# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 585d32b8-847d-5e3f-bb5a-41f39229ef31
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-05
**Language:** de
**Title:** Status quo sine erreicht
**Docket/Reference:** UV.2020.00110
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2020.00110.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2020.00110
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
5. März 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Matthias
Horschik
Schifflände
22, 8001 Zürich
gegen
Helsana Unfall AG
Zürichstrasse
130, 8600 Dübendorf
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: Helsana Versicherungen AG
Recht & Compliance
Postfach, 8081 Zürich Helsana
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1960, ist seit dem
1.
September 2007
in einem
50%-Pen
sum
als Museums-Leiterin bei der
Y.___
angestellt und dadurch bei der Helsana Unfall AG
(nachfolgend: Helsana)
obligatorisch gegen die Folge
n von Unfällen versichert.
Am 2
5.
April 2019
verfing sich d
ie Versicherte
in der Dunkelheit
mit den Füssen im Netz eines
Viehhütezaun
s
, stürzte und schlug auf dem Boden auf
(Schadenmeldung UVG vom 3
0.
April 2019,
Urk.
7/1).
Am 2
6.
April 2019 begab
sie sich
in Behandlung bei
Dr.
med.
den
t
.
Z.___
, welche
im Bericht vom 1
3.
Mai 2019
mehrere Kontusionen und Kronenfrakturen feststellte (
Urk.
8/1
).
Am
7.
Juni 2019 wurde die Versicherte aufgrund eines thorakalen Druckgefühls mit der Am
bulanz ins S
pital
A.___
übe
rführt (
Urk.
8/2-3
).
Dr.
med.
B.___
, FMH
Chirurgie,
von der Klinik
C.___
diagnostizierte im
UVG
Zwischen
bericht vom 1
2.
Juni 2019 (1) Zerrungen in beiden Schultergelenken, (2) eine Schürfung am Knie und (3) einen Zahnschaden (
Urk.
8/4). Die Helsana erbrachte Heilbehandlun
gsleistungen.
Am 2
4.
Juli 2019 führte der Schadeninspektor der Helsana ein Gespräch mit der Versicherten
(
Urk.
7
/9).
Am 3
0.
Oktober 2019 nahm
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, bera
tender Arzt der Helsana, eine Beurteilung vor (
Urk.
8
/8).
Mit Verfügung vom
1.
November 2019
hielt
die
Helsana
fest, dass die Versicherte ab dem
8.
Juni 2019 keinen Anspruch auf Taggeldleistungen habe. Die noch laufende Zahnbehand
lung für den Zahn 16 werde gemäss Kostengutsprache vom 1
2.
August 2019 übernommen. Ab dem
1.
November 2019 habe die Versicherte keinen Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mehr
(
Urk.
7/19).
Dagegen erhoben die Versicherte
am 2
2.
November 2019
und die
Y.___
am
9.
Dezember 2019 Einsprache
(
Urk.
7/22
und
Urk.
7/28
), welche
die Helsana mit Entschei
d vom 4.
März 2020 (
Urk.
2) abwies.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
8.
Mai 2020 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
Anträge:
1.
Der Einsprache-Entscheid der Helsana vom
4.
März 2020 sei aufzuheben und es
seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen, Taggelder,
Heilungskosten, evtl. eine Rente und eine Integritätsentschädigung zu erbringen.
Eventualiter sei vorliegend ein Gerichtsgutachten zu erstellen.
Subeventualiter
sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
Verfahrensanträge:
2.
Es seien im vorliegenden Verfahren sämtliche Akten betreffend die früheren Unfälle
der Jahre 2011, 2012, 2014 und 2017 bei der AXA Winterthur, der CSS und der
Helsana zu beschaffen.
3.
Es sei dem unterzeichnenden
Anwalt – unter gleichzeitiger Zustellung der
amtlichen Akten – eine Nachfrist zur weiteren Begründung der vorliegenden
Beschwerde zu gewähren.
Alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge
zzgl. MwSt. zulasten der Helsana
.
Mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2020 hielt das Gericht fest, dass die Beschwerde den Anforderungen von
§
18
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) genüge. Daher bestehe
kein Anlass, eine Nachfrist im Sinne von
§
18
Abs.
3
GSVGer
zu gewähren. Gleichzeitig wurde der Beschwerdegegnerin Frist zu
r
Beschwerdeantwort angesetzt (
Urk.
4).
Die Beschwerdegegnerin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Juni
2020 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6).
Mit Verfügung vom 3
0.
Juni 2020 setzte das Gericht der Beschwerde
führerin Frist zur Replik an (
Urk.
9). Mit Eingabe vom 1
4.
September 2020 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie an ihren Anträgen in der Beschwerde vollumfänglich festhalte (
Urk.
11). Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 2
9.
September 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
3
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungs
leis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Inte
grität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast –
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
gen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden,
so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
nach
der nachvollziehbaren Beurteilung von
Dr.
D.___
zwischen dem Unfall
ereignis vom 2
5.
April 2019 und den diversen geltend gemachten Beschwerden kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Hinsichtlich der Schulterbeschwerden
sei der
Status quo am 3
0.
Ok
tober 2019 erreicht ge
wesen
(
Urk.
2 S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
die versicherungs
interne Beurteilung von
Dr.
D.___
, der von der Beschwerdegegnerin wirtschaft
lich
abhängig sei, nicht nachvollziehbar sei.
Dass
Dr.
D.___
nicht abgeklärt habe, ob es sich bei den geklagten Beschwerden u
m Rückfälle oder Spätfolgen früher erlittener
Unfälle handle, stelle eine krasse Verletzung des Untersuchungs
grund
satzes nach
Art.
43
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (
ATSG
)
dar. Die Beurteilung von
Dr.
D.___
sei
auf
grund
ungenügende
r
Unterlagen erfolgt.
Schliesslich fehle auch eine hinrei
chen
de
Auseinandersetzung von
Dr.
D.___
mit
den Ausführungen vo
n
Dr.
B.___
(
Urk.
1 S. 5 ff.)
.
3.
3.1
Dr.
B.___
erklärte im UVG
Zwischenbericht vom 1
2.
Jun
i 2019, dass die Beschwerdeführerin anhaltende Beschwerden in beiden Schultergelenken habe. Gegenwärtig erfolge eine physikalische Therapie. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 0
%
(
Urk.
8/4).
3.2
Die Är
zte
des S
pitals
A.___
diagnostizierten
im Notfallaustrittsbericht ambu
lant vom 1
2.
Juni 2019
ein thorakales Druckgefühl, am ehesten funktionell;
Differen
tialdiagnose:
muskuloskelettal
(
Troponin
negativ, EKG unauffällig). Sie
gaben an, dass die Beschwerdeführerin
seit ca. 18.45 Uhr ein Druckgefühl thora
kal
verspüre
. Sie habe schon seit läng
erem ein Schwächegefühl. Am 25.
April 2019 sei sie in
E.___
gestürzt
. Im Verlauf habe die Beschwerdeführerin
Schulterschmerzen entwickelt und sei am
1.
Juni 2019 beim Arzt gewesen
.
Gestern habe mit dem Vorstand
der
Y.___
ein Gespräch stattgefunden, anlässlich
dessen
viel Druck ausgeübt worden
sei
. Im Weiter
e
n habe eine Kollegin berichtet, einen Herzinfarkt erlitten zu haben. Es sei ihr heute einfach alles zu viel gewesen. Die Ärzte des
A.___
hielten fest
, dass die Beschwerdeführerin nach mehrstündiger unauffälliger Über
wachung auf der Notfallstation in deutlich gebessertem Allgemeinzustand nach
Hause habe
ent
lassen werden können (Urk.
8/3
).
3.3
Dr.
med.
F.___
, FMH Orthopädie und Traumatologie,
Chefarzt der Klinik
G.___
,
gab im an
Dr.
B.___
gerichteten Sprechstundenbericht vom 1
0.
Juli 2019 an, dass er sich die Beschwerden der Beschwerdeführerin am ehesten im Rahmen eines Tietze-Syndroms erklären könne. Entsprechend sei eine symptomatische Therapie zu empfehlen. Die Arbeitsunfähigkeit von 80
%
sei in einem vernünftigen Bereich (
Urk.
8/5).
3.4
Im Rahmen des Gesprächs mit dem Schadeninspektor der Beschwerd
egegnerin vom 2
4.
Juli 2019 führte die Beschwerdeführerin aus
, dass
im Jahr 2011
nach einem Treppensturz
beide Schultern
geschädigt gewesen
seien. Ein
zweites Unfallereignis habe
sich
ein paar Wochen später ereignet, als ein Teppich unter ihr weggerutscht und sie nach vorne gefallen sei.
Es seien ein
beidseitiger Lim
bus-Abriss und
Refixationen
diagnostiziert worden
.
Die
Schultern
seien im März bzw. Mai 2011 operiert worden
.
Ca. sechs bis acht
Wochen
lang
sei sie
zu 100
%
und danach noch teilweise arbeitsunfähig gewesen
. Eine dritte Operation
sei
im November 2011
erfolgt
.
Damals sei die AXA Versicherungen AG Unfallversi
che
rer gewesen.
Die Verletzungen seien vor dem aktuellen Unfallereignis ausgeheilt gewesen.
Derzeit habe
sie Verspannungen im Ober
körper
, das heisse im Brust
bereich, in beiden Schultern, im Nackenbereich und bis in beide Hände.
Auch im Rückenbereich habe sie Schmerzen und sei verspannt bis in die Lendenwirbel und über das Gesäss. Beim Gehen melde sich das linke Bein wieder (kein Dauer
zustand,
Urk.
7/11).
3.5
Dr.
B.___
diagnostizierte im Bericht vom 1
7.
September 2019 muskuläre Verspannungen linkes Schultergelenk bei Zerrung des SC-Gelenkes.
Der Verlauf sei langwierig mit nur leichter Besserung aufgrund der physikalischen Therapie. Vom
8.
bis zum 1
2.
Juni 2019 habe eine 100%
ige und vom 1
3.
Juni bis zum
1.
September
2019 eine 80%ige Arbeitsunf
ähigkeit bestanden. Seit dem 2.
Septem
ber 2019 bestehe bis auf Weiteres eine 6
0%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
8
/7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid
in medizi
nischer Hinsicht auf die Beurteilung von
Dr.
D.___
vom 3
0.
Oktober
2019 (
Urk.
8
/8).
4.2
Dr.
D.___
legte in dieser Beurteilung dar
, dass bei der Beschwerdeführerin
nach dem Unfallereignis vom 2
5.
April 2019
muskuläre Verspannungen am linken Schultergelenk bei einer Zerrung des SC-Gelenkes sowie eine Zahnverletzung
diagnostiziert
worden seien
.
Beim differentialdiagnostisch festgestellten Tietze-S
yndrom handle
es sich um eine krankheitsbedingte
Problematik.
Die multiplen nicht näher spezifizierbaren Beschwerden gemäss
Bericht des Schadeninspektors
seien unfallfremd. Die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden seien
lediglich möglicherweise auf das Unfallereignis vom 2
5.
April 2019 zurückzu
füh
ren. Die Schultergel
enke seien
beidseits operiert worden. Dies sei ein rele
van
ter Vorzustand. Durch das Unfallereignis vom 2
5.
April 2019 sei keine rich
tung
ge
bende Veränderung eingetreten. Der Status quo ante sei spätestens zum jetzi
gen Zeitpunkt
erreicht.
Die ab dem
8.
Juni 2019 attestierte Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar und
nicht
u
nfallbedingt begründet (
Urk.
8/8
).
4.3
Diese Beurteilung von
Dr.
D.___
ist einleuchtend und plausibel.
Nach der
zahn
ärztlichen Behandlung bei
Dr.
Z.___
vom 2
6.
April 2019 (Urk.
8/1)
begab sich die Beschwerdeführerin
ausweislich der Akten
erst
am 1.
Juni 2019
,
das heisst mehr als
fünf
Wochen nach dem Unfallereignis vo
m 25.
April
2019
, in Behandlung bei
Dr.
B.___
(vgl.
Urk.
8/3
).
Zwischenzeitlich arbeitete sie im bisherigen 50%-Pensum.
Eine Arbeitsunfähigkeit
verneinte
Dr.
B.___
im
Bericht vom 1
2.
Juni 2019
(
Urk.
8/4
, vgl. E. 3.1
)
und attestierte eine solche
erst
im Bericht vom 1
7.
September 2019
rückwirkend ab dem
8.
Juni 2019 (
Urk.
8/7). Vor dem Hintergrund
, dass
Dr.
B.___
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2
5.
April 2019
bezüglich der Schultern und des SC-Gelenkes einzig Zerrungen und muskuläre Verspannungen feststellte
, ist diese
(nachträg
liche)
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht nachvollziehbar.
Anhaltspunkte dafür, dass es
beim
Unfallereignis vom 2
5.
April 2019 zu einer richtunggebenden Verschlechterung der
vorbestehenden
Schulterbeschwerden gekommen sein könnte, sind nicht gegeben.
Rückfälle oder Spätfolgen
der früheren
Unfälle
mit Schulterverletzungen
, für welche
im Übrigen
der damalige
Unfallversicherer leistungspflichtig wäre
, sind nicht ausgewiesen.
Hinsichtlich des
Einwand
es der Beschwerdeführerin,
wonach
Dr.
D.___
von der
Beschwerdegegnerin wirtschaftlich abhängig sei, ist darauf hinzuweisen, dass
auch
Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte
, die zweifellos von ihrem
Arbeitgeber wirtschaftlich abhängig sind,
Beweiswert zukommt
, sofern sie den Anforderungen entsprechen und – wie vorliegend – keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. E. 1.5). Überdies
führt
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
selbst bei
unabhängigen Sachverständigen im Sinne von Art. 44
ATSG
die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand
(BGE 137 V 210 E. 1.3.3
; vgl. zur Anwendung im Bereich der Unfall
versicherung Urteil des Bundesgerichts 8C_153/2017 vom 29. Juni 2017 E. 6.3
)
.
4.4
Auf die Beurteilung von
Dr.
D.___
kann demnach abgestellt werden.
Vom
Beizug
der Akten
früherer Unfälle
und von einem allfälligen Gerichtsgutachten
sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
Eine Verletzung des Untersuchun
gsgrundsatzes nach
Art.
43 Abs.
1 ATSG ist zu verneinen.
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich
somit
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Matthias
Horschik
-
Helsana Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl