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**Case Identifier:** c3b19b05-16c2-566d-8c31-bc2dafee7857
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 20.09.2023 VBE.2022.325
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-325_2023-09-20.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

 

VBE.2022.325 / sb / fi  
Art. 83 

 

 

Urteil vom 20. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Peterhans  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____  

vertreten durch lic. iur. Rémy Wyssmann, Rechtsanwalt, 

Schachenstrasse 34b, Postfach, 4702 Oensingen  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   B._____  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 14. Juli 2022) 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1962 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 8. Mai 2017 aber-

mals bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Rente, be-

rufliche Massnahmen) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an, 

nachdem die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 3. Juli 2013 (bestä-

tigt durch Urteil des Versicherungsgerichts VBE.2013.640 vom 12. Novem-

ber 2014 und des Bundesgerichts 9C_631/2014 vom 12. März 2015) ein 

entsprechendes Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin vom 26. April 

2010 abgewiesen hatte. Die Beschwerdegegnerin klärte daraufhin die ge-

sundheitliche sowie erwerbliche Situation ab. Insbesondere liess sie die 

Beschwerdeführerin neurologisch-neuropsychologisch begutachten. Ge-

stützt auf das am 2. Oktober 2020 erstattete Gutachten stellte die Be-

schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 15. Okto-

ber 2020 die Abweisung des Leistungsbegehrens betreffend Invalidenrente 

in Aussicht. Nachdem die Beschwerdeführerin dagegen Einwände erhoben 

hatte, richtete die Beschwerdegegnerin nach Rücksprache mit ihrem inter-

nen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 6. April bzw. 22. November 

2021 Rückfragen an den neurologischen Gutachter, welche dieser am 

29. November 2021 beantwortete. Gestützt auf die Beurteilung der Gutach-

ter verneinte die Beschwerdegegnerin schliesslich nach weiteren Rück-

sprachen mit dem RAD mit Verfügung vom 14. Juli 2022 einen Invaliden-

rentenanspruch der Beschwerdeführerin.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 8. September 

2022 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Aargau vom 14. Juli 2022 sei vollum-
fänglich aufzuheben. 
 
2.  
a) Es sei eine gerichtliche Begutachtung den Fall der Beschwerdeführerin 
betreffend unter Einbezug der Fachrichtungen Neuro-Ophthalmologie, 
HNO, Neuropsychologie, Neurologie und Psychiatrie durchzuführen und 
es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen nach Mass-
gabe eines Invaliditätsgrades von mindestens 40% (inkl. qualifizierte und 
systematische berufliche Eingliederungsmassnahmen, insbesondere Be-
lastbarkeitstraining gemäss Art. 4quater und 4quinquies IVV) zzgl. eines Ver-
zugszinses zu 5% seit wann rechtens zuzusprechen. 
 
b) Eventualiter: Die Beschwerdesache sei zur neuen Begutachtung, zur 
Neubeurteilung und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zu-
rückzuweisen. 

  

 - 3 - 

 

 

 

c) Subeventualiter: Die Beschwerdesache sei an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit diese Prof. C._____ mit der von diesem in seiner 
Stellungnahme vom 29. November 2021 selber angebotenen 
Verlaufsbegutachtung beauftrage, weil er in seinen eigenen Worten die an 
ihn gestellten Fragen nicht beantworten könne, ohne die 
Beschwerdeführerin nicht selber erneut neurologisch zu untersuchen. 
 
3. 
Die Beschwerdegegnerin sei gerichtlich zu verpflichten, die Honorarrech-
nung von Dr. D._____ in der Höhe von CHF 4'970.- von der IV-Stelle Aar-
gau zur Bezahlung zu übernehmen. 
 
4. 
Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung mit Publikums- und Pressean-
wesenheit nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchzuführen. 
 
5. 
Vor Eröffnung des materiellen Entscheids sei dem unterzeichneten 
Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer detaillierten Kostennote 
zur Geltendmachung einer Parteientschädigung zu geben. 
 
6. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 2022 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 13. Oktober 2022 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin zum Verfahren bei-

geladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese 

mit Eingabe vom 31. Oktober 2022 verzichtete. 

 

2.4. 

Am 28. August 2023 wurde vor dem Versicherungsgericht eine öffentliche 

Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchgeführt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

In ihrer Verfügung vom 14. Juli 2022 ging die Beschwerdegegnerin im We-

sentlichen gestützt auf das neurologisch-neuropsychologische Gutachten 

von Prof. Dr. med. C._____, Facharzt für Neurologie, und 

lic. phil. E._____, Fachpsychologin für Neuropsychologie, vom 2. Oktober 

2020 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 205) inklusive ergänzender 

gutachterlicher Stellungahme vom 29. November 2021 (VB 236, S. 2 ff.) 

davon aus, es sei keine seit Erlass der Verfügung vom 3. Juli 2013 

 - 4 - 

 

 

 

eingetretene anspruchserhebliche Veränderung des Gesundheitszustands 

der Beschwerdeführerin nachgewiesen. Deren Leistungsbegehren sei 

daher abzuweisen (VB 251). Die Beschwerdeführerin macht 

demgegenüber zusammengefasst geltend, eine relevante 

Verschlechterung ihres Gesundheitszustands sei sehr wohl nachgewiesen. 

Die sachverhaltlichen Abklärungen der Beschwerdegegnerin seien jedoch 

für eine Anspruchsbeurteilung unzureichend, habe diese doch zu Unrecht 

auf eine neuro-ophthalmologische, oto-rhino-laryngologische und 

psychiatrische Begutachtung verzichtet, und sei die neurologisch-

neuropsychologische Beurteilung von Prof. Dr. med. C._____ und 

lic. phil. E._____ doch nicht nachvollziehbar und auch nicht mehr aktuell. 

Tatsächlich weise sie keine in einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt 

verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr auf. 

 

Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente mit Verfü-

gung vom 14. Juli 2022 zu Recht verneint hat. 

 

2. 

2.1. 

Vorgängig ist auf Folgendes hinzuweisen: Die Beschwerdeführerin bean-

tragt, die Beschwerdegegnerin sei zur Übernahme der Kosten der Unter-

suchung durch Dr. phil. D._____ von Fr. 4'970.00 gemäss Honorar-

rechnung vom 30. Oktober 2017 (VB 165) zu verpflichten. Sie begründet 

dies damit, dass die Beschwerdegegnerin, die ohne die Beurteilung von 

Dr. phil. D._____ keine weiteren Abklärungen vorgenommen hätte und auf 

die Neuanmeldung gar nicht eingetreten wäre, trotz entsprechender 

Anträge bisher nicht über die Übernahme der für die fragliche Unter-

suchung angefallenen Kosten gestützt auf Art. 45 Abs. 1 ATSG entschie-

den habe. Dies stelle eine Rechtsverzögerung beziehungsweise Rechts-

verweigerung dar. Wie es sich damit genau verhält, kann indes offen blei-

ben, denn materielle Rechte oder Pflichten können nicht Streitgegenstand 

eines Beschwerdeverfahrens betreffend Rechtsverweigerung sein (UELI 

KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2020, N. 27 f. zu Art. 56 ATSG; vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts 8C_556/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 1.2). 

Auf Rechtsbegehren-Ziff. 3 ist demnach nicht einzutreten, zumal die Be-

schwerdegegnerin über die fragliche Kostenübernahme in ihrer Verfügung 

vom 14. Juli 2022 gerade nicht entschieden hat und es damit diesbezüglich 

an einem Anfechtungsobjekt fehlt (Art. 56 Abs. 1 ATSG; vgl. etwa Urteil des 

Bundesgerichts 8C_48/2021 vom 20. Mai 2021 E. 4.1 mit Hinweisen). 

Gleiches gilt für die beantragte Zusprache beruflicher Eingliederungsmass-

nahmen, hat die Beschwerdegegnerin mit der hier angefochtenen Verfü-

gung vom 14. Juli 2022 doch einzig einen Invalidenrentenanspruch der Be-

schwerdeführerin verneint, sich aber nicht zu allfälligen beruflichen Einglie-

 - 5 - 

 

 

 

derungsmassnahmen geäussert. Soweit die Beschwerdeführerin be-

schwerdeweise die Zusprache von beruflichen Eingliederungsmassnah-

men beantragt, fehlt es demnach auch hier am Anfechtungsobjekt im Sinn 

von Art. 56 Abs. 1 ATSG. Auf die Beschwerde ist daher in diesem Umfang 

nicht einzutreten. 

 

2.2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Ände-

rungen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche An-

sprüche des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind 

daher nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Be-

stimmungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend im Sinne des Nachfolgenden Leistungen mit An-

spruchsbeginn vor dem 1. Januar 2022 streitig sind, ist für deren Beurtei-

lung die bis zum 31. Dezember 2021 geltende Rechtslage massgebend. 

 

3. 

3.1. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. auch Art. 86ter-88bis IVV sowie Art. 31 

IVG) wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Inva-

liditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich 

ändert. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 

Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält-

nissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan-

spruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 mit Hinweisen). Recht-

sprechungsgemäss ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen 

Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, 

wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen 

Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (vgl. jedoch Art. 86ter 

IVV, wonach bei einer Revision nur diejenige Einkommensverbesserung zu 

 - 6 - 

 

 

 

berücksichtigen ist, die nicht teuerungsbedingt ist). Ein Revisionsgrund ist 

ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Be-

messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 

Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 f. mit Hin-

weisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist dage-

gen nach ständiger Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines 

im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 371 

E. 2b S. 372; vgl. auch BGE 135 V 201 E. 5.2 S. 205 und MEYER/REICH-

MUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 49 zu 

Art. 30 IVG mit Hinweisen). Insbesondere stellt die bloss unterschiedliche 

Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert geblie-

benen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genom-

men keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_770/2019 vom 3. Februar 2020 E. 3.1 mit Hinwei-

sen).  

 

3.2.2. 

Zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Än-

derung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-

rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung 

in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht 

(BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff. und 130 V 71 E. 3 S. 73 ff.).  

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

 - 7 - 

 

 

 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-

gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a 

S. 352 und 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-

linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352). 

 

3.3.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 und 125 V 351 E. 3b/bb 

S. 353). 

 

3.3.3. 

Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – er-

hebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein be-

trachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen 

Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenbe-

rechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich 

erforderlichen Beweiswert, wenn sich die ärztliche Einschätzung nicht hin-

reichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge-

sundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben jedoch Sach-

lagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich 

verändert haben (SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81, 9C_418/2010 E. 4.2; Urteil 

des Bundesgerichts 9C_113/2019 vom 29. August 2019 E. 2.2). 

 

4. 

4.1. 

Vorliegend werden die massgeblichen Vergleichszeitpunkte zum einen 

durch die angefochtene Verfügung vom 14. Juli 2022 (VB 251) und zum 

anderen durch die Verfügung vom 3. Juli 2013 (VB 124) definiert, was 

zwischen den Parteien unumstritten ist. 

 

4.2. 

Die Verfügung vom 3. Juli 2013 basierte ausweislich der Akten im Wesent-

lichen auf dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten polydisziplinären 

Gutachten der SMAB AG, St. Gallen, vom 31. Dezember 2012, welches 

eine internistische Beurteilung durch Dr. med. F._____, Facharzt für Allge-

meine Innere Medizin, eine neurologische Beurteilung durch 

 - 8 - 

 

 

 

Dr. med. G._____, Fachärztin für Neurologie, eine ophthalmologische 

Beurteilung durch Dr. med. H._____, Fachärztin für Ophthalmologie, und 

eine neuropsychologische Beurteilung durch Dr. phil. I._____, 

Fachpsychologin für Neuropsychologie, vereint. Die Gutachter stellten – 

unter Würdigung auch der Ergebnisse einer insgesamt acht Tage 

dauernden Observation vom 13. August und vom 8. bis 22. November 

2012 (vgl. dazu den Observationsbericht vom 3. Dezember 2012 in 

VB 98.3) – folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

(vgl. VB 100.1, S. 19):  

 

1. 
Status nach Subarachnoidalblutung im Bereiche der A. cerebri media 
rechts (22.11.2009) und Status nach Aneurysmaclipping (24.11.2009) 
 
2. 
Status nach kombinierten Schieloperationen bds. nach linksseitiger Abdu-
zensparese (13.01. und 28.07.2011)" 

 

Zusammenfassend hielten die Gutachter aus gesamtmedizinischer Sicht 

fest, es bestehe in der angestammten wie auch einer dem Belastungsprofil 

entsprechenden angepassten Tätigkeit seit November 2010 eine Arbeits-

fähigkeit von 80 % (VB 100.1, S. 20 ff.). 

 

4.3. 

In ihrer Verfügung vom 14. Juli 2022 stützt sich die Beschwerdegegnerin 

auf das von ihr eingeholte neurologisch-neuropsychologische Gutachten 

von Prof. Dr. med. C._____ und lic. phil. E._____ vom 2. Oktober 2020. Es 

wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 

(vgl. VB 205, S. 30): 

 

"- Subarachnoidalblutung Hunt&Hess Ila, WFNS 1, Fisher 3 am 
21.11.2009 (ICD-10: I60.1) mit/bei: 

 
- rupturierters Aneurysma der A. carotis interna links 
- Kraniotomie links und Aneurysmaclipping am 24.11.09 [...] 
- symptomatische Vasospasmen am 26.11.09, Triple H-Therapie vom 

26.11.-08.12.09 
- St. p. Korrekturoperation bei Abduzensparese links am 13.01. und 

28.07.2011 
- persistierende Doppelbilder des linken Auges Abweichung von der 

Sehmittelachse 
- strukturelle (Narbe), fokale Epilepsie mit einfach-partiellen, moto-

rischen Anfällen (ICD-10: G40.1) 
- leichte kognitive Defizite (ICD-10: F06.7)" 

 

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten die folgenden Diagnosen 

(vgl. wiederum VB 205, S. 30): 

 

"- Töff-Unfall 1987 mit multiplen Frakturen des linken Beines 
 

 - 9 - 

 

 

 

 - Synkope (ICD-10; R42) und Gangunsicherheit unklarer Ätiologie, 
DD orthostatisch am 07.04.10 
- MRI-Schädel vom 09.04.10: Ausschluss einer hämorrhagischen, 

ischämischen und intrazerebral entzündlichen Ursache, kein Hydro-
cephalus, kleiner bekannter Infarkt in der Capsula inter-
na/Putamenspitze links 

 
 - Episodische Kopfschmerzen vom Spannungstyp (ICD-10: G44.2)" 

 

Zusammenfassend hielten die Gutachter hinsichtlich der Auswirkungen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Leistungsfähigkeit fest, aus 

neurologisch-neuropsychologischer Sicht bestehe seit November 2009 in 

der bisherigen (anspruchsvollen) Bürotätigkeit eine volle Arbeitsunfähig-

keit. In einer angepassten Tätigkeit inklusive angepasster Bürotätigkeiten 

bestehe seit dem gleichen Zeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bis 

80 % (VB 205, S. 32, S. 35 f. und S. 55 f.). An dieser Beurteilung hielt 

Prof. Dr. med. C._____ mit ergänzender gutachterlicher Stellungnahme 

vom 29. November 2021 im Wesentlichen fest, wobei er insbesondere 

präzisierte, es sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % in einer 

angepassten Tätigkeit auszugehen (VB 236). 

 

5. 

5.1. 

Zur Erstellung des neurologisch-neuropsychologischen Gutachtens vom 

2. Oktober 2020 wurde die Beschwerdeführerin fachärztlich beziehungs-

weise fachpsychologisch umfassend untersucht und die Gutachter verfass-

ten ihre Beurteilung in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorakten (vgl. 

VB 205, S. 6 ff. und S. 39 ff.) und unter Berücksichtigung der geklagten Be-

schwerden. Es wurden ferner eigene Zusatzuntersuchungen durchgeführt 

(Sonografie und EEG; vgl. VB 205, S. 29). Dabei beurteilten die Gutachter 

die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Situation ein-

leuchtend und gelangten zu einer nachvollziehbar begründeten Schlussfol-

gerung. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich Beweiswert im Sinne 

vorstehender Kriterien (vgl. E. 3.3.) zu.  

 

5.2. 

5.2.1. 

Die Beschwerdeführerin bringt gegen das neurologisch-neuropsycholo-

gische Gutachten von Prof. Dr. med. C._____ und lic. phil. E._____ im 

Wesentlichen vor, dieses sei unvollständig. Es fehle eine hinreichende 

Beurteilung ihrer visuellen Probleme, der Gleichgewichtsprobleme und der 

Hörprobleme. Diese hätten ergänzende neuro-ophthalmologische und oto-

rhino-laryngologische Begutachtungen notwendig gemacht. Auch seien 

ihre kognitiven Defizite zu wenig gewürdigt worden. Dem kann nicht gefolgt 

werden. So enthalten sowohl der neurologische als auch der 

neuropsychologische Teil des Gutachtens umfangreiche anamnestische 

Erhebungen (vgl. VB 205, S. 24 ff. und S. 44 ff.) und es erfolgte im 

Speziellen im Rahmen der neurologischen Begutachtung eine ausführliche 

 - 10 - 

 

 

 

Befunderhebung (vgl. VB 205, S. 28 ff.), welche sämtliche geklagten 

Beschwerden vollständig umfasst. Alle Befunde wurden ferner vom 

neurologischen Gutachter in nachvollziehbarer Weise diagnostisch verortet 

(vgl. VB 205, S. 30 ff.). Dabei ging dieser vor dem Hintergrund der von ihm 

erhobenen Befunde in nachvollziehbarer Weise davon aus, dass sowohl 

eine Sehstörung als auch kognitive Defizite und eine fokale Epilepsie mit 

einfachen motorischen Anfällen als Folge der Subarachnoidalblutung 

objektivierbar seien (VB 205, S. 31 f.). Im Rahmen der Untersuchung nicht 

objektiveren konnte der neurologische Gutachter demgegenüber eine 

Einschränkung der Hörfähigkeit (so auch der behandelnde Neurologe 

Dr. med. J._____, Facharzt für Neurologie, in seiner Stellungnahme vom 

25. März 2022 in VB 248, S. 18) und Gangunsicherheiten (VB 205, 

S. 28 f.). In seiner ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme vom 

29. November 2021 hielt Prof. Dr. med. C._____ bezüglich der von der 

Beschwerdeführerin angegebenen Sehstörungen zudem abermals fest, 

dass er deren Vorhandensein – in Übereinstimmung mit den behandelnden 

Ärzten der Beschwerdeführerin – anerkenne, hingegen deren 

Auswirkungen abweichend beurteile. Von einer ergänzenden 

ophthalmologischen Untersuchung der Beschwerdeführerin seien keine 

neuen Erkenntnisse zu erwarten (VB 236, S. 4 f.). Ähnliches gab 

Prof. Dr. med. C._____ in seiner ergänzenden gutachterlichen Stellung-

nahme vom 29. November 2021 bezüglich der von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachten Hörprobleme an. Insbesondere wies er neuerlich da-

rauf hin, dass solche im Rahmen der Begutachtung nicht hätten objektiviert 

werden können und auch von den behandelnden Ärzten nicht beschrieben 

worden seien, weshalb sich eine zusätzlich oto-rhino-laryngologische Be-

urteilung nicht als notwendig erweise (VB 236, S. 5). Diese Ausführungen 

erscheinen mit Blick auf die vom neurologischen Gutachter erhobenen Be-

funde und die medizinische Aktenlage einleuchtend. Gutachterlich nicht er-

kannte oder ungewürdigte Aspekte liege jedenfalls nicht vor. Zu beachten 

ist ferner, dass die Beschwerdeführerin nach Lage der Akten im Wesent-

lichen seit der Subarachnoidalblutung beziehungsweise seit der zweiten 

Augenoperation über Gleichgewichts- und Hörprobleme sowie visuelle 

Probleme klagte, welche indes bereits im Rahmen der SMAB-Begutach-

tung nur teilweise hatten objektiviert werden können (vgl. insb. den neuro-

logischen Teil des SMAB-Gutachtens in VB 100.1, S. 17, und dessen oph-

thalmologischer Teil in VB 100.2, S. 3).  

 

5.2.2. 

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihre psychischen Beschwer-

den seien unzureichend gewürdigt worden respektive es wäre eine ergän-

zende psychiatrische Beurteilung notwendig gewesen. Die medizinischen 

Akten enthalten indes keine zureichend konkreten Hinweise auf ein (für die 

Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin relevantes) ak-

tuelles psychisches Krankheitsbild beziehungsweise ein psychosomati-

sches Geschehen. Auch machte die Beschwerdeführerin gegenüber 

 - 11 - 

 

 

 

Prof. Dr. med. C._____ oder lic. phil. E._____ nichts Dergleichen geltend 

und diese beschrieben auch keine psychischen Auffälligkeiten. Zudem 

befindet sich die Beschwerdeführerin seit Jahren nicht (mehr) in 

psychiatrischer Behandlung. Vor diesem Hintergrund durfte auf 

ergänzende psychiatrische Abklärungen verzichtet werden (vgl. statt vieler 

SVR 2017 IV Nr. 20 S. 53, 8C_451/2016 E. 4.5, und Urteile des 

Bundesgerichts 9C_96/2018 vom 19. März 2018 E. 3.2.6 sowie 

9C_561/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 4.1). Entsprechend hielt denn auch 

Dr. med. J._____ eine psychiatrische Beurteilung für "nicht zwingend" 

(VB 248, S. 18).  

 

5.2.3. 

Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, die gutachterliche Beurtei-

lung sei unvereinbar mit der "berufspraktischen Leistungsbeurteilung" von 

K._____ vom 30. Mai 2017 (VB 208, S. 37; vgl. insb. Verhandlungs-

protokoll, S. 3 f.). Beim fraglichen Dokument handelt es sich indes nicht um 

eine Beurteilung einer Eingliederungsfachperson, die allenfalls zur Begrün-

dung erheblicher Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung geeignet 

sein könnte (vgl. hierzu SVR 2023 IV Nr. 35 S. 117, 8C_266/2022 E. 2.3, 

und Urteil des Bundesgerichts 8C_563/2018 vom 14. November 2018 

E. 6.1.1 mit Hinweisen), sondern lediglich um eine Arbeitsbestätigung des 

Arbeitgebers. Die betreffende Tätigkeit stand ferner nach Lage der Akten 

nicht im Zusammenhang mit einer beruflichen Eingliederungsmassnahme 

der Beschwerdegegnerin.  

 

5.3. 

Nach dem Dargelegten kommt dem neurologisch-neuropsychologischen 

Gutachten von Prof. Dr. med. C._____ und lic. phil. E._____ vom 

2. Oktober 2020 sowie der gutachterlichen Ergänzung vom 29. November 

2021 bezüglich des massgebenden Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien (vgl. 

E. 3.3.) zu. Insbesondere bestehen keine im Gutachten unerkannten oder 

ungewürdigten Aspekte. Eigene laienhafte medizinische Würdigungen der 

Beschwerdeführerin sind zudem rechtsprechungsgemäss grundsätzlich 

nicht geeignet, das Gutachten in Frage zu stellen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_806/2021 vom 5. Juli 2022 E. 5.2.3, 8C_794/2017 vom 

27. März 2018 E. 4.2.2 und 9C_283/2017 vom 29. August 2017 E. 4.1.2). 

Dass Prof. Dr. med. C._____ mit ergänzender gutachterlicher 

Stellungnahme vom 29. November 2021 zu Gunsten der 

Beschwerdeführerin präzisierte, es sei anstelle der im Gutachten vom 

2. Oktober 2020 angegebenen Arbeitsunfähigkeit von 20 % bis 30 % von 

einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % in einer angepassten Tätigkeit 

auszugehen (VB 236), vermag daran entgegen der Ansicht der Beschwer-

deführerin (vgl. insb. Verhandlungsprotokoll, S. 5) nichts zu ändern. 

 

 - 12 - 

 

 

 

5.4. 

Damit ist Folgendes massgebend: Der gutachterlich beschriebene Ge-

sundheitszustand entspricht im Wesentlichen nach wie vor jenem, wie er 

im SMAB-Gutachten vom 31. Dezember 2012 bereits festgestellt worden 

war. Entsprechend hielten Prof. Dr. med. C._____ und lic. phil. E._____ 

denn auch fest, ihre Beurteilung gelte ab November 2009. Dies steht im 

Einklang mit der medizinischen Aktenlage. So berichtete insbesondere 

Dr. med. J._____ im Zeitraum nach der SMAB-Begutachtung und bis zur 

neurologisch-neuropsychologischen Begutachtung nicht über relevante ob-

jektivierbare Veränderungen des Gesundheitszustands der Beschwerde-

führerin (vgl. bspw. dessen Berichte vom 7. März 2019 in VB 190, S. 3 f., 

vom 13. März 2018 in VB 175, S. 5 f., vom 1. März 2018 in VB 174, S. 5 f., 

und vom 27. Januar 2017 in VB 149, S. 3 f.). Gleiches gilt für die weiteren 

behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin (vgl. insb. die Berichte der 

Augenklinik des Kantonsspitals L._____ vom 24. April 2018 in VB 178, 

S. 3 f., und vom 1. März 2013 in VB 149, S. 2, sowie die Telefonnotiz vom 

23. Oktober 2018 in VB 182; siehe ferner die Berichte der Klinik für Neuro-

logie des Kantonsspitals L._____ vom 14. und 28. Dezember 2017 in 

VB 171, S. 3 f., und VB 172, S. 2 f.). Zudem befindet sich die 

Beschwerdeführerin wegen der von ihr angeführten Sehstörung nach Lage 

der Akten nicht in (ophthalmologischer) Behandlung. Eine wesentliche 

Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit dem 

massgebenden Vergleichszeitpunkt ist damit nicht ausgewiesen, wie dies 

auch RAD-Arzt Dr. med. M._____, Facharzt für Physikalische Medizin und 

Rehabilitation, in seiner Stellungnahme vom 29. Dezember 2021 (VB 240, 

S. 3) und RAD-Arzt Dr. med. N._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in seiner 

Stellungnahme vom 9. Juni 2022 (VB 250, S. 4) entsprechend festgehalten 

haben. Daran vermag der Umstand, dass Prof. Dr. med. C._____ und 

lic. phil. E._____ der Beschwerdeführerin eine erheblichere Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer angepassten Tätigkeit 

attestierten als zuvor die Gutachter der SMAB bestätigt hatten, nichts zu 

ändern, handelt es sich doch lediglich um eine andere Beurteilung eines im 

Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands, welche 

zudem in der Hauptsache auf einer Differenzierung hinsichtlich des Profils 

zumutbarer Bürotätigkeiten basiert. Gleiches gilt für allfällige 

Abweichungen der neuropsychologischen Beurteilungen, denn die 

Neuropsychologie – bei der es sich um ein Teilgebiet der Psychologie und 

nicht um eine Disziplin der Medizin (vgl. hierzu Pschyrembel Klinisches 

Wörterbuch, 269. Aufl. 2023, S. 1213, zum Begriff "Neuropsychologie") 

handelt – stellt eine blosse Zusatzuntersuchung dar (vgl. statt vieler 

BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341, SVR 2019 IV Nr. 29 S. 90, 8C_584/2018 

E. 4.1.1.2, SVR 2019 IV Nr. 78 S. 255, 9C_752/2018 E. 5.3, sowie 

SVR 2017 IV Nr. 49 S. 146 9C_338/2016 E. 5.4, und Urteil des 

Bundesgerichts 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 E. 5.3). Die Einschätzung 

des Gesundheitszustands inklusive des Belastungsprofils bleibt indes 

 - 13 - 

 

 

 

ärztliche Aufgabe (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 und Urteile des 

Bundesgerichts 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 E. 5.3, 8C_380/2022 vom 

27. Dezember 2022 E. 10.2.1, 9C_715/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.3 

und 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Entsprechend sind 

neuropsychologische Befunde für sich alleine nicht geeignet, eine neu-

anmeldungsrechtlich relevante Veränderung des Gesundheitszustands zu 

belegen. Aus diesem Grund ist es ferner entgegen der Ansicht der Be-

schwerdeführerin (vgl. insb. Verhandlungsprotokoll, S. 4) nicht zu be-

anstanden, dass Prof. Dr. med. C._____ zu den Einwänden der Beschwer-

deführerin im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ohne erneuten Beizug 

der neuropsychologischen Gutachterin mit ergänzender gutachterlicher 

Stellungnahme vom 29. November 2021 selbst Stellung bezog, zumal den 

medizinischen Experten bei der Wahl der Untersuchungsmethoden 

beziehungsweise der Durchführung testpsychologischer Untersuchungen 

(vgl. statt SVR 2022 IV Nr. 45 S. 143, 8C_663/2021 E. 4.1, und SVR 2018 

IV Nr. 18 S. 55, 8C_466/2017 E. 5) ebenso wie hinsichtlich des Beizug 

weiterer Experten (vgl. statt vieler SVR 2019 IV Nr. 10 S. 29, 9C_216/2018 

E. 3.4, und Urteile des Bundesgerichts 9C_547/2019 vom 14. Oktober 

2019 E. 5.1.3) ein weiter Ermessensspielraum zukommt. 

 

5.5. 

Die Beschwerdeführerin macht weiter eine Verschlechterung ihres Ge-

sundheitszustands nach dem Begutachtungszeitpunkt geltend. Aus den 

Akten ergeben sich indes keine Anhaltspunkte für eine derartige Verände-

rung. Insbesondere sind den Berichten von Dr. med. J._____ vom 

3. (VB 218, S. 4 ff.) und vom 17. März 2021 (VB 218, S. 10 f.) sowie 

dessen Stellungnahme vom 25. März 2022 (VB 248, S. 7 ff.) keine neuen 

Aspekte zu entnehmen. Gleiches gilt für dessen Bericht vom 28. März 2022 

(VB 248, S. 30 f.), zumal in den medizinischen Akten Hinweise fehlen, dass 

die von Dr. med. J._____ veranlasste MRT-Untersuchung des Neurocra-

niums neue relevante Befunde gezeigt hätte. Auch aus dem Bericht der 

Klinik für Orthopädie des Kantonsspitals L._____ vom 29. Dezember 2020 

(VB 217, S. 1 f.) sind keine neuen Umstände ersichtlich. Die darin erwähnte 

OSG-Fraktur links wurde konservativ therapiert und in den aktenkundigen 

medizinischen Berichten gibt es keine Hinweise, wonach sich die fragliche 

Fraktur längerfristig negativ auf den Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin beziehungsweise deren funktionelle 

Leistungsfähigkeit ausgewirkt hätte. Vor diesem Hintergrund hielten sowohl 

RAD-Arzt Dr. med. M._____ in seiner Stellungnahme vom 29. Dezember 

2021 (VB 240, S. 2 ff.) als auch RAD-Arzt Dr. med. N._____ in seiner 

Stellungnahme vom 9. Juni 2022 (VB 250, S. 2 ff.) eine Veränderung des 

Gesundheitszustands seit der neurologisch-neuropsychologischen 

Begutachtung nachvollziehbar für nicht ausgewiesen. Eine 

Verlaufsbegutachtung erweist sich damit in antizipierter Beweiswürdigung 

(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368 f. mit Hinweis und BGE 136 I 229 E. 5.3 

S. 236 f.) als nicht notwendig.   

 - 14 - 

 

 

 

5.6. 

Zusammenfassend ergibt sich damit, dass eine anspruchserhebliche Än-

derung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit dem Ver-

gleichszeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 3. Juli 2013 nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist. Es sind ferner auch keine an-

deren neuanmeldungsrechtlich massgebenden sachverhaltlichen Verän-

derungen ersichtlich; solche werden denn von der Beschwerdeführerin 

auch gar nicht geltend gemacht. Folglich hat es beim bisherigen Rechtszu-

stand zu bleiben (vgl. SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135, 8C_441/2012 E. 3.1.3, 

und Urteil des Bundesgerichts 8C_336/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 4.1). 

Die Beschwerdegegnerin hat das Leistungsbegehren der Beschwerdefüh-

rerin betreffend Invalidenrente damit zu Recht abgewiesen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 1'000.00. Sie sind gemäss dem Verfahrens-

ausgang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-

zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.00 werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

  

 - 15 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 20. September 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Berner