# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e5148db-97c9-5821-b2ca-2995b0efb161
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-21
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 21.06.2024 OG.2021.00105 (OGS.2024.172)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2021-00105_2024-06-21.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtspräsidentin Dr. iur. Petra Hauser,
  Oberrichterin Monika Trümpi , Oberrichterin
  Brigitte Müller , Oberrichter MLaw Mario
  Marti  und Oberrichter Martin Ilg  sowie Gerichtsschreiber
  lic. iur. Sebastian Micheroli. 

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 21. Juni 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2021.00105/OG.2021.00109/

  
	
  OG.2022.00002
  bis OG.2022.00004/

  
	
  OG.2022.00006
  und OG.2022.00007

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Berufungskläger
  (OG.2021.00105), 

  
	
  Anschlussberufungsbeklagter 

  
	
  und Beschuldigter

  
	
   

  
	
  verteidigt durch lic. iur. Pavlo
  Spiro Stathakis, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  B.______

  
	
  Berufungskläger
  (OG.2021.00109),

  
	
  Anschlussberufungsbeklagter 

  
	
  und Beschuldigter

  
	
   

  
	
  verteidigt durch MLaw Jacques Marti, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  C.______

  
	
  Berufungskläger
  (OG.2022.00002),

  
	
  Anschlussberufungsbeklagter 

  
	
  und Beschuldigter

  
	
   

  
	
  verteidigt durch M. A. HSG in Law Marcel
  Esslinger, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  D.______

  
	
   

  
	
  Berufungsbeklagter
  (OG.2022.00003)

  
	
  und
  Beschuldigter

  
	
   

  
	
  verteidigt durch lic. iur. Urs
  P. Keller, Rechtsanwalt,
  Verteidiger,

  

  

  
	
   

  
	
  E.______

  
	
   

  
	
  Berufungsbeklagte
  (OG.2022.00004)

  
	
  und
  Beschuldigte

  
	
   

  
	
  verteidigt durch lic. iur. Matthias
  Erne, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  F.______

  
	
  Berufungskläger (OG.2022.00006)

  
	
  Anschlussberufungsbeklagter 

  
	
  und Beschuldigter

  
	
   

  
	
  verteidigt durch lic. iur. Thomas
  Fingerhuth, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  G.______

  
	
  Berufungsklägerin
  (OG.2022.00007)

  
	
  Anschlussberufungsbeklagte 

  
	
  und Beschuldigte

  
	
   

  
	
  verteidigt durch MLaw Artan Sadiku, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Berufungsklägerin 

  
	
  (OG.2022.00003
  und OG.2022.00004), 

  
	
  Berufungsbeklagte
  und Anschlussberufungsklägerin 

  
	
  (OG.2021.00105,
  OG.2021.00109, OG.2022.00002, 

  
	
  OG.2022.00006
  und OG.2022.00007)

  
	
  sowie
  Anklägerin

  
	
   

  
	
  vertreten durch lic. iur. Karin
  Aggeler, Staatsanwältin

  
	
   

  
	
   

  
	
  H.______

  
	
   

  
	
  Berufungsbeklagter
  und/oder Anschlussberufungskläger

  
	
  (OG.2021.00105,
  OG.2021.00109, OG.2022.00002 und OG.2022.00006)

  
	
  sowie
  Privatkläger

  
	
   

  
	
  vertreten durch lic. iur. Vedat
  Erduran, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anstiftung
  zum versuchten Mord etc.

  
	
   

  
	
   

  
	
  Erstinstanzliches Urteil und
  Schlussanträge im Berufungsverfahren 

  
	
   

  
	
  1. 

  
	
  Die Staatsanwaltschaft des
  Kantons Glarus erhob am 2. März 2021 beim Kantonsgericht Glarus Anklage gegen
  C.______ (act. 1), F.______ (act. 1/2), B.______ (act. 1/3), A.______ (act.
  1/4), G.______ (act. 1/5), D.______ (act. 1/6) und E.______ (act. 1/7). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Das Kantonsgericht fällte am 2.
  Dezember 2021 das folgende Urteil (act. 132 S. 252 ff.; Verfahren
  SG.2021.00014 bis SG.2021.00021):

  
	
   

  
	
  	
    1.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    2.

     

     

     

     

    3.

     

     

     

    4.

     

     

     

     

     

     

     

     

    5.

     

     

     

    6.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    7.

     

     

     

    8.

     

     

    9.

     

     

     

     

    10.

     

    11.

     

     

     

     

     

    12.

     

     

     

    13.

     

     

     

     

    14.

     

     

     

    15.

     

     

    16.

     

     

    17.

     

     

     

    18.

     

     

     

     

    19.

     

     

     

    20.

     

     

    21.

     

     

    22.

     

     

     

     

     

    23.

     

     

     

     

     

    24.

     

     

     

    25.

     

     

     

    26.

     

     

     

     

    27.

     

     

     

    28.

     

     

     

     

    29.

     

     

     

     

    30.

     

    31.

     

     

    32.

     

    	
    C.______ ist schuldig

    der Anstiftung zum
    versuchten Mord im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
    StGB und Art. 24 Abs. 1 StGB;

    des mehrfachen Vergehens
    gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG;

    des Verbrechens gegen das
    Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19

    Abs. 1 lit. b und d BetmG in
    Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG;

    der mehrfachen
    rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG in
    Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a und d AIG;

    des mehrfachen
    rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG.

     

    C.______ wird freigesprochen
    von den Vorwürfen 

    des Verbrechens gegen das
    Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19

    Abs. 1 lit. a und g in
    Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG;

    der Fälschung von Ausweisen
    im Sinne von Art. 252 StGB.

     

    Bezüglich der bedingten
    Entlassung von C.______ (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland
    vom 12. Dezember 2018, Reststrafe von 92 Tagen) wird die Rückversetzung in
    den Strafvollzug angeordnet.

     

    C.______ wird, teilweise als
    Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 12. Dezember 2018 der
    Staatsanwaltschaft See / Oberland sowie unter Berücksichtigung der
    Rückversetzung in den Strafvollzug gemäss Ziff. 3 vorstehend bzw. unter
    Berücksichtigung der durch den Widerruf vollziehbar gewordenen Reststrafe
    von 92 Tagen, zu folgender Strafe verurteilt:

    Unbedingte Freiheitsstrafe
    von 13 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Haft von 149 Tagen sowie
    unter Berücksichtigung des vorzeitigen Strafvollzugs seit 7. Mai 2020.

     

    Für C.______ wird eine
    Landesverweisung von 15 Jahren angeordnet. Die Landesverweisung wird im
    Schengener Informationssystem ausgeschrieben.

     

    Die folgenden bei C.______
    beschlagnahmten Gegenstände […] werden eingezogen und vernichtet:

    - Verpackung für Smartphone Wiko Sunny 3
    (Asservat-Nr. […]);

    - Betäubungsmittelfeinwaage, […], silbern (Asservat-Nr.
    […]);

    - SIM-Karte Lebara (Asservat-Nr. […]);

    - Mobiltelefon Wiko, schwarz (Asservat-Nr. […]);

    - USB-Stick, silbern (Asservat-Nr. […]);

    - Notizzettel mit handschriftlichen Notizen
    (Asservat-Nr. […]);

    - Apple iPhone, schwarz
    (Asservat-Nr. […]).

    Der bei C.______
    beschlagnahmte Führerausweis, lautend auf I.______ (Asservat-Nr. […]), wird
    an I.______ herausgegeben.

     

    Die folgenden bei C.______
    beschlagnahmten Barschaften werden mit den Verfahrenskosten verrechnet:

    - EUR 12'000.— (Asservat-Nr. […]);

    - CHF 9'000.— (Asservat-Nr. […]);

    - CHF 260.— (Asservat-Nr. […]);

    - CHF 16'130.— (Asservat-Nr. […]).

     

    F.______
    ist schuldig

    der
    Anstiftung zum versuchten Mord im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit
    Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 24 Abs. 1 StGB.

     

    F.______
    wird freigesprochen vom Vorwurf

    des
    Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB.

     

    F.______
    wird zu folgender Strafe verurteilt:

    Unbedingte
    Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung der
    ausgestandenen Haft von 476 Tagen sowie unter Berücksichtigung des
    vorzeitigen Strafvollzugs seit 16. September 2020.

     

    Für
    F.______ wird eine Landesverweisung von 15 Jahren angeordnet.

     

    Die
    folgenden bei F.______ beschlagnahmten Gegenstände […] werden diesem
    herausgegeben: […]

    - USD 2'393.—;

    - CHF 1'626.55;

    - EUR 20.—.

     

    B.______
    ist schuldig

    des
    versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22
    Abs. 1 StGB.

     

    B.______
    wird zu folgender Strafe verurteilt:

    Unbedingte
    Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung der
    ausgestandenen Haft von 284 Tagen sowie unter Berücksichtigung des
    vorzeitigen Strafvollzugs seit 10. September 2019.

     

    Für
    B.______ wird eine Landesverweisung von 15 Jahren angeordnet. Die
    Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausgeschrieben.

     

    Von einer
    Ersatzforderung im Sinne von Art. 71 StGB wird in Bezug auf B.______
    abgesehen.

     

    Der
    folgende bei B.______ beschlagnahmte Gegenstand […] wird diesem herausgegeben:
    […]

     

    A.______
    ist schuldig

    des
    versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22
    Abs. 1 StGB.

     

    A.______
    wird zu folgender Strafe verurteilt:

    Unbedingte
    Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen
    Haft von 284 Tagen sowie unter Berücksichtigung des vorzeitigen
    Strafvollzugs seit 10. September 2019.

     

    Für
    A.______ wird eine Landesverweisung von 15 Jahren angeordnet. Die
    Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausgeschrieben.

     

    Von einer
    Ersatzforderung im Sinne von Art. 71 StGB wird in Bezug auf A.______
    abgesehen.

     

    Der
    folgende bei A.______ beschlagnahmte Gegenstand […] wird diesem
    herausgegeben: […]

     

    G.______
    ist schuldig

    des
    mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19
    Abs. 1 lit. c und d BetmG;

    der
    Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG;

    der
    Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 StGB.

     

    G.______
    wird freigesprochen von den Vorwürfen

    der
    Gehilfenschaft zum versuchten Mord im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung
    mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB;

    der
    Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 115
    Abs. 1 lit. c AIG.

     

    G.______
    wird zu folgender Strafe verurteilt:

    Unbedingte
    Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Haft
    von 335 Tagen.

     

    Für
    G.______ wird eine Landesverweisung von 5 Jahren angeordnet. Die
    Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausgeschrieben.

     

    Die
    folgenden bei G.______ beschlagnahmte[n] Gegenstände […]
    werden dieser herausgegeben: […]

    Die bei
    G.______ beschlagnahmte Barschaft von CHF 90.20 wird mit den
    Verfahrenskosten verrechnet.

     

    D.______
    ist schuldig

    der
    Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Abs. 2 [recte: Ziff. 2] StGB
    (besonders leichter Fall).

     

    D.______
    wird freigesprochen von den Vorwürfen

    der
    Gehilfenschaft zum versuchten Mord gemäss Art. 112 StGB in Verbindung mit
    Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB;

    des
    (gewerbsmässigen) Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB.

     

    D.______
    wird zu folgender Strafe verurteilt: 

    Freiheitsstrafe
    von 10 Monaten, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren,
    unter Anrechnung der ausgestandenen Haft von 80 Tagen.

     

    Gegen
    D.______ wird keine strafrechtliche Landesverweisung angeordnet

     

    Der
    folgende bei D.______ beschlagnahmte Gegenstand […] wird diesem
    herausgegeben: […]

     

    E.______
    ist schuldig 

    der
    Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Abs. 2 [recte: Ziff. 2] StGB
    (besonders leichter Fall).

    

  

  
	
   

  	
    33.

    	
    E.______ wird freigesprochen
    vom Vorwurf

    
	
     

    	
    des (gewerbsmässigen)
    Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB.

    
	
     

    	
     

    
	
    34.

    	
    E.______ wird zu folgender
    Strafe verurteilt:

    
	
     

    	
    Freiheitsstrafe von 12
    Monaten, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren.

    
	
     

    	
     

    
	
    35.

    	
    Gegen E.______ wird keine
    strafrechtliche Landesverweisung angeordnet.

    
	
     

    	
     

    
	
    36.

    	
    Es wird im Grundsatz
    festgestellt, dass H.______ gegenüber C.______, F.______, B.______ und
    A.______ ein Anspruch auf Schadenersatz zusteht. C.______, F.______,
    B.______ und A.______ werden unter solidarischer Haftpflicht verpflichtet,
    H.______ als Schadenersatz einen noch zu beziffernden Betrag zu bezahlen.
    Im Übrigen, zwecks Bezifferung dieses zivilrechtlichen Anspruchs, wird
    H.______ mit seiner Zivilklage betreffend Schadenersatz auf den Zivilweg
    verwiesen.

    
	
     

    	
    Im internen Verhältnis wird
    der zu ermittelnde Betrag C.______, F.______, B.______ und A.______ zu je
    1/4 auferlegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    37.

    	
    Es wird im Grundsatz
    festgestellt, dass H.______ gegenüber C.______, F.______, B.______ und
    A.______ ein Anspruch auf Genugtuung zusteht. C.______, F.______, B.______
    und A.______ werden unter solidarischer Haftpflicht verpflichtet, H.______
    als Genugtuung einen noch zu beziffernden Betrag zu bezahlen. Im Übrigen,
    zwecks Bezifferung dieses zivilrechtlichen Anspruchs, wird H.______ mit
    seiner Zivilklage betreffend Genugtuung auf den Zivilweg verwiesen.

    
	
     

    	
    Im internen Verhältnis wird
    der zu ermittelnde Betrag C.______, F.______, B.______ und A.______ zu je
    1/4 auferlegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    38.

    	
    Die Gerichtsgebühr für die
    Verfahren SG.2021.00014 bis SG.2021.00020 wird auf insgesamt CHF 40'000.—
    festgesetzt.

    
	
     

    	
    Die Untersuchungsgebühr der
    Staats- und Jugendanwaltschaft beträgt insgesamt CHF 65'000.—.

     

    
	
    39.

    	
    Die C.______, F.______,
    B.______ und A.______ betreffenden Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
     

    
	
    40.

    	
    Die Kosten gemäss Ziff. 39
    vorstehend werden C.______, F.______, B.______ und A.______ vollumfänglich
    unter solidarischer Haftpflicht auferlegt.

    
	
     

    	
    Im internen Verhältnis wird
    dieser Betrag C.______, F.______, B.______ und A.______ zu je 1/4
    auferlegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    41.

    	
    Die weiteren, C.______
    betreffenden Verfahrenskosten betragen:

    
	
     

    	
    […] 

    
	
     

    	
    Diese Kosten werden C.______
    vollumfänglich auferlegt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    42.

    	
    Die weiteren, F.______
    betreffenden Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
    Diese Kosten werden F.______
    vollumfänglich auferlegt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    43.

    	
    Die weiteren, B.______
    betreffenden Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
    Diese Kosten werden B.______
    vollumfänglich auferlegt.

    
	
     

    	
    […] 

    
	
     

    	
     

    
	
    44.

    	
    Die weiteren, A.______
    betreffenden Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
    Diese Kosten werden A.______
    vollumfänglich auferlegt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    45.

    	
    Die G.______ betreffenden
    Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
     

    
	
    46.

    	
    Von den Kosten gemäss Ziff.
    45 vorstehend wird G.______ die Hälfte der Position "Anteil
    Gerichtskosten" und der Kosten der amtlichen Verteidigung, insgesamt
    also CHF 20'704.30 (gerundet), auferlegt.

    
	
     

    	
    Dieser Betrag wird mit der
    G.______ zustehenden Entschädigung in Höhe von CHF 12'840.90 verrechnet.
    Somit reduzieren sich die G.______ aufzuerlegenden Kosten auf CHF 7'863.40.

    
	
     

    	
    […] 

    
	
     

    	
     

    
	
    47.

    	
    Die D.______ und E.______
    betreffenden Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
     

    
	
    48.

    	
    Die Kosten gemäss Ziff. 47
    vorstehend werden D.______ und E.______ vollumfänglich unter solidarischer
    Haftpflicht auferlegt.

    
	
     

    	
    Im internen Verhältnis wird
    dieser Betrag D.______ und E.______ zu je 1/2 auferlegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    49.

    	
    Die weiteren, D.______
    betreffenden Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
    Von diesen Kosten werden
    D.______ die Hälfte der Verteidigungskosten, also insgesamt CHF 19'402.75,
    auferlegt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    50.

    	
    Die weiteren, E.______
    betreffenden Verfahrenskosten betragen: […]

    
	
     

    	
    Diese Kosten werden E.______
    vollumfänglich auferlegt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    51.

    	
    Die Übersetzungskosten gehen
    zulasten des Staates.

    
	
     

    	
     

    
	
    52.

    	
    Rechtsanwalt M. A. HSG in
    Law Marcel Esslinger wird mit CHF 26'145.55 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus
    der Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    53.

    	
    Rechtsanwalt lic. iur.
    Thomas Fingerhuth wird mit CHF 5'301.20 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    54.

    	
    Rechtsanwalt MLaw Jacques
    Marti wird mit CHF 37'806.75 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    55.

    	
    Rechtsanwalt lic. iur. Pavlo
    Stathakis wird mit CHF 19'937.— (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    56.

    	
    Rechtsanwalt MLaw Artan
    Sadiku wird mit CHF 11'825.60 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt. 

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    57.

    	
    Rechtsanwalt lic. iur. Urs
    Keller wird mit CHF 29'234.— (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    58.

    	
    Rechtsanwalt lic. iur.
    Mathias Erne wird mit CHF 16'918.20 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
     

    
	
    59.

    	
    C.______, F.______, B.______
    und A.______ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, H.______
    für dessen Aufwendungen im Verfahren vor Kantonsgericht eine Entschädigung
    von CHF 17'727.80 zu bezahlen.

    
	
     

    	
    Im internen Verhältnis wird
    dieser Betrag [ihnen] zu je 1/4 auferlegt.

     

    

  

  
	
  3.

  
	
  Gegen dieses Urteil wurden
  mehrere Berufungen und Anschlussberufungen erklärt, wobei die Parteien die
  nachstehenden Schlussanträge stellten:

  
	
   

  
	
  A.

  
	
  Schlussanträge des Beschuldigten A.______ (act. 148 und act. 215 S. 8 i.V.m. S. 84
  f.): 

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es
    seien Dispositiv-Ziff. 17 bis 19 aufzuheben und es sei der Beschuldigte
    A.______ vom Vorwurf des versuchten Mordes gemäss Art. 112 StGB i.V.m.
    Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Eventualiter
    sei die Strafzumessung auf eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten unter
    Anrechnung der bisher erstandenen Haftdauer und auf einen Landesverweis von
    sechs Jahren zu reduzieren.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es
    sei der Beschuldigte A.______ der versuchten schweren Körperverletzung
    gemäss Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 StGB schuldig zu sprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Es
    sei der Beschuldigte A.______ mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten
    unter Anrechnung der bisher erstandenen Haftdauer und einem Landesverweis
    von sechs Jahren zu bestrafen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Es
    sei der Beschuldigte A.______ für die erstandene Überhaft mit mindestens
    CHF 200.— pro Tag zu entschädigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Die
    Ansprüche des Geschädigten H.______ seien auf den Zivilweg zu verweisen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Unter
    gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzlicher
    Mehrwertsteuer. Die Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss zugestellter
    Honorarnote seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

    

  

  
	
   

  B.

  
	
  Schlussanträge des Beschuldigten B.______ (act. 150 und act. 215 S. 8 i.V.m. S. 104 f.): 
  

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es
    seien Dispositiv-Ziff. 12 und 13 aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es
    sei der Beschuldigte B.______ der versuchten schweren Körperverletzung
    i.S.v. Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs nach
    Art. 134 StGB schuldig zu sprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Eventualiter
    sei der Beschuldigte B.______ der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig
    zu sprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Es
    sei der Beschuldigte B.______ mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 38
    Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung der Untersuchungshaft ab
    30. November 2018. 

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Eventualiter
    sei der Beschuldigte B.______ mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 5
    Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der Untersuchungshaft ab
    30. November 2018. 

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Es
    sei der Beschuldigte B.______ für die entstandene Überhaft mit mindestens
    CHF 200.— pro Tag zu entschädigen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Unter
    gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

    

  

  
	
   

  
	
  C. 

  
	
  Schlussanträge des Beschuldigten C.______ (act. 152,
  act. 214 S. 3 i.V.m. S. 27 und act. 215 S. 8 i.V.m. S. 81): 

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Dispositiv-Ziff.
    1, 3, 4, 5, 6, 36, 37, 39, 40, 41 und 59 seien aufzuheben.

     

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    C.______
    sei von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen, mithin von folgenden
    Vorwürfen: 

    

  

  
	
  	
    a.

    	
    der
    Anstiftung zum versuchten Mord (gemäss Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1
    StGB und Art. 24 Abs. 1 StGB; eventualiter der Anstiftung zur versuchten
    vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und
    Art. 24 Abs. 1 StGB; subeventualiter der Anstiftung zur schweren
    Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB; resp. der
    Mittäterschaft);

    
	
    b.

    	
    der
    Anstiftung zum Angriff (gemäss Art. 134 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1
    StGB; resp. der Mittäterschaft);

    
	
    c.

    	
    des
    Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz (gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. b,
    c und d BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG):

    
	
    d.

    	
    der
    mehrfachen rechtswidrigen Einreise (gemäss Art. 115 Abs. 1 Bst. a AIG
    i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und d AIG); und 

    
	
    e.

    	
    des
    mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts (gemäss Art. 115 Abs. 1 Bst. b AIG).

     

    

  

  
	
  	
    3.

    	
    Die
    beschlagnahmten Gegenstände seien an C.______ herauszugeben. 

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die
    Zivilklage von H.______ sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu
    verweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die
    Kosten des vorliegenden Verfahrens seien dem Staat zur Bezahlung
    aufzuerlegen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    C.______
    sei eine Genugtuung für den ausgestandenen Freiheitsentzug in der Höhe von
    mindestens CHF 221'200.— auszurichten. 

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. MwSt. zu Lasten der Anklagebehörde
    evtl. der Vorinstanz.

    

  

  
	
   

  D.

  
	
  Schlussanträge des Beschuldigten F.______ (act. 156
  und act. 215 S. 8 i.V.m. S. 33 f.):   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es
    sei festzustellen, dass Dispositiv-Ziff. 8 (Freispruch vom Vorwurf des
    Betrugs i.S.v. Art. 146 Abs. 1 StGB) in Rechtskraft erwachsen ist.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    F.______
    sei der Anstiftung zum versuchten Mord i.S.v. Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22
    Abs. 1 StGB und Art. 24 Abs. 1 StGB, eventualiter der Anstiftung zur
    versuchten vorsätzlichen Tötung i.S.v. Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1
    StGB und Art. 24 Abs. 1 StGB, subeventualiter der Anstiftung zur schweren
    Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB, der
    Anstiftung zum Angriff i.S.v. Art. 134 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB
    beziehungsweise der genannten Tatvorwürfe, begangen in Mittäterschaft, für
    nicht schuldig zu befinden und von diesen Vorwürfen freizusprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die
    mit Verfügung vom 26. Juli 2019 beschlagnahmten Gegenstände seien F.______
    herauszugeben.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die
    Zivilklage von H.______ sei auf den Zivilweg zu verweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die
    Kosten des Verfahrens, inklusive der Kosten der amtlichen Verteidigung,
    seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    F.______
    sei eine Entschädigung für seine erbetene Verteidigung in der Höhe der vor
    der Vorinstanz eingereichten Honorarnoten vom 15. April und 27. Juli 2020
    zuzusprechen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    F.______
    sei eine Genugtuung für den ausgestandenen Freiheitsentzug in der Höhe von
    CHF 300.— pro Tag bis zum 4. Oktober 2021 sowie CHF 200.— pro Tag ab
    dem 5. Oktober 2021, zuzüglich Zins von 5 % ab mittlerem Verfall, auszurichten.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

    

  

  
	
   

  E. 

  
	
  Schlussanträge der Beschuldigten G.______
  (act. 158 und act. 213 S. 2 i.V.m. S. 4):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es
    seien Dispositiv-Ziff. 22, 24, 25, 26, 45 und 46 aufzuheben und wie folgt
    abzuändern:

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    «G.______
    wird von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen.

    
	
     

    	
    Es
    wird folgerichtig von einer Landesverweisung und einer Ausschreibung im
    Schengener Informationssystem abgesehen.

    
	
     

    	
    Die
    beschlagnahmten Gegenstände (iPhone X, Samsung Galaxy S8, zwei Quittungen
    betreffend Überweisungen) sowie die beschlagnahmte Barschaft von CHF 90.—
    werden G.______ herausgegeben.

    
	
     

    	
    G.______
    erhält für die zu Unrecht erstandene Haft eine Entschädigung in der Höhe
    von CHF 67'000.—.

    
	
     

    	
    G.______
    erhält für ihre Aufwendungen für die Verteidigung eine Entschädigung in der
    Höhe von CHF 24'845.90.

    
	
     

    	
    Sämtliche
    Kosten gehen zu Lasten des Staates.»

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Rechtsanwalt
    MLaw Artan Sadiku sei für das Berufungsverfahren rückwirkend per 16.
    Dezember 2021 (Eingang des begründeten Urteils des Kantonsgerichts) als
    amtlicher Verteidiger der Beschuldigten G.______ einzusetzen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der
    Staatskasse.  

    

  

  
	
   

  
	
  F.

  
	
  Schlussanträge der Staatsanwaltschaft (act.
  154, act. 155, act. 179, act. 180, act. 181, act. 182,
  act. 183, act. 212 S. 3, act. 213 S. 2 i.V.m. S. 17, act. 214 S. 3
  i.V.m. S. 29 sowie act. 215 S. 8 i.V.m. S. 114 und 119): 

  
	
   

  
	
  	
    a)

    	
    in
    Bezug auf den Beschuldigten A.______

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 18 sei der Beschuldigte A.______ zu einer
    Freiheitsstrafe von 13 Jahren zu verurteilen unter Anrechnung der
    erstandenen Haft von 284 Tagen sowie unter Berücksichtigung des vorzeitigen
    Strafvollzugs seit 10. September 2019.  

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die
    Berufung von A.______ sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
    vollumfänglich abzuweisen. 

     

    

  

  
	
  	
    b)

    	
    in
    Bezug auf den Beschuldigten B.______

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 13 sei der Beschuldigte B.______ zu einer
    Freiheitsstrafe von 12 ½ Jahren zu verurteilen unter Anrechnung der erstandenen
    Haft von 284 Tagen sowie unter Berücksichtigung des vorzeitigen
    Strafvollzugs seit 10. September 2019.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die
    Berufung von B.______ sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
    vollumfänglich abzuweisen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    c)

    	
    in
    Bezug auf den Beschuldigten C.______

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Dispositiv-Ziff.
    2 Abs. 1 [Freispruch vom Vorwurf des Verbrechens nach Art. 19 Abs. 1 Bst. a
    und g BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG] sei ersatzlos aufzuheben. 

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 4 sei der Beschuldigte C.______ in teilweiser
    Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 12. Dezember 2018 der Staatsanwaltschaft
    See/Oberland zu einer Freiheitsstrafe von 14 ½ Jahren zu verurteilen unter
    Anrechnung der erstandenen Haft von 149 Tagen sowie unter Berücksichtigung
    des vorzeitigen Strafvollzugs seit 7. Mai 2020.

     

    
	
    3. 

    	
    Die
    Berufung von C.______ sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
    vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    d)

    	
    in
    Bezug auf den Beschuldigten F.______ 

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 9 sei der Beschuldigte F.______ zu einer
    Freiheitsstrafe von 13 Jahren zu verurteilen unter Anrechnung der
    erstandenen Haft von 524 Tagen sowie unter Berücksichtigung des vorzeitigen
    Strafvollzugs vom 16. September 2020 bis 6. Januar 2021 und seit
    24. Februar 2021. 

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die
    Berufung von F.______ sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
    vollumfänglich abzuweisen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    e)

    	
    in
    Bezug auf die Beschuldigte G.______

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Die
    Berufung von G.______ sei vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter
    teilweiser Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 23 sei in Abänderung von
    Dispositiv-Ziff. 22 die Beschuldigte G.______ zusätzlich der mehrfachen
    Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit (Art. 115 Abs. 1
    Bst. c AIG) schuldig zu sprechen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 24 sei die Beschuldigte G.______ zu einer
    unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu verurteilen unter Anrechnung
    der erstandenen Haft von 333 Tagen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 25 sei die Beschuldigte G.______ für 10
    Jahre des Landes zu verweisen und es sei die Ausschreibung der
    Landesverweisung im Schengener Informationssystem anzuordnen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die
    Kosten des Berufungsverfahrens seien der Beschuldigten G.______
    aufzuerlegen.

     

    

  

  
	
  	
    f)

    	
    in
    Bezug auf den Beschuldigten D.______

    

  

  
	
  	
    1.

    	
    Unter
    ersatzloser Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 28 sei in Abänderung von
    Dispositiv-Ziff. 27 der Beschuldigte D.______ zusätzlich der Gehilfenschaft
    zum versuchten Mord gemäss Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und
    Art. 25 StGB, eventualiter der Gehilfenschaft zum Angriff gemäss Art. 134 StGB
    i.V.m. Art. 25 StGB, sowie des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs.
    1 StGB i.V.m. Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 29 sei der Beschuldigte D.______ zu einer
    Freiheitstrafe von 9 Jahren zu verurteilen unter Anrechnung der erstandenen
    Haft von 80 Tagen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    In
    Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 30 sei der Beschuldigte D.______ für 15
    Jahre des Landes zu verweisen und es sei die Ausschreibung der
    Landesverweisung im Schengener Informationssystem anzuordnen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 39, 40 und 49 seien die Kosten des
    Verfahrens wie folgt zu verlegen:

    
	
     

    	
     

    
	
    4.1

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 39 betragen die C.______, F.______,
    B.______, A.______ und D.______ betreffenden Verfahrenskosten:

    

  

  
	
  	
    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

     

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    	
    34'000.—

    52'500.—

    8'420.—

    840.—

    6'050.—

    1'324.—

    220.—

    1'800.—

    2'267.10

    2'220.—

    544.50

    3'600.—

    12'862.65

    2'000.—

     

    4'800.—

    1'800.—

    4'800.—

    1'800.—

    200.—

    200.—

    1'464.70

    1'500.—

    190.55

    1'123.65

    1'420.65

    300.—

    148'247.80

    	
    Anteil
    Gerichtskosten

    Anteil
    Untersuchungsgebühr 

    Institut
    für Rechtsmedizin Zürich (act. 17.1.03)

    Stadtpolizei
    Zürich FOR (act. 17.1.04)

    Institut
    für Rechtsmedizin Zürich (act. 17.1.05)

    Institut
    für Rechtsmedizin St. Gallen (act. 17.1.06)

    Institut
    für Rechtsmedizin Zürich (act. 17.1.10)

    Fernmeldedienstleistungen
    EJPD (act. 17.1.13)

    […]
    Abschleppdienst (act. 17.1.15)

    Institut
    für Rechtsmedizin St. Gallen (act. 17.1.17)

    Institut
    für Rechtsmedizin Zürich (act. 17.1.19) 

    Fernmeldedienstleistungen
    EJPD (act. 17.2.01)

    Flugreisen
    EJPD (act. 17.2.04 und act. 17.4.03)

    EJPD,
    zwei Telefonextraktionen (act. 17.3.09 und act. 17.4.07)

    EJPD
    Fernmeldedienstleistungen (act. 17.3.10)

    EJPD
    Fernmeldedienstleistungen (act. 17.3.38)

    EJPD
    Fernmeldedienstleistungen (act. 17.4.08)

    EJPD
    Fernmeldedienstleistungen (act. 17.5.12)

    EJPD
    Fernmeldedienstleistungen (act. 17.5.13)

    EJPD
    Fernmeldedienstleistungen (act. 17.5.14)

    Autoverwertung
    […] (act. 17.1.01)

    EJPD,
    eine Telefonextraktion

    Kantonsspital
    Glarus (act. 17.1.02)

    Institut
    für Rechtsmedizin (act. 17.1.07)

    Institut
    für Rechtsmedizin (act. 17.1.08)

    […]
    Glarus (act. 17.1.09)

    Total

    

  

  
	
   

  	
    4.2

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 40 seien die Kosten gemäss Dispositiv-Ziff.
    39 C.______, F.______, B.______, A.______ und D.______ vollumfänglich unter
    solidarischer Haftung aufzuerlegen.

    
	
     

    	
    Im
    internen Verhältnis sei dieser Betrag C.______, F.______, B.______ und
    A.______ zu je 2/9 sowie D.______ zu 1/9 aufzuerlegen. 

    

  

  
	
   

  	
    4.3

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 49 betragen die weiteren, D.______
    betreffenden Verfahrenskosten:

    

  

  
	
  	
    CHF

    CHF 

    CHF 

    CHF 

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    CHF

    	
    9'571.50

    29'234.—

    300.—

    300.—

    300.—

    75.—

    60.—

    60.—

    600.—

    40'500.50

    	
    Akontozahlung
    RA lic. iur. Urs Keller

    Amtliche
    Verteidigung Urs Keller

    Gerichtsgebühr
    SG.2018.00080

    Gerichtsgebühr
    SG.2018.00090

    Gerichtsgebühr
    SG.2018.00083

    Gerichtsgebühr
    SG.2019.00014 (Anteil D.______)

    Gerichtsgebühr
    SG.2019.00023 (Anteil D.______)

    Gerichtsgebühr
    SG.2019.00039 (Anteil D.______)

    Gerichtsgebühr
    OG.2018.00066

    Total

    

  

  
	
  	
     

    	
    Diese
    Kosten seien D.______ vollumfänglich aufzuerlegen. 

    
	
     

    	
    Die
    Kosten für die amtliche Verteidigung seien erst dann von D.______ zu
    beziehen, wenn es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Die
    wirtschaftlichen Verhältnisse von D.______ seien spätestens im Dezember
    2026 zu überprüfen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die
    Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten D.______
    aufzuerlegen. 

    

  

  
	
   

  	
    g)

    	
    in
    Bezug auf die Beschuldigte E.______ 

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Unter
    ersatzloser Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 33 sei in Abänderung von
    Dispositiv-Ziff. 32 die Beschuldigte E.______ zusätzlich des
    gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 146
    Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 34 sei die Beschuldigte E.______ zu einer
    Freiheitsstrafe von 5 Jahren zu verurteilen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 35 sei die Beschuldigte E.______ für 10
    Jahre des Landes zu verweisen und es sei die Ausschreibung der
    Landesverweisung im Schengener Informationssystem anzuordnen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die
    Kosten des Berufungsverfahrens seien der Beschuldigten E.______
    aufzuerlegen.

    

  

  
	
   

  G.

  
	
  Schlussanträge des Beschuldigten D.______
  (act. 212 S. 3 i.V.m. S. 10 und act. 215 S. 8 i.V.m. S. 127):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Berufung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Das
    vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Unter
    Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsklägerin. 

    

  

  
	
   

  H.

  
	
  Schlussanträge der Beschuldigten E.______ (act. 212
  S. 3 i.V.m. S. 23): 

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Berufung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Das
    vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Unter
    Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsklägerin. 

    

  

  
	
   

  I.

  
	
  Schlussanträge des Privatklägers H.______ (act. 184
  und act. 215 S. 140): 

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es
    seien die Berufungen von A.______, B.______, C.______ und F.______
    abzuweisen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es
    sei in Gutheissung der Anschlussberufung des Privatklägers
    Dispositiv-Ziff. 37 aufzuheben und es seien A.______, B.______,
    C.______ und F.______ solidarisch zu verpflichten, dem Privatkläger eine
    Genugtuung von CHF 80'000.— zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 3. Oktober 2018
    zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Alles
    unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inklusive 7.7 % Mehrwertsteuer, zu
    Lasten der Anschlussberufungsbeklagten A.______, B.______, C.______ und
    F.______. 

    

  

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I. Prozessuales  

  
	
  1. 

  
	
  Das Urteil des Kantonsgerichts
  vom 2. Dezember 2021 in den Verfahren SG.2021.00014 bis SG.2021.00021 ist der
  Berufung zugänglich (vgl. Art. 398 Abs. 1 StPO). 

  
	
  Die vorliegenden Berufungen und
  Anschlussberufungen wurden rechtzeitig erklärt.

  
	
  Mit Berufung kann gemäss Art. 398
  Abs. 3 StPO geltend gemacht werden, die Vor­instanz habe das Recht verletzt,
  habe den Sachverhalt unvollständig oder unrichtig festgestellt und/oder habe
  unangemessen gehandelt.

  
	
  Die Berufungsinstanz überprüft
  das Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

  
	
  Das Obergericht wird, nachdem auf
  die Berufung einzutreten ist, ein neues Urteil fällen (Art. 408 StPO). 

  
	
   

  
	
  2. Die folgenden
  Dispositiv-Ziffern des erstinstanzlichen Entscheids sind mangels Anfechtung
  (resp. Rechtsschutzinteresse/Beschwer) (teilweise) in Rechtskraft erwachsen
  (es liegt kein Fall von Art. 404 Abs. 2 StPO vor):

  
	
  Dispositiv-Ziff. 2 teilweise,
  betreffend den Freispruch von C.______ vom Vorwurf der Fälschung von
  Ausweisen i.S.v. Art. 252 StGB; 

  
	
  Dispositiv-Ziff. 8 (Freispruch
  von F.______ vom Vorwurf des Betrugs i.S.v. Art. 146 Abs. 1 StGB);

  
	
  Dispositiv-Ziff. 11 teilweise,
  betreffend die Herausgabe der bei F.______ beschlagnahmten Gegenstände
  (vorliegend noch zu beurteilen ist die dort vorgesehene Verrechnung des
  beschlagnahmten Geldes mit den Verfahrenskosten); 

  
	
  Dispositiv-Ziff. 15 (Absehen
  von einer Ersatzforderung i.S.v. Art. 71 StGB gegenüber B.______); 

  
	
  Dispositiv-Ziff. 16
  (Herausgabe des beschlagnahmten Mobiltelefons an B.______);

  
	
  Dispositiv-Ziff. 20 (Absehen von
  einer Ersatzforderung i.S.v. Art. 71 StGB gegenüber A.______);

  
	
  Dispositiv-Ziff. 21 (Herausgabe
  des beschlagnahmten Mobiltelefons an A.______); Dispositiv-Ziff. 23
  teilweise, betreffend den Freispruch von G.______ vom Vorwurf der
  Gehilfenschaft zu versuchtem Mord; 

  
	
  Dispositiv-Ziff. 26 teilweise,
  betreffend die Herausgabe der bei G.______ beschlagnahmten Gegenstände
  (vorliegend noch zu beurteilen ist die dort vorgesehene Verrechnung des
  beschlagnahmten Geldes mit den Verfahrenskosten); 

  
	
  Dispositiv-Ziff. 27 (Schuldspruch
  gegen D.______ wegen Urkundenfälschung);

  
	
  Dispositiv-Ziff. 31 (Herausgabe
  des beschlagnahmten Mobiltelefons an D.______);

  
	
  Dispositiv-Ziff. 32 (Schuldspruch
  gegen E.______ wegen Urkundenfälschung). 

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  Vom 3. bis 5. Oktober 2022 fand
  vor dem Obergericht die mündliche Berufungsverhandlung statt (vgl. act. 212
  bis 215). Am 21. Juni 2024 fällte das Obergericht seinen Entscheid (act.
  249). Der Entscheid wird schriftlich eröffnet, nachdem die Parteien auf eine
  mündliche Urteilsbekanntgabe ausdrücklich verzichteten (vgl. Art. 84 Abs. 3
  StPO, act. 212 S. 43; act. 213 S. 21; act. 215 S. 158).

  
	
   

  
	
  II. Angefochtene
  Schuldpunkte im Sachverhaltskomplex «Bilten»

  
	
  1. Anklagesachverhalt

  
	
  1.1 F.______ und C.______
  hätten sich am Dienstag, 2. Oktober 2018, auf Vermittlung von G.______ hin in
  einem Restaurant in Wallisellen ZH in der Nähe des Glattzentrums mit B.______
  und A.______ getroffen. Dabei seien B.______ und A.______ von F.______ und
  C.______ beauftragt worden, für ein Entgelt von CHF 10'000.— H.______ mit
  Holzstielen zu töten resp. zumindest derart schwer zu verletzen, dass mit
  einer Todesfolge habe gerechnet werden müssen. 

  
	
  Grund für diesen Auftrag sei
  gewesen, dass F.______ und C.______ für einen Vorfall vom Samstag, 20. Mai
  2017, in Birmensdorf ZH, Vergeltung gewollt hätten. (Dieser Vorfall sei
  Gegenstand eines separaten Verfahrens, wo K.______, H.______ und L.______
  versuchte Tötung sowie Angriff zum Nachteil von F.______ und C.______
  vorgeworfen werde.) 

  
	
  F.______ und C.______ hätten
  B.______ und A.______ beim Treffen am 2. Oktober 2018 über die Einzelheiten
  zur Vergeltungstat, insbesondere über den Wohnort, das Fahrzeug und das
  Aussehen von H.______ informiert. 

  
	
  C.______ habe in Anwesenheit von
  F.______ und A.______ einen Betrag von CHF 1’000.— in bar an B.______ als
  Anzahlung übergeben. 

  
	
  F.______ und C.______ hätten sich
  mit B.______ und A.______ darauf geeinigt, dass der vereinbarte Restbetrag
  von CHF 9'000.— nach der Tatausführung und nach Vorliegen eines Beweises
  dafür ausgehändigt werde. 

  
	
  F.______ und C.______ seien als
  Auftraggeber mit dem jeweiligen Vorgehen des anderen in Zusammenwirken bei
  der Planung und Durchführung der Tat einverstanden gewesen.

  
	
  B.______ und A.______ seien als
  Tatausführende mit dem jeweiligen Vorgehen des anderen in Zusammenwirken bei
  der Planung und Durchführung der Tat einverstanden gewesen (vgl. zum Ganzen
  u.a. act. 1 S. 3). 

  
	
   

  
	
  1.2 Unmittelbar nach dem
  Treffen mit F.______ und C.______ am 2. Oktober 2018 sei D.______ von
  B.______ und A.______ kontaktiert worden, damit er sie gleichentags nach
  Bilten fahre. 

  
	
  D.______ habe dann B.______ und
  A.______ am 2. Oktober 2018 in Zürich abgeholt und sie mit dem Fahrzeug
  [...], zu einem Ein­kaufs­center gefahren. 

  
	
  Dort hätten B.______ und A.______
  die Tatwaffen, zwei Holzstiele, erworben, diese dann im Fahrzeug von D.______
  verstaut und nach Bilten mitgeführt. 

  
	
  In Bilten hätten B.______ und
  A.______ am 2. Oktober 2018 H.______ an dessen Wohnort an der
  XU.______-strasse nicht antreffen können. Daher hätten sie die zwei
  Holzstiele in Bilten in der Nähe der XU.______-strasse in einem Blumenbeet
  zurückgelassen. 

  
	
  Im Anschluss habe D.______ sie
  von Bilten nach Dübendorf resp. Zürich gefahren (vgl. zum Ganzen u.a. act. 1
  S. 3).   

  
	
   

  
	
  1.3 Am Mittwoch, 3.
  Oktober 2018, habe D.______ erneut B.______ und A.______ von Zürich nach
  Bilten gefahren. Anschliessend habe D.______ in Absprache mit B.______ und
  A.______ von ca. 16:00 Uhr bis ca. 18:06 Uhr [...] in Bilten bei der […] Tankstelle
  im Fahrzeug gewartet. Dabei habe er gewusst, dass B.______ und A.______
  beabsichtigt hätten, die tags zuvor erworbenen Holzstiele für die
  Vergeltungstat einzusetzen (vgl. zum Ganzen u.a. act. 1 S. 3).  

  
	
   

  
	
  1.4 Während D.______ bei
  der Tankstelle im Auto gewartet habe, hätten sich B.______ und A.______ am 3.
  Oktober 2018 an die XU.______-strasse in Bilten begeben, um H.______ an
  seinem Wohnort aufzulauern und die geplante Vergeltungstat auszuführen. 

  
	
  Um ca. 18:00 Uhr hätten B.______
  und A.______ gemäss vorgängiger Absprache im Garagenbereich an der
  XU.______-strasse in Bilten gemeinsam H.______ von hinten angegriffen, als
  dieser sein Reisegepäck im Kofferraum seines Fahrzeuges deponiert habe. Dabei
  hätten B.______ sowie A.______ mit je einem Holzstiel mindestens einmal
  kraftvoll von hinten auf den Kopf und das Gesicht von H.______ geschlagen.
  Daraufhin sei H.______ benommen und zum Widerstand unfähig zu Boden gegangen.
  Danach hätten B.______ und A.______ mehrfach weiter mit je einem Holzstiel
  kraftvoll auf den Kopf, das Gesicht, den Rücken, die Arme sowie die Beine von
  H.______ geschlagen (vgl. zum Ganzen u.a. act. 1 S. 3 f.). 

  
	
   

  
	
  1.5 Aufgrund der ihm von
  B.______ und A.______ am 3. Oktober 2018 zugefügten Verletzungen habe
  H.______ unmittelbar nach der Tat mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen
  geflogen werden müssen. Dort habe er bis am Samstag, 6. Oktober 2018,
  auf der Intensivstation unter anderem mit schweren Kopf- und
  Gesichtsverletzungen behandelt werden müssen. Danach habe H.______ auf der
  neurochirurgischen Abteilung des Kantonsspitals St. Gallen bis Montag, 15.
  Oktober 2018, überwacht werden müssen. Anschliessend sei ein Aufenthalt in
  der Rehabilitationsklinik in Valens notwendig gewesen. 

  
	
  Der Anklageschrift zufolge wäre
  ohne umgehende ärztliche Versorgung der Blutungen im Schädelinnern und der
  traumatischen Läsionen am Gehirn sowie die nachfolgende intensivmedizinische
  Versorgung und Blutstillung eine akute Lebensgefahr von H.______ und dessen
  Tod mit hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten. Dies hätten sowohl B.______ und
  A.______ als auch F.______ und C.______ sowie G.______ und D.______ zumindest
  in Kauf genommen. 

  
	
  H.______ habe durch die Schläge
  von B.______ und A.______ folgende Verletzungen erlitten: ein mittelschweres
  Schädelhirntrauma mit einem Epiduralhämatom (Hirnblutung) parietal rechts;
  eine Contre-coup (Gegenschlag) Läsion temporoparietal links; eine Kalottenfraktur
  (Knochenfraktur im Bereich der Schädelkalotte) rechts parietal bis links
  parietal ausstrahlend; ein Bindehauthyposphagma (Blutung unter der Bindehaut)
  am Auge rechts; einen grenzwertigen IOD (innerer Augendruck) am Auge rechts;
  eine Ulnafraktur (Unterarmbruch) rechts; eine Rissquetschwunde Dig II Hand
  rechts; eine Patellaunterpolfraktur (Kniescheibenbruch) rechts; und eine
  Prellung Oberschenkel rechts.

  
	
  H.______ sei bis mindestens
  Montag, 27. Juli 2020, hinsichtlich der selbstständigen Arbeitstätigkeit zu
  80 % arbeitsunfähig gewesen und habe insbesondere an diversen
  posttraumatischen Folgen (persistierender, posttraumatischer Kopfschmerz;
  posttraumatische, schwere Trigeminopathie [Gesichtsschmerzen] rechts;
  benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel Bogengang links posterior;
  anamnestisch weitere Bogengänge [posttraumatisch]; mittelgradige depressive
  Episode; posttraumatische Belastungsstörung; sowie nicht gegebene Fahreignung
  aufgrund von Hauptschwierigkeiten im Verarbeitungstempo) gelitten (vgl. zum Ganzen
  u.a. act. 1 S. 4). 

  
	
   

  
	
  1.6 Unmittelbar nach der
  Tat am 3. Oktober 2018 seien B.______ und A.______ mit blutverschmierten
  Kleidern zu Fuss vom Tatort geflüchtet. Sie hätten sich der Holzstiele
  entledigt und seien zur [...] Tankstelle [...] in Bilten gerannt. 

  
	
  Dort habe D.______ mit dem
  Fahrzeug gewartet. D.______ habe dann B.______ und A.______ bis nach Zürich
  ZH, [...], zum [Geschäft] YY.______ gefahren. Während der Fahrt habe B.______
  ein blutverschmiertes Kleidungsstück (Jacke/Pullover) gewechselt (vgl. zum
  Ganzen u.a. act. 1 S. 4). 

  
	
   

  
	
  1.7 Nach der Flucht am 3.
  Oktober 2018 hätten sich B.______ und A.______ mit F.______ und C.______ bei
  einem Fussballplatz in Dübendorf ZH getroffen. Dabei sei es um die Übergabe
  des von F.______ und C.______ verlangten Beweises für die Tatausführung und
  die Übergabe des vereinbarten Restbetrages für die Tatausführung gegangen. 

  
	
  Der von F.______ und C.______
  verlangte Beweis für die Tatausführung von B.______ und A.______ habe erst
  später mittels Berichterstattung in den Medien und aufgrund von
  Polizeimeldungen vorgelegen. 

  
	
  G.______ habe dann, im Auftrag
  von F.______ und C.______, zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt
  zwischen Donnerstag, 4. Oktober 2018, und Freitag, 5. Oktober 2018, bei einem
  Fussballplatz in Dübendorf ZH, CHF 1'500.— in bar an B.______ und
  A.______ übergeben. 

  
	
  Schliesslich habe G.______ am
  Freitag, 5. Oktober 2018, in Zürich bei der Busstation für Fernbusse beim
  Hauptbahnhof im Auftrag von F.______ und C.______ den noch offenen Restbetrag
  von CHF 7'500.— an B.______ und A.______ übergeben.  

  
	
  Nach der Geldübergabe seien
  B.______, A.______ und G.______ in den Fernbus gestiegen und gemeinsam nach
  […] (Albanien) gefahren. 

  
	
  Den Betrag von insgesamt CHF
  10'000.— hätten B.______ und A.______ untereinander zu nicht näher bekannten
  Anteilen aufgeteilt. In der Folge hätten sie nach ihrem eigenen Gutdünken
  über dieses Geld verfügt (vgl. zum Ganzen u.a. act. 1 S. 5).

  
	
   

  
	
  2. Überblick über den Ablauf
  der Ermittlung der beschuldigten Personen 

  
	
  2.1 Bei der Notrufzentrale
  der Kantonspolizei Glarus ging am 3. Oktober 2018 um 18:06 Uhr die Meldung
  ein, dass beim [Geschäft] «WW.______» in Bilten eine Person verletzt am Boden
  liege. Die ausgerückten Polizeiangehörigen trafen dann vor Ort (beim
  Parkplatz an der XU.______-strasse in Bilten) auf den liegenden H.______, der
  von Ersthelfern betreut wurde. H.______ musste in der Folge mit der Rega ins
  Kantonsspital St. Gallen transportiert werden. Augenzeugen berichteten
  der Polizei, dass eine ihnen unbekannte Person mit einem Holzstock auf das
  Opfer eingeschlagen habe (vgl. zum Ganzen act. 2/8.1.01 S. 5; vgl. auch
  act. 2/8.1.02). 

  
	
  Die Umgebung des Tatortes wurde
  grossräumig abgesperrt. In einem Asthaufen […] in Bilten wurde ein Holzstiel
  mit roten Anhaftungen, Blut, gefunden (vgl. 2/8.1.01 S. 5; act. 2/8.1.12;
  act. 2/8.1.33).

  
	
  Auf den
  Videoüberwachungsaufnahmen der [...] Tankstelle [...] in Bilten ist gemäss
  Polizeibericht zu sehen, wie am 3. Oktober 2018 um 18:06 Uhr zwei Personen
  aus Richtung des Tatortes zu einem silberfarbenen [Fahrzeug] [...] rannten,
  welche[s] gleich darauf vom Parkplatz der [...] Tankstelle wegfuhr (vgl. act.
  2/8.1.01 S. 5 und 43; ferner act. 2/8.1.31).

  
	
  Am 3. Oktober 2018 um 19:11 Uhr
  wurde eine Fahndung nach diesem Fahrzeug ausgelöst. Wenig später, um 19:50
  Uhr, konnte das Fahrzeug in Zürich angehalten werden. Dabei konnte D.______
  als Fahrer und sein Sohn Cc.______ als Beifahrer identifiziert werden (vgl.
  act. 2/8.1.01 S. 19; act. 4.1.01-1/4). 

  
	
   

  
	
  2.2 Eine Mitarbeiterin des
  am Tatort gelegenen [Geschäfts] «WW.______» in Bilten beobachtete am
  Nachmittag des 3. Oktobers 2018 zwei Personen, welche sich auffallend
  lange dort aufgehalten hätten, und erstellte zwei Bilder von ihnen (vgl. act.
  2/8.1.01 S. 43; act. 2/8.1.30). 

  
	
  D.______ sagte von Anfang an aus,
  er habe am 3. Oktober 2018 zwei ihm nicht namentlich bekannte Personen nach
  Bilten gefahren, dort zwei Stunden gewartet und sie dann nach Zürich
  zurückbefördert. D.______ bestätigte, dass es sich dabei um die von der
  «WW.______»-Mitarbeiterin fotografierten Personen handelte (vgl.
  act. 2/8.1.01 S. 19 und 43; act. 2/8.1.04; act. 2/8.1.30).

  
	
  Die Polizei informierte mit
  Medienmitteilung vom 4. Oktober 2018 darüber, dass die Fahndung nach zwei
  unbekannten Personen im Gang ist, und ersuchte dabei die Bevölkerung um
  Meldung von Hinweisen (vgl. act. 2/16.1.02). 

  
	
  Am 5. Oktober 2018 entdeckte der
  Besitzer des betreffenden Grundstückes am Fundort des ersten Holzstiels einen
  zweiten Holzstiel mit Blutanhaftungen; dieser wurde anschliessend durch die
  Polizei sichergestellt (vgl. act. 2/8.1.12). 

  
	
  Die Polizei erhielt am 6. Oktober
  2018 telefonisch einen anonymen Hinweis, dass sich die gesuchten Personen am
  Donnerstagabend, 4. Oktober 2018, im Lokal «[…]» in Schwamendingen ZH
  aufgehalten hätten. Daraufhin beschaffte die Polizei noch am gleichen Tag
  Aufzeichnungen der Überwachungskamera dieser Pizzeria. Auf den betreffenden
  Aufnahmen vom 4. Oktober 2018, 18 bis 22 Uhr, sind die damals noch nicht
  identifizierten Tatverdächtigen zusammen mit einer Frau zu sehen (vgl. act. 2/8.1.01
  S. 41 ff.; act. 2/8.1.32). 

