# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26f170c9-7aa9-5511-90ab-e4a1a04c6a97
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 14.03.2024 LZ230016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ230016_2024-03-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ230016-O/U

damit vereinigt Geschäfts-Nr. LZ230020-O

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender,

Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw D. Müller

Beschluss und Urteil vom 14. März 2024

in Sachen

A._____ [Vorname] B._____ [Nachname 1],
Beklagter, Erstberufungskläger und Zweitberufungsbeklagter

gegen

C._____ [Vorname] D._____ [Nachname 2],
Klägerin, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange

Berufungen gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren 
am Bezirksgericht Meilen vom 20. März 2023 (FK220005-G)

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Rechtsbegehren:

der Klägerin (Urk. 33 S. 1 f.):

"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für das gemeinsame 
Kind der Parteien E._____ [Vorname 1] F._____ [Vorname 2] 
D._____ [Nachname 2], geb. tt.mm.2021, von G._____, whft. bei 
der Klägerin, H._____-strasse 1, G._____, angemessene monatli-
che Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich und im Vor-
aus an die Klägerin, rückwirkend ab Geburt des Kindes 
(tt.mm.2021), nämlich mindestens CHF 1'297.– pro Monat im Jahr 
2021 und mindestens CHF 1'450.– pro Monat ab Jahr 2022.
Der Beklagte sei zu verpflichten, die Unterhaltsbeiträge auch über 
die Mündigkeit des Kindes hinaus zu bezahlen, und zwar an die 
Klägerin, solange das Kind überwiegend in deren Haushalt lebt und 
nicht selbständig Unterhaltsansprüche gegen den Beklagten stellt 
oder eine/n andere/n Zahlungsempfänger/-in bezeichnet.
Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.
Allfällige gesetzliche und/oder vertragliche Kinder-, Ausbildungs- 
bzw. Familienzulagen seien zusätzlich zu bezahlen.

 2. Der Beklagte sei sodann zu einem angemessenen Beitrag an die 
Kosten der Entbindung und der Erstausstattung des Kindes (kon-
kret CHF 3'550.–) zu verpflichten.

 3. Der Name von E._____ [Vorname 1] F._____ [Vorname 2] D._____ 
[Nachname 2] sei unverändert zu belassen bzw. gerichtlich zu be-
stätigen.
Die mit Verfügung vom 19 . November 2021 des Gemeindeamtes 
des Kantons Zürich, Abteilung Zivilstandswesen, angeordnete Da-
tensperre sei vollumfänglich aufzuheben; ev. sei das Gemeinde-
amt des Kantons Zürich, Abteilung Zivilstandswesen, anzuweisen, 
die mit Verfügung vom 19. November 2021 angeordnete Daten-
sperre aufzuheben.

 4. Es sei die elterliche Sorge über E._____ F._____ D._____ in Ab-
änderung der Erklärung der Eltern vom 12. März 2021 der Klägerin 
alleine zuzuweisen.

 5. Es sei die Obhut über E._____ F._____ D._____ bei der Klägerin 
alleine zu belassen bzw. der Klägerin alleine zuzuweisen.

 6. Von einem Besuchsrecht für den Beklagten sei abzusehen.
Eventualiter seien stundenweise Besuche in einem begleiteten Be-
suchstreff anzuordnen.

 7. Dem Beklagten sei unter Strafandrohung von Art. 292 StGB zu ver-
bieten, den Aufenthaltsort von Sohn E._____ [Vorname 1] ins Aus-

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land zu verlegen oder diesen durch Dritte ins Ausland verbringen 
zu lassen.

 8. Im Übrigen seien alle anderslautenden bzw. weitergehenden An-
träge des Beklagten vollumfänglich abzuweisen.

 9. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.) zulas-
ten des Beklagten."

des Beklagten (Urk. 15 S. 2 ff. und Prot. I S. 15 ff., sinngemäss):
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für das gemeinsame 

Kind angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge (maximal in der 
Höhe von CHF 500.–) zu bezahlen, zahlbar monatlich und im
Voraus an die Klägerin.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, die Unterhaltsbeiträge bis zur 
Mündigkeit des Kindes zu bezahlen.

3. Der Beklagte sei zu verpflichten, rückwirkende Unterhaltsbeiträge 
ab der Geburt des gemeinsamen Sohnes zu bezahlen, zahlbar in 
monatlichen Raten von CHF 100.– an die Klägerin.

4. Es sei die elterliche Sorge über das gemeinsame Kind dem Be-
klagten zuzuweisen. 
Eventualiter sei die elterliche Sorge über das gemeinsame Kind bei 
beiden Eltern zu belassen.

5. Der gemeinsame Sohn sei unter die alternierende Obhut der Par-
teien zu stellen.

6. Es sei für den Beklagten ein Besuchsrecht von mindestens zwei 
Tagen pro Woche festzulegen. 
Ausserdem sei der Vater berechtigt zu erklären, das Kind während 
der Schulferien für die Dauer von 4 Wochen pro Jahr auf eigene 
Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.

7. Die Erziehungsgutschriften seien hälftig zu teilen.
8. Die übrigen Anträge der Klägerin seien abzuweisen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin. 

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Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht
Meilen vom 20. März 2023:

(Urk. 56 S. 53 ff. = Urk. 59 S. 53 ff.)

1. E._____ [Vorname 1] I._____ [Vorname 3] J._____ [Vorname 4] D._____ 

[Nachname 2], geb. tt.mm.2021, wird unter der gemeinsamen elterlichen 

Sorge der Parteien belassen.

2. Der Antrag der Klägerin, ein psychologisches Gutachten über den Beklagten 

erstellen zu lassen, wird abgewiesen.

3. Der am tt.mm.2021 geborene Sohn der Parteien erhält die Vornamen 

"E._____ [Vorname 1] I._____ [Vorname 3] J._____ [Vorname 4]", wobei 

E._____ als erster Vorname zu gelten hat. Der Nachname des Sohnes wird 

auf "D._____" festgesetzt. 

Das Gemeindeamt des Kantons Zürich, Abteilung Zivilstandswesen, wird an-

gewiesen, die Namen des Kindes im Zivilstandsregister zu beurkunden bzw. 

das zuständige Zivilstandsamt mit der Beurkundung zu beauftragen sowie die 

mit Entscheid vom 19. November 2021 verfügte Registersperre aufzuheben. 

4. Die mit Entscheid der KESB Bezirk Meilen vom 6. Dezember 2021 angeord-

nete Vertretungsbeistandschaft im Sinne von Art. 306 Abs. 2 ZGB wird aufge-

hoben. 

5. Die Obhut für E._____ I._____ J._____ D._____ wird der Klägerin zugeteilt.

6. Der persönliche Verkehr zwischen dem Beklagten und E._____ I._____ 

J._____ D._____ gestaltet sich wie folgt:

 Phase 1: Zum Zweck des Aufbaus des Kontakts wird dem Beklagten ein 

begleitetes Besuchsrecht eingeräumt. Es werden acht begleitete Besuche 

angeordnet. Die ersten vier Besuche sollen maximal vier Stunden dauern, 

die zweiten vier Besuche maximal sechs Stunden. Die Kosten der beglei-

teten Besuche tragen die Eltern je zur Hälfte.

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 Phase 2: Mit Beginn des Monats, der auf den letzten begleiteten Besuch 

gemäss vorstehendem Lemma folgt, wird der Beklagte für berechtigt er-

klärt, den Sohn jeweils alle zwei Wochen für acht Stunden mit sich auf 

Besuch zu nehmen. Die Kosten für diese Besuche trägt der Beklagte.

 Phase 3: Sofern die unbegleiteten Besuche gemäss vorstehendem 

Lemma erfolgreich verlaufen, was von der Beistandsperson gemäss Dis-

positiv-Ziff. 7 zu bestimmen sein wird, wird der Beklagte für berechtigt er-

klärt, den Sohn jeweils alle zwei Wochen von Samstag, 10.00 Uhr, bis 

Sonntag, 18.00 Uhr, mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Kosten für diese 

Besuche trägt der Beklagte. 

 Phase 4: Nach mindestens viermal erfolgreich verlaufenen Wochenend-

besuchen gemäss vorstehendem Lemma, was von der Beistandsperson 

gemäss Dispositiv-Ziff. 7 zu bestimmen sein wird, wird der Beklagte zu-

sätzlich für berechtigt erklärt, den Sohn während vier Wochen Ferien im 

Jahr auf eigene Kosten zu betreuen (Ferienbesuchsrecht). Die Ausübung 

des Ferienbesuchsrechts hat der Beklagte mindestens drei Monate im 

Voraus mit der Klägerin abzusprechen. 

7. Für E._____ I._____ J._____ D._____, geb. tt.mm.2021, wird eine Erzie-

hungs- und Besuchsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB er-

richtet. Die Beistandsperson wird damit beauftragt:

a) Unterstützung der Eltern mit Rat und Tat;

b) Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten das Kind betreffend;

c) Vermittlung zwischen den Eltern in Konfliktsituationen und Förderung 

der Kooperation und der Kommunikationsfähigkeit der Eltern in Bezug 

auf die Kinderbelange z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprä-

chen mit den Eltern;

d) das begleitete Besuchsrecht gemäss Dispositiv-Ziff. 6 (Phase 1) zu or-

ganisieren, insbesondere dessen Finanzierung sicherzustellen, sowie 

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die Kindseltern bei der Vereinbarung der Modalitäten zu unterstützen 

bzw. bei Uneinigkeit der Kindseltern zu bestimmen (insbesondere Be-

suchsdatum, Besuchsort, Übergabezeiten);

e) die Kindseltern bei der Vereinbarung der Modalitäten des Besuchsrechts 

gemäss Dispositiv-Ziff. 6 (Phasen 2-4) zu unterstützen bzw. bei Uneinig-

keit der Kindseltern zu bestimmen (insbesondere Besuchsdatum, Be-

suchsort, Übergabezeiten, Ferienzeitpunkt und -dauer);

f) den Zeitpunkt des Übergangs von Phase 2 des Besuchsrechts zur 

Phase 3 bzw. von Phase 3 zur Phase 4 festzusetzen und die nächste 

Phase des Besuchsrechts einzuleiten; 

g) die Kindseltern bei der Umsetzung des Besuchsrechts zu unterstützen, 

positiv auf die Eltern einzuwirken sowie als deren Ratgeber und Vermitt-

ler zu amten;

h) gegebenenfalls bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde recht-

zeitig zu intervenieren, sollte der vorgesehene Wechsel von begleiteten 

zu unbegleiteten Besuchen nicht angezeigt sein oder sich anderweitig 

eine Änderung an der Besuchsregelung aufdrängen.

Die KESB Bezirk Meilen wird ersucht, die Beistandsperson zu ernennen. 

8. Der Antrag der Klägerin, dem Beklagten sei unter Strafandrohung von Art. 292 

StGB zu verbieten, den Aufenthaltsort des Sohnes ins Ausland zu verlegen 

oder diesen durch Dritte ins Ausland verbringen zu lassen, wird abgewiesen.

9. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 3'514.60 für die Geburtskos-

ten und die Erstausstattung des gemeinsamen Sohnes zu bezahlen.

10. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt des gemeinsa-

men Sohnes, E._____ I._____ J._____ D._____, die folgenden monatlichen 

Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Mo-

natsersten:

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a) CHF 760.– ab tt.mm.2021 bis 31. Dezember 2021 (für den Monat 

Juni 2021 pro rata temporis);

b) CHF 1'485.– ab 1. Januar 2022 bis 31. August 2022;

c) CHF 1'698.– ab 1. September 2022 bis 31. Juli 2025;

d) CHF 1'486.– ab 1. August 2025 bis 30. Juni 2031;

e) CHF 1'213.– ab 1. Juli 2031 bis 31. Juli 2033;

f) CHF 1'020.– ab 1. August 2033 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Ab-

schluss einer angemessenen Erstausbildung.

Die Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit von E._____ hinaus, 

solange er im Haushalt der Mutter lebt und keine eigenen Ansprüche gegen-

über dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeich-

net.

Gesetzliche und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder Ausbil-

dungszulagen, auf deren Bezug der Beklagte zugunsten des Sohnes An-

spruch hat, sind zusätzlich zu bezahlen, soweit diese nicht von der Klägerin 

bezogen werden.

E._____ I._____ J._____ D._____ bzw. die Klägerin haben sich sämtliche bis 

zum heutigen Zeitpunkt vom Beklagten geleisteten Unterhaltszahlungen an 

diese Unterhaltsbeiträge anrechnen zu lassen.

11. Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex für Konsumenten-

preise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende November 2022 mit 104,6 

Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie werden jeweils auf den 

1. Januar eines jeden Kalenderjahres, ausgehend vom jeweiligen Indexstand 

per Ende November des Vorjahres, erstmals auf den 1. Januar 2024, nach 

folgender Formel angepasst:

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ursprünglicher Unterhaltsbetrag x neuer Index
neuer Unterhaltsbeitrag =

104,6

Weist der Beklagte nach, dass sich sein Einkommen nicht im Umfang der Teu-

erung erhöht, so werden die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziff. 10 

vorstehend nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung ange-

passt.

Fällt der Index unter den Stand von Ende November 2022, berechtigt dies 

nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.

12. Zur Deckung des gebührenden Bedarfs von E._____ I._____ J._____ 

D._____ fehlen monatlich die folgenden Beträge (Manko):

a) CHF 164.– im Zeitraum von 1. Januar 2022 bis 31. August 2022 

(Barunterhalt);

b) CHF 68.– im Zeitraum von 1. September 2022 bis 31. Juli 2025 

(Barunterhalt).

13. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden 

allein der Klägerin angerechnet. Es ist Sache der Klägerin, die betroffenen 

Ausgleichskassen zu informieren.

14. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 6'000.– festgesetzt. 

15. Die Kosten werden zu 1/4 der Klägerin und zu 3/4 dem Beklagten auferlegt, 

jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Klägerin und der Beklagte werden auf die 

Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.

16. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung in der 

Höhe von CHF 5'000.– (zzgl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

17. [Schriftliche Mitteilung]

18. [Rechtsmittelbelehrung]

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Berufungsanträge der Erstberufung:

des Beklagten und Erstberufungsklägers (Urk. 58, sinngemäss):

1. Es sei eine Berufungsverhandlung durchzuführen.
2. Es sei das vorinstanzliche Protokoll der Hauptverhandlung vom 21. Septem-

ber 2022 auf seine Richtigkeit zu überprüfen. 
3. Die Dispositivziffern 1, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10, 13, 15 und 16 des Urteils des Ein-

zelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 
20. März 2023 seien aufzuheben und entsprechend den nachfolgenden An-
trägen abzuändern:

4. Der gemeinsame Sohn, geb. tt.mm.2021, sei unter die alleinige elterliche 
Sorge des Beklagten zu stellen.

5. Dem am tt.mm.2021 geborenen Sohn sei der Name I._____ [Vorname 3] 
J._____ [Vorname 4] B._____ [Nachname 1] zu geben. 

6. Die mit Entscheid der KESB Bezirk Meilen vom 6. Dezember 2021 angeord-
nete Vertretungsbeistandschaft im Sinne von Art. 306 Abs. 2 ZGB sei weiter-
zuführen. 

7. Der gemeinsame Sohn sei unter die alternierende Obhut der Parteien zu stel-
len.

8. Die Betreuung des gemeinsamen Sohnes durch den Beklagten bzw. das Be-
suchsrecht des Beklagten sei angemessen zu regeln.

9. Dispositivziffer 7 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren 
am Bezirksgericht Meilen vom 20. März 2023 sei ersatzlos zu streichen.

10. Der Antrag der Klägerin, der Beklagte sei zu verpflichten, für die Geburts- und 
Erstausstattungskosten Fr. 3'514.60 zu bezahlen, sei abzuweisen. 

11. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin an den Unterhalt des gemein-
samen Sohnes angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. 

12. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV-/IV-Renten seien den 
Parteien hälftig anzurechnen. 

13. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien neu und angemessen zu 
verteilen.

14. Die Höhe der Parteientschädigung sei zu begründen und auf eine angemes-
sene Höhe zu reduzieren.

der Klägerin und Erstberufungsbeklagten (Urk. 70 S. 2):

"1. Die Berufung des Beklagten vom 27. April 2023 sei vollumfänglich abzuwei-
sen.

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten 
(inkl. gesetzliche MwSt.)."

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Berufungsanträge der Zweitberufung:

der Klägerin und Zweitberufungsklägerin (Urk. 67/58 S. 2 ff.):

"1. Die Dispositivziffern 1, 3, 6, 8, 15 und 16 des Urteils seien aufzuheben und 
entsprechend den nachfolgenden Anträgen abzuändern:

 2. Es sei das Kind E._____ D._____, geb. tt.mm.2021, unter die alleinige elterli-
che Sorge der Berufungsklägerin zu stellen.

 3. Die Berufsklägerin sei für berechtigt zu erklären, den Namen des Kindes al-
leine zu bestimmen bzw. es sei der Name des Kindes auf E._____ [Vorname 
1] F._____ [Vorname 2] D._____ [Nachname 2] festzusetzen.
Eventualiter sei der Name des Kindes auf E._____ [Vorname 1] F._____ [Vor-
name 2] J._____ [Vorname 4] D._____ [Nachname 2] und subeventualiter auf 
E._____ [Vorname 1] F._____ [Vorname 2] J._____ [Vorname 4] I._____ 
[Vorname 3] D._____ [Nachname 2] festzusetzen.
Die zuständigen Behörden seien entsprechend anzuweisen.

 4. Dem Berufungsbeklagten sei ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen, 
wobei die Besuche wie folgt auszugestalten sind:

1. Phase:
1 x 2-6 h wöchentlich, begleitet und in Anwesenheit der Klägerin;

2. Phase:
1 x 4 h wöchentlich, begleitet;

3. Phase:
1 x 6 h wöchentlich, unbegleitet;

4. Phase:
Gerichtsübliches Besuchsrecht jedes zweite Wochenende von Samstag, 
10.00 Uhr, bis Sonntag 18.00 Uhr.

Der Übertritt in die neuen Phasen sowie eine allfällige Anpassung des Be-
suchsrechts seien, je nach Entwicklung, von der Beistandsperson zu bestim-
men, wobei die Phasen 1 bis 3 mindestens sechs Monate andauern sollen.

Dem Berufungsbeklagten sei frühestens mit Eintritt des Kindes in die Primar-
schule sowie nach sechs erfolgreich verlaufenen Wochenendbesuchen mit 
Übernachtungen [ein Ferienrecht] zu gewähren. Die Dauer des Ferienrechts 
sei auf vier Wochen festzulegen, wobei in den ersten beiden Jahren die Ferien 
nur wochenweise bezogen werden dürfen. Die Ferien sind drei Monate im 
Voraus anzukündigen.

 5. Dem Berufungsbeklagten sei es unter Strafandrohung von Art. 292 StGB zu 
verbieten, den Aufenthaltsort des Kindes ins Ausland zu verlegen oder diesen 
durch Dritte ins Ausland verlegen zu lassen. Ferner sei das Kind präventiv im 
SIS auszuschreiben.

 6. Die erstinstanzlichen Kosten- und EntschädigungsregeIungen seien entspre-
chend dem Ausgang des Berufungsverfahrens neu zu regeln.

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 7. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass weitere Dispositivziffern des Urteils 
insofern anzupassen wären, als sie entsprechend dem neu festzusetzenden 
Namen des Kindes geändert werden müssen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsbe-
klagten (zuzüglich Mehrwertsteuer)."

des Beklagten und Zweitberufungsbeklagten:

vgl. E. I.4.

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Die Parteien sind die unverheirateten Eltern eines Sohnes, geb. am 

tt.mm.2021 (Urk. 9/4). Mit Eingabe vom 18. Februar 2022 machte die Klägerin, Erst-

berufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin (fortan Klägerin) bei der 

Vorinstanz eine Klage zur Regelung der Kinderbelange anhängig (Urk. 2). Der wei-

tere Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann dem angefochtenen Entscheid 

entnommen werden (Urk. 56 S. 4 f. [begründet] = Urk. 59 S. 4 f. = Urk. 67/59 S. 4 f.). 

Am 20. März 2023 erliess die Vorinstanz das eingangs wiedergegebene Urteil 

(Urk. 59 S. 5 ff.).

2. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben beide Parteien – der Beklagte, Erst-

berufungskläger und Zweitberufungsbeklagte (fortan Beklagter) mit Eingabe vom 

27. April 2023 (Urk. 58), die Klägerin mit Eingabe vom 5. Mai 2023 (Urk. 67/58) – 

innert Frist (vgl. Urk. 57/1-2) Berufung mit den eingangs zitierten Anträgen. Mit der 

Zweitberufung der Klägerin zeigte ihr neuer Rechtsvertreter zugleich seine Manda-

tierung an (Urk. 67/60; vgl. auch Urk. 63). Mit Verfügung vom 3. Mai 2023 wurde 

dem Beklagten mit dem Hinweis, dass unter den in Art. 117 ZPO aufgeführten

Voraussetzungen ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege bestehe, Frist zur 

Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 6'000.– angesetzt (Urk. 60). 

Die Verfügung vom 3. Mai 2023 wurde vom Beklagten nicht abgeholt (Urk. 61), 

sodass ihm mit Verfügung vom 6. Juni 2023 eine nicht erstreckbare Nachfrist zur 

Leistung des Kostenvorschusses angesetzt wurde (Urk. 62). Mit Eingabe vom 

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20. Juni 2023 stellte der Beklagte ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Urk. 64). 

3. Da die Berufungen der Parteien mit den Geschäfts-Nr. LZ230016-O und 

LZ230020-O die gleiche Sache betreffen, wurden die beiden Verfahren in Anwen-

dung von Art. 125 lit. c ZPO mit Beschluss vom 8. August 2023 vereinigt. Die Be-

rufung der Zweitberufungsklägerin (LY230020-O) wurde als durch Vereinigung mit 

der Erstberufung erledigt abgeschrieben (Urk. 67/64 und Urk. 68) und die Akten 

des Zweitberufungsverfahrens als Urk. 67/58-64 zu den Akten des vorliegenden 

Verfahrens genommen. Ebenfalls mit Beschluss vom 8. August 2023 wurde den 

Parteien je Frist zur Beantwortung der Berufung der Gegenseite angesetzt 

(Urk. 69). Mit Eingabe vom 8. September 2023 erstattete die Klägerin innert Frist 

ihre Erstberufungsantwort (Urk. 70). Die Zweitberufungsantwort des Beklagten da-

tiert vom 14. September 2023, trägt den Poststempel vom 16. September 2023 und 

ging am 18. September 2023 am hiesigen Gericht ein (Urk. 73).

4. Gemäss Art. 312 ZPO beträgt die Frist für die Berufungsantwort 30 Tage, wor-

auf die Parteien mit Beschluss vom 8. August 2023 hingewiesen wurden (Urk. 69). 

Dieser auch die Zweitberufung betreffende Beschluss wurde vom Beklagten am 

16. August 2023 persönlich entgegengenommen (Urk. 69). Die Frist zur Erstattung 

der Zweitberufungsantwort endete somit am 15. September 2023. Die am 16. Sep-

tember 2023 der Post übergebene Berufungsantwort ist damit verspätet (Urk. 73). 

Androhungsgemäss (vgl. Urk. 69 Dispositivziffer 4) ist das Verfahren grundsätzlich 

ohne die Berufungsantwort weiterzuführen; vorbehalten bleiben zu berücksichti-

gende Noven (Art. 147 ZPO; vgl. Urk. 74 S. 2 und nachfolgend E. II.2.). Mit Verfü-

gung vom 19. September 2023 wurde den Parteien davon ausgehend je Frist an-

gesetzt, um zu den in der Erst- bzw. Zweitberufungsantwort vorgebrachten Noven 

Stellung zu nehmen (Urk. 74). Die Klägerin reichte mit Eingabe vom 2. Oktober 

2023 ihre Stellungnahme ein, welche dem Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt 

wurde (Urk. 75). Der Beklagte holte die Stellungnahme der Klägerin vom 2. Oktober 

2023 nicht ab (Urk. 78) und liess sich nicht mehr vernehmen. Mit Verfügung vom 

15. November 2023 wurde den Parteien die Phase der Urteilsberatung angezeigt 

(Urk. 79). Mit Eingaben vom 17. Dezember 2023 sowie vom 13. Januar 2024 äus-

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serte der Beklagte seine Bedenken, dass keine Berufungsverhandlung durchge-

führt werde und dass sich seit Einreichung seiner Berufung einiges, namentlich in 

seinen finanziellen Verhältnissen, verändert habe (Urk. 80-81 sowie Urk. 85-86/1-

2). Da die Beratungsphase – wie mit Verfügung vom 15. November 2023 angezeigt 

– bereits eingetreten ist, haben die Eingaben grundsätzlich unberücksichtigt zu blei-

ben. Mit Eingabe vom 4. Januar 2024 ersuchte die Beiständin, K._____, um einen 

zeitnahen Entscheid und dessen Zustellung, da die Personalien von E._____ der-

zeit gesperrt seien (Urk. 82-83). 

5. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1/-57). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif.

II. Prozessuales

1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, 

mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen. In der 

schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzei-

gen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als 

fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Dazu hat 

sich der Berufungskläger inhaltlich mit den vorinstanzlichen Erwägungen ausein-

anderzusetzen und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzu-

zeigen, woraus sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Pau-

schale Verweisungen auf frühere Rechtsschriften oder Vorbringen genügen hierfür 

nicht (vgl. BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 105/2016 Nr. 99; BGE 138 III 374 E. 4.3.1 

= Pra 102/2013 Nr. 4; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020, E. 5.2.3). Diese Be-

gründungsanforderungen gelten sinngemäss auch für den Inhalt der Berufungs-

antwort (BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 2.2.2 m.w.H.; BGer 

5A_660/2014 vom 17. Juni 2015, E. 4.2 m.w.H.). Was nicht oder nicht in einer den 

gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich 

– abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der 

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Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht 

gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 

E. 2.2.4 m.H.; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020, E. 5.2.3). Inhaltlich ist die 

Rechtsmittelinstanz dabei weder an die Argumente, welche die Parteien zur Be-

gründung ihrer Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der ersten 

Instanz gebunden; sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb sie die Berufung auch mit einer 

anderen Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der Argumenta-

tion der ersten Instanz abweichenden Begründung abweisen kann (sogenannte 

Motivsubstitution). Die vorgebrachten Beanstandungen geben zwar das Prüfpro-

gramm vor, binden die Rechtsmittelinstanz aber nicht an die Argumente, mit denen 

diese begründet werden (BGE 147 III 176 E. 4.2.1; BGer 4A_397/2016 vom 30. No-

vember 2016, E. 3.1; KUKO ZPO-Oberhammer/Weber, Art. 57 N 2). In diesem 

Rahmen ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Ent-

scheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1).

2. Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen grundsätzlich nur noch unter 

den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO statuiert für 

Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend zu be-

urteilen sind – den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in 

diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an 

die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersu-

chungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch im Berufungsverfahren 

neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit nicht für Verfahren, in welchen Kinderbelange zu 

beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1).

- 15 -

III. Berufung

A. Verletzung rechtliches Gehör, fehlerhaftes Protokoll, Verhandlung

1.1 Der Beklagte macht sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gel-

tend. Er beanstandet in seiner Erstberufungsschrift, dass eine einzige Verhandlung 

nicht ausreichend gewesen sei, um alle Aspekte des Falles zu behandeln. Auch 

habe die Klägerin erst an der Verhandlung zahlreiche Anträge und Beilagen mit 

umfangreichen Informationen und Vorwürfen eingereicht. Dadurch sei er besorgt 

gewesen, ob er genügend Zeit haben würde, um sich damit auseinanderzusetzen. 

Er habe das Gefühl, er habe nicht genügend Gelegenheit gehabt, um seine Seite 

der Geschichte darzulegen oder Fragen zu stellen (Urk. 58 S. 2). 

1.2 Die Klägerin bringt in ihrer Erstberufungsantwort dagegen vor, dass der Be-

klagte keine Anträge gestellt und keine konkrete Begründung geliefert habe, womit 

er seiner Begründungspflicht nicht nachgekommen sei und solche Ausführungen 

nicht zu hören seien. Der Beklagte habe sodann genügend Zeit gehabt, sich auf 

die Verhandlung vorzubereiten, zumal diese zweimal verschoben worden sei. Dem 

Protokoll sei zudem zu entnehmen, dass er ausdrücklich darauf verzichtet habe, 

sich nochmals zur Sache vernehmen zu lassen. Auch in seiner Berufung habe er 

es unterlassen, sich erneut zu den erstinstanzlichen Ausführungen der Klägerin zu 

äussern. Seine Aussage, er hätte nicht genügend Gelegenheit gehabt, um Stellung 

zu nehmen, widerspreche sodann seinen Ausführungen, dass die Vorinstanz 

hauptsächlich ihn befragt habe (Urk. 70 S. 3 ff.).

