# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c539ad7f-085f-5ad1-a869-7c26dd8d0835
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 25.03.2004 RV.2003.50392
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_RV-2003-50392_2004-03-25.pdf

## Full Text

2004 Kantonale Steuern 307 

gen Person keine Rückstellung gebildet worden ist, wäre dieser bei 
späterer Bezahlung nicht mehr zum Abzug zuzulassen. 

b) Eine Anfrage beim Leiter der Abteilung für natürliche Per-
sonen des Kantonalen Steueramtes ergab jedoch, dass in der Praxis 
üblicherweise auch später bezahlte Sozialversicherungsbeiträge, für 
die keine Rückstellung gebildet wurde, zum Abzug zugelassen wer-
den. Dabei sei im Einzelfall zu prüfen, ob allenfalls auf Grund be-
sonderer Umstände eine Aufrechnung periodenfremder Beiträge an-
gezeigt sei. So etwa, wenn im Jahr 2001 Nachtragszahlungen der 
Bemessungslückenjahre 1999 und 2000 bezahlt und verbucht worden 
seien, für die in den Jahren 1999 und 2000 keine Rückstellungen ge-
bildet wurden. Bei Aufrechnungen durch die Steuerbehörde werde 
(im neu geltenden System der Gegenwartsbemessung bei den Sozial-
versicherungen) auf Antrag der steuerpflichtigen Person eine Rück-
stellung für die entsprechenden Beiträge zugelassen. Diese Praxis ist, 
obwohl sie nicht im Einklang mit dem Handelsrecht steht, aufgrund 
des provisorischen Charakters von Rückstellungen und da sie der 
Pflicht zur erfolgswirksamen Auflösung einer überhöhten Rückstel-
lung für Sozialversicherungsbeiträge entspricht, angemessen (so 
auch Zürcher Steuerpraxis 2003 S. 217 betreffend Steueraufwand ei-
ner juristischen Person).  

4.  Die Vorinstanz rechnete die Nachtragszahlungen der 
AHV/IV/EO-Beiträge für die Jahre 1997 bis 2000 auf. Aufgrund der 
vorstehenden Ausführungen erfolgte diese Aufrechnung betreffend 
der Bemessungslückenjahre 1999 und 2000 zu Recht. Dagegen sind 
die Nachtragszahlungen für die Jahre 1997 und 1998 in der Steuerpe-
riode 2001 zum Abzug zuzulassen. 

84 Abzüge vom Roheinkommen; Kosten des Liegenschaftsunterhalts (§ 39 
Abs. 2 StG). 
- Die Kosten von Ersatzbauten, welche an die Stelle renovationsbe-

dürftiger Bauten treten, sind nicht als Unterhaltskosten abzugsfähig. 

25. März 2004 in Sachen R. + U.W., RV.2003.50392/8327 

308 Steuerrekursgericht 2004 

Aus den Erwägungen 

3. Die Rekurrenten kauften am 7. Dezember 2000 mit Beginn 
Nutzen/Schaden (spätestens) am 31. Mai 2001 von der X. AG das an 
der Y-strasse in Z. gelegene Grundstück Nr. N., 7.63 a mit Gebäude 
Nr. 363 zum Preis von Fr. 565'000.--. Sie liessen das Gebäude 
Nr. 363 bis zur Kellerdecke abreissen und darauf einen wesentlich 
grösseren Neubau (Verlängerung der Längsachse des Hauses sowie 
ein zusätzliches Stockwerk) erstellen. Ausserdem wurde im verblie-
benen Fundament/Kellergeschoss eine neue Durchfahrt erstellt, mit 
welcher das neue Doppeleinfamilienhaus neben dem Gebäude Nr. 
363 erschlossen wurde. Die gesamten Baukosten beliefen sich auf 
Fr. 920'000.--. Nach Auffassung der Rekurrenten sind davon 
Fr. 500'000.-- als Unterhaltskosten zu beurteilen, wobei entsprechend 
dem Baufortschritt Fr. 267'000.-- auf das vorliegend zu beurteilende 
Jahr 2001 entfallen würden. Die Rekurrenten beantragen daher, es 
seien die von der Vorinstanz gänzlich gestrichenen Fr. 267'000.-- als 
Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. 

4. a) Bei Liegenschaften im Privatvermögen können u.a. die 
Unterhaltskosten abgezogen werden. Den Unterhaltskosten sind In-
vestitionen gleichgestellt, die dem Energiesparen und dem Umwelt-
schutz dienen, soweit sie bei der direkten Bundessteuer abziehbar 
sind (§ 39 Abs. 2 StG). Die Unterhaltskosten können vollumfänglich 
auch von der neuen Eigentümerin oder vom neuen Eigentümer gel-
tend gemacht werden, sofern die Liegenschaft nicht in vernachläs-
sigtem Zustand erworben wurde (§ 39 Abs. 3 StG). Als Kosten für 
den Unterhalt von Liegenschaften gelten bloss die werterhaltenden 
Aufwendungen (§ 24 Abs. 1 StGV).  

b) Die Kosten von Ersatzbauten, welche an die Stelle renova-
tionsbedürftiger Bauten treten, sind nicht als Unterhaltskosten ab-
zugsfähig. Nach dem Willen des Eigentümers werden die alten Bau-
ten abgebrochen; durch die Errichtung neuer Bauten wird ein neuer 
Wert geschaffen. Der Steuerpflichtige will gar nichts unterhalten, 
sondern vielmehr bestehende Wirtschaftsgüter durch neue ersetzen. 
Dass die Neubaute an die Stelle einer abgebrochenen Baute tritt und 
deren Zweckbestimmung zu übernehmen hat, vermag daran nichts zu 

2004 Kantonale Steuern 309 

ändern (RGE vom 24. Januar 2002 in Sachen R. + C.B. mit Hinweis 
auf Baur/Klöti/Koch/Meier/Ursprung, Kommentar zum Aargauer 
Steuergesetz, Muri-Bern 1991, § 24 aStG N 267; B. Zwahlen, Die 
einkommenssteuerrechtliche Behandlung von Liegenschaftskosten, 
Basel 1986, S. 109 und 119). Die Erstellung einer Ersatzbaute stellt 
begrifflich niemals Unterhalt dar, weshalb deren Kosten nicht als ab-
ziehbare Unterhaltskosten betrachtet werden können (BGE vom 
30. März 1999 in Sachen W., in: die neue Steuerpraxis 1999, 
S. 99 ff.; StR 2002 S. 504; BVR 2000 S. 11 ff.). 

85 Abzüge vom Roheinkommen; Krankheitskosten (§ 40 lit. i StG). 
- Die Aufwendungen für eine infolge Sterilität medizinisch indizierte 

In-vitro-Fertilisation stellen Krankheitskosten dar. 

18. November 2004 in Sachen W. + S.B., RV.2004.50116/K 9082 

86 Abzüge vom Roheinkommen; Krankheitskosten (§ 40 lit. i StG). 
- Die Aufwendungen für eine Laserbehandlung zwecks Behebung 

einer Sehstörung stellen Krankheitskosten dar. 

27. Mai 2004 in Sachen R.S., RV.2004.50008/K 9033 

Aus den Erwägungen 

2. Die Rekurrentin hat im November 2002 zwecks Reduktion 
der Kurzsichtigkeit und der Hornhautverkrümmung sowohl am lin-
ken als auch am rechten Auge am Augenlaserzentrum in Zürich La-
serbehandlungen durchführen lassen. Die Kosten beliefen sich auf 
Fr. 7'000.--. Zusammen mit den damit verbundenen übrigen Kosten 
(vorallem Bahnfahrten nach Zürich) macht sie für die Augenopera-
tionen Kosten von total Fr. 7'195.-- als Krankheitskosten geltend. 

3. a) Gemäss § 40 lit. i StG können von den Einkünften die 
Krankheits-, Unfall- und Invaliditätskosten der steuerpflichtigen Per-
son und der von ihr unterhaltenen Personen abgezogen werden, so-
weit die steuerpflichtige Person die Kosten selber trägt und diese 5 %