# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42a1cd5a-afc5-560e-90bd-23ea2e4ef82f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LZ230025-O8
**Docket/Reference:** LZ230025-O8
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LZ230025-O8.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ230025-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, 

Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. K. Vogel sowie

Gerichtsschreiberin Dr. T. Rudolph

Urteil vom 6. Januar 2025

in Sachen

A._____, 

Verfahrensbeteiligte und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

B._____, 

Beklagter und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

sowie

1.

2.

C._____, 

D._____, 

Kläger und Verfahrensbeteiligte

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____, 

- 2 -

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen)

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen 

Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 21. April 2023 (FK210064-K)

- 3 -

Rechtsbegehren:

des Beklagten (Urk. 7/77 und Urk. 7/118):

"1. Es sei in Abänderung respektive Ergänzung der Vereinbarung betreffend 
vorsorgliche Massnahmen vom 10. März 2022 der Beklagte für den Verlauf 
des Verfahrens für berechtigt zu erklären, die Kinder während fünf Ferien-
wochen pro Jahr zu betreuen, nämlich in der zweiten Woche Sportferien, 
der ersten Woche der Frühlingsferien, in den ersten beiden Sommerferien-
wochen sowie in der ersten Herbstferienwoche.

 2. Es  sei  der  Beklagte  für  berechtigt  zu  erklären,  die  Kinder  in  der  zweiten 
Sportferienwoche  des  laufenden  Jahres,  nämlich  von  Samstag,  11. Fe-
bruar 2023 bis Sonntag 19. Februar 2023 zu betreuen sowie in der ersten 
Frühlingsferienwoche, vom Samstag, 22. April 2023 bis Samstag, 29. April 
2023. Es seien diese beiden Ferienbetreuungswochen superprovisorisch 
anzuordnen.

 3. Es seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen den Parteien ausgangs-

gemäss aufzuerlegen."

Ergänzende Anträge an der Verhandlung vom 17. April 2023:

"1. Es seien die Eltern im Rahmen einer Feiertagsregelung für berechtigt und 
verpflichtet zu erklären, die gemeinsamen Kinder C._____ und D._____ in 
geraden Jahren wie folgt zu betreuen:

- von Donnerstag vor Ostern 18.00 Uhr bis Ostermontag 19.00 Uhr (Mut-

ter)

- von Freitag vor Pfingsten 18.00 Uhr bis Pfingstmontag (Vater)

- am 1. August (Mutter)

- am 24.12. von 12.00 Uhr bis 25.12. 12.00 Uhr (Vater)

- am 25.12. von 12.00 Uhr bis 26.12. 18.00 Uhr (Mutter)

- am 31.12. von 12.00 Uhr bis 01.01. 12.00 Uhr (Vater)

- am 01.01. von 12.00 Uhr bis 02.01. 18.00 Uhr (Mutter)

in ungeraden Jahren sei die Regelung umgekehrt anzuordnen.

 2. Es seien die Kosten bei der Hauptsache zu belassen, eventualiter seien 

die Kosten- und Entschädigungsfolgen den Parteien ausgangsgemäss zu 
aufzuerlegen."

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der Kläger 1, 2 und der Verfahrensbeteiligten (Urk. 7/95, Urk. 7/120, Prot. I 
S. 74 ff. sinngemäss):

"1. Die Anträge des Beklagten seien vollumfänglich abzuweisen.

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten."

der Kindsvertreterin (Urk. 7/122; Prot. I S. 77):

"1. Anträge gemäss dem in der Kinderanhörung verbal geäusserten Kinderwil-

len:

Das Gesuch vom 27 . Januar 2023 des Kindsvaters betreffend Erlass einer 
vorsorglichen Feiertags- und Ferienregelung sei abzuweisen.

2. Sofern das Gericht die Ansicht vertritt, dass für das objektivierte Kindes-
wohl eine vorsorgliche Ferienregelung notwendig sei, sei die Vereinbarung 
betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 10. März 2023 wie folgt zu er-
gänzen:

Der  Vater  sei  für  berechtigt  zu  erklären  die  beiden  Kinder  D._____  und 
C._____ wie folgt mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen:

-

-

-

-

3 Tage am Stück in den Frühlingsferien 2023 in der 1. Frühlingsferien-
woche (mit 2 Übernachtungen beim Vater);

5 Tage am Stück in den Sommerferien 2023 (mit 4 Übernachtungen
beim Vater);

1 Woche, d.h. 7 Tage am Stück in den Herbstferien 2023 (mit
6 Übernachtungen beim Vater);

Ab den Weihnachtsferien 2023/2024 für die weitere Dauer des Verfah-
rens  jeweils  1  Woche  pro  Ferienblock  der  Kinder  in  den  Schulferien 
(d.h. 1 Woche in den Sport-, Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Weih-
nachtsferien  der  Kinder).  Darüber  hinaus  sei  eine  gerichtliche  Feier-
tagsregelung zu erlassen, die es beiden Kindern ermöglicht, Feiertage 
mit beiden Elternteilen zu verbringen.

Die Eltern planen die Ferien der Kinder jeweils rechtzeitig, d.h. ab der Pla-
nung für die Sommerferien 2023 mindestens 2 Monate vor dem Ferienan-
tritt des Vaters. Können sich die Eltern über die Aufteilung der Ferien nicht 
einigen, so kommt dem Vater in den Jahren mit gerader Jahreszahl und 
der Mutter in den Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidrecht zu.

Beide Eltern verpflichten sich gegenseitig auf erstes Verlangen des Eltern-
teils dem anderen Elternteil spätestens bei der Übergabe der Kinder für die 

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Ferien sämtliche Ausweispapiere der Kinder (ID, Reisepässe) auszuhändi-
gen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% Mehrwertsteuer) 
zu Lasten der Kindseltern unter vollständiger Schadloshaltung der Kinder."

Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Winterthur vom
21. April 2023:
(Urk. 7/132 S. 19 ff. = Urk. 2 S. 19 ff.)

1.

In Ergänzung von Ziffer 1 der mit Verfügung vom 23. März 2022 genehmig-

ten Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 9. März 2022 

(act. 15 und act. 18), wird der Beklagte zusätzlich berechtigt und verpflichtet, 

die Betreuungsverantwortung für die Söhne D._____ und C._____, auf ei-

gene Kosten wie folgt zu übernehmen:





Fällt das Betreuungswochenende des Beklagten auf Ostern, beginnt 

seine Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr, 

und dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr,

Am Pfingstwochenende 2023 betreut der Beklagte die Kinder von 

Pfingstsamstag, 09.00 Uhr bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr; für die wei-

tere Dauer des Verfahrens verlängert sich die Betreuungsverantwor-

tung des Beklagten bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr, wenn Pfingsten auf 

das Betreuungswochenende des Beklagten fällt.



Jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neu-

jahr, jeweils von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr des Folgetages.

2.

In Ergänzung von Ziffer 1 der mit Verfügung vom 23. März 2022 genehmig-

ten Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 9. März 2022 

(act. 15 und act. 18), wird der Beklagte ausserdem berechtigt und verpflich-

tet, die Betreuungsverantwortung für die Söhne D._____ und C._____, wäh-

rend der Schulferien, ab den Sommerferien 2023, auf eigene Kosten wie 

folgt zu übernehmen:



4 Tage am Stück in den Sommerferien 2023 (mit 3 Übernachtungen 

beim Beklagten),

- 6 -



5 Tage am Stück während der Herbstferien 2023 (mit 4 Übernachtun-

gen beim Beklagten),

Ab  den  Weihnachtsferien  2023/2024  wird  der  Beklagte  berechtigt  und  ver-

pflichtet, die Söhne D._____ und C._____ während den Schulferien (Winter-,

Sport-, Frühlings-, Sommer- und Herbstferien) jeweils eine Woche auf eigene 

Kosten zu betreuen.

Die Parteien sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindestens zwei 

Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater in 

Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Auftei-

lung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.

Die Parteien werden gegenseitig verpflichtet, auf erstes Verlangen einer 

Partei der anderen Partei bei der Übergabe der Söhne D._____ und 

C._____ für die Ferien sämtliche Ausweispapiere von D._____ und C._____ 

(ID, Reisepässe) auszuhändigen.

3.

Die von diesem Entscheid abweichenden Anträge der Parteien werden ab-

gewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

4.

Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird dem Endent-

scheid vorbehalten.

[Mitteilungssatz]

[Rechtsmittelbelehrung]

5.

6.

Berufungsanträge:

der Verfahrensbeteiligten und Berufungsklägerin (Urk. 1 S. 3):

"1. Es seien die Dispositivziffern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung des Be-

zirksgerichts Winterthur vom 21. April 2023 aufzuheben und es sei der vor-

sorgliche Antrag des Beklagten auf Ausdehnung des Besuchsrechts für die 

beiden  Söhne  C._____  und  D._____  auf  Feiertage  und  Ferien  im  Rahmen 

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einer  Abänderung  der  vorsorglichen  Massnahmen  vollumfänglich  abzuwei-

sen.

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zu Lasten des Be-

klagten."

des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 32 S. 2):

" 1. Es seien die mit der Berufung vom 7. Juli 2023 eingereichten Anträge voIIum-

fängIich abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der weite-

ren Verfahrensbeteiligten und Berufungsklägerin."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Die  Verfahrensbeteiligte  und  Berufungsklägerin  (fortan:  Verfahrensbeteiligte) 

und der Beklagte und Berufungsbeklagte (fortan: Beklagter) sind die unverheirate-

ten  Eltern  von  C._____,  geboren  am  tt.mm.2014,  und  D._____,  geboren  am 

tt.mm.2015 (Kläger 1, 2, fortan: die Kinder). Sie führten seit 2013 eine Beziehung, 

wobei die Verfahrensbeteiligte bereits einen Monat nach Beginn der Beziehung mit 

C._____ schwanger wurde. Zwischen den Kindseltern kam es während der Bezie-

hung immer wieder zu Spannungen. Schliesslich verliess der Beklagte die gemein-

same Wohnung Ende April 2021 (Urk. 7/1 S. 3, Urk. 7/11 S. 6).

2. Mit Schreiben vom 25. Mai 2021 beantragte der Beklagte bei der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen (fortan: KESB) die Regelung 

der Obhut. Weiter begehrte er die Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen 

ihm und seinen Söhnen sowie die Anordnung der zum Schutze der Kinder notwen-

digen Massnahmen (Urk. 7/7/1 S. 1). Mit Entscheid vom 15. Oktober 2021 erliess 

die KESB vorsorgliche Massnahmen. Sie hielt dies für angezeigt, da die Beziehung 

der Kindseltern infolge ihres Nachtrennungskonflikts erheblich belastet sei. So ord-

nete sie einerseits eine Beratung für Kinder und Eltern in Trennung (KET-Beratung) 

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des Marie Meierhofer Instituts für das Kind (mmi) in Zürich an. Andererseits traf sie 

eine verbindliche, vorsorgliche, behördliche Minimal- und Konfliktregelung des per-

sönlichen Verkehrs zwischen C._____ und D._____ und ihrem Vater. Danach sollte 

der Beklagte die Kinder bis Neujahr 2022 an jedem zweiten Wochenende abwech-

selnd an einem Samstag oder Sonntag tagsüber (ohne Übernachtung) betreuen. 

Anschliessend sollte er sie alle 14 Tage am Sonntag tagsüber (ohne Übernachtung) 

betreuen. Ab dem Start der KET-Beratung hätten seine Betreuungszeiten alle 14 

Tage von Samstagmorgen bis Sonntagabend (mit Übernachtung) gedauert. Nach 

Abschluss der KET-Beratung sollte unter Berücksichtigung des Verlaufs der Bera-

tung und des KET-Berichts über die definitive, allfällig weiter ausgedehnte Betreu-

ungsregelung sowie über die Ferienregelung entschieden werden (Urk. 7/7/1 S. 6 

und 7).

3. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2021 machten die Kinder, vertreten durch ihre 

Mutter, nach durchgeführtem Schlichtungsverfahren (Urk. 7/3) bei der Vorinstanz 

ein  Verfahren  gegen  den  Beklagten  betreffend  Unterhalt  hängig,  wobei  sie  auch 

vorsorgliche  Massnahmen  beantragten  (Urk. 7/1).  Anlässlich  der  Hauptverhand-

lung  sowie  der  Verhandlung  betreffend  vorsorgliche  Massnahmen  vom 

9. März 2022 schlossen die Kindseltern eine Vereinbarung über die vorsorglichen 

Massnahmen, die mit Verfügung vom 23. März 2022 genehmigt wurde (Urk. 7/15 

und  7/18).  In  dieser  änderten  sie  das  Besuchsrecht  dahin  gehend  ab,  dass  der 

Beklagte die Kinder bis Ende Mai 2022 an jedem zweiten Wochenende jeweils am 

Samstag tagsüber und am Sonntag tagsüber betreuen sollte. Die Parteien seien 

bestrebt,  dass  bis  dann  eine  psychotraumatische  Abklärung  von  C._____  und 

D._____  abgeschlossen  sei.  Ergebe  die  Abklärung,  dass  C._____  und  D._____ 

nicht  an  einem  auf  das  Verhalten  des  Vaters  zurückzuführenden  psychischen 

Trauma leiden würden oder liege bis dann noch kein Abklärungsergebnis vor, be-

treue der Vater die Kinder ab dem 1. Juni 2022 an jedem zweiten Wochenende von 

Samstag, 9:00 Uhr bis Sonntag, 18:00 Uhr (mit Übernachtung). Mit der Verfügung 

vom 23. März 2022 wurde zudem für C._____ und D._____ eine Kindsvertreterin 

im Sinne von Art. 299 Abs. 1 ZPO bestellt.

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4. Am 28. Oktober 2022 wurde die Hauptverhandlung fortgesetzt. An dieser be-

antragte die Kindsvertreterin, dass über die Eltern sowie die Kinder ein kombinier-

tes kinder- und erwachsenenpsychiatrisches Erziehungsfähigkeitsgutachten zu er-

stellen sei (Urk. 7/66 S. 2). Mit Verfügung vom 6. Februar 2023 wurde ein Parallel-

gutachten angeordnet (Urk. 7/84).

5. Mit Eingabe vom 27. Januar 2023 stellte der Beklagte vor der Vorinstanz ein 

Gesuch  um  Erlass  vorsorglicher  bzw.  superprovisorischer  Massnahmen  mit  den 

eingangs  genannten  Anträgen  (Urk. 7/77).  Mit  Verfügung  vom  30. Januar 2023 

wies  die  Vorinstanz  das  Gesuch  um  superprovisorische  Massnahmen  ab  und 

setzte den Klägern 1, 2 und der Verfahrensbeteiligten sowie der Kindsvertreterin 

Frist, um zum Gesuch Stellung zu nehmen (Urk. 7/78). Mit Eingaben vom 2. Fe-

bruar 2023 bzw. vom 20. Februar 2023 beantragten die Kindsvertreterin einerseits 

und die Kläger 1, 2 und die Verfahrensbeteiligte andererseits die Abweisung der 

vorsorglichen Massnahmen (Urk. 7/81 S. 3 und Urk. 7/95 S. 1). In der Folge hörte 

die Vorinstanz am 13. April 2023 die Kinder an (Urk. 7/116 und Urk. 7/117). An der 

Verhandlung vom 17. April 2023 konnte keine Vereinbarung zwischen den Kinds-

eltern erreicht werden (Prot. I S. 72 ff.). Im Übrigen kann für den Verlauf des vor-

instanzlichen Verfahrens auf die Erwägung I des vorinstanzlichen Entscheids ver-

wiesen  werden.  Am  21. April 2023  erliess  die  Vorinstanz  eingangs  wiedergege-

bene Verfügung in unbegründeter Form. Die begründete Fassung wurde den Par-

teien am 27. Juni 2023 zugestellt (Urk. 2 = Urk. 7/132 und Urk. 7/133).

