# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5bde5f33-f6de-56b5-a7ed-165333357d7e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 27.10.2021 UV 2021/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-12_2021-10-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.03.2022

Entscheiddatum: 27.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 27.10.2021
Art. 6 Abs. 1 und 2 UVG; Art. 43 ATSG: Es ergeben sich namentlich aufgrund 
des Berichts des behandelnden Arztes vom 4. Februar 2021, der den 
Beschwerdeführer im Gegensatz zum Kreisarzt mehrfach persönlich 
untersucht und auch operiert hat, zumindest geringe Zweifel an der 
kreisärztlichen Einschätzung, wonach der Riss der Supraspinatussehne 
überwiegend wahrscheinlich unfallfremd sei. Darüber hinaus kann die 
Entscheidung über die Einstellung der Versicherungsleistungen auch aus 
formalen Gesichtspunkten nicht einzig auf die kreisärztliche Beurteilung 
gestützt werden, da im vorliegenden Fall mit langem 
Behandlungsunterbruch bzw. später Inanspruchnahme einer ärztlichen 
Behandlung gerade keine lückenlose Dokumentation der 
Untersuchungsbefunde vorliegt, die eine Aktenbeurteilung als ausreichend 
erscheinen liesse. Nach dem Gesagten ist der angefochtene 
Einspracheentscheid in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 
ergangen (Art. 43 ATSG), weshalb er aufzuheben und die Angelegenheit zur 
Einholung einer externen Expertise zur Unfallkausalität sowie neuer 
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Oktober 2021, UV 
2021/12).

Entscheid vom 27. Oktober 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2021/12

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Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Schöbi, Erlenweg 15, Postfach 232, 

9450 Altstätten SG,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. Januar 2011 bei der B.___ GmbH 

angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) 

unfallversichert. Am 21. November 2019 suchte er wegen Schulterschmerzen rechts 

die Praxis C.___ auf, ohne ein Unfallereignis zu erwähnen (vgl. Suva-act. 8). Da der 

Versicherte auf die Schmerzbehandlung nicht ansprach, folgte eine Überweisung an 

die Orthopädie des Spitals D.___, wo der Versicherte am 19. Mai 2020 vorstellig wurde 

(vgl. Suva-act. 8 und 10). Im Bericht vom selben Tag wurden seit knapp einem halben 

Jahr bestehende Schmerzen "ohne erinnerliches Trauma" erwähnt (Suva-act. 10-1). 

Eine gleichentags erfolgte Röntgenuntersuchung der rechten Schulter brachte eine 

regelrechte glenohumerale Artikulation mit einer normalen akromiohumeralen Distanz 

und auch im Übrigen einen normalen osteoartikulären Befund ohne Nachweis von 

A.a. 

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periartikulären Verkalkungen, signifikanten degenerativen Veränderungen oder einer 

Fraktur zum Vorschein (vgl. Suva-act. 12). Am 20. Mai 2020 wurde eine MRT-

Untersuchung des rechten Schultergelenks mit Arthrographie durchgeführt. In der 

Beurteilung des gleichentags erstellten Untersuchungsberichts hielt der untersuchende 

Radiologe fest, dass sich kein Nachweis einer SLAP-Läsion, insbesondere keine 

Tendinopathie der LBS gezeigt habe, jedoch ein Partialriss der Supraspinatussehne im 

vorderen Drittel über eine Breite von etwa 0.8 cm, eine Bursitis subacromialis/

subdeltoidea sowie eine aktivierte AC-Gelenksarthrose (vgl. Suva-act. 4). Am 25. Mai 

2020 erfolgte die Befundbesprechung mit Dr. med. E.___, Orthopädie F.___. Dieser 

diagnostizierte eine fast komplette Ruptur der Supraspinatussehne im vorderen Drittel 

mit aktivierter AC-Gelenksarthrose sowie einer Bursitis subacromialis Schulter rechts. 

Weiter stellte er die Indikation zur operativen Rekonstruktion der Supraspinatussehne, 

gegebenenfalls mit einer Bizepstenodese (vgl. Suva-act. 9).

Mit Schadenmeldung UVG vom 27. Mai 2020 meldete die Arbeitgeberin der Suva 

einen Sturz von der Leiter vom 17. September 2019. Als Verletzung wurde eine 

Schwellung der rechten Schulter genannt. Auch wurde in der Schadenmeldung 

festgehalten, dass die Arbeit zufolge des Unfalls nicht ausgesetzt worden sei (vgl. 

Suva-act. 1).

A.b. 

Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie für 

die Folgen des Berufsunfalls vom 17. September 2019 die Versicherungsleistungen 

übernehmen werde (Suva-act. 2 f.).

A.c. 

Anlässlich einer telefonischen Besprechung mit der Suva vom 10. Juni 2020 gab 

der Versicherte an, er sei am 17. September 2019 beim Montieren von .___ auf der 

Leiter ausgerutscht und aus einer Höhe von ca. 1.5 Metern auf die rechte Schulter 

gestürzt. Er habe sich beim Sturz noch aufgefangen und habe diesen sicher auch mit 

dem Arm abgefedert. Es sei schwierig, den Sachverhalt nach derart langer Zeit 

wiederzugeben. Da er überhaupt nicht schmerzempfindlich sei und nicht wegen jeder 

Kleinigkeit den Arzt aufsuche, sei er erst einige Zeit nach dem Unfallereignis beim 

Hausarzt vorstellig geworden. An den genauen Zeitpunkt könne er sich nicht mehr 

erinnern. Zuerst sei man davon ausgegangen, dass die Beschwerden vom Rücken 

herrührten. Schliesslich sei er Dr. E.___ zugewiesen worden. Dieser habe eine MRT-

A.d. 

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B.  

Untersuchung veranlasst und bei Gelegenheit sei eine Operation geplant. Aktuell 

bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Er habe zuvor nie Probleme mit der Schulter gehabt. 

Die Suva gab ihm zu verstehen, dass sie prüfen werde, ob die Operation auf den Unfall 

vom 17. September 2019 zurückzuführen sei (vgl. Suva-act. 5).

In einer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 24. Juni 2020 hielt Dr. med. G.___, 

Facharzt Orthopädische Chirurgie, fest, dass die Angaben hinsichtlich des Ereignisses 

vom 17. September 2019 variierten. Beim Ereignis müsse es sich wohl um eine 

Bagatelle gehandelt haben, sodass es bei den ersten Konsultationen beim Hausarzt 

und in der Klinik nicht erwähnt worden sei. Deshalb und aufgrund des Umstandes, 

dass der erste Arztbesuch erst zwei Monate nach dem Ereignis stattgefunden habe, sei 

die Läsion der Supraspinatussehne als verschleissbedingte Veränderung anzusehen. 

Es sei davon auszugehen, dass der Sturz von der Leiter zu einer vorübergehenden 

Aktivierung des Vorzustandes geführt habe und der Status quo sine bereits vor der 

ersten Inanspruchnahme einer ärztlichen Behandlung erreicht gewesen sei (Suva-act. 

11).

A.e. 

Mit Verfügung vom 2. Juli 2020 stellte die Suva mit Verweis auf die kreisärztliche 

Beurteilung die vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld) per 20. November 2019 ein. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, 

dass die andauernden Schulterbeschwerden auf krankheitsbedingte Faktoren 

zurückzuführen seien, während der Status quo sine bezüglich der unfallbedingten 

Schulterbeschwerden bereits im Zeitpunkt der ersten Arztkonsultation vom 21. 

November 2019 erreicht gewesen sei (Suva-act. 13).

A.f. 

In einem Telefonat vom 6. Juli 2020 brachte der Versicherte zum Ausdruck, mit 

der Verfügung der Suva vom 2. Juli 2020 nicht einverstanden zu sein und sich allenfalls 

anwaltlich beraten zu lassen (vgl. Suva-act. 18).

A.g. 

Am 26. August 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 

M. Schöbi, Altstätten, gegen die Verfügung vom 2. Juli 2020 Einsprache. Er stellte sich 

auf den Standpunkt, dass es sich bei einem Sehnenriss um eine unfallähnliche 

Körperschädigung handle, wobei die Suva den Beweis zu erbringen habe, dass die von 

B.a. 

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ihr behauptete verschleissbedingte Veränderung einen Anteil von über 50 % am 

gesamten Ursachenspektrum ausmache. Dass die Verletzung der Supraspinatussehne 

zu mindestens 50 % durch Abnützung oder Krankheit verursacht sei, sei vorliegend 

nicht erstellt. Aus diesem Grund sei ein unabhängiges, externes Gutachten einzuholen 

(Suva-act. 21).

In einer Stellungnahme vom 9. September 2020 empfahl Dr. G.___, einen Anruf an 

den Hausarzt des Versicherten zu tätigen, um in Erfahrung zu bringen, wann das 

geltend gemachte Ereignis nachgemeldet worden sei (vgl. Suva-act. 24). Die 

Hausarztpraxis des Versicherten erklärte anlässlich eines Telefonats mit der Suva vom 

10. September 2020, dass dieser entsprechend den vorliegenden Unterlagen einen 

Unfall erstmals nach der MRT-Untersuchung vom 20. Mai 2020 erwähnt habe (vgl. 

Suva-act. 25).

B.b. 

In einer Aktenbeurteilung vom 2. Oktober 2020 kam Dr. G.___ erneut zum Schluss, 

dass die Folgen des geschilderten Ereignisses vom 17. September 2019 mit einer 

Kontusion oder Distorsion des Schultergelenks spätestens sechs Wochen nach dem 

Ereignis geheilt gewesen seien, sodass der Status quo sine bereits vor der ersten 

Konsultation beim Hausarzt am 21. November 2019 eingetreten sei. Die geplante 

Operation sei keine Folge des nachträglich geltend gemachten Ereignisses vom 17. 

September 2019 (vgl. Suva-act. 27).

B.c. 

Mit Schreiben vom 12. Oktober 2020 reichte der Versicherte der Suva eine E-Mail 

von Dr. E.___ vom 8. Oktober 2020 ein, wonach der Termin für die operative 

Versorgung der traumatischen Partialruptur der Supraspinatussehne an der Schulter 

rechts für den 22. Dezember 2020 geplant sei (vgl. Suva-act. 28).

B.d. 

Am 29. Oktober 2020 ging bei der Suva ein Gesuch um Kostengutsprache für die 

geplante stationäre Behandlung mit Spitaleintritt am 22. Dezember 2020 ein (vgl. Suva-

act. 30). Mit Schreiben vom 30. Oktober 2020 stellte die Suva der Spitalregion H.___ 

die Verfügung vom 2. Juli 2020 zu und informierte sie über das laufende 

Einspracheverfahren (vgl. Suva-act. 31).

B.e. 

Mit Einspracheentscheid vom 13. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab (Suva-act. 32).

B.f. 

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C.  

Erwägungen

1.

Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der weiterhin durch Dr. Schöbi 

vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 5. Februar 2021 

Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 13. Januar 2021 sei 

aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen über den 20. November 2019 

hinaus zu erbringen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht beantragte er die Einholung eines Gutachtens zur Frage der Unfallkausalität 

bzw. der Gesundheitsschädigung (vgl. act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde 

reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. E.___ vom 4. Februar 2021 ein, 

worin dieser festgehalten hatte, dass klarerweise eine posttraumatische Folge vorliege 

(vgl. act. G 1.3).

C.a. 

Am 22. Februar 2021 erstattete Dr. G.___ unter Berücksichtigung des vom 

Beschwerdeführer mit der Beschwerde eingereichten Berichts von Dr. E.___ (vgl. act. G 

1.3) sowie des zwischenzeitlich eingeholten Operationsberichts des Spitals D.___ (vgl. 

Suva-act. 44) eine weitere Aktenbeurteilung, in welcher er wiederum zum Schluss kam, 

dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der Läsion der Sehnenmanschette und 

dem geltend gemachten Ereignis vom 17. September 2019 nicht überwiegend 

wahrscheinlich sei (vgl. Suva-act. 45).

C.b. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. März 2021 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 13. Januar 2021 (act. G 3).

C.c. 

In seiner Replik vom 16. April 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 6).

C.d. 

Mit Schreiben vom 12. Mai 2021 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag 

auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf die Erstattung einer umfassenden 

Duplik (act. G 8).

C.e. 

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Versicherungsleistungen zu Recht auf den 20. November 2019 eingestellt hat (vgl. 

Suva-act. 14 und 32).

2.  

Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt in der Regel zunächst 

einen Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 

UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls im Sinne des Gesetzes für 

einen Gesundheitsschaden jedoch nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in 

einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer (Hrsg.), Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise 

oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 

3.1 und 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 413/05, E. 4.1 mit Hinweisen; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58 f.). Bei 

physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der 

sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung praktisch keine 

selbständige Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a und 

117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im 

Grundfall einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall 

nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

2.1. 

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3.  

wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. 

August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.).

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei 

folgenden, abschliessend aufgezählten (André Nabold, N 42 zu Art. 6 UVG, in Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018; Irene Hofer, N 61 zu Art. 6 UVG, 

in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019), Körperschädigungen, sofern sie 

nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. 

Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. 

Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. 

Unstrittig hat der Beschwerdeführer einen Partialriss der Supraspinatussehne erlitten, 

womit eine unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG vorliegt.

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für das ihr erst am 27. Mai 2020 

gemeldete Ereignis vom 17. September 2019 (vgl. Suva-act. 1) initial als Unfall 

anerkannt (vgl. Suva-act. 2 f.), jedoch ihre Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 

2. Juli 2020 per 20. November 2019 eingestellt, da sie gestützt auf die Beurteilung von 

Dr. G.___ (vgl. Suva-act. 11) davon ausgegangen ist, es fehle am natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen den über dieses Datum hinaus geklagten 

Beschwerden und dem Unfallereignis. Die unfallbedingten Schulterbeschwerden seien 

bereits im Zeitpunkt der erstmaligen Arztkonsultation abgeheilt gewesen (vgl. Suva-act. 

14). Im Einspracheentscheid vom 13. Januar 2021 hat die Beschwerdegegnerin 

gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. G.___ vom 2. Oktober 2020 (Suva-

act. 27) daran festgehalten, dass das geltend gemachte Ereignis vom 17. September 

2019 zu keinen strukturellen Läsionen und - wenn überhaupt - lediglich zu einer 

vorübergehenden Beschwerdesymptomatik an der rechten Schulter geführt habe. Da 

keine strukturell nachweisebare Unfallfolge vorliege, habe die Operation der 

Supraspinatussehne vom 22. Dezember 2020 der Behebung eines unfallfremden 

degenerativen Vorzustandes gedient, wofür sie keine Leistungspflicht treffe (vgl. Suva-

3.1. 

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act. 32). Mit anderen Worten hat die Beschwerdegegnerin einen natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen dem am 22. Dezember 2020 operierten Sehnenriss 

und dem von ihr initial als Unfall anerkannten Ereignis vom 17. September 2019 

abgelehnt. Weiter ist sie der Ansicht, dass auch das Vorliegen einer unfallähnlichen 

Körperschädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG nichts am fehlenden Anspruch auf weitere 

Versicherungsleistungen ändere, da eine solche ebenfalls in einem natürlichen 

Kausalzusammenhang zum geltend gemachten Ereignis stehen müsste (vgl. act. G 3 S. 

4).

Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass es für 

die kreisärztliche Auffassung, wonach kein Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz 

von der Leiter und dem operierten Partialriss der Supraspinatussehne bestehe, keinen 

Beweis gäbe. Dr. E.___, der ihn im Gegensatz zu Dr. G.___ mehrfach persönlich 

untersucht und auch operiert habe, sei in seinem Bericht vom 4. Februar 2021 (vgl. act. 

G 1.3) zum Schluss gekommen, dass es sich beim Sehnenriss klarerweise um eine 

posttraumatische Folge handle (vgl. act. G 1 S. 4 f.). Für das Vorliegen einer Abnützung 

oder Erkrankung lägen keine Indizien vor. Da mit dem Sehnenriss eine unfallähnliche 

Körperschädigung gegeben sei, habe die Beschwerdegegnerin den Nachweis zu 

erbringen, dass eine vorbestehende Abnützung oder Erkrankung vorliege und diese 

mehr wiege als alle anderen mitbeteiligen Ursachen, mithin am gesamten 

Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmache (vgl. act. G 1 S. 6).

3.2. 

Nachdem einem Unfallversicherer eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG 

gemeldet worden ist, hat dieser gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die 

genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis im 

Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, ist der Unfallversicherer solange 

leistungspflichtig bis der Unfall nicht mehr die natürlich und adäquate Ursache darstellt, 

der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs erfüllt, wird 

der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich 

leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Anerkennt die 

Unfallversicherung ein Ereignis als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG, ergeben jedoch die 

medizinischen Abklärungen, dass die diagnostizierte Listenverletzung nicht auf das 

Unfallereignis zurückzuführen ist, mithin der Unfall keine auch nur geringe Teilursache 

für die Listenverletzung darstellt, ist damit gleichzeitig auch erstellt, dass die 

Listenverletzung vorwiegend, d.h. zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen ist (BGE 146 V 70 f. E. 9).

3.3. 

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Zunächst zu prüfen ist somit, ob zwischen dem von der Beschwerdegegnerin initial 

als Unfall anerkannten Ereignis vom 17. September 2019 und der Ruptur der 

Supraspinatussehne ein natürlicher Kausalzusammenhang überwiegend 

wahrscheinlich gegeben ist.

3.4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit 

Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden. Soll ein Versicherungsfall 

jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 

4.4 und 4.6; bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 

8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als 

zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist 

ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die Expertin imstande 

ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

3.5. 

Für die Frage der Unfallkausalität beruft sich die Beschwerdegegnerin in erster 

Linie auf die Aktengutachten von Dr. G.___ vom 2. Oktober 2020 und 22. Februar 2021 

(vgl. Suva-act. 27 und 45; act. G 3 und 8), in welchen dieser eine Unfallkausalität 

zwischen dem Sehnenriss und dem gemeldeten Ereignis vom 17. September 2019 

verneint hat (vgl. Suva-act. 27-1 ff. und 45-1 ff.). Folglich sind die Aktengutachten von 

Dr. G.___ auf ihre Schlüssigkeit und Stichhaltigkeit zu überprüfen.

3.6. 

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 3.7. 

Gegen die Unfallkausalität spricht gemäss Dr. G.___ die kernspintomographische 

Diagnostik, die seiner Ansicht nach auf eine partielle Rissbildung des Sehnenansatzes 

schliessen lässt. Ausserdem sei der humero-acromiale Abstand grenzwertig weit, 

sodass unter Berücksichtigung einer leicht aktiven AC-Gelenksarthrose mit kaudalem 

Knochensporn von einem subacromialen Engpasssyndrom mit konsekutivem 

Impingement ausgegangen werden müsse (vgl. Suva-act. 27-3). Die Beschreibung des 

Operateurs im Operationsbericht bestätige die in der Kernspintomographie sichtbare 

flächige schleimbeutelseitige Ausdünnung des Ansatzes der Supraspinatussehne. Die 

Art der Schädigung der Supraspinatussehne, wie im Operationsbericht beschrieben, 

finde sich in klassischer Weise im Zusammenhang mit einem Impingement bei 

subacromialem Engpasssyndrom und ständigem mechanischem Kontakt unter dem 

Schulterdach im Verlauf von repetitiven Arbeitsbelastungen auf Brusthöhe oder 

Überkopf (vgl. Suva-act. 45-2).

3.7.1. 

Diese Einschätzung steht, soweit durch das Gericht beurteilbar, in einem 

gewissen Kontrast zur Röntgenuntersuchung der rechten Schulter vom 19. Mai 2020, 

die eine regelrechte glenohumerale Artikulation mit einer normalen akromiohumeralen 

Distanz und auch im Übrigen einen normalen osteoartikulären Befund ohne Nachweis 

von periartikulären Verkalkungen, signifikanten degenerativen Veränderungen oder 

einer Fraktur zur Darstellung gebracht hat (vgl. Suva-act. 12). Darüber hinaus hat Dr. 

E.___ die Muskelqualität als unauffällig beschrieben (vgl. act. G 1.3). Schliesslich hat 

auch Dr. G.___ zumindest in seiner Beurteilung vom 2. Oktober 2020 festgehalten, dass 

sich bezüglich der Bizepssehne, des Labrumkomplexes und der weiteren Anteile der 

Rotatorenmanschette keine auffälligen Veränderungen fänden (vgl. Suva-act. 27-3; zur 

etwas anderen Darstellung in der Beurteilung vom 22. Februar 2021 mit Erwähnung 

von tendinopathischen Veränderungen der Bizepssehne vgl. Suva-act. 45-2). Selbst 

wenn aber ein degenerativer Vorzustand bzw. eine Impingementproblematik vorliegen 

sollte, lässt sich daraus nicht ohne weiteres ableiten, dass der Unfall nicht zur Ruptur 

der Supraspinatussehne beigetragen hat. Dies zumal es sich im gegebenen Fall nur um 

ein Impingement bei einem Acromion entsprechend Typ II nach Bigliani (Suva-act. 4) 

mit einer leicht aktiven AC-Gelenksarthrose (Suva-act. 27-3) handelt. Allenfalls 

vorbestehende degenerative Veränderungen der Sehnen oder ungünstige 

Prädispositionen könnten auch dazu führen, dass es bereits bei einem 

geringergradigen Trauma wie bei Personen mit noch gut elastischer 

Rotatorenmanschette zu einer Sehnenruptur kommen kann. Gleichwohl wäre die 

Sehnenruptur diesfalls immer noch traumatologisch bedingt (vgl. dazu Entscheid des 

3.7.2. 

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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Juli 2019, UV 2017/93, E. 4.5). 

Weshalb das Ereignis vom 17. September 2019 also nicht in irgendeiner Weise 

zusätzlich zu einer allfälligen Impingementproblematik die Sehnenruptur begünstigt 

haben könnte, legt Dr. G.___ in seinen Beurteilungen nicht schlüssig dar.

 3.8. 

Als weiteres Argument gegen eine Unfallkausalität des Sehnenrisses hat Dr. 

G.___ die Schmerzsymptomatik angeführt. Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass 

eine unfallbedingte Kontinuitätsunterbrechung der Rotatorenmanschette zu einer 

gestörten Kraftübertragung der Muskeln auf die Sehnen und damit zu einer 

Einschränkung der Beweglichkeit und Kraft im Schultergelenk führe. Eine akute 

traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsion bewirke unmittelbar einen scharfen 

Schmerz mit Ausstrahlung in den Oberarm und führe je nach Ausmass der Schädigung 

zu einem unmittelbaren Funktionsverlust mit Pseudoparalyse oder Drop-arm-Syndrom. 

Insbesondere der unmittelbare Eintritt dieser Phänomene sei für eine akute 

traumatische Schädigung der Rotatorenmanschette charakteristisch. Der 

Beschwerdeführer sei nach dem Ereignis in einer körperlich und auch das rechte 

Schultergelenk belastenden Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen und es 

seien über einen Zeitraum von sechs Monaten nach der Erstkonsultation des 

Hausarztes keine Brückensymptome dokumentiert. Neben unfallbedingten Ursachen 

würden repetitive Mikrotraumata oder verschleissbedingte Veränderungen als 

Ursachen für eine Schädigung der Rotatorenmanschette angesehen. Ansatznahe 

Schädigungen der Sehnenmanschette seien häufige Folgen von 

Abnützungserscheinungen und könnten grade unter Berücksichtigung eines 

bestehenden Engpasssyndroms bei entsprechender täglicher Belastung durch 

repetitive Vorhalte- und Überkopfarbeiten ohne ursächliches Unfallereignis 

vorkommen. Im vorliegenden Fall seien über Monate keine eingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit und keine zeitnahe Inanspruchnahme eines Arztes dokumentiert, was 

überwiegend wahrscheinlich für eine verschleissbedingte Ursache der später 

diagnostizierten Texturstörung des Sehnenansatzes spreche (Suva-act. 27-4 f. und 

45-2 f.).

3.8.1. 

Diesen kreisärztlichen Ausführungen hält Dr. E.___ in seinem Bericht vom 4. 

Februar 20121 entgegen, dass der Beschwerdeführer seines Erachtens die Ruptur 

initial mittels gut ausgebildetem Deltamuskel kompensiert habe. Als es dann im Verlauf 

zur Tendinitis mit zunehmender Tendinopathie der langen Bizepssehne und 

Ausstrahlungen in den Schultergürtel sowie in die HWS gekommen sei, habe er sich 

3.8.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

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beim Hausarzt gemeldet. Für diesen sei es schwierig, eine Traumafolge abzugrenzen. 

Es sei unwahrscheinlich, dass es im vorliegenden Fall ohne Trauma bei gut 

ausgebildeter Muskulatur, vor allem Deltamuskulatur, zu einem Riss habe kommen 

können (act. G 1.3).

Der Umstand, dass der Beschwerdeführer erst ca. zwei Monate nach dem 

Unfallereignis eine ärztliche Behandlung in Anspruch genommen und nach dem 17. 

September 2019 zunächst weitergearbeitet hat, wertet Dr. E.___ also namentlich 

aufgrund der kräftig ausgebauten Muskulatur des Beschwerdeführers nicht als Indiz 

gegen eine Unfallkausalität. Zwar hält Dr. G.___ dem entgegen, dass eine muskuläre 

Kompensation durch den Deltamuskel bei einem Schaden an der Supraspinatussehne 

grundsätzlich ungeachtet einer degenerativen oder unfallbedingten Genese der 

Schädigung eintrete (vgl. Suva-act. 45-3). Folglich erscheint es jedoch fraglich, ob aus 

dem Umstand, dass weitergearbeitet bzw. nicht sofort ein Arzt aufgesucht worden ist, 

überhaupt etwas betreffend die Genese der Sehnenschädigung abgeleitet werden 

könnte. Im Bericht der Praxis C.___ vom 15. Juni 2020 über die Konsultation des 

Beschwerdeführers vom 21. November 2019 ist überdies festgehalten worden, dass 

die erhobenen Befunde mit dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereignis 

vereinbar seien (vgl. Suva-act. 8-1). Gerade wenn, wie von Dr. G.___ ausführlich 

beschrieben, eine Kumulation von Mikrotraumata schliesslich zu einer 

Sehnenschädigung führen kann, leuchtet es nicht ohne weiteres ein, weshalb das vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Ereignis nicht ebenfalls teilursächlich für eine 

Rissbildung sein könnte.

3.8.3. 

Zusammenfassend ergeben sich namentlich aufgrund des Berichts von Dr. E.___ 

vom 4. Februar 2021, der den Beschwerdeführer im Gegensatz zu Dr. G.___ mehrfach 

persönlich untersucht und auch operiert hat, zumindest geringe Zweifel an der 

kreisärztlichen Einschätzung von Dr. G.___, wonach der Riss der Supraspinatussehne 

überwiegend wahrscheinlich unfallfremd sei. Darüber hinaus kann die Entscheidung 

über die Einstellung der Versicherungsleistungen auch aus formalen Gesichtspunkten 

nicht einzig auf die Beurteilung von Dr. G.___ gestützt werden, da im vorliegenden Fall 

mit langem Behandlungsunterbruch bzw. später Inanspruchnahme einer ärztlichen 

Behandlung gerade keine lückenlose Dokumentation der Untersuchungsbefunde 

vorliegt, die eine Aktenbeurteilung als ausreichend erscheinen liesse. Nach dem 

Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid in Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes ergangen (Art. 43 ATSG), weshalb er aufzuheben ist. Da 

noch kein unabhängiges Gutachten vorliegt, drängt sich die Einholung eines 

Gerichtsgutachtens zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf. Vielmehr ist die Angelegenheit zur 

3.9. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

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4.

Im Einspracheentscheid (vgl. Suva-act. 32-2 ff.) und auch in ihrer Beschwerdeantwort 

(vgl. act. G 3) hat die Beschwerdegegnerin nicht nur den natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen dem Sehnenriss und dem gemeldeten Ereignis vom 

17. September 2019 in Abrede gestellt, sondern auch bestritten, dass sich am 17. 

September 2019 überhaupt ein Unfallereignis im Rechtssinne ereignet habe. Selbst 

wenn sich am 17. September 2019 kein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG 

zugetragen hätte, würde die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht 

automatisch entfallen. Vielmehr steht der Unfallversicherer beim Vorliegen einer 

Listenverletzung grundsätzlich in der Pflicht, Leistungen zu erbringen, solange er nicht 

den Nachweis für eine vorwiegende Bedingtheit durch Abnützung oder Erkrankung 

erbringt. Dies setzt voraus, dass er im Rahmen seiner Abklärungspflicht nach Eingang 

der Meldung einer Listenverletzung die Begleitumstände der Verletzung genau abklärt. 

Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches 

untergeordneter Art, vereinfacht dies zwar zwangsläufig seinen Entlastungsbeweis, 

jedoch hat er diesen gleichwohl zu erbringen (BGE 146 V 69 f. E. 8.6).

5.  

Entscheid

Einholung einer externen Expertise zur Unfallkausalität sowie neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Gesamthaft ist die Beschwerde somit im Sinne der Erwägungen dahingehend 

gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

5.1. 

Gerichtskosten sind bei der vorliegenden Leistungsstreitigkeit keine zu erheben 

(Art. 61 lit. f  ATSG).

5.2. 
bis

Gemäss Art. 61 lit g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung 

der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 235 E. 6.2). 

Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der vorliegend zu 

beurteilenden Angelegenheit mit bescheidenem Aktenumfang, jedoch einer gewissen 

rechtlichen Komplexität, erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als 

angemessen.

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.10.2021
	Art. 6 Abs. 1 und 2 UVG; Art. 43 ATSG: Es ergeben sich namentlich aufgrund des Berichts des behandelnden Arztes vom 4. Februar 2021, der den Beschwerdeführer im Gegensatz zum Kreisarzt mehrfach persönlich untersucht und auch operiert hat, zumindest geringe Zweifel an der kreisärztlichen Einschätzung, wonach der Riss der Supraspinatussehne überwiegend wahrscheinlich unfallfremd sei. Darüber hinaus kann die Entscheidung über die Einstellung der Versicherungsleistungen auch aus formalen Gesichtspunkten nicht einzig auf die kreisärztliche Beurteilung gestützt werden, da im vorliegenden Fall mit langem Behandlungsunterbruch bzw. später Inanspruchnahme einer ärztlichen Behandlung gerade keine lückenlose Dokumentation der Untersuchungsbefunde vorliegt, die eine Aktenbeurteilung als ausreichend erscheinen liesse. Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ergangen (Art. 43 ATSG), weshalb er aufzuheben und die Angelegenheit zur Einholung einer externen Expertise zur Unfallkausalität sowie neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Oktober 2021, UV 2021/12).

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