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**Case Identifier:** 236a0fc1-59f4-595d-bf46-d00d76dc6f40
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 03.06.2020 IV 2018/191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-191_2020-06-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/191

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.09.2020

Entscheiddatum: 03.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2020
Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Würdigung medizinischer Akten samt 
polydisziplinärem Gutachten bei verschiedenartigen Symptomen, die 
diagnostisch schwierig einzuordnen sind. Weiterer Abklärungsbedarf 
verneint, kein Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 3. Juni 2020, IV 2018/191).

Entscheid vom 3. Juni 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2018/191

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 30. Januar 2015 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an (Eingang Anmeldeformular IV-Stelle am 4. Februar 2015, 

IV-act. 1). Sie wies in der Anmeldung auf eine im April 2013 erfolgte Entfernung der 

Schilddrüse hin. Seither habe sie verschiedene Gesundheitsleiden, die offensichtlich im 

Zusammenhang mit dieser Operation stünden. Dies seien Schmerzen in Armen und 

Brust, Kopfschmerzen, Kribbeln in den Fingern und sehr schnelle Erschöpfung bei 

Tätigkeiten im Haushalt. Für ihre zuvor seit September 2000 vollzeitlich ausgeübten 

Arbeit in der Hauswirtschaft im Spital B.___ war die Versicherte seit dem 

29. September 2014 krankgeschrieben (vgl. IV-act. 11-3).

A.a. 

Vom 2. bis 21. März 2015 hielt sich die Versicherte stationär in der Klinik C.___ 

auf. Im Austrittsbericht vom 31. März 2015 werden die Diagnosen Angststörung, 

mittelgradige depressive Episode, Zustand nach Thyreoidektomie 2013 und 

Hysterektomie ca. 3 Jahre zuvor genannt. Während des Aufenthalts sei es zu einer 

Teilremission des depressiven Zustandsbilds gekommen (IV-act. 17-1, 17-3). Am 

1. April 2015 startete die Versicherte einen Arbeitsversuch im Pensum von 50% (vgl. 

IV-act. 19-1). Sie unterbrach diesen Einsatz Ende Mai und reduzierte das Pensum ab 

8. Juni 2015 auf 30% (IV-act. 23-3 f.). Nachdem der Arbeitgeber mitgeteilt hatte, dass 

die Leistung nicht der Präsenzzeit entspreche, und keine Steigerung von Präsenz und 

Leistung erfolgte, wurde das Arbeitsverhältnis auf den Zeitpunkt des Auslaufens der 

Krankentaggelder im Mai 2016 hin aufgelöst (vgl. IV-act. 37-2 ff.).

A.b. 

Am 11. September 2015 hatte Dr. med. D.___ vom Institut E.___ die Diagnosen 

Chronic Fatigue Syndrom/Fibromyalgie genannt. Die Versicherte war im Institut zur 

besseren Einstellung der Schilddrüsenmedikation in Behandlung gewesen. Dr. D.___ 

A.c. 

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hatte darauf hingewiesen, dass eine Arbeitstätigkeit bei bestehendem Chronic Fatigue 

Syndrom nicht mehr möglich sei (IV-act. 25). Der zuständige Arzt des regionalen 

ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD) Dr. med. F.___ erwähnte am 

26. Januar 2016 ein Telefongespräch mit Dr. D.___, in dem diese festgehalten habe, 

dass die Versicherte aus rein endokrinologischer Sicht über eine volle Arbeitsfähigkeit 

verfüge und ausschliesslich die Hausärztin, Dr. med. G.___, für die integrale, 

insbesondere durch eine anhaltende Fatigue-Symptomatik bestimmte Einschätzung 

des Gesundheitsschadens zuständig sei (IV-act. 36).

Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 17. Februar 2016 mit, dass keine 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 39).

A.d. 

Vom 23. Februar bis 12. April 2016 hielt sich die Versicherte in der Klinik H.___ auf. 

Seitens der Klinik wurden am 28. April 2016 eine Konversionsstörung, eine 

Schmerzstörung und eine Depression diagnostiziert. Die bisherige Tätigkeit als 

Reinigungskraft sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Lediglich im zweiten 

Arbeitsmarkt mit geringer körperlicher Belastung, mit der Möglichkeit vieler Pausen, 

langsamem Arbeitstempo und ohne Zeitdruck sei eine Arbeit noch vorstellbar (IV-

act. 45-4 f.; siehe auch den Austrittsbericht vom 12. April 2016, IV-act. 55-51 ff.).

A.e. 

