# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a3e0c9d-c748-506b-b8df-7d433cc1697f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 10.03.2022 IV 2020/241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-241_2022-03-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/241

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.07.2022

Entscheiddatum: 10.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 10.03.2022
Art. 17 IVG. Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Berufliche Eingliederung und 
Ausbildungsfähigkeit. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. 
Prozentvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 10. März 2022, IV 2020/241). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_249/2022

Entscheid vom 10. März 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2020/241

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rtwp rechtsanwälte & notare, 

Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rentenrevision (Erhöhung)

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich im Oktober 2005 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 

1). Sie gab an, sie habe eine Lehre als B.___ abgeschlossen; derzeit arbeite sie auf 

diesem Beruf. Ihr Hausarzt Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 

FMH, gab der IV-Stelle am 25. Oktober 2005 (IV-act. 6) gestützt auf Berichte des 

Kantonsspitals St. Gallen an, die Versicherte leide an einem Lupus erythematodes (ED 

2002), Kleinhirninfarkten, einer tiefen Beinvenenthrombose rechts (2004), einem 

interhemisphären Haematom (2002) mit Cephalgien und einem Antiphospholipid-

Antikörpersyndrom. Er begleite die Versicherte in ihren täglichen Beschwerden 

(Cephalea, Trümmel, Konzentrationsstörungen und Folgen der ständig durchgeführten 

Chemotherapien). Die Versicherte sei in ihrem angestammten Beruf und bei ihrem 

jetzigen Arbeitgeber optimal aufgehoben. Der Arbeitgeber komme der Versicherten bei 

den krankheitsbedingten Abwesenheiten sehr entgegen. Seit dem 15. November 2004 

bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Die Arbeitgeberin 

teilte der IV-Stelle am 26. Oktober 2005 mit (IV-act. 7), die Versicherte würde ohne den 

Gesundheitsschaden Fr. 5'440.-- bzw. Fr. 70'720.-- verdienen. Die IV-Stelle ermittelte 

ein leicht höheres Valideneinkommen 2005 von Fr. 71'960.--. Diesem 

Valideneinkommen stellte sie ein Invalideneinkommen von Fr. 38'860.-- gegenüber, 

nämlich 60% des Valideneinkommens abzüglich eines Teilzeitnachteils von 10%. 

Daraus ergab sich ein Invaliditätsgrad von 46% (IV-act. 10-2). Mit einer Verfügung vom 

8. Februar 2006 sprach sie der Versicherten eine Viertelsrente ab dem 1. November 

2005 zu (IV-act. 16 f.). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.

Anlässlich eines im Jahr 2009 durchgeführten Revisionsverfahrens machte die 

Versicherte zwar geltend (IV-act. 19), ihr Gesundheitszustand habe sich seit Oktober 

2008 verschlechtert (Schmerzen, Achillessehnenteilruptur rechts), aber sowohl der 

behandelnde Arzt (IV-act. 23) als auch die Arbeitgeberin (IV-act. 24) berichteten, es 

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habe sich nichts an der Arbeitsfähigkeit am angestammten Arbeitsplatz (60%) 

geändert. Prof. Dr. D.___ vom Kantonsspital St. Gallen berichtete am 15. Oktober 2009 

(IV-act. 28-2), die Frage nach der Arbeitsfähigkeit könne nur durch eine genauere 

gutachterliche Überprüfung (inkl. EFL) seriös beantwortet werden. Die Arbeitgeberin 

bestätigte der IV-Stelle am 8. März 2010 (IV-act. 33), dass der Jahreslohn von Fr. 

52'127.-- bei einem Arbeitspensum von 60% der Arbeitsleistung der Versicherten 

entspreche. Die IV-Stelle ermittelte anhand dieses Invalideneinkommens und eines 

Valideneinkommens von Fr. 86'878.-- einen Invaliditätsgrad von 40% (IV-act. 34). Am 

19. März 2010 teilte sie der Versicherten mit, es bestehe weiterhin ein Anspruch auf 

eine Viertelsrente, da die Überprüfung des Invaliditätsgrades keine anspruchsrelevante 

Veränderung ergeben habe. Im Rahmen eines im Jahr 2013 eröffneten 

Revisionsverfahrens gab die Versicherte am 9. März 2013 an (IV-act. 39), ihr 

Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Der behandelnde Arzt berichtete am 18. 

März 2013 (V-act. 42), der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich 

verschlechtert. Generell scheine die Konzentrationsfähigkeit der Versicherten 

abzunehmen. Die Versicherte ermüde rascher. Sie könne kaum den ganzen Tag 

arbeiten, so dass fünf Stunden täglich möglich seien. Die Versicherte sei weniger 

flexibel, mehrere Arbeiten gleichzeitig zu erledigen (Laborarbeit). Bei der 

Gesundheitsbeeinträchtigung handle es sich um ein chronisches Leiden mit einer 

gewissen Progredienz. Die Arbeitgeberin der Versicherten teilte am 18. März 2013 mit 

(IV-act. 43), es habe sich nichts geändert; die Versicherte arbeite zu 60%. Prof. Dr. 

D.___ gab am 28. März 2013 an (IV-act. 44), der Invaliditätsgrad von 40% sei eher an 

der unteren Grenze des Realen, aber angemessen. Am 17. April 2013 teilte die IV-Stelle 

der Versicherten mit (IV-act. 46), es bestehe weiterhin ein Anspruch auf die bisherige 

Invalidenrente.

C.

Am 19. Juni 2016 ersuchte die Versicherte um eine Erhöhung der Invalidenrente (IV-act. 

