# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea9ad165-bcf8-5449-acff-1322cd45e844
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-20
**Language:** de
**Title:** Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen ungenügender Arbeitsbemühungen vor Eintritt der kontrollierten Arbeitslosigkeit sowie während der Kontrollperiode; Abweisung.
**Docket/Reference:** AL.2015.00125
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2015.00125.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2015.00125
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann als Einzelrichter
Gerichtsschreiber P. Sager
Urteil vom 20. September 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
Abteilung Arbeitslosenversicherung
Stampfenbachstrasse 32, Postfach, 8090 Zürich
Beschwerdegegner
Sachverhalt:
1.
X.___, geboren 1961, war seit dem 6. Januar 2014 als Sanitärinstalla
teur bei der Y.___, Z.___, in einem temporären Arbeitsverhältnis angestellt, als die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der Kündigungs
frist am 19. September auf den 22. Oktober 2014 kündigte (Urk. 6/26). Der Ver
sicherte war in der Folge seit dem 6. November 2014 als Sanitärmonteur bei der A.___ AG, B.___, erneut in einem temporären Arbeitsverhältnis an
gestellt, als die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis am 10. Dezember auf den 12. Dezember 2014 kündigte (Urk. 6/27).
In der Folge meldete sich der Versicherte am 15. Dezember 2014 beim Regiona
len Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) C.___ zum Leistungsbezug an und stellte sich der Arbeitsvermittlung zur Verfügung (Urk. 6/24).
Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) stellte den Versicherten mit Verfügun
gen vom 15. April 2015 (Urk. 6/13-14) wegen ungenügender persönli
cher Arbeitsbemühungen ab 15. Dezember 2014 für die Dauer von 13 Tagen und ab 1. April 2015 für die Dauer von 4 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein.
Dagegen erhob der Versicherte am 24. April und am 10. Mai 2015 Einsprache (Urk. 6/15), welche das AWA mit Einspracheentscheiden vom 12. Mai 2015 ab
wies (Urk. 6/16-17 = Urk. 2/1-2).
2.
Der Versicherte erhob am 21. Mai 2015 gegen die Einspracheentscheide vom 12. Mai 2015 (Urk. 2/1-2) Beschwerde und beantragte sinngemäss, von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung sei abzusehen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2015 (Urk. 5) beantragte das AWA die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 22. Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversi
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
digen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu ver
meiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1 lit.
c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Dieser Einstellungsgrund ist schon dann gegeben, wenn die versicherte Person vor Eintritt der Arbeitslosig
keit ihren Obliegenheiten nicht nachgekommen ist. Sie hat sich daher bereits während der Kündigungsfrist oder bei einem im vornherein befristeten Arbeits
verhältnis vor dessen Beendigung von sich aus, das heisst ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes um einen neuen Arbeitsplatz zu bewerben (BGE 139 V 524 E. 4.2; Urteile des Bundesge
richts 8C_21/2015 vom 3. März 2015, E. 3.5, und 8C_917/2013 vom 4. März 2014, E. 2.1, je mit Hinweisen, sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2011 vom 14. Juni 2011 E. 2.2). Die Pflicht zur Stellensuche dauert auch bei einer
vorübergehenden Ort- oder Lande
sabwesenheit fort (Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E. 3.4 mit Hinweis).
1.3
Bei der Beurteilung de
r Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sonder
n auch die Qualität ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE
139 V 524 E. 2.1.4, und
124 V 225 E. 4a
je
mit Hinweis
en
).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf
die Tatsache und Intensität der
selben (
BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1
). Die Ar
beitsbemühungen müssen zudem um
so intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Per
son hat, eine Stelle zu finden (
vgl.
Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung,
4. Auflage, Zürich
/Basel/Genf
2013, S. 104).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachge
wiesen werden (
BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom 4. März 2014 E. 2.2
).
Eine in qualitativer Hinsicht genügende Suchbemühung setzt voraus, dass mit dem möglichen Arbeitgeber tatsächlich ein Kontakt zustande kommt. Ist eine telefonische Kontaktnahme nicht möglich, hat zwingend eine schriftliche Be
werbung zu erfolgen oder die versicherte Person hat selber im Betrieb vorzu
sprechen (Urteil des Bundesgerichts C 275/05 vom 6. November 2006 E. 3.2). Qualitativ nicht genügend ist die blosse Anmeldung bei einem Stellenvermitt
lungsbüro (
vgl.
Barbara Kupfer Bucher
, a.a.O., S. 174 mit Hinweis). Qualifizierte Berufsleuten dürfen zudem ihre Suchbemühungen nur zu Beginn der Arbeitslo
sigkeit auf den bisherigen Berufszweig beschränken (BGE 139 V 524 E. 2.1.3).
1.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs.
3 AVIV).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner bergründete seine Einspracheentscheide damit, dass die Verpflichtung zur Stellensuche bereits vor Beginn der Arbeitslosigkeit einsetze (Urk. 2/2 S. 2 unten). Durch die Akten sei erstellt, dass sich der Beschwerdefüh
rer vom 15. September bis 14. Dezember 2014 nicht um Arbeit bemüht habe.
Nachdem die genaue Dauer von Temporäreinsätzen meist unbekannt
sei
,
werde
von versicherten Personen in einem temporären Arbeitsverhältnis verlangt, dass sie sich während des Einsatzes durchgehend um eine entsprechende Stelle be
mühen oder wenigstens für die letzten 3 Monate vor Beginn der kontrollierten Arbeitslosigkeit Arbeitsbemühungen nachweisen, falls sie nach Beendigung des Einsatzes Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung erheben.
Der
Beschwerdeführer habe
jederzeit damit rechnen
müssen
, dass er sich beim RAV zur Arbeitsvermittlung anmelden
müsse
, wenn ihm das vermittelnde Temporär
büro keinen geeigneten Arbeitseinsatz mehr anbieten
könne
.
Temporäre Ar
beitsverträge
würden
oft auch unbefristet ausgestellt, in der Praxis dann aber nach relativ kurzer Einsatzdauer wieder aufgelöst. Zu berücksichtigen
sei
, dass der
Beschwerdeführer
allenfalls eine Festanstellung antreten
oder einen weite
ren Temporärei
nsatz hätte leisten können, wenn er sich in der vorliegend als Arbeitsbemühungspflicht massgebenden Zeit im verlangten Umfang um Arbeit bemüht hätte
.
Die Pflicht zur Vorn
a
hme rechtsgenüglicher persönlicher Arbeits
bemühungen
stelle
eine elementare Verhaltensregel dar, die auch ohne vorgän
gige Aufklärung oder Verwarnung seitens der Verwaltung befolgt werden
müsse
. Die versicherte Person
habe sich dement
sprechend währen
d einer allfäl
ligen
Kündigu
n
gsfrist, aber auch
generell
während der
Zeit vor Anmeldung un
aufgefordert um Stellen zu bemühen. Im Übrigen
sei
zu bemerken, dass eine versicherte Person aus Rechtsunkenntnis nichts zu ihren Gunsten ableiten
könne.
Indem der
Beschwerdeführer
in der Zeit vor Anmeldung zur Arbeitsver
mittlung keine Arbeitsbemühungen nachzuweisen
vermöge
,
sei
er der ihm ob
liegenden Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen, weshalb eine vo
rübergehende Einstellung in der Anspruchsberechtigung angezeigt
sei
. Die vo
rübergehende Einstellung in der Anspruchs
berechtigung für 13 Tage erfolg
e im Bereich des leichten Verschuldens und
trage
somit den konkreten Umständen angemessen Rechnung
(S. 3)
.
In der Kontrollperiode März 2015 stehe überdies fest, dass der Beschwerdeführer insgesamt 4 Arbeitsbemühungen aufführe, welche vom 27. bis 31. März getätigt worden seien (Urk. 2/1 S. 2 Mitte). Der Beschwerdeführer sei anlässlich des Erst
gesprächs vom 11. Februar 2015 vom zuständigen RAV-Berater informiert wor
den, dass er pro Kontrollperiode mindestens 10 Arbeitsbemühungen nachzu
weisen habe (S. 2 unten).
Dieser Anforderung
sei
der
Beschwerdeführer
vorlie
gend nicht nachgekommen, indem er die Stellensuche erst am 2
7.
März 2015 aufgenommen
habe
. Das Fehlen jegli
c
her Arbeitsbemühungen vom
1.
bis 2
6.
März 2015
lasse
sich nicht rechtfertigen. Anlässlich des Erstgesprächs beim RAV
sei
der
Beschwerdeführer
nicht nur über die quantitative Vorgabe infor
miert, sondern auch aufgefordert
worden
, sich kontinuierlich über den ganzen Monat verteilt um Arbeit zu bemühen.
Auch Versicherte, die aufgrund einer Zwischenverdienstbeschäftigung ein reduziertes Einkommen erziel
t
en,
seien
verpflichtet, weiterhin eine Stelle zu suchen, solange sie Leistungen der Ar
beitslosenversicherung beanspruchen
(S. 3 Mitte)
.
Die vorübergehende Einstel
lung in der
Anspruchsberechtigung für 4 Tage erfolge im Bereich des leichten Verschuldens und tr
age
somit den konkreten Umständen angemessen Rechnung
(S. 3 unten).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, er habe vom 6. November bis 12. Dezember 2014 bei der Firma A.___ gear
beitet. Nach Erhalt der Kündigung habe er sich erst ab 15. Dezember 2014 beim RAV gemeldet und sei somit erst ab dann arbeitslos. Er verstehe deshalb nicht, weshalb ihm im November 13 Tage abgezogen worden seien. Im März 2015 habe er vom 23. Februar bis 25. März 2015 bei der Firma D.___ gearbeitet. Sein Arbeitsort sei in E.___ gewesen und er habe von morgens 6:45 bis 18:00 Uhr gearbeitet. Es sei ihm daher gar nicht möglich gewesen, eine andere Arbeit zu suchen. Er verstehe auch hier nicht, warum ihm nochmals 4 Tage abgezogen worden seien. Nachdem er erst im Dezember 2014 das erste Mal beim RAV an
gemeldet gewesen sei, habe er von den in den Einspracheentscheiden aufge
führten Pflichten als versicherte Person keine Ahnung gehabt. Sein Arbeitskol
lege habe mit ihm in der gleichen Zeit und in der gleichen Firma gearbeitet und habe keine Einstelltage und im April das Arbeitslosengeld für 22 Tage erhalten.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht in der Anspruchs-be
rechtigung eingestellt wurde.
3.
3.1
Gemäss Einsatzvertrag der A.___ AG arbeitete der Beschwerdeführer ab dem 6. November 2014 in einem befristeten temporären Arbeitsverhältnis, welches mit dem Auftragsende, das ursprünglich auf Ende Dezember 2014 geplant war, beim Einsatzbetrieb enden sollte (Urk. 6/15/3). Aufgrund mangelnden Auftrags
volumens wurde dieser Einsatzvertrag kurz vor geplantem Auftragsende per 12. Dezember 2014 aufgelöst.
Wie dargelegt (vorstehend E. 1.2) muss sich
eine
versicherte Person schon wäh
rend der Zeit vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung um Arbeit bemühen. Diese Pflicht ist unter anderem insbesondere während der Kündi
gungsfrist und bei einem
wie vorliegend
befristeten Arbeitsverhältnis mindes
tens in den drei letzten Monaten zu erfüllen (vgl. Kreisschreiben des Staatssek
retariats für Wirtschaft über die Arbeitslosenentschädigung, AVIG-Praxis ALE, gültig ab 1. Januar 2015, Rz B314).
Nach Lage der Akten steht fest und ist un
bestritten, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt der Arbeitslosigkeit am 15. Dezember 2014 überhaupt keine und damit in quantitativer Hinsicht unge
nügende Arbeitsbemühungen nachgewiesen hat.
Einen entschuldbaren Grund hierfür gibt es, entgegen der Ansicht des Be
schwerde
führers, nicht. Grundsätzlich sanktioniert Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG eine
Verletzung der in
Art.
17
Abs.
1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht, ins
besondere der Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen. Diese Verknüp
fung soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuchliche Be
anspruchung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der versi
cherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Ver
halten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b S. 227).
3.2
Der Beschwerdeführer verkennt, dass sich eine versicherte Person
bei einem im befristeten Arbeitsverhältnis
bereits
vor dessen Beendigung von sich aus, das heisst ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes um einen neuen Arbeitsplatz zu bewerben
hat (vgl. vorstehend
E. 1.2). Aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer von diesen Pflichten nichts wusste (vgl. Urk. 1 S. 1 unten), kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da
niemand aus seiner Rechtsunkenntnis Vorteile für sich ableiten
kann
(
BGE 124 V 220
E. 2b/aa).
Der Beschwerdeführer muss sich somit entgegen halten lassen, dass er bis zum Eintritt der Arbeitslosigkeit Mitte Dezember 2014 gar keine Ar
beitsbemühungen tätigte, obwohl ihm aufgrund seines befristeten Arbeitsver
hältnisses bewusst gewesen sein musste, dass er sich um eine weitere Anstel
lung zu bemühen hat. Indem der Beschwerdeführer überhaupt keine Stellenbe
mühungen unternahm, nahm er das Risiko, einer längerdauernden Arbeitslosig
keit und Arbeitslosenentschädigung in Anspruch nehmen zu müssen, in Kauf.
Folglich ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner den Beschwerde
führer wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
3.3
Gleiches gilt für die ungenügenden persönlichen Arbeitsbemühungen im März 2015 (vgl. Urk. 2/1). Der Beschwerdeführer arbeitete vom 23. Februar bis 25. März 2015 wiederum in einer temporären Anstellung. Zur Begründung sei
ner ungenügenden Arbeitsbemühungen bringt der Beschwerdeführer vor, dass er in E.___ von 6:45 bis 18:00 gearbeitet habe und es ihm nicht möglich gewe
sen sei eine andere Arbeit zu suchen (vgl. vorstehend E. 2.2).
Der Beschwerdeführer verkennt auch hier, dass
von einer versicherten Person
– im Rahmen der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) –
erwartet werden
kann
, dass sie jeweils auch abends oder an den Wo
chenenden Arbeitsbemühungen unternimmt beziehungsweise Bewerbungen verfasst und versendet.
S
elbst
eine
Landesabwesenheit
entbindet
nicht von der Pflicht, sich um Arbeit zu bemühen, zumal es mit den heutigen Kommunikati
onsmitteln (Internet, E-Mail etc.) und Personalvermittlungsagenturen grund
sätzlich möglich und zumutbar ist, sich auch vom Ausland aus für eine neue Arbeitsstelle zu bewerben (ARV 2005 S. 58, C 208/03, E. 3.2, vgl. auch vorste
hend E. 1.2).
Anlässlich des Beratungsgesprächs am 11. Februar 2015 war der Beschwerdeführer darüber informiert, dass er pro Monat 10 bis 12 persönliche Arbeitsbemühungen und eine kontinuierliche Stellensuche vorzuweisen habe (vgl. Urk. 6/22/2). Da es für den Beschwerdeführer aufgrund seines erneuten temporären Arbeitseinsatzes voraussehbar war, dass er wiederum Leistungen der Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen werden würde, wäre er gehalten gewesen, sich weiterhin um Arbeit zu bemühen. Dem prozessorientierten Bera
tungsprotokoll (Urk. 6/22) kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Beratungsgesprächs vom 11. Februar 2015 über seine Pflichten zur Vornahme von persönlichen Arbeitsbemühungen sowie einer kontinuierli
chen Stellensuche informiert wurde. Bei Unklarheiten im Zusammenhang mit der erneuten temporären Anstellung und der Vornahme von persönlichen Ar
beitsbemühungen, hätte der Beschwerdeführer ohne weiteres beim RAV rück
fragen können, was er indes nicht tat.
Schliesslich ist nicht unbeachtlich, dass
im Dezember
5
der
insgesamt
7
Arbeits
bemühungen
und im März alle 4 Arbeitsbemühungen
telefonisch erfolgt sind. Gemäss Rechtsprechung können solche Blindbewerbungen durchaus sinnvoll sein. Sie dienen der Abklärung, ob eine Stelle frei ist. Indessen haben sich die Versicherten in erster Linie um ausgeschriebene und damit offene Arbeitsgele
genheiten zu bemühen (Urteil des Bundesgerichts C 199/05 vom 29. Sep
-
tember 2005 E. 4.2.3 mit Hinweisen), bei welchen die Erfolgsaussichten auf einen Vertragsabschluss erheblich grösser sind. Im Übrigen ist darauf hin
zuweisen, dass allfällige Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt umso intensi
vere Bemühungen der versicherten Person erfordern, wobei es nicht auf die Er
folgsaussichten, sondern auf die Intensität der Stellensuche ankommt (BGE 124 V 234 E. 6). Wenn nötig, ist auch ausserhalb des bisherigen Berufs Arbeit zu su
chen (BGE 120 V 76 E. 2).
3.4
Zusammenfassend ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, dass der Be
schwerdegegner den Beschwerdeführer wegen ungenügender persönlicher Ar
beitsbemühungen
vor Eintritt der Arbeitslosigkeit und in der Kontrollperiode im März 2015
in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
4.
4.1
Die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 13 Tagen wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen
vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
(vgl. Urk. 2/2) liegt im mittleren bis oberen Bereich des leichten Verschuldens (vgl. vorstehend E. 1.4).
Wie oben dargelegt ist jede versicherte Person grundsätzlich bereits vor An
spruchstellung zur Stellensuche verpflichtet. Für dessen Beurteilung sind vorlie
gend die Arbeitsbemühungen vor Ablauf des befristeten Arbeitsverhältnisses ausschlaggebend. Der Beschwerdeführer trat sein befristetes Arbeitsverhältnis am 6. November 2014 an und wusste bereits in diesem Zeitpunkt, dass dieser Auftrag höchstens zwei Monate dauern wird. Bis zur Anmeldung beim RAV am 15. Dezember 2014, also gut zwei Wochen vor dem ohnehin geplanten Einsatz
ende, hatte der Beschwerdeführer dennoch noch keinerlei Arbeitsbemühungen und somit keinen Beitrag zur Erfüllung der Schadenminderungspflicht geleistet. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Einstellung in der Anspruchsberechti
gung im Umfang von 13 Tagen angemessen.
4.2
Die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 4 Ta
gen wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen
in der Kontrollperi
ode im März 2015 (vgl. Urk. 2/1) liegt im unteren Bereich des leichten Ver
schuldens (vgl. vorstehend 1.4).
In Anbetracht dessen, dass der in den Verwal
tungsweisungen des SECO als Richtlinie enthaltene Einstellraster (Einstellraster für KAST/RAV, AVIG-Praxis ALE, Rz D72 [vom Oktober 2011]) für
erstmalige
ungenügende Arbeitsbemühungen
während der Kontrollperiode
drei
bis
vier
Einstelltage vorsieht (1.
C
/
1
), den Bestrebungen der Verwaltung beziehungsweise der Versicherer, die darauf abzielen, durch interne Weisungen, Richtlinien, Ta
bellen, Skalen usw. eine rechtsgleiche Behandlung der Versicherten zu gewähr
leisten, Rechnung zu tragen ist (Urteil des Bundesgerichts C 351/01 vom 21. Mai 2002 E. 2b/aa) und der Sozialversicherungsrichter schliesslich sein Er
messen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (BGE 114 V 315 E. 5a mit Hinweisen), ist die vom Beschwerdegegner ver
fügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von
4
Tagen nicht zu beanstanden und erscheint als angemessen.
4.3
Nach dem Gesagten erweisen sich die verfügten Einstellungen in der An-spruchs
berechtigung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Der Einzelrichter erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
-
seco - Direktion für Arbeit
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-weismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der EinzelrichterDer Gerichtsschreiber
MosimannP. Sager