# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a208857c-fb41-5a07-a776-3a48673ab9ea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.11.2023 D-6132/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6132-2023_2023-11-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6132/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;   

Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Mongolei,  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 18. September 2023. 

 

 

 

D-6132/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin suchte am (…) in der Schweiz um Asyl nach. 

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit-Eurodac) ergab, dass sie am (…) bereits in Frankreich um Asyl ersucht 

hatte. 

A.b Am (…) beauftragte sie die Mitarbeitenden des Rechtsschutzes für 

Asylsuchende im Bundesasylzentrum (BAZ) Region B._______ mit der 

Wahrung ihrer Rechte im Asylverfahren. 

A.c Anlässlich des sogenannten Dublin-Gesprächs vom 11. August 2023 

brachte die Beschwerdeführerin vor, sie sei über Istanbul und Prag nach 

C._______ gereist. In C._______ habe sie auf der Strasse schlafen müs-

sen, weil sie niemanden gekannt habe. In einem Restaurant habe sie eine 

Landsfrau getroffen, welche ihr geholfen und sie zur französischen Asylbe-

hörde begleitet habe. Nachdem sie dort ein Asylgesuch eingereicht und 

drei Gespräche mit den Behörden geführt habe, habe sie Ende (…) einen 

negativen Asylentscheid erhalten. Ihre Landsfrau habe ihr empfohlen, in 

die Schweiz zu gehen, da sie hier bessere Chancen hätte und in Frankreich 

nicht arbeiten dürfe. 

In Frankreich habe sie keine Chance mehr und niemanden, der ihr helfen 

könne. In der Schweiz gefalle es ihr besser und die Kirche hierzulande un-

terstütze sie. Sie fühle sich hier besser und könne besser schlafen. In 

C._______ habe sie ständig Angst gehabt, weil es kriminell sei. Sie habe 

in C._______ die Wohnung kaum verlassen, weil sie sich nicht sicher ge-

fühlt habe.  

Ihr ganzer Körper sei von Narben und Brüchen gezeichnet. Psychisch gehe 

es ihr nicht gut, weil sie ständig Angst habe und dadurch nicht gut einschla-

fen könne. Sie habe Kopfschmerzen; ihr Kopf habe bereits mehrmals ge-

näht werden müssen. Ihr sei (…) gebrochen worden, in ihrem Fuss habe 

sie (…) und sie leide an (…)schmerzen. 

A.d Am 14. August 2023 ersuchte das SEM die französischen Behörden 

um Rückübernahme der Beschwerdeführerin gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten 

D-6132/2023 

Seite 3 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-

VO). Die französischen Behörden hiessen das Ersuchen am 27. August 

2023 gut. 

A.e Im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens wurde der Reisepass, ein 

Arztbericht des (…) vom (…), eine medizinische Dokumentation des BAZ 

B._______ vom (…), ein ärztlicher Kurzbericht des BAZ B._______ vom 

(…) und ein ärztlicher Kurzbericht des BAZ B._______ vom (…) zu den 

Akten gereicht. 

B.  

Mit Verfügung vom 6. November 2023 – gleichentags eröffnet – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz nach Frankreich an, forderte die Beschwerdeführerin auf, 

die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen, und beauftragte den Kanton Bern mit dem Vollzug der Wegwei-

sung. Gleichzeitig stellte es fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

C.  

Am (…) informierte die damalige Rechtsvertretung das SEM über die Be-

endigung ihres Mandats. 

D.  

Mit Eingabe vom 8. November 2023 erhob die Beschwerdeführerin gegen 

die Verfügung des SEM vom 6. November 2023 Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei auf-

zuheben und ihr Asylgesuch sei vom SEM in der Schweiz zu prüfen. In 

prozessualer Hinsicht wird um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt 

Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses ersucht. 

E.  

Mit Verfügung vom 9. November 2023 setzte die Instruktionsrichterin den 

Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus.  

F.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht gleichen-

tags in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungs-

gericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des Asyls zu-

ständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch hier – endgültig 

(vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwer-

deführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf 

Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech-

sels verzichtet. 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Falle verfügt das SEM in der Regel die 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

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Seite 5 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rah-

men des in den Art. 23–25 Dublin-III-VO geregelten sogenannten Wieder-

aufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine (erneute) 

Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO statt (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

4.3 Der nach der Dublin-III-VO zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, ei-

nen Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt 

wurde und der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat 

oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-

haltstitel aufhält, nach Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder auf-

zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO). 

5.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin mit der "Euro-

dac"-Datenbank ergab, dass diese am (…) in Frankreich ein Asylgesuch 

eingereicht hatte. Die französischen Behörden stimmten dem Ersuchen 

des SEM um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin am 27. August 

2023 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO zu. Die staatsvertrag-

liche Zuständigkeit Frankreichs ist vor diesem Hintergrund grundsätzlich 

gegeben; sie wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten. 

6.  

6.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund 

dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird 

der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat 

(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-

von aus, dass das französische Asylsystem keine systemischen Mängel im 

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Seite 6 

Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz Dublin-III-VO aufweist (vgl. statt vieler: 

Urteil des BVGer F-4731/2023 vom 8. September 2023). Unter diesen Um-

ständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfer-

tigt. 

7.  

7.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der 

Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das 

Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individu-

elle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt 

zwingend (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

7.2 Frankreich ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-

kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-

linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. 

Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberken-

nung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) ergeben. 

7.3 Insbesondere vermag die Beschwerdeführerin nicht darzutun, dass die 

sie bei einer Rückführung nach Frankreich zu erwartenden Bedingungen 

derart schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen 

könnten. Dies gilt auch in Bezug auf die auf Beschwerdeebene neu vorge-

brachten – aber nicht näher ausgeführten – «schlimmen Erlebnisse» in 

Frankreich. Die Beschwerdeführerin hat zudem keine konkreten Hinweise 

für die Annahme dargelegt, Frankreich würde ihr dauerhaft die ihr gemäss 

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Seite 7 

Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorent-

halten.  

7.4 Es ist sodann festzustellen, dass die französischen Behörden das Asyl-

gesuch der Beschwerdeführerin offenbar abgelehnt haben. Die blosse Tat-

sache, dass ein Asylgesuch abgelehnt wurde, stellt jedoch noch keine Ver-

letzung des Non-Refoulement-Prinzips dar (vgl. Urteil des BVGer 

E-5512/2023 vom 1. November 2023 E. 9.2.3 m.w.H.), und es bestehen 

auch keine Hinweise darauf, dass das französische Asylverfahren nicht in 

rechtsstaatlich korrekter Weise und unter Beachtung der anwendbaren völ-

kerrechtlichen Bestimmungen, namentlich auch des Non-Refoulement-Ge-

bots, durchgeführt worden ist. Es steht der Beschwerdeführerin frei, allfäl-

lige neue Asylgründe oder Wegweisungshindernisse bei den dortigen Be-

hörden vorzubringen. 

7.5 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, sie wolle lieber in der 

Schweiz sein, ist darauf hinzuweisen, dass die Dublin-III-VO asylsuchen-

den Personen kein Recht einräumt, den Antrag prüfenden Staat selber 

auszuwählen zu können (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). Das Prinzip der Über-

prüfung eines Asylgesuchs durch einen einzigen Mitgliedstaat («one 

chance only») dient im Gegenteil der Vermeidung von multiplen Asylgesu-

chen in verschiedenen Staaten (sogenanntes «asylum shopping»; vgl. 

BVGE 2017 VI/5 E. 8.5.3.3). 

7.6  

7.6.1 Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt, so kann eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen. 

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-

nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Ge-

richtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine weitere vom EGMR defi-

nierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch die Abschiebung – 

mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili ge-

gen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 

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Seite 8 

m.w.H., bestätigt durch Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, 

Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). 

7.6.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am (…) 

aufgrund einer (…) in das (…) eingewiesen und von dort für einige Tage in 

die (…) ([…]) verlegt wurde (vgl. act. SEM 1268480-13/10). Weiter wurde 

im Arztbericht vom (…) festgehalten, dass die Beschwerdeführerin (…), ak-

tuell aber kein Anhalt auf ein (…) bestehe. Es wurde eine Therapie mit (…) 

und eine ambulante psychiatrische Anbindung empfohlen (vgl. act. SEM 

1268480-17/3). Im Arztbericht vom (…) wurde festgehalten, dass kein Hin-

weis auf eine Selbst- oder Fremdgefährdung, aber insgesamt ein deutlich 

(…) Zustandsbild bestehe. Es wurde eine Therapie mit (…) empfohlen (vgl. 

act. SEM 1268480-20/3). 

7.6.3 Das Gericht verkennt nicht, dass die Beschwerdeführerin psychisch 

belastet ist. Die bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind je-

doch nicht von derartiger Schwere, dass sie die Feststellung der Unzuläs-

sigkeit im Sinne der genannten, restriktiven Rechtsprechung rechtfertigen 

könnten. Zudem können die genannten Beschwerden in Frankreich (wei-

ter-)behandelt werden. Frankreich verfügt über eine ausreichende medizi-

nische Infrastruktur, welche die Beschwerdeführerin in Anspruch nehmen 

kann (vgl. Urteil des BVGer D-5781/2023 vom 26. Oktober 2023 E. 6.3.4 

m.w.H.). Indizien dafür, dass Frankreich der Beschwerdeführerin eine adä-

quate medizinische Behandlung, darunter namentlich die Weiterführung 

der bisherigen Medikation und eine allenfalls erforderliche psychiatrische 

Behandlung, verweigern würde, liegen nicht vor. Die geltend gemachten 

Beschwerden könnten alsdann höchstens die Reisefähigkeit tangieren, 

welche im Zeitpunkt der tatsächlichen Überstellung konkret abzuklären ist. 

Der aktuelle Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin führt somit für 

den Fall einer Überstellung nach Frankreich nicht zur Annahme einer dro-

henden Verletzung von Art. 3 EMRK. Es besteht folglich keine Veranlas-

sung weitere Arztberichte einzuholen oder solche abzuwarten. 

7.7 Zusammenfassend ist kein Grund für eine zwingende Anwendung der 

Ermessensklausel von Art. 17 Dublin-III-VO ersichtlich. Auch ist den Akten 

nicht zu entnehmen, dass das SEM sein Ermessen bei der Prüfung von 

allfälligen Überstellungshindernissen im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

nicht korrekt ausgeübt hätte. 

8.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

D-6132/2023 

Seite 9 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten 

und hat – weil sie nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nieder-

lassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG ihre Überstel-

lung nach Frankreich angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

10.  

10.1 Die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wirkung und um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werden mit dem vor-

liegenden Urteil gegenstandslos. 

10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz 

 

 

Versand: