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**Case Identifier:** f305e92c-279d-5f6c-9a86-b16ae280704e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.08.2020 IV 2018/43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-43_2020-08-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/43

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.03.2021

Entscheiddatum: 27.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2020
Art. 16 ATSG. Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens; 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ob 
eine versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 
verwerten kann oder ob sie auf einen (geschützten) Arbeitsplatz auf dem 
zweiten Arbeitsmarkt zu verweisen ist, bedarf nicht nur einer medizinischen, 
sondern auch einer berufsberaterischen Abklärung, da es keine 
medizinische Frage ist, ob eine versicherte Person aufgrund der Folgen der 
Gesundheitsbeeinträchtigung auf den zweiten Arbeitsmarkt verwiesen ist 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. 
August 2020, IV 2018/43). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht 
eingetreten 9C_655/2020.

Entscheid vom 27. August 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus ; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

IV 2018/43

Parteien

Pensionskasse A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Matthias Frey, Advokatur Pfulg Giesser Frey, 

Aarbergergasse 21, 3011 Bern,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

am Verfahren beteiligt

B.___,

Beigeladener,

Gegenstand

Rentenrevision (B.___)

Sachverhalt

A.  

B.___ war seit September 2004 als Rangierangestellter im 100%-Pensum bei der 

SBB AG tätig (IV-act. 1, 8). Am 1. Oktober 2009 trat der Versicherte bei der Diagnose 

einer akuten polymorphen psychotischen Störung mit Symptomen einer Schizophrenie 

bei abhängig-infantilen Persönlichkeitszügen (DD paranoide schizophrene Störung) in 

die Psychiatrische Klinik C.___ ein (vgl. IV-act. 9). Am 20. Oktober 2009 meldete sich 

der Versicherte zum Bezug von beruflichen Massnahmen bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen an (IV-act. 1). Nach der Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik C.___ 

führte er ab Februar 2010 im Rahmen eines Arbeitstrainings bei seiner Arbeitgeberin 

adaptierte Arbeiten im 50%-Pensum aus (vgl. IV-act. 18, 21 ff.). Nachdem der 

Versicherte Ende Mai 2010 einen Rückfall erlitten hatte, teilte die damalige Psychiaterin 

der IV-Stelle mit, dass aufgrund der schwer ausgeprägten paranoiden Schizophrenie 

und der fehlenden Krankheitseinsicht bis auf Weiteres im ersten Arbeitsmarkt keine 

A.a. 

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B.  

Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei (IV-act. 32, vgl. IV-act. 29-3). Daraufhin wurden die 

Wiedereingliederungsbemühungen mit Verfügung vom 6. Dezember 2010 

abgeschlossen (IV-act. 39; vgl. zum Ganzen die Protokolle und Gesprächsnotizen vom 

7. Juni und 22. September sowie vom 15. und 18. Oktober 2010, IV-act. 29, 31 ff.).

Ab Oktober 2010 war der Versicherte im Psychiatrie-Zentrum D.___ in ambulanter 

Behandlung. Die behandelnden Ärzte stellten die Diagnosen einer seit September 2009 

bestehenden, akuten polymorphen psychotischen Störung mit Symptomen einer 

Schizophrenie (ICD-10 F23.1) sowie einer seit der Kindheit bestehenden, sonstigen 

tiefgreifenden Entwicklungsstörung mit Sozialbehinderung und Mangel an sozialen 

Fertigkeiten (ICD-10 F84.8). Die Ärzte attestierten dem Versicherten eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte benötige einen geschützten Arbeitsplatz. Ob sich 

dadurch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ergebe, bleibe noch abzuwarten. 

Sicher sei zu berücksichtigen, dass das fluktuierende Krankheitsbild bei der fehlenden 

Krankheitseinsicht und beim fehlenden Krankheitsgefühl sowie bei der fraglichen 

Medikamenten-Compliance immer wieder zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit führen 

könne (IV-act. 40). Mit Verfügung vom 20. April 2011 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100% mit Wirkung ab 

dem 1. September 2010 zu (IV-act. 49 ff.).

A.b. 

