# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07355dda-6523-50db-8d85-128aae5241b1
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1995-04-04
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 04.04.1995 Verwaltung ARGVP 1995 1272
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_Verwaltung-ARGVP-199_1995-04-04.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Regierungsrates 1272

1. Verwaltungsverfahren

1272

Verfahren. Umfang des rechtlichen Gehörs; Heilung im Rekursver­
fahren (Art. 8 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren, bGS 
143.5; Bestätigung der Rechtsprechung).

Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs ist in Art. 7 und 8 VwVG ver­
ankert, wobei die daraus fliessenden Rechte nötigenfalls durch die 
aus Art. 4 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV, SR 101) abzuleitenden 
Regeln ergänzt werden (H.J. Schär, Kommentar zum VwVG, N. 4 zu 
Art. 7 und 8). Prinzipiell ist aufgrund der formellen Natur des Gehör­
anspruches eine in Verletzung dieses Anspruches ergangene Verfü­
gung auch dann aufzuheben, wenn keine inhaltlichen Mängel voriie- 
gen (Schär, a.a.O., N. 6 zu Art. 7 und 8). Im kantonalen Verwaltungs­
verfahren kann aber die Verweigerung bzw. die Verletzung des 
Gehöranspruches aufgrund der umfassenden Kognition der Rekurs­
instanz durch die Einräumung des rechtlichen Gehörs im oberinstanz- 
lichen Verfahren geheilt werden, ausser die angefochtene Verfügung 
stütze sich auf autonomes Recht der Gemeinde und enthalte Ermes­
sensfragen (Schär, a.a.O., N. 7 und 8 zu Art. 7 und 8). Beides ist im 
vorliegenden Verfahren nicht der Fall, nimmt doch der Gemeinderat 
im angefochtenen Entscheid - soweit die strittige Erschliessungsfrage 
berührt ist - ausschliesslich Bezug auf bundes- bzw. kantonalrechtli­
che Bestimmungen. Zudem ist die Abklärung der Sicherung der Er­
schliessung in rechtlicher Hinsicht offensichtlich keine Ermessens­
frage. Damit wird aber eine allfällige Verletzung des Gehöranspru­
ches im Verfahren vor dem Regierungsrat geheilt, da volles Akten­
einsichtsrecht gewährt wird. Somit ist dem Hauptantrag der Rekur­
rentin auf Rückweisung nicht zu entsprechen.

RRB 4.4.1995