6. Dagegen  erhob  die  Verfahrensbeteiligte  innert  Frist  Berufung  und  stellte  die 

eingangs zitierten Anträge (Urk. 1 S. 3). Mit Präsidialverfügung vom 11. Juli 2023 

wurde der Berufung einstweilen die aufschiebende Wirkung erteilt und dem Beklag-

ten und der Kindsvertreterin Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 6). Der Be-

klagte reichte am 17. Juli 2023 seine Stellungnahme ein (Urk. 9), am 18. Juli 2023 

machte  er  eine  weitere  Eingabe  (Urk. 12).  Die  Kindsvertreterin  reichte  am 

20. Juli 2023  ihre  Stellungnahme  ein  (Urk. 13).  Mit  Präsidialverfügung  vom 

25. Juli 2023 wurde das Gesuch um aufschiebende Wirkung abgewiesen (Urk. 16). 

Den  ihr  von  der  Berufungsinstanz  auferlegten  Kostenvorschuss  von  Fr. 3'000.– 

leistete  die  Verfahrensbeteiligte  rechtzeitig  (Urk. 8  und  Urk. 17).  Am  22. Dezem-

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ber 2023 stellte die Vorinstanz der hiesigen Kammer das Parallelgutachten in der 

Form eines psychologischen Gutachtens in der Familiensache (Urk. 24) und eines 

fachpsychiatrischen  Gutachtens  zum  Beklagten  (Urk. 25)  zu  (fortan:  Parallelgut-

achten,  Urk. 25-A).  In  der  Folge  führten  die  Kindseltern  aussergerichtliche  Ver-

gleichsgespräche,  welche  jedoch  scheiterten  (Urk. 26-30).  Mit  Verfügung  vom 

16. April 2024  wurde  dem  Beklagten  Frist  zur  Einreichung  der  Berufungsantwort 

angesetzt  mit  der  Aufforderung,  eine  allfällige  Stellungnahme  zu  den  Gutachten 

einfliessen zu lassen. Die Verfahrensbeteiligte wurde ebenfalls aufgefordert, innert 

10 Tagen zu den Gutachten Stellung zu nehmen, sofern sie dies wünsche (Urk. 31). 

Mit  Eingabe  vom  29. April 2024  erstattete  der  Beklagte  fristgerecht  seine  Beru-

fungsantwort (Urk. 32). Die Verfahrensbeteiligte reichte ihre Stellungnahme zu den 

Gutachten  ebenfalls  am  29. April 2024  ein 

(Urk. 34).  Mit  Eingabe  vom 

25. Juni 2024  nahm  die  Kindsvertreterin  zum  Verfahren  Stellung  (Urk. 38).  Das 

Verfahren ist spruchreif, was den Parteien mit Verfügung vom 13. September 2024 

angezeigt  wurde  (Urk. 40).  Am  9. Oktober 2024  reichte  die  Kindsvertreterin  ihre 

Honorarnote ein (Urk. 42 f.). Mit Verfügung vom 25. Oktober 2024 stellte die Vor-

instanz der hiesigen Kammer eine Gefährdungsmeldung von Dipl.-Psych. E._____ 

betreffend  die  Kinder  C._____  und  D._____  zu  (Urk. 45  f.).  Die  vorinstanzlichen 

Akten wurden beigezogen (Urk. 7/1-137).

II. Prozessuales

1.

Die  Berufung  hemmt  die  Rechtskraft  nur  im  Umfang  der  Anträge  (Art.  315 

Abs. 1 ZPO). Angefochten sind vorliegend Dispositiv-Ziffer 1 (Feiertagsregelung) 

und Dispositiv-Ziffer 2 (Ferienregelung). Die Dispositiv-Ziffer 3 wurde zwar nicht an-

gefochten, hängt jedoch untrennbar mit den Dispositiv-Ziffer 1 und 2 zusammen, 

da sie Modalitäten dieser Regelungen betrifft.

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die  Berufungsinstanz  verfügt  über  unbeschränkte  Kognition  bezüglich  Tat-  und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013 E. 3.1).

- 11 -

3.

In der Berufungsschrift ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erst-

instanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Am-

tes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungsklä-

ger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ 

mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die 

Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen 

und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend ge-

machte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vor-

bringen  oder  deren  blosse  Wiederholung  genügen  nicht  (siehe  BGE 138  III  374 

E. 4.3.1;  BGer 5A_751/2014  vom  28. Mai  2015  E. 2.1;  BGer 5A_247/2013  vom 

15. Oktober 2013 E. 3.2). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begrün-

dungsanforderungen  entsprechenden  Weise  beanstandet  wird,  braucht  von  der 

Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von of-

fensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu 

beschränken,  die  in  der  schriftlichen  Begründung  formgerecht  gegen  den  erstin-

stanzlichen  Entscheid  erhoben  werden  (siehe  BGE  142  III  413  E. 2.2.4; 

BGer 5A_111/2016  vom  6. September  2016  E. 5.3;  BGer 4A_258/2015  vom 

21. Oktober 2015 E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014 E. 3.1 und 

5). Diese Grundsätze gelten auch im Bereich der unbeschränkten Untersuchungs-

maxime (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 E. 5.1).

4.

Für  Kinderbelange  in  familienrechtlichen  Angelegenheiten  –  wie  sie  vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersuchungs- 

und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von 

Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Ver-

fahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die 

Parteien  zudem  im  Berufungsverfahren  neue  Tatsachen  und  Beweismittel  unbe-

schränkt vorbringen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum Tragen (BGE 147 III 

301 E. 2.2; BGE 144 III 349 E. 4.2.1).

5.

In  der  Phase  der  Urteilsberatung  werden  keine  Noven  mehr  berücksichtigt. 

Das Beweisverfahren ist abgeschlossen und das Gericht entscheidet aufgrund des 

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Prozessstoffes,  der  sich  aus  dem  spruchreifen  Dossier  ergibt  (BGE  142  III  413 

E. 2.2.5 f.). Die Gefährdungsmeldung von Frau E._____ bleibt folglich im vorliegen-

den Berufungsverfahren unberücksichtigt.

III. Abänderungsgrund

1.

Die Vorinstanz erwog, für die Abänderung von Entscheiden über nicht-vermö-

gensrechtliche Kinderbelange sei Art. 298d ZGB einschlägig. Dieser komme auch 

bei der Abänderung vorsorglicher Massnahmen im Rahmen von Unterhaltsklagen 

bei  nicht  verheirateten  Eltern  zur  Anwendung.  Für  die  Abänderung  des  persönli-

chen  Verkehrs  brauche  es  gemäss  Art. 298d  Abs. 2  i.V.m.  Abs. 1 ZGB  eine  we-

sentliche Änderung der Verhältnisse und die Notwendigkeit zur Wahrung des Kin-

deswohls. Die Vereinbarung vom 9. März 2022 sei vor dem Hintergrund geschlos-

sen worden, dass unklar gewesen sei, inwiefern die Trennung der Eltern und damit 

einhergehende Spannungen in der Familie sich auf C._____ und D._____ ausge-

wirkt hätten. Die Verfahrensbeteiligte habe damals geltend gemacht, dass der Be-

klagte noch während des Zusammenlebens gegenüber den Kindern handgreiflich 

geworden sei und sich ihnen gegenüber aggressiv verhalten habe. Aufgrund ver-

schiedener Vorkommnisse dieser Art hätten die Kinder Symptome (wie bspw. einen 

"Röhrenblick", Schlafstörungen oder Albträume) entwickelt, die auf eine mögliche 

Traumatisierung hindeuten würden. Der Beklagte habe dies bestritten, sich jedoch 

an der Massnahmeverhandlung einverstanden erklärt, dass die Kinder psychotrau-

matisch abgeklärt würden. Von Februar bis April 2022 sei die Abklärung bei Frau 

F._____ erfolgt, die keine Traumatafolgestörung von C._____ und/oder D._____ 

habe feststellen können. Das für diesen Fall in der Vereinbarung vorgesehene Wo-

chenendbesuchsrecht mit Übernachtung werde seitdem unbestrittenermassen um-

gesetzt. Die Verfahrensbeteiligte habe jeweils nach den Übernachtungen beim Be-

klagten  Berichte  über  das  Verhalten  der  Kinder  verfasst,  in  denen  sie  von  einer 

Verschlimmerung der Symptome erzähle. Hingegen schildere der Beklagte, dass 

es zu keinerlei Problemen bei den Übernachtungsbesuchen gekommen sei. An den 

Kinderanhörungen hätten C._____ und D._____ jeweils berichtet, dass die Über-

nachtungsbesuche gut liefen und sie gerne zum Vater gingen. Sie schliefen beim 

Vater gleich gut wie bei der Mutter, hätten keine Albträume mehr und auch schon 

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länger  keinen  "Röhrenblick"  erlebt.  Folglich  habe  die  psychotraumatische  Abklä-

rung ergeben, dass keine Traumatafolgestörung der Kinder habe festgestellt wer-

den können, was eine wesentliche Änderung der Verhältnisse sei. Überdies sei an 

der Kinderanhörung der Eindruck entstanden, dass die von der Verfahrensbeteilig-

ten beschriebenen Symptome abgeklungen, verschwunden oder nicht vorhanden 

seien. Aus den Aussagen der Kinder lasse sich nicht ableiten, dass sie ihrem Vater 

mit  Angst  gegenübertreten  würden  oder  ihr  Wohl  durch  die  Besuche  beim  Vater 

gefährdet sein könnte. Unter diesen Umständen entspreche eine Erweiterung der 

Besuchsrechtsregelung dem Kindeswohl (Urk. 2 S. 9 ff.).

2.

Die  Verfahrensbeteiligte  rügt,  die  Vereinbarung  vom  9. März 2022  berück-

sichtige bereits das Szenario, dass die psychotraumatische Abklärung kein Trauma 

bei den Söhnen feststelle. Verhältnisse, die bereits im Zeitpunkt des Vertragsab-

schlusses offensichtlich und vorliegend sogar ausdrücklich berücksichtigt worden 

seien, könnten nicht als Grundlage für einen Abänderungsentscheid herangezogen 

werden. Weder die  Gegenpartei noch  die  Vorinstanz  nenne  andere,  wesentliche 

Änderungen der Verhältnisse, womit ein Abänderungsgrund fehle (Urk. 1 S. 13 f.). 

Ein  solcher  könnte  höchstens  noch  bei  einer  Kindeswohlgefährdung  vorliegen. 

Diese werde aber nicht geltend gemacht und es sei im Gegenteil zu befürchten, 

dass  sich  die  Symptome  der  Kinder  durch  eine  Ausdehnung  des  Besuchsrechts 

verstärkten (Urk. 1 S. 15).

3.

Der Beklagte hält dem entgegen, die Vereinbarung erwähne lediglich ein "auf 

das Verhalten des Vaters zurückführendes Trauma". Diese zu kontextualisierende 

Passage habe nie den Anspruch gehabt, vorausschauend die komplexe und kon-

fliktgeladene  Situation  umfassend  zu  prognostizieren.  Es  sei  lediglich  darum  ge-

gangen, pragmatisch eine Regelung zu finden, welche unter den damaligen Um-

ständen  von  beiden  Seiten  gestützt  werde.  Die  Voraussetzung  der  veränderten 

Verhältnisse  sei  deshalb  erfüllt  (Urk. 32  S. 3  f.).  Eine  Erweiterung  des  Besuchs-

rechts entspreche auch dem Kindeswohl, was sich aus dem Parallelgutachten er-

gebe (Urk. 32 S. 4 f.).

4.

Die Verfahrensbeteiligte bringt mit ihrer Rüge im Kern das Argument vor, dass 

die Parteien sich mit der Vereinbarung vom 9. März 2022 umfassend über das Be-

- 14 -

suchsrecht des Beklagten für die Dauer des Hauptverfahrens geeinigt und deshalb 

auch absichtlich ein Ferien- oder Feiertagsrecht weggelassen hätten. Die Rüge ist 

inhaltlich unbegründet. In welchem Umfang die Parteien das Besuchsrecht des Be-

klagten regeln wollten, ist mittels Auslegung der Vereinbarung zu bestimmen (Art. 7 

ZGB i.V.m. Art. 1 OR). Danach ist zuerst zu ermitteln, von welchen Vorstellungen 

die Kindseltern beim Abschluss der Vereinbarung ausgingen. Lässt sich der wirkli-

che Wille der Kindseltern nicht mehr feststellen, ist ihr mutmasslicher Wille nach 

dem Vertrauensgrundsatz zu ermitteln. Mit anderen Worten ist die Vereinbarung so 

auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten 

Umständen  verstanden  werden  durfte  und  musste  (vgl.  BGer  5C.52/2007  vom 

12. Juli 2007 E. 2). Die Verfahrensbeteiligte rügt nicht, dass die Vorinstanz den tat-

sächlichen Parteiwillen hätte feststellen können bzw. müssen und der Sachverhalt 

deshalb nicht korrekt ermittelt worden wäre. Folglich ist der mutmassliche Wille der 

Kindseltern zum Besuchsrecht des Vaters zu ermitteln, was eine Rechtsfrage ist. 

Der Wortlaut der Vereinbarung deutet darauf hin, dass nur eine Minimal- und Kon-

fliktregelung gewollt war. Im ersten Absatz wird hervorgehoben, dass das verein-

barte  Besuchsrecht  eine  Abänderung  des  Entscheids  der  KESB  vom  15. Okto-

ber 2021 sein soll und dieser regelt ausdrücklich nur ein Minimal- und Konfliktbe-

suchsrecht  des  Beklagten  (vgl.  Urk.  7/7/1).  Weiter  ist  augenscheinlich,  dass  das 

vereinbarte Besuchsrecht exakt die gleiche Regelung wie die Regelung der KESB 

enthält mit der Ausnahme, dass Übernachtungen erst stattfinden sollen, wenn das 

Ergebnis der vereinbarten psychotraumatischen Abklärung diesen nicht entgegen-

steht oder bis am 1. Juni 2022 noch kein Abklärungsergebnis vorliegt. Im 6. Ab-

schnitt wird ausserdem eine Unterscheidung gemacht zwischen dem Besuchsrecht 

im 2. Abschnitt und einem allenfalls weitergehenden Besuchsrecht. Aufgrund die-

ser Formulierung muss angenommen werden, dass sich die Parteien im Zeitpunkt 

der Vereinbarung bewusst waren, dass auch im Rahmen von vorsorglichen Mass-

nahmen noch ein erweitertes Besuchsrecht in Betracht kommt. Aus dem Verhalten 

der Parteien vor und an der Verhandlung vom 9. März 2022 ergibt sich ebenfalls, 

dass sie eine Anpassung der Minimal- und Konfliktregelung der KESB diskutierten. 

In ihrer freien Stellungnahme vom 22. Februar 2022, die die Verfahrensbeteiligte 

im  Vorfeld  der  Verhandlung  einreichte,  führte  sie  aus,  dass  laut  Entscheid  der 

- 15 -

KESB  seit  Januar  ein  zweiter  Wochenendtag  und  die  Übernachtung  zwischen 

Samstag und Sonntag beim Vater vorgesehen sei, sie jedoch dieser Regelung zur-

zeit wegen der im Raum stehenden Traumafolgeschäden der Kinder nicht zustim-

men könne. Die Ärzte würden dringend von Übernachtungen beim Vater abraten, 

bis die Abklärungen stattgefunden hätten (Urk. 7/6). Auch in ihrem mündlichen Plä-

doyer an der Verhandlung brachte sie vor, dass sowohl Übernachtungen als auch 

eine Ausdehnung des Besuchsrechts auf mehr als einen Tag alle 14 Tage momen-

tan nicht mit dem Kindeswohl vereinbar seien. Die Kinder müssten nun zuerst sta-

bilisiert werden, aber trotzdem während laufender Therapie einen Mindestkontakt 

zum Vater aufrechterhalten (Urk. 7/9 S. 4). Die Verfahrensbeteiligte ging somit im 

Vereinbarungszeitpunkt  davon  aus,  dass  ein  (neuer)  Mindestkontakt  zum  Vater 

vereinbart werden sollte. Der Beklagte brachte in seinem mündlichen Plädoyer an 

der  Verhandlung  vor,  dass  nach  dem  Entscheid  der  KESB  zu  verfahren  sei,  der 

einen  schrittweisen  Aufbau  des  Betreuungsrechts  enthalte  (Urk. 7/11  S. 18).  Er 

ging somit ebenfalls davon aus, dass eine allfällige Anpassung des behördlichen 

Minimalbesuchsrechts zu besprechen sei. Letztlich spricht auch die Interessenlage 

der Parteien im Vereinbarungszeitpunkt für ein Minimal- und Konfliktbesuchsrecht. 

Laut  Entscheid  der  KESB  standen  die  Kindseltern  bereits  zu  Beginn  des  KESB-

Verfahrens, das der Beklagte kurz nach der Trennung initiierte, in einem erhebli-

chen  Nachtrennungskonflikt.  Die  angeordnete  Mediation  konnte  nicht  umgesetzt 

werden, vielmehr verschärfte sich der Elternkonflikt weiter, was dazu führte, dass 

die Kinder keinen Kontakt mehr zum Vater hatten. Aufgrund der Dringlichkeit, dass 

sich der Elternkonflikt immer mehr zuspitzte, damit ein Loyalitätskonflikt einherge-

hen könnte und eine Entfremdung vom Vater drohte, ordnete die KESB eine KET-

Beratung und ein vorsorgliches Besuchsrecht des Beklagten an. Die KET-Beratung 

sollte die Eltern dabei unterstützen, den Fokus wieder auf die Bedürfnisse der Kin-

der zu richten, und das Minimal- und Konfliktbesuchsrecht sollte dem Wiederaufbau 

der Beziehungspflege zwischen den Kindern und ihrem Vater dienen. Als die Par-

teien sich an der Massnahmeverhandlung vom 9. März 2022 trafen, vermutete die 

Verfahrensbeteiligte eine Kindeswohlgefährdung und wollte deswegen das bereits 

minimal  angeordnete  Besuchsrecht  nicht  mehr  umsetzen.  Es  erscheint  äusserst 

fraglich, dass die Kindseltern in dieser noch einmal verschärften Konfliktsituation 

- 16 -

im Stande gewesen sein könnten, das Kontaktrecht des Beklagten allgemein für 

die  weitere  Dauer  des  Verfahrens  zu  regeln.  Die  Vorinstanz  verletzte  somit 

Art. 298d  ZGB  nicht,  als  sie  davon  ausging,  dass  das  vereinbarte  Besuchsrecht 

vom 9. März 2022 eine Minimal- und Konfliktregelung darstellte, und überprüfte, ob 

sich  die  Konfliktsituation  in  der  Zwischenzeit  entschärft  hatte.  Entgegen  den  Be-

hauptungen der Verfahrensbeteiligten sah die Vorinstanz auch nicht alleine im Ab-

klärungsergebnis von Frau F._____ veränderte Verhältnisse, sondern erwog viel-

mehr,  dass  die  Umstände  insgesamt  keine  Minimal-  und  Konfliktregelung  mehr 

rechtfertigen würden.

5.

Selbst wenn die Vereinbarung vom 9. März 2022 keine Minimal- und Konflikt-

regelung wäre und die Kindseltern sich bewusst auf kein Feiertags- und Ferienrecht 

geeinigt hätten, wäre die Vorinstanz berechtigt gewesen, die Vereinbarung abzu-

ändern.  Im  Zeitpunkt  des  Abänderungsentscheids  bestanden  keine  Anzeichen, 

dass das Kindeswohl durch die Besuche beim Vater gefährdet sein könnte. Das 

Ergebnis der psychotraumatischen Abklärung von C._____ und D._____ war un-

bestrittenermassen negativ. Die Vorinstanz stellte zu recht fest, dass die Umstände 

dafür sprachen, dass die Symptome der Kinder abgeklungen, verschwunden oder 

sich nicht bestätigt hatten. Die Kinder hatten durch das seit dem 1. Juni 2022 un-

strittig  praktizierte  vierzehntägige  Wochenendbesuchsrecht  (inkl.  Übernachtung) 

wieder begonnen sich an ihren Vater zu gewöhnen und ihre Beziehung zu ihm lang-

sam wieder aufgenommen. Überdies war aktenkundig, dass der Elternkonflikt un-

gemindert fortbestand, und die Vorinstanz stellte zu recht einen damit einhergehen-

den massiven Loyalitätskonflikt der Kinder fest. Dieser war auch von der Kindes-

vertreterin  wahrgenommen  worden  (Prot.  I  S.  80).  Aufgrund  der  aktenkundigen 

misstrauischen Haltung der Verfahrensbeteiligten gegenüber dem Beklagten und 

des Loyalitätskonflikts der Kinder bestand die Gefahr, dass sie die Einstellungen 

der Mutter übernehmen könnten, wenn sie nur einen eingeschränkten Kontakt zum 

Vater haben. Bei dieser Ausgangslage wären daher ohnehin veränderte Verhält-

nisse  vorgelegen,  unter  denen  ein  früher  vereinbartes,  restriktives  Besuchsrecht 

nicht  mehr  im  Kindeswohl  gewesen  wäre.  Ein  restriktives  Besuchsrecht  erlaubt 

dem  Kind  nicht,  die  nötige  Beziehung  zum  nicht  obhutsberechtigten  Elternteil  zu 

pflegen, die für seine Identitätsfindung wichtig ist. Es ist daher nur angezeigt, wenn 

- 17 -

Gründe, die im Kindeswohl liegen, dies verlangen, und auch nur solange sie vor-

handen sind (vgl. Art. 274 ZGB). Bei der Gefahr einer sich potentiell entwickelnden 

Dämonisierung  des  nicht  obhutsberechtigten  Elternteils  ist  der  Ausbau  des  Be-

suchsrechts  auch  wichtig,  damit  das  Kind  mit  diesem  genügend  Zeit  verbringen 

kann, um sich ein möglichst realitätsnahes eigenes Bild machen zu können.

6.

Die Erkenntnisse des in der Zwischenzeit erstatteten Parallelgutachtens be-

stätigen ebenfalls, dass das Kindeswohl eine Ausweitung des Kontakts zum Vater 

erfordert. Das Parallelgutachten ist aufgrund der in Kinderbelangen geltenden un-

eingeschränkten Untersuchungsmaxime zu beachten (vgl. E.II.4.). Die Gutachte-

rinnen konnten ebenfalls keine  Traumatafolgestörung von C._____ und D._____ 

feststellen, äusserten jedoch den Verdacht, dass ihre Symptome auf eine Anpas-

sungsstörung zurückzuführen sein könnten. C._____ und D._____ könnten diese 

aufgrund des anhaltenden Elternkonflikts und dem damit verbundenen Loyalitäts-

konflikt  entwickelt  haben.  Dadurch  liesse  sich  auch  erklären,  weshalb  die  Sym-

ptome  hauptsächlich  nach  den  Besuchen  beim  Vater  auftreten  würden,  denn 

C._____ und D._____ müssten dann eine grosse Anpassungsleistung vollbringen 

(Urk. 24 S. 78 f.). Die Gutachterinnen beobachteten überdies, dass die Mutter und 

der Vater für die Kinder gleichermassen wichtige Bezugspersonen darstellen und 

sie zu beiden eine tragfähige, liebevolle und vertraute Beziehung haben (Urk. 24 

S. 81 und S. 92). Laut Parallelgutachten entspreche es dem Kindeswohl deshalb 

am besten, wenn sie zu beiden Elternteilen einen gleichermassen, regelmässigen 

Kontakt  pflegen würden,  was  theoretisch  einem  Betreuungsanteil  von  50:50  ent-

sprechen würde. Aufgrund verschiedener Hindernisse für eine gelingende alternie-

rende Obhut (u.a. die anhaltende fehlende Bereitschaft der Eltern, in Kinderbelan-

gen zu kooperieren und kommunizieren) entspreche ein deutlicher Ausbau des per-

sönlichen  Verkehrs  dem  Wohl  von  C._____  und  D._____  am  besten  (Urk. 24 

S. 92 f.). Dadurch könne auch sichergestellt werden, dass langfristig keine Kindes-

wohlgefährdung entstehe. Die Mutter gestalte die Beziehung zu ihren Söhnen zu 

eng und teilweise kontrollierend, was sich bereits begonnen habe negativ auf ihre 

Autonomieentwicklung und den sozialen Kontakt zu Dritten auszuwirken (Urk. 24 

S. 79). Dem könne mit einem ausgedehnteren Kontakt zum Vater abgeholfen wer-

den (Urk. 24 S. 91). Die Ergebnisse des Parallelgutachtens sprechen folglich eben-

- 18 -

falls dafür, dass die Kinder keine psychiatrischen Auffälligkeiten aufgrund des Ver-

haltens des Vaters aufweisen. Das Parallelgutachten empfiehlt ausserdem einen 

deutlichen Ausbau des Besuchsrechts des Vaters und sieht dies als dem Kindes-

wohl am besten entsprechend.

7.

Zusammengefasst bestanden im Zeitpunkt des Abänderungsentscheids der 

Vorinstanz Abänderungsgründe, die sich in der Zwischenzeit bestätigt haben. Die 

Rüge,  die  Vorinstanz  habe  Art. 298d  ZGB  verletzt,  weil  sie  das  vereinbarte  Be-

suchsrecht vom 9. März 2022 abänderte, ist unbegründet.

IV. Feiertagsregelung

1.

Die Vorinstanz erwog, die fehlende Feiertagsregelung habe bereits zu Unei-

nigkeiten oder gar Streit an den anstehenden Festtagen geführt, was zusätzliches 

Konfliktpotential geschaffen habe. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass dem Kindes-

wohl nicht entsprochen werde, wenn C._____ und D._____ auch Feiertage beim 

Beklagten verbringen würden. Letztlich stelle das Feiertagsbesuchsrecht nichts an-

deres als sporadische, zusätzliche Übernachtungen dar. Wie festgestellt, würden 

die Kinder gerne beim Vater übernachten, und es hätten sich keinerlei objektivier-

bare, negative Vorkommnisse zugetragen. Es sei deshalb eine gerichtsübliche Re-

gelung festzulegen (Urk. 2 S. 14 f.).

2.

Die  Verfahrensbeteiligte  rügt,  die  Vorinstanz  habe  Art. 298d  Abs. 1  und 

Abs. 2 ZGB verletzt, indem sie lediglich geprüft habe, ob das Wohl von C._____ 

und  D._____  durch  Feiertagsbesuche  beim  Vater  gefährdet  sei  bzw.  festgestellt 

habe, dass solche ihnen nicht schaden würden. Eine Abänderung sei jedoch erst 

gerechtfertigt,  wenn  ein  Feiertagsrecht  absolut  notwendig  für  das  Kindswohl  sei 

und nicht schon dann, wenn keine Gefährdung vorliege oder eine andere Regelung 

nicht schade. Die Vorinstanz begründe das Feiertagsrecht lediglich damit, dass das 

minimale Besuchsrecht langfristig zusätzliches Konfliktpotential schaffe, zumal Es-

kalationen  wie  über  die  letzten  Neujahrsfeiertage  nicht  im  Interesse  des  Kindes-

wohls sein könnten. Es sei jedoch falsch, dass die Ausdehnung das Konfliktpoten-

tial zwischen den Eltern verringere, vielmehr führe sie zu weiteren Konfliktherden, 

weil die notwendigen Kontakte der Parteien zunähmen. Eine Feiertagsregelung wi-

- 19 -

derspreche auch dem ausdrücklichen Willen der Kinder und dem (Erst-)Antrag der 

Kindsvertreterin (Urk. 1 S. 15 f.). Der Beklagte hält dem entgegen, dass laut Paral-

lelgutachten ein übliches Feiertagsbesuchsrecht im Kindeswohl liege (Urk. 32 S. 6 

ff.).

3.

Die  Rügen  der  Verfahrensbeteiligten  sind  unbegründet.  Wie  bereits  ausge-

führt (vgl. E. III.), bestand ein Abänderungsgrund, das heisst die Notwendigkeit für 

ein ausgedehntes Besuchsrecht lag vor. Ist ein Abänderungsgrund gegeben, sprich 

ist  die  Schwelle  für  eine  Modifikation  der  Kinderbelage  (elterliche  Sorge,  Obhut, 

persönlicher  Verkehr)  erreicht,  ist  das  Gericht  gehalten,  sämtliche  Parameter  zu 

aktualisieren. Dabei hat es sich zu fragen, was die Parteien vereinbart hätten, wenn 

sich die Verhältnisse im Zeitpunkt der ursprünglichen Parteivereinbarung so prä-

sentiert hätten, wie sie sich heute präsentieren (Staub, Die Abänderung familien-

rechtlicher  Entscheide,  2022,  Rn 352  und  Rn 354).  Vorliegend  vereinbarten  die 

Parteien nur ein Minimal- und Konfliktbesuchsrecht, eine Regelung für ein weiteres 

Besuchsrecht des Beklagten trafen sie nicht. Die Vorinstanz konnte dieses deshalb 

nach dispositivem Recht festlegen. Dies tat sie, indem sie Art. 273 ZGB heranzog 

und erwog, dass das Feiertagsbesuchsrecht letztlich einer zusätzlichen Übernach-

tung beim Beklagten gleichkomme und sie bereits festgestellt habe, dass die Kinder 

gerne bei ihm übernachten würden und sich dabei auch keine negativen Vorkomm-

nisse zugetragen hätten. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz 

wendete Art. 298d ZGB und Art. 273 ZGB korrekt an und ihre Sachverhaltsfeststel-

lungen trafen ebenfalls zu (vgl. oben E. III.). Mit dem angeordneten Feiertagsrecht 

nimmt auch nicht die Anzahl Übergaben zu, weil es - mit Ausnahme der Doppelfei-

ertage an Weihnachten und Neujahr - mit dem Wochenendbesuchsrecht verknüpft 

ist.  Der  Verfahrensbeteiligten  kann  somit  nicht  gefolgt  werden,  wenn  sie  weitere 

Konfliktherde  durch  zusätzliche  Berührungspunkte  sieht.  Entgegen  der  Behaup-

tung der Verfahrensbeteiligten überging die Vorinstanz auch nicht den ausdrückli-

chen Willen der Kinder oder den (Erst-)Antrag der Kindsvertreterin. Aus den Kin-

desanhörungen geht hervor, dass sich lediglich D._____ zu einer möglichen Fe-

rien- und Feiertagsregelung äusserte und seine Aussage nur die Ferien betraf. We-

der C._____ noch D._____ äusserten sich also explizit zu einer Feiertagsregelung. 

Wie die Vorinstanz zu recht festhielt, äusserten sie sich jedoch beide zu den Über-

- 20 -

nachtungsbesuchen beim Vater, deren Erweiterung inhaltlich einer Feiertagsrege-

lung entspricht. Wie erwähnt, beschrieben sie diese als positiv und zeigten dabei 

keine  Ängste  oder  Unsicherheiten.  Die  Kindsvertreterin  stellte  im  hiesigen  Beru-

fungsverfahren sodann klar, dass das angeordnete Feiertagsrecht nicht im Gegen-

satz zu ihren Anträgen steht und sie ein solches als mit dem Kindeswohl im Ein-

klang sieht (Urk. 13 S. 4 ff.). Insgesamt verwies sie auf die Empfehlungen des Par-

allelgutachtens, das eine hälftige Regelung für die Feiertage vorschlägt (Urk. 38). 

Zusammengefasst  sind  die  Rügen  der  Verfahrensbeteiligten  zum  Feiertagsrecht 

inhaltlich unbegründet und die angeordnete, gerichtsübliche Feiertagsregelung ist 

zu bestätigen.

V. Ferienregelung

1.

Die Vorinstanz erwog, D._____ habe anlässlich seiner Anhörung ausdrücklich 

gesagt, dass er keine Ferien mit dem Vater verbringen wolle. Es mache ihm Angst, 

so lange von der Mutter weg zu sein, und er wisse, dass sich sein Vater keine Zeit 

für Ferien nehmen würde. C._____ habe zu seiner Einstellung zu Ferien mit dem 

Vater keine Äusserung zu Protokoll gegeben. Angesichts des Alters von D._____ 

und C._____ von 7 bzw. 9 Jahren sei davon auszugehen, dass beide hinsichtlich 

des vorliegenden Kontexts noch nicht urteilfähig seien. Der von der KESB festge-

stellte Nachtrennungskonflikt dauere auch im gerichtlichen Verfahren ungemindert 

fort, was sich u.a. dadurch äussere, dass die elterliche Kommunikation nach wie 

vor nicht funktioniere und sich die Eltern an den Übergaben nicht sehen würden. 

Der damit einhergehende Loyalitätskonflikt der Kinder wirke sich ebenfalls auf ihre 

Willensbildung aus. Folglich könne der verbal geäusserte Kinderwille nicht mit dem 

Kindeswohl im objektivierten Sinne gleichgesetzt werden. In der Entwicklung eines 

Kindes seien dessen Beziehung zu beiden Elternteilen wichtig, da sie bei dessen 

Identitätsfindung eine entscheidende Rollen spielen könnten. Ferien würden eine 

Möglichkeit  darstellen,  die  Beziehung  zum  nicht  obhutsberechtigten  Elternteil  zu 

festigen, da die Wochenendbetreuung mit lediglich einer Übernachtung alle zwei 

Wochen keinen Raum für umfangreichere Unternehmungen lasse (Urk. 2 S. 15 ff.).

- 21 -

2.

Die Verfahrensbeteiligte rügt erneut, die Ausdehnung des Besuchsrechts auf 

Ferien  verlange,  dass  diese  zum  Wohl  der  Kinder  absolut  notwendig  seien.  Die 

Kinder hätten sich klar und gleichbleibend gegen Ferien beim Vater geäussert. Die 

Vorinstanz begründe das Ferienrecht nur mit einer möglichen Entfremdung und ei-

ner nötigen Realitätskontrolle. Die Kinder würden ihren Vater regelmässig sehen, 

weshalb keine Entfremdung drohe und eine (bestrittene) Realitätskontrolle bereits 

stattfinde (Urk. 1 S. 17 f.). Der Beklagte hält dem entgegen, dass das Parallelgut-

achten  sich  für  eine hälftige  Ferienregelung  oder zumindest  eine  Ferienregelung 

während der gesamten Ferien des Vaters ausspreche. Bezüglich des Kindeswillens 

bestätige es die Einschätzung der Vorinstanz, dass dieser nicht die nötigen Min-

destanforderungen erfülle, weshalb der ausdrückliche Wille nicht dem objektivem 

Kindeswohl entspreche (Urk. 32 S. 8 ff.).

3.

Bezüglich der Rüge, dass die Vorinstanz nicht die richtigen Voraussetzungen 

für ein Ferienrecht geprüft habe, weil sie nicht untersuchte, ob ein solches absolut 

notwendig  sei,  kann  auf  E. IV.3.  verwiesen  werden.  Die  Vorinstanz  hat  keine 

Rechtsverletzung begangen, als sie prüfte, ob Ferien mit dem Vater im Wohl von 

C._____ und D._____ seien. Mit der Erwägung, dass der verbal geäusserte Kin-

deswille nicht dem Kindeswohl entspreche und vorliegend auch gegen den Willen 

von  D._____  und  C._____  fünf  Wochen  Ferien  mit  dem  Beklagten  anzuordnen 

seien, verletzte sie ebenfalls kein Recht. Die Vorinstanz stellte fest, dass der auf-

grund der anhaltenden Spannungen zwischen den Eltern entstandene Loyalitäts-

konflikt der Kinder sich auf deren Willensbildung ausgewirkt habe. C._____ habe 

keine Einstellung zu Ferien beim Vater zu Protokoll gegeben und D._____ hätte 

den  Eindruck  erweckt,  dass  er  Ferien  als  "Entweder-oder-Entscheid"  verstehe. 

Auch  die  Kindsvertreterin  habe  den  Eindruck  bekommen,  dass  D._____  unter 

Druck gestanden sei, weil er angestrengt, aber nicht nachvollziehbar versucht habe 

zu erklären, weshalb der Vater keine Zeit für Ferien mit ihnen habe. Mit Eingabe 

vom 20. Juli 2023 bestätigte die Kindsvertreterin im hiesigen Verfahren, dass nach 

ihrer Wahrnehmung D._____ gerne zum Vater in die Ferien gehen würde. So habe 

er auf ihre nicht protokollierte Frage zum Schluss der Anhörung spontan gesagt, 

dass er dies eine gute Idee fände. Seine Reaktion habe keine Hinweise auf Ängste 

oder Unsicherheiten enthalten (Urk. 13 S. 5). Angesichts der protokollierten Kinder-

- 22 -

anhörungen von D._____ und C._____ sowie den Ausführungen der Kindsvertre-

terin sind die Schlussfolgerungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Auch das 

Parallelgutachten  hält  bezüglich  des  Willens  der  Kinder,  den  sie  gegenüber  den 

Gutachterinnen direkt geäussert haben, fest, dass ihr geäusserter Wille nur bezüg-

lich des Kriteriums der Stabilität die psychologischen Mindestanforderungen erfülle. 

Die Intensität ihres Willens sei nicht als hoch einzustufen, weil die Kinder auf der 

Verhaltensebene keinerlei Hinweise auf Unwohlsein zeigten und begeistert von den 

bisher  erlebten  Ferien  mit  dem  Vater  berichtet  hätten.  Die  Zielgerichtetheit  ihres 

Willens sei ebenfalls kritisch zu hinterfragen, weil bei ihnen kaum eine Vorstellung 

darüber bestehe, wie Ferien mit beiden Elternteilen aussehen könnten. Vielmehr 

hätten  sie  eine  internalisierte  Vorstellung,  dass  es  im  mütterlichen  Haushalt  am 

besten sei. Vor diesem Hintergrund sei ihre Zielorientierung der Verbleib bei der 

Mutter, was aus psychologischer Sicht ebenfalls zu hinterfragen sei, weil ein regel-

mässiger  Kontakt  zu  beiden  Elternteilen  als  Normalzustand  verstanden  werden 

sollte. Das Parallelgutachten sieht deshalb ein Ferienrecht des Beklagten als dem 

Kindeswohl am besten entsprechend, auch wenn es dem verbalen Willen der Kin-

der widerspricht (Urk. 24 S. 80 und S. 93). Die Verfahrensbeteiligte hält dem in ihrer 

Stellungnahme zum Parallelgutachten entgegen, dass die Psychotherapeutin von 

D._____, Frau G._____, jüngst bestätigt habe, dass er ihr gegenüber gesagt habe, 

dass er keine Ferien beim Vater verbringen wolle (Urk. 34 S. 6). In ihrer E-Mail hält 

Frau G._____ lediglich fest, welchen Willen D._____ ihr gegenüber geäussert hat. 

Sie äussert sich nicht dazu, wie die Willensbildung von D._____ einzuschätzen ist, 

zumal  sie  ebenfalls  einen  massiven  Loyalitätskonflikt  von  D._____  andeutet 

(Urk. 36/3). Aus dieser E-Mail lassen sich folglich keine anderen Erkenntnisse zie-

hen. Dass die Vorinstanz den Ausbau des Besuchsrechts auf fünf Wochen Ferien 

pro Jahr als im Kindeswohl ansah, ist ebenfalls nachvollziehbar. Das vorher gel-

tende  zweiwöchige  Wochenendbesuchsrecht  erlaubt  zu  wenig  Kontakt  zwischen 

den Kindern und dem Beklagten, um eine gefestigte Beziehung zu diesem aufzu-

bauen. Mit den angeordneten Ferien können sie mehr Zeit miteinander verbringen 

und gemeinsame Erlebnisse erfahren. Der Umfang entspricht auch den Empfeh-

lungen des Parallelgutachtens. Damit erübrigt es sich, die übrigen Rügen der Ver-

fahrensbeteiligten zu prüfen, mit denen sie vorbringt, dass die weiteren Begründun-

- 23 -

gen der Vorinstanz für ein Ferienrecht (mögliche Entfremdung zum Vater, Reali-

tätskontrolle) nicht zutreffen würden. Das angeordnete Ferienrecht liegt im Kindes-

wohl und ist deshalb zu bestätigen.

VI. Fazit

1.

Der Antrag der Verfahrensbeteiligten, es seien die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 

der Verfügung vom 21. April 2023 des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Winter-

thur aufzuheben, ist abzuweisen. Es bleibt beim angefochtenen Entscheid.

2.

Angesichts  der  klaren  Empfehlung  des  Parallelgutachtens  für  einen  deutli-

chen Ausbau des persönlichen Verkehrs zum Vater, auf welche auch die Kindsver-

treterin in ihrer Stellungnahme zum Verfahren verweist (Urk. 38), wird im Hauptver-

fahren vor der Vorinstanz zu prüfen sein, ob das Besuchsrecht noch weiter auszu-

dehnen ist, beispielsweise durch ein längeres Wochenendbesuchsrecht, einen Be-

treuungsnachmittag unter der Woche (allenfalls mit Übernachtung) und/oder eine 

Erhöhung der Anzahl Ferienwochen (vgl. Urk. 24 S. 93).

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die  erstinstanzliche  Prozesskostenregelung,  wonach  die  Kosten-  und  Ent-

schädigungsfolgen der angefochtenen Verfügung dem Endentscheid vorbehalten 

werden (Dispositiv-Ziffer 4), wurde in der Berufung nicht angefochten (Urk. 1). Bei 

einem Entscheid über vorsorgliche Massnahmen kann über die Prozesskosten zu-

sammen mit der Hauptsache entschieden werden (Art. 104 Abs. 3 ZPO). Das vor-

instanzliche Vorgehen ist zu bestätigen.

2.

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 5 

Abs. 1, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und Abs. 2 GebV OG auf Fr. 3'000.– festzuset-

zen  (Art. 95  Abs. 2  lit. b ZPO).  Hinzu  kommen  die  Kosten  für  die  Vertretung  des 

Kindes, die ebenfalls Teil der Gerichtskosten sind (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO). Die 

Kosten der Kindsvertreterin sind dabei antragsgemäss auf Fr. 1'215.60 festzuset-

zen (vgl. Urk. 43; Art. 105 Abs. 1 ZPO; BGE 142 III 153 E. 5.3.4.2; § 1 Abs. 2 Anw-

GebV, § 3 AnwGebV und § 22 Abs. 1 AnwGebV; Fr. 1'100.– Honorar [5h x Fr. 220] 

- 24 -

+ Fr. 26.20 Barauslagen + Fr. 34.85 [7.7 % MwSt. auf Fr. 452.60] + Fr. 54.55 [8.1% 

MwSt. auf Fr. 673.60]).

3.

Die Gerichtskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht von die-

sen Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen 

(Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Nach der Praxis des Kantons Zürich werden die Kosten 

des Verfahrens unabhängig von dessen Ausgang hälftig auf die Parteien aufgeteilt, 

wenn  Kinderbelange  (ausgenommen  Kinderunterhaltsbeiträge)  in  Frage  stehen, 

sofern die antragstellende Partei unter dem Gesichtspunkt des Kindesinteresses 

gute Gründe zur Antragstellung hatte (OGer ZH LE110049 vom 25. Januar 2012 

E. 4). Vorliegend musste über die Abänderung des Besuchsrechts befunden wer-

den. In Anwendung der langjährigen kantonalen Praxis rechtfertigt es sich noch, 

die Gerichtskosten zu halbieren, was auch für die Kosten betreffend die aufschie-

bende Wirkung gilt. Die Kosten sind mit dem von der Verfahrensbeteiligten geleis-

teten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.– (Urk. 8 und Urk. 17) zu verrech-

nen, und der Fehlbetrag ist vom Beklagten nachzufordern (Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

Der Beklagte hat der Verfahrensbeteiligten den geleisteten Vorschuss im Umfang 

von Fr. 892.20 zu ersetzen (vgl. Art. 111 Abs. 2 ZPO).

4.

Die Parteientschädigung wird im gleichen Verhältnis wie die Gerichtskosten 

zugesprochen (Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO). In Anwendung der 

kantonalen Praxis werden die Parteientschädigungen folglich wettgeschlagen bzw. 

es werden keine zugesprochen.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen und die Verfügung des Einzelgerichts des 

Bezirksgerichts Winterthur vom 21. April 2023 bestätigt.

2.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

- 25 -

Fr.

Fr.

3'000.00 ; die weiteren Gerichtskosten betragen:

1'215.60   Kosten Kindsvertretung.

3.

Die  Gerichtskosten  für  das  zweitinstanzliche  Verfahren  werden  der  Verfah-

rensbeteiligten und dem Beklagten je zur Hälfte auferlegt. Die Kosten werden 

mit  dem  von  der  Verfahrensbeteiligten  geleisteten  Kostenvorschuss  von 

Fr. 3'000.– verrechnet. Im Mehrbetrag stellt die Obergerichtskasse dem Be-

klagten Rechnung. Der Beklagte wird verpflichtet, der Verfahrensbeteiligten 

den geleisteten Vorschuss im Umfang von Fr. 892.20 zu ersetzen.

4.

Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ wird für ihre Bemühungen als Kindsvertreterin 

für das Berufungsverfahren mit Fr. 1'215.60 aus der Gerichtskasse entschä-

digt.

5.

Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugespro-

chen.

6.

Schriftliche Mitteilung an:

- die Parteien, unter Beilage von Urk. 45 - 46

- die Kindsvertreterin, unter Beilage von Urk. 45 - 46

- die Vorinstanz

- die Obergerichtskasse,

je gegen Empfangsschein.

Nach  unbenutztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

7.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

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Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 6. Januar 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

Dr. T. Rudolph

versandt am:
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