# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48233970-9f40-504b-9ec0-0df0aa0d0e3e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.08.2010 D-5466/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5466-2010_2010-08-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5466/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

A._______, geboren B._______,
Burundi,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung/Gesuch 
um Fristwiederherstellung; Verfügung des BFM vom 
21. Juli 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5466/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben zufolge  im  Jahr  1995 
aus  seinem  Heimatland  ausreiste  und  über  C._______,  D._______ 
und E._______ (10-15 Jahre Aufenthalt) nach F._______ reiste, wo er 
sich drei bis vier Jahre aufhielt, und anschliessend über G._______ in 
die Schweiz einreiste, 

dass er am 26. April  2010 im H._______ unter anderem wegen des 
Verdachts  auf  Widerhandlung  gegen  das  Bundesgesetz  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 
142.20)  verhaftet  wurde  und  die  Staatsanwaltschaft  I._______  eine 
Strafuntersuchung durchführte, 

dass er nach Abschluss der strafrechtlichen Untersuchung am 28. Ap-
ril 2010 aus der Haft entlassen wurde und – da er den kantonalen Be-
hörden  gegenüber  geltend  machte,  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch 
stellen  zu  wollen  –  an  das  J._______  zugeführt  wurde,  wo  er  am 
29. April 2010 um Asyl nachsuchte,

dass er am 14. Mai 2010 im J._______ im Sinne von Art. 26 Abs. 2 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört wurde, 

dass er gemäss Bescheid des X._______ vom 11. Juni 2010 am 27. 
Mai 2010 in R._______ einen Asylantrag stellte, 

dass der Abgleich der Fingerabdrücke in der EURODAC-Datei Anhalts-
punkte für die Zuständigkeit der Schweiz gemäss der Verordnung (EG) 
Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kri-
terien  und Verfahren zur  Bestimmung des Mitgliedstaats,  der  für  die 
Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger ei-
nes Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Dublin-II-VO) ergab, 

dass  die  (...)  Behörden  am  18.  Mai  2010  ein  Übernahmeersuchen 
nach der Dublin-II-VO an die Schweiz richteten, 

dass die schweizerischen Behörden dem (...) Übernahmeersuchen mit 
Schreiben  vom 1.  Juni  2010  entsprachen  und  der  Überstellung  des 
Beschwerdeführers  in  die  Schweiz  gemäss  Art. 16  Abs.  1  Bst. c 
Dublin-II-VO zustimmten, 

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dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  im 
J._______ vom 14. Mai 2010 sowie der direkten Anhörung vom 20. Juli 
2010 nach Art. 29 Abs. 1  AsylG zur Begründung des Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, er sei ausgereist, weil er gesehen habe, 
dass es in Afrika Probleme gebe und die Schweiz obdachlosen Men-
schen helfe, weshalb er hierher gekommen sei,

dass er in Afrika niemanden habe, der ihm helfe, und er auch keine 
Familie habe, 

dass er nichts habe, um zu überleben, und er auch nicht in die Schule 
habe gehen können,

dass er sein ganzes Leben auf der Strasse verbracht habe, jedoch nie 
irgendwelche Probleme mit  den heimatlichen Behörden gehabt  habe 
und auch nie inhaftiert gewesen sei, 

dass es zwar vorgekommen sei, dass ihn die Polizei auf der Strasse 
verhaftet  und  vor  Gericht  gebracht  habe,  dass  sie  ihn  aber  danach 
wieder frei gelassen habe, 

dass  er  einmal  politisch  tätig  gewesen sei  und seine Regierung ihn 
nicht gut behandelt habe, 

dass in Burundi Krieg herrsche und er das Land verlassen habe, als 
der Krieg ausgebrochen sei, um ein besseres Leben zu suchen, 

dass er sein ganzes Leben in schlechten Verhältnissen gelebt habe, 

dass er nach dem Krieg nicht nach Burundi zurückgekehrt sei, weil er 
dort niemanden kenne und nicht wisse, wohin er gehen solle, obschon 
er eigentlich gerne nach Afrika zurückkehren möchte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 21. Juli 2010 – eröffnet am 23. Juli  
2010 – auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers in Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat und die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der  eingeräumten 
Frist von 48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben 
und könne dafür keine entschuldbaren Gründe vorbringen,

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dass der Beschwerdeführer vom BFM schriftlich aufgefordert  worden 
sei,  binnen  48  Stunden  rechtsgenügliche  Identitätspapiere  einzu-
reichen, und er anlässlich der Befragung zur Person nochmals darauf 
hingewiesen worden sei, 

dass der Beschwerdeführer auf Vorhalt  zu seiner Papierlosigkeit  gel-
tend gemacht  habe,  er  habe noch nie  ein  Ausweispapier  besessen, 
weswegen es ihm nicht möglich sei, ein solches abzugeben, 

dass  es  sich  dabei  jedoch  um  eine  Schutzbehauptung  des  Be-
schwerdeführers  handle,  da  seine  Angaben,  von  Burundi  be-
ziehungsweise  E._______  nach  F._______  und  nach  G._______ 
gereist  zu  sein,  ohne je  irgendwelche  Ausweispapiere  mitgeführt  zu 
haben, realitätsfremd und damit unglaubhaft seien, 

dass sich der Beschwerdeführer in seinen Aussagen über seine Reise-
route bezeichnenderweise denn auch in Widersprüche verstrickt habe, 

dass er beim BFM sinngemäss vorgebracht habe, nicht von Z._______ 
her in  die Schweiz eingereist  zu sein,  wohingegen er anlässlich der  
polizeilichen Einvernahme vom 27. April 2010 angegeben habe, er sei 
von Z._______ herkommend in die Schweiz eingereist, 

dass der Beschwerdeführer überdies angegeben habe, er wisse nicht, 
wie die (...) Stadt heisse, in welcher er sich mehrere Jahre aufgehalten 
habe, 

dass  derart  dürftige,  widersprüchlich  und  detailarm  angeführte  Vor-
bringen bezeichnend seien für  Gesuchsteller,  die nicht  gewillt  seien, 
ihre  Identität  mittels  Dokumenten  gegenüber  dem BFM zu  belegen, 
und dass daraus geschlossen werden könne,  der  Beschwerdeführer 
habe dem BFM die Abgabe rechtsgenüglicher Reise- beziehungsweise 
Identitätspapiere bewusst vorenthalten, um seine tatsächliche Identität 
zu verschleiern und/oder einen allfälligen Wegweisungsvollzug zu er-
schweren oder zu verhindern, 

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 
und  7  AsylG  sodann  nicht  erfülle  und  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll -
zugshindernisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien, 

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dass nämlich für die Bestimmung der Flüchtlingseigenschaft der Zeit -
punkt  des  Asylentscheids  massgebend  sei,  weshalb  die  Asylge-
währung voraussetze, dass ein Gesuchsteller im Zeitpunkt des Asyl-
entscheids von asylrelevanter Verfolgung bedroht sei und somit Schutz 
brauche, 

dass  der  Beschwerdeführer  geltend  gemacht  habe,  er  habe  seinen 
Heimatstaat vor vielen Jahren wegen des damaligen Bürgerkriegs und 
in der Absicht verlassen, den Härten des täglichen Lebenskampfes zu 
entkommen, 

dass dem entgegenzuhalten sei, dass die burundischen Kriegsparteien 
im Jahr 2000 einen Friedensvertrag unterzeichnet hätten und im Jahr 
2003  spezielle  Waffenstillstandsabkommen  in  Kraft  gesetzt  worden 
seien, 

dass zum heutigen Zeitpunkt keinerlei Hinweise darauf bestehen wür-
den, der Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr in seinen Hei-
matstaat verfolgt werden, weshalb seine Vorbringen nicht asylbeacht-
lich seien, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  sodann  zulässig,  zumutbar  und 
möglich sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  29. Juli 2010  (Post-
stempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erhob und dabei sinngemäss ein Fristwiederherstellungs-
gesuch stellte sowie beantragte, die Verfügung des BFM vom 21. Juli  
2010 sei aufzuheben, auf sein Asylgesuch sei einzutreten und es sei 
ihm  infolge  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  im  Sinne  von 
Art. 83 Abs. 3 AuG die vorläufige Aufnahme zu gewähren,

dass die vorinstanzlichen Akten am 2. August 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

dass  das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art.  52 
VwVG),

dass das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist  – diese 
lief am 30. Juli 2010 ab – als gegenstandslos geworden abzuschreiben 
ist,  da  die  vom 29.  Juli  2010  (Poststempel)  datierende  Beschwerde 
fristgerecht eingereicht wurde, 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 

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Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent -
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist,  
soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist 
(BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.), 

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerde-
verfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines 
formellen  Nichteintretensentscheids  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73), 

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt, 

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG), 

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht  in  der  Lage (Art. 32 Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf  
Grund der  Anhörung sowie gestützt  auf  Art. 3  und Art. 7  AsylG die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst. b  AsylG) 
oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Ab-
klärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG), 

dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung 
des Asylgesuchs am 29. April 2010 im J._______ beziehungsweise in 
den 48 Stunden  nach der  diesbezüglichen  Aufklärung  durch  Vorhalt 
eines  Informationsblattes  ein  Dokument  zu  seiner  zweifelsfreien 
Identifizierung abzugeben, 

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Voraussetzung 
für  ein  Nichteintreten  wegen  fehlender  Papiere  vorliegend  erfüllt  ist 

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(vgl. zum Begriff  „Reise- oder Identitätspapier“  BVGE 2007/7 E. 4-6, 
S. 58 ff.), 

dass der Beschwerdeführer als Ursache der Nichtabgabe von Reise- 
oder Identitätspapieren erklärte, er habe weder einen Pass noch eine 
Identitätskarte  und  habe  nie  solche  Dokumente  beantragt  (vgl.  act. 
A 1/16 S. 6 f.), 

dass er ferner angab, er habe das Informationsblatt,  mit  welchem er 
aufgefordert worden sei, ein Reise- oder Identitätspapier abzugeben, 
nicht verstanden, da er noch nie eine Schule besucht habe (act. A 1/16 
S. 7), 

dass  er  nach  der  Übersetzung  des  Inhaltes  des  Informationsblattes 
diesbezüglich sodann geltend machte, er habe noch nie in seinem Le-
ben Dokumente gesehen und er wisse nicht, wie er solche beschaffen 
solle (a.a.O.), 

dass er anlässlich der Anhörung vom 20. Juli 2010 aussagte, er habe 
noch  nie  ein  Dokument  besessen  und  er  glaube  nicht,  dass  er  ein 
solches beschaffen könne (act. A 25/7 S. 2), 

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde nämlich lediglich ein-
wendet, seine Mutter habe ihn in ein Camp gebracht, als er noch ein 
Kleinkind gewesen sei, so dass er sich selbst überlassen gewesen sei, 

dass  er  seinen  Heimatstaat  verlassen  habe  und  viele  Jahre  in 
C._______, D._______ und E._______ gelebt habe, 

dass er E._______ nach 15 Jahren verlassen habe und weiter  nach 
U._______ und von dort aus nach Europa gereist sei, weshalb er nie 
einen gültigen Pass oder Reisepass gehabt und auch nirgendwo ein 
Zuhause, Verwandte oder eine Arbeit gehabt habe,

dass diese Aussagen nicht geeignet sind, die Nichtabgabe von Identi -
tätsdokumenten zu entschuldigen, 

dass  das BFM demnach  zu Recht  davon ausging,  für  das  Nichtein-
reichen von Reise- oder Identitätspapieren innerhalb der Frist von 48 
Stunden nach  Einreichen des  Asylgesuchs würden  keine entschuld-
baren Gründe vorliegen, 

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dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er sei aus Burundi ausgereist, weil das 
Leben dort schwierig gewesen sei, 

dass für die weiteren Einzelheiten betreffend den zur Begründung des 
Asylgesuchs  geltend  gemachten  Sachverhalt  auf  die  Protokolle  der 
Befragung  vom 14. Mai  2010  und  der  Anhörung  vom 20.  Juli  2010 
sowie auf die Verfügung des BFM vom 21. Juli 2010 zu verweisen ist, 

dass  der  Würdigung  des  BFM in  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zur  Begründung  seines  Asyl-
gesuchs seien nicht asylrelevant, zuzustimmen ist, 

dass  diesbezüglich  auf  die  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung zu verweisen ist, 

dass  der  vorinstanzlichen  Würdigung  in  der  Beschwerde  keine  sub-
stanziellen Hinweise entgegengehalten werden, 

dass  der  Beschwerdeführer  lediglich  behauptet,  er  müsse  sterben, 
wenn er nach Burundi zurückkehren müsse, da er dort kein Zuhause, 
keine Verwandten, keine Bekannten und keine Arbeit habe, 

dass er diese Behauptungen aber nicht belegt und auch nicht dartut,  
er werde wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu 
einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen An-
schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt oder habe begründete 
Furcht,  aufgrund  dieser  Motive  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (vgl. Art. 3 AsylG),

dass  vor  diesem Hintergrund  ohne  weitere  Erörterungen  festgestellt 
werden kann,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht  erfüllt  und auch zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 
Abs. 3 Bst. c AsylG nicht notwendig sind, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 

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Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetz-
lichen Bestimmungen steht  und demnach vom Bundesamt zu Recht 
angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn 
der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
(Hrsg.), Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip  des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101) ersichtlich sind, die im Heimatstaat droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt  und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Burundi (vgl. EMARK 2006 Nr. 5) 
noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer 
Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vor-
liegend zumutbar ist,

dass  keine  weiteren  persönlichen  Gründe  ersichtlich  sind,  aufgrund 
derer  geschlossen  werden  könnte,  der  junge  und  aktenkundig 
gesunde  Beschwerdeführer  gerate  im  Fall  der  Rückkehr  in  sein 
Heimatland in eine existenzbedrohende Situation, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  nicht  unzumutbar  im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Gesuch um Wiederherstellung der  Beschwerdefrist  wird als  ge-
genstandslos geworden abgeschrieben.

2.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- den W._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

Versand: 

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