# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15e8b474-cc2d-5fe4-ae4b-f485fcc401a1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 22.03.2022 CG190018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_CG190018_2022-03-22.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Horgen 
I. Abteilung   
 

 

Geschäfts-Nr.: CG190018-F / UB / Wal / mk 

 

Mitwirkend: Gerichtspräsident Dr. iur. R. Nadig als Vorsitzender, Bezirksrichter 

lic. iur. M. Suter, Bezirksrichterin lic. iur. D. Maag sowie Gerichts-

schreiber MLaw J. Waltenspül 

Beschluss und Urteil vom 22. März 2022 

in Sachen 

 

A._____, 
Kläger und Widerbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. D._____,  
Beklagte und Widerkläger 

 

1, 2, 3 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y1._____ und/oder Rechtsanwältin 

lic. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung  

- 2 - 

Inhaltsverzeichnis 

Inhaltsverzeichnis .................................................................................................. 2 
I. Einleitung und Überblick ............................................................................... 11 
II. Prozessgeschichte ....................................................................................... 15 
III. Formelles .................................................................................................. 20 

A. Neue klägerische Hauptbegehren ............................................................ 20 
B. Neue klägerische Subeventualbegehren .................................................. 22 
C. Klageänderungen im Rahmen des Schriftenwechsels und Klagerückzug 24 

IV. Eigentumsübergang der Inhaberaktienzertifikate ...................................... 25 
A. Allgemeines .............................................................................................. 25 
B. Grundgeschäft .......................................................................................... 28 

B.1. Parteistandpunkte .............................................................................. 28 
B.2. Allgemeines zur Vertragsentstehung und -Auslegung ....................... 28 
B.3. Verbindlichkeit des Erwerbsrechts ..................................................... 30 
B.4. Qualifikation des Erwerbsrechts ........................................................ 45 
B.5. Eintritt der Bedingung ........................................................................ 52 
B.6. Fazit ................................................................................................... 68 

C. Besitzübertragung, dingliche Einigung und Verfügungsmacht .................. 69 
C.1. Voraussetzungen der Eigentumsübertragung im Allgemeinen und 
Sachverhalt .................................................................................................. 69 
C.2. Dinglicher Vertrag .............................................................................. 70 
C.3. Besitzübertragung.............................................................................. 73 
C.4. Verfügungsmacht............................................................................... 74 

D. Fazit .......................................................................................................... 75 
E. Gesellschaftsrechtliche Auswirkungen ..................................................... 77 

V. Beurteilung der klägerischen Anträge im Einzelnen ..................................... 79 
A. Ausstellung neuer Namenaktienzertifikate ................................................ 79 

A.1. Formelles ........................................................................................... 80 
A.2. Materielles ......................................................................................... 85 

B. Eventualantrag betr. Übertragung von unverbrieften Namenaktien .......... 89 
B. Subeventualantrag betr. Feststellung des Eigentums an Namenaktien .... 91 

B.1. Feststellungsinteresse ....................................................................... 91 
B.2. Materielles ......................................................................................... 92 

C. Ansprüche betr. Dividendenzahlungen ..................................................... 93 
C.1. Sachverhalt und Parteivorbringen ..................................................... 93 
C.2. Grundlagen zur Verantwortlichkeit des Besitzers .............................. 94 
C.3. Gutgläubigkeit der Beklagten ............................................................. 95 
C.4. Beachtung der gebotenen Aufmerksamkeit ....................................... 97 
C.5. Weitere Anspruchsgrundlagen .......................................................... 98 

D. Fazit .......................................................................................................... 99 
VI. Beurteilung der Eventualwiderklage ......................................................... 99 

A. Allgemeines .............................................................................................. 99 
B. Eventualwiderklage betr. Zustimmung zur Übertragung durch Zession .. 100 

B.1. Rechtliche Grundlagen .................................................................... 101 
B.2. Subjektive Auslegung ...................................................................... 102 

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B.3. Objektive Auslegung ........................................................................ 103 
B.4. Berichtigende Interpretation des Rechtsbegehrens ......................... 106 

C. Vollstreckung .......................................................................................... 107 
D. Fazit ........................................................................................................ 107 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................ 108 
A. Allgemeines zur Streitwertberechnung ................................................... 108 
B. Berechnung des Streitwerts im vorliegenden Fall ................................... 109 
C. Berechnung der Gerichtsgebühr ............................................................. 110 
D. Verteilung der Prozesskosten ................................................................. 112 
E. Parteientschädigung ............................................................................... 113 

VIII. Rechtsmittel ............................................................................................ 115 
 
  

- 4 - 

In der Klageschrift gestellte Rechtsbegehren des Klägers: 
(act. 2 S. 2 f.) 

"1.a. Die Beklagten seien zu verpflichten, dem Kläger das in seinem Eigen-
tum stehende und von E._____ den Beklagten ausgehändigte Aktienzertifi-
kat über 1'250 Aktien der F._____ AG (CHE …) unbelastet herauszugeben; 
für den Fall, dass sie das Aktienzertifikat an eine von den Beklagten oder 
einzelnen Beklagten kontrollierte natürliche oder juristische Person weiter-
übertragen oder dieser Rechte daran eingeräumt haben, seien die Beklagten 
zu verpflichten, diese - nach Abschluss des Beweisverfahrens zu bezeich-
nende - natürliche oder juristische Person zu veranlassen, das Aktienzertifi-
kat unbelastet an den Kläger herauszugeben; 
b. eventualiter seien die Beklagten zu verpflichten, dem Kläger sämtliche 
physisch ausgegebenen Aktien oder Aktienzertifikate betreffend die Aktien-
nummern 1 - 2'500 der F._____ AG herauszugeben, die ihnen von E._____ 
ausgehändigt wurden; 
für den Fall, dass sie solche Aktien oder Aktienzertifikate an eine oder meh-
rere von den Beklagten oder einzelnen Beklagten kontrollierte natürliche   
oder juristische Person(en) weiterübertragen oder dieser/ diesen Rechte da-
ran eingeräumt haben, seien die Beklagten zu verpflichten, diese - nach Ab-
schluss des Beweisverfahrens zu bezeichnende(n) - natürliche(n) oder juris-
tische(n) Person(en) zu veranlassen, die betreffenden Aktien oder Aktienzer-
tifikate unbelastet an den Kläger herauszugeben; 
c. subeventualiter seien die Beklagten zu verpflichten, der F._____ AG mit-
zuteilen, dass sie vom Kläger kein Eigentum an den Aktien der F._____ AG 
mit den Nummern 1 - 2'500 erworben haben und der Kläger nach wie vor Ei-
gentümer dieser Aktien ist; 
für den Fall, dass sie solche Aktien oder Aktienzertifikate an eine oder meh-
rere von den Beklagten oder einzelnen Beklagten kontrollierte natürliche   
oder juristische Person(en) weiterübertragen oder dieser/diesen Rechte da-
ran eingeräumt haben, seien die Beklagten zu verpflichten, diese - nach Ab-
schluss des Beweisverfahrens zu bezeichnende(n) - natürliche(n) oder juris-
tische(n) Person(en) zu veranlassen, der F._____ AG mitzuteilen, dass sie 
keine Rechte an den Aktien der F._____ AG mit den Nummern 1 - 2'500 er-
worben hat/haben und der Kläger nach wie vor Eigentümer dieser Aktien ist; 
d. sub-subeventualiter seien die Beklagten zur Leistung von Schadenersatz 
an den Kläger zu verpflichten für den Fall, dass sie über ihnen von E._____ 
ausgehändigte, im Eigentum des Klägers stehende Aktien oder Aktienzertifi-
kate der F._____ AG so verfügt haben oder verfügen, dass die Beklagten 
nicht mehr in der Lage sind, bei einer Gutheissung des Haupt-Rechtsbegeh-
rens Ziff. 1.a. oder des Eventualbegehrens Ziff. 1.b. die betreffenden Aktien 
oder Aktienzertifikate an den Kläger herauszugeben; die Schadenersatzleis-
tung sei dabei in der Höhe des durch Gutachten festzustellenden Wertes der 
betreffenden Aktien, aktuell approximativ mindestens CHF 10'000.00 pro Ak-
tie, festzusetzen; 
2. die Beklagten seien zu verpflichten, dem Kläger CHF 250'000.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% p.a. ab 24. Juni 2019 zu bezahlen." 

- 5 - 

In der Klageantwort gestellte Rechtsbegehren der Beklagten: 
(act. 16 S. 2 f.; Unterstreichung im Original) 

"1. Die Klage sei abzuweisen, sofern darauf einzutreten ist. 
2. Eventualwiderklage: 

a)  Der Kläger sei zu verpflichten, seine Zustimmung zur Übertra-
gung des Besitzes und des Eigentums an den 2'500 Inhaberak-
tien der F._____ AG (CHE …) im Nennwert von je CHF 100 (Ak-
tienzertifikate Nr. 1 bis Nr. 6) an die Beklagten (und zwar Aktien-
zertifikate Nr. 5 und 6 an den Beklagten 1; Aktienzertifikate Nr. 3 
und Nr. 4 an den Beklagten 2 und Aktienzertifikate Nr. 1 und 2 an 
den Beklagten 1) zu erklären und diese Erklärung E._____ anzu-
zeigen. 

b)  Die Willenserklärung gemäss lit. a sei nach Art. 344 ZPO durch 
gerichtliches Urteil zu ersetzen und E._____ zur Kenntnis zu 
bringen. 

3. Subeventualwiderklage: 
a)  Der Kläger sei zu verpflichten, seine Zustimmung zum Verkauf 

und Eigentumsübertragung von 2'500 Inhaberaktien der F._____ 
AG (CHE …) (Aktienzertifikate Nr. 1 bis Nr. 6) gemäss Schreiben 
der Beklagten vom 28. Februar 2019 zu erklären und diese Er-
klärung E._____ anzuzeigen, und zwar wie folgt: 
- 834 Inhaberaktien im Nennwert von je CHF 100 an den Be-

klagten 1; 
-  834 Inhaberaktien im Nennwert von je CHF 100 an den Be-

klagten 2; 
-  832 Inhaberaktien im Nennwert von je CHF 100 an den Be-

klagten 3; 
wobei der von jedem einzelnen der Beklagten bis 28. Februar 
2026 zu zahlende Kaufpreis 75 % des von der H._____ per 28. 
Februar 2019 zu errechnenden Wertes der Aktien gemäss 
Ziff. III.2.c. der Vereinbarung vom 28. Dezember 2011 beträgt. 

b)  Die Willenserklärung gemäss lit. a sei nach Art. 344 ZPO durch 
gerichtliches Urteil zu ersetzen und E._____ zur Kenntnis zu 
bringen. 

4.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers 
zzgl. 7. 7 % MwSt." 

Mit Replik vom 3. Dezember 2020 teilweise geänderte und  
ergänzte Rechtsbegehren des Klägers: 

(act. 74 S. 2 ff.) 

"1.1.1. Der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger 41'700 Namenaktien 
der F._____ AG (CHE …) unbelastet zu übertragen; 

- 6 - 

1.1.2. der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger weitere 41'700 Namen-
aktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung durch die am 
31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s auf 125'000 Aktien) zu 
übertragen; 
1.2.1. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger 41'700 Namenaktien 
der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 
1.2.2. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger weitere 41'700 Namen-
aktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung durch die am 
31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s auf 125'000 Aktien) zu 
übertragen; 
1.3.1. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger 41'600 Namenaktien 
der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 
1.3.2. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger weitere 41'600 Namen-
aktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung durch die am 
31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s auf 125'000 Aktien) zu 
übertragen; 
1.4. für den Fall, dass für die vorgenannten Namenaktien der F._____ AG 
physische Aktien oder Aktienzertifikate ausgegeben werden, seien die Be-
klagten zu verpflichten, diese neu geschaffenen physischen Aktien und/oder 
Aktienzertifikate dem Kläger unbelastet (ausser der Belastung durch die am 
31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s auf 125'000 Aktien) 
herauszugeben; 
1.5. für den Fall, dass die Beklagten oder einzelne der Beklagten die vorge-
nannten Aktien oder Aktienzertifikate der F._____ AG an (eine) von den Be-
klagten oder einzelnen Beklagten kontrollierte natürliche oder juristische Per-
son(en) weiterübertragen oder dieser/diesen Rechte daran eingeräumt ha-
ben, seien die Beklagten zu verpflichten, diese - nach Abschluss des Be-
weisverfahrens zu bezeichnende(n) - natürliche(n) oder juristische(n) Per-
son(en) zu veranlassen, die betreffenden Aktien unbelastet (ausser der Be-
lastung durch die am 31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s 
auf 125'000 Aktien) auf den Kläger zu übertragen oder, falls für diese Aktien 
physische Aktien oder Aktienzertifikate ausgegeben werden, an den Kläger 
herauszugeben; 
1.6. die Beklagten seien in jedem Fall zu verpflichten, den Verwaltungsrat 
der F._____ AG zu veranlassen, die Uebertragung von insgesamt 250'000 
Namenaktien der F._____ AG auf den Kläger zu genehmigen, den Kläger als 
unbelasteten (ausser der Belastung durch die am 31. Dezember 2023 en-
dende Nutzniessung E._____s auf 125'000 Aktien) Eigentümer dieser 
250'000 Namenaktien im Aktienbuch der F._____ AG einzutragen sowie den 
Kläger nach erfolgter Meldung gemäss Art. 697j OR als wirtschaftlich be-
rechtigte Person an 125'000 dieser 250'000 Namenaktien und nach Wegfall 
der am 31. Dezember 2023 endenden Nutzniessung E._____s auch als wirt-
schaftlich berechtigte Person an den weiteren 125'000 dieser Namenaktien 
im Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen der F._____ AG ein-
zutragen; 
1.7. eventualiter seien die Beklagten zur Leistung von Schadenersatz an den 
Kläger zu verpflichten für den Fall, dass sie über die vorstehend in den An-
trägen Ziff. 1.1. bis 1.6. genannten Aktien oder Aktienzertifikate der F._____ 
AG so verfügt haben oder verfügen, dass die Beklagten nicht mehr in der 

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Lage sind, bei einer Gutheissung der Haupt-Rechtsbegehren Ziff. 1.1. bis 
1.3. oder des Eventualbegehrens Ziff. 1.4. die betreffenden Aktien oder Akti-
enzertifikate auf den Kläger zu übertragen/an den Kläger herauszugeben; 
die Schadenersatzleistung sei dabei in der Höhe des durch Gutachten fest-
zustellenden Wertes der betreffenden Aktien, aktuell approximativ mindes-
tens CHF 100.00 pro Namenaktie, festzusetzen; 
2.1. der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 83'400.00 zuzüglich 
Zins zu 5% p.a. ab 24. Juni 2019 zu bezahlen; 
2.2. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 83'400.00 zuzüglich 
Zins zu 5% p.a. ab 24. Juni 2019 zu bezahlen; 
2.3. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 83'200.00 zuzüglich 
Zins zu 5% p.a. ab 24. Juni 2019 zu bezahlen; 
3.1. der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 62'550.00 zuzüglich 
Zins zu 5% p.a. ab 23. Juni 2020 zu bezahlen; 
3.2. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 62'550.00 zuzüglich 
Zins zu 5% p.a. ab 23. Juni 2020 zu bezahlen; 
3.3. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 62'400.00 zuzüglich 
Zins zu 5% p.a. ab 23. Juni 2020 zu bezahlen; 
4. die Eventualwiderklage und die Subeventualwiderklage seien abzuweisen; 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche MWST) 
zulasten der Beklagten." 

Mit Duplik vom 28. Mai 2021 teilweise geänderte  
Rechtsbegehren der Beklagten: 

(act. 106 S. 2 f.; Unterstreichung im Original) 

"1.  Die Klage sei abzuweisen, sofern darauf einzutreten ist. 
2.  Eventualwiderklage: 

a)  Der Kläger sei zu verpflichten, seine Zustimmung zur Übertra-
gung durch Zession (bzw. bei Ausstellung der Aktienzertifikate 
durch Indossierung) an 250'000 Namenaktien der F._____ AG 
(CHE …) im Nennwert von je CHF 1.- (gemäss Vergleich vom 1. 
Dezember 2021 auszustellende Aktienzertifikate Nr. 1 bis Nr. 6) 
an die Beklagten (und zwar gemäss Vergleich vom 1. Dezember 
2021 auszustellende Aktienzertifikate Nr. 5 und Nr. 6 an den Be-
klagten 1; Aktienzertifikate Nr. 3 und Nr. 4 an den Beklagten 2 
und Aktienzertifikate Nr. 1 und Nr. 2 an den Beklagten 1) zu er-
klären und diese Erklärung E._____ anzuzeigen. 

b)  Die Willenserklärung gemäss lit. a sei nach Art. 344 ZPO durch 
gerichtliches Urteil zu ersetzen und E._____ zur Kenntnis zu 
bringen. 

3.  Subeventualwiderklage: 
a)  Der Kläger sei zu verpflichten, seine Zustimmung zum Verkauf 

und Eigentumsübertragung durch Zession und bei Ausstellung 

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der Aktienzertifikate durch Indossierung von 250'000 Namenak-
tien der F._____ AG (CHE …) (gemäss Vergleich vom 1. Dezem-
ber 2021 auszustellende Aktienzertifikate Nr. 1 bis Nr. 6) gemäss 
Schreiben der Beklagten vom 28. Februar 2019 zu erklären und 
diese Erklärung E._____ anzuzeigen, und zwar wie folgt: 
-  83'400 Namenaktien im Nennwert von je CHF 1. - an den 

Beklagten 1; 
-  83'400 Namenaktien im Nennwert von je CHF 1.- an den 

Beklagten 2; 
-  83'200 Namenaktien im Nennwert von je CHF 1. - an den 

Beklagten 3; 
wobei der von den Beklagten bis 28. Februar 2026 zu zahlende 
Kaufpreis insgesamt CHF 19'805'100 (entsprechend 75 % des 
von der H._____ per 28. Februar 2019 errechneten Wertes der 
Aktien gemäss Ziff. III.2.c. der Vereinbarung vom 28. Dezember 
2011) beträgt und anteilmässig wie folgt geschuldet ist: 
-  CHF 6'606'981.36 durch den Beklagten 1; 
-  CHF 6'606'981.36 durch den Beklagten 2; 
-  CHF 6'591'137.28 durch den Beklagten 3. 

b)  Die Willenserklärung gemäss lit. a sei nach Art. 344 ZPO durch 
gerichtliches Urteil zu ersetzen und E._____ zur Kenntnis zu 
bringen. 

4.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers 
zzgl. 7. 7 % MwSt. " 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 29. Juni 2021 teilweise geänderte 
und ergänzte Rechtsbegehren des Klägers: 

(act. 125 S. 1 ff. u. Prot.; Hervorhebungen im Original) 

"1.A.  Die Beklagten seien zu verpflichten, die F._____ AG, G._____-strasse 
1, … Zürich (F._____), zu veranlassen, als Ersatz (Surrogat) für die ur-
sprünglich Prozessgegenstand bildenden, mit GV-Beschluss vom 25. 
August 2020 aber nichtig gewordenen F._____-Inhaberaktienzertifikate 
Nr. 1, 3 und 5 die folgenden neuen Namenaktienzertifikate auszustel-
len: 
•  als Ersatz für das F._____-Inhaberaktienzertifikat Nr. 1 ein neues 

Namenaktienzertifikat Nr. 1, betreffend 41'600 nicht mit der Nutz-
niessung E._____s (E._____) belastete F._____-Namenaktien, 
mit dem Beklagten 3 als aktuellem Zertifikatinhaber, 

•  als Ersatz für das F._____-Inhaberaktienzertifikat Nr. 3 ein neues 
Namenaktienzertifikat Nr. 3, betreffend 41'700 nicht mit der Nutz-
niessung E._____s..1-belastete F._____-Namenaktien, mit dem 
Beklagten 2 als aktuellem Zertifikatinhaber, 

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•  als Ersatz für das F._____-Inhaberaktienzertifikat Nr. 5 ein neues 
Namenaktienzertifikat Nr. 5, betreffend 41'700 nicht mit der Nutz-
niessung E._____s belastete F._____-Namenaktien, mit dem Be-
klagten 1 als aktuellem Zertifikatinhaber; 

1.B.  die Beklagten seien zudem zu verpflichten, die F._____ zu veranlas-
sen, weiter die folgenden neuen Namenaktienzertifikate auszustellen: 
•  ein neues Namenaktienzertifikat Nr. 2, betreffend 41'600 mit der 

Nutzniessung E._____s belastete F._____-Namenaktien, mit 
dem Beklagten 3 als aktuellem Zertifikatinhaber, 

•  ein neues Namenaktienzertifikat Nr. 4, betreffend 41'700 mit der 
Nutzniessung E._____s belastete F._____-Namenaktien, mit 
dem Beklagten 2 als aktuellem Zertifikatinhaber, 

•  ein neues Namenaktienzertifikat Nr. 6, betreffend 41'700 mit der 
Nutzniessung E._____s belastete F._____-Namenaktien, mit 
dem Beklagten 1 als aktuellem Zertifikatinhaber; 

1.1.1. Der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger das vorstehend in An-
trag Ziff 1.A. genannte Namenaktienzertifikat Nr. 5 über 41'700 Na-
menaktien der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 

1.1.2. der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger zudem das vorstehend 
in Antrag Ziff 1.B. genannte Namenaktienzertifikat Nr. 6 über weitere 
41'700 Namenaktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung 
durch die am 31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s) zu 
übertragen; 

1.2.1. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger das vorstehend in An-
trag Ziff 1.A. genannte Namenaktienzertifikat Nr. 3 über 41'700 Na-
menaktien der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 

1.2.2. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger zudem das vorstehend 
in Antrag Ziff 1.B. genannte Namenaktienzertifikat Nr. 4 über weitere 
41'700 Namenaktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung 
durch die am 31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s) zu 
übertragen; 

1.3.1. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger das vorstehend in An-
trag Ziff 1.A. genannte Namenaktienzertifikat Nr. 1 über 41'600 Na-
menaktien der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 

1.3.2. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger zudem das vorstehend 
in Antrag Ziff 1.B. genannte Namenaktienzertifikat Nr. 2 über weitere 
41'600 Namenaktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung 
durch die am 31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s) zu 
übertragen; 

1.2. eventualiter (für den Fall, dass den Anträgen 1.A. und 1.B. nicht ent-
sprochen würde): 

1.2.1.1. Der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger 41'700 Namenaktien 
der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 

1.2.1.2. der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger weitere 41'700 Na-
menaktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung durch die 

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am 31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s) zu übertra-
gen; 

1.2.2.1. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger 41'700 Namenaktien 
der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 

1.2.2.2. der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger weitere 41'700 Na-
menaktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung durch die 
am 31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s) zu übertra-
gen; 

1.2.3.1. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger 41'600 Namenaktien 
der F._____ AG unbelastet zu übertragen; 

1.2.3.2. der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger weitere 41'600 Na-
menaktien der F._____ AG unbelastet (ausser der Belastung durch die 
am 31. Dezember 2023 endende Nutzniessung E._____s) zu übertra-
gen; 

1.3. subeventualiter: 
1.3.1. es sei festzustellen, dass der Kläger Eigentümer von 125'000 unbelas-

teten Namenaktien der F._____ AG ist; 
1.3.2. es sei festzustellen, dass der Kläger Eigentümer von weiteren 125'000 

(bis 31.12.2023 mit der Nutzniessung E._____s belasteten) Namenak-
tien der F._____ AG ist; 

2.1.  der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 83'400.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% p.a. ab 24. Juni 2019 zu bezahlen; 

2.2.  der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 83'400.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% p.a. ab 24 . Juni 2019 zu bezahlen; 

2.3.  der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 83'200.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% p.a. ab 24. Juni 2019 zu bezahlen; 

3.1.  der Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 62'550.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% p.a. ab 23. Juni 2020 zu bezahlen; 

3.2.  der Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 62'550.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% p.a. ab 23. Juni 2020 zu bezahlen; 

3.3.  der Beklagte 3 sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 62'400.00 zuzüg-
lich Zins zu 5% p.a. ab 23. Juni 2020 zu bezahlen; 

4.  die Eventualwiderklage und die Subeventualwiderklage seien abzuwei-
sen; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche MWST) 
zulasten der Beklagten." 

  

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Erwägungen: 

I. Einleitung und Überblick 

1. Der Kläger und die drei Beklagten sind die gemeinsamen Söhne von I._____ 

und E._____. I._____ hat über die letzten rund 50 Jahre ein Familienunternehmen 

auf- bzw. ausgebaut, das primär im …-bereich tätig ist. Im Laufe der Jahre erwarb 

das Unternehmen diverse Immobilien an zentraler Lage in verschiedenen Schwei-

zer Städten, deren Gewerbeflächen zu einem grossen Teil die eigenen …-betriebe 

beherbergen. Im Zuge der Immobilienkrise der 1990er-Jahre wurden diese 

Standortliegenschaften in eine separate Gesellschaft überführt, die F._____ AG (im 

Folgenden: "F._____"). Nach der Scheidung der Eltern der Parteien im Jahr 2009 
übernahm E._____ die Führung der F._____. I._____ engagierte sich demgegen-

über weiterhin in der J._____ SA (im Folgenden: "J._____"), in welcher insb. die 
verschiedenen …-betriebe (teils in Tochtergesellschaften) zusammengefasst sind. 

2. Am 28. Dezember 2011 schlossen die Parteien sowie deren Eltern eine öf-

fentlich beurkundete Vereinbarung (im Folgenden: "Vereinbarung 2011"; act. 4/1) 
zur Regelung der Nachfolge bzw. des Generationenwechsels in den Familienun-

ternehmen. Im damaligen Zeitpunkt war I._____ grossmehrheitlich Aktionär der 

J._____ (5'500 von damals 5'670 Namenaktien), E._____ war Alleinaktionärin der 

F._____ (10'000 von damals 10'000 Inhaberaktien; act. 4/1 S. 3 f.). I._____ ver-

pflichtete sich in der erwähnten Vereinbarung, sämtliche ihm damals gehörenden 

J._____-Aktien den heutigen Prozessparteien zu gleichen Teilen (je zu ¼, entspre-

chend je 1'375 Namenaktien) zu schenken (act. 4/1 S. 4).  

3. Zugleich verpflichtete sich E._____ , jedem ihrer Söhne ¼ ihrer Aktien, näm-

lich je 2'500 F._____-Inhaberaktien, zu schenken (act. 4/1 S. 6). Das Schenkungs-

versprechen von E._____ betreffend die F._____-Aktien wurde vollzogen. So er-

warben sowohl der Kläger als auch jeder der drei Beklagten unbestrittenermassen 

je die Mitgliedschaftsrechte an 2'500 F._____-Inhaberaktien (betreffend den Klä-

ger: damalige Aktien Nrn. 1 – 2'500; act. 9/12 S. 2). Die Eltern behielten sich in der 

Vereinbarung 2011 jedoch befristete Nutzniessungsrechte an den verschenkten 

- 12 - 

Aktien vor: Das Nutzniessungsrecht von E._____ an 50% der F._____-Aktien en-

dete bereits per 31. Dezember 2018, bezüglich der zweiten Hälfte der Aktien wird 

die Nutzniessung per 31. Dezember 2023 auslaufen (act. 4/1 S. 7). Eine analoge 

Vereinbarung wurde für I._____ und die J._____-Aktien getroffen (act. 4/1 S. 5). 

Sämtliche F._____-Aktienzertifikate verblieben demzufolge während der Dauer der 

Nutzniessung im Besitz von E._____ (act. 4/1 S. 7). 

4. Um sicherzustellen, dass die Aktien der F._____ auch künftig in der Familie 

verbleiben, wurde in Ziff. III.2.c der Vereinbarung 2011 zudem Folgendes festge-

halten (act. 4/1 S. 7 f.; ähnlich auch für die J._____-Aktien, act. 4/1 S. 5 f.): 

"Die derzeitigen Inhaberaktien F._____ sollen in vinkulierte Namenaktien um-

gewandelt werden. Die Aktien sollen in dem Sinne vinkuliert sein, dass sie bei 

einem geplanten Verkauf den übrigen verbleibenden Aktionären zum Kauf an-

geboten und von diesen auch übernommen werden müssen (Call- und Put-Op-

tion). Der pro Aktie diesbezüglich zu bezahlende Preis bestimmt sich auf der 

Basis eines durch die H._____ auszuarbeitenden Bewertungsgutachtens, das 

nach analogen Grundsätzen erstellt wird, wie die in Nachachtung dieser Ver-

einbarung in Auftrag gegebene H._____-Bewertung; er beträgt 75 % des durch 

die H._____ errechneten Wertes. Die Aktien sind durch die verbleibenden Akti-

onäre je zu gleichen Teilen zu übernehmen. Sollte einer der verbleibenden Ak-

tionäre nicht zu einem solchen Erwerb bereit sein, so haben die übrigen verblei-

benden Aktionäre je zu gleichen Teilen das Recht zum Erwerb dieser Quote. 

Sollte keiner der verbleibenden Aktionäre zum Erwerb bereit sein, so sind die 

zu verkaufenden Aktien vor einem Verkauf an Dritte auf der Basis von 75 % des 

durch H._____ ermittelten Wertes an [E._____ ] - und, sollte diese nicht kaufen 

- an [I._____] zum Kauf anzubieten. Sollte auch er nicht kaufen wollen, so sind 

die verbleibenden Aktionäre verpflichtet, die angebotenen Aktien auf der Basis 

von 75 % des durch H._____ ermittelten Wertes zu gleichen Teilen zu überneh-

men. 

Der bei einer solchen Aktienübernahme geschuldete Preis ist dem Verkäufer 

innert maximal sieben Jahren seit Ausübung der Kaufsoption zu bezahlen. Eine 

Verzinsung ist nicht geschuldet. 

- 13 - 

Es sollen zwei Kategorien von Aktien geschaffen werden: 2'500 dividenmässig 

[sic] privilegierte F._____-Vorzugsaktien für den nicht operativ tätigen [Beklag-

ten 2] einerseits und 7'500 F._____-Stammaktien für die operativ tätigen übri-

gen Söhne andererseits. 

Alle Parteien verpflichten sich, auf erstes Verlangen einer beteiligten Partei des 

heutigen Vertrages Hand zu den für die Einführung dieser Vinkulierung und der 

Vorzugsaktien erforderlichen rechtlichen Massnahmen zu bieten (GV-Be-

schluss betreffend Einführung von Namenaktien/Vorzugsaktien/Vinkulie-

rung/Statutenänderung, Abschluss eines betreffenden Aktionärverbindungsver-

trages [sic]). 

[Der Kläger und die Beklagten] verpflichten sich, durch Abschluss entsprechen-

der Eheverträge (Gütertrennung) und durch entsprechende letztwillige Verfü-

gungen dafür zu sorgen, dass die F._____-Aktien an ihre Nachkommen vererbt 

werden." 

5. Am 22. November 2018 schloss der Kläger mit der K._____ SA (im Folgen-

den: "K._____"), deren alleiniger Aktionär in jenem Zeitpunkt I._____ war, einen 
Kaufsrechtsvertrag ab. Der Kläger räumte der K._____ darin ein unwiderrufliches 

Kaufsrecht an seinen 2'500 F._____-Inhaberaktien ein (act. 4/5 S. 2 f.). Nachdem 

die Beklagten von diesem Vorgang erfahren hatten, erklärten sie mit an den Kläger 

adressiertem Brief vom 28. Februar 2019, gestützt auf die Vereinbarung 2011 zu 

gleichen Teilen ein "Vorhandrecht" an den F._____-Inhaberaktien des Klägers aus-

zuüben (act. 4/13). Mit Schreiben vom 1. März 2019 teilte E._____ dem Kläger so-

dann mit, dass sie die Hälfte der ihm geschenkten F._____-Aktien (bzw. die dafür 

ausgegebenen Zertifikate) den Beklagten ausgehändigt habe. Weiter kündigte sie 

an, auch die restlichen dem Kläger geschenkten Aktien nach Ablauf der verbleiben-

den Nutzniessung Ende 2023 an die Beklagten zu übertragen (act. 4/14). 

6. Zentraler Streitpunkt des vorliegenden Verfahrens bildet nun die Frage, ob 

das Eigentum an den Inhaberaktienzertifikaten des Klägers – und damit auch die 

darin verbrieften aktienrechtlichen Mitgliedschaftsrechte – durch die genannten Er-

eignisse auf die Beklagten übergegangen ist. Die Parteien sind sich insb. uneinig 

über die Bedeutung der oben wiedergegebenen Ziff. III.2.c der Vereinbarung 2011. 

- 14 - 

So ist umstritten, ob damit bereits verbindlich ein Erwerbsrecht vereinbart wurde 

und falls ja, welcher Art dieses allfällige Recht sei, insb. ob dieses den verbleiben-

den Aktionären ein Gestaltungsrecht zum Abschluss eines Kaufvertrages verleihe. 

Seitens der Beklagten wird ein bedingtes Kaufsrecht geltend gemacht, seitens des 

Klägers (sollte denn eine verbindliche Vereinbarung überhaupt vorliegen) ein blos-

ses Vorhandrecht. Schliesslich besteht Uneinigkeit darüber, was unter einem "ge-

planten Verkauf" im Sinne der Klausel zu verstehen ist und ob diese Bedingung 

vorliegend durch Abschluss des Kaufsrechtsvertrages zwischen dem Kläger und 

der K._____ erfüllt wurde. Die Parteien streiten sich folglich in erster Linie darüber, 

ob ein gültiges Verpflichtungsgeschäft in Form eines Kaufvertrags zwischen dem 

Kläger und den Beklagten vorliegt. Wie noch zu zeigen sein wird, wirft jedoch auch 

das Verfügungsgeschäft Fragen auf, auf welche einzugehen sein wird (E. IV.C). 

7. Zum Prozessgegenstand, der sich im Verlauf des Verfahrens mehrfach geän-

dert hat, sei einleitend kurz Folgendes bemerkt: Der Kläger reichte am 12. Dezem-

ber 2019 die vorliegende Klage ein und machte damit primär einen Vindikationsan-

spruch an den – gemäss seinen Ausführungen – in seinem Eigentum stehenden 

Inhaberaktienzertifikaten der F._____ geltend, welche sich unstrittig im Besitz der 

Beklagten befanden (act. 2 S. 2). Mit Schreiben vom 9. November 2020 teilten die 

Beklagten jedoch mit, dass die Generalversammlung der F._____ am 25. August 

2020 eine Statutenrevision vorgenommen habe. Im Zuge dessen seien aufgrund 

von Art. 622 Abs. 1bis OR sämtliche Inhaberaktien in Namenaktien umgewandelt 

und bei unverändertem Aktienkapital neu gestückelt worden (neu: 1 Mio. Namen-

aktien à je CHF 1.– statt bisher 10'000 Inhaberaktien à je CHF 100.–). Neue Zerti-

fikate für die Namenaktien seien noch nicht ausgestellt worden (act. 63 S. 2). Da-

raufhin nahm der Kläger mit der Replik vom 3. Dezember 2020 eine Klageänderung 

vor: Er verlangte neu die Verpflichtung der Beklagten, ihm insgesamt 250'000 Na-

menaktien der F._____ zu übertragen sowie allfällige für diese Aktien ausgegebene 

Aktientitel oder -Zertifikate herauszugeben (act. 74 S. 2 f.).  

8. Im Rahmen des vorsorglichen Massnahmeverfahrens vereinbarten die Par-

teien anlässlich der Verhandlung vom 15. Januar 2021 am hiesigen Gericht, dass 

- 15 - 

die F._____ die bisherigen, inzwischen ungültig gewordenen Inhaberaktienzertifi-

kate einziehen und neue Namenaktienzertifikate an die Beklagten ausstellen dürfe 

(act. 88). Solche neuen Zertifikate wurden in der Folge – und offenbar bis heute – 

jedoch nicht ausgestellt (act. 106 S. 9 u. S. 11), was den Kläger veranlasste, seine 

Begehren anlässlich der Hauptverhandlung vom 29. Juni 2021 erneut zu ändern 

bzw. zu ergänzen: Primär sollen die Beklagten nun verpflichtet werden, die F._____ 

zu veranlassen, für die vom Kläger beanspruchten Aktien neue Namenaktienzerti-

fikate auszugeben, und diese anschliessend dem Kläger zu übertragen. Zudem 

wird in einem neuen Subeventualbegehren die Feststellung verlangt, dass der Klä-

ger Eigentümer von insgesamt 250'000 Namenaktien der F._____ sei. Nebst den 

Ansprüchen betreffend die Aktien selbst verlangt der Kläger von den Beklagten 

auch die Erstattung der darauf im Juni 2019 und Juni 2020 ausgeschütteten Divi-

denden im Gesamtbetrag von CHF 437'500.–. Die Beklagten reichten demgegen-

über eine Eventual- sowie eine Subeventualwiderklage ein, mit welcher sie die Ver-

pflichtung des Klägers zur Abgabe verschiedener Erklärungen verlangen, falls 

Mängel beim Verpflichtungs- oder Verfügungsgeschäft vorliegen sollten (in der mit 

Duplik geänderten Fassung: Zustimmung zur Zession bzw. zu Verkauf und Zes-

sion). 

9. Nachfolgend wird zunächst die Prozessgeschichte im Detail wiedergegeben 

(E. II), bevor auf einige formelle Punkte – insb. im Zusammenhang mit den Klage-

änderungen – einzugehen sein wird (E. III). Darauf folgt die materielle Prüfung, wo-

bei zunächst auf die Frage des Eigentumsübergangs an den streitgegenständli-

chen Aktien einzugehen ist (E. IV). Schliesslich werden ausgehend von diesem Er-

gebnis die Klage- und Widerklageanträge soweit erforderlich im Einzelnen beurteilt 

(E. V und E. VI). 

II. Prozessgeschichte 

1. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2019, hier eingegangen am 16. Dezember 

2019, reichte der Kläger beim hiesigen Gericht eine Klage sowie ein Gesuch um 

Erlass vorsorglicher Massnahmen (act. 2) samt Beilagen (act. 1, act. 3 und act. 4/1–

- 16 - 

25) ein und stellte die eingangs erwähnten Rechtsbegehren und prozessualen An-

träge (act. 2 S. 2 ff.). 

2. Mit Beschluss vom 20. Dezember 2019 wies das hiesige Gericht den Antrag 

des Klägers um superprovisorische Verpflichtung der Beklagten zur Hinterlegung 

der streitgegenständlichen Aktien ab, während es den Eventualantrag des Klägers 

guthiess. Den Beklagten wurde damit unter Androhung der Ungehorsamsstrafe bis 

zur rechtskräftigen Erledigung des Prozesses verboten, über die aufgrund der Ver-

einbarung 2011 von E._____ an den Kläger geschenkten und in der Folge von ihr 

an die Beklagten ausgehändigten Aktien der F._____ sowie über allfällige Zertifi-

kate, welche für diese Aktien ausgegeben wurden, zu verfügen (act. 5 S. 13, Dis-

positiv-Ziff. 1–2). Der Kläger wurde zugleich zur Leistung eines Kostenvorschusses 

von einstweilen Fr. 70'000.– aufgefordert, welcher fristgerecht einging (act. 5 S. 13, 

Dispositiv-Ziff. 4; act. 7). Ebenso wurde den Beklagten Frist zur Stellungnahme zu 

den klägerischen Massnahmebegehren sowie zur Erstattung der Klageantwort an-

gesetzt (act. 5 S. 14 Dispositiv-Ziff. 5). Erstere erfolgte fristgerecht mit Eingabe vom 

30. Januar 2020 (act. 8, act. 9/1–16 und act. 10). Letztere mit Eingabe vom 2. März 

2020 ebenfalls innert Frist (act. 16 und act. 17/1–32).  

3. Die Stellungnahme der Beklagten betreffend vorsorgliche Massnahmen 

wurde dem Kläger mit Schreiben vom 3. Februar 2020 zugestellt (act. 11/1). Mit 

Eingabe vom 12. Februar 2020 reichte der Kläger unaufgefordert eine Replik dazu 

ein (act. 14 und act. 15). Nach Zustellung dieser Eingabe an die Beklagten mit 

Schreiben vom 9. März 2020 (act. 19/2) ersuchten diese mit Eingabe vom 13. März 

2020 um Ansetzung einer Frist zur Ausübung ihres Replikrechts (act. 20). 

4. Mit Verfügung vom 22. April 2020 wurden die Parteien auf den 13. Mai 2020 

zur Instruktionsverhandlung mit persönlicher Befragung (Art. 56 ZPO) und zur Ver-

handlung über vorsorgliche Massnahmen mit Parteibefragung vorgeladen (act. 21 

S. 4, Dispositiv-Ziff. 1). Zudem wurde den Beklagten Frist angesetzt, um eine 

schriftliche Stellungnahme zur klägerischen Eingabe vom 12. Februar 2020 betref-

fend vorsorgliche Massnahmen einzureichen (act. 21 S. 5, Dispositiv-Ziff. 2), wel-

che am 4. Mai 2020 einging (act. 24 u. act. 25). Mit Schreiben vom 5. Mai 2020 

wurde dem Kläger diese Stellungnahme zugestellt (act. 26/1). Ausserdem wurde 

- 17 - 

den Parteien in Aussicht gestellt, dass allfällige Replikrechte betreffend die vorsorg-

lichen Massnahmen an der Verhandlung vom 13. Mai 2020 wahrgenommen wer-

den können (act. 26/1–2).  

5. Am 13. Mai 2020 fand eine Instruktionsverhandlung und Verhandlung über 

vorsorgliche Massnahmen statt, zu welcher die Parteien samt ihren Vertretern er-

schienen (Prot. S. 7). Anlässlich der Verhandlung wurden die Parteien befragt, Ver-

gleichsgespräche geführt und den Parteien Gelegenheit gegeben, ihre Replik-

rechte hinsichtlich der vorsorglichen Massnahmen auszuüben. Die Parteien wur-

den schliesslich mündlich zur Fortsetzung der Instruktionsverhandlung und einer 

weiteren Verhandlung über vorsorgliche Massnahmen mit Zeugeneinvernahmen 

auf den 29. Mai 2020 vorgeladen (Prot. S. 60 ff.). Am 29. Mai 2020 fanden die Fort-

setzung der Instruktionsverhandlung und Verhandlung über vorsorgliche Massnah-

men mit Zeugeneinvernahmen statt. Anlässlich dieser Verhandlung wurden die El-

tern der Parteien, I._____ und E._____ , als Zeugen einvernommen und Ver-

gleichsgespräche geführt (Prot. S. 67 ff.). Die Parteien und deren Eltern wurden 

schliesslich mündlich auf den 28. August 2020 zu weiteren Vergleichsgesprächen 

vorgeladen (Prot. S. 99).  

6. Im Rahmen der Verhandlung vom 29. Mai 2020 waren die Parteien sowie de-

ren Eltern übereingekommen, aussergerichtliche Vergleichsgespräche zu führen. 

Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 teilte I._____ jedoch mit, dass er diese Gespräche 

nicht fortführen wolle (act. 34). Mit Eingabe vom 3. Juni 2020 erklärte denn auch 

der Kläger, dass die Vergleichsgespräche gescheitert seien (act. 36). Mit Verfü-

gung vom 21. Juli 2020 wurde daher die Verhandlung vom 28. August 2020 abge-

sagt und den Parteien Frist angesetzt, um ihre Schlussvorträge hinsichtlich der vor-

sorglichen Massnahmen schriftlich zu erstatten. Dem Kläger wurde sodann Frist 

zur Einreichung einer schriftlichen Replik in der Hauptsache angesetzt. Ausserdem 

wurde er verpflichtet, für die Gerichtskosten einen weiteren Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 64'500.– zu leisten (act. 42). Dieser ging fristgerecht ein (act. 44). Mit 

Eingaben vom 28. August 2020 (act. 47) und 31. August 2020 (act. 48 und act. 49) 

reichten die Parteien, je innert Frist, ihre Stellungnahmen zum Beweisergebnis und 

zur Sache betreffend das Massnahmeverfahren ein. 

- 18 - 

7. Mit Verfügung vom 16. September 2020 wurde den Parteien Gelegenheit zur 

freigestellten Stellungnahme zu den Ausführungen der jeweiligen Gegenpartei ge-

geben (act. 50). Die Stellungnahmen der Parteien, beide datierend vom 12. Okto-

ber 2020, gingen fristgerecht ein (act. 53–55) und wurden der jeweiligen Gegen-

seite mit Schreiben vom 27. Oktober 2020 zugestellt (act. 59/1–2). Die Beklagten 

erstatteten daraufhin am 9. November 2020 eine unaufgeforderte Eingabe, mit wel-

cher sie u.a. die Umwandlung der Inhaberaktien der F._____ in Namenaktien und 

die damit einhergehenden Umstände mitteilten (act. 63–65). Der Kläger stellte in 

der Folge ein Fristerstreckungsgesuch für seine Stellungnahme, worin er auch be-

reits materielle Ausführungen zu diesen Vorgängen machte (act. 68). Zu diesen 

Vorbringen des Klägers äusserten sich die Beklagten mit Eingabe vom 1. Dezem-

ber 2020 (act. 72). Mit Eingabe ebenfalls vom 1. Dezember 2020 änderte sodann 

der Kläger seine Massnahmebegehren und stellte neue superprovisorische An-

träge (act. 73). Die Replik in der Hauptsache mit diversen geänderten bzw. ergänz-

ten Begehren erstattete er daraufhin am 3. Dezember 2020 (act. 74 u. act. 75/1–

2). 

8. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 wurden die neuen superprovisorischen 

Massnahmeanträge des Klägers abgewiesen und wurden die Parteien zwecks ab-

schliessender Gewährung des rechtlichen Gehörs auf den 15. Januar 2021 zu ei-

ner weiteren Verhandlung über vorsorgliche Massnahmen vorgeladen. Zugleich 

wurde vom Kläger infolge der Klageänderung in der Hauptsache ein zusätzlicher 

Kostenvorschuss einverlangt, der in der Folge geleistet wurde (act. 78a). Ebenso 

wurde beiden Parteien Frist zur Stellungnahme zur jeweils letzten Eingabe der Ge-

genseite angesetzt (act. 76). Die entsprechende Stellungnahme der Beklagten er-

folgte am 21. Dezember 2020 (act. 78), diejenige des Klägers tags darauf (act. 81). 

9. Mit Verfügung vom 22. Dezember 2020 wurde dem Kläger Frist angesetzt, 

um bis zum 4. Januar 2021 zur Eingabe der Beklagten vom 21. Dezember 2020 

Stellung zu nehmen (act. 79). Diese Verfügung wurde vom Rechtsvertreter des Klä-

gers nicht abgeholt und die Frist verstrich in der Folge ungenutzt (act. 80). Mit Ver-

fügung vom 7. Januar 2021 wurden den Parteien die jeweils letzten Eingaben ge-

- 19 - 

genseitig zugestellt und in Aussicht gestellt, dass sie sich dazu anlässlich der Ver-

handlung vom 15. Januar 2021 noch würden äussern können. Zugleich wurden die 

Parteien auf den bereits anberaumten Termin ergänzend zu Vergleichsgesprächen 

vorgeladen (act. 83). 

10. Zur Verhandlung vom 15. Januar 2021 erschienen wiederum sämtliche Par-

teien persönlich in Begleitung ihrer Rechtsvertreter, welche dabei abschliessend zu 

den letzten Ausführungen der jeweiligen Gegenpartei im Massnahmeverfahren 

Stellung nahmen. Im Rahmen der Vergleichsgespräche konnte eine Teilvereinba-

rung betreffend vorsorgliche Massnahmen über die Ausgabe neuer Aktienzertifi-

kate durch die F._____ abgeschlossen werden (Prot. S. 108 ff.; act. 86–88). Das 

Massnahmeverfahren wurde anschliessend mit Beschluss vom 26. März 2021 ab-

geschlossen, wobei die klägerischen Anträge abgewiesen wurden, soweit auf sie 

einzutreten war und sie nicht gegenstandslos geworden waren (act. 93). Die dage-

gen erhobene Berufung wies das Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 

28. Juni 2021 ab, soweit es darauf eintrat (act. 125). 

11. Mit Verfügung vom 15. Januar 2021 wurde den Beklagten zudem Frist zur 

Einreichung der Duplik angesetzt (act. 89), welche am 28. Mai 2021 erstattet wurde 

(act. 106, act. 107 und act. 108/1–8). Mit Verfügung vom 2. Juni 2021 wurde dem 

Kläger Frist angesetzt, um sich zu den Noven in der Duplik schriftlich zu äussern 

(act. 110), was er mit Eingabe vom 14. Juni 2021 tat (act. 116). Die klägerische 

Stellungnahme wurde den Beklagten mit Schreiben vom 15. Juni 2021 mit dem 

Hinweis zugestellt, dass sie sich dazu an der Hauptverhandlung mündlich würden 

äussern können (act. 117/2). Am 18. und 28. Juni 2021 wurden sodann Beweisver-

fügungen erlassen (act. 119 u. act. 122). 

12. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 29. Juni 2021, zu welcher mit Verfü-

gung vom 11. Mai 2021 vorgeladen worden war (act. 99), wurden die ersten Par-

teivorträge gehalten, formelle Parteibefragungen durchgeführt und schliesslich die 

Schlussvorträge mündlich erstattet. Die Parteien erhielten Gelegenheit, zu den 

Ausführungen der jeweiligen Gegenpartei abschliessend Stellung zu nehmen (Prot. 

S. 124 ff.). Die Angelegenheit erweist sich damit als spruchreif. 

- 20 - 

III. Formelles 

1. Auf eine Klage ist nur einzutreten, wenn die Prozessvoraussetzungen erfüllt 

sind, was das Gericht von Amtes wegen zu prüfen hat (Art. 59 Abs. 1 und Art. 60 

ZPO). Prozessvoraussetzung ist dabei u.a. die örtliche und sachliche Zuständig-

keit, welche vorliegend gegeben und auch unbestritten geblieben ist. Insb. handelt 

es sich nicht um eine Streitigkeit aus dem Recht der Handelsgesellschaften, welche 

nach Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG zwingend vom Handelsgericht 

zu beurteilen wäre, da die geltend gemachten Ansprüche ihre Grundlage nicht in 

den Art. 552–827 OR haben (vgl. HGer ZH, HE120001 vom 3. Januar 2012, E. 4, 

in: ZR 111/2012, S. 171). Die Gültigkeitsdauer der Klagebewilligung vom 2. De-

zember 2019 ist ebenfalls eingehalten (act. 1). 

2. Nachfolgend wird die Zulässigkeit der Anpassung der Anträge geprüft, welche 

der Kläger anlässlich der Hauptverhandlung vorgenommen hat. Auf die weiteren 

Prozessvoraussetzungen wird, soweit diese zu Bemerkungen Anlass geben, bei 

der Behandlung der einzelnen Begehren unten in E. V und E. VI einzugehen sein.  

A. Neue klägerische Hauptbegehren 

1. Auch die Zulässigkeit der Klageänderung ist eine prozessuale Frage, die von 

Amtes wegen zu prüfen ist (WILLISEGGER, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Bas-

ler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 230 

N. 17 [zit. BSK ZPO-BEARBEITER]). Strittig ist diesbezüglich die seitens des Klägers 

vorgenommene Anpassung seiner Anträge anlässlich der Hauptverhandlung vom 

29. Juni 2021 (Prot. S. 125 f.). Der Kläger bringt hierzu vor, seine neuen Hauptbe-

gehren Ziff. 1.A. und 1.B. (Ausgabe und Übertragung von Namenaktienzertifikaten) 

seien darauf zurückzuführen, dass nach Abschluss des Teilvergleichs betreffend 

das Massnahmeverfahren am 15. Januar 2021 entgegen seiner Annahme keine 

neuen Namenaktienzertifikate der F._____ ausgestellt worden seien. Von dieser 

Tatsache habe er erst aus der Duplik erfahren. Er sei sodann nicht verpflichtet ge-

wesen, die Klageänderung unmittelbar nach Kenntnis dieser Umstände vorzubrin-

gen, etwa in der Novenstellungnahme zur Duplik oder einer separaten Eingabe, 

sondern habe damit bis zur Hauptverhandlung zuwarten dürfen (act. 125 S. 8). Die 

- 21 - 

Beklagten stellen sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die entsprechende 

Klageänderung mit der Replik bzw. spätestens in der Novenstellungnahme des Klä-

gers zur Duplik vom 14. Juni 2021 (act. 116) hätte erfolgen müssen und anlässlich 

der Hauptverhandlung verspätet und nicht mehr zulässig sei (Prot. S. 126 ff.).  

2. Die Klageänderung ist anlässlich der Hauptverhandlung erfolgt, womit sie nur 

noch unter den Voraussetzungen des Art. 230 ZPO zulässig ist. Erforderlich ist 

demnach, dass der neue oder geänderte Anspruch i) nach der gleichen Verfahrens-

art zu beurteilen ist, ii) mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusam-

menhang steht oder die Gegenpartei zustimmt, und iii) auf neuen Tatsachen oder 

Beweismitteln beruht (Art. 230 Abs. 1 i.V.m. Art. 227 Abs. 1 ZPO). Anwendbar ist 

auch für die neuen Begehren das ordentliche Verfahren und der sachliche Zusam-

menhang ist ohne Weiteres gegeben. Klar ist sodann auch, dass die Vereinbarung 

der Parteien vom 15. Januar 2021 erst nach Einreichung der Replik, d.h. der letzten 

umfassenden Äusserungsmöglichkeit des Klägers, abgeschlossen wurde. Sodann 

hat der Kläger unbestrittenermassen erst aus der Duplik erfahren, dass die F._____ 

trotz der Vereinbarung vom 15. Januar 2021, gemäss welcher ihr die Ausgabe 

neuer Namenaktienzertifikate erlaubt ist, noch keine solchen Wertpapiere ausge-

geben hat. Damit liegt ein Novum im Sinne von Art. 229 Abs. 1 ZPO vor.  

3. Die vorgenannten Voraussetzungen einer Klageänderung anlässlich der 

Hauptverhandlung sind damit erfüllt. Es bleibt jedoch zu klären, ob eine solche Kla-

geänderung auch "ohne Verzug" nach Kenntnis der massgeblichen Noven erklärt 

werden muss, wie dies Art. 229 Abs. 1 ZPO für das Vorbringen neuer Tatsachen 

und Beweismittel vorschreibt. Dem Gesetzestext lässt sich eine solche Vorausset-

zung für die Klageänderung nicht entnehmen, in der Literatur ist die Frage umstrit-

ten (u.a. für eine Klageänderung ohne zeitliche Einschränkungen: LEUENBERGER, 

in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-

schen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 230 N 2 [zit. BEARBEITER, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger]; BSK ZPO-WILLISEGGER, Art. 230 N. 17; 

für eine Erklärung ohne Verzug in der Hauptverhandlung: PAHUD, in: Brunner/Gas-

ser/Schwander [Hrsg.], ZPO Kommentar, Zürich/St. Gallen 2016, Art. 230 N. 2 [zit. 

DIKE Komm. ZPO-BEARBEITER]; demgegenüber generell für ein unverzügliches 

- 22 - 

Vorbringen: KILLIAS, in: Berner Kommentar, ZPO, Band II, Bern 2012, Art. 230 N 16 

[zit. BK ZPO II-BEARBEITER]). Das Bundesgericht geht basierend auf dem Wortlaut 

des Gesetzes von der Regel aus, wonach ein Vorbringen "ohne Verzug" grundsätz-

lich nicht erforderlich ist, der Grundsatz von Treu und Glauben im Einzelfall aber 

eine frühere Erklärung der Klageänderung gebieten kann (BGer 5A_245/2017 vom 

4. Dezember 2017, E. 2.4 m.w.H.). 

4. Vorliegend besteht ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen den geän-

derten und den bisherigen Ansprüchen des Klägers. Zudem stellte dieser bereits 

im Massnahmeverfahren mit Eingabe vom 1. Dezember 2020 ähnliche Anträge 

betr. Ausgabe neuer Aktienzertifikate (act. 73 S. 2), mit welchen sich das Gericht in 

den Entscheiden vom 7. Dezember 2020 (act. 76) und vom 26. März 2021 (act. 93) 

befasst hat. Das Bestreben des Klägers, neue Zertifikate zu erhalten, ebenso wie 

die damit allenfalls verbundenen rechtlichen Problemstellungen waren somit den 

Beklagten wie auch dem Gericht grundsätzlich bekannt. Entsprechend waren die 

Beklagten nach kurzer Unterbrechung der Hauptverhandlung auch in der Lage, 

sich zu den geänderten klägerischen Begehren zu äussern, soweit das erforderlich 

war (Prot. S. 125 ff.). Eine wesentliche Verzögerung des Verfahrens ist nicht ein-

getreten, ebenso wenig erscheint das Zuwarten mit der Klageänderung bis zur 

Hauptverhandlung im vorliegenden Fall als treuwidrig. Damit liegt kein Sonderfall 

im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor, in welchem die Klageände-

rung nach Bekanntwerden der entsprechenden Noven unverzüglich hätte vorge-

bracht werden müssen. Die anlässlich der Hauptverhandlung neu gestellten 

Rechtsbegehren Ziff. 1.A. und 1.B. des Klägers sind folglich zuzulassen. 

B. Neue klägerische Subeventualbegehren 

1. Auch die Subeventualbegehren betreffend Feststellung seines Eigentums an 

den streitgegenständlichen Aktien (Anträge Ziff. 1.3.1 und 1.3.2) stellte der Kläger 

erst anlässlich der Hauptverhandlung. Er macht diesbezüglich in prozessualer Hin-

sicht geltend, dass es sich bei einem Wechsel von einer Leistungs- zu einer Fest-

stellungsklage um eine gemäss Art. 227 Abs. 3 ZPO jederzeit zulässige Beschrän-

kung der Klage handle. Es liege damit keine Klageänderung vor, weshalb auch die 

- 23 - 

Voraussetzungen von Art. 230 i.V.m. Art. 227 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sein müssten 

(act. 125 S. 10 f.). Die Beklagten sind gegenteiliger Auffassung und betrachten die 

an der Hauptverhandlung neu gestellten Begehren als Klageänderung, welche ver-

spätet sei (Prot. S. 125 ff.). Darauf, wie auch auf das erforderliche Feststellungsin-

teresse ist im Folgenden einzugehen. 

2. Eine Klageänderung nach Aktenschluss setzt, wie oben dargelegt, mitunter 

voraus, dass sie auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln, d.h. auf Noven, beruht 

(Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO). Noven, welche ein neues Feststellungsbegehren erst 

anlässlich der Hauptverhandlung rechtfertigen könnten, macht der Kläger nicht gel-

tend und sind auch nicht ersichtlich. Eine entsprechende Klageänderung wäre folg-

lich verspätet, weshalb der Abgrenzung zur jederzeit zulässigen Beschränkung der 

Klage im Sinne von Art. 227 Abs. 3 ZPO entscheidende Bedeutung zukommt. 

3. Die Frage, ob der Wechsel von einem Leistungs- zu einem Feststellungsbe-

gehren als Klagebeschränkung gilt, ist in der Lehre umstritten. Soweit ersichtlich, 

wird jedoch überwiegend die Meinung vertreten, dass der Feststellungs- im Leis-

tungsanspruch enthalten sei und es sich bei einem Wechsel von einer Leistungs- 

zu einer Feststellungsklage damit um eine blosse Klagebeschränkung und nicht um 

eine Klageänderung handle (DIKE Komm. ZPO-PAHUD, Art. 227 N. 19 [sofern der 

Gegenstand der Feststellung nicht über die ursprünglich eingeklagte Leistung hin-

ausgeht], BK ZPO II-KILLIAS, Art. 227 N. 44; FRANK/STRÄULI/MESSMER/WIGET/WI-

GET, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, Zürich 1997, § 107 N. 7 

u. § 61 N. 10a; a.M. LEUENBERGER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, 

Art. 227 N. 20; BSK ZPO-WILLISEGGER, Art. 227 N. 51; ohne eigene Stellung-

nahme: WIDMER, in: Baker & McKenzie [Hrsg.], Kommentar Schweizerische Zivil-

prozessordnung, Bern 2010, Art. 227 N. 12).  

4. Ob die Gutheissung einer Vindikationsklage generell auch die Feststellung 

des Bestehens oder Nichtbestehens des Eigentums des Klägers beinhaltet, ist um-

stritten (vgl. ZK ZGB-HAAB, S. 51 f.). Zentrales Thema des vorliegenden Prozesses 

ist jedoch genau diese Frage, nämlich ob das Eigentum des Klägers an den ur-

sprünglich streitgegenständlichen Inhaberaktienzertifikaten und damit seine darin 

verbrieften Mitgliedschaftsrechte in der F._____ auf die Beklagten übergegangen 

- 24 - 

sind (s. dazu unten E. IV). Eine Gutheissung der klägerischen Leistungsbegehren 

würde daher – zumindest im vorliegenden Fall – auch eine (vorfrageweise) Fest-

stellung über die Eigentumsverhältnisse beinhalten. Der massgebliche Prozess-

stoff ist denn auch exakt der selbe. Die Verteidigung gegen die Klage wurde den 

Beklagten durch den Wechsel zu einem Feststellungsbegehren auch nicht mass-

geblich erschwert. Folglich ist das zusätzliche Subeventualbegehren des Klägers 

nicht als aliud zu betrachten, sondern als minus gegenüber den vorher gestellten 

Anträgen und damit als Reduktion der bereits gestellten Leistungsklagen. Eine sol-

che Beschränkung der Klage ist nach Art. 227 Abs. 3 ZPO jederzeit zulässig, womit 

der Kläger sie auch noch anlässlich der Hauptverhandlung vornehmen durfte. 

C. Klageänderungen im Rahmen des Schriftenwechsels und Klagerückzug 

1. Ebenfalls zuzulassen sind die bereits mit der Replik erfolgten Klageänderun-

gen des Klägers, mit welcher dieser insb. auch die noch mit einer Nutzniessung 

zugunsten von E._____ belasteten F._____-Aktien in den Prozess miteinbezieht 

und zusätzlich Ersatz für die im Juni 2020 ausbezahlte Dividende verlangt (act. 74 

S. 9 f.). Diese Klageänderung ist, zumal sie noch vor Aktenschluss erfolgte, nach 

den im Vergleich zu Art. 230 Abs. 1 ZPO weniger einschränkenden Voraussetzun-

gen von Art. 227 Abs. 1 ZPO zu beurteilen. Die geänderten Begehren sind eben-

falls im ordentlichen Verfahren zu behandeln und der sachliche Zusammenhang zu 

den bisherigen Ansprüchen ist gegeben. Was die Beklagten dagegen vorbringen 

(act. 106 N. 36 ff.), vermag die Zulässigkeit der Klageänderung nicht umzustossen, 

da eine solche vor Aktenschluss eben gerade nicht voraussetzt, dass sie auf Noven 

beruht (anders als Art. 230 ZPO, s. dazu oben). Auch eine zeitliche Limitierung im 

Sinne eines Vorbringens "ohne Verzug" sieht Art. 227 Abs. 1 ZPO nicht vor.  

2. Das gleiche gilt für die Änderung der Eventual- und Subeventualwiderklage 

durch die Beklagten im Rahmen der Duplik (act. 106 N. 150), welche aufgrund glei-

cher Verfahrensart und sachlichen Zusammenhangs nach Art. 227 Abs. 1 ZPO 

ebenfalls zuzulassen ist. 

3. Wird ein Begehren mittels Klageänderung durch ein neues ersetzt, gilt dies 

als Rückzug des ursprünglichen Begehrens (DIKE Komm. ZPO-PAHUD, Art. 227 

- 25 - 

N. 21). Namentlich betrifft dies die klägerischen Rechtsbegehren Ziff. 1.a. bis 1.d. 

der Klageschrift. Das Verfahren ist diesbezüglich als erledigt abzuschreiben, wobei 

die Abschreibung lediglich deklaratorischen Charakter hat (Art. 241 Abs. 3 ZPO). 

Selbiges gilt für die anlässlich der Hauptverhandlung zurückgezogenen klägeri-

schen Rechtsbegehren Ziff. 1.4. bis 1.7. gemäss Replik (act. 125 S. 12). 

IV. Eigentumsübergang der Inhaberaktienzertifikate 

A. Allgemeines 

1. Der Begriff der "Aktie" wird in verschiedener Weise verwendet: Zunächst be-

zeichnet er einen bestimmten Anteil des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft, 

wobei hierfür auch die Bezeichnung Mitgliedschaftsstelle verwendet wird. Weiter 

kann mit einer "Aktie" auch die Mitgliedschaft in einer Aktiengesellschaft als Bündel 

der (vermögensmässigen und nicht vermögensmässigen) Rechte und Pflichten ei-

nes Aktionärs gemeint sein, welche mit einer bestimmten Mitgliedschaftsstelle ver-

bunden sind. Diese Mitgliedschaft kann aktienrechtlich als Namen- oder (heute nur 

noch eingeschränkt, s. Art. 622 Abs. 1bis OR) als Inhaberaktie ausgestaltet sein. 

Wertpapierrechtlich kann die Mitgliedschaft sodann in Form eines Inhaber-, Ordre- 

oder Rektapapiers verbrieft werden, oder als Wertrecht, Bucheffekte oder sonstiges 

einfaches Recht bestehen. Unter einer "Aktie" wird folglich auch das Wertpapier 

verstanden, in welchem die Mitgliedschaft des Aktionärs verbrieft ist. Dabei ist von 

einem Aktientitel die Rede, wenn die Urkunde nur eine einzelne Aktie bzw. Mitglied-

schaftsstelle verkörpert, und von einem Aktienzertifikat, wenn mehrere Aktien in 

derselben Urkunde verbrieft werden (JUNG, in: Zürcher Kommentar, Art. 620-569b 

OR, Zürich 2016, Art. 622 N. 1 u. N. 28 [zit. ZK OR-JUNG]; PLÜSS, in: Wibmer 

[Hrsg.], Aktienrecht Kommentar, Zürich 2016, Art. 622 N. 2 [zit. OFK Aktienrecht-

BEARBEITER]; SPOERLÉ, Die Inhaberaktie, in: Forstmoser [Hrsg.], Schweizer Schrif-

ten zum Handels- und Wirtschaftsrecht, Zürich/St. Gallen 2015, N. 19 ff.).  

2. Die wertpapiermässige Verbriefung ist kein unbedingtes Erfordernis für die 

Entstehung, Geltendmachung oder Übertragung der Mitgliedschaft des Aktionärs. 

- 26 - 

Die mit einer bestimmten Mitgliedschaftsstelle zusammenhängenden Rechte kön-

nen daher auch unabhängig von ihrer (wirksamen) Verbriefung als Wertpapier als 

"anderes Recht" unter analoger Anwendung der Zessionsvorschriften übertragen, 

verpfändet oder mit einem Nutzniessungsrecht belastet werden. Die Aktie ist ein 

deklaratorisches Wertpapier, was bedeutet, dass das verbriefte Recht unabhängig 

von der Verkörperung im Wertpapier besteht (BAUDENBACHER, in: Basler Kommen-

tar, Obligationenrecht II, 5. Aufl., Basel 2016, Art. 622 N. 2 u. N. 7 [zit. BSK OR II-

BEARBEITER]; ZK OR-JUNG, Art. 624 N. 54 f.; SPOERLÉ, a.a.O., N. 21 u. N. 91; 

BGer 4A_39/2021 vom 9. August 2021, E. 4.3.1 m.w.H.). Bei einem Aktientitel oder 

-zertifikat handelt es sich zudem um ein kausales Wertpapier. Somit bestimmt nicht 

der Inhalt des Papiers, sondern das Organisationsrecht der Gesellschaft über die 

Ausgestaltung der Rechtsstellung des Aktionärs. Weichen die Angaben auf der Ur-

kunde von der durch Gesetz, Statuten und Beschlüsse bestimmten Rechtsstellung 

des Gesellschafters ab, so ist diese und nicht der Urkundeninhalt massgeblich (ZK 

OR-JUNG, Art. 624 N. 58). 

3. Originär erworben wird die Mitgliedschaft in einer Aktiengesellschaft durch 

Zeichnung einer oder mehrerer Aktien entweder bei der Gründung oder bei einer 

Kapitalerhöhung. Derivativ kann die Mitgliedschaft zudem durch Übertragung auf 

einen Rechtsnachfolger übergehen (MEIER-HAYOZ/FORSTMOSER/SETHE, Schweize-

risches Gesellschaftsrecht, 12. Aufl., Bern 2018, § 16 N. 399 ff.; OFK Aktienrecht-

PLÜSS, Art. 622 N. 1). Die Übertragung der Mitgliedschaft kann auf unterschiedliche 

Weise erfolgen, je nachdem ob – und falls ja, wie – diese verbrieft ist. Wird die 

Mitgliedschaft wertpapiermässig in Inhaberaktien verbrieft, richtet sich die Übertra-

gung nach den Regeln des Wertpapierrechts, welche stark an diejenigen des Sa-

chenrechts anknüpfen. Zur Übertragung (nicht nur des physischen Papiers, son-

dern auch der darin verkörperten Mitgliedschaft) bedarf es i) eines gültigen Rechts-

grundes, ii) der Besitzübertragung am Papier und iii) der Verfügungsmacht des 

Übertragenden bzw. des guten Glaubens des Erwerbers hinsichtlich der Rechtszu-

ständigkeit des Übertragenden. Ist die Mitgliedschaft in Namenaktien verkörpert, 

welche wertpapierrechtlich in der Regel Ordrepapiere darstellen, wird zu ihrer Über-

tragung zusätzlich zu den vorgenannten drei Voraussetzungen ein Indossament 

verlangt, d.h. ein Übertragungsvermerk auf dem Aktientitel bzw. -zertifikat selbst. 

- 27 - 

Alternativ zur Indossierung kann auch eine Zession erfolgen. Die Übertragung nicht 

wertpapiermässig verbriefter Aktien erfolgt nach den Regeln der Zession (MEIER-

HAYOZ/FORSTMOSER/SETHE, a.a.O., § 16 N. 403, ff.; ZYSSET, Nur Bares ist Wahres 

und nur verbriefte Aktien sind wahre Aktien, in: dRSK, publiziert am 4. November 

2021, N. 10; BGer 4A_39/2021 vom 9. August 2021, E. 4.3.2). Vorausgesetzt wird 

diesbezüglich die Verfügungsmacht des Zedenten sowie die Einhaltung der Schrift-

form, wobei der Wille des Zedenten, die Mitgliedschaft zu übertragen, aus dem 

Schriftstück ersichtlich sein muss (Art. 165 Abs. 1 OR; BGer 4A_314/2016 und 

4A_320/2016 vom 17. November 2016, E. 4.2.1; BLUM, Rechtsmängel bei der 

Übertragung von Aktien, AJP 6/2007, S. 694 f.). 

4. Bei vinkulierten Namenaktien ist schliesslich u.U. noch ein Zustimmungsbe-

schluss des dafür zuständigen Gesellschaftsorgans für den Eigentumsübergang 

erforderlich (BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, § 4 

N. 98 u. N. 102; MEIER-HAYOZ/FORSTMOSER/SETHE, a.a.O., § 16 N. 403 ff.; OFK Ak-

tienrecht-PLÜSS, Art. 622 N. 11). Die Eintragung im Aktienbuch ist demgegenüber 

in jedem Fall rein deklaratorisch und keine Voraussetzung für eine gültige Übertra-

gung der Aktie. Der Gesellschaft wie auch Dritten steht der Nachweis offen, dass 

die Eintragungen im Aktienbuch nicht der tatsächlichen Rechtslage entsprechen 

(BÖCKLI, a.a.O., § 4 N. 101; OFK Aktienrecht-PLÜSS, ebd., je m.w.H.). 

5. Unstrittig ist vorliegend, dass der Kläger aufgrund der Vereinbarung 2011 

2'500 Inhaberaktien der F._____, entsprechend 25% deren damaligen Aktienkapi-

tals, von E._____ geschenkt erhalten hat. Bis zu den Ereignissen Ende Februar/an-

fangs März 2019 ist der Kläger sodann unbestrittenermassen im selben Umfang 

Aktionär der F._____ und auch Eigentümer der entsprechenden Zertifikate geblie-

ben (act. 106 N. 25). Die Beklagten bringen jedoch vor, dass das Eigentum an den 

Inhaberaktienzertifikaten – und damit auch die darin verbriefte Mitgliedschaft des 

Klägers in der F._____ – auf sie übergegangen sei. Da die streitgegenständlichen 

Aktien im fraglichen Zeitpunkt in Inhaberpapieren verbrieft waren, ist für die Über-

tragung wertpapierrechtlich ein gültiger Rechtsgrund (causa), die Übertragung des 

Besitzes am Zertifikat (traditio bzw. Traditionssurrogat; zum Ganzen: 

SCHMID/HÜRLIMANN-KAUP, Sachenrecht, 5. Aufl., Zürich 2017, N 1091 ff.) sowie 

- 28 - 

schliesslich die Verfügungsmacht des Veräusserers erforderlich (s. dazu oben 

E. IV.A.). Zur Voraussetzung des dinglichen Vertrags s. unten E. IV.C.2. Ob diese 

Anforderungen erfüllt waren, ist nachfolgend zu prüfen. 

B. Grundgeschäft 

B.1. Parteistandpunkte 

1. Die Beklagten bringen vor, in Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 sei verbind-

lich ein suspensiv bedingtes Kaufsrecht vereinbart worden, welches es ihnen er-

laubt habe, bei einem "geplanten Verkauf" (so die vereinbarte Bedingung) durch 

einseitige Erklärung einen Kaufvertrag über die Aktien des Klägers zum Abschluss 

zu bringen. Diese Erklärung hätten sie mit Schreiben vom 28. Februar 2019 gegen-

über dem Kläger abgegeben, womit ein Verpflichtungsgeschäft in Form eines Kauf-

vertrages zwischen ihnen und dem Kläger und damit eine gültige causa zustande 

gekommen sei (act. 16 N. 136 ff.; act. 106 N. 7). 

2. Der Kläger ist demgegenüber der Ansicht, in der Vereinbarung 2011 sei noch 

gar kein verbindliches Erwerbsrecht vereinbart worden. Selbst wenn dies der Fall 

wäre – so der Kläger – würde es sich lediglich um ein Vorhandrecht handeln, wel-

ches den Beklagten nicht die Möglichkeit eingeräumt hätte, einseitig einen Kauf-

vertrag zum Abschluss zu bringen, ihnen also kein Gestaltungsrecht verleihen 

würde (act. 2 S. 33 ff.). 

B.2. Allgemeines zur Vertragsentstehung und -Auslegung 

1. Der Abschluss eines Vertrages erfordert übereinstimmende gegenseitige Wil-

lensäusserungen der Parteien, welche ausdrücklich oder stillschweigend erfolgen 

können (Art. 1 OR). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss die er-

zielte Einigung alle objektiv und subjektiv wesentlichen Vertragspunkte umfassen 

(WIEGAND/HURNI, in: Honsell (Hrsg.), Kurzkommentar OR, Basel 2014, Art. 2 N. 2 

[zit. KUKO OR-BEARBEITER]). Subjektiv wesentlich sein kann auch ein objektiv un-

bedeutender Punkt, allerdings wird dann vorausgesetzt, dass die betreffende Ver-

tragspartei die Einigung in diesem Punkt explizit zur Bedingung des Vertrags-

schlusses macht und dies den anderen Parteien deutlich zu erkennen gibt (MÜLLER, 

- 29 - 

in: Berner Kommentar, Art. 1–18 OR, Bern 2018, Art. 2 N. 21 [zit. BK OR-BEARBEI-

TER).  

2. Art. 2 Abs. 1 OR enthält sodann eine widerlegbare Vermutung für die Verbind-

lichkeit eines unvollständigen Vertrages: Haben sich die Parteien über alle objektiv 

wesentlichen Punkte geeinigt, so wird vermutet, dass der Vorbehalt von Neben-

punkten die Verbindlichkeit des Vertrages nicht hindern solle. Nebenpunkte im 

Sinne von Art. 2 Abs. 1 OR sind typischerweise etwa Zahlungs- und Lieferbedin-

gungen sowie Ort und Zeitpunkt der Erfüllung (BK OR-MÜLLER, Art. 2 N. 26). Dar-

aus lässt sich ableiten, dass Konsensmängel, welche sich nicht auf wesentliche 

Punkte, sog. Essentialia, beziehen, die Gültigkeit des Vertrages nicht hindern (ZELL-

WEGER/GUTKNECHT, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 7. Aufl., Basel 

2019, Art. 2 N. 6 [zit. BSK OR I-BEARBEITER). Es gilt damit die Vermutung, dass 

objektiv unwesentliche Punkte keine Bedingung für den Vertragsschluss darstellen 

und eine fehlende Einigung über solche Nebenpunkte der Entstehung des Vertra-

ges nicht entgegensteht. Dies hat Auswirkungen auf die Beweislast: Steht die Eini-

gung über die objektiv wesentlichen Punkte fest, so hat diejenige Partei, welche 

den Vertragsabschluss bestreitet, nachzuweisen, dass ein objektiv unwesentlicher 

Punkt für sie subjektiv wesentlich und dies nach den Umständen für die Gegenpar-

tei erkennbar war (BK OR-MÜLLER, Art. 2 N. 31 ff. m.w.H.).  

3. Die Vertragsauslegung dient dazu, den Inhalt eines Vertrages zu ermitteln, 

wenn es darüber zum Streit kommt. Nach Art. 18 Abs. 1 OR hat das Gericht zu-

nächst den tatsächlich übereinstimmenden Willen der Parteien zu ermitteln. Soweit 

dieser feststellbar ist, bildet er den Vertragsinhalt. Kann der tatsächlich überein-

stimmende Wille der Parteien nicht mehr festgestellt werden, ist mittels objektivier-

ter (normativer) Auslegung der mutmassliche Parteiwille zu bestimmen (HUGUENIN, 

Obligationenrecht, Allgemeiner und Besonderer Teil, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2019, N. 278 u. N. 282 f.).  

4. Die normative Auslegung erfolgt nach Treu und Glauben (Art. 2 Abs. 1 ZGB), 

d.h. das Gericht hat in objektivierter Betrachtungsweise darauf abzustellen, was 

vernünftig und redlich handelnde Parteien unter den gegebenen Umständen ge-

wollt und ausgedrückt hätten, resp. wie eine Partei eine Willensäusserung oder 

- 30 - 

Verhaltensweise unter Beachtung sämtlicher Umstände nach Treu und Glauben 

hat verstehen können und müssen. Dabei hat das Gericht zu berücksichtigen, was 

unter Berücksichtigung der konkreten Umstände sachgerecht ist, weil nicht anzu-

nehmen ist, dass die Parteien eine unangemessene Lösung gewollt haben (BSK 

OR I-WIEGAND, Art.18 N. 13 m.w.H.). Die Auslegung bezieht sich dabei immer auf 

den Zeitpunkt oder Zeitraum des Vertragsschlusses (HUGUENIN, a.a.O., N 282 u. 

N. 293).  

5. Als primäres Willensindiz gilt der Wortlaut. Dem Wortlaut kommt gegenüber 

sonstigen Auslegungsmitteln jedoch nur dann ein Vorrang zu, wenn diese keinen 

sicheren Schluss auf einen anderen Sinn nahelegen (BSK OR I-WIEGAND, Art. 18 

N 18). Den wahren Sinn einer Vertragsklausel erschliesst zudem erst der Gesamt-

zusammenhang, in dem sie steht. Eine rein grammatikalische Interpretation des 

Wortlauts, d.h. eine reine Buchstabenauslegung, kommt nicht in Frage (BSK OR I-

WIEGAND, Art. 18 N 37; BGer 5A_924/2016 vom 28. Juli 2017, E. 4.3). Bei der Aus-

legung von Texten ist grundsätzlich vom allgemeinen Sprachgebrauch auszuge-

hen. Den objektiven juristischen Sinn der verwendeten Ausdrücke muss sich ent-

gegenhalten lassen, wer über eine in der Schweiz erworbene juristische Ausbildung 

verfügt oder beim Vertragsabschluss von einer solchen Person beraten wurde, so-

fern feststeht, dass letztere den Sinn der verwendeten Begriffe klar gemacht hat 

(BSK OR I-WIEGAND, Art. 18 N 22). Ergänzendes Auslegungsmittel ist sodann al-

les, was geeignet ist, zur Feststellung des wirklichen Willens der Parteien bei Ver-

tragsschluss beizutragen, was beispielsweise die Entstehungsgeschichte, die Be-

gleitumstände des Vertragsschlusses oder der Vertragszweck sein kann (vgl. BSK 

OR I-WIEGAND, Art. 18 N. 26 ff.; HUGUENIN, a.a.O., N. 287 u. N. 290). Auch nach-

trägliches Parteiverhalten kann auf einen tatsächlichen Willen schliessen lassen, 

bei der normativen Auslegung ist es hingegen nicht zu berücksichtigen 

(BGer 4A_87/2016 vom 27. Juni 2016, E. 4.2). 

B.3. Verbindlichkeit des Erwerbsrechts 

Zunächst ist auf die umstrittene Frage einzugehen, ob in Ziff. III.2.c. der Vereinba-

rung 2011 überhaupt bereits ein verbindliches Erwerbsrecht vereinbart wurde, oder 

- 31 - 

ob die Bestimmung – wie der Kläger vorbringt – lediglich gewisse Grundsätze fest-

halten sollte, welche zu ihrer Verbindlichkeit erst noch weiter hätten konkretisiert 

werden müssen. Dabei ist zuerst anhand der vorliegenden Beweismittel in Form 

von Urkunden, Parteibefragungen und Zeugenaussagen zu prüfen, ob die Parteien 

am 28. Dezember 2011 den tatsächlich übereinstimmenden Willen hatten, ein ver-

bindliches Erwerbsrecht zu vereinbaren. Sollte sich dies nicht erstellen lassen, 

wäre in einem zweiten Schritt zu beurteilen, ob die Beklagten nach Treu und Glau-

ben in ihrem Verständnis, wonach das Erwerbsrecht unmittelbar mit Abschluss der 

Vereinbarung 2011 verbindlich war, zu schützen sind. 

B.3.1 Parteivorbringen 

1. Der Kläger leitet aus dem Wortlaut von Ziff. III.2.c Abs. 1 der Vereinbarung 

2011, insbesondere der Formulierung "Die Aktien sollen […] vinkuliert sein", sowie 

Abs. 4 der nämlichen Ziffer, worin sich die Parteien verpflichteten, Hand zu den für 

die Einführung dieser Vinkulierung und der Vorzugsaktien erforderlichen rechtli-

chen Massnahmen zu bieten, ab, dass die fragliche "Call-Option" nicht bereits mit 

Abschluss der Vereinbarung 2011 gültig und verbindlich vereinbart worden sei. 

Was sein solle, sei noch nicht. Die darin angedachte Veräusserungsbeschränkung 

sei überdies derart offen formuliert, dass gar nicht klar sei, welche Art von Erwerbs-

recht die Parteien hätten vereinbaren wollen (act. 2 S. 37; act. 74 S. 67). In diesem 

Zusammenhang verweist der Kläger auch auf Ziff. III.6. der Vereinbarung 2011, 

wonach diese nur die wesentlichen Punkte der angestrebten Nachfolgeregelung 

abstecke, während die Details durch die Parteien später in separaten Verträgen zu 

regeln seien.  

2. Nach Auffassung des Klägers hätte eine "Call-Option" zunächst die Umwand-

lung der als Inhaberaktien ausgestalteten F._____-Aktien in vinkulierte Namenak-

tien und den Abschluss eines Aktionärbindungsvertrages vorausgesetzt, um Ver-

bindlichkeit zu erlangen (act. 2 S. 16 ff. u. S. 34 ff.; act. 74 S. 18 ff.; act. 74 S. 63). 

In Verbindung mit einer Art. 685b Abs. 1 OR entsprechenden "Escape Clause" mit 

Ankauf der betreffenden Aktien sei ein statutarisches Genehmigungsverbot der 

Übertragung von Aktien an familienfremde Dritte zulässig und eine Vinkulierung 

- 32 - 

damit umsetzbar. Zusätzlich hätte nach Ansicht des Klägers in einem Aktionärbin-

dungsvertrag eine Verschärfung und Konkretisierung der statutarischen Übertra-

gungsbeschränkung vorgenommen werden können. Diese Schritte waren jedoch 

im Zeitpunkt bis zum 28. Februar 2019 unbestrittenermassen noch nicht erfolgt. 

Dies sei dadurch zu erklären, dass sämtliche Aktienzertifikate der F._____ bis Ende 

2018 von E._____ als Nutzniesserin gehalten worden seien und daher keine Ver-

tragspartei ernstlich damit gerechnet habe, dass die Aktien an familienfremde Dritte 

veräussert würden (act. 2 S. 19; act. 74 S. 21 ff. u. S. 45). 

3. Weiter macht der Kläger geltend, die Vereinbarung 2011 enthalte nicht alle 

Essentialia eines Kaufsrechts; diese wie auch die Regelung der Details hätten noch 

separat vereinbart werden müssen. Daraus, dass der Erbvorbezug aufgrund der 

Erbschaftssteuerinitiative noch vor dem 31. Dezember 2011 habe stattfinden müs-

sen, könne nicht abgeleitet werden, dass auch das anvisierte Erwerbsrecht bereits 

verbindlich vereinbart worden sei. Ohnehin sei die Erbschaftssteuerinitiative nur 

sekundär als Auslöser für den Abschluss der Vereinbarung 2011 zu betrachten, 

primär sei es um die Nachfolgeregelung in der F._____ und der J._____ gegangen 

(act. 74 S. 49 ff.). Im Übrigen bedeute es auch keinen Dispens von den vertraglich 

vorgesehenen rechtlichen Massnahmen für die Einführung des geplanten Erwerbs-

rechts, dass die Verkaufspreisfestsetzung nach Vertragsschluss gegenüber dem 

Beklagten 2 als verbindlich erachtet worden sei. Die Parteien hätten in der Verein-

barung 2011 lediglich eine Grundsatzregelung getroffen und den Erwerbspreis ver-

bindlich festgelegt, die übrigen Details hingegen nicht (act. 74 S. 24 ff., S. 45 f. u. 

S. 68 f.). In den nach 2015 geführten Gesprächen sei es auch um den noch abzu-

schliessenden Aktionärbindungsvertrag und dabei um die Konkretisierung der für 

den Fall eines Ausstiegs eines Sohnes vorgesehenen Erwerbsregelung gegangen 

(act. 74 S. 53). 

4. Die Beklagten halten dem entgegen, dass Ziff. III.1.c der Vereinbarung 2011 

eine spiegelbildliche Regelung bei einer Veräusserung von Aktien der J._____ vor-

sehe, die beim Abschluss der Vereinbarung 2011 aber bereits als vinkulierte Na-

menaktien ausgestaltet gewesen seien. Auch finde sich im Aktionärbindungsver-

trag vom tt.mm.2018 zwischen dem Kläger und I._____ betreffend die Aktien der 

- 33 - 

J._____ sowie der O._____ SA (im Folgenden: "O._____") eine gleichlautende Ver-
äusserungsbeschränkung (act. 4/12 S. 6). Dabei sei zu beachten, dass diese Ak-

tien ebenfalls bereits als Namenaktien ausgestaltet seien, und dass die Statuten 

beider Gesellschaften eine Vinkulierungsbestimmung nach Art. 685b OR enthalten 

würden, die anders als die vertragliche Veräusserungsbeschränkung in Ziff. III.2.c 

der Vereinbarung 2011 laute.  

5. Die Beklagten leiten daraus ab, dass mit der Formulierung "Die Aktien sollen 

[…] vinkuliert sein" nicht die Einführung einer statutarischen Vinkulierung gemeint 

gewesen sei, sondern eine vertragliche Veräusserungsbeschränkung. Überdies sei 

der Kläger offenbar noch Ende 2018 (bei Abschluss des Aktionärbindungsvertrages 

mit I._____) der Auffassung gewesen, dass eine Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 

weitgehend entsprechende Regelung zu ihrer Verbindlichkeit keiner zusätzlichen 

Umsetzung oder Konkretisierungsmassnahmen bedürfe. Schliesslich sind die Be-

klagten der Auffassung, dass die Umsetzung einer Veräusserungsbeschränkung, 

wie in Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 vorgesehenen, in Form einer statutari-

schen Vinkulierung aufgrund von Art. 685b Abs. 7 OR ohnehin unzulässig wäre 

(vgl. act. 8 N 41 ff.; act. 16 N. 58, N. 101 ff. u. N. 156 ff.; act. 106 N. 88 ff.). Im Wei-

teren bringen die Beklagten vor, der Kläger selbst wie auch I._____ hätten dem 

Beklagten 2 nach Abschluss der Vereinbarung 2011 vorgehalten, dass er bei einer 

Veräusserung seiner Aktien an die Bedingungen gemäss Ziff. III.2.c. der Vereinba-

rung 2011 gebunden sei (act. 16 N. 13, N. 41, N. 107 u. N. 155; act. 106 N. 80 u. 

N. 113).  

6. Eine verbindliche Vereinbarung habe – so die Beklagten – vor Ende 2011 

abgeschlossen werden müssen, da nur auf diesem Weg eine rückwirkende Besteu-

erung bei Annahme der Erbschaftssteuerinitiative hätte verhindert werden können. 

Ein verbindliches Kaufsrecht sei dabei ein essentialium bzw. eine conditio sine qua 

non gewesen, ohne welche die Eltern dem Erbvorbezug an den F._____- und 

J._____-Aktien nicht zugestimmt hätten. Eine zeitlich unbestimmte Lücke, während 

der die Söhne ihre Aktien an Dritte hätten verkaufen können, wäre gemäss den 

Beklagten im Widerspruch zu dem von allen Vertragsparteien verfolgten Ziel ge-

standen, die Aktien der F._____ und der J._____ langfristig in der Familie zu halten. 

- 34 - 

Alle Essentialia eines Kaufsrechts seien entsprechend auch in der Vereinbarung 

2011 geregelt worden (act. 16 N. 27 ff., N. 74 u. N. 154; act. 106 N. 13, N. 59, 

N. 76 ff., N. 85, N. 153 ff. u. N. 172). In den ab 2015 zwischen den Parteien und 

ihren Eltern geführten Gesprächen betr. Aufteilung der Führung und Verantwortung 

unter den Brüdern sei es denn auch nie ein Thema gewesen, dass der Erwerbs-

mechanismus der Vereinbarung 2011 zu seiner Verbindlichkeit weiterer Umset-

zungsmassnahmen (wie insb. Umwandlung in Namenaktien, statutarische Vinku-

lierung, Abschluss eines Aktionärbindungsvertrages) bedurft hätte (act. 16 N. 38 ff., 

N. 106 u. N. 164 f.; act. 106 N. 48 ff., N. 95 ff. u. N. 195 ff.). Es habe vielmehr be-

reits bei Vertragsschluss ein tatsächlich übereinstimmender Wille auf verbindliche 

Einräumung eines Kaufsrechts bestanden (act. 16 N. 150 ff.). 

B.3.2 Wortlaut 

1. Der Wortlaut der Vereinbarung 2011 ist – jedenfalls soweit die Regelung der 

Erwerbsrechte und -pflichten betroffen ist – entgegen den klägerischen Ausführun-

gen (act. 126 S. 6 ff.) nicht klar. So steht etwa das Wort "sollen", welches im ersten 

und zweiten Satz von Ziff. III.2.c verwendet wird (insb.: "Die Aktien sollen in dem 

Sinne vinkuliert sein […]"), gemäss Duden u.a. für eine Aufforderung bzw. Anwei-

sung, etwas Bestimmtes zu tun, oder drückt einen Wunsch, eine Absicht oder ein 

Vorhaben aus. Zugleich kann es jedoch auch bedeuten, dass ein bestimmtes Ver-

halten geboten oder gewünscht ist (www.duden.de/rechtschreibung/sollen, abge-

rufen am 23. November 2011). Ähnlich wie bei Verwendung des Wortes "shall" in 

englischsprachigen Verträgen ist damit nicht ohne Weiteres klar, ob lediglich eine 

Absicht oder aber eine verbindliche Verpflichtung gemeint ist. Verstärkt wird diese 

Zweideutigkeit dadurch, dass die Formulierung "[…] sollen […] vinkuliert sein" ver-

wendet wird. Hätte der Schwerpunkt auf der künftigen Umsetzung bzw. Konkreti-

sierung gelegen, wäre eher die Wendung "[…] sollen […] vinkuliert werden" als 

naheliegend erschienen.  

2. Bei der Vinkulierung handelt es sich um einen juristischen Fachbegriff, wel-

cher für eine statutarisch festgelegte Übertragungsbeschränkung von Namenaktien 

steht. Wird eine solche eingeführt, können die Namenaktien nur noch mit Zustim-

mung der Gesellschaft übertragen werden (vgl. Art. 685a Abs. 1 OR). Gegen ein 

- 35 - 

solches juristisch-technisches Verständnis des Begriffs spricht indessen – wie die 

Beklagten zu Recht vorgebracht haben – dass sich eine Regelung, wie sie in 

Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 vorgesehen ist, nicht bzw. zumindest nicht voll-

umfänglich statutarisch umsetzen liesse. Eine entsprechende Klausel würde gegen 

zwingendes Recht verstossen, da die Statuten keine Abfindung unter dem wirkli-

chen Wert vorsehen dürfen (FORSTMOSER/KÜCHLER, Aktionärbindungsverträge, 

Rechtliche Grundlagen und Umsetzung in der Praxis, Zürich 2015, N. 1758 u. 

N. 1177; BSK OR II-DU PASQUIER/WOLF/OERTLE, Art. 685b N. 19 f.). 

3. Dies scheint implizit auch der Kläger anzuerkennen, wenn er davon spricht, 

dass in einem Aktionärbindungsvertrag eine Verschärfung und Konkretisierung der 

statutarisch möglichen Übertragungsbeschränkungen bewirkt werden könnte (s. 

etwa act. 126 S. 9). Das trifft zwar zu, jedoch würde es sich dann nicht mehr um 

eine "Vinkulierung" im eigentlichen Sinne, sondern eben um eine vertragliche Ver-

äusserungsbeschränkung handeln. Es ist damit eher davon auszugehen, dass mit 

der "Vinkulierung" in Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 eine vertragliche Übertra-

gungsbeschränkung gemeint war, welche allenfalls mit einer (weniger weitgehen-

den) statutarischen Regelung kombiniert bzw. zusätzlich abgesichert werden 

könnte.  

4. Zu berücksichtigen ist hierbei auch, dass es sich bei den Vertragsparteien um 

juristische Laien handelt. Sie bzw. zumindest I._____ waren zwar durch den Anwalt 

des heutigen Klägers, welcher die Vereinbarung 2011 redigierte, juristisch beraten 

und auch der Beklagte 2 verfügte über anwaltlichen Beistand (Prot. S. 39 ff. u. 

S. 83; act. 106 N. 45). Dennoch wurde nicht vorgebracht, dass den Vertragspar-

teien die juristische Bedeutung des Begriffs "Vinkulierung" erläutert worden wäre. 

Bereits aus diesem Grund verbietet sich eine rein juristisch-technische Interpreta-

tion des Terminus. 

5. Im Weiteren enthält Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 in Abs. 4 eine Ver-

pflichtung aller Parteien, "auf erstes Verlangen einer beteiligten Partei des heutigen 

Vertrages Hand zu den für die Einführung dieser Vinkulierung und der Vorzugsak-

tien erforderlichen rechtlichen Massnahmen zu bieten (GV-Beschluss betreffend 

- 36 - 

Einführung von Namenaktien/Vorzugsaktien/Vinkulierung/Statutenänderung, Ab-

schluss eines betreffenden Aktionärverbindungsvertrages [sic])". Rein vom Wort-

laut her betrachtet spricht diese Bestimmung eher dafür, dass die zuvor in Abs. 1 

festgehaltene "Vinkulierung" der F._____-Aktien noch nicht unmittelbar bestand, 

sondern erst noch "eingeführt" werden musste. Wie zuvor bereits erwähnt, ist je-

doch nicht ausgeschlossen, dass bereits eine verbindliche vertragliche Erwerbs-

rechtsregelung abgeschlossen wurde, welche noch zusätzlich durch eine statutari-

sche Vinkulierung abgesichert werden sollte (so die Beklagten: act. 106 N. 93 f.).  

6. Ebenso ist denkbar, dass hinsichtlich der vertraglichen "Vinkulierung" noch 

Nebenpunkte zu regeln waren, was u.a. in einem Aktionärbindungsvertrag hätte 

erfolgen können. Darauf deutet auch Ziff. III.6. der Vereinbarung 2011 hin, die Fol-

gendes festhält: "Die vorliegende Vereinbarung steckt die wesentlichen Punkte der 

von [I._____] und [E._____ ] im Einvernehmen mit [dem Kläger und den Beklag-

ten 1–3] angestrebten Nachfolgeregelung ab. Die Details sind durch die Parteien 

später in separaten Verträgen zu regeln." Hier wird explizit von "Details" gespro-

chen, nicht davon, dass wesentliche Punkte, welche der Verbindlichkeit der Verein-

barung entgegenstehen, noch nicht geregelt worden wären.  

7. Insgesamt lässt sich dem Wortlaut der Vereinbarung 2011 hinsichtlich der 

Frage, ob die Erwerbsrechtsregelung in Ziff. III.2.c. mit Vertragsschluss bereits ver-

bindlich war, keine eindeutige Antwort entnehmen. Der Vertragstext enthält indes, 

wie die Beklagten zu Recht vorbringen (act. 16 N. 29 ff.; act. 106 N. 82), alle objek-

tiv wesentlichen Elemente eines suspensiv bedingten Erwerbsrechts: So sind die 

berechtigten und verpflichteten Parteien (der veräusserungswillige Aktionär einer-

seits und gemäss Kaskadenregelung dessen Brüder bzw. Eltern andererseits, so-

fern und soweit diese im Einzelfall ihr Erwerbsrecht ausüben oder gar zum Erwerb 

verpflichtet sind), das Objekt (die Aktien des veräusserungswilligen Aktionärs, hin-

sichtlich derer ein Verkauf geplant ist), der Erwerbspreis (75% des durch die 

H._____ AG [im Folgenden: "H._____"] nach konservativer Methode zu ermitteln-
den Wertes der Aktien, wobei dieser per Datum der Ausübung des Kaufsrechts 

festzulegen ist, s. dazu unten E. VI.B.3) sowie die Bedingung (ein geplanter Ver-

- 37 - 

kauf) festgelegt. Selbiges gilt für die spiegelbildliche Erwerbspflicht der verbleiben-

den Aktionäre. Auch gewisse Nebenpunkte, insb. die Frist zur Zahlung des Kauf-

preises bzw. dessen Fälligkeit und der Verzicht auf eine Verzinsung, wurden bereits 

vereinbart (act. 4/1 S. 7 f.). 

B.3.3 Entstehungsgeschichte und Beweggründe zum Vertragsschluss 

1. Unbestritten ist, dass ein wesentlicher Auslöser für den Abschluss der Verein-

barung 2011 die Erbschaftssteuerinitiative war, deren rückwirkenden Effekt die Ver-

tragsparteien durch Gewährung eines Erbvorbezugs noch vor Ende des Jahres 

2011 vermeiden wollten. Daraus ergab sich der zeitliche Druck, ungeachtet dessen, 

ob die Erbschaftssteuerinitiative nun nebst dem allgemeinen Bedürfnis nach einer 

Nachfolgeregelung der "primäre" oder nur der "sekundäre" Auslöser war, worüber 

sich die Parteien uneinig geblieben sind (act. 2 S. 13; act. 74 S. 43 u. S. 49; 

act. 106 N. 59, N. 101, N. 154 ff. u. N. 170 ff.). Dem Kläger ist jedoch zuzustimmen 

(act. 74 S. 25 f.), dass sich daraus noch nicht ohne Weiteres ableiten lässt, dass 

aus diesem Grund auch die Regelung gemäss Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 

bereits verbindlich abgeschlossen werden musste.  

2. Ein solches Erwerbsrecht hätte sich zwar auch noch nachträglich vereinbaren 

lassen. Dabei wäre es den Söhnen jedoch freigestanden, die verbindliche Verein-

barung eines Erwerbsrecht zumindest faktisch hinauszuzögern. Zu berücksichtigen 

ist in diesem Zusammenhang auch, dass Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 für 

ausscheidende Aktionäre einen nachteiligen Preisfestlegungsmechanismus ent-

hält, welcher – auch gemäss dem Kläger – nicht mehr hätte abgeändert werden 

können. Zumal die Söhne die Aktien bereits übereignet erhalten hatten, wäre für 

sie kein (wirtschaftlicher) Anreiz mehr vorhanden gewesen, sich durch die Verein-

barung von Erwerbsrechten und -pflichten massgeblich einzuschränken. Während 

dieser ganzen Zwischenzeit und – zumal die vom Kläger für erforderlich erachtete 

Umsetzung bisher unbestrittenermassen nicht erfolgt ist – bis heute wäre es den 

Söhnen damit erlaubt gewesen, ihre Aktien unbeschränkt an beliebige Personen 

zu veräussern (so der klägerische Rechtsstandpunkt, allerdings erst im Schluss-

vortrag: Prot. S. 156 f.). 

- 38 - 

3. Unbestritten ist weiter, dass die Vereinbarung 2011 auf Initiative von I._____ 

zustande kam; der Kläger bezeichnet ihn diesbezüglich auch als "Spiritus Rector" 

bzw. als "Urheber und Geist" der Vereinbarung (act. 126 S. 1 u. S. 8; Prot. S. 132). 

Ihm wie auch den übrigen Vertragsparteien war es sodann unbestrittenermassen 

ein Anliegen, dass die Aktien der F._____ wie auch der J._____ weiterhin in der 

Familie gehalten werden. Es ist sodann davon auszugehen, dass E._____ und 

I._____ einem Erbvorbezug ohne Regelung betreffend Veräusserungsbeschrän-

kung nicht zugestimmt hätten (act. 16 N. 30; act. 74 S. 18; Kläger: Prot. S. 10 ff. u. 

S. 16; Beklagter 1: Prot. S. 28 u. S. 33; Beklagter 2: Prot. S. 42; Beklagter 3: Prot. 

S. 49 f. u. S. 53; E._____ : Prot. S. 73; I._____: Prot. S. 88 f.; act. 17/1 S. 5; 

act. 17/2 S. 2; act. 17/5 S. 1 f.).  

4. Im Rahmen der Parteibefragungen vertrat der Kläger die Auffassung, dass die 

Veräusserungsbeschränkung bzw. Regelung der Erwerbsrechte und -Pflichten erst 

im Grundsatz erfolgt sei, unter dem Vorbehalt einer späteren Umsetzung. Den Fall, 

dass einer der Brüder frei über seinen Aktienanteil hätte verfügen können, habe 

man aber verhindern wollen. Ob die Call- und Put-Option in Ziff. III.2.c. schon ab 

Vertragsschluss gültig gewesen sei, konnte der Kläger in seiner ersten Befragung 

nicht beantworten (Prot. S. 16). Anlässlich der zweiten Befragung in der Hauptver-

handlung verneinte der Kläger, dass einer der Beklagten nach Abschluss der Ver-

einbarung seine Aktien an einen Dritten hätte verkaufen können. Auf die Frage, ob 

man den Beklagten 2 hätte zwingen können, seine F._____-Aktien zuerst seinen 

Brüdern zu offerieren, wenn er diese im Jahr 2012 (d.h. nach Abschluss der Ver-

einbarung 2011) an einen Aussenstehenden hätte veräussern wollen, antwortete 

der Kläger: "Ja, das war so vorgesehen.". Er führte jedoch aus, dass hinsichtlich 

der Call- und Put-Option noch "die Details" hätten ausgearbeitet werden müssen. 

Insb. hätten Zahlungsfristen und -modalitäten sowie der Zeitpunkt des Verkaufs 

geregelt werden müssen. Anschliessend erklärte der Kläger jedoch, seine Aussa-

gen, wonach die Call- und Put-Option verbindlich gewesen sei, habe sich nur auf 

die Kaskadenregelung in Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 bezogen, nicht aber 

auf "alles andere" (Prot. S. 141 ff., insb. S. 144) 

- 39 - 

5. Alle drei Beklagten verneinten in den jeweiligen Parteibefragungen, dass es 

denkbar gewesen wäre, dass einer der Brüder seine Aktien auch an Dritte hätte 

verkaufen können (Prot. S. 33, S. 44 u. S. 53). E._____ erklärte, das Erwerbsrecht 

in Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 sei stets verbindlich gewesen. Es habe nie 

einen Moment gegeben, in dem die Söhne ihre Aktien frei einem Dritten hätten 

verkaufen können. Einem Vertrag, bei welchem dies der Fall gewesen wäre, hätte 

sie nicht zugestimmt (Prot. S. 73).  

6. I._____ führte aus, die Absicht sei gewesen, dass klare Spielregeln gelten, 

sollten die Aktien je verkauft werden. Dies mit dem Ziel, dass die Aktien in der Fa-

milie verbleiben. Die Regel über den Verkauf der Aktien sei "sakrosankt" gewesen. 

Auf die Frage, ob er einem Vertag zugestimmt hätte, in dem die Söhne frei über 

den Verkauf der Aktien der F._____ und der J._____ an Dritte hätten bestimmen 

können, antwortete I._____: "Nur über meine Leiche." (Prot. S. 87 f.). Weiter führte 

er indes aus, dass der "ganze Vorkaufsmechanismus" bzw. der diesbezügliche Pro-

zess hätte geregelt bzw. detailliert werden müssen (Prot. S. 89: "Das Vorkaufsrecht 

hätte detailliert werden müssen. Der ganze Prozess eines Verkaufs hätte in einem 

Aktionärbindungsvertrag und in Statuten geregelt werden müssen. Es hätte gere-

gelt werden müssen, was ein Vorkaufsfall und was ein Vorhandfall bedeutet. Aus-

serdem hätte geregelt werden müssen, wer wem was anbieten muss, welche Fris-

ten eingehalten werden müssen und welche Zahlungsmodalitäten gelten. Alles 

müsste im Detail geregelt werden."). I._____ verwendete dazu mehrfach die Ana-

logie von der Vereinbarung 2011 als "Verfassung", welche noch mittels "Gesetzen 

und Verordnungen" hätte konkretisiert werden müssen (Prot. S. 83, S. 89 u. S. 96). 

7. Bei den Akten befindet sich eine E-Mail von I._____ vom 18. Dezember 2011, 

worin dieser Rechtsanwalt X._____ einige aus seiner Sicht wesentliche Punkte mit-

teilte mit dem Auftrag, diese bei der Vertragsredaktion umzusetzen (act. 17/1). Da-

rin findet sich u.a. Folgendes: "Versuche. Die Verträge so schlank wie möglich zu 

halten. Wir definieren alle wesentlichen Punkte. Und weisen ausdrücklich darauf 

hin. Dass später das fine-tuning nachgeholt wird." (act. 17/1 S. 2). Auch in einer E-

Mail von I._____ an die übrigen Vertragsparteien vom 25. Dezember 2011 schildert 

- 40 - 

dieser nebst anderem die vorgesehene Regelung zum Erwerbsrecht bzw. der Er-

werbspflicht und schliesst mit den Worten: "Soviel zu den wesentlichen Punkten. 

Unserer Vereinbarung. Einstimmig kann sie jederzeit geändert werden." (act. 17/5 

S. 2 f.).  

8. Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen steht fest, dass der Erbvorbezug 

durch die Eltern nicht gewährt worden wäre, ohne dass die Möglichkeit der Söhne 

eingeschränkt wurde, die geschenkten Aktien an familienfremde Dritte zu veräus-

sern. Bei der Beschränkung der Veräusserbarkeit der Aktien handelte es sich somit 

offensichtlich um eine conditio sine qua non für die Schenkungen. Ebenso teilten 

alle Vertragsparteien die Absicht, die Aktien der Familienunternehmen langfristig in 

der Familie zu halten, was einer der zentralen Punkte der Vereinbarung 2011 war. 

Dass die Möglichkeit bestanden hätte, die Aktien nach Abschluss der Vereinbarung 

2011 an Dritte zu veräussern, verneinten die Vertragsparteien übereinstimmend, 

selbst der Kläger (Prot. S. 16 u. S. 142 ff.). Auch er bezeichnet zumindest die Kas-

kadenregelung in Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 wie auch den dort enthaltenen 

Preisfestlegungsmechanismus mittels Abschlag von 25% nach einer H._____-Be-

wertung als verbindlich (act. 74 S. 18, S. 44 u. S. 52; Prot. S. 143 f.). Wäre die Klau-

sel mangels Umsetzung bzw. Konkretisierung bis heute nicht verbindlich, stünde 

dies in eklatantem Widerspruch zum von allen Vertragsparteien angestrebten Ziel, 

die Aktien weiterhin in der Familie zu halten. 

9. Bei den vom Kläger und von I._____ vorgebrachten Punkten, welche betref-

fend die Erwerbsrechte- und Pflichten noch hätten geregelt werden müssen, han-

delt es sich zudem um objektiv unwesentliche Nebenpunkte wie Zahlungsmodali-

täten und Fälligkeit oder die nähere Definition der Suspensivbedingung. Dass die 

Regelung dieser Nebenpunkte für den Kläger oder I._____ subjektiv wesentlich war 

und dass sie dies den übrigen Vertragsparteien vor Vertragsschluss zu erkennen 

gegeben hätten, wurde nicht vorgebracht und ist auch nicht ersichtlich. Vielmehr 

schrieb I._____ im Vorfeld des Vertragsschlusses ausdrücklich, dass es das Ziel 

sei, alle wesentlichen Punkte zu regeln, lediglich das "fine-tuning" sei noch nach-

zuholen (act. 17/1 S. 2). Auch angesichts der klägerischen Aussagen ist anzuneh-

- 41 - 

men, dass er selbst von der Verbindlichkeit der Erwerbsrechte und -pflichten aus-

ging. Dass gewisse Details noch nicht geregelt waren, steht dem nicht entgegen 

(Art. 2 Abs. 1 OR, s. oben E. IV.B.2). Die Entstehungsgeschichte der Vereinbarung 

und die Motive der Parteien deuten damit klar darauf hin, dass ein übereinstimmen-

der Rechtsbindungswille hinsichtlich der objektiv wesentlichen Punkte eines Er-

werbsrechts bestand. 

B.3.4 Verhalten der Parteien nach Vertragsschluss 

1. Hinsichtlich des Verhaltens der Parteien nach Vertragsschluss sind zwei The-

men zu behandeln: Einerseits das Verhalten der Vertragsparteien, insb. des Klä-

gers und von I._____, gegenüber dem Beklagten 2, als dieser den Wunsch äus-

serte, seine Aktien verkaufen zu können. Andererseits ist kurz darauf einzugehen, 

ob die Umsetzung bzw. Konkretisierung von Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 in 

den ab 2015 zwischen den Parteien geführten Gesprächen behandelt wurde. 

2. Die Beklagten bringen vor, der Kläger und I._____ hätten dem Beklagten 2 

wiederholt die Regelung in Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 als verbindlich vor-

gehalten, als dieser den Wunsch geäussert habe, seine F._____-Aktien zu verkau-

fen (act. 16 N. 41 u. N. 107; act. 106 N. 112 f. u. N. 198 f.). Der Kläger bestreitet 

dies dahingehend, dass nicht die Erwerbsregelung insgesamt als verbindlich be-

zeichnet worden sei, sondern lediglich der darin festgelegte Erwerbspreis in Höhe 

von 75% des ausgehend von einem H._____-Gutachten ermittelten Aktienwertes 

(act. 74 S. 26, S. 53 u. S. 68). 

3. I._____ sagte diesbezüglich aus, er selbst habe gegenüber dem Beklagten 2 

erklärt, dass "der Punkt Bewertung sakrosankt sei" (Prot. S. 91 u. S. 97). Der Be-

klagte 2 führte aus, er habe Gespräche mit I._____ geführt, wobei ihm dieser die 

Rahmenbedingungen für einen Ausstieg ganz klar aufgezeigt habe. Diese wären 

im Vertrag dargelegt gewesen (Prot. S. 154). Der Beklagte 1 erklärte, die in 

Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 vorgesehene Regelung sei am Fall des Beklag-

ten 2 durchgespielt worden (Prot. S. 150 f.). Der Beklagte 3 sagte aus, Ziff. III.2.c. 

der Vereinbarung 2011 sei stillschweigend so akzeptiert worden. Auch als der Be-

- 42 - 

klagte 2 sich überlegt habe, aus der Unternehmung auszusteigen, sei klar gewe-

sen, wie es abgelaufen wäre (Prot. S. 51). Dass zumindest die Festlegung des Prei-

ses bei einem Ausstieg als verbindlich erachtet wurde, wird auch durch die vorhan-

denen Urkunden belegt. I._____ erklärte etwa mit Schreiben vom 19. September 

2018 an die Söhne, dass er der Vereinbarung 2011 nicht zugestimmt hätte, ohne 

die Festlegung des Verkaufspreises auf 75% des von der H._____ ermittelten Ak-

tienwertes mit Call- und Put-Option zugunsten der übrigen Söhne/Brüder 

(act. 17/11 u. act. 17/12). 

4. Die klägerischen Vorbringen, wonach einerseits zwar die Preisfestsetzung bei 

einem Verkauf eines Sohnes verbindlich (gemäss Aussagen von I._____ gar "sak-

rosankt") gewesen sei, andererseits aber noch kein verbindliches Erwerbsrecht ver-

einbart worden sein soll, leiden an einem unauflösbaren Widerspruch. Wäre nur die 

Preisfestsetzung verbindlich festgehalten worden, die Erwerbsrechte und -pflichten 

jedoch noch nicht, so wäre es dem Beklagten 2 und auch den übrigen Brüdern je-

derzeit freigestanden, ihre Aktien zu einem beliebigen Preis an Dritte zu verkaufen 

(so nun auch der Kläger: Prot. S. 156 f.). Die Preisberechnungsmethode, insb. für 

I._____ ein äusserst wichtiger Punkt der Vereinbarung, wäre damit aber bedeu-

tungslos. Dass dem Beklagten 2 nach Vertragsschluss vorgehalten wurde, er 

könne nur zum Preis gemäss Ziff. III.2.c. der Vereinbarung 2011 verkaufen – was 

auch der Kläger nicht bestreitet –, kann somit nichts anderes bedeuten, als dass 

die Regelung der Erwerbsrechte und -pflichten in der genannten Bestimmung be-

reits als verbindlich erachtet wurde. 

5. In den ab 2015 unter Moderation von Dr. S._____ geführten Gesprächen zwi-

schen den Parteien und ihren Eltern zur Konkretisierung der Vereinbarung 2011 

ging es gemäss den Beklagten nie darum, das Erwerbsrecht gemäss Ziff. III.2.c. 

der Vereinbarung 2011 umzusetzen, sondern vielmehr um steuerliche Aspekte so-

wie die Corporate Governance und die operative Rollenverteilung (act. 16 N. 40 ff.; 

act. 106 N. 193 ff.). Der Kläger bringt dagegen vor, es sei auch um den noch abzu-

schliessenden Aktionärbindungsvertrag und dabei um die Konkretisierung der für 

den Fall eines Ausstiegs eines Sohnes vorgesehenen Erwerbsregelung gegangen 

(act. 74 N. 53). 

- 43 - 

6. Die klägerischen Behauptungen finden in den vorliegenden Beweismitteln 

keine Stütze. Der Beklagte 1 nannte in seiner Befragung steuerlich