# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 171924b7-159b-5ba0-bff6-a1bd70cf6557
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2006 PVG 2006 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2006-23_2006-12-31.pdf

## Full Text

10/23 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2006

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Umweltschutz. Vorsorgeprinzip. Verfahren. Lärmschutz.
– Das Vorsorgeprinzip gilt für neue und bestehende Quel- len 

in gleicher Weise (E.1).
– Für nachträgliche Emissionsbegrenzungen bei Bauten 

und Anlagen ist immer die Behörde zuständig, welche die 
Bewilligung erteilt hat; die Beachtung des Vorsorge- 
prinzipes kann sowohl bei neuen als auch bei bestehen- den 
Anlagen jederzeit und unabhängig von einem Bau- 
bewilligungsverfahren verlangt werden (E.2).

– Emissionsbegrenzungen für Discomusik im Freien (E.4).

Protezione dell’ambiente. Principio della prevenzione. 
Procedura. Protezione dai rumori.
– Il principio della prevenzione vale per sorgenti di rumore già 

esistenti e nuove in ugual misura (cons. 1).
– Per la successiva limitazione delle emissioni per costru- 

zioni e impianti è sempre competente l’autorità che ha 
rilasciato il permesso; il rispetto del principio della pre- 
venzione può essere preteso in ogni momento per im- 
pianti sia nuovi sia già esistenti e indipendentemente da 
una procedura di licenza edilizia (cons. 2).

– Limitazione delle emissioni per musica da discoteca 
all’aperto (cons. 4).

Erwägungen:
1. Das Umweltschutzgesetz bezweckt den Schutz der Um-

welt gegen schädliche oder lästige Einwirkungen (Art. 1 Abs. 1 
USG) wie beispielsweise Lärm (Art. 7 Abs. 1 USG). Das Bundes- 
recht bestimmt die materiellen Voraussetzungen, unter welchen 
Emissionsbegrenzungen angeordnet werden dürfen, und um- 
schreibt die der Immissionsreduktion dienenden Massnahmen. Es 
ordnet zum Zwecke der Vorsorge an, dass Einwirkungen, die 
schädlich oder lästig werden könnten, frühzeitig zu begrenzen sind 
(Art. 1 Abs. 2 USG; sog. Vorsorgeprinzip). Einwirkungen werden 
primär an der Quelle, d. h. am Emissionsort, beschränkt (Art. 11 
Abs. 1 USG). Dabei sind zunächst ebenfalls im Sinne der Vorsorge 
unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung die Emissio- 
nen so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mög- 
lich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). In einem 
zweiten Schritt sind die Emissionsbegrenzungen zu verschärfen, 
wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter 
Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich

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oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). In einem weiteren Schritt 
ist schliesslich bei bestimmten Anlagen allenfalls zu prüfen, ob im- 
missionsseitige Massnahmen zu ergreifen sind (Art. 25 Abs. 3 
USG; vgl. zum ganzen BGE 121 II 378 E. 11a – c S. 400 ff.; 119 Ib 380 
E. 3 S. 386 ff.; 118 Ib 206 E. 11 S. 224; 117 Ib 28 E. 6a S. 34). Dabei
ist zu beachten, dass Art. 11 weder in Abs. 1 noch in den übrigen 
Absätzen unterscheidet, ob eine Anlage bereits in Betrieb steht 
oder erst geplant ist; das Vorsorgeprinzip gilt mithin für neue und 
bestehende Quellen in gleicher Weise  (siehe  statt  vieler:  BGE  120 
Ib 436 in URP 1995 117 nicht wiedergegebene E. 2a aa sowie 120 Ib 
89, E. 4a; PVG 1992 Nr. 18 E. 3). Für den Bereich des vorliegend in- 
teressierenden Lärmschutzes ist sodann festzuhalten, dass es sich 
bei den in der LSV und ihren Anhängen enthaltenen Belastungs- 
grenzwerten, also den Planungswerten und den Immissionsgrenz- 
werten nicht um Emissionsbegrenzungen im Sinne von Art.  12 
USG handelt, sondern um Werte, welche die Immissionen begren- 
zen (Christoph Zäch, Kommentar USG, N 12 f. zu Art. 23; vgl. auch 
BGE 117 Ib 308 E. 3a S. 312). Ihre Einhaltung belegt nicht ohne wei- 
teres, dass alle erforderlichen vorsorglichen Emissionsbegrenzun- 
gen gemäss Art. 11 Abs. 2 USG getroffen worden sind. Eine Anlage 
vermag somit vor der Umweltschutzgesetzgebung nicht schon 
deswegen zu bestehen, weil sie die einschlägigen Belastungs- 
grenzwerte einhält. Vielmehr ist im Einzelfall anhand der in Art. 11 
Abs. 2 USG bzw. Art. 7 Abs. 1 lit. a bzw. 8 Abs. 1 und 2 LSV genann- 
ten Kriterien zu prüfen, ob die Vorsorge weitergehende Beschrän- 
kungen erfordert. Dabei ist namentlich sicherzustellen, dass auch 
bloss unnötige Emissionen vermieden werden (BG-Urteil vom 9. 
Oktober 1996 in URP 1997, S. 35, E. 3b mit Hinweisen; Klaus A. Val- 
lender/Reto Morell, Umweltrecht, Bern 1997, S. 133 Rz 30 und S. 
247 Rz 26; Christoph Zäch, a.a.O., N 13 zu Art. 23; PVG 2000 Nr. 53).

2. Für den vorliegenden Fall ergibt sich aus dem Gesagten
in formeller Hinsicht zunächst Folgendes:

Die Beachtung des Vorsorgeprinzipes, um dessen Anwen- 
dung es vorliegend geht, kann sowohl bei neuen als auch bei 
bestehenden Anlagen jederzeit und unabhängig von einem Bau- 
bewilligungsverfahren verlangt werden. Auch wenn eine beste- 
hende und bewilligte Anlage den massgebenden Immissions- 
grenzwerten genügt, kann es sich beim Betrieb erweisen, dass wei- 
tergehende Massnahmen im Sinne des Vorsorgeprinzipes ange- 
ordnet werden müssen. Dies kann sowohl isoliert für sich als auch 
im Rahmen eines nachträglichen Baubewilligungsverfahrens ge- 
schehen, das notwendig wurde, weil der Bauherr in Abweichung

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vom bewilligten Projekt gebaut hat oder weil er von sich aus die 
Anlage nachträglich ändern will (vgl. das ebenfalls die Rekursgeg- 
nerin betreffende VGU R 06 8). Das massgebende Verfahren für die 
Anordnung entsprechender Massnahmen ergibt sich abschlies- 
send aus dem kantonalen Umweltrecht. Gemäss Art. 20 Abs. 1 
KUSG sorgen die Gemeinden im Rahmen des Baubewilligungs- 
verfahrens dafür, dass die Vorschriften über die Begrenzung von 
Lärmemissionen bei neuen und geänderten ortsfesten Anlagen 
eingehalten werden; sie ordnen Schallschutzmassnahmen an be- 
stehenden Gebäuden an. Sofern ein Vorhaben einem spezialge- 
setzlichen Konzessions-, Projekt- oder Plangenehmigungsverfah- 
ren unterliegt, ist zwar nach Abs. 2 dieser Bestimmung die 
Genehmigungsbehörde zuständig für die Begrenzung der Emissio- 
nen und die Anordnung von Schallschutzmassnahmen an beste- 
henden Gebäuden. Diese Norm bezieht sich indessen nicht auf Ver- 
fahren von Gemeinden zur Erteilung von Polizeibewilligungen, wie 
sie z.B. gastwirtschaftliche Betriebsbewilligungen darstellen. Ge- 
dacht wurde dabei an das wasserrechtliche Konzessionsgenehmi- 
gungsverfahren, die Projektgenehmigungsverfahren nach kanto- 
nalem Strassengesetz und nach kantonalem Meliorationsgesetz 
sowie an das Plangenehmigungsverfahren nach Arbeitsrecht (vgl. 
Botschaft 2000/2001 S. 587). Bei all den von Art. 20 Abs. 2 KUSG 
betroffenen spezialgesetzlichen Verfahren geht es immer (auch) um 
die Erstellung von Bauten und Anlagen. Es handelt sich dabei um 
in Spezialgesetzen geregelte ausserordentliche Baubewilligungs- 
verfahren. So wird etwa mit der Erteilung bzw. Genehmigung einer 
Wasserrechtskonzession zugleich auch die Baubewilligung für die 
Kraftwerkanlagen erteilt. Das mit einem Restaurant, einer Terrasse 
und einem Einkaufsgeschäft versehene Gebäude wurde dagegen 
im Rahmen eines ordentlichen Baubewilligungsverfahrens von der 
Baubehörde bewilligt. Diese hat zwar bei der Erteilung der Baube- 
willigung keine expliziten umweltrechtlichen Anordnungen getrof- 
fen, sei es, weil sie dies damals nicht für notwendig erachtete, sei 
es, dass sie es aus Nachlässigkeit unterlassen hat. So oder anders 
wurde aber durch das Baubewilligungsverfahren die Zuständigkeit 
und die Pflicht zum Erlass der notwendigen umweltrechtlichen 
Emissionsbegrenzungen im Sinne von Art. 20 Abs. 1 KUSG be- 
gründet. Etwas anderes sieht Übrigens auch das kommunale Bau- 
gesetz nicht vor, wenn es in Art. 56 Abs. 1 festhält, Bauten und An- 
lagen würden nur bewilligt, wenn sie den geltenden Vorschriften 
zur Begrenzung der Umweltbelastung genügten. Aus dem Gesag- 
ten ergibt sich, dass aufgrund des kantonalen Rechtes auch die al-

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lenfalls nach Erteilung der Baubewilligung aufgrund des Vorsorge- 
prinzipes notwendig werdenden Anordnungen von der Bau- 
behörde zu erlassen sind. Insoweit kann von einem die Baube- 
willigung ergänzenden Verfahren gesprochen werden, für dessen 
Durchführung immer die Baubehörde der Gemeinde zuständig ist. 
Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang auch die Berufung der 
Rekurrentin auf Art. 3 Abs. 3 der kantonalen Umweltschutzverord- 
nung. Bei vorschriftswidrigen Zuständen, die gleichzeitig die Um- 
weltschutzgesetzgebung und die Raumplanungsgesetzgebung 
verletzen, richtet sich gemäss dieser Bestimmung die Wiederher- 
stellung des rechtmässigen Zustandes nach dem kantonalen 
Raumplanungsgesetz , sofern in erster Linie ein Verstoss gegen das 
Bau- und Planungsrecht vorliegt. Betrifft der Verstoss überwiegend 
Vorschriften zum Schutz der Umwelt, wird die Wiederherstellung 
von der gemäss Umweltschutzgesetzgebung zuständigen Behörde 
angeordnet und durchgesetzt. In Zweifelsfällen einigen sich die 
möglicherweise zuständigen Behörden über die Zuständigkeit. Da 
die Anwendung des Vorsorgeprinzipes auf Anlagen, die der Baube- 
willigungspflicht unterstehen und von denen Lärm ausgeht, immer 
in die Kompetenz der Baubewilligungsbehörde fällt, sind in sol- 
chen Fällen die für das Raumplanungsrecht und das Umweltrecht 
zuständigen Behörden identisch, weshalb sich die Frage der Kom- 
petenzabgrenzung gar nicht stellt. Unerheblich ist schliesslich der 
Hinweis der Rekurrentin auf das kommunale Gastwirtschaftsge- 
setz. Damit kann selbstredend die durch das kantonale Recht vor- 
geschriebene Kompetenzzuweisung nicht derogiert werden. Nach 
dem Gesagten wurden die umstrittenen Anordnungen zu Recht 
von der Baubehörde erlassen.

4. a) Aus E. 1. ergibt sich auch, dass die Anlage so oder an- 
ders den Grundsätzen der vorsorglichen Emissionsbegrenzung 
genügen muss. Es kann aber auch nicht darauf ankommen, ob und 
welche Belastungsgrenzwerte auch immer eingehalten werden, 
wenn die Vorsorge weitergehende Einschränkungen erfordert. Ab- 
gesehen davon gibt es für den durch Discomusik verursachten Aus- 
senlärm ohnehin keine verbindlichen Belastungsgrenzwerte. Das 
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat es zu Recht mit aus- 
führlicher Begründung abgelehnt, auf Discomusik die nach Anhang 
6 zur LSV für Industrie- und Gewerbelärm geltenden Belastungs- 
grenzwerte anzuwenden (URP 1999 S. 436 ff.). Über die Störwir- 
kung der hier in Frage stehenden Art, nämlich hauptsächlich der 
Emissionen der sich durch ausgeprägte rhythmische Bässe aus- 
zeichnenden Discomusik, fehlen soziopsychologische Untersu-

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chungen, die den Schluss von einem bestimmten Pegelwert auf die 
Störung oder Belästigung der Bevölkerung erlauben würden (BGE 
123 II 325 E. 4 a/bb; Alexander Zürcher, Die vorsorgliche Emissi- 
onsbegrenzung nach dem Umweltschutzgesetz,  Schriftenreihe 
zum Umweltrecht, Bd. 11, Zürich 1996, S. 359). Auch ist die «sinn- 
gemässe» Anwendung des Anhangs 6 aus methodischen Gründen 
nicht angebracht. Einerseits kann die von den aus geprägten rhyth- 
mischen Bässen ausgehende Störwirkung nicht einfach über eine 
Schallmessung erfasst werden, andererseits sind die für die Bela- 
stungsgrenzwerte herangezogenen Pegelkorrekturen auf typisier- 
bare Situationen zugeschnitten (Robert Hofmann, Keine Grenz- 
werte – kein Lärm?, URP 1994 S. 419, insbes. S. 421, 427 und 431). 
Wollte man die vorliegend zur Diskussion stehende Störwirkung 
der Discomusik über den Anhang 6 zur LSV erfassen, wäre eine 
Fehlbeurteilung kaum auszuschliessen. Ob im vorliegenden Fall 
eine unzumutbare Störung vorliegt oder nicht, ist somit aufgrund 
der behördlichen bzw. richterlichen Erfahrung zu beurteilen (BGE 
123 II 325 E. 4 d/bb). Dass sich die von den Bässen ausgehenden tie- 
fen Frequenzen und die damit einhergehende erschütternde Wir- 
kung (im Sinn von Versetzen in Vibrationen) insbesondere gegen 
Abend störend auf die in der Empfindlichkeitsstufe II befindliche 
Nachbarschaft auswirkt, entspricht der allgemeinen Lebenserfah- 
rung (vgl. Robert Hofmann, a.a.O., S. 427, wo vom «zermürbenden 
Beat-Ton aus einem Jugendhaus» die Rede ist). Die Art dieser Im- 
mission, nämlich die ausgeprägten rhythmischen Bässe, welche 
von den Bewohnern in der Umgebung wahrgenommen werden,   
ist insbesondere auch tagsüber und besonders am späteren Nach- 
mittag für längere Zeit unzumutbar und liegt ausserhalb des Tole- 
ranzspielraums. Zu den wichtigsten Arten von Störungen des 
Wohlbefindens der Bevölkerung als Folge von Lärmimmissionen 
gehören neben den Schlafstörungen die Störung der übrigen Ruhe 
und Erholung. Sie können, wenn man ihnen über längere Zeit aus- 
gesetzt ist, sogar zu Gesundheitsstörungen führen. Zu beachten ist 
insbesondere, dass Lärmbekämpfungsmassnahmen nicht erst 
dann zu ergreifen sind, wenn die Umweltbelastung lästig oder gar 
schädlich wird; es sollen vielmehr auch die bloss unnötigen Emis- 
sionen, zum Beispiel durch die Anordnung von Betriebs- oder an- 
derweitigen Beschränkungen, vermieden werden (Klaus A. Vallen- 
der/Reto Morell, Umweltrecht, Bern 1997, § 8 N 26).

b) Vorliegend steht aufgrund der Reklamationen der An- 
wohner über die dumpfen Basstöne aber auch aufgrund der bei- 
den Lärmgutachten fest, dass die Bevölkerung durch den Disco-

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betrieb erheblich in ihrem Wohlbefinden gestört wird. Dass die 
tägliche Beschallung über Monate hinweg durch im Freien produ- 
zierte Discomusik für die Anwohner zumindest stark lästig ist, ist 
schon aufgrund der obigen Ausführungen klar. Die Gemeinde hat 
daher zu Recht nicht nur eine Begrenzung des allgemeinen Schall- 
pegels, sondern auch zusätzlich der tiefen Frequenzen angeord- 
net. Dass es sich dabei um eine taugliche und technisch mögliche 
Vorsorgemassnahme handelt, kann nicht ernsthaft in Abrede ge- 
stellt werden. Gerade die Basstöne werden durch Luft und Boden 
weit getragen und gehen dem unfreiwilligen Zuhörer gewisser- 
massen durch Mark und Bein. Daher spielt es auch keine Rolle, 
dass sich die Liegenschaft am Rand der Bauzone befindet. Es ist 
auch nicht ersichtlich, dass eine Schallpegelbegrenzung wirt- 
schaftlich nicht tragbar wäre, da nicht davon auszugehen ist, dass 
deswegen das Publikum ausbleibt (PVG 2000 Nr. 53). Immerhin ist 
anzumerken, dass die diesbezügliche Auflage der Baubehörde 
recht unbestimmt ist, wenn lediglich ausgeführt wird, dass die tie- 
fen Frequenzen so zu begrenzen seien, dass eine übermässige Ein- 
wirkung auf die Umgebung ausgeschlossen wird. Die Baubehörde 
wird diese Massnahme im Rahmen des Vollzuges noch zu konkre- 
tisieren haben. Dabei wird sie auch dem Interesse der Rekurrentin 
daran, dass die Qualität der Musik nicht zu sehr verfälscht wird, 
Rechnung zu tragen haben. Entgegen der Ansicht der Rekurrentin 
ist auch die Begrenzung der Betriebszeit im Winter bis 18:00 Uhr 
nicht zu beanstanden. Ab dann beginnt üblicherweise die Essens- 
zeit im Winter. Es entspricht einem Bedürfnis der Menschen, nach 
einem anstrengenden Arbeitstag die Abendmahlzeit möglichst un- 
gestört von lästiger Beschallung zu geniessen. Dass diese Mass- 
nahme wirtschaftlich nicht tragbar wäre, ist nicht ersichtlich. Da- 
gegen erscheint das gänzliche Verbot der DJ-Animation als 
unverhältnismässig. Diese Art der Unterhaltung ist ein wesentli- 
cher Bestandteil eines Diskothekenbetriebes; ohne DJ wäre es 
eben gar kein solcher mehr. Die Befürchtung, dass ohne einen DJ 
ein namhafter Teil des Publikums ausbliebe, kann daher nicht von 
der Hand gewiesen werden. Zwar ist nicht zu bestreiten, dass 
diese Art der Darbietung zu Belästigungen der Nachbarn führen 
kann. Diesem Umstand wird indessen ebenfalls durch die ent- 
sprechenden Schallpegelbegrenzungen in ausreichender Weise 
Rechnung getragen. Der Rekurs ist demnach in dieser Hinsicht 
gutzuheissen.
U 06 3 Urteil vom 16. Juni 2006