Im Rahmen der im Jahr 2013 durchgeführten Rentenrevision bestätigte die IV-

Stelle die ganze Rente des Versicherten (Mitteilung vom 6. Mai 2013, IV-act. 62; vgl. IV-

act. 52 ff.).

A.c. 

Im Januar 2015 reichte der Versicherte der Eidgenössischen Ausgleichskasse 

einen Arbeitsvertrag über eine Anstellung ab dem 1. Januar 2015 als Pizzakurier im 

Teilzeitpensum ein (IV-act. 64 f.). Im Juli 2015 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, 

dass er zurzeit nicht in einer medizinischen Behandlung stehe. Das Arbeitsverhältnis sei 

mündlich gekündigt worden (IV-act. 71, 73). Ab dem 6. August 2015 arbeitete der 

Versicherte als Kassierer im Stundenlohn bei der E.___ GmbH in F.___ (IV-act. 75). Im 

Oktober 2015 teilte das Psychiatrie-Zentrum D.___ der IV-Stelle mit, dass der 

Versicherte zuletzt im März 2014 in Behandlung gewesen sei (IV-act. 78, vgl. auch IV-

act. 93 f.).

B.a. 

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Im März 2016 berichtete das Psychiatrie-Zentrum D.___ der IV-Stelle, dass der 

Versicherte anlässlich der einmaligen Konsultation vom 16. März 2016 angegeben 

habe, dass er nirgendwo in Behandlung sei, da er keinen Grund dafür sehe; er sei 

psychisch völlig gesund. Der Versicherte habe sämtliche vorbeschriebenen Symptome 

negiert und bagatellisiert. Das Psychiatrie-Zentrum D.___ empfahl eine Behandlung und 

Beobachtung des Versicherten und bei dessen Verweigerung einer solchen eine 

Begutachtung (IV-act. 95).

B.b. 

Im Juni 2016 wurde der Versicherte neurologisch und psychiatrisch durch Dr. 

med. G.___, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, begutachtet (Gutachten vom 21. Juni 

2016, IV-act. 104). Der Sachverständige stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit des Versicherten: Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), Remission 

nach einer polymorphen psychotischen Störung mit Symptomen einer Schizophrenie 

(F23.1) sowie Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung (F62.1). Er hielt 

fest, dass der Versicherte bei einer auffälligen familiären Vorgeschichte für psychische 

Erkrankungen und bei möglicherweise eingeschränkten Entwicklungsbedingungen in 

der Kindheit ein von zahlreichen Besonderheiten gekennzeichnetes Persönlichkeitsbild 

entwickelt habe. Die Diagnosen seien aufgrund der etwa übereinstimmenden Angaben 

in der medizinischen Aktenlage sowie der aktuell erhobenen anamnestischen, 

klinischen und testdiagnostischen Daten gestellt worden. Sie bedingten einander in 

einer komplexen Art und Weise. Beim Versicherten seien die sozial relevanten Bereiche 

der Emotionalität und des zwischenmenschlichen Umgangs erheblich bis vollständig 

beeinträchtigt. Von ausreichenden Ressourcen, die den Versicherten befähigen 

würden, die gesundheitliche Einschränkung zu verringern oder aufzuheben, könne 

nicht ausgegangen werden. Relevante Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen 

und demonstrierten Beschwerden und Einschränkungen hätten sich an keiner Stelle 

der Exploration ergeben. Zweifel hätten sich vielmehr in Bezug auf die Validität der 

möglicherweise überhöhten Selbsteinschätzung betreffend die Fähigkeiten und 

betreffend die berufliche Leistungsfähigkeit ergeben. Die ohne Selbstzweifel oder 

genauere Begründung vorgetragene Selbsteinschätzung einer vollkommen 

unbeeinträchtigten Leistungsfähigkeit in der freien Wirtschaft sowie die vergleichsweise 

atypischen Ergebnisse in den entsprechenden Testungen erweckten den Eindruck von 

Bemühungen um Dissimulation zumindest eines Teiles der Beschwerden und 

B.c. 

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Einschränkungen. Der emotionale Kontakt sei in einem reduzierten und unvollständigen 

Mass herstellbar gewesen. Dr. G.___ führte weiter aus, die in der Aktenlage 

aufgeführten medizinischen Einschätzungen gingen fast durchgehend von einer nicht 

vorhandenen beruflichen Leistungsfähigkeit des Versicherten in jeder Arbeit in der 

freien Wirtschaft aus. Allerdings habe der Versicherte durch eine inzwischen 

mehrjährige Tätigkeit in verschiedenen einfacheren Hilfstätigkeiten im Bereich der 

freien Wirtschaft mit einem niedrigen Lohn gezeigt, dass er zu einer vollzeitigen Arbeit 

in einem niedrig bezahlten Bereich der freien Wirtschaft mit reduzierten 

Leistungsanforderungen fähig sei. Dr. G.___ kam zum Schluss, dass der Versicherte in 

der angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. Schwierigkeiten bei der 

Flexibilität, beim sozialen Miteinander sowie bei der Selbstorganisation schränkten die 

Arbeitsfähigkeit ein. In einer dem Leiden angepassten, regelmässigen Tätigkeit mit der 

Gelegenheit zum Rückzug, ohne intensiveren Einzelkontakt zu Kunden oder Kollegen, 

ohne erheblichen Zeit- und Leistungsdruck, ohne Mehrfachbelastungen und ohne 

Unterbrechungen und Störungen bestehe eine 75%ige Arbeitsfähigkeit (bei acht 

Stunden täglich). Die seit mehreren Monaten ausgeübte Tätigkeit als Hilfskraft in einem 

Kinobetrieb stelle eine gut bis optimal an das Fähigkeitsprofil angepasste Tätigkeit dar. 

Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten seien im Wesentlichen ausgeschöpft. 

Verglichen mit den medizinischen Einschätzungen aus der Frühphase nach der 

Akuterkrankung habe sich eine signifikante Verbesserung des Gesundheitszustands 

ergeben. Eine relevante Verbesserung der Gesundheitsstörung mit einer Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit sei im weiteren Spontanverlauf durchaus mit Wahrscheinlichkeit 

zu erwarten.

Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) erachtete das Gutachten am 3. August 2016 

bezüglich der Diagnosen und Einschränkungen als ausführlich, in sich schlüssig und 

nachvollziehbar. Die Schlussfolgerung, dass mit den beschriebenen Einschränkungen 

eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten möglich sei, sei jedoch nicht 

nachvollziehbar. Gemäss dem IK-Auszug habe der Versicherte nie ein 

existenzsicherndes Einkommen erwirtschaftet. Abzuklären sei, ob es sich bei der 

Tätigkeit im Kinobetrieb um einen Nischenarbeitsplatz am Rande der freien Wirtschaft 

handle (IV-act. 106).

B.d. 

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Am 30. September 2016 gab der Versicherte an, dass er aktuell bei einem 

Pizzakurier arbeite (IV-act. 111). In der Folge holte die IV-Stelle diverse 

Arbeitgeberberichte und Lohnabrechnungen zur Abklärung des vom Versicherten 

erzielten Lohnes ein (vgl. IV-act. 116, 117, 121).

B.e. 

Am 16. November 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Herabsetzung der 

ganzen Rente auf eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 60% in Aussicht. 

Sie zog als Valideneinkommen den Lohn des Versicherten als Rangierarbeiter heran 

und errechnete das Invalideneinkommen auf der Grundlage des zuletzt als Pizzakurier 

erzielten Einkommens (IV-act. 124, vgl. auch IV-act. 122).

B.f. 

Dagegen wandte die Pensionskasse A.___ am 25. Januar 2017 ein, es stehe zwar 

fest, dass sich der Gesundheitszustand seit spätestens Januar 2016 verbessert habe. 

Ob und in welchem Umfang dem Versicherten dadurch neu die Erzielung eines 

anspruchsrelevanten Erwerbseinkommens möglich sei, erscheine indes als unklar. Ob 

die seit Januar 2016 tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten tatsächlich der wieder 

erlangten Arbeitsfähigkeit entsprächen, lasse sich nicht beurteilen. Der in dieser Zeit 

erzielte Lohn könne nicht unbesehen als Invalideneinkommen angerechnet werden (IV-

act. 128).

B.g. 

Auf Rückfrage der IV-Stelle berichtete der Sachverständige Dr. G.___ am 9. März 

2017, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit Dezember 2010 

verbessert habe. Die Verbesserung beziehe sich auf die Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Arbeitssituation. Näherungsweise lasse sich die Verbesserung des 

Gesundheitszustands auf Januar 2016 festlegen (IV-act. 131).

B.h. 

In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen bezüglich der 

Erwerbssituation des Versicherten (vgl. IV-act. 134 ff.). Am 9. Juni 2017 teilte die A.___ 

AG der IV-Stelle mit, dass der Versicherte im Jahr 2017 einen Jahreslohn von Fr. 

69'880.25 erzielen würde, wenn er ohne gesundheitliche Einschränkungen in der 

gleichen Position als Rangierangestellter tätig wäre (IV-act. 140).

B.i. 

Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2017 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Aufhebung der Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 28% an. Sie ging dabei 

von einer Arbeitsunfähigkeit von 25% aus und legte das Invalideneinkommen gestützt 

B.j. 

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auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundes (LSE) auf Fr. 50'742.00 fest (IV-act. 143). 

Dagegen wandte der Versicherte am 16. Juni 2017 ein, dass er aufgrund seines 

geringen Einkommens weiterhin auf die Rentenleistungen angewiesen sei (IV-act. 145). 

Daraufhin holte die IV-Stelle einen Bericht der aktuellen Arbeitgeberin des Versicherten, 

der H.___ GmbH, sowie diverse Lohnabrechnungen ein (IV-act. 156 f.).

In einem internen Strategieprotokoll vom 14. September 2017 hielt die IV-Stelle 

fest, dass die gutachterlich attestierte 75%ige Arbeitsfähigkeit adaptiert im ersten 

Arbeitsmarkt nicht verwertbar sei und dass lediglich ein sehr spezifischer 

Nischenarbeitsplatz oder der geschützte Rahmen für eine Erwerbstätigkeit des 

Versicherten in Frage komme (IV-act. 149).

B.k. 

Mit Vorbescheid vom 18. Oktober 2017 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Herabsetzung der ganzen Invalidenrente auf eine halbe Rente bei einem 

Invaliditätsgrad von 51% an. Dabei zog sie zur Berechnung des Invalideneinkommens 

den Durchschnitt der letzten Monatslöhne bei der H.___ GmbH heran, was ein 

Invalideneinkommen von Fr. 34'139.00 ergab (IV-act. 160). Dagegen wandte die 

Pensionskasse A.___ am 21. November 2017 mit Verweis auf die gutachterlichen 

Ausführungen ein, dass dem Versicherten eine adaptierte Arbeit zu 75% zumutbar sei. 

Aufgrund der effektiv erbrachten Arbeitsleistung sei davon auszugehen, dass der 

Versicherte auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt bei einer vollen 

Ausschöpfung seines Leistungsvermögens ein rentenausschliessendes Einkommen 

erzielen könnte. Zudem seien keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die 

Anstellung auf einem sozialen Entgegenkommen der Arbeitgeberin beruhen würde. 

Somit könnte der Versicherte bei einem Grundlohn von Fr. 20.53 einen Jahreslohn von 

Fr. 44'837.50 erzielen, womit sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 36% 

ergebe (IV-act. 162).

B.l. 

Am 14. Dezember 2017 verfügte die IV-Stelle die Herabsetzung der bisherigen 

ganzen Rente auf eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 51% (IV-act. 165, 

167, sowie zwei Kinderrenten, IV-act. 166, 168 ff.).

B.m. 

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C.  

Gegen diese Verfügungen vom 14. Dezember 2017 liess die Pensionskasse A.___ 

am 29. Januar 2018 Beschwerde erheben. Ihr Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Rente per 1. April 2016. Eventualtier sei die Sache zur weiteren 

Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung wurde im 

Wesentlichen geltend gemacht, dass der Versicherte gemäss dem schlüssigen 

Gutachten von Dr. G.___ in einer adaptierten Tätigkeit zu 75% arbeitsfähig sei. Dass 

der Versicherte auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in seiner Erwerbsfähigkeit über 

die von Dr. G.___ attestierte Beschränkung der Leistungsfähigkeit hinaus eingeschränkt 

wäre, sei nicht ersichtlich. Die Frage, welches effektive Invalideneinkommen 

heranzuziehen sei, könne offenbleiben, da das hypothetische Invalideneinkommen 

rechtsprechungsgemäss anhand der Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes 

für Statistik festzulegen sei. Dabei ergebe sich ein rentenausschliessender 

Invaliditätsgrad von 21% bei einer 40-Stundenwoche bzw. 18% bei einer 41.7 

Stunden-Woche. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht vorzunehmen (act. G 1).

C.a. 

In einer internen Stellungnahme von 23. Februar 2018 hielt die 

Beschwerdegegnerin fest, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aufgrund der 

erheblichen Einschränkungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht verwertbar sei; 

auf dem ersten Arbeitsmarkt sei keine Verwertbarkeit ausgewiesen. Mit der aktuellen 

Tätigkeit habe der Versicherte einen Nischenarbeitsplatz gefunden, in dem er ein für 

eine Rente relevantes Einkommen erzielen könne. Eine andere Tätigkeit sei nicht 

zumutbar und könne zu einer Destabilisierung des Gesundheitszustandes führen (IV-

act. 176).

C.b. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. März 2018 stellte die Beschwerdegegnerin 

den Antrag, dass die Beschwerde insofern gutzuheissen sei, als der Rentenanspruch 

des Versicherten aufzuheben sei. Eventualiter sei die Rente auf eine Viertelsrente 

herabzusetzen. Zur Begründung führte sie an, dass der Versicherte mit der Tätigkeit als 

Pizzakurier, die er bereits seit Juli 2016 mit einem durchschnittlichen Pensum von 66% 

ausübe, zeige, dass seine Arbeitsfähigkeit durchaus auf dem ersten Arbeitsmarkt 

verwertbar sei. Ob es sich um einen Nischenarbeitsplatz handle, sei nicht massgebend. 

Nicht ersichtlich sei, weshalb auf das tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden 

C.c. 

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Erwägungen

1.  

sollte, da der Versicherte seine Restarbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpfe. Vielmehr sei 

beim Invalideneinkommen auf den Hilfsarbeiterlohn der LSE des Jahres 2016 im Betrag 

von Fr. 67'022.00 abzustellen. Bei einem Pensum von 75% ergebe sich bei einem 

10%igen Tabellenlohnabzug ein Invalideneinkommen von Fr. 45'240.00. Ausgehend 

von einem Valideneinkommen von Fr. 69'881.00 ergebe sich damit ein Invaliditätsgrad 

von 35% und damit kein Rentenanspruch. Selbst wenn das Einkommen der aktuellen 

Tätigkeit auf ein 75%-Pensum aufgerechnet würde, würde sich ein Invaliditätsgrad von 

44.5% und damit lediglich ein Anspruch auf eine Viertelsrente ergeben (act. G 4).

Am 3. Mai 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Standpunkten fest und 

führte ergänzend aus, dass die Rente spätestens auf den 1. Februar 2018 aufzuheben 

sei (act. G 6).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 

8).

C.e. 

Am 25. Mai 2018 wurde der Versicherte zum Prozess beigeladen und ihm wurde 

die Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Wahrung der Parteirechte eingeräumt 

(act. G 9). Er liess sich nicht vernehmen (vgl. act. G 10).

C.f. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die ganze Invalidenrente des 

Versicherten zu Recht auf eine halbe Invalidenrente herabgesetzt hat. Bei den 

angefochtenen Verfügungen vom 14. Dezember 2017 handelt es sich unstreitig um 

Revisionsverfügungen im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG.

1.1. 

Eine versicherte Person hat gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid ist.

1.2. 

Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente 

gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt 

1.3. 

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2.  

oder aufgehoben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 

tatsächlichen Verhältnissen seit der Zusprache der Rente, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher 

nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 

etwa auch dann zu revidieren, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich 

gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere 

Methode der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt. Hingegen ist die 

lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 

Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich. Als Vergleichsbasis für die 

Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine 

anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte 

rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs 

mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht. Ist eine anspruchserhebliche Änderung des 

Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem 

Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. BGE 141 V 

9 E. 2.3 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 

9C_418/2010 E. 3.1 mit Hinweisen).

Zeitliche Vergleichsbasis bildet die ursprünglichen Zusprache der ganzen 

Invalidenrente vom 20. April 2011 (IV-act. 49 ff.), was zu Recht unbestritten geblieben 

ist. Der ursprünglichen Rentenzusprache haben in medizinischer Hinsicht diverse 

Berichte der behandelnden Ärzte der psychiatrischen Klinik C.___ und des Psychiatrie-

Zentrums D.___ zugrunde gelegen. Die behandelnden Ärzte haben dem Versicherten 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer akuten polymorphen psychotischen 

Störung mit Symptomen einer Schizophrenie (ICD-10 F23.1) sowie einer tiefgreifenden 

Entwicklungsstörung mit Sozialbehinderung und Mangel an sozialen Fertigkeiten 

(ICD-10 F84.8) attestiert (vgl. IV-act. 9, 40). Der RAD hat diese vollständige 

Arbeitsunfähigkeit aufgrund der ärztlichen Angaben als erstellt erachtet (vgl. IV-act. 41).

2.1. 

Im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Revisionsverfügungen vom 14. 

Dezember 2017 ist der Versicherte gemäss dem überzeugenden neurologischen und 

psychiatrischen Gutachten von Dr. G.___ vom 21. Juni 2016 (IV-act. 104) in der 

angestammten Tätigkeit weiterhin zu 100% arbeitsunfähig, in einer angepassten 

Tätigkeit jedoch zu 75% arbeitsfähig gewesen. Der Sachverständige hat eine 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), eine Remission nach einer polymorphen 

psychotischen Störung mit Symptomen einer Schizophrenie (F23.1) sowie eine 

2.2. 

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3.  

Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung (F62.1) diagnostiziert. Diese 

Diagnosen und die Arbeitsfähigkeitsschätzung beruhen auf einer vertieften 

Auseinandersetzung des Gutachters mit den medizinischen Vorakten sowie auf einer 

persönlichen Untersuchung des Versicherten. Dr. G.___ hat den Gesundheitszustand 

des Versicherten umfassend erhoben und gewürdigt. Er hat seine Schlussfolgerungen 

hinsichtlich der Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitsschätzungen anhand der objektiv-

klinischen Befunde nachvollziehbar und überzeugend hergeleitet. 

Widersprüchlichkeiten sind nicht auszumachen. Auch in den übrigen Akten finden sich 

keine Hinweise, die Zweifel am Beweiswert des Gutachtens wecken würden. 

Zusammenfassend ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit belegt, dass der Versicherte im Zeitpunkt der angefochtenen 

Revisionsverfügungen für eine behinderungsadaptierte Erwerbstätigkeit zu 75% 

arbeitsfähig gewesen ist. Damit steht fest und ist zwischen den Parteien zu Recht nicht 

bestritten, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der ursprünglichen 

Rentenzusprache vom 20. April 2011 wesentlich verändert hat, weshalb die laufende 

Rente hat revidiert werden müssen.

Ausgehend von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsadaptierten 

Tätigkeit ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Dabei ist zunächst zu prüfen, ob der 

Versicherte seine Restarbeitsfähigkeit von 75% auf dem ersten Arbeitsmarkt verwerten 

kann. Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass der Versicherte auf dem 

ausgeglichenen (also ersten) Arbeitsmarkt mindestens die von Dr. G.___ attestierte 

75%ige Arbeitsfähigkeit aufweise. Die Akten hätten gezeigt, dass es dem Versicherten 

seit dem Jahr 2014 immer wieder gelungen sei, selbst eine Arbeit zu finden und diese 

ohne Einschränkungen auszuüben (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin hat sich 

ebenfalls auf den Standpunkt gestellt, dass der Versicherte bereits seit Juli 2016 als 

Pizzakurier mit einem durchschnittlichen Pensum von 66% tätig sei und damit gezeigt 

habe, dass seine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbar sei. Ob es 

sich dabei um einen Nischenarbeitsplatz handle, sei nicht massgebend (act. G 4). Die 

Frage, ob der Versicherte seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 

verwerten kann, oder ob er auf einen geschützten Arbeitsplatz im Sinne des zweiten 

Arbeitsmarktes angewiesen ist, lässt sich nicht allein medizinisch beantworten, 

sondern bedarf auch einer berufsberaterischen Einschätzung. Während der 

medizinische Sachverständige anzugeben hat, wie eine behinderungsadaptierte 

Erwerbstätigkeit auszusehen hat und welche Auswirkungen die 

Gesundheitsbeeinträchtigung für den Arbeitsalltag in einer solchen Erwerbstätigkeit 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

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hat, muss der Berufsberater anhand dieser Angaben abklären, ob die versicherte 

Person fähig ist, den Anforderungen einer behinderungsadaptierten Stelle auf dem 

ersten Arbeitsmarkt zu genügen, ob er also eine Arbeitsleistung erbringen kann, die für 

einen Arbeitgeber des ersten Arbeitsmarktes ausreicht, um ihm einen Arbeitsplatz zur 

Verfügung zu stellen. Dabei kann es sich zwar durchaus um einen Nischenarbeitsplatz 

handeln, aber auch an diesem Nischenarbeitsplatz muss – nach ausschliesslich 

betriebswirtschaftlichen Kriterien – ein so hoher Mehrwert für den Arbeitgeber 

resultieren, dass der Arbeitsplatz nicht mit der Besetzung durch einen gesunden 

Arbeitnehmer einen messbar höheren Mehrwert der Arbeitsleistung generieren würde. 

Der erste Arbeitsmarkt definiert sich nämlich nach der rein betriebswirtschaftlichen 

Mehrwertsituation im konkreten Arbeitsverhältnis. Von einem Nischenarbeitsplatz 

spricht man folglich immer dann, wenn ein Arbeitgeber des ersten Arbeitsmarktes über 

einen Arbeitsplatz verfügt, an dem eine gesundheitlich angeschlagene Person so 

optimal eingegliedert ist, dass sie denselben Mehrwert für den Arbeitgeber generieren 

kann wie eine gesunde Person, die am selben Arbeitsplatz dieselbe Leistung liefern 

würde.

Gemäss den dem Gericht vorliegenden Akten ist keine derartige 

berufsberaterische Abklärung durchgeführt worden. Es gehört zum Fachgebiet der auf 

gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitnehmer spezialisierten IV-Berufsberatung und 

nicht zum Fachgebiet der medizinischen Sachverständigen, die mit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung betraut sind, ob der Versicherte im ersten Arbeitsmarkt an 

einem optimal adaptierten (Nischen-)Arbeitsplatz denselben Mehrwert für den 

Arbeitgeber generieren kann wie ein gesunder Arbeitnehmer, der in einem dem 

Arbeitsfähigkeitsgrad des Versicherten analogen Beschäftigungsgrad angestellt ist. 

Dass der Versicherte immer wieder für beschränkte Zeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 

eine Anstellung gefunden hat, beweist für sich alleine nicht, dass er auf dem ersten 

Arbeitsmarkt auf Dauer einsatzfähig ist, denn er hat die Arbeitsstellen jeweils bald 

wieder verloren, was darauf hindeutet, dass er entgegen den beim Arbeitgeber anfangs 

erweckten Erwartungen mit seiner Arbeit keinen ausreichenden Mehrwert generiert hat. 

Die Berufsberatung der Beschwerdegegnerin wird abzuklären haben, ob der 

Versicherte im ersten Arbeitsmarkt an einem adaptierten Arbeitsplatz mit einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 75% denselben Mehrwert liefern kann wie ein gesunder 

Arbeitnehmer am selben Arbeitsplatz mit dem gleichen Beschäftigungsgrad von 75%. 

Selbstverständlich steht es der Beschwerdegegnerin frei, die entsprechende 

berufsberaterische Abklärung durch eine unabhängige sachverständige Stelle 

vornehmen zu lassen. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Diese wird die betriebswirtschaftliche Komponente der 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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4.  

Arbeitsfähigkeitsschätzung, also die Frage, ob der Versicherte in der Lage ist, die 

gutachterlich bestätigte Arbeitsfähigkeit von 75% auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 

verwerten, oder ob er auf den zweiten, geschützten Arbeitsmarkt verwiesen ist, durch 

die spezialisierte IV-Berufsberatung oder eine unabhängige sachverständige Stelle 

abklären bzw. beantworten lassen. Dabei werden wohl auch die bisherigen Arbeitgeber 

zu allen direkten und indirekten Aspekten der vom Versicherten erbrachten 

Arbeitsleistung zu befragen sein, um so herauszufinden, ob der Versicherte auf Dauer

dieselbe Leistung wie ein zu 75% am selben Arbeitsplatz eingesetzter gesunder 

Arbeitnehmer erbracht hat bzw. hätte, wenn er weiter beschäftigt worden wäre. Im 

Anschluss an die berufsberaterische Abklärung wird die Beschwerdegegnerin den 

Invaliditätsgrad mittels eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) zu bemessen 

haben. Im Sinne eines obiter dictum ist Folgendes anzumerken: Sollte der Versicherte 

nach der berufsberaterischen Einschätzung auf den zweiten (geschützten) Arbeitsmarkt 

verwiesen sein, wird sich das zumutbare lnvalideneinkommen nach dem in einer 

geschützten Werkstätte erzielbaren Einkommen und nicht nach den Zentralwerten der 

Löhne auf dem ersten Arbeitsmarkt in der LSE zu richten haben. Sollte sich aber 

herausstellen, dass der Versicherte in einem adaptierten (Nischen-)Arbeitsplatz jenen 

Mehrwert für seinen Arbeitgeber schaffen könnte, den auch ein gesunder Arbeitnehmer 

erzielen würde, wäre gemäss der bundesgerichtlichen Auffassung wohl die LSE zur 

Anwendung zu bringen. Damit würde die Beschwerdegegnerin dem Versicherten aber 

nicht gerecht werden, denn der Versicherte würde aufgrund der medizinischen 

Vorgaben an eine adaptierte Erwerbstätigkeit in einem solchen Fall zu jenen 50% aller 

männlichen Hilfsarbeiter gehören, die unter dem Zentralwert entlöhnt werden. Sein 

Einkommen würde sogar am unteren Ende dieser Gruppe von Hilfsarbeiterlöhnen 

liegen, da die von ihm noch zu leistenden, adaptierten Hilfsarbeiten zu jenen gehören 

würden, die betriebswirtschaftlich betrachtet einen tiefen Mehrwert schaffen und 

deshalb auch tief entlöhnt werden. Dabei würde es sich aber nicht um einen 

Konkurrenznachteil, dem durch einen Tabellenlohnabzug Rechnung zu tragen wäre, 

sondern um ein bewusstes Abweichen vom Zentralwert nach unten handeln. Wie weit 

diese Abweichung gehen müsste, wäre ebenfalls durch die Berufsberatung zu klären.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde sind die angefochtenen Verfügungen 

vom 14. Dezember 2017 aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung ergänzender 

Abklärungen und zur anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 14. Dezember 2017 

aufgehoben und die Sache wird zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der von 

der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird 

zurückerstattet.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Rückweisung 

der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die Verwaltung ist als 

volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E. 6.2). 

Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, der geleistete Kostenvorschuss ist der 

Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. Die obsiegende Beschwerdeführerin hat als mit 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Versicherung keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (vgl. BGE 118 V 169, E. 7).

4.2. 

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, ist das Urteil von einer mitwirkenden 

Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 VRP, sGS 951.1).

4.3. 
ter

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2020
	Art. 16 ATSG. Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens; Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ob eine versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verwerten kann oder ob sie auf einen (geschützten) Arbeitsplatz auf dem zweiten Arbeitsmarkt zu verweisen ist, bedarf nicht nur einer medizinischen, sondern auch einer berufsberaterischen Abklärung, da es keine medizinische Frage ist, ob eine versicherte Person aufgrund der Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf den zweiten Arbeitsmarkt verwiesen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2020, IV 2018/43). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetreten 9C_655/2020.

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		2025-07-19T03:34:58+0200
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