# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88f4ea93-2596-5e1c-be43-e1aa37807d8c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 15.01.2019 S 2017 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2017-76_2019-01-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 76

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Audétat 

Aktuarin ad hoc Jauch

URTEIL

vom 15. Januar 2019

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,
Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,
Beschwerdegegnerin

und

C._____,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger Droll,

Beigeladener

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. C._____ war im Zeitpunkt des Ereignisses bei der D._____ AG, X._____, 

angestellt und bei der Schweizerischen E._____ AG (heutige B._____ 

AG) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 

versichert. Am 13. September 2015 stürzte C._____ in X._____ über ein 

Geländer 9.10 Meter auf der anderen Seite in die Tiefe. Dabei erlitt er ein 

Polytrauma, u.a. mit Schädel-Hirn-Trauma, diversen Frakturen und 

Rupturen, Amaurosis links, starker Sehbehinderung rechts sowie weitere 

Verletzungen. Eine Blutalkoholkonzentration-Rückrechnung ergab eine 

Blutalkoholkonzentration zum Ereigniszeitpunkt zwischen 1.94 und 2.54 

Promille. 

2. Die Notfallkonsultation erfolgte im Spital F._____. Daraufhin wurde 

C._____ umgehend ins G._____ verlegt. Aufgrund der schweren 

Verletzungen folgten ein langer Spitalaufenthalt vom 14. September 2015 

bis 2. Dezember 2015 im G._____ und danach ein 

Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik H._____. 

3. Aufgrund gewisser Umstände vor dem Ereignis wurden seitens B._____ 

AG durch einen Schadensinspektor diverse Abklärungen betreffend die 

Frage, ob es sich um einen Unfall oder Suizidversuch gehandelt habe, 

unternommen. Alsdann gab die B._____ AG am 27. April 2016 eine 

biomechanische Beurteilung zur Abklärung des Unfallhergangs bei der 

Arbeitsgruppe für Unfallmechanik Zürich (AGU) sowie am 13. Juli 2016 

eine psychiatrische Begutachtung zur Abklärung ihrer Leistungspflicht 

(Suizid ja oder nein) bei Dr. med. I._____ in Auftrag. Die biomechanische 

Beurteilung erging am 8. August 2016 und das psychiatrische Gutachten 

am 10. Januar 2017.

4. Mit Verfügung vom 17. Januar 2017 lehnte die B._____ AG aufgrund der 

gesamten Umstände, insbesondere aufgrund der beiden obgenannten 

Gutachten, ihre Leistungspflicht ab mit der Begründung, C._____ habe 

den Unfall vom 13. September 2015 mit überwiegender 

- 3 -

Wahrscheinlichkeit in suizidaler Absicht verursacht. Zudem habe zum 

Zeitpunkt der Tat keine vollständige Urteilsunfähigkeit vorgelegen. Es 

bestehe demnach kein Anspruch auf Leistungen nach UVG und die 

unrechtmässig bezogenen Taggeldleistungen seien zurückzuerstatten. 

Die am 31. Januar 2017 dagegen erhobene Einsprache des 

Krankenversicherers A._____ AG wies die B._____ AG mit 

Einspracheentscheid vom 18. April 2017 ab. C._____ akzeptierte die 

Verfügung der B._____ AG und erhob keine Einsprache.

5. Gegen den Einspracheentscheid vom 18. April 2017 erhob die A._____ 

AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 23. Mai 2017 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, es sei 

auf die Beschwerde einzutreten und es sei festzustellen, dass der 

Unfallversicherer für die Folgen des Unfalls vom 13. September 2015 

aufzukommen habe. Zudem sei ein zweiter Schriftenwechsel 

vorzunehmen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, gemäss 

den Aussagen der Ehefrau von C._____, des Freundes und Vorgesetzten 

von C._____, Herr K._____, sowie von Frau L._____ vom Restaurant 

M._____ in X._____ hätten diese C._____ am Ereignistag nicht in 

suizidaler Absicht wahrgenommen. Auch C._____ selbst meinte, er habe 

sich nie das Leben nehmen wollen. Entgegen den Ausführungen im 

Einspracheentscheid habe die Ehefrau denn auch seit Beginn und 

wiederholt ausgesagt, dass C._____ sich bestimmt nicht habe das Leben 

nehmen wollen. Die B._____ AG stütze sich zur Begründung des 

Suizidverdachts einerseits auf die von C._____ an seine Ehefrau vor dem 

Unfallereignis versendeten WhatsApp-Nachrichten und andererseits auf 

die Aussage der Ehefrau, wonach C._____ bereits zuvor einmal seine 

Suizidabsicht gegenüber der Tochter per Nachricht mitgeteilt habe. Diese 

Aussage gegenüber der Tochter sei von C._____ nicht bestätigt und der 

Text polizeilich nicht festgehalten worden, womit unklar sei, was (wenn 

überhaupt) gegenüber der Tochter erwähnt worden sei. Zudem könne der 

Ausdruck "alleine lassen" auch im Kontext einer Trennung verstanden 

- 4 -

werden. Die WhatsApp-Nachrichten seien mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als Frusthandlungen mit Trennungshintergrund zu 

verstehen und nicht als Abschiedsbrief. Es sei nicht nachgewiesen, dass 

die Eheprobleme so enorm gewesen seien, dass C._____ sich deshalb 

das Leben hätte nehmen wollen; im Gegenteil hätten die Eheleute für ihre 

Probleme in den nächsten Monaten eine Lösung finden wollen. Die 

B._____ AG könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachweisen, dass die Ehekrise zu einem Selbsttötungsversuch geführt 

habe. Den Aussagen der ersten Stunde aller Beteiligten könne 

entnommen werden, dass C._____ keine Selbsttötungsabsicht gehabt 

habe. Auch die AGU könne in der biomechanischen Beurteilung nicht 

nachweisen, dass der Unfall lediglich in suizidaler Weise habe verursacht 

werden können. So komme diese zum Schluss, C._____ habe nach der 

Kollision mit dem Geländer über dieses fallen können. Dabei seien zwei 

Möglichkeiten realistisch, wobei nur die eine eher für einen Suizidversuch 

spreche. Zudem würden die Ausgangswerte für eine aussageschlüssige 

biomechanische Beurteilung nicht ausreichen und sei die AGU nicht mit 

der notwendigen Software, welche zuverlässige Werte über die 

Unfallursache liefern könnte, ausgestattet. Durch die Vorwegnahme der 

rechtlichen Beurteilung verfalle die AGU überdies in die Parteistellung der 

B._____ AG, womit die diesbezügliche Behauptung lediglich eine 

Parteibehauptung darstelle. Schliesslich seien auch die 

Schlussfolgerungen des Gutachters Dr. med. I._____ nicht schlüssig und 

das Gutachten damit nicht verwertbar. Der Gutachter gehe von falschen 

Kenntnissen des Sachverhalts aus. So gehe dieser von heftigen 

Eheproblemen und vermehrten Suizidäusserungen aus, was aktenwidrig 

sei. Insbesondere würden die im Gutachten zitierten Äusserungen der 

Ehefrau betreffend die Trennung bestritten, da diese im Widerspruch zu 

ihren Aussagen im früheren Zeitpunkt stünden. Sodann widersprächen 

die Aussagen von Herrn K._____ klar der Annahme des Gutachters, 

wonach über Jahre ein massiver Alkoholabusus vorliege. Die Annahme 

einer hohen Alkoholtoleranz sei falsch, da die Alkoholabhängigkeit nicht 

- 5 -

belegbar sei. Hinzu komme, dass keine Befragung von C._____ durch 

den Gutachter erfolgt sei, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

darstelle. Alles in allem würden keine konkreten Anhaltspunkte für einen 

Suizid vorliegen und bestünden erhebliche Zweifel, ob der 

Gesundheitsschaden durch C._____ absichtlich verursacht worden sei. 

Deshalb sei von der Vermutung auszugehen, dass kein Versuch einer 

Selbsttötung vorliege. Folglich habe die B._____ AG für die 

Gesundheitskosten und den Erwerbsausfall aufgrund des Unfalls vom 13. 

September 2015 aufzukommen.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 16. Juni 2017 beantragte die B._____ AG 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie 

brachte im Wesentlichen vor, aufgrund der drohenden Konsequenzen 

eines Selbstmordversuchs im Bereich der Unfallversicherung sei ein 

Abstreiten der suizidalen Absichten seitens C._____ nachvollziehbar. 

Zudem sei es nachvollziehbar, dass C._____ seine Suizidabsicht nicht bei 

seinen Kollegen und seiner Ehefrau angekündigt habe. Schliesslich sei es 

auch nicht Voraussetzung für eine suizidale Absicht, dass diese bereits 

seit Tagen oder Wochen bestehe. Eine suizidale Handlung könne auch 

spontan erfolgen. Sodann sei die Aussage von C._____, wonach die 

WhatsApp-Nachrichten in einem Frustmoment versendet worden sein 

sollen, widersprüchlich und nicht überzeugend, da dieser von Beginn weg 

ausgesagt habe, er könne sich nicht mehr an den Abend vom 13. 

September 2015 erinnern. Zudem sei es ein unbestrittener Fakt, dass 

C._____ gegenüber seiner Tochter bereits einmal Suizidabsichten 

geäussert habe. Der Begriff "alleine lassen" müsse sich im Kontext 

betrachtet auf den Selbsttötungsversuch beziehen. Weiter führte die 

Beschwerdegegnerin aus, bereits in den OP-Berichten vom 14. 

September 2015 und 19. September 2015 seien Hinweise auf eine 

Suizidabsicht zu finden. Auch in der Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. April 2016 werde explizit darauf 

hingewiesen, dass Anzeichen für eine absichtliche Handlung bestünden. 

- 6 -

Aus den gesamten Akten werde ersichtlich, dass von Anfang an die 

Vermutung einer Handlung in suizidaler Absicht festgehalten worden sei. 

Zusammen mit den versendeten WhatsApp-Nachrichten und dem 

Gutachten der AGU sei der einzig mögliche Schluss, dass C._____ sich 

am 13. September 2015 habe das Leben nehmen wollen. Die 

Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach die Nachrichten im 

Trennungskontext zu betrachten seien, sei widersprüchlich, wenn diese 

gleichzeitig ausführe, das Ehepaar hätte der Ehe noch eine Chance 

geben wollen. Sodann habe sich die Ehefrau in ihrer ersten Aussage 

gegenüber der Polizistin Frau N._____ dahingehend geäussert, dass 

C._____ sich habe das Leben nehmen wollen. Einen Tag später habe sie 

gegenüber der Polizei zu Protokoll gegeben, dass C._____ vor zwei 

Wochen Suizidabsichten geäussert habe, diese aber relativiert habe. In 

der Folge habe die Ehefrau eine Suizidabsicht von C._____ abgestritten. 

Die Selbsttötungsabsicht von C._____ sei aufgrund der Aktenlage 

überwiegend wahrscheinlich anzunehmen. Im Übrigen sei das Motiv für 

den Suizidversuch irrelevant, weshalb die diesbezüglichen Ausführungen 

der Beschwerdeführerin nicht sachdienlich seien. Im Weiteren werde 

bestritten, dass die AGU eine juristische Beurteilung des Sachverhalts 

vornehme. Vielmehr würde die AGU Ergebnisse interpretieren und 

spräche sich für eine Unfallwahrscheinlichkeit aus. Schliesslich hielt die 

Beschwerdegegnerin fest, dass sie auf eine ausführliche Stellungnahme 

zur psychiatrischen Beurteilung des Sachverhalts durch die 

Beschwerdeführerin verzichte. Die Beschwerdeführerin bringe kein 

einziges medizinisches Argument gegen den Beweiswert des 

psychiatrischen Gutachtens vor, sondern beschränke sich auf eine eigene 

Interpretation des Sachverhalts. Zudem wäre eine Deckung durch den 

Unfallversicherer ohnehin nur gegeben, wenn eine vollständige 

Urteilsunfähigkeit vorgelegen hätte. Inwiefern eine Befragung von 

C._____ durch den Gutachter für die Beurteilung der Urteilsfähigkeit 

notwendig gewesen wäre, erschliesse sich nicht, da C._____ sich 

gemäss seinen Aussagen nicht an das Ereignis vom 13. September 2015 

- 7 -

erinnern könne. Zusammenfassend hielt die Beschwerdegegnerin fest, 

aufgrund der Aktenlage sei erstellt, dass C._____ neun Minuten vor dem 

Notruf WhatsApp-Nachrichten versendet habe, welche auf einen Suizid 

hindeuten würden. Gemäss dem Gutachten der AGU sei ein Sturz über 

das Geländer nur möglich, wenn eine aktive Absprungbewegung 

stattfinde und eine Kollision mit dem Geländer mit einer Geschwindigkeit 

zwischen 20-25 km/h erfolge. Die Kollision habe sich unmittelbar vor der 

Wohnung von C._____ ereignet, womit dieser mit dem Gelände dort 

bestens vertraut gewesen sei. Zudem sei C._____ gemäss dem 

Gutachten von Dr. med. I._____ im Ereigniszeitpunkt urteilsfähig 

gewesen. Angesichts dieses Gesamtbilds (alkoholisiert, WhatsApp-

Nachrichten, Sturz über Geländer wenige Minuten nach Versand, Sturz 

nur mit aktiver Absprungbewegung möglich) sei nur die Schlussfolgerung 

möglich, dass C._____ in suizidaler Absicht gehandelt habe. Nicht 

nachvollziehbar sei der Hinweis der Beschwerdeführerin, dass die 

WhatsApp-Nachrichten eine Kurzschlusshandlung gewesen seien. 

C._____ habe konstant angegeben, sich nicht mehr an die Geschehnisse 

vom 13. September 2015 erinnern zu können. Und selbst wenn er sich 

erinnern könnte, habe dieser die Nachrichten nicht als 

Kurzschlusshandlung, sondern als Frusthandlung bezeichnet, was etwas 

anderes sei. Alles in allem sei die Vermutung, wonach die Schädigung 

unfreiwillig erfolgt sei, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit widerlegt.

7. In ihrer Replik vom 14. August 2017 hielt die Beschwerdeführerin am 

dargelegten Sachverhalt in der Beschwerdeschrift vollumfänglich fest und 

führte zudem aus, dass die von der Beschwerdegegnerin selber und von 

ihr beauftragten Dritten festgehaltenen Äusserungen der Parteien oder 

Zeugen bestritten würden, sofern die Aussagen den amtlichen 

Dokumenten widersprächen. Die Berichte des Schadensinspektors 

würden als Parteibehauptung gelten. Die Sachverhaltserstellung basiere 

fast ausschliesslich auf Aussagen von Drittpersonen. Weder die AGU 

noch Dr. med. I._____ würden sich mit den Aussagen von C._____ in der 

- 8 -

polizeilichen Einvernahme auseinandersetzen, noch diesen befragen. 

C._____ sei am 15. Januar 2016 durch den Schadensinspektor erstmals 

mit der Selbsttötung konfrontiert worden und völlig überrascht gewesen. 

Seine Reaktion und die Antworten könnten als Aussagen der ersten 

Stunde verstanden werden. C._____ könne aufgrund seiner generellen 

Lebenseinstellung und seiner damaligen Lebensumstände eine 

Selbsttötungsabsicht glaubhaft ausschliessen. Zum gleichen Schluss 

komme man bei einer objektiven Betrachtung der Zeugenaussagen. Es 

werde deshalb bestritten, dass C._____ Aussagen zu seinen Gunsten 

gemacht habe. Lediglich interpretierbare WhatsApp-Nachrichten und eine 

schwierige Ehesituation würden keine gewichtigen Indizien darstellen und 

könnten die gesetzliche Vermutung nicht widerlegen. Die angeblich 

geäusserte Suizidabsicht gegenüber der Tochter sei sodann nicht belegt 

und deren Inhalt unbekannt. Die WhatsApp-Nachrichten liessen sowohl 

auf eine Trennung als auch auf eine Selbsttötung schliessen. Hätte die 

Ehefrau aus den Zeilen eine Selbsttötungsabsicht gelesen, hätte sie 

reagiert und nicht einfach abgewartet. Demzufolge seien die Nachrichten 

überwiegend wahrscheinlich als Trennungsandrohung zu verstehen. Die 

Aussagen, wonach die Ehefrau gegenüber der Polizistin Frau N._____ 

geäussert haben soll, C._____ habe sich das Leben nehmen wollen, sei 

nirgends in den Akten vermerkt und werde deshalb bestritten. Ebenfalls 

werde bestritten, dass angesichts des Gesamtbildes nur die 

Schlussfolgerung einer suizidalen Handlung möglich sei. Die 

Beschwerdegegnerin beziehe sich lediglich auf Vermutungen und 

Indizien, die nicht zweifelsfrei interpretiert werden könnten und blende 

dabei die klaren Indizien, wie die amtlich festgehaltenen Partei- und 

Zeugenaussagen vollständig aus. Schliesslich sei das Gutachten von Dr. 

med. I._____ nicht verwertbar, da dieser C._____ nicht befragt habe und 

von falschen Kenntnissen des Sachverhalts ausgegangen sei. Zudem sei 

gemäss Rechtsprechung in Zweifelsfällen zu Ungunsten des 

Unfallversicherers zu entscheiden. 

- 9 -

8. In ihrer Duplik vom 24. August 2017 verwies die Beschwerdegegnerin auf 

den Sachverhalt im Einspracheentscheid vom 18. April 2017 und brachte 

vor, der Sachverhalt basiere – entgegen den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin – nicht fast ausschliesslich auf Aussagen von 

Drittpersonen, sondern auf feststehenden Fakten wie WhatsApp-

Nachrichten, Auffinde-Position von C._____ und des E-Bikes, Schäden 

am E-Bike, Verletzungen von C._____ und seine ungefähre 

Blutalkoholkonzentration. Ergänzend dienten die Aussagen von 

Drittpersonen dazu, den Sachverhalt zu interpretieren. Sie stütze sich 

sodann auch nicht nur auf die WhatsApp-Nachrichten und das Gutachten 

der AGU. Dass ein Suizidversuch im Raum stehe, ergebe sich ebenfalls 

aus dem Polizeirapport und der Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft. Sodann sei davon auszugehen, dass C._____ im 

Zeitpunkt der Befragung durch den Schadensinspektor bereits über die 

Abklärungen informiert gewesen sei. Zutreffend sei, dass sie den Inhalt 

der SMS an die Tochter – wenn es sich denn um eine SMS handeln sollte 

– nicht nachweisen könne. Es sei jedoch kein Grund ersichtlich, weshalb 

die Ehefrau gegenüber der Polizei falsche Angaben machen sollte. Dass 

in der SMS-Historie keine Nachricht an die Tochter zu finden sei, könnte 

daran liegen, dass die Nachricht gelöscht worden sei. So habe C._____ 

im Januar 2016 ausgeführt, dass er seine Nachrichten gelöscht habe und 

bei dem Sturz auf den Boden viele Daten verloren gegangen seien. 

Weiter führte die Beschwerdegegnerin aus, es sei nicht nachvollziehbar, 

wie die WhatsApp-Nachrichten im Kontext einer Trennung verstanden 

werden könnten. Insbesondere seien diese im Gesamtkontext zu 

verstehen. Sodann sei anzumerken, dass C._____ auf die Erhebung 

einer Einsprache verzichtet und den Entscheid akzeptiert habe. Im 

Übrigen sei dem Gutachten von Dr. med. I._____ volle Beweiskraft 

zuzusprechen. Eine auf der gesamten Aktenlage beruhende 

Beweiswürdigung führe zum Ergebnis, dass die 

Unfreiwilligkeitsvermutung mit dem Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit widerlegt sei, womit keine Leistungspflicht der 

- 10 -

Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses vom 13. September 

2015 bestehe. 

9. Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 28. August 2017 wurde 

C._____ zur Teilnahme am Verfahren beigeladen. 

10. Mit Stellungnahme vom 16. Oktober 2017 beantragte C._____ 

(nachfolgend: Beigeladener) die vollumfängliche Gutheissung der 

Beschwerde der Beschwerdeführerin. Der Beigeladene bestritt zunächst, 

dass er mit dem Verzicht auf die Einsprache die Sachverhaltsvariante der 

Beschwerdegegnerin akzeptiert habe. Er habe die ablehnende Verfügung 

deswegen nicht angefochten, da voraussehbar gewesen sei, dass eine 

Einsprache abgelehnt würde (was so geschehen sei). Ihm hätten schlicht 

die finanziellen Mittel für ein aufwändiges Verfahren, womöglich bis vor 

Bundesgericht, gefehlt. Zudem sei er davon ausgegangen, dass die 

Beschwerdeführerin ein Rechtsmittel ergreifen würde. Weiter machte der 

Beigeladene im Wesentlichen geltend, es liege völlig im Dunkeln, wie der 

Suizidverdacht entstanden sei. Die Behauptung des Schadensinspektors, 

wonach seine Ehefrau gegenüber der Polizistin Frau N._____ einen 

Suizidverdacht geäussert haben soll, finde in den Akten keine Stütze und 

stelle eine reine Parteibehauptung dar. In ihrer ersten Aussage 

gegenüber dem Schadensinspektor am 19. Oktober 2015 habe seine 

Ehefrau deutlich ausgeführt, dass er sich bestimmt nicht das Leben habe 

nehmen wollen. Diese Aussage decke sich auch mit der Aussage von 

Herrn K._____. In den Berichten des G._____ tauche dann plötzlich und 

unerklärlich auf, dass suizidale Absicht bestanden habe. Dies obwohl 

keine ihm nahestehende Person dies gesagt habe. Diese entwickelte 

Eigendynamik dürfe nicht zu seinen Lasten gehen. Sodann gäbe es keine 

Hinweise auf verbale Kommunikation von Suizidgedanken durch ihn, 

auch keine psychische Diagnose oder sonstige Hinweise auf psychische 

Beeinträchtigungen bzw. vorbestehende Risikofaktoren. Den Polizeiakten 

könne sodann keine tiefere Bedeutung zukommen, da keine 

- 11 -

umfassenden Ermittlungen erfolgt seien. Weiter führte der Beigeladene 

aus, gemäss dem biomechanischen Gutachten sei ein anderer 

Geschehensablauf ausser Suizid genauso plausibel und möglich. Folglich 

habe dieses Gutachten für die These der Beschwerdegegnerin keinen 

Beweiswert. Seine Erklärung gegenüber der Beschwerdegegnerin am 6. 

April 2016 vor Erstellung des Gutachtens, wonach er wahrscheinlich nicht 

mehr rechtzeitig habe bremsen können, decke sich sodann mit der These 

im AGU Gutachten, wonach er im letzten Moment das Geländer bemerkt 

haben könnte. Im psychiatrischen Gutachten gehe Dr. med. I._____ von 

einem Jahre langen Alkoholmissbrauch aus und spreche von 

Alkoholabhängigkeit, ohne mit ihm selbst gesprochen zu haben. Die 

Feststellungen des Gutachters würden auf falschen Tatsachen beruhen 

und seien wissenschaftlich nicht begründet, womit das Gutachten 

prozessual nicht verwertbar sei. Zudem werde bestritten und sei nicht 

erhärtet, dass er eine hohe Alkoholtoleranz ausweise. Tatsache sei, dass 

nach dem Unfall kein Entzug habe durchgeführt werden müssen. Auch 

die Aussagen seiner Ehefrau sprächen gegen eine hohe Alkoholtoleranz. 

Dass er trotz hohen Alkoholgehalts noch Velo gefahren sei und 

WhatsApp-Nachrichten versendet habe, spreche weder für das Vorliegen 

von Urteilsfähigkeit noch für einen Suizidversuch. Die diesbezüglichen 

Überlegungen des Gutachters seien nicht nachvollziehbar, zumal dieser 

eine psychische Ausnahmesituation verneine. Das Naheliegendste sei, 

den Unfall auf den zu hohen Blutalkoholgehalt zurückzuführen. Bei den 

WhatsApp-Nachrichten müsste es sich um unüberlegte 

Kurzschlussreaktionen gehandelt haben. Um einen überlegten 

Suizidversuch könne es sich nicht gehandelt haben. 

11. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 verzichtete die Beschwerdeführerin 

auf das Einreichen einer weiteren Stellungnahme.

12. In ihrer Stellungnahme vom 17. November 2017 hielt die 

Beschwerdegegnerin fest, die Formulierung "Mein Mandant akzeptiert 

- 12 -

diese Verfügung" zusammen mit dem Kostenerlassgesuch müsse als 

implizite Bestätigung des in der Verfügung vom 17. Januar 2017 

dargestellten Sachverhalts – zumindest des Dispositivs – gelten. Der 

Verdacht auf eine mögliche suizidale Handlung sei aufgrund 

verschiedener medizinischer Berichte entstanden, in welchen ein 

Verdacht auf einen Selbstmordversuch geäussert worden sei. Dieser 

Verdacht beruhe offenbar auf Aussagen eines guten Freundes gegenüber 

den behandelnden Medizinalpersonen. Soweit der Beigeladene alsdann 

die Argumente der Beschwerdeführerin wiederholt, werde auf die 

Ausführungen in der Beschwerdeantwort und der Duplik verwiesen. 

Aktenwidrig sei die Aussage, wonach es keine verbale Kommunikation 

von Suizidgedanken gegeben habe. Einerseits habe die Ehefrau 

gegenüber der Polizei ausgesagt, der Beigeladene habe einige Wochen 

zuvor eine Suizidabsicht geäussert, welche er im Anschluss wieder 

zurückgenommen habe. Andererseits ergebe sich aus dem 

Verlegungsbericht des Spitals F._____, dass eine Suizidabsicht wenige 

Tage vor dem Ereignis zumindest thematisiert worden sei. Die Akten der 

Strafuntersuchung seien sodann im Rahmen der freien Beweiswürdigung 

und des Untersuchungsgrundsatzes zu berücksichtigen. Zutreffend sei, 

dass gemäss dem Gutachten der AGU zwar ein anderer Ereignishergang 

möglich wäre. Angesichts der übrigen Erkenntnisse sei ein anderer 

Hergang aber als unwahrscheinlich zu qualifizieren. Wie sich der 

Beigeladene den Ereignishergang im Nachhinein vorstelle, sei 

unbeachtlich, da dieser sich an die Geschehnisse nicht mehr erinnern 

könne. Die Schilderung des Beigeladenen vom 6. April 2016 über den 

Ereignishergang erscheine an den Haaren herbeigezogen. Entgegen der 

Ansicht des Beigeladenen sei das Gutachten von Dr. med. I._____ in sich 

schlüssig und nachvollziehbar begründet. Sowohl die Beschwerdeführerin 

als auch der Beigeladene fänden keine sinnvolle Erklärung für die 

versendeten WhatsApp-Nachrichten. Wenn es kein Suizidversuch 

gewesen wäre, sei nicht ersichtlich, weshalb der Beigeladene auf die 

Urteilsunfähigkeit bestehe. Denn bei Vorliegen eines Unfalls wäre die 

- 13 -

Urteils(un)fähigkeit irrelevant. Ausschlaggebend seien allein die 

absichtliche Herbeiführung des Gesundheitsschadens (Art. 37 Abs. 1 

UVG) und die Fähigkeit, vernunftgemäss zu handeln (Art. 48 UVV e 

contrario). Aufgrund der gesamten Aktenlage sei damit davon 

auszugehen, dass der Beigeladene sich das Leben habe nehmen wollen. 

Die Unfreiwilligkeitsvermutung sei anhand der Aktenlage widerlegt.

13. Mit Stellungnahme vom 5. Dezember 2017 machte der Beigeladene 

geltend, durch die Einsprache der Beschwerdeführerin gegen die 

Verfügung vom 17. Januar 2017 sei diese nicht in Rechtskraft erwachsen, 

auch nicht gegenüber ihm. Er habe den in der Verfügung dargelegten 

Sachverhalt nie bestätigt. Der von der Beschwerdegegnerin dargestellte 

Sachverhalt werde bestritten. Die im Verlegungsbericht enthaltenen 

Ausführungen betreffend den Suizid fänden in den Akten keine Stütze. 

Der einzige Familienfreund sei Herr K._____. Dieser habe aber zu 

Protokoll gegeben, dass ihm nicht bekannt sei, dass die Ehefrau gesagt 

haben soll, sich scheiden lassen zu wollen. Damit seien die Ausführungen 

im Bericht komplett falsch. Wahrscheinlich hätten das Rettungsteam und 

die Mediziner aufgrund der Notfallsituation den Inhalt allfälliger am Rande 

aufgeschnappter Gespräche nicht richtig verstanden. Im Übrigen werde 

an den Ausführungen in der Stellungnahme vom 16. Oktober 2017 

festgehalten.

14. Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Eingabe vom 14. Dezember 2017 

wiederum auf das Einreichen einer Stellungnahme.

15. In ihrer Stellungnahme vom 3. Januar 2018 führte die 

Beschwerdegegnerin alsdann aus, sowohl der Verlegungsbericht als auch 

die Berichte des Schadensinspektors seien Teil der Akten und somit 

Beweismittel, welche der freien Beweiswürdigung unterliegen würden. Die 

Angaben des Freundes im Verlegungsbericht seien sehr detailliert 

wiedergegeben, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass diese falsch 

- 14 -

verstanden worden seien. Im Übrigen werde an den Ausführungen in den 

bisherigen Eingaben festgehalten. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht 

liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 18. April 2017. Ein solcher Entscheid kann 

gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten 

werden, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende 

Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend handelt 

es sich bei der Beschwerdeführerin als Versicherungsträgerin um eine 

Beschwerde führende Dritte. Zur Bestimmung der örtlichen Zuständigkeit 

ist bei Leistungsstreitigkeiten der Wohnsitz der Beschwerde führenden 

Dritten jedoch nur dann von Belang, wenn ein solcher der versicherten 

Person nicht besteht und ist die örtliche Zuständigkeit im Übrigen – auch 

etwa bei einer Beschwerdeerhebung durch einen anderen 

Versicherungsträger – immer nach dem Wohnsitz der versicherten 

Person zu bestimmen (vgl. BGE 139 V 170 E.5.3, KIESER, ATSG 

Kommentar, 3. Auflage, 2015, N 18 und N 20 zu Art. 58 ATSG). Der 

versicherte Beigeladene wohnt in X._____, weshalb die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden für die 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben ist. Dessen sachliche 

und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

- 15 -

370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zu 

bejahen. Die Beschwerdeführerin ist als Krankenversicherer des 

Beigeladenen vom angefochtenen Einspracheentscheid berührt und weist 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG), 

da der Leistungsansprüche verneinende Einspracheentscheid unmittelbar 

ihre prinzipielle Leistungspflicht begründet (BGE 134 V 153 E.5.3.1). 

1.2. Der Einspracheentscheid datiert vom 18. April 17 (Beilage 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] K62) und ist bei der Beschwerdeführerin 

am 19. April 2017 (Beilage Beschwerdeführerin [Bf-act.] 28) eingegangen. 

Im vorliegend interessierenden Kalenderjahr 2017 fiel der Ostersonntag 

auf den 16. April 2017, womit bis zum 23. April 2017 (sieben Tage nach 

Ostern) die gesetzliche Beschwerdefrist von 30 Tagen stillstand und am 

23. Mai 2017 endete. Demzufolge ist auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde vom 23. Mai 2017 einzutreten (Art. 1 UVG 

i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG). 

2. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. 

Januar 2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung 

über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. 

Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. 

September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor 

dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, 

nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend ereignete sich der Unfall im 

September 2015, so dass diesbezüglich grundsätzlich die bis zum 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung finden. Hinsichtlich 

der für das vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen haben 

sich indessen mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine Änderungen 

ergeben.

http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-153

- 16 -

3. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 13. September 2015 

gestützt auf Art. 37 Abs. 1 UVG zu Recht verweigert hat und der 

Einspracheentscheid vom 18. April 2017 daher zu schützen ist.

3.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat die zuständige 

Unfallversicherungsgesellschaft, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

Versicherungsleistungen zu gewähren. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG 

die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den 

Tod zur Folge hat.

3.2. Hat die versicherte Person den Gesundheitsschaden oder den Tod 

absichtlich herbeigeführt, so besteht kein Anspruch auf 

Versicherungsleistungen, mit Ausnahme der Bestattungskosten (Art. 37 

Abs. 1 UVG). Wollte sich die versicherte Person nachweislich das Leben 

nehmen oder sich selbst verstümmeln, so findet Art. 37 Abs. 1 UVG dann 

keine Anwendung, wenn die versicherte Person zur Zeit der Tat ohne 

Verschulden gänzlich unfähig war, vernunftgemäss zu handeln, oder 

wenn die Selbsttötung, der Selbsttötungsversuch oder die 

Selbstverstümmelung die eindeutige Folge eines versicherten Unfalles 

war (Art. 48 UVV).

3.2.1. Im Falle einer Selbsttötung ist auf Grund der Macht des 

Selbsterhaltungstriebes in der Regel von einer natürlichen Vermutung der 

Unfreiwilligkeit einer solchen Tat und damit vom Vorliegen eines Unfalles 

auszugehen, wenn Zweifel bestehen, ob der Tod einer versicherten 

Person durch Unfall oder Suizid herbeigeführt worden ist. Dass die 

versicherte Person willentlich aus dem Leben geschieden ist, darf daher 

nur dann als nachgewiesen gelten, wenn gewichtige Indizien jede andere 

- 17 -

den Gegebenheiten angemessene Deutung ausschliessen. Deshalb ist in 

solchen Fällen zunächst von der durch den Selbsterhaltungstrieb 

gegebenen Vermutung auszugehen, es liege keine Selbsttötung vor, und 

sodann zu fragen, ob derart überzeugende Umstände vorliegen, dass 

diese Vermutung widerlegt wird (Urteile des Bundesgerichts 8C_773/2016 

vom 20. März 2017 E.3.3, 8C_271/2012 vom 17. Juli 2012 E.3.2.1 

m.w.H.). Damit wird die Beweislast zwar nicht umgekehrt, im Ergebnis 

aber eine ähnliche Wirkung erzielt. Denn sind die für eine Selbsttötung 

sprechenden Indizien nicht gewichtig (überzeugend) genug, sodass die 

Unfreiwilligkeitsvermutung bei objektiver Betrachtung nicht als widerlegt 

gelten kann, so ist in Zweifelsfällen zuungunsten des obligatorischen 

Unfallversicherers zu entscheiden und das Vorliegen eines Unfalls zu 

bejahen (Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2012 vom 17. Juli 2012 

E.3.2.1 m.w.H.).

3.2.2. Ob eine Selbstschädigung vorliegt, beurteilt sich hingegen nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit. Dabei dürfen angesichts praktischer 

Beweisschwierigkeiten an den Nachweis einer freiwilligen 

Selbstbeeinträchtigung keine überspitzten Anforderungen gestellt werden 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_271/2012 vom 17. Juli 2012 E.3.2.2, 

8C_256/2010 vom 22. Juni 2010 E.3.2.3 und 8C_663/2009 vom 27. April 

2010 E.2.4 mit diversen Hinweisen).

3.3. Die leistungsansprechende Person muss, da sie das Vorliegen eines 

Unfalls zu beweisen hat, auch die Unfreiwilligkeit der Schädigung und bei 

Suizid oder Suizidversuch die Urteilsunfähigkeit nach Art. 16 ZGB zur Zeit 

der Tat nachweisen (Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2012 vom 17. Juli 

2012 E.3.3 mit weiteren Hinweisen). Den Parteien obliegt jedoch in dem 

vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Sozialversicherungsprozess 

keine subjektive Beweisführungslast im Sinne von Art. 8 ZGB. Eine 

Beweislast besteht nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der 

- 18 -

Entscheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 

gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift 

allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_271/2012 vom 17. Juli 2012 E.3.3, 8C_256/2010 

vom 22. Juni 2010 E.3.2.1 und 8C_663/2009 vom 27. April 2010 E.2.2).

4.1. Vorliegend verneinte die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid 

vom 18. April 2017 ihre Leistungspflicht und führte zusammengefasst aus, 

es sei davon auszugehen, dass sich der Beigeladene am Abend des 

13. September 2015 in suizidaler Absicht über das Geländer des 

Parkplatzes gestürzt habe, wobei die Vermutung, dass die Schädigung 

unfreiwillig erfolgt sei, durch die "Abschieds-WhatsApp" und die Tatsache, 

dass eine Überwindung des Geländers (vom fahrenden E-Bike aus) nur 

möglich sei, wenn eine Absprung-Bewegung stattfinde, mit dem 

Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit widerlegt werde (vgl. 

Bg-act. K62 S. 12). 

4.2. Die Beschwerdeführerin und der Beigeladene wenden dagegen ein, dass 

erhebliche Zweifel bestünden, ob der Gesundheitsschaden durch den 

Beigeladenen absichtlich verursacht worden sei (vgl. Beschwerdeschrift 

S. 12, Stellungnahme des Beigeladenen vom 16. Oktober 2017 S. 10). 

4.3. Nachfolgend ist damit zu prüfen, ob die am 13. September 2015 erfolgte 

schädigende Einwirkung unfreiwillig war bzw. ob der Vorfall vom 13. 

September 2015 in suizidaler Absicht erfolgt ist. Hierfür ist der 

Sachverhalt anhand der Akten zu erstellen. 

- 19 -

5.1. Zum eigentlichen Ereignis ergibt sich aus den Akten und ist unbestritten, 

dass der Beigeladene am 13. September 2015 zwischen 20:17 Uhr (letzte 

WhatsApp-Nachricht) und 20:26 Uhr (Meldungseingang durch das 

Regionalspital) vom Parkplatz des Hotels O._____ über ein Geländer 

9.10 Meter in die Tiefe auf den Vorplatz der P._____ in X._____ stürzte. 

Dort wurde er schwer verletzt aufgefunden (vgl. Bg-act. P13 S. 3). Sein E-

Bike lag auf dem Parkplatz beim Hotel O._____ unmittelbar vor dem 

Geländer (Bg-act. P31). Gemäss dem Bericht vom Institut für 

Rechtsmedizin, St. Gallen, vom 2. Oktober 2015 ergab die 

Blutalkoholkonzentration (BAK)-Rückrechnung, dass der Beigeladene 

zum Ereigniszeitpunk eine BAK zwischen 1.94 und 2.54 Promille 

aufgewiesen habe (vgl. Bg-act. P7). 

5.2. Gemäss den diversen Operationsberichten des G._____ wurde folgende 

Diagnose (unmittelbar) nach dem Ereignis gestellt (Bg-act. M2-M5; M6-

M8; M10):

Polytrauma nach unklarem Sturz aus ca. 8-10 Metern Höhe am 13.9.15 (ISS 41)
- DD in suizidaler Absicht

- BAK 2.3 Promille

Kopf/Hals:

- Mittelschweres Schädelhirntrauma 
Thorax: 

- Rippenserienfrakturen 4-10 links mit instabilem Thorax
- kleiner Hämatopneumothorax links
- Sternumfraktur im unteren Drittel 
Abdomen: 

- Retroperitoneales Hämatom links ohne aktive Blutung
- extraperitoneale Blasenruptur
Wirbelsäule: 

- Flexions-Distraktionsverletzung Th12/L1 mit kranialem Keilbruch L1 Fraktur
- mehrere Processi transversi-Frakturen lumbal
Becken/Extremitäten: 

- Instabile Beckenfraktur (AO C3.3) mit Symphysensprengung und 
Sakrumlängsfraktur bds, 

- 20 -

- Jumpers Fraktur S1/2 
- Acetabulumfraktur links
- anteriore Schulterluxation links
- Oberarmkompartementsyndrom links
- Pilon tibiale-Fraktur links
- mehrfragmentäre Talusfraktur links
- Weichteiltrauma mit Rhabdomyolyse

Dass diese schweren Verletzungen vom Sturz stammen, ist unbestritten.

5.3. Weiter ergibt sich aus den Akten, dass der Beigeladene kurz vor dem 

streitgegenständlichen Ereignis am 13. September 2015 um 18:10 Uhr 

und zwischen 20:12 Uhr bis 20:17 Uhr folgende WhatsApp-Nachrichten 

an seine Ehefrau versandte (Bg-act. P12 S. 4):

18:10: "I wünscha miar dass du glücklich wirsch mit all dem wo do isch, i han immer 

dfamilia vorzoga nid wie du hesch wella aber glich, du willsch dini freiheit mit df 

Q._____ voll zia und mi ins elend werfa"

20:12: "Ciao liabi"

20:12: "Alles isch verbi"

20:13: "Jetzt gobi"

20:13: "Gobi"

20:13 "Goni"

20:13 "Dis glück"

20:14: "Mis ned"

20:14: "Ciao"

20:17: "Du weisch dass i ned das lo chon wo ier wend 

Bandai"

5.4. Aus dem Verlegungsbericht des Spitals F._____ vom Tag des 

Ereignisses, mithin vom 13. September 2015, ergibt sich, dass 

fremdanamnestisch durch einen Freund der Familie berichtet worden sei, 

dass die Ehefrau des Beigeladenen am vergangenen Freitag, dem 11. 

September 2015, dem Beigeladenen mitgeteilt habe, sie wolle sich von 

ihm trennen. Der Freund habe weiter berichtet, dass er zu jenem 

- 21 -

Zeitpunkt mit dem Beigeladenen über Suizidgedanken gesprochen habe 

und dieser solche verneint habe (Bg-act. M1).

5.5. Im Weiteren wurden im Rahmen der Ereignisabklärung diverse Personen 

von der Polizei und/oder dem Schadensinspektor der 

Beschwerdegegnerin (nachfolgend: Schadensinspektor) befragt.

5.5.1. Die Ehefrau des Beigeladenen (nachfolgend: Ehefrau) gab in der 

polizeilichen Einvernahme vom 14. September 2015 im Wesentlichen zu 

Protokoll, der Beigeladene habe am 13. September 2015 zu Hause etwa 

zwei Flaschen Prosecco getrunken bis 17 Uhr. Dann sei er ins Restaurant 

M._____ gegangen. Was er dort getrunken habe, wisse sie nicht. Um ca. 

18.40 Uhr sei der Beigeladene zurückgekehrt und habe gefragt, ob es 

nichts zu Essen gebe. Als das Essen fertig gewesen sei, habe er nichts 

mehr gewollt und gesagt, er gehe nochmals raus. Wohin er gehe, habe er 

nicht gesagt. In der Vergangenheit sei dies bereits ein paar Mal 

vorgekommen. Der Beigeladene sei dann immer betrunken nach Hause 

gekommen und auf dem Sofa eingeschlafen. Der Beigeladene habe ein 

Problem im Umgang mit Alkohol. Sie habe auch immer wieder Angst, 

wenn er zu viel getrunken habe. Es sei sehr oft vorgekommen, dass der 

Beigeladene am nächsten Tag keine Ahnung gehabt habe, was er im 

Alkoholrausch gesagt oder getan habe. Vor etwa zwei Wochen habe der 

Beigeladene der Tochter geschrieben, dass er nicht mehr leben wolle. 

Daraufhin habe er sich aber entschuldigt und gesagt, dass er sie (die 

Familie) nicht alleine lassen wolle. Nachdem der Beigeladene am 

13. September 2015 die Wohnung verlassen habe, habe er ihr sehr 

verwirrende Nachrichten per WhatsApp geschrieben. Sie habe bewusst 

nicht geantwortet, weil sie befürchtet habe, er könne etwas falsch 

verstehen und etwas tun, was er später bereue. Seit zwei Wochen hätten 

sie eine starke Ehekrise. Alkohol konsumiere der Beigeladene aber schon 

lange. Dies sei ein grosser Grund für die Krise. Sie hätten aber auch 

schöne Zeiten miteinander. Die Frage, ob schon Massnahmen in die 

- 22 -

Wege geleitet worden seien (Trennung/Scheidung), verneinte die Ehefrau 

und führte aus, sie hätten erst darüber gesprochen. Sie hätten es zuerst 

ein halbes Jahr versuchen wollen, selber in Griff zu kriegen und falls es 

nicht klappe, würden sie eine Eheberatung in Anspruch nehmen (vgl. Bg-

act. P9).

5.5.2. Gemäss der Telefonnotiz des Schadensinspektors erklärte die Ehefrau 

am 19. Oktober 2015 diesem gegenüber, der Beigeladene habe sich 

bestimmt nicht das Leben nehmen wollen. Es entspreche nicht der 

Wahrheit, dass sie dem Beigeladenen am 11. September 2015 gesagt 

haben solle, sie wolle sich scheiden lassen. Es sei sehr fraglich, woher 

diese Annahmen kämen. Sie hätten sich in eine Ehetherapie begeben, 

aber nicht scheiden lassen wollen (Bg-act. SI3). 

5.5.3. Herr K._____ – Vorgesetzter des Beigeladenen und ein Freund der 

Familie – sagte gemäss Telefonnotiz des Schadensinspektors am 19. 

Oktober 2015 diesem gegenüber aus, Tatsache sei, dass der 

Beigeladene und seine Ehefrau Eheprobleme gehabt hätten. Nicht 

bekannt sei ihm, dass die Ehefrau gesagt haben solle, sich scheiden 

lassen zu wollen. Er sei überzeugt, dass der Beigeladene zu ihm 

gekommen wäre und dies erzählt hätte. Dass der Beigeladene sich das 

Leben habe nehmen wollen, sei absolut unwahrscheinlich. Dies hätten 

ihm seine Geschwister und Mutter bestätigt. Auch die Ehefrau habe nie 

solche Aussagen gehört (Bg-act. SI3).

5.5.4. Frau N._____ von der Kantonspolizei Graubünden gab gemäss 

Besprechungsrapport am 23. Oktober 2015 gegenüber dem 

Schadensinspektor an, die Ehefrau des Beigeladenen habe ihr gegenüber 

gesagt, dass sich der Beigeladene bestimmt das Leben habe nehmen 

wollen. Viel mehr Angaben könne sie nicht machen, da der Rapport noch 

erstellt werden müsse (vgl. Bg-act. SI6). 

- 23 -

5.5.5. Am 23. Oktober 2015 sagte die Ehefrau des Beigeladenen gemäss 

Besprechungsrapport gegenüber dem Schadensinspektor aus, der 

Beigeladene habe die Wohnung um ca. 18 Uhr bereits alkoholisiert 

verlassen. Nachdem sie ihn darauf aufmerksam gemacht habe, dass er 

kein Auto lenken dürfe, habe er ihr gesagt, er werde ihr E-Bike benützen. 

Kurz nach 20 Uhr sei sie darüber informiert worden, dass der 

Beigeladene schwer verletzt aufgefunden worden sei. In Bezug auf die 

Frage, ob sie sich vom Beigeladenen habe scheiden lassen wollen, führte 

die Ehefrau aus, sie hätten eine Ehetherapie eingeleitet und sich 

entschieden, sich noch ½ bis ¾ Jahre Zeit zu geben und danach eine 

allfällige Entscheidung zu treffen. Es stimme nicht, dass sie am 11. 

September 2015 gesagt haben soll, sich scheiden lassen zu wollen. Der 

angebliche "Freund" könne ihre Ehesituation nicht einschätzen, zumal 

dieser noch der Chef des Beigeladenen sei. Sie könne sich nicht 

vorstellen, dass der Beigeladene sich das Leben hätte nehmen wollen 

(vgl. Bg-act. SI7).

5.5.6. Sodann erzählte die Ehefrau des Beigeladenen am 24. November 2015 

dem Schadensinspektor, dass der Beigeladene im Alter von 15 Jahren 

von zu Hause ausgezogen sei. Bis vor acht Jahren habe er in der 

Immobilienbranche gearbeitet. Der Beigeladene habe diese Branche 

verlassen wollen. Herr K._____ habe dem Beigeladenen dann eine Stelle 

bei der D._____ angeboten. Mit dem Stellenantritt bei der D._____ habe 

der Beigeladene angefangen, jeden Abend in der M._____ in X._____ ein 

Feierabendbier zu trinken, manchmal auch zwei oder drei, zwischendurch 

auch Weisswein. Aufgrund des erhöhten Alkoholkonsums hätten zu 

Hause die Probleme begonnen. Der Beigeladene sei im Rausch oftmals 

böse gewesen und habe laut geschrien. Zu Hause habe er oft Vodka 

getrunken. Sie habe ihm immer wieder gesagt, dass dies so nicht 

weitergehen könnte und sie gemeinsam etwas unternehmen müssten. 

Der Beigeladene habe gesagt, er könne mit dem Alkohol aufhören, wann 

er wolle. Er habe damit kein Problem. Sie habe es wirklich mit einer 

- 24 -

Ehetherapie versuchen wollen, wobei der Beigeladene dann eine 

entsprechende Kur hätte absolvieren müssen. Der 13. September sei ein 

Tag wie jeder andere gewesen. Der Beigeladene habe im Verlaufe des 

Nachmittags zwei Flaschen Prosecco getrunken, bis er um ca. 18.00 Uhr 

das Haus verlassen habe (Bg-act. SI9 S. 1).

5.5.7. Die Wirtin des Restaurants M._____ in X._____, Frau L._____, gab am 

24. November 2015 gegenüber dem Schadensinspektor telefonisch an, 

sie kenne den Beigeladenen von seinen regelmässigen 

Restaurationsbesuchen. Dieser sei immer nach Feierabend auf ein Bier 

gekommen, auch am 13. September 2015. An jenem Tag habe er das 

Restaurant aufgestellt verlassen und sei mit dem Fahrrad weggefahren. 

Die Angestellte hätte keinen übermässigen Alkoholkonsum feststellen 

können, zumal er mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sei. Sie hätten ein 

einfaches Gespräch geführt, etwas Persönliches habe der Beigeladene 

nicht erzählt (Bg-act. SI9 S. 2).

5.5.8. Die Ehefrau des Beigeladenen führte am 2. Dezember 2015 zum 

Sachverhalt gegenüber dem Schadensinspektor aus, der Beigeladene 

habe zu Hause um 14 Uhr angefangen, Prosecco zu trinken. Um ca. 18 

Uhr sei er mit dem E-Bike zum Restaurant M._____ gefahren. Was er 

dort getrunken habe, könne sie nicht sagen. Er sei nach Hause 

gekommen und habe nach dem Nachtessen gefragt. Als sie geantwortet 

habe, es gäbe Cervelat, habe der Beigeladene gemeint, das esse er nicht 

und gesagt, er verlasse nun das Haus und er werde dann schon einen 

Unterschlupf finden. In der Zwischenzeit habe sie via WhatsApp Kontakt 

mit dem Beigeladenen gehabt. Von Suizid sei nie die Rede gewesen. Seit 

der Arbeit bei der Bank habe der Beigeladene zunehmend 

Einschlafprobleme bekommen, weshalb er abends jeweils ein Glas Wein 

getrunken habe. In den vergangenen Jahren sei der Konsum massiv 

gestiegen. Er habe keine diagnostizierten psychischen Probleme gehabt. 

Die Ehefrau betonte, dass sie nicht mehr genau wisse, was sie bei der 

- 25 -

Polizei ausgesagt habe. Sie könne aber nicht bestätigen, dass der 

Beigeladene sich das Leben habe nehmen wollen. Eine Scheidung sei 

damals nie Thema gewesen, denn sie habe gemeinsam mit dem 

Beigeladenen eine Ehetherapie beginnen wollen (Bg-act. SI11).

5.5.9. Gemäss dem CM Verlaufsbericht wurde der Beigeladene am 15. Januar 

2016 bei einem Gespräch in H._____ vom Schadensinspektor darauf 

aufmerksam gemacht, dass zurzeit noch Abklärungen bezüglich des 

Unfallereignisses durchgeführt würden, da die Frage nach einem 

allfälligen Suizidversuch im Raum stehe. Der Beigeladene sei sichtlich 

darüber erstaunt gewesen und habe gefragt: "Wie kommt die 

Versicherung dazu, seinen Unfall, respektive die Frage nach einem 

Suizidversuch zu stellen?" Der Beigeladene führte aus, er sei weder von 

der Polizei noch von einem Arzt befragt worden. Für ihn sei dies kein 

Thema und auch nie eins gewesen. Er habe sich nicht das Leben 

nehmen wollen. Auf entsprechende Fragen des Schadensinspektors 

antwortete der Beigeladene, er sei vor dem Unfall weder jemals bei einem 

Psychiater in Behandlung gewesen noch habe er vor dem Unfall 

psychische Probleme gehabt. Er habe auch keine Psychopharmaka 

eingenommen. Am Samstag dem 12. September 2015 habe er mit seiner 

Ehefrau eine Auseinandersetzung gehabt und schon damals etwas 

Alkohol getrunken. Am Sonntag dem 13. September 2015 habe er die Ex-

Freundin seines Sohnes zum Bahnhof gebracht und sei danach wieder 

nach Hause zurückgekehrt. Dann habe er etwas Alkohol getrunken. Vom 

Hören Sagen wisse er, dass es zwei Flaschen Prosecco gewesen seien. 

Hätte er sich das Leben nehmen wollen, gäbe es in der Nähe eine 

Brücke, von der er hätte springen können. Seine Nachrichten vom Handy 

habe er gelöscht und zudem sei es zu Boden gefallen und habe viele 

Daten verloren (Bg-act. SI13).

5.5.10. In der polizeilichen Einvernahme vom 10. März 2016 gab der Beigeladene 

zu Protokoll, es sei schwierig, den Tagesablauf vom 13. September 2015 

- 26 -

zu rekonstruieren. Er wisse nur noch, dass er sein Büro aufgeräumt habe. 

Danach sei "dunkel". Er wisse nicht, wann er das Haus verlassen habe. 

Er meine, sich erinnern zu können, dass er einen Apéro habe trinken 

gehen wollen; wo wisse er nicht. Ebenfalls wisse er nicht, wie es zur 

Kollision gekommen sei; auch nicht, ob er gestossen worden sei. Er halte 

dies aber für möglich. Freiwillig wäre er nicht dort hinuntergefallen. 

Angesprochen auf die WhatsApp-Nachrichten führte der Beigeladene 

aus, es sei eine Frusthandlung gewesen. Er habe halt die Nachrichten 

verschickt. Auf die Frage, wer Q._____ sei, antwortete der Beigeladene, 

Q._____ sei eine Bekannte seiner Frau. Die Fragen zu seinem generellen 

Alkoholkonsum beantwortete der Beigeladene nicht. Zum 

Familienverhältnis vor dem Unfall führte er sodann aus, sie hätten keine 

Eheprobleme gehabt, aber Meinungsverschiedenheiten. Der Rest sei 

Privatsache. Er wolle aber klar festhalten, dass er keinen Suizid habe 

machen wollen (Bg-act. P23).

5.5.11. Mit Schreiben vom 6. April 2016 beantwortete die Rechtsvertreterin des 

Beigeladenen die von der Beschwerdegegnerin an diesen gerichteten 

Fragen und hielt für den Beigeladenen fest, er habe keine Erinnerung an 

die Ereignisse vor dem Unfall und auch nicht an den Unfall selbst. Der 

Beigeladene erinnere sich einzig noch daran, dass er zu Hause Prosecco 

getrunken und mit seiner Ehefrau eine Auseinandersetzung gehabt habe, 

worauf er das Haus verlassen habe. An das, was danach vorgefallen sei, 

erinnere sich der Beigeladene nicht. Auch habe er keine Erinnerung, dass 

er WhatsApp-Nachrichten geschrieben habe. Der Beigeladene habe sich 

sicher nicht absichtlich über das Geländer gestürzt. Er habe keinen Grund 

gehabt, sich das Leben zu nehmen. Die einzige plausible Erklärung in der 

Retrospektive und nach Kenntnisnahme des Vorgefallenen sei, dass der 

Beigeladene den Abgang zur Garage um wenige Meter verfehlt haben 

müsse und aufwärts zum Hochparkplatz anstatt hinunter in die Garage 

gefahren sei. Wahrscheinlich habe der Beigeladene dann nicht mehr 

rechtzeitig bremsen können (Bg-act. K23).

- 27 -

5.6. Da sich der Beigeladene an die Ereignisse vor dem Unfall und auch an 

den Unfall selbst nicht erinnern konnte, gab die Beschwerdegegnerin am 

27. April 2016 ein unfallanalytisches Gutachten zur Abklärung des 

Unfallhergangs bei der AGU Zürich in Auftrag (vgl. Bg-act. K25). Die 

biomechanische Beurteilung der AGU Zürich erfolgte am 8. August 2016 

(Bg-act. K39).

Der Beurteilung kann entnommen werden, dass die Beschädigungen der 

Fahrradgabel eindeutig dem Ereignis zuzuordnen seien, da das Velo so 

nicht fahrbar sei (vgl. Bg-act. K39 S. 3). Weiter halten die Gutachter fest, 

dass für den Aufbau des Modells viele Annahmen haben getroffen 

werden müssen, welche nicht ausführlich haben validiert werden können. 

Weiter könnten die aktiven Bewegungen, welche der Beigeladene 

möglicherweise vor dem Aufprall ausgeführt habe, nicht rekonstruiert 

werden. Der Beigeladene könnte sich beispielsweise erst unmittelbar vor 

dem Aufprall aufgerichtet haben, er könnte vor dem Anprall 

abgesprungen und durch den Schwung dieser Bewegung über das 

Geländer gestürzt sein usw. Man könne durch die Simulation nur zeigen, 

wie sich das Ereignis abgespielt haben könne bzw. welche Varianten 

nicht möglich seien, aber nicht, dass sich das Ereignis so abgespielt 

haben müsse (Bg-act. K39 S. 16 f.). Zur Frage der Beschwerdegegnerin 

zur gefahrenen Geschwindigkeit führten die Gutachter aus, aufgrund der 

Simulationsresultate müsse der Beigeladene mit einer relativ hohen 

Geschwindigkeit nahe an der mit dem E-Bike möglichen 

Höchstgeschwindigkeit von 25km/h, in einem Winkel in der 

Grössenordnung von 70-80 Grad, mit dem Geländer kollidiert sein. Bei 

Geschwindigkeiten unterhalb von 20km/h erreiche der Dummy in der 

Simulation die dokumentierte Endlage nicht. Um über das Geländer in die 

Tiefe zu stürzen, müsse sich der Beigeladene vor dem Anprall ans 

Geländer in den Pedalen aufgerichtet und zudem, z.B. durch ein leichtes 

Aufspringen, eine Bewegung in vertikaler Richtung ausgeführt haben. 

- 28 -

Andere Varianten, bei denen sich der Velofahrer beim Anprall in sitzender 

Position befunden habe oder bei denen der Velofahrer zwar in den 

Pedalen aufgerichtet gewesen sei, aber keine aktive Bewegung 

ausgeführt habe, hätten in einem Sturz des Velofahrers zurück auf das 

Parkfeld resultiert (Bg-act. K39 S. 17). Die erwähnte 

Höchstgeschwindigkeit von 25km/h sowie der Anprallwinkel könnten bei 

einem weitgehend freien Parkplatz erreicht werden (Bg-act. K39 S. 5). Zur 

Frage, ob aus dem Verletzungsbild sowie der Sturzrichtung ein 

Rückschluss entweder auf einen Unfall, Suizid oder Tötungsversuch 

gezogen werden könne, ist der Beurteilung zu entnehmen, dass für eine 

Einwirkung Dritter keine Hinweise vorlägen. Das dokumentierte 

Verletzungsbild sei mit einem Sturz aus ca. 9 Metern Höhe vereinbar. Aus 

dem Verletzungsbild könne zwar grob auf die Aufprallsituation, aber nicht 

auf die Ursache des Sturzes geschlossen werden. Die Tatsache, dass ein 

Aufrichten und eine aktive Bewegung erforderlich seien, um mit der 

notwendigen Geschwindigkeit über das Geländer in die Tiefe zu stürzen, 

spreche eher für einen Suizidversuch. Es wäre aber auch denkbar, dass 

der Beigeladene mit der erwähnten hohen Geschwindigkeit über den 

Parkplatz gefahren sei, das Geländer erst im letzten Moment bemerkt und 

sich reflexartig aufgerichtet habe bzw. in den Pedalen aufgesprungen sei 

(Bg-act. K39 S 18). Rein theoretisch könnten auch andere Abläufe 

konstruiert werden. So wäre es zum Beispiel auch möglich, dass der 

Beigeladene auf dem Fahrrad sitzend mit dem Geländer kollidiert, auf das 

Parkfeld zurückgefallen, anschliessend über das Geländer geklettert und 

in die Tiefe gesprungen sei (Bg-act. K39 S. 18).

5.7. Des Weiteren gab die Beschwerdegegnerin zur Abklärung ihrer 

Leistungspflicht (Suizid ja oder nein) mit Schreiben vom 13. Juli 2016 ein 

psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. I._____, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, in Auftrag (Bg-act. K36). Dieser erstattete das 

Gutachten am 10. Januar 2017 (Bg-act. M16). 

- 29 -

Dr. med. I._____ kommt in seinem Gutachten in Bezug auf die 

medizinisch-psychiatrische Ausgangslage im Zeitraum vor dem Ereignis 

zunächst zum Schluss, zusammenfassend sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beigeladene einen 

langjährigen regelmässigen Alkoholkonsum betrieben habe, welcher sich 

in den letzten Jahren intensiviert habe. Der Konsum habe mit einer 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu einer Alkoholabhängigkeit, 

mindestens jedoch zu einem erheblichen Missbrauch und mit an 

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer hohen Alkoholtoleranz 

geführt (Bg-act. M16 S. 16). Hinsichtlich der Beurteilung der 

Urteilsfähigkeit zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 13. September 2015 

hält er sodann zusammenfassend fest, es könne mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht davon ausgegangen werden, dass beim 

Beigeladenen zum Unfallzeitpunkt eine schwere psychische Störung bzw. 

kognitive Beeinträchtigung, Intoxikation, eine schwere 

Bewusstseinsstörung oder ein ähnlicher Zustand vorgelegen habe. Im 

Gegenteil könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

ausgegangen werden, der Beigeladene habe noch genügend psychische 

und kognitive Funktionen besessen, um eine mögliche suizidale Handlung 

zu intendieren und umzusetzen. Vorbestehende Risikofaktoren 

(Alkoholabhängigkeit, vorgängige Suizidankündigungen, auch unmittelbar 

vor dem Ereignis unter Alkoholeinfluss, Trennungssituation) und ein 

komplexer Handlungsablauf seien ebenfalls mit dieser Beurteilung 

vereinbar (Bg-act. M16 S. 20). Weiter führt Dr. med. I._____ zur 

Beurteilung einer möglichen suizidalen Handlung aus, der Beigeladene 

habe im Vorfeld im Rahmen von heftigen Ehekonflikten 

Suizidäusserungen gemacht, was als Risikofaktor zu werten sei, wie auch 

der Kontext mit Trennungsabsichten der Ehefrau. Diese Absicht soll der 

Beigeladene erstmals schriftlich der Tochter gegenüber gemacht haben. 

Unmittelbar vor dem Ereignis habe der Beigeladene zudem Mitteilungen 

geschrieben, welche ebenfalls mit den von der Ehefrau geäusserten 

Trennungsabsichten und einer Suizidankündigung kontextuell in 

- 30 -

Zusammenhang stünden. Die Angaben der Wirtin, der Beigeladene sei in 

aufgestelltem Zustand weggegangen, spreche nicht gegen eine suizidale 

Handlung. Es sei bekannt, dass gerade nach dem Entschluss zum Suizid 

bei den Betroffenen eine gewisse Ruhe einkehre. Suizidale Handlungen 

kämen gehäuft unter Alkoholeinfluss vor. Das Suizidrisiko sei in der 

Population der alkoholabhängigen Menschen 120-fach höher als in der 

Normalbevölkerung. Zudem sei bekannt, dass 25% aller Suizide unter 

Alkoholeinfluss verübt würden. Zusammenfassend seien bestehende 

Risikofaktoren, Kontext, Suizidankündigungen – auch unmittelbar vor dem 

Ereignis – vereinbar mit einer intendierten suizidalen Handlung (vgl. Bg-

act. M16 S. 21). 

6.1. In Würdigung der in den vorstehenden Erwägungen wiedergegebenen 

Berichten, Aussagen sowie Gutachten ist zunächst festzuhalten, dass 

sich der Beigeladene weder an den Unfall selbst noch an die Ereignisse 

zuvor zu erinnern vermag. Auf seine Aussagen, wonach er keinen Suizid 

habe begehen wollen (Bg-act. SI13 und P23), kann damit vorliegend nicht 

abgestellt werden. Aus demselben Grund erscheint auch seine Aussage, 

wonach es sich bei den WhatsApp-Nachrichten um eine Frusthandlung 

gehandelt habe (Bg-act. P23), nicht glaubhaft. Wenn er nicht mehr weiss, 

dass er solche geschrieben hat, wie soll er dann wissen, aus welchem 

Grund er solche verfasst hat.

6.2. Im Weiteren ergibt sich, dass keine der von der Polizei oder dem 

Schadensinspektor befragten Personen, namentlich die Ehefrau (Bg-act. 

P9, SI3, SI7 und SI11), Herr K._____ (Bg-act. SI3) und Frau L._____ (Bg-

act. SI9), aussagten, dass der Beigeladene sich das Leben habe nehmen 

wollen. Im Gegenteil führte die Ehefrau mehrfach aus, dass der 

Beigeladene sich bestimmt nicht habe das Leben nehmen wollen und 

auch Herr K._____ gab an, dass dies absolut unwahrscheinlich sei. Die 

angebliche Aussage der Ehefrau, wonach diese gemäss dem 

Besprechungsrapport vom 23. Oktober 2015 (Bg-act. SI6) gegenüber der 

- 31 -

Polizistin Frau N._____ gesagt haben soll, der Beigeladene habe sich 

bestimmt das Leben nehmen wollen, ergibt sich sodann nicht aus ihrer 

polizeilichen Einvernahme am 14. September 2015 (Bg-act. P9). Dies 

obwohl die Ehefrau von Frau N._____ einvernommen wurde. Hätte die 

Ehefrau tatsächlich eine solche Äusserung gegenüber der Polizistin Frau 

N._____ gemacht, erstaunt es doch sehr, dass diese keinen Eingang in 

das Protokoll der polizeilichen Einvernahme gefunden hat bzw. die 

Polizistin dies in der Einvernahme nicht aufgegriffen und diesbezüglich 

nochmals nachgefragt hat. Damit bestehen erhebliche Zweifel, ob diese 

Aussage der Ehefrau wirklich so stattgefunden hat.

6.3. Tatsache ist sodann, dass der Beigeladene und seine Ehefrau 

Eheprobleme hatten. Dies ergibt sich aus diversen Einvernahmen der 

Ehefrau und von Herrn K._____ (Bg-act. P9, SI3, SI7, SI9 und SI11). Der 

Beigeladene selber spricht in der polizeilichen Einvernahme vom 10. März 

2016 zwar nicht von Eheproblemen, sondern Meinungsverschiedenheiten 

und meinte, der Rest sei Privatsache (Bg-act. P23).

6.4. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin und des Beigeladenen 

(vgl. Beschwerdeschrift S. 5, Stellungnahme des Beigeladenen vom 

16. Oktober 2017 S. 4) trifft es allerdings nicht zu, dass der 

Suizidverdacht völlig aus dem Nichts auftaucht. So ergibt sich einerseits 

aus dem Verlegungsbericht des Spitals F._____ vom 13. September 2015 

(Bg-act. M1), dass ein Freund der Familie gesagt haben soll, dass die 

Ehefrau am 11. September 2015 dem Beigeladenen mitgeteilt habe, sich 

von ihm trennen zu wollen. Der Freund habe zu jenem Zeitpunkt mit dem 

Beigeladenen über Suizidgedanken gesprochen, was dieser verneint 

habe. Zudem äusserte die Ehefrau in ihrer Aussage der ersten Stunde 

gegenüber der Polizei am 14. September 2015, dass der Beigeladene vor 

etwa zwei Wochen der Tochter geschrieben habe, dass er nicht mehr 

leben wolle. Daraufhin habe er sich aber entschuldigt und gesagt, dass er 

sie (die Familie) nicht alleine lassen wolle (Bg-act. P9 S. 2). Ebenso sagte 

- 32 -

die Ehefrau am 14. September 2015 in der polizeilichen Einvernahme 

betreffend die sehr verwirrenden WhatsApp-Nachrichten aus, dass sie 

dem Beigeladenen bewusst nicht geantwortet habe, weil sie befürchtet 

habe, er könne etwas falsch verstehen und dann etwas tun, was er später 

bereue (Bg-act. P9 S. 2). Diese Aussage ist im vorliegenden Kontext 

seltsam und auffallend.

6.4.1. Was die erwähnte Nachricht an die Tochter angeht, ist es – wie die 

Beschwerdeführerin geltend macht – zutreffend, dass diese Nachricht 

nicht belegt ist. Die Rechtsvertreterin des Beigeladenen führte in ihrem 

Schreiben vom 20. Juli 2017 an die Beschwerdeführerin (Bf-act. 32) zur 

Frage, was der Beigeladene zu dieser Nachricht an die Tochter oder zu 

dieser Aussage sagen könne, aus, der Beigeladene könne sich nicht 

erinnern, je eine solche SMS an seine Tochter geschrieben zu haben. Für 

den Beigeladenen gebe es weder eine Erklärung, weshalb er seiner 

Tochter eine SMS mit dem behaupteten Inhalt geschrieben haben sollte, 

noch ersichtliche Gründe dafür. Sie hätten als Ehegatten beschlossen, 

eine Ehetherapie zu machen. Der Beigeladene sei denn von seiner 

Tochter auch nie auf eine solche SMS angesprochen worden. Zudem 

habe der Beigeladene in seinem Handy keine SMS an seine Tochter mit 

besagtem Inhalt finden können. Diese Ausführungen wirken als 

konstruierte Schutzbehauptungen. In der Frage der Beschwerdeführerin 

waren weder die Form als "SMS" noch der Inhalt des Ehekonflikts 

thematisiert. Dass der Beigeladene keine entsprechende SMS auf seinem 

Handy finden konnte – sollte es denn eine SMS gewesen sein – ist wohl 

darauf zurückzuführen, dass der Beigeladene gemäss eigenen Aussagen 

seine Nachrichten gelöscht hat und zudem viele Daten verloren gingen, 

als das Handy zu Boden fiel (vgl. Bg-act. SI13 S. 2). Demgegenüber gibt 

es keinen Grund, weshalb die Ehefrau diesbezüglich lügen sollte. Hinzu 

kommt, dass die Aussage der Ehefrau, wonach der Beigeladene vor etwa 

zwei Wochen der Tochter geschrieben habe, dass er nicht mehr leben 

wolle, anlässlich ihrer ersten Einvernahme am 14. September 2015 

- 33 -

erfolgte und damit zu einem Zeitpunkt, zu welchem die Ehefrau noch 

unbeeinflusst gewesen sein dürfte und sich insbesondere auch nicht im 

Klaren über die möglichen Konsequenzen eines Suizidversuchs war. Vor 

diesem Hintergrund erscheint die Aussage der Ehefrau, wonach der 

Beigeladene der Tochter mitgeteilt haben solle, dass er nicht mehr leben 

wolle, als glaubhaft.

6.4.2. Sodann bringt der Beigeladene in seiner Stellungnahme vom 5. 

Dezember 2017 vor, die erwähnte Aussage im Verlegungsbericht sei 

falsch, da es sich beim Freund um Herrn K._____ handle und dieser 

gegenüber dem Schadeninspektor ausgesagt habe, es sei ihm nicht 

bekannt, dass die Ehefrau dies gesagt haben soll.

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die besagte Äusserung im 

Verlegungsbericht des Spitals F._____ vom 13. September 2015 (Bg-

act. M1) sehr detailliert aufgenommen wurde, sogar mit genauem Datum, 

wann die Ehefrau dies gesagt haben soll, weshalb dieses Gespräch wohl 

kaum nur so am Rande aufgeschnappt wurde, wie der Beigeladene 

geltend macht. Immerhin aber sagte Herr K._____, der Beigeladene habe 

Suizidgedanken verneint. 

Die Ehefrau selber antwortete in der polizeilichen Einvernahme vom 

14. September 2015 denn auch auf die Frage, ob schon Massnahmen in 

die Wege geleitet worden seien (Trennung/Scheidung), nein, sie hätten 

erst darüber gesprochen. Sie hätten es zuerst ein halbes Jahr selber 

versuchen wollen, in den Griff zu kriegen und falls es nicht klappe, eine 

Eheberatung in Anspruch nehmen wollen (Bg-act. P9 S. 3 oben). 

Gegenüber dem Schadensinspektor bestritt die Ehefrau, am 11. 

September 2015 gesagt zu haben, sich scheiden lassen zu wollen (Bg-

act. SI3). Gemäss dem Verlegungsbericht des Spitals F._____ vom 13. 

September 2015 (Bg-act. M1) war nie von Scheidung die Rede, sondern 

von Trennung. Die Ehefrau gab denn auch zu, dass darüber gesprochen, 

- 34 -

aber offenbar entschieden wurde, es nochmals zu probieren. Die 

Aussagen der Ehefrau stehen damit nicht im Widerspruch zu der im 

Verlegungsbericht vom 13. September 2015 wiedergegebenen Aussage 

eines Freundes, mithin von Herrn K._____. Zudem erwähnt die Ehefrau 

gegenüber dem Gutachter Dr. med. I._____ – dessen Gutachten volle 

Beweiskraft zukommt (vgl. E.6.8.4 nachstehend) – auch wieder, dass sie 

damals bereits den Wunsch nach Trennung geäussert habe. Am Tag des 

Ereignisses sei es wieder zu Auseinandersetzungen gekommen und sie 

habe den bereits einige Zeit zuvor gefassten und geäusserten Wunsch 

nach Trennung an diesem Abend wiederholt ("es reicht jetzt") (Bg-act. 

M16 S.12). Soweit die Beschwerdeführerin alsdann einerseits vorbringt, 

die Eheleute hätten nochmals einen Versuch machen wollen und 

andererseits gleichzeitig ausführt, die WhatsApp-Nachrichten seien vor 

dem Trennungshintergrund verfasst worden, sind diese Ausführungen 

widersprüchlich.

Auffallend und seltsam erscheint sodann der Umstand, dass wegen einer 

Trennung offenbar Suizidgedanken angesprochen wurden. Dies deutet 

darauf hin, dass Suizidgedanken bereits vorgängig mal Thema gewesen 

waren, was wiederum mit der Aussage der Ehefrau in der polizeilichen 

Einvernahme vom 14. September 2015 übereinstimmt, wonach der 

Beigeladene bereits zwei Wochen zuvor Suizidäusserungen gegenüber 

der Tochter gemacht habe, sie seit zwei Wochen eine starke Ehekrise 

hätten und sie auf die verwirrenden WhatsApp-Nachrichten des 

Beigeladenen bewusst nicht geantwortet habe, weil sie befürchtete, er 

könne etwas falsch verstehen und dann etwas tun, was er später bereue 

(vgl. Bg-act. P9 S. 2). Es erscheint doch eher ungewöhnlich und 

entspricht nicht einer üblichen/erwartungsgemässen Reaktion, bei einer 

Trennung sogleich einen Suizid zu thematisieren, sofern hierfür nicht 

irgendwelche Anhaltspunkte bestehen.

- 35 -

Zutreffend ist zwar, dass Herr K._____ gegenüber dem 

Schadensinspektor am 19. Oktober 2015 aussagte, er wisse von 

Eheproblemen, aber nicht, dass die Ehefrau die Scheidung gewollt habe 

(Bg-act. SI3). Im Verlegungsbericht des Spitals F._____ vom 13. 

September 2015 ist – wie bereits erwähnt –  von Trennung und nicht von 

Scheidung die Rede (Bg-act. M1). Zudem ist es durchaus möglich, dass 

Herr K._____ seine erste Aussage im Nachhinein zu relativieren 

versuchte, nachdem er die möglichen Auswirkungen seiner Aussage 

erkannte. Fakt ist, dass die Aussage, welche im Verlegungsbericht des 

Spitals F._____ vom 13. September 2015 enthalten ist, unmittelbar nach 

dem Unfallereignis erfolgte und damit stärker zu gewichten ist, als 

diejenige vom 19. Oktober 2015, als bereits Abklärungen der 

Beschwerdegegnerin im Gange waren. Im Übrigen liegen keine 

Anhaltspunkte vor, weshalb die Ärzte diese Aussage im Bericht nicht 

richtig hätten festhalten sollen und ergibt diese Aussage auch ein 

stimmiges Bild mit den Aussagen der Ehefrau. 

6.4.3. In Würdigung der Aussagen der befragten Personen ist überwiegend 

wahrscheinlich davon auszugehen, dass Suizidgedanken beim 

Beigeladenen bereits einmal vorhanden waren, solche zuletzt, d.h. zwei 

Tage vor dem Unfallereignis, aber gegenüber Herrn K._____ vom 

Beigeladenen verneint wurden.

6.5. Der biomechanischen Beurteilung der AGU Zürich vom 8. August 2016 

(Bg-act. K39) ist zu entnehmen, dass es bei einem Aufprall des E-Bikes 

am Geländer nur dann zu einem Sturz über das Geländer in die Tiefe 

komme, wenn sich der Beigeladene vor dem Aufprall in den Pedalen 

aufgerichtet und zudem z.B. durch ein leichtes Aufspringen, eine 

Bewegung in vertikaler Richtung ausgeführt habe. Nach Ansicht der 

Gutachter spreche die Tatsache, dass ein Aufrichten und eine aktive 

Bewegung für einen Sturz über das Geländer erforderlich seien, eher für 

einen Suizidversuch. Gleichzeitig halten diese aber auch fest, es wäre 

- 36 -

auch denkbar, dass der Beigeladene das Geländer erst im letzten 

Moment bemerkt und sich reflexartig aufgerichtet habe bzw. in den 

Pedalen aufgesprungen sei. Damit kann aber anhand der 

biomechanischen Beurteilung der AGU Zürich vom 8. August 2016 (Bg-

act. K39) alleine gerade nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen werden, dass es sich beim streitgegenständlichen Ereignis 

vom 13. September 2015 um einen Suizidversuch handelte, ist es 

gemäss der Beurteilung sowohl möglich, dass der Beigeladene 

absichtlich oder aber eben reflexartig abgesprungen ist.

6.6. Des Weiteren liegen die kurz vor dem Ereignis versendeten WhatsApp-

Nachrichten des Beigeladenen an seine Ehefrau (vgl. Bg-act. P12 S. 4) 

bei den Akten. Die um 18:10 Uhr gesendete Nachricht zusammen mit der 

später versendeten Nachricht "Alles isch verbi" deutet daraufhin, dass 

zumindest der Beigeladene offenbar keine Zukunft mehr für die 

Beziehung gesehen und diese als gescheitert angesehen hat. Die 

weiteren Nachrichten, wonach er jetzt gehe, können sowohl im Kontext 

mit der seiner Ansicht nach gescheiterten Ehe als auch im Sinne eines 

Abschiedsbriefs verstanden werden. 

6.7. Bei einer Würdigung der Gesamtumstände ist zu berücksichtigen, dass 

der Beigeladene bereits ca. zwei Wochen vor dem 13. September 2015 

Suizidgedanken geäussert hatte. Sodann geht aus den 

übereinstimmenden Aussagen des Beigeladenen und seiner Ehefrau 

hervor, dass diese am 13. September 2015 eine Auseinandersetzung 

miteinander hatten. Offenbar äusserte die Ehefrau an diesem Tag ihren 

Wunsch nach Trennung erneut ("es reicht jetzt"). Weiter muss der 

Beigeladene unmittelbar nach dem Absenden der WhatsApp-Nachrichten 

auf sein E-Bike gesessen sein. Um über das Geländer stürzen zu können, 

musste der Beigeladene gemäss der biomechanischen Beurteilung der 

AGU vom 8. August 2016 auf dem Parkplatz praktisch die 

Höchstgeschwindigkeit von 25km/h mit dem E-Bike erreichen, was 

- 37 -

bedeutet, dass der Beigeladene in die Pedale treten musste. Zu beachten 

ist sodann, dass sich der Beigeladene in der Gegend, wo sich das 

Ereignis abspielte, auskannte, da sich dieses unmittelbar neben seiner 

Wohnung zutrug. Unter Berücksichtigung dieser Gesamtumstände sind 

die WhatsApp-Nachrichten überwiegend wahrscheinlich als 

Abschiedsbrief zu verstehen und ist überwiegend wahrscheinlich davon 

auszugehen, dass der Beigeladene den Sturz am 13. September 2015 

absichtlich herbeigeführt hat. 

Die Ausführungen der Rechtsvertreterin des Beigeladenen, wonach die 

einzige plausible Erklärung in der Retrospektive sei, dass der 

Beigeladene den Abgang zur Garage um wenige Meter verfehlt haben 

müsse, dieser aufwärts zum Hochparkplatz anstatt hinunter zur Garage 

gefahren sei und wahrscheinlich dann nicht mehr habe bremsen können 

(vgl. Stellungnahme vom 16. Oktober 2017 S. 7), erscheint nicht 

einleuchtend. Einerseits ist dem Beigeladenen die Gegend bestens 

bekannt und andererseits ist nicht davon auszugehen, dass der 

Beigeladene unmittelbar nach den versendeten WhatsApp-Nachrichten – 

wären diese im Kontext einer Trennung zu verstehen – nach Hause 

fahren wollte, zumal er schrieb "jetzt goni" und gemäss der Aussage der 

Ehefrau beim Verlassen des Hauses gesagt haben soll, er werde schon 

einen Unterschlupf finden (Bg-act. SI11).

6.8. Dass sich der Unfall sodann aufgrund des hohen Alkoholkonsums des 

Beigeladenen an jenem Tag ereignete, erscheint demgegenüber nicht 

wahrscheinlich. So war der Beigeladene noch im Stande, WhatsApp-

Nachrichten zu verfassen – praktisch ohne Tippfehler – und im Falle 

eines Tippfehlers noch zu merken, dass er sich vertippt hatte (vgl. Bg-act. 

P12 S. 4). Zudem hält der Gutachter Dr. med. I._____ in seinem 

Gutachten vom 10. Januar 2017 fest, es könne mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, der Beigeladene habe 

noch genügend psychische und kognitive Funktionen besessen, um eine 

- 38 -

mögliche suizidale Handlung zu intendieren und umzusetzen (vgl. Bg-act. 

M16 S. 20). Damit geht Dr. med. I._____ davon aus, dass der 

Beigeladene im Ereigniszeitpunkt urteilsfähig war. Die 

Beschwerdeführerin und der Beigeladene bringen vor, das Gutachten sei 

nicht nachvollziehbar begründet und beruhe auf falschen Tatsachen, 

weshalb diesem kein Beweiswert zukommen könne (vgl. 

Beschwerdeschrift S. 10 ff., Replik S. 6 ff., Stellungnahme des 

Beigeladenen vom 16. Oktober 2017 S. 7 ff.). Nachfolgend ist damit zu 

prüfen, ob dem Gutachten von Dr. med. I._____ vom 10. Januar 2017 

(Bg-act. M16) volle Beweiskraft zukommt.

6.8.1. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a 

m.w.H.). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.w.H.). Dennoch 

hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 

E.1b, 112 V 30 E.1a m.w.H.). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 

bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 

bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

- 39 -

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. 

BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb).

6.8.2. Das Gutachten von Dr. med. I._____ vom 10. Januar 2017 (Bg-act. M16) 

wurde in Kenntnis der Vorakten verfasst. Sodann hat Dr. med. I._____ am 

1. Dezember 2016 ein Telefonat mit der Ehefrau, am 7. Dezember 2016 

mit dem Chefarzt vom Institut für Rechtsmedizin, St. Gallen, und am 

8. Dezember 2016 mit Herrn K._____ geführt. Die Schlussfolgerungen 

(vgl. E.5.7 vorstehend) sowie die übrigen Ausführungen im Gutachten, 

namentlich auch die Angaben von den genannten Drittpersonen, sind für 

die strittigen Fragen umfassend. Die Ausführungen von Dr. med. I._____ 

leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der 

Beurteilung der medizinischen Situation ein und seine 

Schlussfolgerungen sind begründet, nachvollziehbar und in sich 

schlüssig. 

6.8.3.1.Die Beschwerdeführerin und der Beigeladene versuchen dem Gutachten 

die Beweiskraft abzusprechen, indem sie ausführen, die Annahme einer 

hohen Alkoholtoleranz sei falsch und die Aussagen von Herrn K._____ 

widersprächen klar der Annahme, dass über Jahre ein massiver 

Alkoholabusus vorliege. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass Dr. med. 

I._____ in seinem Gutachten betreffend den Alkoholkonsum festhält, die 

diesbezüglichen Angaben der Ehefrau seien detailliert. Sie habe jeweils 

spontan konkrete Beispiele genannt, welche mit dem Vorliegen einer 

Alkoholproblematik vereinbar seien (Wesensveränderung unter 

Alkoholeinfluss, Uneinsichtigkeit und Ablehnung einer Behandlung, 

Alkoholgeruch auch noch am Morgen, "Blackouts" nach massivem 

Alkoholkonsum, Führerscheinentzug). Solche detaillierten und konkreten 

Schilderungen würden Glaubhaftigkeitskriterien darstellen. Ihre Angaben 

seien auch insofern konsistent mit den Angaben der Wirtin des 

Stammlokals des Beigeladenen, welche einen jahrelangen, zumindest 

regelmässigen Alkoholkonsum nach Arbeitsschluss angegeben habe, 

- 40 -

wenn auch keinen übermässigen (Bg-act. M16 S. 16). Damit begründet 

Dr. med. I._____ schlüssig, weshalb er auf die Aussagen der Ehefrau 

abstellt und folglich von einer hohen Alkoholtoleranz ausgeht. Dafür 

spricht denn auch der Umstand, dass die Angestellte des Restaurants 

M._____ beim Beigeladenen nach zwei Flaschen Prosecco am 

Ereignistag keinen übermässigen Alkoholkonsum feststellen konnte (vgl. 

Bg-act. SI9 S. 2). Im Übrigen ist sodann festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache vom 31. Januar 2017 (Bg-

act. K54) selber noch festhält, klar sei, dass der Beigeladene seit 

mehreren Jahren ein Alkoholproblem habe. 

6.8.3.2.Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, Dr. med. I._____ 

gehe von heftigen Eheproblemen und vermehrten Suizidäusserungen 

aus, was aktenwidrig sei. Insbesondere würden die zitierten Äusserungen 

der Ehefrau im Gutachten betreffend Trennung bestritten, da diese im 

Widerspruch zu den vielen Aussagen im früheren Zeitpunkt stünden (vgl. 

Beschwerdeschrift S. 10). Dr. med. I._____ hält in seinem Gutachten 

diesen Widerspruch fest, indem er im Zusammenhang mit den ehelichen 

Auseinandersetzungen ausführt, es fänden sich inkonsistente Angaben 

der Ehefrau hierzu. Diese habe nach Aktenlage früher angegeben, sie 

habe sich nie zu einer Trennung geäussert. Ihm gegenüber habe sie dann 

aber angegeben, sie habe ihren bereits vor einiger Zeit gefassten und 

geäusserten Wunsch nach Trennung am Tage des Ereignisses wiederholt 

("es reicht jetzt") (Bg-act. M16 S. 14). Damit kann aber nicht gesagt 

werden, Dr. med. I._____ stütze sich auf falsche Tatsachen. Dass 

Eheprobleme beim Beigeladenen und seiner Ehefrau vorhanden waren, 

ergibt sich zweifellos aus den Akten (vgl. E.6.3 vorstehend). Zudem geht 

bereits aus der polizeilichen Einvernahme der Ehefrau am 14. September 

2015 hervor, dass über Trennung/Scheidung gesprochen wurde (vgl. Bg-

act. P9). Auch sind die vermehrten Suizidäusserungen nicht aktenwidrig, 

ergeben sich solche aus den Dr. med. I._____ zur Verfügung 

gestandenen Akten, namentlich dem Verlegungsbericht des Spitals 

- 41 -

F._____ vom 13. September 2015 (Bg-act. M1) sowie dem Protokoll der 

polizeilichen Einvernahme der Ehefrau vom 14. September 2015 (Bg-act. 

P9). Dass Dr. med. I._____ auf diese Akten abstellte, ist nicht zu 

beanstanden. 

6.8.3.3.Sofern die Beschwerdeführerin zudem vorbringt, der Beigeladene sei von 

Dr. med. I._____ nicht untersucht bzw. befragt worden und deshalb eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht, zielt dieser Einwand 

ins Leere. Dr. med. I._____ war von der Beschwerdegegnerin beauftragt 

worden, anhand der vorliegenden Akten und aufgrund einer 

Untersuchung des Beigeladenen (wenn nötig) zu den Fragen betreffend 

Suizidversuch ja oder nein Stellung zu nehmen (vgl. Bg-act. K36). Dr. 

med. I._____ erstattete in der Folge das Gutachten gestützt auf die Akten 

und die Angaben von Drittpersonen und verzichtete damit auf eine 

Begutachtung des Beigeladenen (vgl. Bg-act. M16 S. 1). Bei seinem 

psychiatrischen Gutachten handelt es sich somit um ein Aktengutachten. 

Dies ist insofern nicht zu beanstanden, als dass von einer Befragung des 

Beigeladenen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen wären, da 

sich dieser ohnehin nicht an das Ereignis vom 13. September 2015 zu 

erinnern vermag und aus seiner polizeilichen Einvernahme am 10. März 

2016 hervorgeht, dass er zu seinem Alkoholkonsum keine Aussagen 

macht (Bg-act. P23). Zudem konnte die Rechtsvertreterin des 

Beigeladenen mit Schreiben vom 5. Juli 2016 Ergänzungsfragen stellen 

(vgl. Bg-act. K33), deren Beantwortung Eingang im Gutachten fanden 

(vgl. Bg-act. M16 S. 22 f.). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt 

damit nicht vor.

6.8.4. Folglich ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin und des 

Beigeladenen nicht geeignet sind, das Gutachten von Dr. med. I._____ in 

Zweifel zu ziehen, womit dem Gutachten von Dr. med. I._____ vom 10. 

Januar 2017 (Bg-act. M16) volle Beweiskraft zukommt und auf dieses 

abzustellen ist. Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

- 42 -

auszugehen, dass der Beigeladene noch genügend psychische und 

kognitive Funktionen besessen hat, um eine mögliche suizidale Handlung 

zu intendieren und umzusetzen (vgl. Bg-act. M16 S. 20).

6.9. Es sei zudem darauf hingewiesen, dass der Beigeladene bzw. seine 

Rechtsvertreterin die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. Januar 

2017, wonach gestützt auf Art. 37 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 48 UVV kein 

Anspruch auf Leistungen des Unfallversicherers bestehe (vgl. Bg-act. 

K47), am 6. Februar 2017 explizit akzeptierte (vgl. Bg-act. K55).

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beigeladene den Sturz am 

13. September 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit absichtlich 

herbeigeführt hat. Demzufolge ist die Unfreiwilligkeitsvermutung widerlegt. 

Da gemäss Gutachten von Dr. med. I._____ vom 10. Januar 2017 auch 

keine vollständige Urteilsunfähigkeit beim Beigeladenen im Tatzeitpunkt 

vorhanden war, hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für das 

Ereignis vom 13. September 2015 zu Recht verneint. Aus diesen 

Gründen erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. 

April 2017 als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde 

abzuweisen ist.

8. Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale Be-

schwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 

lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. Die Beschwerdegegnerin hat 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e 

contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

- 43 -

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]