1.3 Gemäss Art. 53 Abs. 1 ZPO haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Ge-

hör. Die Rüge des Beklagten, die Verhandlungsdauer habe nicht gereicht, um alle 

Aspekte des Falls zu behandeln und er habe nicht genügend Zeit gehabt, um sich 

zu den umfassenden Unterlagen der Klägerin zu äussern, verfängt nicht. Er wurde 

durch die Vorinstanz zu den Vorbringen der Klägerin und zu sämtlichen Vorwürfen 

umfassend befragt (Prot. I S. 15-33). Auch zur anschliessenden Stellungnahme der 

Klägerin wurde dem Beklagten nochmals die Möglichkeit geboten, sich zu äussern 

(Prot. I S. 43). Zudem wurde der Beklagte am Schluss der Verhandlung explizit 

gefragt, ob er noch etwas ergänzen möchte. Da der Beklagte antwortete, dass er 

- 16 -

noch viel zu erzählen hätte, hakte die Vorinstanz nochmals nach und der Beklagte 

verzichtete ausdrücklich, sich erneut vernehmen zu lassen. Dem Beklagten wurde 

überdies die Möglichkeit geboten, die Unterlagen in Ruhe zu studieren und noch-

mals schriftlich Stellung zu nehmen, was er ebenfalls ablehnte (Prot. I S. 43). Ent-

sprechend hatte der Beklagte Zeit und Gelegenheit, seine Sicht der Dinge darzule-

gen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. 

2.1 Weiter rügt der Beklagte, das Protokoll sei offensichtlich fehlerhaft und seine 

Aussagen seien nicht korrekt wiedergegeben worden (Urk. 58 S. 2 f.). 

2.2 Die Klägerin entgegnet, dass es der Beklagte gänzlich unterlassen habe, kon-

kret zu benennen, welche seiner Aussagen fehlerhaft oder ungenau protokolliert 

worden seien, weshalb auf diese Beanstandungen nicht weiter einzugehen sei 

(Urk. 70 S. 3 ff.).

2.3 Gemäss Art. 235 ZPO sind Ausführungen tatsächlicher Natur dem wesentli-

chen Inhalt nach zu protokollieren. Die Parteien haben keinen Anspruch auf ein 

Wortprotokoll (BSK ZPO- Willisegger, Art. 235 N 29). Der Beklagte führt pauschal 

aus, dass das Protokoll fehlerhaft sei, ohne jedoch zu konkretisieren, welche Stel-

len falsch widergegeben wurden. Zudem hätte der Beklagte bei dem Gericht, über 

dessen Verfahren das Protokoll Aufschluss gibt (vorliegend beim Bezirksgericht 

Meilen) ein Gesuch um Protokollberichtigung einreichen müssen. Die obere Instanz 

kann nicht aufgrund eigener Wahrnehmungen beurteilen, ob das Protokoll richtig 

und vollständig geführt ist, weshalb ihr darüber kein Entscheidungsrecht zusteht 

(BSK ZPO-Willisegger, Art. 235 N 41). Auf das Gesuch des Beklagten um Berich-

tigung bzw. Überprüfung des vorinstanzlichen Verhandlungsprotokolls ist somit 

nicht einzutreten.

3.1 Sodann ersucht der Beklagte um eine erneute Anhörung, damit er genügend 

Zeit habe, um alle Punkte des Falles zu diskutieren und alle Vorwürfe und Beilagen 

zu berücksichtigen (Urk. 58 S. 3).

3.2 Gemäss Art. 316 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlung durch-

führen oder aufgrund der Akten entscheiden. Die Prozessleitungsmöglichkeiten der 

- 17 -

Berufungsinstanz sind sehr weit. Sie gestatten es, den unterschiedlichen Beru-

fungsfällen sachgemäss Rechnung zu tragen; dabei hat die Prozessökonomie eine 

zentrale Stellung einzunehmen (BSK ZPO-Spühler, Art. 316 N 1). Eine erneute 

Verhandlung, damit der Beklagte (nochmals) alle Details erklären und auf die Be-

hauptungen der Klägerin antworten kann, erscheint nicht notwendig. Der Beklagte 

hatte – wie vorstehend erwogen – vor erster Instanz (Prot. I S. 15 ff. und S. 43) und 

im vorliegenden Rechtmittelverfahren genügend Gelegenheiten, um auf die Vor-

bringen der Klägerin zu reagieren und seinen Standpunkt darzulegen. Weiterer Ab-

klärungsbedarf besteht seitens des Gerichts nicht. Der rechtserhebliche Sachver-

halt kann den Akten entnommen werden. Die beantragte Einvernahme von Zeugen 

ist nicht erforderlich. Der Beklagte legt nicht dar, inwiefern die von ihm neu benann-

ten Zeugen (Urk. 73 S. 3) "zur Klärung wichtiger Angelegenheiten" beitragen könn-

ten und deshalb noch einzuvernehmen wären. Der Antrag des Beklagten, es sei zu 

einer Verhandlung vorzuladen, ist abzuweisen. 

B. Elterliche Sorge

1.1 Die Vorinstanz erwog, dass beide Parteien sinngemäss den bestehenden El-

ternkonflikt bzw. Kommunikationsschwierigkeiten als Grund für die beantragte Zu-

teilung der alleinigen elterlichen Sorge an sich selbst vorbringen würden. Die Be-

gründung der Klägerin gehe dahin, dass die Parteien offensichtlich und irreparabel 

hoch zerstritten seien und die Kommunikation mit dem Beklagten unstetig, wider-

sprüchlich sowie teilweise beleidigend und bedrohlich sei. Der Beklagte begründe 

seinen Antrag damit, dass die Klägerin in Eigenregie den Namen des Kindes be-

stimmt habe, was ein Missbrauch des Sorgerechts darstelle. Er könne sich deshalb 

nicht vorstellen, wie er und die Klägerin zukünftig gemeinsam über bedeutsame 

Dinge wie Name, Impfungen oder Religion entscheiden sollten. Dass das Verhält-

nis zwischen den Parteien angespannt sei, gehe (so die Vorinstanz) auch augen-

scheinlich aus den Akten hervor. Die Fronten seien verhärtet, jegliche Versöh-

nungsversuche seien gescheitert. Es scheine, als habe die eigenmächtige Na-

menswahl der Mutter den Grundstein für den Elternkonflikt gelegt, der die Eltern 

seit jeher daran hindere, konsensorientierte und im Kindswohl liegende Lösungen 

zu finden. Die sich daraus ergebende schlechte bzw. teilweise gänzlich fehlende 

- 18 -

Kommunikation zwischen den Parteien sei mitunter auch Grund dafür, weshalb der 

Beklagte seinen Sohn seit dessen Geburt lediglich zweimal gesehen habe. Die von 

der KESB Bezirk Meilen angeordnete Mediation habe bereits nach einer Sitzung 

abgebrochen werden müssen. Die Mediatoren hätten festgestellt, dass beide Eltern 

weder bereit gewesen seien, einander ernsthaft zuzuhören noch konstruktive An-

näherungsversuche zugelassen hätten (Urk. 16/3). Auch die Vermittlungsversuche 

der von der KESB Bezirk Meilen eingesetzten Beiständin hätten zu keiner einver-

nehmlichen Lösung in Bezug auf den Kindsnamen geführt. Seither würden die El-

tern in einer Sackgasse stecken und könnten in sämtlichen Kinderbelangen zu kei-

ner Einigung finden. Die von der Klägerin eingereichten beleidigenden Nachrichten 

des Beklagten würden einzig die konfliktbeladene Situation Mitte bis Ende des Jah-

res 2021 wiedergeben, einen Zeitraum, in dem das Thema "Name" akut gewesen 

und die Parteien mit der neuen Rolle als (gemeinsame) Eltern überfordert gewesen 

seien. Es gehe nirgends hervor, dass sich der Beklagte auch heute noch gegenüber 

der Klägerin derart äussern würde. Auch scheine sich der Beklagte für seine ver-

balen Ausfälle bereits entschuldigt zu haben. Fakt sei, dass die Parteien seit der 

Geburt des Sohnes noch gar nicht die Gelegenheit gehabt hätten, die gemeinsame 

elterliche Sorge auszuüben und im Alltag zu leben. Das von der Klägerin geltend 

gemachte mangelnde Interesse des Beklagten am Kind sei nicht erkennbar. Im Ge-

genteil sei der Wunsch des Vaters spürbar, im Leben seines Sohnes involviert zu 

sein und ihn zu betreuen. Sodann sei er auch bereit zu lernen, wie mit einem Klein-

kind umzugehen sei sowie an der Elternbeziehung nötigenfalls mit Hilfe einer Fach-

person zu arbeiten. Die Parteien bräuchten nun verbindliche Regeln hinsichtlich 

des Namens und der Betreuung, an die sie sich halten könnten und die ihnen einen 

stabilen Rahmen geben würden, um an der Elternbeziehung, insbesondere der 

Kommunikationsfähigkeit arbeiten zu können (Urk. 59 S. 7 ff.). 

Entsprechend könne vorliegend nicht von einem irreparablen Dauerkonflikt ausge-

gangen oder auf die mangelnde Erziehungsfähigkeit einer der Parteien geschlos-

sen werden, die die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge rechtfertigen 

würde. Auch spiele sich der Konflikt bisher weitestgehend zwischen den Eltern ab 

und beeinträchtige das Kindswohl nur punktuell (hinsichtlich der Namenswahl). 

Schliesslich sei nicht ersichtlich, in welcher Weise die Zuteilung der Alleinsorge et-

- 19 -

was zur Verbesserung der Situation beitragen und somit die Interessen des Kindes 

besser wahren würde. Hingegen habe die Beibehaltung des gemeinsamen Sorge-

rechts den Vorteil, dass der Sohn in dem Bewusstsein aufwachse, dass beide El-

ternteile für ihn Verantwortung trügen. Der Sohn sei deshalb unter der gemeinsa-

men elterlichen Sorge zu belassen. Zur Unterstützung der Parteien und zum Wohl 

des Sohnes seien dabei (mildere) Kindesschutzmassnahmen, konkret eine Bei-

standschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB, auszusprechen (Urk. 59 S. 9).

1.2 Der Beklagte bringt in seiner Erstberufungsschrift vor, die Klägerin habe das 

gemeinsame Sorgerecht nicht respektiert und die wichtigen Entscheide alleine ge-

troffen. Dies führe zu Konflikten zwischen den Eltern und gehe gegen das Interesse 

des Kindes. Die Mutter gefährde eine normale kindgerechte Erziehung des Kindes. 

KESB und Gericht hätten keine Konsequenzen gezogen, was einen zukünftigen 

Sorgerechtsmissbrauch begünstige. Daher sei das gemeinsame Sorgerecht mit der 

Mutter nicht im Interesse des Kindes (Urk. 58 S. 4).

1.3 In ihrer Erstberufungsantwort entgegnet die Klägerin, dass beide Parteien in 

aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht hätten, dass die gemeinsame Ausübung 

der elterlichen Sorge über das Kind nicht möglich sei, weswegen es nur noch um 

die Frage gehe, welchem Elternteil die elterliche Sorge zugeteilt werden solle. Die 

Einschätzung der Vorinstanz, dass sich der Konflikt zwischen den Parteien nur auf 

den Namen beschränke und sich nach Festsetzung des Namens wieder beruhige, 

sei offensichtlich falsch. Wie die Berufung des Beklagten eindrücklich zeige, habe 

die gerichtliche Festlegung des Namens nicht einmal ansatzweise zu einer Beruhi-

gung der Situation geführt. Im Gegenteil, aus der Berufung zeige sich, zumindest 

indirekt, dass der Beklagte unter keinen Umständen einen Namen oder ein Urteil 

akzeptieren werde, welcher bzw. welches nicht seinen Vorstellungen entspreche. 

Vielmehr noch. Mit E-Mail vom 24. Juni 2021 habe er der Klägerin sogar mitgeteilt, 

dass das Kind mit dem Namen E._____ F._____ D._____ nicht sein Sohn sei. Ge-

genüber der Klägerin habe er ferner bereits vor Beginn des Prozesses gesagt, dass 

er zur Durchsetzung seiner Interessen bis ans Bundesgericht gelangen werde. 

Auch die Berufung des Beklagten habe gezeigt, dass in sämtlichen Kinderbelangen 

grösstmögliche Uneinigkeit bestehe und der Beklagte selbst bei Selbstverständlich-

- 20 -

keiten wie der Zuteilung der Obhut oder der Zuweisung der Erziehungsgutschriften 

nicht kompromissbereit sei. Da der Beklagte darauf hingewiesen habe, dass sie 

– mit abgeschlossener KV-Ausbildung und HF Abschluss als diplomierte Bankwirt-

schafterin – wegen begrenzter Fähigkeiten und Fachkenntnisse dem Sohn bei sei-

nen schulischen Fortschritten nicht alleine helfen könne, zeige, dass es bei gemein-

samer elterlicher Sorge auch zu massiven Konflikten in schulischen Belangen des 

Kindes kommen werde, was nicht dem Kindswohl entspreche. Dass dem so sein 

werde, zeige im Übrigen auch der Umstand, dass bereits die von der Klägerin or-

ganisierte Fremdbetreuung vom Beklagten massiv bekämpft werde, mit der wohl 

wenig fundierten Begründung, dass dies für das Kind traumatisch sein könne 

(Urk. 70 S. 5 ff.). Es verwundere, wenn die Vorinstanz abseits ihrer Würdigung zur 

elterlichen Sorge festhalte, dass "die Eltern nicht fähig seien, bezüglich der Kinder-

belange zu kommunizieren und kooperieren", gleichzeitig in Bezug auf die elterliche 

Sorge aber zum Schluss komme, dass sich die Situation nach der Namensgebung 

beruhigen werde. Dies sei nicht der Fall (Urk. 70 S. 8). 

