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**Case Identifier:** 8d2e4219-a55b-57c7-bcca-3706d0a96135
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2024 A-4545/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4545-2022_2024-04-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid aufgehoben durch BGer mit  

Urteil vom 28.11.2024 (9C_365/2024) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4545/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger,  

Richterin Annie Rochat Pauchard,    

Gerichtsschreiberin Ana Pajovic. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

(…),   

vertreten durch  

Dr. Niklaus Honauer und Rainer Stork,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

(…),    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer (Steuerperioden 2013 - 2017; Verwendung 

eines Helikopters). 

 

 

 

A-4545/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die A._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) mit Sitz in [Ort] be-

zweckt gemäss Eintrag im Handelsregister den Betrieb von Luftfahrzeugen 

sowie das Management und den Handel mit Luftfahrzeugen. Die Steuer-

pflichtige ist die Rechtsnachfolgerin der B._______ AG, welche aus der Fu-

sion vom 24. Juni 2016 zwischen der C._______ AG und der D._______ 

AG hervorging. Am 10. September 2019 erfolgte die Umfirmierung der 

B._______ AG zur Steuerpflichtigen. 

A.b Die Steuerpflichtige ist seit 1. November 2005 (Eintragung der 

C._______ AG [nachfolgend: Rechtsvorgängerin], vgl. Sachverhalt 

Bst. A.a) im Mehrwertsteuerregister der Eidgenössischen Steuerverwal-

tung (nachfolgend: ESTV) eingetragen. Sie rechnet nach vereinbarten Ent-

gelten ab und besitzt eine Betriebsbewilligung des Bundesamts für Zivil-

luftfahrt (vgl. Aktenstück der Vorinstanz [nachfolgend: act] Nr. 10, Kontroll-

bericht Nr. […] vom 23. Oktober 2020, S. 1). 

A.c Von 2013 bis 2018 hielt E._______ direkt oder indirekt über Gruppen-

gesellschaften die Mehrheit der Aktien der Steuerpflichtigen bzw. ihrer 

Rechtsvorgängerinnen. Der Wohnsitz von E._______ (nachfolgend: Mehr-

heitsaktionär) befindet sich in Deutschland (vgl. act. 10, S. 1).  

B.  

B.a Die Steuerpflichtige ist Eigentümerin des Helikopters Typ […] mit dem 

Kennzeichen […] (nachfolgend: Helikopter), welchen sie bzw. ihre Rechts-

vorgängerin am 21. Mai 2013 in die Schweiz überführen und verzollen liess 

(deklarierter Wert: Fr. 7'171'509.--; geltend gemachte Einfuhrsteuer: 

Fr. 573'722.--).  

B.b Mit Schreiben vom 11. April 2014 stellte die Rechtsvorgängerin der 

Steuerpflichtigen bei der ESTV ein Auskunftsbegehren betreffend die 

mehrwertsteuerliche Behandlung der Einfuhr sowie betreffend die beab-

sichtigte Nutzung des Helikopters (vgl. act. 26).  

B.c Mit Auskunft vom 7. Mai 2014 bestätigte die ESTV gestützt auf die 

Sachverhaltsschilderung der Rechtsvorgängerin der Steuerpflichtigen, 

dass beim Kauf und der geschilderten Nutzung des Helikopters keine Steu-

erumgehung erkennbar sei, zumal keine ausschliessliche Eigennutzung 

durch den Mehrheitsaktionär vorliege und ein Drittpreis fakturiert werde. 

Ebenso bestätigte die ESTV, dass der Rechtsvorgängerin der 

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Seite 3 

Steuerpflichtigen «aufgrund der mit dem in Frage stehende Helikopter ge-

mäss [ihren] Angaben ausgeführten Leistungen» ein «hundertprozentiges 

Vorsteuerabzugsrecht» zustehe (vgl. act. 25). 

B.d Zwischen August und September 2020 führte die ESTV bei der Steu-

erpflichtigen eine Kontrolle über die Steuerperioden 1. Quartal 2013 bis 

4. Quartal 2017 (Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2017) durch. 

Dabei stellte die ESTV fest, dass die Nutzung des Helikopters nicht den 

Schilderungen im Auskunftsbegehren entsprochen habe bzw. der im Aus-

kunftsbegehren geschilderte Sachverhalt nicht umgesetzt worden sei. Die 

ESTV verneinte daher die Bindungswirkung der besagten Auskunft für die 

kontrollierten Steuerperioden und nahm eine neue Beurteilung entspre-

chend der tatsächlichen Nutzung des Helikopters vor. Dabei qualifizierte 

sie die Haltestruktur im Umfang der privaten Nutzung des Helikopters 

durch den Mehrheitsaktionär bzw. durch diesem nahestehende Personen 

als (partielle) Steuerumgehung, welche nicht zum Vorsteuerabzug berech-

tige. Infolgedessen nahm die ESTV verschiedene Korrekturen, namentlich 

betreffend zu Unrecht geltend gemachter Vorsteuerabzüge vor. Die Kon-

trolle wurde mit der Einschätzungsmitteilung (nachfolgend: EM) Nr. […] 

vom 26. Oktober 2020 abgeschlossen. Darin forderte die ESTV von der 

Steuerpflichtigen für die kontrollierten Steuerperioden Mehrwertsteuern in 

der Höhe von insgesamt Fr. 214'440.-- zuzüglich Verzugszins ab dem 

30. April 2026 (mittlerer Verfall) nach.  

C.  

C.a Am 15. September 2021 bestritt die Steuerpflichtige die Verneinung 

der Bindungswirkung der Auskunft und die in der EM zu ihren Lasten vor-

genommenen Korrekturen. Daraufhin erliess die ESTV am 16. Februar 

2022 eine Verfügung, worin sie erkannte, dass der Auskunft keine Bin-

dungswirkung zukomme; im Übrigen bestätigte sie die Steuernachbelas-

tung gemäss EM vollumfänglich.  

C.b Dagegen erhob die Steuerpflichtige am 21. März 2022 Einsprache mit 

den Anträgen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Vor-

steuerabzug gemäss Deklaration [der Steuerpflichtigen] zu gewähren 

(1. Bullet); die Steuerforderung für das Jahr 2017 sei um Fr. 138'552.-- zu 

korrigieren und auf Fr. 41'898.-- festzusetzen (2. Bullet). Eventualiter bean-

tragte die Steuerpflichtige, die Vornahme der Vorsteuerkorrektur erst ab 

1. Juni 2016, wobei die Steuerforderung für das Jahr 2016 auf  

Fr. 84'407.-- und für das Jahr 2017 auf Fr. 64'298.-- festzusetzen sei; für 

die Jahre 2013 bis 2015 sei der Vorsteuerabzug gemäss Deklaration zu 

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Seite 4 

gewähren (3. Bullet); unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der ESTV (4. Bullet). 

C.c Mit Einspracheentscheid vom 8. September 2022 wies die ESTV die 

Einsprache der Steuerpflichtigen vollumfänglich ab und hielt an ihrer mit 

Verfügung vom 16. Februar 2022 festgesetzten Steuer(nach)forderung zu 

Lasten der Steuerpflichtigen fest.  

D.  

D.a Gegen den Einspracheentscheid der ESTV (nachfolgend auch: Vor-

instanz) erhob die Steuerpflichtige (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

7. Oktober 2022 Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragt – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – die Aufhebung des Ein-

spracheentscheids und wiederholt im Übrigen ihre in der Einsprache ge-

stellten Anträge (vgl. Sachverhalt Bst. C.b).  

D.b In ihrer Vernehmlassung vom 16. November 2022 schliesst die Vor-

instanz auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.  

D.c Die Beschwerdeführerin repliziert am 20. Dezember 2022.  

Auf die konkreten Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die ein-

gereichten Unterlagen wird – soweit sie für den Entscheid wesentlich sind 

– im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes-

gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwal-

tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021), 

sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt 

hier nicht vor. Der angefochtene Einspracheentscheid stellt eine Verfügung 

im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne 

von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Be-

urteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; 

vgl. Art. 81 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 

[MWSTG, SR 641.20], wonach die in Art. 2 Abs. 1 VwVG genannten Aus-

nahmen im Mehrwertsteuerverfahren nicht gelten). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des angefochtenen Ein-

spracheentscheids zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 20 i.V.m. 

Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

sowie die Unangemessenheit rügen (Art. 49 VwVG). 

1.5 Gestützt auf des im Beschwerdeverfahren geltenden Grundsatzes der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG) ist das Bun-

desverwaltungsgericht verpflichtet, auf den unter Mitwirkung der Verfah-

rensbeteiligten festgestellten Sachverhalt die richtigen Rechtsnormen an-

zuwenden (statt vieler: BGE 131 II 200 E. 4.2). Demnach kann das Bun-

desverwaltungsgericht eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend 

gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Er-

gebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz ab-

weicht (sog. Motivsubstitution; vgl. BVGE 2007/41 E. 2; Urteil des BVGer 

A- 6966/2918 vom 24. Oktober 2019 E. 1.5).  

1.6 Die vorliegend zu beurteilende Sache betrifft die Steuerperioden 2013 

bis 2017. Damit kommt das am 1. Januar 2010 in Kraft getretene MWSTG 

bzw. die dazugehörige Mehrwertsteuerverordnung vom 27. November 

2009 (MWSTV, SR 641.201) zur Anwendung. In materieller Hinsicht ist da-

bei die in den zu beurteilenden Steuerperioden geltende Fassung massge-

bend (vgl. Art. 112 MWSTG; Urteile des BVGer A-1996/2022 vom 19. De-

zember 2022 E. 2; A-7088/2016 vom 11. Dezember 2017 E. 1.3). Recht-

sprechung, welche sich noch auf das alte Mehrwertsteuerrecht bezieht 

(Mehrwertsteuersteuergesetz vom 2. September 1999 [aMWSTG, in Kraft 

bis 31. Dezember 2009; AS 2000 1300]), wird zitiert, soweit sie auch für 

das neue Recht massgeblich ist. 

 

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Seite 6 

1.7  

1.7.1 Im öffentlichen Recht und damit auch im Steuerrecht führt der Eintritt 

der Verjährung zum Untergang der Forderung. Dies im Gegensatz zum  

Zivilrecht, in welchem der Eintritt der Verjährung lediglich die Durchsetz-

barkeit einer Forderung betrifft (BVGE 2009/12 E. 6.3.2.1 ff.). Die Verjäh-

rung einer Mehrwertsteuerforderung ist von Amtes wegen zu prüfen, wenn 

das Gemeinwesen Gläubiger der Forderung ist (BGE 142 II 182 E. 3.2.1; 

133 II 366 E. 3.3; BVGE 2009/12 E. 6.3.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer  

A-5049/2020 vom 16. August 2022 E. 1.5). 

1.7.2 Art. 42 Abs. 6 MWSTG sieht eine absolute Festsetzungsverjährung 

von zehn Jahren nach Ablauf der Steuerperiode vor, in welcher die Steuer-

forderung entstanden ist. Da die Steuerforderung gegenüber der nach ver-

einbarten Entgelten abrechnenden Beschwerdeführerin für die Steuer- 

perioden 1. bis 4. Quartal 2013 zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 

2013 entstanden ist, endet die absolute Verjährungsfrist für das Jahr 2013 

am 31. Dezember 2023. Es kann folglich für die Steuerperiode 2013 seit 

dem 1. Januar 2024 keine zusätzliche Mehrwertsteuer mehr erhoben wer-

den (Urteil des BGer 2C_1021/2020 vom 28. Juli 2021 E. 4.1; Urteile des 

BVGer A-4410/2021 vom 27. März 2023 E. 1.3.3; A-4569/2020 vom 4. Juli 

2022 E. 3.2). Für die weiteren (vorliegend streitigen) Steuerperioden 

(1. Quartal 2014 bis 4. Quartal 2017) ist die absolute Verjährung noch nicht 

eingetreten.  

Folglich ist die Beschwerde im Umfang der die Steuerperiode 2013 betref-

fenden Steuernachforderung (resultierend aus der Nachbelastung des Vor-

steuerabzugs), ausmachend Fr. 341'372.--, gutzuheissen. Aufgrund der 

eingetretenen Verjährung für die Steuerperiode 2013 hat die Vorinstanz die 

Zinsfolgen neu zu berechnen und dabei den Zeitpunkt des mittleren Ver-

falls neu zu bestimmen.  

2.    

2.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System 

der Nettoallphasensteuer (auch als Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug 

bzw. Mehrwertsteuer bezeichnet [vgl. Art. 130 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 {BV, SR 101} und 

Art. 1 Abs. 1 MWSTG]). Zweck ist die Besteuerung des nicht unternehme-

rischen Endverbrauchs im Inland (Art. 1 Abs. 1 zweiter Satz MWSTG). Die 

Steuer wird auf den im Inland von steuerpflichtigen Personen gegen Ent-

gelt erbrachten Leistungen (Inlandsteuer, vgl. Art. 18 MWSTG), auf dem 

Bezug von Leistungen von Unternehmen mit Sitz im Ausland durch 

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Empfänger und Empfängerinnen im Inland (Bezugsteuer, vgl. Art. 45 

MWSTG) und auf Einfuhren von Gegenständen (Einfuhrsteuer, vgl. Art. 52 

MWSTG) erhoben (Art. 1 Abs. 2 MWSTG). Der Mehrwertsteuer unterlie-

gende Leistungen und eingeführte Gegenstände sind steuerbar, soweit 

das MWSTG keine Ausnahme vorsieht (vgl. Art. 18 Abs. 1 MWSTG; Art. 53 

MWSTG). Eine Leistung im mehrwertsteuerlichen Sinn besteht in einer Lie-

ferung oder einer Dienstleistung (vgl. Art. 3 Bst. d und e MWSTG). Die Ver-

mietung bzw. Vercharterung von Luftfahrzeugen ist rechtsprechungsge-

mäss mehrwertsteuerlich als Lieferung zu qualifizieren (vgl. Art. 3 Bst. d 

MWSTG; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5088/2020 vom 21. November 

2022 E. 2.5 m.w.H.).  

2.2  

2.2.1 Für die Inlandsteuer war bis zum 31. Dezember 2017 subjektiv steu-

erpflichtig, wer unabhängig von Rechtsform, Zweck und Gewinnabsicht ein 

Unternehmen betrieb und nicht von der Steuerpflicht befreit war (aArt. 10 

Abs. 1 Satz 1 MWSTG; AS 2009 5203). Von der Steuerpflicht befreit war 

unter anderem, wer im Inland innerhalb eines Jahres weniger als 

Fr. 100'000.-- Umsatz aus steuerbaren Leistungen erzielte, sofern er oder 

sie nicht auf die Befreiung von der Steuerpflicht verzichtet hatte (aArt. 10 

Abs. 2 Bst. a Satz 1 MWSTG; AS 2009 5203).  

In zeitlicher Hinsicht beginnt die subjektive Steuerpflicht mit der Aufnahme 

der unternehmerischen Tätigkeit (Art. 14 Abs. 1 MWSTG). 

2.2.2 Die nach aArt. 10 MWSTG steuerpflichtige Person ist als Empfänge-

rin von Leistungen nach Art. 45 Abs. 1 MWSTG auch für die Bezugssteuer 

subjektiv steuerpflichtig (aArt. 45 Abs. 2 Bst. a MWSTG; AS 2009 5203).  

2.3 Die steuerpflichtige Person kann im Rahmen ihrer unternehmerischen 

Tätigkeit grundsätzlich laufend die von ihr wirtschaftlich getragenen Vor-

steuern abziehen (Art. 28 Abs. 1 MWSTG), sofern sie nachweist, dass sie 

diese bezahlt hat (ursprünglicher Abs. 4 von Art. 28 MWSTG; AS 2009 

5203 [entspricht Art. 28 Abs. 3 MWSTG]). Dadurch kommt die Belastungs-

konzeption zum Ausdruck, die darauf abzielt, dass mit der Mehrwertsteuer 

der nicht unternehmerische Endverbrauch im Inland besteuert wird (Art. 1 

Abs. 2 zweiter Satz MWSTG; BGE 149 II 147 E. 3.2.1; vgl. E. 2.1).  

Der unternehmerische Bereich stellt eine wirtschaftliche Einheit dar, wel-

cher alle Aktivitäten zuzuordnen sind, die einen Zusammenhang mit der 

unternehmerischen Tätigkeit der steuerpflichtigen Person aufweisen. Darin 

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einzuschliessen sind auch die vorsteuerbelasteten Investitionen und vor-

steuerbelasteten Aufwände (BGE 142 II 488 E. 3.3.2 [vgl. zu diesem Urteil: 

BEAT KÖNIG, Die unternehmerische Tätigkeit als Voraussetzung des Vor-

steuerabzuges, 2016, S. 76 ff.]; BAUMGARTNER/CLAVADETSCHER/KOCHER, 

Vom alten zum neuen Mehrwertsteuergesetz, 2010, § 7 N. 45). Somit sind 

vorsteuerbelastete Aufwände und Investitionen – unter Geltung des 

MWSTG, respektive im Unterschied zur Geltung des aMWSTG – grund-

sätzlich dem unternehmerischen Bereich zuzuordnen und berechtigen 

grundsätzlich zum Abzug der Vorsteuern (BGE 142 II 488 E. 3.8.2; Urteil 

des BGer 2C_359/2016 vom 4. Oktober 2016 E. 3.2.3; E. 3.3.3 f.; Urteil 

des BVGer A-6002/2022 vom 21. Dezember 2023 E. 2.3.2 f).  

Wird eine Leistung bzw. ein eingeführter Gegenstand nicht im Rahmen der 

unternehmerischen Tätigkeit – respektive ausserhalb des unternehmeri-

schen Bereichs – der steuerpflichtigen Person verwendet, liegt ein nicht 

unternehmerischer Endverbrauch vor und es besteht grundsätzlich kein 

Vorsteuerabzugsrecht (vgl. Urteil des BVGer A-4946/2022 vom 28. Sep-

tember 2023 E. 2.8.3).  

2.4  

2.4.1 Verwendet die steuerpflichtige Person Gegenstände, Teile davon 

oder Dienstleistungen innerhalb ihrer unternehmerischen Tätigkeit ge-

mischt, d.h. sowohl für Leistungen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen 

(Art. 28 MWSTG), als auch für Leistungen, die vom Vorsteuerabzug aus-

geschlossen sind (Art. 29 MWSTG), muss sie den Vorsteuerabzug nach 

dem Verhältnis der Verwendung korrigieren (vgl. Art. 30 Abs. 1 MWSTG). 

Wird eine Vorleistung gemäss Art. 30 Abs. 1 MWSTG zu einem überwie-

genden Teil im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit verwendet für 

Leistungen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, so kann nach Art. 30 

Abs. 2 MWSTG die Vorsteuer ungekürzt abgezogen und am Ende der 

Steuerperiode korrigiert werden (Art. 31 MWSTG). 

2.4.2 Die Korrektur des Vorsteuerabzuges kann gemäss Art. 65 MWSTV 

berechnet werden nach dem effektiven Verwendungszweck (Bst. a der Be-

stimmung), anhand von Pauschalmethoden mit von der ESTV festgelegten 

Pauschalen (Bst. b der Bestimmung) oder gestützt auf eigene Berechnun-

gen (Bst. c der Bestimmung). Stützt die steuerpflichtige Person die Korrek-

tur des Vorsteuerabzugs auf eigene Berechnungen, hat sie gemäss Art. 67 

MWSTV die Sachverhalte, die ihren Berechnungen zugrunde liegen, um-

fassend zu belegen sowie eine Plausibilitätsprüfung durchführen. 

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Seite 9 

Nach der Rechtsprechung muss die Korrektur des Vorsteuerabzugs jeden-

falls sachgerecht sein und den tatsächlichen Verhältnissen des Einzelfalls 

soweit als möglich entsprechen (vgl. [zur Vorsteuerabzugskürzung] Urteil 

des BVGer A-5049/2020 vom 16. August 2022 E. 2.5 m.w.H.) 

2.4.3 Bei der Korrektur des Vorsteuerabzugs infolge gemischter Verwen-

dung wird nicht jede Leistung einzeln betrachtet, sondern es stellt sich die 

Frage, ob neben dem unternehmerischen Bereich ein weiterer, nicht unter-

nehmerischer Bereich besteht. Nur, wenn dies zu bejahen ist, ist zu prüfen, 

welche Vorsteuern welchem Bereich zuzuordnen sind, wobei dies – zumin-

dest, wenn eine klare Zuteilung nicht möglich ist – proportional betrachtet 

wird (vgl. Art. 30 Abs. 1 MWSTG: «nach dem Verhältnis der Verwendung»; 

zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4256/2021 vom 14. November 2022 

E. 2.3 m.w.H.). 

2.5  

2.5.1 Ändert sich die Nutzung nach dem Erwerb des eingeführten Gegen-

stands, namentlich indem ein bisheriger zum Vorsteuerabzug berechtigter 

Gegenstand im Folgejahr nicht mehr im selben Umfang (sog. partielle Nut-

zungsänderung) für zum Vorsteuerabzug berechtigte Tätigkeiten verwen-

det wird, ist der bisherige Vorsteuerabzug nachträglich zu korrigieren (vgl. 

Urteil des BVGer A-2740/2018 vom 5. April 2019 E. 4.4.2). Nimmt die vor-

steuerberechtigte Nutzung ab, ist der Vorsteuerabzug in diesem Zeitpunkt 

zu korrigieren und die früher in Abzug gebrachte Vorsteuer – einschliess-

lich ihrer als Einlageentsteuerung korrigierten Anteile – zurückzuerstatten 

(sog. Eigenverbrauch, Art. 31 Abs. 1 MWSTG). Wurde der Gegenstand in 

der Zeit zwischen dem Empfang der Leistung und dem Wegfall bzw. Eintritt 

der Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug in Gebrauch genommen, so 

ist der Vorsteuerabzug im Umfang des Zeitwertes des Gegenstands zu kor-

rigieren. Bei beweglichen Gegenständen (und bei Dienstleistungen) wird 

zur Ermittlung des Zweitwertes der Vorsteuerbetrag linear für jedes abge-

laufene Jahr um 20% reduziert (Art. 31 Abs. 3 MWSTG, Art. 32 Abs. 2 

MWSTG; zur Ermittlung des Zeitwertes vgl. ferner Art. 70 Abs. 2 MWSTV, 

Art. 73 Abs. 2 MWSTV). Fallen die Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs 

nur teilweise weg, so ist die Korrektur im Ausmass der nicht mehr zum Vor-

steuerabzug berechtigenden Nutzung vorzunehmen (Art. 69 Abs. 4 

MWSTV). 

2.5.2 Zur Eruierung des Umfangs der Nutzungsart, respektive des Verhält-

nisses Drittnutzung vs. Eigennutzung ist es rechtsprechungsgemäss sach-

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Seite 10 

gerecht, auf die in die jeweilige Kategorie anfallenden Flugstunden abzu-

stellen (vgl. Urteil des BVGer A-4410/2021 vom 27. März 2023 E. 9.2.4). 

2.6  

2.6.1 Hat die ESTV die Korrektur des Vorsteuerabzugs selbst vorzuneh-

men, etwa weil die steuerpflichtige Person eine solche zu Unrecht unter-

lassen oder in einer nicht zulässigen Weise vorgenommen hat (sog. Er-

messenstaxation), steht ihr bei der Wahl der anzuwendenden Korrektur-

methode ein weiter Ermessensspielraum zu. Das Bundesverwaltungsge-

richt prüft eine zulässigerweise durch die ESTV vorgenommene Vorsteu-

erabzugskorrektur nur mit Zurückhaltung daraufhin, ob die von der ESTV 

gewählte Methode sachgerecht ist bzw. ob sie sich bei der betreffenden 

Korrektur innerhalb ihres Ermessensspielraums bewegt hat. Insbesondere 

setzt das Gericht nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle des Ermes-

sens der ESTV (Urteile des BVGer A-4946/2022 vom 28. September 2023 

E. 2.8.8; [ebenfalls zur Vorsteuerabzugskürzung] A-5049/2020 vom 

16. August 2022 E. 2.7 m.w.H.). Ist eine Vorsteuerabzugskorrektur durch 

die ESTV zu Recht erfolgt und erscheint diese nicht bereits im Rahmen der 

durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung 

vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig, obliegt es der steuerpflichtigen 

Person, darzutun und nachzuweisen, dass die vorgenommene Korrektur 

offensichtlich nicht sachgerecht ist (vgl. Urteil des BVGer A-2599/2015 vom 

19. Oktober 2015 E. 3.3.2; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5049/2020 

vom 16. August 2022 E. 2.7). 

2.6.2 Gemäss Rechtsprechung ist es im Rahmen einer Ermessenstaxation 

namentlich zulässig, dass die ESTV eine Prüfung der Verhältnisse wäh-

rend eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in der Folge das Ergeb-

nis auf den gesamten kontrollierten Zeitraum umlegt bzw. hochrechnet 

(sog. Umlageverfahren). Voraussetzung dafür ist, dass die massgebenden 

Verhältnisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt ähnlich sind wie in 

der gesamten Kontrollperiode (Urteile des BGer 2C_309/2009 vom 1. Feb-

ruar 2010 E. 2.2; 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2; Urteile des BVGer  

A-1336/2020 vom 12. Oktober 2021 E. 3.5.3; A-6390/2016, A-6393/2016 

vom 14. September 2017 E. 2.5.3). Bestehen begründete Anhaltspunkte 

dafür, dass die festgestellten Mängel nicht auf die übrigen Kontrollperioden 

übertragen werden können, ist das Umlageverfahren nicht zulässig. Recht-

sprechungsgemäss wird deshalb vorausgesetzt, dass die ESTV die übri-

gen Kontrollperioden mindestens stichprobenweise prüft und einzelfall-

weise belegt, dass die gefundenen Mängel auch in den übrigen, von der 

Kontrolle betroffenen Zeitabschnitten vorgekommen sind (vgl. Urteile des 

A-4545/2022 

Seite 11 

BVGer A-5274/2011 vom 19. März 2012 E. 5.5.2; A-549/2010 vom 

12. September 2011 E. 2.7.2; JÜRG STEIGER, in: Zweifel/Beusch/Glauser/ 

Robinson [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundes-

gesetz über die Mehrwertsteuer, 2015 [nachfolgend: MWST-Kommentar], 

Rz. 29 zu Art. 79). 

2.7 Im Bereich der Mehrwertsteuer herrscht das Prinzip der modifizierten 

Selbstveranlagung (BGE 149 II 147 E. 3.3.1 m.w.H.). Demnach hat die 

steuerpflichtige Person namentlich gegenüber der ESTV unaufgefordert in 

der vorgeschriebenen Form über die Steuerforderung abzurechnen 

(Art. 71 Abs. 1 MWSTG) und die entstandene Steuerforderung innerhalb 

der gesetzlichen Frist zu begleichen (Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Die ESTV 

überprüft die Erfüllung dieser Pflichten (Art. 77 MWSTG) und kann Kontrol-

len durchführen (Art. 78 MWSTG). 

2.8  

2.8.1 Die sich aus der Methode der Selbstveranlagung (E. 2.7) ergeben-

den Pflichten werden durch das gesetzlich vorgesehene Auskunftsrecht 

der steuerpflichtigen Person gemildert (vgl. Urteil des BGer 2C_423/2012 

vom 9. Dezember 2012 E. 3.4). Gemäss Art. 69 MWSTG erteilt die ESTV 

auf schriftliche Anfrage der steuerpflichtigen Person Auskunft zu den mehr-

wertsteuerlichen Konsequenzen eines konkret umschriebenen Sachver-

halts. Die Auskunft hat innert angemessener Frist zu erfolgen und ist für 

die anfragende steuerpflichtige Person und die ESTV rechtsverbindlich; sie 

kann auf keinen anderen Sachverhalt bezogen werden.  

2.8.2 Die steuerpflichtige Person hat im Auskunftsbegehren den zu beur-

teilenden Sachverhalt konkret und präzise darzulegen. Dabei muss der für 

die rechtliche Beurteilung erhebliche Sachverhalt offengelegt werden. 

Sachverhaltselemente, die tatbestandsrelevant sind, müssen zwingend im 

Auskunftsbegehren enthalten sein; nicht rechtsrelevante Sachverhaltsele-

mente müssen nicht beschrieben werden und beeinflussen bei einer Än-

derung die Gültigkeit der Auskunft nicht (vgl. RALF IMSTEPF/DIEGO CLAVA-

DETSCHER, Bindungswirkung von Rulings im Mehrwertsteuerrecht, publi-

ziert in: Archiv für Schweizerische Abgaberecht [nachfolgend: ASA 89 

2020/2021, S. 183 ff., S. 192). Die Auskunft bezieht sich grundsätzlich auf 

einen noch nicht verwirklichten, künftigen oder unter Umständen sogar  

hypothetisch bleibenden Sachverhalt. Es sind jedoch weder Sachverhalts-

elemente zu berücksichtigen, die im Auskunftsersuchen nicht enthalten 

sind, noch denkbare Hypothesen, die aber nicht konkret unterbreitet 

A-4545/2022 

Seite 12 

werden (vgl. BGE 149 II 147 E. 3.3.3.2 [sinngemäss auch zur Auskunft 

nach Art. 69 MWSTG]). 

2.8.3 Die einmal erteilte Auskunft nach Art. 69 MWSTG ist individuell- 

konkreter Natur. Folglich kann sich lediglich die betreffende steuerpflichtige 

Person (oder deren Rechtsnachfolgerin, vgl. Art. 16 Abs. 2 MWSTG) da-

rauf berufen, und dies rechtsprechungsgemäss auch nur, soweit es sich 

«um genau diesen Sachverhalt (bzw. eine Wiederholung desselben)» han-

delt (BGE 149 II 147 E. 3.3.2). Mit anderen Worten vermag die Auskunft für 

Dritte oder für lediglich ähnliche aber nicht absolut identische Sachverhalte 

keine Bindungswirkung zu entfalten (JEANNINE MÜLLER, MWST-Kommen-

tar 2015, Rz. 14 zu Art. 69). Die Verbindlichkeit der Auskunft entfällt insbe-

sondere dann, wenn der im Auskunftsbegehren festgehaltene Sachverhalt 

nicht umgesetzt wird oder die Sachverhaltsdarstellung der anfragenden 

Person sich als falsch erweist (vgl. IMSTEPF/CLAVADETSCHER, a.a.O., 

S. 187; 203).  

2.8.4 Die Frage der möglichen Auswirkungen einer unrichtigen Auskunft 

beurteilt sich nach dem Grundsatz von Treu und Glauben bzw. nach dem 

Vertrauensschutz (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV).  

2.9  

2.9.1 Das Bundesgericht hatte bereits verschiedentlich zu beurteilen, wie 

eine Gesellschaft, die ein Flugzeug hält, mehrwertsteuerlich zu behandeln 

ist, wenn sie ihren Aktionär bzw. wirtschaftlich Berechtigten oder eine die-

sem nahe stehende Person mit dem Flugzeug befördert oder das Flugzeug 

solchen Personen zur Verfügung stellt (vgl. Zusammenfassung der ver-

schiedenen Beurteilungsphasen in BGE 149 II 53 E. 5). Die Sachverhalte 

wurden grundsätzlich auf den Tatbestand der Steuerumgehung hin geprüft, 

wobei während der letzten Phase (d.h. bis zu BGE 149 II 53) auch eine 

«partielle Steuerumgehung» geprüft wurde. Die möglichen Konstellationen 

bei Flugzeugeigentümer-Gesellschaften unterteilte das Bundesgericht zu-

letzt in vier Fallgruppen (zum Ganzen [in tabellarischer Form dargestellt]: 

Urteil des BGer 2C_487/2011 vom 13. Februar 2013 E. 2.9): 

• Bestand eine ausschliessliche (private) Eigennutzung des Flugzeugs 

durch den wirtschaftlich Berechtigten oder eine nahestehende Person, 

war die zivilrechtliche Struktur nicht anzuerkennen und ein «Durchgriff» 

vorzunehmen (Fallgruppe 1); 

• Bestand die Eigennutzung nahezu ausschliesslich, aber lag lediglich 

eine nahezu unerhebliche Drittnutzung (im Sinne echter Drittumsätze) 

A-4545/2022 

Seite 13 

vor, war die zivilrechtliche Struktur ebenfalls nicht anzuerkennen und 

ein «Durchgriff» vorzunehmen (Fallgruppe 2); 

• Wurde ein Flugzeug dem wirtschaftlich Berechtigten oder der naheste-

henden Person zwar dauernd (oder zumindest mit «Vorrangrecht») zur 

Verfügung gestellt und entsprechend genutzt, wurden daneben aber 

erhebliche Drittumsätze erzielt, war die Struktur teilweise, d.h. in Bezug 

auf die Drittumsätze, grundsätzlich anzuerkennen (Fallgruppe 3); 

• Kein Raum für eine Steuerumgehung blieb, wenn eine erhebliche Dritt-

nutzung bestand und der Eigennutzung eine untergeordnete Bedeu-

tung zukam; die gewählte Struktur war steuerlich grundsätzlich vollum-

fänglich anzuerkennen (Fallgruppe 4). 

In zwei weiteren Urteilen aus dem Jahr 2014 hielt das Bundesgericht ferner 

fest, dass die private Verwendung von Leistungen der steuerpflichtigen 

Person durch den wirtschaftlich Berechtigten nur auf der Ebene der Steu-

erumgehung eine Rolle spiele. Liege keine Steuerumgehung vor und habe 

die Leistung die betriebliche Sphäre verlassen, werde die Frage, ob teil-

weise Eigenverbrauch vorliege (mithin eine gemischte Verwendung im 

Sinne von Art. 41 Abs. 1 aMWSTG), hinfällig (vgl. Urteile des BGer 

2C_711/2013 vom 7. Januar 2014 E. 6.2; 2C_451/2013 vom 7. Januar 

2014 E. 6.2).  

2.9.2 Die bisherige Rechtsprechung (vgl. E. 2.9.1) stiess verschiedentlich 

auf Kritik, so auch zuletzt in der Phase der «partiellen Steuerumgehung» 

(vgl. BGE 149 II 53 E. 5.2.4). Im Sinne einer Praxisänderung anerkannte 

das Bundesgericht in BGE 149 II 53, dass einer steuerpflichtigen Person 

(unter Vorbehalt besonderer Umstände) kein missbräuchliches Verhalten 

vorgeworfen werden könne, indem sie sich im Register der mehrwertsteu-

erpflichtigen Personen eintragen lasse, wenn das Gesetz die Gesellschaft 

zur Anmeldung verpflichte. Der Vorwurf der Steuerumgehung könne in der 

Regel nicht greifen, solange nicht feststehe, dass die gewählte Gestaltung 

die subjektive Steuerpflicht der Gesellschaft – sowie die Meldepflicht beim 

Register – begründe. Ohne subjektive Steuerpflicht könne die Gesellschaft 

keine Vorsteuern abziehen und keine Steuerersparnis erzielen. Dazu sei 

auch zu klären, inwiefern Leistungen einer Flugzeug-Eigentümergesell-

schaft zur privaten Verwendung durch den wirtschaftlich Berechtigten oder 

diesem nahe stehende Personen als gewerbliche Tätigkeit gelten können, 

die zum Vorsteuerabzug berechtigen würde (BGE 149 II 53 E. 5.3).  

A-4545/2022 

Seite 14 

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf den Ausnahmecharakter des  

Instituts der Steuerumgehung (vgl. BGE 138 II 239 E. 4.1; Urteil des BVGer 

A-2703/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.6.2) revidierte das Bundesgericht 

seine bisherige Rechtsprechung dahingehend, dass zunächst zu prüfen 

sei, ob eine Gesellschaft überhaupt – d.h. auch ohne die gewählte Gestal-

tung – der subjektiven Steuerpflicht unterliege und den Vorsteuerabzug be-

anspruchen könne. Erst danach könne die Gestaltung auf Steuerumge-

hung geprüft werden (BGE 149 II 53 E. 6).  

2.10  

2.10.1 Im Anwendungsbereich des MWSTG sind vorsteuerbelastete Auf-

wände und Investitionen der steuerpflichtigen Person wie gesagt (vgl. 

E. 2.3) grundsätzlich der unternehmerischen Tätigkeit bzw. dem unterneh-

merischen Bereich zuzuordnen, weshalb sie grundsätzlich zum Abzug der 

Vorsteuern berechtigen. Das Bundesgericht hielt in seiner neuesten Recht-

sprechung allerdings fest, dass die Tätigkeit von Flugzeug-Eigentümerge-

sellschaften grundsätzlich nicht als gewerblich bezeichnet werden könne, 

soweit die Gesellschaft zur Befriedigung der privaten Bedürfnisse des wirt-

schaftlich Berechtigten oder ihm nahe stehender Personen eingesetzt 

werde. Denn insoweit sei ihr Augenmerk nicht auf die Erzielung von Um-

sätzen ausgerichtet und es fehle der Tätigkeit die notwendige Nachhaltig-

keit, um wirtschaftlich bestehen zu können. Falle diese Tätigkeit nicht in 

den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer, könnten die in diesem Rah-

men erbrachten Beförderungen des wirtschaftlich Berechtigten oder ihm 

nahe stehender Personen keinen geschäftlich begründeten Zweck gemäss 

Art. 38 Abs. 1 aMWSTG darstellen, der zum Vorsteuerabzug berechtigen 

würde, selbst wenn sie isoliert betrachtet die Merkmale einer Lieferung 

oder Dienstleistung tragen würden (BGE 149 II 53 E. 6.2).  

2.10.2 Als Teil einer zum Vorsteuerabzug berechtigenden gewerblichen 

Tätigkeit bzw. eines unternehmerischen Bereichs würden (private) Beför-

derungen des wirtschaftlich Berechtigten oder ihm nahestehender Perso-

nen nur – aber immerhin – dann betrachtet werden können, wenn sie ge-

messen an der Gesamtnutzung des Flugzeugs nur einen geringfügigen 

Anteil ausmachen. In Anlehnung an die aktuelle Praxis der ESTV (vgl. 

MWST-Branchen-Info 11 [Luftverkehr], Ziff. 13.4 [erstmals publiziert am 

27. Oktober 2015]) erachtet das Bundesgericht eine solche private Nut-

zung als unschädlich, sofern sie 20% der Gesamtnutzung des Flugzeugs 

nicht übersteigt (sog. «safe harbour»). Sobald dieser Wert überschritten 

werde, falle jedoch die gesamte Verwendung des Flugzeugs zu privaten 

Zwecken durch den wirtschaftlich Berechtigten und nahestehende Perso-

A-4545/2022 

Seite 15 

nen aus dem Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer und berechtige 

nicht zum Vorsteuerabzug (BGE 149 II 53 E. 6.2 mit sinngemässem Ver-

weis auf MWST-Branchen-Info 11, Ziff. 13.4).  

3.  

Im vorliegenden Fall ist streitig, ob die Vorinstanz in Bezug auf die Verwen-

dung des durch die Beschwerdeführerin gehaltenen Helikopters in den vor-

liegend noch zu beurteilenden Steuerperioden 2014 – 2017 zu Recht eine 

Korrektur der Vorsteuerabzüge bzw. im Jahr 2017 eine Korrektur der  

deklarierten Steuer vorgenommen hat (E. 3.2) und, falls dem so ist, ob die 

vorgenommene Korrektur pflichtgemäss erfolgt ist (E. 3.3). 

3.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich für die Beurteilung des vorliegen-

den Sachverhalts auf die Auskunft der ESTV vom 7. Mai 2014, wonach ihr 

(der Beschwerdeführerin) im Zusammenhang mit (dem Erwerb und) der 

Nutzung des streitbetroffenen Helikopters ein hundertprozentiges Vorsteu-

erabzugsrecht zustehe (vgl. Sachverhalt Bst. B.c). Vorab ist daher eine 

mögliche Bindungswirkung dieser Auskunft zu prüfen.  

3.1.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die einzelnen Sachverhalts-

elemente, welche für die rechtliche Würdigung in der Auskunft kausal ge-

wesen seien, hätten nicht geändert. Insbesondere seien die gegenüber der 

ESTV kommunizierten Verhältnisse von privaten zu kommerziellen Flug-

stunden in etwa eingehalten worden. Zudem habe sie (die Beschwerdefüh-

rerin bzw. ihre Rechtsvorgängerin) die ESTV im Auskunftsbegehren darauf 

aufmerksam gemacht, dass sich die effektive Nutzung des Helikopters erst 

im Laufe der Jahre zeigen werde. Folglich sei die Auskunft für die kontrol-

lierten Steuerperioden nach wie vor verbindlich. Allenfalls sei die Praxis-

festlegung der ESTV, wonach die private Nutzung des Flugzeugs durch 

eng verbundene Personen oder durch diesen Nahestehende im Umfang 

von höchstens 20% für die grundsätzliche Vorsteuerabzugsberechtigung 

unschädlich sei, erst ab ihrer Publikation am 27. Oktober 2015 für die Be-

schwerdeführerin verbindlich und hebe die Bindungswirkung der Auskunft 

auch erst ab diesem Zeitpunkt auf.  

3.1.2 Die Vorinstanz verneint die Bindungswirkung der Auskunft mit der Be-

gründung, dass der Sachverhalt, welchen die Beschwerdeführerin der Vor-

instanz im Auskunftsbegehren unterbreitet hatte, nie umgesetzt worden 

sei. Der geplante bzw. geschilderte kommerzielle Betrieb des Helikopters 

sei nie im erhofften Umfang erfolgt; vielmehr sei von einer grundsätzlich 

dauernden Verfügbarkeit zu Gunsten des Mehrheitsaktionärs der 

A-4545/2022 

Seite 16 

Beschwerdeführerin auszugehen. Zudem hätten die verschiedenen Ände-

rungen des ursprünglichen Charter Vertrags eine völlig andere Finanzie-

rungsstruktur zur Folge gehabt, indem grundsätzlich der Mehrheitsaktionär 

für das Halten des Helikopters und die damit verbundenen Kosten aufge-

kommen war. Somit sei von einer wesentlichen Sachverhaltsabweichung 

auszugehen, infolge welcher rechtsprechungsgemäss sowohl die Bin-

dungswirkung der Auskunft nach Art. 69 MWSTG als auch der verfas-

sungsmässige Vertrauensschutz nach Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV entfalle. 

Ausserhalb des in der Auskunft behandelten Sachverhalts bestehe kein 

schutzwürdiges Vertrauen. Spätestens im Zeitpunkt der Feststellung, dass 

die geplanten geschäftlichen Flugstunden bei Weitem nicht erreicht wur-

den, hätte die Beschwerdeführerin die Anwendbarkeit der Auskunft auf den 

sich veränderten Sachverhalt in Frage stellen müssen und ihr (der Vo-

rinstanz) ein aktualisiertes Auskunftsbegehren zur Beurteilung vorlegen 

sollen. Die Beschwerdeführerin sei jedoch untätig geblieben, weshalb sie 

sich nicht auf eine Bindungswirkung berufen könne.  

3.1.3  

3.1.3.1 Den von der ESTV zu beurteilenden Sachverhalt schilderte die 

Rechtsvorgängerin der Beschwerdeführerin zusammengefasst wie folgt 

(vgl. act. 26):  

Sie (die Rechtsvorgängerin der Beschwerdeführerin) beabsichtige, jährlich 

ca. 150-200 Stunden kommerzielle Flüge für Kunden (unabhängige Dritte) 

in der Schweiz und im umliegenden Ausland durchzuführen, dies zu einem 

Preis von Fr. 5'700.-- pro Flugstunde. Diese Flüge würden namentlich in 

den Wintermonaten (…) stattfinden. Während den Sommermonaten (Mai 

bis September) stünde ihrem Mehrheitsaktionär ein prioritäres Nutzungs-

recht zu, wobei er gemäss Charter Agreement vom 26. November bzw. 

11. Dezember 2013 (vgl. act. 26, Beilage 1; Beschwerdebeilage 6) eine 

fixe Anzahl von Flugstunden abnehmen müsse («zur Zeit 283 Flugstunden 

pro Jahr»). Es handle sich dabei um private Flüge des Mehrheitsaktionärs, 

dessen Familie und dessen Gästen. Nicht genutzte Flugstunden würden 

am Ende des Jahres wieder verfallen und Flugstunden, welche über die 

Mindestanzahl hinausgehen, würden zu einem Preis von Fr. 5'650.-- zu-

sätzlich in Rechnung gestellt. Ferner werde sie (die Rechtsvorgängerin der 

Beschwerdeführerin) mit dem Helikopter auch geschäftliche Flüge für an-

dere F._______-Konzerngesellschaften durchführen. Diese Gesellschaften 

könnten die Flüge zum selben Preis wie Dritte bei ihr (der Rechtsvorgän-

gerin der Beschwerdeführerin) beziehen, jedoch ohne prioritäre Nutzungs-

rechte. Das finale Nutzungsverhältnis des Helikopters werde sich erst im 

A-4545/2022 

Seite 17 

Laufe der Jahre zeigen und hänge massgeblich davon ab, wie erfolgreich 

sie (die Rechtsvorgängerin der Beschwerdeführerin) an die vergangenen 

Jahre anknüpfen könne. 

3.1.3.2 Die Beschwerdeführerin bestätigt mehrfach, dass es sich bei den 

von der Vorinstanz als «privat für E._______ und seine Angehörigen» auf-

geführten Flugstunden tatsächlich um solche für private Zwecke gehandelt 

hat. Ebenfalls bestätigt wird die Anzahl der total mit dem streitgegenständ-

lichen Helikopter durchgeführten Flugstunden je Steuerperiode sowie der 

darauf entfallene Anteil an kommerziellen Flügen gemäss Aufstellung der 

Vorinstanz (vgl. E. 5 des Einspracheentscheids in fine). Zwar erklärt die 

Beschwerdeführerin an einer Stelle in ihrer Beschwerde, dass «[…] über-

haupt kein Grund» für die Vermutung bestehe, «dass das Flugzeug [ge-

meint ist der Helikopter] für private Zwecke des Aktionärs bzw. des wirt-

schaftlich Berechtigten und ihm Nahestehender angeschafft und verwen-

det» worden sei, respektive, dass «er [der Helikopter] auch nicht den  

privaten Belangen von E._______» gedient habe (vgl. Beschwerdeschrift 

S. 11, Ziff. 2.2, zweiter und dritter Absatz). Diese Ausführungen beziehen 

sich allerdings auf die Bestreitung der Hypothese, dass die Beschwerde-

führerin in erster Linie dazu da sei, dem wirtschaftlich Berechtigten für des-

sen private Belange ein Flugzeug zu Verfügung zu stellen. 

Somit präsentiert sich die tatsächliche Nutzung des Helikopters in den kon-

trollierten Steuerperioden wie folgt:  

 2013 2014 2015 2016 2017 

Total Flugstunden Vercharterung 93.07 

(100%) 

177.68 

(100%) 

219.57 

(100%) 

146.78 

(100%) 

150.91 

(100%) 

davon privat für Mehrheitsaktionär 

und seine Angehörigen 

54.05 

(58.07%) 

76.07 

(42.81%) 

98.38 

(44.81%) 

71.57 

(48.76%) 

86.48 

(57.31%) 

Rest (kommerzielle Flüge) 39.02 

(41.93%) 

101.61 

(57.19%) 

121.19 

(55.19%) 

75.21 

(51.24%) 

64.43 

(42.69%) 

 

3.1.3.3 Vorliegend kann – wie die Vorinstanz zu Recht vorbringt – in den 

massgeblichen Steuerperioden nicht mehr von mit dem im Auskunftsbe-

gehren geschilderten, identischen Sachverhalten gesprochen werden. Die 

durchgeführten Flugstunden sind erwiesenermassen deutlich tiefer 

A-4545/2022 

Seite 18 

ausgefallen, als geplant. Weder die kommerziellen Flüge (worunter die 

ESTV auch die – im Auskunftsbegehren separat aufgeführten – Flüge für 

Konzerngesellschaften zählte) noch die privaten Flüge des Mehrheitsakti-

onärs haben im erhofften Umfang stattgefunden. Es trifft zwar für die Steu-

erperioden 2014, 2015 und 2016 zu, dass das Verhältnis zwischen kom-

merzieller und privater Nutzung des Helikopters ähnlich ausgefallen ist, wie 

im Auskunftsbegehren geschildert. Die deutlich tiefere Anzahl an durchge-

führten Flugstunden führte jedoch gleichzeitig zu erheblich längeren Stand-

zeiten des streitgegenständlichen Helikopters als geplant. Sodann wurden 

auch die vertraglichen Regelungen zwischen der Beschwerdeführerin 

(bzw. ihrer Rechtsvorgängerin) und ihrem Mehrheitsaktionär betreffend 

Nutzung des streitgegenständlichen Helikopters mehrfach abgeändert. 

Gemäss ursprünglichem Charter Agreement aus dem Jahr 2013 verpflich-

tete sich der Mehrheitsaktionär, pro Kalenderjahr 283 Flugstunden zu  

einem (Dritt-)Preis von Fr. 5'650.-- einzukaufen (vgl. act. 26, Beilage 1, 

Ziff. 1.2 i.V.m. Ziff. 3.1). Im Jahr 2015 schlossen die Parteien einen neuen 

Charter Vertrag ab, wonach sich der Mehrheitsaktionär verpflichtete, 80 

Flugstunden zu einem Pauschalpreis von EUR 700'000.-- zu beziehen (vgl. 

Beschwerdebeilage 13, Beilage 3). Dies entspricht einem Stundenansatz 

von EUR 8'750.--. Mit der Vertragsergänzung aus dem Jahr 2017 wurde 

der zu bezahlende Pauschalpreis für 80 Flugstunden auf EUR 1'200'000.- 

erhöht (vgl. Beschwerdebeilage 13, Beilage 4), was einem Stundenansatz 

von EUR 15'000.-- und damit dem Dreifachen des Drittpreises entspricht. 

Die längeren Standzeiten und erfolgten Vertragsanpassungen führten in 

Kombination mit dem temporären Vorrangrecht des Mehrheitsaktionärs 

dazu, dass das Halten des Helikopters faktisch hauptsächlich durch den 

Mehrheitsaktionär – und nicht wie im Auskunftsbegehren geschildert bzw. 

zumindest geplant – durch die Beschwerdeführerin (mittels Einkünften aus 

Leistungen an Dritte und Konzerngesellschaften) finanziert wurde. Aus 

mehrwertsteuerlicher Sicht ist dies – entgegen der Auffassung der  

Beschwerdeführerin – nicht irrelevant. Im Jahr 2017 (wie auch bereits im 

Jahr 2013) wurde der streitbetroffene Helikopter sodann – ebenfalls im Un-

terschied zum im Auskunftsbegehren geschilderten Sachverhalt – überwie-

gend vom Mehrheitsaktionär zu privaten Zwecken genutzt, was einer par-

tiellen Nutzungsänderung (vgl. E. 2.5.1) entspricht. Auch diesbezüglich 

kann somit nicht von einem gleichen Sachverhalt gesprochen werden.  

3.1.3.4 Im Übrigen hat die ESTV in ihrer Auskunft lediglich die konkreten 

Sachverhaltsdarstellungen zu beurteilen. Nicht substantiierte Hypothesen 

sind nicht zu berücksichtigen (vgl. E. 2.8.2). Mit dem Argument, sie (bzw. 

ihre Rechtsvorgängerin) habe im Auskunftsbegehren ausdrücklich auf 

A-4545/2022 

Seite 19 

mögliche Änderungen im tatsächlichen Betrieb hingewiesen, vermag die 

Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. 

3.1.4 Somit ist als Zwischenfazit festzuhalten, dass die Auskunft der ESTV 

vom 7. Mai 2014 keine Bindungswirkung für die kontrollierten Steuerperio-

den entfaltet. Infolgedessen ist weder ein allfälliger Bestandesschutz der 

Auskunft (vgl. E. 2.8.3) noch die zeitliche Wirkung der erstmaligen Praxis-

publikation der sog. «safe harbour» Regel (vgl. E. 2.10.2) näher zu prüfen.  

3.2 Im Folgenden ist zu beurteilen, ob die von der Vorinstanz vorgenom-

menen Korrekturen rechtmässig erfolgt sind.  

3.2.1 Aufgrund der Feststellungen anlässlich der durchgeführten Kontrolle, 

ging die Vorinstanz zusammengefasst davon aus, dass das Halten des 

streitgegenständlichen Helikopters durch die Beschwerdeführerin infolge 

erheblicher Nutzung durch den Mehrheitsaktionär bzw. durch diesem na-

hestehende Personen zu privaten oder nicht geschäftlichen Zwecken den 

Tatbestand der partiellen Steuerumgehung erfülle (vgl. E. 7 des Ein-

spracheentscheids). Gemäss neuester bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung ist bei Flugzeugeigentümer-Gesellschaften nicht grundsätzlich von 

einer Steuerumgehung auszugehen, solange die gewählte Gestaltung die 

subjektive Steuerpflicht der Flugzeugeigentümer-Gesellschaft nicht be-

gründet (vgl. E. 2.9.2). Dies ist vorliegend der Fall: Die Beschwerdeführerin 

(bzw. ihre Rechtsvorgängerin) hat den Helikopter unbestrittenermassen in 

erheblichem Umfang an Dritte verchartert (vgl. E. 3.1.3.2). Im Umfang der 

Drittvercharterung hat die Beschwerdeführerin zweifellos eine gewerbliche 

Tätigkeit ausgeübt, die ihre subjektive Steuerpflicht begründet hat (vgl. 

E. 2.2.1; E. 2.6.3). Insoweit anerkennt denn auch die Vorinstanz grundsätz-

lich das Recht der Beschwerdeführerin zum Vorsteuerabzug. 

Die Berechtigung zum Vorsteuerabzug ist in vorliegender Konstellation so-

mit (lediglich) dahingehend zu prüfen, ob die mit dem Helikopter erbrachten 

Leistungen im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit bzw. innerhalb 

des unternehmerischen Bereichs der Beschwerdeführerin erfolgt sind oder 

nicht (vgl. E. 2.3; E. 2.9.2). Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin 

und der Vorinstanz im Zusammenhang mit Tatbestandselementen der 

Steuerumgehung braucht demnach nicht weiter eingegangen zu werden. 

Im Resultat dürfte dies umfangs- bzw. betragsmässig der Fallgruppe 3 ent-

sprechen, wonach zu prüfen ist, ob neben dem unternehmerischen Bereich 

ein nicht unternehmerischer Bereich vorliegt, welcher nicht zum Vorsteuer-

A-4545/2022 

Seite 20 

abzug berechtigt, und ob mit dem Helikopter Leistungen erbracht wurden, 

die diesem Bereich zuzuordnen sind (vgl. E. 2.9.1, Fallgruppe 3).  

3.2.2  

3.2.2.1 Bei bestehender subjektiver Steuerpflicht sind grundsätzlich sämt-

liche vorsteuerbelasteten Aufwände und Investitionen dem unternehmeri-

schen Bereich zuzuordnen und berechtigen grundsätzlich zum Abzug der 

wirtschaftlich getragenen Vorsteuern. Wenn aber die Flugzeugeigentümer-

Gesellschaft über einen nicht unternehmerischen Bereich verfügt und der 

fragliche Aufwand bzw. die fragliche Investition diesem Bereich zugeordnet 

werden kann, berechtigen Letztere nicht zum Vorsteuerabzug (vgl. E. 2.3). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann die Befriedigung der 

privaten Bedürfnisse einer eng verbundenen Person oder dieser naheste-

henden Personen durch die Flugzeugeigentümer-Gesellschaft grundsätz-

lich nicht als gewerblich bezeichnet werden, weshalb diese Tätigkeit nicht 

in den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer fällt. Mithin erfolgt eine sol-

che Tätigkeit ausserhalb des unternehmerischen Bereichs, respektive be-

steht insoweit ein nicht unternehmerischer Bereich der steuerpflichtigen 

Person. Anders verhält es sich jedoch dann, wenn die privaten Beförderun-

gen eng verbundener Personen oder dieser Nahestehender durch die 

Flugzeugeigentümer-Gesellschaft nicht mehr als 20% der Gesamtnutzung 

des fraglichen Flugzeugs bzw. Helikopters ausmachen (vgl. E. 2.10).  

Der streitgegenständliche Helikopter wurde in sämtlichen kontrollierten 

Steuerperioden zu mehr als 20% vom Mehrheitsaktionär bzw. von ihm na-

hestehenden Personen genutzt (vgl. E. 3.1.3.2; nämlich im Umfang von 

76.07 Stunden bzw. 42.81% im Jahr 2014, von 98.38 Stunden bzw. 

44.81% im Jahr 2015, von 71.57 Stunden bzw. 48.76% im Jahr 2016 sowie 

von 86.48 Stunden bzw. 57.31% im Jahr 2017). Damit handelt es sich in 

Anwendung der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht um 

einen geringfügigen Anteil und die Beförderung des Mehrheitsaktionärs 

bzw. diesem nahestehender Personen kann nicht (mehr) dem unterneh-

merischen Bereich der Beschwerdeführerin zugerechnet werden (vgl. 

E. 2.10.2). Dies gilt unabhängig davon, ob für die Privatflüge ein Drittpreis 

verrechnet worden ist (vgl. E. 2.5.2, wonach es bei der Eruierung des Um-

fangs der privaten Nutzung sachgerecht ist, auf die Flugstunden abzustel-

len). Folglich ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-

rerin im Zusammenhang mit der Nutzung des Helikopters zur privaten Be-

förderung des Mehrheitsaktionärs und/oder diesem nahestehenden Perso-

nen kein Recht auf Vorsteuerabzug zusteht. 

A-4545/2022 

Seite 21 

3.2.2.2 Mangels Berechtigung zum Vorsteuerabzug für private Beförde-

rungsleistungen des Mehrheitsaktionärs und dessen Angehörigen hätte die 

Beschwerdeführerin ihren Vorsteuerabzug verhältnismässig korrigieren 

müssen (vgl. E. 2.4.1). Da die Beschwerdeführerin in den kontrollierten 

Steuerperioden keine entsprechenden Vorsteuerkorrekturen vorgenom-

men hat, war die Vorinstanz berechtigt und verpflichtet, die Korrekturen 

vorzunehmen und dabei gewisse Parameter ermessenweise zu schätzen 

(vgl. E. 2.6.1). 

3.2.3 Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob die Vorinstanz die Korrekturen 

pflichtgemäss vorgenommen hat (vgl. E. 2.6).  

3.2.3.1 Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid fest, den Vorsteu-

erabzug anteilsmässig korrigiert zu haben, indem sie diesen nur im Umfang 

der Verwendung des Helikopters für unabhängige Dritte zugelassen, im 

Umfang der privaten Verwendung hingegen korrigiert bzw. gekürzt habe. 

Zu den im Einzelnen vorgenommenen Korrekturen verweist die Vorinstanz 

auf die EM sowie auf das Beiblatt und dessen Beilagen (vgl. act. 8). 

3.2.3.2 Gemäss Ziff. 2 und 3 der EM nahm die Vorinstanz zunächst eine 

Korrektur infolge gemischter Verwendung vor (vgl. act. 8, EM sowie dessen 

Beilage 1 und 2). Konkret bestimmte die Vorinstanz die für Geschäftsauf-

wendungen und Investitionen des streitgegenständlichen Helikopters pro 

Steuerperiode anfallenden Vorsteuern, indem sie – basierend auf der von 

der Beschwerdeführerin zur Verfügung gestellten Aufstellung («[…] 3401 + 

3402 Aufwand 12-2013-09-2019 ([…] + GemKost)»; nicht in den Akten) – 

die direkt zuordenbaren Vorsteuern für den Betrieb und Unterhalt mit den 

auf den Helikopter anteilsmässig anfallenden «Overhead-Kosten» der Be-

schwerdeführerin addierte. Den auf den Helikopter anfallenden Anteil an 

den «Overhead-Kosten» der Beschwerdeführerin bestimmte die Vo-

rinstanz dabei anhand des kalkulatorischen Umsatzverhältnisses für das 

Jahr 2017 (deklarierter Gesamtumsatz vs. kalkulierter Umsatz Helikopter 

[Flugstunden total x Drittpreis]). Das so errechnete Umsatzverhältnis 

(10.47%) bzw. den auf den Helikopter anfallenden Anteil an den «Over-

head-Kosten» legte die Vorinstanz schliesslich auf die übrigen kontrollier-

ten Steuerperioden um (vgl. act. 8, Beiblatt zur EM, Beilage 2). Die ge-

mischte Verwendung des Helikopters resultierte in einer Korrektur des Ab-

zugs von Vorsteuern im Umfang von total Fr. 55’899.-- (Fr. 14'817.-- für die 

Steuerperiode 2014; Fr. 16’687.-- für die Steuerperiode 2015; Fr. 11'806.-- 

für die Steuerperiode 2016; Fr. 12'589.-- für Steuerperiode 2017).  

A-4545/2022 

Seite 22 

3.2.3.3 Die Vorinstanz stützte sich bei der Korrektur infolge gemischter Ver-

wendung einerseits auf die vorhandenen Teile der Buchhaltung und die  

erhältlichen Unterlagen und bestimmte so die direkt zuordenbaren Vorsteu-

ern. Zudem nahm die Vorinstanz bei den «Overhead-Kosten» eine propor-

tionale Korrektur vor. Diesbezüglich hat sie ihr Vorgehen grundsätzlich 

nachvollziehbar dargelegt (vgl. E. 3.2.3.2 hiervor).  

Aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend Zusammenset-

zung der Helikopter Flotte geht allerdings hervor, dass die Beschwerdefüh-

rerin während den kontrollierten Steuerperioden zeitweise über zwei Heli-

kopter verfügte (vgl. Beschwerde S. 5, Ziff. 2.2). Ebenso war der Anteil 

kommerzieller Flüge in den noch massgeblichen Steuerperioden einzig im 

Jahr 2017 tiefer als der Anteil privater Flüge. Die deklarierten Umsatzsteu-

ern weisen zudem in den kontrollierten Steuerperioden teilweise erheblich 

unterschiedliche Werte auf. Insofern lagen in den kontrollierten Steuer- 

perioden unterschiedliche Verhältnisse vor, weshalb eine Korrektur mittels 

Umlage der anteilsmässigen Vorsteuern an den Overhead-Kosten des 

streitgegenständlichen Helikopters auf Basis der Steuerperiode 2017 auf 

die übrigen Steuerperioden nicht von vorneherein als zulässig erscheint 

(vgl. E. 2.6.2).  

Vorliegend weisen die mit dem streitgegenständlichen Helikopter total 

durchgeführten Flugstunden mit 150.91 Stunden im Jahr 2017 allerdings 

den zweittiefsten Wert auf, welcher nur unwesentlich vom tiefsten Wert im 

Jahr 2016 (146.78 Stunden) abweicht. Zudem liegen die durchschnittlichen 

Flugstunden der Jahre 2013-2017 bei 157.6 Stunden. Ferner weist der Um-

satzsteuerbetrag für die Steuerperiode 2017 im Vergleich zu den übrigen 

relevanten Steuerperioden einen mittleren Wert auf, weshalb er den tat-

sächlichen Verhältnissen grundsätzlich am nächsten kommen dürfte. 

Schliesslich wurde für das «kalkulatorische Umsatzverhältnis A._______ 

AG / Helikopter […]» davon ausgegangen, dass sämtliche Flugstunden im 

Jahr 2017 mit dem Helikopter zum Drittpreis erfolgt sind, mithin die erfolg-

ten Preisanpassungen bzw. Erhöhungen der Stundensätze nicht berück-

sichtigt. Vor diesem Hintergrund ist die Umlage des Anteils der Vorsteuern 

für Overhead Kosten anhand des kalkulatorischen Umsatzverhältnisses 

der Steuerperiode 2017 auf die übrigen Steuerperioden in vorliegender 

Konstellation als sachgemäss zu qualifizieren.  

3.2.3.4 Das soeben dargelegte Vorgehen wird von der Beschwerdeführerin 

im Grundsatz nicht bestritten. Somit weist sich die Korrektur des Vorsteu-

erabzugs infolge gemischter Verwendung teilweise mittels Schätzung der 

A-4545/2022 

Seite 23 

für Betrieb und Unterhalt des streitgegenständlichen Helikopters geltend 

gemachten Vorsteuern auf der von der Vorinstanz dargelegten Grundlage 

als gerechtfertigt. Folglich kann der Vorinstanz – unter Berücksichtigung 

der gebotenen Zurückhaltung (vgl. E. 2.6.1) – nicht vorgeworfen werden, 

sie hätte ihr Ermessen bei der Korrektur des Vorsteuerabzugs infolge ge-

mischter Verwendung pflichtwidrig ausgeübt. 

3.2.4 Es bleibt zu prüfen, ob das Ergebnis der teilweise erfolgten Ermes-

senseinschätzung der Vorinstanz offensichtlich nicht sachgerecht ist; 

hierzu ist die Beschwerdeführerin beweisbelastet (E. 2.6.1). 

3.2.4.1 Die Höhe der Steuernachforderungen für die Steuerperioden 2014 

und 2015 gemäss den Berechnungen der Vorinstanz wird von der Be-

schwerdeführerin im Grundsatz nicht beanstandet.  

3.2.4.2 Für die Steuerperioden 2016 und 2017 macht die Beschwerdefüh-

rerin weder explizit geltend noch vermag sie nachzuweisen, dass die teil-

weise erfolgte Ermessenseinschätzung der Vorinstanz offensichtlich un-

richtig ist.  

Die Beschwerdeführerin zeigt sich mit der Berechnung bzw. Steuerfestset-

zung für die Steuerperiode 2016 jedoch insofern nicht einverstanden, als 

sie eventualiter die Festsetzung der Steuerforderung auf Fr. 84'407.-- be-

antragt (vgl. Sachverhalt Bst. D.a bzw. C.b). Dieser Betrag ergebe sich vor 

dem Hintergrund der Anwendung der erstmaligen Publikation der Praxis 

der ESTV vom 27. Oktober 2015 und einem Entzug der Wirkung der Aus-

kunft der ESTV frühestens per 1. Januar 2016. Bei der Berechnung geht 

die Beschwerdeführerin von einem anderen Sachverhalt und damit verbun-

den einer anderen rechtlichen Grundlage aus, als vorliegend nach Auffas-

sung des Bundesverwaltungsgerichts tatsächlich zur Anwendung gelangt 

(vgl. E. 3.1.4). Der Eventualantrag betreffend Festsetzung der Steuerfor-

derung für die Steuerperiode 2016 ist folglich abzuweisen.  

Für die Steuerperiode 2017 beantragt die Beschwerdeführerin (ebenfalls 

eventualiter) die Festsetzung der Steuerforderung auf Fr. 64'298.-- (vgl. 

Sachverhalt Bst. D.a bzw. C.b). Dies entspricht der von der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid festgesetzten Steuerforderung.   

3.2.4.3 Mangels Hinweisen auf eine offensichtlich unrichtige Berechnung 

der Steuerforderungen für die Steuerperioden 2014 bis 2017 erübrigen 

sich weitere Ausführungen hierzu. 

A-4545/2022 

Seite 24 

3.2.5 Somit erweist sich die teilweise ermessensweise erfolgte Korrektur 

des Vorsteuerabzugs für die Steuerperioden 2014 bis 2017 als notwendig 

(vgl. E. 3.2.2.2) und die Ermessensausübung der Vorinstanz als pflichtge-

mäss (vgl. E. 3.2.3.4). Die unter diesem Punkt berechnete Steuerforderung 

für die Steuerperioden 2014 bis 2017 ist nicht zu beanstanden.  

3.2.6  

3.2.6.1 Gemäss Ziff. 4 des Beiblatts zur EM korrigierte die Vorinstanz den 

Vorsteuerabzug zusätzlich infolge partieller Nutzungsänderung des Heli-

kopters (vgl. act. 8).  

3.2.6.2 Die von der Vorinstanz vorgenommene effektive Ermittlung der Vor-

steuerabzugskorrektur aufgrund der unbestrittenermassen erfolgten, ge-

änderten Verwendung des Helikopters (vgl. E. 3.1.3.2) entspricht den ge-

setzlichen Vorgaben (vgl. E. 2.5) und ist ebenfalls nicht zu beanstanden. 

Die ursprüngliche Vorsteuer auf der massgeblichen Investition (Kauf und 

Einfuhr des Helikopters) entspricht der geltend gemachten Einfuhrsteuer 

(vgl. Sachverhalt Bst. B.a). Die Vorinstanz hat die Vorsteuerkorrektur 

schliesslich auf der Grundlage des jeweiligen Zeitwerts des Helikopters in 

den entsprechenden Steuerperiode vorgenommen. Die der Berechnung 

zugrunde gelegten Verwendungsquoten (kommerzielle vs. private Verwen-

dung) wurden von der Beschwerdeführerin sodann, wie bereits festgehal-

ten, bestätigt (vgl. E. 3.1.3.2). Im Jahr 2014 wurde der Helikopter – im Un-

terschied zum Vorjahr – überwiegend zu kommerziellen Zwecken genutzt, 

was eine Einlageentsteuerung im Umfang von Fr. 70'040.-- für die Steuer-

periode 2014 zur Folge hatte. In den nachfolgenden Steuerperioden nahm 

die kommerzielle Verwendung des Helikopters im jeweiligen Vorjahresver-

gleich sukzessive ab, was zu einer Eigenverbrauchsbesteuerung im Um-

fang von total Fr. 25'761.-- führte (Fr. 6'885.-- für die Steuerperiode 2015; 

Fr. 9'065.-- für die Steuerperiode 2016; Fr. 9'811.-- für die Steuerperiode 

2017). 

3.3 Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheent-

scheid betreffend die Steuerperioden 2014 bis 2017 somit als rechtmässig.  

Hingegen ist die Beschwerde hinsichtlich der Steuerperiode 2013 infolge 

Verjährung gutzuheissen (vgl. E. 1.7.2). Infolgedessen hat die Vorinstanz 

die Zinsfolgen neu zu berechnen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuwei-

sen.  

 

A-4545/2022 

Seite 25 

4.  

4.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten 

ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das für die Kostenverteilung massge-

bende Ausmass des Unterliegens hängt vorab von den im konkreten Fall 

in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren ab, wobei die Reihenfolge 

in der Beschwerdeschrift und die Aufteilung der Anträge in Haupt- und 

Eventualanträge etc. irrelevant ist (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/ 

LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesver-

waltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 4.43, m.w.H.). Eine Partei unterliegt, 

wenn ihren Begehren aus formellen oder materiellen Gründen nicht ent-

sprochen wird. Verglichen werden die Anträge der beschwerdeführenden 

Partei und das Ergebnis der Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheids 

(vgl. BGE 123 V 156 E. 3c; 123 V 159 E. 4b; LUKAS MÜLLER, Praxiskom-

mentar VwVG, Art. 63 Rz.15).  

Die Beschwerdeführerin ist mit ihren Anträgen grundsätzlich unterlegen. 

Einzig die zwischenzeitlich eingetretene Verjährung der Steuer(nach)for-

derung in Bezug auf die Steuerperiode 2013 (E. 1.7.2) in der Höhe von 

Fr. 341'372.-- führt im vorliegenden Fall zur Gutheissung. Wäre die Verjäh-

rung nicht eingetreten, wäre die Beschwerdeführerin vollumfänglich unter-

legen, wäre doch die steuerliche Situation im Jahr 2013 offensichtlich nicht 

anders als in den Jahren 2014-2017 zu beurteilen gewesen. Zudem unter-

lag die Beschwerdeführerin hinsichtlich der geltend gemachten Vorsteuer 

(sie verlangte für die Steuerperioden 2015-2017 die Gewährung von höhe-

ren Vorsteuerabzügen [+ Fr. 23'573.-- für das Jahr 2015, + Fr. 20'871.-- für 

das Jahr 2016, + Fr. 22'400.-- für das Jahr 2017]) und auch mit ihren Even-

tualanträgen ist sie nicht durchgedrungen (vgl. E. 3.2.4.2). Es rechtfertigt 

sich deshalb in vorliegender Konstellation, die Verfahrenskosten der Be-

schwerdeführerin zur Hälfte aufzuerlegen.  

 

Somit sind von den auf Fr. 8’500.-- festzusetzenden Verfahrenskosten vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 2 

Abs. 1 und Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin in der Höhe von Fr. 4’250.-- auf-

zuerlegen. Dieser Betrag ist dem von der Beschwerdeführerin geleisteten 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 8’500.-- zu entnehmen. Der Restbe-

trag in Höhe von Fr. 4’250.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz 

sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

A-4545/2022 

Seite 26 

4.2 Die teilweise obsiegende Beschwerdeführerin hat grundsätzlich An-

spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 

VGKE). Da die Gutheissung – wie erwähnt – allein auf die Verjährung zu-

rückzuführen ist und die Beschwerdeführerin materiell offensichtlich unter-

legen wäre, wird keine Parteientschädigung zugesprochen (vgl. Urteil des 

BGer 2C_933/2021 vom 23. September 2022 E. 10, wo lediglich die Ver-

jährung einer Steuerperiode zur Gutheissung führte und keine Parteient-

schädigung ausgerichtet wurde).  

 

 

 

 

[Das Dispositiv befindet sich auf der nachfolgenden Seite.] 

  

A-4545/2022 

Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne von Erwägung 3.3 teilweise gutgeheissen. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten in Höhe von insgesamt Fr. 8’500.-- werden der Be-

schwerdeführerin in Höhe von Fr. 4’250.-- auferlegt. Dieser Betrag wird 

dem von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 

von Fr. 8’500.-- entnommen. Der Restbetrag in Höhe von Fr. 4’250.-- wird 

der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-

teils zurückerstattet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Ana Pajovic 

 

 

  

A-4545/2022 

Seite 28 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-4545/2022 

Seite 29 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)