# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4272279-9434-5af7-800c-431f1ac814a2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.12.2014 C-7323/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7323-2013_2014-12-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-7323/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

 

Besetzung 

 
Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richter Daniel Stufetti,  

Gerichtsschreiber Daniel Golta. 

 
 

 
 

Parteien 

 
1. CSS Kranken-Versicherung AG, 

2. INTRAS Krankenversicherung AG,  

3. Arcosana AG,  

4. Sanagate AG,  

alle vertreten durch CSS Versicherung AG,  

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 

 
1. physio solothurn, 

2. A._______, et al. (Mitglieder von physio solothurn und 

physioswiss, gemäss Liste und Vollmachten), 

3. B._______, et al. (Organisationen der Physiotherapie ge-

mäss Art. 52a KVV und Mitglieder von physio  

solothurn und physioswiss, gemäss Liste und Vollmachten), 

alle vertreten durch Schweizer Physiotherapie Verband  

physioswiss, 

diese wiederum vertreten durch Rechtsanwältin  

lic. iur. LL.M. Christine Boldi, SwissLegal Dürr + Partner, 

Beschwerdegegnerinnen, 

 

 

 

 

Schweizer Physiotherapie Verband  

physioswiss, vertreten durch Rechtsanwältin  

lic. iur. LL.M. Christine Boldi, SwissLegal Dürr + Partner, wei-

tere Beteiligte, 

  

Regierungsrat des Kantons Solothurn,  

handelnd durch Departement des Inneren,  

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Festsetzung Taxpunktwert für physiotherapeutische  

Leistungen in freier Praxis ab 1. Juli 2012; Beschluss des 

Regierungsrats des Kantons Solothurn vom 2. Juli 2013 

(Nr. 2013/1357). 

 

 

C-7323/2013 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht für 

die ursprünglich in den vereinigten Beschwerdeverfahren C-4404/2013, C-

4426/2013 als Beschwerdeführerinnen geführten CSS Kranken-Versiche-

rung AG, Sanagate AG, INTRAS Krankenversicherung AG und Arcosana 

AG (im Folgenden: CSS, Sanagate, INTRAS und Arcosana), vertreten 

durch die tarifsuisse ag, im Juli 2014 das vorliegende separate Verfahren 

angelegt hat (vgl. unten Bst. C.f). Soweit im Folgenden auf Beschwerde-

verfahrensakten (B-act.) oder Akten der Vorinstanz (Vorakten; SO) verwie-

sen wird, handelt es sich – soweit nichts anderes ausgeführt wird – um im 

Verfahren C-4404/2013 eingereichte Akten. 

B.  

Am 1. Juli 1998 genehmigte der Bundesrat mit Wirkung ab 1. Januar 1998 

den nationalen Tarifvertrag für die Behandlung durch Physiotherapeuten in 

freier Praxis (nachfolgend: Nationaler Tarifvertrag 1998) samt Anhang 1 

und 2; zugleich legte er den Tarif nach Anhang 1 dieses Vertrages als ge-

samtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für Einzelleistungstarife fest 

(im Folgenden: nationale Tarifstruktur 1998; vgl. das zur Publikation vorge-

sehene Urteil des BVGer C-2461/2013, C-2468/2013 vom 28. August 

2014, welches eine analoge Tariffestsetzung für physiotherapeutische 

Leistungen in freier Praxis im Kanton Thurgau betrifft [im Folgenden: Urteil 

C-2461/2013 oder Piloturteil] Bst. A.a). Mit Beschluss Nr. 1998/2662 vom 

22. Dezember 1998 genehmigte der Regierungsrat des Kantons Solothurn 

eine Vereinbarung zwischen dem Schweizerischen Physiotherapeutenver-

band, Sektion Solothurn, und dem Verband Solothurnischer Krankenversi-

cherer, in welcher im Rahmen der nationalen Tarifstruktur 1998 rückwir-

kend ab 1. Januar 1998 ein kantonaler Taxpunktwert von Fr. 0.95 verein-

bart worden war (B-act. 10 Beilagen 1 und 2). Am 11. Dezember 2009 kün-

digte physioswiss den Nationalen Tarifvertrag 1998 per 30. Juni 2010 und 

am 23. Juni 2011 alle kantonalen Tarifverträge, im Namen der kantonalen 

Physiotherapieverbände, per 31. Dezember 2011 (vgl. Piloturteil Bst. B.a). 

Mit Beschluss (RRB) Nr. 2013/1357 vom 2. Juli 2013 setzte der Regie-

rungsrat des Kantons Solothurn gestützt auf Art. 47 KVG (SR 832.10) den 

Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kan-

ton Solothurn rückwirkend ab 1. Juli 2012 auf Fr. 1.06 fest (RRB Ziff. 6.1), 

erklärte die betroffenen physiotherapeutischen Leistungserbringer und 

Leistungserbringerinnen (Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, 

C-7323/2013 

Seite 4 

die ihren Beruf selbständig und auf eigene Rechnung ausübten, sowie Or-

ganisationen der Physiotherapie im Sinne von Art. 52a KVV [SR 832.102]; 

im Folgenden: [physiotherapeutische] Leistungserbringerinnen) für be-

rechtigt, die Differenz zum vom Regierungsrat für die Dauer des Festset-

zungsverfahrens provisorisch festgesetzten Tarif (provisorischer Taxpunkt-

wert: Fr. 0.95; RRB Nr. 2012/1379), der im Übrigen auch während eines 

allfälligen Beschwerdeverfahrens vor Bundesverwaltungsgericht gelte, 

nachzufordern (RRB Ziff. 6.2), und hielt fest, dass für die der association 

suisse des physiothérapeutes indépendants (ASPI) angeschlossenen 

Leistungserbringerinnen der zwischen der ASPI und den Krankenversiche-

rern vereinbarte Tarif gelte (RRB Ziff. 6.3). 

C.  

C.a Gegen diesen Regierungsratsbeschluss erhoben 47 Krankenversiche-

rer, darunter die CSS, Sanagate, INTRAS und Arcosana, alle vertreten 

durch die tarifsuisse ag (im Folgenden: tarifsuisse-Gruppe) am 5. August 

2013 Beschwerde und beantragten die Aufhebung von Ziff. 6.1 bzw. 6.2 

des angefochtenen Beschlusses und Rückweisung der Sache zu neuer 

Entscheidung an die Vorinstanz, eventualiter die Festsetzung des Tax-

punktwerts ab 1. Juli 2012 auf höchstens Fr. 0.95 – unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen gemäss Gesetz (Beschwerdeverfahren C-4404/2013). 

Ebenfalls am 5. August 2013 erhoben die Helsana Versicherungen AG (im 

Folgenden: Helsana) und 12 weitere Krankenversicherer (alle vertreten 

durch Helsana, Recht; im Folgenden: HSK-Gruppe) Beschwerde gegen 

den besagten Beschluss und beantragten die Aufhebung der Festsetzung 

des Taxpunktwerts und Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung an 

die Vorinstanz, eventualiter die Festsetzung des Taxpunktwerts ab 1. Juli 

2012 auf Fr. 0.93 – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Ge-

setz (Beschwerdeverfahren C-4426/2013). 

C.b Am 14. August 2013 leistete die tarifsuisse-Gruppe den ihr auferlegten 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.-. 

C.c Mit Vernehmlassungen vom 24. September 2013 beantragte die Vo-

rinstanz in beiden Verfahren die vollumfängliche Abweisung der Be-

schwerde und Bestätigung des Beschlusses (im Folgenden: angefochtener 

[Regierungsrats-]Beschluss, RRB) sowie dass die Kosten des Beschwer-

deverfahrens den Beschwerdeführerinnen auferlegt werden. Ihre Begrün-

dung stützte sie auf die bereits im RRB dargelegten Überlegungen und 

verwies zusätzlich auf das analoge Vorgehen der Regierungen der Kan-

tone Aargau, Basel-Stadt, Graubünden und St. Gallen. 

C-7323/2013 

Seite 5 

C.d Am 2. Oktober 2013 reichte die rubrizierte Rechtsanwältin lic.iur. LL.M. 

Christine Boldi in den Verfahren C-4404/2013 und C-4426/2013 im Namen 

von (1.) physio solothurn, (2.) physioswiss, (3.) A._______ et al. (Mitglieder 

von physio solothurn und physioswiss, gemäss Liste und Vollmachten), (4.) 

B._______ et al. (Organisationen der Physiotherapie gemäss Art. 52a KVV 

und Mitglieder von physio solothurn und physioswiss, gemäss Liste und 

Vollmachten) je eine Beschwerdeantwort ein. Darin beantragte sie das 

Nichteintreten auf die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen 46 und 47, 

die Abweisung der Beschwerde der tarifsuisse-Gruppe, soweit darauf ein-

zutreten sei, bzw. die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und – 

basierend auf der seit 1. Juli 1998 gültigen Tarifstruktur für physiotherapeu-

tische Leistungen – rückwirkend ab 1. Juli 2012 die Festsetzung des kan-

tonalen Taxpunktwerts auf Fr. 1.08, eventualiter die Aufhebung des Be-

schlusses und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten 

Festsetzung des Taxpunktwerts – unter o-/e-Kostenfolge. 

C.e Mit Verfügung vom 5. Dezember 2013 vereinigte das Bundesverwal-

tungsgericht die beiden Beschwerdeverfahren unter der Verfahrensnum-

mer C-4404/2013. In der Folge wurden je eine Stellungnahme der Eidge-

nössische Preisüberwachung (PUE) vom 10. Februar 2014 (B-act. 12), des 

Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom 12. März 2014 (B-act. 14), ein 

gemeinsamer Antrag auf Verfahrenssistierung von tarifsuisse und physios-

wiss vom 17. und 22. April 2014 (B-act. 17), Schlussbemerkungen der ta-

rifsuisse-Gruppe vom 25. April 2014 (B-act. 18), Schlussbemerkungen der 

Beschwerdegegnerinnen vom 28. April 2014 (B-act. 19), ein Begehren der 

Beschwerdegegnerinnen vom 5. Mai 2014 um Zulassung einer Einzelvoll-

macht (B-act. 20), eine Stellungnahme von Rechtsanwältin Boldi zur Pas-

sivlegitimation der von ihr Vertretenen vom 12. Juni 2014 (B-act. 23) sowie 

Schlussbemerkungen der HSK-Gruppe vom 12. Juni 2014 (B-act. 24) zu 

den Akten genommen. 

C.f Mit Eingabe vom 14. Juli 2014 teilte der Vertreter der tarifsuisse-Gruppe 

unter Beilage eines Schreibens der CSS Versicherung vom 3. Juli 2014 

mit, seine Vollmacht sei für die Krankenversicherer CSS [CSS Krankenver-

sicherung AG], INTRAS, Arcosana und Sanagate mit Wirkung ab 11. Juli 

2014 widerrufen worden und die CSS Versicherung führe das Verfahren 

für die CSS Gruppe weiter (Beschwerdeakte des vorliegenden Verfahrens 

2 und Beilage dazu). 

D.  

Am 28. November 2014 hat das Bundesverwaltungsgericht im vereinigten 

C-7323/2013 

Seite 6 

Verfahren C-4404/2013, C-2468/2013 die Beschwerde der tarifsuisse-

Gruppe gutgeheissen und den angefochtenen Beschluss des Regierungs-

rats des Kantons Solothurn vom 2. Juli 2013 aufgehoben (im Folgenden: 

Urteil C-4404/2013). 

E.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und sonstigen Verfahrensbe-

teiligten und die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in 

den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Tariffestset-

zungsbeschluss des Regierungsrates des Kantons Solothurn (im Folgen-

den: Regierungsrat, Vorinstanz) nach Art. 47 Abs. 1 KVG, deren Beurtei-

lung in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts fällt (vgl. Art. 31, 

33 Bst. i VGG i.V.m. Art. 53 Abs. 1 KVG; vgl. auch Piloturteil E. 1). 

1.2 Die Beschwerdeführerinnen haben am vorinstanzlichen Verfahren teil-

genommen. Sie sind durch den angefochtenen Beschluss ohne Zweifel be-

sonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-

hebung oder Änderung. Sie sind daher zur Beschwerde legitimiert (vgl. Pi-

loturteil E. 1.3 m.w.H.). 

1.3 Da die Beschwerde frist- und formgerecht erhoben wurde und der Kos-

tenvorschuss innert Frist geleistet wurde, ist darauf einzutreten. 

2.  

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss Art. 

37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG. 

Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht werden, 

als erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. Neue Begehren sind 

unzulässig (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet das Recht von Amtes wegen an und kann eine Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen (vgl. Pilotur-

teil E. 2.3 m.w.H.). 

3.  

C-7323/2013 

Seite 7 

3.1 Zu prüfen ist, wer – neben den Beschwerdeführerinnen und der Vo-

rinstanz – im vorliegenden Beschwerdeverfahren je als Partei / Beschwer-

degegnerin zuzulassen ist (vgl. oben Bst. C.d). Dazu äusserte sich Rechts-

anwältin Boldi in ihren Beschwerdeantworten und Schlussbemerkungen 

und in ihrer Eingabe vom 12. Juni 2014. 

3.2 Für das Beschwerdeverfahren gilt der Parteibegriff von Art. 6 i.V.m. Art. 

48 VwVG, auch für die Zulassung als Partei zum Beschwerdeverfahren 

(vgl. dazu ausführlich Teilentscheid des Bundesverwaltungsgerichts 

C-2461/2013, C-2468/21013 vom 29. Januar 2014 [im Folgenden: Teilent-

scheid C-2461/2013] E. 2.2 ff.). 

3.3 Zunächst ist festzuhalten, dass die Passivlegitimation des Kantonalver-

bandes physio solothurn (als Kantonalverband von physioswiss) zu Recht 

unbestritten und zu bejahen ist (vgl. Urteil C-4404/2013 E. 3.3). 

3.4  

3.4.1 Betreffend Zulassung von physioswiss als Partei / Beschwerdegeg-

nerin zum vorliegenden Verfahren (Passivlegitimation) ist zunächst Folgen-

des festzuhalten: Im Teilentscheid C-2461/2013 befand das Bundesverwal-

tungsgericht, dass physioswiss kein eigenes schutzwürdiges Interesse auf-

weise und daher nicht in eigenem Namen und Interesse dazu legitimiert 

sei, am Beschwerdeverfahren als Partei teilzunehmen, dass die Voraus-

setzungen für eine egoistische Verbandsbeschwerdegegnerschaft nicht er-

füllt seien, und dass das Bundesrecht kein ideelles Beschwerderecht 

kenne, auf welches sich physioswiss berufen könne. Physioswiss komme 

daher in jenem Beschwerdeverfahren keine Parteistellung zu (E. 3.4 ff.). 

Auf diese Ausführungen ist zu verweisen; daran ist festzuhalten (vgl. Urteil 

C-4404/2013 E. 3.4.3).  

3.4.2 Soweit Rechtsanwältin Boldi zusätzlich zum bereits im Verfahren 

C-2461/2013 Vorgebrachten im vorliegenden Verfahren zusätzliche Argu-

mente vorbringt, ist diesbezüglich Folgendes auszuführen (ausführlicher 

dazu Urteil C-4404/2013 E. 3.4.2 f. m.w.H.): 

Allfällige faktische Ungleichgewichte im Verhältnis zwischen verschiede-

nen Verbänden rechtfertigen – entgegen dem Dafürhalten von Rechtsan-

wältin Boldi – kein Abweichen von der gefestigten Rechtsprechungspraxis, 

dass die Interessen eines Grossteils der Verbandsmitglieder betroffen sein 

müssen. Massgebend ist vorliegend somit, ob ein Grossteil der Mitglieder 

von physioswiss vom angefochtenen Beschluss unmittelbar betroffen ist. 

C-7323/2013 

Seite 8 

Wie viele Mitglieder physio solothurn hat, ist aus den Akten nicht ersichtlich, 

doch ist aufgrund der Aktenlage und den Ausführungen von Rechtsanwäl-

tin Boldi davon auszugehen, dass vom angefochtenen Beschluss nicht 

mehr als die (maximal 450) im Verfahren C-2461/2013 betroffene Anzahl 

von Verbandsmitgliedern betroffen ist. Deshalb sind hier wie dort die Vo-

raussetzungen für ein egoistisches Verbandsbeschwerderecht nicht gege-

ben. 

Soweit Rechtsanwältin Boldi neu anführt, es sei vom Gericht zu prüfen, ob 

aus einer ganzheitlichen Auslegung des 4. Abschnittes des 4. Kapitels des 

KVG auf ein ideelles Beschwerderecht (im Sinne von Art. 48 Abs. 2 VwVG) 

von physioswiss zu schliessen sei, ist Folgendes auszuführen: Der Gesetz-

geber hat im KVG-Tarifwesen – gerade anders als im von ihr angerufenen 

Art. 58 des Arbeitsgesetzes vom 13. März 1964 (ArG, SR 822.11) – kein 

ideelles Verbandsbeschwerderecht geschaffen. Vielmehr hat er in Art. 46 

Abs. 1 KVG vorgesehen, dass auf der einen Seite sowohl einzelne als auch 

mehrere Leistungserbringer zusammen (Vertragsgemeinschaft) oder de-

ren Verbände und auf der anderen Seite sowohl einzelne als auch mehrere 

Krankenversicherer gemeinsam (Vertragsgemeinschaft) oder deren Ver-

bände als Tarifpartner stehen und beide Seiten in jeder Kombination mitei-

nander Tarifverträge abschliessen können. Ferner sieht Art. 46 Abs. 2 KVG 

vor, dass der von einem Verband abgeschlossene Tarifvertrag für seine 

Mitglieder nur verbindlich ist, wenn sie dem Vertrag beigetreten sind. Wie-

derum können auch Nichtmitglieder, die im Vertragsgebiet tätig sind, dem 

Verbandsvertrag beitreten. Insgesamt wurde durch diese Bestimmungen 

die Bindungswirkung von Verbandstarifen limitiert und das Prinzip der Ver-

tragsfreiheit in den Vordergrund gestellt, welches eine formelle und inhalt-

liche Vielfalt an Verträgen zwischen verschiedenen Tarifpartnern ermögli-

chen, den Wettbewerb im KVG-Tarifwesen stärken und Kosteneindäm-

mungen begünstigen soll. Dafür, mittels Auslegung ein implizites ideelles 

Verbandsbeschwerderecht als Korrektiv zu bejahen, bleibt bei dieser ge-

setzlichen Konzeption kein Platz. 

Soweit Rechtsanwältin Boldi geltend macht, dass physioswiss als nationa-

ler Verband – entgegen den Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts 

in E. 3.5.6 des Teilentscheids C-2461/2013 – durchaus statutarisch zur 

Wahrung der in Frage stehenden Interessen der vom angefochtenen kan-

tonalen Beschluss betroffenen Mitglieder sei, verkennt sie, dass das Bun-

desverwaltungsgericht diese Frage offengelassen und seinen Entscheid 

nicht darauf abgestützt hat, sodass die diesbezüglich erhobene Kritik ins 

C-7323/2013 

Seite 9 

Leere stösst. Soweit sie geltend macht, die Regional- und Kantonalver-

bände hätten physioswiss vor Jahren explizit zur Führung der Tarifverhand-

lungen und der Tariffestsetzungsverfahren beauftragt und dem gesamt-

schweizerischen Vorgehen nie widersprochen, ist festzuhalten, dass ein 

allfälliges Vertretungsverhältnis kein Recht des Bevollmächtigten begrün-

det, um in eigenem Namen und Interesse oder mittels egoistischer Ver-

bandsbeschwerde Beschwerde zu führen. Soweit sich die Regional- und 

Kantonalverbände mit dem jeweiligen Vorgehen von physioswiss einver-

standen erklärten, bestätigt dies lediglich, dass sie es für ausreichend er-

achteten, ihre Rechte mittels Vertretung durch physioswiss wahrzuneh-

men.  

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass physioswiss im vorliegen-

den Verfahren keine Parteistellung als Beschwerdegegnerin zukommt (vgl. 

Urteil C-4404/2013 E. 3.4.3). 

3.5 Mit Stellungnahme vom 12. Juni 2014 – unter Bezugnahme auf die Ver-

fügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Mai 2014 – deklarierte 

Rechtsanwältin Boldi, dass sie ausserdem (nur) für jene natürlichen und 

juristischen Personen die Zulassung zum Verfahren als Partei beantrage, 

für welche sie Vollmachten eingereicht habe (B-act. 19 Beilage 22; B-act. 

20 inkl. Beilage). Angesichts des Urteilsausgangs (vgl. unten E. 7.1) kann 

bezüglich dieser natürlichen wie juristischen Personen offengelassen wer-

den, ob sie passivlegitimiert sind (vgl. Urteil C-4404/2013 E. 3.5, Piloturteil 

E. 6.1) 

4.  

Vorliegend umstritten ist die Festsetzung des Taxpunktwertes durch den 

Regierungsrat des Kantons Solothurn für physiotherapeutische Leistungen 

in freier Praxis auf Fr. 1.06, geltend ab 1. Juli 2012.  

Die Beschwerdegegnerinnen haben in ihren Beschwerdeantworten die 

Festsetzung eines Taxpunktwerts von Fr. 1.08 im Rahmen der nationalen 

Tarifstruktur 1998 beantragt. In ihren Schlussbemerkungen haben sie die-

sen Antrag dahingehend verändert, als der Taxpunktwert auf mindestens 

Fr. 1.21, eventualiter mindestens Fr. 1.08, festzusetzen sei. 

Da das VwVG keine Anschlussbeschwerde vorsieht, kommt diesen Anträ-

gen lediglich die Bedeutung prozessualer Anregungen an das Bundesver-

waltungsgericht zu, die allerdings Kostenfolgen nach sich ziehen können 

(vgl. Piloturteil E. 3.1 m.w.H.). 

C-7323/2013 

Seite 10 

5.  

Entsprechend den im Piloturteil (E. 4 m.w.H.) detailliert dargelegten recht-

lichen Grundlagen für das Zustandekommens eines Tarifs der obligatori-

schen Krankenpflegeversicherung (OKP) sind vorliegend in intertemporal-

rechtlicher Hinsicht grundsätzlich die am 1. Juli 2012 (Zeitpunkt, ab wel-

chem der umstrittene Tarif Geltung haben soll) in Kraft stehenden materi-

ellen Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen massgebend, auf welche 

im Folgenden – soweit nicht anders vermerkt – Bezug genommen wird (E. 

4.1). Als OKP-Leistungserbringerinnen und -Leistungserbringer sind unter 

anderem Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die ihren Beruf 

selbständig und auf eigene Rechnung ausüben, und Organisationen der 

Physiotherapie zugelassen (E. 4.2). Sie stellen ihre Rechnungen nach Ta-

rifen, die Grundlage für die Berechnung der Vergütung sind und namentlich 

für die einzelnen Leistungen Taxpunkte festlegen und den Taxpunktwert 

bestimmen (Einzelleistungstarif [Art. 43 Abs. 2 Bst. b KVG]) können. Diese 

Tarife werden in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern 

(Tarifvertrag) vereinbart bzw. – kommt kein Tarifvertrag zustande – sub-

sidiär durch die Kantonsregierung festgesetzt (E. 4.3, 5.1). Einzelleistungs-

tarife müssen auf einer gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen 

Tarifstruktur beruhen. Können sich die Tarifpartner nicht einigen, so legt der 

Bundesrat diese Tarifstruktur fest (E. 4.4). 

6.  

6.1 Unter den Parteien ist unumstritten, dass die Voraussetzungen für eine 

Tariffestsetzung durch die Kantonsregierung nach Art. 47 Abs. 1 KVG (kein 

bestehender Tarif, gescheiterte Tarifverhandlungen) gegeben sind und die 

Vorinstanz mit dem angefochtenem Beschluss zu Recht einen Tarif für phy-

siotherapeutische Leistungen in freier Praxis, geltend ab 1. Juli 2012, ge-

stützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG festgesetzt hat. 

6.2 Umstritten ist vorliegend die Höhe des festzusetzenden kantonalen 

Taxpunktwertes. Zu prüfen ist, ob der vom Regierungsrat festgesetzte Tax-

punktwert im Rahmen einer geltenden gesamtschweizerischen Tarifstruk-

tur festgesetzt wurde (E. 6.3), ob die von der Vorinstanz gewählte Methode 

zur Ermittlung des kantonalen Taxpunktwertes bundesrechtskonform ist 

(E. 6.4), und inwieweit sie bei der Festsetzung des umstrittenen Taxpunkt-

werts Art. 59c KVV zu berücksichtigen hatte und berücksichtigt hat (E. 6.5). 

6.2.1 Die tarifsuisse-Gruppe macht hauptsächlich geltend (vgl. B-act. 1 

S. 8 ff., B-act. 18), dass der Regierungsrat gegen Art. 59c KVV verstossen 

C-7323/2013 

Seite 11 

habe, namentlich indem er seiner Untersuchungspflicht nicht nachgekom-

men sei, den Tarif nicht auf konkretes und transparentes kantonsspezifi-

sches Datenmaterial (namentlich Leistungs- und Kostendatenmaterial) der 

betroffenen Leistungserbringerinnen abgestützt und keine Effizienzprüfung 

durchgeführt und zu Unrecht den Taxpunktwert unter teuerungsbezogener 

Aufindexierung auf das verfügte Niveau angehoben habe. Ferner sei der 

Regierungsrat zu Unrecht auf ihre Beweisanträge nicht eingegangen und 

habe den seit 1998 erfolgten Verschiebungen in den abgerechneten Tarif-

positionen und den seit 1998 vorgenommenen Revisionen von Art. 5 der 

Verordnung des EDI vom 29. September 1995 über Leistungen in der ob-

ligatorischen Krankenpflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsver-

ordnung, KLV, SR 832.112.31) und der Entwicklung der Praxenstrukturen 

unter Berücksichtigung der mit Art. 52a KVV geschaffenen Organisationen 

der Physiotherapie zu Unrecht nicht Rechnung getragen. Auch die bean-

tragte Parallelisierung der Taxpunktwerte für in Spitalambulatorien er-

brachte physiotherapeutische Leistungen sei nicht berücksichtigt worden. 

6.2.2 Der Regierungsrat hat im angefochtenen Beschluss sowie in seinen 

Vernehmlassungen im Wesentlichen ausgeführt, dass die nationale Ta-

rifstruktur 1998 seit Kündigung des Nationalen Tarifvertrages 1998 keine 

Anwendung mehr finde und er – so wie andere Kantone auch – zu Recht 

stattdessen ein "Teuerungsmodell" angewandt habe, wobei die Berück-

sichtigung der Teuerung im KVG-Tarifwesen durchaus üblich sei. Im Re-

sultat hat er aber einen auf die nationale Tarifstruktur 1998 abstützenden 

Taxpunktwert festgesetzt (B-act. 1 Beilage 1; B-act. 6; Akten des Verfah-

rens C-4426/2013 B-act. 8; s. dazu auch E. 6.4). 

6.2.3 Die Beschwerdegegnerinnen machen in ihren Beschwerdeantworten 

und in ihren Schlussbemerkungen (B-act. 7, 19; Akte 9 des Verfahrens 

C-4426/2013) im Wesentlichen geltend, dass die Kantonsregierungen seit 

der Kündigung des Nationalen Tarifvertrages 1998 nicht mehr an die soge-

nannte Bundesratsformel gebunden seien und die Vorinstanz zu Recht 

stattdessen in eigener Kompetenz das im angefochtenen RRB ange-

wandte Teuerungsmodell angewandt habe. Auch seien die Beschwerde-

führerinnen ihrer Beweis- und Substantiierungspflicht nicht nachgekom-

men und seien deren Rechtsbegehren, soweit darauf einzutreten sei, im 

Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG unzulässig neu. Ferner ergebe sich 

aus der in Art. 27 und Art. 94 Abs. 3 BV garantierten Wirtschaftsfreiheit 

i.V.m. Art. 35 Abs. 2 KVG und Art. 47 und 52a KVV sowie Art. 59c Abs. 2 

KVV ein Anspruch auf mindestens vollen Teuerungsausgleich und damit 

C-7323/2013 

Seite 12 

auf einen Taxpunktwert für den Kanton Solothurn von Fr. 1.08. Das Vorge-

hen des Regierungsrates sei jedenfalls vertretbar. Die Vorinstanz habe auf 

offizielle Daten der Schweiz abgestützt, der Entscheid sei somit datenbe-

zogen erfolgt. Ausserdem sei davon auszugehen, dass der Regierungsrat 

auch Datenerhebung 2010 in seine Überlegungen einbezogen habe. Da 

die Versicherer, sekundiert vom BAG, im ungekündigten Zustand jegliche 

Tarifanpassung blockiert hätten, könne die langjährig nicht erfolgte Anpas-

sung der Tarife im Sinne von Art. 59c Abs. 2 KVV den Physiotherapeuten 

nicht entgegengehalten werden (Verbot des Rechtsmissbrauchs gemäss 

Art. 9 BV).  

6.2.4 Die PUE verweist in ihrer Stellungnahme vom 10. Februar 2014 

(B-act. 12) auf ihre Empfehlung vom 21. Februar 2013 (SO Lasche 5), wo-

rin sie die Festsetzung eines Taxpunktwerts von maximal Fr. 0.93.- emp-

fohlen hatte. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass das in 

der Rechtsprechung vom Bundesrat entwickelte Berechnungsmodel (Bun-

desratsformel) anzuwenden und dementsprechend (auch) von einem au-

tomatischen Teuerungsausgleich abzusehen sei. 

6.2.5 Das BAG vertritt in seiner Stellungnahme vom 12. März 2014 

(B-act. 14) die Ansicht, dass die Beschwerde im Sinne seiner Erwägungen 

teilweise gutzuheissen und die Sache an die Vorinstanz zu neuem Ent-

scheid zurückzuweisen sei. Es ging dabei davon aus, dass die nationale 

Tarifstruktur 1998 auch nach Kündigung des Nationalen Tarifvertrages 

1998 gesamtschweizerisch gültig sei und es Sache der Kantonsregierun-

gen sei, innerhalb dieser Tarifstruktur einen Taxpunktwert festzusetzen, 

falls sich die Tarifpartner nicht einigen könnten. Weiter stelle der von der 

Rechtsprechung entwickelte Modelltaxpunktwert keine eigenständige, al-

leine ausschlaggebende Grösse dar, denn es müssten auch zwingend die 

Grundsätze des KVG berücksichtigt werden. Deshalb dürften lediglich von 

transparent ausgewiesenen Kosten diejenigen vergütet werden, die einer 

effizienten Leistungserbringung entsprächen. Es bestehe vorliegend kein 

Anlass dafür, einen Teuerungsausgleich in Erwägung zu ziehen. Auch 

habe der Regierungsrat der Voraussetzung der wirtschaftlichen Tragbar-

keit einer Tariferhöhung nicht ausreichend Rechnung getragen und zu Un-

recht eine Auseinandersetzung mit Art. 55 KVG (Tarifstopp) unterlassen.  

6.3 Die Festsetzung eines kantonalen Taxpunktwerts kann nur Wirkung 

entfalten, wenn dieser in Bezug auf eine geltende nationale Tarifstruktur 

festgesetzt wird. Wie das Bundesverwaltungsgericht im Piloturteil darge-

legt hat, besteht in Folge der Kündigung des Nationalen Tarifvertrages 

C-7323/2013 

Seite 13 

1998 durch physioswiss seit dem 1. Juli 2011 keine nationale Einzelleis-

tungstarifstruktur für in freier Praxis erbrachte physiotherapeutische Leis-

tungen mehr. Da eine Einzelleistungstarifstruktur gesamtschweizerisch 

vereinbart und genehmigt oder gesamtschweizerisch festgesetzt werden 

muss, und für den vorliegend massgeblichen Zeitraum (ab 1. Juli 2012) 

keine entsprechende nationale Einzelleistungstarifstruktur mehr bestand, 

wurde mit dem angefochtenen Beschluss auch kein gültiger OKP-Tarif fest-

gesetzt. Der Beschluss ist bereits aus diesem Grund aufzuheben (vgl. Ur-

teil C-4404/2013 E. 6.3, Piloturteil E. 5.5).  

Soweit die Parteien und übrigen Verfahrensbeteiligten Ausführungen dazu 

machen, wie der Taxpunktwert innerhalb dieser (nur bis zum 30. Juni 2011 

geltenden) Tarifstruktur zu ermitteln bzw. in welcher Höhe er festzusetzen 

ist, ist unter diesen Umständen auf ihre Ausführungen nicht weiter einzu-

gehen (vgl. Urteil C-4404/2013 E. 6.3).  

6.4 Der Regierungsrat ist für die Ermittlung des umstrittenen Taxpunktwerts 

vom Taxpunktwert in der Höhe von Fr. 0.95 ausgegangen, der mit Wirkung 

ab 1. Januar 1998 zwischen der Sektion Solothurn des Schweizerischen 

Physiotherapeutenverbandes und dem Verband der Solothurnischen Kran-

kenversicherer vereinbart und vom Regierungsrat bewilligt worden war 

(vgl. RRB Ziffn. 1, 3.2; Beilagen zu B-act. 10). Diesen Ausgangswert er-

höhte er unter Berufung auf einen Anstieg des Landesindexes der Kon-

sumentenpreise (LIK) von Dezember 1997 auf Juni 2012 in der Höhe von 

11.25 %, was den festgesetzten Taxpunktwert von Fr. 1.06 ergebe, welche 

Erhöhung sich im Übrigen als wirtschaftlich tragbar erweise (RRB Ziff. 

3.2 f.).  

Der Regierungsrat ging somit für die Ermittlung des festgesetzten Tarifs 

von einem Taxpunktwert aus, der im Rahmen einer nationalen Tarifstruktur 

1998 vereinbart und genehmigt worden war. Indem er diesen Taxpunktwert 

mit Hinweis auf die aufgelaufene Teuerung erhöht hat, bezieht sich auch 

der neu festgesetzte Taxpunktwert (implizit) auf die nationale Tarifstruktur 

1998. Da letztere auf nationaler Ebene ausser Kraft getreten ist, hat sich 

der Regierungsrat bei der Tariffestsetzung auf eine nicht mehr bestehende 

und damit fiktive nationale Tarifstruktur abgestützt. Ein solches Vorgehen 

verstösst allerdings gegen Art. 43 Abs. 5 KVG, wonach Einzelleistungsta-

rife auf einer gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen Tarifstruktur 

beruhen müssen, und in doppelter Hinsicht gegen Art. 46 Abs. 4 i.V.m. Art. 

47 Abs. 1 KVG (fehlende Einigung der Tarifpartner über ein nationales Mo-

C-7323/2013 

Seite 14 

dell, Unzuständigkeit der Kantonsregierung zur [Teil-] Festlegung eines na-

tionalen Tarifmodells), sodass der angefochtene Regierungsratsbeschluss 

auch deswegen als bundesrechtswidrig aufzuheben ist (vgl. dazu auch Pi-

loturteil E. 5.6). 

6.5 Zu prüfen ist weiter, ob die Vorinstanz gegen Art. 59c KVV verstossen 

hat und welche Schlüsse daraus für das Verwaltungsverfahren zu ziehen 

sind.  

Im Piloturteil hat das Bundesverwaltungsgericht Grundsätze dargelegt, die 

bei der Tariffestsetzung gemäss Art. 59c KVV i.V.m. Art. 43 KVG zu berück-

sichtigen sind (E. 4.4 f., 5.7.1 ff.). Diese Grundsätze (namentlich gestei-

gerte Überprüfungs-, Untersuchungs- und Anpassungspflichten, Gebot der 

Wirtschaftlichkeit der betriebswirtschaftlichen Bemessung und der sachge-

rechten Struktur sowie der möglichst günstigen Kosten) waren namentlich 

in jenem, zum vorliegenden parallelen, Verfahren betreffend die Festset-

zung eines kantonalen KVG-Tarifs zu beachten. Diese Grundsätze gelten 

auch für die vorliegend umstrittene Tariffestsetzung.  

Da die Vorinstanz – soweit aus den Akten und den Ausführungen der Par-

teien ersichtlich – jedoch davon abgesehen hat, von den Parteien konkre-

tere Mitwirkungshandlungen zu verlangen, um den Sachverhalt im Sinne 

der oben genannten Grundsätze zu ermitteln, hat sie (auch) ihre Untersu-

chungspflicht verletzt und den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, sodass 

der Regierungsratsbeschluss (auch) aus diesem Grund aufzuheben ist 

(vgl. Urteil C-4404/2013 E. 6.5 m.w.H.). 

6.6 Darauf hinzuweisen bleibt, dass die Beschwerdegegnerinnen aus den 

Übergangsbestimmungen der Änderung des KVG vom 20. Dezember 

2006 (Pflegetarife) und aus Tariffestsetzungsentscheiden anderer Kantone 

nichts zu ihren Gunsten ableiten können (vgl. Piloturteil E. 5.8). 

6.7 Offen bleiben kann bei diesem Ausgang des Verfahrens, ob der ange-

fochtene Entscheid die Wirtschaftsfreiheit der Physiotherapeuten, das 

Rechtsgleichheitsgebot und das Verbot des Rechtsmissbrauchs verletzt, 

sowie ob sich die Vorinstanz mit Art. 55 KVG und der beantragten Paralle-

lisierung der Taxpunktwerte für in Spitalambulatorien erbrachte physiothe-

rapeutische Leistungen hätte auseinandersetzen müssen (vgl. Urteil 

C-4404/2013 E. 6.7). 

7.  

C-7323/2013 

Seite 15 

7.1 Damit bleibt festzuhalten, dass dem Tariffestsetzungsentscheid des 

Regierungsrates des Kantons Solothurn vom 2. Juli 2013 keine gültige Ta-

rifstruktur zugrunde liegt und sich der Beschluss in mehrfacher Hinsicht als 

bundesrechtswidrig erweist, weshalb er aufzuheben ist. 

7.2 Mit Erlass des vorliegenden Urteils fallen die Verfahrensanträge der ta-

rifsuisse-Gruppe und der physioswiss auf Sistierung des Verfahrens wegen 

Gegenstandslosigkeit dahin. Auch erübrigt sich damit das von der ta-

rifsuisse-Gruppe geforderte Einholen einer Gerichtsexpertise (B-act. 1 Rz. 

31; vgl. Urteil C-4404/2013 E. 7.2). 

8.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und die Parteientschädigung. 

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Den obsie-

genden Beschwerdeführerinnen sind daher keine Verfahrenskosten aufzu-

erlegen. Die Rückerstattung des von der tarifsuisse-Gruppe geleisteten 

Kostenvorschusses von Fr. 4'000.- wurde im Verfahren C-4404/2013 an-

geordnet, darauf ist zu verweisen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil C-4404/2013 den dort über-

wiegend unterliegenden Beschwerdegegnerinnen sowie physioswiss, auf 

deren Anträge nicht eingetreten wurde, Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 4'000.- bzw. Fr. 1'000.- auferlegt (E. 3, 8.1; Dispositiv Ziff. 3). Mit dem 

vorliegenden Verfahren entstand dem Gericht ein Mehraufwand. Analog 

zum Urteil C-4404/2013 sind somit den – auch im vorliegenden Verfahren 

– überwiegend unterliegenden Beschwerdegegnerinnen Verfahrenskosten 

von Fr. 800.- aufzuerlegen. Physioswiss, auf deren Anträge nicht eingetre-

ten wird (s. oben E. 3.4), sind Verfahrenskosten von Fr. 200.- aufzuerlegen. 

Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 

erster Halbsatz VwVG). 

8.2 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wäre den obsiegenden 

Beschwerdeführerinnen eine Parteientschädigung zulasten der Beschwer-

degegnerinnen und den zum Beschwerdeverfahren zugelassenen Be-

schwerdegegnerinnen aufgrund ihres mehrheitlichen Unterliegens eine re-

duzierte Parteientschädigung zulasten der Beschwerdeführerinnen zuzu-

sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

C-7323/2013 

Seite 16 

Jedoch sind die Aufwände der Parteien bis zur Abtrennung der Beschwer-

deführerinnen von der tarifsuisse-Gruppe im Rahmen des Verfahrens C-

4404/2013 bereits entschädigt worden und sind der CSS-Gruppe, die nicht 

anwaltlich vertreten ist, seit der Abtrennung keine weiteren Aufwendungen 

entstanden. Es sind deshalb keine Parteientschädigungen auszurichten. 

9.  

Das vorliegende Urteil ist endgültig (vgl. Piloturteil E. 9). 

  

C-7323/2013 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die von physioswiss gestellten Anträge wird mangels Parteistellung 

nicht eingetreten. 

2.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Beschluss vom 

2. Juli 2013 wird aufgehoben. 

3.  

Den Beschwerdeführerinnen werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

Den Beschwerdegegnerinnen werden Verfahrenskosten von Fr. 800.- auf-

erlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden Ur-

teils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.  

Physioswiss werden Verfahrenskosten von Fr. 200.- auferlegt. Der Betrag 

ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden Urteils zu Gunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungs-

schein) 

– die weitere Beteiligte (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungsschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 2013/1357; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) 

– die Eidgenössische Preisüberwachung (A-Post) 

 

 

 

 

C-7323/2013 

Seite 18 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Beat Weber Daniel Golta 

 

 

 

Versand: