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**Case Identifier:** 18f1b1cc-008f-5287-aab0-2b2f27f37dbe
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 11.11.2025 VBE.2025.62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-62_2025-11-11.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2025.62 / DB / hf  
Art. 149 

 

 

Urteil vom 11. November 2025 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Fischer, Vizepräsidentin  

Oberrichterin Hausherr  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Bächli          

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Michèle Wehrli Roth, Rechtsanwältin, 

Kirchplatz 14, 4800 Zofingen    

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

vertreten durch lic. iur. Reto Bachmann, Rechtsanwalt, 

St. Leodegarstrasse 2, 6006 Luzern    

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 8. Januar 2025) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1.      

1.1. 

Der 1964 geborene Beschwerdeführer war als Carrosserielackierer ange-

stellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin gegen die Fol-

gen von Unfällen versichert. Am 1. Juli 1990 erlitt er beim Fussballspielen 

einen Unfall und zog sich dabei ein Distorsionstrauma am linken Knie zu, 

was eine Kreuzbandplastik links notwendig machte und wofür die Be-

schwerdegegnerin Leistungen erbrachte. In der Folge erlitt der Beschwer-

deführer am 17. September 2009 einen erneuten Unfall, welcher eine Me-

niskusoperation notwendig machte und wofür die Beschwerdegegnerin er-

neut vorübergehende Leistungen erbrachte. 

 

1.2. 

Am 21. Januar 2021 meldete der Beschwerdeführer der Beschwerdegeg-

nerin seit dem 29. November 2020 anhaltende Schmerzen im linken Knie 

und ein Anschwellen desselben im Laufe des Tages als Rückfall zum im 

Jahr 2009 erlittenen Unfall. Die Beschwerdegegnerin anerkannte die ge-

meldeten Beschwerden als Rückfall zum Ereignis vom 1. Juli 1990 und er-

brachte in der Folge Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Mit Schrei-

ben vom 20. Oktober 2023 stellte die Beschwerdegegnerin ihre Heilbe-

handlungs- und Taggeldleistungen gestützt auf die Ergebnisse einer ver-

sicherungsmedizinischen Untersuchung vom 11. Oktober 2023 per 31. Ok-

tober bzw. 31. Dezember 2023 ein und stellte dem Beschwerdeführer in 

Aussicht, dessen Anspruch auf weitere Leistungen noch zu prüfen. Mit Ver-

fügung vom 20. Dezember 2023 sprach die Beschwerdegegnerin dem Be-

schwerdeführer ab dem 1. Januar 2024 eine auf einem Invaliditätsgrad von 

17 % basierende Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung auf-

grund einer Integritätseinbusse von 30 % zu. Die dagegen hinsichtlich der 

Invalidenrente erhobene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 8. Januar 2025 ab.  

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 8. Januar 2025 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 10. Februar 2025 fristgerecht Beschwerde und 

stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 8. Januar 2025 sei aufzuheben. 
 
 2. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei abzuklären und im Nachgang sei 

nochmals über den Anspruch des Beschwerdeführers auf die ihm recht-
mässig zustehende Unfallversicherungsrente zu entscheiden. 

 
 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin."  

 - 3 - 

 

 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 4. März 2025 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.      

1.1. 

Betreffend die Zusprache einer auf einer Integritätseinbusse von 30 % be-

ruhenden Entschädigung für den aus dem Unfall vom 1. Juli 1990 verblei-

benden Schaden am linken Knie ist die Verfügung der Beschwerdegegne-

rin vom 20. Dezember 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 282) in Teil-

rechtskraft erwachsen (vgl. BGE 144 V 354 E. 4.3 S. 358; Urteil des Bun-

desgerichts 8C_38/2025 vom 1. Juli 2025 E. 2.1). Die Rechtmässigkeit des 

von der Beschwerdegegnerin per Ende Dezember 2023 verfügten Fallab-

schlusses ist sodann – nach Lage der Akten zu Recht (vgl. VB 241 S. 9) – 

unbestritten. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 8. Januar 2025 (VB 325) dem Beschwerdeführer zu 

Recht (lediglich) eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 17 % 

zugesprochen hat. 

 

1.2. 

Anzumerken ist, dass die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid 

vom 8. Januar 2025 zwar ausführte, die Verfügung vom 20. Dezember 

2023 sei dahingehend anzupassen, dass die Rente um 1 % auf 18 % er-

höht werde (VB 282 S. 9). Dabei handelte es sich jedoch offensichtlich um 

ein Versehen, resultierte doch aus der von der Beschwerdegegnerin 

vorgenommenen Berechnung ein Invaliditätsgrad von 17.01 % (VB 282 

S. 8).  

 

2. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent 

invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall 

vor Erreichen des Referenzalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).  

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheent-

scheid vom 8. Januar 2025 aus medizinischer Sicht im Wesentlichen auf 

die versicherungsmedizinische Beurteilung von med. pract. B._____, 

Facharzt für Chirurgie, vom 11. Oktober 2023. Dieser stellte dabei folgende 

Diagnose (VB 241 S. 8): 

 

  

 - 4 - 

 

 

"Restbeschwerdesymptomatik des linken Kniegelenks bei 
- Status nach Knie-Totalprothesenrevision mit Ausbau medialer uni-

kompartimentärer Knieprothese, Synovektomie mit Sampling und Ein-
bau einer zementierten Knietotalprothese am 13.07.2022 bei 

- Status nach Kniearthroskopie links, laterale Teilmeniskektomie, Ent-
fernung freier Gelenkkörper und der Narbenplica des linken Kniege-
lenkes am 21.09.2021 bei 

- Status nach Implantation einer unikompartimentären Knieprothese 
medial links am 09.02.2021 bei posttraumatischer medial und femoro-
patellär betonter Gonarthrose links bei 

- Status nach vorderer Kreuzbandrekonstruktion nach Brückner am 
27.11.1990 bei Insuffizienz des vorderen Kreuzbandes Knie links bei 

- Status nach diagnostischer Arthroskopie des linken Kniegelenkes am 
11.10.1990 bei älterer vorderer Kreuzbandruptur links nach einem 
Kniegelenkdistorsionstrauma vom 01.07.1990" 

 

Der Beschwerdeführer würde über gelegentliche, leichte stechende Ruhe-

schmerzen über der medialen sowie der lateralen Seite des linken Kniege-

lenks berichten, welche unter Belastung deutlich zunehmen würden, sowie 

über eine Schwellungsneigung des linken Kniegelenks. Aus unfallchirur-

gischer/versicherungsmedizinischer Sicht sei die zuletzt ausgeübte beruf-

liche Tätigkeit als Autolackierer für den Beschwerdeführer nicht geeignet. 

In einer angepassten leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden (ge-

henden, sitzenden und stehenden) Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern 

und Gerüsten, ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne Arbeiten in 

Zwangshaltungen wie Kauern oder Knien, ohne Arbeiten mit Schlägen 

und/oder Vibrationen für die linke untere Extremität sowie mit nur seltenem 

Besteigen von Treppen sollte aktuell und künftig eine ganztägige Arbeits-

fähigkeit gegeben sein. Ansonsten würden keine Einschränkungen beste-

hen, insbesondere nicht zeitlicher Natur (VB 241). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

 - 5 - 

 

 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Die Beurteilung des Versicherungsmediziners med. pract. B._____ wird 

den von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweis-

kräftige medizinische Stellungnahme (vgl. E. 4.1. hiervor) gerecht. Die Ein-

schätzung erfolgte in Kenntnis der Vorakten (VB 241 S. 1 ff.), beruht auf 

einer am 11. Oktober 2023 durchgeführten fundierten Untersuchung des 

Beschwerdeführers (VB 241 S. 8) und erging in Auseinandersetzung mit 

den erhobenen Befunden und den umfangreichen Vorakten. Zudem be-

gründete med. pract. B._____ seine Schlussfolgerungen, namentlich auch 

seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, schlüssig und nachvollziehbar 

(VB 241 S. 9). Somit kommt der Beurteilung grundsätzlich Beweiswert zu. 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, Prof. Dr. med. E._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates an 

der Universitätsklinik L._____, würde in seinem Bericht vom 4. Dezember 

2023 (vgl. VB 270) ausführen, beim Beschwerdeführer liege nur noch eine 

Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten von vier Stunden pro Tag vor. 

Zudem führe Dr. med. C._____, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Sozialver-

sicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, in ihrem Bericht vom 

5. Juli 2024 sogar aus, dass der Beschwerdeführer aus orthopädischer 

Sicht gar nicht mehr arbeitsfähig sei. Zudem sei das vom Beschwerdefüh-

rer geschilderte Anschwellen des linken Knies zu wenig beachtet worden, 

welches zusammen mit den starken Schmerzen im Rahmen der Eingliede-

rung der IV dazu geführt habe, dass die Massnahme bei einem erreichten 

Pensum von 45 % habe beendet werden müssen (Beschwerde S. 7 ff.).  

 

5.2. 

