# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 832b7b2e-a995-53a0-be31-446923615843
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 19.02.2016 510 15 78 (510 2015 78)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-15-78_2016-02-19.pdf

## Full Text

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Entscheid vom 19. Februar 2016 (510 15 78) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Fahrtkostenabzug 

 

Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Gerichtsschreiber D. Brügger 
 
 

Parteien A.____,  
 
 Rekurrent 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Staatssteuer 2014 
 
 

 
 
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Sachverhalt: 

 

1. Mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer vom 23. Juli 2015 wurden die in Höhe von   

Fr. 5‘544.-- geltend gemachten Fahrtkosten auf Fr. 2‘478.-- gekürzt. 

 

 

2. Mit Eingabe vom 18. August 2015 erhob der Pflichtige u.a. mit dem sinngemässen Be-

gehren, es seien Fahrtkosten in Höhe von Fr. 5‘544.-- zum Abzug zuzulassen, Einsprache. Zur 

Begründung machte er geltend, er arbeite im Schichtbetrieb bei der Firma B.____ AG in C.____ 

(Früh-, Spät- und Nachtschicht). Sein Arbeitsweg betrage mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 

mehr als eine Stunde pro Weg. 

 

 

3. Mit Einsprache-Entscheid vom 9. September 2015 hiess die Steuerverwaltung die Ein-

sprache teilweise gut, hielt hingegen hinsichtlich der Fahrtkosten an denjenigen gemäss Veran-

lagung in Höhe von Fr. 2‘478.-- fest. Zur Begründung führte sie aus, die Fahrtkosten mit dem 

privaten Motorfahrzeug seien für die geleisteten Schichteinsätze in der Frühschicht anerkannt 

worden, da dann keine öffentlichen Verkehrsmittel vorhanden seien. Entsprechend sei für ins-

gesamt 70 Arbeitstage ein Abzug in Höhe von Fr. 1‘602.-- gewährt worden. Für die übrigen 

Schichteinsätze, d.h. für die Spät- und Nachtschicht würden öffentliche Verkehrsmittel für die 

Hin- und Rückfahrt mit einem Zeitaufwand von weniger als 2 ½ Stunden zur Verfügung stehen. 

Deshalb sei zusätzlich das U-Abo in Höhe von Fr. 876.-- zugestanden worden, was insgesamt 

einen Fahrtkostenabzug von Fr. 2'478.-- (= Fr. 1'602.-- + Fr. 876.--) ergeben habe. 

 

 

4. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2015 erhob der Pflichtige mit dem sinngemässen Begehren, 

es seien Fahrtkosten in Höhe von Fr. 5‘544.-- zum Abzug zuzulassen, Rekurs. Zur Begründung 

machte er geltend, erst nach dem Umkleiden könne er einstempeln und sich an seinen Arbeits-

platz begeben. Zudem sei die Wartezeit an der Bushaltestelle hinzuzurechnen.  

 

 

5. Mit Vernehmlassung vom 9. November 2015 beantragte die Steuerverwaltung die Ab-

weisung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, massgebend für die Berechnung des 

Arbeitswegs sei nicht die Zeit bis zum Zeitpunkt des Ein- bzw. Ausstempelns am Arbeitsort. 

Auch die Wartezeit auf ein öffentliches Verkehrsmittel auf dem Nachhauseweg nach Verlassen 

 
 
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des Arbeitsortes und die Zeit fürs Umziehen vor dem Arbeitsbeginn oder nach dem Arbeitsende 

würden nicht berücksichtigt. Massgebend sei allein der benötigte Zeitaufwand für die Reise von 

Tür zu Tür.  

 

 

6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielt die Steuerverwaltung an ihrem Begehren fest. 

 

 

 

 

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung: 

 

1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-

ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-

ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im 

vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuerge-

richts als Einzelrichter beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden An-

forderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten. 

 

 

2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, ob die geltend gemachten Fahrkosten zwischen 

Wohn- und Arbeitsstätte für Fahrten mit dem privaten Fahrzeug von der Steuerverwaltung zu 

Recht lediglich im Umfang von Fr. 1'602.-- zum Abzug zugelassen wurden. 

 

 a) Gemäss § 29 Abs. 1 lit. a StG können bei unselbständiger Erwerbstätigkeit von 

den steuerbaren Einkünften als Erwerbsunkosten die Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und 

Arbeitsstätte abgezogen werden. Der Umfang dieser Erwerbsunkosten wird durch den Regie-

rungsrat näher geregelt. 

 

 b) Nach § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 der Verordnung zum Steuergesetz vom 13. Dezem-

ber 2005 (Vo StG) können Unselbständigerwerbende bei Benützung eines Motorrades oder 

eines Privatautos die Auslagen für die Kosten der Fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, die 

bei Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels entstehen würden, abziehen. Steht kein sol-

ches zur Verfügung oder kann dessen Benützung dem Steuerpflichtigen nicht zugemutet wer-

den (z.B. bei Gebrechlichkeit, bei mehr als 1,5 km Entfernung von der nächsten Haltestelle, bei 

 
 
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einem täglichen Zeitaufwand von mehr als 2 ½ Stunden), so ist pro Fahrkilometer ein Abzug bis 

zu Fr. 0.40 für Motorräder (mit weissem Kontrollschild) und bis zu Fr. 0.70 für Autos zulässig. 

Der Nachweis höherer Kosten bleibt vorbehalten.  

 

 c) Die in § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 Vo StG aufgestellten Kriterien eignen sich zur Ab-

grenzung zwischen abzugsfähigen notwendigen Ausgaben der Einkommenserzielung und einer 

steuerlich nicht zu berücksichtigenden bequemeren Gestaltung der privaten Lebenshaltung. 

Insbesondere beim täglichen Zeitaufwand von 2 Stunden 30 Minuten und den mehr als 1.5 km 

Entfernung von der nächsten Haltestelle handelt sich um objektive und klare Regelungen, wel-

che sich an einer leicht festzustellenden Fahrzeit bzw. Strecke orientieren und dadurch auch 

Gewähr dafür bieten, dass alle Steuerpflichtigen gleich behandelt werden (vgl. Entscheid des 

Steuergerichts [StGE] vom 14. November 2014, 510 14 65, E. 5; StGE vom 25. Oktober 2013, 

510 13 42, E. 5). 

 

 d) Gemäss der Praxis des Kantons Basel-Landschaft ist für die Ermittlung der Kilo-

meterzahl für die Berechnung der Kosten der Benützung eines privaten Fahrzeuges vom 

schnellsten und nicht vom kürzesten Weg auszugehen (vgl. StGE vom 5. März 2008, 510 07 

61, E. 4c; StGE vom 27. Mai 2005, 510 05 18, E. 3b). 

 

 e) § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 Vo StG hat dahingehend Lenkungswirkung, dass durch ihn 

die Steuerpflichtigen dazu gebracht werden sollten, anstelle eines Motorfahrzeuges den öffent-

lichen Verkehr zu benutzen (vgl. Knüsel in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Art. 26 DBG N 19). Wenn die Benützung des öffentli-

chen Verkehrs möglich und zumutbar ist, sind nur diese Kosten zum Abzug zuzulassen, auch 

wenn ein privates Motorfahrzeug benutzt wird. Eine Kombination von Motorfahrzeug und öffent-

lichen Verkehrsmitteln ist zulässig. So kann dem Steuerpflichtigen der Abzug für das private 

Fahrzeug bloss für gewisse Streckenabschnitte oder Tage gewährt werden. Durch eine solche 

Mischrechnung wird zudem dem Grundsatz Rechnung getragen, dass primär die öffentlichen 

Verkehrsmittel als Fahrtkosten zum Abzug zuzulassen sind (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts 

Luzern vom 9. Dezember 2014, publ. in: Der Steuerentscheid [StE], 2015, B 22.3 Nr. 114, E. 

2.2.2.2).  

 

 f) Dieser Lenkungswirkung entsprechend wird im Bund, mit Wirkung ab 2016, der 

Abzug für die Benützung eines privaten Fahrzeugs auf maximal Fr. 3‘000.-- pro Steuerjahr be-

schränkt (Art. 26. Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. De-

 
 
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zember 1990 [DBG]). Im Kanton Basel-Landschaft ist eine Beschränkung des Abzugs auf eben-

falls max. Fr. 3‘000.-- pro Steuerjahr geplant (Landratsvorlage vom 1. März 2016, Änderung des 

Steuergesetzes vom 7. Februar 1974, Revisionspaket 2017, 2016-056). 

 

 

3. Vorliegend wurde der Rekurrent im Jahr 2014 gemäss Bestätigung der Arbeitgeberin im 

3-Schicht-Betrieb in C.____ eingesetzt, alternierend von 06.00 - 14.00 Uhr (Frühschicht), von 

14.00 Uhr - 22.00 Uhr (Spätschicht) und von 22.00 Uhr - 06.00 Uhr (Nachtschicht). 

 

 a) Für die Frühschicht gibt es an sämtlichen Tagen, also Wochen- und Sonntagen, 

keine Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, die gewährleisten, dass der Rekurrent 

rechtzeitig vor Arbeitsbeginn ankommt. Für die geleisteten Frühschichten sind somit die Kosten 

eines privaten Fahrzeugs zum Abzug zuzulassen. Die Bestätigung der Arbeitgeberin lässt offen, 

wie viele Frühschichttage exakt geleistet wurden. Aufgrund des Wortes alternierend in der Be-

stätigung ist indes nicht zu bemängeln, dass die Steuerverwaltung für die Frühschicht von rund 

einem Drittel der gemäss Lohnausweis geleisteten 190 Schichttage, mithin von (aufgerundet) 

70 Tagen ausgegangen ist. 

 

 b) Bei der Spät- und Nachtschicht sind sowohl für den Hin- wie auch den Rückweg 

Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, und zwar an sämtlichen Tagen, also Wo-

chen- und Sonntagen, vorhanden. Die Dauer für beide Fahrten inkl. Fussweg beträgt gemäss 

SBB-Fahrplan von Tür zu Tür für die Spätschicht an den Wochen- und Sonntagen 1 Stunde 34 

Minuten (Hinweg: 44 Minuten [Abreisezeit: 12:55 Uhr - Ankunftszeit: 13:39 Uhr] + Rückweg: 50 

Minuten [Abreisezeit: 22:16 Uhr - Ankunftszeit: 23:06 Uhr]) bzw. für die Nachtschicht an den 

Wochentagen 1 Stunde 55 Minuten (Hinweg: 58 Minuten [Abreisezeit: 20:41 Uhr - Ankunftszeit: 

21:39 Uhr] + Rückweg: 57 Minuten [Abreisezeit: 06:16 Uhr - Ankunftszeit: 07:13 Uhr]) und an 

den Sonntagen 1 Stunde 32 Minuten (Hinweg: 43 Minuten [Abreisezeit: 20:56 Uhr - Ankunfts-

zeit: 21:39 Uhr] + Rückweg: 49 Minuten [Abreisezeit: 06:47 Uhr - Ankunftszeit: 07:36 Uhr]). In 

diesem Zusammenhang macht der Pflichtige geltend, erst nach dem Umkleiden könne er eins-

tempeln und sich an seinen Arbeitsplatz begeben. Zudem sei die Wartezeit an der Bushaltestel-

le hinzuzurechnen. Als Fahrtdauer gilt jene Zeit, welche benötigt wird, um zwischen Wohn- und 

Arbeitsort von Tür zu Tür zu gelangen. Anfallende Wartezeiten vor bzw. nach der Arbeitszeit 

sind nicht zu berücksichtigen. Dasselbe gilt für die Zeit, welche am Arbeitsort aufgewendet wird, 

um sich auf die Arbeit vorzubereiten, wie z.B. für das Umziehen von der Strassen- zur Arbeits-

 
 
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kleidung. Die zumutbare Fahrtzeit von 2 Stunden 30 Minuten wird somit nicht überschritten, so 

dass die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel zumutbar ist. 

 

 c) Wie oben erwähnt, ist es zulässig, bloss für gewisse Tage den Abzug für die Be-

nützung des privaten Fahrzeuges zu gewähren. Der Gesamtabzug der Fahrtkosten setzt sich 

damit aus den Kosten für das Umweltabonnement des Tarifverbunds Nordwestschweiz in Höhe 

von Fr. 876.-- und den Kosten des Privatfahrzeugs zusammen. Gemäss Google Maps beträgt 

die schnellste Route zwischen Wohn- und Arbeitsort für den früheren Wohnort D.____ in den 

Monaten Januar bis Mai 14 km und für den Wohnort E.____ in den Monaten Juni bis Dezember 

18 km. Die vorgenannten 70 Frühschichttage sind somit anteilsmässig aufzuteilen, was für den 

Wohnort D.____ 29 Tage (70 Tage / 12 Monte x 5 Monate) bzw. für den Wohnort E.____ 41 

Tage (70 Tage / 12 Monate x 7 Monate) ergibt. Entsprechend ist für 29 Arbeitstage ein Abzug 

von Fr. 568.40 (29 Tage x 14 km/Fahrt x 2 Fahrten/Tag x Fr. 0.70/km) und für 41 Arbeitstage 

ein solcher von Fr. 1‘033.20 (41 Tage x 18 km/Fahrt x 2 Fahrten/Tag x Fr. 0.70/km), total somit 

(aufgerundet) Fr. 1‘602.-- zu gewähren. Es sind somit insgesamt Fahrtkosten in Höhe von Fr. 

2'478.-- (= Fr. 876.-- + Fr. 1'602.--) zum Abzug zuzulassen. Aus alledem folgt, dass die Berech-

nung des Abzuges durch die Steuerverwaltung nicht zu beanstanden ist. 

 

Der Rekurs erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

 

4. Ausgangsgemäss sind dem Rekurrenten Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 400.-- auf-

zuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die 

Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]). 

  

 
 
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Demgemäss wird erkannt: 

 

://: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

2. Der Rekurrent hat Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- (inkl. Auslagen von 

pauschal Fr. 50.--) zu bezahlen, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss 

verrechnet werden. 

3. Mitteilung an den Rekurrenten (1), die Gemeinde E.____ (1) und die Steuerverwaltung 

des Kantons Basel-Landschaft (3).