# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b4c44e7-bccd-5e30-bf0a-520f29a152b4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.07.2008 IV 2008/30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-30_2008-07-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/30

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 16.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 16.07.2008
Art. 7 und 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 und 28 IVG; Zusprache einer ganzen 
Invalidenrente; Anforderungen an psychiatrische Gutachten; die 
Arbeitsunfähigkeit ergibt sich bei psychischen Krankheiten nicht direkt aus 
der Diagnose, sondern aus der störungsbedingten Einschränkung der 
Funktionen und dem Schweregrad der Einschränkung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Juli 2008, IV 2008/30).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 16. Juli 2008

in Sachen

GastroSocial Pensionskasse, Bahnhofstrasse 86, Postfach, 5001 Aarau,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

G.___,

Beigeladene,

betreffend

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Rente für G.___,

Sachverhalt:

A.   

A.a  G.___, geboren 1980, meldete sich am 16. November 2005 zum Bezug von IV-

Leistungen an und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Sie machte geltend, an 

einer Borderline Symptomatik zu leiden (act. G 4.1/1.1 ff.). Während der Zeit vom 31. 

März bis 27. April 2004 befand sich die Versicherte in der Klinik Gais, Fachklinik für 

kardiale und psychosomatische Rehabilitation. Die behandelnden Ärzte der Klinik Gais 

diagnostizierten eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: 

F43.21 und X78) mit Automutilationen (skill disease), eine soziale Phobie (ICD-10: 

F40.1) sowie eine binge eating disorder (ICD-10: F50.2) und attestierten ab dem 3. Mai 

2004 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1/8.8 f.). Die Versicherte wurde vom 30. 

November 2004 bis 24. März 2005 stationär, ab 4. April bis 22. April 2005 im 

tagesklinischen Setting in der Psychiatrischen Klinik Wil behandelt. Im 

Kurzaustrittsbericht vom 19. April 2005 diagnostizierte der Psychologe A.___ eine 

adoleszentäre Problematik (ICD-10: F98.9) mit abhängigen und konversiven Zügen und 

starker Selbstwertproblematik, auf dem Hintergrund einer Borderline-

Persönlichkeitsorganisation, schädlicher Gebrauch von Cannabis und Alkohol, 

gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung (ICD-10: F19.21) sowie ein 

pathologisches Glücksspiel (ICD-10: F63.0; act. 4.1/8.6 f.). Der Hausarzt Dr. med. 

C.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete über den bisherigen Verlauf und postulierte 

gestützt darauf im Arztbericht vom 30. November 2005 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit im freien Stellenmarkt (act. G 4.1/8.5). Im Arztbericht der 

Psychiatrischen Klinik Wil vom 20. Dezember 2005 wurden die im Kurzaustrittsbericht 

vom 19. April 2005 enthaltenen Diagnosen durch die Differentialdiagnose "emotional 

instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typus (ICD:10 F60.31)" ergänzt. Die 

Versicherte wurde vom 14. November bis 23. November 2005 erneut in der Tagesklinik 

der Psychotherapiestation der Psychiatrischen Klinik Wil und vom 24. bis 28. 

November 2005 infolge eines Suizidversuches vom 23. November 2005 in der 

Akutstation der Psychiatrischen Klinik Wil behandelt (act. G 4.1/14.2 f.). Im Moment sei 

der Gesundheitszustand der Versicherten zu instabil für eine Tätigkeit in der freien 

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Wirtschaft (act. G 4.1/14.3). Der behandelnde Psychiater, Dr. med. D.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Arztbericht vom 28. Dezember 2005 

mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F61.0), einen emotional instabilen Typus Borderline (ICD-10: F60.31), vom 

selbstunsicheren Typus (ICD-10: F60.6), sowie vom abhängigen Typus (ICD-10: F60.7), 

ein mittelgradig depressives "ZB bei rez. depressiven Episoden" (ICD-10: F33.1), ein 

pathologisches Glückspiel (ICD-10: F63.0), ein schädlicher Gebrauch von Cannabis 

und Alkohol, in geschützter Umgebung abstinent (ICD-10 F19.21) sowie einen Status 

nach Suizidversuch mit Tablettenintoxikation im November 2005. Seit Februar 2004 sei 

die Versicherte zu mindestens 70% arbeitsunfähig. In dieser Zeit sei sie entweder zu 

100% arbeitsunfähig gewesen (mit verschiedenen Hospitalisationen) oder habe in 

einem geschützten Rahmen zu 30 bis 50% gearbeitet (act. G 4.1/15.1). Eine Tätigkeit in 

der freien Marktwirtschaft sei ihr längerfristig nicht zumutbar. Einfache Tätigkeiten 

seien ihr nur in einem geschützten Rahmen bis zu 50% zumutbar, die 

Leistungsfähigkeit betrage dabei höchstens 50% (act. G 4.1/15.4).

A.b Im Vorbescheid vom 10. Juli 2006 wurde der Versicherten die Zusprache einer 

ganzen Invalidenrente in Aussicht gestellt (act. G 4.1/33). Die GastroSocial 

Pensionskasse erhob dagegen am 30. August 2006 Einwand und beantragte unter 

Verweis auf den ärztlichen Bericht ihres Vertrauensarztes Dr. med. B.___, Spezialarzt 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. August 2006 (act. G 4.1/36.2 f.) die 

Durchführung einer erneuten medizinischen Begutachtung. Die Versicherte käme 

gemäss Dr. med. B.___ im nicht geschützten Rahmen ohne Suchtmittelkonsum zu 

mindestens der Leistung wie in der Z.___ (d.h. zu mindestens 50%). Es bestünden 

weiter erhebliche Zweifel an der Diagnose "borderline-Störung". Problematisch sei 

auch, dass nicht labormässig überprüft worden sei, ob die Versicherte ohne Noxen 

lebe (act. G. 4.1/36.1).

A.c  Mit Verfügung vom 5. Dezember 2006 wurde der Versicherten mit Wirkung ab 

1. Januar 2005 eine ganze Invalidenrente zugesprochen (act. G 4.1/45). Dagegen erhob 

die GastroSocial Pensionskasse am 8. Januar 2007 Beschwerde beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (act. G 4.1/47.3 ff.). Am 2. März 2007 

widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 5. Dezember 2006 (act. G 4.1/53) und gab am 

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6. März 2007 eine psychiatrische Begutachtung in Auftrag (act. G 4.1/57). In der Folge 

wurde das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos abgeschrieben (act. G 4.1/61).

A.d Die Versicherte wurde am 2. April 2007 durch Dr. med. E.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Allgemeinmedizin, untersucht. Der Gutachter 

diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, selbstunsicheren und emotional instabilen 

Zügen sowie ein Borderline-Persönlichkeitsorganisationsniveau (ICD-10: F61.0), DD: 

Rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.1) und einen Status nach 

Suizidversuch November 2005 (ICD-10: F61.0). Ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen des pathologischen Glücksspiels (ICD-10: F63.0) 

sowie ein Cannabisabusus (ICD-10: F19.21; act. G 4.1/64.8 f.). Eine adaptierte Tätigkeit 

– soweit auf dem freien Markt verfügbar – sei der Versicherten zu zwei Stunden täglich 

zumutbar (act. G 4.1/64.11). Mit Vorbescheid vom 13. September 2007 stellte die IV-

Stelle die Zusprache einer ganzen Invalidenrente in Aussicht (act. G 4.1/71).

B.  

B.a Dagegen erhob die GastroSocial Pensionskasse am 5. Oktober 2007 Einwand und 

beantragte die Durchführung einer angemessenen Psychotherapie mit entsprechender 

Medikation und eines Drogenentzuges. Es sei nicht klar, welche Drogen in welchem 

Umfang die Versicherte konsumiere. In den Akten befänden sich keine entsprechenden 

Testresultate. Zudem sei der Versicherten gemäss Aussagen von Dr. med. E.___ nach 

erfolgter Therapie eine angepasste Arbeit zumutbar. Daher sei vor einer Berentung die 

Schadenminderungspflicht zu überprüfen. Eine Berentung sei nicht gerechtfertigt (act. 

