# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f3fa5b3-2637-574f-a97e-d7421f74f522
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 07.12.2023 S 2023 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S-2023-14_2023-12-07.pdf

## Full Text

20230614_113900_ANOM.docx

Strafabteilung S 2023 14

Oberrichter A. Sidler, Abteilungspräsident
Oberrichter St. Dalcher
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber F. Eller

Urteil vom 7. Dezember 2023 [rechtskräftig]

In Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch Staatsanwältin A.________,
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

und

B.________, 
unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt C.________, 
Privatklägerin im Straf- und Zivilpunkt und Berufungsbeklagte,

gegen

D.________, geb. tt.mm.1988 in E.________, von F.________, wohnhaft in G.________,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt H.________,
Beschuldigter und Berufungskläger,

betreffend

einfache Körperverletzung

(Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Einzelgericht, 
vom 2. Mai 2023; SE 2022 32)

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Prozessgeschichte

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) wirft D.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) in der Anklageschrift vom 19. Mai 2022 vor, er habe am 21. Fe-
bruar 2021 auf dem Parkplatz P.________ um ca. 13.15 Uhr im Anschluss an ein Parkmanö-
ver B.________ (nachfolgend: Privatklägerin) derart gestossen und/oder angerempelt, dass 
diese zu Fall gekommen sei, sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen habe und mehre-
re Tage hospitalisiert gewesen sei. Der Beschuldigte habe vorsätzlich gehandelt und in Kauf 
genommen, dass die Privatklägerin durch seine Einwirkung stürzen und sich verletzen könn-
te (SE GD 1).

2. Der zuständige Einzelrichter am Strafgericht des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz) 
wies die Beweisanträge des Beschuldigten ab und lud die Parteien zur Hauptverhandlung 
vor. Am 2. Mai 2023 fand die Hauptverhandlung der Vorinstanz in Anwesenheit des Beschul-
digten, seines erbetenen Verteidigers, des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatkläge-
rin und der fallzuständigen Staatsanwältin statt. Der Beschuldigte wurde zur Person und zur 
Sache befragt. Die erbetene Verteidigung stellte erneut Beweisanträge (Einvernahme von 
L.________ und Augenschein vor Ort), welche die Vorinstanz abwies. Nach den Plädoyers 
der Parteien verzichtete der Beschuldigte auf ein Schlusswort. Die Vorinstanz eröffnete dar-
aufhin gleichentags das Urteil mündlich und die Parteien erhielten das Urteilsdispositiv aus-
gehändigt (SE GD 18). Mit Schreiben vom 10. Mai 2023 meldete der Beschuldigte Berufung 
gegen das Urteil vom 2. Mai 2023 an (SE GD 20). 

3. Das am 24. Mai 2023 versandte, schriftlich begründete Urteil der Vorinstanz wurde dem er-
betenen Verteidiger, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Privatklägerin und der Staats-
anwaltschaft je am 25. Mai 2023 zugestellt (SE GD 18 S. 26; SE GD 22/1, 22/2). Der Urteils-
spruch lautete wie folgt: 

"1. Der Beschuldigte D.________ wird schuldig gesprochen der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

2. Er wird dafür bestraft mit:

2.1 einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 130.00, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei 

einer Probezeit von zwei Jahren;

2.2 einer Verbindungsbusse von CHF 3'900.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Frei-

heitsstrafe von 30 Tagen.

3. Der Beschuldigte wird verpflichtet, B.________ Schadenersatz in Höhe von CHF 5'112.40 sowie eine Ge-

nugtuung von CHF 3'500.00 zu bezahlen.

4. Die Verfahrenskosten betragen 

CHF 1'535.00 Untersuchungskosten

CHF 2'000.00 Entscheidgebühr

CHF 290.00 Auslagen

CHF 3'825.00 Total 

und werden dem Beschuldigten auferlegt.

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5. Dem Beschuldigten wird keine Aufwandentschädigung ausgerichtet.

6.1 Die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin B.________, Rechtsanwalt C.________, wird für ihre 

Bemühungen mit insgesamt CHF 10'000.00 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

6.2 Der Beschuldigte hat dem Staat die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerin zurück-

zuzahlen, sobald er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet.

[Rechtsmittel]"

4. Mit Schreiben vom 13. Juni 2023 reichte der erbetene Verteidiger bei der Strafabteilung des 
Obergerichts des Kantons Zug (nachfolgend: Gericht) die Berufungserklärung für den Be-
schuldigten ein (OG GD 3). Der erbetene Verteidiger stellte folgende Anträge: 

"[…]

– Ziff. 1 des Urteilsspruchs sei aufzuheben. Der Beschuldigte sei betreffend [den] Vorwurf einer einfachen 

Körperverletzung, begangen am 21.05.2021 [recte: 21.02.2021, vgl. OG GD 17/2 S. 1], von Schuld und 

Strafe freizusprechen. 

– Ziff. 2 des Urteilsspruchs sei vollumfänglich aufzuheben. 

– Ziff. 3 des Urteilsspruchs sei vollumfänglich aufzuheben. Eventualiter sei die Zivilforderung auf den Zivilweg 

zu verweisen. 

– Ziff. 4 des Urteilsspruchs sei vollumfänglich aufzuheben. Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

– Ziff. 5 des Urteilsspruchs sei vollumfänglich aufzuheben. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Partei-

kostenentschädigung zuzüglich MWST für das Strafverfahren der Staatsanwaltschaft, das Gerichtsverfah-

ren vor Strafgericht sowie das Berufungsverfahren zu Lasten der Privatklägerin, eventuell des Staats, zuzu-

sprechen. 

– Ziff. 6.2 des Urteilsspruchs sei vollumfänglich aufzuheben. Es sei festzustellen, dass keine Rückzahlungs-

pflicht durch den Beschuldigten bestehe.

[…]"

5. Mit Präsidialverfügung vom 14. Juni 2023 übermittelte die Verfahrensleitung die Berufungs-
erklärung des Beschuldigten an die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin und setzte 
Fristen für Anschlussberufung, Beweisanträge und Stellungnahme zu den Beweisanträgen 
des Beschuldigten. Die Privatklägerin wurde darüber hinaus aufgefordert, zur Beibehaltung 
der unentgeltlichen Rechtspflege Stellung zu nehmen (OG GD 4). 

6. Mit Präsidialverfügung vom 7. Juli 2023 stellte die Verfahrensleitung fest, dass keine An-
schlussberufung erhoben und keine Anträge auf Nichteintreten auf die Berufung des Be-
schuldigten gestellt wurden. Die Beweisanträge des Beschuldigten wurden abgewiesen und 
der Privatklägerin nach Einsicht in deren fristgerecht eingereichte Unterlagen die unentgeltli-

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che Rechtspflege gewährt. Von Amtes wegen verfügte die Verfahrensleitung zudem die Vor-
ladung der Privatklägerin zur Einvernahme an der Berufungsverhandlung als Auskunftsper-
son (OG GD 7). 

7. Mit Präsidialverfügung vom 5. September 2023 wurde festgestellt, dass die Terminsuche für 
die Berufungsverhandlung unmittelbar nach der letzten Präsidialverfügung vom 7. Juli 2023 
begann und ein Termin für die Berufungsverhandlung insbesondere aufgrund der zahlreichen 
und wiederholten terminlichen Einwendungen der Parteien erst am 10. November 2023 ge-
funden werden konnte. In der gleichen Präsidialverfügung wurde der Termin der Berufungs-
verhandlung festgesetzt und der Beschuldigte und die Privatklägerin vorgeladen (OG GD 10-
12). 

8. Mit Präsidialverfügung vom 8. September 2023 wurde der Antrag der Privatklägerin auf Op-
ferschutzmassnahmen gutgeheissen, die Privatklägerin von der Berufungsverhandlung (aus-
ser ihrer vorgesehenen Einvernahme als Auskunftsperson) dispensiert und der Beschuldigte 
und sein erbetener Verteidiger von der Befragung der Privatklägerin als Auskunftsperson im 
Gerichtssaal ausgeschlossen (Wahrung der Parteirechte mittels Videoschaltung, vgl. OG GD 
14). 

9. Die Berufungsverhandlung fand am 10. November 2023 statt. Der Beschuldigte erschien zu-
sammen mit seinem erbetenen Verteidiger. Ebenfalls anwesend waren der Rechtsbeistand 
der Privatklägerin und die zuständige Staatsanwältin. Die Parteien stellten keine Vorfragen. 
Nach Eröffnung des Beweisverfahrens wurde die Privatklägerin als Auskunftsperson befragt. 
Danach erfolgte die Befragung des Beschuldigten zur Person und zur Sache. Der erbetene 
Verteidiger wiederholte seine beiden bereits in der Berufungserklärung gestellten Beweisan-
träge (Befragung von L.________, Augenschein), welche das Gericht abwies. Nach den Par-
teivorträgen, in denen die Parteien an ihren Anträgen festhielten (OG GD 17/5 S. 8; OG GD 
17/3; OG GD 17/2 S. 1 f.) hielt der Beschuldigte ein Schlusswort. Die Parteien erklärten sich 
mit der schriftlichen Eröffnung des Urteils einverstanden (OG GD 17). 

Erwägungen

I. Formelles 

1. Die in Art. 399 StPO für die Einlegung der Berufung vorgesehenen zwei Parteihandlungen 
(Berufungsanmeldung innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils und Berufungserklärung 
innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils) erfolgten von der erbetenen 
Verteidigung fristgerecht. Nichteintretensgründe wurden nicht geltend gemacht und sind auch 
nicht ersichtlich. Auf die Berufung des Beschuldigten ist einzutreten. 

2. Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner Be-
rufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 399 
Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung verbind-
lich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, 
Bemessung der Strafe etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Beru-
fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 

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Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 
StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der Grund-
satz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung durch 
das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte werden, un-
ter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO, rechtskräftig. Eine spätere Ausdehnung der Be-
rufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu umfassend Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

3. Die Berufung der Beschuldigten richtet sich gegen den Schuldspruch, die Sanktion und die 
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Nicht angefochten wurde die Entschädigung des unent-
geltlichen Rechtbeistands durch den Staat (Dispositivziffer 6.1 des Urteils der Vorinstanz). 
Anschlussberufung wurde nicht erhoben. Über die Kostenfolgen des erstinstanzlichen Urteils 
ist überdies von Amtes wegen zu entscheiden (Art. 428 Abs. 3 StPO). Ansonsten gilt das 
Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO). Entsprechend ist im Urteil deklaratorisch 
die Rechtskraft der nicht angefochtenen Punkte (d.h. einzig Dispositivziffer 6.1) festzustellen. 

4. Prozesshindernisse wurden von den Parteien nicht geltend gemacht und sind auch nicht er-
sichtlich. Der Strafantrag der Privatklägerin liegt vor (act. 8/1). Die erbetene Verteidigung des 
Beschuldigten rügte eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. So sei der subjektive Tatbe-
stand in der Anklageschrift nicht genügend umschrieben worden. Die Staatsanwaltschaft ha-
be zwar geschildert, dass der Beschuldigte vorsätzlich gehandelt und die Verletzungsfolgen 
in Kauf genommen habe. Es würden in der Anklageschrift aber Ausführungen dazu fehlen, 
warum dies der Fall gewesen sei (OG GD 17/2 Ziff. 12 ff.). Gemäss Art. 325 Abs. 1 StPO 
müssen Beweismittel oder Beweismittelerläuterungen in der Anklageschrift nicht aufgeführt 
werden. Die Begründung der Anklage erfolgt im Rahmen der Parteivorträge. Darüber hinaus 
sind die Anforderungen an den subjektiven Tatbestand in der Anklageschrift gering (BGE 143 
IV 63 E. 2.3). Gemäss der Anklage wurde dem Beschuldigten vorgeworfen, dass er in sub-
jektiver Hinsicht der Privatklägerin vorsätzlich einen Stoss unter Inkaufnahme der Gesund-
heitsfolgen versetzt habe. Damit ist ausreichend klar, dass dem Beschuldigten eine Vorsatz-
tat vorgeworfen wurde. Überdies beantragte die Staatsanwaltschaft einen Schuldspruch we-
gen vorsätzlicher Tatbegehung und die Umschreibung des Anklagesachverhalts enthält kei-
ne Hinweise auf eine mögliche Pflichtverletzung des Beschuldigten. Auch deswegen konnte 
darauf geschlossen werden, dass einzig eine vorsätzliche Tatbegehung angeklagt war (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6B_638/2019 vom 17. Oktober 2019 E. 1.4.2). Eine Verletzung 
des Anklagegrundsatzes liegt nicht vor. Die Anklage ist indessen in ihrer inhaltlichen Um-
schreibung auf eine Vorsatztat begrenzt, weswegen vorliegend kein Schuldspruch wegen ei-
ner fahrlässigen Tatbegehung erfolgen könnte. 

5. Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den Beweisen, die im 
Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Von Amtes we-
gen oder auf Antrag einer Partei kann die Rechtsmittelinstanz die erforderlichen zusätzlichen 
Beweise erheben (Art. 389 Abs. 3 StPO). Notwendig ist dies aber nur dann, wenn die zusätz-
lich erhobenen Beweise den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können (vgl. auch Urteil 
des Bundesgerichts 6B_288/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 1.3.1 m.H.). Eine unmittelbare 
Beweisabnahme im Rechtsmittelverfahren hat gemäss Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 
StPO auch zu erfolgen, wenn eine solche im erstinstanzlichen Verfahren unterblieb oder un-

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vollständig war und die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung not-
wendig erscheint. Weiter kann eine unmittelbare Beweisabnahme durch das Berufungsge-
richt in den Fällen von Art. 343 Abs. 3 StPO erforderlich sein, wenn dieses von den erstin-
stanzlichen Sachverhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1). 

5.1 Der Beschuldigte beantragte im Berufungsverfahren die Befragung von L.________ (OG GD 
3 S. 2). Nachdem der Beweisantrag von der Verfahrensleitung in der Präsidialverfügung vom 
7. Juli 2023 abgewiesen wurde (OG GD 7), liess der Beschuldigte den Beweisantrag an der 
Berufungsverhandlung erneut vorbringen (OG GD 17 S. 27). Er machte geltend, dass die 
Aussage von L.________ zentral sei, denn er und die Privatklägerin würden die Situation 
unmittelbar vor dem Sturz unterschiedlich schildern. Der entsprechende Beweisantrag ist in-
dessen abzuweisen, zumal nicht ersichtlich ist, dass L.________ Aussagen machen könnte, 
welche zur Klärung des Tatvorwurfs (d.h. vorsätzlicher Stoss gegen die Schulter der Privat-
klägerin) sachdienlich wären (Art. 139 Abs. 2 StPO). L.________ hat den Tatvorgang nicht 
beobachtet, da sie gemäss der übereinstimmenden Darstellung des Beschuldigten und der 
Privatklägerin während des Tatvorgangs auf dem Beifahrersitz des geparkten Fahrzeugs des 
Beschuldigten sitzen blieb und keine Sicht auf den Tatort hatte (act. 2/2 Ziff. 2; SE GD 18/2 
S. 7). So entfernten sich sowohl die Privatklägerin wie auch der Beschuldigte vom rückwärts 
geparkten Fahrzeug um ca. sieben Wagenlägen, bevor es zum fraglichen Vorfall kam. Das 
von der Privatklägerin geschilderte Verhalten fand somit nicht im Sichtfeld von L.________ 
statt. Betreffend die Sachverhalte, welche sich vor dem Tatvorgang abspielten, sind zudem 
keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Aussagen der Privatklägerin und des Be-
schuldigten zu erkennen. So gestand die Privatklägerin von Anfang an ein, dass sie ein Ge-
spräch mit den Fahrzeuginsassen suchte, dass sie dabei mit dem Finger gegen die Scheibe 
klopfte und dass dabei ihr Ring unabsichtlich das Fenster berührte (act. 2/1 Ziff. 1). Dass 
dies einen "Knall" oder ein sonstiges lautes Geräusch verursachte und der Beschuldigte 
deswegen dachte, dass das Fahrzeug von der Privatklägerin absichtlich beschädigt worden 
sei (act. 2/2 Ziff. 1), widerspricht der Aussage der Privatklägerin nicht, denn das Klopfen an 
die Scheibe mit einem Metallring kann durchaus ein lautes Geräusch auslösen und dem Be-
schuldigten den Eindruck vermitteln, sein Fahrzeug sei von der Privatklägerin beschädigt 
worden. Wie noch aufzuzeigen ist, stellt das Gericht diese subjektive Annahme des Beschul-
digten auch nicht in Abrede und prüft diese Variante hinsichtlich eines möglichen Rechtferti-
gungsgrunds gemäss Art. 14 StGB i.V.m. Art. 218 StPO. Insgesamt ist somit nicht ersichtlich, 
inwiefern die Aussage von L.________ der Klärung des rechtsrelevanten Sachverhalts die-
nen könnte.  

5.2 Der Beschuldigte beantragte im Berufungsverfahren sodann einen "Augenschein vor Ort in-
klusive Nachstellung des Schlages mit dem Ring durch Frau B.________ an die Scheibe des 
Fahrzeugs von D.________" (OG GD 3 S. 2). Auch dieser Beweisantrag wurde von der Ver-
fahrensleitung abgewiesen, wobei der Beschuldigte den Beweisantrag an der Berufungsver-
handlung erneut stellen liess (OG GD 17 S. 27). Der Beweisantrag muss abgewiesen wer-
den, da nicht ersichtlich ist, inwiefern ein Augenschein der Wahrheitsfindung dienlich sein 
könnte (Art. 139 Abs. 2 StPO). So wurden der Beschuldigte und die Privatklägerin bereits im 
Vorverfahren je zweifach einvernommen. Beide wurden an der Berufungsverhandlung erneut 
befragt. Wie bereits dargelegt, bestehen betreffend den Sachverhalt des metallenen Rings, 
der auf die Glasscheibe traf, keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Aussagen der 
Parteien. Darüber hinaus erachtet sich das Gericht in der Lage, sich die Möglichkeit geistig 

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vor Augen zu führen, dass das Klopfen gegen ein Autofenster, wobei unabsichtlich ein Kon-
takt zwischen einem metallenen Ring und dem Glas hergestellt wird, ein von den Insassen 
als laut wahrgenommenes Geräusch verursachen könnte. Ebenfalls erachtet sich das Gericht 
in der Lage, daraus beweisrechtlich den möglichen Schluss zu ziehen, dass der Beschuldigte 
allenfalls subjektiv dachte, dass die Privatklägerin absichtlich sein Fahrzeug beschädigt hat-
te. Wie noch aufzuzeigen ist, geht das Gericht denn auch von dieser Konstellation aus. Es ist 
somit nicht davon auszugehen, dass ein Augenschein des Tatorts mitsamt einer Nachstel-
lung des Klopfens mit dem Ring einen Mehrwert für die Wahrheitsfindung liefern könnte. 
Gleiches gilt auch für den Nachweis der Distanz des Tatorts vom Fahrzeug des Beschuldig-
ten. So sagte der Beschuldigte aus, dass er die Privatklägerin über ca. sieben Fahrzeuglän-
gen verfolgt habe, bevor er unabsichtlich mit ihr kollidiert sei (SE GD 18/5 S. 5). An der Beru-
fungsverhandlung sprach er von ca. 15-20 Metern (OG GD 17 Ziff. 108, 110). Die Privatklä-
gerin will sich hingegen ungefähr 10 oder 20 Meter bzw. sechs bis sieben Autos vom Fahr-
zeug des Beschuldigten entfernt haben, bevor der Beschuldigte sie gestossen habe (act. 2/1 
Ziff. 4; act. 2/6 Ziff. 8; act. 2/6 Ziff. 22; OG GD 17 Ziff. 40 f.). Bei beiden Angaben handelt es 
sich um grobe Schätzungen der Parteien, welche nicht derart weit voneinander entfernt sind, 
dass in den Aussagen ein erheblicher Widerspruch erkannt werden könnte. Dazu kommt, 
dass die Sachverhaltsfrage, ob die Privatklägerin nun 10 Meter, 20 Meter oder sieben Fahr-
zeuglängen vom Auto des Beschuldigten entfernt war, als sie zu Boden ging, für die Beurtei-
lung des Anklagesachverhalts nicht von wesentlicher Bedeutung ist. Der Beweisantrag ist 
mithin abzuweisen. 

5.3 Die Verfahrensleitung des Gerichts ordnete indessen von Amtes wegen die Vernehmung der 
Privatklägerin an, um sie erneut mit den wesentlichen Beweisen zu konfrontieren und sich 
einen direkten Eindruck ihrer Person und ihrer Aussagen verschaffen zu können (BGE 140 
IV 196 E. 4). Die Privatklägerin wurde an der Berufungsverhandlung als Auskunftsperson zur 
Sache befragt. Überdies wurde an der Berufungsverhandlung der Beschuldigte vom Gericht 
zur Sache und zur Person einvernommen. Den Parteien wurde jeweils die Möglichkeit ein-
geräumt, Ergänzungsfragen zu stellen (OG GD 17). Weitergehende Beweisabnahmen dräng-
ten sich im Rahmen der Urteilsberatung nicht auf. 

6. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche Würdi-
gung des Anklagesachverhalts aus Gründen der Prozessökonomie auf die Begründung der 
Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet. Ein Verweis erscheint bei nicht streitigen 
Sachverhalten und abstrakten Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen bei strittigen 
Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des konkreten 
Falls nur dann in Frage, wenn den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beigepflich-
tet wird (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3). Der schlichte Verweis auf die Begründung der 
Vorinstanz gemäss dieser Bestimmung ist indes unzulässig, wenn gerade diese Begründung 
als unzutreffend gerügt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_183/2018 vom 31. Oktober 2018 
E. 1). Falls das Gericht nachfolgend in diesem Sinne von der Verweisungsmöglichkeit Ge-
brauch macht, wird Art. 82 Abs. 4 StPO jeweils nicht mehr separat aufgeführt.

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II. Beweiswürdigungsregeln und Beweiswürdigung 

1. Beweiswürdigungsregeln 

1.1 Der Richter würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 
Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Er hat weder Beweisregeln noch einen numerus clausus 
der Beweismittel zu beachten, sondern soll einzig nach seiner persönlichen Überzeugung 
aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber entscheiden, ob er eine Tatsache für bewiesen 
hält. Er ist dabei, wie erwähnt, an den in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt ge-
bunden, nicht aber an dessen rechtliche Würdigung (Art. 9 Abs. 1; Art. 350 StPO), und auch 
nicht an die Anträge der Parteien. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von Beweisre-
geln und nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vor-
liegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten. Dabei 
sind sie freilich nicht nur der eigenen Intuition verpflichtet, sondern auch an (objektivierende) 
Denk-, Natur- und Erfahrungssätze sowie wissenschaftliche Erkenntnisse gebunden (BGE 
144 IV 345 E. 2.2.3.1).

1.2 Nach Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren 
Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass die tatsächlichen Vor-
aussetzungen "der angeklagten Tat" erfüllt sind. Diese Bestimmung operationalisiert den ver-
fassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsvermutung ("in dubio pro reo"). Sie verbietet es, 
bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem belastenden Sachverhalt 
auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel be-
stehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die be-
schuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden 
kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit genügt somit nicht. Auf der anderen Seite kann auch 
keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind kaum je 
ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1).

1.3 Der vorerwähnte "In-dubio-Grundsatz" wird indessen erst anwendbar, nachdem alle aus 
Sicht des Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Insoweit 
stellt er gerade keine Beweiswürdigungsregel dar. Im Falle einer uneinheitlichen, wider-
sprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegeneinander 
abwägen und als Resultat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Eine tatbe-
standsmässige, zum Schuldspruch beitragende Tatsache ist rechtserheblich festgestellt, so-
bald das Gericht erkennt, dass die Zuverlässigkeit des Beweisergebnisses nicht ernsthaft zu 
bezweifeln ist. Die freie Beweiswürdigung ermächtigt den Richter schon bei vernünftig schei-
nenden Zweifeln an der Schuld des Angeklagten, diesen freizusprechen. Mit Blick auf die 
Ausprägung des In-dubio-Grundsatzes als Beweislastregel muss ein Sachverhalt nach Über-
zeugung des Gerichts umgekehrt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt 
sein, damit er dem Beschuldigten zur Last gelegt werden kann. Die "In-dubio-Regel" ist mit-
hin eine Anforderung zum Beweismass. Für die richterliche Überzeugung ist ein jeden ver-
nünftigen Zweifel ausschliessendes Urteil eines besonnenen und lebenserfahrenen Beob-
achters erforderlich. Ein im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO relevanter Zweifel kann sich nicht 
nur aus dem Ergebnis der Beweiswürdigung bezüglich des Vorhandenseins oder Nichtvor-
handenseins eines Lebenssachverhalts ergeben. Das Beweisergebnis kann auch darum 

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zweifelhaft sein, weil es durch ernsthaft in Betracht fallende Sachverhaltsalternativen relati-
viert wird (BGE 144 IV 345 E 2.2.3.2-4).

1.4 Das Gericht darf bei seiner Entscheidung auch indirekte, mittelbare Beweise, sogenannte 
Beweisanzeichen oder Indizien, d.h. Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittel-
bar entscheiderhebliche Tatsache zulassen, berücksichtigen. Indizien sind sogar unentbehr-
lich zur Aufdeckung innerer Tatsachen wie des Vorsatzes. Dabei können einzelne Indizien 
praktisch mit Sicherheit auf ein Beweisthema hinweisen, während andere dies nur mit einer 
gewissen (mehr oder weniger grossen) Wahrscheinlichkeit tun. Es ist zulässig, aus der Ge-
samtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewis-
sen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und inso-
fern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu 
schliessen. Somit ist der Indizienbeweis dem direkten Beweis gleichwertig. Der Indizienpro-
zess als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr abgeleiteten Teil-
rechte. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist dabei nur auf die ganze Beweisführung anwend-
bar, nicht jedoch auf einzelne Indizien (vgl. im Wesentlichen Urteil des Bundesgerichts 
6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 mit Hinweisen, aber auch ZR 106/2007 Nr. 46 
mit Hinweisen; Walder, Der Indizienbeweis im Strafprozess, ZStR 108/1991 S. 299 ff.).

2. Beweiswürdigung 

2.1 Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten, der Privatklägerin und der Zeugin detail-
liert dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 1 E. II.2. Ziff. 2.11-Ziff. 3, S. 7-13).  

2.2 Sowohl die Privatklägerin wie auch der Beschuldigte haben gleichermassen als Verfahrens-
parteien ein Interesse am Ausgang des Verfahrens, wobei dieses Interesse beim Beschuldig-
ten deutlich stärker ausgeprägt ist, da ihm ein Vorsatzdelikt mit einer entsprechenden Sank-
tion vorgeworfen wird. So wies bereits die Vorinstanz darauf hin, dass die Privatklägerin kei-
nen nachvollziehbaren Grund hätte, dem Beschuldigten mittels einer falschen Anschuldigung 
einen vorsätzlichen Stoss mit beiden Händen anstatt einer fahrlässigen Kollision mit dem 
Körper anzulasten, zumal der Beschuldigte bei beiden Konstellationen für den Zusammen-
stoss verantwortlich wäre. Entgegen der Auffassung der Verteidigung würdigte die Vor-
instanz die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin nicht per se höher als die Glaubwürdigkeit des 
Beschuldigten (OG GD 17/2 Ziff. 25), sondern prüfte die Glaubwürdigkeit anhand der Inter-
essenlage hinsichtlich einer Falschaussage. Es erscheint als zulässig, zu berücksichtigen, 
dass bei der Befragung der Privatklägerin, wie gesetzlich in Art. 181 Abs. 2 StPO vorgese-
hen, ein Hinweis auf Art. 303 StGB erfolgte, d.h. dass ihr die Folgen einer falschen Anschul-
digung vorgehalten wurden. Denn damit wird letztlich die Hemmschwelle für eine absichtliche 
Falschaussage erhöht. So musste der Privatklägerin entsprechend bewusst sein, dass die 
unwahre Schilderung eines absichtlichen Stosses strafrechtliche Konsequenzen haben könn-
te. Eine vorsätzliche falsche Anschuldigung durch die Privatklägerin wäre somit vorliegend 
nicht ohne Weiteres anzunehmen.  

2.3 Es ist unbestritten, dass es am Sonntag, 21. Februar 2021, um ca. 13.15 Uhr bis 13.30 Uhr 
zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin auf dem Parkplatz P.________ in der 
Gemeinde Q.________ zu einem körperlichen Kontakt kam, woraufhin die Privatklägerin mit 

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ihrer rechten Körperseite auf den Kiesboden fiel und sich einen Oberschenkelhalsbruch zu-
zog. 

2.4 Es ist vom wesentlichen Ablauf her unter den Parteien zudem unbestritten, dass die Privat-
klägerin zur Tatzeit am Tatort ein Parkfeld für eine Kollegin reservieren wollte. Sie stand auf 
das Parkfeld bzw. später an den Rand des leeren Parkfeldes und wartete auf diese. Als an-
schliessend der Beschuldigte rückwärts auf das leere Parkfeld fuhr, wollte die Privatklägerin 
den Dialog suchen, da sie nicht einverstanden war, dass ein anderes Fahrzeug auf das Park-
feld fuhr. Sie hat daraufhin mit ihrem Ringfinger mehrfach an das Beifahrerfenster geklopft, 
um die Begleiterin des Beschuldigten in ein Gespräch zu verwickeln. Dabei hat ihr Ring an-
geblich unabsichtlich das Fenster berührt und ein entsprechendes lautes Geräusch verur-
sacht. Die Privatklägerin hat sich daraufhin vom Fahrzeug entfernt und der Beschuldigte ist 
ausgestiegen (vgl. act. 2/1 Ziff. 1 und act. 2/2 Ziff. 1; OG GD 17 Ziff. 57-58, 85). Das Fahr-
zeug hatte einen affektiven Wert für den Beschuldigten und er war beim Aussteigen wütend 
(OG GD 17 Ziff. 88, 94). 

2.5 Weitere Details des Sachverhalts vor dem eigentlichen Kerngeschehen (bspw. [1.] ob die 
Privatklägerin mit der Beifahrerin über einen bestimmten Zeitraum hinweg einen Dialog ge-
führt hat, [2.] was dabei gesagt wurde, [3.] ob die Beifahrerin dabei das Seitenfenster öffnete 
und [4.] ob die Privatklägerin vom Fahrzeug weg schnell gelaufen, gerannt oder gejoggt [vgl. 
OG GD 17 Ziff. 114] sei) sind für die vorliegende Beurteilung nicht relevant. So handelte es 
sich bei der ersten Phase um ein dynamisches Nebengeschehen, wo unterschiedliche Inter-
pretationen oder subjektive Wahrnehmungen der Parteien für die Beweiswürdigung ohne 
Weiteres als möglich erscheinen. So ist bspw. wesentlich, dass sich die Privatklägerin rasch 
vom Fahrzeug des Beschuldigten entfernte; ob sie dabei rannte, schnell lief oder joggte, 
kann offenbleiben. Ebenfalls irrelevant erscheint, dass die Privatklägerin bei der ersten Ein-
vernahme darlegte, sie habe das Parkfeld mit ihrer Präsenz reservieren wollen (act. 2/1 
Ziff. 1), während sie es in der zweiten Einvernahme so darstellte, dass sie am Strassenrand 
gewartet habe (act. 2/6 Ziff. 8). Es ist in diesem Zusammenhang nachvollziehbar, dass die 
Privatklägerin versuchte, ihre Handlungen, welche für die Konfrontation ursächlich waren, in 
ein besseres Licht zu rücken. Auch dieser Widerspruch im Aussageverhalten der Privatkläge-
rin ist somit für die Beweiswürdigung nicht von ausschlaggebender Bedeutung. 

2.6 Gemäss den jeweiligen Aussagen der Parteien ist wie dargelegt bezüglich des Kerngesche-
hens unumstritten, dass die Privatklägerin aufgrund der Einwirkung des Beschuldigten zu 
Fall kam. Umstritten ist hingegen, wie dies bewirkt wurde.  

2.6.1 Nach der Darstellung der Privatklägerin habe sie den Beschuldigten, als er sie nach ca. 10 
oder 20 Metern von seinem Fahrzeug entfernt konfrontierte, aggressiv wahrgenommen. Sie 
sei dann rückwärts weggelaufen und habe ihm gesagt, er solle sich beruhigen und sie nicht 
berühren. Sie habe dann weglaufen wollen, wobei sie der Beschuldigte mit beiden Händen 
an der Schulter zu Boden gestossen habe. Sie habe mit dem Stoss nicht gerechnet (act. 2/1; 
act. 2/6 Ziff. 8). Die Privatklägerin bestätigte diese Anschuldigungen während der Befragung 
an der Berufungsverhandlung. Sie schilderte, dass sie dem Beschuldigten gesagt habe, er 
solle nicht näherkommen. Sie habe aus dieser Konfrontation raus wollen. Sie habe sich dann 
umgedreht und habe dann eine Attacke, bzw. einen "Bodycheck" bzw. einen Stoss gespürt. 
Sie habe dies zwar nicht visuell wahrnehmen können, aber die Hände an den Schultern ge-

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spürt (OG GD 17 Ziff. 8-15, 19). Die Aussagen der Privatklägerin betreffend die Phase der 
Konfrontation mit dem Beschuldigten sind grundsätzlich über das gesamte Verfahren hinweg 
detailliert und konstant. Unerheblich ist die unbestimmte Umschreibung der Attacke als "Bo-
dycheck" (dt. "Anrempeln"), als "en Box" oder einen Stoss durch die Privatklägerin, zumal sie 
die Körperberührung nicht visuell wahrnehmen konnte (OG GD 17 Ziff. 11) und andererseits 
konstant eine Körpereinwirkung des Beschuldigten auf ihre Schulter schilderte. 

2.6.2 Der Beschuldigte stellt hingegen die Lage so dar, dass er wegen eines lauten Knalls davon 
ausgegangen sei, sein Fahrzeug sei beschädigt worden. Er sei deswegen aufgeregt, aber 
nicht aggressiv gewesen. Die Frau sei weggerannt und er habe die Verfolgung aufgenom-
men. Als er sie fast eingeholt gehabt habe, sei diese abrupt stehen geblieben und er habe 
die Frau unabsichtlich mit seinem Körper umgerannt, bei nahezu vollem Tempo. Er habe im 
Rahmen der Kollision nicht seine Hände benützt (act. 2/2 Ziff. 1; act. 2/5 Ziff. 21; SE GD 18/2 
S. 3). An der Berufungsverhandlung schilderte der Beschuldigte, dass er davon ausgegan-
gen sei, dass sein Fahrzeug beschädigt worden sei. Er sei der Dame, welche davongerannt 
sei, nach. Er sei gerannt. Sie habe dann, kurz bevor er sie eingeholt habe, einen Ausfalls-
chritt gemacht, als sie vom Rennen ins Gehen übergegangen sei. Er sei dann (unabsichtlich) 
in sie hineingerannt. Die Kollision sei seitlich gewesen, er habe sie mit der Schulter erwischt 
(OG GD 17 Ziff. 85). Auch der Beschuldigte legte somit den Tathergang grundsätzlich kon-
stant dar. Die Kollision schildert er indessen eher pauschal, indem er im Untersuchungsver-
fahren und bei der Vorinstanz aussagte, dass er in sie reingerannt sei (act. 2/5 Ziff. 21) bzw. 
mit dem Körper aufgeprallt sei (act. 2/2 Ziff. 1; SE GD 18/2 S. 3). Erst an der Berufungsver-
handlung bestätigte der Beschuldigte erstmalig spezifisch, dass er die Privatklägerin im Rah-
nen einer seitlichen Kollision mit der Schulter berührt habe (OG GD 17 Ziff. 86). Ferner schil-
derte der Beschuldigte im Untersuchungsverfahren, dass die Privatklägerin abrupt stehen 
geblieben sei (act. 2/2 Ziff. 1; act. 2/5 Ziff. 21), während er an der Berufungsverhandlung 
ausführte, dass sie einen Ausfallschritt vom Rennen ins Gehen gemacht habe (OG GD 17 
Ziff. 85). Mithin bestehen einzelne kleinere Abweichungen in den Aussagen des Beschuldig-
ten zum Kerngeschehen. 

2.6.3 Unklar ist, warum der Beschuldigte während der Einvernahme vom 23. Februar 2022 den 
Vorhalt, er habe die Privatklägerin mit den Händen zu Boden gestossen (vgl. act. 2/5 
Ziff. 19), nicht direkt bestritten hat, sondern in seiner nachfolgenden Antwort einzig ausführte, 
die Privatklägerin habe nicht geschrien beim Wegrennen. So nahm er zu diesem Vorwurf erst 
nach erneutem Vorhalt Stellung (act. 2/5 Ziff. 21). Dieses Verhalten könnte entweder als 
Ausweichtendenz und damit als sog. Lügensignal interpretiert werden, oder aus der Dynamik 
der Einvernahme, welche in dieser Passage Zwischenfragen beinhaltete, entstanden sein. 
Belastend ist diese Passage in der Einvernahme des Beschuldigten mithin nicht. 

2.7 Bezüglich der Phase nach dem Zusammenstoss ist gemäss den Darstellungen der Parteien 
unbestritten, dass es zwischen dem Beschuldigten und der umgestossenen Privatklägerin 
nicht zu einer Hilfeleistung, einer Entschuldigung oder dergleichen kam. Der Beschuldigte 
schilderte den weiteren Verlauf weitgehend konstant; es sei zum Wortwechsel mit der Privat-
klägerin gekommen. Anschliessend sei ein Austausch mit einem älteren Ehepaar und einem 
Velofahrer erfolgt. Danach habe er sich vom Ehepaar entfernt, habe sein Fahrzeug kontrol-
liert und sei weggefahren. Abweichend schildert er einzig den Zeitpunkt, in dem die Privat-
klägerin seiner Ansicht nach wieder vom Boden aufgestanden sei (act. 2/2 Ziff. act. 2/5 

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Ziff. 22; SE GD 18/2 S. 3 f.; OG GD 17 Ziff. 88 ff.). Die Privatklägerin schilderte hingegen, 
dass erst ein Velofahrer dazugekommen sei und dieser mit dem Beschuldigten gesprochen 
habe. Sie sei dann aufgestanden. Es habe keinen verbalen Austausch zwischen ihr und dem 
Beschuldigten gegeben. Dieser sei weggelaufen. Sie habe dann nachher Kontakt mit dem 
Ehepaar und dem Velofahrer gehabt (act. 2/2 Ziff. 8; act. 2/6 Ziff. 14; OG GD 17 Ziff. 64 ff.). 
Es sind somit auch betreffend die Phase nach dem Vorfall kleinere Abweichungen in den 
Aussagen erkennbar, welche indessen das Nebengeschehen betreffen und vorliegend nicht 
vertieft diskutiert werden müssen. So legte auch der Beschuldigte an der Berufungsverhand-
lung dar, dass er gewisse Abläufe betreffend die Phase nach dem Vorfall nicht mehr zuver-
lässig darlegen könne (OG GD 17 Ziff. 122, 123). 

2.8 Beide Parteien schildern in ihren Aussagen, wie dargelegt, den Kern der Angelegenheit bis 
auf die genannten kleineren Abweichungen konstant, nämlich die Verursachung eines Stur-
zes entweder durch einen Stoss des Beschuldigten oder durch eine unbeabsichtigte Kollisi-
on. Dass die unterschiedlichen Aussagen, welche sich gegenseitig ausschliessen, von bei-
den Seiten mit hoher Konstanz vorgetragen wurden, ist wenig überraschend. Die Kernaus-
sage der Kollision betrifft einen einfachen Vorgang, bei dem keine grösseren intellektuellen 
Leistungen vollbracht werden müssten, um den Ablauf unwahr darzustellen. Allein aus der 
Analyse der Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin ist keine eindeutige Aussa-
ge darüber möglich, wessen vorgetragene Version der Wahrheit entspricht. 

2.9 Die einzige bekannte Zeugin des Vorfalls, I.________, gab in Anwesenheit der Rechtsvertre-
ter der Parteien zu Protokoll, dass sie mit ihrem Ehemann unterwegs gewesen sei und den 
Zwischenfall zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin selbst nicht gesehen habe. 
Ihr habe indessen die Privatklägerin unmittelbar nach dem Vorfall geschildert, dass sie einen 
Parkplatz für ihre Kollegin habe reservieren wollen. Sie habe gesagt, dass sie mit dem Fin-
gerring an die Scheibe des Autofahrers geschlagen habe. Dieser habe ihr dann "einen Box" 
gegeben und sie sei zu Boden gefallen. Die Privatklägerin habe dann die Autonummer des 
davonfahrenden Autofahrers notiert (act. 2/3 Ziff. 5). Mit dem Beschuldigten habe sie nicht 
gesprochen, er sei mit seinem Auto davongefahren (act. 2/3 Ziff. 7-8).

2.9.1 I.________ ist eine Zufallszeugin, deren Glaubwürdigkeit ausser Frage steht. Ihre Aussagen 
sind detailliert und erscheinen zumindest im entscheidenden Punkt – nämlich was die Privat-
klägerin ihr unmittelbar nach dem Vorfall als Tatablauf schilderte – glaubhaft. Soweit die 
Zeugin teilweise Handlungen zu interpretieren versuchte ("weil er evtl. gesehen hat, dass sie 
etwas mehr hat" […] "bei einer kleinen feinen Frau kann schnell mal was passieren" […] "er 
war wütend, weil sie ihm an die Scheibe geklopft hat" [act. 2/3 Ziff. 1]) oder Werturteile zu 
Lasten der Privatklägerin abgab ("[…] den Parkplatz für ihre Freundin reserviert. Was sie ja 
nicht darf"), hat dies keinen Einfluss auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. So waren die 
entsprechenden Wertungen und Interpretationen der Zeugin klar als solche zu erkennen, 
können rational nachvollzogen werden und hinterlassen insbesondere keinen Eindruck einer 
verzerrten Wahrnehmung oder Parteilichkeit.  

2.9.2 Die Zeugenaussagen von I.________ sind deswegen von wesentlicher Bedeutung, weil da-
mit der Inhalt einer spontanen Erstaussage der Privatklägerin gegenüber einer Drittperson 
zum Tatablauf unmittelbar nach dem Vorfall dargelegt wird. Die Privatklägerin gestand unmit-
telbar nach dem Vorfall gegenüber der Zeugin einerseits ein, dass sie einen Parkplatz reser-

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vieren wollte und dabei (versehentlich) mit dem Ring an die Scheibe des Autofahrers ge-
schlagen habe. Dieser habe ihr dann "einen Box" gegeben (d.h. wohl "en box gäh", wobei 
dieser Ausdruck als Synonym für einen Stoss/Schlag verwendet wird und nicht mit einem 
Schlag eines Boxers mit geschlossener Faust und grosser Wucht gleichgesetzt werden 
kann). Diese Darlegung deckt sich mit den späteren Aussagen der Privatklägerin. Die Aus-
sagen der Zeugin I.________ sind glaubhaft und beweisen die ihr gegenüber getätigten Aus-
sagen der Privatklägerin über die Auseinandersetzung unmittelbar nach dem Vorfall. 

2.9.3 Die Aussagen der Privatklägerin gegenüber der Zeugin I.________, wonach der Beschuldig-
te ihr "einen Box" gegeben habe, sind unzweideutig. Ginge man davon aus, dass die Privat-
klägerin gegenüber I.________ den Ablauf absichtlich falsch dargestellt hätte (d.h. kein ab-
sichtlicher Stoss mit beiden Händen, sondern Zusammenprall der Körper im Sinne eines un-
gewollten Unfalls), dann hätte sie sich einen Plan zur Falschaussage zurechtlegen müssen, 
als sie unmittelbar nach dem Zusammenstoss verletzt war und Schmerzen hatte. Dies ist 
nicht plausibel (vgl. dazu Pantli/Kieser/Pribnow, Die "Aussage der ersten Stunde"; AJP 
10/2000 S. 1199 Ziff. 2: "[…] Es ist schwierig, noch unter dem Eindruck des tatsächlichen 
Geschehens glaubwürdig eine Lügengeschichte von sich zu geben, die man zudem zuerst 
noch erfinden muss; vielfach schlägt zudem das Motiv, das zur Lüge veranlasst, auch nicht 
unmittelbar, sondern erst allmählich durch [mit Hinweis in der Fussnote auf Belegstelle in 
Bender/Nack, Beweislehre, S. 58 f.] […]"). So gilt generell der Erfahrungssatz in der Beweis-
würdigung, dass Aussagen der ersten Stunde in der Regel zuverlässiger und unbefangener 
sind, als spätere Schilderungen und diesen mithin ein grösseres Gewicht zukommen muss 
(BGE 115 V 133 E. 8c; vgl. dazu die [vorliegend irrelevanten] Vorbehalte in Pantli/Kie-
ser/Pribnow, a.a.O., S. 1203). Dies gilt umso mehr, wenn es sich um eine Aussage handelt, 
welche spontan unmittelbar nach dem Vorfall gegenüber einer nicht beteiligten Passantin 
(anstatt bspw. einer Polizistin oder einem Polizisten) abgegeben wird. So legte vorliegend die 
Privatklägerin gegenüber der Zeugin I.________ beispielsweise auch dar, dass sie versucht 
habe, einen Parkplatz zu reservieren und dabei das Fahrzeug des Beschuldigten mit ihrem 
Ring beschädigt haben könnte. Die Privatklägerin rückte somit im Rahmen des Gesprächs 
mit der Zeugin auch ihre eigenen Handlungen in ein schlechtes Licht, was indiziert, dass sie 
ihre Spontanaussage gegenüber I.________ nicht plante. Die Art und Weise der Spon-
tanaussage der Privatklägerin gegenüber der Zeugin I.________ deutet stark darauf hin, 
dass die Privatklägerin "en Box" des Beschuldigten zumindest subjektiv wahrgenommen hat-
te. 

2.10 Mit der Variante eines Stosses harmoniert zudem, wie die Vorinstanz bereits schlüssig dar-
legte, auch das Nachtatverhalten des Beschuldigten. Hätte ein ungewollter, unbeabsichtigter 
Zusammenstoss zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin stattgefunden, wäre zu 
erwarten gewesen, dass sich der Beschuldigte instinktiv um die Privatklägerin gekümmert, ihr 
auf die Beine geholfen, oder zumindest nachgefragt hätte, was ihr fehle oder ob er helfen 
könne. Eine solche spontane Reaktion auf ein ungewolltes, überraschendes Ereignis wäre 
auch zu erwarten, wenn der Beschuldigte unter dem Eindruck stand, dass die Privatklägerin 
sein Fahrzeug beschädigt haben könnte (vgl. OG GD 17 Ziff. 98 ff.). Spätestens ab dem 
Zeitpunkt, wo der Beschuldigte einen Schaden an seinem Fahrzeug ausschliessen konnte, 
wäre die genannte Reaktion naheliegender gewesen, anstatt einfach wegzufahren. So nahm 
der Beschuldigte wahr, dass die Privatklägerin aufgrund seiner Einwirkung auf den Boden 
gefallen war und Schmerzen hatte (OG GD 17 Ziff. 99). Der abrupte Weggang des Beschul-

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digten, (1.) ohne sich um die Privatklägerin zu kümmern, (2.) ohne ihre Personalien wegen 
des vermuteten Schadens zu erheben (was nach den Darlegungen des Beschuldigten zu-
mindest seine initiale Absicht war, zumal zum Zeitpunkt des Vorfalls unklar war, ob nicht 
doch ein Schaden entstanden war) und (3.) ohne zumindest Bedauern auszudrücken, deckt 
sich plausibel mit der Hypothese eines schlechten Gewissens des Beschuldigten nach einer 
Affekttat. 

2.11 Dass die Privatklägerin der Zeugin I.________ oder der Polizei einen Stoss des Beschuldig-
ten aufgrund einer irrigen oder verzerrten Wahrnehmung schilderte, kann ausreichend sicher 
ausgeschlossen werden. Zwar sah die Privatklägerin den Stoss nicht, weil sie sich zu diesem 
Zeitpunkt seitlich abwandte bzw. umdrehte. Da sie den Stoss mit den Händen aber einerseits 
an ihrer Schulter spürte und andererseits glaubhaft schilderte, dass der Beschuldigte zwar 
näherkam, aber nicht in schneller Bewegung war, als sie sich umdrehte, kann eine unbeab-
sichtigte Kollision oder ein sonstiges Missgeschick ausreichend verlässlich ausgeschlossen 
werden. Aufgrund der Beweislage, insbesondere der Aussagen der Privatklägerin, der Zeu-
gin und des Nachtatverhaltens des Beschuldigten, bestehen bezüglich des äusseren Ablaufs 
keine unüberwindlichen Zweifel, dass der Beschuldigte der Privatklägerin einen Stoss mit 
beiden Armen versetzt hatte, woraufhin diese zu Boden stürzte. Die direkten gesundheitli-
chen Folgen des Stosses sind dabei belegt und weitgehend unbestritten, weswegen diesbe-
züglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (OG GD 1 E. II.2. Ziff. 4 
S. 13). Die Privatklägerin erlitt mithin eine Oberschenkelhalsfraktur, welche operativ mittels 
drei Schrauben fixiert werden musste und einen Spitalaufenthalt vom 24. Februar 2023 bis 
am 4. März 2023 mitsamt Arbeitsunfähigkeit und notwendiger Nachbehandlung (Metallent-
fernung etc.) zur Folge hatte. 

2.12 Nicht erstellt ist die Theorie der Verteidigung, wonach eine Fehlbehandlung durch die Andre-
asklinik eine wesentliche Auswirkung auf die gesundheitlichen Folgen gehabt haben könnte.  
So ist der Bruch des Oberschenkelhalsknochens der Privatklägerin belegt. Dass die Operati-
on des Oberschenkelhalsbruchs erst am folgenden Donnerstag stattfand (act. 2/6 Ziff. 18), 
erscheint als unerheblich. So hält der Austrittsbericht vom 4. März 2021 fest, dass ein pro-
blemloser peri- und postoperativer Verlauf mit rascher Beruhigung und Regredienz der Hüft-
schmerzen stattgefunden habe (act. 3/1). Es gibt somit keine Hinweise darauf, dass die erst 
am Donnerstag vorgenommene Operation einen wesentlichen negativen Einfluss auf den 
Heilungsverlauf hatte. 

2.13 Aus dem erstellten äusseren Tatverlauf kann ohne weiteres geschlossen werden, dass der 
Beschuldigte hinsichtlich des Stosses wissentlich und willentlich handelte. Ein fahrlässiger 
Stoss in Richtung Schulter der Privatklägerin im Sinn einer Schutz- oder Abwehrbewegung 
kurz vor einem Zusammenprall kann ausgeschlossen werden, zumal der Beschuldigte auch 
keine Aussagen in diese Richtung machte (er sagte aus, er hätte die Hände gar nicht "vorne" 
gehabt [OG GD 17 Ziff. 86]) und die Privatklägerin glaubhaft aussagte, dass der Beschuldigte 
nicht in Bewegung war, bevor er sie umstiess. Aus dem Umstand, dass es sich bei der Pri-
vatklägerin, wie sich das Gericht an der Berufungsverhandlung überzeugen konnte, um eine 
eher zierliche Dame handelte (ca. 1.58 m gross, ca. 65kg schwer), welche im Tatzeitpunkt 55 
Jahre alt war, musste dem deutlich grösseren und schwereren Beschuldigten (SE GD 18/2 
S. 7; OG GD 17 Ziff. 82 f.) subjektiv bewusst gewesen sein, dass ein Stoss, während die Pri-
vatklägerin sich umdrehte und folglich auf die körperliche Einwirkung nicht vorbreitet war, ei-

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nen unkontrollierten Sturz auf den Boden zur Folge haben kann. Ebenfalls wird der Beschul-
digte als kognitiv-intellektuell unauffällige Person gewusst haben, dass Stürze auf den Kies-
boden zwar häufig glimpflich verlaufen, teilweise – insbesondere bei unkontrollierten Stürzen; 
dies prononciert bei nicht mehr jungen Opfern – aber auch gravierende gesundheitliche 
Schäden, insbesondere Knochenbrüche, Zerrungen und in den schlimmsten Fällen Hirn- und 
Rückenmarkverletzungen, verursachen können. 

III. Rechtliche Grundlagen und Subsumption 

1. Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen des Tatbestands der einfachen Körperver-
letzung und des Eventualvorsatzes zutreffend dar. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 1 
E. III.1. Ziff. 1.1 und 1.2, S. 17). 

2. Der Beschuldigte hat die Privatklägerin wissentlich und willentlich gestossen, womit er einen 
Sturz auf den Boden und als weitere Folge eine Oberschenkelhalsfraktur bei der Privatkläge-
rin verursachte. Aus dem genannten Ablauf ist die natürlich-kausale Verbindung deutlich zu 
erkennen. Kausalitätsdurchbrechende Drittursachen (bspw. eine gesundheitliche Prädisposi-
tion) sind auch nicht ersichtlich. Der Stoss des Beschuldigten war darüber hinaus auch nach 
dem natürlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung ohne Weiteres geeig-
net, eine gesundheitliche Schädigung wie in der vorliegend eingetretenen Form herbeizu-
führen. Es ist allgemein bekannt, dass Stürze eine häufige Unfallursache in der Schweiz dar-
stellen und sich dabei Menschen schwer verletzen können. Gemäss der Schweizerischen 
Unfallversicherung SUVA werden in der Schweiz ca. 200'000 Stürze mit Verletzungsfolgen 
pro Jahr gemeldet. In 14 % der Fälle erleiden die Personen Frakturen (neben 5 % offenen 
Wunden, 29 % Prellungen und Schürfungen; 42 % Zerrungen, Verrenkungen, Verstauchun-
gen etc.; und 2 % Gehirn-, Nerven und Rückenmark-Verletzungen; vgl. <htt-
ps://www.suva.ch/de-ch/praevention/nach-gefahren/gefaehrliche-materialien-strahlungen-
und-situationen/stolpern-und-stuerzen-vermeiden>; besucht am: 20.11.2023). Die vorliegend 
durch den Stoss bewirkte Körperschädigung liegt mithin zwar im schwereren Bereich der sta-
tistischen Möglichkeiten eines Gesundheitsschadens bei einem Sturz, ist indessen als Folge 
eines unkontrollierten Sturzes auf den Boden keineswegs derart aussergewöhnlich, dass ei-
ne Adäquanz des Kausalverlaufs verneint werden müsste (vgl. bspw. Urteil des Bundesge-
richts 6B_132/2016 vom 16. August 2016 E. 3.2.1 und 3.4.2).

3. Die Privatklägerin erlitt mithin durch den Stoss des Beschuldigten kausal einen Gesundheits-
schaden. Die Art des Gesundheitsschadens, der einen operativen Eingriff und eine längere 
Arbeitsunfähigkeit nach sich zog, geht dabei deutlich über einen schwereren Fall einer Tät-
lichkeit (bspw. Bluterguss, Schürfung, Kratzwunde, Prellung etc.; vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_675/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 4.2) hinaus und kann in objektiver Hinsicht oh-
ne weiteres als eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB qualifiziert 
werden. Der objektive Tatbestand ist mithin erfüllt. 

4. In subjektiver Hinsicht wurde bereits dargelegt, dass der Beschuldigte den Stoss wissentlich 
und willentlich und mithin vorsätzlich ausgeführt hat. Es ist aber ebenfalls offensichtlich, dass 
der Beschuldigte – im Nachhinein – die erhebliche Verletzung der Privatklägerin nicht gewollt 
hatte. Seine Affekthandlung im Tatzeitpunkt war indessen nicht kontrolliert und folglich auch 

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nicht auf eine Minimierung der möglichen Gesundheitsfolgen für die Privatklägerin ausgerich-
tet. Der Beschuldigte war wütend über das als unhöflich empfundene Verhalten der Privat-
klägerin und aufgebracht betreffend den möglichen Schaden an seinem Fahrzeug. Er hat in-
nerlich den möglichen Folgen seines Handelns im Affekt nur unzulängliche Beachtung ge-
schenkt. 

5. Das Risiko, dass die Privatklägerin durch den Stoss des Beschuldigten unkontrolliert auf den 
Boden stürzen würde, war vorliegend hoch, bzw. stand zum Zeitpunkt des Stosses bereits 
mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit fest. So erfolgte der Stoss, als sich die Privatklägerin um-
wandte, weswegen sie darauf nicht vorbereitet war und sie in der Überraschung den Sturz 
nicht mittels eines Ausfallschritts auffangen oder mit den Armen abfedern konnte. Zumindest 
gab es keine Anzeichen für den Beschuldigten, dass die damals 55-jährige Privatklägerin 
über aussergewöhnliche akrobatische Fähigkeiten verfügen könnte, welche es ihr allenfalls 
ermöglicht hätten, die durch den Stoss ausgelöste Sturzbewegung gefahrlos abzufangen. 
Der unkontrollierte Sturz der Privatklägerin als unmittelbare Folge des Stosses war deutlich 
eventualvorsätzlich, wenn nicht sogar bereits direktvorsätzlich, vom Beschuldigten gewollt 
bzw. billigend in Kauf genommen worden. 

6. Dass ein unkontrollierter Sturz wiederum – als weitere Folge in der Kausalkette – zu einem 
Gesundheitsschaden im Bereich einer einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 
StGB führen kann, ist hingegen mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Die 
Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung war mithin vorliegend sicherlich nicht sehr 
hoch, zumal der Sturz auch glimpflich hätte ausgehen können. Trotzdem war der Stoss we-
gen der besonderen Situation (recht zierliche Frau, wendete sich ab, unerwartet/unvor-
bereitet etc.) keineswegs ungefährlich oder harmlos, auch wenn gemäss SUVA Frakturen 
"nur" in 14 % der Fälle von Stürzen auftreten. Eine hohe oder sehr hohe Wahrscheinlichkeit 
der Verursachung eines Verletzungsbildes, welches einer einfachen Körperverletzung nach 
Art. 123 Ziff. 1 StGB entspricht, ist indessen vorliegend in rechtlicher Hinsicht gar nicht not-
wendig. Denn Eventualvorsatz kann auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässi-
gen Erfolgs nicht sehr wahrscheinlich, sondern "nur" möglich war. Dies wird von der Recht-
sprechung insbesondere dann bejaht, wenn der Täter das ihm bekannte Risiko nicht kalkulie-
ren oder dosieren kann und das Opfer keine Abwehrchancen oder Ausweichmöglichkeiten 
hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5; BGE 131 IV 1 E. 2.2 [HIV-Fall] sowie Urteil des Bundesgerichts 
6B_1239/2021 vom 5. Juni 2023 E. 3.3.2). In diesem Zusammenhang muss erwogen wer-
den, dass der Beschuldigte das ihm bekannte Risiko eines Gesundheitsschadens im Aus-
mass von Art. 123 Ziff. 1 StGB aufgrund eines Sturzes nicht ausschliessen konnte und er 
keine Anstalten unternahm, dieses Risiko zu vermindern. Ebenfalls wurde bereits dargelegt, 
dass die Privatklägerin keine Abwehrchancen hatte, zumal sie der Stoss unvermittelt traf und 
der Sturz nicht mittels eines Ausfallschritts, Abstützen auf den Händen oder dergleichen auf-
gefangen werden konnte. Gesamthaft gewürdigt kann vorliegend – wenn auch knapp – auf 
Eventualvorsatz geschlossen werden. Insgesamt war der bewusst ausgeführte Stoss unnötig 
und übermässig, während die innere, affektgeprägte Geisteshaltung des Beschuldigten im 
Moment des Stosses derart unreflektiert, indifferent und unsorgsam hinsichtlich der mögli-
chen Verletzungsfolgen für die Privatklägerin aufgrund des Sturzes war, dass auf eine billi-
gende Inkaufnahme eines Verletzungsbildes, welches über eine geringfügige Tätlichkeit nach 
Art. 126 Abs. 1 StGB hinausgeht, geschlossen werden muss. 

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7. Die in objektiver und subjektiver Hinsicht erstellte Tatbestandsmässigkeit der Handlungen 
des Beschuldigten kann nicht gemäss Art. 14 StGB gerechtfertigt werden. Unter der Prämis-
se, dass der Beschuldigte subjektiv im Sinne eines Sachverhaltsirrtums davon ausging, dass 
(1.) die Privatklägerin sein Fahrzeug vorsätzlich beschädigt hatte, (2.) der Sachschaden nicht 
mehr im Sinne von Art. 172ter StGB geringfügig gewesen wäre, und (3.) sich die Privatkläge-
rin durch Flucht der Strafverfolgung entziehen könnte, wäre eine Privatfestnahme der Privat-
klägerin durch den Beschuldigten nach Art. 218 Abs. 1 lit. a StPO allenfalls rechtmässig. Bei 
einer Privatfestnahme darf indessen Gewalt gemäss Art. 218 Abs. 2 StPO und Art. 200 StPO 
nur als äusserstes Mittel angewendet werden und diese muss verhältnismässig sein. Der 
festgestellte Stoss gegen die Schulter der Privatklägerin war dabei nicht verhältnismässig. 
An dieser Stelle ist anzuführen, dass der Beschuldigte sich keine Zeit nahm, zu prüfen, ob 
überhaupt eine Sachbeschädigung zu seinem Nachteil ausgeführt worden ist. Es ist kein 
Grund ersichtlich, warum eine kurze Inspektion des Fahrzeugs eine Privatfestnahme vereitelt 
hätte. Es wäre darüber hinaus ohne weiteres möglich gewesen, die damals 55-jährige Privat-
klägerin erst zu warnen und ihr gleichzeitig unter Alarmierung der Polizei nachzueilen, ohne 
diese zu berühren. Ebenfalls wäre eine spätere Identifikation der Privatklägerin mittels ihres 
Signalements möglich gewesen, zumal sie wie der Beschuldigte ihr Auto im P.________ par-
kierte, um dort spazieren zu gehen (Ermittlungsmethode: Erhebung der Halterfotos und Fo-
towahlkonfrontation). Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, warum der Beschuldigte die körper-
lich deutlich unterlegene Privatklägerin nicht nach einer entsprechenden Vorwarnung hätte 
festhalten können, ohne sie gleich umzustossen. Der Umstand, dass der Beschuldigte wohl 
irrigerweise davon ausging, dass die Privatklägerin absichtlich sein "Oldtimer"-Fahrzeug To-
yota Corolla (1986) beschädigt hatte, ist damit nicht geeignet, sein Verhalten in strafrechtli-
cher Hinsicht zu rechtfertigen. Vielmehr liefert die irrige Auffassung des Beschuldigten, sein 
Fahrzeug sei beschädigt worden, ein Motiv für das vom Gericht festgestellte affektgesteuerte 
Verhalten. 

8. Der Beschuldigte handelte mithin objektiv tatbestandsmässig, eventualvorsätzlich im Sinne 
von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB und rechtswidrig. Er ist folglich wegen (eventual-) vorsätzli-
cher einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Sanktion 

1. Die Vorinstanz legte die Rechtsgrundlagen der Sanktionsbemessung treffend dar, so dass 
darauf verwiesen werden kann (OG GD 1 E. IV.1. Ziff. 1.1-1.3 S. 18 f.). 

2. Der ordentliche Strafrahmen einer einfachen Körperverletzung beträgt gemäss Art. 123 Ziff. 1 
StGB Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Die Sanktion wurde durch die am 
1. Juli 2023 in Kraft getretene Revision der Strafrahmen des Strafgesetzbuches nicht geän-
dert (vgl. BBl 2021 2997 ff. S. 3/56). Entgegen der Auffassung der Verteidigung (OG GD 17/2 
Ziff. 64 ff.) ist in systematischer Hinsicht erst die Strafhöhe aufgrund des ordentlichen Straf-
rahmens gemäss Gesetz zu bestimmen, bevor die angemessene Strafart (d.h. vorliegend 
Geldstrafe oder Freiheitsstrafe) geprüft wird (Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2016, 
N 351). Die gerichtliche Feststellung des Verschuldens muss mit dem ordentlichen Strafrah-
men gemäss Gesetz, welcher den Ausdruck des demokratischen Gesetzgebers darstellt, wie 
eine Handlung betreffend Sanktion eingestuft werden soll, abgestimmt werden (Urteile des 

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Bundesgerichts 6B_763/2010 vom 26. April 2011 E. 4.1; 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 
E. 4.2; 6B_1359/2015 vom 18. Mai 2017 E. 2.5.2; 6B_759/2019 vom 11. März 2020 E. 2.4.2). 
Es muss folglich vor der Prüfung der angemessenen Strafart eine Auseinandersetzung darü-
ber erfolgen, welcher Bereich des Strafrahmens mit dem festgestellten Verschulden korre-
liert. Die maximale Strafandrohung des ordentlichen Strafrahmens von Freiheitsstrafe bis zu 
drei Jahren ist damit als Bezugspunkt für die Sanktionsbemessung bei einer einfachen Kör-
perverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 StGB relevant.

3. Bei der objektiven Tatschwere ist als Ausgangspunkt zu würdigen, dass (1.) die Verletzung 
der Privatklägerin schmerzhaft war, (2.) der Gesundheitsschaden operativ versorgt werden 
musste und (3.) eine wochenlange Gehbehinderung mitsamt Arbeitsunfähigkeit und diversen 
Arztbesuchen/Therapiebesuchen nach sich zog (vgl. SE GD 11/1 S. 4 unten). Bereits unter 
diesen Aspekten kann die Tatschwere nicht mehr leicht wiegen kann. Vergleichsweise – 
wenn das Spektrum der Gesundheitsschädigungen im Rahmen einer einfachen Körperver-
letzung im Abgrenzungsfeld zur Tätlichkeit nach Art. 126 StGB und zur schweren Körperver-
letzung nach Art. 122 StGB abstrakt betrachtet wird – handelt es sich um einen Gesund-
heitsschaden, welcher die Grenze zur Tätlichkeit einerseits klar überschreitet, andererseits 
aber genauso deutlich von einer schweren Gesundheitsschädigung, wie sie in Art. 122 StGB 
umschrieben wird, entfernt ist. Auch dieser Aspekt verdeutlicht, dass die objektive Tatschwe-
re vom Verletzungsbild und den Gesundheitsfolgen her bereits im mittelschweren Bereich 
angesetzt werden müsste. Wie die Vorinstanz zudem richtig erwogen hat, kann das Verhal-
ten der Privatklägerin den unnötigen und unverhältnismässigen Stoss gegen die Privatkläge-
rin nicht rechtfertigen. Trotzdem mitigiert das vorherige Verhalten der Privatklägerin die ob-
jektive Tatschwere nicht unerheblich. So muss das Verhalten der Privatklägerin, sich auf den 
letzten freien Parkplatz zu stellen und diesen für eine Bekannte zu "reservieren", als anstös-
sig bezeichnet werden. Sie nahm sich diesbezüglich zu Lasten der anderen Besucher des 
Naturschutzgebietes P.________ eine Berechtigung heraus, die ihr nicht zustand. Pronon-
ciert wurde dieses Verhalten durch den Versuch, den sich beim Einparken rechtmässig ver-
haltenden Beschuldigten (bzw. seine Partnerin) in eine Diskussion zu verwickeln, zumal es 
angesichts der klaren Lage nichts zu diskutieren gab. Gekrönt wurde das unanständige Ver-
halten durch das unnötige Klopfen an die Scheiben des Fahrzeugs des Beschuldigten, wobei 
das ungewollte Aufschlagen des Ringes beim Beschuldigten den Eindruck hinterliess, die 
Privatklägerin habe sein Auto beschädigt. Auch wenn dieses Verhalten selbstredend keine 
Rechtfertigung für den späteren Stoss gegen die Schulter der Privatklägerin darstellt, muss 
dennoch festgehalten werden, dass diese sich nicht korrekt benahm und die unnötige Aus-
einandersetzung mit ihrem Verhalten ursächlich herbeiführte. Gesamthaft gewürdigt kann 
mithin die Tatschwere als knapp erheblich eingestuft werden. 

4. Beim subjektiven Tatverschulden verdient der festgestellte Eventualvorsatz des Beschuldig-
ten eine besondere Würdigung. Vorliegend besteht zwischen der tätlichen Einwirkung auf 
den Körper (Stoss) und den Gesundheitsfolgen (Oberschenkelhalsfraktur) eine nicht unwe-
sentliche Diskrepanz. So ist wesentlich, dass die Verletzungen der Privatklägerin auch zum 
Teil auf einem unglücklichen Verlauf basieren und ein Eventualvorsatz nur relativ knapp be-
jaht werden konnte. Diese Umstände sind geeignet, das Tatverschulden des Beschuldigten 
erheblich zu relativieren. Zu seinen Gunsten ist auch zu berücksichtigen, dass er subjektiv 
davon ausging, die Privatklägerin, welche sich bereits im Rahmen der "Parkplatzreservie-
rung" anstössig verhalten hatte, habe aus Rache vorsätzlich einen Schaden an seinem ge-

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liebten Oldtimer-Fahrzeug verursacht (vgl. OG GD 17/2 Ziff. 3). Die Privatklägerin setzte so-
mit nicht nur objektiv die Ursache für die emotional angespannte Lage des Beschuldigten, 
sondern lässt dessen subjektiven Ärger auch als etwas verständlicher erscheinen. Aufgrund 
dieser Faktoren nähert sich das Gesamtverschulden des Beschuldigten trotz des erheblichen 
Gesundheitsschadens der Privatklägerin dem leichten Bereich an. Es ist deswegen ange-
messen, die Sanktion in der Mitte des ersten Drittels des ordentlichen Strafrahmens anzuset-
zen. Dies entspricht beim genannten Strafrahmen, der bis zu einer Freiheitsstrafe von drei 
Jahren reicht, einer Sanktion von 180 Strafeinheiten. 

5. Betreffend die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten zum Zeitpunkt der Hauptver-
handlung bei der Vorinstanz kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(OG GD 1 E. IV.2 Ziff. 2.2 S. 19 f.). Zum Zeitpunkt der Berufungsverhandlung haben sich 
diese nur unwesentlich verbessert (OG GD 17 Ziff. 74 ff.). Aus den persönlichen Verhältnis-
sen des Beschuldigten ergeben sich keine Elemente, welche eine Korrektur der in der vor-
stehenden Ziffer genannten Sanktion von 180 Strafeinheiten rechtfertigen könnten. Entgegen 
der Auffassung der Verteidigung kann die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten nicht straf-
senkend gewürdigt werden (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4).  

6. Bei der Sanktion von 180 Strafeinheiten ist gemäss Gesetz sowohl eine Freiheitsstrafe wie 
auch eine Geldstrafe möglich. Vorliegend wäre eine Freiheitsstrafe beim nicht vorbestraften 
Beschuldigten als Strafart unangemessen, zumal gut nachvollzogen werden kann, dass bei 
ihm das Straf- und Gerichtsverfahren und die damit verbundenen Kosten Eindruck hinterlas-
sen haben. Insbesondere die erheblichen Anwalts- und Verfahrenskosten sind geeignet, ihn 
zu veranlassen, bei zukünftigen vergleichbaren Situationen mit mehr Selbstdisziplin und Ge-
lassenheit zu reagieren.

7. Die gleichen Erwägungen gelten grundsätzlich auch für die von der Vorinstanz ausgespro-
chene Verbindungsbusse. Ergänzend muss festgestellt werden, dass Strafverfahren auf-
grund des kantonalen Anwaltstarifs, der keine Pauschalhonorare zulässt, und der restriktiven 
Praxis bei Honorarkürzungen (vgl. bspw. Urteil des Bundesstrafgerichts BB.2020.165 vom 
28. Juni 2022) häufig unverhältnismässig hohe Anwaltskosten verursachen, welche die Pau-
schaltarife im Zivilrecht deutlich überschreiten und für die Verfahrensparteien zu einer erheb-
lichen wirtschaftlichen Belastung führen können. So muss der Beschuldigte vorliegend nicht 
nur den zivilrechtlichen Schaden und die Genugtuung (inkl. möglichen Regressforderungen 
der Unfallversicherung) tragen, sondern neben den Verfahrensgebühren auch noch die An-
waltskosten. Diese Kostentragung, welche der vermögenslose Beschuldigte wohl nur raten-
weise bewältigen kann, wird bei ihm zu einer erheblichen Härte über einen längeren Zeit-
raum hinweg führen, welche zweifellos eine spezialpräventive Wirkung entfalten wird. Da 
sich vorliegend eine Verbindungsbusse auch aus spezialpräventiven Gründen nicht auf-
drängt, erscheint es als angebracht, ausnahmsweise auf eine solche zu verzichten.   

8. Hinsichtlich des bedingten Vollzugs der Geldstrafe sowie der Höhe des Tagessatzes kann 
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz, welche von den Parteien nicht in Abrede 
gestellt wurden, verwiesen werden (OG GD 1 E. IV.2. Ziff. 2.3 S. 20). Da sich die finanziellen 
Verhältnisse des Beschuldigten seit der Hauptverhandlung bei der Vorinstanz nicht wesentli-
che verändert haben, ist er mithin mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 130.00 
zu bestrafen, wobei der Vollzug mit einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben wird. 

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9. Das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO ist durch diese Sanktion nicht 
tangiert. Vorliegend wurde anstelle einer zu zahlenden Verbindungsbusse, welche 30 Tages-
sätzen zu CHF 130.00 entsprach (vgl. OG GD 1 E. IV.2. Ziff. 2.3, 5. Absatz, S. 20), eine um 
30 Tagessätze höhere bedingte Geldstrafe ausgesprochen. Das vorliegende Urteil ist mithin 
im Sanktionspunkt milder als das Urteil der Vorinstanz, da eine gleichwertige Sanktion voll-
umfänglich bedingt ausgesprochen wurde (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 
6B_1309/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.3.3). Dies ist folglich auch im Kostenpunkt als geringfü-
giges Obsiegen des Beschuldigten zu werten. 

V. Zivilklage 

1. Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen der Zivilforderung sowie des damit verbundenen Ver-
fahrensgangs kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(OG GD 1 E. V. Ziff. 1-3 S. 21 f.). 

2. Die Privatklägerin hat die Zusprechung von Schadenersatz in der Höhe von CHF 5'112.40 
sowie eine Genugtuung von CHF 3'500.00 beantragt, welche ihr die Vorinstanz vollumfäng-
lich zusprach. 

2.1 Eine Adhäsionsklage in einem Strafprozess ist ihrer Natur nach ein "Zivilprozess im Strafpro-
zess" (BGE 148 IV 432 E. 3.2.3). Es gelten mithin für die Beurteilung einer Zivilklage durch 
die Strafjustiz grundsätzlich die zivilprozessualen Regeln, insbesondere die Dispositionsma-
xime nach Art. 58 Abs. 1 ZPO (Urteil des Bundesgerichts 6B_267/2016 vom 15. Februar 
2017 E. 6.1: […] "Quoique régi par les art. 122 ss CPP, le procès civil dans le procès pénal 
demeure soumis à la maxime des débats et à la maxime de disposition" […]; vgl. auch Lie-
ber, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 3. A. 2020, Art. 122 StPO N. 3 und 4a). Die Verhandlungsmaxime gemäss 
Art. 55 Abs. 1 ZPO findet grundsätzlich ebenfalls Anwendung, ist hingegen insoweit einge-
schränkt, wie der für die Beurteilung der Straftat relevante Sachverhalt von Amtes wegen 
gemäss Art. 6 StPO von der Strafjustiz erstellt wird und sich eine Adhäsionsklägerin ohne 
weitere eigene Bemühungen darauf stützen kann (Dolge, Basler Kommentar, 3. A. 2023, 
Art. 122 StPO N. 23 m.w.H.). Somit ist die Verhandlungsmaxime nach Art. 55 Abs. 1 ZPO bei 
Sachverhalten anzuwenden, deren Abklärung durch die Strafverfolgungsbehörden zum 
Nachweis des strafrechtlichen Tatbestands nicht erforderlich waren. 

3. Die Voraussetzungen für eine zivilrechtliche Haftung des Beschuldigten nach Art. 41 ff. OR 
liegen vor. Der Beschuldigte fügte der Privatklägerin einen Körperschaden zu und verletzte 
damit deren körperliche Integrität und Gesundheit als absolut geschützte Rechte. Sein Ver-
halten war mithin widerrechtlich. Ferner handelte der Beschuldigte eventualvorsätzlich und 
damit schuldhaft. Er ist damit für sämtliche kausalen Schadenspositionen gemäss Art. 41 ff. 
OR haftpflichtig. Es ist folglich nur noch zu prüfen, ob die von der Privatklägerin geltend ge-
machten Schadenspositionen nachweislich auf den vom Beschuldigten zu verantwortenden 
Stoss zurückzuführen sind bzw. ob der behauptete Schaden nachweislich kausal auf die wi-
derrechtliche Handlung zurückgeführt werden kann. 

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3.1 Die Privatklägerin reichte bei der Staatsanwaltschaft zwei Rechnungen für Behandlungen 
durch einen Osteopathen über insgesamt CHF 945.00 ein. Die Rechnungen sind aktenkun-
dig und belegt (act. 8/20/6 und act. 8/20/9). Der Beschuldigte wendete diesbezüglich ein, 
dass Osteopathie eine Alternativheilmethode sei, welche schulmedizinisch nicht anerkannt 
sei und bestritt damit die Zweckmässigkeit der Behandlung (SE GD 18/5 S. 11; OG GD 17/2 
Ziff. 77). Es trifft zu, dass Osteopathie-Behandlungen in der Schweiz nicht von der obligatori-
schen Krankenversicherung getragen werden. Dies ist allerdings haftpflichtrechtlich irrele-
vant, zumal der Haftpflichtige auch für Schäden aufkommen muss, welche von der sozialen 
Grundversicherung nicht übernommen werden. So erachtet es das Gericht als plausibel und 
erwiesen, dass die Beschuldigte einen Osteopathen aufsuchte, weil sie sich subjektiv eine 
Besserung ihres medizinischen Zustands erhoffte. Dabei gilt indessen auch zu beachten, 
dass der Geschädigte für die Zweckmässigkeit der angewendeten Therapie beweispflichtig 
ist. Während dies bei krankenkassenpflichtigen Leistungen ohne weiteres anzunehmen ist, 
gelten üblicherweise ärztliche Anordnungen einer bestimmten Therapie als Nachweis der 
Zweckmässigkeit. Auf jeden Fall obliegt der Nachweis der Zweckmässigkeit der Osteopathie-
Therapie der Privatklägerin (vgl. Brehm, Berner Kommentar, 5. A. 2021, Art. 46 OR N. 30 
und insb. N. 30a). Die Frage, ob die Osteopathie-Therapie eine zweckmässige Heilmethode 
war und als Heilkosten gemäss Art. 46 Abs. 1 OR geltend gemacht werden kann, beschlägt 
einzig die Adhäsionsforderung. Strafprozessual und strafrechtlich ist diese Frage nach der 
Zweckmässigkeit der Osteopathie-Therapie nicht relevant. Gemäss den eingangs dargeleg-
ten Grundsätzen ist mithin die Verhandlungsmaxime nach Art. 55 ZPO anwendbar. Nach der 
geltenden Verhandlungsmaxime ist es die Aufgabe der Parteien, die Tatsachen, auf die sie 
ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben. Die anwaltlich vertrete-
ne Privatklägerin reichte trotz der durch den Beschuldigten sinngemäss bestrittenen Zweck-
mässigkeit keine ärztlichen Anordnungen der Osteopathie-Therapie zu den Akten und bean-
tragte auch nicht eine Parteibefragung oder Zeugenvernehmung, um die Zweckmässigkeit 
der Osteopathie-Therapie nachzuweisen. Ihr Rechtsbeistand führte lediglich aus, die Osteo-
pathie-Therapie sei der Privatklägerin von ihrem Arzt empfohlen worden (OG GD 17 S. 32 
Ziff. 21). Das Gericht ist ferner nicht gehalten, diese dem Nachweis der Zivilforderung die-
nenden Beweismittel von Amtes wegen zu erheben. Der Nachweis der Zweckmässigkeit ist 
damit nicht erbracht, weswegen der Beschuldigte nicht verpflichtet werden kann, der Privat-
klägerin für die Osteopathie-Behandlung Schadenersatz zu leisten. Die Privatklägerin hat in 
casu die Zivilklage begründet und beziffert sowie die Beweisführung durch die Einreichung 
der Kostennoten der Osteopathie-Behandlung angetreten. Sie ist indessen beim notwendi-
gen Nachweis der Zweckmässigkeit dieser Kosten bei der Beweisführung gescheitert. Eine 
Verweisung auf den Zivilweg gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO ist in dieser Konstellation 
nicht möglich (vgl. Dolge, a.a.O., Art. 126 StPO N. 38). Folglich ist die Zivilklage in diesem 
Punkt abzuweisen. 

3.2 Die Privatklägerin reichte bei der Staatsanwaltschaft diverse Dokumente im Zusammenhang 
mit den Leistungen der Spitex J.________ ein (act. 8/20/12). Diese wurden teilweise von der 
Unfallversicherung beglichen und später teilweise von der Krankenkasse übernommen. Auf-
grund der eingereichten Belege ist erstellt, dass die Privatklägerin CHF 1'090.10 
(act. 8/20/12) und CHF 234.45 (act. 8/20/36) für Leistungen an die Spitex selbst bezahlen 
musste. Bei den entsprechenden Spitex-Leistungen, welche bis am 21. September 2021 er-
bracht wurden, handelte es sich um Selbstbehalte aus KVG-Pflichtleistungen (v.a. psychiatri-
sche Dienste) sowie um nicht-kassenpflichtige Leistungen im Bereich Unterstützung für 

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Hauswirtschaft, Betreuung und Mahlzeitendienst (act. 8/2012 ff.). Der Beschuldigte wendete 
gegen diese Leistungen sinngemäss ein, dass sie nicht notwendig gewesen seien, und be-
stritt einen Zusammenhang mit der erlittenen Verletzung (SE GD 18/5 S. 11; OG GD 17/2 
Ziff. 79). Diesbezüglich ist indessen aufgrund der glaubhaften Darlegungen der Privatklägerin 
erstellt, dass sie während 54 Tagen vollumfänglich und anschliessend bis am 3. Oktober 
2022 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben war, wobei sie bis im Juni 2021 an Krücken ging 
(act. 2/6 Ziff. 18). Es ist mithin nachvollziehbar und überzeugend, dass die alleinlebende Pri-
vatklägerin auch in den Bereichen Hauswirtschaft, Betreuung und Mahlzeitendienst Unter-
stützung benötigte, um ihre Lebensführung trotz der gesundheitlichen Einschränkungen so-
weit wie möglich unverändert beibehalten zu können. Betreffend Haushaltsarbeit und ver-
gleichbare unentgeltliche Alltagstätigkeiten hat die geschädigte Person ein Wahlrecht, ob sie 
den sog. Haushaltsschaden abstrakt berechnet oder die Rückerstattung der konkreten Hilfe-
leistungen beansprucht (BGE 129 III 135 E. 4.2.1). Angesichts des Umstandes, dass die Pri-
vatklägerin während mehrerer Wochen auf Krücken angewiesen war, ist eine zumindest teil-
weise Arbeitsunfähigkeit im Teilbereich Haushaltsführung plausibel. Dabei kann die bean-
spruchte Schadensposition bezüglich nicht-kassenpflichtige Leistungen keineswegs als 
übermässig taxiert werden. Betreffend die Selbstbehalte zu den kassenpflichtigen Leistun-
gen, welche im Zusammenhang mit kassenpflichtigen psychiatrischen Leistungen stehen 
(CHF 61.40; CHF 92.10; CHF 76.75; CHF 46.05; CHF 76.75, total CHF 353.05), fehlt hinge-
gen der Nachweis des Kausalzusammenhangs zwischen der Schädigung und den erbrach-
ten Behandlungsleistungen, zumal die Unfallversicherung diese Leistungen mangels über-
wiegend wahrscheinlicher Unfallfolge ablehnte (act. 8/20/12). Die anwaltlich vertretene Pri-
vatklägerin stellte auch keine entsprechenden Beweisanträge, obwohl der Beschuldigte den 
Kausalzusammenhang bestritt und ihr dies nach der dargelegten Rechtslage gemäss Art. 55 
ZPO oblag. Die Kosten für den Krankenkassenselbstbehalt im Zusammenhang mit der 
psychiatrischen Grundversorgung können folglich nicht dem Beschuldigten auferlegt werden. 
Der ungedeckte Schaden der Privatklägerin im Zusammenhang mit Haushaltsleistungen be-
trägt mithin CHF 971.50. In dieser Höhe ist der Schaden nachweislich kausal auf die Hand-
lungen des Beschuldigten zurückzuführen und somit durch diesen zu ersetzen. Darüber hin-
aus ist die Zivilklage abzuweisen. 

3.3 Die Privatklägerin machte als letzte Schadensposition die Differenz zwischen ihrem hypothe-
tischen Erwerbseinkommen und den Arbeitslosentaggeldern geltend. Sie führte dazu aus, ihr 
befristeter Arbeitsvertrag mit der Gemeinde K.________ sei nur deswegen nicht verlängert 
worden, weil sie den Unfall erlitten habe. Sie sei ab dem 1. August 2021 arbeitslos geworden 
und habe entsprechend in den Monaten August bis Dezember 2021 einen Verdienstausfall 
von CHF 2'842.85 erlitten (act. 8/20/3). Der Beschuldigte bestritt dabei, dass dieser Erwerbs-
ausfall auf den Unfall zurückzuführen sei und wies darauf hin, dass die Privatklägerin dafür 
beweispflichtig sei (SE GD 18/5 S. 12; OG GD 17/2 Ziff. 82 ff.). Vorab gilt zu erwägen, dass 
die Frage, ob der Arbeitsvertrag der Privatklägerin von der Gemeinde K.________ ohne die 
Straftat des Beschuldigten ab August 2021 verlängert worden wäre, einzig die adhäsionswei-
se geltend gemachte Schadenersatzforderung beschlägt. Strafprozessual oder strafrechtlich 
ist diese Frage irrelevant. Es gilt mithin wie dargelegt die Verhandlungsmaxime nach Art. 55 
ZPO, wonach die Privatklägerin den vom Beschuldigten bestrittenen Kausalzusammenhang 
zwischen der strafbaren Handlung und der behaupteten Nichtverlängerung des befristeten 
Arbeitsverhältnisses zu behaupten und zu beweisen hat. Entsprechend ist es nicht die Auf-
gabe des Gerichts, bei bestrittenen Tatsachenbehauptungen der klägerischen Partei von 

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Amtes wegen geeignete Beweise zu erheben. Die Privatklägerin stellte keine Beweisanträge. 
Die bestrittene Tatsache, dass die Privatklägerin wegen der Straftat einen ungedeckten Er-
werbsausfall erlitt, ist folglich nicht bewiesen. Erneut hat die Privatklägerin die Zivilforderung 
beziffert, begründet, ist zur Beweisführung angetreten und daran gescheitert. Die Zivilklage 
ist somit auch in diesem Punkt abzuweisen. 

3.4 Gemäss Art. 43 Abs. 1 OR bestimmt Art und Grösse des Ersatzes für den eingetretenen 
Schaden der Richter, der dabei die Umstände als auch die Grösse des Verschuldens zu 
würdigen hat. Eine Reduktion des Schadenersatzes nach Art. 43 Abs. 1 OR ist bei einer vor-
sätzlichen Tathandlung indessen ausgeschlossen, da eine solche nicht mehr als ein leichtes 
Verschulden qualifiziert werden kann (BGE 99 II 228 E. 5). Ferner kann der Richter die Er-
satzpflicht nach Art. 44 Abs. 1 OR ermässigen oder gänzlich davon absehen, wenn der Ge-
schädigte für Umstände einstehen muss, welche auf die Entstehung oder Verschlimmerung 
des Schadens eingewirkt haben. Selbstverschulden im Sinne von Art. 44 Abs. 1 OR setzt 
dabei voraus, dass die geschädigte Person ein riskantes Verhalten an den Tag legt, dessen 
Gefährlichkeit sie erkannte oder hätte erkennen müssen und damit eine eigentliche Unter-
brechung des Zusammenhangs zwischen unerlaubter Handlung und Schaden bewirkt (BGE 
97 II 221 E. 4; Kessler, Basler Kommentar, 7. A. 2020, Art. 44 OR N. 7). Vorliegend hat der 
Beschuldigte eventualvorsätzlich und damit mit einem zivilrechtlich – wo bereits eine leichte 
Fahrlässigkeit haftungsbegründend sein kann – vergleichsweise hohen Verschuldensgrad 
gehandelt. Eine Herabsetzung des Schadenersatzes gemäss Art. 43 Abs. 1 OR wegen eines 
geringfügen Verschuldens ist folglich ausgeschlossen. Darüber hinaus trifft es wie erwähnt 
zu, dass die Privatklägerin mit ihrer provokativen Parkplatzreservierung den Ausgangspunkt 
für die Auseinandersetzung verantwortete. Sie musste indessen in keinem Fall damit rech-
nen, dass der Beschuldigte ihr deswegen einen Stoss versetzen und sie dadurch einen nicht 
unerheblichen Gesundheitsschaden erleiden würde. Wie dargelegt, war dieses Verhalten des 
Beschuldigten strafrechtlich relevant und konnte von der Privatklägerin somit nicht ohne wei-
teres antizipiert werden. Für eine Herabsetzung der Schadenersatzpflicht nach Art. 44 Abs. 1 
OR zu Lasten der Privatklägerin besteht in zivilrechtlicher Hinsicht kein Raum. 

3.5 Der Beschuldigte ist somit zu verpflichten, der Privatklägerin Schadenersatz in der Höhe von 
CHF 971.50 zu leisten. Im darüberhinausgehenden Betrag ist die Schadenersatzforderung 
der Privatklägerin, welche die ihr obliegenden Zweckmässigkeits- und Kausalitätsnachweise 
nicht erbringen konnte, abzuweisen. 

3.6 Eine Genugtuungssumme von CHF 3'500.00 gemäss Art. 47 OR ist angesichts der Vorsatz-
tat, der erlittenen Verletzungen, der damit verbundenen Schmerzen, der notwendigen opera-
tiven Versorgung, und der erheblichen Einschränkungen nach der operativen Versorgung 
angemessen. Die Höhe der Genugtuung von CHF 3'500.00 ist, wie die Vorinstanz darlegte, 
nicht ungewöhnlich hoch (Verweis auf OG GD 1 E. V. Ziff. 3.2 S. 22 f.). Entgegen der Auffas-
sung der Verteidigung hat die Vorinstanz die Höhe der Genugtuung nicht willkürlich begrün-
det. Die Vorinstanz hat vergleichbare Tathergänge und Verletzungen recherchiert und war 
unter Verweis auf die Urteile 962 und 2457 in der Genugtuungsdatenbank von Landolt (Ge-
nugtuungsrecht) der Auffassung, dass CHF 3'500.00 angemessen seien. Diese Ansicht hält 
einer näheren Prüfung stand. Das Urteil Nr. 962 vom 2. Oktober 2007 des Bezirksgerichts 
Zürich beinhaltete eine Genugtuung von CHF 4'000.00 bei einem Stoss, der zu einem Sturz 
mit einem dreifachen Oberarmbruch führte. Der Täter wurde deswegen u.a. wegen einfacher 

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Körperverletzung verurteilt. Das Urteil Nr. 2457 beinhaltete eine Genugtuung von 
CHF 3'000.00 bei einem Stoss, der zu einem Oberarmbruch mit dreimonatiger Arbeitsun-
fähigkeit führte. Beide zitierten Urteile erscheinen vom Tathergang und vom Verschulden-
sgrad als einschlägig. Auch das Verletzungsbild der zitierten Urteile ist zumindest teilweise 
einschlägig. So ist eine Oberschenkelhalsfraktur als Verletzungsfolge grundsätzlich eher als 
gravierender einzustufen als Oberarmbrüche, da die Gehfähigkeit über einen längeren Zeit-
raum beeinträchtigt wird. So wurde bspw. im Urteil Nr. 524 bei gravierenden Lendenwirbel-, 
Oberschenkelhals- und Knieverletzungen sowie einer damit zusammenhängenden Erwerbs-
unfähigkeit nach einem Verkehrsunfall eine Genugtuung von CHF 50'000.00 ausgerichtet 
(Urteil des Bundesgerichts 4C.260/2003). Ferner war die Dauer der Arbeitsunfähigkeit vorlie-
gend mit dem Urteil Nr. 2457 vergleichbar. Gesamthaft gewürdigt sind keine stichhaltigen 
Gründe ersichtlich, die von der Vorinstanz festgelegte Genugtuung von CHF 3'500.00 herab-
zusetzen. Dabei kann auch gewürdigt werden, dass der Beschuldigte sich nicht entschuldig-
te, die Privatklägerin nicht bei der Bewältigung der Gesundheitsfolgen unterstützte oder die 
erlittene Unbill der Privatklägerin minderte. Die Privatklägerin hat ferner verneint, dass sie 
von der Unfallversicherung eine Integritätsentschädigung nach Art. 24 des Unfallsversiche-
rungsgesetzes erhalten hat. Der Beschuldigte hat der Privatklägerin mithin Genugtuung in 
der Form einer Geldzahlung von CHF 3'500.00 zu leisten. Die Zusprechung von Zinsen wur-
de nicht beantragt. 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Verfahrenskosten 

1.1 Die Vorinstanz legte die gesetzlichen Bestimmungen der Kostenfolgen im Vorverfahren und 
im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren sowie die Grundsätze der Entschädigung der amtli-
chen Verteidigung korrekt dar. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 1 E. VI. Ziff. 1-2 
S. 23). Weder die Höhe der Untersuchungskosten von CHF 1'535.00 noch die Gerichtsge-
bühr von CHF 2'000.00 der Vorinstanz wurden von den Parteien in Abrede gestellt. Diese er-
scheinen angemessen. Der gemäss dem Anklagevorwurf verurteilte Beschuldigte hat diese 
gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO vollumfänglich zu tragen. 

1.2 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach Massgabe ih-
res Obsiegens oder Unterliegens. Erwirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen 
für sie günstigeren Entscheid, so können ihr die Verfahrenskosten trotzdem auferlegt wer-
den, wenn die Voraussetzungen für das Obsiegen erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen 
worden sind oder der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wird (Art. 428 
Abs. 1 und 2 StPO). Ob eine Partei als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in 
welchem Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden. Er-
wirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günstigeren Entscheid, so 
können ihr die Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn der angefochtene Entscheid nur 
unwesentlich abgeändert wird (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz sel-
ber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene 
Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Wird die unentgeltliche Rechtspflege gemäss 
Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO gewährt, dürfen der von den Verfahrenskosten befreiten Privatklä-
gerschaft im Berufungsverfahren auch bei einem ganzen oder teilweisen Unterliegen keine 

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Kosten auferlegt werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1066/2022 vom 12. Januar 2023 
E. 3.3). 

1.3 Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens ist auf CHF 3'000.00 festzulegen (§§ 24 Abs. 1 
und 23 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Kosten in der Zivil- und Strafrechtspflege; KoV 
OG; BGS 161.7). 

1.4 Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren im Hauptpunkt. Dass die Sanktion fak-
tisch durch den Wegfall der Verbindungsbusse etwas gemildert wurde, kann als geringfügi-
ges Obsiegen des Beschuldigten im Strafpunkt gewertet werden. Gleichfalls führt die Herab-
setzung des Schadenersatz- und Genugtuungsanspruches der Privatklägerin um ca. die 
Hälfte zu einem geringfügigen Obsiegen des Beschuldigten im Zivilpunkt. Die Privatklägerin 
obsiegt hingegen vollumfänglich im Strafpunkt und hälftig im Zivilpunkt. Gesamthaft gewür-
digt ist es angemessen, dem Beschuldigten gestützt auf Art. 428 Abs. 1 StPO drei Viertel der 
Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Ein Viertel der Kosten des Berufungsverfah-
rens ist auf die Staatskasse zu nehmen. Die Privatklägerin, der die unentgeltliche Rechts-
pflege im Untersuchungs- und den Gerichtsverfahren gewährt wurde, können trotz ihres teil-
weisen Unterliegens im Zivilpunkt im Berufungsverfahren keine Kosten auferlegt werden. 

 
2. Entschädigungen für die prozessualen Umtriebe 

2.1 Die Vorinstanz legte die gesetzlichen Bestimmungen der Entschädigungsfolgen im Vorver-
fahren und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren sowie die Grundsätze der Entschädigung 
des unentgeltlichen Rechtsbeistands korrekt dar. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 1 
E. VI. Ziff. 1-2 S. 23). Die dargelegten Entschädigungsfolgen gelten dabei auch im Beru-
fungsverfahren (Art. 436 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 30 Abs. 3 OHG müssen das Opfer und 
seine Angehörigen die Kosten für einen unentgeltlichen Rechtsbeistand nicht zurückerstat-
ten. Art. 30 Abs. 3 OHG stellt dabei eine lex specialis zur Rückerstattungspflicht der Kosten 
des unentgeltlichen Rechtsbeistands nach Art. 138 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO dar (BGE 141 
IV 262 E. 3). Das Opfer im Sinne von Art. 116 Abs. 1 StPO darf somit grundsätzlich nicht zur 
Rückerstattung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet werden. Im 
Rechtsmittelverfahren gilt ausnahmsweise nur dann eine Rückzahlungspflicht der Privatklä-
gerschaft betreffend die Aufwendungen des unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn in der 
ersten und zweiten Instanz ein Freispruch des Beschuldigten erfolgte und die Berufung ein-
zig von der Privatklägerschaft eingereicht wurde (vgl. BGE 143 IV 154 E. 2.3.5; per 1. Januar 
2024 wird gemäss der neuen Bestimmung Art. 138 Abs. 1bis StPO die Rückzahlungspflicht in 
allen Fällen aufgehoben). 

2.2 Der Beschuldigte wurde gemäss den Anträgen der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift 
vom 19. Mai 2022 schuldig gesprochen und hat deswegen keinen Anspruch auf Entschädi-
gung seiner prozessualen Aufwendungen (Art. 429 Abs. 1 StPO; Art. 436 Abs. 1 StPO). Dass 
von der Berufungsinstanz von der Auferlegung einer Verbindungsbusse abgesehen wurde, 
rechtfertigt keine Entschädigung. 

2.3 Der Beschuldigte wäre bei dieser Ausgangslage gegenüber der Privatklägerin grundsätzlich 
entschädigungspflichtig (Art. 433 Abs. 1 StPO). Da der Staat die Kosten des unentgeltlichen 
Rechtsbeistands finanziert hat, sind Entschädigungen in diesem Zusammenhang direkt an 

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den Staat zu bezahlen (Art. 436 Abs. 1 StPO; Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 428 Abs. 2 
StPO). Der Beschuldigte hat mithin die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands für das 
Untersuchungsverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren, welche von der Vor-
instanz rechtskräftig auf CHF 10'000.00 festgelegt wurden, anteilsmässig zu tragen. Es 
rechtfertigt sich, dem Beschuldigten die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Pri-
vatklägerin, welche im Zusammenhang mit dem Untersuchungsverfahren angefallen sind, 
vollumfänglich aufzuerlegen. So war die Zivilforderung im Untersuchungsverfahren weitge-
hend irrelevant. Aufgrund des ca. hälftigen Obsiegens des Beschuldigten im Zivilpunkt und 
des vollumfänglichen Unterliegens im Strafpunkt in den Gerichtsverfahren hat der Beschul-
digte drei Viertel der Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands für das erstinstanzliche 
und zweitinstanzliche Gerichtsverfahren zu tragen. Im Umfang von einem Viertel werden die 
Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands in den Gerichtsverfahren von der Staatskasse 
getragen. 

2.4 Die an den Stundenansatz von CHF 220.00 angepasste Honorarnote des unentgeltlichen 
Rechtsbeistands im Zusammenhang mit den Aufwendungen im Untersuchungsverfahren be-
trägt CHF 5'610.00 (25,5 x CHF 220.00) plus CHF 289.90 Spesen plus CHF 454.30 Mehr-
wertsteuer (OG GD 1 E. VI Ziff. 2.1 S. 23; SE GD 17/2). Der Beschuldigte hat mithin 
CHF 6'354.20 des festgesetzten Honorars des unentgeltlichen Rechtsbeistands für dessen 
Aufwendungen im Untersuchungsverfahren dem Staat zurückzubezahlen. 

2.5 Für das erstinstanzliche Gerichtsverfahren wurde der unentgeltliche Rechtsbeistand mit 
CHF 3'645.80 vom Staat entschädigt (Differenz von CHF 6'354.20 zu CHF 10'000.00). Der 
Beschuldigte ist mithin zu verpflichten, dem Staat drei Viertel davon (CHF 2'734.35) zu erset-
zen (Art. 138 Abs. 2 StPO). Der Privatklägerin kann trotz ihres hälftigen Unterliegens im Zi-
vilpunkt als Opfer im Sinne von Art. 116 StPO keine Rückzahlungspflicht auferlegt werden. 
Ein Viertel der Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands für das erstinstanzliche Gerichts-
verfahren (CHF 911.45) ist somit auf die Staatskasse zunehmen. 

2.5.1 Für das zweitinstanzliche Gerichtsverfahren machte der unentgeltliche Rechtsbeistand der 
Privatklägerin ein Honorar von CHF 4'740.35 geltend (OG GD 17/4). Der Stundenansatz ist 
dabei auf CHF 220.00 zu kürzen, da kein besonders anspruchsvoller Fall vorliegt (§ 14 
Abs. 2 der Verordnung über den Anwaltstarif; AnwT; BGS 163.4). Für das UP-Gesuch 
(OG GD 6), welches sich Wesentlichen auf die unveränderten Verhältnisse der Privatklägerin 
Bezug nahm, ist der verrechnete Stundenaufwand um eine Stunde zu kürzen. Für die kurze 
Eingabe "Schutzmassnahmen Opfer" (OG GD 13), welche einen kurzen und einfachen An-
trag enthält, ist der verrechnete Stundenaufwand ebenfalls um eine halbe Stunde zu kürzen. 
Dies ergibt einen angemessenen Stundenaufwand von 15.15 Stunden. Angepasst an den 
genannten Stundenansatz ergibt dies ein Honorar von CHF 3'333.00 plus CHF 213.90 Spe-
sen plus CHF 273.15 Mehrwertsteuer, total CHF 3'820.05. Der unentgeltliche Rechtsbeistand 
der Privatklägerin ist in diesem Ausmass durch den Staat zu entschädigen. 

2.5.2 Der Beschuldigte ist wie dargelegt zu verpflichten, dem Staat drei Viertel der Kosten für den 
unentgeltlichen Rechtsbeistand der Privatklägerin für das Berufungsverfahren zu ersetzen 
(CHF 2'865.00; Art. 138 Abs. 2 StPO). Eine Kostenauferlegung an die Privatklägerin ist trotz 
hälftigen Unterliegens im Zivilpunkt nicht möglich. Ein Viertel der Kosten des unentgeltlichen 
Rechtsbeistands (CHF 955.05) ist somit auf die Staatskasse zu nehmen. 

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2.6.1 Die unentgeltliche Rechtspflege, welche zu Gunsten der Privatklägerin verfügt wurde, ent-
bindet diese nicht von der Pflicht zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an den im Zivil-
punkt zumindest teilweise obsiegenden Beschuldigten. So sieht das Strafprozessrecht nicht 
vor, dass eine Zivilklägerin in Bezug auf Art. 118 Abs. 3 ZPO in einem Strafprozess bevor-
zugt werden soll (Art. 432 Abs. 1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_1066/2022 vom 
12. Januar 2023 E. 3.1). Diese Entschädigung betrifft gemäss Art. 432 Abs. 1 StPO einzig 
die Aufwendungen, welche die Rechtsvertretung des Beschuldigten im Zivilpunkt verursach-
te. Da der Beschuldigte im Zivilpunkt hälftig obsiegte, ist er in diesem Umfang zu entschädi-
gen. 

2.6.2 Der Beschuldigte reichte drei Honorarnoten zu den Akten und beantragte die Zusprechung 
einer Entschädigung von insgesamt CHF 6'857.40 (Untersuchungsverfahren), CHF 8'681.05 
(erstinstanzliches Gerichtsverfahren) und CHF 10'528.05 (zweitinstanzliches Gerichtsverfah-
ren; vgl. OG GD 18). Mit der Zivilforderung der Privatklägerin musste sich der erbetene Ver-
teidiger indessen erst im Gerichts- und Berufungsverfahren befassen. Der angemessene 
Stundenansatz für den vorliegenden Fall beträgt zudem CHF 220.00 (§ 15 Abs. 2 AnwT). 
Eine exakte Ausscheidung der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Zivilforderung im 
Gerichtsverfahren ist aufgrund der eingereichten Honorarnoten, welche die Aufwendungen 
im Zusammenhang mit dem Zivilpunkt nicht separat und substantiiert ausweist, nicht mög-
lich. Angesichts der substanziellen Einwendungen der erbetenen Verteidigung im Zusam-
menhang mit den Zivilforderungen (OG GD 17/2, ca. neun Seiten; SE GD 18/5, ca. 4 Seiten) 
rechtfertigt es sich ermessensweise, den diesbezüglichen Aufwand im erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahren und im Berufungsverfahren pauschal auf CHF 4'000.00 festzulegen. Die Pri-
vatklägerin, welche bei der Zivilforderung zur Hälfte unterliegt, hat den Beschuldigten mithin 
mit CHF 2'000.00 für seine Aufwendungen im Zivilpunkt zu entschädigen. 

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Urteilsspruch

1.1 Es wird festgestellt, dass das Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Einzelgericht, vom 
2. Mai 2023 hinsichtlich der Dispositivziffer 6.1 (Entschädigung des unentgeltlichen Rechts-
beistands der Privatklägerin, Rechtsanwalt C.________, mit CHF 10'000.00 [inkl. MWST und 
Spesen]) in Rechtskraft erwachsen ist. 

1.2 Überdies wird festgestellt, dass die Gerichtskasse dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der 
Privatklägerin, Rechtsanwalt C.________, mit Zahlung vom 30. Juni 2023 das gemäss Dis-
positivziffer 1.1 zugesprochene Honorar in der Höhe von CHF 10'000.00 bereits überwiesen 
hat. 

2. Die Berufung des Beschuldigten D.________ wird im Hauptpunkt abgewiesen. 

3. Der Beschuldigte wird der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig gesprochen. 

4. Er wird dafür bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 130.00, unter Ge-
währung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von CHF 3'500.00 
und Schadenersatz von CHF 971.50 zu bezahlen. Im darüber hinausgehenden Betrag wird 
die Zivilforderung der Privatklägerin abgewiesen.

6. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens be-
tragen insgesamt CHF 3'825.00 und werden dem Beschuldigten auferlegt. 

7.1 Die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerin im Untersuchungsverfah-
ren betragen CHF 6'354.20. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat diese Kosten voll-
umfänglich zu ersetzen. 

7.2 Die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerin im erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahren betragen CHF 3'645.80. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat diese 
Kosten im Umfang von drei Vierteln (CHF 2'734.35) zu ersetzen. Im Umfang von einem Vier-
tel (CHF 911.45) werden die Kosten auf die Staatskasse genommen. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens betragen

CHF 3'000.00Entscheidgebühr
CHF 105.00 Auslagen
CHF 3'105.00Total

und werden zu drei Vierteln (CHF 2'328.75) dem Beschuldigten auferlegt. Zu einem Viertel 
(CHF 776.25) werden die Kosten auf die Staatskasse genommen.

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9.1 Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin, Rechtsanwalt C.________, wird für 
seine Bemühungen im Berufungsverfahren mit CHF 3'820.05 (inkl. MWST und Spesen) ent-
schädigt. 

9.2 Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbei-
stands der Privatklägerin für das Berufungsverfahren im Umfang von drei Vierteln 
(CHF 2'865.00) zurückzuerstatten. Im Umfang von einem Viertel (CHF 955.05) werden die 
Kosten auf die Staatskasse genommen. 

10. Die Privatklägerin wird verpflichtet, den Beschuldigten für seine anwaltlichen Aufwendungen 
im Zusammenhang mit dem Zivilpunkt mit CHF 2'000.00 (inkl. MWST und Spesen) zu ent-
schädigen. 

11. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung und keine Genugtuung aus der Staatskasse 
ausgerichtet. 

12.1 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerdegründe und die Beschwerdelegitimation richten sich nach den massge-
blichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes (BGG).

          Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, begründeten Ausferti-
gung an gerechnet, schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage 
des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

12.2 Der unentgeltliche Rechtsbeistand kann gegen die gerichtliche Festsetzung seiner Entschä-
digung gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b i.V.m. Art. 393 ff. StPO Beschwerde erheben. Eine sol-
che ist innert zehn Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet sowie un-
ter Beilage des Entscheids beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzu-
reichen.

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13. Mitteilung an:
- Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, Staatsanwältin A.________
- erbetener Verteidiger, Rechtsanwalt H.________ (für den Beschuldigten) 
- unentgeltlicher Rechtsbeistand, Rechtsanwalt C.________ (für sich und die Privatklä-

gerin) 
- Strafgericht des Kantons Zug, Einzelgericht (zur Kenntnis)
- Gerichtskasse (im Dispositiv) 

sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel 
an:
- Zuger Polizei (zur Kenntnis gemäss § 123 GOG)
- M.________ Versicherung (gemäss Art. 32 Abs. 1 lit. d ATSG; zusammen mit allen 

Einvernahmeprotokollen; gestützt auf das Einsichtsersuchen vom 17. Juli 2023) 
- N.________ (als Bevollmächtigte für die O.________ Versicherung; gemäss Art. 32 

Abs. 1 lit. d ATSG; gestützt auf das Einsichtsersuchen vom 29. November 2023) 

Obergericht des Kantons Zug 
Strafabteilung

A. Sidler F. Eller
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: