# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 578be7c7-cf5c-5cda-b7a5-06c8b84cd355
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-27
**Language:** de
**Title:** Beitragsstatut; selbständige Erwerbstätigkeit einer Haushaltshilfe bejaht. (BGE 9C_757/2019)
**Docket/Reference:** AB.2018.00033
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2018.00033.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2018.00033
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
27. September 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Am
1
1.
Oktober 2017 ersuchte
X.___
mit
dem Hinweis,
dass sie seit
1.
September 2017 als selbständige Haushälterin und Reinigungskraft tätig sei
,
bei
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichkasse, um
Anschluss und Registrierung
als
Selbständigerwerbende
(
Urk.
6/2/1-18
).
Am 2
2.
Oktober 2017
reichte
sie
der Ausgleichskasse
den ausgefüllten Formularfrage
bogen sowie weitere Unterlagen ein (
Urk.
6/4/1-7). Am 2
7.
November 2017 teilte die A
usgleichskasse mit, dass sie das Gesuch um Aufnahme als
Selbständiger
werbende
ablehne (
Urk.
5).
X.___
machte
mit Eingabe vom
1.
Dezemb
er 2017 (
Urk.
6/11) Einwendungen,
worauf die Ausgleichskasse mit Verfügung vom
8.
Dezember 2017 das Gesuch um Anschluss und Registrierung als
Selbstä
ndigerwerbende
abwies (
Urk.
6/13
).
D
ag
egen
erhob
X.___
am
1
1.
Dezember 2017 (
Urk.
6/15,
Urk.
6/17)
sowie
mit
Einspracheer
gänzung
vom 2
1.
März 2018
(
Urk.
6/22
)
Einsprache. A
m 3
0.
Dezember 2017
erhob auch die Familie
Y.___
als «Auftraggeber» von
X.___
,
Einsprache. Diese
wies die Ausg
leichskasse mit
E
in
sprachee
ntscheid
vom 1
9.
April 2018
ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen führte
X.___
am
2
1.
April 2018
Beschwerde und be
an
tragte
sinngemäss
die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids
und die
Aner
kennung als
Selbständigerwerbende
(
Urk.
1
). Die Beschwerdegegnerin bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juni 2018 die
Abweisung der Beschwer
de (
Urk.
5)
, was der Beschwerdeführerin
am
6.
Juni 2018
zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin
in ihrer Tätigkeit
als
Haus
haltshilfe,
betreffend
Betreuung, Reinigung und Fahrdienst
in sozialversiche
rungs
rechtlicher Hinsicht
als
selbständig oder unselbständig
erwerbstätig zu quali
fizieren ist
.
1.2
Im angefoc
htenen
Einspracheentscheid
vom
1
9.
April 2018
führte die Beschwer
degegnerin im Wesentlichen aus
(
Urk.
2)
,
die Tätigkeit im Bereich Reinigung und Betreuung werde ausschliesslich in Privathaushalten ausgeübt. Eine Tätigkeit im Hausdienst gelte grundsätzlich als Arbeitnehmertätigkeit
und es gelte
ein beson
derer Schu
tz, sodass
auch geringfügiger Lohn durch den Arbeitgeber abzurechnen
sei
.
Um im Bereich Reinigung und Betreuung in Privathaushalten als
Selb
ständig
erwerbende
gelten
zu können, müss
t
e ein erhebliches wirtschaftliches Risiko
aus
gewiesen sein. N
amentlich
Aufwendungen für
Miete
eigene
r
Büroräumlichkeiten
,
V
erf
ügen
über ein Arbeitsfahrzeug, B
etreiben
aktive
r Werbung
,
T
ragen
erheb
liche
r Unkosten für Material
wie Reinigungsmittel und Investition in sp
ezielle Reinigungsgeräte sowie B
eschäftigen von Personal.
Von diesen Kriterien
erfülle
die
Beschwerdeführerin die
massgebenden nicht oder
nur ungenügend, denn die
getätigten Investitionen
seien
nicht gewichtig genug.
Zudem
sei
die Beschwerde
führerin
in die Privathaushalte
eingegliedert und unterliege gewissen
Weisungen und einer Präsenzpflicht besonders im B
ereich der Betreuung. Durch die
Be
glei
tung zu Arzt- und Spitalterminen, zu Maniküre
und Pedicure, zum Coiffeur oder
zu Verwandtenbesuchen
seien
die einzelnen Zeiten fest vorgegeben und
die
Ein
satzzeiten
könnten
nicht frei
ge
wähl
t werden.
Aus der Gesamtheit der Umstände ergebe sich, dass sie der Ausgleichskasse nicht als
Selbständigerwerbende
ange
schlossen werden könne.
1.3
Die Beschwerdefü
hrerin bringt demgegenüber vor, sie habe mit ihren Kunden ein Leistungsverzeichnis aufgesetzt. Anders wüsste sie auch nicht
,
welche Dienstleis
tungen erwünscht seien und wann diese geleistet werden müssten. Mit ihrem Firmenfahrzeug, welches sie im März 2018 gekauft habe, transportiere sie
die
pro
fessionellen Reinigungsmittel, das Material und die Geräte, besuche die Kunden, erledige ihre Arbeit und gehe wieder.
Um Personal zu beschäftigen
,
müsste sie zuerst genügend Kunden generieren und Geld verdienen
,
um
dieses
ent
löhnen
zu können. Sie müsse ihre Kunden selber
akquirieren
und Aufträge beschaffen. Zahlten die Kunden ihre Rechnungen nicht, trage sie die Verluste. Das Inkasso- und Delkredererisiko trage sie damit selber. Sie habe Reinigungs- und Arbeitsmaterial
gekauft
, We
r
beflyers und Visitenkarten gedruckt und ver
teilt. Ausserdem habe sie Türmagnete mit
dem
Logo für ihr Firmenfahrzeug kreiert und angebracht
,
und da sie im Moment noch eine
Ein
p
ersonen
f
irma
sei, sei das M
ieten von Geschäftsräumlichkeiten nicht v
erhältnismässig. Ausserdem habe
sie eine
Betriebsversicherung
in der Höh
e vo
n
Fr.
5 Millionen abgeschlossen
,
die Autoversicherung laufe über die Firma und sie
mache eine Ausbildung als Haushaltsleiterin
, die sie
im Juni 201
8 abschliesse
n
werde
. Im
November
werde
dann die Eidgenössische Berufsprüfun
g
folgen
. Im August absolviere sie den Aus
bildnerinnen
-
Kurs und im nächsten Monat besuche
sie einen Computerk
urs.
Sie
wolle
ihre Firma seriös und fachlich gefestigt aufbauen
.
2.
2.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbsein
kom
men als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinter
lasse
nenversicherung
(AHVG)
sowie Art. 6 ff.
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
. Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massge
bender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätig
keit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des
Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wir
t
schaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im All
ge
meinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifi
sches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 144 V 111 E. 4.2 mit Hinweisen).
2.
2
In Grenzfällen, in denen sowohl Merkmale unselbständiger als auch selbständiger Erwerbstätigkeit vorliegen, ohne dass das Pendel eindeutig in die eine oder die andere Richtung ausschlagen würde, ist rechtsprechungsgemäss namentlich auch Koordinationsgesichtspunkten Rechnung zu tragen (vgl. BGE 123 V 161 E. 4a; Urteile des Bundesgerichts H 55/01 vom 2
7.
Mai 2003 E. 4.2 und H 300/98 vom
4.
Juli 2000 E. 8d/
aa
). Dies gilt vorab bei Erwerbstätigen, die gleichzeitig mehrere Tätigkeiten für verschiedene oder denselben Arbeit- oder Auftraggeber ausüben. Es soll nach Möglichkeit vermieden werden, dass verschiedene Erwerbstätigkeiten für denselben Arbeit- oder Auftraggeber oder dieselbe Tätigkeit für verschiedene Arbeit- oder Auftraggeber unterschiedlich, teils als selbständige, teils als unselb
ständige Erwerbstätigkeit, qualifiziert werden (BGE 119 V 161 E. 3b; Urteile des Bundesgerichts H 12/04 vom 1
7.
Februar 2005 E. 3 und H 300/98 vom
4.
Juli 2000 E. 8d/
aa
; zum Ganzen: SVR 2011 AHV Nr. 17 S. 62 E. 3.2).
2.3
Selbständige Erwerbstätigkeit liegt im Regelfall vor, wenn der Beitragspflichtige durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation und nach aussen sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienst
leistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inanspruchnahme oder Erwerb durch finanzielle oder geldwerte Gegenleistungen abgegolten wird (BGE 115 V 161 E. 9a). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die Tätigung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten sowie die Beschäftigung von eigenem Personal charakteristische Merkmale einer selb
stän
digen Erwerbstätigkeit. Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei da
rin,
dass unabhängig vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat. Für die Annahme selbständiger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne in
dessen von diesen abhängig zu sein. Massgebend ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren Auftraggebern anzunehmen, sondern die tatsächliche Auftragslage. Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeitsvertrag typischen Merkmale vorliegen, d.h. wenn der Ver
sicherte Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich vom „Arbeitgeber“ ab
hängig ist und während der Arbeitszeit auch in dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit ausüben kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Angewiesensein
auf die Infrastruktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko des Versicherten erschöpft sich
diesfalls
in der (alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer regel
mässig ausgeübten Tätigkeit, darin, dass bei Dahinfallen des Erwerbsver
hält
nisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies beim Stellenverlust eines Arbeit
neh
mers der Fall ist (BGE 122 V 169 E. 3c mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin
hielt im Anmeldefragebogen über die AHV-Beitrags
pflicht für
Selbständigerwerbende
fest, dass sie gegenwärtig zirka
10
Stunden pro Monat für die Familie
Z.___
und
zirka
80 Stunden für
A.___
arbeite. Daneben sei sie jeweils am Dienstag in einer Ausbildung zur Haushälterin (
Urk.
6/4-2). N
eben den Ver
trägen mit ihren
«
Auftraggebern
»
und
den «
Allge
meine Geschäftsbedingungen
»
(
Urk.
6/2
/9,
Urk.
6/2
-12
,
Urk.
6/2/2-5
)
reichte sie
Rechnungen
ein, welche sie für
ihre
Tätigkeit
en
ausstellte (
Urk.
6/2/10-11 und
Urk.
6/2/13)
. Zu den Akten gab sie
einen Auszug aus dem Handelsregister über den Neueintrag des Einzelunternehmens
B.___
vom 1
1.
August 2017 mit dem Firmenz
weck:
«
Betreuung im privaten Bereich, Unter
halts
reinigung, Zwischenreinigung, Grundreinigung
»
(
Urk.
6/1)
. Weiter reichte sie
Rechnungen
und Bestellungen
über den Kauf diverser Reinigungsprodukte
, Ge
rät
schaften
und Zubehör (
Urk.
6/2/14-18
,
6/4/5-7
,
6/17/2
,
6/17/7
, 6/17/19
)
,
Rech
nungen betreffend
Kauf von Visitenkarten,
Flyer
und Anschriften für das Fahr
zeug
(
Urk.
6/17/4-6
, vgl.
Urk.
6/20
und
Urk.
3/17 und
Urk.
3/18
) und eine
Ver
sicherungspolice betreffend Abschluss einer Betriebsversicherung der
B.___
(
Urk.
6/17/23-26) ein.
Im Verfahren reichte sie weitere Rechnungen (
Urk.
3/6, 3/8, 3/11
),
den Vertrag über den Kauf eines Autos der Marke „
Nissan
Micra
“ (
Urk.
3
/
15
)
und
die Kopie des
Fahrzeugausweis
es
lautend auf Halter
B.___
(
Urk.
3/21)
sowie
ein Leistungsver
zeichnis
betreffend Tätigkeiten
beim «Auftraggeber» (
Urk.
3/16)
ein.
Überdies ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei der Familie
Y.___
zuerst als Haushälterin über ein Haushaltunternehmen angestellt
war
und sich aufgrund von Differenzen mit
ihrem damaligen
Arbeitgeber entschieden hatte, die
se
Tätigke
it als S
elbständigeerwerbende weiter zu führen (
Urk.
6/19).
3.2
D
en Akten lässt sich damit
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
im Hinblick auf die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Bereich Haushaltshilfe, Betreuung von Personen sowie Anbieten von Fahrdiensten verschiedene Schritte unternommen hat.
So hat sie sich als Einzelfirma im Handelsregister eintragen
lassen, eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen, als Halter
in
ihres Fahr
zeuges die Firma eintragen und für das Fahrzeug Firmenlogos
anfertigen sowie zu Werbezwecken
Visitenkarten und Flyer herstellen
lassen
.
Damit hat sie nach aussen hinreichend
sichtbar
dargetan, dass sie am
wirtschaftlichen Verkehr mit dem Ziel
teilnimmt
, Dienstleistungen zu erbringen
.
Es trifft zwar zu, dass
die Be
schwerdeführerin
gegenwärtig
weder eigene
Geschäftsräumlichkeiten
ange
mie
tet
noch
eigenes Personal
eingestellt
hat
. Dies lässt sich jedoch
wie
sie
aus
führte
,
mit
einem
kontinuierlichen
Auf
bau der Tätigkeit
erklären
und erscheint
insbesondere
in den Anfängen
eines
Firmenaufbaus als nachvollziehbar
, muss
doch
eine entsprechende Auftragslage
erst
geschaffen werden
,
bevor
solche Inves
titionen
überhaupt
in Betracht gezogen werden können.
Dass die Beschwerde
führerin (noch)
kein Personal beschäftigt und keine Geschäftslokalität gemietet hat,
spricht damit nicht grundsätzlich gegen die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
.
Im Weiteren legte die
Beschwerdeführerin dar, dass
sie mit Blick auf die Reinigungstätigkeiten in d
en Privathaushalten verschiedene
Putzmittel
und Putzmaschinen angeschafft hat
. Insofern die
Beschwerdegegnerin
d
iese Inves
titionen
(betragsmässig) als
nicht gewichtig genug
erachtet
,
ist
festzustellen
, dass
im
Bereich der Reinigung
von
Privathaushalten
ausser
für
Putzmaterial und einige Putzgeräte
regelmässig
keine weiteren
berufsbedingte
n
Investitionen
erfor
derlich sind respektive nicht einsehbar ist,
welche
weiteren
Investitionen zur Ver
folgung des beruflichen Zweckes erfolgen könnten.
Bei den angebotenen Fahr
diensten
besteht die
berufsbedingte
Investition
in
der Beschaffung
und
dem
zur Verfügung
stellen
eines
Fahrzeug
s
mit
Fahrer
, was
die Beschwerdeführerin
mit
ihrem
Geschäftsfahrzeug erfüllt. I
m
Bereich
der
Betreu
ung von b
etagten Personen und Kindern
liegt
das
wirtschaftliche
Risiko
grundsätzlich
im
Arbeitserfolg
,
wobei der Beschwerdeführerin als erhebliche Investition
die Weiterbildung als Haushalt
leiterin mit eidgenössischer Berufsprüfung
anzurechnen ist, welche sie im Hin
blick auf die Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit absolvierte (vgl.
Urk.
1 S. 2).
Das Kriterium des
Tragen
s
eines
erheblichen und
spezifischen Unternehmer
r
isikos
ist
damit
erfüllt
, auch wenn
etwa
die
genannten Anschaffungen wie Kauf eines Autos,
Putzmittel, Reinigungsgeräte
grundsätzlich
auch für den privaten Geb
rauch verwendet werden können
(Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV,
2.
Auflage, Bern 1996, S. 116
Rz
4.16 f. mit weiteren Hinweisen).
3.3
Aus den aufgelegten Verträgen ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin für ihre „Auftraggeber“ jeweils
zu fixen Arbeitszeiten
in der Woche während der verein
barten A
nzahl Stunden tätig ist (
Urk.
6/2/9 und
Urk.
6/2/12).
Die
Abrechnungen (vgl. 6/2/13)
und das
aufgelegte
Leistungsverzeichnis
(
Urk.
3/16
)
beinhalten
näh
ere Angaben über die durchzuführenden
Arbeiten
wie Unterhaltsreinigung, Hem
den bügeln, Frühstück zubereiten, Begleitung zu Arztbesuchen etc.
Ein k
onkrete
s Weisungsrecht
des Auftraggebers
,
wie die Arbeiten auszuführen sind, ist
dem Ver
tragsverhältnis nicht zu entnehmen
. So erledigt d
ie Beschwerdeführerin
die
Reinigungs
- und Bügelarbeiten zwar
vor Ort
,
aber benützt ihre eigenen Gerät
schaften und Putzmittel. Im Betreuungsbereich werden zwar die Bedürfnisse res
pek
tive das Wohlergehen
und die Wünsche
der zu betreuenden Person
grund
sätzlich
berücksichtigt,
die Art und Weise wie
die
s geschieht
erfolgt in gegen
seitiger Absprache
und
die Vertragspartner
stehen
sich
auf Augenhöhe und nicht in einem Subordinationsverhältnis gegenüber
.
D
ie Beschwerdeführerin
wird
für ihre Arbeit
den
n
auch nicht
regelmässig
monatlich
bezahlt, sondern
sie stellt
für die erbrachten Leistungen zu unterschiedlichen Zeiten
Rechnung
(
Urk.
6/2/11-12,
Urk.
6/2/13)
.
Eine
betriebswirtschaftliche bzw. arbeitsorganisatorische Abhängig
keit der Beschwerdeführerin von ihren jeweiligen „Auftraggebern“ ist somit
in Wür
di
gung aller Fakten
zu
verneinen
.
3.4
Die Beschwerdeführerin
ist
für mehrere „Auftraggeber“ entwede
r
einmalig oder
in
regelmässigen Einsätzen tätig, wobei
sie nach festgelegtem Zeitplan je
weils Rechnung stellt (
Urk.
6/2/3
). Damit
trägt
sie
diesbezüglich grundsätzlich
auch
das
Inkasso- und Delkredererisiko, was ebenfalls
für eine selbst
ändige Erwerbs
tätig
keit spricht
.
4.
Zusammenfassend
überwiegen vorliegend
die Umstände, welche für eine
selb
stän
dige Tätigkeit der Beschwerdeführerin sprechen
. Ins Gewicht fällt dabei insbesondere, dass sie alle Schritte eingeleitet hat
,
um
nach aussen sichtbar für eine unbestimmte Anzahl Kunden als
Selbständigerwerbende
auf
zutreten. Dass sie
über kein Personal verfügt und keine zusätzlichen Geschäftsräume gemietet hat
,
ist mit Blick auf die sich im Aufbau befindende
eigene
Firma
und den Ge
schäftsbereich hier
nicht entscheidend. Kommt hinzu, dass
erhebliche
berufsbedingte
Investitionen für Material, Fahrzeug, Ausbildung
nicht
in Abrede zu stellen sind. Letztlich ist aber aus
dem
Vertragsverhältnis auch nicht auf ein Subordinationsverhältnis
im Sinne eines Weisungsrechts oder aufgrund der Art der
Entlöhnung
auf eine arbeitgeberähnliche Stellung des Auftraggebers zu schliessen, sodass insgesamt die Umstände, welche für eine
selbständige Tätigkeit der Beschwerdeführerin sprechen
überwiegen
.
Es ist mithin von einer
selbstän
digen Tätigkeit der Beschwerdeführerin
auszugehen
.
5.
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen
.
In Aufhebung des
Einspracheentschei
ds
der Beschwerdegegnerin vom 1
9.
April 2018
(
Urk.
2) ist festzustellen, dass die
von
der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit
bei der
Familie
Z.___
und bei
A.___
eine selbständige Erwerbstätigkeit darstellt.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, vom 1
9.
April 2018 aufgehoben und es wird
festgestellt, dass die Beschwerdeführerin
für ihre
Tätigkeit
bei
der Familie
Z.___
und bei
A.___
als
selbst
ändig
Erwerb
ende zu qualifizieren ist
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Familie
Z.___
-
A.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef