# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6948ae46-e687-55d4-93ca-892f617c6545
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.02.2015 SB140396
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140396_2015-02-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140396-O/U/hb 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Stiefel, Ersatzober-

richter lic. iur. Ernst sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. Karabayir  

 

Urteil vom 24. Februar 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich,  

vertreten durch Oberjugendanwalt lic. iur. Stierli  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend mehrfache Misshandlung von Tieren etc.   
 

Berufung gegen ein Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes Horgen vom 
15. April 2014 (DJ130005) 

 

-   2   - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis des Kantons Zürich 

vom 5. November 2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 16). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Misshandlung von Tieren im Sinne von Art. 26 Abs. 1 
lit. a TSchG (Sachverhaltsabschnitte 3, 5 und 6) 

− der mehrfachen mutwilligen Tötung von Tieren im Sinne von Art. 26 
Abs. 1 lit. b TSchG (Sachverhaltsabschnitte 7 und 8) 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Tierquälerei betref-

fend die Sachverhaltsabschnitte 1, 2 und 4. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 1 Monat Freiheitsentzug. 

4. Der Vollzug des Freiheitsentzugs wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

1 Jahr festgesetzt.  

5. Für die Dauer der Probezeit wird der Beschuldigte durch die zuständige  

Sozialarbeiterin der Jugendanwaltschaft begleitet. 

6. Auf die Anordnung einer Schutzmassnahme wird verzichtet. 

7. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin wird nicht eingetreten. 

8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'000.–;   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'955.33   Auslagen Vorverfahren; 

Fr. 485.–   ausserkantonale Verfahrenskosten; 

Fr. 300.–   Gebühr Anklagebehörde. 

 

 
 

 
 

 Weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

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9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu 

einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen und zu zwei Dritteln dem 

Beschuldigten auferlegt, aber im Fr. 200.– übersteigenden Betrag abge-

schrieben. 

10. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 3'888.– (Anteil Anwaltshonorar inkl. 8% Mehrwertsteuer) aus der Ge-

richtskasse zugesprochen. 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 55 S. 1) 

" 1.  Es sei A._____ in Aufhebung von Ziffern 1., 3., 4. und 5. des Ur-
teils der Vorinstanz von Schuld und Strafe freizusprechen.  

 2.  Es sei die Anschlussberufung der Oberjugendanwaltschaft vom 
29. September 2014 vollumfänglich abzuweisen.  

 3.  Es seien die Kosten des Strafuntersuchungs- und der gerichtli-
chen Verfahren in Aufhebung von Ziffer 8. und 9. des Urteils der 
Vorinstanz auf die Staatskasse zu nehmen.  

 4. Es sei A._____ in Aufhebung bzw. Ergänzung von Ziffer 10. des 
Urteils der Vorinstanz für das Strafuntersuchungsverfahren und 
das erstinstanzliche Gerichtsverfahren vollumfänglich zu ent-
schädigen.  

 5. Es die amtliche Verteidigung für das Berufungsverfahren ange-
messen zu entschädigen." 

b) Des Vertreters der Oberjugendanwaltschaft:  

(Urk. 57 S. 1) 

" 1.  Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

 2.  Zusätzlich Anordnung einer ambulanten Behandlung im Sinne 
von Art. 14 Abs. 1 JStG." 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte / Prozessuales 

 1. Mit Urteil des Jugendgerichts des Bezirkes Horgen vom 15. April 2014 

wurde der Beschuldigte der mehrfachen Misshandlung von Tieren sowie der 

mehrfachen mutwilligen Tötung von Tieren für schuldig befunden und unter An-

setzung einer Probezeit von einem Jahr mit einem bedingten Freiheitsentzug von 

einem Monat bestraft. Für die Dauer der Probezeit wurde die Begleitung des Be-

schuldigten durch die zuständige Sozialarbeiterin der Jugendanwaltschaft ange-

ordnet. Vom Vorwurf der Tierquälerei betreffend die Sachverhaltsabschnitte 1, 2 

und 4 der Anklage wurde der Beschuldigte freigesprochen. Sodann wurde auf die 

Anordnung einer Schutzmassnahme verzichtet und auf das Schadenersatzbegeh-

ren der Privatklägerin nicht eingetreten (Urk. 43).  

 Gegen dieses Urteil meldete die Verteidigung des Beschuldigten am 

23. April 2014 Berufung an und reichte am 12. September 2014 die Berufungs–

erklärung ein (Urk. 38; Urk. 44). Sie beantragte, die Dispositivziffern 1 sowie 3–5 

des vorinstanzlichen Urteils seien aufzuheben und der Beschuldigte von Schuld 

und Strafe freizusprechen. Sodann seien die Kosten der Strafuntersuchung und 

der gerichtlichen Verfahren in Aufhebung der Dispositivziffern 8 und 9 auf die 

Staatskasse zu nehmen und der Beschuldigte in Ergänzung von Dispositivziffer 

10 vollumfänglich zu entschädigen (Urk. 44 S. 2 f.). Die Oberjugendanwaltschaft 

erhob mit Schreiben vom 29. September 2014 Anschlussberufung und beantrag–

te, in Abänderung der Dispositivziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils sei eine am-

bulante Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG anzuordnen (Urk. 48). Die 

Privatklägerin verzichtete auf Berufung und Anschlussberufung.  

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (SCHMID, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 402 N 1; 

Art. 437 StPO).  

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 Mittels Beschluss festzustellen ist, dass das vorinstanzliche Urteil hinsicht-

lich der Dispositivziffern 2 (Freispruch) und 7 (Schadenersatzbegehren) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

 3. Mit Präsidialverfügung vom 16. September 2014 wurde sodann das 

Gesuch des Beschuldigten um Bestellung einer amtlichen Verteidigung gut-

geheissen und der bisherige Verteidiger des Beschuldigten zum amtlichen Vertei-

diger ernannt (Urk. 46).  

 4. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellten die Parteien die eingangs 

erwähnten Anträge (Urk. 55 S. 1; Urk. 57 S. 1).  

II.  Sachverhalt 

 1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor 

(Urk. 16), am 6. September 2012 einem Kaninchen vorsätzlich durch nicht näher 

bekannte Gewalteinwirkung grundlos eine offene Fraktur an beiden Hinterbeinen 

zugefügt zu haben (Sachverhaltsabschnitt 3) und am 23. November 2012 grund-

los einen Fasan eingefangen zu haben, was für den Vogel unnötigen Stress zur 

Folge gehabt habe (Sachverhaltsabschnitt 5). Sodann habe er ebenfalls am 

23. November 2012 durch nicht näher bekannte Gewalteinwirkung vorsätzlich 

grundlos einer Lachtaube beide Flügel gebrochen (Sachverhaltsabschnitt 6). Am 

25. November 2012 habe der Beschuldigte zwischen 10.00 und 11.00 Uhr, jeden-

falls vor dem Mittag, grundlos durch Gewalteinwirkung, konkret durch einen har-

ten Schlag oder durch "Strecken", ein Zwergkaninchen vorsätzlich getötet; das 

Tier habe einen Genickbruch und Hämatome in der Nierengegend aufgewiesen 

(Sachverhaltsabschnitt 7). Ebenfalls am 25. November 2012, morgens, jedenfalls 

vor der Znüni-Pause, habe der Beschuldigte vorsätzlich einen Diamantfasan und 

ein Zwerghuhn grundlos mit einem festen Schlag, der zu einer Wirbelfraktur ge-

führt habe, getötet. Dem Fasan habe er ausserdem an einer Ferse alle Bänder 

zerrissen (Sachverhaltsabschnitt 8).  

 2. Der Beschuldigte bestritt in der Untersuchung, vor Vorinstanz und an-

lässlich der Berufungsverhandlung diese Anklagevorwürfe. Demnach ist zu prü-

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fen, ob die Beweislage genügt, um die entsprechenden Sachverhalte rechtsgenü-

gend zu erstellen.  

 3. Die einklagten Sachverhalte beruhen auf den Aussagen der Aus-

kunftspersonen B._____, C._____, D._____, E._____ und dem Tierarzt Dr. 

F._____, weshalb diese in Anwendung obgenannter Prinzipien gesamthaft einer 

Aussagenwürdigung zu unterziehen sind. Als weitere Beweismittel liegen die 

Aussagen des Beschuldigten, ärztliche Fotografien bzw. Röntgenbilder, welche 

den Tod und die Untersuchung des Diamantfasans und des Zwerghuhns bestäti-

gen (Urk. ND 1/5), sowie die Arbeitspläne von August bis November 2012, basie-

rend auf der Arbeitsagenda der Privatklägerin (Urk. HD 2/5), in den Akten.  

 4.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung zutreffend 

dargestellt, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 43 S. 5-7; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Ebenfalls ist den vorinstanzlichen Erwägungen in Bezug auf die Glaub-

würdigkeit der Auskunftspersonen beizupflichten (Urk. 43 S. 10, Ziff. 2.4.1.7).  

 4.2. Grundsätzlich kommt der Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften 

personalen Eigenschaft bei der Aussageanalyse keine wesentliche Bedeutung zu. 

Massgebend ist vielmehr in erster Linie die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussa-

ge. Die Glaubhaftigkeit wird ermittelt, indem eine Aussage durch methodische 

Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen 

bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Zeugen entspringen. Damit 

eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf 

das Vorhandensein von Realitätskriterien (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfest-

stellung vor Gericht, 4. Auflage 2014, S. 76 ff.) und umgekehrt auf das Fehlen von 

Fantasiesignalen (BENDER/NACK/TREUER, a.a.O., S. 82 f.) zu überprüfen (vgl.     

Urteil 6B_390/2014 vom 20. Oktober 2014; BGE 133 I 33 E. 4.3.; BGE 129 I 49).  

 5.1.  Die Aussagen des Beschuldigten weisen zwar – wie im nachfolgenden 

darzulegen sein wird – in einigen Punkte ein paar Unstimmigkeiten bzw. Wider-

sprüche auf. Da diese aber ausräumbar sind und die übrigen Aussagen des Be-

schuldigten weitgehend konstant und in sich stimmig blieben, fallen sie nicht der-

art schwer ins Gewicht, dass den Aussagen des Beschuldigten deren Glaubhaf-

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tigkeit vollends abgesprochen werden müsste. Die Aussagen des Beschuldigten 

sind insofern als durchaus glaubhaft zu qualifizieren.  

 5.1.1  Konstant und stimmig führte der Beschuldigte nämlich aus, dass er 

sich für die Lehre als Tierpfleger entschieden habe, weil dies sein Traumberuf 

gewesen sei und er gerne mit Tieren zusammenarbeite (Urk. ND1/9 S. 2; Urk. HD 

3/1 S. 3; Urk. 32 S. 16; Prot. II S. 7). Als Lehrling müsse er jeweils die Gehege 

von Kleintieren, wie Fasanen, Hasen, Stachelschweine, Tauben, Papageien, Wel-

lensittiche und Frettchen putzen und diese Tiere füttern (Urk. ND 1/9 S. 3; Urk. 

