# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4bd9991-8dca-5269-89aa-c374a5117baf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.01.2012 D-308/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-308-2012_2012-01-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­308/2012

U r t e i l   v om   2 5 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Türkei,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, 
Advokaturbüro Kernstrasse, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein  türkischer Staatsangehöriger kurdischer 
Ethnie  aus  der  Provinz  B._______,  am  18.  Dezember  2005  in  der 
Schweiz  erstmals  um  Asyl  nachsuchte  und  dabei  im  Wesentlichen 
geltend  machte,  er  stamme  aus  einer  Grossfamilie,  aus  welcher  sich 
zahlreiche  Mitglieder  für  die  kurdische  Sache  eingesetzt  sowie  die 
Kurdische Arbeiterpartei (PKK) unterstützt hätten, 

dass er selbst Mitglied der Demokratischen Volkspartei (DEHAP) sei, 

dass er während seiner Studienzeit des Öfteren mit Angehörigen der PKK 
in Kontakt gekommen sei, 

dass  er  am  18.  November  2005  zwei  PKK­Angehörige  bei  sich  habe 
übernachten lassen, 

dass am folgenden Tag einer dieser PKK­Angehörigen verhaftet worden 
sei,  woraufhin  seine  Wohnung  von  Zivilpolizisten  gestürmt  und 
durchsucht worden sei, 

dass  in  der Folge nach  ihm gesucht worden  sei, weswegen er  sich  zur 
Flucht entschlossen habe und in die Schweiz gereist sei, 

dass das BFM mit Verfügung vom 17. Januar 2006 das Nichterfüllen der 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  feststellte,  das 
Asylgesuch  ablehnte  und  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete, 

dass  die  (vormalige)  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  mit 
Urteil  vom  21.  März  2006  die  gegen  diese  Verfügung  am  16.  Februar 
2006 erhobene Beschwerde abwies, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. April 2006 um Revision 
des  Beschwerdeurteils  ersuchte,  wobei  er  unter  anderem  ein  von 
zahlreichen  anerkannten  Flüchtlingen  aus  B._______  unterzeichnetes 
Referenzschreiben einreichte, 

dass  ihm die ARK mit  Instruktionsverfügung vom 28. April 2006  für den 
Fall  eines  Rückzugs  des  Revisionsgesuchs  eine  Verfahrenserledigung 
ohne  Kostenauflage  und  die  Überweisung  der  Akten  an  das  BFM  zur 
Prüfung unter dem Gerichtspunkt eines zweiten Asylgesuchs in Aussicht 
stellte, 

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dass  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  15.  Mai  2006  das 
Revisionsgesuch zurückzog, worauf mit Beschluss der ARK vom 17. Mai 
2006 das Verfahren als gegenstandslos geworden abgeschrieben wurde, 

dass  das  BFM  das  zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  per 
22. Mai 2006 registrierte und diesen am 12. Juli 2006 zu den Asylgründen 
anhörte, 

dass  der  Beschwerdeführer  dabei  im Wesentlichen  geltend  machte,  er 
werde  zu  Hause  immer  noch  von  den  türkischen  Sicherheitskräften 
gesucht, 

dass er zudem erneut darauf hinwies, dass sich viele seiner Verwandten 
am kurdischen Freiheitskampf beteiligt hätten und sich durch Flucht aus 
der Heimat im Ausland hätten in Sicherheit bringen müssen, 

dass das BFM mit Verfügung vom 10. August 2009 das Nichterfüllen der 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  feststellte,  das 
Asylgesuch  ablehnte  und  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  11.  September  2009  gegen  diesen 
Entscheid Beschwerde erhob und dabei  zusätzlich  geltend machte,  ihm 
stehe  nächstens  die  Leistung  des  Militärdienstes  bevor,  den  er  jedoch 
nicht machen wolle, 

dass  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­5760/2009  vom 
15. März  2011  die  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde 
vollumfänglich abgewiesen wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  –  handelnd  durch  seinen  Rechtsvertreter – 
mit  Eingabe  vom  22.  Dezember  2011  in  der  Schweiz  ein  weiteres 
Asylgesuch stellte, 

dass  er  zur  Begründung  dieses  Gesuchs  im  Wesentlichen  die  in  den 
früheren Verfahren vorgebrachten Asylgründe geltend machte, 

dass  er  zudem  vorbrachte,  die  türkischen  Behörden  würden  weiterhin 
nach ihm suchen und gingen davon aus, dass er sich in den Bergen bei 
der Guerilla der PKK aufhalte,

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dass  ihm vor  diesem Hintergrund  im Falle  einer Rückkehr  in  die Türkei 
ernsthafte  Nachteile  im Sinne  von  Art.  3  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) drohten, 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Unterstützung  seines  Asylgesuchs  die 
folgenden  neuen  Beweismittel  einreichte:  Zwei  Auszüge  aus  dem 
Familienregister vom 23. September 2011 (inklusive teilweiser deutscher 
Übersetzung),  auf  denen  vermerkt  ist,  dass  er  von  der  Gendarmerie 
gesucht wird; ein "Protokoll" des Dorfvorstehers von C._______ vom 30. 
September  2011  (inklusive  deutscher  Übersetzung),  wonach  die 
Gendarmerie  nach  dem  Beschwerdeführer  suche;  ein 
Bestätigungsschreiben  von  D._______,  dem  Präsidenten  der  Sektion 
B._______ der Partei des Friedens und der Demokratie  (BDP), vom 25. 
Oktober  2011  (inklusive  deutscher  Übersetzung),  in  welchem  geltend 
gemacht wird,  der Beschwerdeführer  habe  sich  in  der  Jugendpartei  der 
BDP  aktiv  betätigt;  ein  Bestätigungsschreiben  von  E._______,  dem 
Familienanwalt des Beschwerdeführers, vom 28. Oktober 2011 (inklusive 
deutscher Übersetzung); sowie ein Internetartikel, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. Januar 2012 dem BFM 
ein  Bestätigungsschreiben  der  (…)  in  der  Schweiz  vom  23.  Dezember 
2011  einreichen  liess,  verbunden  mit  der  Bitte,  dieses  Schreiben  im 
Zusammenhang mit  seinen  exilpolitischen Aktivitäten  in  der Schweiz  zu 
berücksichtigen, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  5.  Januar  2012  –  eröffnet  am  11. 
Januar  2012  –  in  Anwendung  von Art.  32 Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  das 
Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  dessen  Wegweisung 
aus  der  Schweiz  verfügte,  den  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar  und 
möglich erachtete, sowie eine Gebühr von Fr. 600.– erhob,

dass  das  BFM  zur  Begründung  dieses  Entscheides  im  Wesentlichen 
anführte,  die  beiden  ersten  vom  Beschwerdeführer  eingeleiteten 
Asylverfahren seien beide rechtskräftig abgeschlossen, 

dass die Ereignisse, welche der Beschwerdeführer für den Zeitraum nach 
dem Abschluss dieser Verfahren geltend mache, weder  geeignet  seien, 
die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  noch  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant seien, 

dass  sich  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  seines  nun  dritten 
Asylverfahrens  in  der  Schweiz  auf  seine  alten  Asylgründe  berufe  und 

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geltend  mache,  er  sei  immer  noch  politisch  verfolgt  und  werde  immer 
noch gesucht, 

dass  er  bereits  zwei  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  habe  und  aus 
der  Schweiz  weggewiesen  worden  sei,  wobei  man  rechtskräftig 
festgestellt  habe,  dass  seine Asylgründe weder  relevant  noch  glaubhaft 
seien,  weshalb  es  offensichtlich  nicht  zutreffen  könne,  dass  er  wegen 
seiner ursprünglichen Gründe immer noch verfolgt und gesucht werde, 

dass  es  zudem  überhaupt  nicht  plausibel  sei,  dass  die  Behörden  über 
einen derart  langen Zeitraum immer wieder erfolglos bei der Familie des 
Beschwerdeführers  vorsprächen,  zumal  diese den Behörden gegenüber 
immer  wieder  wissen  lasse,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  mehr  im 
Land sei, 

dass  er  in  seinem  Asylgesuch  vom  22.  Dezember  2011  diesbezüglich 
angeführt  habe,  die  Behörden  könnten  dies  nicht  glauben  und  gingen 
davon aus, er befinde sich bei der PKK in den Bergen, 

dass dieser Erklärungsversuch die ständige Nachfrage noch unplausibler 
mache,  da  die  Behörden  nicht  immer  wieder  zu  Hause  nach  dem 
Beschwerdeführer  fragen würden, gingen sie  tatsächlich davon aus, der 
Beschwerdeführer befinde sich in den Bergen, 

dass  anzunehmen  sei,  dass  ein  Strafverfahren  gegen  den 
Beschwerdeführer  eingeleitet  worden wäre, würde  er  tatsächlich wegen 
der Beherbergung von PKK­Angehörigen gesucht, 

dass er daher in der Lage sein müsste, beispielsweise durch Vermittlung 
seines Familienanwalts, die Hintergründe der angeblichen Fahndung und 
den Stand des Strafverfahrens zu schildern, 

dass  in  den  neuen  Beweismitteln  jedoch  nur  unspezifisch  von  einer 
Suche durch die Gendarmerie die Rede sei, woraus geschlossen werden 
könne,  dass  diese  mit  dem  noch  nicht  geleisteten  Militärdienst  des 
Beschwerdeführers in Zusammenhang stehe, 

dass  im  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  15.  März  2011 
dargelegt  worden  sei,  dass  eine  Bestrafung  wegen 
Militärdienstverweigerung in der Türkei nicht asylrelevant sei, 

dass  es  zudem  ausgesprochen  unüblich  sei,  das  in 
Familienregisterauszügen neueren Datums – wie  im vorliegenden Fall – 

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noch Suchvermerke angebracht würden, wodurch der Verdacht entstehe, 
dass der Familienregisterauszug manipuliert worden sei, 

dass  bezüglich  der  weiteren  Sachverhalte,  die  mit  den  neuen 
Beweismitteln  belegt  sein  sollten,  vollumfänglich  auf  die  früheren 
Verfügungen  des  BFM  und  Urteile  der  ARK  beziehungsweise  des 
Bundesverwaltungsgerichts verwiesen werden könne, 

dass  zusammenfassend  festgehalten  werden  könne,  dass  die  vom 
Beschwerdeführer geschilderten Asylgründe offensichtlich nicht zuträfen, 
respektive für die Flüchtlingseigenschaft nicht relevant seien, 

dass sich somit aus den Akten keine Hinweise darauf ergäben, dass nach 
Abschluss  des  ersten  Verfahrens  Ereignisse  eingetreten  seien,  die 
geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die 
Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant seien, 

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass  für  die  weitere  Begründung  auf  die  vorinstanzliche  Verfügung  zu 
verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  –  handelnd  durch  seinen  Rechtsvertreter – 
mit  Eingabe  vom  17.  Januar  2012  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die 
angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass  eventualiter  festzustellen  sei,  dass  seine  Wegweisung  in  sein 
Heimatland unzumutbar sei, 

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Bewilligung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Beiordnung eines unentgeltlichen 
Rechtsbeistandes in der Person des unterzeichnenden Anwalts ersuchte, 

dass in Bezug auf die Beschwerdebegründung auf die Rechtsmittelschrift 
zu verweisen ist, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

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und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt, 

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG), 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  der  Form  nach  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine 

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Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32­35 und Art. 35a Abs. 2 AsylG), 
die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 
Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch 
nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  die  Beschwerdeinstanz,  erachtet  sie  das 
Nichteintreten  auf  das  Asylgesuch  als  unrechtmässig,  sich  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  zu  enthalten,  die  angefochtene 
Nichteintretensverfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer 
Entscheidung an die Vorinstanz  zurückzuweisen hat  (vgl. BVGE 2007/8 
E. 2.1),

dass  die  Vorinstanz  demgegenüber  die  Frage  der  Wegweisung  sowie 
deren  Vollzugs  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem 
Bundesverwaltungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in 
der Schweiz bereits  ein Asylverfahren erfolglos  durchlaufen haben oder 
während  des  hängigen  Asylverfahrens  in  den  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser es gebe Hinweise, dass in der 
Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten  sind,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),

dass der Nichteintretensgrund von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG somit ein 
formelles  (früheres  Asylverfahren)  und  ein  materielles  Erfordernis 
(fehlende Hinweise) enthält, welche im Einzelfall beide gleichzeitig erfüllt 
sein müssen,

dass  im  Falle  des  Beschwerdeführers  das  formelle  Erfordernis  in  Form 
der  ersten  Variante  des  in  der  Schweiz  erfolglos  durchlaufenen 
Asylverfahrens offensichtlich erfüllt  ist, da er  in der Schweiz bereits zwei 
Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  hat,  in  welchen  nach  einer 
abschliessenden  materiellen  Prüfung  das  Nichterfüllen  der 
Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  der  Definition  von  Art.  3  AsylG 
festgestellt wurde (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 1 S. 5 ff.),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ebenso offensichtlich zu 
Recht  ein  Fehlen  von  Hinweisen  auf  seit  dem  Abschluss  des  zweiten 
Asylverfahrens  eingetretene  bedeutsame  Ereignisse  (materielles 
Erfordernis) festgestellt hat, 

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dass zur Erläuterung dessen vorab auf die zutreffenden Erwägungen des 
BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  (vgl.  ebenda,  Ziff.  I  S.  3  f.)  zu 
verweisen  ist,  zumal  die  dort  festgehaltenen  Argumente  durch  die 
Ausführungen in der Beschwerde nicht entkräftet werden, 

dass  insbesondere  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  er  sei  den 
Behörden  als  kurdischer  Aktivist  bekannt,  nicht  geglaubt  werden  kann, 
zumal  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Urteil  D­5760/2009  vom 
15. März 2011 feststellte, die auf eine angebliche Unterstützung der PKK 
beruhenden  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  erwiesen 
sich als unglaubhaft (vgl. a.a.O. E. 4.1), 

dass  bezüglich  der  Behauptung  des  Beschwerdeführers  in  der 
Rechtsmittelschrift,  wonach  er  seit  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  im 
Dezember 2005 ununterbrochen in besonders aktiver und engagierter Art 
exilpolitisch  gegen  die  türkische  Regierung  aktiv  gewesen  sei, 
festzuhalten  ist,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Urteil  vom  15. 
März  2011  erwog,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten 
exilpolitischen  Aktivitäten  nicht  geeignet  seien,  eine  flüchtlingsrelevante 
Verfolgungsfurcht zu begründen (vgl. a.a.O. E. 4.4).

dass sich aus den Akten keine Hinweise darauf ergeben, dass sich der 
Beschwerdeführer in der Zwischenzeit in einer Art und Weise exilpolitisch 
betätigt hat, die geeignet ist, seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen, 

dass  an  dieser  Einschätzung  auch  das  eingereichte 
Bestätigungsschreiben der  (…)  in der Schweiz vom 23. Dezember 2011 
nichts  zu  ändern  vermag,  zumal  darin  die  vom  Beschwerdeführer 
angeblich ausgeübte exilpolitische Tätigkeit in keiner Weise konkretisiert, 
sondern lediglich festgehalten wird, er sei Mitglied des Vereins und habe 
an politischen Aktivitäten immer aktiv teilgenommen, 

dass  es  zudem  nicht  auszuschliessen  ist,  dass  es  sich  bei  diesem 
Schreiben lediglich um ein Gefälligkeitsschreiben handelt, 

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
auf  das  dritte  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  22.  Dezember 
2011 nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 

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auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im 
Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom 
Bundesamt zu Recht angeordnet wurde (vgl. BVGE 2009/50 E. 9),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2.  Aufl.,  Basel  2009, 
Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  der  Beschwerdeführer  keine  Hinweise  auf  Ereignisse  im  Sinne  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG darzulegen vermag, welche geeignet wären, 
seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen, und keine Anhaltspunkte  für 
eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der 
Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich  sind,  die  ihm  in  der 
Türkei droht, 

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage  in der Türkei noch  individuelle Gründe 
auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung  vorliegend  zumutbar  ist  (vgl.  dazu  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts 
D­5760/2009 vom 15. März 2011 E. 6.3), 

dass auch die diesbezüglichen Vorbringen  in der Beschwerde  (vgl. S. 9 
f.) an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG, 
BVGE 2008/34 E. 12.), 

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung in die Türkei zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG 
abzuweisen  ist,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorliegenden 
Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die 
kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege nicht erfüllt sind, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgerichts  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG). 

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand: