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**Case Identifier:** 4a2fe74d-2d46-512e-9438-3e7973fc450f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.06.2020 200 2020 260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-260_2020-06-12.pdf

## Full Text

200 20 260 KV
SCI/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 12. Juni 2020

Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Atupri Gesundheitsversicherung 
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 2. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juni 2020, KV/20/260, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bis zum 31. Dezember 2015 bei der Atupri Gesundheitsversicherung (Atu-
pri bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch krankenpflegeversichert (Akten 
der Atupri, [act.] II 1.10).

Zur Überprüfung ihrer Leistungspflicht bezüglich der – seit dem 13. Mai 
2014 vergüteten – Physiotherapieleistungen (act. II 2) holte die Atupri im 
November 2015 zusätzliche medizinische Unterlagen ein (vgl. act. II 1.2, 
1.3). Mit Verfügung vom 6. November 2017 lehnte sie die Kostenübernah-
me für Physiotherapieleistungen in der Zeit vom 15. Dezember 2014 bis 
Ende 2015 ab (act. II 1.10) und bestätigte dies – nach erhobener Einspra-
che (act. II 1.11) – mit Entscheid vom 21. Februar 2018 (act. II 1). Die da-
gegen erhobene Beschwerde (Akten der Atupri, [act.] IIA 4.4) hiess das 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 20. August 2018 teil-
weise gut, hob den Einspracheentscheid vom 21. Februar 2018 auf und 
wies die Sache an die Atupri zurück, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen verfahre und neu verfüge. Im Übrigen 
wurde die Beschwerde abgewiesen (IV/2018/227; act. IIA 4.5).

Die Atupri holte in der Folge bei den behandelnden Ärzten zusätzliche Aus-
künfte (act. IIA 4.7 ff., 4.10, 4.11, 4.12 ff.) ein. Nach einer Stellungnahme 
ihres Vertrauensarztes vom 29. Juli 2019 (act. II 3) lehnte die Atupri mit 
Verfügung vom 2. September 2019 die Kostenübernahme von Physiothe-
rapieleistungen für die Zeit vom 24. Februar bis Ende 2015 ab (act. IIA 
4.13). Die hiergegen erhobene Einsprache (act. IIA 4.14) wies die Atupri 
mit Entscheid vom 2. März 2020 ab (act. IIA 4).

B.

Am 30. März 2020 erhob der Versicherte beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde und beantragte sinngemäss eine Kostengut-

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sprache durch die Atupri für die Physiotherapiebehandlungen bis Ende 
2015.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2020 beantragte die Atupri die Abwei-
sung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde grundsätz-
lich einzutreten (vgl. aber E. 1.2.2 hiernach).

1.2

1.2.1 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 2. März 
2020 (act. IIA 4), mit welcher die Beschwerdegegnerin die Kostengutspra-
che für Physiotherapiebehandlungen vom 24. Februar bis Ende 2015 ab-
lehnte. Streitig und zu prüfen ist die Kostengutsprache für Physiotherapie-
behandlungen im genannten Zeitraum.

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1.2.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätz-
lich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver-
fügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den 
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt 
fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils-
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 
V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

Nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids vom 20. März 
2020 (act. IIA 4) bilden die einzelnen Leistungsabrechnungen. Auf den An-
trag des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe unter Berück-
sichtigung bereits bezahlter Jahresfranchisen und Selbstbehalt die Rech-
nungen für Physiotherapie zu bezahlen (vgl. Beschwerde S. 4 oben), ist 
deshalb nicht einzutreten (vgl. im Übrigen jedoch E. 3.3 nachfolgend).

1.3 Da die Kostengutsprache für Physiotherapiebehandlungen vom 
24. Februar bis Ende 2015 umstritten ist, liegt der Streitwert unter 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt die 
Kosten für die Leistungen gemäss den Art. 25-31 des Bundesgesetzes vom 
18. März 1994 über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]) nach 
Massgabe der in den Art. 32-34 KVG festgelegten Voraussetzungen 
(Art. 24 Abs. 1 KVG). Sie übernimmt die Kosten für die Leistungen, die der 
Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen 
(Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen die Untersuchungen und 
Behandlungen, die ambulant, stationär oder in einem Pflegeheim, sowie die 
Pflegeleistungen, die in einem Spital durchgeführt werden von Personen, 

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die auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes oder einer Ärztin bezie-
hungsweise eines Chiropraktors oder einer Chiropraktorin Leistungen er-
bringen (Art. 25 Abs. 2 lit. a Ziff. 3 KVG).

2.2 Die Leistungen nach den Art. 25 - 31 KVG müssen wirksam, 
zweckmässig und wirtschaftlich sein (Art. 32 Abs. 1 Satz 1 KVG). Die Wirk-
samkeit, die Zweckmässigkeit und die Wirtschaftlichkeit werden periodisch 
überprüft (Art. 32 Abs. 2 KVG).

Eine medizinische Leistung ist im Sinne von Art. 32 Abs. 1 KVG wirksam, 
wenn sie objektiv den Erfolg der Behandlung der Krankheit erwarten lässt. 
Mit anderen Worten muss sie objektiv geeignet sein, auf den angestrebten 
diagnostischen, therapeutischen oder pflegerischen Nutzen hinzuwirken 
bzw. den Verlauf einer Krankheit günstig zu beeinflussen. Wirksamkeit be-
zeichnet die kausale Verknüpfung von Ursache (medizinische Massnahme) 
und Wirkung (medizinischer Erfolg; BGE 145 V 116 E. 3.2.1 S. 120, 133 V 
115 E. 3.1 S. 116, 130 V 299 E. 6.1 S. 304). Die Wirksamkeit (wie auch die 
Zweckmässigkeit) einer Behandlung beurteilt sich im Hinblick auf den durch 
sie angestrebten Nutzen im Einzelfall (BGE 143 V 95 E. 3.1 S. 98). 

Die Zweckmässigkeit einer Leistung setzt deren Wirksamkeit voraus. Ob 
eine Leistung zweckmässig ist, muss anhand des diagnostischen oder the-
rapeutischen Nutzens der Anwendung im Einzelfall, unter Berücksichtigung 
der damit verbundenen Risiken, gemessen am angestrebten Heilerfolg der 
möglichst vollständigen Beseitigung der körperlichen oder psychischen 
Beeinträchtigung beurteilt werden (BGE 145 V 116 E. 3.2.2 S. 120, 137 V 
295 E. 6.2 S. 306, 130 V 299 E. 6.1 S. 304). Die Frage der Zweckmässig-
keit hängt daher von medizinischen Kriterien ab und deckt sich mit derjeni-
gen nach der medizinischen Indikation. Ist die medizinische Indikation einer 
wirksamen Behandlungsmethode gegeben, ist auch die Zweckmässigkeit 
zu bejahen. Umgekehrt sind medizinisch nicht indizierte therapeutische 
oder diagnostische Vorkehren regelmässig auch unzweckmässig (BGE 139 
V 135 E. 4.4.2 S. 140, 130 V 532 E. 2.2 S. 536; SVR 2001 KV Nr. 21 S. 62 
E. 2c).

2.3 Nach Art. 5 Abs. 1 der Verordnung vom 29. September 1995 über 
Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Kranken-

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pflege-Leistungsverordnung, KLV; SR 832.112.31) werden die Kosten be-
stimmter, von Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen (im Sinne der 
Art. 46 und 47 der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversi-
cherung [KVV, SR 832.102]) erbrachter Leistungen übernommen. Die Ver-
sicherung übernimmt je ärztliche Anordnung die Kosten von höchstens 
neuen Sitzungen, wobei die erste Behandlung innert fünf Wochen seit der 
ärztlichen Anordnung durchgeführt werden muss (Art. 5 Abs. 2 KLV). Soll 
die Physiotherapie nach einer Behandlung, die 36 Sitzungen entspricht, zu 
Lasten der Versicherung fortgesetzt werden, so hat der behandelnde Arzt 
oder die behandelnde Ärztin dem Vertrauensarzt oder der Vertrauensärztin 
zu berichten und einen begründeten Vorschlag über die Fortsetzung der 
Therapie zu unterbreiten. Der Vertrauensarzt oder die Vertrauensärztin 
prüft den Vorschlag und beantragt, ob, in welchem Umfang und für welche 
Zeitdauer bis zum nächsten Bericht die Physiotherapie zu Lasten der Kran-
kenversicherung fortgesetzt werden kann (Art. 5 Abs. 4 KLV).

2.4 Die gesetzliche Vermutung, wonach die Krankheitsbehandlung den 
gesetzlichen Prinzipien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäs-
sigkeit entspricht, gilt für Ärzte und Chiropraktoren grundsätzlich (Art. 33 
Abs. 1 KVG), für Physiotherapeuten hingegen nur, soweit deren (ärztlich 
angeordnete) Leistungen von der Positivliste nach Art. 5 Abs. 1 KLV erfasst 
sind (Art. 33 Abs. 2 KVG; BGE 129 V 167 E. 3.2 S. 170 f. und E. 4 S. 174). 
Zudem ist diese Vermutung aufgrund der in Art. 5 Abs. 4 KLV festgehalte-
nen formellen Anforderung einer vertrauensärztlichen Überprüfung auf den 
Umfang von 36 physiotherapeutischen Sitzungen beschränkt (Entscheid 
des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2010, 9C_374/2010, E. 3.2).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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3.

3.1 Gestützt auf die Akten steht fest, dass die Beschwerdegegnerin 
dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit beidseitigen Knieschmer-
zen zwischen dem 13. Mai und 9. Dezember 2014 die Kosten für 36 Phy-
siotherapie-Sitzungen vergütete (vgl. act. II 1.10 S. 2 Ziff. 5, 1.3; vgl. auch 
Rechnungen [act. II 2-2.3]; act. IIA 4.1 Ziff. 5), jedoch für die Physiothera-
piebehandlungen – gemäss Verfügung vom 6. November 2017 (act. II 1.10) 
und Einspracheentscheid vom 21. Februar 2018 (act. II 1) – ab 15. Dezem-
ber 2014 eine Kostengutsprache ablehnte (vgl. TP-Rechnungen [act. II 2.4-
2.7]). Mit Urteil vom 20. August 2018, VGE KV/2018/227, E. 3.5, wies das 
angerufene Gericht die Beschwerdegegnerin an, den medizinischen Sach-
verhalt bezüglich Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der physiotherapeuti-
schen Behandlung über den 15. Dezember 2014 hinaus weiter abzuklären 
(act. IIA 4.5 S. 10). Den daraufhin von der Beschwerdegegnerin eingehol-
ten medizinischen Berichten ist im Wesentlichen das Folgende zu entneh-
men:

3.1.1 Im Behandlungseintrag vom 9. Juli 2014 des Zentrums B.________ 
wurde ausgeführt, der Patient leide seit 20 Jahren an Schmerzen in beiden 
Knien; es erfolge Physiotherapie bei C.________ mit einem Programm von 
drei Monaten einmal pro Woche (act. IIA 4.12 ff.).

3.1.2 Im Bericht vom 10. Juli 2014 hielt der Physiotherapeut Thomas 
C.________, Physiotherapie H.______, fest, das Behandlungskonzept zie-
le in erster Linie auf die Schmerzreduktion der Knie beidseits, die damit 
verbundenen Strukturen wie Beinmuskulatur und der Sehnen/des Bandap-
parates rund um das Kniegelenk. Dadurch solle die Belastbarkeit der Bei-
ne/Knie für einen nachhaltigen Arbeitseinstieg ermöglicht werden. Er würde 
es begrüssen, den vom Patienten geplanten Arbeitseinsatz zu verschieben, 
um Zeit zu haben, mehr Stabilität in die Situation zu bringen. Er schlage 
vor, dass der Patient den Arbeitseinsatz in fünf bis sechs Monaten begin-
nen solle (act. IIA 4.12 ff.).

3.1.3 Im Behandlungseintrag vom 19. Dezember 2014 des Zentrums 
B.________ wurde ausgeführt, dass der Patient früher mehr Schmerzen 
rechts gehabt habe und er jetzt mehr links Schmerzen verspüre. Es seien 

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zwei Serien Physiotherapie durchgeführt worden. Mit Dafalgan bessere der 
Kopfschmerz, aber nicht die Knieschmerzen. Der Patient verspüre nach 
mehr Belastung mehr Schmerzen; es hätten nie Entzündungssymptome 
vorgelegen (act. IIA 4.12 ff.).

3.1.4 Laut Eintrag vom 30. März 2015 der Krankengeschichte führte Dr. 
med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-
gie des Bewegungsapparates, in der Anamnese aus, der Patient beklage 
seit mehr als zwanzig Jahren chronische Kniebeschwerden und Schmer-
zen im Oberschenkelbereich. Es sei eine konservativ-funktionelle Behand-
lung mit Physiotherapie veranlasst worden. Unter diesen Massnahmen sei 
eine temporäre Besserung erfolgt, indes ohne nachhaltigen Effekt. In der 
Beurteilung hielt der behandelnde Arzt fest, der Ursprung der Schmerzen 
werde im Kniegelenksbereich vermutet, doch habe bisher weder durch kli-
nische noch bildgebende Untersuchungen sowie blutchemische Analysen 
eine eindeutig definierbare, organisch-strukturelle Pathologie erfasst wer-
den können. Schmerzverlauf und Wahrnehmung würden eher auf eine 
funktionelle Störung hinweisen, therapeutisch durch funktionelle Massnah-
men beeinflussbar. Empfohlen werde die Durchführung einer konsiliari-
schen Untersuchung in der interdisziplinären Schmerzsprechstunde am 
Spital E.________ und ergänzend dazu ein Support zur beruflichen Inte-
gration für eine körperliche Arbeitsleistung von 40 bis 50 % mit einem Anteil 
von zwei Drittel Sitzen und einem Drittel Gehen/Stehen, parallel dazu eine 
medizinische Trainingstherapie, die im Rahmen eines Fitness-Programms 
auch selbstständig ausgeführt werden könne (act. IIA 4.12 ff.).

3.1.5 Im Bericht vom 26. Februar 2016 des Spitals E.________ wurden 
chronische, bewegungsabhängige Polyarthralgien, rezidivierende Kopf-
schmerzen und Konzentrationsstörungen mit eingeschränktem Erkennen 
von Gesichtern bei unauffälligem MRI im Jahr 2006 diagnostiziert. Die beim 
Patienten beschriebenen, nur nach Anstrengung und Belastung auftreten-
den Arthralgien im Bereich beider Knie-, Sprung- sowie Schultergelenke 
hätten keinen entzündlichen Charakter. Eine Schmerzkontrolle durch den 
Patienten sei durch Schonung möglich und eine medikamentöse Analgesie 
werde nicht gebraucht. Klinisch zeige sich eine Stabilisierungsinsuffizienz 
im Bereich der Beinachsen. Radiologisch bestehe eine subchondrale Skle-

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rosierung der Patella links und im MRI sei eine Partialruptur des medialen 
Hinterhornes zu sehen, ansonsten bestünden keine grösseren degenerati-
ven Veränderungen (act. IIA 4.10).

3.1.6 Im vertrauensärztlichen Bericht vom 29. Juli 2019 führte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, in der Kranken-
geschichte habe Dr. med. D.________ erwähnt, dass einzig eine Akupunk-
turbehandlung einen positiven Effekt auf die Knieschmerzen gezeigt habe. 
Im Schreiben des Spitals E.________ vom 26. Februar 2016 sei festgehal-
ten worden, dass die bisherigen ambulanten Therapien, bei langjähriger 
Schmerzproblematik, belasteter psychosozialer Anamnese, nicht erfolg-
reich gewesen seien. Daher werde eine multimodale Schmerztherapie 
empfohlen. Damit solle bei Schonungsverhalten die Belastbarkeit langsam 
und kontinuierlich gesteigert werden, was eine engmaschige Betreuung 
und stetige Motivation verlange. Im Schreiben der Physiotherapie H._____ 
vom 10. Juli 2014 sei von einem Arbeitseinstieg/Arbeitsversuch die Rede. 
Es werde eine längere Rehabilitationszeit empfohlen, um den Wiederein-
stieg ins Arbeitsleben zu optimieren. Der Beginn eines Arbeitseinsatzes 
werde mit fünf bis sechs Monaten angegeben. Bei grosszügiger Auslegung 
dieser Zeitspanne könnten die Kosten für die 5. und 6. Serie noch über-
nommen werden. Zumindest könne man sagen, dass bis zu diesem Zeit-
punkt noch mit einer klaren Zielsetzung therapiert worden sei, auch wenn 
die Wirksamkeit nicht zwingend gegeben gewesen sei. Danach entspreche 
die Physiotherapiebehandlung nicht mehr den Kriterien der Wirksamkeit, 
Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (act. II 3). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 

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125 V 351 E. 3a S. 352). Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu 
beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Ver-
lauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. 
Der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss 
sich aufgrund vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild 
machen können (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 
5b).

3.3 Der vertrauensärztliche Bericht von Dr. med. F.________ vom 
29. Juli 2019 (act. II 3) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an 
Aktenberichte (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis (BGE 125 V 
351 E. 3b/bb S. 353). Die Einschätzung des Vertrauensarztes, dass die 
Physiotherapiebehandlung bis 17. Februar 2015 die Kriterien der Zweck-
mässigkeit und Wirksamkeit (E. 2.2 hiervor) erfüllte, da sie ab Juli 2014 
noch für einen Zeitraum von fünf bis sechs Monaten dem Ziel diente, einen 
nachhaltigen Arbeitseinstieg sicherzustellen, überzeugt, auch wenn bereits 
zumindest gegen Ende dieser Zeit die Wirksamkeit und Zweckmässigkeit 
bereits fraglich erscheint. Mit Blick auf die Aktenbeurteilung des Vertrau-
ensarztes und die Ausführungen des Dr. med. D.________ in der Kranken-
geschichte sowie im Bericht der behandelnden Ärzte des Spitals 
E.________ vom 26. Februar 2016 ist die Einschätzung, dass die Physio-
therapiebehandlung danach aufgrund des fehlenden nachhaltigen Effekts 
nicht mehr zweckmässig war, auf jeden Fall nachvollziehbar und überzeu-
gend. Die behandelnden Ärzte empfahlen vielmehr die Durchführung einer 
multimodalen Schmerztherapie (act. II 4.10, 4.12 ff.). Auf die Beurteilung 
des Vertrauensarztes kann somit abgestellt werden. In der Verfügung vom 
2. September 2019 (act. IIA 4.13) und im angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 2. März 2019 (act. IIA 4) gewährte die Beschwerdegegnerin 
denn auch eine Kostengutsprache für die Physiotherapiebehandlungen bis 
am 17. Februar 2015 und hat die Kosten der Physiotherapiebehandlung 
vom 6. Januar bis 17. Februar 2015 bereits dem Physiotherapeuten bezahlt 
(Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2020, S. 3 Ziff. 13). Eine Kostengutspra-
che für weitere Physiotherapieserien vom 24. Februar 2015 bis Ende 2015 
lehnte sie jedoch ab (act. IIA 4 S. 5 Ziff. 14), was nicht zu beanstanden ist.

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Es wäre grundsätzlich Sache des behandelnden Arztes gewesen, bereits 
nach der 36. Behandlung (hier am 9. Dezember 2014 [vgl. act. II 2-2.3]) 
dem Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin ein begründetes Gesuch zur 
Weiterführung der Physiotherapiebehandlung zu unterbreiten. Denn da-
nach ist die gesetzliche Vermutung, dass die Physiotherapie weiterhin den 
gesetzlichen Prinzipien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäs-
sigkeit entspricht, aufgrund der in Art. 5 Abs. 4 KLV festgehaltenen formel-
len Anforderung einer vertrauensärztlichen Überprüfung nicht mehr gege-
ben (vgl. E. 2.4 hiervor). Ein solches Gesuch liegt jedoch nicht vor. Dass 
die Beschwerdegegnerin dennoch nun rückwirkend die Physiotherapiebe-
handlung bis zum 17. Februar 2015 vergütet hat, bedeutet nicht, dass sie 
für die ebenfalls bereits erbrachten Physiotherapiebehandlungen vom 
24. Februar bis Ende 2015, für die mit den medizinischen Unterlagen keine 
hinreichende medizinische Indikation hergeleitet werden kann, vergütungs-
pflichtig werden könnte. Die Einholung der medizinischen Akten durch die 
Beschwerdegegnerin war – entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers – im Übrigen rechtmässig, wurde sie doch in VGE KV/2018/227 
(act. IIA 4.5) gerichtlich angewiesen, weitere medizinische Abklärungen zu 
tätigen.

3.4 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 2. März 2020 (act. IIA 4) nicht zu beanstanden und die hiergegen er-
hobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Es werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 1 Abs. 1 KVG 
i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Atupri Gesundheitsversicherung  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.