# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 181981f7-932f-5e74-8921-7ef64fb874a6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 31.08.2017 A 2017 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2017-5_2017-08-31.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 17 5

4. Kammer

Vorsitz Racioppi
Richter Stecher, Meisser 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 31. August 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____,
vertreten durch BDO AG Niederlassung Chur, Comercialstrasse 32, 
7000 Chur,

Beschwerdeführer
gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, 
Beschwerdegegnerin 1

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin 2

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Beschwerdegegnerin 3

betreffend Einkommenssteuern 2014 (Bund, Kanton, Gemeinde)

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1. Bei den in Y._____ wohnhaften Eheleuten A._____ und B._____ wurden 

in den Steuerperioden 2008 und 2009 neben dem sonstigen Einkommen 

jeweils die in der Steuererklärung deklarierten IV-Renten in der Höhe von 

Fr. 47'056.-- (2008) bzw. Fr. 48'336.-- (2009) besteuert. Die entsprechen-

den Veranlagungsverfügungen vom 3. Juni 2010 betreffend die Steuerpe-

riode 2008 und 1. Februar 2012 betreffend die Steuerperiode 2009 er-

wuchsen unangefochten in Rechtskraft.

2. Am 16. November 2012 verfügte die Sozialversicherungsanstalt des Kan-

tons Graubünden (SVA) gegenüber A._____ die Rückerstattung der in 

den Jahren 2008 bis 2011 zu Unrecht bezogenen IV-Renten und Kinder-

renten in der Höhe von gesamthaft Fr. 166'890.--. Das bei der SVA einge-

reichte Erlassgesuch wurde mit Verfügung vom 11. Januar 2013 abge-

wiesen, worauf eine ratenweise Rückzahlung vereinbart wurde. Die Steu-

erverwaltung des Kantons Graubünden wurde mittels Kopie über die 

Rückforderungsverfügung vom 16. November 2012 in Kenntnis gesetzt. 

3. Mit Veranlagungsverfügungen vom 30. Mai 2013 betreffend die Steuerpe-

riode 2010 wurden die von den Eheleuten A._____ und B._____ dekla-

rierten Renten nicht besteuert. Die Steuerveranlagungen erwuchsen un-

angefochten in Rechtskraft. 

4. Mit Veranlagungsverfügungen vom 28. April 2014 betreffend die Steuer-

periode 2011 wurden lediglich derjenige Teil der Renten, welcher von der 

SVA nicht zurückverlangt wurde (Monate Juni, Juli und August 2011, 

ausmachend Fr. 12'882.--), sowie die in der Zwischenzeit verfügten or-

dentlichen Waisenrenten in der Höhe von Fr. 29'592.-- besteuert. Hinge-

gen wurde auf die Besteuerung des zur Rückzahlung verfügten Teils der 

Renten (Monate Januar bis Mai 2011) verzichtet. Zudem wurde auch die 

Nachzahlung der Waisenrente vom 1. Februar 2007 bis 31. Dezember 

2010 in der Höhe von Fr. 112'134.-- zum Satz eines Jahres (ausmachend 

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Fr. 28'630.--) besteuert. Auch diese Steuerveranlagungen erwuchsen un-

angefochten in Rechtskraft. 

5. Mit Veranlagungsverfügungen vom 29. April 2014 betreffend die Steuer-

periode 2012 wurde die Rückforderung der in den Steuerperioden 2008 

und 2009 veranlagten Renten in der Höhe von insgesamt Fr. 96'304.-- 

zum Steuersatz von Fr. 48'152.-- zum Abzug zugelassen. Die Veranla-

gungsverfügungen erwuchsen ebenfalls unangefochten in Rechtskraft. 

6. Am 18. September 2014 erliess die SVA gegenüber A._____ zwei Verfü-

gungen betreffend Rentenleistungen der AHV. Darin wurde eine Neube-

rechnung der Waisenrenten für den Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 

30. September 2014 vorgenommen. Diese Neuberechnung führte zu ei-

ner Differenznachzahlung zugunsten von A._____ von total Fr. 97'967.-- 

(Fr. 86'460.-- inkl. Verzugszinsen von Fr. 11'507.--), welche von der SVA 

aber nicht ausbezahlt, sondern mit der noch ausstehenden Schuld resul-

tierend aus der Rückforderungsverfügung vom 16. November 2012 ver-

rechnet wurde. 

7. In den Veranlagungsverfügungen vom 6. Dezember 2016 betreffend die 

Steuerperiode 2014 wurde die im Jahr 2014 ordentlich ausbezahlte Wai-

senrente und die für das Jahr 2014 erfolgte Nachzahlung in der Höhe von 

gesamthaft Fr. 44'956.-- ordentlich besteuert. Die für den Zeitraum vom 

1. Februar 2009 bis 31. Dezember 2013 erfolgte Nachzahlung der Wai-

senrente in der Höhe von Fr. 89'333.-- wurde zum Steuersatz von 

Fr. 18'169.-- (59 Monate zum Satz von 12 Monaten) besteuert. 

8. Gegen diese Veranlagungsverfügungen vom 6. Dezember 2016 betref-

fend die Steuerperiode 2014 erhoben die Eheleute A._____ und B._____ 

am 20. Dezember 2016 Einsprache. Sie beantragten, die Differenznach-

zahlung der Waisenrente nur beim steuerbaren Einkommen zu erfassen 

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und die beim satzbestimmenden Einkommen eingesetzten Fr. 18'169.-- 

zu streichen. Die Besteuerung habe entsprechend der wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit zu erfolgen und die Nachzahlungen seien perioden-

fremd. Zudem sei die Aufrechnung der individuellen Prämienverbilligung 

(IPV) zu streichen. 

9. Mit Einspracheentscheiden vom 4. Januar 2017 betreffend Kantons- und 

Gemeindesteuern 2014 einerseits sowie betreffend direkte Bundessteuer 

2014 anderseits wurde die Einsprache teilweise gutgeheissen. Die Auf-

rechnung der IPV wurde gestrichen, weil diese bereits im Steuernachweis 

der Krankenkasse enthalten sei. Bezüglich der Besteuerung der Nach-

zahlung der Waisenrente hielt die kantonale Steuerverwaltung daran fest, 

dass diese auch satzbestimmend zu besteuern sei. 

10. Dagegen erhoben die Eheleute A._____ und B._____ (nachfolgend Be-

schwerdeführer) am 3. Februar 2017 Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden mit folgenden Anträgen:

"a) Die Einsprache-Entscheide vom 4. Januar 2017 seien aufzuheben.

b) Die Berichtigung der Steuerfaktoren sei gestützt auf die nachfolgenden Aus-
führungen vorzunehmen.

c) Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."

Begründend führten die Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass 

das Gebot der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 

verletzt sei. In den Veranlagungsverfügungen der Steuerperiode 2012 sei 

die IV-Rückzahlung für die Jahre 2008 und 2009 steuerlich berücksichtigt 

worden, zum Satz eines Jahres. Dieses Vorgehen führe zu einer Überbe-

steuerung. Sachrichtig wäre eine Revision der vorherigen Steuerperioden 

gewesen. Das Jahr 2012 sei jedoch rechtskräftig veranlagt und nicht Be-

standteil des vorliegenden Verfahrens. Durch die steuerliche Erfassung 

der am 18. September 2014 von der SVA verfügten Differenznachzahlung 

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in der Steuerperiode 2014 werde die Überbesteuerung der Leistungen der 

SVA noch akzentuiert. Das Trennen von Leistungen für das Jahr 2014 

(mit voller Berücksichtigung für die Satzbestimmung) und Nachzahlungen 

der Jahre 2009 bis 2013 führe zu einer unsachgemässen Erhöhung des 

anwendbaren Steuersatzes. Es würden bereits versteuerte gleichartige 

Beiträge aus früheren Jahren teilweise satzbestimmend berücksichtigt. Im 

Umfang der im Jahr 2012 nicht steuerlich abzugsfähigen Rückzahlungs-

beiträge handle es sich bei der erneuten Auszahlung im Jahr 2014 wirt-

schaftlich gesehen um eine reine Vermögensumschichtung. Die Nachzah-

lungen, welche bei der Rückforderung in der Veranlagung der Steuerperi-

ode 2012 nicht vollumfänglich hätten berücksichtigt werden können, 

müssten auch bei der erneuten Auszahlung steuerneutral sein. Entspre-

chend seien die laufenden Renten für das Jahr 2014 mit Fr. 44'956.-- 

(steuerbar und satzbestimmend) zu veranlagen, während die Zahlung der 

Renten aus den Jahren 2009 bis 2013 bei der direkten Bundessteuer mit 

Fr. 57'824.-- zum Steuersatz von Fr. 11'761.-- bzw. bei der Kantonssteuer 

mit Fr. 31'436.-- zum Steuersatz von Fr. 6'394.-- zu veranlagen seien, 

woraus bei der direkten Bundessteuer ein gerundetes Gesamteinkommen 

von Fr. 152'300.-- zum Steuersatz von Fr. 106'300.-- bzw. bei der Kan-

tons- und Gemeindesteuer ein Gesamteinkommen von Fr. 105'700.-- zum 

Steuersatz von Fr. 80'600.-- resultiere. 

11. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwer-

degegnerin) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 20. März 2017 auf Ab-

weisung der Beschwerde. Die Veranlagung der Steuerperiode 2012 sei 

korrekt erfolgt. Die zur Rückerstattung verfügten Renten der Jahre 2008 

und 2009, welche in den Steuerperioden 2008 und 2009 rechtskräftig 

veranlagt worden seien, seien in der Höhe von Fr. 96'304.-- zum Steuer-

satz von Fr. 48'152.-- zum Abzug zugelassen worden. Selbst unter 

Berücksichtigung des erwähnten Rückzahlungsbetrags habe in der Steu-

erperiode 2012 ein Reineinkommen von Fr. 34'932.-- beim Kanton bzw. 

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Fr. 42'520.-- beim Bund resultiert. Die beschwerdeführerische Rüge be-

treffend nicht vollständiger Berücksichtigung der Rückzahlung im Jahr 

2012 sei somit unbegründet. Zudem gebe es keinen Anspruch auf 

vollständige Berücksichtigung von Sozialabzügen. Die Tatsache, dass 

vorliegend eine Verrechnung mit noch ausstehenden Rückzahlungs-

schulden erfolgt sei, ändere nichts daran, dass die Beschwerdeführer aus 

steuerlicher Sicht per 18. September 2014 einen Anspruch auf die Diffe-

renznachzahlung von Waisenrenten erworben hätten, weshalb die Nach-

zahlungen steuerlich voll hätten erfasst werden müssen. Die im Jahr 2014 

ordentlich ausbezahlte Waisenrente und die für das Jahr 2014 erfolgte 

Nachzahlung seien in der Steuerperiode 2014 zu Recht ordentlich be-

steuert worden. Die für den Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 31. De-

zember 2013 erfolgte Nachzahlung der Waisenrenten sei zum Rentensatz 

besteuert worden. Damit sei dem Grundsatz der Besteuerung nach der 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Rechnung getragen worden. Wären 

die Renten jedes Jahr ordentlich geflossen, hätte die Steuerbelastung 

Fr. 32'362.-- betragen; veranlagt worden sei ein Steuerbetrag von 

Fr. 32'478.--. 

12. Am 30. März 2017 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren An-

trägen fest. Das ins Leere Fallen von Sozialabzügen verletze das Gebot 

der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Sozialab-

züge seien dazu da, der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Personen 

in individuellen Situationen Rechnung zu tragen. Natürlich gebe es Kon-

stellationen, in welchen Steuerpflichtige nicht alle Sozialabzüge geltend 

machen könnten. Vorliegend sei aber das geltend machen der Sozialab-

züge durch die Verschiebung von Zahlungen und Rückzahlungen über 

verschiedene Steuerperioden verunmöglicht worden. Ein korrekter Ver-

gleich entstehe nur dann, wenn die Ausschöpfung der Sozialabzüge 

berücksichtigt werde. Die Ausschöpfung der Sozialabzüge wäre in vollem 

Umfang möglich gewesen, wenn in jeder Steuerperiode die korrekten 

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Zahlungen geflossen und zusammen mit den Abzügen steuerlich berück-

sichtigt worden wären. 

13. In einer weiteren Stellungnahme vom 22. Mai 2017 hielten die Beschwer-

deführer an ihren Anträgen fest und vertieften ihre Argumentation. 

14. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 6. Juni 2017 auf die Einreichung 

einer Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

in den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 4. Januar 2017 sowie 

auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekte des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 4. Januar 2017 

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 2014, mit wel-

chen die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen Beschwerde-

führer vom 20. Dezember 2016 in Bezug auf die Aufrechnung der IPV 

gutgeheissen, bezüglich der vorliegend strittigen Besteuerung der Nach-

zahlung der Waisenrente aber abgewiesen hat. Solche Entscheide kön-

nen gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bun-

dessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 

(StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den 

Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefoch-

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ten werden. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Entscheide von Dienststellen der kantonalen Verwaltung und von 

unselbständigen Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, soweit das 

kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht, was hier − wie gesehen 

(vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung 

der vorliegenden Streitsache in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerich-

tes des Kantons Graubünden. Die Beschwerdeführer sind als formelle 

und materielle Adressaten der angefochtenen Einspracheentscheide be-

schwert und damit zur Beschwerdeerhebung befugt (vgl. Art. 50 VRG). 

Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten. 

b) Streitig und zu prüfen ist − nachdem die Einsprache vom 20. Dezember 

2016 bezüglich der von den Beschwerdeführern bemängelten Aufrech-

nung der IPV gutgeheissen wurde − einzig noch die Frage, ob die Be-

schwerdegegnerin die durch die SVA am 18. September 2014 verfügte 

Differenznachzahlung der Waisenrente in der Steuerperiode 2014 korrekt 

besteuert hat. Nicht Streitgegenstand des vorliegenden verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahrens bilden demgegenüber die Veranlagun-

gen der Steuerperioden 2008 bis 2013, da die entsprechenden Veranla-

gungsverfügungen jeweils unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. In verfahrensrechtlicher Hinsicht gilt es vor dem Hintergrund der Tatsa-

che, dass die Veranlagungsverfügungen der Steuerperioden 2008 bis 

2013 − wie gesehen − allesamt unangefochten in Rechtskraft erwachsen 

sind, zunächst darauf hinzuweisen, dass das von den Beschwerdeführern 

gewünschte Ziel, nämlich die korrekte Besteuerung der Differenznachzah-

lungen im Jahr 2014 unter Berücksichtigung des Negativeinkommens aus 

dem Jahr 2012, auch durch eine Revision der Veranlagungsverfügungen 

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vom 29. April 2014 betreffend die Steuerperiode 2012 (und allenfalls auch 

der Veranlagungsverfügungen vom 3. Juni 2010 betreffend die Steuerpe-

riode 2008 sowie vom 1. Februar 2012 betreffend die Steuerperiode 

2009) im Sinne von Art. 147 ff. DBG bzw. Art. 141 ff. StG hätte erreicht 

werden können. Insbesondere hätte dies ermöglicht, dass in der Steuer-

periode 2012 nicht nur die von der SVA am 16. November 2012 verfügte 

Rückerstattung berücksichtigt worden wäre, sondern darüber hinaus auch 

der am 18. September 2014 von der SVA verfügten Differenznachzahlung 

hätte Rechnung getragen werden können. Da die Beschwerdeführer aber 

kein Revisionsgesuch gestellt haben und die 90-tägige Frist im Sinne von 

Art. 148 DBG bzw. Art. 142 Abs. 1 StG mittlerweile abgelaufen ist, und die 

fraglichen Veranlagungsverfügungen von der Beschwerdegegnerin über-

dies auch nicht von Amtes wegen revidiert wurden, fällt vorliegend eine 

Revision der erwähnten Veranlagungsverfügungen ohnehin ausser Be-

tracht. Dementsprechend braucht an dieser Stelle auf die Frage, ob die 

Voraussetzungen der Revision im Sinne von Art. 147 DBG bzw. Art. 141 

StG vorliegend erfüllt gewesen wären, nicht weiter eingegangen zu wer-

den. 

3. Mit Verfügung vom 18. September 2014 (Akten der Beschwerdegegnerin 

[Bg-act.] 8) verfügte die SVA gegenüber A._____ eine Differenznachzah-

lung in der Höhe von gesamthaft Fr. 97'967.-- (Fr. 86'460.-- inkl. Verzugs-

zinsen von Fr. 11'507.--), wobei die Differenznachzahlung von der SVA 

nicht ausbezahlt wurde, sondern mit der noch ausstehenden Schuld re-

sultierend aus der Rückforderungsverfügung vom 16. November 2012 

verrechnet wurde. Diese Verrechnung vermag nichts an der Tatsache zu 

ändern, dass A._____ am 18. September 2014 einen Anspruch auf die 

Differenznachzahlung erworben hat. Nach ständiger Doktrin und Praxis 

gilt Einkommen steuerrechtlich nämlich in der Regel in jenem Zeitpunkt 

als zugeflossen und erzielt, in welchem der Steuerpflichtige eine Leistung 

vereinnahmt oder einen festen Anspruch darauf erworben hat, über wel-

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chen er tatsächlich verfügen kann (sog. Soll-Methode). Voraussetzung 

des steuerauslösenden Zuflusses ist demnach ein abgeschlossener 

Rechtserwerb, welcher Forderungs- oder Eigentumserwerb sein kann. 

Einkommensbildend ist der Zufluss eines Vermögenswerts, der definitiv 

erworben ist. Mit anderen Worten gilt ein Einkommen dann als realisiert, 

wenn der Steuerpflichtige einen festen Rechtsanspruch erworben hat, 

über den er tatsächlich verfügen kann; auf den Zeitpunkt der tatsächli-

chen Erfüllung des Anspruchs kommt es grundsätzlich nicht an 

(REICH/WEIDMANN, in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum Schwei-

zerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer 

[DBG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 16 Rz. 34 m.w.H.). Bildet ein Forde-

rungserwerb Vorstufe des Eigentumserwerbs, entsteht grundsätzlich in 

jenem Zeitpunkt steuerbares Einkommen, in welchem der Steuerpflichtige 

eine rechtlich und tatsächlich durchsetzbare Forderung auf die einkom-

mensbildende Leistung erworben hat. Von dieser Soll-Methode wird in der 

Steuerpraxis nur abgewichen, soweit die Erfüllung der Forderung − die 

eigentliche Gegenleistung − als besonders unsicher erscheint. Diesfalls 

wird mit der Besteuerung bis zur Erfüllung zugewartet (sog. Ist-Methode; 

REICH/WEIDMANN, a.a.O., Art. 16 Rz. 35 m.w.H.). Wie gesehen, hat 

A._____ vorliegend den Anspruch auf die Differenznachzahlung in der 

Höhe von gesamthaft Fr. 97'967.-- per 18. September 2014 erworben. 

Nach dem soeben Gesagten und weil die entsprechende Forderung kei-

neswegs als unsicher zu qualifizieren ist, musste die Forderung im Jahr 

2014 steuerlich erfasst werden, auch wenn dieser Betrag nicht direkt an 

A._____ ausbezahlt wurde, sondern mit der noch ausstehenden Schuld 

resultierend aus der Rückforderungsverfügung vom 16. November 2012 

verrechnet wurde. Für die steuerliche Beurteilung spielt es mithin keine 

Rolle, ob sich infolge des Erwerbs eines Anspruchs bzw. infolge Verein-

nahmung einer Leistung die Aktiven des Steuerpflichtigen erhöhen oder 

die Passiven − wie vorliegend − verringern. Entscheidend ist einzig, dass 

A._____ am 18. September 2014 einen festen Anspruch auf die Diffe-

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renznachzahlung über gesamthaft Fr. 97'967.-- erworben hat. Somit hat 

die Beschwerdegegnerin die entsprechende Differenznachzahlung in der 

Höhe von Fr. 97'967.-- grundsätzlich zu Recht in der Steuerperiode 2014 

steuerlich erfasst. 

4. Der Einkommenssteuer der direkten Bundessteuer sowie der Kantons- 

und Gemeindesteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen 

Einkünfte (Art. 16 Abs. 1 DBG, Art. 16 StG); insbesondere sind alle Ein-

künfte aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung sowie 

aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge steuerbar (Art. 22 Abs. 1 

DBG, Art. 23 Abs. 1 StG). Solche Leistungen sind − unter Vorbehalt von 

Art. 204 DBG bzw. Art. 188c StG − voll steuerlich zu erfassen (BGE 

132 II 128 E.3.1). Hingegen sind Kapitalabfindungen für wiederkehrende 

Leistungen unter Berücksichtigung der übrigen Einkünfte und der zulässi-

gen Abzüge zu dem Steuersatz zu berechnen, der sich ergäbe, wenn an-

stelle der einmaligen Leistung eine entsprechende jährliche Leistung aus-

gerichtet würde (Art. 37 DBG, Art. 11 Abs. 2 StHG i.V.m. Art. 40 StG). 

Seit den Urteilen des Bundesgerichtes 2A.68/2000 vom 5. Oktober 2000 

(publ. in: ASA 70 210, E.4c) und 2A.50/2000 vom 6. März 2001 (publ. in: 

ASA 71 486, E.4b) ist Art. 37 DBG (und somit auch der gleichlautende 

Art. 40 StG) nicht mehr nur anwendbar, wenn künftige Teilleistungsan-

sprüche abgegolten werden, sondern auch, wenn es sich um Nachzah-

lungen handelt (vgl. BAUMGARTNER, in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommen-

tar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 37 Rz. 10a; RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 

2016, Art. 37 Rz. 9). Durch Art. 37 DBG wird die Bemessungsgrundlage 

der Einkommenssteuer nicht verändert. Besteuert wird auch dann, wenn 

eine Kapitalabfindung erfolgt, das ganze von aussen zugeflossene Ein-

kommen. Die Privilegierung geschieht einzig dadurch, dass ein günstige-

rer Steuersatz zur Anwendung gelangt (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, 

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a.a.O., Art. 37 Rz. 3). Wird die Rentenzahlung für eine bestimmte Anzahl 

Jahre ausgerichtet, ist sie zu einem entsprechend periodisierten Satz, d.h. 

zur "Rente", die sich aus der Teilung der Zahlung durch die Anzahl Jahre 

ergibt, zu besteuern. Wurde die Kapitalzahlung für eine bestimmte Anzahl 

Monate ausbezahlt, ist ebenfalls die jährliche Leistung zu ermitteln, was 

auch klar aus dem Wortlaut von Art. 37 DBG bzw. Art. 40 StG hervorgeht 

("entsprechende jährliche Leistung", "prestation annuelle... en lieu et 

place de la prestation unique", "una prestazione annua invece della pre-

stazione unica"). Dabei spielt keine Rolle, in welchem Zeitpunkt innerhalb 

der Steuerperiode die Kapitalleistung zugeflossen ist. Ein solch schemati-

sches Vorgehen ist im Steuerrecht als Massenfallrecht unausweichlich 

und zulässig (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 2C_486/2014 und 

2C_487/2014 vom 18. Juli 2016 E.3.1 f., 2A.118/2006 vom 4. Juli 2006 

E.2.2). Art. 37 DBG bzw. Art. 40 StG sollen verhindern, dass die steuer-

pflichtige Person, die für wiederkehrende und somit periodisch zu besteu-

ernde Leistungen mit einer einmaligen Kapitalzahlung abgefunden wird, 

deswegen ihr gesamtes Einkommen zu einem ihrer wirtschaftlichen Leis-

tungsfähigkeit nicht entsprechenden, überhöhten Steuersatz zu versteu-

ern hätte. Da die Einkommenstarife mit ihrer progressiven Ausgestaltung 

nämlich auf regelmässig zufliessende Einkünfte zugeschnitten sind, wür-

de eine uneingeschränkte Besteuerung der Kapitalabfindung für wieder-

kehrende Leistungen zu einer Verzerrung und damit zu einer Verletzung 

des Grundsatzes der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungs-

fähigkeit (vgl. Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) führen. Der Zufluss der Einmalzahlung 

führt zwar im Augenblick zu einer erhöhten wirtschaftlichen Leistungs-

fähigkeit; die ist aber mit einer entsprechenden Verminderung in anderen 

Steuerperioden eingekauft (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., 

Art. 37 Rz. 2; vgl. auch BAUMGARTNER, a.a.O., Art. 37 Rz. 1-3a; LOCHER, 

Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, I. Teil, 

Art. 1 - 48 DBG, Therwil/Basel 2001, Art. 37 Rz. 1). 

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5. a) Vorliegend verfügte die SVA mit Verfügung 16. November 2012 (Bg-

act. 3) gegenüber A._____ die Rückerstattung der in den Jahren 2008 bis 

2011 zu Unrecht bezogenen IV-Renten und Kinderrenten in der Höhe von 

gesamthaft Fr. 166'890.--. In der Folge wurde in der Steuerperiode 2010 

die von den Beschwerdeführern deklarierten Renten nicht besteuert (vgl. 

Veranlagungsverfügungen vom 30. Mai 2013 betreffend die Steuerperi-

ode 2010 [Bg-act. 4]). In der Steuerperiode 2011 wurden sodann lediglich 

derjenige Teil der Renten, welcher von der SVA nicht zurückverlangt wur-

de (Monate Juni, Juli und August 2011, ausmachend Fr. 12'882.--), sowie 

die in der Zwischenzeit verfügten ordentlichen Waisenrenten in der Höhe 

von Fr. 29'592.-- besteuert, nicht aber der zur Rückzahlung verfügte Teil 

der Renten (Monate Januar bis Mai 2011). Zudem wurde in der Steuerpe-

riode 2011 auch die Nachzahlung der Waisenrente vom 1. Februar 2007 

bis 31. Dezember 2010 in der Höhe von Fr. 112'134.-- zum Satz eines 

Jahres (ausmachend Fr. 28'630.--) besteuert (vgl. Veranlagungsverfü-

gungen vom 28. April 2014 [Bg-act. 5]). In der Steuerperiode 2012 wurde 

sodann die Rückforderung der in den Steuerperioden 2008 und 2009 ver-

anlagten Renten in der Höhe von insgesamt Fr. 96'304.-- zum Satz von 

Fr. 48'152.-- (24 Monate zum Satz von 12 Monaten) zum Abzug zugelas-

sen (vgl. Veranlagungsverfügungen vom 29. April 2014 [Bg-act. 6]). 

Diese soeben erwähnten, in Rechtskraft erwachsenen Veranlagungsver-

fügungen der Steuerperioden 2010 bis 2012, insbesondere jene vom 

29. April 2014 betreffend die Steuerperiode 2012, sind nicht zu beanstan-

den. In Ermangelung einer steuergesetzlichen Regelung der Rentenrück-

zahlung hat die Beschwerdegegnerin die Besteuerung der Rentennach-

zahlung analog angewendet und dementsprechend den Rückzahlungsbe-

trag in derjenigen Steuerperiode zum Abzug zugelassen, in welcher die 

Rückzahlung tatsächlich erfolgt ist (hier 2012), wobei der Rückzahlungs-

betrag für die Bestimmung des Steuersatzes in eine entsprechende Jah-

- 14 -

resleistung umgerechnet wurde. Diese Vorgehensweise, welche im Übri-

gen auch der Praxis des Kantons St. Gallen entspricht (vgl. St. Galler 

Steuerbuch, StB 51 Nr. 2, Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leis-

tungen, Ziff. 2.3 S. 4; abrufbar unter https://www.steuern.sg.ch/ho-

me/unternehmen/knowledge_center/steuerbuch.html ˃ Inhaltsverzeichnis 

˃ StB 051 Nr. 2 [zuletzt besucht am 27. September 2017]), trägt dem 

Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 

Rechnung und gibt zu keiner Kritik Anlass. Wenn die Beschwerdeführer 

dagegen vorbringen, dass das von der Beschwerdegegnerin gewählte 

Vorgehen zu einer Überbesteuerung führe, weil die Rentenrückerstattung 

in der Steuerperiode 2012 zu einem Negativeinkommen geführt habe, ist 

mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass selbst unter 

Berücksichtigung des erwähnten Rückzahlungsbetrags von Fr. 96'304.-- 

zum Steuersatz von Fr. 48'152.-- in der Steuerperiode 2012 noch ein Rei-

neinkommen von Fr. 34'932.-- (Kantons- und Gemeindesteuer) bzw. 

Fr. 42'520.-- (direkte Bundessteuer) resultierte (vgl. die Veranlagungsver-

fügungen vom 29. April 2014 [Bg-act. 6]). Dementsprechend wurde aber 

die Rückzahlung der in den Steuerperioden 2008 und 2009 versteuerten 

Renten in der Steuerperiode 2012 − entgegen der beschwerdeführeri-

schen Auffassung − durchaus berücksichtigt. Zutreffend ist zwar, dass die 

Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2012 nicht die vollen Sozialabzü-

ge von Fr. 99'800.-- (Kantons- und Gemeindesteuer) bzw. Fr. 81'000.-- 

(direkte Bundessteuer) ausschöpfen konnten, weil das Reineinkommen 

sowohl bei der Kantons- und Gemeindesteuer (mit Fr. 34'932.--) als auch 

bei der direkten Bundessteuer (mit Fr. 42'520.--) tiefer war. Da aber in der 

Steuerperiode 2012 nach Abzug der in den Steuerperioden 2008 und 

2009 versteuerten Renten − wie gesehen − noch ein positives Reinein-

kommen resultierte und es darüber hinaus − wie die Beschwerdegegnerin 

in ihrer Vernehmlassung vom 20. März 2017 zutreffend ausführt − auch 

keinen Anspruch auf eine vollständige Berücksichtigung von Sozialabzü-

gen gibt, erweisen sich die ohnehin bereits in Rechtskraft erwachsenen 

- 15 -

Veranlagungsverfügungen vom 29. April 2014 betreffend die Steuerperi-

ode 2012 als rechtens und mit dem Grundsatz der Besteuerung nach der 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vereinbar. 

b) Am 18. September 2014 verfügte die SVA sodann gegenüber A._____ 

eine Differenznachzahlung von Waisenrenten für den Zeitraum vom 

1. Februar 2009 bis 30. September 2014 in der Höhe von gesamthaft 

Fr. 97'967.-- (Fr. 86'460.-- inkl. Verzugszinsen von Fr. 11'507.--; vgl. Bg-

act. 7). Die Tatsache, dass dieser Betrag von der SVA nicht ausbezahlt, 

sondern mit der noch ausstehenden Schuld resultierend aus der Rückfor-

derungsverfügung vom 16. November 2012 verrechnet wurde, ändert − 

wie vorstehend dargestellt (vgl. E.3) − nichts daran, dass diese Differenz-

nachzahlung in der Steuerperiode 2014 steuerlich zu erfassen ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat mit Veranlagungsverfügungen vom 6. Juni 2016 

betreffend die Steuerperiode 2014 (Bg-act. 8) die im Jahr 2014 ordentlich 

ausbezahlte Waisenrente der Monate Oktober bis Dezember in der Höhe 

von Fr. 10'785.-- (5 Kinder x Fr. 719.-- x 3 Monate) sowie die für das Jahr 

2014 erfolgte Nachzahlung der Monate Januar bis September in der Höhe 

von gesamthaft Fr. 34'171.-- ([6 Kinder x Fr. 637.-- x 8 Monate] + [5 Kin-

der x Fr. 719.-- x 1 Monat]), total somit Fr. 44'956.--, ordentlich unter 

Ziff. 3.1 (AHV/IV Rente) besteuert. Die für den Zeitraum vom 1. Februar 

2009 bis 31. Dezember 2013 erfolgte Nachzahlung der Waisenrente in 

der Höhe von Fr. 89'333.-- wurde von der Beschwerdegegnerin zum 

Steuersatz von Fr. 18'169.-- (59 Monate zum Satz von 12 Monaten) be-

steuert. Mithin hat die Beschwerdegegnerin den Rentensatz im Sinne von 

Art. 37 DBG bzw. Art. 40 StG bloss in Bezug auf die Nachzahlung vom 

1. Februar 2009 bis 31. Dezember 2013 angewandt, während die Nach-

zahlungen von Januar bis September 2014 ordentlich besteuert und damit 

sowohl beim steuerbaren als auch beim satzbestimmenden Einkommen 

berücksichtigt wurden. Dies ist nicht korrekt. Kapitalabfindungen für wie-

derkehrende Leistungen werden, obwohl es sich hierbei um einmalige 

- 16 -

Kapitalzuflüsse handelt, in ihrem vollen Umfang zusammen mit den übri-

gen Einkünften der steuerpflichtigen Person besteuert. Art. 37 DBG bzw. 

Art. 40 StG statuieren aber beim Zufluss von Kapitalabfindungen für wie-

derkehrende Leistungen − wie gesehen (vgl. vorstehend E.4) − die An-

wendung des sog. Rentensatzes. Dabei erfolgt die Besteuerung der ge-

samten Kapitalabfindung zu einem tieferen Steuersatz, nämlich demjeni-

gen, der anwendbar wäre, wenn der steuerpflichtigen Person anstelle der 

Kapitalabfindung die dadurch abgegoltene wiederkehrende Leistung zu-

fliessen würde (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 37 Rz. 21-

23). Nach dem soeben Gesagten hätte aber die Beschwerdegegnerin die 

Differenznachzahlung der Monate Januar bis September 2014 nicht or-

dentlich besteuern dürfen; vielmehr hätte sie diese Differenznachzahlung 

in der Höhe von gesamthaft Fr. 34'171.-- ([6 Kinder x Fr. 637.-- x 8 Mona-

te] + [5 Kinder x Fr. 719.-- x 1 Monat]) zusammen mit der Differenznach-

zahlung für den Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 31. Dezember 2013 in 

die Umrechnung der Nachzahlung einbeziehen und zum Rentensatz be-

steuern müssen. Mithin ist für die Bestimmung des satzbestimmenden 

Einkommens der am 18. September 2014 verfügten Differenznachzah-

lung die gesamte Kapitalleistung für den Zeitraum vom 1. Februar 2009 

bis 30. September 2014 durch 68 Monate zu dividieren und anschlies-

send für die Umrechnung auf ein Jahreseinkommen mit zwölf zu multipli-

zieren. Dadurch wird vermieden, dass die Beschwerdeführer, welche für 

die wiederkehrende Leistungen mit einer einmaligen Kapitalabfindung ab-

gefunden werden, deswegen ihr gesamtes Einkommen zu einem ihrer 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht entsprechenden, überhöhten 

Steuersatz versteuern müssen. 

Nicht in die Umrechnung der Nachzahlung einzubeziehen ist demge-

genüber die ordentlich ausbezahlte Waisenrente der Monate Oktober bis 

Dezember 2014 in der Höhe von gesamthaft Fr. 10'785.-- (5 Kinder x 

Fr. 719.-- x 3 Monate). Vielmehr ist diese ordentlich zu besteuern und 

- 17 -

dementsprechend sowohl beim steuerbaren als auch beim satzbestim-

menden Einkommen zu berücksichtigen. Das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden vermag sich der in der Lehre geäusserten Ansicht, 

wonach für die Ermittlung des Steuersatzes im Jahr der Nachzahlung die 

im gleichen Jahr nach der Nachzahlung noch folgenden Rentenzahlungen 

in die Umrechnung der Nachzahlung einzubeziehen sind (vgl. RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 37 Rz. 26 m.H.a. RK BE vom 

17. Februar 2004, publ. in BVR 2004 S. 433 ff. sowie den Entscheid des 

Verwaltungsgerichtes des Kantons Aargau vom 24. Februar 2005, publ. in 

StE 2005 B 29.2 Nr. 10) nicht anzuschliessen. Denn diese Berechnungs-

weise steht einerseits im Widerspruch zur Praxis des Bundesgerichtes, 

wonach die laufenden Renten nicht in die Umrechnung der Nachzahlung 

einbezogen, sondern als übriges Einkommen zum satzbestimmenden 

Einkommen hinzugezählt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

2C_486/2014 und 2C_487/2014 vom 18. Juli 2016 E.3.5 m.H.a. die Urtei-

le des Bundesgerichtes 2C_640/2010 vom 11. Dezember 2010 E.3.7 und 

2A.118/2006 vom 4. Juli 2006 E.2.3). Als Kapitalabfindung im Sinne von 

Art. 37 DBG bzw. Art. 40 StG gelten nur einmalige Zuwendungen, die da-

zu bestimmt sind, einen Anspruch abzugelten, der auf periodischen Leis-

tungen beruht (Urteil des Bundesgerichtes 2A.100/2005 vom 20. Septem-

ber 2005 E.4.2) und es besteht kein Anlass, von der bisherigen bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung abzuweichen. Anderseits gelangt gemäss 

unzweideutigem Wortlaut von Art. 37 DBG bzw. Art. 40 StG ausschliess-

lich diese einmalige Leistung in den Genuss des Rentensatzes. Die lau-

fenden Rentenzahlungen stellen hingegen übriges Einkommen dar (Urtei-

le des Bundesgerichtes 2C_486/2014 und 2C_487/2014 vom 18. Juli 

2016 E.3.5). Es mag zwar zutreffen, dass die Höhe des satzbestimmen-

den Einkommens wesentlich vom zufälligen Datum der Rentennachzah-

lung abhängt. Dazu ist aber zu sagen, dass es vorliegend weder die Be-

schwerdeführer noch die Beschwerdegegnerin in der Hand hatte, die Ver-

fügungen der SVA in zeitlicher Hinsicht zu beeinflussen. Die Berech-

- 18 -

nungsweise, welche die im gleichen Jahr nach der Nachzahlung noch fol-

genden monatlichen Rentenzahlungen ebenfalls in die Umrechnung der 

Nachzahlung einbezieht, mag zwar in gewissen Konstellationen zu einem 

sachlich besser befriedigenden Ergebnis führen. Sie steht aber weder mit 

dem Wortlaut von Art. 37 DBG bzw. Art. 40 StG noch mit der ratio legis 

(Vereinfachung) der erwähnten Bestimmungen im Einklang und wider-

spricht − wie gesehen − auch der bundesgerichtlichen Praxis. 

Abschliessend gilt es an dieser Stelle noch festzuhalten, dass die Ver-

zugszinsen auf der Nachzahlung von der Beschwerdegegnerin zu Recht 

zum Rentensatz besteuert wurden (siehe Bemerkungen zu Ziff. 4.4 in den 

Veranlagungsverfügungen vom 6. Dezember 2016 betreffend die Steuer-

periode 2014 [Bg-act. 8]). Wenn nämlich die Hauptleistung als Kapitalab-

findung für wiederkehrende Leistungen nach Art. 37 DBG bzw. Art. 40 

StG zu besteuern ist, muss dies auch für die mit der Hauptforderung zu-

sammenhängenden (konnexen) Zinsen gelten. Der Zweck von Art. 37 

DBG bzw. Art. 40 StG besteht darin, die in Form der Kapitalabfindung 

empfangenen periodischen Leistungen in einer mit dem Grundsatz der 

Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verträglichen 

Weise steuerlich zu erfassen. Das gilt auch für die mit diesen Leistungen 

zusammenhängenden kapitalisierten Zinsen. Art. 37 DBG bzw. Art. 40 

StG sind auf solche Zinsen daher anwendbar. Sie gelten − im Gegensatz 

zu den im gleichen Jahr nach der Nachzahlung noch folgenden monatli-

chen Rentenzahlungen − nicht als ordentlich zu versteuernde Einkünfte 

(vgl. Urteile des Bundesgerichtes 2C_415/2015 und 2C_416/2015 vom 

31. März 2016 E.3.2, 2C_640/2010 vom 11. Dezember 2010 E.3.6; RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 37 Rz. 10). 

6. a) Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten, 

dass die mit den Verfügungen der SVA vom 18. September 2014 verfügte 

Differenznachzahlung in der Höhe von gesamthaft Fr. 97'967.-- von der 

- 19 -

Beschwerdegegnerin grundsätzlich zu Recht in der Steuerperiode 2014 

steuerlich erfasst wurde, obschon diese Differenznachzahlung nicht an 

A._____ ausbezahlt, sondern mit der noch ausstehenden Schuld resultie-

rend aus der Rückforderungsverfügung vom 16. November 2012 verrech-

net wurde (vgl. vorstehend E.3). Nicht zu beanstanden ist des Weiteren, 

dass die Differenznachzahlung bloss in der Steuerperiode 2014 berück-

sichtigt wurde. Einerseits handelt es sich bei der Steuerveranlagung um 

ein Massengeschäft. Genau vor diesem Hintergrund ist die Besteuerung 

zum Rentensatz im Sinne von Art. 37 DBG bzw. Art. 40 StG zulässig. An-

derseits wäre es den Beschwerdeführern − wie vorstehend dargestellt 

(vgl. E.2) − auch freigestanden, nach Erlass der Verfügungen der SVA 

vom 18. September 2014 bzw. spätestens nachdem ihnen die Veranla-

gungsverfügungen vom 6. Dezember 2016 betreffend die Steuerperiode 

2014 eröffnet wurden, bei der Beschwerdegegnerin bezüglich der Steuer-

periode 2012 (und allenfalls auch bezüglich der Steuerperioden 2008 und 

2009) ein Revisionsgesuch zu stellen, was sie jedoch unterlassen haben. 

Als nicht rechtens erweist sich demgegenüber die in der Steuerperiode 

2014 vorgenommene ordentliche Besteuerung der für das Jahr 2014 er-

folgten Differenznachzahlung der Monate Januar bis September 2014 in 

der Höhe von gesamthaft Fr. 34'171.--. Korrekterweise hätte diese Diffe-

renznachzahlung der Monate Januar bis September 2014 zusammen mit 

der Differenznachzahlung für den Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 

31. Dezember 2013 in die Umrechnung der Nachzahlung einbezogen und 

zum Rentensatz besteuert werden müssen (vgl. vorstehend E.5b). Dem-

entsprechend erweist sich die Beschwerde als teilweise begründet, was 

zur teilweisen Gutheissung derselben im Sinne der Erwägungen und zur 

Aufhebung der angefochtenen Einspracheentscheide vom 4. Januar 2017 

führt. Die Angelegenheit ist zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägun-

gen (Rentensatz auch bezüglich der Differenznachzahlung für die Zeit 

von Januar bis September 2014) an die Beschwerdegegnerin zurückzu-

weisen.

- 20 -

b) Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten 

gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zu vier Fünfteln − unter solidarischer Haf-

tung − zulasten der Beschwerdeführer und zu einem Fünftel zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Den teilweise obsiegenden Beschwerdeführern 

steht kein Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie 

nichts zur teilweisen Gutheissung beigetragen haben. Bund, Kanton und 

Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisa-

tionen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschä-

digung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsie-

gen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass, weshalb auch 

der Beschwerdegegnerin keine aussergerichtliche Entschädigung zusteht. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen, 

die angefochtenen Einspracheentscheide vom 4. Januar 2017 werden 

aufgehoben und die Angelegenheit wird zu neuem Entscheid im Sinne 

der Erwägungen an die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden 

zurückgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 484.--

zusammen Fr. 2'484.--

gehen zu vier Fünfteln − unter solidarischer Haftung − zulasten der Eheleu-

te A._____ und B._____ und zu einem Fünftel zulasten des Kantons 

Graubünden (Steuerverwaltung). Die entsprechenden Kostenanteile sind 

- 21 -

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwal-

tung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]