# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61b8b8d6-d1cd-5d98-83e7-7bfac6ff968c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.01.2012 D-364/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-364-2012_2012-01-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­364/2012

U r t e i l   v om   2 5 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;  
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

Parteien A._______,
geboren (…),
Kongo (Kinshasa), 
zurzeit im Transitbereich des Flughafens B._______, 
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); 
Verfügung des BFM vom 13. Januar 2012 / N (…).

D­364/2012

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin am 26. Dezember 2011 auf dem Flughafen 
B._______ eintraf, wo sie am darauffolgenden Tag um Asyl nachsuchte,

dass  die  Flughafenpolizei  gestützt  auf  Art. 10  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  den  von  der  Beschwerdeführerin 
mitgeführten  britischen  Reisepass,  lautend  auf  den  Namen  C._______, 
sicherstellte, 

dass  die  Ausweisprüfung  ergab,  dass  es  sich  um  ein  missbräuchlich 
verwendetes  Dokument  handelt,  da  die  Gesichtsmerkmale  der 
Beschwerdeführerin  in  mehreren  Belangen  vom  Lichtbild  im  Reisepass 
abweichen,

dass  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz mit 
Verfügung vom 27. Dezember 2011 vorläufig verweigerte und  ihr  für die 
Dauer  des  weiteren  Asylverfahrens  bis  maximal  60  Tage  den 
Transitbereich des Flughafens B._______ als Aufenthaltsort zuwies,

dass die Beschwerdeführerin am 30. Dezember 2011 summarisch befragt 
und  am  6. Januar  2012  durch  das  Bundesamt  einlässlich  zu  den 
Asylgründen angehört wurde,

dass sie dabei im Wesentlichen vorbrachte, sie habe in D._______ einen 
Kleiderhandel  betrieben,  wobei  am  15. Dezember  2011  Kleiderballen 
geliefert worden seien,

dass während des Ausladens der Kleiderballen das Militär erschienen sei 
und  behauptet  habe,  vier  bis  fünf  dieser  Kleiderballen  enthielten 
Militäruniformen, 

dass  das Militär  alle Kleiderballen  konfisziert  und  auch  das  ganze Geld 
mitgenommen habe,

dass das Militär  in  der  gleichen Nacht  zurückgekommen sei,  alles Geld 
gestohlen habe und sowohl  ihre Nichte als auch sie  selber  vergewaltigt 
worden seien,

dass  zudem  Briefe  gefunden  worden  seien,  in  denen  die 
Beschwerdeführerin  und  ihre  Nichte  eine  frühere  Vergewaltigung  der 
Schwester der Beschwerdeführerin aufgeschrieben hätten,

D­364/2012

Seite 3

dass  das Militär  sie  (die  Beschwerdeführerin)  mitgenommen  und  in  ein 
Gefängnis gebracht habe,

dass ein Militärangehöriger  ihr gegen entsprechendes Entgelt zur Flucht 
aus dem Gefängnis verholfen habe,

dass  für  die  weiteren  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  auf  die 
Protokolle bei den Akten verwiesen wird,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung 
vom 13. Januar 2012 – eröffnet am 14. Januar 2012 – ablehnte und die 
Wegweisung  aus  dem  Transitbereich  des  Flughafens  B._______  sowie 
den  Vollzug  anordnete,  ihr  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis  aushändigte  und  den  sichergestellten  britischen 
Reisepass gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG einzog,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Aussagen 
der Beschwerdeführerin seien aufgrund von zahlreichen Ungereimtheiten 
und krassen Widersprüchen in wesentlichen Punkten unglaubhaft,

dass  sie  überdies  keine  genauen  Angaben  zu  den  verschiedenen 
Übergriffen  habe  machen  können  und  auch  ihre  Aussagen  zum 
dreitägigen  Gefängnisaufenthalt  und  zur  Flucht  aus  dem Gefängnis  als 
vage, stereotyp und oberflächlich zu bezeichnen seien,

dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin  den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  standhielten,  so  dass  ihre 
Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  in  französischer  Sprache  gehaltener 
Eingabe  vom  20.  Januar  2012  (Datum  gemäss  Empfangsbestätigung 
Flughafenpolizei)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungs­
gericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  in materieller  Hinsicht  beantragte, 
die  angefochtene  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben,  es  sei  ihre 
Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewähren, und es sei 
überdies  festzustellen,  dass  der  Wegweisungsvollzug  unzulässig, 
unzumutbar  und  unmöglich  sei,  weshalb  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen sei,

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  sowie  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses ersuchte, eventualiter sei die aufschiebende Wirkung 

D­364/2012

Seite 4

wiederherzustellen und die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen, 
die  Kontaktnahme mit  den  Behörden  des Heimat­  oder  Herkunftsstaats 
sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventuell 
sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe die beschwerdeführende Person 
darüber in einer separaten Verfügung zu informieren,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20. Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde – 
unter  Vorbehalt  der  nachstehenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass das Urteil gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG in deutscher Sprache 
ergeht,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­364/2012

Seite 5

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  der  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  (Art. 42  Abs. 1  AsylG) 
zukommt  und  das  BFM  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende 
Wirkung  nicht  entzogen  hat  (Art. 55  Abs. 2  VwVG),  weshalb  auf  den 
(Eventual­)Antrag  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung 
nicht einzutreten ist, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  nach  Überprüfung  der 
Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  Recht 
festgestellt  hat, die Vorbringen der Beschwerdeführerin  vermöchten den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen,

D­364/2012

Seite 6

dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  nicht  zu 
beanstandenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 
werden kann,

dass  hinsichtlich  der  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten 
Übersetzungsprobleme  festzuhalten  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin 
sowohl  anlässlich  der  summarischen Befragung  als  auch  der Anhörung 
bestätigte, die übersetzende Person gut zu verstehen (vgl. Akten BFM A 
9/30 S. 2 und 11 sowie A 12/19 S. 1),

dass  sich  die  anlässlich  der  Rückübersetzung  des  Anhörungsprotokolls 
angebrachten  Korrekturen  im  üblichen  Rahmen  bewegen  und  sich  im 
Übrigen  auch  die  bei  der  Bundesanhörung  anwesende 
Hilfswerkvertretung zu keinen Bemerkungen veranlasst sah,

dass  die  Beschwerdeführerin  deshalb  auf  ihren  unterschriftlich 
bestätigten Aussagen zu behaften ist,

dass  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  an  den 
Schlussfolgerungen des Bundesamtes nichts zu ändern vermögen, zumal 
sie  sich  überwiegend  auf  eine Wiederholung  der  bisherigen  Vorbringen 
beschränken,

dass  es  der  Beschwerdeführerin  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
[vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001 
Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 

D­364/2012

Seite 7

Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 
2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die ihr im Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 

D­364/2012

Seite 8

Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder  die  allgemeine  Lage  in  Kongo  (Kinshasa)  noch  individuelle 
Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen 
lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung –  in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz –  zumutbar ist,

dass das BFM insbesondere zu Recht darauf hingewiesen hat, dass zwar 
grundsätzlich  von  Amtes  wegen  zu  prüfen  ist,  ob  der  Vollzug  der 
Wegweisung  nicht  zumutbar  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG),  diese 
Untersuchungspflicht  jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenze an der 
Mitwirkungspflicht  der  Asylsuchenden  findet  (Art. 8  AsylG),  und  es 
deshalb  nicht  Sache  der  Asylbehörden  sein  kann,  nach  allfälligen 
Wegweisungshindernissen  in  hypothetischen  Herkunftsregionen  des 
Heimatstaates zu forschen,

dass  die  Beschwerdeführerin  deshalb  die  Folgen  ihrer  mangelhaften 
Mitwirkung  respektive  der  Verheimlichung  ihrer  wahren  Identität  und 
Herkunft  zu  tragen  hat,  indem  vermutungsweise  davon  auszugehen  ist, 
es  würden  einer  Wegweisung  keine  Vollzugshindernisse  im  Sinne  der 
vom  Bundesverwaltungsgericht  übernommenen  Rechtsprechung  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgericht D­1366/2011 vom 13. Oktober 2011 E. 4.3 mit 
Hinweis auf EMARK 2004 Nr. 33 E. 8.3 S. 237 f.) entgegenstehen, 

dass unter  den gegebenen Umständen nicht  davon auszugehen  ist,  sie 
würde bei einer Rückkehr  in eine existenzbedrohende Situation geraten, 
die  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  der  zu  beachtenden 
Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen  (Art. 83  Abs. 2  AuG),  und  es  der  Beschwerdeführerin  obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  der  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 

D­364/2012

Seite 9

rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen 
ist,  weshalb  sich  die  Anträge  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  und  Unterlassung  der  Datenweitergabe  an  die 
Behörden  des  Heimatstaates,  welche  ohnehin  nur  für  die  Dauer  des 
Beschwerdeverfahrens wirksam sind, als gegenstandslos erweisen,

dass  im  Übrigen  aus  den  dem  Gericht  vorliegenden  Akten  nicht 
hervorgeht,  die  Vorinstanz  habe  die  Beschwerdeführerin  betreffende 
Daten  an  den  Heimatstaat  weitergegeben,  weshalb  auf  das 
Eventualbegehren,  es  sei  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  die 
Beschwerdeführerin darüber in einer separaten Verfügung zu informieren, 
mangels  Rechtsschutzinteresses  im  Rahmen  dieses  Verfahrens  nicht 
einzutreten ist,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  VwVG  vollumfänglich 
abzuweisen  ist,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden 
Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die 
kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­364/2012

Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM,  die 
Flughafenpolizei und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: