# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e48662a-c444-50d4-8b72-0a06ba0c782d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.10.2011 D-4979/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4979-2011_2011-10-31.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4979/2011

U r t e i l   v om   3 1 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Bosnien und Herzegowina, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. August 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  am  19.  Mai 
2011  seinen  Heimatstaat  und  gelangte  am  15.  Juni  2011  unter 
Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz, wo er am 21. Juni 2011 im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  um  Asyl 
nachsuchte. Dazu wurde er am 5.  Juli  2011  im EVZ B._______ befragt 
(Kurzbefragung)  und  am  28.  Juli  2011  am  selben  Ort  angehört 
(Anhörung).

Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  geltend,  er  sei  ethnischer  Serbe,  stamme  aus  der 
Gemeinde  C._______  und  habe  ab  seinem  fünften  Lebensjahr  in 
D._______  gelebt.  Er  habe  sich  geweigert,  am  Bosnienkrieg 
teilzunehmen, weswegen  er mehrmals  festgenommen  und  an  die  Front 
geschickt worden sei, von wo er jeweils die Flucht ergriffen habe. Am 27. 
Juli  1995  habe  ihn  der  serbische  Offizier  E._______  zu  Hause 
aufgesucht, um ihn erneut wegen Dienstverweigerung festzunehmen und 
an  die  Front  zu  schicken.  Er   habe  sich  geweigert  und  E._______ 
erschossen.  In  der  Folge  sei  er  vom Militärgericht  in  F._______ wegen 
Mordes  an  E._______  zu  fünfzehn  Jahren Gefängnis  verurteilt  worden. 
Im Gefängnis sei er misshandelt und erniedrigt worden. Deswegen habe 
er  viele  Briefe  an  das  IKRK,  an  humanitäre  Organisationen  sowie  die 
SFOR (Stabilisierungskräfte) geschrieben. Diese Briefe seien  jedoch nie 
angekommen, da die Gefängnisleitung sie nie weitergeleitet habe. Noch 
während seiner Gefängniszeit habe er von verschiedenen Mitgefangenen 
gehört,  dass  sich  die  Söhne  und  die  Brüder  von  E._______  an  ihm 
rächen wollten, weshalb er sich nach seiner bedingten Entlassung am 28. 
März  2008  in  das  Dorf  G._______  begeben  habe,  wo  ihn  Freunde 
unterstützt hätten. Vom Staat – namentlich vom Sozialamt und vom Amt 
für  Vertriebene  –  habe  er  keine  Unterstützung  erhalten.  Er  sei  wegen 
seiner  Kriegsdienstverweigerung  und  des  begangenen  Mordes  an 
E._______  von  seiner  Umgebung  schikaniert  und  provoziert  worden, 
woraufhin  er  mit  der  Hilfe  eines  Freundes  am  1.  Februar  2009  nach 
Deutschland  gereist  sei,  wo  er  während  neun  Monaten  legal  als  (…) 
gearbeitet habe. Anschliessend sei er nach F._______ zurückgekehrt, wo 
er  von  seinen  Ersparnissen  gelebt  habe.  In  F._______  sei  er  erneut – 
auch  von  den  Behörden  –  benachteiligt  und  diskriminiert  worden. 
Niemand  sei  bereit  gewesen,  seine  Wiedereingliederung  in  die 
Gesellschaft zu unterstützen. Am 5. Oktober 2010 habe er sich per Brief 

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hilfesuchend  an  den Präsidenten M. D.  der Republika Srpska  gewandt, 
jedoch  nie  eine  Antwort  erhalten.  Er  habe  seine  Menschenrechte  in 
seinem Heimatstaat nicht verwirklichen können. So sei er beispielsweise 
von  den Behörden  beschimpft  und  provoziert  worden,  als  er Mitte  April 
2011  einen  biometrischen  Pass  beantragt  habe.  Erst  mit  Hilfe  eines 
Anwalts sei es  ihm gelungen, den Pass zu erhalten.  Im März oder April 
2010 habe er von einem Bekannten letztmals gehört, dass die Söhne von 
E._______ sich an  ihm rächen wollten. Persönlich sei er  ihnen noch nie 
begegnet.  Weil  er  die  Schikanen  und  den  daraus  resultierenden 
psychischen  Druck  nicht  mehr  ausgehalten  habe,  habe  er  sein 
Heimatland am 19. Mai 2011 verlassen und sei via Kroatien und Italien in 
die  Schweiz  gelangt.  Bezüglich  der  weiteren  Aussagen  des 
Beschwerdeführers wird auf die Akten verwiesen. 

Im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdeführer  die 
folgenden  Dokumente  zu  den  Akten:  Eine  Identitätskarte,  eine 
Anmeldung bei der Meldebehörde in H._______ vom 6. Februar 2009 (in 
Kopie), einen Antrag auf Zustimmung zum Aufenthaltstitel (in Kopie), ein 
Urteil des Obersten Gerichts der Republika Srpska vom 10. März 1999 (in 
Kopie,  inklusive  teilweiser  deutscher  Übersetzung),  zwei  Ablehnungen 
von  Begnadigungsgesuchen  durch  das  Justizministerium  der  Republika 
Srpska  vom  4.  Juli  2003  beziehungsweise  5.  Januar  2007  (teilweise  in 
Kopie,  inklusive  deutscher  Übersetzung),  eine  Bestätigung  des 
Gefängnisses  von  I._______  vom 31. August  2005  (inklusive  deutscher 
Übersetzung), ein Entlassungsschreiben des Gefängnisses in F._______ 
vom 24. März 2008 (inklusive deutscher Übersetzung), ein Schreiben des 
Justizministeriums  der  Republika  Srpska  bezüglich  Freilassung  unter 
Auflagen  vom  1.  Februar  2008  (inklusive  teilweiser  deutscher 
Übersetzung)  sowie  ein  Hilfegesuch  an  den  Präsidenten  M.  D.  vom  5. 
Oktober 2010 (inklusive teilweiser deutscher Übersetzung).

B. 
Mit  Verfügung  vom  16.  August  2011  –  eröffnet  am  18.  August  2011 – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug. 

Als  Begründung  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  aus,  der 
Beschwerdeführer bringe vor, den serbischen Offizier E._______ getötet 
zu haben und daraufhin zu  fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt worden 
zu sein, während der er regelmässig physisch und psychisch misshandelt 

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worden  sei.  Hierzu  sei  zunächst  festzustellen,  dass  es  sich  bei  der 
vorliegenden  Gefängnisstrafe  um  eine  staatliche  Massnahme  zu 
rechtsstaatlich  legitimen  Zwecken  handle.  Es  sei  die  Pflicht  der 
staatlichen  Organe  beim  Vorliegen  eines  strafrechtlichen  Tatbestandes 
jedem  Verdacht  nachzugehen  und  die  erforderlichen  Abklärungen  und 
Massnahmen  vorzunehmen.  Die  diesbezüglichen  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers seien somit nicht asylrelevant. Abgesehen davon sei 
an  dieser  Stelle  anzumerken,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der 
Schilderung des Tathergangs ein wesentliches Detail ausgelassen habe: 
So  gehe  aus  dem  eingereichten  Urteil  des  Obersten  Gerichts  der 
Republika Srpska vom 10. März 1999 hervor, dass nicht nur er, sondern 
auch  die  Frau  von  E._______  des  Mordes  angeklagt  und  verurteilt 
worden  sei. Der Beschwerdeführer  bestätige  zwar,  dass  es  sich  hierbei 
um  die  Frau  von  E._______  handle,  er  habe  jedoch  nicht  schlüssig 
darzulegen  vermocht,  weswegen  er  dieses  zentrale  Detail  bis  anhin  in 
seiner  Erzählung  verschwiegen  habe.  Aufgrund  seiner  ausweichenden 
Erklärungsversuche sei davon auszugehen, dass es sich hierbei um ein 
Beziehungsdelikt  gehandelt  habe.  Im Übrigen  sei  festzustellen,  dass  es 
sich  bei  den  geltend  gemachten  Misshandlungen  durch  das 
Gefängnispersonal  während  der  Inhaftierung  um  Amtsmissbrauch 
einzelner  Beamter  handle.  Derartige  Verfehlungen  von 
Behördenvertretern würden vom bosnisch­herzegowinischen Staat weder 
unterstützt noch gebilligt.  In solchen Fällen könne der Beschwerdeführer 
für  die  Geltendmachung  seines  Schutzanspruchs  an  die  Polizei 
verwiesen werden. Sollte die Polizei tatsächlich nicht aktiv werden, habe 
der  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit,  den  Rechtsweg  zu  beschreiten. 
Nötigenfalls  könne  er  dazu  die  Unterstützung  einer  rechtskundigen 
Person  beanspruchen,  so  zum  Beispiel  seines  Anwalts.  Dem 
Beschwerdeführer  sei  vorzuwerfen,  sich  seit  seiner  Entlassung 
diesbezüglich  nicht  an  die  Behörden  gewandt  zu  haben.  Er  habe  zwar 
geltend  gemacht,  sich  an  eine  internationale  Organisation  gewandt  zu 
haben,  die  sich  nicht  mehr  bei  ihm  gemeldet  habe.  Auf  Nachfrage  hin 
habe  er  den Namen der  angeblichen Organisation  jedoch  nicht  nennen 
können  und  seinen  Aussagen  sei  nicht  zu  entnehmen,  dass  er  sich 
erneut  bei  ihr  gemeldet  habe,  um  sich  nach  dem  Stand  der  Dinge  zu 
erkundigen. 

Hinsichtlich  der  angeblichen  Drohungen  seitens  der  Familienmitglieder 
des getöteten Offiziers sei ebenfalls von Übergriffen Dritter auszugehen. 
Im  Übrigen  beruhten  die  Behauptungen  des  Beschwerdeführers,  im 
Heimatstaat  von  den  Brüdern  und  Söhnen  des  getöteten  Offiziers 

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gesucht  zu  werden,  letztlich  nur  auf  rapportierten  Aussagen  anderer 
Mitgefangener  und  eines  Nachbarn,  welche  durch  keine  konkreten 
Indizien  untermauert  würden,  weshalb  keine  hinreichenden 
Anhaltspunkte  für  eine  tatsächliche  Suche  nach  seiner  Person 
bestünden. Diese Schlussfolgerung werde dadurch untermauert, dass der 
Beschwerdeführer  die  angeblichen  Gespräche  mit  den  Mitgefangenen 
und  dem  Nachbarn  nicht  substanziiert  habe  wiedergeben  können. 
Abgesehen davon wolle er letztmals im März beziehungsweise April 2010 
vom Nachbarn erfahren haben, dass die Söhne  ihm etwas hätten antun 
wollten.  Eigenen  Angaben  zufolge  sei  ihm  jedoch  seither  und  bis  zu 
seiner Ausreise  am 19. Mai  2011 nichts  passiert, weswegen  vorliegend 
kein zeitlicher Kausalzusammenhang gegeben sei. 

Der  Beschwerdeführer  habe  zahlreiche  Beweismittel  zu  den  Akten 
gereicht, die folgendermassen zu würdigen seien: Die Anmeldung bei der 
Meldebehörde  sowie  der  Antrag  auf  Zustimmung  zum  Aufenthaltstitel 
bestätigten lediglich seinen Aufenthalt in Deutschland, der vom BFM nicht 
angezweifelt  werde,  weswegen  nicht  näher  darauf  eingegangen  werde. 
Das  Urteil  des  Obersten  Gerichts  der  Republika  Srpska  vom  10.  März 
1999  sei  aus  rechtsstaatlicher  Sicht  nicht  zu  beanstanden.  Hinsichtlich 
der  Ablehnungen  seiner  Begnadigungsgesuche  habe  es  der 
Beschwerdeführer  unterlassen  konkret  Stellung  zu  nehmen,  weswegen 
davon  auszugehen  sei,  dass  diese  Urteile  aus  rechtsstaatlicher  Sicht 
nicht  zu  beanstanden  seien.  Die  Bestätigung  des  Gefängnisses  von 
I._______ vom 31. August 2005 beziehe sich lediglich auf die Dauer der 
Gefängnisstrafe,  die  vom  Beschwerdeführer  nicht  beanstandet  worden 
sei.  Das  Entlassungsschreiben  des  Gefängnisses  in  F._______  sowie 
das  Schreiben  des  Justizministeriums  der  Republika  Srpska  bezüglich 
Freilassung  unter  Auflagen  bezögen  sich  auf  die  Freilassung  des 
Beschwerdeführers aus dem Gefängnis. 

Die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Schikanen  und 
Provokationen  seitens  der  Bevölkerung  seien  verständlicherweise  als 
unangenehm  und  belastend  einzustufen.  Sie  würden  jedoch  in  ihrer 
Intensität  keine  Zwangssituation  begründen,  der  sich  der 
Beschwerdeführer  nur  durch  Flucht  ins  Ausland  entziehen  könne. 
Dasselbe gelte für die Provokationen seitens der Behördenmitglieder. Als 
Beispiel  einer  letzten  solchen Schikane  habe  der Beschwerdeführer  die 
Ausstellung  seines  biometrischen  Passes  genannt.  Eigenen  Angaben 
zufolge habe er diesen jedoch mit Hilfe seines Anwalts erhalten können, 
weshalb vorliegend nicht von einer unzumutbaren Situation auszugehen 

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sei.  Demzufolge  sei  dieses  Vorbringen  als  nicht  asylbeachtlich  zu 
qualifizieren.  Ausserdem  wäre  es  dem  Beschwerdeführer  zuzumuten, 
sich  dem  Gerede  und  den  Provokationen  der  lokalen  Bevölkerung  in 
F._______  durch  einen  Wegzug  in  einen  anderen  Teil  seines 
Heimatlandes  zu  entziehen.  Entgegen  den  Behauptungen  des 
Beschwerdeführers,  wonach  er  nicht  nach  D._______  zurückkehren 
könne, könnten gemäss Erkenntnissen des BFM Vertriebene heutzutage 
wirksam  in  die  Föderation  Bosnien  und  Herzegowina  zurückkehren.  Es 
wäre  dem Beschwerdeführer  zuzumuten,  dies  zumindest  zu  versuchen. 
Sein  Gegenargument,  wonach  die  Lebensbedingungen  dort  nicht 
ausreichend wären, vermöchten keine Asylrelevanz zu entfalten. 

Hinsichtlich  des  Asylvorbringens  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  in 
seinem Heimatstaat seine Menschenrechte nicht verwirklichen könne, sei 
zunächst  festzuhalten,  dass  seine  diesbezüglichen  Aussagen  Klarheit 
darüber  vermissen  liessen,  in  welchen  Menschenrechten  er  konkret 
verletzt worden sein wolle. In seinem Brief an den Präsidenten M. D. der 
Republika Srpska  schreibe  er  zwar,  dass  er  seit  seiner Entlassung  aus 
dem  Gefängnis  auf  der  Strasse  lebe  und  keine  Arbeit  fände.  Ferner 
erwähne er,  dass  das Sozialamt  ihm  lediglich  eine  einmalige  finanzielle 
Hilfe  angeboten  habe.  Gemäss  Erkenntnissen  des  BFM  bestehe  in 
Bosnien  und  Herzegowina  die  unabhängige  Institution  des 
Ombudsmannes  für  Menschenrechte,  welche  mit  dem 
Friedensabkommen von Dayton im Jahre 1995 errichtet worden sei. Jede 
natürliche  oder  juristische  Person  habe  die  Möglichkeit,  sich  an  ihn  zu 
richten.  Der  Beschwerdeführer  habe  auf  entsprechende  Nachfrage  hin 
zugegeben, sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nicht an den 
Ombudsmann  gewandt  zu  haben,  weil  er  nicht  dazu  gekommen  sei. 
Somit wäre es dem Beschwerdeführer zuzumuten, sein Anliegen an den 
Ombudsmann  zu  richten.  Demzufolge  sei  dieses  Vorbringen  als  nicht 
asylbeachtlich  zu  qualifizieren.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
hielten  somit  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss 
Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht 
stand. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar 
und  möglich  zu  bezeichnen.  Für  die  weitere  Begründung  wird  auf  die 
vorinstanzliche Verfügung verwiesen. 

C. 
Mit  Beschwerde  vom  9.  September  2011  (Poststempel)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer,  die 
Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft 

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anzuerkennen  und  es  sei  Asyl  zu  gewähren.  Zudem  sei  festzustellen, 
dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig,  unzumutbar  und 
unmöglich  sei  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen  sei.  In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung,  um  Beiordnung  einer 
amtlichen  Rechtsvertretung  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung 
wiederherzustellen.  Zudem  sei  die  zuständige  Behörde  vorsorglich 
anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme mit  den  Behörden  des Heimat­  oder 
Herkunftsstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu 
unterlassen.  Eventualiter  sei  er  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe 
darüber in einer separaten Verfügung zu informieren. Auf die Begründung 
der  Beschwerde  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Mit  der  Rechtsmittelschrift  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Fürsorgebestätigung vom 7. September 2011 zu den Akten. 

D. 
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  23.  September  2011  wurde  dem 
Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der 
Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig  wies  der  Instruktionsrichter  die 
Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  sowie  um  Erlass  des 
Kostenvorschusses  ab  und  verfügte,  dass  der  Beschwerdeführer  einen 
Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–  bis  zum  7.  Oktober  2011  zu  bezahlen 
habe. Der einverlangte Kostenvorschuss ging am 5. Oktober 2011 bei der 
Gerichtskasse ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 

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ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.    Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der 
Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Auf  die  Beschwerde  ist  somit  –  unter  Vorbehalt  der  nachstehenden 
Ausführungen (E. 1.4.) – einzutreten.

1.4.  Der  Beschwerde  kommt  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende 
Wirkung  zu  (Art.  55  Abs.  1  VwVG),  und  das  BFM  hat  in  der 
angefochtenen Verfügung einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende 
Wirkung nicht  entzogen  (vgl. Art.  55 Abs.  2 VwVG). Demzufolge  ist  auf 
das  Eventualbegehren  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden 
Wirkung  der  Beschwerde  mangels  Rechtsschutzinteresses  nicht 
einzutreten

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG).

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Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
4.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2. Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  erfüllt  eine  asylsuchende  Person 
die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile 
von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  solche  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  befürchten 
muss, sofern  ihr die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter,  in Art. 3 
Abs.  1  AsylG  aufgezählter  Verfolgungsmotive  zugefügt  worden  sind 
respektive zugefügt zu werden drohen. Begründete Furcht vor Verfolgung 
im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur 
Annahme  besteht,  Letztere  hätte  sich  –  aus  der  Sicht  im  Zeitpunkt  der 
Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zeit 
verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher 
Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen damit 
hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, 
die  bei  jedem  Menschen  in  vergleichbarer  Lage  Furcht  vor  Verfolgung 
und  damit  den  Entschluss  zur  Flucht  hervorrufen  würden.  Die  erlittene 
Verfolgung oder die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss 
zudem  sachlich  und  zeitlich  kausal  für  die  Ausreise  aus  dem  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  und  grundsätzlich  auch  im  Zeitpunkt  des 
Asylentscheides noch aktuell sein. Zudem muss feststehen, dass die von 
einer  Verfolgung  bedrohte  Person  über  keine  innerstaatliche 
Fluchtalternative  verfügt  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 7.1.  ff. 
S. 193 f. und dort zitierte Urteile).

5. 

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5.1. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung 
mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen,  dass  die  Asylvorbringen  des 
Beschwerdeführers nicht asylrelevant sind, weshalb diesbezüglich vorab 
auf  die  ausführlichen  und  zutreffenden  vorinstanzlichen Erwägungen  zu 
verweisen  ist  (vgl.  Ziffer  I,  Bst.  B.  vorstehend).  Die  Vorbringen  in  der 
Rechtsmittelschrift  sind  nicht  geeignet,  eine  Änderung  der 
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken, zumal diesen keine stichhaltigen 
Entgegnungen  zu  entnehmen  sind.  Beispielsweise  ist  der  Behauptung 
des  Beschwerdeführers  in  der  Rechtsmittelschrift,  wonach  er  ein 
Kriegsflüchtling  sei,  entgegenzuhalten,  dass  der  Bosnienkrieg  seit  1995 
beendet  ist  und  der  Beschwerdeführer  nicht  vorbringt,  sein  Heimatland 
aufgrund  des  Krieges  verlassen  zu  haben.  Gegen  eine  asylrelevante 
Verfolgung des Beschwerdeführers  in Bosnien und Herzegowina spricht 
im Übrigen der Umstand, dass er Ende 2009 freiwillig von Deutschland in 
sein Heimatland  zurückkehrte  (Akten BFM A 11/17, S.  3).  Es  ist  davon 
auszugehen, dass er bereits in Deutschland um Asyl ersucht hätte, hätte 
er  in  Bosnien  und  Herzegowina  tatsächlich  ernsthafte  Nachteile  zu 
befürchten gehabt. 

5.2. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 
nicht  gelungen  ist  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu machen, 
dass er  in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art.  3 AsylG erlitten 
hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle einer 
Rückkehr  nach  Bosnien  und  Herzegowina  befürchten  müsste.  Der 
Beschwerdeführer  vermag  mit  seinen  Beschwerdevorbringen  zu  keiner 
anderen  Betrachtungsweise  zu  führen,  weshalb  es  sich  erübrigt,  weiter 
darauf  einzugehen.  Das  BFM  hat  demnach  zu  Recht  die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint  und  das 
Asylgesuch abgelehnt.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

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7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. 
7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.2. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­

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Refoulements  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung  finden. Eine 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Bosnien  und  Herzegowina  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Bosnien  und  Herzegowina  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil 
vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Aufgrund  der  Akten  sowie  der  vorstehenden 
Erwägungen  im  Asylpunkt  ist  indessen  nicht  davon  auszugehen,  dass 
dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückschiebung in sein Heimatland 
eine  derartige  Gefahr  droht.  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  in  Bosnien  und  Herzegowina  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 
im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.3. 
7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.3.2.  Nach  Einschätzung  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  zum 
heutigen Zeitpunkt nicht von einer allgemeinen Situation der Gewalt oder 
von  kriegerischen  oder  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen  in  Bosnien 
und  Herzegowina  auszugehen,  welche  für  den  Beschwerdeführer  bei 
einer Rückkehr eine konkrete Gefährdung darstellen würden.

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7.3.3. Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers 
sind  keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs sprechen. Der Beschwerdeführer verfügt über eine 
gute  Ausbildung  ((…)  und  (…))  sowie  jahrelange  Berufserfahrung, 
weshalb  anzunehmen  ist,  er  könne  sich  in  seiner  Heimat  wieder 
wirtschaftlich  integrieren.  Soweit  er  in  der  Rechtsmittelschrift  geltend 
macht,  seine Nieren und seine Leber seien beschädigt,  ist  festzuhalten, 
dass diesbezüglich bis heute kein Arztbericht zu den Akten ging, weshalb 
diese  gesundheitlichen  Probleme  nicht  belegt  sind.  Daher  ist  davon 
auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  unter  keinen  gravierenden 
gesundheitlichen  Problemen  leidet,  weswegen  einer  Rückkehr  in  sein 
Heimatland  auch  keine  medizinischen  Gründe  entgegenstehen.  Dafür 
spricht  auch  seine Aussage  in  der  Beschwerde, wonach  er  trotz  seiner 
gesundheitlichen  Beschwerden  arbeitsfähig  sei.  Zudem  leben  gemäss 
seinen Angaben seine Mutter, seine beiden Brüder, seine beiden Kinder 
sowie  mehrere  Freunde  in  Bosnien  und  Herzegowina.  Vor  diesem 
Hintergrund  ist  davon  auszugehen,  dass  er  in  seiner  Heimat  über  ein 
soziales  Beziehungsnetz  verfügt,  welches  ihm  eine  Reintegration 
erleichtern kann. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von 
denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, genügen 
nicht,  um  eine  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG 
darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu bezeichnen.

7.3.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.4.  Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug zu Recht als 
zulässig,  zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt eine 
Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art.  83 Abs.  1­4 
AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 

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Seite 14

Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  abzuweisen,  soweit  darauf 
einzutreten ist. 

9. 
Mit  dem  negativen  Entscheid  in  der  Hauptsache  wird  der  Antrag  um 
vorsorgliche  Anweisung  an  die  zuständige  Behörde,  die 
Kontaktaufnahme mit  den Behörden des Heimat­  oder Herkunftsstaates 
sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  diese  zu  unterlassen, 
gegenstandslos. Hinsichtlich des Eventualbegehrens um Information des 
Beschwerdeführers  in  einer  separaten  Verfügung  im  Falle  einer  bereits 
erfolgten  Datenweitergabe  ist  festzustellen,  dass  gemäss  Akten  keine 
Daten  an  die  heimatlichen  Behörden  weitergegeben  wurden,  weshalb 
sich  auch  dieser  Antrag  mangels  Rechtsschutzinteresse  als 
gegenstandslos erweist.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG),  auf 
insgesamt  Fr.  600.–  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  5. 
Oktober  2011  in  derselben  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 5. Oktober 2011  in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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