# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7145e7c6-3647-5161-89d4-0b958ea74830
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.08.2009 IV 2008/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-41_2009-08-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/41

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.07.2020

Entscheiddatum: 24.08.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2009
Art. 8 ATSG; Art. 28 Abs. 1 IVG; Art. 17 Abs. 1; somatoforme Schmerzstörung 
mit psychischer Komorbidität bewirkt gemäss beweistauglichem ABI-
Gutachten eine Leistungseinbusse von 20% bei zumutbaren leichten bis 
mittelschweren Tätigkeiten; kein Rentenanspruch bei IV-Grad von 20% 
(Prozentvergleich); kein Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne einer 
(erneuten) Umschulung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 24. August 2009, IV 2008/41).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Bruno Räbsamen

Entscheid vom 24. August 2009

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

IV-Leistungen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.   

A.a Der 1972 geborene B.___ meldete sich am 16. September 1997 zum 

Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung (Umschulung, Rente) an. Nach Einholung 

eines Gutachtens der Medizinischen Abklärungsstelle (Medas) am Kantonsspital St. 

Gallen vom 8. Juli 1998, welchem ein psychiatrisches Konsilium von Dr. med. A.___ 

beilag (IV-act. 17), sowie einer beruflichen Abklärung bei der BEFAS in Horw mit 

Bericht vom 28. Oktober 1999 (IV-act. 31) sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

dem Versicherten berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung zum 

Metallbearbeiter zu, welche im Jahre 2002 abgeschlossen werden konnte (IV-act. 56, 

62 und 77). Nachdem der behandelnde Psychiater Dr. med. C.___ geltend gemacht 

hatte, der Versicherte sei nur in geschütztem Rahmen arbeitsfähig, ordnete die IV-

Stelle eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. A.___ an, welche am 18. 

September 2002 erfolgte und eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestierte (IV-act. 73). Mit 

Verfügung vom 12. November 2002 stellte die IV-Stelle fest, dass der Versicherte 

rentenausschliessend eingegliedert sei (IV-act. 77).

A.b  Da die Arbeitsvermittlung erfolglos blieb und der Hausarzt Dr. med. D.___ ab 11. 

April 2003 eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % bescheinigte (IV-act. 80), stellte 

B.___ am 20. Mai 2003 ein Gesuch um Überprüfung der Situation (IV-act. 81). Die IV-

Stelle teilte dem Versicherten am 2. Juli 2003 nach Rücksprache mit dem regionalen 

ärztlichen Dienst (RAD) mit, es sei eine erneute medizinische Abklärung durch Dr. med. 

A.___ vorgesehen (IV-act. 84 und 84). Nachdem sich der Versicherte gegen eine 

Begutachtung durch Dr. A.___ stellte und das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen mit Entscheid vom 18. November 2003 die Begutachtung durch Dr. A.___ 

aufgrund des Anscheins der Befangenheit für unzulässig erklärte (IV-act. 102), hiess 

das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil vom 8. Februar 2006 eine dagegen 

erhobene Beschwerde der IV-Stelle gut und hob den Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen auf (IV-act. 124). Aufgrund des vom 

Versicherten am 10. Juni 2004 bei einem Auffahrunfall erlittenen Schleudertraumas 

ordnete die IV-Stelle nach Rücksprache mit dem RAD schliesslich am 30. März 2006 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine polydisziplinäre Begutachtung an, welche am 15. Januar 2007 beim ABI Basel 

durchgeführt worden ist (IV-act. 127 und 129).

A.c Im Gutachten des ABI Basel vom 26. März 2007 wurde – mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit – eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) mit abhängig 

asthenischen (F60.7) und ängstlich vermeidenden (F60.6) Anteilen, eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (F45.4) sowie ein rezidivierendes 

Lumbovertebralsyndrom (M54.5) diagnostiziert. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit wurde ein chronisches Spannungstyp-Kopfweh, ein Status nach 

Autounfall am 10. Juni 2004 mit HWS-Distorsionstrauma, eine Adipositas sowie eine 

Medikamenten-Malcompliance festgestellt (IV-act. 134-19f./64). Körperlich schwer 

belastende Tätigkeiten seien für den Versicherten aufgrund des rezidivierenden 

Lumbovertebralsyndroms ungeeignet. Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten 

seien dem Exploranden hingegen ganztägig zumutbar mit einer Leistungseinbusse von 

20% aufgrund der psychiatrischen Komorbidität. Diese Einschränkung aus 

psychiatrischer Sicht bestehe schon seit vielen Jahren. Im MEDAS-Gutachten im 

Kantonsspital St. Gallen sei eine solche ab 1997 angenommen worden (IV-act. 

134-21/64). Medizinische Massnahmen könnten der Erhaltung und theoretisch der 

Verbesserung des Gesundheitszustandes und indirekt sogar der Arbeitsfähigkeit 

dienen, sofern sie umgesetzt würden. Berufliche Massnahmen könnten bis auf weiteres 

nicht empfohlen werden. Die Prognose sei aufgrund der erheblichen krankheitsfremden 

Limitierungen und der passiven Haltung des Exploranden ungünstig (IV-act. 

134-22/64).

A.d Mit Vorbescheid vom 18. September 2007 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 20% in Aussicht (IV-act. 142). 

Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 4. Oktober und Begründung vom 19. 

November 2007 Einwände erheben. Das ABI-Gutachten sei nicht schlüssig. Die 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liege wahrscheinlich in der Zwischenzeit bei über 

60% (IV-act. 142 und 147). Nach Einholung einer Stellungnahme beim RAD verfügte 

die IV-Stelle am 6. Dezember 2007 im Sinne des Vorbescheids und wies das 

Rentengesuch ab (IV-act. 148 und 149).

B.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 17. Januar 2008 mit dem sinngemässen 

Antrag, die Verfügung vom 6. Dezember 2007 sei aufzuheben und es sei der 

Invaliditätsgrad neu zu überprüfen. Es seien dem Beschwerdeführer zumindest 

berufliche Massnahmen zuzusprechen. Er sei bereit, in einer leichten Tätigkeit zu 

arbeiten, wenn ihm die IV-Stelle dabei helfe (erneute Umschulung, Praktikum, 

Arbeitstraining usw.). Mit der Einschätzung im ABI-Gutachten sei er jedoch nicht 

einverstanden, da sich dieses im psychiatrischen Teil hauptsächlich auf die Aussagen 

von Dr. A.___ stütze. Gemäss Urteil des Bundesgerichts müsse die IV-Stelle seine 

psychischen Beschwerden jedoch neu durch einen anderen Psychiater beurteilen 

lassen. Da sich das neue ABI-Gutachten weiterhin nur auf die Aussagen von Dr. A.___ 

stütze, sei das Gutachten nicht glaubwürdig (act. G 1). Mit Beschwerdeergänzung vom 

14. Februar 2008 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er einen Bericht eines 

unabhängigen Psychiaters einholen werde. Er ersuchte um Fristerstreckung bis Ende 

März 2008 für eine allfällige Ergänzung zur Beschwerde (act. G 4). Mit Eingabe vom 31. 

März 2008 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er erst am 28. April 2008 einen Termin 

bei Dr. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, habe. Dieser sei bereit, eine 

Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. Er ersuche daher um eine 

nochmalige Fristerstreckung bis Ende Mai 2008 (act. G 8). Der Beschwerdeführer 

reichte im vorliegenden Verfahren weder einen Arztbericht noch eine 

Beschwerdeergänzung nach.

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere geltend, es könne ohne weiteres 

auf das ABI-Gutachten abgestellt werden. Das Gutachten stütze sich auch nicht auf die 

Aussagen von Dr. A.___, sondern es sei eine neue unabhängige psychiatrische 

Begutachtung durch Dr. F.___ vorgenommen worden. Die frühere Beurteilung durch Dr. 

A.___ sei im Sinne der vorhandenen Vorakten gewürdigt worden. Der 

Beschwerdeführer habe keine weiteren medizinischen Akten eingereicht. Es bestehe 

deshalb kein Grund, von der Einschätzung der ABI-Gutachter abzuweichen. Mit der 

angefochtenen abweisendenden Rentenverfügung sei implizit auch der Anspruch auf 

berufliche Massnahmen abgelehnt worden. Einerseits seien im Gutachten weitere 

berufliche Massnahmen aufgrund der ungünstigen Prognose nicht empfohlen worden. 

Andererseits seien – bei denselben Befunden und derselben Einschränkung der 

adaptierten Arbeitsfähigkeit – bereits berufliche Massnahmen durchgeführt und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erfolgreich abgeschlossen worden. Da dem Beschwerdeführer weiterhin leichte bis 

mittelschwere Arbeiten zugemutet werden können, sei nicht einzusehen, weshalb er 

nicht als Metallbearbeiter oder in einem ähnlichen Beruf oder auch als Hilfsarbeiter eine 

Stelle finden könnte. Für berufliche Massnahmen bleibe demnach kein Raum. Sollte 

der Beschwerdeführer Massnahmen wie Arbeitsvermittlung oder 

Einarbeitungszuschüsse benötigen, sei es ihm unbenommen, einen entsprechenden 

Antrag zu stellen. Im Übrigen sei die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen 

sogar steigerbar. Der Beschwerdeführer nehme jedoch die ihm verschriebenen 

Medikamente nicht oder nur punktuell ein. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht 

sei er jedoch gehalten, alles ihm Mögliche zu unternehmen, um seinen 

Gesundheitszustand und damit auch seine Arbeitsfähigkeit zu verbessern (act. G 11).

B.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik.

Erwägungen:

1.  

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung vom 6. Dezember 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen 

ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind auf die angefochtene Verfügungdie bis zum 

31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.

2.  

Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist insbesondere die 

Invaliditätsbemessung und mithin die Beweistauglichkeit des ABI-Gutachtens sowie ein 

allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen. Diesbezüglich 

ersucht der Beschwerdeführer um eine erneute Umschulung, ein Praktikum oder ein 

Arbeitstraining durch die IV.

3.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1  Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für 

einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG 

durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28 

Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

3.2  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt 

der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 

Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c). Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche 

Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der IV-Stelle nach 

Massgabe des anwendbaren Verfahrensrechts eingeholtes Gutachten. Trotz dieser 

beschränkten Bedeutung verpflichtet es indessen, wie jede substantiiert vorgetragene 

Einwendung gegen eine solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung 

aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in 

rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht 

oder von der IV-Stelle förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, 

dass davon abzuweichen ist (AHI 2001 S. 112, 115).

In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 

V 351 Erw. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 Erw. 3b.cc).

4.  

4.1  Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beurteilung des Leistungsanspruchs auf die 

Einschätzungen im ABI-Gutachten vom 26. März 2007 ab. Der Beschwerdeführer 

wendet sich gegen die Schlussfolgerungen im Gutachten in Bezug auf die 

Restarbeitsfähigkeit. Die Beurteilung aus psychiatrischer Sicht sei nicht glaubwürdig, 

da sich diese auf die Aussagen von Dr. A.___ stützte. Nachfolgend ist daher zu prüfen, 

ob die Beschwerdegegnerin zu Recht der Einschätzung des ABI gefolgt ist.

4.2  Am 15. Januar 2007 wurde der Beschwerdeführer im ABI Basel untersucht und 

einer polydisziplinären medizinischen Begutachtung unterzogen. Der Psychiater Dr. 

F.___ diagnostizierte dabei eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängig 

asthenischen und ängstlich vermeidenden Anteilen sowie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung. Die vorliegenden Befunde würden sowohl zu einer 

ängstlich-vermeidenden als auch zu einer abhängigen-asthenischen 

Persönlichkeitsstörung passen. Im Rahmen dieser Störung scheine der Explorand auf 

eine frühe Stufe regrediert zu sein, wo er die Verantwortung an andere abgebe. Er lebe 

unter dem Schutzschild seiner Ehefrau und seiner Eltern. Er getraue sich immer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weniger, das Leben aktiv anzugehen, sondern entwickle im Rahmen der 

Persönlichkeitsstörung Symptome einer somatoformen Schmerzstörung. Die Prognose 

erscheine aus psychiatrischer Sicht ungünstig, insbesondere auch, weil keine effektive 

pharmakologische Behandlung stattfinde. Insofern seien die 

Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft (IV-act. 134-14/64). Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit 

begleitender somatoformer Schmerzstörung eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die 

geschilderte psychiatrische Störung sei grundsätzlich behandelbar und reversibel. 

Solang das Umfeld des Exploranden ihn allerdings so akzeptiere, werde sich 

wahrscheinlich kaum etwas ändern. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stimme mit der 

früheren Einschätzung von Dr. A.___ überein. Hingegen könne aufgrund der heutigen 

Befunde die vom behandelnden Psychiater Dr. C.___ früher angegebene 

Arbeitsunfähigkeit von 70% nicht bestätigt werden (IV-act. 134-15/64). Im 

neurologischen Teilgutachten wurden ein chronisches Spannungstyp-Kopfweh (aktuell 

zusätzlich Analgetika-induziert), ein Status nach Autounfall am 10. Juni 2004 mit HWS-

Distorsionstrauma sowie unspezifische Kreuzschmerzen diagnostiziert. Aktuell könne 

kein Cervicalsyndrom nachgewiesen werden, die paravertebrale Muskulatur sei 

beidseits völlig weich. Auch hätten die Röntgenaufnahmen der HWS keine 

Auffälligkeiten und auch keine relevanten degenerativen Veränderungen ergeben. Seit 

Jahren seien beim Exploranden Kreuzschmerzen bekannt. Klinisch sei die aktive 

Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. Ein relevanter Hartspann habe palpatorisch nicht 

objektiviert werden können. Auch hätten die bisherigen neuroradiologischen 

Abklärungen durchwegs normale Befunde ergeben. Ein eindeutiges lumbovertebrales 

bzw. spondylogenes Syndrom könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht objektiviert werden. 

Deskriptiv lägen unspezifische Kreuzschmerzen vor. Auch wenn zum aktuellen 

Zeitpunkt keine relevante Pathologie im Bereich der LWS objektiviert werden könne, 

schliesse dies das intermittierende Vorhandensein eines Lumbovertebralsyndrom nicht 

aus. Körperlich schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 20kg sowie 

dem Verharren in Zwangshaltungen und der Unmöglichkeit eines Positionswechsels 

seien nicht zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit bestehe aus somatischer Sicht 

keine Einschränkung (IV-act. 134-18f./64).

In der Gesamtbeurteilung wurde im ABI-Gutachten festgehalten, dass aufgrund des 

anamnestisch anzunehmenden rezidivierenden Lumbovertebralsyndroms körperlich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schwer belastende Tätigkeiten ungeeignet seien. Körperlich leichte bis mittelschwere 

Tätigkeiten seien aus somatischer Sicht uneingeschränkt zumutbar. Aus 

psychiatrischer Sicht manifestiere sich die Situation vordergründig mit einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Sinne der Angabe von Schmerzen und 

Beschwerden, die somatisch nicht oder nicht ausreichend erklärbar seien. Aufgrund 

der psychiatrischen Komorbidität bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 

20%. Die vorliegende kombinierte Persönlichkeitsstörung sei grundsätzlich 

behandelbar und reversibel. Der Explorand führe die medikamentöse Behandlung, wie 

dies in den vorgenommenen Serumspiegeluntersuchungen nachgewiesen werden 

konnte, nicht durch. Zusammenfassend ergebe sich, dass dem Exploranden jede 

körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztägig zumutbar sei bei einer 

Leistungseinbusse von 20% (IV-act. 134-21/64).

4.3  Das ABI-Gutachten stützt seine Beurteilung auf die Vorakten, auf die eigene 

persönliche Befragung des Beschwerdeführers und die eigenen internistischen, 

neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen vom 15. Januar 2007. Das 

interdisziplinäre Gutachten erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der 

Beweistauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen 

Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der 

Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und 

beinhalten begründete Schlussfolgerungen. Es wird auch ausdrücklich Stellung 

genommen zu früheren ärztlichen – teilweise abweichenden – Einschätzungen in Bezug 

auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 134-15/64 Ziff. 4.1.7, 134-19/64 Ziff. 4.2.6 sowie 

134-21/64 Ziff. 6.5). Schliesslich ist im Zusammenhang mit der Bestimmung der 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch psychische Faktoren und im Hinblick auf 

die Einschätzungen des Hausarztes Dr. D.___ sowie von Dr. E.___ (vgl. IV-act. 81-4ff./7) 

auch darauf hinzuweisen, dass diesbezüglich auf die Beurteilung durch den Facharzt 

abzustellen ist, wie dies im ABI-Gutachten auch getan wurde. Zudem drängt es sich 

beim Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden auf, die 

Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer multidisziplinären Gesamtbeurteilung zu bestimmen, 

wie dies vorliegend geschehen ist. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf 

dieses Gutachten abgestellt werden sollte. Im Übrigen muss dem Beschwerdeführer 

zugemutet werden, unter ärztlicher Anleitung alle geeigneten und nach dem Gutachten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

noch nicht ausgeschöpften Schmerzbekämpfungsmassnahmen zu ergreifen (vgl. IV-

act. 134-22/64 Ziff. 6.6). In Bezug auf die pharmakologische Behandlung führte der 

Beschwerdeführer aus, dass er die Einnahme der vom Psychiater erhaltenen 

Medikamente (Saroten und Truxaletten) auch oft vergesse (IV-act. 134-13/64). Dies 

erklärt auch den anlässlich der Begutachtung nicht bzw. kaum nachweisbaren 

Serumspiegel für die genannten Medikamente (IV-act. 134-12/64 Ziff. 3.3.1.1).

4.4  Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und 

aufgrund des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 26. März 2007 von einer 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Umfang von 80% in einer leichten bis 

mittelschweren Tätigkeit auszugehen.

5.  

5.1  Der Einkommensvergleich der angefochtenen Verfügung wurde zu Recht nicht 

beanstandet. Die Beschwerdegegnerin legte dabei sowohl das Validen- als auch das 

Invalideneinkommen vorliegend zulässigerweise gestützt auf die der 

Lohnstrukturerhebung zu entnehmenden Tabellenlöhne fest (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa). 

Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (sogenannter 

Prozentvergleich; SVR 1/2008 IV Nr. 2 S. 3 E.5.4). Bei einem Invaliditätsgrad von 20% 

besteht kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.

5.2  Gemäss aArt. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine 

neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung invaliditätsbedingt notwendig ist und 

dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert 

werden kann. Nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 

SR 831.201) gelten als Umschulung unter anderem Ausbildungsmassnahmen, die 

Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer 

Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine 

Invalidität im Sinne des aArt. 17 Abs. 1 IVG liegt nach der Praxis vor, wenn eine 

versicherte Person eine Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet (ZAK 1984, 91).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdegegnerin hat im Ergebnis zu Recht ausgeführt, dass kein Anspruch auf 

berufliche Massnahmen im Sinne der vom Beschwerdeführer beantragten erneuten 

Umschulung, eines Praktikums oder eines Arbeitstrainings besteht. Denn die 

psychische Störung würde sich bei sämtlichen zumutbaren Tätigkeiten gleichermassen 

einschränkend auswirken, sodass sich die Erwerbsfähigkeit durch solche beruflichen 

Massnahmen nicht verbessern lässt (vgl. Art. 17 Abs. 1 IVG). Ein Anspruch auf 

Umschulung besteht jedoch nur, wenn die erwerblichen Auswirkungen des 

Gesundheitsschadens sich nur auf diese Weise beheben lassen, was vorliegend nicht 

zutrifft. Im Übrigen ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass es dem 

Beschwerdeführer möglich sein sollte, als (bereits umgeschulter) Metallbearbeiter oder 

in einer ähnlichen leichten bis mittelschweren Tätigkeit eine Arbeitsstelle im Umfang 

von 80% zu finden, und damit die verbleibende Leistungsfähigkeit angemessen zu 

verwerten und den Schaden zu decken. Sollte der Beschwerdeführer bei der Suche 

eines geeigneten Arbeitsplatzes die Unterstützung der IV-Stelle benötigen, steht es ihm 

frei, diesbezüglich ein Gesuch um Arbeitsvermittlung zu stellen (Art. 18 IVG), wie dies 

die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort ebenfalls ausgeführt hat (act. G 

11 S. 4 Ziff 5).

6.  

6.1  Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. Dezember 2007 nicht 

zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- kommt zur 

Anrechnung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2. Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--, unter Anrechnung 

des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 600.--.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2009
	Art. 8 ATSG; Art. 28 Abs. 1 IVG; Art. 17 Abs. 1; somatoforme Schmerzstörung mit psychischer Komorbidität bewirkt gemäss beweistauglichem ABI-Gutachten eine Leistungseinbusse von 20% bei zumutbaren leichten bis mittelschweren Tätigkeiten; kein Rentenanspruch bei IV-Grad von 20% (Prozentvergleich); kein Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne einer (erneuten) Umschulung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. August 2009, IV 2008/41).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte