# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23303bc5-1499-59f8-bc2f-029018e75edd
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** ST.2017.82
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2017_82_ah.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2017.82 

Entscheid 

 19. Dezember 2017 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrent,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2015 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  lebt  in  einer  eheähnlichen  Gemeinschaft 

(Konkubinat)  mit  C  und  den  gemeinsamen  Kindern  D  (Jahrgang  2011)  und  E  (Jahr-

gang  2014)  zusammen.  Das  Sorgerecht  steht  beiden  Eltern  gemeinsam  zu.  In  der 

Steuererklärung  2015  hielt  der  Pflichtige  unter  Ziffer  60.  Bemerkungen  fest:  "Gesuch 

um Gewährung des vollen Sozial- und Versicherungsabzugs für D und E dem Vater A". 

Mit  Einschätzungsentscheid 

für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2015  vom 

24. Oktober  2016  gab  das  zuständige  kommunale  Steueramt  diesem  Begehren  mit 

folgender Begründung nicht statt: 

"§  34  Abs. 1  lit.  a  al.  2  StG  [Steuergesetz  vom  8. Juni  1997]  +  Art. 35  Abs.  1  lit. a 
Satz 2  DBG  [Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990]: 
Wenn das Kind unter gemeinsamer elterlicher Sorge steht und keine Unterhaltsbeiträ-
ge geltend gemacht werden, wird der KA [Kinderabzug] und der VA [Abzug für Versi-
cherungsprämien  und  Sparzinsen  für  Kinder  und  unterstützte  Personen;  nachfolgend 
Versicherungsprämienabzug] unter den Eltern hälftig aufgeteilt (sofern beide einer Er-
werbstätigkeit nachgehen)." 

Dementsprechend schätzte es den Pflichtigen bei den Staats- und Gemeinde-

steuern  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 59'200.-  und  einem  steuerbaren 

Vermögen  von  Fr. 6'000.-  ein  und  wandte  den  Verheiratetentarif  nach  § 35 

Abs. 2bis StG an.  

B.  Eine  hiergegen  erhobene  Einsprache  hiess  das  kantonale  Steueramt  am 

6. März  2017  insoweit  teilweise  gut,  als  es  dem  Pflichtigen  einen  zusätzlichen  Abzug 

von Fr. 1'000.- für die Fremdbetreuung der Kinder gewährte. Das Begehren um Aner-

kennung des vollen Kinder- und Versicherungsprämienabzugs für beide Kinder wies es 

hingegen ab. Dadurch verminderte sich das steuerbare Einkommen auf Fr. 58'200.-.  

C. Mit Rekurs an das Steuerrekursgericht vom 28. März 2017 liess der Pflich-

tige das Begehren erneuern, dass ihm der volle Kinder- und Versicherungsprämienab-

zug  für  beide  Kinder  zu  gewähren  und  dergestalt  das  steuerbare  Einkommen  von 

Fr. 58'200.- um Fr. 10'300.- auf Fr. 47'900.- zu ermässigen sei. 

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Das  kantonale  Steueramt  beantragte 

in  seiner  Rekursantwort  vom 

12. April 2017  die  Abweisung  des  Rechtsmittels.  Mit  Eingabe  vom  6. Juni  2017  hielt 

der Pflichtige sinngemäss an seinem Begehren fest.  

Auf  die  Begründung  des  Einspracheentscheids  und  die  Parteivorbringen  ist, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückzukommen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Die  Beurteilung  des  vorliegenden  Falles  ist  auf  jene  des  Falles 

ST.2017.105  abzustimmen.  Im  genannten  Geschäft  stellt  C  als  Lebenspartnerin  des 

Pflichtigen  und  Mutter  der  beiden  gemeinsamen  Kinder  D  und  E  das  gleichlautende 

Begehren,  den  Kinder-  und  Versicherungsprämienabzug  nicht  zur  Hälfte  ihr,  sondern 

vollumfänglich dem Pflichtigen zu gewähren.  

b)  Aufgrund  der  vorliegend  gegebenen  Voraussetzungen  von  § 114  Abs. 3 

StG  ist  die  Sache  vom  Steuerrekursgericht  in  Dreierbesetzung  zu  entscheiden,  auch 

wenn im Fall des Pflichtigen der Streitwert weniger als Fr. 20'000.- beträgt. 

2. a) Ausgehend von Art. 9 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Harmonisie-

rung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14. Dezember  1990 

(StHG) können gemäss § 34 Abs. 1 lit. a StG für minderjährige Kinder unter elterlicher 

Sorge oder Obhut des Steuerpflichtigen je Fr. 9'000.- vom Reineinkommen abgezogen 

werden.  Bei  nicht  gemeinsam  besteuerten  Eltern  wird  der  Kinderabzug  hälftig  aufge-

teilt,  wenn  das  Kind  unter  gemeinsamer  elterlicher  Sorge  steht  und  keine  Unterhalts-

beiträge nach § 31 Abs. 1 lit. c StG für das Kind geltend gemacht werden. 

Laut  § 31  Abs.  1  lit.  g  StG  erhöht  sich  der  Versicherungsprämienabzug  um 

Fr. 1'300.- für jedes Kind oder jede unterstützungsbedürftige Person, für die der Steu-

erpflichtige  einen  Abzug gemäss  §  34  Abs. 1  StG  beanspruchen kann. Wird  bei  nicht 

gemeinsam  besteuerten  Eltern  der  Kinderabzug  gemäss  §  34  Abs. 1  lit.  a  StG  hälftig 

aufgeteilt, gilt dies auch für die Erhöhung der Abzüge für jedes Kind um Fr. 1'300.-. 

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Das  ab  Steuerperiode  2015  geltende  Merkblatt  des  kantonalen  Steueramtes 

über die Gewährung von Sozialabzügen und die Anwendung der Steuertarife bei Fami-

lien  (ZStB  Nr. 20/013;  nachfolgend  Merkblatt)  hält  in  Rz. 2.1.2.2.1  (nicht  gemeinsam 

besteuerte  Eltern/minderjährige  Kinder/gemeinsame  elterliche  Sorge/ohne  Unterhalts-

beiträge/gemeinsamer Haushalt der Eltern) unter Fussnote 3 fest: 

"§ 34 Abs. 1 lit. a al. 2 StG: Wenn das Kind unter gemeinsamer elterlicher Sorge steht 
und keine Unterhaltsbeiträge geltend gemacht werden, wird der KA und der VA unter 
den  Eltern  hälftig  aufgeteilt.  Erzielt  nur  ein  [Elternteil]  ein  Einkommen,  so kann  dieser 
bei Einverständnis beider [Elternteile] den ganzen KA und VA geltend machen." 

b)  Im  Einspracheentscheid  erwog  das  kantonale  Steueramt,  dass  die  im 

Merkblatt  aufgeführte  Regel  auch  dann  zum  Zug  komme,  wenn  der  andere  Elternteil 

lediglich ein "minimalstes" Einkommen (gemeint seien die rohen Einkünfte) erziele. Die 

Beurteilung erfolge stets aufgrund des ausgewiesenen Nettolohns und nicht des steu-

erbaren  Einkommens.  Weil  sich 

jenes  der  Partnerin  des  Pflichtigen  gemäss  

Einspracheschreiben  auf  Fr. 8'600.-  belaufe,  müsse  das  erzielte  Erwerbseinkommen 

höher  liegen  und  könne  daher  nicht  von  "minimalsten  Einkünften"  im  Sinn  der  Praxis 

des kantonalen Steueramts gesprochen werden. Die Voraussetzungen für eine abwei-

chende Regelung der Kinderabzüge bzw. die vollumfängliche Zuweisung zum Kindsva-

ter  seien  daher  nicht  erfüllt.  Analog  verhalte  es  sich  bei  den  zusätzlichen  Versiche-

rungsprämienabzügen.  An  diesem  Standpunkt  hält  das  kantonale  Steueramt  in  der 

Rekursantwort vom 12. April 2017 fest. 

c)  Zur  Begründung  seines  Rekurses  macht  der  Pflichtige  geltend,  dass  sich 

das steuerbare Einkommen der Kindsmutter C (ausgehend von einem Reineinkommen 

von  Fr. 14'453.-  bzw.  einem  Erwerbseinkommen  von  Fr. 14'445.-)  auf  lediglich 

Fr. 8'600.-  belaufe.  Ohne  seine  Unterstützung  müsste  sie  Sozialhilfe  beanspruchen. 

Aufgrund  ihrer  beiden  Einkommensverhältnisse  komme  allein  der  Pflichtige  für  den 

Unterhalt der Kinder auf und stehe ihm daher auch der ganze Kinderabzug zu. Im Wei-

teren  sei  dem  Gesuch  eines  anderen  Steuerpflichtigen  mit  etwas  höherem  Reinein-

kommen stattgegeben worden, dem anderen Elternteil die vollen Abzüge zu gewähren. 

Dies sei im Rahmen der Rechtsgleichheit auch auf ihn anzuwenden. Mit Eingabe vom 

6. Juni 2017 hält der Pflichtige sinngemäss an seinem Standpunkt fest.  

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3.  a)  Sozialabzüge  und Sozialtarife  bezwecken die  –  schematische  –  Anpas-

sung der Steuerlast an die besondere persönlich-wirtschaftliche Situation von Gruppen 

von Steuerpflichtigen. In diesem Bereich muss die gesetzliche Regelung aufgrund der 

Vielzahl der zu berücksichtigenden individuellen  Verhältnisse notwendigerweise sche-

matisch sein, was aber – wie das Bundesgericht wiederholt erkannt hat – nicht gegen 

Art. 127  der  Bundesverfassung  vom  18. April  1999  (BV)  bzw.  den  darin  enthaltenen 

Grundsatz  der  Besteuerung  nach  der  wirtschaftlichen  Leistungsfähigkeit  verstösst. 

Denn  aus  praktischen  Gründen  ist  es  nicht  durchführbar,  jeden  Steuerpflichtigen  

mathematisch genau gleich zu behandeln, weshalb der Gesetzgeber befugt ist, sche-

matische Lösungen zu wählen (vgl. BGE 141 II 338 = Pra 2016 Nr. 45; BGE 133 II 305 

= Pra 2008 Nr. 39; BGr, 7. Mai 2010, 2C_835/2009; je mit Hinweisen).  

b) Im Fall der gemeinsamen elterlichen Sorge von nicht gemeinsam besteuer-

ten  Eltern  statuiert  die  bundesrechtliche  Regelung  in  Art. 35  Abs. 1  lit. a  Satz  2  DBG 

seit Beginn der Steuerperiode 2011 die hälftige Aufteilung des Kinderabzugs. Demge-

genüber  sah  die  kantonalrechtliche  Regelung  bis  Ende  Steuerperiode  2014  in  § 34 

Abs. 1  lit. a  al. 2  StG  noch  vor,  dass  in  Fällen,  in  denen  Kinder  unter  gemeinsamer  

elterlicher Sorge nicht gemeinsam besteuerter Eltern stehen, der Kinderabzug demje-

nigen Elternteil zustehe, aus dessen versteuerten Einkünften der Unterhalt des Kindes 

zur Hauptsache bestritten werde. Mit Gesetzesänderung vom 5. Mai 2014 wurde diese 

Bestimmung mit Wirkung per 1. Januar 2015 aufgehoben resp. durch die bundesrecht-

liche Regelung ersetzt. Der revidierte § 34 Abs. 1 lit. a al. 2 StG lautet wie folgt: 

"Bei nicht gemeinsam besteuerten Eltern wird der Kinderabzug hälftig aufgeteilt, wenn 
das Kind unter gemeinsamer elterlicher Sorge steht und keine Unterhaltsbeiträge nach 
§ 31 Abs. 1 lit. c für das Kind geltend gemacht werden." 

Der  Gesetzeswortlaut  ist  eindeutig  und  lässt  auch  aufgrund  seiner  Entste-

hungsgeschichte  keinen  Auslegungsspielraum  offen.  Mit  der  bewussten  Abkehr  von 

der  früheren  Ordnung  und  der  Übernahme  der  bundesrechtlichen  Regelung,  welche 

aufgrund  des  verfassungsrechtlichen  Anwendungsgebots  in  Art. 190  BV  massgebend 

ist, hat der Kanton Zürich den Aspekten der Veranlagungsökonomie und der Rechtssi-

cherheit  Rechnung  getragen.  Die  frühere  Ordnung  führte  etwa  dann  zu  Schwierigkei-

ten, wenn das Einkommen eines der beiden Partner – etwa im Fall einer Veranlagung 

nach pflichtgemässem Ermessen – nicht klar zu ermitteln war oder wenn diese in ver-

schiedenen Kantonen mit unterschiedlicher Regelung des Kinderabzugs wohnten.  

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c)  Nach  dem  Gesagten  stützt  der  klare  Gesetzeswortlaut  die  dem  

Einspracheentscheid  zugrundeliegende  Auffassung  des  kantonalen  Steueramts.  Es 

fragt  sich  nun,  ob  der  Pflichtige  aus  dem  Merkblatt  mit  der  vorne  in  E. 2a  zitierten  

Regelung etwas zu seinen Gunsten ableiten kann. 

aa) Bei erwähnten Merkblatt handelt es sich um eine Verwaltungsverordnung, 

d.h.  um  die  Dienstanweisung  einer  Behörde,  mit  der  eine  einheitliche,  gleichmässige 

und  sachgerechte  Praxis  des  Gesetzesvollzugs  sichergestellt  werden  soll.  Als  blosse 

Verwaltungsverordnungen  statuieren  derartige  Weisungen,  Kreisschreiben  und  Merk-

blätter keine  Rechte  und  Pflichten  der  Privaten  und  sind  sie  keine  Rechtsquellen  des 

Verwaltungsrechts  (vgl.  Häfelin/Müller/Uhlmann,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  7. A., 

2016,  Rz 81 ff.  mit  Hinweisen).  Das  Steuerrekursgericht  ist  als  Gericht  bei  der  Ausle-

gung des Gesetzes nicht an diese Dienstanweisungen gebunden, sondern prüft allein, 

ob  die  Veranlagung  mit  dem  Steuergesetz  übereinstimmt.  Es  berücksichtigt  Verwal-

tungsverordnungen bei seiner Entscheidung allerdings, soweit diese eine dem Einzel-

fall gerecht werdende Auslegung der massgeblichen Bestimmung zulässt, weil es nicht 

ohne  Not  von  einer  einheitlichen  Praxis  der  Verwaltungsbehörden  abweichen  will 

(BGE 122 V 19, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 132 V 200). 

bb)  Angesichts  des  in  E. 3b  Ausgeführten  erscheint  zweifelhaft,  ob  die  vom 

kantonalen Steueramt in Rz. 2.1.2.2.1 unter Fussnote 3 vorgenommene Relativierung 

von § 34 Abs. 1 lit. a al. 2 StG in Fällen, in denen nur ein Elternteil ein Einkommen er-

zielt, mit dem Legalitätsprinzip vereinbar ist (ebenso die in Fussnote 10 vorgenomme-

ne selbige Relativierung von Art. 35 Abs. 1 lit. a Satz 2 DBG). Nämliches gilt auch für 

die vom kantonalen Steueramt als Praxis bezeichnete Ausdehnung der Merkblattrege-

lung  auf  "minimalste"  Einkünfte.  Denn  damit  wird  die  vom  Gesetzgeber  angestrengte 

und  mit  der  Gesetzesrevision  erreichte  klare  und  praktikable  Lösung  wieder  teilweise 

zunichtegemacht, indem ein quantitatives Kriterium hinzugefügt wird, an dessen oberer 

Grenze zwangsläufig Abgrenzungsprobleme und neue Ungleichheiten geschaffen wer-

den.  Da  im  vorliegend  zu  beurteilenden  Fall  der  Pflichtige  und  seine  Lebenspartnerin 

aufgrund der Höhe der erzielten Zweiteinkünfte jedoch ohnehin weder unter das Merk-

blatt  an  sich  noch  unter  die  vom  kantonalen  Steueramt  dazu  geschaffene  Praxis  der 

Ausdehnung  auf  "minimalste"  Einkünfte  fallen  (vgl.  hierzu  E. 2b  bzw.  Ziff. 2.2.1.  des 

Einspracheentscheids),  kann  an  dieser  Stelle  offenbleiben,  ob  der  steueramtlichen 

Regelung wegen Unvereinbarkeit mit Gesetz (und Verfassung) die Anwendbarkeit ver-

sagt bleiben muss (vgl. VGr, 2. April 2014, SB.2013.00079, E. 2.2.2 in fine).  

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d) Der Pflichtige bringt schliesslich vor, dass in einem anderen Fall mit einem 

etwas  höherem  Reineinkommen  bzw.  Nettolohn  als  bei  seiner  Lebenspartnerin  dem 

Gesuch  eines  Steuerpflichtigen  um  Gewährung  der  vollen  Abzüge  stattgegeben  wor-

den sei. Nach dem Grundsatz der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 1 BV) müsse dies auch 

ihm  gewährt  werden.  Der  Pflichtige  macht  mithin  einen  Anspruch  auf  Gleichbehand-

lung im Unrecht geltend.  

aa) Der Umstand, dass andere Personen abweichend vom Gesetz behandelt 

worden sind, gibt einem Steuerpflichtigen grundsätzlich keinen Anspruch darauf, eben-

falls abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Der Grundsatz der Gesetzmässig-

keit  der  Verwaltung  (Legalitätsprinzip),  der  eine  Übereinstimmung  der  Entscheide  mit 

dem Gesetz verlangt, geht der Rücksichtnahme auf gleichmässige Rechtsanwendung 

vor  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3. A.,  2016,  VB  zu 

Art. 109 - 121  N 102  DBG,  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuerrecht,  3. A.,  2013, 

VB zu §§ 119 - 131 N 111 StG). Denn im Massenverfahren kann es vorkommen, dass 

die  Steuerbehörde  etwas  übersieht  bzw.  einem  Sachverhalt  aus  Zeit-  oder  anderen 

Gründen nicht die gebotene Aufmerksamkeit schenkt, so dass in der Folge ein Steuer-

pflichtiger günstiger veranlagt wird, als das Recht vorsieht. Ein Anspruch auf Gleichbe-

handlung im Unrecht besteht einzig dann, wenn die Behörde eine in andern Fällen be-

wusst ausgeübte gesetzwidrige Praxis gegenüber einem bestimmten Steuerpflichtigen 

ablehnt und keine gewichtigen öffentlichen Interessen einer gesetzwidrigen Rechtsan-

wendung entgegenstehen. Vorausgesetzt wird im Weiteren, dass sich die Behörde der 

Rechtswidrigkeit bewusst war und dennoch keine Anstalten traf, ihre Praxis zu ändern. 

Zudem  hat  derjenige,  der  eine  rechtsungleiche  Behandlung geltend macht,  zu  bewei-

sen,  dass  und  inwiefern die  Behörde, die  den  angefochtenen  Entscheid gefällt  hat,  in 

einer  Vielzahl  von  konkreten  tatsächlich  und  rechtlich  gleich  liegenden  Fällen  anders 

entschieden  habe  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  VB  zu  Art. 109 - 121  N 103  DBG 

und VB zu §§ 119 - 131 N 112 StG).  

bb) Dass das kantonale Steueramt – über die in E. 3c/bb erwähnte Praxis bei 

"minimalsten"  Einkünften  hinaus  –  in  mehreren  konkreten  tatsächlich  und  rechtlich 

gleich liegenden Fällen auch bei Reineinkommen bzw. Nettolöhnen in wenigstens der  

