# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23ee6bef-a6ab-563d-8ea0-60afbcb2463b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-16
**Language:** de
**Title:** Medizinischer Sachverhalt und Anspruch auf berufliche Massnahmen ungenügend abgeklärt;
**Docket/Reference:** IV.2020.00056
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00056.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00056
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiber Brügger
Urteil
vom
16. Oktober 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Tomas Kempf
Schlegel Kempf Rechtsanwälte
Webernstrasse 5, Postfach, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren
1972,
verfügt über eine
abgeschlossene
Ausbildung als Auto
mechaniker und war
als solcher
zuletzt seit 2009 selbständig als Inhaber einer Autogarage erwerbstätig (Urk. 5/1
-3
). Wegen eines Band
scheiben
vorfalls sowie Arthrose an der Schulte
r rechts meldete er sich am 27.
November 2017 (Eingangsdatum) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Krankentaggeldversicherung Basler Versicherungen bei (Urk.
5/
7/1-49, inkl. Bericht über die konsiliarische
Untersuchung durch Dr.
med. Y.___
, Facharzt Rheumatologie
und Innere Medizin FMH, vom 8.
November 2017
Urk.
5/
7/7/7-19
).
Ausserdem hol
te sie die Arztberichte von Dr.
med. univ. Z.___
, Praktischer A
rzt FMH, vom 25. Mai 2018 (Urk.
5/19/1-6)
sowie von Dr. med. A.___
,
Facharzt für Chirurgie FMH, vom 25. Oktober 2018 (Urk. 5/25)
ein und nahm eine Abklärung im Betrieb des Versicherten vor (vgl. Abklärungsbericht
Selbständigerwerbende
vom 10. September 2018
, Urk. 5/24).
Am 11. Juni 2019 teilte die IV-Stelle
X.___
mit, dass die Abklärungen ergeben hätten, dass derzeit die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nicht möglich sei, einerseits aufgrund des Gesundheitszustandes des Versicherten und an
dererseits, weil er
sich um seine kranke Mutter in Italien kümmern müsse. Der Versicherte wurde darum ersuch
t, der IV-Stelle mitzuteilen, wa
nn er wieder in der Schweiz sei und allenfalls an Eingliederungsmassnahmen teilnehmen könne
(Urk. 5/54)
.
Die IV-Stelle holte in der Folge die Arztberi
chte von Dr. med. univ.
B.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 23. Juni 2019 (Urk. 5/56) sowie von Dr.
Z.___
vom 6. August 2019 (Urk. 5/62) ein.
Am 20. Augu
st 2019 nahm Dr. med.
C.___
, Orthopädische Chirurgie FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle Stellung (Urk. 5/81/6-7).
Mit Vorbescheid vom 27.
September 2019 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie den Anspruch auf eine Invalidenrente verneinen werde (Urk. 5/82).
Dagegen erhob
X.___
durch Rechtsanwalt Tomas Kempf am 23. Oktober 2019 Einwand (Urk. 5/86).
Am 25. November 2019 (Urk. 5/90) reichte Rechtsanwalt Kempf den Arztbericht von Dr.
D.___
von der Klinik für Gefässchirurgie und Transplantations
zentrum der
E.___
vom 12. August 2019 (Urk. 5/89)
ein. RAD-Arzt Dr.
C.___
nahm dazu am 16. Dezember 2019 Stellung (Urk. 5/95/3).
Mit Verfügung vom 6. Januar 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X.___
durch Rechtsanwalt Kempf am 23. Januar 2020 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
«1.
Es sei die Verfügung vom 6. Januar 2020 aufzuheben und es sei
en
dem Beschwerdeführer
mit Wirkung ab 1. April 2018, spätestens ab 1. Mai 2018 gemäss nachfolgenden Erwägungen eine Rente der Invalidenversicherung sowie sämtliche weiteren Leistungen nach IVG (berufliche Massnah
men/Eingliederungsmassnahmen, Taggelder etc.) auszurichten;
2.
Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der
Beschwerdegegnerin.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2020 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 4), was dem Beschwerdeführer am 24. Februar 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Massnahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 6. Januar 2020 (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Automechaniker nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer behinderungs
ange
passten Tätigkeit bestehe dagegen weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.
Al
s Automechaniker könnte
d
er
Beschwerdeführer
ein Jahrese
inkommen von Fr.
70'643.65 erzielen, in behinderungsangepasste
r Tätigkeit ein solches von Fr.
58'052.55. Die Einkom
menseinbusse bzw. der Invaliditätsgrad belaufe sich
demnach
auf 18 %, womit der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe.
Da in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestehe, könne sich der Beschwerdeführer an die öffentliche Arbeitsvermittlung wenden. Er habe auch keinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.
2.2
Demgegenüber macht
e
der Beschwerdeführer geltend, die Beschwerdegegnerin habe seine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht genügend abge
klärt. Eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit sei nicht ausge
wiesen. Selbst wenn man von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in behin
derungs
angepasster Tätigkeit ausgehe, so erweise sich das von der Beschwerde
gegnerin festgelegte Invalideneinkommen als viel zu hoch. Angesichts der multiplen Beschwerden und des äusserst stark eingeschränkten Zumutbarkeits
profils sei der maximale Leidensabzug vom Tabellenlohn vorzunehmen. Dies würde bereits zu einem Invaliditätsgrad von 38 % führen. Gehe man sodann davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer angepassten Tätigkeit nur für 5 Stunden am Tag möglich sei, würde sich der Invaliditätsgrad auf 63 % belaufen und der Beschwerdeführer hätte Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
Ausserdem habe der Beschwerdeführer auch Anspruch auf berufliche Mass
nahmen, insbesondere auf ein
e
Umschulung und Eingliederungs
mass
nahmen (Urk. 1).
3.
3.1
Gemäss dem B
ericht von Dr.
Y.___
über die von den Basler Versiche
rungen in Auftrag gegebene konsiliarische Untersuchu
ng des Beschwerdeführers vom 8.
November 2017 (Urk. 5/7/7-19) bestehen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein lumbovertebrales Syndrom rechts bei degenerativen Verände
rungen mit
Spondylarthrosen
L4/5 sowie ein Impinge
mentsyndrom der rechten Schulter bei
Tendinose
der Supraspinatussehne und AC-Gelenksarthrose und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Meralgia
paraesthetica
links. Die Beschwerden seien durchaus glaubhaft und korrelierten mit den klinischen und radiologischen Befunden. Es fän
den sich keine Hinweise für ein
Beschwerde
n
demonstrierendes Verhalten und während der gesamten Untersuchung
habe es
auch keine Inkonsistenzen oder Diskrepanzen
gegeben
.
Die bisherige Behandlung sei insuffizient. Nach der anfänglich durchgeführten lokalen Infiltration des
Intervertebral
gelenkes
L4/5 rechts im Mai sei lediglich eine niederschwellige Analgesie mit einer Tablette
Zaldiar
täglich erfolgt. Ansonsten seien nur verein
zelt Massagen durchgeführt worden und der Beschwerdeführer benutze ein zuhause vorhan
denes Trainingsgerät.
Als Automechaniker bestehe glaubhaft seit Anfang Mai 2017 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Funktionelle Einschränkungen bestünden hier einerseits bezüglich des Hebens von Lasten, anderseits bei Arbeiten in ungünstigen Rumpfpositionen (stehend vorgeneigt, gebückt rotiert, extendiert). Die meisten manuellen Arbeiten als Automechaniker seien dem Beschwerdeführer aktu
ell
kaum zumutbar.
M
omentan könne er lediglich leichtere, kurz dauernde Repa
raturarbeiten ohne das Heben von Lasten über ca. 10 bis 15 kg, ohne Zwangs
h
altungen des Rumpfes und
auch ohne notwendiges Heben des rechten Armes über die Horizontale durchführen.
Administrative Arbeiten seien zumut
bar. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als Automechaniker sei schwierig, realistisch dürften 30 bis 40 % sein.
Es sei davon auszugehen, dass mit einer adäquaten Behandlung innerhalb von zwei bis drei Monaten wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden könne. Prinzipiell sei dem Beschwerdeführer eine angepasste, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshal
tungen der Wirbelsäule, ohne längeres Sitzen bzw. vorgeneigtes Stehen und ohne repetitive Lasten über 5 kg bzw. Einzellasten über 10 bis maximal 15 kg bereits aktuell in vollem Umfang zumutbar. Bei guter Prognose bezüglich der Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit komme eine berufliche Umstellung
bei dem
selbständig
erwerbenden
Beschwerdeführer jedoch zum jetzigen Zeitpunkt wohl kaum in Frage.
3.2
Der Hausarzt Dr.
Z.___
verwies im Bericht vom 25. Mai 2018 (Urk. 5/19
/1-6
) weitgehend auf die Beurteilung von Dr.
Y.___
. A
bweichend von Dr.
Y.___
schätzte Dr.
Z.___
die Prognose zur Eingliederung in eine beruf
liche Tätigkeit aber ohne Angabe von Gründen als ungünstig ein.
3.3
Laut dem Arztbericht von Dr.
A.___
vom 25. Oktober 2018 (Urk. 5/25) bestehen beim Beschwerdeführer eine symptomatische AC-Gelenks-Arthrose rechts bei SLAP Typ II rechts sowie eine lumbale Diskushernie L4 sowie ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Adipositas (BMI 32.8). Von Dr.
A.___
sei dem Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.
Seine
Schmerzen seien so stark gewesen, dass er den Arm nicht mehr habe anheben können. AC-Gelenksinfiltrationen seien ohne Erfolg gewesen. Normalerweise müssten alle Symptome zur Ausheilung kommen. Die bisherige, körperlich schwere Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer im Umfang von zwei Stunden pro Tag zumutbar, eine dem Leiden angepasste Tätigkeit könne er 8 Stunden pro Tag ausüben. Die Prognose sei gut. Wahrscheinlich sei aber eine Umschulung nötig.
3.4
Gemäss dem Arztbericht von Dr.
B.___
vom 23. Juni 2019 (Urk. 5/56) bestehen beim Beschwerdeführer ein Impingementsyndrom mit aktivierte
r
ACG
-Arthrose rechts mit Typ
II
SLAP-Läsion,
eine
Typ
II
SLAP-Läsion mit beginnender AC-Gelenksarthrose linke Schulter,
eine chronische
Lumboischialgie
rechts bei mässiger multisegmentaler Degeneration der mittleren und unteren LWS mit
Spondylarthrosen
,
Diskopathien
und mehreren neuralen Tangierungen, rechts
seien
die Nervenwurzeln L4, L5 und S1 betroffen
.
Aufgrund der aktuellen starken körperlichen Beschwerden von Seiten beider Schultern und der chronischen
Lumboischialgie
mit
Spondylarthrosen
,
Diskopathien
und mehreren neuralen Tangierungen rechts sei der Beschwerdeführer im Alltag als Automechaniker stark eingeschränkt und ein Jobwechsel sei unumgänglich. Ein weiteres Arbeiten als Automechaniker sei nicht mehr möglich und eine sitzende Berufswahl indiziert. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer maximal 2
bis 3 Stunden und e
ine leide
nsangepasste sitzende Arbeit
5 Stunden pro Tag zumutbar.
3.5
Am 6. August 2019 (Urk. 5/62) teilte der Hausarzt Dr.
Z.___
der Beschwer
degegnerin mit, die Situation sei unverändert. Es komme eine zunehmende depressive Verstimmung aufgrund von Existenzängsten sowie Krankheitsfällen in der Familie hinzu.
Die Prognose sei gleichbleibend bzw. bei körperlicher Arbeit sei eine Verschlechterung zu erwarten.
3.6
Gemäss der
Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
C.___
vom 20. August 2019 (Urk. 5/81/6-7) bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit ein Impingementsyndrom mit aktivierter
ACG
-Arthrose rechts mit Typ II SLAP-Läsion, eine Typ II SLAP-Läsion mit beginnender AC-Gelenks
arthrose linke Schulter, eine chronische
Lumboischialgie
rechts bei mässiger multisegmentaler Degeneration der mittleren und unteren LWS mit
Spondyl
arthrosen
,
Diskopathien
und mehreren neuralen Tangierungen der Nerven
wurzeln L4, L5 und S1 sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit depressive Anpassungsstörungen und eine Adipositas. In seiner bisherigen Tätigkeit als Automechaniker sei der Beschwerdeführer aufgrund der schmerz
haften Funktions- und Belastungseinschränkung am rechten Schultergelenk und an der LWS eingeschränkt. Behinderungsangepasst sei eine körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit überwiegend sitzend, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen- und schulterbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition.
In der bisherigen Tätigkeit als Automechaniker sei der Beschwerdeführer seit April 2017 rein handwerklich zu 100 % arbeitsunfähig. Administrative Arbeiten und leichte
Arbeiten, welche eine
n
Anteil von je 20 % ausmachen würden, könne der Beschwerdeführer noch verrichten, so dass in der bisher ausgeübten Tätigkeit gesamthaft eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % resultiere. In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig. Aufgrund des dege
nerativen Hintergrunds der gesundheitlichen Beeinträchtigung sei eine Verbesse
rung nicht überwiegend wahrscheinlich. Bezüglich Konsistenz sei festzuhalten, dass es sich um einen somatischen Gesundheitsschaden handle und es keine Hinweise auf Simulation/Aggravation gebe.
Die Prognose von Dr.
Y.___
, das
s
sich nach 2 bis 3 Monaten adäquater Behandlung eine volle Arbeitsfähigkeit in
angestammter Tätigkeit einstelle
, habe sich offenbar nicht bestätigt. Dr.
Y.___
habe aber bereits behinderungsangepasste Tätigkeit empfohlen.
Der jetzigen Beurteilung von Dr.
B.___
könne insofern gefolgt werden, dass maximal 5 Stunden im Sitzen verbracht würden, ansonsten sollte es sich um eine vollzeitige wechselbelastende Arbeit handeln.
3.7
Laut dem Arztbericht von Dr.
D.___
vom 12. August 2019 (Urk. 5/94)
leidet der Beschwerdeführer
an einer Insuffizienz der oberflächlichen Venen Stadium «CEAP II», weshalb er Kompressionsstrümpfe verordnete.
Der Beschwerdeführer
klage
über eine grössere Belastung auf der linken Seite.
3.8
RAD-Arzt Dr.
C.___
nahm zum Bericht von Dr.
D.___
am 16. Dezember 2019 (Urk. 5/95) Stellung. Es handle sich um eine mittels Kompressions
strümpfen und medikamentös zu entwässernde gesundheitliche Störung an beiden Beinen. Jedoch leite sich daraus kein dauerhafte IV-relevanter Sachverhalt ab.
4.
4.1
Es ist unbestritten und aufgrund der vorhandenen medizinischen Einschätzungen nicht in Zweifel zu ziehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Automechanik
er nicht mehr arbeitsfähig ist, da er zwar noch die leichten und administrativen, jedoch die mit der Ausübung dieses Berufs zwangsweise verbundenen schweren handwerklichen Tätigkeiten nicht mehr auszuüben vermag.
Strittig ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen ist und den Rentenanspruch
sowie den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
gestützt darauf verneint hat.
Bezüglich der Eingliederungsmassnahmen ist zu beachten, dass
die Beschwerde
gegnerin in der Mitteilung vom 11. Juni
2019 (Urk. 5/54) noch den Standpunkt vertrat
, die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen sei aufgrund des Gesundheits
zustandes des Be
schwerdeführers und des Umstandes,
dass er die Angelegen
heiten seiner kranken Mutter in Italien regeln müsse, gar nicht möglich,
den Anspruch
in
der angefochtenen Verfügung
aber
grundsätzlich
verneinte (Urk. 2 S. 2 unten). Die Beschwerdegegnerin verwies ausdrücklich darauf, dass sie in der angefochtenen Verfügung nicht nur über den Rentenanspruch, sondern auch über den Anspruch
auf Eingliederungsmassnahmen entschieden habe (Urk. 4). Die Eingliederungsmassnahmen bilden mithin unstrittig Teil des Anfechtungs
gegenstands der angefochtenen Verfügung.
4.2
Dr.
Y.___
ging im Arztbericht vom 8. November 2017 (Urk. 5/7/7-19) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bei Durchführung einer adäquaten Behandlung der R
ücken- und Schulterbeschwerden -
welche
bis dato ungenügend gewesen sei -
so weit
verbessern werde, dass der Beschwerde
führer
innerhalb von zwei bis drei Monaten
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit e
rreichen könne. Eine angepasste, körperlich leichte und wechselbelastende
Tätigkeit
ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne längeres Sitzen bzw. vorgeneigtes Stehen und ohne repetitive Lasten über 5 kg bzw. Einzellasten über 10 bis maximal 15 kg
be
zeichnete er ausserdem als bereits aktuell in einem vollen Umfang zumutbar.
Diese
gute
Prognose bezüglich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tä
tigkeit verwirklichte sich in der Folge
aber
nicht. Im Berich
t vom 25. Oktober 2018
(Urk. 5/25)
führte
Dr.
A.___
aus, dass AC-Gelenksinfiltrationen an der rechten Schulter ohne Erfolg geblieben seien. Dr.
A.___
ging weiter
hin
von einer
guten
Prognose aus. A
nders als Dr.
Y.___
hielt er aber die Wieder
erlangung einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht für realistisch, sondern er verwies darauf, dass wahrscheinlich eine Umschulung nötig sei.
Im Gegensatz zu Dr.
Y.___
und Dr.
A.___
stellte Dr.
B.___
im Bericht vom 23. Juni 2019 (Urk. 5/56) keine gute Prognose. Neben den bisherigen Befunden bezüglich der rechten Schulter und des Rückens hielt Dr.
B.___
ausserdem auch einen Befund an der linken Schulter fest.
Einschränkungen bei der Wiedereingliederung in eine Erwerbstätigkeit bestünden aufgrund der Bewegungseinschränkungen an beiden Schultern sowie der chronischen
Lumboischialgie
mit gelegentlichen Lähmungserscheinungen.
Dr.
B.___
hielt ein
e
s
itzende Tätigkeit für indiziert und bezifferte deren Zumutbarkeit in zeitlicher Hinsicht auf fünf Stunden pro Tag.
RAD-Arzt Dr.
C.___
führte in der Stellungnahme vom 20. August 2019 (Urk. 5/81/6-7) aus, Dr.
B.___
könne insofern gefolgt werden, dass der Beschwerdeführer maximal fünf Stunden sitzend arbeiten könne, eine wechselbelastende Tätigkeit sei ihm aber vollzeitig zumutbar.
Bezüglich de
n
von Dr.
D.___
festgehaltenen Problemen mit der Durchblutung der Beine hielt Dr.
C.___
sodann am 16. Dezember 2019 (Urk. 5/95/3) fest, dass diese nicht invalidisierend seien.
4.3
Anhand der Aktenlage kann damit keine vollzeitige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten, wechselbelastenden Tätigkeit festgestellt werden. Anders als von Dr.
Y.___
prognostiziert, hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2017 nicht verbessert, sondern tendenziell verschlech
tert,
es bestehen zusätzliche Einschränkungen an der linken Schulter
. Übereinstimmend mit der Beurteilung von Dr.
C.___
ist zwar festzuhalten, dass die von Dr.
