# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1182fe3c-1202-53d2-9d4f-1a8df9669114
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.05.2010 E-3594/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3594-2010_2010-05-26.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3594/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______,
Iran,
vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin-Verfahren);
Verfügung des BFM vom 14. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3594/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  gemäss  eigenen  Angaben  am 
8. November 2009 ihr  Heimatland auf  dem Luftweg verliess und mit 
einem auf  ihre Personalien lautenden Reisepass und mit  einem von 
der  italienischen  Botschaft  in  Teheran  ausgestellten  Schengenvisum 
nach Mailand gelangte,

dass sie von ihrem Schlepper zirka zweieinhalb Monate in einem Haus 
in Italien festgehalten worden sei, bis ihr Vater den gesamten Betrag 
für die Reise habe bezahlen können,

dass sie am 18. Januar 2010 in die Schweiz gebracht worden sei und 
gleichentags im  Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen 
um Asyl nachsuchte,

dass das BFM im EVZ am 22. Januar  2010 die Personalien der Be-
schwerdeführerin erhob und sie zum Reiseweg sowie zu den Gründen 
für das Verlassen des Heimatlandes befragte,

dass bezüglich der Vorbringen im Einzelnen auf die Akten zu verweisen 
ist,

dass das BFM die zuständigen italienischen Behörden am 9. März 2010 
gestützt  auf  Art. 9  Abs. 2  Dublin-II-VO  (Verordnung  Nr. 343/2003 des 
Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren 
zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 
Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zu-
ständig ist) um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin ersuchte, 

dass  die  italienischen  Behörden  am 19.  März  2010  einer  Rücküber-
nahme der Beschwerdeführerin zustimmten,

dass das BFM mit  Verfügung vom 14 April  2010 in Anwendung von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eintrat, die 
Wegweisung aus der Schweiz nach Italien verfügte, die Beschwerde-
führerin aufforderte, die Schweiz bis spätestens nach Ablauf der Be-
schwerdefrist zu verlassen, den zuständigen Kanton mit dem Vollzug 
der Wegweisung beauftragte, feststellte,  einer allfälligen Beschwerde 

Seite 2

E-3594/2010

komme keine aufschiebende Wirkung zu, und der Beschwerdeführerin 
die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass der Beschwerdeführerin diese Verfügung am 14. Mai 2010 durch 
die zuständige kantonale Behörde eröffnet wurde,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  19. Mai  2010 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde erhob und beantragt, die angefochtene Verfügung 
sei vollumfänglich aufzuheben und es sei die Vorinstanz anzuweisen, 
auf das Asylgesuch einzutreten und materiell zu behandeln,

dass im Sinne einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des Be-
schwerdeverfahrens der Wegweisungsvollzug zu sistieren sei, 

dass die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefax vom 20. Mai 2010 den 
Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  einer 
vorsorglichen Massnahme (Art. 56 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) per sofort aussetzte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]); Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

Seite 3

E-3594/2010

dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzu-
treten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 
AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu prüfen ist, ob das BFM 
gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch der Be-
schwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten ist und infolgedessen die 
Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 
DAA  (Dublin-Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68)  i.V.m. 
Art. 29a  Abs.  1  der  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen  vom 
11.  August  1999  [AsylV 1])  die  Prüfung  der  staatsvertraglichen  Zu-
ständigkeit zur Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der 
Dublin-II-VO zu erfolgen hat, 

dass Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG im Weiteren voraussetzt,  dass der 
staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asyl-
suchenden Person zugestimmt hat (Art. 29a Abs. 2 AsylV 1),

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO die Mitgliedstaaten jeden Asyl-
antrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im 

Seite 4

E-3594/2010

Hoheitsgebiets  eines  Mitgliedstaates  stellt,  wobei  der  Antrag  von 
einem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des 
Kapitels III Dublin-II-VO als zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates 
eingeleitet wird, sobald ein Asylantrag erstmals in einem Mitgliedstaat 
gestellt wurde (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO), wobei die Kriterien in der in 
Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge (vgl. Art. 5-14 Dublin-
II-VO) anzuwenden sind sowie von der Situation zum Zeitpunkt, in dem 
der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, 
auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO), 

dass für  den Fall,  dass ein Asylbewerber ein gültiges Visum besitzt, 
der Mitgliedstaat, der das Visum erteilt hat, für die Prüfung des Asyl -
antrages zuständig ist, es sei denn, das Visum sei in Vertretung oder 
mit  schriftlicher  Zustimmung  eines  anderen  Mitgliedstaates  erteilt 
worden und in diesem Fall der letztgenannte Mitgliedstaat für die Prü-
fung des Asylantrages zuständig ist (Art. 9 Abs. 2 Satz 1 und 2 Dublin-
II-VO), 

dass  diese Bestimmung unter  den in  Art. 9  Abs. 4  Dublin-II-VO ge-
nannten  Voraussetzungen  selbst  bei  abgelaufenem  Aufenthaltstitel 
oder Visa zur Anwendung gelangt, 

dass gemäss des ersten Abschnitts von Art. 9 Abs. 4 Dublin-II-VO ein 
Asylbewerber,  der  einen  oder  mehrere  Aufenthaltstitel  besitzt,  die 
weniger als zwei Jahre zuvor abgelaufen sind oder er  über ein oder 
mehrere Visa verfügt, die seit weniger als sechs Monaten abgelaufen 
sind, aufgrund deren er in das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates ein-
reisen konnte, die Absätze 1, 2 und 3 des Art. 9 Dublin-II-VO anwend-
bar  sind,  solange  der  Antragsteller  das  Hoheitsgebiet  der  Mitglied-
staaten nicht verlassen hat, 

dass sich den Akten entnehmen lässt,  dass die Beschwerdeführerin 
über  ein  von  der  italienischen  Botschaft  in  Teheran  ausgestelltes 
Schengenvisum, gültig vom 26. Oktober 2009 bis zum 26. November 
2009, verfügte und dieses am 8. November 2009 für die Einreise nach 
Italien benutzte, sowie sich vor ihrer Einreise in die Schweiz und dem 
hiesigen  Asylantrag vom 18. Januar  2010 in  Italien,  einem Mitglied-
staat der Europäischen Union, aufgehalten hat (Akten BFM A1/14 S. 5, 
9 und 11; A17/6), 

Seite 5

E-3594/2010

dass  demnach  das  BFM  im  Zeitpunkt  seiner  Anfrage  vom 9.  März 
2010 zu Recht gestützt auf Art. 9 Abs. 4 Dublin-II-VO die italienischen 
Behörden um Rückübernahme der Beschwerdeführerin ersuchte und 
diese Anfrage zudem fristgerecht erfolgte (Art. 17 Abs. 1 Dublin-II-VO),

dass die italienischen Behörden mit  Schreiben vom 19. März 2010  - 
und damit innerhalb der in Art. 18 Abs. 1 Dublin-II-VO vorgesehenen 
Frist  - einer  Rückübernahme  der  Beschwerdeführerin  zustimmten 
(A19/1),

dass das BFM aufgrund dieser Sachlage zu Recht von der Zuständig-
keit Italiens ausging, 

dass auch keine Gründe vorliegen,  die  einen Selbsteintritt  des BFM 
gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO nahegelegt hätten, da Italien  unter 
anderem Signatarstaat  des  Abkommens  vom 28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  und  der  der  Kon-
vention  zum Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  vom 
4. November  1950 (EMRK,  SR 0.101)  ist,  das  Übereinkommen vom 
10. Dezember  1984 gegen Folter  und  andere  grausame,  unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) rati -
fiziert hat und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Italien würde 
sich nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen halten, 

dass die im vorliegenden Beschwerdeverfahren angeführte Argumen-
tation, die Beschwerdeführerin habe in der Schweiz eine als Schweizer 
Staatsbürgerin  anerkannte  Tante,  mit  der  sie  sich  in  ihrer  Mutter-
sprache unterhalten und die für  sie für  alle  Belange eine Ansprech- 
und Vertrauensperson sein könne, und sie habe mit ihr schon immer 
eine intensive Beziehung gepflegt, sodass eine Rücküberstellung nach 
Italien  das  verwandtschaftliche  Band  zwischen  ihr  und  ihrer  Tante 
auseinanderreissen  würde,  die  Zuständigkeit  der  Schweiz  ebenfalls 
nicht zu begründen vermag, 

dass  gemäss Ziffer  6 der  einleitenden Bestimmung der  Dublin-II-VO 
die  Einheit  der  Familie  gewahrt  werden  muss,  soweit  dies  mit  den 
sonstigen Zielen vereinbar ist, die mit der Festlegung von Kriterien und 
Verfahren  zur  Bestimmung  des  für  die  Prüfung  eines  Asylantrages 
zuständigen Mitgliedstaates angestrebt werden, 

dass zwar Art. 8 EMRK unter dem Aspekt von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-
VO berücksichtigt werden kann, 

Seite 6

E-3594/2010

dass  Voraussetzung  für  die  Inanspruchnahme  der  Garantie  von 
Art. 8 EMRK zunächst  das  Bestehen einer  Familie  ist,  wobei  es  ge-
mäss  der  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshof  für  Menschenrechte 
(EGMR) auf ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. 
hierzu etwa EGMR, K. und T. gegen Finnland [Grosse Kammer], Urteil 
vom 12. Juli 2001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150),

dass über die Kernfamilie hinausgehend der Familienbegriff  auch die 
Beziehungen  zwischen  allen  nahen  Verwandten,  die  in  der  Familie 
eine wesentliche Rolle spielen können, erfasst werden, 

dass  die  Strassburger  Organe  als  solchermassen  erweitertes 
Familienleben das Verhältnis zwischen Grosseltern und ihren Enkeln 
beziehungsweise  Enkelinnen,  zwischen  Onkeln/Tanten  sowie  ihren 
Nichten und Neffen sowie auch zwischen Geschwistern anerkennen, 
sofern eine nahe,  echte und tatsächlich gelebte Beziehung zwischen 
den  Angehörigen  besteht  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2008/47 E. 4.1.1 S. 677 f.;  CARONI 
MARTINA,  Schriften  zum  Europäischen  Recht,  Band  58,  Privat-  und 
Familienleben zwischen Menschenrecht und Migration, S. 25 und S. 35 
mit  Hinweisen  auf  Urteile  des  Europäischen  Gerichtshofs  für 
Menschenrechte, Strassburg), 

dass allerdings im Verhältnis zwischen diesen Verwandten ausserhalb 
der  Kernfamilie  die  Berufung auf  den Grundsatz  der  Familieneinheit 
gemäss  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgericht  -  nebst 
einer nahen, echten und tatsächlich gelebten Beziehung - grundsätz-
lich  ein  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis  voraussetzt  (BVGE 
2008/47 E. 4.1.1 S. 677 f.), 

dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu 
einer  allfälligen  Wegweisung  nach  Italien  und  auf  die  Frage  nach 
Gründen, die dagegen sprechen könnten, die in der Schweiz lebende 
Tante nicht erwähnte (A1/14 S. 10),

dass auch aufgrund der weiteren Aktenlage keine Anhaltspunkte vor-
liegen,  die  auf  eine  tatsächlich  gelebte  Beziehung  beziehungsweise 
ein  Abhängigkeitsverhältnis zwischen  der  Beschwerdeführerin  und 
ihrer Tante hindeuten würden,

dass auch aufgrund der Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe nicht 
von einem - im Sinne der Rechtsprechung geforderten - besonderen 

Seite 7

E-3594/2010

Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der in 
der  Schweiz  lebenden  Tante  oder  ihrer  Familie  gesprochen  werden 
kann, 

dass aufgrund des Gesagten keine Gründe ersichtlich sind, die einen 
Selbsteintritt des BFM nahegelegt hätten, 

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art.  34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren in  den für  die Prüfung des Asylgesuches zu-
ständigen Staat  handelt,  systembedingt  kein Raum bleibt  für  Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Aus-
länderinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete,

dass die  Beschwerdeführerin  demzufolge nicht  darzutun vermag,  in-
wiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass sich aufgrund der vorstehenden Erwägungen die Beschwerde als 
aussichtslos erweist,  weshalb  - ungeachtet  der Bedürftigkeit  der Be-
schwerdeführerin  - das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

Seite 8

E-3594/2010

SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Er -
hebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos ist.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 9

E-3594/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und die zuständige kantonale Ausländerbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

Seite 10