# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ede13c1-3613-5dc9-8390-808f542a783c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.08.2009 C-2960/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2960-2009_2009-08-12.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2960/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Rich-
ter Francesco Parrino,
Richter Michael Peterli,
Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt.

A._______,
p.A. B._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Levin,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenrente, Verfügung vom 1. April 2009

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2960/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Eidgenössische  Invalidenversicherung,  IV-Stelle  für  Versi-
cherte im Ausland (IVSTA), mit Einspracheentscheid vom 1. April 2009 
die Einsprache vom 22. Juni 2006 von Grenzgänger Herrn A._______ 
(Beschwerdeführer)  gegen die  Verfügung  vom 18. Mai  2006  abwies. 
Die  IVSTA  bestätigte  den  Anspruch  des  Versicherten  auf  eine 
befristete ganze Invalidenrente von 1. November 2000 bis 30. Septem-
ber 2002,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Mai 2009 Beschwerde 
gegen den Einspracheentscheid  vom 1. April  2009 beim Bundesver-
waltungsgericht erheben liess. Er beantragte, es seien der Einsprache-
entscheid vom 1. April 2009 und die Verfügung vom 18. Mai 2006 auf-
zuheben. Weiter seien der Invaliditätsgrad auch für die Zeit nach dem 
1. Oktober 2002 auf 100% festzulegen und die ganze, ordentliche In-
validenrente auch für die Zeit nach dem 1. Oktober 2002 zu sprechen. 
Zudem sei dem Versicherten die unentgeltliche Rechtspflege und die 
Beiordnung  des  unterzeichneten  Rechtsanwaltes  als  Rechtsbeistand 
zu gewähren,

dass die für die Prüfung der Anmeldungen von Grenzgängerinnen und 
Grenzgängern  zuständige  IV-Stelle  Basel-Stadt  (Art. 40  Abs. 3  der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, 
SR 831.201) auf  Gesuch  der  IVSTA  hin  am  16. Juni  2009  eine 
Stellungnahme abgab  und beantragte,  der  Fall  sei  zur  ergänzenden 
Abklärung und Neuentscheidung an sie  zurückzuweisen. Wegen der 
langen  Dauer  zwischen  der  Verfügung  im  Jahr  2006  und  dem 
Einspracheentscheid  im  Jahr  2009  habe  sich  die  gesundheitliche 
Situation des Beschwerdeführers laut neueren Arztberichten offenbar 
verschlechtert.  Da  nur  die  Entwicklung  bis  ins  Jahr  2006  verfolgt 
worden sei, erscheine eine aktuelle Verlaufsbeurteilung als angezeigt,

dass die Vorinstanz - gestützt auf die Stellungnahme der IV-Stelle Ba-
sel-Stadt vom 16. Juni 2009 - mit Vernehmlassung vom 18. Juni 2009 
beantragt  hat,  die  Beschwerde  sei  gutzuheissen,  die  angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei im Sinne der erwähnten 
Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass  die  Instruktionsrichterin  mit  Verfügung  vom  1. Juli  2009  den 
Schriftenwechsel schloss,

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C-2960/2009

dass das Gericht gemäss Art. 31 des Bundesgesetz über das Bundes-
verwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG; SR 173.32)  zur 
Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  von  Vorinstanzen 
gemäss  Art. 33  VGG  zuständig  ist,  sofern  keine  Ausnahme  nach 
Art. 32 VGG vorliegt,

dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG ist und vor-
liegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen ist (vgl. 
auch  Art. 69  Abs. 1  Bst. b  des  Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1959 
über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  somit  zur  Beurteilung  der  Be-
schwerde zuständig ist,

dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unrichtige und un-
vollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  aus-
drücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass der  angefochtene Einspracheentscheid  vom 1. April  2009 nach 
übereinstimmender  Auffassung  der  Parteien  auf  einer  mangelhaften 
Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts beruht,

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der vorliegenden Akten 
zum Schluss kommt, zur Beurteilung des Rentenanspruchs seien zu-
sätzliche medizinische Abklärungen erforderlich, und es sich insbeson-
dere nicht veranlasst sieht, vom dahingehenden Antrag der Vorinstanz 
abzuweichen, 

dass der Beschwerdeführer die Zusprechung einer ganzen Rente auch 
für die Zeit nach dem 1. Oktober 2002 durch das Bundesverwaltungs-
gericht beantragt hat,

dass die Beschwerde demnach teilweise gutzuheissen und die Sache 
zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  ist  (Art. 61 
Abs. 1 VwVG), verbunden mit der Anweisung, die erforderliche psychi-
atrische Begutachtung anzuordnen und in der Sache neu zu verfügen,

dass  das  Verfahren  gemäss  Art. 69  Abs. 1bis IVG in  Verbindung  mit 
Art. 69 Abs. 2 IVG grundsätzlich kostenpflichtig ist, dem obsiegenden 
Beschwerdeführer  wie auch der  Vorinstanz  jedoch keine Verfahrens-
kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

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dass dem obsiegenden Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz ei-
ne Parteientschädigung für ihm erwachsene notwendige und verhält-
nismässig hohe Kosten zuzusprechen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung 
mit  Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar  2008 über  die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]),

dass die Parteientschädigung für Beschwerdeverfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht die Kosten der Vertretung sowie allfällige weite-
re notwendige Auslagen der Partei  umfasst,  die Parteientschädigung 
nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder der Vertreterin 
zu bemessen ist und der Stundenansatz für Anwälte und Anwältinnen 
mindestens  200  und  höchstens  400  Franken  (exkl.  Mehrwertsteuer) 
beträgt  (Art. 64  VwVG  in  Verbindung  mit  Art. 7,  Art. 9  und  Art. 10 
VGKE),

dass  der  vorliegende  notwendige  Zeitaufwand  daher  auf  7  Stunden 
und der Stundenansatz auf  CHF 230.-  zu veranschlagen ist,  ausma-
chend ein Anwaltshonorar von CHF 1'700.- inkl. Auslagen,

dass die Mehrwertsteuer nur für eine Dienstleistung geschuldet ist, die 
im Inland gegen Entgelt  erbracht  wird,  nicht  jedoch im vorliegenden 
Fall, in dem die Dienstleistung des Rechtsvertreters dem Beschwerde-
führer mit Wohnsitz im Ausland erbracht worden ist (Art. 5 Bst. b des 
Bundesgesetzes  vom  2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer 
[Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20] in Verbindung mit Art. 14 
Abs. 3 Bst. c MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE),

dass die Parteientschädigung damit auf CHF 1'700.- festzusetzen und 
diese von der Vorinstanz zu leisten ist,

dass das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bei diesem Aus-
gang  des Verfahrens gegenstandslos  wird  und daher  abzuschreiben 
ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen,  und  der  angefochtene 
Einspracheentscheid vom 1. April 2009 wird aufgehoben.

2.
Die Sache wird zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinne der 
Erwägungen, insbesondere zur Anordnung ergänzender medizinischer 
Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung, an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dem  Beschwerdeführer  wird  eine  Parteientschädigung  von 
CHF 1'700.- zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen.

5.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird als gegenstands-
los geworden abgeschrieben.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherung

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Christine Schori Abt

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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