# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 614bfba3-eecd-5a87-8825-1fa6300f5faa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.01.2014 D-4173/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4173-2013_2014-01-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-4173/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richter Gérald Bovier, Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiber Alfred Weber. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

dessen Ehefrau  

B._______, geboren (…), 

und deren Kind 

C._______, geboren (…), 

Sri Lanka,   

alle vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),  

(…) 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 19. Juni 2013 / N (…). 

 

 

D-4173/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden liessen durch ihren Rechtsvertreter mit als 

"Asylgesuch im Ausland" bezeichneter Eingabe vom 10. November 2008 

beantragen, auf ihr Asylgesuch sei einzutreten, es sei ihnen zwecks 

Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens die Einreise in die 

Schweiz zu bewilligen und es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustel-

len. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Beschwerde-

führenden, Tamilen aus D._______, seien am 21. Juni 2007 von Sri Lan-

ka nach Malaysia geflüchtet, wo sie sich seither ohne Aufenthaltsbewilli-

gung aufhalten würden und vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt wor-

den seien. Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Februar 

2008 sei zusammenfassend festgehalten worden, dass sich die Sicher-

heitslage in Sri Lanka seit 2006 kontinuierlich verschlechtert habe. Damit 

stehe fest, dass die Beschwerdeführenden nicht nach Sri Lanka zurück-

kehren könnten. Ebenso könne ihnen ein Leben in Malaysia nicht zuge-

mutet werden. Der Bruder der Beschwerdeführerin (P.M.) sei in der 

Schweiz als Flüchtling anerkannt worden und verfüge über Asyl, womit 

die vorausgesetzte Beziehungsnähe zur Schweiz bestehe. Den Be-

schwerdeführenden sei raschmöglichst die Einreise in die Schweiz zu 

bewilligen.  

B.  

Mit Schreiben des BFM vom 12. Dezember 2008 wurde die Schweizeri-

sche Botschaft in Malaysia unter Beilage einer Kopie der Eingabe des 

Rechtsvertreters vom 10. November 2008 ersucht, die Beschwerdefüh-

renden zu befragen und anschliessend die Befragungsprotokolle zusam-

men mit dem Bericht ans BFM zuzustellen. 

C.  

Nachdem eine Durchsicht der Akten ergeben hatte, dass weder der 

Rechtsvertreter noch die Beschwerdeführenden selbst sich seither mit 

den Schweizer Behörden in Verbindung setzten, wurde der Rechtsvertre-

ter der Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 7. Mai 2013 aufgefor-

dert, dem BFM bis zum 8. Juni 2013 mitzuteilen, ob diese noch an ihren 

Asylgesuchen festzuhalten gedenken, und gegebenenfalls dem Bundes-

amt eine den Beschwerdeführenden klar zurechenbare Willensäusserung 

zuzustellen. Bejahendenfalls wurde innert gleicher Frist die Gelegenheit 

eingeräumt, den Schweizer Behörden die aktuelle Situation sowie allfälli-

ge, seit dem 10. November 2008 neue und mit den Asylgesuchen zu-

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sammenhängende wichtige Ereignisse darzulegen und neue Beweismittel 

nachzureichen. Unter Beilage eines explizit aufgelisteten Fragekatalogs 

wurden die Beschwerdeführenden gebeten, die entsprechenden Fragen 

genau und konkret zu beantworten.  

D.  

In der Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 3. Juni 2013 wurden zu-

nächst zwei zwischenzeitlich geborene Kinder der Beschwerdeführenden 

Sathiyaseelan Sathurthika, geboren am 25. Oktober 2009, und Sathiya-

seelan Mahisha, geboren am 29. Januar 2013 aufgeführt. Sodann wurde 

ausgeführt, der in regelmässigem Kontakt mit der Beschwerdeführerin 

stehende Bruder P.M. habe sich mit ihr in Verbindung gesetzt und unter 

Beizug ihrer Angaben die vom BFM gestellten Fragen schriftlich beant-

wortet. Dieses Schreiben gelte zusammen mit dem Asylgesuch vom     

10. November 2008 und der damals eingereichten Vollmacht als den Be-

schwerdeführenden zurechenbare Willensäusserung betreffend die 

Schutzsuche in der Schweiz. Zur Begründung wurde darin im Wesentli-

chen ausgeführt, der Bruder der Beschwerdeführerin P.M. und derjenige 

des Beschwerdeführers M.K. seien Mitglieder der Liberation Tigers of 

Tamil Eelam (LTTE) gewesen. Die Beschwerdeführenden und ihre Fami-

lien seien von der Armee, Polizei und unbekannten tamilischen Gruppen 

wiederholt behelligt worden. Im Jahr 2004 sei S.M., ein anderer Bruder 

der Beschwerdeführerin, von unbekannten Gruppen dreimal entführt und 

misshandelt worden. Anfangs 2006 sei S.M. zusammen mit einem weite-

ren Bruder V.M. einmal von der Polizei verhaftet und misshandelt worden. 

Nach der Heirat der Beschwerdeführenden im Mai 2006 hätten die Behel-

ligungen durch die Polizei und andere Gruppierungen fortgedauert. An-

fangs 2007 bis Juni 2007 sei V.M. mehrmals entführt worden. Am 16. Juni 

2007 habe die Familie aufgrund der andauernden Behelligungen ent-

schieden, E._______ zu verlassen. Am 21. Juni 2007 seien sie auf dem 

Luftweg nach Malaysia ausgereist. Dort würden sie unter schwierigen 

Bedingungen leben und befürchten, jederzeit nach Sri Lanka zurückge-

schickt werden zu können. 

E.  

Mit Verfügung vom 19. Juni 2013 – eröffnet am 21. Juni 2013 – verwei-

gerte das Bundesamt den Beschwerdeführenden die Einreise in die 

Schweiz und lehnte die Asylgesuche ab. Die Verfügung bezog sich auf 

die im Rubrum des Urteils genannten Personen. Zur Begründung wurde 

unter Verweis auf die Rechtsprechung (Entscheidungen und Mitteilungen 

der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15) im 

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Wesentlichen ausgeführt, dass die Anwesenheit eines Bruders einer ge-

suchstellenden Person für sich allein nicht eine genügend enge Bezie-

hung mit der Schweiz zu begründen vermöge. Aus dem Aufenthalt von 

zwei Brüdern der Beschwerdeführerin in der Schweiz ergebe sich keine 

Beziehungsnähe zur Schweiz, welche eine Einreisebewilligung aus dem 

sicheren Drittstaat Malaysia begründen könnte, zumal zwischen den Be-

schwerdeführenden und diesen beiden Personen wegen deren langjähri-

ger Landesabwesenheit keine besonders enge Beziehung bestanden ha-

ben könne. Sodann sei festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführenden 

seit Juni 2007 in Malaysia aufhalten und über UNHCR-Ausweise verfü-

gen würden, die sie dazu berechtigen würden, sich in diesem Land frei zu 

bewegen. Obschon Malaysia die Flüchtlingskonvention nicht unterzeich-

net habe, bestünden gemäss Erkenntnissen des BFM indessen keinerlei 

Hinweise darauf, dass dieses Land sich in der Obhut des UNHCR befind-

liche Personen in ihre Herkunftsländer zurückführe. Den Akten seien 

auch keine konkreten oder glaubhaft dargelegten Anhaltspunkte dafür zu 

entnehmen, dass die Beschwerdeführenden einreiserelevante Nachteile 

erlitten hätten oder ihnen dort solche drohen würden. Aufgrund ihres dor-

tigen, mittlerweile sechsjährigen Aufenthalts müsse davon ausgegangen 

werden, dass sie sich eine wirtschaftliche Existenzgrundlage hätten er-

schaffen können und über ein entsprechend tragfähiges Beziehungsnetz 

verfügen würden. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass ein Verbleib 

der Beschwerdeführenden in Malaysia möglich und zumutbar sei, wo sie 

nicht befürchten müssten, in ihr Heimatland zurückgeführt zu werden. 

Angesichts dessen sei – bezogen auf ihr Heimatland – von einer materiel-

len Prüfung der geltend gemachten Verfolgungsgründe abzusehen. Die 

eingereichten Dokumente würden daran nichts ändern, stützten sie doch 

lediglich Vorbringen, deren Glaubhaftigkeit vorliegend nicht in Frage ge-

stellt werde.  

F.  

Mit Eingabe vom 22. Juli 2013 an das Bundesverwaltungsgericht liessen 

die Beschwerdeführenden unter Kosten- und Entschädigungsfolge bean-

tragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihnen zwecks 

Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens die Einreise in die 

Schweiz zu bewilligen beziehungsweise ihnen Asyl zu gewähren oder je-

denfalls die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen. Auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses sei zu verzichten und es sei die unentgeltliche Pro-

zessführung zu gewähren. Auf die Begründung der Beschwerde wird, 

soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

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Seite 5 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-

lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende 

Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

[AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne 

von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – ein-

zutreten. 

1.4 Das BFM bewilligte gemäss Dispositiv der angefochtenen Verfügung 

die Einreise in die Schweiz nicht und lehnte die Asylgesuche ab. Auf den 

Beschwerdeantrag auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft ist nicht 

einzutreten, da die vorinstanzliche Verfügung keine Feststellung betref-

fend die Flüchtlingseigenschaft enthält und dies somit nicht Gegenstand 

des Urteils sein kann. 

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Seite 6 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel 

(Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen 

Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 

4.  

4.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 

wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann 

oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 

und Art. 7 AsylG sowie alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss alt Art. 20 Abs. 2 

AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise 

zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, 

im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 

auszureisen. Gestützt auf alt Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössi-

sche Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen 

ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft 

machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

4.2 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (alt Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ver-

fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, 

so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich 

festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise 

eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der 

Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als ent-

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scheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls 

im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei-

nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern 

(vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 

4.2.1 Die Beschwerdeführenden wurden nicht zu ihren Asylgesuchen be-

fragt. Sie legten ihre Vorbringen jedoch bereits im von ihrem Rechtsver-

treter in der Schweiz eingereichten Asylgesuch vom 10. November 2008 

schriftlich dar (vgl. Sachverhalt Bst. A). Da sich weder der Rechtsvertreter 

noch die Beschwerdeführenden selbst seither mit den Schweizer Behör-

den in Verbindung gesetzt hatten, wurde der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführenden mit Verfügung vom 7. Mai 2013 aufgefordert, dem 

BFM innert angesetzter Frist mitzuteilen, ob diese noch an ihren Asylge-

suchen festzuhalten gedenken, und gegebenenfalls dem Bundesamt eine 

den Beschwerdeführenden klar zurechenbare Willensäusserung zuzustel-

len. Bejahendenfalls wurde den Beschwerdeführenden innert gleicher 

Frist die Gelegenheit eingeräumt, den Schweizer Behörden die aktuelle 

Situation sowie allfällige, seit dem 10. November 2008 neue und mit den 

Asylgesuchen zusammenhängende wichtige Ereignisse darzulegen und 

neue Beweismittel nachzureichen. Unter Beilage eines explizit aufgeliste-

ten Fragekatalogs für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts wurden die Beschwerdeführenden gebeten, die entspre-

chenden Fragen genau und konkret zu beantworten (vgl. Sachverhalt 

Bst. C). Hierzu nahmen die Beschwerdeführenden am 3. Juni 2013 

schriftlich Stellung (vgl. Sachverhalt Bst. D). Der entscheidwesentliche 

Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen Darlegung der Asyl-

gründe (vgl. Sachverhalt Bst. A und D) soweit erstellt, dass die entscheid-

relevanten Elemente vorliegen. 

4.2.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, die Beschwer-

deführenden vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische 

Vertretung zusätzlich persönlich befragen zu lassen. Das BFM hat den 

verfahrensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 

4.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

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zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. 

5.  

5.1 Halten sich die asylsuchenden Personen – wie im vorliegenden Fall – 

in einem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihnen 

auch zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem sol-

chen Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die 

betreffenden Personen haben in diesem Drittstaat bereits den erforderli-

chen Schutz gefunden, was in der Regel zur Ablehnung der Asylgesuche 

und der Verweigerung der Einreisebewilligungen führt. In jedem Falle sind 

die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als 

zumutbar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Bezie-

hungsnähe zur Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10).  

5.2 Vorab ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde auf eine grundsätz-

liche Wiederholung der bisherigen Vorbringen beschränkt und mithin kei-

ne neuen Sachverhaltselemente geltend gemacht werden. Die Überprü-

fung der Akten ergibt sodann, dass sich die diesbezüglichen Erwägungen 

in der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen (vgl. Sachverhalt 

Bst. E). Das BFM hat in seiner Verfügung vom 19. Juni 2013 korrekt aus-

geführt, es könne davon ausgegangen werden, dass sich die seit dem 

Jahre 2007 in Malaysia aufhaltenden und vom UNHCR als anerkannte 

Flüchtlinge mit entsprechend ausgestellten Ausweisen registrierten Be-

schwerdeführenden von den malaysischen Behörden wirksamen Schutz 

vor Verfolgung und Rückschaffung in den Heimatstaat erhalten würden. In 

der Beschwerde wird mit Verweis auf ein von der im Rubrum erwähnten 

Rechtsvertretung, namentlich in der Person des Rechtsvertreters (An-

merkung des Bundesverwaltungsgerichts), geführtes Beschwerdeverfah-

ren (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-1169/2009 vom 6. März 

2009) der Einwand erhoben, dass unter anderem gemäss dem Report 

2012 von Amnesty International Malaysia sicher im August 2011 gegen 

den Grundsatz des Non-Refoulement verstossen habe, indem es chinesi-

sche Staatsangehörige nach China abgeschoben habe. Aus demselben 

Bericht gehe auch hervor, dass der oberste Gerichtshof von Australien 

den rechtlichen Schutz für Flüchtlinge in Malaysia als nicht ausreichend 

beurteile. Die Situation in Malaysia präsentiere sich somit heute nicht 

mehr gleich wie im Zeitpunkt des Urteils D-1169/2009. Gemäss Kenntnis-

sen des Bundesverwaltungsgerichts erweist sich der Einwand als unbe-

gründet und die Beschwerdeführenden vermögen daraus nichts zu ihren 

Gunsten abzuleiten. Als vergleichsweise relativ kleine Gruppe von tamili-

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schen Flüchtlingen haben sie von den Behörden wenig zu befürchten, da 

sich deren Anstrengungen in erster Linie gegen die zahlreichen burmesi-

schen und philippinischen Einwanderer und Flüchtlinge richten. Ferner ist 

bekannt, dass die malaysischen Behörden in der Regel mit dem UNHCR 

kooperieren und diesem gar potenzielle Flüchtlinge melden. Flüchtlinge 

mit UNHCR-Ausweisen, welche bei gelegentlichen sich gegen illegale 

Migranten richtenden Razzien festgenommen werden, werden aufgrund 

der Dokumente wieder freigelassen. Was sodann die Erwerbstätigkeit 

anbelangt, so wird registrierten Flüchtlingen in Malaysia eine solche von 

Gesetzes wegen zwar nicht erlaubt, die Behörden intervenieren aber 

auch nicht, wenn die betreffenden Personen Gelegenheitsbeschäftigun-

gen nachgehen (vgl. zum Ganzen US Department of State, Country Re-

port on Human Rights Practices 2012 – Malaysia, 19.4.2013). In der Be-

schwerde wird denn auch eingestanden, dass die Beschwerdeführenden 

im Stundenlohn arbeiten würden, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. 

Die Annahme der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung erscheint 

nicht abwegig, wonach sich die Beschwerdeführenden zwischenzeitlich 

eine wirtschaftliche Existenzgrundlage hätten erschaffen können und über 

ein entsprechend tragfähiges Beziehungsnetz verfügen würden. Im vor-

liegenden Verfahren bestehen somit keine konkreten Anhaltspunkte für 

die Annahme, dass ein weiterer Verbleib in Malaysia, wo die Beschwerde-

führer seit nunmehr sechseinhalb Jahren leben und vom UNHCR als 

Flüchtling registriert sind, nicht zumutbar oder nicht möglich ist. Zur Un-

termauerung dieser Feststellung sei der Vollständigkeit halber noch er-

wähnt, dass es sich im vom Rechtsvertreter zitierten Verfahren  

D-1169/2009 um den Bruder der Beschwerdeführerin, V.M., handelt, der 

gemäss Stellungnahme vom 3. Juni 2013 zusammen mit ihr und anderen 

Familienangehörigen Sri Lanka im Jahre 2007 verlassen hat, inzwischen 

verheiratet ist, an derselben Adresse wie die Beschwerdeführenden 

wohnt und über eine Arbeitsbewilligung verfügt.  

5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend keine konkreten 

Hinweise dafür bestehen, die Beschwerdeführenden seien gegenwärtig 

einer konkreten Gefährdung ausgesetzt oder hätten eine unmittelbar dro-

hende Wegweisung nach Sri Lanka zu befürchten. 

5.4 Schliesslich ist – wie die Vorinstanz zusammenfassend festhielt – 

festzustellen, dass sich allein aufgrund der zwei sich in der Schweiz auf-

haltenden Brüder der Beschwerdeführerin noch keine besondere Bezie-

hungsnähe zur Schweiz ergibt, die eine Einreisebewilligung aus dem si-

cheren Drittstaat Malaysia begründen könnte. Die in der Beschwerde in 

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Seite 10 

diesem Zusammenhang gegen die vorinstanzlichen Erwägungen gerich-

teten Argumente sind ungeeignet respektive die in der Rechtsschrift ver-

tretene Auffassung erweist sich als nicht stichhaltig. Zum einen wird expli-

zit eingeräumt, dass die Beschwerdeführerin und ihre hier lebenden Brü-

der heute nicht mehr zur selben Kernfamilie gehören, dies aber als min-

derjährige Geschwister einmal getan hätten. Zum anderen wird lediglich 

die Sichtweise des BFM nicht geteilt, wonach sich der Grad der Bezie-

hungsnähe von Geschwistern alleine durch langjährige Landesabwesen-

heit vermindere. Abschliessend wird dann ausgeführt, für die Aufnahme 

der Beschwerdeführenden komme aufgrund der Beziehungsnähe – un-

abhängig von deren Grad – kein anderer Staat als die Schweiz in Frage, 

wenn man zum Schluss gelange, die Beschwerdeführenden könnten we-

der in Sri Lanka noch in Malaysia verbleiben. Bei dieser Sachlage kann, 

zur Vermeidung von Wiederholungen, daher auf die diesbezüglich nicht 

zu beanstanden Ausführungen des BFM in der angefochtenen Verfügung 

sowie auf die obigen Erwägungen (E. 5.2 und 5.3) verwiesen werden. 

5.5 Die Beschwerdeführenden vermochten insgesamt nicht aufzuzeigen, 

dass sie auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen sind 

beziehungsweise ihnen gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz 

gewähren muss. Der weitere Verbleib in Malaysia ist ihnen nach dem Ge-

sagten zuzumuten und die Vorinstanz hat ihnen zu Recht die Einreise in 

die Schweiz verweigert und die Asylgesuche abgelehnt.  

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

das Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das 

BFM hat die Asylgesuche und die Gesuche um Einreise in die Schweiz zu 

Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten ist. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten, womit das Gesuch um Gewährung der 

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Seite 11 

unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gegen-

standslos geworden ist.  

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird 

mit vorliegendem Urteil ebenfalls gegenstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die zu-

ständige schweizerische Vertretung. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Wespi Alfred Weber 

 

 

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