1.4 Die Klägerin rügt in ihrer Zweitberufungsschrift sodann, dass die Vorinstanz 

Art. 298d Abs. 1 ZGB verletzt habe, indem sie mit ihrem Urteil die elterliche Sorge 

bei beiden Parteien belassen habe, obwohl sich im vorliegenden Fall die Zuteilung 

der alleinigen elterlichen Sorge an sie zur Wahrung des Kindswohls geradezu auf-

dränge. Die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz seien in grossen Teilen un-

zutreffend und teilweise sogar aktenwidrig. Ferner hätten sich viele Erwägungen 

und Erwartungen der Vorinstanz gemäss Urteil bereits als falsch erwiesen. Entge-

gen den Erwägungen der Vorinstanz müsse im vorliegenden Fall klar von einem 

schwerwiegenden elterlichen Dauerkonflikt und einer anhaltenden Kommunikati-

onsunfähigkeit zwischen den Parteien ausgegangen werden. Selbst die Parteien, 

welche die Situation am besten kennen würden, seien völlig übereinstimmend der 

Ansicht, dass gemeinsame Entscheidungen über Kinderbelange zwischen ihnen in 

Zukunft nicht möglich sein würden und hätten je die Zuteilung der alleinigen elterli-

chen Sorge an sich selbst beantragt. Der Beklagte habe in seiner Parteibefragung 

selbst ausgeführt, dass er sich nicht vorstellen könne, wie er in Zukunft bedeutsame 

Sachen wie Name, Impfungen oder Religion mit ihr gemeinsam entscheiden könne. 

Somit sei bewiesen, dass sich die Differenzen nicht nur in der Namensgebung er-

- 21 -

schöpfen würden. Weiter habe der Beklagte zugegeben, dass aus seiner Sicht in 

Kinderbelangen eine Kommunikation einzig über den offiziellen Weg, d.h. mit Ent-

scheiden des Gerichts und der KESB, möglich sei. Eine gemeinsame elterliche 

Sorge mache aber per se keinen Sinn, wenn zum Vornherein klar sei, dass alle 

wesentlichen Entscheidungen von einem Gericht oder einer Behörde getroffen wer-

den müssten. Die Art und Weise sowie die Dauer der von den Parteien gelebten 

Partnerschaft (häusliche Gewalt, Drohungen, Beleidigungen etc.) würden nur eine 

einzige realistische Zukunftsprognose zulassen, nämlich dass der Konflikt dauer-

haft sein werde. Unterschiedliche Auffassungen über wesentliche Entscheidungen 

betreffend das Kind im Bereich Religion und medizinische Behandlungen, insbe-

sondere auch die von der Klägerin nicht gewollte Beschneidung des Kindes, seien 

bereits die nächsten Streitpunkte, über die sich die Parteien nicht einig seien. Zwi-

schen den Parteien habe nie eine tragfähige und vertrauensvolle Basis bestanden. 

Auch, was bereits erwiesenermassen in Sachen psychischer und physischer Ge-

walt zwischen den Parteien passiert sei, manifestiere einen Dauerkonflikt. Es 

müsse davon ausgegangen werden, dass die Klägerin bei jeder Entscheidung be-

treffend das Kind, bei welcher sie dem Beklagten nicht zustimme, vom Beklagten 

wieder übel beschimpft und beleidigt werde. Das bisherige Verhalten des Beklagten 

in Sachen "Namensgebung" lege offen, dass auf Seiten des Beklagten keine zwi-

schen Mann und Frau gleichberechtigte Kommunikationskultur herrsche, was die 

Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge in wesentlichen Entscheidungen für 

das Kind per se zum toten Buchstaben mache und eine anhaltende Kommunikati-

onsunfähigkeit zwischen den Parteien indiziere. Aufgrund der Geschehnisse ge-

traue sich die Klägerin auch nicht mehr, den Beklagten ohne Anwesenheit von Dritt-

personen zu treffen. Da die Parteien nicht einmal unter Beteiligung Dritter (Media-

tion) ein Ergebnis erzielen könnten, zeige, dass keine Kommunikationsbasis be-

stehe und von einer anhaltenden Kommunikationsunfähigkeit ausgegangen wer-

den müsse (Urk. 67/58 S 14 ff.). Es würden sodann seit dem Jahre 2021 nur des-

halb keine Beweise mehr in Form von Nachrichten mit Hasstiraden existieren, weil 

sich die Klägerin zum Eigenschutz und zum Schutz des Kindes von Diskussionen 

mit dem Beklagten zurückgezogen habe, um keinen Beleidigungen / Angriffen mehr 

ausgesetzt zu sein. Weiter würde aus der in den Akten liegenden Korrespondenz 

- 22 -

zwischen den Parteien hervorgehen, dass sie trotz allen Beleidigungen immer wie-

der versucht habe, Lösungen zu finden. Dabei sei sie auch immer sachlich geblie-

ben. Es könne ihr somit kein Mangel an Kommunikation vorgeworfen werden. Sie 

verweigere auch nicht jegliche Kommunikation mit dem Beklagten, setze aber

voraus, dass diese sachlich und anständig bleibe (Urk. 67/58 S. 21 ff.). 

1.5 In seiner (verspäteten) Zweitberufungsantwort trägt der Beklagte zum Sorge-

recht nichts Neues vor (vgl. Urk. 73 S. 2). Das gilt auch für die während der Bera-

tungsphase eingereichten (unbeachtlichen) Eingaben (Urk. 80/81; Urk. 85-86), was 

der Vollständigkeit halber festzuhalten ist.

2.1 Hinsichtlich der Voraussetzungen zur Umteilung bzw. Alleinzuteilung der el-

terlichen Sorge an einen Elternteil, kann auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 59 S. 5 ff.). Der Entscheid, die elterliche Sorge 

(neu) einem Elternteil alleine zuzuteilen, ist demgemäss nicht leichtfertig zu treffen. 

Gemäss Art. 298d Abs. 1 ZGB wird die elterliche Sorge neu geregelt, wenn dies 

wegen wesentlicher Änderung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindswohls nötig 

ist. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts kommt eine Änderung 

des Sorgerechts nur in Betracht, wenn die Beibehaltung der geltenden Regelung 

das Wohl des Kindes ernsthaft zu gefährden droht. Die Veränderung der Verhält-

nisse muss somit die Änderung der Sorgerechtsregelung zwingend gebieten, weil 

die aktuelle Regelung dem Kind mehr schadet als eine Änderung derselben und 

der damit verbundene Verlust an Kontinuität in der Erziehung und den Lebensum-

ständen. Insbesondere im Falle gemeinsamer elterlicher Sorge ist eine Änderung 

nur gerechtfertigt, wenn die Grundbedingungen für eine gemeinsame Verantwor-

tung der Eltern nicht mehr gegeben sind, so dass das Kindswohl die Übertragung 

der elterlichen Sorge an einen Elternteil gebietet (BGer 5A_199/2013 vom 30. April 

2013, E. 2.2). Die gemeinsame elterliche Sorge bildet den Grundsatz. Von diesem 

soll nur dann abgewichen werden, wenn eine andere Lösung die Interessen des 

Kindes ausnahmsweise besser wahrt. Die Zuteilung der elterlichen Sorge an einen 

Elternteil allein muss deshalb eine eng begrenzte Ausnahme bleiben, ohne dass 

für die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge aber gleich strenge Voraussetzungen 

gelten wie für den Entzug der elterlichen Sorge im Sinn einer Kindesschutzmass-

- 23 -

nahme gestützt auf Art. 311 ZGB. Eine Ausnahme fällt in Betracht, wenn die Eltern 

beispielsweise in einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbe-

langen anhaltend kommunikationsunfähig sind, sofern sich das negativ auf das 

Kindswohl auswirkt und von einer Alleinzuteilung eine Verbesserung erwartet wer-

den darf. Das gemeinsame elterliche Sorgerecht wird zur inhaltslosen Hülse, wenn 

ein Zusammenwirken nicht möglich ist, und es liegt in aller Regel nicht im Kindes-

wohl, wenn die Kindesschutzbehörde oder das Gericht andauernd die Entschei-

dungen treffen muss, für welche es bei gemeinsamer Sorge der elterlichen Eini-

gung bedarf. Die bloss formale Aufrechterhaltung der gemeinsamen Sorge über 

das Kindswohl zu stellen, liesse sich nicht mit dem Grundgedanken des Kindes-

rechts vereinbaren. Vorausgesetzt ist eine erhebliche und chronische Störung in 

der elterlichen Beziehung, die sich auf die Kinderbelange als Ganzes bezieht. 

Blosse Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, wie sie in allen 

Familien vorkommen und insbesondere mit einer Trennung einhergehen können, 

dürfen nicht Anlass für eine Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts sein. Ist so-

dann ein Konflikt zwar schwerwiegend, erscheint er aber singulär, ist im Sinn der 

Subsidiarität zu prüfen, ob nicht ein richterlicher Entscheid über einzelne Inhalte 

des Sorgerechts bzw. eine richterliche Alleinzuweisung spezifischer Entschei-

dungsbefugnisse in den betreffenden Angelegenheiten ausreicht, um Abhilfe zu 

schaffen (BGer 5A_64/2022 vom 15. Dezember 2022, E. 3.1.2; BGE 141 III 472 

E. 4.7). 

2.2 Erforderlich ist somit in jedem Fall eine Erheblichkeit und Chronizität des Kon-

flikts oder der gestörten Kommunikation, die sich auf die Kinderbelange insgesamt 

auswirkt. Vorliegend begann der Konflikt der Parteien bereits vor der Geburt des 

Sohnes, da sie generell und in verschiedenen Lebensbereichen gänzlich unter-

schiedliche Meinungen vertraten und sich daher auch in Bezug auf die Kinderbe-

lange, insbesondere den Namen des Kindes nicht einigen konnten. Die Parteien 

haben sich Ende 2019 kennengelernt, wobei sich die Beziehung schon nach kurzer 

Zeit schwierig gestaltete und die Kommunikation der Parteien unbestritten von Be-

schimpfungen und Beleidigungen geprägt war (Urk. 34/33, 34/35, 34/46, 34/51, 

Prot. I S. 19). Die Klägerin wirft dem Beklagten auch vor, ihr gegenüber gewalttätig 

gewesen zu sein, was der Beklagte allerdings dementiert (Prot. I S. 19 ff.). Im 

- 24 -

mm.2020 wurde die Klägerin schwanger, was das Verhältnis der Parteien jedoch 

nicht verbesserte. Dennoch entschieden sie sich, die elterliche Sorge gemeinsam 

ausüben zu wollen und unterzeichneten eine entsprechende Erklärung am 

12. März 2021 (Urk. 9/3). Im Frühjahr 2021 und noch vor der Geburt des Sohnes 

kam es nebst diversen anderen Auseinandersetzungen bereits zu den ersten Strei-

tigkeiten betreffend den Namen des Kindes, in deren Verlauf der Beklagte auch die 

Äusserung tätigte, sie könne auch den Namen "D._____" machen, er sei einver-

standen und werde unterschreiben, auf die die Klägerin sich bis heute beruft 

(Urk. 34/37). Anfang April 2021 folgte die Trennung der Parteien (Urk. 34/48 sowie 

Urk. 67/58 S. 7). Jedoch führte auch die Trennung nicht zur Beruhigung der Situa-

tion, so kam es am 22. April 2021 zu einem Polizeieinsatz, da der Beklagte gemäss 

Ausführungen der Klägerin wutentbrannt in der Wohnung ihrer Mutter aufgetaucht 

sei und die Hand gegen sie erhoben habe (Urk. 58 S. 7). In der Folge wurden die 

Konflikte aktenkundig über E-Mailnachrichten ausgetragen, wobei die Klägerin dem 

Beklagten aggressives Verhalten und Desinteresse an einer gedeihlichen Aus-

übung seiner Vaterrolle vorwarf und der Beklagte sich darüber beklagte, dass die 

Klägerin ihn "verarscht" habe (Urk. 34/50-52, Urk. 34/55-59). Am tt.mm.2021 kam 

der gemeinsame Sohn zur Welt, was die Klägerin dem Beklagten am nächsten Tag 

mitteilte (Urk. 34/60). Auch die Geburt des Sohnes führte jedoch nicht zur Versöh-

nung der Parteien. Im Gegenteil, der Konflikt setzte sich fort, als dem Beklagten 

klar wurde, dass die Klägerin den Namen des Kindes mit E._____ F._____ D._____ 

angegeben hatte. Er erwiderte auf die Geburtsanzeige, dass das eine volle Demü-

tigung sei. Dann schob er in einer weiteren E-Mail zunächst nach, dass er froh sei, 

dass es ihnen beiden gut gehe und sie es mit ihrer Familie geniessen solle, dass 

es aber wirklich das Allerletzte sei, bevor er die Klägerin einige Stunden später 

aufforderte, keine Fotos an seine Familie zu schicken. Dass sie und ihre Mutter 

dem Kind den Namen ihres Vaters gegeben und ein Foto mit Namen an seine Fa-

milie geschickt hätten, sei eine Demütigung, Frechheit und Provokation. Sie habe 

damit das Kind bestraft. Kurz darauf stellte er ferner die Frage in den Raum, ob als 

nächstes die Taufe in einer Kirche komme und warf der Klägerin vor, ihn als Vater 

bzw. den algerischen Teil des Kindes nicht zu respektieren. Er sei im Stress, weil 

er noch immer keine Wohnung habe, nachher schaue er mit den Alimenten. Jetzt 

- 25 -

habe er nichts mit diesem Kind zu tun und wenn es älter werde, werde er ihm er-

klären, wieso er ausser seines Aussehens nichts von seinem Vater habe. Er hasse 

sie ("euch") wirklich. In den Tagen nach der Geburt schrieb der Beklagte weiterhin 

E-Mails, worin er einerseits geltend machte, dass er dem Kind ein guter Vater sein 

möchte, in denen er der Klägerin aber auch vorwarf, seinen kategorischen Wunsch 

zu missachten, dem Kind seinen Nachnamen zu geben (er habe nur aus Wut ge-

sagt, sie könne den Namen auch entscheiden) und nur sein Geld zu wollen. Der 

Name sei sein minimales Recht. Ihr Entscheid sei egoistisch, rassistisch, demüti-

gend und unfair; sie missachte damit den anderen Teil des Kindes. Das Kind sei 

ohne seinen Namen nicht sein Kind. Schliesslich fügte er einer E-Mail, in der er 

erneut seinen Hass auf die Klägerin und (wohl) deren Mutter, die er gemäss seinen 

früheren E-Mails als Komplizin der Klägerin verstand, ausdrückte, ein Bild eines 

Sarges hinzu (Urk. 34/53 f.; Urk. 34/62-64). Diese Nachrichten führten dazu, dass 

die Klägerin, die den Beklagten zuvor schon per E-Mail gebeten hatte, sie und ihre 

Familie in Ruhe zu lassen, solange er sich nicht normal verhalten könne (Urk. 34/62 

S. 3), Angst vor dem Beklagten bekam und für das Spital ein Hausverbot erwirkte. 

Aufgrund der Umstände sah sich die Hebamme am 28. Juni 2021 veranlasst, bei 

der KESB Bezirk Meilen eine Gefährdungsmeldung zu machen. Aus dieser ging 

ein erstes Mal von dritter Seite hervor, dass die Kindseltern nicht miteinander kom-

munizieren könnten und sich seit der Geburt des Sohnes immer stärkere Differen-

zen abzeichnen würden. Sie gehe davon aus, dass der Gefährdung durch Rege-

lungen und Lösungen durch Gespräche mit einer Begleitperson begegnet werden 

könnte. Die KESB Bezirk Meilen ordnete mit Entscheid vom 30. Juli 2021 eine Me-

diation an, um eine umfassende Elternvereinbarung auszuarbeiten sowie sich über 

die Namensgebung zu einigen (Urk. 9/19). Mit Schlussbericht vom 4. November 

2021 teilte die Mediationsstelle der KESB Bezirk Meilen mit, dass die angeordnete 

Mediation bereits nach der ersten Sitzung habe abgebrochen werden müssen. Die 

Parteien seien nicht bereit gewesen, einander zuzuhören oder konstruktive Annäh-

rungen zuzulassen. Eine Mediation sei derzeit nicht möglich (Urk. 9/25). Eine Ver-

besserung der Situation und insbesondere der Kommunikation konnte somit auch 

nicht unter Mithilfe einer Mediationsstelle erzielt werden und es wurde erneut eine 

mangelnde Kommunikationsfähigkeit der Eltern festgestellt. Da sich die Parteien 

- 26 -

weiterhin über den Namen des Sohnes nicht einig waren, die Klägerin jedoch den 

Namen E._____ F._____ D._____ ohne die Zustimmung des Beklagten ins Zivil-

standsregister hatte eintragen lassen, forderte die KESB Bezirk Meilen den Beklag-

ten mit Schreiben vom 11. November 2021 auf, dem Namen zuzustimmen 

(Urk. 9/31). Da sich der Beklagte mit dem Namen des Sohnes nicht einverstanden 

erklärte und die Parteien weiterhin nicht in der Lage waren, sich auf einen Namen 

zu einigen, verfügte das Gemeindeamt des Kantons Zürich die Sperrung der Per-

sonendaten des Sohnes im Hinblick auf eine gerichtliche Entscheidung (Urk. 9/34). 

Ebenso wies das Gemeindeamt des Kantons Zürich darauf hin, dass die Weigerung 

der Parteien sich auf eine Namensführung zu einigen, zu einer Verletzung der ele-

mentaren Kindsrechte des Sohnes führe (Art. 7 Abs. 1 der Konvention über die 

Rechte des Kindes vom 20. November 1989), weswegen sie die KESB Bezirk Mei-

len ersuchte, eine Vertretungsbeistandschaft zu errichten (Urk. 9/35). Mit Zirkulati-

onsentscheid vom 6. Dezember 2021 errichtete die KESB Bezirk Meilen folglich 

eine Beistandschaft nach Art. 306 Abs. 2 ZGB, mit den Aufträgen, den Sohn im 

Namensbereinigungsverfahren sowie in einem allfällig anschliessendem Berichti-

gungsverfahren zu vertreten (Urk. 9/45). Die Beiständin teilte der KESB Bezirk Mei-

len mit Schreiben vom 17. Februar 2022 mit, dass es ihr nicht möglich gewesen 

sei, zwischen den Kindseltern zu vermitteln und eine Lösung für den Namen zu 

finden, mit der beide Eltern einverstanden gewesen wären. Ein weiteres Gespräch 

zur einvernehmlichen Regelung des Namens hätten die Eltern für wenig sinnvoll 

erachtet (Urk. 9/49). Damit scheiterte ein weiterer Vermittlungsversuch unter Mit-

hilfe einer Drittperson und es wurde erneut festgestellt, dass die Parteien auf keinen 

gemeinsamen Nenner kommen. Abgesehen von den Behördenkontakten kommu-

nizierten die Parteien nicht miteinander. Der Beklagte gab auch anlässlich der 

Hauptverhandlung vom 9. September 2022 zu Protokoll, dass es keinen Kontakt 

gebe und die Kommunikation nur noch über den offiziellen Weg funktionieren 

werde, mit einem Entscheid des Gerichts oder der KESB, auch wenn er es sich 

anders wünschen würde (Prot. I S. 18, 20 und 21). Auch die Klägerin führte aus, 

dass die Kommunikation inexistent und absolut nicht konstruktiv sei und dass sie 

nach den Drohungen und Beleidigungen auch keine Lust mehr habe, mit dem Be-

klagten zu kommunizieren (Prot. I S. 36 ff.). Auch Vermittlungsversuche durch Dritt-

- 27 -

personen sind gescheitert und es wurde wiederholt festgestellt, dass die Parteien 

nicht in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren bzw. Kompromisse einzuge-

hen. Der einzige Punkt, in dem sich die Parteien einig sind, ist, dass sie nicht mehr 

in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren und bedeutsame Entscheidungen 

betreffend Kinderbelange gemeinsam zu treffen. So trägt der gemeinsame Sohn 

heute mit rund zweieinhalb Jahren noch immer keinen offiziellen Namen. Zudem 

haben beide Parteien in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, dass weitere 

Konfliktpunkte bereits absehbar seien, da sie sich betreffend Impfungen und Reli-

gion ebenfalls nicht einig seien (Urk. 67/58 S. 15, Prot. I S. 20 und 24). Auch die 

Beschneidung des Sohnes werde zeitnah zu einem Diskussionspunkt, da die Klä-

gerin damit nicht einverstanden sei (Urk. 67/58 S. 18). Weiter zieht der Beklagte in 

Zweifel, dass die Klägerin, die über eine abgeschlossene KV-Ausbildung und einen 

HF Abschluss als diplomierte Bankwirtschafterin verfügt, dem Sohn die nötige Un-

terstützung in schulischen Angelegenheiten bieten könne, während er sich selber 

in der Lage sieht, seinem Sohn bei seinem schulischen Fortschritt und seinem Kar-

riereweg zu helfen bzw. sein volles Potential zu entwickeln (Urk. 58 S. 7). Dass 

auch die schulische Förderung des Sohnes zu grundlegenden, langjährigen Kon-

flikten zwischen den Eltern führen wird, erscheint damit absehbar. Auch in adminis-

trativen Belangen, wie beispielsweise der Ausstellung von Ausweispapieren des 

Sohnes, werden die Parteien mit gemeinsamer elterlicher Sorge beide die Zustim-

mung erteilen müssen. Auch diesbezüglich bestehen grosse Zweifel, dass die Par-

teien werden kooperieren können. Der Beklagte hat wie erwogen bereits verlauten 

lassen, dass der Sohn mit dem italienischen Namen nicht sein Kind sei (Urk. 72/2), 

sodass wenig Hoffnung besteht, dass er der Ausstellung von Papieren zustimmen 

wird, wenn der Sohn nicht seinen Namen trägt. 

Zwischen den Parteien besteht folglich ein bereits langandauernder, tiefgreifender 

Konflikt. Er mag seine Gründe auch auf der Paarebene haben, geht aber weit dar-

über hinaus und betrifft namentlich alle wesentlichen Bereiche im Leben des Soh-

nes, die in naher und ferner Zukunft von den Parteien als Eltern gemeinsam ent-

schieden werden müssten. Eine zielführende Kommunikation zwischen ihnen war 

auch mit Hilfe Dritter nicht möglich, zu gegensätzlich und unverrückbar sind ihre 

jeweiligen Positionen. Auch der Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens hat 

- 28 -

daran nichts geändert, wie sich auch in ihren Rechtsschriften zeigt. Zudem äusser-

ten die Parteien übereinstimmend, dass sie sich nicht vorstellen können, betreffend 

Kinderbelange gemeinsam zu entscheiden (Urk. 67/58 S. 15, Prot. I S. 20 ff.). Die 

Parteien befinden sich somit – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – in einem 

chronifizierten Dauerkonflikt, welcher zu einer anhaltenden Kommunikationsunfä-

higkeit in Bezug auf sämtliche Kinderbelange führt. 

2.3 Weiter ist für eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge vorausgesetzt, dass 

die schweren Probleme zwischen den Eltern, die sich auf die Kinderbelange als 

Ganzes beziehen, das Kindswohl konkret beeinträchtigen. Wo das Sorgerecht den 

Eltern gemeinsam zusteht oder zustehen soll, ist erforderlich, dass diese in Bezug 

auf die grundsätzlichen Kinderbelange ein Mindestmass an Übereinstimmung auf-

weisen und wenigstens im Ansatz einvernehmlich handeln können. Ist dies nicht 

der Fall, führt ein gemeinsames Sorgerecht fast zwangsläufig zu einer Belastung 

des Kindes, die anwächst, sobald dieses das fehlende Einvernehmen der Eltern 

selbst wahrnehmen kann. Es ist somit in aller Regel nicht im Kindswohl, wenn die 

Kindesschutzbehörde oder der Richter andauernd Entscheidungen treffen müssen, 

für welche es bei gemeinsamer elterlicher Sorge der elterlichen Einigung bedarf. 

Die gemeinsame elterliche Sorge wird dadurch zur inhaltlosen Hülse. Die bloss for-

male Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge über das Kindswohl zu 

stellen, lässt sich nicht mit dem Grundgedanken des Kindsrechts vereinbaren. Im 

Übrigen drohen auch Gefahren wie die Verschleppung wichtiger Entscheidungen, 

beispielsweise im Zusammenhang mit einer notwendigen medizinischen Behand-

lung (BGer 5A_64/2022 vom 15. Dezember 2022, E. 3.1.2 ff.; BGer 5A_377/2021 

vom 21. Februar 2022, E. 3.1; BGE 142 III 197 E. 3.5; BGE 141 III 472 E. 6). 

2.4 Der seit mehreren Jahren andauernde Konflikt wirkt sich bereits auf das 

Kindswohl des erst rund zweieinhalb Jahre alten Sohnes aus. So hat er offiziell 

nach wie vor keinen Namen, was gegen sein elementares Recht verstösst, ab Ge-

burt einen Namen zu tragen (Art. 7 Abs. 1 der Konvention über die Rechte des 

Kindes vom 20. November 1989). Die Parteien können in Bezug auf die Kinderbe-

lange nicht einvernehmlich handeln und weisen keinerlei Übereinstimmung auf. 

Ihre Auffassungen gehen mit Bezug auf alle grundlegenden Kinderbelange diame-

- 29 -

tral auseinander, ohne dass eine gemeinsame Basis bestünde, die Kompromisse 

erlauben würde. So sind sie sich (auch noch im Berufungsverfahren) in sämtlichen 

Punkten betreffend Kinderbelange uneinig. Entsprechend wurde von den Parteien 

bereits ausgeführt, dass sie nach Abschluss dieses Verfahrens über den nächsten 

Konfliktpunkt, bspw. die Beschneidung des Sohnes, die die Klägerin ablehnt, strei-

ten werden, was wiederum ein Gerichtsverfahren nach sich ziehen würde. Sollte 

die Hauptbetreuungsperson in Zukunft gezwungen sein, sämtliche bedeutsamen 

Entscheidungen (sprich die Entscheidung über Impfungen, den Religionsunterricht 

oder weitere schulische Angelegenheiten etc.) gerichtlich durchsetzen zu müssen, 

wird sich dies zwangsläufig negativ auf das Wohl des Kindes auswirken. Es ist no-

torisch, dass Gerichtsprozesse emotional belastend, kosten- und zeitintensiv sind. 

Es wird dem Sohn nicht verborgen bleiben können, dass sämtliche wesentlichen 

Belange, die ihn betreffen, durch gerichtliche Instanzen entschieden werden müs-

sen. Der Umstand, dass die Meinungen der Parteien in allen wesentlichen Fragen 

diametral auseinander gehen, ohne dass eine gemeinsame Basis, die Kompro-

misse erlauben würde, auch nur im Ansatz erkennbar ist, lässt vermuten, dass 

sämtliche wichtige Entscheidungen jeweils den gesamten Instanzenzug durchlau-

fen müssen, was der Beklagte der Klägerin gemäss ihren eigenen Aussagen auch 

bereits angedroht hat und was vom Beklagten unbestritten blieb (Urk. 70 S. 6). 

Dass dies nicht nur leere Behauptungen sind, zeigt auch seine Reaktion auf die am 

15. November 2023 erlassene Verfügung der hiesigen Instanz, worin angezeigt 

wurde, dass sich das Berufungsverfahren als spruchreif erweise, kein weiterer 

Schriftenwechsel angeordnet und keine Berufungsverhandlung durchgeführt werde 

(Urk. 79). Obwohl es sich bei der Verfügung vom 15. November 2023 um eine pro-

zessleitende Verfügung (ohne Rechtsmittelbelehrung) und nicht um einen anfecht-

baren Zwischenentscheid handelte, ging der Beklagte mit Eingabe vom 17. Dezem-

ber 2023 dagegen vor und machte eine Beschwerde ans Bundesgericht (Urk. 80-

81). Zeitnahe Entscheide werden dadurch verunmöglicht und die gemeinsame el-

terliche Sorge wird zum toten Buchstaben. Der anhaltende Konflikt der Parteien 

wirkt sich im Sinn der zitierten Rechtsprechung negativ auf das Kindswohl aus. 

2.5 Eine Abweichung vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge ist nur 

dort am Platz, wo Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der elterlichen Sorge 

- 30 -

an einen Elternteil allein eine Entlastung der Situation herbeizuführen. Ist ein Kon-

flikt zwar schwerwiegend, erscheint er aber singulär, ist im Sinn der Subsidiarität 

zu prüfen, ob nicht ein richterlicher Entscheid über einzelne Inhalte des Sorgerechts 

bzw. eine richterliche Alleinzuweisung spezifischer Entscheidungsbefugnisse in 

den betreffenden Angelegenheiten (beispielsweise über die religiöse Erziehung, in 

schulischen Belangen oder in Bezug auf das in Art. 298 Abs. 2 und Art. 298d Abs. 2 

ZGB genannte Aufenthaltsbestimmungsrecht) ausreicht, um Abhilfe zu schaffen 

(BGer 5A_64/2022 vom 15. Dezember 2022, E. 3.1.2; BGE 141 III 472 E. 4.7). 

Vorliegend handelt es sich nicht um einen zwar schwerwiegenden, aber singulären 

Konflikt, welchem im Rahmen der Subsidiarität mit einem richterlichen Entscheid 

über einzelne Inhalte des Sorgerechts bzw. einer richterlichen Alleinzuweisung 

spezifischer Entscheidungsbefugnisse in den betreffenden Angelegenheiten ent-

gegengewirkt werden könnte. Insbesondere war die Namenswahl durch die Mutter 

– entgegen der Vorinstanz – nicht Ursprung, sondern Ausdruck des Elternkonflikts, 

der sich bereits vor der Geburt des Kindes (in der bis heute anhaltenden Form) 

manifestierte. Er hat seine Wurzeln im weitesten Sinn in kulturellen Differenzen, die 

die Parteien nicht durch gegenseitiges Entgegenkommen zu überbrücken in der 

Lage sind. Die gerichtliche Bestimmung des Namens wird daran nichts ändern und 

die Gräben sogar eher vertiefen, weil eine Lösung, die von beiden Parteien als 

vermittelnd wahrgenommen werden könnte, nicht getroffen werden kann. Flankie-

rende Massnahmen erscheinen im vorliegenden Fall zur Entschärfung der Konflikte 

und Förderung der Kooperation nicht zielführend, da die Vergangenheit gezeigt hat, 

dass jegliche Interventionen an den grundsätzlich verschiedenen Haltungen der El-

tern, die keine Kompromisse zulassen, scheitern. Ihre Kompromisslosigkeit zeigt 

sich auch in ihren Anträgen und Ausführungen im Berufungsverfahren. Für die Be-

gründung ihrer Anträge greifen die Parteien vor und legen bereits dar, dass es auch 

in Zukunft keine Einigung betreffend Kinderbelange geben werde. Beispielsweise 

führen sie bereits Konflikte betreffend schulische Belange ins Feld, obwohl das Kind 

erst zweieinhalb Jahre alt ist und diese noch einige Jahre kein Thema sein werden. 

Diese Umstände lassen keine positive Zukunftsprognose zu. Es ist somit voraus-

sehbar, dass nur die alleinige Zuteilung der elterlichen Sorge zu einer Entspannung 

und Verbesserung der Situation beitragen wird, da der Konflikt der Parteien gerade 

- 31 -

durch die Entscheide betreffend Kinderbelange sonst immer wieder neu angefacht 

bzw. genährt wird. Durch die Alleinsorge kann der Gefahr begegnet werden, dass 

die von den Parteien gemeinsam zu fällenden Entscheide auf Kosten des Sohnes 

für Machtkämpfe missbraucht werden und es wird die Voraussetzung dafür ge-

schaffen, dass sich die Eltern nicht mit negativen Folgen für das Kind in Dauerstrei-

tigkeiten verstricken, weil sie den Streit in langwierigen Verfahren ausfechten müs-

sen. Die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge führt zu einer eindeutigen Rollenzu-

teilung zwischen den Eltern im Interesse des Kindes. Dass dieses sich zu gegebe-

ner Zeit mit den weiterbestehenden unterschiedlichen Auffassungen seiner Eltern 

wird auseinandersetzen müssen, versteht sich von selbst, ändert aber nichts an der 

entlastenden Wirkung der Alleinzuteilung der elterlichen Sorge. 

3. Zusammenfassend rechtfertigt sich, gestützt auf den anhaltenden, umfassen-

den Konflikt der Parteien in Bezug auf sämtliche Kinderbelange und deren diesbe-

zügliche Kommunikationsunfähigkeit sowie die negativen Auswirkungen auf das 

Kindswohl, die Abkehr von der gemeinsamen elterlichen Sorge zur Alleinsorge. 

4.1 Kommt das Gericht zum Schluss, dass nur eine Zuteilung der alleinigen elter-

lichen Sorge eine Beruhigung des Elternkonflikts im Interesse des Kindeswohls er-

möglicht, so ist weiter zu prüfen, welchem Elternteil die elterliche Sorge zuzuteilen 

ist.

4.2 Der Beklagte ist der Ansicht, dass ihm die alleinige elterliche Sorge übertra-

gen werden müsse, da die Klägerin die gemeinsame elterliche Sorge bereits miss-

achtet und wichtige Entscheidungen alleine getroffen habe. Zudem gefährde sie 

die normale kindsgerechte Erziehung des Sohnes (Urk. 58 S. 4; vgl. (ohne Noven) 

auch Urk. 73 S. 2).

4.3 Die Klägerin ist gegenteiliger Ansicht und vertritt die Meinung, dass sich die 

Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach spürbar sei, dass der Beklagte am Leben 

des Kindes teilhaben wolle, als gänzlich falsch erwiesen habe. Seit der Hauptver-

handlung im September 2022 habe sich der Beklagte nicht um Kontakte zum Kind 

bemüht (Urk. 67/58 S. 22 ff.). Es könne folglich nur sie sein, der die alleinige elter-

liche Sorge übertragen werde, da sie das Kind seit der Geburt alleine betreue, wäh-

- 32 -

rend der Beklagte den Sohn seit dessen Geburt im Jahr 2021 nur dreimal gesehen 

habe (Urk. 70 S. 5 ff.).

4.4 Für die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge sind mutatis mutandis die 

Kriterien für die Zuteilung der Obhut massgeblich (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, 

Art. 298 N 15; BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 298 ZGB N 30 und N 52; BGer 

5A_69/2016 vom 14. März 2016, E. 2.1 und BGer 5A_720/2013 vom 4. März 2014, 

E. 2). Leitprinzip ist das Kindswohl; die Interessen der Eltern haben in den Hinter-

grund zu treten. Berücksichtigt werden müssen die bestehenden Bindungen des 

Kindes zu beiden Elternteilen und es ist diejenige Lösung zu wählen, die unter Be-

rücksichtigung der gesamten Umstände dem Kind die notwendige Stabilität der Be-

ziehungen gewährleistet, die es für seine optimale Entwicklung benötigt (BSK 

ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 298 N 5). 

4.5 Der gemeinsame Sohn wird seit seiner Geburt im mm.2021 ausschliesslich 

von der Klägerin betreut. Der Beklagte dagegen hat ihn erst dreimal kurz gesehen, 

letztmals im August 2021 bei einem Arzttermin (Prot. I S. 16). Zudem führte er an-

lässlich der Hauptverhandlung vom 9. September 2022 aus, dass er keine Erfah-

rung mit Kleinkindern habe, jedoch bereit sei, dies zu lernen (Prot. I S. 19). Er liess 

seinen Worten jedoch keine Taten folgen. Seit der Hauptverhandlung im Septem-

ber 2022 hat der Beklagte seinen Sohn weiterhin nicht gesehen. Zudem ist er auch 

gegen das von der Vorinstanz angeordnete begleitete Besuchsrecht und die Bei-

standschaft, welche ihm zu Beginn bei der Kinderbetreuung mit Rat zur Seite ste-

hen würde (Urk. 58 S. 6 ff.). Entsprechend ist anzunehmen, dass der Beklagte in 

der Zwischenzeit weiterhin keine Erfahrungen mit Kleinkindern gemacht hat und 

nicht weiss, wie auf deren Bedürfnisse einzugehen ist. Zudem stellt der Beklagte 

für seinen Sohn aktuell eine fremde Person dar, und der gemeinsame Sohn konnte 

noch keine Beziehung zu seinem Vater aufbauen. Die Hauptbezugsperson des 

Sohnes ist die Klägerin. Unter diesen Umständen und aufgrund des Stabilitäts- und 

Kontinuitätsgedanken ist die alleinige elterliche Sorge der Klägerin zuzuteilen. Sie 

ist aber darauf hinzuweisen, dass sie den Beklagten über wichtige Ereignisse im 

Leben des Sohnes zu informieren hat. Die alleinige Zuteilung der elterlichen Sorge 

- 33 -

soll nicht dazu führen, dass der Beklagte vom Leben des Sohnes ausgeschlossen 

wird. Der Beklagte bleibt als Vater eine wichtige Identifikationsfigur für diesen.

C. Name des Sohnes / Vertretungsbeistandschaft

1. Die Vorinstanz erwog, dass sich die Wahl des Vor- und Familiennamens in 

erster Linie am Kindswohl zu orientieren habe. Der Sohn der Parteien sei mittler-

weile 20 Monate alt und trage offiziell weder einen Vor- noch einen Familiennamen. 

Es sei nachvollziehbar, dass der Sohn, welcher hauptsächlich von der Klägerin be-

treut werde, auf den Namen E._____, welchen ihm die Klägerin gegeben habe, 

reagiere. Auch wenn es aus Sicht des Beklagten stossend erscheinen möge, dass 

die Klägerin Fakten geschaffen habe und er mangels Betreuungszeit auch nicht 

Einfluss auf den vom Kind wahrgenommenen Rufnahmen habe nehmen können, 

werde es vorliegend dem Kindsinteresse nicht gerecht, wenn sein Vorname geän-

dert würde. Aufgrund des Kontinuitätsgedankens und im Sinne des Kindswohls sei 

entsprechend der Rufname des Sohnes unverändert zu belassen. Ausschlagge-

bend für die Wahl des Nachnamens sei unter vorliegenden Umständen der Betreu-

ungsanteil der Eltern bzw. die Zuteilung der Obhut über den Sohn. Dieser werde 

hauptsächlich von der Klägerin betreut und werde unter ihrer alleinigen Obhut ste-

hen. Aus praktischen Überlegungen sei entsprechend der Ledigname der Klägerin 

als Nachname des Kindes festzusetzen. Mit dem Nachname D._____ sei den see-

lischen und vor allem aber auch den administrativen Interessen des Sohnes am 

besten Rechnung getragen. Die Ausführungen zum ersten Vornamen des Sohnes, 

bei welchem das Kind bereits gerufen werde, gelte für seinen zweiten Vornamen,

F._____, nicht. Er werde nicht F._____ genannt und es sei zu bezweifeln, dass das 

20 Monate alte Kind seinen zweiten Vornamen überhaupt kenne. Ein Name sei 

identitätsstiftend und verbinde den Träger mit der eigenen Abstammung. Das An-

sinnen des Beklagten, dass der Sohn nebst seinem italienischen Namen auch ei-

nen Namen tragen solle, der eine Verbindung zu ihm als algerischem Vater her-

stelle, sei nachvollziehbar. Das Abbild der algerischen Kultur im Namen des Kindes 

liege auch im moralischen und sittlichen Interesse des Kindes, welches über seinen 

Namen ein Zugehörigkeitsgefühl sowohl zur italienischen als auch zur algerischen 

Kultur entwickeln solle. Im Sinne des Kindswohls sei es angezeigt, den mittleren 

- 34 -

Namen des Sohnes zu ändern und dem Kind zwei mittlere Namen – I._____ 

J._____ – zu geben. Der Sohn trage somit den Namen E._____ I._____ J._____ 

D._____. Entsprechend sei die Vertretungsbeistandschaft aufzuheben und das Ge-

meindeamt Zürich, Abteilung Zivilstandswesen, anzuweisen, den Namen im Zivil-

standsregister zu beurkunden und die mit Entscheid vom 19. November 2021 ver-

fügte Registersperre aufzuheben (Urk. 59 S. 11 ff.).

2.1 Der Beklagte bringt in seiner Erstberufung vor, der Name E._____ I._____ 

J._____ D._____ sei gegenüber dem Kind nicht fair. Sein Sohn sei halb Algerier 

und halb Italiener und beide Identitäten müssten respektiert werden, um sicherzu-

stellen, dass das Kind mit dem Gefühl aufwachse, dass es zu beiden Ländern, Kul-

turen und Familien gehöre. Der gewählte Name ignoriere die algerische Herkunft 

seines Sohnes und den damit verbundenen Familiennamen und könne langfristig 

zu Verwirrungen führen. Die Entscheidung der Vorinstanz, den italienischen Na-

men E._____ als wichtiger als die arabischen Namen I._____ J._____ zu betrach-

ten, sei diskriminierend und respektiere die kulturelle Vielfalt des Sohnes nicht. Aus-

serdem argumentiere das Gericht, dass es im besten Interesse des Sohnes sei, 

den gleichen Nachnamen wie die Mutter zu tragen. Das sei nicht richtig, da die 

Parteien das gemeinsame Sorgerecht hätten und beide Elternteile wichtige Ent-

scheidungen im Interesse des Sohnes treffen sollten. Es gebe keine administrati-

ven Gründe, warum der Sohn den Nachnamen der Mutter tragen solle, insbeson-

dere wenn beide Elternteile am Leben seien und sich das Sorgerecht teilten. Das 

Gericht habe die Wünsche und Interessen der Mutter über die des Kindes oder des 

Vaters gestellt. Es sei wichtig, dass das Gericht die Interessen beider Elternteile 

und des Kindes berücksichtige, da die Interessen der Eltern oft mit denen des Kin-

des verbunden seien und das Wohlbefinden der Eltern in gewisser Weise das 

Wohlbefinden des Kindes beeinflussen könne (Urk. 58 S. 4 f.).

Der Beklagte macht weiter geltend, er sei mit der Aufhebung der Vertretungsbei-

standschaft nicht einverstanden, da die Klägerin bereits mehrfach das Sorgerecht 

nicht respektiert und Entscheidungen alleine getroffen habe. Die Registersperre 

solle als Schutzmassnahme bestehen bleiben, bis die Situation vollständig geklärt 

sei (Urk. 58 S. 5).

- 35 -

2.2 Gemäss seiner in der (verspäteten) Zweitberufungsantwort explizit geäusser-

ten Vorstellung soll der Sohn den Namen I._____ J._____ B._____ tragen, um 

seine Herkunft und Identität angemessen zu respektieren und sichtbar zu machen 

(Urk. 73 S. 3; vgl. auch Urk. 59 E. 4.3.1. mit Hinweis). In seiner während der Bera-

tungsphase eingereichten (unbeachtlichen) Eingaben (Urk. 80/81; Urk. 85-86), 

trägt der Beklagte zur Namensfrage nichts vor, was der Vollständigkeit halber fest-

zuhalten ist.

3.1 In ihrer Erstberufungsantwort entgegnet die Klägerin zusammengefasst, sie 

habe durch ihre Namensgebung keinen Sorgerechtsmissbrauch begangen, son-

dern habe ihrem Kind lediglich zu seinem Recht, ab Geburt einen Namen tragen 

zu dürfen, verholfen. Der Kindsname sei auch nicht der Hauptgrund, sondern nur 

einer von vielen Konfliktgründen zwischen den Parteien. Der Beklagte bringe in 

seiner Berufung gar nichts dafür vor, weshalb sein Nachname Vorrang gegenüber 

ihrem Nachnamen haben solle. Allein sein Wesen als Mann und seine Kultur wür-

den ihm in der Schweiz keine Vorrechte in Sachen Namensgebung verleihen. Bei 

zwei möglichen Nachnamen sei eine Interessenabwägung vorzunehmen, was die 

Vorinstanz auch gemacht habe. Dabei habe die Vorinstanz dem Kind in sachlich 

korrekter Interessenabwägung den Nachnamen desjenigen Elternteils gegeben, 

bei dem es fraglos aufwachsen werde, namentlich ihr Name. Es gebe somit keinen 

sachlichen Grund, dem Kind einen anderen Nachnamen geben zu wollen. Der Be-

klagte habe ihr mit E-Mail vom 21. Juni 2021 sogar explizit mitgeteilt, dass ihm der 

Vorname nicht wichtig sei, weshalb er es selbst zu verantworten habe, wenn sie im 

Sinne des Kindswohls die Namen selbst ausgewählt habe. Das Kind werde nun seit 

zwei Jahren so genannt, weshalb es nicht dem Kindswohl entspreche, diese Na-

men wieder abzuändern. Dem kulturellen Interesse des Beklagten an einem hei-

matlichen Vornamen könne eventualiter bzw. subeventualiter damit Genüge getan 

werden, dem Kind als dritter Vorname J._____ bzw. als dritter und vierter Vorname 

die Namen J._____ und I._____ zu verleihen. Es sei aber hervorzuheben, dass der 

Beklagte den von der Vorinstanz bestimmten Vornamen abweise, weshalb auch 

diesbezüglich nicht einzusehen sei, den zweiten Vornamen mit einem zweiten und 

dritten Vornamen, den der Beklagte selbst nicht möchte, zu ersetzen. Die Vertre-

tungsbeistandschaft könne sodann ohne Weiteres aufgehoben werden, da der 

- 36 -

Streitpunkt, für welche diese Vertretungsbeistandschaft errichtet worden sei, nun-

mehr Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens bilde (Urk. 70 S. 9 f.). 

3.2 In ihrer Zweiberufungsschrift führt die Klägerin im Wesentlichen aus, dass die 

Bestimmung von Art. 7 Abs. 1 der Konvention über die Rechte des Kindes vom 

20. November 1989 (SR. 0.107) vorsehe, dass Kinder unverzüglich in ein Zivil-

standsregister eingetragen werden müssen. Die Kinder hätten ein Grundrecht auf 

einen Namen. Ein fehlender Name stelle nach einhelliger Rechtslehre eine Kinds-

wohlgefährdung dar. Der Beklagte habe sich vorgeburtlich nicht um einen Vorna-

men gekümmert, und auf ihr Bitten, sich auf einen Namen zu einigen, habe er nicht 

reagiert. Selbst anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und somit 

15 Monate nach der Geburt des Sohnes sei sich der Beklagte nicht im Klaren ge-

wesen, welchen Vornamen er sich vorstellen könne. Im Übrigen habe sich der Be-

klagte auch mit dem Nachnamen D._____ ohnehin bereits einverstanden erklärt. 

Es habe für die Vorinstanz keinen Grund gegeben, die bereits bestehenden Vorna-

men wieder abzuändern. Es würden beide Vornamen auf der Geburtsurkunde und 

auf sämtlichen Glückwunschkarten sowie dem Spitalarmband stehen. Geburtliche 

Erinnerungen seien emotional schöne Erinnerungen, welche nicht ohne Not zer-

stört werden sollten. Die Vorinstanz habe dem Kind einen Vornamen gegeben, den 

nicht einmal der Beklagte selbst beantragt habe. Im Gegenteil, er habe einen zwei-

ten algerischen Vornamen explizit abgelehnt. Bereits aus diesem Grund sei es un-

angemessen, dem Kind seinen zweiten Vornamen, den es schon seit 20 Monaten 

trage und in allen Urkunden und Karten verankert sei, wieder wegzunehmen. Die 

Vorinstanz habe weiter erwogen, dass der zweite Vorname weder Kennzeich-

nungs- noch Identitätsfunktion habe. Entsprechend gebe es auch keinen sachli-

chen Grund, die weiteren Vornamen nicht einfach als dritten und / oder vierten Vor-

namen aufzuführen, anstatt ohne Not den bisherigen zweiten Vornamen zu strei-

chen. Sollte der Klägerin nicht die alleinige elterliche Sorge zugeteilt werden, womit 

sie den Namen des Kindes ohnehin selbst bestimmen könne, so sei der bisherige 

Name des Kindes, E._____ F._____ D._____, zu bestätigen. Eventualiter sei, da 

der Name I._____ aus ihrer Sicht das Fortkommen eher belaste, der Name auf 

E._____ F._____ J._____ D._____ und subeventualiter auf E._____ F._____ 

J._____ I._____ D._____ festzulegen (Urk. 67/58 S. 23 ff.).

- 37 -

4.1. Die Vorinstanz hat den Namen und die Vornamen des Sohnes ausgehend 

von der Prämisse der geteilten elterlichen Sorge festgelegt. Sie kam zum Schluss, 

dass dem Sohn der Parteien der Nachname der Klägerin zu geben sei und gab 

dem Sohn die Vornamen E._____ I._____ J._____. Der Beklagte greift sowohl die 

vorinstanzlichen Erwägungen als auch das Ergebnis der Interessenabwägung der 

Vorinstanz an. Er stört sich daran, dass der Nachname D._____ die algerische Her-

kunft des Kindes und den damit verbundenen Familiennamen ignoriere und macht 

geltend, dass dieser langfristig zu Verwirrungen führen könne. Die Argumente der 

Vorinstanz für die Wahl des Nachnamens der Klägerin lässt er nicht gelten, ohne 

jedoch darzutun, weshalb der von ihm angestrebten Kennzeichnung der Abstam-

mungsverhältnisse zum Vater (abweichend vom erstinstanzlichen Entscheid) der 

Vorrang gegenüber diesen zukommen sollte. Seine Berufung genügt insoweit den 

prozessualen Anforderungen nicht. Ihm könnte allerdings auch in der Sache nicht 

gefolgt werden. Für das Kind unverheirateter Eltern unterscheidet Art. 270a Abs. 1 

ZGB bezogen auf die Wahl des Nachnamens danach, ob den Eltern die elterliche 

Sorge gemeinsam zusteht. Ist dies der Fall, bestimmen sie, welchen ihrer Ledigna-

men das Kind tragen soll. Steht die elterliche Sorge einem Elternteil allein zu, so 

erhält das Kind dessen Ledignamen. Vorliegend stand der gemeinsame Sohn bei 

dessen Geburt am tt.mm.2021 unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Par-

teien (Urk. 9/3). Gemäss Erklärung der Klägerin trug das Zivilstandsamt L._____ 

den Sohn der Parteien am tt.mm.2021 auf den Namen C._____ im Zivilstandsre-

gister ein (Urk. 9/4 sowie 9/36/2). Am 9. November 2021 erkundigte sich die KESB 

Bezirk Meilen beim Zivilstandsamt L._____, wie ein Elternteil beanstanden könne, 

dass seine Einwilligung zur Geburtsanmeldung nicht erfolgt sei. Der Beklagte habe 

vorliegend seine Einwilligung nicht erteilt. Das Zivilstandsamt L._____ bestätigte in 

der Folge, dass auf der Geburtsanzeige nur die Unterschrift der Klägerin vorhanden 

sei, sie aber bei der Anmeldung davon ausgegangen seien, dass der Beklagte ein-

willige. Sollte der Beklagte dagegen vorgehen wollen, müsse er an das Gemeinde-

amt gelangen (Urk. 9/26). Das Gemeindeamt des Kantons Zürich, Abteilung Zivil-

standswesen, führte aus, dass der Eintrag nicht korrekt erfolgt sei und von Amtes 

wegen bereinigt werden müsse. Es werde in einem ersten Schritt den Kindseltern 

im Sinne des rechtlichen Gehörs mitgeteilt, dass man den Eintrag wahrscheinlich 

- 38 -

formell löschen werde. Sollten sich die Eltern nicht auf einen Namen einigen kön-

nen, stelle dies die gemeinsame elterliche Sorge in Frage (Urk. 9/27). Schliesslich 

wurden die Personendaten des beurkundeten Eintrages von C._____ mit Verfü-

gung vom 19. November 2021 gesperrt (Urk. 34). Daraus folgt, dass der gemein-

same Sohn seit fast drei Jahren keinen formell gültigen Namen hat und somit fak-

tisch der Zustand wie bei der Geburt besteht. Bis heute wurde keine rechtsgültige 

Namensgebung vorgenommen. Die Namenseintragung hätte – wovon auch die Zi-

vilstandsbehörden ausgehen – nicht erfolgen dürfen. Da der gemeinsame Sohn der 

Parteien mit vorliegendem Entscheid unter die alleinige elterliche Sorge der Kläge-

rin gestellt wird, rechtfertigt es sich, dass er i.S.v. Art. 270a Abs. 1 ZGB deren Le-

dignamen D._____ erhält.

4.2 Was den Vornamen betrifft, argumentiert der Beklagte, den italienischen Na-

men E._____ als wichtiger zu betrachten als die arabischen Namen I._____ 

J._____, sei diskriminierend und respektiere die kulturelle Vielfalt des Sohnes nicht. 

Mit dem zentralen Argument der Vorinstanz, wonach nachvollziehbar sei, dass der 

(damals) bereits 20 Monate alte Sohn auf den Rufnamen reagiere, den ihm die 

Klägerin gegeben habe und es dem Kindesinteresse nicht gerecht würde, diesen 

nun zu ändern, setzt er sich nicht auseinander. Er legt folglich auch nicht dar, wes-

halb den von ihm ins Feld geführten kulturellen Überlegungen der Vorrang vor dem 

Kontinuitätsgedanken einzuräumen wäre. Seine Berufung genügt auch insoweit 

den prozessualen Anforderungen nicht. Ihm könnte allerdings auch in der Sache 

nicht gefolgt werden. Betreffend den Vornamen ist in Art. 301 Abs. 4 ZGB nur vor-

gesehen, dass die Eltern dem Kind einen Vornamen geben. Für Kinder nicht ver-

heirateter Eltern wählt nach Art. 37c Abs. 1 Satz 2 ZStV – dem Regelungsgedanken 

von Art. 270a Abs. 1 ZGB folgend – die Mutter den bzw. die Vornamen, soweit die 

Eltern das Sorgerecht nicht gemeinsam ausüben. Da die Eintragung des Namens 

des gemeinsamen Sohnes auf einem offensichtlichen Irrtum beruhte und der Re-

gistereintrag folglich gesperrt wurde, wurde auch der Vorname des gemeinsamen 

Sohnes seit dessen Geburt noch nie rechtsgültig festgelegt, sodass er faktisch na-

menlos ist. Infolge der Alleinzuteilung der elterlichen Sorge an die Klägerin mit dem 

vorliegenden Entscheid, ist ihr im Sinne von Art. 37c Abs. 1 Satz 2 ZStV die Wahl 

der Vornamen zu überlassen. 

- 39 -

4.3 Die Klägerin ist somit berechtigt, den bzw. die Vornamen des gemeinsamen 

Sohnes zu bestimmen. Der Nachname des Sohnes wird auf D._____ festgelegt. 

Eine allfällige Bereinigung des bestehenden (gesperrten) Zivilstandsregistereintra-

ges hat unter Beteiligung der Klägerin durch das Zivilstandsamt L._____ bzw. das 

Gemeindeamt des Kantons Zürich, Abteilung Zivilstandswesen, zu erfolgen.

5. Die KESB Bezirk Meilen hat mit Zirkulationsentscheid vom 6. Dezember 2021 

dem gemeinsamen Sohn eine Vertretungsbeiständin bestellt, mit den Aufgaben, 

das Kind im Namensbereinigungsverfahren gem. Art. 42 bzw. Art. 43 ZGB sowie in 

einem allfällig anschliessenden Berichtigungsverfahren zu vertreten (Urk. 9/45). Da 

der Name des Kindes nun abschliessend durch ein Gericht festgelegt wird bzw. die 

Vornamenswahl aufgrund der Alleinzuteilung der elterlichen Sorge der Klägerin 

überlassen wird, hat die Vorinstanz die mit Entscheid der KESB Bezirk Meilen vom 

6. Dezember 2021 angeordnete Vertretungsbeistandschaft zu Recht aufgehoben. 

Der Beklagte beantragt auch lediglich, es sei die Registersperre beizubehalten bis 

die Situation vollständig geklärt sei. Da die Namensgebung nun im Rahmen des 

Gerichtsprozesses geregelt wird, sind die Aufgaben der Beiständin obsolet gewor-

den und das Gemeindeamt Zürich wird den Namen ohnehin erst mit rechtkräftigem 

Entscheid und unter Mitwirkung der Klägerin ins Zivilstandsregister eintragen. Es 

bleibt beim angefochtenen Urteil.

D. Obhut und persönlicher Verkehr

1.1 Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die vom Beklagten beantragte alter-

nierende Obhut dem Stabilitätsgedanken widerspreche und überholt sei, habe der 

Sohn den Beklagten doch erst dreimal in den ersten drei Monaten seines Lebens 

gesehen und müsse seinen Vater zuerst kennenlernen. Der Beklagte habe seinen 

Sohn seit dessen Geburt noch keinen einzigen Tag betreut und der Aufbau der 

Beziehung sei schrittweise vorzunehmen. Da die Eltern auch nicht fähig und bereit 

seien, über Kinderbelange miteinander zu kommunizieren, würden die Vorausset-

zungen für die alternierende Obhut nicht vorliegen. Aufgrund des bisher gelebten 

Betreuungsmodells mit alleiniger Obhut der Klägerin erscheine es zur Stabilität der 

Verhältnisse und mit Blick auf das Kindswohl angezeigt, den Sohn unter der allei-

nigen Obhut der Klägerin zu belassen (Urk. 59 S. 19).

- 40 -

1.2 Aufgrund der Alleinzuteilung der elterlichen Sorge an die Klägerin (vgl. oben 

E. III.B.4.5) erübrigen sich Ausführungen zu der vom Beklagten beantragten alter-

nierenden Obhut (Urk. 58 S. 5), denn diese kann nur angeordnet werden, wenn die 

elterliche Sorge weiterhin gemeinsam ausgeübt wird (Art. 298 Abs. 2ter ZGB; BGer 

5A_320/2022 vom 30. Januar 2023, E. 8). Das Gesetz eröffnet keine Möglichkeit, 

einem Elternteil zwar (gemeinsam mit dem anderen Elternteil) die Obhut, nicht je-

doch auch das Sorgerecht zuzuweisen. Vielmehr erfordert die Zuteilung der Obhut 

in jedem Fall die elterliche Sorge des betreffenden Elternteils (BGer 5A_33/2023 

vom 20. Dezember 2023, E. 4.3.1). Die Zuweisung der alleinigen elterlichen Sorge 

an die Klägerin führt daher auch dazu, dass der gemeinsame Sohn unter ihre allei-

nige Obhut gestellt wird. Denn die elterliche Sorge schliesst auch das Recht mit 

ein, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen (Art. 301a Abs. 1 ZGB). 

2.1 Wird die alleinige elterliche Sorge einem Elternteil zugewiesen, so muss der 

gegenseitige Anspruch auf persönlichen Verkehr von nicht sorgeberechtigtem El-

ternteil und Kind geregelt werden (BSK ZGB-I, Schwenzer/Cottier, Art. 298 N 18; 

BGE 143 III 361 E. 7.3.2). Hinsichtlich des Besuchsrechts erwog die Vorinstanz, 

dass Eltern, denen die Obhut nicht zustehe und das minderjährige Kind gegenseitig 

Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr hätten. Was der angemessene 

persönliche Verkehr sei, könne sich nur anhand der Umstände des Einzelfalles be-

messen. Zu berücksichtigen seien Alter, Gesundheit, Bedürfnisse und Wünsche 

des Kindes, die Beziehung zwischen Kind und besuchsberechtigtem Elternteil so-

wie die Beziehung zwischen den Eltern. Häufigkeit und Dauer der Besuchskontakte 

würden sich mithin in erster Linie nach dem Alter des Kindes richten. Der Beklagte 

habe seinen Sohn lediglich dreimal gesehen, zuletzt im August 2021. Dem Um-

stand, dass der Beklagte noch nie ein Kleinkind betreut habe, sei in Form von be-

gleiteten Besuchen Rechnung zu tragen. Diese erste Phase habe auch zum Ziel, 

dass das Kind seinen Vater zunächst kennenlerne und Vertrauen zu ihm aufbauen 

könne. Der Vorteil dabei sei auch, dass der Beklagte von Fachpersonen umgeben 

sei, die ihn bei der Betreuung unterstützen und anleiten könnten. Für den Aufbau 

des Kontaktes würden acht Besuche, die in regelmässigen Abständen und mög-

lichst rascher Abfolge stattzufinden hätten, angemessen erscheinen. Zwei Besuche 

pro Monat würden realistisch sein. Die ersten vier Besuche sollten maximal vier 

- 41 -

Stunden, die zweiten vier Besuche maximal sechs Stunden dauern. Es sei zudem 

eine Beistandschaft zu errichten, welche die begleiteten Besuche organisieren 

solle. Verlaufen diese Besuche erfolgreich, was von der Beistandsperson zu beur-

teilen sein werde, sei in einer nächsten Phase zu unbegleiteten, achtstündigen Be-

suchen alle zwei Wochen zu wechseln. Schliesslich sei in einer dritten Phase auf 

ein gerichtsübliches Wochenendbesuchsrecht inkl. Übernachtungen hinzuarbeiten. 

Der Zeitpunkt für den Übergang in diese dritte Phase sei ebenfalls der Beistands-

person zu überlassen. Sei das Besuchsrecht in der Praxis nicht umsetzbar oder 

nicht im Wohl des Sohnes, sei der Beistandsperson der Auftrag zu erteilen, einen 

Antrag an die KESB zu stellen, um eine Anpassung an die Verhältnisse vorzuneh-

men (Urk. 59 S. 22 ff.).

2.2 Der Beklagte bringt in seiner Erstberufungsschrift dagegen vor, er sei unzu-

frieden, dass das Gericht die Anzahl Stunden begrenzt habe, die er mit seinem 

Sohn verbringen dürfe. Diese Entscheidung habe keine wissenschaftlich fundierte 

Grundlage und berücksichtige das Interesse und die Gesundheit seines Sohnes 

sowie sein Recht auf ausreichenden Kontakt mit beiden Elternteilen nicht. Er halte 

es für unangemessen, dass sein Besuchsrecht so stark begrenzt werde, was auch 

nicht im Interesse des Sohnes liege. Sodann habe er ausgerechnet, dass er mit 

dem vorinstanzlich festgelegten Besuchsrecht in 20 Jahren insgesamt zwei Jahre 

und 27 Tage mit seinem Sohn verbringen könne, was etwa 10.36% ausmache. 

Seinen Sohn nur alle zwei Wochen für eine begrenzte Anzahl Stunden sehen zu 

können, ermögliche es ihm nicht, eine enge und liebevolle Beziehung aufzubauen. 

Dieses beschränkte Besuchsrecht würde auch dazu führen, dass ihm nur be-

grenzte Zeit bleibe, um seinem Sohn wichtige Werte und Fähigkeiten zu vermitteln 

sowie, dass er wichtige Aktivitäten oder Ereignisse verpasse, die für die Entwick-

lung und das Wohlergehen des Sohnes von Bedeutung seien. Die Klägerin und 

deren Umfeld könne dem Sohn zudem nur begrenzte Unterstützung in schulischen 

Angelegenheiten bieten. Deswegen sei es bedeutsam, dass er als Vater eine aktive 

Rolle in seinem Leben spiele, ihn bei schulischen Angelegenheiten unterstützen 

und ihm bei wichtigen Entscheidungen und Ereignissen in der Schule zur Seite ste-

hen könne. Die begrenzte Zeit, die er mit seinem Sohn verbringen könne, könne 

zur Folge haben, dass er diese wichtigen Aufgaben nicht erfülle, was sich negativ 

- 42 -

auf die schulische Leistung seines Sohnes und sein Wohlbefinden auswirke. Er 

habe bereits zwei Jahre im Leben seines Sohnes verpasst und wolle nicht noch 

mehr Zeit verlieren. Um das Vertrauen und die psychische Gesundheit seines Soh-

nes zu fördern, würde er auf keinen Fall acht begleitete Besuche benötigen. Da die 

Klägerin und die Bürokratie Schuld seien, dass er seinen Sohn nicht gesehen habe, 

sei er auch nicht bereit, die Kosten für die begleiteten Besuche zu tragen. Er könne 

zudem nicht garantieren, dass er den Sohn jeweils an den Wochenenden betreuen 

könne, da er teilweise arbeiten müsse. Stattdessen könne er ihn unter der Woche 

betreuen, wenn die Klägerin arbeite. Dies würde auch die Betreuungskosten spa-

ren (Urk. 58 S. 5 ff.).

2.3.1Die Klägerin bringt in ihrer Zweitberufungsschrift vor, dass der Aufbau des 

Besuchs- und Ferienrechts nicht kindsgerecht sei. Der gemeinsame Sohn sei erst 

zweijährig und könne nicht einfach der Mutter entrissen werden, schon gar nicht, 

wenn er seinen Vater gar nicht kenne. Es sei somit unabdingbar, dass die ersten 

Besuche in ihrer Anwesenheit stattfinden würden, bis ein Grundvertrauen zum Va-

ter aufgebaut worden sei. Es erscheine sodann wichtig, dass die Besuche nicht zu 

weit auseinander lägen. Mit zwei Besuchen pro Monat, wie dies das vorinstanzliche 

Urteil vorsehe, könne kein Kontakt aufgebaut werden. Es seien wöchentliche Be-

suche zu organisieren. Die von der Vorinstanz festgelegten Phasen seien sodann 

zu kurz bemessen, da noch keine Beziehung zwischen Vater und Kind bestehe und 

der Beklagte keinerlei Erfahrungen mit Kindern habe. Er habe bis heute – entgegen 

seinen Beteuerungen vor Vorinstanz – auch noch keine Hilfe von Fachpersonen 

angenommen. Die verschiedenen Phasen seien somit je auf ein halbes Jahr aus-

zudehnen und ein Ausbau komme nur in Frage, wenn die Besuche erfolgreich und 

regelmässig wahrgenommen worden seien (Urk. 67/58 S. 25 ff.). 

2.3.2 In seiner (verspäteten) Zweitberufungsantwort trägt der Beklagte zum Be-

suchsrecht nichts (wesentliches) Neues vor (Urk. 73 S. 2).

2.4 Das Recht auf persönlichen Verkehr dient dem Aufbau und der Pflege der 

inneren Verbundenheit zwischen dem Elternteil, der nicht mit dem Kind in häusli-

cher Gemeinschaft lebt und dem minderjährigen Kind (BSK ZGB I-Schwenzer/Cot-

tier, Art. 273 N 6). Der besuchsberechtigte Elternteil hat sowohl das Recht auf per-

- 43 -

sönlichen Verkehr mit seinem Kind als auch die Pflicht, dieses Recht wahrzuneh-

men (FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 273 ZGB N 8). Als oberste Richtschnur 

für die Ausgestaltung des Besuchsrechts gilt das Kindswohl. In der Praxis wird bei 

der Regelung der Häufigkeit und der Dauer der Besuchskontakte in erster Linie auf 

das Alter des Kindes abgestellt (FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 273 ZGB 

N 25 ff.). Bei Kleinkindern sind kurze, aber in häufigen Zeitintervallen erfolgende 

Besuche notwendig. Auch Säuglinge können bereits von ihrer Hauptbetreuungs-

person getrennt werden, sofern der besuchsberechtigte Elternteil genügend sensi-

tiv die Bedürfnisse des Säuglings erkennen und adäquat darauf reagieren kann 

(Der persönliche Verkehr: Eltern-Kind-Dritte, Kilde, 2015, S. 131). Weitere Kriterien 

sind u.a. die bisherige Bindung an den anderen Elternteil sowie die Häufigkeit bis-

heriger Kontakte (BGE 122 III 404; BGE 111 II 408; BSK ZGB I- Schwenzer/Cottier, 

Art. 273 N 13). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt bei Kleinkindern 

ein Besuchsrecht von zwei halben Tagen im Monat (ohne Ferienrecht) ein Minimum 

dar. Ein derart beschränktes Besuchsrecht muss sich aber aufgrund der Umstände 

des konkreten Falls rechtfertigen (FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 273 ZGB 

N 25). Es gibt zudem keine fixe Altersgrenze für Übernachtungen, ein behutsames 

Vorgehen ist jedoch geboten (Büchler/Clausen, FamPra.ch 2020, 535). 

2.5 Wie die Vorinstanz richtig ausführte, kommt ein gänzlicher Verzicht auf ein 

Besuchsrecht nicht in Frage. Auch seitens der Klägerin ist unbestritten, dass dem 

Beklagten ein Besuchs- und Ferienrecht zuzugestehen ist (Urk. 67/58 S. 25). Bei 

dessen Ausgestaltung für die Anfangsphase ist einerseits dem noch jungen Alter 

des Sohnes und andererseits dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Sohn 

seinen Vater nicht kennt und eine Vater-Kind-Beziehung bei einem bestehenden 

Elternkonflikt erst aufgebaut werden muss. Der (subjektiv verständliche) Wunsch 

des Beklagten nach einem sofortigen unbegleiteten und umfassenderen Besuchs-

recht hat in dieser Situation hinter die psychologischen Bedürfnisse des Kleinkindes 

zurückzutreten, für das der Beziehungs- und Bindungsaufbau mit Stress und Auf-

regung verbunden ist und das entsprechend vor Überforderung geschützt werden 

muss (vgl. FamKomm Scheidung/Schreiner, Anh. Psych N 192d-194, 198, 201 f.). 

Ein sorgfältiger Beziehungsaufbau steht der vom Beklagten angestrebten "starke[n] 

und bedeutungsvolle[n]" Beziehung zwischen Vater und Sohn nicht im Weg, son-

- 44 -

dern schafft die Grundlage für eine solche. Die für die Anordnung eines begleiteten 

Besuchsrechts vorausgesetzten konkreten Anhaltspunkte für die Gefährdung des 

Wohls des Kindes dürfen bei einem sehr kleinen Kind in Anbetracht seiner Verletz-

lichkeit relativ rasch angenommen werden, bspw. bei einem langen Kontaktab-

bruch zwischen Vater und Sohn und der Konfliktsituation zwischen den Eltern. 

Ebenso ist die Anordnung des begleiteten Besuchsrechts in Fällen angebracht, in 

denen es nach bisher gänzlich oder länger fehlendem Kontakt um die Annäherung 

zwischen Kind und Elternteil geht. Das begleitete Besuchsrecht stellt jedoch ledig-

lich eine Übergangslösung dar und ist deshalb stets nur für eine begrenzte Dauer 

anzuordnen. Sofern das begleitete Besuchsrecht nicht durch das Verhalten eines 

Elternteils allein verursacht ist, sollten die entstandenen Kosten durch beide Eltern-

teile je zur Hälfte getragen werden (BSK ZGB I- Schwenzer/Cottier, Art. 273 

N 26 ff.; FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 274 ZGB N 15 ff.).

2.6 Vor diesem Hintergrund ist der Vorinstanz beizupflichten, dass das Besuchs-

recht stufenweise, beginnend mit begleiteten Besuchen, aufzubauen ist. Dies recht-

fertigt sich bereits deshalb, weil es in den ersten zweieinhalb Lebensjahren des 

Soh