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**Case Identifier:** 935f2cd9-bb3a-5f97-a10d-fddba691b0f3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.04.2024 100 2023 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-89_2024-04-15.pdf

## Full Text

100.2023.89U
STE/SCN/CHS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. April 2024

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Schaller

A.________ AG
vertreten durch Rechtsanwalt ...

Beschwerdeführerin

gegen

Einwohnergemeinde Wilderswil

Beschwerdegegnerin

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

sowie

B.________AG

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2024, Nr. 100.2023.89U, 
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betreffend Baupolizei; nachträgliche Bewilligung eines Abstellplatzes und 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands (Entscheid der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 9. Februar 2023; 
BVD 110/2022/175)

Prozessgeschichte:

A.

Die A.________ AG betreibt als Mieterin des Betriebsgebäudes auf der Bau-
rechtsparzelle Matten bei Interlaken Gbbl. Nr. 1.___ eine Transportunterneh-
mung. Die Parzelle befindet sich im Sektor 3 der Arbeitszone innerhalb des 
Perimeters der Überbauungsordnung «Arbeitszonen im Gebiet SF – 
Halle 1» der Einwohnergemeinden (EG) Matten bei Interlaken und Wilders-
wil (nachfolgend: ÜO «SF – Halle 1»). Im Frühjahr 2022 stellte die EG Wil-
derswil u.a. fest, dass die A.________ AG auf der gegenüberliegenden Par-
zelle Wilderswil Gbbl. Nr. 2.___ der B.________AG, die sich südlich der In-
dustriestrasse und ebenfalls im Perimeter der ÜO SF Halle 1 befindet, einen 
Lagerplatz, eine gekofferte Manövrierfläche und zwei asphaltierte Aus- bzw. 
Einfahrten erstellt hatte. Mit Verfügung vom 5. August 2022 ordnete sie die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands an. Hierauf reichte die 
A.________ AG am 31. August 2022 ein nachträgliches Baugesuch für ei-
nen provisorischen Lagerplatz für Abrollmulden auf der Parzelle Nr. 2.___ 
ein. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2022 verweigerte die EG Wilderswil die 
nachgesuchte Bewilligung (Bauabschlag) und ordnete die Wiederherstellung 
des rechtmässigen Zustands an.

B.

Gegen diese Verfügung erhob die A.________ AG am 4. November 2022 
Beschwerde bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). 
Mit Entscheid vom 9. Februar 2023 wies die BVD die Beschwerde ab und 
ergänzte Ziffer 5.2 der Verfügung der EG Wilderswil vom 11. Oktober 2022 

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mit der Androhung der Ersatzvornahme, sollte die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustands nicht innert Frist erfolgen.

C.

Dagegen hat die A.________ AG am 8. März 2023 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Sie beantragt, der Entscheid der BVD sei aufzuheben 
und die Sache sei zwecks Publikation des nachträglichen Baugesuchs und 
erneutem Entscheid über dieses an die EG Wilderswil bzw. an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. Eventuell sei ihr die Baubewilligung für den Neubau eines 
Lagerplatzes auf dem Grundstück Wilderswil Gbbl. Nr. 2.___ zu erteilen. 
Subeventuell sei auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu 
verzichten.

Die EG Wilderswil verzichtet mit Eingabe vom 3. April 2023 auf eine Stel-
lungnahme und verweist auf die Vorakten. Die BVD schliesst mit Vernehm-
lassung vom 16. März 2023 auf Abweisung der Beschwerde. Die von Amtes 
wegen am Verfahren beteiligte Grundeigentümerin B.________AG hat sich 
nicht vernehmen lassen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 49 Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 
[BauG; BSG 721.0]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Ver-
fahren teilgenommen, ist als Adressatin der Wiederherstellungsanordnung 
durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 

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VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 BauG). Die Bestimmungen 
über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

Umstritten ist, ob der Lagerplatz mit den kommunalen Zonenvorschriften ver-
einbar ist.

2.1 Eine Baubewilligung setzt unter anderem voraus, dass die Bauten 
und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen, mithin zonenkon-
form sind (Art. 22 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über 
die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700; Art. 2 BauG]). An-
knüpfungspunkt für die Beurteilung der Zonenkonformität bilden die von der 
Gemeinde für den betreffenden Zonentyp erlassenen Vorschriften (vgl. Art. 4 
i.V.m. Art. 69 Abs. 1 und 2 Bst. a BauG; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum 
bernischen BauG, Band I/II, 5. Aufl. 2020/2024, Art. 71 N. 4).

2.2 Bei der Auslegung von kommunalen Erlassen ist zu beachten, dass 
Gemeinden im Bereich ihrer Bau- und Zonenplanung im Rahmen der ge-
setzlichen Regelungen und der übergeordneten Planung autonom sind 
(vgl. Art. 109 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1] und Art. 65 
Abs. 1 BauG). Diese Autonomie beschränkt sich nicht auf den Bereich der 
Rechtsetzung; insbesondere wo eine Gemeinde zum Erlass von Rechtsnor-
men berechtigt ist, kommt ihr grundsätzlich auch bei deren Anwendung ein 
gewisser Beurteilungsspielraum zu. Es ist deshalb vorab Sache der Ge-
meinde zu bestimmen, wie sie eine eigene Vorschrift verstanden haben will. 
Wird die Anwendung einer von ihr erlassenen Bestimmung Gegenstand ei-
nes Beschwerdeverfahrens, haben die Rechtsmittelinstanzen zu prüfen, ob 
die von der Gemeinde geltend gemachte Auslegung rechtlich haltbar ist. Sie 
auferlegen sich mit andern Worten eine gewisse Zurückhaltung gegenüber 
der Auffassung der Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine 

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andere Bedeutung der umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und 
rechtlich vertretbar wäre (statt vieler BVR 2023 S. 25 E. 5.5 mit Hinweisen).

2.3 Die Parzelle Wilderswil Gbbl. Nr. 2.___ mit dem Betriebsgebäude der 
von Amtes wegen am Verfahren beteiligten Grundeigentümerin sowie dem 
Lagerplatz der Beschwerdeführerin befindet sich gemäss Zonenplan der 
EG Wilderswil (einsehbar unter: <www.wilderswil.ch>, Rubriken «Informati-
onen/Reglemente») im Perimeter der ÜO «SF Halle 1», im Sektor 3 der Ar-
beitszone (act. 7A4); das Gleiche gilt gemäss Zonenplan 1 der EG Matten 
bei Interlaken (einsehbar unter: <www.matten.ch>, Rubriken «Verwal-
tung/Gemeindeschreiberei/Reglemente und Verordnungen») für die Bau-
rechtsparzelle Matten Gbbl. Nr. 1.___, auf der die Beschwerdeführerin ihr 
Transportunternehmen betreibt. Die Überbauungsvorschriften (nachfolgend: 
ÜV) der ÜO «SF Halle 1» lauten – soweit hier interessierend – wie folgt (in 
der Fassung vom 8./12. Dezember 2011, act. 7A3; vgl. auch ursprüngliche, 
redaktionell leicht andere Fassung vom 8./20. Dezember 1999, act. 7A3):

Art. 3 Ziel und Zweck
1 Die Überbauungsordnung bezweckt die Schaffung einer attraktiven Ar-
beitszone zur Ansiedlung neuer Betriebe und die Schaffung neuer Ar-
beitsplätze.

Art. 5 Nutzungsart
1 In der Arbeitszone dürfen Gewerbe-, Industrie- und Bürobauten reali-
siert werden. Vorbehalten bleiben Abs. 3 und Art. 9 Abs. 2. 
2 Ziel ist die Ansiedlung von Betrieben mit Arbeitsplätzen und hoher 
Wertschöpfung.
3 In der Arbeitszone nicht zulässig sind: 

a) Reine Lagerplätze 
b) Publikumsintensive Betriebe mit hohem Verkehrsaufkommen, wie 

Einkaufszentren, Fachmärkte und dgl.
c) Nicht betriebsnotwendige Wohnungen 

[…]

Art. 9 Sektoreneinteilung
1 Die Sektoren 1 und 2 dürfen sofort überbaut respektive baulich genutzt 
werden.
2 Der Sektor 3 ist primär für grössere Betriebe reserviert. Kleinere Be-
triebe können dort angesiedelt werden, wenn in den Sektoren 1 und 2 
keine geeigneten Flächen mehr vorhanden sind.

2.4 Die BVD kam zum Schluss, dass die Auslegung der EG Wilderswil, 
wonach es sich beim Lagerplatz der Beschwerdeführerin auf der Parzelle 

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Wilderswil Gbbl. Nr. 2.___ um einen reinen Lagerplatz im Sinn von Art. 5 
Abs. 3 Bst. a ÜV handle, rechtlich haltbar sei. Der Wortlaut der Bestimmung 
könne so verstanden werden, dass ein reiner Lagerplatz vorliege, wenn kein 
dazugehörender Betrieb innerhalb des Perimeters der ÜO SF Halle 1 be-
stehe, dessen Tätigkeit über die Lagerung hinausgehe oder auch noch an-
dere Bereiche als die Lagerung umfasse. Hinsichtlich der Zugehörigkeit 
bleibe aber die erforderliche Nähe bzw. Distanz eines Lagerplatzes zu einem 
Betrieb sowohl nach dem Wortlaut als auch der Systematik der Norm unklar. 
Die Gemeinde scheine eine parzellenbezogene Betrachtung vorzunehmen. 
Soweit sich auf der gleichen Parzelle kein zum Lagerplatz gehörender Be-
trieb befinde, handle es sich danach um einen reinen Lagerplatz. Diese Aus-
legung befand die BVD namentlich gestützt auf die Materialien sowie Sinn 
und Zweck der massgebenden Vorschriften als vertretbar. Oberstes Ziel der 
Planung sei die Schaffung von Arbeitsplätzen als Kompensation für die auf 
dem Bödeli verlorengegangenen EMD-Arbeitsplätze gewesen. Die EG Mat-
ten bei Interlaken und Wilderswil hätten die Ansiedlung von Betrieben mit 
hoher Wertschöpfung angestrebt, wenn möglich aus dem High-Tech-Bereich 
oder mit Synergien zu Flugbetrieb und Wartung. Mit der Planung für das 
Flugplatzgelände hätten die Gemeinden die Grundlage für eine verdichtete 
Nutzung ohne übertrieben grosse Lücken sowie für möglichst viele neue Ar-
beitsplätze schaffen wollen. Brachliegende Flächen und reine Lagerflächen 
sollten hingegen vermieden werden. Aufgrund dieser Zielsetzung sei davon 
auszugehen, dass die Gemeinden Lagerplätze nur zulassen wollten, soweit 
sie sich auf der gleichen Parzelle wie der dazugehörige Betrieb befänden. 
Ansonsten bestünde die Gefahr, dass in einem Bereich der ÜO grosse Be-
triebsgebäude und in einem anderen Bereich grosse Lagerplätze erstellt 
würden, so dass faktisch die Hälfte der Parzellen als Lagerflächen genutzt 
würden. Der Lagerplatz der Beschwerdeführerin befinde sich nicht auf der 
gleichen Parzelle wie das Betriebsgebäude, in der sie tätig sei. Das Betriebs-
gebäude der von Amtes wegen am Verfahren beteiligten Grundeigentümerin 
der Parzelle Wilderswil Gbbl. Nr. 2.___ befinde sich zwar auf der gleichen 
Parzelle, könne aber mangels Zusammenhangs mit dem Lagerplatz nicht als 
zugehörig gelten. Somit gelte der Lagerplatz der Beschwerdeführerin als rei-
ner Lagerplatz und sei nicht zonenkonform. Eine Ausnahme könne nicht ge-
währt werden; es liege weder ein Ausnahmegesuch noch ein Ausnahme-
grund vor (angefochtener Entscheid E. 3a-g).

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2.5 Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass es sich bei ihrem Lagerplatz 
um einen reinen Lagerplatz im Sinn von Art. 5 Abs. 3 Bst. a ÜV handelt. Ent-
gegen den Erwägungen der Vorinstanz habe die EG Wilderswil die Bestim-
mung nie dahingehend ausgelegt, dass sich ein Lagerplatz zwingend auf 
derselben Parzelle befinden müsse wie das zugehörige Betriebsgebäude. 
Vielmehr habe die Gemeinde sich nicht mit der Frage auseinandergesetzt, 
was unter dem Begriff «reiner Lagerplatz» zu verstehen sei. Da die parzel-
lenweise Betrachtung nicht von der Gemeinde stamme, könne sie auch nicht 
mit der Gemeindeautonomie begründet werden. Wie die Vorinstanz zudem 
zutreffend festgestellt habe, dürfe vom klaren Wortlaut einer Norm nur abge-
wichen werden, wenn anzunehmen sei, dass dieser nicht den wahren Sinn 
der Bestimmung wiedergebe. Das sei hier nicht der Fall. Vielmehr sei der 
Ausdruck «reiner Lagerplatz» eindeutig so zu verstehen, dass nur Lager-
plätze verboten seien, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit einem 
am gleichen Ort gelegenen Hauptbetrieb stünden, dem sie dienen. Bestehe 
ein solcher Zusammenhang, handle es sich nicht um einen reinen Lager-
platz, sondern um einen Betriebsbestandteil. Ob der Zweck der Planung er-
reicht werde, hänge zudem nicht davon ab, ob der einem Betrieb dienende 
Lagerplatz zufälligerweise auf der gleichen oder auf einer Nachbarparzelle 
liege. Es könne schon aus ökologischen Gründen nicht Sinn und Zweck der 
Norm sein, jegliche Lagerflächen kategorisch auszuschliessen, die nicht 
zwingend auf die Nähe zum Hauptbetrieb angewiesen seien. Die Auslegung 
der Überbauungsvorschriften durch die Vorinstanz sei somit unzutreffend 
und der Lagerplatz sei als zonenkonform zu bewilligen (Beschwerde S. 5 ff.).

3.

3.1 Art. 5 Abs. 3 Bst. a ÜV verbietet in der Arbeitszone der 
ÜO «SF Halle 1» reine Lagerplätze. Über die Bedeutung des Begriffs «rei-
ner» Lagerplatz gibt der Wortlaut der Bestimmung entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin keinen eindeutigen Aufschluss. Immerhin spricht er 
dafür, dass in der Arbeitszone nicht jegliche Lagerflächen ausgeschlossen 
sind, sondern nur jene, die keinen bestimmten Bezug zu einer ausdrücklich 
zugelassenen Gewerbe-, Industrie- oder Büronutzung im Sinn von Art. 5 
Abs. 1 und 2 ÜV haben. Wie dieser Bezug örtlich und sachlich aussehen 

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muss, erschliesst sich allein aus dem Wortlaut der Norm hingegen nicht. Die 
BVD hat diese Frage folglich zu Recht anhand der weiteren Auslegungsele-
mente untersucht. Sie ist zum Schluss gekommen, hier fehle der enge örtli-
che Bezug zwischen Lagerplatz und Betrieb, müssten sich diese doch auf 
der gleichen Parzelle befinden. So weit geht die EG Wilderswil entgegen der 
BVD wohl nicht. Vor der Vorinstanz führte sie aus, die Beschwerdeführerin 
habe selber festgehalten, der Platz diene als reiner Lagerplatz. Das Trans-
portunternehmen erfordere diesen Lagerplatz nicht in unmittelbarer Nähe 
des Betriebs (vgl. Stellungnahme vom 9.11.2022 Ziff. 1.3, Akten BVD 3A 
pag. 30, nachfolgend: Stellungnahme vom 9.11.2022). Damit bezieht sich 
die Gemeinde zwar auch auf die örtliche Nähe von Lagerfläche und Ge-
schäftsbetrieb. Entscheidend ist für sie aber nicht, dass beide auf der glei-
chen Parzelle liegen, sondern dass die Lagerfläche für zonenkonforme ge-
werbliche Tätigkeiten unentbehrlich ist. Ob darin ein rechtlich vertretbares 
Verständnis der massgebenden Norm liegt, ist namentlich mit Blick auf die 
Materialien zu entscheiden.

