# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df07f013-90a3-52a7-862e-04e8eb8909b6
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-22
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 22.02.2022 BA 2021 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_BA-2021-51_2022-02-22.pdf

## Full Text

20220203_092928_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

BA 2021 51

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Gerichtsschreiberin lic.iur. D. Huber Stüdli

Urteil vom 22. Februar 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Betreibungsamt Zug, 

betreffend

Aufhebung der Konkursandrohung

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Sachverhalt

1. Die A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) stellte mit Eingabe vom 15. November 
2021 bei der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug das Begehren, es sei in der Betreibung 
Nr. ________ des Betreibungsamtes Zug über B.________ (nachfolgend: Schuldner) der 
Konkurs zu eröffnen. Sie stützte sich dabei auf die vom Betreibungsamt Zug am 9. Juni 2021 
in der genannten Betreibung ausgestellte Konkursandrohung. 

2. Die Einzelrichterin setzte mit Entscheid vom 1. Dezember 2021 den Konkursentscheid 
gestützt auf Art. 173 Abs. 2 SchKG aus und überwies den Fall der II. Beschwerdeabteilung 
des Obergerichts Zug als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs. Zur 
Begründung führte sie aus, es bestünden erhebliche Anhaltspunkte für die Nichtigkeit der 
Konkursandrohung vom 9. Juni 2021, weil der Schuldner zum Zeitpunkt der Ausstellung der 
Konkursandrohung seinen Wohnsitz nicht im Kanton Zug gehabt habe und das im Kanton 
Zug gelegene Geschäftsdomizil der Einzelunternehmung des Schuldners keinen 
Betreibungsort bilde.

3. In der Stellungnahme vom 7. Dezember 2021 beantragte der Schuldner dem Obergericht, 
der über ihn eröffnete Konkurs sei für nichtig zu erklären.

4. Das Betreibungsamt Zug hob mit Verfügung vom 10. Dezember 2021 die Konkursandrohung 
vom 9. Juni 2021 auf und liess dem Obergericht gleichentags eine Kopie dieser Verfügung 
zukommen. 

5. Mit Beschluss vom 14. Dezember 2021 schrieb das Obergericht das Verfahren zufolge 
Gegenstandslosigkeit ab (BA 2021 46). 

6. Gegen die Verfügung des Betreibungsamtes Zug vom 10. Dezember 2021 reichte die 
Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 22. Dezember 2021 Beschwerde bei der II. 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts Zug als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und 
Konkurs ein und stellte folgende Anträge: 

1. Die Konkursandrohung in der Betreibung Nr. ________ des Betreibungsamtes Zug sei nicht 
aufzuheben.

2. Das Fortsetzungsbegehren sei nicht nachträglich zurückzuweisen.

7. In der Vernehmlassung vom 24. Dezember 2021 liess der Schuldner den Antrag stellen, die 
Aufhebung der Konkursandrohung bzw. "die nachträgliche Aufhebung des 
Konkursbegehrens" in der Betreibung Nr. _______ des Betreibungsamtes Zug sei 
aufrechtzuerhalten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Beschwerdeführerin. 

8. Mit eigener Eingabe vom 27. Dezember 2021 erklärte der Schuldner zudem, die Konkurs-
androhung sei ihm nie persönlich zugestellt, sondern von einer Mitarbeiterin des 
Treuhandbüros C.________ entgegengenommen worden, die dazu nicht befugt gewesen 
sei. 

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9. Das Betreibungsamt Zug beantragte in der Beschwerdeantwort vom 29. Dezember 2021 die 
Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen

1. Anlass zur vorliegenden Beschwerde gibt die Frage, ob das Betreibungsamt Zug die Kon-
kursandrohung gegen den Schuldner als Inhaber der Einzelfirma D.________ wegen 
örtlicher Unzuständigkeit aufheben durfte. 

1.1 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, das Betreibungsamt Zug sei zur Zustellung der 
Konkursandrohung gegen den Schuldner örtlich zuständig gewesen. In der Verfügung vom 
10. Dezember 2021 führe das Betreibungsamt Zug aus, es habe sich nur um eine 
vorübergehende Postadresse in Zug gehandelt. Trotzdem habe das Amt die 
Betreibungsurkunde am 22. Juni 2021 ordnungsgemäss an den Schuldner zustellen können. 
Der Schuldner habe die rechtmässige Zustellung nicht bestritten. Weiter habe das 
Betreibungsamt Zug in der angefochtenen Verfügung festgestellt, dass sich der Schuldner 
rückwirkend per 1. Juni 2021 wieder abgemeldet habe und das Amt deshalb nicht zuständig 
sei. Bei einem solchen Vorgehen hätten alle Schuldner die Möglichkeit, sich nach einer 
Zustellung von Betreibungsurkunden rückwirkend abzumelden und sich so der Vollstreckung 
nach SchKG zu entziehen (vgl. act. 1). 

1.2 In rechtlicher Hinsicht ist Folgendes festzuhalten: 

1.2.1 Die Eröffnung des Konkurses und die Durchführung des Konkursverfahrens finden am 
Konkursort statt. Der Konkursort ist am Ort des ordentlichen Betreibungsortes gestützt auf 
Art. 46 SchKG (vgl. Krüsi, in: Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz 
über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. A. 2017, Art. 46 SchKG N 9). Grundsätzlich bildet 
das Geschäftsdomizil einer Einzelunternehmung keinen Betreibungsort. Der Schuldner, der 
eine eigene Einzelunternehmung betreibt, ist auch für Schulden, welche aus dem Betrieb der 
Einzelunternehmung entstanden sind, an seinem Wohnsitz zu betreiben, und zwar auch 
dann, wenn seine Einzelunternehmung anderswo im Handelsregister eingetragen ist (vgl. 
Krüsi, a.a.O., Art. 46 SchKG N 25 f.; Schmid, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 46 SchKG 
N 61). 

1.2.2 Das SchKG definiert den Wohnsitz nicht selbst, sondern stellt auf den zivilrechtlichen 
Wohnsitz ab, d.h. verweist auf die einschlägigen Bestimmungen des Zivilgesetzbuches (Art. 
23-26 ZGB). Zur Bestimmung des Wohnsitzes ist somit der Ort festzustellen, wo sich eine 
Person in für Dritte objektiver und erkennbarer Weise mit der Absicht dauernden Verbleibens 
aufhält und den sie zum Mittelpunkt ihrer persönlichen Lebensbeziehungen und Interessen 
gemacht hat. Indizien zur Wohnsitzbestimmung (aber für sich genommen nicht massgebend) 
sind der Ort, wo die Schriften hinterlegt sind, wo die Steuern gezahlt werden, wo das 
Stimmrecht ausgeübt wird. Das Hauptgewicht liegt nicht auf dem Ort der Berufstätigkeit, 
sondern auf den Beziehungen des häuslichen Lebens und der familiären und 
gesellschaftlichen Bande (vgl. Schmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 46 SchKG N 39 ff., mit 

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Hinweisen). Keinen Wohnsitz begründet, wer bloss deshalb die Schriften hinterlegt, um die 
Konkursbetreibung an einem bestimmten Ort zu ermöglichen und von jenem Ort wieder 
wegzuziehen gedenkt, wenn die Zwangsvollstreckungsformalitäten erledigt sind (vgl. BlSchK 
1985 S. 153 ff.). 

1.2.3 Sowohl die sachliche als auch die örtliche Zuständigkeit sind für jede einzelne 
Betreibungshandlung von Amtes wegen zu prüfen. Der Betreibungsbeamte darf nicht einfach 
auf die blosse Behauptung des Gläubigers abstellen. Vielmehr hat er seine sachliche und 
örtliche Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen. Die Aufsichtsbehörden sind ebenfalls 
gehalten, in jedem Stadium des Betreibungsverfahrens darüber zu wachen, ob die sachliche 
und die örtliche Zuständigkeit vom Betreibungsbeamten eingehalten wurden. In gewissen 
Fällen sind dem Betreibungsbeamten oder der Aufsichtsbehörde genauere Recherchen, 
insbesondere Abklärungen über den Wohnsitz des Schuldners oder andere 
zuständigkeitsrelevante Umstände, nicht zumutbar. Das Bundesgericht hat in einem 
Entscheid festgehalten, dass das Betreibungsamt insbesondere nicht gehalten ist, von sich 
aus den Wohnsitz des Schuldners zu eruieren (BGE 120 III 110 E. 1a = Pra 1995 Nr. 148). 
Es ist vielmehr Sache des Gläubigers, den Wohnsitz bzw. Sitz des Schuldners zu kennen 
(Krüsi, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 46 SchKG N 14). Wenn der Schuldner behauptet, er 
habe einen von den Angaben des Gläubigers abweichenden Wohnsitz, so ist er hierfür 
beweispflichtig (BGE 120 III 110 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 5A_284/2020 vom 23. 
Dezember 2020 E. 2.3). 

1.2.4 Eine von einem örtlich unzuständigen Betreibungsamt erlassene Konkursandrohung ist 
nichtig, nicht bloss anfechtbar (vgl. Markus, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 159 SchKG N 9, 
mit Hinweisen).

1.3 Vorliegend stellte das Betreibungsamt Zürich ________ am 2. Juni 2021 fest, dass der von 
der Beschwerdeführerin aufgeführte Schuldner gemäss Auszugsanzeige beim 
Personalmeldeamt der Stadt Zürich an die E.________ in Zug gezogen sei. Die 
Weiterführung des Verfahrens müsse daher am neuen Wohnort erfolgen (vgl. act. 1/2). Das 
Betreibungsamt Zug erhielt am 10. Juni 2021 beim Personalmeldeamt der Stadt Zürich die 
Auskunft, dass der Schuldner – gemäss seinem damaligen Vermieter – an der Adresse 
F.________ in Zürich auszogen und an die Adresse E.________ in Zug fortgezogen sei. 
Daraufhin stellte das Amt die Konkursandrohung gegen den Schuldner polizeilich zu (vgl. act. 
1/3 und act. 4 im Verfahren BA 2021 46). Im Konkursverfahren vor Kantonsgericht Zug ergab 
eine Adressabklärung des Gerichts, dass der Schuldner nicht in Zug gemeldet ist. Mit 
Eingabe vom 26. November 2021 teilte der Schuldner dem Gericht mit, dass er gemäss 
Auskunftserteilung der Stadt Zürich, Bevölkerungsamt, vom 25. November 2021 mit 
Zuzugsdatum 1. Juli 2016 an der G.________ in Zürich gemeldet sei (vgl. act. 1 im Verfahren 
BA 2021 46). Abklärungen des Betreibungsamts Zug vom 3. Dezember 2021 beim 
Personalmeldeamt Zürich ergaben, dass der Schuldner vom 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2019 
an der H.________ in Zürich und anschliessend vom 1. Juli 2019 bis 31. Mai 2021 an der 
F.________ in Zürich wohnte. Am 1. Juni 2021 zog er an die G.________ in Zürich um, wo 
er seither wohnt (vgl. act. 5/4). 

1.4 Aus den Akten ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. Juli 2016 seine 
Schriften in Zürich hinterlegt hat, auch wenn das Betreibungsamt Zug am 10. Juni 2021 beim 
Personalmeldeamt der Stadt Zürich die Auskunft erhielt, der Schuldner sei an die Adresse 

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E.________ in Zug fortgezogen. Diese Auskunft basierte offenbar auf den Angaben des 
damaligen Vermieters des Schuldners (vgl. act. 4 im Verfahren BA 2021 46). In den Akten 
finden sich keine Anhaltpunkte dafür, dass die familiären und gesellschaftlichen Bande des 
Schuldners in Zug liegen. Die Beschwerdeführerin machte keine Angaben, weshalb der 
Schuldner ihrer Ansicht nach in Zug und nicht in Zürich seinen Wohnsitz hat. Soweit sie auf 
Art. 48 SchKG verweist, ist zu bemerken, dass diese Bestimmung vorliegend nicht zur 
Anwendung kommt, da der Schuldner über einen festen Wohnsitz verfügt. Auch der von der 
Beschwerdeführerin zitierte Art. 64 SchKG ist nicht einschlägig, geht es doch vorliegend um 
den Betreibungsort, der in Art. 46 ff. SchKG geregelt ist, und nicht um die Zustellung von 
Betreibungsurkunden gemäss Art. 64 ff. SchKG. Vor diesem Hintergrund ist davon 
auszugehen, dass der Schuldner seinen Lebensmittelpunkt und damit auch seinen Wohnsitz 
in Zürich hat. Folglich ist die Verfügung des Betreibungsamtes Zug vom 10. Dezember 2021, 
womit die Konkursandrohung vom 9. Juni 2021 in der Betreibung Nr. _______ aufgehoben 
und das Fortsetzungsbegehren zurückgewiesen wurde, nicht zu beanstanden. 

2. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist demnach 
abzuweisen. 

Das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs ist 
grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG). Entsprechend sind der 
Beschwerdeführerin keine Kosten aufzuerlegen. Parteientschädigungen sind von Gesetzes 
wegen keine auszurichten (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Urteilsspruch

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 
95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und 
der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen. Die Eingabe muss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 
diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (vgl. Art. 48 Abs. 1 BGG) 
.Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

4. Mitteilung an: 
- Beschwerdeführerin
- Betreibungsamt Zug 
- RA I.________

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Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

lic.iur. St. Scherer lic.iur. D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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