# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 083b9bcb-e4ce-5435-a276-3175943af367
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.03.2014 UV 2013/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-15_2014-03-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 04.03.2014

Entscheiddatum: 04.03.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2014
Art. 43 Abs. 1 ATSG: Abklärungen vom Unfallversicherer nicht zu Ende 
geführt. Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen betreffend 
den somatischen Gesundheitszustand (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 4. März 2014, UV 2013/15).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Vera

Holenstein Werz

Entscheid vom 4. März 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch lic. iur. Ruth Wenger, c/o syndicom, Monbijoustrasse 33, Postfach 

6336, 3001 Bern,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.      

A.a  Der 19__ geborene A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als 

Zustellungsmitarbeiter bei der Schweizerischen Post sowie über diese bei der B.___ AG 

tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: 

Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 5. April 2011 

als Lenker eines Elektrorollers mit Anhänger bei der Postzustellung von einem Auto 

erfasst wurde und stürzte (Suva-act. 1, 7, 13). Der Versicherte wurde gleichentags im 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vorstellig. Nach röntgenologischen Untersuchungen 

des Beckens, Thorax, Femurs links, der Clavicula beidseits, beider Schultergelenke, 

des Sakrums und der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie einer CT-Untersuchung 

derselben im Institut für Radiologie (Suva-act. 37) diagnostizierten die behandelnden 

Ärzte der Klinik für Orthopädie einen Verkehrsunfall am 5. April 2011 mit/bei 

Kontusionen Oberschenkel links mit vermutetem Hämatom, Schulter links, Schulter 

rechts, Rippe 3 und 4 links sowie LWS. Die Überwachung gestaltete sich problemlos. 

Die Mobilisation erfolgte mit Physiotherapie und war anfangs schmerzbedingt etwas 

erschwert. Im Verlauf liessen sich jedoch die Schmerzen gut einstellen und der 

Versicherte konnte am 10. April 2011 in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen 

werden. Dem Versicherten wurde vom 5. bis 24. April 2011 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 6). Nach einer wegen persistierender Schmerzen 

am 1. Juni 2011 im Institut für Radiologie des KSSG durchgeführten MR-Arthrographie 

des rechten Schultergelenks (Suva-act. 37) erfolgte am 14. Juni 2011 eine 

Nachkontrolle in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des KSSG. 

Die behandelnden Ärzte sahen die Restbeschwerden noch im Sinne der Kontusion der 

rechten Schulter ohne aktuellen Operationsbedarf. Die Physiotherapie sei 

weiterzuführen (Suva-act. 26). Die ehemalige Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. 

med. C.___, Allgemeine Medizin FMH, St. Gallen, bestätigte eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 32). Ab 8. August 2011 bestand wieder eine 25%ige 

Arbeitsfähigkeit und ab 12. September 2011 eine solche von 40% (Suva-act. 43, 56). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Inzwischen hatte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 29. August 2011 

Versicherungsleistungen für den Unfall vom 5. April 2011 zugesichert (Suva-act. 51).

A.b  Am 5. Oktober 2011 wurde der Versicherte durch Kreisärztin Dr. med. D.___, 

Fachärztin für Chirurgie FMH, untersucht. Dr. D.___ führte im Untersuchungsbericht 

vom 6. Oktober 2011 die aktuellen Probleme des Versicherten auf und hielt fest, dass 

ab Oktober 2011 eine Steigerung der Arbeitstätigkeit auf 50% im Innendienst der E.___ 

(Sortierarbeiten) geplant sei (vgl. dazu Suva-act. 59) und der Versicherte auch seine 

Nebentätigkeit bei der B.___ AG (Post mit dem Auto einsammeln) wieder aufnehmen 

wolle. Dies sei aus medizinischer Sicht durchaus möglich, weil die Belastung 

wesentlich geringer sei als beim Zustelldienst oder beim Sortieren (vgl. dazu Suva-act. 

74). Die Kreisärztin nahm schliesslich zur Kausalität zwischen den bestehenden 

Beschwerden sowie dem Unfallereignis vom 5. April 2011 Stellung und empfahl eine 

psychiatrische Abklärung, eine MRI-Untersuchung des Schädels - diese wurde am 17. 

November 2011 im Institut für Radiologie des KSSG durchgeführt (Suva-act. 78) - 

sowie eine Röntgenaufnahme der linken Hüfte (Suva-act. 60). Nachdem Dr. C.___ den 

Versicherten ab 9. November 2011 wieder zu 100% arbeitsunfähig geschrieben hatte, 

bestätigte sie ab 12. Dezember 2011 eine 40%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten 

ohne starke Belastung des Gangapparats und mit Tragen von Lasten bis höchstens 10 

kg (Suva-act. 78, 88, 91). Im Dezember 2012 begab sich der Versicherte bei Dr. oec. 

F.___, Psychotherapeut in psychotherapeutische Behandlung (Suva-act. 121). Der neue 

Hausarzt des Versicherten, Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, 

Physikalische Medizin und Rehabilitation, St. Gallen, attestierte zunächst im Januar 

2012 weiterhin eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit, erhöhte diese ab 13. Februar 2013 auf 

72 % und schrieb den Versicherten schliesslich ab 22. Februar 2012 aufgrund einer 

akuten psychischen Belastung erneut 100% arbeitsunfähig

(Suva-act. 120, 124, 127 f.).

A.c  Am 23. Februar 2012 fand die von Dr. D.___ empfohlene psychiatrische Unter­

suchung des Versicherten durch Dr. med. H.___, Facharzt FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, statt, deren Ergebnisse 

in einem Bericht vom 22. März 2012 festgehalten sind (Suva-act. 139). Am 23. März 

2012 wurde der Versicherte zu einer weiteren, auf den 30. März 2012 datierten 

kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. D.___ aufgeboten (Suva-act. 138). Inzwischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

war der Versicherte jedoch am 19. März 2012 zur stationären Behandlung ins 

Psychiatrische Zentrum, Krisenintervention, Kurzzeittherapiestation, I.___, eingetreten, 

während deren Dauer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt wurde (Suva-act. 145 

f.). Mit Schreiben vom 27. August 2012 erfolgte deshalb eine neue Aufforderung zu 

einer kreisärztlichen Untersuchung für den 19. September 2012 (Suva-act. 164). Der 

Versicherte teilte der Suva am 17. September 2012 telefonisch mit, diesen Termin nicht 

wahrnehmen zu können, da er sich zurzeit bis voraussichtlich Ende Oktober 2012 

stationär in der psychiatrischen Klinik J.___ aufhalte (Suva-act. 169). Am 18. September 

2012 bestätigte Dipl.-Psych. K.___, Klinische Psychologin, Zentrum für 

Psychotraumatologie, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, J.___, dass der 

Versicherte einer kreisärztlichen Untersuchung nicht gewachsen sei (Suva-act. 171, 

173).

A.d  Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 eröffnete die Suva der Rechtsvertreterin des 

Versicherten - der Syndicom, Gewerkschaft Medien und Kommunikation, Bern - die 

heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar. Es 

sei daher die adäquate Unfallkausalität zu prüfen. Diese sei zu verneinen, weshalb die 

Versicherungsleistungen per 30. April 2012 eingestellt würden. Mangels Vorliegens 

adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der 

Suva in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 

174).

B.      

B.a  Gegen diese Verfügung erhoben die Avanex Versicherungen AG als Krankenver­

sicherer des Versicherten und dessen Rechtsvertreterin am 7. bzw. 28. November 2012 

Einsprache (Suva-act. 176, 180). Die jeweiligen Einsprachebegründungen wurden am 

27. November 2012 bzw. 9. Januar 2013 nachgereicht (Suva-act. 178, 181). Die 

Syndicom legte ausserdem einen Bericht von Dipl.-Psych. K.___ vom 13. November 

2012 zuhanden der Invalidenversicherung sowie ein Kündigungsschreiben der E.___ 

per 30. April 2013 bei (Suva-act. 181).

B.b  Mit Einspracheentscheid vom 21. Januar 2013 wies die Suva die Einsprachen des 

Versicherten und dessen Krankenversicherers ab (Suva-act. 183).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.      

C.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 21. Januar 2013 erhob die Syndicom für den 

Versicherten am 21. Februar 2013 Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei ein Gutachten zwecks Abklärung eines 

bleibenden Schadens am Fuss des Beschwerdeführers in Auftrag zu geben. 

Eventualiter seien die Akten zwecks Erstellung eines entsprechenden Gutachtens an 

die Suva zurückzuweisen. Bei gegebenen Voraussetzungen sei eine 

Integritätsentschädigung zu sprechen, unter Entschädigungsfolgen (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 20. März 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 21. Januar 2013 (act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 4. Juni 2013 beantragte die Syndicom der Einspracheentscheid 

vom 21. Januar 2013 sei aufzuheben und die mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 

rückwirkend per 30. April 2012 eingestellten Versicherungsleistungen seien in 

Anerkennung der Leistungspflicht für die somatischen und psychischen Folgen des 

Unfalls vom 5. April 2011 ab diesem Datum weiterhin zu gewähren. Es sei ein 

Gutachten zwecks Abklärung anhaltender oder bleibender somatischer Beschwerden 

des Beschwerdeführers als Unfallfolge, insbesondere den linken Fuss, das linke Bein 

und die rechte Schulter betreffend, in Auftrag zu geben. Eventualiter seien die Akten 

zwecks Erstellung eines entsprechenden Gutachtens an die Suva zurückzuweisen. Bei 

gegebenen Voraussetzungen sei eine Integritätsentschädigung zu sprechen, unter 

Entschädigungsfolgen (act. G 9). Mit der Replik reichte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers Austrittsberichte des Psychiatrischen Zentrums I.___ und der Klinik 

J.___ vom 13. Juli bzw. 26. Oktober 2012 ein (act. G 9/B 2, act. G 9/B 3).

C.d  Mit Duplik vom 18. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin Nichteintreten 

auf die neuen Rechtsbegehren der Replik vom 4. Juni 2013, im Übrigen jedoch 

Festhalten an den Anträgen und Ausführungen der Beschwerdeantwort vom 20. März 

2013 (act. G 12).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.e  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in 

den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.       

1.1   Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den 

Anfechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Anfechtungsgegenstand bilden im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren die von der zuständigen 

Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich, in den Verfügungen geregelten 

Rechtsverhältnisse. Streitgegenstand bildet demgegenüber das auf Grund der 

Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene, somit als Prozessthema vor das 

Gericht gezogene Rechtsverhältnis. Nach dieser Umschreibung beziehen sich 

Anfechtungs- und Streitgegenstand auf ein (materielles) Rechtsverhältnis; sei es auf 

eines (z.B. Rentenanspruch), sei es auf mehrere Rechtsverhältnisse (z.B. Taggeld- und 

Rentenanspruch). Bezieht sich die Beschwerde nur auf einzelne der durch die 

Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten - 

verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht 

aber zum Streitgegenstand. Hat die Verfügung nur ein Rechtsverhältnis zum 

Gegenstand und wird hiegegen Beschwerde geführt, macht der Anfechtungs- 

gleichzeitig den Streitgegenstand aus. Für die begriffliche Umschreibung des 

Streitgegenstandes und seine Abgrenzung vom Anfechtungsgegenstand nicht von 

Bedeutung sind die bestimmenden Elemente ("Teilaspekte") des oder der 

verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisse. Dazu zählen bei der Zusprechung 

von Versicherungsleistungen unter anderem die für die Anspruchsberechtigung als 

solche massgebenden Gesichtspunkte, wie die versicherungsmässigen 

Voraussetzungen. Teilaspekte eines verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses 

dienen in der Regel lediglich der Begründung der Verfügung und sind daher 

grundsätzlich nicht selbständig anfechtbar. Sie können folgerichtig erst als 

rechtskräftig beurteilt und damit der richterlichen Überprüfung entzogen gelten, wenn 

über den Streitgegenstand insgesamt rechtskräftig entschieden worden ist (BGE 130 V 

502 E. 1.1, 125 V 415 f. E. 2a und 2b).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.2   Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einsprache­

entscheid vom 21. Januar 2013 (Suva-act. 183). Diesem liegt die Verfügung vom 

30. Oktober 2012 zu Grunde (Suva-act. 174). Die Beschwerdegegnerin stellt darin 

zunächst fest, dass keine organischen Unfallfolgen mehr nachweisbar seien und 

bezüglich der psychischen Beschwerden die adäquate Kausalität zu verneinen sei, 

weshalb die Versicherungsleistungen per 30. April 2012 eingestellt würden. Indem die 

Beschwerdegegnerin ebenfalls feststellte, dass sie bis jetzt die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen erbracht habe und es sich dabei um Heilkosten- und 

Taggeldleistungen handelte, ist davon auszugehen, dass sich die Einstellung konkret 

auf diese Leistungsarten bezieht. Die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid enthält 

aber - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin - auch eine Ablehnung eines 

Gesuchs um eine allfällige Berentung und Integritätsentschädigung. So hat die 

Beschwerdegegnerin im Weiteren verfügt, dass kein Anspruch auf weitere 

Geldleistungen der Beschwerdegegnerin (Invalidenrente/Integritätsentschädigung) 

bestehe. Begründet wird die Verneinung eines Leistungsanspruchs des 

Beschwerdeführers hinsichtlich sämtlicher Leistungsarten mit der Verneinung der 

Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 5. April 

2011, welche es nachfolgend materiellrechtlich zu prüfen gilt. Sollte nun aber im 

Beschwerdeverfahren die Kausalität bzw. das Vorliegen unfallkausaler 

Gesundheitsschäden bejaht werden, wäre im Weiteren zu prüfen, welche 

Leistungsarten dem Beschwerdeführer zuzusprechen wären und ob die Akten 

überhaupt eine genügende Beweislage für eine Einstellung bzw. Abweisung der 

jeweiligen Leistungsarten bilden.

1.3   Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist auf die Rechtsbegehren der 

Replik vom 4. Juni 2013 (act. G 9) einzutreten. Streitgegenstand bilden nicht nur die im 

Beschwerdeantrag angeführten Fussbeschwerden (act. G 1), sondern sämtliche 

somatischen und psychischen Folgen des Unfalls vom 5. April 2011. Mit dem 

vorliegenden Anfechtungsgegenstand wurde verfügungsweise das Rechtsverhältnis 

des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen, konkret 

Heilkosten und Taggeldleistungen, festgelegt. Der Anspruch auf 

Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit einzelnen unfallbedingt geschädigten 

Körperteilen enthält keine gesonderten Rechtsverhältnisse, welche unabhängig 

voneinander der Rechtskraft zugänglich sind. Das Rechtsverhältnis des Anspruchs auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weitergehende Versicherungsleistungen ist umfassend zu prüfen, wobei die Frage nach 

den einzelnen, eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begründenden natürlich und 

adäquat kausalen Unfallfolgen gesamthaft (Fuss, Bein, Schulter, Psyche usw.) ein das 

Rechtsverhältnis bestimmendes Element darstellt (vgl. Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG, SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3; 

Alexandra Rumo-Jungo/

André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Indem die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weitere 

medizinische Abklärungen verlangt, bringt sie zum Ausdruck, dass sie mit der 

Leistungseinstellung nicht einverstanden ist. Die Anträge der Replik sind damit nicht als 

neue Rechtsbegehren, sondern als Ergänzung des Beschwerdeantrags zu werten, die 

innerhalb der Frage des Rechtsverhältnisses des Anspruchs auf 

Versicherungsleistungen bzw. der Leistungseinstellung vorgetragen werden durften.

2.       

2.1   Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin den Fall per 

30. April 2012 abschliessen und ihre Leistungen für Heilbehandlung und Taggelder 

einstellen durfte.

2.2   Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Grundlagen des für die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem 

eingetretenen Gesundheitsschaden (Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 134 V 111 E. 2.1, 

129 V 181 f. E. 3.1) und der vorausgesetzten Adäquanz des Kausalzusammenhangs im 

Allgemeinen (BGE 129 V 181 E. 3.2) sowie bei psychischen Unfallfolgen (BGE 134 V 

116 E. 6.1, 115 V 133) zutreffend dar. Gleiches gilt hinsichtlich dem Wegfall des 

ursächlichen Zusammenhangs (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b). Darauf wird 

verwiesen. Während es Aufgabe des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang 

zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.3   Im Sozialversicherungsprozess herrscht der Grundsatz der Untersuchungspflicht. 

Laut Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) prüft der Versicherungsträger die 

Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die 

erforderlichen Auskünfte ein. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und 

Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz hat der Unfallversicherer den 

Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass er über den Leistungsanspruch zumindest mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 

5b) entscheiden kann. Der Untersuchungsgrundsatz wird ergänzt durch die 

Mitwirkungspflicht der versicherten Person (vgl. BGE 125 V 195 E. 2). Danach hat sich 

diese den ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen, wenn sie 

zumutbar sind (Art. 43 Abs. 2 ATSG; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 

2009, N 43 zu Art. 43).

2.4   Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen 

mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der anspruchsaufhebenden Tatfrage des 

Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens liegt die Beweislast beim Unfallversicherer (Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 54). Selbstverständlich greift die genannte Beweisregel erst dann Platz, wenn 

die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz 

rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen 

des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 

206 S. 328 E. 3b).

3.       

3.1   Die Beschwerdegegnerin stellt sich vorerst auf den Standpunkt, dass beim 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. April 2012) keine 

organischen Unfallfolgen mehr nachweisbar gewesen seien.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2    

3.2.1         Beim Unfall vom 5. April 2011 wurde der Beschwerdeführer von einem Auto 

erfasst und stürzte von seinem Elektroroller (Suva-act. 1, 7, 13). Die gleichentags im 

Institut für Radiologie des KSSG durchgeführten röntgenologischen Untersuchungen 

des Beckens, Thorax und Femurs links, der Clavicula beidseits, beider 

Schultergelenke, des Sakrum und der LWS sowie die gleichentags erfolgte CT-

Untersuchung der LWS brachten zwar bezüglich Becken und LWS gewisse 

degenerative strukturelle Veränderungen hervor, die ossären Strukturen stellten sich 

jedoch ohne Nachweis einer Fraktur dar (Suva-act. 37). Entsprechend stellten die 

behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG hierauf im 

Austrittsbericht vom 12. April 2011 "lediglich" Kontusionsdiagnosen (Suva-act. 6). 

Wegen persistierender Schmerzen in der rechten Schulter wurde beim 

Beschwerdeführer am 1. Juni 2011 im Institut für Radiologie des KSSG eine MRT-

Untersuchung durchgeführt, die im Ergebnis eine leichte AC-Gelenksarthrose mit 

minimsten Osteophyten gegen den Subacromialraum hervorbrachte, den Verdacht auf 

eine SLAP-Läsion Typ II erheben liess und eine regelrechte Supraspinatus- und 

Infraspinatussehne zeigte (Suva-act. 37). Am 6. Juni 2011 berichtete der 

Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin telefonisch, nach der Hospitalisation habe 

er im Rollstuhl gesessen. Heute gehe er an Stöcken. Er versuche, nur noch einen Stock 

zu verwenden. Mit dem Fuss, der am meisten verletzt worden sei, habe er immer noch 

Beschwerden. Die Schulter werde nochmals besser abgeklärt. Er habe weiterhin 

überall Hämatome und Schmerzen (Suva-act. 20). Am 14. Juni 2011 folgte die 

Besprechung der MRT-Untersuchung der rechten Schulter bzw. eine Nachkontrolle in 

der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des KSSG. Der 

Beschwerdeführer gab an, immer wieder einschiessende Beschwerden im Bereich der 

Schulter verspürt zu haben. Eine eindeutige auslösende Bewegung könne er nicht 

erklären. Die Beschwerden seien aber abnehmend und im alltäglichen Leben verspüre 

er keine Schmerzen mehr. Aufgrund der Oberschenkelkontusion links gehe er noch an 

einem Stock. Analgetika nehme er für die Schultern nicht mehr ein. Physiotherapie 

führe er weiterhin für den Oberschenkel und die rechte Schulter durch. Die Befunde der 

klinischen Untersuchung zeigten sich sodann alle unauffällig. Die Ärzte sahen jedoch 

die Restbeschwerden noch im Sinne der Kontusion der rechten Schulter. Ein operativer 

Handlungsbedarf bestehe momentan keiner, doch sei die Physiotherapie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weiterzuführen (Suva-act. 26). Am 9. August 2011 berichtete der Beschwerdeführer, 

dass er bis anhin an Krücken gegangen sei und Schmerzen im Fuss verspürt habe. 

Diese hätten nun nachgelassen und er gehe in der Wohnung ohne Stöcke. Mit der 

Schulter habe er immer noch Probleme. Überkopfarbeiten seien nicht möglich und er 

habe nach wie vor Schmerzen (Suva-act. 38). Ab 7. August 2011 hatte der 

Beschwerdeführer wieder zu 25% im Innendienst der E.___, d.h. in einer angepassten 

Tätigkeit, zu arbeiten begonnen (Suva-act. 39 f., 43, 74). Ab 12. September 2011 

erfüllte der Beschwerdeführer ein Arbeitspensum von 40% (Suva-act. 56). Am 5. 

Oktober 2011 folgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. D.___. Grund der 

Untersuchung waren eine Standortbestimmung sowie die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit und der medizinischen Massnahmen. Der Beschwerdeführer gab als 

Hauptprobleme Schmerzen in der rechten Schulter mit einer Bewegungseinschränkung 

sowie Schmerzen im linken Oberschenkel an. Bezüglich Thorax, LWS und 

Schlüsselbeinen habe er keine Beschwerden mehr. Er traue sich jedoch noch nicht, 

sich wieder auf den Töff zu setzen. Er bekomme Schweissausbrüche und Angst. Vom 

Hausarzt habe er Antidepressiva bekommen, so dass er weniger Alpträume habe. Er 

habe neu zwei- bis dreimal wöchentlich Kopfschmerzen und es fielen ihm eine 

verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie Vergesslichkeit auf. Dr. D.___ unterzog 

Kopf, Wirbelsäule, Thorax sowie die oberen und unteren Extremitäten einer klinischen 

Untersuchung und führte eine Beweglichkeitsprüfung des ganzen Körpers durch. 

Entsprechend den subjektiven Klagen zeigte sich eine Bewegungseinschränkung der 

rechten Schulter im Seitenvergleich schmerzbedingt ohne Kraftverlust unterhalb der 

Horizontalen. Ebenso zeigte sich eine Bewegungseinschränkung des linken 

Hüftgelenks mit auslösbarem Achsenstossschmerz und lokalem Druckschmerz des 

lateralen oberen Oberschenkels; vor allem im Bereich der Fascia lata mit tastbaren 

Verhärtungen. Als Diagnose stellte Dr. D.___ einen Status nach Verkehrsunfall (als 

Töfffahrer von Auto erfasst) mit multiplen Prellungen, Schulter rechts, Thorax, Becken, 

Oberschenkel links und LWS. Unter der Rubrik "aktuelle Probleme" führte die 

Kreisärztin sodann eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung Schulter rechts, 

eine SLAP-Läsion Typ II, eine dorsale Labrumkontusion, eine Kontusion der 

Rotatorenmanschette, eine AC-Luxation Tossy I, persistierende Schmerzen im Bereich 

des linken Oberschenkels/

Hüftgelenks sowie neu aufgetretene Kopfschmerzen mit Konzentrationsschwierigkeiten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und vermehrter Vergesslichkeit an. Ab Oktober 2011 bestimmte Dr. D.___ eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50% im Innendienst der E.___ (Sortierarbeiten). 

Hinsichtlich Kausalität hielt sie sodann fest, dass die besagten Beschwerden im 

Bereich der rechten Schulter und des linken Oberschenkels als unfallkausal anzusehen 

seien. Inwieweit es sich bei den Alpträumen, Angst- und Schweissausbrüchen in der 

Nähe eines Töffs um eine posttraumatische Belastungsstörung handle, sollte durch 

den Psychiater abgeklärt werden. Des Weiteren sollte zur Klärung der Kopfschmerzen 

sowie Konzentration und Vergesslichkeit ein MRI des Schädels mit anschliessenden 

neurologischen Abklärungen erfolgen. Aus medizinischer Sicht sei die Situation noch in 

der rehabilitativen Phase (Suva-act. 60).

3.2.2         Aus dem Gesagten ist zu folgern, dass der Beschwerdeführer laut eigenen 

Angaben im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Oktober 2011 immer 

noch unter Beschwerden im Bereich unfalltangierter Körperteile - rechte Schulter, linker 

Oberschenkel - litt. Damit übereinstimmend sprechen sich auch die dargelegten 

medizinischen Akten - insbesondere das kreisärztliche Untersuchungsergebnis vom 5. 

Oktober 2011 - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für 

unfallkausale somatische Gesundheitsstörungen und - selbst in einer angepassten 

Tätigkeit - für eine noch bestehende Arbeitsunfähigkeit aus.

3.3   

3.3.1         Am 17. November 2011 wurde die kreisärztlich empfohlene MRI-

Untersuchung des Schädels durchgeführt. Ihr Ergebnis bot jedoch keinen Anhalt auf 

eine posttraumatische Veränderung oder einen Zustand nach intrakranieller 

(traumatischer) Einblutung (Suva-act. 78). Im ärztlichen Zwischenbericht vom 4. 

Dezember 2011 verwies Dr. C.___ ohne konkrete somatische Zuordnung auf einen 

protrahierten Verlauf und erwähnte ausserdem eine posttraumatische 

Belastungsstörung. Im ärztlichen Zeugnis vom 8. Dezember 2011 vermerkte sie jedoch 

- wohl die Schulter- sowie Oberschenkel-/Hüftgelenksproblematik betreffend -, dass 

der Beschwerdeführer nur Arbeiten ausführen dürfe, die den Gangapparat nicht zu 

stark belasten würden, und höchstens ein Tragen von 10 kg erforderten. Sowohl im 

vorgenannten ärztlichen Zwischenbericht als auch im Unfallschein UVG vom 16. 

Dezember 2011 attestierte Dr. C.___ ab 12. Dezember 2011 eine 60%ige 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 78, 88, 91). Aufgrund der Mitteilung des neuen 

Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. G.___, im Schreiben vom 27. Januar 2012 - 

der Fokus der Therapien werde nun zunehmend von den einzelnen Problemen 

(Schulter rechts/linker Oberschenkel) auf ein allgemeines Aufbauprogramm gelegt - 

und der von ihm weiterhin attestierten 60%igen Arbeitsunfähigkeit im Unfallschein UVG 

kann eine fortdauernde Schulter- und Oberschenkelproblematik ebenso nicht 

ausgeschlossen werden (Suva-act. 112, 120). Am 27. Januar 2012 erstellte die E.___ 

ein "Gesundheitsbelastungsprofil Rehabilitation", welchem der Beschwerdeführer an 

einem durchschnittlichen Arbeitstag im Innendienst ausgesetzt war. Dieses umfasste 

sowohl die körperlichen Anforderungen als auch die psychischen Belastungen. Dr. 

G.___ und der behandelnde Psychotherapeut Dr. F.___ bemerkten dazu, dass die 

jetzigen Einschränkungen sicher für drei Monate, bis Ende März 2012, gültig seien 

(Suva-act. 114, 116). Laut einer E-Mail von Dr. F.___ an Dr. H.___ vom 13. Februar 

2012 litt der Beschwerdeführer in Folge des Unfalls und der zu späten Aufnahme der 

psychotherapeutischen Behandlung kurz vor Weihnachten 2011 unter einer schweren 

Depression (Suva-act. 121). Ab 13. Februar 2012 attestierte Dr. G.___ dem 

Beschwerdeführer ohne konkrete Angabe der ursächlichen Gesundheitsstörungen eine 

72%ige und ab 22. Februar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 122, 128). 

Am 23. Februar 2012 fand die psychiatrische Untersuchung durch Dr. H.___ statt, 

wobei es einerseits darum ging, dem Beschwerdeführer die anlässlich der 

kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Oktober 2011 angeregte Aufnahme einer 

fachärztlichen Behandlung - wegen einer schon damals bemerkten deutlich 

depressiven Stimmungslage und der berichteten Alpträume (Suva-act. 60) - näher zu 

bringen und zudem eine versicherungspsychiatrische Einschätzung vorzunehmen, 

inwieweit das beklagte psychische Beschwerdebild unfallkausal sei. Dr. H.___ hielt im 

Untersuchungsbericht vom 22. März 2012 fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich 

der Exploration bestätigt, dass es seitens der körperlichen Verletzungen und deren 

Rehabilitation zu einer weiteren Verbesserung gekommen sei. Stöcke seien nicht mehr 

erwähnt worden und auch die analgetische Medikation werde nur noch bei Bedarf 

gebraucht. Für die von Kreisärztin Dr. D.___ aufgeworfene Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung fehle dem Ereignis vom 5. April 2011 die 

geforderte katastrophale Eindrücklichkeit. Die erhobenen aktenkundigen, 

anamnestischen und psychopathologischen Befunde zeigten, dass eine spezifische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

posttraumatische psychische Symptomatik mit Krankheitswert unmittelbar nach dem 

Unfallereignis nicht aufgetreten sei. Zudem seien der Ablauf und die Schwere des 

Unfallereignisses sowie die umsichtig durchgeführte Betreuung der Unfallbeteiligten 

nicht geeignet gewesen, eine posttraumatische psychiatrische Störung hervorzurufen. 

In differentialdiagnostischer Hinsicht könne auch die Frage des Vorliegens einer 

Anpassungsstörung verneint werden. Gegenüber diesen Traumafolgestörungen zeige 

sich beim Beschwerdeführer doch ein differentes Beschwerdebild, da es erst etwa vier 

Monate nach dem Unfallereignis zu einer Manifestation der psychopathologischen 

Symptomatik gekommen sei, welche trotz körperlicher Besserung an Intensität 

zugenommen habe, so dass die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt würden. Die 

manifeste depressive Symptomatik verweise in ihrem Verlauf und ihrer aktuellen 

psychopathologischen Symptomatik auf eine unfallfremde Erkrankungspathogenese 

hin, welche gemäss dem derzeitigen Wissensstand für depressive Episoden als 

multifaktoriell angesehen werden müsse. Dass diese Symptomatik auch in einem 

teilursächlichen Zusammenhang mit dem besagten Unfallereignis stehe, sei möglich 

aber nicht wahrscheinlich. Das eigentliche Anliegen der erfolgten Exploration - die 

Anregung der Einleitung einer fachärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung - 

sei mittlerweile erfüllt (Suva-act. 139). Mit Schreiben vom 29. März 2012 bestätigte das 

Psychiatrische Zentrum I.___ den Eintritt des Beschwerdeführers am 19. März 2012 zur 

stationären Behandlung und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der 

Hospitalisationsdauer (Suva-act. 145 f.). Am 23. April 2012 informierte die 

Beschwerdegegnerin E.___ betreffend die psychisch bedingte 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit und hielt ausserdem fest, es könne zurzeit nicht beantwortet 

werden, ob aus somatischen Gründen bzw. unfallbedingt eine Teilarbeitsunfähigkeit 

bestehe, da die entsprechenden medizinischen Abklärungen noch nicht durchgeführt 

werden könnten. Die Heilbehandlungskosten ab 19. März 2012 für die psychischen 

Beschwerden gingen einstweilen nicht mehr zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Suva-

act. 147).

3.3.2         Die obigen Erwägungen zeigen zwar auf, dass es beim Beschwerdeführer 

nach dem Unfall vom 5. April 2011 zu einer psychiatrischen Problematik kam, doch 

lassen sie ebenso erkennen, dass anschliessend an die kreisärztliche Untersuchung 

vom 5. Oktober 2011 - welche als Ergebnis das Fortbestehen somatischer Unfallfolgen 

zeitigte - weder von ärztlicher Seite noch von der Beschwerdegegnerin vom Dahinfallen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der somatischen Unfallfolgen ausgegangen wurde. Der Umstand, dass der 

Beschwerdeführer unter einer psychischen Problematik leidet, bedeutet nicht 

automatisch, es lägen keine somatischen Unfallfolgen mehr vor. Insofern steht die 

kreisärztliche Beurteilung vom 5. Oktober 2011 nach wie vor im Raum. Dieser Umstand 

verlangt selbstredend nach einer Neubeurteilung der somatischen 

Gesundheitssituation, sofern - wie im konkreten Fall - neuere medizinische Akten keine 

überwiegend wahrscheinlichen Beweise für eine veränderte Gesundheitssituation 

liefern. In diesem Sinne wurde offensichtlich auch von der Beschwerdegegnerin eine 

weitere Untersuchungspflicht angenommen. Dies bringt vor allem ihr Schreiben vom 

13. August 2012 an den Kreisarzt folgerichtig zum Ausdruck, mit welchem sie diesen 

ersuchte, den Beschwerdeführer zu einer kreisärztlichen Untersuchung aufzubieten, 

und festhielt, es interessiere insbesondere, ob es sich bei den heutigen Beschwerden 

(mit Ausnahme der psychischen Komponente) mindestens mit Wahrscheinlichkeit um 

Folgen des Ereignisses vom 5. April 2011 handle. Wenn ja, sei weiter von Belang, 

welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aktuell in welchem zeitlichen Ausmass 

zumutbar seien und welche medizinischen Massnahmen vorzuschlagen seien. Falls 

nein, gelte es die Frage zu beantworten, per wann der Status quo für das Ereignis vom 

5. April 2011 erreicht worden sei (Suva-act. 163). Am 20. August 2012 ordnete die 

Abteilung Versicherungsmedizin der Suva auf den 30. August 2012 eine kreisärztliche 

Untersuchung an (Suva-act. 164). Nachdem der Beschwerdeführer diesen Termin aus 

psychischen Gründen nicht wahrnehmen konnte, liess die Beschwerdegegnerin die 

Durchführung einer kreisärztlichen Untersuchung fallen und verfügte am 30. Oktober 

2012 die Einstellung von Versicherungsleistungen des Unfallversicherers mangels 

Nachweises organisch begründeter Beschwerden und fehlender adäquater Kausalität 

zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis vom 5. April 2011 

(Suva-act. 174). Weshalb die Beschwerdegegnerin nun plötzlich die Durchführung einer 

kreisärztlichen Untersuchung nicht mehr für notwendig bzw. den Fall als genügend 

abgeklärt erachtete, ist nicht nachvollziehbar. Unbeantwortet ist damit weiterhin die 

Frage, ob für die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden überhaupt 

ein organisches Substrat vorliegt und falls ja, ob dieses unfallkausal ist. Immerhin war 

einer Aktennotiz der E.___ vom 20. September 2012 betreffend den Stand der 

physischen Rehabilitation des Beschwerdeführers noch zu entnehmen, dass das Bein 

soweit wieder "in Ordnung", der Schulterbereich aber noch "handicapiert" sei. Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Physiotherapie laufe weiterhin (Suva-act. 181). Wie gesagt, vermag die Tatsache, dass 

der Beschwerdeführer unter einer ernsthaften psychischen Problematik leidet, - 

unabhängig davon bzw. ohne bereits dazu Stellung zu nehmen, ob diese unfallkausal 

ist - die noch offene somatische Aktenlage nicht überzeugend zu ersetzen. Ein 

überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt bezüglich der somatischen 

Gesundheitssituation kann nicht mit einer psychiatrischen Beurteilung erbracht werden. 

Der Umstand, dass die behandelnden Ärzte oder Therapeuten der Klinik J.___ in ihrem 

Bericht an die Invalidenversicherung vom 13. November 2012 auf die Frage, welche 

körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen in Bezug auf die bisherige 

Tätigkeit bestehen würden, lediglich psychische Einschränkungen (äusserst 

eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, deutlich verminderte Stresstoleranz, deutlich 

vermindertes Selbstwertgefühl bei negativen Selbstwirksamkeitserwartungen) 

erwähnten (Suva-act. 181, S. 27), vermag die Abklärungslücke hinsichtlich der 

somatischen Gesundheitssituation ebenfalls nicht zu füllen. Die Nichterwähnung von 

körperlichen Beschwerden kann nicht dahingehend verstanden werden, dass der 

Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht 

mehr unter somatischen Beschwerden leidet. Die Klinik J.___ hatte den Auftrag, die 

ihnen von der Invalidenversicherung gestellten Fragen unter dem Teilaspekt ihres 

Fachbereichs, d.h. unter Berücksichtigung des psychischen Gesundheitszustands, zu 

beantworten. Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer in der Klinik J.___ auch unter 

dem Gesichtspunkt seiner somatischen Gesundheitssituation betrachtet worden wäre, 

sind dem Bericht keine zu entnehmen. Im Übrigen dürfte bei Fachleuten der Psychiatrie 

die Qualifikation für eine somatische Beurteilung auch nur beschränkt gegeben sein.

3.4   Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die körperlichen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen nur ungenügend abgeklärt sind. Die 

Beschwerdegegnerin trifft diesbezüglich eine weitere Abklärungspflicht (vgl. Art. 43 

Abs. 1 ATSG). Erst nach Klärung der medizinisch-somatischen Situation kann auch 

überzeugend zur natürlichen Unfallkausalität und nachfolgend zur adäquaten 

Unfallkausalität von psychischen Gesundheitsschäden und den dort zu prüfenden 

Kriterien abschliessend Stellung genommen werden. Angesichts dessen, dass der 

Beschwerdeführer in der Beschwerde die Abklärung eines bleibenden Schadens am 

Fuss geltend macht, bereits früher von Fussbeschwerden sprach (Suva-act. 20, 38) 

und die Körperbereiche Bein und Fuss fliessend ineinander übergehen, womit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zumindest Wechselwirkungen möglich erscheinen, drängt sich eine umfassende 

somatische Beurteilung der unteren Extremitäten auf. Hinsichtlich dem Vorliegen einer 

posttraumatischen Belastungsstörung liegen verschiedene ärztliche Beurteilungen vor. 

Während Dr. H.___ die Voraussetzungen für eine solche verneint (Suva-act. 139), 

stellen die behandelnden Ärzte der Klinik J.___ sowie das Psychiatrische Zentrum I.___ 

diese Diagnose (Suva-act. 181, act. G 9/B 2 und B 3). Die Beschwerdegegnerin wird zu 

entscheiden haben, ob auch diesbezüglich weitere Abklärungen erforderlich sind oder 

ob sie letztlich im Rahmen der Adäquanzprüfung den Anspruch des 

Beschwerdeführers auf weitere Versicherungsleistungen prüfen kann. Hierfür wird sie 

sinnvollerweise auch die - bisher fehlende - Polizeiberichterstattung zum 

Unfallgeschehen zuziehen.

4.       

4.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 21. Januar 2013 (Suva-act. 183) teilweise gutzuheissen und 

die Angelegenheit zur Vornahme der Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Als Obsiegen gilt auch die Rückweisung der 

Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb). 

Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. des sankt-gallischen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Beschwerdeführer ist nicht anwaltlich, 

sondern durch den Rechtsdienst der Syndicom vertreten, weshalb die sankt-gallische 

Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) keine 

Anwendung findet. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen 

erscheint vorliegend eine Parteienschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom

21. Januar 2013 aufgehoben und die Angelegenheit zur Vornahme der Abklärungen im 

Sinn der Erwägungen und zu anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2014
	Art. 43 Abs. 1 ATSG: Abklärungen vom Unfallversicherer nicht zu Ende geführt. Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen betreffend den somatischen Gesundheitszustand (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. März 2014, UV 2013/15).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:04:09+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen