# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88e11eb3-a1ee-5149-8817-e3537a349981
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.01.2022 SK 2021 386
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-386_2022-01-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 386

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. Januar 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Schaer (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Gerber, Oberrichter Josi 
Gerichtsschreiber Ruch

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________ (AG) 

Straf- und Zivilklägerin 1

und

D.________ (AG)

Straf- und Zivilklägerin 2

Gegenstand gewerbsmässiger Diebstahl, Hausfriedensbruch, Sachbeschädi-
gung (geringfügig) etc. sowie Rückversetzung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 7. Juni 2021 (PEN 21 370/372)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) fällte am 7. Juni 2021 folgen-
des Urteil (pag. 1191 ff.; Hervorhebungen im Original): 

I. 

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des gewerbsmässigen Diebstahls, begangen

1.1. am 03.11.2020 in S.________, zN E.________ (Genossenschaft) (DB: 49.90 CHF);

1.2. am 06.11.2020 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 898.60 CHF);

1.3. am 07.11.2020 in T.________, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 359.40 CHF);

1.4. am 09.11.2020 in Bern, zN C.________ (AG) (DB: 323.40 CHF);

1.5. am 10.11.2020 in Bern, zN G.________ (AG) (DB: 309.85 CHF);

1.6. am 12.11.2020 in Bern, zN D.________ (AG) (DB: 258.00 CHF);

1.7. am 16.11.2020 in Bern, zN G.________ (AG) (DB: 448.90 CHF);

1.8. am 24.11.2020 in U.________, zN H.________ (AG) (DB: 102.80 CHF);

1.9. am 24.11.2020 in U.________, zN D.________ (AG) (Versuch);

1.10. am 09.12.2020 in Bern, zN E.________ (Genossenschaft) (DB: 12.30 CHF);

1.11. am 09.12.2020 in Bern, zN G.________ (AG) (DB: 239.00 CHF);

1.12. am 14.12.2020 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 179.70 CHF);

1.13. am 15.12.2020 in V.________, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 211.70 CHF);

1.14. am 17.12.2020 in V.________, zN I.________ (AG) (DB: 8.80 CHF);

1.15. am 19.12.2020 in Biel, zN C.________ (AG) (DB: 6.25 CHF);

1.16. am 04.01.2021 in Bern, zN J.________ (AG) (DB: 84.85 CHF);

1.17. am 29.01.2021 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 136.75 CHF);

1.18. am 08.02.2021 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 14.95 CHF);

1.19. am 08.02.2021 in Bern, zN E.________ (Genossenschaft) (DB: 1'276.85 CHF);

1.20. am 13.02.2021 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 177.15 CHF; Rest Ver-
such);

1.21. am 15.02.2021 in W.________, zN F.________ (Genossenschaft) (DB: 801.40 CHF);

1.22. am 15.02.2021 in Bern, zN E.________ (Genossenschaft) (DB: 458.00 CHF);

2. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen

2.1. am 03.11.2020 in S.________, zN E.________ (Genossenschaft);

2.2. am 03.11.2020 in S.________, zN F.________ (Genossenschaft);

2.3. am 06.11.2020 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft);

2.4. am 09.11.2020 in Bern, zN C.________ (AG);

2.5. am 10.11.2020 in Bern, zN G.________ (AG);

3

2.6. am 16.11.2020 in Bern, zN G.________ (AG);

2.7. am 24.11.2020 in U.________, zN D.________ (AG);

2.8. am 09.12.2020 in Bern, zN E.________ (Genossenschaft);

2.9. am 09.12.2020 in Bern, zN G.________ (AG);

2.10. am 14.12.2020 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft);

2.11. am 15.12.2020 in V.________, zN F.________ (Genossenschaft);

2.12. am 19.12.2020 in Biel, zN C.________ (AG);

2.13. am 29.12.2020 in Biel, zN C.________ (AG);

2.14. am 04.01.2021 in Bern, zN J.________ (AG);

2.15. am 29.01.2021 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft);

2.16. am 08.02.2021 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft);

2.17. am 08.02.2021 in Bern, zN E.________ (Genossenschaft);

2.18. am 13.02.2021 in Bern, zN F.________ (Genossenschaft);

2.19. am 15.02.2021 in W.________, zN F.________ (Genossenschaft);

2.20. am 15.02.2021 in Bern, zN E.________ (Genossenschaft);

3. der Sachbeschädigung (geringfügig), begangen am 24.11.2020 in U.________ zN D.________ 
(AG) (DB CHF 125.00);

4. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen durch Besitz 
bzw. Konsum von Kokaingemisch, so

4.1. am 10.10.2020 in Bern;

4.2. am 12.11.2020 in Bern;

4.3. am 13.11.2020 in Bern;

4.4. am 03.01.2021 in Bern;

4.5. am 03.01.2021 in Bern;

5. des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, begangen am 03.01.2021 in Bern;

6. der Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz, begangen am 18.11.2020.

II. 

Bezüglich der bei A.________ mit Verfügung des Amtes für Straf- und Massnahmenvollzug vom 
24.02.2021 aufgeschobenen Reststrafe von 52 Tagen wird die Rückversetzung in den Strafvollzug 
angeordnet.

III.

A.________ wird 

in Anwendung der Art. 22/1, 30, 40, 47, 49/1+2, 51, 89/1, 139/1+2, 144/1 i.V.m. 172ter, 186, 292 StGB, 
Art. 19a BetmG, Art. 57/3 PBG, Art. 426 ff. StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit aufgeschobenen und nunmehr zu vollziehenden Reststrafe im 
Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 89 Abs. 6 StGB

verurteilt: 

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1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 17.11.2020.

Die Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 113 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe ange-
rechnet.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 5 Tage festgesetzt, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland vom 17.11.2020.

3. Zu einer Landesverweisung von 10 Jahren (Art. 66a StGB).

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 11'366.00 und Ausla-
gen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 9'228.90, insgesamt bestimmt auf 
CHF 20'594.90 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 12'566.00).

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen] 

IV.

[amtliche Entschädigung]

V. 

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO er-
kannt:

1. Die Forderung der Privatklägerin C.________ (AG) wird abgewiesen.

2. Die Forderung der Privatklägerin D.________ (AG) wird bezüglich Schadenersatz abgewiesen.

Der Beschuldigte wird verurteilt der D.________ (AG) eine Umtriebsentschädigung von 
CHF 150.00 zu bezahlen.

3. Auf die Ausscheidung von Verfahrenskosten für die Beurteilung der Zivilklagen wird verzichtet.

VI. 

Weiter wird verfügt: 

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für vorerst 
3 Monate bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

2. Die beschlagnahmten Drogenutensilien werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB).

3. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB): 
- Armbanduhr, Marke Fitbit
- 1 Paar Kopfhörer, Marke Jabra
- 1 Zahnpflegegerät, Marke Oral-B

[Verfügungen betreffend DNA und der biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sowie Eröff-
nungsformel] 

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2. Berufung

Gegen das Urteil der Vorinstanz meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldig-
ter), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, mit Schreiben vom 9. Juni 
2021 fristgerecht die Berufung an (pag. 1207). Die erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung datiert vom 24. August 2021 (pag. 1215 ff.) und wurde dem Beschuldigten mit 
Verfügung vom 25. August 2021 (pag. 1258 f.) am 27. August 2021 (pag. 1284) 
zugestellt. Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 13. September 
2021 (pag. 1285 f.) beschränkte der Beschuldigte seine Berufung auf die Bemes-
sung der (Freiheits-)Strafe (vgl. dazu auch die Ausführungen der Verteidigung in 
der Berufungsverhandlung, wonach die Übertretungsbusse von CHF 500.00 nicht 
angefochten und daher in Rechtskraft erwachsen sei, pag. 1406) sowie die Anord-
nung einer Landesverweisung. 

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 27. September 2021 mit, 
dass sie auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 1293 
f.). Die Straf- und Zivilklägerinnen liessen sich zur Frage der Anschlussberufung 
und des Nichteintretens nicht vernehmen. 

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 6./7. Januar 2022 in 
Anwesenheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung sowie einer Tigrinisch-
Übersetzung statt (pag. 1404 ff.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Oberinstanzlich wurden von Amtes wegen über den Beschuldigten ein aktualisier-
ter Strafregisterauszug (datierend vom 20. Dezember 2021, pag. 1385 ff.), 
Führungsberichte bei der Justizvollzugsanstalt Witzwil (datierend vom 10. Novem-
ber 2021, pag. 1353 ff.), beim Regionalgefängnis Burgdorf (datierend vom 15. No-
vember 2021, pag. 1358 f.) und bei der Strafanstalt Saxerriet (datierend vom 17. 
Dezember 2021, pag. 1398 ff.) sowie – im Hinblick auf die Prüfung der Landesver-
weisung – ein ergänzender Bericht des Amts für Migration und Personenstand (da-
tierend vom 22. November 2021, pag. 1363 f.) eingeholt. Weiter wurden die Straf-
akten betreffend Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. No-
vember 2020 (BM 20 30699) ediert. Schliesslich wurde der Beschuldige in der obe-
rinstanzlichen Verhandlung nochmals einvernommen (pag. 1408 ff.). 

4. Anträge des Beschuldigten 

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der Berufungsver-
handlung vom 6. Januar 2022 namens und im Auftrag des Beschuldigten folgende 
Anträge (pag. 1416): 

1. Der Angeschuldigte sei zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 6 Monaten zu verurteilen unter An-
rechnung der erstandenen Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des vorzeitigen 
Strafantritts. 

2. Die mit bedingter Entlassung vom 24.03.2020 aufgehobene (recte: aufgeschobene) Reststrafe 
von 52 Tagen sei nicht zu vollziehen. Der Beschuldigte sei zu verwarnen. 

3. Der Angeschuldigte sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 

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4. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

5. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers sowie die Rückzahlungspflicht gegenüber dem 
Kanton Bern seien festzulegen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Nach Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) 
überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten. 

Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung auf die Strafzumessung (Bemes-
sung der Freiheitsstrafe) und die Anordnung der Landesverweisung. Damit ist das 
Urteil in allen anderen der Rechtskraft zugänglichen Punkten in Rechtskraft er-
wachsen. Es kann mithin festgestellt werden, dass die Schuldsprüche wegen ge-
werbsmässigen Diebstahls, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, 
mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Ungehorsams 
gegen amtliche Verfügungen und Widerhandlung gegen das Personenbeförde-
rungsgesetz, die Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, teilwei-
se als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. 
November 2020, sowie die Verurteilung zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
von CHF 12'566.00, der Zivilpunkt (Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteils) und die 
Verfügungen betreffend den beschlagnahmten Gegenständen (Ziff. VI.2. und 3. 
des erstinstanzlichen Urteils) nicht mehr Gegenstand des oberinstanzlichen Verfah-
rens und damit rechtskräftig geworden sind. 

Von der Kammer zu überprüfen sind hingegen die Anordnung der Rückversetzung 
in den Strafvollzug, der Sanktionenpunkt (Bemessung der Freiheitsstrafe) und die 
Landesverweisung (inkl. SIS-Ausschreibung). Die Zustimmung zu den Löschungen 
nach DNA-ProfilG und Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten kann noch nicht in Rechtskraft erwachsen sein. Die Lö-
schungsvoraussetzungen hängen von der konkreten Strafzumessung ab, so dass 
darüber zwingend neu befunden werden muss.  

Hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels eigenständiger Berufung oder Anschlussberufung 
der Generalstaatsanwaltschaft darf das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil 
des Beschuldigten abgeändert werden; es kommt das Verschlechterungsverbot 
zum Tragen (sog. reformatio in peius, Art. 391 Abs. 2 StPO). 

Schliesslich ist auf die unangefochten gebliebene Höhe der Entschädigung von 
Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im erst-
instanzlichen Verfahren nur dann zurückzukommen, falls die Vorinstanz das ihr bei 
der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt ha-
ben sollte (Urteile des Bundesgerichts [BGer] 6B_349/2016 vom 13. Dezember 
2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

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II. Sachverhalt, Beweiswürdigung, rechtliche Würdigung und Verurteilung zu 
einer Übertretungsbusse 

Die Schuldsprüche wegen gewerbsmässigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 2 StGB; 
Verbrechen) und mehrfachen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB; Vergehen) sind 
in Rechtskraft erwachsen. Es ist damit oberinstanzlich von dem durch die Vorin-
stanz jeweils als erwiesenen Sachverhalt und dessen rechtlicher Würdigung aus-
zugehen, worauf verwiesen werden kann (pag. 1223 ff. und 1229 ff., S. 9 ff. und 15 
ff. der Urteilsbegründung). 

Der Vollständigkeit halber und zum besseren Verständnis der nachfolgenden Er-
wägungen zur Strafzumessung sowie zur Frage der Anordnung einer Landesver-
weisung ist an dieser Stelle festzuhalten, dass der Beschuldigte während eines 
Zeitraums von rund dreieinhalb Monaten (3. November 2020 bis 15. Februar 2021) 
in Bern und Umgebung insgesamt 21 Ladendiebstähle bzw. 22 Ladendiebstähle 
(inkl. Versuch) beging (gewerbsmässiger Diebstahl). Der Deliktsbetrag beträgt 
mindestens CHF 6'546.60. Mit dem Verkauf der gestohlenen Ware (der Erlös aus 
den Diebstählen stellte in der fraglichen Zeit die einzige Einnahmequelle des Be-
schuldigten dar) bestritt der Beschuldigte zu einem namhaften Teil seinen Lebens-
unterhalt. Zudem finanzierte er mit dem Deliktserlös seinen Drogenkonsum (vgl. 
pag. 1231, S. 17 der Urteilsbegründung). Da verschiedene Kaufhäuser ein Haus-
verbot gegen den Beschuldigten verhängt hatten, machte er sich auf seinen Die-
bestouren bzw. beim Betreten der fraglichen Geschäfte sodann in 20 Fällen des 
Hausfriedensbruchs schuldig. 

Weiter wurde der Beschuldigte wegen diverser Übertretungen (Schuldsprüche we-
gen geringfügiger Sachbeschädigung, Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, Ungehorsams gegen amtliche Verfügung und Widerhandlung gegen 
das Personenbeförderungsgesetz) zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, 
als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. 
November 2020, verurteilt. Dieser Punkt (Verurteilung zu einer Übertretungsbusse) 
blieb unangefochten und ist damit – wie bereits oben unter Ziff. 5 erwähnt – in 
Rechtskraft erwachsen.  

III. Strafzumessung

6. Allgemeine Grundsätze der Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung zutreffend 
wiedergegeben, darauf wird verwiesen (pag. 1237 f., S. 23 f. der Urteilsbegrün-
dung).  

Ergänzend ist festzuhalten, dass die Kammer – wie bereits erwähnt – das Verbot 
der reformatio in peius zu beachten hat. Die Strafe darf daher nicht höher als im 
angefochtenen Urteil ausfallen, da nur der Beschuldigte Berufung erhoben hat (Art. 
391 Abs. 2 StPO). Demgegenüber können in der Berechnung die Strafanteile für 
einzelne Delikte auch mit höheren Werten eingesetzt werden, als sie von der Vor-
instanz festgesetzt wurden; denn das Verschlechterungsverbot wirkt sich nur auf 
das Ergebnis, mithin das Dispositiv des Urteils aus, nicht auf dessen Begründung 

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(BGE 139 IV 282 E. 2.6; vgl. auch Urteil 6B_391/2020 vom 12. August 2020 E. 
3.2.3: «Massgeblich für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vorliegt, 
ist das Dispositiv»).

7. Zur (teilweisen) retrospektiven Konkurrenz 

Sind – wie vorliegend – verschiedene Straftaten zu beurteilen und liegt zwischen 
deren Begehung eine (rechtskräftige) Verurteilung, hat der Richter die dort festge-
setzte Strafe im neuen Verfahren zu berücksichtigen. Für diejenigen Delikte, die 
der Beschuldigte vor dem früheren Urteil beging, ist zu letzterem eine Zusatzstrafe 
auszufällen (Art. 49 Abs. 2 StGB). Art. 49 Abs. 2 StGB soll gewährleisten, dass das 
in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Kon-
kurrenz zur Anwendung gelangt (vgl. BGE 142 IV 329 E. 1.4.1; 141 IV 61 E. 6.1.2; 
138 IV 113 E. 3.4.1). Voraussetzung für eine Zusatzstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 
StGB ist, dass für die bereits beurteilten und noch zu beurteilenden Delikte im Falle 
gleichzeitiger gerichtlicher Beurteilung eine Gesamtstrafe hätte ausgesprochen 
werden können (vgl. BGE 142 IV 265 E. 2.3.2). Sind zusätzlich zu den Delikten, die 
der Beschuldigte vor dem früheren Urteil beging, auch strafbare Handlungen zu 
beurteilen, die dieser erst nach dem früheren Urteil beging, liegt eine bloss teilwei-
se retrospektive Konkurrenz vor. Diese führt zu einer nur teilweisen Zusatzstrafe 
(vgl. HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N. 522). Für die Fra-
ge, ob überhaupt und in welchem Umfang das Gericht eine Zusatzstrafe ausspre-
chen muss, ist auf das Datum des Urteils im ersten Verfahren abzustellen. Demge-
genüber ist für die Bemessung bzw. die Höhe der Zusatzstrafe das rechtskräftige 
Urteil im ersten Verfahren massgebend (BGE 129 IV 113 E. 1.4).

Liegt eine teilweise retrospektive Konkurrenz vor, sind die Delikte vor dem Ersturteil 
und die Delikte nach dem Ersturteil getrennt sowie selbständig zu behandeln, wes-
halb zwischen Taten, die vor, und solchen, die nach dem Ersturteil begangen wur-
den, zu unterscheiden ist. Das Gericht beurteilt zunächst, ob bezüglich der Taten, 
welche vor dem Ersturteil begangen wurden, mit Blick auf die ins Auge gefasste 
Strafart die Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB in Betracht fällt. Ist dies der Fall, 
hat es unter Berücksichtigung des sich aus Art. 49 Abs. 1 StGB ergebenden Schär-
fungsgrundsatzes eine Zusatzstrafe zur Grundstrafe festzulegen. Kann Art. 49 Abs. 
2 StGB nicht angewendet werden, weil die für die vor dem Urteil begangenen Straf-
taten vorgesehene Strafart von derjenigen der bereits verhängten Strafe abweicht, 
muss das Gericht eine zu kumulierende Strafe verhängen. Anschliessend legt es 
für die nach dem Ersturteil begangenen Taten eine unabhängige Strafe fest, gege-
benenfalls in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB. Schliesslich addiert das Gericht 
die für die vor dem Ersturteil begangenen Straftaten festgelegte Zusatzstrafe oder 
zu kumulierende Strafe mit derjenigen für die neuen Taten (BGE 145 IV 1 E. 1.3 
mit Hinweisen; Urteile des BGer 6B_192/2020 vom 19. August 2020 E. 2.4; 
6B_759/2019 vom 11. März 2020 E. 2.3.2). 

Hat das Gericht ein gewerbsmässiges Delikt zu beurteilen, von dem der eine Teil 
der Einzeltaten vor und der andere Teil nach einer früheren Verurteilung begangen 
worden ist, hat es die strafbaren Handlungen als Einheit zu betrachten, wobei sich 
die Einzelakte im Rahmen der Strafzumessung in denjenigen Teil des Delikts ein-

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gliedern, in welchen die letzte Einzeltat fällt (BGE 145 IV 377 E. 2.3.3). Beispiels-
weise im Falle eines gewerbsmässigen Diebstahls hat dies zur Folge, dass das 
Gericht eine einzige Strafe auszusprechen hat, welche kumulativ zur früheren Ver-
urteilung zu verhängen ist, wenn die letzte Handlung des gewerbsmässigen Dieb-
stahls nach dieser früheren Verurteilung erfolgte (BGE 145 IV 377 E. 2.3.4). Art. 49 
Abs. 2 StGB gelangt nicht zur Anwendung, wenn der letzte Einzelakt des ge-
werbsmässigen Delikts in die Zeit nach der früheren Verurteilung fällt (BGE 145 IV 
377 E. 2.3.3 und 2.3.4). Bei einem Schuldspruch wegen eines (einfach begange-
nen) gewerbsmässigen Delikts hat demnach keine Aufteilung in Tatgruppen zu er-
folgen, da die Einzeltaten wegen des Schuldspruchs aufgrund des Qualifikations-
merkmals der Gewerbsmässigkeit zu einer Tateinheit zusammengefasst werden 
(BGE 145 IV 377 E. 2.3.3 und 2.3.4; vgl. auch Urteil des BGer 6B_93/2021 vom 6. 
Oktober 2021 E. 2.2).

8. Strafrahmen und Strafart 

Der Beschuldigte hat sich des gewerbsmässigen Diebstahls und des mehrfachen 
Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Der gewerbsmässige Diebstahl wird mit 
Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen (Art. 
139 Ziff. 2 StGB) und der Hausfriedensbruch mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder Geldstrafe (Art. 186 StGB) bestraft. 

Es kann an dieser Stelle bereits vorweggenommen werden, dass die Kammer für 
sämtliche Delikte die Sanktionierung mit einer Freiheitsstrafe für angezeigt hält. 
Wie nachfolgend noch zu zeigen sein wird, kann für den gewerbsmässigen Dieb-
stahl das Verschulden nur mit einer Freiheitsstrafe genügend abgebildet werden. 
Demgegenüber liegt auf der Hand, dass für die einzelnen Hausfriedensbrüche für 
sich alleine genommen die Grenze von 180 Strafeinheiten nicht überschritten wird, 
weshalb diese Delikte theoretisch mit einer Geldstrafe sanktioniert werden könnten. 
Jedoch kann das Gericht anstelle einer Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erken-
nen, wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 
Abs. 1 Bst. b StGB). Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe von höchs-
tens 180 Tagessätzen ist gemäss Art. 41 Abs. 1 Bst. a StGB zudem zulässig, wenn 
ein solche geboten erscheint, um den Täter vor der Begehung weiterer Verbrechen 
oder Vergehen abzuhalten. Die Voraussetzungen von Art. 41 Abs. 1 Bst. a und b 
StGB sind vorliegend zweifellos erfüllt: Die Kammer geht mit der Vorinstanz einig, 
dass eine Geldstrafe beim Beschuldigten keine spezialpräventive Wirkung entfalten 
würde. Er weist zahlreiche, teils einschlägige, Vorstrafen auf, wobei auffällt, dass 
gegen den Beschuldigten bereits in der Vergangenheit grossmehrheitlich unbeding-
te Freiheitsstrafen ausgefällt wurden (siehe den aktuellsten Strafregisterauszug 
vom 20. Dezember 2021, pag. 1385 ff.). Vom 12. Dezember 2019 bis am 24. März 
2020 verbüsste der Beschuldigte eine Freiheitsstrafe (zuzüglich einer Ersatzfrei-
heitsstrafe) in der Justizvollzugsanstalt Witzwil, bis er am 24. März 2020 bei einer 
Probezeit von einem Jahr bedingt und unter Anordnung von Bewährungshilfe aus 
dem Strafvollzug entlassen wurde (Reststrafe 52 Tage, vgl. pag. 1389; Vollzugsak-
ten BVD 1036/15 pag. 426 f.). Obwohl dem Beschuldigten eine «zweite Chance» 
gewährt worden war (bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug), konnte er den 
Rank erneut nicht finden und beging während laufender Probezeit am 27. Juni 

10

2020 (Strafbefehl vom 28. September 2020; Verfahren BM 20 28016) und am 25. 
Juli 2020 (Strafbefehl vom 17. November 2020; Verfahren BM 20 30699) weitere 
Delikte. Bereits während des laufenden Strafverfahrens BM 20 30699 und selbst 
nach Erhalt des Strafbefehls vom 17. November 2020 (Verurteilung zu einer weite-
ren Freiheitsstrafe) delinquierte der Beschuldigte – während nach wie vor laufender 
Probezeit – nahtlos weiter und beging die vorliegend zu beurteilenden Delikte (ge-
werbsmässiger Diebstahl; mehrfacher Hausfriedensbruch). Mithin liess sich der 
Beschuldigte weder von unbedingt ausgesprochenen Strafen (Geld- und Freiheits-
strafen) noch von verbüssten Freiheitsstrafen oder ausgestandener Untersu-
chungshaft von erneuter Delinquenz abhalten. All dies zeugt von einer krassen 
Einsichtslosigkeit und zeigt seine Geringschätzung gegenüber dem ganzen 
Rechtssystem deutlich auf; der Beschuldigte scheint unbelehrbar zu sein und kann 
oder will sich nicht an die Schweizerische Rechtsordnung halten. Angesichts dieser 
Umstände ist offensichtlich, dass einzig eine Freiheitsstrafe geeignet ist, um ihn vor 
weiteren Straftaten abzuhalten. 

Hinzu kommt, dass beim Beschuldigten eine Geldstrafe (welche vorliegend ange-
sichts des Vorliegens einer eigentlichen Schlechtprognose unbedingt ausgespro-
chen werden müsste) kaum vollzogen werden könnte. Der Beschuldigte ist ohne 
Ausbildung und ging in der Schweiz noch nie einer Erwerbstätigkeit nach. Seinen 
Lebensunterhalt in der Schweiz finanzierte er mit Bezügen der Sozialhilfe sowie mit 
fortgesetzter Delinquenz (Diebstähle). In der erstinstanzlichen und oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte zwar an, dass er fortan arbeiten und 
in Zukunft ein besseres Leben führen wolle. Den Beweis hierfür konnte er aber 
selbst im Strafvollzug nicht erbringen, hat er im Regionalgefängnis Burgdorf einen 
Arbeitseinsatz im Bereich der Küche doch nach kurzer Zeit wieder abgebrochen 
(vgl. Vollzugsbericht Regionalgefängnis Burgdorf vom 15. November 2021). In der 
Strafanstalt Saxerriet geht er derzeit zwar einer Arbeitsbeschäftigung nach, was 
aber offenbar ganz vorwiegend am dortigen, engen Setting liegen dürfte (vgl. Voll-
zugsbericht der Strafanstalt Saxerriet, pag. 1400). Der Beschuldigte verfügt sodann 
über kein Vermögen, sondern ist erheblich verschuldet (vgl. den Betreibungsregis-
terauszug vom 19. November 2021, welcher zahlreiche Betreibungen und vier Ver-
lustscheine aufweist, pag. 1377 ff.). Eine legale Geldquelle nach der Haftentlas-
sung des Beschuldigten ist nach dem Gesagten nicht in Sicht. Schliesslich gilt zu 
berücksichtigen, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach – auch geringfügige – 
Bussen zufolge Uneinbringlichkeit in Ersatzfreiheitsstrafen umgewandelt werden 
mussten. Angesichts all dieser Umstände ist anzunehmen, dass der Beschuldigte 
nicht in der Lage ist, eine Geldstrafe zu bezahlen. Auch vor diesem Hintergrund er-
scheint vorliegend einzig das Aussprechen einer Freiheitsstrafe als sachgerecht 
und zweckmässig. Dies wurde von der Verteidigung oberinstanzlich auch nicht in 
Frage gestellt, beantragte sie doch ebenfalls eine (allerdings tiefere) Freiheitsstra-
fe. 

9. Methodik im vorliegenden Fall  

Nachdem vorliegend für sämtliche Delikte gleichartige Strafen, nämlich Freiheits-
strafen, auszusprechen sind, ist eine Gesamtstrafe (Art. 49 Abs. 1 StGB) zu bilden, 
wobei entsprechend der bundesgerichtlichen Vorgaben, zuerst die Einsatzstrafe für 

11

das schwerste Delikt (gewerbsmässiger Diebstahl) festzusetzen ist. Die Einsatz-
strafe ist anschliessend in Anwendung des Asperationsprinzips aufgrund der weite-
ren Delikte (Hausfriedensbrüche) angemessen zu erhöhen. 

Vorliegend ist im Rahmen der Strafzumessung sodann der Strafbefehl vom 17. No-
vember 2020 zu berücksichtigen, mit welchem der Beschuldigte wegen Hausfrie-
densbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen verurteilt wurde. In zeitlicher 
Hinsicht ist hier zu beachten, dass der Beschuldigte 6 Hausfriedensbrüche (dieje-
nigen, welche er am 3., 6., 9., 10. und 16. November 2020 beging) vor dem Straf-
befehl vom 17. November 2020 – d.h. vor der «ersten Verurteilung» –  beging; 
diesbezüglich liegt ein Fall retrospektiver Konkurrenz vor und es kommt – da im 
Strafbefehl vom 17. November 2020 ebenfalls eine Freiheitsstrafe ausgesprochen 
wurde – Art. 49 Abs. 2 StGB zur Anwendung (hinsichtlich des gewerbsmässigen 
Diebstahls ist als Begehungsdatum auf den 15. Februar 2021 abzustellen, also 
kein Fall retrospektiver Konkurrenz; vgl. dazu oben Ziff. 7 sowie BGE 145 IV 377 E. 
2.3.3). Für die erwähnten 6 Hausfriedensbrüche ist demnach eine Zusatzstrafe 
zum Strafbefehl vom 17. November 2020 (Grundstrafe: 15 Tage Freiheitsstrafe) 
festzulegen. Im Weiteren ist – unabhängig von der bereits ausgeschiedenen Zu-
satzstrafe – für die nach dem Strafbefehl vom 17. November 2020 begangenen Ta-
ten, d.h. für den gewerbsmässigen Diebstahl und die mehrfachen Hausfriedens-
brüche (begangen nach dem 17. November 2020), eine unabhängige Gesamtstrafe 
in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB festzulegen. Die ermittelten Strafen (unab-
hängige Gesamtstrafe für die Delikte nach dem 17. November 2020; Zusatzstrafe 
zum Strafbefehl vom 17. November 2020) sind schliesslich zusammenzuzählen, 
was die zu verhängende Strafe ergibt (zum Ganzen: oben Ziff. 7 und BGE 145 IV 1 
E. 1).

10. Unabhängige Gesamtstrafe für die Delikte nach dem 17. November 2020

10.1 Einsatzstrafe für den gewerbsmässigen Diebstahl 

Der Beschuldigte hat in relativ kurzer Zeit, d.h. während eines Zeitraumes von drei-
einhalb Monaten, eine Vielzahl an Ladendiebstählen (insgesamt 22, davon ein Ver-
such) gegenüber verschiedenen Geschädigten (Kaufhäuser) verübt. Er begab sich 
in regelmässigen Abständen in Warenhäuser, um unterschiedliche Sachen zu steh-
len. Auch wenn der Deliktsbetrag mit rund CHF 6‘500.00 noch relativ gering ist, 
handelt es sich nicht mehr um eine Bagatelle. Das vom Beschuldigten an den Tag 
gelegte Verhalten (in regelmässigen Abständen verübte Ladendiebstähle) erweist 
sich als ausserordentlich lästig und sorgt sowohl bei den Ladeninhabern als auch 
bei der Polizei immer wieder für beträchtlichen Aufwand. Der Beschuldigte stahl 
sodann nicht nur Dinge zum Überleben (z.B. Lebensmittel), sondern auch «Luxus-
güter» wie Champagner, Whisky und Parfum, die er dann verkaufte, um zu Geld, 
u.a. für Drogen, zu kommen. Der Beschuldigte ging dabei recht gut vorbereitet, ge-
zielt und planmässig vor, hatte er doch jeweils eine entsprechende Tragtasche da-
bei, zog sich das Diebesgut gleich über (z.B. Kleider) oder wusste, wo er das Wa-
renhaus am besten wieder verlassen konnte. Zudem wurde der Beschuldigte auf 
seinen Diebestouren teilweise auch von weiteren Personen, welche ihm wohl als 
Ablenkung dienten, unterstützt. Der Beschuldigte legte durch sein ständiges Delin-

12

quieren eine doch beträchtliche kriminelle Energie und fehlenden Respekt vor 
fremdem Eigentum an den Tag. Mit Blick auf den gesetzlichen Strafrahmen (Gelds-
trafe nicht unter 90 Tagessätzen bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe) ist dennoch von 
einem sehr leichten Verschulden auszugehen. Gestützt auf die objektiven Tatkom-
ponenten erscheint der Kammer eine Strafe von 240 Strafeinheiten als angemes-
sen. 

Subjektiv hat der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt. Dabei handelte er aus 
rein egoistischen und finanziellen Beweggründen. Mit den Diebstählen wollte er 
nicht vorhandenes legales Einkommen kompensieren und seinen Lebensunterhalt 
und Drogenkonsum finanzieren. Der Beschuldigte wäre jeder Zeit in der Lage ge-
wesen, sich rechtsgetreu zu verhalten und seinen Lebensunterhalt auf legale Art 
und Weise zu verdienen. Dass er – wie er behauptet – vom Sozialdienst keine Un-
terstützung mehr erhielt, hat er sich selbst zuzuschreiben (er war für die Behörden 
nicht mehr erreichbar). Weiter erweist sich die Behauptung des Beschuldigten, wo-
nach er in der Schweiz mangels eines gültigen Ausweises keiner Arbeit habe 
nachgehen können, als aktenwidrig (der Beschuldigte verfügt über einen Ausweis 
B [vgl. pag. 316]; bereits im Asylentscheid vom 1. Dezember 2010 wurde der Be-
schuldigte darauf hingewiesen, dass ihm eine Erwerbstätigkeit ohne Rücksicht auf 
die Arbeitsmarktlage gestattet sei [pag 371]). Diese Faktoren wirken sich allesamt 
neutral aus. 

Insgesamt ist das Tatverschulden in Relation zum sehr weiten Strafrahmen als 
leicht im unteren Bereich zu bezeichnen. Die Kammer erachtet eine Einsatzstrafe 
von 240 Strafeinheiten als angemessen. 

10.2 Asperation aufgrund der mehrfachen Hausfriedensbrüche, begangen nach 
dem 17. November 2020

Bei einem Ladendiebstahl gehört es praktisch dazu, dass die beschuldigte Person 
das Hausrecht des Ladeninhabers missachtet. Wenn gegen die beschuldigte Per-
son zudem ein konkretes Hausverbot ausgesprochen wurde, macht sie sich bei ei-
nem Ladendiebstahl – nebst dem Diebstahl – auch des Hausfriedensbruchs schul-
dig. Beide Delikte stehen also in einem engen Sachzusammenhang. 

Die VBRS-Richtlinien sehen bei Missachtung eines schriftlich eröffneten Hausver-
bots eine Strafe von 15 Strafeinheiten vor (Richtlinien des Verbandes Bernischer 
Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte [VBRS], S. 49). 

Das vom Beschuldigten praktizierte Verhalten entspricht im Wesentlichen diesem 
Referenzsachverhalt. Der Beschuldigte hat in sämtlichen Fällen die öffentlich 
zugänglichen Warenhäuser gegen den Willen der Berechtigten betreten. Er hat 
sich ferner nicht gewaltsam Zutritt verschafft und keinen Sachschaden verursacht. 
Die Referenzstrafe gemäss den VBRS-Richtlinien (15 Strafeinheiten) erscheint 
grundsätzlich auch bei einem «blossen» Ladendiebstahl nicht als zu hoch, können 
sich doch öffentlich zugängliche Warenhäuser (anders als etwa Hausbesitzer, wel-
che ihr Haus verschliessen können) nicht anders schützen resp. sich lediglich mit 
einem Hausverbot gegen ungebetene Gäste zur Wehr setzen. Das objektive Tat-
verschulden ist insgesamt als leicht einzustufen.  

13

Der Beschuldigte hat auch hier direktvorsätzlich gehandelt. Er wusste um die jewei-
ligen Hausverbote. Ihm war bekannt, dass er bestimmte Warenhäuser nicht betre-
ten durfte und er kannte auch die Folge einer solchen Widerhandlung. 

Angesichts der konkreten Umstände (Anzahl der verübten Hausfriedensbrüche) er-
achtet die Kammer vorliegend für jeden einzelnen Hausfriedensbruch eine Strafe 
von 10 Strafeinheiten resp. für die 14 Hausfriedensbrüche, welche der Beschuldig-
te nach dem 17. November 2020 beging, eine – wohlwollend zugunsten des Be-
schuldigten – Strafe von 120 Strafeinheiten (rund 8.5 Strafeinheiten pro Hausfrie-
densbruch) als angemessen. Von diesen 120 Strafeinheiten sind angesichts des 
engen sachlichen Zusammenhangs mit den Diebstählen (lediglich) 60 Strafeinhei-
ten asperierend zu berücksichtigen. 

Die hypothetische Gesamtfreiheitsstrafe beläuft sich damit – ohne Berücksichti-
gung der Täterkomponenten – auf insgesamt 300 Strafeinheiten.  

10.3 Täterkomponenten 

Der Beschuldigte wurde in Eritrea geboren und ist dort aufgewachsen. Er reiste am 
18. November 2008 in die Schweiz ein (pag. 316). Er ist nicht verheiratet und hat 
keine Kinder (pag. 17 Z. 66; pag. 316). Der Beschuldigte verfügt über keine Ausbil-
dung und ging in der Schweiz, mit Ausnahme von einigen Arbeiten in Beschäfti-
gungsprogrammen, nie einer Erwerbstätigkeit nach. Der deutschen Sprache ist er 
kaum mächtig. Er ist in der Schweiz sodann leidlich integriert. Soweit der Beschul-
digte behauptet, er habe in der Schweiz mangels eines Ausweises keine Erwerbs-
tätigkeit aufnehmen können, trifft dies nicht zu. Vielmehr ist festzustellen, dass der 
Beschuldigte seit jeher (zumindest seit Gutheissung seines Asylantrags) über einen 
gültigen Aufenthaltstitel verfügte, welcher ihn zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit 
in der Schweiz berechtigt hätte (vgl. dazu oben Ziff. 10.1). Dass der Beschuldigte 
ab August 2020 vom Staat keine Sozialhilfe mehr erhielt, ist – entgegen seiner An-
sicht – keineswegs auf unklare Gemeindezuständigkeit zurückzuführen. Vielmehr 
konnten die Behörden den Beschuldigten mangels Kenntnis dessen Aufenthaltsorts 
nicht mehr auffinden (vgl. pag. 316 f.). Aus der Arbeitslosigkeit und dem Umstand, 
dass er ab dem Jahr 2020 keine Sozialhilfe mehr erhielt, kann der Beschuldigte 
daher nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

Massiv straferhöhend wirken sich die zahlreichen, grösstenteils einschlägigen Vor-
strafen aus (Urteil des BGer 6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 1.4.2; vgl. 
auch Urteil des BGer 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.5). Der Beschuldigte 
delinquiert(e) seit dem Jahr 2013 wiederholt und in regelmässigen Abständen; es 
kann von einer eigentlichen «Dauerdelinquenz» gesprochen werden. Mit dem ge-
werbsmässigen Diebstahl und den mehrfachen Hausfriedensbrüchen hat der Be-
schuldigte bewiesen, dass er aus den vergangenen Verurteilungen und selbst aus 
dem Vollzug einer unbedingten Freiheitsstrafe nichts gelernt hat. Er liess sich ganz 
offensichtlich durch die bisherigen Bestrafungen in keiner Weise beeindrucken und 
von erneuter Delinquenz abhalten. Auch der Umstand, dass der Beschuldigte 
selbst nach seiner bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug und während lau-
fender Probezeit wiederum einschlägig delinquierte, ist deutlich straferhöhend zu 
berücksichtigen. All dies ist das Zeichen einer ausgeprägten Einsichtslosigkeit und 

14

Unbelehrbarkeit. Der Beschuldigte offenbarte über Jahre eine beachtliche Renitenz 
und Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung. 

In geringem Umfang strafmindernd wirkt sich hingegen der ausgewiesene Drogen-
konsum des Beschuldigten aus, auch wenn eine Drogenabhängigkeit resp. Dro-
gensucht nicht belegt ist. Für eine Minderung des Strafmasses aufgrund von Ein-
sicht, Geständnis und Reue bleibt aber entgegen den Ausführungen der Vorinstanz 
(vgl. pag. 1242, S. 28 der Urteilsbegründung) kein Raum. Der Beschuldigte hat die 
Diebstähle und Hausfriedensbrüche keineswegs aus freien Stücken zugegeben. 
Vielmehr wurde er bei seinem letzten Diebstahl in flagranti erwischt und die weite-
ren Diebstähle wurden grossmehrheitlich auf Videos aufgenommen. Ein Bestreiten 
dieser Delikte hätte daher keinen Sinn ergeben. Der Beschuldigte hat die 
Diebstähle denn auch erst auf Vorhalt der entsprechenden Videoaufnahmen ein-
geräumt. Reue und Einsicht sind sodann nicht zu erkennen, auch wenn er lapidar 
behauptete, er sehe seinen Fehler ein (pag. 1179 Z. 30/31) und möchte nun auf die 
«richtige Bahn» kommen (pag. 1180 Z. 39). Denn einen konkreten Plan, wie er sich 
selber aus seiner Situation befreien kann, konnte der Beschuldigte nicht nennen. 
Vielmehr stellte er lediglich Forderungen (der Staat müsse ihm eine Arbeitsstelle 
und Wohnung organisieren usw.; vgl. etwa pag. 1399) und sieht die Schuld jeweils 
bei den anderen, nicht aber bei sich selbst. 

Auch nicht strafmindernd berücksichtig werden kann das Verhalten des Beschul-
digten im Strafvollzug, zumal ihm die aktuellen Führungsberichte ohnehin kein stets 
korrektes Vollzugsverhalten attestieren. So kam es Ende August bis Mitte Septem-
ber 2021 zu vier Disziplinarmassnahmen wegen Drogenkonsums, Widersetzlichkeit 
und Entweichung (siehe Vollzugsbericht der Justizvollzugsanstalt Witzwil vom 10. 
November 2021, pag. 1353 ff.). Weiter soll er sich in der Justizvollzugsanstalt auch 
renitent, fordernd und respektlos verhalten haben (pag. 1353 ff.); ein solches Ver-
halten legte der Beschuldigte im Übrigen auch in der oberinstanzlichen Verhand-
lung an den Tag. Im Regionalgefängnis Burgdorf, wohin er vorübergehend verlegt 
worden war, zeigte sich der Beschuldigte zwischendurch äusserst aufgebracht, ag-
gressiv und fordernd. Zudem soll er dem Personal mit suizidalen Absichten gedroht 
haben (siehe Führungsbericht des Regionalgefängnisses Bern vom 15. November 
2021, pag. 1358 f.). All dies führte schliesslich zu seiner Verlegung in die Strafan-
stalt Saxerriet, wo er sich anfänglich ebenfalls fordernd gezeigt hat (siehe 
Führungsbericht der Strafanstalt Saxerriet vom 20. Dezember 2021, pag. 1398 ff.). 
Das Verhalten des Beschuldigten scheint sich zwar mittlerweile gebessert zu ha-
ben. Zudem geht er in der Strafanstalt Saxerriet einer Arbeitsbeschäftigung nach. 
Hierzu wird im Führungsbericht vom 20. Dezember 2021 erwähnt, dass der Be-
schuldigte im engen Setting keine Auffälligkeiten im Arbeitsalltag zeige, der Be-
schuldigte aber offenbar wenig Erfahrung mit regelmässiger Arbeitstätigkeit habe 
und dessen Vorstellungen eher realitätsfern seien. 

Die strafmindernden Umstände (Drogenkonsum) vermögen die straferhöhenden 
Elemente (zahlreiche, grösstenteils einschlägige Vorstrafen; Weiterdelinquenz 
nach bedingter Entlassung aus dem Strafvollzug und während laufender Probezeit 
usw.) bei Weitem nicht auszugleichen. Insgesamt wirken sich die Täterkomponen-
ten klar straferhöhend aus. Die Kammer erachtet eine Erhöhung um rund 80 Stra-

15

feinheiten als angemessen, womit eine Strafe von 380 Tagen Freiheitsstrafe resul-
tiert (zum Verschlechterungsverbot siehe untern Ziff. 14). 

11. Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 17. November 2020 und Addition 

Wie bereits weiter oben erwähnt, liegt ein Fall teilweiser retrospektiver Konkurrenz 
vor: Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. November 
2020 wurde der Beschuldigte wegen Hausfriedensbruch zu einer Freiheitsstrafe 
von 15 Tagen verurteilt. 

Vor diesem «Ersturteil» beging der Beschuldigte noch sechs weitere Hausfriedens-
brüche, wobei betreffend Strafmass auf die Erwägungen oben unter Ziff. 10.2 ver-
wiesen werden kann: Die Kammer erachtet für jeden einzelnen Hausfriedensbruch 
eine Strafe von 10 Strafeinheiten als angemessen. 

Die singuläre Grundstrafe gemäss Strafbefehl (15 Tage Freiheitsstrafe) erweist 
sich im Vergleich zu den übrigen, vor dem 17. November 2020 begangenen Haus-
friedensbrüchen als schwerste Straftat. Demnach sind zu diesem Hausfriedens-
bruch mit 15 Strafeinheiten (Grundstrafe) die sechs weiteren Hausfriedensbrüche 
mit je 5 Strafeinheiten zu asperieren (Asperation insgesamt: 30 Tage). Damit ergibt 
sich eine hypothetische Gesamtstrafe von 45 Strafeinheiten. Davon sind wiederum 
die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. November 2020 
ausgefällten 15 Strafeinheiten abzuziehen, womit eine Zusatzstrafe von 30 Stra-
feinheiten resultiert. 

Die Täterkomponenten sind hier nicht nochmals zusätzlich straferhöhend zu werten 
und wirken sich daher neutral aus. 

Die Zusatzstrafe von 30 Tagen ist schliesslich mit der Gesamtfreiheitsstrafe von 
380 Tagen zusammenzuzählen, womit eine Freiheitsstrafe von 410 Tagen resultie-
ren würde, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 17. November 2020 (zum Verschlechterungsverbot siehe unten Ziff. 
14).  

12. Vollzug der Freiheitsstrafe 

Hinsichtlich der theoretischen Ausführungen zu Art. 42 StGB kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1244, S. 30 der Ur-
teilsbegründung). 

Der Beschuldigte ist mehrfach und auch einschlägig vorbestraft. Er liess sich in der 
Vergangenheit weder durch die zahlreichen Verurteilungen zu unbedingten Strafen 
noch vom Vollzug einer unbedingten Freiheitsstrafe beeindrucken. Aufgrund der 
vorerwähnten Gesamtumstände (siehe oben Ziff. 10.3) ist ihm eine eigentliche 
Schlechtprognose zu stellen. Ein bedingter Vollzug der Strafe (Art. 42 Abs. 1 StGB) 
kommt nach dem Gesagten nicht in Frage, weshalb die Freiheitsstrafe zu vollzie-
hen ist. 

16

13. Rückversetzung 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Rückversetzung und allfälli-
gen Gesamtstrafenbildung zutreffend aufgeführt, darauf wird verwiesen (1244 f., S. 
30 f. der Urteilsbegründung).

Der Beschuldigte wurde mit Verfügung der Bewährungs- und Vollzugsdienste des 
Kantons Bern vom 24. Februar 2020 am 24. März 2020 bedingt aus dem Strafvoll-
zug entlassen und es wurde ihm eine Probezeit bis zum 23. März 2021 auferlegt. 
Die Reststrafe beträgt 52 Tage (pag. 1389). 

Hinsichtlich der vorliegend zu beurteilenden Straftaten, welche der Beschuldigte 
während der Probezeit der bedingten Entlassung begangen hat, sind die Voraus-
setzungen für einen bedingten Vollzug nicht erfüllt. In Anbetracht der aufgeführten 
Gründe, die für einen Verzicht des bedingten Vollzugs sprachen und im Rahmen 
der Täterkomponenten zu einer deutlichen Straferhöhung führten, ist auch hinsicht-
lich dieser Reststrafe von einer ungünstigen bzw. schlechten Prognose auszuge-
hen (vgl. auch die Strafbefehle der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 28. 
September 2020 und 17. November 2020, in welchen noch auf eine Rückverset-
zung verzichtet wurde; mit letzterem Strafbefehl wurde der Beschuldige verwarnt). 
Art. 89 Abs. 2 StGB kommt damit nicht zum Tragen. Entsprechend ist die Rückver-
setzung in den Strafvollzug anzuordnen. Somit sind sowohl bei der neuen Strafe 
als auch bei der bedingt aufgeschobenen Reststrafe die Voraussetzungen für eine 
unbedingte Freiheitsstrafe erfüllt, weshalb in Anwendung von Art. 49 StGB eine 
Gesamtstrafe zu bilden ist (Art. 89 Abs. 6 StGB). 

Die Gesamtstrafe für die während der Probezeit der bedingten Entlassung verübten 
Delikte beträgt 410 Tage Freiheitsstrafe. Da es sich um eine Rückversetzung han-
delt, wo das Asperationsprinzip lediglich sinngemäss Anwendung findet, erachtet 
es die Kammer als angemessen, den Strafrest von 52 Tagen im Umfang von 40 
Tagen zur Gesamtstrafe zu asperieren (Art. 89 Abs. 6 i.V.m. Art. 49 Abs. 1 StGB).

14. Fazit Strafe 

Nach dem Gesagten würde letzten Endes eine unbedingte Gesamtfreiheitsstrafe 
von 450 Tagen resultieren. Weil die Kammer vorliegend aber an das Verschlechte-
rungsverbot gebunden ist und das erstinstanzliche Urteil nicht zu Ungunsten des 
Beschuldigten abändern darf (siehe E. 5 oben), bleibt es bei der von der Vorinstanz 
ausgefällten Strafe. Der Beschuldigte ist demnach zu einer (unbedingten) Gesamt-
freiheitstrafe von 12 Monaten zu verurteilen, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbe-
fehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. November 2020.

IV. Landesverweisung 

15. Allgemeine theoretische Ausführungen zur Landesverweisung 

Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen gewerbsmässigen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe 
für 5 bis 15 Jahre aus der Schweiz (Art. 66a Abs. 1 Bst. c StGB). Die obligatorische 
Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift 

17

grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 
144 IV 332 E. 3.1.3). Sie muss entsprechend den allgemeinen Regeln des StGB 
zudem grundsätzlich bei sämtlichen Täterschafts- und Teilnahmeformen sowie un-
abhängig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob 
die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (vgl. BGE 146 IV 105 E. 
3.4.1; 144 IV 168 E. 1.4.1).

Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur «ausnahmsweise» unter den 
kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren 
persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der 
Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib 
in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Auslän-
dern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind 
(Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 
2 StGB dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV; 
BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.1.2 und E. 3.3.1). Sie ist restriktiv anzu-
wenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.1 mit Hinweis). Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung des 
Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung 
über den «schwerwiegenden persönlichen Härtefall» in Art. 31 Abs. 1 der Verord-
nung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) heran-
ziehen. Zu berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirt-
schaftlichen) Integration, einschliesslich familiäre Bindungen des Ausländers in der 
Schweiz bzw. in der Heimat, die Aufenthaltsdauer, der Gesundheitszustand und die 
Resozialisierungschancen. Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholter Delin-
quenz Rechnung zu tragen. Das Gericht darf auch vor dem Inkrafttreten von Art. 
66a StGB begangene Straftaten berücksichtigen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 
332 E. 3.3.2; Urteil des BGer 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.1.1).   

Die Sachfrage entscheidet sich mithin in einer Interessenabwägung nach Massga-
be der «öffentlichen Interessen an der Landesverweisung». Nach der gesetzlichen 
Systematik ist die obligatorische Landesverweisung anzuordnen, wenn die Katalog-
taten einen Schweregrad erreichen, so dass die Landesverweisung zur Wahrung 
der inneren Sicherheit notwendig erscheint. Diese Beurteilung lässt sich strafrecht-
lich nur in der Weise vornehmen, dass massgebend auf die verschuldensmässige 
Natur und Schwere der Tatbegehung, die sich darin manifestierende Gefährlichkeit 
des Täters für die öffentliche Sicherheit und auf die Legalprognose abgestellt wird 
(Urteile 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.1.1; 6B_81/2021 vom 10. Mai 
2021 E. 8.3.2; je mit Hinweisen). Von einem schweren persönlichen Härtefall ist 
ausserdem in der Regel bei einem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den 
Anspruch des Ausländers auf das in Art. 13 BV und Art. 8 EMRK verankerte Recht 
auf Achtung des Privat- und Familienlebens auszugehen (Urteile 6B_1077/2020 
vom 2. Juni 2021 E. 1.2.3; 6B_568/2020 vom 13. April 2021 E. 5.3.4; je mit Hinwei-
sen). 

18

16. Erwägungen der Kammer zur Landesverweisung 

16.1 Vorliegen eines Katalogdelikts

Der aus Eritrea stammende Beschuldigte wurde u.a. rechtskräftig verurteilt wegen 
gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Ziff. 139 Ziff. 2 StGB. Dabei handelt es sich 
um ein Katalogdelikt (Art. 66a Abs. 1 Bst. c StGB), was im Regelfall die obligatori-
sche Landesverweisung nach sich zieht (Art. 66a Abs. 2 StGB e contrario). 

Nachfolgend ist anhand der eingangs erwähnten Kriterien vorab zu prüfen, ob beim 
Beschuldigen allenfalls ein Ausnahmefall gegeben ist, d.h. ob ein schwerer persön-
licher Härtefall vorliegt und soweit dies der Fall sein sollte, ob die öffentlichen Inter-
essen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Beschul-
digten am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 StGB; zur 
Flüchtlingseigenschaft bzw. den Vollzugshindernissen: siehe Ziff. 16.3).  

16.2 Härtefallprüfung  

16.2.1 Aufenthaltsdauer des Beschuldigten in der Schweiz, Integration, familiäre 
Verhältnisse, Gesundheitszustand und Respektierung der Rechtsordnung  

Der Beschuldigte wurde am .________ in Eritrea geboren. Er hat dort seine Kind-
heit, Jugend und einen Teil seines Erwachsenenlebens verbracht (pag. 317). Im 
November 2006 will er sein Heimatland verlassen haben (pag. 1180 Z 24). Er reiste 
am 18. November 2008 im Alter von 23 ½ Jahren in die Schweiz ein und ersuchte 
hier um Asyl (pag. 316, pag. 1179 Z. 47). Am 1. Dezember 2010 gewährte ihm das 
Bundesamt für Migration (BFM; heute: Staatsekretariat für Migration [SEM]) in der 
Schweiz Asyl und erkannte ihn als Flüchtling an (Asylentscheid vom 1. Dezember 
2010, pag. 371 f.; vgl. auch pag. 316;). Mit Entscheid des SEM vom 9. August 2018 
wurde dem Beschuldigten das in der Schweiz gewährte Asyl nach wiederholten 
Verstössen gegen die schweizerische Rechtsordnung widerrufen; die Flüchtlings-
eigenschaft blieb ihm jedoch erhalten (pag. 758 ff.; vgl. auch pag. 316). In der Fol-
ge erteilten die Migrationsdienste des Kantons Bern dem Beschuldigten am 17. Ja-
nuar 20219 mit Zustimmung des SEM eine Aufenthaltsbewilligung nach Widerruf 
des Asyls; gleichzeitige wurde der Beschuldigte ermahnt, sich künftig an die 
schweizerische Rechtsordnung zu halten, damit die Einleitung ausländerrechtlicher 
Massnahmen vermieden werden könne (pag. 791, 793 f. und pag. 796). Da in der 
Folge trotz Mahnung dennoch weitere Verurteilungen des Beschuldigten hinzuge-
kommen waren, nahm der Migrationsdienst aufgrund der zahlreichen, seit Jahren 
wiederkehrenden Verurteilungen «infolge regelmässiger, wiederholt gleichartiger 
Delinquenz» am 23. April 2020 gestützt auf die Widerrufsgründe von Art. 63 Abs. 1 
Bst. b AIG einen möglichen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die damit ver-
bundene Wegweisung des Beschuldigten aus der Schweiz in Aussicht (pag. 965 
ff.). Nachdem das SEM in seinem Amtsbericht betreffend Wegweisungsvollzugs-
hindernisse festgehalten hatte, dass eine Wegweisung des Beschuldigten derzeit 
unzulässig wäre, verzichtete der Migrationsdienst des Kantons Bern schliesslich 
auf die Einleitung weitergehender ausländerrechtlicher Massnahmen und verlän-
gerte die Aufenthaltsbewilligung des Beschuldigten (pag. 1020). Angesichts der 
dargelegten Biografie befindet sich der Beschuldigte ganz offensichtlich nicht in ei-

19

ner besonderen Situation wie Ausländer, die in der Schweiz geboren oder aufge-
wachsen sind (Art. 66a Abs. 2 Satz 2 StGB). 

Der Beschuldigte ging in der Schweiz noch nie einer Erwerbstätigkeit nach (pag. 
316 und pag. 1177 Z. 38 ff). Nach Ansicht des Migrationsdienstes des Kantons 
Bern scheint er an einer beruflichen Situation nicht interessiert zu sein (pag. 317). 
Das zeigte sich kürzlich auch bei einem kurzen Arbeitseinsatz im Gefängnis, wobei 
er im Rahmen eines engen Settings aber offenbar bereit ist, einer Arbeitsbeschäfti-
gung nachzugehen. Die Äusserungen des Beschuldigten, wonach er jetzt Arbeiten 
und ein neues Leben anfangen möchte (pag. 1179 Z. 44), scheinen angesichts 
seiner Vergangenheit jedenfalls nicht ganz ernst gemeint zu sein. Der Beschuldigte 
lebte seit seiner Einreise in die Schweiz über weite Strecken von der Sozialhilfe 
(vgl. pag. 317, 1363 und 1375; die Sozialhilfeschulden beliefen sich per 19. No-
vember 2021 auf insgesamt CHF 47'881.85 [pag. 1363 und 1375]), wobei er seinen 
Lebensunterhalt vor der Inhaftierung zusätzlich mit den Einnahmen aus den 
Diebstählen finanzierte. Der Beschuldigte ist sodann erheblich verschuldet (der Be-
schuldigte weist zahlreiche Betreibungen und vier Verlustscheine auf; vgl. den Be-
treibungsregisterauszug vom 19. November 2021, pag. 1377 ff.). Von einer berufli-
chen und wirtschaftlichen Integration kann in Anbetracht der genannten Umstände 
keine Rede sein.

Der Beschuldigte ist nicht verheiratet und hat keine Kinder (pag. 17 Z. 66, pag. 296 
Z. 66, pag. 316). Mit Ausnahme einer Nichte und einer Cousine, welche offenbar in 
K.________ wohnen und zu welchen der Beschuldigte – gemäss seinen Angaben 
–  nur telefonischen Kontakt pflegt (pag. 296 Z. 66 f. und pag. 1180 Z. 13; gegenü-
ber dem BFM hatte der Beschuldigte noch angegeben, dass er in der Schweiz kei-
ne Verwandten habe, pag. 338), hat der Beschuldigte keine Familienangehörigen 
oder Verwandte, welche in der Schweiz leben würden. Die Mutter und einige Ge-
schwister des Beschuldigten leben in Eritrea, andere Geschwister wohnen offenbar 
in Schweden und Holland (pag. 1180 Z. 17 f.; vgl. dazu aber auch die Aussagen 
des Beschuldigten auf pag. 300 Z. 28: «Meine gesamte Familie wohnt in Eritrea, 
ich meine damit alle (meine Mutter, Geschwister usw.»). Auch ansonsten verfügt 
der Beschuldigte über keine wesentlichen sozialen Bindungen in der Schweiz. Er 
kann zwar – wenn auch nur marginal – Deutsch kommunizieren, will aber gewisse 
Schwierigkeiten gehabt haben, sich in der Schweiz zurecht zu finden und die Kultur 
hier zu verstehen (pag. 300 Z. 40). Ihm fehlt ganz offensichtlich auch das Interesse 
dazu. Von einer persönlichen und sozialen Integration des Beschuldigten kann 
nach dem Gesagten ebenfalls keine Rede. 

Der Beschuldigte ist gemäss eigenen Angaben gesund. Gesundheitsrelevante As-
pekte, welche einer Landesverweisung entgegenstehen würden, sind nicht ersicht-
lich und wurden auch nicht geltend gemacht. 

Schliesslich gilt zu erwähnen, dass der strafrechtliche Leumund des Beschuldigten 
arg getrübt ist. Aus dem Strafregisterauszug ist ersichtlich, dass er bereits kurz 
nach seiner Einreise in die Schweiz mit Delinquieren begann. Die Delinquenz be-
gleitete ihn anschliessend während seines gesamten Aufenthalts in der Schweiz. 
Er war bis anhin nicht in der Lage, sein diesbezügliches Verhalten zu ändern und 
die hier geltenden gesetzlichen Regelungen einzuhalten. Weder unbedingt ausge-

20

sprochene Strafen noch Gefängnisaufenthalte konnten ihn von weiterer Delinquenz 
abhalten. Es fehlen damit jegliche Integrationsbemühungen bzw. jeglicher Integra-
tionswille. Kommt hinzu, dass das SEM dem Beschuldigten im August 2018 das 
Asyl widerrief. Bestrebungen, ihm wegen der seit Jahren wiederkehrenden Verur-
teilungen auch die Aufenthaltsbewilligung zu widerrufen und ihn aus der Schweiz 
wegzuweisen, liessen den Beschuldigten ebenfalls völlig unbeeindruckt und hielten 
ihn nicht von weiterer Delinquenz ab. Der Beschuldigte zeigte sich bis dato als ge-
radezu unbelehrbar und gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung vollends 
gleichgültig.  

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte abgesehen 
von der langjährigen Aufenthaltsdauer keine Merkmale sichtbarer Integration auf-
weist. Er hat hier keine Familienangehörigen bzw. keine Familienangehörigen, mit 
welchen er persönlichen Kontakt pflegt, und ist weder ausbildungsmässig noch be-
ruflich, sozial oder kulturell auch nur ansatzweise verankert oder integriert. Er hat 
offensichtlich keinen persönlichen Bezug zur Schweiz und eine besondere Verwur-
zelung ist mitnichten anzunehmen.

16.2.2 Wiedereingliederungsmöglichkeiten im Heimatland 

Auf der anderen Seite scheinen seine Reintegrationschancen im Heimatland alles 
andere als chancenlos: Er ist in Eritrea aufgewachsen und hat dort seine Kindheit, 
Jugend und einen Teil seines Erwachsenenlebens verbracht. Seine Mutter und ei-
nige Geschwister, zu welchen er regelmässigen telefonischen Kontakt pflegt, leben 
nach wie vor in Eritrea (vgl. pag. 1180 Z. 17 f. und Z. 21). Er ist gesund, beherrscht 
die Landessprache und ist mit der dortigen Kultur und Mentalität nach wie vor bes-
tens vertraut, zumal er in der Schweiz offenbar primär den Umgang mit Landsleu-
ten pflegt. Mit Hilfe seines in Eritrea nach wie vor bestehenden familiären und sozi-
alen Netzes dürfte es ihm ohne weiteres möglich sein, in absehbarer Zeit in der 
Heimat wieder ein Auskommen zu finden. So führte der Beschuldigte in der oberin-
stanzlichen Verhandlung denn auch selber aus, dass er im Falle einer Landesver-
weisung zu seiner Familie bzw. in das Dorf, wo er aufgewachsen sei, zurückkehren 
würde (pag. 1410 Z. 12 f.). Eine Reintegration in Eritrea erscheint nach dem Ge-
sagten möglich, während eine Sozialisierung in der Schweiz gar nie stattgefunden 
hat.  

16.2.3 Gesamtwürdigung 

Vorliegend lässt sich kein einziges Argument finden, welches für einen persönli-
chen Härtefall sprechen würde. Der Beschuldigte ist im Jahr .________ in Eritrea 
geboren und hat dort die prägenden Kinder- Jugend- und jungen Erwachsenenjah-
re verbracht. Im Alter von 23 ½ Jahren reiste der Beschuldigte in die Schweiz ein. 
Er ging hier nie einer Erwerbstätigkeit nach und lebte grossmehrheitlich vom Sozi-
aldienst. Er konnte sich seinen Lebensunterhalt nie selbst finanzieren und weist 
zahlreiche Betreibungen und Verlustscheine auf. Zur Schweiz hat der Beschuldigte 
offensichtlich keinen persönlichen Bezug, ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. 
Der grösste Teil seiner nahen Familienangehörigen lebt weiterhin in seinem Hei-
matland. Er ist problemlos in der Lage, in der in seinem Herkunftsland gesproche-
nen Sprache zu kommunizieren. Hingegen hat er es bis anhin nicht geschafft, eine 

21

schweizerische Amtssprache vertieft zu lernen. Der Beschuldigte ist in der Schweiz 
in keinerlei Hinsicht integriert; er weist – wenn überhaupt – nur wenige Bezugs-
punkte zur Schweiz auf. Demgegenüber scheint eine Wiederintegration und eine 
Wiedereingliederung in die Gesellschaft in seinem Heimatstaat Eritrea aus hiesiger 
Sicht durchaus möglich, beherrscht er doch die eritreische Landessprache, kennt 
die dortigen Gepflogenheiten und hat – wie erwähnt – nach wie vor Familienan-
gehörige, welche in seinem Heimatland leben.   

Es fehlt beim Beschuldigten an dem in Art. 66a Abs. 2 StGB erwähnten speziellen 
engen Bezug zur Schweiz (in der Schweiz geboren oder aufgewachsen). Zudem ist 
auch kein ernstgemeinter Wille einer echten Integration feststellbar, was sich auch 
in der ständigen Delinquenz zeigt. Die Legalprognose ist weiterhin schlecht. Bisher 
konnten den Beschuldigten weder hängige Verfahren, Untersuchungshaft, unbe-
dingte Geld- und Freiheitsstrafen noch Gefängnisaufenthalte vor erneuter Delin-
quenz abhalten. Seine Beteuerungen – jetzt werde es besser, es komme nicht 
mehr vor, er wolle ein neues Leben anfangen und arbeiten – können vor diesem 
Hintergrund kaum als echt angesehen werden, zumal er entsprechende Beteue-
rungen bereits in der Vergangenheit zum Besten gab (vgl. etwa seine Stellung-
nahme an den Migrationsdienst vom 9. Juni 2020, pag. 974: «Mir ist bewusst, dass 
ich durch die zahlreichen Verurteilungen in den vergangenen Jahren viele Fehler 
gemacht habe. Ich bereue meine Verfehlungen zutiefst und gebe mir grosse Mühe 
die Schweizerische Rechtsordnung von nun an zu respektieren»), wobei er dann 
aber kurz darauf wiederum wiederholt und einschlägig delinquierte. Durch seine 
ständige Delinquenz gefährdet der Beschuldigte auch immer wieder die öffentliche 
Sicherheit. Auf der anderen Seite spricht nichts gegen eine Wiederintegration in 
seinem Heimatland, sofern bzw. sobald der Zeitpunkt kommt, dass eritreische De-
serteure in ihr Land zurückkehren können, ohne eine Verfolgung im flüchtlingsrele-
vanten Sinn befürchten zu müssen (siehe dazu sogleich Ziff. 16.3). Einzig dieser 
Zeitpunkt kann massgebend sein.

Bei einer Gesamtbetrachtung der massgeblichen Integrationskriterien ist das Vor-
liegen eines schweren persönlichen Härtefalls im Sinne des Gesetzes und der Pra-
xis zu verneinen. Abgesehen von der Flüchtlingseigenschaft (vgl. sogleich Ziff. 
16.3) sind beim Beschuldigten keine Umstände ersichtlich sind, welche einen Här-
tefall begründen könnten.

16.3 Vollzugshindernisse bzw. Härtefallprüfung unter Einbezug der Flüchtlingsei-
genschaft / Interessenabwägung

Die Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, dem Beschuldigten drohten im 
Heimatland mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gravierende Eingriffe 
in die körperliche Integrität (Verfolgung, Folter, Freiheitsentzug etc.), da dieser aus 
der eritreischen Armee desertiert sei. Die Wegweisung des Beschuldigten nach Eri-
trea würde aufgrund dessen Flüchtlingseigenschaft gegen das Non-Refoulement-
Gebot verstossen und wäre daher rechtswidrig. Hinzu komme, dass in Eritrea seit 
Jahren eine politische Situation herrsche, welche eine Landesverweisung aussch-
liesse (pag. 1413).

22

Der Beschuldigte ist in der Schweiz formell nach wie vor als Flüchtling anerkannt, 
auch wenn sein Asyl widerrufen wurde (vgl. dazu oben Ziff. 16.2.1). In seiner aktu-
ellen Rechtsprechung geht das Bundesgericht davon aus, dass der Härtefall bei 
anerkannten Flüchtlingen gleichsam vorausgesetzt werde und die Landesverwei-
sung von Flüchtlingen nur unter den Voraussetzungen gemäss Flüchtlingskonven-
tion (FK; SR 0.142.30) zulässig sei. Nach Art. 32 FK dürfe ein Flüchtling, der sich 
rechtmässig in der Schweiz aufhalte, nur aus Gründen der Staatssicherheit oder 
der öffentlichen Ordnung ausgewiesen werden. Insofern werde die Möglichkeit der 
Ausweisung flüchtlings- resp. asylrechtlich beschränkt. Nach der ausländerrechtli-
chen Praxis setze die Aus- oder Wegweisung eines anerkannten Flüchtlings – un-
abhängig davon, ob er über eine Aufenthalts- oder über eine Niederlassungsbewil-
ligung verfüge (vgl. Art. 60 AsylG) – zumindest eine schwerwiegende Gefährdung 
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung voraus (Art. 65 AsylG in Verbindung mit 
Art. 64, Art. 63 Abs. 1 Bst. b und Art. 68 AIG). Diese Voraussetzung sei im Rahmen 
der Interessenabwägung nach Art. 66a Abs. 2 StGB umzusetzen (vgl. zum Gan-
zen: Urteile des BGer 6B_1258/2020 vom 12. November 2021 E. 4.2.5 und 
6B_747/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.2.3 f.).

Die Flüchtlingseigenschaft des Beschuldigten steht der Landesverweisung gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber nicht per se entgegen (Urteile des Bun-
desgerichts 6B_368/2020 vom 24. November 2021 E. 3.4.1; 6B_747/2019 vom 24. 
Juni 2020 E. 2.2.2; 6B_423/2019 vom 17. März 2020 E. 2.2.2). Das Gericht hat in 
einem solchen Fall jedoch – wie bereits weiter oben dargelegt – das Vorliegen ei-
nes persönlichen Härtefalls zu prüfen sowie die öffentlichen und privaten Interes-
sen im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB zu bestimmen und einander gegenüberzu-
stellen. Dabei stellt die Situation des Ausländers in seiner Heimat einen massge-
benden Gesichtspunkt dar (Urteil des BGer 6B_651/2018 vom 17. Oktober 2018 E. 
8.3.3). Allfällige Vollzugshindernisse i.S.v. Art. 66d Abs. 1 StGB sind dabei bereits 
bei der strafgerichtlichen Anordnung der Landesverweisung nach Art. 66a Abs. 2 
StGB zu berücksichtigen, soweit die Verhältnisse stabil und die rechtliche Durch-
führbarkeit der Landesverweisung definitiv bestimmbar sind. Liegt ein definitives 
Vollzugshindernis vor, so hat der Sachrichter auf die Anordnung der Landesverwei-
sung zu verzichten (BGE 147 IV 453 E. 1.4.5; 145 IV 455 E. 9.4; 144 IV 332 E. 3.3; 
je mit Hinweisen). Im Übrigen sind die Vollzugsbehörden zur Prüfung allfälliger 
Vollzugshindernisse, welche zum Zeitpunkt des Sachurteils noch nicht feststehen, 
zuständig (Urteile des BGer 6B_551/2021 vom 17. September 2021 E. 3.3.3; 
6B_747/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.1.2; 6B_1024/2019 vom 29. Januar 2020 E. 
1.3.5; je mit Hinweisen; betreffend Gesundheitszustand auch BGE 145 IV 455 E. 
9.4).

Der Beschuldigte soll – gemäss seinen Angaben gegenüber den Migrationsbehör-
den – aus der eritreischen Armee desertiert sein, was noch vor Jahren zur Flücht-
lingseigenschaft führte, denn Deserteure wurden als politische Gegner qualifiziert, 
die unverhältnismässig schwer bestraft und menschenrechtswidrig behandelt wur-
den. Diese Situation hat sich mittlerweile jedoch verändert, weshalb das Bunde-
verwaltungsgericht im Jahr 2018 u.a. festhielt, dass eine drohende Einberufung von 
zurückgeschaffenen Deserteuren in den eritreischen Nationaldienst grundsätzlich 
kein Vollzugshindernis darstelle. Es bestehe in Eritrea keine Situation von Krieg, 

23

Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt, weshalb die Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs grundsätzlich zu bejahen sei (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts vom 10. Juli 2018, BVGE 2018 VI/4; vgl. auch Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts E-2929/2018 vom 8. März 2021 E. 9.2.3). Gemäss Praxis 
des Bundesverwaltungsgerichts handle es sich beim eritreischen Nationaldienst 
weder um Sklaverei noch um Leibeigenschaft im Sinne von Art. 4 Abs. 1 EMRK. Es 
bestehe auch kein generelles Risiko von Folter oder einer unmenschlichen Be-
handlung (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Juli 2018 E-5022/2017 E. 
6.1.6). Ein erhebliches Risiko einer Bestrafung bei einer Rückkehr gestützt auf 
asylrelevante Motive sei nur dann anzunehmen, wenn nebst der illegalen Ausreise 
weitere Faktoren hinzutreten würden, welche die asylsuchende Person in den Au-
gen der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen liessen (Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Januar 2017 D-7898/2015 E. 5.1; vgl. da-
zu auch Urteil des EGMR M.O. v. Switzerland vom 20. Juni 2017, § 79 f.). Die poli-
tische Situation in Eritrea hat sich in den letzten Jahren mithin entwickelt. Eine frei-
willige Rückkehr nach Eritrea ist heute möglich. Im aktuellen Zeitpunkt ist jedoch 
(noch) nicht ganz klar, was ein Deserteur in Eritrea erwartet. Die Lage ist weiterhin 
fragil, verändert sich aber immer wieder. So ist derzeit nicht abzuschätzen, ob und 
wie sich die Umstände bis zum effektiven Vollzug der Landesverweisung verändern 
werden. Insgesamt ist daher nicht davon auszugehen, dass das derzeitige Voll-
zugshindernis – sollten die vom Beschuldigten behaupteten Risikofaktoren denn 
tatsächlich vorliegen (vgl. dazu sogleich) – die Landesverweisung grundsätzlich 
und auf Dauer hindert. Ein definitives Vollzugshindernis liegt mit Blick auf die 
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und die sich stetig verändernde 
Lage in Eritrea nicht vor, so dass dereinst die Vollzugsbehörden die Vollstreckbar-
keit nötigenfalls anhand der aktuellen Verhältnisse nach Art. 66d Abs. 1 StGB wer-
den überprüfen müssen. 

Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte als Grund für seine Migra-
tion gegenüber den Migrationsbehörden – wie oben erwähnt – lediglich geäussert 
hatte, dass er in seinem Heimatland aus dem Militärdienst desertiert sei, weshalb 
er in verschiedene Gefängnisse gekommen sei (vgl. pag. 339). In der oberinstanz-
lichen Verhandlung gab der Beschuldigte hierzu dann einzig an, dass er als politi-
scher Flüchtling nicht nach Eritrea zurückgehen könne (pag. 1410 Z. 15). Auf ent-
sprechende Nachfragen hin wollte er sich zu diesem Thema dann aber nicht weiter 
äussern und verwies auf seine Ausführungen gegenüber dem SEM. Über seine 
Zeit beim Militär, die angeblichen Gefängnisaufenthalte und die Gründe seiner ille-
galen Ausreise aus Eritrea wollte er nicht mehr sprechen (pag. 1410 Z. 40 ff. und 
pag 1411 Z. 1 ff.). Im Ergebnis verweist der Beschuldigte damit lediglich darauf, 
dass er damals vom SEM als politischer Flüchtling anerkannt worden sei. Irgend-
welche individuell-konkret gefährdende Umstände hat der Beschuldigte keine dar-
gelegt, geschweige denn substantiiert. Der allgemeine Hinweis der Verteidigung, 
dass dem Beschuldigtem in Eritrea aufgrund seiner Desertation mit an Sicherheit 
grenzender Wahrscheinlichkeit gravierende Eingriffe in die körperliche Unversehrt-
heit drohen würden (pag. 1413), ist nicht mehr als eine unbelegte Behauptung und 
begründet keine individuell-persönliche Gefährdung, weshalb nicht davon auszu-
gehen ist, dass dem Beschuldigten bei der Rückkehr nach Eritrea Nachteile drohen 

24

würden, die einen Härtefall nahelegen. Dafür spricht im Übrigen auch, dass der 
Beschuldigte in der oberinstanzlichen Verhandlung selber ausführte, er habe keine 
Angst, in sein Heimatland zurückzukehren (pag. 1410 Z. 21 [«Wieso sollte ich 
Angst haben?»] und Z. 24 [«Angst habe ich nicht»]). Dass dem Beschuldigten eine 
Rückkehr nach Eritrea derzeit aufgrund anderweitiger Pläne offenbar gerade unge-
legen kommt resp. er erst zu einem späteren Zeitpunkt in sein Heimatland zurück-
zukehren gedenkt (vgl. pag. 1410 Z. 13 f.), stellt ganz offensichtlich kein Vollzugs-
hindernis dar. Insgesamt bestehen damit keine Hinweise auf eine konkrete Gefähr-
dung oder gar eine existenzbedrohende Situation des Beschuldigten in seinem 
Heimatland. Der Vollzug der Landesverweisung ist vorliegend gestützt auf die vor-
stehenden Erwägungen folglich zumutbar und auch verhältnismässig. Dass der 
Beschuldigte praktisch nicht ausgeschafft werden kann, weil die eritreischen 
Behörden eine zwangsweise Rückkehr ihrer Staatsbürger derzeit nicht akzeptieren, 
sondern nur freiwillig in die Heimat zurückkehren könnte, ändert daran nichts. 

Schliesslich gilt zu erwähnen, dass die Landesverweisung auch vor Art. 32 FK 
standhält, da der Beschuldigte mit dem gewerbsmässigen Diebstahl die öffentliche 
Ordnung – im Sinne der asylrechtlichen Vorgaben – so schwer verletzte, dass die 
Grundlagen eines gesellschaftlichen Zusammenlebens gefährdet sind (vgl. Urteil 
des BGer 6B_747/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.2.4). Für eine schwerwiegende Ge-
fährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung spricht weiter, dass sich der Be-
schuldigte in der Vergangenheit weder durch verhängte Strafen noch durch ver-
büsste Freiheitsstrafen oder ausländerrechtliche Verwarnungen zu einer Verhal-
tensveränderung bewegen liess. Sein Verhalten zeugt – wie bereits oben erwähnt 
– von einer krassen Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit und deutet darauf hin, 
dass er auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu hal-
ten. Angesichts der Vielzahl der begangenen Straftaten, deren Schwere sowie der 
wiederholten unverbesserlichen Delinquenz ist im Ergebnis festzuhalten, dass das 
Verhalten des Beschuldigten auch unter diesem Blickwinkel als schwerer Verstoss 
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowohl im Sinne von Art. 63 Abs. 1 
Bst. b AIG wie auch von Art. 32 FK zu werten ist (vgl. dazu Urteil des BGer 
6B_747/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.2.4). 

Mit Blick auf die obigen Ausführungen ist schliesslich offensichtlich, dass die Inter-
essenabwägung eindeutig zu Gunsten der öffentlichen Interessen ausfällt. Der Be-
schuldigte ist in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 Bst. c StGB des Landes zu ver-
weisen. 

16.4 Dauer der Landesverweisung 

Dem Gesetz sind keine Hinweise zu entnehmen, wie die Dauer der obligatorischen 
Landesverweisung zu bemessen ist. Den Gerichten kommt dabei auf den ersten 
Blick grundsätzlich ein weites Ermessen zu, wobei zunächst einmal dem Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit zu entsprechen ist. Sodann ist die Dauer der ausgespro-
chenen Landesverweisung nach dem Verschulden des Täters zu bemessen. 
Schliesslich kann die Landesverweisung nur für eine längere Zeit als fünf Jahre 
verfügt werden, wenn die Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung ist (ZURBRÜGG/HRUSCHKA, in: Basler Kommentar, Straf-
recht, 4. Aufl. 2019, N. 27 ff. zu Art. 66a StGB). Zwischen der Dauer der Strafe und 

25

jener der Landesverweisung besteht in der Regel eine gewisse Übereinstimmung 
(vgl. zum alten Recht BGE 123 IV 107). In die Ermessensausübung haben ausser-
dem noch weitere Kriterien einzufliessen. So spielt insbesondere die Art des Delikts 
bzw. das geschützte Rechtsgut eine Rolle. Es gilt sodann, die Gefährdung der öf-
fentlichen Sicherheit und das Rückfallrisiko zu berücksichtigen. Dabei kommt die-
sen Aspekten unterschiedliches Gewicht zu, je nachdem welche privaten Interes-
sen des Beschuldigten an einer Rückkehr in die Schweiz entgegenstehen (vgl. Ur-
teil des Obergerichts des Kantons Bern SK 18 87 vom 23. August 2018 E. 25). 

Der Beschuldigte wurde wegen mehrerer Delikte schuldig erklärt, wobei einzig der 
gewerbsmässige Diebstahl ein Katalogdelikt gemäss Art. 66a StGB darstellt. Das 
Verschulden des Beschuldigten bezüglich des gewerbsmässigen Diebstahls wird 
zwar – in Relation zum sehr weiten Strafrahmen – als leicht im unteren Bereich 
eingestuft. Beim Tatbestand des gewerbsmässigen Diebstahls gilt aber grundsätz-
lich – wie bereits erwähnt – ein strenger Massstab. Die vom Beschuldigten ausge-
hende Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist sodann, wie oben 
dargelegt, erheblich. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Beschuldigte bis anhin 
noch keine Gewaltdelikte begangen hat. Es ist ihm aber eine eigentliche Schlecht-
prognose zu stellen. Dem öffentlichen Interesse steht schliesslich kein erkennbares 
konkretes privates Interesse des Beschuldigten gegenüber; der Beschuldigte ist in 
der Schweiz in keiner Weise verwurzelt und es sind weder soziale noch berufliche 
Perspektiven erkennbar. Unter Berücksichtigung sämtliche Aspekte erachtet die 
Kammer eine Landesverweisung von sieben Jahren als angemessen. 

17. Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS)

Die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS wird vom urteilenden Gericht an-
geordnet (Art. 20 der Verordnung über den nationalen Teil des Schengener Infor-
mationssystems [N-SIS] und das SIRENE-Büro [N-SIS-Verordnung; SR 362.0]). 
Die Zulässigkeit der Ausschreibung von Drittstaatsangehörigen zur Einreise- und 
Aufenthaltsverweigerung im SIS beurteilt sich nach den Bestimmungen der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schen-
gener Informationssystems der zweiten Generation (nachfolgend SIS-II-
Verordnung; ABI. L 381 vom 28. Dezember 2006) bzw. nach der neuen Verord-
nung (EU) 2018/1861 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. No-
vember 2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener 
Informationssystems (SIS) im Bereich der Grenzkontrollen, zur Änderung des Übe-
reinkommens zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen und zur Än-
derung und Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 (nachfolgend SIS-
Verordnung-Grenze) – aktuell sind sowohl die SIS-II-Verordnung (noch) als auch 
die SIS-Verordnung-Grenze (bereits) in Kraft.

Im SIS können nur sogenannte Drittstaatenangehörige ausgeschrieben werden. 
Darunter fasst die SIS-II-Verordnung bzw. die SIS-Verordnung-Grenze Personen, 
die weder Bürger der EU noch Drittstaatenangehörige sind, die sich auf ein Freizü-
gigkeitsrecht berufen können (Art. 3 Bst. d SIS-II-Verordnung bzw. Art. 3 
Ziff. 4 SIS-Verordnung-Grenze). Voraussetzung der Ausschreibung im SIS ist so-

26

dann eine nationale Ausschreibung, die auf einer Entscheidung der zuständigen 
nationalen Instanz (Verwaltungsbehörde oder Gericht) beruht (Art. 24 Ziff. 1 SIS-II-
Verordnung bzw. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze).

Gestützt auf Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung bzw. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-
Verordnung-Grenze wird eine Ausschreibung im SIS eingegeben, wenn diese Ent-
scheidung auf eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder die na-
tionale Sicherheit gestützt wird, welche die Anwesenheit des betreffenden Dritt-
staatsangehörigen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats darstellt. Dies ist laut dem 
Verordnungstext insbesondere der Fall bei einem Drittstaatsangehörigen, der in ei-
nem Mitgliedstaat wegen einer Straftat verurteilt worden ist, die mit Freiheitsstrafe 
von mindestens einem Jahr bedroht ist (Art. 24 Ziff. 2 Bst. a SIS-II-Verordnung 
bzw. Art. 24 Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze). Die-
se Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a SIS-II-Verordnung bzw. von Art. 24 
Ziff. 2 Bst. a i.V.m. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-Grenze ist laut bundesge-
richtlicher Rechtsprechung erfüllt, wenn der entsprechende Straftatbestand im 
Höchstmass eine Freiheitsstrafe von einem Jahr oder mehr vorsieht und nicht, 
wenn eine konkrete Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ausgesprochen wurde. 
Nebst dem ist im Sinne einer kumulativen Voraussetzung auch bei Vorliegen einer 
entsprechenden Verurteilung zusätzlich zu prüfen, ob von der betroffenen Person 
eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. Damit wird dem in 
Art. 21 SIS-II-Verordnung bzw. Art. 21 SIS-Verordnung-Grenze verankerten Ver-
hältnismässigkeitsprinzip Rechnung getragen (zum Ganzen Urteil des Bundesge-
richts 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 4.8).

An die Annahme einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung im Sinne 
von Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung bzw. Art. 24 Ziff. 1 Bst. a SIS-Verordnung-
Grenze sind gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Gerichtshofs 
der Europäischen Union (nachfolgend EuGH) keine allzu hohen Anforderungen zu 
stellen. Es wird nicht verlangt, dass das «individuelle Verhalten der betroffenen 
Person eine tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend schwere Gefährdung dar-
stellt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt». Es steht einer Ausschrei-
bung der Landesverweisung im SIS daher nicht entgegen, wenn bei der Legalpro-
gnose eine konkrete Rückfallgefahr verneint und die Strafe bedingt ausgesprochen 
wurde. Ebenso wenig setzt Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung bzw. Art. 24 Ziff. 1 und 
Ziff. 2 SIS-Verordnung-Grenze die Verurteilung zu einer «schweren» Straftat vor-
aus. Es genügen eine oder mehrere Straftaten, die einzeln betrachtet oder in ihrer 
Gesamtheit von einer «gewissen» Schwere sind, unter Ausschluss von blossen 
Bagatelldelikten. Entscheidend ist nicht das Strafmass, sondern in erster Linie die 
Art und Häufigkeit der Straftaten, die konkreten Tatumstände sowie das übrige 
Verhalten der betroffenen Person (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 
6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 4.8).

Sind die Voraussetzungen von Art. 21 und Art. 24 Ziff. 1 und 2 SIS-II-Verordnung 
bzw. Art. 21 und Art. 24 Ziff. 1 und 2 SIS-Verordnung-Grenze erfüllt, besteht eine 
Pflicht zur Ausschreibung im SIS (BGE 146 IV 172 E. 3.2.2). Die Ausschreibung im 
SIS zieht für die Dauer der Landesverweisung ein Verbot der Einreise in die 

27

Schweiz sowie ein Einreiseverbot für den ganzen Schengen-Raum nach sich 
(BGE 146 IV 172 E. 3.2.3).

Der Beschuldigte ist Staatsbürger von Eritrea. Er gilt daher als Drittstaatangehöri-
ger im Sinne von Art. 3 Bst. d und Art. 24 SIS-II-Verordnung. Dass vom Beschul-
digten eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung 
ausgeht, wurde bereits weiter oben eingehend dargelegt. Die Voraussetzungen von 
Art. 21 und Art. 24 Ziff. 1 und 2 SIS-II-Verordnung bzw. Art. 21 und Art. 24 Ziff. 1 
und 2 SIS-Verordnung-Grenze für die Ausschreibung der Landesverweisung im 
SIS sind vorliegend offensichtlich erfüllt. Diese Anordnung ist somit zu bestätigen.

V. Kosten und Entschädigung

18. Verfahrenskosten 

18.1 Erste Instanz 

Der Beschuldigte wurde zufolge seiner Verurteilung zur Bezahlung der erstinstanz-
lichen Verfahrenskosten von CHF 12'566.00 verurteilt. Dieser Punkt ist in Rechts-
kraft erwachsen, darauf ist nicht zurückzukommen. 

18.2 Obere Instanz 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine Partei 
im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem 
Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden (Ur-
teil des BGer 6B_601/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 2.2). 

Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen im oberinstanzlichen Verfahren 
vollumfänglich, weshalb er die oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 2’500.00 (Art. 24 Abs. 1 Bst. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; 
BSG 161.12]), zu bezahlen hat. 

19. Amtliche Entschädigung 

19.1 Erste Instanz 

Für ein Rückkommen auf die Höhe der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwalt 
B.________ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im erstinstanzlichen 
Verfahren besteht kein Anlass (vgl. Urteile des BGer 6B_349/2016 vom 13. De-
zember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). 

Aufgrund seiner Verurteilung wird der Beschuldigte unter den Voraussetzungen 
von Art. 135 Abs. 4 StPO voll rück- und nachzahlungspflichtig. 

19.2 Obere Instanz 

Für das oberinstanzliche Verfahren macht Rechtsanwalt B.________ mit Honorar-
note vom 6. Januar (pag. 1417 ff.) einen Zeitaufwand von total 21 Stunden geltend. 
Dieser Aufwand wurde vorab um zwei Stunden gekürzt, da die Hauptverhandlung 
inkl. Urteilseröffnung – anders als in der detaillierten Zusammenstellung der er-
brachten Leistungen veranschlagt (Rechtsanwalt B.________ macht für die Teil-

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nahme an der Hauptverhandlung inkl. Urteilseröffnung einen Aufwand von total fünf 
Stunden geltend) – lediglich rund zwei Stunden gedauert hat und für die – in der 
detaillierten Zusammenstellung der erbrachten Leistungen nicht aufgeführte – Vor- 
und Nachbesprechung mit dem Klienten ein Aufwand von einer Stunde angemes-
sen erscheint. Angesichts des Umstandes, dass Rechtsanwalt B.________ bereits 
Aktenkenntnis hatte und vor oberer Instanz einzig noch die Strafzumessung und 
die Landesverweisung strittig waren, erscheinen sodann die geltend gemachten 
Aufwände für Besprechungen mit dem Mandanten (insgesamt 3 Besprechungen; 
Aufwand von total dreieinhalb Stunden; dabei erscheint insbesondere die Bespre-
chung vom 5. Juli 2021 überflüssig) sowie das Aktenstudium (Aufwand von total 
vier Stunden) nicht vollumfänglich geboten. Vielmehr erscheint ein Aufwand von 
zweieinhalb Stunden für Besprechungen mit dem Mandanten und ein solcher von 
zwei Stunden für das Aktenstudium angemessen. Folglich sind die geltend ge-
machten Aufwände für die fraglichen Positionen um insgesamt drei Stunden zu 
kürzen. Eine weitere Kürzung um vier Stunden auf insgesamt 12 Stunden erscheint 
schliesslich deshalb angezeigt, als die in der detaillierten Zusammenstellung der 
erbrachten Leistungen aufgeführten administrativen Arbeiten (alleine für das blosse 
Weiterleiten von Posteingängen an den Klienten macht Rechtsanwalt B.________ 
einen Aufwand von total vier Stunden geltend) bereits im Stundenansatz enthalten 
und daher nicht separat zu vergüten sind (vgl. Kreisschreiben Nr. 15 des Oberge-
richts des Kantons Bern vom 25. November 2016 betreffend Entschädigung der 
amtliche bestellten Anwältinnen und Anwälte und Nachforderungsrecht, Ziff. 3.3).

Die geltend gemachten Auslagen von total CHF 273.55 sowie der geltend gemach-
te Reisezuschlag von CHF 100.00 geben demgegenüber zu keinen Bemerkungen 
Anlass. Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für seinen Auf-
wand im oberinstanzlichen Verfahren demnach mit CHF 2'987.10 (Zeitaufwand von 
12 Stunden zu CHF 200.00, ausmachend CHF 2’400.00, zuzüglich Auslagen von 
CHF 273.55, Reisezuschlag von CHF 100.00 und Mehrwertsteuer von CHF 
213.10). Das volle Honorar von Rechtsanwalt B.________ wird gestützt auf den 
beantragten Stundenansatz von CHF 230.00 bemessen und auf CHF 3'374.85 
festgesetzt. 

Der Beschuldigte ist für diese Beträge unter den Voraussetzungen von Art. 135 
Abs. 4 StPO voll rück- und nachzahlungspflichtig.

VI. Verfügungen

20. Hinsichtlich der Verfügungen wird auf das Dispositiv verwiesen. 

29

VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 7. Juni 
2021 (PEN 21 370/372) insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als: 

1. A.________ schuldig erklärt wurde: 

1.1. des gewerbsmässigen Diebstahls, begangen 

1.1.1. am 3. November 2020 in S.________, z.N. E.________ (Genossen-
schaft) (Deliktsbetrag: CHF 49.90 CHF);

1.1.2. am 6. November 2020 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft) (De-
liktsbetrag: CHF 898.60);

1.1.3. am 7. November 2020 in T.________, z.N. F.________ (Genossen-
schaft) (Deliktsbetrag: CHF 359.40);

1.1.4. am 9. November 2020 in Bern, z.N. C.________ (AG) (Deliktsbetrag:           
CHF 323.40);

1.1.5. am 10. November 2020 in Bern, z.N. G.________ (AG) (Deliktsbetrag: 
CHF 309.85);

1.1.6. am 12. November 2020 in Bern, z.N. D.________ (AG) (Deliktsbetrag:          
CHF 258.00);

1.1.7. am 16. November 2020 in Bern, z.N. G.________ (AG) (Deliktsbetrag: 
CHF 448.90);

1.1.8. am 24. November 2020 in U.________, z.N. H.________ (AG) (De-
liktsbetrag: CHF 102.80);

1.1.9. am 24. November 2020 in U.________, z.N. D.________ (AG) (Ver-
such);

1.1.10. am 9. Dezember 2020 in Bern, z.N. E.________ (Genossenschaft)     
(Deliktsbetrag: CHF 12.30);

1.1.11. am 9. Dezember 2020 in Bern, z.N. G.________ (AG) (Deliktsbetrag: 
CHF 239.00);

1.1.12. am 14. Dezember 2020 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft) 
(Deliktsbetrag: CHF 179.70);

1.1.13. am 15. Dezember 2020 in V.________, z.N. F.________ (Genossen-
schaft) (Deliktsbetrag: CHF 211.70);

1.1.14. am 17. Dezember 2020 in V.________, z.N. I.________ (AG) (Delikts-
betrag: CHF 8.80);

30

1.1.15. am 19. Dezember 2020 in Biel, z.N. C.________ (AG) (Deliktsbetrag:          
CHF 6.25);

1.1.16. am 4. Januar 2021 in Bern, z.N. J.________ (AG) (Deliktsbetrag: CHF 
84.85);

1.1.17. am 29. Januar 2021 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft) (De-
liktsbetrag: CHF 136.75);

1.1.18. am 8. Februar 2021 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft) (De-
liktsbetrag: CHF 14.95);

1.1.19. am 8. Februar 2021 in Bern, z.N. E.________ (Genossenschaft)         
(Deliktsbetrag: CHF 1'276.85);

1.1.20. am 13. Februar 2021 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft) (De-
liktsbetrag: CHF 177.15; Rest Versuch);

1.1.21. am 15. Februar 2021 in W.________, z.N. F.________ (Genossen-
schaft) (Deliktsbetrag: CHF 801.40);

1.1.22. am 15. Februar 2021 in Bern, z.N. E.________ (Genossenschaft)       
(Deliktsbetrag: CHF 458.00);

1.2. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen

1.2.1 am 3. November 2020 in S.________, z.N. E.________ (Genossen-
schaft);

1.2.2. am 3. November 2020 in S.________, z.N. F.________ (Genossen-
schaft);

1.2.3. am 6. November 2020 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft);

1.2.4. am 9. November 2020 in Bern, z.N. C.________ (AG);

1.2.5. am 10. November 2020 in Bern, z.N. G.________ (AG);

1.2.6. am 16. November 2020 in Bern, z.N. G.________ (AG);

1.2.7. am 24. November 2020 in U.________, z.N. D.________ (AG);

1.2.8. am 9. Dezember 2020 in Bern, z.N. E.________ (Genossenschaft);

1.2.9. am 9. Dezember 2020 in Bern, z.N. G.________ (AG);

1.2.10. am 14. Dezember 2020 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft);

1.2.11. am 15. Dezember 2020 in V.________, z.N. F.________ (Genossen-
schaft);

1.2.12. am 19. Dezember 2020 in Biel, z.N. C.________ (AG);

1.2.13. am 29. Dezember 2020 in Biel, z.N. C.________ (AG);

1.2.14. am 4. Januar 2021 in Bern, z.N. J.________ (AG);

1.2.15. am 29. Januar 2021 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft);

1.2.16. am 8. Februar 2021 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft);

31

1.2.17. am 8. Februar 2021 in Bern, z.N. E.________ (Genossenschaft);

1.2.18. am 13. Februar 2021 in Bern, z.N. F.________ (Genossenschaft);

1.2.19. am 15. Februar 2021 in W.________, z.N. F.________ (Genossen-
schaft);

1.2.20. am 15. Februar 2021 in Bern, z.N. E.________ (Genossenschaft);

1.3. der Sachbeschädigung (geringfügig), begangen am 24. November 2020 in 
U.________ z.N. D.________ (AG) (Deliktsbetrag: CHF 125.00);

1.4. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen 
durch Besitz bzw. Konsum von Kokaingemisch, so 

1.4.1. am 10. Oktober 2020 in Bern; 

1.4.2. am 12. November 2020 in Bern; 

1.4.3. am 13. November 2020 in Bern; 

1.4.4. am 3. Januar 2021 in Bern; 

1.4.5. am 3. Januar 2021 in Bern; 

1.5. des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, begangen am 3. Januar 
2021 in Bern;

1.6. der Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz, begangen am    
18. November 2020.

2. A.________ in Anwendung der Artikel 47, 49 Abs. 1 und 2, 106, 144 i.V.m. 172ter, 292 
StGB, Art. 19a BetmG, Art. 57 Abs. 3 PG und Art. 426 ff. StPO verurteilt wurde: 

2.1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, teilweise als Zusatzstrafe zum 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. November 2020, 
wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 5 Tage fest-
gesetzt wurde;

2.2. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf             
CHF 12'566.00. 

3. betreffend Zivilpunkt in Anwendung der Artikel 41 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 
ff. StPO erkannt wurde, dass

3.1. die Forderung der Privatklägerin C.________ (AG) abgewiesen wird; 

3.2. die Forderung der Privatklägerin D.________ (AG) bezüglich Schadenersatz 
abgewiesen wird; 

A.________ verurteilt wird, der D.________ (AG) eine Umtriebsentschädigung 
von CHF 150.00 zu bezahlen; 

3.3. für die Beurteilung der Zivilklagen keine Verfahrenskosten ausgeschieden     
werden. 

32

4. weiter verfügt wurde, dass 

4.1. die beschlagnahmten Drogenutensilien zur Vernichtung eingezogen werden 
(Art. 69 StGB), 

4.2. folgende Gegenstände zur Vernichtung eingezogen werden (Art. 69 StGB): 
- Armbanduhr, Marke Fitbit
- 1 Paar Kopfhörer, Marke Jabra
- 1 Zahnpflegegerät, Marke Oral-B.

II.

Bezüglich der bei A.________ mit Verfügung des Amts für Justizvollzug des Kantons Bern 
vom 24. Februar 2020 aufgeschobenen Reststrafe von 52 Tagen wird die Rückverset-
zung in den Strafvollzug angeordnet (Art. 89 Abs. 1 StGB). 

III.

A.________ wird aufgrund der rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss Ziff. I.1.1 und I.1.2 
hiervor 

in Anwendung der Artikel 
22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 66a Abs. 1 Bst. c, 139 Ziff. 1 und 2, 186 StGB, 
Art. 428 Abs. 1 StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt aufgeschobenen und nunmehr zu vollziehen-
den Reststrafe (gemäss Ziff. II hiervor) im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 89 Abs. 
1 und 6 StGB 

verurteilt: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl 
der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. November 2020.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 141 Tagen (15. Februar 2021 bis 5. Juli 
2021) wird vollumfänglich an die Freiheitsstrafe angerechnet und es wird festgestellt, 
dass sich A.________ seit dem 6. Juli 2021 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.  

2. Zu einer Landesverweisung von 7 Jahren. 

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweige-
rung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

3. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2'500.00. 

IV.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt 
B.________, wurde bzw. wird für das erstinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

33

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 34.58 200.00 CHF 6’916.00

CHF 455.30
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 7’371.30 CHF 567.60

CHF 90.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 8’028.90

volles Honorar CHF 7’953.40
CHF 455.30

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 8’408.70 CHF 647.45
CHF 90.00

Total CHF 9’146.15

nachforderbarer Betrag CHF 1’117.25

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung 
von A.________ im erstinstanzlichen Verfahren mit CHF 8'028.90.

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
amtliche Entschädigung von CHF 8'028.90 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend total CHF 1'117.25, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt 
B.________, wird für das oberinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 12.00 200.00 CHF 2’400.00
Reisezuschlag CHF 100.00

CHF 273.55
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2’773.55 CHF 213.55
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2’987.10

volles Honorar CHF 2’760.00
Reisezuschlag CHF 100.00

CHF 273.55
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3’133.55 CHF 241.30
Total CHF 3’374.85

nachforderbarer Betrag CHF 387.75

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung 
von A.________ im oberinstanzlichen Verfahren mit CHF 2'987.10.

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te amtliche Entschädigung von CHF 2'987.10 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-

34

norar, ausmachend total CHF 387.75, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

IV.

Weiter wird verfügt: 

1. A.________ geht zurück in den vorzeitigen Strafvollzug. 

2. Die Zustimmung zur Löschung des über A.________ erstellten DNA-Profils (PCN 
.________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist durch das zuständige Bundesamt wird 
vorzeitig erteilt (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).  

3. Die Zustimmung zur Löschung der von A.________ erhobenen erkennungsdienstli-
chen Daten (PCN .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist durch die auftragge-
bende Behörde wird vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 der Verord-
nung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).  

4. Mündlich eröffnet und begründet:
- dem Beschuldigten, a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Schriftlich zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft 
- der Straf- und Zivilklägerin 1
- der Straf- und Zivilklägerin 2

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz 
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv, nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- den Bewährungs- und Vollzugsdiensten des Kantons Bern (BVD; Dispositiv und 

Motiv; unverzüglich, vorab per Fax)
- dem Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern, Migrationsdienst (MIDI;     

Dispositiv vorab zur Information, Motiv innert 10 Tagen) 
- der Strafanstalt Saxerriet (nur Dispositiv; unverzüglich, vorab per Fax)

35

Bern, 7. Januar 2022
(Ausfertigung: 7. Juni 2022)

Im Namen der 1. Strafkammer

Die Präsidentin i.V.:

Obergerichtssuppleantin Schaer

Der Gerichtsschreiber:

Ruch

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, Viale Stefano Franscini 7, 6500 Bellinzona, schriftlich und be-
gründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO).