# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9602ca91-5348-5def-bf84-af770d067c3b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-15
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 15.12.2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_Empfehlung-vom-15--D_2008-12-15.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB 

 

 

 

 
Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 031 323 74 84, Fax 031 325 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 
 

  Bern, 15. Dezember 2008 
 
 
 

Empfehlung 
 
 
 

gemäss 
 

Art. 14 des 
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
vom 17. Dezember 2004 

 
 
 

zum Schlichtungsantrag von  
 
 

X 
(Antragsteller) 

 
 

gegen 
 
 
 

armasuisse, 
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, 

Bevölkerungsschutz und Sport, Bern 
 
 
 
 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 
 

1. Der Antragsteller (Journalist) reichte am 15. September 2008 bei armasuisse, Eidgenössi-
sches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS, gestützt auf das 
Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz BGÖ, SR 
152.3) ein Zugangsgesuch ein. Er ersuchte „im Zusammenhang mit dem Verkauf des Zeug-
hauses in Langnau i.E. höflich um folgende Dokumente und Informationen: 

J den Kaufvertrag zwischen VBS (armasuisse) und der Gemeinde Langnau; 
J die Landschätzung des/der Experten von 2004; 
J die Namen der Schätzexperten; 
J Auskünfte über damals geprüfte Alternativen; 
J Auskünfte über Anfragen/Offerten Privater für diese Parzelle.“ 

 

 
 
 

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2. armasuisse lehnte am 30. September 2008 das Zugangsgesuch mit dem Hinweis ab, dass 
das Zugangsgesuch ein Geschäft betreffe, „welches vor Inkrafttreten des BGÖ abgewickelt 
wurde. Entsprechende Dokumente und Informationen aus dieser Zeit werden deshalb nicht 
vom Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes erfasst.“ Trotzdem nahm armasuisse zu 
jedem einzelnen vom Antragsteller aufgeführten Punkt Stellung, lehnte jedoch die Heraus-
gabe der Dokumente respektive Erteilung von Auskünften mehrheitlich mit Hinweis auf das 
Geschäftsgeheimnis ab. 

 
3. Am 10. Oktober 2008 ersuchte der Antragsteller den Eidgenössischen Datenschutz- und 

Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) um Schlichtung, da er „im BGÖ keinen Passus 
(finde), der die Offenlegung früherer amtlicher Handlungen verbietet.“ Weiter könne er nicht 
nachvollziehen, „warum die Modalitäten des Verkaufs eines öffentlichen Guts (und um ein 
solches handelt es sich beim Zeughausareal Langnau zweifelsohne) nicht transparent 
gemachten werden darf (sic!), zumal als Käufer wiederum eine öffentliche Körperschaft 
(Gemeinde Langnau) aufgetreten ist.“ 

 
4. Der Beauftrage ersuchte armasuisse am 16. Oktober 2008 um Zustellung aller die Angelegen-

heit betreffenden Dokumente. Im Rahmen der Abklärungen, ob das Öffentlichkeitsgesetz 
vorliegend zur Anwendung gelangt, kam es zu verschiedenen Kontakten mit armasuisse.  
Gestützt darauf stellt der Beauftragte fest, dass bis auf zwei sämtliche Dokumente zum 
Kaufvertrag vor Inkrafttreten des Öffentlichkeitsgesetzes erstellt worden sind.  

 
5. Bei den besagten Dokumenten handelt es sich zum einen um eine am 11. September 2008 

per E-Mail gestellte Medienanfrage (eines anderen Journalisten) zum Verkauf des 
Zeughauses Langnau und zum anderen um die vom VBS verfasste Antwort-E-Mail vom 11. 
September 2008.  
Am 12. Dezember 2008 teilte armasuisse dem Beauftragten mit, dass „Eine allfällig erfolgte 
frühere Herausgabe von Dokumenten oder Preisgabe von Informationen in diesem Zusam-
menhang an Dritte (…) ohne vorgängige VBS-interne Koordination bzw. ohne Zustimmung 
der in der Sache zuständigen Dokumenten- bzw. Informationsownerin armasuisse (geschah). 
Aus diesem Umstand lassen sich keine Rechte irgendwelcher Art zu Gunsten von (X) 
ableiten.“ 

 
 
II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

 
A.  Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

 
1. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten einrei-

chen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt oder 
verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine Stel-
lungnahme abgibt.  
Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur auf Grund eines schriftlichen 
Schlichtungsantrags tätig.1 Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Person, 
die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen hat. Für 
den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss hervorge-
hen, dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag muss 
innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht werden. 

                                                      
1 BBl 2003 2023 

 

 
 
 

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2. Der Antragsteller hat ein Zugangsgesuch nach Art. 6 BGÖ bei armasuisse eingereicht und 
ablehnende Antworten erhalten. Als Teilnehmer an einem vorangegangenen Gesuchsverfah-
ren ist er zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. Der Schlichtungsantrag wurde 
formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der 
Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht.  
 

3. Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens 
im Detail obliegt alleine dem Beauftragten.2  
Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche 
Lösung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der 
Angelegenheit eine Empfehlung abzugeben.  

 
B. Sachlicher Geltungsbereich 
 

1. Der Beauftragte prüft bei Einreichung eines Schlichtungsantrags, ob das Öffentlichkeitsgesetz 
überhaupt zur Anwendung gelangt. Ergibt die Prüfung, dass die formellen Voraussetzungen 
für die Anwendbarkeit nicht gegeben sind, erlässt der Beauftragte seinen Entscheid in Form 
einer Empfehlung, damit dem Antragsteller das ordentliche Verfahren (Erlass einer Verfügung 
durch die Behörde, die vor dem Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kann) offen 
steht. 

 
2. Das Öffentlichkeitsgesetz findet nur auf amtliche Dokumente Anwendung, die nach seinem 

Inkrafttreten, d.h. nach dem 1. Juli 2006, von einer Behörde erstellt oder empfangen wurden 
(Art. 23 BGÖ). Zu Recht hält der Antragsteller in seinem Schlichtungsantrag fest, dass das 
Öffentlichkeitsgesetz die Herausgabe von Dokumenten, welche die Bundesverwaltung vor 
diesem Datum erstellt hat oder die ihr mitgeteilt worden sind, nicht verbietet. Entscheidend ist 
aber einzig, dass das Öffentlichkeitsgesetz keinen Anspruch auf Zugang zu Dokumenten, die 
vor dem 1. Juli 2006 erstellt worden sind, verschafft.  
armasuisse muss den Zugang zu Dokumenten, die den Verkauf des Zeughauses Langnau 
betreffen und vor dem 1. Juli 2006 erstellt worden sind, gemäss Art. 23 BGÖ nicht gewähren. 

 
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass auch der Kanton Bern das Öffentlichkeitsprinzip 
kennt (s. Art. 27ff. des Gesetzes über die Information der Bevölkerung, IG, BSG 107.1; in 
Kraft seit 1. Januar 1995). Folglich kann der Antragsteller bei der zuständigen kantonalen 
Behörde ein „Gesuch um Akteneinsicht“ (Art. 30 IG) einreichen.  

 
3. Im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen der Anwendbarkeit des Öffentlichkeitsgesetzes 

zeigte sich sogleich, dass in Bezug auf die Medienanfrage zum Verkauf des Zeughauses 
Langnau vom 11. September 2008 und die Antwort-E-Mail des VBS vom 11. September 2008 
der Grundsatz des gleichen Zugangs für jede Person (Art. 2 der Verordnung über das 
Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung, VBGÖ, SR 152.31) gilt. Der Einwand von armasuisse, 
dass die Herausgabe der Antwort-E-Mail „ohne vorgängige VBS-interne Koordination bzw. 
ohne Zustimmung der in der Sache zuständigen Dokumenten- bzw. Informationsownerin“ 
erfolgt sei, ist daher unerheblich. 
armasuisse muss dem Antragsteller gemäss Art. 2 VBGÖ den Zugang zur anonymisierten 
Medienanfrage und zur Antwort-E-Mail vom 11. September 2008 gewähren. 

 

                                                      
2 BBl 2003 2024 

 

 
 
 

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III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte:  
 

1. armasuisse hält an seiner Zugangsverweigerung betreffend die Dokumente, die vor dem 
1. Juli 2006 erstellt oder mitgeteilt worden sind, fest.  

 
2. armasuisse stellt dem Antragsteller die anonymisierte Medienanfrage vom 11. September 

2008 und die Antwort-E-Mail vom 11. September 2008 innert 5 Tagen nach Empfang der 
Empfehlung zu.  

 
3. armasuisse erlässt eine Verfügung nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes, wenn es 

in Abweichung von Ziffer 2 den Zugang zur E-Mail vom 11. September 2008 nicht gewähren 
will.  

 
armasuisse erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach Empfang dieser Empfehlung (Art. 15 
Abs. 3 BGÖ). 

 
4. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung bei armasuisse 

den Erlass einer Verfügung nach Artikel 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes verlangen, 
wenn er mit der Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 1 BGÖ). 

 
Gegen diese Verfügung kann der Antragsteller beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
führen (Art. 16 BGÖ).  

 
5. In Analogie zu Art. 22a des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (SR 172.021) 

stehen gesetzliche Fristen, die nach Tagen bestimmt sind, vom 18. Dezember bis und mit 
dem 2. Januar still.  

 
6. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am 

Schlichtungsverfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 Abs. 
3 VBGÖ). 

 
7. Die Empfehlung wird eröffnet: 

 
J X 

 
J armasuisse  

Kasernenstrasse 19 
3003 Bern 

 
 
 
Hanspeter Thür