# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52f27a5d-ec45-5322-b02d-f8a19fb0e539
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2008 C-7487/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7487-2006_2008-05-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7487/2006

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 0 8   

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Thomas Segessenmann.

P._______,
vertreten durch Martin Ilg,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7487/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin, geboren am 20. Juli 1964, stammt aus Kame-
run und heiratete am 28. August 1999 in Yaoundé den schweizerischen 
Staatsangehörigen R._______, geboren am 11. Januar 1949. Gemäss 
den Akten des Service de la population des Kantons Waadt reiste sie 
am 20. Dezember 1999 – ohne über das erforderliche Visum zu verfü-
gen – in die Schweiz ein und erhielt in der Folge eine kantonale Auf-
enthaltsbewilligung, welche am 25. November 2005 in eine Niederlas-
sungsbewilligung umgewandelt  wurde. In den Jahren 2002 und 2004 
ersuchte sie die kantonalen Behörden vergeblich um Bewilligung des 
Familiennachzugs für die beiden jüngeren ihrer drei in Kamerun leben-
den vorehelichen Kinder.

B.
Mit Korrespondenz vom 24. Juni 2005 reichte die Beschwerdeführerin 
beim Bundesamt für Migration (BFM) ein Gesuch um erleichterte Ein-
bürgerung in der Schweiz ein. 

Das  BFM  forderte  die  Beschwerdeführerin  daraufhin  mit  Schreiben 
vom 31. August 2005 auf, sechs Personen mit schweizerischer Natio-
nalität  anzugeben, welche bestätigen könnten,  dass die Eheleute im 
sozialen Bereich gemeinsam als Paar auftreten würden. In der Folge 
liess die Beschwerdeführerin der Vorinstanz am 27. September 2005 
drei entsprechende Adressen zukommen und erklärte, eher zurückge-
zogen  zu  leben,  weshalb  nicht  sechs  Adressen  angegeben  werden 
könnten.

In der Folge liess die Kantonspolizei Waadt der Vorinstanz, auf deren 
Ersuchen hin, zwei Erhebungsberichte vom 22. September 2005 und 
21. Oktober 2005 zum Einbürgerungsgesuch der Beschwerdeführerin 
zukommen. 

Mit  Schreiben vom 14. Februar 2006 empfahl die Vorinstanz der Be-
schwerdeführerin,  das  Gesuch um erleichterte  Einbürgerung zurück-
zuziehen. Erhebungen hätten ergeben, dass sie als Prostituierte arbei-
te und in Yverdon-les-Bains einen Massagesalon betreibe. Es entspre-
che der konstanten Praxis, dass das Vorliegen einer tatsächlichen, sta-
bilen ehelichen Gemeinschaft bei Personen mit einem solchen berufli-
chen Hintergrund verneint werde. 

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Nach Einsicht in die vorinstanzlichen Akten erklärte die Beschwerde-
führerin mit Eingabe vom 18. April 2006, an ihrem Gesuch festzuhal-
ten. In der Folge legte das BFM der Beschwerdeführerin mit Schreiben 
vom 17. Juli 2006 nochmals den Gesuchsrückzug nahe. 

Nachdem diese mit Telefax vom 25. Juli 2006 um Zustellung einer an-
fechtbaren  Verfügung  ersucht  hatte,  wandte  sich  die  Vorinstanz  am 
22. August 2006 erneut an die Beschwerdeführerin. Bei einer nochma-
ligen Durchsicht des Dossiers sei festgestellt worden, dass sie im Sep-
tember 2005 erklärt habe, beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) 
einen sechsmonatigen Ausbildungskurs zur Pflegehelferin zu absolvie-
ren. Gestützt darauf ersuchte das BFM die Beschwerdeführerin insbe-
sondere um Auskunft  darüber, ob sie heute als Hilfskrankenpflegerin 
arbeite und ob sie die Tätigkeit als Prostituierte aufgegeben habe.

Mit  Eingabe vom 7. September  2006 reichte der Rechtsvertreter  per 
Telefax eine Kursbestätigung des SRK vom 21. Juni 2006 sowie eine 
handschriftliche Notiz der Beschwerdeführerin vom 1. September 2006 
ein und erklärte, seine Mandantin arbeite schon längst nicht mehr als 
Prostituierte und sei auf der Suche nach einer Stelle als Hilfskranken-
pflegerin. 

Aufgrund dieser Angaben stellte das BFM mit Schreiben vom 27. Okto-
ber  2006 in  Aussicht,  das  Verfahren ein  Jahr  nach  einem allfälligen 
Stellenantritt der Beschwerdeführerin als Pflegehelferin wieder aufzu-
nehmen  und  auf  die  in  Aussicht  gestellte  Ablehnung  des  Einbürge-
rungsgesuchs zurückzukommen. 

Mit  Telefax  vom 2. November  2006 erklärte  der  Rechtsvertreter,  die 
Beschwerdeführerin sei Hausfrau und habe zuvor – mit Einverständnis 
des Ehemannes – den ganz normalen Beruf einer Prostituierten aus-
geübt. Die Frage, ob sie den erlernten Pflegeberuf tatsächlich ausüben 
oder  aber  Hausfrau bleiben werde,  könne keine Auswirkung auf  die 
Einbürgerung haben.

C.
Mit Verfügung vom 24. November 2006 lehnte die Vorinstanz das Ge-
such der Beschwerdeführerin um erleichterte Einbürgerung ab. 

Zur Begründung hielt das BFM im Wesentlichen fest, es sei unbestrit-

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ten, dass die Beschwerdeführerin bis ca. Oktober 2005 in Yverdon-les-
Bains  in  einem Massagesalon als  Prostituierte  gearbeitet  habe. Der 
Gesetzgeber  sei  bei  der  Einführung  der  erleichterten  Einbürgerung 
von einem traditionellen Eheverständnis  ausgegangen als  einer,  aus 
gegenseitiger Zuneigung und Liebe eingegangenen, auf Dauer ange-
legten  Lebens-,  Wohn-,  Wirtschafts-  und  Geschlechtsgemeinschaft. 
Gehe  ein  ausländischer  Ehegatte  gewerbsmässig  der  Prostitution 
nach, führe dies zur – widerlegbaren – tatsächlichen Vermutung, dass 
keine effektive, stabile Lebensgemeinschaft bestehe. Die Beschwerde-
führerin habe sich im Jahre 1999 im Herkunftsland mit einem um 15 
Jahre  älteren Schweizer  Bürger  verheiratet. Über  die  Art  und Weise 
des Kennenlernens oder die Dauer der Bekanntschaftszeit, welche der 
Heirat  vorausgegangen sei,  sei  nichts  bekannt. Fest  stehe,  dass die 
Beschwerdeführerin  aufgrund  ihrer  Staatsangehörigkeit  und – soweit 
ersichtlich  –  mangels  besonderer  beruflicher  Qualifikation  ohne  die 
Heirat keine Aussicht  auf eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz 
gehabt hätte. Aus der Ehe seien bis dato keine gemeinsamen Kinder 
hervorgegangen. Das Bundesamt habe aber den Umstand,  dass die 
Beschwerdeführerin Schritte hinsichtlich einer beruflichen Neuorientie-
rung unternommen habe, zum Anlass genommen, um auf die in Aus-
sicht gestellte Ablehnung des Gesuchs um erleichterte Einbürgerung 
zurückzukommen. Die Beschwerdeführerin habe sich zwar noch bis in 
die  jüngere  Vergangenheit  prostituiert.  Allerdings  habe  sie  im  Jahre 
2006 einen Kurs als Pflegehelferin mit Erfolg abgeschlossen. Nach An-
gaben des Rechtsvertreters sei sie momentan auf Stellensuche. Das 
Bundesamt habe dem Rechtsvertreter deshalb signalisiert, dass es die 
durch die Prostitution hervorgerufenen Zweifel  an der  ehelichen Ge-
meinschaft  nach  einer  einjährigen  Erwerbstätigkeit  in  der  Kranken-
pflege als beseitigt betrachten würde. Mit dieser Vorgehensweise habe 
das Bundesamt nicht zuletzt auch verhindern wollen, dass eine Person 
eingebürgert werde, die vom schweizerischen Ehegatten aus finanziel-
len Motiven in der Prostitution gehalten werde. Ein solches Abhängig-
keits-  und Ausnutzungsverhältnis  wäre  mit  einer  tatsächlichen  eheli-
chen Gemeinschaft unvereinbar. Mit dieser Vorgehensweise des Bun-
desamtes  habe  sich  der  Rechtsvertreter  jedoch  nicht  einverstanden 
erklärt. Im gegenwärtigen Zeitpunkt müsse das Gesuch der Beschwer-
deführerin abgewiesen werden.

D.
Gegen diese  Verfügung  reichte  die  Beschwerdeführerin  am 22.  De-
zember  2006  beim  Eidgenössischen  Justiz-  und  Polizeidepartement 

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(EJPD) Beschwerde ein  und beantragte  deren Aufhebung  sowie  die 
Gutheissung des Gesuchs um erleichterte Einbürgerung.

E.
Am 1. Januar 2007 wurde das Verfahren vom neu geschaffenen Bun-
desverwaltungsgericht übernommen.

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 23. April  2007 beantragt die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit Replik vom 28. Juni 2007 hält die Beschwerdeführerin an ihren An-
trägen und der Begründung fest.

H.
Das Bundesverwaltungsgericht  gab der  Beschwerdeführerin  mit  Zwi-
schenverfügung vom 8. Februar 2008 Gelegenheit, Beweismittel zu ih-
rer aktuellen persönlichen, familiären und beruflichen Situation nach-
zureichen. 

I.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 10. März 2008 reichte die Be-
schwerdeführerin daraufhin die Kopie eines vom 14. Juli 2007 bis zum 
17. August 2007 befristeten Arbeitsvertrages als Reinigungsangestell-
te  zu  den  Akten.  In  einem  ebenfalls  beigelegten  Schreiben  vom 
26. Februar 2008 führte sie aus, keine Stelle als Pflegehelferin gefun-
den zu haben. Sie  habe indessen während eines  Monats  als  Reini-
gungsangestellte  gearbeitet  und  sei  Mitglied  des  Pfarreichors  Saint-
Nicolas in Biel. 

J.
Am  15.  April  2008  brachte  das  Bundesverwaltungsgericht  der  Be-
schwerdeführerin zur Kenntnis, dass es die fremdenpolizeilichen Akten 
des  Service  de  la  population  des  Kantons  Waadt  eingesehen  habe 
und bei der Entscheidfindung berücksichtigen werde.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen auch Verfügungen des BFM über die erleichterte Einbürgerung 
(Art. 27 i.V.m. Art. 32 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 
1952 [BüG, SR 141.0]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des VGG bei den Eidgenös-
sischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwer-
dediensten der Departemente hängigen Rechtsmittel und wendet das 
neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Gemäss Art. 37 VGG 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

1.3 Als Adressatin der Verfügung vom 24. November 2006 ist die Be-
schwerdeführerin  zur  Beschwerdeerhebung  legitimiert.  Auf  die  frist- 
und formgerecht eingereichte Beschwerde ist  daher einzutreten (vgl. 
Art. 48 ff. VwVG).

1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden,  sofern  nicht  eine  kantonale  Instanz  als  Beschwerdeinstanz 
verfügt hat (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1139/2006 vom 
20. März 2008, E. 2, mit Hinweis).

2.
Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der 

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Eheschliessung  mit  einem  Schweizer  Bürger  oder  einer  Schweizer 
Bürgerin  ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen,  wenn sie 
insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt hat (Bst. a), seit einem 
Jahr hier wohnt (Bst. b) und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft 
mit einem Schweizer bzw. einer Schweizerin lebt (Bst. c). Die erleich-
terte Einbürgerung setzt nach Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass 
die  ausländische  Person  in  der  Schweiz  integriert  ist  (Bst.  a),  die 
schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die innere oder 
äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Sämtliche Ein-
bürgerungsvoraussetzungen sind  zu  überprüfen und müssen sowohl 
im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbür-
gerungsverfügung erfüllt sein (BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403).

3.
3.1 Wie aus dem Sachverhalt hervorgeht, hat die Beschwerdeführerin 
ihren schweizerischen Ehegatten am 28. August 1999 geheiratet und 
lebt seit dem 20. Dezember 1999 ununterbrochen in der Schweiz. Das 
Einbürgerungsgesuch wurde am 24. Juni 2005 eingereicht. Damit sind 
die  formellen  Voraussetzungen  der  Wohnsitz-  und  Ehedauer  von 
Art. 27 Abs. 1 BüG in casu offensichtlich erfüllt. Umstritten ist  hinge-
gen insbesondere  das  Bestehen  einer  ehelichen Gemeinschaft  (vgl. 
Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG).

3.2 Der  Begriff  der  ehelichen  Gemeinschaft  im  Sinne  von  Art.  27 
Abs. 1 Bst. c BüG bedeutet praxisgemäss mehr als nur das formelle 
Bestehen einer Ehe nach Art. 159 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilge-
setzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210). Verlangt wird viel-
mehr eine tatsächliche, stabile Lebensgemeinschaft,  die getragen ist 
vom gegenseitigen Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten 
(vgl. BGE 130 II 482 E. 2 S. 484 mit Hinweisen). 

Zweifel an einem entsprechenden Willen der Ehegatten sind nament-
lich dann angebracht, wenn der ausländische Ehepartner der Prostitu-
tion nachgeht. Der Gesetzgeber ist bei der Schaffung der Möglichkeit 
der erleichterten Einbürgerung von einem Eheverständnis ausgegan-
gen, wie es den eherechtlichen Bestimmungen des ZGB – insbeson-
dere Art. 159 Abs. 2 und 3 ZGB – zugrunde liegt, d.h. einem solchen, 
bei welchem die Ehe aus Liebe eingegangen und die Gründung einer 
Lebens- und Schicksalsgemeinschaft bzw. einer Familie bezweckt wird 
(vgl. PETER TUOR/BERNHARD SCHNYDER/ALEXANDRA RUMO-JUNGO, Das Schwei-
zerische Zivilgesetzbuch, 12. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2002, S. 275 f.). 

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Trotz gewandelter  Moral-  und Sexualvorstellungen umfasst  die eheli-
che  Treue  grundsätzlich  immer  noch  die  ungeteilte  Geschlechtsge-
meinschaft,  was  sich  jedoch  mit  der  Prostitution  definitionsgemäss 
nicht  vereinbaren lässt. In  einer  solchen Konstellation obliegt  es der 
gesuchstellenden Person, die durch die Prostitution begründete Tatsa-
chenvermutung  des  Fehlens  einer  ehelichen  Gemeinschaft  im  be-
schriebenen Sinne im Einzelfall  umzustossen (vgl. Verwaltungspraxis 
der Bundesbehörden [VPB] 67.103,  E. 20b und VPB 67.104,  E. 16). 
Bei der Beurteilung der Frage, ob eine tatsächliche und stabile eheli-
che Gemeinschaft besteht, ist jeweils auch auf die weiteren Umstände 
des konkreten Einzelfalles abzustellen, wie etwa den Altersunterschied 
der Ehegatten oder die Art und Weise des Kennenlernens und der Hei-
rat (vgl. BGE 129 II 401 E. 3.1 S. 405 f.).

3.3 Aufgrund  der  kantonalen  Akten  ist  davon auszugehen,  dass  die 
Beschwerdeführerin in der Schweiz während Jahren regelmässig der 
Prostitution nachgegangen ist. So erklärte sie etwa anlässlich von zwei 
Befragungen durch die Kantonspolizei Wallis vom 21. und 29. Dezem-
ber 2001, ihr Ehemann wisse, dass sie sich gelegentlich prostituiere. 
Er habe indessen keine Kenntnis davon, dass sie weiteren Frauen er-
laubt habe, sich in dem von ihr gemieteten Studio in Monthey, welches 
sie seit etwa einem Jahr als Massagesalon benutzt habe, der Prostitu-
tion hinzugeben. Am 23. Januar 2004 wurde die Beschwerdeführerin 
sodann vom Service des étrangers des Kantons Neuenburg befragt, 
weil  sie in einem dortigen Lokal ebenfalls als Prostituierte gearbeitet 
hatte, ohne über die erforderliche Bewilligung zu verfügen. Bei dieser 
Gelegenheit erklärte die Beschwerdeführerin, seit ungefähr einer Wo-
che auf eigene Rechnung entgeltliche Liebesdienste anzubieten. An-
lässlich einer weiteren polizeilichen Kontrolle in  einem einschlägigen 
Salon  in  Moutier  vom 14. September  2004  gab  die  Beschwerdefüh-
rerin zu Protokoll, seit zehn Tagen im betreffenden Etablissement als 
Prostituierte zu arbeiten. Sie räumte zudem ein, vor ein paar Jahren 
bereits einmal Probleme mit der Polizei gehabt zu haben, weil sie ei-
ner afrikanischen Frau in Moutier eine Wohnung zu Prostitutionszwe-
cken zur Verfügung gestellt habe. 

Der Ehemann der Beschwerdeführerin führte sodann am 11. Dezem-
ber 2004 gegenüber der Kantonspolizei Waadt aus, seine heutige Ehe-
frau im Jahre 1998 im Bahnhofbuffet von Yverdon-les-Bains kennenge-
lernt zu haben. Diese habe zu jener Zeit dort gewohnt und als Prostitu-
ierte gearbeitet. Er habe die Beschwerdeführerin geheiratet, weil er sie 

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geliebt habe und ihr den Ausstieg aus dem Milieu habe ermöglichen 
wollen. Die Beschwerdeführerin habe ihre Tätigkeit noch nicht vollstän-
dig aufgegeben und er könne sie nicht ständig beobachten. Sie habe 
mehrere Freundinnen, die sich im Milieu bewegen würden. In den Er-
hebungsberichten der Kantonspolizei Waadt vom 22. September 2005 
und 21. Oktober 2005 ist schliesslich festgehalten, dass die Beschwer-
deführerin noch im Jahre 2005 als Prostituierte in einem privaten Mas-
sagesalon in Yverdon-les-Bains gearbeitet bzw. einen solchen geführt 
hat.

3.4 Neben die  jahrelange  Tätigkeit  als  Prostituierte  treten  im vorlie-
genden Fall weitere Sachverhaltselemente, welche bei einer Gesamt-
betrachtung zusammen ein  Bild  ergeben,  das  ernsthafte  Zweifel  am 
tatsächlichen Ehewillen der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 27 
Abs. 1 Bst. c BüG aufkommen lässt und geeignet ist, die weiter oben 
beschriebene Tatsachenvermutung zu begründen. Zu den zusätzlichen 
Umständen  zählen  beispielsweise  der  grosse  Altersunterschied  der 
Eheleute  von  15 Jahren  sowie  die  Tatsache,  dass  sowohl  die  Be-
schwerdeführerin als auch ihr Ehemann vorgängig mehrere Kinder ge-
zeugt  haben, die gemeinsame Ehe indessen kinderlos geblieben ist. 
Im  Weiteren  haben  die  Eheleute  widersprüchliche  Angaben  zu  den 
Umständen ihres Kennenlernens gemacht. Gemäss den Angaben an-
lässlich der polizeilichen Anhörung zu Handen der kantonalen Migrati-
onsbehörde vom 6. April 2000 will die Beschwerdeführerin ihren Ehe-
mann  nicht  im  Rotlichtmilieu  in  Yverdon-les-Bains,  sondern  via  eine 
Annonce  in  einer  von Freundinnen  aus  der  Schweiz  nach  Kamerun 
mitgebrachten Zeitung auf dem Korrespondenzweg kennengelernt und 
sich nach einem dreiwöchigen Besuch des damals frisch geschiede-
nen R._______ im Sommer 1999 in Kamerun zur Heirat entschlossen 
haben. Die Beschwerdeführerin scheint sodann nur geringe Kenntnis-
se von den persönlichen und beruflichen Verhältnissen ihres Ehegat-
ten  gehabt  zu  haben.  So  gab  sie  beispielsweise  bei  der  Befragung 
vom 6. April  2000 auf  die  Frage  nach  der  finanziellen  Situation  der 
ehelichen Gemeinschaft  zu  Protokoll,  nicht  Bescheid  zu  wissen. Sie 
und ihr Mann würden die Einkäufe zusammen machen und wenn sie 
etwas brauche, erhalte sie von ihrem Ehemann soviel wie sie benötige. 
Zur beruflichen Situation ihres Gatten führte sie ferner im Rahmen der 
polizeilichen  Anhörung  vom  21.  Dezember  2001  aus,  ihr  Mann  sei 
Bauer, arbeite zur Zeit jedoch als Chauffeur für eine Firma in Renens, 
an deren Namen sie sich nicht mehr erinnern könne. Im Übrigen war 
die  Beschwerdeführerin  auf  Anfrage  der  Vorinstanz  im Rahmen des 

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Einbürgerungsverfahrens trotz ihres bereits langjährigen Aufenthalts in 
der Schweiz nicht in der Lage Namen und Adressen von sechs Perso-
nen mit schweizerischer Staatsangehörigkeit anzugeben, welche hät-
ten bestätigen können, dass die Eheleute im sozialen Bereich gemein-
sam  als  Paar  auftreten  würden.  Die  in  diesem  Zusammenhang  im 
vorinstanzlichen  Verfahren  abgegebene  Erklärung,  eher  zurückgezo-
gen zu leben, vermag nicht restlos zu überzeugen. Dies selbst unter 
Berücksichtigung  des  Umstandes,  dass  die  berufliche  Tätigkeit  als 
Prostituierte die soziale Integration der Beschwerdeführerin zweifellos 
erschwert  (vgl. zur Frage der Integration in die schweizerischen Ver-
hältnisse weiter unten E. 4).

4.
4.1 Die Beschwerdeführerin macht auf Rekursebene im Wesentlichen 
geltend, es sei unklar, weshalb ihre frühere Tätigkeit als Prostituierte 
ein Problem für die erleichterte Einbürgerung darstellen solle. Sie sei 
arbeitsrechtlich völlig legal in einem Massagesalon tätig gewesen. Es 
sei daher nicht ersichtlich, weshalb erst die berufliche Neuorientierung 
zu einer anderen Einschätzung der Lage durch das BFM geführt habe. 
Sie und ihr heutiger Ehemann hätten sich auf ein traditionelles Ehever-
ständnis stützend, aus gegenseitiger Zuneigung und Liebe geheiratet. 
Es handle sich um eine auf  Dauer angelegte Lebens-,  Wohn-,  Wirt-
schafts- und Geschlechtsgemeinschaft. Dies zeige sich einerseits da-
ran, dass sie bereits vier Monate nach der Heirat bei ihrem Ehemann 
in  der  Schweiz Wohnsitz genommen habe. Andererseits  ergebe sich 
dies  auch  aus  der  inzwischen  langen  Ehedauer  und  der  Tatsache, 
dass ihr aus erster Ehe stammendes minderjähriges Kind ebenfalls mit 
ihnen zusammenlebe. Zur Zeit sei sie als Hausfrau tätig. Sie suche je-
doch eine Stelle im Krankenpflegebereich, nachdem sie zwischenzeit-
lich  erfolgreich  die  Ausbildung zur  Pflegehelferin  absolviert  habe. In 
gleich gelagerten Fällen werde eine Ehedauer von bloss drei Jahren 
verlangt. Somit werde dieses Zeiterfordernis "um mehr als das Doppel-
te" erfüllt. Ausserdem übersteige dies die durchschnittliche Dauer je-
der zweiten Ehe in der Schweiz, was ebenfalls zu honorieren sei. Aus 
dem Umstand,  dass  die  Beschwerdeführerin  bis  etwa Oktober  2005 
mit  dem Einverständnis des Ehemannes in einem Massagesalon mit 
geordneten Arbeitszeiten gearbeitet  habe,  könne nicht  angenommen 
werden, es liege keine stabile Ehe vor. Im Gegenteil zeige dies, dass 
die Ehe ein starkes Fundament habe und aus tiefer Liebe eingegan-
gen worden sei. Die meisten, angeblich glücklichen Ehen würden bei 
einer solchen Tätigkeit der Ehefrau zerbrechen. Im Übrigen sei von ei-

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ner  definitiven  beruflichen  Neuorientierung  auszugehen.  Die  Be-
schwerdeführerin  habe  mit  dem  Absolvieren  einer  Ausbildung  eine 
echte Anstrengung vollbracht. Wenn sie eine Neuorientierung nur pro 
forma hätte vortäuschen wollen, hätte ein blosser Vertrag als Putzfrau 
genügt. Unberücksichtigt geblieben sei auch das Alter der Beschwer-
deführerin. Mit über 40 Jahren würden die meisten Prostituierten diese 
Tätigkeit aufgeben.

4.2 Wie bereits weiter oben erwähnt wurde, ist aufgrund der Akten da-
von auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  seit  ihrer  Einreise  in 
die Schweiz bis etwa Oktober 2005 – mithin noch nach Einreichung ih-
res Einbürgerungsgesuchs – gewerbsmässig der Prostitution nachge-
gangen ist. Ob die Beschwerdeführerin auch heute noch als Prostitu-
ierte arbeitet, ist für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens für sich 
alleine  letztlich  nicht  entscheidend. Die  inzwischen allenfalls  erfolgte 
Aufgabe  der  bisherigen Tätigkeit  bzw. der  Versuch einer  beruflichen 
Neuorientierung in der Krankenpflege führt nämlich nicht automatisch 
dazu, dass die mit dem Schweizer Bürger geschlossene Ehe fortan als 
stabil  und tatsächlich gelebt  betrachtet  werden könnte, ebensowenig 
wie eine Fortsetzung der Arbeit im Rotlichtmilieu eo ipso das Bestehen 
einer ehelichen Gemeinschaft im Sinne von Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG 
ausschliessen würde. Massgebend ist vielmehr, ob sich eine entspre-
chende Schlussfolgerung aufgrund einer  Gesamtbeurteilung der vor-
handenen Indizien ziehen lässt. In diesem Zusammenhang weist die 
Beschwerdeführerin  zu  Recht  auf  die  relativ  lange  Ehedauer  von 
mittlerweile bald neun Jahren hin. Weiter ist zu Gunsten der Beschwer-
deführerin  zu  berücksichtigen,  dass  sie  offenbar  nach  wie  vor  zu-
sammen mit ihrem Mann im gleichen Haushalt lebt. Inwiefern jedoch 
der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Beglaubigung der Ehe-
dokumente nicht im Ausland abgewartet hat, sondern bereits vier Mo-
nate nach der Eheschliessung (illegal) in die Schweiz gereist ist, für ei-
ne  Liebesheirat  sprechen  soll,  ist  nicht  ersichtlich. Im Übrigen kann 
das  angebliche  Einverständnis  des  Ehemannes  zur  Prostitution  der 
Beschwerdeführerin  – anders als  dies in  der  Beschwerde suggeriert 
wird – kaum als Beweis einer "tiefen Liebe" aufgefasst werden, son-
dern eher als eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem persönli-
chen Schicksal  des Ehepartners. Soweit  die Beschwerdeführerin fer-
ner  geltend  macht,  das  voreheliche  minderjährige  Kind  lebe  im  ge-
meinsamen Haushalt, ist festzustellen, dass sich weder aus den Akten 
der  zuständigen  kantonalen  Fremdenpolizeibehörde  noch  aus  dem 
elektronischen  Zentralen  Migrationssystem  des  Bundes  (ZEMIS)  er-

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gibt, dass ein Kind der Beschwerdeführerin in der Schweiz leben wür-
de. Immerhin ist gestützt auf die kantonalen Akten anzunehmen, der 
Ehemann habe sich den wiederholten Anstrengungen der Beschwer-
deführerin  um Nachzug von zwei  ihrer  in  Kamerun lebenden Kinder 
nicht widersetzt. Die nicht weiter begründete Aussage, wonach die Be-
schwerdeführerin  und  ihr  Ehemann  unter  anderem  auch  eine  Wirt-
schaftsgemeinschaft  bilden würden,  ist  insofern  mit  einem Fragezei-
chen zu versehen, als der Ehemann in den vergangenen Jahren offen-
bar  wiederholt  betrieben  werden  musste,  während  gegen  die  Be-
schwerdeführerin  im gleichen Zeitraum keine Betreibungen anhängig 
gemacht  worden  sind  (vgl. Bestätigungen  des Office  des  poursuites 
Yverdon-Orbe  vom 25. Juli  2005  und  3. Oktober  2005). Schliesslich 
hat es die gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG zur Mitwirkung verpflich-
tete Beschwerdeführerin, welche den Nachweis für das Bestehen einer 
stabilen in die Zukunft gerichteten ehelichen Gemeinschaft zu erbrin-
gen hätte (vgl. Art. 8 ZGB), auf Rekursebene unterlassen, Beweismit-
tel  betreffend  ihre  familiären  bzw. ehelichen  Verhältnisse  vorzulegen 
oder zumindest anzubieten, obwohl ihr vom Bundesverwaltungsgericht 
mit Zwischenverfügung vom 8. Februar 2008 ausdrücklich Gelegenheit 
dazu eingeräumt worden ist. Diese Unterlassung wirkt umso schwerer 
als die Beschwerdeführerin vorliegend durch einen im Bürgerrecht ver-
sierten Rechtsvertreter vertreten war bzw. ist. In dieser Situation kann 
auch darauf verzichtet werden, die drei im erstinstanzlichen Verfahren 
mit Schreiben vom 27. September 2005 angegebenen Referenzperso-
nen zu befragen, zumal die durch die Vorinstanz unterlassene Beweis-
abnahme  auf  Beschwerdeebene  nicht  gerügt  worden  ist.  Die  Be-
schwerdeführerin hätte jedoch allen Anlass gehabt, vor dem Bundes-
verwaltungsgericht auf der Befragung der von ihr genannten Referenz-
personen  zu  beharren,  wenn  sie  sich  davon  im  heutigen  Zeitpunkt 
noch etwas zu ihren Gunsten versprochen hätte (vgl. BVGE 2007/21 
E. 11.1.3  sowie  Urteil  des  Bundesgerichts  5A.2/2005  vom  24. März 
2005, E. 6.2).

4.3 Nach dem Gesagten kommt das Bundesverwaltungsgericht  trotz 
der  relativ  langen Ehedauer  und des während dieser  Zeit  geführten 
gemeinsamen Haushalts zum Schluss, dass es der Beschwerdeführe-
rin  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  gelungen  ist,  die  aufgezeigten 
Zweifel  am Bestehen einer tatsächlichen und stabilen ehelichen Ge-
meinschaft im Sinne von Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG zu beseitigen. 

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4.4 Bei diesem Ergebnis ist es letztlich unerheblich, ob die vom BFM 
verlangte einjährige Wartefrist ab dem Zeitpunkt der beruflichen Neu-
orientierung eine genügende rechtliche Grundlage hat und ob sie ein 
geeignetes  Mittel  darstellt,  um  zu  verhindern,  dass  einzubürgernde 
Personen von ihren schweizerischen Ehepartnern  in  der  Prostitution 
gehalten werden.

5.
5.1 Selbst wenn das Gericht in casu zum Schluss gekommen wäre, es 
bestehe eine stabile eheliche Gemeinschaft im bürgerrechtlichen Sin-
ne, wäre nach wie vor zweifelhaft, ob die Beschwerdeführerin sämtli-
che Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung erfüllten würde. 
Fraglich erscheint vorliegend namentlich das Erfordernis der Integrati-
on in der Schweiz (Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG). 

5.2 Integration im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG bedeutet die 
Aufnahme einer ausländischen Person in die schweizerische Gesell-
schaft und die Bereitschaft dieser Person, sich in das hiesige soziale 
Umfeld einzufügen, ohne deswegen ihre Eigenart und ihre ursprüngli-
che Staatsangehörigkeit  preiszugeben. Die Integration wird dabei als 
gegenseitiger  Annäherungsprozess  zwischen der  einheimischen  und 
der ausländischen Bevölkerung betrachtet,  welche bei  beiden Seiten 
eine  entsprechende  Bereitschaft  voraussetzt.  Von  einer  einbürge-
rungswilligen  Person  wird  keineswegs  verlangt,  unter  Aufgabe  ihrer 
Identität "in eine andere Haut zu schlüpfen" und die vorhandenen Be-
ziehungen zum Herkunftsstaat aufzugeben (vgl. Botschaft zum Bürger-
recht  für  junge Ausländerinnen und Ausländer und zur  Revision des 
Bürgerrechts vom 21. November 2001, BBl 2002 1911 S. 1942 ff.). Als 
ein Indiz für die Integration wird es angesehen, wenn eine allmähliche 
Annäherung und Angleichung an die Kultur der Bevölkerung des Auf-
nahmelandes  stattfindet,  wobei  diese  Integrationswilligkeit  vor  einer 
Einbürgerung klar ersichtlich sein sollte (vgl. zum Ganzen Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-1134/2006 vom 10. Dezember 2007 mit 
Hinweis).

5.3 Wie bereits weiter oben erwähnt wurde, konnte die Beschwerde-
führerin im erstinstanzlichen Verfahren trotz ihres bereits langjährigen 
Aufenthalts in der Schweiz nur drei Namen von Referenzpersonen mit 
schweizerischer  Staatsangehörigkeit  angeben. Dies  spricht  eher  ge-
gen eine Eingliederung in die schweizerische Gesellschaft, auch wenn 
zu Gunsten der Beschwerdeführerin  zu berücksichtigen ist,  dass die 

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Tätigkeit als Prostituierte ihre soziale Integration zweifellos erschwert. 
In Anbetracht der bereits langjährigen Anwesenheit der Beschwerde-
führerin in der Schweiz erstaunt es jedoch, dass sich in den Akten kei-
ne  konkreten  Hinweise  –  wie  beispielsweise  persönliche  Unterstüt-
zungsschreiben  von Bekannten  –  befinden,  die  auf  intensive  Bezie-
hungen zu schweizerischen Staatsangehörigen hinweisen würden. Ein 
einziger aktenkundiger Anhaltspunkt,  welcher für  das Bestehen nen-
nenswerter sozialer Kontakte der Beschwerdeführerin ausserhalb des 
Rotlichtmilieus  spricht,  ist  der  im  Schreiben  vom  26. Februar  2008 
erstmals vorgebrachte, nicht weiter belegte Sachverhalt, in einem Kir-
chenchor  in  Biel  mitzusingen.  Dies  alleine  genügt  jedoch  nicht  als 
Nachweis der Eingliederung der Beschwerdeführerin in die schweizeri-
schen Verhältnisse.

6. Der Vollständigkeit halber ist schliesslich festzuhalten, dass der auf 
Rekursebene erhobene Vorwurf, die angefochtene Verfügung sei unge-
nügend begründet, nicht zutrifft. Die Vorinstanz hat die Gründe, welche 
sie  zur Ablehnung des Einbürgerungsgesuchs bewogen haben,  aus-
führlich und bezogen auf die konkreten Umstände des Einzelfalles dar-
gelegt. Die Beschwerdeführerin war denn auch in der Lage, die in der 
angefochtenen Verfügung aufgeführten Gründe für die Gesuchsableh-
nung zu erkennen  und auf  diese  einzugehen (vgl. BGE 133  III  439 
E. 3.3 S. 445 mit Hinweisen). 

7.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als bun-
desrechtskonform (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzu-
weisen. 

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin die 
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 600.- 
festzusetzen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Hö-
he zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Akten retour)
- den Service de la population des Kantons Waadt

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Thomas Segessenmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). 
Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-
tel  sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat,  beizulegen 
(vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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