# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6abbafa-eaf1-57f2-a509-246637dc285a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.11.2021 UV 2021/8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-8_2021-11-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/8

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.05.2022

Entscheiddatum: 25.11.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 25.11.2021
Art. 43 Abs. 1 ATSG: Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zumindest 
gewisse Zweifel an der Richtigkeit der vom versicherungsinternen Arzt 
vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehen. Folglich kann die 
Beurteilung des versicherungsinternen Arztes nicht als alleinige Grundlage 
für die Beurteilung des Rentenanspruchs dienen. Die übrige medizinische 
Aktenlage lässt ebenfalls keine abschliessende Beurteilung des 
Rentenanspruchs zu. Der angefochtene Einspracheentscheid ist nach dem 
Gesagten in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 
ergangen, weshalb er als rechtswidrig aufzuheben und die Sache zu 
ergänzenden medizinischen Abklärungen, namentlich zur Einholung einer 
externen, polydisziplinären Expertise, an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen ist. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. November 2021, UV 
2021/8).

Entscheid vom 25. November 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; 

Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2021/8

Parteien

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A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Wehrlin, Schwanengasse 9, Postfach, 

3001 Bern,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG als Z.___ in einem Pensum 

von 90 % angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(Suva) unfallversichert, als am .___ 2018 auf einer Baustelle ein (…) auf ihn kippte 

(Suva-act. 1 und 47 ff.). Mit verschiedenen Wirbelkörper- und Rippenfrakturen sowie 

weiteren Verletzungen wurde er notfallmässig ins Kantonsspital St. Gallen (KSSG) 

gebracht, wo er mehrfach operiert und bis zum .___ 2018 hospitalisiert wurde (Suva-

act. 18; vgl. ferner Suva-act. 11, 14 und 16 f.). Aufgrund der unfallbedingten 

sensomotorisch kompletten Paraplegie sub Th11 (vgl. Suva-act. 64) folgte bis zum 10. 

Oktober 2018 ein Aufenthalt im Y.___ (vgl. Suva-act. 59). Die Suva kam für die 

Heilbehandlung sowie verschiedene Hilfsmittel auf und entrichtete Taggeldleistungen 

(vgl. Suva-act. 7 ff., 30, 54 und 56). Im Austrittsbericht des Y.___s wurde festgehalten, 

dass der Versicherte am 10. Oktober 2018 in gutem Allgemeinzustand, 

schmerzkompensiert unter Opioiden und im Rollstuhl mobilisiert nach Hause entlassen 

A.a. 

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und im Umkreis seiner Familie weiterleben werde. Zur beruflichen Zukunft wurde 

angemerkt, dass der Versicherte seine frühere Belastungsfähigkeit wohl nicht mehr 

erreichen und seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt bleiben werde. 

Seine bisherige Tätigkeit als Z.___ auf dem Bau könne er nicht mehr ausüben. Er werde 

zu seiner Familie nach C.___ zurückkehren und sich dort eine neue Arbeitsstelle 

suchen. Er stehe bereits in engem Kontakt mit seinem Bruder, der eine X.___ habe und 

sei zuversichtlich, dort gewisse Arbeiten, wie beispielsweise das Zuschneiden von 

Stoffen, ausführen zu können (vgl. Suva-act. 59 S. 9; zum Austrittsgespräch vom 

25. September 2018 vgl. Suva-act. 71-17 ff.).

 Anlässlich eines Telefonats vom 6. Dezember 2018 teilte der Versicherte der Suva 

mit, dass er zwischenzeitlich die medizinische Behandlung in D.___ aufgegleist habe. 

Die für ihn zuständige W.___ habe sich bereits mit ihm in Verbindung gesetzt. In 

nächster Zeit werde jemand vorbeikommen, um die berufliche Situation anzuschauen 

(vgl. Suva-act. 83).

A.b. 

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 133'380.-- für eine Integritätseinbusse 

von 90 % und ab dem 11. Oktober 2018 eine Hilflosenentschädigung von monatlich Fr. 

812.-- für eine Hilflosigkeit leichten Grades zu (vgl. Suva-act. 90; zur entsprechenden 

ärztlichen Beurteilung vgl. Suva-act. 65).

A.c. 

Am 23. Januar 2019 fand die erste Nachkontrolle im Y.___ statt. Im 

entsprechenden Untersuchungsbericht wurde festgehalten, dass der Versicherte seit 

dem Austritt über einen soweit stabilen gesundheitlichen Verlauf berichtet habe. Die 

Hautproblematik stellten die Schmerzen im Übergangsbereich Th11 dar, welche schon 

während der Erstrehabilitation bestanden hätten. Weiter habe der Versicherte erzählt, 

dass sein Haus in C.___ sich derzeit noch im Umbau befinde, weshalb er 

vorübergehend in einer adaptierten Wohnung lebe. Er sei aktuell in den Aktivitäten des 

täglichen Lebens sowie der Körperpflege auf die Hilfe der Ehefrau angewiesen. Zudem 

habe er noch kein umgebautes Auto, weshalb er die Wohnung noch nicht selbständig 

verlassen könne. Die Ärzte hielten weiter fest, dass die während der Erstrehabilitation 

durchgeführten AISA-Score Untersuchungen ein unterschiedliches sensibles Niveau 

(von Th5 bis Th9) gezeigt hätten. Im Rahmen der aktuellen Kontrolle habe dieses 

A.d. 

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Niveau, soweit beurteilbar, bei sub Th5 gelegen. Es sei weder eine anale Sensibilität 

noch eine willkürliche anale Kontraktion vorhanden gewesen, was der Diagnose einer 

sensomotorisch kompletten Paraplegie sub Th8 (AIS A) entspreche (vgl. Suva-act. 

117). Anlässlich der urologischen Verlaufskontrolle im Y.___ vom 26. Januar 2019 

berichtete der Versicherte über einen unauffälligen Verlauf. Die Blasenentleerung 

erfolge unproblematisch über den intermittierenden aseptischen Selbstkatheterismus 5 

x tagsüber und 1 x nachts. Zur Sicherheit werde ein Tropfenfänger bei Be­

lastungsharninkontinenz bei voller Blase verwendet. Seit dem Austritt habe sich kein 

Harnwegsinfekt eingestellt. Die Darmentleerung erfolge durch digitales Ausräumen 1 x 

täglich. Laut Untersuchungsbericht wurde mit dem Versicherten die unveränderte 

Fortsetzung des bisherigen Blasenmanagements besprochen (vgl. Suva-act. 113).

In einem Bericht vom 26. Februar 2019 hielt Dr. med. E.___, Facharzt für 

Neurochirurgie, Unfallkrankenhaus F.___, unter anderem fest, dass der Darm des 

Versicherten 1 x morgendlich durch digitales Ausräumen ohne medikamentöse 

Unterstützung entleert werde. Die Defäkationszeit werde mit 10-20 Minuten 

angegeben. Die Blase werde alle vier Stunden durch intermittierenden 

Selbstkatheterismus entleert. Der Versicherte beklage einen gürtelförmigen, 

stechenden und brennenden Schmerz, vorrangig in den Morgenstunden, wobei der 

Schmerz auf der visuellen Analogskala (VAS) mit 6 angegeben werde. Die Nacht sei 

durch den Schmerz (VAS 2) nicht gestört. Es bestehe eine vollständige Analgesie und 

Anästhesie sub Th11. Bei der Muskeleinzelprüfung finde sich eine vollständige 

Lähmung der Beine. Das Aufsitzen in den Langsitz sei nur unter Zuhilfenahme der Arme 

möglich. Es bestehe eine ausreichend gute Rumpfstabilität. Die perianale Sensibilität 

sei vollständig aufgehoben. Demnach liege eine komplette Querschnittlähmung sub 

Th11, ASI A, vor (Suva-act. 122).

A.e. 

Am 15. Mai 2019 erfolgte eine weitere Nachkontrolle im Y.___. Im 

Untersuchungsbericht vom 22. Mai 2019 hielten die untersuchenden Arztpersonen fest, 

dass der Versicherte über einen weiterhin stabilen Gesundheitsverlauf berichtet habe. 

Die Schmerzen im Übergangsbereich Th11 seien soweit unverändert geblieben, jedoch 

könne er damit etwas besser umgehen. Weiter berichteten die Ärzte, dass die 

neurologischen Defizite stationär geblieben seien. Entsprechend bestehe eine 

sensomotorisch komplette Paraplegie sub Th5 (AIS A). Hauptproblem blieben die 

A.f. 

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Schmerzen gemischten Charakters im Übergangsbereich Th11. Leider habe die 

Reduktion von Targin zu einer Zunahme der Schmerzen geführt, weshalb der 

Versicherte weiterhin morgens 20 mg und abends 30 mg genommen habe. Das 

Pregabalin sollte in der gleichen Dosis, 600 mg täglich, eingenommen werden. Im 

Rahmen der letzten Kontrolle sei eine lokale Schmerzbehandlung mit einem Gel mit 

Ketamin und Amitriptylin empfohlen worden. Laut dem Versicherten habe dieses eine 

gute Wirkung gezeigt. In den letzten Monaten habe sich eine Gewichtszunahme 

eingestellt. Aufgrund der in Folge der Paraplegie bestehenden neurologischen Defizite 

mit Verlust der Steh- und Gehfähigkeit, intermittierendem Selbstkatheterismus und 

digitalem Ausräumen bei der Stuhlentleerung sei die Tätigkeit als Z.___ nicht mehr 

zumutbar. Der Versicherte habe in den letzten Monaten ausprobiert, in der X.___ seines 

Bruders leichte Tätigkeiten auszuüben, jedoch erachte er es zum aktuellen Zeitpunkt 

noch als schwierig, eine eventuell passende Tätigkeit zu finden. Der Versicherte sei bei 

der Körperpflege sowie im Haushalt teilweise auf die Hilfe seiner Ehefrau angewiesen. 

Auch beim Transport sei er von ihr abhängig (Suva-act. 135).

In einem Telefonat vom 12. Juni 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er 

die beruflichen Massnahmen der zuständigen W.___ abgelehnt habe. Er beabsichtige, 

die Arbeit bei seinem Bruder in der X.___ aufzunehmen. Dazu brauche er keine 

Weiterbildung. Er kenne die Arbeiten, da er bereits vor dem Unfall für ein Jahr dort 

gearbeitet habe. Ein fixes Arbeitsverhältnis bestehe nicht. Bisher führe er die Arbeiten 

auf Abruf (unverbindlich) aus. Seit .___ besitze er den neuen Führerschein. Ein 

Fahrzeug für die Umrüstung habe er noch nicht gefunden. Aktuell benötige er das Geld 

für das Haus. Der Hausbau verzögere sich. Er wohne noch immer in einer 

Kleinwohnung (Suva-act. 138).

A.g. 

In einer E-Mail vom 30. September 2019 orientierte die zuständige W.___ die Suva 

über ein gleichentags durchgeführtes Gespräch mit dem Versicherten. Bezüglich der 

beruflichen Wiedereingliederung berichtete sie, dass für den Versicherten aktuell das 

Begleiten und Steuern der Baumassnahmen im Vordergrund stehe, damit diese zu 

einem raschen Abschluss kämen. Seine berufliche Wiedereingliederung möchte er 

daher erst nach Abschluss der Bauarbeiten angehen. Er plane, im Unternehmen seines 

Bruders mitzuarbeiten. Er könnte Näharbeiten und Zuschnitte übernehmen. 

Voraussichtlich werde er nicht vollschichtig tätig werden können, da er nach seinen 

A.h. 

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Angaben nur etwa vier Stunden im Rollstuhl sitzen könne. Der Versicherte warte auch 

auf die Berentung der Suva, damit er die Lage finanziell besser einschätzen könne. Der 

Rentenversicherungsträger von D.___ habe eine (…) festgestellt, jedoch käme eine 

Rentenzahlung wegen der Leistungen aus der Schweiz nicht in Frage. Bei dieser 

Sachlage seien durch die (…) keine Leistungen (…) zu erbringen (Suva-act. 155).

In einem Bericht vom 1. Oktober 2019 hielt Dr. E.___ fest, der Versicherte habe 

anlässlich einer Konsultation vom 13. September 2019 davon berichtet, dass er dank 

der Medikation mit Novamin 3 x 500 mg, Targin 2 x 20/10 und Targin 1 x 10/5 am 

Abend sowie Pregabalin 3 x 300 mg die Schmerzen auf VAS 3 reduzieren könne. Vor 

der Medikamenteneinnahme werde der Schmerz mit VAS 6-7 eingestuft. Weiter hiess 

es im Bericht, dass der Darm täglich ohne Inkontinenzzeichen entleert werde. Die Blase 

werde 4-5 x täglich durch intermittierenden Selbstkatheterismus entleert. Die 

vorhandenen Konfektionsschuhe würden Druckstellen an der linken Ferse hinterlassen. 

Der Wundgrund sei nekrotisch dunkel. Anlässlich einer Vorstellung vom 27. September 

2019 sei die Ferse nahezu abgeheilt gewesen. Der Versicherte habe in der 

Schuhsprechstunde eine entsprechende Verordnung erhalten (Suva-act. 162).

A.i. 

In einer Aktenbeurteilung vom 30. Oktober 2019 kam der versicherungsinterne Arzt 

Dr. med. G.___, Facharzt für Neurologie, zum Schluss, dass beim Versicherten seit 

dem Unfall eine sensomotorisch komplette Paraplegie sub Th11 bzw. Th8 (AIS A) und 

eine Myelopathie Höhe BWK6 und 7 bekannt seien. Bei kompletter Paraplegie mit 

neurogenen Blasenentleerungsstörungen und neuropathischen Schmerzen sei eine 

angepasste leichte sitzende Tätigkeit ganztägig mit einem 60%igen Rendement 

(entsprechend einer effektiven Leistungsfähigkeit von 5.2 Stunden täglich bei 

üblicherweise 8.4 Stunden täglicher Arbeitszeit bzw. 42 Stunden Wochenarbeitszeit) 

zumutbar. Das verminderte Rendement sei dadurch bedingt, dass Pausen notwendig 

würden (Liegen nach zwei Stunden als Dekubitusprophylaxe, Selbstkatheterismus). 

Vornübergebeugte Arbeiten oder solche mit Kollisionsbelastung der Wirbelsäule seien 

nicht ausführbar. Zu vermeiden seien auch Zug- und Druckbelastungen durch 

Schieben, Stossen oder Ziehen von Lasten. Unter den genannten Voraussetzungen sei 

eine Steigerung bis auf einen ganztägigen Einsatz möglich (Suva-act. 166).

A.j. 

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B.  

Mit Schreiben vom 14. Februar 2020 stellte die Suva die Heilkosten- und 

Taggeldleistungen mit dem 29. Februar 2020 ein. Das Taggeld werde noch bis zum 28. 

Februar 2020 ausgerichtet (vgl. Suva-act. 187).

A.k. 

Mit Verfügung vom 9. März 2020 sprach die Suva dem Versichertenmit Verweis auf 

die Aktenbeurteilung von Dr. G.___ ab dem 1. März 2020 eine monatliche 

Invalidenrente von Fr. 2'819.40 basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 58 

% zu (Suva-act. 199).

A.l. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt T. 

Wehrlin, Biel, am 22. April 2020 Einsprache und bat um die Gewährung einer Nachfrist 

zur Einreichung einer ergänzenden Einsprachebegründung (Suva-act. 218; zu weiteren 

Fristerstreckungsgesuchen vgl. Suva-act. 226 und 233).

B.a. 

Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Ausrichtung einer ganzen Rente ab dem 12. April 2019 und einer halben Rente ab dem 

1. Februar 2020 in Aussicht (vgl. Suva-act. 224).

B.b. 

Am 13. Juli 2020 fand eine weitere Untersuchung im Y.___ statt. Im 

entsprechenden Untersuchungsbericht vom 27. Juli 2020 wurde festgehalten, dass die 

neuropathischen Schmerzen im Vordergrund der Konsultation gestanden hätten. Diese 

seien zwar mit den Medikamenten relativ gut unterdrückbar, würden gegen den 

Nachmittag jedoch jeweils stark zunehmen und den Versicherten dazu zwingen, sich 

hinzulegen. Bei bereits ausgedehnter Medikation mit sowohl antineuropathischen als 

auch opioidhaltigen Medikamenten sei jedoch von einer weiteren Steigerung lieber 

abzusehen. Es seien mit dem Versicherten alternative Massnahmen thematisiert 

worden. Weiter sei auch die Wichtigkeit von Entspannungsmassnahmen und 

bestmöglicher Stressreduktion im Alltag besprochen worden. Hilfreich könnten 

allenfalls auch zusätzliche Entspannungsmassnahmen wie autogenes Training sein. 

Ebenso wäre die Fortführung eines moderaten Ausdauertrainings zur leichten 

Kreislaufaktivierung und zur positiven Schmerzbeeinflussung sinnvoll. Ein weiteres 

Problem stelle die Gewichtszunahme dar, die seit dem letzten Jahr mehr als 10 kg 

betrage. Um einer weiteren Gewichtszunahme entgegenzuwirken, sei dringend eine 

B.c. 

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leichte Kalorienrestriktion mit Erhöhung der körperlichen Aktivität angezeigt. Da es zwei 

Monate zuvor zu einer Gallenkolik gekommen sei, sei eine ambulante Cholezystektomie 

geplant (Suva-act. 231; zur urologischen Kontrolle vgl. ferner Suva-act. 234).

Mit Eingabe vom 15. September 2020 ergänzte der Versicherte seine 

Einsprachebegründung. Er machte im Wesentlichen geltend, ein ganztägiges 

Arbeitspensum, also eine Vollzeittätigkeit, sei angesichts der sensomotorisch 

kompletten Paraplegie vollkommen unrealistisch. Er benötige für die alltäglichen 

Lebensverrichtungen deutlich länger als gesunde Personen. Es werde eine 

umfassende, versicherungsexterne Begutachtung beantragt (Suva-act. 235). 

Ergänzend zu seiner Einsprache reichte der Versicherte am 26. November 2020 (vgl. 

Suva-act. 237-1) einen Bericht von Dr. med. H.___, Neurologie, vom 22. Juni 2020 ein, 

in welchem dieser festgehalten hatte, dass nach jetzigem Stand mit posttraumatischer 

Paraplegie und vegetativer Beteiligung mit Mastdarm- und 

Blasenentleerungsstörungen eine Arbeitsfähigkeit für fünf Stunden unrealistisch sei, 

weshalb eine Neubeurteilung erforderlich sei (Suva-act. 237-3). Weiter gab der 

Versicherte einen Bericht des Unfallkrankenhauses F.___ vom 11. November 2020 über 

eine Konsultation vom 27. Oktober 2020 zu den Akten. Darin war unter anderem 

festgehalten worden, dass der Versicherte über bestehende Schmerzen auf 

Lähmungshöhe, welche sich gürtelförmig über den Oberkörper legen würden, berichtet 

habe. Er nehme deswegen schon 2 x 300 mg Pregabalin ein, brauche aber morgens 

etwa eine Stunde, um aufzustehen. Aufgrund der Schmerzen erreiche der Versicherte 

höchstens eine Sitzbelastung von zwei Stunden und müsse sich danach liegend 

ausruhen. Da der Versicherte erzählt habe, dass die Probleme mit den Schmerzen eher 

tagsüber aufträten, sei besprochen worden, die Einnahme des Targins besser über den 

Tag zu verteilen. Es sei ein Versuch mit der zusätzlichen Einnahme von Novaminsulfon 

500 mg 3 x 2 vorzunehmen (Suva-act. 237-4 f.).

B.d. 

Mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2020 wies die Suva die Einsprache 

des Versicherten vom 22. April 2020 ab (Suva-act. 242).

B.e. 

In einer E-Mail vom 4. Januar 2021 (vgl. Suva-act. 246) stellte die 

Unfallversicherung von D.___ der Suva einen Verlaufsbericht des Unfallkrankenhauses 

F.___ vom 12. Dezember 2020 über eine ambulante Kontrolle vom 11. Dezember 2020 

B.f. 

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zu (vgl. Suva-act. 245), mit der Frage, ob Kostengutsprache für eine stationäre 

Rehabilitation erteilt werden könne. Im Untersuchungsbericht war unter anderem 

festgehalten worden, dass die Schmerzen auf der Lähmungshöhe, welche sich 

gürtelförmig um den Oberkörper legen würden, trotz letztmaliger Umstellung der 

Medikamente weiterhin bestehen würden. Der Versicherte nehme deswegen schon 2 x 

300 mg Pregabalin, brauche aber weiterhin morgens etwa eine Stunde, um 

aufzustehen. Er beschreibe die Schmerzen als brennend, teilweise elektrisierend. 

Weiter hatten die Ärzte festgehalten, dass der Versicherte aufgrund der Schmerzen 

höchstens eine Sitzbelastung von zwei Stunden erreiche und sich danach liegend 

ausruhen müsse, wobei ihm dies nicht jederzeit möglich sei. Eine Behandlung mit 

trizyklischen Antidepressiva oder SSRI sei noch nicht versucht worden. Die Therapie 

des nozizeptiven Schmerzes werde nun durch Duloxetin erweitert. Aufgrund der 

therapieresistenten und alltagsrelevanten nozizeptiven Schmerzen zeige sich der 

Versicherte an einer stationären Rehabilitation sehr interessiert. Es werde um die 

Prüfung einer Kostengutsprache gebeten (Suva-act. 245). Noch gleichentags 

antwortete die Suva per E-Mail, dass sie vorerst keine Kostengutsprache erteilen 

könne. Sobald sie ihre Abklärungen durchgeführt habe, werde sie die deutsche 

Unfallversicherung erneut informieren (Suva-act. 246)

In einer neurologischen Aktenbeurteilung vom 27. Januar 2021 kam PD Dr. med. 

I.___, Facharzt für Neurologie, Kompetenzzentrum Suva, zum Schluss, dass aktuell 

weder eine Verschlimmerung noch eine Dekompensation des Gesundheitszustandes 

ausgewiesen sei. Eine weitere ambulante Optimierung der medikamentösen 

Schmerzeinstellung im Sinne einer weiteren Stabilisierung des erreichten Heilzustandes 

nach Fallabschluss stehe in einem kausalen Zusammenhang zum Unfall. Die Indikation 

für einen stationären Rehabilitationsaufenthalt sei jedoch nicht gegeben, zumal die 

medikamentösen Anpassungen durch die Belastungen im Alltag überprüft werden 

sollten (Suva-act. 251). Folglich lehnte die Suva die Kostenübernahme für einen 

weiteren stationären Rehabilitationsaufenthalt mit Schreiben vom 29. Januar 2021 ab 

(vgl. Suva-act. 252 ff.).

B.g. 

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C.  

Erwägungen

1.

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig die Höhe der von 

der Beschwerdegegnerin aufgrund der Unfallfolgen zugesprochenen Invalidenrente. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2020 erhob der weiterhin 

durch Rechtsanwalt Wehrlin vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 1. Februar 2021 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der Einspracheentscheid 

vom 11. Dezember 2020 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Vornahme 

weiterer Abklärungen, namentlich zur Durchführung eines umfassenden, medizinischen 

Gutachtens, an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1 S. 2). Zusammen mit seiner Beschwerde 

reichte er einen Bericht von Dr. med. J.___, FMH médecine interne, von der Zentralen 

Ausgleichsstelle in K.___, vom 25. Januar 2019 ein, worin diese die Arbeitsunfähigkeit 

in leidensangepassten Tätigkeiten ab dem 12. April 2018 auf 100 % und ab dem 11. 

Oktober 2018 auf 70 % geschätzt hatte (vgl. act. G 1.5).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheides vom 

11. Dezember 2020 (act. G 5). Sie gab eine Beurteilung von Dr. J.___ vom 17. April 

2020 zu den Akten, wonach in einer angepassten Tätigkeit ab dem 12. April 2018 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und ab dem 30. Oktober 2019 noch eine 

40%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege (vgl. act. G 5.1).

C.b. 

In seiner Replik vom 30. August 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 11).

C.c. 

Mit Eingabe vom 21. September 2021 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf die Erstattung einer 

umfassenden Duplik (act. G 13).

C.d. 

Mit Schreiben vom 27. September 2021 reichte Rechtsanwalt Wehrlin seine 

Honorarnote über Fr. 3'290.24 ein (act. G 15 und 15.1).

C.e. 

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Das Vorliegen des medizinischen Endzustandes und die zugesprochene 

Integritätsentschädigung sind unbestritten geblieben (vgl. act. G 1).

2.

Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie infolge des 

Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, 

ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, 

die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 

E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Auch Berichte und 

Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren 

eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können beweistauglich sein. An die 

Beweiswürdigung der Beurteilungen versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen sind 

indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an deren 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 

135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. 

November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann reine 

Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 

medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 

2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1).

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3.  

Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Festlegung der Höhe der Invalidenrente in 

medizinischer Hinsicht auf die neurologische Beurteilung des versicherungsinternen 

Arztes Dr. G.___ gestützt, wonach in leidensangepassten Tätigkeiten eine 

Arbeitsfähigkeit von 60 % vorliege (ganztägiges Pensum mit vermindertem 

Rendement). Sie betont, dass auch Dr. G.___ von einer verminderten Leistungsfähigkeit 

in zeitlicher Hinsicht ausgehe und lediglich eine effektive Leistungsfähigkeit von 5.2 

Stunden täglich (aber auf den ganzen Tag verteilt) attestiere. Das 60%ige Rendement 

sei aufgrund der notwendigen Pausen (Liegen nach zwei Stunden als 

Dekubitusprophylaxe, Selbstkatheterismus) angezeigt (act. G 5 S. 3). Dr. H.___ mache 

in seinem Bericht geltend, dass eine Arbeitsfähigkeit für fünf Stunden unrealistisch sei. 

Es sei nochmals klar hervorzuheben, dass Dr. G.___ keine Erwerbsfähigkeit für fünf 

Stunden bescheinigt habe, sondern eine solche von fünf Stunden verteilt über den 

ganzen Tag. Die Einschätzung von Dr. G.___ werde auch von Dr. J.___ in ihrem Bericht 

vom 17. April 2020 geteilt. Dem zeitlichen Mehraufwand für die Blasenentleerung habe 

Dr. G.___ Rechnung getragen. Die weiteren vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Einschränkungen, wie dass er beispielsweise erst eine halbe bis eine Stunde nach der 

Einnahme von Schmerzmitteln aufstehen könne, seien erstmals mit der 

Einsprachebegründung vom 15. September 2020 vorgebracht worden. 

Bezeichnenderweise sei diese morgendliche Einschränkung denn auch erstmals in den 

Berichten des Unfallkrankenhauses F.___ vom 27. Oktober und 12. Dezember 2020 

erwähnt worden. In den früheren Berichten des Unfallkrankenhauses komme dieser 

Umstand nicht zur Sprache. Auch in den Berichten des Y.___s sei dieser Umstand 

nicht erwähnt worden. Anlässlich der Jahreskontrolle vom 13. Juli 2020 habe der 

Beschwerdeführer angegeben, es gehe ihm eigentlich ganz ordentlich. Die Schmerzen 

seien zwar ein grosses Problem, den Morgen hindurch gehe es jedoch ganz gut, gegen 

den Nachmittag würden die Schmerzen wieder sehr stark werden. Dem aktuellsten 

Bericht des Unfallkrankenhauses F.___ sei sodann zu entnehmen, dass die zusätzliche 

Medikation mit Duloxetin zu einer hinreichenden Verringerung der neuropathischen 

Schmerzen geführt habe (vgl. act. G 5 S. 4).

3.1. 

Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass die neurologische Be­

urteilung von Dr. G.___ nicht einleuchte und nicht nachvollziehbar begründet sei. Es sei 

notorisch, dass Paraplegiker für die alltäglichen Lebensverrichtungen wesentlich mehr 

Zeit benötigen würden als gesunde Personen, was sich bei ihm unter anderem in der 

zugesprochenen Hilflosenentschädigung zeige. Er leide an neuropathischen 

Schmerzen, die ihn einschränkten. Aufgrund der starken Schmerzen könne er erst ca. 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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eine halbe bis eine Stunde nach der Einnahme von hochdosierten Schmerzmitteln 

aufstehen. Danach benötige er für die tägliche, manuelle Darmentleerung zwischen 20 

Minuten und einer Stunde. Die anschliessende Körperpflege daure ca. 30 Minuten. Um 

sich anzuziehen, müsse er sich erneut ins Bett begeben, da er diese Verrichtung nur 

liegend vornehmen könne. Bereits sein morgendlicher Zeitaufwand für das Aufstehen, 

das Verrichten der Notdurft, die Körperpflege und das Anziehen mache deutlich, dass 

ihm eine ganztägige Arbeitstätigkeit nicht zuzumuten sei. Ein Arbeitsbeginn vor 9.30 

Uhr oder 10.00 Uhr sei vollkommen unrealistisch. Aufgrund dieser Umstände sei eine 

ganztägige Arbeitstätigkeit, die bei Paraplegikern ohnehin eine Ausnahme darstelle, bei 

ihm nicht denkbar. Dr. G.___ habe nicht nachvollziehbar begründet, weshalb eine 

ganztätige Präsenz am Arbeitsplatz zumutbar sein solle (vgl. act. G 1 S. 4 f.). Des 

Weiteren sei Dr. J.___ in ihrer Stellungnahme zuhanden der IV-Stelle vom 25. Januar 

2019 noch von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten 

ausgegangen und habe insbesondere auf die Schmerzmedikation mit Opiaten 

hingewiesen, welche die Arbeitsfähigkeit einschränke (vgl. act. G 1 S. 6). In ihrer 

Beurteilung vom 17. April 2020 habe sie ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit dann 

zwar derjenigen von Dr. G.___ angeglichen, wohl aber um auf denselben 

Invaliditätsgrad wie die Beschwerdegegnerin zu gelangen. Es lägen keine objektiven 

Gründe wie eine Verbesserung des Gesundheitszustandes vor, mit der sich eine 

derartige Änderung ihrer Einschätzung erklären liesse. Bei ihrer eigenständigen 

Beurteilung sei Dr. J.___ zu einer Einschätzung gelangt, die stark von derjenigen von 

Dr. G.___ abweiche (vgl. act. G 11 S. 3). Schliesslich habe auch Dr. H.___ in seinem 

Bericht vom 22. Juni 2020 darauf hingewiesen, dass eine Arbeitsfähigkeit von fünf 

Stunden pro Tag unrealistisch sei (act. G 1 S. 6). Nachdem bereits bei geringen 

Zweifeln an einer versicherungsinternen Beurteilung nicht auf diese abgestellt werden 

dürfe, seien weitere Abklärungen angezeigt, zumal sich die Beschwerdegegnerin 

ohnehin nicht mit einer neurologischen Beurteilung hätte begnügen dürfen. Eine 

Querschnittlähmung betreffe verschiedene Fachgebiete. Ausserdem bestünden 

zunehmend Schulterbeschwerden. Für die Beurteilung seiner Erwerbsfähigkeit sei 

daher auch eine orthopädische Beurteilung zwingend erforderlich (act. G 11 S. 3 f.).

Aus dem Austrittsbericht des Y.___s vom 9. Oktober 2018 geht hervor, dass die 

neuropathischen Schmerzen bereits im Rahmen der Erstrehabilitation ein grosses 

Thema gewesen seien. So heisst es im Bericht, dass bei zunehmenden Schmerzen am 

21. Juni 2018 eine Röntgenuntersuchung der LWS unter Funktion durchgeführt worden 

sei, wobei sich identische Stellungsverhältnisse und eine identische Materiallage 

gezeigt hätten. Anzeichen für eine segmentale Instabilität oder eine 

Materialverschiebung hätten nicht vorgelegen. Klinisch habe der Beschwerdeführer 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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den Schmerzpunkt paravertebral rechts mehr als links beklagt. Zusätzlich sei rechts ein 

Schwitzen beobachtet worden. Die Schmerzen seien einerseits als muskuloskelettal 

und andererseits als nozizeptiv interpretiert worden. Arcoxia 30 mg sei verordnet 

worden. Diese Medikation habe aber keine genügende Wirkung gezeigt, sodass eine 

Facettengelenksinfiltration durchgeführt worden und eine TENS-Therapie an der 

Übergangszone etabliert worden sei. Anlässlich einer Verlaufskontrolle betreffend 

Schmerzen vom 16. Juli 2018 sei eine MRT-Untersuchung der gesamten Wirbelsäule 

durchgeführt worden, wobei sich eine spindelförmige gliotische Myelopathie mit einer 

Ausdehnung hinter BWK6 und 7 gezeigt habe. Ausserdem habe man eine 

linksparamedian betonte Diskushernie LWK5/SWK1 mit Pelottierung des Rezessus S1 

beidseits links etwas mehr als rechts mit einer möglichen Affektion der Wurzeln 

beidseits entdeckt. Auch sei eine Protrusion mit Anulus fibrosus Einriss LWK4/5 ohne 

komprimierenden Effekt sichtbar gewesen. Bei Abnahme der Wirkung der Infiltration sei 

die Schmerzmedikation angepasst worden. Die Opioid-Therapie mittels Targin sei auf 

50 mg pro Tag erhöht worden. Die subjektiv beste und eine zufriedenstellende Wirkung 

habe Rivotril gezeigt, sodass der Beschwerdeführer in schmerzkompensiertem 

Zustand habe entlassen werden können (vgl. Suva-act. 59-8). Im Rahmen der ersten 

Nachkontrolle im Y.___ vom 23. Januar 2019 hat der Beschwerdeführer die Schmerzen 

im Übergangsbereich Th11, die schon während der Erstrehabilitation bestanden haben, 

erneut als Hauptproblematik genannt. Dennoch ist eine Reduktion des Targin in den 

Abendstunden bei Beibehalten von Pregabalin 600 mg besprochen worden (vgl. Suva-

act. 117). Anlässlich einer Verlaufskontrolle im Unfallkrankenhaus F.___ vom 25. 

Februar 2019 hat der Beschwerdeführer einen gürtelförmigen, stechenden und 

brennenden Schmerz vorrangig in den Morgenstunden beschrieben (vgl. Suva-act. 

122-3). Im Bericht zur Kontrolle im Y.___ vom 15. Mai 2019 ist festgehalten worden, 

dass die Reduktion von Targin leider zu einer Zunahme der Schmerzen geführt habe, 

weshalb der Beschwerdeführer weiterhin morgens 20 mg und abends 30 mg 

eingenommen habe. Das Pregabalin solle ebenfalls weiterhin in der Dosis von 600 mg 

täglich eingenommen werden. Im Rahmen der letzten Kontrolle sei noch eine lokale 

Schmerzbehandlung mit einem Gel empfohlen worden, die eine gute Wirkung gezeigt 

habe (Suva-act. 135). Anlässlich einer Konsultation im Unfallkrankenhaus F.___ vom 13. 

September 2019 hat der Beschwerdeführer berichtet, dass er unter der Medikation mit 

Novamin 3 x 500 mg, Targin 2 x 20/10 und Targin 1 x 10/5 am Abend sowie Pregabalin 

3 x 300 mg die Schmerzen VAS 3 reduzieren könne, während der Schmerz vor der 

Tabletteneinnahme mit VAS 6-7 eingestuft werde (Suva-act. 162). Es ist 

gerichtsnotorisch, dass zwischen der Einnahme und dem Eintritt der Wirkung einer 

Medikation eine gewisse Zeitspanne liegt. Folglich ist es nachvollziehbar, dass der 

Beschwerdeführer, der glaubhaft auf die schmerzlindernde Wirkung der Medikation 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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angewiesen ist, morgens mehr Zeit als gesunde Personen benötigt, um aufstehen zu 

können (vgl. act. G 1 S. 4). Dies passt auch zu den Angaben im Bericht des 

Unfallkrankenhauses vom 26. Februar 2019, wonach die Schmerzen besonders 

morgens schlimm seien (vgl. Suva-act. 122-3). Die morgendlichen Schmerzprobleme 

sind also entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. dazu act. G 5 S. 4) nicht 

erstmals in den Berichten des Unfallkrankenhauses F.___ vom Herbst bzw. Winter 2020 

(Suva-act. 237-4 f. und 244-2 f.) dokumentiert worden. Zwar hat der Beschwerdeführer 

anlässlich einer Kontrolle im Y.___ vom 13. Juli 2020 angegeben, die Schmerzen seien 

mit den Medikamenten relativ gut unterdrückbar, jedoch würden sie gegen den 

Nachmittag stark zunehmen (vgl. Suva-act. 231). Eine gewisse Schmerzbelastung am 

Morgen bis zum Eintritt der Wirksamkeit der Medikamente schliesst eine 

Schmerzzunahme am Nachmittag aber nicht aus (vgl. dazu auch die Erklärung des 

Beschwerdeführers in der Replik; act. G 11 S. 3). Dr. G.___ scheint in seiner 

Aktenbeurteilung vom 30. Oktober 2019 die neuropathischen Schmerzen zwar bedacht 

zu haben. Auch hat er die Medikation, die der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt 

eingenommen hat, detailliert aufgeführt. Gleichwohl hat Dr. G.___ nicht überzeugend 

erklärt, inwiefern er die Schmerzen bei der Festlegung der zeitlichen Belastbarkeit des 

Beschwerdeführers berücksichtigt hat. Die Einschränkung des Rendements hat er in 

erster Linie mit dem Selbstkatheterismus sowie einer Dekubitusprophylaxe, die 

vermehrte Pausen erfordern würden, erklärt. Weshalb die Schmerzen zu keiner 

Verlangsamung bei der Arbeit führen oder keine zusätzliche Pausen erfordern, geht aus 

der Aktenbeurteilung nicht schlüssig hervor (vgl. Suva-act. 166). Auch ist dem 

Beschwerdeführer darin zuzustimmen (vgl. act. G 1 S. 6), dass sich Dr. G.___ mit 

allfälligen Nebenwirkungen der Medikamente in seiner Aktenbeurteilung nicht fundiert 

auseinandergesetzt hat (vgl. Suva-act. 166). Immerhin hat der Beschwerdeführer laut 

Bericht des Y.___s vom 27. Juli 2020 damals eine bereits derart ausgedehnte 

Medikation eingenommen, dass man von einer Steigerung derselben hat absehen 

wollen (vgl. Suva-act. 231).

Aus der Aktenbeurteilung von Dr. G.___ geht auch nicht schlüssig hervor, weshalb 

es dem Beschwerdeführer trotz der zusätzlichen Belastungen im Alltag und der 

Hilfestellungen, auf die er angewiesen ist, möglich sein soll, den ganzen Tag bei der 

Arbeit anwesend zu sein. Zwar werden dem Beschwerdeführer von Dr. G.___ Pausen 

zum Liegen und für den Selbstkatheterismus zugestanden, jedoch scheint Dr. G.___ 

von einer ganztägigen Anwesenheit am bzw. um den Arbeitsplatz auszugehen (vgl. 

Suva-act. 166). Die Ausführungen des Beschwerdeführers zum erhöhten Zeitaufwand 

in den Morgenstunden (vgl. dazu namentlich act. G 1 S. 4 f.) mögen zwar nicht absolut 

konsistent sein (vgl. dazu den Bericht von Dr. E.___ vom 26. Februar 2019, worin die 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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4.  

Defäkationszeit mit 10-20 Minuten angegeben worden ist; Suva-act. 122-3), lassen 

aber zumindest gewisse Zweifel daran aufkommen, ob ihm die von Dr. G.___ 

zugemutete ganztägige Präsenz am oder um den Arbeitsplatz möglich ist, zumal er 

namentlich aufgrund der Transfers zwischen Rollstuhl und Auto auch für den 

Arbeitsweg länger als andere Arbeitnehmende brauchen wird. Bei einer reduzierten 

Anwesenheit ist auch die attestierte Leistungsfähigkeit von 5.2 Stunden pro Tag in 

Frage gestellt. Dies gilt umso mehr, da auch Dr. H.___ eine Arbeitsfähigkeit für fünf 

Stunden aufgrund der posttraumatischen Paraplegie und der vegetativen Beteiligung 

mit Mastdarm- und Blasenentleerungsstörungen als unrealistisch eingestuft hat (Suva-

act. 237-3). Dr. J.___ scheint in ihrer Beurteilung vom 17. April 2020 die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G.___ relativ unkritisch übernommen zu haben (vgl. 

act. G 5.1), während sie in ihrer Beurteilung vom 25. Januar 2019 noch von einer 

70%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist (vgl. act. G 1.5). Inwiefern sich die 

gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers zwischen Januar 2019 und April 

2020 derart verbessert haben sollte, kann aufgrund der Aktenlage nicht schlüssig 

nachvollzogen werden.

Schliesslich ist im vorliegenden Fall, in dem es neben den neurologischen 

Einschränkungen auch eine komplexe Schmerzproblematik sowie orthopädische 

Leiden zu beurteilen gilt, eine polydisziplinäre Betrachtungsweise angezeigt. Eine rein 

neurologische Beurteilung erscheint nicht als ausreichend.

3.5. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zumindest gewisse Zweifel an der 

Richtigkeit der von Dr. G.___ vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehen. 

Folglich kann die Beurteilung von Dr. G.___ nicht als alleinige Grundlage für die 

Beurteilung des Rentenanspruchs dienen. Die übrige medizinische Aktenlage lässt 

ebenfalls keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs zu. Der 

angefochtene Einspracheentscheid ist nach dem Gesagten in Verletzung der 

Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) ergangen, weshalb er als 

rechtswidrig aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung, namentlich zur 

Einholung einer externen, polydisziplinären Expertise, an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist.

3.6. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die 

Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 3'300.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

bezahlen.

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).4.2. bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung 

der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 235 E. 6.2). 

Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der vorliegend zu 

beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf die eingereichte Kostennote (vgl. 

act. G 15.1) sowie unter Berücksichtigung des seitens des Beschwerdeführers 

getätigten, gerechtfertigten Aufwandes, eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 

3'300.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

4.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.11.2021
	Art. 43 Abs. 1 ATSG: Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zumindest gewisse Zweifel an der Richtigkeit der vom versicherungsinternen Arzt vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehen. Folglich kann die Beurteilung des versicherungsinternen Arztes nicht als alleinige Grundlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs dienen. Die übrige medizinische Aktenlage lässt ebenfalls keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs zu. Der angefochtene Einspracheentscheid ist nach dem Gesagten in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen, weshalb er als rechtswidrig aufzuheben und die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen, namentlich zur Einholung einer externen, polydisziplinären Expertise, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. November 2021, UV 2021/8).

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		2025-07-19T02:15:07+0200
	"9001 St.Gallen"
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