HD 3/1 S. 3). Bei den gleichen Tieren habe auch seine Oberstiftin B._____ gear-

beitet. Zu dieser habe er kein gutes Verhältnis gehabt. Er habe von Anfang an 

gemerkt, dass sie kein Interesse an einer Unterhaltung mit ihm gehabt habe (Urk. 

ND 1/9 S. 4; Urk. HD 3/1 S. 4; Urk. 32 S. 7 f.). Auf Nachfrage, weshalb dies seiner 

Meinung nach so gewesen sei, führte er aus, dass sie wahrscheinlich ein Mäd-

chen als Stiftin gewollt habe (Urk. HD 3/1 S. 4). Weiter gab er auf Nachfrage 

stimmig an, dass D._____ ihn auf den toten Diamantfasan und das Zwerghuhn, 

welche ärztlich begutachtet worden seien, angesprochen habe. D._____ habe 

ihm gesagt, dass der Fasan und das Zwerghuhn ein gebrochenes Genick gehabt 

hätten (Urk. HD 3/1 S. 7 f.; Urk. HD 3/3 S. 3 f.) und dass er – D._____ – es ko-

misch finde, wie die Tiere gestorben seien (Urk. ND 1/9 S. 5 f.; Urk. HD 3/1 S. 5; 

Urk. HD 3/3 S. 4). Direkt habe ihn D._____ zwar nicht beschuldigt. Er – der Be-

schuldigte – habe aber schon das Gefühl gehabt, dieser gebe ihm die Schuld für 

die Todesfälle. D._____ habe ihm auch gesagt, dass die Todesfälle erst begon-

nen hätten, als er - der Beschuldigte - im G._____ zu arbeiten begonnen habe 

(Urk. ND 1/9 S. 5 f.; Urk. 32 S. 16). Auf konkreten Vorhalt, von D._____ als Täter 

der Tiertötungen verdächtigt zu werden, hielt er dafür, dass D._____ dies wahr-

scheinlich tue, weil er - der Beschuldigte - der einzige gewesen sei, der bei diesen 

Tieren arbeite. Er habe D._____ aber darauf hingewiesen, dass auch die Oberstif-

tin B._____ dort arbeite (Urk. HD 3/1 S. 9). Es sei also ebenso möglich, dass sie 

das tot aufgefundene Zwergkaninchen, den  Diamantfasen und das Zwerghuhn 

getötet habe. Sicher sei er sich diesbezüglich aber nicht. Es sei nur eine Vermu-

tung (Urk. 32 S. 7 f.). Auf die Verdächtigungen der übrigen Auskunftspersonen 

angesprochen, erwiderte der Beschuldigte, dass die Aussagen der Auskunftsper-

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sonen übertrieben seien und er davon ausgehe, dass die Beschuldigungen abge-

sprochen seien. Er denke, dass sie ein Mädchen gewollt haben und dass sie 

Angst vor der Geldforderung hätten (Urk. HD 3/3 S. 4 f.). Die Mitarbeiter des 

G._____s hätten ihn intern nicht gewollt. Er habe nicht ins Team gepasst, weil er 

zurückhaltend und schweigsam gewesen sei. Sie hätten deshalb nach einem 

Grund gesucht, ihn entlassen zu können (Urk. 32 S. 16; Prot. II S. 9). Als der Be-

schuldigte schliesslich nach möglichen weiteren Tätern gefragt wurde, erklärte er, 

dass während der Znünizeit von 09.00 bis 09.30 Uhr alle Angestellten abwesend 

und die Käfige während dieser Zeit unverschlossen seien. Deshalb könne es sein, 

dass sich ein Unbefugter Zutritt zu den Käfigen verschafft habe (Urk. ND 1/9 S. 6; 

Urk. HD 3/1 S. 8; Urk. 32 S. 9 f.).   

 5.1.2  Widersprüche bzw. Unstimmigkeiten enthielten seine Aussagen da-

hingegen bezüglich der für ihn zuständigen Ausbildungsperson, bezüglich der ihm 

gegenüber geäusserten Beanstandungen sowie bezüglich der von ihm gefunde-

nen toten Tiere. Diese Widersprüche lassen sich aber aus den nachfolgend dar-

zulegenden Gründen mühelos ausräumen.   

 Während der Beschuldigte in der polizeilichen Einvernahme aussagte, dass 

E._____ für seine Ausbildung zuständig gewesen sei (Urk. ND 1/9 S. 3), verneinte 

er dies in der jugendanwaltschaftlichen Einvernahme explizit und bezeichnete 

D._____ als für ihn zuständige Ausbildungsperson (Urk. HD 3/1 S. 4). Vor Vo-

rinstanz gab der Beschuldigte dann aber wieder an, dass E._____ geschaut habe, 

ob er alles richtig mache, sie wahrscheinlich für ihn zuständig gewesen sei (Urk. 

32 S. 14). Diese Widersprüche konnte er zwar auf entsprechenden Vorhalt nicht 

selber erklären (Urk. 32 S. 14 f.). Nachvollziehbar erscheinen sie jedoch unter Be-

rücksichtigung der vom Beschuldigten ebenfalls gemachten Aussage, dass er je-

weils Anweisungen von verschiedenen Personen erhalten und deshalb manchmal 

sogar nicht gewusst habe, was er genau zu tun gehabt habe (Urk. ND 1/9 S. 3).  

 Widersprüchlich muten des Weiteren die Aussagen des Beschuldigten in 

Bezug auf ihm gegenüber geäusserte Arbeitsbeanstandungen an. Gegenüber der 

Polizei führte er aus, dass D._____ ihn während der Ausbildung aufgefordert ha-

be, schneller zu arbeiten. Vor diesem Hintergrund erstaunt die Verneinung der 

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später gestellten Frage, ob D._____ ihm bereits vor dem Kündigungsgespräch 

Hinweise gegeben habe, dass dieser mit der Arbeit des Beschuldigten unzufrie-

den gewesen sei (Urk. HD 3/1 S. 5). Da der Beschuldigte allerdings, nachdem er 

konkreter gefragt wird, ob D._____ ihm Auflagen gemacht habe, ausführte, dass 

man ihm ca. einen Monat nach Lehrbeginn gesagt habe, er müsse schneller ar-

beiten und mehr mit den anderen Mitarbeitern sprechen (Urk. HD 3/1 S. 5 f.), rela-

tiviert sich dieser Widerspruch wieder.  

 Schliesslich sind seine Aussagen in Bezug auf die von ihm gefundenen to-

ten Tiere zu berücksichtigen. Der Beschuldigte gab diesbezüglich bei der Polizei 

zu Protokoll, er habe im letzten Monat seiner Anstellung an verschiedenen Tagen 

verstorbene Meerschweinchen gefunden. Diese hätten aber eine Krankheit ge-

habt. Darüber hinaus habe er als erster zwei tote Hasen und einen toten Vogel in 

ihren Gehegen entdeckt (Urk. ND 1/9 S. 4 f.). Als er auf die Vorfälle vom 

25./26. November 2012 angesprochen wurde, erklärte der Beschuldigte, dass 

B._____ an diesem Tag "anscheinend" den Fasan und das Zwerghuhn gefunden 

habe. Er sei an diesem Tag in der Schule gewesen und habe diese toten Tiere 

nicht gesehen. Auf Nachfrage, welche Tiere er selber gefunden habe, gab er an, 

dass er ab und zu Meerschweinchen gefunden habe. Diese seien wegen einer 

Krankheit gestorben. Der ganze Bestand der Meerschweinchen (ca. 30 Stück) sei 

gestorben (Urk. HD 3/1 S. 7 f.; Urk. HD 3/3 S. 3 f.). Von toten Hasen oder Vögel 

sprach er nicht. Anlässlich der Einvernahme vom 18. September 2013 wurde der 

Beschuldigte erneut gefragt, welche toten Tiere er selber während   seiner Lehr-

zeit im G._____ gefunden habe. Er antwortete, dass er beim Putzen der Gehege 

einige Hasen, eine Taube und ein Huhn gefunden habe. Er wisse jedoch nicht, 

weshalb die Tiere gestorben seien. Schliesslich wurde er von seinem gesetzli-

chen Vertreter auf die verstorbenen Meerschweinchen angesprochen und gefragt, 

ob er diese gefunden habe oder sie einfach verschwunden seien. Er führte aus, 

dass diese einfach verschwunden seien. Wahrscheinlich habe "jemand anderes 

von den Mitarbeitern diese mitgenommen" (Urk. HD  3/3 S. 6 f.). Zwar erscheint 

diese Aussage, wonach die Meerschweinchen verschwunden seien bzw. diese 

von den Mitarbeitern mitgenommen worden seien, zunächst merkwürdig. Im Kon-

text seiner vorherigen Aussagen und unter Berücksichtigung der konkreten Fra-

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gestellung muss sie wohl aber wie folgt verstanden werden: Der Beschuldigte 

vermutet, dass auch die übrigen Mitarbeiter jeweils tote Meerschweinchen fanden 

und diese dann – so wie er selbst auch – zur Entsorgung mitnahmen. Weiter wur-

de der Beschuldigte auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung nach 

den von ihm gefundenen toten Tieren gefragt. Er gab zu Protokoll, dass er eine 

Taube, Meerschweinchen und ein oder zwei Hasen tot gefunden habe. Wann er 

diese gefunden habe, wisse er nicht mehr. Es müsse aber kurz vor seiner Entlas-

sung gewesen sein (Urk. 32 S. 10 f.). Ein eigentlicher Widerspruch ist in seinen 

Aussagen bezüglich der von ihm gefunden toten Tiere nicht ausmachbar. Un-

stimmig erscheint lediglich, dass er in der Einvernahme vom 18. März 2013 nur 

von Meerschweinchen sprach, während er in den übrigen Einvernahmen jeweils 

angab, dass er daneben auch tote Hasen und Vögel gefunden habe. Dieser   

Umstand erscheint nicht derart ungewöhnlich und unstimmig, dass er gleich als 

klares Lügensignal gedeutet werden kann und die Glaubhaftigkeit seiner Aussa-

gen erheblich mindert. So kommt es durchaus vor, dass Aussagende nicht in     

allen Aussagen vollständige Angaben machen. Angesichts dessen, dass er an-

sonsten doch dreimal wiederholt, neben Meerschweinchen auch andere Tiere tot 

gefunden zu haben, fällt diese Unstimmigkeit bei der Aussagenwürdigung nicht 

prägnant zu Lasten des Beschuldigten ins Gewicht.  

 5.1.3  Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass dem Beschuldigten nicht 

entgegen gehalten werden kann, seine Aussagen weitgehend auf vage und pau-

schale Bestreitungen der Tatvorwürfe beschränkt zu haben, zumal vom Grund-

satz der Unschuldsvermutung auszugehen ist.  

 5.1.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen des Be-

schuldigten gesamthaft und bei Berücksichtigung der Aussagen der Auskunfts-

personen als durchaus glaubhaft erscheinen. Die dargelegten Widersprüche bzw. 

Unstimmigkeiten lassen sich mühelos durch seine übrigen Aussagen ausräumen. 

Seine Aussagen enthalten keine weiteren Lügensignale.  

 5.2.1  B._____ führte anlässlich der Befragung vom 31. Mai 2013 aus, 

dass sie den toten Diamantfasan am Tag vor der Kündigung des Beschuldigten 

gefunden habe. Dieser sei bereits kalt und hart gewesen. Als sie deswegen be-

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reits voll am Weinen gewesen sei, habe sie noch das Zwerghuhn gefunden. 

D._____ sei dann gekommen und habe beide Tiere gesehen. Darauf habe er ge-

sagt, jetzt passiere etwas. Sie habe sich gedacht, dass trotzdem alles wie bis an-

hin ohne Konsequenzen für den Beschuldigten weitergehe (Urk. HD 4/2 S. 3, 5). 

Sie befand es zudem als merkwürdig, dass sie den Diamantfasan in einem Nest 

aufgefunden habe, da dieser zuvor nie in Nester gesessen sei, zumal es sich um 

ein Männchen gehandelt habe (Urk. HD 4/2 S. 4 f.). Weiter berichtete sie, dass 

sie keine Kampfspuren, die auf eine Tötung durch ein anderes Tier hindeuten 

würden, gefunden habe (Urk. HD 4/2 S. 5). Ausserdem erzählte sie, dass sie den 

Beschuldigten am Freitag, bevor der Fasan gestorben sei, beobachtet habe, wie 

er dem Fasan grundlos nachgerannt und ihn gefangen habe. Er habe ihn in den 

Händen gehabt, was nicht einfach sei, da Fasane extrem scheu seien. Als er sie 

bemerkt habe, habe er den Fasan losgelassen. Sie habe Angst gehabt, dass er 

dem Fasan den Kopf umdrehe (Urk. HD 4/2 S. 10). Weiter sagte B._____ aus, 

dass E._____ ziemlich ausgetickt sei, als sie ihr zum ersten Mal gesagt habe, 

dass sie das Gefühl habe, der Beschuldigte könnte dies absichtlich machen; sie – 

E._____ – habe ihr daraufhin gesagt, dass man sowas nicht einfach sagen könne, 

sowas dürfe man nicht denken. Seit da habe sie nichts mehr in diese Richtung 

gesagt (Urk. HD 4/2 S. 9). Dieses Gespräch erwähnte auch E._____ (Urk. HD 4/5 

S. 5). 

 5.2.2  Der Tierarzt Dr. F._____ führte aus, dass D._____ am 

26. November 2012 mit dem toten Fasan und einem weiteren Tier zu ihm ge-

kommen sei. Er – F._____ – habe u.a. auch durch Röntgenbilder eine Gewaltein-

wirkung durch einen festen, starken Schlag feststellen können. Auf Nachfrage 

schloss er aus, dass ein anderes Tier diese Verletzungen hätte verursachen kön-

nen. Es müsse ein Mensch gewesen sein (Urk. ND 1/5; Urk. HD 4/3 S. 2, 7-9). 

 5.2.3  E._____ berichtete in Bezug auf das Häschen mit den ge–

brochenen Beinen (Sachverhaltsabschnitt 3), dass sie etwa im September 2012 

das Häschen gefüttert und gesehen habe, dass es lahm sei. C._____ habe es 

sich dann angesehen und gesagt, beide Hinterbeine seien gebrochen. Sie habe 

dem Beschuldigten dann gesagt, er müsse besser aufpassen, er müsse das Tier 

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entweder mit der Tür oder anderweitig verletzt haben. Der Beschuldigte habe da-

rauf nur gemeint, er habe nichts dergleichen gemacht. Zu diesem Zeitpunkt habe 

sie gedacht, er sei einfach tollpatschig. Sie sei zusammen mit dem Beschuldigten 

im oberen Teil gewesen und C._____ im hinteren Bereich, deshalb könne nur der 

Beschuldigte für diese Verletzung verantwortlich gewesen sein (Urk. HD 4/5 S. 2 

f.).  

 5.2.4  C._____ schilderte anlässlich seiner Befragung vom 9. August 2013 

in Bezug auf den Sachverhaltsabschnitt 3, dass er ein weisses Kaninchen gefun-

den habe, welches beide Hinterbeine gebrochen habe. Er habe das Kaninchen tö-

ten müssen. Er habe es dem Beschuldigten gezeigt und ihm gesagt, dass er das 

gewesen sei. Der Beschuldigte sei daraufhin nah an ihn herangetreten und habe 

ihn angeschrien. Er habe ihn gefragt, was er – der Beschuldigte – gemacht habe, 

irgendwas müsse er falsch gemacht haben; entweder sei er auf das Tier gestan-

den oder habe die Türe aufgeschlagen. Er habe aber zu Beginn auch angegeben, 

dass er davon ausgegangen sei, dass dies keine Absicht gewesen sei. An diesem 

Tag seien nur der Beschuldigte, E._____ und er selbst dort gewesen (Urk. HD 4/4 

S. 7-9). Diese Aussage stimmt mit dem Arbeitsplan überein (Urk. HD 2/5). Dar-

über hinaus wird dieses Gespräch zum einen vom Beschuldigten selbst ebenfalls 

erwähnt, wobei der Beschuldigte anfügte, er sei nur laut geworden, weil C._____ 

laut geworden sei und er sich das nicht habe bieten lassen wollen (Urk. 32 S.15). 

Zum anderen stellte auch E._____ diesen Vorfall weitgehend in Übereinstimmung 

mit den obigen Aussagen von C._____ dar (siehe oben Ziffer 5.2.3). C._____ be-

richtete weiter, dass er am nächsten Tag B._____ davon erzählt habe (Urk. HD 

4/5 S. 9). Von einem solchen Gespräch sprach auch B._____ (Urk. HD 4/2 S. 9). 

Sodann sei ihm nicht bekannt, dass der Beschuldigte selbst  tote Tiere gefunden 

habe. Auch verletzte Tiere habe dieser nicht gemeldet (Urk. HD 4/4 S. 12). Am 

Sonntag vor der Anzeige (25. November 2012) habe der Beschuldigte im oberen 

Teil bei den Vögeln und den Kleintieren gearbeitet; diesen Bereich habe er eigent-

lich immer gepflegt. Es sei aufgefallen, dass dort schlecht gearbeitet worden sei, 

es nicht recht sauber gewesen und der Beschuldigte auch nicht recht vorwärts 

gekommen sei. E._____ habe ihn dann gefragt, wo die Kaninchen seien, weshalb 

er ca. zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr nachschauen gegangen sei. Unter dem 

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Häuschen habe er einen grossen schwarzen "Chüngel" gefunden. Dieser sei tot 

aber noch warm gewesen. Er habe ihn ins Schlachthaus gebracht und D._____ 

habe mit einem scharfen Messer die Haut gelöst. Sie hätten dann festgestellt, 

dass das Genick gebrochen sei. Aufgrund der Hämatome im Nierenbereich seien 

sie davon ausgegangen, dass ihn jemand dort in der Region gepackt habe (Urk. 

HD 4/4 S. 2 f.). Darüber hinaus berichtete C._____ auf Nachfrage, ob es Zeiten 

gäbe, an denen die Gehege und Innenställe der Kleintiere für Fremde zugänglich 

seien, dass es vor der Öffnung des G._____s um 09.00 Uhr sein könne, dass die 

Schlösser geöffnet blieben, um schneller arbeiten zu können. Aber spätestens bei 

Öffnung des G._____s, sollten seiner Meinung nach alle Gehege abgeschlossen 

sein. Es könne natürlich sein, dass das in Einzelfällen vergessen gehe. Er habe 

aber noch nie gesehen, dass ein Unbefugter in die Gehege gegangen sei. Ir-

gendwann im Sommer und Dezember 2012 hätten sie allerdings frühmorgens an 

einem Samstag vor Öffnung des G._____s bemerkt, dass jemand innerhalb der 

G._____-Umschrankung gewesen sei. Sein Chef habe gesagt, dass da mal je-

mand herumgeschlichen sei. Die Polizei wisse hiervon, diese Person habe ein 

Hausverbot erhalten. Das sei aber nur bei der grösseren Umrandung gewesen 

(Urk. HD 4/4 S. 12 f.).  

 5.2.5  Zum Sachverhaltsabschnitt 3 führte D._____ aus, dass er den Ha-

sen angeschaut habe; dieser sei noch warm gewesen. Er habe gesehen, dass 

der Hase einen Genickbruch gehabt habe. Er habe den Beschuldigten ange–

sprochen und gefragt, ob er dem Tier auf den "Grind" gestanden sei, was dieser 

verneint habe (Urk. HD 4/1 S. 5).  

 5.2.6  Die Aussagen der Auskunftspersonen sind gesamthaft stimmig, las-

sen sich mit vorhandenen Beweismitteln (Arbeitspläne) verflechten und stimmen 

untereinander weitgehend überein. Bei Berücksichtigung der übrigen, von der  

Vorinstanz wiedergegebenen Aussagen (Urk. 43 S. 9; Art. 82 Abs. 4 StPO), wel-

che wiederum adäquat sind, bestehen an der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz keine Zweifel (Urk. 43 S. 9-11). B._____ un-

termauert ihre Ausführungen mit persönlichen Gefühlen und Gedanken und schil-

dert die Vorfälle detailliert. Auch die anderen Auskunftspersonen haben lebens-

-   14   - 

nah, detailliert und damit glaubhaft ausgesagt. Alle Auskunftspersonen gaben zu-

dem an, wenn sie sich nicht mehr erinnern konnten oder sich unsicher waren, was 

ebenfalls für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. Es gibt schliesslich keine 

Anhaltspunkte, dass die Auskunftspersonen zumindest in subjektiver Hinsicht 

nicht die Wahrheit sagen würden.  

 Schliesslich ist mit der Vorinstanz trotz weitgehend deckungsgleicher Aus-

sagen der Auskunftspersonen nicht von einer abgesprochenen Aktion zu Lasten 

des Beschuldigten auszugehen. Die Vorinstanz machte hierzu detaillierte Ausfüh-

rungen, worauf verwiesen werden kann (Urk. 43 S. 7-12). Im Sinne einer Ergän-

zung bzw. Hervorhebung spricht insbesondere gegen eine solche Annahme, dass 

die Auskunftspersonen selber einräumten, über die Vorfälle im Team gesprochen 

zu haben. Sodann sind in ihren Aussagen ebenso gewisse Abweichungen und in-

dividuelle Einzelheiten zu finden wie deckungsgleiche Schilderungen. So setzten 

sie unterschiedliche Schwerpunkte und gaben ihre eigenen Empfindungen wie-

der. Die einzelnen von ihnen erlebten Vorfälle schilderten sie mit jeweils eigenen 

Worten.  

 5.3. Gemäss dem von der G._____ AG eingereichten Dienstplan (Urk. HD 

2/5) hatte der Beschuldigte am 6. September 2012, am 23. November 2012 und 

am 25. November 2012, also an den Tagen, an welchen sich die vorliegend zu 

erstellenden Sachverhalte zugetragen haben sollen, Dienst. Die übrigen drei auf 

dem Dienstplan aufgeführten Mitarbeiter ("B._____, C._____, H._____") arbeite-

ten an diesen Tagen jeweils in unterschiedlichen Konstellationen. Nicht auf dem 

Dienstplan aufgeführt sind die Arbeitseinsätze von D._____ und E._____. Ge-

mäss Aussagen von E._____ hätte sie jeweils mit B._____ und dem Beschuldig-

ten zusammengearbeitet. Sie sei einfach "jeden Morgen dort oben", d.h. bei den 

Kleintiergehegen (Urk. HD 4/5 S. 6). Gestützt auf diese Aussagen kann wohl da-

von ausgegangen werden, dass auch E._____ zu den Tatzeitpunkten am jeweili-

gen Tatort war.   

 5.4. Zusammengefasst kann als Beweisergebnis festgehalten werden, dass 

der Beschuldigte – ausser beim Jagen des Diamantfasans am 23. November 

2012 – von keinem der Auskunftspersonen bei den ihm vorgeworfenen Handlun-

-   15   - 

gen beobachtet werden konnte. Bei den Aussagen der Auskunftspersonen han-

delt es sich damit weitgehend um Mutmassungen und Vermutungen, die aufgrund 

ihrer Glaubhaftigkeit wohl subjektiv wahr sein mögen, aber nicht objektivierbar 

sind. Es wurde nie diesbezüglich etwas dokumentiert. Jedenfalls liegen solche 

Dokumentationen den Akten nicht bei. Diesen Verdächtigungen stehen des Wei-

teren Aussagen des Beschuldigten gegenüber, welche aus Mangel an erkennba-

ren Lügensignalen nicht weniger glaubhaft sind. Schliesslich führt zwar die Über-

prüfung des Dienstplanes zusammen mit den von der Vorinstanz bereits ausführ-

lich dargelegten Indizien (Urk. 43 S. 2 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO) dazu, dass der Be-

schuldigte als Täter durchaus dringend zu verdächtigen ist. Dieser Dienstplan ist 

aber unvollständig, weil er die Anwesenheiten von D._____ und E._____ nicht 

aufführt. Insbesondere belegt er eben nicht, dass der Beschuldigte der einzig 

mögliche Täter der vorgeworfenen Handlungen gewesen sein kann. Auch 

E._____ könnte im tatrelevanten Zeitraum am Tatort anwesend gewesen sein. Zu 

guter Letzt berichtet C._____ von einem Fremden, der sich vor Öffnung des 

G._____-betriebs, also zu einer Zeit, in welcher es durchaus vorkommen könne, 

dass die Gehege unverschlossen seien, einmal unberechtigt Zugriff in den 

G._____ verschafft und dort herumgeschlichen ist. Da somit eine mögliche Dritttä-

terschaft aufgrund der Unvollständigkeit des Dienstplanes und der Aussagen von 

C._____ nicht restlos ausgeschlossen werden kann, lässt sich dieser Verdacht 

bei Gesamtbetrachtung der vorhandenen Indizien nicht in der für einen Schuld-

spruch erforderlichen Intensität erhärten.  

 Nur in Bezug auf den Sachverhaltsabschnitt 5 wurde der Beschuldigte indes 

konkret von B._____ – nach deren glaubhaften Aussagen – beobachtet. Bei Be-

rücksichtigung der Glaubwürdigkeit von B._____ im Vergleich zum Beschuldigten, 

welcher als solcher ein legitimes Interesse am Ausgang des Verfahrens hat, kann 

auf die Aussagen von B._____ abgestellt werden. Erstellt ist damit, dass der Be-

schuldigte den Fasan eingefangen und kurz festgehalten hat. Ob er dies aller-

dings grundlos tat, wie B._____ vermutet, kann dem Beschuldigten als auszubil-

dender Tierpfleger nicht nachgewiesen werden. So sprach ihn B._____ weder da-

rauf an, noch sah sie aus nächster Nähe, weshalb er dies tat (vgl. Urk. HD 4/2 S. 

10). Berücksichtigt man schliesslich den Umstand, dass der Beschuldigte gemäss 

-   16   - 

übereinstimmenden Aussagen der übrigen Auskunftspersonen einen groben Um-

gang mit Tieren gepflegt zu haben scheint, kann nicht ausgeschlossen werden, 

dass das Einfangen des Fasans auf B._____ gewaltträchtiger – und damit grund-

los – gewirkt hat als es eigentlich war. Der Sachverhaltsabschnitt 5 lässt sich so-

mit auch nicht erstellen.  

6.  Aufgrund des vorliegenden Beweisergebnisses lassen sich die eingeklagten 

Sachverhalte nicht ohne Verbleib von erheblichen Restzweifeln erstellen. Der Be-

schuldigte ist damit gestützt auf den Grundsatz "in dubio pro reo" in allen Punkten 

freizusprechen.  

III. Kosten  

 1. Ausgangsgemäss - der Beschuldigte wird freigesprochen und obsiegt 

damit im Berufungsverfahren - sind die Kosten der Untersuchung und der gericht-

lichen Verfahren auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. 

Art. 428 Abs. 1 StPO). Die vorinstanzliche Kostenfestsetzung ist zu bestätigen. 

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.  

 2.1. Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie Anspruch auf 

Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfah-

rensrechte, Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die aus ihrer notwen-

digen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind, und Genugtuung für beson-

ders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei 

Freiheitsentzug (Art. 436 Abs. 1 StPO; Art. 429 Abs. 1 lit. a-c StPO).  

Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, welcher im Untersuchungs- und vorinstanzlichen 

Gerichtsverfahren noch erbetener Verteidiger des Beschuldigten war (vgl. Urk. 44 

S. 3; Urk. 46), reichte mit Eingabe vom 14. April 2014 seine Honorarnote ein 

(Urk. 35/2). Der von ihm für die Strafuntersuchung und das vorinstanzliche Ver-

fahren geltend gemachte Betrag von Fr. 11'213.40 erscheint bei Anwendung der 

von der Anwaltsgebührenverordnung vorgegebenen Richtlinien gerechtfertigt. 

Dem Beschuldigten ist aus der Gerichtskasse eine Prozessentschädigung in die-

ser Höhe zuzusprechen.  

-   17   - 

 2.2. Als amtlicher Verteidiger reichte Rechtsanwalt Dr. iur. X._____§ mit 

Eingabe vom 23. Februar 2015 seine Honorarnote ein (Urk. 56). Die darin aufge-

führten Kosten erscheinen angemessen. Gestützt auf Art. 25 Abs. 2 JStPO i.V.m. 

Art.135 StPO sind diese Kosten ausgangsgemäss auf die Gerichtskasse zu neh-

men. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Jugendgerichts des Bezirkes     

Horgen vom 15. April 2014 bezüglich der Dispositivziffern 2 (Freisprüche) 

und 7 (Zivilpunkt) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist der übrigen eingeklagten Delikte nicht schuldig 

und wird freigesprochen.  

2. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 8) wird bestätigt.  

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. 

4. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider      

Instanzen, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf 

die Gerichtskasse genommen.  

5. Dem Beschuldigten wird für die erbetene Verteidigung in der Untersuchung 

und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 11'213.40 aus der Gerichtskasse zugesprochen.  

6. Das Honorar des amtlichen Verteidigers im Berufungsverfahren wird auf 

Fr. 5'000.– festgesetzt. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

-   18   - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben) 

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (übergeben) 

− die Privatklägerin  
 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich  

− das Bundesamt für Veterinärwesen BVET, Schwarzenburgstrasse 155,  
3003 Bern  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis  
− das kantonale Veterinäramt, Obstgartenstrasse 21, 8090 Zürich 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten.  

8. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   19   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 24. Februar 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Karabayir 
 

 
 
 

	Urteil vom 24. Februar 2015
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der mehrfachen Misshandlung von Tieren im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG (Sachverhaltsabschnitte 3, 5 und 6)
	 der mehrfachen mutwilligen Tötung von Tieren im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. b TSchG (Sachverhaltsabschnitte 7 und 8)

	2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Tierquälerei betreffend die Sachverhaltsabschnitte 1, 2 und 4.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 1 Monat Freiheitsentzug.
	4. Der Vollzug des Freiheitsentzugs wird aufgeschoben und die Probezeit auf 1 Jahr festgesetzt.
	5. Für die Dauer der Probezeit wird der Beschuldigte durch die zuständige  Sozialarbeiterin der Jugendanwaltschaft begleitet.
	6. Auf die Anordnung einer Schutzmassnahme wird verzichtet.
	7. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin wird nicht eingetreten.
	8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen und zu zwei Dritteln dem Beschuldigten auferlegt, aber im Fr. 200.– übersteigenden Betrag abgeschrieben.
	10. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 3'888.– (Anteil Anwaltshonorar inkl. 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte / Prozessuales
	II.  Sachverhalt
	III.  Kosten
	1. Ausgangsgemäss - der Beschuldigte wird freigesprochen und obsiegt damit im Berufungsverfahren - sind die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 428 Abs. 1 StPO). Di...
	2.1. Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die aus ihrer notwendigen Beteiligung am Str...
	Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, welcher im Untersuchungs- und vorinstanzlichen Gerichtsverfahren noch erbetener Verteidiger des Beschuldigten war (vgl. Urk. 44 S. 3; Urk. 46), reichte mit Eingabe vom 14. April 2014 seine Honorarnote ein (Urk. 35/2). De...
	2.2. Als amtlicher Verteidiger reichte Rechtsanwalt Dr. iur. X._____§ mit Eingabe vom 23. Februar 2015 seine Honorarnote ein (Urk. 56). Die darin aufgeführten Kosten erscheinen angemessen. Gestützt auf Art. 25 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art.135 StPO sind di...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Jugendgerichts des Bezirkes     Horgen vom 15. April 2014 bezüglich der Dispositivziffern 2 (Freisprüche) und 7 (Zivilpunkt) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist der übrigen eingeklagten Delikte nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 8) wird bestätigt.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.
	4. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider      Instanzen, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Dem Beschuldigten wird für die erbetene Verteidigung in der Untersuchung und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 11'213.40 aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Das Honorar des amtlichen Verteidigers im Berufungsverfahren wird auf Fr. 5'000.– festgesetzt.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (übergeben)
	 die Privatklägerin   (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich
	 das Bundesamt für Veterinärwesen BVET, Schwarzenburgstrasse 155,
	3003 Bern
	 die Vorinstanz
	 die Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis
	 das kantonale Veterinäramt, Obstgartenstrasse 21, 8090 Zürich
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten.

	8. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.