# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc5b1274-9735-512a-9575-61274a87b5b5
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-05-21
**Language:** de
**Title:** In angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Valideneinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit anhand IK-Auszug.
**Docket/Reference:** IV.2013.00077
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00077.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00077
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
21. Mai 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Corinne Schoch
Advokaturbüro
Kernstrasse
Kernstrasse 8/10, Postfach 1149, 8026 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1957,
Mutter eines 1985 geborenen Sohnes,
war als gelernte
Coiffeuse
selbständig
erwerbend
(
Urk.
9/6
Ziff.
5.2 und
5.4)
und seit
1.
April
2009 bei
der
Y.___
,
Z.___
,
als Call Agent/Sachbearbeiterin auf Abruf tätig (
Urk.
9/6
Ziff.
5.5,
Urk.
9/16
Ziff.
2.1,
Ziff.
5
)
.
Sie
meldete sich am 2
9.
November 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/6). Die Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte medizinische Berichte (
Urk.
9/17-18,
Urk.
9/20,
Urk.
9/25),
Unterlagen des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
9/11),
einen Arbeitgeberberic
ht (
Urk.
9/16)
und einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
9/10) ein.
Sodann nahm die IV-Stelle Abklärungen der berufl
ichen Situation vor (
Urk.
9/30,
Urk.
9/34
,
Urk.
9/36,
Urk.
9/42
,
Urk.
9/44,
Urk.
9/46,
Urk.
9/48
) und teilte der Beschwerdeführerin am 1
7.
November 2011 mit, dass Beratung und Unterstützung bei Erhalt des Arbeitspl
atzes gewährt werde (
Urk.
9/35)
,
und am 1
4.
Mai 2012, dass der Arbeitsplatzerhalt erfolgreich abgeschlossen worden sei (
Urk.
9/47). Nach durchgeführtem
Vorbesche
idverfahren
(
Urk.
9/52,
Urk.
9/
5
8)
verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom 3
0.
November 2012 (
Urk.
9/63 =
Urk.
2) einen
Rentenanspruch der Versicherten
.
2.
Die Versicherte erhob gegen die Verfügung vom 3
0.
November 2012 (
Urk.
2) am 2
1.
Januar 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte die Ausrichtung einer Invalidenrente. Eventuell sei eine Begutachtung anzuordnen. Subeventuell sei die IV-Stelle anzuweisen, eine Begutachtung zu veranlassen (S. 2). Mit
Beschwerdeantwort
vom 2
8.
Februar 20
13 (
Urk.
8)
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Am
4.
März 2013 (
Urk.
10) reichte die Beschwer
deführerin einen
weiteren
medizinischen Bericht (
Urk.
11) ein. Am
2.
April 2013 (
Urk.
12) wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche
Pro
zessführung
und Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2) bewilligt
und ihr
die
Beschwer
deantwort
und der Beschwerdegegnerin die nachträgliche Eingabe
der Beschwerdeführerin
zur Kenntnisnahme zugestellt.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die Rente der Invalidenversicherung ist grundsätzlich eine Erwerbsausfall-Versi
cherungsleistung. Versichert ist nicht der Gesundheitsschaden an sich, sondern der durch den Gesundheitsschaden verursachte Verlust der Erwerbs
möglichkeit (
Art.
1a
lit
. b
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
;
Art.
7
Abs.
1,
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Umgekehrt deckt die Invalidenversi
cherung nur diejenigen Erwerbsverluste ab, die durch
Gesundheitsbeeinträchti
gungen
verursacht sind, nicht Einbussen, die auf andere Gründe (z.B. wirt
schaftliche, persönliche usw.) zurückzuführen sind. Der Invaliditätsgrad wird deshalb bei Erwerbstätigen so bestimmt, dass das Einkommen, welches die ver
sicherte Person ohne Gesundheitsbeeinträchtigung erzielen könnte, demjenigen Einkommen gegenübergestellt wird, das sie nach Eintritt des
Gesundheitsscha
dens
erzielt bzw. bei zumutbarer Tätigkeit erzielen könnte (
Art.
16 ATSG;
Art.
28a
Abs.
1 IVG). Die Erwerbsinvalidität hängt somit nicht von der Einbusse des mutmasslichen Potenzials beziehungsweise des funktionellen Leistungsver
mögens als solchem ab, sondern von der effektiven, gesundheitlich bedingten Einbusse
an
Erwerbseinkommen. Nützte
die
v
ersicherte
Person
im
Gesund
heitsfall
ihr
wirtschaftliches Potenzial nicht voll aus, so ist dieser nicht verwer
tete Teil der Erwerbsfähigkeit nicht versichert. Denn wenn jemand vor Eintritt des Gesundheitsschadens aus gesundheitsfremden Gründen nur ein sehr gerin
ges, nicht existenzsicherndes Einkommen erzielt hat und nach Eintritt des Gesundheitsschadens immer noch ein Einkommen in unveränderter Höhe erzielen könnte, so ist nicht der Gesundheitsschaden ursächlich für eine allfällige tat
sächliche Einkommenseinbusse; kausal sind vielmehr die (nicht bei der Invali
denversicherung versicherten) wirtschaftlichen oder persönlichen Umstände, die bereits beim Gesunden die Erzielung eines höheren Einkommens verhindert haben (BGE 135 V 58 E. 3.4.1).
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung schliesst nicht aus, dass auch bei Erwerbs
tätigen unter Umständen nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt wird. Das trifft bei selbständig Erwerbenden dann zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Gesundheitsfall ihre nicht einträgliche selbstständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen
hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus ver
schiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen die versicherte Person, auch als ihre Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hin
weg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten. Das gilt auch dann, wenn beim Invalideneinkommen de
r
v
ersicherten
Person
aufgrund der Schadenminderungspflicht zugemutet wird, in eine einträglichere unselb
ständige Tätigkeit zu wechseln (BGE 135 V 58 E. 3.4.6).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenanspruchsverneinende Verfü
gung (
Urk.
2) damit, dass die Beschwerdeführerin
seit
dem
1
2.
Oktober 2009
erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtig sei
(S. 1)
. N
ach Ablauf der ein
jährigen Wartezeit
bestehe
in ihrer angestammten
Tätigkeit als
Coiffeuse
noch eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
. In einer
der Behinderung
angepassten
Tätigkeit sei sie jedoch zu 100
%
arbeitsfähig.
Ein leidensbedingter Abzug sei nicht zu gewähren.
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
, welches sich aus der Tätigkeit als
Coiffeuse
und der Nebenerwerbstätigkeit zusammensetze, resultier
e ein Invaliditätsgrad von 12
%
(S.
2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend
, die von der Beschwerdegegnerin getroffene Annahme einer Erwerbsfähigkeit
von 100
%
in angepasst
er Arbeitstätigkeit basiere auf
ungenügenden Grundlage
n
(S. 3 f.
Ziff.
2, S. 8
f.
Ziff.
4).
So sei sie
in angepasster Tätigkeit
maximal
zu 50
%
arbeitsfähig (S. 9
Ziff.
4).
Wegen ihrer
komplexen Beschwerden
sei
eine ortho
pädische, rheumatologische und neurologische Beurteilung durch Fachärzte notwendig, was auch den nachgereichten medizinischen Berichten zu ent
nehmen sei (S. 4
lit
. b
, S. 9
Ziff.
5
).
Das
Valideneinkommen
sei anhand der Verhältnisse vor Eintritt des
Gesund
heits
schadens
im Jahr 2008 zu bestimmen (S. 10
lit
.
aa
, S. 11 Mitte) und mit
m
indestens
Fr.
6‘500.-- im Monat festzusetzten
,
respektive es sei von einem
Valideneinkomme
n
von
Fr.
83‘254.20 auszugehen
(S. 5
Ziff.
3
lit
. a
, S. 10 f.
lit
.
bb
).
Sie verfüge lediglich über branchengebunden
e
Kenntnisse, weshalb bei der Bestimmung des Invalideneinkommens vom Anforderungsniveau 4 auszu
gehend sei (S. 12 Mitte).
Zudem sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 15
%
zu gewähren (S. 12 ff.
lit
.
bb
).
Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad vom 74
%
(S. 15
lit
. d).
3.
3.
1
Dr.
med.
A.___
,
Facharzt FMH für Rheumatologie,
B.___
,
stellte in seinem Bericht vom 2
5.
Mai 2010 (
Urk.
9/11/13-15
)
folgende Diagnosen (S. 1
Ziff.
1
):
-
Panvertebralsyndrom
mit
zerviko
-,
thorako
- und
lumbo
spondylogener
Komponente
-
leichte Wirbelsäulenfehlform
-
ausgedehnte segmentale Befunde mit Dysfunktionen und muskuläre Befunde lumbal
-
klinisch beginnende Fingerpolyarthrose
-
nur diskrete beginnende radiologische Veränderungen (DIP-Gelenke)
Dr.
