auch durch diese nicht mehr geändert (Art. 139 Abs. 2 StPO; 
vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3 S. 64; 138 V 125 E. 2.1 S. 127; 137 II 266 E. 3.2 S. 270; 
136 I 265 E. 3.2 S. 272; Urteil des Bundesgerichts 6B_918/2016 vom 28. März 
2017 E. 5.). 

Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung vom 25. April 2017 (pag. 222 ff.) fest, es sei 
nicht damit zu rechnen, dass E.________ aus einer Distanz von 20 Metern die vom 
Beschuldigten geltend gemachte kurze zufällige Berührung der Brust bewusst 
wahrgenommen habe. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass die Befragung 
von E.________ zu einer weiteren Klärung des Sachverhalts beitragen könne. Hin-
zu komme, dass der Vorfall in der Familie K.________ thematisiert worden sein 
dürfte und somit nicht «neutrale», unbeeinflusste Aussagen zu erwarten seien. 
Ferner wies die Vorinstanz den Beweisantrag auch mit Blick auf das Alter von 
E.________ und die zu befürchtenden psychischen Belastungen ab (pag. 224). An-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hielt die Verteidigung an ihrem 
Beweisantrag fest und die Vorinstanz wies den Beweisantrag erneut ab (pag. 271).

Die Kammer wies den Beweisantrag mit Beschluss vom 12. Februar 2018 
(pag. 346 ff.) ebenfalls ab. Zur Begründung führte sie aus, der zu beurteilende Vor-
fall liege nun bald drei Jahre zurück. Mit Blick auf das Alter von E.________ und 
die zu erwartende bloss unwesentliche Ergänzung des aus verschiedenen Elemen-
ten zusammengesetzten Beweisergebnisses, erscheine eine erstmalige oberin-
stanzliche Befragung der jüngeren Schwester der Privatklägerin verzichtbar und 
zudem unverhältnismässig (pag. 347). 

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/c8ee6963-0f15-45ee-9577-931b86ac0347?source=document-link&SP=5|u3vgqo
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/c8ee6963-0f15-45ee-9577-931b86ac0347?source=document-link&SP=5|u3vgqo
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/68348b0a-44a8-43cd-946a-a0907781e0ed?source=document-link&SP=5|u3vgqo

13

Mit Blick auf die Ausführungen in der Berufungsbegründung und in der Replik ist 
ergänzend und präzisierend auf Folgendes hinzuweisen: 

Die Berührung der Brust der Privatklägerin ist vorliegend bereits aufgrund der Aus-
sagen des Beschuldigten und der Privatklägerin erstellt. Sie dauerte zudem unbe-
strittenermassen nur Sekunden. Selbst wenn E.________ die Berührung aus meh-
reren Metern bewusst wahrgenommen hätte, ist nicht davon auszugehen, dass ein 
im Tatzeitpunkt 7-jähriges Kind Aussagen darüber machen könnte, ob die 
Berührung mit (sexueller) Absicht stattfand oder nicht. Die Rechtsvertreterin der 
Privatklägerin wies zudem zu Recht darauf hin, dass E.________ möglicherweise 
erst durch die Reaktion der Privatklägerin und die Thematisierung des Vorfalls in-
nerhalb der Familie eine Deutung des Vorfalls erlangte und ihre Aussagen stark 
beeinflusst wären (pag. 397). Betreffend das Schreien der Privatklägerin liegen 
nicht nur ihre Aussagen selbst, sondern auch diejenigen von drei Zeuginnen vor 
(F.________, G.________ und H.________; vgl. Ziff. II. 8.4 hinten). 

Die Vorinstanz und die Kammer durften deshalb im Rahmen einer antizipierten 
Beweiswürdigung davon ausgehen, dass eine Befragung von E.________ keine 
neuen Erkenntnisse bringen würde. Eine Verletzung der Unschuldsvermutung liegt 
nicht vor. 

8.4 Aussagen der übrigen befragten Personen

F.________ und G.________ schilderten an den staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahmen vom 27. Januar 2016 (pag. 77 ff.; pag. 86 ff.) detailliert, stimmig und nach-
vollziehbar, was die Privatklägerin ihnen erzählt hatte (pag. 78 Z. 52 ff., pag. 79 
Z. 91 ff.; pag. 87 Z. 31 ff., Z. 44 ff.) und beschrieben den aufgewühlten Zustand der 
Privatklägerin (pag. 78 Z. 32 f.; pag. 87 Z. 30). Ein Grund oder ein Hinweis, dass 
sie diesbezüglich falsche Aussagen gemacht haben könnten, ist nicht ersichtlich. 
Ihre Schilderungen des Kerngeschehens stehen in keinem Widerspruch zu den 
Aussagen der Privatklägerin. Dass sich F.________ nicht ganz sicher war, ob der 
Beschuldigte die Privatklägerin auch an den Brüsten angefasst hat (vgl. pag. 79 
Z. 92 f.), vermag daran nichts zu ändern. F.________ begründete dies in nachvoll-
ziehbarer Weise damit, dass sie damals nicht habe nachfragen wollen, da die Pri-
vatklägerin ziemlich irritiert gewesen sei (pag. 79 Z. 92 f.). 

G.________, die Mutter der Privatklägerin, schilderte den zeitlichen Ablauf leicht 
anders als die Privatklägerin und F.________. Gemäss ihren Aussagen habe die 
Privatklägerin geschrien, «Mami» gerufen und dann mit F.________ an die Türe 
der Waschküche geklopft (pag. 87 Z. 43). Die Vorinstanz wies jedoch zu Recht 
darauf hin, dass es sich hierbei lediglich um einen Nebenpunkt handelt, der nicht 
den massgeblichen Vorwurf betrifft (pag. 307, S. 24 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

H.________ schilderte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
6. September 2017 ebenfalls, dass sie die Privatklägerin nach dem Vorfall stark 
aufgewühlt angetroffen habe. Die Privatklägerin sei am Weinen gewesen und habe 
nicht richtig sprechen können (pag. 269 Z. 3). Sie habe ihr gesagt, dass ein Mann 
zu ihr gekommen sei und sie sexuell angefasst habe. Auf Frage, was sexuell heis-
se, meinte H.________ «Sie sagte mir so etwas, dass er sie am «Arsch aglängt» 

14

habe. Ich weiss es nicht mehr genau. Sie sagte noch etwas wegen Schuhen, das 
weiss ich aber nicht mehr» (pag. 269 Z. 24 ff.). Aus diesen Aussagen geht hervor, 
dass sich H.________ nicht mehr im Detail an das Gespräch mit der Privatklägerin 
erinnern konnte. Zu berücksichtigen ist, dass H.________ erst zweieinhalb Jahre 
nach dem Vorfall vom 5. Mai 2015 einvernommen wurde. Dass sie sich nicht mehr 
im Detail an den Vorfall erinnern konnte, erscheint nach so langer Zeit durchaus 
verständlich. 

Die drei Zeuginnen gaben übereinstimmend zu Protokoll, sie hätten die Privatklä-
gerin schreien gehört (F.________ pag. 78 Z. 31 f., Z. 43 ff., Z. 47 ff.; G.________ 
pag. 87 Z. 28, Z. 43; H.________ pag. 267 Z. 28 f., pag. 269 Z. 15, Z. 19, pag. 270 
Z. 6 f.) und bestätigten damit die Aussagen der Privatklägerin (vgl. pag. 102 14:12 
f.; 14:15; 14:17; pag. 257 Z. 24). Der Beschuldigte selber bestritt demgegenüber 
stets vehement, dass die Privatklägerin geschrien habe (pag. 107 Z. 218; pag. 116 
Z. 172 ff.; pag. 126 Z. 172 ff., Z. 180; pag. 264 Z. 32 ff.; pag. 265 Z. 3). Dass die 
Zeugen die Schreie unterschiedlich schilderten, ist infolge des Zeitablaufs erklär-
bar. 

Auch wenn F.________, G.________ und H.________ für den zu beurteilenden 
Vorfall lediglich Zeugen vom Hörensagen sind, unterstreichen deren Aussagen das 
Gesamtbild und können ergänzend zu den Ausführungen der Privatklägerin heran-
gezogen werden. 

8.5 Beweisergebnis und erwiesener Sachverhalt

Die Beweislage charakterisiert sich zusammengefasst dadurch, dass die Aussagen 
der Privatklägerin nach den Kriterien der Aussagepsychologie sehr glaubhaft sind 
und in den Aussagen der übrigen befragten Personen Verknüpfungen finden. Es 
gibt keine Hinweise, dass die Privatklägerin einem Missverständnis unterlegen sein 
könnte. Die Aussagen des Beschuldigten weisen demgegenüber mehrere Auffällig-
keiten auf und erscheinen als deutlich weniger glaubhaft 

Für die Kammer bestehen keine Zweifel daran, dass der Vorfall so stattgefunden 
hat, wie er von der Privatklägerin geschildert wurde und wie er dem Strafbefehl 
vom 16. März 2016 (pag. 194 f.) zugrunde gelegt wurde. Die Kammer erachtet den 
im Strafbefehl umschriebenen Sachverhalt als erwiesen (pag. 194). 

III. Rechtliche Würdigung

9. Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (aStGB; 
SR 311.0; vgl. zum anwendbaren Recht Ziff. IV. 12. hinten) wird wegen sexuellen 
Handlungen mit Kindern bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle 
Handlung vornimmt.

Für die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 aStGB kann auf 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 309 ff., 
S. 26 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend und präzisierend ist 
auf Folgendes hinzuweisen:

15

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung lassen sich sexuelle Handlungen 
nach der Eindeutigkeit ihres Sexualbezugs abgrenzen. Keine sexuellen Handlun-
gen sind Verhaltensweisen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild keinen un-
mittelbaren sexuellen Bezug aufweisen. Als sexuelle Handlungen im Sinne von 
Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gelten hingegen Verhaltensweisen, die für Aussenste-
hende nach ihrem äusseren Erscheinungsbild eindeutig sexualbezogen sind. Bei 
dieser objektiven Betrachtungsweise bleiben das subjektive Empfinden, die Motive 
oder die Bedeutung, die das Verhalten für den Täter oder das Opfer hat, ausser 
Betracht. Eindeutig sexualbezogene Handlungen erfüllen stets den objektiven Tat-
bestand. Auf die Motive des Täters kommt es nicht an (BGE 125 IV 58 E. 3. b S. 62 
mit Hinweisen). «Une caresse insistante du sexe, des fesses ou des seins, même 
par-dessus les habits, constitue un acte d'ordre sexuel» (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 6B_180/2018 vom 12. Juni 2018 E. 3.1; 6B_35/2017 vom 26. Fe-
bruar 2018 E. 4.2; je mit Hinweisen). In subjektiver Hinsicht ist mindestens Eventu-
alvorsatz erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 6B_288/2017 vom 19. Januar 
2018 E. 5.1 mit Hinweisen).

10. Subsumtion

Die Privatklägerin, geb. .________2000, war zum Tatzeitpunkt am 05.05.2015 rund 
14½ Jahre alt und damit ein Kind bzw. eine Jugendliche i.S. von Art. 187 Ziff. 1 
aStGB. 

Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Beschuldigte die Privatklägerin am 
Arm packte und sie mit der anderen Hand über den Kleidern bewusst – und in nicht 
anders als sexuell zu deutender Absicht – an der Brust berührte. Er fuhr mit seiner 
Hand von oben nach unten über die Brust. Unter den gegebenen Umständen han-
delt es sich bei dieser zwar einfachen und kurzen körperlichen Kontaktnahme nach 
ihrem äusseren Erscheinungsbild um eine eindeutig sexualbezogene Berührung 
der Brust, welche die Grenze einer blossen sexuellen Belästigung im Sinne von 
Art. 198 aStGB überschreitet und den objektiven Tatbestand der sexuellen Hand-
lung mit Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 aStGB erfüllt. 

Die Verteidigung bringt vor, dem Beschuldigten könne in subjektiver Hinsicht mit 
Blick auf das Schutzalter der Privatklägerin kein Eventualvorsatz, sondern höchs-
tens eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit i.S. von Art. 187 Ziff. 4 aStGB angelastet 
werden (pag. 384 f.).

Der Beschuldigte gab zunächst an, er habe die Privatklägerin zwischen 19 und 22 
Jahre alt geschätzt (pag. 105 Z. 87; pag. 106 Z. 169). In den weiteren Einvernah-
men erklärte der Beschuldigte dann, er habe die Privatklägerin zu wenig ange-
schaut, um sagen zu können, wie alt sie sei. Das habe ihn auch zu wenig interes-
siert (pag. 114 Z. 64 ff.; pag. 123 Z. 78 ff.; vgl. auch pag. 264 Z. 9 ff.). Seine Be-
schreibung der Privatklägerin an der ersten Einvernahme zeigt allerdings, dass der 
Beschuldigte die für ihn relevanten Aspekte ihres Äusseren durchaus wahrgenom-
men hat (1.60 m, lange dunkle Haare, südländischer Touch, schlank [pag. 106 
Z. 166 ff.]; «grosser Vorbau» [105 Z. 92 f.; pag. 108 Z. 248 ff.]). Der Beschuldigte 
räumte denn auch ein, er habe gesehen, dass die Privatklägerin jung gewesen sei. 
Das sei schon klar gewesen (pag. 114 Z. 66 f.; pag. 123 Z. 82 ff.). 

https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/1773fc36-4935-4833-98cf-25a5f8c277c8?citationId=efe2fdfd-ab92-4b74-9866-0f8ecdd1c285&source=document-link&SP=24|thzy4t
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/1773fc36-4935-4833-98cf-25a5f8c277c8?citationId=efe2fdfd-ab92-4b74-9866-0f8ecdd1c285&source=document-link&SP=24|thzy4t

16

Der Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass die Privatklägerin auf dem Video 
deutlich jünger aussieht als 19-jährig (pag. 264 Z. 7 f.). Hinzu kommt, dass sich der 
Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen in der Nähe einer Schule bei der Privat-
klägerin nach einer Mensa erkundigte. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass 
der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen hat, dass die Privatklägerin unter 
16 Jahre alt ist, ist daher nicht zu beanstanden und entspricht auch der Überzeu-
gung der Kammer (vgl. zum Ganzen pag. 312, S. 29 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung).

Der Beschuldigte ist somit – in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – der se-
xuellen Handlung mit Kind (Art. 187 Ziff. 1 aStGB) schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung

11. Überprüfung durch die Kammer

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei gleich-
bleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen Strafzu-
messungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die Vor-
instanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte von 
allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen und 
in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichsmög-
lichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine Kor-
rektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- oder 
Täterkomponenten oder Abstufungen unter Teilnehmern unberücksichtigt geblie-
ben oder falsch gewürdigt worden sind oder wenn seit dem erstinstanzlichen Urteil 
wesentliche, die Strafzumessung beeinflussende Änderungen eingetreten sind.

12. Anwendbares Recht 

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Hat der Täter vor diesem Datum ein Verbre-
chen oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so sind 
gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für 
ihn milder sind. Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt 
sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den 
konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 
E. 6.2.1 S. 87). Ausschlaggebend ist, nach welchem Recht der Täter für die zu be-
urteilende Tat besser wegkommt (BGE 126 IV 5 E. 2c S. 8 mit Hinweisen). Anzu-
wenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue 
Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen 
(BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88 mit Hinweisen).

Die Kammer erkennt für den Schuldspruch wegen sexueller Handlung mit Kind – 
bei gleich gebliebener Strafandrohung – im neuen Recht keinen Ansatz für eine 
mildere Bestrafung, weshalb das zum Tatzeitpunkt geltende alte Recht anzuwen-
den ist (Art. 2 Abs. 2 StGB).

17

13. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen 

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (pag. 312 f., S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

Vorliegend sind keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, aufgrund welcher 
der ordentliche Strafrahmen zu verlassen wäre (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit 
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_853/2014 vom 9. Februar 2015 E. 4.2). 
Der Strafrahmen reicht somit von einem Tagessatz Geldstrafe bis zu fünf Jahren 
Freiheitsstrafe (Art. 187 Ziff. 1 aStGB). 

14. Tatkomponenten 

14.1 Objektive Tatkomponenten

Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern will die Gefährdung der se-
xuellen Entwicklung der Unmündigen verhindern. Es geht darum, die ungestörte 
Entwicklung des Kindes zu gewährleisten, bis es die notwendige Reife erlangt hat, 
damit es zur verantwortlichen Einwilligung zu sexuellen Handlungen in der Lage ist 
(MAIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 1 zu Art. 187 StGB). 
Die Schwere der Verletzung des geschützten Rechtsguts ist bei Sexualdelikten er-
fahrungsgemäss schwierig zu bestimmen. Die Folgen und Traumatisierungen hän-
gen unter anderem ab von der Art und Intensität der sexuellen Ausbeutung, vom 
Alter der betroffenen Kinder, vom Geschlecht und Alter des Täters und von der In-
tensität der Beziehung zwischen Opfer und Täter. Welcher einzelne Faktor in wel-
cher Intensität schädigend wirkt, bleibt aber im Einzelfall unvorhersehbar. Gesichert 
scheint einzig, dass sexuelle Übergriffe für jedes Kind ernsthafte Risiken bergen, in 
seiner persönlichen Entwicklung durch das Erlebte in irgendeiner Form beeinträch-
tigt zu werden (MAIER, a.a.O., N. 2 zu Art. 187 StGB). 

Die Privatklägerin befand sich im Zeitpunkt der Tat in der Pubertät und war damit 
besonders verletzlich. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte sie 
aus, sie habe in der Nacht nicht schlafen können und Angst gehabt. Sie sei bei ei-
ner Psychologin gewesen und habe eine Therapie gemacht. Die Therapie sei mitt-
lerweile abgeschlossen, aber sie habe den Vorfall noch nicht ganz verarbeiten 
können. Er sei immer noch in ihrem Kopf (pag. 256 Z. 27 ff.). Diese Aussagen zei-
gen, dass die Folgen dieses Übergriffs alles andere als zu bagatellisieren sind.

Der Beschuldigte nutzte die körperliche Unterlegenheit und die Unerfahrenheit der 
minderjährigen Privatklägerin aus, um seinem momentanen sexuellen Verlangen 
nachzugeben. Zu berücksichtigen ist, dass es sich nur um eine kurze Berührung 
der Brust über den Kleidern handelte. Der Beschuldigte hörte zudem auf, als die 
Privatklägerin seine Hand wegstiess und zu schreien begann. Unter den Tatbe-
stand von Art. 187 Ziff. 1 aStGB fallen auch weit schwerer ins Gewicht fallende 
Übergriffe, was in der maximalen Strafandrohung von fünf Jahren Freiheitsstrafe 
zum Ausdruck kommt. Nichtsdestotrotz handelte es sich um eine klare Grenzüber-
schreitung gegenüber einer Minderjährigen. 

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18

14.2 Subjektive Tatkomponenten 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus egoistischen Gründen. Es ging 
ihm um die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse, was indes tatbestandsim-
manent und deshalb neutral zu gewichten ist. 

14.3 Fazit Tatkomponenten

Das Tatverschulden ist – im Verhältnis zum Strafrahmen von einem Tagessatz 
Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe – insgesamt als leicht zu bezeichnen. 
Die Kammer erachtet – wie die Vorinstanz – für den Schuldspruch wegen sexueller 
Handlung mit Kind eine Strafe im Bereich von 60 Strafeinheiten als dem Tatver-
schulden des Beschuldigten angemessen. 

15. Täterkomponenten 

Betreffend das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse kann auf die Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 314, S. 31 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Der Beschuldigte weist drei nicht einschlägige Strafregisterein-
träge auf (pag. 245 f.). Das Urteil des Bezirksamts Zofingen vom 24. Oktober 2007 
wurde mittlerweile aus dem Strafregister gelöscht (vgl. pag. 363). 

Das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat und im Strafverfahren ist nicht zu 
beanstanden. Er hat sich stets korrekt und soweit möglich auch kooperativ verhal-
ten. Ein solches Verhalten darf jedoch erwartet werden und führt deshalb gemäss 
ständiger Praxis nicht zu einer Strafminderung. Der Beschuldigte bestritt die Tat 
auch im oberinstanzlichen Verfahren, was allerdings vom Recht des Beschuldigten, 
sich nicht selber belasten zu müssen, gedeckt ist und deshalb nicht zu seinen Un-
gunsten berücksichtigt werden darf. Dies bedeutet aber auch, dass unter dem Titel 
Geständnisbereitschaft keine Strafminderung erfolgen kann. 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1095/2014 vom 24. März 2015 E. 3.3 mit Hinweisen). Solche Umstände 
sind vorliegend nicht ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten ist 
deshalb als neutral zu beurteilen.

Die Täterkomponenten wirken sich insgesamt noch neutral aus. 

16. Strafmass und Strafart

Zusammenfassend erachtet die Kammer für den Schuldspruch wegen sexueller 
Handlung mit Kind eine Strafe von 60 Strafeinheiten als angemessen. Die Vor-
instanz hielt zutreffend fest, dass vorliegend einzig eine Geldstrafe in Frage kommt 
(pag. 315, S. 32 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Polizeihaft von ei-
nem Tag ist an die Geldstrafe anzurechnen (Art. 51 aStGB). 

Gemäss Art. 34 Abs. 2 aStGB bestimmt das Gericht die Höhe des Tagessatzes 
nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 
des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, 
allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem 
Existenzminimum.

19

Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Beschuldigten haben sich seit 
dem erstinstanzlichen Urteil nur unwesentlich zu seinen Gunsten verändert 
(vgl. pag. 367). Die Höhe des Tagessatzes wird deshalb auf CHF 140.00 belassen 
(vgl. pag. 315, S. 32 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

17. Strafvollzug

Gemäss Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Schiebt 
das Gericht den Vollzug einer Strafe auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine 
Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). Nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts ist der Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich 
nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 
6). 

Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die zu vermutende günstige Pro-
gnose in Zweifel ziehen könnten. Der Beschuldigte ist nicht einschlägig vorbestraft 
und hat sich seit dem vorliegend zu beurteilenden Vorfall – soweit ersichtlich – wohl 
verhalten. Es ist davon auszugehen, dass das vorliegende Strafverfahren eine 
genügende Warnwirkung hat, um den Beschuldigten von der Begehung weiterer 
Delikte abzuhalten. Zudem lebt der Beschuldigte in geordneten persönlichen und 
finanziellen Verhältnissen. 

Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Vollzugs sind somit gege-
ben. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf das Mi-
nimum von zwei Jahren festgesetzt.

Gemäss Art. 42 Abs. 4 aStGB kann eine bedingte Geldstrafe mit einer unbedingten 
Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 aStGB verbunden werden. Die Ver-
bindungsbusse schafft insbesondere im Bereich der Massendelinquenz die Mög-
lichkeit, eine spürbare Sanktion zu verhängen. Die Bestimmung dient in erster Linie 
dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der Busse (für Übertretungen) und 
der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen. Im Bereich der leichteren 
Kriminalität verhilft Art. 42 Abs. 4 aStGB zu einer rechtsgleichen Sanktionierung 
und übernimmt auch Aufgaben der Generalprävention. Die unbedingte Verbin-
dungsgeldstrafe bzw. -busse trägt ferner dazu bei, das unter spezial- und general-
präventiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der bedingten Geldstrafe 
zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denkzettel verpasst werden können, um ihm 
(und soweit nötig allen anderen) den Ernst der Lage vor Augen zu führen und zu-
gleich zu demonstrieren, was bei Nichtbewährung droht (Urteil des Bundesgerichts 
6B_412/2010 vom 19. August 2010 E. 2.2 mit Hinweisen). Um dem akzessorischen 
Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, erscheint es nach der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung sachgerecht, die Obergrenze grundsätzlich auf 
einen Fünftel beziehungsweise 20% der Strafe festzulegen. Abweichungen von 
dieser Regel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der 
Verbindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 
IV 188 E. 3.4.4 S. 191). 

20

Nach Auffassung der Kammer sind diese Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt. 
Beim Schuldspruch wegen sexueller Handlung mit Kind handelt es sich nicht um 
ein eigentliches Massendelikt und es liegt keine Schnittstellenproblematik vor. Zu-
dem erscheint eine Verbindungsbusse unter den gegebenen Umständen auch mit 
Blick auf die Spürbarkeit und Wirkung der Strafe nicht zwingend nötig. Von der an-
teilsmässigen Ausfällung einer Verbindungsbusse kann daher abgesehen werden 
und der Beschuldigte ist zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 
CHF 140.00 zu verurteilen.

V. Zivilpunkt 

Hinsichtlich des Zivilpunkts kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen werden. Sie hat den Zivilpunkt ausführlich und sorgfältig begründet 
(pag. 317 f., S. 34 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Die zugesprochene – von der Privatklägerin oberinstanzlich nicht angefochtene – 
Genugtuung erscheint den Umständen angemessen, weshalb die Verurteilung des 
Beschuldigten zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 500.00 zuzüglich 5 % 
Zins seit dem 5. Mai 2015 an die Privatklägerin zu bestätigen ist. 

Für die Beurteilung des Zivilpunkts sind keine erst- und oberinstanzlichen Kosten 
auszuscheiden. 

VI. Kosten und Entschädigung

18. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien 
nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Angesichts des Ausgangs des oberinstanzlichen Verfahrens ist die erstinstanzliche 
Kostenliquidation zu bestätigen. Dem Beschuldigten sind die erstinstanzlichen Ver-
fahrenskosten, insgesamt ausmachend CHF 3‘465.00, aufzuerlegen.

Als unterliegende Partei im Rechtsmittelverfahren trägt der Beschuldigte auch die 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2‘000.00 (Art. 24 Bst. a des 
Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]; Richtlinien für die Bemessung der 
Verfahrenskosten in Strafsachen am Obergericht des Kantons Bern gemäss Be-
schluss der Strafabteilungskonferenz vom 23. April 2018).

Somit ist auch nicht über eine Entschädigung für den privaten Verteidiger zu befin-
den.

19. Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin

Der Privatklägerin wurde von der Staatsanwaltschaft ab 31. August 2015 die un-
entgeltliche Rechtspflege gewährt und Fürsprecherin D.________ als amtliche 

21

Rechtsbeiständin bestellt (pag. 169). Mit Berufungsantwort vom 23. Mai 2018 stell-
te die Privatklägerin gleichzeitig ein neues Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
(pag. 393; pag. 404 ff.). Die in Aussicht gestellten Belege wurden am 29. Juni 2018 
nachgereicht (pag. 426 ff.). Das eingereichte neue Gesuch und die dazugehörigen 
Unterlagen dokumentieren die auch aktuell knappen finanziellen Verhältnisse der 
mittlerweile volljährig gewordenen Privatklägerin bzw. ihrer Familie. 

Gemäss Beschluss der Strafabteilung des Obergerichts vom 10. Dezember 2012 
müssen amtliche Anwälte und unentgeltliche Rechtsbeistände im Rechtsmittelver-
fahren keinen neuen Antrag stellen (vgl. Art. 134 und 137 StPO). Das amtliche 
Mandat bleibt demnach auch im oberinstanzlichen Verfahren bestehen, so dass 
sich ein förmlicher Entscheid über das neue Gesuch erübrigt.

Gemäss Art. 426 Abs. 4 StPO trägt die beschuldigte Person die Kosten für die un-
entgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft nur, wenn sie sich in günstigen 
wirtschaftlichen Verhältnissen befindet. 

Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft trägt vorerst 
der Staat. Nur wenn sich die beschuldigte Person im Zeitpunkt des Kostenent-
scheids oder später in günstigen wirtschaftliche Verhältnissen befindet, kann der 
Staat die von ihm im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Verbeiständung der 
Privatklägerschaft geleisteten Verfahrenskosten bei der beschuldigten Person 
zurückfordern (Art. 138 Abs. 2 StPO). Die materiellen Voraussetzungen für die 
Rückforderung dieser Kosten decken sich mit denjenigen der amtlichen Verteidi-
gung (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 und Art. 135 Abs. 4 StPO): In beiden Fällen muss sich 
die beschuldigte Person in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befinden (DO-
MEISEN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, 
N. 19 zu Art. 426 StPO; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 6B_150/2012 vom 
14. Mai 2012 E. 2.1; 6B_112/2012 vom 5. Juli 2012 E. 1.2).  

Die Entschädigung für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin vor ers-
ter Instanz durch Fürsprecherin D.________ wurde von der Vorinstanz gemäss der 
Kostennote vom 6. September 2017 bestimmt, wobei aus der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung nicht hervorgeht, dass die Vorinstanz den Stundenaufwand auf-
grund der Dauer der Hauptverhandlung um zwei Stunden kürzte (vgl. pag. 274; 
pag. 318, S. 35 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diese Entschädigung ist 
zu bestätigen. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche 
Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt CHF 4‘872.30 zurückzuzah-
len und Fürsprecherin D.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschä-
digung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 1‘188.00, zu erstatten, wenn er 
in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt (426 Abs. 4 StPO und Art. 138 
i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO).

Die Entschädigung für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin vor 
oberer Instanz durch Fürsprecherin D.________ wird gemäss der eingereichten 
und für angemessen erachteten Kostennote vom 27. Juli 2018 (pag. 455 f.) be-
stimmt. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfah-
ren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt CHF 2‘730.65 zurückzuzahlen und 
Fürsprecherin D.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung 

22

und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 646.25, zu erstatten, wenn er in güns-
tige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt (426 Abs. 4 StPO und Art. 138 i.V.m. Art. 
135 Abs. 4 StPO).

VII. Verfügungen

Dem zuständigen Bundesamt wird die vorzeitige Zustimmung zur Löschung des 
erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 
17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die vorzeitige Zustimmung 
zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biome-
trischer erkennungsdienstlicher Daten).

23

VIII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I. 

A.________ wird schuldig erklärt:

der sexuellen Handlung mit Kind, begangen am 05.05.2015 in Bern z.N. von 
C.________;

und in Anwendung der 
Art. 2 Abs. 2 StGB,
Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 51, 187 Ziff. 1 aStGB, 
Art. 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO 

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 140.00, ausmachend total 
CHF 8‘400.00.

Die Polizeihaft von 1 Tag wird im Umfang von 1 Tagessatz an die Geldstrafe ange-
rechnet.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt ausmachend 
CHF 3‘465.00.

3. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 2‘000.00.

II. 

A.________ wird in Anwendung von Art. 49 OR sowie Art. 126 Abs. 1 Bst. a StPO weiter 
verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 500.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 05.05.2015 
an die Straf- und Zivilklägerin C.________.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden erst- und oberinstanzlich keine Kosten aus-
geschieden.

24

III.

Weiter wird verfügt: 

1. Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Straf- und Zivilklägerin 
C.________, Fürsprecherin D.________, wurde/wird im erst- bzw. oberinstanzlichen 
Verfahren wie folgt bestimmt:

Erste Instanz
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 22.00 200.00 CHF 4'400.00
CHF 111.40

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 4'511.40 CHF 360.90
CHF 0.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4'872.30

volles Honorar CHF 5'500.00
CHF 111.40

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5'611.40 CHF 448.90
CHF 0.00

Total CHF 6'060.30

nachforderbarer Betrag CHF 1'188.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 4‘872.30 zurückzuzahlen und Fürsprecherin 
D.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 1‘188.00, zu erstatten, wenn er in günstige wirtschaftliche 
Verhältnisse gelangt (426 Abs. 4 StPO und Art. 138 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO).

Obere Instanz
Leistungen bis 31.12.2017

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 0.40 200.00 CHF 80.00

CHF 4.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 84.00 CHF 6.70

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 90.70

volles Honorar CHF 100.00
CHF 4.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 104.00 CHF 8.30
CHF 0.00

Total CHF 112.30

nachforderbarer Betrag CHF 21.60

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

25

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 11.60 200.00 CHF 2'320.00
CHF 131.20

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2'451.20 CHF 188.75
CHF 0.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'639.95

volles Honorar CHF 2'900.00
CHF 131.20

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3'031.20 CHF 233.40
CHF 0.00

Total CHF 3'264.60

nachforderbarer Betrag CHF 624.65

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te Entschädigung von insgesamt CHF 2‘730.65 zurückzuzahlen und Fürsprecherin 
D.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 646.25, zu erstatten, wenn er in günstige wirtschaftliche Ver-
hältnisse gelangt (426 Abs. 4 StPO und Art. 138 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die vorzeitige Zustimmung zur Löschung des er-
stellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 17 
Abs. 1 DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die vorzeitige Zustimmung zur 
Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten erteilt (Art. 17 
Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, vertreten durch Rechtsanwalt B.________
- der Straf- und Zivilklägerin, vertreten durch Fürsprecherin D.________
- der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv, nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)

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Bern, 8. Oktober 2018 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Guéra

Die Gerichtsschreiberin:

Bettler

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.
Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Rechtsbeistand der Privatklägerschaft innert 10 Ta-
gen seit Eröffnung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Adresse: Pretorio, Viale Stefano 
Franscini 3, 6500 Bellinzona) schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 138 Abs. 1 StPO).