# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac2b153d-e9bc-5958-807f-23f696f046f2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.10.2016 D-4697/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4697-2016_2016-10-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4697/2016 
mel 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  O k t o b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Russland,   

vertreten durch Rechtsanwalt Florian Wick,  

Bosonnet Wick Rechtsanwälte,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylwiderruf;  

Verfügung des SEM vom 29. Juni 2016 / N (…). 

 

 

 

D-4697/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 1. April 2013 zusammen mit seiner Ehe-

frau und den vier gemeinsamen Kindern in der Schweiz um Asyl nach. Mit 

Verfügung vom 16. Juli 2013 stellte das damalige Bundesamt für Migration 

(BFM, heute: SEM) die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und 

seiner Familie fest und gewährte ihnen Asyl. 

B.  

Am 2. März 2015 wurde der Beschwerdeführer anlässlich einer Einreise-

kontrolle am Flughafen B._______ kontrolliert. Dabei wurde ein echter, ihm 

zustehender russischer Reisepass gefunden, welcher von den Grenzbe-

hörden zuhanden des SEM eingezogen wurde. 

C.  

Mit Schreiben vom 28. Oktober 2015 teilte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer mit, dass er gemäss dem sichergestellten russischen Pass im Dezem-

ber 2012 sowie im März 2015 in seinen Heimatstaat Russland gereist sei. 

Dadurch zeige er, dass er bereit sei, sich wieder unter den Schutz dieses 

Staates zu stellen, was in der Regel einen Grund für die Aberkennung der 

Flüchtlingseigenschaft darstelle. Gleichzeitig bot das SEM dem Beschwer-

deführer Gelegenheit zur Stellungnahme.  

D.  

In seiner Stellungnahme vom 6. November 2015 führte der Beschwerde-

führer aus, dass er im Februar 2015 nach Dagestan gereist sei, weil er 

zuvor erfahren habe, dass der Bruder seiner Frau von einer kriminellen 

Bande entführt worden sei. Die Bande habe eigentlich nach ihm gesucht, 

und zwar aus denselben Gründen, weswegen er in die Schweiz geflohen 

sei. Als seine Frau von der Entführung erfahren habe, sei es ihr sehr 

schlecht gegangen, worunter die Beziehung gelitten habe. Er sei daher 

heimlich und ohne das Wissen seiner Frau nach Dagestan gereist, da er 

es nicht ausgehalten habe, dass seine Frau und ihre Familie seinetwegen 

so zu leiden hätten. Er habe sich der Bande im Tausch gegen seinen 

Schwager anbieten wollen. Schliesslich habe er durch einen Vermittler er-

reichen können, dass sein Schwager gegen Bezahlung von EUR 5‘000.– 

freigelassen werde. Er habe während er in Tschetschenien gelebt habe 

aber keinen neuen Reisepass besorgt. Den russischen Reisepass habe er 

bereits vor seiner ersten Reise in die Schweiz besessen, jedoch nie ge-

braucht.  

D-4697/2016 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 29. Juni 2016 (Eröffnung am 30. Juni 2016) aberkannte 

das SEM dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft und widerrief 

das Asyl. 

F.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechts-

vertreters vom 29. Juli 2016 beim Bundesverwaltungsgericht an und bean-

tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. August 2016 erhob das Bundesverwal-

tungsgericht einen Kostenvorschuss, welchen der Beschwerdeführer frist-

gerecht leistete. 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 30. August 2016 äusserte sich das SEM zur Be-

schwerde, worauf der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. September 

2016 replizierte.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

D-4697/2016 

Seite 4 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten.  

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Art. 63 AsylG regelt die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und den 

Widerruf des Asyls. Gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG wird die Flücht-

lingseigenschaft aberkannt und das Asyl widerrufen, wenn Gründe nach 

Art. 1 Bst. C Ziff. 1-6 FK vorliegen. Art. 1 Bst. C FK beinhaltet Beendigungs-

klauseln betreffend den Flüchtlingsstatus. Namentlich fällt eine Person un-

ter anderem nicht mehr unter die Bestimmungen der FK und endet ihr 

Flüchtlingsstatus, wenn sie sich freiwillig wieder unter den Schutz des Lan-

des, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, gestellt hat (Art. 1 Bst. C Ziff. 1 

FK). Dies erfordert das kumulative Vorliegen dreier Voraussetzungen: Die 

betroffene Person muss freiwillig in Kontakt mit ihrem Heimatland getreten 

sein in der Absicht, von ihrem Heimatland Schutz in Anspruch zu nehmen, 

und dieser muss ihr tatsächlich gewährt worden sein (vgl. BVGE 2010/17 

E. 5.1.1, mit weiteren Hinweisen). 

4.   

4.1 Das SEM begründete seine Verfügung damit, dass der Beschwerde-

führer im Rahmen seines Asylverfahrens ausgesagt habe, dass sein 

Reise- und Inlandpass von den heimatlichen Behörden im März 2013 kon-

fisziert worden seien. Am 2. März 2015 sei er von der Grenzwache am 

Flughafen B._______ bei der Einreise in die Schweiz kontrolliert worden. 

Er habe der Grenzwache seinen russischen Reisepass ausgehändigt. 

Stempel darin würden bezeugen, dass er im Dezember 2012 sowie im 

März 2015 nach Russland gereist sei. Aufgrund der Stempel im Pass sowie 

seinen Aussagen stehe fest, dass er sich zwischen Februar und März 2015 

in Russland aufgehalten habe. Offenbar sei die legale Einreise nach Russ-

land ohne Schwierigkeiten erfolgt, so dass von einer Schutzgewährung 

durch den Heimatstaat auszugehen sei. Der Beschwerdeführer mache 

zwar geltend, dass er sich keinen neuen Pass habe ausstellen lassen, son-

dern diesen bereits vor seiner ersten Reise in die Schweiz besessen habe. 

Dies ändere jedoch nichts daran, dass er bereit gewesen sei, sich unter 

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den Schutz seines Heimatlandes zu stellen und deshalb keine asylrelevan-

ten Nachteile zu befürchten habe. Denn grundsätzlich sei es nicht nach-

vollziehbar, dass ein anerkannter Flüchtling in den angeblichen Verfolger-

staat zurückkehre, sofern noch eine akute Gefährdung bestehe. Es bestün-

den keine Anzeichen dafür, dass die Reise nicht freiwillig erfolgt sei. Indem 

er über einen offiziellen Grenzübergang nach Russland ein- und ausgereist 

sei, habe er in der Absicht gehandelt, sich dem Schutz des Heimatstaates 

zu unterstellen. Durch die Ein- und Ausreise am russischen Grenzüber-

gang sei die Schutzgewährung durch den Heimatstaat tatsächlich erfolgt. 

Die kumulativen Voraussetzungen für einen Asylwiderruf respektive eine 

Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft seien daher erfüllt.  

4.2 Diesen Erwägungen wurde in der Beschwerdeschrift entgegnet, dass 

das SEM den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe, da der Be-

schwerdeführer vom SEM im Schreiben vom 28. Oktober 2015 nicht auf 

die Voraussetzungen eines Asylwiderrufs respektive einer Aberkennung 

der Flüchtlingseigenschaft aufmerksam gemacht worden sei. Der Be-

schwerdeführer habe dadurch keine Kenntnis davon gehabt, was er genau 

gefragt werde. Er habe sich daher beispielsweise nicht dazu äussern kön-

nen, dass er keinesfalls mit der Absicht gehandelt habe, sich unter den 

Schutz des Heimatlandes zu stellen. Zudem sei ihm dieser Schutz nicht 

tatsächlich und effektiv gewährt worden. Ferner habe das SEM den Unter-

suchungsgrundsatz verletzt und den Sachverhalt unrichtig und unvollstän-

dig festgestellt, indem keine Erhebungen zur Absicht der Unterschutzstel-

lung oder der tatsächlichen Schutzgewährung getätigt worden seien. Diese 

formellen Fehler im vorinstanzlichen Verfahren müssten zur Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung führen. 

Die kumulativen Voraussetzungen für den Asylwiderruf (Freiwilligkeit, Ab-

sicht der Unterschutzstellung und effektive Schutzgewährung) seien nicht 

gegeben. Der Beschwerdeführer sei zu einer Rückreise gezwungen gewe-

sen, da er sich an Stelle des Schwagers als Geisel habe anbieten müssen. 

Nachdem der Schwager freigelassen worden sei, habe der Beschwerde-

führer das Land sogleich wieder verlassen. Er habe auch nicht in der Ab-

sicht gehandelt, sich unter den Schutz des Heimatstaates zu stellen, da er 

vielmehr aus psychischen und ehelichen Gründen dazu gezwungen wor-

den sei. Er habe die heimatlichen Behörden zu keinem Zeitpunkt kontak-

tiert, sondern nur Kontakt mit einem Vermittler und einem Freund zwecks 

Befreiung des Schwagers gehabt. Er sei so heimlich wie möglich nach Da-

gestan gereist. Er sei zudem in die südlichste Stadt Dagestans gereist und 

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nicht in die Teilrepublik Tschetschenien, wo er gegen die russische Besat-

zungsmacht gekämpft habe. Die Teilrepublik Dagestan habe gegenüber 

Russland eine grösstmögliche Autonomie. Dadurch, dass er über Aser-

beidschan an der Grenze zu Dagestan nur einen Stempel in seinen Pass 

habe eintragen lassen und nicht nach Tschetschenien gegangen sei, habe 

er darauf vertraut, dass in Russland, welches ein sehr grosses Land sei, 

niemand auf ihn aufmerksam werde. Absurd sei schliesslich die Argumen-

tation, dass sich bereits durch die Grenzüberschreitung die Absicht der Un-

terschutzstellung manifestiere. Auch das Kriterium der effektiven Schutz-

gewährung sei zu verneinen. Das SEM habe nicht abgeklärt, ob der Be-

schwerdeführer tatsächlich mit den Behörden in Kontakt getreten sei. Dies 

sei er keinesfalls, da er heimlich nach Dagestan habe gehen wollen. Die 

Behörden hätten gar keine Kenntnis vom Aufenthalt des Beschwerdefüh-

rers im Heimatstaat, wodurch sie ihm auch keinen Schutz gewährten. Hätte 

er die Behörden um Schutz ersucht, wäre er sogleich verhaftet worden. Er 

habe mit der Verbrecherbande, welche seinen Schwager entführt habe, 

eine Vereinbarung treffen wollen und dabei einen grossen Bogen um die 

Behörden gemacht. 

4.3 In der Vernehmlassung ergänzte das SEM seine Argumentation dahin-

gehend, dass dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. Oktober 2015 

das rechtliche Gehör umfassend gewährt worden sei. Der Beschwerdefüh-

rer mache geltend, dass er aufgrund der Reflexverfolgung seines Schwa-

gers in sein Heimatland zurückgekehrt sei. Das SEM erachte die Heimreise 

jedoch nach wie vor für freiwillig, da es sich um eine wiederholte Heimreise 

handle. Der Beschwerdeführer habe es bisher unterlassen, sich zu den 

Gründen für seine Heimreise im Dezember 2012 zu äussern, dies obwohl 

er vom SEM darauf hingewiesen worden sei. Es könne damit davon aus-

gegangen werden, dass es sich bei der Reflexverfolgung des Schwagers 

nicht um den einzigen Beweggrund für die wiederholte Heimreise handle. 

4.4 In der Replik entgegnete der Beschwerdeführer, dass sich das SEM mit 

den Argumenten betreffend die Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht 

auseinandersetze. Es seien nur zwei Heimreisen aktenkundig, so dass 

nicht von einer wiederholten Heimreise gesprochen werden könne. Die 

Heimreise im Dezember 2012 habe vor Einreichung des Asylgesuchs 

(1. April 2013) stattgefunden. Der Beschwerdeführer sei im Juli 2013 als 

Flüchtling anerkannt worden und die Heimreise im Dezember 2012 könne 

somit nicht Gegenstand des Verfahrens sein. 

 

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Seite 7 

5.   

5.1 Das SEM stellt sich zu Recht auf den Standpunkt, dass sich der Be-

schwerdeführer freiwillig unter den Schutz des Heimatstaates gestellt hat. 

5.2 Die formellen Rügen erweisen sich als unbegründet. Der Anspruch auf 

rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 VwVG) bezieht sich auf 

die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und grundsätzlich 

nicht auf Fragen der Rechtsanwendung (BERNHARD WALDMANN, JÜRG BI-

CKEL, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 30 N. 20 f. S. 680). 

Dem Beschwerdeführer wurde zum massgeblichen Sachverhalt (freiwillige 

Rückreise) mit Schreiben vom 28. Oktober 2015 Gelegenheit zur Stellung-

nahme geboten. Das SEM war nicht gehalten, in diesem Schreiben die ku-

mulativen Voraussetzungen für eine Aberkennung der Flüchtlingseigen-

schaft einzeln aufzuführen.  

Gleiches gilt betreffend den Vorwurf einer Verletzung des Untersuchungs-

grundsatzes respektive einer mangelhaften Sachverhaltsermittlung (Art. 12 

VwVG), zumal die sachverhaltlichen Grundlagen (Rückkehr plus Beweg-

gründe für die Rückkehr) hinreichend abgeklärt worden sind.  

5.3 In materieller Hinsicht gilt es vorauszuschicken, dass bei Heimatreisen 

ein restriktiver Massstab zu gelten hat und die Rückreise somit ein starkes 

Indiz dafür darstellt, dass die frühere Verfolgungsgefahr nicht mehr besteht 

(vgl. BVGE 2010/17 E. 5.1.2).  

5.4 Das Kriterium der Freiwilligkeit verlangt, dass die Heimreise ohne 

äusseren Zwang erfolgt ist (vgl. BVGE 2010/17 E. 5.2.1). Der Beschwer-

deführer machte geltend, dass er aufgrund der Reflexverfolgung seines 

Schwagers zur Rückkehr in die Heimat gezwungen gewesen sei. Dieser 

Einwand ist jedoch nicht glaubhaft. Der Beschwerdeführer behauptet, dass 

sein Schwager aus denselben Gründen verfolgt worden sei, die bereits ihn 

(Beschwerdeführer) zur Flucht bewegt hätten. Allerdings begründete der 

Beschwerdeführer sein Asylgesuch ursprünglich damit, dass er von den 

staatlichen Behörden verfolgt werde, während sein Schwager von einer kri-

minellen Bande entführt worden sei. Eine weitere Ungereimtheit ergibt sich 

aus der Aussage in der Beschwerdeschrift, wonach der Beschwerdeführer 

in Russland einen weiten Bogen um die Behörden gemacht habe und nur 

um die Befreiung seines Schwagers bemüht gewesen sei. Denn wenn die 

Behörden von seiner Anwesenheit gewusst hätten, so wäre er bestimmt 

festgenommen worden. Sofern jedoch tatsächlich ein Zusammenhang zwi-

schen der Entführung des Schwagers und der staatlichen Verfolgung des 

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Seite 8 

Beschwerdeführers bestünde, wie dies im Rahmen des rechtlichen Gehörs 

noch behauptet wurde, so ergibt diese Aussage keinen Sinn. Denn auf-

grund der Verhandlungen mit der kriminellen Bande, welche gemäss Be-

schwerdeführer eine Verbindung zu den dem Staat zurechenbaren Verfol-

gern des Beschwerdeführers aufweise, wäre im Falle eines aktuellen Ver-

folgungsinteresses die zuständigen Stellen wohl über die Anwesenheit des 

Beschwerdeführers informiert und entsprechende Massnahmen ergriffen 

worden.  

Schliesslich muss sich der Beschwerdeführer auch Zweifel an seiner 

Glaubwürdigkeit entgegenhalten lassen, zumal seine Aussage im Asylver-

fahren, sein Pass sei von den staatlichen Verfolgern konfisziert worden, 

eine offenkundige Falschbehauptung respektive bewusste Täuschung der 

Behörden darstellte. 

Somit ist festzuhalten, dass die Reise in den Heimatstaat mangels gegen-

teiliger glaubhafter Anhaltspunkte freiwillig erfolgte. 

5.5 Für die Erfüllung des Kriteriums der beabsichtigten Unterschutzstellung 

genügt in der Regel die Inkaufnahme der Schutzgewährung, wobei wiede-

rum das Motiv für die Rückreise im Zentrum steht (vgl. BVGE 2010/17 

E. 5.2.3). Wie bereits oben ausgeführt ist nicht davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer aufgrund eines psychischen Drucks in sein Heimat-

land gereist ist, so dass auch dieses Element als erfüllt zu erachten ist. 

5.6 Das Kriterium der effektiven Schutzgewährung verlangt, dass objektive 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die betreffende Person nicht mehr ge-

fährdet ist. Aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer offenbar 

problemlos nach Russland über einen offiziellen Grenzübergang eingereist 

und einen Monat später wieder problemlos ausgereist ist, ergibt sich, dass 

er effektiv geschützt war (vgl. BVGE 2010/17 E. 5.3). Der Hinweis des Be-

schwerdeführers auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

E-979/2013 erweist sich als unbehelflich, zumal in jenem Verfahren strittig 

war, ob die Beschwerdeführerin überhaupt Kontakt mit den heimatlichen 

Behörden (Vietnam) gehabt habe, zumal sich nur chinesische Einreise-

stempel im Pass befanden. Vorliegend sind im Pass jedoch russische Ein-

reisestempel vorhanden, so dass das Argument des Beschwerdeführers, 

es sei zu keinem Kontakt mit den russischen Behörden gekommen, nicht 

haltbar ist. 

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Seite 9 

5.7 Die vom SEM in der Vernehmlassung erwähnte Einreise nach Russ-

land im Dezember 2012 ist für das vorliegende Verfahren unerheblich, so 

dass nicht weiter auf die diesbezüglichen Argumente der Prozessparteien 

einzugehen ist. 

5.8 Die vom SEM verfügte Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und 

der Widerruf des Asyls erfolgten daher zu Recht. Die Beschwerde ist ent-

sprechend abzuweisen. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Für deren Bezahlung ist der einbezahlte Kostenvorschuss 

zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Bendicht Tellenbach Linus Sonderegger 

 

 

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