# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 294c9544-e7c1-5beb-8cb6-5ff803f9e4ae
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.09.2023 200 2023 200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-200_2023-09-21.pdf

## Full Text

200 23 200 UV
JAP/LUB/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. September 2023

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

AXA Versicherungen AG
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. Februar 2023 (Referenz: ...)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1985 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der AXA Versicherungen AG (AXA bzw. Be-
schwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nicht-
berufsunfällen versichert, als es ihm gemäss Unfallmeldung am 22. März 
2022 beim Anheben eines ... einen "Zwick" im rechten Oberarm gab (Akten 
der AXA [act. II] A1). Mit formlosen Schreiben vom 17. Mai 2022 lehnte die 
AXA ihre Leistungspflicht ab (act. II A7), womit sich der Versicherte nicht 
einverstanden erklärte (act. II A15). In der Folge bestätigte die AXA mit 
Verfügung vom 23. August 2022 die Ablehnung ihrer Leistungspflicht. Zur 
Begründung führte sie aus, dass einerseits kein Unfall – mangels unge-
wöhnlichen äusseren Faktors – vorliege und andererseits es sich beim dia-
gnostizierten Sehnenriss zwar um eine Verletzung im Sinne von Art. 6 
Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversiche-
rung (UVG; SR 832.20) handle, diese jedoch vorwiegend auf Abnützung 
oder Erkrankung zurückzuführen sei, wobei sie sich in medizinischer Hin-
sicht auf einen Bericht von Dr. med. C.________, Facharzt für Chirurgie, 
und D.________, Pflegefachmann HF, vom 12. August 2022 stützte 
(act. II A19, M7). Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten 
(act. II A30) wies die AXA mit Entscheid vom 20. Februar 2023 ab 
(act. II A36).

B.

Mit Eingabe vom 21. März 2023 erhob der Versicherte, vertreten durch die 
B.________ AG, Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid 
vom 20. Februar 2023 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien 
die gesetzlichen Leistungen aus dem Unfallereignis vom 22. März 2022 
zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten zwecks Klärung der 
relevanten versicherungsmedizinischen Fragen anzuordnen. Zudem legte 
er eine Stellungnahme von Dr. med. E.________, Fachärztin für Chirurgie, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 3

vom 27. Februar 2023 ins Recht (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 3 = 
act. II M10). 

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2023 schloss die Beschwerdegegnerin 
– u.a. bezugnehmend auf einen Bericht von Dr. med. F.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, vom 24. April 2023 (act. II M11) – auf Abweisung der Beschwerde.

Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom 3. Juli 2023 – verweisend auf 
eine ergänzende Stellungnahme von Dr. med. E.________ vom 16. Juni 
2023 (act. I 4 = act. II M13) – an seinen beschwerdeweisen Standpunkten 
und Rechtsbegehren fest.

Mit Stellungnahme vom 29. August 2023 äusserte sich die Beschwerde-
gegnerin zur Eingabe des Beschwerdeführers, wobei sie einen weiteren 
Bericht von Dr. med. F.________ vom 16. August 2023 (act. II M14) ein-
reichte.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 4

ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. Februar 
2023 (act. II A36). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf die gesetzli-
chen UV-Leistungen im Zusammenhang mit den ab 22. März 2022 geklag-
ten rechtsseitigen Schulterbeschwerden.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
UVG). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.1.1 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek-
tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli-
chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun-
gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht 
als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im 
Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö-
sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall 
setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn-
lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 

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V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhn-
lichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern 
nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit 
ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwarte-
te Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere 
Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen 
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un-
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79; SVR 2021 UV Nr. 12 S. 60 
E. 4.2, 2020 UV Nr. 3 S. 9 E. 3).

Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheits-
schaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schä-
digende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum 
exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere 
dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss auch als allei-
nige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerati-
ven Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen 
Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelba-
re Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen ge-
setzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche Scha-
densneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereignisses 
zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den üblichen auf 
den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzge-
schehens, damit ein Unfall angenommen werden kann (BGE 134 V 72 E. 
4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80).

2.1.2 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in 
einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt 
dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" 
beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge-
wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände-
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro-
grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 
2.1 S. 118; SVR 2021 UV Nr. 21 S. 102 E. 3.3). Dies trifft beispielsweise 

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dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem 
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (SVR 2021 
UV Nr. 10 S. 54 E. 4.2; RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 
422 E. 2b). Gerät ein Bewegungsablauf behinderungsbedingt ausser Kon-
trolle und mündet dieser programmwidrig in einer unkoordinierten Bewe-
gung, welche zur schädigenden Einwirkung führt, so ist die Ungewöhnlich-
keit des äusseren Faktors zu bejahen (SVR 2009 UV Nr. 33 S. 117 E. 5.2).

2.2 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. 
a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse 
(lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

2.2.1 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach 
Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätz-
lich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die 
Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist 
(BGE 146 V 51 E. 9.1 S. 70).

2.2.2 Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor 
und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein 
gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 
der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202; in Kraft bis 31. Dezember 2016) mehr vorausgesetzt. 
Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 
lit. a - h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermu-
tung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die 

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vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus 
der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises 
weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu 
übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- 
und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letzt-
lich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage 
nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis – nicht zuletzt 
auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes – auch 
nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im 
Rahmen der Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis 
erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser 
Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis 
des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen 
Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursa-
chenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichti-
gen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen 
Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indi-
zien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen 
aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis 
gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Ein-
schätzungen – mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
– nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im 
gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Er-
krankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus 
Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus 
unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht 
ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (BGE 146 V 51 E. 8.6 S. 69).

2.3 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die 
verfügende Instanz den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, 
aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisan-
träge der Parteien, abklären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle 
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen An-
spruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Ver-

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waltungsbehörden zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu 
veranlassen, wenn hiezu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich 
aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht 
(BGE 117 V 282 E. 4a S. 283).

3.

3.1 Mit Verfügung vom 23. August 2022 (act. II A19) und nunmehr an-
gefochtenem Einspracheentscheid vom 20. Februar 2023 (act. II A36) ver-
neinte die Beschwerdegegnerin die Voraussetzung eines ungewöhnlichen 
äusseren Faktors und demnach das Vorliegen eines Unfalles im Rechts-
sinne (vgl. hierzu E. 2.1 hiervor).

3.2 Den Akten ist zum Hergang des der Beschwerdegegnerin gemelde-
ten Ereignisses vom 22. März 2022 im Wesentlichen das Folgende zu ent-
nehmen:

3.2.1 In der Unfallmeldung vom 21. April 2022 wurde festgehalten, dass 
es am 22. März 2022 beim Anheben eines ... einen "Zwick" im rechten 
Oberarm gegeben habe (act. II A1).

3.2.2 Im Fragebogen der Beschwerdegegnerin zum besagten Ereignis 
gab der Beschwerdeführer am 30. April 2022 an, am 22. März 2022 um ca. 
6:30 Uhr habe er beim Umplatzieren seines ... einen "Zwick" in der rechten 
Schulter verspürt (act. II A6/1).

3.2.3 Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin, erwähnte im Überweisungsbericht vom 10. Mai 
2022, der Beschwerdeführer habe ihn am 29. März 2022 aufgesucht, 
nachdem es diesem am 22. März 2022 beim Herumreissen eines schweren 
... einen Ruck gegeben habe mit sofortig einschiessendem Schulter-
schmerz rechts (act. II M2). Dies bestätigte Dr. med. G.________ im "Ers-
ten Arztzeugnis UVG" vom 18. Mai 2022 gegenüber der Beschwerdegeg-
nerin (act. II M3). Die weiter behandelnde Dr. med. H.________, Fachärztin 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
hielt am 20. Mai 2022 bei der Anamnese fest, der Beschwerdeführer be-

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richte, am 22. März 2022 einen ... angehoben zu haben, um diesen ver-
schieben zu können. Dabei sei es zu einem "Zwick" ventral in der Schulter 
gekommen, danach habe er ... eines ... von einem ... hinuntergehoben, als 
es zu einem erneuten "Zwick" in der Schulter gekommen sei (act. II M4).

3.3 Ob das in der Unfallmeldung (act. II A1) bzw. im Fragebogen 
(act. II A6) geschilderte Anheben/Umplatzieren eines ... die kumulativen 
Tatbestandsvoraussetzungen i.S. der Legaldefinition von Art. 4 ATSG (vgl. 
E. 2.1 hiervor) erfüllt, ist unklar. Dasselbe gilt für das später zusätzlich er-
wähnte (und wohl am selben Tag erfolgte) Entladen/Herunterheben von ... 
von einem ... (act. II M4). 

Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin könnte ein stattge-
habter Unfall im Rechtssinne nicht alleine dann bejaht werden, wenn die 
beschriebenen Vorgänge "programmwidrig unterbrochen" worden wären 
(act. II A36/4 E. 4.1.1). Die Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung 
kann auch bei einer ausserordentlichen Kraftanwendung und einer damit 
verbundenen Überanstrengung vorliegen, namentlich beim Heben von 
schweren Lasten (Verhebetrauma; IRÈNE HOFER, in: FRÉSARD-
FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar zum Unfallversiche-
rungsgesetz, 2019, Art. 6 N. 40). Den Akten lassen sich vorliegend keine 
genaueren Angaben über das Gewicht des ... bzw. der ... entnehmen, was 
mit Blick auf die höchstrichterliche Kasuistik (vgl. PETER FORSTER, Recht-
sprechung des Bundesgerichts zum ATSG, 2021, Art. 4 N. 11-13; UELI KIE-
SER, Kommentar zum ATSG, 4. Auflage 2020, Art. 4 N. 56 f.; HOFER, 
a.a.O., Art. 6 N. 40; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfall-
versicherung, 4. Auflage 2012, S. 40 Art. 6) jedoch unabdingbar wäre, um 
zu beurteilen, ob eine manuelle Lastenhandhabung vorliegt, welche als 
ungewöhnliche Überanstrengung zu qualifizieren wäre. Im Übrigen ist es 
notorisch, dass ... für ... – je nach Dimension und Fabrikat – auch ohne ... 
die kritische Masse von 100 kg erreichen bzw. überschreiten können.

Der rechtserhebliche Sachverhalt erweist sich diesbezüglich als ungenü-
gend abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin räumt selbst ein, dass sich in den 
Akten keine Angaben über das Gewicht des ... finden (Beschwerde-antwort 
S. 4 Ziff. II Ziff. 3.1) und auch ihr beratender Arzt Dr. med. F.________ wies 
bereits in seinem Bericht vom 24. April 2023 darauf hin, dass über das Ge-

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wicht keine Befragung vorgenommen wurde (act. II M11/5 Ziff. II und /7 
Ziff. III lit. a). Soweit er in seiner Stellungnahme vom 16. August 2013 nun-
mehr kommentiert, dass die Angabe des Gewichts für die Fallbeurteilung 
von untergeordneter Bedeutung sei (act. II M14/2 Ziff. 3), kann ihm vor dem 
Hintergrund des soeben Ausgeführten aus unfallversicherungsrechtlicher 
Sicht nicht gefolgt werden. Ebenso wenig wurden die Körpergrösse sowie 
betreffend das Entladen/Herunterheben der ... der Geschehensablauf (inkl. 
Höhe der Ladekante des ..., Armhaltung bzw. 
-position etc.) abgeklärt, mithin, ob neben einem allfälligen ausserordentli-
chen Kraftaufwand noch zusätzlich besondere sinnfällige Umstände hinzu-
getreten waren. Damit ist bereits aus diesen Gründen die Sache in Gut-
heissung der Beschwerde an die Verwaltung zurückzuweisen zur weiteren 
sachverhaltlichen Abklärung. Doch selbst wenn die Beschwerdegegnerin 
das Vorliegen eines Unfalls zu Recht verneint hätte, wären weitere (medi-
zinische) Sachverhaltserhebungen erforderlich.

4.

Die Beschwerdegegnerin prüfte in der Verfügung vom 23. August 2022 
(act. II A19) und im nunmehr angefochtenem Einspracheentscheid vom 
20. Februar 2023 (act. II A36) ihre Leistungspflicht auch unter dem Blick-
winkel der unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 
UVG (vgl. hierzu E. 2.2 hiervor).

4.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

4.1.1 Das Arthro-MRI vom 4. April 2022 zeigte eine leicht gezerrte, leichte 
Acromioclaviculargelenk(ACG)-Degeneration, differentialdiagnostisch (DD) 
einen Status nach ACG-Luxation Rockwood 1, sonst keine fassbare Schul-
terverletzung und eine intakte Rotatorenmanschette (act. II M1).

4.1.2 Die behandelnde Dr. med. H.________ diagnostizierte im Bericht 
vom 20. Mai 2022 eine traumatische craniale Partialläsion Subscapularis-
sehne (SSC) und ein leicht traumatisiertes ACG nach Hebetrauma vom 
22. März 2022 (act. II M4/1). Klinisch zeige sich korrelierend mit dem MRI 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 11

eine SSC-Symptomatik. Durch das Anheben des schweren ... und später 
der ... sei es (mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, d.h. > 50 %) zu einer 
Unterflächenläsion der SSC gekommen (act. II M4/2).

4.1.3 Im Aktenbericht vom 12. August 2022 zu Handen der Beschwerde-
gegnerin, verfasst von Dr. med. C.________ und dem Pflegefachmann 
D.________, wurde als Diagnose Sehnenrisse genannt. Diese Körper-
schädigungen seien vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu-
führen. Bei der Kontrolle der Bildgebung durch den beratenden Arzt habe 
die SSC-Symptomatik mit einer Unterflächenläsion festgestellt werden 
können. Das geschilderte Ereignis sei jedoch nicht geeignet, die nachge-
wiesene Läsion der SSC an der linken Schulter zu verursachen. Beim He-
ben des schweren ... handle es sich um einen kontrollierten physiologi-
schen Kraftaufwand, ohne erkennbare, ausserplanmässige, unkontrollierte 
und unphysiologische, exzentrische Belastung auf die angespannten Seh-
nen der linken Schulter. Bei der Unterflächenläsion der SSC sei es vorwie-
gend zu einer Aktivierung eines bis dahin asymptomatischen Vorzustandes 
gekommen. Zudem fehlten im Bericht des Arthro-MRI vom 4. April 2022 
Zeichen einer frischen strukturellen Verletzung wie ein Bone bruise oder 
Hämatom. Die genannte Sehnenverletzung könne bei der beschriebenen 
Biomechanik eines zwar grossen aber physiologischen Kraftaufwands nur 
bei degenerativem Gewebe entstehen. Als weitere degenerative Verände-
rung in der linken Schulter sei die im MRI-Bericht genannte aktivierte ACG-
Degeneration zu werten (act. II M7/2).

4.1.4 Am 6. Oktober 2022 antwortete Dr. med. H.________ der Rechts-
vertretung des Beschwerdeführers, dieser leide an einer traumatischen 
cranialen Partialläsion der SSC, einem leicht traumatisierten ACG und ei-
ner Zerrung des Musculus pectoralis major nach Hebetrauma vom 
22. März 2022. Aufgrund des Alters des Beschwerdeführers sei nicht vor-
wiegend von einer Abnützung oder Erkrankung auszugehen, sondern mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer durch den Unfall bedingten 
Verletzung (act. II M8).

4.1.5 In der Stellungnahme vom 27. Februar 2023 führte Dr. med. 
E.________ zu Handen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aus, 
das geschilderte Ereignis könne nicht als "nichtgeeignet" beurteilt werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 12

ohne Kenntnis des bewegten Gewichts. Ein Bone bruise sei ohne stattge-
habte Kontusion nicht zu erwarten und Hämatome seien teilweise schwierig 
zu eruieren und bedürften vorliegend einer fachradiologischen Zweitmei-
nung. Eine isolierte SSC-Läsion sei grundsätzlich immer als erstes ver-
dächtig auf eine Trauma-assoziierte Läsion. Es sei seitens der Unfallversi-
cherung nicht ausgewiesen, dass die SSC-Läsion vorwiegend degenerativ 
verursacht sei; im Gegenteil fänden sich MR-tomographisch nicht die ge-
ringsten Hinweise für eine verschleisskausale Ursache (act. I 3/2).

4.1.6 Im Bericht vom 24. April 2023 führte Dr. med. F.________ zu Han-
den der Beschwerdegegnerin aus, es sei von einem geplanten Kraftakt 
beim "Heben", "Umplatzieren" oder "Herumreissen" eines ... die Rede, über 
dessen Gewicht keine Befragung vorgenommen worden sei. Es sei äus-
serst unwahrscheinlich, dass das Anheben über Gürtelhöhe erfolgt sei, so 
dass keine unphysiologische Armposition eingenommen worden sei. Die 
muskuläre Anspannung sei am ehesten "isometrisch" in einer gewissen 
Innenrotationsbelastung erfolgt, so dass die muskulotendinöse Einheit nicht 
in eine supraphysiologische Zugbeanspruchung geraten sein könne. Unter 
solchen Belastungen könne traumabiologisch ausgeschlossen werden, 
dass eine (gesunde) Sehne reisse (act. II M11/5). Gesamtbilanzierend zei-
ge sich das Bild von Vorschädigungen an der rechten Schulter. Frische 
Verletzungsfolgen könnten im Schultergelenk selber nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit festgestellt werden. Die initiale Beschwerdedomi-
nanz im ACG-Bereich sei mit der MRI-Bildgebung einer aktivierten ACG-
Arthrose vereinbar. Im Wissen um die Veränderungen an der SSC-
Insertion habe zur Hypothese einer partiellen SSC-Ruptur geführt, was 
aber mit dem Schadenmechanismus (zweimaliger Zwick ohne funktionelle 
Überlastung der SSC) nicht vereinbar sei. Die klinischen Verdachtsmomen-
te einer traumatischen partiellen SSC seien unter dem Aspekt einer nur 
partiellen Gewebeschädigung zu wenig spezifisch in Erscheinung getreten 
(act. II M11/6). Eine isolierte SSC-Läsion ohne Begleitverletzung gelte 
gemäss Erkenntnissen aus der versicherungsmedizinischen Standardlitera-
tur als nicht traumatisch. Sie basiere auf einer degenerativen Vorschädi-
gung. Gesunde Sehnen rissen in der Regel nicht isoliert. Im MRI liessen 
sich klar Zeichen einer Vorschädigung nachweisen. An der SSC selber 
gebe es keine Zeichen einer frischen Ruptur, die Ränder seien abgeschlif-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 13

fen, abgerundet und scharf gezeichnet. Die Umgebung der Bicepssehne 
(BIC) in Nachbarschaft zum Pulleykomplex und zur kranialen SSC zeige 
kleinzystische, ganglionartige Veränderungen. Die SSP (Supraspinatus-
sehne) zeige tendinotische Merkmale und werde durch die kaudalen Os-
teophyten aus dem arthrotischen ACG bedrängt (act. II M11/8).

4.1.7 In der Stellungnahme vom 16. Juni 2023 erwähnte Dr. med. 
E.________ zu Handen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers, die 
Hauptdiagnose umfasse eine craniale Partialläsion der SSC rechts. Der 
differenzierte Ereignishergang am 22. März 2022 sei seitens der Unfallver-
sicherung nicht erfasst. Die gesamten Ausführungen bezüglich Ereignis-
hergang seitens Dr. med. F.________ seien spekulativ und basierten auf 
subjektiven Vermutungen. Traumabiologische Ausführungen über unphy-
siologische Armpositionen oder die Höhe des Anhebens des ... seien irre-
levant, da nicht einmal dessen Gewicht erfragt worden sei. Basierend auf 
der Aktenlage könne definitiv nicht geschlussfolgert werden, unter einer 
solchen unbekannten Belastung könne traumabiologisch ausgeschlossen 
werden, dass eine (gesunde) Sehne reisse (act. I 4/2). Ein Weiterarbeiten 
sei mit einer cranialen Partialläsion der SSC durchaus vereinbar. Das habe 
nichts damit zu tun, dass aus diesem Grund keine unphysiologische oder 
supraphysiologische Belastung oder eine exzentrische Zusatzbelastung 
aufgetreten sei im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Ereignis. Bei 
den von Dr. med. F.________ als "versicherungsmedizinische Erkenntnis 
beim Rotatorenmanschettenschaden" bezeichneten Beilagen handle es 
sich um eigens von ihm zusammengestellte Unterlagen, die keinesfalls als 
evidenz-basiert zu betrachten seien, ausserdem stehe dabei die SSP im 
Fokus, nicht die SSC. Isolierte Läsionen der SSC würden gemäss Literatur 
meistens einem Trauma zugeordnet (act. I 4/3). Der Beurteilung von 
Dr. med. F.________ sei zu entnehmen, dass er die Bildgebung Dr. med. 
I.________, Facharzt für Radiologie, vorgelegt habe, eine fachradiologi-
sche Stellungnahme fehle jedoch in den Unterlagen. Mit der Argumentati-
on, wonach die Bildgebung keine Zeichen einer frischen Läsion zeigten, sei 
nicht ausgewiesen, dass im Umkehrschluss eine vorwiegend degenerative 
Läsion der SSC vorliege; eine Tendinopathie der SSC, welche für eine Dis-
kussion über eine Degeneration/Verschleiss qualifizieren würde, werde 
nicht vorgebracht und liege auch nicht vor. Schlussfolgernd liege hier eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 14

craniale Teilläsion der SSC rechts vor, die nicht als vorwiegend degenerativ 
zu klassifizieren sei (act. I 4/4).

4.1.8 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 16. August 2023 zu 
Handen der Beschwerdegegnerin aus, die Angabe des Gewichts sei für die 
Fallbeurteilung von untergeordneter Bedeutung, da es für ein Individuum 
keine verbindlichen Messwerte gäbe (act. II M14/2). Es habe eine vor-
nehmlich isometrische Krafteinwirkung in Innenrotation stattgefunden, bei 
welcher die SSC unmöglich in eine unphysiologische Beanspruchung habe 
kommen können. Das ACG habe im MRI vom 4. April 2022 weit mehr als 
eine Kapselschwellung gezeigt (Geröllzysten, arthrotisch-reaktive Verände-
rungen mit einem Knochenödem in der lateralen Clavicula). Die Ursache 
dieser Schädigung sei nie diskutiert oder abgeklärt worden, so dass nicht 
nachvollzogen werden könne, wie Dr. med. E.________ dazu komme, sich 
über die Pathogenese zu äussern (act. II M14/3). Dass eine Partialläsion 
nicht zu einem vollständigen Funktionsausfall führen müsse, sei verständ-
lich, damit sei aber auch nicht gesagt, dass diese frisch traumatisch ent-
standen sei, wenn sie schon initial keine klinische Relevanz gezeigt habe 
(act. II M14/4). Wenn die in der versicherungsmedizinischen und schulter-
orthopädischen Literatur beschriebenen Schadenmechanismen in Erwä-
gung gezogen würden, die eine isolierte, auch partielle SSC-Läsion verur-
sachen könnten, sei eigentlich klar, dass es sich speziell bei jungen Perso-
nen um heftige Ereignisse gehandelt haben müsse, die einen schweren 
distorsionellen Charakter bis zu einem luxationsähnlichen Zustand mit ex-
zentrischen Zusatzbelastungen aufwiesen, geprägt durch die Elemente der 
Elevation und Aussenrotation, so dass die SSC überhaupt unter Stress 
geraten könne. In solchen Situationen komme es als Begleitverletzung in 
der Regel zu Knochenödemen. Im Gegensatz zum Humeruskopf sei es 
jedoch in casu zu einem Knochenödem der lateralen Clavicula gekommen. 
Wenn nun glenohumeral kein Knochenmarködem aufgetreten sei, gelte 
dies als Hinweis auf eine nicht exzessive Traumaenergie, die auf das Gle-
nohumeralgelenk selbst eingewirkt habe. Diese Feststellung mache die 
traumaische Genese der SSC-Partialläsion zusätzlich unglaubwürdig 
(act. II M14/4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 15

4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 
E. 3.2). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs-
verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde 
Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, wenn ein frei 
praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Erstellung 
von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, 
welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als 
begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, 
welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 
Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Auch 
reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser 
Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurtei-
lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin 
die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hinter-
grund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

4.3 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. Februar 2023 
(act. II A36) wird von der Beschwerdegegnerin anerkannt, dass eine Lis-
tenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. f. UVG vorliegt. Zwar wurde im 
initialen Arthro-MRI vom 4. April 2022 noch eine intakte Rotatorenman-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 16

schette befundet (act. II M1), die später von der behandelnden Dr. med. 
H.________ diagnostizierte Partialruptur der SSC (act. II M4-6) wurde je-
doch auch von den beiden beratenden Ärzten der Beschwerdegegnerin 
Dres. med. C.________ und F.________ (act. II M7/4, M11/6, M14/1 
Ziff. 2) bestätigt, wenngleich der letztere nicht von einer "frischen" Verlet-
zung ausging (Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. II Ziff. 3.2). Wie zuvor darge-
legt (vgl. E. 2.3 hiervor), greift damit die Vermutung, es handle sich um eine 
unfallähnliche Körperschädigung, die vom Unfallversicherer bzw. von der 
Beschwerdegegnerin übernommen werden muss. Sie kann sich aber von 
ihrer Leistungspflicht befreien, wenn die Beschwerdegegnerin den Nach-
weis erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkran-
kung zurückzuführen ist. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat sie – mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, 
dass die fragliche Listenverletzung im gesamten Ursachenspektrum zu 
mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Für die-
sen Beweis bedarf es einer Beleuchtung und Gewichtung des gesamten 
Ursachenspektrums, wozu namentlich die Umstände des Auftretens der 
Beschwerden sowie der Vorzustand gehören.

4.4 In medizinischer Hinsicht stützt sich der Einspracheentscheid auf 
die Aktenbeurteilung des Dr. med. C.________ (act. II M7), welche jedoch 
ebenso wenig überzeugt, wie die im Beschwerdeverfahren aufgelegten 
Stellungnahmen des Dr. med. F.________ (act. II M11, M14). Vorab ist 
unklar, inwieweit Dr. med. C.________ an der Beurteilung vom 12. August 
2022 überhaupt mitwirkte, wurde doch nebst ihm als Verfasser ein Pflege-
fachmann erwähnt, welchem die erforderlichen Fachkenntnisse offensicht-
lich abgehen (act. II M7/1). Zwar würde es selbst im Rahmen einer Begut-
achtung genügen, dass die den Bericht visierende Arztperson über den 
spezifischen Facharzttitel verfügt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 
26. Januar 2011, 9C_547/2010, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen), das 
Schriftstück wurde indes von keiner der beteiligten Personen unterzeichnet, 
es wurde einzig elektronisch erstellt (act. II M7/4). Sodann wurde einerseits 
erklärt, es sei zusätzlich der "Schulterspezialist" Dr. med. J.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, hinzugezogen worden, andererseits wurde im Dunkeln gelas-
sen, zu welchem Schluss dieser gelangte (act. II M7/1). Des Weiteren ist in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 17

der besagten Aktenbeurteilung durchwegs von der linken Schulter die Re-
de, obgleich die rechte Schulter zu beurteilen gewesen wäre. Schliesslich 
wurde angenommen, das geschilderte Ereignis vom 22. März 2022 mit 
Umplatzieren/Heben eines schweren ...- bzw. -... sei nicht geeignet, die 
nachgewiesene Läsion der SSC zu verursachen, ohne dass der genaue 
biomechanische Ablauf und die auf den Körper wirkenden Massen bzw. 
Kräfte überhaupt bekannt waren (vgl. auch E. 3.3 hiervor). Das spätere 
Ereignis – Entladen/Herunterheben von ... von einem ... (act. II M4; vgl. 
E. 3.3 hiervor) – wird in der Beurteilung sodann gänzlich unberücksichtigt 
gelassen.

Sodann sind auch die Einschätzungen von Dr. med. F.________ als Ent-
lastungsbeweis ungeeignet. Auch ihm waren die auf den Körper des Be-
schwerdeführers wirkenden Massen bzw. Kräfte (betreffend beide Ereig-
nisse) nicht bekannt, worauf Dr. med. E.________ zutreffend hinwies 
(act. I 4/2). Zwar setzte er sich mit den divergierenden Auffassungen der 
Dres. med. H.________ (act. II M4) und E.________ (act. II M10; act. I 4) 
auseinander, seine Einschätzungen basieren aber u.a. auf blossen Mut-
massungen über den Geschehensablauf. So erklärte er, es sei äusserst 
unwahrscheinlich, dass das Anheben des ... über Gürtelhöhe erfolgt sei, so 
dass keine unphysiologische Armpositionen eingenommen worden seien 
(act. II M11/5 Ziff. II), bzw. es habe eine vornehmlich isometrische 
Krafteinwirkung in Innenrotation stattgefunden, bei welcher die SSC un-
möglich in eine unphysiologische Beanspruchung habe kommen können 
(act. II M14/3 Ziff. 3). Diese Hypothesen erscheinen hinsichtlich des ersten 
Ereignisses allenfalls möglich, indes ist nicht auszublenden, dass der Be-
schwerdeführer, wie bereits erwähnt, danach ... von einem ... entlud, wobei 
diesbezüglich weder die Armposition, Körpergrösse noch die Höhe der La-
dekante des ... (Höhenunterschied) dokumentiert sind (vgl. E. 3.3 hiervor). 
Zudem erscheint der Ausschluss einer unphysiologischen oder supraphy-
siologischen Belastung oder einer exzentrischen Zusatzbelastung mit der 
Begründung der Fortsetzung der Arbeit bzw. der Erreichung des Arbeits-
ziels (act. II M11/8 Ziff. III Ziff.1) ebenfalls fraglich. Dies zumal Dr. med. 
E.________ festhielt, dass ein Weiterarbeiten mit einer cranialen Partiallä-
sion der SSC durchaus vereinbar sei (da keine Komplettläsion vorgelegen 
habe), was nunmehr auch von Dr. med. F.________ nicht in Abrede ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 18

stellt wird (act. II M14/4 Ziff. 5), und gemäss Dr. med. E.________ nichts 
damit zu tun habe, dass aus diesem Grund keine entsprechende 
(Zusatz-)Belastung im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Ereignis 
(Umplatzieren des ...; act. I 4/3) aufgetreten sein könne. Dr. med. 
F.________ führte zur Begründung der degenerativen Natur der SSC-
Läsion aus, bildgebend seien keine Zeichen einer frischen Verletzung aus-
gewiesen, es müsse sich um eine Vorschädigung handeln, die anamnes-
tisch in ihrer Wertigkeit nicht eruiert worden sei bzw. im MRI liessen sich 
klar Zeichen einer Vorschädigung nachweisen (act. II M11/6 ff. Ziff. II, /8 
Ziff. III Ziff. 4). Er stützte sich dabei auf eine angebliche Beurteilung von 
Dr. med. I.________. Dazu ist mit Dr. med. E.________ festzuhalten, dass 
ein entsprechender Bericht in den Akten fehlt (act. I 4/4) oder zumindest 
eine unterschriftliche Bestätigung des beigezogenen Radiologen. Daran 
vermag nichts zu ändern, dass Dr. med. F.________ den MRI-Bericht vom 
4. April 2022 durch eine eigenständige Überprüfung kommentierte, fehlt 
ihm doch, wie er selbst erwähnte, die erforderliche Fachkenntnis 
(act. II M14/5 Ziff. 8). Im Übrigen wies Dr. med. F.________ – nachdem er 
den Radiologen offenbar bereits zugezogen hatte – eigens darauf hin, dass 
im MRI Unstimmigkeiten aufgetreten seien, die bislang noch nicht ausdis-
kutiert worden seien (act. II M11/9).

5.

Nach dem Ausgeführten ist der Sachverhalt nicht rechtsgenüglich 
abgeklärt. Bei der aktuellen Aktenlage kann vorab die Rechtsfrage nach 
dem Vorliegen eines Unfalls nicht abschliessend beurteilt werden (vgl. 
E. 3.3 hiervor). Sodann ist auch eine Leistungspflicht unter dem Titel von 
Art. 6 Abs. 2 UVG derzeit offen, wobei noch keine Beweislosigkeit vorliegt, 
sondern von weiteren medizinischen Sachverhaltserhebungen zusätzliche 
Erkenntnisse zu erwarten sind (wenngleich nicht verkannt wird, dass eine 
retrospektive Einschätzung mit gewissen Schwierigkeiten verbunden ist 
[vgl. E. 4 hiervor]). Die Sache ist an die Verwaltung zurückzuweisen, damit 
sie eine verwaltungsexterne orthopädische Begutachtung veranlasst, wobei 
vorher in deren Rahmen auch der möglichst genaue biomechanische 
Hergang sowie die involvierten Massen der bewegten Gegenstände eruiert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 19

werden müssen. Entgegen dem gestellten Eventualbegehren (Beschwerde 
S. 2 Ziff. I Ziff. 2) fällt die Aufgabe vorab der Verwaltung zu, das 
Erforderliche im Rahmen der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 
nachzuholen. Da sich der Sachverhalt punktuell als völlig ungeklärt erweist 
und er medizinisch bisher allein durch verwaltungsinterne 
Aktenbeurteilungen erhoben wurde, ist die Rückweisung im Lichte der 
diesbezüglich geltenden Grundsätze denn auch ohne Weiteres zulässig 
(vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264; SVR 2016 
IV Nr. 4 S. 12 E. 3.1).

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung 
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventu-
alantrag gestellt wird (SVR 2020 KV Nr. 23 S. 112 E. 11.1).

Die B.________ AG hat nach Aufforderung des Instruktionsrichters (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 4. Mai 2023) mit Eingabe vom 12. Mai 
2023 auf die Einreichung einer Kostennote verzichtet und die Festsetzung 
der Parteientschädigung in das Ermessen des Gerichts gestellt.

Unter Würdigung der gesamten Umstände, der Bedeutung der Streitsache 
sowie im Vergleich zum in gleichgelagerten Fällen entschädigten Aufwand 
und unter Berücksichtigung des Rundschreibens des Verwaltungsgerichts 
vom 16. Dezember 2009 betreffend Festsetzung des amtlichen Honorars 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2023, UV/23/200, Seite 20

sowie des Parteikostenersatzes in sozialversicherungsrechtlichen Streitig-
keiten bei Vertretung durch gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstellen 
sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbände 
(abrufbar unter <www.justice.be.ch>), wonach bei Rechtsvertretungen 
durch Rechtsschutzversicherungen der Honoraransatz bei qualifizierter 
Rechtsvertretung Fr. 180.-- pro Stunde beträgt, wird die Parteientschädi-
gung (inkl. Auslagen und MWST) ermessensweise und pauschal auf 
Fr. 2'500.-- festgesetzt; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der AXA Versicherungen AG vom 20. Februar 2023 auf-
gehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 
damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägun-
gen – neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'500.-- (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt Eingabe der Be-

schwerdegegnerin vom 29. August 2023)
- AXA Versicherungen AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

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