# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fecd19ba-c1f6-5708-a4dc-01c18aa3e202
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.06.2021 BE.2020.21
**Docket/Reference:** BE.2020.21
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BE-2020-21_2021-06-23

## Full Text

Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).

Beschluss vom 23. Juni 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler,  
Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 
Parteien 

  
EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT, 
Generalsekretariat EFD, 
 

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

BANK A., vertreten durch Rechtsanwälte Flavio  
Romerio und Stephan Groth, 
 

Gesuchsgegnerin 
 
 

Gegenstand  Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2020.21 
 
 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 
 

A. Zwischen Mai und August 2018 erstattete die Bank A. bei der Meldestelle für 
Geldwäscherei (MROS) gestützt auf Art. 305ter Abs. 2 StGB mehr als 30 Ver-
dachtsmeldungen betreffend Transaktionen aus den Jahren 2008-2010 im 
Zusammenhang mit zahlreichen libyschen Kundenbeziehungen und setzte 
die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (nachfolgend «FINMA») darüber in 
Kenntnis (Verfahrensakten EFD, pag. 010 0009 ff., 010 0020 ff.). Die MROS 
entschied, einen Grossteil der bei ihr eingegangenen Verdachtsmeldungen 
an die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») weiterzuleiten und teilte dies 
der Bank A. am 19. Dezember 2018 und 18. Juni 2020 mit (act. 1.2, Schrei-
ben der MROS vom 19. Dezember 2018 und 18. Juni 2020). 
 
 

B. Die BA nahm die ihr weitergeleiteten Verdachtsmeldungen wegen Art. 305bis 

StGB mit Verfügung vom 6. August 2019 nicht anhand (act. 1.2, Nichtan-
handnahmeverfügung vom 6. August 2019).  
 
 

C. Am 7. November 2019 erstattete die FINMA beim Eidgenössischen Finanz-
departement (nachfolgend «EFD») gegen die Verantwortlichen der Bank A. 
sowie allfällige weitere involvierte Personen Strafanzeige wegen Widerhand-
lung gegen Art. 9 i.V.m. Art. 37 des Bundesgesetzes vom 10. Oktober 1997 
über die Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung 
(Geldwäschereigesetz, GwG; SR 955.0). Gemäss den Ausführungen der 
FINMA bestehe der Verdacht, dass im Zusammenhang mit den Kontobezie-
hungen der Bank A. der libyschen Familien B., C. und D. eine Verdachtsmel-
dung an die MROS nach Art. 9 GwG pflichtwidrig unterlassen worden sei. 
Ihrer Strafanzeige legte die FINMA unter anderem einige der ihr von der 
Bank A. eingereichten Dokumente bei (Verfahrensakten EFD, pag. 010 
0001 ff.). 
 
 

D. In der Folge eröffnete das EFD am 13. August 2020 ein Verwaltungsstraf-
verfahren wegen des Verdachts auf Verletzung der Meldepflicht gemäss 
Art. 37 GwG gegen Unbekannt (Verfahrensakten EFD, pag. 050 0001).  
 
 

E. Am 14. August 2020 erliess das EFD eine Auskunfts- und Editionsverfügung 
und wies die Bank A. an, ihm Unterlagen betreffend die Geschäftsbeziehun-
gen mit a.B., b.B., c.B., C. und D. herauszugeben sowie anzugeben, welche 
Personen in der Periode 1. Januar 2012 bis 31. Juli 2018 zu welchen Zeit-
punkten und in welcher Funktion mit den Geschäftsbeziehungen beschäftigt 

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waren und dafür verantwortlich zeichneten. Des Weiteren forderte das EFD 
die Bank A. auf, ihm sämtliche bankinternen Weisungen betreffend GwG-
Sorgfaltspflichten, gültig im Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Juli 
2018, sowie sämtliche weiteren Unterlagen (Organigramme, Reglemente, 
Verordnungen, Weisungen, Richtlinien, Handbücher, Handlungsabläufe, 
Pflichtenhefte etc.) zu Organisation, personeller Besetzung (inkl. Namen und 
Kürzel), Hierarchie, Zuständigkeiten sowie Pflichten und Befugnissen im Zu-
sammenhang mit der Geldwäschereibekämpfung (inkl. Identifikation von 
Kunden) bis zur obersten Leitungsebene für den Zeitraum vom 1. Januar 
2012 bis zum 31. Juli 2018 (inkl. Erläuterung der verschiedenen Verantwort-
lichkeiten) einzureichen (act. 1.1). 
 
 

F. Innert der mehrfach erstreckten Frist reichte die Bank A. die angeforderten 
Unterlagen dem EFD am 27. November 2020 auf einem passwortgeschütz-
ten Datenträger ein und erhob gegen dessen Durchsuchung zugleich Ein-
sprache. Des Weiteren beantragte die Bank A. im Schreiben vom 27. No-
vember 2020 die Siegelung sämtlicher Unterlagen der Bank A., die das EFD 
von der FINMA erhältlich gemacht habe oder mache oder gestützt auf Un-
terlagen der FINMA erstellt habe oder erstelle (act. 1.2).  
 
 

G. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 trat der untersuchende Beamte des 
EFD auf die Einsprache der Bank A. vom 27. November 2020 betreffend Un-
terlagen, die das EFD von der FINMA erhältlich machte oder macht oder 
gestützt auf Unterlagen der FINMA erstellte oder erstellt, nicht ein (act. 1.4). 
Die dagegen von der Bank A. erhobenen Beschwerden wies sowohl der Lei-
ter des Rechtsdienstes des EFD mit Entscheid vom 13. Januar 2021 als auch 
anschliessend die Beschwerdekammer mit Beschluss BV.2021.7 vom 
22. März 2021 ab. Gegen den Beschluss der Beschwerdekammer erhob die 
Bank A. Beschwerde beim Bundesgericht, über welche bis dato noch nicht 
entschieden wurde (Verfahren 1B_243/2021).  
 
 

H. In Bezug auf die sich auf dem passwortgeschützten USB-Stick befindlichen 
Unterlagen ersuchte das EFD die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts am 17. Dezember 2020 um Entsiegelung der ihm am 27. November 
2020 in elektronischer Form eingereichten Unterlagen und um Erlaubnis zu 
deren Durchsuchung (act. 1).  
 
 

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I. Die Bank A. ersuchte das Gericht mit Schreiben vom 24. Dezember 2020 um 
Einsicht in die Beilagen 1-6 des Entsiegelungsgesuchs sowie um Erstre-
ckung der Frist zur Einreichung einer Gesuchsantwort (act. 4). Mit Zwischen-
verfügung vom 29. Dezember 2020 gewährte die Beschwerdekammer der 
Bank A. Einsicht in die Beilagen 1, 2, 4 und 5 des Entsiegelungsgesuchs und 
wies das Akteneinsichtsgesuch im Übrigen ab. Die Frist zur Einreichung der 
Gesuchsantwort erstreckte das Gericht bis zum 14. Januar 2021 (act. 5). Auf 
Antrag der Bank A. erstreckte das Gericht die Frist zur Einreichung der Ge-
suchsantwort letztmals bis zum 25. Januar 2021 (act. 7). 
 
 

J. Innert erstreckter Frist liess sich die Bank A. mit Eingabe vom 25. Januar 
2021 zum Entsiegelungsgesuch vernehmen und beantragte dessen vollum-
fängliche Abweisung. In prozessualer Hinsicht ersucht die Bank A. das Ge-
richt, das Entsiegelungsverfahren vorerst auf die Frage zu beschränken, ob 
eine Durchsuchung der gesiegelten Aufzeichnungen und Daten überhaupt 
zulässig sei. Sollte die Zulässigkeit der Durchsuchung bejaht werden, sei ihr 
eine Frist anzusetzen, um sich zu den Entsiegelungshindernissen zu äus-
sern (act. 8). Das Schreiben des EFD vom 2. Februar 2021, worin es auf die 
Einreichung eine Replik verzichtete, wurde der Bank A. am darauffolgenden 
Tag zur Kenntnis gebracht (act. 10, 11).  
 
 

K. Die prozessualen Anträge der Bank A. betreffend die Beschränkung des Ver-
fahrens auf die Frage der Zulässigkeit der Durchsuchung und Ansetzung 
einer Frist, um sich zu den Entsiegelungshindernissen zu äussern, wies das 
Gericht mit Zwischenverfügung vom 25. Mai 2021 ab (act. 12).  
 
 

L. Im Beschwerdeverfahren 1B_243/2021 gegen den Beschluss der Beschwer-
dekammer BV.2021.7 vom 22. März 2021 wies das Bundesgericht das Ge-
such der Bank A. um aufschiebende Wirkung mit Verfügung vom 7. Juni 
2021 ab. 

 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  
 
 
 

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Fi-

nanzmarktaufsicht (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG; SR 956.1) richtet 
sich das Verfahren bei Verdacht auf Widerhandlungen gegen das FINMAG 
oder der Finanzmarktgesetze – worunter auch das GwG fällt (Art. 1 Abs. 1 
lit. f FINMAG) – nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 22. März 
1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0), soweit das 
FINMAG oder die Finanzmarktgesetze nichts anderes bestimmen. Verfol-
gende und urteilende Behörde ist das EFD (Art. 50 Abs. 1 zweiter Satz 
FINMAG).  

 
1.2 Die Bestimmungen der Eidgenössischen Strafprozessordnung (StPO; 

SR 312.0) sind insoweit ergänzend oder sinngemäss anwendbar, als das 
VStrR dies ausdrücklich festlegt (vgl. Art. 22, Art. 30 Abs. 2-3, Art. 31 Abs. 2, 
Art. 41 Abs. 2, Art. 43 Abs. 2, Art. 58 Abs. 3, Art. 60 Abs. 2, Art. 80 Abs. 1, 
Art. 82, Art. 89 und Art. 97 Abs. 1 VStrR). Soweit das VStrR einzelne Fragen 
nicht abschliessend regelt, sind die Bestimmungen der StPO grundsätzlich 
analog anwendbar (BGE 139 IV 246 E. 1.2 S. 248, E. 3.2 S. 249; Urteile des 
Bundesgerichts 1B_210/2017 vom 23. Oktober 2017 E. 1.1; 1B_91/2016 
vom 4. August 2016 E. 4.1; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 
1B_433/2017 vom 21. März 2018 E. 1.1). Die allgemeinen strafprozessualen 
und verfassungsrechtlichen Grundsätze sind jedenfalls auch im Verwal-
tungsstrafverfahren zu berücksichtigen (BGE 139 IV 246 E. 1.2 und E. 3.2; 
TPF 2018 162 E. 3; 2017 107 E. 1.2 und E. 1.3; 2016 55 E. 2.3).  

 
 
2.  
2.1 Gemäss Art. 50 Abs. 3 VStrR ist dem Inhaber von Papieren, wenn immer 

möglich Gelegenheit zu geben, sich vor der Durchsuchung über deren Inhalt 
auszusprechen. Erhebt er gegen die Durchsuchung Einsprache, so werden 
die Papiere vorläufig versiegelt und verwahrt. Über die Zulässigkeit der 
Durchsuchung entscheidet die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts (Art. 50 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 VStrR und Art. 37 Abs. 2 lit. b des 
Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehör-
den des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). 
 

2.2 Eine förmliche (Verwirkungs-)Frist zur Einreichung des Entsiegelungsge-
suchs analog dem Art. 248 Abs. 2 StPO ist den Bestimmungen des VStrR 
nicht zu entnehmen. Erfolgt ein Entsiegelungsgesuch knapp anderthalb Mo-

http://www.admin.ch/ch/d/sr/c173_71.html
http://www.admin.ch/ch/d/sr/c173_71.html

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nate nach der Hausdurchsuchung und Siegelung, ist dem Beschleunigungs-
gebot in Strafsachen genügend Rechnung getragen (Urteil des Bundesge-
richts 1B_641/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.3; zu Entsiegelungsgesuchen, die 
innert einer Frist von rund zwei Monaten oder später eingereicht wurden vgl. 
Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BE.2018.8 vom 22. November 2018; 
BE.2013.4 vom 14. Oktober 2014 E. 1.3.3; BE.2013.8 vom 5. Dezember 
2013 E. 1.4.3; BE.2013.7 vom 6. November 2013 E. 1.3.3; BE.2013.6 vom 
29. Oktober 2013 E. 1.3.3; BE.2013.5 vom 16. Oktober 2013 E. 1.3.3). 
 

2.3 Das Entsiegelungsgesuch vom 17. Dezember 2020 ist formgerecht und in-
nert zwanzig Tagen nach dem seitens der Gesuchsgegnerin am 27. Novem-
ber 2020 erklärten Siegelungsantrag eingereicht worden. Das Entsiege-
lungsgesuch erweist sich damit als fristgerecht. Als Inhaberin der auf dem 
Datenträger gespeicherten Daten ist die Gesuchsgegnerin zur Erhebung der 
Einsprache legitimiert. Somit ist auf das Entsiegelungsgesuch einzutreten. 
 
 

3.  
3.1 Strafprozessuale Zwangsmassnahmen wie Durchsuchungen von Aufzeich-

nungen und Sicherstellungen können nur ergriffen werden, wenn ein hinrei-
chender Tatverdacht vorliegt (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO). Dies gilt auch für 
Strafuntersuchungen nach VStrR (Urteil des Bundesgerichts 1B_367/2012 
vom 8. Mai 2013 E. 3.7.1). Nebst dem hinreichenden Tatverdacht i.S.v. 
Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO (vgl. auch Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO, der im Rah-
men der Eröffnung einer Strafuntersuchung durch die Staatsanwaltschaft 
ebenfalls von hinreichendem Tatverdacht spricht) kennt die Strafprozessord-
nung den Verdacht im Sinne eines Anfangsverdachts (vgl. Art. 299 Abs. 2 
StPO) sowie den dringenden Tatverdacht im Zusammenhang mit schwer-
wiegenderen Grundrechtseingriffen (vgl. Art. 269 Abs. 1 lit. a StPO; ACKER-
MANN, Tatverdacht und Cicero – in dubio contra suspicionem maleficii, in: 
Niggli/Pozo/Queloz [Hrsg.], Festschrift für Franz Riklin, 2007, S. 331; 
ZIMMERLIN, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 197 StPO N. 10 f. 
m.w.H.).  
 
Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das für die Beurteilung von 
Zwangsmassnahmen im Vorverfahren zuständige Gericht bei der Überprü-
fung des hinreichenden Tatverdachtes keine erschöpfende Abwägung sämt-
licher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Be-
streitet die beschuldigte (oder eine von Zwangsmassnahmen betroffene an-
dere) Person den Tatverdacht, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bis-
herigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für 
eine Straftat und eine Beteiligung der beschuldigten Person an dieser Tat 

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vorliegen, die Strafbehörden somit das Bestehen eines hinreichenden Tat-
verdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Es genügt dabei der 
Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte 
Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestands-
merkmale erfüllen könnte (vgl. BGE 141 IV 87 E. 1.3.1 S. 90; 137 IV 
122 E. 3.2 S. 126; 124 IV 313 E. 4 S. 316; 116 Ia 143 E. 3c S. 146; s.a. Urteil 
des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2016 1B_243/2016 E. 3.6). In Abgren-
zung zum dringenden setzt dabei der hinreichende Tatverdacht gerade nicht 
voraus, dass Beweise oder Indizien bereits für eine erhebliche oder hohe 
Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung sprechen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_636/2011 vom 9. Januar 2012 E. 2.2.3; vgl. zum Ganzen ausführlich den 
Entscheid des Bundesstrafgerichts BE.2006.7 vom 20. Februar 2007 E. 3.1; 
s.a. Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BE.2017.1 vom 26. April 2017 
E. 3.1; BB.2014.163 vom 9. Juni 2015 E. 3.1; je m.w.H).  
 

3.2 Im Entsiegelungsentscheid ist vorab zu prüfen, ob ein hinreichender Tatver-
dacht für eine die Durchsuchung rechtfertigende Straftat besteht. Dazu be-
darf es zweier Elemente: Erstens muss ein Sachverhalt ausreichend detail-
liert umschrieben werden, damit eine Subsumtion unter einen oder allenfalls 
auch alternativ unter mehrere Tatbestände des Strafrechts überhaupt nach-
vollziehbar vorgenommen werden kann. Zweitens müssen ausreichende Be-
weismittel oder Indizien angegeben und vorgelegt werden, die diesen Sach-
verhalt stützen. Zur Frage des Tatverdachtes bzw. zur Schuldfrage hat das 
Entsiegelungsgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzufüh-
ren, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen (BGE 137 IV 122 
E. 3.2 S. 126 f.; s.a. 143 IV 330 E. 2.1 S. 333; zum Ganzen Urteil des Bun-
desgerichts 1B_433/2017 vom 21. März 2018 E. 5.2). 
 

3.3 Die Gesuchsgegnerin bestreitet das Vorliegen eines hinreichenden Tatver-
dachts und bringt im Wesentlichen vor, dass 26 von den 31 Konten, für wel-
che sie die Verdachtsmeldungen erstattet habe, in den Jahren 2012-2016 
geschlossen worden seien. Auch wenn eine Meldepflicht nach Art. 9 GwG 
über das Ende einer Geschäftsbeziehung hinaus dauere, bestünde für sal-
dierte Kundenbeziehungen keine Überwachungspflicht. Daher habe sie im 
Mai 2014, als der World-Check-Eintrag zu a.B. aktualisiert worden und der 
Artikel in der «Daily Mail» erschienen sei, keine weitergehende Überwa-
chungspflichten mehr gehabt. Trotzdem seien diese Informationen identifi-
ziert und geprüft worden. Der Gesuchsteller verweise in Bezug auf den Tat-
verdacht auf die Ausführungen aus den Verdachtsmeldungen sowie auf die 
Strafanzeige der FINMA, die auf Informationen beruhe, die ihr die Gesuchs-
gegnerin zur Verfügung gestellt habe. Der BA hätten dieselben Verdachts-
meldungen (inkl. Beilagen) vorgelegen und sie sei vom genau gleichem 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22hinreichende+Tatverdacht%22+%22erhebliche+Wahrscheinlichkeit%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-IV-313%3Ade&number_of_ranks=0#page313
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22hinreichende+Tatverdacht%22+%22erhebliche+Wahrscheinlichkeit%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IA-143%3Ade&number_of_ranks=0#page143
http://links.weblaw.ch/1B_636/2011
http://links.weblaw.ch/BSTGER-BB.2014.163

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Sachverhalt ausgegangen wie die FINMA und der Gesuchsteller. Die BA sei 
zu derselben Beurteilung des Sachverhalts gelangt wie die Mitarbeitenden 
der Gesuchsgegnerin. Die BA habe jeglichen Verdacht auf Straftaten und 
eine verbrecherische Herkunft der Vermögenswerte verneint und die Nicht-
anhandnahme der Strafuntersuchung verfügt. Hätte die BA gestützt auf die 
Informationen in den Verdachtsmeldungen zu den Konten mit Bezug zu den 
Familien B., C. und D. einen Verdacht auf verbrecherische Herkunft der Ver-
mögenswerte bejaht, hätte sie keine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen. 
Dies zeige, dass die Mitarbeitenden der Gesuchsgegnerin durch den Aus-
schluss des Verdacht auf eine verbrecherische Herkunft der Vermögens-
werte in den vor 2018 durchgeführten Prüfungen nicht gegen Art. 37 GwG 
verstossen hätten (act. 8, S. 7 ff.). 
 

3.4  
3.4.1 Der Gesuchsteller führt eine Untersuchung gegen Unbekannt wegen des 

Verdachts der Meldepflichtverletzung im Sinne von Art. 9 i.V.m. Art. 37 GwG. 
Seine Ausführungen betreffend den hinreichenden Tatverdacht stützt er auf 
die Strafanzeige der FINMA vom 7. November 2019 samt deren Beilagen, 
bestehend insbesondere aus den MROS-Meldungen sowie den Artikeln in 
«Daily Mail» und «The Guardian» vom […] 2016 (Verfahrensakten, pag. 010 
0001 ff.; 040 0028 ff.). Da das Bundesgericht im Beschwerdeverfahren 
1B_243/2021, dessen Gegenstand die Nichtsiegelung der Beilagen der 
Strafanzeige vom 7. November 2019 bildet, das Gesuch der Gesuchsgeg-
nerin um aufschiebende Wirkung am 7. Juni 2021 abgewiesen hat, sind 
diese Beilagen auch im Nachfolgenden zu berücksichtigen. Gestützt auf die 
Strafanzeige der FINMA vom 7. November 2019 samt deren Beilagen geht 
der Gesuchsteller zusammengefasst von folgendem Sachverhalt aus (act. 1, 
S. 7 ff.): 

3.4.2 a.B. 

a.B. sei bis zum Sturz von Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 während mehr 
als 20 Jahren Vorsitzender der libyschen «Organisation P.» gewesen. In die-
ser Zeit habe die Organisation P. in Libyen Bauprojekte in Milliardenhöhe 
finanziert. Die Organisation P. sei eine der mächtigsten staatlichen Organi-
sationen gewesen, die Infrastrukturprojekte wie Flughäfen, Konferenzzen-
tren oder Universitäten in Libyen finanziert habe. Gemäss einem Artikel in 
«The Guardian» aus dem Jahr 2016 habe a.B. als Vorsitzender der 
Organisation P. jährlich rund GBP 12'000.-- verdient. Ab dem 27. Juni 2011 
sei Muammar al-Gaddafi als mutmasslicher Kriegsverbrecher und wegen 
Verbrechen gegen die Menschlichkeit per Haftbefehl international gesucht 
worden. Ab dem 22. August 2011 habe Muammar al-Gaddafi als abgesetzt 
gegolten und sei von der neuen Regierung polizeilich gesucht worden. Am 

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20. Oktober 2011 sei er getötet worden. Angesichts der politischen Lage in 
Libyen habe die Europäische Union die Organisation P. am 10. August 2011 
auf die Liste der Unternehmen aufgenommen, gegen welche restriktive Mas-
snahmen verhängt worden seien. Der Grund hierfür sei gewesen, dass die 
Organisation P. im Namen oder auf Weisung des Gaddafi-Regimes gehan-
delt habe und eine potentielle Finanzierungsquelle des Regimes gewesen 
sei. Auch der Schweizer Bundesrat habe die Organisation P. auf die Liste 
der sanktionierten libyschen Unternehmen aufgenommen.  

Aus den MROS-Meldungen der Gesuchsgegnerin gehe hervor, dass a.B. bei 
ihr acht Geschäftsbeziehungen gehabt habe, an welchen er Vertragspartner, 
wirtschaftlich Berechtigter oder zeichnungsberechtigt gewesen sei. Aus den 
Meldungen gehe weiter hervor, dass über mehrere dieser Konten Immobi-
lientransaktionen abgewickelt worden seien, die im Zusammenhang mit Im-
mobilienkäufen und Renovation einer Immobilie im Ausland stünden. So 
seien auf das Konto der Unternehmung E. zwischen 1999 und 2016 vom 
Konto der F.  SA mehrere Zahlungen im Umfang von rund CHF 4,5 Mio. ein-
gegangen. Im gleichen Zeitraum seien von der F. SA rund CHF 2,3 Mio. an 
die Unternehmung E. zurückgeflossen. Gemäss Kundenangaben sei der 
Hintergrund dieser Transaktionen ein Immobilienerwerb in Kanada gewesen. 
Vom Konto der Stiftung G. bei der Gesuchsgegnerin, an welcher a.B. wirt-
schaftlich berechtigt gewesen sei, seien am 22. Juni 2011 GPB 200'000.-- 
an die H. Ltd. zwecks Renovation einer Immobilie in London überwiesen wor-
den. Mit demselben Zweck seien zudem am 11. Juli 2011 auf ein Konto von 
a.B. bei der Bank I. in London GPB 250'000.-- transferiert worden. Vom 
Konto Nr. 1 bei der Gesuchsgegnerin, lautend auf a.B. und d.B., sei am 
30. Juli 2004 ein Betrag von GPB 200'000.-- mit dem Zahlungsbetreff «Achat 
d’une maison UK» an die Unternehmung J. überwiesen worden. Ferner 
seien am 25. August 2004 und 3. November 2004 jeweils USD 340'000.-- an 
die Unternehmung K. (USA) mit dem Zahlungsbetreff «achat immobilier» 
transferiert worden.  

Die Gesuchsgegnerin habe gegenüber der FINMA am 14. September 2018 
erklärt, dass sie im März 2012 im Rahmen eines Standardreviews vier Ge-
schäftsbeziehungen von a.B. als wirtschaftlich Berechtigten identifiziert 
habe. Die Organisation P. sei im «World-Check Critical Name Pool» von 
August 2011 bis April 2013 aufgeführt gewesen. Die internationale Gemein-
schaft habe der Organisation P. vorgeworfen, Gelder des libyschen Entwick-
lungsprogramms für private Investitionen des Gaddafi-Regimes abgezweigt 
zu haben und a.B. sei in diesem Zusammenhang als Vorsitzender der 
Organisation P. erwähnt worden. In der Folge sei das Team «Business Com-
pliance» der Gesuchsgegnerin involviert worden, das die Geschäftsbezie-

- 10 - 

 

 

hung auf mögliche Veruntreuung geprüft habe. Die Kundenberater der Ge-
suchsgegnerin hätten im Auftrag der Business Compliance eine Recherche 
(sog. «negative news search») zu a.B. und seiner Familie durchgeführt. Da-
bei seien Verbindungen von a.B. zum Gaddafi-Regime sowie Medienbe-
richte festgestellt worden, wonach gegen ihn wegen «taking 300 Mio out of 
Libya» ermittelt werde. Die Gesuchsgegnerin habe zu dieser Zeit auch eine 
Recherche zu C. durchgeführt, jedoch ohne negative Informationen gefun-
den zu haben. Da a.B. kein spezifisches Delikt vorgeworfen worden sei und 
die Transaktionen auf den betroffenen Konten als plausibel erachtet worden 
seien, habe das Team «Investigation & SARs» der Gesuchsgegnerin ge-
stützt auf die Befunde der Business Compliance am 20. April 2012 auf eine 
MROS-Meldung verzichtet. Daraufhin sei das Team der Gesuchsgegnerin 
für politisch exponierte Personen [PEP] zum Schluss gekommen, dass a.B. 
als eine PEP und seine Angehörigen als PEP Nahestehende zu qualifizieren 
seien. Im Mai 2012 habe die Gesuchsgegnerin entschieden, die Geschäfts-
beziehung mit a.B. zu saldieren. Die Saldierungen hätten sich bis zum 
10. April 2013 hingezogen, wobei zwei Geschäftsbeziehungen mit Bezug zu 
a.B. auch darüber hinaus bestehen geblieben seien.  

Am […] 2014 sei in der britischen «Daily Mail» ein Artikel erschienen, worin 
die Aussage des libyschen Generalstaatsanwalts zitiert worden sei, wonach 
gegen a.B. ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und Amtsmissbrauch 
hängig sei. Als das Gaddafi-Regime zusammengebrochen sei, soll a.B. 
heimlich Gelder in Millionenhöhe in den Londoner Immobilienmarkt investiert 
haben. Namentlich sei das Immobilienunternehmen «L.» erwähnt worden, in 
das a.B. investiert haben soll. Die libysche Regierung versuche, die Gelder 
zu repatriieren. Diesbezüglich habe die Gesuchsgegnerin gegenüber der 
FINMA im Schreiben vom 14. September 2018 ausgeführt, dass a.B. im 
World-Check erstmals am 21. Mai 2014 mit Veruntreuung von Geldern im 
Zusammenhang mit der Organisation P. und unter Erwähnung eines inter-
nationalen Haftbefehls aufgeführt worden sei. Da zu diesem Zeitpunkt alle 
Geschäftsbeziehungen mit a.B. saldiert gewesen seien, habe der World-
Check Eintrag keine Treffer zu den geschlossenen Geschäftsbeziehungen 
generiert. Hingegen habe der Eintrag einen Treffer zu einer Geschäftsbezie-
hung von C. bei der Gesuchsgegnerin ergeben, bei welcher a.B. als Zeich-
nungsberechtigter eingetragen gewesen sei. Am 8. Januar und 6. April 2016 
habe die Gesuchsgegnerin die übrigen zwei Geschäftsbeziehungen saldiert, 
die einen Bezug zu a.B. aufgewiesen hätten.  

Im […] 2016 habe auch «The Guardian» einen Artikel zu den Vorwürfen ge-
gen die Organisation P. und a.B. publiziert. a.B. soll Gelder, die für den Auf-
bau Libyens bestimmt gewesen seien, mit Hilfe von Gesellschaften ausser 
Landes geschafft und in Immobilien investiert haben. Am 9. August 2018 

- 11 - 

 

 

habe die Gesuchsgegnerin gegenüber der FINMA angegeben, dass der 
World-Check-Eintrag zu a.B. nach den Enthüllungen im Zusammenhang mit 
den «Panama Papers» im November 2016 erweitert worden sei. Da die 
letzte Geschäftsbeziehung mit Bezug zu a.B. im April 2016 geschlossen wor-
den sei, hätten die negativen Schlagzeilen zu keinem Treffer im System der 
Bank geführt. Weiter habe die Gesuchsgegnerin gegenüber der FINMA an-
gegeben, dass sie erst bei der Prüfung von D. im Jahr 2018 auf den Artikel 
in «The Guardian» vom […] 2016 gestossen sei. Im Frühjahr 2018 seien 
auch die ersten Medienanfragen an die Gesuchsgegnerin zu a.B. erfolgt. In 
der Folge habe die Gesuchsgegnerin zwischen Mai und August 2018 diverse 
MROS-Meldungen erstattet.  

3.4.3 c.B. 

c.B., der Sohn von a.B., sei im Word-Check ab dem 20. Oktober 2014 als 
PEP eingetragen gewesen. Er sei an verschiedenen Geschäftsbeziehungen 
des Vaters bei der Gesuchsgegnerin zeichnungsberechtigt gewesen. Ferner 
sei c.B. als wirtschaftlich Berechtigter an einem Konto bei der Gesuchsgeg-
nerin eingetragen gewesen, das auf die im Fürstentum Liechtenstein domi-
zilierte Unternehmung M. gelautet habe. Dieses Konto sei am 15. Juli 2002 
eröffnet und am 10. August 2007 saldiert worden. Darauf seien zwischen 
November 2002 und November 2003 drei Transaktionen seitens der 
Organisation P. im Umfang von USD 6'142'398.--, EUR 4'532'365.-- und 
CHF 4'745'620.-- eingegangen. Ein Teil dieser Vermögenswerte sei gemäss 
den MROS-Meldungen zwischen Dezember 2002 und Mai 2005 im Umfang 
von mehr als USD 2 Mio. und EUR 1,5 Mio. auf zwei Privatkonten von a.B. 
bei der Gesuchsgegnerin weitertransferiert worden.  

Infolge Unregelmässigkeiten beim Zahlungsfluss auf zwei Konten und frag-
würdigen Firmenregistrierungen auf den Namen c.B. habe das Business 
Center der Gesuchsgegnerin diese Konten überprüft, an welchen c.B. wirt-
schaftlich berechtigt gewesen sei. Das Team «Investigation & SARs» habe 
keinen Zusammenhang zwischen den Transaktionen und zu den Anschuldi-
gungen gegenüber dem Vater erkennen können. In der Folge seien die bei-
den Konten geschlossen worden. Die MROS-Meldung betreffend das auf die 
Unternehmung M. lautende Konto habe die Gesuchsgegnerin am 6. Juli 
2018 erstattet.  

3.4.4 b.B. 

b.B. sei ebenfalls Sohn von a.B. Er sei sowohl an zwei Konten des Vaters 
bei der Gesuchsgegnerin als auch an den auf die auf den Britischen Jung-
ferninseln domizilierten N. Ltd. und O. Ltd. lautenden Konten Nrn. 2 und 3 

- 12 - 

 

 

zeichnungsberechtigt und wirtschaftlich Berechtigter gewesen. Die Ge-
suchsgegnerin habe am 6. Juli 2018 auch in Bezug auf die Geschäftsbezie-
hungen von b.B. MROS-Meldungen erstattet, woraus hervorgehe, dass auf 
das Konto der N. Ltd. bei der Gesuchsgegnerin zwischen Juni und Septem-
ber 2001 von der Organisation P. rund USD 4,5 Mio. und EUR 1'047'732.-- 
eingegangen seien. Die Gesuchsgegnerin habe in der Verdachtsmeldung 
angegeben, dass es sich bei diesen Eingängen von der Organisation P. um 
Zahlungen aus einem Beratungsvertrag im Zusammenhang mit der Beschäf-
tigung als Subunternehmer bei der Entwicklung eines Gebäudes gehandelt 
habe. Der Beratungsvertrag sei der Gesuchsgegnerin nicht vorgelegen. Die 
Vermögenswerte seien im Februar 2002 auf das auf a.B. lautende Konto 
Nr. 4 bei der Gesuchsgegnerin weitergeleitet worden.  

3.4.5 C. 

C. soll ein Geschäftspartner von a.B. gewesen sei. Er sei unter anderem am 
Konto der Unternehmung E. bei der Gesuchsgegnerin wirtschaftlich berech-
tigt gewesen. Die Gesuchsgegnerin habe gegenüber der FINMA angegeben, 
dass der Eintrag im World-Check betreffend a.B. vom 21. Mai 2014 zu einem 
Treffer auf das Konto Nr. 5 von C. geführt habe. Bei der durchgeführten Ana-
lyse sei die Gesuchsgegnerin auf ein Formular A gestossen, gemäss wel-
chem a.B. zusammen mit C. an einer Transaktion auf die Geschäftsbezie-
hung der F. SA wirtschaftlich berechtigt gewesen seien. Diese Transaktion 
sei im Zusammenhang mit einem Immobilienkauf in Kanada gestanden. Der 
damalige Kundenberater bei der Gesuchsgegnerin sei telefonisch über die 
Transaktion informiert worden. Er habe erfahren, dass a.B. auf das Konto 
1'509'200.-- Deutsche Mark überweisen werde, was der Hälfte des Kaufprei-
ses entsprochen haben soll. Da keine Verbindungen zu den Anschuldigun-
gen in der Presse gegenüber a.B. hergestellt und weil über C. keine negati-
ven Informationen gefunden worden seien, habe die Gesuchsgegnerin von 
einer MROS-Meldung abgesehen. Die Konten von C. seien zwischen Januar 
und April 2016 geschlossen worden. 

Auf die Geschäftsbeziehung der F. SA bei der Gesuchsgegnerin seien Im-
mobilientransaktionen in Millionenhöhe geflossen. Ebenso seien auf das 
Konto der Unternehmung E. Transaktionen im Immobilienbereich geflossen, 
die im Zusammenhang zu a.B. gestanden seien. Namentlich seien am 6. De-
zember 2000 GPF 525'000.-- vom auf a.B. lautenden Konto an die Unter-
nehmung E. überwiesen worden. Gemäss den Kundenangaben sei dieser 
Transaktion ein Kaufvertrag zwischen a.B. und C. zugrunde gelegen, mit 
welchem a.B. eine Immobilie erworben haben soll, die vorher der Unterneh-
mung E. gehört habe.  

- 13 - 

 

 

Betreffend die auf C. und seine Kinder lautenden Geschäftsbeziehungen 
habe die Gesuchsgegnerin im Juni und Juli 2018 mehrere MROS-Meldun-
gen eingereicht.  

3.4.6 D. 

Die Gesuchsgegnerin habe gegenüber der FINMA angegeben, dass sie erst 
bei der Überprüfung der libyschen Geschäftsbeziehungen Anfangs 2018 auf 
den Artikel in «The Guardian» vom […] 2016 gestossen sei. Im Rahmen 
dieser Kontrolle habe die Gesuchsgegnerin Geschäftsbeziehungen zu D. 
identifiziert, auf welche Zahlungen in Höhe von rund CHF 5 Mio. und 
EUR 5,3 Mio. von im Zeitungsartikel genannten Sitzgesellschaften einge-
gangen seien. Daraufhin habe die Gesuchsgegnerin am 11. Mai 2018 zu den 
auf die Q. Inc. und R. Ltd. lautenden Konten eine Meldung an die MROS 
erstattet.  

3.5  
3.5.1 Der Gesuchsteller ist der Ansicht, dass die Gesuchsgegnerin die Verdachts-

meldungen an die MROS vor 2018, möglichweise bereits im Jahr 2012 hätte 
erstatten sollen (act. 1). Unter Berücksichtigung des in der Auskunfts- und 
Editionsverfügung vom 14. August 2020 angegebenen Zeitraumes ist anzu-
nehmen, dass der Gesuchsteller von einem mutmasslichen Deliktszeitraum 
von Januar 2012 bis Ende Juli 2018 ausgeht.  

3.5.2 Das GwG in der Fassung vom 1. Februar 2009 stand bis zum 31. Dezember 
2015 in Kraft und sah eine identische Strafandrohung wie die derzeit gel-
tende revidierte Fassung des GwG vor. Die vorliegend relevanten Passagen 
von Art. 9 GwG blieben auch durch zwischenzeitliche Revisionen unverän-
dert. Die in Art. 37 GwG vorgesehene Busse für vorsätzliche Verletzung der 
Meldepflicht nach Art. 9 GwG beträgt bis zu 500‘000 Franken und diejenige 
für fahrlässiges Handeln bis zu 150‘000 Franken. Dabei handelt es sich bei 
den Straftaten gemäss Art. 9 i.V.m. Art. 37 GwG nicht um blosse Ordnungs-
widrigkeiten (Art. 3 i.V.m. Art. 45 Abs. 2 VStrR), bei denen keine Zwangs-
massnahmen zulässig wären, sondern um eine als Dauerdelikt ausgestaltete 
qualifizierte Übertretung (BGE 144 IV 391 E. 3.1; 142 IV 276 E. 5.4.2). 

3.5.3 In Bezug auf die verwaltungsrechtlichen Regelungen betreffend GwG-Sorg-
faltspflichten ist das Recht massgebend, das zur Tatzeit in Kraft stand. Vom 
18. Dezember 2002 bis zum 31. Dezember 2010 stand die Verordnung über 
die Verhinderung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung im Ban-
ken-, Effektenhändler- und Kollektivanlagenbereich (GwV-FINMA 1) in Kraft 
(vgl. Ziff. I 4 der Verordnung der FINMA vom 20. November 2008 über die 
Anpassung von Behördenverordnungen an das Finanzmarktaufsichtsge-
setz, in Kraft seit 1. Januar 2009, AS 2008 5616). Die GwV-FINMA 1 wurde 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-276%3Ade&number_of_ranks=0#page276

- 14 - 

 

 

per 1. Januar 2011 zusammen mit zwei weiteren von den jeweiligen FINMA-
Vorgängerorganisationen ausgearbeiteten GeIdwäschereiverordnungen in 
der Verordnung der FINMA über die Verhinderung von Geldwäscherei und 
Terrorismusfinanzierung vom 8. Dezember 2010 (aGwV-FINMA, AS 2010 
6295) zusammengeführt. Die relevanten Normen der bis dahin bestehenden 
Verordnungen wurden weitestgehend unverändert in die neue Verordnung 
überführt, wobei die materiellen Regelungen betreffend die Sorgfaltspflichten 
keine vorliegend relevanten Änderungen erfahren haben (vgl. Urteil des Bun-
desstrafgerichts SK.2019.55 vom 28. Juli 2020 E. 1.1.4). Die aGwV-FINMA 
stand vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2015 in Kraft. Seit dem 1. Ja-
nuar 2016 ist die Verordnung der FINMA vom 3. Juni 2015 über die Bekämp-
fung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung im Finanzsektor in 
Kraft (GwV-FINMA; SR 955.033.0) und entspricht in Bezug auf die hier rele-
vanten Normen den Bestimmungen der aGwV-FINMA. Mit Blick auf den Zeit-
punkt der Entstehung einer möglichen Meldepflicht ist vorliegend die aGwV-
FINMA anwendbar (vgl. Art. 78 Abs. 3 GwV-FINMA). 

3.6  
3.6.1 Art. 9 GwG regelt die den Finanzintermediären obliegenden Meldepflichten 

bei Geldwäschereiverdacht. Als Finanzintermediäre gelten unter anderem 
Banken nach dem Bundesgesetz vom 8. November 1934 über die Banken 
und Sparkassen (Bankengesetz, BankG; SR 952.0; vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. a 
GwG). Die Bank muss der MROS unverzüglich Meldung erstatten, wenn sie 
bzw. ihre Organe wissen oder den begründeten Verdacht haben, dass die in 
die Geschäftsbeziehung involvierten Vermögenswerte im Zusammenhang 
mit einer strafbaren Handlung nach Art. 305bis StGB stehen oder aus einem 
Verbrechen herrühren (Art. 9 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und 2 i.V.m. Art. 2 Abs. 2 
lit. a und Abs. 3 GwG). Hat ein Finanzintermediär keinen begründeten Ver-
dacht auf Geldwäscherei, aber Wahrnehmungen gemacht, die drauf schlies-
sen lassen, dass Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren, so 
kann er diese gestützt auf das Melderecht von Art. 350ter Abs. 2 StGB der 
Meldestelle für Geldwäscherei melden (Art. 29 Abs. 1 aGwV-FINMA). Übt 
die Bank bei diesen bloss «zweifelhaften Geschäftsbeziehungen» mit be-
deutenden Vermögenswerten ihr Melderecht nicht aus, so dokumentiert sie 
die Gründe (Art. 29 Abs. 2 aGwV-FINMA). Führt die Bank die zweifelhafte 
Geschäftsbeziehung weiter, so hat sie diese genau zu überwachen und auf 
Anhaltspunkte, die auf Geldwäscherei hinweisen, zu überprüfen (Art. 29 
Abs. 3 aGwV-FINMA). 

3.6.2 Die Bank muss nach Art. 6 Abs. 2 GwG die Hintergründe und den Zweck 
einer Transaktion oder einer Geschäftsbeziehung namentlich abklären, 
wenn die Transaktion oder die Geschäftsbeziehung ungewöhnlich erscheint, 
es sei denn, ihre Rechtmässigkeit ist erkennbar (lit. a), wenn Anhaltspunkte 

- 15 - 

 

 

vorliegen, dass Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren (lit. b) 
oder wenn die Transaktion oder die Geschäftsbeziehung mit einem erhöhten 
Risiko behaftet ist (lit. c). Geschäftsbeziehungen zu ausländischen politisch 
exponierten Personen sowie zu ihnen nahestehenden Personen gelten in 
jedem Fall als Geschäftsbeziehungen mit erhöhten Risiken (Art. 6 Abs. 3 
GwG; Art. 2 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 12 Abs. 3 aGwV-FINMA). Das oberste 
Geschäftsführungsorgan oder mindestens eines seiner Mitglieder entschei-
det über deren Aufnahme und jährlich über deren Weiterführung (Art. 18 
Abs. 1 lit. a und Art. 19 Abs. 1 aGwV-FINMA). 

3.6.3 Die Bank trifft mit angemessenem Aufwand zusätzliche Abklärungen bei Ge-
schäftsbeziehungen oder Transaktionen mit erhöhten Risiken (Art. 14 Abs. 1 
aGwV-FINMA). Abzuklären ist nach Art. 14 Abs. 2 aGwV-FINMA je nach den 
Umständen namentlich, ob die Vertragspartei an den eingebrachten Vermö-
genswerten wirtschaftlich berechtigt ist (lit. a), die Herkunft der eingebrach-
ten Vermögenswerte (lit. b), den Verwendungszweck abgezogener Vermö-
genswerte (lit. c), die Hintergründe und Plausibilität grösserer Zahlungsein-
gänge (lit. d) sowie der Ursprung des Vermögens der Vertragspartei und der 
wirtschaftlich berechtigten Person (lit. e). Die Abklärungen umfassen je nach 
den Umständen insbesondere das Einholen schriftlicher oder mündlicher 
Auskünfte der Vertragspartei oder der wirtschaftlich berechtigten Person so-
wie die Konsultation allgemein zugänglicher öffentlicher Quellen und Daten-
banken (Art. 15 Abs. 1 lit. a und lit. c aGwV-FINMA). Die Bank überprüft die 
Ergebnisse der Abklärungen auf ihre Plausibilität hin und dokumentiert sie 
(Art. 15 Abs. 2 aGwV-FINMA). Werden bei einer Geschäftsbeziehung er-
höhte Risiken sichtbar, leitet die Bank die zusätzlichen Abklärungen unver-
züglich in die Wege und führt sie so rasch als möglich durch (Art. 16 aGwV-
FINMA).  

3.6.4 Gemäss dem Anhang zur aGwG-FINMA betreffend die Anhaltspunkte für 
Geldwäscherei sind Erklärungen des Kunden über die Hintergründe von 
Transaktionen auf ihre Plausibilität zu überprüfen (A2). Nicht jede Erklärung 
des Kunden ist unbesehen zu akzeptieren, sondern vom Finanzintermediär 
kritisch zu hinterfragen (BGE 136 IV 188 E. 6.3.1). Besondere Risiken im 
Hinblick auf Geldwäscherei beinhalten Transaktionen bei denen Vermögens-
werte kurz nach ihrem Eingang beim Finanzintermediär wieder abgezogen 
werden (Durchlaufkonti), sofern sich aus der Geschäftstätigkeit der Kundin 
oder des Kunden kein plausibler Grund für diesen sofortigen Abzug ergibt 
(A4). Besonders verdächtige Anhaltspunkte sind Strafverfahren gegen die 
Kundin oder den Kunden des Finanzintermediärs wegen Verbrechen, Kor-
ruption oder Missbrauches öffentlicher Gelder (A39). 

- 16 - 

 

 

3.6.5 Verdachtsgründe nach Art. 9 GwG können sich neben den internen auch aus 
bankexternen Hinweisen, wie bspw. aus vertrauenswürdigen, seriös recher-
chierten Medienberichten ergeben. Bereits ein «simple doute» löst grund-
sätzlich eine Meldepflicht aus. Die verbrecherische Vortat muss nicht mit 
grosser Wahrscheinlichkeit vorliegen. Im Zweifel hat eine Verdachtsmeldung 
zu erfolgen. Wenn im Rahmen von Hintergrundabklärungen nach Art. 6 
Abs. 2 GwG der Verdacht nicht ausgeräumt werden kann, so gilt er ohne 
Weiteres als begründet (Urteile des Bundesgerichts 1B_433/2017 vom 
21. März 2018 E. 4.8 f.; 4A_313/2008 vom 27. November 2008 E. 4.2.2.3; 
Beschluss des Bundesstrafgerichts BE.2018.4 vom 20. August 2018 E. 4.3; 
je mit zahlreichen Hinweisen zur Literatur und Rechtsprechung). Die Melde-
pflicht nach Art. 9 GwG hört mit der Beendigung der verdächtigen Geschäfts-
beziehung nicht auf, sondern hält an, solange Vermögenswerte aufgespürt 
und eingezogen werden können (BGE 144 IV 391 E. 3.1; 142 IV 276 E. 5.4.2 
S. 279 f. m.H.). 

3.7  
3.7.1 Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, kam der Gesuchsteller zu Recht 

zum Schluss, dass vor 2018 begründeter Verdacht bestand, dass die von 
der Gesuchsgegnerin verwalteten Vermögenswerte aus einem Verbrechen 
stammen oder im Zusammenhang mit Geldwäschereihandlungen stehen 
könnten.  

3.7.2 Die Europäische Union hat die Organisation P. am […] 2011 auf die Liste der 
Unternehmen aufgenommen, gegen welche restriktive Massnahmen ver-
hängt worden sind (Verfahrensakten, pag. 040 0026 f.). Dies weil Vorwürfe 
im Raum standen, dass die Organisation P. im Namen oder auf Weisung des 
Gaddafi-Regimes gehandelt habe und eine potentielle Finanzierungsquelle 
des Regimes gewesen sei. Auch die Schweiz hat im […] 2011 Massnahmen 
gegen Libyen ergriffen und die Organisation P. auf die Liste der sanktionier-
ten libyschen Unternehmen aufgenommen (die Liste ist auf der Webseite 
des Staatssekretariats für Wirtschaft [SECO] einsehbar). Somit war im Som-
mer 2011 öffentlich bekannt, dass die Organisation P. Gelder des libyschen 
Entwicklungsprogramms für private Investitionen des Gaddafi-Regimes ab-
gezweigt haben könnte. Zu diesem Zeitpunkt war a.B. bereits seit mehreren 
Jahren Vorsitzender der Organisation P. Laut den Angaben der Gesuchs-
gegnerin gegenüber der FINMA war Organisation P. im «World-Check Criti-
cal Name Pool» von August 2011 bis April 2013 aufgeführt.  

3.7.3 Weiter gab die Gesuchsgegnerin gegenüber der FINMA am 18. September 
2018 an, dass sie im März 2012 im Rahmen eines Standardreviews vier Ge-
schäftsbeziehungen von a.B. als wirtschaftlich Berechtigten identifiziert 
habe. Die in der Folge durchgeführte Recherche der Gesuchsgegnerin habe 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-276%3Ade&number_of_ranks=0#page276

- 17 - 

 

 

nach a.B. und seinen Familienmitgliedern ergeben, dass a.B. Verbindungen 
zum Gaddafi-Regime gehabt habe. Zudem seien Medienberichte festgestellt 
worden, wonach gegen a.B. wegen «taking 300 Mio out of Libya» ermittelt 
werde. Somit bestanden im Jahr 2012 Hinweise darauf, dass der Vorsit-
zende der Organisation P. und Kunde der Gesuchsgegnerin Verbindungen 
zum Gaddafi-Regime hatte und verdächtigt werde, Gelder in zweistelliger 
Millionenhöhe aus Libyen ins Ausland zu bringen. Somit bestanden bereits 
zu diesem Zeitpunkt erste Anzeichen, dass gegen a.B. ein Strafverfahren 
wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder eröffnet worden war, was einen be-
sonders verdächtigen Anhaltspunkt i.S.v. A39 des Anhangs zur aGwG-
FINMA darstellt. Ebenfalls in 2012 qualifizierte die Gesuchsgegnerin a.B. 
und seine Familienmitglieder als PEP resp. PEP nahestehende Personen. 
Aufgrund dieser Qualifikation und vor dem Hintergrund der gegenüber a.B. 
im Jahr 2012 erhobenen Vorwürfe war die Gesuchsgegnerin bereits zu die-
sem Zeitpunkt verpflichtet, die mit a.B. und seinen Söhnen im Zusammen-
hang stehenden Geschäftsbeziehungen und Hintergründe von Transaktio-
nen mit grösster Sorgfalt und unter Würdigung der gesamten Umstände auf 
ihre Plausibilität zu überprüfen.  

3.7.4 Im […] 2014 zitierte die Zeitung «Daily Mail» in einem Artikel den libyschen 
Generalstaatsanwalt, wonach gegen a.B. ein Strafverfahren wegen Verun-
treuung und Amtsmissbrauch hängig gewesen sei. Der Vorwurf lautete, dass 
a.B. nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes heimlich Gelder in Millionenhöhe 
in den Londoner Immobilienmarkt investiert haben soll. Diesbezüglich er-
wähnte die Gesuchsgegnerin gegenüber der FINMA im Schreiben vom 
14. September 2018, dass a.B. im World-Check erstmals am 21. Mai 2014 
mit Veruntreuung von Geldern im Zusammenhang mit der Organisation P. 
und unter Erwähnung eines internationalen Haftbefehls aufgeführt worden 
sei. Somit hätte der Gesuchsgegnerin spätestens im Mai 2014 bekannt sein 
sollen, dass gegen ihren Kunden ein Strafverfahren wegen Veruntreuung öf-
fentlicher Gelder läuft und damit (weiterhin) ein besonders verdächtiger An-
haltspunkt i.S.v. A39 des Anhangs zur aGwG-FINMA bestanden hatte. Ein 
Abgleich der Vorwürfe im «Daily Mail» Artikel mit den Transaktionen auf den 
Konten von a.B. und C. hätten mögliche Parallelen in Immobilientransaktio-
nen gezeigt, denen die Gesuchsgegnerin hätte nachgehen müssen. Infolge 
der Qualifizierung von a.B. als PEP hätte die Gesuchsgegnerin sowohl die 
laufenden als auch die bereits saldierten Geschäftsbeziehungen einer ein-
gehenden Prüfung unterziehen müssen. Hätte die Gesuchsgegnerin dies ge-
tan, hätte sie die Zweifel an der Rechtmässigkeit der eingebrachten Vermö-
genswerte und getätigten Transaktionen als begründet erachten müssen. 
Die Gesuchsgegnerin hätte daher bereits im Mai 2014 den begründeten Ver-
dacht haben müssen, dass die von ihr verwalteten Vermögenswerte mög-

- 18 - 

 

 

licherweise aus Verbrechen stammen oder im Zusammenhang mit Geldwä-
scherei stehen könnten. Der am […] 2016 publizierte Artikel im «The Guar-
dian», von welchem die Gesuchsgegnerin erst im Jahr 2018 Kenntnis erlangt 
haben soll, wiederholte resp. präzisierte lediglich die bereits früher gegen-
über der Organisation P. und a.B. erhobenen Vorwürfe und bezeichnete ins-
besondere Gesellschaften, mit deren Hilfe Gelder aus Libyen gebracht wor-
den sein sollen. Im Rahmen der in der Folge durchgeführten Kontrolle habe 
die Gesuchsgegnerin Geschäftsbeziehungen zu D. identifiziert, auf welche 
Zahlungen in Höhe von rund CHF 5 Mio. und EUR 5,3 Mio. von im Zeitungs-
artikel genannten Sitzgesellschaften eingegangen seien. Spätestens im Jahr 
2016 hätte die Gesuchsgegnerin einen meldepflichtigen Sachverhalt erken-
nen und eine entsprechende Meldung an die MROS machen müssen. Dies 
umso mehr, als den Angaben der Gesuchsgegnerin zufolge, die letzte Ge-
schäftsbeziehung mit Bezug zu a.B. erst im April 2016, d.h. rund einen Monat 
zuvor geschlossen worden sei (supra E. 3.4.2). Wie der Gesuchsteller rich-
tigerweise ausführt, ging mit der Saldierung der Konten in den Jahren 2012-
2016 die Meldepflicht der Gesuchsgegnerin nicht unter. 

3.7.5 Angemerkt sei, dass die Gesuchsgegnerin die MROS-Meldungen im Mai und 
August 2018 erstattete, mithin nachdem sie seitens diverser internationaler 
Journalisten im Mai resp. Juni 2018 hierzu angefragt worden war. In diese 
Richtung deuten jedenfalls auch die Ausführungen der Gesuchsgegnerin in 
ihrer Gesuchsantwort vom 25. Januar 2021 hin (act. 8, S. 3). Angesicht des 
vorliegenden Verfahrensgegenstandes kann dahingestellt bleiben, ob dies-
bezüglich ein Zusammenhang besteht und ob erst die Medienanfragen die 
Gesuchsgegnerin dazu bewegt haben, eine Meldung an die MROS zu er-
statten.  

3.7.6 Nach dem Gesagten ist ein hinreichender Tatverdacht zu bejahen, dass die 
bei der Gesuchsgegnerin verantwortlichen Personen die Meldepflicht nach 
Art. 9 GwG verletzt und dadurch den Tatbestand von Art. 37 GwG erfüllt ha-
ben könnten. 

3.8 Am Vorliegen des hinreichenden Tatverdachts vermögen die von der Ge-
suchsgegnerin ins Recht gelegte Nichtanhandnahmeverfügung der BA vom 
6. August 2019 sowie die Schreiben der MROS betreffend die Nichtweiter-
leitung einiger Verdachtsmeldungen nichts zu ändern.  

Der Nichtanhandnahmeverfügung der BA vom 6. August 2019 lag nicht der 
Vorwurf von Art. 9 i.V.m. Art. 37 GwG, sondern allfällige Geldwäschereihand-
lungen i.S.v. Art. 305bis StGB zugrunde. Die Beurteilung, ob die Mitarbeiter 
der Gesuchsgegnerin ihrer Meldepflicht rechtzeitig nachgekommen sind und 
möglicherweise Art. 9 i.V.m. Art. 37 GwG verletzt haben könnten, war weder 

- 19 - 

 

 

von der BA zu beurteilen noch war dies Gegenstand der von ihr am 6. August 
2019 erlassenen Nichtanhandnahmeverfügung. Ob die BA gestützt auf die 
ihr vorgelegenen Informationen auf die Verdachtsmeldungen zu Recht nicht 
eingetreten ist, braucht in Anbetracht des vorliegenden Verfahrensgegen-
standes nicht beurteilt zu werden. Ausserdem kann die BA die von ihr erlas-
sene Nichtanhandnahmeverfügung bei Vorliegen neuer Beweismittel oder 
Tatsachen wiederaufnehmen (vgl. Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 323 Abs. 1 
StPO). Das vorliegende Entsiegelungsverfahren wurde vom Gesuchsteller 
im Verwaltungsstrafverfahren eingereicht und das Entsiegelungsgericht hat 
zwar denselben Sachverhalt wie die BA zu beurteilen, jedoch unter einem 
anderen Blickwinkel, nämlich mit Blick auf allfällige Verletzung von Art. 9 
i.V.m. Art. 37 GwG. Das Verwaltungsstrafverfahren wegen des Verdachts 
auf Verletzung von Art. 9 i.V.m. Art. 37 GwG wird vom Gesuchsteller geführt 
und er resp. das Sachgericht hat zu prüfen, ob die Gesuchsgegnerin resp. 
ihre Mitarbeiter ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind sowie ob und zu 
welchem Zeitpunkt eine Meldepflicht an die MROS bestand. Die Beurteilung 
des diesbezüglichen Sachverhalts erfolgt aus der ex ante – Perspektive 
(LUCHSINGER, in: Kunz/Jutzi/Schären [Hrsg.], Handkommentar Geldwäsche-
reigesetz [GwG], 2017, Art. 9 GwG N. 101). D.h. die Beurteilung des Sach-
verhalts erfolgt anhand des Kenntnisstandes der Mitarbeiter der Gesuchs-
gegnerin in den Jahren 2012 bis 2018 und der ihnen damals zur Verfügung 
gestandenen Informationen. Das Gesagte gilt sinngemäss in Bezug auf die 
Schreiben der MROS vom 18. Juni 2020, worin sie der Gesuchsgegnerin 
mitteilte, die unter Referenznummer 27798/31 – 27800/63 und 26900/63 – 
26902/59 geführten Verdachtsmeldungen vorerst nicht an eine Strafverfol-
gungsbehörde zu übermitteln. Ob die FINMA die Strafanzeige auch in Kennt-
nis der Nichtanhandnahmeverfügung der BA vom 6. August 2019 und den 
Schreiben der MROS vom 18. Juni 2020 erstattet hätte, ist reine Spekulation, 
auf welche nicht weiter einzugehen ist.  
 

3.9 Nach dem Gesagten ist der hinreichende Tatverdacht zu bejahen, weshalb 
die Durchsuchung zulässig ist. Die Rüge der Gesuchsgegnerin geht damit 
fehl. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die dem Gesuchsteller auf dem Datenträ-
ger übergebenen Dokumente zu entsiegeln sind.  
 
 

4.  
4.1 Papiere sind mit grösster Schonung der Privatgeheimnisse zu durchsuchen. 

Insbesondere sollen Papiere nur dann durchsucht werden, wenn anzuneh-
men ist, dass sich Schriften darunter befinden, die für die Untersuchung von 
Bedeutung sind (Art. 50 Abs. 1 VStrR). Bei der Durchsuchung sind ausser-

- 20 - 

 

 

dem das Amtsgeheimnis sowie Geheimnisse, die Geistlichen, Rechtsanwäl-
ten, Notaren, Ärzten, Apothekern, Hebammen und ihren beruflichen Gehilfen 
in ihrem Amte oder Beruf anvertraut werden, zu wahren (Art. 50 Abs. 2 
VStrR).  
 
Stellt die Verwaltungsstrafbehörde beim zuständigen Entsiegelungsgericht 
den Antrag, die versiegelten Unterlagen seien zu entsiegeln, prüft das Ent-
siegelungsgericht im Untersuchungsverfahren, ob die Geheimnisschutzinte-
ressen (oder andere gesetzliche Entsiegelungshindernisse), welche vom In-
haber oder der Inhaberin der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenstän-
de angerufen werden, einer Durchsuchung seitens der Verwaltungsstrafbe-
hörde entgegenstehen (Art. 50 Abs. 2-3 VStrR; BGE 145 IV 273 E. 3.3; 
141 IV 77 E. 4.1 S. 81; 137 IV 189 E. 4 S. 194 f.; Urteile des Bundesgerichts 
1B_210/2017 vom 23. Oktober 2017 E. 3.4; 1B_433/2017 vom 21. März 
2018 E. 3.3; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 1B_433/2017 vom 
21. März 2018 E. 4.14). Die Untersuchungsbehörden müssen hierbei jedoch 
im Rahmen des Entsiegelungsgesuchs noch nicht darlegen, inwiefern ein 
konkreter Sachzusammenhang zwischen den Ermittlungen und einzelnen 
noch versiegelten Dokumenten besteht. Es genügt, wenn sie aufzeigen, in-
wiefern die versiegelten Unterlagen grundsätzlich verfahrenserheblich sind 
(sog. «potenzielle Erheblichkeit», vgl. BGE 132 IV 63 E. 4.4; Urteile des Bun-
desgerichts 1B_336/2018 vom 8. November 2018 E. 4.3; 1B_433/2017 vom 
21. März 2018 E. 4.14; 1B_322/2013 vom 20. Dezember 2013 E. 3.1 
m.w.H.). Es ist unvermeidlich, dass diese Zwangsmassnahme auch Schrif-
ten betrifft, die für die Untersuchung bedeutungslos sind (BGE 108 IV 75 
E. 5; Urteile des Bundesgerichts 8G.116/2003 vom 26. Januar 2004 E. 5; 
8G.9/2004 vom 23. März 2004 E. 6 in fine; Beschluss des Bundesstrafge-
richts BE.2017.13 vom 9. August 2017 E. 2.3). 
 

4.2 Nach der bundesgerichtlichen Praxis trifft die das Siegelungsbegehren ge-
stellte Person im Entsiegelungsverfahren die prozessuale Obliegenheit, all-
fällige Geheimhaltungsinteressen bzw. Entsiegelungshindernisse ausrei-
chend zu substanziieren. Tangierte Geheimnisinteressen sind wenigstens 
kurz zu umschreiben und glaubhaft zu machen. Auch sind – besonders bei 
sehr umfangreichen Unterlagen oder elektronischen Dateien – diejenigen 
Aufzeichnungen und Dateien zu benennen, die dem Geheimnisschutz unter-
liegen. Dabei ist der Betroffene nicht gezwungen, die angerufenen Geheim-
nisrechte bereits inhaltlich offenzulegen. Kommt der Betroffene seiner Mit-
wirkungs- und Substanziierungsobliegenheit im Entsiegelungsverfahren 
nicht nach, ist das Entsiegelungsgericht nicht gehalten, von Amtes wegen 
nach allfälligen materiellen Durchsuchungshindernissen zu forschen 
(BGE 142 IV 207 E. 7.1.5 S. 211, E. 11 S. 228; 141 IV 77 E. 4.3 S. 81, 

http://links.weblaw.ch/1B_210/2017
http://links.weblaw.ch/1B_433/2017
http://links.weblaw.ch/1B_433/2017
http://links.weblaw.ch/BGE-132-IV-63
http://links.weblaw.ch/1B_336/2018
http://links.weblaw.ch/1B_433/2017

- 21 - 

 

 

E. 5.5.3 S. 86, E. 5.6 S. 87; 138 IV 225 E. 7.1 S. 229; 137 IV 189 E. 4.2 
S. 195, E. 5.3.3 S. 199; Pra 2017 Nr. 24 S. 215 ff. E. 7.3; Urteil des Bundes-
gerichts 1B_394/2017 vom 17. Januar 2018, in BGE 144 IV 74 nicht publ. 
E. 6.1; s.a. BGE 143 IV 462 E. 2.3 S. 468 f.). 
 

4.3  
4.3.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Unterlagen, die sich auf dem USB-Stick 

befinden sollten, untersuchungsrelevant sind und ob deren Durchsuchung 
schützenswerte Geheimhaltungsinteressen entgegenstehen, die gegenüber 
den Strafverfolgungsinteressen überwiegen.  

4.3.2 Mit der Auskunfts- und Editionsverfügung vom 14. August 2020 forderte der 
Gesuchsteller die Gesuchsgegnerin zur Einreichung folgender Unterlagen 
auf (act. 1.1):  

- sämtliche bankinternen Weisungen betreffend GwG-Sorgfaltspflich-
ten, gültig im Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Juli 2018; 

- sämtliche weiteren Unterlagen (Organigramme, Reglemente, Verord-
nungen, Weisungen, Richtlinien, Handbücher, Handlungsabläufe, 
Pflichtenhefte etc.) zu Organisation, personeller Besetzung (inkl. Na-
men und Kürzel), Hierarchie, Zuständigkeiten sowie Pflichten und 
Befugnissen im Zusammenhang mit der Geldwäschereibekämpfung 
(inkl. Identifikation von Kunden) bis zur obersten Leitungsebene für 
den Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Juli 2018 (inkl. Erläu-
terung der verschiedenen Verantwortlichkeiten); 

- konkrete Angaben darüber, welche Personen (Kundenberater, PEP 
Desk, Compliance, Geschäftsleitung, Fachstelle für Geldwäscherei 
etc.) in der Periode 1. Januar 2012 bis 31. Juli 2018 zu welchen Zeit-
punkten in welcher Funktion mit den Geschäftsbeziehungen beschäf-
tigt waren und dafür verantwortlich zeichneten;  

- das vollständige Kundendossier (inkl. KYC mit Änderungen, interne 
Notizen, No AML-Reports und zugrundeliegende Unterlagen, E-Mails 
[von sämtlichen Servern], Empfehlungen oder Anweisungen von 
Compliance, Reviews etc.); 

- sämtliche geldwäscherelevanten Abklärungen, Analysen, Feststel-
lungen, Sitzungsprotokolle und Entscheide der First und Second Line 
of Defence namentlich zu ungewöhnlichen Transaktionen, Art und 
Zweck der Geschäftsbeziehungen, PEP-Reviews sowie betreffend 
die Vornahme oder Nichtvornahme von Verdachtsmeldungen an die 

http://links.weblaw.ch/1B_394/2017

- 22 - 

 

 

MROS und die entsprechenden Dokumente sowie die bankinterne 
und externe Kommunikation; 

- Kontoauszüge auf Monatsbasis ab Eröffnung bis zur Saldierung (inkl. 
Transaktionsdetails zur Überweisung des Schlusssaldos). 

4.3.3 Mit seiner Untersuchung bezweckt der Gesuchsteller festzustellen, ob die 
Gesuchsgegnerin der ihr obliegenden Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. 
Obige Unterlagen, die sich auf dem USB-Stick befinden sollten, sind hierfür 
untersuchungsrelevant. Sie beziehen sich auf die sorgfaltsrechtlich relevan-
ten Unterlagen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Geldwäscherei 
und der entsprechenden Meldepflicht an die MROS. Sie könnten Aufschluss 
über die hierfür zuständigen Personen, deren Vorgehen und Entscheid-
grundlagen bezüglich der Geschäftsbeziehungen der Familien B., C. und D. 
geben. Des Weiteren könnten diese Unterlagen Aufschluss über die gesetz-
lich vorgeschriebenen organisatorischen Massnahmen geben, welche die 
Bank zur Verhinderung von Geldwäscherei zu treffen hat (vgl. BGE 142 IV 
207 E. 7.1 mit zahlreichen Hinweisen). Die anwaltlich vertretene Gesuchs-
gegnerin legte weder gegenüber dem Gesuchsteller noch im vorliegenden 
Verfahren ausreichend substanziiert dar, inwiefern die versiegelten Unterla-
gen für die Untersuchungszwecke offensichtlich untauglich wären. Es ist 
nicht Aufgabe des Entsiegelungsrichters, nach diesbezüglichen Unterlagen 
zu forschen. 

4.4 Sodann ist die Durchsuchung dieser Unterlagen mit dem Verhältnismässig-
keitsgrundsatz zu vereinbaren. Der Gesuchsteller beschränkte seine Aus-
kunfts- und Editionsverfügung auf den tatrelevanten Zeitraum vom 1. Januar 
2012 bis 31. Juli 2018. In sachlicher Hinsicht umfasst die Verfügung Unter-
lagen, die im Zusammenhang zu Organisationsfragen betreffend die Geld-
wäschereibekämpfung stehen. Dementsprechend ist die Verfügung vom 
14. August 2020 weder in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht zu beanstan-
den.  
 
 

5.  
5.1 Weiter ist zu prüfen, ob schutzwürdige Geheimhaltungsinteressen der Ent-

siegelung entgegenstehen.  
 

5.2 Im Zwischenentscheid vom 25. Mai 2021 hielt das Gericht fest, dass die Ge-
suchsgegnerin ausreichend Gelegenheit hatte, die ihrer Ansicht nach der 
Entsiegelung entgegenstehenden Geheimhaltungsinteressen darzulegen, 
und dass es das Verfahren als spruchreif erachtet. Die Anträge der Gesuchs-

- 23 - 

 

 

gegnerin betreffend die Gewährung einer (weiteren) Frist, um sich zu allfälli-
gen Geheimhaltungsinteressen zu äussern und die als Geschäftsgeheimnis 
zu qualifizierenden Informationen zu bezeichnen, wurde abgelehnt (act. 12). 
Da die Gesuchsgegnerin weder in der Gesuchsantwort noch nach Erhalt der 
Replik des Gesuchstellers zu allfälligen entgegenstehenden Geheimhal-
tungsinteressen äusserte, ist nachfolgend auf die bisherigen Ausführungen 
der Gesuchsgegnerin abzustellen.  
 

5.3 Im Schreiben vom 27. November 2020 machte die Gesuchsgegnerin gel-
tend, dass die auf dem USB-Stick befindlichen Unterlagen Informationen zu 
den bei unterhaltenen Kundenbeziehungen, interne Notizen, interne Korres-
pondenz sowie die Ergebnisse der wiederholten Kontrollen enthielten. Diese 
Informationen seien durch das Bankgeheimnis geschützt und würden ihre 
Geschäftsgeheimnisse enthalten. Des Weiteren würde die Durchsuchung 
die wirtschaftliche Privatsphäre ihrer Kunden und wirtschaftlich Berechtigten 
tangieren (act. 1.2, S. 7). Mit diesen Ausführungen beruft sich die Gesuchs-
gegnerin auf Geheimnisse gemäss Art. 50 Abs. 1 VStrR.  
 

5.4 Das Bankgeheimnis i.S.v. Art. 47 BaG stellt für Durchsuchung grundsätzlich 
keinen Hinderungsgrund dar (KELLER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, 
Art. 248 StPO N. 22 mit Verweis auf Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur 
Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085, 1205). Verlangt 
eine Bank die Siegelung der von ihr angeforderten Unterlagen, hat sie im 
Entsiegelungsverfahren darzulegen, inwiefern ihr Interesse an der Wahrung 
des Geschäftsgeheimnisses jenes an der Wahrheitsfindung überwiegt. Da-
bei handelt es sich nicht um das Bankkundengeheimnis, sondern das Ge-
schäftsgeheimnis der Bank (KELLER, a.a.O., Art. 248 StPO N. 22 m.w.H.). 
Die Gesuchsgegnerin ist im Verfahren vor dem Gesuchsteller nicht beschul-
digte Person und wurde zur Einreichung der Unterlagen als Zeugin aufgefor-
dert. Die Ausführungen der Gesuchsgegnerin im Siegelungsgesuch vom 
27. November 2020 genügen der ihr obliegenden Substanziierungspflicht 
nicht. Sie bringt lediglich vor, dass der Durchsuchung der Papiere ihre Ge-
schäftsgeheimnisse sowie der Schutz der Privatsphäre ihrer Kunden entge-
genstünden, ohne diese weder zu bezeichnen noch näher zu präzisieren. 
Mit diesen lediglich allgemein gehaltenen Ausführungen vermag die Ge-
suchsgegnerin den Begründungsanforderungen nicht zu genügen. In Bezug 
auf die von der Untersuchung betroffenen Konten sei angemerkt, dass diese 
Gegenstand der 31 MROS-Verdachtsmeldungen und der Nichtanhandnah-
meverfügung der BA vom 6. August 2019 waren. Somit würden durch die 
Durchsuchung keine Personalien von völlig unbeteiligten Bankkunden be-
kannt werden.  
 

- 24 - 

 

 

5.5 Aus dem Gesagten folgt, die Gesuchsgegnerin nicht darzulegen vermochte, 
inwiefern die sich auf dem USB-Stick befindlichen Unterlagen von ihren Ge-
schäftsgeheimnissen betroffen sein sollen. Somit lassen sich weder den 
Ausführungen der Gesuchsgegnerin noch den vorliegenden Akten Geheim-
nisschutzinteressen oder andere gesetzliche Entsiegelungshindernisse ent-
nehmen, die der Durchsuchung der von der Siegelung betroffenen Unterla-
gen entgegenstünden. Der Entsiegelung und Durchsuchung der dem Ge-
suchsteller von der Gesuchsgegnerin am 27. November 2020 elektronisch 
eingereichten Unterlagen steht nichts entgegen. 
 
 

6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Entsiegelungsgesuch gutzu-
heissen und der Gesuchsteller zu ermächtigen ist, die ihm von der Gesuchs-
gegnerin am 27. November 2020 elektronisch eingereichten Unterlagen zu 
entsiegeln und zu durchsuchen.  

 
 
7. Bei diesem Ausgang der beiden Entsiegelungsverfahren hat die Gesuchs-

gegnerin als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 25 
Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG analog; siehe dazu TPF 2011 25 
E. 3). Die Gerichtsgebühr ist unter der Berücksichtigung der Zwischenverfü-
gungen vom 29. Dezember 2020 und 25. Mai 2021 auf Fr. 3‘000.-- festzu-
setzen (vgl. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts 
vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 
Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 
 

- 25 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Das Entsiegelungsgesuch wird gutgeheissen. Der Gesuchsteller wird ermäch-

tigt, die ihm am 27. November 2020 von der Gesuchsgegnerin elektronisch 
eingereichten Unterlagen zu entsiegeln und zu durchsuchen.  

 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3’000.-- wird der Gesuchsgegnerin auferlegt.  

 
 

Bellinzona, 23. Juni 2021 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Eidgenössisches Finanzdepartement, Generalsekretariat EFD, Rechtsdienst 
- Rechtsanwälte Flavio Romerio und Stephan Groth 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 
79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das 
Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktions-
richter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).