# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75571650-cdc9-56ac-93eb-eafc06c56f39
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-27
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 27.06.2024 CA.2020.14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2020-14_2024-06-27.pdf

## Full Text

Urteil vom 27. Juni 2024  
Berufungskammer 
 

Besetzung  Richterinnen Andrea Blum, Vorsitzende 
Barbara Loppacher und Petra Venetz 
Gerichtsschreiber Franz Aschwanden 
 
 
 

Parteien /  
Verfahrensbeteiligte 

 1. MYKOLA MARTYNENKO,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Reza Vafadar 
und Rechtsanwalt Philippe Corpataux, 

Berufungsführer / Beschuldigter 
 
  

2. A.,  
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Ganden 
Tethong, 

Berufungsführer / Beschuldigter  
 
 
3. B. S.A.,  

vertreten durch Rechtsanwalt André Clerc,  

Berufungsführerin / Drittbetroffene 
  

 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2020.14 

- 2 - 

4. G. LTD., 

Berufungsführerin / Drittbetroffene 
  

 
gegen 
 

 
 
BUNDESANWALTSCHAFT,  
vertreten durch Staatsanwalt des Bundes Werner Pfister,  

Berufungsgegnerin / Anklagebehörde 
 

  

Gegenstand 
 

Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. 
Ziffer 2 lit. b StGB) 
 
Berufungen (je vollumfänglich) des Beschuldigten A. 
vom 19. Oktober 2020, des Beschuldigten Martynenko 
vom 20. Oktober 2020, der B. S.A. vom 24. Februar 
2021 und der G. Ltd. vom 24. Februar 2021 gegen das 
Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 

  

- 3 - 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte / Vorverfahren und erstinstanzliches Verfahren 

A.1 Am 19. JuIi 2013 reichte die Bank C. bei der Meldestelle für Geldwäscherei 
(nachfolgend: MROS) eine Verdachtsmeldung i.S.v. Art. 9 Geldwäschereigesetz 
(GwG; SR 955.0) ein. Die Meldung betraf verschiedene Konten, unter anderem 
ein Konto der panamaischen Gesellschaft B. S.A. bei der Bank C., dessen wirt-
schaftlich Berechtigter Mykola MARTYNENKO (nachfolgend auch: Beschuldigter 
MARTYNENKO) und dessen Bevollmächtigter A. (nachfolgend auch: Beschul-
digter A.) waren (BA pag. 05.101-0009 ff.). MARTYNENKO war zu diesem Zeit-
punkt Volksabgeordneter im nationalen Parlament der Ukraine. Am 24. Juli 2013 
erstattete die MROS aufgrund der erwähnten Verdachtsmeldung der Bank C. 
vom 19. JuIi 2013 gestützt auf Art. 23 Abs. 4 GwG eine Meldung an die Bundes-
anwaltschaft (nachfolgend: BA [BA pag. 05.101-0001 ff.]). 

A.2  Am 15. August 2013 eröffnete die BA gegen den Beschuldigten MARTYNENKO 
eine Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei und Bestechung fremder Amtsträ-
ger (BA pag. 01.000-0002). Es bestand der Verdacht, dass die Vermögenswerte 
der B. S.A. auf den Schweizer Bankkonten aus Bestechungsgeldern des tsche-
chischen Unternehmens Skoda JS (nachfolgend: SKODA) für Auftragszuschläge 
zur Lieferung von Bestandteilen für ukrainische Kernkraftwerke gestammt hätten 
und die nachfolgenden Transaktionen als Geldwäschereihandlungen zu qualifi-
zieren seien (vgl. BA pag. 01.000-0001). 

A.3  Die BA führte umfangreiche Beweiserhebungen – zum Teil auf dem Rechtshilfe-
weg im Ausland – durch, unter anderem Befragungen einer Vielzahl in die unter-
suchten Vorgänge involvierter Personen in der Schweiz, Tschechien und der Uk-
raine. Zudem edierte sie Bankunterlagen sowie weitere Dokumente und führte 
Hausdurchsuchungen in der Schweiz und rechtshilfeweise in Tschechien mit Si-
cherstellungen und Beschlagnahmungen durch. 

A.4 In der Ukraine wurde gegen den Beschuldigten MARTYNENKO, gegen A. sowie 
weitere involvierte Personen ebenfalls ermittelt und am 21. Mai 2018 wegen un-
getreuer Amtsführung in grossem Ausmass, begangen durch eine organisierte 
Gruppe, Anklage erhoben (vgl. BA pag. B18.104.05-0252 ff.), welche gemäss 
Medienberichten im September 2019 an den High-Anti-Corruption Court in Kiew 
überwiesen wurde. In Tschechien wurde im Zusammenhang mit dem vorliegenden 
Sachverhaltskomplex gegen Mitarbeiter von SKODA wegen Veruntreuung sowie 
Hinterziehung von Steuern, Abgaben und weiteren obligatorischen Zahlungen 
ebenfalls eine Untersuchung eröffnet (vgl. BA pag. 18.102.01-0494 ff.). 

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A.5 In der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten MARTYNENKO wegen des 
Verdachts der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) und der Bestechung fremder 
Amtsträger (Art. 322septies StGB) wurde mit Ausdehnungsverfügung vom 29. Juni 
2018 die Strafverfolgung in persönlicher Hinsicht auf den Beschuldigten A., we-
gen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 2 StGB), aus-
gedehnt (BA pag. 01.000-0003 f.). 

In der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten MARTYNENKO wegen Ver-
dachts der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) und der Bestechung fremder Amts-
träger (Art. 322septies StGB) sowie gegen den Beschuldigten A. wegen Verdachts 
der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 2 lit. b. StGB) wurde mit Aus-
dehnungsverfügung vom 29. Juni 2018 die Strafverfolgung betreffend den Be-
schuldigten MARTYNENKO auf Art. 305bis Ziffer 2 lit. b StGB (Verdacht der qua-
lifizierten Geldwäscherei) ausgedehnt (BA pag. 01.000-0005). 

A.6  Mit Verfügung vom 10. Dezember 2019 stellte die BA das Strafverfahren gegen 
den Beschuldigten MARTYNENKO wegen Bestechung fremder Amtsträger 
(Art. 322septies StGB) in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit b StPO ein (BA pag. 
03.001-0001 ff.; TPF pag. 76.100.071 ff.). 

A.7 Am 19. Dezember 2019 erhob die BA bei der Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts (nachfolgend: Strafkammer) Anklage gegen die Beschuldigten MARTY-
NENKO und A. wegen qualifizierter Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziffer 1 
i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB (TPF pag. 76.100.001 ff.). Die Anklageschrift (nachfolgend 
auch: AKS bzw. Anklage) wurde der Strafkammer sowie den beiden Beschuldigten 
bzw. deren erbetenen Verteidigern (Rechtsanwalt Reza Vafadar respektive 
Rechtsanwalt Michael Mráz) zugestellt, nicht jedoch der B. S.A. und der G. Ltd. bzw. 
deren Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Hans-Peter Schaad (vgl. TPF pag. 76.100.070). 

A.8 Die erstinstanzliche Hauptverhandlung SK.2019.77 fand am 2. Juni 2020 vor der 
Strafkammer in Anwesenheit der BA und der erbetenen Verteidiger RA Vafadar 
und RA Mráz statt, während die beiden Beschuldigten MARTYNENKO und A. 
vorgängig dispensiert worden waren (vgl. TPF pag. 76.720.001 ff.; CAR pag. 
1.100.085 ff.). Der Rechtsvertreter der B. S.A. und G. Ltd. war von der Vorinstanz 
zur Hauptverhandlung nicht vorgeladen worden (vgl. TPF pag. 76.310.001 - 
76.332.015; Urteil SK.2019.77 E. 1.3.4) und demgemäss abwesend. 

A.9 Mit Urteil der Strafkammer SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 (gleichentags münd-
lich eröffnet und begründet) wurde MARTYNENKO der qualifizierten Geldwä-
scherei i.S.v. Art. 305bis Ziffer 1 und Ziffer 2 lit. b StGB schuldig gesprochen und 
mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten (wovon 12 Monate voll-
ziehbar und 16 Monate bedingt vollziehbar) sowie mit einer bedingten Geldstrafe 
von 250 Tagessätzen à Fr. 1'000.-- mit Probezeiten von jeweils 2 Jahren bestraft. 

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Zulasten von MARTYNENKO wurde eine Ersatzforderung von Fr. 3'769'860.80 
zugunsten der Eidgenossenschaft begründet. A. wurde der qualifizierten Geld-
wäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziffer 1 und Ziffer 2 lit. b StGB schuldig gesprochen 
und mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten und einer Geldstrafe von 180 Ta-
gessätzen à Fr. 200.--, beide bedingt vollziehbar, mit Probezeiten von je 2 Jahren, 
bestraft (TPF pag. 76.720.009 ff.; 76.930.001 ff.; CAR pag. 1.100.093 ff.). 

 Zudem wurden Vermögenswerte der B. S.A. und der G. Ltd. teilweise eingezo-
gen, zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet, bzw. diese Firmen betref-
fende Beschlagnahmungen von Vermögenswerten zur (teilweisen) Begleichung 
der Ersatzforderung gemäss Dispositiv-Ziffer I. 4 aufrechterhalten. 

Anlässlich der Urteilseröffnung meldeten die Verteidiger der beiden Beschuldig-
ten mündlich Berufung an (Art. 399 Abs. 1 StPO; TPF pag. 76.720.012). Das 
Urteilsdispositiv wurde der B. S.A. und der G. Ltd. respektive deren Rechtsver-
treter RA Schaad nicht eröffnet oder zugestellt (vgl. TPF pag. 76.720.009; 
76.930.001 ff.). 

A.10 Das schriftlich begründete Urteil der Strafkammer SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 
(CAR pag. 1.100.005 ff.) wurde am 28. September 2020 an die BA, die erbetenen 
Verteidiger der beiden Beschuldigten (RA Vafadar bzw. RA Mráz) sowie aus-
zugsweise an RA Affolter, den vormaligen amtlichen Verteidiger des Beschuldig-
ten A., versandt (CAR pag. 1.100.109, 195 ff.). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Im Nachgang zur Übermittlung des erstinstanzlichen Urteils inkl. Berufungsan-
meldung und sämtlicher Verfahrensakten an die Berufungskammer des Bun-
desstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskammer bzw. Berufungsgericht) er-
klärte der Beschuldigte A. via seinen Verteidiger, RA Mráz, mit Eingabe vom 19. 
Oktober 2020 (CAR pag. 1.100.113-198) vollumfänglich Berufung und stellte die 
folgenden Anträge (CAR pag. 1.100.114): 

 1. Das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 26. Juni 2020 (Geschäfts-Nr.: 
SK.2019.77) sei voIIumfängIich aufzuheben; 

 2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von 
Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 Iit. b StGB voIlumfängIich frei zu sprechen; 

 3. Die Entschädigung von Rechtsanwalt Friedrich Affolter für die amtliche Verteidigung 
von A. im Zeitraum zwischen dem 7. Dezember 2018 bis zum 10. Dezember 2019 in 
der Höhe von CHF 33’071.00 (inkl. MWST) sei voIlumfängIich von der Eidgenossen-
schaft zu tragen; 

 4. Es seien die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Verfahrens sowie des 
Berufungsverfahrens von der Staatskasse zu tragen; 

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 5. Dem Beschuldigten sei für die Untersuchung, für das erstinstanzliche Verfahren und 
für das Berufungsverfahren eine angemessene Parteientschädigung zu entrichten. 

B.2 Mit Eingabe vom 20. Oktober 2020 (CAR pag. 1.100.200-335) erklärte der Be-
schuldigte MARTYNENKO via seinen Verteidiger RA Vafadar vollumfänglich 
Berufung und stellte die folgenden Anträge (CAR pag. 1.100.200 f. [französische 
Fassung]; die prozessual massgebende deutsche Übersetzung der Anträge fin-
det sich in CAR pag. 1.100.323 f.): 

Von vornherein schliesst Herr MARTYNENKO auf die Fällung eines freisprechenden 
Urteils in allen Anklagepunkten unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss der am 
2. Juni 2020 bei der Strafkammer eingereichten Aufstellung und einer zusätzlichen Auf-
stellung, welche bei der Berufungskammer in einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens 
eingereicht wird. 

Herr MARTYNENKO beantragt ebenfalls eine symbolische Entschädigung von CHF 1.-- 
als Genugtuung für erlittene UnbiII. 

Im Beweis legte MARTYNENKO die Einstellungsverfügung des a.o. Staatsanwalts 
des Bundes Pierre Cornu vom 1. November 2017 betreffend die von MARTY-
NENKO gegen den ermittelnden Staatsanwalt des Bundes Urs Köhli wegen Amts-
geheimnisverletzung eingereichte Anzeige ins Recht (Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO) 
und behielt sich, aufgrund der noch ausstehenden Übersetzung des begründeten 
Urteils auf Ukrainisch zu Handen von MARTYNENKO, ausdrücklich weitere ergän-
zende Beweisanträge vor (CAR pag. 1.100.335). 

Schliesslich rügte MARTYNENKO die Verletzung des rechtlichen Gehörs der B. 
S.A. und der G. Ltd. dahingehend, dass diese bzw. deren Rechtsvertreter (RA 
Schaad) nicht zur Hauptverhandlung vorgeladen worden seien, was eine Verlet-
zung von Art. 69 und Art. 71 StGB wie auch von Art. 29 BV darstelle, weshalb 
das Urteil in diesem Punkt aufzuheben sei (CAR pag. 1.100.328 ff.). 

B.3 Die BA erklärte mit Eingabe vom 25. November 2020 (CAR pag. 2.100.003 ff.) 
teilweise Anschlussberufung und stellte folgende Anträge (CAR pag. 2.100.008): 

 1. Ziff. III. des Dispositivs des Urteils der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 
26. Juni 2020 (SK.2019.77) sei aufzuheben; 

 2. In Anwendung von Art. 70 Abs. 1 StGB seien auf der bei der GGGG. geführten Bank-
beziehung Nr. 11, Iautend auf Bundesanwaltschaft, Vermögenswerte der B. S.A. bzw. 
von Mykola MARTYNENKO im Umfang von EUR 2’177’960.00 einzuziehen; 

 3. In Anwendung von Art. 71 Abs. 1 StGB und in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 
sei gegen B. S.A. bzw. gegen Mykola MARTYNENKO auf eine Ersatzforderung im 
Umfang von EUR 2'878’547.40 zu erkennen; 

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 4. Im Übrigen sei das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 26. Juni 2020 
(SK.2019.77) vollumfänglich zu bestätigen und die BerufungserkIärungen der beiden 
Berufungskläger vollumfänglich abzuweisen; 

 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungskläger. 

 Zudem stellte die BA folgende Beweisanträge (Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO; CAR 
pag. 2.100.008): 

 1. Einvernahme von Herrn CCCCC., Kyiv/UA, als Zeuge; 

 2. Einvernahme von Herrn AAAAA., Plzen/CZ, als Zeuge. 

Mit Eingabe vom 16. August 2023 erklärte die BA schliesslich den Rückzug ihrer 
Anschlussberufung (CAR pag. 1.300.001-003). Demzufolge wurde mit Beschluss 
der Berufungskammer CN.2024.1 vom 17. Januar 2024 die Anschlussberufung 
der BA vom 25. November 2020 im Berufungsverfahren CA.2020.14 als durch 
Rückzug erledigt abgeschrieben (CAR pag. 10.304.001 ff.). 

B.4  RA Schaad bestätigte dem Gericht auf telefonische Nachfrage am 25. Januar 
2021 die nach wie vor bestehende Mandatierung als Rechtsvertreter von B. S.A. 
und G. Ltd.. Mit prozessleitender Verfügung der Vorsitzenden vom 3. Februar 
2021 wurden B. S.A. und G. Ltd. im laufenden Berufungsverfahren CA.2020.14 
von Amtes wegen als durch Verfahrenshandlungen beschwerte Dritte (Art. 105 
Abs. 1 lit. f StPO) anerkannt und ins Verfahren reintegriert. Ihnen wurden nach 
Art. 105 Abs. 2 StPO je die zur Wahrung ihrer Interessen erforderlichen Partei-
rechte zuerkannt, soweit durch das vorinstanzliche Urteil SK.2019.77 vom 26. Juni 
2020 (Dispositivziffern III. 1. - 4.) beschwert. B. S.A. und G. Ltd. wurde Frist zur 
Erklärung der Berufung und zur Stellungnahme zu den Berufungen / zur An-
schlussberufung der übrigen Verfahrensbeteiligten eingeräumt (CAR pag. 
10.101.001 ff.). 

B.5 In der Folge beantragten B. S.A. und G. Ltd. mit Berufungserklärung vom 24. 
Februar 2021 die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils SK.2019.77 sowie des-
sen Rückweisung an die Vorinstanz zur Durchführung einer neuen Hauptver-
handlung unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, bzw. eventualiter die Aufhe-
bung von Rechtsspruch Ziffer III. des vorinstanzlichen Urteils SK.2019.77 im 
Sinne einer Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte der B. S.A. und G. 
Ltd.; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse (CAR 
pag. 1.100.336 ff.). 

B.6 Am 8. März 2021 erhoben B. S.A. und G. Ltd. beim Bundesgericht Beschwerde 
gegen die prozessleitende Verfügung vom 3. Februar 2021 (vgl. oben Sachver-
halt [SV] lit. B4), wobei die Aufhebung von Rechtsspruch Ziffer III. des vorinstanz-
lichen Urteils SK.2019.77 sowie die Anweisung an die Berufungskammer zur 

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Aufhebung desselben und Rückweisung der Sache an die Strafkammer bean-
tragt wurde. Dies zwecks Durchführung einer neuen Hauptverhandlung in Anwe-
senheit von B. S.A. und G. Ltd., inkl. Gewährung einer 30-tägigen Frist zum Stel-
len von Beweisanträgen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt) 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (CAR pag. 10.201.003 ff.). 

B.7 Mit Beschluss der Berufungskammer vom 25. März 2021 wurde das Berufungs-
verfahren CA.2020.14 bis zum Abschluss des bundesgerichtlichen Beschwerde-
verfahrens 1B_120/2021 sistiert (CAR pag. 10.301.001 ff.), unter Freigabe der 
Terminreservationen für die in der Woche des 12. Juli 2021 geplante Berufungs-
verhandlung (CAR. pag. 6.100.001). 

B.8 Das Bundesgericht trat mit Urteil 1B_120/2021 vom 12. August 2021 auf die Be-
schwerde der B. S.A. / G. Ltd. gegen die Verfügung der Vorsitzenden der Beru-
fungskammer vom 3. Februar 2021 nicht ein (CAR pag. 10.201.025 ff.), worauf 
die Sistierung des Berufungsverfahrens CA.2020.14 aufgehoben und das Beru-
fungsverfahren weitergeführt wurde (CAR pag. 10.301.014 f.). 

B.9 RA Mráz orientierte das Gericht mit E-Mail vom 30. September 2021 dahinge-
hend, dass er den Beschuldigten A. nicht mehr vertrete (CAR pag. 3.103.001). 
Mit Eingabe vom 30. September 2021 orientierte Rechtsanwältin Ganden Te-
thong das Gericht über ihre Mandatierung als erbetene Verteidigerin des Be-
schuldigten A. (CAR pag. 3.103.002 f.). 

B.10 Per E-Mail vom 4./5. Oktober 2021 bzw. Schreiben vom 9. Oktober 2021 orien-
tierte RA Schaad das Gericht über die Beendigung des Mandats für die B. S.A. 
und G. Ltd. (CAR pag. 3.104.017 f.). Mit E-Mail-Eingabe vom 14. Oktober 2021 
präsentierte sich Rechtsanwalt André Clerc dem Gericht als neuer Rechtsvertre-
ter der B. S.A. (CAR pag. 3.104.021 f.). 

B.11 Mit Verfügung der Vorsitzenden der Berufungskammer vom 24. Januar 2022 
(CAR pag. 10.102.001 ff.) wurde Folgendes entschieden: 

 Beweisantrag Ziffer 1 des Beschuldigten MARTYNENKO vom 20. Oktober 2020 
(betreffend Einstellungsverfügung des ausserordentlichen Staatsanwalts des Bundes 
vom 1. November 2017; oben SV lit. B. 2) wurde gutgeheissen. 

 Die Beweisanträge Ziffern 1 und 2 der BA vom 25. November 2020 (betreffend 
Einvernahmen von CCCCC., Kyiv/UA, bzw. von AAAAA., Plzen/UCZ, als Zeugen; oben 
SV lit. B. 3) wurden abgewiesen. 

 Der Verfahrensantrag Ziffer 1 der BA vom 16. September 2021 («Es seien die B. 
S.A. und die G. Ltd. aus dem Berufungsverfahren CA.2020.14 auszuschliessen und nicht 
als durch Verfahrenshandlungen beschwerte Dritte gemäss Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO 
anzuerkennen» [CAR pag. 6.200.002]) wurde abgewiesen. 

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 Beweisantrag Ziffer 2 der BA vom 16. September 2021 («Es sei mittels Amtshilfeer-
suchens an das Bezirksgericht Zürich das erstinstanzliche Urteil in Sachen BBBBB. wegen 
Bestechung etc. [Verfahrens-Nr. des Vorverfahrens: A-10/2016/10042082] einzuholen 
und als Beweismittel zu den Akten des Berufungsverfahrens CA.2020.14 zu nehmen» 
[CAR pag. 6.200.002]) wurde gutgeheissen (vgl. zur entsprechenden Aktenedi-
tion CAR pag. 4.102.001-153). 

Weiter wurde festgestellt, dass der Beschuldigte MARTYNENKO für die G. Ltd. 
innert Frist weder eine Rechtsvertretung bezeichnet noch eine postalische Zu-
stelladresse in der Schweiz mitgeteilt habe. Demgemäss wurde davon ausge-
gangen, dass die G. Ltd. auf die Ausübung ihrer Teilnahmerechte im Berufungs-
verfahren verzichte. 

  Zudem wurden im Hinblick auf die Berufungsverhandlung von Amtes wegen ak-
tuelle Auszüge betreffend die beiden Beschuldigten aus dem schweizerischen, 
ukrainischen und tschechischen Strafregister eingeholt (vgl. CAR pag. 6.401.004 ff.; 
6.402.003 ff.) und die beiden Beschuldigten zur Deklaration ihrer persönlichen 
und finanziellen Situation gemäss Formular aufgefordert. 

B.12 Der Beschuldigte A. liess mit Eingabe vom 26. Januar 2022 (CAR pag. 3.103.008 ff.) 
folgende Anträge stellen: 

1. Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger/Beschuldigte durch Rechtsanwalt 
Michael Mráz nicht wirksam verteidigt war. 

2. Es sei das erstinstanzliche Urteil wegen wesentlicher Mängel im Sinne von Art. 409 
StPO aufzuheben und die Sache vor Ansetzung der mündlichen Berufungsverhand-
lung zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen 
Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuweisen. 

3. Es sei festzustellen, dass diejenigen Verfahrenshandlungen, welche während der nicht 
ausreichenden Verteidigung stattgefunden haben, nicht verwertet werden dürfen. 

4. Es sei die Vorinstanz anzuweisen, diejenigen Verfahrenshandlungen zu wiederholen 
bzw. wiederholen zu lassen, an denen Rechtsanwalt Michael Mráz als Verteidiger des 

 Berufungsklägers/Beschuldigten beteiligt war. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Bundes. 

 Neben der Begründung der Anträge (CAR pag. 3.103.009-021) enthielt die Ein-
gabe als Beilage ein 17-seitiges privates Rechtsgutachten von Prof. Dr. Wolfgang 
Wohlers zur betreffenden Thematik (CAR pag. 3.103.022-038). 

B.13 Nach veranlasstem doppeltem Schriftenwechsel zu A.s Rückweisungsantrag vom 
26. Januar 2022 wies die Berufungskammer dessen Anträge 1 - 3 mit Beschluss 
CA.2020.14 vom 10. Mai 2022 ab, wobei Antrag Ziffer 4 als obsolet angesehen 
wurde (CAR pag. 10.302.001-041, insbesondere -040). 

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B.14 Gegen diesen Beschluss erhob A. am 10. Juni 2022 Beschwerde beim Bundes-
gericht, worauf das Berufungsverfahren mit Beschluss der Berufungskammer 
CN.2022.7 vom 22. Juni 2022 bis zum Abschluss des Beschwerdeverfahrens 
sistiert wurde (CAR pag. 10.303.001 ff.). Das Bundesgericht trat mit Urteil 
6B_776/2022 vom 14. September 2022 auf die Beschwerde des Beschuldigten 
A. vom 10. Juni 2022 nicht ein (CAR pag. 10.302.073 ff.), worauf die Sistierung 
des Berufungsverfahrens CA.2020.14 am 28. September 2022 aufgehoben und 
das Berufungsverfahren weitergeführt wurde (CAR pag. 10.302.084 f.). 

B.15 Mit Eingabe vom 11. November 2022 liess MARTYNENKO im Zusammenhang 
mit den Verhandlungen zwischen SKODA und NAEK ENERGOATOM bzw. den 
entsprechenden Ausschreibungsverfahren notariell beglaubigte Stellungnahmen 
(Originaldokumente in ukrainischer Sprache und in englischer Übersetzung) von 
DDDDD. vom 16. April 2021, von EEEEE. vom 5. Juli 2021, von FFFFF. vom 24. 
September 2021 und von GGGGG. vom 27. April 2021 ins Recht legen (CAR 
pag. 3.102.061-107). 

B.16 Die B. S.A. hatte durch RA Clerc mit Eingaben vom 17. Dezember 2021, 17. 
Januar und 4. März 2022 um teilweise Freigabe der beschlagnahmten Vermö-
genswerte zur Deckung der Prozesskosten, subsidiär um Erteilung der unent-
geltlichen Rechtspflege bzw. Rechtsverbeiständung ersucht (CAR pag. 
3.104.023A f.; -024; -032 f.). Dieses Begehren wurde nach Gewährung des recht-
lichen Gehörs an die übrigen Verfahrensbeteiligten mit Verfügung der Vorsitzen-
den vom 12. Januar 2023 abgewiesen (CAR pag. 3.104.039 ff.). Die dagegen am 
15. Februar 2023 erhobene Beschwerde der B. S.A. wies das Bundesgericht mit 
Urteil 7B_224/2023 vom 16. Januar 2024 ab, soweit darauf eingetreten wurde 
(CAR pag. 3.104.080 ff.). 

B.17 Nach verschiedenen Hinweisen, wonach MARTYNENKO in einem ukrainischen 
Strafverfahren als Beschuldigter geführt werde und ihm in diesem Rahmen die 
Ausreise aus der Ukraine verboten worden sei, tätigte das Gericht im Hinblick auf 
die Vorladung der Beschuldigten zur Berufungsverhandlung verschiedene Abklä-
rungen. Mit internationalem Rechtshilfeersuchen in Strafsachen vom 2. November 
2022 ersuchte das Gericht die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine um Auskunft 
bezüglich der Erlaubnis für die beiden Beschuldigten zur Ausreise in die Schweiz 
zwecks Teilnahme an der Berufungsverhandlung. Dieses Ersuchen wurde an die 
Kiewer Hauptabteilung des Justizministeriums der Ukraine weitergeleitet (CAR 
pag. 5.101.001 ff. und 019 ff.). Trotz diverser Rückfragen an die ukrainischen Be-
hörden, u.a. via das Bundesamt für Justiz (BJ) im Mai 2023, blieb eine konkrete 
Antwort der angefragten ukrainischen Behörde bezüglich Ausreiseerlaubnis zur 
Berufungsverhandlung für MARTYNENKO aus. 

- 11 - 

B.18 Mit Eingabe vom 2. Oktober 2023 wies die BA das Berufungsgericht auf das öf-
fentliche Register des ukrainischen Supreme Anti-Corruption Court bzw. insbe-
sondere auf die dort abrufbaren Entscheide vom 7. August und 25. September 
2023 im Verfahren Nr. 991/1340/23 hin, aus welchen sich die Aufhebung des 
durch die ukrainischen Behörden auferlegten Ausreiseverbots für MARTY-
NENKO ergebe (CAR pag. 3.101.071 ff.). Mit Stellungnahme vom 15. November 
2023 teilte der Verteidiger von MARTYNENKO dem Gericht mit, dass mehrere 
seiner Begehren um Ausreiseerlaubnis für die Klientschaft von den ukrainischen 
Behörden abgewiesen worden seien und mit einer baldigen Ausreiseerlaubnis 
für diesen nicht zu rechnen sei. Entsprechend beantrage er die Sistierung des 
Verfahrens bis zum 31. Mai 2024 (CAR pag. 3.102.189 f.). Mit Eingabe vom 23. 
November 2023 bestand die BA auf einer möglichst baldigen Durchführung der 
Berufungsverhandlung (CAR pag. 3.101.114 f.). Der Rechtsvertreter der B. S.A. 
beantragte mit Eingabe vom 12. Dezember 2023 die Sistierung des Verfahrens 
(CAR pag. 104.079). Am 29. Januar 2024 wurden die Verfahrensbeteiligten 
schliesslich zur Verhandlung vor- bzw. eingeladen, wobei beiden Beschuldigten, 
welche jeweils bei ihren Rechtsvertretern ein Zustelldomizil begründet hatten, 
das freie Geleit (Art. 204 StGB) zugesichert wurde (CAR pag. 6.301.001 ff.; 
6.401.002 f., 6.402.001 f.). 

B.19 Mit Eingabe vom 12. Februar 2024 beantragte die bis dahin als erbetene Vertei-
digerin tätige Rechtsanwältin Tethong ihre sofortige Einsetzung als amtliche Ver-
teidigerin von A., da dieser zwischenzeitlich – mangels Erwerbseinkommen und 
aufgrund des Verzehrs seiner Ersparnisse unter der Kriegssituation in der Ukra-
ine – mittellos geworden sei (CAR pag. 3.103.079 f.). 

B.20 Mit Eingabe vom 20. März 2024 beantragte die Verteidigung von MARTYNENKO 
die Einvernahme der Zeugen HHHHH. (ehemaliger Präsident der NAEK ENER-
GOATOM in der anklagerelevanten Zeit der Verhandlungen zwischen NAEK 
ENERGOATOM und SKODA) und EE. (in die Verhandlungen mit NAEK ENER-
GOATOM involvierter Kadermitarbeiter der SKODA in der anklagerelevanten 
Zeit), wobei sie die direkte Zustellung der Vorladungen an die in der Ukraine und 
in Tschechien wohnhaften Zeugen anbot. Zudem legte sie einen tschechischen 
Presseartikel vom 18. März 2024 ins Recht, welcher den erstinstanzlichen Frei-
spruch von EE. durch ein tschechisches Gericht betreffe, im Zusammenhang mit 
der die mutmassliche Vortat betreffenden Strafuntersuchung (CAR pag. 
6.200.011 ff.). Mit Eingabe vom 21. März 2024 beantragte die BA die Abweisung 
der Beweisanträge bezüglich Zeugeneinvernahmen und kritisierte den Vorschlag 
der Zustellung der Zeugenvorladungen durch die Verteidigung von MARTYNENKO 
ausserhalb des Rechtshilfewegs (CAR pag. 6.200.024 ff.). Mit nicht zertifizierter 
E-Mail vom 21. März 2024 schloss sich die B. S.A. den Beweisanträgen von 
MARTYNENKO an, wies darauf hin, dass ein IIIII. (dessen Namen zum ersten 

- 12 - 

Mal genannt wurde) aufgrund des noch nicht erreichten 60. Altersjahres nicht aus 
der Ukraine ausreisen dürfe, und beantragte eine «minimale Provisionierung» 
aus den beschlagnahmten Mitteln der B. S.A. (CAR pag. 6.200.221 f.). Mit Ein-
gabe vom 25. März 2024 liess MARTYNENKO einen Bericht des Kyiv Scientific 
Research Institute of Forensic Expertise of the Ministry of Justice of Ukraine 
vom 28. Dezember 2020 ins Recht legen (Originalsprache Ukrainisch mit vollstän-
diger Übersetzung ins Englische; CAR pag. 6.200.027 ff.). Mit Eingabe vom 27. 
März 2024 schloss sich A. den Beweisanträgen von MARTYNENKO an (CAR 
pag. 6.200.223; 6.200.243 ff.). 

B.21 Mit Verfügung vom 28. März 2024 hiess die Vorsitzende die Beweisanträge von 
MARTYNENKO betreffend Einvernahme von HHHHH. und EE. in der Funktion 
als Auskunftspersonen gut, wies den Antrag der B. S.A. auf minimale Provisio-
nierung aus den beschlagnahmten Mitteln der B. S.A. ab und erkannte den von 
MARTYNENKO eingereichten forensischen Bericht (ukrainische Originalsprache 
mit Übersetzung ins Englische) zu den Akten (CAR pag. 6.200.224 ff). Die BA 
beantragte mit Eingabe vom 4. April 2024, die Beweisanträge von MARTY-
NENKO seien abzuweisen, bzw. der Bericht des Kyiv Scientific Research Institute 
of Forensic Expertise sei aus dem Recht zu weisen (CAR pag. 6.200.233 ff.). Mit 
Eingaben vom 16. und 24. April 2024 schloss sich A. den Beweisanträgen von 
MARTYNENKO an (CAR pag. 6.200.243 ff.; -264). 

B.22 Mit Rechtshilfeersuchen vom 5. April 2024 erkundigte sich das Berufungsgericht 
beim ukrainischen Justizministerium über die Art und den Stand des in der Ukraine 
derzeit gegen MARTYNENKO geführten Strafverfahrens, bzw. wann mit einem 
Urteil zu rechnen sei respektive wo ein solches veröffentlicht würde, sowie über 
allenfalls gegen A. laufende Strafverfahren (CAR pag. 5.101.073 ff.). Darauf ging 
vor der Berufungsverhandlung bzw. Urteilsberatung keine Antwort ein. 

B.23 Mit Rechtshilfeersuchen vom 17. April 2024 ersuchte das Berufungsgericht beim 
Landgericht Pilsen um Zustellung einer Kopie des schriftlich begründeten Urteils 
betreffend EE. und weitere Beschuldigte im entsprechenden tschechischen Straf-
verfahren (CAR pag. 5.102.001 ff.). Mit E-Mail-Antwort des Landgerichts Pilsen 
vom 24. April 2024 wurde das Berufungsgericht darüber orientiert, dass das 
schriftlich begründete Urteil am 10. Mai 2024 vorliegen würde und es bei Bedarf 
via E-Mail übermittelt werde (CAR pag. 5.102.017 f.). 

B.24  Mit Eingaben vom 21./22. April 2024 übermittelte A. dem Gericht eine Plausibili-
sierung seiner finanziellen Verhältnisse, inkl. eines entsprechenden Bankaus-
zugs. Gleichzeitig ersuchte er das Gericht um Dispensierung von der Pflicht zum 
persönlichen Erscheinen an der Berufungsverhandlung. Dies mit der Begründung, 
dass er seinen ukrainischen Anwalt aus finanzieller Not nicht mehr habe bezah-
len können und sich nicht an die durch das Gericht auferlegten Verpflichtungen 

- 13 - 

gehalten habe, weshalb er mit Entscheid des Bezirksgerichts Kiew-Podilskyi vom 
8. April 2024 mit einem Ausreiseverbot aus der Ukraine belegt worden sei (CAR 
pag. 3.103.089-110). Diese Eingaben wurden an die übrigen Verfahrensbeteilig-
ten übermittelt. Dazu äusserten sich die BA mit Eingabe vom 23. April 2024 und 
MARTYNENKO mit Eingabe vom 24. April 2024 (CAR pag. 6.200.258 ff., -263). 
Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 22. April 2024 wurde Rechtsanwältin 
Tethong mit Wirkung ab 12. Februar 2024 zur amtlichen Verteidigerin von A. er-
nannt (CAR pag. 6.200.252 ff.). 

B.25 Mit Eingabe vom 19. April 2024 reichte M. ein persönliches Statement zu den im 
ukrainischen Untersuchungsverfahren wie auch im Urteil SK.2019.77 gegen ihn 
erhobenen Vorwürfen ein (CAR pag. 4.103.001 ff.). Dieses wurde im Rahmen 
der erwähnten Verfügung der Verfahrensleitung vom 22. April 2024 (oben SV lit. 
B.24 letzter Satz) an die Verfahrensbeteiligten übermittelt, wobei ihnen die Ab-
sicht, M. im Rahmen der Berufungsverhandlung als Auskunftsperson einzuver-
nehmen, in Aussicht gestellt wurde (CAR pag. 6.200.252 ff.). Dazu äusserten 
sich die BA mit Eingabe vom 23. April 2024, sowie A. und MARTYNENKO je mit 
Eingaben vom 24. April 2024 (CAR pag. 6.200.258-264). 

B.26 Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 24. April 2024 wurde die Eingabe von 
M. vom 19. April 2024 zu den Akten genommen und dessen Befragung als Aus-
kunftsperson im Rahmen der Berufungsverhandlung angeordnet. Der Antrag von 
A. auf Dispensation vom persönlichen Erscheinen an der Berufungsverhandlung 
wurde abgewiesen. Zudem wurde die von MARTYNENKO mit Eingabe vom 22. 
April 2024 eingereichte Kopie der Notiz von Rechtsanwalt JJJJJ. vom 19. April 
2024 zum Kiew Scientific Research Institute of Forensic Science (KSRIFE) bzw. 
Kyiwer Wissenschaftlichen Forschungsinstitut für forensische Gutachten (CAR 
pag. 6.200.248-251) zu den Akten genommen (CAR pag. 6.200.265 ff.). 

B.27 Die Berufungsverhandlung fand am 29./30. April 2024 in Anwesenheit der BA, 
des Beschuldigten MARTYNENKO mit seinen Verteidigern RA Vafadar und RA 
Corpataux sowie seines ukrainischen Rechtsvertreters KKKKK., von Rechtsan-
wältin Tethong als amtliche Verteidigerin des ohne Dispensation abwesenden 
Beschuldigten A., sowie von RA Clerc (als Vertreter der B. S.A.) am Sitz des 
Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt (vgl. CAR pag. 7.200.001 ff.). Die G. Ltd. 
war abwesend bzw. nicht vertreten.  

B.27.1 Die BA stellte folgende prozessualen Anträge (CAR pag. 7.200.006 ff.; 
7.300.001): 

 1. Es sei die unentschuldigte Abwesenheit des Beschuldigten A. von der Berufungsver-
handlung festzustellen; 

- 14 - 

 2. A. sei mit einer Ordnungsbusse nach richterlichem Ermessen zu belegen (Art. 205 
Abs. 4 StPO); 

 3. Das Berufungsverfahren sei weiterzuführen (Art. 407 Abs. 1 lit. a StPO e contrario); 

 4. A. sei mittels Videokonferenz einzuvernehmen (Art. 144 StPO); 

 5. Der Verhandlungsplan sei anzupassen, sodass 

  a. die beiden Beschuldigten zu Beginn des Beweisverfahrens durch das Gericht ein-
vernommen werden (Art. 341 Abs. 3 StPO); 

  b. die übrigen Beweisaufnahmen nach der Befragung beider Beschuldigter erfolgen; 
entsprechend die Parteivorträge nach Abschluss des Beweisverfahrens durchge-
führt werden; 

 6. Sofern eine Aussetzung des Berufungsverfahrens notwendig ist, seien die durch die 
unentschuldigte Säumnis von A. verursachten Kosten, namentlich die Anreisekosten 
für alle beteiligten Personen (seitens Bundesanwaltschaft pauschal CHF 2’000.00), 
diesem vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 417 StPO). 

B.27.2 A. liess durch Rechtsanwältin Tethong folgende prozessualen Anträge stellen 
(CAR pag. 7.200.009 f.; 7.300.002 ff.): 

 1. Es sei entgegen der Verfügung der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts vom 
24. ApriI 2024 festzustellen, dass der Berufungskläger / Beschuldigte A. nicht selbst-
verschuldet nicht zur Berufungsverhandlung erschienen ist, weshalb er vom persönli-
chen Erscheinen an der Berufungsverhandlung zu dispensieren ist. 

 In Wiederholung des Begehrens vom 26. Januar 2022 wird beantragt: 

 2. Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger / Beschuldigte durch Rechtsanwalt 
Michael Mráz nicht wirksam verteidigt war. 

 3. Es sei das erstinstanzliche Urteil wegen wesentlicher Mängel im Sinne von Art. 409 
StPO aufzuheben und die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung 
und zur FäIIung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuweisen. 

 4. Es sei festzustellen, dass diejenigen Verfahrenshandlungen, welche während der 
nicht ausreichenden Verteidigung stattgefunden haben, nicht verwertet werden dürfen. 

 5. Es sei die Vorinstanz anzuweisen, diejenigen Verfahrenshandlungen zu wiederholen 
bzw. wiederholen zu lassen, an denen Rechtsanwalt Michael Mráz als Verteidiger des 
Berufungsklägers/Beschuldigten beteiligt war. 

 6. AIIes unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Bundeskasse. 

B.27.3 Nach den jeweiligen Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten gab die Vorsit-
zende folgenden Beschluss über die prozessualen Vorfragen / Anträge bekannt 
(CAR pag. 7.200.013): 

- 15 - 

1. Es wird die unentschuldigte und selbstverschuldete Abwesenheit des Beschuldigten 
A. i.S.v. Art. 366 Abs. 3 StPO festgestellt. 

2. Von einer Ordnungsbusse wird abgesehen. 

3. Das Berufungsverfahren wird weitergeführt. 

4. Der Antrag der BA, wonach die Berufung des Beschuldigten A. als zurückgezogen 
anzusehen sei, wird abgewiesen. 

5. Die Durchführung der von der BA beantragten Videoeinvernahme erweist sich aus 
rechtlichen Gründen mangels Einverständnisses von A. als nicht möglich. 

6. Am kommunizierten Verhandlungsplan wird im Übrigen festgehalten. 

7. Die Anträge Ziffern 2 - 6 von RAin Tethong werden abgewiesen. 

8. Antrag Ziffer 6 der BA erweist sich als obsolet. 

B.27.4 Im Rahmen des Beweisverfahrens wurden M., HHHHH. und EE. (je als Aus-
kunftspersonen) sowie der Beschuldigte MARTYNENKO einvernommen (CAR 
pag. 7.200.014; 7.401.001 ff., 7.701.001 ff., 7.702.001 ff., 7.703.001 ff.). An-
schliessend stellte die BA folgende Beweisanträge bzw. prozessualen Anträge 
(CAR pag. 7.200.015; 7.300.007 ff.): 

 1.  Das Beweisverfahren und damit die Berufungsverhandlung seien zu unterbrechen;  

 2. A. sei mittels Videokonferenz zu befragen (Art. 144 StPO);  

 3. Eventualiter sei das Verfahren gegen A. vom Verfahren gegen Mykola MARTY-
NENKO abzutrennen und gemäss Art. 314 Abs. 1 Bst. a StPO zu sistieren. Das Ver-
fahren gegen MARTYNENKO sei weiterzuführen. 

B.27.5 Nach Stellungnahme der jeweiligen Verfahrensbeteiligten wurden die Anträge 
der BA auf Unterbrechung der Verhandlung, Befragung des Beschuldigten A. per 
Videokonferenz und Abtrennung des Verfahrens gegen den Beschuldigten A. so-
wie Sistierung abgewiesen (CAR pag. 7.200.016 f.). 

B.27.6 Nach Abschluss des Beweisverfahrens (CAR pag. 7.200.017) hielten die Vertre-
ter der Verfahrensbeteiligten ihre (ersten und zweiten) Parteivorträge (vgl. CAR 
pag. 7.200.017 ff.; 7.300.13; -049 ff.; -064 ff.; -071 ff.). Der Beschuldigte MARTY-
NENKO liess folgende Anträge stellen (CAR pag. 7.300.047 f.): 

 1. Die Berufung von Herrn MARTYNENKO gegen das Urteil der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts vom 26. Juni 2020 sei gutzuheissen. 

 2. Herr MARTYNENKO sei in allen Anklagepunkten freizusprechen. 

 3.  Es sei Herr MARTYNENKO eine Zahlung über CHF 550’000 als Parteientschädigung 
für das erstinstanzliche Verfahren (einschliesslich Kosten und Auslagen) zuzusprechen. 

- 16 - 

 4. Es sei Herr MARTYNENKO die Gewährung einer Parteientschädigung von CHF 
550’000.- für das Berufungsverfahren zuzusprechen, die seine Kosten und Auslagen 
seit dem 26. Juni 2020 bis zum heutigen Tag deckt, gemäss den am 29. April 2024 
der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts per E-Mail übermittelten Abrechnungen. 

 5. Es sei Herr MARTYNENKO ein symbolischer Betrag von CHF 1.00 für den ihm ent-
standenen immateriellen Schaden als Genugtuung zuzusprechen. 

B.27.7 Der Beschuldigte A. liess folgende Anträge stellen (CAR pag. 7.300.050): 

 1. Es sei das Urteil des Bundesstrafgerichts vom 26. Juni 2020 aufzuheben und der 
Berufungskläger / Beschuldigte A. vollumfänglich vom Vorwurf der qualifizierten Geld-
wäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Iit. b StGB freizusprechen. 

 2. Es sei dem Berufungskläger A. eine Prozessentschädigung in der Höhe von total CHF 
168’718.15 zuzusprechen. (RA Mráz: CHF 84’723.10, RA Tethong: CHF 83’995.05) 

 3. Die Kosten des Verfahrens, inklusive der Kosten der amtlichen Verteidigung, seien 
auf die Bundeskasse zu nehmen. 

B.27.8 Der Rechtsvertreter der B. S.A., RA Clerc, stellte folgende Anträge (CAR pag. 
7.300.069): 

Meine Mandantin schliesst unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates 
dahin, dass mit Bezug auf die B. S.A. festgestellt werde: 

- dass ein rechtserhebliches Urteil noch nicht ergangen ist, 

- dass das Urteil des Bundesstrafgerichts vom 26. Juni 2020 soweit als für die B. S.A.  
bestehend aufgehoben ist, 

- dass die Beschlagnahme über die Vermögenswerte der B. S.A. aufgehoben werde, 

-  dass sämtliche mit Beschlag belegten Vermögenswerte der B. S.A. mit dem erwach-
senen Zugewinn zu Gunsten der B. S.A. freigegeben werden. 

B.27.9 Die BA stellte folgende Anträge (CAR pag. 7.300.125 ff.): 

 I. Mykola Martynenko 

  1. Mykola Martynenko sei der qualifizierten Geldwäscherei i.S. von Art. 305bis Ziff. 1 
und Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

  2. Mykola Martynenko sei zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten, 
wovon 12 Monate vollziehbar und 16 Monate bedingt vollziehbar, sowie zu einer 
bedingten Geldstrafe von 250 Tagessätzen à CHF 1’000.00 zu verurteilen, je mit 
einer Probezeit von zwei Jahren.  

  3. Der Kanton Zürich sei als Vollzugskanton zu bestimmen.  

- 17 - 

  4. Zulasten von Mykola Martynenko und zugunsten der Eidgenossenschaft sei eine 
Ersatzforderung von CHF 3'769’860.80 zu begründen. 

  5. Mykola Martynenko sei für das Verfahren vor der Bundesanwaltschaft, vor der 
Strafkammer und der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts keine Parteient-
schädigung und keine Genugtuung auszurichten. 

 Il. A. 

  1.  A. sei der qualifizierten Geldwäscherei i.S. von Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB 
schuldig zu sprechen. 

  2. A. sei mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten und einer Geldstrafe von 180 Ta-
gessätzen zu je CHF 200.00.- zu bestrafen, je bedingt volIziehbar mit einer Probe-
zeit von zwei Jahren. 

  3.  Der Kanton Zürich sei als Vollzugskanton zu bestimmen. 

  4.  A. sei zu verpflichten, die durch die Strafkammer des Bundesstrafgerichts fest-
gesetzte Entschädigung an seinen früheren amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt 
Friedrich Affolter, im Betrag von CHF 33’071.00 an die Eidgenossenschaft zurück-
zubezahlen. 

  5. A. sei zu verpflichten, die durch die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 
festzulegende Entschädigung an seine amtliche Verteidigerin, Rechtsanwältin 
Ganden Tethong, für deren Aufwand seit dem 12.02.2024 an die Eidgenossen-
schaft zurückzubezahlen. 

  6.  A. sei für das Verfahren vor der Bundesanwaltschaft, vor der Strafkammer und der 
Berufungskammer des Bundesstrafgerichts keine Parteientschädigung und keine 
Genugtuung auszurichten. 

 III.  Einziehung von Vermögenswerten 

  1. Die auf dem Konto Nr. 11, Iautend auf B. S.A., und dem Konto Nr. 13, Iautend auf 
G. Ltd., bei der ehemaligen Bank C. sichergestellten und sich heute auf dem USD-
Konto Nr. 14 bei der GGGG. befindenden Vermögenswerte seien vollumfänglich 
einzuziehen (total USD 3'972’201.36, zuzügIich aufgelaufener Zinsen seit 01.01.2024). 

  2. Der auf die G. Ltd., entfallende Anteil an den Vermögenswerten auf dem USD-
Konto Nr. 14 bei der GGGG. befindenden Vermögenswerte sei zur (teilweisen) 
Begleichung der Ersatzforderung gemäss Ziff. 4. zu verwenden. 

  3. Die auf dem Konto Nr. 12, Iautend auf G. Ltd., bei der ehemaligen Bank C. sicher-
gestellten und sich heute auf dem vom EFD geführten Konto 23 befindenden Ver-
mögenswerte seien soweit notwendig zur Deckung der Ersatzforderung gemäss 
Ziff. 1.4. und im Übrigen zur Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden (total 
CHF 102’270.95, zuzüglich aufgelaufener Zinsen seit 01.01.2024). 

  4.  Die Beschlagnahme der auf dem Konto Nr. 24, Iautend auf B. S.A., bei der ehe-
maligen Bank C. sichergestellten und sich heute auf dem Konto mit der Depotnum-
mer 24 bei der MMMM. AG befindenden Vermögenswerte sei [Zitat] zur 

- 18 - 

(teilweisen) seien einzuziehen und zur Deckung der Verfahrenskosten zu verwer-
ten (Depotwert per 31.12.2023: CHF 5’980.00). 

 IV.  Beschlagnahmte Gegenstände 

  1. Die beschlagnahmten Gegenstände und Unterlagen mit den BKP-Asservaten-
nummern 01.01.0001, 01.01.0002, 01.01.0003, 01.01.0012, 01.01.0013, 01.01.0014, 
01.01.0015, 01.01.0016, 01.01.0017, 01.01.0018 sowie 01.01.0020 seien als 
Beweismittel bei den Akten zu belassen. 

  2. Die beschlagnahmten Gegenstände mit den BKP-Asservatennummern 01.01.0004, 
01.01.0005, 01.01.0006, 01.01.0007, 01.01.0008, 01.01.0009, 01.01.0010, 01.01.0011 
sowie 01.01.0019 seien den berechtigten Personen auszuhändigen. 

 V.  Verfahrenskosten 

  1. Die Kosten der Strafuntersuchung und des Verfahrens vor der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts (mit Ausnahme Kosten der amtlichen Verteidigung von A.) von 
total CHF 275’460.80 (Gebühr Vorverfahren CHF 15’000.00, Auslagen Vorverfah-
ren CHF 240’060.80, Gerichtsgebühr CHF 20’000.00, Auslagen Gerichtsverfahren 
CHF 400.00) seien Mykola Martynenko und A. je zur Hälfte und unter solidarischer 
Haftung für den Gesamtbetrag aufzuerlegen. 

  2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich des Aufwandes der Bundes-
anwaltschaft für das Berufungsverfahren von pauschal CHF 20’000.00, seien My-
kola Martynenko und A. je zur Hälfte und unter solidarischer Haftung für den Ge-
samtbetrag aufzuerlegen. 

B.27.10 Bezüglich der an der Berufungsverhandlung abwesenden G. Ltd. ist auf deren 
Anträge in der Berufungserklärung vom 24. Februar 2024 zu verweisen (vgl. oben 
SV lit. B.5; CAR pag. 1.100.336 ff.). 

B.27.11 Nach Abschluss der Parteiverhandlungen erklärte die Vorsitzende, dass das Be-
rufungsgericht sich vorbehalte, das Beweisverfahren i.S.v. Art. 349 StPO allen-
falls wieder zu eröffnen und das Urteil 3 T 2/2021 des Landgerichts Pilsen noch 
zu den Akten zu nehmen (CAR pag. 7.200.029). Auf Vorschlag der Vorsitzenden 
erklärten die Verfahrensbeteiligten, auf die mündliche Eröffnung des Urteils zu 
verzichten und das Urteilsdispositiv stattdessen schriftlich entgegenzunehmen 
(CAR pag. 7.200.029). 

B.28 Mit Eingabe per E-Mail vom 1. Mai 2024 reichte M. eine überarbeitete Version 
seines Statements vom 19. April 2024 ein (CAR pag. 4.103.105 ff.). 

B.29 Mit Schreiben vom 3. Mai 2024 teilte die Vorsitzende den Verfahrensbeteiligten 
den Entscheid des Berufungsgerichts mit, das Beweisverfahren i.S.v. Art. 349 
i.V.m. Art. 379 StPO wieder zu eröffnen und das vollständig schriftlich begründete 
Urteil 3 T 2/2021 des Landgerichts Pilsen abzuwarten und beweismässig zu 

- 19 - 

berücksichtigen (CAR pag. 6.200.273 f.). Gleichzeitig wurde die Eingabe von 
M. vom 1. Mai 2024 (oben SV lit. B.28) an die Verfahrensbeteiligten übermittelt 
(CAR pag. 6.200.273 f.). 

 Die BA beantragte mit Eingabe vom 23. Mai 2024, dass die Eingabe von M. vom 
1. Mai 2024 als unerheblich aus den Akten zu weisen und vom Beizug des Urteils 
des Landgerichts Pilsen abzusehen sei (CAR pag. 6.200.275 ff.). 

 Mit Schreiben vom 29. Mai 2024 wurde das vollständig schriftlich begründete Ur-
teil 3 T 2/2021 des Landgerichts Pilsen vom 18. März 2024 (inkl. professioneller 
Übersetzung auf Deutsch) an die Verfahrensbeteiligten übermittelt und Gelegen-
heit gewährt, zu diesem bis 10. Juni 2024 schriftlich Stellung zu nehmen. Die bei-
den erwähnten Anträge der BA vom 23. Mai 2024 wurden je abgewiesen (CAR 
pag. 6.200.280 ff.). 

 In der Folge reichten die Verfahrensbeteiligten je Stellungnahmen zum Urteil 
3 T 2/2021 des Landgerichts Pilsen vom 18. März 2024 ein (CAR pag. 6.200.281 ff.; 
-285 ff.; -287 ff.; -290 f.). Diese wurden an die Verfahrensbeteiligten übermittelt, 
inkl. Gelegenheit für finale Stellungnahmen und der Aufforderung zur Einreichung 
der ergänzten, vollständigen Honorarnoten (CAR pag. 6.200.292 f.). Innert Frist 
reichten MARTYNENKO, A. und die B. S.A. entsprechende Stellungnahmen 
bzw. (ergänzte) Honorarnoten ein (CAR pag. 6.200.294; -295 f.; -297 ff.; 
9.101.045 ff.; 9.103.033 ff.; 9.104.011 f.). 

B.30 Das Urteilsdispositiv vom 27. Juni 2024 wurde am 28. Juni 2024 per Post sowie 
vorab per E-Mail (E-Gov) versandt (CAR pag. 11.100.001 ff.). 

 Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird – soweit erforderlich – in 
den Erwägungen eingegangen. 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Fristen / Zuständigkeit / Legitimation 

1.1 Die Berufungsanmeldungen bzw. -erklärungen der Beschuldigten MARTYNENKO 
und A., der B. S.A. und der G. Ltd. erfolgten jeweils fristgerecht (Art. 399 Abs. 1 
- 3, Art. 401 Abs. 1 StPO; oben SV lit. A.9, B.1 f. und B.5). Mit Beschluss vom 17. 
Januar 2024 wurde die Anschlussberufung der BA zufolge Rückzugs als erledigt 
abgeschrieben (vgl. oben SV lit. B.3). 

- 20 - 

1.2 Die Berufungen richten sich je gegen das Urteil der Strafkammer SK.2019.77 
vom 26. Juni 2020, mit dem das Verfahren ganz abgeschlossen wurde (vgl. 
Art. 398 Abs. 1 StPO). Mit diesem Urteil wurden die beiden Beschuldigten je der 
qualifizierten Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziffer 1 und Ziffer 2 lit. b StGB schul-
dig gesprochen. MARTYNENKO wurde mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe 
von 28 Monaten bestraft, wovon 12 Monate vollziehbar und 16 Monate bedingt 
vollziehbar, sowie mit einer bedingten Geldstrafe von 250 Tagessätzen à Fr. 1'000.--, 
mit Probezeiten von 2 Jahren. Zulasten von MARTYNENKO und zugunsten der 
Eidgenossenschaft wurde eine Ersatzforderung von Fr. 3'769'860.80 begründet. 
A. wurde mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten und einer Geldstrafe von 180 
Tagessätzen à Fr. 200.-- bestraft, beide bedingt vollziehbar, mit Probezeiten von 
2 Jahren. Zudem wurden Vermögenswerte der B. S.A. und der G. Ltd. teilweise 
eingezogen, zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet, bzw. diese Firmen 
betreffende Beschlagnahmungen von Vermögenswerten zur (teilweisen) Beglei-
chung der Ersatzforderung gemäss Dispositiv-Ziffer I. 4 aufrechterhalten (oben 
SV lit. A.9; CAR pag. 1.100.081 ff.). 

1.3 Das angeklagte Delikt der qualifizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziffer 1 
i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB untersteht der Bundesgerichtsbarkeit (Art. 23 Abs. 1 lit. h 
StPO). Die Berufungskammer ist in der Besetzung mit drei Richterpersonen für 
die Beurteilung der vorliegenden Berufungen örtlich, sachlich und funktionell zu-
ständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 lit. c, Art. 38a und Art. 38b des Bundes-
gesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehörden-
organisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]; zur schweizerischen Strafhoheit siehe 
unten E. I. 2 - 2.2). 

1.4 Zusammenfassend sind sowohl die beiden Beschuldigten wie auch B. S.A. und 
G. Ltd. (vgl. zu beiden Letzteren die prozessleitende Verfügung der Vorsitzenden 
der Berufungskammer vom 3. Februar 2021 [CAR pag.  10.101.001 ff., oben SV lit. 
B.4]) durch das vorinstanzliche Urteil je beschwert, an dessen Aufhebung oder 
Änderung interessiert und zur Berufungs- bzw. Anschlussberufungserklärung le-
gitimiert (Art. 104 Abs. 1 lit. a, Art. 105 Abs. 1 lit. f und Abs. 2, Art. 111 Abs. 1 und 
Art. 382 Abs. 1 StPO). 

2. Schweizerische Strafhoheit 

2.1 Gemäss Territorialitätsprinzip (Art. 3 Abs. 1 StGB) ist der schweizerischen Straf-
hoheit unterworfen, wer in der Schweiz eine Geldwäschereihandlung begeht. Bei 
mittelbarer Täterschaft gilt die Geldwäscherei überall dort als verübt, wo der mit-
telbare Täter und sein Tatmittler gehandelt haben. Steuert der mittelbare Täter 
sein Werkzeug vom Ausland aus, findet die eigentliche Geldwäschereihandlung 
durch den Tatmittler auf Schweizer Territorium statt. Demnach sind nach schwei-
zerischem Recht sowohl die Schweiz als auch der jeweilige ausländische Staat 

- 21 - 

Handlungsorte der Geldwäscherei (ACKERMANN/ZEHNDER, in: Ackermann [Hrsg.], 
Kommentar Kriminelles Vermögen – Kriminelle Organisationen: Einziehung, Kri-
minelle Organisation, Finanzierung des Terrorismus, Geldwäscherei, Band Il, 
2018, § 11, Art. 305bis StGB N. 796 f.). 

2.2 Laut Anklagevorwurf (vgl. unten E. II. 1.1) beziehen sich die Geldwäschereihand-
lungen auf Überweisungen, welche bei den Schweizer Banken C und E. SA 
durch die beiden Beschuldigten in Auftrag gegeben und durch Angestellte dieser 
Schweizer Banken ausgeführt worden seien. Da die Bankangestellten in der 
Schweiz zur Weiterleitung der Vermögenswerte aktiv geworden sein sollen, liegt 
ein örtlicher Anknüpfungspunkt in der Schweiz vor. Zusammenfassend ist die 
Schweizerische Strafhoheit (territoriale Zuständigkeit) zu bejahen. 

3. Anwendbares Recht 

3.1 Nach dem schweizerischen Strafgesetzbuch wird beurteilt, wer nach dessen In-
krafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begeht (Art. 2 Abs. 1 StGB). Anzuwen-
den ist somit grundsätzlich das im Tatzeitpunkt geltende Recht. Hat der Täter ein 
Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieses Gesetzes begangen, erfolgt 
die Beurteilung aber erst nachher, so ist dieses Gesetz anzuwenden, wenn es 
für ihn das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB; lex mitior). Beim Vergleich der Schwere 
der Strafnormen ist nach der «konkreten Methode» eine umfassende Beurteilung 
des Sachverhalts nach altem und neuem Recht vorzunehmen. Es kommt darauf 
an, welches der beiden Rechte für den Täter im Hinblick auf die zu beurteilende Tat 
vorteilhafter ist. Grundsätzlich ist nur ein Gesetz anzuwenden – Kombinationen sind 
unzulässig (vgl. TRECHSEL/VEST, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskom-
mentar, 3. Aufl. 2017, Art. 2 StGB N. 11, mit Hinweisen; BGE 134 IV 82 E. 6.2.1). 

3.2 Den Beschuldigten wird nach AKS Ziffer 1.1 vorgeworfen, sich zwischen dem 
6. Juli 2009 und dem 5. August 2011 der qualifizierten Geldwäscherei gemäss 
Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB schuldig gemacht zu haben (TPF pag. 
76.100.007; vgl. unten E. II. 1.1). Der im Tatzeitpunkt geltende Straftatbestand 
von Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB entspricht dem Recht im Urteils-
zeitpunkt – mit Ausnahme der vorliegend nicht interessierenden Ergänzung um 
das Herrühren von Vermögenswerten aus qualifizierten Steuervergehen (einge-
führt mit dem Bundesgesetz vom 12. Dezember 2014 zur Umsetzung der 2012 
revidierten Empfehlungen der Groupe d'action financière, in Kraft seit 1. Januar 
2016, AS 2015 1389). 

4. Eintreten 

 Sämtliche Voraussetzungen, um auf die Berufungen einzutreten, sind erfüllt. Ver-
fahrenshindernisse liegen keine vor. Auf die Berufungen ist somit je einzutreten. 

- 22 - 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition / Verbot der reformatio in peius 

5.1 Die Berufungen richten sich je gegen das Urteil der Strafkammer SK.2019.77 
vom 26. Juni 2020 und sind explizit nicht beschränkt (CAR pag. 1.100.115, -323; 
-336 ff.; oben SV lit. B.1 f. und B.5). A. hatte mit Eingabe vom 26. Januar 2022 
zudem verlangt, es sei das erstinstanzliche Urteil wegen wesentlicher Mängel im 
Sinne von Art. 409 StPO aufzuheben und die Sache vor Ansetzung der mündli-
chen Berufungsverhandlung zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung 
und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuwei-
sen (CAR pag. 3.103.009 Ziffer 2; oben SV lit. B.12). Anlässlich der Berufungs-
verhandlung vom 29. April 2024 beantragte A. (erneut), es sei das erstinstanzli-
che Urteil wegen wesentlicher Mängel im Sinne von Art. 409 StPO aufzuheben 
und die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung 
eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuweisen (CAR pag. 
7.200.008 f.; 7.300.003 Ziffer 3; oben SV lit. B.27.2). Die B. S.A. und G. Ltd. 
beantragen die Rückweisung der Angelegenheit an die Strafkammer zur Durch-
führung einer neuen Hauptverhandlung (Berufungserklärung vom 24. Februar 
2021, S. 1 f.; CAR pag. 1.100.336 f.; oben SV lit. B.5). Die Berufungen sind somit 
vollumfänglich, d.h. das vorinstanzliche Urteil wird sowohl im Schuld- als auch im 
Strafpunkt sowie hinsichtlich der Kosten-/Entschädigungsfolgen angefochten. 
Deshalb ist das vorinstanzliche Urteil in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen. 
(Siehe zur Frage der Rechtskraft auch die ergänzenden Ausführungen unten, 
E. II. 8.3.3.4, betreffend Entschädigung für den amtlichen Verteidiger Affolter). 

5.2 Das in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerte Prinzip des Verbots der reformatio in 
peius (Verschlechterungsverbot [vgl. BGE 139 IV 282 E. 2.3.1]) greift zugunsten 
der beschuldigten Person, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 
wurde. Vorliegend haben die beiden Beschuldigten das Urteil der Strafkammer 
SK.2019.77, mit dem sie je wegen Verletzung von Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 
lit. b StGB schuldig gesprochen und bestraft wurden, je vollumfänglich angefoch-
ten (CAR pag. 1.100.114 ff. [A.] bzw. 1.100.323 ff. [MARTYNENKO]). Demge-
mäss ist vorliegend je das Verbot der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) zu 
beachten – nicht nur bezüglich des Strafmasses, sondern auch hinsichtlich der 
rechtlichen Qualifikation (BGE 139 IV 282 E. 2.3 ff.; vgl. KELLER, Basler Kommen-
tar, 3. Aufl. 2023, Art. 391 StPO N. 1 Abs. 3, N. 4 und N. 4a). 

6. Verletzung des rechtlichen Gehörs der B. S.A. und G. Ltd. 

6.1 Betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs der B. S.A. und G. Ltd. durch die 
BA und die Strafkammer, die schon vorinstanzlich gerügt wurde (vgl. Urteil 
SK.2019.77 E. 1.3.4), kann im Wesentlichen auf die Ausführungen in der Verfü-
gung der Vorsitzenden vom 3. Februar 2021 verwiesen werden. Mit dieser wur-
den die B. S.A. und die G. Ltd. im laufenden Berufungsverfahren CA.2020.14 von 

- 23 - 

Amtes wegen als durch Verfahrenshandlungen beschwerte Dritte (Art. 105 Abs. 1 
lit. f StPO) anerkannt und ins Verfahren reintegriert (vgl. oben SV lit. B.4; CAR 
pag. 10.101.001 ff. m.w.H.). Auf die am 8. März 2021 von B. S.A. und G. Ltd. 
erhobene Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. Februar 2021 trat das Bun-
desgericht mit Urteil 1B_120/2021 vom 12. August 2021 nicht ein (oben SV lit. 
B.6 - B.8; CAR pag. 10.201.003 ff.; -025 ff.). Auch betreffend die anlässlich der 
Berufungsverhandlung durch B. S.A. erhobene Rüge, dass gegen sie bis heute 
noch kein erstinstanzliches Urteil ergangen sei (vgl. CAR pag. 7.300.068 f.), kann 
sinngemäss auf die Ausführungen in der Verfügung der Vorsitzenden vom 3. 
Februar 2021 sowie im Urteil des Bundesgerichts 1B_120/2021 vom 12. August 
2021 (vgl. oben SV B.8) verwiesen werden. 

6.2 Demgemäss haben die BA und die Vorinstanz das rechtliche Gehör von B. S.A. 
und G. Ltd. zwar verletzt. Diese Mängel im Vorverfahren und im vorinstanzlichen 
Verfahren können im Berufungsverfahren jedoch kompensiert bzw. geheilt wer-
den. Ermöglicht wird diese Kompensation/Heilung (a) aufgrund der wirtschaftli-
chen Identität zwischen dem Beschuldigten MARTYNENKO einerseits und der 
B. S.A. bzw. der G. Ltd. andererseits (welche im vorgeworfenen Deliktszeitraum 
und offenbar auch anschliessend bestand), sowie (b) durch die erwähnte Rein-
tegration der B. S.A. und der G. Ltd. in das Berufungsverfahren CA.2020.14. Das 
Bundesgericht hielt zudem fest, der Standpunkt der B. S.A. und der G. Ltd., wo-
nach sie überhaupt keine Möglichkeit gehabt hätten, im Hauptverfahren auf das 
Urteil Einfluss zu nehmen und vom erstinstanzlichen Urteil erst am 5. Februar 
2021 erfahren hätten, erscheine wenig glaubhaft (vgl. Urteil 1B_120/2021 vom 
12. August 2021 E. 2.3; CAR pag. 10.201.030).  Demgemäss ist nach Auffassung 
der Berufungskammer auch davon auszugehen, dass gegen die B. S.A. (und die 
G. Ltd.) durchaus ein erstinstanzliches Urteil vorliegt. Somit ist – entgegen den 
Anträgen der B. S.A. (oben SV lit. B.27.8; CAR pag. 7.300.069) weder festzustel-
len, dass mit Bezug auf die B. S.A. ein rechtserhebliches Urteil noch nicht ergan-
gen, noch dass das Urteil des Bundesstrafgerichts vom 26. Juni 2020 soweit als 
für die B. S.A. Ltd. bestehend aufgehoben sei. 

7. Hinweis auf die Prüfung der Verwertbarkeit der Aussagen von A. und von 
weiteren Personen (Zeugen / Auskunftspersonen) 

 Die Verwertbarkeit der Aussagen von A. (inkl. Einhaltung des Grundsatzes des 
Fair Trial gegenüber A.) wird aus systematischen Gründen unten in E. II. 4.2 ge-
prüft, nach der Darstellung der Standpunkte der Verfahrensbeteiligten (E. II. 1.3), 
den rechtlichen Ausführungen zu Beweisverwertungsverboten (E. II. 3.2) und der 
Übersicht über die Beweismittel (E. II. 4.1). Aus denselben Gründen wird die Ver-
wertbarkeit der Aussagen von Dritten (Zeugen / Auskunftspersonen) unten in E. II. 
4.3 geprüft. 

- 24 - 

II. Materielle Erwägungen 

1. Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB) 

1.1  Anklagevorwurf  

 Zusammengefasst wirft die Anklage den beiden Beschuldigten vor, im Zeitraum 
vom 6. Juli 2009 bis 5. August 2011 vorsätzlich und in bandenmässiger Bege-
hung die Einziehung von verbrecherischen Vermögenswerten im Umfang von 
insgesamt EUR 2'878’547.40 vereitelt zu haben. Dies indem der Beschuldigte A. 
von seinem Büro in Kiew aus, im Auftrag des Beschuldigten MARTYNENKO, den 
Schweizer Banken C. und E. SA den Auftrag zur Ausführung von 57 Transaktio-
nen von den schweizerischen Bankbeziehungen der Gesellschaft B. S.A. an Drit-
tempfänger im In- und Ausland gegeben habe, wobei die Banken die entspre-
chenden Überweisungen sodann ausgeführt hätten. An den Bankbeziehungen 
der B. S.A. sei der Beschuldigte MARTYNENKO der wirtschaftlich Berechtigte ge-
wesen. Die Gelder würden aus unrechtmässigen Kommissionszahlungen der 
tschechischen Atomkraftwerkproduzentin SKODA im Umfang von EUR 6‘400‘782.-- 
an die B. S.A. stammen. SKODA habe diese Kommissionen an B. S.A. bezahlt, 
um als Gegenleistung den Zuschlag zur Lieferung von Bauteilen an die ukraini-
sche staatliche Betreiberin von Kernkraftwerken NAEK ENERGOATOM bzw. de-
ren Unterabteilung ATOMKOMPLEKT zu erhalten. Der Zuschlag der staatlichen 
Lieferverträge zu Gunsten von SKODA sei von M., dem damaligen Direktor von 
ATOMKOMPLEKT und Vertrauten des Beschuldigten MARTYNENKO, sicherge-
stellt worden. M. habe seine amtliche Funktion im Rahmen der Ausschreibungs-
verfahren («tender») missbraucht, und es sei zu diversen Verletzungen der uk-
rainischen Ausschreibungsgesetzgebung gekommen. Die B. S.A. habe keine 
geldwerte Gegenleistung für den Erhalt der Kommissionen erbracht. Dadurch 
seien sowohl NAEK ENERGOATOM als auch SKODA je um die Höhe der un-
rechtmässigen Kommissionen geschädigt worden (vgl. AKS Ziffern 1.1 - 1.1.4; 
TPF pag. 76.100.007-065). 

1.2 Erstinstanzliches Urteil 

1.2.1 Gestützt auf die Würdigung der Beweise erachtete es die Vorinstanz in Bezug 
auf eine allfällige Geldwäschereivortat als erwiesen, dass es sich bei den Zah-
lungen der SKODA an die B. S.A. um Schmiergeldzahlungen gehandelt habe, 
um SKODA in den Vergabeverfahren jeweils ohne Weiteres den Zuschlag zu 
ermöglichen. Die Vorinstanz berief sich dabei insbesondere darauf, dass die B. 
S.A. für die Kommissionszahlungen keine Gegenleistung erbracht habe sowie 
auf eine Verbandelung M.s mit der B. S.A., verbunden mit Unregelmässigkeiten 
in den Vergabeverfahren. Die Vorinstanz bezeichnete M. dabei als «Direktor der 
ATOMKOMPLEKT» (z.B. E. 3.6.1.2 lit. f, S. 38), als «Mitglied des Tender-

- 25 - 

Komitees» (E. 3.6.1.2 lit. f, S. 38), als «Direktor des Tender-Komitees» (E. 3.6.1.2 
lit. f, S. 39), wie auch als «einen Direktor der NAEK ENERGOATOM» (E. 3.7.1.2 
lit. b Abs. 1, S. 45). Eine Gegenleistung zu erbringen, wäre der B. S.A. nach 
Auffassung der Vorinstanz zudem unmöglich gewesen, da sie zu keinem Zeit-
punkt über entsprechend kompetente Mitarbeiter verfügt habe. SKODA habe die 
Kommissions- bzw. Schmiergeldzahlungen von 15 - 20 % des Verkaufspreises 
jeweils im Verkaufspreis an NAEK ENERGOATOM weiterverrechnet, welche 
aufgrund des überhöhten Preises im Umfang von fast EUR 6,5 Millionen geschä-
digt worden sei. Beide Beschuldigten seien in die entsprechende Vortat involviert 
gewesen. Der Beschuldigte A. sei mit dem Vortäter M. in Kontakt gestanden, und 
der Beschuldigte MARTYNENKO habe im Hintergrund seine Kontakte spielen 
lassen. Insgesamt liege eine Vortat gemäss Art. 191 Abs. 2 und 5 des ukraini-
schen StGB (sinngemäss «Veruntreuung durch Amtsmissbrauch») in Form einer 
qualifizierten Tatbegehung vor. Auch die Strafbarkeit nach Schweizer Recht sei 
gegeben: Die durch M. im Rahmen der Ausschreibungsverfahren begangene un-
getreue Amtsführung (Art. 314 StGB) erfülle die Voraussetzungen der Vortat 
i.S.v. Art. 305bis Ziffer 1 StGB. Entgegen den Ausführungen in der Anklageschrift 
(mit Verweis auf u.a. deren Ziffer 1.1.1.1.10, S. 38 oben) sei hingegen nicht er-
sichtlich, inwieweit die SKODA durch die Überweisungen an die B. S.A. einen 
Schaden erlitten habe (vgl. Urteil SK.2019.77 E. 3.6 - 3.7.1.5; CAR pag. 
1.100.040-051). 

1.2.2 Die Vorinstanz kam ausserdem betreffend allfällige Geldwäschereihandlungen 
(Tatbeiträge) zum Schluss, dass der Beschuldigte A. jeweils den ahnungslosen 
Schweizer Bankangestellten den Auftrag gegeben habe, die Zahlungen (vorge-
worfene Transaktionen) auszuführen. Der Beschuldigte MARTYNENKO habe – 
als wirtschaftlich Berechtigter der B. S.A. – als Spiritus Rector des vorliegenden 
Konstrukts agiert. Er sei gegenüber den Bankangestellten, insbesondere bei der 
Anordnung der einzelnen Transfers, im Hintergrund geblieben und habe den Be-
schuldigten A. vorgeschoben. Die beiden Beschuldigten hätten vom Ausland 
aus, in mittäterschaftlicher Tatbegehung, die Bankangestellten als Werkzeuge 
gesteuert. Den Vereitelungscharakter der anklagerelevanten Transaktionen sah 
die Vorinstanz dabei als gegeben an. Die angeklagten und tatbestandsmässigen 
Überweisungen würden sich auf EUR 2’878’547.40 belaufen, was bei einem mitt-
leren Wechselkurs während des Begehungszeitraums rund Fr. 3'769'850.-- ent-
spreche (Urteil SK.2019.77 E. 3.7.2 - 3.7.2.3; CAR pag. 1.100.051-054). Der 
Beschuldigte MARTYNENKO habe – mittels Instruktionen gegenüber dem Be-
schuldigten A. – die einzelnen Überweisungen initiiert, weshalb MARTYNENKO 
in Bezug auf sämtliche objektiven Geldwäschereihandlungen mit direktem Vor-
satz gehandelt habe. Der Beschuldigte A. wiederum habe die einzelnen Über-
weisungen selber – im Wissen um die Tatumstände und mit dem Ziel der Ver-
schleierung – den Bankangestellten in Auftrag gegeben, weshalb auch er in 

- 26 - 

Bezug auf die einzelnen Geldwäschereihandlungen mit direktem Vorsatz ge-
handelt habe. Insbesondere aufgrund des fest verbundenen und stabilen 
Teams in Verbindung mit der hoch organisierten Kooperation, bzw. des rei-
bungslosen und erfolgreichen Zusammenwirkens der beiden Beschuldigten, er-
achtete die Vorinstanz den Qualifikationsgrund der Bandenmässigkeit gemäss 
Art. 305bis Ziffer 2 lit. b StGB als erfüllt. Die beiden Beschuldigten hätten sich 
im Ergebnis hinsichtlich der angeklagten 57 Transaktionen und damit im 
Umfang von umgerechnet rund Fr. 3'770'000.-- der qualifizierten Geldwäsch-
erei i.S.v. Art. 305bis Ziffer 1 und Ziffer 2 lit. b StGB schuldig gemacht (Urteil 
SK.2019.77 E. 3.7.2 - 3.7.6; CAR pag. 1.100.051-057). 

1.3 Standpunkte der Verfahrensbeteiligten 

1.3.1 Beschuldigter MARTYNENKO  

1.3.1.1 MARTYNENKO verwies im Parteivortrag anlässlich der Berufungsverhandlung 
(CAR pag. 7.300.013 ff.; 7.200.017) unter anderem auf seinen erstinstanzlichen 
Parteivortrag (TPF pag. 76.721.070 ff.) und seine Berufungserklärung (CAR pag. 
1.100.323 ff.). Zudem hielt er sein letztes Wort (CAR pag. 7.200.028 f.). Zusam-
mengefasst bringt MARTYNENKO insbesondere Folgendes vor: 

1.3.1.2 Die BA habe 2015 dem ukrainischen Oppositionspolitiker LLLLL. mitgeteilt, dass 
sie gegen MARTYNENKO wegen Geldwäscherei und Bestechung fremder Amts-
träger ermittle. Dadurch sei der Druck auf die ukrainischen Behörden erhöht wor-
den, das bisher unbeantwortete Rechtshilfegesuch der BA vom 15. März 2015 
zu behandeln. LLLLL. habe die Pressemitteilung der BA auf seiner Homepage 
veröffentlicht und den ukrainischen Abgeordneten gezeigt, um MARTYNENKO 
zum Rücktritt als Parlamentsabgeordneter zu zwingen. Die BA habe mit ihrem 
Vorgehen die Unschuldsvermutung von MARTYNENKO verletzt und damit seine 
Reputation und politische Karriere ruiniert (TPF pag. 76.721.070-073; -081 f.; 
CAR pag. 7.300.017 ff.; -022). Während sieben Jahren Ermittlungen sei kein ein-
ziger Zeuge aufgetreten, um die in der Anklageschrift der BA vertretene These 
zu belegen, dass MARTYNENKO in den Vergabeverfahren von NAEK ENER-
GOATOM betreffend Zuteilung der Verträge an SKODA irgendeine Rolle gespielt 
hätte. Im Rechtsgutachten des Schweizerischen Instituts für Rechtsvergleichung 
(SIR) vom 29. Oktober 2015 seien die Experten im ukrainischen Recht vielmehr 
zum Schluss gekommen, dass es für MARTYNENKO unmöglich gewesen sei, 
den Vergabeprozess zu beeinflussen (mit Verweis auf BA pag. 16.100.142; TPF 
pag. 76.721.070-074; -083; CAR pag. 7.300.028 f.). Die Anklageschrift ver-
schweige unter anderem, dass SKODA in technischer Hinsicht die einzige Ge-
sellschaft gewesen sei, welche die von NAEK ENERGOATOM verlangten Leis-
tungen habe erbringen können. Alle von SKODA und NAEK ENERGOATOM un-
terzeichneten Verträge seien erfüllt worden. Keiner der Vergabeentscheide oder 

- 27 - 

Verträge sei widerrufen oder aufgehoben worden. Dies, obwohl die Anklage be-
haupte, dass gewisse Vergaben hätten widerrufen werden müssen wegen Nicht-
beachtens der Bedingungen, die das ukrainische Gesetz über die öffentlichen 
Vergaben vorsehe. Da die Verjährung gedroht habe, behaupte die BA nunmehr, 
dass eine kriminelle Bande bestanden habe, wobei es keine Beweise für irgend-
eine Koordination zwischen MARTYNENKO, M. und JJ. gebe. Zugunsten von M. 
und JJ. seien keinerlei Zahlungen ausgeführt worden; diese hätten kein finanzi-
elles Interesse an einer Teilnahme an einer angeblichen Bande gehabt (TPF pag. 
76.721.070-075 f.; -083 f.; CAR pag. 7.300.019; -021). Es gebe keine Beweise 
eines Schadens, eines Amtsmissbrauchs durch M. und JJ., und erst recht nicht 
Beweise einer Schuld von MARTYNENKO. Die Anklage habe keine Substanz; 
sie beruhe auf subjektiven, unbewiesenen Eindrücken, Annahmen und Thesen 
der BA. Es gebe keine Parteien, welche vor Gericht stünden, um zu bestätigen, 
einen Schaden erlitten zu haben (TPF pag. 76.721.070-077 f.; -086; -090 ff.; CAR 
pag. 7.300.021; -028 ff.). Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine / National 
Anti-Corruption Bureau of Ukraine [nachfolgend: NABU; vgl. https://nabu.gov.ua/en/] 
sei eine Paralleljustiz, ein verlängerter bewaffneter Arm der Amerikaner; sie sei 
nicht unabhängig und ihre Aktivität politisch gefärbt. MARTYNENKO werde aus 
politischen Gründen verfolgt (TPF pag. 76.721.073, -078 ff.; CAR pag. 7.300.018 ff.). 
Die am 10. Februar 2020 von MARTYNENKO eingereichten witness statements 
von Personen, die bei NAEK ENERGOATOM gearbeitet hätten, würden aufzei-
gen, dass diese niemals unter Druck gesetzt worden seien, um für SKODA zu 
stimmen, und dass MARTYNENKO die Vergabeverfahren nicht beeinflusst habe. 
Letzterer Schluss gehe auch aus dem Gegengutachten des ukrainischen Justiz-
ministeriums vom 8. Februar 2018 hervor (TPF pag. 76.721.082; -084; CAR pag. 
7.300.027). Betreffend die angebliche Vortat berufe sich die BA alternativ auf 
Art. 191 Abs. 5 des ukrainischen StGB (Veruntreuung) bzw. auf Art. 206 (Verun-
treuung) sowie Art. 240 (Steuerhinterziehung) des tschechischen StGB. Diese 
Bestimmungen seien vorliegend jedoch nicht einschlägig. Für die Veruntreuung 
fehle es an einer MARTYNENKO anvertrauten Sache, einem hohen Betrag so-
wie einer organisierten Gruppe. Steuerhinterziehung komme nicht in Frage, weil 
die Schweiz diesbezüglich im angeblichen Tatzeitraum von 2009 - 2011 keine 
Rechtshilfe gleistet habe, weshalb dadurch gegen den Spezialitätsgrundsatz 
verstossen würde (TPF pag. 76.721.087-090; CAR pag. 7.300.024 ff.; -031 ff.). 

1.3.1.3 Die Vorinstanz habe die beiden Beschuldigten willkürlich der bandenmässigen 
Geldwäscherei schuldig gesprochen und betreffend A. ohne rudimentäre Prüfung 
den Begriff der Gehilfenschaft verworfen, obwohl in der ukrainischen Anklage-
schrift die A. zugedachte Rolle nur jene des Gehilfen sei (mit Verweis auf Com-
mentaire romand, Code pénal II, Art. 305bis StGB N. 53, sowie BGE 124 IV 86 
E. 2b). Die Argumentation der Vorinstanz werde auch durch die Zeugenaussagen 
von Personen, die in der Leitung von NAEK ENERGOATOM tätig seien, widerlegt, 

- 28 - 

denen zufolge sie nie Anweisungen befolgt hätten und / oder unter Druck gesetzt 
worden seien, den Auftrag an SKODA zu vergeben. Diesbezüglich sprächen die 
Schlussfolgerungen des Gegengutachtens des Justizministeriums der Ukraine 
vom 30. Januar 2018, das von MARTYNENKO am 10. Februar 2020 ins Recht 
gelegt und als Beweismittel zugelassen worden sei, für sich selbst. Sie seien je-
doch im angefochtenen Urteil gänzlich ausser Acht gelassen und nicht einmal er-
wähnt worden. Schliesslich fehle im angefochtenen Urteil eine Begründung bezüg-
lich der Abwesenheit von Strafklägern (angeblichen Geschädigten, namentlich 
SKODA bzw. NAEK ENERGOATOM). Es werde Iediglich der Inhalt von Art. 191 
des ukrainischen StGB bzw. Art. 206 des tschechischen StGB in Erinnerung geru-
fen, ohne die entscheidende Frage zu stellen, ob gemäss dem gewählten Recht 
eine strafbare Vortat existiere. Die Vorinstanz habe Art. 314 StGB als Norm für die 
Anwendung des Prinzips der doppelten Strafbarkeit verletzt. Ebenso seien Art. 426 
und 429 StPO im Zusammenhang mit der Einstellung des Verfahrens wegen Be-
stechung fremder Amtsträger (Art. 322septies StGB) verletzt worden. Zudem sei der 
Grundsatz in dubio pro reo missachtet worden, insbesondere da es keine bezif-
ferte Forderung als Schaden der NAEK ENERGOATOM gebe (CAR pag. 
1.100.324-334; 7.300.024 ff.). 

1.3.1.4 Die BA habe absichtlich keine Dokumente übersetzen lassen, welche die Be-
schuldigten entlasteten. Sie habe die erstinstanzliche Behörde über den tatsäch-
lichen Sachverhalt getäuscht und systematisch die Zurückweisung neuer und 
entlastender Elemente verlangt. Sie habe MARTYNENKO gegenüber seit Jahren 
ständig voreingenommen und abseits der Prozessordnung gehandelt (CAR pag. 
7.300.013-016; 7.200.028). Es gebe weder eine Vortat noch irgendeinen Scha-
den, sei es in der Ukraine oder in der Tschechischen Republik (CAR pag. 
7.300.028-034). Schliesslich sei nicht nachvollziehbar, dass A. in der Schweiz 
als Mittäter betrachtet werde, wenn er in der ukrainischen Anklageschrift als Ge-
hilfe bezeichnet werde (CAR pag. 7.300.034 f.). 

1.3.2 Beschuldigter A.  

1.3.2.1 A. bringt vor, er sei unbestrittenermassen Zeichnungsberechtigter auf dem Konto 
der B. S.A. gewesen. Sowohl die B. S.A. als auch er persönlich seien bereits in 
der MROS-Meldung der Bank C. bzw. der entsprechenden anschliessenden No-
tiz des Fedpol an die BA vom 24. JuIi 2013 (BA pag. 05.101-0001 ff.) namentlich 
genannt worden. Die BA habe – gemäss Aktennotiz vom 15. August 2013 (BA 
pag. 01.000-0001) – bereits von Anfang an den hinreichenden Tatverdacht ge-
habt, dass die Vermögenswerte von B. S.A. als mutmassliche Bestechungsgel-
der bezeichnet und die nachfolgenden Transaktion [recte: Transaktionen] als 
Geldwäschereihandlungen qualifiziert werden können. Ein Verfahren eröffnet 
worden sei anschliessend aber nur gegen MARTYNENKO, wegen Verdachts der 
Bestechung fremder Amtsträger und wegen Geldwäscherei. A. hingegen sei 

- 29 - 

damals nur als Zeuge (nicht als Auskunftsperson oder Beschuldigter) befragt 
worden. Erst am 29. Juni 2018 – rund fünf Jahre später – sei das gleiche Verfah-
ren, wegen des gleichen Verdachts der Geldwäscherei, auch auf A. ausgedehnt 
worden. Gemäss Ausdehnungsverfügung sei A. an Geldwäschereihandlungen 
über Konten der B. S.A. beteiligt gewesen, indem er als bevoIImächtigter Vertre-
ter der Gesellschaft [B. S.A.] und Unterschriftsberechtigter derer Konten vermö-
gensrechtliche Verwaltungsaufgaben übernahm und sämtliche Zahlungsaufträge 
mittels Einzelunterschrift formell in Auftrag gab. All das sei indessen schon im 
Sommer 2013 bekannt gewesen, und die Belege für seine Unterschriftsberechti-
gung und für die von ihm unterschriebenen Zahlungsaufträge seien ebenfalls 
kurz darauf vorhanden gewesen. A. sei 2015/16 drei Mal als Zeuge einvernom-
men worden. Er sei im gleichen Verfahren von einem Tag auf den anderen vom 
Zeugen zum Mitglied einer Bande internationaler Krimineller «befördert» worden. 
Diese plötzliche Umqualifizierung sei falsch und das Vorgehen der BA gegenüber 
A. rechtsmissbräuchlich gewesen (TPF pag. 76.721. 093-102; CAR pag. 7.300.051). 
Das ukrainische Strafverfahren des NABU und das hiesige Verfahren der BA 
seien so eng ineinander verzahnt, dass die beiden Verfahren faktisch als Einheit 
angesehen werden müssten. Deshalb sei vorliegend ein strikter Nachweis der 
deliktischen Herkunft der Vermögenswerte geboten. AIIes andere wäre ein ge-
schlossener Kreis sich gegenseitig selbst beweisender Anklagen und widersprä-
che der Unschuldsvermutung. Wegen Fehlens eines genügenden Nachweises 
der strafbaren Vortat müsse vorliegend ein Freispruch erfolgen (TPF pag. 
76.721.103-106).  

 Zudem fehle in der Anklageschrift der Nachweis eines staatlichen Einziehungs-
anspruchs, den die beiden Beschuldigten hätten vereiteln können (TPF pag. 
76.721.106 f.). Auch sei zu berücksichtigen, dass A. das Teilnahmerecht i.S.v. 
Art. 147 Abs. 1 StPO bis zum 29. Juni 2018 nicht gewährt worden sei. Die Ankla-
geschrift verweise in den Ziffern 1.1.3 und 1.1.12 jedoch auf die frühere, unver-
wertbare Zeugenaussage von I.. Die BA verwende auch die absolut unverwert-
baren Aussagen von KKK. als Beleg für ihre Behauptungen (TPF pag. 
76.721.108 ff.; CAR pag. 7.300.052 f.). Des Weiteren seien auch die Zeugen FF., 
EE., M. und JJ. rechtshilfeweise zu einer Zeit einvernommen worden, als A. nicht 
als Beschuldigter am Verfahren teilgenommen habe. Er sei deshalb nie mit den 
Zeugen konfrontiert worden, weshalb diese Aussagen gegen ihn ebenfalls abso-
lut unverwertbar seien. Auch durch die Aussagen von J. würden die Behauptun-
gen der BA nicht belegt. Teilweise habe die BA versucht, ihren strategischen 
Fehler bezüglich der verletzten Konfrontationsrechte von A. dadurch zu heilen, 
dass Sie ihm in der rechtshilfeweise durchgeführten Einvernahme im Januar 
2019 Vorhalte aus anderen Einvernahmen gemacht habe. Dadurch könne die 
Verletzung des Konfrontationsrechts keinesfalls geheilt werden (TPF pag. 
76.721.111 ff.). A. habe in diesem Strafverfahren kein Gesuch um Wiederholung 

- 30 - 

gestellt. Dies sei nicht nötig gewesen, denn die Unverwertbarkeit der vor der Aus-
dehnungsverfügung erhobenen (Zeugen-)Beweise sei auch seitens der BA unbe-
stritten (TPF pag. 76.721.113 f.). Der Bericht der BKP vom 13. September 2018 
(BA pag. 10.300-0152 ff.), welcher als Grundlage für die Anklageschrift gedient 
habe, sei betreffend A. ebenfalls nicht verwertbar. Denn der Bericht analysiere in 
Bezug auf A. dessen eigene unverwertbaren Zeugenaussagen sowie zahlreiche 
unverwertbare Zeugenaussagen anderer Personen, mit denen A. (der zu diesem 
Zeitpunkt noch gar keinen Verteidiger gehabt habe) nie konfrontiert worden sei. 
Soweit sich die Anklageschrift in Bezug auf A. (explizit oder implizit) auf diesen 
Bericht stütze, müssten die entsprechenden Behauptungen damit ebenfalls als 
unbewiesen gelten (TPF pag. 76.721.114). Die Anklageschrift werfe A. keine Be-
teiligung an der strafbaren Vortat vor, und eine solche Beteiligung ergäbe sich 
auch nicht aus den Akten. Es deute auch nichts darauf hin, dass A. um die an-
gebliche Vortat bzw. die angeblich verbrecherische Herkunft der Gelder gewusst 
hätte. Der subjektive Tatbestand sei nicht erfüllt (TPF pag. 76.721.115-126). 

1.3.2.2 A. bestreitet, dass der Nachweis der Vortat durch die Anklageschrift des NABU 
und den Beschluss zur Einleitung der Strafverfolgung in der Tschechischen Re-
publik gelungen sei. Die Vorinstanz verkenne sodann den Begriff der «Bande», 
wenn sie aufgrund des Beweisergebnisses bei den beiden Beschuldigten von 
einer «bandenmässigen Begehung» ausgehe. Das Vorliegen einer Bande werde 
vielmehr nur deshalb herbeiargumentiert, weil man in casu die qualifizierte Be-
gehungsform zur Vermeidung der Verjährung benötige. Schliesslich verkenne 
die Vorinstanz den subjektiven Tatbestand des Berufungsklägers A.. Sie führe 
aus, A. sei als Mitarbeiter der B. S.A. über den Abschluss und die Unterzeichnung 
von fiktiven Vereinbarungen zur Schaffung von sichtbaren rechtlichen Grundla-
gen informiert gewesen und habe gewusst, dass die Gelder in Tat und Wahrheit 
Schmiergeldzahlungen darstellten. Ein für eine Verurteilung genügender Nach-
weis dieses Wissens liege indessen nicht vor. Mangels subjektiven Tatbestands 
des Berufungsklägers habe dieser daher auch keine Stellung als Mittäter zu einer 
allfälligen Geldwäscherei (CAR pag. 1.100.115 f.). 

1.3.2.3 Es sei keine Geldwäscherei begangen worden. Es fehle schon an der notwendi-
gen Vortat. Dies gelte auch unter Anwendung der BeweiserIeichterung gemäss 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach hinsichtlich der Vortat kein 
strìkter Nachweis erforderlich sei. Die behauptete Bandenmässigkeit beruhe auf 
reinen Mutmassungen der BA und sei aufgrund der Akten nicht zu erkennen. Die 
BA versuche, mit unverwertbaren Aussagen den Anschein einer Bandenmässig-
keit zu belegen. Die Anklageschrift strotze vor unfundierten Annahmen, welche 
die Grundlage der Vorwürfe gegen die Beschuldigten bildeten. Die inzwischen 
gewonnenen Erkenntnisse, insbesondere jene aus den Einvernahmen anlässlich 
der Berufungsverhandlung sowie aus den neu eingegangenen Beweisen, 

- 31 - 

würden klar darauf hinweisen, dass keine GeIdwäschereivortat verübt worden 
sei. Es ergebe sich dadurch ein ganz anderes Bild als in der Anklageschrift. Die 
Hauptargumente der Anklage, nämlich, dass überhöhte Preise bezahlt worden 
seien und eine Vortat in Tschechien und in der Ukraìne vorliege, könnten einer 
gerichtlichen Überprüfung nicht mehr standhalten. Dasselbe gelte für das Argu-
ment der BA, dass bei der Vergabe der Lieferungen an SKODA Gesetze und 
Regeln verletzt worden seien. Es sei insbesondere klar geworden, dass diese 
Vergaben betreffend Atomkraftwerk-Bestandteile nicht verglichen werden könn-
ten mit der Beschaffung von gewöhnlichen Gegenständen; vielmehr kämen be-
sondere Umstände zum Tragen, aufgrund von technischen, finanziellen und his-
torischen Überlegungen. Die entsprechende Erklärung, weshalb sich die Ver-
gabe an SKODA aufgedrängt habe, überzeuge. Von einer Geldwäschereivortat 
in Tschechien könne insbesondere angesichts des freisprechenden tschechi-
schen Urteils keine Rede sein. Auch die Ausführungen von EE. hätten unmiss-
verständlich klar gemacht, dass die Zahlungen von SKODA an B. S.A. rechtmäs-
sig gewesen seien, nämlich für von B. S.A. erbrachte zulässige Dienstleistungen. 
Zudem sei auf EE.s Bemerkung hinzuweisen, dass die Polizei bei der Haus-
durchsuchung bei SKODA gar nicht alle Unterlagen zu den fraglichen Verträgen 
mitgenommen habe, sondern trotz Hinweis auf weitere Dokumente sich mit eini-
gen ihnen passenden Dokumenten begnügt habe (CAR pag. 7.300.050-060; 
-062 f.; 7.200.018 f.; -027 f.). 

1.3.3 Drittbetroffene B. S.A. 

Die B. S.A. bringt insbesondere Folgendes vor: Die Anklageschrift der BA be-
haupte ohne Referenz, ohne faktische Abklärung oder Begründung, dass MAR-
TYNENKO spätestens im Jahr 2006 – also vor Urzeiten – seinen kriminellen Plan 
gefasst habe. Es werde einfach behauptet, dass MARTYNENKO faktischer Ent-
scheidungsträger der ukrainischen NAEK ENERGOATOM gewesen sei. Dies mit 
dem Verweis darauf, dass in Staaten wie der Ukraine Kompetenzregelungen un-
beachtlich seien. Es sei aktenkundig, dass MARTYNENKO nicht Mitglied der 
Tenderkommission gewesen sei und auch keinen Einfluss auf die Auftrags-
vergabe der NAEK ENERGOATOM gehabt habe. Das gesamte Beschaffungs-
verfahren sei erläutert worden – eine komplizierte Geschichte, bei welcher weder 
MARTYNENKO noch A. irgendeinen Einfluss gehabt hätten. Wo sie keinen Ein-
fluss gehabt hätten, habe auch kein Missbrauch stattfinden und dieser auch nicht 
bezahlt werden können. Das sei an der Berufungsverhandlung durch drei Aus-
kunftspersonen übereinstimmend mehrfach wiederholt und erklärt worden. Der 
schriftliche Bericht von M. vom 19. April 2024 sei nachvollziehbar, erläutert, be-
legt und überprüfbar. Er decke sich mit den Aussagen der beiden anderen be-
fragten Auskunftspersonen. Das sei [entgegen der Behauptung der BA] keine 
getürkte Eingabe. Dass M. im gleichen Hotel wie der Staatsanwalt residiere, 

- 32 - 

mache beide nicht unglaubwürdig, weder den Staatsanwalt noch die Auskunfts-
person. Auch gemäss den Aussagen der Mitglieder der Tenderkommission (mit 
Verweis auf TPF pag. 76.521.004 ff.) habe es keine Einflussnahme gegeben. 
Wäre durch die ukrainische Tenderkommission der russische [statt der tschechi-
sche] Lieferant gewählt worden, so wäre der Vorhalt der Bestechung vielleicht 
sogar glaubhaft. Es werde behauptet, der Modus Operandi habe darin bestan-
den, den Verkaufspreis künstlich zu erhöhen (15 - 20 %), um diese Gelder an 
Drittfirmen weiterzuleiten, ohne dass eine Gegenleistung erbracht worden wäre. 
Täter seien MARTYNENKO, M., JJ., EE. (SKODA) und A. gewesen. Immerhin 
sei heute bekannt, dass die tschechischen Gerichte diese Meinung nicht teilen 
würden. Auch in der Ukraine sei kein Schaden entstanden. Die Preise seien, ab-
gesehen von Kursschwankungen und Teuerung, unverändert gewesen. Es sei 
eine Tatsache, dass JJ., handelnd für die B. S.A., Leistungen erbracht habe, eine 
vorteilhafte Finanzierung über Exportgarantien gefunden habe, Beratung und 
Kenntnis über künftige Bedürfnisse der NAEK ENERGOATOM geteilt habe, sein 
Wissen verkauft habe. Bis 2007 sei JJ. Deputy Director der ATOMKOMPLEKT 
gewesen. Seit dem 24. Februar 2014 sei das den Untersuchungsbehörden be-
kannt gewesen (mit Verweis auf BA pag. 16.100-0052); das Schreiben von RA 
Schaad an Staatsanwalt Köhli; beigelegt die Erklärungen von JJ.. Es habe keine 
strafbare Vortat stattgefunden. Und so wüssten wir auch, wieso die Untersu-
chungsbehörde bei den wirklichen Entscheidungsträgern keine Einzahlungen 
von Schmiergeldern gefunden habe (CAR pag. 1.100.340 f.; 7.300.064-067; 
7.200.019 f.). Ohne belegte Vortat sei keine Geldwäscherei, und ohne Geldwä-
scherei keine Einziehung möglich. Und selbst wenn die Berufungskammer den 
zwar weitschweifenden, aber eben doch zu phantasiereichen Ausführungen der 
Anklageschrift folgen sollte, wären in Anwendung der Verjährungsregeln die Gut-
haben der B. S.A. freizugeben (CAR pag. 7.300.068 f.; 7.200.021). 

1.3.4 Drittbetroffene G. Ltd. 

 Gemäss Berufungserklärung der G. Ltd. bejahe die Vorinstanz zu Unrecht das 
Vorliegen einer strafbaren Vortat zur behaupteten Geldwäscherei. Diese Vortat 
sei durch die vorliegenden Akten nicht nachgewiesen. Ebenso verkenne die Vor-
instanz den Begriff der «Bande» und bejahe diesen zu Unrecht. Entfalle die ban-
denmässige Begehung, sei die angebliche Geldwäscherei bereits verjährt. Die 
Vorinstanz behaupte ferner zu Unrecht – und ohne dass sich die B. S.A. und die 
G. Ltd. dazu hätten äussern können – dass der Beschuldigte MARTYNENKO der 
wirtschaftlich Berechtigte dieser beiden Gesellschaften sei (vgl. CAR pag. 
1.100.340 f.). 

 

 

- 33 - 

1.3.5 Bundesanwaltschaft 

 Zusätzlich zur Zusammenfassung des Anklagevorwurfs (oben E. II. 1.1.) werden 
nachfolgend die (ergänzenden bzw. präzisierenden) Ausführungen in den Partei-
vorträgen der BA anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sowie Beru-
fungsverhandlung zusammengefasst. 

1.3.5.1 Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bezog sich die BA (vertreten 
durch Staatsanwalt des Bundes Urs Köhli) in ihrem Parteivortrag vor allem auf 
ihre Anklageschrift, bzw. machte weitere Erläuterungen zu dieser (vgl. TPF pag. 
76.721.001 ff.). Zusätzlich wurden insbesondere Ausführungen betreffend die 
vorzunehmende Strafzumessung gemacht (TPF pag. 76.721.055-062).  

1.3.5.2 Anlässlich der Berufungsverhandlung machte die BA in ihrem Parteivortrag (CAR 
pag. 7.300.071 ff.; 7.200.021 ff.) insbesondere Folgendes geltend: An der Vortat 
in der Ukraine seien – als Bande – unter anderem MARTYNENKO, A. und letzt-
lich wohl auch M. beteiligt gewesen (CAR pag. 7.300.074; 7.200.022 Ziffer 5). 
Die Vortat in der Ukraine, so sie denn erstellt sei, sei relativ simpel: SKODA habe 
im ukrainischen Ausschreibungsverfahren nur aufgrund der ungetreuen Amtsfüh-
rung von M. und Konsorten den Zuschlag für den Abschluss von Lieferverträgen 
mit der staatlichen ukrainischen NAEK ENERGOATOM bzw. ATOMKOMPLEKT 
erhalten. Das gesamte Auftragsvolumen habe ca. EUR 34,5 Mio. betragen. Für 
diese strafbare Einflussnahme durch die ukrainischen Funktionäre habe SKODA 
ca. 18,5 % des fakturierten Preises bezahlt, in der Form von rund EUR 6,4 Mio. 
«Kickbacks» an die B. S.A. – ohne dass diese irgendeine nennenswerte, legale 
und adäquate Gegenleistung erbracht hätte. Hinter der B. S.A. stehe MARTY-
NENKO. Sein Gefolgsmann und Mittäter A. habe die B. S.A. für ihn betreut. Es 
gehe nicht um Bestechung in der Tschechischen Republik. Auch nicht um Ver-
untreuung, sondern einzig um ungetreue Amtsführung (Art. 314 StPO) in der Ukra-
ine (CAR pag. 7.300.075 f.; 7.200.022 Ziffern 6 - 9). Die Aussagen von M. seien 
allesamt Schutzbehauptungen; auch dessen getürkte Eingabe vom 19. April 
2024, die er offensichtlich nicht selbst verfasst habe, könne man vergessen. M. 
sei von der Verteidigung produziert und instruiert gewesen. Die Behauptung der 
Verteidigung (und auch von M.), wonach kein anderes Unternehmen als die 
SKODA dem ukrainischen Staat ein besseres Angebot hätte unterbreiten können 
und das ganze Argumentationskonstrukt sei blosse Ablenkung und klar akten-
widrig (vgl. CAR pag. 7.300.078 ff. m.w.H. sowie 7.701.008 Rz. 17 - 20). Das 
reguläre Ausschreibungsverfahren sei von den Beschuldigten und den weiteren 
involvierten ukrainischen Amtsträgern, insbesondere M., systematisch manipu-
liert und unterlaufen worden. Gegen die rechtswidrigen Verstösse im ukraini-
schen Ausschreibungsverfahren durch ukrainische Amtsträger und Vertreter der 
SKODA hätten die Auskunftspersonen HHHHH. und M. kein einziges glaubhaftes 
Argument vorbringen können. Die Auskunftsperson HHHHH. sei absolut 

- 34 - 

unglaubwürdig – wobei er sicher ein Funktionär mit diesem Fachwissen sei; auch 
er sei offensichtlich von der Verteidigung präpariert und dem Gericht präsentiert 
worden. Die Amtspflichtverletzungen und damit die Vortat in der Ukraine seien 
klarerweise erstellt (CAR pag. 7.300.084 ff.). Entscheidend sei das persönliche 
Netzwerk von MARTYNENKO gewesen, das ihn zum faktischen Entscheidungs-
träger über die finanziellen Ressourcen von NAEK ENERGOATOM gemacht 
habe (mit Verweis auf AKS, S. 8). Konspirative Abreden, korrumpierende Ein-
flussnahme, Druckausübung würden direkt, persönlich erfolgen, aber informell 
und ohne paper trail. Der Beweis dafür finde sich nicht direkt in den Akten – man 
müsse den mühsamen Weg über den Indizienbeweis gehen, und das habe letzt-
lich auch die Vorinstanz getan (CAR pag. 7.300.092 ff.). Die Sache gegen MAR-
TYNENKO sei spruchreif. Für die BA stehe aufgrund von Sachbeweisen wie E-
Mails, Rechnungen etc. auch weiterhin ausser Frage, dass A. allein schon mit 
seiner engen Anbindung an M. und EE. selber in die Vortat involviert gewesen 
sei. Die Vortat zu den angeklagten Geldwäschereihandlungen und auch die 
Geldwäschereihandlungen seien ohne Weiteres erstellt. Beide Beschuldigten 
hätten mit direktem Vorsatz, als Mittäter und Bandenmitglieder gehandelt; zudem 
auch gewerbsmässig. Es liege eine «schwere Geldwäscherei» in ihrer generi-
schen Form vor (CAR pag. 7.300.096-108). Darauf folgten Ausführungen der BA 
zu Strafzumessung, Einziehung und Ersatzforderung, Kosten und Entschädi-
gungsfolgen sowie der Schluss des Parteivortrags. Das erstinstanzliche Urteil sei 
vollumfänglich zu bestätigen (CAR pag. 7.300.109-108; 7.200.027 f.). 

2. Rechtliches zum Tatbestand der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis 

Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB) 

 Zum Tatbestand der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 
lit. b StGB) wurden im vorinstanzlichen Urteil SK.2019.77 eingehende rechtliche 
Ausführungen gemacht, gegliedert in einleitende Anmerkungen (dortige E. 3), 
den objektiven Tatbestand (E. 3.1), subjektiven Tatbestand (E. 3.2), die mittäter-
schaftliche Begehung (E. 3.3) und die Qualifikation (Bandenmässigkeit; E. 3.4). 
Diese Erläuterungen belegte die Vorinstanz mit zahlreichen Verweisen auf die 
Rechtsprechung und Lehre. Auf die erwähnten vorinstanzlichen Erwägungen 
kann demgemäss – insbesondere aus prozessökonomischen Gründen, bzw. zur 
Vermeidung von Wiederholungen – verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. 
unten E. II. 3.1.3). 

3. Beweisgrundsätze / Beweisverwertungsverbote / Beweisthema 

3.1 Beweisgrundsätze 

3.1.1 Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im 
erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Beweisabnahmen des 

- 35 - 

erstinstanzlichen Gerichts werden nur wiederholt, wenn: a. Beweisvorschriften 
verletzt worden sind; b. die Beweiserhebungen unvollständig waren; c. die Akten 
über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen. Die Rechtsmittelinstanz er-
hebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzli-
chen Beweise (Art. 389 StPO). Die Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung 
alle nach dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel 
ein, die rechtlich zulässig sind. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der 
Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Be-
weis geführt (Art. 139 Abs. 1 und 2 StPO). Art. 139 Abs. 2 StPO schränkt die ge-
richtliche Pflicht zur förmlichen Beweisführung wieder in engen Grenzen ein. Be-
stimmte Tatsachen müssen nicht bewiesen werden oder dürfen bereits vor dem 
Verfahren als bewiesen gelten. Art. 139 Abs. 2 StPO erlaubt damit in gewissem 
Umfang auch eine antizipierte Beweiswürdigung vor allem aus prozessökonomi-
schen Gründen (GLESS, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 139 StPO N. 31). 

3.1.2 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass 
die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Bestim-
mung konkretisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsvermutung 
(in dubio pro reo; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziffer 2 Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Der Grundsatz in dubio 
pro reo als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich der Strafrichter nicht von ei-
nem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn 
bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirk-
licht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, 
weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden 
kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, 
d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (Urteil des 
BGer 6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 E.3.2, mit Verweis auf BGE 124 IV 
86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2c). 

3.1.3 Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht für die tatsächliche und rechtliche 
Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz 
verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Diese Bestimmung dient der Prozessökonomie. 
Werden jedoch im Rechtsmittelverfahren erhebliche Einwände vorgebracht, wel-
che nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten, entfällt die Mög-
lichkeit der Verweisung (vgl. STOHNER, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 82 
StPO N. 13 mit Hinweisen). 

3.2 Beweisverwertungsverbote 

3.2.1 Einleitend ist zu dieser Thematik darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 3 Abs. 1 
StPO die Strafbehörden in allen Verfahrensstadien die Würde der vom Verfahren 

- 36 - 

betroffenen Menschen achten. (Abs. 2) Sie beachten namentlich: a. den Grund-
satz von Treu und Glauben; b. das Verbot des Rechtsmissbrauchs; c. das Gebot, 
alle Verfahrensbeteiligten gleich und gerecht zu behandeln und ihnen rechtliches 
Gehör zu gewähren; d. das Verbot, bei der Beweiserhebung Methoden anzuwen-
den, welche die Menschenwürde verletzen. Hierbei geht es letztlich um den kon-
ventions- und verfassungsrechtlichen Grundsatz des Fair Trial (vgl. (GLESS, 
a.a.O., Art. 3 StPO N. 1 ff. m.w.H.). 

 Beweisverwertungsverbote sind ein Teilbereich der Beweisverbote. Beweisver-
wertungsverbote untersagen der Strafbehörde, einen Beweis zu würdigen und 
ihrem Entscheid zugrunde zu legen, obwohl er erhoben worden und ihr faktisch 
verfügbar ist (vgl. HASLER, Rollenwechsel im Strafverfahren. Strafprozessuale 
und strafrechtliche Fragen beim Wechsel zwischen Zeugen, Auskunftspersonen 
und Beschuldigten, 2019, S. 79 ff. und 127 ff. mit ausführlichen Hinweisen). 

3.2.2 Die Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweise wird in Art. 141 StPO wie folgt 
geregelt: Beweise, die in Verletzung von Artikel 140 erhoben wurden, sind in kei-
nem Falle verwertbar. Dasselbe gilt, wenn dieses Gesetz einen Beweis als un-
verwertbar bezeichnet (Abs. 1). Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise 
oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, dürfen nicht 
verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer 
Straftaten unerlässlich (Abs. 2). Beweise, bei deren Erhebung Ordnungsvor-
schriften verletzt worden sind, sind verwertbar (Abs. 3). Die Aufzeichnungen über 
unverwertbare Beweise werden aus den Strafakten entfernt, bis zum rechtskräf-
tigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss gehalten und da-
nach vernichtet (Abs. 5). Die letztgenannte Bestimmung ist in der Praxis aller-
dings aus verschiedenen Gründen weitgehend undurchführbar (vgl. WOHLERS, 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 141 
StPO N. 48 ff.; sowie unten E. II. 3.2.5). 

3.2.3 Gemäss Art. 141 Abs. 4 StPO sind nicht nur illegal gesammelte (Erst-)Beweise, 
sondern auch diejenigen (Zweit-)Beweise unverwertbar, deren Erhebung nur durch 
die unverwertbaren (Erst-)Beweise möglich war. Diese Regelung soll einerseits die 
Beweisverwertungsverbote vor Aushöhlung schützen, andererseits dann eine 
Fernwirkung des Beweisverbots verhindern, wenn diese im Ergebnis als stos-
send empfunden würde, weil die Strafbehörden den Zweitbeweis auch unabhän-
gig vom illegalen Erstbeweis erlangt hätten. Nach herrschender Ansicht muss 
eine Fernwirkung – argumentum a fortiori, bzw. a maiore ad minus – auch und 
erst recht für die absoluten Beweisverwertungsverbote nach Art. 141 Abs. 1 StPO 
gelten. Dies ergibt sich aus der Gesetzessystematik und dem Sinn und Zweck 
von Beweisverboten (vgl. GLESS, a.a.O., Art. 141 StPO N. 88 ff.; WOHLERS, 
a.a.O., Art. 141 StPO N. 44). 

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3.2.4 Nach Art. 141 Abs. 4 StPO gilt die Fernwirkung der Beweisverbote für alle Folge-
beweise, deren Erhebung ohne die vorhergehende illegale Beweiserhebung nicht 
möglich gewesen wäre. Massgebliche Perspektive ist dabei die Sicht der Strafbe-
hörden vor Erlangung des illegalen Beweises. Ausschlaggebender Prüfungsmass-
stab ist, ob die Strafverfolgungsbehörden nach den konkreten Umständen des Ein-
zelfalls den Zweitbeweis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch 
ohne Kenntnis des illegal erhobenen Erstbeweises erlangt hätten. Dies entspricht 
tendenziell der Stossrichtung der «fruit of the poisonous tree»-doctrine im U.S.-
Recht (die in den USA allerdings starke Einschränkungen erfahren hat), an welcher 
sich der Gesetzgeber orientieren wollte (vgl. GLESS, a.a.O., Art. 141 StPO N. 91 - 
98; differenziert zur Thematik SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessord-
nung. Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 141 StPO N. 12 - 16). Wird die prozess-
ordnungswidrige Verfahrenshandlung prozessordnungsgemäss wiederholt, blei-
ben Folgebeweise, die aufgrund der ersten, prozessordnungswidrigen Verfahrens-
handlung erlangt worden sind, trotzdem unverwertbar. Dies ist z.B. dann der Fall, 
wenn eine unverwertbare Aussage als Vorhalt benutzt wird, nicht aber dann, wenn 
dies nicht geschieht (WOHLERS, a.a.O., Art. 141 StPO N. 46). 

3.2.5 In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Beweisverwertungsverbote 
nach richtiger Auffassung grundsätzlich nur Belastungsverbote, nicht auch Ent-
lastungsverbote sind. Mit anderen Worten sind Konstellationen denkbar, in denen 
Beweismittel, obwohl sie auf unzulässige Weise erlangt wurden, ausnahmsweise 
trotzdem verwertet werden können, soweit sie den Beschuldigten entlasten (vgl. 
GLESS, a.a.O., Art. 141 StPO N. 111 ff., insbesondere N. 116; JOSITSCH, Grund-
riss des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, S. 89 N. 280; 
SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., Art. 141 StPO N. 2; im Ergebnis gleicher Auffassung 
WOHLERS, a.a.O., Art. 141 StPO N. 42). 

3.3 Beweisthema 

3.3.1 Unbestrittene und erstellte Aspekte 

 Unbestritten und aufgrund der vorliegenden Beweise erstellt sind im Wesentlichen 
folgende Aspekte des anklagerelevanten Sachverhalts (AKZ 1 - 1.1.4 [TPF pag. 
76.100.001 ff.]; vgl. auch AKZ 3 - 4.2.2 [TPF pag. 76.100.066 ff.]): 

3.3.1.1 MARTYNENKO war im Zeitraum vom 29. März 1998 bis zum 4. Dezember 2015 
Volksabgeordneter im nationalen Parlament der Ukraine. In dieser Funktion war 
er zudem ab Mai 1998 Mitglied, ab Mai 2002 Stellvertretender Vorsitzender und 
ab Mai 2006 Vorsitzender der Parlamentarischen Kommission für Brennstoff, 
Energie, Nuklearpolitik und Nuklearsicherheit der Ukraine. Diese Kommission 
war zuständig für die Politik und Sicherheit im Bereich der nationalen Kern-

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energie, damit auch für die jährlichen Budgetanträge im Parlament bezüglich der 
im Kernenergiebereich zu investierenden Gelder (vgl. AKZ 1.1.1.1, S. 8 Abs. 1). 

3.3.1.2 M. war von 2005 bis 2006 und erneut ab August 2008 Direktor der ATOMKOM-
PLEKT (Unterabteilung der ukrainischen staatlichen NAEK ENERGOATOM; vgl. 
AKZ 1.1.1.1, S. 9; AKZ 1.1.1.2). 

3.3.1.3 JJ. war von 2005 bis 2006 stellvertretender Direktor der ATOMKOMPLEKT (vgl. 
AKZ 1.1.1.1, S. 9). 

3.3.1.4 A. war Zeichnungsberechtigter auf dem Konto der B. S.A. (oben E. II. 1.3.2.1). Er 
eröffnete im Januar 2007 für die B. S.A. bei der damaligen Q. (welche 2010 durch 
die E. SA übernommen wurde) eine Bankbeziehung