# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a740618e-a61e-5459-9c7e-f7f9e656d763
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.11.2018 SB180371
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180371_2018-11-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB180371-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz und 

Ersatzoberrichterin Dr. iur. S. Bachmann sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. C. Baumgartner 

 

Urteil vom 5. November 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

 

betreffend Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerruf  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, I. Abteilung, 
vom 27. Februar 2018 (DG170024) 
 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis des Kantons Zürich 

vom 19. Oktober 2017 (Urk. 12) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 30 S. 47 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist hinsichtlich der Übergabe zwecks Aufbewahrung von ins-

gesamt 107 kg Marihuana schuldig des Vergehens gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG. 

2. Hinsichtlich der Einfuhr der insgesamt 107 kg Marihuana in die Schweiz wird der 

Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 3. März 2016 für eine Freiheitsstrafe 

von 24 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren gewährte bedingte 

Strafvollzug wird widerrufen.  

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe 

(vgl. Dispositiv-Ziffer 3) bestraft mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 36 Monaten, 

wovon 54 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

5. Es wird der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66abis StGB für 5 Jahre des Landes ver-

wiesen. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system wird angeordnet.  

7. Sämtliche durch die Kantonspolizei Zürich unter der Lager Nr. B02472-2017  

sichergestellten Betäubungsmittel und -utensilien werden eingezogen zwecks Ver-

nichtung durch die Lagerbehörde.  

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 17. Oktober 2017 beschlagnahmte 

Barschaft von Fr. 1'000.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.  

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9. Der amtliche Verteidiger wird für seine Bemühungen und Auslagen mit Fr. 9'302.90 

(inkl. Fr. 678.40 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 1'980.60   Auslagen (Gutachten)  

Fr. 1'297.00   Auslagen 

Fr. 1'750.00   Auslagen Polizei 

Fr. 9'302.90   amtlicher Verteidiger 

 

 

 

 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser diejenigen 

des amtlichen Verteidigers, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 32, Urk. 43 S. 1, Prot. II S. 6): 

1.  Ziff. 1, 3, 4, 5, 6, 8 und 11 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben. 

2.  Der Beschuldigte sei auch vom Vorwurf der Übergabe von 107 kg Marihua-

na zwecks Aufbewahrung freizusprechen. 

3.  Infolge vollständigem Freispruch sei selbstverständlich gar keine Strafe (kein 

Widerruf der früheren bedingten Strafe, keine Freiheitsstrafe und auch keine 

Landesverweisung) auszusprechen. Eventualiter wäre zumindest eine tiefe-

re und mind. noch teilbedingte Freiheitsstrafe auszusprechen, vom Widerruf 

des mit Urteil des BG Uster vom 3. März 2016 gewährten bedingten Straf-

vollzugs abzusehen und keine Landesverweisung anzuordnen. 

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4.  Es seien sämtliche Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen und 

dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung für die anwaltliche 

Verteidigung und eine Genugtuung im Betrag von Fr. 200.-- pro Hafttag zu-

zusprechen sowie die mit Verfügung der STA vom 17. Oktober 2017 be-

schlagnahmte Barschaft von Fr. 1'000.-- herauszugeben. 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 36): 

(schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Prozessuales    

1. Verfahrensgang 

1.1. Die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis erhob am 23. Oktober 2017 (Da-

tum Eingang) Anklage gegen den Beschuldigten wegen Widerhandlungen gegen 

das Betäubungsmittelgesetz (Urk. 12). Die vorinstanzliche Hauptverhandlung 

wurde am 27. Februar 2018 durchgeführt und der Beschuldigte gemäss des ein-

gangs erwähnten Urteilsdispositivs für teilweise schuldig befunden und bestraft. 

Das Urteil wurde den Parteien anlässlich der Hauptverhandlung mündlich eröffnet 

und erläutert (Prot. I. S. 42). Mit Eingabe vom 2. März 2018 meldete der amtliche 

Verteidiger des Beschuldigten fristgerecht Berufung an (Urk. 22). 

1.2. Nach Erhalt der schriftlich begründeten Fassung des Urteils am 20. August 

2018 (Urk. 29/2), liess der Beschuldigte die Berufungserklärung rechtzeitig innert 

der 20-tägigen Frist (Art. 399 Abs. 3 StPO) einreichen (Urk. 32). 

1.3. Nach Eingang der Akten wurde der Anklägerin mit Präsidialverfügung vom 

13. September 2018 Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder um 

begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 34). Die An-

klägerin verzichtete mit Eingabe vom 19. September 2018 (Urk. 36) auf das Er-

heben einer Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanz-

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lichen Urteils. Hierauf wurden die Parteien mit Verfügung vom 28. September 

2018 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 38). 

1.4. Am 5. November 2018 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des 

Beschuldigten und seines amtlichen Verteidigers statt (Prot. II. S. 3 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Nicht angefochten wurden der Freispruch wegen Einfuhr der insgesamt 

107 kg Marihuana in die Schweiz (Dispositivziffer 2), der Einzug und die Vernich-

tung der sichergestellten Betäubungsmittel und -utensilien (Dispositivziffer 7), die 

Entschädigung des amtlichen Verteidigers (Dispositivziffer 9) sowie die Kosten-

festsetzung (Dispositivziffer 10). Entsprechend ist dieser Teil des vorinstanzlichen 

Urteils in Rechtskraft erwachsen und nicht mehr Gegenstand des vorliegenden 

Berufungsverfahrens, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 

Abs. 1 StPO). 

2.2. Im Übrigen steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung zur Dispo-

sition. 

II. Sachverhalt 

1. Ausgangslage / Anklagevorwurf 

1.1. B._____ wurde verdächtigt, in C._____ ZH eine Indoor-Hanfanlage zu be-

treiben und mit den daraus hervorgehenden Betäubungsmitteln zu handeln, wes-

halb er am 5. Juli 2017 von der Kantonspolizei Zürich verhaftet wurde. Bei der 

Verhaftung trug B._____ diverse Schlüssel auf sich. Polizeiliche Ermittlungen 

brachten zu Tage, dass einer dieser Schlüssel zum Vorhängeschloss eines La-

gerraums an der D._____-Strasse … in E._____ ZH passte, welcher gemäss An-

gaben der zuständigen Liegenschaftsverwaltung an einen Mann namens F._____ 

vermietet wurde. Anlässlich der Hausdurchsuchung des besagten Lagerraums 

konnten zwei Paletten mit vakuumverpackten Säcken Marihuana von gesamthaft 

105 kg sichergestellt werden (vgl. zum Ganzen Urk. 1 und 4). 

-   6   - 

1.2. B._____ führte dazu zusammengefasst aus, dass das im Lagerraum auf-

gefundene Marihuana dem Beschuldigten gehöre. Der Beschuldigte habe das 

Marihuana zusammen mit einer anderen Person im Lagerraum abgeliefert, wobei 

er (B._____) beim Entladen der Ware geholfen habe. Für die Lagerung des Mari-

huanas habe ihm der Beschuldigte ein Entgelt von CHF 1'000.– angeboten. Als er 

(B._____) dann die Entschädigung nicht erhalten habe, habe er dafür aus dem 

Lagerraum zwei Kilo Marihuana an sich genommen (Prot. I. S. 21 ff.). 

1.3. Dementsprechend wird dem Beschuldigten in der vorliegenden Anklage 

vorgeworfen, dass er 107 abgepackte Portionen à 1 kg Marihuana zwecks Auf-

bewahrung in einem Raum in der Liegenschaft an der D._____-Strasse … in 

E._____ (nachfolgend "Lagerraum") an B._____ übergeben habe (Urk. 12 S. 1). 

1.4. Der Beschuldigte stellte den ihm zur Last gelegten Sachverhalt in der Un-

tersuchung und vor Vorinstanz vollumfänglich in Abrede. Er führte zusammenge-

fasst aus, er kenne B._____ zwar seit einigen Jahren (Urk. 5/6 S. 2), doch habe 

er mit dem Marihuana im Lagerraum grundsätzlich nichts zu tun. B._____ habe 

ihn im Zusammenhang mit dem eingelagerten Marihuana kontaktiert und ihm er-

zählt, dass das Marihuana zwei anderen Männern gehöre, diese das Marihuana 

aber nicht mehr abholen würden. Vor diesem Hintergrund habe B._____ ihn ge-

beten, einen dieser Männer zu kontaktieren, um den Abtransport des eingelager-

ten Marihuanas zu forcieren (vgl. Urk. 5/6 S. 1 ff.; Urk. 5/7 S. 3 f.; Urk. 5/9 S. 3 ff.; 

Urk. 5/11; Prot. I. S. 11 ff.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung legte der 

Beschuldigte dar, nichts mit dem aufgefundenen Marihuana zu tun gehabt zu ha-

ben (Urk. 41 S. 5 f.). 

1.5. Gegen B._____ wurde am Bezirksgericht Horgen im selben Sach-

zusammenhang ein separates Verfahren wegen mehrfachen Widerhandlungen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz durchgeführt (DG1700027-F). 

1.6. Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich der dem Beschuldigten zur Last geleg-

te Anklagesachverhalt mit rechtsgenügender Sicherheit erstellen lässt. Die Beru-

fungsinstanz muss sich dabei nicht mit jedem einzelnen Vorbringen des Beschul-

digten auseinandersetzen. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid we-

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sentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen 

genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich 

sein Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen). 

2. Aussagen von B._____ 

2.1. Hafteinvernahme 

2.1.1. Nachdem B._____ bei der Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich 

vom 6. Juli 2017 (vgl. Urk. 5/2) die Aussage grundsätzlich verweigert hatte, führte 

er anlässlich der Hafteinvernahme durch die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 

vom 7. Juli 2017 (Urk. 5/4) aus, dass das Marihuana, welches im Lagerraum auf-

gefunden wurde, einem "G._____" gehöre und vermutlich aus Albanien stamme. 

"G._____" – so B._____ weiter – sei der Spitzname einer Person, deren richtiger 

Vorname "H._____" laute. Den Nachnamen kenne er nicht. "G._____" sei Koso-

vare, wohne wohl in I._____ ZH, weise eine Glatze auf, sei ca. zwei Meter gross 

und rund 40–45 Jahre alt (Urk. 5/4 S. 5). Nachdem B._____ der Staatsanwalt-

schaft die in seinem Mobiltelefon gespeicherte Telefonnummer von "G._____" 

und vorstehend genannte Beschreibung gegeben hatte, wurde ihm ein Fotobogen 

vorgelegt, worauf B._____ eindeutig den Beschuldigten als "G._____" identifizie-

ren konnte (vgl. hierzu Urk. 5/4 S. 4 f. und S. 13 i.V.m. Urk. 5/5).  

2.1.2. B._____ führte weiter aus, dass der Beschuldigte ihm ein Entgelt von 

CHF 1'000.– angeboten habe, damit er das Marihuana für ihn lagere. Daraufhin 

habe er (B._____) F._____ angefragt, ob er "im Raum" etwas lagern könne, wo-

bei F._____ nicht gewusst habe, dass es sich dabei um Marihuana handle 

(Urk. 5/4 S. 5). Anfänglich sei mit dem Beschuldigten eine Lagerdauer von rund 

einem Monat vereinbart gewesen, doch der Beschuldigte habe ihm immer wieder 

mitgeteilt, dass er keine Zeit habe, das Marihuana abzuholen, sodass sich die La-

gerzeit verlängert habe (Urk. 5/4 S. 5 f.). Am Tag seiner Verhaftung, dem 5. Juli 

2018, sei das Marihuana bereits ein bis maximal zwei Monate eingelagert gewe-

sen, weshalb er den Beschuldigten angerufen habe, um ihm mitzuteilen, dass er 

die Drogen sobald als möglich wieder abholen solle (Urk. 5/4 S. 5).  

Hinsichtlich diverser weiterer Fragen machte B._____ – wie schon bei der polizei-

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lichen Einvernahme – von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (vgl. 

Urk. 5/4). 

2.2. Schriftliche Stellungnahme des Verteidigers 

2.2.1. Im Vorfeld zur Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten verfasste 

der amtliche Verteidiger von B._____ am 22. August 2017 eine ausführliche 

schriftliche Stellungnahme zu den Geschehensabläufen (Urk. 5/8). Es sei 

B._____ ein Anliegen, bereits im Voraus eine einlässliche Stellungnahme zu den 

inkriminierten Vorwürfen im Zusammenhang mit den im Lagerraum vorgefunde-

nen 105 kg Marihuana abzugeben. B._____ behalte sich vor, anlässlich der Kon-

frontationseinvernahme auf die detaillierten Ausführungen in der schriftlichen Stel-

lungnahme zu verweisen (Urk. 5/8 S. 2). In der schriftlichen Stellungnahme hielt 

der amtliche Verteidiger unter anderem nochmals fest, dass B._____ die 105 kg 

Marihuana lediglich eingelagert habe, wofür ihm vom Beschuldigten ein Entgelt 

von CHF 1'000.– in Aussicht gestellt worden sei (Urk. 5/8 S. 5).  

2.2.2. In Abweichung zu den Ausführungen anlässlich der Hafteinvernahme vom 

7. Juli 2017 wies der amtliche Verteidiger darauf hin, dass neben dem Be-

schuldigten noch weitere Personen einen Bezug zu dem in E._____ gelagerten 

Marihuana aufweisen würden, B._____ von diesen Personen aber nur ganz ober-

flächlich Kenntnisse habe und insbesondere über keine Mobiltelefonnummern 

verfüge (Urk. 5/8 S. 2). B._____ habe vor den weiteren involvierten Personen so-

wie auch vor dem Beschuldigten grosse Angst und sei nach seiner Verhaftung un-

ter Schock gestanden, weshalb er anlässlich der Hafteinvernahme lediglich von 

seiner einzigen und direkten Kontaktperson, dem Beschuldigten, gesprochen ha-

be (Urk. 5/8 S. 2). Einerseits habe ein gewisser "I._____" an einem Abend zwi-

schen 19:00 und 21:00 Uhr in der Dunkelheit das Marihuana zusammen mit dem 

Beschuldigten mit Hilfe eines Lastwagens beim Lagerraum angeliefert, wobei 

"I._____" die Rolle als Chauffeur zugekommen sei (Urk. 5/8 S. 3 f.). Andererseits 

habe der Beschuldigte zusammen mit einem gewissen "J._____" ca. im 

März/April 2017 den Lagerraum aufgesucht, woraufhin er (B._____) die Türe zum 

Lagerraum habe öffnen müssen (Urk. 5/8 S. 3). 

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2.2.3. Schliesslich korrigierte der amtliche Verteidiger eine frühere Aussage von 

B._____ dahingehend, dass die Anlieferung des Marihuanas nicht erst ca. zwei 

Monate vor der Verhaftung (also anfangs Mai 2017), sondern bereits ungefähr im 

Januar oder Februar 2017 stattgefunden habe. Während der Beschuldigte und 

sein Helfer beim Ausladen des Marihuanas Handschuhe getragen hätten, habe 

B._____ über keine Handschuhe verfügt, sondern habe die Marihuana-Pakete di-

rekt mit den Händen berührt (Urk. 5/8 S. 4). Nachdem das Marihuana nicht wie 

vereinbart wieder abgeholt worden sei, sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als 

über den Beschuldigten als seine Kontaktperson, den Abtransport der Ware zu 

forcieren (Urk. 5/8 S. 5). 

2.3. Konfrontationseinvernahme 

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 

30. August 2017 (Urk. 5/9) verwies B._____ – wie angekündigt – mehrheitlich auf 

die schriftlich eingereichte Stellungnahme seines Verteidigers vom 22. August 

2018 (Urk. 5/8) sowie auf seine bisher gemachten Ausführungen und verweigerte 

hinsichtlich diverser Fragen die Aussage. Ergänzend führte er aus, dass ur-

sprünglich 107 kg Marihuana bei seinem Lagerraum abgeliefert worden seien, er 

jedoch im Anschluss 2 kg Marihuana "geklaut" habe, um sich auch einmal im 

Handel mit Marihuana zu betätigen (Urk. 5/9 S. 8). Zudem gab B._____ hinsicht-

lich eines Nebenschauplatzes zu Protokoll, dass das ebenfalls an der D._____-

Strasse … in E._____ aufgefundene Boot ihm gehöre. Angeln sei eines seiner 

Hobbies und er habe auf dem …-See ein Jahrespatent, um dort zu fischen. Er sei 

gerade daran, die theoretische Bootsprüfung zu absolvieren und hätte am 

14. oder 15. Juli 2017 bereits einen Termin gehabt. Er habe beabsichtigt, mit dem 

erwähnten Boot die Bootsprüfung zu machen, um grössere Boote lenken zu kön-

nen. Er habe nicht beabsichtigt, das Boot zu verkaufen (Urk. 5/9 S. 17 f.). 

 

 

 

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2.4. Antrag auf abgekürztes Verfahren 

Im schriftlichen Antrag auf ein abgekürztes Verfahren vom 29. September 2017 

(Urk. 5/10) führte der amtliche Verteidiger von B._____ sodann aus, B._____ ha-

be die Indoor-Hanfanlage in C._____ ZH alleine betrieben. Hinsichtlich des im 

Lagerraum aufgefundenen Marihuanas bestätigte der Verteidiger von B._____ 

seine bisherigen Ausführungen. Ergänzend fügte er an, dass B._____ die anläss-

lich einer Hausdurchsuchung an seinem Wohnort aufgefundenen 2 kg Marihuana 

ohne Wissen des Beschuldigten aus dem Lager mitgenommen habe, weil er von 

diesem noch keinen einzigen Franken für die Lagerung des Marihuanas erhalten 

habe und das Marihuana bereits viel länger als angekündigt dort gelagert gewe-

sen sei, was ihn sehr beunruhigt habe (Urk. 5/10 S. 3). 

2.5. Schlusseinvernahme 

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 18. Oktober 

2017 blieb B._____ grundsätzlich bei seinen bisher gemachten Angaben (vgl. 

Urk. 5/12). 

2.6. Hauptverhandlung 

2.6.1. An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung machte B._____ auf Befragen 

erstmals ausführlichere Angaben zum Anklagevorwurf und bestätigte mehrheitlich 

seine bisherigen Aussagen. Erwähnenswert ist jedoch, dass B._____ auf ent-

sprechende Frage auf einmal – und in Abweichung zu seinen bisher getätigten 

Ausführungen – zu Protokoll gab, nicht zu wissen, wem das eingelagerte Mari-

huana gehöre, der Beschuldigte jedoch seine einzige Kontaktperson gewesen sei 

(Prot. I. S. 22), ehe er daraufhin auf Vorhalt seines Widerspruchs korrigierte, die 

Frage wohl nicht richtig verstanden zu haben (Prot. I. S. 23). Er wies zudem da-

rauf hin, dass es schon sein könne, das das eingelagerte Marihuana einer Gruppe 

gehöre, er kenne jedoch nur den Beschuldigten als Kontaktperson (Prot. I. S. 23). 

Im späteren Verlauf der Befragung liess B._____ sodann verlauten, dass sicher-

lich nicht nur eine Person, sondern eine ganze Gruppe "dahinter" stecke (Prot. I. 

S. 31).  

-   11   - 

2.6.2. Hinsichtlich des Transports des Marihuanas zum Lagerhaus führte B._____ 

aus, dass er vom Beschuldigten an jenem Abend angerufen und angehalten wor-

den sei, sofort zum Lagerraum zu kommen, welcher rund drei Minuten Fuss-

marsch von seiner Wohnung entfernt sei. Als er dort angekommen sei, sei der 

Lieferwagen – ein roter Lastwagen mit serbischem Kennzeichen und weissem 

Kühlwagen-Anhänger – bereits dort gewesen. Der Chauffeur mit Spitznamen  

"I._____" habe auf den Anhänger klettern müssen, um das Marihuana heraus-

zunehmen und hinunterzuwerfen. Während der Beschuldigte und der Chauffeur 

beim Abladen des Marihuanas Handschuhe getragen hätten, habe er es ohne 

Handschuhe anfassen müssen, weil sie das Marihuana "schnell zusammen-

nehmen" mussten. Der Abladevorgang habe ca. 15 bis 30 Minuten gedauert 

(vgl. Prot. I. S. 24 f. und S. 32). 

2.6.3. Schliesslich führte B._____ aus, dass er den Beschuldigten bereits seit 

mehreren Jahren kenne. In der ersten Hälfte des Jahres habe er mit dem Be-

schuldigten mindestens drei- bis viermal in der Woche Kontakt gehabt, weil sich 

dieser jeweils über das eingelagerte Marihuana habe vergewissern wollen. Am 

Tag seiner Verhaftung, am 5. Juli 2018, habe er den Beschuldigten ein letztes Mal 

angerufen und ihm mitgeteilt, er solle das Marihuana nun endlich abholen, wo-

raufhin ihm dieser versichert habe, das Lager noch am gleichen Nachmittag oder 

am nächsten Tag zu räumen (Prot. I. S. 26 f.). 

3. Aussagen des Beschuldigten 

Was die Aussagen des Beschuldigten betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass die 

Vorinstanz seine Aussagen allesamt korrekt wiedergegeben hat (Urk. 30 S. 14 

ff.), weshalb an dieser Stelle vollumfänglich darauf verwiesen werden kann 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Es wird an späterer Stelle darauf zurückzukommen sein. 

4. Objektive Beweismittel 

4.1. B._____ trug bei der Verhaftung diverse Schlüssel auf sich, wobei polizeili-

che Ermittlungen zu Tage brachten, dass einer dieser Schlüssel zum Lagerraum 

in E._____ passte. In diesem Lagerraum konnten anlässlich einer Hausdurchsu-

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chung zwei Paletten mit vakuumverpackten Säcken Marihuana von gesamthaft 

105 Portionen à 1 kg sichergestellt werden (Urk. 1 S. 6; Urk. 6/7). 

4.2. Das Forensische Institut Zürich (FOR) wurde beauftragt, diverse Spu-

renasservate aus dem Lagerraum einem DNA-Vergleich mit den DNA-Profilen 

von B._____ und dem Beschuldigten zu unterziehen. Die DNA-Analysen ergaben 

jedoch an allen Spurenasservaten inkomplette, komplexe DNA-Mischprofile, de-

ren DNA-Merkmale nicht reproduzierbar dargestellt werden konnten, weshalb ei-

ne sichere Interpretation bezüglich der Spurengeberschaft – und damit ein Ver-

gleich mit den DNA-Profilen von B._____ und dem Beschuldigten – nicht möglich 

war (vgl. Urk. 6/10 i.V.m. Urk. 6/15). 

4.3. Ausserdem wurde das FOR beauftragt, die daktyloskopischen Spuren, 

welche an den vakuumierten Marihuanapaketen aus dem Lagerraum in E._____ 

gesichert wurden, mit B._____ und dem Beschuldigten abzugleichen. Dabei konn-

ten zumindest sieben gesicherte Spuren eindeutig B._____ zugeordnet werden, 

während dem Beschuldigten keine zugeordnet werden konnten (Urk. 6/17 i.V.m. 

Urk. 6/7). 

4.4. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurden zudem Hausdurch-

suchungen am Wohnort von B._____ und am Wohnort des Beschuldigten durch-

geführt. Am Wohnort von B._____ am L._____-Weg … in E._____ ZH konnten 

dabei rund zwei Kilogramm Marihuana und weitere Utensilien zur Drogenverarbei-

tung und -verpackung (z.B. eine Waage, diverse Minigrips, Vakuumiergerät, 

9 Schachteln Vakuumierbeutel, etc.) sichergestellt werden (Urk. 6/6–7). Am Woh-

nort des Beschuldigten wurden diverse SIM-Karten, zwei Mobiltelefone und 

CHF 1'000.– Bargeld sichergestellt (Urk. 8/2), wobei Letzteres gestützt auf 

Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO beschlagnahmt wurde (Urk. 8/6). 

4.5. Schliesslich konnte im Rahmen der Hafteinvernahme von B._____ ein 

Screenshot seines Mobiltelefons erstellt werden, welcher aufzeigt, dass B._____ 

kurz vor seiner Verhaftung noch mit dem Beschuldigten telefoniert hatte (vgl. 

Urk. 5/4 S. 12).  

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5. Beweiswürdigung 

5.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Ausführungen zur Erstellung des 

Sachverhaltes korrekt wiedergegeben, worauf zwecks Vermeidung unnötiger 

Wiederholungen zu verweisen ist (vgl. Urk. 32 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5.2. Ebenso erweisen sich die Ausführungen der Vorinstanz zur allgemeinen 

Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und von B._____ als zutreffend (Urk. 30 S. 12 

f.). Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit von B._____ ist der Vollständigkeit halber je-

doch nochmals hervorzuheben, dass gegen diesen am Bezirksgericht Horgen im 

selben Sachzusammenhang ein separates Verfahren wegen mehrfachen Wider-

handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im abgekürzten Verfahren durch-

geführt worden ist (DG1700027-F). Dabei gestand B._____, alleiniger Betreiber 

der Hanf-Indooranlage in C._____ ZH gewesen zu sein, wohingegen er im Hin-

blick auf die Einlagerung der 105 bzw. 107 kg Marihuana in E._____ ZH lediglich 

als Gehilfe zu qualifizieren sei (vgl. Urk. 5/10). Nachdem B._____ angesichts der 

393 sichergestellten Hanfpflanzen in der Indoor-Anlage in C._____ ZH (vgl. 

Urk 6/7) ursprünglich verdächtigt worden war, seit unbekannter Zeit gewerbsmäs-

sig dem Handel mit Marihuana nachzugehen (Urk. 1 S. 3), wies dessen Verteidi-

ger in seinem Antrag auf ein abgekürztes Verfahren mit Nachdruck darauf hin, 

dass die Hanfpflanzen gerade erst zwei Wochen vor der Hausdurchsuchung 

erstmals gepflanzt worden seien, der daraus resultierende Umsatz CHF 0.– be-

tragen habe und entsprechend kein qualifiziertes Betäubungsmitteldelikt im Sinne 

von Art. 19 Abs. 2 BetmG vorliege (vgl. Urk. 5/10 S. 2 ff.). Vor diesem Hintergrund 

ist festzuhalten, dass B._____ ein grosses Interesse daran hatte, sich in einem 

möglichst günstigen Licht erscheinen zu lassen bzw. darauf hinzuwirken, dass 

das im Lagerraum aufgefundene Marihuana ihn möglichst geringfügig belastet, 

andernfalls im abgekürzten Verfahren wohl mit einer weit höheren Strafe und al-

lenfalls einer Landesverweisung zu rechnen gewesen wäre. Mit anderen Worten 

hatte B._____ ein erhebliches Interesse daran, im Zusammenhang mit dem ein-

gelagerten Marihuana nicht als Täter zu erscheinen. Wie die Vorinstanz zutref-

fend festhielt, richtet sich dieses Interesse zwar nicht direkt gegen die Person des 

Beschuldigten selber, zumal zwischen B._____ und dem Beschuldigten keine 

-   14   - 

Feindschaft bestand (vgl. Urk. 30 S. 23 m.w.H.). Allerdings ist der Vorinstanz da-

hingehend zu widersprechen, als dass sich B._____ angesichts der gegen ihn 

vorliegenden objektiven Beweise (vgl. vorstehend) wohl nicht einfach mit der Be-

hauptung hätte begnügen können, das sichergestellte Marihuana gehöre einer 

namentlich nicht bekannten Drittperson, um selbst als Tatverdächtiger betreffend 

das in E._____ eingelagerte Marihuana auszuscheiden. Zusammenfassend ist je-

denfalls festzuhalten, dass bei der Würdigung der Aussagen von B._____ eine 

erhebliche Zurückhaltung angezeigt ist, obwohl der Glaubwürdigkeit im Rahmen 

der Aussageanalyse regelmässig untergeordnete Bedeutung zukommt und die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen entscheidender ist. 

5.3. Im vorliegenden Verfahren belasten praktisch sämtliche objektiven Be-

weismittel nicht direkt den Beschuldigten, sondern deuten – wenn überhaupt – 

eher auf B._____ als möglichen "Eigentümer" des eingelagerten Marihuanas hin.  

5.3.1. Wie bereits erwähnt, zeigte sich B._____ geständig, in C._____ ZH eine 

gross angelegte Hanf-Indooranlage betrieben zu haben (vgl. Urk. 5/10). Als er in 

diesem Zusammenhang verhaftet wurde, konnte ein Schlüssel sichergestellt wer-

den, welcher zum Vorhängeschloss des Lagerraums passte, in dem das sicher-

gestellte Marihuana von insgesamt 105 kg aufgefunden wurde. Den besagten La-

gerraum hat B._____ gemäss übereinstimmender Aussagen von F._____ gemie-

tet, um dort selbst Sachen einzulagern (Urk. 5/2). Nach Auffassung der Vo-

rinstanz zeige der Umstand, dass der Beschuldigte selbst keinen Schlüssel zum 

Lagerraum hatte, sondern lediglich B._____, dass sich der Beschuldigte aufgrund 

seiner Vorstrafe des Risikos des Marihuanabesitzes bewusst und deshalb umso 

bedachter gewesen sei, keine Rückschlüsse von den 107 kg Marihuana auf seine 

Person hervorzurufen (Urk. 30 S. 19). Die Auffassung der Vorinstanz stellt nichts 

weiter als eine Hypothese dar. Es könnte genauso gut so gewesen sein, dass der 

Beschuldigte mit dem im Lagerraum gelagerten Marihuana nichts zu tun hatte o-

der dass lediglich B._____ über einen Schlüssel zum Lagerraum verfügte, weil 

ihm – und nicht dem Beschuldigten – das eingelagerte Marihuana gehörte. Es er-

scheint auch nicht lebensnah, dass jemand über eine in diesem Zusammenhang 

unbeteiligte Drittperson 107 kg Marihuana einlagert – mit welchem sich ein be-

-   15   - 

trächtlicher Strassenverkaufswert erzielen liesse – ohne dabei selbst über einen 

Schlüssel zum Lager zu verfügen, sich dann aber vier bis fünf Mal pro Woche te-

lefonisch über das eingelagerte Marihuana vergewissert. 

5.3.2. Das im Lagerraum aufgefundene Marihuana von gesamthaft 105 kg wies 

einzig die daktyloskopischen Spuren von B._____ auf, hingegen keine des Be-

schuldigten (vgl. Urk. 6/17). Im Sinne einer Erklärung führte der Verteidiger von 

B._____ in seiner schriftlichen Stellungnahme (Urk. 5/8) aus, der Beschuldigte 

sowie die Drittperson "J._____" hätten bei der Anlieferung des Marihuanas Hand-

schuhe getragen, wohingegen B._____ keine habe anziehen können, weil es 

schnell habe gehen müssen. In diesem Zusammenhang wies die Vorinstanz rich-

tigerweise darauf hin, dass B._____ [bzw. dessen Verteidiger] diese Aussage be-

reits getätigt hatte, bevor das Ergebnis der daktyloskopischen Auswertung be-

kannt wurde (Urk. 30 S. 21, vgl. auch Urk. 5/8 i.V.m. Urk. 11/14). Allerdings hat 

B._____ diese Aussage nicht zeitnah zu seiner Verhaftung gemacht, was in die-

sem Zusammenhang für eine erhöhte Glaubhaftigkeit der Aussage sprechen wür-

de (vgl. hierzu nachstehend). Vielmehr ist es möglich, dass der Verteidiger zu 

diesem Zeitpunkt bereits vermutete oder gar wusste, wie das Ergebnis des Spu-

renberichts ausfallen wird und mit der schriftlichen Stellungnahme eine plausible 

Erklärung hierfür geliefert werden sollte. Wie die Aussage in der schriftlichen Stel-

lungnahme auch immer zustande kam, die daktyloskopischen Spurenergebnisse 

deuten nicht darauf hin, dass der Beschuldigte etwas mit dem Marihuana zu tun 

hatte, sondern beweisen lediglich, dass B._____ damit hantiert hat bzw. in Kon-

takt kam. 

5.3.3. Des Weiteren wurden im Rahmen einer Hausdurchsuchung am Wohnort 

von B._____ 2 kg Marihuana sowie Hilfsmittel zur Drogenverpackung und sonsti-

ge Drogenutensilien sichergestellt (Urk. 6/7), während anlässlich der Hausdurch-

suchung am Wohnort des Beschuldigten – abgesehen von einer bemerkenswert 

grossen Anzahl an SIM-Karten – keine verdächtigen Gegenstände sichergestellt 

werden konnten (Urk. 8/2). 

Nachdem B._____ anlässlich der Hafteinvernahme seine Aussage in Bezug auf 

die sichergestellten 2 kg Marihuana noch verweigert hatte (Urk. 5/4 S. 6), erklärte 

-   16   - 

er anlässlich der Konfrontationseinvernahme, die bei ihm sichergestellten 2 kg 

Marihuana entstammten der gleichen Lieferung wie die sichergestellten 105 kg 

bzw. ursprünglich 107 kg Marihuana, welche an der D._____-Strasse … in 

E._____ ZH eingelagert gewesen waren (Urk. 5/9 S. 8). B._____ gab zu Protokoll, 

dass er die 2 kg Marihuana "gestohlen" habe, weil er gedacht habe, dass er sich 

auch einmal im Handel mit Marihuana betätigen könne (Urk. 5/9 S. 8). Im Antrag 

auf ein abgekürztes Verfahren vom 29. September 2017 (Urk. 5/10) führte 

B._____s Verteidiger sodann aus, dass B._____ die aufgefundenen 2 kg Mari-

huana ohne Wissen des Beschuldigten aus dem Lager mitgenommen habe, weil 

er von diesem noch keinen einzigen Franken [des vereinbarten Entgelts von 

CHF 1'000.–] für die Lagerung des Marihuanas erhalten habe und das Marihuana 

bereits viel länger als angekündigt dort gelagert gewesen sei, was ihn sehr beun-

ruhigt habe (Urk. 5/10 S. 3).  

B._____s Ausführungen lassen in diesem Zusammenhang jegliche Realitätskrite-

rien vermissen und betten den angeblichen Abtransport von 2 kg Marihuana vom 

Lagerraum zu seinem Wohnort aufgrund des noch nicht bezahlten Entgelts auch 

nicht in einem äusseren Geschehensablauf ein. Zudem erwähnt B._____ in seiner 

ersten Äusserung lediglich, dass er sich "auch einmal" im Handel mit Marihuana 

habe betätigen wollen. Einen Konnex zum im Rahmen des Antrags auf ein abge-

kürztes Verfahren geäusserten Beweggrund der angeblich zu langen Lagerungs-

zeit bzw. zum noch nicht erhaltenen Entgelt von CHF 1'000.– stellt er nicht her. 

Dies verwundert umso mehr, als dass von B._____ in freier Erzählung auch bei 

seiner ersten Aussage zu erwarten gewesen wäre, dass er das vermeintliche Mo-

tiv, welches hinter dem Abtransport der 2 kg Marihuana steckte, nicht unerwähnt 

lassen würde. Schliesslich scheint B._____ mit den mitgenommenen 2 kg Mari-

huana nicht nur seine Forderung von CHF 1'000.– sichergestellt zu haben, zumal 

der auf der Strasse erzielbare Verkaufswert des Marihuanas wohl um ein Vielfa-

ches höher sein dürfte. 

Diesen Verdacht bekräftigen auch die weiteren Sicherstellungen am Wohnort von 

B._____. Ob B._____ die sichergestellten Drogenutensilien angeschafft hatte, um 

die erwartete – nach eigenen Angaben – erste Ernte seiner Hanf-Indooranlage in 

-   17   - 

C._____ ZH oder die jeweils aus dem Lager mitgenommenen, portionenweise 

verpackten Marihuanapäckchen zu verarbeiten, bleibt unklar. Es erscheint jedoch 

alles andere als unwahrscheinlich, dass B._____ nicht nur einmal von den über 

100 kg Marihuana eine geringe Anzahl abgepackter 1 kg-Portionen vom Lager-

raum zu seinem lediglich drei Fussminuten entfernten Wohnort (vgl. hierzu Prot. I. 

S. 28 f. und S. 31 f.) verbrachte bzw. verbringen wollte, um diese mittels der dort 

sichergestellten Betäubungsmittelutensilien zwecks Weiterverkaufs zu verarbeiten 

und zu portionieren, sondern dies mehrfach tat bzw. tun wollte. Jedenfalls legt die 

Sicherstellung der 2 kg Marihuana sowie der übrigen Drogenutensilien eher den 

Schluss nahe, dass B._____ das Marihuana nicht nur eingelagert hatte, sondern 

auch weitergehend darüber verfügte bzw. dieses nach seinem Gutdünken ver-

wendete. 

5.4. Was die weiteren Aussagen von B._____ betrifft, erweisen sich diese als 

teilweise widersprüchlich sowie fast gänzlich vage und detailarm.  

5.4.1. In Bezug auf die Einlagerung des Marihuanas führte B._____ aus, dass er 

hierfür vom Beschuldigten CHF 1'000.– angeboten bekam und er "dann" F._____ 

angefragt habe, ob er (B._____) im Lagerraum etwas einlagern dürfe (Urk. 5/4 

S. 5). Am 5. Juli 2017 habe sich F._____ bei ihm erkundigt, wann er ihm den 

Schlüssel für den Lagerraum wieder zurückgeben könne (vgl. Urk. 5/4 S. 5). 

F._____ hingegen führte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 6. Juli 

2017 (Urk. 5/3) aus, dass er selbst den besagten Lagerraum ungefähr seit dem 

Jahr 2010 miete (Urk. 5/3 S. 1). B._____ verfüge bereits seit ca. einem oder zwei 

Jahren über einen Schlüssel zum Lagerraum und lagere dort Sachen ein, wes-

halb sich B._____ hin und wieder an den Mieten beteiligt habe (Urk. 5/3 S. 2). Vor 

diesem Hintergrund scheint einerseits nicht nachvollziehbar, inwiefern B._____ 

F._____ überhaupt erneut hätte anfragen müssen, ob er etwas einlagern dürfe 

und andererseits, aus welchem Grund F._____ B._____ am 5. Juli 2017 zur 

Rückgabe des Schlüssels hätte auffordern sollen, obwohl B._____ über einen 

solchen bereits seit einem bis zwei Jahren verfügte. 

5.4.2. Hinsichtlich der Lagerdauer des Marihuanas erweisen sich die Aussagen 

insoweit als inkonstant, als dass B._____ anlässlich der Hafteinvernahme im 

-   18   - 

freien Bericht noch aussagte, das Marihuana sei erst seit ungefähr einem Monat 

bis "maximal zwei Monaten" eingelagert gewesen (Urk. 5/4 S. 5), diese Aussage 

dann jedoch in der Stellungnahme seines Verteidigers dahingehend korrigieren 

liess, dass das Marihuana bereits seit ca. Januar oder Februar 2017 eingelagert 

gewesen sei (act. 5/8 S. 4 Ziff. 16). An letzterer Aussage betreffend der Lager-

dauer hielt B._____ dann während des restlichen Verfahrens fest (Urk. 5/9 S. 9; 

Urk. 5/12 S. 5; Prot. I. S. 21 und S. 26). In diesem Zusammenhang ist bemer-

kenswert, dass B._____ gemäss schriftlicher Stellungnahme seines Verteidigers 

die 2 kg Marihuana vom Lagerraum nur deshalb an seinen Wohnort verbracht ha-

ben will, weil er vom Beschuldigten das vereinbarte Entgelt für die Lagerung nicht 

erhalten hatte und das Marihuana bereits viel länger als vereinbart eingelagert 

gewesen war, was ihn sehr beunruhigt haben will (vgl. Urk 5/10 S. 3). Falls 

B._____ wirklich "sehr beunruhigt" gewesen war, weil der Beschuldigte das Mari-

huana länger als angekündigt eingelagert hatte, und deshalb so weit ging, dass er 

diese Person, von welcher er "grosse Angst" hatte (vgl. Urk 5/8 S. 2) um 2 kg Ma-

rihuana "bestiehlt", so wäre zu erwarten, dass sich B._____ in freier Erzählung im 

Rahmen der Hafteinvernahme über die bisherige Lagerdauer nicht um mehr als 

die Hälfte irrte. Mit anderen Worten ist schwer verständlich, dass B._____ die La-

gerdauer, welche ihn gemäss eigenen Angaben sehr beunruhigt hatte, zuerst auf 

rund ein bis maximal zwei Monate schätzte, ehe er dann in der Stellungnahme 

seines Verteidigers die bisherige Lagerdauer auf fünf bis sechs Monate korrigier-

te. Dies gilt umso mehr, als dass B._____ selber ausführte, es sei ursprünglich 

vereinbart gewesen, das Marihuana rund einen Monat einzulagern (Urk. 5/4 S. 5 

f.). Entsprechend hätte es bei einer einmonatigen Einlagerung (gemäss der Erst-

aussage von B._____) noch gar keine Veranlassung gegeben, 2 kg Marihuana zu 

entnehmen. 

5.4.3. Zudem kommt im Rahmen der Aussageanalyse der Erstaussage, die un-

mittelbar nach einer Verhaftung erfolgt, ein besonderes Gewicht zu, da diese 

Aussage in der Regel zeitnah und frei von äusseren Einflüssen erfolgt. Gerade 

weil die Gegebenheiten noch gut erinnerlich sind, gehört eine sehr grosse Energie 

dazu, dieser "Macht der Tatsachen" zu widerstehen sowie eine davon abwei-

chende Lüge zu erfinden und glaubwürdig vorzutragen. Eine wirklich überzeu-

-   19   - 

gende Lüge ist eine ausserordentlich schwierige Aufgabe. Sie muss gut überlegt 

sein und auf Schwachpunkte sowie Widersprüche geprüft werden. Das braucht 

seine Zeit – und die hat eine aussagende Person gar nicht, wenn sie unmittelbar 

nach dem Ereignis vernommen wird. Schliesslich benötigen auch die Motive, die 

zur Lüge drängen, oftmals eine gewisse Zeit, bis sie tatsächlich bis zur Lüge 

"durchschlagen." Schon bei der Zweitaussage neigen nicht wenige einvernom-

mene Personen dazu, ihre Aussagen der Prozesslage entsprechend zu "modi-

fizieren" (Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 4. Auflage, 

N 347 ff.).  

Im Zusammenhang mit dem Aussageverhalten von B._____ fällt auf, dass dieser 

im Rahmen der polizeilichen Einvernahme noch jegliche Aussagen verweigerte 

und bei der Hafteinvernahme nur beschränkt Aussagen machte. B._____ hat erst 

im Verlauf des Verfahrens ausführlichere Aussagen getätigt, wobei diese – abge-

sehen von der erstinstanzlichen Hauptverhandlung – hauptsächlich in der Form 

von schriftlichen Stellungnahmen seines Verteidigers abgegeben wurden. Im 

Rahmen der Konfrontationseinvernahme verwies B._____ in Bezug auf die an-

gebliche Übergabe des eingelagerten Marihuanas praktisch vollumfänglich auf die 

zuvor eingereichte Stellungnahme seines Verteidigers und blieb in seinen Aussa-

gen ausserordentlich detailarm und vage. Dasselbe wortkarge Verhalten zog sich 

sodann auch wie ein roter Faden durch die Schlusseinvernahme von B._____ 

(Urk. 5/12). In Bezug auf die angebliche Übergabe des Marihuanas beschränkte 

sich B._____ grundsätzlich darauf, die Vorhalte zur Kenntnis zu nehmen bzw. 

diese "im Rahmen des abgekürzten Verfahrens" als zutreffend anzuerkennen. 

Dass B._____ gerade zu Beginn der Untersuchung vermehrt seine Aussage ver-

weigerte und erst im Laufe der Untersuchung mit mehr Details aufwartete, ist der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen entsprechend abträglich. Dies gilt umso mehr, 

als die meisten Detailangaben bis zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung aus 

der Feder seines Verteidigers stammten. 

5.4.4. Hinsichtlich der spärlichen Aussagen von B._____ bis zur erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung lässt sich überdies feststellen, dass diese praktisch keinerlei 

Realitätskriterien oder Originalität und weder spontane Empfindungen noch ir-

-   20   - 

gendwelche Komplikationen enthalten. B._____s Äusserungen erscheinen karg 

und sind kaum mit äusseren Umständen verflochten. Beispielsweise fehlen fast 

gänzlich nähere Angaben, wann, wo und wie der Beschuldigte B._____ angefragt 

haben soll, ob er bereit sei, für ein Entgelt von CHF 1'000.– das Marihuana einzu-

lagern (vgl. lediglich Prot. I. S. 29).  

Die in der schriftlichen Stellungnahme seines Verteidigers (Urk. 5/8) enthaltenen 

Realitätskriterien – wie beispielsweise betreffend der guten bzw. schlechten Zäh-

ne von "I._____" und "J._____" und der nähere Beschrieb des Transportmittels – 

vermögen den Aussagen von B._____ jedenfalls nicht mehr Gewicht zu geben. 

Da diese Realitätskriterien im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme und 

nicht im freien Bericht von B._____ erfolgten, ist eine eigentliche Glaubhaftig-

keitsbeurteilung der Aussagen grundsätzlich nicht möglich. Im Gegensatz zu einer 

mündlichen Schilderung hat die erzählende Person in einer schriftlichen Stellung-

nahme genügend Ressourcen, um die allfällige kognitive Belastung auszuglei-

chen, welche bei der mündlichen Schilderung einer nicht vorhandenen Erinnerung 

besteht. Wenn ein schriftlicher Bericht daher bunt und mit Details geschildert wird, 

kommt ihm deutlich weniger Glaubhaftigkeit zu als einer mündlichen Schilderung 

derselben Qualität. Dies gilt umso mehr, als die schriftliche Stellungnahme nicht 

von B._____, sondern von seinem amtlichen Verteidiger verfasst worden ist. Sel-

biges gilt selbstredend auch für die Vorbringen im schriftlichen Antrag auf ein ab-

gekürztes Verfahren des Verteidigers von B._____ (Urk. 5/10). 

5.4.5. Zwar machte B._____ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

erstmals ausführlichere Angaben, doch fällt in diesem Zusammenhang auf, dass 

B._____ – wenn überhaupt – nur auf entsprechende Fragen hin bereit oder in der 

Lage war, nähere Details zur Übergabe des Marihuanas zu liefern, ohne dabei 

aber spontane Ereignisse oder Nebenpunkte zu schildern. Im freien Bericht blieb 

er weiterhin sehr vage und konnte auch auf explizites Nachfragen nur bruch-

stückhaft weitere Details zum Anklagevorwurf schildern. Dies zeigt sich insbeson-

dere, als B._____ auf entsprechende Frage des Vorsitzenden, ob er noch [weite-

re] Details über die Lieferung des Marihuanas erzählen könne, welche er noch 

nicht erzählt habe, antwortete (vgl. Prot. I. S. 31 f.):  

-   21   - 

"Von der Lieferung kann ich nicht viel erzählen. Als ich kam, war der Liefer-

wagen an der D._____-Strasse … in E._____ schon parkiert. Meine Woh-

nung ist wie gesagt nur zwei Minuten vom Lager entfernt. Wie gesagt lief ich 

zu Fuss zum Lager. Da sah ich, dass der Lastwagen schon dort war. Der 

Beschuldigte und der Chauffeur waren schon vor Ort. Als ich kam, sagte mir 

der Beschuldigte, dass es nicht viel zu diskutieren gebe und das Marihuana 

abgeladen werden müsse. Der Beschuldigte hat mir erklärt, dass innerhalb 

einer Woche alles erledigt sei. Ich war selber schockiert, als ich das Ganze 

gesehen habe. Ich konnte deshalb nicht mehr sprechen. Danach gab ich 

Vollgas." 

Gerade die vorstehende Antwort auf eine ausdrückliche Frage nach mehr Details 

zum Kerngeschehen zeigt exemplarisch auf, dass die Aussagen von B._____ – 

entgegen der vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 30 S. 24) – jedenfalls nicht "le-

bendig, überzeugend sowie detailreich" bzw. "spontan und authentisch" und "we-

der eintönig noch einsilbig" sind. Das Gegenteil ist der Fall. Die Aussagen von 

B._____ hätten weitestgehend auch ohne direkten Erlebnisbezug gemacht wer-

den können. 

Dass B._____ aber durchaus in der Lage war, buntere und detailreichere Aussa-

gen zu tätigen, zeigte sich anlässlich der Konfrontationseinvernahme. Als er ge-

fragt wurde, ob das ebenfalls im Lagerraum aufgefundene Boot ihm gehöre, führ-

te er aus, dass Angeln eines seiner Hobbies sei und er auf dem …-see eine Jah-

respatent habe, um dort zu fischen. Zudem habe er beabsichtigt, dietheoretische 

Bootsprüfung zu absolvieren und habe bereits einen Termin gehabt (vgl. Urk. 5/9 

S. 17 f.). Diese spontanen, mit Details angereicherten Weiterungen sprechen für 

eine erhöhte Glaubhaftigkeit der Aussagen. Allerdings betrifft dies nur einen Ne-

benschauplatz und eben gerade nicht das entscheidende Kerngeschehen. 

5.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Glaubwürdigkeit von B._____ 

durch sein parallel laufendes Strafverfahren stark beeinträchtigt ist. Zudem belas-

ten praktisch sämtliche objektiven Beweismittel B._____ und nicht den Beschul-

digten, was vermutungsweise auch dazu geführt hat, die Verteidigungsstrategie 

entsprechend auszurichten. Ausführungen zum Tatgeschehen wurden hauptsäch-

-   22   - 

lich mit schriftlichen Stellungnahmen gemacht, während B._____ im freien Bericht 

oftmals die Aussagen verweigerte bzw. auf die schriftlichen Eingaben seines Ver-

teidigers verwies. Schliesslich erscheinen die von B._____ getätigten Aussagen in 

Bezug auf das angeklagte Geschehen teilweise als widersprüchlich sowie fast 

gänzlich detailarm und vage. 

5.6. Was die Aussagen des Beschuldigten betrifft, hat die Vorinstanz die Aus-

sagen des Beschuldigten allesamt korrekt wiedergegeben sowie überzeugend 

gewürdigt (Urk. 30 S. 14 ff.), weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden 

kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen sind lediglich als Er-

gänzung bzw. als Verdeutlichung gedacht. 

5.6.1. Erwähnenswert ist, dass auch der Beschuldigte ausführte, mit B._____ we-

gen des eingelagerten Marihuanas in telefonischem Kontakt gestanden zu haben, 

was unter anderem durch den im Rahmen der Hafteinvernahme von B._____ 

gemachten Screenshots seines Anrufverlaufs erstellt ist (vgl. Urk. 5/4 S. 12). Al-

lerdings hält der Beschuldigte inhaltlich weitgehend konstant an seiner Version 

fest, wonach B._____ nicht ihn zur Abholung des Marihuanas angehalten habe, 

sondern ihn angefragt habe, ob er während seiner Ferien im Kosovo mit einem 

Mann aus Albanien zwecks Abholung des eingelagerten Marihuanas Kontakt auf-

nehmen könne. Dass B._____ den weiter nicht involvierten Beschuldigten betref-

fend das eingelagerte Marihuana gebeten haben soll, im Rahmen seiner Ferien 

im Kosovo eine sich dort befindliche Drittperson zur Abholung des Marihuanas 

anzuhalten, scheint realitätsfremd. Dies gilt umso mehr, als der Beschuldigte aus-

führte, B._____ habe ihm zu diesem Zweck die Telefonnummer dieses Mannes 

gegeben (Urk. 5/9 letzte Seite). B._____ hätte diesen Mann wohl gleich selber 

kontaktieren können. Weshalb ein persönliches Treffen bei einem Kaffee im Ko-

sovo (vgl. Urk. 5/9 letzte Seite) hinsichtlich der anscheinend überfälligen Abho-

lung des eingelagerten Marihuanas zielführender gewesen wäre als ein einfaches 

Telefonat, ist jedenfalls nicht erkennbar.  

5.6.2. Zudem gab der Beschuldigte in Bezug auf die Frage, ob, wieso und wann 

er sich im Lagerraum aufgehalten hat, immer wieder unterschiedliche Angaben zu 

Protokoll (vgl. Urk. 30 S. 17). Ausserdem fällt auf, dass der Beschuldigte teilweise 

-   23   - 

ausführte, die Personalien der (Hinter-)Männer zu kennen, denen das eingelager-

te Marihuana gehörte, ehe er dann kurz darauf deren Personalien wieder verges-

sen hatte bzw. angab, diese gar nicht zu kennen (vgl. Urk. 30 S. 15 ff.). Das in 

diesem Zusammenhang widersprüchliche Aussageverhalten des Beschuldigten, 

welches auch anlässlich der Berufungsverhandlung keine Klärung erfuhr (Urk. 41 

S. 6 ff.), lassen seine Ausführungen unglaubhaft erscheinen. Allerdings kommt es 

gerade im Bereich der organisierten (Drogen-)Kriminalität oft vor, dass die Betei-

ligten die Namen der Hintermänner aus Angst vor Vergeltung nicht preisgeben. 

So hat denn auch B._____ im Zusammenhang mit dem eingelagerten Marihuana 

zunächst nur vom Beschuldigten gesprochen, ehe er verlauten liess, er habe aus 

Angst die beiden weiteren involvierten Männer "I._____" und "J._____" nicht er-

wähnt (Urk. 5/8 S. 2). Er habe Angst vor der albanischen Mafia (Prot. I. S. 31) und 

das eingelagerte Marihuana gehöre sicherlich einer Gruppe bzw. es stecke si-

cherlich eine solche dahinter (Prot. I. S. 23 und S. 31). 

5.6.3. Die obgenannten Widersprüche, in welche sich der Beschuldigte im Rah-

men der Untersuchung immer wieder verstrickte, legen – wie die Vorinstanz zu-

treffend ausführte – den Schluss nahe, dass der Beschuldigte wohl nicht einfach 

ein eher zufällig Beteiligter des ganzen Geschehens ist. Vielmehr ist es durchaus 

denkbar, dass der Beschuldigte irgendwelche Verstrickungen mit dem eingelager-

ten Marihuana und der Betäubungsmittelszene aufweist. Entscheidend ist jedoch 

nicht, ob es plausibel erscheint, dass der Beschuldigte irgendeine strafrechtlich 

relevante Verbindung zu dem eingelagerten Marihuana bzw. zur Betäubungsmit-

telszene aufweist, sondern welcher Art diese ist, bzw. ob es sich rechtgenügend 

erstellen lässt, dass dem Beschuldigten tatsächlich die im Anklagevorwurf ge-

schilderte Rolle zukam oder nicht. 

5.7. Angesichts der objektiven Beweismittel, welche B._____ und nicht den Be-

schuldigten belasten, der eingeschränkten Glaubwürdigkeit von B._____ sowie 

aufgrund dessen teilweise widersprüchlichen und fast gänzlich detailarmen sowie 

hauptsächlich schriftlich vorgefassten Aussagen, verbleiben mehr als nur theore-

tische Zweifel darüber, ob der Beschuldigte das Marihuana tatsächlich B._____ 

zwecks Einlagerung übergeben hat. Der Anklagevorwurf stützt sich praktisch aus-

-   24   - 

schliesslich auf die Aussagen von B._____. Aussagen im Strafverfahren müssen 

jedoch ein gewisses Mindestmass an Überzeugungskraft erreichen, um die Hypo-

these auszuschliessen, dass die Aussagen nicht realitätsbegründet sind. Diese 

Hypothese kann vorliegend nicht zuverlässig ausgeräumt werden. Die Aussagen 

von B._____ erreichen den notwendigen Überzeugungsgrad für eine strafrechtli-

che Verurteilung nicht. Wie vorstehend beschrieben, mag es durchaus sein, dass 

der Beschuldigte eine strafrechtlich relevante Verbindung zum eingelagerten Ma-

rihuana aufweist. Nicht rechtsgenügend erstellen lässt sich jedoch, dass sich das 

Geschehen entsprechend dem Anklagevorwurf ereignet hat. Es bleibt somit un-

klar, ob der Beschuldigte B._____ wirklich 107 kg Marihuana zwecks Einlagerung 

übergeben hat. Aufgrund des im Strafprozess geltenden Grundsatzes "in dubio 

pro reo" darf sich eine solche Unsicherheit nicht zu Lasten des Beschuldigten 

auswirken. 

5.8. Entsprechend ist der Beschuldigte in Anwendung des Grundsatzes in du-

bio pro reo vom Anklagevorwurf freizusprechen. 

III. Herausgabe Barschaft 

Mit Verfügung vom 17. Oktober 2017 (Urk. 8/6) beschlagnahmte die Staats-

anwaltschaft Bargeld des Beschuldigten im Umfang von CHF 1'000.–, um die Ver-

fahrenskosten, Geldstrafen, Bussen und Entschädigungen sicherzustellen 

(sog. Deckungsbeschlagnahme; Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO). Fällt der Grund für 

die Beschlagnahme weg, so hebt das Gericht die Beschlagnahme auf und händigt 

die Vermögenswerte der berechtigten Person aus (Art. 267 Abs. 1 StPO). Über 

die Rückgabe an die berechtigte Person, die Verwendung zur Kostendeckung  

oder über die Einziehung ist spätestens im Endentscheid zu befinden (Art. 267 

Abs. 3 StPO). Nachdem der Beschuldigte freizusprechen ist und sämtliche Ver-

fahrenskosten auf die Gerichtskasse zu nehmen sind (vgl. nachstehend), ist das 

beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von CHF 1'000.– dem Beschuldigten in vol-

lem Umfang herauszugeben. 

-   25   - 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Verfahrenskosten 

1.1. Nachdem der Beschuldigte heute freizusprechen ist, sind die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens vor beiden Instanzen, ein-

schliesslich der Kosten für die amtliche Verteidigung, vollumfänglich auf die Ge-

richtskasse zu nehmen (Art. 423 und 426 Abs. 1 und 2 StPO, Art. 428 Abs. 1 

StPO). 

1.2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. 

1.3. Der amtliche Verteidiger RA X._____ reichte mit Datum vom 5. November 

2018 die Honorarnote für seine Bemühungen im Berufungsverfahren ein 

(Urk. 40). Die aufgeführten Leistungen sind ausgewiesen und erscheinen ange-

messen. Damit ist der amtliche Verteidiger für seine Aufwendungen im Beru-

fungsverfahren entsprechend seiner Honorarforderung im Betrag von Fr. 4'688.50 

(inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

2. Schadenersatz 

2.1. Die Verteidigung beantragte, es sei dem Beschuldigten eine angemessene 

Entschädigung auszurichten (vgl. Urk. 32). Nach Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO steht 

dem Beschuldigten ein Anspruch auf Entschädigung der wirtschaftlichen Einbus-

sen zu, die ihm aus seiner notwendigen Beteiligung am Strafverfahren adäquat 

kausal entstanden sind.  

2.2. Der Beschuldigte ging zur Zeit der Untersuchungshaft (7. Juli 2017 – 

30. August 2017) gemäss eigenen Angaben keiner Arbeit nach. Er sei aber von 

Oktober 2016 bis Januar 2017 als Chauffeur tätig gewesen und habe bei einem 

50 %-Pensum ein Nettoeinkommen von CHF 2'200.– erzielt, ehe er mit einem er-

höhten Pensum rund CHF 3'300.– erzielt habe. In der Folge habe er die Taxi-

prüfung absolvieren wollen, sei jedoch gescheitert. Auf die Frage, wie er seinen 

Lebensunterhalt bestreite, teilte der Beschuldigte in der Untersuchung mit, dass 

seine drei Töchter bei ihm wohnten und seine Frau aktuell Geld von SUVA erhal-

-   26   - 

te. Er selbst erhalte keine Unterstützungsleistungen (vgl. Urk 5/6 S. 3; Urk. 5/11 

S. 5).  

2.3. Da der Beschuldigte zur Zeit der Untersuchungshaft vom 7. Juli 2017 bis 

zum 30. August 2017 keiner Arbeit nachging und auch sonst nicht ersichtlich ist, 

inwiefern der Beschuldigte aufgrund des Strafverfahrens einen adäquat kausalen 

wirtschaftlichen Nachteil erlitten haben soll, ist dem Beschuldigten keine Entschä-

digung für wirtschaftliche Einbussen zuzusprechen. 

3. Genugtuung 

3.1. Wird der Beschuldigte freigesprochen, so ist ihm eine Genugtuung auszu-

richten, wenn er in dem gegen ihn geführten Strafverfahren besonders schwer in 

seinen persönlichen Verhältnissen verletzt wurde (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). 

Dass ein Freiheitsentzug einen besonders schweren Eingriff in die persönlichen 

Verhältnisse darstellt und einen Genugtuungsanspruch des Betroffenen auslöst, 

geht explizit aus der genannten Gesetzesvorschrift hervor. 

3.2. Die Festlegung der Höhe der Genugtuung beruht auf richterlichem Er-

messen. Bei dessen Ausübung ist den Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung 

zu tragen. Zu berücksichtigen sind alle Umstände, auch die Schwere des vorge-

worfenen Delikts sowie die Auswirkungen der Haft auf die persönliche Situation 

des Verhafteten und die Belastung durch das Verfahren (vgl. BSK StPO-

Wehrenberg/Frank, Art. 429 N 28). Bei kürzeren Freiheitsentzügen erachtet das 

Bundesgericht CHF 200.– pro Tag als angemessene Genugtuung, sofern nicht 

aussergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine höhere oder geringere Ent-

schädigung rechtfertigen. Bei längerer Untersuchungshaft (von mehreren Mona-

ten Dauer) ist der Tagessatz in der Regel zu senken, da die erste Haftzeit beson-

ders erschwerend ins Gewicht fällt (vgl. BGer 6B_196/2014 vom 5. Juni 2014 

E. 1.2 m.w.H.). 

3.3. Mit dem vorliegenden Vorwurf wurde gegen den Beschuldigten ein 

schwerwiegender Tatverdacht erhoben. Konkret stand aufgrund der Anträge der 

Staatsanwaltschaft eine rund dreijährige Freiheitsstrafe sowie eine Landesver-

-   27   - 

weisung zur Debatte, womit sich der Beschuldigte mit einschneidenden Konse-

quenzen bedroht sah. Der Beschuldigte verbrachte die Zeit vom 7. Juli 2017 bis 

zum 30. August 2017 – mithin 54 Tage – in Untersuchungshaft. Dabei machte er 

nicht geltend, dass er durch die erlittene Haft über das übliche und jede inhaftierte 

Person treffende Mass hinaus besondere negative psychische oder physische 

Einwirkungen erlitten habe, welche erschwerend ins Gewicht fallen würden. Bei 

dieser Ausgangslage rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten für die Haftdauer ei-

ne Genugtuung von Fr. 10'900.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 

27. Februar 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

 " 1. (…) 

2. Hinsichtlich der Einfuhr der insgesamt 107 kg Marihuana in die Schweiz wird 

der Beschuldigte freigesprochen. 

3.-6. (…) 

7. Sämtliche durch die Kantonspolizei Zürich unter der Lager Nr. B02472-2017 

sichergestellten Betäubungsmittel und -utensilien werden eingezogen zwecks 

Vernichtung durch die Lagerbehörde. 

8. (…). 

9. Der amtliche Verteidiger wird für seine Bemühungen und Auslagen mit 

Fr. 9'302.90 (inkl. Fr. 678.40 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. 

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

-   28   - 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 1'980.60   Auslagen (Gutachten)  

Fr. 1'297.00   Auslagen 

Fr. 1'750.00   Auslagen Polizei 

Fr. 9'302.90   amtlicher Verteidiger 

 

 

 

 

11. (…) 

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist des Vergehens gegen das Betäubungsmittel-
gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG hinsichtlich der Übergabe 

zwecks Aufbewahrung von insgesamt 107 kg Marihuana an B._____ nicht 

schuldig und wird von diesem Vorwurf freigesprochen. 

2. Das mit Verfügung vom 17. Oktober 2017 (Urk. 8/6) beschlagnahmte Bar-

geld in der Höhe von CHF 1'000.– wird dem Beschuldigten von der Kasse 

der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstmaliges Verlangen herausgegeben. 

3. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Ge-

richtskasse genommen. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren  

Kosten betragen:  

-   29   - 

Fr. 4'688.50   amtliche Verteidigung 

5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichts-

kasse genommen. 

6. Dem Beschuldigten werden CHF 10'900.– als Genugtuung aus der Ge-

richtskasse zugesprochen. 

7. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 31 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, Postfach, 8021 Zürich 
betreffend Ziffer 1./7. des Vorabbeschlusses 

− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben 
(§ 54a Abs. 1 PolG) 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

-   30   - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 5. November 2018 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Baumgartner 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

	Urteil vom 5. November 2018
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 30 S. 47 ff.)
	1. Der Beschuldigte ist hinsichtlich der Übergabe zwecks Aufbewahrung von insgesamt 107 kg Marihuana schuldig des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG.
	2. Hinsichtlich der Einfuhr der insgesamt 107 kg Marihuana in die Schweiz wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 3. März 2016 für eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren gewährte bedingte Strafvollzug wird widerrufen.
	4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe (vgl. Dispositiv-Ziffer 3) bestraft mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon 54 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	5. Es wird der Vollzug der Freiheitsstrafe angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66abis StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.
	7. Sämtliche durch die Kantonspolizei Zürich unter der Lager Nr. B02472-2017  sichergestellten Betäubungsmittel und -utensilien werden eingezogen zwecks Vernichtung durch die Lagerbehörde.
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 17. Oktober 2017 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'000.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	9. Der amtliche Verteidiger wird für seine Bemühungen und Auslagen mit Fr. 9'302.90 (inkl. Fr. 678.40 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser diejenigen des amtlichen Verteidigers, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Na...
	12. (Mitteilungen)
	13. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	1.  Ziff. 1, 3, 4, 5, 6, 8 und 11 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.
	2.  Der Beschuldigte sei auch vom Vorwurf der Übergabe von 107 kg Marihuana zwecks Aufbewahrung freizusprechen.
	3.  Infolge vollständigem Freispruch sei selbstverständlich gar keine Strafe (kein Widerruf der früheren bedingten Strafe, keine Freiheitsstrafe und auch keine Landesverweisung) auszusprechen. Eventualiter wäre zumindest eine tiefere und mind. noch te...
	4.  Es seien sämtliche Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen und dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung für die anwaltliche Verteidigung und eine Genugtuung im Betrag von Fr. 200.-- pro Hafttag zuzusprechen sowie die mit Verfügu...
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis erhob am 23. Oktober 2017 (Datum Eingang) Anklage gegen den Beschuldigten wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Urk. 12). Die vorinstanzliche Hauptverhandlung wurde am 27. Februar 2018 du...
	1.2. Nach Erhalt der schriftlich begründeten Fassung des Urteils am 20. August 2018 (Urk. 29/2), liess der Beschuldigte die Berufungserklärung rechtzeitig innert der 20-tägigen Frist (Art. 399 Abs. 3 StPO) einreichen (Urk. 32).
	1.3. Nach Eingang der Akten wurde der Anklägerin mit Präsidialverfügung vom 13. September 2018 Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 34). Die Anklägerin verzichtete m...
	1.4. Am 5. November 2018 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten und seines amtlichen Verteidigers statt (Prot. II. S. 3 ff.).

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Nicht angefochten wurden der Freispruch wegen Einfuhr der insgesamt 107 kg Marihuana in die Schweiz (Dispositivziffer 2), der Einzug und die Vernichtung der sichergestellten Betäubungsmittel und -utensilien (Dispositivziffer 7), die Entschädigung...
	2.2. Im Übrigen steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung zur Disposition.
	II.  Sachverhalt

	1. Ausgangslage / Anklagevorwurf
	1.1. B._____ wurde verdächtigt, in C._____ ZH eine Indoor-Hanfanlage zu betreiben und mit den daraus hervorgehenden Betäubungsmitteln zu handeln, weshalb er am 5. Juli 2017 von der Kantonspolizei Zürich verhaftet wurde. Bei der Verhaftung trug B._____...
	1.2. B._____ führte dazu zusammengefasst aus, dass das im Lagerraum aufgefundene Marihuana dem Beschuldigten gehöre. Der Beschuldigte habe das Marihuana zusammen mit einer anderen Person im Lagerraum abgeliefert, wobei er (B._____) beim Entladen der W...
	1.3. Dementsprechend wird dem Beschuldigten in der vorliegenden Anklage vorgeworfen, dass er 107 abgepackte Portionen à 1 kg Marihuana zwecks Aufbewahrung in einem Raum in der Liegenschaft an der D._____-Strasse … in E._____ (nachfolgend "Lagerraum") ...
	1.4. Der Beschuldigte stellte den ihm zur Last gelegten Sachverhalt in der Untersuchung und vor Vorinstanz vollumfänglich in Abrede. Er führte zusammengefasst aus, er kenne B._____ zwar seit einigen Jahren (Urk. 5/6 S. 2), doch habe er mit dem Marihua...
	1.5. Gegen B._____ wurde am Bezirksgericht Horgen im selben Sachzusammenhang ein separates Verfahren wegen mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durchgeführt (DG1700027-F).
	1.6. Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich der dem Beschuldigten zur Last gelegte Anklagesachverhalt mit rechtsgenügender Sicherheit erstellen lässt. Die Berufungsinstanz muss sich dabei nicht mit jedem einzelnen Vorbringen des Beschuldigten auseinander...

	2. Aussagen von B._____
	2.1. Hafteinvernahme
	2.1.1. Nachdem B._____ bei der Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich vom 6. Juli 2017 (vgl. Urk. 5/2) die Aussage grundsätzlich verweigert hatte, führte er anlässlich der Hafteinvernahme durch die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 7. Juli...
	2.1.2. B._____ führte weiter aus, dass der Beschuldigte ihm ein Entgelt von CHF 1'000.– angeboten habe, damit er das Marihuana für ihn lagere. Daraufhin habe er (B._____) F._____ angefragt, ob er "im Raum" etwas lagern könne, wobei F._____ nicht gewus...
	2.2. Schriftliche Stellungnahme des Verteidigers
	2.2.1. Im Vorfeld zur Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten verfasste der amtliche Verteidiger von B._____ am 22. August 2017 eine ausführliche schriftliche Stellungnahme zu den Geschehensabläufen (Urk. 5/8). Es sei B._____ ein Anliegen, ber...
	2.2.2. In Abweichung zu den Ausführungen anlässlich der Hafteinvernahme vom 7. Juli 2017 wies der amtliche Verteidiger darauf hin, dass neben dem Beschuldigten noch weitere Personen einen Bezug zu dem in E._____ gelagerten Marihuana aufweisen würden,...
	2.2.3. Schliesslich korrigierte der amtliche Verteidiger eine frühere Aussage von B._____ dahingehend, dass die Anlieferung des Marihuanas nicht erst ca. zwei Monate vor der Verhaftung (also anfangs Mai 2017), sondern bereits ungefähr im Januar oder F...
	2.3. Konfrontationseinvernahme
	Anlässlich der Konfrontationseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 30. August 2017 (Urk. 5/9) verwies B._____ – wie angekündigt – mehrheitlich auf die schriftlich eingereichte Stellungnahme seines Verteidigers vom 22. August 2018 (Urk. 5/8) sow...
	2.4. Antrag auf abgekürztes Verfahren
	Im schriftlichen Antrag auf ein abgekürztes Verfahren vom 29. September 2017 (Urk. 5/10) führte der amtliche Verteidiger von B._____ sodann aus, B._____ habe die Indoor-Hanfanlage in C._____ ZH alleine betrieben. Hinsichtlich des im Lagerraum aufgefun...
	2.5. Schlusseinvernahme
	Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 18. Oktober 2017 blieb B._____ grundsätzlich bei seinen bisher gemachten Angaben (vgl. Urk. 5/12).
	2.6. Hauptverhandlung
	2.6.1. An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung machte B._____ auf Befragen erstmals ausführlichere Angaben zum Anklagevorwurf und bestätigte mehrheitlich seine bisherigen Aussagen. Erwähnenswert ist jedoch, dass B._____ auf entsprechende Frage auf e...
	2.6.2. Hinsichtlich des Transports des Marihuanas zum Lagerhaus führte B._____ aus, dass er vom Beschuldigten an jenem Abend angerufen und angehalten worden sei, sofort zum Lagerraum zu kommen, welcher rund drei Minuten Fussmarsch von seiner Wohnung e...
	2.6.3. Schliesslich führte B._____ aus, dass er den Beschuldigten bereits seit mehreren Jahren kenne. In der ersten Hälfte des Jahres habe er mit dem Beschuldigten mindestens drei- bis viermal in der Woche Kontakt gehabt, weil sich dieser jeweils über...

	3. Aussagen des Beschuldigten
	Was die Aussagen des Beschuldigten betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz seine Aussagen allesamt korrekt wiedergegeben hat (Urk. 30 S. 14 ff.), weshalb an dieser Stelle vollumfänglich darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO)....

	4. Objektive Beweismittel
	4.1. B._____ trug bei der Verhaftung diverse Schlüssel auf sich, wobei polizeiliche Ermittlungen zu Tage brachten, dass einer dieser Schlüssel zum Lagerraum in E._____ passte. In diesem Lagerraum konnten anlässlich einer Hausdurchsuchung zwei Paletten...
	4.2. Das Forensische Institut Zürich (FOR) wurde beauftragt, diverse Spurenasservate aus dem Lagerraum einem DNA-Vergleich mit den DNA-Profilen von B._____ und dem Beschuldigten zu unterziehen. Die DNA-Analysen ergaben jedoch an allen Spurenasservaten...
	4.3. Ausserdem wurde das FOR beauftragt, die daktyloskopischen Spuren, welche an den vakuumierten Marihuanapaketen aus dem Lagerraum in E._____ gesichert wurden, mit B._____ und dem Beschuldigten abzugleichen. Dabei konnten zumindest sieben gesicherte...
	4.4. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurden zudem Hausdurchsuchungen am Wohnort von B._____ und am Wohnort des Beschuldigten durchgeführt. Am Wohnort von B._____ am L._____-Weg … in E._____ ZH konnten dabei rund zwei Kilogramm Marihuana und w...
	4.5. Schliesslich konnte im Rahmen der Hafteinvernahme von B._____ ein Screenshot seines Mobiltelefons erstellt werden, welcher aufzeigt, dass B._____ kurz vor seiner Verhaftung noch mit dem Beschuldigten telefoniert hatte (vgl. Urk. 5/4 S. 12).

	5. Beweiswürdigung
	5.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Ausführungen zur Erstellung des Sachverhaltes korrekt wiedergegeben, worauf zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist (vgl. Urk. 32 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	5.2. Ebenso erweisen sich die Ausführungen der Vorinstanz zur allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und von B._____ als zutreffend (Urk. 30 S. 12 f.). Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit von B._____ ist der Vollständigkeit halber jedoch nochmals ...
	5.3. Im vorliegenden Verfahren belasten praktisch sämtliche objektiven Beweismittel nicht direkt den Beschuldigten, sondern deuten – wenn überhaupt – eher auf B._____ als möglichen "Eigentümer" des eingelagerten Marihuanas hin.
	5.3.1. Wie bereits erwähnt, zeigte sich B._____ geständig, in C._____ ZH eine gross angelegte Hanf-Indooranlage betrieben zu haben (vgl. Urk. 5/10). Als er in diesem Zusammenhang verhaftet wurde, konnte ein Schlüssel sichergestellt werden, welcher zum...
	5.3.2. Das im Lagerraum aufgefundene Marihuana von gesamthaft 105 kg wies einzig die daktyloskopischen Spuren von B._____ auf, hingegen keine des Beschuldigten (vgl. Urk. 6/17). Im Sinne einer Erklärung führte der Verteidiger von B._____ in seiner sch...
	5.3.3. Des Weiteren wurden im Rahmen einer Hausdurchsuchung am Wohnort von B._____ 2 kg Marihuana sowie Hilfsmittel zur Drogenverpackung und sonstige Drogenutensilien sichergestellt (Urk. 6/7), während anlässlich der Hausdurchsuchung am Wohnort des Be...
	Nachdem B._____ anlässlich der Hafteinvernahme seine Aussage in Bezug auf die sichergestellten 2 kg Marihuana noch verweigert hatte (Urk. 5/4 S. 6), erklärte er anlässlich der Konfrontationseinvernahme, die bei ihm sichergestellten 2 kg Marihuana ents...
	B._____s Ausführungen lassen in diesem Zusammenhang jegliche Realitätskriterien vermissen und betten den angeblichen Abtransport von 2 kg Marihuana vom Lagerraum zu seinem Wohnort aufgrund des noch nicht bezahlten Entgelts auch nicht in einem äusseren...
	Diesen Verdacht bekräftigen auch die weiteren Sicherstellungen am Wohnort von B._____. Ob B._____ die sichergestellten Drogenutensilien angeschafft hatte, um die erwartete – nach eigenen Angaben – erste Ernte seiner Hanf-Indooranlage in C._____ ZH ode...
	5.4. Was die weiteren Aussagen von B._____ betrifft, erweisen sich diese als teilweise widersprüchlich sowie fast gänzlich vage und detailarm.
	5.4.1. In Bezug auf die Einlagerung des Marihuanas führte B._____ aus, dass er hierfür vom Beschuldigten CHF 1'000.– angeboten bekam und er "dann" F._____ angefragt habe, ob er (B._____) im Lagerraum etwas einlagern dürfe (Urk. 5/4 S. 5). Am 5. Juli 2...
	5.4.2. Hinsichtlich der Lagerdauer des Marihuanas erweisen sich die Aussagen insoweit als inkonstant, als dass B._____ anlässlich der Hafteinvernahme im freien Bericht noch aussagte, das Marihuana sei erst seit ungefähr einem Monat bis "maximal zwei M...
	5.4.3. Zudem kommt im Rahmen der Aussageanalyse der Erstaussage, die unmittelbar nach einer Verhaftung erfolgt, ein besonderes Gewicht zu, da diese Aussage in der Regel zeitnah und frei von äusseren Einflüssen erfolgt. Gerade weil die Gegebenheiten no...
	Im Zusammenhang mit dem Aussageverhalten von B._____ fällt auf, dass dieser im Rahmen der polizeilichen Einvernahme noch jegliche Aussagen verweigerte und bei der Hafteinvernahme nur beschränkt Aussagen machte. B._____ hat erst im Verlauf des Verfahr...
	5.4.4. Hinsichtlich der spärlichen Aussagen von B._____ bis zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung lässt sich überdies feststellen, dass diese praktisch keinerlei Realitätskriterien oder Originalität und weder spontane Empfindungen noch irgendwelche K...
	Die in der schriftlichen Stellungnahme seines Verteidigers (Urk. 5/8) enthaltenen Realitätskriterien – wie beispielsweise betreffend der guten bzw. schlechten Zähne von "I._____" und "J._____" und der nähere Beschrieb des Transportmittels – vermögen d...
	5.4.5. Zwar machte B._____ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erstmals ausführlichere Angaben, doch fällt in diesem Zusammenhang auf, dass B._____ – wenn überhaupt – nur auf entsprechende Fragen hin bereit oder in der Lage war, nähere D...
	"Von der Lieferung kann ich nicht viel erzählen. Als ich kam, war der Lieferwagen an der D._____-Strasse … in E._____ schon parkiert. Meine Wohnung ist wie gesagt nur zwei Minuten vom Lager entfernt. Wie gesagt lief ich zu Fuss zum Lager. Da sah ich, ...
	Gerade die vorstehende Antwort auf eine ausdrückliche Frage nach mehr Details zum Kerngeschehen zeigt exemplarisch auf, dass die Aussagen von B._____ – entgegen der vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 30 S. 24) – jedenfalls nicht "lebendig, überzeugend ...
	Dass B._____ aber durchaus in der Lage war, buntere und detailreichere Aussagen zu tätigen, zeigte sich anlässlich der Konfrontationseinvernahme. Als er gefragt wurde, ob das ebenfalls im Lagerraum aufgefundene Boot ihm gehöre, führte er aus, dass Ang...
	5.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Glaubwürdigkeit von B._____ durch sein parallel laufendes Strafverfahren stark beeinträchtigt ist. Zudem belasten praktisch sämtliche objektiven Beweismittel B._____ und nicht den Beschuldigten, was verm...
	5.6. Was die Aussagen des Beschuldigten betrifft, hat die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten allesamt korrekt wiedergegeben sowie überzeugend gewürdigt (Urk. 30 S. 14 ff.), weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StP...
	5.6.1. Erwähnenswert ist, dass auch der Beschuldigte ausführte, mit B._____ wegen des eingelagerten Marihuanas in telefonischem Kontakt gestanden zu haben, was unter anderem durch den im Rahmen der Hafteinvernahme von B._____ gemachten Screenshots sei...
	5.6.2. Zudem gab der Beschuldigte in Bezug auf die Frage, ob, wieso und wann er sich im Lagerraum aufgehalten hat, immer wieder unterschiedliche Angaben zu Protokoll (vgl. Urk. 30 S. 17). Ausserdem fällt auf, dass der Beschuldigte teilweise ausführte,...
	5.6.3. Die obgenannten Widersprüche, in welche sich der Beschuldigte im Rahmen der Untersuchung immer wieder verstrickte, legen – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – den Schluss nahe, dass der Beschuldigte wohl nicht einfach ein eher zufällig Be...
	5.7. Angesichts der objektiven Beweismittel, welche B._____ und nicht den Beschuldigten belasten, der eingeschränkten Glaubwürdigkeit von B._____ sowie aufgrund dessen teilweise widersprüchlichen und fast gänzlich detailarmen sowie hauptsächlich schri...
	5.8. Entsprechend ist der Beschuldigte in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo vom Anklagevorwurf freizusprechen.
	III.  Herausgabe Barschaft
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Verfahrenskosten
	1.1. Nachdem der Beschuldigte heute freizusprechen ist, sind die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens vor beiden Instanzen, einschliesslich der Kosten für die amtliche Verteidigung, vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen (A...
	1.2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.
	1.3. Der amtliche Verteidiger RA X._____ reichte mit Datum vom 5. November 2018 die Honorarnote für seine Bemühungen im Berufungsverfahren ein (Urk. 40). Die aufgeführten Leistungen sind ausgewiesen und erscheinen angemessen. Damit ist der amtliche V...

	2. Schadenersatz
	2.1. Die Verteidigung beantragte, es sei dem Beschuldigten eine angemessene Entschädigung auszurichten (vgl. Urk. 32). Nach Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO steht dem Beschuldigten ein Anspruch auf Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen zu, die ihm a...
	2.2. Der Beschuldigte ging zur Zeit der Untersuchungshaft (7. Juli 2017 – 30. August 2017) gemäss eigenen Angaben keiner Arbeit nach. Er sei aber von Oktober 2016 bis Januar 2017 als Chauffeur tätig gewesen und habe bei einem 50 %-Pensum ein Nettoeink...
	2.3. Da der Beschuldigte zur Zeit der Untersuchungshaft vom 7. Juli 2017 bis zum 30. August 2017 keiner Arbeit nachging und auch sonst nicht ersichtlich ist, inwiefern der Beschuldigte aufgrund des Strafverfahrens einen adäquat kausalen wirtschaftlich...

	3. Genugtuung
	3.1. Wird der Beschuldigte freigesprochen, so ist ihm eine Genugtuung auszurichten, wenn er in dem gegen ihn geführten Strafverfahren besonders schwer in seinen persönlichen Verhältnissen verletzt wurde (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Dass ein Freiheit...
	3.2. Die Festlegung der Höhe der Genugtuung beruht auf richterlichem Ermessen. Bei dessen Ausübung ist den Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung zu tragen. Zu berücksichtigen sind alle Umstände, auch die Schwere des vorgeworfenen Delikts sowie die...
	3.3. Mit dem vorliegenden Vorwurf wurde gegen den Beschuldigten ein schwerwiegender Tatverdacht erhoben. Konkret stand aufgrund der Anträge der Staatsanwaltschaft eine rund dreijährige Freiheitsstrafe sowie eine Landesverweisung zur Debatte, womit si...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 27. Februar 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	" 1. (…)
	2. Hinsichtlich der Einfuhr der insgesamt 107 kg Marihuana in die Schweiz wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3.-6. (…)
	7. Sämtliche durch die Kantonspolizei Zürich unter der Lager Nr. B02472-2017 sichergestellten Betäubungsmittel und -utensilien werden eingezogen zwecks Vernichtung durch die Lagerbehörde.
	8. (…).
	9. Der amtliche Verteidiger wird für seine Bemühungen und Auslagen mit Fr. 9'302.90 (inkl. Fr. 678.40 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	11. (…)
	12. (Mitteilungen)
	13. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG hinsichtlich der Übergabe zwecks Aufbewahrung von insgesamt 107 kg Marihuana an B._____ nicht schuldig und wird von diesem Vorwurf ...
	2. Das mit Verfügung vom 17. Oktober 2017 (Urk. 8/6) beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von CHF 1'000.– wird dem Beschuldigten von der Kasse der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis nach Eintritt der Rechtskraft auf erstmaliges Verlangen herausgegeben.
	3. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren  Kosten betragen:
	5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Dem Beschuldigten werden CHF 10'900.– als Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	7. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 31
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, Postfach, 8021 Zürich betreffend Ziffer 1./7. des Vorabbeschlusses
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.