# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c995f76-f75f-526f-b446-7f7c6eb89b40
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2025 E-5484/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5484-2025_2025-09-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5484/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli,     

Gerichtsschreiberin Flavia Mark. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Hayriye Kamile Öncel Yigit,  

(…)  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 20. Juni 2025. 

 

 

 

E-5484/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 5. September 2022 in der Schweiz 

um Asyl nach. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesent-

lichen geltend, er habe sich seit dem Jahr (…) für die HDP engagiert, ohne 

jedoch formelles Mitglied der Partei gewesen zu sein. Zudem habe er wäh-

rend seiner Studienzeit an mehreren Demonstrationen teilgenommen be-

ziehungsweise solche organisiert, weshalb er für (…) Monate von der Uni-

versität ausgeschlossen worden sei. Im Jahr (…) sei sodann ein Strafver-

fahren gegen ihn wegen der Teilnahme an einer illegalen Demonstration 

eröffnet worden und er sei zu fünf Monaten Haft verurteilt worden, wobei 

die Strafe im Rahmen eines HAGB-Verfahrens mit einer Probezeit von fünf 

Jahren aufgeschoben worden sei. In einem weiteren Verfahren betreffend 

Propaganda für eine Terrororganisation sei er freigesprochen worden. Dar-

über hinaus sei er im (…) 2022 bei einer Identitätskontrolle eine halbe 

Stunde von der Polizei festgehalten worden, woraufhin die Beamten seinen 

Vater aufgesucht und ihn gewarnt hätten, seinem Sohn würde eine Inhaf-

tierung drohen. Zwei Monate später habe der Beschwerdeführer schliess-

lich an einer Newroz-Kundgebung teilgenommen. Als diese durch Tränen-

gas aufgelöst worden sei, sei er geflohen und von mehreren Personen, die 

aus einem Auto ausgestiegen seien, geschlagen worden.  

A.b Mit Verfügung vom 4. Oktober 2024 verneinte die Vorinstanz die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen aus, das politische Engagement 

des Beschwerdeführers habe sich darauf beschränkt, die HDP zu unter-

stützen und an Newroz-Feierlichkeiten teilzunehmen, weshalb er über kein 

einschlägiges politisches Profil verfüge. Zudem sei denn auch kein Mitglied 

seiner Familie politisch engagiert gewesen. Darüber hinaus seien auch 

seine vorgebrachten Schwierigkeiten mit der Polizei als nicht derart inten-

siv zu bewerten, als dass ihnen Asylrelevanz zukäme. So hätten diese ihn 

denn auch nicht daran gehindert, sein Studium abzuschliessen und ver-

schiedenen beruflichen Tätigkeiten nachzugehen. Betreffend die gegen ihn 

eingeleiteten Strafverfahren hielt das SEM schliesslich fest, das Verfahren 

wegen der Teilnahme an einer illegalen Demonstration sei abgeschlossen 

und würde selbst bei Aufhebung der Bewährungsstrafe nicht zu einer In-

haftierung oder der Gefahr von Misshandlungen führen; das Verfahren be-

treffend Terrorpropaganda habe sodann mit seinem Freispruch geendet.  

E-5484/2025 

Seite 3 

A.c Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil E-6979/2024 vom 20. März 2025 ab. Zur Be-

gründung verwies es im Wesentlichen auf die vorinstanzliche Verfügung 

und bestätigte, der Beschwerdeführer verfüge über kein einschlägiges po-

litisches Profil, welches für die türkischen Behörden von Interesse wäre, 

zumal sein politisches Engagement grösstenteils auf seine Studienzeit zwi-

schen den Jahren (…) und (…) zurückgehe und seine Familie in keinerlei 

politische Aktivitäten verwickelt sei. Dass er anlässlich einer Identitätskon-

trolle eine halbe Stunde lang festgehalten worden und nach einer Newroz-

Kundgebung misshandelt worden sei, ohne dabei jedoch persönlich ins Vi-

sier genommen worden zu sein, erreiche zudem nicht die Intensität, wel-

ches zur Bejahung einer begründeten Furcht vor Verfolgung nötig wäre. 

Diese Probleme hätten den Beschwerdeführer denn auch nicht gehindert, 

sein Studium abzuschliessen und mehreren Arbeitstätigkeiten nachzuge-

hen. Im Übrigen gäbe es auch unter Berücksichtigung der beiden gegen 

den Beschwerdeführer eingeleiteten Strafverfahren keinen Grund zur An-

nahme, dass er Gefahr laufen würde, bei einer Rückkehr in der Türkei in-

haftiert oder Zwangsmassnahmen ausgesetzt zu werden.  

B.  

Am 1. April 2025 reichte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz eine als 

«Wiedererwägungsgesuch» bezeichnete Eingabe ein. Zur Begründung 

brachte er im Wesentlichen vor, es würden neue Dokumente und Berichte 

vorliegen, die eine systematische Verschärfung der Verfolgung von kurdi-

schen Aktivisten und Politikern belegen würden. Ferner sei ein Haftbefehl 

in Bezug auf ein gegen ihn hängiges Ermittlungsverfahren wegen Präsi-

dentenbeleidigung erlassen worden. Schliesslich würden einige seiner Stu-

dienkollegen regelmässig zu seiner Person befragt und seine Familie 

würde bedroht werden. Er verwies auf zahlreiche Urteile des Bundesver-

waltungsgerichts und Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, 

welche seine Gefährdung belegen würden.  

Der Beschwerdeführer reichte im Wesentlichen die folgenden Beweismittel 

zu den Akten:  

- Referenzschreiben eines Freundes vom (…) 2025, wonach dieser der Ansicht 

sei, der Beschwerdeführer sei bei einer Rückkehr in die Türkei sowohl auf-

grund seiner politischen Aktivitäten als auch aufgrund seiner Identität ernsthaft 

gefährdet    

- ein Schreiben seines türkischen Rechtsanwaltes vom (…) 2025, wonach der 

Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in die Türkei mit einer langen 

E-5484/2025 

Seite 4 

Untersuchungshaft und aufgrund der gegen ihn vorliegenden Beweise mit ei-

ner Verurteilung rechnen müsse  

- türkische Justizdokumente betreffend das angeblich gegen ihn eröffnete Er-

mittlungsverfahren wegen Präsidentenbeleidigung (Untersuchungs-Nr. […])  

C.  

Mit Verfügung vom 20. Juni 2025 – eröffnet am 23. Juni 2025 – qualifizierte 

die Vorinstanz die Eingabe vom 1. April 2025 als Mehrfachgesuch, stellte 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und 

lehnte das Gesuch ab. Gleichzeitig verfügte sie die Wegweisung des Be-

schwerdeführers aus der Schweiz, forderte ihn auf, die Schweiz am Tag 

nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen und ordnete den Vollzug der 

Wegweisung an; den zuständigen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug 

der Wegweisung. Schliesslich erhob sie eine Gebühr von Fr. 600.–.  

D.  

Mit Eingabe vom 23. Juli 2025 liess der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben. 

Er beantragte, der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und ihm sei 

unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren, eventua-

liter sei festzustellen, der Vollzug der Wegweisung in die Türkei sei unzu-

lässig, unzumutbar und unmöglich, subeventualiter sei die Sache zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Bestellung 

der Unterzeichnenden als unentgeltliche Rechtsbeiständin.  

E.  

Die zuständige Instruktionsrichterin bestätigte am 25. Juli 2025 den Ein-

gang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer könne den 

Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. August 2025 wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands ab und forderte den Be-

schwerdeführer auf, bis zum 8. September 2025 einen Kostenvorschuss 

von Fr. 2’000.– zu leisten, unter Androhung des Nichteintretens im Unter-

lassungsfall. Der eingeforderte Kostenvorschuss ging am 3. September 

2025 beim Gericht ein.  

E-5484/2025 

Seite 5 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch hier – end-

gültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).   

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist nach der 

fristgerechten Bezahlung des Kostenvorschusses einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-

ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung fest, beim von Be-

schwerdeführer als Haftbefehl bezeichneten Dokument handle es sich ent-

gegen seinen Ausführungen lediglich um einen Antrag auf Ausstellung ei-

nes Vorführbefehls, dessen Zweck es sei, ihn einzuvernehmen und danach 

wieder freizulassen, während sich ein Haftbefehl nicht bei den Akten be-

finde. Ferner würden die eingereichten türkischen Justizdokumente über 

keinerlei (verifizierbare) Sicherheitsmerkmale verfügen, weshalb sie sich 

sehr einfach fälschen liessen. Es sei im Zusammenhang mit solchen Do-

kumenten mittlerweile denn auch öffentlich bekannt, dass sie in der Türkei 

problemlos gegen Entgelt beschafft werden könnten. Die Frage, ob es sich 

um echte Verfahrensdokumente handle, könne letztlich jedoch offenblei-

ben, da das vorgebrachte Strafverfahren ohnehin keine flüchtlingsrechtli-

che Relevanz aufweise. Der Beschwerdeführer sei strafrechtlich nicht vor-

belastet und weise kein relevantes politisches Profil auf, weshalb keine 

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Seite 6 

beachtliche Wahrscheinlichkeit bestehe, dass er zu einer unbedingten Frei-

heitsstrafe verurteilt würde. Zwar sei er am (…) 2023 zu einer Freiheits-

strafe von fünf Monaten mit Aufschub der Urteilsverkündung verurteilt wor-

den, wobei die Bewährungszeit auf fünf Jahre festgesetzt worden sei. Die 

blosse Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens habe aber keinen Einfluss 

auf dieses Urteil. Es müsse zudem darauf hingewiesen werden, dass sich 

das neu eröffnete Strafverfahren noch in der Ermittlungsphase befinde und 

es völlig offen sei, ob es überhaupt zur Anklageerhebung komme oder ob 

das Verfahren wieder eingestellt werde. Darüber hinaus würden auch keine 

Hinweise auf eine in absehbarer Zeit drohende Untersuchungshaft vorlie-

gen. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die 

Beiträge in den sozialen Medien, auf welche sich das Strafverfahren be-

ziehe, erst nach seinem negativen Asylentscheid in der Schweiz geteilt 

habe, was dafürspreche, dass er das in der Türkei gegen ihn hängige Straf-

verfahren mit hoher Wahrscheinlichkeit bewusst eingeleitet habe oder 

habe einleiten lassen, um subjektive Nachfluchtgründe zu schaffen, wobei 

eine solche Vorgehensweise als rechtsmissbräuchlich zu bewerten sei. 

Dem Beschwerdeführer sei es somit nicht gelungen aufzuzeigen, dass ihm 

bei einer Rückkehr in die Türkei wegen diesen Umständen mit erheblicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarerer Zukunft eine flüchtlingsrechtlich 

relevante Verfolgung drohen würde. Auch das Referenzschreiben seines 

Freundes, das als reines Gefälligkeitsschreiben zu bewerten sei, sowie das 

Schreiben seines Anwaltes, welches im Wesentlichen die Argumente des 

Gesuchs bestätige, würden nicht zu einer anderen Bewertung der Sach-

lage führen. Im Übrigen würden auch die eingereichten Links und Verweise 

zu Berichten zur Menschenrechtslage für kurdische Aktivisten und Regie-

rungskritiker in der Türkei sowie die erwähnten Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts und des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 

keine begründete Furcht vor Verfolgung zu belegen vermögen.  

4.2 In der Beschwerdeschrift entgegnet der Beschwerdeführer im Wesent-

lichen, er habe sein Asylvorbringen in sich kohärent, plausibel und mit der 

bekannten Lage im Herkunftsland vereinbar geschildert. Zudem würden 

seine Vorbringen durch objektive Beweismittel und aktuelle Berichte inter-

nationaler Organisationen gestützt. Ferner müsse berücksichtigt werden, 

dass er sein Gesuch in einem gesundheitlich belasteten Zustand und ohne 

anwaltliche Unterstützung eingereicht habe. Der vorgelegte Haftbefehl im 

Verfahren wegen Präsidentenbeleidigung erfülle sodann sämtliche Merk-

male eines authentischen amtlichen Dokuments der türkischen Justiz und 

es bestünden keine konkreten Anhaltspunkte, die auf eine Fälschung oder 

inhaltliche Unstimmigkeit des Dokuments hindeuten würden. Der 

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Seite 7 

Haftbefehl sei denn auch entgegen den Ausführungen der Vorinstanz als 

erstzunehmendes Gefährdungsmerkmal zu werten, zumal der Beschwer-

deführer im Falle einer Rückkehr in die Türkei mit einer sofortigen Fest-

nahme rechnen müsse. Die gegenteilige Einschätzung des SEM verkenne 

die Realität politischer Verfolgung in autoritären Staaten wie der Türkei in 

mehrfacher Hinsicht. Es sei nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer 

eine herausgehobene Stellung innerhalb einer politischen Organisation in-

negehabt habe, sondern ob seine Handlungen und Äusserungen vom 

Staat als oppositionell interpretiert und entsprechend sanktioniert würden, 

was vorliegend der Fall sei. Zudem habe der Beschwerdeführer dargelegt, 

dass seine Familie nach seiner Ausreise mehrfach von staatlichen Stellen 

aufgesucht worden sei, wobei diese Nachforschungen nicht als neutrale 

Verwaltungsakte zu werten seien, sondern im repressiven Kontext der Tür-

kei als gezielte Einschüchterung interpretiert werden müssen. So habe das 

Bundesverwaltungsgericht denn auch in ständiger Rechtsprechung aner-

kannt, dass auch indirekte Verfolgung über Angehörige asylrechtlich rele-

vant sein können. Schliesslich drohe dem Beschwerdeführer bei einer 

Rückkehr in die Türkei nicht nur eine neue Strafverfolgung, sondern auch 

die Vollstreckung der früheren Freiheitsstrafe, wobei die Kombination bei-

der Verfahren das Risiko einer tatsächlichen Inhaftierung und menschen-

rechtswidrigen Behandlung in erheblichem Masse erhöhe. Im Übrigen 

habe sich der Beschwerdeführer öffentlich und wiederholt regierungskri-

tisch geäussert, unter anderem durch seinen Asylantrag, die Offenlegung 

sensibler Informationen sowie durch die Beteiligung an politischen Veran-

staltungen im Exil. Es sei allgemein dokumentiert, dass die Türkei exilpoli-

tisches Verhalten überwache und sanktioniere, wobei bereits die Einrei-

chung eines Asylgesuchs häufig als illoyaler Akt wahrgenommen werde, 

was bei einer Rückkehr ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen könne.  

5.   

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).   

E-5484/2025 

Seite 8 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

6.   

6.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist. Auf die Ar-

gumente der Vorinstanz kann – mit den nachfolgenden Ergänzungen – ver-

wiesen werden. Wie sogleich zu zeigen sein wird, vermögen die Einwände 

in der Beschwerdeschrift zu keiner anderen Einschätzung zu führen.  

6.2 Den eingereichten Beweismitteln zufolge ist gegen den Beschwerde-

führer ein Ermittlungsverfahren wegen Präsidentenbeleidigung (Untersu-

chungs-Nr. […]) eingeleitet worden. In diesem Zusammenhang ist gemäss 

Ausführungen des Beschwerdeführers ein Haftbefehl gegen ihn erlassen 

worden.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Koordinationsentscheid  

E-4103/2024 vom 8. November 2024 (als Referenzurteil publiziert) festge-

halten, dass allein die Tatsache, dass in der Türkei staatsanwaltschaftliche 

Ermittlungsverfahren wegen «Präsidentenbeleidigung» hängig sind, nicht 

zur Annahme führe, Betroffene hätten generell einen Politmalus zu be-

fürchten. Im Einzelfall müsse indes geprüft werden, ob Hinweise auf einen 

individuellen Politmalus gegeben seien (insbesondere a.a.O. E. 8.7.3 und 

E. 8.8). Eine mit einem Politmalus behaftete Strafverfolgung des Be-

schwerdeführers ist vorliegend jedoch nicht wahrscheinlich und entspre-

chend zu verneinen. Das voraussichtliche Verhalten der türkischen Behör-

den in einer solchen Situation lässt sich naturgemäss zwar nicht mit letzter 

Genauigkeit vorhersagen. Das politische Engagement des Beschwerde-

führers, welches grösstenteils auf seine Studienzeit zwischen den Jahren 

(…) und (…) zurückgeht, spricht jedoch nicht dafür, er hätte eine längere, 

unbedingt vollziehbare Freiheitsstrafe zu befürchten. Zudem führt auch die 

Berücksichtigung seiner Verurteilung im Jahr 2023 wegen der Teilnahme 

an einer illegalen Demonstration zu keiner anderen Einschätzung, zumal 

die Freiheitsstrafe von fünf Monaten unter Ansetzung einer Bewährungs-

frist aufgeschoben wurde und er in einem weiteren Verfahren wegen Ter-

rorpropaganda freigesprochen wurde. Vor diesem Hintergrund kann in 

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Seite 9 

Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz offengelassen 

werden, ob es sich bei den eingereichten türkischen Verfahrensdokumen-

ten um echte Beweismittel handelt (vgl. etwa Urteile des BVGer D-

920/2024 vom 7. Oktober 2024 E. 6.3; E-5158/2024 vom 3. Oktober 2024 

E. 6.3; E-3923/2024 vom 1. Oktober 2024 E. 7.1, je m.w.H.). Es ist in die-

sem Zusammenhang jedoch dennoch darauf hinzuweisen, dass gewisse 

Zweifel an deren Echtheit bestehen, nachdem der Beschwerdeführer in 

seinem Mehrfachgesuch vom 1. April 2025 ausführte, es sei im Jahr 2024 

ein Haftbefehl gegen ihn erlassen worden, nach zweimaliger expliziter Auf-

forderung der Vorinstanz dann jedoch ein auf den (…) 2025 datiertes, also 

erst nach Einreichung seines Mehrfachgesuchs entstandenes, Dokument 

zu den Akten reichte. Diesen Widerspruch konnte der Beschwerdeführer 

auch auf Beschwerdeebene nicht ausräumen, zumal nicht ersichtlich ist, 

inwiefern sich diese zeitliche Diskrepanz durch Überforderung des Be-

schwerdeführers in einer psychisch angespannten Situation erklären las-

sen solle. Das SEM hat zudem zutreffend festgehalten, dass es sich bei 

dem in Frage stehenden Dokument lediglich um einen Antrag auf Ausstel-

lung eines Vorführbefehls handelt, dessen Zweck es ist, den Beschwerde-

führer einzuvernehmen und anschliessend freizulassen, womit seine Be-

fürchtung, bei der Rückkehr in die Türkei sofort inhaftiert zu werden, ohne-

hin als nicht begründet zu erachten ist. An dieser Einschätzung vermögen 

denn auch die Ausführungen des Beschwerdeführers, einige seiner Studi-

enkollegen würden regelmässig zu seiner Person befragt und seine Fami-

lie würde bedroht werden, nichts zu ändern, zumal sich diese Vorbringen 

lediglich auf Aussagen von Drittpersonen stützen, welche praxisgemäss für 

sich alleine keine begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu belegen 

vermögen. Auch das Referenzschreiben seines Freundes, das als reines 

Gefälligkeitsschreiben zu bewerten ist, sowie das Schreiben seines Anwal-

tes führen in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz nicht 

zu einer anderen Bewertung der Sachlage.  

6.3 Betreffend die vom Beschwerdeführer thematisierten Berichte zur poli-

tischen Lage in der Türkei ist sodann festzuhalten, dass diese nicht eine 

auf den Einzelfall des Beschwerdeführers bezogene Situation begründen 

und keine Abweichung von der aktuellen Einschätzung der Situation in der 

Türkei rechtfertigen. Aus den erwähnten Urteilen des Bundesverwaltungs-

gerichts und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vermag 

er ebenfalls nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.  

6.4 Bezüglich der erst auf Beschwerdeebene geltend gemachten, weder 

substanziierten noch belegten exilpolitischen Aktivitäten lassen sich 

E-5484/2025 

Seite 10 

schliesslich keine konkreten Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer deshalb das Interesse der türkischen Behörden auf sich 

gezogen haben könnte. Unter Berücksichtigung der gesamten Akten be-

steht vor diesem Hintergrund kein Anlass zur weitergehenden Prüfung sub-

jektiver Nachfluchtgründe.  

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Mehrfachgesuch abgewie-

sen.  

7.   

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

7.2 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung eingehend aus, wes-

halb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zulässig, zumutbar und mög-

lich ist, wobei es auf die allgemeine Lage in der Türkei sowie die persönli-

che und insbesondere gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers 

eingegangen ist. Weshalb die Erwägungen des SEM nicht zutreffend sein 

sollen, wird in der Beschwerde nicht dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. 

Es kann deshalb vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, welchen sich das Bun-

desverwaltungsgericht anschliesst. Eine Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme fällt nach dem Gesagten ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG [SR 

142.20]).  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 2'000.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), wobei 

der am 3. September 2025 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden ist.   

E-5484/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Flavia Mark 

 

 

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