Höhe  der  Lebenspartnerin  des  Pflichtigen  anderen  Steuerpflichtigen  den  vollen  Kin-

derabzug  zugestanden  hat,  wird  vom  Pflichtigen  weder  hinreichend  dargelegt  noch 

nachgewiesen.  Ein  einzelner  Fall  –  zumal  nicht belegt  –  vermag  von  vornherein  nicht 

darzutun, dass das kantonale Steueramt sogar bei Reineinkommen bzw. Nettolöhnen 

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im Bereich der Lebenspartnerin des Pflichtigen eine vom Gesetz abweichende Praxis 

pflegt. Fehlt es somit bereits heute an einer derartigen Praxis, kann vom zusätzlichen 

Erfordernis  eines  beabsichtigten  bewussten  Festhaltens  des  Steueramts  an  einer  

gesetzwidrigen  Praxis  keine  Rede  sein.  Die  Voraussetzungen für  einen  Anspruch  auf 

Gleichbehandlung  im  Unrecht  in  Sachen  Kinder-/Versicherungsprämienabzug  sind 

daher vorliegend nicht erfüllt.  

e) Zwar ist das Anliegen des Pflichtigen verständlich, dass die ihm und seiner 

Lebenspartnerin  zustehenden  Kinderabzüge  (sowie  die  damit  einhergehenden  Versi-

cherungsprämienabzüge)  möglichst  vollständig  ausgeschöpft  werden.  Denn  mit  dem 

Kinderabzug soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Steuerpflichtige, die 

mit Kindern zusammenleben oder diese in ihrer Ausbildung finanziell unterstützen, im 

Verhältnis  zu  Steuerpflichtigen  mit  gleichem  Einkommen,  aber  ohne  derartige  Ver-

pflichtungen, eine unterschiedliche steuerliche Leistungskraft aufweisen (Baumgartner/ 

Eichenberger  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über 

die  direkte  Bundessteuer,  3.  A.,  2017,  Art. 35  N  6).  Eine  Korrektur  von  sich  aus  dem 

Gesetz ergebenden möglichen Ungleichheiten im Zusammenhang mit den beiden ge-

nannten Abzügen ist jedoch dem Gesetzgeber vorbehalten. Hinzu kommt, dass Eltern 

an sich selbst wählen, welches Familienmodell gelebt bzw. wie der Unterhalt der Kin-

der bestritten werden soll (Ehe/Konkubinat, Einverdiener-/Doppelverdienerfamilie etc.). 

In  diesem  Zusammenhang  hat  das  Bundesgericht  schon  angeführt,  dass  separat  be-

steuerte  Eltern  innerhalb  der Grenzen  der  Steuerumgehung  nichts  daran  hindert,  ihre 

Situation und die sich daraus ergebenden finanziellen Verpflichtungen hinsichtlich der 

steuerlichen  Auswirkungen  so  zu  regeln,  dass  im  Rahmen  der  gemeinsamen  elterli-

chen Sorge und der alternierenden Obhut ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfä-

higkeit am besten Rechnung getragen wird (BGE 133 II 305, E. 9.1 in fine und E. 9.2 in 

fine).  Nach  dem  Gesagten  ist  es  dem  Pflichtigen  beispielsweise  unbenommen,  sich 

vertraglich  zu  Unterhaltszahlungen  gegenüber  seiner  Lebenspartnerin  bezüglich  der 

gemeinsamen Kinder zu verpflichten, wobei diese dann auch effektiv zu bezahlen sind 

(vgl.  BGr,  1. September  2006,  2A_37/2006;  Hunziker/Mayer-Knobel,  in:  Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 

2017, Art. 33 N 21e ff.). Eine Übersicht über die sich daraus für beide Elternteile erge-

benden steuerrechtlichen Folgen findet sich z.B. in Rz. 2.1.2.1 des vorne in E. 2a ge-

nannten Merkblatts (ZStB Nr. 20/013; abrufbar unter: www.steueramt.zh.ch).  

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4.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  des  Rekurses.  Bei  diesem  

Prozessausgang  sind  die  Gerichtskosten  dem  Rekurrenten  aufzuerlegen  (§ 151 

Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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