# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfd998e0-b2ff-5807-8818-3fae2e7498e4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 19.05.2017 110 2016 179
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-179_2017-05-19.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/179 Bern, 19. Mai 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

und

Herrn B.________
Beschwerdegegner 1

Frau C.________
Beschwerdegegnerin 2

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, Industriestrasse 2, 
Postfach 145, 3602 Thun

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun vom 10. November 
2016 (942/2016-0432; Abbruch Remise, Neubau Mehrfamilienhaus)

I. Sachverhalt

1. Mit Baugesuch vom 7. Juli 2016 und Projektänderung vom 19. September 2016 

reichten die Beschwerdegegner bei der Gemeinde Thun ein Baugesuch ein für den 

Abbruch der bestehenden Remise und den Neubau eines Mehrfamilienhauses auf Parzelle 

RA Nr. 110/2016/179 2

Thun Grundbuchblatt Nr. E.________. Das Bauvorhaben umfasst zudem Anpassungen der 

Umgebung, das Erstellen von zwei ungedeckten Parkplätzen und einem Carport mit zwei 

Parkplätzen sowie eine Konzession für den Wärmeentzug mittels 

Grundwasserwärmepumpe. Die Parzelle liegt in der Zone W2 und im Ortsbildgebiet O IV « 

F.________ ». Gegen das Bauvorhaben erhob der Beschwerdeführer Einsprache. 

Mit Gesamtentscheid vom 10. November 2016 erteilte die Gemeinde Thun die 

Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 7. Dezember 2016 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die 

Aufhebung des Gesamtentscheids vom 10. November 2016 und die Erteilung des 

Bauabschlags. Er rügt unter anderem die Rolle des Fachausschusses (Fachausschuss 

Bau- und Aussenraumgestaltung, FBA) der Gemeinde. Zudem rügt er den Belag der 

Hauszufahrt via G.________strasse 9 und den durch die Besucherparkplätze an der 

H.________strasse verursachten Eingriff in die Einfriedung und verlangt eine 

"Unterflurparkierung". Schliesslich macht er geltend, dass das Bauvorhaben nicht der 

vorherrschenden Bauweise im « F.________ » entspreche.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Beschwerdegegner beantragen in 

ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2017, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit 

darauf eingetreten werden könne, und die Bestätigung der Baubewilligung. Mit 

Stellungnahme vom 13. Januar 2017 beantragt die Stadt Thun ebenfalls die Abweisung der 

Beschwerde unter Verweis auf den Gesamtentscheid, an dem vollumfänglich festgehalten 

werde.

4. Die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) wurde 

mit Verfügung vom 17. Februar 2017 um Erstellung eines Fachberichts gebeten. Aus 

Gründen der Ausstandspflicht nahm anstelle der Gruppe Oberland die Gruppe Bern-

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2016/179 3

Mittelland mit Fachbericht vom 4. April 2016 zum Vorhaben Stellung. Die Parteien erhielten 

Gelegenheit, sich zum Fachbericht der OLK zu äussern und Schlussbemerkungen 

einzureichen. Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung von 

Schlussbemerkungen.

5. Auf die Rechtsschriften, die eingeholten Vorakten und den Fachbericht der OLK wird, 

soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintreten

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, 

die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, 

dessen Einsprache abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid 

beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Empfehlungen des FBA

a) Der Beschwerdeführer rügt die Stellung des Fachausschusses Bau- und 

Aussenraumgestaltung (FBA) der Gemeinde im Baubewilligungsverfahren. Mit seinen 

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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Empfehlungen entscheide dieser in breitem Ausmass über die Gestaltung eines 

Bauvorhabens und folge nicht der "objektiven Gesamtschau". Zudem halte er sich nicht an 

die eigenen Empfehlungen, die er bezüglich anderen Bauvorhaben im Gebiet « 

F.________ » abgegeben habe.

b) Die Gemeinde verweist in ihrer Stellungnahme auf die dem FBA auferlegten 

Aufgaben, wozu gemäss den kommunalen Grundlagen auch die Beratung der Bauwilligen 

und der Baubewilligungsbehörde und die Möglichkeit der Abgabe von Empfehlungen 

zählen.4 Die Beschwerdegegner weisen in ihrer Beschwerdeantwort zum einen darauf hin, 

dass es sich beim FBA um eine leistungsfähige Fachbehörde handle; zum andern machen 

sie geltend, dass die Vorwürfe an den Fachausschuss nicht näher begründet seien.5

c) Beim FBA handelt es sich gemäss Baureglement der Gemeinde (GBR6) um eine vom 

Gemeinderat ernannte Fachkommission. Sie besteht aus mindestens fünf unabhängigen, 

in Gestaltungsfragen ausgewiesenen Fachleuten, wobei neben der Architektur auch die 

Fachrichtungen Landschaftsarchitektur und -planung sowie Raumplanung und Städtebau 

angemessen vertreten sind. Den Vorsitz führt der zuständige Gemeinderat oder die 

zuständige Gemeinderätin (vgl. Art. 10 Abs. 1 und 2 GBR). Gemäss Art. 3 der 

Ausführungsverordnung7 gehören zu den Aufgaben des FBA die Beratung der Bauwilligen 

und der Baubewilligungsbehörde in Baugestaltungsfragen. Seine Empfehlungen betreffen 

insbesondere die Bau- und Aussenraumgestaltung (Art. 3 Abs. 1 Bst. a). Der FBA beurteilt 

Bauvoranfragen und Baugesuche, die "für das Strassen-, Orts- und Landschaftsbild von 

Bedeutung sind oder spezielle baugestalterische Fragen aufwerfen". Dies betrifft 

beispielsweise wie vorliegend An- und Umbauten in Erhaltungs- und Entwicklungsgebieten 

(Art. 3 Abs. 1 Bst. b, letztes Lemma). Es handelt sich bei diesem Fachausschuss gemäss 

ständiger Rechtsprechung um eine leistungsfähige örtliche Fachstelle i.S.v. Art. 22 Abs. 2 

BewD.8

d) Der FBA hat sich im Rahmen der Bauvoranfrage und insbesondere im 

Baubewilligungsverfahren vertieft mit dem Vorhaben auseinander gesetzt und 

4 Stellungnahme vom 13. Januar 2017, Akten BVE, pag. 28
5 Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2017, Akten BVE, pag. 23 ff.
6 Baureglement der Einwohnergemeinde Thun vom 2. Juni 2002 (GBR, SSG 72.01) 
7 Verordnung vom 10. Februar 2006 über den Fachausschuss Bau- und Aussenraumgestaltung (SSG 72.16)
8 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

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Empfehlungen zum architektonischen Ausdruck beispielsweise zu den Fenstern und zur 

Fassadengestaltung des Projekts wie auch zur Umgebungsgestaltung abgegeben.9 Dabei 

hat er auch Bezug auf den unmittelbaren Kontext im « F.________ » genommen. Seine 

Rolle ist im Lichte der gemäss kommunalem Recht auferlegten Aufgaben und als 

Fachbehörde nicht zu beanstanden. Soweit die Empfehlungen des FBA zu anderen 

Bauvorhaben im F.________ gerügt werden, beziehen sich diese nicht auf das 

Anfechtungsobjekt und können vorliegend nicht Streitgegenstand bilden. Soweit die 

Empfehlungen das konkrete Bauvorhaben betreffen, sind sie Gegenstand der 

nachfolgenden materiellen Prüfung (vgl. E. 5). 

3. Belag der Hauszufahrt

a) Der Beschwerdeführer rügt die "Fahrerschliessung" zum Carport und dass die 

gewählte Belagsform nicht mehr zeitgemäss sei. Das "intensiv bebaute Umfeld" habe sich 

verändert. Der Fahrverkehr führe zu einer Mehrbelastung. Eine Chaussierung in 

vollflächiger Form sei weder gebrauchpraktisch noch nehme sie Rücksicht auf die 

Nachbarschaft. Er regt daher einen Belagswechsel, bzw. einen harten Belag an. 

b) Die Beschwerdegegner zeigen sich erstaunt, dass der Beschwerdeführer trotz "Sorge 

für das Quartier" eine Asphaltierung der Zufahrt verlange. Die zwei vorgesehenen 

Parkplätze erzeugten keine übermässige Beeinträchtigung, zumal sie selbst kein Auto 

besässen oder benützten. Die Gemeinde verweist in ihrer Stellungnahme auf ihren 

Gesamtentscheid und auf die Stellungnahme des Planungsamtes im vorinstanzlichen 

Verfahren: Dieses hatte den Standpunkt vertreten, dass die vorgesehene Erschliessung 

des Carports der heute Bestehenden entspräche.10 Die Situation werde darum nicht 

verschlechtert. Eine Anordnung der Parkplätze entlang der G.________strasse wäre 

städtebaulich schlecht. Eine unterirdische Einstellhalle für zwei Fahrzeuge wäre 

unverhältnismässig und die notwendige Rampe eine zu starke Beeinträchtigung der 

Aussenraumgestaltung im Norden der Parzellen.

9 Vorakten, Ordner 2 "Voranfragen Reg. 9-10": Reg. 9: Protokollauszug FBA 01/16, pag. 275 ff., Reg. 9: 
Protokollauszug FBA 05/16, pag. 401 ff. sowie Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 4: "Amts- und 
Fachberichte", Protokollauszug FBA 08/16, pag. 106 ff.
10 Vorakten, Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 4: "Amts- und Fachberichte", pag. 111 ff.

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c) Gerügt wird der Belag der nördlich gelegenen Zufahrt zum geplanten 

Mehrfamilienhaus G.________strasse 9A, die über die Parzelle Thun Grundbuchblatt 

Nr. I.________ (G.________strasse 9) führt. Gemäss vorinstanzlichem Entscheid wird die 

Erschliessung zum künftigen Carport saniert und in das Bauvorhaben eingebunden. Der 

vorgesehene Belag (Chaussierung) entspreche der üblichen Fahrbahnoberfläche, wobei 

eine Differenzierung zum Asphaltbelag der Gemeindestrasse gewünscht werde. Es sei 

zudem nicht davon auszugehen, dass durch die beiden Parkplätze und die Belagsart der 

Zufahrt eine wesentliche Lärmbelastung der direkten Nachbarschaft vorliegen werde. 

d) Der Belag bzw. die "Chaussierung" der Hauszufahrt stellt eine unversiegelte 

Deckschicht aus Natursteinmaterial dar. Nach Art. 7 Abs. 2 Bst. a BauG ist die 

Erschliessung genügend, wenn die Zufahrtsstrasse hinreichend nahe an Bauten und 

Anlagen heranführt und diese für Feuerwehr und Sanität gut erreichbar sind. Unter Zufahrt 

wird die Strassenverbindung zwischen dem Baugrundstück und dem allgemeinen 

Strassennetz verstanden. Sie umfasst nach Art. 6 Abs. 1 BauV11 die Hauszufahrt, den 

anschliessenden Strassenabschnitt und dessen Anschluss an eine Strasse mit 

vorwiegendem Allgemeinverkehr.12 Diese Zufahrt zum Carport entspricht der bestehenden 

Erschliessung zur ehemaligen Kutschenremise, die für das Vorhaben abgebrochen wird. 

Es sind weder durch die "Chaussierung" noch durch deren Benutzung übermässige 

Immissionen zu erwarten. Die Hauszufahrt entspricht den öffentlich-rechtlichen Vorgaben. 

Die Rüge erweist sich somit als unbegründet.

4. Parkplätze, Ausnahme nach Art. 28 BauG

a) Umstritten sind die zwei an der H.________ strasse geplanten Parkplätze, die 

gemäss Baugesuch als "Besucherparkplätze" bezeichnet sind. Der Beschwerdeführer rügt 

zum einen die (geringe) Anzahl der Parkplätze für das Mehrfamilienhaus. Die 

Besucherparkplätze seien zum andern nicht notwendig, da im « F.________ » genügend 

Besucherparkplätze zur Verfügung stünden. Die Parkierung entlang der 

H.________strasse sei somit nicht nötig und stelle einen unnötigen Eingriff in die gefestigte 

Einfriedung dar. Bautechnisch seien andere Lösungen möglich, ohne das Umfeld 

11 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 7/8 
N. 14

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(Vegetation) mehr zu belasten. Für die Parkplatzsituation insgesamt regt der 

Beschwerdeführer die Prüfung einer "Unterflurparkierung" bzw. Einstellhalle an.

b) Die Vorinstanz verweist in ihrer Stellungnahme auf die gemäss BauV13 geforderte 

Bandbreite für Parkplätze. Diese sei vorliegend eingehalten. Gemäss gestalterischer 

Beurteilung des FBA und der kantonalen Denkmalpflege seien die vorgesehenen 

Parkplätze im Ortsbild verträglich. Zudem sei festzuhalten, dass Parkplätze innerhalb von 

Strassenabständen und Baulinien durchaus "standortüblich" seien, da sie zur 

Erschliessung gehörten. Der oberirdischen Parkierung würden somit keine öffentlichen 

sowie wesentlichen nachbarlichen Interessen entgegenstehen. Daher könne auf Grund 

dieser Beurteilung und der Zustimmung der Strassenaufsichtsbehörde die 

Ausnahmebewilligung für das Bauen innerhalb der Baulinie erteilt werden. Für die Frage 

der Unterflurparkierung verweist die Gemeinde auf ihren Entscheid. Nach Ansicht der 

Beschwerdegegner stellt eine unterirdische Parkierung die ästhetisch schlechtere Lösung 

dar. Bereits die zum Vorhaben eingeholte «Studie K.________» habe explizit empfohlen, 

auf eine Tiefgarage zu verzichten. 

c) Der Beschwerdeführer setzt sich in der Beschwerde mit der Begründung der Vor-

instanz nicht auseinander. Er verweist auf das, was er bereits in seiner Einsprache vom 

10. August 2016 vorbrachte. Es ist somit fraglich, ob diese Rüge der Begründungspflicht 

nach Art. 32 Abs. 2 VRPG14 zu genügen vermag. Die Begründung muss sich wenigstens in 

minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und sinngemäss 

darauf schliessen lassen, inwiefern dieser unrichtig sein soll. Rechtliche Überlegungen sind 

nicht notwendig, da die Behörde das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat. Da die 

Rüge – wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen – ohnehin unbegründet ist, kann diese 

Frage jedoch offen gelassen werden.

d) Das Gesetz verpflichtet die Bauenden, entsprechend dem durch ihr Bauvorhaben 

verursachten Bedarf, private Abstellplätze für Motorfahrzeuge und Fahrräder zu schaffen 

(Art. 16 Abs. 1 BauG). Die Anzahl der im Einzelfall erforderlichen Abstellplätze hängt 

namentlich von Art und Grösse der Baute oder Anlage, von ihrer Zweckbestimmung, vom 

Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und von der zeitlichen Anwesenheit der Benutzer 

ab. Die Bauverordnung stellt für die Bemessung des Parkplatzbedarfs von 

13 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
14 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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Motorfahrzeugen Normen auf, die auf Erfahrungswerten und Durchschnittszahlen beruhen 

(Art. 51 in Verbindung mit Art. 49 BauV).15

e) Das geplante Mehrfamilienhaus umfasst vier Wohnungen. Gemäss Art. 51 Abs. 2 

BauV beträgt die Bandbreite ab vier Wohnungen 0,5 bis 2 Abstellplätze pro Wohnung. Der 

vorinstanzliche Entscheid geht denn auch von erforderlichen 2 bis 8 Abstellplätzen aus. Mit 

realisierten vier Abstellplätzen seien diese Vorgaben erfüllt. Dies ist nicht zu beanstanden.

