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**Case Identifier:** 9d8a63c5-625e-5fe6-bbdb-3bc11f2c4388
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.04.2024 200 2023 812
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-812_2024-04-04.pdf

## Full Text

200 23 812 IV
ACT/COC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. April 2024

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Isliker, Verwaltungsrichterin Frey
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Oktober 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2024, IV/23/812, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1988 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im April 2012 unter Hinweis auf eine schubförmige Multiple 
Sklerose (MS) bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV; Antwortbeilage [AB] 6). Nach erwerblichen und medizini-
schen Erhebungen sprach die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin) mit Verfügung vom 11. April 2014 (AB 61) bei einem in Anwendung der 
gemischten Methode (80 % Erwerb und 20 % Haushalt) ermittelten Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 48 % ab 1. März 2013 eine Viertelsrente zu. 
Nachdem im Juni 2015 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
geltend gemacht worden war (AB 84), veranlasste die IVB eine polydiszi-
plinäre (internistische, neurologische, neuropsychologische, psychiatrische) 
Begutachtung in der MEDAS C.________ (MEDAS C.________; Expertise 
vom 6. März 2018; AB 169.1), und hob die laufende Viertelsrente mit Ver-
fügung vom 27. Juni 2018 (AB 177 i.V.m. 172 S. 8) bei einem ermitteln IV-
Grad von 30 % (bei einem Status 100 % Erwerb) auf.

Im März 2020 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (AB 199). Daraufhin führte die IVB abermals medizinische 
Erhebungen durch und veranlasste namentlich eine (psychiatrische und 
neurologische) Verlaufsbegutachtung durch die Fachärzte der MEDAS 
C.________ (Expertise vom 24. November 2020; AB 217.1). Mit Verfügung 
vom 4. Februar 2021 (AB 233) wies die IVB das Rentenbegehren wegen 
unveränderter Situation ab.

Im September 2022 meldete sich die Versicherte ein weiteres Mal bei der 
IV zum Leistungsbezug an (AB 278 S. 4). Mit Vorbescheid vom 6. Januar 
2023 (AB 281) stellte die IVB das Nichteintreten auf das Leistungsbegeh-
ren mangels Glaubhaftmachens einer massgebenden Veränderung der 
tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten materiellen Verfügung in Aus-
sicht. Nach erhobenem Einwand (AB 283 S. 2 f.) führte die IVB medizini-
sche Erhebungen durch und liess die Versicherte durch Dr. med. 

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D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler 
Ärztlicher Dienst (RAD), untersuchen (Bericht vom 1. Mai 2023; AB 295). 
Mit Vorbescheid vom 24. Mai 2023 (AB 298) stellte die IVB mangels einge-
tretener Veränderung der gesundheitlichen Situation die Abweisung des 
Rentenbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte Einwand 
(AB 301). Nach Rücksprache mit dem RAD (AB 304, 306) verfügte die IVB 
am 18. Oktober 2023 wie im Vorbescheid angekündigt und wies das Ren-
tenbegehren ab (AB 307).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 16. November 2023 Beschwerde und beantragte die Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache zu 
weiteren Abklärungen.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Oktober 2023 
(AB 307). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob seit der Verfügung vom 
4. Februar 2021 (AB 233; vgl. E. 3.1 hiernach) ein medizinischer oder er-
werblicher Revisionsgrund eingetreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).  

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

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Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem IV-Grad 
von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem IV-Grad (Art. 28b 
Abs. 2 IVG), bei einem IV-Grad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze 
Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem IV-Grad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3). 

2.4 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; 
vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 3). Wurde eine Rente wegen eines zu ge-
ringen IV-Grades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, 
wenn die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der 
Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. 
Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn 
angenommen werden kann, der Leistungsanspruch sei begründet, falls 
sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. SVR 
2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung 
oder das Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären 
und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft 
gemachte Veränderung des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. 

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Stellt sie fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver-
änderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchs-
relevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im 
Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erhebli-
chen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren 
– analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich 
des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung 
und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der 
streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 
E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 14. Sep-
tember 2022 (AB 278 S. 4) eingetreten. Damit ist die Eintretensfrage vom 
Gericht nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, 
ob zwischen der rentenabweisenden Verfügung vom 4. Februar 2021 
(AB 233) und der hier angefochtenen Verfügung vom 18. Oktober 2023 
(AB 307) eine (potentiell) anspruchsbegründende Veränderung der erhebli-
chen Tatsachen eingetreten ist (vgl. E. 2.4 hiervor). 

3.2 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung vom 4. Februar 
2021 (AB 233) massgeblich auf das bidisziplinäre MEDAS C.________-
Gutachten vom 24. November 2020 (AB 217.1). In diesem wurden eine 
schubförmige remittierende Encephalomyelitis disseminata (MS; ICD-10 
H46/G35) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig weit-
gehend remittiert (ICD-10 F33.4), diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen aufgeführt: anamnestisch ein 
Verdacht auf eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4), psychi-
sche und Verhaltensstörungen durch Tabak (ICD-10 F17.24) und ein Sta-
tus nach akuter polymorph-psychotischer Störung (ICD-10 F23), differenti-

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aldiagnostisch organische Psychose im Rahmen der MS (ICD-10 F06.2; S. 
8 f. Ziff. 4.2). Aus neurologischer Sicht bestehe eine zeitlich vollzeitige Ar-
beitsfähigkeit mit erhöhtem Pausenbedarf, resultierend in einer Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 75 %. Dies gelte sowohl für die bisherigen Tätigkei-
ten wie auch für andere Tätigkeiten mit regelmässigen Arbeitszeiten und 
vorwiegend sitzender Tätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der 
angestammten Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %, 
während für einen klar strukturierten Arbeitsplatz mit genügend Pausen-
möglichkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % bestehe (S. 9 
Ziff. 4.3). Aus bidisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass 
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten (klar struktu-
riert, mit genügend Pausenmöglichkeiten und regelmässigen Arbeitszeiten, 
vorwiegend sitzend) Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 75 
% besteht (S. 9 f. Ziff. 4.6 f.).

3.3 Der angefochtenen Verfügung vom 18. Oktober 2023 (AB 307) lie-
gen folgende wesentlichen Berichte zugrunde: 

3.3.1 Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 29. Juli 2021 (AB 255) mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit rezidivierende depressive Episoden, einen Verdacht auf 
eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung bei schweren Misshandlun-
gen in der Kindheit und eine MS (S. 2 Ziff. 3). In einer geschützten Umge-
bung sei die Beschwerdeführerin möglicherweise zwischen 30 % und 
höchstens 50 % arbeitsfähig. Es bestünden eine Müdigkeit, rasche Er-
schöpfbarkeit mit abnehmender Konzentration und ein schlechtes Selbst-
wertgefühl, so dass die Beschwerdeführerin bei neuen Aufgaben rasch 
entmutigt sei (S. 3 Ziff. 11 f.). Körperlich anstrengende Arbeiten seien nicht 
möglich. Sitzende Tätigkeiten mit Positionswechsel seien günstiger. Die 
Beschwerdeführerin arbeite langsam und sie dürfe keinem Druck oder 
Stress ausgesetzt werden. Das Pensum von vier Stunden pro Tag an vier 
Wochentagen sollte keinesfalls überschritten werden (Ziff. 14).

3.3.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Neurologie, führte im Bericht 
vom 2. September 2021 (AB 261) aus, die Unmöglichkeit, die Beschwerde-
führerin im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, habe sich beim Arbeitsver-
such (vgl. dazu AB 251) bestätigt. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der 

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neuropsychologischen und psychiatrischen Störung, die sie (Dr. med. 
F.________) im Rahmen der MS interpretiere, nach wie vor 100 % arbeits-
unfähig. Eine regelmässige, niedrigprozentige Beschäftigung ohne Leis-
tungs- und Zeitdruck wäre aber sehr wünschenswert und förderlich für die 
psychische Stabilität.

Im Bericht vom 9. Januar 2022 (AB 275 S. 1 ff.) diagnostizierte Dr. med. 
F.________ eine schubförmige remittierende MS, chronische Kopfschmer-
zen und rezidivierende depressive Episoden (S. 1). Im klinischen Status 
sowie bildgebend zeigten sich keine Hinweise für einen erneuten Schub 
der MS. Hingegen fänden sich im EEG vom 22. Oktober 2021 im Vergleich 
zur Vorableitung von 2017 nebst der bekannten mittelschweren mesence-
phalen Störung eine Zunahme der kortikalen Störungen. Diese Zunahme 
könne auch ohne neue sichtbare Läsionen im MRI bei einer MS auftreten 
und sei ein Hinweis für einen Übergang in eine chronisch progrediente 
Form (S. 3). Der EEG Befund korreliere in allen Aspekten mit dem wech-
selhaften klinischen Zustand der Beschwerdeführerin und wiederlege eine 
Simulation in der im August 2021 erfolgten neuropsychologischen Testung 
(vgl. AB 266). Wie bereits 2017 festgehalten, korreliere die mesencephale 
Störung auch mit der bildgebend dokumentierten MS Plaque in der ent-
sprechenden Hirnstruktur. Abschliessend hielt Dr. med. F.________ an der 
Einschätzung fest, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer komplexen 
hirnorganischen Störungen nicht in der Lage sei, einer regulären Erwerbs-
tätigkeit nachzugehen (AB 275 S. 4).

3.3.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Neurologie, 
diagnostizierte im Bericht vom 29. Dezember 2022 (AB 280 S. 3 f.) eine 
schubförmige remittierende MS (ICD-10 H46/G35). Anlässlich der Untersu-
chung durch Dr. phil. H.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie 
FSP, RAD, im August 2021 (vgl. AB 266) sei die Beschwerdeführerin men-
tal stets präsent gewesen, habe nie verträumt gewirkt und habe auch den 
Faden nicht verloren. Bei zunehmender Ermüdung hätten jedoch die Kon-
zentration etwas ab- und die Reizbarkeit zugenommen. In der Beschwer-
devalidierung hätten sich Widersprüche und Inkonsistenzen gezeigt. So sei 
die Leistung zehn Standardabweichungen unter den Durchschnittswertwert 
von Patienten mit schweren und schwersten cerebralen Hirnverletzungen 

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gefallen und die Beschwerdeführerin habe eine tiefere Leistung als hospita-
lisationsbedürftige Demenzkranke erbracht. Dies lasse sich mit den EEG 
Befunden, welche nun vorgelegt würden, nicht erklären. Ansonsten müsste 
die Beschwerdeführerin intermittierend massiv in ihrem Umfeld und anläss-
lich der Konsultationen auffallen. Dies sei aber nicht der Fall (S. 3). Die 
RAD-Neurologin kam zum Schluss, dass keine Veränderung des Gesund-
heitsschadens ausgewiesen sei. Es habe sich kein neuer (MS-)
Schub ereignet (S. 4). 

3.3.4 Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 14. Februar 2023 (AB 
287 S. 3 ff.) aus, die Beschwerdeführerin komme seit mehreren Jahren 
sehr zuverlässig in die Sprechstunde und arbeite sehr engagiert mit. Sie 
schäme sich sehr wegen ihrer MS und der damit verbundenen Einschrän-
kungen (S. 3). Am meisten belaste sie ihre Müdigkeit. Sie erzähle glaub-
haft, dass sie nach der Arbeit – zurzeit versuche sie, zwei- bis höchstens 
dreimal pro Woche in einem … zwischen zwei bis drei Stunden zu arbeiten 
– zu Bett gehen müsse und drei bis vier Stunden schlafe, um dann um 
21.00 Uhr wieder zu Bett zu gehen. Zudem leide die Beschwerdeführerin 
unter dissoziativen Zuständen, die, wie Dr. med. F.________ habe belegen 
können, in der MS einen somatischen Grund hätten und möglicherweise 
zusätzlich auch Ausdruck ihrer psychischen Belastung seien. Diese disso-
ziativen Zustände erschwerten die Arbeit sehr (S. 4). Das psychiatrische 
Gutachten aus dem Jahr 2020 gehe von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % 
aus, die auf 70 % gesteigert werden könne, was sich aber in der … als 
Fehlbeurteilung erwiesen habe (S. 5). Vor allem die Beobachtungen der …, 
die auf einer längeren Zeit beruhten als das Gespräch mit den Gutachtern, 
müssten bei der IV Beurteilung berücksichtigt werden, wie auch die Tatsa-
che, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihrer 
traumatischen Erlebnisse Gutachtern gegenüber nicht die Offenheit an den 
Tag legen könne, die es für das volle Verständnis ihrer Situation brauchen 
würde (S. 6). 

3.3.5 Die RAD-Psychiaterin Dr. med. D.________ diagnostizierte im Un-
tersuchungsbericht vom 1. Mai 2023 (AB 295; Untersuchung vom 18. April 
2023) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 
depressive Episode (ICD-10 F33.1). Weitere Diagnosen im psychiatrischen 

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Fachgebiet hätten nicht festgestellt werden können. Mündlich habe 
Dr. med. E.________ mitgeteilt, dass "Symptome einer posttraumatischen 
Belastungsstörung" vorlägen, diese aber keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit hätten. Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung 
nach 
ICD-10 liessen sich anlässlich der Untersuchung vom 18. April 2023 im 
RAD nicht feststellen. Insbesondere habe die Beschwerdeführerin über 
kein gemäss ICD-10 gefordertes Trauma von aussergewöhnlicher Schwere 
in den letzten sechs Monaten und auch über kein wiederholtes Erleben des 
Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen oder in den Träumen berich-
tet (S. 7). Weder seien durch Dr. med. E.________ neue Diagnosen im 
psychiatrischen Fachgebiet genannt noch seien objektiv erhobene Befunde 
dokumentiert worden. Neu würden "dissoziative Zustände" geltend ge-
macht werden, welche "die Arbeit erschweren" (S. 9). Während der 120 
Minuten dauernden persönlichen Untersuchung habe die Beschwerdefüh-
rerin über keine dissoziativen Symptome berichtet, auch hätten objektiv 
keine Hinweise für dissoziative Symptome festgestellt werden können. Eine 
"dissoziative Störung" mit Krankheitswert im Sinne der ICD-10 Klassifikati-
on sei nicht überwiegend wahrscheinlich. In der Gesamtschau liege in dia-
gnostischer Hinsicht weiterhin eine rezidivierende depressive Störung F33 
vor. Es sei im Vergleich zur letzten gutachterlichen Einschätzung zu einer 
vorübergehenden Verschlechterung der Depression gekommen. Diese sei 
anlässlich der Untersuchung im RAD mittelgradig ausgeprägt gewesen. Die 
Prognose sei medizinisch-theoretisch günstig und die depressiven Sym-
ptome würden in der überwiegenden Zahl der Fälle nach einigen Monaten 
wieder vollständig abklingen (S. 10). Die Behandlung im psychiatrischen 
Fachgebiet könne intensiviert werden und es sei medizinisch-theoretisch 
von einer günstigen Prognose auszugehen. Die Diagnose einer rezidivie-
renden depressiven Störung sei in das von der psychiatrischen Gutachterin 
am 13. Oktober 2020 formulierte Zumutbarkeitsprofil eingeflossen. Weitere 
psychiatrische Aspekte seien nicht festzustellen. Atteste der Arbeitsun-
fähigkeit im psychiatrischen Fachgebiet lägen denn auch nicht vor (S. 11).

3.3.6 Die RAD-Neurologin Dr. med. G.________ führte in der Stellung-
nahme vom 16. Mai 2023 (AB 297 S. 2) aus, die vorgenommene, ausführli-
che und sorgfältige psychiatrische Untersuchung komme zwar zum 

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Schluss, dass die berufliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
gegenwärtig im Rahmen eines psychischen Leidens für ein zeitlich limitier-
tes Intervall eingeschränkt sei. Es handle sich aber um einen gut behan-
delbaren Zustand und führe daher nicht zu einer entsprechend andauern-
den Einschränkung. Daher könne an der medizinischen Beurteilung vom 
29. Dezember 2022 (AB 280 S. 3 f.) festgehalten werden.

Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nahm die RAD-Neurologin am 
3. Oktober 2023 nochmals Stellung (AB 306 S. 3 f.). Die klinischen und die 
radiologischen Befunde seien stabil geblieben. Es habe sich kein erneuter 
MS Schub ereignet. Mit dem vorgelegten EEG Befund lasse sich die nicht 
valide neuropsychologische Störung nicht erklären. Das Wach EEG zeige 
einen normalen Alpha Rhythmus, eine gute Reagibilität und vereinzelt The-
ta Wellen temporal und erkläre somit die Beschwerden nicht. Insofern lä-
gen keine Befunde vor, welche eine Verschlechterung dokumentierten 
(S. 3). Die Hypersomnie wie auch die Fatigue beruhten im Wesentlichen 
auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Um dies zu plausibi-
lisieren bedürfe es ausführlicher Schlafabklärungen. Diese lägen nicht vor. 
Der RAD habe aufgrund des EEG (ohne Schläfrigkeitszeichen wie bei-
spielsweise Alpha Zerfall, sofortige Reagibilität) keinen Hinweis auf eine 
erhöhte Schläfrigkeit. Ferner sei die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführe-
rin durch die wiederholt festgestellten Inkonsistenzen erschüttert, sodass 
auf den Beschwerdevortrag so nicht abgestellt werden könne (S. 4).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an 
ein ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch 
hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen 
vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 
S. 12 E. 3.2, 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2).

3.5

3.5.1 In psychiatrischer Hinsicht erfüllt der Bericht der RAD-Psychiaterin 
Dr. med. D.________ vom 1. Mai 2023 (AB 295) die von der höchstrichter-
lichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer Expertise gestellten An-
forderungen und überzeugt. Insbesondere basiert die Beurteilung auf eige-
nen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde 
in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Akten erstattet. Sie 
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation ein (vgl. E. 3.4 hiervor). Die RAD-
Psychiaterin hat ausführlich begründet, dass die Beschwerdeführerin mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (weiterhin) an einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, leidet 
(AB 295 S. 7). Hinsichtlich der aus revisionsrechtlicher Sicht zu prüfenden 
Frage, ob seit der rentenabweisenden Verfügung vom 4. Februar 2021 
(AB 233) eine wesentliche Veränderung eingetreten ist, geht aus dem Be-
richt der RAD-Psychiaterin klar hervor, dass sich der Gesundheitszustand 
aus psychiatrischer Sicht nicht massgebend verändert hat (AB 295 S. 11). 
Die Fachärztin stellt insbesondere keine neuen Diagnosen, die einen Ein-
fluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit haben (AB 295 S. 7; die fest-
gestellte rezidivierende depressive Störung wurde bereits im MEDAS 
C.________-Gutachten vom 24. November 2020 diagnostiziert und bei der 

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damaligen Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit berücksichtigt 
[AB 217.1 S. 8 f. Ziff. 4.2 f.]).

Dass Dr. med. E.________ im Bericht vom 29. Juli 2021 neu einen Ver-
dacht auf eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung bei schweren 
Misshandlungen in der Kindheit diagnostiziert hat (AB 255 S. 2 Ziff. 3), än-
dert nichts. Denn eine Verdachtsdiagnose reicht zur Anerkennung eines 
invalidisierenden Gesundheitsschadens grundsätzlich nicht aus (Entscheid 
des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2020, 9C_445/2020, E. 4.2.2), so 
dass allein durch die Diagnosestellung kein neuer Gesundheitsschaden 
erstellt ist. Zudem hat sich die RAD-Psychiaterin überzeugend mit der ab-
weichenden Meinung der behandelnden Psychiaterin und insbesondere 
auch mit der mündlich erwähnten Diagnose einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung auseinandergesetzt. Dabei hob sie schlüssig hervor, dass die 
Beschwerdeführerin über kein in den letzten sechs Monaten eingetretenes 
Trauma von ausgewöhnlicher Schwere und auch über kein wiederholtes 
Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen oder in den 
Träumen berichtet habe, weshalb diese Diagnose nicht gestellt werden 
könne (AB 295 S. 7). Auch aus dem ausführlichen Bericht der Dr. med. 
E.________ vom 14. Februar 2023 (AB 287 S. 3 ff.) ergeben sich keine 
Änderungen des Sachverhalts seit 2021, vielmehr schreibt die Psychiaterin, 
dass sich die Beschwerdeführerin ihr gegenüber seit 2019 geöffnet habe 
und seit Jahren sehr zuverlässig in die Sprechstunde komme (S. 3), so 
dass sich auch in dieser Hinsicht keine neuen Erkenntnisse seit dem Ver-
gleichszeitpunkt von 2021 ergeben. Die von Dr. med. E.________ erwähn-
ten dissoziativen Zustände (AB 287 S. 4) konnten während der Untersu-
chung der RAD-Psychiaterin nicht festgestellt werden und die Beschwerde-
führerin berichtete auch nicht über dissoziative Symptome (AB 295 S. 9 f.).

Entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 10 Ziff. 2.7.2) ist eine we-
sentliche Veränderung des Sachverhalts auch nicht dadurch erstellt, dass 
die RAD-Psychiaterin im Bericht vom 1. Mai 2023 ausführte, es seien die 
Diagnosekriterien für eine mittelgradige depressive Episode zur Zeit der 
Untersuchung im RAD formal erfüllt, weshalb "von einer vorübergehenden 
Beeinträchtigung des funktionellen Leistungsniveaus ... ausgegangen wer-
den kann" (AB 295 S. 10 Mitte). Dabei handelt es sich allein um eine tem-

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poräre Veränderung, die infolge der guten Behandelbarkeit und der nicht 
ausgeschöpften Therapiemöglichkeiten offensichtlich nicht länger als die in 
Art. 88a Abs. 2 IVV für die Annahme eines Revisionsgrundes vorgesehe-
nen drei Monate dauerte; in der Folge fehlt es an der Wesentlichkeit dieser 
vorübergehenden Änderung. Es wurde denn auch bereits – wie schon er-
wähnt – im MEDAS C.________-Gutachten vom 24. November 2020 eine 
rezidivierende depressive Störung diagnostiziert (AB 217.1 S. 8 Ziff. 4.2), 
so dass Rezidive zu erwarten waren resp. sind; hier ist aber nicht erstellt, 
dass das Rezidiv länger als drei Monate dauerte. Dies ergibt sich auch 
nicht aus dem Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 14. Februar 
2023 (AB 287 S. 3), da daraus keine wesentliche Veränderung des Ge-
sundheitszustandes oder ein länger dauerndes Rezidiv ersichtlich ist; die 
Ärztin kritisiert darin vielmehr die Einschätzung der MEDAS C.________-
Gutachter aus dem Jahr 2020 (AB 287 S. 5 f.). 

3.5.2 Aus den Berichten der RAD-Neurologin Dr. med. G.________ vom 
29. Dezember 2022 (AB 280 S. 3 f.) und vom 3. Oktober 2023 (AB 306 S. 3 
f.) geht weiter hervor, dass sich der Gesundheitszustand auch aus neuro-
logischer Sicht nicht massgebend verändert hat und dass sich insbesonde-
re kein neuer MS-Schub ereignet hat. Letzteres findet Rückhalt im Bericht 
der behandelnden Neurologin Dr. med. F.________ vom 9. Januar 2022 
(AB 275 S. 3).

Dass Dr. med. F.________ in den Berichten vom 2. September 2021 (AB 
261 S. 1) und vom 9. Januar 2022 (AB 275 S. 4) unverändert eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert hat, vermag das Eintreten einer massgebenden 
Veränderung nicht zu belegen, zumal sie bereits im Bericht vom 3. Februar 
2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit postuliert hatte (AB 197 S. 3). 
Darüber hinaus begründete die Neurologin die Arbeitsunfähigkeit auch mit 
dem Ergebnis des gescheiterten Arbeitsversuchs. Dieser habe gezeigt, 
dass die Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht integrierbar 
sei (AB 261 S. 1). Dieser Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden, da 
diese Beurteilung auf dem realen (und nicht auf den für die Invaliditätsbe-
messung massgebenden ausgeglichenen; vgl. dazu Art. 16 ATSG) Ar-
beitsmarkt basiert. Ebenfalls hinsichtlich der bestehenden Fatigue resp. 
Schläfrigkeit hat sich keine Änderung ergeben. Bereits im Bericht vom 

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3. Februar 2020 berichtete Dr. med. F.________ über ein Schlafbedürfnis 
von zehn bis zwölf Stunden pro Nacht sowie zwei Stunden pro Tag im Jahr 
2019 (AB 197 S. 2), während sie im Bericht vom 27. Januar 2021 (AB 232 
S. 2 ff.) keine Ausführungen über eine Änderung macht, was mit Sicherheit 
der Fall gewesen wäre, hätte sich eine wesentliche Änderung dieses auffäl-
ligen Sachverhalts ergeben. Die gleiche Schlafdauer wird im Bericht der 
behandelnden Neurologin vom 9. Januar 2022 angegeben (AB 275 S. 2): 
Die Beschwerdeführerin gehe zwischen 21.00 Uhr und 22.00 Uhr zu Bett 
und schlafe bis 09.00 Uhr; zudem müsse sie sich nach dem Mittagessen 
unbedingt schlafen legen. Damit ist hinsichtlich Fatigue offensichtlich keine 
Änderung eingetreten, weshalb sich die beschwerdeweise (S. 6 Ziff. 2.5.1) 
beantragten Schlafabklärungen erübrigen. Auch aus den in der Beschwer-
de (S. 7 ff. Ziff. 2.5.5) wiedergegebenen mündlichen Erläuterungen der von 
der Beschwerdeführerin beigezogenen, nicht namentlich genannten Neu-
ropsychologin ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte für eine Änderung des 
Sachverhalts. Die entsprechenden Ausführungen beziehen sich allein auf 
eine Kritik an der früheren Abklärung durch den RAD; wesentlich ist hier 
jedoch die Frage einer Änderung des Sachverhalts. 

Dass aus anderer somatischer Sicht, d.h. nicht neurologisch bedingt, eine 
massgebende Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten wäre, 
geht aus den Akten nicht hervor und wird im Übrigen auch nicht geltend 
gemacht.

3.5.3 Nach dem Dargelegten ist der medizinische Sachverhalt gestützt 
auf die vorliegenden Akten hinreichend erstellt, weshalb auf weitere Bewei-
serhebungen – entgegen den Antrag in der Beschwerde (S. 2 Ziff. I; vgl. 
auch S. 6 f. Ziff. 2.5) – zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.6 Auch aus erwerblicher Sicht hat sich gemäss Aktenlage im hier 
massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) nichts Entschei-
dendes geändert. Entsprechendes wird denn auch nicht geltend gemacht.

3.7 Somit ist erstellt, dass weder eine wesentliche Veränderung des 
Gesundheitszustandes noch der erwerblichen Situation eingetreten ist. Die 

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Beschwerdeführerin hat folglich weiterhin keinen Anspruch auf eine Invali-
denrente. Die angefochtene Verfügung vom 18. Oktober 2023 (AB 307) ist 
nach dem Dargelegten nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.