# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b19811a5-5fbc-5319-b5e0-f38dd56dd579
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 27.02.2025 LF240084
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF240084_2025-02-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LF240084-O/U

damit vereinigt LF240086

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. E. Pahud 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. D. Tolic Hamming

Urteil vom 27. Februar 2025

in Sachen

A._____, 
Berufungskläger 1

und

B._____, 
Berufungskläger 2

gegen

C._____, 
Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____, 

- 2 -

betreffend Einsprache gegen die Ausstellung einer Erbbescheinigung im 
Nachlass von D._____, geboren am tt. September 1935, 
von E._____, gestorben am tt.mm.2024 in F._____, zuletzt wohnhaft gewe-
sen in … F._____,

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Horgen 
vom 2. August 2024 (EN240186)

Rechtsbegehren:
(act. 1 S. 2)

"1. Es sei im Nachlasse von D._____, geb. am tt. September 1935, 
gest. am tt.mm.2024, wohnhaft gewesen G._____-strasse …, … 
F._____ (im Folgenden: "Erblasser"), einstweilen kein Erbschein 
auszustellen.

2. Es sei im Nachlass des Erblassers eine Erbschaftsverwaltung an-
zuordnen.

3. Mit der Erbschaftsverwaltung sei der Notar des Notariats Thalwil, 
Herr H._____, zu beauftragen; eventualiter sei damit der Notar-
Stellvertreter des Notariats Thalwil, Herr I._____, zu beauftragen; 
subeventualiter sei damit die Notar-Stellvertreterin des Notariats 
Thalwil, Frau J._____, zu beauftragen.

4. Alles unter Kostenfolgen zu Lasten des Nachlasses des Erblas-
sers."

Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Horgen:

1. Von der Einsprache gegen die Ausstellung der Erbbescheinigung im Nach-

lass von D._____, geboren tt. September 1935, von E._____, gestorben 
tt.mm.2024 in F._____ ZH, zuletzt wohnhaft gewesen in F._____ ZH, wird 

Vormerk genommen. Solange die Einsprache zu Recht besteht, wird keine 

Erbbescheinigung ausgestellt.

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 150.00.

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3. Die Kosten werden dem Einsprecher, C._____, vertreten durch Rechtsan-

wältin Dr. iur. X._____, K._____ AG, … [Adresse] Zürich, auferlegt.

4./5. Mitteilungen / Rechtsmittel.

Berufungsanträge:

des Berufungsklägers 1 (act. 10 S. 1; sinngemäss):

Es sei Dispositiv-Ziff. 1 des Urteils des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Hor-
gen vom 2. August 2024 (EN240186) aufzuheben und es sei dem Berufungsklä-
ger 1 (gesetzlicher Erbe) auf Verlangen eine Erbbescheinigung auszustellen.

des Berufungsklägers 2 (act. 24/9 S. 1; sinngemäss):

Es sei Dispositiv-Ziff. 1 des Urteils des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Hor-
gen vom 2. August 2024 (EN240186) aufzuheben und es sei dem Berufungsklä-
ger 2 (gesetzlicher Erbe) auf Verlangen eine Erbbescheinigung auszustellen. 

des Berufungsbeklagten (act. 19 S. 2 und act. 24/16 S. 2; sinngemäss):

1. Der (sinngemässe) Antrag der Berufungskläger 1 und 2 gemäss deren 
Berufungsschriften vom 17. und 22. August 2024 auf Ausstellung der 
Erbbescheinigung (Erbschein) sei in Bestätigung von Dispositiv-Ziff. 1 
des Urteils des Einzelgerichtes in Erbschaftssachen des Bezirksgerich-
tes Horgen vom 2. August 2024 (EN240186) abzuweisen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-
fungskläger 1 und 2. 

Erwägungen:

I.

1. Am tt.mm.2024 verstarb D._____ (fortan Erblasser), zuletzt wohnhaft 

gewesen in F._____. Mit (Testamentseröffnungs-)Urteil vom 2. Juli 2024 (Ge-

schäfts-Nr. EL240192) stellte das Einzelgericht des Bezirksgerichtes Horgen 

(fortan Vorinstanz) u.a. gestützt auf Familienscheine die gesetzliche Erbenstel-

lung der drei Söhne des Erblassers – A._____ (fortan Berufungskläger 1), 

B._____ (fortan Berufungskläger 2) und C._____ (fortan Berufungsbeklagter) – 

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fest. Die Vorinstanz eröffnete die letztwillige Verfügung des Erblassers vom 26. 

April 2024 und stellte den vorerwähnten gesetzlichen Erben die Ausstellung einer 

Erbbescheinigung in Aussicht, sofern dagegen nicht innert Monatsfrist Einsprache 

im Sinne von Art. 559 ZGB erhoben werde. Überdies wurde von der Annahme 

des Willensvollstreckermandats durch den Berufungskläger 2 Vormerk genom-

men (vgl. act. 3/1). Auf Gesuch des Berufungsbeklagten wie auch des Berufungs-

klägers 2 ordnete die Vorinstanz sodann mit Verfügung vom 2. Juli 2024 (Ge-

schäfts-Nr. EN240134) die Aufnahme eines öffentlichen Inventars an 

(vgl. act. 3/3). 

2.1 Mit Eingabe vom 19. Juli 2024 liess der Berufungsbeklagte bei der Vor-

instanz Einsprache gegen die Ausstellung des Erbscheins erheben, verbunden 

mit dem Gesuch um Anordnung der Erbschaftsverwaltung (act. 1). Die beiden An-

träge behandelte die Vorinstanz in getrennten Verfahren. 

2.2 Mit Urteil vom 2. August 2024 (Geschäfts-Nr. EN240187-F) ordnete die 

Vorinstanz im Nachlass des Erblassers die Erbschaftsverwaltung an und setzte 

als Erbschaftsverwalter den Notar des Wahlkreises ein. Gegen diesen Entscheid 

erhoben die Berufungskläger 1 und 2 hierorts separat Berufung (Geschäfts-Nr. 

LF240085 und LF240087). Die beiden Berufungsverfahren wurden in der Folge 

vereinigt (weitergeführt unter der Geschäfts-Nr. LF240085) und die Berufung mit 

heutigem Urteil der Kammer abgewiesen.

2.3 Hinsichtlich der vom Berufungsbeklagten erhobenen Einsprache gegen 

die Ausstellung des Erbscheins entschied die Vorinstanz mit Urteil vom 2. August 

2024 im eingangs wiedergegebenen Sinne (vgl. act. 4 = act. 15). 

3.1 Mit an die Vorinstanz adressierter Eingabe vom 17. August 2024 (Post-

stempel) erhob der Berufungskläger 1 unter Bezugnahme auf das vorerwähnte 

Urteil vom 2. August 2024 "Einsprache gegen Nichtausstellung der Erbbescheini-

gung" (act. 10 inkl. Beilagen act. 11/1-3). Die Vorinstanz leitete die Eingabe am 

20. August 2024 an das Obergericht weiter (act. 9).

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Es ist davon auszugehen, dass die klar als Rechtsmittelschrift erkennbare 

Eingabe trotz korrekter Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Entscheid 

(act. 15 S. 3) vom nicht anwaltlich vertretenen Berufungskläger 1 versehentlich an 

die Vorinstanz gerichtet wurde (vgl. auch act. 12). Für die Einhaltung der Rechts-

mittelfrist ist daher auf den Zeitpunkt der Postaufgabe an die Vorinstanz abzustel-

len und damit auf den 17. August 2024 (vgl. BGE 140 III 636 E. 3.6 f.; 

OGer ZH PS110210 Beschluss vom 6. Dezember 2011, E. 4). Die Berufung er-

folgte somit rechtzeitig (vgl. act. 5/1). 

3.2 Mit Eingabe vom 22. August 2024 (Poststempel) erhob auch der Beru-

fungskläger 2 rechtzeitig Berufung bei der hiesigen Instanz und stellte den vorste-

hend wiedergegebenen Antrag. Das Verfahren wurde hierorts unter der Ge-

schäfts-Nr. LF240086 angelegt (act. 9 inkl. Couvert und Beilagen act. 11/1-3 im 

Verfahren LF240086 [= act. 24/9 und act. 24/11/1-3]; zur Rechtzeitigkeit vgl. 

act. 5/3 im Verfahren LF240086 [= act. 24/5/3]). 

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden von Amtes wegen beigezogen 

(act. 1-7). Mit Verfügungen der Kammer je vom 30. Januar 2025 wurde dem Beru-

fungsbeklagten im vorliegenden Verfahren wie auch im Verfahren LF240086 Frist 

angesetzt zur Beantwortung der Berufung. Weiter wurde die Prozessleitung dele-

giert (act. 17; act. 14 im Verfahren LF240086 [= act. 24/14]). Mit rechtzeitig erfolg-

ten Berufungsantworten je vom 13. Februar 2025 liess der Berufungsbeklagte die 

vorstehend wiedergegebenen Anträge stellen (act. 19 inkl. Beilagen act. 21/1-2; 

act. 16 inkl. Beilagen act. 18/1-2 im Verfahren LF240086 [= act. 24/16 und 

24/18/1-2]; zur Rechtzeitigkeit vgl. act. 18, act. 15 im Verfahren LF240086 [= 

act. 24/15]). 

5. Mit heutiger Präsidialverfügung wurde das Berufungsverfahren 

LF240086 mit dem vorliegenden Berufungsverfahren vereinigt (act. 23 = 

act. 24/19). Die Berufungsantworten je vom 13. Februar 2024 (act. 19 und 

act. 24/16) sind den Berufungsklägern 1 und 2 mit dem vorliegenden Entscheid 

zuzustellen. Das Verfahren ist spruchreif. 

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II.

1.1 Die Ausstellung von Erbscheinen gehört zu den Sicherungsmassregeln 

des Erbganges (Titel vor Art. 551 i.V.m. Art. 559 ZGB). Es handelt sich um eine 

Angelegenheit der freiwilligen Gerichtsbarkeit, für welche im Kanton Zürich das 

Einzelgericht im summarischen Verfahren zuständig ist (Art. 551 Abs. 1 ZGB 

i.V.m. Art. 54 SchlT ZGB, § 24 lit. c und § 137 lit. d GOG, Art. 248 lit. e ZPO). 

Dessen Entscheid ist grundsätzlich berufungsfähig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). 

Erbrechtliche Angelegenheiten sind naturgemäss vermögensrechtlicher Art 
(vgl. BGE 135 III 578 E. 6.3), was auch für die erbrechtlichen Sicherungsmassre-

geln gilt (vgl. Diggelmann, DIKE-Komm-ZPO, 3. Aufl. 2025, Art. 91 N 30). Der 

Streitwert liegt vorliegend über der Schwelle von Fr. 10'000.– (Art. 308 Abs. 2 

ZPO; vgl. nachfolgend Erw. IV.2). Die Vorinstanz hat somit zutreffend auf das 

Rechtsmittel der Berufung verwiesen (act. 15 S. 3). 

1.2 Mit der Berufung kann die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes 

sowie die unrichtige Rechtsanwendung durch die Vorinstanz geltend gemacht 

werden (vgl. Art. 310 ZPO). Die Berufung ist innert der Berufungsfrist (Art. 314 

Abs. 1 ZPO) und begründet (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO) bei der Berufungsinstanz 

einzureichen, d.h. der Berufungskläger hat im Einzelnen darzulegen, aus welchen 

Gründen der angefochtene Entscheid seiner Meinung nach falsch sein und des-

halb abgeändert werden soll (sog. Begründungslast, vgl. ZK ZPO II-Reetz, 4. Aufl. 

2025, Art. 311 N 36).

1.3 Beide Berufungsschriften (act. 10 und act. 24/9) enthalten keinen aus-

drücklichen Antrag, jedoch ergibt sich aus diesen zweifelsfrei, dass die Beru-

fungskläger 1 und 2 die Nichtausstellung der Erbbescheinigung rügen und als ge-

setzliche Erben ihre Berechtigung auf eine solche geltend machen. 

2.1 Vorab führt der Berufungskläger 1 aus, vom Erlass der Massnahmen 

durch die Vorinstanz überrascht gewesen zu sein, da er nicht über das Verfahren 

orientiert worden sei. Damit macht er sinngemäss eine Verletzung des Anspruchs 

auf rechtliches Gehör geltend (vgl. act. 10 S. 1).

