# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f06e899-9200-5f40-971b-58fb8962bc62
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2025 F-1323/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1323-2025_2025-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1323/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner;  

Gerichtsschreiberin Maria Wende. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch Smera Rehman, 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 20. Februar 2025 / N (…). 

 

 

 

F-1323/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 12. November 2024 in der Schweiz um 

Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Finger- 

abdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 24. Oktober 2024 in Bul-

garien um Asyl ersucht hatte. 

B.  

Am 2. Dezember 2024 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im 

Rahmen der Erstbefragung für unbegleitete Minderjährige (UMA) das 

rechtliche Gehör zur Familienzusammenführung mit seinem Bruder in Ös-

terreich und zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglich-

keit der Überstellung nach Bulgarien, dessen Zuständigkeit für die Behand-

lung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. 

C.  

Am 9. Dezember 2024 gab die Vorinstanz ein rechtsmedizinisches Gutach-

ten zur Altersschätzung in Auftrag. Dieses wurde vom Institut für Rechts-

medizin des Kantonsspitals St. Gallen am (...) Dezember 2024 erstattet. 

D.  

Die bulgarischen Behörden hiessen das Gesuch des SEM vom 19. Dezem-

ber 2024 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 

Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO) am 20. Dezember 2024 gut.  

E.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 7. Februar 2025 

schriftlich das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Änderung seines Ge-

burtsdatums auf den 1. Januar 2005 (anstatt […] 2008). Dieser nahm mit 

Schreiben vom 13. Februar 2025 Stellung.  

F.  

Am 18. Februar 2025 passte die Vorinstanz das Geburtsdatum des Be-

schwerdeführers im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf 

den 1. Januar 2005 an und versah es mit einem Bestreitungsvermerk. 

F-1323/2025 

Seite 3 

G.  

Mit Verfügung vom 20. Februar 2025 (eröffnet am selben Tag) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Überstellung nach Bulgarien an und forderte ihn auf, die Schweiz am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (Dispositivziffern 1–3). 

Gleichzeitig stellte sie fest, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im 

ZEMIS laute auf den 1. Januar 2005 (Dispositivziffer 6) und dass einer all-

fälligen Beschwerde gegen den Entscheid keine aufschiebende Wirkung 

zukomme. 

H.  

Am 27. Februar 2025 gelangte der Beschwerdeführer ans Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 

und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und 

sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) 2008 abzuändern. Eventualiter 

sei die angefochtene Verfügung vollständig aufzuheben und zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Vor-

instanz anzuweisen, eine konkrete und individuelle Garantieerklärung der 

bulgarischen Behörden einzuholen, dass er einen freien und fairen Zugang 

zum Asylverfahren sowie zu Unterkunft, Verpflegung und medizinischer, 

insbesondere psychologischer Versorgung erhält. Der Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Im Sinne einer superprovisorischen 

vorsorglichen Massnahme seien die Vollzugsbehörden unverzüglich anzu-

weisen, von seiner Überstellung nach Bulgarien abzusehen, bis das Bun-

desverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung ent-

schieden haben werde. Im Sinn einer superprovisorischen Massnahme sei 

die Vorinstanz anzuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS bis zum rechts-

kräftigen Urteil auf den (…) 2008 abzuändern. Des Weiteren beantragte er 

die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. 

I.  

Am 28. Februar 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an. 

J.  

Am 19. März 2025 erkannte die Instruktionsrichterin der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu.  

 

 

F-1323/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichtein-

tretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) betref-

fend das Asylgesuch des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung 

(Dispositivziffern 1–3) als auch gegen die ZEMIS-Datenänderung betref-

fend dessen Geburtsdatum (Dispositivziffer 6). Das Beschwerdeverfahren 

betreffend ZEMIS-Datenänderung wird separat vom vorliegenden Verfah-

ren unter der Geschäftsnummer F-1353/2025 geführt. Die diesbezüglichen 

Beschwerdebegehren sind somit nicht im Rahmen des vorliegenden Ver-

fahrens zu behandeln. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG [SR 

142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, 

so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Das Gericht entscheidet über die Beschwerde endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). 

1.4 Die Beschwerde erweist sich in Teilen als offensichtlich begründet so-

wie in Teilen als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren ein-

zelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters be-

ziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-

führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu 

behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall eines un-

begleiteten Minderjährigen ist der Mitgliedstaat zuständig, in dem sich ein 

F-1323/2025 

Seite 5 

Familienangehöriger oder ein Geschwister rechtmässig aufhält, sofern es 

dem Wohl des Minderjährigen dient (Art. 8 Abs. 1 und 2 Dublin-III-VO). Be-

stehen keine familiären Anknüpfungspunkte (zu einem anderen Mitglied-

staat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO der Staat zuständig, in wel-

chem er seinen Antrag gestellt hat. Diese Bestimmung begründet eine vor-

rangige Zuständigkeit der Schweiz (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), da unbe-

gleitete Minderjährige vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen sind 

(vgl. z.B. Urteil des BVGer E-6348/2023 vom 24. November 2023 E. 4.4 

m.w.H.). 

2.3 Die Minderjährigkeit ist vom Betroffenen – der allgemeinen asylrechtli-

chen Beweisregel folgend – zumindest glaubhaft zu machen (vgl. Art. 7 

AsylG, BVGE 2023 VI/4 E. 6.3; vgl. bereits Entscheidungen und Mitteilun-

gen der Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 31 E. 5, 6.2 und 7.3; 

2004 Nr. 30 E. 5-6; 2001 Nr. 23 E. 6c; 2000 Nr. 19 E. 8b). Seitens der 

Asylbehörden ist im Rahmen einer Gesamtwürdigung eine Abwägung 

sämtlicher Anhaltspunkte vorzunehmen, die für oder gegen die Richtigkeit 

der betreffenden Altersangaben sprechen. Wesentlich sind dabei für echt 

befundene Identitätspapiere oder eigene Angaben der betroffenen Person 

(vgl. Urteil des BVGer E-4931/2014 vom 21. Januar 2015 E. 5.1.1 m.H.a. 

EMARK 2004 Nr. 30). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass der Beschwerdeführer bei 

seinen zwei Asylgesuchen unterschiedliche, sich widersprechende Anga-

ben zu seinem Geburtsdatum gemacht hat (Schweiz: […] 2008 im Perso-

nalienblatt und 16 Jahre ohne Kenntnis des genauen Geburtsdatums in der 

Erstbefragung UMA; Bulgarien: Registrierung mit dem Geburtsdatum […] 

Dezember 2005) und er seine unterschriftlich bestätigten Angaben gegen 

sich gelten lassen muss. Daran ändert auch nichts, wenn er im vorliegen-

den Verfahren vorbringt, die bulgarischen Behörden hätten über sein Ge-

burtsdatum entschieden, während er einzig seine Staatsangehörigkeit ge-

nannt habe. Die Vorinstanz hat zu Recht auf die Inkonsistenzen seiner An-

gaben hingewiesen, indem der Beschwerdeführer einerseits genau wissen 

will, 16 Jahre alt zu sein, gleichzeitig aber keine überzeugende Berech-

nungsgrundlage nennen kann und auch auf entsprechende Nachfragen 

dazu vage bleibt. Die Angaben zu seinem Alter und Geburtsdatum während 

der Erstbefragung UMA wirken konstruiert und legen die Vermutung nahe, 

dass er beabsichtigte, die Vorinstanz über sein wahres Geburtsdatum und 

Alter zu täuschen. Der Beschwerdeführer hat überdies keine rechtsgenüg-

lichen Identitätspapiere eingereicht, welche seine Minderjährigkeit belegen 

F-1323/2025 

Seite 6 

würden. Aus der im vorinstanzlichen Verfahren in Kopie eingereichten Er-

satzdokument einer ursprünglichen Tazkira, gemäss welcher er aufgrund 

seines Erscheinungsbilds im Jahr 2015/2016 siebenjährig gewesen sei, 

geht kein genaues Alter oder Geburtsdatum hervor. Im Übrigen ist gerichts-

notorisch, dass es sich bei den Altersdaten in afghanischen Tazkiras regel-

haft um Schätzungen handelt, die auf Parteiangaben basieren. Schliesslich 

kann der Beschwerdeführer auch die Ergebnisse des Altersgutachtens des 

Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen vom (…) Dezem-

ber 2024, das seine Volljährigkeit bestätigt, nicht entkräften. Dieses gelangt 

insgesamt zum Schluss eines durchschnittlichen Lebensalters von 18 bis 

23 Jahren und eines Mindestalters von 19 Jahren. Konkret wird aufgrund 

der Schlüsselbeinanalyse von einem Mindestalter von 19 Jahren und bei 

den dritten Molaren von einem Durchschnittsalter von 21 Jahren (21,3 ± 2 

respektive 21,3 ± 2,1, was einem Mindestwert des Durchschnittsalters von 

19,3 respektive 19,2 Jahren entspricht) ausgegangen. Demnach ist, wie 

die Vorinstanz korrekt festgestellt hat, gemäss der bundesverwaltungsge-

richtlichen Rechtsprechung von einem starken Indiz für die Volljährigkeit 

des Beschwerdeführers auszugehen (siehe BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). 

3.2 Die Vorinstanz ging nach dem Gesagten zutreffend von der Volljährig-

keit des Beschwerdeführers aus. Dementsprechend hat sie zu Recht nicht 

geprüft, ob eine Familienzusammenführung mit dem Bruder des Be-

schwerdeführers in Österreich erfolgen muss (Art. 8 Abs. 1 und 2 Dublin-

III-VO). Aufgrund der Volljährigkeit ist überdies auch eine vorrangige Zu-

ständigkeit der Schweiz gestützt auf Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO zu vernei-

nen. 

4.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil F-7195/2018 

vom 11. Februar 2020 ausführlich mit dem bulgarischen Asylsystem und 

der Situation asylsuchender Personen in Bulgarien auseinandergesetzt. Es 

hat unter anderem festgehalten, dass bei besonders verletzlichen Perso-

nen eine Überstellung nicht per se ausgeschlossen sei; indessen sei bei 

Vorliegen von Indizien, es könnte sich um eine besonders vulnerable Per-

son handeln, abzuklären, ob tatsächlich eine solche Vulnerabilität bestehe, 

welches die konkreten Bedürfnisse der Betroffenen seien und ob diesen in 

Bulgarien angemessen entsprochen werden könne. Gegebenenfalls seien 

individuelle und konkrete Garantien von den bulgarischen Behörden einzu-

holen, um die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs sicherzustellen (Ur-

teil F-7195/2018 E. 7.4.2.).  

F-1323/2025 

Seite 7 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe den Unter-

suchungsgrundsatz verletzt, indem sie sich mit seinen Vorbringen, wonach 

er ein Folteropfer (Gefangenschaft und Vergewaltigung durch Taliban) sei 

und ihm deshalb die Garantien aus Art. 14 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) zustünden, 

nicht auseinandergesetzt habe. Ferner habe sie den medizinischen Sach-

verhalt nicht ausreichend erstellt. Insbesondere habe sie ihrem Entscheid 

ein veraltetes medizinisches Verlaufsblatt zu Grunde gelegt.  

5.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-

listeten Beweismittel. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der 

Verfügung ein aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zu-

grunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollstän-

dig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachum-

stände berücksichtigt werden (vgl. BVGE 2008/43 E. 7.5.6; siehe ferner 

BENJAMIN SCHINDLER, in: Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 49 

N. 29).  

5.3 Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Erstbefragung UMA am 

2. Dezember 2024 zu Protokoll, seine Eltern seien von den Taliban getötet 

worden. Seine Mutter sei zuvor von diesen vergewaltigt worden. Danach 

sei er – der Beschwerdeführer – von den Taliban mitgenommen und mit 30 

oder 40 weiteren Jungen während drei Jahren in einer Art Gefängnis fest-

gehalten worden. Dabei seien sie vergewaltigt worden und die Taliban hät-

ten «dies und jenes» gemacht. Diese Ausführungen blieben von der Vor-

instanz in der angefochtenen Verfügung unerwähnt, obwohl sie für die Be-

urteilung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers und seiner 

potentiellen Vulnerabilität von Relevanz gewesen wären. Ferner wäre zu 

berücksichtigen gewesen, dass er als potentielles Folteropfer weitere 

Rechte als eine Notfallbehandlung für sich in Anspruch nehmen kann (vgl. 

insbesondere Art. 14 FoK) und dass zu überprüfen gewesen wäre, ob in 

Bulgarien ein entsprechender Zugang gewährleistet ist (vgl. Urteil des 

BVGer D-4930/2023 vom 27. September 2023). Im Übrigen ist darauf hin-

zuweisen, dass sich die Situation bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten 

von psychischen Erkrankungen und der Bedingungen für potentielle Fol-

teropfer seit dem zitierten Referenzurteil eher verschlechtert als verbessert 

hat (vgl. etwa Urteile des BVGer D-4930/2023 oder D-5019/2022 vom 

24. August 2023 E. 9.2 und E. 11.2 f.; vgl. ferner Asylum Information 

F-1323/2025 

Seite 8 

Database, Country Report Bulgaria, 2023 Update, S. 86 ff., < https://asylu-

mineurope.org/wp-content/uploads/2024/04/AIDA-BG_2023-Up-

date.pdf >, abgerufen am 04.03.2025).  

5.4 Dem Beschwerdeführer ist ferner zuzustimmen, dass die Vorinstanz ih-

rem Entscheid gemäss Aktenlage ein veraltetes medizinisches Verlaufs-

blatt zu Grunde gelegt hat. Das von ihm mit der Beschwerdeschrift einge-

reichte Verlaufsblatt, welches Ereignisse bis zum 23. Februar 2025 berück-

sichtigt, befindet sich nicht in den vorinstanzlichen Akten (s. dazu E. 6). In 

diesen ist ein Verlaufsblatt enthalten, welches einzig einen Eintrag vom 

17. Februar 2025 enthält. Entsprechend hat die Vorinstanz in der ange-

fochtenen Verfügung insbesondere die folgenden Einträge nicht berück-

sichtigt: Am 18. Februar 2025 habe der Beschwerdeführer mehrmals Sui-

zidabsichten geäussert und in einen aufgelösten Eindruck gemacht. Ge-

mäss dem Eintrag vom 20. Februar 2025 habe er sich am Tag zuvor mit 

einer Zigarette am Unterarm mehrfach selbst verletzt. Ferner könne er 

kaum schlafen und ihm sei Redormin (ein Sedativum) abgegeben worden, 

wobei diesbezüglich in der Folge am 21. Februar 2025 mit ihm Ablenkungs-

techniken bei Gedankenkreisen und die Tagesgestaltung besprochen wor-

den seien. Damit hat die Vorinstanz ihrem Entscheid einen unvollständigen 

Sachverhalt zu Grunde gelegt, den sie überdies nur ungenügend mit allge-

meinen, nicht konkret auf den Beschwerdeführer bezogenen Ausführungen 

zu Suizidrisiken gewürdigt hat. Zudem wäre sie vor dem Hintergrund der 

vom Beschwerdeführer geschilderten Erlebnisse in Afghanistan (Vergewal-

tigung der Mutter, Tötung der Eltern, eigene Gefangenschaft während drei 

Jahren und Vergewaltigung durch die Taliban), seiner vorerwähnten psy-

chischen Symptome und des zitierten Referenzurteils des Bundesverwal-

tungsgerichts F-7195/2018 gehalten gewesen, abzuklären, ob es sich bei 

ihm um eine besonders vulnerable Person handelt, welches seine konkre-

ten Bedürfnisse sind und ob diesen in Bulgarien angemessen entsprochen 

werden kann. Indem die Vorinstanz diese Abklärungen nicht vorgenommen 

hat, hat sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt.  

5.5 Aus dem Gesagten folgt, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine 

potentiell besonders vulnerable Person und ein potentielles Folteropfer 

handelt. Die Vorinstanz hat es jedoch unterlassen, seinen Gesundheitszu-

stand genauer abzuklären. Entsprechend kann auch die Frage nicht beant-

wortet werden, ob in seinem Fall eine Überstellung nach Bulgarien – allen-

falls unter Einholung entsprechender Garantien – zulässig ist. Die 

Vorinstanz hat somit den Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt (vgl. Ur-

teile des BVGer F-4984/2022 vom 30. November 2022 E. 7; F-2707/2022 

https://asylumineurope.org/wp-content/uploads/2024/04/AIDA-BG_2023-Update.pdf
https://asylumineurope.org/wp-content/uploads/2024/04/AIDA-BG_2023-Update.pdf
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F-1323/2025 

Seite 9 

vom 12. Oktober 2022 E. 9; F-73/2022 vom 14. Juli 2022 E. 4, D-1128/2022 

vom 8. April 2022 E. 8; F-2050/2021 vom 10. Mai 2021; F-1978/2021 vom 

5. Mai 2021 E. 2; F-5156/2021 vom 3. Dezember 2021). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz ist auf ihre Aktenführungspflicht hinzuweisen. Diese bil-

det das Gegenstück zum Akteneinsichtsrecht, welches in Art. 26 ff. VwVG 

geregelt ist und einen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar-

stellt. Die Behörde ist verpflichtet, ein vollständiges Aktendossier über das 

Verfahren zu führen, um gegebenenfalls ordnungsgemäss Akteneinsicht 

gewähren und bei einem Weiterzug diese Unterlagen an die Rechtsmittel-

instanz weiterleiten zu können (BGE 138 V 218 E. 8.1.2). Die Aktenfüh-

rungspflicht beinhaltet insbesondere die geordnete Ablage, die Paginie-

rung und die Registrierung der vollständigen Akten im Aktenverzeichnis. 

Gegenstand der Aktenführungspflicht sind sämtliche Akten, wogegen 

massgeblich für den Einsichtsanspruch das grundsätzliche Potenzial zur 

Entscheidbeeinflussung ist (vgl. dazu ausführlich BVGE 2011/37 E. 5.4.1).  

6.2 Das vom Beschwerdeführer eingereichte medizinische Verlaufsblatt, 

welches bis zum Verfügungsdatum vom 20. Februar 2025 entscheidwe-

sentliche Einträge enthält, ist in den vorinstanzlichen Akten nicht enthalten. 

Schliesslich fehlt auch die Erteilung des Auftrags zur Erstellung eines 

rechtsmedizinischen Altersgutachtens an das Institut für Rechtsmedizin 

des Kantonsspitals St. Gallen. Damit hat die Vorinstanz ihre Aktenfüh-

rungspflicht verletzt (vgl. bspw. Urteile des BVGer F-1113/2023 vom 

6. September 2024 E. 5.2 oder F-2056/2022 vom 4. Mai 2023 E. 7). 

7.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt 

unvollständig erstellt (Art. 49 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ihre Aktenführungs-

pflicht verletzt. Die Beschwerde gegen den Nichteintretens- und Wegwei-

sungsentscheid ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfügung inso-

weit aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur vollständi-

gen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Diese wird geeignete Beweismassnahmen zu treffen ha-

ben, damit sie beurteilen kann, ob die Überstellung des Beschwerdeführers 

nach Bulgarien – unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts (insbesondere des Referenzurteils F-7195/2018) und 

von Art. 14 FoK – zulässig ist und ob sie gegebenenfalls von den bulgari-

schen Behörden eine Zusicherung, wonach der Beschwerdeführer in Bul-

F-1323/2025 

Seite 10 

garien adäquat untergebracht und medizinisch behandelt würde, einzuho-

len hat.  

8.  

Mit diesem Urteil fällt der am 28. Februar 2025 angeordnete Vollzugstopp 

dahin. Das Gesuch um superprovisorische Anweisung der Vorinstanz, das 

Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS bis zum rechtskräftigen 

Urteil auf den (…) 2008 abzuändern, ist gegenstandslos geworden. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer keine 

Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist gegen-

standslos geworden. 

9.2 Dem Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung auszurichten, da 

es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung 

im Sinn von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach 

Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater 

AsylG). 

(Dispositiv nachfolgende Seite) 

  

F-1323/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Beschwerdeverfahren betreffend ZEMIS-Datenänderung wird vom 

vorliegenden Verfahren getrennt und unter der Geschäftsnummer 

F-1353/2025 geführt.  

2.  

Die Beschwerde gegen den Nichteintretens- und Wegweisungsentscheid 

wird gutgeheissen. 

3.  

Die angefochtene Verfügung wird insoweit aufgehoben und die Sache zur 

vollständigen Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung im Sinn der Er-

wägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Maria Wende 

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