# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 240c5da9-78de-5e64-90ed-b8e57bbd96b0
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-09-18
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 18.09.2012 SK.2010.31
**Docket/Reference:** SK.2010.31
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2010-31_2012-09-18

## Full Text

Mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 19 Ziff. 2 lit. b und c aBetmG), versuchte Erpressung (Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), versuchte Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), evtl. strafbare Vorbereitungshandlungen zu Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 260bis Abs. 1 i.V.m. Art. 183 Ziff. 1 StGB), strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub (Art. 260bis Abs. 1 i.V.m. Ar...;;Mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 19 Ziff. 2 lit. b und c aBetmG), versuchte Erpressung (Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), versuchte Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), evtl. strafbare Vorbereitungshandlungen zu Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 260bis Abs. 1 i.V.m. Art. 183 Ziff. 1 StGB), strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub (Art. 260bis Abs. 1 i.V.m. Ar...;;Mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2-5 i.V.m. Art. 19 Ziff. 2 lit. b und c aBetmG), versuchte Erpressung (Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), versuchte Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), evtl. strafbare Vorbereitungshandlungen zu Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 260bis Abs. 1 i.V.m. Art. 183 Ziff. 1 StGB), strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub (Art. 260bis Abs. 1 i.V.m. Ar...;;

Urteil vom 18. September 2012 
Strafkammer 

Besetzung   Bundesstrafrichter Miriam Forni, Vorsitz, 

Stephan Blättler und Nathalie Zufferey Franciolli, 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Lucienne Fauquex, Staatsanwältin des Bundes,  

 

 gegen 

 

  1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt   Valentin 

Landmann,  

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Michel 

Wehrli, 

3. C., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Thomas 

Sprenger, 

4. D., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Hadrian 

Meister,  

Gegenstand  Mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz, versuchte Erpressung, ver-

suchte Freiheitsberaubung und Entführung, evtl. 

strafbare Vorbereitungshandlungen zu Freiheitsbe-

raubung und Entführung, strafbare Vorbereitungs-

handlungen zu Raub, Gehilfenschaft zu strafbaren 

Vorbereitungshandlungen zu Raub 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2010.31 

 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft in Bezug auf den Beschuldigten C.: 

1. Der Beschuldigte C. sei schuldig zu sprechen 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2–5 aBetmG in Verbin-
dung mit Art. 19. Ziff. 2 lit. b und c aBetmG; 

- der Gehilfenschaft zu strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von 
Art. 25 StGB in Verbindung mit Art. 260

bis
 Abs. 1 StGB und Art. 140 Ziff. 1 und 2 

StGB. 

2. Der Beschuldigte C. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, unter 
Anrechnung der erstandenen Haft von 14 Tagen, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl 
der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 15. September 2004. 

3. Es sei der Vollzug der Freiheitsstrafe teilbedingt aufzuschieben und es seien davon 6 
Monate zu vollziehen und es sei der Vollzug der weiteren 22 Monaten bedingt aufzu-
schieben. 

4. Es sei dem Beschuldigten C. für die bedingt aufgeschobene Freiheitsstrafe von 22 
Monaten eine Probezeit von 3 Jahren zur Bewährung anzusetzen. 

5. Es sei der zuständige Kanton mit dem Vollzug der Freiheitsstrafe zu beauftragen. 

6. Es sei auf eine Ersatzforderung des Staates von Fr. 10'000.-- zu erkennen. 

7. Es seien die folgenden sichergestellten und beschlagnahmten Gegenstände einzu-
ziehen und der Vernichtung zuzuführen: 

 1 Minigrip-Beutel und 1 Plastiksack mit Hanf (1 g bzw. ca. 20 g) und 1 VHS Kassette 
mit pornografischen Aufnahmen. 

8. Es seien dem Beschuldigten C. die gesamten Verfahrenskosten aufzuerlegen, beste-
hend aus den bislang aufgelaufenen Kosten von Fr. 20'716.60, zuzüglich der Ge-
richtskosten sowie zuzüglich der noch festzulegenden Kosten der amtlichen Verteidi-
gung. 

Anträge der Verteidigung des Beschuldigten C.: 

1. Der Beschuldigte C. sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Die Verfahrenskosten, inklusive der Kosten für die amtliche Verteidigung, seien auf 
die Staatskasse zu nehmen. 

3. Der Beschuldigte C. sei für unrechtmässig erlittene Haft angemessen zu entschädi-
gen. 

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Prozessgeschichte: 

A. Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 29. Januar 2003 ein gerichtspolizeiliches 

Ermittlungsverfahren gegen diverse Mitglieder der Hells Angels, darunter den 

Beschuldigten A., wegen Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen 

Organisation gemäss Art. 260
ter

 StGB (cl. 78 pag. 28 f.). Dieses Ermittlungsver-

fahren dehnte sie in der Folge auf weitere Personen aus, namentlich mit Verfü-

gung vom 9. September 2003 (cl. 78 pag. 32 f.) auf den Beschuldigten B. und mit 

Verfügung vom 19. April 2004 (cl. 78 pag. 38 f.) unter anderem auf die Beschul-

digten C. und D. 

B. Mit Verfügung vom 28. April 2004 dehnte die Bundesanwaltschaft die Strafver-

folgung gegen die genannten Beschuldigten wie folgt aus: gegen A. auf die Tat-

bestände der versuchten Entführung, evtl. der versuchten Freiheitsberaubung, 

der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub, der versuchten vorsätzlichen 

Tötung, evtl. der schweren Körperverletzung, evtl. der Anstiftung zu versuchter 

vorsätzlicher Tötung, evtl. der Anstiftung zu schwerer Körperverletzung, der Er-

pressung, evtl. der versuchten Erpressung, der Gefährdung des Lebens, der 

qualifizierten einfachen Körperverletzung; gegen B. auf die Tatbestände der ver-

suchten Entführung, evtl. der versuchten Freiheitsberaubung, der strafbaren 

Vorbereitungshandlungen zu einem Raub, der Erpressung, evtl. der versuchten 

Erpressung; gegen C. auf den Tatbestand der strafbaren Vorbereitungshandlun-

gen zu Raub; gegen D. auf die Tatbestände der versuchten Entführung, evtl. der 

versuchten Freiheitsberaubung, der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu 

Raub, der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. der schweren Körperverletzung, 

evtl. der Anstiftung zu versuchter vorsätzlicher Tötung, evtl. der Anstiftung zu 

schwerer Körperverletzung, der Erpressung, evtl. der versuchten Erpressung (cl. 

78 pag. 40 ff.). Mit Verfügung vom 1. September 2004 dehnte die Bundesanwalt-

schaft die Strafverfolgung gegen B. und D. auf den Tatbestand der qualifizierten 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz aus (cl. 78 pag. 44 ff.). 

C. A. befand sich vom 28. April 2004 bis zum 7. Juni 2004 in Untersuchungshaft (cl. 

80 pag. 249, 310), B. vom 29. September 2003 bis zum 6. Oktober 2003 (cl. 104 

pag. 8115, 8149) sowie vom 28. April 2004 bis zum 7. Juni 2004 (cl. 80 pag. 437, 

490), C. vom 28. April 2004 bis zum 12. Mai 2004 (cl. 81 pag. 612, 653) und D. 

vom 28. April 2004 bis zum 7. Juni 2004 (cl. 82 pag. 725, 776). 

D. Auf Antrag der Bundesanwaltschaft vom 31. März 2005 (cl. 1 pag. 1.0.1 ff.) er-

öffnete das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt (nachfolgend: URA) am 

18. April 2005 die Voruntersuchung gegen diverse Mitglieder der Hells Angels, 

so auch gegen A., B., C. und D., wie folgt: gegen A. "wegen Beteiligung an bzw. 

Unterstützung einer kriminellen Organisation, Freiheitsberaubung (strafbare Vor-

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bereitungshandlungen), Raubversuchs (strafbare Vorbereitungshandlungen), 

Anstiftung zu schwerer Körperverletzung, Erpressung ev. versuchter Erpressung, 

Anstiftung zu Sachbeschädigung (mit grossem Schaden), Pornografie und Ge-

waltdarstellungen und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

(schwerer Fall)"; gegen B. "wegen Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kri-

minellen Organisation, Raubes (strafbare Vorbereitungshandlungen), Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (schwerer Fall), Erpressung ev. 

versuchter Erpressung und Sachbeschädigung (mit grossem Schaden)"; gegen 

C. "wegen Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation, 

Raubversuchs (strafbare Vorbereitungshandlungen) und Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz (schwerer Fall)"; gegen D. "wegen Beteiligung an 

bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation, Freiheitsberaubung (strafbare 

Vorbereitungshandlungen), Anstiftung zu schwerer Körperverletzung, Erpres-

sung ev. versuchter Erpressung und Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz (schwerer Fall)" (cl. 1 pag. 1.0.20 ff.). Mit Verfügungen vom 16. April 

2009 dehnte das URA die Voruntersuchung gegen A., B. und C. auf weitere Wi-

derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz aus (cl. 27 pag. 1.0.708 f.; 

…712 f.; …714 f.). 

E. Am 6. Mai 2010 schloss das URA die Voruntersuchung ab (cl. 38 pag. 24.0.1 ff.). 

Der Schlussbericht des URA datiert vom 7. Mai 2010 (cl. 38 pag. 24.0.5 ff.). 

F. Mit separaten Anklageschriften, je vom 24. Dezember 2010, erhob die Bundes-

anwaltschaft beim Bundesstrafgericht Anklage gegen die Beschuldigten, und 

zwar wie folgt: gegen A. wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Be-

täubungsmittelgesetz, versuchter Erpressung, versuchter Freiheitsberaubung 

und Entführung, evtl. strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Freiheitsberaubung 

und Entführung, strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Raub, evtl. Gehilfen-

schaft zu strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub; gegen B. wegen qualifi-

zierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Gehilfenschaft 

zu strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub; gegen C. ebenfalls wegen 

qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Gehilfen-

schaft zu strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub; gegen D. wegen ver-

suchter Freiheitsberaubung und Entführung, evtl. strafbarer Vorbereitungshand-

lungen zu Freiheitsberaubung und Entführung (cl. 144/1 pag. 144.100.1 ff., …31 

ff., …46 ff., …63 ff.). 

G. Die Strafverfahren gegen die Beschuldigten wegen der übrigen oben erwähnten 

Vorwürfe, darunter der Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Or-

ganisation gemäss Art. 260
ter

 StGB, wurden mit Verfügungen der Bundesanwalt-

schaft vom 29. Dezember 2010 unter Regelung der Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen eingestellt (cl. 144/1 pag. 144.140.1 ff., …56 ff., …101 ff., …130 ff.). 

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H. Am 30. Dezember 2010 eröffnete die Strafkammer des Bundesstrafgerichts ge-

gen A., B., C. und D. je ein Verfahren unter der Geschäftsnummer SK.2010.31, 

SK.2010.32, SK.2010.34 resp. SK.2010.35 (cl. 144/1 pag. 144.160.1 f.). Am 

21. Januar 2011 verfügte der Präsident der Strafkammer unter anderem, dass 

die Anklagen gegen A., B., C. und D. durch denselben Spruchkörper zu beurtei-

len seien (cl. 144/1 pag. 144.160.4 ff.). Mit Beschluss vom 9. Februar 2011 ver-

einigte der Spruchkörper die vier Verfahren (SK.2010.31, SK.2010.32, 

SK.2010.34 und SK.2010.35) in einem (SK.2010.31) (cl. 144/7 pag. 144.950.1 

f.). 

I. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht aktuelle Straf- und 

Betreibungsregisterauszüge, Steuerunterlagen sowie polizeiliche Leumundsbe-

richte betreffend die Beschuldigten ein. In Bezug auf A., C. und D. wurden zu-

dem die gegen diese ergangenen Strafbefehle samt entsprechenden Verfah-

rensakten eingeholt (cl. 144/2 pag. 144.231-4; ...251-4; …271-4). 

J. Die Hauptverhandlung wurde am 17. Oktober 2011 in Anwesenheit der Parteien 

vor der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts eröffnet 

(cl. 144/6 pag. 144.920.54 ff.). Anlässlich derselben stellte das Gericht bei der 

Behandlung der Vorfragen gemäss Art. 339 Abs. 2 und 3 StPO fest, dass die von 

der Bundesanwaltschaft eingereichten Akten des Vorverfahrens, namentlich die 

digitalisierten Aufzeichnungen der Telefon- und Raumüberwachung (cl. 143), 

nicht vollständig resp. aufgrund des vorhandenen Ablage- und Verzeichnissys-

tems schwer einsehbar waren. Mit prozessleitendem Beschluss (Art. 339 Abs. 5 

StPO) vom gleichen Tag, welcher in der Folge mit Beschlüssen vom 2. und 25. 

November 2011, 26. Januar 2012 und 3. Februar 2012 erläutert und hinsichtlich 

der Ausführungsmodalitäten zum Teil abgeändert wurde, wies das Gericht die 

Bundesanwaltschaft an, die Akten zu vervollständigen (cl. 144/6 pag. 144.920.69 

f.; …14; …22 ff.; …27 f.). Die Hauptverhandlung wurde bis zur Aktenergänzung 

unterbrochen (cl. 144/6 pag. 144.920.70). 

K. Am 4. September 2012 wurde die Hauptverhandlung, nachdem die Bundesan-

waltschaft in der Zwischenzeit die Akten anordnungsgemäss ergänzt hatte 

(cl. 144/3 pag. 144.510.216 ff.; …234 ff.; …288 ff.; …293; cl. 144/4 pag. 

144.510.321 ff.; …332 ff.; …351 ff.), wieder aufgenommen. Sie fand vom 4. bis 

6. September 2012 sowie am 18. September 2012 in Anwesenheit der Parteien 

vor der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts statt 

(cl. 144/6 pag. 144.920.71 ff.). 

 

 

 

- 6 - 

Die Strafkammer erwägt: 

 

1. Vorfragen 

1.1 Einschränkung der Begründungspflicht  

1.1.1 Gemäss Art. 82 Abs. 1 StPO verzichtet das erstinstanzliche Gericht auf eine 

schriftliche Begründung, wenn es das Urteil mündlich begründet (lit. a) und nicht 

eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, eine Verwahrung nach Art. 64 

StGB, eine Behandlung nach Art. 59 Abs. 3 StGB oder, bei gleichzeitig zu wider-

rufenden bedingten Sanktionen, einen Freiheitsentzug von mehr als zwei Jahren 

ausspricht (lit. b). Gemäss Art. 82 Abs. 2 StPO stellt das Gericht den Parteien 

nachträglich ein begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen 

nach Zustellung des Dispositivs verlangt (lit. a) oder eine Partei ein Rechtsmittel 

ergreift (lit. b). 

1.1.2 Vorliegend sind keine Strafen oder Massnahmen im Sinne von Art. 82 Abs. 1 

lit. b StPO ausgesprochen worden (vgl. Urteilsdispositiv). Das Urteil wurde in der 

Hauptverhandlung vom 18. September 2012 den Parteien eröffnet und durch die 

Vorsitzende gemäss Art. 82 Abs. 1 lit. a StPO mündlich begründet (cl. 144/6 pag. 

144.920.95 ff.). Von den Parteien hat einzig C. mit Schreiben seines Verteidigers 

vom 19. September 2012 gemäss Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO die Zustellung der 

schriftlichen Urteilsbegründung verlangt (cl. 144/4 pag. 144.523.18). Ein 

Rechtsmittel im Sinne von Art. 82 Abs. 2 lit. b StPO fällt vorliegend, angesichts 

dessen, dass gegen verfahrensabschliessende Entscheide der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts lediglich das ordentliche Rechtsmittel der Beschwerde ans 

Bundesgericht gegeben ist, die erst nach der Eröffnung der vollständigen Ur-

teilsausfertigung eingelegt werden kann (Art. 78, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 und 

Art. 100 Abs. 1 BGG), von vornherein ausser Betracht. Bei dieser Sachlage wird 

das Urteil nur in dem Umfang begründet, als es sich auf C. bezieht. 

 

1.2 Anwendbares Prozessrecht 

1.2.1 Das Vorverfahren bis zur Anklageerhebung wurde unter altem Prozessrecht 

(BStP) durchgeführt. Die entsprechenden Verfahrenshandlungen behalten ge-

mäss Art. 448 Abs. 2 der seit 1. Januar 2011 in Kraft stehenden Schweizeri-

schen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) ihre Gültig-

keit. 

- 7 - 

1.2.2 Das Hauptverfahren unterstand ab dem 1. Januar 2011 dem neuem Verfahrens-

recht, da die Hauptverhandlung in diesem Zeitpunkt noch nicht eröffnet war 

(Art. 450 StPO). 

 

1.3 Anwendbares materielles Recht 

1.3.1 Die C. vorgeworfenen Straftaten fallen in einen Zeitraum vom Ende September 

2003 bis Februar 2004. Seither wurden die massgeblichen Gesetzesbestimmun-

gen geändert, namentlich mit der Revision des Allgemeinen Teils des Strafge-

setzbuches am 1. Januar 2007 (AS 2006 3459), der Teilrevision des Bundesge-

setzes vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die psychotropen 

Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) am 1. Juli 2011 (AS 2009 

2623, 2011 2559) sowie der Aufhebung der bisherigen Verordnung des Schwei-

zerischen Heilmittelinstituts über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe 

vom 12. Dezember 1996 (Betäubungsmittelverordnung Swissmedic, BetmV-

Swissmedic) und dem Inkrafttreten an ihrer Stelle der Verordnung des EDI vom 

30. Mai 2011 über die Verzeichnisse der Betäubungsmittel, psychotropen Stoffe, 

Vorläuferstoffe und Hilfschemikalien (Betäubungsmittelverzeichnisverordnung, 

BetmVV-EDI; SR 812.121.11) am 1. Juli 2011 (AS 2011 2589, 2595). Daneben 

hat  Art. 260
bis

 Abs. 1 StGB per 1. Januar 2011 und 1. Juli 2012 – vorliegend 

nicht interessierende – tatbestandliche Erweiterungen und redaktionelle Überar-

beitung erfahren (AS 2010 4963, 2012 2575). 

Unter Berücksichtigung des strafrechtlichen Rückwirkungsverbots kommt grund-

sätzlich das zum Tatzeitpunkt geltende (materielle) Recht zur Anwendung (Art. 2 

Abs. 1 StGB). Art. 2 Abs. 2 StGB sieht allerdings vor, dass das neue Recht an-

wendbar ist, wenn es für den Täter das mildere ist als das zum Zeitpunkt der Tat 

geltende Recht (lex mitior). Das Anknüpfungskriterium der lex mitior erfordert ei-

nen Vergleich der konkurrierenden Strafgesetze und ergibt sich aus dem Zu-

sammenspiel der verschiedenen Vorschriften des Besonderen Teils (bzw. des 

Nebenstrafrechts, in casu des BetmG) und des Allgemeinen Teils des Strafge-

setzbuches (BGE 135 IV 113 E. 2.2; 134 IV 82 E. 6.2). Zur Ermittlung des milde-

ren Rechts hat der Richter aufgrund der konkreten Umstände des jeweiligen 

Falls nach objektiven Massstäben zu prüfen, nach welchem der beiden Rechte 

der Täter besser wegkommt. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat 

nur entweder das alte oder das neue Recht (Grundsatz der Alternativität). Eine 

kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen. Bei mehreren 

selbständigen strafbaren Handlungen ist in Bezug auf jede einzelne Handlung 

gesondert zu prüfen, ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls 

ist eine Gesamtstrafe zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3; Urteil des Bundesstraf-

gerichts SK.2011.1 vom 8. November 2011, E. 1.3.1). 

- 8 - 

1.3.2 Die bezüglich des Anklagevorwurfs der Gehilfenschaft zu strafbaren Vorberei-

tungshandlungen zu Raub massgeblichen Tatbestände von Art. 260
bis

 StGB 

(strafbare Vorbereitungshandlungen) und Art. 140 StGB (Raub) wurden durch 

die Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches inhaltlich nicht geän-

dert. Es wurden lediglich die Strafdrohungen dieser Bestimmungen an das revi-

dierte Sanktionensystem angepasst, ohne dass der damit verbundene Vorwurf 

erschwert worden wäre (vgl. BGE 134 IV 82 E. 5 m.w.H.). Die Regelung betref-

fend Gehilfenschaft (Art. 25 StGB), die in Bezug auf die Strafbarkeitsvorausset-

zungen ohnehin ebenfalls unverändert blieb, braucht in casu, wie sich zeigen 

wird (vgl. E. 4), nicht berücksichtigt zu werden. Die Strafbarkeitsvoraussetzungen 

der Gehilfenschaft zu strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub sind dem-

nach unter neuem Recht dieselben wie unter altem Recht. Da sich die Frage des 

milderen Rechts hinsichtlich dieses Anklagevorwurfs nach der Strafbarkeitsprü-

fung (E. 4.4 f.) nicht mehr stellen wird, erübrigt sich insoweit die Unterscheidung 

zwischen altem und neuen Recht. 

1.3.3 Mit Bezug auf die angeklagten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-

gesetz fällt Folgendes in Betracht: 

Die allgemeinen Bestimmungen des Strafgesetzbuches finden auf Betäubungs-

mitteldelikte insoweit Anwendung, als das Betäubungsmittelgesetz nicht selbst 

Bestimmungen aufstellt (Art. 26 aBetmG resp. Art. 26 BetmG). Mit der Revision 

des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches wurden einzig die Strafdrohungen 

des Betäubungsmittelgesetzes dem neuen Sanktionensystem angepasst, wäh-

rend dessen Strafbestimmungen bis zur Teilrevision des Betäubungsmittelgeset-

zes unverändert blieben. Ebenfalls nicht geändert wurden die in casu massgebli-

chen Regelungen über die Verfolgungsverjährung (Art. 70 Abs. 1 i.V.m. Art. 71 

aStGB resp. Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 98 StGB). Hinsichtlich der Revision des 

Betäubungsmittelrechts ist vorab anzumerken, dass diese nichts an der Qualifi-

kation von Hanf mit einem THC-Gehalt von mindestens 3%, auf den sich die An-

klage bezieht, als Betäubungsmittel geändert hat (vgl. Art. 1 Abs. 1, Abs. 2 lit. a 

Ziff. 4 und Abs. 4 sowie Art. 8 Abs. 1 lit. d aBetmG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 lit. a und 

Anhang a aBetmV-Swissmedic und die diesbezügliche Rechtsprechung [BGE 

126 IV 198 E. 1] gegenüber Art. 2 lit. a, Art. 2a sowie Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG 

i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. a und Anhang 1 BetmVV-EDI). Mit der Teilrevision des Be-

täubungsmittelgesetzes wurde der Grundtatbestand von Art. 19 Ziff. 1 aBetmG 

terminologisch und strukturell überarbeitet, inhaltlich jedoch nur marginal und 

vorliegend nicht relevant geändert (vgl. Art. 19 Abs. 1 BetmG; s. auch Bericht der 

Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates vom 4. Mai 

2006 [BBl 2006 8611 f.]). Die anklagerelevanten Qualifikationsgründe der Ban-

denmässigkeit und der Gewerbsmässigkeit (Art. 19 Ziff. 2 lit. b und c aBetmG) 

wurden ebenfalls teilweise neu redigiert, erfuhren indes inhaltlich keine Änderung 

- 9 - 

(vgl. Art. 19 Abs. 2 lit. b und c BetmG; s. auch BBl 2006 8612). Die Strafbarkeits-

voraussetzungen der angeklagten Betäubungsmitteldelikte sind demnach unter 

neuem und altem Recht identisch. In Vorwegnahme des Ergebnisses der Straf-

zumessung ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass sich das neue Recht 

auch im Hinblick auf die C. aufzuerlegende Strafe nicht als das mildere erweist 

(vgl. E. 5.9). Demzufolge wird im Folgenden bei der Beurteilung der Widerhand-

lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz auf das zur Tatzeit geltende Recht 

abgestellt. 

 

1.4 Zuständigkeit 

1.4.1 Die sachliche Zuständigkeit richtete sich bis 31. Dezember 2010 nach dem 

StGB; seit dem 1. Januar 2011 richtet sie sich nach der eidgenössischen StPO. 

Im Falle von Hängigkeit, aber noch nicht eröffneter Hauptverhandlung hat das 

bisher zuständige Gericht die Anklage gegebenenfalls an das neu zuständige 

Gericht zu überweisen (LIEBER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommen-

tar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 450 

N 3). Zu prüfen ist also primär die sachliche Zuständigkeit nach neuem Recht. 

1.4.2 Das Bundesstrafgericht ist insbesondere sachlich zuständig, Straftaten nach 

Art. 260
ter

 StGB sowie Verbrechen zu beurteilen, welche von einer kriminellen 

Organisation im Sinne der genannten Bestimmung ausgehen, sofern die Hand-

lungen zu einem wesentlichen Teil im Ausland oder kantonsübergreifend im In-

land, und zwar ohne eindeutigen Schwerpunkt in einem Kanton, verübt werden 

(Art. 24 Abs. 1 StPO). Hat die Bundesanwaltschaft in einer Strafsache, in der 

sowohl Bundesgerichtsbarkeit als auch kantonale Gerichtsbarkeit gegeben ist, 

die Vereinigung der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden angeordnet, 

bleibt die Bundeszuständigkeit bestehen, auch wenn der die Zuständigkeit be-

gründende Teil des Verfahrens eingestellt wird (Art. 26 Abs. 1 und 2 StPO). 

1.4.3 Vorliegend hat die Bundesanwaltschaft, wie erwähnt (Prozessgeschichte, lit. A), 

das Verfahren wegen Verdachts der Beteiligung an bzw. Unterstützung einer 

kriminellen Organisation gemäss Art. 260
ter

 StGB eröffnet. Danach hat sie bzw. 

das URA durch die Ausdehnungen auf weitere Straftatbestände, welche kanto-

naler Gerichtsbarkeit unterliegen, eine Vereinigung in der Hand der Bundesbe-

hörden angeordnet. Demnach ist das Bundesstrafgericht für die Beurteilung der 

vorliegenden Anklage zuständig, auch wenn das Verfahren mit Bezug auf den 

die Bundeszuständigkeit begründenden Tatbestand des Art. 260
ter

 StGB einge-

stellt wurde. Nicht zu hinterfragen ist im heutigen Zeitpunkt, ob das Erfordernis 

"ohne eindeutigen Schwerpunkt in einem Kanton", das auch nach Art. 337 

aStGB (in der bis 31. Dezember 2010 geltenden Fassung) bestand, erfüllt war. 

- 10 - 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum alten Recht darf die Straf-

kammer des Bundesstrafgerichts die Bundesstrafgerichtsbarkeit nach Anklage-

erhebung nur noch aus besonders triftigen Gründen verneinen (BGE 133 IV 235 

E. 7.1). Von dieser Rechtsprechung ist auch unter neuem Recht auszugehen. 

Besonders triftige Gründe, die gegen die Bundesstrafgerichtsbarkeit sprechen 

würden, sind in casu nicht ersichtlich. 

 

1.5 Beweisverwertbarkeit 

1.5.1 a) Die Bundesanwaltschaft stützt ihre Anklage auf die Ergebnisse der im Rah-

men des gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens gegen A., B. und weitere 

Personen durchgeführten technischen Überwachungen sowie auf die gestützt 

auf diese erlangten Sekundärbeweise. 

b) Der Verteidiger von A., dem sich insoweit auch die Verteidiger der übrigen 

Beschuldigten anschliessen, bestreitet die Verwertbarkeit der genannten Be-

weismittel mit dem folgenden Argument: Die ersten Überwachungsmassnahmen 

seien angeordnet worden, ohne dass der hierfür erforderliche dringende Ver-

dacht der kriminellen Organisation, des Delikts, wegen dem die Untersuchung 

eröffnet worden sei, vorgelegen habe. Sämtliche Beweise, die aufgrund dieser 

Überwachungsmassnahmen direkt oder mittelbar erhoben worden seien, würden 

daher als Produkt einer verbotenen "fishing expedition" einem Verwertungsver-

bot unterliegen (cl. 144/6 pag. 144.920.58 f., …113 ff.). 

c) Die Frage der Verwertbarkeit der mittels technischer Überwachung erlangten 

Beweise richtet sich in casu aufgrund des in E. 1.2.1 Dargelegten nach den zum 

Zeitpunkt der Anordnung resp. Genehmigung der betreffenden Massnahmen gel-

tenden Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 betreffend die 

Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF; SR 780.1). 

d) Art. 10 Abs. 5 aBÜPF sah vor, dass die Person, gegen die sich die Überwa-

chung gerichtet hatte, innert 30 Tagen, nach dem die anordnende bzw. verfah-

rensleitende Behörde ihr gemäss Art. 10 Abs. 2 i.V.m. Abs. 4 aBÜPF Grund, Art 

und Dauer der Überwachung mitgeteilt hatte, Beschwerde wegen fehlender 

Rechtmässigkeit und Verhältnismässigkeit der Überwachung erheben konnte. 

Beschwerdelegitimiert gemäss dieser Bestimmung war neben der verdächtigten 

jede Person, deren Postadresse oder Fernmeldeanschluss überwacht wurde 

(HANSJAKOB, BÜPF/VÜPF, Kommentar zum Bundesgesetz und zur Verordnung 

über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs, 2. Aufl., St. Gallen 

2006, Art. 10 BÜPF N. 44). 

- 11 - 

e) C. war bei den relevanten Überwachungsmassnahmen weder Inhaber eines 

überwachten Anschlusses – sei es als Verdächtigter oder Dritter – noch Zielper-

son (cl. 87 pag. 2233 ff.) und gehört damit nicht den Personen an, gegen die sich 

die fraglichen Überwachungen gerichtet haben (vgl. Entscheid des Bundesstraf-

gerichts BB.2009.46 vom 7. Juni 2009 mit der gleichen Ausgangslage). Er wäre 

demzufolge nicht dazu legitimiert, die Rechtmässigkeit und die Verhältnismäs-

sigkeit der fraglichen Überwachungsmassnahmen im hierfür vorgesehenen Be-

schwerdeverfahren nach Art. 10 Abs. 5 aBÜPF überprüfen zu lassen. Umso we-

niger ist er dazu berechtigt, ein entsprechendes Vorbringen im Rahmen des vor-

liegenden Verfahrens zu erstatten. Sofern demnach die Verwertbarkeit der vor-

liegenden Beweismittel unter dem Gesichtspunkt der Rechtmässigkeit der Über-

wachung auch im Namen von C. bestritten wird, ist der Einwand von vornherein 

nicht zu hören. 

1.5.2 a) Des Weiteren macht der Verteidiger von C. geltend, es habe in Bezug auf 

seinen Mandanten ausserhalb des Vorwurfes der Beteiligung an bzw. Unterstüt-

zung einer kriminellen Organisation und der strafbaren Vorbereitungshandlungen 

keine gerichtliche Genehmigung zur Verwendung von Zufallsfunden aus der 

Überwachung von Drittpersonen, also insbesondere nicht zur Verfolgung von 

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, vorgelegen. Die entspre-

chenden Abhördaten und die gestützt darauf erstellten Protokolle seien insoweit 

nicht als Beweismittel verwertbar (cl. 144/7 pag. 144.920.504 ff.). 

b) Die Verwertbarkeit von Zufallsfunden richtet sich vorliegend nach Art. 9 

aBÜPF (E. 1.2.1). Dessen Abs. 1 bestimmte: "Werden durch die Überwachung 

andere strafbare Handlungen als die in der Überwachungsanordnung aufgeführ-

ten bekannt, so können die Erkenntnisse gegen die verdächtigte Person ver-

wendet werden, wenn diese Straftaten zusätzlich zur vermuteten Straftat began-

gen werden (lit. a) oder die Voraussetzungen für eine Überwachung nach die-

sem Gesetz erfüllen (lit. b)". In Art. 9 Abs. 2 aBÜPF wurde sodann geregelt, wie 

zu verfahren ist, wenn die erfassten Zufallsfunde Dritte betreffen. Demnach 

musste für die Verwendung von Ermittlungserkenntnissen, welche Straftaten ei-

ner Person betrafen, die in der Überwachungsanordnung keiner Straftat verdäch-

tigt war, vor Einleitung weiterer Ermittlungen die Zustimmung der Genehmi-

gungsbehörde eingeholt werden; die Zustimmung konnte erteilt werden, wenn 

die Voraussetzungen für eine Überwachung nach diesem Gesetz erfüllt waren. 

Wurde die Genehmigung gemäss Art. 9 Abs. 2 aBÜPF erteilt, so gilt diese nicht 

nur für die im Gesuch erwähnten Anlasstaten, sondern in analoger Anwendung 

von Art. 9 Abs. 1 lit. a und b aBÜPF auch für die Straftaten, die zusätzlich zur 

vermuteten Straftat begangen wurden resp. die Voraussetzungen für eine Über-

wachung nach diesem Gesetz erfüllen (SCHMID, Verwertung von Zufallsfunden 

- 12 - 

sowie Verwertungsverbote nach dem neuen Bundesgesetz über die Überwa-

chung des Post- und Fernmeldeverkehrs, ZStrR 2002, S. 298 f.). 

Der in Art. 9 Abs. 1 lit. b aBÜPF enthaltene Verweis auf "die Voraussetzungen 

für eine Überwachung nach diesem Gesetz" bezieht sich auf Art. 3 aBÜPF (BGE 

132 IV 70 E. 6.2.2). Dessen Abs. 3 lit. f aBÜPF erlaubte beim dringenden Ver-

dacht auf qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Ziff. 2 aBetmG die Anordnung einer Überwachung. 

c) Mit Entscheiden vom 27. Mai und 17. Juni 2004 genehmigte die zum damali-

gen Zeitpunkt zuständige Genehmigungsinstanz, der Präsident der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts, auf entsprechende Ersuchen der Bundesan-

waltschaft (cl. 87 pag. 2282 ff., 2327 ff.) die Verwendung von Zufallsfunden, wel-

che im Rahmen der gegen A. und weitere Personen gerichteten Überwa-

chungsmassnahmen anfielen, u.a. im Strafverfahren gegen C. wegen strafbaren 

Vorbereitungshandlungen (Art. 260
bis

 StGB) und Beteiligung an bzw. Unterstüt-

zung einer kriminellen Organisation (Art. 260
ter

 StGB) (cl. 87 pag. 2305 ff., 2331 

ff.). Nachdem somit die Zustimmung zur Verwertung von Zufallsfunden gemäss 

Art. 9 Abs. 2 aBÜPF erteilt worden war, bedurfte es für die Verfolgung der C. zur 

Last gelegten Betäubungsmitteldelikte aufgrund des vorstehend Dargelegten 

keiner weiteren Genehmigung mehr. Der diesbezügliche Einwand geht fehl. 

1.5.3 a) Der Verteidiger von C. wendet ferner ein, dass sein Mandant die ihn belasten-

den Ergebnisse der Telefon- und Raumüberwachung "nie in verständlicher und 

rechtsgenügender Form vorgehalten" worden seien, weshalb sie nicht gegen ihn 

verwendet werden dürften (cl. 144/7 pag. 144.920.509 ff.).  

b) Das rechtliche Gehör ist zentraler Teilgehalt des fairen Verfahrens und als 

solcher in Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 3 

Abs. 2 lit c. und Art. 107 StPO festgehalten. Der Grundsatz besagt, dass einer 

gerichtlichen Entscheidung nur Tatsachen und Beweismittel zugrunde gelegt 

werden dürfen, die den Betroffenen eröffnet wurden und zu denen sie sich äus-

sern konnten (BGE 133 IV 335 E. 6; 129 II 497 E. 2.2; 127 I 54 E. 2b; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_280/2009 vom 9. Juli 2009, E. 3.2, je m.w.H.). Daraus ergibt 

sich das Recht auf Akteneinsicht. Dieses soll sicherstellen, dass der Beschuldig-

te von den Entscheidgrundlagen Kenntnis nehmen und sich wirksam und sach-

bezogen verteidigen kann. Dies bedeutet, dass die Beweismittel, jedenfalls so-

weit sie nicht unmittelbar an der Hauptverhandlung erhoben werden, in den Un-

tersuchungsakten vorhanden sein müssen und dass aktenmässig belegt sein 

muss, wie sie produziert wurden, damit der Beschuldigte in der Lage ist, zu prü-

fen, ob sie inhaltliche oder formelle Mängel aufweisen und gegebenenfalls Ein-

wände gegen deren Verwertbarkeit erheben kann (Urteil des Bundesgerichts 

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http://links.weblaw.ch/6B_280/2009

- 13 - 

6P.170/2004 vom 9. Juli 2009, E. 3.2). Eine generelle Pflicht der Untersu-

chungsbehörden, unaufgefordert sämtliche Untersuchungsakten vorzulegen, be-

steht demgegenüber nicht. Vielmehr treffen den Beschuldigten bzw. dessen Ver-

teidiger im Zusammenhang mit der Wahrung der Verteidigungsrechte gewisse 

Obliegenheiten, womit es Sache des Beschuldigten bzw. seines Verteidigers ist, 

entsprechende Anträge zu stellen und Akteneinsicht auszuüben (vgl. aus der 

kantonalen Rechtsprechung ZR 95/1996 Nr. 10 S. 29 f.; Entscheid des Kantons-

gerichts des Kantons Basel-Landschaft 100 04 56 [A 17]/NEP vom 31. August 

2004, E. 3.4). Dabei geht es nicht an, pauschale Anträge auf Vorhalten sämtli-

cher, nicht näher definierter Beweismittel zu stellen. Im Hinblick auf die Aus-

übung des Akteneinsichtsrechts in Bezug auf die Ergebnisse technischer Über-

wachungsmassnahmen bedeutet dies, dass es Sache des Beschuldigten bzw. 

seines Verteidigers ist, konkret anzugeben, welche Aufzeichnungen er einsehen 

bzw. anhören will, und deren Vorspielen zu beantragen (vgl. TPF 2011 11 

E. 1.5.4). Es widerspricht dem Grundsatz von Treu und Glauben und ist nicht zu 

schützen, wenn die Verteidigung bewusst auf die Möglichkeit der Einsichtnahme 

bzw. Anhörung der Aufzeichnungen verzichtet, um dann daraus eine Unverwert-

barkeit der entsprechenden Beweismittel abzuleiten (vgl. Entscheid des Kassati-

onsgerichts des Kantons Zürich AC110007 vom 5. März 2012, E. 1.9). 

c) Sämtliche im vorliegenden Verfahren erstellten Protokolle der Telefon- und 

Raumüberwachung befinden sich in den Verfahrensakten (cl. 56-72 pag. 9.1.9-

9.16.100; cl. 53-55 pag. 9.19.1-830; cl. 134 pag. 9.11-50) und sind allen Be-

schuldigten, darunter auch C., zur – ab 21. Juli 2005  gewährten – Einsicht offen 

gestanden (cl. 22 pag. 16.20/2). Dem Verteidiger von C. sind zudem am 

2. September 2008 sowie 16. Juli 2009 die Kopien aller die Vorwürfe gegen C. 

betreffenden Protokolle der überwachten Gespräche zugestellt worden (cl. 32 

pag. 16.0.14; …1.108). 

In Bezug auf die Aufzeichnungen der Telefon- und Raumüberwachung verfügte 

das URA am 1. Mai 2009, dass allen Beschuldigten, darunter auch C., umfas-

sende Einsicht gewährt werde (cl. 27 pag. 1.0.738 ff.). Am 17. Juni 2009 wurde 

die BKP durch das URA beauftragt, die Einsichtnahme in die Aufzeichnungen zu 

organisieren und den Beschuldigten und ihren Verteidigern die gewünschten 

Aufzeichnungen vorzuspielen (cl. 32 pag. 16.0.9). Der Verteidiger von C. machte 

in der Folge am 24. August 2009, am 7. September 2009 sowie am 2. Oktober 

2009 von dieser Möglichkeit Gebrauch (cl. 33 pag. 16.7.85). 

Im Rahmen der Vorbereitung der Hauptverhandlung setzte das Gericht ab dem 

6. September 2011 einen Datenträger mit den von der Bundesanwaltschaft ein-

gereichten digitalisierten Aufzeichnungen der Telefon- und Raumüberwachung 

unter den Verteidigern der beschuldigten Personen in Zirkulation. Dem Verteidi-

http://links.weblaw.ch/6B_280/2009

- 14 - 

ger von C. stand der Datenträger vom 26. September bis zum 4. Oktober 2011 

zur Einsichtnahme zur Verfügung (cl. 144/2 pag. 144.480.9 f.; cl. 144/4 pag. 

144.523.6 ff.). 

Nachdem das Gericht in der Hauptverhandlung vom 17. Oktober 2011 festge-

stellt hatte, dass die von der Bundesanwaltschaft eingereichten digitalisierten 

Aufzeichnungen der Telefon- und Raumüberwachung nicht vollständig und zu-

dem schwer einsehbar waren, und die Bundesanwaltschaft die Akten entspre-

chend hatte vervollständigen lassen (vgl. Prozessgeschichte, lit. J und K), hat es 

zur Gewährleistung der Akteneinsicht durch die Beschuldigten folgende Vorkeh-

rungen getroffen: 

Am 3. Januar 2012 wurden allen Verteidigern der beschuldigten Personen die 

Datenträger mit sämtlichen aufgezeichneten Telefongesprächen und dem von 

der Bundesanwaltschaft entsprechend den Anordnungen des Gerichts vom 17. 

Oktober 2011, 2. und 25. November 2011 (vgl. Prozessgeschichte, lit. J) erstell-

ten dazugehörigen Inhaltsverzeichnis bis zum rechtskräftigen Abschluss des 

Verfahrens zur Verfügung gestellt (cl. 144/2 pag. 144.480.28 ff.). Am 22. Juni 

2012 setzte das Gericht einen entsprechend den Beschlüssen des Gerichts vom 

17. Oktober 2011, 2. und 25. November 2011 sowie 26. Januar 2012 und 3. Feb-

ruar 2012 (vgl. Prozessgeschichte, lit. J) erstellten Datenträger mit sämtlichen 

Aufnahmen der Raumüberwachung im Audioformat sowie dem grössten Teil der 

entsprechenden Aufnahmen im Video-/Audioformat, namentlich allen denjenigen 

Aufnahmen, die sich von den Originaldateien haben kopieren lassen (cl. 144/4 

pag. 144.510.433), unter den Verteidigern in Zirkulation, wobei dem Verteidiger 

von C. der Datenträger vom 31. Juli 2012 bis 16. August 2012 zur Verfügung 

stand. Zugleich wurden die Verteidiger auf die Möglichkeit hingewiesen, ein wei-

teres Exemplar des Datenträgers am Sitz des Bundesstrafgerichts einzusehen 

(cl. 144/2 pag. 144.480.43 f.). Am 28. Juni 2012 stellte die Bundesanwaltschaft 

auf Beschluss des Gerichts vom 25. Juni 2012 (cl. 144/6 pag. 144.920.29 ff.) den 

Verteidigern das Inhaltverzeichnis zu den Aufnahmen der Raumüberwachung im 

Video-/Audioformat zu (cl. 144/4 pag. 144.510.332 ff.). Das Inhaltsverzeichnis zu 

den entsprechenden Aufnahmen der Raumüberwachung im Audioformat wurde 

den Verteidigern nicht zugestellt, befand sich indes seit dem 24. Oktober 2011 in 

den Verfahrensakten (cl. 144/3 pag. 144.510.216 ff.; …234 ff.), worauf auch im 

erwähnten Beschluss vom 25. Juni 2012 ausdrücklich hingewiesen wurde (cl. 

144/6 pag. 144.920.32). Im Hinblick auf das allfällige Abspielen der aufgezeich-

neten Gespräche, insbesondere der nicht konvertierbaren Aufnahmen der 

Raumüberwachung im Video-/Audioformat, wurden ferner auf Anordnung des 

Gerichts alle Datenträger mit Originalaufnahmen der Telefon- und Raumüberwa-

chung und die entsprechenden Abspielgeräte für die Hauptverhandlung zur Ver-

fügung gestellt und ein im Umgang mit diesen geschulter Mitarbeiter der BKP 

- 15 - 

beigezogen (cl. 144/2 pag. 144.480.56; cl. 144/6 pag. 144.920.72 f.). Sodann 

wurden die Parteien am 4. Juli 2012 im Hinblick auf die Hauptverhandlung vom 

4.-6. September 2012 eingeladen, innert angegebener Frist dem Gericht Auf-

zeichnungen der Telefon- und Raumüberwachung anzugeben, welche sie allen-

falls in der Hauptverhandlung vorgespielt haben wünschten (cl. 144/6 pag. 

144.920.40 ff.; cl. 144/4 pag. 144.523.15). Von dieser Möglichkeit hat der Vertei-

diger von C. keinen Gebrauch gemacht (cl. 144/4 pag. 144.523.16). Ein entspre-

chender Antrag erfolgte seinerseits auch in der Hauptverhandlung nicht (cl. 

144/6 pag. 144.920.71 ff.). 

d) C. und sein Verteidiger hatten nach dem Dargelegten ausreichend Gelegen-

heit zur Einsichtnahme in die Aufzeichnungen der Telefon- und Raumüberwa-

chung und die entsprechenden Protokolle. Es war ihnen demzufolge unbenom-

men, zu spezifizieren, welche der aufgezeichneten Gespräche sie als beweisre-

levant erachteten, und deren Vorspielen zu beantragen. Sofern der Verteidiger 

von C. diesbezüglich geltend macht, es sei ihm unmöglich gewesen, innert der 

ihm eingeräumten Zeit "die immense Datenflut zu durchforsten" (cl. 144/4 pag. 

144.523.16), ist ihm entgegenzuhalten, dass C. gemäss Anklageschrift vom 

24. Dezember 2010 Straftaten im Zusammenhang mit zwei Themenkomplexen 

vorgeworfen werden, namentlich Hanfgeschäfte, begangen in der Zeit von 

ca. 28. September 2003 bis Februar 2004, sowie Gehilfenschaft zu strafbaren 

Vorbereitungshandlungen zu Raub, begangen anfangs Dezember 2003, so dass 

die Relevanz der aufgezeichneten Gespräche in Bezug auf diese Vorwürfe auf-

grund der Akten eruierbar war. Dies umso mehr, als die wesentlichen Beweismit-

tel, darunter insbesondere die Protokolle der überwachten Gespräche, auf wel-

che sich die Anklage stützt, in den Fussnoten der gemäss Art. 126 BStP (vgl. 

E. 1.2.1) erstellten Anklageschrift angegeben sind. Die Kontrollmöglichkeit des 

Beschuldigten und dessen Verteidigers war insofern gegeben. Der diesbezügli-

che – erst nach Abschluss des Beweisverfahrens im Rahmen des Plädoyers 

vorgetragene – Einwand des Verteidigers ist daher nicht zu hören. 

1.5.4 a) Der Verteidiger von C. wendet sodann ein, dass sämtliche auf Deutsch ver-

fassten Protokolle der überwachten Telefongespräche, welche in französischer 

Sprache geführt worden seien, nicht verwertbar seien, da der Übersetzer nicht 

aktenkundig sei und es aufgrund dessen anzunehmen sei, dass die Übersetzung 

der betreffenden Gespräche nicht von einem unabhängigen Übersetzer, sondern 

von einem Mitarbeiter der BKP ausgeführt worden sei (cl. 144/7 pag. 

144.920.514 ff.). 

b) Wie bereits dargelegt (E. 1.5.3b), verlangt der Grundsatz des rechtlichen Ge-

hörs, dass die Produktion von Beweismitteln für den Beschuldigten und das Ge-

richt nachvollziehbar ist. In Bezug auf Protokolle der überwachten Gespräche, 

- 16 - 

die in einer anderen Sprache geführt wurden, ergibt sich daraus insbesondere, 

dass es ersichtlich sein muss, wer die Übersetzung angefertigt hat und wie diese 

Person instruiert worden ist (vgl. BGE 129 I 85 E. 4). 

c) In – vorliegend massgebendem (E. 1.2.1) – Art. 99 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 BStP 

wurde in Bezug auf den Ausstand von Übersetzern und Dolmetschern auf die 

Bestimmungen von Art. 34 ff. BGG über den Ausstand von Gerichtspersonen 

verwiesen. Art 34 Abs. 1 lit. b BGG sieht vor, dass Gerichtspersonen in Ausstand 

treten, wenn sie in einer anderen Stellung, insbesondere als Mitglied einer Be-

hörde, als Rechtsberater oder Rechtsberaterin einer Partei, als sachverständige 

Person oder als Zeuge beziehungsweise Zeugin, in der gleichen Sache tätig wa-

ren. Will eine Partei den Ausstand einer Gerichtsperson verlangen, so hat sie 

dem Gericht ein schriftliches Begehren einzureichen, sobald sie vom Ausstands-

grund Kenntnis erhalten hat (Art. 36 Abs. 1 Satz 1 BGG). Amtshandlungen, an 

denen eine zum Ausstand verpflichtete Person mitgewirkt hat, sind aufzuheben, 

sofern dies eine Partei innert fünf Tagen verlangt, nachdem sie vom Ausstands-

grund Kenntnis erhalten hat (Art. 38 Abs. 1 BGG). Erfolgt das Ausstandsbegeh-

ren nicht sofort nach Kenntnis des Ausstandsgrundes, bleiben die entsprechen-

den Handlungen, die fünf Tage vor der Einreichung des Begehrens vorgenom-

men wurden, gültig (HÄNER, Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Auf., 

Basel 2011, Art. 36 N 1). 

d) Aus den Akten, namentlich aus einem Ersuchen der BKP vom 10. April 2006 

um Gesprächsübersetzung sowie einer Aktennotiz der BKP vom 12. Oktober 

2006 betreffend die Nachvollziehbarkeit der Überwachungsmassnahmen, geht 

hervor, dass mit der Übersetzung der abgehörten Telefongespräche aus dem 

Französischen – unter Hinweis auf die Straffolgen falscher Übersetzung (Art. 307 

StGB) und von Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB) – E., der als 

Ermittler der BKP im Vorverfahren tätig war, beauftragt worden ist (cl. 2 pag. 

1.0/427; cl. 8 pag. 9.0/027). Der Einwand der Verteidigung, der Dolmetscher sei 

nicht aktenkundig, ist insofern unzutreffend. 

e) In Berücksichtigung von Art. 34 Abs. 1 lit. b BGG ist der Beizug eines Mitarbei-

ters der BKP, welcher im Vorverfahren als Ermittler tätig war, als Übersetzer zu 

beanstanden. Indessen war dieses Vorgehen seit 2006 aktenkundig und damit 

den Parteien eröffnet. Die am 6. September 2012 (anlässlich der Hauptverhand-

lung) erfolgte Rüge ist demnach verspätet. Präzisierend ist beizufügen, dass die 

Überwachung im Rahmen eines Bundesverfahrens und die fraglichen Gesprä-

che in einer Landessprache erfolgten. Die Kontrollmöglichkeit der Parteien und 

des Gerichts in Bezug auf die entsprechenden Übersetzungen war insofern ge-

geben. 

- 17 - 

1.5.5 Die vorstehenden Erwägungen zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Er-

gebnisse der Telefon- und Raumüberwachung vollumfänglich verwertbar sind. 

1.5.6 a) Der Verteidiger von C. macht schliesslich geltend, die Aussagen des – inzwi-

schen verstorbenen – F. seien mangels Konfrontation mit seinem Mandanten 

zum Thema Hanfgeschäfte gegen diesen nicht als belastendes Beweismittel hin-

sichtlich der entsprechenden Vorwürfe verwertbar (cl. 144/7 pag. 144.920.517 f.). 

b) Ein Beschuldigter hat in einem Strafverfahren gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK 

Anspruch darauf, bei der Befragung von Belastungszeugen anwesend zu sein 

und diesem Fragen zu stellen. Mit der Garantie soll ausgeschlossen werden, 

dass ein Strafurteil auf Aussagen von Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem 

Beschuldigten wenigstens einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit 

gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu 

stellen. Aussagen von Zeugen und Auskunftspersonen dürfen in der Regel nur 

nach erfolgter Konfrontation zum Nachteil des Beschuldigten verwertet werden. 

Dem Anspruch, dem Belastungszeugen Fragen zu stellen, kommt insofern 

grundsätzlich ein absoluter Charakter zu. Er erfährt in der Praxis aber eine ge-

wisse Relativierung. Er gilt uneingeschränkt nur, wenn dem streitigen Zeugnis al-

leinige oder ausschlaggebende Bedeutung zukommt, dieses also den einzigen 

oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Auf eine Konfrontation des Beschuldig-

ten mit dem Belastungszeugen oder auf die Einräumung der Gelegenheit zur er-

gänzenden Befragung des Zeugen kann unter besonderen Umständen verzichtet 

werden, so etwa, wenn der Zeuge inzwischen verstorben ist oder trotz angemes-

sener Nachforschungen unauffindbar blieb (siehe zum Ganzen BGE 131 I 476 

E. 2.2; 124 I 274 E. 5b, je mit Hinweisen). 

c) Wie sich nachfolgend zeigen wird, werden die Aussagen von F. nicht zum 

Nachteil von C. berücksichtigt. Eine nähere Prüfung des vorliegenden Einwands 

erübrigt sich damit. 

 

2. Struktur der Hells Angels 

2.1 Die Strafuntersuchung gegen die Beschuldigten wurde wegen Beteiligung an 

bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation gemäss Art. 260
ter

 StGB eröff-

net (s. Prozessgeschichte, lit. A). In der Folge wurde das Strafverfahren in die-

sem Punkt gegen alle Beschuldigten eingestellt (s. Prozessgeschichte, lit. G). 

In den Anklageschriften ist die Verbundenheit der Beschuldigten durch die Zuge-

hörigkeit zu den Hells Angels nicht bzw. nur punktuell festgehalten, wird aber 

generell impliziert. 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=konfrontation+ausschlaggebende&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-476%3Ade&number_of_ranks=0#page476
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- 18 - 

2.2 Die Hells Angels sind ein so genannter Outlaw Motorcycle Club. Gegründet wur-

de er 1948 in Kalifornien. Heute bestehen die Hells Angels in einem weltum-

spannenden Netz von Ortsgruppen (Chaptern bzw. Chartern). Die Grundstruktur 

eines Chapters besteht in der Regel aus sechs Vorstandsfunktionen (Officers), 

mit den englischen Bezeichnungen: President, Vice-President, Secretary, Ser-

geant at Arms, Road Captain und Treasurer. Der Bestand bewegt sich zwischen 

6 und 20 Vollmitgliedern (Members). Daneben gibt es sog. Prospects. Dabei 

handelt es sich um Anwärter auf eine Vollmitgliedschaft. Sie befinden sich in ei-

ner Bewährungsphase und haben den Mitgliedern, vor allem dem Präsidenten 

(President), zur Verfügung zu stehen. Für ihre Aufnahme als Vollmitglied ist ein 

einstimmiger Beschluss der Vollmitglieder des betreffenden Chapters notwendig. 

Sodann kennen die Hells Angels sog. Hangarounds (Anwärter auf den Prospect-

Status) sowie weitere Kategorien von verbundenen Personen, die vorliegend 

nicht von Interesse sind. 

In der Schweiz existieren 5 Chapter des Hells Angels MC, wobei das Chapter 

Zürich mit Gründungsjahr 1970 mit Abstand das älteste ist (zum Ganzen cl. 38 

pag. 24.0.61 ff.; cl. 39 pag. 5.1.21 ff.; cl. 97 p. 5745 ff.). 

2.3 Zur Stellung der Beschuldigten in der Organisation Hells Angels ist Folgendes 

festzuhalten: 

2.3.1 A. war in der relevanten Zeit President der Hells Angels Zürich und zwar seit 

1995. Im Dezember 2004 schied er aus der Organisation der Hells Angels aus 

(cl. 38 pag. 24.0.72; cl. 97 pag. 5751; cl. 144/7 pag. 144.930.2 f.). 

2.3.2 B. war in der relevanten Zeit zuerst Prospect und ab dem 3. Dezember 2003 

Vollmitglied der Hells Angels Zürich (cl. 63 pag. 9.4.320; cl. 98 pag. 6211; cl. 

144/7 pag. 144.930.6). Seit dem 1. November 2004 ist er Mitglied der Hells An-

gels, Chapter Overland (cl. 13 pag. 13.4.4; cl. 144/7 pag. 144.930.6). 

2.3.3 C. war in der relevanten Zeit Vollmitglied der Hells Angels Zürich und zwar seit 

etwa 10 Jahren. Er lebte aber während der ganzen Zeit in Lausanne. Die Mee-

tings in Zürich besuchte er nach eigenen Angaben 1–2 Mal pro Monat (cl. 99 

pag. 6474 f.). Seit dem 6. November 2006 ist er Vollmitglied der Hells Angels, 

Chapter Riviera (Lausanne) (cl. 144/2 pag. 144.253.4; cl. 144/7 pag. 

144.930.10). 

2.3.4 D. ist seit 1990 Vollmitglied der Hells Angels Zürich (cl. 99 pag. 6648 f.; cl. 144/7 

pag. 144.930.14). In der relevanten Zeit war er Sergeant at Arms (cl. 99 

pag. 6648 f.). 

- 19 - 

2.4 Zu den weiteren in den Anklageschriften erwähnten Personen und ihrer Verbun-

denheit zu den Hells Angels ist Folgendes festzuhalten: 

2.4.1 F., der inzwischen verstorben ist (cl. 138 pag. 17.10.1), war ein langjähriges 

Vollmitglied der Hells Angels Zürich (cl. 98 pag. 6025). 

2.4.2 G., der inzwischen ebenfalls verstorben ist (cl. 14 pag. 13.8.12), war, soweit er-

sichtlich, nicht Mitglied der Hells Angels. 

2.4.3 H. war in der relevanten Zeit, wie B., Prospect der Hells Angels Zürich (cl. 104 

pag. 8515). 

 

3. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

3.1 Unter Ziff. I.1 der Anklageschrift vom 24. Dezember 2010 wird C. der banden- 

und gewerbsmässigen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, be-

gangen im Zeitraum vom Ende September 2003 bis Februar 2004, beschuldigt 

(cl. 144/1 pag. 144.100.47 ff.). 

3.2  

3.2.1 Entwicklungsstufen der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Der Grundtatbestand von Art. 19 Ziff. 1 aBetmG umfasst beinahe alle denkbaren 

Formen einer Beteiligung am illegalen Verkehr mit Betäubungsmitteln, vom Sta-

dium der Herstellung bis hin zur Abgabe des Stoffes an den Konsumenten; sogar 

der Versuch (im Sinne von Art. 21 ff. aStGB) als auch gewisse qualifizierte Vor-

bereitungshandlungen hinsichtlich der in Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1–5 aBetmG ge-

nannten Handlungen (u.a. unbefugtes Verarbeiten, Lagern, Verteilen, Verkaufen, 

Inverkehrbringen, Besitzen, Aufbewahren oder Erlangen von Betäubungsmitteln) 

werden erfasst und zu selbstständigen Delikten mit derselben Strafdrohung wie 

die übrigen verbotenen Verhaltensweisen aufgewertet (BGE 130 IV 131 E. 2.1; 

121 IV 198 E. 2a; ALBRECHT, Die Strafbestimmungen des Betäubungsmittelge-

setzes [Art. 19–28 BetmG], 2. Aufl., Bern 2007, Art. 19 BetmG N 41 mit Hinwei-

sen). Bei den einzelnen Tathandlungen handelt es sich um verschiedene Ent-

wicklungsstufen derselben deliktischen Tätigkeit (TPF 2006 221 E. 2.1.1; ALB-

RECHT, a.a.O., Art. 19 BetmG N 185; STRATENWERTH, Schweizerisches Straf-

recht Allgemeiner Teil I, 4. Aufl., Bern 2011, S. 524). Für einen Schuldspruch ge-

nügt es, wenn von mehreren tatbestandsmässigen Handlungen, die sich jeweils 

auf die gleiche individualisierte Drogenart und -menge beziehen, eine Handlung 

tatsächlich erwiesen ist (TPF 2006 221 E. 2.2.2; vgl. zum Ganzen auch Urteil 

des Bundesgerichts 6S.99/2007 vom 28. Juni 2007, E. 5.2.1 f. mit Hinweisen). 

- 20 - 

Es darf daher keine "Doppelbestrafung" für verschiedene Handlungen mit den-

selben bestimmt umgrenzten Betäubungsmitteln geben (Entscheide des Bun-

desstrafgerichts SK.2010.16 vom 16. Dezember 2010, E. 2.1.1 und SK.2008.14 

vom 9. Dezember 2008, E. I.3). 

3.2.2 Täterschaft und Teilnahme 

Jede der in Art. 19 Ziff. 1 aBetmG aufgeführten Handlungen hat die Bedeutung 

eines selbstständigen Straftatbestandes, so dass Täter derjenige ist, der in eige-

ner Person einen der gesetzlichen Tatbestände objektiv und subjektiv erfüllt 

(BGE 133 IV 187 E. 3.2). 

Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts 

vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so 

dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dies ist der Fall, wenn sein Tatbeitrag nach 

den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des 

Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (BGE 133 IV 76 E. 2.7 

mit Hinweisen; zum Mittäterschaftsbegriff vgl. TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Schwei-

zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, vor Art. 24 

N 12; FORSTER, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, vor Art. 24 

StGB N 7 ff.). Bei Betäubungsmitteldelikten ist Mittäterschaft anzunehmen, wenn 

der Betreffende eine der gesetzlichen Tatformen in direktem Zusammenwirken 

mit einem anderen verübt oder wenn er die Tatausführung anderer durch Pla-

nung respektive Schaffung von Rahmenbedingungen wesentlich prägt (vgl. zum 

Ganzen Entscheide des Bundesstrafgerichts SK.2007.15 vom 26. September 

2007, E. II.1.4 und SK.2006.14 vom 5. April 2007, E. II.1.5). 

Gehilfe ist, wer vorsätzlich in untergeordneter Stellung die Vorsatztat eines ande-

ren fördert. Als Hilfeleistung gilt dabei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

jeder kausale Beitrag, der die Tat fördert, so dass sich diese ohne Mitwirkung 

des Gehilfen anders abgespielt hätte. Nicht erforderlich ist, dass es ohne die Hil-

feleistung nicht zur Tat gekommen wäre. Die Förderung der Tat genügt (BGE 

120 IV 265 E. 2c/aa; Urteil des Bundesgerichts 6S.38/2005 vom 2. Oktober 

2006, E. 4.3). Gehilfenschaft liegt bei Betäubungsmitteldelikten dann vor, wenn 

die objektive Mitwirkung an der Tat eines anderen sich lediglich auf einen unter-

geordneten, vom Gesetz nicht als selbstständiges Delikt erfassten Beitrag be-

schränkt (BGE 119 IV 266 E. 3a; 113 IV 90 E. 2a). 

3.2.3 Subjektiver Tatbestand 

Widerhandlungen nach Art. 19 aBetmG sind nur bei Vorsatz strafbar, wobei 

Eventualvorsatz genügt (ALBRECHT, a.a.O., Art. 19 BetmG N. 230 mit Hinwei-

- 21 - 

sen). Bei der Mittäterschaft ist darüber hinaus noch ein gemeinsamer Tatent-

schluss aller Beteiligten erforderlich (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, a.a.O., vor Art. 24 

N 13 mit Hinweisen). Bei Gehilfenschaft wird in subjektiver Hinsicht vorausge-

setzt, dass der Gehilfe weiss oder damit rechnet, eine bestimmt geartete Straftat 

zu unterstützen, und dass er dies will oder in Kauf nimmt, wobei zum Vorsatz 

auch die Voraussicht des Geschehensablaufs gehört; dabei genügt es, dass er 

die wesentlichen Merkmale des vom Täter zu verwirklichenden strafbaren Tuns 

erkennt, während er Einzelheiten der Tat nicht zu kennen braucht. Ein ganz un-

bestimmter, allgemein gehaltener Vorsatz dahingehend, dass das eigene Verhal-

ten einem Dritten überhaupt Hilfe zur Deliktsbegehung leiste, kann nicht ausrei-

chen. Zum Vorsatz des Gehilfen gehört auch die Kenntnis des Vorsatzes des 

Haupttäters; dieser muss deshalb bereits einen Tatentschluss gefasst haben 

(BGE 117 IV 186 E. 3). 

3.2.4 Verjährung 

Die Drogendelikte sind in ihrer Grundform (Art. 19 Ziff. 1 aBetmG) allesamt mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Busse bedroht. Bei dieser Strafdrohung 

verjährt die Strafverfolgung sieben Jahre nachdem der Täter die letzte strafbare 

Tätigkeit ausführt (Art. 70 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 71 aStGB). Da in concreto keine 

Sachverhalte aus der Zeit nach Februar 2004 angeklagt sind, kann es zu einer 

Verurteilung nur bei einer qualifizierten Tatbegehung im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 

i.V.m. Ziff. 2 aBetmG kommen. Dann nämlich erhöht sich der Strafrahmen im Be-

reich der Freiheitsstrafe von einem bis zu zwanzig Jahren (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 9 

Satz 2 aBetmG) und die Strafverfolgungsverjährung endet erst 15 Jahre nach 

der Tat (Art. 70 Abs. 1 lit. b aStGB). 

3.2.5 Qualifizierte Straftatbestände 

a) Bandenmässigkeit 

Nach Art. 19 Ziff. 2 lit. b aBetmG liegt ein schwerer Fall vor, wenn der Täter als 

Mitglied einer Bande handelt, die sich zur Ausübung des unerlaubten Betäu-

bungsmittelverkehrs zusammengefunden hat. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt Bandenmässigkeit vor, wenn 

sich zwei oder mehrere Täter mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten 

Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer – d.h. mehr als zwei 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1047/2008 vom 20. März 2009 E. 4.1) – selbst-

ständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zusam-

menzuwirken. Dieser Zusammenschluss ist es, der den Einzelnen psychisch und 

physisch stärkt, ihn deshalb besonders gefährlich macht und die Begehung von 

- 22 - 

weiteren solchen Straftaten voraussehen lässt. Das Qualifikationsmerkmal der 

Bande setzt gewisse Mindestansätze einer Organisation, etwa Rollen- oder Ar-

beitsteilung, und eine Intensität des Zusammenwirkens in einem Masse voraus, 

dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses nur 

kurzlebig ist. Ist demgegenüber schon die Zusammenarbeit derart locker, dass 

von Anfang an nur ein loser und damit völlig unbeständiger Zusammenhalt be-

steht, liegt keine Bande vor (BGE 135 IV 158 E. 2 mit Hinweisen). Kannte und 

wollte der Täter die Tatsachen, aus denen das Gericht den Schluss auf banden-

mässige Tatbegehung zieht, ist der Vorsatz zu bejahen. Bandenmässigkeit ist 

erst anzunehmen, wenn der Wille der Täter auf die gemeinsame Verübung einer 

Mehrzahl von Delikten gerichtet ist (BGE 124 IV 286 E. 2a S. 294 mit Hinweis; 

vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 6B_294/2011 vom 16. September 

2011 E. 2.1; 6B_407/2011 vom 12. September 2011 E. 3.2.1; 6B_286/2011 vom 

29. August 2011 E. 1.4; Entscheid des Bundesstrafgerichts SK.2010.33 vom 

5. Mai 2011 E. 3.5.1). Für die Annahme der Bandenmässigkeit genügt auch 

bloss eine verübte Straftat, solange sich der Wille der Mitglieder auf die gemein-

same Begehung einer Mehrzahl weiterer Delikte richtet (Urteile des Bundesge-

richts 6B_12/2012 vom 5. Juli 2012 E. 1.3; 6B_294/2011 vom 16. September 

2011 E. 2.2.1). 

b) Gewerbsmässigkeit 

Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. c aBetmG weiter vor, wenn der 

Täter durch gewerbsmässigen Handel einen grossen Umsatz oder einen erhebli-

chen Gewinn erzielt. 

Die Qualifikation nach dieser Bestimmung setzt eine Gewerbsmässigkeit des 

Handels im Sinne des gemeinen Strafrechts voraus, qualifiziert durch das Erzie-

len eines grossen Umsatzes oder eines erheblichen Gewinns (BGE 129 IV 188 

E. 3.1.2). Gewerbsmässig handelt der Täter, wenn sich aus der Zeit und den Mit-

teln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzel-

akte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und er-

zielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Be-

rufes ausübt. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich darauf einrichtet, 

durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die 

einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung darstellen, und 

dass er die Tat bereits mehrfach begangen hat (BGE 116 IV 319). Ein Umsatz 

ab Fr. 100'000.-- gilt als gross im Sinne des Gesetzes (BGE 129 IV 188 E. 3.1.3). 

Ein Gewinn von Fr. 10'000.-- gilt als erheblich; unter Gewinn ist der Nettoerlös zu 

verstehen, der sich aus den Drogengeschäften ergibt (BGE 129 IV 253 E. 2.2). 

Die Anwendung des höheren Strafrahmens der qualifizerten Tatbegehung setzt 

nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes in objektiver Hinsicht voraus, dass ein 

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- 23 - 

grosser Umsatz oder ein erheblicher Gewinn effektiv erzielt worden ist. Der sub-

jektive Umstand, dass eine Person beabsichtigte, einen grossen Umsatz oder 

einen erheblichen  Gewinn zu erzielen, kann das objektive Erfordernis nicht er-

setzen und genügt deshalb für die Anwendung des höheren Strafrahmens nicht. 

Ebenfalls scheidet hier eine Bestrafung wegen Versuchs aus, weil die Gewerbs-

mässigkeit ein Merkmal der Schuld darstellt, auf das sich der Vorsatz nicht be-

ziehen kann (BGE 129 IV 188, E. 3.3; JENNY, ZBJV 2005, 382). 

c) Eine qualifizierte Tatbegehung im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a aBetmG (men-

genmässig schwerer Fall) ist nicht näher in Betracht zu ziehen, nachdem sie 

nicht angeklagt ist. Zudem ist Cannabis nicht geeignet, die körperliche und seeli-

sche Gesundheit vieler Menschen in eine naheliegende und ernstliche Gefahr zu 

bringen (BGE 120 IV 256 E. 2). 

 

3.3 Beförderung, Lagerung und Verarbeitung von Hanfpflanzen am 28./29. Sep-

tember 2003 

3.3.1 Unter Anklageziffer I.1.A mit der Überschrift "Beförderung, Lagerung und Verar-

beitung von Hanfpflanzen am 28./29. September 2003" wird C. zusammenge-

fasst folgender Sachverhalt zur Last gelegt: 

Am Abend des 28. September 2003 sei der sich im Raum Zürich aufhaltende A. 

von F. informiert worden, dass auf einem unter der Verantwortung von G. ange-

legten Hanffeld im Raum Aarberg/BE Hanfstauden abgeerntet werden können. 

Im Wissen von A. und in Absprache mit diesem habe F. angeordnet, dass B. und 

H. mit dem Bus der Marke Renault Master T 35 (Clubbus der Hells Angels) zu 

einem Treffpunkt beim Bahnhof Aarberg fahren. A. habe seinerseits C. angewie-

sen, mit einem Camion zum genannten Treffpunkt zu fahren. Von dort aus habe 

C. zusammen mit B. und H. zum Hanffeld geführt werden sollen. A. und F. hätten 

von B., H. und C. verlangt, dass sie ihre Fahrzeuge mit der grösstmöglichen 

Menge an Hanfstauden beladen sollten. 

Nach mehreren telefonischen Absprachen zwischen C., B., F. und A. habe C. in 

der Nacht vom 28./29. September 2003 den Treffpunkt in Aarberg erreicht und 

gewartet, bis er abgeholt worden sei. In der Folge habe C. anordnungsgemäss 

sein Fahrzeug mit abgeernteten Hanfstauden beladen, welche nass ca. 600 bis 

1'500 kg gewogen hätten, was einem Trockengewicht von ca. 60 bis 150 kg mit 

einem THC-Gehalt von über 3% entsprochen habe. Anschliessend habe C. die-

sen Hanf an einen Ort in der Westschweiz befördert, wo er mit der Trocknung 

der Pflanzen zwecks Gewinnung von Betäubungsmitteln begonnen habe. A., F. 

und C. hätten die Absicht gehegt, die zu Betäubungsmitteln verarbeiteten Hanf-

- 24 - 

stauden zu mindestens Fr. 2'000.-- pro kg zu verkaufen und den Verkaufspreis in 

nicht näher bestimmbarer Weise unter sich sowie unter Mitbeteiligung von G. zu 

verteilen. 

B. und H. hätten ihrerseits in der gleichen Nacht im Seeland/BE anordnungsge-

mäss ihr Fahrzeug mit 3’260 abgeernteten Hanfstauden mit einem Nassgewicht 

von 600 kg, entsprechend einem Trockengewicht von ca. 50 bis 60 kg mit einem 

THC-Gehalt von über 3%, beladen und seien zu einer Lagerhalle in Buchs/SG 

gefahren. In der Folge hätten sie dort zusammen mit F. und D. begonnen, die 

Hanfstauden zwecks Gewinnung von Betäubungsmitteln zu säubern und zur 

Trocknung aufzuhängen. Die Verarbeitung der Hanfstauden sei in Absprache mit 

und im Einverständnis von A. erfolgt. A., F., B., H. und D. hätten die Absicht ge-

hegt, die zu Betäubungsmitteln verarbeiteten Hanfstauden zu mindestens 

Fr. 2'000.-- pro kg zu verkaufen und den Verkaufspreis in nicht näher bestimm-

barer Weise unter sich sowie unter Mitbeteiligung von G. zu verteilen. Dieses 

Vorhaben habe jedoch nicht umgesetzt werden können, da die Hanfstauden am 

Abend des 29. September 2003 durch das kantonale Untersuchungsamt St. Gal-

len bzw. die Kantonspolizei St. Gallen beschlagnahmt und anschliessend ver-

nichtet worden seien (cl. 144/1 pag. 144.100.48 ff.). 

3.3.2 Aussagen 

a) C. weist jeglichen Vorwurf von sich. Bei den Einvernahmen im Vorverfahren, 

namentlich bei der Bundesanwaltschaft am 21. März 2005 und beim URA am 

21. und 27. November 2005, kommentierte er die diversen abgehörten Telefon-

gespräche, die er, A., F. und B. am 28./29. September 2003 untereinander ge-

führt hatten (vgl. nachstehend E. 3.3.4), im Wesentlich so, dass er alles bestritt 

und angab, sich nicht zu erinnern. Eventuell habe es ich um den Transport von 

Cheminéeholz gehandelt. Er habe in dieser Zeit zu viel getrunken und weder ei-

nen Führerausweis noch einen Camion gehabt. An was er sich erinnere, sei, 

dass er nie Hanf transportiert habe (cl. 99 pag. 6503 ff.; cl. 14 pag. 13.7.16 f., 

…59 f.). In der Hauptverhandlung hielt C. an seinen bisherigen Aussagen fest. Er 

sei ca. im August 2003 wegen des Fahrens in angetrunkenem Zustand angehal-

ten worden und habe einen 9-monatigen Führerausweisentzug erhalten. Er habe 

daher an jenem Tag (28./29. September 2003) gar nicht fahren können. Als er 

festgenommen worden sei, habe er 2.8 Gewichtspromille im Blut gehabt. Er sei 

in jener Zeit jeden Tag in diesem Zustand gewesen. Bereits bei den Einvernah-

men von 2005 habe er keinerlei Erinnerungen mehr an diese Zeit gehabt; nun, 

2012, erst recht nicht mehr (cl. 144/7 pag. 144.930.17 f.). 

b) F. gab bei der Einvernahme beim Kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen 

vom 3. Oktober 2003 an, er habe die geernteten Pflanzen von einem Feld eines 

- 25 - 

Kollegen von den beiden Prospects B. und H. in die Halle in Buchs bringen las-

sen, um sie für diesen Kollegen gegen Entgelt zu trocknen. Wo sich das Feld 

des Kollegen befinde, wisse er nicht. Die Prospects hätten den Auftrag gehabt, 

irgendwo hin zu fahren, wo sie empfangen und zur Stelle gebracht werden soll-

ten (cl. 103 pag. 8018 f.). In Bezug auf A. und C. erklärte F. bei der Einvernahme 

bei der Bundesanwaltschaft vom 5. März 2005, dass diese "eine eigene Schiene 

gefahren" seien. Er, F., habe mit C. und A. nichts zu tun gehabt. Was A. mit C. 

gemacht habe, sollte man A. selber fragen (cl. 98 pag. 6131f.). Auch später, bei 

der Einvernahme beim URA vom 16. März 2006, gab F. an, dass A. und C. "eine 

eigene Schiene" gefahren seien (cl. 13 pag. 13.3.13). 

c) A. gab bei der Einvernahme bei der Bundesanwaltschaft vom 7. Juni 2004 an, 

mitbekommen zu haben, dass B. und H. Ende September 2003 einen Hanf-

transport ausgeführt hätten, aber erst im Nachhinein (cl. 97 pag. 5800). Bei der 

Einvernahme beim URA vom 25. Mai 2009 erklärte er, die Hells Angels würden 

keine Geschäfte mit Hanf machen (cl. 31 pag. 13.1.155). Im Übrigen hat er keine 

Angaben zu den inkriminierten Hanfgeschäften gemacht, weder im Vorverfahren 

(Einvernahmen bei der Bundesanwaltschaft vom 8. Dezember 2004 [cl. 97 pag. 

5812 f.] und 3. Februar 2005 [cl. 97 pag. 5840] sowie beim URA vom 12. Februar 

2008 [cl. 31 pag. 13.1.93 f.]), noch anlässlich der Hauptverhandlung (cl. 144/7 

pag. 144.930.18 ff.). 

d) B. schilderte in der Einvernahme vom 6. Oktober 2003 beim Kantonalen Un-

tersuchungsamt St. Gallen von sich aus detailliert, wie er im Auftrag von F. zu-

sammen mit H. zu einem Feld in der Nähe von Aarberg gelotst und dort Säcke 

mit geschnittenem Hanf aufgeladen habe. Diese hätten sie dann nach Buchs ge-

fahren, wo sie um ca. 06.00 Uhr angekommen seien. Dort hätte er die Säcke 

über den Seiteneingang in die Halle gebracht und in die Garderobe gestellt. Als 

Auftraggeber nannte er einzig F. (cl. 104 pag. 8201 ff.). In der Einvernahme bei 

der Bundesanwaltschaft vom 24. Mai 2004 erklärte B., "Tätschmeister" sei F. 

gewesen. A. sei seines Wissens nicht involviert gewesen. C. habe er an diesem 

Abend nicht gesehen; auch habe er mit diesem nicht gesprochen (cl. 98 pag. 

6242 f.). In den Einvernahmen beim URA vom 12. Dezember 2005 und 

27. Februar 2008 wollte er dazu nichts mehr sagen und behauptete, auch nichts 

sagen zu können (cl. 13 pag. 13.4.16, ....71 f.). In der Schlusseinvernahme beim 

URA vom 25. Mai 2009, in der ihm diverse Telefongespräche vorgespielt wur-

den, machte er geltend, nach sechs oder sieben Jahren nicht mehr sagen zu 

können, um was es gegangen sei. Er bestritt den Vorhalt, er habe zusammen mit 

A., F., C., I. und G. einen regen Handel mit Marihuana betrieben und mit der 

mehrfachen unbefugten Beschaffung und dem Verkauf von bedeutenden Men-

gen an Marihuana (ca. 50 bis 150 kg) einen grossen Umsatz und erheblichen 

Gewinn von mindestens Fr. 200'000.-- erzielt (cl. 31 pag. 13.4.126 ff.). In der 

- 26 - 

Hauptverhandlung bestätigte B., dass er am 28./29. September 2003 zusammen 

mit H. im Auftrag von F. Hanfstauden von Aarberg nach Buchs transportiert und 

sie dort zusammen mit anderen Personen gesäubert und zum Trocknen aufge-

hängt habe. Zur Rolle von C. und A. sowie zu den Telefonaten mit dem Letztge-

nannten befragt, gab er an, sich nicht erinnern zu können (cl. 144/7 pag. 

144.930.16 f.). 

e) H. gab bei der Einvernahme beim Kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen 

vom 6. Oktober 2003 an, in der Nacht vor der Festnahme am 29. September 

2003 zusammen mit B. mit dem Clubbus zu einem Hanffeld im Grossraum Biel 

gefahren zu sein, wo sie Säcke mit Hanf aufgeladen und nach Buchs transpor-

tiert hätten. In der Halle in Buchs hätten sie später die Blätter vom Stiel der 

Pflanze getrennt und Pflanzen zum Trockenen aufgehängt. Auf Nachfrage bestä-

tigte H., dass F. die jeweiligen Aufträge erteilt habe (cl. 104 pag. 8504 ff.). 

3.3.3 Observationen/Sicherstellungen 

a) Die Lagerhalle in Buchs stand in der fraglichen Zeit aufgrund der bei der Kan-

tonspolizei St. Gallen eingegangenen Hinweise, dass im betreffenden Gebäude 

eine Indoor-Hanfplantage betrieben wurde, unter polizeilicher Beobachtung. Am 

29. September 2003, um 21.15 Uhr, wurden B., F., H. und D. in der besagten 

Lagerhalle festgenommen. Sie waren gerade damit beschäftigt, geerntete und 

noch nasse Hanfpflanzen zum Trocknen aufzuhängen (cl. 104 pag. 8100). 

b) Bei der Durchsuchung der Lagerhalle in Buchs im Zusammenhang mit der 

Festnahme von B., F., H. und D. am 29. September 2003 stellte die Polizei unter 

anderem 3'260 Stück von einem Outdoorfeld stammende abgeerntete Hanf-

pflanzen sowie 6'360 Stück sich in Aufzucht befindende Hanfpflanzen sicher (cl. 

104 pag. 8259). In Anbetracht der geschilderten Umstände bestehen keine Zwei-

fel daran, dass es sich bei den Outdoor-Pflanzen um die von B. und H. transpor-

tierten Hanfpflanzen handelte. Der Schlussbericht der Kantonspolizei St. Gallen 

bezeichnet die Menge als „ca. 50-60 kg Hanf (im nassen Zustand ca. 600 kg)“ 

(cl. 103 pag. 7810). Ob diese beiden Gewichte gemessen wurden oder ob von 

einem auf das andere geschlossen wurde, und wenn ja, vom Nassgewicht auf 

das Trockengewicht oder umgekehrt, bleibt unklar. Aus dem Untersuchungsbe-

richt der Kantonspolizei St. Gallen geht indes hervor, dass von den sichergestell-

ten Hanfpflanzen repräsentative Proben, ca. 56 Stück im getrockneten und ver-

arbeiteten Zustand, bei den kriminaltechnischen Diensten der Kantonspolizei auf 

ihren THC-Gehalt analysiert wurden. Dabei ergab sich, dass 12 Hanfstauden mit 

einem Nettogewicht von 84 g einen THC-Gehalt von 5%, 14 Hanfstauden mit ei-

nem Nettogewicht von 132 g einen THC-Gehalt von 3% und ca. 30 Hanfstauden 

mit einem Nettogewicht von 886 g einen THC-Gehalt von 9% aufwiesen (cl. 103 

- 27 - 

pag. 7794). Es handelte sich somit um für die Gewinnung von Betäubungsmitteln 

geeigneten Hanf (vgl. E. 1.3.3). Geht man für die Gewichtsbestimmung in dubio 

pro reo von den Pflanzen mit dem niedrigsten THC-Gehalt aus, ergibt dies bei 

3'260 Hanfstauden ca. 30 kg Rauchhanf. Davon ist im Folgenden auszugehen. 

3.3.4 Telefon- und Raumüberwachung 

In der fraglichen Zeit wurden verschiedene Telefonanschlüsse der Beteiligten 

abgehört und das Clublokal der Hells Angels in Zürich mittels Video- und Audio-

anlage überwacht. Dabei wurden folgende Gespräche aufgenommen: 

a) 28. September 2003, 21.33 Uhr: F. ruft A. an und sagt ihm, er habe einen Not-

fall. Er brauche den B. und den Clubbus. A. will wissen warum. F. sagt ihm, er 

könne ihm das jetzt nicht erklären. A. will, dass F. kein Theater macht und auf-

passt (cl. 56 pag. 9.1.366). 

b) 28. September 2003, 21.35 Uhr: F. ruft B. an. B. soll im Clubhaus auf ihn war-

ten. Er, F., habe A. bereits angerufen (cl. 98 pag. 6252). 

c) 28. September 2003, 23.17 Uhr: A. ruft C. an und teilt diesem mit, er brauche 

ihn morgen vielleicht, so auch einen Camion und einen Ort zum Trocknen. Es 

betreffe die Region von C. C. ist einverstanden und bereit (cl. 57 pag. 9.1.425). 

d) 28. September 2003, 23.25 Uhr: A. ruft C. an und fragt ihn, ob er den Camion 

habe. C. bestätigt dies. A. will, dass C. um ein Uhr in Biel sei. C. will noch einen 

Kollegen mitnehmen, der Camion habe aber nur beschränkt Platz. Auf Nachfra-

ge bestätigt C., dass er sich um die Trocknung kümmere (A.: Tu es prêt pour 

sécher directement? C.: A., je m’occupe de tout [Audioaufnahme 079 400 25 

70_37_49.avi]) (cl. 57 pag. 9.1.426). 

e) 28. September 2003, 23.34 Uhr: A. ruft C. an. Dieser sagt, er werde in fünf 

Minuten abfahren und auf Höhe Yverdon A. anrufen. A. sagt C., er, C., sei nicht 

alleine, es habe noch einen weiteren Camion, den Clubbus. Es gehe um 2 bis 3 

Tonnen (cl. 57 pag. 9.1.427). 

f) 28. September 2003, 23.55 Uhr: A. ruft C. an und sagt ihm, es gebe Änderun-

gen mit Bezug auf den Treffpunkt. Dieser sei nun beim Bahnhof Aarberg. C. 

sagt, er habe einen Camion. A. sagt C., er solle ihn weitmöglichst beladen, weil 

die Hälfte davon ihnen gehöre (A.: Plus tu peux charger... C.: On peut charger 

jusqu’aux oreilles… A.: Parce que la moitié c’est à nous [Audioaufnahme 079 

400 25 70_37_49.avi]). Weiter informiert A. C., dass B. und H. mit dem Clubbus 

- 28 - 

unterwegs seien. C. will sie, bzw. einen davon, direkt kontaktieren (cl. 57 pag. 

9.1.428). 

g) 29. September 2003, 00.05 Uhr: A. ruft C. an und bestätigt ihm den Treffpunkt 

Aarberg bei Lyss. C. sagt, der Camion sei offen, aber sie hätten Plachen (cl. 57 

pag. 9.1.429). 

h) 29. September 2003, 00.42 Uhr: B. ruft C. an und sagt, er sei in Aarwangen 

(gemeint ist offensichtlich Aarberg). C. sagt, er sei noch in Bulle und benötige 

noch ca. 30 Minuten (cl. 63 pag. 9.4.178). 

i) 29. September 2003, 00.54 Uhr: F. ruft B. an. Dieser sagt, dass sie noch am 

Fahren seien. F. erklärt, dass der Treffpunkt am Bahnhof Aarberg sei. B. meint, 

sie seien schon am Bahnhof Aarberg vorbei. Auf Nachfrage von F. erklärt B., 

dass er mit C. telefoniert habe und sie sich in 30 Minuten treffen würden (cl. 63 

pag. 9.4.179). 

j) 29. September 2003, 00.57 Uhr: F. ruft A. an und informiert ihn, dass sich C. 

verspätet habe. Die anderen seien schon weggefahren. A. soll C. anweisen, am 

Treffpunkt zu warten, er werde abgeholt. Auf Nachfrage von A., woher F. das 

wisse, meint dieser, er habe soeben G. gesehen. C. solle nach seiner Ankunft B. 

anrufen. Dieser werde dann jemanden schicken, der ihn abholt (cl. 57 pag. 

9.1.430). 

k) 29. September 2003, 00.58 Uhr: A. ruft C. an und teilt ihm mit, dass die ande-

ren schon wieder weg seien. C. solle B. anrufen, sobald er, C., ankomme. A. 

weist C. an, das Maximum zu laden, worauf C. erwidert, er, A., solle ihm, C., ver-

trauen. A. will, dass C. ihn informiert, wenn ihn die anderen holen (cl. 57 pag. 

9.1.431). 

l) 29. September 2003, 01.37 Uhr: F. ruft B. an. Dieser sagt, es habe nichts zum 

Füllen. Die Albaner hätten alles geklaut. F. sagt, er müsse mit G. sprechen (cl. 

61 pag. 9.3.281 ff.). 

m) 29. September 2003, 01.43 Uhr: F. ruft B. an und erklärt ihm, dass er auf dem 

falschen Feld stehe. Er solle dort warten, er werde abgeholt und zum richtigen 

Feld geführt (cl. 61 pag. 9.3.284). 

n) 29. September 2003, 01.47 Uhr: B. ruft F. an, der ihm mitteilt, dass es nun der 

Erste am Laden sei. B. werde abgeholt, nachdem der Erste aufgeladen habe. B. 

bestätigt, dass er der Zweite sei. F. erklärt ihm, jemand werde ihn rufen, dann 

könne er nach vorne fahren und werde beladen. B. erkundigt sich, ob C. vom 

- 29 - 

Bahnhof abgeholt werde. F. antwortet, ja, das würde "er" organisieren (cl. 61 

pag. 9.3.286 ff.). 

o) 29. September 2003, 01.51 Uhr: F. ruft B. an und sagt ihm, er, B., solle jenem, 

der ihn abholt, sagen, dass dieser nun C. abholen soll (cl. 61 pag. 9.3.289 f.). 

p) 29. September 2003, 01.55 Uhr: F. ruft B. an und teilt ihm mit, dass C. abge-

holt werde. Das werde organisiert. B. soll ihn, F., anrufen, wenn er geladen habe 

und wenn er abfahre, soll er die Batterie und den Chip (gemeint Akku und SIM-

Karte) rausnehmen, bis er ihn wieder anrufe (cl. 61 pag. 9.3.291 f.). 

q) 29. September 2003, 01.55 Uhr: C. ruft A. an und sagt ihm, sie seien nun vor 

Ort. Ob sie wirklich eine Stunde warten müssten. A. bestätigt dies mit der Be-

gründung, die anderen seien noch am Schneiden. Es seien ungefähr 50 Leute. 

C. sagt, dass er mit B. telefoniert habe, da er wissen wollte, wo dieser sei. A. teilt 

mit, dass B. gerade am Laden sei. Es seien ungefähr 6 bis 7 Camions. Er, A., 

werde mit B. telefonieren, damit sich dieser beeilt (cl. 57 pag. 9.1.432). 

r) 29. September 2003, 02.00 Uhr: A. ruft B. an. Er will wissen, wie es geht. B. 

sagt, es sei alles anders als abgemacht. Er habe schon hundert Telefone mit F. 

gehabt. Es sei nichts parat, sie seien jetzt am Füllen. A. sagt, er habe seinen ei-

genen Mann geschickt. B. antwortet, er habe sich gedacht, dass dieser Mann 

von ihm, A., sei. Der werde jetzt abgeholt, er sei auf standby. A. fragt, ob C. nicht 

bei ihnen warten könne. B. erwidert, dass dies unmöglich sei. Sie hätten erst 5% 

drin. Es seien dieselben Leute, wie schon einmal dran, es seien Albaner. Er ha-

be mit F. und G. Riesenprobleme gehabt, da nichts vorbereitet sei. Die Armee, 

die da sein sollte, die gebe es gar nicht. Es stehen jetzt 5 oder 6 Wagen parat. 

Die Leute seien jetzt voll dran, aber es gehe eine Ewigkeit. A. will wissen, wo C. 

sei. B. antwortet, dass C. jetzt am Warten sei. Nachher sei er an einer anderen 

Ecke. Das Problem sei, dass man nicht einfach füllen könne. Es sei nichts parat. 

Die Leute seien voll dran im Dickicht. Für C. spiele es keine Rolle, ob er hier 

oder da sei, er könne auch dort nicht einfach aufladen. Er müsse es selber. Er, 

B., könne nicht sagen, wie es dort vorne sei. Er sei etwa einen Kilometer von 

dort entfernt (cl. 57 pag. 9.1.433). 

s) 29. September 2003, 03.07 Uhr: A. ruft B. an. Dieser teilt mit, dass da Voll-

chaos sei. Sie hätten jetzt ungefähr die Hälfte. Die Leute hätten die Order, um 

ca. 4 Uhr die Übung abzubrechen. A. beschwert sich, dass C. immer noch am 

Warten sei. B. erwidert, sie seien mitten im "Zeug" draussen. Es tue ihm leid (cl. 

57 pag. 9.1.434). 

- 30 - 

t) 29. September 2003, 03.10 Uhr: F. ruft A. an und sagt ihm, er (C.) solle noch 

Geduld haben. Man habe ihn nicht vergessen. A. meint, die anderen würden um 

4 Uhr abhauen. F. erwidert, sie würden nicht abhauen, bevor C. nicht dran sei. 

Sie seien bald soweit (cl. 57 pag. 9.1.435). 

u) 29. September 2003, 04.21 Uhr: B. ruft F. an und teilt ihm mit, dass er nun ab-

fahre (cl. 61 pag. 9.3.293). 

v) 29. September 2003, 04.35 Uhr: B. ruft A. ab und teilt ihm mit, dass sie jetzt 

auf dem Rückweg seien. Es sei etwa zur Hälfte bis Dreiviertel voll. Dreiviertel sei 

voll, aber mehr sei nicht gegangen. Am Schluss seien nur noch fünf Leute am 

Arbeiten gewesen. Um 4 Uhr hätten sie die Übung abgebrochen. Wenn es gene-

ralstabsmässig organisiert gewesen wäre, hätte man richtig zuschlagen können. 

Es hätten viel mehr Leute einfahren sollen. Es sei nichts parat gewesen. Sie hät-

ten mit den paar Leuten alles erarbeiten sollen. A. meint, es sei auch an der 

Zeitnot gelegen (cl. 57 pag. 9.1.436). 

w) 29. September 2003, 06.09 Uhr: F. ruft B. an und fragt, wo er sei. B. teilt sei-

nen Standort mit. F. erzählt ihm, dass der Camion von C. eine offene Brücke ge-

habt habe (cl. 61 pag. 9.3.294). 

x) 29. September 2003, 06.38 Uhr: F. ruft B. an. Dieser informiert F. auf dessen 

Nachfrage, dass es 25 bis 30 Säcke seien (cl. 61 pag. 9.3.296). 

y) 30. September 2003, ab 02.01 Uhr: A. unterhält sich im Clublokal der Hells 

Angels in Zürich mit J., dem Bruder von F. (cl. 55 pag. 9.19.828 ff.): 

[…] A.: … sind sie verhaftet der F., B., der H. und D. … […] Die sind verfolgt gewesen, weisst du, 

was ich meine... (unverständlich) Die Schmier von St. Gallen... (unverständlich) Das ist nicht von 

einem Bezirksanwalt aus... Das kann ich mir nicht vorstellen... J.: Das ist nicht von Zürich aus... 

entweder von unten aus... von Biel... und haben das weitergegeben... oder dann haben sie oben 

den Garten im Auge gehabt... ich weiss es auch nicht... A.: (unverständlich). J.: Oder sie sind ihnen 

nachgefahren... wo das Zeugs hinkommt oder... nachgefahren um den Bestimmungsort auszuma-

chen... wo kommt es hin... A.: Ja... das ist das Business von F.... die Ware... Das ist nicht nur ein 

Transport gewesen, das sind sechs bis sieben Transporte gewesen... vom G.... J.: Ja... A.: Weisst 

du, unten muss es zu und her gegangen sein… eine Warteschlaufe… J.: Ja… A.: Tack tack tack… 

und tack tack tack… Die sind im Convoi… die sind im Convoi gefahren… sechs oder sieben so 

Transporte gewesen… plus der Clubbus dazu… […] 

3.3.5 Aus den überwachten Gesprächen ergibt sich klar, dass sich C. in der Nacht 

vom 28./29. September 2003 auf Anweisung von A. mit einem Camion zu einem 

erntebereiten Hanffeld von G. begeben hat, um das Fahrzeug mit der grösstmög-

- 31 - 

lichen Menge Hanf zu beladen und die Pflanzen zwecks Lagerung und Trock-

nung weg zu transportieren. Die Gespräche belegen auch, dass sich C. mit dem 

Camion am vereinbarten Ort eingefunden hat, wo er vorerst darauf wartete, zum 

Feld geführt zu werden. Dass dies in der Folge auch geschah, ist den obigen 

Gesprächen zwar nicht zu entnehmen, geht indes mit hinreichender Klarheit aus 

dem Telefongespräch zwischen A. und G. am Folgetag hervor, welches sie im 

Zusammenhang mit der für diesen Tag geplanten Hanfernte (zu diesem Sach-

verhalt s. nachfolgend E. 3.4) führten. Anlässlich dieses Gesprächs teilt G. A. 

mit, dass C. um 23 Uhr am gleichen Bahnhof wie am Tag zuvor abgeholt werde, 

worauf A. erwidert, dass er nicht wolle, dass C. wieder 4 Stunden warten müsse 

(E. 3.4.3c). Wäre C. in jener Nacht nicht an die Reihe gekommen, hätte A. bei G. 

wohl diesen Umstand moniert, anstatt die lange Wartezeit zu beanstanden. Für 

das Gericht ist damit erstellt, dass C., nachdem er zunächst auf die Kontaktper-

son warten musste, schliesslich, wie geplant, zum Hanffeld geführt wurde und 

dort den Hanf aufladen und anschliessend abtransportieren konnte. Der durch C. 

geladene und transportierte Hanf wurde nicht sichergestellt. Seine und die Ab-

sicht von A. bestand jedoch darin, einen Camion mit der grösstmöglichen Menge 

Hanf zu beladen. Es ist daher anzunehmen, dass C. etwa die gleiche Menge wie 

B. und H., die einen Lieferwagen verwendeten, hat laden können. Wie bereits 

erwähnt (E. 3.3.3b), liessen sich aus den in Buchs sichergestellten Outdoor-

Hanfstauden ca. 30 kg Rauchhanf gewinnen. Geht man davon aus, dass Hanf-

stauden beim Trocknen erfahrungsgemäss ca. 75% ihres Gewichts verlieren und 

dass bei getrockneten Outdoorhanfpflanzen ca. 30-40% zum Rauchen brauch-

bar sind (Letzteres gemäss Auskunft des Instituts für Rechtsmedizin Bern vom 

12. März 2010 [cl. 31 pag. 14.3.5.1]), kann als erstellt gelten, dass C. in jener 

Nacht ca. 400 kg frisch geerntete Hanfstauden in sein Fahrzeug geladen und 

weg transportiert hat. Da dieser Hanf vom selben Anbauer und von derselben 

Region stammte wie jener, welchen B. und H. in derselben Nacht transportiert 

hatten, ist vom selben THC-Gehalt von mindestens 3% auszugehen (vgl. 

E. 3.3.3b). 

3.3.6 Subjektiv ist nicht daran zu zweifeln, dass C. mit Vorsatz handelte. Als A. ihn am 

30. September 2003 nach einem weiteren von C. ausgeführten Hanftransport 

(vgl. hierzu E. 3.4) über die Verhaftung von F., D., B. und H. in Buchs informierte 

und ihn zur Vorsicht mahnte, liess sich C. davon nicht beeindrucken und erklärte 

sich bereit, weitere Aufträge auszuführen (vgl. E. 3.4.3l). Die Illegalität seines 

Tuns war für ihn demnach bekannt. Es wäre lebensfremd anzunehmen, dass C. 

beim Hanftransport in der Nacht vom 28./29. September 2003 nicht zumindest in 

Kauf nahm, dass die von ihm transportierten Hanfstauden zur Gewinnung von 

Betäubungsmitteln bestimmt waren. 

- 32 - 

3.3.7 Mit dem dargelegten Verhalten hat sich C. der unbefugten Beförderung von Be-

täubungsmitteln im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3 aBetmg schuldig gemacht. 

3.3.8 In Bezug auf die Vorwürfe der Lagerung und der Verarbeitung von Hanf zu Be-

täubungsmitteln ist darauf hinzuweisen, dass diese Vorwürfe C. auch unter der 

Anklageziffer I.1.E gemacht werden, wo sie sich auf Hanfpflanzen aus sämtli-

chen C. zur Last gelegten Transporten beziehen. Es rechtfertigt sich daher, die-

se Vorwürfe im Rahmen der Prüfung des genannten Anklagepunktes zu würdi-

gen (s. E. 3.7). 

3.3.9 Hinsichtlich des im vorliegenden Anklagepunkt ebenfalls erwähnten Hanftrans-

ports nach Buchs ist aufgrund der obigen Beweismittel erwiesen, dass B. und H. 

diesen auf Anweisung von F. ausgeführt haben. Wie den Aussagen von F., B. 

und H., die sich insoweit mit den überwachten Gesprächen decken, zu entneh-

men ist, war dieser Hanftransport durch F. (und nicht durch A.) organisiert. A. 

seinerseits erklärte diesbezüglich J., das sei "das Business von F.“, und be-

zeichnete C. (nicht aber B. oder H.) im Gespräch mit B. als "seinen Mann“, was 

ebenfalls zeigt, dass der Transport nach Buchs für A. ein Geschäft eines Dritten 

(F.) darstellte. Auch die Aussage von F., wonach A. und C. ihre „eigene Schiene 

gefahren“ seien, zeigt, dass A. und F. in jener Nacht zwei unabhängige Hanfge-

schäfte führten. Für das Gericht ist somit erstellt, dass in der betreffenden Nacht 

zwei Gruppierungen im Einsatz waren: jene um F., der auch B. angehörte, und 

jene um A., der C. angehörte. Dass C. in jener Nacht an den strafbaren Hand-

lungen der Gruppierung um F. beteiligt war, erscheint aufgrund der vorhandenen 

Beweismittel fraglich. Indessen wäre eine allfällige Tatbegehung seinerseits in 

diesem Zusammenhang mangels Anhaltspunkte für die Annahme eines Willens 

bei ihm, an weiteren möglichen Straftaten der Gruppierung um F. mitzuwirken, 

weder bandenmässig, noch sonstwie qualifiziert (zur Gewerbsmässigkeit vgl. un-

ten E. 3.8.2, zum mengenmässig schweren Fall vgl. oben E. 3.2.5c) und daher, 

nachdem das fragliche Gescheinen mehr als sieben Jahre zurückliegt, ohnehin 

verjährt (vgl. E. 3.2.4). Bei dieser Sachlage ist das Verfahren gegen C. hinsicht-

lich des angeklagten Hanftransports nach Buchs einzustellen (Art. 329 Abs. 4 

und 5 StPO). 

 

3.4 Beförderung, Lagerung und Verarbeitung von Hanfpflanzen am 29./30. Sep-

tember 2003 

3.4.1 Unter Anklageziffer I.1.B mit der Überschrift "Beförderung, Lagerung und Verkauf 

(recte: Verarbeitung [cl. 144/1 pag. 144.110.1 f. ]) von Hanfpflanzen am 29./30. 

September 2003" wirft die Bundesanwaltschaft C. zusammengefasst vor, in der 

Nacht vom 29./30. September 2003 auf Anweisung von A., der von F. entspre-

- 33 - 

chend informiert gewesen sein soll, mit mindestens vier Personen bei einem 

Hanffeld von G. in der Nähe des Bahnhofs Aarberg zwei Fahrzeuge (1 Jeep mit 

Anhänger und 1 Camion) mit 1 bis 2 Tonnen Hanf (Nassgewicht, trocken ca. 100 

bis 200 kg) mit einem THC-Gehalt von über 3% beladen und anschliessend in 

die Westschweiz gefahren und dort im Hinblick auf die weitere Verarbeitung zu 

Betäubungsmitteln gelagert zu haben. A., F. und C. hätten die Absicht gehegt, 

die zu Betäubungsmitteln verarbeiteten Hanfstauden später für mindestens Fr. 

2'000.-- pro kg zu verkaufen und den Verkaufspreis in nicht näher bestimmbarer 

Weise unter sich sowie unter Mitbeteiligung von G. zu verteilen (cl. 144/1 pag. 

144.100.51 f.; …110.1 f.). 

3.4.2 Aussagen 

a) C. bestreitet, wie erwähnt (E. 3.3.2a), je Hanf transportiert zu haben. 

b) A. bestreitet, wie erwähnt (E. 3.3.2c), jegliche Beteiligung an Hanfgeschäften. 

c) F. führte in Bezug auf die Hanfgeschäfte von A. und C., wie erwähnt (E. 

3.3.2b), lediglich an, dass diese ihre eigene Schiene gefahren seien. Konkrete 

Angaben dazu machte er indessen nicht. 

3.4.3 Telefon- und Raumüberwachung 

Aus der Telefon- und Raumüberwachung geht Folgendes hervor: 

a) 29. September 2003, 16.20 Uhr: A. ruft F. an. Dieser sagt, A. müsse sich auf 

die Socken machen. G. habe ihn schon gesucht. Heute Abend sei das gleiche 

nochmals. A. müsse mit dem C. etwas organisieren (cl. 57 pag. 9.1.437). 

b) 29. September 2003, 17.53 Uhr: A. ruft F. an. Er teilt mit, er habe schon zwei 

Wagen organisiert, die seien bereit. F. sagt, der andere werde sich bei A. mel-

den, sobald er in der Stadt sei. Der andere sei am Leute organisieren, die 

schneiden werden. Man könne nicht gleichzeitig schneiden und laden (cl. 57 

pag. 9.1.438). 

c) 29. September 2003, 20.08 Uhr: G. ruft A. an und fragt ihn, ob "er" (gemeint 

C., was nachfolgend klar wird) um 23 Uhr am gleichen Ort sein könne wie ges-

tern. A. bestätigt dies. G. fragt weiter, ob "er" 10 Leute dabei habe. A. antwortet, 

das wisse er nicht, aber 4 bis 6 würden es schon sein. Es seien zwei Wagen. G. 

erklärt, "er" werde um 23 Uhr am gleichen Bahnhof wie gestern abgeholt. A. will 

nicht, dass "er" wieder 4 Stunden warten müsse (womit klar ist, dass mit "er" C. 

- 34 - 

gemeint ist). G. versichert, dass dies nicht der Fall sein werde. Er (C.) sei der 

einzige heute. A. bestätigt die Vereinbarung (cl. 57 pag. 9.1.440). 

d) 29. September 2003, 20.10 Uhr: Unmittelbar im Anschluss an das Telefonat 

mit G. ruft A. C. an und sagt ihm, er solle um 23 Uhr am gleichen Ort sein wie 

gestern, wo er abgeholt werde. Er solle möglichst viele Leute mitnehmen. Er sei 

der Einzige, der am Laden sein werde. Man müsse aber noch schneiden, darum 

solle er noch 4 oder 5 mitnehmen. Es sei viel Arbeit. Man werde versuchen, eine 

oder zwei Tonnen zu laden. Man werde ihn abholen und hinführen (cl. 57 pag. 

9.1.441). 

e) 29. September 2003, 22.59 Uhr: C. meldet A., er sei am Ort, nur der Camion 

habe 15 Minuten Verspätung (cl. 57 pag. 9.1.442). 

f) 29. September 2003, 23.21 Uhr: G. ruft A. an und sagt ihm, er solle C. anrufen 

und fragen, wann er dort sei. A. antwortet, C. sei schon dort beim Bahnhof und 

warte nur noch auf den Camion. G. meint, man habe ihn nicht gesehen. A. er-

klärt, C. sei mit einem roten Jeep mit Anhänger dort. G. will gleich nochmals je-

manden hinschicken. A. möchte informiert werden, ob es geklappt hat (cl. 57 

pag. 9.1.443). 

g) 29. September 2003, 23.23 Uhr: A. ruft C. an. C. sagt, sie seien alle dort am 

Warten. A. teilt mit, dass G. angerufen habe, weil er sie suche. C. sagt, sie seien 

dort zu viert mit einem grossen grünen Camion, der inzwischen angekommen 

sei, und einem roten Jeep mit Anhänger. A. sagt, die anderen seien vor zwei Mi-

nuten dort gewesen. C. erwidert, dass sie wohl an ihnen vorbeigefahren seien 

(cl. 57 pag. 9.1.444). 

h) 30. September 2003, 00.01 Uhr: A. wird von einem Unbekannten angerufen, 

der ihm sagt, es sei alles in Ordnung und klar (cl. 57 pag. 9.1.445). 

i) 30. September 2003, 00.48 Uhr: A. wird wieder von einem Unbekannten ange-

rufen, der ihm sagt, er (A.) solle den anderen nochmals anrufen und ihm sagen, 

dass sie nicht mit der Taschenlampe herumfuchteln sollen. Alles sei sehr licht-

empfindlich. A. sagt, dass die "Schmier" zur Zeit bei F. sei, er wisse nicht warum 

(cl. 57 pag. 9.1.446). 

j) 30. September 2003, ab 02.01 Uhr: A. unterhält sich im Clublokal der Hells 

Angels in Zürich mit J. (cl. 55 pag. 9.19.828 ff.): 

A.: (unverständlich) … Vorhin hat noch der G. angerufen...  Es muss offensichtlich... (unverständ-

lich) muss jemand mit der Taschenlampe herumgezündet haben... das sieht man ja von weitem... 

- 35 - 

Jetzt versuchte ich ihn zu erreichen... Es kommt aber nur die Combox.... Verstehst du... (unver-

ständlich) das erste Mal geschnitten haben... J.: Ja... ja... A.: In Lausanne.... sie sind zu viert da un-

ten... (unverständlich) Sie müssen es einfach aufladen... verstehst du, was ich meine... (unver-

ständlich). Sie sind jetzt am Arbeiten, so hoffe ich... (unverständlich). Das sind 3 bis 4 Tonnen... 

[…] A.: (unverständlich) … und dann fahren wir nach Lausanne runter... J.: Wohin möchten sie es 

dann hin tun, nach Lausanne... Was wollen sie machen? A.: Ja, hinunter... (unverständlich) C. sag-

te... sie hätten verschiedene Orte... J.: Ahhh... A.: Die wechseln immer... C. hat es auf verschiede-

ne Orte verteilt... Er hat einen Jeep mit Anhänger und einen Lastwagen... Sie sind zu viert oder zu 

fünft... Sie fahren erst, wenn sie es voll haben... Die Ware muss dann schnell... Ich kenne mich 

nicht aus... (unverständlich). Die Ware muss gute Qualität sein... […] 

k) 30. September 2003, 03.42 Uhr: A. wird vom Benutzer des Telefons von K. 

angerufen, der ihn informiert, dass sie auf dem Rückweg seien. Die schönsten 

Stücke seien schon alle geerntet gewesen, aber man habe jetzt das Maximum 

geladen. Jetzt werde man das Material einlagern. A. erzählt, dass F. und zwei 

Prospects verhaftet worden seien. Er will sich morgen mit dem Anrufer treffen. 

Dieser sagt jedoch, dass er nun die zweite Nacht nicht geschlafen habe und er 

tagsüber arbeiten müsse (cl. 57 pag. 9.1.447). 

l) 30. September 2003, 21.57 Uhr: A. erzählt C. am Telefon, dass F., D., B. und 

H. im Gefängnis seien. C. solle vorsichtig sein, auch mit Bezug auf Verrot-

tung/Gärung der Ware. C. erklärt, man habe alles unter Kontrolle. Er sei bereit, 

weitere Aufträge auszuführen (cl. 57 pag. 9.1.449). 

3.4.4 Die vorerwähnten Telefonate und das Gespräch zwischen A. und J. im Clublokal 

der Hells Angels zeigen zweifellos, dass A. zwecks Betäubungsmittelgewinnung 

C. in der Nacht vom 29./30 September 2003 zu einem (weiteren) Transport und 

der anschliessenden Lagerung und Trocknung von Hanfstauden ab einem Feld 

in der Nähe von Aarberg aufbot, C. diesem Aufgebot Folge leistete, indem er 

sich zusammen mit drei weiteren Personen mit einem Jeep mit Anhänger und 

einem Camion zum Hanffeld begab, das Fahrzeuganhänger und den Camion mit 

frisch geschnittenem Hanf belud und die Hanfstauden schliesslich in einen La-

gerraum zum Trocknen brachte. Hinsichtlich des Gewichts des transportierten 

Hanfs ist von mindestens einer Tonne (Nassgewicht) auszugehen, da dies dem 

Ladevermögen der verwendeten Fahrzeuge entspricht, A. mit ein bis zwei Ton-

nen rechnete und ein Beteiligter meldete, sie hätten das Maximum geladen. 

Beim THC-Gehalt ist aufgrund des selben Anbauers und des selben regionales 

Standortes des Hanffeldes von mindestens 3% auszugehen, entspricht dies 

doch dem niedrigsten THC-Wert des am 29. September 2003 in Buchs bei B. 

und Konsorten sichergestellten Hanfs (vgl. oben E. 3.3.3b). Im Ergebnis ent-

spricht dies nach dem oben (E. 3.3.5) Gesagten ca. 75 kg Rauchhanf. 

- 36 - 

3.4.5 In subjektiver Hinsicht ist nach dem unter E. 3.3.6 Ausgeführten unzweifelhaft, 

dass C. mit Wissen und Willen handelte. 

3.4.6 Mit dem dargelegten Verhalten hat sich C. der unbefugten Beförderung von Be-

täubungsmitteln im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3 aBetmg schuldig gemacht. 

3.4.7 In Bezug auf die Vorwürfe der Lagerung und der Verarbeitung von Hanf kann auf 

das oben unter E. 3.3.8 Ausgeführte verwiesen werden. 

 

3.5 Hanfernte vom 4. Oktober 2003 

3.5.1 Unter Anklageziffer I.1.C mit der Überschrift "Hanfernte vom 4. Oktober 2003" 

wird C. zusammengefasst zur Last gelegt, sich am Morgen des 4. Oktober 2003 

auf Anweisung von A. mit weiteren Personen und mit einem Fahrzeug mit An-

hänger zu einem Hanffeld von G. auf dem Gebiet des Seelandes bzw. des 

schweizerischen Mittellandes begeben zu haben, wo er 1 Tonne Hanf (Nassge-

wicht, trocken ca. 100 kg) mit einem THC-Gehalt von über 3% geladen und an-

schliessend zu einem Lagerort in der Westschweiz zur Trocknung im Hinblick auf 

die Verarbeitung zu Betäubungsmitteln gebracht habe. A. und C. hätten die Ab-

sicht gehegt, die zu Betäubungsmitteln verarbeiteten Hanfstauden später für 

mindestens Fr. 2'000.-- pro kg zu verkaufen und den Verkaufspreis in nicht näher 

bestimmbarer Weise unter sich sowie unter Mitbeteiligung von G. zu verteilen 

(cl. 144/1 pag. 144.100.52 f.). 

3.5.2 Aussagen 

a) C. bestreitet, wie erwähnt (E. 3.3.2a), je Hanf transportiert zu haben. 

b) A. bestreitet, wie erwähnt (E. 3.3.2c), jegliche Beteiligung an Hanfgeschäften. 

3.5.3 Telefon- und Raumüberwachung 

Die Telefon- und Raumüberwachung hat Folgendes ergeben: 

a) 3. Oktober 2003, 19.46 Uhr: C. ruft A. an. A. sagt: "Um sieben Uhr." C. antwor-

tet, das sei perfekt. Alles sei kontrolliert und in Ordnung, wie vorgesehen. Er 

werde ihm morgen Bescheid geben, falls es Neuigkeiten gebe (cl. 59 pag. 

9.1.1336). 

- 37 - 

b) 4. Oktober 2003, 07.07 Uhr: A. ruft C. an. Ohne spezifische Einleitung sagt C., 

er sei da. Auf die Frage von A. sagt er, es gehe gut, sie seien am Warten. Er 

werde anrufen, wenn er Neuigkeiten habe (cl. 59 pag. 9.1.1339). 

c) 4. Oktober 2003, 07.20 Uhr: A. ruft C. an. C. sagt, dass er immer noch wartet 

(cl. 57 pag. 9.1.450). 

d) 4. Oktober 2003, 07.57 Uhr: A. ruft C. und fragt, ob dort nichts passiere, was 

C. bestätigt. C. meint, wenn es am gleichen Ort sei, würden sie es finden. A. 

bestätigt, dass es in der Umgebung sein müsste. C. möchte wissen, wann sie 

kommen. Sie selbst seien um 04.45 Uhr losgefahren. Sie hätten die Fahrzeuge 

gefunden. A. versichert, "sie" zu finden. C. sollte noch zehn Minuten warten. Er 

werde ihn dann zurückrufen, ansonsten könnten sie (C. und die weiteren) gehen. 

C. ist einverstanden (cl. 57 pag. 9.1.451). 

e) 4. Oktober 2003, 08.08 Uhr: A. ruft C. an. Dessen Handy wird aber von einer 

anderen Person abgenommen, die sich als Kumpel von C. ausgibt. Auf die Frage 

von A., ob sie gekommen seien, sagt dieser, es laufe gut, sie seien "hier" und 

würden gehen (cl. 57 pag. 9.1.452). 

f) 4. Oktober 2003, 09.03 Uhr: C. ruft A. an und sagt, es sei überhaupt nicht so, 

wie sie (A. und C.) es besprochen hätten. Er habe schneiden müssen, wie ein 

Idiot. Es sei nichts bereit gewesen. Er habe nun zwar wieder das Maximum, er 

habe den Anhänger gefüllt, aber es sei nichts bereit gewesen, kein Sack, nichts. 

Jetzt sei er auf dem Rückweg. Er habe das Maximum geladen, was er konnte. A. 

fragt nach den Spitzen. C. sagt: Ja, sie hätten wieder alle