# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b57553c9-13f5-53e2-9818-d281197dd55b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.01.2024 SB230028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230028_2024-01-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230028-O/U/jv

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. B. Amacker und 

die Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw N. Hunziker

Urteil vom 9. Januar 2024

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. M. Kehrli, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

betreffend Vergewaltigung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 1. Abteilung, 
vom 29. März 2022 (DG210020)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 15. Dezember 2021 

(Urk. 15/6) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB sowie

 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 26 Tage durch 

Haft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt.

4. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils werden die folgenden, mit Verfügung der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 26. November 2021 einzig als Beweismittel 

beschlagnahmten Gegenstände dem Beschuldigten freigegeben:

 1 Paar Sportschuhe (Asservat-Nr. A015'255'820)

 1 Herrenhose (Asservat-Nr. A015'255'831)

 1 Herrenbekleidung (T-Shirt) (Asservat-Nr. A015'255'842)

 1 Herrenunterwäsche (Boxershorts) (Asservat-Nr. A015'255'886)

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 90 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch eine 

bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Urteils und eines amtlichen Aus-

weises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der nachgenannten Lagerbehörde 

(Forensisches Institut Zürich) abzuholen.

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Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, werden sie 

vernichtet.

5. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils werden die folgenden, mit Verfügung der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 26. November 2021 einzig als Beweismittel 

beschlagnahmten Gegenstände der Privatklägerin freigegeben:

 1 Damenhose (Asservat-Nr. A015'242'703)

 1 Damenunterwäsche (Slip) (Asservat-Nr. A015'242'714)

 1 Damenunterwäsche (BH) (Asservat-Nr. A015'242'725)

 1 Damenunterwäsche (Spaghettitop) (Asservat-Nr. A015'242'736)

 1 Pullover (Asservat-Nr. A015'242'747)

 1 Shirt (Asservat-Nr. A015'242'758)

Der Privatklägerin wird eine Frist von 90 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch eine 

bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Urteils und eines amtlichen Aus-

weises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der nachgenannten Lagerbehörde 

(Forensisches Institut Zürich) abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, werden sie 

vernichtet.

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, eine DNA-Probe zur Erstellung eines DNA-Profils 

im Sinne von Art. 5 des DNA-Gesetzes abzugeben.

Hierzu wird der Beschuldigte verpflichtet, sich innert 30 Tagen ab Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, Erkennungsdienst, Zeug-

hausstrasse 11, Zürich, zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit Wangen-

schleimhautabnahme zu melden.

Der Kantonspolizei Zürich, Erkennungsdienst, Zeughausstrasse 11, Zürich, wird ein 

entsprechender Vollzugsauftrag erteilt.

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7. Vom Verzicht der Privatklägerin auf Zusprechung von Schadenersatz und Genug-

tuung wird Vormerk genommen.

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 4'719.60   Auslagen (Gutachten)

Fr. 1'810.–   Auslagen Polizei

Fr. 14'142.–   Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. Barauslagen und 
7.7% MwSt.);

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens gemäss Ziffer 8 

vorstehend – ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung – werden dem 

Beschuldigten auferlegt.

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 5'600.– zuzüglich 7.7% MwSt. zu bezah-

len.

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Aus-

ührungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 43 S. 4 f.). Was die amtliche Ver-

teidigung betrifft, so wurde der Beschuldigte während der Untersuchung und des 

erstinstanzlichen Verfahrens durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ vertreten. Auf-

grund des zerrütteten Vertrauensverhältnisses erfolgte jedoch zu Beginn des Be-

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rufungsverfahrens ein Wechsel auf Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ (Urk. 8/2, 

Urk. 50). 

2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon 

vom 29. März 2022 (Urk. 43) liess der Beschuldigte fristgerecht Berufung an-

melden und erklären (Urk. 30, 42/2 und 48). Nach entsprechender Fristansetzung 

erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung (Urk. 50 und 53), während die 

Privatklägerin darauf verzichtete. Jedoch liess sie beantragen, dem urteilenden 

Gericht habe eine Person gleichen Geschlechts anzugehören. Auf den Antrag be-

züglich des Geschlechts der befragenden Person verzichtete sie ausdrücklich 

(Urk. 52). Sodann gelangte die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 14. Novem-

ber 2023 mit dem Beweisantrag, es sei die Privatklägerin im Berufungsverfahren 

persönlich zu befragen, sowie weiteren prozessualen Anträgen an das Gericht 

(Urk. 58). Die Staatsanwaltschaft äusserte sich zustimmend zum Beweisantrag des 

Beschuldigten, während die Privatklägerin auf das Ermessen des Gerichts verwies 

(Urk. 60, 62 und 63), woraufhin die Privatklägerin mit Vorladung vom 30. November 

2023 zur Einvernahme als Auskunftsperson im Rahmen der Berufungsverhandlung 

geladen wurde (Urk. 64). 

3. Zur Berufungsverhandlung vom 8. Januar 2024 erschienen schliesslich der 

Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigung und der Leitende Staats-

anwalt lic. iur. Kehrli (Prot. II S. 5). Die Privatklägerin und deren Rechtsvertreterin 

waren nur während der Einvernahme der Privatklägerin anwesend (a.a.O. S. 10; 

Urk. 71).

II. Prozessuales

1. Allgemeines

Soweit nachfolgend für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit Erwähnung 

findet. Schliesslich hat sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich 

auseinanderzusetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte beschrän-

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ken. Die Entscheidbegründung hat dabei die wesentlichen Überlegungen, von 

denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, 

kurz zu nennen (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

2. Umfang der Berufung

Das vorinstanzliche Urteil blieb hinsichtlich der Dispositivziffern 4, 5 und 7 unange-

fochten und erwuchs entsprechend in Rechtskraft, wovon vorab mit Beschluss Vor-

merk zu nehmen ist (Prot. II S. 6). Im übrigen Umfang steht das Urteil zur Dis-

position. Für die einzig vom Beschuldigten angefochtenen Punkte gilt das Ver-

schlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Vorfragen

3.1. Die amtliche Verteidigung machte zu Beginn der Berufungsverhandlung vor-

frageweise geltend, sämtliche im Laufe des Verfahrens erhobenen Aussagen des 

Beschuldigten seien mangels (ausreichender) Verdolmetschung unverwertbar. In-

folge der fehlenden bzw. unzureichenden Verdolmetschung sei dem Beschuldigten 

auch das Teilnahmerecht an der Konfrontationseinvernahme mit der Privatklägerin 

materiell verwehrt worden. Entsprechend müsse das Verfahren zwecks ordnungs-

gemässer Durchführung der Untersuchung an die Staatsanwaltschaft zurückge-

wiesen werden (Urk. 69 S. 2 ff.).

3.2. Versteht eine am Verfahren beteiligte Person die Verfahrenssprache nicht 

oder kann sie sich darin nicht genügend ausdrücken, so zieht die Verfahrensleitung 

eine Übersetzerin oder einen Übersetzer bei (Art. 68 Abs. 1 StPO). Ein Übersetzer 

ist beizuziehen, wenn sich ein Verfahrensbeteiligter mangels genügender Kenntnis 

der Verfahrenssprache vor der Strafbehörde nicht ausdrücken kann. In erster Linie 

geht es um diese Fähigkeit bei Einvernahmen. Die Verfahrensleitung prüft, ob beim 

betroffenen Verfahrensbeteiligten die Kenntnisse der Verfahrenssprache bezogen 

auf den Gegenstand des konkreten Strafverfahrens und dessen allfällige Komple-

xität genügend sind. Übersetzer sind, wenn die Voraussetzungen von Art. 68 

Abs. 2 oder Abs. 3 StPO erfüllt sind, bereits von der Polizei im Ermittlungsverfahren 

nach Art. 306 f. StPO beizuziehen, wobei sie dies in eigener Kompetenz tun kann 

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und muss (JOSITSCH/SCHMID, StPO Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 68 N 1 

und 3 f.).

3.3. Die von der amtlichen Verteidigung aufgeworfenen Vorfragen wurden zu 

Beginn der Berufungsverhandlung behandelt (vgl. Prot. II S. 9 f.). Der Beschuldigte 

gab zu Beginn der ersten Einvernahme im Beisein seines Verteidigers – trotz drei-

maligem Nachfragen des befragenden Polizisten – ausdrücklich an, keinen Über-

setzer zu benötigen (Urk. 1/2 S. 6; Urk. 2/2 F/A 1). Zudem erklärte er, er habe sich 

vorab mit seinem Verteidiger über den ihn vorgeworfenen Sachverhalt unterhalten 

können (Urk. 2/2 F/A 7), obwohl kein Übersetzer aufgeboten worden war. Be-

treffend die verschiedenen auf Deutsch erfolgten Erläuterungen und Hinweise in 

der Einvernahme erklärte der Beschuldigte durchweg, diese verstanden zu haben 

(Urk. 2/2 F/A 4 f., 10, 12 und 14). Die Sachdarstellungen des Beschuldigten auf 

Deutsch sind flüssig, verständlich und differenziert (a.a.O. F/A 3, 13 ff.). Mangel-

hafte Deutschkenntnisse des Beschuldigten, die den Beizug eines Übersetzer 

zwingend erforderlich gemacht hätten, sind nicht erkennbar. Die Verteidigung sah 

sich denn auch zu keinem Zeitpunkt in der Einvernahme veranlasst, den Beizug 

eines Übersetzers zu verlangen. Zwar bestellte die Staatsanwaltschaft für die nach-

folgende Hafteinvernahme sicherheitshalber eine Übersetzerin. Aufgrund aus-

reichender Deutschkenntnisse des Beschuldigten wurde die Einvernahme jedoch 

im Beisein des Verteidigers auf Deutsch durchgeführt und die Übersetzerin nur bei 

Bedarf eingesetzt (Urk. 2/3 S. 1). Die Deutschkenntnisse des Beschuldigten er-

wiesen sich sodann für die fallführende Staatsanwältin als derart gut, dass sie nur 

auf ausdrücklichen Wunsch des Verteidigers, der auch künftig den Beizug eines 

Übersetzers als "von Vorteil" erachtete (Urk. 8/10), auch für die nachfolgenden Ein-

vernahmen des Beschuldigten einen Übersetzer bestellte (Urk. 2/5; Urk. 2/7). Auch 

sämtliche weiteren Einvernahmen wurden aufgrund ausreichender Deutschkennt-

nisse des Beschuldigten durchweg auf Deutsch durchgeführt und die aufgebotenen 

Übersetzer wurden nur bei Bedarf eingesetzt (Urk. 2/5; Urk. 2/7; Urk. 69 S. 5). Die 

parteiöffentliche Einvernahme der Privatklägerin, die der Beschuldigte in einem 

separaten Raum per Videoübertragung verfolgte, wurde ihm bei Bedarf simultan 

übersetzt (Urk. 2/4 S. 1).

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Die amtliche Verteidigung führte ins Feld, der Beschuldigte habe bereits die erste 

Frage anlässlich der Hauptverhandlung nicht verstanden, weil er auf die Frage nach 

Veränderungen der persönlichen Verhältnisse seit der letzten Befragung um-

gehend die Ereignisse zu Sache zu schildern begonnen habe (Urk. 69 S. 6). Dem 

ist entgegenzuhalten, dass dies infolge Angespanntheit der beschuldigten Person 

in der Situation vor Gericht regelmässig auch bei einer Verdolmetschung sowie bei 

Personen mit deutscher Muttersprache vorkommt.

Dass der Beschuldigte der deutschen Sprache genügend mächtig ist, ergibt sich 

sodann insbesondere auch aus folgenden Umständen: Der Beschuldigte lebt seit 

20 Jahren in der Schweiz und führt hier seit über fünfeinhalb Jahren ein Restaurant. 

Er hält seit 2016 die Schweizer Staatsbürgerschaft inne (Urk. 72 S. 1 f.; Prot. I 

S. 11). Gemäss § 8 Abs. 1 und Abs. 2 lit. e Kantonales Bürgerrechtsgesetz 

(KBüG/ZH) in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 lit. c BüG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 

Abs. 2 lit. d BüV muss derjenige, der sich einbürgern lässt, mündliche Sprachkom-

petenzen mindestens auf dem Referenzniveau B1 und schriftliche Sprachkompe-

tenzen mindestens auf dem Referenzniveau A2 des in Europa allgemein anerkann-

ten Referenzrahmens für Sprachen nachweisen. Schon unter früherem Bundes-

recht bildete die Integration eine Voraussetzung für die Einbürgerung. Auch wenn 

dieser Begriff im früheren Bürgerrechtsgesetz vom 29. September 1952 nicht näher 

präzisiert wurde, entspricht die neue, seit 1. Januar 2018 in Kraft stehende Formu-

lierung des Bürgerrechtsgesetzes vom 20. Juni 2014, wonach der Bewerber in der 

Lage sein muss, sich im Alltag in einer Landessprache zu verständigen, inhaltlich 

weitgehend dem alten Recht (Botschaft zur Totalrevision des BüG BBl 2011 2825 

S. 2831 f.). Dem aktenkundigen Badoo- und WhatsApp-Chatverkehr zwischen dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin lässt sich entnehmen, dass der Beschuldigte 

über gute bis sehr gute Deutschkenntnisse verfügte, was auch die Privatklägerin 

anmerkte. Der Beschuldigte erwiderte, er wohne schon lange in der Schweiz, 

woraufhin die Privatklägerin bemerkte, dass man das merke (Urk. 3/3 S. 4 Foto 7). 

Die umfangreiche Kommunikation zwischen den beiden fiel flüssig und differenziert 

aus. Der Beschuldigte verfügte über einen grossen Wortschatz und konnte sich 

auch grammatikalisch korrekt ausdrücken. Entsprechend kam es auch nie zu 

einem Verständigungsproblem oder einem Missverständnis zwischen den beiden 

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(Urk. 3/3 und 3/5). Sodann bestätigte die Privatklägerin anlässlich der Berufungs-

verhandlung, dass die Kommunikation sehr gut funktioniert habe. Der Beschuldigte 

und sie hätten auch miteinander auf Deutsch telefoniert (Urk. 71 S. 5), was sich 

auch aus dem Chatverlauf sowie den Aussagen des Beschuldigten ergibt (Urk. 3/5 

S. 1; Prot. I S. 14).

3.4. Insgesamt ergibt sich aus den Akten, dass der Beschuldigte über genügende 

Deutschkenntnisse verfügte und sich darin genügend ausdrücken konnte, sodass 

der Beizug eines Übersetzers nicht zwingend erforderlich war. Aus dem Gesagten 

folgt, dass die Polizei keine Pflicht verletzt hat, indem sie betreffend die von ihr 

durchgeführte Einvernahme auf den Beizug eines Übersetzers verzichtete. Daran 

ändert nichts, wenn der jeweilige für die weiteren Einvernahmen aufgebotene Über-

setzer sporadisch einzelne komplexere Fragen übersetzte. Auch in Bezug auf die 

weiteren Einvernahmen ist keine Pflichtverletzung der Behörden ersichtlich. Die 

Aussagen des Beschuldigten sind somit vollumfänglich verwertbar. Entsprechend 

besteht kein Grund, die Sache an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.

3.5. Der Beschuldigte lebt seit 20 Jahren in der Schweiz, ist aber nicht deutscher 

Muttersprache. Es kann bei ihm nicht dieselbe Sprachgewandtheit vorausgesetzt 

werden wie bei einer Person, die in der Schweiz aufgewachsen und zur Schule 

gegangen ist. Die betrifft insbesondere auch die Schilderungen von intimen Dingen. 

Dem kann und muss – mit der amtlichen Verteidigung (Urk. 69 S. 19) – im Rahmen 

der Beweiswürdigung genügend Rechnung getragen werden.

4. Beweisanträge

4.1. Beizug Tonträger Hauptverhandlung

Die amtliche Verteidigung beantragte für den Fall, dass das Gericht die Aussagen 

des Beschuldigten als vollumfänglich verwertbar erachtet, den Beizug des Tonträ-

gers der Hauptverhandlung. Sie begründet diesen Beweisantrag im Wesentlichen 

damit, dass die Einvernahme des Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung 

unsachgemäss erfolgt sei. Die ausführliche, geradezu hartnäckige, teils suggestive 

Befragung auf Schweizerdeutsch habe die Aussagen des Beschuldigten be-

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einflusst bzw. verfälscht. Das Berufungsgericht müsse sich einen eigenen Eindruck 

davon machen (Urk. 69 S. 10 f.).

Die Aufzeichnung einer Einvernahme ist sofort zu den Akten zu nehmen (Art. 78a 

lit. c StPO). Die Aufzeichnung der Hauptverhandlung wird praxisgemäss in der 

Geschäftsverwaltung im betreffenden Geschäftsordner der ersten Instanz ge-

speichert. Damit ist die Aufzeichnung Teil der Akten und grundsätzlich auch für das 

Berufungsgericht zugänglich.

Der Beschuldigte hat die fragliche Aufzeichnung unbestritten von der Vorinstanz 

erhalten (vgl. Urk. 60 und 69 S. 5). Gemäss Art. 76 ff. StPO ist bei Einvernahmen 

primär das schriftliche Protokoll massgebend. Das Protokoll muss kein Wort-

protokoll sein; vielmehr soll es die Einvernahme sinngemäss wiedergeben, soweit 

es nicht um entscheidende Fragen oder Antworten geht (Art. 78 Abs. 3 StPO). Der 

Beschuldigte hat kein Protokollberichtigungsbegehren gemäss Art. 79 Abs. 2 StPO 

gestellt. Die von der amtlichen Verteidigung als ausführlich bzw. hartnäckig und 

teils suggestiv bezeichnete Einvernahme anlässlich der Hauptverhandlung ergibt 

sich ausreichend aus dem schriftlichen Protokoll (Prot. I S. 4 ff.). Die diesbezügli-

chen Vorbringen der amtlichen Verteidigung sind im Rahmen der Beweiswürdigung 

zu berücksichtigen. Dass das schriftliche Protokoll in entscheidenden Punkten 

fehlerhaft sein bzw. nicht mit den mündlichen Äusserungen des Beschuldigten 

übereinstimmen soll, zeigt die amtliche Verteidigung nicht konkret auf und ist auch 

nicht ersichtlich. In der nachfolgenden Beweiswürdigung werden zudem nicht 

einzelne Worte oder Formulierungen des Beschuldigten auf die Goldwaage gelegt 

und in spitzfindiger Weise ausgelegt (siehe nachfolgende Erwägungen). Auch der 

Beschuldigte hat in seiner Befragung vor Berufungsinstanz nicht geltend gemacht, 

frühere Aussagen von ihm seien von der Vorinstanz falsch interpretiert worden oder 

man habe ihm die Worte im Mund verdreht. Entsprechend besteht kein Grund, das 

Tonprotokoll zu konsultieren.

Wie bereits aufgezeigt, sind die Deutschkenntnisse des Beschuldigten gut bis sehr 

gut (vgl. Ziff. II.3.3. f.). Die Sachdarstellungen des Beschuldigten waren insbeson-

dere auch vor Vorinstanz durchgehend ausführlich und differenziert (Prot. I 

S. 55 ff.). Allfälligen sprachlichen Schwierigkeiten, samt allfälligen Fehlern oder 

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Missverständnissen, kann und muss – wie bereits ausgeführt (vgl. Ziff. II.3.5.) – im 

Rahmen der Beweiswürdigung genügend Rechnung getragen werden.

4.2. Einvernahme von C._____

Die amtliche Verteidigung beantragte die erneute Einvernahme von C._____. Sie 

begründete den Beweisantrag damit, dass sich aus den bisherigen Aussagen von 

C._____ deutliche Hinweise ergäben, dass er durch sein eigens beschriebenes 

Verhalten – vermutlich unbewusst – die Privatklägerin beeinflusst habe, was sich 

auf die Aussagen der Privatklägerin ausgewirkt habe. Um Fremdsuggestion durch 

C._____ zweifelsfrei festzustellen oder auszuschliessen, müsse er neuerlich durch 

das Gericht befragt werden (Urk. 69 S. 11 ff.).

Aus den Aussagen des Sohnes C._____ geht klar hervor, dass er der Meinung war, 

dass Strafanzeige erstattet werden sollte, als er von der Privatklägerin vom inkrimi-

nierten Vorfall erfuhr, dass er die Privatklägerin motivierte, zur Polizei zu gehen und 

die Polizei telefonisch alarmierte (Urk. 1/1 S. 4; Urk. 2/6 F/A 18). Dies ergibt sich 

auch aus den Aussagen der Privatklägerin (Urk. 2/1 F/A 94). Das dokumentiert je-

doch weder eine Fremdsuggestion noch einen Fremdsuggestionsversuch. Es be-

stehen keine Anhaltspunkte, dass C._____ die Privatklägerin in ihren Aussagen 

beeinflusst hat. C._____ hat sehr neutral, sachlich und zurückhaltend ausgesagt. 

Von einer Person, die zuvor ein Opfer manipuliert oder zu falschen Aussagen be-

wogen hat, wären deutlich subjektiv gefärbtere Aussagen zu erwarten. Dass 

C._____ das Wort "Vergewaltigung" verwendete, lag offenkundig auf der Hand. Die 

Privatklägerin hatte ihm geschildert, dass ihr etwas widerfahren sei, das keine Frau 

bei einem ersten Date erleben möchte (Urk. 2/6 F/A 18), dass diese Person ihr 

wehgetan habe (Urk. 1/1 S. 4), dass es zu Sex gekommen sei (Urk. 2/6 F/A 18) 

und dass sie geblutet habe (Urk. 1/1 S. 4). Die Privatklägerin führte zudem ausdrü-

cklich aus, dass C._____ sie weder zur Strafanzeige "überredet" noch unter Druck 

gesetzt habe (Urk. 71 S. 4). Zu berücksichtigen ist auch, dass eine wirksame 

Fremdsuggestion eine gewisse Zeit braucht. Die Privatklägerin begab sich unmit-

telbar nach dem Vorfall, der sich am späteren Nachmittag ereignete (vgl. Urk. 2/1 

F/A 82), zu ihrem Sohn C._____ und erzählte ihm davon. Dieser alarmierte unver-

züglich, um 18.20 Uhr, die Polizei (Urk. 1/1 S. 2 und 4). Noch am selben Abend 

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begab sich die Privatklägerin zur Polizei und wurde um 00.27 Uhr befragt (Urk. 2/1 

S. 1). Die Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt, als die Privatklägerin ihren Sohn 

C._____ über den inkriminierten Vorfall informierte und dem Zeitpunkt ihrer 

Erstaussage erscheint folglich zu kurz für eine wirksame Fremdsuggestion. Insge-

samt kann aufgrund des Gesagten eine Fremdsuggestion ausgeschlossen werden. 

Zum inkriminierten Vorfall kann C._____ nichts sagen, da er nicht anwesend war. 

Insgesamt ist folglich kein wesentlicher Erkenntnisgewinn aus einer erneuten Ein-

vernahme von C._____ zu erwarten. Der Beweisantrag ist entsprechend abzuwei-

sen.

4.3. Einvernahme von Rechtsanwalt X2._____

Zumal das hiesige Gericht keine Zweifel am Inhalt der von der amtlichen Verteidi-

gung erstellten Notiz vom 3. Januar 2024 betreffend das mit Rechtsanwalt 

X2._____ geführte Telefonat hat (Urk. 70), erübrigt sich eine Befragung von 

Rechtsanwalt X2._____ (vgl. Urk. 69 S. 9).

II. Schuldpunkt

1.1. Dem Beschuldigten wird von der Staatsanwaltschaft im Wesentlichen vorge-

worfen, am Nachmittag des 24. Juli 2021 im Rahmen des ersten gemeinsamen 

Dates der Privatklägerin B._____ gegen deren Willen mehrfach ihre Oberbeklei-

dung nach oben geschoben und dabei ihre nackten Brüste geknetet und daran ge-

saugt sowie sie auf seinen Schoss gesetzt zu haben und sich sodann – unten noch 

bekleidet – auf sie gelegt und dabei mit seiner Hüfte Stossbewegungen gegen ihr 

Becken gemacht und dabei angegeben zu haben, er werde sie ficken. In der Folge 

sei er, ebenfalls gegen den Willen der Privatklägerin, mit mehreren Fingern in ihre 

Vagina eingedrungen und habe schliesslich an der Privatklägerin den un-

geschützten Geschlechtsverkehr vollzogen und letztlich auf ihren Bauch ejakuliert 

(Urk. 15/6).

1.2. Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt gestützt auf die Schilderungen der 

Privatklägerin (Urk. 2/1 und 2/4), die Aussagen des Zeugen C._____ (Urk. 2/6), das 

Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin vom 13. August 2021 

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(Urk 6/7) sowie den WhatsApp-Chatverlauf (Urk. 3/5) als erstellt und sprach den 

Beschuldigten der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB und der se-

xuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig (Urk. 43 5 ff.). 

1.3. Der Beschuldigte ist nicht geständig, anerkannte jedoch bereits in der Unter-

suchung und auch im späteren Verlauf des Verfahrens, mit der Privatklägerin an 

besagtem Nachmittag sexuell verkehrt zu haben. Namentlich bestätigte er, dass er 

die Privatklägerin an den Brüsten geküsst habe, sie auf ihn gesessen sei, er mit 

zwei bis drei Fingern (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) vaginal in sie eingedrungen 

sei, es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr gekommen sei und er dabei einen 

Samenerguss gehabt und auf ihren Bauch ejakuliert habe (Urk. 2/2 F/A 43, 47, 64 

und 85 f.; Urk. 2/3 F/A 14 ff.; Urk. 2/5 F/A 11 und 16 f.; Prot. I S. 20 ff., Urk. 72 

S. 4 ff.). Insoweit ist der Sachverhalt als unbestritten und erstellt zu erachten. In 

Bezug auf die übrigen rechtlich relevanten Vorwürfe, ob die verschiedenen se-

xuellen Handlungen gegen den Willen der Privatklägerin erfolgten, weichen die 

Schilderungen des Beschuldigten von der Darstellung der Privatklägerin und dem 

anklagebildenden Sachverhalt ab. Darauf ist im Folgenden näher einzugehen.

1.4. Anlässlich der Berufungsverhandlung argumentierte die amtliche Verteidi-

gung zum Sachverhalt zusammengefasst, die Vorinstanz habe sich weder mit den 

Widersprüchen noch mit den Ungereimtheiten in den Aussagen der Privatklägerin 

auseinandergesetzt. Die Privatklägerin könne keinen kongruenten Handlungsab-

lauf schildern. Zudem enthielten die Sachdarstellungen der Privatklägerin Lücken 

und Ungenauigkeiten zum Nötigungsmittel. Die Sachdarstellungen des Beschuldig-

ten seien glaubhaft. Er habe die Ereignisse, insbesondere den Ablauf der Ereig-

nisse, konzis und kongruent geschildert. Irregularitäten habe er selber ausgeräumt 

und die Korrekturen kongruent weitergeführt. Soweit die Vorinstanz die Sach-

darstellungen des Beschuldigten als nicht überzeugend taxiert habe, könne ihr 

nicht gefolgt werden. Die Aussagen und der Aussagestil des Beschuldigten hingen 

mit dessen passiven und aktiven Sprachunvermögen zusammen. Daraus könnten 

keine Hinweise auf die fehlende Glaubhaftigkeit seiner Depositionen abgeleitet 

werden. Aufgrund seines Sprachunvermögens sei es auch zu Missverständnissen 

bei der Protokollierung seiner Aussagen gekommen. Insgesamt sei die Sachver-

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haltsvariante des Beschuldigten gegenüber derjenigen der Staatsanwaltschaft und 

der Vorinstanz mindestens gleichwertig, zumal sie sich ohne weiteres mit den 

Aussagen der Privatklägerin in Einklang bringen lasse (Urk. 73 S. 16 ff., Prot. II 

S. 11 ff.). Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen, die Aussagen der Privatklägerin 

seien über das gesamte Strafverfahren im Wesentlichen konstant und überzeu-

gend. Sie würden durch weitere Beweismittel gestützt, so namentlich durch die vom 

IRM festgehaltenen körperlichen Befunde über die von der Privatklägerin erlittenen 

Verletzungen, aber auch durch die Wahrnehmungen und alsdann staatsanwalt-

schaftlich erhobenen Aussagen des Sohnes der Privatklägerin, C._____. Dies ganz 

im Gegensatz zu den Bestreitungen des Beschuldigten, welcher für die von der 

Privatklägerin nachweislich erlittenen Verletzungen an der Brust und vor allem im 

Intimbereich keine plausible Erklärung habe finden können. Es sei daher erstellt, 

dass der Beschuldigte die über das einverständliche Küssen hinausgehenden se-

xuellen Handlungen und namentlich dann auch den Geschlechtsverkehr, wie von 

der Privatklägerin beschrieben, gewaltsam erzwungen habe. Ebenso sei aufgrund 

der Aussagen der Privatklägerin erwiesen, dass sie dem Beschuldigten während 

dessen sexuellen Handlungen nach dem Küssen mehrfach klar und deutlich zu 

verstehen gegeben habe, dass sie mit weitergehenden sexuellen Handlungen und 

alsdann auch mit dem Geschlechtsverkehr bei diesem ersten Date nicht einver-

standen war (Urk. 74 S. 1 f., Prot. II S. 15 f.). 

2.1. Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung und der Beweis-

würdigung wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

(Urk. 43 E. II.A.3.). Sie hat im Übrigen die vorhandenen Beweismittel korrekt und 

vollständig angeführt (Urk. 43 S. 5 f.) und die Aussagen des Beschuldigten, der Pri-

vatklägerin und des Zeugen C._____ sowie die weiteren Beweismittel umfassend 

wiedergegeben (Urk. 43 S. 9 ff.). Auch darauf wird verwiesen.

2.2. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 

sowie die übrigen Beweismittel sehr ausführlich, differenziert und sorgfältig analy-

siert und mit zutreffendem Ergebnis gewürdigt (Urk. 43 S. 29 ff.), worauf grund-

sätzlich verwiesen werden kann. Allerdings ist die Vorinstanz etwas zu weit ge-

gangen, wenn sie zahlreiche angeblich verräterische Widersprüche in den Aus-

- 15 -

sagen des Beschuldigten ortete. Die nachfolgenden Ausführungen verstehen sich 

als Rekapitulation und Ergänzung sowie als teilweise Korrektur betreffend die Aus-

sagen des Beschuldigten.

2.2.1. Insgesamt wurde die Privatklägerin in der Untersuchung zwei Mal einver-

nommen sowie zusätzlich anlässlich der Berufungsverhandlung. Die erstinstanz-

lichen Erwägungen sind darin zu bestätigen, dass die Privatklägerin in Bezug auf 

das Kerngeschehen konstant, detailliert, bestimmt, überlegt, sachlich und entspre-

chend glaubhaft ausgesagt hat. Entgegen der Darstellung der amtlichen Verteidi-

gung handelt es sich um weitgehend logische und lebensnahe Schilderungen. Es 

sind weder Aggravationstendenzen erkennbar noch sonstige übermässigen Be-

lastungen oder Hinweise, dass die Privatklägerin den Beschuldigten mit einer er-

fundenen, dramatisierenden Geschichte zu Unrecht der Strafverfolgung aussetzen 

wollte. Die diesbezüglichen Mutmassungen des Beschuldigten vermögen nicht zu 

überzeugen (Urk. 72 S. 7). Wäre die Privatklägerin vom Sex enttäuscht gewesen, 

hätte sie eine anderes Nachtatverhalten gezeigt. Sie hätte möglicherweise den 

Kontakt zum Beschuldigten abgebrochen, aber wäre kaum nach der Tat ver-

schwunden und hätte den Beschuldigten kaum im WhatsApp-Chat abgeblockt mit 

den Worten "Lass mich bitte in Ruhe". Zudem wäre sie kaum verstört nachhause 

gekommen und hätte ihrem Sohn eine nicht stattgefundene Vergewaltigung ge-

schildert. Es sind sodann keine übertriebenen Aussagen erkennbar. Wenn die Pri-

vatklägerin etwas nicht mehr wusste, räumte sie dies unumwunden ein. Zudem gab 

sie klar an, wenn sie sich nicht mehr gewehrt hatte. Die amtliche Verteidigung hat 

versucht, verschiedene angebliche Widersprüche in den Aussagen der Privat-

klägerin aufzuzeigen (Urk. 73 S. 16 ff.). Die gänzlich fehlerfreie Wiedergabe von 

Erlebtem ist nicht die Regel, sondern die grosse Ausnahme. Wie bereits ausgeführt, 

hat die Privatklägerin in Bezug auf das Kerngeschehen konstant und überzeugend 

ausgesagt. Ob die Türe geschlossen oder verschlossen war, ist ein unerheblicher 

Nebenpunkt. Es handelt sich um einen umgangssprachlichen Terminus, der beide 

Interpretationen (Schlüssel steckt oder steckt nicht) zulässt. Die Privatklägerin hat 

nie geltend gemacht, sie habe wegen der verschlossenen Türe nicht fliehen 

können, weil der Schlüssel nicht gesteckt habe. Entgegen der Auffassung der amt-

lichen Verteidigung hat die Privatklägerin von Anfang an ausgesagt, dass sie dem 

- 16 -

Beschuldigte gesagt habe, dass sie beim ersten Date keine Berührungen an den 

Brüsten und demzufolge klarerweise auch keinen Sex wolle (Urk. 2/1 F/A 20). Im 

Übrigen hat der Beschuldigte diese verbale Äusserung der Privatklägerin bestätigt 

(Urk. 2/2 F/A 75). Die Privatklägerin wirkt in ihren Erzählungen authentisch und 

lebendig, Strukturbrüche sind keine auszumachen. Richtig ist, dass teilweise 

Erinnerungslücken vorliegen. Allerdings betreffen diese Nebenpunkte, zum Bei-

spiel, wie die Privatklägerin auf dem Sofa auf dem Rücken zu liegen kam (Urk. 2/1 

F/A 20). Ferner ist darauf hinzuweisen, dass schlimme bzw. traumatische Er-

eignisse regelmässig anders wahrgenommen, im Gedächtnis gespeichert und in 

Erinnerung behalten werden als alltägliche Vorfälle und Dissoziation sowie Ver-

drängungsmechanismen die Wahrnehmung von Details und die Memorierung 

beeinflussen können. Die Vorinstanz beschreibt die Videobefragung zudem sehr 

anschaulich und zutreffend, wenn sie ausführt, die Privatklägerin habe jeweils sehr 

klar Aussagen gemacht in Bezug auf ihre Abwehrhaltung gegenüber Sex. Sie habe 

sehr bestimmt ausgeführt, dass Sex für sie kein Thema gewesen sei. Ihre Körper-

haltung sei bei der Befragung im Allgemeinen und speziell bei Fragen zu den 

sexuellen Einzelheiten sehr verschlossen gewesen, so habe sie beispielsweise bei 

der Aussage, als es um das Saugen an ihren Brüsten gegangen sei, die Arme 

schützend um ihren Busen gelegt. Zudem habe sie lebhaft vorgezeigt, wie der Be-

schuldigte sie an den Handgelenken festgehalten und ihre Kleider hochgeschoben 

habe. Auch sei eine echte Betroffenheit erkennbar. Schliesslich, so die Vorinstanz 

weiter, liessen sich ihre Schilderungen mit den durch das Gutachten des Instituts 

für Rechtmedizin festgestellten Verletzungen verbinden. So habe sie namentlich 

während des Geschlechtsverkehrs, der Penetration mit den Fingern sowie beim 

Saugen an ihren Brüsten Schmerzen gehabt, was sich mit den festgestellten Ver-

letzungen sowie dem von der Privatklägerin erwähnten Blut decke (Urk. 43 S. 29). 

Insgesamt hat die Privatklägerin glaubhaft geschildert, wie sie mehrfach und hörbar 

"nein" gesagt hat, wie sie sich gegen die Griffe an ihre Brüste gewehrt hat, wie ihr 

der Beschuldigte die Hosen samt Unterhosen heruntergerissen hat und wie sie sich 

ob der körperlichen Übermacht und dem Drängen des Beschuldigten seinen Griffen 

nicht mehr entziehen konnte.

- 17 -

2.2.2. Die Vorinstanz qualifizierte die Depositionen des Beschuldigten als sehr 

widersprüchlich (Urk. 43 S. 30 f.). Dem kann nicht uneingeschränkt beigepflichtet 

werden. Auch in den Aussagen der Privatklägerin gibt es in Bezug auf Nebenpunkte 

gewisse Lücken. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte nicht über 

dieselben Sprachfähigkeiten verfügt wie eine Person, die in der Schweiz aufge-

wachsen ist. Entsprechend ist die Vorinstanz etwas über das Ziel hinausgeschos-

sen. Ein grosser Teil der Aussagen des Beschuldigten ist weitgehend unauffällig. 

Allerdings hat der Beschuldigte in seinen Aussagen unnatürlich betont, wie er die 

Privatklägerin angeblich mehrmals gefragt habe, ob sie mit Sex einverstanden sei. 

So führte er aus, als sie sich geküsst hätten, habe er die Privatklägerin gefragt, ob 

sie auch Sex wolle. Und nach dem Ausziehen der Hose der Privatklägerin habe er 

sie erneut gefragt, ob er jetzt mit ihr Sex haben dürfe (Urk. 2/2 F/A 43) bzw. bevor 

er mit seinem Penis "in ihre Muschi" eingedrungen sei, habe er nochmals gefragt, 

ob sie damit einverstanden sei. Sie habe ja gesagt (a.a.O. F/A 47). Diese über-

mässige Betonung von angeblichem Fragen nach einer Einwilligung erscheint un-

natürlich und lebensfremd. Die entsprechenden Aussagen können auch kaum ein 

Produkt von falscher Protokollierung oder einem Missverständnis sein. Sodann be-

stätigte der Beschuldigte sinngemäss die Darstellung der Privatklägerin, wonach 

sie keine über Küssen hinausgehende sexuelle Handlungen wollte (a.a.O. F/A 51 

und 75). Dass dann aber doch die Privatklägerin "angefangen" haben soll (a.a.O. 

F/A 51), sprich die aktive Rolle übernommen haben soll, erscheint wenig glaubhaft, 

zumal der Beschuldigten keine konkreten Handlungen seitens der Privatklägerin, 

die in sexueller Hinsicht über einvernehmliche Zungenküsse hinausgingen, schil-

derte. Vielmehr ging die Initiative für die verschiedenen Handlungen vom Beschul-

digten aus (vgl. dazu den nachfolgenden Abschnitt). Die Darstellung des Beschul-

digten, wonach die Privatklägerin aktiv geworden sein soll, passt denn auch weder 

zu ihren Schilderungen und ihrer Kundgabe, wonach es bei ihr beim ersten Date 

prinzipiell keinen Sex gebe (Urk. 71 S. 10), noch zu ihrem Auftreten. Sie scheint 

keine Person zu sein, die sexuell forsch und fordernd auftritt. Zumindest insoweit 

sind die Aussagen des Beschuldigten unglaubhaft und es ist den diesbezüglichen 

vorinstanzlichen Ausführungen zuzustimmen. Dem Beschuldigten musste damit 

trotz der anfänglichen einvernehmlichen (Zungen)küsse klar und bewusst sein, 

- 18 -

dass die Privatklägerin bei der intimen Begegnung einen Punkt erreicht hatte, den 

sie nicht überschreiten wollte, was sie offensichtlich verbal und körperlich kund tat.

Die Vorinstanz zeigte nachvollziehbar und richtig auf, dass die Initiative für die ver-

schiedenen Handlungen vom Beschuldigten selbst ausgingen. Namentlich war er 

es, der die Privatklägerin ins Wohnzimmer gebeten hatte, er fasste ihr beim Küssen 

unter das T-Shirt, knöpfte ihre Hose auf, drang mit den Fingern in ihre Vagina ein, 

zog sich selbst aus, penetrierte die Privatklägerin vaginal und hatte einen Samen-

erguss (vgl. Urk. 43 S. 33). Weder die Privatklägerin noch der Beschuldigte 

schilderten demgegenüber Handlungen seitens der Privatklägerin, die in sexueller 

Hinsicht über einvernehmliche Zungenküsse hinausgingen. So fehlen von beiden 

Seiten Schilderungen dazu, dass die Privatkläger den Beschuldigten überhaupt 

massgeblich berührte, auszog, geschweige denn sexuell stimulierte oder seinen 

Genitalbereich anfasste. Der Beschuldigte antwortete gar auf die explizite Frage, 

wie sich die Privatklägerin an den sexuellen Handlungen beteiligt habe: "Sie 

hat  mich einfach geküsst. Auf den Mund und mit Zunge. Sonst nichts." (Urk. 2/2 

F/A 56). Diese Passivität der Privatklägerin korrespondiert mit ihren Schilderungen 

und ihrer Haltung, dass sie beim ersten Treffen keinen Sex wollte und auch bereits 

die Berührungen des Beschuldigten abwehrte. Eine aktive sexuelle Interaktion von 

beiden Beteiligten fand offensichtlich nicht statt. Vielmehr ist den Depositionen Bei-

der zu entnehmen, dass sich die Handlungen stark auf die sexuelle Befriedigung 

des Beschuldigten ausrichteten, der sich auf rüde und einseitige Art am Körper der 

Privatklägerin erregte und sie auf eine sehr unbeholfene Weise zu stimulieren ver-

suchte. Dazu passen denn auch die Aussagen des Beschuldigten, wonach er ein-

mal "gemacht" habe und dann sei fertig gewesen. Er habe nämlich gehen müssen 

und habe wenig Zeit gehabt (Urk. 2/2 F/A 43) bzw. es sei kurzer Sex gewesen, 

ganz schnell, sie hätten sicher nicht noch die Position gewechselt (Urk. 2/2 F/A 81) 

und dies in einer späteren Einvernahme bestätigend mit den Worten: "Wir hatten 

nicht lange Sex zusammen. Wir hatten nur eine Position, ich war dann fertig." 

(Urk. 2/3 F/A 14). Das Gesagte lässt für sich alleine betrachtet zwar nicht auf nicht 

einvernehmliche sexuelle Handlungen schliessen, jedoch untermauert es deutlich 

- 19 -

die Schilderungen der Privatklägerin und ist zumindest ein Indiz, dass der Beschul-

digte seinen Willen zum Zwecke seiner sexuellen Befriedigung durchsetzen wollte.

2.3. Insgesamt erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten zwar nicht als kom-

plett, aber zumindest als teilweise unglaubhaft. Demgegenüber weisen die Aus-

sagen der Privatklägerin eine sehr gute Qualität auf. Diese lassen, gestützt durch 

die Zeugenaussagen von C._____, das Gutachten zur körperlichen Untersuchung 

der Privatklägerin sowie den WhatsApp-Chat keine rechtserheblichen Zweifel zu, 

dass sich der Sachverhalt wie angeklagt abgespielt hat. Dem Beschuldigten und 

der Verteidigung gelang es auch im Berufungsverfahren nicht, mit Einwänden und 

Zweifeln Anlass für eine andere Würdigung zu liefern. Der Anklagesachverhalt er-

weist sich damit als erstellt und es ist für die rechtliche Würdigung uneingeschränkt 

darauf abzustellen.

3. Rechtliche Würdigung

Zutreffend hat die Vorinstanz den erstellten Sachverhalt als Vergewaltigung im 

Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB gewürdigt. Ebenso korrekt sind ihre dazugehörigen 

theoretischen Ausführungen zu Art. 190 StGB und die Darlegung der Recht-

sprechung und Lehre (Urk. 43 S. 40 ff.). 

Insbesondere ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass der Beschuldigte in 

objektiver Hinsicht wiederholt körperliche Gewalt angewendet hatte, um seine se-

xuellen Absichten durchzusetzen. Auf die entsprechenden Erwägungen ist zu ver-

weisen (Urk. 43 S. 42 f.). Der Beschuldigte hat sich mit körperlicher Kraftentfaltung 

über die zumutbare Gegenwehr der Privatklägerin hinweggesetzt. Zu berücksich-

tigen ist, dass die Privatklägerin ein wenig selbstsichere Person zu sein scheint und 

sich in der Wohnung des Beschuldigten befand. Die Privatklägerin sagte mehrfach 

und hörbar "nein", wehrte sich gegen die Griffe an ihre Brüste und ihre Hand-

gelenke. Sie versuchte, die Hände des Beschuldigten zu entfernen, um das Öffnen 

ihrer Hose zu verhindern. Zudem lag der Beschuldigte hinter ihr und fixierte sie mit 

den Händen, als er mit den Fingern vaginal in sie eindrang. Weiter riss der Beschul-

digte ihr die Hosen samt Unterhosen herunter. Angesichts der erfolglosen Gegen-

wehr und der körperlichen Überlegenheit des Beschuldigten gab die Privatklägerin 

- 20 -

ihre Gegenwehr schliesslich auf, was der Beschuldigte ausnützte und den Ge-

schlechtsverkehr vollzog. Das Nötigungsmittel psychischer Druck ist allerdings ent-

gegen der Ansicht der Vorinstanz in der vorliegenden Konstellation nicht gegeben. 

Richtigerweise geht das vorinstanzliche Urteil in subjektiver Hinsicht von direktem 

Vorsatz aus. Auch darauf ist zu verweisen (a.a.O. S. 43 f.). Die Privatklägerin hat 

sich wiederholt, klar und offensichtlich sowohl körperlich als auch verbal gegen die 

sexuellen Handlungen des Beschuldigten ausgesprochen, dennoch setzte er sich 

gleichgültig und ebenso wiederholt darüber hinweg. Dieser Umstand lässt keinen 

anderen Rückschluss auf den inneren Sachverhalt zu, als dass der Beschuldigte 

wissentlich und willentlich gehandelt hatte.

Wie die amtliche Verteidigung zutreffend vorbringt, geht der Tatbestand der Verge-

waltigung im Sinne von Art. 190 StGB dem Tatbestand der sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 StGB vor, soweit der sexuellen Nötigung neben der Vergewalti-

gung keine selbständige Bedeutung zukommt bzw. diese nur eine Begleiterschei-

nung darstellt. Art. 190 StGB ist lex specialis zu Art. 189 StGB. Realkonkurrenz ist 

jedoch anzunehmen, wenn es zu einer Vielzahl von sexuellen Vorgängen kommt 

bzw. wenn die anderen sexuellen Handlungen neben dem Beischlaf auf selbstän-

dige geschlechtliche Befriedigung zielen, sprich wenn es sich um von der Ver-

gewaltigung unabhängige und selbständige Taten handelt (BGer 6S.154/2004 vom 

30. November 2005, E. 8.; MAIER, in: BSK StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 189 N 81). 

Sämtliche sexuellen Handlungen stellen einen einzigen Handlungsstrang dar. Die 

Handlungen erfolgten innert weniger Minuten am selben Ort. Beim Kneten der 

Brüste und Eindringen in die Scheide mit mehreren Fingern handelt es sich um 

Begleiterscheinungen des eigentlichen Geschlechtsakts und nicht um sexuelle 

Handlungen von selbständiger Bedeutung. Diese Handlungen sind im Vergewalti-

gungsakt inkludiert. Folglich wird die sexuelle Nötigung von der Vergewaltigung 

konsumiert. Da es sich um eine andere rechtliche Würdigung des erstellten Ankla-

gesachverhalts handelt, hat kein Freispruch zu ergehen.

Der Beschuldigte ist folglich der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen.

- 21 -

III. Strafzumessung / Vollzug

1. Der Tatbestand der Vergewaltigung sieht einen ordentlichen Strafrahmen von 

Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor. Strafschärfungs- oder Straf-

milderungsgründe, die ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens rechtfertigen 

würden, liegen nicht vor. Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung 

kann auf die zutreffenden Ausführungen im erstinstanzlichen Urteil verwiesen wer-

den (Urk. 43 S. 46 f.).

2. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, 

wobei sie den Vollzug aufschob und eine Probezeit von 2 Jahren festsetzte (Urk. 43 

S. 58, Dispositivziffern 2 und 3).

3. Während der Beschuldigte auch im Berufungsverfahren eine Freispruch und 

eventualiter eine Strafe im untersten Bereich beantragt (Urk. 73 S. 15 und 32), er-

achtet die Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung eine Freiheitsstrafe von 

3 Jahren als angemessen. Überdies beantragt sie, die Freiheitsstrafe sei im Um-

fang von 12 Monaten zu vollziehen und die restlichen 24 Monate unter Ansetzung 

einer 2-jährigen Probezeit bedingt zu gewähren (Urk. 53 und Urk. 75 S. 1).

4.1. Zur objektiven und subjektiven Tatschwere der Vergewaltigung erwog die 

Vorinstanz zutreffend, dass der Beschuldigte gleich zwei Mal in die Privatklägerin 

eindrang. Auch wenn er nicht mit brachialer Gewalt und einer hohen kriminellen 

Energie vorging bzw. eine heftige Gegenwehr überwand, so verursachte er dabei 

doch blutende und schmerzende Verletzungen in ihrem Intimbereich. Zudem 

saugte der Beschuldigte offenbar derart massiv an den Brüsten der Privatklägerin, 

dass ihre Brustwarzen verletzt wurden. Sodann penetrierte der Beschuldigte die 

Privatklägerin nicht nur mit dem Penis, sondern auch mit mehreren Fingern vaginal. 

Auch wenn den Handlungen einvernehmliche Zungenküsse vorausgingen, gab die 

Privatklägerin dem Beschuldigten klar, unzweideutig und wiederholt verbal und 

physisch zu verstehen, dass sie damit nicht einverstanden ist. Der Beschuldigte 

war der Privatklägerin kräftemässig klar überlegen und spielte dies auch aus. Gra-

vierend ist sodann weiter der Umstand zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

kein Kondom verwendete und sich dabei gegenüber allfälligen sexuell übertragba-

- 22 -

ren Krankheiten völlig gleichgültig zeigte, hatten er und die Privatklägerin darüber 

vorher ganz offensichtlich nicht gesprochen. Selbstredend war sein Verhalten aus-

schliesslich egoistischer Natur. Es wäre ihm mehrfach möglich gewesen, mit den 

sexuellen Übergriffen aufzuhören, stattdessen führte er diese fort, bis er sich mit 

einem Orgasmus erleichtert hatte.

Im Rahmen aller denkbaren Tatvarianten wiegt das Tatverschulden insgesamt 

gerade noch leicht. Eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten ist dem Verschulden an-

gemessen.

4.2. Die Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil zur Täterkomponente sind alle-

samt zutreffend und bedürfen keiner Ergänzung (Urk. 43 S. 51 f.; vgl. auch Urk. 72 

S. 1 ff.). Ebenso ist das Nachtatverhalten des Beschuldigten als neutral zu gewich-

ten. Weitere strafzumessungsrelevanten Faktoren sind nicht ersichtlich, womit das 

Verhalten des Beschuldigte im Ergebnis mit 34 Monaten Freiheitsstrafe zu sank-

tionieren ist. 

5.1. Der Beschuldigte befand sich 26 Tage (vom 25. Juli 2021 bis 19. August 2021) 

in Untersuchungshaft (Urk. 4/2, 4/14 und 4/23+24). Diese ist ihm in Anwendung 

von Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe anzurechnen. 

5.2. Nach der Haftentlassung wurde dem Beschuldigten mit Verfügung des 

Zwangsmassnahmengerichts des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 20. August 2021 

im Sinne einer Ersatzmassnahme nach Art. 237 Abs. 2 lit. c und g StPO untersagt, 

die Gemeinden D._____ und E._____ zu betreten sowie mit der Privatklägerin 

B._____ in irgend einer Weise Kontakt aufzunehmen oder durch Dritte aufnehmen 

zu lassen (Urk. 4/28). Auf entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft wurden 

die Ersatzmassnahmen alsdann mit Verfügung vom 16. November 2021 verlängert 

(Urk. 4/29 und 4/32). Mit Anklageerhebung vom 16. Dezember 2021 stellte die 

Staatsanwaltschaft erneut das Gesuch, die Ersatzmassnahmen seien bis  zur 

Hauptverhandlung bzw. Urteilseröffnung zu verlängern, welchem Gesuch das 

Zwangsmassnahmengericht mit Entscheid vom 30. Dezember 2021 nachkam 

(Urk. 18/1 und 18/3). Das erstinstanzliche Urteil wurde schliesslich am 29. März 

2022 gefällt und eröffnet (Prot. I S. 42). Mangels eines anders lautenden Entschei-

- 23 -

des der Vorinstanz fielen die Ersatzmassnahmen mit diesem Datum dahin. Die 

Ersatzmassnahmen dauerten demnach 222 Tage (20. August 2021 bis 29. März 

2022). 

Nach der Rechtsprechung sind Ersatzmassnahmen analog der Untersuchungshaft 

auf die Freiheitsstrafe anzurechnen. Bei der Bemessung der anrechenbaren Dauer 

hat das Gericht den Grad der Beschränkung der persönlichen Freiheit im Vergleich 

zum Freiheitsentzug bei Untersuchungshaft zu berücksichtigen. Dabei kommt dem 

Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu (vgl. BGE 140 IV 74 E. 2.4, mit 

Hinweisen). Es ist also danach zu fragen, ob und inwiefern die normale Alltags-

führung beeinträchtigt wurde sowie ob es der betroffenen Person erschwert oder 

verunmöglicht wurde, der Arbeit nachzugehen, soziale Kontakte zu pflegen, Frei-

zeitaktivitäten zu unternehmen usw. Weitere Beurteilungskriterien sind auch, mit 

welchem Zeit- und Kostenaufwand die Massnahme verbunden war. Entscheidend 

ist jedenfalls, dass die grundrechtsbeschränkenden Auswirkungen der Massnah-

men gestützt auf die konkreten Verhältnisse im Einzelfall ermittelt und angerechnet 

werden (vgl. BSK StPO-MANFRIN/VOGEL, Art. 237 N 119).

Der Beschuldigte wohnte während der Dauer der Ersatzmassnahmen in F._____, 

sein Arbeitsort befand sich in G._____ (Prot. I S. 10 f.). Berührungspunkte zu 

D._____ im Kanton Schaffhausen sowie zu E._____ im Kanton Zürich hat er soweit 

ersichtlich nicht. Ebenso hatte er keinen näheren Bezug zur Privatklägerin, lernten 

sie sich doch erst wenige Tage vor dem Vorfall über eine Datingplattform kennen. 

Der Beschuldigte war durch die Anordnung der Ersatzmassnahmen weder 

massgeblich in seinem privaten noch in seinem beruflichen Bewegungsradius 

eingeschränkt. Die Beschränkung seiner persönlichen Freiheit war durch die 

Massnahmen zwar vorhanden, jedoch sehr minim. Insgesamt erscheint eine 

Anrechnung der Ersatzmassnahmen bei dieser Ausgangslage im Umfang von 5%, 

mithin 11 Tagen, als angemessen. 

6. Der Beschuldigte ist demnach mit 34 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen, 

wovon 37 Tage durch Untersuchungshaft und Ersatzmassnahmen erstanden sind. 

- 24 -

7.1. Der bedingte Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe fällt ausser Betracht 

(Art. 42 StGB). Jedoch kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von min-

destens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn dies 

notwendig ist, um dem Verschulden des Täters Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 

StGB). Grundvoraussetzung für die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB 

ist, dass eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Zwar fehlt ein entspre-

chender Verweis auf Art. 42 StGB, doch ergibt sich dies aus Sinn und Zweck von 

Art. 43 StGB. Wenn und soweit die Legalprognose des Täters nicht schlecht aus-

fällt, verlangt die Bestimmung, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewährung 

ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprognose auch ein bloss 

teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist. Denn wo keinerlei Aussicht 

besteht, der Täter werde sich in irgendeiner Weise durch den – ganz oder teil-

weise – gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen, muss die Strafe in voller 

Länge vollzogen werden (BGE 134 IV I E. 5.3.1.). Subjektiv ist mit anderen Worten 

das Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt. 

7.2. Die objektive Voraussetzung zur Gewährung eines teilbedingten Strafvollzu-

ges ist mit der ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 34 Monaten erfüllt. 

7.3. In subjektiver Hinsicht bestehen keinerlei Hinweise, die beim Beschuldigten 

auf eine ungünstige Legalprognose schliessen liessen. Es können ihm grundsätz-

lich günstige Umstände attestiert werden, so ist er nicht vorbestraft (Urk. 65) und 

lebt in geordneten und stabilen Verhältnissen (vgl. dazu die Ausführungen der 

Vorinstanz zur Täterkomponente, Urk. 43 S. 49 f. sowie die Ausführungen des 

Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung, Urk. 72 S. 1 ff.). Dem Be-

schuldigten ist deshalb der teilbedingte Vollzug zu gewähren.

7.4. Der unbedingt vollziehbare Teil der Freiheitsstrafe muss mindestens 6 Mo-

nate betragen, darf aber die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 und 

3 StGB). Vorliegend ergibt sich dadurch für den vollziehbaren Teil ein Rahmen 

zwischen 6 und 17 Monaten. Als Bemessungsregel ist das Ausmass des Verschul-

dens zu beachten, dem in genügender Weise Rechnung zu tragen ist. Das Verhält-

nis der Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Bewäh-

rung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum 

- 25 -

Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der 

Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der un-

bedingte Strafteil darf das unter Verschuldensgesichtspunkten gemäss Art. 47 

StGB gebotene Mass nicht unterschreiten (Urteil des Bundesgerichts 6B_632/2016 

vom 6. September 2016 E. 1.3).

Die Legalprognose des Beschuldigten ist ungetrübt. Das Verschulden wurde als 

gerade noch leicht eingestuft. Der Beschuldigte hat sodann eine schwerwiegende 

Straftat begangen, was die gesetzliche Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe 

belegt. Ein zu vollziehender Teil im unteren Bereich von 6 Monaten würde diesen 

Umständen nicht gerecht werden, jedoch wären ebenso 17 Monate unverhältnis-

mässig, zumal das Verschulden gerade noch leicht wiegt. Der vollziehbare Teil ist 

daher bei 12 Monaten festzusetzen und es ist eine Probezeit von 2 Jahren vorzu-

sehen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

8. Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren 

und 10 Monaten zu bestrafen, wobei 12 Monate (abzüglich 37 Tage für erstandene 

Haft und Ersatzmassnahmen) zu vollziehen sind. Die restlichen 22 Monate Frei-

heitsstrafe werden aufgeschoben und eine Probezeit von 2 Jahren angesetzt.

IV. DNA-Profil

Mit der Vorinstanz (Urk. 43 S. 52 f.) ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für 

die Abnahme einer DNA-Probe und die Erstellung eines entsprechenden DNA-

Profils erfüllt sind. Aufgrund der Schwere von gleich zwei vorsätzlich begangenen 

Straftaten gegen die sexuelle Integrität und der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe 

von 3 Jahren ist eine solche Massnahme durchaus verhältnismässig. Art. 5 des 

DNA-Profil-Gesetzes wurde mit Wirkung ab 1. August 2023 aufgehoben, findet sich 

jedoch im geltenden Art. 257 lit. a und b StPO wieder, welcher entsprechend anzu-

wenden ist. 

- 26 -

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Ausgangsgemäss sind die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst-

instanzlichen Verfahrens unter Hinweis auf Art. 426 Abs. 1 StPO zu bestätigen. 

Ausgangsgemäss besteht kein Raum für die Zusprechung einer Entschädigung 

und/oder Genugtuung an den Beschuldigten.

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG).

2.2. Der ehemalige amtliche Verteidiger wurde für seine Aufwendungen im Beru-

fungsverfahren mit Fr. 1'303.15 aus der Gerichtskasse entschädigt (Urk. 55A).

2.3. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung von total Fr. 11'595.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) geltend (Urk. 68). Der 

Zeitaufwand für die Berufungsverhandlung (inkl. Weg und Nachbesprechung) ist 

darin noch nicht enthalten. Der Aufwand ist ausgewiesen und – da die aktuelle amt-

liche Verteidigung erst im Berufungsverfahren dazu gekommen ist – angemessen 

und in dieser Höhe, zuzüglich des Zeitaufwands für die Berufungsverhandlung, 

zu  entschädigen. Entsprechend ist die amtliche Verteidigung mit Fr. 13'900.– 

(inkl. Barauslagen und MwSt.) zu entschädigen.

2.4. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschul-

digte unterliegt mit seinen Anträgen überwiegend. Er obsiegt teilweise bei der recht-

lichen Würdigung, was sich auf die Strafzumessung auswirkt. Die Staatsanwalt 

obsiegt überwiegend. Folglich sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Aus-

nahme derjenigen der amtlichen Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 StPO), zu 19/20 dem 

Beschuldigten aufzuerlegen und zu 1/20 auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sind zu 19/20 einstweilen und zu 1/20 definitiv 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Es bleibt die Rückzahlungspflicht des Beschul-

digten im Umfang von 19/20 unter Hinweis auf Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

- 27 -

3. Mangels entsprechenden Antrages ist der Privatklägerin für das Berufungs-

verfahren keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 1. Abtei-

lung, vom 29. März 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:
1.-3. […]

4. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils werden die folgenden, mit Verfügung der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 26. November 2021 einzig als Beweismittel 

beschlagnahmten Gegenstände dem Beschuldigten freigegeben:

 1 Paar Sportschuhe (Asservat-Nr. A015'255'820)

 1 Herrenhose (Asservat-Nr. A015'255'831)

 1 Herrenbekleidung (T-Shirt) (Asservat-Nr. A015'255'842)

 1 Herrenunterwäsche (Boxershorts) (Asservat-Nr. A015'255'886)

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 90 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft die-

ses Urteils angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch eine 

bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Urteils und eines amtlichen Ausweises, 

nach telefonischer Voranmeldung, bei der nachgenannten Lagerbehörde (Forensi-

sches Institut Zürich) abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, werden 

sie vernichtet.

5. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils werden die folgenden, mit Verfügung der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 26. November 2021 einzig als Beweismittel 

beschlagnahmten Gegenstände der Privatklägerin freigegeben:

 1 Damenhose (Asservat-Nr. A015'242'703)

 1 Damenunterwäsche (Slip) (Asservat-Nr. A015'242'714)

 1 Damenunterwäsche (BH) (Asservat-Nr. A015'242'725)

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 1 Damenunterwäsche (Spaghettitop) (Asservat-Nr. A015'242'736)

 1 Pullover (Asservat-Nr. A015'242'747)

 1 Shirt (Asservat-Nr. A015'242'758)

Der Privatklägerin wird eine Frist von 90 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch eine be-

vollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Urteils und eines amtlichen Ausweises, 

nach telefonischer Voranmeldung, bei der nachgenannten Lagerbehörde (Forensi-

sches Institut Zürich) abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, werden 

sie vernichtet.

6. […]

7. Vom Verzicht der Privatklägerin auf Zusprechung von Schadenersatz und Genugtuung 

wird Vormerk genommen.

8.-11. […]

12. [Mitteilungen]

13. [Rechtsmittel]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Vergewaltigung im Sinne von 
Art. 190 Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren und 10 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon 37 Tage durch Untersuchungshaft und Ersatzmassnahmen erstanden 

sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im übrigen Umfang 

- 29 -

(12 Monate, abzüglich 37 Tage, die durch Untersuchungshaft und Ersatz-

massnahmen erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

4. Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im 

Sinne von Art. 257 StPO angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) 

wird mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 

30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut 

Zürich, Polizei- & Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 

8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die DNA-Profilerstellung zu er-

scheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, wird die 

Kantonspolizei hiermit verpflichtet, ihn – auf entsprechende Mitteilung des 

Forensischen Instituts Zürich hin – zwangsweise vorzuführen. Der Beschul-

digte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

5. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8 - 11) wird 

bestätigt.

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 1'303.15   amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt lic. iur. X2._____  (bis 27. Januar 2023)

Fr. 13'900.00   amtliche Verteidigung, Rechtsanwältin lic. iur X1._____
  (ab 27. Januar 2023).

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden zu 19/20 dem Beschuldigten auferlegt und zu 

1/20 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden zu 19/20 einstweilen und zu 1/20 definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 

19/20 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

8. Der Privatklägerin B._____ wird für das Berufungsverfahren keine Prozes-

sentschädigung zugesprochen.

- 30 -

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privat-

klägerschaft (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privat-

klägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
- die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mittels Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
 das Forensische Institut Zürich, Polizei- & Justizzentrum PJZ, 

Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 8010 Zürich betr. Dispositivziffer 4.

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

- 31 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 9. Januar 2024

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Hunziker

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie 

die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheits-

strafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 

Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.