# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a413bb14-be2c-5ba3-855f-6d5c0105d97c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2014 E-4981/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4981-2014_2014-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4981/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   

Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

dessen Ehefrau 

B._______, geboren am (…), 

und deren Kinder 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 26. August 2014 / N (…). 

 

 

E-4981/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 30. Juli 2014 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchten, 

dass die Beschwerdeführerin am (…) D._______ gebar, die ins vorlie-

gende Verfahren einbezogen wurde, 

dass das BFM mit Verfügung vom 26. August 2014 – eröffnet am 28. Au-

gust 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf die Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Ungarn anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlas-

sen, 

dass das BFM gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen 

den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushän-

digung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Be-

schwerdeführenden verfügte, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 5. September 2014 ge-

gen den vorinstanzlichen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhoben und dabei beantragten, die Verfügung des BFM sei 

aufzuheben sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen und ihnen sei Asyl zu 

gewähren, zudem sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug unzu-

lässig, unzumutbar sowie unmöglich sei, weshalb die vorläufige Aufnah-

me anzuordnen sei, 

dass sie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und Rechtsverbeiständung sowie den Verzicht auf Erhebung 

eines Kostenvorschusses beantragten und eventualiter die Wiederher-

stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde,  

dass ferner beantragt wurde, die zuständige Behörde sei vorsorglich an-

zuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Her-

kunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, 

eventualiter sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe die beschwerdefüh-

rende Person darüber in einer separaten Verfügung zu informieren, 

dass sie ihrer Beschwerdeeingabe eine Fürsorgeabhängigkeitsbestäti-

gung beilegten, 

E-4981/2014 

Seite 3 

dass die Instruktionsrichterin mit Telefax vom 9. September 2014 den 

Vollzug der Überstellung nach Ungarn gestützt auf Art. 56 VwVG einst-

weilen vorsorglich aussetzte,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – un-

ter Vorbehalt des Nachfolgenden – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG 

und Art. 52 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-

E-4981/2014 

Seite 4 

stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 

2012/4 E. 2.2 m.w.H.), 

dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der 

Gewährung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochte-

nen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden 

Verfahrens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge 

nicht einzutreten ist,  

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass sich die staatsvertragliche Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens aus der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlo-

sen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz 

zuständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31 vom 29.6.2013 – nachfolgend 

Dublin-III-VO – ergibt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ein-

zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die 

einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im 

Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in 

den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der 

Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000; 

nachfolgend EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Re-

geln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt 

werden kann, 

E-4981/2014 

Seite 5 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsge-

biet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach 

Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 

Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO), 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sogenanntes 

Selbsteintrittsrecht), wobei diese Bestimmung nicht direkt anwendbar ist, 

sondern nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder 

internationalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5), 

dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) vorsieht, dass das BFM aus humanitären Gründen ein Ge-

such behandeln kann, auch wenn nach den Kriterien des Dublin-

Abkommens ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese Bestimmung 

der Behörde einen gewissen Ermessensspielraum lässt und restriktiv 

auszulegen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1 und 8.1 m.w.H.), 

dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, 

wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach 

Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die menschenrechtlichen Garantien der 

der EMRK, der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte 

(UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das Übereinkommen vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer An-

spruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE 

2010/45 E. 7.2; FILZWIESER/SPRUNG, Dublin III-Verordnung: Das Europäi-

sche Asylzuständigkeitssystem, 2014, Art. 17 K2 - K5, S. 157 ff.), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der 

"Eurodac"-Datenbank ergeben hat, dass diese am (…) in Ungarn um Asyl 

nachsuchten (vgl. Akten BFM A2/4 und A3/2), 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/9
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45

E-4981/2014 

Seite 6 

dass das BFM daher gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO die 

ungarischen Behörden zu Recht um Wiederaufnahme der Beschwerde-

führenden ersuchte, 

dass die ungarischen Behörden dem Ersuchen am 21. August 2014 statt-

gegeben haben und somit grundsätzlich Ungarn zur Durchführung des 

Asylverfahrens der Beschwerdeführenden zuständig ist,  

dass das BFM zur Begründung der angefochtenen Verfügung im Wesent-

lichen ausführte, die anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs 

gemachten Ausführungen vermöchten die Zuständigkeit Ungarns nicht zu 

widerlegen, 

dass der geäusserte Wunsch nach einem weiteren Verbleib in der 

Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl- und Wegwei-

sungsverfahren habe, weil es grundsätzlich nicht Sache der asylsuchen-

den Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selbst zu 

bestimmen, sondern die Bestimmung des zuständigen Staates alleine 

den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliege, 

dass Ungarn sowohl Signatarstaat des FK als auch der EMRK sei und 

keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen würden, Ungarn würde sich 

nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asyl- und 

Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen, 

dass deshalb auf die Asylgesuche nicht eingetreten werde, 

dass der Grundsatz des Non Refoulement im Sinne von Art. 5 AsylG vor-

liegend keine Anwendung finde und keine Hinweise einer Verletzung von 

Art. 3 EMRK bestehen würden, 

dass keine Anzeichen dafür bestehen würden, wonach Ungarn seinen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme und das Asyl- und 

Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde, 

dass sodann weder die in Ungarn herrschende Situation noch andere 

Gründe gegen die Zumutbarkeit der Überstellung sprechen würden, 

dass die Ausführungen der Beschwerdeführenden anlässlich der summa-

rischen Befragung, wonach es in Ungarn keine Arbeit gebe, die Schulbil-

dung dort schlecht sei und man sich in der Asylunterkunft nicht so um sie 

kümmern würde wie in der Schweiz, die Zuständigkeit Ungarns zur 

E-4981/2014 

Seite 7 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen 

vermöchten, 

dass sich die Aufnahmebedingungen aufgrund der hohen Asylgesuchs-

zahlen im ersten Halbjahr 2013 in Bezug auf die hygienischen Konditio-

nen in den Unterkünften und Haftanstalten verschlechtert hätten,  

dass anlässlich eines Besuchs des ungarischen Helsinki Komitees im 

Februar 2014 in den drei Haftzentren jedoch weder erhebliche Mängel bei 

der Einrichtung noch Kapazitätsengpässe hätten festgestellt werden kön-

nen,  

dass in Bezug auf das unsubstanziierte Vorbringen der Beschwerdefüh-

renden, wonach die Zustände schlechter seien als in der Schweiz, fest-

zuhalten sei, dass Ungarn im europäischen Vergleich einen tiefereren 

Lebensstandard aufweise, die Unterbringung der Asylsuchenden aber die 

Minimalstandards von Art. 3 EMRK nicht unterschreite, womit kein Grund 

zur Annahme bestehe, Ungarn würde den Beschwerdeführenden die ge-

mäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen 

vorenthalten, oder dass sie aufgrund der zu erwartenden Aufenthaltsbe-

dingungen in eine existenzielle Notlage geraten würden,  

dass asylsuchende Personen in Ungarn Anspruch auf eine Unterkunft, 

drei Mahlzeiten pro Tag und ein monatliches Zehrgeld haben würden, 

dass sie als Familie auf einem separatem Stockwerk in einem Familien-

zimmer untergebracht und nicht voneinander getrennt würden, 

dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen sei darzulegen, inwie-

fern sie im Falle einer Überstellung nach Ungarn konkret gefährdet seien, 

aufgrund der dortigen Mängel des Asylverfahrens und/oder der Aufnah-

mebedingungen eine Verletzung der Grundrechte zu erleiden hätten, 

dass schliesslich in keinem Dublin-Mitgliedstaat ein grundsätzlicher An-

spruch auf eine Arbeits- oder Aufenthaltsbewilligung von Drittstaatsange-

hörigen oder gar eine Garantie auf eine bezahlte Arbeits- oder Aufent-

haltsbewilligung von Drittstaatsangehörigen oder eine Garantie auf eine 

bezahlte Arbeitsstelle bestehe, 

dass, sollten die Beschwerdeführenden Hilfe bei der Arbeitssuche oder 

sozialstaatliche Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, sie sich an die 

ungarischen Behörden wenden könnten, 

E-4981/2014 

Seite 8 

dass die Überstellung nach Ungarn damit zumutbar, zulässig und möglich 

sei,  

dass daher keine Gründe vorliegen würden, welche die Schweiz dazu 

veranlassen sollten, die Asylgesuche in eigener Zuständigkeit zu prüfen, 

dass die Beschwerdeführenden in ihrer Beschwerdeschrift die Zuständig-

keit Ungarns grundsätzlich nicht bestreiten, jedoch sinngemäss vorbrin-

gen, es lägen Gründe vor, die die Ausübung des Selbsteintrittsrechts 

notwendig machen würden, 

dass sie nämlich nicht nach Ungarn zurück könnten, weil die Lebensbe-

dingungen und die Gesundheitsversorgung in den Flüchtlingslagern sehr 

schlecht seien, 

dass auch die Sicherheitslage in den Lagern prekär sei und die Lager von 

Mitgliedern einer Mafia kontrolliert würden, die Gewalt gegen Frauen und 

Kinder nicht scheuen würden,  

dass das Heimpersonal und die Polizei dagegen machtlos seien,  

dass dies umso schwerer wiege, als seine Ehefrau aufgrund von (…) 

Schmerzen habe, 

dass das Gericht feststellt, dass das BFM seinen Nichteintretensent-

scheid ausführlich und rechtskonform begründet hat und der Inhalt der 

Beschwerde zu keiner anderen Einschätzung führt,  

dass Ungarn als Signatarstaat der FK, der EMRK und der FoK und als 

nach Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO zuständiger Staat gehalten ist, die Richt-

linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (sogenannte Verfahrensrichtlinie, 

vormals: 2003/9/EG vom 27. Januar 2003) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Perso-

nen, die internationalen Schutz beantragen (sogenannte Aufnahmerichtli-

nie, vormals: 2005/85/EG vom 1. Dezember 2005) anzuwenden und um-

zusetzen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in einer Analyse der Situation von 

Asylsuchenden in Ungarn und des dortigen Asylverfahrens unter Einbe-

zug der aktuellen Entwicklungen im Urteil E-2093/2012 vom 9. Oktober 

E-4981/2014 

Seite 9 

2013 – wie vom BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht ausge-

führt – Mängel des Asylsystems festgestellt hat, jedoch zum Schluss ge-

langt ist, dass die Überstellung von Asylsuchenden nach Ungarn im 

Rahmen des Dublin-Regelwerks nicht generell die Gefahr einer un-

menschlichen oder erniedrigenden Behandlung oder einer Verletzung des 

Prinzips des Non-Refoulement mit sich bringe und daher nicht generell 

unzulässig sei (vgl. Urteil E-2093/2012 E. 9), 

dass indes die Vermutung, Ungarn beachte die den betroffenen asylsu-

chenden Personen im gemeinsamen Europäischen Asylsystem zuste-

henden Grundrechte in angemessener Weise, nicht uneingeschränkt auf-

rechterhalten werden kann (analog zu Überstellungen nach Malta, vgl. 

BVGE 2012/27), und daher die Asylbehörden im Einzelfall zu prüfen ha-

ben, ob die betroffene Person bei einer Überstellung in diesen Staat Ge-

fahr laufen würde, wegen der dortigen Mängel des Asylverfahrens 

und/oder der Aufnahmebedingungen eine Verletzung ihrer Grundrechte 

zu erleiden (vgl. Urteil E-2093/2012 E. 4.1-4.3 und 9.2),  

dass eine solche Gefahr betreffend die Beschwerdeführenden nicht er-

sichtlich ist, zumal sie weder anlässlich der Befragung zur Person vom 

11. August 2014 noch auf Beschwerdeebene konkrete Hinweise dafür 

vorbrachten, dass Ungarn in ihrem konkreten Fall seinen Verpflichtungen 

nicht nachkommen und ihre Grundrechte verletzen würde, sondern einzig 

in unsubstanziierter Weise ausführten, die Aufnahmebedingungen in Un-

garn seien unzumutbar, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass die Beschwerdeführenden sodann die Anwendung der Ermessens-

klausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO fordern, was zum Selbsteintritt 

der Schweiz und zur Beurteilung des Antrags auf internationalen Schutz 

durch dieses Land führen würde, 

dass ihnen jedoch möglich und zuzumuten ist, nötigenfalls bei den unga-

rischen Behörden vorzusprechen, um allfällige Schwierigkeiten vorzu-

bringen,  

dass dem Befragungsprotokoll zu entnehmen ist, dass im Flüchtlingslager 

eine medizinische Versorgung vorhanden ist (vgl. Akten BFM A6/15 S. 6), 

so dass bei einer Rückkehr die erforderliche medizinische Versorgung, 

zumindest die Notversorgung gewährleistet ist, sollte die Beschwerdefüh-

E-4981/2014 

Seite 10 

rerin diese wegen ihrer geltend gemachten Schmerzen weiterhin benöti-

gen, 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-

nen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der 

Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwer-

deführerin Rechnung tragen und die ungarischen Behörden vorgängig in 

geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände infor-

mieren werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), 

dass im Übrigen auf die vorinstanzlichen Erwägungen II und III zu ver-

weisen ist, denen sich das Bundesverwaltungsgericht vollumfänglich an-

schliesst, 

dass nach dem Gesagten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich 

sind, dass die Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr nach Un-

garn aufgrund der dort vorhandenen Aufnahmebedingungen für Asylbe-

werber in eine existenzbedrohende Notlage geraten würden, 

dass demzufolge weder völkerrechtliche noch humanitäre Gründe vorlie-

gen, die einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-

VO nahelegen würden und an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die 

Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren An-

trag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. dazu auch BVGE 2010/45 

E. 8.3), 

dass mit der Überstellung der Beschwerdeführenden auch keine Verlet-

zung der des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte 

des Kindes (SR 0.107) vorliegt, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht einge-

treten ist und – da diese nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung sind – ebenfalls zu Recht in Anwendung von 

Art. 44 AsylG die Überstellung nach Ungarn angeordnet hat,  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist, soweit darauf einzutreten ist, 

dass der Antrag, die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, die Kontakt-

aufnahme mit dem Heimat- oder Herkunftsstaat der Beschwerdeführen-

den sowie jede Weitergabe von Daten an denselben bis zum Endent-

E-4981/2014 

Seite 11 

scheid über die Beschwerde zu unterlassen, mit vorliegendem Direktent-

scheid gegenstandslos geworden ist, 

dass das BFM hingegen anzuweisen ist, den Beschwerdeführenden im 

Rahmen von Art. 26 ff. VwVG eine eventuell bereits erfolgte Weitergabe 

von Personendaten im Sinne von Art. 97 Abs. 3 Bstn. a - c AsylG an die 

zuständige ausländische Behörde offenzulegen, 

dass die Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und um Wiederherstellung (recte: Gewährung) der aufschie-

benden Wirkung mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion ge-

genstandslos geworden sind, 

dass die Beschwerdeführenden die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG beantragen, 

dass sich die Beschwerdebegehren aufgrund vorstehender Erwägungen 

als aussichtslos erweisen, weshalb die Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege abzuweisen sind und bei diesem Ausgang des 

Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 - 3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführen-

den aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4981/2014 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu-

gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer 

 

 

Versand: