# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d9f78c5-a242-56c3-91a5-5a2f46477762
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2009 D-5259/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5259-2006_2009-09-29.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5259/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli-Busi,
Richter Hans Schürch; 
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...),
Russland,
vertreten durch Katarzyna Kedzia, Rechtsanwältin,
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 28. Dezember 2005
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5259/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin  gelangte  am 8. Januar  2004 eigenen Anga-
ben zufolge via Deutschland illegal in die Schweiz, wo sie noch sel-
bentags  gemeinsam  mit  ihrer  Schwester  B._______  (...)  um  Asyl 
nachsuchte. Am 20. Januar 2004 erhob das frühere BFF (Bundesamt 
für  Flüchtlinge;  heute:  BFM)  im  Transitzentrum  Altstätten  ihre  Per-
sonalien und befragte sie zu ihrem Reiseweg sowie - summarisch - zu 
ihren Asylgründen. Mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 2004 wies 
sie das BFF für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton C._______ 
zu. Am 16. März 2004 hörte das BFF die Beschwerdeführerin direkt zu 
ihren Asylgründen an.

Dabei  machte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  geltend,  sie 
sei  in  D._______ (Tschetschenien)  geboren und habe dort  auch die 
Schulen durchlaufen und ihr Studium absolviert. Seit 1989 habe sie im 
E._______  der  tschetschenischen  Republik  im  Bereich  Information 
und öffentliche Meinung gearbeitet. Im Jahr 1993 sei sie nach Moskau 
gezogen, weil sie Racheakte von Verbrechern befürchtet habe, die frü-
her  aufgrund  der  Ermittlungsarbeit  ihrer  beim  FSB  (Federalnaja 
Sluschba Besopasnosti  Rossijskoj  Federazii;  Inlandgeheimdienst  der 
Russischen Föderation) tätigen Schwester B._______ verurteilt und in-
haftiert, zwischenzeitlich jedoch wieder aus dem Gefängnis entlassen 
worden  seien.  Noch  vor  ihrem  Wegzug  nach  Moskau  hätten  Unbe-
kannte einmal versucht, sie zu entführen. Ein weiteres Mal sei ein Gift-
anschlag auf sie verübt worden.

Im Januar 2000 sei ihr ältester Bruder ums Leben gekommen. Im Feb-
ruar 2000 sei ihr Ehemann nach D._______ gereist und dort  wenige 
Wochen später von Militärangehörigen getötet worden. Sie selber sei 
in  Moskau  von  Angehörigen  des  FSB  immer  stärker  unter  Druck 
gesetzt  worden:  So  seien  nach  jedem  grösseren  Anschlag  auf 
Moskauer  Boden,  der  tschetschenischen  Aufständischen  angelastet 
worden sei, Leute des FSB bei ihr erschienen und hätten sie verhört. 
Dabei  habe  der  FSB  sie  auch  zu  überreden  versucht,  Kontakte  zu 
tschetschenischen  Landsleuten  aufzunehmen,  deren  Vertrauen  zu 
gewinnen und dabei brisante Informationen an den FSB weiterzuleiten. 
Sie habe sich jedoch wiederholt  geweigert,  entsprechende Aufgaben 
zu übernehmen.

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Im August 2000 habe der FSB erstmals ihre Reisepapiere sowie wei-
tere Dokumente konfisziert, die sie - vom Auslandspass abgesehen - 
etwa ein halbes Jahr später wieder zurückerhalten habe. Im Verlaufe 
des Jahres 2001 habe sie auch einen neuen Auslandpass erhalten.

Im Verlaufe des Jahres 2003 hätten sich die Versuche des FSB, sie als 
Agentin im Kampf gegen tschetschenische Rebellen anzuwerben, wie-
der intensiviert. Etwa Mitte Dezember 2006 habe der FSB in Moskau 
ihren  Reisepass  und  ihren  Inlandpass  abermals  konfisziert.  Am 
26. Dezember  2003  habe sie  sich  anlässlich  eines  weiteren Verhörs 
am Sitz des FSB in Moskau erneut geweigert, als Zeugin bei behördli-
chen Hausdurchsuchungen in  tschetschenischen Haushalten zu fun-
gieren, wobei sie geschlagen worden sei. Am 29. Dezember 2003 sei 
sie erneut vom FSB vorgeladen worden. Dabei habe man sie zwingen 
wollen, Dokumente zu unterschreiben, worin sie endgültig ihre Bereit-
schaft bekundet hätte, als Agentin für den FSB zu arbeiten. Auf ihre 
Zusage  hin,  anfangs  des  Jahres  2004  als  Agentin  für  den  FSB  zu 
arbeiten, sei sie schliesslich wieder entlassen worden. Diese Situation 
habe sie veranlasst, Russland am 6. Januar 2004 gemeinsam mit ihrer 
Schwester  B._______  zu  verlassen.  Dabei  seien  sie  in  einem 
schwarzen Jeep mit Diplomatenkennzeichen via Weissrussland, Polen 
und Deutschland in die Schweiz eingereist.

Die  Beschwerdeführerin  reichte  im  Vorfeld  ihrer  Befragung  vom 
16. März  2004  ein  Gesundheitsbüchlein,  einen  Ausweis  des  tschet-
schenischen Ministerkabinetts, Kopien jeweils einer Seite ihres Inland- 
beziehungsweise Auslandpasses mit persönlichem Foto und ein Notiz-
büchlein ein.

B.
Im April oder Mai 2005 reichte die Beschwerdeführerin beim BFM wei-
tere Dokumente (insgesamt sieben an sie gerichtete Vorladungen aus 
den Jahren 2004 und 2005 und ein amtsinternes Dokument) ein, wor-
aufhin das BFM sie am 23. Mai 2005 ein weiteres Mal zu ihren Asyl-
gründen und insbesondere auch über den Hintergrund der von ihr ein-
gereichten neuen Beweismittel befragte. Im Rahmen jener dritten An-
hörung  machte  die  Beschwerdeführerin  unter  anderem  geltend,  sie 
habe zwischenzeitlich telefonisch von ihrem Bruder erfahren, dass sie 
in ihrer Heimat nach wie vor gesucht werde, was durch die nunmehr 

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eingereichten diversen persönlich an sie gerichteten Vorladungen des 
FSB untermauert werde.

C.
Mit  an  die  Beschwerdeführerin  gerichtetem  Schreiben  vom  23. Mai 
2005 hielt das BFM fest, diese habe anlässlich ihrer dritten Anhörung 
geltend gemacht, ihr Bruder lebe in Moskau und habe die (von ihr im 
Vorfeld der  Anhörung vom 23. Mai  2005 eingereichten)  Beweismittel 
entgegengenommen. Im Weiteren solle ihre Schwester  in Strassburg 
eine Klage gegen die Russische Föderation eingereicht haben. In die-
sem Zusammenhang  forderte  das  BFM die  Beschwerdeführerin  auf, 
bis zum 5. Juni 2005 die Wohn- und Arbeitsadresse ihres Bruders in 
Moskau anzugeben, Kopien des bisherigen Schriftenwechsels mit dem 
Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg, insbe-
sondere dessen Eingangsbestätigung mit Angabe der Verfahrensnum-
mer,  einzureichen und die  Adresse des das Verfahren in Strassburg 
führenden Anwaltes bekanntzugeben.

D.
Mit fremdsprachigem Begleitschreiben reichte die Beschwerdeführerin 
dem BFM am 2. Juni 2005 einen englischsprachigen Artikel der Zei-
tung F._______ vom 1. September 1996 über ihren (...) Bruder ein.

E.
Mit fremdsprachigem Begleitschreiben vom 12. September 2005 reich-
te  die  Beschwerdeführerin  die  Kopie  eines  englischsprachigen Texts 
unbekannter Herkunft ein. Darin wird unter Bezugnahme auf ein nicht 
näher spezifiziertes Verfahren unter anderem festgehalten, der Anwalt 
G._______ habe  das Mandat  im Februar  2005  übernommen,  wobei 
sich  die  Angelegenheit  noch  im  Stadium der  Registrierung  und  der 
Vervollständigung befinde. In  diesem Verfahrensstadium sei  es  nicht 
möglich, eine Auskunft über den Gang des gerichtlichen Verfahrens zu 
erlangen.

F.
Mit an die Beschwerdeführerin gerichtetem Schreiben vom 8. Dezem-
ber 2005 stellte das BFM fest, diese habe trotz wiederholter entspre-
chender Aufforderungen und angeblicher Vertretung durch einen An-
walt bis heute keine Kopien des Schriftenwechsels mit dem Internatio-
nalen Gericht bezüglich der von ihr erhobenen Klage gegen die Russi-
sche Föderation eingereicht. Hinsichtlich der von der Beschwerdefüh-
rerin eingereichten Vorladungen hielt die Vorinstanz fest, grundsätzlich 

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seien Dokumente aller Art in der Russischen Föderation leicht käuflich 
zu erwerben und daher a priori von geringem Beweiswert. Bei den vor-
liegenden Dokumenten falle zusätzlich auf, dass sich die vorgedruck-
ten Dokumente aus den Jahren 2004 und 2005 auf  die  sowjetische 
Strafprozessordnung bezögen, obwohl zwischenzeitlich eine russische 
Strafprozessordnung eingeführt worden sei. Bei den übrigen Vorladun-
gen handle es sich offensichtlich um Computerausdrucke. Gleichzeitig 
räumte das BFM der Beschwerdeführerin die Möglichkeit ein, bis zum 
18. Dezember 2005 eine Stellungnahme abzugeben.

G.
Mit dem BFM am 16. Dezember 2005 zugegangenem Schreiben vom 
15. Dezember 2005 reichte die Beschwerdeführerin beim BFM Kopien 
dreier weiterer fremdsprachiger Dokumente ein und stellte deren Über-
setzung sowie die Zusendung der Originale in Aussicht. Ein Original-
dokument  und  die  Übersetzungen  sämtlicher  drei  Dokumente  trafen 
am 28. Dezember 2005 beim BFM ein. Bei den drei eingereichten Do-
kumenten handelt es sich um eine Bestätigung der Moskauer Steuer-
behörde (Originaldokument) vom 4. Juli 2002, eine Wohnsitzbescheini-
gung der Stadt Moskau vom 21. November 2002 und ein Gerichtsurteil 
des H._______ vom 9. Oktober 2002.

H.
H.a Mit Verfügung vom 28. Dezember 2005 - eröffnet am 6. Januar 
2006 - stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flücht-
lingseigenschaft  nicht,  und lehnte deren Asylgesuch ab. Zur Begrün-
dung führte  die Vorinstanz namentlich aus,  die Vorbringen genügten 
teils den Anforderungen an das Glaubhaftmachen, teils denjenigen an 
die Flüchtlingseigenschaft nicht. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei-
sung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz und ordnete den Voll-
zug an. 

H.b Mit gleichem Datum - mithin ebenfalls am 28. Dezember 2005 - 
wies das BFM auch das Asylgesuch der Schwester B._______ (...) ab 
und ordnete gleichfalls deren Wegweisung aus der Schweiz an.

Diese Verfügung erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft.

I.
Mit an die vormals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission 
(ARK)  gerichteter  Eingabe  vom 2. Februar  2006  beantragte  die  Be-
schwerdeführerin mittels ihres damaligen Rechtsvertreters, die ange-

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fochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr Asylgesuch gutzuheissen. 
Es  sei  von ihrer  Wegweisung  aus der  Schweiz  abzusehen und  ihre 
vorläufige Aufnahme anzuordnen. 

J.
Mit Verfügung vom 10. Februar 2006 hielt der zuständige Instruktions-
richter der ARK fest, die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des 
Verfahrens in der Schweiz abwarten. Im Weiteren forderte er die Be-
schwerdeführerin  auf,  bis  zum  27. Februar  2006  einen  Kostenvor-
schuss  im  Betrage  von  Fr. 600.--  einzubezahlen,  ansonsten  auf  die 
Beschwerde  nicht  eingetreten  werde.  Abschliessend  stellte  er  fest, 
dass das BFM dem Rechtvertreter am 2. Februar 2006 Akteneinsicht 
gewährt habe und räumte ihm eine Frist  zur Abgabe einer allfälligen 
ergänzenden Stellungnahme bis am 17. Februar 2006 ein.

K.
Am 21. Februar 2006 gab der frühere Rechtsvertreter der Beschwer-
deführerin innert  einmalig erstreckter Frist eine ergänzende Stellung-
nahme ab. Darin hielt er fest, er sei nach Durchsicht der vorinstanzli-
chen Akten auch heute noch der  Ansicht,  dass  seine Mandantin  ihr 
Asylgesuch in der Schweiz zu Recht gestellt und dabei ihre Verfolgung 
in ihrer Heimat in rechtsgenüglicher Weise dargetan habe.

L.
Die Bezahlung des Kostenvorschusses erfolgte am 23. Februar 2006.

M.
Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 14. März 2006 fest, die 
Beschwerdeschrift  enthalte  keine neuen erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtferti-
gen könnten. Im Übrigen verwies die Vorinstanz auf ihre Erwägungen 
in  der  angefochtenen  Verfügung  und  beantragte  die  Abweisung  der 
Beschwerde.

N.
Mit  Eingabe  vom  4. Januar  2007  teilte  die  jetzige  Rechtsvertreterin 
dem Bundesverwaltungsgericht unter Beilegung einer entsprechenden 
Anwaltsvollmacht  die  Übernahme  des  vorliegenden  Beschwerdever-
fahrens  mit  und  gab  gleichzeitig  bekannt,  dass  ihre  Mandantin  das 
Mandatsverhältnis mit ihrem früheren Rechtsvertreter aufgelöst habe.

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O.
Mit Eingabe vom 8. Februar 2007 ergänzte die Rechtsvertreterin der 
Beschwerdeführerin  die  Ausführungen  des  vormaligen  Rechtsvertre-
ters in dessen Rechtsmittelschrift vom 2. Februar 2006.

P.
Mit  Eingaben  vom  22. Februar  2007  beziehungsweise  vom  9. März 
2007  erkundigte  sich  die  Rechtsvertreterin  nach  dem  Fortgang  des 
vorliegenden Verfahrens.

Q.
Mit Schreiben vom 14. März 2007 teilte das Bundesverwaltungsgericht 
der Rechtsvertreterin mit, im vorliegenden Beschwerdeverfahren wer-
de das N-Dossier der ebenfalls in der Schweiz befindlichen Schwester 
der Beschwerdeführerin – B._______ - beigezogen und allenfalls ein 
zweiter Schriftenwechsel angeordnet.

R.
Mit Eingabe vom 13. Juni 2008 erkundigte sich die Rechtsvertreterin 
erneut  nach  dem  aktuellen  Verfahrensstand  des  vorliegenden  Be-
schwerdeverfahrens.

S.
Mit Zwischenverfügung vom 30. Juli 2008 lud das Bundesverwaltungs-
gericht  die  Vorinstanz  unter  Beifügung  der  Asylverfahrensakten  der 
Schwester der Beschwerdeführerin zu einem weiteren Schriftenwech-
sel ein.

T.
In  seiner  zweiten  Vernehmlassung  vom 15. August  2008  beantragte 
das BFM ohne weitergehende Ausführungen abermals die Abweisung 
der Beschwerde.

U.
Am 18. August 2008 stellte das Bundesverwaltungsgericht der Rechts-
vertreterin die Vernehmlassung des BFM zur Kenntnisnahme ohne Re-
plikrecht zu.

V.
Mit Begleitschreiben vom 15. September 2008 reichte die Beschwer-
deführerin die Kopie des von ihr bereits am 16. Dezember beim BFM 
eingereichten  Gerichtsurteils  des  H._______  vom  9. Oktober  2002 

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inklusive  dessen  deutsche  Übersetzung  ein  und  offerierte  die 
Einreichung  des  Originalurteils,  falls  das  Bundesverwaltungsgericht 
dies wünsche.

W.
Am 15. Dezember 2008 erkundigte sich die Rechtsvertreterin  erneut 
nach dem Stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens beziehungs-
weise danach, wann in rubrizierter Angelegenheit mit einem Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts gerechnet werden könne.

X.
Das Bundesverwaltungsgericht  beantwortete  letzteres  Schreiben  am 
9. Januar  2009  dahingehend,  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren 
werde mutmasslich in diesem Jahr abgeschlossen werden, wobei an-
gesichts des hohen Pendenzenstands kein genaues Erledigungsdatum 
angegeben werden könne.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Ge-
biet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31] ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung  der  bei  der  vormaligen  ARK  hängig  gewesenen  Rechtsmittel 
übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art.  53 
Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerdeführerin  hat  das  Verfahren  vor  dem  Bundesamt 
eingeleitet, ist durch die angefochtene Verfügung berührt  und hat ein 

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schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung. Damit ist sie zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 
105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG).

1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 105 
AsylG i.V.m. Art. 20 Abs. 3, Art. 50 und 52 VwVG). Demzufolge ist auf 
die Beschwerde einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (vgl. Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Die Beschwerdeführerin  begründete ihr  Asylgesuch im Wesentli-
chen damit,  Funktionäre des FSB hätten immer wieder versucht,  sie 
als  Agentin  anzuwerben  und  dabei  mit  der  Aufgabe  zu  betrauen, 
tschetschenische  Landsleute  in  Moskau  auszuhorchen  und  brisante 
Informationen an den Inlandgeheimdienst weiterzuleiten. Sie habe sich 
stets geweigert, solches zu tun. Am 29. Dezember 2003 hätten mehre-

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re Funktionäre des FSB sie dazu gedrängt, schriftliche  Unterlagen zu 
unterzeichnen,  welche sie zu entsprechenden Tätigkeiten verpflichtet 
hätten. Sie habe den Funktionären damals versichert, künftig mit dem 
FSB zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise sei es ihr am 29. Dezem-
ber 2003 gelungen, das Büro am Hauptsitz des FSB im Moskau unge-
hindert verlassen zu können. Die Ausweglosigkeit ihrer Situation in Be-
zug auf die Abwendung künftiger Anwerbungsversuche des FSB habe 
sie  jedoch  veranlasst,  ihre  Heimat  zusammen  mit  ihrer  Schwester 
Svetlana bereits am 6. Januar 2004 zu verlassen. In der Schweiz habe 
sie von ihrem in Moskau lebenden Bruder telefonisch erfahren, dass 
sie vom FSB nach wie vor gesucht werde, was letztlich auch durch di-
verse an sie ergangene Vorladungen des FSB, welche erst nach ihrer 
Ausreise aus Russland ausgefertigt worden seien, belegt werde.

4.2  Es  trifft  grundsätzlich  zu,  dass  der  russische  Geheimdienst  im 
Kampf gegen die tschetschenischen Rebellen auch Personen tschet-
schenischer Ethnie als Agenten zu gewinnen versuchte, um mit ihrer 
Hilfe Informationen zu erhalten, die ihm bei der militärischen Bekämp-
fung der Rebellen von Nutzen waren. Ungeachtet dessen gelangt das 
Bundesverwaltungsgericht  im  vorliegenden  Fall  zum  Schluss,  dass 
sich  die  Vorbringen der  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Gesamtheit  be-
trachtet als überwiegend unglaubhaft erweisen.

4.2.1  Zunächst fällt auf, dass sich die Beschwerdeführerin hinsichtlich 
der  zentralen  Modalität,  ob  sie  anlässlich  ihres  letzten  Verhörs  am 
Hauptsitz des FSB vom 29. Dezember 2003 ein Kollaborationspapier 
unterscheiben musste, in erhebliche Widersprüche verstrickte: So er-
klärte sie anlässlich der Anhörung vom 16. März 2004 zunächst,  sie 
habe damals „alles unterschrieben”, um ihr Schicksal nicht mehr län-
ger auf die Probe zu stellen (vgl. act. A9 S. 6 Abs. 1). Auf die ergän-
zende Frage hin, worum es sich bei den unterzeichneten Papieren ge-
handelt habe, erklärte sie indessen unvermittelt, sie habe zu besagtem 
Zeitpunkt  „nichts  unterschrieben”,  sondern  lediglich versprochen,  die 
Papiere zu einem späteren Zeitpunkt zu unterschreiben, dagegen be-
reits damals ihre künftige Zusammenarbeit mit dem FSB versprochen 
(vgl. act. A9 S. 6 Abs. 2). Letztere Aussage lässt sich nun aber mit der 
ersten  schwerlich  vereinbaren  und  erweckt  vorab  den  Eindruck,  die 
Beschwerdeführerin habe mit der Modifizierung ihrer Antwort der kom-
promittierenden Frage nach dem näheren Inhalt der angeblich von ihr 
unterzeichneten Dokumente  ausweichen  wollen. Darüber  hinaus fällt 
auf,  dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  ihrer  Anhörung  vom 

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23. Mai  2003  wiederum behauptete,  sie  sei  am 29. Dezember  2003 
gezwungen worden, ein Papier zu unterschreiben (act. A17 S. 2 Abs. 
7). Sie hätte damals alles unterschrieben, weshalb sie auch nicht wis-
se,  für  welche  Aufgaben  man  sie  überhaupt  ausersehen  habe  (act. 
A17 S. 2  Abs. 7). Mit  der  letzterwähnten Aussage vermittelt  die  Be-
schwerdeführerin im Gegensatz zur Anhörung vom 16. März 2004 den 
Anschein, sie habe aufgrund ihrer damaligen Gemütslage nicht näher 
gewusst, wofür sie künftig eingesetzt würde, wiewohl sie ein entspre-
chendes Papier ja unterzeichnet hätte.

Bereits  diese Widersprüche hinsichtlich eines zentralen Elements im 
Zusammenhang mit dem unmittelbar ausreisebestimmenden FSB-Ver-
hör vom 29. Dezember  2003 wecken ernsthafte Zweifel  daran,  dass 
die Beschwerdeführerin tatsächlich in der geltend gemachten Art und 
Weise zur Zusammenarbeit mit dem FSB gezwungen wurde.

4.2.2 Hinzu tritt nun aber die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 
ihre behauptete Verfolgungssituation mit Dokumenten zu belegen ver-
sucht,  welche  sich  bei  näherer  Betrachtung  entgegen  allen  Erklä-
rungsversuchen  in  der  Beschwerde  ihres  früheren  Rechtsvertreters 
vom 2. Februar 2006 und in der ergänzenden Eingabe ihrer aktuellen 
Rechtsvertreterin  vom  8. Februar  2007  als  unecht  beziehungsweise 
gefälscht erweisen.

Wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 28. Dezember 2005 zutref-
fend erwogen hat, fällt bezüglich der vier auf den 23. August 2004, den 
11. September 2004, den 27. Oktober 2004 und den 12. Januar 2005 
datierten Vorladungen vor die Hauptverwaltung des Innenministeriums 
zunächst  auf,  dass  sich  diese  immer  noch  auf  die  alte  sowjetische 
Strafprozessordnung aus dem Jahre 1960 beziehen, obwohl die neue, 
am 22. November beziehungsweise 5. Dezember 2001 von den beiden 
Kammern des russischen Parlaments verabschiedete russische Straf-
prozessordnung bereits am 1. Juli 2002, also rund zwei Jahre vor der 
frühesten der vier von der Beschwerdeführerin eingereichten Vorladun-
gen, in Kraft getreten ist. Bereits durch dieses Faktum wird die Glaub-
würdigkeit der Beschwerdeführerin erheblich erschüttert.

Hinzu kommt, dass der einen Teil des Vorladungsformulars darstellen-
de Aushändigungsbeleg, welcher bei rechtsgültiger Zustellung seitens 
des Empfängers zuhanden der ausstellenden Behörde ausgefüllt und 
anschliessend  an  diese  retourniert  werden  müsste,  weder  Einträge 

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enthält noch vom eigentlichen Vorladungsformular abgetrennt worden 
ist.  In  der  Beschwerde  wird  zwar  behauptet,  die  Weiterverwendung 
veralteter Formulare könne mit Blick auf den russischen Verwaltungs-
alltag selbst in der Landesmetropole nicht als ungewöhnlich bezeich-
net und daher nicht als Indiz wider die Echtheit der eingereichten Vor-
ladungen herangezogen werden. Dass der Rückschein weder ausge-
füllt noch an die ausstellende Behörde retourniert worden sei, spreche 
ebenfalls  nicht  gegen  die  Echtheit  der  Vorladungsdokumente,  zumal 
auch in der Schweiz Rückscheine, welche einem amtlichen Formular 
beigeheftet  würden,  vielfach nicht  an  den Absender  zurückgeschickt 
würden  (vgl.  Beschwerde  S.  7  f.).  In  der  ergänzenden  Eingabe  der 
Rechtsvertreterin vom 8. Februar 2007 wird zusätzlich sinngemäss der 
Standpunkt vertreten, allfällige formale Unregelmässigkeiten der Vorla-
dungen wie  auch die Tatsache,  dass die Beschwerdeführerin  in  den 
Vorladungen als Zeugin bezeichnet werde, stellten letztlich Finten des 
FSB dar, um ihre Ausweisung durch die Schweiz zu erwirken und so 
ihrer Person habhaft werden zu können (vgl. a.a.O., S. 2 Ziff. 1 und 4). 

Der Beschwerdeführerin ist insofern zuzustimmen, als die Schlussfol-
gerung  der  Vorinstanz,  die  Verwendung  veralteter  Vorladungen  im 
Raume  Moskau  könne  ausgeschlossen  werden  (vgl.  Verfügung  des 
BFM S. 3 E. I/1.), allzu apodiktisch anmutet. Unbesehen davon spricht 
nun aber die zusätzliche Tatsache, dass der Aushändigungsbeleg we-
der ausgefüllt noch vom Vorladungsformular abgetrennt worden ist, im 
Ergebnis doch gegen die Authentizität der von der Beschwerdeführerin 
eingereichten vier Vorladungen, zumal ihr Bruder diese ihren  Anga-
ben zufolge an ihrer Statt in Empfang genommen haben soll (vgl. act. 
A17 S. 2 Abs. 5). Dass ihm die Vorladungen indessen ohne Quittierung 
ihres Empfangs ausgehändigt worden wären, erscheint im Gesamtkon-
text doch als unrealistisch. Demgegenüber mutet auch die zusätzliche 
und gleichsam alternative Argumentation der  Rechtsvertreterin in ih-
rer Eingabe vom 7. Februar 2007, die formale Fehlerhaftigkeit der Vor-
ladungen sei eine Finte der russischen Behörden, um ihrer Mandantin 
zu schaden beziehungsweise ihre Ausweisung nach Russland zu be-
günstigen,  im  Gesamtkontext  betrachtet  wenig  überzeugend  an  und 
muss deshalb als Schutzbehauptung eingestuft werden.

Bezüglich der drei Vorladungen der Beschwerdeführerin „zur Überprü-
fung” durch die operative Abteilung des Innenministeriums springt vor-
ab ins Auge,  dass es sich hierbei  nicht  um vorgedruckte Formulare, 
sondern um Computerausdrucke handelt. Zusätzlich stammen die drei 

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Vorladungen  alle  vom 30. Juni  2005 (siehe  Vorderseite  links  unten), 
tragen  aber  teilweise  auf  der  Rückseite  einen  Bestätigungsvermerk 
vom  4. November  2004  beziehungsweise  vom  12. Dezember  2004. 
Auch bezüglich dieser - als „geheim” klassifizierten - Dokumente bleibt 
letztlich nicht nachvollziehbar, wie die Beschwerdeführerin überhaupt 
in deren Besitz gelangen konnte, da sie im Zeitpunkt der Ausstellung 
dieser Vorladungen schon längst in der Schweiz weilte.

Dieselbe Feststellung gilt insbesondere auch in Bezug auf das eben-
falls  als  „geheim” klassifizierte  Dokument  12/56  vom 30. Juni  2005, 
das einen Auszug aus Akten des Innenministerium darstellen soll und 
Angaben zum Decknamen der Beschwerdeführerin und ihrem geplan-
ten Einsatz im Juni/ Juli 2005 enthält. Aufgrund des Charakters dieses 
Papiers  fällt  -  dessen  Authentizität  vorausgesetzt  -  praktisch  ausser 
Betracht, dass dieses via eine Drittperson in den Besitz der Beschwer-
deführerin  hätte  gelangen können,  ist  es  doch für  den amtsinternen 
Gebrauch bestimmt.

Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalten, dass die 
von der Beschwerdeführerin eingereichten Vorladungen sowie das Do-
kument 12/56 vom 30. Juni 2005 als Fälschungen zu bewerten sind. 
Diese sind zur Vermeidung einer allfälligen missbräuchlichen Weiter-
verwendung gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG gerichtlich einzuziehen.

4.2.3 Was das Gerichtsurteil  vom 9. Oktober  2002 anbelangt,  worin 
das H._______ der Beschwerdeführerin das Recht an ihrer Wohnung 
zufolge  deren  Nichtgebrauch  aberkannt  und  sie  gleichzeitig  an 
besagter Adresse abgemeldet hat, teilt das Bundesverwaltungsgericht 
die Einschätzung der Vorinstanz, wonach dieser Vorgang grundsätzlich 
nicht zu beanstanden ist, zumal die Beschwerdeführerin gegen dieses 
Urteil  hätte rekurrieren können,  falls  sie  an dessen Rechtmässigkeit 
gezweifelt  hätte. Mit Blick auf die Ausführungen unter Ziff. 4.2.1. und 
4.2.2  hiervor  kann  im  erwähnten  Urteil  jedenfalls  entgegen  den 
Ausführungen der  Rechtsvertreterin  in  ihrer  Eingabe vom 8. Februar 
2007  kein  in  asylrechtlicher  Hinsicht  relevanter  Sachverhalt 
dahingehend erblickt werden,  dass das FSB die Beschwerdeführerin 
im  Sinne  einer  eigentlichen  Zermürbungstaktik  willkürlich  ihres 
Wohneigentums beraubt hätte (vgl. a.a.O. S. 2 Ziff. 6).

4.3 Soweit  die  Beschwerdeführerin  geltend  macht,  sie  habe  auch 
Angst  vor  Übergriffen  tschetschenischer  Krimineller  gehabt,  welche 

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früher aufgrund der Ermittlungsarbeit ihrer - der Beschwerdeführerin - 
Schwester inhaftiert, zwischenzeitlich aber wieder freigelassen worden 
seien,  ist  Folgendes  festzuhalten:  Die  Beschwerdeführerin  hat  wäh-
rend ihrer Anhörungen durch das BFM zwar erwähnt, dass Unbekann-
te vor langer Zeit einmal versucht hätten sie in einem Auto zu entfüh-
ren; ein weiteres Mal sei ein Giftanschlag auf sie verübt worden (vgl. 
act. A9 S. 4). Es handelt sich indessen hierbei um Geschehnisse, wel-
che sich nach Darstellung der Beschwerdeführerin noch während ihres 
vormaligen  Aufenthalts  in  D._______  beziehungsweise 
Tschetschenien  ereignet  und  sie  auch  dazu  veranlasst  haben,  im 
Jahre 1993 nach Moskau wegzuziehen (vgl. act. A9 S. 4 und S. 8). Sie 
machte  indessen  während  ihrer  Anhörungen  durch  die  Schweizer 
Behörden  nie  geltend,  in  Moskau  gleichfalls  von  tschetschenischen 
Kriminellen  behelligt  worden  zu  sein,  sondern  hielt  in  diesem 
Zusammenhang  einzig  fest,  sie  habe  in  Moskau  kaum Kontakte  zu 
Tschetschenen gehabt (vgl. act. A9 S. 9).  Vor diesem Hintergrund sind 
die  früheren,  möglicherweise  durch  tschetschenische  Kriminelle 
erfolgten Übergriffe auf die Beschwerdeführerin allein schon deshalb 
asylrechtlich  unerheblich,  weil  sie  im  Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  aus 
Russland  bereits  mehr  als  zehn  Jahre  zurücklagen  und  damit  in 
keinem  hinreichenden  zeitlichen  und  sachlichen  Zusammenhang  zu 
ihrer Ausreise aus Russland Anfang des Jahres 2004 stehen. 

4.4 Der frühere Rechtsvertreter vertritt in seiner Beschwerde überdies 
den Standpunkt, die vorinstanzliche Einschätzung, wonach Angehöri-
ge tschetschenischer Ethnie in  der russischen Föderation allein  auf-
grund ihrer Herkunft keiner asylrelevanten Gefährdung ausgesetzt sei-
en, mute bereits aufgrund der allgemeinen Situation der Tschetsche-
nen in Russland äusserst fragwürdig an (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. 4). 
Er vertritt damit entgegen der Einschätzung der Vorinstanz in ihrer Ver-
fügung  vom 28.  Dezember  2005  zumindest  implizit  die  Ansicht,  die 
Tschetschenen  in  Russland  seien  einer  Kollektivverfolgung  ausge-
setzt. Wie die frühere ARK indessen in ihrem nach wie massgeblichen 
Urteil vom 14. Juni 2005 i.S. T.V., Russland  (vgl. Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2005 Nr. 17 E. 6.2.  S. 154 f.) ausführlich dargelegt hat, liegt keine Kol-
lektivverfolgung  Angehöriger  der  tschetschenischen  Ethnie  auf  dem 
gesamten Gebiet  der russischen Föderation vor. Diesbezüglich kann 
vollumfänglich auf die entsprechende Ausführungen im obzitierten Ur-
teil verwiesen werden.

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4.5 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass es der Beschwer-
deführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Verfolgung 
nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Aufgrund der vorstehenden 
Erwägungen erübrigt  es  sich,  auf   weitere  Ausführungen in  der  Be-
schwerde und in den weiteren Eingaben einzugehen, weil sie am Er-
gebnis nichts ändern können. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin 
vermögen  weder  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit zu genügen. Das Bundesamt 
hat ihr Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt.

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die  Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21).

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. 
Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge FK, SR 0.142.30).

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Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwer-
deführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr  der 
Beschwerführerin in ihren Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe-
rin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-
ner Ausschaffung nach Russland dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Ben-
said gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des 
arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation in Russland lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti-
gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist 
der Vollzug der Wegweisung  sowohl im Sinne der asyl- als auch der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 

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7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

Wie  bereits  die  Vorinstanz  zutreffend ausgeführt  hat,  ist  der  Vollzug 
der  Wegweisung nach Tschetschenien  aufgrund der  dort  herrschen-
den allgemeinen Lage als unzumutbar zu erachten. In Fortsetzung der 
diesbezüglichen  Rechtsprechung  der  ARK  geht  das  Bundesverwal-
tungsgericht davon aus, dass sich der Vollzug der Wegweisung abge-
wiesener  tschetschenischer  Asylsuchender an einen innerstaatlichen 
Zufluchtsort unter Umständen als zumutbar erweisen kann. Dabei sind 
allerdings hohe Anforderungen an den Nachweis der Zumutbarkeit ei-
ner innerstaatlichen Aufenthaltsalternative zu stellen. Insbesondere ist 
zu prüfen, ob die betroffene Person über ein tragfähiges, insbesondere 
familiäres Beziehungsnetz - so auch im Hinblick auf  eine zumutbare 
Unterkunft - am allfälligen Zufluchtsort verfügt. Auf ein Beziehungsnetz 
darf  im  Übrigen  unter  Umständen  auch  dann  geschlossen  werden, 
wenn sich die betreffende Person vor ihrer  Ausreise während langer 
Zeit an einem innerstaatlichen Zufluchtsort  aufhielt und sich aus den 
Akten keine überzeugenden Argumente gegen eine Rückkehr dorthin 
ergeben. Im Weiteren vermögen überdurchschnittliche finanzielle Mittel 
die Eingliederung am Zufluchtsort zweifellos zu erleichtern. Zu berück-
sichtigen  sind  ferner  Alter,  Gesundheit,  Geschlecht,  Ausbildung  und 
die bisherigen beruflichen Erfahrungen der betreffenden Person. Eine 
Situation, welche tschetschenische Asylsuchende a priori als Gewalt- 
oder De-facto-Flüchtlinge (im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG) im gesam-
ten Gebiet  der Russischen Föderation qualifizieren würde, lässt sich 
demnach nicht generell bejahen (vgl. EMARK 2005 Nr. 17). 

Die Beschwerdeführerin ist heute 46 Jahre alt und hat eigenen Anga-
ben zufolge in D._______ studiert (vgl. act. A9 S. 4). Ihr angestammter 
Beruf ist Mathematiklehrerin (vgl. act. A1 S. 2 Ziff. 8). Vor ihrer 1993 er-
folgten Übersiedlung nach Moskau hat sie in D._______ im E._______ 
im  Bereich  Information  und  öffentliche  Meinung  (vgl.  act.  A1  S.  6), 
später in Moskau unter anderem in einem Juweliergeschäft (vgl. act. 
A1 S. 2 Ziff. 8 und A9 S. 3 und 8) gearbeitet. Laut ihren Angaben lebt 
in Moskau auch ihr als I._______ tätiger Bruder (vgl. act. A17 S. 2). 
Ausserdem lebt in J._______ eine Schwester der Beschwerdeführerin, 
die mit einem Mitarbeiter des K._______ verheiratet ist (vgl. act. A9 S. 
6). Die Beschwerdeführerin hat diese Schwester in den Jahren 1997 
und 1998 zweimal besucht (vgl. act. A9 S. 4 i.V.m. A17 S. 4), weshalb 

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auch  von  einer  engeren  affektiven  Bindung  zwischen  den  beiden 
Schwestern  auszugehen  ist.  All  diese  Umstände  lassen  darauf 
schliessen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  nach 
Russland über hinlängliche Beziehungen und Mittel verfügen wird, um 
sich dort  eine neue Existenz aufzubauen. Demzufolge ist der Vollzug 
der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin,  deren  anlässlich  der 
Anhörungen  ansatzweise  erwähnten  Herzbeschwerden  weder  vom 
ersten  Rechtsvertreter  noch  von  der  jetzigen  Rechtsvertreterin 
thematisiert wurden, als zumutbar zu erachten. 

6.5 Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG haben die Kantone die Möglichkeit, 
bei "Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles" unter 
bestimmten weiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbewilligung zu 
erteilen. Im vorliegenden Fall sind die zeitlichen Voraussetzungen für 
die  Anwendung  von  Art.  14  Abs.  2  AsylG  erfüllt,  hält  sich  die  Be-
schwerdeführerin doch bereits seit Januar 2004, mithin seit mehr als 
den erforderlichen fünf Jahren, in der Schweiz auf. Es ist ihr deshalb 
unbenommen, bei den zuständigen kantonalen Behörden ein Gesuch 
um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung aus hu-
manitären Gründen zu stellen.

6.6 Schliesslich  obliegt  es  der Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  ihres  Heimatlandes  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar  und  möglich  erachtet.  Die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme 
fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 

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Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]). Diese sind durch den von ihr am 23. Feb-
ruar 2006 in selber Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und mit 
diesem zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die sieben Vorladungen und das Dokument 12/56 vom 30. Juni 2005 
werden gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Diese sind durch den von ihr am 23. Februar 2006 geleiste-
ten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.--  gedeckt  und werden mit 
diesem verrechnet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben; betref-
fend eine allfällige Rückgabe der beim BFF bzw. BFM eingereichten 
Unterlagen befindet die Vorinstanz auf entsprechende Anfrage hin)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N  (...)  (in 
Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Philipp Reimann

Versand: 

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