# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17e53fea-598a-50f4-b1e1-eb8c8169e837
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.08.2020 S 2019 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-104_2020-08-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 104

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 18. August 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ war von Oktober 2004 bis Ende August 2017 als Patissière und 

Küchenhilfe in der B._____ in einem 90%-Pensum tätig. Zuletzt arbeitete 

sie seit Oktober 2018 als Reinigungskraft in einem 30%-Pensum. Im 

Januar 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf eine schwere, bei einem 

Motorradunfall im November 2011 zugezogenen Schulterverletzung bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Im Rahmen des 

Erstgesprächs bei der IV-Stelle gab sie an, noch heute an andauernden, in 

den Rücken ausstrahlenden Schmerzen zu leiden, welche immer wieder 

zu kurzen Ausfällen bei der Arbeit führten. In dem von der IV-Stelle beim 

Hausarzt eingeholten Arztbericht vom 4. Februar 2015 diagnostizierte Dr. 

med. C._____ persistierende Beschwerden an der rechten Schulter bei 

Status nach Schulteroperation am 7. Februar 2012. Dasselbe bestätigte 

auch Dr. med. D._____, Chefarzt Chirurgie vom Spital X._____. Während 

er die bisherige Tätigkeit nicht mehr als zumutbar befand, erachtete er eine 

adaptierte Tätigkeit ohne Arbeiten über der Horizontalen zu 8 ¼ Stunden 

pro Tag für möglich.

2. Die E._____ als Unfallversicherer veranlasste eine gutachterliche 

Untersuchung bei Dr. med. F._____, Leitender Arzt Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie der G._____, welcher am 11. Mai 2015 

darüber Bericht erstattete. Als Diagnose wies er wiederum persistierende 

rechtsseitige Schulterschmerzen unklarer Ätiologie aus und äusserte den 

Verdacht auf Cervikalgie. Da er die Unfallkausalität lediglich als möglich 

einstufte, stellte die E._____ mit Verfügung vom 30. Juni 2015 die 

Versicherungsleistungen rückwirkend per 20. November 2011 ein.

3. Die IV-Stelle liess sodann eine Abklärung beim Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) Ostschweiz bei Dr. med. H._____ sowie eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in den Kliniken Valens durchführen. 

Dr. med. H._____ stellte in seiner Abklärung vom 18. November 2015 eine 

belastungs- und bewegungsabhängige Funktionseinschränkung der 

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rechten Schulter sowie eine vorzeitige Ermüdung des rechten Armes bei 

repetitiven und dauerhaften Einsätzen fest. Er diagnostizierte eine ACG-

Arthrose rechts sowie eine beginnende ACG-Arthrose links bzw. ein 

beginnendes LWS-Syndrom mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. 

Aus versicherungsmedizinischer Sicht regte Dr. med. H._____ eine 

Anpassung des bestehenden Arbeitsplatzes an, um A._____ von Über-

Kopf-Arbeiten, vom Heben und Tragen schwerer Lasten und von 

dauernder manueller Tätigkeit zu entlasten. Ansonsten sei sie seit der IV-

Anmeldung im Januar 2015 für eine ganztätige, leichte bis mittelschwere 

Arbeit im Wechselrhythmus ohne vollen Einsatz des rechten Armes und bei 

erhöhtem Pausenbedarf von einer Stunde täglich arbeitsfähig. Dieselben 

Schlüsse leiten sich auch aus der EFL vom 3. November 2015 ab.

4. Mit Mitteilung vom 22. Dezember 2015 gewährte die IV-Stelle A._____ 

Berufsberatung. Zudem übernahm sie die Kosten für ein Arbeitstraining 

vom 1. Juni 2016 bis 31. August 2016 bei der I._____ GmbH. Vereinbart 

wurde ein 30%-Pensum im Bereich Verkauf, wobei zugleich die Tätigkeit 

im angestammten Beruf (Patissière und Küchenhilfe) von 90 % auf 60 % 

reduziert wurde. Da sie in der Folge bis Ende Oktober 2016 vollständig 

krankgeschrieben wurde, sprach ihr die IV-Stelle ein Wartezeittaggeld bis 

November 2016 zu. 

5. Im Verlaufsbericht von Dr. med. C._____ vom 1. September 2016 

diagnostizierte dieser neben den persistierenden Beschwerden in der 

rechten Schulter eine psychosoziale Belastungssituation (Burnout-

Gefährdung) sowie ein chronifizierter Rückenschmerz unklarer Ätiologie. 

Er wies eine Verschlechterung des Gesundheitszustands aus. Im Laufe 

des Sommers 2016 sei es zu einer psychosozialen Überlastung aufgrund 

der körperlichen und beruflichen Situation gekommen.

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6. Die seit Ende August 2016 behandelnde Psychiaterin, Dr. med. K._____, 

stellte in ihrem Bericht vom 19. September 2016 die Diagnose einer 

depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F32.0), wobei 

sich die depressive Symptomatik durch den Integrationseinsatz 

verschlechtert habe. Sie attestierte A._____ ab dem 5. September 2016 

eine volle Arbeitsunfähigkeit bis Ende Oktober 2016. 

7. Mit Mitteilungen vom 10. Februar 2017 und 10. Mai 2017 erteilte die IV-

Stelle eine Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining bei der L._____ 

vom 1. Februar 2017 bis 31. Juli 2017 im Bereich Floristik. Vereinbart 

wurde ein Startpensum von 20 %, mit dem Ziel, die Präsenzzeit zu steigern, 

was jedoch nicht erreicht werden konnte.

8. Am 3. Juli 2017 trat A._____ zum stationären Aufenthalt in die Klinik 

M._____ ein. Die Hospitalisation dauerte bis zum 10. August 2017. Im 

Austrittsbericht vom 24. Oktober 2017 wurde eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome (ICD-10 F33.2), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 

F40.01) sowie eine anankastische Persönlichkeitsstruktur diagnostiziert, 

welche im Verlauf jedoch deutlich verbessert und stabilisiert werden 

konnten.

9. Nach dem stationären Aufenthalt wurde das Belastbarkeitstraining bei der 

L._____ mit einem Startpensum von 20 % im Bereich Küche 

wiederaufgenommen, mit dem Ziel, die Präsenzzeit auf 50 % zu steigern. 

Entsprechend erging am 19. September 2017 eine Kostengutsprache für 

den Zeitraum vom 4. September 2017 bis 4. März 2018. Die Präsenzzeit 

konnte indes nicht über 12 Stunden pro Woche gesteigert werden.

10. In ihrem Verlaufsbericht vom 23. November 2017 stellte Dr. med. K._____ 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 

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(ICD-10 F33.1) sowie anankastische Persönlichkeitszüge fest und 

erachtete A._____ zu 100 % arbeitsunfähig. Zum Verlauf führte sie 

namentlich aus, dass die von der Arbeitgeberin in Aussicht gestellte 

Kündigung im Laufe des Monats Juni 2017 zu einer zunehmenden 

depressiven Entgleisung geführt habe, was einen stationären Aufenthalt 

notwendig gemacht habe. Nach dem Austritt im August 2017 sei eine 

leichte Besserung eingetreten. Aktuell erfülle die Symptomatik die Kriterien 

für eine mittelgradige depressive Episode.

11. Nachdem A._____ bei der Arbeit eine Panikattacke erlitten hatte, trat sie 

am 14. Februar 2018 wiederum in die Klinik M._____ zum stationären 

Aufenthalt bis zum 28. März 2018 ein. Im Bericht vom 16. April 2018 wurde 

u.a. eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode (ICD-10 F33.1), eine Agoraphopie mit Panikstörung (ICD-10 

F40.10) sowie eine anankastische Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 

Z73) diagnostiziert. Das depressive Zustandsbild konnte mittels 

multimodalen Therapieprogramms bis zum Austritt gebessert werden. 

Anschliessend nahm A._____ eine niederschwellige teilstationäre 

Behandlung in der Tagesklinik Y._____ auf. 

12. Da die Leistung während der Eingliederungsmassnahme mit 20 % bis 40 % 

sehr klein gewesen war und A._____ sich nach dem erneuten 

Klinikaufenthalt nicht in der Lage gefühlt hatte, ein Arbeitstraining in einem 

50%-Pensum zu absolvieren, wurden die beruflichen Massnahmen mit 

Verfügung vom 13. Juli 2018 beendet und die Rentenprüfung eingeleitet.

13. Im Verlaufsbericht vom 21. August 2018 wies Dr. med. K._____ eine 

rezidivierende depressive Störung sowie eine anankastische 

Persönlichkeitsakzentuierung aus und bescheinigte eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Zum Verlauf hielt sie fest, nach dem Austritt aus der 

Klinik M._____ sei es vorerst zu einer Stabilisierung der Situation 

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gekommen; es hätten höchstens leichtgradige depressive Symptome 

vorgelegen. Im Juni 2018 sei es zu einer zunehmenden inneren Unruhe 

und vermehrten Schlafstörungen, Ängsten und Gedankenkreisen 

gekommen. Nach dem Ansetzen der Medikation sei erneut eine relative 

Stabilisierung eingetreten. Nach wie vor einschränkend seien die Ängste, 

die Schlafstörungen sowie die leicht- bis mittelgradigen 

Konzentrationsstörungen.

14. Die IV-Stelle holte sodann beim Ärztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) in 

Basel ein bidisziplinäres Gutachten (psychiatrisch und rheumatologisch) 

ein, das am 1. April 2019 erstattet wurde. Die Gutachter, Dres. med. 

N._____ und O._____, stellten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit: rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

leichte Episode (ICD-10 F33.0), chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), chronisches 

zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0), bilaterales 

Schulterimpingementsyndrom (ICD-10 M75.4) und chronisches 

rezidivierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5). 

Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine dauerhafte, verminderte 

Belastbarkeit der Wirbelsäule, so dass nur körperlich leichte bis selten 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten geeignet seien, mit Lasten 

heben von 10 kg bis max. 15 kg bis Schulterhöhe. Im Belastungsniveau 

bestehe ein erhöhter Pausenbedarf für vollschichtig zumutbare Tätigkeiten. 

Aus psychischer Sicht könne auf affektiver Ebene eine leichte depressive 

Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung festgestellt werden. 

Im Weiteren läge eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren vor. Die Diagnosen beeinflussten sich gegenseitig 

negativ, so dass dauerhaft eine verminderte Belastbarkeit nachvollziehbar 

sei, im Sinne einer Leistungseinbusse von 20 % bezogen auf ein 

Vollzeitpensum. Die Belastungsfaktoren lägen im geringen Ausmass in 

Form der medizinischen Eischränkungen vor, welche allerdings nicht dem 

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subjektiven Ausmass entsprächen, wie es von A._____ angenommen 

werde. Sowohl somatisch als auch psychiatrisch liessen sich diverse 

Inkonsistenzen anamnestisch und in der Untersuchung nachweisen. Die 

Medikamenten-Compliance sei ebenfalls schlecht bzw. nicht gegeben. 

Insgesamt schlossen die Gutachter auf eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit und eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit seit Januar 2015, sicher ab Dezember 2018.

15. Gestützt darauf erachtete auch RAD-Arzt Dr. med. H._____ in seiner 

Abschlussbeurteilung vom 2. Mai 2019 A._____ für leichte bis 

mittelschwere Arbeiten in wechselndem Rhythmus, ohne volle Belastung 

des rechten Armes, ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg und 

ohne Arbeiten über Schulter- und Kopfhöhe mit dem rechten Arm ab Januar 

2015 zu 80 % arbeitsfähig. Der rechte Arm sei für leichte Arbeiten unterhalb 

der Schulter- und Kopfhöhe oder für Schreibtischarbeiten voll einsatzfähig. 

In adaptierter Tätigkeit sei ein erhöhter Pausenbedarf von einer Stunde 

täglich bei ganztätigem Arbeitspensum angebracht.

16. Mit Vorbescheid vom 17. Mai 2019 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wobei sie dabei für den 

zu 90 % gewichteten Erwerbsbereich von einer Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit von 80 % ab Januar 2015 ausging und im 

Haushaltsbereich keine Einschränkung feststellte, was zu einem 

Invaliditätsgrad von 31 % führte. Dagegen erhob A._____ am 11. Juni 2019 

Einwand und legte diesem verschiedene Stellungnahmen ihrer 

behandelnden Ärzte bei. Nachdem letztere RAD-Arzt Dr. med. H._____ 

unterbreitet worden waren, verfügte die IV-Stelle am 8. August 2019 wie 

vorbeschieden und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

17. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) 

am 4. September 2019 Beschwerde bei der Sozialversicherungsanstalt 

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(SVA) Graubünden, welche diese Eingabe zuständigkeitshalber dem 

Verwaltungsgericht überwies. Darin beantragte sie, die Angelegenheit zur 

Vornahme weiterer Abklärungen und zur Neubeurteilung an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. Zur Begründung führte sie an, sie sei seit mehr als einem 

Jahr zu 70 % krankgeschrieben und arbeite zu 30 % bei einer 

Reinigungsfirma, was sie an ihre Grenzen bringe. Zudem sei sie 

Sozialhilfeempfängerin, was sich auch psychisch bemerkbar mache.

18. Innerhalb der ihr von der vormaligen Instruktionsrichterin gesetzten Frist 

zur Verbesserung der Beschwerde, reichte die Beschwerdeführerin mit 

Eingabe vom 17. September 2019 neben den bereits im Einwandverfahren 

ins Recht gelegten Berichte ihrer behandelnden Ärzte ein ärztliches 

Zeugnis von Dr. med. K._____ ein, welche eine Arbeitsunfähigkeit von 

70 % für die Monate September und Oktober 2019 bescheinigte.

19. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 8. Oktober 2019 auf Abweisung der Beschwerde. 

20. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2019 reichte die Beschwerdeführerin eine 

weitere ärztliche Bescheinigung ihrer behandelnden Psychiaterin, Dr. med. 

K._____, vom 9. Oktober 2019 ein. 

21. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer als Duplik bezeichneten 

Stellungnahme vom 21. Oktober 2019 an ihrem Antrag fest.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 8. August 2019. Eine solche Anordnung, die 

laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort der 

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verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige Versicherungsge-

richt angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie 

Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und materielle Verfügungs-

adressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfügung 

unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung oder Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem 

frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 

und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG), weshalb dar-

auf eingetreten wird. 

2. Streitgegenstand bildet in Anbetracht der im Dezember 2014 erfolgten 

Anmeldung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab 1. 

Juli 2015 zu Recht verneint hat. Streitig ist die Arbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit, wobei die Beschwerdeführerin die von der Beschwerdegegnerin 

angenommene Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 80 % kritisiert. 

Unbestritten sind indes die anwendbare Methode er Invaliditätsbemessung 

(gemischte Methode mit einer Gewichtung des Erwerbbereichs von 90 % 

und des anerkannten Aufgabenbereichs von 10 %), die fehlende 

Einschränkung im Haushaltsbereich und das Valideneinkommen von Fr. 

67'835.25.

3. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Beurteilungen 

im ABI-Gutachten vom 1. April 2019 bzw. des RAD-Arztes Dr. med. 

H._____ vom 2. Mai 2019 abgestellt hat oder ob konkrete Indizien gegen 

deren Zuverlässigkeit sprechen bzw. diese von den übrigen medizinischen 

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Akten, insbesondere von den Berichten von Dr. med. K._____ vom 19. Juni 

2019, 11. September 2019 und 9. Oktober 2019, sowie von Dr. med. 

C._____ vom 27. Mai 2019 derart in Zweifel gezogen werden, dass von der 

80%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit (= körper-

lich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten) für den hier massgebenden 

Zeitraum ab Juli 2015 abzuweichen wäre.

3.1. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu wür-

digen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Hin-

sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be-

richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-

lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 

E.1c m.H.). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-

würdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 

E.1a m.H.). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut-

achten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beob-

achtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). Sodann kommt 

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auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte ein ver-

gleichbarer Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll-

ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (siehe BGE 137 V 210 E.1.2.1, Urteil 

des Bundesgerichts 8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f.). Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-

sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärun-

gen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Ur-

teile des Bundesgerichtes 9C_415/2017 vom 21. September 2017 E.3.2, 

8C_452/2016 vom 27. September 2016 E.4.2.2 f., 8C_245/2011 vom 25. 

August 2011 E.5.3). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der 

Richter auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte 

mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-

felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5; 

BGE 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur 

von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einer-

seits und der Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini-

schen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) andererseits nicht zu, ein 

Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arzt-

personen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei-

ben immerhin diejenigen Fälle, in denen sich eine vom (amtlichen) Gutach-

ten abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die Berichte der behandeln-

den Ärzte wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation entspringende 

– Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewür-

digt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_317/2019 vom 30. Sep-

tember 2019 E.2.3, 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2, 

8C_229/2019 vom 5. Juli 2019 E.5.1 und 8C_835/2018 vom 23. April 2019 

E.3).

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3.2. Das ABI-Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 

an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderun-

gen, weshalb ihm Beweiskraft zukommt. Es beruht auf eigenen 

Untersuchungen und berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin 

beklagten Beschwerden (vgl. insb. Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-

act.] 175 S. 17 ff. und S. 27 ff.). Die Beurteilung erfolgte zudem in Kenntnis 

der medizinischen Vorakten bzw. den Angaben aus der beruflichen 

Eingliederung (vgl. Bg-act. 11 ff.) und die Schlussfolgerungen wurden 

gestützt auf die eigenen klinischen und bildgebenden Untersuchungen 

sowie der vorgenommenen Laboruntersuchung getroffen (vgl. insb. Bg-act. 

175 S. 21 ff. und S. 30 ff.). Ferner ist es für die streitigen Belange 

umfassend.

3.3. Der psychiatrischer Teilgutachter, Dr. med. N._____, diagnostizierte eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 

F33.0), sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Auf dieses Beschwerdebild ist die 

Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 anwendbar (BGE 143 V 409 und 

418). Danach beurteilt sich die Frage, ob eine psychische Störung zu einer 

Arbeitsunfähigkeit führt, welche auch rechtlich bedeutsam ist, in 

Nachachtung von Art. 7 Abs. 2 ATSG grundsätzlich immer auf der 

Grundlage eines strukturierten Beweisverfahrens (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_475/2019 vom 15. November 2019 E.4.2.2). Die im 

Regelfall beachtlichen Standardindikatoren wurden wie folgt systematisiert 

(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3 ff.): 

• Kategorie "funktioneller Schweregrad"

o Komplex "Gesundheitsschädigung"

▪ Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde"

▪ Indikator "Behandlungs- bzw. Eingliederungserfolg 

oder -resistenz"

▪ Indikator "Komorbiditäten"

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o Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res-

sourcen)

o Komplex "Sozialer Kontext" (Abgrenzung psychosozialer und soziokul-

tureller Faktoren; Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Um-

feldes)

• Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)

o Indikator "Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen"

o Indikator "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese-

ner Leidensdruck" 

3.4. Dr. med. N._____ orientierte sich in seinem Gutachten an den 

Standardindikatoren (vgl. Bg-act. 175 S. 21 ff.). Die Ausführungen zur der 

Beurteilung der medizinischen Situation sind einleuchtend und die 

gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar 

begründet. Der Gutachter setzte sich denn auch mit der Einschätzung der 

behandelnden Ärzte, einschliesslich jener von Dr. med. K._____, 

auseinander und zeigte auf, weshalb er eine andere Ansicht vertritt (vgl. 

Bg-act. 175 S. 21 f. und S. 23). So sei es gut möglich, dass während der 

Zeiten der erfolgten stationären Behandlungen eine schwerer ausgeprägte 

depressive Episode bestanden habe mit punktuell höhergradiger 

Arbeitsunfähigkeit. Frau Dr. K._____, die seit 2016 die ambulante 

Behandlung durchführe, attestiere aber eine anhaltendende 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Sie habe indes auch eine depressive Störung, 

gegenwärtig leichte Episode, angegeben, schliesslich dann 2017, als die 

stationäre Behandlung in der Klinik M._____ erfolgt sei, eine gegenwärtige 

schwere Episode ohne psychotische Symptome bei einer rezidivierenden 

depressiven Störung, neben einer Agoraphobie mit Panikstörung und einer 

anankastischen Persönlichkeitsstruktur. 2018 sei aber anlässlich der 

erneuten Hospitalisation in der Klinik M._____ eine mittelgradige 

depressive Episode bei ansonsten unveränderten psychischen Diagnosen 

diagnostiziert worden. 2017 habe Frau Dr. K._____ einen stationären 

Zustand angegeben und neben der rezidivierenden depressiven Störung 

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eine anankastische Persönlichkeitsakzentuierung mit weiterhin attestierter 

voller Arbeitsunfähigkeit erwähnt. Sie habe auch auf das 

Belastungstraining hingewiesen und dazu festgehalten, dass 

Arbeitsversuche nicht über 30 % hätten gesteigert werden können. 

Dem hält Dr. med. N._____ entgegen, es bestehe eine deutlich 

ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung, was nicht nur 

krankheitsbedingt sei. Mit Blick auf die Persönlichkeitsakzentuierung hält 

er angesichts der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Recht fest, eine 

solche sei keine Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert; vielmehr 

handelt es sich dabei als Z-Kodierung nicht um eine 

invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung 

(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_542/2019 vom 12. November 

2019 E.3.2 m.H.). Die depressive Episode stufte Dr. med. N._____ in 

Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien nach ICD-10 als leicht 

ausgeprägt ein, gekennzeichnet durch eine depressive Verstimmung mit 

verminderter Freude, erhöhter Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und einen 

verminderten Selbstwert mit Insuffizienzgedanken. Diagnostisch handle es 

sich um eine rezidivierende depressive Störung. Zudem bestehe eine 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, 

gekennzeichnet durch ausgeweitete Schmerzen im Bewegungsapparat, 

deren Ausmass mit der Überzeugung, nun nur noch zu 30 % wie bisher 

arbeiten zu können, mit somatischen Befunden nicht hinreichend 

objektiviert werden könne und die sich nur auf eine Somatisierung im 

Rahmen der Depression zurückführen lasse. Die vorliegenden 

psychischen Störungen hätten sich nach dem Unfallereignis entwickelt. 

Dieses zusammen mit der erwarteten, bisher aber nicht eingetroffenen 

Beschwerdefreiheit hätten psychisch zur Verunsicherung und 

Enttäuschung geführt. Es könnten lebensgeschichtliche Enttäuschungen 

und Belastungen reaktiviert werden, welche eine deutliche Relevanz 

hätten, um sich negativ auf die Gesundheitsentwicklung auszuwirken 

- 15 -

(wiederholt erlebte häusliche Gewalt seitens des brutalen Vaters sowie 

seitens des Ex-Ehemannes). Als das Geld nicht ausgereicht habe, sei sie 

bereits damals finanziell vom Sozialamt abhängig geworden. Jetzt sei sie 

wiederum finanziell auf die Sozialhilfe angewiesen, da sie nur noch zu 30 % 

als Reinigerin arbeite. Die Beschwerdeführerin besitze aber einen 

regulären Berufsabschluss und habe mehrere Jahre gerne gearbeitet. Sie 

habe jetzt auch einen Freund und sonst gute Kontakte in ihrem Umfeld, 

wenn vielleicht auch nicht so viele. Diese sonst wenig auffällige 

Sozialisation mit früher an sich voller Leistungsfähigkeit während mehrerer 

Jahre spreche gegen die Achse-II-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. 

Die Beschwerdeführerin habe im psychischen Untersuchungsgespräch 

zwar auch Ängste unter vielen Menschen angegeben, v.a. wenn diese ihr 

entgegenkommen würden. Sie gehe aber doch auch in Einkaufsläden, 

wenn auch nur, wenn es nicht viele Menschen habe. Obwohl es für sie nicht 

einfach gewesen sei unter den vielen Menschen am Bahnhof, habe sie 

allein mit dem Zug zur Untersuchung nach Basel reisen können. Diese 

Ängste seien im Rahmen der Depression zu sehen. Eine zusätzliche 

Agoraphobie könne nicht diagnostiziert werden (vgl. Bg-act. 175 S. 23 und 

S. 21 f.). 

Zudem wies der psychische Teilgutachter darauf hin, dass nicht nur das 

Belastungstraining, sondern auch die täglichen Aktivitäten, welche der 

Beschwerdeführerin noch möglich seien, in Betracht gezogen würden. 

Diese liessen keine höhergradige Arbeitsunfähigkeit zu. Die 

Beschwerdeführerin leide nicht unter Konzentrationsstörungen und sei 

nicht akut suizidal, auch wenn sie vielleicht manchmal auch unter einem 

Lebensüberdruss leide. Sie habe gute Kontakte in ihrem Umfeld, wenn 

auch nicht viele. Sie strukturiere ihren Tagesablauf selbst, habe auch ein 

Hobby (Airbrush) und einen Freund (vgl. Bg-act. 175 S. 23). Überdies wies 

Dr. med. N._____ den Berufsabschluss der Beschwerdeführerin sowie 

deren mehrjährige Berufserfahrung als Ressource aus. Auch gehe sie ihrer 

- 16 -

Arbeit als Reinigerin regelmässig nach und erledige ihren Haushalt selber, 

wenn auch mit vermehrten Pausen. Sie habe Kontakte zu ihren beiden 

erwachsenen Kindern, zur Mutter und zu den Schwestern. Als Belastung 

führte Dr. med. N._____ eine chronische somatische 

Beschwerdeproblematik mit Schmerzen, welche bis heute trotz 

Behandlung nicht hätten gebessert werden können, fest. Es bestünden 

lebenslängliche Enttäuschungen, die reaktiviert werden könnten, und eine 

angespannte finanzielle Situation mit einer Abhängigkeit von der Sozialhilfe 

(Bg-act. 175 S. 23). Gestützt darauf wies der psychiatrische Teilgutachter 

nachvollziehbar und – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – 

in Berücksichtigung ihres Status als Sozialhilfeempfängerin eine 80%ige 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit aus.

3.5. Wenn nun Dr. med. K._____ die Beschwerdeführerin aufgrund der auch 

nach dem stationären Aufenthalt im März 2018 fortbestehenden 

depressiven Symptomatik zunächst zu 100 % (vgl. Stellungnahme vom 

19. Juni 2019 [Bf-act. 1]), sodann zu 70 % arbeitsunfähig erachtete (vgl. 

ärztliches Zeugnis vom 11. September 2019 [Bf-act. 2] und ärztliche 

Bescheinigung vom 9. Oktober 2019 [Bf-act. 4]), ist der sich darauf 

abstützenden Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass ärztliche 

Beurteilungen, insbesondere in psychischer Hinsicht, von der Natur der 

Sache her unausweichlich Ermessenzüge aufweisen, die es zu 

respektieren gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 23. Mai 

2019 E.4.2.2 m.H.). Nur weil eine behandelnde Ärztin zu einer anderen 

Einschätzung gelangt bzw. an vorgängig geäusserten abweichenden 

Auffassungen festhält, ist es rechtsprechungsgemäss nicht geboten, ein 

Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer 

Abklärungen zu nehmen. Dr. med. K._____ brachte in ihren Stellungnah-

men denn auch nichts vor, was in bei der bidisziplinären Begutachtung 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein soll (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2). So wurde 

- 17 -

insbesondere in diagnostischer Hinsicht die von ihr in ihrer Einschätzung 

vom 19. Juni 2019 hervorgehobene depressive Symptomatik einlässlich 

durch den psychiatrischen ABI-Teilgutachter auch anhand des von ihm 

erhobenen psychiatrischen Untersuchungsbefundes (Bg-act. 175 S. 20 f.) 

gewürdigt (vgl. Bg-act. 175 S. 21 und S. 23). Insofern kann Dr. med. 

K._____ nicht gefolgt werden, wenn sie in ihrer Stellungnahme geltend 

macht, eine Steigerung des Arbeitspensums auf über 30 % sei aufgrund 

der leichten depressiven Symptomatik nicht möglich (Bf-act. 1; vgl. auch 

Bf-act. 4). Überdies wies der rheumatologischen ABI-Teilgutachter, Dr. 

med. O._____, mit dem chronischen zervikospondylogenen 

Schmerzsyndrom, dem bilateralen Schulterimpingementsyndrom und dem 

chronischen rezidivierenden lumbospondylogenem Schmerzsyndrom gar 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus, welche über jene, die 

von Dr. med. C._____ gestellt wurden (vgl. Bericht vom 4. Februar 2015 

[Bg-act. 21] oder jener vom 1. September 2016 [Bg-act. 82]), hinausgingen 

(vgl. Bg-act. 175 S. 30).

3.6. Aus dem Umstand, dass während der Eingliederungsmassnahmen das 

Pensum nicht auf – wie geplant – 50 % gesteigert werden konnte, vermag 

die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Abgesehen 

davon, dass sich die ABI-Gutachter in Kenntnis der beruflichen 

Massnahmen ausdrücklich mit den durchgeführten Arbeits- und 

Belastungstrainings auseinandergesetzt haben, wiesen sie in diesem 

Zusammenhang auf eine deutlich ausgeprägte Krankheits- und 

Behinderungsüberzeugung hin, welche nicht nur krankheitsbedingt sei (Bg-

act. 175 S. 22 f.). Diese leiteten sie aus dem Umstand ab, dass sich die 

Beschwerdeführerin nur wie bisher zu 30 % als Reinigerin arbeitsfähig fühle 

(Bg-act. 175 S. 22). Aus den Akten ergibt sich des Weiteren, dass die 

Beschwerdeführerin bereits vor dem ersten Arbeitsversuch bei der I._____ 

GmbH wenig begeistert war, im Verkauf in einer Bäckerei tätig zu sein (vgl. 

Verlaufsprotokoll, Einträge vom 11. Mai 2016 und 19. Mai 2016 [Bg-act. 71 

- 18 -

S. 10 f.]). Ausserdem lehnte sie es ab, in diesem Rahmen im Service zu 

arbeiten (vgl. Verlaufsprotokoll, Eintrag v. 26.7.16 [Bg-act. 85 S. 1]), da sie 

im Kundenkontakt blockiert sei (vgl. Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 11. 

August 2016 [Bg-act. 85 S. 2]). Letztlich habe die Doppelbelastung mit 

einer Tätigkeit im angestammten Beruf in der B._____ und dem 

Arbeitstraining zu einer Überforderung und zu einer Depression geführt, die 

sich nach der Kündigung durch die B._____ verschärft habe (vgl. 

Austrittsbericht Klinik M._____ vom 24. Oktober 2017 [Bg-act. 131 S. 2]). 

Ausserdem wurden anlässlich eines "Round-Table"-Gesprächs mit der 

Beschwerdeführerin als weitere Ursachen Ängste betreffend 

Arbeitsplatzverlust, eine allgemeine Orientierungslosigkeit sowie das 

stressige Arbeitsumfeld während des Arbeitstrainings benannt (vgl. 

Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 25. August 2016 [Bg-act. 85 S. 3]). Im 

Allgemeinen merkte der Jobcoach der Beschwerdeführerin an, die 

Zusammenarbeit mit ihr habe sich als schwierig erwiesen, da sie es 

unterlassen habe, ihm ihr Befinden mitzuteilen, ein Schmerztagebuch zu 

führen und die Arbeitspläne mit ihm zu besprechen (vgl. Verlaufsprotokoll, 

Eintrag vom 30. August 2016 [Bg-act. 85 S. 4]). Auch im weiteren Verlauf 

der beruflichen Eingliederung wurde festgestellt, dass sich die 

Beschwerdeführerin an ihre angestammte Tätigkeit klammere und dabei 

selbst angab, dass sie sich nichts anderes vorstellen könne (vgl. 

Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 20. Dezember 2016 [Bg-act. 96 S. 8]). Als 

sie letztlich im Rahmen des Belastbarkeitstrainings bei der L._____ im 

Bereich der Küche realisiert habe, dass fast keine Arbeit mehr ausführbar 

sei, sei die Beschwerdeführerin immer mehr ins Grübeln geraten und es 

hätten sich Ängste bemerkbar gemacht, was neben dem Geschwätz und 

dem Lärm in der Küche zu einer Abnahme in der Belastbarkeit geführt und 

keine Erhöhung der Präsenzzeiten mehr zugelassen habe (vgl. 

Schlussbericht zur Integrationsmassnahme in der L._____ vom 10. April 

2018 [Bg-act. 146 S. 2] vgl. auch Bericht Klinik M._____ vom 16. April 2018 

[Bg-act. 153 S. 4]). Schliesslich spielten auch psychosoziale 

- 19 -

Belastungsfaktoren eine Rolle, indem die seitens der Arbeitgeberin (der 

B._____) ausgesprochene Kündigung per Ende August 2017 die 

Beschwerdeführerin derart destabilisiert habe, dass sie zunehmend 

depressiv geworden und unter Versagens- und Minderwertigkeitsgefühlen 

gelitten habe, was zum Unterbruch der beruflichen Massnahme im L._____ 

und zum stationären Aufenthalt in der Klinik M._____ geführt hatte (vgl. 

Austrittsbericht Klinik M._____ vom 24. Oktober 2017 [Bg-act. 131 S. 2]). 

Eine solche soziale Belastung mit direkten negativen funktionellen Folgen 

ist jedoch rechtsprechungsgemäss auszuklammern (BGE 143 V 409 

E.4.5.2 und Urteil des Bundesgerichts 9C_436/2019 vom 25. September 

2019 E.4.2.4).

3.7. Vor diesem Hintergrund ist die bloss pauschale Kritik vom Hausarzt, Dr. 

med. C._____, in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2019, wonach seiner 

Ansicht nach eine Erhöhung des Arbeitspensums bzw. der 

Arbeitsbelastung als gesundheitsgefährdend einzustufen sei, wenig 

aussagekräftig und vermag nichts an der Einschätzung im ABI-Gutachten 

zu ändern. Insbesondere zeigt Dr. med. C._____ dabei keine Aspekte auf, 

welche unberücksichtigt geblieben sein sollen (vgl. Bf-act. 3). Ebenso 

wenig vermag das Vorbringen von Dr. med. K._____ in ihrer 

Stellungnahme vom 9. Oktober 2019 zu überzeugen, wonach berufliche 

Massnahmen, welche die Beschwerdeführerin sehr begrüsst hätte, von der 

IV-Stelle mit der Begründung abgewiesen worden seien, der Markt sei 

ausgetrocknet (Bf-act. 4). In diesem Zusammenhang bringt die 

Beschwerdegegnerin zu Recht vor, die beruflichen Massnahmen seien 

abgeschlossen worden, nachdem die Beschwerdeführerin solche als nicht 

realistisch eingeschätzt hatte (vgl. Verfügung vom 13. Juli 2018 [Bg-act. 

152] und Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 27. April 2018 [Bg-act. 148 S. 6] 

und dessen Bestätigung durch Dr. med. K._____ im Eintrag vom 8. Mai 

2018 [Bg-act. 148 S. 7]). Die ABI-Gutachter wiesen des Weiteren darauf 

hin, dass die Medikamenten-Compliance bei allen drei geprüften 

- 20 -

Psychopharmaka schlecht bzw. nicht gegeben gewesen sei (vgl. Bg-act. 

175 S. 9 und S. 22). Wenn nun Dr. med. K._____ in ihrer Stellungnahme 

vom 19. Juni 2019 (Bf-act. 1) ausführte, sie könne aufgrund der guten 

therapeutischen Beziehung davon ausgehen, dass die Medikamenten-

Compliance gut sei, da die Beschwerdeführerin ihr versichert habe, die 

Medikation wie vorgeschrieben einzunehmen, vermag dies die sich auf 

Laborwerte abstützende gegenteilige Einschätzung des ABI-Psychologen 

nicht in Frage zu stellen (vgl. zu den Laborwerten Anhang 1 zum ABI-

Gutachten). Die Vermutung von Dr. med. K._____, es sei möglich, dass die 

Beschwerdeführerin zu den "Rapid-Metabolizern" gehöre, belegte diese 

nicht weiter. Anhaltspunkte dafür ergeben sich auch keine aus den Akten.

3.8. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

und die von ihr beigebrachten medizinischen Stellungnahmen nicht 

geeignet sind, den Beweiswert des ABI-Gutachtens mit seinen 

Feststellungen zu dem hier massgebenden Zeitraum ab 1. Juli 2015 zu 

schmälern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin auf die im Gutachten attestierte 80%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abstellte. Vor diesem 

Hintergrund kann auf die von Dr. med. K._____ in ihrer Stellungnahme vom 

9. Oktober 2019 (Bf-act. 4) angeregte Einholung einer weiteren 

gutachterlichen Beurteilung verzichtet werden, zumal das streitberufene 

Gericht aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung 

gebildet hat und annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere 

Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 

140 E.5.3).

4. Bei dem unbestritten gebliebenen, auf 100 % hochgerechneten 

Valideneinkommen von Fr. 67'835.25 und einem Invalideneinkommen von 

(gerundet) Fr. 44'720.50 (gemäss Lohnstrukturerhebung [LSE] 2016, 

Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 1, weiblich, umgerechnet auf 41.7 

- 21 -

Wochenstunden, aufindexiert, mit Arbeitsfähigkeit von 80 % = Fr. 4'363.-- 

x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01 x 0.8) resultiert eine 

Einschränkung im zu 90 % gewichteten Erwerbsbereich von 34.07 % und 

somit ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von 30.66 %. Bei einer fehlenden 

Einschränkung im zu 10 % veranschlagten Haushaltsbereich ergibt sich 

gesamthaft ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30.66 bzw. 

gerundet 31 %. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist 

abzuweisen. 

5. Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist anzumerken, dass kein 

Leidensabzug geltend gemacht wurde. Es ist davon auszugehen, dass die 

Gutachter in der Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit die verminderte 

psychische Belastbarkeit und jene des Bewegungs- und Stützapparats 

bzw. der vermehrte Pausenbedarf bereits durch die auf 80 % reduzierte 

Leistungsfähigkeit bei einer ganztägigen Verwertbarkeit Rechnung 

getragen haben. Würde dies zusätzlich beim leidensbedingten Abzug 

berücksichtigt, käme dies einer unzulässigen doppelten Anrechnung 

derselben Gesichtspunkte gleich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_833/2017 vom 20. April 2018 E.2.2 m.H.). Zudem ist zu würdigen, dass 

der deutschsprachigen Beschwerdeführerin mit Schweizer Bürgerrecht und 

ausgewiesenen Schul- und Berufskenntnissen im vorliegend relevanten 

Kompetenzniveau 1 durchaus auch über gewisse Wettbewerbsvorteile 

verfügt. Selbst wenn indes ein Abzug vom Tabellenlohn namentlich 

angesichts des Umstands, dass die Beschwerdeführerin neben den 

ausgewiesenen Einschränkungen im massegebenden Zeitpunkt des 

Einkommensvergleichs bereits über 50 Jahre alt war (vgl. hierzu Urteil 

9C_459/2019 vom 5. November 2019 E.5.3 m.H.), gewährt würde, würde 

ein solcher 10 % jedenfalls nicht übersteigen, so dass sich ein 

Gesamtinvaliditätsgrad von 36.6 % (gerundet 37 %; vgl. obige Berechnung 

unter E.4 ausgehend von einem Invalideneinkommen von Fr. 40'248.45 [Fr. 

- 22 -

44'720.50 abzüglich 10 % Leidensabzug]) ergäbe, was ebenfalls keinen 

Rentenanspruch zu begründen vermöchte.

6.1. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die 

Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 

denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die 

Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf 

Fr. 700.-- fest. Bei diesem Prozessausgang wird die Beschwerdeführerin 

grundsätzlich kostenpflichtig. Allerdings hat sie um unentgeltliche 

Rechtspflege ersucht. 

6.2. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechts-

begehren nicht aussichtslos erscheint (vgl. auch Art. 76 Abs. 1 VRG; BGE 

134 I 166 E.3 m.H.).

Vorliegend erscheint der Rechtsstreit weder offensichtlich mutwillig noch 

von vornherein aussichtslos. Zudem ist von der finanziellen Bedürftigkeit 

der Beschwerdeführerin auszugehen, zumal sie Sozialhilfe bezieht (vgl. 

Verfügung der Gemeinde Schiers vom 10. April 2019; vgl. ferner ABI-

Gutachten [Bg-act. 175]) und soweit ersichtlich über keine verwertbaren 

Aktiven verfügt. Somit ist dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

stattzugeben, womit die Gerichtskosten von Fr. 700.-- – eine Erstattungs-

pflicht gemäss Art. 77 Abs. 1 VRG vorbehalten – zulasten der Gerichts-

kasse gehen.

- 23 -

6.3. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Gerichtskos-

ten von Fr. 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse übernom-

men.

2.2. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ ge-

bessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene zu er-

statten.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]