# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 506bb8a1-646a-583e-9098-b8db512f886d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.09.2021 SB200353
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200353_2021-09-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200353-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Wenker 

und Oberrichterin lic. iur. Haus Stebler sowie Gerichtsschreiber 

MLaw Huter 

 

Urteil vom 22. September 2021 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Wyss,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. B._____ AG,  
2. C._____,  
3. D._____,  
4. E._____,  
5. F._____,  
6. G._____,  
7. H._____,  
8. I._____,  
 

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3 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ 

5 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y2._____ 

7 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y3._____ 

8 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y4._____ 

 

betreffend mehrfache qualifizierte sexuelle Nötigung etc. und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
5. Juni 2020 (DG190334) 
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 19. Novem-

ber 2019 (Urk. 20/4) sowie deren Ergänzung vom 22. Januar 2020 (Urk. 49) sind 

diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Verfahren bezüglich der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, 

des Hausfriedensbruchs im Sinne von 186 StGB, begangen am 24. Juni 

2018 (Dossier 1) und der unrechtmässigen Aneignung im Sinne von Art. 137 

Ziff. 2 StGB (Dossier 16), sowie die Verfahren bezüglich der Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG begangen 

am 5. Februar 2017 (Dossier 8), zwischen November 2016 und Januar 2017 

(Dossiers 11 und 13) und am 9. März 2017 (Dossier 12) werden eingestellt. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen qualifizierten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB, 

− der mehrfachen, teilweise qualifizierten Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1, teilweise in Verbindung mit Abs. 3 StGB, 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, 

− des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

− der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB, 

− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, 

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− des Hausfriedensbruchs im Sinne von 186 StGB, 

− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB, 

− der mehrfachen Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 

Abs. 4 StGB, 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 

lit. b SVG, 

− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 

Abs. 1 lit. b SVG, 

− des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG, 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG, 

− der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG, 

− der fahrlässigen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 36 Abs. 4 

SVG, 

− des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG, 

− des Nichtanzeigen eines Fundes im Sinne von Art. 332 StGB, 

− der mehrfachen falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 

Abs. 2, teilweise in Verbindung mit Ziff. 2 StGB, sowie 

− der mehrfachen vorsätzlichen Übertretung des Personenbeförderungs-

gesetzes im Sinne von Art. 57 Abs. 3 PBG. 

3. Vom Vorwurf der geringfügigen Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB 

in Verbindung mit Art. 172ter StGB (Dossier 1) und des Fahrens ohne Be-

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rechtigung begangen am 8. Dezember 2017 (Dossiers 9 und 10) wird der 

Beschuldigte freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 13 Jahren Freiheitsstrafe (wovon bis und 

mit heute 717 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe 

von 170 Tagessätzen zu CHF 10 und einer Busse von CHF 1'600 als teil-

weise Zusatzstrafe zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

vom 3. Oktober 2017 ausgefällten Geldstrafe von 180 Tagessätzen und 

CHF 300 Busse sowie zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland vom 23. Juli 2014 ausgefällten Geldstrafe von 10 Tagessät-

zen und CHF 900 Busse.  

5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 16 Tagen. 

7. Vom Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

3. Oktober 2017 gewährten bedingten Vollzugs der Geldstrafe von 180 Ta-

gessätzen zu CHF 30 wird abgesehen. 

8. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 

StGB (Suchtbehandlung Alkohol und illegale Drogen, Behandlung von 

psychischen Störungen) angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird 

nicht zugunsten dieser ambulanten Massnahme aufgeschoben.  

9. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 10 Jahre des Landes 

verwiesen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 B._____ AG Scha-

denersatz von CHF 480 zu bezahlen. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 C._____ Schadener-

satz von CHF 1'321 zu bezahlen. 

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12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 D._____ Schadener-

satz von CHF 200 zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juni 2018 zu bezahlen. Es wird 

festgestellt, dass dem Grundsatz nach eine höhere Schadenersatzpflicht 

des Beschuldigten besteht. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches über die zugesprochenen CHF 200 hinaus wird 

die Privatklägerin 3 D._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

13. Die Privatklägerin 4 E._____ und der Privatkläger 6 G._____ werden mit 

ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 7 H._____ Schadener-

satz von CHF 2'409 zuzüglich 5 % Zins ab 1. Juli 2018 zu bezahlen. 

15. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 8 

I._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin 8 I._____ auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 D._____ CHF 1'400 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juni 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 5 F._____ CHF 8'000 

zuzüglich 5 % Zins ab 18. November 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

18. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 7 H._____ CHF 17'000 

zuzüglich 5 % Zins ab 24. Juni 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

19. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8 I._____ CHF 17'000 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juni 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

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20. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 27. November 2018 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut 

lagernden Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechts-

kraft vernichtet:  

− Asservat-Nr. A011'601'876: Küchenmesser "KIWI Brand", Grifflänge 
12 cm, Klingenlänge 16 cm, Klingenbreite 4.5 cm 

− Asservat-Nr. A011'612'990: Klappmesser "Gerber", Grifflänge 10 cm, 
Klingenlänge 7.5 cm 

21. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 17. Juli 2019 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, As-

servate Triage, unter B00370-2017 und B00773-2017 lagernden Betäu-

bungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden eingezogen und nach 

Eintritt der Rechtskraft vernichtet:  

− Asservat-Nr. A010'100'535: 106 Gramm Marihuana in verschweisstem 
Sack 

− Asservat-Nr. A010'100'546: 53 Gramm Marihuana in verschweisstem 
Sack 

− Asservat-Nr. A010'102'246: 1 Gramm Kokain 
− Asservat-Nr. A010'200'267: 29 Gramm Kokain 
− Asservat Nr. A010'200'278: 0.2 Gramm Kokain 
− Asservat-Nr. A010'200'289: 1 Röhrchen zum Schnupfen von Kokain 

22. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 27. No-

vember 2018 beschlagnahmte Führerausweis (Asservat-Nr. A011'601'788) 

wird J._____ ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist 

wird der Gegenstand dem Forensischen Institut als Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen. 

23. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 27. No-

vember 2018 beschlagnahmte Identitätskarte (Asservat-Nr. A011'601'802) 

wird K._____ ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist 

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wird der Gegenstand dem Forensischen Institut als Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen. 

24. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

27. November 2018 beschlagnahmte iPhone (Asservat-Nr. A011'601'824) 

wird der Privatklägerin 4 ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate 

danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf 

dieser Frist wird der Gegenstand dem Forensischen Institut als Lagerbehör-

de zur Vernichtung überlassen. 

25. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 27. November 2018 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Be-

schuldigten ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist 

werden die Gegenstände dem Forensischen Institut als Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen: 

− Asservat-Nr. A011'601'835: Mobiltelefon Samsung, golden, ohne SIM-
Karte 

− Asservat-Nr. A011'601'793: Laptop Acer, M-Budget-Style, inkl. 
Ladekabel 

− Asservat-Nr. A011'601'978: Herrenhemd kariert blau/weiss 
− Asservat-Nr. A011'612'989: Sportschuhe "Lacoste" 
− Asservat-Nr. A011'613'006: Jeanshose blau 

26. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 27. November 2018 beschlagnahmten Kleidungsstücke und Bettwä-

sche (Asservat-Nr. A011'601'766, A011'601'777, A011'601'840, 

A011'601'851, A011'601'862, A011'601'873) werden der Privatklägerin 7 ab 

Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlan-

gen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die 

Gegenstände dem Forensischen Institut als Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

Weiter werden die sichergestellten und beim Forensischen Institut unter der 

Referenznummer K180624-035 / 73048881 lagernden Kleidungsstücke und 

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Bettwäsche (Asservat-Nr. A011'611'840, A011'611'851, A011'611'862, 

A011'611'873, A011'601'766, A011'601'777) der Privatklägerin 7 ab Eintritt 

der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin 

herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegen-

stände dem Forensischen Institut als Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen. 

27. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

27. November 2018 beschlagnahmte Portemonnaie (Asservat-Nr. 

A011'671'242) wird der Privatklägerin 3 ab Eintritt der Rechtskraft bis spä-

testens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach 

ungenutztem Ablauf dieser Frist wird der Gegenstand dem Forensischen 

Institut als Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

28. Die beim Forensischen Institut unter der Referenznummer K171118-042 / 

71437064 lagernden Kleidungsstücke und Bettwäsche (Asservat-Nr. 

A010'964'973, A010'964'995, A010'965'001) sind der Privatklägerin 5 ab 

Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlan-

gen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die 

Gegenstände dem Forensischen Institut als Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

29. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

19. September 2019 beschlagnahmte CD mit Videodateien (Asservat-Nr. 

A011'516'022) wird der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, zur Ver-

nichtung überlassen. 

30. Die beim Forensischen Institut unter der Referenznummer K180624-035 / 

73048881 lagernden DNA-Spuren und weiteren Gegenstände (Asservat-Nr. 

A011'611'828, A011'611'839, A011'611'895, A011'612'263, A011'612'296, 

A011'612'310, A011'612'332, A011'613'255, A011'601'879, A011'601'880, 

A011'601'904, A011'601'915, A011'601'926, A011'601'937, A011'601'948, 

A011'601'959, A011'601'960) werden der Lagerbehörde nach Eintritt der 

Rechtskraft zur Vernichtung überlassen. 

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31. Die beim Forensischen Institut unter der Referenznummer K171118-042 / 

71437064 lagernde DNA-Spur (Asservat-Nr. A010'964'984) wird der Lager-

behörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen. 

32. Die gemäss Spurensicherungsbericht der Kantonspolizei Thurgau vom 

16. Dezember 2018 sichergestellten DNA-Spuren und Mikrospuren (G-Nr. 

20181128.0075; KTD-Nr. U000'172'316) werden dem Kriminaltechnischen 

Dienst der Kantonspolizei Thurgau als Lagerbehörde nach Eintritt der 

Rechtskraft zur Vernichtung überlassen. 

33. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

CHF 15'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 7'500.00   Gebühr Strafuntersuchungen 

CHF 3'602.00   Kosten der Kantonspolizei  

CHF 50.00   Auslagen Untersuchung 

CHF 43'348.30   Gutachten/Expertisen etc. 

CHF 329.50   Diverse Kosten 

CHF 76'729.00   amtliche Verteidigung  

CHF 3'985.50   Vertreterin Privatklägerin 3 

CHF 13'632.45   Vertreter Privatklägerin 5 

CHF 12'929.86   Vertreter Privatklägerin 7 

CHF 9'667.70   Vertreterin Privatklägerin 8 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

34. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen für die amtliche Verteidigung und die unentgeltlichen 

Rechtsvertretungen der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt. 

35. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.  

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36. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretungen der Privatklägerschaft 

werden auf die Gerichtskasse genommen. 

37. Rechtsanwalt lic. iur. HSG X1._____ wird für seine Bemühungen und Bar-

auslagen als amtlicher Verteidiger mit CHF 76'729 (inkl. MWST, abzüglich 

der bereits erhaltenen Akontozahlungen in der Höhe von CHF 20'000) aus 

der Gerichtskasse entschädigt. 

38. Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ wird für ihre Bemühungen und Auslagen 

als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin 3 D._____ mit 

CHF 3'985.50 (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

39. Rechtsanwalt Dr. iur. Y5._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen 

als unentgeltlicher Rechtsvertreter der Privatklägerin 5 F._____ mit 

CHF 13'632.45 (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

40. Rechtsanwalt MLaw Y3._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als 

unentgeltlicher Rechtsvertreter der Privatklägerin 7 H._____ mit 

CHF 12'929.86 (inkl. MWST, abzüglich der bereits erhaltenen Akontozah-

lung von CHF 6'975.41) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

41. Rechtsanwältin Dr. iur. Y4._____ wird für ihre Bemühungen und Auslagen 

als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin 8 I._____ mit 

CHF 9'667.70 (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

  

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 124 S. 3 ff.; Urk. 263 S. 1 ff., sinngemäss) 

 1. Das vorinstanzliche Urteil wird angefochten hinsichtlich Dispositiv-

Ziffer 2 bezüglich der Schuldsprüche: 

− der mehrfachen qualifizierten sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 

Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB, 

− der mehrfachen, teilweise qualifizierten Vergewaltigung i.S.v. 

Art. 190 Abs. 1, teilweise i.V.m. Abs. 3 StGB, 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, 

− des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB, 

− der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB, 

− des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 

Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG 

(Dossier 15), 

− der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB (Dossier 17), 

− des Nichtanzeigen eines Fundes im Sinne von Art. 332 StGB; 

− sowie hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 4 bis 6, 8, 9, 12, 14 bis 19, 

34. 

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 2. Der Beschuldigte sei von den vorgenannt angefochtenen Vorwürfen 

freizusprechen und die Anschlussberufungen seien abzuweisen. 

 3. Der Beschuldigte sei mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 24 Mo-

naten, wobei 12 Monate zu vollziehen und 12 Monate mit einer Probe-

zeit von 2 Jahren aufzuschieben seien, sowie mit einer Busse von 

Fr. 1'000.– zu bestrafen, wobei festzustellen sei, dass die Strafen ver-

büsst sind. 

 4. Es sei von einer ambulanten Massnahme i.S.v. Art. 63 StGB abzuse-

hen. 

 5. Es sei von einer Landesverweisung i.S.v. Art. 66a und 66b StGB abzu-

sehen. 

 6. Die Zivilansprüche der Privatklägerinnen 3, 5, 7 und 8 seien vollum-

fänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

 7. Es seien die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Ver-

fahrens auf die Staatskasse zu nehmen, eventualiter dem Beschuldig-

ten die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens und der Untersuchung 

zu 1/6 aufzuerlegen, auf eine Nachforderung der Kosten der amtlichen 

Verteidigung sei zu verzichten. 

 8. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 93'000.– zuzüglich 

Zins von 5 % seit 26. Februar 2020 aus der Gerichtskasse zuzuspre-

chen. 

 9. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss zu verle-

gen. 

 10. Eventualiter, im Falle des vollständigen oder teilweisen Schuldspruchs 

betreffend die Vorwürfe zum Nachteil der Privatklägerinnen 3, 5, 7 und 

8 und Bestrafung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 5 Jahren oder 

bei Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils sei für den Beschuldigten 

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eine Massnahme für junge Erwachsene i.S.v. Art. 61 StGB anzuordnen 

und die Strafe sei i.S.v. Art. 57 StGB aufzuschieben. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 130 S. 1 f.; Urk. 266 S. 2, sinngemäss) 

 Die Anschlussberufung wird beschränkt auf folgende Anträge: 

 1. Der Beschuldigte sei ferner der geringfügigen Sachentziehung im Sin-

ne von Art. 141 StGB in Verbindung mit Art. 172ter StGB (Dossier 1) 

schuldig zu sprechen. 

 2. Die Freiheitsstrafe sei auf 13 ¼ Jahre zu erhöhen und es sei eine Bus-

se von Fr. 2'000.– auszusprechen mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 

20 Tagen. 

 3. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Okto-

ber 2017 gewährte bedingte Vollzug der Geldstrafe von 180 Tagessät-

zen zu Fr. 30.– sei zu widerrufen. 

 4. Der Beschuldigte sei für 15 Jahre des Landes zu verweisen. 

 5. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 33) sei hinsichtlich des 

Honorars der amtlichen Verteidigung zu überprüfen. 

 6. Die beschlagnahmte Barschaft sei zur Deckung der Verfahrenskosten 

zu verwenden. 

c) Der Vertreterin der Privatklägerin 8: 

(Urk. 136 S. 1 f.; Urk. 267 S. 1, sinngemäss) 

 Die Anschlussberufung wird beschränkt auf folgende Anträge: 

 1. In Abänderung der Urteilsdispositiv-Ziffer 19 sei der Privatklägerin 8 ei-

ne Genugtuung von Fr. 40'000.– zuzüglich Zins von 5 % seit 16. Juni 

2020 zu bezahlen. 

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 2. Die Berufung des Beschuldigten sei, soweit die Privatklägerin 8 betref-

fend, vollumfänglich abzuweisen. 

d) Der Vertreterin der Privatklägerin 3: 

(Urk. 268 S. 1) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

e) Der Vertreterin der Privatklägerin 5: 

(Urk. 269 S. 2) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

f) Des Vertreters der Privatklägerin 7: 

(Urk. 270 S. 2) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils sowie Entschädigung der Reise- 

und Aufenthaltskosten der Privatklägerin 7 aus der Gerichtskasse. 

 

____________________________ 

 

  

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Inhaltsverzeichnis: 
 

I.  Prozessgeschichte ................................................................................. 20 
II. Prozessuales ........................................................................................... 22 

A. Antragsdelikte ........................................................................................... 22 
B. Teilrechtskraft ........................................................................................... 22 

III. Materielles ............................................................................................... 24 
A. Anklagevorwurf ......................................................................................... 24 
B. Standpunkte des Beschuldigten ............................................................... 24 
C. Grundlagen der Beweiswürdigung ............................................................ 25 
D. Glaubwürdigkeit der Beteiligten ................................................................ 26 
E. Dossier 1 ................................................................................................... 35 

1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 35 
2. Sachdarstellung der Privatklägerin 7 ..................................................... 41 
3. Ergebnis ................................................................................................ 48 

F. Dossier 2 ................................................................................................... 48 
1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 48 
2. Sachdarstellung der Privatklägerin 8 ..................................................... 52 
3. Ergebnis ................................................................................................ 57 

G. Dossier 3 ................................................................................................... 57 
1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 57 
2. Sachdarstellung der Privatklägerin 3 ..................................................... 60 
3. Ergebnis ................................................................................................ 63 

H. Dossier 4 ................................................................................................... 63 
1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 63 
2. Sachdarstellung der Privatklägerin 5 ..................................................... 67 
3. Übriges Beweisergebnis ........................................................................ 74 
4. Ergebnis ................................................................................................ 84 

I. Dossier 5 ................................................................................................... 84 
1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 84 
2. Würdigung unter Mitberücksichtigung des übrigen Beweisergebnisses 86 
3. Ergebnis ................................................................................................ 90 

J. Dossier 15 ................................................................................................. 91 
1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 91 
2. Beurteilung ............................................................................................ 91 

K. Dossier 16 ................................................................................................. 92 
1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 92 
2. Würdigung ............................................................................................. 93 

L. Dossier 17 ................................................................................................. 94 
1. Sachdarstellung des Beschuldigten ...................................................... 94 
2. Würdigung ............................................................................................. 95 

IV. Rechtliche Würdigung ............................................................................ 95 
A. Dossier 1 ................................................................................................... 95 

1. Rechtliche Grundlagen .......................................................................... 95 
2. Qualifizierte sexuelle Nötigung .............................................................. 95 
3. Qualifizierte Vergewaltigung .................................................................. 96 
4. Gefährdung des Lebens ........................................................................ 97 
5. Einfache Körperverletzung .................................................................... 98 

- 17 - 

6. Nötigung ................................................................................................ 98 
7. Geringfügige Sachentziehung ............................................................... 99 

B. Dossier 2 ................................................................................................... 99 
1. Rechtliche Grundlagen .......................................................................... 99 
2. Qualifizierte sexuelle Nötigung .............................................................. 99 
3. Qualifizierte Vergewaltigung ................................................................ 100 
4. Nötigung .............................................................................................. 101 
5. Raub .................................................................................................... 101 

C. Dossier 3 ................................................................................................. 102 
1. Rechtliche Grundlagen ........................................................................ 102 
2. Raub .................................................................................................... 102 

D. Dossier 4 ................................................................................................. 102 
1. Rechtliche Grundlagen ........................................................................ 102 
2. Schändung .......................................................................................... 103 

E. Dossier 5 ................................................................................................. 103 
1. Rechtliche Grundlagen ........................................................................ 103 
2. Einfache Körperverletzung .................................................................. 104 

F. Dossier 15 ............................................................................................... 104 
1. Rechtliche Grundlagen ........................................................................ 104 
2. Würdigung ........................................................................................... 104 

G. Dossier 17 ............................................................................................... 105 
1. Rechtliche Grundlagen ........................................................................ 105 
2. Falsche Anschuldigung ....................................................................... 106 

H. Ergebnis .................................................................................................. 106 
V. Strafzumessung ....................................................................................... 107 

A. Anwendbares Recht ............................................................................... 107 
B. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung & Wahl der Sanktionsart 108 
C. Strafrahmen ............................................................................................ 110 
D. Qualifizierte sexuelle Nötigung (Dossier 2) ............................................. 110 

1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 110 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 111 

E. Qualifizierte Vergewaltigung (Dossier 2) ................................................. 111 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 111 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 113 
3. Asperation ........................................................................................... 112 

F. Qualifizierte sexuelle Nötigung (Dossier 1) ............................................. 112 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 112 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 112 
3. Asperation ........................................................................................... 113 

G. Vergewaltigung (Dossier 1) ..................................................................... 113 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 113 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 114 
3. Asperation ........................................................................................... 114 

H. Gefährdung des Lebens (Dossier 1) ....................................................... 114 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 114 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 115 
3. Asperation ........................................................................................... 115 

I. Mehrfache einfache Körperverletzung (Dossiers 1 und 5) ...................... 115 

- 18 - 

1. Objektive Tatschwere – Dossier 1 ....................................................... 115 
2. Subjektive Tatschwere – Dossier 1 ..................................................... 115 
3. Objektive Tatschwere – Dossier 5 ....................................................... 115 
4. Subjektive Tatschwere – Dossier 5 ..................................................... 116 
5. Asperation ........................................................................................... 116 

J. Mehrfache Nötigung (Dossiers 1 und 2) ................................................. 116 
1. Objektive Tatschwere – Dossier 1 ....................................................... 116 
2. Subjektive Tatschwere – Dossier 1 ..................................................... 116 
3. Objektive Tatschwere – Dossier 2 ....................................................... 117 
4. Subjektive Tatschwere – Dossier 2 ..................................................... 117 
5 Asperation ........................................................................................... 117 

K. Mehrfacher Raub (Dossiers 2 und 3) ...................................................... 117 
1. Objektive Tatschwere – Dossier 2 ....................................................... 117 
2. Subjektive Tatschwere – Dossier 2 ..................................................... 118 
3. Objektive Tatschwere – Dossier 3 ....................................................... 118 
4. Subjektive Tatschwere – Dossier 3 ..................................................... 118 
5. Asperation ........................................................................................... 118 

L. Schändung (Dossier 4) ........................................................................... 119 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 119 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 119 
3. Asperation ........................................................................................... 119 

M. Leichte Verminderung der Schuldfähigkeit betr. Dossiers 1 bis 5 ........... 119 
N. Diebstahl und Hausfriedensbruch (Dossier 6) ........................................ 120 

1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 120 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 120 
3. Asperation ........................................................................................... 120 

O. Mehrfache Urkundenfälschung und mehrfaches Fälschen von Ausweisen 
(Dossiers 7, 17, 18 und 19) ..................................................................... 121 

1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 121 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 121 
3. Asperation ........................................................................................... 121 

P. Vorsätzliches Fahren in fahrunfähigem Zustand (Dossier 8) .................. 122 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 122 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 122 
3. Asperation ........................................................................................... 122 

Q. Mehrfaches Vorsätzliches Fahren ohne Berechtigung (Dossiers 9 
und 10 sowie 15) .................................................................................... 122 

1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 122 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 123 
3. Asperation ........................................................................................... 123 

R. Mehrfaches Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Dossiers 11 
und 13, 12 sowie 14) bzw. Mehrfache Übertretung des BetmG  
(Dossiers 11 und 13) .............................................................................. 123 

1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 123 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 123 
3. Asperation ........................................................................................... 124 

S. Entwendung zum Gebrauch sowie SVG-Übertretungen (Dossier 15) .... 124 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 124 

- 19 - 

2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 124 
3. Asperation ........................................................................................... 124 

T. Mehrfache falsche Anschuldigung (Dossiers 17, 18 und 19) .................. 125 
1. Objektive Tatschwere - Dossier 17 ..................................................... 125 
2. Subjektive Tatschwere - Dossier 17 .................................................... 125 
3. Objektive Tatschwere – Dossiers 18 und 19 ....................................... 125 
4. Subjektive Tatschwere - Dossiers 18 und 19 ...................................... 126 
5. Asperation ........................................................................................... 126 

U. Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes (Dossiers 18 und 19) 126 
1. Objektive Tatschwere .......................................................................... 126 
2. Subjektive Tatschwere ........................................................................ 126 
3. Asperation ........................................................................................... 126 

V. Täterkomponente .................................................................................... 127 
W. Ergebnis der Strafzumessung ................................................................. 130 
X. Vollzug .................................................................................................... 130 
Y. Anrechnung der Haft ............................................................................... 131 

VI. Widerruf ................................................................................................. 131 
A. Theoretische Grundlagen ....................................................................... 131 
B. Beurteilung .............................................................................................. 131 

VII. Massnahme nach Art. 61 StGB und Strafaufschub ........................... 131 
A. Antrag der Verteidigung .......................................................................... 131 
B. Theoretische Grundlagen ....................................................................... 132 
C. Würdigung .............................................................................................. 133 

VIII.  Landesverweisung ............................................................................... 136 
A. Antrag der Verteidigung .......................................................................... 136 
B. Theoretische Grundlagen ....................................................................... 137 
C. Würdigung .............................................................................................. 137 

IX. Zivilansprüche ...................................................................................... 141
 Theoretische Grundlagen ....................................................................... 141 
B. Beurteilung .............................................................................................. 141 

1. Privatklägerin 3 ................................................................................... 141 
2. Privatklägerin 5 ................................................................................... 142 
3. Privatklägerin 7 ................................................................................... 143 
4. Privatklägerin 8 ................................................................................... 144 

X. Barschaft ............................................................................................... 146 
XI. Kosten- und Entschädigungsfolgen ................................................... 147 

A. Vorinstanzliches Verfahren ..................................................................... 147 
B. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................ 148 

Dispositiv ......................................................................................................... 150 

- 20 - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, entschied mit Urteil vom 5. Juni 

2020 im Verfahren DG190334 (Urk. 102 bzw. 121) und eröffnete diesen Ent-

scheid den Parteien schriftlich (Urk. 102; Urk. 104/1-9; Prot. I S. 46). Gegen die-

sen Entscheid wurde seitens des Beschuldigten am 8. Juni 2020, jeweils fristge-

recht, Berufung angemeldet (Urk. 105) und die Berufungserklärung erhoben (Urk. 

124 bzw. Urk. 115 u. Urk. 120/2). Mit Präsidialverfügung vom 4. September 2020 

(Urk. 126) wurde die Kontrolle der ein- und ausgehenden Post des Beschuldigten 

der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (hernach Anklagebehörde oder 

Staatsanwaltschaft) übertragen und dieser sowie den Privatklägerinnen und Pri-

vatklägern unter Hinweis auf die Berufungserklärung des Beschuldigten Frist zur 

Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf Nichteintreten angesetzt. 

Mit Eingabe vom 21. September 2020 (Urk. 130) wurde seitens der Staatsanwalt-

schaft und mit Eingabe vom 24. September 2020 seitens der Privatklägerin 8 

(Urk. 136) jeweils Anschlussberufung erklärt, demgegenüber die Privatklägerin-

nen 5 und 7 ausdrücklich auf die Erhebung einer Anschlussberufung verzichteten 

(Urk. 143 u. 144A). Die weiteren Privatklägerinnen und Privatkläger liessen sich 

nicht vernehmen. Mit Präsidialverfügung vom 21. Oktober 2020 (Urk. 152) wurde 

der vorherige amtliche Verteidigter des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. HSG 

X1._____, aus seinem Amt entlassen und neu Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bestellt. Mit Präsidialverfügung vom 28. 

Oktober 2020 (Urk. 155) wurde dem Beschuldigten und den Privatklägerinnen 

und Privatklägern jeweils eine Kopie der Anschlussberufung der Staatsanwalt-

schaft und dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern 1-7 

jeweils eine Kopie der Anschlussberufung der Privatklägerin 8 zugestellt. Mit Be-

schluss vom 2. November 2020 (Urk. 158) wurde der vorherige amtliche Vertei-

digter Rechtsanwalt lic. iur. HSG X1._____ für seine Aufwendungen im Beru-

fungsverfahren mit Fr. 4'809.90 aus der Gerichtskasse entschädigt. Mit Präsidial-

verfügung vom 27. November 2020 (Urk. 181) wurde – nachdem den Parteien 

- 21 - 

vorgängig mit Präsidialverfügung vom 13. November 2020 (Urk. 164) Frist zur 

Stellungnahme eingeräumt worden war – entschieden, dass der Beschuldigte in 

Sicherheitshaft bleibt. Ein seitens des Beschuldigten am 13. November 2020 ge-

stelltes Gesuch um Bewilligung des vorzeitigen Massnahmenantritts im Sinne von 

Art. 61 (Massnahme für junge Erwachsene) (Urk. 166) wurde mit Präsidialverfü-

gung vom 8. Dezember 2020 (Urk. 187) nicht bewilligt. Mit Beschluss vom 31. Mai 

2021 (Urk. 214) wurde von Amtes wegen die Einvernahme der Privatklägerinnen 

3, 5, 7 und 8 anlässlich der Berufungsverhandlung angeordnet, die Publikumsöf-

fentlichkeit von der Berufungsverhandlung ausgeschlossen und die akkreditierten 

Gerichtsberichterstatter unter Auflagen zugelassen, wobei der Antrag der Privat-

klägerin 8 auf Ausschluss der Gerichtsberichterstatter von der Befragung der Pri-

vatklägerin 8 abgewiesen wurde. Der mit Eingabe vom 30. Juli 2021 seitens der 

Privatklägerin 8 gestellte Wiedererwägungsantrag, wonach zumindest einstweilen 

auf ihre Einvernahme anlässlich der Berufungsverhandlung zu verzichten sei 

(Urk. 231), wurde mit Beschluss vom 20. August 2021 (Urk. 233) abgewiesen. 

Dem Antrag der Privatklägerin 8 vom 13. September 2021 um Kostengutsprache 

für die Reise- und Aufenthaltskosten der Privatklägerin 8 (Urk. 243) wurde mit 

gleichentags erlassener Präsidialverfügung vollumfänglich entsprochen (Urk. 

245). 

2. Die Vorladungen an die Staatsanwaltschaft, die Privatklägerinnen und Pri-

vatkläger sowie den Beschuldigten zur Berufungsverhandlung vom 

21. September 2021 ergingen am 21. Januar 2021 (Urk. 195). Zur Berufungsver-

handlung vom 21. September 2021 erschienen der Beschuldigte in Begleitung 

seines amtlichen Verteidigers, der Staatsanwalt sowie die Vertreter der Privatklä-

gerinnen 3, 5, 7 und 8 (Prot. II S. 43). Die Privatklägerinnen 3, 5, 7 und 8 erschie-

nen jeweils persönlich zu ihrer jeweiligen Einvernahme (Urk. 259 bis 262). Zur 

heutigen Urteilseröffnung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtli-

chen Verteidigers und eine Vertrauensperson der Privatklägerin 8 (Prot. II S. 108). 

  

- 22 - 

II. Prozessuales 

A. Antragsdelikte  

1. Seitens der Vorinstanz wurden die erforderlichen theoretischen Erwägungen 

zur Prozessvoraussetzung eines Strafantrages bei Antragsdelikten ausführlich 

und zutreffend dargelegt, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 121 E. I.E.1.). 

2. Insoweit das Verfahren hinsichtlich der in Frage stehenden Antragsdelikte 

nicht eingestellt wurde bzw. jene mangels entsprechender Anfechtung bereits in 

Rechtskraft erwachsen sind (s. dazu auch nachstehend unter E. C.), erweisen 

sich die Erwägungen der Vorinstanz auch für das Berufungsverfahren als zutref-

fend: Die hinsichtlich Dossier 1 (einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 

StGB; geringfügige Sachentziehung im Sinne von Art. 141 i.V.m Art. 172ter StGB) 

und Dossier 5 (einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB) erforder-

lichen Strafanträge liegen vor (Urk. D1 2/1; Urk. D1 2/2; Urk. D5 2). 

 

B. Teilrechtskraft 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3. und 6B_99/2012 vom 14. November 2012 

E. 5.3.). 

2. Unter Berücksichtigung des teilweisen Berufungsrückzugs des Beschuldig-

ten an der Berufungsverhandlung (Urk. 263 S. 1) ist vorab mittels Beschluss fest-

- 23 - 

zustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 5. Juni 

2020 hinsichtlich der folgenden Dispositiv-Ziffern in Rechtskraft erwachsen ist: 

− Ziffer 1 (Einstellung) 

− Ziffer 2 teilweise (Schuldsprüche wegen Diebstahls im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB gemäss Dossier 6, Hausfriedensbruchs im Sinne 

von 186 StGB gemäss Dossier 6, mehrfacher Urkundenfälschung im 

Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB gemäss Dossiers 7, 18 und 19, mehrfa-

cher Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 Abs. 4 StGB 

gemäss Dossiers 7, 17, 18 und 19, mehrfacher falscher Anschuldigung 

im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB gemäss Dos-

siers 18 und 19, Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 

91 Abs. 2 lit. b SVG gemäss Dossier 8, mehrfachen Fahrens ohne Be-

rechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG gemäss Dossiers 9, 

10 und 15, Entwendung zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Abs. 1 

lit. a SVG gemäss Dossier 15, fahrlässiger Verletzung der Verkehrsre-

geln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und Art. 36 

Abs. 4 SVG gemäss Dossier 15, mehrfachen Vergehens gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d 

BetmG gemäss Dossiers 11 bis 14, mehrfacher Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG gemäss 

Dossiers 11 und 13, und mehrfacher vorsätzlicher Übertretung des 

Personenbeförderungsgesetzes im Sinne von Art. 57 Abs. 3 PBG ge-

mäss Dossiers 18 und 19), 

− Ziffer 10 (Schadenersatz Privatklägerin 1),  

− Ziffer 11 (Schadenersatz Privatkläger 2),  

− Ziffer 13 (Schadenersatz Privatkläger 4 und 6),  

− Ziffern 20 bis 32 (Beschlagnahmungen und Lagerungen),  

- 24 - 

− Ziffer 33 (Kostenfestsetzung mit Ausnahme des Honorars der amtli-

chen Verteidigung),  

− Ziffer 38 bis 41 (Entschädigungen unentgeltliche Rechtsvertretungen 

der Privatklägerinnen 3, 5, 7 und 8). 

III. Materielles 

A. Anklagevorwurf 

Nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens sind infolge unterbliebener An-

fechtung der Einstellung des Verfahrens bzw. des entsprechenden Schuldspruchs 

die Anklagesachverhalte gemäss Dossier 1 betr. Hausfriedensbruchs, Dossier 6 

betr. Diebstahls und Hausfriedensbruchs, Dossier 7 betr. Urkundenfälschung, 

Dossier 8 betr. vorsätzlichen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Dossiers 9 und 

10 betr. Verletzung der Verkehrsregeln und Übertretung des Betäubungsmittelge-

setzes, Dossiers 11 und 13 betr. Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz 

sowie Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, Dossier 12 betr. Vergehens 

gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Übertretung des Betäubungsmittelge-

setzes, Dossier 14 betr. Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz, Dossier 

16 betr. unrechtmässiger Aneignung sowie Dossiers 18 und 19 betr. Urkundenfäl-

schung und Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes. 

Hinsichtlich des vor Berufungsinstanz noch massgebenden Anklagevorwurfes 

kann auf die in der Anklage vom 19. November 2019 (Urk. D1 20/4) bzw. der Er-

gänzung vom 22. Januar 2020 (Urk. 49) umschriebenen Sachverhalte verwiesen 

werden. 

 

B. Standpunkte des Beschuldigten 

Der Beschuldigte anerkennt die jeweiligen äusseren Tatumstände. So ist unbe-

stritten, dass er die Privatklägerinnen 3, 5, 7 und 8 zu den jeweiligen Tatzeitpunk-

ten an den jeweiligen Tatorten getroffen hat und es mit den Privatklägerinnen 5, 7 

- 25 - 

und 8 zu Oral- und Geschlechtsverkehr gekommen sei. Demgegenüber bestreitet 

er die ihm jeweils angelasteten strafbaren Handlungen. Weiter anerkennt der Be-

schuldigte bezüglich Dossier 5, dass er den Privatkläger 6 geschlagen habe, 

macht aber Notwehr geltend und bestreitet, ein Glasbehältnis für den Schlag ver-

wendet zu haben. Bezüglich Dossier 15 anerkennt der Beschuldigte, dass es zum 

Zusammenprall mit dem Mercedes gekommen ist, bestreitet aber, dass er diesen 

bemerkt habe oder zumindest hätte bemerken müssen. Betreffend Dossier 16 

anerkennt er, das Mobiltelefon vorgefunden und an sich genommen zu haben, 

bestreitet aber, dass er es der rechtmässigen Besitzerin nicht habe zurückgeben 

wollen. Bezüglich Dossier 17 schliesslich anerkennt er implizit, sich als seinen 

Bruder ausgewiesen zu haben, indem er vorbringt, er habe damit die Absicht ge-

habt, zuerst noch in die Sommerferien gehen zu können und sich danach zu stel-

len. Er bestreitet aber, dass er damit seinen Bruder der Strafverfolgung ausge-

setzt habe. Auf die einzelnen Anklagesachverhalte ist nachfolgend näher einzu-

gehen. 

 

C. Grundlagen der Beweiswürdigung 

Seitens der Vorinstanz wurden die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdi-

gung (Urk. 121 E. II.B.1.-3.) umfassend und zutreffend dargelegt. Darauf kann – 

um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – verwiesen werden. Ergänzend ist 

anzumerken, dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV 

verlangt, dass das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfin-

dung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-

derlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt 

(BGE 141 IV 249 E. 1.3.1.; BGE 139 IV 179 E. 2.2.; BGE 138 IV 81 E. 2.2.; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_770/2020 vom 25. November 2020 E. 1.3.2.; 

6B_401/2015 vom 16. Juli 2015 E. 1.1.; je mit weiteren Hinweisen). 

- 26 - 

 

D. Glaubwürdigkeit der Beteiligten 

1. Die Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich aus deren prozessualen Stel-

lung, ihren wirtschaftlichen Interessen am Ausgang des Verfahrens sowie vor al-

lem anhand ihrer persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Pro-

zessbeteiligten. 

2. Der Beschuldigte ist als vom Strafverfahren Betroffener offensichtlich daran 

interessiert, sein Verhalten in einem möglichst günstigen Licht darzustellen. Aller-

dings ist hervorzuheben, dass für den Beweiswert sämtlicher Aussagen des Be-

schuldigten deren Glaubhaftigkeit das massgebende Kriterium bleibt, worauf in 

Bezug auf die einzelnen, dem Beschuldigten vorgeworfenen Anklagepunkte ein-

zugehen sein wird. 

3. Auffällig erscheint, dass die Privatklägerin 7 – einhergehend mit der zutref-

fenden Auffassung der Verteidigung (Urk. 95 S. 14 f.; Urk. 263 S. 8 f. und S. 15 f.) 

– zu Beginn gegenüber den Untersuchungsbehörden zu verheimlichen suchte, 

dass sie (auch) als Prostituierte tätig ist: So gab sie anfänglich zu Protokoll, sie 

sei keine Prostituierte, sondern Coiffeuse (Urk. D1 3/1 S. 2; Urk. D1 3/3 S. 3), wo-

bei sie diese Angabe im Verlauf des Vorverfahrens berichtigte (z.B. in Urk. D1 3/5 

S. 12). Dieser Umstand ist auf den ersten Blick zwar erstaunlich, doch vermag er 

ihre Glaubwürdigkeit letztlich nicht entscheidend einzuschränken, weil – einher-

gehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 121 E. II.E.1.3.) – 

naheliegend erscheint, dass allenfalls fremdenpolizeiliche Probleme oder eventu-

ell die Stigmatisierung ihres Berufs als Prostituierte dafür verantwortlich sind. Das 

weitere Vorbringen der bisherigen Verteidigung, wonach offensichtlich von Leuten 

aus dem Milieu auf die Privatklägerin 7 eingewirkt worden sei, was zeige, dass 

der Beschuldigte "vom Milieu reingelegt" worden bzw. ein leidtragendes Opfer des 

Milieus sei (Urk. 95 S. 16 ff.), findet in den Akten keine rechtsgenügende Stütze: 

Zwar ist unklar, um wen es sich bei "L._____" handelt, mit welchem die Privatklä-

gerin 7 angeblich eine persönliche und sexuelle Beziehung unterhält und welchen 

sie verdächtigte, sie als Prostituierte bezeichnet zu haben (Urk. D1 3/3 S. 4). Auf-

- 27 - 

grund dieser Erwägungen drängt sich die Vermutung auf, dass es sich bei 

"L._____" um ihren Zuhälter handeln könnte, zumal sie nicht bereit war, weitere 

Angaben über ihn zu machen. Inwiefern sich diese Umstände für den Anklagesa-

chverhalt und die Beziehung des Beschuldigten zum Milieu, welche weder von 

ihm noch von seiner Verteidigung auch nur im Ansatz substantiiert wurde, auszu-

wirken vermögen, muss – insofern nicht der nachfolgend bei der Prüfung der 

Glaubhaftigkeit der Aussagen zu erörternde, seitens des Beschuldigten behaupte-

te "Angriff der Südamerikaner" gemeint ist – mangels rechtsgenügender Stütze in 

den Akten offen bleiben. Nicht ausser Acht zu lassen ist der Umstand, dass die 

Privatklägerin 7 in vorliegendem Verfahren finanzielle Interessen geltend macht, 

auch wenn sie ihre Aussagen als Auskunftsperson unter der Strafandrohung von 

Art. 303 - 305 StGB zu Protokoll gab. Im Zentrum steht aber auch bei der Privat-

klägerin 7 die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

4. Die jeweils als Zeugen einvernommenen M._____ und N._____ waren an-

lässlich ihrer Befragungen in dieser Eigenschaft unter der Strafandrohung von 

Art. 307 StGB zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet. Dies und der Um-

stand, dass sie beide den Beschuldigten nicht – zumindest nicht näher als vom 

Sehen her (vgl. Urk. D1 5/7 S. 2) – kannten, lassen darauf schliessen, dass ihre 

Haltung dem Beschuldigten gegenüber neutral zu werten ist, was ihre Glaubwür-

digkeit erhöht. So oder anders steht aber auch bei diesen beiden Personen die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen im Zentrum. 

5.  Die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 8 ist aufgrund ihrer Interessenlage 

als etwas eingeschränkt zu beurteilen. Wegen ihrer Konstituierung als Privatklä-

gerin sind mit einem negativen Ausgang des Prozesses für den Beschuldigten 

verbundene finanzielle Interessen nicht auszuschliessen. Die seitens des Be-

schuldigten vorgebrachte sinngemässe Diskreditierung der Privatklägerin 8 als 

Teil einer gegen ihn gerichteten Verschwörung (Urk. 95 S. 30 u. 34 ff.; Prot. II 

S. 57 ff.) entbehrt allerdings nicht zuletzt auch aufgrund der unterbliebenen Kon-

kretisierung dieser Vermutung durch den Beschuldigten selbst (Urk. D1 4/11 S. 6 

f.; Prot. II S. 57 ff. und S. 81 f.) oder seiner Verteidigung (Urk. 95 S. 30 ff.; 

Urk. 263 S. 17 ff.) einer nachvollziehbaren Grundlage. So macht der Beschuldigte 

- 28 - 

geltend, es sei um etwas anderes gegangen als um Sex (Urk. D1 4/7 S. 6) bzw. 

die Privatklägerin 8 habe – wie mehrere andere Personen – Schulden bei ihm ge-

habt (Urk. 90 S. 10). Ausserdem gab er an, dass jemand sehr viel Geld mache in 

der Zeit, in welcher er eingesperrt sei, wobei er die daran anschliessende Frage, 

ob er ein Zuhälter sei, verneinte (Urk. D1 4/11 S. 7). Andernorts stellte der Be-

schuldigte ferner in Abrede, ein Drogendealer zu sein (Urk. D1 4/11 S. 5), was er 

kurz später wieder relativiert, indem er die Aussage trifft, immer im Kreis 4 zu sein 

und zu dealen (Urk. D1 4/11 S. 16), womit deutlich wird, dass der Beschuldigte je 

nach Kontext seiner Befragung gewillt ist, widersprüchliche Angaben zu machen, 

ohne Substantielles zur Aufklärung seiner Rolle beizutragen. Konkretere Ausfüh-

rungen wollte der Beschuldigte – auch heute – nicht machen und die Frage, wes-

halb ihn die Privatklägerin 8 zu Unrecht einer schweren Straftat bezichtigen sollte 

bzw. er Opfer einer Verschwörung sein soll, wollte er nicht konkret beantworten 

(Urk. D1 4/3 S. 5 f.; D1 4/11 S. 6; Urk. 90 S. 10; Prot. II S. 57 ff. und S. 63 f.). Im-

merhin deutete der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung erstmals 

Gründe an, welche eine Verschwörung möglich machen könnten. Namentlich gab 

er relativ konkret an, dass er bei Drogenlieferungen an Prostituierte involviert ge-

wesen sein könnte: Auf die Frage, womit er vor seiner Verhaftung seinen Lebens-

unterhalt bestritten habe, führte der Beschuldigte aus, man lese in sämtlichen 

Einvernahmen zwischen den Zeilen, wovon er lebe. Darauf macht er vage Be-

merkungen, wonach er niemanden vergifte, wobei man dies eigentlich schon so 

sagen könne (Prot. II S. 55 f.). Darauf angesprochen, dass der Beschuldigte ein-

mal aussagte, er sei immer im Kreis 4 gewesen, um dort zu dealen (D1/4/11 S. 6), 

an anderer Stelle aber bestritten habe, ein Drogendealer zu sein (D1/4/11 S. 5), 

meinte der Beschuldigte, er wolle sich nicht selber belasten (Prot. II S. 56). Nach-

folgend führte er aber aus, es gebe verschiedene Leute, die dasselbe machten, 

welche zum Beispiel Prostituierten Drogen verkauften (Prot. II S. 57). Auch diese 

Andeutungen führen aber nicht zu einem konkreten Verdacht, dass die Privatklä-

gerin 8 in eine Verschwörung gegen ihn involviert sein könnte.  

Die Verteidigung vor Vorinstanz brachte vor, die Privatklägerin 8 sei von Leuten 

aus dem Milieu mit Gewalt zu ihren Aussagen gezwungen worden (Urk. 95 S. 30 

u. 34). Ausserdem habe sie verschwiegen, den Beschuldigten bereits länger ge-

- 29 - 

kannt und mit ihm sexuellen und sozialen Kontakt gehabt zu haben (Urk. 95 

S. 34). Schliesslich sei laut der Verteidigung der Umstand der späten Anzeigeer-

stattung durch die Privatklägerin 8 ungewöhnlich und lasse darauf schliessen, 

dass die Untersuchungsbehörden möglichst keine konkreten Spuren sichern 

konnten, was die Vermutung stütze, dass der Beschuldigte vom Milieu "in die 

Pfanne gehauen" wurde (Urk. 95 S. 34). 

Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 121 

E. II.E. 2.2.2.) hätte der Beschuldigte ein grosses Interesse daran, detaillierte und 

überprüfbare Ausführungen zur Motivlage der Privatklägerin 8 zu machen, wäre 

an seinen zuvor wiedergegebenen Behauptungen bzw. denjenigen der Verteidi-

gung tatsächlich etwas dran. Auch wenn er anlässlich der Berufungsverhandlung 

erstmals sein "Business" andeutete, welches Grundlage einer Verschwörung sein 

könnte, hat er damit noch lange keine substantiierten Hinweise für eine Ver-

schwörung dargetan. Es finden sich für seine Darlegung der Motivlage der Privat-

klägerin 8 keinerlei Anhaltspunkte in den Akten, es gibt keine Hinweise, dass sich 

die Privatklägerinnen 3, 7 und 8 gekannt haben könnten, und es gibt auch keiner-

lei Anhaltspunkte, wer hinter einer solchen Verschwörung die Drahtzieher sein 

könnten. Weshalb der Beschuldigte, obwohl ihm eine hohe Strafe droht, keine 

näheren Angaben dazu macht, ist nicht nachvollziehbar. Für die späte Anzeigeer-

stattung durch die Privatklägerin 8 sind schliesslich plausible Gründe auszu-

machen. Diesbezüglich ist auf die Würdigung ihrer Aussagen zu verweisen 

(nachstehend unter E. F.2.1.-2.11., insb. 2.8.). Nach dem Gesagten sind die Aus-

führungen seitens des Beschuldigten zur Motivlage der Privatklägerin 8 als reine 

Schutzbehauptungen einzustufen (s. dazu auch nachstehend unter E. F.1.8. f.). 

Bei der Würdigung der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 8 ist schliesslich in Be-

tracht zu ziehen, dass sie ihre Aussagen als Auskunftsperson unter der Strafan-

drohung von Art. 303 - 305 StGB machte. Auch bei ihr ist indes in erster Linie die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen massgebend. 

6.  Die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 3 ist angesichts des Umstands, dass 

sie – ebenfalls – unter der Strafandrohung von Art. 303 - 305 StGB als Auskunfts-

person einvernommen wurde, grundsätzlich als erhöht einzustufen. Andererseits 

- 30 - 

ist zu berücksichtigen, dass sie als auch im Zivilpunkt konstituierte Privatklägerin 

ein nicht unerhebliches finanzielles Interesse am Ausgang des Verfahrens hat, 

weshalb ihre Ausführungen dennoch mit einer gewissen Zurückhaltung zu bewer-

ten sind. Seitens des Beschuldigten wird die Integrität und Motivlage der Privat-

klägerin 3 in Frage gestellt und eine Falschbezichtigung behauptet (Urk. 4/21 S. 9 

ff.). Allerdings unterlässt der Beschuldigte auch diesbezüglich konkrete Behaup-

tungen. So bringt der Beschuldigte vor, auch die Privatklägerin 3 sei geplant ge-

gen ihn vorgegangen (Urk. D1 4/21 S. 10), wobei er den genauen Grund hierfür 

nicht kenne (Urk. 90 S. 11). Die "Männer" hätten – im Gegensatz zu den Frauen – 

ein Problem mit ihm, weil er viel Geld mache (Urk. D1 4/11 S. 14), was zu sub-

stantiieren er genauso unterlässt wie seine Aussage, wonach nur ein bis zwei 

Personen "ihre Finger drinnen" hätten (Urk. D1 411 S. 14) bzw. sie einfach sein 

Geld hätten klauen wollen (Urk. D1 4/11 S. 13; s. dazu auch vorstehend unter E. 

5. und nachstehend unter E. F.1.10. sowie G.1.7.). Ausserdem habe die ganze 

Gruppe von ungarischen Frauen noch Schulden bei ihm gehabt (Urk. D1 4/11 

S. 12). Seitens der Verteidigung wird angefügt, dass es sich vorliegend um eine 

üble Verschwörung des Milieus gegen den Beschuldigten handle (Urk. 95 S. 49), 

wofür auch der Umstand der späten Anzeigeerstattung erst am 16. Juli 2018 

spreche (Urk. 95 S. 42 u. 46). Auch hinsichtlich dieses Anklagevorwurfes hätte 

der Beschuldigte ein grosses Interesse daran, detaillierte und überprüfbare Aus-

führungen zur Motivlage der Privatklägerin 3 zu machen, wäre an seinen pau-

schalen Behauptungen oder denjenigen seiner Verteidigung tatsächlich etwas 

dran. Ausserdem finden sich für die von seiner Seite behauptete Motivlage der 

Privatklägerin 3 keine Anhaltspunkte in den Akten. Für die späte Anzeigeerstat-

tung durch die Privatklägerin 3 sind plausible Gründe auszumachen, wofür auf die 

Würdigung ihrer Aussagen zu verweisen ist (nachstehend unter E. G.2.4.). Des-

halb sind auch die Ausführungen seitens des Beschuldigten zur Motivlage der 

Privatklägerin 3 als reine Schutzbehauptungen einzustufen (s. dazu auch nach-

stehend unter E. G.1.4.). 

7. Hinsichtlich der bezüglich Dossier 4 – nebst dem Beschuldigten – befragten 

Personen ist Folgendes auszuführen: Bei der Würdigung der Aussagen der Pri-

vatklägerin 5 ist zu berücksichtigen, dass sie ihre Aussagen als Auskunftsperson 

- 31 - 

unter der Strafandrohung von Art. 303 - 305 StGB machte, was ihre Glaubwürdig-

keit tendenziell stärkt. Durch ihre Konstituierung als Privatklägerin ist aber ein fi-

nanzielles Interesse am Ausgang des Prozesses nicht auszuschliessen, was ihre 

Glaubwürdigkeit wieder etwas einzuschränken vermag, weshalb ihre Aussagen 

mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen sind. Aus den Akten geht hervor, 

dass sie bereits unmittelbar im Anschluss an den anklagegegenständlichen Vor-

fall finanzielle Kompensationsmöglichkeiten thematisierte (s. nachstehend unter 

E. H.3.3.7.). Finanzielle Interessen unterstellt ihr auch der Beschuldigte ("Viel-

leicht will sie Geld…": Urk. D4 2/2 S. 9; bzw. seine Aussage, wonach die Privat-

klägerin 5 danach gegoogelt habe, was man für eine Vergewaltigung bekomme: 

Urk. D1 4/21 S. 11), welcher ihre Integrität in Frage stellt und von einer Falschbe-

zichtigung ausgeht. Ein weiteres Motiv für eine Falschbezichtigung liege laut dem 

Beschuldigten darin begründet, dass die Privatklägerin 5 eigentlich etwas von 

O._____ habe wollen und sie bemerkt habe, dass er wach gewesen sei und ihre 

sexuellen Handlungen mitbekommen habe (Urk. D4 2/1 S. 9 f.). Seitens der Pri-

vatklägerin 5 wurde ausgeführt, dass sie am besagten Abend im Club mit 

O._____ rumgemacht bzw. mit ihm geküsst habe (Urk. D4 3/1 S. 5; Urk. D4 3/2 S. 

9 u. 16 f.). Sie stellt indes in Abrede, am besagten Abend etwas von O._____ ge-

wollt zu haben. Sie hätten sich im Club geküsst, weil es einfach so ein schöner 

Moment gewesen sei (Urk. D4 3/2 S. 43). Auf die Plausibilität der in die Richtung 

einer Falschbezichtigung durch die Privatklägerin 5 weisenden Vermutung des 

Beschuldigten ist im Rahmen der Aussagen- und übrigen Beweiswürdigung näher 

einzugehen (nachstehend insb. unter H.1.3.-1.10. sowie H. 3.2.4.). 

8. Bei O._____ ist zu berücksichtigen, dass er bei der Staatsanwaltschaft hin-

sichtlich Dossier 4 als Auskunftsperson unter der Strafandrohung von Art. 303 - 

305 StGB einvernommen wurde (Urk. D4 4/6 S. 1 ff.), was seine Glaubwürdigkeit 

tendenziell stärkt. Gemäss eigenen Angaben stand er – in Übereinstimmung mit 

denjenigen des Beschuldigten (Urk. D4 2/1 S. 6) – in einem sehr engen, freund-

schaftlichem Kontakt zum Beschuldigten (act. D4 4/6 S. 4) – weshalb er – einher-

gehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 121 E. II.D,.4.2.) – 

geneigt sein konnte, im Sinne des Beschuldigten auszusagen. Deshalb sind seine 

Aussagen mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen. Beträchtliche Zweifel an der 

- 32 - 

Integrität von O._____ ergeben sich aufgrund seiner Falschangaben hinsichtlich 

eines für diesen Anklagevorwurf untergeordneten Rahmengeschehens: So sagten 

die Privatklägerin 5 wie auch P._____ übereinstimmend und konstant aus, dass 

"Q._____" – gemeint ist O._____ (vgl. Urk. D4 4/6 S. 3 bzw. Urk. D4 4/2 S. 3 oder 

Urk. D4 4/3 S. 4) – mit seinem Ersatzwagen zu ihnen gekommen sei (Urk. D4 3/2 

S. 9 u. 11) und das Fahrzeug auch zum Club (Urk. D4 3/2 S. 10 ff.) wie auch auf 

dem Nachhauseweg gefahren sei (Urk. D4 3/1 S. 2; Urk. D4 3/2 S. 21 bzw. die 

Aussagen von P._____: Urk. D4 4/2 S. 4; Urk. D4 4/3 S. 10, 14 u. 16). O._____ 

widerspricht dieser Sachdarstellung und behauptet, nicht er sondern ein Kollege 

von ihm, R._____, sei gefahren (Urk. D4 4/1 S. 5; Urk. D4 4/6 S. 9 ff.). Der Be-

schuldigte bestätigte diese Sachdarstellung konstant, sagte aber anlässlich der 

Berufungsverhandlung auf die Frage, wer gefahren sei, aus, man wisse es ja ei-

gentlich schon, er wolle aber niemanden belasten (Urk. D4 2/1 S. 4 f.; Urk. D4 2/2 

S. 6; Prot. II S. 68 ff.). Auch hätten sie den Alkohol, nachdem sie sich die Eintritte 

in den Club gesichert gehabt hätten, laut O._____ nicht im Auto, sondern in einem 

naheliegenden Park konsumiert (Urk. D4 4/6 S. 11 f.). Auffällig erscheint in die-

sem Zusammenhang ferner, dass O._____ gegenüber den Strafverfolgungsbe-

hörden vorgab, aufgrund eines Telefonwechsels über keine Kontaktdaten mehr 

von R._____ zu verfügen, wobei er auch keine Daten vom bisherigen Mobiltelefon 

übernommen haben will (Urk. D4 4/6 S. 15), was sehr ungewöhnlich ist und sei-

nem Bestreben, anderslautende Äusserungen gegenüber den Untersuchungsbe-

hörden zur Wahrheit hinsichtlich des tatsächlichen Lenkers am besagten Abend 

zu vermeiden, entgegenkommt. Kommt hinzu, dass O._____ und auch der Be-

schuldigte im Tatzeitpunkt über keinen Führerausweis verfügten (vgl. Urk. D4 

4/8/3/1-2; Urk. D9 9/1-2) und O._____ rund einen Monat später im Rahmen einer 

anderen Strafuntersuchung einräumte, am 10. Dezember 2017 ein Fahrzeug ge-

lenkt zu haben, ohne im Besitze eines gültigen Führerausweises zu sein, wobei er 

den Ausweis von R._____ auf sich trug, mit welchem Namen er sich gegenüber 

den ihn kontrollierenden Polizisten auswies und in dessen Namen der Wagen 

damals angeblich auch gemietet wurde (vgl. Urk. D4 4/8/3/1-2). Diese Umstände 

erweisen sich als sehr auffällig und legen bereits nahe, dass O._____ im Tatzeit-

punkt gleich vorging. Der Lüge überführt werden O._____ und damit auch der Be-

- 33 - 

schuldigte durch die Aussagen von R._____: Dieser gab, von der Staatsanwalt-

schaft als Zeuge dazu befragt, zwar zu Protokoll, sich nicht genau daran zu erin-

nern zu vermögen. Auch bestätigte er, gelegentlich als Fahrer des Beschuldigten 

und von O._____ fungiert zu haben, weil die beiden über keinen Führerausweis 

verfügt hätten. Es sei auch vorgekommen, dass er die beiden in den Ausgang ge-

fahren und danach wieder abgeholt habe. Konkret angesprochen auf die in Frage 

stehende Nacht gab er an, davon auszugehen, dass er nicht gefahren sei, weil er 

sich daran erinnern würde können, wenn er tatsächlich nach S._____ und dann 

zum Club "T._____" gefahren wäre. Ausserdem glaube er – auf Vorhalt eines Fo-

tos einer der beteiligten Frauen – nicht, dass diese je in seinem Auto gesessen 

habe (Urk. D4 4/7 S. 4 ff.). Vor dem Hintergrund, dass die Zeugeneinvernahme 

von R._____ lediglich rund ein halbes Jahr nach den hier interessierenden Fahr-

ten durchgeführt wurde, und eine Erinnerung an die nicht alltäglichen Routen, die 

vier Insassen und die Umstände wie beispielsweise der Halt beim "U._____" auf 

der Rückfahrt äusserst plausibel gewesen wäre, ist – einhergehend mit der zutref-

fenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 121 E. II.E.4.2.3.) – damit erstellt, dass 

O._____ anlässlich seiner Einvernahmen gelogen hat und er es selbst war, der 

gefahren ist. Eine weitere Lüge ist bei diesem Beweisergebnis auch in der Be-

hauptung von O._____ festzustellen, wonach sie den Alkohol, nachdem sie sich 

die Eintritte in den Club gesichert gehabt hätten, nicht im Auto, sondern in einem 

naheliegenden Park konsumiert hätten (Urk. D4 4/6 S. 11 f.). Offensichtlich ver-

sucht er dadurch die dann nicht mehr erforderliche Anwesenheit von R._____ mit 

seinem Wagen zu erklären. Eine weitere – erneut mit dem Beschuldigten (s. 

nachstehend unter E. H.1.9. sowie E. H.3.2.3. u. H.3.2.6.) – abgestimmte Lüge 

ergibt sich aus seinen gegenüber der Staatsanwaltschaft gemachten Antworten, 

wonach er es auf konkrete Frage seitens der Staatsanwaltschaft geflissentlich un-

terliess, den Beschuldigten als Zuhörer beim Telefonat mit P._____ vom 18. No-

vember 2017, 22:13 Uhr, zu erwähnen und vielmehr angab, jener sei bereits frü-

her am besagten Abend auf den Zug gegangen, um seine Familie in V._____ zu 

besuchen (Urk. D4 4/6 S. 30). In der bei den Akten liegenden Videoaufzeichnung 

des Telefongesprächs mit P._____ wurde der Beschuldigte allerdings – neben 

O._____ auf dem Sofa sitzend – kurz gefilmt (Video 2: Minute 01:36), wobei auch 

- 34 - 

sein …-förmiges Tattoo auf dem linken Handrücken erkennbar ist (s. auch als 

Vergleichsfoto des Beschuldigten: Fotodokumentation des Forensischen Instituts 

Zürich: Urk. D1 1/11 S. 19). Somit bestehen auch aus diesem Grund beträchtliche 

Zweifel an der Integrität von O._____, weil gestützt auf dieses Aussageverhalten 

erkennbar wird, dass ihm seine Loyalität gegenüber dem Beschuldigten wichtiger 

erscheint als die Angabe der Wahrheit gegenüber den Strafbehörden. Seine übri-

gen Aussagen sind auch deshalb mit grösster Zurückhaltung zu würdigen, auch 

wenn die Glaubhaftigkeit der Aussagen vorrangig ist.  

Hinsichtlich Dossier 5 ist zu bemerken, dass O._____ von der Staatsanwaltschaft 

als Zeuge einvernommen wurde und in dieser Eigenschaft unter der Strafandro-

hung von Art. 307 StGB zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet war (Urk. 

D5 5/4 S. 1 ff.). Dieser Umstand könnte seine Glaubwürdigkeit stärken. Allerdings 

bestehen – wie zuvor einlässlich ausgeführt – gewichtige Anzeichen, dass ihm 

seine Loyalität gegenüber dem Beschuldigten, welchen er als seinen besten 

Freund bezeichnet (Urk. D5 5/2 S. 2), wichtiger erscheint als die Angabe der 

Wahrheit gegenüber den Strafbehörden. Seine Aussagen sind deshalb mit gröss-

ter Zurückhaltung zu würdigen. Im Zentrum steht aber auch hinsichtlich Dossier 5 

die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. 

9. P._____ wurde als Zeugin unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB ein-

vernommen und war demnach zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet (vgl. 

Urk. D4 4/3 S. 2), was ihre Glaubwürdigkeit tendenziell zu stärken vermag. Sie 

lebte zur Zeit des angeklagten Vorfalles mit der Privatklägerin 5 in einer Wohn-

gemeinschaft, wobei sie sich seit mehreren Jahren kannten und eine kollegiale 

Beziehung pflegten (Urk. D4 4/2 S. 1 f.; D4 4/3 S. 4). Dieser Umstand deutet da-

rauf hin, dass sie sich der Privatklägerin 5 gegenüber verpflichtet fühlen könnte, 

weshalb ihre Aussagen mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen sind. In 

erster Linie ist indes – auch bei ihr – die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen massge-

bend. 

10. Bei den als Auskunftsperson zu Dossier 5 gemachten Aussagen des Pri-

vatklägers 6 ist zu berücksichtigen, dass er seine Aussagen als Auskunftsperson 

unter der Strafandrohung von Art. 303 - 305 StGB zu Protokoll gab (Urk. D5 4/2 

- 35 - 

S. 1 f.). Seine Konstituierung als Privatkläger im Zivilpunkt und seine Anmeldung 

finanzieller Interessen (Urk. D5 7/1) vermögen seine Glaubwürdigkeit demgegen-

über etwas zu beeinträchtigen. Die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen steht aber so 

oder anders im Zentrum. 

11. Die weiteren zu Dossier 5 einvernommenen Personen, W._____ und 

AA._____, machten ihre Aussagen bei der Staatsanwaltschaft als Zeugen und 

wurden unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB einvernommen (Urk. D5 5/5 

S. 1 f.; Urk. D5 5/6 S. 1 f.). Sie waren demnach zur wahrheitsgemässen Aussage 

verpflichtet, was ihre Glaubwürdigkeit tendenziell zu stärken vermag. AA._____ 

gab an, den Privatkläger 6 vom Sehen zu kennen, mit jenem indes nicht enger in 

einem kollegialen Verhältnis zu stehen bzw. diesen nur flüchtig zu kennen (Urk. 

D5 5/1 S. 1; Urk. D5 5/6 S. 2). Den Beschuldigten und O._____ kenne er nicht 

und der Name W._____ sage ihm nichts (Urk. D5 5/6 S. 2). Erstaunlich erscheint, 

dass W._____ demgegenüber zu Protokoll gab, dass AA._____ ein Kollege von 

ihm sei (Urk. D5 5/5 S. 2). Den Privatkläger 6, welcher im gleichen Dorf gewohnt 

habe, kenne er vom Sehen her. Den Beschuldigten oder O._____ kenne er dem-

gegenüber nicht (Urk. D5 5/3 S. 2; Urk. D5 5/5 S. 2). Zentral erscheint, dass die 

beiden Zeugen weder mit dem Beschuldigten noch mit dem Privatkläger 6 in einer 

engeren Beziehung zu stehen scheinen. Die unterschiedlichen Angaben hinsicht-

lich ihrer Beziehung untereinander irritieren zwar etwas, vermögen ihre Glaub-

würdigkeit indes nicht entscheidend einzuschränken, da ein Missverständnis (wie 

zum Beispiel, dass AA._____ W._____ unter einem anderen Namen kennen 

könnte) nicht vollends ausgeschlossen werden kann. Aber auch hier steht die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen im Zentrum.  

 

E. Dossier 1 

1. Sachdarstellung des Beschuldigten 

1.1. Vorab ist festzustellen, dass der Beschuldigte hinsichtlich Dossier 1 aner-

kennt, dass er der Privatklägerin 7 diverse Verletzungen zugefügt hat (vgl. Urk. 95 

- 36 - 

S. 9; Prot. II S. 59). Im Laufe des Vorverfahrens anerkannt wurde seitens des Be-

schuldigten ferner, dass er den Schlüsselbund der Privatklägerin 7 mitgenommen 

hat (Urk. D1 4/2 S. 7; Urk. D1 4/5 S. 6), wobei ihm angesichts des Umstands, 

dass dieser bei seiner Flucht aus der Wohnung bei ihm sichergestellt wurde (Urk. 

D1 10/1 S. 2), letztlich auch keine andere Möglichkeit übrig blieb, als dies zuzu-

geben. 

1.2. Allerdings bestreitet er den ihm damit in der Anklage zur Last gelegten 

Sachzusammenhang. Vielmehr macht der Beschuldigte geltend, es sei nach ent-

sprechender Bezahlung der als Prostituierten tätigen Privatklägerin 7 in ihrer 

Wohnung zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen, als er von einer 

Gruppe von Leuten angegriffen worden sei, wobei er die Privatklägerin 7 als 

Schutzschild benutzt habe, bei welchen Notwehr- bzw. Notstandshandlungen des 

Beschuldigten die festgestellten Verletzungen entstanden seien (Urk. 95 S. 9; 

Prot. II S. 59 f.). 

1.3. Diese Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten vermag aus nachfolgen-

den Gründen nicht zu überzeugen: Auffällig erscheint vorerst, dass der Beschul-

digte lediglich sehr ungenaue und undetaillierte Angaben zur Anzahl Angreifer 

und deren Erscheinungsbild sowie auch uneinheitliche Schilderungen des Ge-

schehensablaufs machte (Urk. D1 4/1 S. 2 ff.; D1 4/2 S. 4 ff.; Urk. D1 4/5 S. 4 ff.; 

Urk. D1 4/7 S. 4 ff.; Urk. D1 4/9 S. 2 ff.; Urk. D1 4/21 S. 4 ff.; Prot. I S. 8 f.; Prot. II 

S. 59 ff.). Es ist nicht nachvollziehbar, dass die mangelnde Präzision seiner Schil-

derungen durch die von ihm mehrfach geltend gemachte Raschheit des Hand-

lungsablaufs bedingt war. Sein ausweichendes und äusserst pauschalisierendes 

Aussageverhalten weist vielmehr auf die Unwahrheit seiner Angaben hin. Exemp-

larisch zeigt sich dies beispielsweise daran, dass er nebst dem Erscheinungsbild 

der Angreifer auch nicht detailliert zu beschreiben vermochte, wohin er von den 

angeblichen Angreifern geschlagen worden sei und lediglich zu Protokoll gab, 

"überall" hin geschlagen worden zu sein, wobei er nicht mehr wisse, wie dies - ob 

mit Faust oder mit Fusstritten – erfolgt sei bzw. er gar nicht so darauf geachtet 

haben will (Urk. D1/4/7 S. 5 u. 10). Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung 

der Vorinstanz ist demgegenüber auffällig, dass der Beschuldigte recht konkret 

- 37 - 

beschrieb, dass er in den Finger gebissen wurde und dies "sehr weh" bzw. "fürch-

terlich weh" getan habe (Urk. D1/4/7 S. 4 u. 10), was darauf hindeutet, dass er 

den Biss – im Gegensatz zu den Schlägen – tatsächlich erlebt hat. Anlässlich der 

Berufungsverhandlung relativierte der Beschuldigte seine bisherigen Aussagen, 

dass er verprügelt worden sei. Es sei nicht unbedingt ein Verprügeln gewesen, 

sondern ein Beklauen. Die Angreifer hätten eigentlich nur etwas anderes wegge-

nommen (Prot. II S. 60). Diese Aussage steht in offensichtlichem Widerspruch zu 

seinen bisherigen Aussagen, wonach er am Boden liegend von den Angreifern 

verprügelt worden sei (Urk. D1 4/1 S. 2 ff.). Ebenfalls auffällig erscheint ferner, 

dass der Beschuldigte mehrfach mittels einer nicht nachvollziehbaren Begrün-

dung eine Antwort zum Themenbereich des angeblich gegen ihn erfolgten An-

griffs verweigerte: So erwiderte er beispielsweise auf die Frage, ob er nochmals 

schildern könne, wie das Ganze aus seiner Sicht abgelaufen sei, mit "Nein ich 

mag nicht" (Urk. D1/4/2 S. 4). An anderer Stelle machte er pauschale nichtssa-

gende Aussagen, indem er auf bereits gemachte Angaben verwies, betonte, dass 

er sich habe verteidigen wollen und zu Protokoll gab, das alles schnell gegangen 

sei und so Schlägereien immer mega schnell gehen würden (Urk. D1 4/5 S. 5). 

Auch ist seine Reaktion einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vo-

rinstanz (Urk. 121 E. II.E.1.2.3.) als Lügensignal zu werten, wenn er auf Diskre-

panzen in seinem Aussageverhalten angesprochen erwidert, dass er nicht mehr 

wisse, was er früher gesagt habe, und die Staatsanwaltschaft es lediglich darauf 

anlege, ihn zu provozieren (Urk. D1 4/7 S. 13). Auch die Hypothese, dass der Be-

schuldigte von den zwei Südamerikanern, mit welchen er zuvor in der AB._____-

Bar an der Langstrasse eine Auseinandersetzung hatte, bis in die Wohnung der 

Privatklägerin 7 verfolgt wurde, erweist sich bereits angesichts des Umstands, 

dass der Beschuldigte diese Personen nicht wiedererkannte und andere Motive 

als eine Vergeltungsaktion durch diese in den Raum stellt (Urk. D1 4/7 S. 7 u. 10; 

Urk. D1 4/9 S. 4), als äusserst unplausibel. Daran vermag der Umstand, dass der 

Beschuldigte teilweise angibt, dass es sich bei den Angreifern wohl um die Män-

ner aus der AB._____-Bar gehandelt haben könnte (Urk. D1 4/1 S. 2 f.; entspre-

chend die Verteidigung: Urk. 95 S. 10 ff.; Urk. 263 S. 12 f.) bzw. es sich bei den 

Angreifern ebenfalls um Dominikaner gehandelt habe (Urk. D1 4/21 S. 6), womit 

- 38 - 

er das Feld für potentielle Motive, weshalb er angegriffen wurde, offensichtlich zu 

öffnen sucht, nichts zu ändern. Abgesehen davon lässt sich bereits der aus den 

Akten hervorgehende zeitliche Verlauf nur schwer mit einem angeblichen Wieder-

auftauchen derselben Südamerikaner, welchen er zuvor in der AB._____-Bar be-

gegnet war, oder einem Bezahlen oder Erpressen der Privatklägerin 7 mit dem 

Ziel, ihn auf ein Zimmer zu locken und zu überfallen (so indes der Beschuldigte: 

Urk. D1 S. 2 u. auch die Verteidigung vor Vorinstanz: Urk. 95 S. 10 ff.), in Über-

einstimmung bringen (vgl. Urk. D1 24/1-3 sowie die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz: Urk. 121 E. II.E.1.2.5.).  

1.4. Auch die Behauptung des Beschuldigten, dass er die Privatklägerin 7 als 

Schutzschild vor den Angreifern benutzt habe (Urk. D1 4/7 S. 4 f., 9 u. 13), über-

zeugt in mehrfacher Hinsicht nicht: Erstens ist festzustellen, dass diese Schutz-

schild-These des Beschuldigten in den ersten Einvernahmen keine Erwähnung 

fand (Urk. D1 4/1 S. 2 ff.; D1 4/2 S. 2 ff.; Urk. D1 4/5 S. 4 ff.) bzw. er den Sach-

verhalt ganz anders schilderte, indem er beispielsweise angab, sich rechts auf die 

Seite abgedreht zu haben, um sich zu schützen, woraufhin er aber schon am Bo-

den gelegen sei und einfach nur Schläge bekommen habe (Urk. D1 4/1 S. 6), 

weshalb die angebliche Zuhilfenahme der Privatklägerin 7 als Schutzschild offen-

sichtlich einen nachgeschobenen Erklärungsversuch für das Geschehene dar-

stellt. Zweitens würde seine Aussage, wonach ihm die Privatklägerin 7 unmittelbar 

nach dem Auftauchen der Angreifer ohne einen durch ihn begründeten Anlass in 

den Finger gebissen habe (z.B. Urk. D1 4/7 S. 4), nur Sinn machen, wenn die Pri-

vatklägerin 7 mit den Angreifern gemeinsame Sache machte, wofür indes keine 

Anzeichen bestehen. Schliesslich erweist sich das vom Beschuldigten an den Tag 

gelegte Verhalten, wonach er die Privatklägerin 7 mehrfach gebissen habe, ange-

sichts des gegen ihn laufenden Angriffs mehrerer Männer als wenig nachvollzieh-

bar. Einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 121 

E. II.E.1.2.3.) wäre es diesfalls ungleich naheliegender gewesen, die Schläge der 

Angreifer abzuwehren oder zurückzuschlagen.  

1.5. Wenig plausibel und teilweise widersprüchlich erweist sich ferner die Erklä-

rung des Beschuldigten, dass er die Privatklägerin 7 überall hin gebissen habe, 

- 39 - 

weil er keine Frau schlagen könne (Urk. D1 4/7 S. 4 f. u. 12; Prot. II S. 59), zumal 

er anfänglich auch geltend machte, alles gebissen zu haben, was vor ihn gekom-

men sei bzw. überall reingebissen zu haben (Urk. D1 4/1 S. 2), was impliziert, 

dass er auch die angreifenden Männer erwischt habe. Letztere Behauptung steht 

wiederum damit in Widerspruch, dass er zuvor angab, die Schläge der Angreifer 

am Boden liegend erhalten zu haben (Urk. D1 4/1 S. 6), was ein zielgerichtetes 

Zubeissen als entsprechendes Verteidigungsmittel äusserst unwahrscheinlich er-

scheinen lässt. Auch seine Sachdarstellung, wonach er sich "locker" gegen die 

zwei Männer hätte wehren können, hätte ihm die Privatklägerin 7 nicht in den Fin-

ger gebissen, erscheint nicht nur unter Berücksichtigung des von ihm zeitweise 

geltend gemachten Umstands, beim Angriff der Männer am Boden gelegen zu 

sein, wenig überzeugend. Es erscheint offensichtlich, dass der Beschuldigte um 

eine Erklärung ringt, welche sich aus seiner Sicht mit den Verletzungsbildern der 

Privatklägerin 7 und ihm unter Mitberücksichtigung der angeblich anwesenden 

Angreifer in Einklang bringen lässt. 

1.6. Auch seine angebliche Flucht vor den Angreifern aus dem Schlafzimmer in 

die Küche erscheint wenig plausibel, weil diese durch eine einmalige Ausholbe-

wegung seinerseits ermöglicht worden sein soll, woraufhin die Angreifer ein biss-

chen zur Seite gegangen seien und er seine sieben Sachen gepackt und losge-

rannt sei (Urk. D1/4/7 S. 10 f.). Einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung 

der Vorinstanz (Urk. 121 E. II.E.1.2.3.) ist nicht glaubhaft, dass mehrere Männer, 

welche zuvor noch auf ihn eingeschlagen haben sollen, nun soweit zurückgewi-

chen sein sollen, dass der Beschuldigte noch Zeit hatte, um seine Kleidung auf-

zuheben und in die Küche zu flüchten. 

1.7. Auch der Umstand, dass der Beschuldigte durch den Korridor der Wohnung 

in die Küche und nicht aus der Wohnung geflüchtet sei (Urk. D1 4/1 S. 2), ergibt 

angesichts der Lage, in welcher sich der Beschuldigte befunden haben will, kei-

nen Sinn, zumal sich die Angreifer gestützt auf seine Darstellung im Schlafzimmer 

und nicht etwa im Flur befanden und somit – diese einmal überwunden – kein 

Hindernis auf dem Weg zur Wohnungstüre darstellten. Die Erklärung des Be-

schuldigten, dass er nicht gewusst habe, welche Türe die richtige sei, weil er "so 

- 40 - 

im Trauma unter Adrenalin" gestanden sei (Urk. D1 4/1 S. 2), vermag nicht zu 

überzeugen.  

1.8. Widersprüchlich und damit ebenfalls wenig überzeugend sind ferner seine 

Angaben, wie er sich in der Küche vor den Angreifern geschützt haben will: Einer-

seits bringt der Beschuldigte vor, einen Stuhl "wie im Film" unter die Türklinke ge-

stellt zu haben, um ein Eindringen der Angreifer zu verhindern (Urk. D1 4/1 S. 2 u. 

6; Urk. D1 4/2 S. 8) bzw. habe er versucht, dies zu tun, was aber nicht geklappt 

habe (Urk. D1 4/7 S. 5). Andererseits lässt er dies unerwähnt und gibt vor, die Tü-

re mit seinem Fuss zugehalten zu haben, während er sich so gut es ging angezo-

gen habe, wobei er nicht wisse, ob die anderen versucht hätten, die Türe zu öff-

nen, weil er den Türgriff mit voller Kraft gehalten habe (Urk. D1 4/7 S. 11), was 

insgesamt wenig plausibel erscheint. 

1.9. Ebenfalls unglaubhaft und widersprüchlich gestalten sich die weiteren Schil-

derungen des Beschuldigten, wie er aus der Wohnung gegangen sei: Einerseits 

gab er an, "um sein Leben" aus der Wohnung gerannt zu sein, ohne erneut auf 

die Angreifer gestossen zu sein (Urk. D1 4/1 S. 2; Urk. D1 4/7 S. 5; Prot. II 

S. 60 f.) bzw. dass eine Person aus dem Fenster gestiegen sei, wobei er nicht 

wisse, wer das gewesen sei (Urk. D1 4/7 S. 5). Andererseits macht er in späteren 

Einvernahmen geltend, dass zwar zuerst niemand da gewesen sei, er dann aber 

gesehen habe, wie jemand aus dem Schlafzimmer rausgekommen sei und er 

"dann mit dem Messer auf die los" gegangen sei bzw. im Schlafzimmer in Anwe-

senheit der anderen die Wohnungsschlüssel behändigt habe und sie "dann plötz-

lich weg" gewesen bzw. Leute aus dem Fenster gesprungen oder ins WC geflüch-

tet seien (Urk. D1 4/7 S. 11 f.; Urk. D1 4/9 S. 2 f.).  

1.10. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 121 

E. II.E.1.2.4.) erscheinen die Ausführungen des Beschuldigten auch nicht plausi-

bel: So ist nicht nachvollziehbar, dass die Angreifer dem Beschuldigten nicht in 

die Küche gefolgt und erst wieder auf ihn zugekommen sein sollen, als er mit ei-

nem Messer bewaffnet aus der Küche getreten sei. Auch den Grund, weshalb die 

Privatklägerin 7 aus dem Fenster gesprungen sein soll, konnte der Beschuldigte 

nicht glaubhaft erklären (z.B. in Urk. D1/4/9 S. 3) und versuchte offensichtlich, die 

- 41 - 

Privatklägerin 7 zu diskreditieren, um so von seiner Rolle abzulenken, indem er zu 

Protokoll gab, dass die Privatklägerin 7 für jemanden, der mit einem Messer be-

droht worden sein soll, "aber gemütlich runter" gegangen sei (Urk. D1 4/9 S. 9). 

Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass die Privatklägerin 7 wegen eines Angriffs 

auf sie selber aus dem Fenster sprang, als wegen eines Angriffs, welcher nicht ihr 

sondern dem Beschuldigten galt.  

1.11. Bei diesem klaren Beweisergebnis ist letztlich irrelevant, ob und wie lange 

sich der Beschuldigte tatsächlich in der Küche aufgehalten hat. Aufschlussreich 

ist aber immerhin, dass auch der Zeuge N._____, welcher den Beschuldigten in 

der Küche der Wohnung der Privatklägerin 7 erblickt sowie danach lediglich eine 

Person im Treppenhaus gesehen haben will, keinen Hinweis auf andere Männer 

oder eine von ihm beobachtete Verfolgungsjagd gab (Urk. D1/5/8 S. 3 ff.). Und 

entgegen der Interpretation der Verteidigung (Urk. 263 S. 12) hat der Zeuge 

N._____ keine Stimmen von Angreifern gehört, zumal er diese Stimmen als Frau-

enstimmen einschätzte (Urk. D1/5/8 S. 3 ff.). 

1.12. Die Aussagen des Beschuldigten vermögen aus den aufgezeigten Gründen 

nicht zu überzeugen und erweisen sich als unglaubhaft. 

2. Sachdarstellung der Privatklägerin 7 

2.1. Demgegenüber erweisen sich die Aussagen der Privatklägerin 7 zum Kern-

geschehen als sehr authentisch und glaubhaft. So schilderte sie in Bezug auf den 

Ablauf des sexuellen und tätlichen Übergriffs durch den Beschuldigten gleichblei-

bend und detailreich, dass der Beschuldigte sie mit einem Messer bedrohte und 

von ihr auf Spanisch Oralverkehr ("Chupamela") verlangt habe, wobei sie – ent-

gegen der Absicht des Beschuldigten – auf der Nutzung eines Kondoms bestan-

den habe (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 5 f.; Urk. D1 3/5 S. 6 f.; Urk. 260 S. 4 f. 

und S. 7), der Beschuldigte hernach unter Zwang mit seinem Glied vaginal in sie 

eingedrungen sei (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 5 u. 7; Urk. D1 3/4 S. 8; Urk. 

260 S. 4 f. und S. 7), er ihr nach einem kurzen Handgemenge den Hals zuge-

drückt habe, woraufhin sie nicht richtig atmen habe können und ihr schwindlig 

geworden sei (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 6; Urk. D1 3/5 S. 8 ff.), er sie von 

- 42 - 

hinten mittels eines Unterarmgriffes in einen Schwitzkasten genommen habe, 

wodurch sie daran gewesen sei, ihr Bewusstsein zu verlieren bzw. dieses kurz 

verloren habe (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 6; Urk. D1 3/5 S. 9 f.; Urk. 260 

S. 5) und es bei ihr zu einem Urinverlust gekommen sei (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 

3/3 S. 7; Urk. D1 3/4 S. 11; Urk. 260 S. 5, 9 und 12), der Beschuldigte ihr ins Ohr 

und andere Körperstellen gebissen habe (Urk. D1 3/3 S. 6; Urk. D1 3/4 S. 11; Urk. 

260 S. 5 und 8 f.) sowie mit den Fäusten auf sie eingeschlagen habe (Urk. D1 3/3 

S. 6; Urk. D1 3/4 S. 11; Urk. 260 S. 8 f.). Eindrücklich und konstant schilderte die 

Privatklägerin 7, dass sie sich nur dadurch befreien konnte, indem sie den Be-

schuldigten in den Finger gebissen und dabei sogar Zahnkronen verloren habe 

(Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 6; Urk. D1 3/5 S. 11; Urk. 260 S. 5 und 8). 

Gleichbleibend führte die Privatklägerin 7 ferner aus, dass sie der Beschuldigte 

auf Spanisch mit dem Tod ("te voy a matar") bedrohte, was sie in grosse Angst 

und Panik versetzt habe (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 6; Urk. D1 3/5 S. 10; 

Urk. 260 S. 7). 

2.2. Die von der Privatklägerin 7 geltend gemachten Verletzungen werden durch 

die bei den Akten liegende Fotodokumentation (Urk. D1 6/3 S. 38 ff.) und das 

Gutachten seitens des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) 

vom 28. September 2018 zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin 7 

(Urk. D1 9/6; vgl. auch Urk. D1 9/2) belegt. Der Fund von DNA-Rückständen im 

Fingernagelschutz der Privatklägerin, welche mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit 

dem Beschuldigten zuzuordnen sind (vgl. Gutachten des IRM vom 7. Dezember 

2018: Urk. D1 9/8 S. 2 ), deutet überdies darauf hin, dass sie sich – wie von ihr 

geltend gemacht – heftig gewehrt hat.  

2.3. Der Umstand, dass bei der Privatklägerin 7 keine Halsverletzungen festge-

stellt wurden, vermag ihre glaubhaften Ausführungen nicht zu widerlegen. Ge-

mäss den Gutachtern des IRM vom 28. September 2018 könne es durch die breit-

flächige Kompression des Unterarmwürgegriffes dazu kommen, dass Halsverlet-

zungen aussen kaum sichtbar seien oder gänzlich fehlen würden. Ein Unterarm-

würgegriff wurde von den Gutachtern als lebensbedrohlich eingestuft, selbst wenn 

sichtbare Befunde wie Stauungsblutungen fehlen (Urk. D1/9/6 S. 7 f.). Einherge-

- 43 - 

hend mit der unter Verweis auf das IRM-Gutachten (Urk. D1 9/6 S. 7) gemachten 

zutreffenden Feststellung der Vorinstanz (Urk. 121 E. II.E.1.4.5.) weisen die von 

der Privatklägerin 7 glaubhaft beschriebenen Symptome wie Schwindelgefühl, 

Sehstörungen und unwillkürlicher Urinabgang (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 7; 

Urk. D1 3/5 S. 10) auf das Bestehen einer Lebensgefahr hin.  

2.4. Zu vermerken ist ferner, dass die Privatklägerin 7 den Beschuldigten nicht 

unnötig belastet, was für die Glaubhaftigkeit ihrer Sachdarstellung spricht: So gab 

sie zu Protokoll, dass sie dem Beschuldigten gesagt habe, dass er die Fr. 20.-, 

welche sie im Portemonnaie habe, haben könne, wenn er Geld wolle, woraufhin 

er erwidert habe, er wolle kein Geld. Auch ihre Aussage, dass der Beschuldigte 

ihr gesagt habe, jemand habe ihm Fr. 400.- weggenommen, weshalb er wolle, 

dass sie ihm eins blase (Urk. D1 3/3 S. 5), erweist sich als dermassen originell 

und authentisch, dass nur schwer denkbar erscheint, dass die Privatklägerin 7 

diese Konversation erfunden haben könnte. 

2.5. Die Darstellung der Privatklägerin 7 enthält – einhergehend mit der zutref-

fenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 121 E. II.E.1.3.) – häufig gefühlsmässige 

Verknüpfungen, was auf tatsächlich Erlebtes hinweist. Insbesondere die Be-

schreibungen ihrer anlässlich des Übergriffs erlittenen grossen Angst und Panik 

erweisen sich als eindrücklich (z.B. Urk. 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 5 f.; Urk. D1 3/5 

S. 10; Urk. 260 S. 7), weshalb ein Erfinden der geschilderten Situationen ausge-

schlossen erscheint. 

2.6. Der Umstand, dass die Privatklägerin 7 ohne weiteres angab, den Beschul-

digten nach dessen verunglückter Flucht getreten zu haben (Urk. D1 3/2 S. 4; 

Urk. D1 3/5 S. 13), lässt auch ihre Darstellung der übrigen Ereignisse glaubhaft 

erscheinen, scheint sie doch nicht bemüht, sich in ein besonders günstiges Licht 

zu rücken. 

2.7. Die Ausführungen der Privatklägerin 7 weisen allerdings auch einige Wider-

sprüche auf. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz 

(Urk. 121 E. II.E.1.3.) ist vorab festzustellen, dass kleinere Abweichungen in Ne-

benpunkten die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 7 zum – vor al-

- 44 - 

lem – massgebenden Kerngeschehen nicht zu erschüttern vermögen. Diese Wi-

dersprüchlichkeiten sind nachfolgend zu erörtern: Während die Privatklägerin 7 

zuerst angab, das Kleid auf Wunsch des Beschuldigten angezogen zu haben 

(Urk. D1 3/3 S. 5), fand dieser Umstand später vorerst keine Erwähnung mehr 

(Urk. D1 3/5 S. 8), bevor er auf Nachfrage der Staatsanwältin erneut thematisiert 

wurde (Urk. D1 3/5 S. 12). Diesbezüglich sagte die Privatklägerin 7 unterschied-

lich aus: Während es zuerst der Beschuldigte gewesen sein soll, welcher von ihr 

verlangt habe, das Kleid anzuziehen (Urk. D1 3/3 S. 5), führte sie später aus, sie 

habe zu ihm gesagt "lass mich noch ein Kleid anziehen, damit ich nicht ganz 

nackt bin" (Urk. D1 3/5 S. 12; ebenso Urk. 260 S. 5), was doch einen nicht unbe-

trächtlichen Unterschied darstellt. Allerdings betrifft dieser Widerspruch einen Ne-

benpunkt und vermag an der im Übrigen bestehenden weitgehenden Wider-

spruchslosigkeit der übrigen Sachdarstellung nichts zu ändern. 

2.8. Seitens der Verteidigung wird ferner vorgebracht, dass die Privatklägerin 7 

beim Erstkontakt mit der Polizei und gegenüber den Ärzten vom Spital Triemli 

nicht geltend gemacht habe, vergewaltigt worden zu sein (Urk. 95 S. 19 f.; Urk. 

263 S. 9). Es ist zutreffend, dass aus dem Polizeirapport vom 25. Juni 2018 her-

vorgeht, dass die Privatklägerin 7 bestätigt habe, dass kein Eindringen des Penis 

in die Vagina stattgefunden habe, woraufhin kein gynäkologischer Untersuch ver-

anlasst worden sei (Urk. D1/1/1 S. 10 f.). Aus ihren Einvernahmen geht indes her-

vor, dass sie konstant und von sich aus eine Penetration durch den Beschuldigten 

schilderte (Urk. D1 3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 5 u. 7; Urk. D1 3/4 S. 8; Urk. 260 S. 5 

und 7). Es muss offensichtlich ein Übersetzungsproblem bzw. ein Missverständnis 

vorliegen, was auch deshalb plausibel ist, da die Übersetzung gemäss Polizeirap-

port über Telefon erfolgte. Sehr naheliegend erscheint, dass die Privatklägerin 7 

kommunizieren wollte, dass der Beschuldigte nicht ohne Kondom in sie einge-

drungen sei, was auch aus der Einvernahme vom 25. Juni 2018 ersichtlich ist, an-

lässlich welcher die Privatklägerin 7 zuerst die Frage verneinte, dass der Be-

schuldigte mit seinem Penis in die Scheide eingedrungen sei, woraufhin sie präzi-

sierte, dass er nicht ohne Kondom in sie eingedrungen sei (Urk. D1 3/3 S. 7). Vor 

diesem Hintergrund muss davon ausgegangen werden, dass die Privatklägerin 7 

auch anlässlich der Untersuchung im Spital Triemli hinsichtlich der Penetration mit 

- 45 - 

oder ohne Kondom einen Unterschied machte. Es bestehen deshalb keine mass-

gebenden Zweifel, dass die Privatklägerin 7 vom Beschuldigten penetriert wurde.  

2.9. Verständigungsprobleme dürften auch in Bezug auf die gemäss Polizeirap-

port vom 25. September 2018 gemachte Feststellung, wonach seitens der Privat-

klägerin 7 vorerst ein Urinabgang verneint worden sei (Urk. D1 1/12 S. 5), mass-

gebend gewesen sein, weil die Privatklägerin 7 in allen Einvernahmen – und 

nicht, wie im Polizeirapport vermerkt, erst ab der zweiten Einvernahme 

(Urk. D1/1/12 S. 5) – plausibel und gleichbleibend aussagte, Urin verloren zu ha-

ben, als der Beschuldigte sie würgte bzw. in den Schwitzkasten nahm (Urk. D1 

3/2 S. 3; Urk. D1 3/3 S. 7; Urk. D1 3/4 S. 11; Urk. 260 S. 5, 9 und 12). Aufgrund 

des Umstands, dass die Privatklägerin 7 aussagte, beim Vorfall keine Unterhose 

getragen zu haben bzw. dass der Urin auf den Boden des Schlafzimmers ausge-

schieden worden sei (Urk. D1 1/12 S. 5; Urk. D1 373 S. 7), erstaunt es auch nicht, 

dass keine Urinspuren bemerkt worden sind. Wie der Rechtsvertreter der Privat-

klägerin 7 richtig ausführte, können entgegen der Verteidigung (Urk. 263 S. 10) 

solche Urinspuren auf der Fotodokumentation (Urk. D1 1/11) sicher nicht ersicht-

lich sein, zumal nicht mit einer erheblichen Menge Urin zu rechnen ist und zudem 

ein Kampf stattgefunden hat, bei welchem der Urin am Körper, an Bettdecken und 

ähnliches angehaftet gewesen sein wird (vgl. Prot. II S. 100). Und schliesslich ist 

mit dem Vertreter der Privatklägerin 7 (vgl. Prot. II S. 100) davon auszugehen, 

dass die Privatklägerin 7 nicht wusste, welche Bedeutung die Schilderung eines 

Urinabgangs in rechtsmedizinischer Hinsicht haben würde, und es ihr eher pein-

lich war, diese Aussage vor den Strafbehörden zu tätigen. Es bestehen demnach 

keine massgebenden Zweifel, dass die Privatklägerin 7 während den Gewaltan-

wendungen des Beschuldigten tatsächlich Urin verloren hat. Auch diesbezüglich 

kann auf ihre Aussagen als rechtsgenügenden Beweis abgestellt werden.  

2.10. Gemäss der Verteidigung äusserte sich die Priv