G 4.1/74.2). Mit Schreiben vom 31. Oktober 2007 reichte die GastroSocial 

Pensionskasse ein durch Dr. med. B.___ erstelltes Aktengutachten vom 29. Oktober 

2007 ein (act. G 4.1/75.2 ff.). Dr. med. B.___ erachtete die Versicherte für die bisherigen 

wie in angepassten Tätigkeiten als mindestens zu 50% arbeitsfähig (act. G 4.1/75.8).

B.b Mit Verfügung vom 13. November 2007 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 

1. Januar 2005 eine ganze Rente zu (act. G 4.1/78 und 79).

C.  

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C.a Gegen die Verfügung vom 13. November 2007 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde der GastroSocial Pensionskasse vom 15. Januar 2008. Die 

Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die 

Durchführung einer Begutachtung, insbesondere zur labortechnischen Prüfung, ob die 

Versicherte ohne Noxen lebe. Der Invaliditätsgrad sei neu festzulegen. Eventualiter sei 

ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Die Beschwerdeführerin macht 

gestützt auf die ärztlichen Stellungnahmen von Dr. med. B.___ im Wesentlichen 

geltend, dass die angefochtene Verfügung auf widersprüchlichen und nicht 

vollständigen medizinischen Abklärungen beruhe. Möglicherweise sei der 

Drogenabusus ein wesentlicher Faktor für die verminderte Leistungsfähigkeit. Des 

Weiteren sei vor der Leistungszusprache zu Unrecht keine Prüfung der 

Schadenminderungspflicht durch die Beschwerdegegnerin vorgenommen worden (act. 

G 1). Mit der Beschwerde reicht die Beschwerdeführerin eine ärztliche Stellungnahme 

von Dr. med. B.___ vom 9. Januar 2008 ein, worin dieser seine Kritik an der 

medizinischen IV-Aktenlage wiederholt (act. G 1.2).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. März 2008 

die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, es fänden sich in den vorliegenden 

Akten keine Hinweise, dass die Versicherte in wesentlichem Ausmass oder regelmässig 

Drogen nehme. Es werde in den medizinischen Akten darauf hingewiesen, dass sie 

gegenwärtig abstinent sei. Mangels einschlägiger Indizien bestehe keine Verpflichtung 

zur Vornahme weiterer Abklärungen bezüglich eines Drogenkonsums. Dem Gutachten 

von Dr. med. E.___ komme voller Beweiswert zu. Bei ihrer Kritik übersehe die 

Beschwerdeführerin, dass nicht die Bezeichnung des Leidens für die 

Invaliditätsbemessung ausschlaggebend sei, sondern vielmehr dessen Auswirkungen 

auf die Leistungsfähigkeit. Es gebe keinen relevanten Hinweis, dass die Versicherte 

nicht an einer schweren Persönlichkeitsstörung leide. Die Zusprache einer ganzen 

Rente sei zu Recht erfolgt (act. G 4).

C.c Replicando führt die Beschwerdeführerin aus, dass rechtsprechungsgemäss nicht 

auf eine sichere Diagnose verzichtet werden könne. Im Übrigen wiederholt sie ihre 

Kritik an der bestehenden medizinischen Aktenlage (act. G 6).

C.d Auf eine Duplik wird verzichtet (act. G 8).

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C.e Die Versicherte als Beigeladene verzichtet auf die Einreichung einer eigenen 

Stellungnahme (act. G 10).

Erwägungen:

1.  Das Rechtsmittel der Beschwerdeführerin erfüllt die von der Rechtsprechung 

benannten Voraussetzungen der Beschwerdelegitimation (vgl. Urteile des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 6. Juni 2006 i.S. Pensionskasse X., I 22/05, und 

vom 21. April 2006 i.S. Sammelstiftung N., I 349/05). Auf die Beschwerde ist daher 

einzutreten.

2.   

2.1  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

2.2  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4).

2.3  Das kantonale Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie 

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stammen. Danach hat es zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des 

strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander 

widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 352 E. 3a). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser 

Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen 

umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in 

Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung 

der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die 

Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder 

die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die 

Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich 

macht (BGE 125 V 352 E. 3a; Ulrich Meyer-Blaser, Sozialversicherungsrecht und 

Medizin, in: Hermann Fredenhagen (Hrsg.), Das ärztliche Gutachten, 1994, S. 24 f.).

3.   

3.1  Streitig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die 

Versicherte Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.

3.2  Von den Parteien ist unbestritten, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus 

somatischer Sicht nicht eingeschränkt ist. Hingegen ist die Frage zu prüfen, ob und in 

welchem Umfang eine Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit aus psychischen Gründen 

vorliegt.

3.3  Zu den geistigen Gesundheitsschäden, die in gleicher Weise wie die körperlichen 

eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermögen, gehören neben 

den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert. 

Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit 

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invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträchtigungen der 

Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, 

Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermag. Das Mass des 

Forderbaren muss dabei weitgehend objektiv bestimmt werden. Es ist somit 

festzustellen, ob und in welchem Masse eine versicherte Person infolge ihres geistigen 

Gesundheitsschadens auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein kann. Dabei kommt es darauf an, 

welche Tätigkeit ihr zugemutet werden darf. Zur Annahme einer durch einen geistigen 

Gesundheitsschaden verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die 

versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob 

anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozialpraktisch nicht mehr 

zumutbar (BGE 127 V 298 E. 4c in fine mit Hinweisen).

3.4  Die Behandelbarkeit einer psychischen Störung sagt, für sich allein betrachtet, 

nichts über deren invalidisierenden Charakter aus. Für die Entstehung des Anspruchs 

auf eine Invalidenrente im Besonderen ist immer und einzig vorausgesetzt, dass 

während eines Jahres (ohne wesentlichen Unterbruch) eine durchschnittlich 

mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat und eine anspruchsbegründende 

Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 28 IVG weiterhin besteht. Dies bedeutet keineswegs, 

dass eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ohne weiteres 

gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität ist. In jedem Einzelfall muss eine 

Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich 

unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. 

Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende 

Beurteilung, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die 

Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen 

stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar ist (BGE 127 V 

298 E. 4c mit Hinweisen).

4.   

4.1  Dr. med. E.___ attestierte im psychiatrischen Gutachten vom 12. April 2007 mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

abhängigen, selbstunsicheren und emotional instabilen Zügen, ein Borderline-

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Persönlich-keitsorganisations-niveau (ICD-10: F61.0), DD eine rezidivierende 

depressive Störung (ICD-10: F33.1) sowie einen Status nach Suizidversuch vom 

November 2005 (ICD-10: F61.0; act. G 4.1/64.8). Der Gutachter kam zum Schluss, 

dass die bisherige Tätigkeit in adaptierter Form und soweit am freien Markt verfügbar 

der Versicherten zwei Stunden täglich zumutbar sei (act. G 4.1/64.11 f.). Es bestehe ein 

leichtgradiger Cannabisabusus. Bei diesem handle es sich mit Sicherheit um eine 

sekundäre Krankheit, der keine signifikante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeige 

(act. G 4.1/64.12). Der Urin-Test bezüglich Cannabis fiel negativ aus (act. G 4.1/64.8). 

In diesem Zusammenhang ist die medizinische Tatsache zu berücksichtigen, dass bei 

regelmässigem Cannabiskonsum dieser auch noch mehrere Wochen nach dem letzten 

Konsum im Urin nachgewiesen werden kann (vgl. http://www.dopinginfo.ch/de/

content/view/110/141/). Auch sonst ergaben die erhobenen Laborbefunde (Blutbild, 

Leber- und Schilddrüsenwerte) keine Auffälligkeiten. Dr. med. E.___ fand nebst dem 

von der Versicherten angegebenen Cannabiskonsum keine ausreichenden Hinweise 

auf einen Äthylabusus oder andere Drogen (act. G 4.1/64.12). Gestützt auf die 

bestehenden Unterlagen, die Auskünfte der Versicherten und der Aussenanamnese 

sowie der erhobenen Laborbefunde kommt Dr. med. E.___ zum Schluss, dass 

gegenwärtig keine für die Arbeitsfähigkeit relevante Bedeutung des Cannabisabusus 

oder der Spielsucht belegt werden könne. Ein Äthylabusus sei weder aus der 

Psychopathologie noch aus den somatischen Befunden ableitbar (act. G 4.1/64.9).

4.2  Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass 

das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.___ auf eigenständigen Abklärungen, 

mithin auf allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange 

umfassend ist. Insbesondere erhob er auch bezüglich der allfälligen Suchtproblematik 

eigene Laborbefunde. Die Vorakten wurden verwertet und die von der Versicherten 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das Gutachten leuchtet in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin 

enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit – 

entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – zu überzeugen. Das Gutachten 

erfüllt alle praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 

E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.

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4.3  Die Beschwerdeführerin erachtet gestützt auf die ärztlichen Stellungnahmen ihres 

Vertrauensarztes vom 29. Oktober 2007 (act. G 4.1/75.2 ff.) und vom 9. Januar 2008 

(act. G 1.2) das Gutachten von Dr. med. E.___ für mangelhaft.

4.3.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sämtliche medizinischen Stellungnahmen des 

Vertrauensarztes ohne persönliche Untersuchung der Versicherten erfolgten. Bei 

psychiatrischen Beurteilungen bildet der klinische Untersuchungsgang mit 

Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung aber gerade das 

Kernstück. Von besonderer Wichtigkeit ist der interpersonelle Prozess (vgl. Leitlinien 

der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung 

psychischer Störungen, Schweizerische Ärztezeitung, S. 1050). Ferner erscheint die – 

in Widerspruch zur medizinischen Aktenlage stehende – Aussage, "die 

Wahrscheinlichkeit ist gross, dass wegen der Spielsucht, dem Alkohol- und 

Drogenkonsum der Leistungsknick erfolgte" nicht nachvollziehbar begründet (act. G 

4.1/75.8). Bei dieser Auffassung stützt sich der Vertrauensarzt auf Mutmassungen: "Ich 

werde den Verdacht nicht los…" (act. G 4.1/75.8). Einschlägige Anhaltspunkte für 

seinen Verdacht vermag er nicht zu nennen.

4.3.2 Auch setzt sich der Vertrauensarzt in Widerspruch, wenn er berichtet, dass die 

erhobene Psychostaten relativ wenig pathologisch seien, er dann aber trotzdem bei 

korrekter Behandlung und ohne Konsum von Noxen eine mindestens 50%ige 

Arbeitsfähigkeit ermittelt (act. G 4.1/75.8). Des Weiteren ist der Vorwurf des 

Vertrauensarztes, es sei eine allfällige Suchtkrankheit nicht gehörig abgeklärt worden, 

unbegründet. Von grösster Bedeutung und Beweiskraft ist bezüglich der Abklärung 

einer Suchtkrankheit der chemisch-toxikologische Nachweis im Harn und Blut (vgl. 

Hans Hermann Marx, Medizinische Begutachtung, Grundlagen und Praxis, 1992, S. 

670). Dr. med. E.___ verneinte eine relevante Suchtkrankheit nicht nur gestützt auf die 

bestehenden Unterlagen, die eigenen erhobenen Anamnese sowie Aussenanamnese, 

sondern vor allem auch gestützt auf die im Urin und Blut erhobenen Laborbefunde (act. 

G 4.1/64.8 f.). Es bestehen somit auch diesbezüglich keine ernsthaften Zweifel an der 

Beweistauglichkeit des Gutachtens von Dr. med. E.___. Ohnehin ist darauf 

hinzuweisen, dass selbst das Bestehen einer allfälligen Suchtproblematik ohne 

relevante Auswirkung auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wäre (vgl. die 

Einschätzungen von Dr. med. E.___ in act. G 4.1/64.12). Vor diesem Hintergrund 

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bestehen auch keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Verletzung der 

Schadenminderungspflicht durch die Versicherte (vgl. hierzu auch act. G 4.1/64.13). 

Dies geht ferner aus dem Bericht des RAD-Arztes vom 8. August 2007 hervor. Dieser 

berichtet, dass die jetzige regelmässige ambulante Therapie verbunden mit der Arbeit 

in der beschützten Einrichtung (Tagesstruktur, Einübung von sozialen Fähigkeiten) 

gleichermassen wirkungsvoll sei wie eine stationäre Therapie. Deshalb kommt er 

nachvollziehbar zum Schluss, die von Dr. med. E.___ vorgeschlagene stationäre 

Psychotherapie sei nicht als Auflage im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu 

betrachten (act. G 4.1/66).

4.3.3 Die Beschwerdeführerin erblickt im Umstand, dass in den Akten sich 

widersprechende Diagnosen befänden, einen erheblichen Anhaltspunkt für die 

Unrichtigkeit der von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten Arbeits- bzw. 

Erwerbsunfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin entgegnet diesbezüglich zutreffend, dass 

nicht die Bezeichnung des Leidens für die Invaliditätsbemessung ausschlaggebend sei, 

sondern vielmehr deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit (act. G 4, S. 6). Die 

Arbeitsunfähigkeit ergibt sich denn auch bei psychischen Krankheiten nicht direkt aus 

der Diagnose, sondern aus der störungsbedingten Einschränkung der Funktionen und 

dem Schweregrad der Einschränkung (Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für 

Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, Schweizerische 

Ärztezeitung, S. 1051; vgl. BGE 127 V 298 E. 4c mit Hinweisen). Die Kritik der 

Beschwerdeführerin ist von daher unbegründet. Die von der Beschwerdegegnerin nach 

dem Suizidversuch vom November 2005 erhobenen medizinischen Stellungnahmen 

(vgl. act. G 4.1/8.5, act. G 4.1/14.5, act. G 4.1/15.1 ff.) gehen gestützt auf die 

erhobenen Befunde und Einschränkungen insoweit übereinstimmend von einer 

erheblich höheren Arbeitsunfähigkeit aus als der Vertrauensarzt der 

Beschwerdeführerin. Dies spricht zusätzlich für die Richtigkeit der Beurteilung durch 

Dr. med. E.___ trotz allenfalls variierender Diagnosen. 

5.   

5.1  Nach dem Gesagten ist für die Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auf 

das Gutachten von Dr. med. E.___ abzustellen. Es besteht keine Veranlassung vom 

schlüssigen Gutachten abzuweichen. Ein weiterer Abklärungsbedarf besteht nicht. Es 

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ist demnach davon auszugehen, dass der Versicherten auf dem freien Arbeitsmarkt 

derzeit nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 25% zugemutet werden kann. Gestützt auf 

diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung hat die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad 

von 77% ermittelt und zu Recht eine ganze Invalidenrente zugesprochen. Der 

Wirkungsbeginn ab 1. Januar 2005 blieb zu Recht unbestritten.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen 

und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu verrechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--, die mit dem 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet wird.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.07.2008
	Art. 7 und 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 und 28 IVG; Zusprache einer ganzen Invalidenrente; Anforderungen an psychiatrische Gutachten; die Arbeitsunfähigkeit ergibt sich bei psychischen Krankheiten nicht direkt aus der Diagnose, sondern aus der störungsbedingten Einschränkung der Funktionen und dem Schweregrad der Einschränkung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Juli 2008, IV 2008/30).

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