# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb3d0edd-7e43-5d65-a89d-e7a93fecc1e0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-14
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 14.04.2021 SK 2020 258
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-258_2021-04-14.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 258

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. April 2021 

Besetzung Obergerichtssuppleant Horisberger (Präsident i.V.),
Oberrichterin Bratschi, Oberrichterin Friederich Hörr
Gerichtsschreiber Stähli

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
v.d. Rechtsanwältin D.________

Strafklägerin 1

und

E.________

Strafklägerin 2

Gegenstand Nötigung, falsche Anschuldigung, sexuelle Belästigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 9. September 2019 (PEN 18 256)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend Vorin-
stanz) stellte mit Urteil vom 9. September 2019 das Verfahren gegen A.________ 
(nachfolgend Beschuldigter) wegen sexueller Belästigung, angeblich mehrfach be-
gangen in der Zeit zwischen 12. Juni 2017 und 6. Juli 2017 in K.________ zum 
Nachteil von E.________, ein, wobei es die darauf entfallenen Verfahrenskosten in 
Höhe von CHF 600.00 dem Kanton Bern auferlegte und dem Beschuldigten eine 
Entschädigung in Höhe von CHF 1'000.00 zusprach (Ziff. I des erstinstanzlichen 
Urteils; pag. 291). Hingegen sprach es ihn schuldig der sexuellen Belästigung, 
mehrfach begangen in der Zeit zwischen 7. August 2017 und 15. August 2017 in 
K.________ zum Nachteil von E.________, sowie mehrfach begangen am 24. Ok-
tober 2017 in J.________ zum Nachteil von C.________ (Ziff. II.1.1 und Ziff. II.1.2 
des erstinstanzlichen Urteils; pag. 291), der Nötigung, versucht begangen am 24. 
Oktober 2017 in J.________ zum Nachteil von C.________ (Ziff. II.2 des erstin-
stanzlichen Urteils; pag. 291) sowie der falschen Anschuldigung, begangen am 28. 
November 2017 in K.________ zum Nachteil von E.________ (Ziff. II.3 des erstin-
stanzlichen Urteils; pag. 291). 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten in Anwendung der einschlägigen Ge-
setzesbestimmungen zu einer Geldstrafe von 67 Tagessätzen zu CHF 130.00, 
ausmachend total CHF 8'710.00 unter Aufschub des Vollzugs bei einer Probezeit 
von 3 Jahren (Sanktionspunkt 1 des erstinstanzlichen Urteils; pag. 291), zu einer 
Verbindungsbusse in Höhe von CHF 1'040.00, unter Festlegung der Ersatzfrei-
heitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 8 Tage (Sanktionspunkt 2 des erst-
instanzlichen Urteils; pag. 292), zu einer Übertretungsbusse in Höhe von 
CHF 2'000.00, unter Festlegung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung auf 20 Tage (Sanktionspunkt 3 des erstinstanzlichen Urteils; pag. 292), zur 
Übernahme der auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten, bestimmt 
auf CHF 7'250.00 (Sanktionspunkt 4 des erstinstanzlichen Urteils; pag. 292) sowie 
zur Bezahlung einer Entschädigung an C.________ in Höhe von CHF 5'487.60 für 
ihre Aufwendungen im Verfahren (Sanktionspunkt 5 des erstinstanzlichen Urteils; 
pag. 292). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, anwaltlich vertreten durch Rechts-
anwalt F.________, mit Schreiben vom 20. September 2019 fristgerecht Berufung 
an (pag. 298). Am 8. Juli 2020 (Eingang: 13. Juli 2020) reichte der nunmehr nicht 
anwaltlich vertretene Beschuldigte die Berufungserklärung ein (pag. 367). 

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte mit Schreiben vom 22. Juli 2020 Verzicht 
auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 440 f.). Sie erklärte insbe-
sondere nicht Anschlussberufung und machte keine Gründe für ein Nichteintreten 
geltend. 

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Die Strafklägerin C.________ erklärte mit Schreiben vom 30. Juli 2020 Verzicht auf 
Anschlussberufung wie auch auf Stellungnahme zur Berufungserklärung des Be-
schuldigten (pag. 449). Weiter erklärte sie, sich am oberinstanzlichen Verfahren 
nicht beteiligen, jedoch zu Informationszwecken an der Verhandlung teilnehmen zu 
wollen. Die Strafklägerin E.________ liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

3. Schriftliches Verfahren

Den Parteien wurde mit Verfügung vom 17. September 2020 und mit Blick auf 
Art. 406 Abs. 2 StPO ein schriftliches Verfahren in Aussicht gestellt (pag. 452 f.). 
Die Strafklägerin C.________ erklärte ihr Einverständnis (pag. 457), die Strafkläge-
rin E.________ liess sich hierzu nicht vernehmen. Der nunmehr durch Rechtsan-
walt B.________ vertretene (pag. 443) Beschuldigte verlangte mit Eingabe vom 13. 
Oktober 2020 die Abhaltung eines mündlichen Verfahrens (pag. 464). Gemäss Be-
schluss vom 28. Oktober 2020 wurde der Verhandlungstermin auf 13. und 14. April 
2021 festgesetzt (pag. 469 f.). Die Verhandlung konnte am 13. April 2021 abgehal-
ten werden (pag. 496 ff.)

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 8. Juli 2020 stellte der Beschuldigte den Beweisantrag 
auf Zeugeneinvernahme diverser Personen und auf Erstellung eines Glaubhaftig-
keitsgutachtens beider Strafklägerinnen (pag. 368).

Mit Beschluss vom 17. September 2020 wies die Kammer die in der Berufungser-
klärung gestellten Beweisanträge ab (pag. 453). 

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2020 beantragte der Beschuldigte die Zeugeneinver-
nahme von T.________ durch die Kammer (pag. 464), was die Kammer mit Be-
schluss vom 28. Oktober 2020 abwies (pag. 470). Anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung hielt der Beschuldigte am vorgenannten Beweisantrag fest und 
stellte diesen erneut (pag 520). Die Kammer wies diesen mit Verweis auf die Be-
gründung im Beschluss vom 28. Oktober 2020 (pag. 470) erneut ab (pag. 520).

Mit Blick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurde von Amtes wegen über 
den Beschuldigten ein aktueller Strafregisterauszug (datiert vom 8. März 2021; 
pag. 490) ein aktueller Leumundsbericht samt Erhebungsformular wirtschaftliche 
Verhältnisse (datiert vom 25. Februar 2021; pag. 480 ff.), dem eine Auskunft der 
Steuerverwaltung des Kantons Bern über die Veranlagungsfaktoren der Steuerver-
anlagungen 2018 und 2019 beigefügt war (pag. 485), sowie ein aktueller Auszug 
aus dem Betreibungsregister (datiert vom 23. Februar 2021; pag. 486 f.) eingeholt. 
Zudem edierte die Kammer von Amtes wegen die Akten des Verfahrens PEN 20 
296 beim Regionalgericht Emmental-Oberaargau. Anlässlich der Hauptverhand-
lung vom 13. April 2021 wurden die Strafklägerinnen C.________ und E.________ 
erneut zur Sache und der Beschuldigte zur Person und Sache befragt (pag. 499 
ff.). 

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5. Anträge der Parteien

Der Beschuldigte stellte in der Berufungserklärung vom 8. Juli 2020 die folgenden 
Anträge (pag. 367 ff.):

1. Das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 9. September 2019, mit Urteilsbe-
gründung vom 17. Juni 2020 sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Ich als Beschuldigter sei von Schuld und Strafe wegen angeblicher Nötigung, falscher Anschuldi-
gung und sexueller Belästigung vollumfänglich freizusprechen. Entsprechend ist das gesamte Ur-
teil aufzuheben. 

3. Die Kostenverlegung des Urteils des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau ist entsprechend 
ebenfalls vollumfänglich aufzuheben und die Kosten sind vom Staat, eventuell von den Privatklä-
gerinnen zu bezahlen und zu übernehmen. Zuhanden meines Rechtsvertreters ist eine angemes-
sene Parteientschädigung zuzusprechen. 

4. Zudem ist mir eine angemessene Genugtuungssumme zu Lasten des Staates, eventuell der Pri-
vatklägerinnen zuzusprechen. 

5. Infolge Todesfalls meines Rechtsvertreters, F.________, sei dem von mir neu mandatierten 
Rechtsanwalt eine angemessene Nachfrist von mindestens 20 Tagen ab 13. Juli 2020 zu ge-
währen, um die Berufungsbegründung betreffend Anträge zu ergänzen. 

Anlässlich der Hauptverhandlung stellte der Beschuldigte, vertreten durch Rechts-
anwalt B.________, mündlich die folgenden Anträge (pag. 521):

1. Ziff. II des Urteils des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 9. September 2019 sei aufzu-
heben. 

2. Der Beschuldigte sei von allen Vorwürfen freizusprechen. 
3. Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen und des oberinstanzlichen Verfahrens seien dem 

Staat aufzuerlegen. 
4. Dem Beschuldigten sei eine Parteientschädigung basierend auf der bereits vor der Vorinstanz 

eingereichten sowie der für das oberinstanzliche Verfahren noch nachzureichenden Honorarnote 
zuzusprechen. 

Die Strafklägerin C.________, vertreten durch Rechtsanwältin D.________, wie-
derum substituiert durch R.________, stellte anlässlich der Hauptverhandlung die 
folgenden Anträge (pag. 525):

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen. 
2. Die Verfahrenskosten seien dem Staat oder dem Beschuldigten aufzuerlegen. 
3. Der Beschuldigte sei zur Bezahlung einer Entschädigung an die Strafklägerin gemäss der einge-

reichten Honorarnote zu verpflichten. 

Die Strafklägerin E.________ verzichtete anlässlich der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung auf das Stellen von Anträgen, wünschte aber die Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils (pag. 526). 

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte ficht das Urteil der Vorinstanz sinngemäss beschränkt an. Er be-
antragt die Aufhebung der Ziff. II des erstinstanzlichen Urteils und Freispruch von 
allen Vorwürfen. Zu überprüfen sind somit sowohl die Schuldsprüche als auch die 

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Sanktionen gemäss Ziff. II des erstinstanzlichen Urteils (pag. 291). Konsequenter-
weise muss die vorinstanzliche Entschädigungsregelung gemäss Sanktionspunkt 
Ziff. II.5 zugunsten der Strafklägerin C.________ sowie die vorinstanzliche Kosten-
verlegung ebenfalls überprüft werden (Art. 428 Abs. 3 der Schweizerischen Straf-
prozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312.0]). 

Die Einstellung des Verfahrens gemäss Ziff. I des erstinstanzlichen Urteils 
(pag. 291) wird vom Beschuldigten nicht angefochten. Es ist daher festzustellen, 
dass das erstinstanzliche Urteil diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist. Diffe-
renziert zu betrachten sind jedoch die auf die Verfahrenseinstellung entfallenden 
Verfahrenskosten und die dem Beschuldigten zugesprochene Entschädigung 
gemäss Ziff. I des erstinstanzlichen Urteils (pag. 291). In Ermangelung eines An-
trags auf Abänderung bzw. Erhöhung der dem Beschuldigten zugesprochenen 
Entschädigung ist auch deren Rechtskraft festzustellen. In Anwendung von Art. 428 
Abs. 3 StPO kann die Kammer jedoch die von der Vorinstanz getroffene Kostenre-
gelung, wonach der Kanton Bern aufgrund der Einstellung Verfahrenskosten in 
Höhe von CHF 600.00 zu tragen habe, überprüfen. 

Die Kammer verfügt innerhalb der zu überprüfenden Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund ausschliesslicher Berufung durch den Beschuldig-
ten gilt das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO; die Kammer 
darf den Entscheid nicht zuungunsten des Beschuldigten abändern. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Allgemeines

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seinen aus dem gesamten Verfahren 
gewonnen Überzeugungen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es berücksichtigt die im Vorver-
fahren und im Hauptverfahren erhobenen Beweise (Art. 350 Abs. 2 StPO). Freie 
Beweiswürdigung bedeutet, dass die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweis-
regeln und nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prü-
fung der vorliegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für be-
wiesen halten oder nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_804/2017 vom 
23. Mai 2018 E. 2.2.3.1 mit Hinweisen). Die freie Beweiswürdigung gründet auf 
gewissenhaft festgestellten Tatsachen und logischen Schlussfolgerungen. Sie darf 
sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse Vermutung stützen (HOFER, in: Basler 
Kommentar, Strafprozessordnung, 2. Auflage, Art. 10 N 58 ff.).

Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vorausset-
zungen der angeklagten Tat, geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweiswürdigungsregel be-
sagt der Grundsatz in dubio pro reo, dass sich das Gericht nicht von einem für die 
angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei ob-
jektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. 
Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, also um solche, 

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die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 31 E. 2c S. 37; Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_212/2019 vom 15. Mai 2019 E. 1.3.2). 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim 
sogenannten Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar 
rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar 
rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für 
sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die 
Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, 
können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine 
Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Der Indizien-
beweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (Urteil des Bundesgerichts 
6B_811/2019 vom 15. November 2019 E. 1.3 mit Hinweisen).

Steht Aussage gegen Aussage, bedeutet dies nicht zwingend, dass die beschuldig-
te Person in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo freizusprechen ist. 
Vielmehr hat das Gericht die Darstellung der Verfahrensbeteiligten auf ihren inne-
ren Gehalt und ihre Überzeugungskraft hin zu werten (BGE 137 IV 122 E. 3.3 
S. 127; WOHLERS, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar StPO, 3. Auflage, 
Art. 10 N 12 und N 25 f.). Wenn die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu überprüfen 
ist, ist nach Massgabe der modernen Aussagepsychologie weniger die allgemeine 
Glaubwürdigkeit oder Wahrhaftigkeit der jeweiligen Aussageperson an sich, als 
vielmehr die spezielle Glaubhaftigkeit ihrer im Einzelfall zu überprüfenden, konkre-
ten Aussage von Bedeutung (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung vor 
Gericht. Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 4. Auflage, Mün-
chen 2014, N. 219 ff.). Die Aussageanalyse stellt die konkrete Aussage in den Mit-
telpunkt ihrer Untersuchung. Dabei wird der Inhalt der Aussage anhand bestimmter 
Kriterien (Realitätskriterien) analysiert. Dahinter steht die Überlegung, dass je-
mand, der ein reales Erlebnis schildert, dies quantitativ und qualitativ anders tut, als 
jemand, der eine Phantasiegeschichte erzählt (BENDER/NACK/TREUER, a.a.O., 
N. 288 ff.; LUDEWIG/BAUMER/TAVOR, Einführung in die Aussagepsychologie. Zwi-
schen Wahrheit und Lüge, in: Ludewig/Baumer/Tavor [Hrsg.], Aussagepsychologie 
für die Rechtspraxis. Zwischen Wahrheit und Lüge, Zürich/St. Gallen 2017, 
S. 43 ff.). Zu den allgemeinen Realkennzeichen gehören etwa die Konstanz der 
Aussage im zentralen Handlungsablauf, die Strukturgleichheit, die logische Konsis-
tenz, Homogenität und Folgerichtigkeit der Aussagen, deren Anschaulichkeit und 
Wirklichkeitsnähe, die Freiheit von Widersprüchen, die Detailgenauigkeit der Anga-
ben, deren qualitativer Detailreichtum sowie das Fehlen von Phantasiesignalen wie 
Verlegenheit oder Übertreibungen. Zu den inhaltsspezifischen Realkennzeichen 
gehören weiter die räumlich-zeitliche Verknüpfung der Aussagen, die Interaktions-
schilderung und die Wiedergabe von Gesprächen, die Schilderung von Komplikati-
onen im Handlungsablauf und von ausgefallenen nebensächlichen Einzelheiten, 
die Schilderung eigener psychischer Vorgänge und von psychologischen Vorgän-
gen beim Beschuldigten. Auch die spontane Verbesserung der eigenen Aussage, 
das Eingeständnis von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen und Entlastungen 
des Beschuldigten sind Realkennzeichen. Demgegenüber stellen Widersprüchlich-
keiten, Strukturbrüche, Kargheit und Verarmung der Aussagen, die Aussagenver-
weigerung, die Abstraktheit und Zielgerichtetheit der Aussagen sowie deren Ste-

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reotypie Lügensignale dar. Zu beachten sind schliesslich immer auch die Tatnähe 
der Aussagen und eine allfällige reduzierte Wahrnehmungsfähigkeit wegen Alko-
hol- oder Drogeneinflusses (BENDER/NACK/TREUER, a.a.O., N. 313 ff.; LU-
DEWIG/BAUMER/TAVOR, a.a.O., S. 46 ff.).

8. Zugängliche Beweismittel

Die Kammer stellt für die Beweiswürdigung auf die nachfolgend aufgelisteten Be-
weismittel ab:

- Aussagen der Strafklägerin C.________ vom 1. November 2017 (pag. 014 ff.), 
vom 14. August 2018 (pag. 019 ff.), vom 9. September 2019 (pag. 259 ff.) und 
vom 13. April 2021 (pag. 499 ff.);

- Aussagen der Strafklägerin E.________ vom 8. November 2017 (pag. 026 ff.), 
vom 11. Dezember 2017 (pag. 032 ff.), vom 14. August 2018 (pag. 035 ff.), vom 
4. September 2019 (pag. 255 ff.) und vom 13. April 2021 (pag. 504 ff.);

- Aussagen des Beschuldigten vom 28. November 2017 (pag. 052 ff.), vom 3. Ju-
li 2018 (pag. 065 ff.), vom 9. September 2019 (pag. 264 ff.) und vom 13. April 
2021 (pag. 508 ff.);

- Aussagen von H.________ vom 25. November 2017 (pag. 044 ff.) und vom 4. 
September 2019 (pag. 249 ff.);

- Aussagen von G.________ (pag. 047 ff.); 
- von der I.________(AG) herausverlangte Unterlagen (pag. 077 ff.), namentlich 

Einsatzpläne des Beschuldigten in der Zeit vom 1. Juni 2016 bis zum 26. Okto-
ber 2017 (pag. 079-089);

- Arbeitszeugnis der I.________(AG) vom 26. Oktober 2017 betreffend den Be-
schuldigten (pag. 277).

9. Unbestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hat den unbestrittenen Sachverhalt korrekt zusammengefasst 
(Ziff. III.3 des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 385):

Vorliegend ist lediglich das Rahmengeschehen unbestritten, namentlich, dass der Beschuldigte mit 
den beiden - bei der Firma I.________(AG) temporär angestellten - Strafklägerinnen zusammengear-
beitet hat. Dies mit der Strafklägerin E.________ u.a. auf den Baustellen am U.________ in 
K.________ im Zeitraum 12.06.2017 – 06.07.2017 und auf der Baustelle der O.________ (Baustelle) 
an der M.________ (Adresse) im Zeitraum 07.08.2017 – 15.08.2017 (p. 67 Z. 74 ff.). Mit der Strafklä-
gerin C.________ hat der Beschuldigte u.a. am 24.10.2017 auf der Baustelle in J.________ gearbei-
tet (p. 72 Z. 245 ff.). Dies wird im Übrigen auch durch die Arbeitsrapporte der Firma I.________ (AG) 
belegt (p. 79 ff.). Vom Beschuldigten ebenfalls nicht bestritten wird, dass er am 25.10.2017 die Straf-
klägerin E.________ während der Arbeit fotografiert hat (p. 7 ff. u. p. 57 Z. 236 ff.). 

Die dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfenen Sachverhalte sind folg-
lich gänzlich bestritten.

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10. Generelle Würdigung der verfügbaren Beweismittel

Bei sämtlichen Vorwürfen gegen den Beschuldigten liegt eine Aussage-gegen-
Aussage-Situation vor. Es bietet sich an, zunächst die verfügbaren Beweismittel
– allen voran die Aussagen der Involvierten – zusammenzufassen und auf ihre 
Glaubhaftigkeit zu prüfen, bevor auf die konkreten Vorwürfe eingegangen wird.  

10.1 Aussagen des Beschuldigten

10.1.1 Zusammenfassung der Aussagen

Der Beschuldigte wies an der polizeilichen Einvernahme vom 28. November 2017 
sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe von sich. Am 24. Oktober 2017 habe er 
mit der Strafklägerin C.________ zusammen den halben Tag in P.________ beim 
Q.________ (Baustelle) gearbeitet (pag. 054, Z. 49 ff.). Anschliessend seien sie 
nach J.________ gefahren und hätten dort Maler- und Abdeckarbeiten verrichtet 
(pag. 054, Z. 49 ff.). Auf Frage, ob er die Strafklägerin C.________ sexuell belästigt 
habe, antwortete er, er habe ihr am 26. Oktober 2017 lediglich von einer anderen 
Frau erzählt, der die I.________(AG) keinen Arbeitsvertrag machen würde. Er habe 
der Strafklägerin C.________ empfohlen, sie solle doch mit ihm weiterarbeiten, 
wobei er den schweizerdeutschen Ausdruck «schaffe» verwendet habe. Sie habe 
wohl «schlafe» verstanden (pag. 054, Z. 57 ff.). Die Strafklägerin habe ihn gefragt, 
ob sie mit allen «schlafen» solle, und er habe ihr geantwortet, er habe nicht «schla-
fen» gesagt, sondern «schaffen» (pag. 054, Z. 61 f.). 

Gleichentags, also am 26. Oktober 2017, sei er vom Vorarbeiter kontaktiert wor-
den, der ihn zu einem Gespräch in seinem Büro einlud (pag. 054, Z. 67). An die-
sem Gespräch sei er mit den Vorwürfen konfrontiert worden und er habe erklärt, er 
lebe seit 37 Jahren in der Schweiz und arbeite seit 15 Jahren für die 
I.________(AG), sei aber noch nie Ziel solcher Vorwürfe gewesen (pag. 054, Z. 79 
f.). Ungefähr eine Woche später habe ihn H.________ angerufen und ihm erzählt, 
dass die Strafklägerin E.________ ihn kontaktiert und aufgefordert habe, gegen 
ihn, den Beschuldigten, auszusagen (pag. 054, Z. 86 ff.). 

Die Frage, ob er der Strafklägerin C.________ auf einem Baugerüst von hinten in 
die Hose gereckt habe, verneinte er und antwortete, das Gerüst befinde sich in der 
Öffentlichkeit und in den Wohnungen befänden sich Bewohner, möglicherweise 
habe er sie im Vorbeigehen berührt (pag. 055, Z. 108 ff.). Auch beim Mittagessen 
habe er die Strafklägerin C.________ nicht berührt, ihr höchstens die Hand ge-
reicht, um ihr beim Aufstehen zu helfen (pag. 056, Z. 152 f. und Z. 169 ff.). Er habe 
der Strafklägerin C.________ gesagt, dass sie eine gute Arbeiterin sei und er ihr 
helfen werde, eine gute Arbeitsstelle zu finden (pag. 054, Z. 185 ff.). 

In Bezug auf die Vorwürfe der Strafklägerin E.________ gab der Beschuldigte an, 
diese habe im Juni 2017 auf der Baustelle «L.________(Baustelle)» in K.________ 
gearbeitet (pag. 057, Z. 222 f.). Später habe er sie erst am 26. Oktober 2017 auf 
der Baustelle N.________(Baustelle) in K.________ wiedergesehen (pag. 057, Z. 
229 ff.). Von sich aus zeigte er ein Foto, dass er auf dieser Baustelle von der Straf-
klägerin E.________ gemacht hat (pag. 057, Z. 236 ff.) und gab auf Frage an, er 
habe dieses Foto gemacht, um es später ihrem Chef zu zeigen (pag. 058, Z. 244 
f.). Er sagte: «Sie wollte sich von dort nicht entfernen, wir sollten dort arbeiten. Sie 

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entfernte sich aber eine halbe Stunde nicht, wir sollten dahin. Ich machte das Foto, 
um ihrem Chef zu zeigen, dass sie uns bei der Arbeit hinderte» (pag. 58, Z. 242 ff.). 
Letztlich habe er ihr gesagt, dass er nicht streiten wolle und das Foto auch nicht 
dem Chef gezeigt. 

Nach erneuter Frage, weshalb er das Foto von der Strafklägerin E.________ ge-
macht habe, antwortete der Beschuldigte: «Wir waren am Verputz bemalen und sie 
schliff oben. Daher wollte ich, dass sie wegging. Ich sagte ihr dreimal, dass sie da-
mit aufhören soll. Sie hätte nur eine halbe Stunde warten müssen, dann wären wir 
fertig gewesen.» (pag. 58, Z. 265 ff.). 

Die Strafklägerin E.________ habe dabei ständig Marihuana geraucht (pag. 058, 
Z. 246 f.). Er habe sie verbal vielleicht gelegentlich «Lady Gaga» genannt, wobei 
immer weitere Arbeitende anwesend gewesen seien (pag. 058, Z. 285 ff.). Die 
Strafklägerin E.________ habe die Arbeitszeiten nicht respektiert und sei oft zu 
spät gekommen und zu früh gegangen (pag. 059, Z. 298 f.). Er habe sie nie über 
ihr Sexualleben ausgefragt (pag. 059, Z. 306). Die Arbeitsteilung habe er jeweils 
nach dem Wunsch der Mitarbeitenden vorgenommen und dabei auf die Strafkläge-
rin E.________ Rücksicht genommen (pag. 059, Z. 314 ff.). Auf Vorhalt der Aussa-
gen von H.________ und auf Frage, ob er auf der Baustelle gelegentlich derbe 
Witze mache, sagte der Beschuldigte aus: «Ja, aber wenn ich sie [ihr] Lady Gaga, 
Madonna oder junge Frau gesagt habe ist das doch nicht schlimm oder?» (pag. 61, 
Z. 406 f.)

Der Strafklägerin E.________ sei letztlich gekündigt worden, weil sei ihre Arbeit 
nicht zu Ende geführt habe (pag. 060, Z. 354 f.). Generell hätten alle über ihre Ar-
beitsleistungen reklamiert, worin er den Grund für ihre Anzeige vermutet (pag. 060, 
z. 366 f. und Z. 382 ff.). Er habe sie mehrmals, bis zu zehnmal am Tag, zum Arbei-
ten anhalten müssen (pag. 062, Z. 457). Er beurteile die Strafanzeigen gegen ihn 
als Komplott der beiden Strafklägerinnen (pag. 062, Z. 490). 

Vor der Staatsanwaltschaft führte der Beschuldigte zu den Vorwürfen bezüglich der 
Strafklägerin E.________ aus, er habe ihr öfters gesagt, dass sie arbeiten und 
nicht ständig rauchen solle, und sie dabei mit «Lady Gaga» angesprochen (pag. 
066, Z. 45 f.). Ausserdem habe die Strafklägerin E.________ die Arbeitszeiten 
nicht eingehalten, sei oft zu spät erschienen, zu früh in die Mittagspause und zu 
spät von dieser wieder zurückgekommen (pag. 067, Z. 50 ff.). Wenn er sie zum Ar-
beiten mit sich selbst eingeteilt hat, so habe er dabei keine andere Absicht gehabt, 
als zu arbeiten (pag. 067, Z. 54 f.). Wenn er nicht in ihrer Nähe gewesen sei, so 
habe sie gar nicht gearbeitet, sondern geschlafen (pag. 67, Z. 55 f.). Den anderen 
Leuten der Firma habe er jedoch erzählt, sie arbeite gut (pag. 067, Z. 57 f.). Er ha-
be sie nie zu ihrem Sexualleben befragt (pag. 067, Z. 60 f.). Wenn er sie berührt 
habe, dann nur unabsichtlich (pag. 067, Z. 70 ff.). Er bestritt, die Strafklägerin 
E.________ jemals über ihr Sexualleben ausgefragt zu haben (pag. 069, Z. 147 
ff.). Auf Frage, weshalb er ein Foto von der Strafklägerin E.________ gemacht ha-
be, antwortete der Beschuldigte, diese habe bei ihrer Arbeit Dreck verursacht, der 
auf den darunterliegenden Weissputz gefallen sei. Daraufhin habe er der Strafklä-
gerin C.________ gesagt, die ihm gegenüber angegeben haben soll, die Strafklä-
gerin E.________ seit Jahren von der Malerschule zu kennen, sie solle die Straf-

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klägerin E.________ bitten, sich von dort wegzubegeben (pag. 069, Z. 155 ff.). Als 
diese sich nicht von dort entfernt habe, habe er ihr gesagt er mache ein Foto von 
ihr, das sie jedoch von vorne abgebildet hätte, nicht von hinten (pag. 069, Z. 162 
ff.). 

Auf die erneute Frage, weshalb er ein Foto von der Strafklägerin E.________ ge-
macht habe, erklärte er, er habe sie «6 bis 7 Mal gebeten, dass sie für eine halbe 
Stunde weggehen soll. Auch Frau C.________ ging mehrmals zu ihr und hat sie 
darum gebeten» (pag. 70, Z. 182 f.)

Die Strafklägerin E.________ sei seiner Ansicht nach nur wütend auf ihn, weil sie 
keine Festanstellung erhalten habe, und habe anderen Mitarbeitern angegeben, 
den Beschuldigten zu hassen, weshalb sie letztlich diese Vorwürfe fabriziert habe 
(pag. 071, Z. 201 ff. und Z. 206 ff.). 

Betreffend die Vorwürfe der Strafklägerin C.________ sagte er aus, er habe sie 
unabsichtlich beim Hinüberspringen vom Balkon auf das Baugerüst mit dem Turn-
schuh berührt (pag. 072, Z. 250). Auch habe er sie am Mittag des 24. Oktober 2017 
nicht an den Brüsten berührt, er habe ihr lediglich an die Schulter gefasst, um ihr zu 
signalisieren, dass sie dem Storenbauer zeigen solle, wo er die Rollläden montie-
ren solle (pag. 072, Z. 263 ff.). Die Strafklägerin C.________ habe keine Arbeit ge-
funden, und habe die Vorwürfe gegen ihn fabriziert, um ihn zu beseitigen und da-
durch auf der Baustelle weiter arbeiten zu können (pag. 073, Z. 303 ff.). 

An seiner Einvernahme vor der Vorinstanz bestätigte der Beschuldigte seine bishe-
rigen Aussagen. Betreffend die Vorwürfe der Strafklägerin C.________ gab er an, 
diese beim Hinüberspringen vom Balkon auf das Baugerüst versehentlich mit dem 
Schuh berührt zu haben (pag. 268, Z. 28 verbunden mit Korrektur bei Verlesen: 
pag. 269, Z. 36 f.). Betreffend die behaupteten Vorkommnisse am Mittag gab er an, 
er sei dort neben ihr gelegen und sie habe ihm zum Aufstehen die Hand gegeben, 
woraufhin er sie an der Schulter berührt habe (pag. 268, Z. 34 f.). Anschliessend 
sei der Storenmonteur hineingekommen und der Beschuldigte habe die Strafkläge-
rin C.________ angewiesen, diesem zu zeigen, wo er die Storen montieren solle 
(pag. 268, Z. 36 ff.). 

Vor der Kammer bestätigte der Beschuldigte seine Ansicht, dass es sich bei den 
ihm gegenüber geäusserten Vorwürfen um ein Komplott der beiden Strafklägerin-
nen handle (pag. 513, Z. 36 ff. und Z. 42 ff.). Diese würden sich – das habe ihm die 
Strafklägerin C.________ am 26. Oktober 2017 erzählt (pag. 518, Z. 30) – schon 
lange kennen und seien befreundet (pag. 518, Z. 18 ff.). Er attestierte der Strafklä-
gerin E.________, dass sie eigentlich eine gute Arbeiterin sei, jedoch einzelne Re-
geln nicht befolgt habe, sich beispielsweise über die vorgeschriebenen Arbeitszei-
ten hinweggesetzt und ständig geraucht habe (pag. 514, Z. 2 ff.). Gegenüber der 
Strafklägerin C.________ sei er so freundlich gewesen, ihr einen Arbeitsplatz zu 
beschaffen, indem er nach Hause [nach S.________ (Land)] gegangen sei, weil sie 
Geld gebraucht habe, um von zu Hause auszuziehen (pag. 514, Z. 10 ff. und Z. 20 
ff.). Dabei wiederholte er seine Aussage, wonach die Strafklägerin C.________ ihm 
gesagt habe, er werde nicht zurückkommen, woraufhin er gefragt habe: «Wieso? 
Gibt es einen Flugzeugabsturz?» (pag. 514, Z. 15 ff.). Als Leiter einer Baustelle, 

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auf dem immer mehrere Leute – darunter Frauen und zeitweise ein Lehrling – an-
wesend gewesen seien, habe er nie Schimpfwörter oder sonstige schlechte Wörter 
verwendet (pag. 514, Z. 30 f. und Z. 36 ff.). Man habe nur über die Arbeit gespro-
chen (pag. 514, Z. 31). Auf Vorhalt der Aussage von H.________, wonach auf der 
Baustelle teilweise unter der Gürtellinie geredet werde, meinte der Beschuldigte, 
dieser könne ja sagen was er wolle. Er jedenfalls habe keine Schimpfwörter be-
nutzt, um jemanden zu beleidigen oder zu verletzen (pag. 514, Z. 43 f.). Er will die 
Strafklägerin E.________ lediglich einmal Shakira genannt haben (pag. 515, Z. 3 
f.). Anlass dafür sei gewesen, dass sie auf der leeren Baustelle Musik gehört hätten 
und zufälligerweise Shakira im Radio gelaufen sei (pag. 515, Z. 8 f.). Lady Gaga 
habe er sie hingegen nie genannt (pag. 515, Z. 19). 

Betreffend die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Strafklägerin C.________ führ-
te er an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung aus, in der Mittagspause am 24. 
Oktober 2017 hätten sie zwei bis drei Meter Distanz zueinander gehabt (pag. 515, 
Z. 32). Die Strafklägerin C.________ sei vor ihm aufgestanden, habe ihm die Hand 
gereicht um ihm beim Aufstehen zu helfen, diese Hilfe habe er aber nicht in An-
spruch genommen (pag. 516, Z. 6 f.). Ausserdem gab er an, es hätte einen Vorfall 
gegeben, bei dem die Strafklägerin C.________ ihm auf dem Baugerüst ein Bein 
gestellt habe, während er mit einem Farbbehälter auf das Baugerüst habe hinauf-
steigen wollen (pag. 516, Z. 23 ff.). Infolge dessen sei er beinahe umgekippt, habe 
den Vorfall dann aber auf sich beruhen lassen (pag. 516, Z. 23 ff). 

10.1.2 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten eingehend und korrekt 
(Ziff. III. 6.2 des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 321). Auf deren Ausführungen 
kann vollumfänglich verwiesen werden.

Der Beschuldigte legte ein ausweichendes Aussageverhalten an den Tag. Seine 
Antworten gingen häufig an der Sache vorbei und er gab teils fadenscheinige Er-
klärungen zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, soweit er auf die konkret erho-
benen Vorwürfe überhaupt einging. 

Symptomatisch für sein Aussageverhalten ist vor allen Dingen seine Antwort auf 
die einleitende Frage der Polizei, ob er die Strafklägerin C.________ sexuell beläs-
tigt habe (pag. 054, Z. 54). Er habe ihr gegenüber während einer gemeinsamen 
Autofahrt gesagt, sie solle mit ihm «schaffen» und sie habe wohl «schlafen» ver-
standen (pag. 054, Z. 59 f.). Dieser Vorfall würde gar nichts erklären, selbst wenn 
er so passiert wäre. Der Vorfall ereignete sich erst am 26. Oktober 2017 und somit 
nach der Strafanzeige (pag. 054, Z. 57 und Z. 60 f.). Zur Sache bezog er gar nicht 
erst Stellung. Unmittelbar nach dieser Aussage floh der Beschuldigte in gewohnter 
Manier in Ausführungen über einen Ferienbezug zum Besuch seiner kranken Mut-
ter in S.________(Land) (pag. 054, Z. 66 ff.), bevor er langatmig seine Wahrneh-
mungen über seine Entlassung zu schildern begann (pag. 054, Z. 72 ff.). Auf die 
eigentliche Frage ging er nicht ein. 

In den Aussagen des Beschuldigten sind erhebliche Widersprüche erkennbar. An 
der oberinstanzlichen Einvernahme antwortete der Beschuldigte auf den Vorwurf, 
sich auf die Strafklägerin C.________ gelegt und auf ihr rhythmische Bewegungen 

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gemacht zu haben, sie hätten zwei bis drei Meter Abstand zueinander gehabt (pag. 
515, Z. 32). Er habe die Strafklägerin C.________ an diesem Mittag nicht berührt 
und sie habe ihm auch nicht beim Aufstehen helfen müssen (pag. 516, Z. 6 f.). Die-
se Aussage überrascht, gab der Beschuldigte vor der Vorinstanz doch zu Protokoll, 
die Strafklägerin C.________ habe ihm beim Aufstehen geholfen und er habe sie in 
der Folge an der Schulter berührt (pag. 268, Z. 34 f.). Bereits die Vorinstanz er-
kannte in dieser Aussage einen Widerspruch zu den vorangegangenen Aussagen 
des Beschuldigten. Vor der Staatsanwaltschaft gab er noch an, die Strafklägerin 
C.________ habe probiert, ihm aufzuhelfen, es aber nicht geschafft (pag. 073, Z. 
277). Er habe sie im Zuge dieses Versuchs möglicherweise irgendwo angefasst 
(pag. 073, Z. 277 f.). Vor der Polizei war hingegen noch die Rede davon, dass er 
ihr beim Aufstehen geholfen habe (pag. 056, Z. 153 und Z. 169 f.). Die darin schon 
erkennbaren Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten verschärfte er 
noch vor der Kammer. Seine Schilderungen der Mittagspause vom 24. Oktober 
2017 änderten sich im Verlauf des Verfahrens mehrmals. Die Widersprüche betra-
fen zentrale Elemente des Handlungsablaufs. Ob er ihr aufhalf, oder sie ihm, er-
scheint aus objektiver Sicht wichtig genug, dass der seit 2017 mit dem Vorwurf 
konfrontierte Beschuldigte in der Lage sein müsste, sich auch wenige Jahre nach 
dem Vorfall daran zu erinnern. Die widersprüchliche Aussage vor der Kammer, wo-
nach der Beschuldigte die Strafklägerin C.________ gar nicht erst angefasst haben 
soll, sie ihm insbesondere nicht beim Aufstehen geholfen habe, lässt sich daher 
nicht mit dem blossen Zeitablauf erklären. In diesem Fall hätte der Beschuldigte 
auch ausgesagt, er könne sich nicht mehr genau erinnern. Das tat er aber nicht. 
Die Widersprüche in seinen Schilderungen der Mittagspause vom 24. Oktober 
2017 sind als klares Lügensignal zu werten. 

Weitere, teils eklatante Widersprüche sind in den Aussagen des Beschuldigte im 
Zusammenhang mit dem Foto der Strafklägerin E.________ erkennbar. Während 
diese für ein anderes Unternehmen, aber auf derselben Baustelle arbeitete wie der 
Beschuldigte, sei es zu einem arbeitsbedingten Konflikt gekommen. Im Zuge des-
sen habe der Beschuldigte zu Beweiszwecken ein Foto von der Strafklägerin 
E.________ gemacht. Hierzu gab er bei der Polizei zu Protokoll, die Strafklägerin 
E.________ habe sich von ihrem Arbeitsplatz, wo sie schliff (pag. 058, Z. 263), 
nicht entfernen wollen. Der Beschuldigte (offenbar zusammen mit weiteren Perso-
nen) hätte dort aber arbeiten sollen (pag. 058, Z. 242 ff.). Er sagte vor der Polizei 
explizit: «Wir sollten aber dorthin» (pag. 058, Z. 243). Nach Ausschweifungen be-
treffend den angeblichen Marihuana-Konsum der Strafklägerin E.________ und 
weiteren behaupteten Verfehlungen in ihrem Umgang mit Arbeitsgeräten, wurde 
der Beschuldigte erneut zum Grund, weshalb er die Strafklägerin E.________ foto-
grafierte, gefragt (pag. 058, Z. 263). Darauf antwortete er, der ganze Dreck, wel-
chen die Strafklägerin E.________ oben gemacht habe, sei zu ihnen hinuntergefal-
len (pag. 058, Z. 264 f.). Sie seien am Verputz bemalen gewesen und die Strafklä-
gerin E.________ habe oben geschliffen. Daher habe er gewollt, dass sie weggehe 
und ihr dies dreimal gesagt (pag. 058, Z. 265 ff.). Es fällt auf, dass seiner nachfol-
genden Aussage zufolge er nicht mehr an den Arbeitsplatz der Strafklägerin 
E.________ gemusst hätte, sondern unten hätte malen wollen und von der Straf-

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klägerin E.________ gestört worden war. Seine Version änderte sich also bereits 
während der ersten Einvernahme innert weniger Minuten. 

Vor der Staatsanwaltschaft gab er demgegenüber an, die Strafklägerin E.________ 
habe mit dem Messer ein Gitter geputzt und dieser Schmutz sei auf seine Malerar-
beiten hinuntergefallen (pag. 069, Z. 155 f.). Er habe dort den Boden putzen wollen 
(pag. 069, Z. 158). Daraufhin habe er die Strafklägerin C.________ geschickt, die 
Strafklägerin E.________ von dort weg zu bitten (pag. 069, Z. 157 f.). Die Beiden 
würden sich seit Jahren von der Malerschule kennen. Nachdem die Strafklägerin 
E.________ sich trotz Aufforderung nicht von dort entfernt habe, sei der Beschul-
digte zu ihr gegangen und habe sie gewarnt, er werde ein Foto machen, wenn sie 
sich nicht entferne (pag. 070, Z. 162 ff.). Das Foto sei aber von vorne gewesen, 
nicht von hinten. Das Putzinstitut habe ihm Druck gemacht (pag. 070, Z. 164 f.). Er 
habe die Strafklägerin sechs- bis siebenmal gebeten, sich von dort zu entfernen 
und auch die Strafklägerin C.________ sei mehrmals zu ihr gegangen (pag. 070, Z. 
182 ff.). In dieser Version vor der Staatsanwaltschaft soll die Strafklägerin 
E.________ also nicht mehr geschliffen, sondern ein Gitter geputzt haben. Ausser-
dem soll er neuerdings die Strafklägerin C.________ geschickt haben, der Straf-
klägerin E.________ zu sagen, sie solle sich vorübergehend entfernen. Davon war 
an der polizeilichen Einvernahme noch keine Rede. Darüber hinaus ist offensicht-
lich, dass der Beschuldigte das Foto von der Strafklägerin E.________ von hinten 
machte, nicht wie er angibt von vorne (pag. 009). Weshalb er das besagte Foto der 
Strafklägerin E.________ machte, das diese von hinten am Boden sitzend abbildet, 
gab der Beschuldigte somit gar keine Erklärung ab, sondern antwortete erneut 
langatmig ausweichend, gegenangriffig und widersprüchlich. 

An der oberinstanzlichen Einvernahme gab er nun an, die Strafklägerin 
C.________ habe ihm angeboten, der Strafklägerin E.________ mitzuteilen, sie 
solle sich von ihrem Arbeitsplatz kurz entfernen (pag. 518, Z. 17 f.). Sie würden 
sich bereits seit langem kennen. In dieser, vor der Kammer vorgetragenen Version 
soll es also die Strafklägerin C.________ gewesen sein, die dem Beschuldigten 
angeboten habe, mit der Strafklägerin E.________ zu reden, worin ein weiterer Wi-
derspruch zu erkennen ist. 

Es ist offensichtlich, dass der Beschuldigte seine Version dieses Vorfalls im Verlauf 
des Verfahrens erkennbar ausschmückte und zahlreiche Details dazu erfand. Dies 
ist als klares Lügensignal zu werten. Warum er ein Foto auf seinem Mobiltelefon 
hatte, das die Strafklägerin E.________ von hinten auf dem Boden sitzend abbil-
det, erklärte er während der gesamten Dauer des Verfahrens trotz mehrmaliger 
Nachfrage nicht. In seinen (inhaltlich unterschiedlichen) Versionen will er das er-
stellte Foto stets von vorne gemacht haben. Die Schilderungen des Beschuldigten 
über die Hintergründe des erstellten Fotos, soweit sich diesen überhaupt ein kon-
sistenter Kern entnehmen lässt, sind von vornherein nicht nachvollziehbar. Die 
Strafklägerin E.________ arbeitete zu diesem Zeitpunkt für ein anderes Unterneh-
men als der Beschuldigte. Er hatte ihr gegenüber keinerlei Weisungsbefugnis und 
hatte gar nicht erst die Kompetenz, ihr zu sagen, wo sie arbeiten dürfte und wo 
nicht. Selbst wenn sämtliche Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten 

14

vernachlässigt würden, machen seine Schilderungen also keinen Sinn. Darüber 
hinaus fehlt auch diesen Ausführungen jegliche Relevanz zur Sache. 

Das von der Vorinstanz vermerkte gegenangriffige Aussageverhalten demonstrierte 
der Beschuldigte auch vor der Kammer. So sagte er etwa auf Frage über die gene-
relle Zusammenarbeit mit der Strafklägerin E.________, sie habe eigentlich gut 
gearbeitet, sei aber wiederholt zu spät zur Arbeit erschienen. Sie habe von ihm ver-
langt, dies bei den Arbeitszeitrapporten falsch anzugeben (pag. 514, Z. 2 ff.). Der 
Beschuldigte habe daraufhin gesagt, dass er das nicht machen könne (pag. 514, 
Z. 4 f.). Es fällt auf, dass derartige Vorfälle bis zur oberinstanzlichen Einvernahme 
nie erwähnt wurden. Darüber hinaus überrascht, dass der Beschuldigte die Straf-
klägerin E.________ an der oberinstanzlichen Einvernahme als gute Mitarbeiterin 
bezeichnete (pag. 514, Z. 2). Vor der Polizei gab er noch an, er habe sie bis zu 
zehnmal pro Tag zum Arbeiten ermahnen müssen (pag. 062, Z. 257 f.). Alle hätten 
reklamiert, die Strafklägerin E.________ arbeite nicht gut (pag. 060, Z. 366). Und 
vor der Staatsanwaltschaft sagte er aus, die Strafklägerin E.________ sei jeweils 
schlafen gegangen, wenn er sich von der Baustelle entfernt habe (pag. 067, Z. 55 
f.). Sie habe gar nicht gearbeitet (pag. 067, Z. 56). 

Mit seinen zum Gegenangriff angeführten Umständen bleibt der Beschuldigte also 
nicht konsistent. Während er der Strafklägerin E.________ bis anhin unterstellte, 
sie habe ständig Pausen gemacht, kaum gearbeitet und alle hätten sich über sie 
beschwert, bezeichnete er sie neuerdings als gute Arbeiterin. Er lastete ihr aber an 
der oberinstanzlichen Einvernahme neuerdings an, von ihm verlangt zu haben, fal-
sche Arbeitszeiten zu rapportieren. Auch in diesem Zusammenhang änderten sich 
die Aussagen des Beschuldigten im Verlauf des Verfahrens also mehrmals. Darü-
ber hinaus nahm er damit meist keinerlei Bezug zur Sache oder zu den jeweils ge-
stellten Fragen, sondern erhob zusammenhanglos Vorwürfe gegen die Strafkläge-
rinnen. Dies veranschaulicht umso mehr das zuvor beschriebene ausweichende 
Aussageverhalten des Beschuldigten.  

Gleiches gilt in Bezug auf seine Ausführungen zur Strafklägerin C.________. An 
der oberinstanzlichen Einvernahme erwähnte der Beschuldigte auf Frage des Vor-
sitzenden nach Ergänzungen einen Vorfall, bei dem die Strafklägerin C.________ 
ihm einmal den Fuss gestellt habe, als er mit einem Farbbehälter das Baugerüst 
hinaufgestiegen sei (pag. 516, Z. 23 ff.). Er habe diesen Vorfall dann aber sein las-
sen. Dieses Ereignis erwähnte er bis zur oberinstanzlichen Einvernahme nie. Es ist 
nicht einzusehen, inwiefern dieser Vorfall zur Sache relevant sein sollte, wenn er 
denn stimmt. 

Unstimmigkeiten finden sich weiter in seinen Ausführungen zu den Rauchgewohn-
heiten der Strafklägerin E.________. Auf die Frage, was er darunter verstehe, 
wenn jemand «die ganze Zeit» rauche, lastete er der Strafklägerin E.________ an, 
sie sei jede halbe Stunde zum Rauchen gegangen (pag. 518, Z. 36 f.). Seine Aus-
sagen vor der Vorinstanz suggerieren jedoch, dass sie nur alle Stunde geraucht 
habe (pag. 267, Z. 29 ff.). Das problematische an den Rauchgewohnheiten der 
Strafklägerin E.________ sei vor der Vorinstanz noch gewesen, dass sie in den 
Wohnungen der Baustellen geraucht haben soll (pag. 267, Z. 34 ff.). Vor der Kam-

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mer sagte er jedoch, sie sei jede halbe Stunde «nach draussen zum Rauchen» ge-
gangen (pag. 518, Z. 36 f.). 

Hinzu kommen die objektiv unwahren Vorwürfe im Zusammenhang mit  dem be-
haupteten Marihuana-Konsum der Strafklägerin E.________ (dazu E. 13.3 unten). 

Die gegen beide Strafklägerinnen erhobenen Gegenangriffe sind offensichtlich 
nicht glaubhaft. Damit zielte der Beschuldigte einzig darauf ab, die Glaubhaftigkeit 
ihrer Aussagen in Zweifel zu ziehen und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als 
Komplott gegen seine Person darzustellen. Jedoch untergräbt der Beschuldigte mit 
diesem Aussageverhalten seine eigene Glaubwürdigkeit. 

Weiter ist die Behauptung des Beschuldigten, wonach beide Strafklägerinnen sich 
von der Berufsbildung her kennen würden, für die Kammer überhaupt nicht nach-
vollziehbar. Einerseits verneinten beide dies mehrmals glaubhaft (pag. 259, Z. 25 
f.; pag. 502, Z. 6; pag. 506, Z. 10). Andererseits ist auch nicht einzusehen, weshalb 
sie die gleiche Berufsschule besucht haben sollten, wie es der Beschuldigte be-
hauptet. Die Strafklägerin E.________ absolvierte ihre Berufslehre im Kanton 
V.________ (pag. 504, Z. 26 und Z. 28), die Strafklägerin C.________ hingegen in 
den Kantonen W.________ und X.________ (pag. 499, Z. 32). Darüber hinaus ab-
solvierten sie die dreijährige Berufslehre auch nicht zeitglich. Die Strafklägerin 
E.________ beendete diese im Jahr 2016 und begann damit folglich im Jahr 2013 
(pag. 504, Z. 26). Die Strafklägerin C.________ hingegen beendete ihre Lehre erst 
im Jahr 2017 und begann damit folglich im Jahr 2014 (pag. 499, Z. 28). Dahinge-
hende Äusserungen des Beschuldigten, die er vor der Kammer bekräftigte (pag. 
514, Z. 10), sind durch nichts belegt und daher offensichtlich unwahr. Sie dienen 
lediglich der Untermauerung seiner Version, wonach die beiden Strafklägerinnen 
sich gegen ihn verschworen und im Zuge dessen ihre Vorwürfe erfunden hätten. 

Auch die Ausführungen des Beschuldigten zu seinen Spitznamen für die Strafklä-
gerin E.________ sind widersprüchlich und teils fadenscheinig. Vor der Polizei gab 
er an, er habe die Strafklägerin E.________ gelegentlich mit Lady Gaga oder Ma-
donna angesprochen, fand aber, dass das nicht schlimm sei (pag. 061, Z. 406 f.). 
Der Staatsanwaltschaft gegenüber sagte er aus, er habe ihr gesagt: «Bitte, Lady 
Gaga, arbeiten und rauche nicht ständig Haschisch und Zigaretten» (pag. 066, Z. 
45 f.). An der oberinstanzlichen Einvernahme gab er an, die Strafklägerin 
E.________ einmal mit Shakira angesprochen zu haben (pag. 515, Z. 3 f. und Z. 
19 f.). Das sei aber nur einmal vorgekommen (pag. 515, Z. 19 f.). Sie hätten auf der 
leeren Baustelle regelmässig Radio gehört und zu diesem Zeitpunkt sei gerade 
Shakira im Radio gelaufen (pag. 515, Z. 8 ff.). Lady Gaga habe er sie hingegen 
nicht genannt (pag. 515, Z. 19). Die Widersprüche in den verwendeten Spitznamen 
mögen noch marginal sein, handelt es sich doch bei allen dreien um bekannte Pop-
Sängerinnen. Bemerkenswert ist, dass der Beschuldigte die Verwendung des Na-
mens Lady Gaga vor der Kammer trotz entsprechender Frage verneinte. Zudem ist 
auffällig, dass der Beschuldigte vor der Polizei noch angab, die Strafklägerin 
E.________ regelmässig mit solchen Spitznamen angesprochen zu haben. Vor der 
Kammer soll das jedoch nur ein einziges Mal vorgekommen sein. Dafür soll auch 
Anlass bestanden haben, weil gerade Shakira im Radio gelaufen sei. Auch wenn 
diese Aussagen zur Sache wenig Relevanz haben, veranschaulichen sie das Aus-

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sageverhalten des Beschuldigten beispielhaft. Seinen eigenen Ausführungen wi-
dersprach er während der Dauer des Verfahrens mehrmals und er gab für sein 
Verhalten fadenscheinige Erklärungen ab. 

Aus diesen, wie auch aus den von der Vorinstanz ausgeführten Gründen kann auf 
die Aussagen des Beschuldigten nicht abgestellt werden. Die vom Beschuldigten 
gegen die Strafklägerinnen im Sinne von Gegenangriffen erhobenen Vorwürfe las-
sen sich allesamt anhand der darin ersichtlichen Widersprüche problemlos als Er-
findungen seinerseits entlarven. Seine Antworten auf Vorhalte mit den entspre-
chenden Tatvorwürfen erschöpfen sich aber gerade in solchen, meist zusam-
menhanglosen Gegenangriffen. Dies veranschaulicht, dass seine Aussagen aus-
schliesslich dem eigenen Schutz dienen und nicht glaubhaft sind. 

10.2 Aussagen der Strafklägerin C.________

10.2.1 Zusammenfassung der Aussagen

Die Strafklägerin C.________ meldete sich am 25. Oktober 2017 gemeinsam mit 
der Strafklägerin E.________ am Schalter der Polizeiwache K.________ und erhob 
Strafanzeige gegen den Beschuldigten wegen sexueller Belästigung (pag. 004). 
Sie gaben Beide an, der Beschuldigte habe sie über einen längeren Zeitraum ver-
bal belästigt. Die Strafklägerin C.________ gab zudem an, der Beschuldigte habe 
ihr am Vortag, also am 24. Oktober 2017, während sie zum Zweck der Arbeitsver-
richtung in der Hocke gewesen sei, von hinten in die Hose gereckt (pag. 004). 

An der polizeilichen Einvernahme vom 1. November 2017 sagte die Strafklägerin 
C.________ aus, am 24. Oktober 2017 sei sie zusammen mit dem Beschuldigten 
alleine auf der Baustelle in J.________ gewesen (pag. 015, Z. 37). Es seien noch 
zwei Storenbauer auf der Baustelle gewesen, die sie aber nicht gesehen hätten 
(pag. 016, Z. 83 f.). Um etwa 10:00 Uhr habe sie auf dem Baugerüst an der Fassa-
de etwas abdecken müssen und sei hierfür in die Hocke gegangen (pag. 015, Z. 40 
ff.). Auf einmal sei der Beschuldigte neben ihr aufgetaucht, habe ihr in die Hose 
gegriffen und ihr Gesäss berührt (pag. 015, Z. 42 ff.). Der Beschuldigte sei auf 
demselben Gerüstladen gewesen wie sie, habe irgendetwas gesungen und habe 
ihr im Vorbeigehen ans Gesäss gefasst (pag. 015, Z. 25 ff.). Auf ihre Frage, was 
das solle, habe der Beschuldigte geantwortet, das sei nur Spass (pag. 015, Z. 47 
f.). 

Anschliessend habe sie den Rest des Vormittags normal weitergearbeitet, bevor 
sie am Mittag zusammen mit dem Beschuldigten in die leerstehende, oberste 
Wohnung gegangen sei (pag. 015, Z. 48 ff.). Aufgrund starker Kopfschmerzen ha-
be sie sich auf den Boden des Wohnzimmers gelegt, woraufhin der Beschuldigte 
sich neben sie gelegt habe (pag. 015, Z. 50 f.). Er reckte hinüber und habe sie über 
dem Pullover an den Brüsten angefasst (pag. 015, Z. 52 f.). Die Strafklägerin 
C.________ habe die Hand des Beschuldigten weggestossen und habe gedacht, 
dieser hätte die Geste verstanden. Nachdem die Strafklägerin C.________ einge-
nickt gewesen sei, habe der Beschuldigte weitergeredet und ihr Sachen gesagt, 
wie «du bist so schön, so lieb. Ich will dich einmal ausprobieren und deine Muschi 
schlecken» (pag. 015, Z. 54 ff.). Der Beschuldigte sei plötzlich auf sie gelegen und 
habe sich auf ihr bewegt (pag. 015, Z. 55 ff.). Sie habe den Beschuldigten ange-

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schrien, dass er ihr wehtue und weggehen solle (pag. 015, Z. 57 f.). Zu diesem 
Zeitpunkt sei es schon fast 13:00 Uhr gewesen und die Beiden hätten wieder zur 
Arbeit gemusst (pag. 015, Z. 59). Aufgrund hoher Arbeitsauslastung habe der Be-
schuldigte am Nachmittag gewissermassen keine Zeit mehr für weitere tätliche 
Belästigungen gehabt, jedoch sei es verbal weitergegangen. Der Beschuldigte ha-
be wiederholt gesagt, er wolle «ihre Muschi lecken» (pag. 016, Z. 62 f.). 

Sie habe mehrmals gesagt, er solle das sein lassen, wobei sie zweifle, ob sie dies 
ausreichend resolut getan hätte (pag. 016, Z. 64 f.). Der Beschuldigte hätte ihr 
auch gesagt, dass er sich beim Chef über ihre Arbeit beklagen würde, wenn sie 
diesem von den Vorfällen berichten würde (pag. 016, Z. 65 f.). In der Folge habe 
sie die Sprüche den Rest des Tages über sich ergehen lassen. Am darauffolgen-
den Tag, also am 25. Oktober 2017, sei sie, erneut zusammen mit dem Beschul-
digten, auf der Baustelle beim Theater in K.________ gewesen, wo sie die Straf-
klägerin E.________ kennengelernt habe (pag. 016, Z. 71 ff.). Bei dieser Baustelle 
seien keine weiteren Vorkommnisse zu vermerken, weil es dort zu viele Leute ge-
habt habe (pag. 016, Z. 100). 

An der Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft vom 14. August 2018 führte die 
Strafklägerin C.________ aus, dass es nach dem Vorfall auf dem Baugerüst, wobei 
der Beschuldigte ihr ans Gesäss gefasst habe, komisch weitergegangen sei (pag. 
021, Z. 78). Die Frage, ob es danach weitere Belästigungen durch den Beschuldig-
ten gegeben habe, verneinte sie (pag. 022, Z. 89 f.). Ihre Aussagen, wonach der 
Beschuldigte ihr auf dem Boden liegend über dem Pullover an die Brüste gefasst 
habe, bestätige sie auf Vorhalt hin (pag. 022, Z. 92 ff.). Auf erneute Frage, ob an 
diesem Tag noch Weiteres vorgefallen sei, schilderte sie die verbalen Belästigun-
gen durch den Beschuldigten (pag. 022, Z. 101 ff.). Erneut bestätigte sie auf Vor-
halt ihre Aussagen, wonach der Beschuldigte ihr gegenüber, während sie einge-
nickt war, anzügliche Bemerkungen machte (pag. 022, Z. 105). Die erneute Frage, 
ob an diesem Tag Weiteres vorgefallen war, verneinte sie erneut (pag. 022, 
Z. 109 f.). Sie bestätigte jedoch auf entsprechenden Vorhalt auch ihre Aussagen, 
wonach der Beschuldigte auf sie gelegen sei und sich auf ihr rhythmisch bewegt 
habe (pag. 022, Z. 112 ff.). Sie erklärte auf Nachfrage hin, der Beschuldigte habe 
sich auf ihr bewegt, «wie wenn man mit jemanden schläft» (pag. 022, Z. 121 f.). 
Weiter ergänzte sie, dass der Beschuldigte sie auch aufgefordert bzw. dazu ge-
drängt habe, ihn zu berühren (pag. 023, Z. 130). 

Vor der Vorinstanz schilderte die Strafklägerin C.________ die Vorgänge vom 24. 
Oktober 2017 wie folgt: In J.________, als sie Ausbesserungsarbeiten an der Fas-
sade gemacht habe, sei der Beschuldigte auf dem Baugerüst hinter ihr durchgelau-
fen und habe ihr von hinten in die Hose gegriffen (pag. 259, Z.41 f.). Am Mittag sei-
en sie gemeinsam in der Attikawohnung gewesen und sie habe sich hingelegt, weil 
es ihr nicht gut gegangen sei (pag. 260, Z. 3 f.). Daraufhin sei der Beschuldigte ge-
kommen und habe angefangen sie zu streicheln, wobei sie eine streichende Bewe-
gung leicht unterhalb des linken Schlüsselbeins vorzeigte (pag. 260, Z. 3 ff.). Wei-
ter habe er sie auch am Bein angefasst (pag. 260, Z. 21). Er habe gewollt, dass 
auch sie ihn anfasse (pag. 260, Z. 21). Sie habe ihm gesagt, er solle damit auf-
hören, jedoch sei es in der Folge dazu gekommen, dass der Beschuldigte auf sie 

18

gelegen sei und sich auf ihr rhythmisch bewegt habe (pag. 260, Z. 8 f.). Der Be-
schuldigte habe dabei gesagt, «du bist so schön, so lieb. Am liebsten würdi dini 
Muschi schläcke» (pag. 260, Z. 9 f.). Auf ihr Protestieren hin, habe er ihr gesagt, es 
sei doch nur Spass (pag. 260, Z. 10 f.). Daraufhin seien zum Glück Storenbauer 
gekommen (pag. 260, Z. 12 f.). Sie könne nicht mehr genau wiedergeben, was der 
Beschuldigte zu ihr gesagt habe, jedenfalls habe er gewollt, dass sie ihn zwischen 
den Beinen anfasse (pag. 260, Z. 24 f.). Zum Vorhalt, ihre Aussage, wonach der 
Beschuldigte sie am Bein angefasst habe, sei neu, könne sie nichts sagen (pag. 
260, Z. 39 ff.). 

Vor der Kammer beschrieb die Strafklägerin C.________ die Zusammenarbeit mit 
dem Beschuldigten als anstrengend aufgrund dessen verbaler Ausdrucksweise 
(pag. 499, Z. 36). Auf Vorhalt der Aussage des Beschuldigten vor der Vorinstanz, 
wonach er sie beim Herüberspringen vom Balkon auf den Gerüstladen mit dem 
Fuss berührt und sich dafür sogleich entschuldigt habe (pag. 268, Z. 25-30 mit Kor-
rektur pag. 269, Z. 35-37), sagte sie aus, dass ein solcher Vorfall nicht passiert sei 
(pag. 500, Z. 12). Die Gerüstladen seien meist bündig mit dem Balkon, da könne 
man gar nicht hinüberspringen (pag. 500, Z. 12 f.). Daran, dass sie sich in der Mit-
tagspause des 24. Oktober 2017 hingelegt habe, könne sie sich noch gut erinnern, 
sie habe damals starke Kopfschmerzen gehabt (pag. 500, Z. 17 f.). Sich über Mit-
tag kurz hinzulegen sei normal, wenn man die Gelegenheit dazu habe (pag. 500, 
Z. 22; pag. 503, Z. 10). Der Beschuldigte sei neben sie gekommen, habe begon-
nen, sie zu befummeln und sei dann auf sie gelegen (pag. 500, Z. 26 ff.). Sein Ge-
wicht habe ihr Schmerzen bereitet (pag. 500, Z. 27 f.). Auf ihre Aufforderung, auf-
zuhören, habe er nur gelächelt und gesagt, es sei doch nur Spass (pag. 500, 
Z. 28 f.). 

Auf Frage, was an diesem Tag sonst noch vorgefallen sei, antwortete sie, dass der 
Beschuldigte ihr auf dem Gerüst von hinten in die Hose an das Gesäss gefasst 
habe (pag. 500, Z. 38 ff.). An den ersten vier Tagen ihrer Zusammenarbeit mit dem 
Beschuldigten, habe dieser sie mehrmals verbal belästigt, diese Vorfälle sind 
jedoch nicht Gegenstand des Verfahrens (pag. 501, Z. 4). Dass der Beschuldigte 
sie am 25. Oktober 2017 gebeten habe, der Strafklägerin E.________ zu sagen, 
sie solle sich von dort, wo sie arbeitete, kurz entfernen, wie es der Beschuldigte 
mehrmals geschildert hat, verneinte sie (pag. 501, Z. 19). Die Strafklägerin 
E.________ habe sie am 25. Oktober 2017 kennengelernt, unmittelbar bevor sie 
zur Polizei gegangen seien (pag. 501, Z. 19). Seit dem letzten Gerichtstermin vor 
der Vorinstanz hätten sie keinen Kontakt mehr gehabt (pag. 502, Z. 2). Vom 
vorliegenden Strafverfahren erhoffe sie sich Gerechtigkeit und, dass der 
Beschuldigte sich entschuldigen würde (pag. 502, Z. 25 ff.). Sie erklärte sich bereit, 
gegebenenfalls eine Vereinbarung mit dem Beschuldigten zu schliessen und 
gestützt darauf ihren Strafantrag wegen sexueller Belästigung zurückzuziehen 
(pag. 502, Z. 39 ff.). 

10.2.2 Würdigung der Aussagen der Strafklägerin C.________

Der Würdigung der Vorinstanz (Ziff. III.6.3.3 des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 324 ff.) schliesst sich die Kammer mit Ausnahme des nachfolgenden Vorbe-
halts betreffend ihre Aussagen vor der Staatsanwaltschaft an. 

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Augenscheinlich begann die Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 14. Au-
gust 2018 nach entsprechender Rechtsbelehrung und Frage, in welchem Verhält-
nis sie zum Beschuldigten stehe, sogleich mit der Frage, ob sie ihre bisherigen 
Aussagen bestätigen könne (pag. 021, Z. 49 f.). Dies bejahte sie (pag. 021, Z. 51). 
Darauf folgte der Vorhalt eines Teils ihrer bisherigen Aussagen vor der Polizei 
(pag. 021, Z. 53 ff.), die sie wiederum bestätigte. Ihre Antwort auf die darauffolgen-
de Frage, ob es an diesem Tag zu weiteren Belästigungen durch den Beschuldig-
ten gekommen sei, was sie zunächst verneinte (pag. 022, Z. 90; pag. 022, Z. 110) 
ist angesichts dessen, dass sie zuvor sämtliche ihrer Aussagen vor der Polizei 
bestätigte (pag. 021, Z. 49-51), zu würdigen. Ihre Verneinung kann vor diesem Hin-
tergrund auch so verstanden werden, dass es zu keinen weiteren Belästigungen 
durch den Beschuldigten gekommen sei, als jene, die sie bereits der Polizei schil-
derte und eingangs der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte. Zu kei-
nem Zeitpunkt wurde die Strafklägerin C.________ durch die Staatsanwaltschaft zu 
freier Erzählung eingeladen. Es ist nicht klar, wie sie ausgesagt hätte, wenn sie die 
Möglichkeit zur freien Erzählung gehabt hätte. Daher ist die Kammer der Ansicht, 
dass die Aussagen der Strafklägerin C.________ vor der Staatsanwaltschaft ihrer 
Glaubwürdigkeit nicht abträglich sind. Diese Aussagen sind mangels freier Erzäh-
lung hingegen auch nicht aussagekräftig. 

Im Weiteren weisen die Aussagen der Strafklägerin C.________ die wesentlichen 
Realitätskriterien auf. Sie sagte an der ersten Einvernahme vor der Polizei in freier 
Erzählung aus (pag. 015, Z. 37 ff.). An den erst- und oberinstanzlichen Einvernah-
men blieb sie mit ihren Aussagen im Kern konstant. Sie schilderte nachvollziehbare 
innere Vorgänge, beispielsweise, dass sie sich am Mittag des 24. Oktober 2017 
hingelegt habe, weil sie Kopfschmerzen hatte (pag. 015, Z. 50 f.; pag. 260, Z. 3; 
pag. 500, Z. 17 f.). Oder, dass sie es als Glück empfand, dass um ca. 13:00 Uhr 
am Mittag des 24. Oktober 2017 der Storenbauer die Wohnung betreten habe und 
der Beschuldigte von ihr ablassen musste (pag. 015, Z. 59 f.; pag 260, Z. 12 f.). 
Gleiches gilt für ihre Schilderung von Rückenschmerzen, die sie aufgrund des Ge-
wichts des Beschuldigten empfand, als er auf ihr gelegen habe (pag. 015, Z. 57; 
pag. 260, Z. 10 f.; pag. 500, Z. 27 f.). Eindrücklich schilderte sie auch, dass sie dem 
Beschuldigten möglicherweise nicht bestimmt genug gesagt habe, er solle damit 
aufhören (pag. 016, Z. 64). Sie sei «nicht so eine starke Person» und habe ihm so 
vielleicht das Gefühl vermittelt, er könne das einfach mit ihr machen (pag. 016, Z. 
87 f.). Diese Umstände belegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Strafklägerin 
C.________. Insbesondere, dass sie zumindest einen Teil der Schuld bei sich 
selbst sucht, wäre nicht zu erwarten, wenn sie ihre Vorwürfe erfunden hätte. 

Die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Strafklägerin C.________ werden ausser-
dem dadurch gestützt, dass sie keinerlei Tendenz zur Aggravation an den Tag legt. 
Auf Frage der Polizei über den Zustand des Glieds des Beschuldigten, als dieser 
auf ihr gelegen habe, antwortete sie, sie habe zwar etwas gespürt, könne aber 
nicht sagen, ob es sein Glied gewesen sei (pag. 017, Z. 117 f.). Er sei ja angezo-
gen gewesen. Über den Zustand seines Glieds könne sie daher nichts aussagen 
(pag. 017, Z. 118). Vor der Staatsanwaltschaft sagte sie auf entsprechende Frage 
aus, man spüre alles, wenn er auf einem liege, sie habe jedoch nicht gespürt, dass 
sein Glied erigiert gewesen wäre (pag. 022, Z. 118). Hätte sie diesen Vorfall erfun-

20

den, so wäre zu erwarten gewesen, dass sie die wiederholte Frage nach dem Zu-
stand des Glieds des Beschuldigten als Vorlage empfunden und darauf entspre-
chend reagiert hätte. Es wäre zu erwarten, dass sie in diesem Fall ausgesagt hätte, 
sein Glied in erigiertem Zustand gespürt zu haben. Das tat sie jedoch nicht. 

Was die Verteidigung des Beschuldigten gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
der Strafklägerin C.________ vorbringt, vermag diese nicht in Zweifel zu ziehen. 
Hierzu brachte die Verteidigung anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vor, die Strafklägerin C.________ habe in ihren Aussagen jeweils auffällig wenige 
Details genannt. So habe sie nicht erwähnt, mit welcher Hand der Beschuldigte ihr 
am Vormittag auf dem Baugerüst in die Hose an das Gesäss gefasst habe, oder 
was der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt in Händen gehalten habe. Dagegen ist 
einzuwenden, dass die Strafklägerin C.________ zu diesem Zeitpunkt im Begriff 
war, zu malen. Für sie stellte die Situation am 24. Oktober 2017 vor der Belästi-
gung durch den Beschuldigten eine normale Arbeitsverrichtung dar. Im Zuge des-
sen leuchtet es absolut ein, dass sie nicht darauf achtete, was der Beschuldigte ge-
rade tat, und richtete ihren Blick auf die vor ihr liegende Hausfassade. Dass sie 
nicht weiss, was der Beschuldigte in Händen hielt und mit welcher Hand er sie an-
fasste, spricht nicht gegen ihre Glaubwürdigkeit, hatte sie ihren Blick eben gerade 
nicht auf den Beschuldigten, sondern auf die gegenüberliegende Seite gerichtet. 
Hingegen würden dahingehende Details in den Aussagen der Strafklägerin 
C.________, wie die Verteidigung des Beschuldigten sie scheinbar erwarten wür-
de, die Frage aufwerfen, wie sie dies wahrgenommen haben sollte, wenn sie ihren 
Blick zu diesem Zeitpunkt auf die Fassade gerichtet und nichts Bemerkenswertes 
erwartet hatte. 

Aus denselben Gründen ist auch das Vorbringen der Verteidigung, wonach die 
Strafklägerin C.________ sich in Widersprüche verstricke, wenn sie einerseits 
schildere, der Beschuldigte sei plötzlich neben ihr gestanden (pag. 015, Z. 42), und 
andernorts erwähne, er sei singend an ihr vorbeigelaufen (pag. 015, Z. 45 f.), un-
behelflich. Die Strafklägerin C.________ erwartete zu diesem Zeitpunkt nichts Aus-
sergewöhnliches und richtete ihre Aufmerksamkeit demensprechend auf ihre Ar-
beit. Dass sie dabei nicht genau wahrnahm, was der Beschuldigte tat und wo er 
sich genau aufhielt, ist glaubhaft. Zudem sind die Verhältnisse auf Baugerüsten ge-
richtsnotorisch in der Regel eng. Ob der Beschuldigte neben der Strafklägerin 
C.________ oder hinter ihr gestanden haben soll, kann in solchen Verhältnissen 
ein Unterschied von wenigen Zentimetern bedeuten. Dass sie zunächst aussagte, 
der Beschuldigte sei neben ihr gestanden, und später aussagte, er sei hinter ihr 
gestanden, stellt aus diesen Gründen kein Widerspruch dar. 

Letztlich kann dem Vorbringen der Verteidigung, die Strafklägerin C.________ ha-
be die Aufforderung des Beschuldigten, auch ihn zu berühren, erstmals vor der 
Vorinstanz erwähnt und somit im Verlauf des Strafverfahrens Details dazu erfun-
den, nicht beigepflichtet werden. Wie sich aus den Akten ergibt, erwähnte die 
Strafklägerin C.________ dies schon bei der Einvernahme durch die Staatsanwalt-
schaft (pag. 023, Z. 130 f.). 

Aus den von der Vorinstanz in Erwägung gezogenen Gründen – mit vorerwähntem 
Vorbehalt betreffend die Aussagen vor der Staatsanwaltschaft – sowie den weite-

21

ren aufgezeigten Gründen kommt die Kammer zum Schluss, dass die Aussagen 
der Strafklägerin C.________ durchwegs glaubhaft sind. Darauf kann abgestellt 
werden. 

10.3 Aussagen der Strafklägerin E.________

10.3.1 Zusammenfassung der Aussagen

Die Strafklägerin E.________ meldete sich am 25. Oktober 2017 zusammen mit 
der Strafklägerin C.________ am Schalter der Polizeiwache K.________ und sie 
erhoben beide Strafanzeige gegen den Beschuldigten wegen sexueller Belästigung 
(pag. 004). Sie gaben beide an, der Beschuldigte habe sie über einen längeren 
Zeitraum verbal belästigt. 

Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 8. November 2017 schilderte die 
Strafklägerin E.________, dass sie vom 1. Juni 2017 bis zum 15. September 2017 
als temporäre Malerin bei der I.________(AG) tätig gewesen sei, wo auch der Be-
schuldigte festangestellt sei bzw. nunmehr war (pag. 027, Z. 37 ff.). Dieser habe 
ein gutes Verhältnis zum Projektleiter gehabt, über ihn sei viel gesprochen worden, 
jedoch habe nie jemand den Mut gehabt, ihm etwas direkt zu sagen (pag. 027, Z. 
40 f.). Der Beschuldigte habe sich kaum etwas sagen lassen und habe bei Vorwür-
fen immer alles abgestritten (pag. 027, Z. 41). Bei Anschuldigungen sei es immer 
entweder zu endlosen Diskussionen mit ihm gekommen oder er habe einem so-
gleich «eine Brause» verpasst (pag. 027, Z. 41 ff.). Da der Beschuldigte der einzige 
Festangestellte unter mehreren temporär Angestellten war, sei er gewissermassen 
hierarchisch übergeordnet gewesen (pag. 027, Z. 46 f.). Auf der Baustelle 
U.________ habe der Beschuldigte bereits in ihrer ersten Arbeitswoche begonnen, 
Sprüche zu machen, welche die Strafklägerin zunächst nicht ernst genommen ha-
be (pag. 027, Z. 51 ff.). 

Der Beschuldigte habe sie gefragt, weshalb sie keinen Freund habe, sie sehe doch 
so gut aus (pag. 028, Z. 57 f.). Darauf seien Anmachen und perverse Sprüche vom 
Beschuldigten gefolgt, so etwa, wann sie ihr erstes Mal gehabt habe, ob sie noch 
Jungfrau sei (pag. 028, Z. 72 f.). Ihr sei aufgefallen, dass der Beschuldigte immer 
mit ihr habe zusammenarbeiten wollen. Wenn sie zu Dritt auf der Baustelle gewe-
sen seien, habe der Beschuldigte die Arbeit so aufgeteilt, dass er mit ihr zusamme-
narbeiten könne (pag. 028, Z. 59 ff. und Z. 65 ff.). 

An einem Tag, nachdem der Beschuldigte mit seinen Eroberungen geprahlt hatte, 
habe er begonnen, sich über die Figur der Strafklägerin E.________ zu äussern 
und habe ihr erklärt, wo sie zunehmen und was sie ändern solle, sodass sie 
schliesslich die perfekte Pornodarstellerin wäre (pag. 029, Z. 128 ff.). Als sie einen 
Freund hatte, habe der Beschuldigte sie ständig über ihr Sexualleben ausgefragt 
und ihr gesagt, wenn ihr Freund keinen Sex mit ihr haben wolle oder könne, dann 
sei er eine Pfeife (pag. 029, Z. 136 ff.). 

Am 25. Oktober 2017, als die Strafklägerin E.________ bei einem anderen Unter-
nehmen gearbeitet habe, sei sie auf der Baustelle am N.________(Baustelle) 
K.________ dem Beschuldigten begegnet (pag. 029, Z. 142 ff.). Gegen ihr Einver-
ständnis habe der Beschuldigte ein Foto von ihr gemacht, was er jedoch bestritten 

22

habe (pag. 029, Z. 146 ff.). Am selben Tag habe sie die Strafklägerin C.________ 
kennengelernt. 

Die Strafklägerin E.________ gab weiter an, ein anderer Mitarbeiter der 
I.________(AG), H.________, habe die Sprüche des Beschuldigten teilweise mit-
bekommen (pag. 030, Z. 171 ff.). 

An ihrer Einvernahme vor der Polizei vom 11. Dezember 2017 gab die Strafklägerin 
E.________ auf Vorhalt einer Aussage des Beschuldigten an, sie sei entgegen sei-
ner Behauptung nicht wegen ihm nicht mehr für die I.________(AG) tätig (pag. 030, 
Z. 81 ff.). Ausserdem sei ihrem neuen Chef, der früher ebenfalls bei der 
I.________(AG) tätig war, der Beschuldigte bekannt als jemand, der Fotos von 
Frauen auf Baustellen mache (pag. 034, Z. 84 ff.). 

An ihrer Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft vom 14. August 2018 bestätigte 
die Strafklägerin E.________ im Wesentlichen ihre bisherigen Aussagen. Sie führte 
an, sie empfände Ekel ob der Vorstellung, dass der Beschuldigte sie so genau an-
geschaut habe, ohne dass sie es bemerkt habe (pag. 039, Z. 149 ff.). 

Vor der Vorinstanz sagte die Strafklägerin E.________ erneut aus, dass der Be-
schuldigte ihr bei der Baustelle O.________ (Baustelle), in K.________ gesagt ha-
be, wenn sie mehr Brüste hätte und «weniger Arsch» so hätte sie die perfekte Por-
nofigur (pag. 255, Z. 30 f.). Auf der gleichen Baustelle habe der Beschuldigte sie 
auch zu ihrem Sexualleben mit ihrem Freund ausgefragt und ihr gesagt, wenn man 
mit ihr zusammen sei, dann müsse man Sex mit ihr haben (pag. 255, Z. 32 ff.). 

Vor der Kammer sagte die Strafklägerin E.________ aus, die Zusammenarbeit mit 
dem Beschuldigten sei unangenehm gewesen und habe einen gewissen «faulen 
Geschmack» hinterlassen (pag. 504, Z. 32). Die Vorfälle lägen schon lange zurück 
und sie versuche, diese zu verdrängen, könne sich aber noch an die Aussagen des 
Beschuldigten betreffend Pornofigur erinnern (pag. 504, Z. 37 ff.). Die Frage, ob er 
sie über ihr Sexualleben mit ihrem Freund ausgefragt habe, bestätigte sie 
(pag. 505, Z. 2). Sie verneinte, dass der Beschuldigte sie ständig kritisiert habe 
(pag. 505, Z. 12), wie dieser wiederholt behauptete (pag. 267, Z. 4-6). Kritik sei 
zwar vorgekommen, sie könne damit aber auch umgehen, wenn sie berechtigt sei 
(pag. 505, Z. 16 ff.). Auf Frage, was sie vom vorliegenden Strafverfahren erwarte, 
antwortete sie, es gehe ihr darum, dass niemandem mehr gleiches passiere, wie 
ihr (pag. 506, Z. 22 ff.). 

10.3.2 Würdigung der Aussagen der Strafklägerin E.________

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen der Strafklägerin E.________ ebenfalls kor-
rekt und die Kammer schliesst sich diesen Erwägungen an (Ziff. III.6.3.2 des erstin-
stanzlichen Urteilsmotivs; pag. 324). 

Die Aussagen der Strafklägerin E.________ weisen die wesentlichen Realitäts-
kennzeichen auf. Ihre Vorwürfe äusserte sie erstmalig allesamt in freier Erzählung 
(pag. 027, Z. 37 ff.). Bei ihren weiteren Aussagen vor der Staatsanwaltschaft, der 
Vorinstanz und der Kammer sind keine Widersprüche ersichtlich. Äusserungen 
Dritter erzählte sie in direkter Rede, so beispielsweise in ihrer Schilderung über die 
Arbeitseinteilung durch den Beschuldigten (pag. 028, Z. 65 ff.). Ebenso äusserte 

23

sie sich bei wesentlichen Vorkommnissen in ihrer Erzählung über innere Vorgänge, 
beispielsweise, dass sie nach einem Kuss des Beschuldigten auf ihre Wade über-
fordert gewesen und Rauchen gegangen sei, um sich abzuregen (pag. 028, 
Z. 82 ff.). Oder, dass das unterschiedliche Verhalten des Beschuldigten gegenüber 
bestimmten Personen und hinter deren Rücken sie eingeschüchtert habe 
(pag. 028, Z. 100). Oder, dass sie sich beim ersten Aufeinandertreffen mit der 
Strafklägerin C.________ gedacht habe, sie wolle diese direkt über ihre Erfahrun-
gen mit dem Beschuldigten befragen (pag. 029, Z. 151 f.). Sie wolle sich nicht den 
Vorwurf machen müssen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben, wenn etwas 
Schlimmeres passieren würde (pag. 029, Z. 154 f.). 

Auch an der oberinstanzlichen Einvernahme waren verschiedene Realkennzeichen 
erkennbar. Auffällig sind auch hier ihre Schilderungen innerer Vorgänge. So sagte 
die Strafklägerin E.________ beispielsweise auf die Frage, weshalb sie erst nach 
rund zwei Monaten zur Polizei gegangen sei, aus, sie dachte, alleine habe man 
ohnehin keine Chance (pag. 505, Z. 37 ff.). Als Frau schäme man sich für derartige 
Vorfälle und wolle nicht darüber reden, geschweige denn es in einem Gerichtssaal 
ausdiskutieren (pag. 505, Z. 39 ff.). Ihre Aussagen zeugen ausserdem von Selbst-
reflexion, so etwa, wenn sie eingesteht, der Beschuldigte habe sie zuweilen ein 
bisschen wegen ihrer Arbeit kritisiert (pag. 505, Z. 16). Letztlich wisse sie aber, was 
sie könne, und habe einen gewissen Berufsstolz; sie könne Kritik annehmen, wenn 
sie berechtigt sei (pag. 505, Z. 16 ff.). 

Diese Kennzeichen sprechen deutlich für die Glaubhaftigkeit der Strafklägerin 
E.________, wie schon die Vorinstanz feststellte. Derartige Aussagen, die von 
Selbstreflexion zeugen, innere Vorgänge beinhalten und trotz mehrseitiger freier 
Erzählung bei der ersten Einvernahme während dem weiteren Verfahren inhaltlich 
widerspruchsfrei bleiben, wären nicht zu erwarten, wenn die Strafklägerin 
E.________ ihre Vorwürfe erfunden hätte. Aus diesen Gründen sind die Aussagen 
der Strafklägerin E.________ als durchwegs glaubhaft einzustufen. Darauf kann 
vorbehaltslos abgestellt werden.

Die Verteidigung bringt bezüglich der Aussagen der Strafklägerin E.________ vor, 
sie habe an der oberinstanzlichen Einvernahme keinen einzigen angeblichen 
Spruch des Beschuldigten erwähnen können. Ihre Aussagen seien deshalb nicht 
glaubhaft. Zwar ist es richtig, dass die Strafklägerin E.________ an der Einver-
nahme vor der Kammer nur noch die Aussage betreffend Pornofigur wiedergeben 
konnte. Dieser Umstand überrascht aber keineswegs. Der Vorfall liegt nunmehr 
rund dreieinhalb Jahre zurück. Erinnerungslücken sind über einen solchen Zeit-
raum durchaus nachvollziehbar. Die Aussage des Beschuldigten betreffend Porno-
figur konnte sie demgegenüber sehr genau wiedergeben. Sie bezeichnete diese 
Äusserung auch als «das Grosse» (pag. 504, Z. 37 f.). Die Vorwürfe der Strafkläge-
rin E.________ gegen den Beschuldigten wiegen nicht derart schwer, dass detail-
lierte Erinnerungen nach knapp dreieinhalb Jahren erwartet werden müssten. Von 
daher spricht das Vorbringen der Verteidigung keineswegs gegen die Glaubhaftig-
keit der Aussagen der Strafklägerin E.________. Ihre Erklärung, sie habe das 
meiste verdrängt, ist nachvollziehbar. Sie sagte an anderer Stelle auch sinngemäss 
aus, über derartige Vorkommnisse wolle man nicht reden, geschweige denn sie in 

24

einem Gerichtssaal ausdiskutieren (pag. 505, Z. 39 f.). Sie will sich an die Sprüche 
des Beschuldigte gerade nicht mehr erinnern. 

10.4 Aussagen von H.________ und G.________

10.4.1 Zusammenfassung der Aussagen von H.________

Bei seiner Einvernahme vom 25. November 2017 vor der Polizei (als Auskunftsper-
son) sagte H.________ aus, er könne zu den gegen den Beschuldigten erhobenen 
Vorwürfen nichts sagen (pag. 045, Z. 16). Er kenne den Beschuldigten als ehema-
ligen Arbeitskollegen, habe bei der Arbeit aber nie gesehen, dass dieser Frauen 
belästigt hätte (pag. 045, Z. 16 ff.). Die Strafklägerin E.________ habe ihm zwar 
einmal erzählt, sie sei vom Beschuldigten belästigt worden, er habe dies aber nicht 
ernst genommen (pag. 045, Z. 19 ff.). Er habe dies darauf zurückgeführt, dass der 
Beschuldigte gerne Witze mache, derb spreche, was jedoch üblichem Baustellen-
jargon entspräche (pag. 045, Z. 20 ff.). Der Beschuldigte habe bereits über 15 Jah-
re bei der I.________(AG) gearbeitet, dabei vielleicht «so» geredet, aber niemals 
eine Frau angefasst (pag. 045, Z. 24). Er meine, «da kommen plötzlich zwei Frau-
en, rotten sich auf der Baustelle zusammen und dann kommt so was raus» (pag. 
045, Z. 24 ff.). Die Strafklägerin E.________ habe ihm gesagt, der Beschuldigte 
habe ihr gegenüber Sprüche gemacht und sie auch angefasst, jedoch, wie er mit-
bekommen habe, nie sexuell (pag. 045, Z. 27 ff.). Hinsichtlich der Vorwürfe der 
Strafklägerin C.________ könne er keine dienlichen Aussagen machen (pag. 045, 
Z. 31 f.). Möglicherweise, so H.________, hätten die Strafklägerinnen E.________ 
und C.________ die Vorwürfe aus Rache erhoben, weil der Beschuldigte, der 
streng, jedoch fair sei, sie zur Arbeit angetrieben habe (pag. 045, Z. 33 f.). Er habe 
mitbekommen, dass der Beschuldigte die Strafklägerin E.________ gelegentlich 
mit Shakira angesprochen habe, ihr etwa gesagt habe «Hey Shakira, komm du 
musst schaffen» (pag. 045, Z. 51; pag. 046, Z. 69). Die Strafklägerin E.________ 
habe ihn einmal angerufen, nachdem sie bei der Polizei gewesen sei, und ihr von 
den Vorwürfen der Strafklägerin C.________ erzählt, und ihm gesagt hätte, er solle 
dies bei der Polizei bestätigen, wobei er ihr geantwortet habe, dass er von nichts 
wisse und entsprechend nichts sagen könne (pag. 046, Z. 81 ff.). Insgesamt halte 
er die Vorwürfe für nicht wahr (pag. 046, Z. 91). 

Vor der Vorinstanz (als Zeuge) erklärte H.________, dass er seit ca. August 2017 
Mieter des Beschuldigten sei, er jedoch in Bezug auf das Verfahren keinen Kontakt 
mit dem Beschuldigten gehabt habe (pag. 249, Z. 16, Z. 28 und Z. 40 f.). Über den 
Tatvorwurf könne er nach wie vor nichts sagen (pag. 250, Z. 17). Sie hätten jedoch 
gewusst, dass der Beschuldigte grobe Sprüche mache, dies jedoch auf Baustellen 
auch üblich sei (pag. 251, Z. 6 f. und Z. 9 f.). Ihm sei aufgefallen, dass der Be-
schuldigte häufig mit der Strafklägerin E.________ alleine gearbeitet habe, er sei 
jedoch davon ausgegangen, er bezwecke damit, der beruflich unerfahreneren 
Strafklägerin C.________ auf die Finger schauen zu können (pag. 251, Z. 16 ff.). 
An weitere Sprüche, ausser dass der Beschuldigte sie «Shakira» genannt habe, 
könne er sich nicht erinnern (pag. 251, Z. 21). Seiner Einschätzung zufolge habe 
die Strafklägerin E.________ gut gearbeitet (pag. 251, Z. 30 f.). Dass sie ständig 
geraucht, telefoniert und sich oft verspätet habe, könne er nicht bestätigen (pag. 
251, Z. 36 ff.). 

25

10.4.2 Zusammenfassung der Aussagen von G.________

Bei der delegierten Einvernahme vor der Polizei vom 22. Januar 2018 sagte 
G.________ aus, er kenne den Beschuldigten von der gemeinsamen Zeit bei der 
I.________(AG), wobei er ungefähr im Jahr 2013/2014 sein Vorgesetzter gewesen 
sei, bevor er im Jahr 2016 in eine andere Firma gewechselt habe (pag. 048, Z. 23 
ff.) und von da an mit dem Beschuldigten keinen Kontakt mehr gehabt habe (pag. 
050, Z. 128 f.). Er kenne die Strafklägerin E.________, nicht jedoch die Strafkläge-
rin C.________ (pag. 048, Z. 30 ff. und Z. 38). Die Strafklägerin E.________ habe 
er als pünktliche, selbstständige, korrekte und freundliche Mitarbeiterin erlebt (pag. 
049, Z. 43 ff.). Er habe nicht mitbekommen, dass der Beschuldigte die Strafklägerin 
E.________ belästigt hätte (pag. 049, Z. 57). Jedoch sei der Beschuldigte sicher 
jemand, der gerne junge Frauen möge, zwischen 20 und 25-jährig, und er geäus-
sert habe, dass «es eine Geile» sei und er sie «gerne bumsen» möchte (pag. 049, 
Z. 57 ff.). Der Beschuldigte habe gegenüber (und über) Frauen gelegentlich Dinge 
wie «geili Moore», «die wetti o mau» oder ähnliches gesagt (pag. 049, Z. 66 f.). 
G.________ schilderte, dass es auf der Baustelle einen Disput zwischen der Straf-
klägerin E.________ und dem Beschuldigten gegeben habe, weil dieser die Straf-
klägerin E.________ mit seinem Mobiltelefon fotografiert habe, wobei er durch den 
Baustellenleiter kontaktiert worden sei (pag. 049, Z. 81 ff.). Er habe mitbekommen, 
dass der Beschuldigte gegenüber Frauen Äusserungen getätigt habe, wie «i wett 
gärn dini Muschi schläcke», nicht jedoch gegenüber der Strafklägerin E.________ 
(pag. 050, Z. 104 und Z. 108).  

10.4.3 Würdigung der Aussagen von H.________ und G.________

Auch hierzu schliesst sich die Kammer den vorinstanzlichen Erwägungen an 
(Ziff. III.6.1 des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 321). Konkrete Lügensignale 
sind in den Aussagen Beider nicht ersichtlich. Jedoch sind die Aussagen von 
H.________ vor dem Hintergrund seiner persönlichen Beziehung zu den Parteien 
zu berücksichtigen. Er ist einerseits ehemaliger Mitarbeiter und aktueller Mieter des 
Beschuldigten und andererseits aktueller Mitarbeiter der Strafklägerin E.________. 
G.________ konnte zu den relevanten Deliktszeitpunkten keine Wahrnehmungen 
zu Protokoll geben und lediglich Angaben zum Verhalten des Beschuldigten bei der 
Arbeit generell machen. 

10.5 Arbeitspläne der I.________(AG) in der Zeit vom 1. Juni 2017 bis zum 26. Ok-
tober 2017

Den von der I.________(AG) edierten Wochenrapporte des Beschuldigten sowie 
der Strafklägerinnen C.________ und E.________ ist eine Aufstellung vorange-
stellt, wann und wo der Beschuldigte jeweils mit der Strafklägerin C.________ bzw. 
E.________ zusammengearbeitet habe (pag. 079). Demnach hat er im fraglichen 
Zeitraum vom 7. August 2017 bis 15. August 2017 (Ziff. I.1.2. der Anklageschrift; 
pag. 157) am 7., 9., 10., 11. sowie am 14. und 15. August 2017 auf der Baustelle in 
K.________ zusammen mit der Strafklägerin E.________ gearbeitet. Dies bestätigt 
sich mit Blick auf die Wochenrapporte (pag. 084 und pag. 085). Mit der Strafkläge-
rin C.________ hat der Beschuldigte am 24. Oktober 2017 (Ziff. I.1.3. bis I.1.7 der 

26

Anklageschrift; pag. 157) bei der Baustelle in J.________ zusammengearbeitet 
(pag. 079; pag. 088 und pag. 089). 

Die Arbeitszeitrapporte der I.________(AG) stützen somit die Aussagen der Invol-
vierten in Bezug auf die Daten ihrer Zusammenarbeit. Dies stellte jedoch weder der 
Beschuldigte noch dessen Verteidigung in Abrede. Dass die Strafklägerin 
E.________ auf dem Arbeitsrapport der I.________(AG) für den 25. Oktober 2017 
nicht erscheint, liegt daran, dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für die 
I.________(AG) tätig war. 

11. Zum Vorwurf der sexuellen Belästigung zum Nachteil der Strafklägerinnen 
C.________ und E.________

11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird der folgende in der Anklageschrift umschriebene Sach-
verhalt vorgeworfen (Ziff. I.1., I.1.2., I.1.3., I.1.4., I.1.5., I.1.6. und I.1.7. der Ankla-
geschrift; Hervorhebungen im Original; pag. 156 f.):

1. Sexuelle Belästigung, mehrfach begangen in der Zeit vom 12.06.2017 bis 24.10.2017 in 
K.________ und J.________, insbesondere

1.2 im Sommer 2017, in der Zeit zwischen 07.08.2017 bis 15.08.2017, in K.________, Baustel-
le M.________ (Adresse) (O.________ (Baustelle)), zN E.________

indem sich der Beschuldigte unaufgefordert gegenüber seiner (Maler-) Arbeitskollegin 
E.________ über deren Figur äusserte, wo sie an ihrer Figur etwas verändern könnte, so 
dass sie schliesslich die perfekte Pornodarstellerin wäre, im Weiteren die Privatklägerin 
[recte: Strafklägerin] über ihr Sexualleben mit ihrem Freund ausfragte, gegenüber ihr er-
wähnte, dass wenn man mit ihr zusammen sei, Sex haben müsse und sie dadurch in gro-
ber Weise mit Worten sexuell belästigte.

1.3 Am 24.10.2017 in J.________, Baustellte Y.________ , zN C.________ 

indem der Beschuldigte seiner (Maler-) Arbeitskollegin C.________, die sich zwecks Abde-
cken der Fassade in der Hocke befand, unvermittelt hinten in deren Hose griff und ihren Po 
anfasste und sie dadurch tätlich sexuell belästigte.

1.4 Am 24.10.2017 in J.________, Baustelle Y.________ , zN C.________ 

indem der Beschuldigte seiner (Maler-) Arbeitskollegin C.________, die sich in der Mit-
tagspause hingelegt hatte, unvermittelt an ihre Brüste (über ihrem Pullover) fasste und sie 
dadurch sexuell belästigte.

1.5 Am 24.10.2017 in J.________, Baustelle Y.________, zN C.________ 

indem der Beschuldigte gegenüber seiner (Maler-) Arbeitskollegin C.________, die sich in 
der Mittagspause hingelegt hatte und eingedöst war äusserte: «Du bist so schön, so lieb. 
Ich will dich einmal ausprobieren und deine Muschi schlecken» und sie dadurch in grober 
Weise mit Worten sexuell belästigte.

1.6 Am 24.10.2017 in J.________, Baustelle Y.________, zN C.________ 

indem sich der Beschuldige, nachdem er gegenüber seiner (Maler-) Arbeitskollegin 
C.________ geäussert hatte, dass «er sie einmal ausprobieren und ihre Muschi schlecken 

27

wolle» (Ziff. 1.3. [recte: 1.5]), plötzlich auf die auf dem Rücken liegende Privatklägerin [rec-
te: Strafklägerin] legte, sich mit seinem ganzen Gewicht rhythmisch auf ihr bewegte und sie 
dadurch tätlich sexuell belästigte.

1.7 Am 24.10.2017 in J.________, Baustelle Y.________, zN C.________ 

indem der Beschuldigte auch nach der Mittagspause damit fortfuhr gegenüber seiner (Ma-
ler-) Arbeitskollegin C.________, mehrmals zu sagen, dass er ihre Muschi lecken wolle und 
sie dadurch in grober Weise mit Worten sexuell belästigte. 

Ziff. I.1.1. der Anklageschrift (pag. 156) wurde von der Vorinstanz eingestellt und 
interessiert hier somit nicht (dazu E. 6 oben). 

11.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz schloss nach eingehender genereller Würdigung der Aussagen 
sämtlicher Parteien sowie der Auskunftspersonen bzw. Zeugen H.________ und 
G.________ (Ziff. 6 des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 321 ff.), dass auf die 
Aussagen der Strafklägerinnen abgestellt werden könne, nicht jedoch auf diejeni-
gen des Beschuldigten. Daraus folgerte sie, dass der angeklagte Sachverhalt er-
stellt sei, namentlich der Beschuldigte die in der Anklage vorgeworfenen Handlun-
gen vorgenommen und Aussagen getätigt habe. Sie erwog, dass die Ausdrucks-
weise des Beschuldigten im Kontext des in der Baubranche üblichen Jargons be-
sonders grob und von der Strafklägerin C.________ als belästigend empfunden 
worden sei (Ziff. 7.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 329 ff.).

11.3 Würdigung durch die Kammer

11.3.1 Falsche Anschuldigung durch die Strafklägerinnen E.________ und C.________?

Vorab ist aufgrund der wiederholten dahingehenden Aussagen des Beschuldigten 
darauf einzugehen, ob die Strafklägerinnen ihre Vorwürfe erfunden haben könnten 
und was für Gründe sie dafür gehabt hätten. Als mögliche Motivation mutmasste 
der Beschuldigte, sie hätten gedacht, er habe ihre Arbeitsleistung als mangelhaft 
beurteilt (pag. 060, Z. 382 f.). Das habe er aber nicht getan (pag. 060, Z. 383 f.). 
Nachdem der Arbeitseinsatz der Strafklägerin E.________ durch die 
I.________(AG) beendet wurde, habe diese behauptet, der Beschuldigte sei dafür 
verantwortlich (pag. 059, Z. 37 f.). Alle hätten reklamiert, dass die Strafklägerin 
E.________ nicht gut gearbeitet habe und dafür mache sie den Beschuldigten jetzt 
fertig (pag. 060, Z. 366 f.). Weiter mutmasste der Beschuldigte, die Strafklägerin-
nen seien auf eine Festanstellung bei der I.________(AG) aus gewesen und hätten 
ihn zu diesem Zweck aus dem Weg haben wollen (pag. 073, Z. 303; pag. 513, Z. 
36). Das Motiv wäre demnach entweder Rache dafür, dass die Strafklägerinnen 
von der I.________(AG) keine Festanstellung erhalten haben, oder deren Absicht 
auf eine solche. 

Ähnlich äusserte sich auch H.________: «Ich meine, da kommen plötzlich zwei 
Frauen, rotten sich auf der Baustelle zusammen und dann kommt so was raus» 
(pag. 045, Z. 24 ff.). «Und der A.________ der hat einen reinen Leumund, vielleicht 
sagen die Frauen solche Sachen weil sie sauer sind, weil A.________ sie auf der 
Baustelle zur Arbeit angetrieben hat» (pag. 045, Z. 32 ff.). 

28

Es ist vorabzuschicken, dass die Arbeitsleistungen beider Strafklägerinnen von an-
deren Mitarbeitern durchwegs als gut eingeschätzt wurden (pag. 049, Z. 43 ff.; 
pag. 251, Z. 30 f.). Ihre Arbeitseinsätze bei der I.________(AG) endeten, weil nicht 
genügend Arbeit vorhanden war (pag. 049, Z. 50 f.). Dies wusste zumindest die 
Strafklägerin E.________ auch (pag. 037, Z. 72 f.). Die Arbeitseinsätze der Straf-
klägerinnen bei der I.________(AG) endeten folglich nicht, weil sie schlecht gear-
beitet hätten. Selbst der Beschuldigte attestierte vor der Kammer Beiden gute Ar-
beitsleistungen (pag. 514, Z. 2 und Z. 10). Es kann mit Sicherheit ausgeschlossen 
werden, dass die Strafklägerinnen C.________ und E.________ gemeint hätten, 
ihre Arbeitseinsätze seien wegen mangelhafter Arbeitsleistung beendet worden. 

Die Beseitigung des Beschuldigten mit der Absicht auf eine Festanstellung bei der 
I.________(AG) als mögliche Motivation der Strafklägerinnen C.________ und 
E.________ ergibt von vornherein keinen Sinn. Die Strafklägerin E.________ ar-
beitete im Zeitpunkt des Strafantrags bereits für ein anderes Unternehmen. Ihr Ar-
beitseinsatz bei der I.________(AG) endete bereits rund 2 Monate vor der Meldung 
bei der Polizei. Der Strafklägerin C.________ wiederum hatte der Beschuldigte be-
reits die Möglichkeit eingeräumt, seinen Posten bei der I.________(AG) zu über-
nehmen (pag. 268, Z. 5 ff.; pag. 268, Z. 42 f.; pag. 269, Z. 10 f.; pag. 514, Z. 12 f.). 
Sie musste den Beschuldigten gar nicht erst beseitigen, um bei der 
I.________(AG) weiterarbeiten zu können. Das vom Beschuldigten gemutmasste 
Motiv, seine Kündigung bei der I.________(AG) herbeizuführen, um eine Festan-
stellung zu erhalten, kann als falsch abgetan werden. 

Als mögliche Motivation verleibt lediglich, die vom Beschuldigten und von 
H.________ gemutmassten Rachegefühle dafür, dass die Strafklägerinnen zur Ar-
beit angetrieben worden seien. Hierzu sagten jedoch beide Strafklägerinnen aus, 
sie hätten vom Beschuldigten nicht ständig zur Arbeit ermahnt werden müssen 
(pag. 503, Z. 18 f. und pag. 505, Z. 12). Im Besonderen die Strafklägerin 
E.________ sagte auf entsprechende Frage selbstreflektiert aus, dass sie vom Be-
schuldigten schon gelegentlich, aber nicht ständig kritisiert worden sei (pag. 505, Z. 
17 f.). Derartiges liesse sich mit ihren als gut beurteilten Arbeitsleistungen auch 
nicht in Einklang bringen. 

Die Strafklägerin E.________ arbeitete vom 1. Juni 2017 bis zum 15. September 
2017 für die I.________(AG). Den Strafantrag erhob sie erst am 25. Oktober 2017, 
also mehr als einen Monat nach Beendigung ihres Arbeitseinsatzes. Wenn sie aus 
Rache gegen den Beschuldigten falsche Vorwürfe erhoben hätte, ist nicht einzuse-
hen, wieso sie damit über einen Monat gewartet haben sollte. Zwar ist hypothetisch 
denkbar, dass die Strafklägerin E.________ dieses Vorhaben erst in die Tat um-
setzte, als sie im Zuge des Vorfalls mit dem Foto (pag. 009; vgl. E. 10.1.2 oben) mit 
der Strafklägerin C.________ in Kontakt kam. In diesem Fall hätte ihnen aber be-
merkenswert wenig Zeit zum Erfinden einer stimmigen Geschichte zur Verfügung 
gestanden. Das Foto nahm der Beschuldigte am 25. Oktober 2017 um 08:47 Uhr 
auf (pag. 008). Um 09:45 Uhr am selben Tag, also knapp eine Stunde später, 
machten die Strafklägerinnen Meldung bei der Polizei (pag. 003). Wenn sie in die-
ser kurzen Zeit ihre Vorwürfe gegen den Beschuldigten erfunden hätten, wäre zu 

29

erwarten, dass in ihren Aussagen Widersprüche erkennbar wären. Dem ist aber 
nicht so.  

Die vom Beschuldigten gemutmassten Motive für eine falsche Anschuldigung er-
geben allesamt keinen Sinn. Ohnehin ist für die Kammer kein Vorteil erkennbar, 
den die Strafklägerinnen aus einer falschen Anschuldigung beziehen würden, zu-
mal beide zwischenzeitlich einen neuen Arbeitgeber bzw. neue temporäre Arbeits-
einsätze hatten. Auf eine Festanstellung bei der I.________(AG) waren sie nicht 
aus. Sie haben im Verfahren keine Genugtuung beantragt oder anderweitige Zivil-
forderungen geltend gemacht. Der Antrag der Strafklägerin C.________ auf Ent-
schädigung für ihre Aufwendungen im Verfahren beläuft sich lediglich auf das Ho-
norar ihrer Rechtsvertretung. Das sich zwischenzeitlich rund 3.5 Jahre hinziehende 
Strafverfahren und die damit verbundenen wiederholten Vorladungen sind demge-
genüber für beide mit nicht unerheblichen Belastungen verbunden. Im Vergleich mit 
den angeblichen Vorteilen, welche die Bezichtigung des Beschuldigten für die 
Strafklägerinnen haben soll, überwiegen die Nachteile deutlich. 

Der Grund für das gemeinsame Kontaktieren der Polizei ist auf die vorgängigen Er-
fahrungen der Strafklägerin E.________ zurückzuführen. Sie meldete die Vor-
kommnisse mit dem Beschuldigten bereits am 16. oder 17. August 2017 dem da-
maligen Projektleiter T.________ (pag. 028, Z. 102 ff.). Auf diese Meldung hin habe 
sie nicht mehr auf denselben Baustellen wie der Beschuldigte arbeiten müssen. 
Weitere Konsequenzen habe die Meldung jedoch nicht gehabt. Als erste Reaktion 
habe der Projektleiter über die Vorwürfe der Strafklägerin E.________ sogar ge-
lacht (pag. 028, Z. 106). Nach diesem Vorkommnis ist es naheliegend, dass die 
Strafklägerin E.________ sich nur gemeinsam mit einer weiteren Person bei der 
Polizei melden wollte. Sie sagte vor der Kammer auch glaubhaft aus, dass sie sich 
zu zweit sicherer fühlen würde (pag. 505, Z. 38 f.). Nach diesem Erlebnis sprach 
sie die Strafklägerin C.________, nachdem die Beiden sich bei der Arbeit kennen-
gelernt hatten, auch sogleich auf deren Arbeitserfahrungen mit dem Beschuldigten 
an (pag. 029, Z. 151 f.; dazu übereinstimmend die Aussagen der Strafklägerin 
C.________: pag. 016, Z. 016, Z. 74 f.). Die Strafklägerin C.________ sagte zwar 
mehrmals aus, dass sie gemeinsam beschlossen hätten, zur Polizei zu gehen (pag. 
262, Z. 9 f.). Jedoch war die treibende Kraft dahinter die Strafklägerin E.________. 
So gab die Strafklägerin C.________ auch zu, dass sie ohne die Strafklägerin 
E.________ wohl nicht zur Polizei gegangen wäre (pag. 262, Z. 13). Aus den – 
nach Ansicht der Kammer problematischen – Aussagen von H.________ und 
G.________ ergibt sich, dass grobe verbale Belästigungen gegenüber (und über) 
Mitarbeiterinnen auf Baustellen keinerlei Reaktionen von Mitarbeitern und Vorge-
setzten hervorrufen. Die Sorgen der Strafklägerinnen, ihre Vorwürfe würden nicht 
ernst genommen, waren daher berechtigt. Es ist vor diesem Hintergrund überaus 
verständlich, dass die zu diesem Zeitpunkt 19- bzw. 23-jährigen Strafklägerinnen 
ihre Vorwürfe erst erhoben haben, als sie wussten, sie würden damit nicht alleine 
dastehen. Dies als Komplott der Beiden zu interpretieren, ist verfehlt.

Letztlich sprechen auch die Vorwürfe der Strafklägerin E.________ sowie das Aus-
sageverhalten der Strafklägerin C.________ gegen eine falsche Anschuldigung. 
Hierzu ist zunächst das bei der Strafklägerin C.________ festgestellte Fehlen von 

30

Aggravationstendenzen zu beachten (vgl. E. 10.2.2 oben). Die Vorwürfe der Straf-
klägerin E.________ sind originell. Es mutet realitätsfern an, dass jemand, der fal-
sche Anschuldigungen erhebt, auf die Tatvorwürfe der Strafklägerin E.________ 
kommen würde. Ausserdem war wie zuvor erläutert die Strafklägerin E.________ 
die treibende Kraft für die Meldung bei der Polizei. Wenn sie – hypothetisch – die 
Motivation gehabt hätte, den Beschuldigten fälschlicherweise zu bezichtigen, und 
hierzu sogar die Strafklägerin C.________ miteingespannt hätte, dann hätte sie 
schwerwiegendere Vorwürfe erhoben als die zur Diskussion stehenden. In diesem 
Fall wären auch gleiche oder zumindest ähnliche Anschuldigungen der Beiden zu 
erwarten gewesen, zumal sie nur rund eine Stunde Zeit zur Abstimmung ihrer Aus-
sagen gehabt hätten. 

Gründe für eine Falschbehauptung sind nicht ersichtlich und die Umstände sowie 
das Aussageverhalten der Strafklägerinnen sprechen klar dagegen. Die Motivation 
der Strafklägerinnen ist vielmehr darin zu erblicken, dass sie dem Beschuldigten für 
sein Fehlverhalten ihnen gegenüber einen Denkzettel verpassen wollten. In diesem 
Sinne sagte die Strafklägerin C.________ auch aus, sie wäre zu einem Rückzug 
des Strafantrags bereit, wenn der Beschuldigte sein Fehlverhalten eingestehen und 
sich entschuldigen würde (pag. 502, Z. 39 ff.). 

11.3.2 Würdigung

Die Strafklägerin E.________ sagte in freier Erzählung das Folgende aus: «Plötz-
lich fing er an, sich über meine Figur zu äussern. Er erklärte mir, wo ich mehr zu-
nehmen sollte, dass ich eine gute Figur hätte, wo ich was ändern könnte, so dass 
ich schlussendlich die perfekte Pornodarstellerin sein würde. Als ich dann meinen 
Freund hatte, fragte er mich immer aus, ob ich es mit ihm schon getan hätte. Wenn 
nicht, dann wäre es nicht der Richtige für mich. Wann ich denn endlich mit meinem 
Freund Sex haben würde. Er erklärte, dass wenn mein Freund mit mir noch keinen 
Sex haben wollte/konnte, er eine Pfeife sei. Er war der Meinung, dass wenn man 
mit mir zusammen ist, man mit [mir] Sex haben muss» (pag. 029, Z. 132-140). 

Nach der generellen Würdigung der Aussagen der Strafklägerin E.________ (E. 
10.3.2 oben) und des Beschuldigten (E. 10.1.2 oben) steht ausser Frage, dass das 
konstante Bestreiten des Beschuldigten derartiger Äusserungen nicht glaubhaft ist. 
Auf die Aussagen der Strafklägerin E.________ hierzu kann demgegenüber abge-
stellt werden. 

Die Strafklägerin C.________ sagte in freier Erzählung vor der Polizei aus: «Ich 
war dabei bei der Fassade etwas abzudecken und musste dazu in die Hocke ge-
hen. Auf einmal stand A.________ neben mir und reckte mir aus dem Nichts her-
aus hinten in meine Hose und fasste meinen Po an“ (pag. 15 Z. 41 ff.).

Nachdem sie den Rest des Vormittags weitergearbeitet hatte, begab sich die Straf-
klägerin C.________ zusammen mit dem Beschuldigten zur Verpflegung über die 
Mittagspause in die leerstehende oberste Wohnung der Baustelle (pag. 015, Z. 48 
ff.). Weil sie starke Kopfschmerzen gehabt habe, habe sie sich auf den Boden des 
Wohnzimmers gelegt (pag. 015, Z. 50 f.). Der Beschuldigte habe sich neben sie ge-
legt (pag. 015, Z. 51 f.).

31

«Da reckte er hinüber und wollte meine Brüste anfassen. Er fasste mir über dem 
Pullover auf meine Brüste. Ich stiess seine Hand weg. […] Da sprach er immer wei-
ter und sagte so Sachen wie «du bist so schön, so lieb. Ich will dich einmal auspro-
bieren und deine Muschi schlecken». Er lag plötzlich auf mich. Ich lag auf dem Rü-
cken. Er bewegte sich auf mir und er lag mit seinem ganzen Gewicht auf mir.» 
(pag. 15 Z. 52 ff.).

Am Nachmittag sei es dann verbal weitergegangen. «Die ganze Zeit über sagte er, 
dass er meine Muschi lecken wolle und solche Sachen» (pag. 16. Z. 62 f.). 

Der Beschuldigte bestritt derartige Handlungen und Äusserungen kategorisch 
(pag. 055, Z. 108, Z. 138; pag. 056, Z. 145, Z. 152, Z. 160, Z. 169; pag. 072, 
Z. 257, Z. 263, Z. 271; pag. 073, Z. 293). Mit Verweis auf die generelle Aussagen-
würdigung (E. 10.1.2 und E. 10.2.2 oben) geht die Kammer davon aus, dass die 
Aussagen der Strafklägerin C.________ zutreffen und die Aussagen des Beschul-
digten nicht glaubhaft sind. 

Seine Erklärungen der Vorfälle überzeugen ohnehin nicht. So ist ihm nicht zu glau-
ben, dass er die Strafklägerin C.________ bei einem Sprung vom Balkon auf das 
Baugerüst mit dem Schuh berührt haben soll (pag. 072, pag. 250). Eine derartige 
Berührung würde sich von einer Berührung mit der Hand deutlich unterscheiden. 
Dies hätte sie mit Sicherheit bemerket. Ausserdem schilderte die Strafklägerin 
C.________, auf deren Aussagen abgestellt werden kann, eine Berührung in ihrer 
Hose. Es ist nicht einzusehen, wie das bei einer unabsichtlichen Berührung mit 
dem Schuh zu bewerkstelligen wäre. Auch die Schilderungen des Beschuldigten 
über die Vorfälle in der Mittagspause des 24. Oktober 2017 sind nicht glaubhaft. 
Dies ergibt sich schon nur aus den darin erkennbaren Widersprüchen (E. 10.1.2 
oben).

Am Beweisergebnis der Vorinstanz bestehen für die Kammer keinerlei Zweifel. Es 
ist erstellt, dass auf Baustellen zuweilen Sprüche unter der Gürtellinie vorkommen 
mögen. Das sagten H.________ (pag. 253, Z. 3 ff.), G.________ (pag. 049, Z. 66 
ff.), die Strafklägerin C.________ (pag. 021, Z. 68) sowie die Strafklägerin 
E.________ selbst aus (pag. 038, Z. 99 ff.). Einzig der Beschuldigte stellt das in 
Abrede (pag. 514, Z. 36 f. und Z. 43 f.). Das ist aber nicht glaubhaft. Es kann pro-
blemlos nachvollzogen werden, dass im Umfeld der Baustellen des Beschuldigten 
die von den Strafklägerinnen zur Anzeige gebrachten Aussagen getätigt wurden. 
Zumindest G.________ sagte als einziger, nicht in das Strafverfahren Involvierter, 
der Beschuldigte habe bei der Arbeit mehrmals derbe Sprüche über Frauen und 
gegenüber Frauen gemacht (pag. 049, Z. 66 ff.). H.________ war diesbezüglich 
zurückhaltender. Er sagte immerhin aus, der Beschuldigte habe auf der Baustelle 
gerne derb geredet (pag. 045, Z. 21). Die Vorwürfe beider Strafklägerinnen sind, 
nachdem ihre Aussagen ohnehin glaubhaft erscheinen, auch unter diesem Aspekt 
als wahr einzustufen. 

Die vorinstanzlichen Erwägungen sind einzig hinsichtlich des Einschubs zur Bedeu-
tung der Verwendung des N