49). Sie gab an, sie kämpfe mit einer immer stärker werdenden Müdigkeit und 

Erschöpfung; sie habe einfach keine Kraft mehr. Aufgrund vermehrter Absenzen habe 

ihre Arbeitgeberin sie gefragt, ob es nicht besser wäre, das Arbeitspensum auf 50% zu 

reduzieren. Am 9. August berichtete Prof Dr. D.___ (IV-act. 61-2), der systemische 

Lupus erythematodes sei trotz der therapeutischen Bemühungen weiterhin aktiv. Im 

vergangenen Jahr sei die Versicherte dreimal hospitalisiert worden, zweimal wegen 

einer aktiven Lungenbeteiligung und einmal wegen des Verdachts auf eine Cyclo­

phosphamid-Nebenwirkung (DD: Nierenbeteiligung) im Rahmen des SLE. Seit Mai 2016 

werde sie wegen eines chronischen Hustens und eines Verdachts auf eine Pleuritis und 

zusätzlich wegen einer zunehmenden, schweren Fatigue-Symptomatik als Ausdruck 

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einer systemischen oder neuropsychiatrischen Aktivität erneut mit Cyclophosphamid 

behandelt. Eine neurologische Untersuchung habe bestätigt, dass die schwere 

Fatigue-Symptomatik kognitiv schwer und motorisch mittelschwer ausgeprägt sei. 

Insgesamt sei die Versicherte in ihrem Beruf dauerhaft höchstens zu 50% arbeitsfähig. 

Bereits am 4. Mai 2016 hatte eine psychologische Untersuchung durch die Klinik für 

Neurologie des Kantonsspitals St.Gallen stattgefunden. Gemäss dem entsprechenden 

Bericht vom 17. Mai 2016 (IV-act. 61-9 ff.) waren insgesamt leichte kognitive 

Funktionsstörungen vorgefunden worden. Im Vordergrund hatte dabei eine leichte bis 

mittelschwere Antriebs- und Aufmerksamkeitsstörung mit einer reduzierten 

Grundaktivierung und einem verlangsamten kognitiven Arbeitstempo gestanden. 

Daneben hatten sich im Exekutivbereich leicht reduzierte Flüssigkeitsleistungen 

gezeigt. Im Gedächtnisbereich war einzig die verbale Merkspanne minimal vermindert 

gewesen. Auf der emotionalen und auf der Persönlichkeitsebene hatten sich Hinweise 

auf eine minimale depressive Symptomatik mit hauptsächlich körperlichen und 

kognitiven Symptomen sowie Hinweise auf eine schwere Fatigue-Symptomatik 

(kognitiv schwer und motorisch mittelschwer ausgeprägt) ergeben. Gegenüber einer 

offenbar im Jahr 2004 durchgeführten Untersuchung hatten sich der Antrieb und die 

Aufmerksamkeit leicht verbessert und die weiteren geprüften kognitiven 

Funktionsbereiche (Gedächtnis-, Exekutiv- und Aufmerksamkeitsbereich) waren 

unauffällig gewesen. Der zuständige Arzt des RAD hielt am 27. Oktober 2016 fest (IV-

act. 63-2), die neuropsychologische Untersuchung habe eine zumindest teilweise 

Befundverbesserung ergeben. Die rheumatologischen Berichte wiesen multiple 

Widersprüchlichkeiten auf. Damit sei keine deutliche und anhaltende gesundheitliche 

Verschlechterung belegt. Die IV-Stelle ging deshalb weiterhin von einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad am angestammten Arbeitsplatz von 60% aus. Sie ermittelte einen 

Invaliditätsgrad von 40% (IV-act. 64). Im Vorbescheidsverfahren gab die Versicherte an, 

sie würde sich gerne für eine polydisziplinäre Begutachtung zur Verfügung stellen (IV-

act. 67). Die IV-Stelle wies das Gesuch um eine Rentenerhöhung mit einer Verfügung 

vom 4. Januar 2017 ab (IV-act. 68). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

D.

Am 15. Februar 2018 beantragte die Versicherte erneut eine Rentenerhöhung (IV-act. 

72). Sie machte geltend, sie könne seit März 2017 aus gesundheitlichen Gründen keine 

Arbeitsleistung im Rahmen von 60% mehr erbringen. Ihre Arbeitgeberin habe sich 

gezwungen gesehen, das Arbeitspensum auf 50% zu reduzieren. Damit habe 

verhindert werden sollen, dass sie ihren Arbeitsplatz gänzlich verliere. Prof. Dr. D.___ 

hatte am 31. Januar 2018 angegeben (IV-act. 73), die Versicherte sei aufgrund ihrer 

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Erkrankung in ihrer beruflichen Tätigkeit dauerhaft nicht mehr als maximal 50% 

arbeitsfähig. Er habe ab 1. März 2017 eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit von 

50% bescheinigt. Die Reduktion von 60 auf 50 Stellenprozent sei aus medizinischer 

Sicht dringend geboten, um die Versicherte weiterhin im Arbeitsprozess zu halten. Die 

Arbeitgeberin hatte am 21. November 2017 bestätigt, dass sie das Arbeitspensum der 

Versicherten auf 50% habe reduzieren müssen, weil die Versicherte nur noch eine 

Arbeitsleistung von 50% erbringe (IV-act. 74). Am 13. Juni 2018 berichteten Dr. phil. 

E.___, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, und Dr. phil. F.___, Psychologie 

FSP, gegenüber Prof. Dr. D.___ (IV-act. 79-5 ff.), im Rahmen einer 

neuropsychologischen Verlaufsuntersuchung seien bei der Versicherten insgesamt 

mittelschwere bis teilweise schwere kognitive Funktionsstörungen festgestellt worden. 

Im Vordergrund stünden mittelschwere attentionale und exekutive sowie leichte bis 

mittelschwere Gedächtnisstörungen. Im Aufmerksamkeitsbereich dominiere eine 

schwere Störung in der Aufmerksamkeitsbereitschaft und in der Aktivierung sowie im 

kognitiven Verarbeitungstempo. Die selektive Aufmerksamkeit sei leicht vermindert. Im 

Exekutivbereich stehe im Vordergrund eines mittelschwere bis schwere 

Antriebsstörung (sprachlich, im figuralen Antrieb, in der Interferenzabwehr und in einer 

planerischen Aufgabe). Im Gedächtnisbereich lägen leichte bis mittelschwere 

Einbussen vor, wobei eine leichte bis mittelschwere Lern- und Speicherstörung für 

verbale und visuelle Einzelinformationen sowie für verbale Kontextinformationen im 

Vordergrund stehe. In der geteilten Aufmerksamkeit, im visuellen Kontextgedächtnis, in 

der Wahrnehmung und in der Visuo-Konstruktion habe die Versicherte unauffällige und 

durchschnittliche Leistungen gezeigt; im Exekutivbereich sei die Denkflexibilität knapp 

genügend gewesen. Im emotionalen und im Persönlichkeitsbereich habe es Hinweise 

auf eine minimale Stimmungsproblematik gegeben. Weiter hätten sich Hinweise für 

eine schwere Fatigue-Symptomatik ergeben. Weder vom klinischen Eindruck her noch 

aufgrund der testinternen Parameter seien Auffälligkeiten bzw. Hinweise auf eine 

verminderte Anstrengungsbereitschaft festgestellt worden, weshalb von validen 

Befunden ausgegangen werden könne. Der verminderte Antrieb und die Einbussen im 

attentionalen Exekutivbereich könnten am ehesten im Zusammenhang mit der 

schweren Fatigue-Symptomatik resp. mit der SLE gesehen werden. Aufgrund des 

Schweregrades der vorliegenden Befunde könne von einer Alltags- bzw. 

Berufsrelevanz ausgegangen werden. Am 26. Juli 2018 erkundigte sich die IV-Stelle 

beim Kantonsspital St. Gallen, welche funktionellen Einbussen aufgrund der 

Grunderkrankung bestünden, welche Behandlung momentan stattfinde und ob die von 

den Neuropsychologen empfohlenen Massnahmen bereits eingeleitet worden seien (IV-

act. 84). Prof. Dr. D.___ führte am 21. August 2018 aus (IV-act. 85), die funktionellen 

Einbussen seien im Bericht über die neuropsychologische Verlaufsuntersuchung gut 

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dargestellt worden. Diese Einbussen seien durch die zerebralen Veränderungen im 

Rahmen der zurückliegenden Aktivität des SLE zustande gekommen. Die Schäden 

seien irreversibel, da sie durch die medikamentösen Therapien nicht hätten beeinflusst 

werden können und da in den vergangenen Jahren keine Aktivitätszeichen 

nachweisbar gewesen seien. Die von der Neuropsychologie vorgeschlagenen 

Massnahmen seien deshalb supportiv, d.h. sie dienten der Erhaltung des aktuellen 

Zustandes und könnten diesen nicht wesentlich verbessern. Am 13. September 2018 

notierte der zuständige RAD-Arzt (IV-act. 86), zwar seien die vom RAD formulierten 

Fragen nur teilweise beantwortet worden. Es fehlten Angaben über die aktuellen 

funktionellen Einschränkungen im Bereich des rheumatologischen Fachgebietes, über 

die aktuelle Behandlung des SLE und ob und wo die empfohlene neuropsychologische 

Behandlung stattfinde. Gesamthaft sei aber eine Verschlechterung des neurokognitiven 

Zustandes gegenüber der Voruntersuchung vom Mai 2016 gegenüber dem Bericht 

vom Juni 2018 ausgewiesen. Daher könne auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des 

rheumatologischen Behandlers (50% in der angestammten Tätigkeit) abgestellt 

werden. Die IV-Stelle ermittelte auf der Grundlage eines Arbeitsfähigkeitsgrades von 

50% am angestammten Arbeitsplatz einen Invaliditätsgrad von 50% (IV-act. 94). Mit 

einer Verfügung vom 26. März 2019 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung 

ab dem 1. September 2018 eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 100). Diese Verfügung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

E.  

Am 27. November 2019 beantragte die Versicherte erneut eine Rentenerhöhung 

(IV-act. 109). Sie führte aus, sie könne ihr 50%iges Arbeitspensum aus 

gesundheitlichen Gründen nicht mehr aufrechterhalten; sie könne maximal noch zu 

20% arbeiten. Die Krankentaggeldversicherung habe eine Verschlimmerung des 

vorhandenen Leidens festgestellt. Die Arbeitgeberin habe das Pensum auf 20% 

herabgesetzt. Die Versicherte reichte u.a. einen Untersuchungsbericht von Prof. Dr. 

D.___ vom 12. Juni 2019 (IV-act. 113-9 ff.) ein. Darin hatte Prof. Dr. D.___ angegeben, 

aktuell seien zwar keine objektiven Anzeichen einer aktiven Erkrankung klinisch und 

serologisch nachweisbar, aber es sei mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit zu einer 

Zunahme der hirnorganischen Veränderungen mit konsekutiven neuropsychologischen 

Störungen gekommen. Diese Veränderungen hätten sich in einem neuen Angio-MRI 

gezeigt. Sie hätten zu einer zunehmenden Occlusion beider A. vertebralis geführt, so 

dass eine mit sonstigen Methoden nicht erfassbare subklinische Aktivität doch ziemlich 

E.a. 

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wahrscheinlich sei. Die Folge dieser Problematik sei ein multifaktorielles schweres 

Fatigue- und Erschöpfungssyndrom, das schon seit geraumer Zeit zu einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit führe. Aus medizinischer Sicht sei es nicht 

empfehlenswert, dass die Versicherte ihre Arbeit weiterführe, zumal die Arbeit die 

Versicherte daran hindere, sich einer höchst empfehlenswerten psychologisch-

psychiatrischen ambulanten Behandlung zu unterziehen. Der zuständige RAD-Arzt 

notierte am 19. Februar 2020 (IV-act. 117-3), die rheumatologischen Behandler hätten 

das Fehlen aktueller Aktivitätszeichen des SLE bestätigt. Warum die Durchführung 

einer ambulanten Psychotherapie nur bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100% möglich 

sein solle, sei nicht nachvollziehbar. Er empfahl eine polydisziplinäre Begutachtung.

Am 28. Juli 2020 erstattete die medexperts ag ihr polydisziplinäres 

(rheumatologisches, allgemein internistisches, neurologisches, psychiatrisch-

psychotherapeutisches und neuropsychologisches) Gutachten (IV-act. 124). Die 

Sachverständigen gaben an, die Versicherte leide an einer organisch emotional labilen 

Störung (ICD-10 F06.6), an einem aktenanamnestischen systemischen Lupus 

erythematodes (SLE; Ed 08/2002), an einem thorakolumbovertebralen und beidseits 

lumbospondylogenen Syndrom mit anamnestisch thorakospondylogener Komponente 

rechts, an migräniformen Kopfschmerzen und an einer Varicosis mit rezidivierenden 

Ödemen bei einem anamnestischen Zustand nach insgesamt 3-4 

Beinvenenthrombosen. Hinzu kämen folgende Diagnosen (ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit): Bronchiolitis obliterans mit organisierender Pneumonie (ED 2004), 

manifeste Osteoporose bei Zustand nach aktenanamnestischer (aktuell konventionell 

radiologisch nicht fassbarer) Spontanfraktur BWK 12 bzw. LWK 1, Adipositas II (BMI 

39,5), arterielle Hypertonie, zwei bekannte Leberherde im Segment V (DD: Hämangiom, 

atypisches Hämangiom) und multiple Allergien (Penicillin, Pollenallergie, Allergie auf 

Hausstaub, Pfirsich und Nektarine). Der rheumatologische Sachverständige führte in 

seinem Fachgutachten aus (IV-act. 124-18 ff.), es fänden sich aktuell keine klinischen 

oder serologischen Hinweise für eine Entzündungsaktivität des aktenanamnestischen 

systematischen Lupus erythematodes. Unbestritten sei das Vorliegen eines 

Antiphospholipid-Antikörper-Syndroms. Die 08/2002 gestellte Diagnose eines 

systemischen Lupus erythematodes lasse sich retrospektiv nicht schlüssig herleiten 

und könne weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Klinisch seien weder 

E.b. 

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muskuloskelettale noch systemische Lupus-assoziierte Organmanifestationen 

feststellbar. Die subjektive chronische Fatigue und Erschöpfung lasse sich nicht mit 

einer erhöhten Entzündungsaktivität des aktenanamnestischen SLE begründen. Seit 

der letzten rechtskräftigen Verfügung der IV-Stelle sei aus rheumatologischer Sicht 

keine Entzündungsaktivität des SLE dokumentiert. Auch aktuell seien keine Hinweise 

für eine solche Entzündungsaktivität vorhanden. Es sei von einer multifaktoriell 

bedingten Chronic Fatigue auszugehen. Eine Chronic Fatigue trete bei 

Autoimmunopathien oft auf; bei aktuell fehlenden Hinweisen auf eine 

Entzündungsaktivität könne seit der letzten Verfügung eine Arbeitsunfähigkeit von mehr 

als 50% allein aus rheumatologischer Sicht nicht begründet werden. Die in den Akten 

dokumentierte Spontanfraktur von BWK 12 und LWK 1 (widersprüchliche 

aktenanamnestische Angaben) sei aktuell in ergänzend angefertigten 

Röntgenaufnahmen nicht fassbar. Die von der Versicherten beklagten 

Rückenbeschwerden seien aber mit den objektivierbaren klinischen und radiologischen 

Befunden hinreichend erklärbar. Die in der letzten Osteodensitometrie (DEXA) vom 25. 

März 2018 ermittelten Knochendichtewerte entsprächen einer Osteopenie. 

Zusammenfassend lasse sich eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit 

der letzten Verfügung der IV-Stelle vom 25. März 2019 aus rheumatologischer Sicht 

nicht objektivieren; die Tätigkeit als B.___ sei weiterhin zu 50% (halbtags) zumutbar. 

Bei der von der Versicherten ausgeübten Tätigkeit als B.___ handle es sich aus 

rheumatologischer Sicht um eine körperlich optimal adaptierte Berufstätigkeit. Die 

körperliche Leistungsfähigkeit liege im Bereich einer körperlich mindestens leichten, 

mit Vorteil wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit mit Heben/Tragen von Lasten von 

5-10kg. Von weiteren medizinischen Massnahmen/Therapien sei keine Verbesserung 

der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Der internistische Sachverständige gab in seinem 

Fachgutachten an (IV-act. 124-33 ff.), aufgrund des höhergradigen Asthmas bestehe 

eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für nur mehr leichte und 

mittelschwere körperliche Arbeiten. Bezüglich der symptomatischen Varikositas 

empfehle sich eine wechselnde Arbeitshaltung unter Anlage der 

Kompressionsstrümpfe. Der neurologische Sachverständige führte in seinem 

Fachgutachten aus (IV-act. 124-43 ff.), die starke Schmerzintensität mit einer hohen 

Anzahl von Kopfschmerztagen führe zu einem erhöhten Pausenbedarf. Deshalb 

bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die neuropsychologische 

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Sachverständige gab in ihrem Teilgutachten (IV-act. 125) an, insgesamt seien vor allem 

eine ausgeprägte Antriebsstörung und eine kognitive Verlangsamung deutlich 

geworden. Letztere werde vor allem in attentionalen und exekutiven Anforderungen 

deutlich. Dabei seien verschiedene Aufmerksamkeitsbereiche wie z.B. die Alertness 

und die selektive und geteilte Aufmerksamkeit vermindert. Insbesondere habe sich die 

mentale Flexibilität als weit unterdurchschnittlich betroffen gezeigt. Weniger 

ausgeprägt seien mnestische Störungen; hier sei insbesondere die eingeschränkte 

verbale Wiedererkennungsleistung aufgefallen. Die kognitive Verlangsamung habe sich 

jedoch in anderen Bereichen gezeigt, die qualitativ nicht betroffen seien, z.B. im 

Wortschatz, beim logischen Denken oder auch im figuralen Gedächtnis. 

Unterdurchschnittliche Testergebnisse seien in der zweiten Testhälfte zu finden 

gewesen, was auf eine Belastbarkeitsminderung hinweise. Insgesamt könne von einer 

hohen Alltags- resp. Berufsrelevanz ausgegangen werden. Als für den Berufsalltag 

besonders limitierend würden die umfassende und ausgeprägte kognitive 

Verlangsamung sowie die verminderte Aktivierung bei den kognitiven Anforderungen 

gesehen. Die Funktionsfähigkeit sei in den meisten beruflichen Anforderungen deutlich 

eingeschränkt. In Berufen mit hohen Anforderungen sei die Funktionsfähigkeit stark 

eingeschränkt. Die Befunde sprächen insgesamt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

für eine mittelschwere neuropsychologische Störung. Der psychiatrische 

Sachverständige hielt fest (IV-act. 124-52 ff.), aufgrund der deutlichen und anhaltenden 

Affektinkontinenz und Labilität, der erhöhten Ermüdbarkeit und der Vielzahl 

unangenehmer körperlichen Empfindungen und Schmerzen als Folge einer 

bestehenden somatischen Störung könne die Diagnose einer organisch emotional 

labilen Störung bestätigt werden. Aufgrund der Untersuchungsbefunde könnten 

weitere psychiatrische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Aus psychiatrischer 

Sicht bestehe aufgrund der neurokognitiven Einschränkungen eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit. Der 

Versicherten könnten Tätigkeiten mit höherer nervlicher Belastung oder 

Konzentrationsanforderung, mit eigener Entscheidungsbefugnis bzw. 

Überwachungsfunktion, mit engem Zeitlimit und im ausschliesslichen Personenkontakt 

oder mit hohen visuellen Anforderungen nicht zugemutet werden. Eingeschränkt 

zeigten sich besonders die attentionalen und exekutiven Funktionen. Geeignet seien 

einfache Tätigkeiten ohne besondere Verantwortung mit mehr vorgegebenen seriellen 

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F.  

Arbeitsabläufen. Nicht durchgeführt werden sollten Tätigkeiten im Nachtschichtbetrieb 

und mit Stressbelastung. Zu empfehlen seien eine wohlwollende Arbeitsatmosphäre 

und keine ausschliessliche Teamarbeit. Insgesamt bestehe sowohl für die 

angestammte Tätigkeit als B.___ als auch für weitere angepasste Tätigkeiten eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit. Aus interdisziplinärer Sicht kamen die beteiligten Gutachter 

zum Schluss, dass sich keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit 

September 2018 objektivieren lasse. Es hätten sich zwar neue diagnostische 

Gesichtspunkte ergeben, diese beeinflussten die Gesamteinschätzung der 

Leistungsfähigkeit aber nicht. Sowohl für die angestammte als auch für jede andere 

adaptierte Tätigkeit sei von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% auszugehen.

Der RAD-Arzt notierte am 30. Juli 2020, auf das medexperts-Gutachten könne 

abgestellt werden (IV-act. 127). Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen in der 

Tätigkeit als B.___ am bestehenden Arbeitsplatz von Fr. 88'920.-- mit einem 

Invalideneinkommen am selben Arbeitsplatz von Fr. 44'460.-- und ermittelte so einen 

Invaliditätsgrad von 50% (IV-act. 128). Mit einem Vorbescheid vom 31. Juli 2020 

kündigte die IV-Stelle der Versicherten aufgrund eines unveränderten IV-Grades von 

50% die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs an (IV-act. 132). Am 16. September 

2020 beantragte die Versicherte die Zusprache einer höheren Rente (IV-act. 133). Zur 

Begründung gab sie an, sie sei selbst in einer ideal angepassten Tätigkeit (wie sie sie 

derzeit ausübe) nicht mehr als zu 20% arbeitsfähig. Am 12. Oktober 2020 verfügte die 

IV-Stelle die Abweisung des Gesuchs um Erhöhung der Invalidenrente (IV-act. 136). Zur 

Begründung führte sie sinngemäss aus, gemäss dem Gutachten sei die Versicherte in 

der angestammten Tätigkeit als B.___ zu 50% arbeitsfähig. Sie habe keine neuen 

medizinischen Unterlagen eingereicht, welche die gutachterlich beurteilte 

Arbeitsfähigkeit in Frage stellen würden.

E.c. 

Am 10. November 2020/19. Februar 2021 erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) fristgerecht Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nach­

folgend: Beschwerdegegnerin) vom 12. Oktober 2020 (act. G 1 und G 7). Sie 

beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer 

ganzen Rente ab dem 1. Dezember 2019. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 

F.a. 

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aus, auf das Gutachten der medexperts ag könne nicht abgestellt werden bzw. in der 

interdisziplinären Beurteilung seien unhaltbare Schlüsse bezüglich der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit gezogen worden. Der rheumatologische Sachverständige habe 

ausgeführt, die Zunahme der Chronic Fatigue lasse sich bei Fehlen einer 

Entzündungsaktivität der Autoimmunopathie nicht mit der rheumatischen 

Systemerkrankung erklären. Diese Schlussfolgerung sei insbesondere unter Beachtung 

der Angaben des behandelnden Rheumatologen Prof. Dr. D.___ nicht haltbar. Die 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes müsse aus dem multifaktoriellen 

Krankheitsbild als Ganzes abgeleitet werden. Allein aus dem Fehlen einer aktuellen 

Entzündungsproblematik auf das Fehlen einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes zu schliessen, greife zu kurz. Unhaltbar sei weiter die 

Schlussfolgerung, dass die Chronic Fatigue nicht auf den SLE zurückgeführt werden 

dürfe, weil diese auch andere Ursachen haben könne. Das Ausmass der Chronic 

Fatigue sei nicht mittels Geräten messbar. Aufgrund der Wahrnehmungen der 

Arbeitgeberin, wonach die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin deutlich 

abgenommen habe, und der subjektiven Schilderung der Beschwerdeführerin selbst 

sei übereinstimmend mit den Beobachtungen der Behandler von einer Verstärkung der 

Chronic Fatigue Symptomatik auszugehen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass 

anlässlich der Begutachtung keine Inkonsistenzen festgestellt worden seien und dass 

das Symptomvalidierungsverfahren keinerlei Auffälligkeiten gezeigt habe. Insbesondere 

die in der neuropsychologischen Testung in der zweiten Hälfte stark 

unterdurchschnittlichen Testergebnisse sprächen deutlich für eine Ermüdung bzw. 

Erschöpfung. Insgesamt sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes in der 

klinischen Untersuchung sichtbar und ausgewiesen, selbst wenn - mit Ausnahme der 

emotionalen labilen Störung - keine neuen Diagnosen erhoben worden seien. Weiter 

entspreche die Tätigkeit als B.___ nicht (mehr) einer adaptierten Tätigkeit; die Tätigkeit 

als B.___ sei mit den angeführten Adaptionskriterien nicht vereinbar. Die 

Beschwerdeführerin reichte unter anderem einen Bericht von Prof. Dr. D.___ vom 26. 

Januar 2021 ein (act. G 7.1.1). Prof. Dr. D.___ hatte darin ausgeführt, die Diagnose 

einer SLE bestehe zweifelsfrei. Bei der Beschwerdeführerin habe von Beginn an ein 

Blutgefässschaden im zentralen Nervensystem (mit Sinusvenenthrombose und 

Kleinhirninfarkten) im Vordergrund gestanden. Die Bronchiolitis schliesse die Diagnose 

einer SLE nicht aus. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit 

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Erwägungen

1.  

der Diagnose (der SLE) in den frühen 2000ern über die Jahre langsam und progredient 

verschlechtert. Die Verschlechterung habe zu einem durch Entzündung entstandenen 

Schaden und möglicherweise zu sekundären psychischen Problemen geführt. Die 

Fatigue sei mittlerweile eine universell anerkannte Manifestation des SLE.

In einer Beschwerdeantwort vom 15. April 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 10). Sie begründete dies 

im Wesentlichen damit, dass das medexperts-Gutachten vom 28. Juli 2020 die an eine 

beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage zu stellenden Voraussetzungen 

erfülle. Prof. Dr. D.___ gehe in seinem Schreiben offenbar davon aus, dass der 

rheumatologische Gutachter die Diagnose einer SLE in Frage stelle. Dies treffe nicht zu. 

Die SLE sei im Gutachten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

aufgelistet worden. Auch die Chronic Fatigue sei im Gutachten berücksichtigt worden; 

die Gutachter hätten explizit festgehalten, dass die neurologischen Befunde mit einer 

Chronic Fatigue vereinbar seien (mit Verweis auf IV-act. 124-9). Bezüglich der Tätigkeit 

als B.___ hätten sich die Gutachter aufgrund der Befragung und den zur Verfügung 

stehenden Unterlagen ein Bild von der Tätigkeit machen können. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung, die sich speziell auf die Tätigkeit als B.___ beziehe, sei 

sicherlich genauer als eine Beurteilung über das Belastungsprofil.

F.b. 

In einer Replik vom 25. Juni 2021 liess die Beschwerdeführerin an ihren 

Beschwerdeanträgen festhalten (act. G 14). Sie führte ergänzend aus, dass sich 

insbesondere die psychiatrischen und neuropsychologischen Gutachter nicht mit der 

vorgebrachten Verschlechterung der Chronic Fatigue auseinandergesetzt hätten.

F.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Juli 2021 auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 16).

F.d. 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

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2.

Die Beschwerdegegnerin ist bei der erstmaligen Zusprache der Invalidenrente und bei 

den späteren Revisionsverfahren immer davon ausgegangen, dass nicht nur die 

Validen-, sondern auch die Invalidenkarriere in der Tätigkeit der Beschwerdeführerin als 

Laborantin bestehe. Sie muss also angenommen haben, dass die Beschwerdeführerin 

die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit bei der Ausübung ihres Berufes bestmöglich 

verwerten könne. Den dem Gericht vorliegenden Akten lässt sich allerdings nicht 

entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin je vertieft geprüft hätte, ob diese Annahme 

tatsächlich richtig gewesen ist, ob die Beschwerdeführerin also tatsächlich nicht durch 

eine Umschulung (Art. 17 Abs. 1 IVG) oder durch eine Weiterausbildung (Art. 16 Abs. 2 

lit. c IVG) in die Lage versetzt worden wäre, entweder einen der 

Gesundheitsbeeinträchtigung besser Rechnung tragenden und damit einen höheren 

Arbeitsfähigkeitsgrad (bei einem vergleichbaren Lohnniveau) zulassenden Beruf 

auszuüben oder aber einer Berufstätigkeit nachzugehen, bei der die Arbeitsfähigkeit 

zwar nicht ansteigen, aber ein höheres Lohnniveau als im Beruf als Laborantin 

bestehen würde. Auch in dem der angefochtenen Verfügung vorausgegangenen 

Revisionsverfahren ist die Beschwerdegegnerin wieder davon ausgegangen, dass die 

Tätigkeit als Laborantin die ideale Invalidenkarriere sei. Tatsächlich hat eine 

entsprechende berufsberaterische Abklärung unterbleiben können, denn die 

Beschwerdeführerin ist offenkundig aus medizinischen Gründen weder umschulungs- 

noch weiterbildungsfähig. Bei einer massiv reduzierten Arbeitsfähigkeit für sämtliche 

Arten von Erwerbstätigkeit ist nämlich auch die "Ausbildungsfähigkeit" entsprechend 

die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, 

Anlass zur Rentenrevision. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen 

Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen des sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes 

erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).

Gegenstand dieses Verfahrens ist, ob die Beschwerdegegnerin das Erhöhungs­

gesuch der Beschwerdeführerin vom 15. Februar 2018 zu Recht abgewiesen hat. Der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ist letztmals anlässlich des mit der Verfügung 

vom 26. März 2019 abgeschlossenen Revisionsverfahrens materiell geprüft worden. 

Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse, namentlich die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, zwischen dem 26. März 2019 und dem 12. 

Oktober 2020 (Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) derart verändert 

haben, dass daraus eine Änderung des Invaliditätsgrades resultiert, welche zu einer 

Änderung des Rentenanspruchs führt.

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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reduziert, so dass die Ausbildungszeit mindestens doppelt so lang wäre wie bei einer 

uneingeschränkten Arbeits- bzw. "Ausbildungsfähigkeit", was aus der Sicht der 

Beschwerdeführerin unverhältnismässig lang und damit unzumutbar wäre. Im Übrigen 

ist die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit insbesondere in 

psychischer Hinsicht einer Umschulung in einen anderen Beruf gar nicht gewachsen. 

Erst recht gilt das für eine – notwendigerweise intellektuell besonders 

anforderungsreiche – Weiterausbildung. Unter diesen Umständen hat die 

Beschwerdegegnerin zu Recht eine IV-rentenspezifische Schadenminderungspflicht 

der Beschwerdeführerin in der Form einer beruflichen Eingliederung (in der Praxis als 

"Eingliederung vor Rente" bezeichnet, vgl. etwa U. Kieser, ATSG-Kommentar, 4. A., 

Vorbemerkungen N. 86) verneint und weiterhin als Invalidenkarriere den erlernten Beruf 

bzw. dessen weitere Ausübung beim langjährigen Arbeitgeber herangezogen.

3.  

Bei der Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens kommt 

den Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

zentrale Rolle zu. Zur Klärung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit hat die 

Beschwerdegegnerin bei der medexperts ag ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt. 

Auf dieses Gutachten hat die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des 

Invaliditätsgrades abgestellt. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die in diesem Gutachten 

angegebene Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich richtig ist.

3.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die 

Schlussfolgerungen der Sachverständigen begründet sind (vgl. etwa BGE 125 V 351, 

E. 3a). Die Sachverständigen der medexperts ag haben die medizinischen Vorakten 

eingehend gewürdigt und die subjektiven Klagen der Beschwerdeführerin umfassend 

wiedergegeben. In ihren Teilgutachten haben sie die von ihnen erhobenen objektiven 

klinischen Befunde anschaulich und vollständig dargelegt und in ihrer Art und Schwere 

gewürdigt, wobei sie sich auch mit den Angaben der Beschwerdeführerin 

auseinandergesetzt haben. Sie haben ihre versicherungsmedizinische Beurteilung 

detailliert begründet. Insbesondere der rheumatologische Sachverständige hat 

nachvollziehbar ausgeführt, dass die SLE sich nicht verschlimmert hat. So sei 

aktenanamnestisch seit der letzten rechtskräftigen Verfügung (März 2019) keine 

Entzündungsaktivität des SLE dokumentiert. Auch aktuell seien keine Hinweise für eine 

solche Entzündungsaktivität vorhanden. Es besteht kein Grund zur Annahme, dass 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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einer der Sachverständigen eine wesentliche medizinische Tatsache übersehen oder 

versehentlich ignoriert hätten. Der für ihre Beurteilung massgebende medizinische 

Sachverhalt ist den Sachverständigen vollumfänglich bekannt gewesen. Die 

Sachverständigen haben eine Konsistenzprüfung vorgenommen. Sie haben ausgeführt, 

die Beschwerdeführerin habe ihre Beschwerden konsistent und glaubhaft geschildert; 

sie hätten plausibel gewirkt und korrelierten aus interdisziplinärer Sicht mit den 

objektivierbaren Befunden. Die von den Sachverständigen abschliessend abgegebene 

interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist einleuchtend und mit den in den 

Teilgutachten enthaltenen Würdigungen vereinbar.

Der Rechtsvertreter wendet ein, die Sachverständigen hätten sich nicht bzw. nur 

ungenügend mit dem durch die SLE bedingte Chronic Fatigue- bzw. des 

Erschöpfungssyndroms auseinandergesetzt. Die im Gutachten gezogene 

Schlussfolgerung, wonach das Chronic Fatigue-Syndrom nicht zu einer Erhöhung der 

Arbeitsunfähigkeit führe, sei nicht mit dem von Dr. D.___ Berichteten vereinbar. Die 

Sachverständigen, insbesondere der rheumatologische Sachverständige, haben sich 

vertieft mit der SLE auseinandergesetzt; sie wird vom rheumatologischen 

Sachverständigen denn auch als arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose aufgelistet (IV-

act. 124-27). Der rheumatologische Sachverständige hat zwar angegeben, er habe die 

SLE aktuell weder bestätigen noch dementieren können, weshalb er die Diagnose als 

"aktenanamnestisch" betitelt habe (IV-act. 124-27). Die Sachverständigen haben über 

sämtliche Informationen in den Akten verfügt und sie haben sämtliche notwendigen 

Abklärungen vorgenommen, um ein Chronic-Fatigue-Syndrom oder 

Erschöpfungssyndrom zu prüfen. Sowohl bei einem Chronic Fatigue-Syndrom als auch 

bei einem Erschöpfungssyndrom hat die Arbeitsfähigkeitsschätzung grundsätzlich 

anhand des strukturierten Beweisverfahrens zu erfolgen, es sei denn die Fatigue sei auf 

einen somatischen Gesundheitsschaden (z.B. ZNS-Erkrankung) zurückzuführen; dann 

ist eine Prüfung nach den Standardindikatoren nicht zulässig (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. August 2019, 9C_106/2019, E. 2.3.3). Im Bericht vom 12. Juni 

2018 (IV-act. 113-9 ff.) hat der die Beschwerdeführerin behandelnde Prof. Dr. D.___ 

ausgeführt, dass aktuell keine objektiven Zeichen einer aktiven Erkrankung (des SLE) 

klinisch und serologisch nachweisbar seien; Aktivitätszeichen seien damit nicht 

vorhanden. Er ist damit zum gleichen Schluss gekommen wie der rheumatologische 

Gutachter, nämlich dass aktuell keine Entzündungsaktivität vorliege. Trotzdem hat Prof. 

Dr. D.___ angegeben, dass im Rahmen eines Gesamtschadens ein multifaktorielles, 

schweres Fatigue- und Erschöpfungssyndrom bestehe, das seines Erachtens schon 

seit geraumer Zeit zu einer dauerhaften 100%igen Arbeitsfähigkeit führe; in der 

Diagnosenliste hat er dafür unter anderem "psychosomatische Ursachen" angegeben. 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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Prof. Dr. D.___ hat sich bei der Erhebung der Befunde vorwiegend auf die 

Schilderungen der Beschwerdeführerin gestützt. Er hat also keine objektive 

Betrachtungsweise eingenommen, sondern sich bei der Beurteilung von Art und 

Ausmass einer Gesundheitsbeeinträchtigung massgeblich auf die subjektiven Angaben 

der Beschwerdeführerin gestützt. Im Weiteren hat er für die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

von der Diagnose eines Chronic Fatigue Syndroms direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit 

geschlossen bzw. er ist von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Er hat also 

nicht anhand des strukturierten Beweisverfahrens geprüft, über welches funktionelle 

Leistungsvermögen die Beschwerdeführerin objektiv noch verfügt, was für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung allein massgebend ist. Aufgrund der Erfahrung von Prof. Dr. 

D.___ und seines vertieften Fachwissens besteht zwar eine gewisse Plausibilität 

bezüglich seiner Aussagen. Die beschriebene Schwere eines Chronic Fatigue-

Syndroms bzw. eines Erschöpfungssyndroms vermag aber dem Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 S. 221 m.w.H.) nicht zu genügen. 

Die Gutachter hätten noch die "Fatigue Skala für Motorik und Kognition" (FSMC; vgl. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Fatigue_Skala_f%C3%BCr_Motorik_und_Kognition 

abgerufen am 15.03.2022) prüfen können. Da diese Skala aber gestützt auf die 

Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers ausgewertet wird, und bei einem Antrag 

um Rentenerhöhung eine Verdeutlichungstendenz nicht ausgeschlossen werden kann, 

ist unter antizipierter Beweiswürdigung auch von dieser weiteren Abklärung ist kein 

wesentlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten, da auch damit die Chronic Fatigue nicht 

objektiv messbar ist. Die Berichte von Prof. Dr. D.___ sind nicht geeignet, ein Absinken 

der Arbeitsfähigkeit von 50% auf 20% mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 

belegen und Zweifel am Gutachten zu wecken.

Die Beschwerdeführerin hat eine Ausbildung zur B.___ gemacht, sie übt diesen 

Beruf nach wie vor aus. Damit bildet die Tätigkeit als B.___ die Validenkarriere der 

Beschwerdeführerin. Da die Tätigkeit als B.___ einer adaptierten Tätigkeit entspricht 

und gemäss den obigen Ausführungen keine berufliche Eingliederung im Sinne der 

Eingliederung vor Rente in Frage kommt, bildet die Tätigkeit als B.___ auch die 

Invalidenkarriere. Der Invaliditätsgrad ist deshalb anhand eines sogenannten 

Prozentvergleichs zu ermitteln, er entspricht also dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, 

allenfalls korrigiert um einen (dem sog. Tabellenlohnabzug analogen) zusätzlichen 

Abzug. Gemäss dem überzeugenden Gutachten der medexperts ag ist der 

Beschwerdeführerin die Arbeit als B.___ an ihrem aktuellen Arbeitsplatz zu 50% 

zumutbar. Im Rahmen eines Prozentvergleichs resultiert damit eine Einschränkung von 

50%. Ein zusätzlicher Abzug ist nicht gerechtfertigt. In den Akten fehlt nämlich ein 

Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin von ihrem Arbeitgeber einen 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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4.  

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Sie ist 

vollumfänglich der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die unterliegende 

Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung; das 

entsprechende Begehren ist abzuweisen.

Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; 

diese sind durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

3. Das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

Soziallohnanteil erhalten würde, wenn sie weiterhin zu 50% ihrem Beruf nachgehen 

würde.

Da sich der IV-Grad der Beschwerdeführerin nach wie vor auf 50% beläuft, hat die 

Beschwerdegegnerin das Rentenerhöhungsgesuch zu Recht abgewiesen. Die 

Beschwerde ist daher abzuweisen.

3.5. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.03.2022
	Art. 17 IVG. Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Berufliche Eingliederung und Ausbildungsfähigkeit. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Prozentvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. März 2022, IV 2020/241). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2022

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