# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d59a5c4a-eded-5c68-a9b1-b3dd143a385b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 12.06.2018 BG.2018.13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2018-13_2018-06-12.pdf

## Full Text

Beschluss vom 12. Juni 2018  
Beschwerdekammer 
 
 

Besetzung  Bundesstrafrichter  

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Stephan Blättler, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

 

   
Parteien  KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft, 

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

KANTON BERN, Generalstaatsanwaltschaft, 

 

Gesuchsgegner 

 

 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2018.13 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Am 16. Juni 2017 erstattete A. bei der Kantonspolizei Zürich Strafanzeige 

gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf Diebstahl seines Portemon-

naies. Gemäss Aussage des Geschädigten wurde ihm sein Portemonnaie 

am 15. Juni 2017 während der Zugfahrt von Zürich nach Bern oder danach 

auf dem Perron im Bahnhof Bern gestohlen. Wie weitere Ermittlungen erga-

ben, bezog die Täterschaft mit den dadurch entwendeten Bankkarten unter 

Eingabe des im Portemonnaie aufbewahrten PIN-Codes an Geldautomaten 

in der Nähe des Bahnhofs Bern gleichentags mehrmals Bargeld und kaufte 

mit den Bankkarten in verschiedenen Geschäften Waren ein. Die Delikt-

summe beläuft sich auf rund Fr. 12‘000.– (vgl. Akten Kanton Zürich, Dossier 

1, Editionsakten). Die Strafanzeige betrifft fortan Diebstahl und mehrfachen 

betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (vgl. Akten Kan-

ton Zürich, Dossier 1). 

 

Die Sichtung diverser Aufnahmen der Überwachungskameras des Gebäu-

des „B.“ in Bern der Bank C. führte zur Identifizierung von D. und E. als po-

tentielle Täterschaft durch die Kantonspolizei Zürich im bis anhin gegen Un-

bekannt geführten Strafverfahren. Dies nachdem die Beschuldigten in ande-

rer Angelegenheit am 6. Juli 2017 in Zürich durch die Kantonspolizei Zürich 

zufolge Diebstahlverdachts kontrolliert und alsdann mit einer Wegweisung 

belegt worden waren (vgl. Akten Kanton Zürich, Dossier 1, Rapport Kantons-

polizei Zürich, S. 7). 

 

Am 6. Juli 2017 konnten die beiden Beschuldigten im Rahmen einer Obser-

vation zudem dabei beobachtet werden, wie sie in Bern versucht haben, Per-

sonengruppen zu bestehlen. Beide Male konnten D. und E. kein Deliktsgut 

erbeuten. Gemäss der polizeilichen Überwachung werden die Beschuldigten 

indes dringend der Mittäterschaft verdächtigt, weshalb die Kantonspolizei 

Bern im Rapport um Ausschreibung der beiden Beschuldigten zur Verhaf-

tung ersucht (vgl. Akten Kanton Zürich, Dossier 2, Anzeigerapport der Kan-

tonspolizei Bern vom 16. August 2017, S. 2 f.). 

 

 

B. Die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland ersuchte die Generalstaats-

anwaltschaft des Kantons Bern mit Schreiben vom 6. November 2017 ge-

stützt auf Art. 31 Abs. 1 StPO um Übernahme des bei ihr pendenten Straf-

verfahrens gegen D. und E. wegen des Verdachts auf Diebstahl und betrü-

gerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (vgl. Gerichtsstands-

akten Kanton Zürich). 

  

- 3 - 

 

 

Mit Schreiben vom 23. November 2017 wies die Generalstaatsanwaltschaft 

des Kantons Bern das Ersuchen um Verfahrensübernahme zurück und ver-

neinte die Zuständigkeit des Kantons Bern in der Sache. Gleichzeitig er-

suchte sie mit separatem Schreiben gleichen Datums um Übernahme der 

Strafuntersuchung gegen dieselben Beschuldigten wegen versuchten Dieb-

stahls (vgl. Gerichtsstandsakten Kanton Bern). 

 

Mit Schreiben vom 28. November 2017 ersuchte die Staatsanwaltschaft Win-

terthur / Unterland die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich um die 

Durchführung des definitiven Meinungsaustausches mit der Generalstaats-

anwaltschaft des Kantons Bern. 

 

 

C. Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich ersuchte daraufhin die Ge-

neralstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit Schreiben vom 6. Dezember 

2017 um Übernahme des im Kanton Zürich geführten Verfahrens und eröff-

nete damit den Meinungsaustausch mit dem Kanton Bern (vgl. Gerichts-

standsakten Kanton Zürich). 

 

Mit Schreiben vom 20. Dezember 2017 lehnte die Generalstaatsanwaltschaft 

des Kantons Bern eine Verfahrensübernahme im Rahmen des Meinungs-

austausches ab und ersuchte gleichzeitig um Übernahme des im Kanton 

Bern geführten Verfahrens gegen dieselben Beschuldigten. Dabei verwies 

sie zudem auf eine mögliche Zuständigkeit des Kantons Luzern, da die 

Staatsanwaltschaft Kriens am 3. August 2017 gegen D. und E. Strafbefehle 

wegen Diebstahls erlassen hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft des Kan-

tons Bern erachtete den Abschluss dieses früheren Strafverfahrens als nicht 

beachtlich, da der Verfahrensabschluss ohne jegliche Einvernahmen der Be-

schuldigten erfolgt sei und das Luzerner Verfahren somit noch als gerichts-

standsrelevant angesehen werden müsse (vgl. Gerichtsstandsakten Kanton 

Bern). 

 

 

D. Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich erweiterte daraufhin mit 

Schreiben vom 9. Januar 2018 den Meinungsaustausch gestützt auf die neu 

eingebrachte Argumentation der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons 

Bern auch auf den Kanton Luzern (vgl. Gerichtsstandsakten Kanton Zürich). 

 

Aufgrund einer mündlichen Besprechung anlässlich einer Sitzung vom 

21. März 2018 kamen die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und 

die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern überein, dass der Kanton 

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Luzern nicht zur Verfolgung der den Beschuldigten zur Last gelegten Straf-

taten zuständig sei und deshalb fortan nicht mehr in die Gerichtsstandsaus-

einandersetzung miteingebunden werde. Mit Schreiben vom 28. März 2018 

lehnte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern dann auch die Über-

nahme der in Zürich und Bern pendenten Verfahren ab und hielt am diesbe-

züglich bereits erfolgten Verfahrensabschluss im Kanton Luzern fest (vgl. 

Gerichtsstandsakten Kanton Zürich). 

 

 

E. Mit Ersuchen vom 23. März 2018 (Postaufgabe am 29. März 2018) gelangte 

die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich an die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts. Sie beantragt, es seien die Behörden des Kantons 

Bern als berechtigt und verpflichtet zu erklären, die den Beschuldigten D. 

und E. zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen (act. 1). 

 

Die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern beantragt in ihrer Ge-

suchsantwort vom 13. April 2018, es sei das Gesuch abzuweisen und die 

Behörden des Kantons Zürich zur Verfolgung und Beurteilung der Beschul-

digten bezüglich der ihnen vorgeworfenen Taten für berechtigt und verpflich-

tet zu erklären (act. 3). Diese Eingabe wurde der Gegenseite mit Schreiben 

vom 16. April 2018 zur Kenntnis gebracht (act. 4). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und Form; 

vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2014.7 vom 21. März 2014 E. 1) 

sind vorliegend erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. 

 

 

2.  

2.1 In seiner Gesuchsantwort vom 13. April 2018 bringt der Gesuchsgegner zum 

Verhältnis des begangenen Diebstahls und dem betrügerischen Missbrauch 

einer Datenverarbeitungsanlage vor, die Straftat, die das entscheidende Ver-

halten erfasse, absorbiere die andere Straftat, wenn sich aufgrund der Um-

stände ein enger Zusammenhang zwischen beiden Straftaten ergebe und 

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das strafbare Verhalten gemäss der einen Strafnorm zur Erfüllung des Tat-

bestands der anderen Norm erfolgte. Vorliegend könne davon ausgegangen 

werden, dass die Beschuldigten mit dem Diebstahl auf die schnelle und 

leichte Erbeutung von Geld aus waren und nicht damit rechnen konnten, 

dass sich im gestohlenen Portemonnaie zusätzlich zum Bargeld eine Bank-

karte mit passendem Code befinden würde. Dies sei vorliegend lediglich ein 

Zufall gewesen. Somit liege das entscheidende Verhalten der Beschuldigten 

in der Aneignung des fremden Eigentums und nicht in der Manipulation eines 

Bankautomaten, weshalb der betrügerische Missbrauch einer Datenverar-

beitungsanlage als mitbestrafte Nachtat zum Diebstahl zu qualifizieren sei. 

Zur Bestimmung des Gerichtsstandes sei daher ausschliesslich auf die Tat-

handlung des Diebstahls abzustellen (act. 3, Ziff. 2.2). 

 

2.2 Der Gesuchsgegner bringt weiter vor, der Diebstahl müsse sich gestützt auf 

die Aussagen des Geschädigten entweder im Zug von Zürich nach Bern oder 

auf dem Perron im Bahnhof Bern ereignet haben. Der genaue Tatort könne 

nicht bestimmt werden. A. sagte aus, dass er nach seiner Ankunft im Bahn-

hof Bern direkt in den auf dem gegenüberliegenden Gleis stehenden Zug 

nach Zürich eingestiegen sei. Der Gesuchsgegner vertritt die Meinung, dass 

aufgrund allgemeiner Lebenserfahrung diese Zeit mit grosser Wahrschein-

lichkeit nicht ausreiche, um einen Diebstahl zu begehen, weshalb das Porte-

monnaie wohl im Zug von Zürich nach Bern entwendet worden sei und somit 

folglich weder Zürich noch Bern als Tatorte ausgeschlossen werden können. 

Gemäss Ziff. 16 der Gerichtsstandsempfehlungen der Schweizerischen 

Staatsanwälte-Konferenz (nachfolgend „SSK-Gerichtsstandsempfehlun-

gen“) bestimme sich der Gerichtsstand bei Taten in öffentlichen Verkehrs-

mitteln, wie vorliegend im Zug, in erster Linie nach dem sich aus der Anzeige 

klar ergebenden Tatort, bei unbekanntem Tatort nach dem Ort der Anzeige, 

wenn dieser als Tatort nicht ausgeschlossen werden kann, und schliesslich 

nach dem Einstiegsort, wenn der Ort der Anzeige als Tatort ausgeschlossen 

werden kann. Da vorliegend der Tatort nicht eindeutig ermittelt werden 

könne, sei gemäss Ziff. 16 auf den Ort der Anzeige oder allenfalls auf den 

Einstiegsort abzustellen, was in beiden Fällen Zürich sei. In Anwendung die-

ser SSK-Gerichtsstandempfehlung sei die Tat somit am Anzeigeort, in Zü-

rich, zu behandeln. Da der Wohnsitz des Geschädigten A. im Kanton Zürich 

liegt, bestehe auch ein genügender Anknüpfungspunkt (act. 3, Ziff. 2.3). 

 

2.3 Folglich kommt der Gesuchsgegner zum Schluss, dass vorliegend den Be-

schuldigten mehrere Straftaten vorgeworfen werden, welche in mehreren 

Kantonen begangen wurden. Der Gerichtsstand bestimme sich somit nach 

Art. 34 Abs. 1 StPO, wonach derjenige Kanton zuständig ist, in welchem die 

mit schwerster Strafe bedrohte Straftat begangen wurde bzw. bei gleicher 

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Strafandrohung, derjenige in welchem die ersten Verfolgungshandlungen 

vorgenommen wurden. Dies sei vorliegend der Kanton Zürich (act. 3, 

Ziff. 2.4). 

 

 

3. 

3.1 Für die Verfolgung und Beurteilung einer Straftat sind in erster Linie die Be-

hörden des Ortes zuständig, an dem die Tat verübt worden ist (Art. 31 Abs.  1 

Satz 1 StPO). Der Ausführungsort befindet sich dabei dort, wo der Täter ge-

handelt hat (BGE 86 IV 222 E. 1; SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Ge-

richtsstandsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl. 2004, N. 65; POPP/KES-

HELAVA, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2013, Art. 8 StGB N. 9). Liegt nur der 

Ort, an dem der Erfolg der Straftat eingetreten ist, in der Schweiz, so sind 

die Behörden dieses Ortes zuständig (Satz 2). Ist die Straftat an mehreren 

Orten verübt worden, so sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem 

zuerst Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind (sog. forum 

praeventionis; Art. 31 Abs. 2 StPO). Ist eine Straftat von mehreren Mittäte-

rinnen oder Mittätern verübt worden, so sind die Behörden des Ortes zustän-

dig, an dem zuerst Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind 

(Art. 33 Abs. 2 StPO). Hat eine beschuldigte Person mehrere Straftaten an 

verschiedenen Orten verübt, so sind für die Verfolgung und Beurteilung 

sämtlicher Taten die Behörden des Ortes zuständig, an dem die mit der 

schwersten Strafe bedrohte Tat begangen worden ist. Bei gleicher Strafdro-

hung sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem zuerst Verfolgungs-

handlungen vorgenommen worden sind (Art. 34 Abs. 1 StPO). Begehen 

mehrere Beschuldigte zusammen in verschiedenen Kantonen mehrere De-

likte, so sind Art. 33 Abs. 2 und Art. 34 Abs. 1 StPO so miteinander zu kom-

binieren, dass in der Regel alle Mitwirkenden an dem Orte verfolgt werden, 

wo von einem Mittäter die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat verübt 

worden ist. Bei gleich schweren Strafdrohungen bestimmt sich der Gerichts-

stand für alle Beteiligten nach dem Ort, wo zuerst Verfolgungshandlungen 

vorgenommen worden sind (vgl. hierzu u.a. die Beschlüsse des Bundesstraf-

gerichts BG.2011.49 vom 19. Januar 2012 E. 2.1; BG.2011.33 vom 28. Sep-

tember 2011 E. 2.2.1; BG.2011.4 vom 10. August 2011 E. 2.2.2). 

 

3.2 Die Beurteilung der Gerichtsstandsfrage richtet sich nach der aktuellen Ver-

dachtslage. Massgeblich ist nicht, was dem Beschuldigten letztlich nachge-

wiesen werden kann, sondern der Tatbestand, der Gegenstand der Untersu-

chung bildet, es sei denn, dieser erweise sich von vornherein als haltlos oder 

als sicher ausgeschlossen. Der Gerichtsstand bestimmt sich also nicht nach 

dem, was der Täter begangen hat, sondern nach dem, was ihm vorgeworfen 

wird, das heisst, was aufgrund der Aktenlage überhaupt in Frage kommt. 

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Dabei stützt sich die Beschwerdekammer auf Fakten, nicht auf Hypothesen 

(GUIDON/BÄNZIGER, Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts 

zum interkantonalen Gerichtsstand in Strafsachen, Jusletter 21. Mai 2007, 

[Rz 25] m.w.H.; vgl. nebst anderen den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

BG.2010.12 vom 8. September 2010 E. 2.2 m.w.H.). Es gilt der Grundsatz 

„in dubio pro duriore“, wonach im Zweifelsfall auf den für den Beschuldigten 

ungünstigeren Sachverhalt abzustellen bzw. das schwerere Delikt anzuneh-

men ist (GUIDON/BÄNZIGER, a.a.O., [Rz 44] m.w.H.). 

 

3.3 Vorliegend werden den Beschuldigten D. und E. die Begehung des Dieb-

stahls zum Nachteil von A. und der anschliessende betrügerische Miss-

brauch einer Datenverarbeitungsanlage in Mittäterschaft vorgeworfen. Zum 

Verhältnis des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

gemäss Art. 147 StGB zu den Aneignungsdelikten, wie vorliegend dem Dieb-

stahl gemäss Art. 139 StGB, ist Folgendes festzuhalten: Je nach Fall kom-

men sowohl echte Konkurrenz zwischen den beiden Delikten, der Diebstahl 

als mitbestrafte Vortat des Art. 147 StGB und der betrügerische Missbrauch 

einer Datenverarbeitungsanlage als mitbestrafte Nachtat von Art. 139 StGB 

in Frage (FIOLKA, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2013, Art. 147 StGB N. 45 ff.). 

Der entsprechende Entscheid erfordert eine Beurteilung der konkreten Um-

stände des Einzelfalls (siehe auch BGE 129 IV 22 E. 4.2). Der Gesuchsgeg-

ner sieht vorliegend im betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbei-

tungsanlage, wie bereits ausgeführt, eine mitbestrafte Nachtat des Dieb-

stahls. Er begründet dies mit Mutmassungen in Bezug auf die Absichten und 

Erwartungen der Beschuldigten beim Begehen des Diebstahls des Porte-

monnaies. Es sei zur Bestimmung des Gerichtsstandes demnach aus-

schliesslich auf die Tathandlung des Diebstahls abzustellen (act. 3, Ziff. 2.2). 

Es fehlt in den Akten jedoch an jeglichen Hinweisen, die diese Annahmen 

belegen würden. Da sich die Beschwerdekammer bei der Bestimmung des 

Gerichtsstandes auf Fakten, nicht auf Hypothesen stützt, vermag die vom 

Gesuchsgegner vorgebrachte Argumentation nicht zu überzeugen. Entspre-

chend dem Grundsatz „in dubio pro duriore“ ist zudem im Zweifelsfall auf den 

für den Beschuldigten ungünstigeren Sachverhalt abzustellen, was vorlie-

gend ebenfalls zum Ergebnis führt, dass die Straftatbestände des Diebstahls 

und des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage Ge-

genstand der Strafuntersuchung bilden und Art. 147 StGB somit nicht, wie 

vom Gesuchsgegner vorgebracht, als mitbestrafte Nachtat von Art. 139 

StGB zu qualifizieren ist. 

 

 Wie den Akten und den Ausführungen des Gesuchsgegners entnommen 

werden kann, ist vorliegend unbestritten, dass sich der betrügerische Miss-

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brauch von Datenverarbeitungsanlagen in Bern ereignet hat. Unklar ist hin-

gegen, wo der Diebstahl des Portemonnaies stattgefunden hat. Bei mehre-

ren an verschiedenen Orten begangenen Straftaten sind gemäss Art. 34 

Abs. 1 StPO die Behörden des Ortes zuständig, an dem die mit der schwers-

ten Strafe bedrohte Tat begangen wurde. Beim Diebstahl und dem betrüge-

rischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage handelt es sich um 

Straftatbestände mit gleich hohen Strafandrohungen. 

 

Zum Begehungsort des Diebstahls bringt der Gesuchsgegner vor, dieser sei 

wahrscheinlich im Zug von Zürich nach Bern erfolgt, da die Zeit, die der Ge-

schädigte A. auf dem Perron im Bahnhof Bern verbrachte, aufgrund allge-

meiner Lebenserfahrung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht ausreiche, um 

einen Diebstahl zu begehen. Aus diesem Grund sei Ziff. 16 der SSK-Ge-

richtsstandsempfehlungen bei Taten in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Be-

stimmung des Gerichtsstands heranzuziehen, was zur Folge hätte, dass der 

Kanton Zürich vorliegend zur Verfolgung der Beschuldigten D. und E. bezüg-

lich der ihnen vorgeworfenen Taten berechtigt und verpflichtet wäre. Auch 

diese Argumentation des Gesuchsgegners stützt sich auf blosse Annahmen, 

welche sich durch die Akten nicht belegen lassen. Die Tat könnte sich sowohl 

im Zug von Zürich nach Bern wie auch auf dem Perron im Bahnhof Bern 

ereignet haben. Immerhin lagen zwischen der fahrplanmässigen Ankunft von 

A. und dessen fahrplanmässigen Abfahrt 13 Minuten (siehe das Schreiben 

der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 6. November 2017; Ge-

richtsstandsakten Kanton Zürich). Der Begehungsort des Diebstahls ist vor-

liegend nicht zu ermitteln. Unbestritten ist aber, dass sich der betrügerische 

Missbrauch von Datenverarbeitungsanlagen in Bern ereignet hat. Bei dieser 

Ausgangslage, in der sich einer der Begehungsorte von verschiedenen mit 

der schwersten Strafdrohung bedrohten Straftaten nicht ermitteln lässt, ist es 

sachgerecht, zur Bestimmung des Gerichtsstands auf den (einzigen) be-

kannten Begehungsort abzustellen. Da der betrügerische Missbrauch von 

Datenverarbeitungsanlagen durch D. und E. in Bern begangen wurde, ergibt 

sich demnach die Zuständigkeit des Kantons Bern sowohl zur Verfolgung 

des Diebstahls wie auch des betrügerischen Missbrauchs von Datenverar-

beitungsanlagen. 

 

 

4. Nach dem Gesagten erweist sich das Gesuch als begründet und es sind die 

Strafverfolgungsbehörden des Kantons Bern für berechtigt und verpflichtet 

zu erklären, die den Beschuldigten D. und E. zur Last gelegten Delikte zu 

verfolgen und zu beurteilen. 

 

 

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5. Es ist keine Gerichtsgebühr zu erheben (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO).  

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Bern sind berechtigt und verpflich-

tet, die D. und E. zur Last gelegten Delikte zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 13. Juni 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

- Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.