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2.2 Nach der Einlieferung einer letztwilligen Verfügung hat die Behörde 

bzw. die Vorinstanz, soweit tunlich nach Anhörung der Beteiligten, entweder die 

Erbschaft einstweilen den gesetzlichen Erben zu überlassen oder die Erbschafts-

verwaltung anzuordnen (vgl. Art. 556 Abs. 3 ZGB). Die Behörde kann somit ihre 

Massnahme auch ohne vorgängige Anhörung der Beteiligten erlassen, ohne da-

bei einen Gehörsanspruch zu verletzen (vgl. BSK ZKB II-Leu/Gabrieli, 7. Aufl. 

2023, Art. 556 N 25; OGer ZH LF210033 vom 17. August 2021, E. 2.5.2 m.w.H.). 

Es liegt somit keine Verletzung des Anspruchs des Berufungsklägers 1 auf rechtli-

ches Gehör vor.

3.1 In Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gilt gemäss Art. 255 

lit. b ZPO der eingeschränkte Untersuchungsgrundsatz (vgl. auch ZK ZPO II-

Senn, 4. Aufl. 2025, Art. 255 N 1 und 5 f.). Dieser wirkt sich nach der Praxis des 

Bundesgerichts nicht auf das Novenrecht im Berufungsverfahren aus 

(vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.2). Noven sind damit im vorliegenden Berufungsver-

fahren lediglich nach Massgabe von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Neue Tatsa-

chen werden vor Berufungsinstanz damit nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne 

Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster 

Instanz vorgebracht werden konnten (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO). 

3.2 Bei der vom Berufungsbeklagten erstmals im Rechtsmittelverfahren 

eingereichten Vereinbarung zwischen dem Erblasser und Berufungskläger 2 vom 

26. April 2024 (act. 21/2 = 24/18/2) handelt es sich um ein unzulässiges Novum, 

zumal der Berufungsbeklagte auch nicht darlegt, weshalb er das Dokument nicht 

schon mit seiner begründeten Einsprache vor Vorinstanz (act. 1) hat einreichen 

können. Die vorerwähnte Vereinbarung wie auch die entsprechenden Ausführun-

gen dazu (act. 19 S. 4 f., act. 24/16 S. 4 f.) haben daher grundsätzlich unberück-

sichtigt zu bleiben. 

3.3 Da indes der Berufungskläger 1 wie auch der Berufungskläger 2 vor 

Vorinstanz keine Gelegenheit erhalten hatten, Tatsachen vorzubringen (vgl. vor-

stehend Erw. II.2.2 und vorinstanzliche Akten EN240186), sind ihre Tatsachenbe-

hauptungen in den jeweiligen Berufungsschriften vollumfänglich zu berücksichti-

gen.

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III.

1. Der Berufungsbeklagte liess vor Vorinstanz ausführen, er erwäge im 

Falle der Annahme der Erbschaft die Ungültigkeit bzw. Nichtigkeit der offensicht-

lich formungültigen "öffentlichen letztwilligen Verfügung" des Erblassers vom 

26. April 2024 feststellen zu lassen, zumal die Umstände des Zustandekommens 

dieses Dokuments, welches nur vier Tage vor dem Tod des äusserst vulnerablen 

Erblassers datiere, unklar seien und die Erbunwürdigkeit von gesetzlichen Erben 

im Raum stehe, welche alsdann nicht im Erbschein aufzuführen wären (act. 1 

S. 4).

2. Die Vorinstanz erwog einzig, dass im Sinne von Art. 559 ZGB fristge-

recht Einsprache erhoben worden, davon Vormerk zu nehmen und in Anwendung 

von Art. 559 ZGB vorläufig keine Erbbescheinigung auszustellen sei (act. 15 

S. 2).

3. Dagegen machen die Berufungskläger 1 und 2 im Kern geltend, dass 

es sich bei den Erben gemäss letztwilliger Verfügung des Erblassers um die ge-

setzlichen Erben bzw. die drei Söhne des Erblassers handle, weshalb kein Grund 

vorliege, ihnen den Erbschein nicht auszustellen (act. 10 S. 1 und act. 24/9 S. 1). 

Damit machen sie falsche Rechtsanwendung geltend.

4. Der Berufungsbeklagte liess seinerseits ausführen, die mit Urteil vom 

2. Juli 2024 eröffnete "sog. Öffentliche letztwillige Verfügung" des Erblassers vom 

26. April 2024 sei nichtig bzw. formungültig und vermöge a priori keine Wirkung 

zu zeitigen. Die Hintergründe deren Zustandekommens seien fragwürdig und eine 

"(freie)" Willensbildung des Erblassers fraglich. Das Testament datiere nur vier 

Tage vor dem Tod des Erblassers. Der Berufungskläger 1 habe selbst ausgeführt, 

das Testament sei etwas knapp geworden und der psychisch angeschlagene Erb-

lasser sei während mehreren Nächten in seiner Wohnung umgefallen und habe 

im Spital eine Platzwunde am Kopf nähen müssen. Es sei nicht davon auszuge-

hen, dass die Verfügung des Erblassers auf einer freien Willensbildung beruhe 

und es stehe die Erbunwürdigkeit der Brüder des Berufungsbeklagten, insbeson-

dere des Berufungsklägers 2 im Raum, welche von Amtes wegen zu berücksichti-

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gen sei. Die Erbunwürdigkeit ändere die Zusammensetzung der Erbengemein-

schaft und eine auf alle Söhne bzw. Erben ausgestellte Erbbescheinigung könne 

keinen Bestand haben. Es gehe nicht wie im Urteil BGer 5A_305/2020 vom 

4. März 2021 um die Frage des Umfangs der Erbberechtigung der einzelnen ge-

setzlichen Erben, vielmehr sei deren Erbberechtigung zufolge Erbunwürdigkeit 

fraglich, was die Zusammensetzung der Erbengemeinschaft tangiere und daher 

die Erbbescheinigung ihren Zweck, sämtliche Erben auszuweisen, a priori nicht 

zu erfüllen vermöge (act. 19 S. 4 f. und act. 24/16 S. 4-6). 

5. Findet sich beim Tode eines Erblassers eine letztwillige Verfügung vor, so 

ist sie der Behörde unverweilt einzuliefern und binnen Monatsfrist nach der Einlie-

ferung zu eröffnen (vgl. Art. 556 Abs. 1 und Art. 557 Abs. 1 ZGB; vgl. Testaments-

eröffnung act. 3/1 und Erw. I.1). Gemäss Art. 559 Abs. 1 ZGB wird nach Ablauf ei-

nes Monats seit der Mitteilung der eröffneten letztwilligen Verfügung an die Betei-

ligten den eingesetzten Erben, wenn die gesetzlichen Erben oder die aus einer 

früheren Verfügung Bedachten nicht ausdrücklich deren Berechtigung bestritten 

haben, auf ihr Verlangen von der Behörde eine Bescheinigung darüber ausge-

stellt, dass sie unter Vorbehalt der Ungültigkeitsklage und der Erbschaftsklage als 

Erben anerkannt seien. Anspruch auf Ausstellung eines solchen Erbscheins ha-

ben entgegen dem Gesetzeswortlaut nicht nur eingesetzte, sondern auch gesetz-

liche Erben. Die Ausstellung einer Erbbescheinigung ist (nur) zu verweigern, 

wenn die Erbberechtigung der betroffenen Personen bestritten wird (Art. 559 

Abs. 1 ZGB). Nicht bestritten werden kann indes die Berechtigung gesetzlicher 

Erben, im Gegensatz zu derjenigen der eingesetzten Erben (vgl. BGer 

5D_305/2020 vom 4. Mai 2021, E. 3.2 m.w.H.; BSK ZGB II-Leu/Gabrieli, 7. Aufl. 

2023, Art. 559 N 6 und 13; KuKo ZGB-Künzle, 2. Aufl. 2018, Art. 559 N 13). Die 

Kognition der zuständigen Behörde beim Entscheid darüber, wer Anspruch auf 

Ausstellung einer Erbescheinigung hat, ist beschränkt und provisorisch. Die Aus-

stellung des Erbscheins fusst auf einer vorläufigen Beurteilung der Rechtsnach-

folge. Basis hierfür sind die gesetzliche Erbfolge, welche die Behörde namentlich 

anhand von Familienausweisen oder Auszügen aus dem Personenstandsregister 

ermittelt, und allfällige eröffnete (Art. 557 ZGB) und mitgeteilte (Art. 558 ZGB) 

Verfügungen von Todes wegen, welche die Behörde auch dann zu berücksichti-

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gen hat, wenn sie diese aufgrund einer provisorischen Auslegung für ungültig 

oder anfechtbar hält. Eine Auseinandersetzung mit der materiellen Rechtsfolge 

findet nicht statt. Damit befasst sich das ordentliche Zivilgericht und nicht die Be-

hörde, welche den Erbschein ausstellt. Deren Entscheidung stellt keine Anerken-

nung eines materiellen Rechts, sondern lediglich eine Bescheinigung über eine 

tatsächliche Situation dar, welche stets unter dem Vorbehalt der Ungültigkeits-, 

Herabsetzungs-, Erbschafts- und Feststellungsklagen steht (Art. 559 Abs. 1 ZGB; 

vgl. BGer 5D_305/2020 vom 4. Mai 2021, E. 3.2 m.w.H.; BGer 5A_757/2016 vom 

31. August 2017, E. 3.3.3). 

6.1 Unstrittig ist, dass die Parteien des vorliegenden Verfahrens als Nach-

kommen des Erblassers gesetzliche Erben (Art. 457 Abs. 1 ZGB; act. 19 S. 3, 

act. 24/16 S. 4) und ausserdem dessen alleinige Erben sind. Ihre Erbberechtigung 

als gesetzliche Erben kann im Einspracheverfahren wie vorstehend gesagt nicht 

bestritten werden. Dass einer der gesetzlichen Erben bereits ausgeschieden sei 

durch Erbverzicht, Ausschlagung oder Enterbung wurde nicht geltend gemacht 

und ergibt sich auch nicht aus den Akten. Selbst bei Ungültigkeit der letztwilligen 

Verfügung des Erblassers vom 26. April 2024, welche ohnehin der gesetzlichen 

Erbfolge folgt (vgl. act. 3/1), würde deren (gesetzliche) Erbberechtigung nicht da-

hinfallen. 

6.2 Der Berufungsbeklagte ist der Ansicht, es stehe die Erbunwürdigkeit 

der Berufungskläger 1 und 2 im Raum, weshalb keine Erbbescheinigung auszu-

stellen sei. Unwürdig, Erbe zu sein oder aus einer Verfügung von Todes wegen ir-

gendetwas zu erwerben, ist gemäss Art. 540 Abs. 1 ZGB, wer vorsätzlich und 

rechtswidrig den Tod des Erblassers herbeigeführt oder herbeizuführen versucht 

hat (Ziff. 1), wer den Erblasser vorsätzlich und rechtswidrig in einen Zustand blei-

bender Verfügungsunfähigkeit gebracht hat (Ziff. 2), wer den Erblasser durch Arg-

list, Zwang oder Drohung dazu gebracht oder daran verhindert hat, eine Verfü-

gung von Todes wegen zu errichten oder zu widerrufen (Ziff. 3), oder wer eine 

Verfügung von Todes wegen vorsätzlich und rechtswidrig unter Umständen, die 

dem Erblasser deren Erneuerung nicht mehr ermöglichten, beseitigt oder ungültig 

gemacht hat (Ziff. 4). Art. 540 Abs. 1 ZGB regelt die Erbunwürdigkeit als relativ 

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fehlende aktive Erbfähigkeit, die von Gesetzes wegen eintritt und von Amtes we-

gen zu beachten ist (vgl. BSK ZGB II-Schwander, 7. Aufl. 2023, Art. 540 N 1). Die 

vom Berufungsbeklagten sowohl vor Vorinstanz als auch im Rechtsmittelverfah-

ren (Erw. III.1 und III.4) lediglich pauschal behauptete Erbunwürdigkeit seiner Brü-

der erscheint vor dem Hintergrund der dargelegten gesetzlichen Erbunwürdig-

keitsgründe nicht ansatzweise fundiert. 

6.3 Nach dem Gesagten steht die Einsprache des Berufungsbeklagten der 

Ausstellung der Erbbescheinigung nicht entgegen. Diese vermag im vorliegenden 

Fall ihren Zweck, sämtliche Erben auszuweisen, trotz erhobener Einsprache un-

eingeschränkt zu erfüllen. Das gilt auch, wenn – wie im vorliegenden Fall – auf-

grund des Interessenkonflikts zwischen den Erben eine Erbschaftsverwaltung an-

geordnet wurde (Art. 556 Abs. 3 ZGB; vgl. vorstehend E. I.2.2) und der Erbschein 

daher einstweilen kaum einen praktischen Nutzen hat (so im Ergebnis BGer 

5D_305/2020 vom 4. Mai 2021, E. 4.7; OGer ZH LF220080 vom 1. Dezember 

2022, E. 3.1; BSK ZKB II-Leu/Gabrieli, 7. Aufl. 2023, Art. 559 N 7).

7. Die Berufung der Berufungskläger 1 und 2 erweist sich nach dem Ge-

sagten als begründet. Folglich ist Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils 

vom 2. August 2024 aufzuheben. Die Vorinstanz wird auf entsprechendes Ersu-

chen der gesetzlichen Erben einen Erbschein auszustellen haben.

IV.

1. Die vorinstanzliche Festsetzung der Entscheidgebühr auf Fr. 150.– zu-

lasten des Berufungsbeklagten wurde im Berufungsverfahren nicht in Frage ge-

stellt und ist zu bestätigen.

2. Die Ausstellung bzw. Nichtausstellung von Erbbescheinigungen gehört 

wie einleitend gesagt zu den erbrechtlichen Sicherungsmassregeln und betrifft die 

freiwillige Gerichtsbarkeit (vgl. oben E. II.1.1). Die nichtstreitige Angelegenheit vor 

erster Instanz wandelt sich in zweiter Instanz in eine (vermögensrechtliche) strei-

tige Angelegenheit (vgl. statt vieler OGer ZH LF210027 vom 15. Juli 2021, E. II.1). 

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Ausgangsgemäss wird der Berufungsbeklagte kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 

Satz 1 ZPO). 

Sicherungsmassregeln nach Art. 551 ff. ZGB betreffen regelmässig den gan-

zen Nachlass. Als Streitwert gilt daher der Bruttowert der Aktiven (vgl. etwa OGer 
ZH LF210033 vom 17. August 2021, E. 4.1 m.w.H.; Diggelmann, DIKE-Komm-

ZPO, 3. Aufl. 2025, Art. 91 N 30). Ausgehend von einem Streitwert von mindes-

tens Fr. 53'000.– (letztbekannter Steuerwert des Nachlasses gemäss Auskunft 

des Steueramtes F._____ im vorinstanzlichen Testamentseröffnungsverfahren 

EL240192 [vgl. Erw. I.1] "Fr. 79'000 / 238'100.–", act. 22; Betreffnis für die beiden 

Berufungskläger zusammen 2/3 von mind. Fr. 79'000.–) ist die Entscheidgebühr 

in Anwendung von § 12 i.V.m. § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 8 Abs. 1 GebV OG auf 

Fr. 1'500.– festzusetzen und ausgangsgemäss dem Berufungsklagten aufzuerle-

gen.

3. Partei- bzw. Umtriebsentschädigungen sind keine zuzusprechen: den 

Berufungsklägern 1 und 2 nicht, weil keine Umtriebsentschädigung beantragt 

wurde, dem Berufungsbeklagten nicht, weil er unterliegt.

Es wird erkannt:

1. In Gutheissung der Berufung der Berufungskläger 1 und 2 wird die Disposi-

tiv-Ziffer 1 des Urteils des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Horgen vom 

2. August 2024 aufgehoben.

2. Die Kostenregelung gemäss den Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des Urteils des 

Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Horgen vom 2. August 2024 wird be-

stätigt.

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt und 

dem Berufungsbeklagten auferlegt. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungskläger 1 und 2 je un-

ter Beilage von Doppeln von act. 19 und act. 24/16, an das Gemeindesteu-

eramt F._____, an das Kantonale Steueramt, Nachlass, Postfach, 8090 Zü-

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rich, sowie an das Einzelgericht des Bezirksgerichts Horgen, je gegen Emp-

fangsschein.

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt 
Fr. 30'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. D. Tolic Hamming

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