# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ccd0529-5cfc-55ec-9ec4-8151c55166ca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.05.2008 C-2618/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2618-2006_2008-05-13.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2618/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  M a i  2 0 0 8

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,
Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiberin Dominique Gross.

S._______, Deutschland,
vertreten durch Herrn Advokat Martin Boltshauser, 
c/o Procap, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz,

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2618/2006

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung vom 7. April 2003 hatte die IV-Stelle für Versicherte im 
Ausland (nachfolgend: IV-Stelle) der im Jahr 1945 geborenen schwei-
zerischen Staatsangehörigen S._______ mit  Wirkung ab dem 1. Juli 
2002 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (IV-Akt. 37). Diese Verfü-
gung basierte auf einem nach der gemischten Methode berechneten 
Invaliditätsgrad  von  61%,  bei  Gonarthrose  beidseits,  Coxarthrose 
rechts,  vertebragenen  Rückenschmerzen  (thorakolumbal  mit  leichter 
Funktionseinschränkung  und  ohne  radikuläre  Ausfälle),  Grosszehen-
grundgelenkarthrose beidseitig und Adipositas. 

B.
Aufgrund der am 1. Januar 2004 geänderten Rechtslage, wonach neu 
bei  einem Invaliditätsgrad  zwischen  60  und 70% Anspruch  auf  eine 
Dreiviertelsrente besteht, verfügte die IV-Stelle am 2. Juli 2004 auf der 
Basis des der Verfügung vom 7. April 2003 zugrunde liegenden Sach-
verhalts  die  Gewährung  einer  Dreiviertelsrente  mit  Wirkung  ab  dem 
1. Januar  2004  (IV-Akt.  41).  Diese  Verfügung  ist  unangefochten  in 
Rechtskraft erwachsen. 

C.
Am 12. November  2004 beantragte  S._______ die  revisionsmässige 
Zusprechung einer ganzen Invalidenrente, da sich ihr Gesundheitszu-
stand verschlechtert habe (IV-Akt. 42). Aus den im Rahmen dieses Re-
visionsgesuchs eingereichten Unterlagen (IV-Akt. 43-56) ergibt sich im 
Wesentlichen, dass S._______  an persistierenden Schmerzen insbe-
sondere in den Kniegelenken leidet und sich am 7. April 2003 einer To-
talendoprothese  am  rechten  Kniegelenk  unterzogen  hat  (vgl.  hierzu 
insbesondere  den  ausführlichen  Operationsbericht  von  Dr.  med. 
T._______  vom  Zentrum  für  Arthroskopie  und  Endoprothetik  vom 
7. April 2003; Bericht von Dr. med. T._______ an Dr. med. W._______ 
vom 18. April 2003, wonach die Operation und der direkte postoperati-
ve Verlauf komplikationslos waren und die Patientin am 18. April 2003 
bei subjektivem Wohlbefinden aus der stationären Behandlung entlas-
sen  werden  konnte;  Bericht  von  Dr.  med.  T._______  an  Dr.  med. 
W._______  betreffend  die  Kontrolluntersuchung  vom  15.  Oktober 
2003,  wonach sich auf  dem Röntgenbild eine korrekte Implantatlage 
zeige ohne Lockerung; Bericht  von Dr. med. T._______ an Dr. med. 
W._______ vom 6. Oktober 2004, wonach Schmerzen im rechten Knie 

Seite 2

C-2618/2006

beklagt  worden  seien  [keine  Beschwerdenlinderung  nach 
Totalendoprothese],  Diagnostizierung  einer  Bursitis  praepatellaris, 
welche am 19. November 2004 mittels Bursektomie behandelt werden 
sollte;  Bericht  von Dr. med. P._______  an Dr. med. W._______ vom 
15. Oktober 2004, in welchem auf nicht sehr ausgeprägte Lockerungs-
zeichen im rechten Knie hingewiesen wurde; der intensive pathologi-
sche Prozess des linken Kniegelenkes zeuge von der zunehmenden 
Aktivität einer hier gelegenen Gonarthrose mit gonarthritischer Begleit-
komponente.).

D.
Namentlich aufgrund dieser Dokumente gelangte Dr. med. I._______ 
in ihrer Stellungnahme vom 14. Februar 2005  zu Handen der IV-Stelle 
(IV-Akt.  57-59)  zum  Ergebnis,  dass  die  Arbeitsunfähigkeit  von 
S._______ in ihrer ehemaligen Tätigkeit als Bürokauffrau unverändert 
70% betrage. Bei der Betätigungsmöglichkeit im Haushalt ergebe sich 
gemäss dem Fragebogen für Versicherte im Haushalt eine Einschrän-
kung von 60%.

E.
Auf dieser Grundlage verfügte die IV-Stelle am 17. Februar 2005, dass 
S._______ – bei einem nach der gemischten Methode eruierten Invali-
ditätsgrad von 65% – unverändert Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 
habe (IV-Akt. 61).

F.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  S._______  mit  Eingabe  vom 4.  April 
2005, ergänzt am 25. April 2005, Einsprache (IV-Akt. 63 und 66). Sie 
beantragte die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente, eventualiter 
die  Anordnung  zusätzlicher  medizinischer  Abklärungen. Ihr  Gesund-
heitszustand habe sich erheblich verschlechtert,  wie sich namentlich 
aus dem Bericht des Orthopäden Dr. med. W._______ vom 17. März 
2005 ergebe, der abgesehen von den aktenkundigen Diagnosen einen 
Verdacht auf eine TEP-Lockerung im rechten Knie diagnostiziert habe, 
die  zur  gegebenen  Zeit  eine  weitere  Operation  erforderlich  machen 
würde. Weiter rügte sie die der Verfügung vom 17. Februar 2005 zu-
grunde  liegende  neue  Gewichtung  der  einzelnen  Aufgaben  und  die 
Einschätzung ihrer Einschränkung im Aufgabenbereich. 

G.
Mit Einspracheverfügung vom 20. Dezember 2005 (IV-Akt. 69) wies die 
IV-Stelle die Einsprache gestützt auf die Stellungnahme von Dr. med. 

Seite 3

C-2618/2006

I._______ vom 15. Dezember 2005 (IV-Akt. 68) ab. Diese halte daran 
fest,  dass die Lockerungszeichen im rechten Knie kein Ausmass er-
reichten, welches eine Anhebung der Arbeitsunfähigkeit auf über 70% 
in einer leichten und überwiegend sitzenden Bürotätigkeit rechtfertigen 
würde.  Hinsichtlich  der  Invaliditätsbemessung  im  Haushaltsbereich 
passte  Dr. med. I._______ ihre  Gewichtung nun der  ursprünglichen, 
von  Dr. med. H._______  in  ihrer  Stellungnahme vom 10. Dezember 
2002 eruierten Gewichtung an. Ebenso erhöhte sie ihre Einschätzung 
der  Invalidität  im  Bereich  der  Wohnungspflege  –  entsprechend  der 
Stellungnahme von Dr. med. H._______ – von 80 auf 100%, so dass 
sich insgesamt im Haushaltsbereich eine Einschränkung von gut 63% 
ergebe.  In  Anwendung  der  gemischten  Methode  berechnete  die  IV-
Stelle folglich einen Invaliditätsgrad von 66 2/3%, der einen Anspruch 
auf eine Dreiviertelsrente indiziere. 

H.
Mit  Eingabe vom 23. Januar 2006 erhebt  S._______ (im Folgenden: 
Beschwerdeführerin)  Beschwerde  bei  der  eidgenössischen  AHV/IV-
Rekurskommission für die im Ausland wohnenden Personen. Sie bean-
tragt,  die  Einspracheverfügung vom 20. Dezember  2005 aufzuheben 
und ihr eine ganze Invalidenrente zu gewähren, eventualiter die Ange-
legenheit zur ergänzenden Abklärung des Sachverhalts an die Vorins-
tanz zurückzuweisen. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, 
dass sich ihr Gesundheitszustand erheblich verschlechtert habe, was 
die IV-Stelle jedoch nur beschränkt berücksichtigt habe. 

I.
In ihrer Vernehmlassung vom 15. Februar 2006 beantragt die IV-Stelle 
die Abweisung der Beschwerde. 

J.
Mit Eingabe vom 23. Februar 2006 hält die Beschwerdeführerin an ih-
rer Beschwerde fest. 

K.
Am 1. Januar 2007 geht das Verfahren auf das Bundesverwaltungsge-
richt über. Gegen die am 14. März 2007 beziehungsweise am 7. Mai 
2008 mitgeteilte Zusammensetzung des Spruchkörpers wurden keine 
Einwände erhoben. 

Seite 4

C-2618/2006

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist,  die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen 
Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten 
der Departemente hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt ge-
mäss  Art.  53  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesverwal-
tungsgericht vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nach neuem Ver-
fahrensrecht.

1.2 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit  Art. 33 Bst. d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-
gen  der  schweizerischen  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland.  Eine 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VVG liegt nicht vor.

1.3 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet 
das  VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit 
das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss 
Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invaliden-
versicherung (Art. 1a-26bis und 28-70) anwendbar, soweit das IVG nicht 
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.

1.4 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtenen Einsprache-
verfügung im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert.  

1.5 Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  (Art.  60 
ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist  auf  die Beschwerde 
einzutreten.

2.
Vorliegend verlangt die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde vom 
23. Januar 2006 eine Erhöhung der ihr mit Einspracheverfügung vom 
20. Dezember 2005 revisionsweise weitergewährten Dreiviertelsrente.

Seite 5

C-2618/2006

2.1 In  zeitlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329). 

Für das vorliegende Verfahrens ist deshalb das per 1. Januar 2003 in 
Kraft getretene ATSG anwendbar. Bei den materiellen Bestimmungen 
des IVG und des der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV, SR 831.201) ist  auf  die Fassung gemäss den 
am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Änderungen (4. IV-Revision) ab-
zustellen. Nicht  zu berücksichtigen sind  die  durch die 5. IV-Revision 
eingeführten Änderungen, welche am 1. Januar 2008 in Kraft getreten 
sind (AS 2007 5129). Im Folgenden werden deshalb die ab 1. Januar 
2004 (bis Ende 2007) gültig gewesenen Bestimmungen des IVG und 
der IVV zitiert. 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte bei einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente, 
bei mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente, bei mindestens 
50 Prozent auf eine halbe Rente und auf eine Viertelsrente, wenn sie 
mindestens zu 40 Prozent invalid sind.

2.3 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente auf Gesuch hin für die 
Zukunft  entsprechend  erhöht,  herabgesetzt  oder  aufgehoben,  wenn 
sich  der  Invaliditätsgrad  des  Rentenbezügers  erheblich  verändert. 
Nach der  Rechtsprechung des Bundesgerichts  ist  die  Invalidenrente 
nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustan-
des, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen  des  an  sich  gleich  gebliebenen  Gesundheitszustands  er-
heblich verändert haben. Dagegen ist die unterschiedliche Beurteilung 
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhalts kein Re-
visionsgrund;  unterschiedliche  Beurteilungen  sind  revisionsrechtlich 
nur dann beachtlich, wenn sie Ausdruck von Änderungen der tatsächli-
chen Verhältnisse sind (BGE 117 V 199 E. 3b, 112 V 390 E. 1b; ZAK 
1987 S. 36 ff.).

3.

3.1 Zeitlicher  Referenzpunkt  für  die  Prüfung einer  anspruchserhebli-
chen Änderung bildet gemäss der Rechtsprechung die letzte (der ver-
sicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer 
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach-
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom-

Seite 6

C-2618/2006

mensvergleichs (sofern dies durch die Methode der Invaliditätsbestim-
mung indiziert  wird und Anhaltspunkte für  eine Änderung in  den er-
werblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestehen) beruht 
(BGE 133 V 108, mit Hinweisen).

Als Ausgangspunkt für eine allfällige rentenrelevante Veränderung des 
Gesundheitszustands  ist  somit  vorliegend  auf  die  Verfügung  vom 
7. April  2003 abzustellen, da die spätere Verfügung vom 2. Juli  2004 
nicht auf einer materiellen Prüfung beruht, sondern lediglich aufgrund 
der am 1. Januar 2004 geänderten Rechtslage erlassen wurde.  

3.2 Auf das von der Beschwerdeführerin am 12. November 2004 ge-
stellte Gesuch um Revision der ihr zugesprochenen Invalidenrente ist 
die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. Februar 2005 eingetreten. Das Ver-
fahren mündete schliesslich in  die vorliegend angefochtene Einspra-
cheverfügung vom 20. Dezember 2005. 

Da  das  Sozialversicherungsgericht  bei  der  Beurteilung  eines  Falles 
grundsätzlich auf  den im Zeitpunkt  des Erlasses des angefochtenen 
Verwaltungsaktes  eingetretenen  Sachverhalt  abstellt  (BGE  129  V 
E. 1.2 mit Hinweisen), sind eventuelle nach dem 20. Dezember 2005 
eingetretene Sachverhaltsänderungen vorliegend nicht zu berücksich-
tigen (BGE 121 V 366 E. 1b). 

3.3 Im Ergebnis ist folglich vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, 
ob sich der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin zwischen 
dem Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 7. April 2003 und der 
hier streitigen Einspracheverfügung vom 20. Dezember 2005 in renten-
relevanter Weise verändert hat. 

4.
Gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV ist vom Versicherten im Revisionsgesuch 
glaubhaft  zu machen, dass sich der  Grad der  Invalidität  in einer für 
den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. 

Tritt die Verwaltung auf das Gesuch ein, so hat sie die Sache materiell 
abzuklären und sich zu vergewissern, ob die vom Versicherten glaub-
haft  gemachte  Veränderung  des  Invaliditätsgrades  auch  tatsächlich 
eingetreten ist.  Der Untersuchungsgrundsatz verlangt dabei, dass die 
IV-Stelle  Abklärungen  vorzunehmen  oder  zu  veranlassen  hat,  wenn 
hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 

Seite 7

C-2618/2006

ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 
282 E. 4).  

4.1 Vorliegend ist die IV-Stelle auf das Gesuch der Beschwerdeführe-
rin um Revision der Invalidenrente eingetreten.

Eine  rentenrelevante  Veränderung  ihres  Gesundheitszustands  er-
scheint  denn  auch dem Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  Ak-
tenlage  ohne  weiteres  als  glaubhaft:  So  musste  sich  doch  die  Be-
schwerdeführerin am 7. April  2003 einer Totalendoprothese am rech-
ten Knie unterziehen, deren Heilverlauf in die gleichentags erlassene 
rentenzusprechende Verfügung der IV-Stelle nicht einbezogen werden 
konnte  (vgl.  hierzu  die  in  Erw.  E  zitierten  Berichte  von  Dr.  med. 
T._______ betreffend die Operation und den postoperativen Verlauf). 
Der Orthopäde Dr. med. W._______ äusserte in seinem Bericht vom 
17. März 2005 einen Verdacht auf eine TEP-Lockerung und hielt fest, 
dass seit der Operation eine erhebliche Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes  eingetreten  sei.  Auch  Dr. med. P._______  diagnosti-
zierte in seinem radiologischen Bericht vom 15. Oktober 2004 (nicht 
sehr  ausgeprägte)  Lockerungszeichen im rechten Knie  und eine zu-
nehmende Aktivität der im linken Kniegelenk gelegenen Gonarthrose 
mit  gonarthritischer  Begleitkomponente. Aufgrund  der  aktenkundigen 
Unterlagen bestehen somit Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheits-
zustand  der  Beschwerdeführerin  im  relevanten  Zeitraum  rentenrele-
vant verändert haben könnte. 

4.2 Die oben erwähnte ärztliche Dokumentation erlaubt jedoch nicht, 
einen  solchen  Schluss  mit  der  erforderlichen  überwiegenden  Wahr-
scheinlichkeit anzunehmen: So äussern sich die Berichte (aufgrund ih-
rer  Zweckbestimmung)  namentlich  nicht  darüber,  welche  Funktionen 
wie eingeschränkt sind, und sie enthalten auch keine konkreten Aus-
sagen über die verbliebene, aus medizinischer Sicht zumutbare Betäti-
gungsmöglichkeit (hierzu: GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.], Versicherungs-
medizinische Gutachten, Bern 2007, S. 19). Für die beweiskräftige Ver-
wendung  im  schweizerischen  Invalidenrentenverfahren  erweisen  sie 
sich deshalb als unvollständig. 

4.3 Dr. med. I._______, die den Fall einzig aufgrund der Akten beurtei-
len  konnte,  attestierte  der  Beschwerdeführerin  in  ihren  Stellungnah-
men vom 14. Februar 2005 und vom 15. Dezember 2005 zu Handen 
der IV-Stelle  für  leichte Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit  von 70%, 
für die Tätigkeit im Haushalt eine Einschränkung von 60 respektive (in 

Seite 8

C-2618/2006

ihrer  zweiten  Stellungnahme)  von  63%.  Sie  zog  damit  aus  der 
medizinischen Dokumentation, die sich zur Frage der Arbeitsunfähig-
keit nicht äussert, selbständig einen Schluss. Ausschliesslich aufgrund 
der ihr zur Verfügung gestellten Akten lässt sich allerdings ein solcher 
Schluss  nach Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  mit  dem 
erforderlichen  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit 
ziehen.  Entsprechend  besteht  die  Funktion  dieser  IV-ärztlichen 
Stellungnahmen im Sinne von Art. 49 Abs. 3 IVV auch im Wesentlichen 
(lediglich)  darin,  den  medizinischen  Sachverhalt  zusammenzufassen 
und  zu  würdigen  (siehe  hierzu  Urteil  des  Bundesgerichts, 
9C_561/2007 vom 11. März 2008, E. 5.2.2). 

4.4 Nach dem Gesagten bestehen aufgrund der aktenkundigen Unter-
lagen  Anhaltspunkte,  dass  sich  der  Gesundheitszustand  der  Be-
schwerdeführerin  im  fraglichen  Zeitraum vom 7. April  2003  bis  zum 
20. Dezember 2005 rentenrelevant  verändert  haben könnte. Es lässt 
sich allerdings der medizinischen Dokumentation nicht mit dem erfor-
derlichen Beweisgrad der  überwiegenden Wahrscheinlichkeit  entneh-
men,  ob und  allenfalls  inwiefern  genau  sich  die  Arbeitsfähigkeit  der 
Beschwerdeführerin als Bürokauffrau und im Aufgabenbereich in die-
sem Zeitraum (rentenrelevant) verändert hat. Eine orthopädische Be-
gutachtung der Beschwerdeführerin erweist sich deshalb für die Beur-
teilung des streitigen Umfangs des Rentenanspruchs als unabdingbar. 

4.5 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das 
den  Sachverhalt  als  ungenügend  abgeklärt  erachtet,  im  Prinzip  die 
Wahl, die Sache zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zu-
rückzuweisen oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen (ZAK 
1987 S. 264 E. 2a). Bei festgestellter  Abklärungsbedürftigkeit  verletzt 
die Rückweisung der Sache an die Verwaltung als solche weder den 
Untersuchungsgrundsatz  noch  das  Gebot  eines  einfachen  und  ra-
schen Verfahrens. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Rück-
weisung  an  die  Verwaltung  einer  Verweigerung  des  gerichtlichen 
Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn aufgrund be-
sonderer  Gegebenheiten nur  ein Gerichtsgutachten oder  andere  ge-
richtliche  Beweismassnahmen  geeignet  wären,  zur  Abklärung  des 
Sachverhaltes  beizutragen),  oder  wenn  die  Rückweisung  nach  den 
Umständen als  unverhältnismässig  bezeichnet  werden müsste  (BGE 
122 V 163 E. 1d; RKUV 1989 K 809 S. 207 E. 4). Vorliegend sind keine 
Gründe ersichtlich, die der Rückweisung der Sache zur weiteren Ab-
klärung an die IV-Stelle entgegenstehen würden.

Seite 9

C-2618/2006

5.
Die Beschwerde ist somit insofern teilweise gutzuheissen, als die an-
gefochtene Einspracheverfügung vom 20. Dezember 2005 aufgehoben 
und die Sache zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachver-
halts, namentlich zur Einholung eines orthopädischen Gutachtens, das 
sich über den Gesundheitszustand und über dessen Auswirkung auf 
die  Arbeitsfähigkeit  in  der  Erwerbstätigkeit  als  Bürokauffrau  und  im 
Aufgabenbereich  ausspricht,  an  die  IV-Stelle  zurückgewiesen  wird, 
welche anschliessend eine neue Verfügung zu erlassen hat.

6.  

6.1 Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

6.2 Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 64 
Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. 
Dezember 2006 (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Vorinstanz. Diese wird auf Fr. 1'500.- festge-
setzt. 

Seite 10

C-2618/2006

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen  und  die  angefochtene 
Einspracheverfügung vom 20. Dezember 2005 aufgehoben.

2.
Die Sache wird zur Feststellung des Sachverhalts und zum Erlass ei-
ner neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von Fr. 1'500.- zu bezahlen. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Dominique Gross

Seite 11

C-2618/2006

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG,  SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Be-
schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 12