3.2 Art. 3 ÜV beschreibt als Ziel und den Zweck der ÜO «SF – Halle 1» 
die Schaffung einer attraktiven Arbeitszone zur Ansiedlung neuer Betriebe 
und die Schaffung neuer Arbeitsplätze (in der Fassung vom 8./12. Dezember 
2011, act. 7A3; vgl. auch ursprüngliche, redaktionell leicht andere Fassung 
vom 8./20. Dezember 1999, act. 7A3). Wie bereits die BVD zutreffend aus-
geführt hat, war das oberste Ziel der gemeinsamen Planung der Gemeinden 
Wilderswil und Matten, als Kompensation für die verlorengegangenen EMD-
Arbeitsplätze neue Arbeitsplätze zu schaffen und insbesondere Betriebe mit 
hoher Wertschöpfung, wenn möglich aus dem High-Tech-Bereich, aber auch 
solche mit Synergien zu Flugbetrieb und Wartungen wie die SF (Unterneh-
men für Systeme und Flugzeuge) anzusiedeln (Ziff. 3.4 des Erläuterungsbe-
richts vom 26. August 1999 [nachfolgend: Erläuterungsbericht; act. 7A4). 
Lagerflächen oder überaus publikumsintensive Betriebe sollten vermieden 
werden. Der Sektor 3 ist primär grösseren Betrieben vorbehalten, die auf 
grössere Flächen angewiesen sind und ein beträchtliches Arbeitsplatzange-
bot aufweisen und/oder einen Bezug zur Fliegerei haben (Ziff. 4.2 des Erläu-
terungsberichts; act. 7A4). Im Rahmen einer geringfügigen Änderung 2019 
wurden die Grenzabstände zudem von 5 m auf 2,5 m reduziert und aus-
drücklich die «annähernd geschlossene Bauweise» festgehalten (Art. 11 

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Abs. 2 ÜV in der Fassung vom 1./10. Oktober 2018, act. 7A2). Mit diesen 
Änderungen sollten die ÜV der angestrebten haushälterischen und wirt-
schaftlichen Überbauung des Areals besser gerecht werden. Die Fläche der 
ÜO «SF – Halle 1» soll möglichst dicht bebaut werden können, Leerräume 
zwischen den Gebäuden sollen weitgehend vermieden werden (Kurzbericht 
zur ÜO-Änderung vom 1./10. Oktober 2018 S. 2, act. 7A2). Ein Lagerplatz 
wie der in Frage stehende läuft entgegen der Auffassung der Beschwerde-
führerin dem Ziel der verdichteten Bauweise zuwider. Er bewirkt eine Lücke 
im Perimeter der ÜO «SF – Halle 1». Auf dieser Fläche werden keine zu-
sätzlichen Arbeitsplätze geschaffen und es findet auch keine betriebliche 
Tätigkeit statt; der Platz dient vielmehr einzig der Lagerung von Abrollmul-
den. Für ihre betrieblichen Zwecke ist die Beschwerdeführerin unbestritte-
nermassen nicht auf einen solchen Lagerplatz in unmittelbarer Nähe ange-
wiesen. Dass im Bewilligungsverfahren für das Betriebsgebäude auf der Pa-
rzelle Matten bei Interlaken Gbbl. Nr. 1.___ eine hohe Nutzungsdichte ver-
langt wurde, weshalb nun kein Umschwung für einen Lagerplatz vorhanden 
ist, trifft zwar zu, hilft der Beschwerdeführerin aber nicht weiter. Ein Lager-
platz für Mulden stand damals nicht zur Diskussion, war für die Beschwerde-
führerin also aus betrieblichen Gründen nicht unentbehrlich und wäre wohl 
auch nicht bewilligt worden. 

3.3 Zusammenfassend erweist sich die Auslegung von Art. 5 Abs. 3 
Bst. a ÜV durch die EG Wilderswil als rechtlich haltbar und ist der Entscheid 
der BVD insoweit im Ergebnis nicht zu beanstanden. Der Lagerplatz der Be-
schwerdeführerin auf der Parzelle Wilderswil Gbbl. Nr. 2.___ gilt somit als 
reiner Lagerplatz und ist nicht zonenkonform. Sollte ein anderer Standort des 
Lagerplatzes zusätzliche Fahrten zur Folge haben, wäre dies hinzunehmen 
und kein Grund, von den Grundsätzen der Überbauungsordnung abzuwei-
chen. Die Beschwerdeführerin hat auch kein Ausnahmegesuch gestellt, wes-
halb nicht weiter darauf einzugehen ist. Schliesslich würde eine Auflage, 
«wonach der Lagerplatz ausschliesslich benutzt werden darf, solange er 
dem Hauptbetrieb funktional zugeordnet ist», nichts an der Zonenwidrigkeit 
ändern. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, kann ein solcher Mangel 
nicht mit einer Auflage «geheilt» werden (angefochtener Entscheid E. 4c; 
BVR 2018 S. 341 E. 4.7, 2012 S. 74 E. 4.3.2, 2010 S. 351 E. 5.3; 

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Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 15 ff.). Die BVD hat den Bauabschlag 
der Gemeinde somit zu Recht bestätigt.

4. 

Streitig ist schliesslich, ob an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zu-
stands ein ausreichendes öffentliches Interesse besteht und diese verhält-
nismässig ist. 

4.1 Im Fall des Bauabschlags entscheidet die Baubewilligungsbehörde 
zugleich darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand wiederherzu-
stellen ist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). Die Wiederherstellungsverfügung 
muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf den 
Vertrauensgrundsatz nicht verletzen, was von Amtes wegen zu prüfen ist 
(Art. 47 Abs. 6 BewD; statt vieler BVR 2020 S. 380 E. 2.1; Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 46 N. 9 mit weiteren Hinweisen). Sie kann unterbleiben, wenn die 
verantwortliche Person in gutem Glauben angenommen hat, sie sei zur Bau-
ausführung ermächtigt, sofern der Beibehaltung des unrechtmässigen Zu-
stands nicht schwerwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen, 
ebenso, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder die 
Wiederherstellung nicht im öffentlichen Interesse liegt (statt vieler 
BGE 132 II 21 E. 6; BVR 2003 S. 97 E. 3b; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 
N. 9b).

4.2 Die Gemeinde hat die Beschwerdeführerin angewiesen, sämtliches 
abgelagertes Material von der Parzelle Nr. 2.___ zu entfernen, die Kofferung 
zurückzubauen sowie den Standort zu rekultivieren und anzusäen. Die Be-
schwerdeführerin bestreitet nicht, dass grundsätzlich ein öffentliches Inter-
esse an der Einhaltung von Zonenvorschriften besteht. Dieses falle hier aber 
nicht erheblich ins Gewicht, da die beanspruchte Fläche zurzeit noch brach-
liege. Die Grundeigentümerin habe ihr die Fläche nur auf Zusehen hin zur 
Verfügung gestellt; diese werde einer möglichen und zu erwartenden Über-
bauung in Zukunft somit nicht dauerhaft entzogen. Es bestehe kein erhebli-
ches Interesse daran, dass die Fläche bis zur Überbauung brachliege. Dem-

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gegenüber habe sie und auch die Allgemeinheit ein Interesse daran, «in die-
sem Zeitraum die Vielzahl von Leerfahrten» zu einem ausgelagerten Lager-
platz zu vermeiden (Beschwerde S. 8).

4.3 Wie die BVD zutreffend festgehalten hat, ist ein öffentliches Interesse 
an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands im Allgemeinen ge-
geben, da der Einhaltung der Zonenordnung bzw. der Überbauungsvor-
schriften grosses Gewicht beizumessen ist (BVR 2004 S. 440 E. 4.6, 2003 
S. 97 E. 3d; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a). Dies gilt auch hier, zumal 
die Abweichung von Zonenvorschriften zur Diskussion steht, die eigens für 
ein besonderes Gebiet erlassen worden sind. Dass die Fläche bis zu einer 
Überbauung brachliegt und ein ausserhalb der ÜO liegender Lagerplatz 
möglicherweise mehr Leerfahrten zur Folge hat, schmälert das öffentliche 
Interesse am Unterbinden einer zonenwidrigen Nutzung entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdeführerin nicht. Die verfügten Massnahmen sind zur 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands geeignet und erforderlich. 
Es ist kein milderes Mittel ersichtlich, mit dem das gleiche Ziel erreicht wer-
den könnte. Die Massnahmen sind zudem zumutbar, was die Beschwerde-
führerin nicht bestreitet. Die angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen 
liegen somit im öffentlichen Interesse und sind verhältnismässig. Der Ent-
scheid der Vorinstanz ist auch insoweit nicht zu beanstanden.

5.

5.1 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich 
unbegründet und ist abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche 
Rechtsmittel in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Grundeigentümerin der Parzelle Wil-
derswil Gbbl. Nr. 2.___ hat sich im Verfahren vor Verwaltungsgericht nicht 
vernehmen lassen (vorne Bst. C); es rechtfertigt sich nicht, ihr Verfahrens-

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kosten aufzuerlegen. Die Beschwerdeführerin hat daher die gesamten Ver-
fahrenskosten zu tragen. Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- entnom-
men. Der Restbetrag von Fr. 1'500.-- wird der Beschwerdeführerin nach 
Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin 
- Beschwerdegegnerin
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern 
- B.________AG 

Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.