Prof. Dr. med. E._____ führte in seinem Bericht vom 4. Dezember 2023 

lediglich aus, er bleibe betreffend die Tätigkeit als Autolackierer bei einer 

bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 100%. In einer sitzenden Tätigkeit 

seien dem Beschwerdeführer bis zu vier Stunden pro Tag möglich 

(vgl. VB 270 S. 3). Er setzte sich in seiner Stellungnahme, die auf einer am 

30. November 2023 erfolgten "Telefon-Konsultation" und damit auf den 

anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers und nicht auf aktuellen 

Untersuchungsbefunden beruht, aber nicht mit der Beurteilung von 

med. pract. B._____ auseinander. Eine Arbeitsfähigkeit von 4 Stunden pro 

Tag für sitzende Tätigkeiten war durch die Universitätsklinik L._____ (ohne 

Begründung) schon ab dem 4. September 2023 – und somit bereits vor der 

durch med. pract. B._____ (in Kenntnis der Vorakten) vorgenommenen 

Untersuchung und Beurteilung vom 11. Oktober 2023 – attestiert worden 

 - 6 - 

 

 

(VB 232 S. 2). Der Bericht von Prof. Dr. med. E._____ vom 4. Dezember 

2023 vermag daher keine Zweifel an der Beurteilung von 

med. pract. B._____ zu begründen. 

 

5.3. 

Soweit der Beschwerdeführer auf die Beurteilung der RAD-Ärztin 

Dr. med. C._____ vom 5. Juli 2024 verweist, findet sich eine solche nicht 

in den Akten der Beschwerdegegnerin und wurde vom Beschwerdeführer 

auch nicht eingereicht. Den Akten lässt sich lediglich entnehmen, dass am 

13. Oktober 2023 ein Telefongespräch zwischen der Eingliederungsbera-

terin der IV-Stelle und der RAD-Ärztin stattfand, wobei letztere – entgegen 

den Angaben des Beschwerdeführers – von der vollschichtigen Zumutbar-

keit überwiegend sitzender, wenig gehender und stehender Tätigkeiten 

ausgegangen war (vgl. VB 299 S. 2). Weitere Stellungnahmen der RAD-

Ärztin finden sich nicht in den Akten. Dass die IV-Stelle möglicherweise von 

einer grösseren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging (vgl. Be-

schwerde S. 8 f.), ist für die Beurteilung der weiteren Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin insofern unerheblich, als die entsprechenden Fest-

stellungen der IV-Stelle für die Beschwerdegegnerin nicht verbindlich sind 

(vgl. MADELEINE RANDACHER, in: Kieser/Kradolfer/Lendfers [Hrsg.], Kom-

mentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts, 5. Aufl. 2024 [ATSG-Kommentar], N. 6 zu Art. 16 ATSG) und 

die Invalidenversicherung im Übrigen – anders als die Beschwerdegegne-

rin – neben den unfallkausalen auch allenfalls vorhandene unfallfremde Be-

schwerden zu berücksichtigen hat. Somit ist die Stellungnahme des RAD 

der IV-Stelle auch nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen. 

 

5.4. 

Demnach ist aus medizinischer Sicht gestützt auf die nach dem Gesagten 

beweiskräftige Beurteilung von med. pract. B._____ vom 11. Oktober 2023 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der noch 

bestehenden unfallbedingten Beschwerden spätestens ab dem 11. Okto-

ber 2023 für angepasste Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig war. Die Be-

schwerdegegnerin ist daher bei Beurteilung des Rentenanspruchs per 

1. Januar 2024 zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in einer Verweistätigkeit ausgegangen. 

 

6. 

6.1. 

In der Unfallversicherung gilt prinzipiell die in Art. 16 ATSG festgelegte Me-

thode zur Bestimmung der Invalidität (RANDACHER, a.a.O., N. 6 zu Art. 16 

ATSG; vgl. jedoch Art. 18 Abs. 2 UVG). Für die Bestimmung des Invalidi-

tätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-

lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Validenein-

 - 7 - 

 

 

kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Invalideneinkommen; Art. 16 

ATSG; sogenannte allgemeine Methode des Einkommensvergleichs). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 

ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein-

kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 

E. 3.4 S. 348 f.; 128 V 29 E. 1 S. 30; 104 V 135 E. 2a und b S. 136 f.). Für 

den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (poten-

ziellen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 

Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl-

lige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass 

der Verfügung bzw. des Einspracheentscheides zu berücksichtigen sind 

(BGE 129 V 222; 128 V 174). 

 

6.2. 

6.2.1. 

Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid davon aus, 

der Beschwerdeführer würde, hätte er den Unfall vom 1. Juli 1990 nicht 

erlitten, weiterhin bei der D._____ AG, die im Jahr 2022 übernommen 

worden sei, arbeiten. Diese habe auf Rückfrage angegeben, ein "top 

Lackierer" würde in der "neuen" D._____ AG ein Einkommen von maximal 

Fr. 7'000.00 verdienen (VB 325 S. 5). Daraus resultiere bei einer Aus-

zahlung von 13 Monatslöhnen ein Validenlohn von Fr. 91'000.00 (VB 325 

S. 6). Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, hinsichtlich des Validen-

einkommens hätte auf die Angaben in der Schadenmeldung UVG vom 

21. Januar 2021 mit einem Einkommen von Fr. 7'700.00 pro Monat sowie 

einen 13. Monatslohn abgestützt werden sollen und nicht auf die Angaben 

der "neuen" D._____ AG (Beschwerde S. 5 ff.).  

 

6.2.2. 

Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Per-

son erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, 

was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; 128 

V 174; Urteil des Bundesgerichts 8C_526/2021 vom 10. November 2021 

E. 2.2).  

 

6.2.3. 

Der Beschwerdeführer hätte ohne den am 29. November 2020 erlittenen 

Rückfall bei seinem bisherigen Arbeitgeber weitergearbeitet und wäre 

somit im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns von Januar 2024 

überwiegend wahrscheinlich weiterhin bei der "neuen" D._____ AG – 

 - 8 - 

 

 

welche per 1. November 2022 durch einen neuen Eigentümer übernom-

men wurde (vgl. VB 154 S. 2) – angestellt gewesen.  

 

In der Stellungnahme vom 28. November 2023 betreffend die mutmass-

liche Lohnentwicklung ohne Unfall wurde von der zuständigen Mitarbeiterin 

der "neuen" D._____ AG ausgeführt, ein "top Lackierer" würde in der 

"neuen" D._____ AG ab 1. Januar 2024 maximal Fr. 7'000.00 verdienen 

(VB 268 S. 1). Mit diesen Angaben liegt ein genau beziffertes Einkommen 

vor, welches der konkrete Arbeitgeber – bei welchem der Beschwerde-

führer ohne den Rückfall überwiegend wahrscheinlich weiterhin tätig gewe-

sen wäre – diesem ab Januar 2024 ausbezahlt hätte. Dieser konkreten An-

gabe des früheren Arbeitgebers betreffend den hypothetischen Lohn ab 

Januar 2024 ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Vorzug 

zu geben gegenüber einem mittels Anpassung früherer Löhne an die Nomi-

nallohnentwicklung bis 2024 bestimmten Einkommen, selbst wenn dabei 

allenfalls eine faktische Lohnminderung vorliegt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 9C_802/2016 vom 30. März 2017 E. 3.3 mit Hinweisen).  

 

Die Beschwerdegegnerin hat somit das Valideneinkommen für den Zeit-

punkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs im Januar 2024 zu 

Recht auf Fr. 91'000.00 festgelegt. 

 

6.3. 

6.3.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Recht-

sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in 

welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Inva-

lidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der sowohl besonders stabile Arbeits-

verhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verblei-

bende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht 

als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Inva-

lidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gege-

ben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-

schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-

tätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die LSE-

Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296 f. mit 

Hinweis unter anderem auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475; vgl. auch Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_315/2020 vom 24. September 2020 E. 3.2 

und 8C_545/2020 vom 4. November 2020 E. 5.1).  

 

6.3.2. 

Praxisgemäss kann vom Invalideneinkommen, welches anhand der LSE-

Tabellenlöhne ermittelt wurde, unter bestimmten Voraussetzungen ein lei-

densbedingter Abzug vorgenommen werden. Damit soll der Tatsache 

Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, 

 - 9 - 

 

 

wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationa-

lität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf 

die Lohnhöhe haben können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_552/2017 

vom 18. Januar 2018 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 142 V 178 E. 1.3 S. 181; 

124 V 321 E. 3b/aa S. 323) und je nach Ausprägung die versicherte Person 

deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwer-

ten kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_552/2017 vom 18. Januar 

2018 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 126 V 75 E. 5b/aa i.f. S. 80). Der Einfluss 

aller Merkmale auf das Invalideneinkommen ist unter Würdigung der Um-

stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen. Für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifi-

zierte Abzüge vorzunehmen, ist nicht notwendig (Urteil des Bundesge-

richts 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 126 

V 75 E. 5b/bb S. 80). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E. 4.1 mit Hinweis auf 

BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 126 V 75 E. 5b/bb-cc S. 80). 

 

6.3.3. 

Der Beschwerdeführer hat nach dem per 29. November 2020 gemeldeten 

Rückfall (vgl. VB 1) ausweislich der Akten keine (angepasste) Erwerbstä-

tigkeit mehr aufgenommen, weshalb die Beschwerdegegnerin zur Bestim-

mung des Invalideneinkommens zu Recht auf die Tabellenlöhne der 

schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abstützte. Dabei stützte sie 

sich auf das Kompetenzniveau 2 (der Tabelle TA1, Total für Männer) ab 

und setzte das Invalideneinkommen auf Fr. 75'518.00 fest (VB 325 S. 7 f.). 

Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, es sei der Vielzahl von Kri-

terien, welche eine angepasste Tätigkeit erfüllen müsse, insofern Rech-

nung zu tragen, als ein Abzug von mindestens 20 % vom Invalideneinkom-

men vorzunehmen sei (Beschwerde S. 9 f.). 

 

6.3.4. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Berechnung des Invalidenein-

kommens des Beschwerdeführers ohne weitere Begründung auf das Kom-

petenzniveau 2 der Tabelle TA1 Total für Männer abgestützt. Recht-

sprechungsgemäss rechtfertigt sich die Anwendung des Kompetenzni-

veaus 2 nur dann, wenn eine versicherte Person über besondere Fertigkei-

ten und Kenntnisse verfügt, beispielsweise Führungserfahrung, zusätzliche 

formale Weiterbildungen oder andere während der Berufsausübung 

erworbene besondere Qualifikationen. Andernfalls ist der im Kompetenz-

niveau 1 ausgewiesene Wert massgebend (Urteil des Bundesge-

richts 8C_575/2024 vom 2. Juni 2025 E. 5.2 mit Hinweisen). Vorliegend hat 

der Beschwerdeführer ausser einer langjährigen Arbeitserfahrung von 

mehr als 40 Jahren bei der D._____ AG keine solchen Qualifikationen 

nachzuweisen. Er schloss die angefangene Lehre aufgrund ungenügender 

Deutschkenntnisse nicht ab, hat keine Führungserfahrung und in all den 

 - 10 - 

 

 

Jahren seiner Anstellung bei der D._____ AG auch keinerlei Weiterbil-

dungen absolviert (vgl. z.B. VB 132 S. 3). Es ist somit für das Invalidenein-

kommen auf das Kompetenzniveau 1 abzustützen. Den vorhandenen, un-

fallversicherungsrechtlich relevanten, gesundheitlichen Einschränkungen 

wurde bzw. wird entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 

(vgl. Beschwerde S. 9 f.) bereits bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit 

der Definition des Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3. hiervor) sowie der Anwen-

dung des Kompetenzniveaus 1 (vgl. die Ausführungen hiervor) Rechnung 

getragen, womit diese nicht noch zu einem zusätzlichen leidensbedingten 

Abzug führen können (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182 mit Hinweisen). 

Zudem fällt ein Abzug aufgrund des fortgeschrittenen Alters im Rahmen der 

Berechnung der Erwerbseinbusse durch die Unfallversicherung ausser Be-

tracht (BGE 148 V 419 S. 426 E. 8.5).  

 

6.3.5. 

Für den Zeitpunkt des Rentenbeginns im Januar 2024 beträgt das Invali-

deneinkommen somit gerundet Fr. 68'700.65 (Fr. 5'305.00 [LSE 2022, 

TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer] x 12 / 40 x 41.7 [durchschnittliche 

Wochenarbeitszeit; Tabelle T03.02.03.01.04.01] / 108.0 x 111.8 [indexiert 

per 2024; Tabelle T1.10, Total]).  

 

6.4. 

Somit ergibt sich bei der Gegenüberstellung von Validen- und Invalidenein-

kommen per Januar 2024 ein Invaliditätsgrad von gerundet 25 % 

([Fr. 91'000.00 – Fr. 68'700.65] / Fr. 91'000.00 x 100).  

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Januar 2025 dahingehend ab-

zuändern, dass dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1. Januar 

2024 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 25 % 

zuzusprechen ist. 

 

7.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

7.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

 - 11 - 

 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 8. Januar 2025 dahingehend abgeändert, dass dem Beschwerdefüh-

rer mit Wirkung ab dem 1. Januar 2024 eine Invalidenrente basierend auf 

einer Erwerbsunfähigkeit von 25 % zugesprochen wird. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 11. November 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Bächli