# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d96f56cc-1775-5d8e-9030-c5ff7f4176db
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 19.01.2024 VBE.2023.305
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-305_2024-01-19.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.305 / pm / nl 
Art. 6 

 

 

Urteil vom 19. Januar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Meier  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch MLaw Vanessa Senn,  

CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG,  

Münchensteinerstrasse 127, 4002 Basel 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 25. April 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1977 geborene Beschwerdeführer ist als Lehrperson (Primarstufe) an-

gestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Beschwerdegeg-

nerin obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 24. Februar 2022 

rutschte er beim Skifahren auf der Piste aus, stürzte auf die Schulter und 

verletzte sich dabei. Die Beschwerdegegnerin erbrachte hierfür in der Folge 

vorübergehende Leistungen. Mit Verfügung vom 7. November 2022 stellte 

sie ihre Leistungen per 8. August 2022 ein. Die dagegen erhobene Einspra-

che wies sie mit Einspracheentscheid vom 25. April 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Mai 2023 frist-

gerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

  "1. Es sei der Einsprache-Entscheid vom 25.04.2023 aufzuheben. 
 
 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

die gesetzlichen Leistungen auszurichten. 
 
 3. Eventualiter seien die erforderlichen Abklärungen durchzuführen und 

sodann zu entscheiden. 
 
 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin." 

 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer zudem 

die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels. 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 6. September 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde und reichte dabei weitere medi-

zinische Unterlagen ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Was die vom Beschwerdeführer beantragte Durchführung eines zweiten 

Schriftenwechsels anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass Art. 61 lit. a 

ATSG ein rasches Verfahren vorsieht, woraus sich kein Anspruch auf ei-

nen zweiten Schriftenwechsel ergibt. Auch vor dem Hintergrund des Rep-

likrechts (BGE 137 I 195 E. 2.3.1 S. 197; 133 I 100 E. 4.5 S. 103 f.) ist die 

Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels nicht zwingend. Das Ge-

richt kann Eingaben auch lediglich zur Kenntnisnahme zustellen, wenn von 

 - 3 - 

 

 

den Parteien erwartet werden kann, dass sie unaufgefordert dazu Stellung 

nehmen (BGE 138 I 484 E. 2.1 und 2.2 S. 485 f.; 133 I 98 E. 2.2 S. 99). 

Dies trifft vor allem bei rechtskundig vertretenen Personen wie dem Be-

schwerdeführer zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_641/2014 vom 

16. Januar 2015 E. 2 mit Hinweisen). Das Versicherungsgericht stellte dem 

Beschwerdeführer die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 

6. September 2023 samt Beilagen (act. 1-4) mit Verfügung vom 7. Septem-

ber 2023 zu. Bis zum vorliegenden Entscheid liess sich der Beschwerde-

führer nicht mehr vernehmen, weshalb von einem Verzicht auf das Replik-

recht auszugehen ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_43/2021 vom 

27. April 2021 E. 3.2 f.).  

 

2. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 24. Februar 2022 mit Einsprache-

entscheid vom 25. April 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 69) zu Recht 

per 8. August 2022 eingestellt hat.  

 

3. 

3.1. 

Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungs-

leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). 

 

3.2. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 

129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

3.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

 - 4 - 

 

 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesge-

richts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2). Ebenso wie der leistungs-

begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je-

der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-

schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 

blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen 

des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer 

(BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).  

 

4. 

Den medizinischen Unterlagen ist im Hinblick auf die gesundheitlichen Aus-

wirkungen des Unfallereignisses vom 24. Februar 2022 im Wesentlichen 

Folgendes zu entnehmen: 

 

4.1. 

Dr. med. B._____, Fachärztin für Radiologie, hielt in ihrem Bericht vom 

21. April 2022 nach einer gleichentags durchgeführten MR-Arthrographie 

der rechten Schulter des Beschwerdeführers eine SSP mit gelenkseitiger 

Partialläsion des anterioren Sehnenanteils nach posterior im Übergang zur 

Infraspinatussehne mit einer Auflockerung und Partialläsion im mittleren 

Sehnendrittel ("keine Ruptur, keine Dehiszenz"), eine kleine "SLAP II Lä-

sion", eine leichte Auflockerung des Sehnenankers an der Basis, eine in-

takte LBS sowie eine bursitis subacromialis/subdeltoidea fest (VB 2 S. 3). 

 

4.2. 

Prof. Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma-

tologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Austrittsbericht vom 

10. Mai 2022 (nach dem am selben Tag erfolgten Eingriff) an der rechten 

Schulter eine SLAP-II-Läsion mit transmuraler Läsion der Supra- und Infra-

spinatussehnen, ein Acromionsporn und eine bursitis subacromialis vom 

24. Februar 2022 (VB 15). 

 

4.3. 

Dr. med. D._____, Fachärztin für Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedi-

zin der Beschwerdegegnerin, führte in ihrem Bericht vom 14. Juli 2022 zu-

sammengefasst aus, im MRI wie auch intraoperativ hätten keine auf das 

Ereignis vom 24. Februar 2022 zurückzuführenden strukturellen Läsionen 

gefunden werden können. Gemäss den Kriterien der Swiss Orthopaedics 

sei im vorliegenden Fall eine unfallbedingte Läsion auszuschliessen. Für 

die Annahme einer traumatischen Rotatorenmanschettenruptur werde fol-

gende Korrelation angegeben: ein Knochenmarködem am Tuberculum ma-

jus vergesellschaftet mit einer Rotatorenmanschettenläsion, eine Läsion 

 - 5 - 

 

 

am muskulotendinösen Übergang, ein Hämatom in der Bursa subacromia-

lis, eine isolierte Läsion der Subskapularissehne sowie ein Muskelödem 

ohne Läsion am muskulotendinösen Übergang. Im vorliegenden Fall sei 

indes keines dieser Kriterien erfüllt. Sodann komme dem Verhalten eines 

Versicherten direkt nach dem Unfallereignis gemäss Literatur eine mass-

gebliche Bedeutung zur Differenzierung zwischen einer traumatischen Lä-

sion und einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes zu. 

Bei einer akuten Ruptur der Supraspinatussehne komme es aufgrund des 

starken schneidenden Schmerzes sofort zu einer Pseudoparalyse des Ar-

mes, d.h. der Arm könne sofort nicht mehr aktiv über Schulterhöhe geho-

ben werden. Gemäss Literatur begebe sich eine versicherte Person in 

solch einem Fall zeitnah in ärztliche Behandlung, da der Schmerz invalidi-

sierend sei. Der Beschwerdeführer habe gemäss Akten hingegen erst ca. 

6 Wochen nach dem Sturz erstmalig einen Arzt aufgesucht und eine Pseu-

doparalyse habe nicht vorgelegen. Die im MRI und intraoperativ beschrie-

benen Läsionen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit chronisch-de-

generativer Genese und vorbestehend. Durch das Ereignis vom 24. Feb-

ruar 2022 könne es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung im Sinne 

einer Schmerzauslösung über einen maximalen Zeitraum von 6 Wochen 

gekommen sein. Über diesen Zeitraum hinaus persistierende Beschwer-

den seien mit den vorbestehenden, chronisch-degenerativen und bis dahin 

womöglich stummen Befunden zu erklären (VB 35). 

 

4.4. 

Prof. Dr. med. C._____ führte in seinem Bericht vom 15. September 2022 

zusammengefasst aus, Dr. med. D._____ zitiere in ihrem Bericht vom 

14. Juli 2022 lediglich einen unvollständigen Auszug aus einer Publikation 

von Swiss Orthopaedics. Ein Sturz auf den ausgestreckten Arm könne 

durchaus zu einer Rotatorenmanschettenläsion führen, was auch in der 

fraglichen Publikation genannt werde. Der Unfall sei am 24. Februar 2022 

erfolgt, das MRI sei jedoch erst am 21. April 2022 erstellt worden. Ein Kno-

chenmarksödem sei zwei Monate nach einem Unfall meistens bereits aus-

geheilt. Eine Läsion am muskulotendinösen Übergang nach einem Sturz 

auf den ausgestreckten Arm "[müsse] nicht sein". Es liege eine Läsion der 

Supra- und Infraspinatussehne vor. Auch ein Hämatom und ein Muskel-

ödem hätten sich zwei Monate nach dem Unfall wieder zurückgebildet. Der 

Befund, welcher am 8. April und am 2. Mai 2022 erhoben worden sei, 

passe sehr gut zur Läsion. Zudem sei eine Kraftmessung erfolgt, "welche 

7 versus 12.5 kg" betragen habe. Die Operation sei klar aufgrund des Un-

fallereignisses vom 24. Februar 2022 erfolgt. Die mit der Operation assozi-

ierte Katheter-assoziierte Läsion des Plexus brachialis hänge mit der Ope-

ration und damit auch mit dem Unfall zusammen (VB 46 S. 3 f.).  

 

4.5. 

Im Bericht vom 2. Dezember 2022 legte Prof. Dr. med. C._____ sodann im 

Wesentlichen dar, ein Sturz auf den ausgestreckten Arm sei ein adäquates 

 - 6 - 

 

 

Ereignis für eine Rotatorenmanschetten-Ruptur. Eine Flexion von 180 Grad 

spreche nicht gegen eine Ruptur der Supra- und Infraspinatussehnen. In 

den Berichten vom 8. April und vom 2. Mai 2022 sei dargelegt worden, dass 

rechtsseitig starke endgradige Schmerzen vorhanden seien. Zudem zeige 

sich beim Beschwerdeführer keine Degeneration der Sehnen, die auf eine 

nicht unfallbedingte Ursache schliessen (lassen) könnte (VB 63). 

 

4.6. 

Dr. med. E._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparates, Abteilung Versicherungsmedizin der Be-

schwerdegegnerin, nahm am 21. April 2023 Stellung, wobei er sich den 

Ausführungen von Dr. med. D._____ anschloss. Die intraoperative Fotodo-

kumentation zeige auf den meisten Bildern eine Unschärfe durch trübe 

Spülflüssigkeit. Die Bizepssehne sei, soweit erkennbar, intakt gewesen, 

das Labrum glenoidale tatsächlich lediglich aufgefasert und eine trans-

murale Supra- und Infraspinatussehnenruptur sei nicht zu erkennen. Die 

Schäden würden degenerativ wirken und liessen sich gut mit extensiver 

sportlicher Betätigung wie Basketballspielen (Überkopfsportart, 2009 Meis-

terschaftsspiel), Mountainbiken, Snowboarden und Skifahren erklären. Bei 

der sechs Wochen nach dem Unfallereignis in Anspruch genommenen 

Erstbehandlung (bei welcher erstmals eine Nativröntgenaufnahme ange-

fertigt worden sei) habe der Beschwerdeführer den Arm bis 180°, also über 

Kopf, heben können. Zusammengefasst sei zwar von beeinträchtigenden 

Schmerzen nach dem Ereignis auszugehen, wobei diese die körperliche 

Aktivität des Beschwerdeführers zwar eingeschränkt hätten, jedoch offen-

bar nicht so gross gewesen seien, dass eine kurzfristige Vorstellung bei 

einem Arzt notwendig geworden sei. Des Weiteren lägen, entgegen der 

Ansicht von Prof. Dr. med. C._____, degenerative Schäden vor. Das 

Labrum glenoidale zeige sich auf den intraoperativen Aufnahmen deutlich 

aufgefasert und verschlissen. Im MRI habe sich eine Unterflächenläsion 

"Footprint-nah" gezeigt, die als PASTA-Läsion zu werten sei. Transmurale 

Schäden der Supra- und Infraspinatussehnen hätten nicht erkannt werden 

können (VB 67 S. 3 ff.). 

 

4.7. 

Prof. Dr. med. C._____ führte in seinem Bericht vom 8. Mai 2023 zusam-

mengefasst aus, die Argumentationskette von Dr. med. E._____, wonach 

anhaltende Schmerzen mit Wiedereintreten oder Verbleiben der Funktion 

des Schultergelenks auf degenerative Ursachen hinweisen würden, werde 

häufig von Versicherungsmedizinern genannt, entbehre jedoch jeglicher 

wissenschaftlichen Literatur. Die intraoperativen Bilder zeigten klar eine 

traumatisch imponierende Konfiguration mit starker Ausfransung. Degene-

rative Risse wiesen meist eine Abrundung der Sehnen auf. Eine Bewe-

gungseinschränkung sei meist nur bei 3-Sehnen-Rupturen oder transmura-

len Rupturen vorhanden, was hier nicht der Fall gewesen sei. Zudem sei 

bei sogenannten Pseudoparalysen auch meist die Subscapularissehne 

 - 7 - 

 

 

mitbetroffen, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall gewesen sei (Be-

schwerdebeilage [BB] 4). 

 

4.8. 

Am 31. August 2023 nahm Dr. med. E._____ erneut Stellung. Zusammen-

gefasst führte er aus, gestützt auf die Beurteilung des Radiologen Dr. med. 

F._____ (vom 30. August 2023; vgl. separate Beilage 3 zur Vernehmlas-

sung), welchem die MRI Bilder zusätzlich vorgelegt worden seien, sei tat-

sächlich davon auszugehen, dass ein minimaler transmuraler Defekt im Be-

reich der PASTA-Läsion an der Supraspinatussehne vorliegen müsse, da 

hier Kontrastmittel in eine kleine Bursa abgeflossen sei. Prof. Dr. med. 

C._____ habe ein Schadensbild mit einer SLAP III-Läsion am Bizepsanker, 

einer transmuralen Ruptur an der Supra- und Infraspinatussehne Footprint-

nah, einem Acromionsporn sowie einer Bursitis subacromialis festgehalten. 

Dies habe er mit der intraoperativen Fotodokumentation begründet (S. 3 

der separaten Beilage 4 zur Vernehmlassung). Der vorgelegten Fotodoku-

mentation könne indes weder eine SLAP III-Läsion am Bizepsanker noch 

eine gelenkseitige Ruptur der Supra- und Infraspinatussehne entnommen 

werden. Auch der transmurale Defekt sei nicht dargestellt. Die Ursache der 

operierten Schäden könne daher nicht eindeutig objektiviert werden. Bei 

den im MRI festgestellten Läsionen handle es sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit um degenerative Schäden, die auf rezidivierende 

Mikrotraumatisierungen durch sportliche Betätigungen zurückzuführen 

seien. Prof. Dr. med. C._____ habe in seinem Operationsbericht einen 

Acromionsporn dokumentiert. Hierbei handle es sich um eine knöcherne 

Ausziehung (Exophyt) an der Unterseite des Schulterdaches, der in den 

Subacromialraum rage. Solche Sporne seien geeignet, die Rotatorenman-

schette vom Subacromialraum aus durch wiederkehrenden Kontakt, zum 

Beispiel bei häufigen Überkopfbewegungen, sukzessive aufzureiben. Der 

transmurale Defekt sei so zu erklären. In der Zusammenschau des verzö-

gerten Behandlungsbeginnes, des Schmerzverlaufes, des klinischen Be-

fundes von Prof. Dr. med. C._____ vom 2. Mai 2022 und der im Operati-

onsbericht beschriebenen, aber in der intraoperativen Fotodokumentation 

nicht überwiegend wahrscheinlich als traumatisch objektivierten Läsionen 

müsse im vorliegenden Fall von einer degenerativen Schädigung ausge-

gangen werden. Die Bursitis subacromialis/subdeltoidea sei aufgrund des 

Acromionsporns auch als chronisch zu werten und sei allenfalls durch das 

Ereignis (vom 24. Februar 2022) zutage getreten (vgl. S. 8 ff. der separaten 

Beilage 4 zur Vernehmlassung). 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

 - 8 - 

 

 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 

231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

5.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 

465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

5.3. 

Eine reine Aktenbeurteilung ist nicht an sich schon unzuverlässig. Entschei-

dend ist, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Untersu-

chungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sachverständige muss 

sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild 

machen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_889/2008 vom 9. April 

2009 E. 3.3.1 und U 224/06 1. November 2007 E. 3.5; je mit Hinweisen). 

 

6. 

6.1. 

Prof. Dr. med. C._____ begründete seine Einschätzung, wonach eine Un-

fallkausalität der geltend gemachten Beschwerden bestehe, unter anderem 

mit dem Unfallhergang. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass dem 

Kriterium des Unfallmechanismus zur Beurteilung der Unfallkausalität 

keine übergeordnete Bedeutung mehr zugemessen wird (Urteil des Bun-

desgerichts 8C_59/2020 vom 14. April 2020 E. 5.4). 

 

Das Vorliegen einer Supraspinatussehnenläsion ist vorliegend sodann un-

umstritten. Betreffend den Zustand der Infraspinatussehne bestehen dage-

gen unterschiedliche Einschätzungen. Dr. med. C._____ ging in seinen 

Stellungnahmen unter anderem von einer transmuralen Läsion der Supra- 

und der Infraspinatussehne aus (vgl. etwa BB 4). Im MRI-Bericht vom 

21. April 2022 wurde dagegen über eine intakte Infraspinatussehne berich-

 - 9 - 

 

 

tet (VB 2 S. 2) und auch der Radiologe Dr. med. F._____, welchem die Be-

schwerdegegnerin die MRI-Bilder zur Stellungnahme vorgelegt hatte, be-

schrieb eine regelrechte Infraspinatussehne (vgl. separate Beilage 3 zur 

Vernehmlassung). Schliesslich gelangte auch Dr. med. E._____ in seiner 

Stellungnahme vom 31. August 2023 zum Schluss, der intraoperativen Fo-

todokumentation könne keine Ruptur der Supra- und der Infraspinatus-

sehne entnommen werden (S. 8 der separaten Beilage 4 zur Vernehmlas-

sung). Dr. med. E._____ führte am 21. April 2023 diesbezüglich weiter 

nachvollziehbar aus, eine akute transmurale Ruptur von zwei der vier Ro-

tatorensehnen (vorliegend der Infra- und der Supraspinatussehne) würde 

gemäss Fachliteratur sofort zu sehr heftigen Schmerzen führen, welche ei-

nen Versicherten veranlassen würden, eine schwere Verletzung der Schul-

ter ausschliessen zu lassen und daher innert weniger Tage einen Arzt auf-

zusuchen. Somit könne vorliegend eher von einer moderaten Schmerzhaf-

tigkeit der Schulter nach dem Unfallereignis ausgegangen werden, was 

wiederum für eine vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen 

Vorzustandes spreche (VB 67 S. 5). Schlüssig ist vor diesem Hintergrund 

insbesondere die Aussage von Dr. med. D._____ in ihrem Bericht vom 

14. Juli 2022, das Verhalten des Beschwerdeführers nach dem Unfallereig-

nis spreche gegen eine traumatisch bedingte Ursache (VB 35), worauf 

auch Dr. med. E._____ in seiner Stellungnahme vom 21. April 2023 hinwies 

(VB 67 S. 4). So begab sich der Beschwerdeführer ausweislich der Akten 

erst sechs Wochen nachdem Unfallereignis (am 8. April 2022; vgl. VB 3 

S. 1; 67 S. 1) in ärztliche Behandlung. Auch die von Prof. Dr. med. C._____ 

dokumentierten, bei der Erstuntersuchung angegebenen starken endgradi-

gen Schmerzen im Bereich der rechten Schulter (vgl. VB 63 S. 1) wertete 

Dr. med. E._____ im Übrigen als Hinweise auf ein degeneratives Gesche-

hen (VB 67 S. 4).  

 

6.2. 

Des Weiteren stellte Prof. Dr. med. C._____ in seinem Bericht vom 8. Mai 

2023 das Vorliegen degenerativer Komponenten mit Verweis darauf, dass 

die intraoperativen Bilder eine starke Ausfransung gezeigt hätten, degene-

rative Risse jedoch meist eine Abrundung der Sehne aufweisen würden, in 

Abrede (BB 4). Dr. med. E._____ hielt am 31. August 2023 in Kenntnis des 

Berichts von Prof. Dr. med. C._____ vom 8. Mai 2023 an seiner Einschät-

zung fest und wies im Weiteren mit einleuchtender Begründung auf einen 

beim Beschwerdeführer bestehenden – von Prof. Dr. med. C._____ doku-

mentierten (vgl. VB 15) – Acromionsporn an der rechten Schulter hin. Sol-

che Sporne würden die Rotatorenmanschette vom Subacromialraum aus 

durch wiederkehrenden Kontakt, etwa bei häufigen Überkopfbewegungen, 

sukzessive aufreiben, was auch den vorliegend bestehenden transmuralen 

Defekt erkläre. Ferner stimmte Dr. med. E._____ der Aussage von Prof. Dr. 

med. C._____ zu, wonach eine PASTA-Läsion bestehe. Dabei handle es 

sich um eine ansatznahe chronische Avulsion der Supraspinatussehne in 

einem Bereich, der per se schlecht durchblutet sei und daher bei häufigen 

 - 10 - 

 

 

Überkopfbewegungen zu Verschleiss neige (S. 9 der Beilage 4 zur Ver-

nehmlassung). 

 

6.3. 

Gesamthaft vermögen die Ausführungen von Prof. Dr. med. C._____ die 

versicherungsmedizinischen Stellungnahmen von Dr. med. D._____ und 

Dr. med. E._____ nicht in Zweifel zu ziehen. Auf deren nachvollziehbaren 

und schlüssigen Beurteilungen kann daher vollumfänglich abgestellt wer-

den. Somit ist davon auszugehen, dass durch das Unfallereignis eine vo-

rübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes wäh-

rend maximal 6 Wochen eingetreten ist. Die Beschwerdegegnerin hat ihre 

Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 24. Februar 

2022 mit Einspracheentscheid vom 25. April 2023 somit zu Recht per 8. Au-

gust 2022 eingestellt. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

7.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
  

 

 

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

 - 11 - 

 

 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 19. Januar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Meier