B.___
attestierte zeitliche Einschränkung für die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit auf den Umfang von fünf Stunden pro Tag nicht als genügend begründet erscheint. Zumal der Beschwerdeführer nunmehr auch gesundheitliche Probleme an beiden Beinen aufweist, kann aber gestützt auf die bereits im Jahr 2017 abgegebene Einschätzung von Dr.
Y.___
nicht ohne Weiteres von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden Tätigkeit ausgegangen werden
. Insofern vermag auch die Einschätzung von Dr.
C.___
nicht zu überzeugen
.
Es liegt somit keine begründete
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vor, womit sich der medizinische Sachverhalt als nicht rechtsgenüglich abgeklärt erweist.
4.4
Eine für die Arbeitsvermittlung massgebende Invalidität liegt vor, wenn der Versicherte bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheit
lichen Gründen Schwierigkeiten hat. Zwischen dem Gesundheits
schaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Ist die fehlende berufliche Eingliederung im Sinne der Verwertung einer bestehenden Arbeitsfähigkeit nicht auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen, fällt die Arbeitsvermittlung auch weiterhin nicht in die Zuständigkeit der Invalidenversicherung, sondern gegebenenfalls in den Bereich der Arbeitslosenversicherung.
Ob der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig ist und damit keine gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten bei der Stellensuche hat, lässt sich aufgrund der vorhandenen medizinischen Abklärungen nicht beurteilen.
4.5
4.5.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen
Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1
und
9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des
Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl.
Urteile des Bundesgerichtes
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
4.5.2
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung das Invaliden
einkommen des Beschwerdeführers auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt und keinen Abzug im unter E. 4.5.1 ausgeführten Sinn vorgenommen.
Warum die Beschwerdegegnerin zum Ergebnis gelangt ist, dass kein Abzug vorzunehmen sei, begründet
sie
nicht
(vgl. dazu auch Urk. 5/80/1)
.
Soweit der angefochtenen Verfügung überhaupt entnommen werden kann, aus welchem Grund die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Umschulung verneint, kann dies nur darauf zurückgeführt werden, dass die Beschwerde
gegnerin den Richtwert einer gesundheitsbedingten Erwerbseinbusse von etwa 20
%
(BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b u
nd S. 62 E. 1 je mit Hinweisen) gemäss ihrer Berechnung mit 18 %
nicht erreicht. Zu den übrigen Voraussetzungen für die Gewährung einer Umschulung hat sich die Beschwerdegegnerin nicht geäussert und sie scheint diese auch nicht weiter abgeklärt zu haben.
Zumal die 20 % nur knapp nicht erreicht werden und es sich dabei ohnehin nicht um eine strikte Grenze, sondern um einen Richtwert handelt, wäre von der Beschwerdegegnerin besonders sorgfältig zu begründen gewesen, warum sie vorliegend bei der Berechnung des Invaliden
einkommens keinen Abzug vom statistischen Tabellenlohn vorgenom
men hat. Die Verneinung des
Anspruches auf eine Umschulung hat die Beschwerde
gegnerin damit nicht genügend begründet.
4.6
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass gestützt auf die aktuelle Aktenlage
der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers weder ve
rneint noch bejaht werden kann und es lässt sich insbesondere nicht ausschliessen, dass zumindest ein Anspruch auf berufliche Massnahmen
(Umschulung, Arbeitsvermittlung)
besteht.
Die angefochtene Verfügung vom
6. Januar 2020
(Urk. 2) ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abkläre und dabei insbesondere eine Verlaufsbeurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit seit Ablauf des Wartejahres einhole. Gestützt darauf hat die Beschwerdegegnerin neu über den
Leistungsanspruch (Rente und Ein
g
liederungsmassnahmen)
zu verfügen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen, weshalb d
er
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1’800
.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzulegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutge
heissen, dass die angefochtene Verfügung
vom
6. Januar 2020
aufgehoben
wird
und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über d
en Leistungsanspruch
de
s
Beschwerdeführer
s
neu ver
füge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessentschädigung von Fr.
1’800
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tomas Kempf
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstBrügger