# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a8bc680-e1ba-5f56-bf39-404f6aa67896
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-22
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 22.12.2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_Empfehlung-vom-22-De_2011-12-22.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB  

 

 

 
Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 031 323 74 84, Fax 031 325 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 
 

 Bern, den 22. Dezember 2011 
 
 

Empfehlung 
 
 

gemäss Art. 14 des 
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
 
 

zum Schlichtungsantrag von  
 

X 
(Antragsteller) 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) 
 
 
 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 
 

1. Der Antragsteller (Journalist) verlangte am 8. Mai 2010 von der Eidgenössischen Kommission 
für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (nachfolgend Kommission) gestützt 
auf das Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz 
BGÖ, SR 152.3) Zugang zu ihren Sitzungsprotokollen vom 1. Januar 2009 bis zum 8. Mai 
2010 und ihren allfälligen Jahresbericht 2009. In seinem Schreiben hielt er fest: „Im Zusam-
menhang mit diesem Gesuch weise ich auf die geltenden Richtlinien des Bundesamt [sic!] für 
Justiz (‚Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips in der Bundesverwaltung’)[1] hin, in denen fest-
gehalten wird, dass auch ausserparlamentarische Kommissionen dem BGÖ unterstehen. Der 
Eidgenössische Öffentlichkeitsbeauftragte kommt in seinem Entscheid vom 12. Februar 
2010[2

 

] zum selben Schluss.“ 

2. Die Kommission wurde vom Bundesrat ernannt und ist sowohl für die Bereiche der AHV3 als 
auch der IV4 zuständig. Ihr Sekretariat wird vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) ge-
führt5

 

. Gemäss Anhang 2 zur Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung (RVOV, 
SR 172.010.1) ist sie eine ausserparlamentarische Kommission.  

 

                                                      
1 Bundesamt für Justiz, "Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips in der Verwaltung; Häufig gestellte Fragen  
2
 Empfehlung vom 12. Februar 2010: BAG / Interessenerklärungen von Kommissionsmitgliedern (EKIF)  

3
 Art. 73 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) 

4
 Art. 65 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) 

5
 Art. 177 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) 

http://www.edoeb.admin.ch/dokumentation/00652/00938/01007/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdIR2gmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--�
http://www.edoeb.admin.ch/dokumentation/00652/01062/01601/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdYF7hGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--�

 

 
 
 

2/9 

 
 

3. Das BSV antwortete dem Antragsteller am 28. Mai 2010: „Zurzeit sind die ausserparlamenta-
rischen Kommissionen vom Geltungsbereich des Bundesgesetzes über das Öffentlichkeits-
prinzip ausgenommen. Die Unterstellung von Verwaltungskommissionen unter das BGÖ ist 
jedoch umstritten, was in näherer Zukunft laut Bundesamt für Justiz dazu führen wird, dass 
auch sie dem genannten Gesetz unterstehen [sic!] werden könnten.  
Da unsere Protokolle Personendaten enthalten, können wir sie aus Gründen des Datenschut-
zes in ihrer aktuellen Form nicht veröffentlichen. Die Kommission hat keine ‚Geheimnisse’ und 
gibt deshalb gerne Auskunft über ihre Aktivitäten und ist offen für Diskussionen und Inter-
views.“ 

 
4. Der Antragsteller reichte am 8. Juni 2010 beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlich-

keitsbeauftragten (Beauftragter) einen Schlichtungsantrag ein. Zum Einwand, dass aus Da-
tenschutzgründen Personendaten nicht herausgegeben werden dürfen, argumentierte der An-
tragssteller u.a., dass vom Bundesrat gewählte Kommissionsmitglieder nicht vom BGÖ aus-
genommen seien. 

 
5. Das BSV vertrat in seiner Stellungnahme an den Beauftragten vom 21. Juni 2010 den Stand-

punkt, dass Kommissionen, die eine beratende Funktion haben, nicht in den Geltungsbereich 
des Öffentlichkeitsgesetzes fallen würden und zitierte dazu die Botschaft zum Öffentlichkeits-
gesetz (BBl 2003 1986). 
Hinsichtlich des vom Gesuchsteller begehrten Kommissions-Jahresberichts 2009 teilte das 
BSV mit, „ […] sachez qu’un tel document n’existe pas. L’activité de la Commission fédérale 
AHV/AI est par contre décrite dans le rapport annuel LPGA6 (v. annexe 2).“ Das BSV sandte 
hingegen die Publikation „Jahresbericht Sozialversicherungen 2008“7

La LTrans ne s’appliquant pas à la Commission fédérale AVS/AI, nous estimons pas opportun 
de transmettre la documentation demandée.“ 

 sowie das interne Reg-
lement der Kommission zu. Die Sitzungsprotokolle der Kommission hat das BSV nicht über-
mittelt und begründete dies wie folgt: “Le message souligne que dans le cadre de son activité 
de médiation, le préposé a le droit de prendre connaissance en tout temps des documents of-
ficiels tombant dans le champ d’application du projet (LTrans) sans tenir compte d’une éven-
tuelle obligation de garder le secret (FF 2003 1872). 

 
6. Der Beauftragte bezog gegenüber dem BSV mit Schreiben vom 8. Juli 2010 Stellung. Zur 

Verweigerung des BSV, dem Beauftragten Einsicht in die Sitzungsprotokolle zu gewähren, 
hielt er fest, dass ihm der Zugang zu den konkreten Dokumenten auch dann nicht verweigert 
werden darf, wenn strittig ist, ob diese in den Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes fal-
len8. Nur wenn er die konkreten Dokumente einsehen kann, ist er in der Lage, seine Schlich-
tungsfunktion wahrzunehmen9

 
.  

7. Mit Schreiben vom 12. August 2010 sandte das BSV dem Beauftragten folgende Dokumente 
zu: 
- Sitzungsprotokoll der 139. Sitzung vom 19. Februar 2009, 
- Sitzungsprotokoll der 140. Sitzung vom 30. April 2009,  
- Sitzungsprotokoll der 141. Sitzung vom 25. Juni 2009,  
- Sitzungsprotokoll der 142. Sitzung vom 10. Dezember 2009,  

                                                      
6
 Rapport annuel selon l’article 76 de la loi fédérale sur la partie générale du droit des assurances sociales (LPGA, AS 830.1) 

7
 Jahresbericht nach Art. 76 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) 

8
 Handbuch BGÖ, Art. 20 RZ 10 

9
 Handbuch BGÖ, Art. 20 RZ 1 

 

 
 
 

3/9 

 
 

- Sitzungsprotokoll der 143. Sitzung vom 11. Januar 2010,  
- Sitzungsprotokoll der 144. Sitzung vom 15. April 2010, 
- Publikation Jahresbericht gemäss Artikel 76 ATSG Sozialversicherungen 2009, 
- Zugangsgesuch des Antragsstellers, 
- Stellungnahme des BSV an den Antragsteller. 

 
In seiner Stellungnahme begründete das BSV die Zugangsverweigerung zu den Sitzungspro-
tokollen der Kommission jetzt nur noch mit dem Argument, dass seiner Ansicht nach „die 
AHV-/IV-Kommission als Verwaltungskommission nicht in den Geltungsbereich des BGÖ 
[fällt]. Bisher hat noch kein Gericht zu dieser Frage Stellung genommen.“  

 
8. Das Bundesverwaltungsgericht hat nun im Juni 2011 u.a. entschieden, dass Verwaltungs-

kommissionen aufgrund der Teilrevisionen des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsge-
setzes (RVOG, SR 172.10) und der RVOV bereits seit dem 1. Januar 2009 unter das Öffent-
lichkeitsgesetz fallen10

 

. Aus diesem Grund lud der Beauftragte das BSV am 4. Oktober 2011 
ein, sich erneut zur Frage der Unterstellung der Verwaltungskommissionen unter das Öffent-
lichkeitsgesetz zu äussern.  

9. Im Antwortschreiben vom 14. November 2011 teilte das BSV dem Beauftragten mit, dass es 
nach wie an seinem Standpunkt festhalte. Aus Gründen der Transparenz wird dieses Schrei-
ben integral offen gelegt: 

„Par la présente nous complétons notre prise de position du 21 juin 2010 suite à l’arrêt du Tribunal ad-
ministratif fédéral (TAF) du 17 juin 2011. 

1.  

Dans l’arrêt cité le TAF a jugé que les commissions extraparlementaires sont soumises à la loi fédérale 
sur la transparence (LTrans) à partir du 1er janvier 2009, date de l’entrée en vigueur de la modification 
de la loi sur l’organisation du gouvernement et de l’administration (LOGA). 

Les juges basent leur interprétation sur le Message concernant la réorganisation des commissions ex-
traparlementaires du 12.09.2007 (ci après : Message LOGA) selon lequel ’A titre d’unités décentralisées 
de l’administration, les commissions extraparlementaires sont administrativement rattachées à un dépar-
tement ou à la Chancellerie fédérale mais elles exécutent leurs tâches sans être liées par des instruc-
tions’. Le TAF procède à une interprétation systématique de l’ordonnance sur l’organisation du gouver-
nement et de l’administration (OLOGA) : D'après l'art. 8a OLOGA, les commissions consultatives, qui 
donnent leurs avis et préparent des projets, sont des commissions extraparlementaires. Or, intitulée 
‘Commissions extraparlementaires’, la section 1a précitée fait partie du chapitre 2, ‘L'administration’. Par 
interprétation systématique, il y avait donc déjà lieu, depuis le 1er janvier 2009, de considérer les com-
missions consultatives comme parties de l'administration, soumises au champ d'application de la 
LTrans. Or, dans la LOGA, contrairement à l’ordonnance, les commissions extra-parlementaires ne sont 
pas sous le chapitre ‘Administration’, mais sous le titre ‘Compétences, planification et coordination’. 

2. 

Le but de la modification légale était d’alléger et simplifier le système des commissions extraparlemen-
taires ainsi que rendre public le montant des indemnités et les liens d’intérêts de ses membres (FF 2007 
6277). 

Ni le Message LOGA ni les discussions parlementaires se sont penchés sur la question de la soumis-
sion de commissions extraparlementaires à la LTrans. Une transparence était souhaitée uniquement en 

                                                      
10

 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2011 (A-3192/2010), Ziff. 4.3 

 

 
 
 

4/9 

 
 

relation avec le montant des indemnités et les liens d’intérêts de ses membres. Le Message du 12 fé-
vrier 2003 relatif à la loi fédérale sur la transparence de l’administration, qui exclut expressément les 
commissions telles que la Commission fédérale AVS/AI du champ d’application de la LTrans, n’a donc 
pas été contredit. 

De plus, contrairement à l’ordonnance, les commissions extraparlementaires ne sont pas dans la loi 
sous le chapitre ‘Administration’, mais sous le titre ‘Compétences, planification et coordination’ et plus 
précisément sous le chapitre ‘Consultants externes et commissions extraparlementaires’. La systéma-
tique de la loi ne confirme donc pas l’interprétation opérée par le TAF. 

3. 

En conclusion, nous confirmons le refus d’accès aux procès-verbaux de la Commission AVS/AI. » 

10. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind einzig die Sitzungsprotokolle der 139. bis 144. 
Sitzung der Kommission vom 1. Januar 2009 bis zum 8. Mai 2010 (siehe oben Ziffer I. 7.). 
Aufgrund der Ausführungen des BSV muss der Beauftragte davon ausgehen, dass die Aktivi-
täten der Kommission nur in der Publikation „Jahresbericht Sozialversicherungen 2009“ ent-
halten sind und kein amtliches Dokument „Jahresbericht 2009 der Kommission“ existiert. 

11. Im Verlauf des Schlichtungsverfahrens hat das BSV – ausser der Frage der Unterstellung der 
Verwaltungskommissionen unter das Öffentlichkeitsgesetz – noch weitere Argumente vorge-
bracht, um die Zugangsverweigerung zu den begehrten Dokumenten zu begründen.  
Auf diese Darlegungen des BSV wird, soweit sie rechtserheblich sind, in den Erwägungen 
eingegangen. 

 
 
II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 
 
A.  Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 
 

1. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten einrei-
chen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt oder 
verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine Stel-
lungnahme abgibt.  

 
Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur auf Grund eines schriftlichen 
Schlichtungsantrags tätig11

 

. Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Per-
son, die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen 
hat. Für den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss her-
vorgehen, dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag 
muss innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht 
werden. 

2. Der Antragsteller hat ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ beim Bundesamt für Sozialversi-
cherung eingereicht und eine ablehnende Antwort erhalten. Als Teilnehmer an einem voran-
gegangenen Gesuchsverfahren ist er zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. 
Der Schlichtungsantrag wurde formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 20 
Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht.  

 

                                                      
11

 BBl 2003 2023 

 

 
 
 

5/9 

 
 

3. Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens 
im Detail obliegt alleine dem Beauftragten12

 
. 

Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche Lö-
sung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der An-
gelegenheit eine Empfehlung abzugeben. 

 
B. Sachlicher Geltungsbereich 
 

1. Das BSV hat in seiner Stellungnahme vom 21. Juni 2010 dem Beauftragten erklärt: „Pour 
commencer, nous aimerions vous rappeler que la Commission fédérale AVS/AI est une 
commission d’administration. […]. La Commission fédérale AVS/IVS ne dispose pas d’un 
pouvoir décisionnel, sa tâche principale est la préparation des décisions du Conseil fédéral.“ 
Zudem würden gemäss der Botschaft über das Öffentlichkeitsprinzip Verwaltungskommissio-
nen nicht in den Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes fallen.  

 
1.1 In der Botschaft über die Neuordnung der ausserparlamentarischen Kommissionen (BBl 2007 

6641) wird festgehalten, dass diese Kommissionen in den Grundzügen im Regierungs- und 
Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG) neu geregelt werden. Zu Art. 57a RVOG wird erläu-
tert: „Da ausserparlamentarische Kommissionen für den Bundesrat oder die Bundesverwal-
tung tätig sind, werden sie zum Bestand der Bundesverwaltung gerechnet. [Ihnen können] 
nicht nur beratende, sondern auch entscheidende Kompetenzen übertragen werden“13

 

. Mit 
der Teilrevision von RVOG und RVOV wurden Art. 57a RVOG bzw. Art. 8a RVOV auf den 1. 
Januar 2009 in Kraft gesetzt. Damit sind Verwaltungskommissionen wie auch Behördenkom-
missionen ausserparlamentarische Kommissionen und zählen als solche gemäss Art. 57a 
ROVG i. V. m. Art. 7a RVOV zur dezentralen Bundesverwaltung.  

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Entscheid vom 17. Juni 2011 entschieden, dass 
Verwaltungskommissionen seit dem 1. Januar 2009 dem Öffentlichkeitsgesetz unterstehen: 
Es verwies in seiner Rechtsfindung auf die Teilrevision des RVOG und der RVOV und kam zu 
folgendem Schluss: „Par interprétation systématique, il y avait donc déjà lieu, depuis le 1er 
janvier 2009, de considérer les commissions consultatives comme parties de l’administration, 
soumises au champ d’application de la LTrans. Cela dit, les Conseillers à la transparence des 
Départements et de la Chancellerie fédérale ont été informés de cette appartenance le 26 fé-
vrier 2010 par correspondence de l’OFJ. Jusque’là, la pratique considèrait donc, de façon er-
ronée depuis le 1er janvier 2009, que les documents des commissions extraparlementaires 
consultatives, […] n’étaient pas assujettis à la législation sur la transparence. Ainsi, du 1er jan-
vier au 26 février 2010, les autorités compétentes, […], ont adopté une pratique contraire au 
but et à l’esprit de la loi“14

 
. 

1.3 Das BSV hat die Anwendbarkeit des Öffentlichkeitsgesetzes auf Verwaltungskommissionen 
stets abgelehnt. Obwohl die Rechtsfrage nun durch das Bundesverwaltungsgericht rechtskräf-
tig geklärt wurde, beharrt das BSV weiterhin auf seinem Standpunkt mit dem Argument, die 
Bundesverwaltungsrichter hätten das Gesetz nicht richtig ausgelegt. 

 

                                                      
12

 BBl 2003 2024 
13

 BBl 2007 6651 f. 
14 Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2011 (A-3192/2010), Erw. 4.3 

 

 
 
 

6/9 

 
 

1.4 Aus der Sicht des Beauftragten hat das Bundesverwaltungsgericht die Frage der Unterstel-
lung von Verwaltungskommissionen unter das Öffentlichkeitsgesetz jedoch geklärt. Ergän-
zend kommt hinzu, dass seit dem 1. August 2010 Art. 7a RVOV vorsieht, dass zur dezentra-
len Bundverwaltung auch die ausserparlamentarischen Kommissionen nach Art. 57a RVOG 
gehören15

 
.  

1.5 Entsprechend den Ausführungen der Bundesverwaltungsrichter im erwähnten Urteil, muss der 
Beauftragte vorliegend davon ausgehen, dass das BSV seit dem 1. Januar 2009 eine Praxis 
verfolgt, die dem Ziel und Zweck der Regierungs- und Verwaltungsorganisation widerspricht. 
Darüber hinaus stellt der Beauftragte fest, dass das BSV damit gleichzeitig auch dem Ziel und 
Zweck des Öffentlichkeitsgesetzes entgegenarbeitet hat. 

 
Die AHV/IV-Kommission ist als Verwaltungskommission der Bundesverwaltung im Sinne von 
Art. 2 Abs. 1 Bst. a BGÖ zuzurechen. Das Öffentlichkeitsgesetz ist seit dem 1. Januar 2009 
auf die von ihr erstellten Dokumente anwendbar. 

 
2. Das BSV berief sich in seiner Stellungnahme vom 21. Juni 2010 auf die Geheimhaltungsnorm 

in Art. 7 des internen Reglements der Kommission: „De plus l’art. 7 du réglement interne de la 
Commission fédérale AVS/AI prévoit que les séances ne sont pas publiques, que les délibe-
rations et les actes des séances sont confidentiels et que les résultats des délibérations ne 
peuvent être publiés qu’avec l’approbation du Département fédéral de l’intérieur [...]“. 

 
2.1 Das Öffentlichkeitsgesetz enthält in Art. 4 Bst. a BGÖ einen Vorbehalt für Spezialbestimmun-

gen anderer Bundesgesetze, welche gewisse Informationen als geheim bezeichnen. Sofern 
solche Geheimhaltungsbestimmungen in einem formellen Gesetz enthalten sind, haben diese 
Vorrang gegenüber dem Öffentlichkeitsgesetz. Die vom BSV geltende gemachte Vertraulich-
keitsregel, welche im internen Reglement der Kommission vorhanden ist, entspricht nicht der 
von Art. 4 BGÖ geforderten Gesetzesnorm. 

 
Es liegt keine spezielle Geheimhaltungsnormen gemäss Art. 4 Bst. a BGÖ vor.  

 
3. Nun gilt es zu prüfen, ob der Zugang zu den Sitzungsprotokollen der Kommission zu gewäh-

ren ist. Grundsätzlich statuiert das Öffentlichkeitsgesetz den Zugang zu amtlichen Dokumen-
ten, es sei denn, die Behörde kann die in Art. 7 f. BGÖ abschliessend aufgezählten Ausnah-
megründe geltend machen16. Die Beweislast für das Vorliegen von Ausnahmegründen liegt 
bei der Behörde17

 
. 

3.1 Das BSV argumentierte in seiner Stellungnahme vom 21. Juni 2010, das Öffentlichkeitsprinzip 
sei nicht anwendbar auf amtliche Dokumente, die zur Vorbereitung einer Entscheidung des 
Bundesrates dienen (Mitberichtsverfahren Art. 8 Abs. 1 Bst. a BGÖ).  
Das BSV hat weder dargelegt, dass die Sitzungsprotokolle nach Unterzeichnung des Bundes-
ratsantrags durch den Departementschef erstellt worden sind18

 

, noch ist aus der Sicht des 
Beauftragten erkennbar, inwiefern überhaupt die fraglichen Sitzungsprotokolle Dokumente 
des Mitberichtsverfahrens sein können. 

                                                      
15

 Zu den Zielsetzungen der Teilrevision siehe: http://www.admin.ch/dokumentation/gesetz/ko/index.html?lang=de 
16 Handkommentar BGÖ, Art. 8 RZ 11 
17

 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Oktober 2010 (A-3269-2010), Ziff. 3.1 
18 Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2010 (1C_522/2009) Erw. 2.3.3 

http://www.admin.ch/dokumentation/gesetz/ko/index.html?lang=de�

 

 
 
 

7/9 

 
 

Für die Sitzungsprotokolle ist der Ausnahmegrund von Art. 8 Abs. 1 Bst. a BGÖ nicht an-
wendbar. Das BSV hat sich auf keine weiteren Ausnahmegründe berufen. Demzufolge sind 
die Sitzungsprotokolle der 139. bis und mit 144. Sitzung der AHV/IV-Kommission grundsätz-
lich zugänglich. 

 
4. Die Sitzungsprotokolle enthalten u.a. Personendaten von Mitarbeitenden der Bundesverwal-

tung respektive kantonaler Behörden, von Kommissionsmitgliedern und von Drittpersonen. 
Das BSV argumentierte, dass der Zugang aus Datenschutzgründen nicht gewährt werden 
könne. 

 
4.1 Personendaten sind alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person be-

ziehen (Art. 3 Bst. a des Bundesgesetzes über den Datenschutz, DSG, SR 235.1). Amtliche 
Dokumente, die Personendaten enthalten, sind nach Möglichkeit vor der Einsichtnahme zu 
anonymisieren (Art. 9 Abs. 1 BGÖ). Personendaten, welche sich nicht anonymisieren lassen, 
sind gemäss Art. 9 Abs. 2 BGÖ nach dem Bundesgesetz über den Datenschutz zu beurteilen. 

 
4.2 Der in Art. 9 Abs. 1 BGÖ vorgesehene Schutz von Personendaten gilt nicht im gleichem Um-

fang für Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung. Haben diese Personen in Erfüllung einer 
öffentlichen Aufgabe gehandelt, können sie den Schutz ihrer Privatsphäre nicht in gleichem 
Masse geltend machen wie „private Dritte“. Sie müssen sich die in Ausübung ihrer öffentlichen 
Funktion vertretenen Ansichten und Positionen anrechnen lassen, weshalb in diesem Zu-
sammenhang ihre Personendaten nicht zu anonymisieren sind. Auf die Offenlegung der Per-
sonendaten kann nur verzichtet werden, wenn deren Zugänglichmachung für die betroffenen 
Mitarbeitenden konkrete Nachteile hätte oder mit grosser Wahrscheinlichkeit haben könnte19

 
.  

Vorliegend sind nach Ansicht des Beauftragten im Falle der Zugänglichmachung der Perso-
nendaten für die Mitarbeitenden keine entsprechenden konkreten nachteiligen Folgen erkenn-
bar, weshalb diese nicht zu anonymisieren sind. 

 
4.3 Die Kommissionsmitglieder sind vom Bundesrat gewählte Personen, die für eine dem Öffent-

lichkeitsgesetz unterstellte ausserparlamentarische Kommission tätig sind und erhalten für ih-
re Tätigkeit Taggelder20. Durch ihre Mitarbeit in einer ausserparlamentarischen Kommission 
erfüllen sie für den Bundesrat oder die Bundesverwaltung eine öffentliche Aufgabe. Einerseits 
gewinnt der Bund durch die Kommissionen Fachkenntnisse, die er sonst durch eine Vergrös-
serung des Verwaltungsapparates beschaffen oder durch kostspielige Expertenaufträge ein-
kaufen müsste. Andererseits stellen Kommissionen neben dieser fachlichen Funktion „[…] ein 
wirksames Instrument zur Interessenvertretung von Organisationen aus Politik, Wirtschaft und 
Gesellschaft und zur mehr oder weniger direkten Einflussnahme auf die Tätigkeit der Verwal-
tung dar“21

                                                      
19

 Handkommentar BGÖ, Art. 7 RZ 80; Art. 9 RZ 14; 

. Es entspricht u.a. auch dem Ziel des Öffentlichkeitsgesetzes, dass sich der Bür-
ger und die Bürgerin selbst ein Bild machen kann, wie vom Bund bezahlte Kommissionsmit-
glieder eventuell Einfluss auf die Verwaltungstätigkeit nehmen. Die Mitglieder können daher, 
analog zu den Mitarbeitenden der zentralen Bundesverwaltung, den Schutz ihrer Privatsphäre 
ebenfalls nicht umfassend geltend machen.  

Empfehlung vom 23. Dezember 2008 EDA/ Visa-Inspektionsberichte, Ziffer 
II.B.2.2 

20
 Siehe Anhang 2 der RVOV 

21
 BBl 2008 6644 

http://www.edoeb.admin.ch/dokumentation/00652/01062/01365/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdX98fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--�

 

 
 
 

8/9 

 
 

Vielmehr ist es den Kommissionsmitgliedern zuzumuten, dass sie zu ihren Anträgen, Ausfüh-
rungen und Ansichten stehen, die in den Sitzungsprotokollen wiedergegeben sind22

 
.  

Vorliegend ist nach Ansicht des Beauftragten nicht erkennbar, dass die Zugänglichmachung 
der Protokolle für die Kommissionsmitglieder konkrete nachteilige Folgen hat. Daher sind die 
Personendaten der Kommissionsmitglieder nicht zu anonymisieren.  

 
4.4 Darüber hinaus sind in den Sitzungsprotokollen Drittpersonen wie private Institutionen und 

Organisationen erwähnt, die weder Verwaltungsangestellte noch Kommissionsmitglieder sind.  
 

4.4.1 Nach Art. 19 Abs.1
bis 

DSG können in Ausnahmefällen auch Personendaten bekannt ge-
geben werden, wenn diese im Zusammenhang mit der Erfüllung einer öffentlichen Aufga-
be stehen (Bst. a) und an deren Bekanntgabe ein überwiegendes öffentliches Interesse 
besteht (Bst. b). 

 
4.4.2 Die Kommission erfüllt – wie ausgeführt – eine öffentliche Aufgabe. Nach Ansicht des Be-

auftragten besteht daher ein öffentliches Interesse zu wissen, welche Institutionen und 
Organisationen zu Kommissionssitzungen eingeladen und angehört werden, zumal auch 
sie ihre Ansichten einbringen und sich diese entsprechend anrechnen lassen müssen.  
 
Vorliegend führt die Zugänglichmachung der Protokolle zu keiner Beeinträchtigung der 
Privatsphäre der darin erwähnten Institutionen und Organisationen. Ihre Personendaten 
sind daher nicht zu anonymisieren. Die Personendaten ihrer Vertreter können, sofern sie 
nicht in behördlicher Funktion tätig sind, anonymisiert werden. 

 
4.4.3 Im 139. Sitzungsprotokoll sind die Personendaten einer Firma und deren Angestellten  

enthalten (Traktandum 5). Dieses Unternehmen hat an dieser Sitzung eine mit Bundes-
geldern finanzierte Werbekampagne präsentiert.  
Gemäss Art. 6 Abs. 2 Bst. c VBGÖ kann ein überwiegendes öffentliches Interesse vorlie-
gen, wenn die Betroffenen zu einer Behörde in einer faktischen oder rechtlichen Bezie-
hung stehen, aus welcher ihnen bedeutende Vorteile erwachsen23. Dies ist vorliegend ge-
geben; das betreffende Unternehmen hat vom BSV einen Auftrag erhalten. Es besteht 
somit ein öffentliches Interesse zu wissen, wem und zu welchen Konditionen ein Auftrag 
erteilt wird. Denn Ziel des Öffentlichkeitsgesetzes ist es auch, transparent zu machen, 
welche Aufträge die Behörde erteilt und wie Steuergelder eingesetzt werden24

 

. Demge-
genüber ist die Privatsphäre der Unternehmung vorliegend nur geringfügig beeinträchtigt. 
Deshalb sind die Personendaten der Unternehmung nicht zu anonymisieren. Die Perso-
nendaten der Mitarbeiter der Unternehmung können anonymisiert werden.  

Angesichts der vorliegenden rechtlichen Beziehung zwischen dem betroffenen Unterneh-
men und dem BSV gelangt der Beauftragte zum Schluss, dass ein berechtigtes und über-
wiegendes Interesse am Zugang zu den gesamten Personendaten des Unternehmens im 
Sitzungsprotokoll besteht. Deshalb sind diese Personendaten nicht einzuschwärzen, jene 
Mitarbeiter können hingegen anonymisiert werden. 

 
                                                      
22

 In diesem Sinne auch BGE 133 209, Erw. 4.2 
23

 Empfehlung vom 4. Juli 2011: Bundesamt für Kultur / Bericht Analyse und Auswertung Pilotprojekt, Ziffer II.B. 4.1 
24 Stephan C. Brunner, Öffentlichkeit der Verwaltung und informationelle Selbstbestimmung: Von Kollisionen und Verkehrsre-

geln, in Patrick Sutter (Hrsg.), Sonderdruck aus Selbstbestimmung und Recht. Festgabe für Rainer J. Schweizer zum 60. 
Geburtstag, Zürich 2003, S. 52 f. 

http://www.edoeb.admin.ch/dokumentation/00652/01062/01709/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdYR9hGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--�

 

 
 
 

9/9 

 
 

4.5 Der Beauftragte empfiehlt dem BSV, die in den Sitzungsprotokollen erwähnten natürlichen 
und juristischen Personen (siehe oben Ziff. II. B. 4.4) gemäss Art. 11 BGÖ vor der Gewährung 
des Zugangs anzuhören.  

 
III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte:  
 

1. Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) gewährt den Zugang zu den Sitzungsprotokol-
len der 139. Sitzung vom 19. Februar 2009, der 140. Sitzung vom 30. April 2009, der 141. Sit-
zung vom 25. Juni 2009, der 142. Sitzung vom 10. Dezember 2009, der 143. Sitzung vom 11. 
Januar 2010 sowie der 144. Sitzung vom 15. April 2010. Die Personendaten der natürlichen 
Personen (exklusive der Mitarbeiter von Behörden sowie der Kommissionsmitglieder) können 
eingeschwärzt werden. 

 
2. Das BSV erlässt eine Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsver-

fahren (VwVG, SR 172.021), wenn sie in Abweichung von Ziffer 1 den Zugang nicht gewähren 
will.  

 
Das BSV erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach Empfang dieser Empfehlung (Art. 15 
Abs. 3 BGÖ) und stellt dem Beauftragten eine Kopie zu (Art. 13a VBGÖ). 

 
3. Der Antragsteller und die betroffenen Drittpersonen (siehe oben Ziff. II. B. 4.4) können inner-

halb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung beim BSV den Erlass einer Verfügung 
nach Art. 5 VwVG verlangen, wenn sie mit der Empfehlung nicht einverstanden sind (Art. 15 
Abs. 1 BGÖ). 

 
4. Gegen die Verfügung kann der Antragsteller sowie die betroffenen Drittpersonen beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde führen (Art. 16 BGÖ).  
 

5. In Analogie zu Art. 22a VwVG stehen gesetzliche Fristen, die nach Tagen bestimmt sind, vom 
18. Dezember 2011 bis zum 2. Januar 2012 still. 

 
6. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am Schlichtungs-

verfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers und der betroffenen Drittpersonen  
anonymisiert (Art. 13 Abs. 3 VBGÖ). 

 
7. Die Empfehlung wird eröffnet: 

 
- X 

 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

3003 Bern 
 
 
 
Hanspeter Thür