f) Mit dem angefochtenen Gesamtentscheid wurde für die beiden Besucherparkplätze 

eine Ausnahmebewilligung innerhalb der genehmigten Baulinie und gestützt auf Art. 28 

BauG erteilt.

g) Die Bauabstände von Gebäuden richten sich unter anderem nach rechtsgültigen 

Baulinien (Art. 14 Abs. 1 GBR). Der Strassenabstand zur H.________strasse ist auf der 

südlichen Seite der Bauparzelle mit einer Baulinie geregelt. Die beiden Parkplätze, die an 

der H.________strasse zu liegen kommen, befinden sich innerhalb einer genehmigten 

Baulinie und können nur mit einer Ausnahme bewilligt werden. Dies ist unbestritten.

Das zuständige Gemeinwesen kann Ausnahmen von den gesetzlichen Strassenabständen 

bewilligen, wenn besondere Verhältnisse, insbesondere des Ortsbildes, es rechtfertigen 

und wenn dadurch weder öffentliche Interessen noch wesentliche nachbarliche Interessen 

beeinträchtigt werden. Für Kleinbauten gilt Art. 28 BauG sinngemäss (Art. 81 Abs. 1 und 2 

SG16). Nach Art. 28 Abs. 1 BauG kann die Baubewilligungsbehörde die Erstellung kleiner 

und leicht entfernbarer Bauten und Anlagen in Abweichung von Bauvorschriften, 

namentlich auch von Baulinien, auf Zusehen hin bewilligen, wenn der Bauherr ein 

genügendes Interesse nachweist, wenn weder öffentliche noch nachbarliche Interessen 

beeinträchtigt werden und wenn bei Bauten an Gewässern oder Wald die dafür zuständige 

Behörde zugestimmt hat. Ein genügendes Interesse der Bauherrschaft liegt vor, wenn die 

Einhaltung der Vorschrift zu einer für die Bauherrschaft unzweckmässigen Lösung führen 

würde.

h) Bei Parkplätzen handelt es sich um Kleinbauten bzw. kleine und leicht entfernbare 

Bauten. Anwendbar ist somit Art. 81 Abs. 2 SG i.V.m. Art. 28 BauG. Besucherparkplätze 

15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 16-18 N. 3 ff. und N. 14
16 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11)

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werden in der Regel oberirdisch vor dem Haus angelegt, damit sie problemlos zugänglich 

sind. Das genügende Interesse der Beschwerdegegner an den insgesamt nur vier 

Parkplätzen ist damit gegeben. Nachbarliche Interessen werden dadurch vorliegend nicht 

beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer macht jedoch sinngemäss geltend, es stünden 

öffentliche Interessen des Ortsbildschutzes entgegen.

In gestalterischer Hinsicht haben sowohl die FBA wie auch die kantonale Denkmalpflege 

die Parkplätze geprüft, insbesondere mit Blick auf die Einfriedung und die Bepflanzung. Die 

kantonale Denkmalpflege "begrüsst die zusätzlichen Parkplätze nicht", unter Beibehaltung 

bzw. Wiederverwertung der qualitätvollen Einfriedung seien sie jedoch vertretbar.17 Der 

FBA seinerseits hatte im Rahmen der Bauvoranfrage festgehalten, dass für die weitere 

Bearbeitung der Einfriedung bei der Parkplatzsituation besondere Sensibilität zu gewähren 

sei, um dem gestalterischen Charakter des Quartiers Rechnung zu tragen.18 Zum 

Baugesuch hat der FBA in seinem Bericht vom 16. August 2016 ausgeführt, dass sich die 

für die Besucherparkplätze vorgesehenen Flügeltüren als Fortsetzung des Zaunes gut in 

das Gesamtbild einpassten. 19 

Die Gemeinde hat in ihrem Gesamtentscheid eine Interessenabwägung vorgenommen. Sie 

kommt zum Schluss, dass in der Abwägung zwischen der Auflage des Tiefbauamtes zur 

Einhaltung der Sichtbermen und der Aussenraumgestaltung des Ortsbildgebiets gemäss 

der Beurteilung des FBA, die Erhaltung der Einfriedung (Sockel 0,70 m) und der 

Bepflanzung innerhalb der Sichtbermen höher gewichtet werde. Dies insbesondere auf 

Grund der Tatsache, dass es sich bei der H.________strasse um eine schwach befahrene 

Querstrasse mit vorwiegend Ziel- und Quellverkehr von und zu den Wohngebäuden 

handle. 

i) Die beiden Besucherparkplätze kommen auf der südöstlichen Seite des Grundstücks 

senkrecht ab der H.________strasse zu liegen. Aus den Plänen ergibt sich, dass die 

originale schmiedeiserne Einfriedung durch zwei Flügeltore für die beiden Parkplätze 

weitergeführt wird und so optisch erhalten bleibt.20 Als wichtiger Teil der ursprünglichen 

17 Vorakten, Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 4: "Amts- und Fachberichte", pag. 145 ff.
18 Vorakten, Ordner 2 "Voranfragen Reg. 9-10": Reg. 9: Protokollauszug FBA 05/16, pag. 401 ff., insbes. 405
19 Vorakten, Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 4: "Amts- und Fachberichte": Protokollauszug FBA 
08/16, pag. 106 ff., insbes. pag. 109
20 Vorakten Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 2: Situationsplan "Umgebungsgestaltung" 1:100, 
pag. 26 sowie Plan "Fassaden" 1:100, pag. 27

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Bepflanzung wird die Rot- bzw. Blutbuche erhalten bleiben, während die beidseitig der 

Einfahrt stehenden Bäume (Ahornbäume) gerodet werden. Die Erteilung der 

Ausnahmebewilligung für die beiden Besucherparkplätze ist im Lichte des Ortsbildschutzes 

nicht zu beanstanden. Die Rüge erweist sich somit als unbegründet.

5. Baupolizeiliche Masse und Ortsbild

a) Die Bauparzelle befindet sich in der Wohnzone W2 und im Perimeter des 

Ortsbildgebiets  O VI « F.________ ». Die Ortsbildgebiete von Thun umfassen jene 

Gebiete ausserhalb der Altstadt, die aus historischen, städtebaulichen oder 

architektonischen Gründen für die Entwicklung und das Erscheinungsbild der Stadt 

bedeutungsvoll sind. Ihre prägenden Elemente und Merkmale sind zu erhalten und 

behutsam zu erneuern. Neubauten sind so einzufügen, dass eine gute Gesamtwirkung 

erhalten bleibt (Art. 33 Abs. 1 GBR). Die Ortsbildgebiete sind Erhaltungs- und 

Entwicklungsgebiete im Sinne von Art. 31 GBR. In diesen Gebieten ist an Stelle der 

baupolizeilichen Masse der zugrundliegenden Bauzone die vorherrschende bestehende 

Bebauung wegleitend (Art. 31 Abs. 2 GBR). Dies bedeutet, dass im Einzelfall die Merkmale 

der für ein Gebiet vorherrschenden und prägenden Bebauungsstruktur massgebend sind 

und nicht die möglicherweise strukturfremden baupolizeilichen Masse.21 Laut Ziffer 4.2 des 

Anhanges 4 zum GBR umfasst das Ortsbildgebiet  O VI « F.________ » den ausserhalb 

der Bahnlinie liegenden Teil der historischen "Parzellierung der Spitalmatte" aus dem Jahre 

1873 und wird im Wesentlichen geprägt durch: 

"-das aus Radial- und Ringstrassen bestehende, einheitlich gestaltete Strassennetz 
mit Baumalleen,

- zweigeschossige, repräsentative Villen im klassischen, im Schweizer Holzbau-, im 
Jugend- oder im Heimatstil, mit quadratnahem Grundriss, unter Sattel-, Walm- oder 
Mansarddächern,

- die Schulbauten und -anlagen des Gymnasiums F.________,
- grosse Gärten mit raumbildenden und teilweise originalen Einfriedungen sowie mit 

bedeutendem Baumbestand."

b) Das Bauvorhaben soll an der G.________strasse in zweiter Reihe in unmittelbarer 

Nachbarschaft zu denkmalpflegerisch wertvollen Objekten, insbesondere zur gemäss 

Bauinventar22 geschützten Villa an der G.________strasse 9 erstellt werden. Das geplante 

Mehrfamilienhaus ersetzt die zur Villa gehörige und nicht inventarisierte ehemalige 

Kutschenremise. Es weist gemäss Baugesuch zwei Vollgeschosse mit Attika auf; der 

21 Kommentar im Baureglement zu Art. 31 Abs. 2 GBR 
22 Bauinventar der Stadt Thun, Objekt-Nr. 580

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Grundriss ist fast quadratnah, mit wenigen Staffelungen. Neben seinem grundsätzlich 

muralen Charakter weist das Vorhaben hohe Fenster sowie Veranden, Balkone und 

Loggien mit hellen Einfassungen auf. Gemäss Umgebungsplan soll der grosszügige 

Vorgartenbereich auf der westlichen und südlichen Seite von der alten Bestockung 

(Scheinzypressen, Eschen und Ahorne) teilweise befreit und neu bepflanzt werden. Die 

das Areal prägende Rotbuche bzw. Blutbuche bleibt neben weiteren Bäumen und 

Sträuchern erhalten. An der östlichen Parzellengrenze ist die Pflanzung einer Eibenhecke 

geplant. Vorgesehen sind neben dem Hauszugang ein Mergelband rund um das neue 

Gebäude, eine extensive Blumenwiese und daran anschliessend ein Strauchgürtel. Das 

projektierte Gebäude ist 18.45 Meter lang sowie 15.40 Meter breit und weist inklusive 

Sockel und Attikageschoss eine Höhe von 10.70 m auf.23 

c) Die für die einzelnen Bauzonen geltenden baupolizeilichen Masse stehen laut Art. 21 

Abs. 1 GBR unter dem Vorbehalt besonderer baurechtlicher Ordnungen und Gebiete und 

kommen gemäss Art. 31 Abs. 2 GBR in Erhaltungs- und Entwicklungsgebieten, zu denen 

die Ortsbildgebiete gehören, nicht zur Anwendung. Art. 31 Abs. 2 GBR hält zu diesen 

Gebieten abschliessend fest, dass an Stelle der baupolizeilichen Masse der 

zugrundeliegenden Bauzone die vorherrschende bestehende Bebauung wegleitend ist. 

Dies gilt somit für sämtliche Neu- und Umbauvorhaben in den betreffenden Gebieten, 

unabhängig davon, ob sie zonenkonform sind oder mittels einer Ausnahme von den 

Zonenvorschriften realisiert werden dürfen.

d) Das Bauvorhaben orientiert sich hinsichtlich Volumen, Grundriss, Gebäudehöhe, 

Abständen und Standort an der umliegenden Bebauung, insbesondere an der 

benachbarten, und als K-Objekt eingestuften Villa an der G.________strasse 9. So ist das 

geplante Mehrfamilienhaus deutlich von der Strasse zurückversetzt angeordnet, weist trotz 

Staffelung den typischen Grundriss auf und hat ein mit den benachbarten Gebäuden 

vergleichbares Volumen. 24 Das Bauvorhaben nimmt daher die Masse der umliegenden 

Gebäude in genügender Weise auf. Dies wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Er ist 

allerdings der Ansicht, dass das Vorhaben in seiner "monolithischen", d.h. 

zusammenhängenden Gestaltung nicht der vorherrschenden Bauweise entspreche. 

23 Vorakten Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 3: Baugesuch, pag. 29 ff.; Reg. 2: Baugesuchspläne, 
pag. 23 ff., insbes. Plan "Schnitt/Materialisierung" 1:100, pag. 28
24 Vorakten Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 2: Situationsplan "Umgebungsgestaltung" 1:100, 
pag. 26, sowie Ordner 2 "Originalunterlagen Voranfrage Reg. 9-10": Reg. 9: «Studie J.________», pag. 325 ff., 
insbes. pag. 333 f. und pag. 340

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Gemäss den bisherigen Empfehlungen des FBA im Quartier seien u.a. drei Geschosse nur 

bei entsprechender Differenzierung zulässig; die Differenzierung habe auch bezüglich 

Materialisierung zu erfolgen. Würden drei Vollgeschosse realisiert, so solle auf den 

Gebäudesockel verzichtet werden.

e) Gemäss Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und 

Bemalungen Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Diese Vorschrift 

stellt die "ästhetische Generalklausel" im Sinne eines allgemeinen 

Beeinträchtigungsverbots dar. Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben 

einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung schafft, der erheblich stört. Die Gemeinden 

dürfen eigene Ästhetikvorschriften erlassen, die über die kantonalen Vorschriften 

hinausgehen können. Wie bereits erwähnt, sind laut Art. 33 Abs. 1 GBR in Ortsbildgebieten 

deren prägenden Elemente und Merkmale zu erhalten und behutsam zu erneuern. 

Neubauten sind so einzufügen, dass eine gute Gesamtwirkung erhalten bleibt. Ferner ist 

gemäss Baureglement der Gemeinde in den Ortsbildgebieten die allgemeine 

Gestaltungsvorschrift von Art. 5 Abs. 1 GBR zu beachten. Insbesondere bei der Auslegung 

des Begriffs "gute Gesamtwirkung" kann auf den Begriff in Art. 5 Abs. 1 GBR abgestellt 

werden. Art. 5 Abs. 1 GBR lautet wie folgt:

1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer Umgebung 
eine gute Gesamtwirkung entsteht; dies betrifft insbesondere:
- die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts-, und 

Landschaftsbildes,
- die Eigenheiten des Quartiers,
- die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung auch die 

beabsichtigte Gestaltung der benachbarten Bebauung,
- Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten und Anlagen,
- die Gestaltung, Materialisierung und Farbgebung von Fassaden, Dächern und 

Reklamen,
- die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes und der 

Begrenzungen gegen den öffentlichen Raum,
- die Gestaltung und Anordnung der Erschliessungsanlagen, Abstellplätze und 

Eingänge sowie
- die Gewährleistung der Sicherheit im öffentlichen Raum.

Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher 

selbständige Bedeutung zu.

f) Der Begriff "gute Gesamtwirkung" stellt einen unbestimmten kommunalen 

Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen gewissen 

Beurteilungsspielraum haben. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten 

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Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute 

Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen 

Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass 

das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue Baute oder 

Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren 

hat.25

g) Der FBA, der das Vorhaben begleitete und anlässlich verschiedener Sitzungen 

behandelte, beurteilt das Projekt und die Einpassung des geplanten Mehrfamilienhauses in 

der Umgebung gemäss seiner abschliessenden Beurteilung als positiv.26 

h) Die BVE hat für die ästhetische Beurteilung des Vorhabens die OLK beigezogen. 

Diese charakterisiert die Umgebung wie folgt: "Die Parzelle des geplanten 

Mehrfamilienhauses liegt im nordöstlichen Teil des F.________quartiers, in der Wohnzone 

W2. Der Bau wird als Ersatz für eine ehemalige Kutschenremise erstellt, die zurückversetzt 

in der nordöstlichen Ecke der Parzelle steht. Unmittelbar westlich befindet sich das 

bestehende Gebäude der Parzelle, eine repräsentative, als schützenswert eingestufte, 

zweigeschossige Villa mit massivem kreuzförmigem Teilwalmdach. Im Zentrum der 

parkartigen Gartenanlage steht eine mächtige Buche, welche den Ort prägt und dominiert. 

Allgemein lässt der zum Teil überalterte Baumbestand des Gartens eine Tendenz zur 

Verwilderung erkennen, die in grossem Kontrast zu den nahezu baumlosen, leergeräumten 

Nachbarparzellen im Osten steht". 

Zur Frage der ästhetischen Einpassung des Vorhabens und seiner Einordnung in die 

vorherrschende Bebauung und das Ortsbild äussert sich die OLK wie folgt: "Da das 

Bauvorhaben, wie oben beschrieben, in der zweiten Reihe an der G.________strasse 

hinter der alten Villa liegt und zur H.________strasse – am südlichen Rand des 

Grundstücks verlaufend – in einem Abstand von 20 m steht, ist es vollständig in die 

Gartenlandschaft der unmittelbaren Umgebung eingebettet. Von der G.________strasse 

her ist der Neubau nur ausschnittweise sichtbar und bindet sich in die Silhouette der 

Rabenfluh ein, was seine Präsenz gegenüber der schützenswerten Villa deutlich reduziert. 

25 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1
26 Vorakten, Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Register 4 "Amts- und Fachberichte", Protokollauszug FBA 
08/16, pag. 106 ff.; Ordner 2 "Voranfragen Reg. 9-10": Reg. 9: Protokollauszug FBA 01/16, pag. 275 und 
Protokollauszug FBA 05/16, pag. 401 ff.

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Vom östlichen Ende der H.________strasse beziehungsweise von der L.________strasse 

aus betrachtet wird das Gebäude offen sichtbar sein – dies nicht zuletzt, weil auf den 

entsprechenden Parzellen der sonst prägende quartiertypische Baumbestand fehlt. Da die 

alte Villa aus dieser Perspektive von den hoch aufragenden Koniferen fast vollständig 

verdeckt wird, wirkt der Neubau aus diesem Blickwinkel etwas isoliert. Durch eine gezielte 

Reduzierung der Baumdichte und eine Freistellung der Villa sowie der grossen Buche, 

kann eine dreiteilige Gliederung von Hauptgebäude, Baum und Neubau geschaffen 

werden, die vermittelnd und integrativ wirkt."

Der geplante Bau knüpfe – so die OLK – in "seiner architektonischen Ausformulierung als 

zeitgemässe Interpretation einer Stadtvilla im Grünen, mit Sockel, Hochparterre, Balkonen, 

Veranden und Loggien" an die traditionelle Bebauung des Seefelds an und ordne sich 

ruhig in die vorherrschende Bebauung und in das Ortsbild ein. Die streng anmutende 

kubische Ausformulierung des Neubaus sei dem F.________ nicht fremd.

Eine innere Verdichtung sei gemäss OLK im Prinzip bereits im Alignementsplan von ca. 

1873 implizit angedacht gewesen: "Sie begann vereinzelt in den Zwischenkriegsjahren und 

setzte ab den 1960-er Jahren erneut ein, wobei in dieser Phase leider auch einzelne Villen 

abgebrochen und ersetzt wurden. Im Rahmen dieses etappenweisen Weiterbauens auf 

den einst grossflächig dimensionierten Parzellen sind in den letzten Jahren wiederum eine 

Reihe von Neubauten entstanden, die entweder als traditionalistische Satteldachgebäude 

oder eben als zeitgemäss formulierte kubische Volumen in die entsprechenden 

Gartenbereiche gesetzt wurden, und dies bisweilen in überzeugender stimmiger Art." Die 

im vorliegenden Baugesuch gewählte Volumengliederung und Fassadenstruktur seien 

jedenfalls (soweit aus den Plänen ableitbar) klarer und die Farbgebung zurückhaltender 

artikuliert, als dies bei einigen anderen "in nächster Umgebung implantierten Neubauten" 

aus jüngster Zeit der Fall sei.

Zum Verhältnis des Neubaus zur bestehenden, schützenswerten Villa befragt, befindet die 

OLK, dass sich der zweigeschossige Baukörper mit integriertem Attikageschoss auf 

angemessene selbstverständliche Weise als zeitgenössische Architektur in die 

vorgefundene Situation einfüge. Die Nord- bzw. Ostfassade der bestehenden Villa seien 

einfach gestaltet und damit im Vergleich zu den beiden der G.________strasse und der 

H.________strasse zugewandten Schaufronten eindeutig untergeordnet. Nach denselben 

Verhaltensregeln würden die Fassaden des Neubaus gestaltet und reagierten so 

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respektvoll auf die schützenswerte Villa. Durch die schlichte Formensprache, das für 

diesen Ort adäquate Volumen und die gewählte Farbgebung (soweit aus den 

Planunterlagen ersichtlich), lasse der Neubau der Villa die Vorrangstellung auf dem 

gemeinsamen Areal.

Zu Volumen, Stellung, Geschosszahl, Fassadenflucht und Nutzungsmass befragt, weist die 

OLK darauf hin, dass sich der Neubau in seiner Ausrichtung an der bestehenden 

Kutschenremise orientiere und leicht nach Südwesten in Richtung Parkmitte verschoben 

werde. In "Volumen, Geschosszahl und Gesamthöhe" orientiere sich der Bau an den 

Gebäuden der unmittelbaren Nachbarschaft und integriere sich ins bestehende System 

des Quartiers. Hinsichtlich der umstrittenen Differenzierung der Geschosse stellt die OLK 

folgendes fest: "Die Differenzierung der Stockwerke und Fassadenöffnungen durch helle 

Betoneinfassungen und -bänder ist eine zeitgemässe, für die Neuinterpretation einer 

Stadtvilla im Thuner F.________ stimmige Architektursprache. Die einzelnen Stockwerke 

werden so optisch klar getrennt und die Grundstruktur des Gebäudes ist auf einen Blick 

nachvollziehbar."

Die OLK gelangt insgesamt zum Schluss, dass sich das sorgfältig und differenziert 

ausgearbeitete Bauprojekt gut in seine Umgebung einpasse und an diesem Standort 

denkbar sei. 

i) Diese Beurteilung der OLK überzeugt: Die Bauparzelle befindet sich an der 

G.________strasse in der Wohnzone W2 und im Ortsbildgebiet O VI « F.________ ». 

Prägende Elemente sind insbesondere die bestehenden repräsentativen Villen, im 

klassischen, im Schweizer Holzbau- sowie im Jugend- oder im Heimatstil, die 

quadratnahen Grundrisse sowie die grossen Gärten mit teilweise originalen Einfriedungen 

sowie bedeutendem Baumbestand. Planerisch erwünscht ist keine Kopie dieser 

quartiertypischen Elemente in eine zeitgenössische Architektur, sondern eine Interpretation 

derselben. Gemäss Umgebungsplan sieht das Vorhaben quartiertypisch weiterhin einen 

grosszügigen Gartenbereich mit der originalen Einfriedung vor.27 Die für das Areal 

bedeutende Blutbuche wird erhalten bleiben und der Garten sorgfältig neu bepflanzt. Einzig 

für die Besucherparkplätze wird die originale, schmiedeiserne Einfriedung durchbrochen. 

27 Vorakten Ordner 1 "Originalunterlagen Reg. 1-8": Reg. 2: Situationsplan "Umgebungsgestaltung" 1:100, 
pag. 26, sowie Ordner 2 "Originalunterlagen Voranfrage Reg. 9-10": Reg. 9: «Studie J.________», pag. 325 ff., 
insbes. pag. 333 f. und pag. 340

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Durch Wiederverwendung des Zaunmaterials für die Flügeltore der Besucherparkplätze 

wirkt der Zaun jedoch weiterhin homogen. Das Bauvorhaben selbst zeichnet sich als 

massvoll gegliederter Baukörper mit fast quadratnahem Grundriss aus. Es weist entgegen 

der Ansicht des Beschwerdeführers zwei Vollgeschosse mit Attika und nicht drei 

Vollgeschosse auf, weshalb der projektierte Sockel (Hochparterre) auch den 

Empfehlungen des FBA für das F.________ entspricht. Neben den im F.________ 

vorherrschenden Dachformen wie Walmdächer, Satteldächer und Mansarddächer, sind 

dem Quartier auch Flachdächer nicht fremd. Die aus ästhetischer Sicht erwünschte 

Differenzierung wird zum einen durch das Hochparterre wie auch durch die Einfassungen 

der Fenster bzw. Bänderung der Geschosse erzielt. Insbesondere im Verhältnis zur 

bestehenden Villa im Jahrhundertwendestil (G.________strasse 9) nimmt das Vorhaben 

prägende Elemente wie Gebäude- und Geschosshöhe wie auch das Volumen auf, 

dennoch wird der zurückversetzte Neubau mit seiner zurückhaltenden Formgebung die 

benachbarte Villa nicht konkurrenzieren. Das Bauvorhaben fügt sich deshalb insgesamt gut 

in das Orts- und Landschaftsbild ein und entspricht den Gestaltungsvorschriften. Die Rüge 

des Beschwerdeführers, das Vorhaben entspreche nicht der vorherrschenden Bauweise, 

erweist sich somit als unbegründet.

6. Zusammenfassung und Kosten

a) Zusammenfassend hat die Gemeinde das Bauvorhaben zu Recht bewilligt. Die 

Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, und der Gesamtentscheid der 

Gemeinde ist zu bestätigen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG28). Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere 

Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben 

werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'600.-- 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 GebV29). Die Kosten der 

OLK (Fr. 1'000.-- gemäss Schreiben vom 7. April 2017) werden gestützt auf Art. 11 GebV 

28 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
29 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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zusätzlich erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit 

Fr. 2'600.--.

c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern 

nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung 

oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als 

gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die 

berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Die Kostennote des Anwaltes der Beschwerdegegner gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. 

Der Beschwerdeführer hat somit den Beschwerdegegnern die Parteikosten von 

Fr. 4'363.20 (Honorar Fr. 4'000.--, Auslagen Fr. 40.--, Mehrwertsteuer Fr. 323.20) zu 

ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der 

Gesamtentscheid der Gemeinde Thun vom 10. November 2016 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'600.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnern die Parteikosten im Betrag von 

Fr. 4'363.20 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

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IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), z.H. der OLK-Gruppe Bern-Mittelland, 

per Kurier

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin