# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54ae6111-34bd-53ca-8a81-b77fedfacdc3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 25.01.2022 SK 2021 164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-164_2022-01-25.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 164

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. Januar 2022 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Friederich Hörr, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwä-
scherei und Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 26. Februar 2020 (PEN 2019 649)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Vorinstanz) erkannte mit 
Urteil vom 26. Februar 2020 was folgt (pag. 1424 ff., Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig 
qualifiziert begangen durch

1.1. den Besitz von Methamphetamin in der Form von 43.12 g Crystal und 900 Thaipillen am 
06.06.2017 und in einem unbekannten Zeitraum davor in C.________ (Ziff. I.1.1 AKS),

1.2. den Besitz und das Veräussern einer unbekannten, aber qualifizierten Menge Metham-
phetamin (mindestens 12 g) zwischen dem 21.07.2017 und dem 28.07.2017 in 
C.________ (Ziff. I.1.2 AKS),

2. der Geldwäscherei, mehrfach begangen am 28.04.2017 und am 10.05.2017 an unbekannten 
Orten (Deliktsbetrag: CHF 2'800.00; Ziff. I.2 AKS),

3. des Fahrens ohne Berechtigung durch Überlassen eines Motorfahrzeugs an einen Führer 
ohne erforderlichen Ausweis zwischen dem 19.12.2016 und dem 29.05.2017 in C.________ 
und D.________ (Ziff. I.3 AKS),

und in Anwendung der
Art. 19 Abs. 1 lit. c und d sowie Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG
Art. 10 Abs. 2 und Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG
Art. 34, Art. 40, Art. 42, Art. 44 Abs. 1, Art. 47, Art. 49 Abs. 1, Art. 51, Art. 106 und Art. 305bis Ziff. 1 
StGB,
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 47 Tagen wird vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 36 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1'080.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

3. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 9 Tage festgesetzt.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 12'665.00 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 17'221.25, insgesamt bestimmt auf 
CHF 29'886.25 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 14'857.30).

3

[Übersicht Gebühren]

II.

[Festsetzung der amtlichen Entschädigung mit vollumfänglicher Rück- und Nachzahlungspflicht der 
Beschuldigten]

III.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:

 1 Smartphone Samsung, weiss
 1 Bild „Buddha“

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von insgesamt CHF 102.00 (Ass.-Nrn. 118 und 145) wird in der 
Höhe von CHF 102.00 zur Deckung der Verbindungsbusse von CHF 300.00 verwendet (Art. 268 
StPO).

Damit beträgt die von A.________ zu bezahlende Verbindungsbusse noch CHF 198.00.

3. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

4. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. ________) nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigte) am 
6. März 2020 fristgerecht Berufung an (pag. 1431). Die erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung datiert vom 14. April 2021 und wurde der Beschuldigten am 
16. April 2021 zugestellt (pag. 1441 und pag. 1501). Mit Eingabe vom 
20. April 2021 erklärte die Beschuldigte form- und fristgerecht die Berufung 
(pag. 1504), wobei sie das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf sämtliche Anschul-
digungen bzw. Verurteilungen, auf die Strafzumessung, auf die Verteilung der Ver-
fahrenskosten sowie auf die Beschlagnahmung des Betrags von CHF 102.00 an-
focht.

Am 12. Mai 2021 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft innert Frist Anschlussbe-
rufung in Bezug auf den Schuldspruch wegen qualifizierter Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. I.1.2 des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs soweit die Menge betreffend sowie auf das Strafmass (pag. 1514).

Ein Nichteintreten auf die Berufung oder auf die Anschlussberufung wurde nicht 
beantragt (pag. 1514 und pag. 1520).

4

3. Oberinstanzliche Beweiserhebungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde ein aktueller Strafregister-
auszug der Beschuldigten eingeholt (pag. 1558).

4. Abwesenheit der Beschuldigten

Die Beschuldigte wurde sowohl rechtshilfeweise als auch via ihren amtlichen Ver-
teidiger zur oberinstanzlichen Verhandlung vom 25. Januar 2022 vorgeladen 
(pag. 1535 ff. und pag. 1552 ff.). Eine Bescheinigung für die rechtshilfeweise Zu-
stellung lag im Verhandlungszeitpunkt nicht vor. Die Beschuldigte liess ihren Ver-
teidiger allerdings wissen, sie habe vom Termin Kenntnis, werde aber nicht in die 
Schweiz kommen für die Verhandlung (pag. 1566). Die Tochter der Beschuldigten 
bestätigte dies vor der oberinstanzlichen Verhandlung auch ausdrücklich gegenü-
ber dem Vorsitzenden (pag. 1576).

Die Beschuldigte ist der oberinstanzlichen Verhandlung vom 25. Januar 2022 somit 
unentschuldigt ferngeblieben. Die Säumnisfolgen im Berufungsverfahren unter-
scheiden sich von denjenigen im erstinstanzlichen Verfahren. Während im erstin-
stanzlichen Verfahren gemäss Art. 366 ff. der Schweizerischen Strafprozessord-
nung (StPO; SR 312.0) ein Abwesenheitsverfahren durchgeführt wird, findet ein 
solches im Berufungsverfahren gestützt auf Art. 407 Abs. 2 StPO nur dann statt, 
wenn die Staatsanwaltschaft oder die Privatklägerschaft Berufung erhoben haben. 
Ist hingegen die beschuldigte Person Berufungsklägerin und erscheint zur Beru-
fungsverhandlung die Verteidigung, nicht aber die beschuldigte Person, ist die Be-
rufungsverhandlung nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ohne die säumige 
beschuldigte Person durchzuführen, ein Abwesenheitsverfahren findet nicht statt 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_1293/2018 vom 14. März 2019 E. 3.3.2 mit Hinwei-
sen; Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 2016 260 vom 28. Au-
gust 2018).

Vorliegend hat die Beschuldigte Berufung erhoben. Die Anschlussberufung der 
Generalstaatsanwaltschaft ist in ihrem Bestand von der Berufung der Beschuldig-
ten abhängig und somit keine eigenständige Berufung. Die Beschuldigte erschien 
nicht zur oberinstanzlichen Verhandlung, wurde jedoch durch ihren amtlichen Ver-
teidiger vertreten. Aus diesem Grund wurde die Berufungsverhandlung in Anwen-
dung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohne die säumige Beschuldigte 
durchgeführt.

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ stellte im Namen der Beschuldigten folgende Anträge 
(pag. 1591):

1. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der qualifizierten Widerhandlung gegen 
das BetmG, angeblich begangen 
- durch Besitz von Methamphetamin (43.12 Gramm Crystal und 900 Thaipillen) am 6. Juni 

2017 und in einem unbekannten Zeitraum davor, in C.________,

5

- durch Besitz und Veräussern von Betäubungsmitteln (10000 Thaipillen), zwischen dem 
21. Juli 2017 und 28. Juli 2017 in C.________.

2. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der mehrfachen Geldwäscherei, angeb-
lich begangen am 28. April 2017 und am 10. Mai 2017 an unbekannten Orten (angeblicher De-
lik[t]sbetrag CHF 2800.00).

3. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung des Fahrens ohne Berechtigung (Über-
lassen eines Motorfahrzeuges an einen Führer ohne erforderlichen Ausweis), angeblich began-
gen zwischen dem 19. Dezember 2016 und dem 29. Mai 2017 in C.________ und in 
D.________.

4. A.________ sei eine angemessene Entschädigung für die ausgestandene Untersuchungshaft 
vom 6. Juni 2017 bis 30. Juni 2017 sowie vom 4. September 2017 bis 25. September 2017 aus-
zurichten.

5. Die beschlagnahmten Gegenstände (1 Smartphone Samsung, weiss; 1 Bild „Buddha") und Ver-
mögenswerte (CHF 102.00; Ass.-Nr. 001, 004, 118 und 145) seien A.________ herauszugeben.

6. A.________ sei eine Entschädigung für ihre Verteidigungskosten gemäss eingereichter Hono-
rarnote auszurichten. 

7. Die Kosten des Verfahrens vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland und vor Obergericht 
des Kantons Bern seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

8. Die gesetzlichen Verfügungen seien zu erlassen.

5.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte an der Berufungsverhandlung Folgen-
des (pag. 1594 f.):

I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Ein-
zelgericht) vom 26. Februar 2020 (PEN 19 649) in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der Verfü-
gung über die Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände nach Rechtskraft des Urteils.

II.
A.________ sei schuldig zu erklären: 
1. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig qualifiziert 

begangen 
1.1. durch den Besitz von Methamphetamin in der Form von 43.12 Gramm Crystal und 

900 Thai-Pillen am 6. Juni 2017 und in einem unbekannten Zeitraum davor in C.________; 
sowie 

1.2. durch Besitz und Veräussern von rund 10’000 Thai-Pillen (rund 220 Gramm Methamphet-
amin Hydrochlorid) zwischen dem 21. Juli 2017 und dem 28. Juli 2017 in C.________; 

2. der Geldwäscherei, mehrfach begangen am 28. April 2017 und am 10. Mai 2017 an unbekann-
ten Orten; sowie 

3. des Fahrens ohne Berechtigung durch Überlassen eines Motorfahrzeugs an einen Führer ohne 
erforderlichen Ausweis zwischen dem 19. Dezember 2016 und dem 29. Mai 2017 in C.________ 
und D.________.

6

und sie sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von zwei Jahren sowie unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 
47 Tagen;

2. zu einer Geldstrafe von 36 Tagessätzen zu CHF 30.00;
3. zu einer Verbindungsbusse von CHF 300.00 (Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezah-

lung neun Tage);
4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-

bühr gemäss Art. 21 VKD).

III.
Im Weiteren sei zu verfügen: 
1. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 102.00 sei in der Höhe von CHF 102.00 zur Deckung 

der Verbindungsbusse von CHF 300.00 verwendet werden.
2. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).
3. Es sei die vorzeitige Zustimmung zu erteilen zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-

Nr. ________) und der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist (Art. 16 Abs. 1 Bst. e DNA-ProfilG und Art. 17 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 
1 der Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdien[s]tlicher Daten).

In ihrer Anschlussberufungserklärung hatte die Generalstaatsanwaltschaft noch in 
Aussicht gestellt, auch in Bezug auf die Geldstrafe die Gewährung des bedingten 
Vollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren beantragen zu wollen (pag. 1515). 
Aufgrund der entsprechenden Ausführungen im Parteivortrag geht die Kammer da-
von aus, dass die Generalstaatsanwaltschaft daran festhalten wollte und der be-
dingte Vollzug in den an der Berufungsverhandlung eingereichten Anträgen verse-
hentlich nicht enthalten war (pag. 1588).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf sämtliche Anschuldi-
gungen bzw. Verurteilungen, die Strafzumessung, die Verteilung der Verfahrens-
kosten sowie die Beschlagnahmung des Betrags von CHF 102.00 angefochten. 
Gemäss Wortlaut der Berufungserklärung ist auch die Verfügung gemäss Ziff. III.1. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs betreffend Rückgabe der beschlagnahmten 
Gegenstände an die Beschuldigte von der Berufung erfasst. Die Verteidigung be-
antragte allerdings die Herausgabe dieser Gegenstände an die Beschuldigte, was 
der Verfügung der Vorinstanz entspricht (pag. 1591). Mangels Beschwer erwächst 
dieser Punkt des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft.

Die Generalstaatsanwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung auf den 
Schuldspruch gemäss Ziff. I.1.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv in Bezug auf 
die Menge sowie auf das Strafmass.

Die Kammer hat somit sämtliche Schuldsprüche, die Strafzumessung, die Kosten- 
und Entschädigungsfolgen sowie das Schicksal des beschlagnahmten Geldbetrags 
zu überprüfen. Weiter hat sie die nicht der Rechtskraft zugänglichen Verfügungen 

7

über die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten und das erstellte 
DNA-Profil neu zu treffen.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung dieser Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO; SR 312.0). Aufgrund der Anschlussberufung durch die Ge-
neralstaatsanwaltschaft darf sie das Urteil in Bezug auf den Schuldspruch gemäss 
Ziff. I.1.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs sowie hinsichtlich der Freiheits-
strafe für die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz auch zu Un-
gunsten der Beschuldigten abändern. Für die restlichen Punkte ist sie an das Ver-
schlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. Dies gilt aufgrund 
der Anträge der Generalstaatsanwaltschaft insbesondere auch für die von der Vor-
instanz ausgesprochene Geldstrafe (pag. 1595).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Rahmensachverhalt

Die Vorinstanz hat vorab den Rahmensachverhalt zusammengefasst. Ihre zutref-
fenden Ausführungen werden zum besseren Verständnis nachfolgend integral wie-
dergegeben (pag. 1447 f., S.7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Gemäss polizeilichem Sammelrapport vom 21.02.2018 (pag. 88 ff., insbesondere pag. 94 ff.) war den 
Strafverfolgungsbehörden aus Strafverfahren gegen E.________ und F.________ bekannt, dass im 
Raum C.________ ein Drogenlieferant für Thaipillen und Crystal mit dem Spitznamen «G.________» 
aktiv sein muss. Die beiden genannten Personen identifizierten G.________ als ihren Lieferanten 
«G.________».

Gestützt auf diese Erkenntnis wurde die Aktion H.________ eingeleitet, in deren Rahmen diverse 
Überwachungsmassnahmen in Bezug auf G.________ und sein näheres Umfeld installiert wurden 
(Observationen, Telefonkontrollen, Standort- und Innenraumüberwachungen von Personenwagen). 
Überwacht wurden nebst G.________ auch die Beschuldigte, seine Ehefrau, I.________, seine Nich-
te, und J.________, eine entfernte Verwandte und gute Bekannte resp. Freundin von G.________. Im 
Rahmen dieser Überwachungsmassnahmen geriet auch die Beschuldige in den Fokus der Ermittler.

Aufgrund der Erkenntnisse aus der Überwachung wurden die vier obgenannten Personen am 
06.06.2017 in einer koordinierten Aktion angehalten und festgenommen (pag. 99 f.).

Unmittelbar im Anschluss an die Festnahmen fanden Hausdurchsuchungen in der ehelichen Woh-
nung von G.________ und der Beschuldigten an der K.________ in C.________, in der Wohnung 
von J.________ am L.________ in C.________, in der Wohnung von I.________ an der M.________ 
in N.________ und in der Wohnung von O.________ (gemeinsame Tochter der Beschuldigten mit 
G.________) an der P.________ in N.________ statt (pag. 100 f.; vgl. im Übrigen dazu unten 
Ziff. II.3.2.1).

G.________ wurde schliesslich in einem separaten Verfahren mit Urteil des hiesigen Kollegialgerichts 
vom 19.03.2019 wegen mengenmässig qualifizierten und gewerbsmässigen Widerhandlungen gegen 
das BetmG, mehrfacher Geldwäscherei und mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung rechtskräftig zu 
einer Freiheitsstrafe von 56 Monaten und zu einer Geldstrafe von CHF 250.00 verurteilt (pag. 1371 ff. 
und 1380 ff.).

8

Auch I.________ und J.________ wurden in separaten Verfahren vom hiesigen Einzelgericht auf-
grund ihrer Beteiligung am Betäubungsmittelhandel von G.________ unter anderem zu mehrmonati-
gen bedingten Freiheitsstrafen rechtskräftig verurteilt (Urteile vom 08.11.2019 [I.________; PEN 18 
1094] und vom 19.02.2020 [J.________; PEN 19 476]).

8. Vorbemerkung

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, sich mit unterschiedlichen Handlungen am 
Betäubungsmittelhandel ihres Ehemannes G.________ beteiligt zu haben. Die Be-
schuldigte bestritt diese Vorwürfe. Sie stellte sich auf den Standpunkt, keine 
Kenntnis vom Betäubungsmittelhandel ihres Ehemannes gehabt zu haben.

Aufgrund der umfassenden Berufung sind oberinstanzlich alle Anklagepunkte zu 
überprüfen. Wie die Vorinstanz geht die Kammer in der Reihenfolge der Anklage-
schrift auf die einzelnen Vorwürfe ein. Dabei wird angesichts der umfassenden 
Darstellung der Vorinstanz auf eine erneute Auflistung und Zusammenfassung der 
objektiven und subjektiven Beweismittel verzichtet (siehe pag. 1448 ff., S. 8 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Auf die relevanten Beweismittel wird jeweils 
bei der konkreten Würdigung einzelner Sachverhaltsaspekte Bezug genommen.

9. Vorwurf des Besitzes von Betäubungsmitteln gemäss Ziff. I.1.1 der Anklage-
schrift

9.1 Angeklagter Sachverhalt

Unter Ziff. I.1.1 der Anklageschrift vom 19. Juli 2019 wird der Beschuldigten der 
Besitz von Betäubungsmitteln am 6. Juni 2017 und während einem unbekannten 
Zeitraum davor in C.________, vorgeworfen. Sie soll in einer Konservendose im 
Küchenregal ihrer Wohnung an der K.________ in C.________ 43.12 Gramm Cry-
stal und 900 Thaipillen aufbewahrt haben. Dabei soll sie gewusst haben, wo sich 
diese Betäubungsmittel befanden und sie soll auch jederzeit Zugriff darauf gehabt 
haben.

9.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt (pag. 1452 ff., 
S. 12 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

9.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte oberinstanzlich zusammengefasst vor, die Beschuldigte 
habe keine Kenntnis gehabt von den Machenschaften ihres Ehemannes. Sie hätten 
beide ihr eigenes Leben gelebt, wenig miteinander gesprochen und auch getrennte 
Schlafzimmer gehabt. Da es keinen Austausch mit ihrem Ehemann gegeben habe, 
habe die Beschuldigte auch nichts von der Dose wissen können. Weiter sei akten-
kundig, dass sie ihren Mann am Telefon gemassregelt habe, weil Zivilpolizisten in 
der Nähe gewesen seien. Dies zeige, dass sie mit seinen Geschäften nichts zu tun 
gehabt habe. Erst recht habe sie weder Sachherrschaft, noch Besitzeswillen ge-
habt am Inhalt der sichergestellten Dose. Der positive Drogenschnelltest sei nicht 
geeignet, dies nachzuweisen, da diese Tests ungenau seien. Es werde bestritten, 
dass die Beschuldigte Methamphetamin konsumiert habe. Die DNA-Spur sei völlig 
ungenügend, um die Betäubungsmittel mit der Beschuldigten in Verbindung zu 

9

bringen. Es handle sich um ein Mischprofil einer männlichen und einer weiblichen 
Person. Es hätten zahlreiche weibliche Personen in dieser Küche verkehrt, die eine 
mögliche Quelle für die DNA-Spur gewesen sein könnten. Die entlastenden Aussa-
gen von G.________ seien glaubhaft, gerade wenn man bedenke, dass die beiden 
erhebliche Eheprobleme gehabt hätten.

9.4 Beweiswürdigung der Kammer

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist für die Kammer objektiv erstellt, dass 
sich die angeklagte Drogenmenge am 6. Juni 2017 und in einem unbekannten Zeit-
raum davor in einer Konservendose in der Küche des Domizils der Ehegatten 
A.________ an der K.________ in C.________ befand. Dabei handelte es sich um 
900 Thaipillen und um 43.12 Gramm Crystal (pag. 257 f., pag. 269 und pag. 932). 
Das Gesamtnettogewicht der 900 Thaipillen betrug 18.73 Gramm, dasjenige des 
Crystals eigentlich insgesamt 45.82 Gramm (pag. 257 f.). Zugunsten der Beschul-
digten ist für das Crystal jedoch von der angeklagten, leicht geringeren Menge von 
43.12 Gramm auszugehen. Dies vor allem auch deshalb, weil G.________ wegen 
des Besitzes von 43.12 Gramm Crystal rechtskräftig verurteilt wurde (pag. 987). 
Gestützt auf diese Mengen sowie die in der Laboranalyse festgestellten Reinheits-
grade geht die Kammer von einer Menge von insgesamt ca. 50 Gramm reinem Me-
thamphetamin-Hydrochlorid aus (pag. 257 f.).

Sodann hat die Kammer keinen Zweifel daran, dass die Beschuldigte über den 
Betäubungsmittelhandel ihres Ehemannes im Bilde war. Das zeigen insbesondere 
die überwachten Telefongespräche vom 18. Februar 2017, 24. Februar 2017 und 
3. Mai 2017, in denen sie G.________ offensichtlich telefonisch vor sich in der 
Nähe aufhaltenden Zivilpolizisten warnte, woraufhin dieser am 3. Mai 2017 sagte: 
«wir müssen aufpassen» (pag. 303 ff.). Konfrontiert mit den Telefonprotokollen gab 
die Beschuldigte an, sie habe im Auftrag ihres Mannes nach der Polizei geschaut. 
Sie habe mit ihm geschimpft, er solle «solche» Sachen nicht hier resp. nicht in der 
Wohnung machen (pag. 299 Z. 208 ff.). Diese Aussagen können in einem losen 
Zusammenhang gesehen werden mit einem Gespräch zwischen G.________ und 
J.________ am 12. Dezember 2016, in dem die beiden über einen Streit zwischen 
G.________ und der Beschuldigten sowie ein Gespräch zwischen J.________ und 
der Beschuldigten sprachen. Demnach habe die Beschuldigte angedroht, auszu-
ziehen und erzählt, sie könne auch leben, wenn sie keine Drogen verkaufe 
(pag. 437). Die Verteidigung deutet diese Aussagen als Hinweis darauf, dass die 
Beschuldigte mit dem Geschäften ihres Ehemannes nichts zu tun gehabt habe. 
Dem kann nicht gefolgt werden: Wenn die Beschuldigte ihren Ehemann aufgrund 
dieser Telefongespräche zur Rede gestellt und ihn aufgefordert hat, seine Geschäf-
te nicht in der gemeinsamen Wohnung zu verrichten, so ist dies einerseits ein ge-
wichtiger Hinweis darauf, dass sie über die Tätigkeiten ihres Ehemannes informiert 
war. Ihre Aufforderung an G.________, «solche Sachen» nicht in der Wohnung zu 
machen, zeigt denn auch auf, dass sie nicht die Wahrheit sagte, als sie angab, sie 
habe noch nie «so etwas» [=Betäubungsmittel] in ihrer Wohnung gesehen 
(pag. 266 Z. 177, ähnlich: pag. 298 Z. 193). Andererseits ist den Akten zu entneh-
men, dass sie es danach unterliess, ihrem Ärger Taten folgen zu lassen und sich 
effektiv von den Geschäften ihres Ehemannes zu distanzieren. Die nachfolgend zi-

10

tierten Überlegungen der Vorinstanz erweisen sich deshalb als zutreffend (pag. 
1452 f., S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

[…] Wenn sie – gemäss ihren Aussagen – tatsächlich ihren Ehemann dazu anhielt, seine Geschäfte 
ausserhalb des gemeinsamen Domizils zu tätigen, weil sie keine Probleme haben wollte, so zeigt dies 
gerade, dass sie sich deren strafrechtlichen Relevanz bewusst war. Es ist auch nicht einsichtig, wes-
halb die Beschuldigte ihren Ehemann vor der Polizei warnen sollte, wenn sie dessen Tätigkeiten nicht 
als illegal einstufte. Zudem ging G.________ ohne Weiteres davon aus, dass die Beschuldigte in den 
Drogenhandel eingeweiht war, wenn er ihr am Telefon gegenüber wörtlich sagte, «[…] wir müssen 
aufpassen» (pag. 306). Die Beschuldigte gesteht auch ein, «Vermutungen» gehabt zu haben. Folgte 
man ihren Schilderungen, so käme ihr Verhalten einem bewussten Ignorieren der Drogengeschäfte 
ihres Ehemannes gleich, was indessen nicht glaubhaft ist und im Übrigen keine Unkenntnis derselben 
belegen würde. Die Telefonüberwachungen zeigen vielmehr, dass sich die Beschuldigte über den 
Betäubungsmittelhandel von G.________ völlig im Klaren war. Zusammenfassend kann nicht ernst-
haft angenommen werden, dass sie von dessen Drogengeschäften nichts wusste.

Aus den überwachten Gesprächen geht entgegen ihren Aussagen in der Einvernahme vom 
16.06.2017 im Übrigen nicht hervor, dass sie G.________ aufgefordert hätte, seine Tätigkeit im Dro-
genhandel zu unterlassen resp. diese anderswo abzuwickeln. Die aufgezeichneten Gespräche erwe-
cken vielmehr den Eindruck einer widerstandslosen Unterstützung von G.________ bei dessen Akti-
vitäten im Drogenhandel.

Die Aussagen der Beschuldigten, wonach sie vom Betäubungsmittelgeschäft von G.________ nichts 
gewusst habe, sind deshalb unglaubhaft. Anzumerken bleibt, dass nicht auf die entsprechenden Aus-
sagen von G.________ abgestellt werden kann. Er gab auch bei den übrigen am Drogengeschäft Be-
teiligten aus seinem näheren Umfeld, d.h. J.________ und I.________, jeweils an, dass diese nichts 
gewusst hätten, obwohl dies nachweislich nicht zutraf (vgl. nur pag. 410, Z. 398 ff., pag. 637, Z. 26 ff., 
und pag. 783, Z. 269 ff.).

Sodann räumte die Beschuldigte selber indirekt ein, von den Tätigkeiten ihres 
Ehemannes Kenntnis gehabt zu haben, als sie sagte: «Q.________ wohnte auch 
einmal bei mir. Er wusste, dass ich von den Drogengeschäften weiss und dass ich 
aber nichts damit zu tun haben woll[t]e» (pag. 333 Z. 142). Aufgrund dieser Überle-
gungen ist für die Kammer erstellt, dass die Beschuldigte grundsätzlich über den 
Betäubungsmittelhandel ihres Ehemannes informiert war und sich zwar allenfalls 
darüber ärgerte, sich aber faktisch nicht davon distanzierte. Ihr konkretes Verhalten 
zeigt vielmehr, dass sie in das Geschäft ihres Ehemannes stärker involviert war, als 
sie zugab. Sie warnte ihren Ehemann mehrfach vor der Polizei und war – wie sich 
später zeigte – nach ihrer ersten Untersuchungshaft im Stande, eine Übergabe von 
Betäubungsmitteln zu vollziehen (siehe Ziff. 10 unten). Dies wäre ihr nicht möglich 
gewesen, wenn sie nicht bis zu einem gewissen Grad Kenntnis gehabt hätte von 
den Geschäften ihres Ehemannes. Sie vermittelte trotz ihren verbalen Distanzie-
rungen in den Einvernahmen auch den Eindruck, zumindest grundlegende Kennt-
nisse vom Betäubungsmittelhandel zu haben. Etwa, wenn sie bemerkte, dass sie 
mit Drogenhandel viel Geld hätte verdienen können, dass man «bereits für 
100 Thaipillen ins Gefängnis komme» oder dass sie die Drogen in Z.________ ver-
kaufen und es niemand anderes wissen lassen würde, wenn sie in diesem Ge-
schäft wirklich gross wäre und alles selber machen würde (pag. 296 Z. 124, 
pag. 343 Z. 132 und pag. 345 Z. 213). Zu diesem Gesamtbild trägt auch bei, dass 

11

am Tag der Festnahmen und der Hausdurchsuchung am 6. Juni 2017 im Keller der 
Ehegatten keine Betäubungsmittel gefunden wurden und völlig ungeklärt ist, wie 
die im Juli übergebenen Betäubungsmittel in den Keller der Beschuldigten gelang-
ten (pag. 322 Z. 365).

Neben ihrem grundsätzlichen Wissen über die Geschäfte ihres Ehemannes beste-
hen sodann mehrere Indizien dafür, dass die Beschuldigte auch konkret um die 
Existenz der Betäubungsmittel in der Küche wusste, deren Aufbewahrungsort 
kannte und jederzeit Zugriff darauf hatte:

Zum einen fällt ins Gewicht, dass die Beschuldigte selber Drogen konsumierte, dies 
aber wider alle Evidenz bestritt. Aus dem bei ihr nach der Festnahme durchgeführ-
ten und positiv auf Methamphetamin ausgefallenen Drogenschnelltest (pag. 270) 
kann nach Überzeugung der Kammer nichts Anderes gefolgert werden, als dass 
sie zuvor Methamphetamin konsumiert hatte. Ihre unterschiedlichen Erklärungen 
zum Testresultat sind wenig einleuchtend, ja abwegig (pag. 265 Z. 126 und 
pag. 285 Z. 28: Konsum von Medikamenten zur Gewichtsreduktion; pag. 1396 
Z. 40: Essen und Trinken bei einem Discobesuch mit Freunden). Die angeblich un-
ter der Matratze versteckten Pillen zur Gewichtsreduktion wurden bei der Haus-
durchsuchung denn auch nicht gefunden (pag. 265 Z. 130 und pag. 932 f.). Zurecht 
hat die Generalstaatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, 
dass J.________ ihren positiven Drogenschnelltest zu Beginn ebenfalls mit «Ab-
nehmpillen» zu erklären versuchte, später dann aber einräumte, Methamphetamin 
konsumiert zu haben (pag. 583 Z. 129 und pag. 589 Z. 27). Die Erklärungen der 
Beschuldigten sind als Schutzbehauptungen zu qualifizieren und lassen auch ihrer 
weiteren Aussagen in einem kritischen Licht erscheinen. Zudem kann es nach An-
sicht der Kammer nicht Zufall sein, dass sowohl die Beschuldigte als auch 
J.________ dieselbe, nicht besonders naheliegende Erklärung für den positiven 
Drogentest abgaben. Dies wird vielmehr als Hinweis darauf gewertet, dass sich die 
beiden zuvor über den Konsum von Methamphetamin unterhalten, oder aber die-
selben Anweisungen erhalten haben, wie sie sich im Falle einer Polizeikontrolle zu 
verhalten hätten.

Vor dem Hintergrund, dass die Beschuldigte selber Methamphetamin konsumierte 
und über die Geschäfte ihres Ehemannes im Bilde war, ist wenig glaubhaft, dass 
sie die in einer Konservendose der Marke Hero versteckten Betäubungsmittel in 
der Küche ihrer Wohnung nicht bemerkte. Diese stand frei auf einem Küchenregal 
und die Beschuldigte hatte somit ungehindert darauf Zugriff. Wie von der Beschul-
digten und der Verteidigung mehrfach betont, verbrachte die Beschuldigte aufgrund 
ihrer Tätigkeit als AA.________ viel Zeit mit Kochen und bereitete dabei aussch-
liesslich r.________ Essen zu. Die Küche war insofern ihr «Reich». Die Dose der 
Marke Hero entsprach nicht ihrer Essenskultur und musste in ihrer Küche auffallen.

Aus den ab der Innenseite der Konservendose entnommenen DNA-Abrieben konn-
te sodann ein inkomplettes, komplexes DNA-Mischprofil (männlich/weiblich) erstellt 
werden. Ein Suchlauf ergab mögliche Treffer mit den jeweiligen PCN der Beschul-
digten und ihres Ehemannes. Gemäss den Erläuterungen in der Auswertung wur-
den die beiden Übereinstimmungen nicht als «Hit» beurteilt, weil zwar die Allele er-
sichtlich seien, die Signalverteilung aber nicht richtig passe. Möglicherweise 

12

stammten die Signale im Mischprofil von mehr als zwei Personen und überlagerten 
sich. Aufgrund dieser Situation könne als Hinweis lediglich gesagt werden, dass die 
beiden Personen als Mitspurengeber nicht ausgeschlossen werden könnten 
(pag. 917). Nach Ansicht der Verteidigung lässt sich dieser Auswertung lediglich 
entnehmen, dass irgendeine weibliche und irgendeine männliche Person die In-
nenseite dieser Dose berührt habe. Dem kann nicht zugestimmt werden. Die ge-
nannte Übereinstimmung war zwar nicht so hoch, als dass sie als Hit hätte gewer-
tet werden können. Relevant für die Interpretation dieser DNA-Spur ist allerdings, 
dass die Allele ersichtlich waren und mit der DNA-Spur der Beschuldigten eine ge-
wisse Übereinstimmung aufwiesen. Die Übereinstimmung wurde zudem nicht in ei-
nem direkten Abgleich des DNA-Mischprofils mit der DNA-Spur der Beschuldigten 
festgestellt. Vielmehr wurde damit ein Suchlauf durch die gesamte Datenbank 
durchgeführt, woraus die DNA-Profile der Beschuldigten und ihres Ehemannes als 
mögliche Treffer hervorgingen. Im Vergleich zu sämtlichen anderen weiblichen 
Personen besteht somit eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das DNA-
Mischprofil unter anderem auf die Beschuldigte zurück zu führen ist. Dies kann für 
sich alleine noch nicht nachweisen, dass die Beschuldigte mit der Innenseite der 
Konservendose in Berührung kam, ist jedoch im Gesamtbild als weiterer Hinweis 
darauf zu werten, dass die Beschuldigte von den Betäubungsmitteln in ihrer Küche 
Kenntnis hatte.

Zuletzt ist auch die Tatsache, dass die Betäubungsmittel ausgerechnet in der 
Küche aufbewahrt wurden, ein Hinweis darauf, dass es sich dabei um gemeinsa-
men Besitz des Ehepaares handelte. Die Beschuldigte betonte selber mehrfach, 
sie und ihr Mann würden weitgehend ein separates Leben führen und hätten auch 
getrennte Schlafzimmer (pag. 263 Z. 68, pag. 275 Z. 96 und pag. 298 Z. 199). Zu-
sätzlich sagte ihr Ehemann aus, er trage sein Geld immer bei sich, weil er Angst 
habe, dass seine Frau das Geld nehme, weil sie spielsüchtig sei resp. weil sie sein 
Geld stehle (pag. 374 Z. 44 ff. und pag. 429 Z. 226 ff.). Die Beschuldigte konsu-
mierte Methamphetamin und hielt sich täglich stundenlang in der Küche auf. Es ist 
deshalb nicht davon auszugehen, dass G.________ Betäubungsmittel in der Küche 
aufbewahrt hätte, wenn er diese vor dem Zugriff durch seine Ehefrau hätte verste-
cken wollen.

Aufgrund dieser zahlreichen Indizien besteht im Gesamtbild kein Zweifel daran, 
dass die Beschuldigte um das Vorhandensein der Konservendose und der sich 
darin befindlichen Betäubungsmittel wusste. Daran ändern auch die entlastenden 
Aussagen von G.________ nichts. Die Vorinstanz hat hierzu korrekt ausgeführt, 
dass G.________ zahlreiche Personen aus seinem näheren Umfeld schützte, ob-
wohl diese nachweislich in die Betäubungsmittelgeschäfte involviert waren 
(pag. 1453, S. 13 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Anders als von der Ver-
teidigung vorgebracht, werden seine Ausführungen auch nicht durch die angebli-
chen Eheprobleme mit der Beschuldigten glaubhafter. Es ist unabhängig von allfäl-
ligen Eheproblemen plausibel, dass G.________ seine Ehefrau und Mutter seiner 
Tochter aus dem Strafverfahren raushalten wollte. Ob sich die Beschuldigte, wie 
von der Vorinstanz festgehalten, zwecks Eigenkonsum genau aus der Dose in der 
Küche bediente, kann indessen offenbleiben. So oder anders ändert dies nichts am 
Gesamtbild: Die Beschuldigte wusste, dass sich die sichergestellten Betäubungs-

13

mittel in ihrer Küche befanden. Die gegenteilige Behauptung ist unglaubhaft und als 
Schutzbehauptung zu qualifizieren. Da die Beschuldigte den Inhalt der Dose kann-
te, war es ihr auch möglich, die Menge der darin enthaltenen Betäubungsmittel ein-
zuschätzen.

Der Umstand, dass die Betäubungsmittel trotz dem weitgehend getrennten Alltag 
der Ehegatten ausgerechnet in der Küche aufbewahrt wurden, ist sodann auch ein 
Hinweis auf die Willenskomponente. Der Aufbewahrungsort weist darauf hin, dass 
es sich beim Besitz dieser Betäubungsmittel um eine gemeinsame Sache der bei-
den Ehegatten handelte. Umso mehr, als die Beschuldigte zwar angab, mit den 
Geschäften ihres Ehemannes nicht zu tun haben zu wollen, die Betäubungsmittel 
aber dennoch nicht aus der Küche entfernte, obwohl ihr dies problemlos möglich 
gewesen wäre. In Kombination mit dem Konsumverhalten der Beschuldigten sowie 
dem DNA-Mischprofil auf der Innenseite der Dose, welches mit einer erhöhten 
Wahrscheinlichkeit unter anderem auf die Beschuldigte zurückgeht, hat die Kam-
mer keine Zweifel daran, dass die Beschuldigte die Dose mit den Betäubungsmit-
teln nicht lediglich zur Unterstützung ihres Ehemannes duldete, sondern einen ei-
genständigen Besitzeswillen daran hatte.

Der Sachverhalt gemäss Ziff. I.1.1 der Anklageschrift ist damit erstellt.

10. Vorwurf des Besitzes und des Veräusserns von Betäubungsmitteln gemäss 
Ziff. I.1.2 der Anklageschrift

10.1 Angeklagter Sachverhalt

Unter Ziff. I.1.2 der Anklageschrift vom 19. Juli 2019 wird der Beschuldigten der 
Besitz und das Veräussern von Betäubungsmitteln am 6. Juni 2017 (Zeitpunkt der 
Hausdurchsuchung in C.________) bis zum 28. Juli 2017 in C.________, vorge-
worfen, indem sie auf unbekannte Art und Weise zu rund 10'000 Thaipillen gelangt 
sei, welche sie in ihrer Wohnung versteckt aufbewahrt habe (evtl. in einem Kissen-
bezug), wobei sie gewusst oder zumindest angenommen habe, dass es sich dabei 
um 10'000 resp. eine grosse Menge an Thaipillen gehandelt habe. Weiter habe sie 
die Thaipillen am 28. Juni 2017 an S.________ übergeben, indem sie ihm die Pil-
len überreicht oder ihn aufgefordert habe, die Pillen selber aus dem Versteck zu 
holen. Die Beschuldigte habe gewusst oder es zumindest für möglich gehalten, 
dass die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgrund der Wirk-
stoffmenge mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 
bringen könnten.

10.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete es als erstellt, dass die Beschuldigte die Thaipillen in ihrer 
Wohnung aufbewahrte und am 28. Juli 2017 an S.________ überliess. Anders als 
in der Anklageschrift ging die Vorinstanz jedoch davon aus, die Beschuldigte habe 
nicht gewusst, um wie viele Thaipillen es sich dabei gehandelt habe. Sie habe le-
diglich gewusst, dass es um eine erhebliche, aber letztlich unbestimmte Drogen-
menge gegangen sei. Auch betreffend Tatzeitraum wich die Vorinstanz von der 
Anklageschrift ab, indem sie den Zeitraum auf 21. – 28. Juni 2017 eingrenzte 
(pag. 1462 ff., S. 22 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

14

10.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, es treffe nicht 
zu, dass die Beschuldigte von Q.________ darüber informiert worden sei, dass je-
mand Drogen abholen komme – er habe sie vielmehr gefragt, ob sie «Ware» gese-
hen habe. Von «Drogen» sei nicht ausdrücklich die Rede gewesen. G.________ 
sei geständig, dass die 10'000 Pillen von ihm gekommen seien, was die Beschul-
digte entlaste. Auch S.________ entlaste die Beschuldigte. In der Einvernahme 
vom 15. August 2017 [recte: 14. August 2017] habe er angegeben, er kenne die 
Beschuldigte, sie sei immer im Haus gewesen, wenn er Drogen geholt habe, aber 
er habe sie selber nie mit Drogen gesehen (pag. 810 Z. 222). Auch J.________ 
habe die Beschuldigte entlastet (pag. 592 Z. 154 und pag. 610 Z. 58). Es sei zwar 
richtig, dass die Beschuldigte den Fund des Kissens und das Raufnehmen in das 
Wohnzimmer nicht immer gleich geschildert habe. Abgesehen davon seien ihre 
Schilderungen aber konstant gewesen. Insbesondere, dass S.________ das Kis-
sen selber vom Schrank geholt, das Kissen in einen Rucksack verstaut und die 
Wohnung dann rasch verlassen habe. Sie selber habe das Kissen aus dem Keller 
raufgenommen, weil sie es noch habe nutzen wollen und habe nicht in das Kissen 
geschaut. Wenn sie gewusst hätte, dass Drogen drin waren, hätte sie es nicht an-
gefasst. Sie habe nichts mit den Machenschaften ihres Ehemannes zu tun haben 
wollen und sei nach der ersten Untersuchungshaft sorgfältig gewesen. Sie habe 
sich solche Sorgen gemacht, dass sie in einen Tempel gegangen sei, um mit ei-
nem Mönch zu sprechen. Dieses Verhalten lasse sich nicht mit den Vorwürfen in 
der Anklageschrift in Einklang bringen. Das Wissen und der Besitzeswillen in Be-
zug auf diese 10'000 Thaipillen werde mit Nachdruck bestritten. Es sei S.________ 
gewesen, der das Kissen vom Schrank runtergeholt habe. Es könne also nicht von 
einer Übergabe gesprochen werden. Die Beschuldigte habe in diesem Zeitpunkt 
Sozialhilfe bezogen und mit dem AA.________ einen kleinen Nebenerwerb erzielt. 
Sie habe keinen Grund gehabt, einen Zusatzverdienst erzielen zu wollen. Es gebe 
sodann keine objektiven Beweismittel, namentlich keine DNA-Hits, die eine Verbin-
dung zwischen der Beschuldigten und dem Kissen oder den 9’894 Thaipillen her-
stellen würden. Es habe kein Vorsatz bestanden. Es sei hochgradig spekulativ, 
dass sie nur aufgrund des Gewichts des Kissens, ohne hineinzuschauen, hätte 
wissen müssen, dass es eine erhebliche, unbestimmte grosse Drogenmenge ge-
wesen sei, und gestützt darauf von einer qualifizierten Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz auszugehen.

10.4 Beweiswürdigung der Kammer

Zentral sind vorliegend die Aussagen von S.________ zur Drogenübergabe vom 
28. Juli 2017. Die Vorinstanz hat diese zutreffend wie folgt zusammengefasst (pag. 
1462, S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

[…] Er sei von Q.________, dem Bruder von G.________ mit Aufenthalt in R.________, nach dessen 
Verhaftung am 6. Juni 2017 angewiesen worden, in der gemeinsamen Wohnung der Beschuldigten 
und von G.________ in C.________ 10'000 Thaipillen, welche die Polizei bei der Hausdurchsuchung 
nicht gefunden habe, abzuholen und in der Folge aufzubewahren. Nach seiner Rückkehr aus 
T.________ sei er am 28. Juli 2017 nach C.________ gegangen, um die Drogen zu holen. Als er an 
der K.________ angekommen sei, habe er zunächst niemanden erreichen können, was er 

15

Q.________ mitgeteilt habe. Ca. fünf Minuten später habe ihn die Beschuldigte zurückgerufen und 
gesagt, er solle zur Einstellhalle kommen. Er sei dann durch die Einstellhalle hoch zur Wohnung. In 
der Wohnung habe ihn die Beschuldigte gebeten, ihr zu helfen, ein Kissen vom Schrank zu nehmen, 
da sie dieses wegen ihrer geringen Körpergrösse nicht selbst habe behändigen können. Das habe er 
getan und dann der Beschuldigten das Kissen gegeben. Die Beschuldigte habe daraufhin das Kissen 
aufgeschlitzt, die sich darin befindlichen Thaipillen herausgenommen und in einen Rucksack gestopft 
und ihm gesagt, er solle gehen. Das Kissen habe sich im hintersten Zimmer links in der Wohnung be-
funden und sei ca. 50 x 70 cm resp. 50 x 80 cm gross gewesen. Die Thaipillen seien als Paket ca. von 
der Grösse zweier A4-Blätter resp. eines A3-Blatts und flach, ca. 10 cm dick, verpackt und mit Alumi-
niumfolie umwickelt gewesen. In der Wohnung sei nebst der Beschuldigten niemand anderes gewe-
sen. Das Ganze sei schnell gegangen und habe nicht länger als fünf Minuten gedauert.

Die Aussagen von S.________ sind auch in den Augen der Kammer in hohem 
Masse glaubhaft. Insbesondere, weil er sich mit seinen Aussagen massiv selber 
belastet hat und dadurch den Eindruck hinterlässt, er habe «reinen Tisch» machen 
wollen. Seine Aussagen werden zudem durch die objektiven Beweismittel bestätigt: 
Auf seinen Hinweis hin wurden am 24. August 2017 bei seinen Eltern 
9'894 Thaipillen mit einer reinen Wirkstoffmenge von 213.6 Gramm Methamphet-
amin-Hydrochlorid sichergestellt (pag. 113 ff., pag. 348 ff., pag. 924 ff. und 
pag. 954 f.). Seine Angaben stehen zudem in Einklang mit der Auswertung seiner 
Mobiltelefondaten (pag. 860 Z. 95 ff.). Es kann deshalb auf die zutreffende Würdi-
gung der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1463, S. 23 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung):

S.________ schilderte den zentralen Handlungsablauf vor und am 28. Juli 2017 detailliert und kon-
stant. Seine Aussagen zu den Ereignissen sind im Kern immer gleich, werden aber nicht wortwörtlich 
wiederholt, was gegen ein Auswendiglernen spricht. Seine Angaben wirken plausibel und nachvoll-
ziehbar, wenn er bspw. angibt, er habe in den Auftrag von Q.________ eingewilligt, weil er ihm «viel 
Gutes» schulde, wenn er ausführt, die Beschuldigte habe das Kissen nicht vom Schrank holen kön-
nen, weil sie hierfür zu klein gewesen sei, weshalb sie ihn gebeten habe, dies zu tun, oder wenn von 
den zuvor mutmasslich 10'000 Thaipillen effektiv nur noch 9'894 Stück sichergestellt werden konnten 
und S.________ die Differenz damit erklärt, dass er sich zum Eigenkonsum und zur Weitergabe noch 
daran bedient habe. S.________ gibt wiederholt Interaktionen und Gespräche mit Q.________ und 
der Beschuldigten wieder, wodurch ein sehr anschauliches und lebensnahes Bild des Geschehensab-
laufs entsteht. Seine Schilderungen weisen keine Widersprüche in sich auf und sind stringent. Er kor-
rigierte spontan und von sich aus seine Angaben betreffend den telefonischen Kontakt zur Beschul-
digten vor dem 28.07.2017. S.________ belastet sich selbst mit seinen Aussagen sodann massiv. Es 
ist zweifelhaft, ob die Strafverfolgungsbehörden ohne seinen Hinweis auf die Spur dieser erheblichen 
Drogenmenge gekommen wäre. Hingegen belastet er mit seinen Angaben die Beschuldigte nicht 
übermässig. So sagte er in der parteiöffentlichen Einvernahme vom 07.09.2017 aus, er wisse nicht, 
inwiefern diese in den Drogenhandel von G.________ involviert sei, sie habe ihm einfach die 10'000 
Thaipillen übergeben.

Insgesamt hat das Gericht keinen Zweifel, dass die Aussagen von S.________ zur Übergabe der 
Thaipillen am 28.07.2017 erlebnisbasiert sind. Sie sind glaubhaft und das Gericht stellt auf sie ab.

Die Aussagen der Beschuldigten fallen demgegenüber durch eine grosse Sprung-
haftigkeit auf. So bestritt sie einerseits, von der Existenz der Betäubungsmittel ge-
wusst und diese an S.________ übergeben zu haben. Gleichzeitig erzählte sie das 

16

Treffen mit S.________ in wesentlichen Punkten konstant und mit dessen Angaben 
übereinstimmend. Soweit sie sich damit selber belastete, werden ihre Aussagen 
deshalb als glaubhaft erachtet (pag. 1465, S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung):

Die Beschuldigte gab – abgesehen von der ersten Einvernahme – durchgehend an, Kontakt mit 
Q.________ gehabt zu haben, der sie bat, die Thaipillen zu suchen, und sie informierte, dass diese 
jemand abholen kommen wird. Vorgängigen Kontakt mit Q.________ schilderte auch S.________, 
bei dem es sich unzweifelhaft um den von Q.________ gegenüber der Beschuldigten angekündigten 
«Freund» handelt, der die Drogen abholen kommen werde. Die Beschuldigte bestätigte sodann wie-
derholt, vor dem 28.07.2017 mit S.________ telefonisch Kontakt gehabt zu haben, was auch dieser 
aussagte. Die Beschuldigte sagte – wiederum abgesehen von der ersten Einvernahme – konstant 
aus, ein Kissen resp. eine Art Puppe/Teddybär aus dem Keller geholt und oben in der Wohnung auf 
den Schrank geworfen zu haben. Aus ihren Aussagen wird zwar nicht ganz klar, um was für ein Kis-
sen es sich handelte (schwarzes, ledernes Sofakissen? Bärenform?) oder ob die Drogen nur in einem 
Kissenbezug versteckt waren. Dass sich die Thaipillen am 28.07.2017 auf einem Schrank befunden 
haben und in einem Kissen verpackt waren, bestätigte jedenfalls auch S.________. Im Übrigen spra-
chen beide auch davon, dass die Thaipillen mit Alufolie umwickelt gewesen sind. Zur Drogenüberg-
abe am 28.07.2017 selbst gaben die Beschuldigte und S.________ übereinstimmend an, dass Letzte-
rer durch die Garage resp. Einstellhalle in die Wohnung gekommen sei, dass letztlich S.________ 
(und nicht die Beschuldigte selbst) das Kissen vom Schrank genommen habe und dass die Drogen 
schliesslich in einen Rucksack umgepackt worden seien.

Gemäss der Verteidigung soll der Beschuldigten bei diesen Vorgängen nicht be-
wusst gewesen sein, dass es um Betäubungsmittel gegangen sei. Dem folgt die 
Kammer nicht:

Zum einen zeigt bereits ihr äusserst widersprüchliches Aussageverhalten zu den 
Fragen, wo S.________ die Betäubungsmittel fand und was sie dazu veranlasste, 
das Kissen in ihre Wohnung zu nehmen, dass sie diesbezüglich etwas verbergen 
resp. ihren eigenen Beitrag beschönigen wollte. So gab sie zunächst an, sie habe 
aus freien Stücken den Keller aufgeräumt (pag. 314 Z. 78). Es habe dann jemand 
angerufen, der etwas habe abholen wollen. Sie habe der Person gesagt, wenn sie 
etwas wolle, solle sie selbst suchen (pag. 315 Z. 115). Sie habe der Person die 
Kellertür geöffnet und diese habe selber gesucht (pag. 316 Z. 169). Er habe die Pil-
len im Keller gefunden. Sie seien in einer Art «Puppe»/ «Bären» verpackt gewesen 
(pag. 322 Z. 383 ff.). Sie habe nicht gewusst, was für Sachen er geholt habe und 
wo diese Pillen gewesen seien (pag. 319 Z. 270 und pag. 323 Z. 417). Sie habe ihn 
nie angerufen, er sei von selbst gekommen (pag. 320 Z. 296). Er lüge, wenn er sa-
ge, sie habe ihm die Drogen übergeben (pag. 321 Z. 325). In der zweiten Einver-
nahme erzählte sie ebenfalls, sie habe den Keller aufgeräumt, gab neuerdings je-
doch an, dabei ein Kissen und einen Teddybären in die Wohnung raufgenommen 
und auf den Schrank geworfen zu haben. Eine Woche später sei ein Mann ge-
kommen, um Sachen zu holen. Er sei ins Schlafzimmer gegangen und habe nach 
einem Sack gefragt. Sie habe keine Ahnung von der Sache gehabt (pag. 331 Z. 49 
ff.). Neu räumte sie zudem ein, sie habe den Mann zuvor angerufen (pag. 331 
Z. 85 ff.). Weiter berichtete sie neu von einem Telefonat mit Q.________, in dem 
Q.________ sie gefragt habe, ob sie die Thaipillen gesehen habe. Sie habe ihm 

17

gesagt, sie wisse von nichts, er könne es selber suchen kommen. Q.________ ha-
be dann gesagt, er werde seine Leute beauftragen, bei ihr zu suchen (pag. 333 
Z. 134 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen von S.________ gab sie sodann an, sie habe 
ihm gesagt, er solle die Sachen selber nehmen. Als er danach gefragt habe, habe 
sie ihm einen Rucksack gegeben und er habe die Pillen selber reingelegt. Der Aus-
sage von S.________, wonach sich die Pillen in einem Kissen auf dem Schrank 
befunden hätten, widersprach sie nicht (pag. 334 Z. 181). Vielmehr sagte sie, sie 
habe «die Sachen» vom Keller raufgenommen und auf den Schrank geworfen 
(pag. 334 Z. 191). Wie die Pillen in das Kissen gekommen seien, wisse sie nicht 
(pag. 334 Z. 209). Sie wisse nicht, wie viele Thaipillen in dem Kissen gewesen sei-
en. Sie habe nur gesehen, dass es ein Paket gewesen sei, umwickelt mit Alufolie 
(pag. 335 Z. 226 ff.). Anlässlich der dritte Einvernahme erzählte sie den Ablauf wie 
folgt: «Q.________ hat mich angerufen. Er hat mich gefragt, ob ich Ware gesehen 
hätte. Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht wisse, wo sie sei. Er hat mich gebeten 
die (Ware) zu suchen. Ich habe ihm gesagt, dass ich eben erst das Gefängnis ver-
lassen hätte und mit der Sache nichts zu tun haben wolle. Wir haben nicht viel zu-
sammen gesprochen. Q.________ hat gesagt, dass ein Freund die Ware abholen 
werde» (pag. 341 Z. 39 ff.). Im Keller habe sie ein Kissen in der Form eines Bären 
gefunden, den habe sie oben in der Wohnung auf den Schrank geworfen. Ein 
Freund von Q.________ sei dann die Ware abholen kommen und habe gefragt, wo 
die Ware sei. Sie habe ihm gesagt, dass sie hinter dem Schrank sei. Er habe sie 
nach einer Tasche gefragt. Sie habe ihm einen Rucksack gegeben. Er habe die 
Ware in den Rucksack gepackt und das Haus durch die Garage verlassen 
(pag. 341 f. Z. 45 ff.). Sie habe sich nicht getraut, in das Kissen hineinzuschauen. 
Sie habe nicht gewusst, dass es sich um Drogen gehandelt habe, sonst hätte sie 
es nicht angefasst (pag. 342 Z. 59). Auf Frage, wie die Sache für sie ausgehen 
werde, antwortete sie, sie habe nicht gedacht, dass es so viele Probleme gebe, 
wenn sie einmal etwas weitergebe (pag. 344 Z. 141). Sie habe nur das grosse Pa-
ket berührt, welches sie dem Mann übergeben habe (pag. 344 Z. 160). 
Q.________ habe ihr gesagt, sie solle die Ware suchen. Sie habe ihm später nicht 
gesagt, dass sie die Ware gefunden habe. Sie habe ihm gesagt, dass sie selber 
kommen und suchen sollen (pag. 344 f. Z. 177 ff.). In der Schlusseinvernahme 
bestätigte sie diese Aussagen im Wesentlichen (pag. 363 Z. 216 ff. und pag. 364 
Z. 269 ff.). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hingegen bestritt sie die ihr 
vorgehaltenen Vorwürfe (pag. 1397 Z. 34 ff.). Auf Vorhalt früherer Aussagen 
bestätigte sie zwar, Q.________ habe sie angerufen und gefragt, ob sie die Ware 
suchen könne. Sie sei in den Keller gegangen, habe ein Kissen bzw. eine Puppe 
gefunden und dieses in der Wohnung auf einen Schrank geworfen, ohne nachzu-
schauen, was drin sei (pag. 1398 Z. 13 ff.). Sie habe nicht gedacht, dass das Kis-
sen die Ware enthalte, die Q.________ gesucht habe. Neu gab sie jedoch an, sie 
habe das Kissen auf den Schrank geworfen, weil es neu gewesen sei. Es komme 
aus einem «Lädeli», das ihr Mann früher gehabt habe (pag. 1398 Z. 23 ff.). 
S.________ habe gesagt, Q.________ habe ihn angerufen und ihm gesagt, er sol-
le das Kissen resp. die Ware zu holen (pag. 1399 Z. 12). Sie habe nicht gewusst, 
dass sich im Kissen Thaipillen befunden hätten (pag. 1399 Z. 30).

18

Aus der Gegenüberstellung dieser Aussagen geht hervor, dass die Beschuldigte 
die Tatvorwürfe zwischenzeitlich weitgehend einräumte, etwa wenn sie anmerkte, 
sie habe nicht gedacht, dass es so viele Probleme gebe, wenn sie «einmal etwas 
weitergebe» (pag. 344 Z. 141). Zwar betonte sie immer wieder, sie habe nicht ge-
wusst, dass sich im Kissen Thaipillen befunden hätten. Zugleich geht aus ihren 
Aussagen aber unmissverständlich hervor, dass sie auf Anweisung von 
Q.________ «Ware» gesucht hat, daraufhin ein Kissen gefunden, in die Wohnung 
hochgenommen und auf den Schrank geworfen hat. Als S.________ wie vereinbart 
vorbeikam, um die «Ware» abzuholen, zeigte sie ihm das Kissen. Mit Blick auf die-
se Handlungen ist zunächst einmal nicht glaubhaft, dass der Fund des Kissens 
keinen Zusammenhang hatte mit der «Ware», die sie suchen und S.________ zur 
Verfügung stellen sollte. Weiter ist nicht glaubhaft, dass die Beschuldigte – wie von 
der Verteidigung vorgebracht – nicht gewusst habe, was mit «Ware» gemeint sei, 
weil am Telefon mit Q.________ nicht ausdrücklich von Drogen die Rede gewesen 
sei (pag. 341 Z. 39 ff.). Wie bereits dargelegt, war die Beschuldigte über die Ge-
schäfte ihres Ehemannes grundsätzlich im Bilde und wusste somit, mit welcher 
«Ware» er handelte (siehe Ziff. 9.4 oben). Sodann schilderte sie das Telefonge-
spräch mit Q.________ auf Frage, wie es zur Drogenübergabe an S.________ ge-
kommen sei. In diesem Zusammenhang kann der Begriff «Ware» nicht anders ver-
standen werden, als dass damit die übergebenen Betäubungsmittel gemeint waren. 
Auch die Antwort, die die Beschuldigte Q.________ gab, zeigt, dass sie ganz ge-
nau verstanden hatte, was Q.________ von ihr wollte: Sie sagte, sie haben eben 
erst das Gefängnis verlassen und wolle nichts mit der Sache zu tun haben. Diese 
Aussage ergibt lediglich im Kontext des illegalen Betäubungsmittelhandels Sinn 
und zeigt auf, dass die Beschuldigte spätestens ab dem Zeitpunkt dieses Tele-
fonats mit Q.________ von der Existenz der Betäubungsmittel in ihrem Wohnbe-
reich wusste und dass die Suche nach dem Kissen und dessen Platzierung auf 
dem Schrank mit der Aufforderung von Q.________ im Zusammenhang stand, die 
«Ware» zu suchen, damit sie jemand abholen könne. Ähnliches geht aus ihrer 
Aussage hervor, wonach sie Q.________ später nicht gesagt habe, dass sie die 
Ware gefunden habe (pag. 344 f. Z. 177 ff.). Auch diese Aussage zeigt auf, dass 
sie wusste, wonach Q.________ suchte. Weiter geht bereits aus ihrer ersten Aus-
sage zu dieser Drogenübergabe hervor, dass ihr die Illegalität des Unterfanges 
bewusst war. So sagte sie am 4. September 2017 nach ihrer zweiten Festnahme, 
es sei ein Telefon gekommen von Leuten, die ihr mit dem Aufräumen hätten helfen 
sollen. Diese Leute hätten dann irgendetwas holen kommen wollen, aber sie habe 
nichts damit zu tun haben und nichts anfassen wollen, weil sie Angst gehabt habe 
(pag. 315 Z. 110 ff.). Zuletzt zeigt auch die Tatsache, dass die Beschuldigte 
S.________ via Einstellhalle und nicht über die Eingangstüre in die Wohnung holte, 
dass sie sich der Illegalität des Geschäfts bewusst war und sie versuchte, dieses 
zu verheimlichen – laut S.________ tat sie dies, weil sie befürchtete, der Hauptein-
gang werde durch die Polizei überwacht (pag. 333 Z. 157 ff. und pag. 861 Z. 124).)

Im Ergebnis wusste die Beschuldigte also ab dem Telefon mit Q.________ ca. drei 
Wochen nach Entlassung aus der Untersuchungshaft, dass sich Betäubungsmittel 
in ihrem Keller befanden, nahm diese in ihre Wohnung hoch, bewahrte sie vorü-
bergehend dort auf und stellte sie schliesslich S.________ zur Verfügung. In dieser 

19

Hinsicht schliesst sich die Kammer den Erwägungen der Vorinstanz an 
(pag. 1466 f., S. 26 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die konstante Be-
teuerung der Beschuldigten, sie habe mit diesem Geschäft nichts zu tun haben 
wollen, ändert im Ergebnis nichts daran, dass sie diese Distanzierung nicht in die 
Tat umgesetzt, sondern S.________ wissentlich Zugang zu Betäubungsmitteln 
verschafft hat. Nicht ins Gewicht fällt weiter, dass S.________ die Beschuldigte an-
geblich entlastet und ausgesagt habe, sie habe nie etwas mit den Drogen gemacht, 
wenn er bei G.________ gewesen sei – die zitierte Aussage von S.________ be-
zog sich nicht auf die Beschuldigte, sondern auf J.________ (pag. 810 Z. 219 ff.). 
Auch die von der Verteidigung zitierten Aussagen von G.________ vermögen die 
Beschuldigte nicht zu entlasten. Dieser befand sich im Zeitpunkt der Übergabe an 
S.________ in Haft und konnte keine Angaben zu diesen Vorgänge machen.

Für die Kammer ist somit erstellt, dass die Beschuldigte im Auftrag von 
Q.________ nach den Betäubungsmitteln suchte, diese in einer Art Kissen fand, in 
die Wohnung raufnahm und auf den Schrank warf. Als S.________ wie vereinbart 
erschien, um die Betäubungsmittel zu holen, zeigte sie ihm, dass sich diese auf 
dem Schrank befanden, woraufhin er das Kissen runterholte und jemand der bei-
den die Betäubungsmittel daraus entfernte. Die Beschuldigte stellte S.________ 
einen Rucksack zur Verfügung, in den das Paket verpackt wurde. Ob die Beschul-
digte das Paket selber aus dem Kissen nahm und/oder selber in den Rucksack leg-
te ist – wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – für die rechtliche Würdi-
gung nicht von Relevanz und kann deshalb offengelassen werden. Gestützt auf die 
glaubhaften Aussagen von S.________ geht die Kammer weiter davon aus, dass 
dieses Paket ca. die Grösse eines A3-Blattes hatte, 10 cm dick war und ca. 10'000 
Thaipillen enthielt. Ebenfalls gilt als erstellt, dass es sich bei diesen Thaipillen um 
dieselben handelte, die bei S.________ in U.________ sichergestellt wurden. Für 
die Wirkstoffmenge wird auf das Ergebnis der Laboranalyse von 213.6 Gramm ab-
gestellt, auch wenn davon auszugehen ist, dass für die Laboranalyse nicht mehr 
die gesamte Menge von ca. 10'000 Thaipillen zur Verfügung stand (pag. 924 ff. und 
pag. 896 Z. 393 ff.).

Anders als für die Vorinstanz ist für die Kammer auch erstellt, dass die Beschuldig-
te einschätzen konnte, dass es sich bei diesem Paket nicht nur um eine unbe-
stimmte, qualifizierte Menge handelte, sondern um eine Menge von mehreren Tau-
send Thaipillen. Sie hat das Paket, in dem die Thaipillen verpackt waren, gesehen 
und zumindest durch das Kissen hindurch in den Händen gehalten. Zudem gab sie 
an, es habe sich um ein grosses Paket gehandelt (pag. 344 Z. 160). In Kombinati-
on mit ihrem Eigenkonsum und ihren Kenntnissen über die Geschäfte ihres Ehe-
mannes musste die Beschuldigte mit einer Betäubungsmittelmenge in der festge-
stellten Grössenordnung rechnen.

Richtig sind hingegen die Ausführungen der Vorinstanz zu den zeitlichen Verhält-
nissen (pag. 1468, S. 28 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Was die zeitlichen Dimensionen angeht, so ist unklar, wann der telefonische Kontakt zwischen der 
Beschuldigten und Q.________ genau stattfand. Die Beschuldigte wurde am 30.06.2017 aus der Un-
tersuchungshaft entlassen. Sie gab in der Hafteröffnung am 04.09.2017 an, ca. drei Wochen später 
von jemandem angerufen worden zu sein, was dem 21.07.2017 entspricht. Es dürfte sich hierbei um 

20

die telefonische Kontaktaufnahme durch Q.________ handeln. In der delegierten Einvernahme vom 
15.09.2017 gab sie an, S.________ sei ca. einen Monat nach Haftentlassung vorbeigekommen, was 
genau dem von diesem angegebenen und durch objektive Beweismittel gestützten 28.07.2017 ent-
spricht. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschuldigte nach dem Anruf von Q.________ 
am 21.07.2017 die Thaipillen aus dem Keller in die Wohnung raufholte und diese bis zur Abholung am 
28.07.2017 durch S.________ eine Woche später bei sich in der Wohnung auf einem Schrank auf-
bewahrte.

Im Ergebnis ist der Sachverhalt von Ziff. I.1.2 der Anklageschrift somit erstellt, 
wenn auch nur für einen Deliktszeitraum vom 21. – 28. Juli 2017.

11. Vorwurf der mehrfachen Geldwäscherei gemäss Ziff. 2 der Anklageschrift

11.1 Angeklagter Sachverhalt

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, Handlungen vorgenommen zu haben, die ge-
eignet gewesen seien, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einzie-
hung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie sie gewusst habe, aus einem 
Verbrechen hergerührt hätten, indem sie Bargeld, welches ihr von ihrem Ehemann, 
G.________, übergeben worden sei, und – wie sie gewusst oder zumindest in Kauf 
genommen habe – aus seinem Handel mit Thaipillen und Crystal stammte, nach 
R.________ überwiesen habe. Konkret habe die Beschuldigte am 28. April 2017 
CHF 1'000.00 sowie am 10. Mai 2017 CHF 1'800.00 an unbekannten Orten via 
Western Union an Q.________ in R.________ überwiesen und auf diese Weise 
mehrfach Geldwäscherei begangen.

11.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt (pag. 1471 ff., 
S. 31 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung führte dazu aus, der Betrag von CHF 2'800.00 sei nicht beson-
ders hoch. Es erstaune nicht, dass die Beschuldigte zu entsprechenden Überwei-
sungen imstande gewesen sei. Sie habe in sämtlichen Einvernahmen überein-
stimmend und sehr detailliert ganz genaue Angaben geliefert, woher der Betrag 
von CHF 2'800.00 gekommen sei. Sie habe das Geld für ihren Schwiegervater 
nach R.________ überwiesen, mit dem sie im Gegensatz zu weiteren Familienmit-
gliedern einen guten Kontakt gepflegt habe. Es sei nicht klar, warum die Vorinstanz 
ihre wiederholten, detaillierten Angaben als nicht glaubhaft qualifiziert habe. Eben-
falls sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz die Aussagen von 
G.________ pauschal als unglaubhaft qualifiziert habe. Die Ehegatten hätten 
Spannungen gehabt. Dennoch habe G.________ seine Frau vollständig entlastet. 
Das falle beweismässig erheblich ins Gewicht. Der Differenzbetrag zu den 
CHF 4'000.00, die sie insgesamt beschafft habe, sei nicht suspekt oder unklar, 
dafür gebe es eine ganz einfache Erklärung: Sie habe diesen Differenzbetrag of-
fenbar für sich selber verwendet. Auch für den Vorwurf, dass der Geldbetrag delik-
tischer Herkunft sein müsse, weil G.________ die Notiz vorbereitet habe, gebe es 
eine einfache Erklärung: Die Beschuldigte sei Analphabetin. Das sei der Grund, 
weshalb G.________ aufgeschrieben habe, was sie der Western Union kommuni-

21

zieren müsse. Die deliktische Herkunft des Geldes sei damit nicht erstellt, dies 
könne man der Beschuldigten nicht nachweisen.

11.4 Beweiswürdigung der Kammer

Es ist objektiv erstellt, dass die Beschuldigte am 28. April 2017 und am 
10. Mai 2017 am Bahnhof in C.________ total CHF 2'800.00 via Western Union an 
den Bruder von G.________, Q.________ (Q.________), in R.________ überwie-
sen hat (pag. 976).

Anhand der Aussagen der Beschuldigten und ihres Ehemannes ist die umstrittene 
Herkunft dieser Vermögenswerte zu klären.

Vor dem Hintergrund der finanziellen Verhältnisse, sprich der Sozialhilfeabhängig-
keit des Ehepaares A.________, stellen sich der Kammer die gleichen Fragen wie 
bereits der Vorinstanz, auf deren Erwägungen vorab auch verwiesen wird 
(pag. 1471 ff., S. 31 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Es ist mehr als er-
staunlich, dass die Beschuldigte in der Lage gewesen sein will, eine Summe von 
CHF 2'800.00 nach R.________ zu überweisen. Die Erklärungen beider Eheleute 
sind wenig überzeugend.

Bevor G.________ die einzelnen Überweisungen seiner Ehefrau vorgehalten wur-
de, sagte er zu der sichergestellten Western Union Karte, diese gehöre seiner 
Frau. Wenn jemand in der Familie krank sei, schicke sie manchmal CHF 50.00. Es 
habe mit dieser Karte keine Überweisungen gegeben (pag. 432 Z. 348 ff.). In der 
Schlusseinvernahme wurde er mit den beiden Überweisungen durch die Beschul-
digte und dem Vorwurf der Geldwäscherei konfrontiert und sagte: «Ich weiss es 
nicht, mein Vater war krank» (pag. 546 Z. 537). Auf Vorhalt der Aussage der Be-
schuldigten, wonach er ihr einen Zettel mit den Zahlungsdetails gegeben habe und 
sie dann die Überweisung vorgenommen habe, gab er an, sein Vater sei krank, er 
sei ________ Jahre alt und krank. Seine Frau habe das Geld von Freunden ausge-
liehen. Es handle sich dabei nicht um Einnahmen aus dem Drogenhandel und er 
habe seiner Frau das Geld nicht gegeben (pag. 546 f. Z. 539 ff.). Es fällt zunächst 
auf, dass G.________ zwar nichts von diesen Überweisungen gewusst haben will, 
dann aber nicht bestritt, seiner Frau einen Zettel mit den Zahlungsdetails gegeben 
zu haben und auch Angaben zur Herkunft dieser Gelder machte. Weiter gab er – 
noch nicht im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Geldwäscherei – an, seine 
Frau habe manchmal Geld nach R.________ geschickt, wenn jemand krank gewe-
sen sei. Dabei nannte er einen Betrag von CHF 50.00, somit einen viel geringeren 
Betrag als die insgesamt CHF 2’800.00, die von der Beschuldigten überwiesen 
wurden. Insgesamt sind die Aussagen vage und wenig glaubhaft, zumal bekannt 
ist, dass G.________ systematisch versuchte, die weiteren am Verfahren beteilig-
ten Personen zu schützen. Daran ändern auch die angeblichen Eheprobleme der 
beiden nichts.

Auch auf die Aussagen der Beschuldigten kann nicht abgestellt werden. Ihre Anga-
ben zur Herkunft der Mittel sind widersprüchlich. Wohl gab sie konstant an 
CHF 2'000.00 von einer Freundin namens V.________ ausgeliehen und weitere 
CHF 2'000.00 durch Erwerbstätigkeit in einem AB.________ selbst verdient zu ha-
ben. Die zeitliche Abfolge der Geldbeschaffung für die beiden Transaktionen schil-

22

derte sie aber gegensätzlich: Gemäss Aussagen in der Schlusseinvernahme ka-
men die Mittel für die Überweisung von CHF 1'000.00 am 28. April 2017 aus dem 
Arbeitsverdienst, jene für die Überweisung von CHF 1'800.00 am 10. Mai 2017 
vom geliehenen Geld (pag. 367 Z. 369 ff.). In der Hauptverhandlung gab sie hinge-
gen an, die von V.________ geborgten CHF 2'000.00 hätten nicht gereicht, wes-
halb sie dann arbeiten gegangen sei (pag. 1400 Z. 31 ff.). Auch die übrigen Anga-
ben zu ihrer Tätigkeit im AB.________ (Studio, Anzahl Arbeitseinsätze, Verdienst) 
stimmten nicht überein (pag. 367 Z. 375 und pag. 1400 f. Z. 33 ff.). Unklar bleibt 
zudem, ob G.________ über ihre Arbeitstätigkeit im AB.________ informiert gewe-
sen sein soll. Gemäss seinen Aussagen will er gewusst haben, dass sie bei Freun-
den Geld ausgeliehen und seinem kranken Vater geschickt habe (pag. 546 f. 
Z. 539 ff.). Die Beschuldigte selber gab einerseits an, er habe nicht gewusst, dass 
sie arbeiten gegangen sei (pag. 1400 Z. 38). Andererseits erzählte sie, ihr Mann 
habe gesagt, er habe kein Geld, worauf sie gesagt habe, dann gehe sie arbeiten 
und werde bei Freunden Geld ausleihen (pag. 1401 Z. 16). Schliesslich erklärt die 
Beschuldigte nicht schlüssig, was mit dem restlichen Geld der insgesamt beschaff-
ten CHF 4'000.00 passierte. Die Darstellung der Verteidigung, wonach dieser Diffe-
renzbetrag nicht suspekt sei, weil sie das Geld einfach für sich gebraucht habe, 
überzeugt nicht. Im Gegenteil: Als Sozialhilfeempfängerin wäre die Beschuldigte 
verpflichtet gewesen, allfällige Nebenverdienste beim Sozialdienst anzugeben und 
nicht einfach für sich zu behalten. Die Aussagen der Beschuldigten sind insgesamt 
zu wenig stimmig oder konstant, als dass sie die Herkunft dieser überwiesenen 
Gelder erklären könnten.

Darüber hinaus stimmen diese Erklärungen auch nicht mit dem Gesamtbild der fa-
miliären Verhältnisse überein, wie sie von der Beschuldigten dargestellt wurden. In 
ihrer ersten Einvernahme schilderte sie, ihre Verwandten in R.________ wollten 
nichts mit ihr zu tun haben, da sie arm sei. Sie habe keinen Kontakt mehr zur Ver-
wandtschaft. Wenn sie nach R.________ gehe, besuche sie ihre Kolleginnen 
(pag. 263 Z. 62). Sie wisse nicht, ob ihr Mann regelmässig Kontakt zu seiner Fami-
lie habe, da sie mit dieser zerstritten seien (pag. 263 Z. 70). Am 13. Juni 2017 gab 
sie auf die Frage nach dem Kontakt mit der Familie ihres Mannes an: «Wir mögen 
uns nicht sehr gut. Sie haben mich nicht gern. Früher habe ich im AC.________ 
gearbeitet und darum mögen sie mich nicht» (pag. 287 Z. 91). Es erscheint der 
Kammer nicht glaubhaft, dass die Beschuldigte ins AC.________ arbeiten ging, um 
ausgerechnet der Familie ihres Ehemannes Geld zu schicken, mit der sie wegen 
ihrer früheren Tätigkeit als AD.________ zerstritten war. Es fällt denn auch auf, 
dass die Beschuldigte erst auf Vorhalt ihrer früheren Aussagen an der Hauptver-
handlung plötzlich angab, sie habe mit ihrem Schwiegervater nicht gestritten, son-
dern mit der anderen Verwandtschaft von G.________ (pag. 1401 Z. 33 ff.).

Im Zusammenhang mit den beiden Überweisungen nach R.________ fällt vielmehr 
folgendes ins Gewicht: Abgesehen vom lukrativen Betäubungsmittelhandel von 
G.________ hatten die beiden Ehegatten keine Einkommensquellen, die eine 
Überweisung von CHF 2’800.00 innerhalb von knapp zwei Wochen erlaubt hätten. 
Wie die soeben erfolgte Aussagewürdigung zeigt, ist zudem unglaubhaft, dass die 
Beschuldigte innerhalb von 12 Tagen CHF 4'000.00 auftrieb. Es liegt daher nahe, 
dass es sich bei diesen Geldern um Geld aus dem Betäubungsmittelhandel von 

23

G.________ handelte, zumal dieser selber wegen Geldwäscherei im Deliktsbetrag 
von insgesamt CHF 58'690.00 schuldig gesprochen wurde (pag. 1373). Dieser 
Eindruck wird verstärkt durch die Tatsache, dass die Überweisung ausgerechnet 
an den Bruder von G.________ erfolgte, der in dessen Drogengeschäfte involviert 
war (siehe Ziff. 10 oben). Relevant ist zudem, dass die Beschuldigte selber angab, 
ihr Mann habe ihr einmal einen Zettel mit dem Namen seines Bruders – notabene 
dem Empfänger der beiden Transaktionen – geschrieben, worauf sie Geld über-
wiesen habe (pag. 286 Z. 56 ff., pag. 366 Z. 349 ff. und pag. 1401 Z. 9). In der ers-
ten Einvernahme nutzte sie dabei explizit die Worte, sie sei «beauftragt worden», 
mit der Karte Überweisungen zu machen (pag. 286 Z. 56). Der Ehemann der Be-
schuldigten war somit in die Transaktionen durchaus involviert und hat diese bei 
der Beschuldigten in Auftrag gegeben. Die Kammer hat vor diesem Hintergrund 
keine ersthaften Zweifel daran, dass die am 28. April 2017 und am 10. Mai 2017 an 
Q.________ überwiesenen Geldbeträge von CHF 1'000.00 und CHF 1'800.00 aus 
dem Betäubungsmittelhandel von G.________ stammten und der Beschuldigten 
diese Herkunft bekannt war.

Der angeklagte Sachverhalt ist damit erstellt.

12. Vorwurf des Fahrens ohne Berechtigung gemäss Ziff. 3 der Anklageschrift 

12.1 Angeklagter Sachverhalt

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, im Zeitraum vom 19. Dezember 2016 bis zum 
29. Mai 2017 auf diversen Strecken in C.________ und D.________ ihrem Ehe-
mann, G.________, die auf sie eingelösten Motorfahrzeuge W.________, 
X.________, und Y.________, zur freien Verfügung überlassen zu haben, wobei 
sie gewusst habe, dass er über keine Fahrberechtigung verfügte und die Fahrzeu-
ge regelmässig lenkte.

12.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt (pag. 1476 f., 
S. 36 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

12.3 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung argumentierte im Wesentlichen damit, die Beschuldigte habe sich 
trotz der Verurteilung für den Vorfall am 2. Dezember 2013 auf die Auskunft ihres 
Ehemannes verlassen dürfen, wenn er ihr im Jahr 2016 gesagt habe, er dürfe Auto 
fahren. In dieser langen Zeitspanne hätte G.________ ohne Weiteres einen Füh-
rerausweis erwerben können oder es wäre möglich gewesen, dass sein 
r.________ Führerausweis mittlerweile anerkannt worden wäre.

12.4 Beweiswürdigung der Kammer

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist gestützt auf die durchgeführten Observa-
tionen erstellt, dass G.________ die auf die Beschuldigte eingelösten Motorfahr-
zeuge W.________ und X.________ sowie Y.________ an den in der Anklage-
schrift genannten Daten gelenkt hat. Dies wird von der Beschuldigten nicht bestrit-
ten. Sie war bei zwei Fahrten als Beifahrerin dabei und wusste somit, dass ihr 
Ehemann die auf sie gelösten Fahrzeuge benutzte. Für die Kammer ist dank poli-

24

zeilichen Abklärungen in den einschlägigen Registern (Fahrberechtigungsregister 
[FABER], Administrativmassnahmen-Register bzw. Informationssystem Verkehrs-
zulassung des Bundes [ADMAS bzw. IVZ-Register] zudem auch erstellt, dass 
G.________ dabei nicht im Besitze eines in der Schweiz gültigen Führerausweises 
war, nachdem ihm der ausländische Führerausweis auf unbestimmte Zeit aber-
kannt worden war und er auch keine andere Fahrberechtigung hatte (pag. 255 ff. 
und pag. 1389 ff.).

Dass die Beschuldigte nicht um die fehlende Fahrerlaubnis ihres Ehemanns ge-
wusst haben will, ist nach Überzeugung der Kammer eine Schutzbehauptung. Ihre 
Aussagen dazu sind schwammig und widersprüchlich. So gab sie einerseits an, sie 
habe ihren Ehemann nie gefragt, ob er einen Führerausweis habe, aber er habe 
einen r.________ Führerausweis. Er habe wohl gedacht, dass er diesen in der 
Schweiz gebrauchen könne und sei darum auch gefahren. Er habe gesagt, er dürfe 
fahren, darum sei er auch gefahren. Sie habe keinen Führerausweis (pag. 368 
Z. 401 ff.). Zum Vorwurf, dass sie die beiden Personenwagen und den Motorroller 
ihrem Ehemann überlassen habe, obwohl sie gewusst habe, dass er damit nicht 
fahren dürfe, wollte die Beschuldigte nichts mehr sagen (pag. 369 Z. 462). In der 
Hauptverhandlung sagte sie sodann auf Vorhalt, wonach sie bereits im Jahr 2014 
wegen Überlassens eines Fahrzeuges an den nicht fahrberechtigten G.________ 
verurteilt worden sei, dass sie nicht wisse, ob er gefahren sei, der Schlüssel hänge 
einfach an der Wand (pag. 1395 Z. 30). Ihr Ehemann habe ihr gesagt, dass er ei-
nen r.________ Führerausweis habe und dass er damit hier fahren könne 
(pag. 1401 Z. 46 f.). Bevor er ein Auto gekauft habe, habe sie ihn gefragt, ob er 
überhaupt fahren dürfe, was er bejaht habe. Er habe gesagt, er habe einen 
r.________ Führerausweis. Dies habe sie ihn vor über zehn Jahren gefragt, genau 
wisse sie es nicht mehr (pag. 1402 Z. 2 ff.). Den Vorhalt, dass ihr Ehemann seit 
dem Jahr 1998 nicht mehr fahren dürfe und sie von der Kantonspolizei bereits im 
Dezember 2013 darüber informiert worden sei, bestätigte die Beschuldigte. Letztes 
Mal sei die Polizei zu ihr gekommen und habe ihr das gesagt. Sie habe den 
Schlüssel an die Wand gehängt und ihm gesagt, er solle nicht fahren, aber wenn er 
fahre, sei das sein Problem (pag. 1402 Z. 14 ff.).

Aus den Aussagen der Beschuldigten geht unzweifelhaft hervor, dass sie spätes-
tens seit dem Jahr 2013 darüber informiert war, dass ihr Ehemann in der Schweiz 
kein Motorfahrzeug lenken durfte – auch nicht mit einem allfälligen r.________ 
Führerausweis. Eine gegenteilige Behauptung wäre denn auch unglaubhaft, nach-
dem die Beschuldigte als Folge eines gleichen Vorfalls im Dezember 2013 mit 
Strafbefehl vom 24. Juni 2014 verurteilt worden war (pag. 1263). Entgegen der 
Vorbringen der Verteidigung war die Situation für sie aufgrund ihres Vorwissens 
weder komplex noch schwer durchschaubar. Sie wusste bestens Bescheid und 
durfte nicht in guten Treuen davon ausgehen, ihr Ehemann dürfe ein Motorfahr-
zeug führen. Es gab für sie keine Hinweise, dass ihr Ehemann in der Zwischenzeit 
einen gültigen Führerausweis erlangt haben könnte. Sie selber machte denn auch 
nichts Entsprechendes geltend. Bezeichnenderweise wurden die Fahrzeuge alle-
samt auf ihren Namen eingelöst, obwohl sie selber über keinen Fahrausweis ver-
fügte, und wurden dann ausschliesslich von G.________ be-

25

nutzt (pag. 369 Z. 433 ff.). Dies wäre kaum nötig gewesen, wenn mit dem Ausweis 
von G.________ alles in bester Ordnung gewesen wäre.

Der angeklagte Sachverhalt ist damit erstellt.

III. Rechtliche Würdigung

13. Qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

13.1 Tatbestand

Eine Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 
Bst. c und d begeht unter anderem, wer Betäubungsmittel unbefugt veräussert, 
oder besitzt. Die mengenmässige Qualifikation gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a erfüllt, 
wer weiss oder annehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder unmittel-
bar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. Auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz zum Grundtatbestand und zur mengenmässigen 
Qualifikation kann vorab verwiesen werden (pag. 1477 f., S. 37 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung).

Bei der Beantwortung der Frage, welcher Grenzwert für den schweren Fall bei Me-
thamphetamin gilt, hält sich die Kammer an die Empfehlungen der Schweizeri-
schen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) und damit an die gefestigte Praxis 
der Strafkammern, wonach bei Methamphetamin ein schwerer Fall bei 12 Gramm 
reinem Drogenwirkstoff vorliegt (vgl. u.a. Urteil der 1. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern SK 18 345 vom 16. April 2019 mit Verweis auf das Urteil 
der 1. Strafkammer SK 17 436 vom 30. April 2018 sowie BGE 145 IV 312 [= Pra 
2020 Nr. 42], wo festgestellt wurde, dass es nicht bundesrechtswidrig sei, wenn 
das Vorliegen eines schweren Falles im Sinne von Art. 19 Abs. 2 Bst. a des Betäu-
bungsmittelgesetzes (BetmG; SR 812.121) unter dem Hinweis auf eine im 
Jahr 2010 durch die SGRM erstellte Studie bejaht wird, welche für reines Metham-
phetamin-Hydrochlorid einen Grenzwert von 12 Gramm empfiehlt).

13.2 Subsumtion

13.2.1 Mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG durch Besitz

Die Beweiswürdigung hat ergeben, dass die Beschuldigte die objektiv tatbe-
standsmässige Handlung von Art. 19 Abs. 1 Bst. d BetmG erfüllte, indem sie am 
6. Juni 2017 und während einem unbekannten Zeitraum davor in einer Konserven-
dose im Küchenregal ihrer Wohnung in C.________, 43.12 Gramm Crystal und 900 
Thaipillen aufbewahrt hat. Sie hatte daran zwar gemeinsam mit ihrem Ehemann, 
jedoch eigenständig Besitz und es war ihr jederzeit möglich, auf diese Betäu-
bungsmittel zuzugreifen.

Die Beschuldigte besass dadurch ca. 50 Gramm reines Methamphetamin, was den 
Grenzwert der mengenmässigen Qualifikation gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG 
deutlich überschreitet. Da die Beschuldigte den Inhalt der Dose kannte, war es ihr 
möglich, die Menge der darin enthaltenen Betäubungsmittel einzuschätzen. Als 
Konsumentin war ihr auch bewusst, dass eine solche Menge an Wirkstoff die Ge-
sundheit vieler Menschen in Gefahr bringen konnte. Sie handelte somit vorsätzlich.

26

13.2.2 Mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG durch Besitz und 
Veräussern

Es ist erstellt, dass die Beschuldigte im Zeitraum 21.-28. Juli 2017 ein Paket mit 
ca. 10'000 Thaipillen in ihrer Wohnung in C.________ aufbewahrte und diese am 
28. Juli 2017 S.________ überliess. Damit hat sie einerseits den Tatbestand des 
Besitzes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 Bst. d BetmG erfüllt: Sie hat das Paket mit 
den Thaipillen auf Anweisung von Q.________ in ihre Wohnung raufgenommen. 
Sie wusste, was sich darin befand und konnte jederzeit darauf zu greifen.

Durch das Überlassen an S.________ hat die Beschuldigte zudem auch den Tat-
bestand der Veräusserung gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c BetmG erfüllt. Veräussern 
im Sinne des Tatbestands bedeutet die vorsätzliche Übertragung der Verfügungs-
macht über Betäubungsmittel an eine andere Person (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, 
BetmG Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2016, N 52 zu Art. 19 BetmG). Es ist des-
halb unerheblich, ob die Beschuldigte das Paket mit den Thaipillen selber aus dem 
Kissen nahm und S.________ eigenhändig überreichte, oder ob er diese auf ihre 
Anweisung hin und in ihrem Beisein selber vom Schrank holte und aus dem Kissen 
nahm. So oder anders hat die Beschuldigte S.________ den Zutritt zu ihrer Woh-
nung verschafft, ihm den Aufbewahrungsort der Betäubungsmittel gezeigt, ihn auf-
gefordert, diese vom Schrank herunterzuholen und mitzunehmen und ihm dabei 
geholfen, diese in den Rucksack zu verpacken. Sie hat ihm dadurch wissentlich 
und willentlich die Verfügungsmacht über die Betäubungsmittel eingeräumt und 
damit den Tatbestand der Veräusserung erfüllt. Selbst wenn sie die Betäubungs-
mittel in der Gegenwart von S.________ nicht mehr angefasst hat, kann sie sich 
damit nicht aus der Verantwortung ziehen.

Im fraglichen Paket befanden sich ca. 10'000 Thaipillen, ausmachend 
213.6 Gramm reines Methamphetamin. Damit wurde die Grenze zur mengenmäs-
sigen Qualifikation gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG um ein Vielfaches über-
schritten. Gemäss dem Beweisergebnis ist erstellt, dass der Beschuldigten die 
Grössenordnung dieser Menge bewusst war und sie somit zumindest in Kauf 
nahm, eine erhebliche Menge von ca. 10'000 Thaipillen aufzubewahren und an 
S.________ zu übergeben. Sie handelte somit eventualvorsätzlich. Da sie selber 
Methamphetamin konsumierte, war ihr zudem klar, dass diese Menge an Thaipillen 
geeignet war, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen.

13.3 Fazit

Die Beschuldigte hat sich der mengenmässig qualifizierten Widerhandlungen ge-
gen das BetmG gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst.  c und d sowie Abs. 2 Bst. a BetmG 
schuldig gemacht.

14. Geldwäscherei

14.1 Tatbestand

Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB begeht, wer eine Handlung 
vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Ein-
ziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie die Person weiss oder an-
nehmen muss, aus einem Verbrechen oder aus einem qualifizierten Steuerverge-

27

hen herrühren. Für die weiteren Grundlagen des Tatbestands wird auf die Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 1480 f., S. 40 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung).

14.2 Subsumtion

Es ist erstellt, dass die Beschuldigte zwei Mal Gelder aus dem Betäubungsmittel-
handel von G.________ mit Western Union an dessen Bruder nach R.________ 
geschickt hat. Damit hat sie den genannten Tatbestand zwei Mal erfüllt. Es kann für 
die Subsumtion auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1481, 
S. 41 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Vorliegend bestehen die Vortaten in qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG, für die 
G.________ mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 19.03.2019 rechtskräftig verurteilt wurde und wobei 
es sich um Verbrechen handelt (vgl. Art. 19 Abs. 2 lit. a und c und Art. 26 BetmG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 
StGB). Die Beschuldigte überwies am 28.04.2017 CHF 1'000.00 und am 10.05.2017 CHF 1'800.00, 
die sie zuvor in bar von G.________ erhalten hat, via Western Union an Q.________ («Q.________») 
in R.________. Das Bargeld stammte, wie die Beschuldigte wusste, aus dem Betäubungsmittelhandel 
von G.________ und rührte daher aus einem Verbrechen. Durch den Wechsel von Bar- zu Papiergeld 
und die Transferierung ins Ausland waren die Überweisungen via Western Union geeignet, die Ein-
ziehung des Drogenerlöses zu vereiteln. Die angeklagten Transaktionen stellen klassische Geldwä-
schereihandlungen dar. Die Beschuldigte handelte sodann wissentlich und willentlich. Insbesondere 
war ihr bewusst, dass sie durch die Transferierung nach R.________ den Drogenerlös dem Zugriff 
der Strafverfolgungsbehörden entzog. Sie handelte damit direktvorsätzlich.

Diese zutreffenden Ausführungen können lediglich dahingehend ergänzt werden, 
dass gemäss Beweisergebnis erstellt ist, dass die Beschuldigte diese beiden 
Transaktionen vom Bahnhof C.________ aus vorgenommen hat.

14.3 Fazit

Die Beschuldigte hat sich der mehrfachen Geldwäscherei, begangen am 28. April 
2017 und am 10. Mai 2017 in C.________, schuldig gemacht.

15. Fahren ohne Berechtigung

15.1 Tatbestand

Den Tatbestand von Art. 95 Abs. 1 Bst. e des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; 
SR 741.01) begeht, wer einer Person ein Motorfahrzeug überlässt, von der er oder 
sie weiss oder bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit wissen kann, dass sie den er-
forderlichen Ausweis gemäss Art. 10 Abs. 2 SVG nicht hat. Für die weiteren Aus-
führungen zum Tatbestand wird auf die Erläuterungen der Vorinstanz verwiesen 
(pag. 1481 f., S. 41 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

15.2 Subsumtion

Die Vorinstanz hat die Subsumtion des erstellten Sachverhalts korrekt wie folgt 
vorgenommen (pag. 1482, S. 42 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

G.________ verfügte im angeklagten Zeitraum zwischen dem 19.12.2016 und dem 29.05.2017 nicht 
über einen in der Schweiz gültigen Führerausweis und damit über keine Fahrberechtigung. Die Be-
schuldigte wusste das. Indem sie jeweils den Auto- oder Motorradschlüssel an die Wand hängte, wo 

28

ihr Ehemann jederzeit Zugriff darauf hatte, räumte sie ihm die ungehinderte Verfügungsmöglichkeit 
über die auf sie eingelösten Personenwagen W.________ und X.________ (Wechselkontrollschild 
________) sowie den Motorroller Y.________ ein bzw. ermöglichte ihm damit, diese Fahrzeuge ohne 
Weiteres zu behändigen. Sie hielt die Fahrzeugschlüssel nicht von ihm fern, wie sie es aufgrund sei-
ner fehlenden Fahrberechtigung hätte tun müssen, und traf damit elementare Massnahmen zur Ver-
hinderung unbefugter Fahrten durch G.________ nicht. Die Beschuldigte überliess damit ihrem nicht 
fahrberechtigten Ehemann die genannten Fahrzeuge zur freien Verfügung. Der Beschuldigten war es 
egal, was mit den Fahrzeugschlüsseln passierte und ob ihr nicht fahrberechtigter Ehemann diese 
nehmen und dadurch Zugang zu den Fahrzeugen erhalten würde. Damit nahm sie zumindest in Kauf, 
dass sie G.________ die Fahrzeuge unberechtigterweise überliess und dieser die Schlüssel in der 
Folge die Personenwagen und den Motorroller lenken würde.

Damit sind der objektive und subjektive Tatbestand von Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG erfüllt.

Es kann lediglich ergänzt werden, dass aufgrund der Formulierung in der Anklage-
schrift von einer und nicht von mehreren Begehungen des Tatbestands ausgegan-
gen wird.

15.3 Fazit

Die Beschuldigte ist wegen Fahrens ohne Berechtigung durch Überlassen eines 
Motorfahrzeugs an einen Führer ohne erforderlichen Ausweis, begangen vom 
19. Dezember 2016 bis 29. Mai 2017 in C.________ und D.________, schuldig zu 
sprechen.

IV. Strafzumessung

16. Grundlagen

Die Ausführungen der Vorinstanz zu den Grundlagen der Strafzumessung, zum 
Strafrahmen und zur Strafart sowie zum anwendbaren Recht sind zutreffend. Dar-
auf kann verwiesen werden (pag. 1483 f., S. 43 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

17. Vorgehensweise

Die qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz können le-
diglich mit Freiheitsstrafe abgegolten werden (Art. 19 Abs. 2 BetmG). Für die bei-
den weiteren Delikte hingegen kommen ausschliesslich Geldstrafen in Betracht. 
Wie bereits ausgeführt, ist die Kammer aufgrund der Anträge der Generalstaats-
anwaltschaft bei der Strafzumessung für das Fahren ohne Berechtigung und die 
Geldwäscherei an das Verschlechterungsverbot gebunden, weshalb dafür nur 
Geldstrafen und keine Freiheitsstrafen ausgesprochen werden dürfen (siehe 
Ziff. I.6 oben).

Aus den genannten Gründen erübrigen sich weitere Ausführungen zur Wahl der 
Strafart. Es kann zudem bereits an dieser Stelle festgehalten werden, dass für die 
beiden qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz eine 
Gesamtfreiheitsstrafe und für die beiden weiteren Delikte eine Gesamtgeldstrafe zu 

29

bilden ist (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 144 IV 217). Daran orientiert sich der Aufbau 
der nachfolgenden Strafzumessung.

18. Freiheitsstrafe für die qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG

Mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG wird gestützt auf 
Art. 19 Abs. 2 mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, womit eine Gelds-
trafe verbunden werden kann. 

Die Kammer zieht bei der Strafzumessung praxisgemäss die sogenannte «Tabelle 
Hansjakob» (vgl. in Fingerhuth/Tschurr, BetmG Kommentar, 2. Auflage, Zürich 
2007, N 30 zu Art. 47 StGB) als Orientierungshilfe bei, um basierend auf der so 
ermittelten, ungefähren Strafhöhe aufgrund weiterer strafzumessungsrelevanter 
Umstände des Einzelfalles schliesslich zur verschuldensangemessenen Strafe zu 
gelangen (vgl. zur Zulässigkeit dieses Vorgehens Urteil des Bundesgerichts 
6B_858/2016 vom 16. März 2017 E. 3.2). Für Methamphetamin wird dabei auf das 
in der «Tabelle Hansjakob» für Heroin vorgesehene Strafmass abgestellt, da bei 
Heroin wie auch bei Methamphetamin ab 12 Gramm eine mengenmässig qualifi-
zierte Begehung und damit eine vergleichbare Gefährdung vorliegt.

In der neusten Auflage des BetmG-Kommentars von Fingerhuth/Schlegel/Jucker 
findet sich die von der «Tabelle Hansjakob» abweichende «Tabelle Fingerhuth» 
(Fingerhuth/Schlegel/Jucker, a.a.O., N 45 zu Art. 47 StGB). Diese weicht insofern 
von der «Tabelle Hansjakob» ab, als die Strafen für die gehandelten Mengen ab 
12 Gramm Heroin/18 Gramm Kokain erst beim Verzehnfachen der Menge verdop-
pelt werden. Grössere Mengen erfahren dann wieder eine Verdoppelung schon bei 
der Verachtfachung der Menge, wie bei der «Tabelle Hansjakob». Die Kommenta-
toren begründen diese Änderung mit «Anregungen von Praktikern aus Staatsan-
waltschaft und Gerichten» und weil Hansjakob selber die Verdoppelung bei der 
zehnfachen Menge erwogen, aber verworfen habe, da dies für die grossen Mengen 
zu milde gewesen wäre (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, a.a.O., N 44 zu Art. 47 StGB). 
De facto wird damit eine Strafminderung für die Kategorien der kleinsten gehandel-
ten qualifizierten Mengen eingeführt, während diese Unterschiede umso weniger 
stark ins Gewicht fallen, je höher die gehandelten Mengen sind. Nach dem Gesag-
ten sieht sich die Kammer nicht veranlasst, von der bisherigen Praxis abzuweichen 
und orientiert sich für die Strafhöhe an der ursprünglichen «Tabelle Hansjakob».

Den beiden Vorwürfen an die Beschuldigte liegen zwei separate Sachverhalte zu 
Grunde, zwischen denen sich die Beschuldigte in Untersuchungshaft befand. Für 
die zweite Widerhandlung im Juli 2017 fasste sie demnach trotz dem Eindruck der 
soeben ausgestandenen Untersuchungshaft einen neuen Tatbeschluss. Die beiden 
Vorfälle sind deshalb einzeln zu beurteilen. Es ist nicht eine Strafe für die gesamte 
umgesetzte Menge zu bestimmen.

18.1 Besitz und Veräusserung vom 21. – 28. Juli 2017

18.1.1 Objektives Tatverschulden

Vorliegend beträgt die Ausgangsstrafe bei einer Menge von 213.6 Gramm reinen 
Methamphetamins gemäss «Tabelle Hansjakob» rund 32 Monate Freiheitsstrafe. 
Zugunsten der Beschuldigten ist zu berücksichtigen, dass es nur um einen einzel-

30

nen Vorfall ging und ihr im Betäubungsmittelhandel ihres Ehemannes insgesamt 
eine klar untergeordnete Rolle zukam.

Das objektive Tatverschulden ist insgesamt als leicht zu bezeichnen und es recht-
fertigt sich aufgrund der erwähnten Faktoren eine Reduktion der Ausgangsstrafe 
um die Hälfte auf 16 Monate Freiheitsstrafe.

18.1.2 Subjektives Tatverschulden

Der Beschuldigte handelte eventualvorsätzlich, was das Verschulden leicht redu-
ziert. Sie konsumierte zwar auch Methamphetamin, ein stark suchtgesteuertes und 
das Verschulden reduzierendes Handeln ist aber klar zu verneinen. Eindeutige fi-
nanzielle Beweggründe springen bei der Beschuldigten nicht ins Auge – die Be-
schuldigte bereicherte sich durch die Übergabe dieser Betäubungsmittel nicht.

Insgesamt rechtfertigt sich unter diesem Titel eine Reduktion der Strafe um einen 
Monat.

18.1.3 Fazit Tatverschulden

Unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten ist das 
Verschulden als leicht zu bezeichnen. Es ist eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten 
angemessen.

18.2 Besitz am 6. Juni 2017 und zuvor

18.2.1 Objektives Tatverschulden

Die Beschuldigte besass ca. 50 Gramm reines Methamphetamin. Dies ergibt 
gemäss der «Tabelle Hansjakob» eine Ausgangsstrafe von ca. 20 Monaten. Auch 
hier erfolgt jedoch eine Reduktion um die Hälfte aufgrund der stark untergeordne-
ten Rolle der Beschuldigten und der einmaligen Handlung.

18.2.2 Subjektives Tatverschulden

Die Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Weder ihre Beweggründe noch die 
Willensrichtung wirken sich vorliegend verschuldensmindernd aus.

18.2.3 Fazit Tatverschulden

Das Verschulden ist als leicht zu bezeichnen. Es ist eine Strafe von 10 Monaten 
Freiheitsstrafe angemessen.

18.3 Bildung der Gesamtstrafe

Beide Strafen weisen vorliegend dieselbe abstrakte Strafhöhe auf. Aufgrund des 
höheren Verschuldens kommt der Strafe für die Widerhandlung durch Besitz und 
Veräusserung von 15 Monaten Freiheitsstrafe die Funktion der Einsatzstrafe zu. 
Die 10 Monate Freiheitsstrafe für den Besitz von Betäubungsmitteln werden auf-
grund des Grosszusammenhangs mit dem Betäubungsmittelhandel von 
G.________ lediglich mit der Hälfte, ausmachend 5 Monate, asperiert. Daraus re-
sultiert eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten.

31

18.4 Täterkomponente

18.4.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Die Beschuldigte ist in R.________ geboren und aufgewachsen. Mit ca. 20 Jahren 
kam sie in die Schweiz, wo sie bis zu ihrer Rückkehr nach R.________ mehr als 30 
Jahre lebte. Der genaue Rückkehrzeitpunkt ist nicht bekannt, die Rückkehr erfolgte 
jedoch nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung. Nachdem die Beschuldigte 
zuerst mit einem Schweizer verheiratet war, ist sie nun mit G.________ verheiratet. 
Sie hat eine volljährige Tochter, die in der Schweiz arbeitet (pag. 1252 ff., 
pag. 1357 ff. und pag. 1395 Z. 15 ff.). Über eine Ausbildung verfügt die Beschuldig-
te gemäss eigenen Angaben nicht. Sie arbeitete zuletzt unregelmässig als 
AA.________, hatte aber keine feste Arbeitsstelle und wurde sowohl im Tatzeit-
punkt als auch im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom Sozial-
dienst unterstützt. Sie hat Kleinkredit-Schulden, offenbar zusammen mit ihrem Ex-
Ehemann. Über ihre aktuelle persönliche Situation in R.________ ist nichts be-
kannt. Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sind neutral zu werten.

18.4.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Die Beschuldigte delinquierte nach ihrer Haftentlassung am 30. Juni 2017 und da-
mit während hängigem Strafverfahren weiter, was in Bezug auf den Vorfall im Ju-
li 2017 verschuldenserhöhend zu werten ist (pag. 30). Geständig war die Beschul-
digte entgegen der Einschätzung der Vorinstanz nicht. Wenn in einigen Punkten 
beweiswürdigend auf ihre Angaben abgestellt wurde, so zeigt das einzig, dass sie 
punktuell auch glaubhafte Aussagen machte. Das hat indessen nicht einen Ge-
ständnisrabatt zur Folge. Insgesamt liegen also keine verschuldensmindernden 
Elemente vor, die die Erhöhung wegen der Delinquenz während laufendem Verfah-
ren zu kompensieren vermöchten.

Das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren ist bei der auszufällenden Frei-
heitsstrafe mit 2 Monaten straferhöhend zu berücksichtigen.

18.4.3 Strafempfindlichkeit

Die Strafempfindlichkeit ist mangels Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände im 
Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung neutral zu werten (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_216/2017 vom 11. Juli 2017 E. 2.3 mit Hinweisen).

18.4.4 Fazit

Nach Berücksichtigung der Täterkomponenten beläuft sich die verschuldensange-
messene Freiheitsstrafe für die qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz somit auf 22 Monate.

18.5 Verletzung Beschleunigungsgebot

Das in Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101), Art. 6 Ziff. 1 der Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101), 
Art. 14 Ziff. 3 Bst. c des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rech-
te (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) und Art. 5 StPO geregelte Beschleunigungsgebot 
verpflichtet die Behörde, das Strafverfahren zügig voranzutreiben, um die Beschul-
digten nicht unnötig über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu las-

32

sen. Diese sollen nicht länger als notwendig den Belastungen eines Strafverfah-
rens ausgesetzt sein (BGE 133 IV 158 E. 8). Das Beschleunigungsgebot gilt für 
das ganze Verfahren (BGE 143 IV 49 E. 1.8.2 mit Hinweisen). Welche Verfahrens-
dauer angemessen ist, hängt von den konkreten Umständen ab, die in ihrer Ge-
samtheit zu würdigen sind. Kriterien hierfür bilden etwa die Schwere des Tatvor-
wurfs, die Komplexität des Sachverhaltes, die dadurch gebotenen Untersuchungs-
handlungen, das Verhalten des Beschuldigten und dasjenige der Behörden sowie 
die Zumutbarkeit für den Beschuldigten (BGE 130 I 269 E. 3.1 mit Hinweisen). Da-
bei ist im Sinne einer Gesamtbetrachtung zu prüfen, ob die Strafbehörden das Ver-
fahren innert angemessener Frist geführt haben (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1304/2017 vom 25. Juni 2018 E. 1.3 mit Hinweisen). Wird eine Verletzung des 
Beschleunigungsgebotes festgestellt, ist diesem Umstand angemessen Rechnung 
zu tragen, wobei als Sanktionen die Berücksichtigung der Verfahrensverzögerung 
bei der Strafzumessung, die Schuldigsprechung bei gleichzeitiger Strafbefreiung 
oder in extremen Fällen die Einstellung des Verfahrens in Betracht fallen 
(BGE 143 IV 49 E. 1.8.2, BGE 133 IV 158 E. 8). Die Verletzung des Beschleuni-
gungsgebots muss im Urteil ausdrücklich festgehalten und es muss dargelegt wer-
den, in welcher Weise dieser Umstand berücksichtigt wurde (BGE 117 IV 124 
E. 4.d).

Das vorliegende Verfahren kann trotz umfangreicher Akten als überschaubar be-
zeichnet werden. Die erstinstanzliche Hauptverhandlung fand am 26. Februar 2020 
statt (pag. 1393 ff.). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 14. April 2021 
und wurde gleichentags den Parteien zugestellt (pag. 1441 ff. und pag. 1496 f.). 
Die Vorinstanz benötigte für die Ausfertigung der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung somit mehr als 13 ½ Monate, was der Beschuldigten nicht zuzumuten ist. Die 
Kammer verkennt wie erwähnt nicht, dass der Aktenumfang vorliegend eher gross 
ist. Nichtsdestotrotz erweist sich die Dauer der Ausarbeitung – nicht zuletzt auf-
grund der fehlenden Komplexität des Falles – als zu lange.

Weiter fällt auf, dass zwischen der letzten delegierten Einvernahme der Beschul-
digten am 25. September 2017 und der Schlusseinvernahme am 28. Juni 2019 gut 
21 Monate lagen (pag. 340 ff. und 356 ff.). Die Polizeirapporte datieren vom Febru-
ar resp. Juni 2018 (pag. 88 ff. und pag. 257 ff.). Die Schlusseinvernahmen von 
G.________ und S.________ fanden im Juli resp. Oktober 2018 statt (pag. 530 ff. 
und pag. 884 ff.). Spätestens im Oktober 2018 lagen somit sämtliche relevanten 
Untersuchungsergebnisse vor. In der Zeit danach wurden in Bezug auf die Be-
schuldigte denn auch keine Ermittlungen mehr vorgenommen. Vor diesem Hinter-
grund wird die Zeitdauer bis zur Schlusseinvernahme im Juni 2019 als zu lang er-
achtet.

Aufgrund der Verletzungen des Beschleunigungsgebots erscheint ein Abzug von 
insgesamt vier Monaten Freiheitsstrafe angemessen. Die Freiheitsstrafe beträgt 
damit noch 18 Monate. Die Verletzung des Beschleunigungsgebots wird zudem im 
Urteilsdispositiv festgehalten.

33

18.6 Bedingter Vollzug

Wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Be-
gehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, so schiebt das Gericht 
den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren 
in der Regel auf (Art. 42 Abs. 1 StGB).

Die Vorinstanz hat der Beschuldigten keine ungünstige Prognose gestellt und ins-
besondere ins Feld geführt, sie habe ohne bedeutsame Eigeninitiative beim Dro-
genhandel mitgemacht. Zudem habe sie vor allem auf Anweisung und im Auftrag 
von Q.________ bzw. ihres Ehemannes gehandelt. Dem kann beigepflichtet wer-
den, zumal die Beschuldigte in der Zwischenzeit nach R.________ zurückgekehrt 
ist und sich dadurch nicht mehr im Einflussbereich ihres immer noch in der Schweiz 
inhaftierten Ehemannes aufhält. In Übereinstimmung mit dem Antrag der General-
staatsanwaltschaft ist der Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung der minima-
len Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben.

18.7 Anrechnung der Untersuchungshaft

Die ausgestandene Untersuchungshaft von insgesamt 47 Tagen wird vollumfäng-
lich angerechnet (Art. 51 StGB).

18.8 Fazit

Die Beschuldigte wird zu einer Freiheitsstrafe von 18 Mon