# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79ffe661-0515-5906-a363-7f30c45065c4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.04.2020 715 19 384/84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-19-384-84_2020-04-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 30. April 2020 (715 19 384 / 84) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Ablehnung der Anspruchsberechtigung infolge Nichterfüllung der Beitragszeit; Kein ge-
nügender Nachweis des Lohnflusses während mindestens zwölf Monaten. 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung  

 
 
 
A.a Der 1992 geborene A.____ meldete sich am 7. August 2018 zur Arbeitsvermittlung an 
und erhob ab 20. August 2018 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Mit Verfügung vom 22. 
November 2018 verneinte die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland (Kasse) einen Anspruch 
auf Arbeitslosenentschädigung infolge Nichterfüllens der Beitragszeit. Zur Begründung führte sie 
im Wesentlichen an, dass der Versicherte während der Beitragsrahmenfrist vom 20. August 2016 
bis 19. August 2018 lediglich eine beitragspflichtige Beschäftigung von 11.373 Monaten nachwei-
sen könne. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Auf ein am 13. Januar 2019 

 

 
 
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gestelltes Gesuch um Wiedererwägung der Verfügung trat die Kasse mit Entscheid vom 16. Juli 
2019 nicht ein.  
 
A.b Mit Gesuch vom 4. September 2019 meldete sich der Versicherte erneut beim zuständi-
gen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Liestal zur Arbeitsvermittlung und ab demsel-
ben Datum zum Bezug von Leistungen der Arbeitslosenversicherung an. Im Antrag auf Arbeits-
losenentschädigung gab er im Rahmen des Tätigkeitsnachweises für die Zeit von Januar 2019 
bis August 2019 die B.____ AG und für den Zeitraum davor die C.____ GmbH als Arbeitgebende 
an. Mit Verfügung vom 19. September 2019 verneinte die Kasse abermals einen Leistungsan-
spruch mit der Begründung, dass die eingereichten Unterlagen keine klaren Rückschlüsse auf 
effektiv ausbezahlte Löhne während der massgebenden Beitragszeit vom 4. September 2017 bis 
3. September 2019 zuliessen. Der Lohnfluss sei damit unbewiesen. Daran hielt sie auf Einspra-
che des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 30. Oktober 2019 fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 25. Novem-
ber 2019 Einsprache (recte: Beschwerde) beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er sinngemäss die Aufhe-
bung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die Zusprechung der gesetzlichen Leis-
tungen in Form von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung. Als Begründung machte er im We-
sentlichen geltend, seiner Auffassung zufolge habe er die Beitragszeit erfüllt. Es könne nicht an-
gehen, dass er als Arbeitnehmer die Verantwortung für fehlende Beitragsleistungen zu tragen 
habe, zumal er nicht darauf hingewiesen worden sei, den Lohnfluss nachzuweisen. Nachdem er 
nunmehr diverse Angelegenheiten mit den ehemaligen Arbeitgebern und der Ausgleichskasse 
habe regeln können, reiche er weitere Unterlagen ein.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Februar 2020 schloss die Kasse auf Abweisung der 
Beschwerde. Im Weiteren stellte sie den Antrag, wonach der erst im Rahmen der vorliegenden 
Beschwerde beigebrachte Auszug aus dem individuellen Konto der Ausgleichskasse Basel-Stadt 
(IK-Auszug) vom 13. November 2019 als Beweismittel aus dem Recht zu weisen sei. Ferner be-
antragte sie die Durchführung einer Parteiverhandlung zwecks Befragung des Geschäftsführers 
der B.____ AG, Herr D.____, als Zeuge. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide der Ver-
sicherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich 
zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Diese Re-
gelung entspricht nun allerdings für den Bereich der Arbeitslosenversicherung nicht der bis vor 
Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständigkeitsordnung, weshalb der Bundesrat in Art. 100 Abs. 
3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent-

 

 
 
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schädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 ausdrücklich ermächtigt worden ist, die örtliche Zuständig-
keit des kantonalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 ATSG zu regeln. Nach 
Art. 128 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol-
venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die Zuständigkeit des kantonalen 
Versicherungsgerichts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Kassenverfügungen sinnge-
mäss nach Art. 119 AVIV. Diese Bestimmung erklärt in Abs. 1 lit. a für die Arbeitslosenentschä-
digung den Ort, wo die versicherte Person die Kontrollpflicht erfüllt, als massgebend. Vorliegend 
hat der Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft erfüllt, weshalb die ört-
liche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über 
die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit 
auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- 
und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 25. November 2019 ist demnach einzutreten.  
 
2. In prozessualer Hinsicht ist zunächst über den Antrag auf Durchführung einer öffentli-
chen Parteiverhandlung zu befinden.  
 
2.1.1 Ein solcher Antrag kann zum einen auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung 
im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK abzielen. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung bedarf es 
hierfür im Sozialversicherungsprozess grundsätzlich eines klaren und unmissverständlichen Par-
teiantrags (BGE 120 V 8 E. 3d, 119 V 381 E. 3b/dd, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 121 I 38 
E. 5f). Fehlt es an einem solchen, lässt sich in der Regel gegen ein ausschliesslich schriftliches 
Verfahren nichts einwenden. Insbesondere in Verfahren, die nach der Praxis des betroffenen 
Kantons üblicherweise ausschliesslich in Schriftform durchgeführt werden, muss sich die Partei, 
die eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK wünscht, der Notwendigkeit 
eines entsprechenden Antrags bewusst sein, weshalb dessen Fehlen als Verzicht zu werten ist 
(BGE 121 I 40 f. E. 6a, 119 Ib 329 ff.).  
 
2.1.2 Ein Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung kann sodann aber auch zum Zwe-
cke einer Parteibefragung oder -anhörung gestellt werden oder im Zusammenhang mit weiteren 
Beweisanträgen wie der Einvernahme eines Zeugen, der Anhörung eines Sachverständigen oder 
der Vornahme eines Augenscheins erfolgen. In all diesen Fällen handelt es sich beim Antrag auf 
Durchführung einer Parteiverhandlung lediglich um einen Beweisantrag. Aus ihm allein ist denn 
auch (noch) nicht auf den Wunsch nach einer konventionskonformen Verhandlung mit Publikums- 
und Presseanwesenheit zu schliessen (BGE 122 V 55 E. 3a mit Hinweisen). 
 
2.2 Die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts hat mit verfahrensleitender Verfügung 
vom 18. Februar 2020 die Durchführung einer Urteilsberatung angeordnet und damit den ent-
sprechenden Antrag implizit abgewiesen. Dieses Vorgehen wurde seitens der Beschwerdegeg-
nerin nicht beanstandet. Alsdann beantragt die Beschwerdegegnerin nicht die Durchführung einer 
öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, sondern begründet ihren Antrag aus-
schliesslich damit, dass der Geschäftsführer der B.____ AG im Rahmen einer Parteiverhandlung 
als Zeuge zur Sache einvernommen werden könnte. Mit Blick auf das vorstehend Dargelegte 

 

 
 
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handelt es sich beim entsprechenden Begehren somit lediglich um einen Beweisantrag. Wie sich 
aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, ist der entscheidwesentliche Sachverhalt indessen 
rechtsgenüglich erstellt, und die erforderliche Beitragszeit von mindestens 12 Monaten anhand 
desselben nicht ausgewiesen. Eine Zeugenbefragung vermöchte an diesem Ergebnis nichts zu 
ändern, womit sie sich als überflüssig erweist (vgl. auch E. 6 hiernach).  
 
3.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass 
die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeits-
ausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schweiz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurück-
gelegt und weder das Rentenalter der AHV erreicht hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, 
die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), ver-
mittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 
 
3.2 Nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig, wer 
nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. De-
zember 1946 obligatorisch versichert und für Einkommen aus unselbstständiger Tätigkeit bei-
tragspflichtig ist, d.h. massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG bezieht (BGE 122 V 
251 E. 2b mit Hinweisen). Die Beitragspflicht einer versicherten unselbstständig erwerbenden 
Person entsteht mit der Leistung der Arbeit. Beiträge sind indessen erst bei Realisierung des 
Lohn- oder Entschädigungsanspruchs geschuldet (BGE 111 V 166 f. E. 4a und b). Gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung ist im Rahmen des Art. 13 Abs. 1 AVIG deshalb vorausgesetzt, 
dass die versicherte Person effektiv eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt und der Ar-
beitgeber für diese Beschäftigung tatsächlich auch einen Lohn entrichtet hat (BGE 128 V 190 E. 
3a/aa; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozial-
rechtliche Abteilungen] vom 28. Februar 2003, C 127/02, E. 1). Mit dem Erfordernis des Nach-
weises effektiver Lohnzahlung sollen Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwi-
schen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert werden (vgl. ARV 2001 Nr. 27 S. 228 E. 4c). 
 
3.3 In BGE 131 V 444 ff. präzisierte das EVG, die bisherige Rechtsprechung sei nicht in dem 
Sinne zu verstehen, dass eine beitragspflichtige Beschäftigung überhaupt nur dann zur Bildung 
von Beitragszeiten führe, wenn und soweit der Nachweis tatsächlicher Lohnzahlungen erbracht 
sei. Unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs.1 lit. e AVIG in Verbindung 
mit Art. 13 Abs. 1 AVIG sei die faktische Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung wäh-
rend der geforderten Dauer die einzige Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenent-
schädigung. Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung komme deshalb nicht der Sinn einer 
selbstständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kriti-
schen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflich-
tigen Beschäftigung (BGE 131 V 453 E. 3.3 in fine). Das im Gesetz zwar nicht ausdrücklich ge-
nannte, nach ständiger Rechtsprechung aber massgebliche Erfordernis der genügenden Über-
prüfbarkeit der beitragspflichtigen Beschäftigung diene der Verhinderung von Missbräuchen (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 29. Dezember 2005, C 258/04, E. 3.2 mit Hinweis). Fehle es am 
Nachweis einer tatsächlich ausgeübten unselbstständigen Tätigkeit, sei das Anspruchserforder-
nis nach Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG und Art. 13 AVIG nicht gegeben. Dies gelte auch dann, wenn 
als Lohn bezeichnete oder auf ein als solches bezeichnetes Lohnkonto erfolgte Zahlungen des 

 

 
 
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Arbeitgebers bestehen würden. Dieser Umstand bilde eben nur, aber immerhin, ein bedeutsames 
Indiz für eine beitragspflichtige Beschäftigung (BGE 131 V 451 E. 3.2.2). 
 
3.4 In zwei weiteren Urteilen (C 83/06 vom 18. August 2006 und C 111/06 vom 6. März 2007) 
hat die höchstrichterliche Rechtsprechung schliesslich präzisierend festgehalten, dass der Um-
stand, dass eine tatsächliche Lohnzahlung nicht hinreichend belegt werden könne, nicht bedeute, 
dass der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung kurzerhand abzulehnen wäre. Massgebend 
sei nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes einzig, dass innerhalb der Rahmenfrist für die Bei-
tragszeit eine beitragspflichtige Beschäftigung während der Mindestdauer von zwölf Monaten 
rechtsgenüglich dargetan sei. Soweit eine beitragspflichtige Beschäftigung nachgewiesen, der 
exakt ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben sei, habe eine Korrektur über den versicherten 
Verdienst zu erfolgen (Urteil des EVG vom 18. August 2006, C 83/06, E. 2.2 mit Hinweis auf 
BGE 131 V 451 E. 3.2.3). Was die Einkommenshöhe betreffe, habe sich die mangelnde Bestimm-
barkeit der Lohnhöhe diesfalls grundsätzlich zu Ungunsten der versicherten Person auszuwirken 
(Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2007, C 111/06, E. 3.4). 
 
3.5 Als versicherter Verdienst gilt der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, 
der während eines Bemessungszeitraumes aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen nor-
malerweise erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zula-
gen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenienzen darstellen (Art. 23 Abs. 
1 Satz 1 AVIG). Der Verdienst gilt nicht als versichert, wenn er eine Mindestgrenze von monatlich 
Fr. 500.-- nicht erreicht (Art. 23 Abs. 1 Satz 3 AVIG i.V.m. Art. 40 AVIV). Praxisgemäss ist bei der 
Ermittlung des versicherten Verdienstes der im Bemessungszeitraum tatsächlich erzielte Lohn 
massgebend; eine davon abweichende Lohnabrede zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hat 
grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben (BGE 131 V 450 f. E. 3.2.1, mit Hinweisen). Der versicherte 
Verdienst nach Art. 23 AVIG bildet ein Korrektiv bei allfälligen missbräuchlichen Lohnvereinba-
rungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, indem grundsätzlich die tatsächlichen Lohnbe-
züge im Bemessungszeitraum massgebend sind (BGE 131 V 451 E. 3.2.3 mit Hinweis). Von 
dieser Regelung im Einzelfall abzuweichen, rechtfertigt sich nur dort, wo ein Missbrauch im Sinne 
der Vereinbarung fiktiver Löhne, welche in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung gelangt sind, prak-
tisch ausgeschlossen werden kann (BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des Bundesgerichts vom 
10. April 2012, 8C_913/2011, E. 3.1, je mit Hinweisen). 
 
4.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Ar-
beitslosenversicherung und in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Beschwerdeführer in-
nerhalb der massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit gemäss Art. 9 Abs. 1 und 3 AVIG 
vom 4. September 2017 bis 3. September 2019 eine beitragspflichtige Beschäftigung von min-
destens 12 Monaten nachweisen kann. Dabei ist namentlich das Kriterium des Lohnflusses um-
stritten. 
 
4.2.1 Die Abklärung des Sachverhaltes ist gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren gel-
tenden Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen vorzunehmen. Danach haben Versiche-
rungsträger und Sozialversicherungsgericht von sich aus und ohne Bindung an die Parteibegeh-
ren für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (vgl. THOMAS 

 

 
 
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LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, 
§ 70 Rz 2 f.). Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben die Sozialversicherungs-
träger und das kantonale Versicherungsgericht die Beweise frei und ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren hat dies 
zur Folge, dass das Versicherungsgericht alle Beweismittel – unabhängig davon, von wem sie 
stammen – objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.  
 
4.2.2 Hinsichtlich des vom Beschwerdeführer erst anlässlich des vorliegenden Beschwerde-
verfahrens beigebrachten IK-Auszuges vom 13. November 2019 stellt sich die Beschwerdegeg-
nerin auf den Standpunkt, dass dieser als verspätet aus dem Recht zu weisen sei. Hierzu beruft 
sie sich auf § 6 Abs. 2 VPO, wonach die Parteien neue tatsächliche Behauptungen und Beweis-
mittel bis zur gerichtlichen Beurteilung vorbringen können, sofern ihnen dies unverschuldet nicht 
früher möglich war. Zu berücksichtigen gilt es nun allerdings, dass die soeben zitierte Bestim-
mung in einem gewissen Spannungsverhältnis zum geltenden Untersuchungsgrundsatz steht 
(vgl. E. 4.2.1 hiervor). Das Kantonsgericht macht deshalb von dieser Bestimmung nur sehr zu-
rückhaltend Gebrauch. So hat es § 6 Abs. 2 VPO in einem Fall für anwendbar erklärt, wo (neue) 
Tatsachenbehauptungen erstmals anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vorge-
bracht worden waren (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 30. Januar 2020, 715 19 252 / 22, 
E. 3.3.). Mit Blick auf verspätet eingereichte Beweismittel ist diese Bestimmung indessen kaum 
je zum Tragen gekommen. Wie es sich damit im vorliegenden Fall verhält, bedarf jedoch keiner 
näheren Erörterung. Wie sogleich aufzuzeigen sein wird, vermag auch die Berücksichtigung des 
besagten Dokumentes die im Rahmen der Beweiswürdigung erlangte Überzeugung nicht umzu-
stossen.  
 
4.3 Beweismässig das stärkste Indiz für den Bestand einer beitragspflichtigen Beschäftigung 
ist der Nachweis des Lohnflusses (vgl. E. 3.3 hiervor). Als Beweis für den tatsächlichen Lohnfluss 
genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein Post- oder Bankkonto, welches auf den 
Namen des Arbeitnehmers lautet. Eine beitragspflichtige Beschäftigung ist damit im entsprechen-
den Umfang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, da anzunehmen ist, dass 
ohne Arbeitsleistung auch keine Zahlung erfolgen würde. Vorliegend ist innerhalb der massge-
benden Beitragsrahmenfrist vom 4. September 2017 bis 3. September 2019 indessen keine ein-
zige Lohnüberweisung auf ein Konto des Beschwerdeführers ersichtlich. Den sich in den Akten 
befindlichen Auszügen des Privatkontos bei der Bank Z.____ vom 1. Januar 2016 bis 12. Oktober 
2018 lassen sich entsprechende Überweisungen lediglich für den Zeitraum davor entnehmen. 
Eine erstmalige Überweisung findet sich am 29. Januar 2016 und in der Zeit ab 8. November 
2016 bis 12. Juli 2017 sind wiederholt Überweisungen der C.____ GmbH ausgewiesen. Was die 
Zeit danach anbelangt, so sind neben Selbsteinzahlungen im Betrag von insgesamt Fr. 310.-- als 
Gutschriften ausschliesslich Zahlungen der E.____ und – nach jeweils erfolgtem Wohnsitzwech-
sel – der Gemeinde X.____ sowie der Gemeinde Y.____ veranschlagt. Aufgrund des beigefügten 
Vermerks "SH" deutet Vieles darauf hin, dass es sich dabei um Sozialhilfeleistungen handelt. 
Jedenfalls können die entsprechenden Zahlungen keinem Arbeitgeber zugeordnet werden.  
 

 

 
 
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4.4 Nachdem es an entsprechenden Überweisungen fehlt, ist fraglich, ob der erst im Ver-
fahren vor dem Kantonsgericht beigebrachte IK-Auszug vom 13. November 2019 im entspre-
chenden Zeitraum einen effektiven Lohnfluss zu belegen vermöchte. Praxisgemäss ist ein solcher 
unter den gegebenen Voraussetzungen nicht für sich alleine, sondern nur jeweils in Verbindung 
mit Lohnabrechnungen oder dem bei der Steuerverwaltung deklarierten Einkommen geeignet, 
einen Lohnfluss nachzuweisen. Entsprechende Belege hat der Beschwerdeführer betreffend das 
angebliche Arbeitsverhältnis bei der C.____ GmbH aber nicht eingereicht. Ungeachtet dessen 
lassen sich dem IK-Auszug durch die C.____ GmbH lediglich Überweisungen für den Monat Feb-
ruar 2018 im Betrag von Fr. 268.-- und für die Monate April bis Juni 2018 solche in der Höhe von 
insgesamt Fr. 597.-- entnehmen. Mit Blick auf den im Arbeitsvertrag vereinbarten monatlichen 
Bruttolohn könnte damit höchstens auf fünf geleistete Arbeitstage und somit für die Zeit vom 4. 
September 2017 bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses per Ende August 2018 auf eine bei-
tragspflichtige Tätigkeit von einer Woche geschlossen werden. Ein länger andauerndes Arbeits-
verhältnis kann der Beschwerdeführer mit dem nachgereichten IK-Auszug nicht nachweisen.  
 
4.5 Gleichermassen verhält es sich für die weiteren vom Beschwerdeführer vorgelegten Be-
lege, namentlich für den Arbeitsvertrag vom 12. Januar 2016 sowie das Kündigungsschreiben 
vom 19. Juli 2018, die, mangels anderweitiger Beweise, als blosse Parteibehauptungen zu qua-
lifizieren und lediglich als Indizien für eine beitragspflichtige Beschäftigung zu werten sind (vgl. 
BGE 133 V 447 E. 1.2 mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 28. Juli 2004, C 250/03, E. 2.1; ARV 
2004 Nr. 10 S. 115 ff.; vgl. auch: BARBARA KUPFER BUCHER, Der Nachweis des Lohnflusses als 
Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, in: Schweizerische Zeitschrift 
für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 2005, S. 138 f.). 
 
5. In Bezug auf die Tätigkeit bei der B.____ AG findet sich in den Unterlagen ein Arbeits-
vertrag, demzufolge mit Wirkung ab 1. Januar 2019 ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vereinbart 
wurde. Nachdem dieses Arbeitsverhältnis am 8. August 2019 fristlos gekündigt worden war, er-
folgte auf Intervention des Versicherten hin mittels Vereinbarung vom 25. September 2019 eine 
Umwandlung in eine ordentliche Kündigung, was sich mit Blick auf die Rechtsprechung im Be-
reich des Zivilrechts jedoch als unzulässig erweist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. No-
vember 2017, 8C_502/2017, E. 4.7). Den mit der vorliegenden Beschwerde ins Recht gelegten 
Unterlagen lässt sich neben Lohnabrechnungen für die Monate Januar bis August 2019 im Wei-
teren eine vorvertragliche Lohnabrechnung für den Monat November 2018 entnehmen. Mangels 
entsprechender Zahlungen auf ein Bank- oder Postkonto erscheint auch hinsichtlich dieser Tä-
tigkeit äusserst fraglich, ob dem Beschwerdeführer der Nachweis des Lohnbezuges mittels die-
sen Lohnabrechnungen und dem Arbeitsvertrag tatsächlich gelingen würde (vgl. E. 4.4 f. hiervor). 
Selbst wenn jedoch zugunsten des Beschwerdeführers sämtliche Lohnabrechnungen berück-
sichtigt würden, so resultierte mit Blick auf die bis zum 3. September 2019 dauernde Beitragsrah-
menfrist eine Beitragszeit von insgesamt 9 Monaten. Mit diesen zuzüglich der maximal anzurech-
nenden beitragspflichtigen Beschäftigung von einer Woche aus dem Arbeitsverhältnis mit der 
C.____ GmbH würde eine Beitragszeit von 12 Monaten nicht erreicht.  
 

 

 
 
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6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, 
die erforderliche beitragspflichtige Beschäftigung von 12 Monaten mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Von 
weiteren Beweisabnahmen ist angesichts der Aktenlage in antizipierter Beweiswürdigung abzu-
sehen (BGE 124 V 90 E. 4b; BGE 122 V 157 E. 1d). Demnach hat die Beschwerdegegnerin einen 
Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung mangels Erfüllung der Beitragszeit zu 
Recht abgelehnt. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde abzuweisen. 
 
7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. 
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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