# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b9e7f3f-8e2b-5e6c-9102-86e4589d237a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 03.05.2010 ZK1 2010 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2010-16_2010-05-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 03. Mai 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 10 16 21. Mai 2010

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichterin Michael Dürst
RichterInnen Präsident Brunner und Vizepräsident Schlenker
Redaktion Aktuarin ad hoc Gadient Stecher

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Remo Cavegn, Bahnhofstrasse 7, 7001 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses A. vom 26. Januar 2010, mitgeteilt am 
10. Februar 2010, in Sachen der Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin 
gegen die  V o r m u n d s c h a f t s b e h ö r d e  A . , Beschwerdegegnerin und 
Berufungsbeklagte, 

betreffend Aufsichtsbeschwerde (Rechtsverweigerung),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Die Ehegatten X. und Y. leben seit März 2009 getrennt. Aus ihrer Ehe 
gingen die beiden gemeinsamen Söhne Z., geboren am 8. Februar 1996, und V., 
geboren am 4. September 1998, hervor. In einem vor Bezirksgerichtspräsidium A. 
hängigen Eheschutzverfahren einigten sich die Ehegatten unter anderem darauf, 
die beiden Kinder für die Dauer der Trennung unter die Obhut und Pflege der 
Mutter zu stellen. Dem Vater wurde ein Besuchs- und Ferienrecht eingeräumt. Mit 
Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidiums A. vom 10. Juni 2009 wurde 
die von den Ehegatten getroffene Vereinbarung richterlich genehmigt. Die 
getroffene Regelung wurde in der Folge nicht umgesetzt und die beiden Söhne 
verblieben unter der Obhut des Vaters.

Am 9. Juli 2009 wandte sich X. erstmals telefonisch an die 
Vormundschaftsbehörde A.. Mit Eingabe vom 15. September 2009 ersuchte sie 
die Vormundschaftsbehörde A. sodann schriftlich um Unterstützung beim Vollzug 
der eheschutzrichterlichen Obhutsregelung und beantragte in diesem 
Zusammenhang die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 
ZGB für ihre beiden Söhne, wobei sie mehrere Personen vorschlug, welche für 
diese Aufgabe in Frage kämen.

Mit Schreiben vom 30. September 2009 gelangte X. mit dem Antrag um 
Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 ZGB bzw. um 
Intervention bei der Vormundschaftsbehörde an den Bezirksgerichtsausschuss A. 
als erstinstanzliche Aufsichtsbehörde in Vormundschaftssachen. Dieser teilte mit 
Schreiben vom 5. Oktober 2009 mit, es liege kein gültiger Anfechtungsgegenstand 
vor. Im Weiteren bestehe derzeit keine Veranlassung, bei der 
Vormundschaftsbehörde zu intervenieren.

Am 20. Oktober 2009 wandte sich X. wiederum schriftlich an die 
Vormundschaftsbehörde A. und forderte die Errichtung einer 
Erziehungsbeistandschaft bis spätestens Ende Oktober 2009.

B. Mit Schreiben vom 12. November 2009 erhob X. beim Kreisamt B. 
Beschwerde gegen die Vormundschaftsbehörde A. bezüglich Nichtvollzugs ihres 
Antrages um Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft für ihre beiden Söhne 
vom 15. September 2009. Diese wurde am 13. November 2009 über den 
Präsidenten des Vormundschaftsverbandes A. an die Vormundschaftsbehörde A. 
weitergeleitet, welche die Beschwerde schliesslich am 25. November 2009, 

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nachdem die Vormundschaftsbehörde diesbezüglich am 18. November 2009 ein 
Gespräch mit X. geführt hatte, dem zuständigen Bezirksgerichtsausschuss A. 
überwies. Die Vormundschaftsbehörde A. nahm am 30. Dezember 2009 zur 
Sache Stellung und stellte Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter 
Kostenfolge.

Am 26. Januar 2010 fand die Hauptverhandlung vor 
Bezirksgerichtsausschuss A. statt. X. liess folgende Anträge stellen:

„1. Es sei die Rechtsverweigerung der Vormundschaftsbehörde 
hinsichtlich der Behandlung des Antrags der Beschwerdeführerin auf 
Einsetzung eines Beistandes zum Vollzug der vom Eheschutzrichter 
verfügten elterlichen Obhut festzustellen.

2. Die Vormundschaftsbehörde sei anzuweisen, unverzüglich eine 
Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zum Vollzug der 
elterlichen Obhut über die [Kinder] Z., geb. 8. Februar 1996, und V., 
geb. 4. September 1998, zu errichten, und zwar in der Person von 
W..

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MWSt.) zu Lasten der 
Vormundschaftsbehörde A..“

Die Vormundschaftsbehörde wiederholte ihren Antrag auf Abweisung der 
Beschwerde.

C. Mit Urteil vom 26. Januar 2010, mitgeteilt am 10. Februar 2010, erkannte 
der Bezirksgerichtsausschuss A. was folgt:

„1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor 
Bezirksgerichtsausschuss A. von Fr. 1'300.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
1'000.--, Schreibgebühr Fr. 300.--) gehen zulasten der 
Beschwerdeführerin und sind mit dem beiliegenden 
Einzahlungsschein innert 30 Tagen dem Bezirksgericht A. zu 
überweisen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung).“

D. Dagegen liess X. am 3. März 2010 Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden mit folgendem Rechtsbegehren erheben:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses A. vom 26. Januar 2010, 
mitgeteilt am 10. Februar 2010, sei aufzuheben.

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2. Die beim Bezirksgerichtsausschuss A. gegen die 
Vormundschaftsbehörde A. erhobene Beschwerde von X. sei 
gutzuheissen und es sei die Rechtsverweigerung der 
Vormundschaftsbehörde hinsichtlich der Behandlung des Antrags 
der Berufungsklägerin auf Einsetzung eines Beistandes zum Vollzug 
der vom Eheschutzrichter verfügten elterlichen Obhut festzustellen.

3. Die Vormundschaftsbehörde sei anzuweisen, unverzüglich eine 
Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zum Vollzug der 
elterlichen Obhut über die Kinder Z., geb. 8. Februar 1996, und V., 
geb. 4. September 1998, zu errichten.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Instanzen zu 
Lasten der Vormundschaftsbehörde A..“

Der Bezirksgerichtsausschuss A. verzichtete mit Schreiben vom 5. März 
2010 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. Die Vormundschaftsbehörde A. 
liess sich innert gesetzter Frist nicht vernehmen. Mit prozessleitender Verfügung 
der vorsitzenden Kantonsrichterin vom 29. März 2010 wurde die 
Vormundschaftsbehörde aufgefordert, bis zum 9. April 2010 einen Bericht über 
ihre Tätigkeit in dem von der Berufungsklägerin eingeleiteten Verfahren seit dem 
25. November 2009 unter Beilage der seither erstellten Akten einzureichen. Mit 
Schreiben vom 31. März 2010 teilte die Vormundschaftsbehörde A. daraufhin mit, 
die Präsidentin der Vormundschaftsbehörde habe persönlich an der 
Hauptverhandlung vor Bezirksgerichtsausschuss A. teilgenommen und zu den 
Vorwürfen Stellung genommen. Nach Mitteilung des angefochtenen Urteils sei am 
26. Februar 2010 die Erstellung eines Gutachtens beim Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienst Graubünden in Auftrag gegeben worden. Am 25. 
März 2010 sei im Sinne einer Vorinformation ein Telefonat mit dem 
verantwortlichen Gutacher geführt worden. Hierzu reichte die Berufungsklägerin 
am 12. April 2010 eine Stellungnahme ein.

E. Am 15. April 2010 erstellte der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst 
Graubünden (KJPD-GR) nach Gesprächen mit der Berufungsklägerin, Y. sowie 
den Kindern Z. und V. das in Auftrag gegebene Gutachten bezüglich Obhut und 
Besuchsrecht. Es wurde die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss 
Art. 308 Abs. 2 ZGB empfohlen.

Auf die Begründung der Anträge sowie auf das angefochtene Urteil wird, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

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1. Gemäss Art. 64 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen 
Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) kann gegen Entscheide des 
Bezirksgerichtsausschusses als erste Aufsichtsbehörde in Vormundschaftssachen 
Berufung an das Kantonsgericht erhoben werden. Sie ist schriftlich und unter 
Beilage des angefochtenen Entscheides innert 20 Tagen beim Kantonsgericht 
einzureichen. In der Berufungsschrift ist mit kurzer Begründung anzugeben, 
welche Punkte angefochten und welche Änderungen beantragt werden. Die 
vorliegende Berufung wurde frist- und formgerecht eingereicht. Da im Weiteren 
auch die Beschwerdelegitimation der Berufungsklägerin gegeben sowie ein 
aktuelles Interesse vorhanden ist (vgl. zum Ganzen Geiser, in: 
Honsell/Vogt/Geiser (Hrsg.), Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Basel 2006, N 
26 ff. zu Art. 420), ist auf die Berufung, der vorliegend die Funktion einer 
zweitinstanzlichen Vormundschaftsbeschwerde im Sinne von Art. 420 Abs. 2 ZGB 
zukommt, grundsätzlich einzutreten.

2. a) Die Berufungsklägerin rügt, dass die Vormundschaftsbehörde A. bei der 
Behandlung der von ihr gestellten Anträge in Zusammenhang mit der Obhut über 
ihre beiden Söhne Z. (geboren 8. Februar 1996) und V. (geboren 4. September 
1998) Rechtsverweigerung zur Last zu legen sei. Sie habe sich bereits am 9. Juli 
2009 erstmals an die Vormundschaftsbehörde gewandt, da die vereinbarte 
Obhutsregelung nicht umgesetzt worden sei. Am 15. September 2009 habe sie 
sodann erstmals schriftlich die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss 
Art. 308 ZGB beantragt. In der Folge habe sie ihr Begehren mehrfach wiederholt, 
ohne dass die zuständige Behörde – abgesehen von einigen ergebnislosen 
Gesprächsversuchen – etwas unternommen habe. Dass dringender 
Handlungsbedarf bestanden habe, sei jedoch bereits seit Juli 2009 offensichtlich 
gewesen.

b) Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat, kann sich eine 
Vormundschaftsbeschwerde im Sinne von Art. 420 Abs. 2 ZGB, welche im 
kantonalen Recht durch Art. 61 ff. EGzZGB umgesetzt wird, nicht bloss gegen 
Entscheide der Vormundschaftsbehörde richten, sondern es können damit von 
Bundesrechts wegen auch Unterlassungen derselben gerügt werden (vgl. dazu 
Geiser, BSK, a.a.O., N 11 zu Art. 420). Damit steht für die Rüge der 
Rechtsverweigerung – anders als im Bereich der Justizaufsicht – nicht bloss ein 
subsidiärer Rechtsbehelf, sondern ein eigentliches Rechtsmittel zur Verfügung, 
auf welches – nebst bzw. vorrangig zu den kantonalen Verfahrensvorschriften – 
die diesbezüglichen bundesrechtlichen Grundsätze (umfassende Kognition, 
unbeschränktes Novenrecht, Offizialmaxime) zur Anwendung gelangen (vgl. 

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wiederum Geiser, BSK, a.a.O., N 4 sowie N 16 ff. zu Art. 420). Obwohl es sich bei 
der Vormundschaftsbeschwerde an sich um ein reformatorisches Rechtsmittel 
handelt und die Aufsichtsbehörden demzufolge grundsätzlich selber in der Sache 
entscheiden, erfolgt die Beendigung des ordnungswidrigen Zustandes im Falle 
einer (begründeten) Rechtsverweigerungsbeschwerde regelmässig nicht durch 
einen eigenen Sachentscheid, sondern durch konkrete Weisungen an die 
Vormundschaftsbehörde (vgl. zum analogen Vorgehen bei 
Justizaufsichtsbeschwerden PKG 1996 Nr. 15). Dies gilt insbesondere dann, wenn 
keine besondere Dringlichkeit besteht oder die Aktenlage noch keinen Entscheid 
in der Sache erlaubt. Abgesehen wird dagegen in der Regel von einer förmlichen 
Feststellung der Rechtsverweigerung, zumal an einer solchen Feststellung gar 
kein Rechtsschutzinteresse besteht, wenn einer als solche erkannten 
Rechtsverweigerung mit aufsichtsrechtlichen Mitteln begegnet werden kann. Auf 
das entsprechende Feststellungsbegehren der Berufungsklägerin kann daher von 
vornherein nicht eingetreten werden (vgl. zum Feststellungsinteresse als 
Eintretensvoraussetzung Vogel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 8. 
Auflage, Bern 2006, Kap. 7 N 14 und 23).

c) Da den vormundschaftlichen Aufsichtsbehörden die Doppelfunktion einer 
Aufsichts- und Rechtsmittelinstanz zukommt (vgl. dazu PKG 1995 Nr. 4) und sie 
daher bei entsprechender Veranlassung gegenüber den ihr unterstellten Behörden 
auch von Amtes wegen einschreiten könnten (Geiser, BSK, a.a.O., vor Art. 420-
425 N 7 ff.), besteht bei der Beurteilung von Vormundschaftsbeschwerden im 
Sinne von Art. 420 ZGB keine Bindung an die Anträge der Parteien. Unter diesem 
Gesichtspunkt erweist sich die erst anlässlich der vorinstanzlichen 
Hauptverhandlung vorgenommene Konkretisierung bzw. Erweiterung der 
Rechtsbegehren, die nunmehr auch im Berufungsverfahren erneuert werden, 
ohne weiteres als zulässig. Aus denselben Überlegungen kann sodann das 
Rechtsmittelverfahren auch nicht gegenständlich beschränkt sein, sondern die 
Aufsichtsbehörde hat selbst dann gegen fehlerhafte Handlungen der Vorinstanzen 
einzuschreiten, wenn diese in den Rechtsschriften nicht gerügt werden (Geiser, 
BSK, a.a.O., N 24 f. zu Art. 420).

3. a) In tatbeständlicher Hinsicht steht fest, dass die von den Ehegatten XY. 
getroffene Vereinbarung, welche die Zuteilung der Obhut über die beiden 
gemeinsamen Söhne für die Dauer der Trennung an die Berufungsklägerin 
vorsah, mit Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidiums A. vom 10. Juni 
2009 richterlich genehmigt worden war. Unbestritten ist sodann, dass die 
getroffene Regelung in der Folge nicht umgesetzt wurde und die beiden Söhne 

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unter der Obhut des Vaters verblieben. Besuche bei der Mutter fanden nur 
vereinzelt statt und verliefen wenig befriedigend. Aus den Akten der 
Vormundschaftsbehörde A. ergibt sich, dass sich die Berufungsklägerin deswegen 
erstmals am 9. Juli 2009 telefonisch an die Behörde wandte und darlegte, dass 
der Vater die Kinder nicht zu ihr lasse und diese gegen sie aufhetze (act. III/1). Am 
23. Juli 2009 fand ein gemeinsames Gespräch mit den Eltern statt. Dem 
Journaleintrag der Vormundschaftspräsidentin ist zu entnehmen, dass der Vater 
sich unkooperativ verhalten und die Mutter beschimpft habe; ein Gespräch mit den 
Kindern komme für ihn unter keinen Umständen in Frage (act. III/1). In der Folge 
wurden offenbar mehrere Telefonate mit der Berufungsklägerin geführt, um ohne 
Wissen des Vaters ein Gespräch mit den Kindern organisieren zu können (act. 
III/1). Mit Eingabe vom 15. September 2009 gelangte die Berufungsklägerin erneut 
an die Vormundschaftsbehörde und beantragte nebst einer sofortigen Vorladung 
des Ehemannes und einem Gespräch mit den Kindern die Errichtung einer 
Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 ZGB für ihre beiden Söhne; zugleich 
schlug sie mehrere Personen vor, welche ihrer Ansicht nach für diese Aufgabe 
geeignet seien (act. III/3, III/6). In der Folge wurde seitens der Behörde vergeblich 
versucht, ein Gespräch mit dem Vater zu führen (act. III/1). Ein für den 29. bzw. 
30. September 2009 angesetztes Gespräch mit den beiden Söhnen wurde vom 
Vater kurzfristig abgesagt (act. III./1., III/4). Einer weiteren Vorladung der beiden 
Kinder auf den  15. Oktober 2009 wurde ebenfalls keine Folge geleistet (act. III./7). 
Am 20. Oktober 2009 wandte sich die Berufungsklägerin wiederum schriftlich an 
die Vormundschaftsbehörde und forderte die Errichtung einer 
Erziehungsbeistandschaft bis spätestens Ende Oktober 2009 (act. III/9). Am 29. 
Oktober 2009 suchte die Vormundschaftspräsidentin die beiden Söhne in der 
Schule auf, um mit ihnen zu sprechen. Aus dem entsprechenden Journaleintrag 
ergibt sich (act. III/1), dass mit Z. ein gutes Gespräch habe geführt werden 
können. Mit V. habe die Schulleitung sie nur im Beisein der Mutter und der 
Lehrerin sprechen lassen. Dieser habe die Mutter sofort gefragt, was sie hier 
mache. Ihr (der Vormundschaftspräsidentin) habe er gesagt, „ti eis la huara da B., 
quescha tgeu e svanescha.“ Er habe dann die Mutter gegen die Wand gedrückt, 
gewürgt und gesagt, dass sie lüge und er sie nicht wieder sehen wolle. Ein 
Gespräch habe unter diesen Umständen nicht geführt werden können. Auch der 
Vater habe sich in einem weiteren Telefonat zu keinem Gespräch bereit gezeigt. 
Mit Schreiben vom 12. November 2009 erhob die Berufungsklägerin schliesslich 
Beschwerde gegen die Vormundschaftsbehörde bezüglich Nichtvollzugs ihres 
Antrages um Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft für ihre beiden Söhne. In 
einem Gespräch mit der Vormundschaftsbehörde vom 18. November 2009 

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bestätigte die Berufungsklägerin, dass sie an der Errichtung einer Beistandschaft 
festhalte, jedoch keine Begutachtung durch eine Fachperson wünsche (act. III/1, 
III/11). Am 25. November 2009 fand eine Anhörung der Vormundschaftsbehörde 
mit dem Vater statt. Diese sei ein Desaster gewesen. Der Vater sei zu keiner 
einzigen konstruktiven Aussage bereit gewesen und habe Präsidentin keinen Satz 
aussprechen lassen. Seine Aussagen seien voller Widersprüche und 
ehrverletzender Aussagen gegenüber ihr bzw. der Behörde gewesen. Die Mutter 
schlage die Kinder, diese seien bei ihm besser aufgehoben. Er stehe für 
Besprechungen nie mehr zur Verfügung, es bedürfe keiner vormundschaftlichen 
Massnahmen (act. III/1). Mit Urteil vom 26. Januar 2010, mitgeteilt am 10. Februar 
2010, wies der Bezirksgerichtsausschuss A. die erhobene Beschwerde ab. Dem 
Tätigkeitsbericht der Vormundschaftsbehörde vom 31. März 2010 ist schliesslich 
zu entnehmen, dass nach Mitteilung des angefochtenen Urteils am 26. Februar 
2010 die Erstellung eines Gutachtens beim KJPD-GR in Auftrag gegeben worden 
sei. Am 25. März 2010 sei ein Telefonat mit dem verantwortlichen Gutacher 
geführt worden.

b) Aus dem Gutachten des KJPD-GR vom 15. April 2010 ergibt sich, dass sich 
die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB 
empfehle, da beide Eltern grundsätzlich Interesse an einer Lösung im Sinne ihrer 
Kinder signalisiert hätten. Um eine Regelung des Obhuts- und Besuchsrechts mit 
beiden Eltern zu finden, diese in der darauf folgenden Umsetzung zu begleiten 
und die Regelung in Rücksprache mit beiden Elternteilen anzupassen, bedürfe es 
einer längeren professionellen Begleitung. Die Beziehungsdynamik zwischen 
beiden Eltern sei derzeit noch zu ausgeprägt, um im Rahmen eines Gutachtens 
eine gute Obhuts- und Besuchsregelung finden zu können. Soweit es den Eltern 
auch mit Unterstützung eines Beistandes nicht gelingen sollte, eine befriedigende 
Obhuts- und Besuchsregelung umzusetzen, werde sich eine weitere 
Begutachtung als notwendig erweisen. Aufgrund der vorliegenden Schwierigkeiten 
bedürfe es eines professionellen Beistandes. Es gelte die mangelnde 
Kooperationsbereitschaft für eine Zusammenarbeit insbesondere seitens des 
Vaters zu verbessern. Ob die Obhuts- und Besuchsrechtsregelung gemäss 
Eheschutzverfügung im Sinne des Kindeswohls geregelt bzw. ob diese 
durchsetzbar sei, könne aufgrund der derzeitigen Situation noch nicht beurteilt 
werden.

4. Bevor die Frage, ob sich der gegenüber der Vormundschaftsbehörde A. 
erhobene Vorwurf der Rechtsverweigerung aufgrund des geschilderten 

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Verfahrensablaufes als begründet erweist, beantwortet werden kann, bedarf es 
zunächst einiger allgemeiner Ausführungen.

a) Nach Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person Anspruch auf Beurteilung innert 
angemessener Frist. Das Verbot der Rechtsverweigerung bzw. 
Rechtsverzögerung ist verletzt, wenn eine Behörde untätig bleibt oder das 
gebotene Handeln über Gebühr hinauszögert, obschon sie zum Tätigwerden 
verpflichtet wäre. Eine Rechtsverzögerung und damit eine Verletzung von Art. 29 
Abs. 1 BV liegt insbesondere auch dann vor, wenn eine Behörde sich zwar bereit 
zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen der Frist fasst, welche 
nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als 
angemessen erscheint. Für die Rechtsuchenden ist es unerheblich, auf welche 
Gründe die Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung zurückzuführen ist; 
entscheidend ist ausschliesslich, dass die Behörde nicht oder nicht fristgerecht 
handelt. Bei der Feststellung einer Rechtsverzögerung geht es deshalb um die 
Würdigung objektiver Gegebenheiten und damit um die Frage, ob die Umstände, 
welche zur unangemessenen Verlängerung des Verfahrens geführt haben, 
objektiv gerechtfertigt sind. Ob sich die gegebene Verfahrensdauer mit dem 
Anspruch auf Rechtsschutz innert angemessener Frist verträgt oder nicht, ist am 
konkreten Einzelfall zu prüfen; massgeblich ist namentlich die Art des Verfahrens, 
die Schwierigkeit der Materie und das Verhalten der Parteien (Urteil des 
Bundesgerichts vom 18. April 2006 [5A.36/2005] E. 2.1 m.w.H.).

b) Die Zuständigkeit der Vormundschaftsbehörde im Bereiche des 
Kindesschutzes wie auch deren Handlungspflicht im Falle einer Gefährdung des 
Kindeswohls ergibt sich primär nicht aus den in der Berufung aufgeführten 
kantonalen Bestimmungen, sondern direkt aus Bundesrecht (Art. 307 – 310 ZGB 
in Verbindung mit Art. 315 ff. ZGB). Dem kantonalen Recht vorbehalten ist – unter 
Beachtung gewisser bundesrechtlicher Grundsätze – die Regelung des 
Verfahrens (Art. 314 ZGB; Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser (Hrsg.), Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Basel 2006, N 1 ff. zu Art. 314/314a). 
Diesbezüglich erklärt Art. 41 Abs. 1 EGzZGB die Bestimmungen über das 
Verfahren vor den vormundschaftlichen Behörden gemäss Art. 52 ff. EGzZGB als 
sinngemäss anwendbar, womit die Pflicht zum Tätigwerden unter Einschluss der 
Pflicht, nötigenfalls die erforderlichen vorläufigen Massnahmen anzuordnen, auch 
kantonalrechtlich verankert ist.

c) Im Rahmen eines Scheidungs- oder Eheschutzverfahrens fällt die 
Anordnung von Kindesschutzmassnahmen in die Zuständigkeit des Gerichts, 

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wobei der Vollzug der angeordneten Massnahmen in derartigen Fällen jedoch 
weiterhin der Vormundschaftsbehörde obliegt (Art. 315a Abs. 1 ZGB). 
Entsprechend der kantonalen Praxis sind hierzu auch Fälle des Vollzuges 
richterlicher Anordnungen über die Kinderzuteilung und das Besuchsrecht zu 
zählen (PKG 1979 Nr. 15 sowie 1997 Nr. 16). Die Zuständigkeit des Gerichts ist 
insofern eingeschränkt, als die Vormundschaftsbehörde einerseits bezüglich der 
Weiterführung bereits vor dem Gerichtsverfahren eingeleiteter 
Kindesschutzverfahren sowie andererseits bei besonderer Dringlichkeit zuständig 
bleibt (Art. 315a Abs. 3 Ziff. 1 und Ziff. 2 ZGB). Als Vollzugsbehörde ist die 
Vormundschaftsbehörde grundsätzlich an das Gerichtsurteil gebunden. Allerdings 
ist die Vormundschaftsbehörde auch in Fällen gemäss Art. 315a Abs. 1 ZGB keine 
reine Vollstreckungsinstanz. Sie ist vielmehr grundsätzlich befugt, den Vollzug 
ergänzende Kindesschutzmassnahmen anzuordnen oder den Vollzug nötigenfalls 
(ganz oder teilweise) vorübergehend auszusetzen, soweit das Kindeswohl 
ernstlich gefährdet würde. Das zeitweise Aussetzen des Vollzuges dürfte 
insbesondere in Fällen angemessen sein, in welchen seit der Anordnung der 
Kindesschutzmassnahmen längere Zeit vergangen ist und sich weitere 
Abklärungen bzw. ein allfälliges Abänderungsverfahren als notwendig erweisen. 
Allerdings gilt einzuschränken, dass die Vormundschaftsbehörde die richterliche 
Obhutsregelung nicht selbständig abändern kann. Die Änderung einer vom 
Gericht im Scheidungs- oder Eheschutzverfahren getroffenen Obhutsregelung fällt 
gemäss Art. 315b ZGB in Verbindung mit Art. 134 ZGB vielmehr in die 
ausschliessliche Zuständigkeit des Gerichtes. Vorbehalten bleiben lediglich Fälle, 
in welchen zwischen den Ehegatten Einigkeit besteht (vgl. zum Ganzen Wirz, in: 
Schwenzer (Hrsg.), FamKommentar Scheidung, Bern 2005, N 33 ff. zu Art. 134 
mit Art. 315a/b; Breitschmid, BSK, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 315/315a/315b; Meier, 
Compétences matérielles du juge matrimonial et des autorités de tutelle – 
Considérations théoretiques et quelques cas pratiques, in: ZVW 2007 S. 109 ff.; 
zum früheren, aber nicht grundlegend geänderten Recht: Hegnauer, Sachliche 
Zuständigkeit für vorsorgliche Kindesschutzmassnahmen im 
Abänderungsverfahren, Art. 157, 308, 315a ZGB, in: ZVW 1994 S. 149 ff. und 
Breitschmid, Zuständigkeit zur Anordnung von Kindesschutzmassnahmen im 
zivilprozessualen Vollstreckungsverfahren, in: ZVW 1991 S. 139 ff.; aus der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung BGE 107 II 301 und 111 III 313 sowie Urteile 
des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2007 [5A_547/2007], vom 28. Februar 
2008 [5A_627/2007] E. 3.1 und vom 26. Februar 2010 [5A_805/2009] E. 4.3 und 
aus der Praxis des Kantonsgerichtes von Graubünden - ebenfalls noch zum 
früheren Recht - ZF 1997/51 S. 6, 1998/73 S. 9 ff. und 1999/8). Gleichermassen 

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geht es nicht an, den Vollzug einer richterlichen Anordnung nicht nur 
vorübergehend, sondern über einen längeren Zeitraum zu verweigern, da dies 
einer dauerhaften Änderung gleichkäme, über welche wie soeben dargelegt 
wiederum das Sachgericht und nicht die Vollzugsbehörde zu entscheiden hat (vgl. 
Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2010 [5A_805/2009] E. 4.3 sowie 
vom 28. Februar 2008 [5A_627/2007] E. 3.1 je mit weiteren Hinweisen).

d) Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass im Bereich von 
Kindesschutzmassnahmen generell das Beschleunigungsgebot gilt. Massnahmen 
solcher Art erweisen sich regelmässig als dringlich. Diese Dringlichkeit prägt das 
Verfahren denn auch nach allen Richtungen, ohne dass sie jedoch von der 
Beachtung der zwingenden rechtsstaatlichen Regeln befreien würde. Das 
Gefährdungspotential ist grundsätzlich ausgeprägt, da der kindliche Zeitbegriff von 
jenem der Erwachsenen abweicht und das Kind (je jünger es ist) selbst 
verhältnismässig kurze Zeitspannen als wesentlich länger empfindet (vgl. hierzu 
Breitschmid, BSK, a.a.O., N 6 zu Art. 314/314a). Darüber hinaus besteht beim 
Vollzug von gerichtlich angeordneten Obhutsregelungen eine besondere 
Dringlichkeit, da gerade in solchen Fällen durch den Zeitablauf geschaffene 
tatsächliche Verhältnisse dem späteren Vollzug entgegenstehen können. Als 
Anhaltspunkt dafür, innert welchem Zeitraum die notwendigen Massnahmen zur 
Durchsetzung der gerichtlichen Obhutsregelung in der Regel getroffen sein 
sollten, kann die in Art. 11 des Haager Übereinkommens über die zivilrechtlichen 
Aspekte internationaler Kindesentführung vom 25. Oktober 1980 (SR 
0.211.230.02) vorgesehene Frist von sechs Wochen herangezogen werden. 
Sodann gilt es festzustellen, dass sich in Fällen, in denen sich eine gerichtliche 
Obhutsregelung vorübergehend nicht umsetzen lässt, vorsorgliche Massnahmen 
zur Gewährleistung des persönlichen Verkehrs des Kindes mit demjenigen 
Elternteil, welchem die Obhut faktisch entzogen ist, regelmässig aufdrängen. Was 
beim Vollzug ausländischer Sorgerechtsregelungen ausdrücklich geregelt ist (vgl. 
Art. 6 des Bundesgesetzes vom 21. Dezember 2007 über internationale 
Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und 
Erwachsenen [BG-KKE]; SR 211.22.32), hat gleichermassen für den Vollzug 
derartiger inländischer Anordnungen zu gelten.

5. a) Aus dem Gesagten ergibt sich zunächst einmal, dass die 
Vormundschaftsbehörde A. nach der Anrufung durch die Berufungsklägerin als 
zuständige Vollzugsbehörde grundsätzlich verpflichtet gewesen wäre, die Obhuts- 
und Besuchsrechtsregelung gemäss Eheschutzverfügung des 
Bezirksgerichtspräsidiums A. vom 10. Juni 2009 umzusetzen. Diese sah gemäss 

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Übereinkunft der Ehegatten XY. vor, dass die beiden Kinder für die Dauer der 
Trennung unter die Obhut und Pflege der Mutter gestellt würden und dem Vater 
ein Besuchs- und Ferienrecht eingeräumt werde. Wie sich aus den 
vorangehenden Ausführungen bezüglich der Abgrenzung der Zuständigkeiten und 
Kompetenzen zwischen Gericht und Vormundschaftsbehörde ergibt, kann damit 
der Auffassung der Vorinstanz, wonach die Vormundschaftsbehörde die 
richterliche Obhutsregelung nach Bedarf selbständig abändern könne, nicht 
gefolgt werden (vgl. Urteil des Bezirksgerichtsausschusses A. vom 26. Januar 
2010, S. 5 f.).

b) Grundsätzlich zu Recht wird in der Berufung denn auch gerügt, dass die 
Vormundschaftsbehörde als Vollzugsbehörde nach der Kontaktaufnahme durch 
die Berufungsklägerin vom 9. Juli 2009 nicht sofort die Regelung gemäss 
Eheschutzverfügung umgesetzt habe. Allerdings ist diesbezüglich aufgrund der 
spärlichen Aktenlage nicht gänzlich klar, mit welchem konkreten Begehren die 
Berufungsklägerin am 9. Juli 2009 an die Vormundschaftsbehörde gelangte. Aus 
der äusserst knappen Aktennotiz der Vormundschaftspräsidentin ergibt sich 
lediglich, dass die Berufungsklägerin vorbringe, der Vater lasse die Kinder nicht zu 
ihr und hetze diese gegen sie auf. Gemäss Vorladung (act. III/2) scheint die 
Vormundschaftsbehörde damals nur von einem Antrag zur Besprechung des 
Besuchsrechts ausgegangen zu sein. Sie liess es in der Folge denn auch 
zunächst bei einem Gespräch mit den Eltern bewenden. Allerdings machte die 
Berufungsklägerin demgegenüber später wiederholt geltend, sie habe bereits am 
9. Juli 2009 die Umsetzung der richterlichen Anordnung verlangt, da sie ein rasche 
Klärung der Situation vor Beginn des neuen Schuljahres gewollt habe (vgl. etwa 
act. III/3, II/2). Im Weiteren gilt es diesbezüglich festzustellen, dass die Unklarheit 
darüber, mit welchem Begehren die Berufungsklägerin in diesem Zeitpunkt an die 
Vormundschaftsbehörde gelangte, ebenfalls der Behörde angelastet werden 
muss. Diese hat es unterlassen, das genaue Anliegen der in diesem Zeitpunkt 
nicht vertretenen Berufungsklägerin zu ermitteln und dieses insbesondere auch in 
gehöriger Form aktenmässig zu dokumentieren. Generell muss an dieser Stelle 
die Aktenführung der Vormundschaftsbehörde bemängelt werden. Eigentliche 
Gesprächs- und Anhörungsprotokolle fehlen – mit Ausnahme des Gespräches 
vom 18. November 2009 (act. III/11) – gänzlich. Es findet sich neben der 
schriftlichen Korrespondenz lediglich eine Aktennotiz der 
Vormundschaftspräsidentin (act. III/1), in welcher sie den Ablauf bzw. Inhalt von 
Gesprächen jeweils äusserst knapp und aus eigener Wahrnehmung geschildert 
wiedergibt. In einer ersten Phase wurde nicht einmal aktenmässig festgehalten, 

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wann welche Telefongespräche mit der Berufungsklägerin geführt worden waren. 
Dies obwohl aufgrund des Gesprächs vom 23. Juli 2009 mit beiden Eltern schon 
damals feststand, dass aufgrund der offensichtlich fehlenden 
Kooperationsbereitschaft des Vaters förmlicher Handlungsbedarf bestand. Die 
Vormundschaftsbehörde muss daher an dieser Stelle mit Nachdruck darauf 
hingewiesen werden, dass der gehörigen Aktenführung zukünftig die notwendige 
Beachtung geschenkt werden muss und diese mit der gebührenden Sorgfalt und 
Genauigkeit vorzunehmen ist. Der Inhalt von geführten Gesprächen ist in den 
wesentlichen Punkten zu protokollieren, wobei bei persönlichen Einvernahmen mit 
Vorteil eine Gegenzeichnung zu verlangen ist, und es sind insbesondere auch 
getroffene Abmachungen bzw. geäusserte Anliegen klar festzuhalten.

c) Zu Recht wird in der Berufung sodann kritisiert, dass die Vorinstanz die 
Vorgehensweise der Vormundschaftsbehörde nach Eingang des schriftlichen 
Antrages der Berufungsklägerin vom 15. September 2009 (act. III/3) geschützt hat. 
Die Berufungsklägerin verlangte im betreffenden Schreiben neben der Einsetzung 
eines Erziehungsbeistandes gemäss Art. 308 ZGB vorab ausdrücklich die 
Durchsetzung der Regelung gemäss Eheschutzverfügung samt nochmaliger 
Vorladung der Parteien, um nach Möglichkeit eine einvernehmliche Lösung unter 
Einbezug der beiden Kinder zu finden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte die 
Vormundschaftsbehörde innert zügiger Frist – es sei diesbezüglich auf die 
vorangehenden Ausführungen zur allgemeinen Dringlichkeit im Bereich von 
Kindesschutzmassnahmen bzw. zur besonderen Dringlichkeit beim Vollzug von 
gerichtlich angeordneten Obhutsregelungen verwiesen (E. 4d) – die notwendigen 
Massnahmen einleiten müssen. Zwar ist es wohl richtig, dass die 
Vormundschaftsbehörde zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ohne weitere 
Abklärungen zum (zwangsweisen) Vollzug der Eheschutzverfügung geschritten ist 
und sie insbesondere auf der vorgängigen Anhörung der Kinder bestanden hat. 
Auf eine solche war im Rahmen des Eheschutzverfahrens aufgrund der Einigkeit 
zwischen den Eltern noch verzichtet worden. Jedoch hätte die Durchführung 
dieser Anhörung nach der ersten erfolglosen Vorladung (act. III/4) wesentlich 
zügiger sichergestellt werden müssen. So hätten sich zumindest kürzere 
Vorladungsfristen aufgedrängt bzw. es hätte vorzugsweise direkt ein Gespräch in 
der Schule organisiert werden müssen, da nach der ersten erfolglosen Vorladung 
und der bekannten ablehnenden Haltung des Vaters damit gerechnet werden 
musste, dass die Kinder auch weiteren Vorladungen nicht würden Folge leisten. 
Sodann wären parallel zur Organisation der Anhörung der Kinder weitere 
Massnahmen angezeigt gewesen, wie namentlich die nochmalige Vorladung des 

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Vaters bzw. dessen Aufforderung zu einer schriftlichen Stellungnahme, die 
Einholung schriftlicher Berichte beider Klassenlehrer, die Abklärung der Wohn- 
und Betreuungsverhältnisse bei beiden Elternteilen sowie nicht zuletzt auch eine 
vorläufige Regelung der Kontakte zwischen Mutter und Kindern. Spätestens nach 
der Anhörung der beiden Kinder vom 29. Oktober 2009, bei welcher das gestörte 
Verhältnis des jüngeren Sohnes zur Mutter offen und massiv zu Tage trat und an 
der Notwendigkeit einer kinderpsychiatrischen Begutachtung kein Zweifel mehr 
bestehen konnte, hätte die Vormundschaftsbehörde bzw. deren Präsidentin 
unverzüglich über das weitere Vorgehen (Aussetzen des Vollzugs zwecks weiterer 
Abklärungen, Anordnung der kinderpsychiatrischen Begutachtung, Aufforderung 
zur Stellungnahme bezüglich der vorläufigen Regelung des Besuchsrechts sowie 
Einholung einer Stellungnahme des Vaters zur beantragten 
Erziehungsbeistandschaft) formell Beschluss fassen müssen. Dies hat umso mehr 
zu gelten, als die Berufungsklägerin mit Schreiben vom 20. Oktober 2009 (act. 
III/9) ja ausdrücklich eine Beschlussfassung bis Ende Oktober verlangt hatte. Die 
Vormundschaftsbehörde hat jedoch auch in der Folge neben je einem Gespräch 
mit den Eltern nichts mehr unternommen, obwohl der dringende Handlungsbedarf 
– entgegen der Ansicht der Vorinstanz – offensichtlich war. Es wurde vielmehr 
lediglich das Beschwerdeverfahren und das Urteil des 
Bezirksgerichtsausschusses A. abgewartet. Erst nach Mitteilung des 
angefochtenen Urteils am 10. Februar 2010 gab sie schliesslich am 26. Februar 
2010 die Erstellung eines Gutachtens beim KJPD-GR in Auftrag.

d) Insgesamt muss damit festgestellt werden, dass sich der von der 
Berufungsklägerin erhobene Vorwurf der Rechtsverweigerung entgegen der 
Beurteilung der Vorinstanz als offensichtlich berechtigt erweist. Zwar ist die 
Vormundschaftsbehörde nicht gänzlich untätig geblieben. Von Bedeutung ist 
jedoch, dass die Behörde bzw. deren Präsidentin nicht so gehandelt hat, wie dies 
nach der Natur der Sache und aufgrund der konkreten Umstände geboten 
gewesen wäre. Tatsache ist denn auch, dass im heutigen Zeitpunkt und damit 
beinahe zehn Monate nach der ersten telefonischen Kontaktaufnahme bzw. 
sieben Monate nach dem schriftlichen Gesuch der Berufungsklägerin weder die im 
Eheschutzverfahren verfügte Obhutsregelung umgesetzt ist noch wenigstens eine 
vorläufige Regelung des persönlichen Verkehrs der Mutter mit den beim Vater 
lebenden Kindern für die Dauer des Abklärungsverfahrens getroffen wurde. Diese 
Unterlassungen hatten insbesondere zur Folge, dass die Mutter die beiden Kinder 
seit November 2009 praktisch nicht mehr gesehen hat. Eine solche 
Verfahrensdauer ist in Fällen, in welchen es um den persönlichen Kontakt 

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zwischen Eltern und Kindern geht und der Zeitablauf regelmässig Fakten schafft, 
denen sich das Recht schliesslich zu beugen hat, wie bereits mehrfach 
festgestellt, inakzeptabel. Dies hat selbst dann zu gelten, wenn keine akute 
Gefährdung des Kindeswohls besteht. Der schleppende Verfahrensgang lässt sich 
zudem – zumindest was die beantragte Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft 
angelangt – weder mit der fehlenden Kooperation der Parteien noch der 
Notwendigkeit einer gutachterlichen Abklärung rechtfertigen. Dass die 
Voraussetzungen für die Errichtung einer Beistandschaft im vorliegenden Fall 
erfüllt waren bzw. sind, lag bereits nach dem ersten Gespräch mit dem Vater am 
23. Juli 2009, jedenfalls aber nach der Anhörung der Kinder und der nochmaligen 
Besprechung mit dem Vater auf der Hand und bedurfte – im Gegensatz zur Frage, 
ob die (zwangsweise) Durchsetzung der eheschutzrichterlichen Obhutsregelung 
dem Kindeswohl entspricht – auch keiner gutachterlichen Prüfung. Völlig 
unverständlich erscheint sodann bei sachlicher Betrachtung des vorliegenden 
Falles, weshalb mit der Anordnung der als notwendig erachteten Begutachtung bis 
nach Abschluss des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens zugewartet wurde, 
zumal dessen Hängigkeit der Weiterführung des Kindesschutzverfahrens in keiner 
Art und Weise entgegen stand. Das fast dreimonatige untätige Zuwarten mit 
einem als geboten erachteten Verfahrensschritt ist mit dem in 
Kindesschutzverfahren in besonderem Mass geltenden Beschleunigungsgebot 
schlicht unvereinbar und ist bereits für sich alleine betrachtet als unzulässige 
Rechtsverzögerung zu qualifizieren.

e) Was schliesslich die beantragte Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft 
gemäss Art. 308 ZGB betrifft, wird in der Berufung anerkannt, dass grundsätzlich 
kein Anspruch auf Erlass einer bestimmten Massnahme besteht. Zugleich hält die 
Berufungsklägerin aber daran fest, dass vorliegend zur Wahrung des Kindeswohls 
mindestens eine solche Massnahme hätte ausgesprochen werden müssen. Wie 
sich aus den gemachten Ausführungen ergibt, ist dieser Argumentation 
zuzustimmen. Die Vormundschaftsbehörde hielt in ihrer Vernehmlassung im 
Beschwerdeverfahren (act. I/2) selber ausdrücklich fest, dass vorliegend ein 
Elternkonflikt besteht, welcher unter Instrumentalisierung der Kinder ausgetragen 
wird. Damit liegt jedoch geradezu ein klassischer Fall für die Errichtung einer 
Erziehungsbeistandschaft zum Schutze der Kinder vor. Gemäss Art. 308 Abs. 1 
ZGB kann dem Kind ein Beistand ernannt werden, der die Eltern in ihrer Sorge um 
das Kind mit Rat und Tat unterstützt. Dem Beistand können besondere Befugnisse 
übertragen werden, namentlich die Vertretung des Kindes bei der Wahrung seines 
Unterhaltsanspruches und anderer Rechte und die Überwachung des 

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persönlichen Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB). Dem Erziehungsbeistand gemäss 
Art. 308 Abs. 1 ZGB kommt die Aufgabe zu, durch Kontakt mit Eltern und Kind 
erzieherische Missstände abzubauen. Instrumente sind hierbei Vermittlung, 
Anleitung und Weisung gegenüber Eltern, dem Kind und Dritten (Breitschmid, 
BSK, a.a.O., N 4 zu Art. 308). Eine Erziehungsbeistandschaft zur Überwachung 
des Besuchsrechts sollte immer dann angeordnet werden, wenn eine erhebliche 
Gefahr besteht, dass sich bei der Ausübung dieses Rechts durch den von der 
elterlichen Sorge ausgeschlossenen Elternteil Schwierigkeiten ergeben. Solche 
Schwierigkeiten sind in aller Regel als Gefährdung des Kindeswohls zu 
betrachten, die eine Erziehungsbeistandschaft rechtfertigen (BGE 108 II 372; 
Wirz, FamKommentar, a.a.O., N 18 zu Art. 274). Dasselbe muss – in verstärktem 
Masse – im Falle eines Streites der Eltern über die Umsetzung einer richterlichen 
Obhutsregelung gelten. In derartigen elterlichen Konfliktsituationen bedarf es 
regelmässig einer längerdauernden professionellen Hilfestellung, welche durch die 
Vormundschaftsbehörde selber offensichtlich nicht erbracht werden kann. 
Entgegen der in der genannten Vernehmlassung (act. I/2) geäusserten Ansicht der 
Vormundschaftsbehörde kann daher in der Errichtung einer Beistandschaft auch 
kein unzulässiges Abschieben des Problems erblickt werden. Wie bereits 
ausgeführt, lag die Notwendigkeit einer Beistandschaft damit bereits vor der 
Begutachtung der Kinder auf der Hand und ein diesbezüglicher Entscheid wäre 
entgegen der Auffassung der Vorinstanz bereits Ende Oktober 2009 spruchreif 
gewesen. Ausstehend war im damaligen Zeitpunkt einzig noch die Gewährung 
des rechtlichen Gehörs an den Vater, welche umgehend hätte nachgeholt werden 
müssen. 

f) Zu klären bleibt, mit welchen Aufgaben der Erziehungsbeistand hätte 
beauftragt werden müssen bzw. er nunmehr zu beauftragen ist. Entgegen des 
(erstmals an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung explizit gestellten) Antrages 
der Berufungsklägerin konnte der Vollzug der Eheschutzverfügung bereits im 
letzten Herbst nicht mehr (primäre) Aufgabe des Beistandes sein. Einerseits 
waren seit deren Erlass bereits mehrere Monate verstrichen, in denen sich die 
Söhne beinahe ausschliesslich beim Vater aufgehalten hatten. Anderseits hatte 
sich namentlich beim jüngeren Sohn ein massiv gestörtes Verhältnis zur Mutter 
gezeigt, welches zweifellos einer näheren Abklärung bedurfte und einem 
unbesehenen Vollzug der Eheschutzverfügung entgegenstand. War somit davon 
auszugehen, dass die Kinder für die Dauer der erforderlichen Begutachtung in der 
Obhut des Vaters verbleiben würden, wäre es Aufgabe des Beistands gewesen, 
für einen regelmässigen Kontakt der Mutter zu ihren Kindern zu sorgen und 

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allgemein auf eine Verbesserung der elterlichen Beziehung hinzuwirken. Nicht viel 
anders präsentiert sich die Situation im heutigen Zeitpunkt, zumal das 
zwischenzeitlich vorliegende Gutachten des KJPD-GR zur Frage, ob das Obhuts- 
und Besuchsrecht in der Eheschutzverfügung im Sinne des Kindeswohls geregelt 
wurde und durchsetzbar ist, noch keine klare Aussage macht. Entsprechend der 
gutachterlichen Empfehlung wird dem eingesetzten Beistand daher zunächst die 
Aufgabe zukommen, mit beiden Elternteilen in Kontakt zu treten und sie bei der 
Suche nach einer einvernehmlichen Regelung des Obhut- und Besuchsrechts zu 
unterstützen. Soweit ihm dies innert nützlicher Frist gelingt, wird er die Eltern in 
der Folge bei der Umsetzung der vereinbarten Regelung und bei allfällig 
notwendigen Anpassungen derselben zu begleiten haben. Parallel dazu wird unter 
fachkompetenter Begleitung des Beistands der Kontakt zwischen Mutter und 
Söhnen raschmöglichst wieder hergestellt werden müssen, wozu er 
gegebenenfalls – wenn darüber innert kurzer Frist keine Einigung zwischen den 
Eltern zustande kommt – der Vormundschaftsbehörde den Erlass einer 
vorläufigen Besuchsrechtsregelung wird beantragen müssen. Können sich die 
Eltern über die Obhutsfrage nicht einigen, wird der Beistand aufgrund seiner 
zwischenzeitlich erworbenen eigenen Kenntnisse der Verhältnisse entscheiden 
müssen, ob die eheschutzrichterliche Obhutsregelung dem Kindeswohl entspricht 
und folglich der Vormundschaftsbehörde der Vollzug derselben zu beantragen ist 
oder es zu dieser Frage einer Ergänzung des kinderpsychiatrischen Gutachtens 
bedarf. Soweit letzteres der Fall sein sollte, wäre die weitere Begutachtung ohne 
Verzug zu veranlassen und nach deren Vorliegen entweder die 
eheschutzrichterliche Verfügung durchzusetzen oder aber – sollte sich aufgrund 
des Ergänzungsgutachtens eine Änderung als notwendig erweisen und auch in 
diesem Stadium keine Einigung unter den Eltern erzielt werden können – beim 
Eheschutzrichter ein entsprechendes Abänderungsbegehren zu stellen. Zu einer 
selbständigen dauernden Abänderung der eheschutzrichterlichen Obhutsregelung 
gegen den Willen eines Elternteils sind entsprechend den gemachten 
Darlegungen weder der Beistand noch die Vormundschaftsbehörde befugt. Wie im 
Gutachten des KJPD-GR ausdrücklich festgehalten, bedarf es im vorliegenden 
Fall unbedingt eines professionellen Beistands, der in der Lage ist, mit beiden 
Eltern eine gute Zusammenarbeit zu pflegen und ihnen eine fachkundige 
Hilfestellung bei der Erarbeitung einer dem Kindeswohl entsprechenden Lösung 
zu bieten. Demzufolge wird die Beistandschaft einer entsprechend geschulten 
Fachperson zu übertragen sein.  

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g) Abschliessend ist somit festzustellen, dass die Berufung teilweise 
gutgeheissen und das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses A. 
vom 26. Januar 2010, mitgeteilt am 10. Februar 2010, aufgehoben wird. Die 
Vormundschaftsbehörde wird angewiesen, unter Beachtung der Verfahrensrechte 
der Parteien unverzüglich eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 
und 2 ZGB für die beiden Kinder der Berufungsklägerin zu errichten, die 
Beistandschaft einer entsprechend geschulten Person zu übertragen und den 
Beistand mit den soeben dargelegten Aufgaben zu betrauen.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Berufungsklägerin, welche 
mit ihren Begehren im Wesentlichen durchgedrungen ist, keine Kosten 
aufzuerlegen. Demzufolge gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor 
Bezirksgerichtsausschuss A. zu Lasten des Bezirks A. (Art. 63 Abs. 2 EGzZGB), 
während die Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten des Kantons Graubünden 
gehen (PKG 1995 Nr. 5 Erw. 4c). Bei diesem Ergebnis ist der Berufungsklägerin 
zudem eine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen (Art. 58 Abs. 3 und 4 
EGzZGB). Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin hat seinen Aufwand nicht 
beziffert, weshalb dieser unter Einbezug des im vorliegenden Fall mutmasslich 
notwendigen Aufwandes vom Gericht festzulegen ist. Bezüglich des 
vorinstanzlichen Verfahrens erscheint dem Gericht eine ausseramtliche 
Entschädigung von insgesamt Fr. 2'500.-- inklusive MwSt und Barauslagen als 
angemessen. Diese geht zu Lasten des Bezirks A.. Bezüglich des 
Berufungsverfahrens erscheint eine Entschädigung von insgesamt Fr. 2'000.-- 
inklusive MwSt und Barauslagen als gerechtfertigt, welche zu Lasten des Kantons 
Graubünden geht.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefochtene Urteil des 
Bezirksgerichtsausschusses A. vom 26. Januar 2010, mitgeteilt am 10. 
Februar 2010, aufgehoben.

2. Die Vormundschaftsbehörde A. wird angewiesen, unter Beachtung der 
Verfahrensrechte der Parteien unverzüglich eine Erziehungsbeistandschaft 
im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für die beiden Kinder Z., geboren 
am 8. Februar 1996, und V., geboren am 4. September 1998, zu errichten, 
die Beistandschaft einer fachlich geschulten Person zu übertragen und den 
Beistand im Sinne der Erwägungen mit der Erarbeitung und Umsetzung 
einer dem Kindeswohl entsprechenden Obhuts- und 
Besuchsrechtsregelung und dem raschmöglichsten Aufbau des Kontaktes 
zwischen Mutter und Kindern zu beauftragen. 

3. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

4. Die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses A. von Fr. 1'300.-- gehen zu 
Lasten des Bezirks A., der die Berufungsklägerin zudem für das 
Beschwerdeverfahren mit Fr. 2'500.-- inkl. MwSt und Barauslagen 
ausseramtlich zu entschädigen hat. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'320.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
3'000.--, Schreibgebühr Fr. 320.--) gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden, welcher die Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren mit 
Fr. 2'000.-- inkl. MwSt und Barauslagen ausseramtlich zu entschädigen hat.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an: