# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e53293e8-b835-5bc4-a239-768b0bf03ee9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.03.2014 SB130447
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130447_2014-03-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130447-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, und lic. iur. Ruggli, Ersatz-

oberrichterin lic. iur. Bertschi sowie die Gerichtsschreiberin MLaw 

Mondgenast  

 

Urteil vom 14. März 2014  

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend versuchte Nötigung   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 16. Mai 2013 (GG130005) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 21. Januar 2013 

(Urk. 38) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 150.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 1'500.– ;  die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'000.–  Gebühr Strafuntersuchung.  

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.  

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Geschädigten für das gesamte Ver-

fahren eine Parteientschädigung von Fr. 4'796.65 zu bezahlen. 

- 3 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 69 S. 1) 

1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der versuchten Nötigung freizu-

sprechen.  

2. Es seien die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitin-

stanzlichen Gerichtsverfahren auf die Staatskasse zu nehmen und es 

sei dem Beschuldigten für die Kosten der Verteidigung sowohl für das 

erst- wie auch das zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Ent-

schädigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen.  

3. Eventualiter sei im Falle eines Schuldspruchs wegen versuchter Nöti-

gung gestützt auf Art. 52 StGB von einer Bestrafung abzusehen.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See/Oberland:  

(Urk. 62, schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

_____________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

 Gegen das im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Uster, 

Einzelgericht in Strafsachen, vom 16. Mai 2013, mit welchem der Beschuldigte 

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wegen versuchter Nötigung mit einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen 

zu Fr. 150.– bestraft wurde, meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 16. Mai 

2013 Berufung an (Urk. 53). Nach Erhalt des begründeten Urteils ging fristgerecht 

auch die Berufungserklärung ein (Urk. 58). Mittels Präsidialverfügung vom 6. No-

vember 2013 wurde diese der Staatsanwaltschaft sowie dem Privatkläger zuge-

stellt (Urk. 60). Beide verzichteten auf Anschlussberufung und die Staatsanwalt-

schaft zusätzlich auf Stellung eines Antrags (Urk. 62 und 63).  

 Der Beschuldigte focht das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich an und be-

antragte in seiner Berufungserklärung einen Freispruch unter Zusprechung einer 

angemessenen Prozessentschädigung sowie Kostenübernahme durch die 

Staatskasse und Abweisung des Antrags des Privatklägers auf Ausrichtung einer 

Parteientschädigung (Urk. 58).   

 Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Beschuldigte die eingangs 

erwähnten Anträge. Beweisanträge wurden keine gestellt.  

II. Schuldpunkt  

 1. Der eingeklagte Sachverhalt ist in Übereinstimmung mit der Schluss-

folgerung der Vorinstanz als rechtsgenügend erstellt zu betrachten und im Übri-

gen vom Beschuldigten unbestritten geblieben. Die Verteidigung führte aus, es sei 

auch die Vorgeschichte zu beachten, wonach der Beschuldigte nach der ersten 

Kontaktaufnahme mit dem Privatkläger davon ausgegangen sei, er würde zu ei-

nem Erstgespräch eingeladen (Urk. 69 S. 4 f.). Wird jedoch auf den Wortlaut der 

ersten E-Mail des Beschuldigten, welcher als deutscher Arzt eine ausgeprägte 

Formulierungsgabe besitzt, abgestellt, so bestand aus Sicht des Privatklägers 

kein Bedarf für ein Gespräch. Der Beschuldigte fügte der E-Mail vom 19. Januar 

2010 die wichtigsten Schriftenwechsel bei und erkundigte sich, ob eine Klage vor 

dem Bundesverwaltungsgericht Chancen auf Erfolg hätte. Des Weiteren wies er 

auf die 30-tägige Frist zur Einreichung einer Klage hin und vermerkte, dass er 

über eine kurzfristige Antwort dankbar wäre (Urk. 6b S. 1). Für den Privatkläger 

war nicht erkennbar, dass der Beschuldigte zuerst ein Gespräch suchte, weshalb 

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er ohne Rückfrage aktiv werden konnte. Er rechnete mit einem Aufwand im Baga-

tellbereich von rund zwei Stunden bei einem Honorar von weniger als Fr. 1'000.– 

und konnte deshalb davon ausgehen, ein gutverdienender Arzt wäre dies zu zah-

len bereit.  

 2. Der Beschuldigte stellte dem Privatkläger in seinem Schreiben vom 

11. März 2010 in Aussicht, im Falle der Nichtakzeptanz der Reduktion des Hono-

rars auf Fr. 100.–, den VSAO (Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärz-

tinnen und -ärzte) über die Verfahrens- und Honorarforderungspraxis des Privat-
klägers zu informieren, um so sicherzustellen, dass dieser künftig von dort nicht 

mehr anderen Mitgliedern empfohlen werde. Ferner werde er im Falle einer Fort-

setzung der Honorarforderung den Anwaltsverband einschalten, um auch dort 

über die höchst fragwürdige Verfahrenspraxis des Privatklägers zu informieren 

und diese unterbinden zu lassen (Urk. 2/3 S. 2).  

 In rechtlicher Hinsicht macht die Verteidigung geltend, der Privatkläger ge-

niesse beim VSAO einen sehr guten Ruf, woran die negative Rückmeldung des 

Beschuldigten wohl kaum etwas geändert hätte (zumindest wäre zu erwarten ge-

wesen, dass dem Privatkläger das "rechtliche Gehör" gewährt worden wäre und 

er so seine Sicht der Dinge hätte einbringen können). Damit scheitere es unter 

aquisitorischen und monetären Gesichtspunkten bereits an der Ernstlichkeit des 

angedrohten Nachteils und der unzulässigen Freiheitsbeschränkung beim Dro-

hungsadressaten. Des weiteren bestehe ein sachlicher Konnex zwischen den in 

Aussicht gestellten Massnahmen und dem Prozedere betreffend Mandatsüberprü-

fung resp. der strittigen Honorarforderung. Im Ergebnis fehle es somit sowohl am 

tatbestandsmässigen Handeln sowie auch an der Rechtswidrigkeit (Urk. 49 S. 9 

f.).  

 3. Die Vorinstanz äusserte sich umfassend zu den rechtlichen Vorausset-

zungen des Tatbestands der Nötigung, worauf verwiesen werden kann (Urk. 57 

S. 4 ff.). Wie sie zutreffend festgehalten hat, liess sich der Privatkläger gemäss 

dem unbestrittenen Sachverhalt von den Androhungen des Beschuldigten nicht 

- 6 - 

beeindrucken und reduzierte seine Honorarforderung nicht, weshalb vorliegend 

einzig eine versuchte Nötigung in Betracht kommt.  

 Vorliegend hing es objektiv nicht vom Willen des Beschuldigen ab, ob dem 

Privatkläger wieder Mandate durch den VSAO vermittelt werden. Allerdings hat 

der Beschuldigte beim Privatkläger den durchaus ernstzunehmenden Eindruck 

erweckt, er könne darauf Einfluss nehmen, indem er in seinem Schreiben erwähn-

te, durch die Information des VSAO sicherzustellen, dass der Privatkläger ande-

ren Mitgliedern nicht mehr empfohlen werde. Er wies zudem darauf hin, ein lang-

jähriges Mitglied des VSAO zu sein, dessen Zweck die Wahrung der beruflichen, 

standespolitischen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder auf nationaler 

Ebene ist (Urk. 50/2). Der Beschuldigte stellte den Eintritt des Übels als von sei-

nem Willen abhängig hin und drohte einen Nachteil im Sinne von Art. 181 StGB 

an. Es liegt somit keine blosse Warnung mehr vor, sondern die Drohung erweist 

sich als ernstlich und war geeignet, eine besonnene Person in der Lage des Pri-

vatklägers zu einem bestimmten Verhalten zu motivieren. Der Privatkläger wird 

jeweils vom VSAO für die Übernahme von Rechtsstreitigkeiten dessen Mitgliedern 

empfohlen; er ist hingegen nicht als Verbandsanwalt des VSAO tätig. Er hat ein 

wirtschaftliches Interesse daran, seinen guten Ruf gegenüber dem VSAO zu wah-

ren, um auch in Zukunft als Rechtsanwalt vermittelt zu werden. Auch wenn, wie 

die Verteidigung ausführte, im Durchschnitt pro Jahr ein bis zwei Empfehlungen 

durch den VSAO für den Privatkläger abgegeben wurden (Urk. 69 S. 13), so kön-

nen die sich daraus ergebenden Mandate durchaus sehr lukrativ sein. Es er-

scheint zudem fraglich, ob der Privatkläger sich gegen sämtliche Vorwürfe des 

Beschuldigten erfolgreich hätte zur Wehr setzen und seinen Ruf vollständig wie-

derherstellen können, hätte er beim VSAO seine Sicht der Dinge einbringen kön-

nen. Die Androhung eines solchen Nachteils ist nach seinem objektiven Ausmass 

geeignet, den Privatkläger in seiner Handlungsfähigkeit wesentlich zu beeinflus-

sen. Dass er sich nicht hat beeinflussen lassen, ändert daran nichts. In objektiver 

Hinsicht ist der Tatbestand der versuchten Nötigung erfüllt.  

 Anders ist die Aussage des Beschuldigten zu werten, er werde den Anwalts-

verband informieren, um die höchst fragwürdige Verfahrenspraxis des Privatklä-

- 7 - 

gers unterbinden zu lassen. Der Beschuldigte gibt hier gar nicht erst vor, auf die 

Entscheidfindung des Anwaltsverbands Einfluss zu haben. Beim Anwaltsverband 

handelt es sich zudem um den Berufsverband des Privatklägers, weshalb ihm 

dessen Verfahrensabläufe und Sanktionsmöglichkeiten bekannt sind. Dem Privat-

kläger musste somit klar sein, dass die Information gegenüber dem Anwaltsver-

band oder dessen Honorarprüfungskommission keine ernstlichen Konsequenzen 

für ihn haben konnte. Somit fehlt es an der Ernstlichkeit der angedrohten Nachtei-

le und es liegt bezüglich dieser Textpassage keine versuchte Nötigung vor.  

 In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz gefordert, der sich auf die Beeinflussung 

und das abgenötigte Verhalten beziehen muss, wobei Eventualvorsatz genügt. 

Bereits vor besagtem Schreiben vom 11. März 2010 korrespondierten die Partei-

en, ohne sich jedoch über die Höhe des geschuldeten Honorars einig zu werden. 

Erst nach erfolgloser Einigung drohte der Beschuldigte mit dem erwähnten Vor-

gehen, sollte sich der Privatkläger nicht mit einem Entgelt in der Höhe von 

Fr. 100.– begnügen. Der Beschuldigte wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, in wel-

chem Umfang der Privatkläger vom VSAO empfohlen wurde. Auch wenn sein Mo-

tiv und Handlungsziel war, andere Mitglieder zu schützen, so nahm er durch diese 

Androhung zumindest in Kauf, den Privatkläger in seinen wirtschaftlichen Interes-

sen zu tangieren und ihn somit in seiner freien Willensbildung und -betätigung zu 

beschränken. Der subjektive Tatbestand ist damit erfüllt.  

 Beim Tatbestand der Nötigung ist zusätzlich die Voraussetzung der Wider-

rechtlichkeit zu prüfen. Eine solche liegt vor, wenn das Mittel oder der Zweck un-

erlaubt ist oder wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen Verhält-

nis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel 

und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist. Letzteres 

trifft insbesondere zu, wenn zwischen dem Gegenstand der Drohung und der be-

absichtigten Forderung kein sachlicher Zusammenhang besteht (BGE 106 IV 125 

E. 3).  

 Zwischen dem Vergleichsangebot des Beschuldigten, dem Privatkläger 

Fr. 100.– unter Abgeltung sämtlicher Ansprüche zu bezahlen, und der Drohung, 

bei Nichtannahme dieses Angebots den VSAO über die Verfahrens- und Honorar-

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forderungspraxis zu informieren, um so sicherzustellen, dass der Privatkläger 

künftig nicht mehr anderen Mitgliedern empfohlen werde, besteht entgegen der 

Ansicht der Verteidigung kein unmittelbarer sachlicher Zusammenhang. Mit dieser 

Drohung wollte der Beschuldigte eine erhebliche Reduktion der Forderung des 

Privatklägers durchsetzen, wobei der Stundenansatz von Fr. 50.–, den der Be-

schuldigte offerierte, für anwaltliche Tätigkeit offensichtlich unangemessen gewe-

sen wäre. Bereits mit der Verknüpfung der Durchsetzung des teilweisen Forde-

rungsverzichts mit der angedrohten Intervention beim VSAO wird die Nötigung 

rechtswidrig. Gleiches folgt aus dem offensichtlichen Missverhältnis des Mittels 

zum erstrebten Zweck: Beim streitigen Honorar geht es um einen Betrag in der 

Höhe von Fr. 629.45 (Urk. 2/2), der Beschuldigte wollte mit seiner Information an 

den VSAO jedoch sicherstellen, dass dem Privatkläger künftig überhaupt keine 

Mandate mehr vermittelt werden sollen. Die Nachteile, welche dem Privatkläger 

dadurch entstanden wären, wären in keinem Verhältnis mehr gewesen zum finan-

ziellen Vorteil, den der Beschuldigte mit seiner Drohung erwirken wollte.  

 4. Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich, weshalb der Beschul-

digte der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen ist.  

III. Strafbefreiung  

 Gemäss Art. 52 StGB sieht die zuständige Behörde von einer Strafverfol-

gung, einer Überweisung an das Gericht oder von einer Bestrafung ab, wenn 

Schuld und Tatfolgen geringfügig sind. Eine Strafbefreiung kommt nur bei Delik-

ten in Frage, bei denen keinerlei Strafbedürfnis besteht. Auch bei einem Bagatell-

delikt kann daher wegen Geringfügigkeit von Schuld und Tatfolgen eine Strafbe-

freiung nur angeordnet werden, wenn es sich von anderen Fällen mit geringem 

Verschulden und geringen Tatfolgen qualitativ unterscheidet. Das Verhalten des 

Täters muss im Quervergleich zu typischen unter dieselbe Gesetzesbestimmung 

fallenden Taten insgesamt - vom Verschulden wie von den Tatfolgen her - als un-

erheblich erscheinen, so dass die Strafbedürftigkeit offensichtlich fehlt. Die Be-

hörde hat sich mithin am Regelfall der Straftat zu orientieren. Sind die Vorausset-

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zungen erfüllt, so ist die Strafbefreiung zwingend. Stellt erst das Gericht die Vor-

aussetzungen für das fehlende Strafbedürfnis fest, so erfolgt keine Verfahrens-

einstellung, sondern ein Schuldspruch bei gleichzeitigem Strafverzicht (BGE 135 

IV 130 E. 5.3.2 und 5.3.3). Die Würdigung des Verschuldens des Täters richtet 

sich nach den in Art. 47 StGB aufgeführten Strafzumessungskriterien. Die Vor-

instanz hat die Voraussetzungen detailliert aufgeführt, worauf verwiesen werden 

kann (Urk. 57 S. 17 f.).  

 Der Beschuldigte war zunächst über die nicht bestandene Prüfung frustriert 

und unterlag im internen Verfahren, weshalb er mit seiner Anfrage an einen An-

walt gelangte. Dieser teilte ihm nicht nur mit, das Unterfangen sei aussichtslos 

und er werde einen allfälligen Prozess nicht führen, sondern stellte eine nicht un-

erhebliche Rechnung. Mit dieser Antwort war der Beschuldigte nachvollziehbar 

höchst unzufrieden; er fühlte sich vom Privatkläger übergangen und verfasste da-

raufhin das inkriminierte Schreiben (Prot. II S. 8). Der Beschuldigte wollte sich ei-

nen Vermögensvorteil in der Höhe von rund Fr. 500.– verschaffen und gab zur Er-

reichung seines Ziels vor, Einfluss darauf zu haben, dass dem Privatkläger von 

Seiten des VSAO keine weiteren Mandate mehr zukommen würden. Irrigerweise 

will er davon ausgegangen sein, die Erstberatung sei unentgeltlich, wie dies auf 

der Homepage des VSAO hinsichtlich der Beratung durch die Juristen der VSAO-

Sektionen vermerkt ist (Urk. 50/1). Seine E-Mail an den Privatkläger stellte jedoch 

einen Auftrag zur anwaltlichen Vorabklärung der Erfolgschancen für eine allfällige 

Klage vor Bundesverwaltungsgericht dar, ein Auftrag, der üblicherweise entgelt-

lich ist.  

 In persönlicher Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte weder 

in der Schweiz noch in Deutschland vorbestraft ist. Nach Beendigung eines hu-

manitären Einsatzes in … (Urk. 36 S. 5) arbeitet er heute als …-Arzt im Kan-

tonsspital …. Vor der Staatsanwaltschaft erklärte sich der Beschuldigte zudem 

bereit, zu einer gütlichen Einigung Hand zu bieten, was jedoch an der Weigerung 

des Privatklägers scheiterte (Urk. 7). Das Tatverschulden des Beschuldigten ist 

insgesamt als sehr leicht zu bezeichnen.  

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 Entgegen der Ansicht der Vorinstanz (Urk. 57 S. 19) war die Entbindung 

vom Berufsgeheimnis durch die Aufsichtskommission über die Anwältinnen und 

Anwälte zwecks Eintreibung der Honorarforderung im Zivilverfahren nicht Folge 

des Nötigungsversuchs. Der Privatkläger hätte diese Massnahme auch ergreifen 

müssen, hätte sich der Beschuldigte in sonstiger Weise geweigert, die Honorar-

rechnung zu bezahlen. Es ist somit, wenn überhaupt, von geringfügigen direkten 

Tatfolgen auszugehen. 

 Aus diesen Gründen rechtfertigt es sich, vorliegend von einer Strafe Um-

gang zu nehmen. Damit erfolgt auch kein Eintrag der Verurteilung ins Strafregister 

(Art. 9 lit. b der Verordnung über das Strafregister).  

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

 Erfolgt ein gerichtlicher Schuldspruch ohne Aussprechung einer Sanktion, 

hat grundsätzlich der Betroffene die Verfahrenskosten zu tragen (BSK Strafrecht 

I-Riklin, Vor Art. 52-55 N 36). Die erstinstanzlichen Kosten und die Parteientschä-

digung an den Privatkläger wären dem Beschuldigten deshalb auch auferlegt 

worden, hätte schon die Vorinstanz auf Strafbefreiung nach Art. 52 StGB erkannt. 

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv ist deshalb zu bestäti-

gen (Dispositivziffern 4, 5 und 6).  

 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Mit Bestätigung des 

Schuldspruchs unterliegt der Beschuldigte, der einen Freispruch beantragt hatte, 

im Hauptpunkt. Dass von einer Strafe abgesehen wird, was bereits vor Vorinstanz 

hätte erwartet werden können, ist im Rechtsmittelverfahren mitzuberücksichtigen. 

Dem Beschuldigten sind deshalb die Kosten des Berufungsverfahrens zu zwei 

Dritteln aufzuerlegen und es ist ihm eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 1'500.– aus der Gerichtskasse zu entrichten.  

 

- 11 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne 

von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Von einer Bestrafung des Beschuldigten wird Umgang genommen.  

3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 4, 5 und 6) 

wird bestätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu zwei 

Dritteln auferlegt und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen.  

6. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 1'500.– aus der Gerichtskasse bezahlt. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  
− die Vertretung des Privatklägers RA Dr. Y._____  

 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich seiner eige-
nen Anträge [Art. 84 Abs. 4 StPO] - wird dem Privatkläger nur zuge-
stellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs ver-
langt.)  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten  
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 59 zur Entfer-

nung der Daten  

- 12 - 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 
8090 Zürich.  

8. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 14. März 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Mondgenast  
 

 

	Urteil vom 14. März 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 150.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Geschädigten für das gesamte Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 4'796.65 zu bezahlen.
	Berufungsanträge:
	2. Es seien die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitinstanzlichen Gerichtsverfahren auf die Staatskasse zu nehmen und es sei dem Beschuldigten für die Kosten der Verteidigung sowohl für das erst- wie auch das zweitinstanzliche Verfahren e...
	3. Eventualiter sei im Falle eines Schuldspruchs wegen versuchter Nötigung gestützt auf Art. 52 StGB von einer Bestrafung abzusehen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	II.  Schuldpunkt
	III.  Strafbefreiung
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Von einer Bestrafung des Beschuldigten wird Umgang genommen.
	3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 4, 5 und 6) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu zwei Dritteln auferlegt und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 1'500.– aus der Gerichtskasse bezahlt.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Vertretung des Privatklägers RA Dr. Y._____   (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich seiner eigenen Anträge [Art. 84 Abs. 4 StPO] - wird dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Disposi...
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 59 zur Entfernung der Daten
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 8090 Zürich.

	8. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.