  
	
  Auf Vorhalt dieser Aufnahmen
  sagte D.______ am 8. Oktober 2018 aus, dass er die beiden männlichen Personen
  am 3. Oktober 2018 nach Bilten gefahren und die Frau auf dem Video schon
  einmal im [Geschäft] «YY.______» in Schwamendingen ZH gesehen habe (vgl. act.
  2/8.1.05 sowie act. 2/8.1.01 S. 42). 

  
	
   

  
	
  2.3 U.______ gab am 31.
  Oktober 2018 an, dass sein Vater D.______ die beiden Tatverdächtigen
  [B.______ und A.______] im [Geschäft] «YY.______» durch den dortigen Chef «[Vorname
  von P.______]» kennengelernt habe (vgl. act. 2/8.1.06 S. 2 ff.). 

  
	
  D.______ sagte am 5. November
  2018 aus, dass es sich dabei um P.______ handle und es vielleicht stimme,
  dass P.______ ihm die Tatverdächtigen im [Geschäft] YY.______ vorgestellt
  habe (vgl. act. 2/10.1.03 S. 2 ff. Ziff. 148, 159 f. und 163).

  
	
  P.______ wurde am 7. November
  2018 von der Polizei befragt. Er sagte aus, dass die männlichen Personen auf
  den Aufnahmen der Überwachungskamera der Pizzeria Kunden von ihm gewesen
  seien. Der Kontakt zwischen ihnen und D.______ habe sich ergeben, weil sie
  gleichzeitig im Laden gewesen seien. Die Frau auf den Aufzeichnungen sei eine
  Stammkundin. Er werde sie kontaktieren und ihr sagen, dass sie sich bei der
  Polizei melden solle. H.______ habe ein Lokal in Birmensdorf ZH gehabt und
  halb Zürich habe erzählt, dass H.______ dort vor 7 bis 8 Monaten jemanden aus
  der Gruppierung «XW.______ aus Winterthur» mit einem Baseballschläger
  geschlagen habe. Diese Gruppe mache «alles, was nicht legal ist», «Sportwetten,
  Kreditvergabe», es seien «Geldhaie». Man sage jetzt, dass die Tat gegen
  H.______ die Rache für den Vorfall in Birmensdorf ZH gewesen sei (vgl. zum
  Ganzen act. 2/8.1.01 S. 32 und 37; act. 2/8.1.08). 

  
	
   

  
	
  2.4 Bei der Frau auf den
  Aufnahmen handelt es sich um Q.______. Sie meldete sich kurze Zeit nach der
  Einvernahme von P.______ bei der Polizei und wurde zunächst am 9. November
  2018 informell befragt. Dabei teilte sie der Polizei die Namen der beiden
  tatverdächtigen Personen – A.______ und B.______ – sowie deren Geburtsdatum
  resp. Alter mit (vgl. act. 2/8.1.01 S. 32, 37 und 42). 

  
	
  Gestützt auf diese
  Personenangaben konnten A.______ und B.______ am 15. November 2018 von der
  albanischen Polizei identifiziert werden (vgl. act. 2/8.1.01 S. 42;
  act. 2/8.1.18).

  
	
  A.______ und
  B.______ sind Cousins (vgl. act. 2/10.4.02; act. 2/10.5.01).

  
	
  Am 21. November 2018 wurden
  A.______ und B.______ im Schengen-Raum zur Verhaftung ausgeschrieben; am 30.
  November 2018 wurden sie zusammen am Flughafen in Brüssel verhaftet (vgl. act.
  2/8.1.01 S. 10 f. und 14 f.; act. 2/4.4.01 ff.; act. 2/4.5.01 ff.).

  
	
   

  
	
  2.5 Die Polizei erhielt am
  7. Dezember 2018 über den Verbindungsoffizier in Albanien die Mitteilung,
  dass A.______ und B.______ am 7. Oktober 2018 (also wenige Tage nach der Tat
  vom 3. Oktober 2018) zusammen mit G.______ in Albanien eingereist waren (vgl.
  act. 2/8.1.01 S. 10, 14 und 43; act. 2/8.1.17). 

  
	
  G.______ ist die Schwester von
  A.______ und Cousine von B.______ (vgl. act. 2/10.4.02; act. 2/10.5.01).

  
	
  G.______ wurde am 16. Februar
  2019 festgenommen, da sie sich rechtswidrig in der Schweiz aufhielt. Am 19.
  Februar 2019 wurde G.______ nach Glarus überführt (vgl. act. 2/4.6.01 ff.).
  Sie hatte bei ihrer Verhaftung zwei Mobiltelefone bei sich. Wie sich am 25.
  Februar 2019 herausstellte, war eines davon auf «[Abkürzung des Vornamens von
  F]_XW.______@hotmail.com» registriert. Der Benutzer dieses Accounts war
  F.______; das betreffende Mobiltelefon gehörte F.______. G.______ hatte
  Mobiltelefonnummern von F.______ unter den Bezeichnungen «Herz» und «Biest»
  abgespeichert (vgl. act. 2/8.1.01 S. 22 f. und 43; act. 2/10.4.02 S. 20; act.
  2/10.6.03).  

  
	
   

  
	
  2.6 Am 18. März 2019
  wurden A.______ und B.______ nach Glarus überführt (vgl. act. 2/8.1.01 S. 11
  und 15; act. 2/4.4.08; act. 2/4.5.06).

  
	
  Am 27. März 2019 wurden bei einer
  Durchsuchung der Gefängniszellen von A.______, G.______ und B.______ mehrere
  Kassiber gefunden. In einem dieser Kassiber von A.______ an B.______ schrieb
  A.______, dass er die Frage, wer die Idee für die Tat hatte, nicht beantwortet
  habe. Gleich anschliessend fragte resp. sorgte sich A.______ in diesem
  Kassiber, was sie tun sollen, wenn ein Bild auf dem Mobiltelefon entdeckt
  wird, das B.______ zusammen mit dem «Biest» am Strand zeige. Anschliessend
  steht noch, dass auch das Foto mit dem Geld entdeckt werden würde, wobei das
  (Erstellungs-)Datum des Fotos ersichtlich sei; B.______ solle sagen, dieses
  Foto sei früher gemacht und am Tag des ersichtlichen Datums nur geöffnet und
  übertragen worden (vgl. act. 2/8.1.01 S. 43; act. 2/8.1.26;
  act. 2/10.4.02 S. 16; act. 2/10.5.03 S. 19).

  
	
  Am 12. April 2019 gab G.______
  an, gehört zu haben, dass H.______ mit einer Gruppierung namens «XW.______»
  Probleme gehabt habe und F.______ ein Mitglied dieser Gruppierung sei
  (vgl. act. 2/8.1.01 S. 23 und 44; act. 2/10.6.03). 

  
	
  Ab dem 15. April 2019 wertete die
  Polizei das bei A.______ sichergestellte Mobiltelefon (vgl. act. 2/5.4.11;
  act. 2/10.4.01 S. 3) aus. Die in act. 2/5.4.08 ersichtliche Bezeichnung
  «[Vorname von B]’s iPhone» spricht dafür, dass (auch) B.______ dieses
  Mobiltelefon verwendete. Es enthielt am 7. Oktober 2018 erstellte Aufnahmen
  eines Bündels von Schweizer Banknoten, zuoberst eine Tausendernote, in der
  linken Hand von B.______. Hinzu kommt ein Bild, auf welchem B.______ und –
  insoweit passend zum Begriff «Biest» – ein kräftiger Mann am Strand zu sehen
  sind. Ausserdem konnte festgestellt werden, dass sich jemand (A.______
  und/oder B.______) mit diesem Mobiltelefon über einen von F.______
  aktivierten, passwortgeschützten Hotspot eingeloggt hatte. Hierzu war ein
  physisches Treffen erforderlich, da ein Hotspot eine Reichweite von höchstens
  100 Metern hat. A.______ ist auf «Facebook» mit F.______ befreundet (vgl. zum
  Ganzen act. 2/8.1.01 S. 11; act. 2/5.4.07 ff.; act. 2/10.4.03; act.
  2/10.5.04; act. 2/10.4.06; act. 2/10.5.07).

  
	
  Am 29. Mai 2019 wurde F.______ am
  Flughafen Zürich festgenommen (vgl. act. 2/8.1.01 S. 24; act.
  2/4.7.02c). 

  
	
  F.______ bestätigte schliesslich
  am 14. Juni 2019, dass er G.______, A.______ und B.______ kenne. Er
  (F.______) sei die Person auf dem Strandbild neben B.______
  (vgl. act. 2/8.1.01 S. 11 und 25; act. 2/10.7.02). 

  
	
  F.______ und G.______ waren ein
  Paar resp. führten eine engere Beziehung (vgl. act. 2/10.6.04 S. 6 f.;
  act. 2/10.7.02 S. 4 ff.; act. 2/10.7.04 S. 9; act. 2/10.5.07 S. 5).

  
	
   

  
	
  2.7 Am 11. Juli 2019 sagte
  F.______ wie folgt aus: Er habe vom 19. auf den 20. Mai 2017
  zusammen mit C.______ den Club XY.______ in Birmensdorf besucht. Hierbei sei
  es zu einer Auseinandersetzung mit H.______ und drei weiteren Personen gekommen.
  H.______ habe mit einem Baseballschläger zuerst auf C.______ und dann auf ihn
  (F.______) eingeschlagen. Am 2. Oktober 2018 sei es beim Glattzentrum zu einem
  zufälligen Treffen zwischen A.______, B.______, C.______ und ihm (F.______)
  gekommen. Bei diesem Treffen seien A.______ und B.______ von C.______
  beauftragt worden, H.______ zusammenzuschlagen (vgl. act. 2/8.1.01 S.
  26; act. 2/10.7.04).

  
	
  C.______ wurde am 5. August 2019
  zur Verhaftung ausgeschrieben und am 10. Dezember 2019 verhaftet (vgl. act.
  2/8.1.01 S. 28; act. 2/4.9.07). 

  
	
   

  
	
  3. Verwertbarkeit 

  
	
  3.1 Die Verteidigung von
  F.______ macht geltend, dass die Identifizierung und Festnahme von B.______
  und A.______ gestützt auf absolut unverwertbare Beweismittel und damit
  rechtswidrig erfolgt seien. Nicht verwertbar seien namentlich: die
  Einvernahmen vom 31. Oktober 2018 von Cc.______ und U.______, durch welche
  P.______ identifiziert worden sei; die Einvernahme vom 7. November 2018 von
  P.______, welche zur Identifizierung von Q.______ geführt habe; sowie die
  Befragung von Q.______ am 9. November 2018, welche unzulässigerweise nur
  informell erfolgt sei und entscheidende Hinweise für die Verhaftung von
  B.______ und A.______ geliefert habe. In der Folge seien auch die danach
  erhobenen Beweise unverwertbar (vgl. act. 215 S. 36 ff.). 

  
	
  Nach Art. 141 Abs. 4 StPO sind
  Beweise, deren Erhebung durch einen nicht verwertbaren Beweis ermöglicht
  wurde, nur dann verwertbar, wenn sie auch ohne die vorhergehende
  Beweiserhebung möglich gewesen wären. 

  
	
  Die Polizei verfügte seit dem 6.
  Oktober 2018 über Bildaufnahmen vom Abend des 4. Oktobers 2018 aus der
  Videoüberwachung einer Pizzeria in Schwamendingen, auf denen B.______,
  A.______ und Q.______ klar erkennbar sind (vgl. act. 2/8.1.32 und
  act. 2/8.1.01 S. 41 ff.). Die Verwertbarkeit dieser Aufnahmen, welche
  die Polizei gestützt auf einen am 6. Oktober 2018 erhaltenen anonymen
  telefonischen Hinweis auf die mutmassliche Täterschaft erlangte (vgl. act.
  2/8.1.01 S. 41 ff.), steht nicht in Frage. Zudem sagte D.______ am 8. Oktober
  2018 auf Vorhalt der betreffenden Aufnahmen aus, dass er die beiden
  männlichen Personen am 3. Oktober 2018 nach Bilten fuhr und er die Frau auf
  dem Video schon einmal im [Geschäft] «YY.______» in Schwamendingen gesehen
  habe (vgl. act. 2/8.1.05 S. 2 und Anhang S. 1 ff. sowie act.
  2/8.1.01 S. 42). 

  
	
  Gestützt auf diese verwertbaren
  Beweise wäre die Identifizierung sowie Festnahme von B.______ und A.______
  auch ohne die Aussagen, deren Unverwertbarkeit geltend gemacht wird, möglich
  und nur eine Frage der Zeit gewesen. So war es aufgrund der Aussagen von
  D.______ vom 8. Oktober 2018 naheliegend, beim [Geschäft] «YY.______» in
  Schwamendingen Informationen einzuholen und dabei auch P.______ zu befragen,
  der dort arbeitete (vgl. z.B. act. 2/10.3.01 S. 8). Es besteht kein Grund zur
  Annahme, dass P.______ diesfalls nicht ebenso Auskunft über die Personen aus
  dem Video gegeben und bei der Identifizierung von Q.______ behilflich gewesen
  wäre, wie er es am 7. November 2018 als damals beschuldigte Person tat (vgl. act. 2/8.1.08
  S. 3 ff.; act. 2/8.1.09 S. 2; und act. 2/8.1.01 S. 37). Q.______
  identifizierte B.______ und A.______ anlässlich der polizeilichen Einvernahme
  vom 2. Dezember 2018 (vgl. act. 2/8.1.09 S. 2 f.). Es ist nicht
  ersichtlich, dass Q.______ dies ohne eine vorhergegangene informelle
  Befragung nicht genauso getan hätte. Ferner wäre es aufgrund der vorliegenden
  Videoaufnahmen auch möglich gewesen, dass einerseits Q.______ ohne Mitwirkung
  von P.______ und andererseits B.______ und A.______ ohne Mitwirkung von
  Q.______ (sowie P.______) hätten identifiziert (und festgenommen) werden
  können.

  
	
  Sogar wenn die betreffenden
  Aussagen unverwertbar wären, führte dies somit nach Art. 141 Abs. 4 StPO
  nicht dazu, dass die nach der Identifizierung resp. Verhaftung von B.______
  und A.______ erhobenen Beweise ebenfalls unverwertbar wären.  

  
	
   

  
	
  3.2 Gegen die
  Verwertbarkeit der Einvernahmen vom 31. Oktober 2018 der Kinder von D.______
  – Cc.______ und U.______ –– wird vorgebracht, dass sie nicht über ihr
  Zeugnisverweigerungsrecht belehrt worden seien (vgl. act. 215 S. 36 f.).

  
	
  U.______ wurde am 31. Oktober
  2018 als Auskunftsperson von der Polizei befragt (vgl. act. 2/8.1.06) und
  dabei, wie die Vorinstanz ausführte, darauf hingewiesen, dass er (aufgrund
  von Art. 168 Abs. 4 StPO) kein Zeugnisverweigerungsrecht habe (vgl. act. 132
  S. 36). 

  
	
  Tatsächlich war der damals
  12-jährige U.______ als Auskunftsperson i.S.v. Art. 178 Bst. b StPO und
  i.S.v. Art. 179 Abs. 1 StPO nicht zur Aussage verpflichtet (vgl.
  Art. 180 Abs. 1 StPO und Art. 180 Abs. 2 StPO e contrario). 

  
	
  Für Auskunftspersonen nach Art.
  178 Bst. b–g StPO gelten sinngemäss die Be­stimmungen über die Einvernahme
  der beschuldigten Person (vgl. Art. 180 Abs. 1 StPO). Zum Schutz vor
  unfreiwilliger Selbstbelastung (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO) ist nach Art. 158
  Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 StPO die Einvernahme einer beschuldigten Person
  unverwertbar, wenn sie zu Beginn nicht darauf hingewiesen wurde, dass sie
  Aussage und die Mitwirkung verweigern kann. 

  
	
  Dies ist nicht erforderlich, wenn
  eine Person, die als beschuldigte Person nicht in Betracht kam, nur deshalb
  als Auskunftsperson einvernommen wurde, weil sie – wie vorliegend U.______ –
  das 15. Altersjahr noch nicht zurückgelegt hat (vgl. Art. 178
  Bst. b StPO) und/oder von der Polizei befragt wurde (vgl. Art. 179
  Abs. 1 StPO). Daher ist in solchen Fällen nicht Art. 158 Abs. 1 Abs. 2
  StPO, sondern Art. 177 Abs. 3 StPO sinngemäss anzuwenden, wenn der
  Hinweis auf das Aussageverweigerungsrecht unterblieb. Hiervon geht auch die
  Verteidigung von F.______ aus (vgl. act. 215 S. 5 f.).

  
	
  Nach Art. 177 Abs. 3 StPO ist die
  Einvernahme eines Zeugen nicht verwertbar, wenn er sich nachträglich auf sein
  Zeugnisverweigerungsrecht beruft, nachdem bei der Befragung ein Hinweis auf
  dieses Recht unterblieb. 

  
	
  Es bestehen keine Anhaltspunkte
  dafür, dass U.______ (der am […] volljährig geworden ist; vgl. act. 2/8.1.06)
  will resp. D.______ als seine gesetzliche Vertretung (vgl. Art. 106 Abs. 2
  StPO) wollte, dass die betreffenden Aussagen unverwertbar sind. Ganz im
  Gegenteil nahm die Verteidigung von D.______ an der Berufungsverhandlung
  ausführlich Bezug auf den Inhalt der Einvernahme von U.______ vom 31. Oktober
  2019, ohne dass die Verwertbarkeit Thema war (vgl. act. 215 S. 131
  f.). Hinzu kommt, dass U.______ am 31. Oktober 2019 befragt wurde, weil seine
  Mutter (die Ehefrau von D.______) sich bei der Polizei gemeldet hatte. Sie
  teilte damals mit, dass U.______ dabei gewesen sei, als D.______ die
  mutmassliche Täterschaft kennengelernt habe (vgl. act. 2/8.1.01 S. 36 Ziff.
  4.2.2). Es entsprach somit gerade dem Willen von U.______ resp. dessen
  gesetzlicher Vertretung, dass er aussagt. Entsprechend bestehen keine Zweifel
  daran, dass U.______ genauso ausgesagt hätte, wenn er über sein
  Zeugnisverweigerungsrecht korrekt belehrt worden wäre.

  
	
  Entgegen der Ansicht der
  Verteidigung von F.______ (vgl. act. 215 S. 36 f.) sind die am 31. Oktober
  2018 getätigten Aussagen von U.______ somit verwertbar. 

  
	
  Wie bereits die Vorinstanz
  ausführte, sind die Aussagen von Cc.______ vorliegend nicht (zusätzlich)
  relevant, weshalb deren Verwertbarkeit offengelassen werden kann
  (vgl. act. 132 S. 38). 

  
	
   

  
	
  3.3 Sogar wenn die
  Einvernahme von U.______ vom 31. Oktober 2018 – inklusive der Angabe, dass
  D.______ die beiden Tatverdächtigen [B.______ und A.______] im [Geschäft] «YY.______»
  durch den dortigen Chef «[Vorname von P]» kennengelernt habe (vgl. act.
  2/8.1.06 S. 2 ff.) – nicht verwertbar wäre, hätte dies nicht die
  Unverwertbarkeit der Einvernahme von P.______ vom 7. November 2018 zur Folge.
  

  
	
  Grund dafür ist, dass es auch
  ohne die Einvernahme von U.______ vom 31. Oktober 2018 (i.S.v. Art. 141 Abs.
  4 StPO) möglich gewesen wäre, die betreffenden Auskünfte von P.______ zu
  erhalten. Bereits am 8. Oktober 2018 erwähnte nämlich D.______, dass er die Frau
  aus der Videoaufnahme der Pizzeria in Schwamendingen schon einmal im
  [Geschäft] YY.______, ebenfalls in Schwamendingen, gesehen habe (vgl. act.
  2/8.1.05 S. 2). Es war somit auch ohne die Einvernahme von U.______ vom
  31. Oktober 2018 möglich und darüber hinaus naheliegend, dass die
  Strafverfolgungsbehörden P.______, der im [Geschäft] YY.______ arbeitete,
  befragt hätten (siehe oben E. II Ziff. 3.1). Es ist nach dem
  gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung davon
  auszugehen, dass P.______ dann ebenso zu den Personen aus dem Video sowie zu
  einem möglichen Motiv für die Tat vom 3. Oktober 2018 in Bilten
  ausgesagt hätte, wie er es anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom
  7. November 2018 tat (vgl. act. 2/8.1.08 S. 3 ff.). 

  
	
  Die Verteidigung von F.______
  vertritt die Ansicht, dass die Einvernahme von P.______ vom 7. November 2018
  unverwertbar sei, weil ihm kein konkreter Tatvorhalt gemacht worden sei (vgl.
  act. 215 S. 37 ff.). Das Kantonsgericht stimmte dem jedenfalls teilweise zu
  (vgl. act. 132 S. 38 f.).

  
	
  Nach Art. 158 Abs. 1 Bst. a StPO
  wird die beschuldigte Person zu Beginn der ersten Einvernahme in einer ihr
  verständlichen Sprache darauf hingewiesen, dass gegen sie ein Vorverfahren
  eingeleitet worden ist und welche Straftaten Gegenstand des Verfahrens
  bilden. 

  
	
  Nicht erforderlich ist, dass
  dabei bereits detaillierte Angaben zu den konkreten Tathandlungen erfolgen.
  Die Strafverfolgungsbehörden sind nicht verpflichtet, ihr gesamtes Wissen vor
  der ersten Einvernahme offenzulegen (vgl. Urteile BGer 6B_646/2017 vom 1. Mai
  2018 E. 5.1 und 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 1.4; vgl. auch Art.
  101 Abs. 1 StPO e contrario). 

  
	
  P.______ wurde bei der ersten
  (polizeilichen) Einvernahme vom 7. November 2018 zu Beginn darauf
  hingewiesen, dass gegen ihn ein Vorverfahren eröffnet worden ist wegen
  Beteiligung an der versuchten vorsätzlichen Tötung von H.______ am
  3. Oktober 2018 in Bilten/GL (act. 2/8.1.07 S. 2). Damit wusste
  P.______, was ihm vorgeworfen wurde. Es liegt – entgegen der Ansicht der Verteidigung
  von F.______ und den Ausführungen der Vorinstanz – keine Verletzung von Art.
  158 Abs. 1 Bst. a StPO vor. 

  
	
  Es kann offenbleiben, ob die
  Unverwertbarkeit wegen einer Verletzung von Art. 158 Abs. 1 Bst. a StPO sich
  nach dem Zweck dieser Bestimmung sowieso nur auf Aussagen der befragten
  beschuldigten Person bezieht, die sie selbst belasten. 

  
	
  Die Einvernahme von P.______ vom
  7. November 2018 ist verwertbar. 

  
	
  Entsprechend sind – entgegen dem
  Vorbringen der Verteidigung von F.______ (vgl. act. 215 S. 39) –
  auch die am 20. Juni 2019 gegenüber der Staatsanwaltschaft erfolgten Angaben
  von P.______ (vgl. act. 10.3.01) verwertbar, welche er auf Vorhalt von
  Aussagen machte, die er am 7. November 2018 tätigte. 

  
	
   

  
	
  3.4 Weiter brachte die
  Verteidigung von F.______ vor, dass die Aussagen von G.______, welche sie an
  der Einvernahme vom 12. April 2019 namentlich zum Verhältnis von
  F.______ zur «Gruppierung XW.______» machte, nicht verwertbar seien. Grund
  dafür sei, dass sie als Schwester von A.______ nicht nachweislich über ihr
  Zeugnisverweigerungsrecht belehrt worden sei; im Einvernahmeprotokoll finde
  sich lediglich eine Protokollnotiz, wonach sie auf ihr
  Zeugnisverweigerungsrecht aufmerksam gemacht worden sei, was nicht genüge
  (vgl. act. 215 S. 39). 

  
	
  G.______ antwortete auf die
  Frage, wie sie zu A.______ stehe, dass er ihr Bruder sei. Die erwähnte
  Protokollnotiz befindet sich gleich anschliessend an diese Antwort und lautet
  wie folgt: «Die Befragte wird auf das Zeugnisverweigerungsrecht aufmerksam
  gemacht» (act. 2/10.6.01 S. 4). 

  
	
  Hierdurch ist entgegen der
  Ansicht der Verteidigung von F.______ unzweifelhaft, dass G.______ i.S.v.
  Art. 168 Abs. 1 Bst. d StPO darauf aufmerksam gemacht wurde, dass sie als
  Schwester von A.______ nicht aussagen musste. 

  
	
  Hinzu kommt, dass G.______ sich
  nicht i.S.v. Art. 177 Abs. 3 StPO (siehe oben E. II Ziff. 3.2) nachträglich
  auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen hat.

  
	
  Im Übrigen ist fraglich, ob ihre
  Aussagen betreffend F.______ und sein Verhältnis zur «Gruppierung XW.______»
  überhaupt (allenfalls mittelbar) von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht aufgrund
  ihrer persönlichen Beziehung zu A.______ erfasst sind. 

  
	
  Ferner ist zu erwähnen, dass
  G.______ zu Beginn der Einvernahmen darauf hingewiesen wurde, dass sie als
  beschuldigte Person das Recht hat, die Aussage zu verweigern (vgl. act.
  2/10.6.01 S. 2, act. 2/10.6.02 S. 2 und act. 2/10.6.03 S. 2). 

  
	
  Nach dem Ausgeführten sind die
  Aussagen von G.______ vom 12. April 2019 verwertbar.

  
	
   

  
	
  3.5 

  
	
  3.5.1 Nach Ansicht der
  Verteidigung von F.______ sei das Strafverfahren gegen F.______ am 3. April
  2019 materiell eröffnet worden. Dies sei dadurch erfolgt, dass A.______
  damals konkret nach F.______ gefragt worden sei, unter Vorhalt von
  Ermittlungsergebnissen, aus welchen die Strafbehörden auf einen Tatverdacht
  gegen F.______ geschlossen hätten. Folglich habe F.______ spätestens ab dem
  3. April 2019 i.S.v. Art. 147 StPO das Recht gehabt, bei Beweiserhebungen
  anwesend zu sein. Die Aussagen, welche anlässlich der folgenden Einvernahmen
  gemacht worden seien, bei denen F.______ das Teilnahmerecht nicht gewährt
  worden sei, seien nach Art. 147 Abs. 4 StPO nicht zulasten von F.______
  verwertbar: Die Einvernahmen von G.______ vom 12. April 2019, 21. Juni 2019,
  9., 27. und 29. August 2019 sowie vom 12. November 2019; die Einvernahmen von
  A.______ vom 3. April 2019, 22. Mai 2019, 21. Juni 2019 und 15. August 2019;
  sowie die Einvernahmen von B.______ vom 9. und 10. April 2019, 16. Mai
  2019, 21. Juni 2019, 4. Juli 2019, 22. und 27. August 2019 und vom 11. Dezember
  2020. An der Unverwertbarkeit dieser Einvernahmen ändere entgegen der Ansicht
  der Vorinstanz nichts, dass keine Wiederholung dieser Einvernahmen beantragt
  worden sei. Ein Antrag auf Wiederholung habe keinen Sinn gemacht, da sowieso
  eine Konfrontation mit den betreffenden Personen erfolgt sei (vgl. zum Ganzen
  act. 215 S. 39 f. Ziff. 22 ff.).

  
	
   

  
	
  3.5.2 Als beschuldigte
  Person gilt die Person, die in einer Strafanzeige, einem Strafantrag oder von
  einer Strafbehörde in einer Verfahrenshandlung einer Straftat verdächtigt,
  beschuldigt oder angeklagt wird (Art. 111 Abs. 1 StPO). 

  
	
  Die beschuldigte Person hat als
  Partei das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die
  Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen (Art.
  147 Abs. 1 Satz 1 StPO i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. a StPO). Dieses
  Teilnahmerecht gilt auch bei Einvernahmen, welche die Polizei im Auftrag der
  Staatsanwaltschaft durchführt (vgl. Art. 312 Abs. 2 StPO). 

  
	
  Wer sein Teilnahmerecht geltend
  macht, kann daraus keinen Anspruch auf Verschiebung der Beweiserhebung
  ableiten (Art. 147 Abs. 2 StPO).

  
	
  Nach Art. 147 Abs. 3 StPO können
  die Partei oder ihr Rechtsbeistand die Wiederholung der Beweiserhebung
  verlangen, wenn der Rechtsbeistand oder die Partei ohne Rechtsbeistand aus
  zwingenden Gründen an der Teilnahme verhindert waren; auf eine Wiederholung
  kann verzichtet werden, wenn sie mit unverhältnismässigem Aufwand verbunden
  wäre und dem Anspruch der Partei auf rechtliches Gehör, insbesondere dem
  Recht, Fragen zu stellen, auf andere Weise Rechnung getragen werden kann. 

  
	
  Art. 147 Abs. 4 StPO lautet wie
  folgt: «Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen dieses Artikels erhoben
  worden sind, dürfen nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht
  anwesend war». 

  
	
  Nach dem Wortlaut von Art. 147
  Abs. 4 StPO setzt die Unverwertbarkeit somit voraus, dass nicht einfach eine
  Bestimmung von Art. 147 StPO, sondern diese Vorschrift insgesamt verletzt
  worden ist. Dies ergibt sich auch aus der französischen und italienischen
  Fassung («en violation du présent article» resp. «in violazione del presente
  articolo»). 

  
	
  Der Anspruch auf rechtliches
  Gehör umfasst das Recht, an Verfahrenshandlungen teilzunehmen (Art. 107 Abs.
  1 Bst. b StPO). Namentlich aus Art. 147 Abs. 3 StPO und Art. 148 StPO
  folgt, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör inklusive Teilnahmerecht auch
  dann gewahrt werden kann, wenn eine Beweiserhebung ohne Anwesenheit einer
  teilnahmeberechtigten Person erfolgte. 

  
	
  Entsprechend liegt eine
  Verletzung der Bestimmungen von Art. 147 StPO, welche i.S.v. Art. 147 Abs. 4
  StPO zur Unverwertbarkeit führt, erst vor, wenn das rechtliche Gehör entgegen
  Art. 147 Abs. 3 StPO nicht gewährt wurde. 

  
	
  War hingegen eine
  teilnahmeberechtigte Person an der Teilnahme verhindert, weil sie über die betreffende
  Beweiserhebung nicht informiert resp. hierzu nicht eingeladen wurde, so hat
  dies alleine nicht die Unverwertbarkeit der zu ihren Lasten erhobenen Beweise
  zur Folge.

  
	
   

  
	
  3.5.3 Der Verteidiger von
  F.______ führte selber aus, dass er keinen Antrag i.S.v. Art. 147 Abs. 3
  StPO auf Wiederholung der Einvernahmen stellte, an welchen er resp. F.______
  nicht anwesend waren (siehe oben E. II Ziff. 3.5.1). 

  
	
  Folglich durften die
  Strafverfolgungsbehörden darauf vertrauen, dass F.______ gegen die
  Verwertbarkeit dieser Einvernahmen nichts einzuwenden hat und er seinen
  Anspruch auf rechtliches Gehör später wahrnehmen wird oder darauf verzichtet.
  Aufgrund dieses berechtigten Vertrauens in die Verwertbarkeit der
  betreffenden Einvernahmen waren die Strafverfolgungsbehörden nicht gehalten,
  dort gestellte Fragen bei späteren Konfrontationseinvernahmen zu wiederholen.
  

  
	
  Bei den später erfolgten
  Konfrontationseinvernahmen (vgl.  act. 2/10.11.01 und
  act. 2/10.11.04) sowie an der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung und
  an der Berufungsverhandlung hatte F.______ die Möglichkeit, Fragen zu
  stellen. 

  
	
  Folglich wurde F.______ in
  Übereinstimmung mit Art. 147 Abs. 3 StPO das rechtliche Gehör gewährt und
  sind daher die von der Verteidigung genannten Einvernahmen (siehe oben E. II Ziff.
  3.5.1) verwertbar. 

  
	
   

  
	
  3.6 Schliesslich ist noch
  auf das Vorbringen der Verteidigung von F.______ einzugehen, dass die
  Einvernahmen von F.______ vom 30. Mai 2019 und 14. Juni 2019 nicht verwertbar
  seien, weil damals der Tatvorhalt nicht konkretisiert worden sei (vgl. act.
  215 S. 41). 

  
	
  Wie bereits erwähnt (siehe oben
  E. II Ziff. 3.3), ist nach Art. 158 Abs. 1 Bst. a StPO nicht erforderlich,
  dass bei der Information zu Beginn der ersten Einvernahme bereits
  detaillierte Angaben zu den konkreten Tathandlungen erfolgen. Die
  Strafverfolgungsbehörden müssen nicht ihr gesamtes Wissen vor der ersten
  Einvernahme offenlegen. 

  
	
  F.______ wurde zu Beginn der
  Einvernahmen vom 30. Mai 2019 darüber informiert, dass er dringend
  verdächtigt werde, sich des versuchten Mordes, sei es als Mittäter, Anstifter
  oder Gehilfe, schuldig gemacht zu haben. Dieser Verdacht bestehe im
  Zusammenhang damit, dass am Mittwoch, 3. Oktober 2018, um ca. 18 Uhr, an der
  XU.______-strasse in Bilten ein Angriff durch zwei Täter mit Werkzeugstielen
  auf H.______ stattfand. Dabei habe H.______ schwere Kopf- und
  Gesichtsverletzungen erlitten und mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen
  transportiert werden müssen (vgl. act. 2/10.7.01 S. 2). 

  
	
  Folglich wusste F.______ bereits
  zu Beginn der Einvernahmen vom 30. Mai 2019, was ihm vorgeworfen wurde. 

  
	
  Bei der Einvernahme am 14. Juni
  2019 wurde F.______ anfänglich der Vorhalt gemacht, dass er beschuldigt
  werde, als Gehilfe, Anstifter oder Mittäter in Bezug auf den versuchten Mord
  vom 3. Oktober 2018 an H.______ fungiert zu haben. Daraufhin antwortete
  F.______, dass er weder geholfen noch dazu angestiftet habe (vgl. act.
  2/10.7.02 S. 2).

  
	
  Mit dieser Antwort bestätigte
  F.______, dass ihm der Tatvorwurf klar war. 

  
	
  Die Einvernahmen von F.______ vom
  30. Mai 2019 und 14. Juni 2019 sind somit verwertbar. 

  
	
   

  
	
  3.7 Da (auch) keine
  (anderen) Gründe für die Unverwertbarkeit ersichtlich sind, können die
  nachfolgend erwähnten Beweise verwertet werden. 

  
	
  Im Übrigen würde sich vorliegend
  bei angenommener Unverwertbarkeit einzelner Beweismittel nichts am Ergebnis
  der Sachverhaltsfeststellung ändern (siehe unten insbesondere E. II Ziff.
  4.11.1). 

  
	
   

  
	
  4. Sachverhaltsfeststellung 

  
	
  4.1 Verletzung von H.______ am
  3. Oktober 2018

  
	
  4.1.1 Die Polizei traf am
  3. Oktober 2018 beim Parkplatz an der XU.______-strasse in Bilten auf den
  liegenden H.______, der von Ersthelfern betreut und dann mit der Rega ins
  Kantonsspital St. Gallen transportiert wurde (siehe oben E. II
  Ziff. 2.1). 

  
	
   

  
	
  4.1.2 M.______ sagte am 3.
  Oktober 2018 aus, dass sie Schreie und Schläge gehört habe. Sie habe gesehen,
  dass unter einem Auto mit offenem Kofferraum eine Person [H.______] gelegen
  habe. Eine andere Person habe mit einem langen, hellen Gegenstand auf den
  Kopf der liegenden Person [H.______] geschlagen. Sie (M.______) habe zu
  schreien begonnen und die schlagende Person sei weggelaufen. Danach sei sie
  (M.______) zur liegenden Person gegangen und habe erste Hilfe geleistet (vgl.
  act. 2/8.1.02). 

  
	
   

  
	
  4.1.3 H.______ sagte bei
  den Befragungen vom 9. und 25. Oktober 2018 wie folgt aus: Er habe am 3.
  Oktober 2018 beim Beladen des Kofferraumes seines Fahrzeuges einen Schlag auf
  den Hinterkopf erhalten. In der Folge sei er zu Boden gegangen. Daraufhin sei
  er weiter geschlagen worden (vgl. act. 2/10.2.01 und act. 2/10.2.02).
  

  
	
  Am 20. Juni 2019 gab H.______ an,
  dass er einen Schlag von hinten auf den Kopf erhalten habe, als er den Kopf
  aus dem Kofferraum gezogen habe, nachdem er dort Gepäck verstaut habe. Es sei
  ein harter Schlag gewesen, sodass er sofort auf den Boden gefallen sei. Sein
  Kopf sei geplatzt «wie ein Ei». Er erinnere sich nur an den ersten Schlag.
  Aufgrund der Verletzungen und der Aussagen der Ärzte wisse er, dass er drei
  bis vier Schläge auf den Kopf erhalten habe (vgl. act. 2/10.2.05). 

  
	
  Die Täter hätten nicht mit ihm
  gesprochen (vgl. act. 2/10.2.01 und act. 2/10.2.05). 

  
	
   

  
	
  4.1.4 A.______ und
  B.______ sagten von Anfang an aus, dass sie H.______ am 3. Oktober 2018
  geschlagen hätten. Sie gaben auch übereinstimmend an, hierbei je mit einem
  Holzstiel mehrmals, zwei- bis dreimal, auf den Kopf und Körper von H.______
  eingeschlagen zu haben (vgl. act. 2/10.4.01; act. 2/10.4.02; act. 2/10.4.04;
  act. 2/10.5.01; act. 2/10.5.03; act. 2/10.5.05; act. 215 S. 15 und
  18).

  
	
  A.______ äusserte, dass sie
  H.______ «schlimm» geschlagen hätten (vgl. act. 2/10.4.06 S. 5). 

  
	
  Von der Wucht, mit welcher auf
  H.______ eingeschlagen wurde, zeugen auch die Blutspuren am Tatort,
  namentlich die Blutspritzer am Garagentor und die Blutlache am Boden (vgl.
  act. 2/8.1.12). 

  
	
   

  
	
  4.1.5 G.______, die
  Schwester von A.______ und Cousine von B.______, gab am 12. April 2019 an,
  sie wisse, dass A.______ und B.______ die Tat vom 3. Oktober 2018 gegen
  H.______ begangen hätten (vgl. act. 2/10.6.03).

  
	
   

  
	
  4.1.6 Auf den beiden
  blutverschmierten Holzstielen, welche in der Nähe des Tatortes gefunden
  wurden (siehe oben E. II Ziff. 2.1 f.), konnte DNA festgestellt und H.______
  sowie A.______ und D.______ zugeordnet werden (vgl. act. 2/8.1.11 ff.;
  act. 2/11.4.02). 

  
	
  Es handelt sich um massive, ca.
  80 resp. 90 cm lange Werkzeugstiele aus Holz, welche vorne (kantig und)
  dicker sind (vgl. act. 2/8.1.12 S. 13 ff.; act. 2/8.1.33). Dies führt
  nach der allgemeinen Lebenserfahrung dazu, dass mit diesen Stielen wuchtigere
  Schläge möglich sind als mit gleichmässig dicken. 

  
	
  Die Aussage von A.______, die
  betreffenden Stöcke seien nicht einmal 50 cm lang und nicht so dick gewesen,
  dass man mit ihnen hätte «vieles anrichten» können (vgl. act. 2/10.4.04 S.
  6), ist unzutreffend. 

  
	
  Schläge mit solchen massiven, ca.
  80 resp. 90 cm langen Werkzeugstielen aus Holz auf den Kopf sind nach der
  allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet, das
  Opfer schwer zu verletzen oder zu töten. 

  
	
  Daran ändern auch die
  Ausführungen der Verteidigung von A.______ (vgl. act. 215 S. 85 ff.)
  nichts.

  
	
  Das Risiko einer schweren
  Körperverletzung oder des Todes ist umso grösser, wenn das Opfer ohne
  Reaktions- oder Abwehrmöglichkeit am Boden liegt (vgl. z.B. Urteil BGer
  6B_321/2023 vom 16. Juni 2023 E. 3.2.5 m.H.). 

  
	
   

  
	
  4.1.7 Gemäss Gutachten des
  Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 14. Januar
  2019 wies H.______ am 3. Oktober 2018 folgende Verletzungen auf: Mehrere
  unregelmässig begrenzte, tiefgreifende Kopfhaut- und
  Kopfschwartendurchtrennungen; eine Quetsch-Risswunde oberhalb der rechten
  Augenbraue; eine kräftige Umblutung des rechten Auges; doppelt konturierte,
  streifenartige, nicht wegdrückbare rötliche Hautverfärbungen an der rechten
  Hüft- und Oberschenkelaussenseite und am rechten Unterarm; weitere
  oberflächliche Hautabschürfungen am linken Ellenbogen; rötliche
  Hautunterblutung oberhalb des rechten Knies; unter den Hautverletzungen am
  Kopf Bruch des Hirnschädels mit Blutaustritten über und unter die harte
  Hirnhaut sowie unter die weiche Hirnhaut; flächenhaft eingeblutete Bindehäute
  des rechten Auges; sowie einen grenzwertig erhöhten Augeninnendruck (vgl.
  act. 2/11.1.03-1 S. 4 f.).

  
	
  Die in den Akten liegenden
  Abbildungen der Verletzungen von H.______ (vgl. act. 2/11.1.03-3) passen
  zu diesen Angaben im Gutachten.

  
	
  Weiter ist dem Gutachten zu
  entnehmen, dass aufgrund der stark blutenden Kopfwunden Blutkonserven und
  Medikamente zur Kreislaufunterstützung gegeben wurden (vgl. act. 2/11.1.03-1
  S. 5 f.).

  
	
  Zur Ursache der Verletzungen
  enthält das Gutachten folgende Angaben: Die Quetsch-Riss-Verletzungen der
  Kopfhaut sind auf eine mindestens zweifache heftige, stumpfe Gewalteinwirkung
  zurückzuführen. Einfache Sturzereignisse kommen aufgrund der Lokalisation
  jeweils deutlich oberhalb der «Hutkrempenlinie» nicht in Betracht. Vielmehr
  ist von Schlägen mit einem harten Gegenstand auszugehen. Im Hinblick auf den
  nahezu geradlinigen Verlauf der Quetsch-Risswunden lassen sich die
  Verletzungsentstehung, der Schädelbruch, die Blutungen im Schädelinnern und
  die Läsionen am Gehirn plausibel durch Schläge mit einem stockähnlichen
  Gegenstand erklären. Die Augenverletzungen sind ebenfalls durch direkte
  stumpfe Gewalteinwirkung entstanden. Wegen Fehlens von Hautabschürfungen
  kommt ein einfacher Sturz auf einen rauen Untergrund eher nicht in Betracht.
  Vielmehr ist an einen Schlag mit einem harten Gegenstand mit glatter
  Oberfläche zu denken. Die Gliedmassenverletzungen sind charakteristisch für
  Schläge mit einem stockähnlichen Gegenstand (vgl. zum Ganzen act. 2/11.1.03-1
  S. 5). 

  
	
  Im Gutachten wird zudem Folgendes
  festgestellt: Bei H.______ lag ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma vor, weswegen
  eine klinische Überwachung angezeigt war. Akut lebensgefährliche
  Verletzungen, die einen neurochirurgischen Eingriff erforderlich gemacht
  hätten, sind in den Akten nicht dokumentiert. Allerdings sind die Blutungen
  im Schädelinneren und die traumatischen Läsionen am Gehirn als potentiell
  lebensgefährlich zu werten. Bei einem derartigen Verletzungsbild kann es
  jederzeit zu sekundären Hirnschäden infolge einer traumatisch bedingten
  Wassereinlagerung in das Gehirngewebe (Hirnödem) sowie einer allfälligen
  Nachblutung und damit zu einem vital bedrohlichen Hirndruckanstieg kommen.
  Die zum Zeitpunkt der Spitaleinlieferung teilweise noch blutenden Wunden am
  Kopf führten zu einem Blutverlust. Ohne intensivmedizinische Versorgung durch
  Gabe von Blutkonserven und medikamentöse Kreislaufunterstützung sowie
  Blutstillung wäre eine akute Lebensgefahr mit hoher Wahrscheinlichkeit
  eingetreten (vgl. zum Ganzen act. 2/11.1.03-1 S. 6). 

  
	
   

  
	
  4.1.8 Im Ergebnis ist
  Folgendes festzuhalten: 

  
	
  Es bestehen keine Zweifel daran,
  dass die Angaben im Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin des
  Kantonsspitals St. Gallen vom 14. Januar 2019 zutreffen. Es wurde auch von
  keiner Partei etwas Gegenteiliges vorgebracht.

  
	
  A.______ und B.______ haben von
  Anfang an zugegeben, am 3. Oktober 2018 mit Holzstielen mehrmals auf Kopf und
  Körper von H.______ geschlagen zu haben. Damit übereinstimmend traf die
  Polizei am 3. Oktober 2018 auf den verletzten H.______, der anschliessend mit
  der Rega ins Kantonsspital St. Gallen transportiert wurde. Hinzukommt, dass
  H.______ später aussagte, geschlagen worden zu sein. M.______ gab an, gesehen
  zu haben, wie H.______ mit einem Holzstiel geschlagen wurde. Ausserdem weisen
  die in der Nähe des Tatortes sichergestellten Holzstiele DNA von H.______ und
  A.______ auf. Zudem bestätigte G.______, dass A.______ und B.______ die Tat
  gegen H.______ begangen haben (siehe zum Ganzen oben E. II Ziff. 4.1.1 ff.). 
  

  
	
  Folglich ist erstellt, dass
  A.______ und B.______ am 3. Oktober 2018 je mit einem Holzstiel mehrmals
  heftig insbesondere auf den Kopf und auch auf den Körper von H.______
  einschlugen. Dadurch erlitt H.______ die im Gutachten genannten Verletzungen,
  namentlich stark blutende Kopfwunden, einen Bruch des Hirnschädels, Blutungen
  im Schädelinneren und traumatische Läsionen am Gehirn, die potentiell
  lebensgefährlich waren. Ohne intensivmedizinische Versorgung und Blutstillung
  wäre eine akute Lebensgefahr mit hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten (siehe
  oben E. II Ziff. 4.1.7). 

  
	
   

  
	
  4.2 Motiv von F.______ und
  C.______ für die Auftragserteilung 

  
	
  4.2.1 Die
  Staatsanwaltschaft wirft F.______ und C.______ vor, dass sie Vergeltung gegen
  H.______ hätten üben wollen, weil sie H.______ für einen Angriff
  verantwortlich machen würden, der am 19./20. Mai 2017 gegen sie erfolgt sei
  (siehe oben E. II Ziff. 1.1). 

  
	
   

  
	
  4.2.2 F.______ sagte am
  11. Juli 2019 aus, wie es zu einer Auseinandersetzung mit H.______ am 19./20.
  Mai 2017 gekommen und diese abgelaufen sei: 

  
	
  Er (F.______) sei vor zwei Jahren
  [resp. vor dem 19./20. Mai 2017] mit einem Kollegen, N.______, in einem
  albanischen Club gewesen. H.______, L.______, O.______ sowie eine Person aus
  Albanien seien dort gewesen. Als er (F.______) und N.______ den Club hätten
  verlassen wollen, sei ihnen O.______ hinterhergekommen. O.______ habe zu N.______
  gesagt, warum er auf den Namen der Familie [Nachname von F.______] Musik
  bestellt habe. N.______ habe gesagt, dass er zusammen mit ihm (F.______) die
  Musik bestellt habe. O.______ habe N.______ schlagen wollen, da N.______
  dessen Familie verraten habe. Er (F.______) habe gesagt, dass niemand
  N.______ schlagen soll. O.______ habe gesagt, dass er mit seinem Schwager,
  J.______ (dem Cousin von F.______), reden werde. Daraufhin hätten sie sich
  getrennt an diesem Abend. In den nächsten Tagen habe H.______ ihn (F.______)
  angerufen und ihm geraten, er solle N.______ nicht helfen. Die Familie [Nachname
  von L.______] habe Probleme mit J.______ gehabt. Er (F.______) habe mit ihnen
  kein Problem gehabt, da er zum Zeitpunkt, als sie mit J.______ Probleme
  bekommen hätten, gar nicht in der Schweiz gewesen sei. 

  
	
  Vom 19. auf den 20. Mai 2017 habe
  er (F.______) den Club XY.______ mit einem Kollegen, C.______, besucht. Als
  sie den Club hätten verlassen wollen, habe H.______ mit einem
  Baseballschläger aus Holz C.______ gegen den Kopf (gemäss Protokollnotiz
  zeigte F.______ auf die Schläfe) und noch auf den Körper geschlagen. In
  diesem Moment seien die Brüder K.______ und L.______ auf ihn (F.______)
  zugekommen und hätten ihn an den Armen festgehalten. Daraufhin sei er von
  H.______ mit einem Baseballschläger gegen seinen Kopf geschlagen worden (gemäss
  Protokollnotiz zeigte F.______ auf seine Stirn) und habe dann die Kontrolle
  über sich verloren. Es seien noch zwei weitere Personen dort gewesen, von
  denen eine ebenfalls einen Baseballschläger gehabt habe. Jemand habe ihn
  (F.______) gegen den Hinterkopf geschlagen, er wisse nicht, wer es gewesen
  sei. Er sei mehrmals geschlagen worden, auf seinen Rücken sowie die Arme und
  Beine.  

  
	
  Er sei nicht immer anwesend
  gewesen, da er viel Blut verloren habe. 

  
	
  Er wisse nicht, wie sie den Club
  verlassen hätten. Als er vor dem Club gewesen sei, sei er wieder zu sich
  gekommen. Sie seien mit dem Fahrzeug von C.______ unterwegs gewesen und zu
  ihm nach Hause gefahren. C.______ habe sich illegal in der Schweiz
  aufgehalten und ihn (F.______) deshalb gebeten, dass sie nicht ins Spital
  gehen sollen. Sie seien die ganze Nacht bei C.______ geblieben. 

  
	
  Ihm (F.______) sei es immer
  schlechter gegangen, weswegen er sich am Nachmittag des 20. Mai 2017 ins
  Spital in Winterthur begeben habe. Dort sei ein Röntgenbild gemacht worden.
  Er hätte gleich anschliessend operiert werden sollen, da ihm Flüssigkeit vom
  Kopf aus der Nase gelaufen sei. Der Arzt habe gesagt, wenn er nicht in die
  Operation einwillige, werde er sein ganzes Leben Folgen haben. Bei einem
  erneuten Schlag werde wieder Flüssigkeit austreten. Es könnten sich einfacher
  Krankheiten und Tumore entwickeln. Es sei nicht nur der Schädel gebrochen
  gewesen. Auch die Platte zwischen Nase und Hirn habe einen Riss gehabt. 

  
	
  Er habe die Operation aber nicht
  gewollt. Er sei ca. zehn oder elf Tage im Spital gewesen. Es sei in seine
  Wirbelsäule gebohrt worden, damit die Flüssigkeit habe austreten können. Er
  sei die ganze Zeit auf der Intensivstation gewesen. Sein Gehirn sei verletzt
  gewesen. Seit März 2019 gehe es ihm wieder besser, aber noch nicht gut. Er
  vergesse oft Namen usw. und sei nicht mehr der, der er mal gewesen sei. Er habe
  regelmässig Kopfschmerzen und fühle sich «einfach schwach». Früher sei er
  sehr sportlich und auch gesund gewesen. 

  
	
  C.______ sei am Kopf und Körper
  verletzt gewesen, aber nicht ins Spital, sondern irgendwo zu einem Arzt
  gegangen (vgl. zum Ganzen act. 2/10.7.04). 

  
	
  F.______ sagte aus, dass er
  C.______ schon seit Längerem kenne, aber keine enge Beziehung zu ihm habe
  (vgl. act. 2/10.7.07 S. 4).

  
	
   

  
	
  4.2.3 C.______ wurde an
  der ersten Einvernahme am Vormittag des 11. Dezembers 2019 darüber
  informiert, dass er verdächtigt werde, an einem versuchten Mord an H.______
  beteiligt gewesen zu sein. C.______ erwiderte, dass er davon nichts wisse
  (vgl. act. 2/10.9.02 S. 4). 

  
	
  Anschliessend wurde C.______ zu
  verschiedenen Personen befragt. C.______ gab an, dass er mit F.______
  befreundet sei; sie hätten vielleicht einmal im Monat telefonisch Kontakt.
  C.______ bejahte, H.______ zu kennen, als er danach gefragt wurde und ihm ein
  Bild von H.______ vorgehalten wurde. Dabei gab C.______ von sich aus an, dass
  H.______ ihn einmal in dessen Bar zusammengeschlagen habe. F.______ sei auch
  dabei gewesen. Diese Bar sei in Birmensdorf. Er (C.______) kenne H.______
  seit diesem Vorfall in der Bar. Er habe H.______ zum ersten Mal an diesem
  Abend gesehen, als H.______ ihn geschlagen habe. Auf entsprechende Nachfrage
  gab C.______ nach langem Überlegen an, dass dieser Vorfall sich im Jahr 2017
  ereignet habe (vgl. act. 2/10.9.02 S. 4 ff.). 

  
	
  Vor diesen Aussagen von C.______
  wurde ein solcher Vorfall resp. die betreffende Aussage von F.______ vom 11.
  Juli 2019 (siehe oben E. II Ziff. 4.2.2) in dieser ersten Einvernahme von
  C.______ nicht erwähnt. 

  
	
  Anschliessend fand gleichentags,
  am Nachmittag des 11. Dezembers 2019, eine weitere Einvernahme von C.______
  statt. Auf Nachfrage bestätigte C.______, dass er und F.______ am 19./20. Mai
  2017 in Birmensdorf im Club XY.______ angegriffen worden seien. Er (C.______)
  sei am Kopf verletzt gewesen. Für ihn sei damit «die Sache gegessen» gewesen.
  Er habe nie Vergeltung gewollt und nichts mit der Tat gegen H.______ zu tun
  (act. 2/10.9.01 S. 2). 

  
	
  Danach schilderte C.______ den
  Ablauf der Tat in Birmensdorf wie folgt: Er und F.______ hätten in
  Birmensdorf getrunken. F.______ und der Besitzer hätten sich gekannt. Dies
  habe man gesehen. Als er (C.______) und F.______ rausgelaufen seien, hätten
  ihm (C.______) mehrere Personen einen Schlag auf den Kopf gegeben (gemäss
  Protokollnotiz zeigte C.______ dabei auf die linke Stirnseite). Dann sagte
  C.______, «also» eine Person habe ihn geschlagen. Die anderen seien alle auf
  F.______ losgegangen und hätten fest auf F.______ eingeschlagen. F.______ sei
  wirklich schwer verletzt worden und im Spital gelandet. Der Schädel von
  F.______ sei offen gewesen. Er (C.______) sei nicht ins Spital gegangen,
  sondern habe ein Pflaster auf seine Wunde gelegt; es sei dann gegangen (vgl.
  act. 2/10.9.01 S. 6).

  
	
  Die Angaben von C.______ zum
  Ablauf der Tat in Birmensdorf stimmen mit denjenigen von F.______ überei