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. I.___ am 26. September 2016 ein 

psychiatrisches Gutachten. Er erhob die Diagnose rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig remittiert. Dieser mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (IV-

act. 55-44).

A.f. 

Mit Mitteilung vom 25. Oktober 2016 verneinte die IV-Stelle erneut einen Anspruch 

der Versicherten auf berufliche Massnahmen (IV-act. 59). Mit Vorbescheid vom 

3. November 2016 kündigte sie bei einem Invaliditätsgrad von 0% die Verneinung eines 

Rentenspruchs an (IV-act. 62), wogegen die Versicherte am 9. Dezember 2016 

Einwand erheben liess (IV-act. 67). Dennoch verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 

3. Januar 2017 einen Rentenanspruch (IV-act. 70). Auf Beschwerde hin (IV-act. 74) 

widerrief die IV-Stelle die Rentenverfügung und kündigte weitere Abklärungen an (IV-

act. 80), worauf das Gerichtsverfahren abgeschrieben wurde (Verfügung vom 20. April 

2017, IV-act. 92).

A.g. 

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B.  

C.  

Die Psychiaterin Dr. med. J.___, bei der sich die Versicherte seit Februar 2014 in 

Behandlung befand, erwähnte im Bericht vom 9. Mai 2017 in psychiatrischer Hinsicht 

die Diagnosen mittelgradige depressive Episode, Verdacht auf Konversionsstörung und 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die 

Versicherte sei einmal monatlich zu stützenden Gesprächen und der Entgegennahme 

von Psychopharmaka bei ihr. Aufgrund der starken Müdigkeit und der Schmerzen mit 

Dyspnoe sei sie nicht imstande, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 97-2 ff.). Die 

Hausärztin Dr. G.___ berichtete am 7. Juni 2017, die Versicherte sei seit dem 6. Februar 

2017 zu 80% arbeitsunfähig (IV-act. 99-4).

B.a. 

Im Auftrag der IV begutachtete die Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel 

(ABI), die Versicherte am 8. November 2017. Im Gutachten vom 11. Dezember 2017 

finden sich insbesondere folgende Diagnosen: chronisches zervikospondylogenes 

Schmerzsyndrom, chronisches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom, 

Hypermobilität und partielle Recurrensparese links. Keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter unter anderem einer leichten depressiven 

Episode und einer Somatisierungsstörung zu. Für leichte bis gelegentlich 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Hauswirtschafterin bestehe von Seiten des Bewegungsapparates eine volle 

Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer Sicht bedinge die Dysphonie bei partieller 

Recurrensparese links Einschränkungen für alle Arbeiten mit Publikumsverkehr (IV-

act. 112-23 f.). Der RAD empfahl, auf das Gutachten abzustellen (IV-act. 113).

B.b. 

Die IV-Stelle kündigte der Versicherten daraufhin mit Vorbescheid vom 17. Januar 

2018 die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 116). Trotz Einwands vom 

12. März 2018 (IV-act. 123) verfügte die IV-Stelle nach Rückfrage beim RAD (vgl. IV-

act. 124) am 4. Mai 2018 gemäss Vorbescheid (act. G 1.1).

B.c. 

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt D. Ehrenzeller für die 

Versicherte erhobene Beschwerde vom 1. Juni 2018. Beantragt werden unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache mindestens 

C.a. 

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einer halben Invalidenrente. Eventualiter seien eine endokrinologische Begutachtung 

und eine Abklärung der Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Der Rechtsvertreter 

wiederholt das Vorbringen des Einwands, wonach die Mutter der Beschwerdeführerin 

unter einem systemischen Lupus erythematodes leide und auch das Beschwerdebild 

der Beschwerdeführerin klar in diese Richtung weise. Die Frage einer möglichen 

Vererbung sei vom ABI nicht angesprochen worden, obwohl ein erhöhtes Risiko für 

Nachkommen bestehe. Weiter wird kritisiert, dass zwar eine Optimierung der 

Schilddrüsen-Substitution empfohlen worden sei, aber Angaben dazu fehlten, wie dies 

konkret vorzunehmen sei. Sinngemäss wird ferner ein innerer Widerspruch im 

Gutachten betreffend den Einfluss der Schilddrüsen-Entfernung vom April 2013 und 

dem späteren Beschwerdebild geltend gemacht. Im Weiteren wird in Bezug auf das 

psychiatrische Teilgutachten unter anderem gerügt, dass die erhobenen Ressourcen 

auf das frühere, normale Leben vor der Operation bezogen worden seien. Das bei der 

Beschwerdeführerin bestehende chronische Müdigkeitssyndrom sei nur schwierig zu 

objektivieren. Diesbezüglich sei die Beschwerdeführerin ungenügend abgeklärt worden 

(act. G 1). Mit der Beschwerde liess die Beschwerdeführerin einen Bericht des 

Internisten Dr. med. K.___ vom 26. April 2018 samt einem Begleitbrief dieses Arztes 

vom 19. Mai 2018 einreichen (act. G 1.2 f.).

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2018 die 

Abweisung der Beschwerde. Sie sei mit der Einholung eines psychiatrischen und eines 

polydisziplinären Gutachtens ihrer Abklärungspflicht in genügender Weise 

nachgekommen. Zur Erkrankung der Mutter der Beschwerdeführerin wird festgehalten, 

dass der rheumatologische ABI-Gutachter seine Diagnosen im Wissen darum gestellt 

habe. In der endokrinologischen Abklärung sei die empfohlene Therapieoptimierung in 

TSH-Werten angegeben worden. Es sei grundsätzlich Sache der Behandler, diesen 

Ziel-Wert zu erreichen, was im Übrigen auch Dr. K.___ so sehe. Zur Kritik am 

psychiatrischen Teilgutachten hält die Beschwerdegegnerin fest, die Angaben der 

Beschwerdeführerin insbesondere zu ihrem Tagesablauf und ihren Kontakten machten 

es nachvollziehbar, dass der psychiatrische Gutachter Ressourcen erkannt habe. Die 

mit der Beschwerde eingereichten Schreiben von Dr. K.___ vermöchten sodann keine 

Zweifel am Ergebnis des ABI-Gutachtens auszulösen. Die angefochtene Verfügung sei 

bei einem Invaliditätsgrad von 0% nicht zu beanstanden (act. G 4).

C.b. 

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Erwägungen

1.  

Die Beschwerdeführerin lässt mit Replik vom 12. Oktober 2018 an ihren Anträgen 

festhalten. Im Wesentlichen wiederholt und verstärkt ihr Rechtsvertreter die bereits 

geäusserten Standpunkte. Gerügt wird zudem, dass die vom Rheumatologen des ABI 

eigentlich anerkannten Dysbalancen und die myostatische Insuffizienz nicht 

einbezogen worden seien. Dabei komme es aber etwa mit Blockierungen im 

Wirbelsäulenbereich jeweils zu tageweisen Ausfällen jeglicher Aktivität (act. G 8).

C.c. 

Die Beschwerdegegnerin hält an ihrem Abweisungsantrag fest und verzichtet auf 

weitere Ausführungen (Schreiben vom 23. Oktober 2018, act. G 10).

C.d. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Die entsprechende Prüfung der 

Beschwerdegegnerin erfolgte gestützt auf die Anmeldung der Beschwerdeführerin zum 

Leistungsbezug vom 30. Januar 2015.

1.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

1.2. 

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2.  

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

1.5. 

Zwischen den Parteien umstritten ist, ob der Sachverhalt und damit die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in medizinischer Hinsicht ausreichend 

abgeklärt wurden.

2.1. 

Die Beschwerdeführerin ist sinngemäss der Ansicht, die Beschwerdegegnerin 

hätte eingehender nach Ursachen für ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen suchen 

müssen. Neben Erkrankungen von Vater und Bruder erwähnt sie diesbezüglich 

insbesondere einen systemischen Lupus erythematodes, an dem die Mutter leide. Die 

Frage einer möglichen Vererbung sei von den ABI-Gutachtern nicht angesprochen 

worden (vgl. IV-act. 123-2 f., act. G 1 S. 2). Der rheumatologische Teilgutachter hatte 

diese Erkrankung der Mutter erfragt und festgehalten (IV-act. 112-15). 

Notorischerweise sind viele Erkrankungen vererbbar. Darüber im Rahmen einer 

2.2. 

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Begutachtung zur Ermittlung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit einer versicherten 

Person zu diskutieren, ist im vorliegenden Fall jedoch weder erforderlich noch dürfte es 

zielführend sein. Denn die Akten liefern keine Anhaltspunkte für das Vorliegen dieser 

Erkrankung bei der Beschwerdeführerin. Der RAD hielt dazu nachvollziehbar fest, dass 

der Lupus zu einer Kollagenose zähle und das Vorliegen einer solchen bei der 

Beschwerdeführerin mit den durchgeführten Laboruntersuchungen ausgeschlossen 

worden sei (IV-act. 124; zu den Laborwerten IV-act. 112-8). Der rheumatologische 

Teilgutachter hatte darauf hingewiesen, dass eine Kollagenose als Ursache der diffusen 

Schmerzsymptomatik zudem bereits im April 2017 ausgeschlossen worden sei (IV-

act. 112-17). Die Erkrankung der Mutter war schon den Ärzten der Klinik H.___ im 

Frühling 2016 bekannt gewesen (IV-act. 55-52; dies galt übrigens bereits für die Ärzte 

der Rheumatologie im Silberturm im April 2015, vgl. IV-act. 21-47). Auch in der Klinik 

H.___ war im Rahmen des stationären Aufenthalts der Beschwerdeführerin im Februar 

2016 eine Labordiagnostik durchgeführt worden (IV-act. 55-53 unten, 55-57). Auffällige 

Werte wären zweifelsohne seitens der Klinikärzte diskutiert und angezeigte konkrete 

weitere Abklärungen wären in die Wege geleitet worden. Mit der Beschwerdegegnerin 

ist damit festzuhalten, dass dem ABI in Bezug auf allfällige unerkannte Erbkrankheiten 

keine Unsorgfalt in der Abklärung vorgeworfen werden kann.

Auch konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die endokrinologische Abklärung 

mangelhaft gewesen wäre, liegen nicht vor. Die Dauer der Untersuchung, die seitens 

der Beschwerdeführerin mit 10 Minuten angegeben und als zu kurz gerügt wird, wurde 

seitens des ABI nicht quantifiziert, hat aber bei dieser fachärztlichen Teildisziplin 

ohnehin keine eigenständige Bedeutung. Dem endokrinologischen Teilgutachter lagen 

die Vorakten vor und er war über die Leidensgeschichte der Beschwerdeführerin 

offenkundig im Bild (vgl. IV-act. 112-22). Die Akten liefern keine Hinweise für konkrete 

Zweifel an seiner Einschätzung, wonach ein Zusammenhang der multiplen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin mit der Schilddrüsenoperation unwahrscheinlich 

sei. Diese Einschätzung teilte im Übrigen auch Dr. K.___ in seinem Schreiben vom 

19. Mai 2018 (act. G 1.3). Der endokrinologische ABI-Teilgutachter schliesst ferner 

nicht aus, dass Müdigkeit, Orthostaseneigung und Schwindelgefühl durch die 

persistente leichte hypothyreote Stoffwechsellage bedingt oder begünstigt sein 

könnten. Einerseits sind jedoch diese Symptome und insbesondere ihr Ausmass 

weitestgehend nur durch die subjektiven Schilderungen der Beschwerdeführerin zu 

erheben, sodass ihr Ausmass im konkreten Fall unklar bleibt. Andererseits sah der 

Gutachter eine Verbesserungsmöglichkeit in einer Optimierung der 

Schilddrüsenhormonsubstitution. Die Beschwerdegegnerin weist zu Recht darauf hin, 

dass der Gutachter einen Zielwert für das zu substituierende Thyreoidea-stimulierende 

2.3. 

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Hormon (auch Thyreotroponin genannt, TSH) angab (IV-act. 112-22) und die 

Umsetzung der Therapieanpassung durch die behandelnden Ärzte zu erfolgen hat. 

Diesbezüglich kann ein Gutachter freilich nicht mehr als eine Empfehlung abgeben. 

Den weitgehend gleichen Zielwert strebte Dr. K.___ in der Behandlung später denn 

auch an (vgl. dessen Bericht vom 26. April 2018, S. 2 unten, act. G 1.2).

Dr. K.___ erwähnte einen Verdacht auf ein chronisches Müdigkeitssyndrom 

(act. G 1.2 S. 2). Ein solches hatte auch Dr. D.___ erwähnt (undatierter Bericht, bei der 

IV eingegangen am 18. Januar 2016, IV-act. 34-2, siehe auch IV-act. 29). Chronische 

Müdigkeit wurde bereits 2014 in den Akten erwähnt. Nach einer Ursache wurde im 

Spital L.___, im Muskelzentrum ALS Clinic des Kantonsspitals St. Gallen (IV-act. 21-32) 

und seitens der Rheumatologie M.___ gesucht, dies ohne Erfolg (vgl. IV-act. 21-48). Im 

Rahmen des stationären Aufenthalts in der Klinik C.___ vom 2. bis 21. März 2015 

wurde allerdings nicht auf vermehrte Müdigkeit hingewiesen. Hingegen wurde erwähnt, 

die Beschwerdeführerin habe keine Ein- und Durchschlafprobleme (IV-act. 21-40). Über 

Erschöpfung hatte die Beschwerdeführerin zwar geklagt, aber auch über viele weitere 

Symptome, die seitens der Klinik nicht zuverlässig einer konkreten Diagnose 

zugeordnet werden konnten. Auch beim siebenwöchigen stationären Aufenthalt in der 

Klinik H.___ trat die Müdigkeit offenbar nicht als zentrales Problem in Erscheinung, 

sondern wirkt eher wie ein untergeordneter Teil des überaus vielfältigen 

Beschwerdebilds (vgl. IV-act. 55-51 ff.). Derselbe Eindruck ergibt sich bei der von Dr. 

I.___ vorgenommenen detaillierten Dokumentation der Leidensangaben; diesem 

Gutachter gegenüber klagte die Beschwerdeführerin primär über Schmerzen (IV-

act. 55-23 f.). Im Rahmen der ABI-Begutachtung berichtete sie über Müdigkeit, aber 

auch bei der dortigen Protokollierung des aktuellen Leidens durch den psychiatrischen 

Gutachter wirkt diese Schilderung eher untergeordnet (IV-act. 112-9). Gegenüber dem 

Rheumatologen erwähnte sie offenbar nur, dass sie nach den zweimaligen 

Spaziergängen mit dem Hund müde und erschöpft sei (IV-act. 112-15). Gegenüber 

dem Neurologen klagte sie primär über Schwäche. Dass dieser bei den (sich nicht auf 

die Arbeitsfähigkeit auswirkenden) Diagnosen seines Fachgebiets schliesslich lediglich 

ein subjektives Müdigkeitsgefühl festhielt und den Verdacht auf eine somatoforme 

Schmerzstörung äusserte (IV-act. 112-20), ist insgesamt nachvollziehbar. Weitere 

Abklärungen zur Müdigkeitssymptomatik drängen sich bei Gesamtschau der Akten 

nicht auf.

2.4. 

Die psychiatrische Beurteilung des ABI-Gutachtens will die Beschwerdeführerin 

insbesondere deshalb nicht gelten lassen, weil sie dem Gutachter unterstellt, er habe 

die erkannten Ressourcen einfach aus dem früheren normalen Leben gezogen. Es ist 

2.5. 

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zutreffend, dass der psychiatrische Gutachter der Aufforderung im Fragenkatalog, 

"detaillierte Aussagen betreffend Beeinträchtigungen und vorhandener persönlicher 

Ressourcen" zu machen (IV-act. 112-13), an dieser Stelle nur unzureichend 

nachgekommen ist. Er begnügte sich mit der Aussage, es bestünden durchaus 

Ressourcen, vor allem für angelernte Arbeiten, die Beschwerdeführerin habe 

zusammen mit ihrem Mann auch zwei Töchter grossgezogen. Betrachtet man das 

Teilgutachten aber in der Gesamtheit, treten andernorts gewisse Ressourcen der 

Beschwerdeführerin zu Tage, wie die Beschwerdegegnerin sinngemäss zu Recht 

geltend macht. Der Gutachter erwähnte, dass die Beschwerdeführerin durchaus 

Hausarbeiten verrichte, so auch die Wäsche. Kurze Strecken fahre sie selber Auto oder 

benütze den ÖV. Auch vornehmlich telefonische Kontakte zu Kolleginnen erwähnte der 

Gutachter. Innerhalb der Familie sei der Kontakt sehr gut. Die Beschwerdeführerin 

kümmere sich auch gerne um ihren kleinen Hund, mit dem sie selbst spazieren gehe. 

Für Ehemann und Tochter koche sie (IV-act. 112-14). Gegenüber Dr. I.___ hatte die 

Beschwerdeführerin erwähnt, sie würde auch lesen, beispielsweise die Zeitung, aber 

nicht täglich. Aktuell stricke sie an einem Pullover für sich. Fern sehe sie maximal 2 

Stunden am Tag. Sie erwähnte zudem eine Kollegin, mit der sie etwas unternehme, 

wenn diese frei habe (IV-act. 55-29, vgl. auch 55-42). Insgesamt scheint die 

Beschwerdeführerin insbesondere mit ihrer (nicht nur der Kern-, sondern der 

erweiterten) Familie, von der sie Unterstützung erfährt, eine nennenswerte Ressource 

zu besitzen und sich ein gewisses Aktivitätsniveau erhalten zu haben. Dass ihr eine 

geeignete Arbeitstätigkeit als zumutbar erachtet wurde, ist auch vor diesem 

Hintergrund ausreichend nachvollziehbar und steht überdies im Einklang mit den wenig 

auffälligen psychopathologischen Befunden bei der Begutachtung (guter affektiver 

Kontakt; erhalten wirkender Selbstwert; vorhandener Antrieb; keine Hinweise auf 

manifeste Ängste; Aufmerksamkeit, Auffassung und Gedächtnis ungestört; formal 

geordnetes Denken [IV-act. 112-10], sehr gute Konzentration im 

Untersuchungsgespräch [IV-act. 112-13]). Der Psychostatus war sodann auch bei der 

Begutachtung durch Dr. I.___ unauffällig gewesen (IV-act. 55-33 f.).

Abschliessend ist festzuhalten, dass sich auch aus den von der 

Beschwerdeführerin erwähnten "eigentlich anerkannten Dysbalancen" und der 

"myostatische[n] Insuffizienz mit entsprechenden muskuloligamentären 

Überlastungsreaktionen" keine hinreichenden Zweifel am Beweiswert des ABI-

Gutachtens ableiten lassen. Bereits im April 2015 wurde ein chronisches 

Panvertebralsyndrom erwähnt (IV-act. 21-47). Einer eingehenden Behandlung der 

Rückenschmerzen bedurfte die Beschwerdeführerin aber offenbar nicht (abgesehen 

von kurzzeitiger Physio- und medizinischer Trainingstherapie, vgl. IV-act. 112-15). Auch 

2.6. 

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3.  

diagnostisch wurden keine weiteren grösseren Anstrengungen unternommen (zur 

Kernspintomographie der HWS von 2017 und der CT der LWS von 2014 vgl. IV-

act. 112-14 unten). Rückschlüsse auf einen diesbezüglichen Leidensdruck können 

aufgrund der vorliegenden Akten nicht hinreichend gezogen werden. Anhaltspunkte für 

diesbezügliche ungenügende Abklärungen bestehen nicht.

Zum Adaptationsprofil und der Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit hielten die ABI-

Gutachter in der Gesamtbeurteilung fest, das chronische zervikospondylogene und 

thorakolumbospondylogene Schmerzsyndrom sowie die Hypermobilität beeinflussten 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Aufgrund der Hypermobilität und der 

beginnenden degenerativen Veränderungen im Zervikal- und Lumbalbereich seien ihr 

schwere und überwiegend mittelschwere Tätigkeiten nicht zumutbar. Für leichte bis 

gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, wie die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit als Hauswirtschafterin, bestehe von Seiten des Bewegungsapparats eine volle 

Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer Sicht wurden nur für Tätigkeiten mit 

Publikumsverkehr Einschränkungen attestiert. Aus endokrinologischer, 

allgemeininternistischer und psychiatrischer Sicht wurde die Arbeitsfähigkeit nicht als 

eingeschränkt betrachtet (IV-act. 112-24). Diese Beurteilung erscheint im 

Gesamtkontext als nachvollziehbar und schlüssig. Dem ABI-Gutachten ist voller 

Beweiswert beizumessen.

2.7. 

Basierend auf einer vollen Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten erübrigt sich 

die genaue Bemessung des Invaliditätsgrads. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Methode des Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG angewendet, was nicht zu 

beanstanden ist. Da die Beschwerdeführerin auch ihre letzte Tätigkeit als 

Hauswirtschaftsmitarbeiterin in einem Spital noch vornehmen könnte, ist das 

Einkommensniveau vor und nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

grundsätzlich dasselbe. Ohne quantitative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit würde 

damit nur ein Tabellenlohnabzug zu einem 0% übersteigenden Invaliditätsgrad führen. 

Die rentenanspruchsbegründende Schwelle von 40% wird damit jedoch offenkundig 

nicht erreicht, sodass auch die Bemessung des Tabellenlohnabzugs, der ohnehin auf 

maximal 25% beschränkt ist (BGE 126 V 75), offenbleiben kann. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht 

verneint, sodass die Beschwerde abzuweisen ist.

3.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2020
	Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Würdigung medizinischer Akten samt polydisziplinärem Gutachten bei verschiedenartigen Symptomen, die diagnostisch schwierig einzuordnen sind. Weiterer Abklärungsbedarf verneint, kein Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juni 2020, IV 2018/191).

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		2024-05-27T00:02:45+0200
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