# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f564dc78-96fa-5ec9-bf6c-bdcb26c60048
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.04.2015 RU150023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU150023_2015-04-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU150023-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter  

Dr. H.A. Müller und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie Leitende  

Gerichtsschreiberin lic. iur. E. Ferreño 

Beschluss vom 20. April 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beklagte und Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

 

gegen 

 

B._____ AG,  

Kläger und Beschwerdegegner 

 

vertreten durch C._____ 

 

betreffend Forderung 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes Uitikon vom 
18. März 2015 (GV 04/15) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Mit Eingabe vom 17. Februar 2015 an das Friedensrichteramt 

Uitikon stellte die Klägerin und Beschwerdegegnerin (fortan Klägerin) das folgen-

de Rechtsbegehren (Urk. 8 S. 2): 

"1. Es sei die Beklagte zur Zahlung von CHF 211'849.– nebst Zinsen seit 
27.09.2013 zu verpflichten. 

 2. Der Rechtsvorschlag in Betreibung Nr. … sei definitiv aufzuheben. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten." 

b) Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 18. März 2015 wies 

der Vertreter der Beklagten und Beschwerdeführerin (fortan Beklagte) die Voll-

macht der Vertreterin der Klägerin zufolge fehlender Ermächtigung zum Klage-

rückzug als ungültig zurück und plädierte auf Säumnis der Klägerin (Urk. 1 S. 1). 

Am 18. März 2015 verfügte das Friedensrichteramt Uitikon was folgt (Urk. 1 = 

Urk. 11): 

"1. Die Einsprache der Beklagten wird abgewiesen. 
 2. Der Klägerin wird eine Klagebewilligung ausgestellt. 

 3. [Schriftliche Mitteilung]. 

 4. [Rechtsmittelbelehrung Beschwerde]." 

2. a) Hiergegen erhob die Beklagte mit Eingabe vom 7. April 2015 Be-

schwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 10 S. 1): 

Es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der 
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin [Friedensrichteramt Uitikon] zurück-
zuweisen.  

Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. 

Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolge. 

b) Mit dem heutigen Entscheid wird der prozessuale Antrag der Be-

klagten auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos und ist ent-

sprechend abzuschreiben. 

3. a) Die Beklagte bringt im Beschwerdeverfahren vor, die Vorinstanz 

habe über die Frage der rechtsgenügenden Prozessvollmacht in Dispositivziffer 1 

der angefochtenen Verfügung abschlägig entschieden. Es handle sich dabei um 

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eine prozessleitende Zwischenverfügung im Sinne von Art. 319 lit. b ZPO, welche 

mit Beschwerde anfechtbar sei (Urk. 10 S. 2). Die anwesende und nur kollektiv-

zeichnungsberechtigte Vertreterin der Klägerin sei formell nicht zur Prozessfüh-

rung befugt gewesen, da nach dem Wortlaut der eingereichten Vollmacht die Be-

fugnis zum Rückzug der Klage gefehlt habe (Urk. 10 S. 3). Eine gültige Prozess-

vollmacht müsse auch eine rechtsgültige Rückzugserklärung beinhalten (Urk. 10 

S. 4). Somit sei die Klägerin unentschuldigt nicht erschienen und die Klage gelte 

in diesem Fall als zurückgezogen. Zudem habe die Vertreterin der Klägerin über 

keinerlei inhaltliche Fallkenntnis verfügt (Urk. 10 S. 5). Da die Klägerin nicht aus-

reichend bevollmächtigt gewesen sei, könne auch keine Klagebewilligung ausge-

stellt werden (Urk. 10 S. 2). Hinsichtlich des nicht leicht wiedergutzumachenden 

Nachteils macht die Beklagte eine nutzlose Instruktion und Tagfahrt sowie An-

waltskosten von rund Fr. 1'500.– geltend. Sie habe Anspruch auf ein ordentliches 

Schlichtungsverfahren, welches seiner Zielsetzung entsprechend durchzuführen 

sei (Urk. 10 S. 6). Ferner erlaube der prozessuale Beschleunigungsgrundsatz 

kein Zuwarten auf das Gerichtsverfahren (Urk. 10 S. 7).  