A.___
führte aus, a
m 2
1.
Dezember 2009 habe eine einmalige Konsultation stattgefunden (S. 1
Ziff.
2).
Dr.
A.___
führte aus, die Beschwerdeführerin
beklage
messerstichartige Schmer
zen an den Handgelenken
volarseitig
sowie am MCP-V rechts und ein diffuses Schwellungsgefühl der Hände und
Kribbelparästhesien
der gesamten Handflächen, weniger ausgeprägt des ganzen Handrückens
,
bis in die distalen Unterarme reichend.
Es
bestehe kein typisch entzündlicher Schmerzcharakter bei Fehlen einer morgendlich oder nächtlichen Betonung
oder einer
Mor
gensteifigkeit
,
sondern
eher mechanische Beschwerden bei Zunahme unter Belastung. Tieflumbal werde ein Dauerschmerz mit Ausstrahl
ung in die
Glu
tealregion
sowie in die l
aterale linke Leiste berichtet. Auch diese
,
sowie die thorakalen Schmerzen mit
Ausstrahlung in den Rippenthorax
beidseits sowie die Nackenbeschwerden mit Ausstrahlung in die Schultern
beidseits
,
seien ebenfalls vom mechanischen Typ (S. 1
Ziff.
4).
Neurologisch fänden sich keinerlei
radikuläre
Reiz- oder Ausfallerscheinungen. Das Röntgen der Hände beidseits (extern) vom 2
1.
Januar 2010 habe eine altersentsprechende Darstellung des distalen beidseitigen Unterarmes und der beidseitigen Handgelenke ohne
ossäre
Verletzungszeiche
n
ergeben
.
Es hätten keine das normale Altersmass übersteigende
n
,
ossäre
n
degenerative
n
Verände
rungen vorgelegen (S. 2
Ziff.
4 oben).
Bei der Beschwerdeführerin finde sich ein mechanisches Beschwerdebild mit verschiedenen Faktoren, ohne dass im Status oder in der Anamnese sowie in den vorliegenden Laboruntersuchungen und Röntgenbilder der Hände Hinweise für ein entzündliches rheumatologisches Geschehen vorlägen. An den Händen finde sich vorderhand auch k
ein sicherer Hinweis für ein Karpaltunnel
-Syn
drom.
Zum jetzigen Zeitpunkt dominiere
an den Händen vor allem der Befund einer beginnenden Fingerpolyarthrose und am Achsenskelett
mässige
degenera
tive Veränderungen sowie vor allem erhebliche segmentale Befunde mit
Hypo
mobilität
und einer insuffizienten autochthonen Rückenmuskulatur mit
Hal
tungsinsuffizienz
. Die Beschwerden an den Händen und Rücken würden sicher durch die belastende Arbeit als
Coiffeuse
mit gleichzeitiger Stresssituation durch die Geschäftsauflösung unterhalten. Der Zustand sei besserungsfähig (S. 2
Ziff.
4 Mitte).
Bezüglich der Fingerpolyarthrose sei eine Ergotherapie verordnet worden und bei vorliegenden Befunden sollte damit eigentlich eine gute
Beschwerdelinde
rung
erreicht werden können. Bezüglich der axialen Befunde und Beschwerden sei die Physiotherapie derart angepasst
worden
, dass nun zunehmend aktive
Elemen
te sowie segmentale Behandlungen des Achsenskelettes durchgeführt werden sollten (S. 2
Ziff.
5).
Bei persistierenden diffusen
Kribbelparästhesien
der Hände sollte allenfalls eine weiter
e
elektrophysiologische Abklärung durch einen Neurologen erfolgen (S. 3
Ziff.
5).
Dr.
A.___
führte aus, von seiner Seite her sei keine Arbeitsunfähigkeit für die bisher ausgeübte Tätigkeit ausgestellt worden (S. 3
Ziff.
6). Bei
Fingerpolyarth
rosen
und leichten degenerativen Wirbelsäulenveränderungen bestehe eine höchstens leicht verminderte Leistungsfähigkeit
als
Coiffeuse
. Demgegenüber wäre die Arbeitsfähigkeit als
Coiffeuse
bei einem Karpaltunnelsyndrom mög
licherweise eingeschränkt, wobei dieses noch elektrophysiologisch zu sichern wäre und grundsätzlich therapierbar und damit besserungsfähig sei. Allenfalls bestehe bezüglich der Fingerpolyarthrose eine verminderte Leistungsfähigkeit (S. 3
Ziff.
7).
In einer angepassten leichten wechselbelastenden und nicht
repetitv
hand
belasten
den
Arbeit wäre die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (S.
3
Ziff.
8).
3.2
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, stellte in seinem
Bericht vom 2
9.
November 2010 (
Urk.
9/11/4)
folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1):
-
Panvertebralsyndrom
-
Osteo
chondrosen
C5/6, L1-
L4 mit Spon
dylose, leichte Skoliose der Wirbel
säule
-
Verdacht auf
Rhiz
arthrose
rechts und Handgelenksa
rthrose beginnend
-
beginnende Fingerpolyarthrose
-
Karpa
l
tunnelsyndrom b
eidseits, Erstdiagnose März 2008
-
chronische Schlafstörung
-
psychovegetative Erschöpfung
Dr.
C.___
nannte als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leic
hte
Osteopenie
, einen Vitamin D-
Mangel, einen Verdacht auf Struma,
Euthreose
-
Hormonmangel und ein
Menopausensyndrom
(
Ziff.
2).
S
eit Juni 2010
bestehe
ein ausgeprägtes
Panvertebralsyndrom
.
Unter intensiver Anwendung von Physiotherapie habe eine schrittweise Steigerung der Arbeits
fähigkeit auf 80
%
erreicht werden können, nach einer dreiwöchigen
Therapie
unterbrechung
sei es jedoch zu einem erneuten Rückfall mit zunehmenden
Rückenschmerzen und starken Verspannungen gekommen, was zu einer Arbeitsunfähigkeit von 40
%
geführt habe (
Ziff.
3-4).
Dr.
C.___
führte aus, der Beschwerdeführerin sei allenfalls eine leichte körperli
che Tätigkeit im Wechsel von Stehen und Sitzen zumutbar. Sicher zumutbar sei eine Tätigkeit im Umfang von 50
%
(
Ziff.
6).
In einer angepassten Tätigkeit, wie zum Beispiel eine
r
Büroarbeit ohne ständiges Tastaturschreiben
,
könnte eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer entsprechenden Mittagspause erreicht werden. Zu einer genauen Bestimmung des Leistungsumfanges sei eine orthopädische Begutachtung zu empfehlen (
Ziff.
7). Unter den jetzigen Arbeitsbedingungen sei die Prognose für das Fortführen des
Coiffuregeschäfts
schlecht. Für den Fall, dass wie beschrieben eine angepasste Tätigkeit gefunden werden könne, sei die Prognose deutlich besser (
Ziff.
8).
3.3
Dr.
med.
D.___
, Facharzt FMH für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 1
4.
Februar 2011 (
Urk.
9/17) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Zervikobrachialgie
beidseits mit Sensibilitätsstörungen beider Hände (
Ziff.
1.1).
Dr.
D.___
führte aus, die Beschwerdeführerin sei am
2.
Februar 2011 bei ihm in Behandlung gewesen (
Ziff.
1.2). Im Jahr 2008 sei ein Karpaltunnelsyndrom beidseits diagnostiziert worden
. Die
Medianusfunktionen
seien motorisch vollständig intakt. Die Hoffmann-
Tinel
-Zeichen rechts über dem Karpaltunnel seien fraglich positiv gewesen.
Z
unächst sei eine weitere Diagnostik notwendig, da die Diagnose noch nicht gesichert sei (
Ziff.
1.4).
Von s
einer Seite her sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (
Ziff.
1.6). Eine weitere Abklärung bezüglich einer zervikalen Genes
e
der Beschwerde
n
und einer eventuellen
somatoformen
Komponente sei notwendig (
Ziff.
1.11).
3.4
Dr.
C.___
stellte in seinem Bericht
vom
1
4.
März 2011 (
Urk.
9/18/1-4)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1):
-
Fingerpolyarthrose
-
Panvertebralsyndrom
-
Zervikobrachialgie
beidseits
-
psychovegetative Erschöpfung, depressive Episode,
Menopausensyn
drom
, Hormonmangel
Dr.
C.___
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit Oktober 2009 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am
1.
März 2011 erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Coiffeuse
bestehe seit dem 2
0.
Oktober 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
. Die Greiffähigkeit und die Kraft der Hände se
ien
eingeschränkt. Sie habe Rückenschmerzen und Verspannungen der Muskulatur und zudem bestehe eine psychische Labilität. Eine Bürotätigkeit mit
Aufstehmöglichkeit sei der Beschwerdeführerin sei
t
November 2011 im Umfang von etwa 60
%
zumutbar (
Ziff.
1.7). Gegebenenfalls sei eine orthopädisch-rheumatologische und eine psychiatrische Begutachtung zu empfehlen (
Ziff.
1.11).
Dr.
C.___
führte auf Anfrage der Beschwerdegegnerin in seinem Bericht vom 2
0.
Juli 2011 (
Urk.
9/25) aus, dass
er
die Arbeitsfähigkeit für eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit
auf 100
%
ganztags einschätze. Dagegen stehe die subjektive Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin bei einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
, aufgrund der subjektiv empfundenen psychischen Belastungen und der subjektiven Depression. Diese könne von seiner Seite her nicht in dem Ausmass nachvollzogen werden. Inzwischen sei eine Überweisung zur psychiatrischen und psychotherapeutischen Mitbehandlung erfolgt, zumal
von der Beschwerdeführerin
immer wieder eine depressive Verstimmung geltend gemacht werde. Bisher sei sie zu einer psychiatrischen Mitbehandlung nicht bereit gewesen.
3.
5
Dr.
med.
E.___
, Facharzt FMH für
Chirurgie
, führte in seinem
Bericht
vom 1
5.
Januar 20
13 (
Urk.
3/3)
aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine verminderte Belastbarkeit des Achsenorgans
.
Sie sei auf Grund der medizi
nischen Diagnose nicht geeignet
für Tätigkeiten mit schwerem Heben oder Tra
gen von Lasten sowie in wirbelsäulenbelastenden Tätigkeiten in
Zwangshal
tungen
, für langandauerndes reines Stehen insbesondere in
vornübergeneigter
Körperhaltung, für alle Tätigkeiten mit repetitiven
r
umpf- oder
h
alswirbelsäu
lenrotierenden
Stereotypien sowie für Arbeiten überwiegen
d
im
Überkopfbe
reich
.
Zumutbar erschienen körperlich leichte Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptieren Wechselpositionen mit der Möglichkeit
zum Wechseln zwischen Sitzen, S
tehen und Gehen, insbesondere ohne Heben von schweren Lasten, nicht mehr als 5 kg kurzfristig und 2 kg längerfristig. In einer solchen Tätigkeit sei aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
gegeben.
3.
6
Die Fachpersonen des
F.___
stellten in ihrem Bericht vom 1
6.
Januar 20
13 (
Urk.
3/4)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.5)
-
Untergewicht (50.8; BMI = 19)
-
Arthrose in beiden Händen (Patientenangabe)
Die Fachpersonen führten aus, die Beschwerdeführerin sei am 1
6.
Januar 2013 zu einem Vorgespräch bei ihnen gewesen.
Sie
beklage seit 2009 zunehmend
Schmerzen der linken und a
b 2010 auch an der rechten Hand
. Darüber hinaus bestünden seit 2010 Schmerzen der Lendenwirbelsäule, welche in beide Ober
schenkel ausstrahlten. In der Folge sei es zur Zunahme der Nervosität, zu Schlafstörungen, Gedankenkreisen, zu keinen Konzentrationsstörungen, zu kei
ner Vergesslichkeit und zu einer Appetitverminderung gekommen.
Somatisch sei etwa 2010 ein Karpaltunnelsyndrom ausgeschlossen worden. Seit dem 1
5.
Januar 2013 bestehe e
ine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
. Die Arb
eitsversuche seien gescheitert und die Beschwerdeführerin
habe im November 2012 die Kündigung erhalten (S. 1 unten).
Weiter wurde ausgeführt
, die Beschwerdeführerin sei äusserlich gepflegt,
alters
entsprechend
, bewusstseinsklar und allseits orientiert. In der emotionellen Kon
taktaufnahme sei sie distanziert, sachlich und passiv im Spontanverhalten. Die Stimmung sei depressiv-resigniert und affektiv unkontrolliert. Im
Gesprächs
verlauf
sei die Beschwerdeführerin verbal mitteilungsaktiv
und
schildere ihr Symptomerleben und -verhalten im Zusammenhang mit den zunehmenden Schmerzen. Kognitiv
sei sie
in Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis ohne Befund. Das Denken sei formal beweglich jedoch inhalt
lich problemkonzentriert. Es bestünden keine Anhaltspunkte für psychotische Erlebnisweisen oder Suizidgedanken.
Die Störung habe Krankheitswert. Als Ziel formuliere die Beschwerdeführerin, die Anpassungsstörung und die Schmerzen zu reduzieren (S. 2 Mitte).
Die Beschwerdeführerin
sei gegenwärtig nicht mehr als 50
%
arbeitsfähig. Der Entscheid der Invalidenversicherung einer vollen Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollziehbar (S. 3 unten).
3.
7
Dr.
med.
G.___
, Facharzt FMH für Innere Medizin und für Rheumatolo
gie, stellte in seinem Bericht vom 2
0.
Februar 2013 (
Urk.
11) folgende Diagno
sen (S. 1):
-
Fingerpolyarthrose
-
chronisches
lumbospondylog
enes
Syndrom links
-
deutliche
Fehlform
der Wirbelsäule
-
chronische
s
cervikospondylogenes
Syndrom bei
d
seits
-
Eisenmangel anamnestisch
Dr.
G.___
führte aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe seit Jahren ein chroni
sches
lumbospondylogenes
Syndrom links, welches auf die erhebliche
Fehlform
der Lendenwirbelsäule zurückzuführen sei
.
Hinweise auf das Vorliegen einer entzündlichen Rückenpathologie oder auf ein
e
radikuläre
Symptomatik seien klinisch nicht zu finden gewesen. Zudem klage die Beschwerdeführerin über
cervicale
Schmerzen, welche einem
cervicospondylogenen
Syndrom beidseits entsprechen sollten, wobei klinisch nur eine geringe Einschränkung der
Hals
wirbelsäulen-Beweglichkeit
und eine mässige Verspannung der paravertebralen Muskulatur festzustellen sei (S. 2 f. unten).
Die Fingerpolyarthrose betreffe vor allem die distalen
interphalangialen
Gelenke (DIP III bis V), links betont. Zudem bestehe radiologisch eine
beginnende
Rhizarthrose
, ohne klinisches Korrelat (S. 3 oben).
Angesichts der
durch die
Arthrose bedingten Hand-Beschwerden sei die Beschwerdeführe
rin in ihrer früheren Tätigkeit als
Coiffeuse
nicht mehr arbeitsfähig. Für eine Büro-Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht im Zusammenhang mit den Fingerproblemen eine Minderung der Arbeitsfähigkeit von etwa 30
%
(S. 3 Mitte).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging
im Wesentlichen
gestützt auf die Eischätzung von
Dr.
C.___
(vorstehend E. 3.2 und E. 3.4)
davon aus, dass in der bish
erigen Tätig
keit als
Coiffeuse
seit Oktober 2009
eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
besteht
(
vorstehend E. 2.1,
vgl.
auch
Urk.
9/5
0
).
Demgegenüber machte die Beschwer
deführerin geltend (vorstehend E. 2.2) sie sei auch in behinderungsangepasster Tätigkeit lediglich zu 50
%
arbeitsfähig.
4.2
Die von
Dr.
C.___
getroffene Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit stützte
sich
auf von
ihm
veranlasste fachärztliche
Abklä
rungsergebnisse
. So kam
Dr.
A.___
in seiner Beurteilung vom Mai 2010
(vorstehend E. 3.1)
zum Schluss, dass in einer angepassten leichten wechselbe
lastenden und nicht repetit
i
v handbelastenden Arbe
it
eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit gegeben sei. Die Arbeitsfähigkeit als
Coiffeuse
erachtete er allenfalls durch die Fingerpolyarthrose und ein abzu
k
lärendes Karpaltunnelsyndrom ein
geschränkt. Letzteres konnte von neurologischer Seite her
im Februar 2011
sodann nicht bestätigt werden (vorstehend E. 3.3).
Betreffend die nach Verfügungserlass im November 2
012 (
Urk.
2)
von der Beschwerdeführerin einge
reichten
Berichte von
Dr.
E.___
(vorstehend E. 3
.5
)
,
der Fachleute des
F.___
(vorstehend E. 3
.6
)
und
Dr.
G.___
(vorstehend E. 3
.7
)
ist
vorab
zu sagen, dass in diesem Verfahren
grundsätzlich nur der
medizinische Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses darstellt, beurteilt wird
.
Zum Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung ha
tte sich die Beschwer
deführe
rin
in keiner fachärztlichen psychiatrischen Behandlung befunden und die nach einmalige
m
Vorgespräch Mitte Januar 2013 von den Fachpersonen des
F.___
beschriebene diskrete Befundlage steht im Widerspruch zu der attestierten 50%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
. Zudem
vermögen die
gestellten Diagnosen
insge
samt
keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
Genauso wenig nachvollziehbar ist die von
Dr.
E.___
ohne genannte Diagnosen oder Angabe allf
ällig getätigter Untersuchungen
festgestellte Arbeitsunfähigkeit von ebenfalls 50
%
.
Eine ausführliche Beurteilung wurde
,
anders als
in der Beschwerdeschrift
in Aussicht gestellt
(vgl.
Urk.
1 S. 9
Ziff.
4 oben) bis dato nicht nachgereicht.
Dr.
G.___
nannte in seinem Bericht lediglich bereits bekannte Diagnosen
und
führte aus, er
habe
ebenfalls
keine Hinweise auf das Vorliegen einer entzündli
chen Rückenpathologie oder auf eine
radikuläre
Symptomatik finden können. Auch stellte er hinsichtlich des
cervicospondylogenen
Syndroms klinisch nur mässige Befunde fest. Allein aufgrund der Fingerprobleme attestierte er für eine Bürotätigkeit eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 30
%
. Die diesbe
zügliche Abweichung zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
von
Dr.
C.___
und
Dr.
A.___
liegt in dem Umstand begründet, dass
diese
eine rein aus Schreibarbeit am Computer bestehende Bürotätigkeit nicht als angepasste Tätigkeit erachtete
n
.
4.3
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
nur noch eingeschränkt arbeitsfähig ist. In einer der Behinderung
angepassten
Tätigkeit besteht jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
mögli
chen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
5.2
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
ben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2011
, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend machte
(vorstehend E. 2.2)
, ist das
Valideneinkommen
anhand der Verhältnisse vor Eintritt des
Gesundheitsscha
den
s
im Jahr 2009 und der damit einhergehenden Reduktion der Selbständig
keit
, mithin
ausgehend vom Jahr 2008 zu bestimmen.
Als hypothetisches
Val
ideneinkommen
(vorstehend E. 5.1
) gilt das Einkommen, das die Beschwerdeführerin erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend ist, was die Beschwerdeführerin als Gesunde bei sonst glei
cher Situation tatsächlich erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls ver
dienen könnte. Ist aufgrund der Umstände des Einzelfalles anzunehmen, dass sie sich als Gesunde voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstä
tigkeit begnügen würde, so ist darauf abzustellen, auch wenn sie an sich besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten hätte (ZAK 1992 S. 92 E. 4a; Urteil M. vom
4.
April 2002, I 696/01, E. 4a).
Vorliegend hat die Beschwerdeführerin
über Jahrzehnte
lang eine selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt. Darin liegt keine kurze Dauer im Sinne der Recht
sprechung. Es
wurde weder geltend gemacht, noch bestehen
Anhaltspunkte dafür, dass sie ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung
ihre selbständige Tätigkeit im
Coiffeursalon
zugunsten einer besser
entlöh
nten
Tätigkeit aufgege
ben hätte.
Auch nach der Scheidung von ihrem Ehemann im Jahr 2000
(vgl.
Urk.
9/6
Ziff.
1.7)
und
nach
Wegfall der Betreuungspflichten des 1985 gebore
nen
Sohnes arbeitete sie weiter selbständig im
Coiffeursalon
.
Nach allgemeiner Lebenserfahrung wäre sie im Gesundheitsfall mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit in der bisherigen Tätigkeit verblieben. Es besteht deshalb kein Grund, das aus wirtschaftlichen Gründen unterdurchschnittliche
Validen
einkommen
auf einen durchschnittlichen Tabellenloh
n aufzurechnen (vorste
hend E. 1
.2
, Urteile des Bundesgerichts 9C_560/2008 vom 1
2.
Dezember 2008 sowie I 575/00 vom
9.
Mai 2001 E. 3).
Nicht abgestellt werden kann demnach auf die Angaben der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Anmeldung zum Leistungsbezug Ende November 2010, wonach sie als selbständige
Coiffeuse
ein Einkommen von
Fr.
75‘000.-- erwirt
schaftet haben soll (
Urk.
9/6
Ziff.
5.4) und ebenso
wenig auf die
beschwerde
weise
getätigten Ausführungen, wonach von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
6‘500.-- monatlich, respektive
Fr.
83‘254.20 ausgegangen werden soll (vor
stehend E. 2.2).
Weder ist ein Einkommen in dieser Höhe belegt, noch erscheint es mit Blick auf die Akten wahrscheinlich, zumal die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug (
Urk.
9/10) als
Selbständigerwerbende
in den Jahren 2002 bis 2008
J
ahresein
kommen von minimal
Fr.
8‘307
.--
im Jahr 2004 und maximal
Fr.
27‘100.-- im Jahr 2008 erwirtschaftete.
Angesichts der in
Art.
25
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversicherungsrechtlich massge
benden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitrags
pflichtigen Erwerbseinkommen kann das
Valideneinkommen
von Selbständi
gerwerbenden zumeist auf Grund der Einträge im individuellen Konto bestimmt werden.
Bei Eintritt des Versicherungsfalles kann die Berichtigung von Eintragungen im individuellen Konto nur noch verlangt werden, soweit die Unrichtigkeit offen
kundig ist oder dafür der volle Beweis erbr
acht wird (vgl. BGE 117 V 19 E
.
2c/
aa
)
. Dies ist vorliegend nicht geschehen.
Selbst wenn man vom höchsten je ab
gerechneten Verdienst von
Fr.
27'100.-- im Jahre 2008
ausgeht und diesen der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2011
(Die Volkswirtschaft 6-2012, S. 95 Tabelle B 10.2,
lit
. M-O
; Die Volks
wirtschaf
t
12-2013, S. 91 Tabelle B 10.2,
Ziff.
90-96
) anpasst, resultiert ledig
lich ein
Valideneinkommen
vo
n rund
Fr.
28‘003
.-- (
Fr.
27‘100.-- x 1.019 x 1.010
x 1.0
04
).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.4
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten
Durch
schnittslohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Das im Jahr 2010 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug
Fr.
4'225.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr, bei einer durchschnittl
ichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 12-2013, S. 90
Tabelle B 9.2, Total) und unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung von 1
%
im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft 12-2013, S. 91, Tabelle B10.2, Nominal Total)
,
ein
I
nvali
deneinkommen
von
rund
Fr.
53‘383
.-- für das Ja
hr 2011
(
Fr.
4'225.--: 40 x 41.7
x 12 x
1.010
).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Dass
die Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einer anderen Branche keinerlei Berufserfahrung mitbringt und damit wieder bei „Null“ beginnen müsste, wurde mit Einstufung auf Niveau 4 der LSE
Tabel
lenlöhne
, bei denen es sich um einfache und repetitive Tätigkeiten ohne voraus
gesetzte Berufs- und Fachkenntnisse handelt,
berücksichtigt
. Anhaltspunkte für einen weiter vorzunehmenden Abzug sind vorliegend nicht gegeben.
5.6
Bei einem
Invalidenei
nkommen in der Höhe von rund
Fr.
53‘383
.--
und
einem
Val
idenei
nkommen
von lediglich
Fr.
28‘003
.--
resultiert keine
Einkommensein
busse
und
damit
auch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
(dies im Übri
gen
selbst bei Gewährung eines maximal möglichen Abzuges von 25
%
)
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.
2
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
6
.3
Der von Rechtsanwältin Corinne Schoch
mit Eingabe vom
1
0.
April 2013
gel
tend gemachte Aufwand von
16
Stunden
und 55 Minuten
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen,
dies
insbe
sondere auf
grund der Tatsache, dass sie die
Beschwerdeführer
in
schon im
Vor
bescheidverfahren
vertrat und die Akten somit
bekannt waren. Sodann enthält die  Beschwerdeschrift Wiederholungen und entspricht
auch in
Teilen d
em Ein
wand auf den Vorbescheid
vom 2
0.
November 2012 (
Urk.
9/58)
.
Angesichts der zu studierenden Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der
ein
ge
reichten
Rechtsschriften, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist
die Entschädigung von Rechtsanwä
lt
in Corinne Schoch
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
auf
Fr.
3‘000.--
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen.
6
.4
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach  sie
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung ver
pflichtet werden kann, sofern sie
dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Corinne Schoch, Zürich,
wird mit
Fr.
3'000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Corinne Schoch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan