# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a862f611-c803-5765-98f2-c3406ef324c0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2016 D-3995/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3995-2016_2016-11-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3995/2016 
wiv 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  N o v e m b e r  2 0 1 6   

Besetzung 
 Einzelrichter Hans Schürch, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiberin Martina Kunert. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Advokatur Kanonengasse,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 26. Mai 2016 / N (…). 

 

 

 

D-3995/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass der Beschwerdeführer sein Heimatland eigenen Angaben zufolge im 

(…) verliess und am 1. August 2014 in die Schweiz einreiste, wo er am 

selben Tag um Asyl nachsuchte, 

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrenszent-

rum Kreuzlingen vom 14. August 2014 (BzP, vgl. A6) und der Anhörung zu 

den Asylgründen (vgl. A21) vom 23. Mai 2016 zur Begründung des Asylge-

suchs im Wesentlichen geltend machte, er habe nach Vollendung des ach-

ten bzw. neunten Schuljahres 2012 die Schule abgebrochen, weil sein Va-

ter Soldat gewesen sei und er zu Hause die Verantwortung übernommen 

habe (vgl. A6, S. 3 und A21, F13), 

dass der Beschwerdeführer im Januar 2014 während seiner Abwesenheit 

(sinngemäss) zwei schriftliche Militäraufgebote erhalten habe,  

dass das erste Aufgebot von einem und das zweite von mehreren Verwal-

tungsangestellten bzw. von Soldaten überbracht worden sei (vgl. A6, S. 7 

und A21, F69),  

dass er diese Aufgebote ignoriert und nach Erhalt des zweiten während 

ungefähr einem Monat in der Einöde weidende Tiere beaufsichtigt habe 

(vgl. A6, S. 7), 

dass er im Februar 2014 auf dem Nachhauseweg aus der Einöde per An-

halter mitgenommen und an einem Kontrollposten in B._______ erwischt 

und von Soldaten mit dem Auto nach C._______ zu einem Stützpunkt auf 

einen Berg gebracht und eingesperrt und gefesselt worden sei (vgl. A6, S. 

7 und A21, F96 ff.), bzw. 

dass er „von der Einöde nach Hause“ gekommen und „erwischt“ worden 

sei, nachdem sie bereits zwei Mal erfolglos nach ihm gesucht hätten (vgl. 

A21, F53), 

dass er unmittelbar nach seiner Festnahme in einem Haus verhört und 

dann auf einen Berg gebracht und in einem Gebäude festgehalten worden 

sei (vgl. A21, F97 ff.),  

dass seine Hände direkt nach seiner Ankunft mit einem festeren Seil auf 

dem Rücken gefesselt worden seien (vgl. A21, F97 und 132 ff.), 

D-3995/2016 

Seite 3 

dass er sich die ganze Zeit die Hände gerieben habe, bis es ihm in der 

Nacht schliesslich gelungen sei, sich von den Fesseln zu befreien (vgl. 

A21, F105 ff.),  

dass er daraufhin durch das Fenster geflohen und zu seinen Grosseltern 

gerannt sei, wobei er sich an den Himmelsrichtungen orientiert habe (vgl. 

A21, F115 ff. und F133 ff.), 

dass die Flucht vermutlich geglückt sei, weil die Soldaten geschlafen hät-

ten und er „am Rand“ gelegen habe (vgl. A21, F115 ff.), 

dass er bei seinen Grosseltern Wasser eingepackt und ungefähr drei Stun-

den „zu Fuss in Richtung unserer Felder (…) und auf gut Glück (…) gera-

deaus weitergegangen“ sei, bis er schliesslich einen Fluss überquert und 

in D._______ (Sudan) angekommen sei (vgl. A21, F148 ff.), bzw.  

dass der Weg von C._______ nach D._______ allgemein bekannt sei und 

nicht verfehlt werden könne, zumal er grösstenteils durch eine Strasse ver-

bunden und der Rest Busch sei (vgl. A6, S. 6),  

dass er keine über das Dargelegte hinausgehenden Probleme mit den hei-

matlichen Behörden gehabt habe (vgl. A 6, S. 7), 

dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit am 31. Mai 

2016 eröffneter Verfügung vom 28. Mai 2016 ablehnte, die Wegweisung 

aus der Schweiz verfügte und den Vollzug derselben wegen Unzumutbar-

keit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufschob,  

dass es zur Begründung zusammengefasst feststellte, seine Asylvorbrin-

gen und die geltend gemachte illegale Ausreise seien nicht glaubhaft aus-

gefallen und im Einzelnen ausführte was folgt,  

dass er im Zusammenhang mit dem Aufgebot der Verwaltung unterschied-

liche Angaben über den Erhalt und sein Wissen um den Inhalt desselben 

gemacht habe, 

dass er abweichend angegeben habe, dieses oberflächlich bzw. nicht ge-

lesen zu haben,  

 

D-3995/2016 

Seite 4 

dass er zudem unterschiedliche Varianten der Haftbedingungen präsentiert 

und angegeben habe, in einem Zimmer eingesperrt bzw. den ganzen Tag 

draussen gewesen und erst in der Nacht aus dem Raum geflohen zu sein,  

dass schwer vorstellbar sei, wie er seine Fesselung innerhalb eines Tages 

gelöst habe und in Anwesenheit der schlafenden Soldaten unbemerkt 

durch das Fenster geflüchtet sei, 

dass er zur geltend gemachten Flucht und dem zurückgelegten Weg vom 

Berg zu seinen Grosseltern ausweichende und unsubstantiierte Angaben 

gemacht habe, was nicht auf ein eigenes Erleben schliessen lasse,  

dass der Schilderung seiner Ausreise jegliche Substanz fehle und er auch 

auf mehrmaliges Nachfragen hin seinen Fussmarsch von C._______ an 

die sudanesische Grenze und die Überquerung des Flusses nicht detailliert 

und somit auch nicht glaubhaft geschildert habe,  

dass er ausserdem nicht schlüssig erklärt habe, woher er den Weg in den 

Sudan gekannt habe,  

dass seine Aussage, er sei auf gut Glück und lediglich mit etwas Wasser 

ausgestattet durch die Einöde gegangen, der allgemeinen Erfahrung wi-

derspreche,  

dass seine Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG nicht standhielten, so dass deren Asylrelevanz nicht geprüft 

werden müsse,  

dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 

27. Juni 2016 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und dabei die Aufhebung der Dispositivziffern 1 bis 3 der 

vorinstanzlichen Verfügung (Ziff. 1), die Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft (Ziff. 2), die Gewährung von Asyl (Ziff. 3) und in prozessualer Hin-

sicht die unentgeltliche Prozessführung und Erlass von der Vorschuss-

pflicht (Ziff. 4) sowie die unentgeltliche Verbeiständung unter Beiordnung 

des mandatierten Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechtsbeistand 

(Ziff. 5) beantragte,  

dass er in entscheidwesentlicher Hinsicht ausführte, die Argumentation der 

Vorinstanz halte einer eingehenden Prüfung nicht stand,  

D-3995/2016 

Seite 5 

dass nicht ersichtlich sei, inwiefern die Angaben zum Erhalt der Vorladun-

gen widersprüchlich gewesen seien und er insbesondere nie behauptet 

habe, diese in der Hand gehalten und gelesen zu haben, sondern ausge-

sagt habe, seine Mutter nicht aufgefordert zu haben, ihm diese zu zeigen,  

dass der einzige Widerspruch den bzw. die Überbringer der zweiten Vorla-

dung betreffe, den er jedoch auf Nachfrage aufgelöst habe,  

dass widersprüchliche Angaben an der BzP und der Anhörung sodann nur 

dann für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit herangezogen werden dürften, 

wenn sie diametral voneinander abwichen (vgl. Urteil des BVGer                  

E-5338/2013 vom 2. Oktober 2014, E. 4.1.3),  

dass bezüglich dem Erhalt der Vorladungen die Wortwahl des Beschwer-

deführers anlässlich der Anhörung nicht eindeutig gewesen sei und er auf 

die Frage, wer seiner Mutter das Papier überreicht habe, „der Vorgesetzte 

von C._______“ geantwortet, wobei die Dolmetscherin angemerkt habe, 

das vom Beschwerdeführer gewählte Wort heisse eigentlich „Gruppe“, wo-

mit ein Verwaltungsangestellter gemeint sei, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung auf seine wider-

sprüchlichen Aussagen aufmerksam gemacht worden sei und präzisiert 

habe, die beiden Soldaten seien in Begleitung des Verwaltungsangestell-

ten erschienen, 

dass sich der einzige Widerspruch auf die Übergabe des zweiten Schrei-

bens beziehe, wobei sich Soldaten das Haus vom Verwaltungsangestellten 

hätten zeigen lassen, das Schreiben jedoch nur von ersteren übergeben 

worden sei,   

dass  sich der Beschwerdeführer auch seine Haftbedingungen betreffend 

nicht widersprochen habe, indem er an der BzP geltend gemacht habe, er 

sei in einem Zimmer eingesperrt gewesen, während er an der Anhörung 

ausgeführt habe, den ganzen Tag draussen gefesselt gewesen und erst in 

der Nacht in ein Zimmer gebracht worden zu sein, da er seine Festnahme 

anlässlich der BzP – im Gegensatz zu seinen detaillierten Schilderungen 

an der Anhörung – nur summarisch wiedergegeben habe und sich seinen 

Aussage überdies keine Uhrzeit zuordnen lasse,  

dass es sich bei der Annahme, das Seil sei durch blosse Reibung durch-

gescheuert worden, um eine vom Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt 

geltend gemachte Vermutung der Vorinstanz handle,  

D-3995/2016 

Seite 6 

dass eine nicht allzu feste Fesselung durch ständige Reibung und das 

„Winden“ in der Fesselung innert knapp zwölf Stunden durchaus gelöst 

werden könne, zumal der Beschwerdeführer von einem ein bisschen fes-

teren Seil gesprochen habe, welches – wie durch Gespräche in Erfahrung 

gebracht worden sei – aus einem „pflanzlichen Material“ bestanden habe,      

dass auch die beschriebene Flucht „nicht völlig unvorstellbar“ sei, zumal 

das Fenster keine Scheibe gehabt habe und die Soldaten vermutlich er-

schöpft gewesen seien, was sich begünstigend ausgewirkt habe, von der 

Vorinstanz jedoch zu wenig berücksichtigt worden sei,   

dass er im Übrigen durchaus substantiiert angegeben habe, wie er den 

Weg vom Berg zu seinen Grosseltern gefunden habe,  

dass der Weg vom Berg direkt nach C._______ führe, wo seine Grossel-

tern lebten, wobei er sich an den Lichtern orientiert habe, 

dass die Schilderungen zur illegalen Ausreise entgegen seinen aktenkun-

digen Ausführungen ebenfalls zu Unrecht als unsubstantiiert und damit un-

glaubhaft befunden worden seien, 

dass der Beschwerdeführer nach Rücksprache mit seinem Rechtsvertreter 

ausgeführt habe, er habe mit der Aussage, „die Richtung der Grenze in der 

Ferne bereits gesichtet“, die Lichter der Stadt D._______ bzw. eine grosse 

in der Nähe stationierte Radarantenne gemeint,  

dass das Ausgeführte den Erfahrungen vieler Eritreer entspreche,  

dass die Ausführungen zu seiner Flucht zwar relativ kurz gehalten seien, 

dieser Umstand jedoch den wenigen Fragen an der Anhörung geschuldet 

sei, 

dass die Vorinstanz den herabgesetzten Beweisanforderungen gemäss 

Art. 7 AsylG insgesamt nicht hinreichend Rechnung getragen habe und 

ihre Erkenntnisse, wonach die Aussagen des Beschwerdeführers in we-

sentlichen Punkten unglaubhaft seien, auf einer zu restriktiven Handha-

bung der Beweisregel von Art. 7 AsylG gründe,  

dass die überwiegende Mehrheit der monierten Ungereimtheiten vorlie-

gend „ohne Weiteres entkräftet“ worden seien, während andere bei pflicht-

gemässem Nachfragen hätten ausgeräumt werden können,   

D-3995/2016 

Seite 7 

dass es sich beim unbestrittenermassen eritreischen Beschwerdeführer 

um einen von der Visumerteilung ausgeschlossenen wehrdienstpflichtigen 

Mann handle, dem eine legale Ausreise sicher nicht möglich gewesen sei 

(vgl. Urteil des BVGer E-4799/2012 vom 21. Februar 2014, E. 5.3), 

dass er ausserdem einer einfachen Familie entstamme, weshalb „vernünf-

tigerweise geradezu auszuschliessen“ sei, diese habe die für ein Ausreise-

visum erforderlichen hohen Geldbeträge beschaffen können,  

dass mit Blick auf die vorhandenen Landesinformationen und die insge-

samt kohärenten Aussagen des Beschwerdeführers zum Grenzübertritt die 

illegale Ausreise somit bewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht wor-

den sei,   

dass die Glaubhaftigkeit seiner asylrelevanten Vorbringen bei einer Ge-

samtbetrachtung seiner Aussagen insgesamt zu bejahen sei, weshalb ihm 

Asyl zu gewähren oder eventualiter – wegen subjektiver Nachfluchtgründe 

– die Flüchtlingseigenschaft festzustellen sei, 

dass für die weiteren Ausführungen auf die Beschwerdeeingabe vom 

27. Juni 2016 verwiesen wird,   

dass der Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

mit Zwischenverfügung vom 1. Juli 2016 abwies und den Beschwerdefüh-

rer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen zur fristgerechten Leistung eines 

Kostenvorschusses aufforderte,  

dass der Beschwerdeführer nach Leistung des Kostenvorschusses am 

14. Juli 2016 mit Eingabe vom 18. Juli 2016 durch seinen Rechtsvertreter 

wiedererwägungsweise um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltli-

chen Rechtspflege ersuchte,  

dass der Instruktionsrichter dieses Gesuch mit Zwischenverfügung vom 

21. Juli 2016 abwies, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

D-3995/2016 

Seite 8 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

D-3995/2016 

Seite 9 

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 

ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent-

lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden, 

dass das Bundesverwaltungsgericht die asylrelevanten Vorbringen des Be-

schwerdeführers in Übereinstimmung mit der Vorinstanz für nicht glaubhaft 

erachtet, weshalb – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf die 

grösstenteils überzeugenden Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung verwiesen werden kann,  

dass die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe vom 27. Juni 2016 

diese Einschätzung insgesamt nicht zu entkräften vermögen,  

dass zwar zutreffend darauf hingewiesen wird, der Beschwerdeführer habe 

nie behauptet, eine Vorladung in den Händen gehalten und gelesen zu ha-

ben, die übrigen Ausführungen in diesem Zusammenhang jedoch nicht 

überzeugen,     

dass seine Angaben, den Überbringer der Vorladung betreffend, dergestalt 

abweichend ausgefallen sind (vgl. vorstehend), dass die in der Beschwer-

deeingabe zitierte Rechtsprechung nicht auf den vorliegenden Fall ge-

münzt werden kann, 

dass insbesondere nicht ersichtlich ist, inwiefern die Anmerkung der Dol-

metscherin, mit der Aussage „der Vorgesetzte der E._______“ sei ein Ver-

waltungsangestellter gemeint, für den Beschwerdeführer vorteilhaft sein 

soll, da sie nichts an den unterschiedlich präsentierten Versionen bezüglich 

des Überbringers der zweiten Vorladung – Soldaten bzw. Verwaltungsan-

gestellte (oder ein Vorgesetzter ) –  ändert  (vgl. A21, F57, F69 und A6, S. 

7), 

dass ausserdem nicht nachvollzogen werden kann, weshalb sich der Be-

schwerdeführer offenbar im Detail für die Umstände der Übergabe der Vor-

ladungen, nicht jedoch für deren Inhalt interessiert habe, da letzterer – die 

Wahrheit vorausgesetzt – für seine Zukunft offensichtlich von grösserer Be-

deutung gewesen wäre, 

D-3995/2016 

Seite 10 

dass der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner angeblichen 

Festnahme unterschiedlich angab, diese habe auf dem Nachhauseweg an 

einem Kontrollposten beziehungsweise bei ihm zuhause stattgefunden, 

weshalb ihm auch diese nicht geglaubt werden kann (vgl. A6, S. 7 und A21, 

F69), 

dass der Beschwerdeführer auf die Frage, wie er es geschafft habe, die 

Fesselung zu lösen, ausführte was folgt: „Ich habe ja den ganzen Tag da-

ran gerieben und abends/nachts hat es sich dann gelöst“ (vgl. A21, F107), 

dass es sich beim vorstehend Ausgeführten entgegen der vom Beschwer-

deführer vertretenen Auffassung offensichtlich nicht um eine von ihm zu 

keinem Zeitpunkt geltend gemachte Vermutung der Vorinstanz handelt, 

sondern um seine eigene Aussage, auf die er sich zu behaften lassen hat,   

dass davon unbenommen auch die in der Beschwerdeeingabe abwei-

chende Version realitätsfremd und damit unglaubhaft anmutet, da er kaum 

in Anwesenheit von mehreren Soldaten während „knapp zwölf Stunden“ 

unbemerkt seine Fesselung bearbeitet haben dürfte,  

dass ihm ausserdem nicht geglaubt werden kann, ihm sei ungefähr zwei 

Jahre nach seiner angeblichen Fesselung die Beschaffenheit des Seils – 

„pflanzlich“ – in den Sinn gekommen, wobei ohnehin nicht ersichtlich ist, 

inwiefern diese Präzisierung seine Version stützen soll,    

dass es in Anbetracht der behaupteten Umstände – der Beschwerdeführer 

sei in einem Raum mit offenen (glaslosen) Fenstern gefangen gehalten ge-

wesen – widersinnig anmutet, ihn am Rande beim offenen Fenster anstatt 

zwischen den für seine Bewachung zuständigen Soldaten schlafen zu las-

sen, 

dass sich seine Angaben, wie er den Weg vom Berg zu seinen Grosseltern 

gefunden habe, auf knapp zwei Zeilen erschöpften und mitnichten als sub-

stantiiert bezeichnet werden können (vgl. A21, F109),  

dass Asylgesuchsteller das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen 

(hier: das illegale Verlassen Eritreas) beweisen oder glaubhaft machen 

müssen und im Kontext zu Eritrea weder eine Umkehr der Beweislast noch 

eine Herabsetzung der Anforderungen an das Glaubhaftmachen eines 

Sachverhalts Anwendung finden, 

D-3995/2016 

Seite 11 

dass im zitierten Urteil des BVGer E-4799/2012 vom 21. Februar 2012 die 

notorisch schwierige legale Ausreise aus Eritrea zwar bestätigt, jedoch 

auch darauf hingewiesen wird, dass es nicht genügt, sich lediglich auf 

diese zu berufen, ohne die konkreten Ausreisegründe- und Umstände dar-

zutun (E. 6.3),  

dass der Beschwerdeführer vom Erfordernis, die illegale Ausreise zu be-

weisen oder glaubhaft zu machen, nicht entbunden wird,   

dass in der vorinstanzlichen Verfügung zu Recht ausgeführt wird, seine 

diesbezüglichen Angaben seien detailarm und widersprüchlich ausgefal-

len,  

dass er anlässlich der Anhörung zweimal explizit aufgefordert wurde, de-

taillierter von der illegalen Ausreise zu berichten, nachdem seine ursprüng-

liche Antwort eher knapp ausgefallen war (vgl. A21, F148 ff.), 

dass er überdies mehrfach und wiederholt nach den genaueren Gegeben-

heiten und Umständen befragt wurde, weshalb die Auffassung, die kurzen 

Antworten seien der vorinstanzliche Befragungsweise geschuldet, nicht zu 

überzeugen vermag (vgl. A21, F148 ff.),  

dass die diesbezüglichen Präzisierungen auf Beschwerdeebene folglich 

nachgeschoben wirken und nicht geglaubt werden können, selbst und erst 

recht nicht, wenn sie (mit allgemein bekannten) „Erfahrungen vieler Erit-

reer“ übereinstimmen, 

dass seine Familie im Übrigen die Kosten der Reise nach Italien im Umfang 

von 5 000 USD bezahlt habe, weshalb der unter Hinweis auf seine Herkunft 

erhobene Einwand, es sei „vernünftigerweise geradezu auszuschliessen“, 

diese habe die für ein Ausnahmevisum erforderliche Geldsumme beschaf-

fen können, ins Leere läuft, 

dass der Beschwerdeführer durch seine Schilderungen insgesamt nicht 

den Eindruck erweckt, er habe die mit Strapazen und Ängsten verbundene 

Festnahme, Fesselung, Flucht und schliesslich die illegale Ausreise selbst 

erlebt,  

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

Staatssekretariat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

D-3995/2016 

Seite 12 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt 

hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. 

BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Weg-

weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-

nach vom SEM zu Recht angeordnet wurde, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, in-

wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtser-

heblichen Sachverhalt unrichtig sowie unvollständig feststellt (Art. 106 

Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – unangemessen ist, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–  (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind und dem in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss zu entnehmen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3995/2016 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.   

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Martina Kunert 

 

 

Versand: