# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba9bd2da-0d92-599f-abcc-9ec842fbd299
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 07.09.2023 SST.2022.224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-224_2023-09-07.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.224 
(ST.2021.49; StA.2021.592) 

 

 

Urteil vom 7. September 2023 
 
 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Gilgen 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

Privatkläger 1  A._____, 

[…] 

 

Privatkläger 2  B._____, 

[…] 

 

Privatkläger 1 und 2 vertreten durch Rechtsanwältin S._____,  

[…] 

 

Privatkläger 3  C.C._____, 

[…] 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Marino Di Rocco,  

[…] 

 

Privatkläger 4  D.C._____, 

[…] 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Abdullah Karakök,  

[…] 

 

Privatkläger 5  E.C._____, 

[…] 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Q._____,  

[…] 

 

 
    

 - 2 - 

 

 

Beschuldigter   H._____,  

geboren am tt.mm.1994, von Rumänien, 

[…] 

 

verteidigt durch Rechtsanwältin Teuta Imeraj,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Schwere Körperverletzung, Angriff, Raufhandel usw. 
 

 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Am 5. August 2021 erhob die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach gegen 

den Beschuldigten Anklage wegen mehrfachen Angriffs, mehrfacher, teil-

weise versuchter, schwerer Körperverletzung, eventualiter mehrfacher 

qualifizierter einfacher Körperverletzung und Raufhandels (GA act. 1 ff.). 

 

1.2. 

Das Bezirksgericht Zurzach fällte am 8. April 2022 folgendes Urteil:  

 

Das Gericht erkennt: 
 
1. 
Der Beschuldigte wird von Schuld und Strafe freigesprochen. 
 
2. 
2.1. 
Die Zivilforderungen des Privatklägers 1 [A._____] werden auf den Zivilweg verwiesen. 
 
2.2. 
Die Zivilforderungen des Privatklägers 2 [B._____] werden auf den Zivilweg verwiesen. 
 
2.3. 
Die Zivilforderungen des Privatklägers 3 [C.C._____] werden auf den Zivilweg verwiesen. 
 
2.4. 
Die Zivilforderungen des Privatklägers 4 [D.C._____] werden auf den Zivilweg verwiesen. 
 
2.5. 
Die Zivilforderungen des Privatklägers 5 [E.C._____] werden auf den Zivilweg verwiesen. 
 
3. 
3.1. 
Folgende Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen und vernichtet: 
- 1 IKEA Messer ganz 
- 1 IKEA Messer mit separater abgebrochener Klinge  
 
3.2. 
Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft sämtlicher 
Parallelverfahren (ST.2021.47/48/49/50) während zwei Monaten auf dessen erstes 
Verlangen hin ausgehändigt und nach unbenutztem Ablauf dieser Frist vernichtet: 
- 1 Mobiltelefon LG K40 (Nr. 24) 
- 1 Mobiltelefon Nokia 5.1 (Nr. 25) 
- 1 Pullover Bershka, schwarz (Nr. 26) 
- 1 Stoffhose Clockhouse, schwarz (Nr. 27) 
- 1 Winterjacke Aeronatuica, schwarz (Nr. 28) 
- 1 Paar Turnschuhe Asics (Nr. 29) 
- 1 Paar Socken, schwarz (Nr. 30) 
- 1 Unterhose, blau (Nr. 31) 
- 1 Unterhemd, weiss (Nr. 32) 
 
3.3. 

 - 4 - 

 

 

Folgende Gegenstände werden dem Privatkläger 1 [A._____] nach Rechtskraft sämtlicher 
Parallelverfahren (ST.2021.47/48/49/50) während zwei Monaten auf dessen erstes 
Verlangen hin ausgehändigt und nach unbenutztem Ablauf dieser Frist vernichtet: 
- 1 Jacke Reserved Basic, grau (Nr. 14) 
- 1 Trainerhose All Out, grau (Nr. 15) 
- 1 T-Shirt Guess, blau (Nr. 16) 
- 1 Paar Socken, weiss (Nr. 17) 
 
3.4. 
Folgende Gegenstände werden dem Privatkläger 2 [B._____] nach Rechtskraft sämtlicher 
Parallelverfahren (ST.2021.47/48/49/50) während zwei Monaten auf dessen erstes 
Verlangen hin ausgehändigt und nach unbenutztem Ablauf dieser Frist vernichtet: 
- 1 Pullover Tommy Jeans, blau (Nr. 10) 
- 1 T-Shirt Tommy Jeans, grau (Nr. 11)  
- 1 Trainerhose Tommy Jeans, dunkelblau (Nr. 12) 
- 1 Paar Adiletten, schwarz (Nr. 13) 
 
3.5. 
Folgende Gegenstände werden dem Privatkläger 3 [C.C._____] nach Rechtskraft 
sämtlicher Parallelverfahren (ST.2021.47/48/49/50) während zwei Monaten auf dessen 
erstes Verlangen hin ausgehändigt und nach unbenutztem Ablauf dieser Frist vernichtet: 
- 1 Trainerhose Adidas, blau (Nr. 8) 
- 1 Paar Adiletten, blau (Nr. 9) 
 
3.6. 
Folgende Gegenstände werden dem Privatkläger 4 [D.C._____] nach Rechtskraft 
sämtlicher Parallelverfahren (ST.2021.47/48/49/50) während zwei Monaten auf dessen 
erstes Verlangen hin ausgehändigt und nach unbenutztem Ablauf dieser Frist vernichtet: 
- 1 Paar weisse Socken (Nr. 1) 
- 1 Jeanshose Yes or No, hellblau (Nr. 2) 
- 1 Paar Turnschuhe Lanetti, blau (Nr. 3) 
 
3.7. 
Folgende Gegenstände werden dem Privatkläger 5 [E.C._____] nach Rechtskraft 
sämtlicher Parallelverfahren (ST.2021.47/48/49/50) während zwei Monaten auf dessen 
erstes Verlangen hin ausgehändigt und nach unbenutztem Ablauf dieser Frist vernichtet: 
- 1 T-Shirt beige (Nr. 4) 
- 1 Pullover Swarm, blau-weiss-schwarz (Nr. 5) 
- 1 Trainerhose Audi, schwarz (Nr. 6) 
- 1 Paar Turnschuhe Nike (Nr. 7) 
 
3.8. 
Folgende Gegenstände werden nach Rechtskraft sämtlicher Parallelverfahren 
(ST.2021.47/48/49/50) freigegeben und gemäss Art. 267 Abs. 6 StPO zur Anmeldung von 
Ansprüchen öffentlich ausgeschrieben: 
- 1 T-Shirt grün, zerrissen (Nr. 35) 
- 1 T-Shirt Jack and Jones, rot, zerrissen (Nr. 36) 
- 1 Jacke Livergy, schwarz, zerrissen (Nr. 37) 
- 1 Shirt, dunkelblau, grau und hellblau gestreift, zerrissen (Nr. 38) 
- 1 Armbanduhr Paterson, Armband defekt (Nr. 39) 
 
4. 
4.1. 
Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten der Staatskasse. 
 
4.2. 

 - 5 - 

 

 

Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, dem vormaligen amtlichen Verteidiger des 
Beschuldigten dessen richterlich festgesetztes Honorar von CHF 38'188.90 (inkl. Auslagen 
und MwSt.) zu entrichten. Auf eine Rückforderung dieser Entschädigung ist gestützt auf 
Art. 135 Abs. 4 StPO e contrario zu verzichten. 
 
4.3. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, der freigewählten Verteidigerin des 
Beschuldigten deren richterlich festgesetztes Honorar von CHF 15'566.95 (inkl. Auslagen 
und MwSt.) zu entrichten.  
 
4.4. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, der unentgeltlichen Vertreterin der 
Privatkläger 1 und 2 [A._____ und B._____] deren richterlich festgesetztes Honorar für die 
Vertretung in den Parallelverfahren ST.2021.47/48/49/50 in der Höhe von CHF 14'840.25 
(inkl. Auslagen und MwSt.) auszubezahlen. 
 
Die Privatkläger 1 und 2 [A._____ und B._____] sind verpflichtet, dem Kanton Aargau je 
die Hälfte der Kosten für die unentgeltliche Vertretung zurückzuzahlen, sobald es ihre 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 lit. a i.V.m. 
Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
4.5. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter des 
Privatklägers 3 [C.C._____] dessen richterlich genehmigtes Honorar für die Vertretung in 
den Parallelverfahren ST.2021.47/48/49/50 in der Höhe von CHF 7'890.50 (inkl. Auslagen 
und MwSt.) auszubezahlen. 
 
Der Privatkläger 3 [C.C._____] ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 
unentgeltliche Vertretung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 lit. a i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
4.6. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter des 
Privatklägers 4 [D.C._____] für die Vertretung in den Parallelverfahren 
ST.2021.47/48/49/50 dessen richterlich festgesetztes Honorar in der Höhe von 
CHF 15'666.90 (inkl. Auslagen und MwSt.) auszubezahlen. 
 
Der Privatkläger 4 [D.C._____] ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 
unentgeltliche Vertretung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 lit. a i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
4.7. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter des 
Privatklägers 5 [E.C._____] für die Vertretung in den Parallelverfahren 
ST.2021.47/48/49/50 dessen richterlich genehmigtes Honorar in der Höhe von 
CHF 16'567.75 (inkl. Auslagen und MwSt.) auszubezahlen. 
 
Der Privatkläger 5 [E.C._____] ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 
unentgeltliche Vertretung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 lit. a i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
5. 
5.1. 
Dem Beschuldigten wird in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO für die 
ausgestandene Haft von insgesamt 427 Tagen (9. Februar 2021 bis zur Urteilseröffnung 
am 11. April 2022) eine Entschädigung für die wirtschaftlichen Einbussen im Betrag von 

 - 6 - 

 

 

CHF 70'000.00 zuzüglich Zins von 5 % ab mittlerem Verfalltag (11. September 2021) zu 
Lasten der Staatskasse zugesprochen.  
 
5.2. 
Dem Beschuldigten wird in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO für die 
ausgestandene Haft von insgesamt 427 Tagen (9. Februar 2021 bis zur Urteilseröffnung 
am 11. April 2022) eine Genugtuung im Betrag von CHF 64'050.00 zuzüglich Zins von 5 % 
ab mittlerem Verfalltag (11. September 2021) zu Lasten der Staatskasse zugesprochen. 
 
5.3. 
Weitergehende Forderungen werden abgewiesen. 

 

2. 

2.1. 

Mit Berufungserklärung vom 7. September 2022 hat die Staatsanwaltschaft 

das Urteil vollumfänglich angefochten und Schuldsprüche für sämtliche 

Vorwürfe gemäss Anklageschrift beantragt, wofür eine unbedingte 

Freiheitsstrafe von 5 Jahren sowie eine Landesverweisung von 10 Jahren 

auszusprechen sei. 

 

2.2. 

Mit Berufungserklärung vom 15. September 2022 beantragte C.C._____ 

die vollumfängliche Verurteilung des Beschuldigten gemäss der Anklage, 

eine Genugtuung von Fr. 5'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 9. Februar 

2021, zu bezahlen solidarisch mit den weiteren Beschuldigten, sowie die 

grundsätzliche Verpflichtung, für einen allfälligen künftigen Schaden im 

Zusammenhang mit dem Ereignis Schadenersatz zu leisten. Die Kosten 

seines Rechtsvertreters für das vorliegende Verfahren seien dem 

Beschuldigten aufzuerlegen, eventualiter auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

2.3. 

Mit Berufungserklärung vom 21. September 2022 beantragten A._____ 

und B._____ die Verurteilung des Beschuldigten gemäss der Anklage und 

die Entscheidung über die sie betreffenden Zivilforderungen, zudem sei 

ihnen für das Rechtsmittelverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren. 

 

2.4. 

Mit Berufungserklärung vom 21. September 2022 beantragte E.C._____ 

einen Schuldspruch des Beschuldigten in allen Punkten, eine Entschä-

digung von Fr. 1'508.45 unter solidarischer Haftung der Beschuldigten, die 

Feststellung, dass der Beschuldigte für künftige Folgen seiner erlittenen 

Verletzungen aus dem Vorfall schadenersatzpflichtig werde, eine Genug-

tuung von Fr. 7'500.00 zuzüglich 5% Zins ab dem 9. Februar 2021, unter 

solidarischer Haftung der Beschuldigten, sowie, dass die Kosten seines 

Rechtsvertreters für das vorliegende Verfahren den Beschuldigten unter 

solidarischer Haftung aufzuerlegen, eventualiter auf die Staatskasse zu 

nehmen seien.  

 - 7 - 

 

 

2.5. 

Mit Berufungserklärung vom 23. September 2022 beantragte D.C._____ 

einen Schuldspruch des Beschuldigten im Sinne der Anklage, die 

Bezahlung von Fr. 42'922.80 Schadenersatz unter solidarischer Haftung 

mit den Mitbeschuldigten und unter Vorbehalt weiterer Schadenersatz-

forderungen und Mehrforderungen, sowie die Bezahlung einer Genugtuung 

von Fr. 15'000.00 zuzüglich 5% Zins ab dem 9. Februar 2021, unter 

solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten. Zudem sei ihm für das 

Rechtsmittelverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

 

2.6. 

Mit Stellungnahme vom 28. Oktober 2022 ersuchte der Beschuldigte 

darum, dass alle Anträge der Staatsanwaltschaft und der Privatkläger 

abzuweisen und Gründe für ein Nichteintreten von Amtes wegen zu prüfen 

seien. 

 

2.7. 

Mit Verfügung vom 2. Mai 2023 wurden die Gesuche sämtlicher Privat-

kläger um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen. 

 

2.8. 

Mit der Vorladung und Verfügung vom 7. Juni 2023 wurde den Parteien 

mitgeteilt, dass sich das Obergericht vorbehalte, den als Angriff bzw. als 

Anstiftung zum Angriff angeklagten Sachverhalt auch als Raufhandel bzw. 

Anstiftung zum Raufhandel zu würdigen. 

 

2.9. 

Mit Eingabe vom 9. Juni 2023 gab C.C._____ bekannt, dass sein Vertreter 

nicht an der Berufungsverhandlung teilnehmen werde und dass auf die 

Anträge vor erster Instanz verwiesen werde. 

 

2.10. 

Die Staatsanwaltschaft reichte am 12. Juni 2023 vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

2.11. 

Mit Eingabe vom 29. Juni 2023 teilte D.C._____ mit, dass er an der 

Berufungsverhandlung nicht anwaltlich vertreten werde. Er halte an den 

Berufungsanträgen fest und verweise betreffend Zivilforderungen auf die 

Plädoyernotizen und Ausführungen anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung und die beigelegten Urkunden. 

 

2.12. 

Mit Eingabe vom 30. Juni 2023 stellte A._____ ein Dispensationsgesuch 

für die Berufungsverhandlung, zudem würden er und B._____ an der 

 - 8 - 

 

 

Berufungsverhandlung nicht anwaltlich vertreten werden. Weiter 

bezifferten und begründeten A._____ und B._____ ihre Zivilforderungen. 

 

2.13. 

Der Beschuldigte reichte am 3. Juli 2023 eine vorgängige Berufungsantwort 

ein und beantragte, dass die Berufungen der Staatsanwaltschaft sowie der 

Privatkläger abzuweisen seien und begründete dies. 

 

2.14. 

Das Dispensationsgesuch von A._____ wurde mit Verfügung vom 5. Juli 

2023 abgewiesen. 

 

2.15. 

Der Beschuldigte reichte am 20. Juli 2023 ein Gesuch um Zusicherung des 

freien Geleits vom 12. August 2023 bis zum 30. August 2023 ein. 

 

Dieser Antrag wurde mit Verfügung vom 28. Juli 2023 abgewiesen. 

 

3. 

Die Berufungsverhandlung fand am 14. August 2023 zusammen mit den 

Berufungsverfahren i.S. F._____ (SST.2022.221), G._____ 

(SST.2022.223), und I._____ (SST.2022.225) statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Aufgrund der Berufungsanträge der Staatsanwaltschaft und der Privat-

kläger ist das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich zu überprüfen (Art. 404 

Abs. 1 StPO). Das vorliegende Verfahren ist eines von vier parallel 

geführten Verfahren. 

 

2. 

2.1. 

Der dem Beschuldigten in der Anklage vorgeworfene Sachverhalt habe 

sich in der Liegenschaft an der X-Strasse._____ in der Gemeinde W._____ 

ereignet. In der Unterkunft würden Zimmer und Wohnungen vermietet. 

Sämtliche Privatkläger seien zur Tatzeit Mieter an dieser Adresse 

gewesen. Von B._____ sei am 9. Februar 2021 um ca. 19:07 Uhr ein 

Wasserschaden bzw. aufsteigendes Wasser aus dem Lavabo an I._____, 

welcher als Hauswart bzw. Verwalter der Liegenschaft fungiert habe, 

gemeldet worden. Dieser habe daraufhin H._____, der im Stundenlohn bei 

ihm angestellt gewesen sei, kontaktiert und ihn beauftragt, an die Adresse 

zu fahren. Es seien diverse Sprachnachrichten ausgetauscht worden, 

aufgrund derer H._____, F._____, G._____ sowie J._____ sich mit 

Holzstöcken bewaffnet hätten und an die Örtlichkeit gefahren seien, um 

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B._____ zu schlagen. Beim Eintreffen um ca. 20:30 Uhr hätten sie in der 

Küche A._____ sowie D.C._____ angetroffen und sich nach dem 

Aufenthaltsort von B._____ erkundigt. Dieser habe sich bereits in seinem 

Zimmer zum Schlafen hingelegt gehabt. Daraufhin hätten sich H._____, 

J._____ und F._____ in dessen Zimmer begeben, woraufhin J._____ 

B._____ mit einem kantigen holzfarbigen Holzstock gegen den Rücken 

geschlagen habe. Dieser habe sich sodann aufgesetzt, woraufhin F._____ 

ihn mit einem kantigen holzfarbigen Holzstock gegen den Kopf geschlagen 

und ihm mit einem unbekannten Gegenstand eine Schnittwunde im Gesicht 

zugefügt habe. H._____ habe währenddessen den Ausgang aus dem 

Zimmer versperrt und G._____ vor der Tür dafür gesorgt, dass niemand 

zur Hilfe kommen könne. B._____ habe dadurch die in der Anklage 

genannten Verletzungen davongetragen (vgl. GA act. 1 ff.). Hierdurch habe 

sich der Beschuldigte des Angriffs sowie jeweils in Mittäterschaft der 

schweren Körperverletzung, der versuchten schweren Körperverletzung, 

eventualiter der qualifizierten einfachen Körperverletzung mit einem 

gefährlichen Gegenstand schuldig gemacht. 

 

In der Folge seien nacheinander A._____ und D.C._____ herbeigeeilt und 

hätten versucht, die Beschuldigten von B._____ wegzuholen. Die 

Beschuldigten hätten sodann den Entschluss gefasst, auch gegen sie 

gewaltsam vorzugehen. Sämtliche Beschuldigten hätten in der Folge mit 

kantigen Holzstöcken mehrfach auf sie eingeschlagen. A._____ sei auf den 

Boden gefallen und F._____ habe ihn sodann mit dem beschuhten Fuss 

ins Gesicht getreten. A._____ und D.C._____ hätten dadurch zahlreiche 

Verletzungen davongetragen (vgl. GA act. 1 ff.). Hierdurch hätte sich der 

Beschuldigte jeweils des Angriffs sowie in Mittäterschaft der versuchten 

schweren Körperverletzung, eventualiter der qualifizierten einfachen 

Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand schuldig gemacht. 

 

Es sei sodann zu einer weiteren Auseinandersetzung gekommen, als 

E.C._____ mit einem oder zwei Messern in den Händen sowie C.C._____ 

mit einem Stuhl in den Händen vom oberen Stock heruntergekommen 

seien, um ihren Freunden bzw. ihrem Bruder zu helfen. Die Beschuldigten 

hätten mit den Holzstöcken auf die Köpfe und Oberkörper von E.C._____ 

und C.C._____ eingeschlagen, wobei sie diverse Verletzungen erlitten 

hätten (vgl. GA act. 1 ff.). Auch F._____ habe sich eine kleine Verletzung 

zugezogen. Es habe sich um eine tätliche Auseinandersetzung gehandelt, 

die eine Körperverletzung zur Folge haben könnte, was die Beschuldigten 

gewusst und in Kauf genommen hätten. Der Beschuldigte habe sich damit 

des Raufhandels und in Mittäterschaft der mehrfachen versuchten 

schweren Körperverletzung, eventualiter der mehrfachen qualifizierten 

einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand schuldig 

gemacht. 

 

 - 10 - 

 

 

2.2. 

Die Vorinstanz ging im Wesentlichen davon aus, dass die Beschuldigten 

unbewaffnet und ohne die Absicht, die Privatkläger anzugreifen oder zu 

verletzten nach Gemeinde W._____ gefahren seien. Sie ging davon aus, 

dass stattdessen die Beschuldigten angegriffen worden seien und sich in 

der Folge zur Wehr gesetzt hätten, wobei sie die Oberhand gewonnen und 

die Privatkläger verletzt hätten. Sie ging zwar grundsätzlich davon aus, 

dass ein Raufhandel vorgelegen habe, hierbei verzichtete sie jedoch auf 

einen Schuldspruch, da ein solcher betreffend B._____, A._____ und 

D.C._____ nicht angeklagt sei und sich der Sachverhalt ihres Erachtens 

anders als hinsichtlich E.C._____ und C.C._____ angeklagt, abgespielt 

habe. Sie hat sämtliche Beschuldigten vollumfänglich freigesprochen. 

 

Die Staatsanwaltschaft hielt mit der Berufung am angeklagten Sachverhalt 

fest und beantragte, der Beschuldigte sei entsprechend schuldig zu 

sprechen (Berufungsbegründung Staatsanwaltschaft S. 1 ff.). Der 

Beschuldigte beantragte, die Berufungen der Staatsanwaltschaft sowie 

sämtlicher Privatkläger seien abzuweisen (Berufungsantwort S. 1 ff. und 

Plädoyer Berufungsverhandlung S. 1 ff.). 

 

2.3. 

2.3.1. 

Gemäss Art. 133 StGB wird bestraft, wer sich an einem Raufhandel 

beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen zur Folge 

hat (Abs. 1). Ein Raufhandel ist nach der Rechtsprechung eine wechsel-

seitige tätliche Auseinandersetzung von mindestens drei Personen. Straf-

bar ist, wer sich beteiligt, d.h. wer aktiv in einer Weise am Raufhandel teil-

nimmt, die geeignet ist, die Auseinandersetzung zu fördern bzw. deren 

Intensität zu steigern (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2). Tätliche Auseinander-

setzungen zwischen mehr als zwei Personen sind oft derart unüber-

sichtlich, dass sich nicht nachweisen lässt, wer die Körperverletzung oder 

den Tod einer Person verursacht hat. Sinn und Zweck von Art. 133 StGB 

ist, in solchen Situationen zu verhindern, dass die Verantwortlichen straflos 

bleiben. Aufgrund der Beweisschwierigkeiten ist bereits die Beteiligung am 

Raufhandel unter Strafe gestellt. Es handelt sich beim Raufhandel mithin 

um ein abstraktes Gefährdungsdelikt, obschon ein Erfolg eintreten muss 

(BGE 137 IV 1 E. 4.2.2 und Urteil des Bundesgerichts 6B_1163/2020 vom 

25. Februar 2021 E. 3.1.1, beide mit Hinweisen). Wer ausschliesslich 

abwehrt oder die Streitenden scheidet, macht sich indessen nicht strafbar 

(Art. 133 Abs. 2 StGB). Dies ist der Fall, wenn eine Person sich zwar aktiv 

am Raufhandel beteiligt, dies jedoch ausschliesslich abwehrend oder 

trennend, d.h. ausschliesslich Schläge austeilt, um sich zu schützen, 

andere zu verteidigen oder Streitende zu scheiden (BGE 131 IV 150 E. 

2.1). Im subjektiven Tatbestand ist Vorsatz verlangt, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Der Vorsatz muss sich nur auf die objektiven Tatbestands-

merkmale beziehen, nicht aber auf die Todes- oder Körperverletzungsfolge 

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(BGE 141 IV 454 E. 2.3.2; BGE 139 IV 168 E. 1.1.1). Der Täter muss 

insbesondere erkennen und in Kauf nehmen, dass sich mehr als zwei 

Personen an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligen (BGE 137 IV 1 

E. 4.2.2; BGE 106 IV 246 E. 3b). 

 

Gegenüber dem Raufhandel versteht man unter einem Angriff im Sinne von 

Art. 134 StGB eine einseitige, von feindseligen Absichten getragene, 

gewaltsame Einwirkung auf den Körper eines oder mehrerer Menschen. 

Der körperliche Angriff muss von mehreren, mindestens zwei Personen 

ausgehen, wobei es genügt, wenn sich eine Person dem bereits 

gestarteten Angriff eines anderen anschliesst. Die Beteiligung kann auf 

jede Art erfolgen, solange die Beteiligten an Ort und Stelle in das 

Geschehen eingreifen. Als objektive Strafbarkeitsbestimmung muss der 

Angriff den Tod oder eine Körperverletzung eines Angegriffenen zur Folge 

haben. Der Angegriffene verhält sich dabei passiv oder beschränkt sich auf 

den Schutz vor dem Angriff (Urteil des Bundesgerichts 6B_454 vom 29. 

Juni 2022 E. 2 und 3.2 mit Hinweisen). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz 

erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz richtet sich auf die 

Beteiligung am Angriff, nicht auf die Todes- oder Verletzungsfolge. Der 

Tatbestand des Art. 134 StGB erfasst nur die im Angriff liegende abstrakte 

Gefährdung. Er gelangt insbesondere dann zur Anwendung, wenn auf-

grund von Beweisschwierigkeiten nicht mehr festgestellt werden kann, wer 

welchen Beitrag geleistet respektive welchen Erfolg bewirkt hat (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_79/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 2.3.2).  

 

2.3.2. 

Gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB macht sich der einfachen Körperverletzung 

schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen am Körper oder an der Gesund-

heit schädigt.  

 

Nach Art. 122 StGB macht sich der schweren Körperverletzung schuldig, 

wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer 

vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen 

verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, 

einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank 

macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt (Abs. 2), 

oder wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder 

der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht 

(Abs. 3). 

 

Strafbar ist auch der Versuch (Art. 22 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn 

der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Ver-

gehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder der 

zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht eintreten 

 - 12 - 

 

 

kann. Beim Versuch erfüllt der Täter sämtliche subjektiven Tatbestands-

merkmale und manifestiert seine Tatentschlossenheit, ohne dass alle 

objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E. 3.4). 

 

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der 

Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB; Eventualvor-

satz). Nach ständiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn 

der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für 

möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines 

Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch 

unerwünscht sein. Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf 

genommen hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses des 

Beschuldigten aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die 

Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, 

die Schwere einer allfälligen Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe 

des Täters und die Art der Tathandlung (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1424/2020 vom 31. Januar 2022 E. 1.3.3, je mit 

Hinweisen). 

 

2.4. 

Wie im Folgenden aufzuzeigen sein wird, geht das Obergericht in 

tatsächlicher Hinsicht betreffend B._____ gestützt auf die vorliegenden 

Beweismittel, davon aus, dass der Beschuldigte diesen weder selbst 

geschlagen oder anderweitig verletzt hat, noch, dass er auf eine andere Art 

an einem einseitigen Angriff auf B._____ mitgewirkt hat bzw. in das 

Geschehen eingegriffen hat.  

 

Das Obergericht geht hingegen davon aus, dass es zu einer wechsel-

seitigen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten, G._____, 

F._____ und allfälligen weiteren Personen sowie A._____, D.C._____, 

C.C._____ und E.C._____ gekommen ist, bei welcher sämtliche Personen 

aktiv mitgewirkt haben und die dokumentierten Verletzungen entstanden 

sind. Hingegen lassen sich die genauen Tatbeiträge sowie der Verlauf der 

Auseinandersetzung nicht rekonstruieren, womit der übrige angeklagte 

Sachverhalt nicht erstellt ist. 

 

2.5. 

Betreffend den Sachverhalt zum Nachteil von B._____ stützt sich das 

Obergericht hauptsächlich auf die Aussagen von B._____. Er führte stets 

konstant aus, dass er sich, nachdem er mit I._____ wegen des Wassers 

Kontakt hatte und mit A._____ und D.C._____ in der Küche sowie bei 

L._____ in der Wohnung gewesen sei, ins Bett gelegt und bäuchlings 

geschlafen habe. Plötzlich sei er durch einen Schlag am Rücken im Bereich 

des rechten Schulterblatts erwacht. Er habe nicht gesehen, wer den ersten 

Schlag ausgeführt habe. Er habe sich dann aufgesetzt und gedreht bzw. 

 - 13 - 

 

 

sei aufgestanden und sei von J._____ mit einem viereckigen, hellen 

Holzstück, das wie ein Tischbein ausgesehen habe und ca. einen Meter 

lang gewesen sei, am Kopf geschlagen worden. Dieses Teil sei später im 

Gang am Boden gefunden worden. Aufgrund der Positionen nehme er an, 

dass er von J._____ geschlagen worden sei. Danach sei er von F._____ 

im Gesicht geschnitten worden, wobei er kein Messer gesehen habe bzw. 

ihm unklar sei, womit er geschnitten worden sei, jedoch sei er nicht ins 

Gesicht geschlagen worden. Er habe nicht gesehen, ob F._____ etwas in 

der Hand gehabt habe. Er habe versucht, sich mit den Händen und Armen 

zu schützen. Im Zimmer seien F._____, J._____ und vom Bett aus gesehen 

links H._____ gewesen, wobei Letzterer ihn nicht geschlagen habe; im 

Gang oder in der Tür seien noch mehr Leute gewesen, er habe aber nicht 

gesehen, wer dies gewesen sei. Die Leute seien dann aus dem Zimmer 

gegangen. Er wisse nicht, was sonst noch passiert sei, er sei im Zimmer 

geblieben und habe die anderen Schläge nicht gesehen. Erst als die Polizei 

gekommen sei, habe er D.C._____ neben der Tür und A._____ weiter 

hinten im Gang gesehen. Er habe sich auf den Bettrand gesetzt und das 

Blut sei ihm runtergetropft (UA act. 1701 ff.; 1717 ff., 1837 ff., Protokoll HV 

S. 47 ff., Protokoll Berufungsverhandlung S. 8 ff.). Dass er kein Messer 

gesehen hat, erweckt keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen. Es wäre ein leichtes gewesen, zu behaupten, er habe ein 

Messer in der Hand von F._____ gesehen. Vielmehr spricht diese Lücke 

für die Glaubhaftigkeit seiner Aussage. B._____ wurde gemäss den 

Ausführungen der Polizei nicht in seinem Zimmer, sondern im Gang 

aufgefunden. Entgegen der Vorinstanz ist jedoch nicht davon auszugehen, 

dass dies gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht, weil er 

angegeben hatte, das Zimmer nicht verlassen zu haben (UA act. 1702). Es 

ist nachvollziehbar, dass man der Polizei entgegeneilt, wenn dies noch 

möglich ist, zudem hat man die Polizei beim Eintreffen gut gehört, sie hat 

sich lautstark angekündigt (vgl. UA act. 1449). Er hatte gemäss seinen 

glaubhaften Aussagen nicht mit einem Angriff gerechnet, andernfalls hätte 

er ohne Weiteres die Zimmertüre abschliessen können. Insgesamt sind 

seine Aussagen schlüssig, konstant und glaubhaft. Zudem decken sich 

seine Aussagen mit den in seinem Zimmer dokumentierten Blutspuren (UA 

act. 1195 ff.) und dem vom AC._____ festgestellten und dokumentierten 

Verletzungen (UA act. 1354 ff.). Auch die Blutspuren an der Hose von 

H._____ sind mit seinen Schilderungen kompatibel, da dieser sich beim 

Vorfall im Zimmer befunden habe. F._____ wird gestützt darauf der 

versuchten schweren Körperverletzung sowie des Angriffs mit einer 

weiteren Person – mutmasslich J._____ – auf B._____ schuldig 

gesprochen.   

 - 14 - 

 

 

Betreffend H._____ gab B._____ klar an, dass dieser zwar im Zimmer 

gestanden sei, ihn aber nicht geschlagen habe. Er hat auch keine 

andersartigen Tathandlungen geschildert (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 8 und 12). Auf diese Aussagen ist abzustellen. Eine 

(versuchte) schwere Körperverletzung gemäss Anklageziffern 2 und 3.1 

entfällt damit, da keine Tathandlungen ersichtlich sind. Ebenfalls ist kein 

mittäterschaftliches Handeln bzw. eine Beteiligung des Beschuldigten zu 

erkennen. Der Beschuldigte ist von diesem Vorwurf freizusprechen, die 

Berufung der Staatsanwaltschaft ist diesbezüglich abzuweisen. 

 

Weiter kann sich der Beschuldigte ohne eine Tathandlung bzw. eine 

Beteiligung auch nicht am Angriff von F._____ und der weiteren Person auf 

B._____ beteiligt haben. Insbesondere ist entgegen dem angeklagten 

Sachverhalt nicht erstellt, dass H._____ B._____ den Ausweg aus dem 

Zimmer versperrt hat und sich so am Angriff beteiligt haben könnte. Es ist 

davon auszugehen, dass B._____ geschildert hätte, wenn er von H._____ 

an einer Flucht gehindert worden wäre. Stattdessen hatte er keine Zeit zu 

flüchten, da der Angriff durch F._____ und die zweite Person ihn im Schlaf 

überraschte und sehr schnell erfolgte. 

 

Der Beschuldigte bestritt – wie auch die übrigen Beschuldigten – konstant, 

sich im Zimmer von B._____ aufgehalten zu haben und einen Beitrag zum 

Angriff bzw. der (versuchten) schweren Körperverletzung geleistet zu 

haben. Eine eigentliche Tathandlung zum Nachteil von B._____ oder ein 

Hindern am Betreten des Zimmers durch ihn wurde auch von keinem der 

weiteren Privatkläger geltend gemacht. Die Zeugen L._____ und M._____ 

konnten zu diesem Tatgeschehen keine Aussagen machen. 

 

Die Tatsache, dass an der Hose von H._____ Blutanhaftungen von 

B._____ gefunden worden sind (UA act. 1272 f.), belegt einzig, dass er sich 

bei den Verletzungshandlungen zum Nachteil von B._____ am Tatort 

befunden hat. Da es sich um Anhaftungen handelt können diese auch nach 

den eigentlichen Handlungen an seine Hose gelangt sein. B._____ hat 

relativ viel Blut verloren, der Beschuldigte kann auch durch einen der 

Angreifer bzw. dessen Schlag- oder Schnittgegenstand mit dem Blut in 

Kontakt gekommen sein. Die genaue Entstehungsgeschichte dieser 

Blutspur kann jedoch gestützt auf die Aussagen von B._____ offenbleiben. 

 

Nichts Anderes ergibt sich aus den übrigen Beweismitteln. Namentlich 

wurden am Tatabend zwischen I._____ und H._____ und seinen Begleitern 

Sprachnachrichten ausgetauscht (ST.2021.47 act. 90 ff./ST.2021.49 

act. 24f ff.; vgl. die weiteren Übersetzungen in UA act. 1533 ff. sowie 1537 

ff.). Zwar ist aus den Sprachnachrichten – insbesondere der Nachricht einer 

unbekannten Person «Ja, wir gehen jetzt und ich schlage ihn dir, bis ihn 

der Teufel holt. Ich bringe ihn dir nach Hause» auf eine aggressive 

Stimmung sowie die Tatsache, dass B._____ zumindest von einigen der 

 - 15 - 

 

 

Beschuldigten geschlagen werden sollte, zu schliessen. Die Auswertung 

der Sprachnachrichten hat ergeben, dass diese Aussage – entgegen der 

Anklage – nicht von H._____, sondern einem anderen Insassen des Autos 

stammt, was von der Übersetzerin O._____ bestätigt wurde. Stattdessen 

hatte H._____ I._____ auf den Sprachnachrichten beruhigt («Ja, I._____, 

sei beruhigt, denn wir wissen wie… wie wir ihn nehmen sollen… sei 

beruhigt… wir sind nicht solche, welche springen und ihn umbringen und 

nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht…»). Die Sprachnachrichten 

belegen damit keinen Tatbeitrag von H._____. Im Übrigen lässt sich auch 

nicht erstellen, dass die genannte Aussage die Bestätigung eines 

entsprechend formulierten Auftrags des Beschuldigten I._____ oder die 

spontane Eingebung des Sprechenden war. 

 

Zusammengefasst kann keinerlei Beteiligung des Beschuldigten am Angriff 

auf B._____ erkannt werden, stattdessen ist davon auszugehen, dass er 

nicht ins Geschehen eingegriffen hat. Damit ist er vom Vorwurf des Angriffs 

auf B._____ freizusprechen und die Berufung der Staatsanwaltschaft und 

von B._____ sind diesbezüglich abzuweisen. 

 

2.6. 

2.6.1. 

Hinsichtlich der Privatkläger A._____, D.C._____, C.C._____ und 

E.C._____ lässt sich der angeklagte Sachverhalt aufgrund der völlig 

divergierenden Aussagen der Beteiligten nicht vollständig erstellen. Zu den 

Aussagen kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die Gruppe 

der Beschuldigten sowie diejenige der Privatkläger sehr unterschiedliche 

Aussagen zum Tathergang gemacht haben, innerhalb der Gruppe der 

Beschuldigten bzw. der Privatkläger sind die Aussagen jeweils relativ 

ähnlich. Die Gruppe der Mitbeschuldigten gibt grob zusammengefasst an, 

sie seien nach dem Anruf von I._____ zu dritt nach Gemeinde W._____ 

gefahren, um aufgrund des Wassers nach dem Rechten zu sehen. In der 

Gemeinschaftsküche hätten sie B._____, A._____ und D.C._____ 

(Angaben hierzu nicht konstant) angetroffen und es hätte eine kurze 

Diskussion gegeben. D.C._____ sei nach wenigen Augenblicken 

rausgegangen und habe im oberen Stock seine beiden Brüder C.C._____ 

und E.C._____ geholt. Die Brüder hätten sich bewaffnet, wobei 

überwiegend angegeben worden ist, dass E.C._____ ein oder mehrere 

Messer, C.C._____ einen Stuhl und D.C._____ ein Holzstück, das einem 

Tischbein gleiche, in den Händen gehabt hätten. Die Privatkläger seien 

sodann sofort auf die Beschuldigten losgegangen. In der Folge habe es 

eine Schlägerei gegeben, wobei sich die Beschuldigten lediglich gewehrt 

hätten. Einzig H._____ gab an, auch mit einem Bein eines zerbrochenen 

Stuhls zurückgeschlagen zu haben, die anderen wollen sich mit leeren 

Händen gewehrt haben, bis sie alle geflüchtet seien. 

 

 - 16 - 

 

 

Die Privatkläger gaben demgegenüber grob zusammengefasst an, dass 

sich B._____ nach seiner Kontaktaufnahme mit I._____ bereits ins Bett 

gelegt habe; A._____ und D.C._____ seien noch in der Küche gewesen. 

Es seien sodann 4-8 Personen (mehrheitlich wurden mindestens 6 

Personen genannt) in die Küche gekommen und hätten nach B._____ 

gefragt, dabei hätten sämtliche Personen ein längliches Stück Holz, ähnlich 

einem Tischbein in der Hand gehabt. Sie seien dann zum Zimmer von 

B._____ und hätten auf den schlafenden B._____ mit den Holzstücken 

eingeschlagen und ihn im Gesicht geschnitten. In der Folge seien zuerst 

A._____ und dann D.C._____ zur Hilfe geeilt und seien ebenfalls mit den 

Holzstücken geschlagen worden und zu Boden gegangen. Durch den Lärm 

seien E.C._____ und C.C._____ von oben herabgeeilt und seien ebenfalls 

von den Beschuldigten geschlagen worden, wobei sie unbewaffnet 

gewesen seien. 

 

Es ist zu beachten, dass beiden Gruppen eine gewisse Absprache der 

Aussagen möglich gewesen ist. Die Beschuldigten sind nach dem Vorfall 

gemeinsam vom Tatort weggefahren und waren über eine Stunde unter-

wegs, bevor sie sich bei der Polizei gemeldet haben und schliesslich an 

den Tatort zurückgekehrt sind. Auch die Privatkläger können sich entweder 

noch am Tatort oder im Spital teilweise abgesprochen haben, auch wenn 

sie hierfür nicht allzu viel Zeit gehabt haben dürften. Sie haben bereits bei 

den rechtsmedizinischen Untersuchungen erste Angaben zum Tatablauf 

und der Herkunft der festgestellten Verletzungen gemacht, ihre dortigen 

Aussagen deckten sich im Wesentlichen mit den Angaben, die sie einen 

Tag später bei der Polizei gemacht haben. In den Aussagen beider 

Gruppen ist zudem eine Beschönigungstendenz zu erkennen, so gaben 

alle Privatkläger an, dass sie sich nicht hätten wehren können, jedoch 

haben auch die Beschuldigten diverse Verletzungen davongetragen, 

welche eine Abwehr bzw. Gegenwehr von zumindest einigen Privatklägern 

bezeugen. Zudem haben die Privatkläger teilweise Gegenstände als 

Waffen eingesetzt. Auch die Beschuldigten machten allesamt sehr wenige 

und bagatellisierende Aussagen zum Verlauf der Schlägerei und ganz 

besonders zu eigenen Tathandlungen, was im Widerspruch zu den 

Verletzungen der Privatkläger steht. Insgesamt kann den Aussagen keiner 

der beiden Gruppen eine überwiegende Glaubhaftigkeit zugeschrieben 

werden. Erstellen lässt sich jedoch ohne Weiteres, dass es zu einer 

wechselseitigen gegenseitigen Auseinandersetzung zwischen den 

Beschuldigten F._____, H._____ und G._____ sowie den Privatklägern 

A._____, D.C._____, C.C._____ und E.C._____ gekommen ist.  

 

2.6.2. 

Dass es zwischen den genannten Personen zu einer physischen 

Auseinandersetzung gekommen ist, wird insbesondere durch die auf den 

sichergestellten Kleidungsstücken der Beschuldigten gefundenen Blut-

spuren belegt (UA act. 1269 ff. und 1275 ff., vgl. UA act. 1168 ff.). Auf dem 

 - 17 - 

 

 

T-Shirt von F._____ wurde Blut von D.C._____ und E.C._____ gefunden, 

auf seiner Jeanshose Blut von A._____, an seiner Jacke Blut von 

D.C._____ und an seinem Schuh Blut von C.C._____ (jeweils 

Blutanhaftungen, nicht -spritzer, UA act. 1270 ff.). An der Hose von 

H._____ wurde Blut von B._____, an seiner Jacke Blut von D.C._____ und 

an seinem Schuh Blut von C.C._____ gefunden (Blutanhaftungen bei Hose 

und Jacke, Blutspritzer beim Schuh, UA act. 1272 f.). Am Schuh von 

G._____ wurde Blut von E.C._____ gefunden (Blutspritzer, UA 

act. 1273 f.). Es sind somit Blutspuren sämtlicher Geschädigter gefunden 

worden. Insbesondere Blutspritzer können nur in einem dynamischen 

Geschehen entstehen. Sie belegen also, dass die Personen in der 

unmittelbaren Nähe standen, als die genannten Personen verletzt worden 

sind. Auch die Blutanhaftungen können nur an die Kleidung der 

Beschuldigten gelangt sein, wenn bei ihrer Anwesenheit in Gemeinde 

W._____ bereits Blut am Tatort vorhanden war. Die Beschuldigten müssen 

gestützt auf diese Blutspuren somit anwesend gewesen sein, als – 

zumindest erste – blutenden Verletzungen der Privatkläger entstanden 

sind, sie sind somit ein starkes Indiz für Verletzungen durch die 

Beschuldigten. Die Kleidungsstücke der Privatkläger wurden nicht auf 

Blutspuren untersucht, dies erweist sich in Anbetracht des Beweis-

ergebnisses im Übrigen als nicht notwendig, womit die entsprechenden 

Beweisanträge von G._____ und des Beschuldigten abzuweisen sind (Art. 

139 Abs. 2 StPO).  

 

Bereits die an der Kleidung gefundenen Blutspuren machen deutlich, dass 

es sich bei den Ausführungen der Beschuldigten, dass die Privatkläger 

noch eine weitere Schlägerei untereinander oder mit Drittpersonen gehabt 

haben könnten, um eine Schutzbehauptung handelt. Dass es, nachdem es 

zu einer Auseinandersetzung mit blutenden Verletzungen zwischen den 

Beschuldigten und den Privatklägern gekommen ist, noch zu einer anderen 

Schlägerei mit weiteren Beteiligten gekommen sein soll, ist lebensfremd. 

Dies wird auch durch die zeitlichen Verhältnisse widerlegt. Die Meldung des 

Schadens wurde gemäss I._____ um 19:07 Uhr von B._____ gemacht, um 

19:08 Uhr von L._____, um 19:35 Uhr hatte I._____ Kontakt zum Sanitär 

«K._____». Erst um 19:40 Uhr (vgl. ST.2021.47 GA act. 182) wurde 

H._____ erstmals aufgefordert, nach Gemeinde W._____ zu fahren. Von 

Gemeinde X._____ aus, wo die Beschuldigten gemäss ihren Aussagen 

unterwegs waren, benötigten sie rund 45 Minuten, um nach Gemeinde 

W._____ zu fahren. Es ist somit davon auszugehen, dass die 

Beschuldigten die Liegenschaft nicht vor 20:30 Uhr betreten haben, 

gemäss den Sprachnachrichten war es noch später, nämlich gegen 20:39 

Uhr. Um 20:57 / 20:58 Uhr benachrichtigten sodann zwei Nachbarn jeweils 

unabhängig den Notruf (vgl. UA act. 1449), am 21:01 Uhr D.C._____. 

Gemäss Polizeirapport traf die erste Patrouille um 21:05 Uhr am Tatort ein 

(UA act. 1102), wobei die Beschuldigten nicht mehr dort waren. Es ist nicht 

 - 18 - 

 

 

denkbar, dass in dieser kurzen Zeit noch eine weitere Schlägerei statt-

gefunden hat. So hat die Zeugin M._____, welche als Nachbarin die Polizei 

angerufen hat, an der Berufungsverhandlung auch ausgesagt, dass es eine 

ganze Weile lang laut gewesen sei und dann die Polizei gekommen sei 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 5 f.). Ansonsten konnte M._____ keine 

relevanten Angaben zum Vorfall machen, da sie diesen nicht gesehen hat. 

 

Der Beschuldigte schilderte die Geschehnisse so, dass es katastrophal 

ausgeartet sei, es habe eine etwa fünfminütige Schlägerei gegeben. Er 

habe sich nur verteidigen wollen, um sein Leben zu schützen. Es sei mit 

Stühlen und Stöcken auf sie eingeschlagen worden, er könne nicht sagen 

von wem er geschlagen worden sei, da es eine Schocksituation gewesen 

sei. Sie selbst hätten keine gefährlichen Gegenstände dabeigehabt (UA 

act. 1578 ff.). Er selbst habe sich mit den Armen über dem Körper geschützt 

und habe dann ein Stuhlbein genommen (UA act. 620 f.). Anlässlich der 

Schlusseinvernahme ergänzte er, dass er zu Boden gefallen sei. Jemand, 

eventuell D.C._____, habe ihn mit der Stange vom Stuhl schlagen wollen, 

er sei am Boden über ihm gewesen und sei mit 90 kg schwerer als er selbst 

mit 68 kg gewesen. Diese Stange habe er dann von der Person gegriffen 

und habe damit geschlagen bzw. habe er ein Stuhlbein vom Boden 

genommen (UA act. 1647 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung gab er 

schliesslich an, er habe auch geschlagen, aber nur D.C._____, er habe ihn 

höchstens an den Händen getroffen (Protokoll HV S. 67 ff.). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung bestätigte er, dass er sich gewehrt habe, 

verweigerte jedoch weitestgehend die Aussage (Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 38). Seine Aussage, ein Holzstück in der Hand gehalten zu 

haben, deckt sich grundsätzlich mit der Verletzung an seinem Handteller. 

Entsprechend diesen Ausführungen des Beschuldigten sowie den 

Blutspuren auf seiner Kleidung kann ohne Weiteres als erstellt gelten, dass 

der Beschuldigte sich an der Auseinandersetzung – unabhängig davon von 

wem diese ausgegangen ist – beteiligt hat und auch mit einem Holzstück 

zugeschlagen hat. Hingegen kann gestützt auf die Aussagen nicht 

zugeordnet werden, welche Verletzungen er verursacht oder wie genau 

und wohin er wen geschlagen hat. 

 

Kein stichhaltiges Argument für den angeklagten Sachverhalt ist, dass die 

Gruppe der Privatkläger in der Auseinandersetzung wesentlich stärker 

verletzt worden ist. Die Beschuldigten haben – bis auf die Stichverletzung 

an der Hand des Beschuldigten – insgesamt eher unspezifische und leichte 

Verletzungen davongetragen (vgl. UA 1304 f., 1322 f., 1341 f.), wovon 

einige möglicherweise durch Abwehrhandlungen, jedoch auch durch selbst 

ausgeführte Schläge entstanden seien könnten. Hierfür kann es zahlreiche 

Gründe geben. So waren die Privatkläger teilweise in einem stark 

alkoholisierten Zustand (B._____: 2.06‰, UA act. 1364). Zudem haben die 

Beschuldigten relativ dicke Jacken getragen, was einen gewissen 

abdämpfenden Einfluss gehabt haben dürfte (Fotos UA act. 1710-1712 und 

 - 19 - 

 

 

1228, 1251; vgl. UA act. 1324). Dennoch belegen die Verletzungen der 

Privatkläger in Verbindung mit den Blutspuren und den zeitlichen 

Verhältnissen ein aktives Handeln des Beschuldigten, welches seinen 

Aussagen zuwiderläuft. 

 

Nach dem Gesagten kann als erstellt gelten, dass der Beschuldigte sich an 

der körperlichen Auseinandersetzung – unabhängig davon von wem diese 

ausgegangen ist – aktiv durch Schläge auch mit einem Holzstück beteiligt 

hat.  

 

2.6.3. 

Demgegenüber sprechen diverse Beweismittel gegen den Ablauf gemäss 

dem angeklagten Sachverhalt und somit gegen die Annahme eines Angriffs 

der Beschuldigten. Gemäss den Aussagen des Zeugen L._____ waren es 

die Privatkläger, die die Auseinandersetzung mit H._____, F._____ und 

G._____ initiiert hätten. Zunächst hätten die drei Letzteren bei ihm geklopft 

und gefragt, wo das Wasser überlaufe. Er habe gesagt, er werde es ihnen 

zeigen, er müsse nur noch die Kappe und den Pullover anziehen, dann sei 

er ihnen in den ersten Stock gefolgt, wobei sie schon vorgegangen bzw. 

hochgerannt seien. Es seien mehrere Leute in der Küche gewesen. Er 

wisse nicht genau wer. Er habe sich im Vorraum befunden, die Tür sei 

etwas angelehnt gewesen. Er habe dann ein mulmiges Gefühl gehabt. Es 

habe eine angespannte Stimmung geherrscht. Sie hätten auf Rumänisch 

gesprochen. Er selbst verstehe diese Sprache nicht. Entsprechend den 

Aussagen der Beschuldigten gab er an, D.C._____, sei dann in den oberen 

Stock gegangen und mit zwei Personen runtergekommen. Einmal gab er 

hierzu an, eine Person habe einen Stuhl und eine zwei Messer gehabt, 

D.C._____ habe nichts in den Händen gehabt. Der mit dem Stuhl habe auf 

ihn losgehen wollen und sei wie ein «Rambo» durch den Raum gegangen 

(UA act. 1866 ff.). In der zweiten Einvernahme gab er an, es seien zwei 

Stühle gebracht worden, D.C._____ habe zwei Messer in den Händen 

gehabt. D.C._____ habe ihn angeschaut, aber sei nicht auf ihn 

losgegangen (Protokoll HV S. 26 ff.). Auch wenn seine Aussagen nicht in 

allen Punkten schlüssig und konstant sind, sind sie doch ein Indiz dafür, 

dass es die Beschuldigten waren, die angegriffen worden sind und dass die 

Brüder C._____ sich mit Gegenständen bewaffnet haben. Dies schrieb er 

im WhatsApp-Chat an I._____ zudem bereits um 21:55 Uhr deckungsgleich 

(SST.2021.221 GA act. 205 «Er ist dan rauf gegangen und sind noch 

andere gekommen mit Stühle und Messer»), was für die Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen zu dieser Frage spricht. Die Frage, ob die Beschuldigten 

bewaffnet waren, verneinte L._____. Zum Tatgeschehen der tätlichen 

Auseinandersetzung machte er keine weiteren Angaben, da er diese nicht 

gesehen habe. Er selbst sei dann runter in seine Wohnung gegangen, da 

er Angst bekommen habe. Es ist zudem nicht klar, ab wann L._____ den 

Vorfall gesehen hat, da er mit einer Verzögerung in das obere Stockwerk 

gekommen ist. Er kann damit auch nicht genau beschreiben, wie sich das 

 - 20 - 

 

 

Zusammentreffen der Beschuldigten und der Geschädigten gestaltet hat. 

Die Beschuldigten befanden sich in der Küche, in die er nicht vollständig 

hineinsah, da er im Flur stehen blieb. L._____ ist zur 

Berufungsverhandlung unentschuldigt nicht erschienen, womit sich das 

Gericht keinen unmittelbaren Eindruck von seinen Aussagen und seinem 

Aussageverhalten machen konnte. Die bisherigen Aussagen sind jedoch 

ausführlich und seine Aussagen sind lediglich eines von mehreren 

relevanten Beweismitteln, weshalb sich eine erneute Vorladung in 

Anbetracht des Auslandaufenthalts erübrigt. Auf seine bisherigen 

Aussagen ist im Wesentlichen abzustellen. Es ist nicht davon auszugehen, 

dass er zugunsten der Beschuldigten falsch ausgesagt hat. Er hat zwar ein 

gewisses persönliches Verhältnis zu I._____ gepflegt (vgl. UA act. 1877, 

Protokoll HV S. 26 und 34 f.), sie kannten sich aus Österreich und ihre 

Familien hätten sich auch schon privat besucht und sie standen am 

Tatabend in einem regen Kontakt per WhatsApp (SST.2021.221 GA act. 

203 ff.). Diese Verbindung hat er jedoch offengelegt. I._____ gab hierzu 

nachvollziehbar an, dass sie sich lediglich oberflächlich kennen würden und 

nicht befreundet seien (Protokoll Berufungsverhandlung S. 46). Zudem ist 

nicht davon auszugehen, dass L._____ nur deshalb als unbeteiligte Person 

unter Strafandrohung ein falsches Zeugnis ablegen würde. 

 

Die Schilderungen von L._____ widersprechen den Ausführungen der 

Privatkläger, sie seien nach und nach von den Beschuldigten mit länglichen 

hellen Holzstücken angegriffen worden, als sie B._____ zur Hilfe geeilt 

seien. Es ist nicht erstellt, dass sich die Beschuldigten mit diesen Teilen 

bewaffnet haben, bevor sie nach Gemeinde W._____ gekommen sind und 

sie diese verwendet haben. Die Kantonspolizei hat die Räumlichkeiten an 

der X-Strasse._____ in Gemeinde W._____ bzw. den Tatort mit 

Fotoaufnahmen dokumentiert (UA act. 1195 ff.). Auf den Fotoaufnahmen 

sind mindestens zwei oder drei längliche, helle Holzstücke ersichtlich, die 

jeweils einem Tischbein gleichen. Es muss jedoch offenbleiben, woher 

diese stammen und wie diese eingesetzt worden sind. Die Beschuldigten 

haben teilweise und nicht konstant angegeben, dass D.C._____ ein 

solches in der Hand gehabt hätte. Die Aussagen der Beteiligten 

widersprechen sich in diesem Punkt somit diametral. Zudem können sich 

diese Holzteile bereits am Tatort befunden haben. Eine Analyse der DNA-

Spuren und Fingerabdrücke auf den Holzstücken, auf denen erhebliche 

Blutspuren sichtbar sind, wäre somit unerlässlich gewesen. Die 

Staatsanwaltschaft hat diese zentrale Untersuchungshandlung versäumt. 

Stattdessen hat I._____ die Holzstücke am Tag nach der Tat 

auftragsgemäss entsorgt (Protokoll Berufungsverhandlung S. 44, UA act. 

2032). 

 

Gegen einen einseitigen Angriff durch die Gruppe der Beschuldigten spricht 

weiter, dass auf den Sprachnachrichten zwischen I._____ und H._____ 

sowie den weiteren Beschuldigten lediglich vom Schlagen einer Person – 

 - 21 - 

 

 

nämlich B._____ – die Rede ist. Es kann somit nicht davon ausgegangen 

werden, dass ein Vorsatz der Beschuldigten bestand, sämtliche in der 

Liegenschaft anwesenden Personen körperlich anzugreifen. Es war im 

Übrigen auch nicht klar, wen sie am Tatort überhaupt antreffen würden, da 

in der Liegenschaft zahlreiche Personen leben, welche sich teilweise 

Gemeinschaftsräume teilen. Im Übrigen ist kein klares Motiv dafür 

ersichtlich, wieso die Gruppe der Beschuldigten die Gruppe der 

Privatkläger hätte angreifen sollen. 

 

Die Beschuldigten haben den Beginn der Auseinandersetzung so 

geschildert, dass sie angegriffen worden seien. Das Hinzukommen der 

Brüder C._____ wurde von ihnen als eigentlicher Beginn der Auseinander-

setzung geschildert. F._____ gab teilweise an, dass er zunächst von 

E.C._____ mit einem Messer angegriffen worden sei, teilweise gab er an, 

zuerst von C.C._____ mit einem Stuhl in die Rippengegend geschlagen 

worden zu sein, wobei dieser zerbrochen sei, wonach der Angriff mit dem 

Messer gefolgt sei. H._____ gab demgegenüber an, dass der 

Messerangriff ihm gegolten habe, F._____ diesen jedoch mit seinem Arm 

abgewehrt habe. G._____ führte aus, dass F._____ – und nicht H._____ – 

mit dem Messer angegriffen worden sei (UA act. 1619 ff., 330 ff., Protokoll 

HV S. 79 ff.). Bei F._____ wurde eine Stich- oder Schnittwunde zwischen 

Ring- und Kleinfinger der linken Hand festgestellt. Dieser sei gemäss 

Gutachten des AC._____ Folge scharfer Gewalt. Er sei durch einen Stich 

oder einen Schnitt erklärbar, passe jedoch grundsätzlich zur Darstellung 

von F._____, wonach er in ein Messer hineingegriffen habe. Dies bestätigt 

seine Aussage eines Stichs gegen seine Hand mit dem Messer. Die 

Widersprüche dazu, wem der Angriff von E.C._____ mit dem Messer 

gegolten habe, sind als nicht entscheidend zu betrachten, da nachvoll-

ziehbar ist, dass man einen Angriff in erster Linie auf sich bezieht. Dass 

sich der Beginn der Auseinandersetzung so abgespielt hat, erscheint damit 

nicht weniger wahrscheinlich, als, dass die Beschuldigten die Privatkläger 

einzeln geschlagen hätten, als diese nach und nach zur Hilfe geeilt seien. 

Die Schilderungen der Privatkläger erscheinen im Übrigen nicht nach-

vollziehbar. Die Brüder C._____ sowie A._____ haben sinngemäss 

angegeben, jeweils von (fast) allen Beschuldigten gleichzeitig angegriffen 

worden zu sein. Dass einer nach dem anderen abwartet und dann 

geschlagen wird, erscheint lebensfremd. Insbesondere waren die 

Privatkläger den Beschuldigten körperlich auch nicht unterlegen, sondern 

es handelt sich – gemäss dem vom Obergericht anlässlich der Berufungs-

verhandlung gewonnenen Eindruck – um Personen mit kräftiger Statur. Die 

räumlichen Verhältnisse im Flur sind eher eng. Es ist damit bereits faktisch 

nicht möglich, dass mehrere Personen gleichzeitig auf eine Person 

einschlagen.  

 

Offenbleiben kann die Frage, ob E.C._____ und C.C._____ von selbst in 

die untere Etage gekommen oder ob sie von D.C._____ geholt worden sind 

 - 22 - 

 

 

und in welchem Moment sie genau dazugekommen sind. Gemäss den 

Aussagen der Beschuldigten und von L._____ begann die Auseinander-

setzung in der Küche, als die drei Brüder von oben nach unten kamen, 

nachdem D.C._____ sie geholt hat. Da sich die Wohnung von E.C._____ 

und C.C._____ ein Stockwerk höher und an der anderen Seite des 

Treppenhauses befindet (siehe Grundrisspläne), ist zumindest fraglich, ob 

sie so schnell gehört haben, dass eine Auseinandersetzung stattfindet, sie 

von selbst nach unten gekommen und sich auch direkt bewaffnet haben. 

H._____ hatte angegeben, dass man von deren Wohnung aus nichts hören 

könne (UA act. 1654). Falls doch Geräusche wahrgenommen worden sein 

sollten, wäre zu erwarten gewesen, dass sie zuerst nachgesehen und sich 

erst dann bewaffnet hätten.  

 

2.6.4. 

Anhand der Fotoaufnahmen ist ersichtlich, dass sich die Auseinander-

setzung im Flur, dem Badezimmer und der Küche im ersten Obergeschoss 

abgespielt hat. Auf den Fotoaufnahmen sind neben anderen Gegen-

ständen zahlreiche dunkel umrandete Holzstücke bzw. Splitter zu 

erkennen, welche insgesamt einen Stuhl ergeben dürften, da die Einzelteile 

erkennbar sind. Nachdem auch solche Stuhlteile, welche zum Schlagen 

nicht geeignet erscheinen, wie die Sitzfläche, sowie kleine Splitter vor Ort 

aufgefunden worden sind, scheint dieser auch erst dort zertrümmert 

worden zu sein. Gemäss den Aussagen von L._____ waren die 

Beschuldigten unbewaffnet. Es wäre auch nicht nachvollziehbar, dass sie 

einen oder mehrere Stühle an den Tatort mitbringen sollten. Vielmehr ist 

davon auszugehen, dass der Stuhl von den Privatklägern gebracht worden 

ist. Dasselbe gilt für die gefundenen zwei Messer. Es wurden zwei Messer 

(bzw. drei Teile davon) aufgefunden und sichergestellt. Deren Auswertung 

liegt in Form eines Spurensicherungsberichts vor (UA act. 1168 ff.). Ab der 

Messerklinge von Spur 8 wurde ein DNA-Mischprofil von mindestens vier 

Spurengebern erstellt, welche mit den DNA-Merkmalen von B._____ und 

C.C._____ erklärt werden konnten (UA act. 1193). Ab dem Messergriff 

(Spur 8) konnte ein Mischprofil von mindestens vier Spurengebern erstellt 

werden, wobei das Hauptprofil mit dem DNA-Profil von E.C._____ 

übereinstimme (UA act. 1193 f.). Beim anderen Messer ist die Klinge ca. in 

der Mitte abgebrochen. Auf der abgebrochenen Messerklinge bzw. der 

Messerspitze (Spur 5) wurde DNA von mindestens drei Spurengebern 

gefunden, welche jedoch keinem der Beteiligten zugeordnet werden konnte 

(UA act. 1190). Am dazugehörigen Griff des Messers inkl. des hinteren 

Teils der Klinge wurde an der Messerklinge (ohne Spitze) (Spur 4) 

ebenfalls DNA von mindestens drei Spurengebern gefunden, wobei die 

Spur F._____ zugeordnet werden konnte (UA act. 1191). Auf dem 

eigentlichen Messergriff (Spur 4) konnte ein DNA-Mischprofil von 

mindestens drei Spurengebern gefunden werden, wobei diese mit dem 

DNA-Profil von E.C._____ und C.C._____ erklärbar seien (UA act. 1192). 

Dass dies der Fall sei, weil C.C._____ und E.C._____ ab und zu bei 

 - 23 - 

 

 

B._____ essen würden (Protokoll Berufungsverhandlung S. 17 und 30), ist 

nicht plausibel. Sämtliche Privatkläger bestritten, dass E.C._____ oder 

C.C._____ Stühle und Messer an den Tatort gebracht hätten. Bezüglich der 

Messer ist auffallend, dass die Privatkläger (bis auf D.C._____) keine 

solchen gesehen haben wollen. Sie lieferten keine Erklärung, wie diese 

Gegenstände anderweitig an den Tatort gekommen seien könnten. Dem 

angeklagten Sachverhalt entsprechend geht das Obergericht gestützt auf 

die gefundenen Gegenstände davon aus, dass die Privatkläger zwei 

Messer und einen Stuhl an den Tatort gebracht, sich damit aktiv an der 

Auseinandersetzung beteiligt und sich nicht lediglich gewehrt haben. 

Hingegen lässt sich nicht erstellen, wie diese Gegenstände genau 

eingesetzt worden sind, da sich die Aussagen der Beschuldigten und der 

Privatkläger hierzu diametral widersprechen. 

 

2.6.5. 

Zusammengefasst ist es vorliegend nicht möglich, die genauen Handl-

ungen der Beschuldigten oder der Privatkläger zu ermitteln bzw. den 

genauen Ablauf der Auseinandersetzung beweismässig zu rekonstruieren. 

Damit ist nicht erstellt, dass der Beschuldigte oder die Mitbeschuldigten 

einen oder mehrere Privatkläger einseitig angegriffen haben. Weiter ist 

nicht klar, welche Verletzungen der Beschuldigte durch welche Handlungen 

verursacht hat. Offenbleiben muss auch, in welchem zeitlichen Verhältnis 

die Auseinandersetzung zwischen den restlichen Beteiligten zum Angriff 

zum Nachteil von B._____ stand. Damit entfallen Schuldsprüche des 

Angriffs sowie der jeweils versuchten schweren Körperverletzung. In Frage 

kommt jedoch die Würdigung des angeklagten Sachverhalts hinsichtlich 

der Privatkläger A._____, D.C._____, C.C._____ und E.C._____ als 

Raufhandel.  

 

Mit der Verfügung vom 7. Juni 2023 hat sich das Obergericht vorbehalten, 

den als Angriff angeklagten Sachverhalt auch als Raufhandel zu würdigen. 

Der Beschuldigte lässt hierzu sinngemäss vorbringen, dass das Gericht an 

den angeklagten Sachverhalt gebunden sei. Weiter lasse der vorliegend 

angeklagte Sachverhalt für einen Schuldspruch des Raufhandels das 

Erfordernis der Wechselseitigkeit der Auseinandersetzung betreffend 

A._____ und D.C._____ (und auch B._____) vermissen (Plädoyer 

Berufungsverhandlung S. 11 f.). In der Tat ist das Hauptabgrenzungs-

kriterium der Tatbestandsvoraussetzungen des Raufhandels (Art. 133 

StGB) und des Angriffs (Art. 134 StGB) die Wechselseitigkeit bzw. 

Einseitigkeit. Vorliegend sind im angeklagten Sachverhalt die notwendigen 

Elemente für den Tatbestand des Raufhandels jedoch enthalten. 

 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und 325 StPO; Art. 

29 Abs. 2 sowie Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). 

Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in 

 - 24 - 

 

 

ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in 

objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich 

bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der 

beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Informationsfunktion). Solange klar ist, welcher Sachverhalt der 

beschuldigten Person vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und 

unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch 

kommen darf. Die nähere Begründung der Anklage erfolgt an Schranken; 

es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen. 

Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber 

an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden (Art. 350 Abs. 

1 StPO; BGE 149 IV 128 E. 1.2 je mit Hinweisen). Der Anklagegrundsatz 

ist verletzt, wenn die beschuldigte Person für Taten verurteilt wird, 

bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen Anforderungen nicht 

genügt, bzw. wenn das Gericht mit seinem Schuldspruch über den 

angeklagten Sachverhalt hinausgeht (Urteil B_1262/2021 23. März 2022 E. 

3.1 mit Hinweisen).  

 

Zwar wird ein Aktives zur Wehr setzten der Privatkläger A._____ und 

D.C._____ im angeklagten Sachverhalt nicht geschildert, jedoch ein 

solches von C.C._____ und E.C._____. Es ist beim die Privatkläger 

A._____, D.C._____, C.C._____ und E.C._____ betreffenden Sachverhalt 

von einem einheitlichen ganzen Tatgeschehen auszugehen. Es hat damit 

eine ganzheitliche Würdigung stattzufinden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_745/2017 vom 12. März 2018 E. 2.2). Es sind somit die Ziffern 1.2, 1.3, 

3. und 4 der Anklage gemeinsam zu betrachten. Beim Entscheid über die 

einheitliche Betrachtung handelt es sich um eine Rechtsfrage, deren 

Beurteilung in der Zuständigkeit des Gerichts liegt (Art. 350 Abs. 1 StPO). 

Es ist auch nicht erkennbar, dass, respektive weshalb es dem 

Beschuldigten unmöglich gewesen sein soll, sich gegen die ihm 

vorgeworfenen Anschuldigungen angemessen zu verteidigen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1163/2020 vom 25. Februar 2021 E. 1.3). Der 

Anklagegrundsatz verfolgt im Übrigen keinen Selbstzweck, sondern dient 

der Sicherstellung einer wirksamen Verteidigung (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2 [nicht publ. in BGE 

141 IV 437]), die vorliegend gewährleistet war.  

 - 25 - 

 

 

In der Gesamtbetrachtung enthält der Sachverhalt ohne Weiteres auch das 

Erfordernis der Wechselseitigkeit der tätlichen Handlungen, nämlich durch 

die aktiven Handlungen von C.C._____ und E.C._____. Eine Verletzung 

des Anklagegrundsatzes ist damit bei einem Schuldspruch des Rauf-

handels nicht ersichtlich. 

 

2.6.6. 

Es ist erstellt, dass es zu einer gegenseitigen, wechselseitigen 

Auseinandersetzung gekommen ist, bei der der Beschuldigte aktiv 

mitgewirkt hat, indem er die Privatkläger (teilweise) mit einem Holzstück 

geschlagen hat. Welche Verletzungen er dabei verursacht hat, ist nicht 

erstellt, was jedoch für den Tatbestand des Raufhandels gerade nicht 

entscheidend ist. Es ist erstellt, dass er – sowie auch G._____ und F._____ 

– mit seinem Verhalten die Auseinandersetzung gefördert hat. Die 

Privatkläger haben an dieser tatkräftig mitgewirkt und nicht nur einen 

Angriff abgewehrt, dies gilt insbesondere für E.C._____ und C.C._____. 

Zudem hat der Beschuldigte den Entschluss gefasst bzw. in Kauf 

genommen, an einer tätlichen Auseinandersetzung mit mehr als zwei 

Personen teilzunehmen. 

 

Die Privatkläger und die Beschuldigten wurden unmittelbar nach der 

Auseinandersetzung durch med. pract. P._____ vom AC._____ im 

Spital._____ untersucht und ihre Verletzungen wurden in den jeweiligen 

Gutachten vom 12. März 2021 dokumentiert. Die Verletzungen der 

Privatkläger gemäss Anklage können gestützt auf die Gutachten des 

AC._____ damit als erstellt gelten (A._____ UA act. 1370 ff.; C.C._____ 

UA act. 1390 ff.; D.C._____ UA act. 1428 ff. E.C._____ UA act. 1411), da 

diese an sich nicht bestritten worden sind. Diese sind beim Raufhandel 

entstanden. Bei den Verletzungen handelt es sich zweifelsohne um eine 

Schädigung des Körpers im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.  

 

Entsprechend ist der Beschuldigte des Raufhandels gemäss Art. 133 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und die Berufungen der Staats-

anwaltschaft sowie von A._____, D.C._____, E.C._____ bzw. C.C._____ 

sind diesbezüglich teilweise gutzuheissen. Aus der Tatsache, dass 

A._____, D.C._____, E.C._____ und C.C._____ nicht des Raufhandels 

angeklagt worden sind, kann der Beschuldigte im Übrigen nichts zu seinen 

Gunsten ableiten. 

 

3.  

3.1. 

Der Beschuldigte hat sich des Raufhandels schuldig gemacht und ist hierfür 

angemessen zu bestrafen. 

 

 - 26 - 

 

 

3.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden.  

 

3.3. 

Ausgangspunkt für die Bestimmung des Verschuldens ist die Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 

StGB).  

 

Der Tatbestand des Raufhandels schützt in erster Linie das öffentliche 

Interesse, Schlägereien zu verhindern, und in zweiter Linie das 

Individualinteresse der Opfer von Schlägereien (BGE 141 IV 454 E. 2.3.2; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1326/2018 vom 16. Oktober 2019 E. 2.3.2). 

Da es sich bei Art. 133 um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt und 

die Körperverletzungs- oder Todesfolge blosse Strafbarkeitsbedingung ist, 

die nicht dem Handeln eines einzelnen Täters zugerechnet werden kann, 

ist die Schwere der Verletzung bei der Strafzumessung nicht zu 

berücksichtigen. Die konkrete Tathandlung des Täters – also in welcher 

Weise er sich am Raufhandel beteiligt – ist allerdings für die 

Strafzumessung relevant (EGE, in: Annotierter Kommentar StGB, 2020, N. 

11 zu Art. 133 StGB mit Hinweisen). 

 

Der Beschuldigte, G._____ und F._____, sowie A._____, D.C._____, 

C.C._____ und E.C._____ waren an einer wechselseitigen körperlichen 

Auseinandersetzung beteiligt, wobei die genauen Tathandlungen nicht 

erstellt werden können. Bekannt ist für den Beschuldigten, dass er hierbei 

auch mit einem Holzstück geschlagen hat, über seine Rolle innerhalb des 

Tatgeschehens kann jedoch nichts Weiteres gesagt werden, was sich 

neutral auswirkt. Das Tatgeschehen war dynamisch und damit 

unberechenbar. Es haben sich zahlreiche Personen am Raufhandel 

beteiligt und dieser war nicht nur von kurzer Dauer, sondern dauerte einige 

Minuten an. Zudem sind Gegenstände zum Schlagen und Messer zum 

Einsatz gekommen und herumgeflogen. Unbestrittenermassen haben sich 

beim Raufhandel beide Seiten nicht unerheblich verletzt. Unter 

Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom Tatbestand des 

Raufhandels erfassten Schlägereien ist von einer nicht mehr leichten bis 

mittelschweren abstrakten Gefährdung auszugehen.  

 

Der Vorfall wurde aufgrund von Beschwerden über einen Wasserschaden 

ausgelöst. Zwar war der Beschuldigte als Hilfshauswart in der Liegenschaft 

angestellt und wurde von I._____ beauftragt, nach dem Rechten zu sehen. 

Die tatsächlichen Beweggründe des Beschuldigten hinsichtlich seiner 

Beteiligung am Raufhandel sind jedoch im Dunkeln geblieben. 

Verschuldenserhöhend ist zu berücksichtigen, dass er über ein sehr hohes 

 - 27 - 

 

 

Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt hat. Je leichter es aber für ihn 

gewesen wäre, sich aus dem Raufhandel rauszuhalten und damit von einer 

von seiner Beteiligung ausgehenden abstrakten Gefährdung der 

geschützten Rechtsgüter abzusehen, desto schwerer wiegt die Entschei-

dung dagegen (BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114; Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). Es ist nicht ersichtlich, dass 

der Beschuldigte unter dem Druck der Mitbeschuldigten oder aus einer 

subjektiv aussichtlos empfundenen Lage heraus gehandelt hätte. Unter 

Berücksichtigung sämtlicher Umstände ist das Verschulden als mittel-

schwer zu bezeichnen und ist die Strafe, unter Berücksichtigung des 

Strafrahmens von Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe, auf 18 

Monate Freiheitsstrafe festzulegen. Eine Geldstrafe fällt bei diesem 

Strafmass ausser Betracht (Art. 34 Abs. 1 StGB). 

 

3.4. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft (aktueller Strafregisterauszug), was allerdings den 

Normalfall darstellt und deshalb neutral zu beurteilen ist (BGE 136 IV 1). 

Der Beschuldigte hat sich in der Strafuntersuchung korrekt verhalten, 

bestritt jedoch im Berufungsverfahren im Wesentlichen weiterhin die 

Vorwürfe, obwohl er immerhin eine Verteidigung mit Schlägen mit einem 

Holzstück einräumte. Es ist sein Recht, die Vorwürfe zu bestreiten (vgl. Art. 

113 Abs. 1 StPO). Eine Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

geständigen, einsichtigen und reuigen Täter möglich ist, ist damit jedoch 

ausgeschlossen. 

 

Weitere Faktoren, welche sich strafmindernd oder straferhöhend auswirken 

könnten, sind nicht ersichtlich. Der Beschuldigte ist 27-jährig. Er ist 

rumänischer Staatsangehöriger und lebt in Rumänien, er hat mit seiner 

Ehefrau einen gemeinsamen dreijährigen Sohn. Der Beschuldigte arbeitet 

auf dem Flohmarkt und verdient gemäss eigenen Angaben zwischen Euro 

500.00-700.00, wovon die Familie lebt. Gemäss eigenen Angaben ist er bei 

guter Gesundheit (Protokoll Berufungsverhandlung S. 37 f.). Relevante, 

sich auf die Strafhöhe auswirkende Täterkomponenten sind dabei nicht 

ersichtlich. Insgesamt erscheint seine Strafempfindlichkeit nicht überdurch-

schnittlich. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts hat wiederholt betont, 

dass eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnlichen 

Umständen zu bejahen ist (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.4 mit Hinweis). Solche liegen 

hier nicht vor.  

 

Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente neutral aus. Zusammenfassend 

erscheint dem Obergericht eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten in 

Anbetracht des mittelschweren Verschuldens und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. 

 

 - 28 - 

 

 

3.5. 

3.5.1. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Der Straf-

aufschub ist die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose 

abgewichen werden darf. Er hat im breiten Mittelfeld der Ungewissheit den 

Vorrang (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). 

 

3.5.2. 

Es bestehen keinerlei Hinweise auf eine ungünstige Legalprognose des 

Beschuldigten. Er ist nicht vorbestraft. Er geht einer Arbeitstätigkeit nach 

und hat keine wesentlichen Schulden. Er ist Vater eines Sohnes und ist mit 

der Kindsmutter verheiratet. Hinweise auf Suchtgefährdungen oder 

ähnliches bestehen nicht. Seine persönlichen Verhältnisse können damit 

als stabil bezeichnet werden. Zudem ist davon auszugehen, dass eine 

bedingte Freiheitsstrafe eine ausreichend abschreckende Wirkung zeigen 

wird. Ihm ist somit der bedingte Strafvollzug zu gewähren. 

 

Die Probezeit ist auf die Minimaldauer von 2 Jahren festzulegen (Art. 44 

Abs. 1 StGB). 

 

3.6. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von insgesamt 427 Tagen 

(9. Februar 2021 bis 11. April 2022) ist dem Beschuldigten auf die 

Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).  

 

4.  

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, ausgehend von den von ihr 

beantragten Schuldsprüchen, es sei gestützt auf Art. 66a StGB eine 

obligatorische Landesverweisung von zehn Jahren auszusprechen.  

 

Der Beschuldigte, der rumänischer Staatsbürger ist, wird vorliegend nur 

wegen Raufhandels gemäss Art. 133 StGB verurteilt. Damit liegt keine 

Katalogtat für eine obligatorische Landesverweisung gemäss Art. 66a 

StGB vor. Von der Anordnung einer Landesverweisung ist deshalb 

abzusehen. 

 

5. 

5.1. 

Das Gericht entscheidet unter anderem dann über die anhängig gemachte 

Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht (Art. 126 

Abs. 1 lit. a StPO). Hingegen wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen, 

wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder 

beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO).  

 - 29 - 

 

 

5.2. 

Sämtliche Privatkläger machen gegenüber dem Beschuldigten Zivil-

forderungen geltend, teilweise als Schadenersatz, teilweise als Genug-

tuung. Hinsichtlich des Privatklägers B._____ wird der Beschuldigte von 

sämtlichen Vorwürfen freigesprochen, womit seine Zivilforderung 

abzuweisen ist, da der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 lit. b 

StPO).  

 

Gegenüber den weiteren Privatklägern A._____, D.C._____, C.C._____ 

und E.C._____ wird der Beschuldigte des Raufhandels schuldig 

gesprochen, da genaue Tatbeiträge und damit eine kausale Verursachung 

eines Schadens durch den Beschuldigten nicht erstellt werden können. Es 

ist völlig unklar, wie sich der Raufhandel abgespielt hat. Damit entfällt auch 

eine Zivilforderung – sowohl eine Schadenersatzforderung als auch eine 

Genugtuungsforderung – von A._____, D.C._____, C.C._____ und 

E.C._____ gegenüber dem Beschuldigten und ihre Forderungen sind auf 

den Zivilweg zu verweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren gegen 

den Beschuldigten und die Mitbeschuldigten G._____, F._____ und 

I._____ belaufen sich auf insgesamt Fr. 15'000.00 (§ 18 VKD), der auf das 

Berufungsverfahren des Beschuldigten entfallende Anteil auf Fr. 4'000.00 

(Art. 418 Abs. 1 StPO). 

 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Vorliegend ist die Berufung der Staatsanwaltschaft teilweise gutzuheissen. 

Der Beschuldigte wird nicht für sämtliche angeklagten Delikte schuldig 

gesprochen, betreffend B._____ wird er freigesprochen und hinsichtlich der 

weiteren Privatkläger lediglich des Raufhandels schuldig gesprochen. Dies 

wirkt sich auf die Höhe der ausgesprochenen Strafe aus, welche lediglich 

1 ½ Jahre Freiheitsstrafe statt der beantragten 5 Jahre beträgt. Auf eine 

Landesverweisung wird verzichtet. Es rechtfertigt sich daher, dem 

Beschuldigten die Verfahrenskosten zur Hälfte aufzuerlegen.  

 

6.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigten somit Anspruch auf die Hälfte 

seiner Aufwendungen im Berufungsverfahren für die angemessene 

Ausübung seiner Verfahrensrechte durch die freigewählte Verteidigerin 

(Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO; § 9 Abs. 1 und 2bis 

AnwT). Diese Entschädigung steht unter dem Vorbehalt der Verrechnung 

 - 30 - 

 

 

mit den vom Beschuldigten zu bezahlenden Verfahrenskosten (Art. 442 

Abs. 4 StPO).  

 

Der in der anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichten Kostennote 

ausgewiesene Aufwand ist an die effektive Dauer der Berufungs-

verhandlung anzupassen. Anwendbar ist ein Stundenansatz von Fr. 220.00 

(§ 9 Abs. 2bis AnwT). Rechtsanwältin Teuta Imeraj gibt an, in der Schweiz 

nicht mehrwertsteuerpflichtig zu sein, da ihre Dienstleistungen als im 

Ausland erbracht gelten würden. Somit ist die Entschädigung ohne 

Mehrwertsteuer auszubezahlen. Die gesamte Entschädigung beläuft sich 

inklusive Auslagen dementsprechend gerundet auf Fr. 11'140.00. Davon 

ist dem Beschuldigten die Hälfte, d.h. Fr. 5'570.00 zuzusprechen. 

 

6.3. 

B._____ sowie A._____ haben für das Berufungsverfahren eine 

Entschädigung von Fr. 5'000.00 für Anwaltskosten ihrer Vertreterin, 

Rechtsanwältin S._____, beantragt (Eingabe vom 30. Juni 2023). Insoweit 

sie und die anderen Privatkläger ausgangsgemäss überhaupt Anspruch 

auf eine Parteientschädigung hätten, wurde diese nicht weiter belegt, womit 

auf diesen Antrag nicht einzutreten ist und keine Parteientschädigung 

zuzusprechen ist (Art. 433 Abs. 2 StPO). 

 

6.4. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die vorinstanzlichen Kostenfolgen (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Der Beschuldigte wird mit dem vorliegenden Urteil für den angeklagten 

Sachverhalt nur zu einem Teil verurteilt. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt 

die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

Wird sie bei mehreren angeklagten Straftaten nur teilweise schuldig 

gesprochen, sind die Verfahrenskosten anteilsmässig aufzuerlegen. Dies 

gilt jedenfalls, soweit sich die verschiedenen Anklagekomplexe klar 

auseinanderhalten lassen. Die anteilsmässig auf die mit einem Freispruch 

endenden Anklagepunkte entfallenden Kosten verbleiben beim Staat. 

Vollumfänglich kostenpflichtig werden kann die beschuldigte Person bei 

einem teilweisen Schuldspruch nur, wenn die ihr zur Last gelegten 

Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle 

Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes notwendig 

waren (Urteil des Bundesgerichts 6B_993/2016 vom 24. April 2017 E. 5.3; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_904/2015 vom 27. Mai 2016 E. 7.4 f.). 

Vorliegend wird der Beschuldigte betreffend B._____ freigesprochen sowie 

betreffend A._____, D.C._____, C.C._____ und E.C._____ des 

Raufhandels schuldig gesprochen. Da es sich bei den Vorwürfen 

grundsätzlich um einen einheitlichen Sachverhalt gehandelt hat, bzw. die 

Delikte zum Nachteil von B._____ und den weiteren Privatklägern in einem 

sehr engen zeitlichen, örtlichen und sachlichen Zusammenhang 

 - 31 - 

 

 

zueinander standen, waren die Untersuchungshandlungen mithin für alle 

Vorwürfe notwendig und eine Aufteilung dieser Kosten rechtfertigt sich 

nicht. Damit sind dem Beschuldigten die auf ihn entfallenden 

vorinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 13'783.50 (inkl. Anklagegebühr 

von Fr. 1'900.00, exkl. Dolmetscherkosten) vollumfänglich aufzuerlegen.  

 

6.5. 

Die Höhe der dem ehemaligen amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Peter 

Fäs, für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Entschädigung ist 

mit Berufung nicht angefochten worden, weshalb darauf im Berufungs-

verfahren nicht mehr zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss zurück-

zufordern, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 

4 StPO). 

 

6.6. 

Die Kosten für seine freigewählte Verteidigung für das erstinstanzliche 

Verfahren hat der Beschuldigte ausgangsgemäss selbst zu bezahlen (Art. 

429 Abs. 1 StPO e contrario). 

 

6.7. 

Die Höhe der den unentgeltlichen Rechtsbeiständen der Privatkläger 

B._____, A._____, D.C._____, C.C._____ und E.C._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren zugesprochenen Entschädigungen ist mit 

Berufung nicht angefochten worden, weshalb darauf im Berufungs-

verfahren nicht mehr zurückzukommen ist. Gestützt auf Art. 30 Abs. 3 OHG 

haben die Privatkläger die Kosten für die unentgeltliche Vertretung im 

erstinstanzlichen Verfahren – im Umfange ihres Unterliegens – nicht 

zurückzuerstatten. 

 

Der Beschuldigte befindet sich nicht in günstigen wirtschaftlichen Verhält-

nissen, weshalb er die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der 

Privatklägerinnen nicht zu tragen hat (Art. 426 Abs. 4 StPO).  

 

Insoweit hinsichtlich des unentgeltlichen Rechtsbeistandes von E.C._____, 

Rechtsanwalt Q._____, von Dr. R._____ mit Schreiben vom 6. April 2022 

und 9. März 2023 eine Abtretung der Ansprüche von Q._____ an die 

AI._____ geltend gemacht wird, ist darauf hinzuweisen, dass die Forderung 

der Entschädigung eines unentgeltlichen Vertreters höchstpersönlich ist 

und einem öffentlich-rechtlichen Verhältnis entstammt, womit eine allfällige 

zivilrechtliche Zession für die Auszahlung durch das Gericht irrelevant ist.  

 - 32 - 

 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

  

 - 33 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen 

- des Angriffs (Anklageziffer 1.1); 

- der schweren Körperverletzung z.N. von B._____ (Anklageziffer 2). 

 

2. 

Der Beschuldigte ist des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffern 1.2, 1.3, 3 und 4) schuldig. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss der in Ziffer 2 genannten 

Gesetzesbestimmung sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 40 StGB, 

Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 1 ½ Jahren, Probezeit 2 Jahre, 

verurteilt. 

 

3.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 427 Tagen (9. Februar 2021 

bis 11. April 2022) wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

4.1. 

Folgende von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Gegenstände 

werden eingezogen: 

 

- 1 IKEA Messer ganz 

- 1 IKEA Messer mit separater abgebrochener Klinge  

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

4.2. 

Folgende von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Gegenstände sind 

dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft in sämtlichen 

Parallelverfahren (SST.2022.221 / SST.2022.223 / SST.2022.224 / 

SST.2022.225) auszuhändigen: 

 

- 1 Mobiltelefon LG K40 (Nr. 24) 

- 1 Mobiltelefon Nokia 5.1 (Nr. 25) 

- 1 Pullover Bershka, schwarz (Nr. 26) 

- 1 Stoffhose Clockhouse, schwarz (Nr. 27) 

- 1 Winterjacke Aeronatuica, schwarz (Nr. 28) 

- 1 Paar Turnschuhe Asics (Nr. 29) 

 - 34 - 

 

 

- 1 Paar Socken, schwarz (Nr. 30) 

- 1 Unterhose, blau (Nr. 31) 

- 1 Unterhemd, weiss (Nr. 32) 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

4.3. 

Folgende von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Gegenstände sind 

den berechtigten Personen nach Eintritt der Rechtskraft in sämtlichen 

Parallelverfahren (SST.2022.221 / SST.2022.223 / SST.2022.224 / 

SST.2022.225) auszuhändigen: 

 

- 1 Jacke Reserved Basic, grau (Nr. 14) [A._____] 

- 1 Trainerhose All Out, grau (Nr. 15) [A._____] 

- 1 T-Shirt Guess, blau (Nr. 16) [A._____] 

- 1 Paar Socken, weiss (Nr. 17) [A._____] 

- 1 Pullover Tommy Jeans, blau (Nr. 10) [B._____] 

- 1 T-Shirt Tommy Jeans, grau (Nr. 11) [B._____] 

- 1 Trainerhose Tommy Jeans, dunkelblau (Nr. 12) [B._____] 

- 1 Paar Adiletten, schwarz (Nr. 13) [B._____] 

- 1 Trainerhose Adidas, blau (Nr. 8) [C.C._____] 

- 1 Paar Adiletten, blau (Nr. 9) [C.C._____] 

- 1 Paar weisse Socken (Nr. 1) [D.C._____] 

- 1 Jeanshose Yes or No, hellblau (Nr. 2) [D.C._____] 

- 1 Paar Turnschuhe Lanetti, blau (Nr. 3) [D.C._____] 

- 1 T-Shirt beige (Nr. 4) [E.C._____] 

- 1 Pullover Swarm, blau-weiss-schwarz (Nr. 5) [E.C._____] 

- 1 Trainerhose Audi, schwarz (Nr. 6) [E.C._____] 

- 1 Paar Turnschuhe Nike (Nr. 7) [E.C._____] 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

4.4. 

Folgende von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Gegenstände sind 

nach Eintritt der Rechtskraft in sämtlichen Parallelverfahren (SST.2022.221 

/ SST.2022.223 / SST.2022.224 / SST.2022.225) freizugegeben und 

gemäss Art. 267 Abs. 6 StPO zur Anmeldung von Ansprüchen öffentlich 

auszuschreiben: 

 

- 1 T-Shirt grün, zerrissen (Nr. 35) 

- 1 T-Shirt Jack and Jones, rot, zerrissen (Nr. 36) 

- 1 Jacke Livergy, schwarz, zerrissen (Nr. 37) 

- 1 Shirt, dunkelblau, grau und hellblau gestreift, zerrissen (Nr. 38) 

- 1 Armbanduhr Paterson, Armband defekt (Nr. 39)  

 - 35 - 

 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

5. 

5.1. 

Die Zivilklage des Privatklägers A._____ wird auf den Zivilweg verwiesen, 

soweit darauf eingetreten werden kann. 

 

5.2. 

Die Zivilklage von B._____ wird abgewiesen (Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO). 

 

5.3. 

Die Zivilklage des Privatklägers C.C._____ wird auf den Zivilweg 

verwiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 

5.4. 

Die Zivilklage des Privatklägers D.C._____ wird auf den Zivilweg 

verwiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 

5.5. 

Die Zivilklage des Privatklägers E.C._____ wird auf den Zivilweg 

verwiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 

6. 

6.1. 

Die auf das Berufungsverfahren des Beschuldigten entfallenden 

obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten zu 1/2 mit Fr. 2'000.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen. 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird – unter Vorbehalt der Verrechnung – 

angewiesen, dem Beschuldigten eine Parteientschädigung für das 

Berufungsverfahren von Fr. 5'570.00 zu bezahlen. 

 

7. 

7.1. 

Die auf den Beschuldigten entfallenden vorinstanzlichen Verfahrenskosten 

von Fr. 13'783.50 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'900.00) werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem ehemaligen amtlichen Verteidiger 

Rechtsanwalt Peter Fäs für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 38'188.90 auszurichten.   

 - 36 - 

 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine finanziellen Verhältnisse erlauben. 

 

7.3. 

Der Beschuldigte hat seine erstinstanzlichen Kosten für die freigewählte 

Verteidigung selbst zu tragen. 

 

7.4. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung er-

folgt ist – angewiesen, der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklä-

ger A._____ und B._____, Rechtsanwältin S._____, für das 

erstinstanzliche Verfahren (in sämtlichen Parallelverfahren) eine 

Entschädigung von gesamthaft Fr. 14'840.25 auszubezahlen. 

 

7.5. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung er-

folgt ist – angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Privatklä-

gers C.C._____, Rechtsanwalt Marino Di Rocco, für das erstinstanzliche 

Verfahren (in sämtlichen Parallelverfahren) eine Entschädigung von 

gesamthaft Fr. 7'890.50 auszubezahlen. 

 

7.6. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung er-

folgt ist – angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Privatklä-

gers D.C._____, Rechtsanwalt Abdullah Karakök, für das erstinstanzliche 

Verfahren (in sämtlichen Parallelverfahren) eine Entschädigung von 

gesamthaft Fr. 15'666.90 auszubezahlen. 

 

7.7. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung er-

folgt ist – angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Privatklä-

gers E.C._____, Rechtsanwalt Q._____, für das erstinstanzliche Verfahren 

(in sämtlichen Parallelverfahren) eine Entschädigung von gesamthaft 

Fr. 16'567.75 auszubezahlen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe 

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

 - 37 - 

 

 

bezahlen ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit aber ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft 

das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

  

 - 38 - 

 

 

 
   

Aarau, 7. September 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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