# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fb2c5e4-3a68-5c99-9472-f7d9673d193e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.09.2021 IV 2020/49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-49_2021-09-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/49

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.06.2022

Entscheiddatum: 02.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2021
Würdigung eines polydisziplinären IV-Gutachtens unter Einschluss einer 
neuropsychologischen Untersuchung nach einer früheren bidisziplinären 
Begutachtung für die Krankentaggeldversicherung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. September 2021, IV 
2020/49).

Entscheid vom 2. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Christiane Gallati Schneider 

und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2020/49

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, 

Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 9./27. Februar 2017 (IV-act. 1) wegen der Folgen einer 

Tumoroperation am Kopf bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie, Mutter von ___ 

Kindern (geboren [...]), sei 19__ in die Schweiz gekommen und sei seit März 2003 an 

der derzeitigen Stelle als ___mitarbeiterin tätig.

A.a. 

Dr. med. C.___, Praktische Ärztin, gab in ihrem IV-Arztbericht vom 7. April 2017 

(IV-act. 10) unter Hinweis auf diverse Beilagen an, bei der Versicherten bestünden ein 

St. n. Kraniotomie und Resektion eines Konvexitätsmeningeoms parasagittal 

postzentral links (10/2016), ein St. n. Lungenembolien in der lateralen 

Mittellappenarterie und in Oberlappenarterien rechts (11/2016, richtig wohl 10/2016, 

vgl. IV-act. 10-9 f.), ein ___ L.___ (ED 03/2017), eine arterielle Hypertonie, ein St. n. 

Hemithyreoidektomie rechts (03/2010) bei Struma nodosa, eine Cervicobrachialgie 

links bei chronischen Cervicalgien, Foraminalstenosen C4/5 und C5/6 linksseitig, 

Bandscheibenprotrusionen C4/5, C5/6 und C6/7, persistierende Kopfschmerzen, 

Varices Unterschenkel bds. und eine Depression. Seit dem 6. Oktober 2016 sei sie voll 

arbeitsunfähig. - Beigelegt wurden zwei Berichte der Klinik für Neurochirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen vom 9. November 2016 (IV-act. 10-9 ff.; normales 

postoperatives kraniozerebrales CT) und vom 9. März 2017 (IV-act. 10-6 f.; 

bildmorphologisch [MRI Schädel] regelrechter und erfreulicher Verlauf) sowie ein 

Bericht des Ambulatoriums Onkologie/Hämatologie der Abteilung Innere Medizin am 

Spital D.___ vom 7. April 2017 (IV-act. 10-4 f.). In Letzterem war dargelegt worden, das 

___ L.___ erfülle noch nicht die Diagnosekriterien für ein multiples L.___ und eine 

A.b. 

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Therapie-Indikation bestehe nicht; die Versicherte sei sehr erleichtert gewesen. Für 

einen Übergang in ein L.___ betrage die Wahrscheinlichkeit 10 % pro Jahr. 

Die Arbeitgeberin gab im Fragebogen vom 19. April 2017 (IV-act. 12) an, die 

Versicherte sei vollzeitlich als ___ angestellt. Seit 2017 betrage der Lohn 

durchschnittlich Fr. 5'410.-- pro Monat. 

A.c. 

Dr. med. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete 

Dr. C.___ am 6. Juli 2017 (IV-act. 22), die Versicherte leide an einer 

Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion, und an Störungen im 

Zusammenhang mit der Menopause. Sie sei zurzeit für alle Tätigkeiten aus rein 

psychiatrischer Sicht voll arbeitsunfähig. Es werde eine stationäre Rehabilitation 

empfohlen. 

A.d. 

Im Juli 2017 (IV-act. 25 ff.) stellte die Krankentaggeldversicherung der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ein neurologisches und ein internistisches 

Gutachten der Begutachtungsstelle PMEDA Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen 

vom 6. Juni 2017 (Fremd-act. 2 f.) zu. Beide Gutachter waren zum Ergebnis gelangt, 

dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht eingeschränkt sei (die 

Progresswahrscheinlichkeit zu einem multiplen L.___ betrage 25 % in fünf Jahren). Die 

Taggeldversicherung hatte am 16. Juni 2017 (Fremd-act. 4) das Taggeld auf den 1. Juli 

2017 eingestellt. - Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt 

am 26. Juli 2017 (IV-act. 29) dafür, aus somatischer Sicht sei das bidisziplinäre 

Gutachten weitgehend nachvollziehbar, doch berücksichtige es nicht die 

psychiatrische Problematik.

A.e. 

In einem IV-Arztbericht vom 14. November 2017 (IV-act. 45) teilte die Klinik F.___ 

mit, es lägen bei der Versicherten eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver 

Reaktion und eine psychophysische Erschöpfung bei vorbestehender generalisierter 

Angststörung im Rahmen der Störung der Stressmodulationsfähigkeit vor. Vom 

17. August 2017 bis 4. September 2017 habe sie in ambulanter Behandlung 

gestanden; währenddessen werde ihr eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Bis wann 

diese anhalte, dazu seien noch keine sicheren Angaben möglich. - Am 16. Oktober 

2017 (IV-act. 46) hatte die Klinik Dr. C.___ über eine integrative tagesklinische 

A.f. 

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Behandlung der Versicherten vom 4. September 2017 bis 13. Oktober 2017 berichtet. 

Nach körperlichen und psychologischen Massnahmen sei die Versicherte in 

gebessertem, aber nicht remittiertem Zustand entlassen worden. - Dr. C.___ erklärte im 

IV-Verlaufsbericht vom 5. Januar 2018 (IV-act. 51), die Versicherte sei weiterhin voll 

arbeitsunfähig. Sie legte einen Bericht von Dr. med. G.___, Phlebologie, vom 

14. August 2017 (IV-act. 51-6 f.) bei. Die Ärztin hatte eine symptomatische primäre 

Varikosis diagnostiziert sowie u.a. einen V.a. eine Belastungsstörung nach Meningeom-

OP, Lungenembolien und S-L.___-Diagnose innerhalb eines Jahres. Nach den 

Lungenembolien hätten im Januar 2017 in den tiefen Venen keine Residuen gefunden 

werden können, in den duplexsonographischen Untersuchungen vom Juni und Juli 

2017 seien ebenfalls keine postentzündlichen Veränderungen in den Varizen 

nachzuweisen gewesen. - Dr. E.___ benannte in ihrem IV-Arztbericht vom 18. Januar 

2018 (IV-act. 49) nebst den weiteren Diagnosen Merkmale einer anankastischen 

Persönlichkeitsstörung. Die Versicherte, eine Person mit sehr leistungsorientierter 

Persönlichkeitsstruktur, spüre neben somatischen Beschwerden auch Konsequenzen 

jahrelanger Nachtarbeit. Sie sei schon bei Aufnahme der Behandlung am 9. Februar 

2017 (seit 2. Februar 2017) arbeitsunfähig gewesen. Sie sei wegen starken 

Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen und einer 

ängstlich-depressiven Antriebs- und Stimmungslage für keine Tätigkeit arbeitsfähig. - 

Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen reichte einen 

Sprechstundenbericht vom 22. Februar 2018 (IV-act. 55) ein, wonach die 

Jahresverlaufskontrolle unauffällig ausgefallen sei. - Das Ambulatorium Onkologie/

Hämatologie am Spital D.___ gab einen medizinischen Bericht vom 26. Februar 2018 

(IV-act. 62) mit den Diagnosen zu den Akten. In einem beigelegten Verlaufseintrag vom 

15. Januar 2018 (IV-act. 63-1) war festgehalten worden, die einstweilen vorhandenen 

hämatologischen und laborchemischen Untersuchungen hätten Normalbefunde 

ergeben. - Dr. G.___ legte (am 2. März 2018, Eingang, IV-act. 64) einen 

Operationsbericht vom 19. Februar 2018 betreffend die Behandlung der Varikosis ein. - 

Dr. E.___ berichtete am 19. Juni 2018 (IV-act. 66), die Versicherte wäre lediglich für eine 

Arbeit in geschütztem Rahmen arbeitsfähig. Im Vordergrund stünden bezüglich der 

Prognose ihre somatischen Beschwerden; sie lebe in Angst, dass eine schwere 

körperliche Erkrankung (L.___) ausbrechen werde. Zu einer vorgeschlagenen 

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tagesklinischen Behandlung in der Psychiatrischen Klinik H.___ könne sie sich derzeit 

nicht entscheiden.

Am 21. Juni 2018 (IV-act. 69, vgl. IV-act. 67 f.) wurde der Versicherten mitgeteilt, 

das Gesuch um berufliche Massnahmen werde abgewiesen, da solche wegen der 

andauernden vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht angezeigt seien.

A.g. 

Dr. med. I.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, speziell 

Lungenkrankheiten, gab in ihrem IV-Arztbericht vom 16. August 2018 (IV-act. 74) an, es 

liege keine pneumologische Diagnose von Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Es 

bestehe aber seit April 2015 ein hypersensibler Bronchialbaum. Dr. E.___ teilte der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 3. September 2018 (IV-act. 79) auf Anfrage die 

Behandlungstermine der Versicherten bei ihr im Jahr 2018 mit.  

A.h. 

Dr. C.___ gab im IV-Arztbericht vom 14. September 2018 (IV-act. 81) unter Beilage 

diverser medizinischer Berichte an, die Versicherte sei weiterhin voll arbeitsunfähig. 

Dr. G.___ hatte am 19. April 2018 (IV-act. 81-5 f.) von einem St. n. Crossektomie, 

Magnastripping und Phlebektomie sowie Sklerosierung von pruriginösen 

Stauungsnestern am unteren Insuffizienzpunkt am 19.02.2018 berichtet. Eine 

Verlaufskontrolle sei im Herbst vorgesehen. - Das Ambulatorium Onkologie/

Hämatologie am Spital D.___ gab in einem onkologischen Sprechstundenbericht vom 

19. Oktober 2018 (IV-act. 82) bekannt, hinsichtlich des ___ L.___ habe sich keine 

Veränderung ergeben, so dass kein Handlungsbedarf bestehe. Der Versicherten mache 

die Gewichtszunahme deutlich zu schaffen.  

A.i. 

In ihrem Gutachten vom 10. Mai 2019 (IV-act. 95 f.; Begutachtung im März 2019) 

gab die Begutachtungsstelle medexperts AG (im Folgenden auch die medexperts) als 

Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein zerviko-lumbales Schmerzsyndrom 

bei radiologisch mässigen degenerativen Veränderungen an. Ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien u.a.: Angst und depressive Störung, gemischt, akzentuierte 

Persönlichkeitszüge mit abhängigen Anteilen, ein ___ L.___ (myeloproliferatives 

Syndrom, klinisch nicht in Erscheinung tretend), Kopfschmerzen, am ehesten vom 

Spannungstyp mit migräniformen Anteilen (aktuell Verdacht auf zusätzlich 

analgetikainduzierten Kopfschmerz), ein zerviko-lumbales Schmerzsyndrom ohne 

A.j. 

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radikuläre Ausfälle und ein unspezifischer Schwindel mit am ehesten funktioneller 

Komponente. Die bisherige Tätigkeit als B.___ (teilweise schwer) sei der Versicherten 

vollschichtig mit einer Leistungsminderung von 30 % zumutbar. Die Einschränkung 

bestehe wahrscheinlich seit vielen Jahren, spätestens aber seit Februar 2018. In einer 

angepassten leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit sei die 

Versicherte voll arbeitsfähig, spätestens ab der Begutachtung. - In einem eingeholten 

Bericht vom 13. Dezember 2013 (IV-act. 96-14 ff.) hatte Dr. med. J.___, Facharzt für 

Neurologie, festgehalten, es lägen bei der Versicherten seit drei Jahren ein 

chronifizierter Kopfschmerz mit hohem Medikamentenverbrauch und eine arterielle 

Hypertonie vor. Nach zehn Jahren der Nachtschichtarbeit arbeite sie seit Juni (2013) 

am Tag und habe seither verstärkt Kopfschmerzen. Klinisch-neurologische Defizite 

hätten sich keine finden lassen. Die Versicherte habe von einer Angst berichtet, einen 

Hirntumor zu haben wie ihre Mutter. Deswegen sei eine intracranielle transtemporale 

Duplexsonographie durchgeführt worden. Die A. cerebri media und das Hirnparenchym 

seien unauffällig gewesen, doch sei diese Untersuchung keine Methode, um einen 

Hirntumor auszuschliessen. Darauf hätten jedoch auch klinisch keine Hinweise 

bestanden. Problematisch sei sicherlich die soziale Situation. Es bestehe zudem eine 

Doppelbelastung, die zu Kopfschmerzen führe. Begleitend bestehe wahrscheinlich 

auch ein depressives Syndrom. - Der RAD erklärte am 22. Mai 2019 (IV-act. 98-2), es 

sei unklar, ob den medexperts-Gutachtern das neurologische Teilgutachten der 

PMEDA vom 6. Juni 2017 vorgelegen habe.

Mit Vorbescheid vom 29. Mai 2019 (IV-act. 101) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten eine 

Abweisung ihres Leistungsgesuchs betreffend die Rente in Aussicht. Der 

Invaliditätsgrad betrage 20 % (Valideneinkommen Fr. 67'999.--, Invalideneinkommen 

Fr. 54'604.--; 2017, vgl. IV-act. 100).

A.k. 

Die Versicherte liess am 15. Juli 2019 (IV-act. 113) durch ihren Rechtsvertreter (IV-

act. 107 f.) einwenden, zumindest bis zur Zeit der Begutachtung sei eine ganze Rente 

zu gewähren, danach mindestens eine halbe Rente. Dass selbst für die Zeit der 

Kopfoperation keine Rente gesprochen werden wolle, erstaune. Die (medexperts-) 

Gutachter hätten die Arbeitsfähigkeit in der Zeit vor 2018 nicht beurteilt. Für die Zeit 

nach der Begutachtung hätten die Experten der Invalidenversicherung festgehalten, 

A.l. 

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dass die Versicherte nur leichte Tätigkeiten ohne Einschränkung ausüben könne. Daher 

sei nicht verständlich, dass ihr kein leidensbedingter Abzug (von den Tabellenlöhnen) 

gewährt werde. Es sei im Vorbescheid eine geringere Invalidität festgelegt worden, als 

die Gutachter sie bestätigt hätten.

Am 23. August 2019 (IV-act. 117) liess die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

den Rechtsvertreter der Versicherten wissen, dass der RAD Rückfragen an die 

medexperts-Gutachter stellen wolle (vgl. Stellungnahme des RAD vom 22. August 

2019, IV-act. 116; Fragen zur Bewertung der neuropsychologischen Testung mit 

auffälliger Symptomvalidierung sowie zum Verlauf der neurologischen 

Arbeitsunfähigkeit). Der Rechtsvertreter erklärte daraufhin am 27. August 2019 (IV-

act. 118), er wolle sich am Begutachtungsverfahren nicht direkt beteiligen, denn dieses 

sei rechtsstaatlich bedenklich, sei die Versicherte darin doch gar vor, während und 

nach der Kopfoperationsphase als arbeitsfähig beurteilt worden. - Mit zwei Schreiben 

vom 27. August 2019 (IV-act. 114 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die 

Ergänzungsfragen an den Gutachter der Psychiatrie und an die Gutachterin der 

Neurologie. - Die medexperts antworteten am 20. September 2019 (IV-act. 119), die 

Symptomvalidierung bei der neuropsychologischen Testung sei bezüglich der 

Anstrengungsbereitschaft der Versicherten nicht eindeutig gewesen. Aus 

psychiatrischer Sicht sei auf die eigene Einschätzung der Konsistenz abgestellt 

worden. Eine längerfristige psychiatrische Erkrankung, die eine Arbeitsunfähigkeit unter 

diesem Aspekt rechtfertigen würde, sei bei der Versicherten nicht festgestellt worden. 

Die klinisch beobachteten depressiven Symptome seien sehr verständlich, aber 

keinesfalls Ursprung (gemeint ev. Ausdruck) einer depressiven Grunderkrankung, 

sondern hauptsächlich der aktuellen Lebenssituation geschuldet. Dessen sei sich die 

Versicherte, wie der deutlich unter dem wirksamen Bereich liegende laborchemische 

Antidepressiva-Spiegel gedeutet werden könne, sehr wohl bewusst. Der 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 30 % aus neuropsychologischer Sicht könne nicht 

gefolgt werden. Aus neurologischer Sicht sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden; 

nach der Meningeom-Operation sei die Versicherte bis zum 28. November 2016 

krankgeschrieben gewesen.

A.m. 

Nach einer zweiten Anhörung am 13. Dezember 2019 (IV-act. 121) verfügte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 22. Januar 2020 (IV-

A.n. 

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B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas für die 

Betroffene am 19. Februar 2020 erhobene Beschwerde (act. G 1). Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin beantragt (unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 

MwSt), die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei 

mindestens eine halbe Invalidenrente zu gewähren, eventualiter sei eine neue 

polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben und hernach über die IV-Leistungen 

neu zu entscheiden. Der Beschwerdeführerin sei zudem die unentgeltliche Rechtpflege 

und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Dass sie selbst in den Zeiten der vielen 

Operationen und intensiven (Nach-) Behandlungen wegen Kopftumors, 

Lungenembolien usw. voll arbeitsfähig und nur unmittelbar während der kurzen 

Spitalaufenthalte arbeitsunfähig gewesen sein sollte, wie es die Beschwerdegegnerin 

annehme, könne nicht zutreffen. Vor und nach einem Spitalaufenthalt könne man nicht 

(sofort wieder) voll arbeitsfähig sein. Die entsprechenden Beurteilungen seien 

auftragsgeleitet. Zudem könne man in solchen Situationen nicht immer den Arbeitgeber 

wechseln und sich gleich wieder neu anstellen lassen. Was die Zeit nach den 

medizinischen Behandlungen betreffe, sei die Beschwerdeführerin gesundheitlich in 

verschiedener Hinsicht angeschlagen geblieben. Das zeigten diverse Berichte, etwa 

von Dr. G.___, des Kantonsspitals St. Gallen oder des Spitals D.___. Das Gutachten der 

medexperts dagegen erscheine im Vergleich dazu singulär. Kopfproblematik, 

Kopfschmerzen und Rückendeformationen würden gar nicht unter den die 

Arbeitsfähigkeit tangierenden Diagnosen aufgeführt. Selbst von der Kraniotomie heisse 

es, sie sei ein kurzzeitiges Problem während des Spitalaufenthalts gewesen. Dieser 

Eingriff sei aber in Wechselwirkung mit der psychiatrischen Problematik zu sehen, leide 

die Beschwerdeführerin doch psychisch an den Folgen der Operation. Eine erneute 

Begutachtung müsse allein schon deswegen erfolgen, weil dies den Gutachtern 

entgangen sei. Das Gutachten sei ausserdem über weite Strecken widersprüchlich. 

Einerseits heisse es etwa, die Beschwerdeführerin habe zu wenig Medikamente 

eingenommen, anderseits, ihr Kopfschmerz sei analgetikainduziert entstanden. Ähnlich 

verhalte es sich mit den neuropsychologischen Teilgutachten. Ergäben diese eine 

Beeinträchtigung, würden sie von der Invalidenversicherung als nicht valide betrachtet, 

im andern Fall als schlüssig und überzeugend. Erst wenn eine gesetzeskonforme 

Begutachtung vorliegen werde, könne ein korrekter Einkommensvergleich angestellt 

werden. Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Vergleich könne hingegen, 

act. 122) die Abweisung des Leistungsgesuchs um eine Rente wie am 29. Mai 2019 

angekündigt.  

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wie vorsorglich festgehalten werde, nicht akzeptiert werden. Das Valideneinkommen 

sei derzeit bei mindestens Fr. 70'000.-- anzusetzen, habe die Beschwerdeführerin doch 

in bereits gesundheitlich angeschlagenem Zustand 2016 Fr. 67'636.-- und 2015 

Fr. 69'017.-- verdient. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens müsste die 

maximale Kürzung des Tabellenlohns von 25 % vorgenommen werden. Der 

Invaliditätsgrad von 20 % sei nicht korrekt ermittelt worden.

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. März 2020 (act. G 5) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie sei ihrer Abklärungspflicht 

genügend nachgekommen. Das Gutachten sei von qualifizierten Fachärzten erstellt 

worden. Es sei kein Widerspruch darin zu sehen, dass einerseits nicht von einer 

regelmässigen Einnahme der antidepressiven Medikation durch die 

Beschwerdeführerin ausgegangen und anderseits der Verdacht auf einen zusätzlich 

analgetikainduzierten Kopfschmerz diagnostiziert worden sei. Komme die 

Beschwerdeinstanz bei der Beweiswürdigung zum Schluss, ein bereits erhobener 

Sachverhalt müsse noch gutachterlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise 

sei in einem wesentlichen Punkt nicht beweiskräftig, habe sie in der Regel ein 

Gerichtsgutachten einzuholen. Weitere Abklärungen würden sich jedoch erübrigen. Bei 

der Festlegung des Valideneinkommens habe sie (die Beschwerdegegnerin) auf den IK-

Auszug abgestellt. Dass im Total-Wert eines Kompetenzniveaus einer Lohntabelle zur 

Bestimmung des Invalideneinkommens gewisse Tätigkeiten enthalten seien, die einer 

versicherten Person nicht mehr zumutbar seien, begründe nicht einen grundsätzlichen 

Tabellenlohnabzug. Auch die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich 

schwere Arbeit zu verrichten, vermindere den hypothetischen Invalidenlohn nicht 

automatisch. Es sei zu Recht kein Abzug vorgenommen worden. - Am 8. April 2020 

(act. G 7) reicht die Beschwerdegegnerin ein E-Mail des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin vom 17. Januar 2020 (act. G 7.1; Stellungnahme zur zweiten 

Anhörung) an sie nach, worin dieser verschiedene Fragen aufgeworfen hatte, so, 

weshalb neuropsychologische Abklärungen durchgeführt würden, wenn es immer 

heisse, sie seien nicht valide, ob es sich bei der Neuropsychologie wirklich um eine 

Wissenschaft handle, und ob [...], wenn aufgrund der Kopfoperation keine 

Arbeitsunfähigkeit attestiert werde. [...]. 

D.

Mit Replik vom 9. Juli 2020 (act. G 14) hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

fest, die Beschwerdegegnerin werde dabei behaftet, dass die Tätigkeit als B.___ 

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teilweise schwere Tätigkeiten umfasst habe und deshalb insgesamt ungeeignet 

gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe darin nicht während achteinhalb Stunden 

pro Tag eingesetzt werden können, sondern hätte eine Leistungsminderung von 30 % 

erfahren müssen. Das sei bei der Bestimmung des Valideneinkommens 

mitzuberücksichtigen. Die Beschwerdeführerin habe damit ausserdem belegt, dass sie 

sich vor der Arbeit nicht gedrückt, sondern dass sie gearbeitet habe, solange es ihr 

möglich gewesen sei. Selbst die (medexperts-) Gutachter hätten festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin auch bei körperlich mittelschweren Tätigkeiten eingeschränkt sei, 

insbesondere lägen Einschränkungen des kognitiven Leistungsprofils, der 

Aufmerksamkeit und der Umstellfähigkeit vor. Der Beschwerdeführerin sei somit keine 

volle Tätigkeit mehr zumutbar; sollten die Gutachter etwas anderes geschrieben haben, 

handle es sich um einen Widerspruch. Im Jahr 2015, als die Beschwerdeführerin 

gesundheitlich noch weniger beeinträchtigt gewesen sei, habe sie Fr. 69'017.-- 

verdient. Ein tieferes Valideneinkommen dürfe nicht angenommen werden. Wäre sie 

gesund geblieben, hätte sie in der Zwischenzeit sicherlich mehr verdient. Die von den 

Gutachtern genannten medizinischen Limitierungen würden sich bei jeder Tätigkeit 

auswirken. Ein leidensbedingter Abzug sei zwingend einzusetzen, zumal körperlich 

schwere Arbeiten von der Beschwerdeführerin gar nicht mehr ausgeübt werden 

könnten. Ob das Gericht Ergänzungsfragen an die Gutachter richten oder ein eigenes 

Gutachten in Auftrag geben wolle, sei diesem überlassen. Jedenfalls gehe es nicht an, 

so gewichtige Entscheide wie Entscheide über einen Rentenanspruch auf der 

Grundlage eines so widersprüchlichen Gutachtens zu fällen. 

E.

Die Beschwerdegegnerin hat am 29. Juli 2020 (act. G 16) an ihrem in der Beschwerde­

antwort gestellten Antrag festgehalten und im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

F.  

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) ist am 13. August 2020 abgelehnt worden (act. G 17). 

Erwägungen

1.

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Streitgegenstand bildet die Verfügung vom 22. Januar 2020, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt hat. 

Die Beschwerdeführerin lässt materiell (namentlich einzig) Rentenleistungen 

beantragen. Einen Anspruch auf berufliche Massnahmen hatte die 

Beschwerdegegnerin am 21. Juni 2018 wegen Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin abgewiesen. Ergäbe sich allerdings, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum 

Streitgegenstand ohnehin notwendigerweise die Frage, ob die Verwaltung den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen ausreichend in Anspruch genommen habe (vgl. 

auch Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2021, 

IV 2019/301 E. 1).  

2.  

Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) versicherte Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) gewesen sind (lit. b) 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; vgl. schon 

BGE 102 V 165).

2.3. 

Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem 

jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/25

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3.  

qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des 

funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.

Nach einer Begutachtung in zwei Disziplinen der somatischen Medizin (für die 

Krankentaggeldversicherung) durch die PMEDA im Mai 2017 (Gutachten vom 6. Juni 

2017) sind der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im 

März 2019 polydisziplinär durch die medexperts begutachtet worden (Gutachten vom 

10. Mai 2019).  

3.1. 

Im Einzelnen wurde bei der medexperts-Begutachtung anlässlich der 

orthopädischen Exploration festgehalten, dass die Beschwerdeführerin 

Kopfschmerzen, seit ca. 2016 bestehende Beschwerden im Bereich des Nackens mit 

Ausstrahlung in die Arme und häufigem Einschlafen der Finger, seit etwa zehn Jahren 

bestehende, im Vergleich eher geringe Schmerzen an der LWS, häufige 

Hüftgelenksschmerzen rechts mehr als links, asthmatische Beschwerden und 

Magenbeschwerden beklagt habe (vgl. IV-act. 95-22 f. und IV-act. 95-24). - Die 

Gutachterin der Orthopädischen Chirurgie erhob den Befund und beurteilte anlässlich 

der Begutachtung erstellte Röntgenbefunde der HWS, der LWS und des Beckens (vgl. 

IV-act. 95-25 f., vgl. auch IV-act. 95-2 f.). Die beklagten, sich bei Belastung 

verstärkenden Schmerzen im Bereich der HWS und der LWS seien plausibel, wenn 

auch in der Intensität nicht nachvollziehbar (vgl. IV-act. 95-29). Die Hüftgelenke hätten 

sich klinisch und radiologisch unauffällig präsentiert (vgl. IV-act. 95-27). In der zuletzt 

ausgeübten mittelschweren Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % wegen 

der Notwendigkeit vermehrter Pausen und einer Leistungsminderung. Heben sei nur 

gelegentlich bis 15 kg möglich. In einer wechselbelastenden (vgl. IV-act. 95-28) bzw. 

angepassten (vgl. IV-act. 95-29) Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig.  

3.1.1. 

Anlässlich der allgemein-internistischen Begutachtung beklagte die 

Beschwerdeführerin als Hauptproblem die Kopfschmerzen, daneben linksbetonte 

Schulter-Nackenschmerzen sowie Hüftschmerzen rechts mehr als links. Sie erleide aus 

Angst vor gefährlichen Befunden von Seiten des L.___ und des Meningeoms immer 

wieder Panikattacken, die zu depressiven Reaktionen und Episoden führten - unter 

diesen Umständen könne sie sich nicht vorstellen, gesund zu werden oder gar einer 

Arbeit nachzugehen -, habe Probleme mit Gedächtnis und Merkfähigkeit (vgl. IV-

act. 95-31) und könne nicht gut schlafen, weil sie immer an ihre Krankheiten denke (vgl. 

3.1.2. 

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IV-act. 95-33). - Der Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin erhob den Befund (vgl. 

IV-act. 95-36 f.) und hielt fest, die Hypertonie sei optimal eingestellt und das ___ L.___ 

trete derzeit weder klinisch noch hämatologisch oder laborchemisch in Erscheinung 

und verursache auch keine subjektive Beeinträchtigung. Es bestehe eine Varikosis links 

mit Insuffizienzgrad I. Nach der Meningeom-Operation habe sich eine Adipositas 

(Stadium II, BMI 35.5) entwickelt (vgl. IV-act. 95-37). Alle (erwähnten) Diagnosen seien 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 95-37). Das ausserdem seit 

eineinhalb Jahren bestehende Asthma bronchiale verursache unter Medikation keine 

nennenswerten Probleme (vgl. IV-act. 95-38). Die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin sei vorhanden. Es lägen eine deutliche Dysphorie mit Lust-, Freud- 

und Antriebslosigkeit und ein psychophysischer Erschöpfungszustand vor (vgl. IV-

act. 95-38).

Im neurologischen Teil des Gutachtens wurde festgehalten, als Hauptgründe für 

die Begutachtung habe die Beschwerdeführerin Kopf-, Knochen- und Beinschmerzen 

erwähnt. Sie fühle sich nicht wohl, sei nervös, habe keine Kraft mehr und habe immer 

zu viel gearbeitet. Die Kopfschmerzen träten an zwei bis drei Tagen pro Woche jeweils 

in Folge auf. Sie nehme dann viele Schmerzmittel wie Dafalgan und Novalgin, 

insgesamt an etwa 12 bis 15 Tagen pro Monat; genaue Angaben seien nicht möglich 

(vgl. IV-act. 95-41). Im Jahr 2013 sei eine erste Vorstellung beim Neurologen Dr. J.___ 

erfolgt. Im Rahmen einer erneuten Kopfschmerzabklärung 2016 sei ein 

Konvexitätsmeningeom diagnostiziert worden. Vor der Operation habe die Versicherte 

trotz Kopfschmerzen gearbeitet (vgl. IV-act. 95-41). Sie habe auch Schulter-, Hüft-, 

Knie-, Fuss- und Rückenschmerzen angegeben, ausserdem Nebelsehen und 

Schwindelgefühle (vgl. IV-act. 95-41). - Die erhobenen Untersuchungsbefunde 

beschrieb die Gutachterin der Neurologie u.a. unter den Aspekten des Verhaltens der 

Beschwerdeführerin und des klinisch-neuropsychologischen Befundes (vgl. IV-

act. 95-44 f.). Sie hielt fest, zurzeit ergebe sich wegen der Kopfschmerzen keine 

Arbeitsunfähigkeit. Am Tag der Untersuchung habe sich auch kein Anhaltspunkt für 

eine peripher-vestibuläre oder eine zentrale Genese des Schwindels finden lassen, 

auch kein solcher für eine Polyneuropathie. Die Ätiologie (des Schwindels) sei 

insgesamt am ehesten unspezifisch mit möglicher funktioneller Komponente, dd 

zusätzlich mit einer orthostatischen Komponente. Bezüglich der zervikalen und 

lumbalen Schmerzen hätten sich - bei unauffälligem klinischem Status - keine Hinweise 

für ein radikuläres Ausfallsyndrom nachweisen lassen (vgl. IV-act. 95-46 f.). Aus 

neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht (auch nicht für die bisherige Tätigkeit) 

eingeschränkt. Aufgrund der zervikolumbalen Schmerzen seien schwere körperliche 

3.1.3. 

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Arbeiten indessen nicht mehr zu empfehlen (vgl. IV-act. 95-48). Die Gutachterin der 

Neurologie hielt fest, laut den vorhandenen Berichten sei es nach der Operation zu 

einer relevanten psychiatrischen Komorbidität gekommen (vgl. IV-act. 95-46). Die 

Einschränkungen würden sich durch alle Lebensbereiche hindurchziehen, auch im 

Alltag scheine zurzeit ein geringes Aktivitätsniveau zu bestehen (vgl. IV-act. 95-48). Es 

wurden medizinische Massnahmen empfohlen (vgl. IV-act. 95-48 f.).     

Bei der neuropsychologischen Begutachtung berichtete die Beschwerdeführerin 

von verschiedenen Krankheiten und von teilweise tagelangen starken Kopfschmerzen 

sowie Schmerzen an Beinen und Schulter, ausserdem von Lustlosigkeit. Sie habe im 

Leben viel Stress gehabt und habe nun keine Kraft mehr. Sie habe ___ Kinder 

grossgezogen, ihren Ehemann betreut, der meist krank gewesen sei, und daneben 

gearbeitet. An der früheren Stelle in der K.___ habe sie bis zu 16 Stunden pro Tag 

gearbeitet. Nun hätten sie die Kraft und die Gesundheit verlassen. Ausserdem gab sie 

Durchschlafstörungen, Schwierigkeiten mit der Aufnahmefähigkeit sowie 

Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten an (vgl. IV-act. 96-3 f.). - Die 

Fachpsychologin für Neuropsychologie hielt fest, im klinischen Eindruck hätten sich 

eine kognitive Verlangsamung, Schwankungen in der Auffassungsgabe und im Bereich 

der Aufmerksamkeit sowie (in Gespräch, Mimik, Gestik) Hinweise auf eine depressive 

Symptomatik gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe antriebsvermindert, affektarm und 

abwesend gewirkt (vgl. IV-act. 96-5). Sie habe in der Hälfte der Untersuchung 

angegeben, sich müde zu fühlen, und zwar gleich wie zu Beginn der Untersuchung. Am 

Ende habe sie einen leicht höheren Punktwert hierfür (neu 9 statt 7) bezeichnet (vgl. IV-

act. 96-5). Zur Symptomvalidierung führte die Fachpsychologin aus, im spezifischen 

Untersuchungsverfahren zur Erfassung von Anstrengungsbereitschaft hätten sich 

Auffälligkeiten gezeigt, die auf eine verminderte Anstrengungsbereitschaft hinweisen 

würden. Dieser Begriff sei nicht mit Verdeutlichung bzw. Aggravation gleichzusetzen. Er 

beziehe sich auf das Testverhalten und bedeute, dass die Beschwerdeführerin nicht die 

geforderte Leistung erbracht habe. Nebst einem A-Kriterium habe sich im Hinblick auf 

eine allfällige wahrscheinliche kognitive Antwortverzerrung eine Evidenz aus der 

neuropsychologischen Testung, d.h. ein B2-Kriterium, nämlich dasjenige eines 

auffälligen Resultats im Symptomvalidierungsverfahren, ergeben. Die Kriterien für die 

betreffende Antwortverzerrung seien aufgrund des lediglich einen B-Kriteriums nicht 

gegeben (vgl. IV-act. 96-7). Als vorliegende Störung (Diagnose) bezeichnete die 

Fachpsychologin (in Berücksichtigung des gesamten kognitiven Leistungsprofils; trotz 

erwähnter mittelschwer bis schwer verminderter Leistungen in der Aufmerksamkeit, der 

Umstellfähigkeit und der visuellen Explorationsgeschwindigkeit, vgl. IV-act. 96-8) eine 

3.1.4. 

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leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung mit Minderleistungen vor allem 

im Bereich der Aufmerksamkeit (u.a. intrinsische Aktivierungsbereitschaft, kognitive 

Verarbeitungsgeschwindigkeit), des Antriebs und der Umstellfähigkeit 

(Perseverationstendenz) unklarer Ätiologie (vgl. IV-act. 96-7 i.V.m. IV-act. 96-8). 

Aufgrund dieser Störung sei von einer inhaltlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von 30 % auszugehen (höherer Zeitbedarf für jede Tätigkeit, mehr Pausen). Eine solche 

Einschränkung sei denkbar. Die Diagnose bzw. die Ursache der Befunde sei indessen 

unklar (vgl. IV-act. 96-9). Im Rahmen der neurologischen Erkrankung seien die 

Minderleistungen nicht zu erklären. Am ehesten seien sie mit einer deutlichen 

Müdigkeit in Verbindung zu setzen. Ein allfälliger Einfluss der Medikation oder einer 

psychiatrischen Erkrankung sei bei der medizinischen Begutachtung zu beurteilen (vgl. 

IV-act. 96-8 f.). Die Befunde - sowohl Auffassungsschwierigkeiten wie 

Antriebsminderung und kognitive Verlangsamung - seien konfundiert (vgl. IV-act. 96-8).

Gemäss dem psychiatrischen Teil des Gutachtens erklärte die 

Beschwerdeführerin bei der entsprechenden Exploration, seit sie erfahren habe, dass 

sie krank sei, hätten verschiedene Organsysteme - Kopf, Schilddrüse, Lunge (Embolie) 

- dafür gesorgt, dass sie Panik und Angst habe. Seither habe sie psychiatrische 

Symptome entwickelt (vgl. IV-act. 95-11). Am 10. April 2019 habe sie noch einen 

Kontrolltermin auf der Onkologie. Aufgrund ihrer inneren Anspannung würden die Ärzte 

ihr aber nicht sagen, was sie habe. Wenn sie zum Arzt gehe, habe sie Angst- und 

Panikzustände. Es bestünden noch weitere Belastungsfaktoren in Form der Erkrankung 

des Ehemannes. Sie habe fünfzehn Jahre lang nachts gearbeitet und die ___ Kinder 

ohne seine Unterstützung grossgezogen. Früher sei sie kommunikativ und fröhlich 

gewesen. Nun sei sie am liebsten allein und wünsche sich einfach manchmal ihre 

Ruhe. Es sei ihr ein stationärer Aufenthalt angeraten worden, doch könne sie es sich 

nicht vorstellen, ihren Ehemann allein zu lassen. Zurzeit habe sie weder Angst noch 

Schmerzen (vgl. IV-act. 95-12). - Der Gutachter der Psychiatrie erhob den Befund und 

berücksichtigte dabei die Ergebnisse der oben (E. 3.1.4) beschriebenen 

neuropsychologischen Abklärung (vgl. IV-act. 96-1 bis 9) mit (vgl. IV-act. 95-15 ff.). Er 

hielt fest, die geschilderten depressiven Symptome erfüllten die Kriterien der Diagnose 

"Angst und depressive Störung, gemischt". Die jeweiligen Symptome erreichten nicht 

das Ausmass, eine Angststörung oder eine depressive Episode zu diagnostizieren. Sie 

seien auch eng mit der postulierten abhängigen Persönlichkeitsstruktur verstrickt (vgl. 

IV-act. 95-18 f.). Der Gutachter beschrieb bei der Würdigung der Fähigkeiten, 

Ressourcen und Belastungen der Beschwerdeführerin, dass ihre gemäss eigener 

Beschreibung früher freudigen, humorvollen und lebensbejahenden 

3.1.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/25

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Charaktereigenschaften im Lauf der Jahre aufgrund der aktuellen Beziehungsführung in 

den Hintergrund getreten seien (vgl. IV-act. 95-20). Die Symptome einer 

anankastischen Persönlichkeitsstörung (wie von der behandelnden Psychiaterin 

gestellt) hätten nicht exploriert werden können. Vielmehr bestehe bei ihr wegen der 

deutlichen Neigung, sich den Wünschen anderer unterzuordnen, und des Wunsches 

nach Ruhe, weil sie sich der Konfrontation nicht mehr aussetzen wolle, der dringende 

Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen Anteilen (vgl. IV-

act. 95-18). Dieser Wunsch nach Ruhe und einer Auszeit spiegle ihr Potenzial wider 

und sollte gefördert werden (vgl. IV-act. 95-20). Der Gutachter schloss, unter 

regelmässiger Medikamenteneinnahme bestehe längerfristig in der bisherigen Tätigkeit 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Die von der 

behandelnden Psychiaterin ab 2017 attestierte volle Arbeitsunfähigkeit in 

angestammter und angepasster Tätigkeit sei aus gutachterlicher Sicht nicht 

nachvollziehbar. Psychotherapeutisch betrachtet wäre nach Abklingen der 

somatischen Erkrankung vielmehr zur Prävention möglicher Angst der Wiedereinstieg 

ins Berufsleben von grosser Bedeutung gewesen. Künftig sei diesbezüglich das 

Augenmerk auf die Schwerpunkte der Abgrenzung der Beschwerdeführerin (sc. von 

anderen) und des Erkämpfens eigener Bedürfnisse zu legen und es sollte versucht 

werden, die Tagesstruktur mit für die Beschwerdeführerin sinnvoller Tätigkeit zu füllen. 

Auch in angepasster Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (vgl. IV-

act. 95-20 f.).

Polydisziplinär wurde zusammengefasst, im Vordergrund stünden die 

Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin seitens des Bewegungsapparates (vgl. IV-

act. 95-6 und IV-act. 95-9). Bei der Konsistenzprüfung wurde dargelegt, die beklagten 

belastungsabhängigen Schmerzen an HWS und LWS seien plausibel, wenn auch in der 

Intensität nicht nachvollziehbar (vgl. IV-act. 95-8). Bei der Diskussion der 

Belastungsfaktoren und Ressourcen wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin 

beschreibe sich als sehr auf die Familie bezogen; sie habe keine Freunde und betreibe 

keine Hobbys. Die arbeitsbezogenen Einschränkungen würden sich als subjektives 

Gefühl von Konzentrationsproblemen beschreiben lassen (vgl. IV-act. 95-8).

3.1.6. 

Insgesamt kann zu diesem Gutachten zunächst festgehalten werden, dass es in 

ausreichender Kenntnis der Voraktenlage erging. Zumindest die Gutachterin der 

Orthopädischen Chirurgie erwähnte ausdrücklich den Inhalt des neurologischen Teils 

des PMEDA-Gutachtens (vgl. IV-act. 95-29; vgl. auch IV-act. 95-56; die Feststellung 

bei IV-act. 95-49, Ziff. 8.4, dürfte auf einem Versehen beruhen, weshalb die 

unbesehene Übernahme aus den Teilgutachten in Ziff. 4.11 bei IV-act. 95-9 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/25

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dementsprechend widersprüchlich erscheint, was aber für den Beweiswert nicht von 

ausschlaggebender Bedeutung ist). Die jeweiligen Untersuchungen der Experten 

erscheinen vollständig. Die orthopädische Begutachtung stützte sich namentlich auf 

aktuell erhobene radiologische Befunde. Die Begründungen der einzelnen 

Begutachtungsergebnisse sind zudem nachvollziehbar. Die Gutachter befassten sich 

auch mit den Fragen der Belastungsfaktoren und Ressourcen sowie der Konsistenz.

Was im Weiteren den somatischen Gesundheitszustand für sich genommen 

angeht, so ist er demnach als Grund für die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit 

von 30 % in körperlich schwerer Tätigkeit zu betrachten (vgl. IV-act. 95-29). Dass das 

zerviko-lumbale Schmerzsyndrom auch bei den Diagnosen ohne Auswirkungen 

figuriert, dürfte im Übrigen darauf zurückzuführen sein, dass es gemäss dem 

Gutachten allein neurologisch betrachtet als die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussend 

betrachtet wurde.

3.3. 

Was die psychiatrische und die neuropsychologische Begutachtung im 

Besonderen betrifft, ist Folgendes festzuhalten:

3.4. 

Der Gutachter der Psychiatrie hat sich mit den Ergebnissen der 

neuropsychologischen Begutachtung auseinandergesetzt, wie es gemäss der 

Rechtsprechung erforderlich ist. Danach stellt die neuropsychologische Abklärung 

lediglich eine Zusatzuntersuchung dar und bleibt es grundsätzlich Aufgabe des 

psychiatrischen - oder allenfalls des neurologischen - Facharztes, die Arbeitsfähigkeit 

unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 27. Juni 2019, 9C_299/2019 E. 4; vgl. auch 

Bundesgerichtsurteil vom 12. April 2019, 9C_752/2018 E. 5.3). Entscheidend ist die (sc. 

entsprechende) klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung 

und Verhaltensbeobachtung (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. Juni 2021, 8C_138/2021 

E. 4.2).

3.4.1. 

Die neuropsychologische Untersuchung selbst hatte die oben (E. 3.1.4) 

dargelegten Störungen erhoben. Die Ursachen dafür (bzw. die gestellte Diagnose als 

solche) sind dabei allerdings wie erwähnt als unklar bezeichnet worden. - In Erwägung 

gezogen wurden von der Expertin der Neuropsychologie der Einfluss von - bereits von 

Beginn der Untersuchung weg vorhandener und bis zu deren Mitte unveränderter 

deutlicher und am Ende der Exploration erhöht vorhandener - Müdigkeit. Ob sich 

allerdings in der zweiten Hälfte der Untersuchungen eine entsprechende Verstärkung 

der Müdigkeit in den Tests niedergeschlagen habe, wurde im Teilgutachten nicht 

dargelegt. Beim neuropsychologisch-klinischen Eindruck wurden zwar wie oben 

3.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/25

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erwähnt Beeinträchtigungen beschrieben. Ausdrücklich festgehalten wurde jedoch, 

dass sich während der gut dreistündigen Untersuchung keine Hinweise auf eine 

verminderte Belastbarkeit bzw. rasche Ermüdbarkeit der Beschwerdeführerin gezeigt 

hätten (vgl. IV-act. 96-9).

Im Zusammenhang mit der erforderlichen Würdigung eines allfälligen Einflusses 

von Medikation oder von psychiatrischen Erkrankungen wie etwa einer deutlichen 

depressiven Symptomatik wies die Gutachterin der Neuropsychologie auf die hierfür 

massgebliche medizinische Beurteilung hin (vgl. IV-act. 96-8 f.). Dass die bei der 

Beschwerdeführerin vorgefundenen depressiven Symptome oder ein 

Medikamenteneinfluss für die neuropsychologisch erhobenen Störungen verantwortlich 

seien, wurde im psychiatrischen Gutachten in der Folge nicht angenommen. Die 

betreffenden Symptome erreichten gemäss dem Gutachten wie erwähnt auch nicht 

den Schweregrad einer depressiven Episode (vgl. IV-act. 95-18 f.).

3.4.3. 

Des Weiteren wies der Gutachter der Psychiatrie darauf hin, dass die 

depressiven Symptome der Beschwerdeführerin aus der aktuellen Lebenssituation 

resultierten. Nach der Rechtsprechung werden bei der Prüfung der 

Standardindikatoren die funktionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen auch mit 

Blick auf psychosoziale Faktoren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen 

einer Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit diese Belastungsfaktoren direkt 

negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie ausser Acht. Hingegen können sie 

mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu einer ausgewiesenen 

Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit als solcher - mit Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit - geführt haben, wenn sie also einen verselbständigten 

Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von 

den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 

4.5.2; BGE 141 V 281 E. 4.3.3). Es ist davon auszugehen, dass der Gutachter die 

konkret anzunehmende Rolle der psychosozialen Belastungsfaktoren so beurteilte, 

dass sie bei der Beschwerdeführerin nicht eine (depressive) Erkrankung bewirkt haben. 

Hierauf kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgestellt werden.

3.4.4. 

Das gilt, auch wenn nicht ausser Acht zu lassen ist, dass in der Aktenlage bereits 

für frühere Zeiten depressive Symptome der Beschwerdeführerin erwähnt wurden. So 

hatte sie in der Klinik F.___ zur Krankheitsentwicklung angegeben, erste psychische 

Probleme im Sinn von Reizbarkeit und Schlaflosigkeit bereits im Jahr 2010 gehabt zu 

haben. Nach der folgenden Schilddrüsenteilresektion habe sie gleich wieder zu 

3.4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/25

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arbeiten begonnen (vgl. IV-act. 45-4). Im Dezember 2013 hatte Dr. J.___ depressive 

Symptome der Beschwerdeführerin erwähnt. Die Beschwerdeführerin hatte indessen 

nach der Aktenlage weiterhin gearbeitet. Bei der Erhebung der Anamnese in der Klinik 

F.___ hatte sie weiter berichtet, als die ein paar Jahre nach der Schilddrüsenoperation 

aufgetretenen starken Kopfschmerzen trotz Therapie weiterbestanden hätten, habe 

sich bei ihr eine Angst vor einem Tumor entwickelt. Anfangs 2016 sei das Meningeom 

diagnostiziert worden (vgl. IV-act. 45-4). Die Beschwerdeführerin musste demgemäss 

nach langer Zeit erlittener Kopfschmerzen und aufsteigender Befürchtung des gleichen 

Schicksals einer Tumorerkrankung wie desjenigen der Mutter tatsächlich zwei Tumor-

Diagnosen zur Kenntnis nehmen. Dass dieser Umstand nicht ohne psychische 

Belastungsfolgen blieb, erscheint nachvollziehbar. Auch dass sie Folgen der 

jahrelangen Nachtarbeit spürte, ist begreiflich. Da indessen davon ausgegangen 

werden kann, dass die gutachterliche psychiatrische Beurteilung keine von den 

behandelnden Ärzten genannten Aspekte unberücksichtigt gelassen hat, erscheint sie 

auch diesbezüglich stichhaltig. Selbst die behandelnde Psychiaterin hielt zudem dafür, 

für die Prognose stünden die somatischen Leiden im Vordergrund (vgl. IV-act. 66-3).

Der Gutachter der Psychiatrie hielt ausserdem fest, das Medikament Zoloft 

(Sertralin, ein Antidepressivum) sei laborchemisch in so niedriger Konzentration 

gefunden worden, dass von einer nicht regelmässigen Einnahme ausgegangen werden 

müsse (vgl. IV-act. 95-19, vgl. Messergebnisse IV-act. 95-16). - Diesbezüglich ist 

allerdings einerseits zu erwähnen, dass immerhin die Summe von Sertralin und 

Desmethylsertralin in den untersten therapeutischen Bereich fiel und dass anderseits 

zumindest der Spiegel des anderen von der Beschwerdeführerin eingesetzten 

Antidepressivums, nämlich von Trittico (Trazodon, einem Antidepressivum), im 

therapeutischen Bereich lag (vgl. IV-act. 95-16). Ausserdem ergaben sich bei der 

Begutachtung auch keine Inkonsistenzen oder Anhaltspunkte für eine nicht 

authentische Beschwerdeschilderung der Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 95-20). 

Indessen ist kein Widerspruch darin zu sehen, dass einerseits die 

Schmerzmitteleinnahme reduziert werden sollte und anderseits von einem 

ungenügenden Einsatz eines Antidepressivums ausgegangen wurde. 

3.4.6. 

Von Bedeutung waren für den Gutachter der Psychiatrie allerdings auch die 

neuropsychologisch erhobenen Hinweise auf eine verminderte 

Anstrengungsbereitschaft der Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 95-19). Es waren im 

neuropsychologischen Teilgutachten wie dargelegt ein auffälliges Resultat im 

Symptomvalidierungsverfahren bzw. Auffälligkeiten im Untersuchungsverfahren zur 

Erfassung der Anstrengungsbereitschaft erwähnt worden (vgl. IV-act. 96-7). Die 

3.4.7. 

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4.  

Kriterien für eine wahrscheinliche kognitive Antwortverzerrung waren danach nicht 

erfüllt. In der nachträglichen Stellungnahme vom 20. September 2019 (IV-act. 119) 

legte der Gutachter der Psychiatrie dar, er habe (wohl im Ergebnis) auf seine eigene 

Einschätzung der Konsistenz abgestellt (vgl. zur Frage der Konsistenz im Übrigen auch 

einerseits Fremd-act. 2-12, anderseits Fremd-act. 3-10).

Eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, wie sie im 

neuropsychologischen Begutachtungsteil den erhobenen Störungen zugeschrieben 

wurde, ist demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht anzunehmen. Denn 

der Angabe dieser Störungen wurde wie erwähnt gleichzeitig gegenübergestellt, dass 

die Diagnose bzw. die Ursache der (konfundierten) Befunde unklar sei (IV-act. 96-8 f.). 

Es sind denn auch verschiedene Ursachen möglich (wie etwa verschiedene 

psychologische Probleme bei [traumatisch bedingter] Befindlichkeitsstörung, eine 

Störung der Emotionalität, verschiedene psychotrop wirksame Substanzen oder eine 

verminderte Motivation [letztere allenfalls aus Angst, das - bei den im Artikel 

behandelten HWS-Schleudertraumata vorhanden gewesene - prätraumatische 

Funktionsniveau nicht mehr zu erreichen], vgl. Bogdan P. Radanov, Über den 

Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach Halswirbelsäulen-

Distorsion [sog. Schleudertrauma der Halswirbelsäule], in SZS 1996 472 ff., 473, 475). 

Die Gutachterin der Neuropsychologie wies zudem ausdrücklich auf die vorausgesetzte 

erforderliche medizinische Wertung hin. Die im polydisziplinären Gutachten bekannt 

gegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung stellte ausserdem am Ende das Ergebnis einer 

polydisziplinären Begutachtung unter Mitwirkung aller Gutachterinnen und Gutachter, 

auch der Gutachterin der Neuropsychologie, dar.

3.4.8. 

Auf das Begutachtungsergebnis einer vollen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einer angepassten leichten bis mittelschweren 

wechselbelastenden Tätigkeit (vgl. IV-act. 95-28) kann demnach (spätestens) für den 

Begutachtungszeitpunkt abgestellt werden. Die abweichende psychiatrische 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung der behandelnden Psychiaterin (seit 2017) konnte 

gutachterlich nicht nachvollzogen werden (vgl. IV-act. 95-20) und vermag dagegen 

nicht anzukommen. Zu bedenken ist im Zusammenhang mit der Beurteilung durch die 

behandelnde Ärztin auch, dass die Beschwerdeführerin selbst sich nicht mehr 

arbeitsfähig fühlte (vgl. IV-act. 95-25, IV-act. 95-31).

3.5. 

Was den retrospektiven Verlauf der Arbeitsunfähigkeit betrifft, wurde im Gutachten 

dargelegt, die (somatisch bedingte) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 

4.1. 

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bisherigen Tätigkeit von 30 % bestehe wahrscheinlich seit vielen Jahren, spätestens 

aber seit Februar 2018, dem Zeitpunkt des Sprechstundenberichts der Klinik für 

Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (vgl. IV-act. 95-8 und -29; damals war die 

Jahreskontrolle unauffällig gewesen). Es ist ergänzend davon auszugehen, dass ab 

6. Oktober 2016 aufgrund der somatischen Beeinträchtigung, die eine Kraniotomie 

nötig machte, somatisch gesehen vorübergehend eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bestanden hatte. Nach anschliessenden Lungenembolien wurde nach der Aktenlage im 

März 2017 noch das L.___ entdeckt. Bei der bidisziplinären neurologischen und 

internistischen Begutachtung durch die PMEDA im Mai 2017 wurde indessen kein die 

Arbeitsfähigkeit tangierendes somatisches Leiden mehr festgestellt. Die 

Arbeitsunfähigkeit war wieder entfallen (bzw. gemäss medexperts wie erwähnt 

spätestens ab Februar 2018 auf 30 % gesunken). In der medexperts-Stellungnahme 

vom 20. September 2019 wurde gar auf ein Ende der ehemals attestierten 

Arbeitsunfähigkeit schon am 28. November 2016 hingewiesen (vgl. IV-act. 119-2). 

Angesichts der echtzeitlichen Begutachtung kann auf das erwähnte PMEDA-Ergebnis 

abgestellt werden. Damit ist bis dahin eine ausreichende Rekonvaleszenzzeit nach der 

intensiven Behandlung ab Oktober 2016 anzunehmen. Eine für einen Rentenanspruch 

vorausgesetzte Wartezeit von einem Jahr an Arbeitsunfähigkeit war damals (Mai 2017) 

noch nicht abgelaufen.

Eine volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten, leichten 

bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit nahmen die medexperts-Gutachter 

spätestens ab der Begutachtung (vom März 2019) an (vgl. IV-act. 95-8 und -29). 

Ergänzend geht aus der psychiatrisch-gutachterlichen Beurteilung für die retrospektive 

Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ausserdem hervor, dass der 

Gutachter der Psychiatrie die Beurteilung, wonach in angepasster Tätigkeit keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen vorliege, mit 

Ausnahme der kurzfristigen Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit während der stationären 

oder teilstationären Aufenthalte auch auf die vergangene Zeit zurückbezog (vgl. IV-

act. 95-21). Ein psychiatrisches Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit war bei der 

Begutachtung wie erwähnt nicht festgestellt worden. Die behandelnde Psychiaterin 

hatte die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen lediglich (u.a.) 

mit einer Anpassungsstörung, einer längeren depressiven Reaktion, begründet. Diese 

Diagnose ist (nebst einer psychophysischen Erschöpfung) auch dem Bericht der Klinik 

F.___ vom November 2017 zu entnehmen. Während der ambulanten Behandlung vom 

17. August 2017 bis 4. September 2017 war die Beschwerdeführerin voll arbeitsunfähig 

geschrieben worden. Gleiches gilt für die Zeit der integrativen Behandlungsmassnahme 

vom 4. September 2017 bis 13. Oktober 2017 (vgl. IV-act. 46). Es wurde diesbezüglich 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/25

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5.  

ausserdem erwähnt, diese Krankschreibung sollte (nach der Behandlung) in einem 

ersten Schritt aufrechterhalten werden. Gemäss dem Gutachten wurde indessen die 

von der behandelnden Psychiaterin ab 2017 attestierte volle Arbeitsunfähigkeit als 

nicht nachvollziehbar bezeichnet. Gemäss der psychiatrischen Begutachtung wäre 

zudem bereits nach Abklingen der somatischen Erkrankung ein Wiedereinstieg wichtig 

- somit auch medizinisch zumutbar - gewesen (vgl. IV-act. 95-20 f.). Damit lässt sich 

insgesamt darauf abstellen, dass auch retrospektiv keine mehr als ein Jahr lang 

andauernde ununterbrochene (vgl. Art. 29  IVV) rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit, 

d.h. keine solche mit einer anschliessenden längere Zeit andauernden rentenrelevanten 

Invalidität (vgl. unten E. 5.5), anzunehmen ist. 

ter

Nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG) wird für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). 

5.1. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns überwiegend wahrscheinlich 

als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. 

Oktober 2020, 9C_316/2020 E. 3.1, und vom 22. August 2019, 9C_868/2018 E. 3.1, 

BGE 139 V 28 E. 3.3.2, BGE 129 V 222). Letzteres ist vorliegend anzunehmen. Weil die 

Einkommen gemäss IK-Auszug eine gewisse Schwankung aufwiesen, zog die 

Beschwerdegegnerin einen Durchschnitt der Einkommen aus den Jahren 2011 bis 

2015 (vgl. IV-act. 100), was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. Sie nahm ein 

Valideneinkommen von Fr. 67'999.-- an. Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 

19. April 2017 (IV-act. 12) hatte die Beschwerdeführerin im Jahr vor Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit, also 2015, für sich genommen mit durchschnittlich 

2'190 Arbeitsstunden pro Jahr ein Einkommen von insgesamt Fr. 69'017.95 erzielt, 

nach Abzug der Gratifikation von Fr. 710.-- ein solches von Fr. 68'307.95. Ab 2017 

hätte ihr monatliches Einkommen gemäss der Bescheinigung der Arbeitgeberin 

durchschnittlich Fr. 5'410.-- betragen. Die Beschwerdeführerin hat in den zwei in der 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/25

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Bescheinigung erwähnten Jahren 2015 und 2016 einen 13. Monatslohn von lediglich 

Fr. 4'055.-- (2015) und Fr. 4'080.-- (2016) erhalten. Bei dieser Sachlage ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einem Valideneinkommen 2017 von jedenfalls 

nicht mehr als Fr. 69'000.-- zu rechnen (12-mal Fr. 5'410.-- zuzüglich Fr. 4'080.--).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 

von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - 

kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 

erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, können die Tabellenlöhne 

herangezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 22. November 2019, 

8C_590/2019 E. 5.1, und vom 22. Februar 2019, 9C_479/2018 E. 2.2, BGE 143 V 295 

E. 2.2). - Da die Beschwerdeführerin nach der Aktenlage keine Erwerbstätigkeit mehr 

aufgenommen hat und ihre medizinische Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt, wie ihn Art. 16 ATSG voraussetzt, trotz der eingeschränkten sprachlichen 

Möglichkeiten (vgl. Begutachtung mit Dolmetschern) als verwertbar zu betrachten ist, 

sind der Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne zugrunde zu legen. 

Der massgebliche theoretische und abstrakte ausgeglichene Markt (vgl. BGE 134 V 64, 

BGE 129 V 480 E. 4.2.2) dient dazu, die Risiken von Arbeitslosigkeit und Invalidität 

voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[seit 1. Januar 2007: Schweizerisches Bundesgericht] vom 10. Juli 2006, I 186/05 

E. 2.3, Bundesgerichtsurteil vom 23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 110 V 

276 E. 4b, vgl. auch BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2). - Mit einfachen 

Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, also des Kompetenzniveaus 1, 

konnten Frauen im Jahr 2017 statistisch gesehen durchschnittlich ein Lohnniveau von 

Fr. 54'783.-- erreichen (vgl. Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, 

Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019, 

herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 228, basierend auf der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).

5.3. 

Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist 

ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des 

Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/25

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Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. 

BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Vorliegend ist kein Grund für einen 

massgeblichen Abzug anzuerkennen. Allfällige kognitive Einschränkungen sind im 

Rahmen der medizinischen Begutachtung gewürdigt worden und geben nicht Anlass 

zu einem solchen namhaften Abzug. Die sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten 

der Beschwerdeführerin auf Deutsch wurden im Gutachten unterschiedlich 

beschrieben. So erwähnte die Neurologin, die Verständigung sei trotz Dolmetschens 

schwierig gewesen und die Beschwerdeführerin habe nicht immer auf die Fragen 

eingehen können (vgl. IV-act. 95-44), der Internist, der direkte Zugang zu ihr sei bei 

leidlichen Deutschkenntnissen meistens möglich gewesen (vgl. IV-act. 95-36), der 

Orthopäde, sie spreche wenig Deutsch (vgl. IV-act. 95-25), und der Psychiater, der 

Beizug einer Dolmetscherin sei notwendig gewesen und die Beschwerdeführerin habe 

dennoch immer wieder versucht, auf Deutsch zu antworten, was sie gebrochen getan 

habe (vgl. IV-act. 95-15). Die Beschwerdeführerin beschrieb bei der Begutachtung die 

Phase ihrer anfänglichen Arbeitstätigkeit hierzulande bei Nichtbeherrschen der Sprache 

- verständlicherweise - als sehr harte Zeit. Sie habe sich hier sehr allein gefühlt (vgl. IV-

act. 95-14). Insgesamt hat sie gemäss IK-Auszug vor Eintritt der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung indessen an mehr als einer Stelle über längere Zeit hinweg gearbeitet. 

Der Umstand eingeschränkter Deutschkenntnisse bzw. Verständigungsmöglichkeiten 

hat sie damals an der zuletzt innegehabten Stelle auch nicht daran gehindert, ein 

überdurchschnittliches Einkommen zu erzielen (vgl. oben Valideneinkommen). Arbeiten 

des Kompetenzniveaus 1, von welchen bei der Bemessung ihres Invalideneinkommens 

wie dargelegt lediglich ausgegangen wird, erfordern zudem keine guten 

Sprachkenntnisse (und auch kein besonderes Bildungsniveau, vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 18. April 2019, 8C_687/2018 E. 5.3, vom 10. September 

2019, 8C_314/2019 E. 6.2, vom 29. Mai 2018, 9C_266/2017 E. 3.4.4, und vom 

18. August 2014, 9C_426/2014 E. 4.2). Auf Tätigkeiten, in welchen solche Fähigkeiten 

verlangt werden, sind die Anstellungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin auch nicht 

eingeschränkt. - Ein Abzug von mehr als 10 % erscheint jedenfalls nicht angemessen. 

Dass für die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin schon für eine lange 

retrospektive Zeit eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % im Sinn eines reduzierten 

Rendements attestiert wurde, gibt nicht Anlass, das Valideneinkommen über das 

ehemals tatsächlich erzielte Mass hinaus zu erhöhen. Für die Annahme eines 

hypothetischen höheren Einkommens als gesundheitlich nicht beeinträchtigte 

Versicherte besteht keine ausreichende (d.h. überwiegende) Wahrscheinlichkeit. Wird 

von dem oben genannten Valideneinkommen für das Jahr 2017 von (höchstens) 

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/25

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen, unter 

Anrechnung des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

Fr. 69'000.-- ausgegangen, so ergibt sich bei der vollen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin selbst bei Annahme des oben genannten Abzugs von 10 % vom 

Tabellenlohn (von Fr. 54'783.--) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, sondern ein 

solcher von rund 29 % (Valideneinkommen Fr. 69'000.--, Invalideneinkommen 

Fr. 49'304.-- [0.9-mal Fr. 54'783.--]). Bei diesem Ergebnis - mit diesfalls einem 

Invaliditätsgrad von rund 30 % - bliebe es im Übrigen selbst bei der Annahme eines 

Valideneinkommens von Fr. 70'000.--, wie es von der Beschwerdeführerin als 

Mindesthöhe betrachtet wird (bei ausserdem Abzug von 10 %).  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 6.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. 

Art. 95 Abs. 1 des st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; 

sGS 951.1]). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit dem 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr 

getilgt.   

6.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2021
	Würdigung eines polydisziplinären IV-Gutachtens unter Einschluss einer neuropsychologischen Untersuchung nach einer früheren bidisziplinären Begutachtung für die Krankentaggeldversicherung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. September 2021, IV 2020/49).

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