b) Gemäss Art. 319 lit. a ZPO sind mit Beschwerde nicht berufungs-

fähige erstinstanzliche Endentscheide, Zwischenentscheide und Entscheide über 

vorsorgliche Massnahmen anfechtbar. Eine nach Durchführung der Schlichtungs-

verhandlung erteilte Klagebewilligung kann nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung nicht mittels Beschwerde oder Berufung angefochten werden, weil diese 

keinen anfechtbaren Entscheid im Sinne von Art. 319 lit. a ZPO und Art. 308 ZPO 

darstellt und nicht von einem Gericht erlassen wurde (BGE 140 III 227 E. 3.1; 

BGE 139 III 273 E. 2.3). Jedoch kann die Gültigkeit der Klagebewilligung – wie die 

Beklagte korrekt vorbringt (Urk. 10 S. 6) – im erstinstanzlichen Klageverfahren im 

Rahmen des Eintretens bestritten werden (Urteil 4A_131/2013 vom 3. September 

2013 E. 2.2.2.1). Die von einer Schlichtungsbehörde gültig erteilte Klagebewilli-

gung ist eine Prozessvoraussetzung im Sinne von Art. 59 Abs. 2 ZPO, welche das 

angerufene Gericht von Amtes wegen zu prüfen hat (BGE 140 III 227 E. 3.2; 139 

III 273 E. 2.1). Da die Klagebewilligung nicht mit Beschwerde oder Berufung an-

gefochten werden kann, steht nach dem Grundsatz a maiore minus auch gegen 

die vom Friedensrichteramt Uitikon abgewiesene Einsprache der Beklagten 

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(Urk. 11 Dispositivziffer 1) – entgegen dem Vorbringen der Beklagten, es handle 

sich um einen beschwerdefähigen prozessleitenden Zwischenentscheid im Sinne 

von Art. 319 lit. b ZPO – kein Rechtsmittel zur Verfügung. Der Beklagten steht 

demgegenüber die Möglichkeit offen, ihre Einrede im erstinstanzlichen Klagever-

fahren vorzubringen. Das angerufene Gericht wird im Rahmen der Klärung der 

Prozessvoraussetzungen zu prüfen haben, ob der von der Beklagten geltend ge-

machte Mangel die Ungültigkeit der Klagebewilligung zur Folge hat (Urteil 

4A_131/2013 vom 3. September 2013 E. 2.2.2.1 m.H.). Nach dem Gesagten ist 

auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

c) Da sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet bzw. un-

zulässig erweist, kann auf das Einholen einer Beschwerdeantwort der Gegenpar-

tei und eine Stellungnahme der Vorinstanz verzichtet werden (Art. 322 ZPO, 

Art. 324 ZPO). 

4. a) Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten sind ausgangsgemäss der 

Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr ist gestützt 

auf § 3 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 400.– festzusetzen. 

b) Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Klägerin für das Beschwer-

deverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Der prozessuale Antrag der Beklagten auf Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde wird abgeschrieben. 

2. Auf die Beschwerde der Beklagten wird nicht eingetreten. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 400.– festgesetzt. 

4. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten aufer-

legt. 

5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

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6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 10, sowie an das Friedensrichteramt Uitikon, je gegen 

Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 211'849.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
Zürich, 20. April 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Leitende Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. E. Ferreño 
 
versandt am: js 

	Beschluss vom 20. April 2015
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Der prozessuale Antrag der Beklagten auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wird abgeschrieben.
	2. Auf die Beschwerde der Beklagten wird nicht eingetreten.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 400.– festgesetzt.
	4. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten auferlegt.
	5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 10, sowie an das Friedensrichteramt Uitikon, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...