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**Case Identifier:** 1b1dd46f-771e-58b3-9e22-cda9234804ec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.05.2017 IV 2014/390
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-390_2017-05-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/390

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.04.2020

Entscheiddatum: 01.05.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 01.05.2017
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Cancer-related Fatigue (tumorassoziiertes 
Fatigue-Syndrom). Würdigung psychiatrisches Gutachten. Kein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 1. Mai 2017, IV 2014/390).

Entscheid Versicherungsgericht, 01.05.2017

Entscheid vom 1. Mai 2017

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2014/390             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsdienst Inclusion Handicap, Grütlistrasse 20, 8002 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente (Abklärung)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ erkrankte Ende 2009 an einem multifokalen, invasiv duktalen 

Mammakarzinom links (Onkologiebericht vom 10. Dezember 2009, IV-act. 9), das am 

2./16. Dezember 2009 operativ und medikamentös behandelt wurde (Bericht des 

Zentrums B.___ vom 9. März 2010, Fremdakten, und Bericht der Medizinischen Klinik 

des Spitals C.___ vom 14. Juni 2011, IV-act. 10). Die Versicherte wurde am 7. 

Dezember 2009 durch die behandelnde Dr. med. D.___, Fachärztin für Gynäkologie und 

Geburtshilfe FMH, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet 

(IV-act. 1; zum von der Versicherten unterzeichneten Antrag vom 12. Dezember 2009 

siehe IV-act. 3). Beantragt wurde eine Perücke wegen Alopezie unter Chemotherapie. 

Am 21. Dezember 2009 leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für Perücken oder 

anderen Haarersatz ab 1. Dezember 2009 bis 31. Dezember 2019 (IV-act. 4).

A.b  Am 22. September 2011 reichte die Versicherte erneut bei der IV-Stelle eine 

Anmeldung zum Bezug von Leistungen (Massnahmen der beruflichen Integration/

Invalidenrente) ein. Sie gab an, seit 30. November 2009 unter den Nebenwirkungen 

einer 1 ½-jährigen Chemotherapie sowie einer 5-jährigen Hormontherapie zu leiden (IV-

act. 5).

A.c  Der behandelnde Dr. med. E.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, stellte in 

einem Bericht vom 14. Januar 2012 die Diagnose einer mittelschweren depressiven 

Störung mit rezidivierenden Panikattacken, wahrscheinlich im Rahmen einer 

Anpassungsstörung bei Diagnose eines Mammakarzinoms sowie einer schweren 

Endometriose Stadium III-IV. Die Arbeitsfähigkeit betrage 50% des ursprünglichen 

Pensums von 80% seit März 2011 (IV-act. 29).

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A.d  Am 20. Februar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien auf Grund 

des instabilen Gesundheitszustandes keine Eingliederungsmassnahmen möglich, und 

stellte die Prüfung des Anspruchs auf Rentenleistungen im Mai 2012 in Aussicht (IV-

act. 35).

A.e  Im Verlaufsbericht vom 6. Juni 2012 stellte der behandelnde Dr. E.___ einen 

unveränderten Gesundheitszustand fest bei Depression und Panikattacken im Rahmen 

einer Anpassungsstörung bei Mammakarzinom (IV-act. 40). Gemäss eigenen Angaben 

der Versicherten sei sie zu 80% arbeitstätig; sie habe nie aufgehört zu arbeiten, bis auf 

jeweils eine Woche auf Grund der Chemotherapie (Telefonnotiz vom 23. November 

2012, IV-act. 54).

A.f  Am 12. November 2012 wurde die Versicherte einer laparoskopischen 

Adnexektomie rechts mit Salpingektomie links unterzogen (Brief der Versicherten vom 

27. Januar 2013, IV-act. 58, S. 2; IV-act. 48; FI-Assessmentprotokoll vom 21. Februar 

2013, IV-act. 64; medizinische Berichte zu diesem Eingriff sind keine aktenkundig).

A.g  Die IV-Stelle liess die Versicherte in der Folge durch med. pract. F.___, Fachärztin 

für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch begutachten (IV-act. 61). Nach 

der am 24. Juni 2013 erfolgten psychiatrischen Begutachtung erhob med. pract. F.___ 

folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: sonstige spezifische 

Angststörungen im Sinne einer Angststörung infolge einer Krebserkrankung (ICD-10: 

F41.8); Verdacht auf Neurasthenie bzw. "tumorbedingtes Fatigue-Syndrom" (ICD-10: 

F48.0). In der bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte/Sachbearbeiterin bestehe wie in 

anderer, adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 30-40% bezogen 

auf ein Vollzeitpensum. Eine weitere Reduktion der Arbeitsunfähigkeit auf unter 20% 

sei unter adäquater und konsequenter psychiatrisch-psychotherapeutischer 

Behandlung zu erwarten. Die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt betrage 0% 

(psychiatrisches Gutachten vom 8. Juli 2013, IV-act. 67).

A.h  Am 10. September 2013 sicherte die IV-Stelle der Versicherten Beratung und 

Unterstützung im Hinblick auf den Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes zu (IV-act. 76; 

vgl. Zielvereinbarung vom 5. September 2013, IV-act. 74). Eine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit konnte nicht erreicht werden (vgl. Verlaufsprotokoll der 

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Eingliederungsberatung vom 12. Februar 2014, IV-act. 91). Die Versicherte nahm eine 

psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei Dr. med. G.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, Praxis für Psychoonkologie der Krebsliga, 

auf. Dr. G.___ schätzte die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten auf 50% ab 26. 

November 2013 (Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 11. Februar 2014, IV-act. 90). Da die 

Versicherte sich nicht mehr als 40% arbeitsfähig fühlte, wurden keine weiteren 

Eingliederungsmassnahmen in Angriff genommen (Mitteilung vom 14. Februar 2014, IV-

act. 93; vgl. im Weiteren Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung 12. Februar 2014, 

IV-act. 91).

A.i   Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von med. pract. F.___ vom 8. Juli 2013 

(IV-act. 67) ermittelte die IV-Stelle ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 65% im 

Erwerbsbereich und einer 100%igen Leistungsfähigkeit im Aufgabenbereich im 

Rahmen der gemischten Methode (Status: 80%iges Erwerbspensum; 20%iges 

Pensum im Aufgabenbereich) einen Gesamtinvaliditätsgrad von 28% 

(Feststellungsblatt vom 2. April 2014, IV-act. 95). Daraufhin stellte sie der Versicherten 

die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Vorbescheid vom 9. April 2014, IV-

act. 97). Die Versicherte erhob dagegen am 27. Mai 2014 Einwand (Datum 

Posteingang) und bemängelte, die IV-Stelle habe bei der zumutbaren Tätigkeit von 

65% die psychische Komponente nicht berücksichtigt (IV-act. 98-2, mit beigelegtem 

Bericht von Dr. G.___ vom 23. Mai 2014, IV-act. 98-1; vgl. auch die Stellungnahme von 

Dr. G.___ vom 15. Juli 2014 mit deren Bericht vom 13. Dezember 2013, IV-act. 103). 

Nachdem das Dossier erneut dem RAD vorgelegt worden war, verfügte die IV-Stelle 

gemäss Vorbescheid (Verfügung vom 23. Juli 2014, IV-act. 105; vgl. RAD-

Stellungnahmen vom 28. Mai 2014, IV-act. 99, und vom 17. Juli 2014, IV-act. 104).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 23. Juli 2014 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 8. September 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin die Aufhebung der Verfügung 

und die Zusprache einer Invalidenrente. Eventualiter sei ihr für die Zeit von März 2012 

bis Ende Februar 2013 eine befristete Invalidenrente zuzusprechen. Sie beanstandet, 

dass die Beschwerdegegnerin sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten 

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Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 65% und einem Invaliditätsgrad von 28% 

ausgegangen sei. Auf Grund des tumorbedingten Fatigue-Syndroms sei sie vielmehr 

lediglich im Umfang von 30-40% arbeits- bzw. leistungsfähig. Zumindest sollte die 

erhebliche Arbeits- und Leistungsunfähigkeit zwischen März 2011 und Ende November 

2012 Anspruch auf Ausrichtung einer befristeten IV-Rente verleihen. Insbesondere sei 

auf Grund der Verschlimmerung der Symptome der tumorassoziierten Fatigue seit 

Herbst 2013 eine erneute Überprüfung angezeigt (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2014 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, die Grundsätze 

zum invalidisierenden Charakter einer somatoformen Schmerzstörung seien auf ein 

tumorassoziiertes Fatigue-Syndrom nicht analog anwendbar und von der 

psychiatrischen Gutachterin auch nicht herangezogen worden. Im Gutachten vom 8. 

Juli 2013 habe die Gutachterin die sogenannten Foerster-Kriterien unter dem 

Gesichtspunkt der ICD-10 Kodierung einer Neurasthenie geprüft, und sie sei zum 

Schluss gekommen, dass die Kriterien bis auf die chronische körperliche 

Begleiterkrankung nicht erfüllt seien und somit kein invalidisierender 

Gesundheitsschaden vorliege. Ihr Gutachten sei beweiskräftig. Die angenommene 

Arbeitsunfähigkeit von 35% sei aus ihrer (der Beschwerdegegnerin) Sicht grosszügig. 

Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin seien leichter Natur. Die tumorassoziierte 

Fatigue stelle kein eigenständiges Krankheitsbild dar und habe keinen Eingang in den 

ICD-10 Katalog gefunden. Daher sei es befremdend, dass das Bundesgericht für ein 

solches Krankheitsbild eine Ausnahme von der Anwendung der 

Schmerzrechtsprechung vorsehe. Bei einer Neurasthenie müssten die Foerster-

Kriterien zur Anwendung kommen (act. G 4).

B.c  Mit Replik vom 11. Dezember 2014 stellt die Beschwerdeführerin in Abänderung 

der in der Beschwerde gestellten Anträge den Eventualantrag einer gerichtlichen 

Begutachtung und nachträglicher neuer Entscheidung über ihren Rentenanspruch. Zur 

Begründung führt sie an, die psychiatrische Gutachterin habe die tumorassoziierte 

Fatigue nicht in ihre psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen und 

habe diese Erkrankung auf Grund der nicht erfüllten Foerster-Kriterien als nicht relevant 

bezeichnet. Die Arbeitsunfähigkeit von 30-40% habe die Gutachterin ausschliesslich 

auf die von ihr unabhängig von der tumorassoziierten Fatigue diagnostizierte 

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Angststörung bezogen. Der tumorassoziierten Fatigue als Begleitsymptom 

onkologischer Erkrankungen liege zumindest mittelbar eine organische Ursache 

zugrunde, so dass die analoge Anwendung der Grundsätze zum invalidisierenden 

Charakter somatoformer Schmerzstörungen nicht gerechtfertigt sei (act. G 6).

B.d  Auf eine Duplik hat die Beschwerdegegnerin verzichtet (Schreiben vom 19. 

Dezember 2014, act. G 8).

Erwägungen

1.   

Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.1  Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte 

Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, 

erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70% und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.4  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

256 E. 4 mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).

2.   

Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zulässt.

2.1  Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Verfügung vom 23. Juli 2014 auf das 

psychiatrische Gutachten von med. pract. F.___ vom 8. Juli 2013 (IV-act. 67). Darin 

diagnostizierte diese mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sonstige spezifische 

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Angststörungen (ICD-10: F41.8) im Sinne einer Angststörung infolge einer 

Krebserkrankung und einen Verdacht auf Neurasthenie bzw. „tumorbedingtes Fatigue-

Syndrom“ (ICD-10: F48.0; IV-act. 67-18). Die seit Frühjahr 2011 beschriebenen 

wiederholten Panikattacken hätten sich auf spezifische Situationen oder besondere 

Umstände im Rahmen ihrer Krebserkrankung und Behandlung bezogen. Eine 

Panikstörung könne nach ICD-10 nur diagnostiziert werden, wenn sich wiederkehrende 

schwere Angstattacken "nicht auf eine spezifische Situation oder auch besondere 

Umstände beschränken und deshalb nicht vorhersehbar sind" (IV-act. 67-16). Eine 

depressive Symptomatik habe aktuell nicht mehr festgestellt werden können. Die 

Arbeitsunfähigkeit betrage seit Beginn der Erkrankung höchstens 30-40% bezogen auf 

ein Vollpensum in angestammter und in adaptierter Tätigkeit. Im Haushalt bestehe bei 

freier Zeiteinteilung eine Arbeitsunfähigkeit von 0%. Es sei retrospektiv aus 

gutachterlicher psychiatrischer Sicht anzunehmen, dass zu keiner Zeit eine andauernde 

Arbeitsunfähigkeit von mehr als 30-40 % bestanden habe (IV-act. 67-19).

2.2  In psychiatrischer Hinsicht bestreitet die Beschwerdeführerin den Beweiswert des 

Gutachtens von med. pract. F.___, indem sie darauf hinweist, die Gutachterin habe das 

tumorbedingte Fatigue-Syndrom nicht in die psychiatrische Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit miteinbezogen, sondern ihre Einschätzung ausschliesslich mit der 

unabhängig von der tumorassoziierten Fatigue diagnostizierten Angststörung 

begründet (act. G 6, Rz 1). Die Beschwerdeführerin wirft der Gutachterin des Weiteren 

vor, ihrer Beurteilung unzulässigerweise die Rechtsprechung zu den somatoformen 

Schmerzstörungen zugrunde gelegt zu haben (act. G 1, Rz 4).

2.2.1      Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit der tumorassoziierten Fatigue 

(Cancer-related Fatigue [CrF]) Folgendes ausgeführt: Krebsbedingte Fatigue ist ein 

multidimensionales Syndrom, unter dem die Mehrheit der Krebspatientinnen und -

patienten während der Therapie leidet. Die CrF kann viele Jahre nach 

Therapieabschluss andauern und wird durch physische, psychologische und auch 

soziale Faktoren beeinflusst. Alle Erklärungsmodelle zur Ursache und Entstehung von 

Müdigkeits- und Erschöpfungssyndromen gehen von komplexen und multikausalen 

Vorgängen aus. Bei der tumorassoziierten Fatigue können diese durch den Tumor 

bedingt oder Folge der Therapie, aber auch Ausdruck einer genetischen Disposition, 

begleitender somatischer oder psychischer Erkrankungen, wie auch verhaltens- oder 

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umweltbedingter Faktoren sein. […] (BGE 139 V 347 E. 3.2 mit Hinweisen auf die 

medizinische Literatur). Ursachen und Entstehung der CrF sind demnach nach 

derzeitigem Forschungsstand nicht ganz geklärt. Es besteht in der medizinischen 

Fachwelt aber Einigkeit darüber, dass sie komplex sind und, wie dargelegt, 

somatische, emotionale, kognitive und psychosoziale Faktoren zusammenspielen. Die 

CrF kann - auch wenn zugrunde liegende internistische oder psychiatrische 

Erkrankungen behandelt worden sind - in 30 bis 40% noch längere Zeit nach 

Therapieabschluss andauern. Sie wird in Zusammenhang gebracht mit der 

Krankheitsverarbeitung oder langfristigen Anpassungsproblemen. Sie wird aber auch 

als mögliche Spätfolge der Therapie im Bereich von Störungen des Stoffwechsels oder 

der psychovegetativen Selbstregulation des Körpers gesehen (BGE 139 V 348 E. 3.3). 

Definitionsbedingt tritt die CrF immer in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auf. 

Ein Hinweis auf die Einordnung in die somatoformen Störungen findet sich in der 

medizinischen Literatur nicht. Damit grenzt sich die tumorassoziierte Fatigue auch klar 

vom Chronic Fatigue Syndrome (CFS; ICD-10: G93.3) als eigenständiges 

Krankheitsbild ab, wenngleich die tumorassoziierte Fatigue noch nicht als eigene 

Krankheitsentität Eingang in die ICD gefunden hat. Es bestehen aber von der Fatigue-

Coalition definierte Diagnosekriterien analog zu ICD-10-Kriterien. Als Begleitsymptom 

onkologischer Erkrankungen und ihrer Therapie liegt der CrF zumindest mittelbar eine 

organische Ursache zugrunde, weshalb es sich nicht rechtfertigt, 

sozialversicherungsrechtlich auf die tumorassoziierte Fatigue die zum invalidisierenden 

Charakter somatoformer Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze analog 

anzuwenden (BGE 139 V 348 E. 3.4 mit Hinweisen).

2.2.2      Med. pract. F.___ hat die Ansicht vertreten, ein tumorbedingtes Fatigue-

Syndrom bzw. tumorbedingtes Erschöpfungssyndrom sei als eine Neurasthenie 

(ICD-10: F48.0) zu kodieren, weshalb sich die „letztlich juristische Frage“ der 

zumutbaren Willensanstrengung nach den Förster-Kriterien zu beurteilen habe (IV-act. 

67-17). An dieser Sichtweise bestehen im Licht von BGE 139 V 346 und mangels einer 

näheren Begründung von med. pract. F.___ erhebliche Zweifel. Allerdings erübrigen 

sich Weiterungen hierzu sowie zur mit BGE 141 V 281 begründeten Praxisänderung 

(Aufgabe der Überwindbarkeitsvermutung und der Förster-Kriterien), da durch die 

gutachterliche Stellungnahme zu den Förster-Kriterien für sich allein die Beweiskraft 

der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht erschüttert wird. Entscheidend 

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ist nämlich, dass med. pract. F.___ es im Gutachten dabei belassen hat, Ausführungen 

zu den einzelnen Förster-Kriterien vorzunehmen, ohne daraus Schlüsse auf die 

psychiatrisch-gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung zu ziehen (IV-act. 67-17). Sie 

hat der Diagnose „Verdacht auf Neurasthenie bzw. «tumorbedingtes Fatigue-

Syndrom» (ICD-10: F48.0)“ ausdrücklich eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

zugemessen (IV-act. 67-18). Insoweit erweist sich das Vorbringen der 

Beschwerdeführerin, med. pract. F.___ habe allein der diagnostizierten Angststörung 

eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (act. G 6, Rz 1), als aktenwidrig. 

Bei der quantitativen und qualitativen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigte 

med. pract. F.___ (leichte) Einschränkungen in der Stress- und Frustrationstoleranz, der 

emotionalen Belastbarkeit sowie der Ausdauer (IV-act. 67-13 und -17 unten) und 

bescheinigte immerhin eine 30 bis 40%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten (IV-act. 67-19). Damit hat sie dem tumorbedingten Fatigue-Syndrom bzw. 

dem damit verbundenen Erschöpfungszustand (vgl. auch betreffend die von der 

Beschwerdeführerin geklagte vermehrte Erschöpfung IV-act. 67-17 oben) sowie den 

erhobenen Befunden (IV-act. 67-12 f.) vollumfänglich Rechnung getragen. Im Rahmen 

der Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschätzungen hat med. pract. F.___ die 

Divergenzen zudem nicht mit der Prüfung der Förster-Kriterien, sondern damit 

begründet, dass die behandelnden medizinischen Fachpersonen hauptsächlich auf die 

subjektiven Leidensangaben der Beschwerdeführerin abgestellt und psychosoziale 

Belastungsfaktoren zu stark gewichtet hätten (IV-act. 67-20 f.).

2.3  Des Weiteren spricht die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Stellungnahmen 

der seit 26. November 2013 behandelnden Dr. G.___ der gutachterlichen Einschätzung 

von med. pract. F.___ jeglichen Beweiswert ab.

2.3.1      In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein den 

Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 

351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden kann und Anlass zu weiteren 

Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen 

Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich 

nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, welche im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer 

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anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 

9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von 

der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden 

psychiatrischen Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, 

innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, 

zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte oder die Expertin lege artis 

vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).

2.3.2      Med. pract. F.___ hat ausgeführt, seit Frühjahr 2011 seien von der 

Beschwerdeführerin wiederholt Panikattacken beschrieben worden. Diese hätten sich 

aber auf spezifische Situationen oder auf besondere Umstände im Rahmen ihrer 

Krebserkrankung und -behandlung bezogen (IV-act. 67-16). Aktuelle Panikattacken hat 

sie nicht festgestellt (IV-act. 67-15). Ohne nähere Auseinandersetzung mit den 

gutachterlichen Ausführungen diagnostiziert Dr. G.___ eine Panikstörung (ICD-10: 

F41.0) und hält die von der Beschwerdeführerin geklagten Angstzustände und 

Panikattacken (IV-act. 103-2) für situationsungebunden auftretend (vgl. Schreiben vom 

23. Mai 2014, IV-act. 98, vom 15. Juli 2014, IV-act. 103-1, und Stellungnahme vom 13. 

Dezember 2013, IV-act. 103, S. 2 f.). Allerdings geht Dr. G.___ an anderer Stelle davon 

aus, dass die Panikstörung als "Folge der Krebserkrankung und der begleitenden 

Therapien zu sehen" sei (IV-act. 103-2). Die Beschwerdeführerin gab sodann an, 

zunächst unter der Chemotherapie Beschwerden entwickelt zu haben (IV-act. 103-2), 

womit nicht ohne Weiteres von "situationsungebundenen" Symptomen die Rede sein 

kann. Demnach scheint es vielmehr plausibel, dass die Angst- und Panikzustände nicht 

losgelöst von einer konkreten Situation, sondern im Zusammenhang mit den 

durchgemachten körperlichen Erkrankungen auftraten. Inzwischen sind sie sowohl 

nach Einschätzung der Gutachterin als auch den Angaben der Beschwerdeführerin (IV-

act. 103-3: es sei in den letzten eineinhalb Jahren zu einer Symptomreduktion 

gekommen) zurückgegangen. Ausserdem ergeben sich aus der abweichenden 

Beurteilung der Situationsabhängigkeit der Panikattacken durch Dr. G.___ keine für die 

Arbeitsfähigkeit relevanten objektiven Gesichtspunkte, die med. pract. F.___ im 

Rahmen der von ihr berücksichtigten Angstsymptomatik (IV-act. 67-16) bzw. von ihr 

diagnostizierten Angststörung (IV-act. 67-18) ausser Acht gelassen hätte oder die 

Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung begründen. Deshalb kann letztlich offen 

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bleiben, ob die geschilderte Symptomatik als Angst- oder Panikstörung zu 

diagnostizieren ist.

2.3.3      Überdies fehlt den Berichten von Dr. G.___ eine eingehende und 

nachvollziehbare Begründung ihrer vom Gutachten abweichenden Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit. Die Aussagen von Dr. G.___ scheinen hauptsächlich auf den 

subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu beruhen ("Die Patientin beschreibt 

Angstzustände und Panikattacken […]", IV-act. 103-2; „[…] hat einen hohen 

Leidensdruck“, IV-act. 103-1). Hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit beliess es 

Dr. G.___ im Rahmen der Befunderhebung bei der Angabe „Aufmerksamkeits- und 

Gedächtnisstörungen subjektiv“ (IV-act. 103-3) und dies, obschon gerade in diesem 

Zusammenhang von med. pract. F.___ erhebliche Diskrepanzen zwischen den 

Angaben der Beschwerdeführerin und dem klinischen Eindruck während der 

dreistündigen Exploration festgestellt wurden (IV-act. 67-13). Die Grundlage für die 

Befunde „ausgeprägte starke Erschöpfung und zeitweilig Energielosigkeit“ (IV-act. 

103-3) wird ebenfalls nicht näher erläutert. Sie scheinen hauptsächlich auf den 

Leidensangaben der Beschwerdeführerin zur schnellen Erschöpfbarkeit und 

reduzierten Belastbarkeit zu beruhen (IV-act. 103-2). Eine von den subjektiven 

Leidensangaben unabhängige objektive Ressourcenbeurteilung durch Dr. G.___ ist 

jedenfalls nicht erkennbar. Sie hat sich zudem nicht mit dem von med. pract. F.___ 

beschriebenen eigenwillig anmutenden Krankheitskonzept der Beschwerdeführerin 

sowie deren inadäquatem Schonverhalten (IV-act. 67-13; siehe zur Selbstlimitierung IV-

act. 67-16 und zur kritischen gutachterlichen Stellungnahme zur Selbsteinschätzung 

IV-act. 67-20) auseinandergesetzt. Relevante objektive Gesichtspunkte, die med. pract. 

F.___ ausser Acht gelassen hätte, gehen aus ihren Ausführungen nicht hervor. Bei der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. G.___ handelt es sich demnach lediglich um eine 

vom Gutachten abweichende Würdigung desselben Sachverhalts. Insgesamt vermag 

sie die fundierte gutachterliche Einschätzung nicht in Frage zu stellen.

2.4  Gesamthaft gesehen erscheint das psychiatrische Gutachten vom 8. Juli 2013 (IV-

act. 67) schlüssig und widerspruchsfrei. Es legt den Zusammenhang zwischen den 

geklagten Beschwerden und den objektiv erhobenen Befunden einleuchtend dar. Med. 

pract. F.___ hat sich darin mit den bestehenden medizinischen Stellungnahmen und 

der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin nachvollziehbar auseinandergesetzt. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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Ferner hat RAD-Ärztin Dr. H.___ das Gutachten für umfassend und nachvollziehbar 

beurteilt (Stellungnahme vom 16. Juli 2013, IV-act. 68). Sowohl sie als auch RAD-Arzt 

Dr. med. I.___, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und 

Rehabilitation FMH, (Stellungnahme vom 28. Mai 2014, IV-act. 99) schlossen sich der 

gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie in 

leidensangepasster Tätigkeit an.

2.5  Gestützt auf das Gutachten von med. pract. F.___ ist - auch retrospektiv - davon 

auszugehen, dass aus psychiatrischer Sicht keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit 

von mehr als 30 bis 40% (IV-act. 67-19) bzw. von mehr als dem Mittelwert von 35% 

(zur Massgabe des Mittelwerts siehe Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 

9C_193/2009, E. 1.3.1 mit Hinweis) und keine länger dauernde Einschränkung im 

Aufgabenbereich bestanden hat. Für die im Schreiben vom 23. Mai 2014 erwähnte 

erneute „Verschlimmerung der Symptome“ (IV-act. 98-1) bestehen keine objektiven 

Anhaltspunkte. Solche ergeben sich insbesondere auch nicht aus dem Schreiben von 

Dr. G.___ vom 15. Juli 2014 (IV-act. 103-1) oder deren Bericht vom 13. Dezember 2013 

(IV-act. 103-2 f.). Aus letzterem geht lediglich hervor, dass sich die Beschwerdeführerin 

„im Moment“ aufgrund des laufenden IV-Verfahrens „sehr unter Druck“ gesetzt fühle 

(IV-act. 103-2). Die Beschwerdeführerin hat in damit zu vereinbarender Weise im 

Einwand vom 27. Mai 2014 (Datum Posteingang) keine gesundheitliche 

Verschlechterung ins Feld geführt (IV-act. 98-2). Weitere medizinische Abklärungen für 

die Zeit nach der Begutachtung vom 24. Juni 2013 bis zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung am 23. Juli 2014 erübrigen sich deshalb.

2.6  Aus somatischer Sicht gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin trotz der 

Krebserkrankung bis Juni 2011 nicht an einer längerdauernden Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit litt (IV-act. 67-14 unten). Gemäss Bericht des Zentrums B.___ vom 7. 

Dezember 2011 (IV-act. 27) ergab eine Nachsorgekonsultation keinen Hinweis auf 

Tumorrezidive (es finden regelmässige Kontrollen statt, IV-act. 64-2). RAD-Ärztin Dr. 

med. J.___, Praktische Ärztin FMH, erwähnt - nach Telefonat mit dem behandelnden 

Dr. K.___ - eine somatische Situation mit unauffälligen Tumornachkontrollen (vgl. 

Stellungnahme vom 23. August 2012, IV-act. 42, und die weitere Stellungnahme von 

RAD-Ärztin Dr. med.  H.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 

3. Dezember 2012, IV-act. 56). Spätere Berichte der behandelnden Ärzte und Ärztinnen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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ergeben keine Hinweise auf ein verbleibendes relevantes körperliches Leiden. So 

äussert sich Dr. E.___ in einem Bericht vom 14. Januar 2012 (IV-act. 29) ausschliesslich 

zur psychischen Situation; in einem weiteren Bericht vom 6. Juni 2012 (IV-act. 40) 

erwähnt er im Weiteren eine Depression und Panikattacken im Rahmen einer 

Anpassungsstörung bei Mammakarzinom bei unverändertem Zustand. Gesamthaft 

betrachtet ergeben die medizinischen Akten keine Hinweise auf ein Rezidiv oder 

anderweitige somatische Beschwerden. Vor diesem Hintergrund kann mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht nicht während einer längeren Zeit in ihrer 

Erwerbsfähigkeit bzw. der Fähigkeit, den Haushalt zu besorgen, beeinträchtigt 

gewesen ist.

3.   

Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads kann der Status der Beschwerdeführerin offen 

bleiben. Denn selbst wenn sie zu ihren Gunsten als vollzeitlich Erwerbstätige qualifiziert 

würde, resultierte im Rahmen eines Einkommensvergleichs bei einer 35%igen 

Arbeitsunfähigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die genaue Bestimmung 

der massgebenden Vergleichseinkommen kann vorliegend ebenfalls offen bleiben, weil 

die angestammte Tätigkeit als Büroangestellte/Sachbearbeiterin einer 

leidensangepassten Tätigkeit entspricht (IV-act. 67-19). Ein Tabellenlohnabzug ist nicht 

zu gewähren, da die im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung knapp 40-jährige 

Beschwerdeführerin sich nicht in einem neuen Beruf bestätigen muss, sondern in 

angestammter Tätigkeit arbeiten und somit auch auf ihre früheren Erfahrungen 

zurückgreifen kann. Zudem sind auch keine anderweitigen Abzugsgründe ersichtlich. 

Die Beschwerdeführerin macht denn auch keinen Tabellenlohnabzug geltend. Im 

Rahmen eines Prozentvergleichs resultiert ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 35%.

4.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie 

vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 

Der von ihr bereits geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird daran 

angerechnet.

3.   

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 01.05.2017
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Cancer-related Fatigue (tumorassoziiertes Fatigue-Syndrom). Würdigung psychiatrisches Gutachten. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Mai 2017, IV 2014/390).

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