# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30656481-bdc0-55ee-a8ae-31a10f831967
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2016 E-5841/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5841-2016_2016-10-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5841/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;   

Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Irak,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 1. September 2016 / N (…). 

 

 

 

E-5841/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 5. Mai 2003 erstmals in der Schweiz 

um Asyl. Mit Verfügung vom 30. September 2005 wurde sein Asylgesuch 

abgelehnt, die Wegweisung verfügt, der Vollzug jedoch zu Gunsten einer 

vorläufigen Aufnahme aufgeschoben. Im Jahr 2009 wurde dem Beschwer-

deführer wegen Vorliegens eines schwerwiegenden persönlichen Härtefal-

les eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Im Jahr 2011 stellte sich heraus, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des Asylverfahrens eine falsche 

Identität angegeben hatte. Der eingereichte Pass wurde als Totalfälschung 

eingezogen, die Aufenthaltsbewilligung widerrufen und der Beschwerde-

führer – unter Anordnung des Vollzugs – aus der Schweiz weggewiesen. 

Diese Anordnungen wurden am 13. Februar 2014 letztinstanzlich vom 

Bundesgericht bestätigt. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers ver-

liess er die Schweiz am 15. Juni 2014 und kehrte Irak zurück, wo er in 

C._______ lebte und am 29. Juli 2015 die Beschwerdeführerin heiratete. 

B.  

Gemäss eigenen Angaben verliessen die Beschwerdeführenden den Irak 

am 4. November 2015. 

Die Beschwerdeführerin reiste am 15. Dezember 2015 in die Schweiz ein 

und ersuchte gleichentags um Asyl. Am 30. Dezember 2015 wurde sie zur 

Person (BzP) befragt. Die Vorinstanz hörte sie am 10. August 2016 zu den 

Asylgründen an. Sie machte im Wesentlichen geltend, ihr Onkel habe sie 

mit einem seiner Söhne verheiraten wollen. Stattdessen habe sie den Be-

schwerdeführer geheiratet, weshalb ihr Onkel ihr mit dem Tod gedroht 

habe. 

Der Beschwerdeführer reiste am 24. Januar 2016 in die Schweiz ein und 

suchte gleichentags um Asyl nach. Am 29. Januar 2016 wurde er zur Per-

son befragt. Die Vorinstanz hörte ihn am 10. August 2016 zu den Asylgrün-

den an. Er machte im Wesentlichen die gleichen Asylgründe wie die Be-

schwerdeführerin geltend. 

C.  

Mit Verfügung vom 1. September 2016 – eröffnet am 2. September 2016 – 

stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flücht-

lingseigenschaft nicht, lehnte die Asylgesuche ab, verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem 

Vollzug der Wegweisung. 

E-5841/2016 

Seite 3 

D.  

Mit Eingabe vom 23. September 2016 reichten die Beschwerdeführenden 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragten, die Ver-

fügung der Vorinstanz sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft sei an-

zuerkennen und ihnen sei Asyl zu gewähren. Weiter sei festzustellen, dass 

der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei 

und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht 

sei ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, eine amtliche 

Rechtsvertretung beizuordnen und auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten. Zudem sei die aufschiebende Wirkung wiederher-

zustellen und die zuständige Behörde sei anzuweisen, die Kontaktauf-

nahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaates sowie jegli-

che Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen. Bei bereits erfolgter Da-

tenweitergabe seien sie darüber in einer separaten Verfügung zu informie-

ren. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist 

einzutreten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

im Asylbereich auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zu-

dem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 

VwVG; BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung von Gesetzes wegen und 

die Vorinstanz hat sie nicht entzogen (Art. 55 Abs. 1 und 2 VwVG). Der 

Antrag betreffend aufschiebende Wirkung ist gegenstandslos. 

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2.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz-

lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, 

in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-

gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-

schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-

dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 

AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Lei-

bes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-

lichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgrün-

den ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden aufgrund der ungenü-

genden Intensität, der unbegründeten Furcht sowie der Möglichkeit der In-

anspruchnahme staatlichen Schutzes den Anforderungen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen. Es könne deshalb auf 

die Prüfung der Glaubhaftigkeit verzichtet werden, obwohl erhebliche Zwei-

fel am Wahrheitsgehalt der Aussagen anzubringen seien. 

4.2 Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Die Be-

schwerdeführenden setzen sich damit nicht ansatzweise auseinander. Mit 

dem blossen Wiederholen des aktenkundigen Sachverhalts zeigen sie 

nicht auf, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzen o-

der den Sachverhalt rechtsfehlerhaft feststellen soll. Solches lässt sich 

auch nicht annehmen. 

4.2.1 So hält die Vorinstanz zutreffend fest, die Beschwerdeführenden hät-

ten sich bei Problemen mit einer Privatperson an die heimatlichen Behör-

den wenden können. Die Behörden im Nordirak sind grundsätzlich schutz-

willig und auch schutzfähig (BVGE 2008/4 E. 6.1 ff.). Gemäss eigener An-

gaben hätten die Beschwerdeführenden nicht einmal versucht, die Drohun-

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Seite 5 

gen des Onkels den Behörden zu melden. Ihre Begründung, dass der On-

kel der Beschwerdeführerin politisch mächtig sei, vermag dabei nicht zu 

überzeugen. 

Darüber hinaus sind die Drohungen des Onkels in ihrer Intensität nicht aus-

reichend, um asylrelevant zu sein. So gibt der Beschwerdeführer zu Proto-

koll, der Onkel seiner Ehefrau habe ihn selbst nie direkt bedroht, da er ihn 

gar nicht gekannt habe (SEM-Akten, A43/19 F73 f.). Auch die Beschwer-

deführerin brachte lediglich vor, ihr Onkel habe ihr deswegen nur einmal 

gedroht. Weitere Drohungen habe er aber gegenüber ihrer Mutter ausge-

sprochen (SEM-Akten, A45/16 F61 f.). Es liegen somit keine hinreichenden 

Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vor, die bei jedem Menschen 

in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur 

Flucht hervorrufen würden. 

Die angeblichen Todesdrohungen des Onkels der Beschwerdeführerin sind 

somit nicht asylrelevant. 

4.2.2 Ebenfalls korrekt hält die Vorinstanz fest, dass die Furcht der Be-

schwerdeführerin vor einer Zwangsverheiratung unbegründet sei. So habe 

ihr Onkel, bei dem sie selbst aufgewachsen sei, mit ihr lediglich ein paar 

Mal über dieses Thema gesprochen. Ausserdem sei sein Sohn, mit dem 

sie hätte verheiratet werden sollen, mit der Heirat ebenfalls nicht einver-

standen gewesen (SEM-Akten, A45/16 F87 f.). Die Ausführungen der Be-

schwerdeführerin zur Frage, warum ihr Onkel sie nicht längst verheiratet 

habe, überzeugen dabei nicht (vgl. hierzu SEM-Akten, A45/16 F86). Unter 

diesen Umständen ist nicht von einer ernsthaften Absicht des Onkels aus-

zugehen, die Beschwerdeführerin mit seinem Sohn zu verheiraten. Auch 

diesem Vorbringen fehlt es somit an der Asylrelevanz. 

4.3 Zusammenfassend haben die Beschwerdeführenden nichts vorge-

bracht, das geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihre Asylgesuche zu Recht abge-

lehnt. 

5.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführenden verfügen 

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weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über ei-

nen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die 

Wegweisung ist nicht zu beanstanden. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

6.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, 

wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen. Da den Beschwerdeführenden die Flüchtlings-

eigenschaft nicht zukommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungs-

verbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht 

anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den 

allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 

Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Weder aufgrund der Akten noch aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

renden ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall 

einer Ausschaffung in den Irak dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wären. Der Vollzug ist demnach zulässig. 

6.3 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumut-

bar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat- oder Her-

kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner 

Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. 

Die Vorinstanz stellt zunächst fest, dass sich die Konfliktlage im Irak durch 

grosse Dynamik und Volatilität auszeichne, womit allgemeine Aussagen 

über die Sicherheits- und Menschenrechtslage rasch ihre Gültigkeit verlie-

ren würden. Die Gewalt konzentriere sich jedoch auf den Zentral- und Süd-

irak. Trotz grosser Flüchtlingswelle in die irakischen Nordprovinzen sei die 

Sicherheits- und Versorgungslage für Einheimische nicht derart gravie-

rend, dass generell von einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 

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Abs. 4 AuG gesprochen werden könne. Die Auseinandersetzungen würden 

sich auf Distrikte in der Provinz Ninawa um Mossul, Zumar, Sindschar, so-

wie südlich von Kirkuk auf die Provinzen Salah ad-Din und Diyala konzent-

rieren. Der Wegweisungsvollzug sei deshalb nach wie vor grundsätzlich 

zumutbar. Ebenfalls würden keine individuellen Gründe gegen die Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. Bezüglich des Beschwerde-

führers könne auf den Einspracheentscheid des kantonalen Amts für Mig-

ration und Integration vom 25. März 2013 verwiesen werden, der mit Urteil 

des Bundesgerichts vom 13. Februar 2014 bestätigt worden sei. Seither 

hätten sich keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Auch die Wegwei-

sung von verheirateten Frauen sei als zumutbar zu erachten. Begünsti-

gend hierfür sei, dass sich die Mutter und deren Brunder mit der Familie 

nach wie vor in C._______ aufhalten, womit ein soziales Beziehungsnetz 

vorliege. Sodann verfüge die Beschwerdeführerin über eine langjährige 

Schulausbildung, spreche die örtliche Sprache, sei im Nordirak sozialisiert 

worden und besitze die Staatsangehörigkeit. 

Die Beschwerdeführenden stammen aus der Provinz D._______. Sie ver-

mögen der vorinstanzlichen Argumentation nichts entgegenzusetzen. Im 

Urteil E-3737/2015 vom 14. Dezember 2015 (als Referenzurteil publiziert) 

stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass in den vier Provinzen der 

Autonomen Kurdischen Region (das KRG-Gebiet wird seit Anfang 2015 

durch die Provinzen Dohuk, Erbil, Suleimaniya sowie der von Letzterer ab-

gespalteten Provinz Halabja gebildet) heute nach wie vor nicht von einer 

Situation allgemeiner Gewalt im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AuG auszugehen 

ist und keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme vorliegen, dies 

werde sich in absehbarer Zeit massgeblich verändern. 

Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdeführerin stammen 

ursprünglich aus der Autonomen Region Kurdistans, haben dort den gröss-

ten Teil ihres bisherigen Lebens verbracht und verfügen über ein soziales 

Netz (Familie, Freunde). In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Er-

wägungen ist vorliegend von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

auszugehen. 

6.4 Die Beschwerdeführenden verfügen über irakische Identitätskarten 

und es obliegt ihnen, sich – soweit erforderlich – bei der zuständigen Ver-

tretung ihres Heimatlandes die für eine Rückkehr weitere notwendige Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 

Damit ist der Vollzug der Wegweisung auch möglich. 

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Seite 8 

6.5 Die Vorinstanz hat demnach zu Recht Wegweisungsvollzugshinder-

nisse verneint. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt ausser Be-

tracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

7.  

Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-

desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

Damit ist der Antrag betreffend Datenweitergabe gegenstandslos gewor-

den. Was den Antrag auf Erlass einer separaten Verfügung bei bereits er-

folgter Datenweitergabe anbelangt, ist festzustellen, dass den Akten keine 

entsprechenden Hinweise zu entnehmen sind. 

8.  

8.1 Die Beschwerdeführenden ersuchen um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung sowie Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung. 

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren 

als aussichtslos zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllen-

den Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb den Gesuchen nicht statt-

zugeben ist (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist 

mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 

Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Pascal Waldvogel 

 

 

Versand: