# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3fcac22-b359-51ea-acd9-7438c121888f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 08.08.2023 470 23 118 (470 2023 118)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-23-118_2023-08-08.pdf

## Full Text

Seite 1 

 
 
 
Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
8. August 2023 (470 23 118) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Strafprozessrecht 
 
 
Verfahrenseinstellung 
 
 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), Richter  
Stephan Gass; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 
 
 

Parteien A.____,  
Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Beschwerdegegnerin 
 
B.____,  
vertreten durch Advokat Dr. Martin Kaiser,  
Bordeaux-Strasse 5, 4053 Basel,  
Beschuldigter 

  
 

Gegenstand Verfahrenseinstellung 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-
schaft Basel-Landschaft vom 30. Mai 2023 

 
 
 

 
 
Seite 2 

A. In dem gegen B.____ geführten Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ver-
fügte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am 30. Mai 2023 was folgt:  

„1. Das Strafverfahren wird in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt.  

 2. Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates.  

 3. Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO keine Genugtuung 
zugesprochen.  

 4. Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung 
von CHF 2'781.95 zugesprochen." 

 
B. Gegen obgenannten Einstellungsverfügung erhob der Privatkläger, A.____, mit Eingabe 
vom 19. Juni 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, und 
beantragte, es sei die Einstellungsverfügung vom 30. Mai 2023 aufzuheben und die Weiterfüh-
rung des Strafverfahrens anzuordnen, eventualiter sei ein Strafbefehl zu erlassen oder die Erhe-
bung einer Anklage anzuordnen. Ferner seien die Verfahrensakten der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft beizuziehen und es sei C.____ vor Kantonsgericht zu befragen, alles unter o/e-Kos-
tenfolge.  
 
C. Mit Verfügung vom 20. Juni 2023 wurde der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 383 
Abs. 1 StPO verpflichtet, eine Sicherheitsleistung von Fr. 500.-- bis zum 3. Juli 2023 zu erbringen. 
Mit Verfügung vom 5. Juli 2023 wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer die angeordnete 
Sicherheitsleistung erbracht hat.  
 
D. Mit Stellungnahme vom 11. Juli 2023 begehrte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 
die Beschwerde sei abzuweisen.  
 
E. Der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Dr. Martin Kaiser, nahm mit Eingabe vom 
14. Juli 2023 Stellung zur Beschwerde vom 19. Juni 2023.  
 
F. Mit Verfügung vom 20. Juli 2023 wies der verfahrensleitende Präsident der strafrechtli-
chen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft das Beweisbegehren des Beschwerdefüh-
rers, es sei C.____ vor Kantonsgericht zu befragen, ab.  
 
 
Erwägungen 

1. Formelles 

Gegen eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft kann innert zehn Tagen bei der Drei-
erkammer der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft schriftlich und begrün-
det Beschwerde erhoben werden (Art. 322 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung, 

 
 
 

 
 
Seite 3 

StPO, SR 312.0; Art. 396 Abs. 1 StPO und § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweize-
rischen Strafprozessordnung, EG StPO, SGS 250). Zur Beschwerde legitimiert sind die Parteien, 
sofern sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochte-
nen Entscheides haben, mithin durch die Einstellungsverfügung beschwert sind (Art. 382 Abs. 1 
StPO). In casu ist der Beschwerdeführer als Privatkläger und Adressat der angefochtenen Ein-
stellungsverfügung durch diese unmittelbar in seinen Rechten betroffen, weshalb er zur Be-
schwerde legitimiert ist. Mit Eingabe vom 19. Juni 2023 wurde die Rechtsmittelfrist gewahrt und 
die Begründungspflicht wahrgenommen. Überdies hat der Beschwerdeführer die angeordnete 
Sicherheitsleistung rechtzeitig erbracht. Da somit sämtliche Beschwerdeformalien erfüllt sind, ist 
auf die Beschwerde einzutreten.  
 
 
2. Materielles 

2.1 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft stützt ihre Einstellungsverfügung vom 30. Mai 
2023 auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO und führt zur Begründung aus, dass es am 23. Mai 2019 auf 
der Baustelle an der D.____strasse in E.____ zu einem Unfall gekommen sei, bei welchem sich 
der Beschwerdeführer verletzt habe. Der Unfall habe sich im Treppenhaus ereignet, wo der Be-
schwerdeführer Arbeiten an den Deckenlampen ausgeführt habe. Dabei habe er während der 
Benutzung einer Bockleiter das Gleichgewicht verloren und sich beim Sturz Kontusionen an 
Schädel und Wirbelsäule sowie zwei Frakturen am linken Arm zugezogen. Des Weiteren legt die 
Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft dar, dass der Beschwerdeführer das Gleichgewicht auf-
grund einer falschen Benutzung der Bockleiter verloren habe, zumal auf den obersten zwei Spros-
sen nicht gearbeitet werden dürfe. Hinsichtlich der Frage, wer dem Beschwerdeführer die Bock-
leiter ausgehändigt habe, würden sich die Aussagen des Beschuldigten sowie des Beschwerde-
führers gegenüberstehen, weshalb kein hinreichender Beweis für eine strafrechtlich relevante 
Pflichtverletzung des Beschuldigten erbracht werden könne.  
 
2.2 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 19. Juni 2023 gel-
tend, dass die Ursache für den Unfall eine verbrauchte und den SUVA-Regeln nicht entspre-
chende Leiter gewesen sei. Der Beschuldigte, mithin sein Vorgesetzter, habe ihn angewiesen, 
diese Bockleiter zu verwenden, weshalb er diese aus dem Firmenfahrzeug geholt habe. In der 
Folge sei die Bockleiter ins Wanken geraten und zu Boden gestürzt. Dabei sei er − entgegen den 
Ausführungen der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft − nicht auf der zweitobersten Sprosse, 
sondern auf der dritten Sprosse gestanden, wobei die Bockleiter insgesamt über fünf Sprossen 
verfügt habe. Hinzu komme, dass der Beschuldigte als Verantwortlicher für die Bockleiter zuge-
standen habe, dass diese mangelhaft gewesen sei, weshalb er diese hätte entsorgen müssen. 
Indem der Beschuldigte toleriert habe, dass der Beschwerdeführer eine mangelhafte Leiter in 
einem gefährlichen Arbeitsumfeld eingesetzt habe, sei er seiner Garantenstellung nicht gerecht 
geworden und habe damit den Unfall zu verantworten.  
 

 
 
 

 
 
Seite 4 

2.3 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft verzichtet mit Eingabe vom 11. Juli 2023 auf 
eine Stellungnahme hinsichtlich der Beschwerde vom 19. Juni 2023 und verweist auf die Einstel-
lungsverfügung vom 30. Mai 2023.  
 
2.4 Mit Stellungnahme vom 14. Juli 2023 verweist der Beschuldigte seinerseits auf das Urteil 
des Bundesgerichts vom 10. Januar 2022 (6B_724/2021), wonach selbst die mögliche Mangel-
haftigkeit der Leiter nicht darauf schliessen lasse, dass eine Sorgfaltspflichtsverletzung gegeben 
sei, welche einen hinreichenden Tatverdacht hinsichtlich einer fahrlässigen Körperverletzung be-
gründe. Zudem sei es nicht zutreffend, dass der Beschwerdeführer über keinerlei Ausbildung 
verfüge.  
 
2.5 Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO stellt die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren vollständig 
oder teilweise ein, wenn sich kein Tatverdacht erhärtet, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), kein 
Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar ma-
chen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshinder-
nisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestra-
fung verzichtet werden kann (lit. e). Die Gründe gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a bis d StPO verste-
hen sich als zwingend und führen somit ausnahmslos zur Einstellung des Verfahrens (MATTHIAS 
HEINIGER/RONNY RICKLI, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 319 N 6; NATHAN 
LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 319 N 14). 
 
2.6 Eine Einstellung gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist zu verfügen, wenn im Vorverfah-
ren der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, 
dass sich eine Anklage rechtfertigt. Einzustellen ist somit, wenn sich während des Vorverfahrens 
der Tatverdacht nicht derart verdichtet, dass bei erfolgter Anklage mit einem verurteilenden Er-
kenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Sicherheit oder grosser Wahrschein-
lichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei der 
Verneinung eines solchen Tatverdachts in Zurückhaltung zu üben. Es ist Sache des Gerichts, 
darüber zu befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder nicht. 
Liegt eine zweifelhafte Beweislage vor, so ist grundsätzlich eine gerichtliche Beurteilung ange-
bracht. Gelangt die Staatsanwaltschaft in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zum Er-
gebnis, es liege keine zweifelhafte Beweislage vor, spielt auch der Grundsatz "in dubio pro duri-
ore" nicht, welcher die Staatsanwaltschaft anweist, im Zweifelsfalle Anklage zu erheben (vgl. 
NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O., Art. 319 N 15 ff.; DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS 
SCHMID, Praxiskommentar StPO, 4. Aufl. 2023, Art. 319 N 5; DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, 
Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2023, N 1251).  
 
2.7 Gemäss Art. 107 Abs. 1 StPO haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör; sie 
haben namentlich das Recht, Akten einzusehen (lit. a), an Verfahrenshandlungen teilzunehmen 
(lit. b), einen Rechtsbeistand beizuziehen (lit. c), sich zur Sache und zum Verfahren zu äussern 
(lit. d) und Beweisanträge zu stellen (lit. e). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst auch die 

 
 
 

 
 
Seite 5 

Pflicht der Behörden, von den Äusserungen der Parteien im Sinne von Art. 107 Abs. 1 lit. c StPO 
Kenntnis zu nehmen und diese beim Entschied in gebührender Weise zu berücksichtigen. So-
dann besteht die Pflicht der Behörden, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. 
Art. 81 Abs. 1 lit. b StPO sowie Art. 81 Abs. 3 StPO; HANS VEST, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 
2023, Art. 107 N 32). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die 
Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der zugrunde gelegten 
Sach- und Rechtsbeurteilung an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 
und auf die sich ihr Entscheid stützt. Der Entscheid muss aber auch so begründet sein, dass der 
Rechtsmittelinstanz die Überprüfung der Gesetzesanwendung möglich ist (vgl. Art. 409 Abs. 1 
StPO; DANIELA BRÜSCHWEILER/RETO NADIG/REBECCA SCHNEEBELI, Zürcher Kommentar StPO, 
3. Aufl. 2020, Art. 81 N 5; HANS VEST, a.a.O., Art. 107 N 32; NILS STOHNER, Basler Kommentar 
StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 81 N 9 ff.; DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar StPO, 
4. Aufl. 2023, Art. 81 N 9 ff.).  
 
2.8 Mit Einstellungsverfügung vom 30. Mai 2023 verweist die Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft zur Begründung zunächst auf die Einvernahmen des Beschwerdeführers vom 
21. Juni 2019 und 24. Juni 2021 und führt aus, dieser habe widersprüchlich ausgesagt. Den ver-
meintlichen Widerspruch sieht die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft im Umstand, dass der 
Beschwerdeführer in seiner Befragung vom 21. Juni 2019 zunächst zu Protokoll gab, F.____ 
habe ihm eine ungeeignete Leiter gegeben (act. 161), während er in der Folge ausführte, F.____ 
habe ihm aufgetragen, die entsprechende Leiter aus dem Auto zu holen (act. 235, 239). Diesbe-
züglich ist zunächst darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer bereits zu Beginn seiner 
Befragung vom 21. Juni 2019 explizit ausführte, sein Kollege habe ihm gesagt, er solle diese 
Holzleiter nehmen, da es keine andere habe (act. 153). Ergänzend ist zu konstatieren, dass der 
Umstand, ob der Beschuldigte dem Beschwerdeführer die Leiter ausgehändigt oder bloss die 
Anweisung erteilt hat, diese konkrete Leiter im Fahrzeug zu holen, für die Beurteilung des vorlie-
genden Falls offenkundig nicht von Bedeutung ist. Mithin handelt es sich nur um eine nebensäch-
liche Ungereimtheit in den Depositionen des Beschwerdeführers.  
 
Im Weiteren weist die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft in ihrer Einstellungsverfügung vom 
30. Mai 2023 darauf hin, dass der Beschwerdeführer in seiner ersten Einvernahme vom 21. Juni 
2019 geltend gemacht habe, die benutzte Leiter sei defekt gewesen (act. 155), was er anlässlich 
seiner zweiten Befragung vom 24. Juni 2021 auf Nachfrage hin nicht bestätigt habe (act. 237). 
Diesbezüglich erweist sich die Begründung der Staatsanwaltschaft als korrekt, weshalb insofern 
ein Widerspruch des Beschwerdeführers festzustellen ist.  
 
Sodann führt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft zur Begründung ihrer Einstellungsverfü-
gung vom 30. Mai 2023 aus, der Beschwerdeführer habe in beiden Einvernahmen konsistent 
ausgesagt, dass er bei der Arbeit die Bockleiter bis zur dritten und somit obersten Sprosse be-

 
 
 

 
 
Seite 6 

stiegen habe. Diese Feststellung der Staatsanwaltschaft erweist sich indes offenkundig als ak-
tenwidrig, zumal der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 21. Juni 2019 zu Protokoll 
gab, er sei die Bockleiter gerade nicht ganz hochgegangen (act. 159). Ebenso zeichnete er in der 
Skizze, welche als Anhang der Einvernahme vom 21. Juni 2019 beiliegt, ein, dass er auf der 
dritten von vier Sprossen gestanden sei (act. 169). Ebenso führte er in der Konfrontationseinver-
nahme zwischen ihm und dem Beschuldigten vom 24. Juni 2021 aus, dass die Leiter vier Spros-
sen gehabt habe, wobei er auf der dritten Sprosse gestanden sei (act. 237).  
 
Des Weiteren legt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft in ihrer Einstellungsverfügung vom 
30. Mai 2023 dar, dass aufgrund der sich entgegenstehenden Aussagen des Beschwerdeführers 
sowie des Beschuldigten nicht nachgewiesen sei, dass der Beschuldigte dem Beschwerdeführer 
die Bockleiter ausgehändigt bzw. diesen angewiesen habe, die Arbeiten mit dieser Leiter zu er-
ledigen, weshalb kein hinreichender Beweis für eine strafrechtlich relevante Pflichtverletzung er-
bracht werden könne. Hinsichtlich dieser Ausführungen der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 
ist zunächst zu konstatieren, dass die Frage, ob der Beschuldigte dem Beschwerdeführer die 
Bockleiter zugewiesen hat, nicht von Relevanz ist, zumal der Umstand, dass die Bockleiter für 
die konkreten Arbeiten an der Decke nicht geeignet war, nicht bedeutet, dass sie für die weiteren 
vom Beschwerdeführer dazumal zu erledigenden Arbeiten ebenfalls untauglich war. Mithin hatte 
der Beschwerdeführer am fraglichen Tag den Auftrag, auf der gesamten Baustelle die rund 200 
Lampenfassungen und Steckdosen herauszuputzen (act. 151, 177, 181, 211), wobei allerdings 
nicht alle Lampenfassungen und Steckdosen an der Decke montiert waren.  
 
Sodann weist die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft auf die Vorschriften der SUVA zur Benut-
zung von Bockleitern und führt aus, dass jeweils die zwei obersten Sprossen nicht benutzt werden 
dürfen. Entgegen diesen Ausführungen ergibt sich aus der in den Akten vorhandenen SUVA-
Broschüre "Tragbare Leiter können ganz schön gefährlich sein − Tipps für Ihre Sicherheit" jedoch, 
dass die obersten drei Sprossen einer Bockleiter nicht benutzt werden dürfen (vgl. Seite 5 der 
besagten SUVA-Broschüre). Auch insofern erweist sich die Begründung der Staatsanwaltschaft 
Basel-Landschaft daher als fehlerhaft.  
 
Schliesslich begründet die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihre Einstellung mit der falschen 
Benutzung der Bockleiter durch den Beschwerdeführer, welche zum Verlust des Gleichgewichts 
geführt und somit den Unfall verursacht habe. Damit lässt sie jedoch die in casu entscheidende 
Frage gänzlich unbeantwortet, nämlich ob der Beschwerdeführer tatsächlich Kenntnis davon 
hatte, dass er die oberen Sprossen der Bockleiter nicht benutzen darf. Mithin wird die zentrale 
Thematik der Kenntnis des Beschwerdeführers bezüglich des korrekten Gebrauchs der Bockleiter 
vollständig ausgeblendet. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass sowohl der Beschwerde-
führer (act. 155, 159, 239, 269) als auch der Beschuldigte (act. 183, 239) sowie G.____ (act. 201, 
207, 257, 267) übereinstimmend zu Protokoll gaben, dass der Beschwerdeführer im Zusammen-
hang mit der korrekten Verwendung der Bockleiter nicht geschult worden sei. Namentlich habe 
er an der internen Weiterbildung (sog. Jourfix), an welcher der richtige Gebrauch von Leitern 

 
 
 

 
 
Seite 7 

Thema gewesen sei, nicht teilgenommen, zumal er dazumal noch nicht im Unternehmen ange-
stellt gewesen sei. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer der Meinung war, er habe 
sich die korrekte Benutzung von Leitern durch das Beobachten von Mitarbeitern selbst beige-
bracht (act. 237, 249), vermag an der Gegebenheit, dass er keine diesbezügliche Schulung er-
halten hat, nichts zu ändern. Vielmehr liegt aufgrund des offenbar falschen Gebrauchs der Leiter 
nahe, dass der Beschwerdeführer den richtigen Umgang mit der Bockleiter gerade nicht gekannt 
hat. Ebenso wenig vermag der Hinweis von G.____ auf die im Geschäft aufgelegten Broschüren 
betreffend die korrekte Verwendung von Arbeitsmaterialien (act. 213) die Durchführung einer 
Schulung zu ersetzen. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer geltend machte, die besagten 
Broschüren gar nicht zu kennen (act. 269). Des Weiteren führte G.____ ins Feld, der Beschwer-
deführer habe anlässlich der Vertragsunterzeichnung das Reglement betreffend Arbeitssicherheit 
erhalten (act. 197, 257, 265). Diesbezüglich ist allerdings zu konstatieren, dass im entsprechen-
den Reglement betreffend Arbeitssicherheit keine konkreten Anweisungen zum Gebrauch von 
Arbeitsmaterial, namentlich auch nicht in Bezug auf die korrekte Verwendung von Bockleitern, 
enthalten sind (vgl. Reglement Arbeitssicherheit vom 14. Januar 2019). Hingegen gab G.____ 
anlässlich seiner Befragung vom 12. Juli 2019 zu Protokoll, er habe mit dem Beschwerdeführer 
zusammengearbeitet und ihm dabei den Gebrauch der Leiter erklärt, namentlich dass er nicht auf 
die obersten Sprossen der Leiter stehen dürfe (act. 203).  
 
Mit der Frage der tatsächlichen Kenntnis einer korrekten Handhabung der Leiter durch den Be-
schwerdeführer setzt sich die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft in ihrer Einstellungsverfü-
gung vom 30. Mai 2023 sowie in ihrer Stellungnahme vom 11. Juli 2023 in keiner Weise ausei-
nander und kommt insoweit ihrer Begründungspflicht nicht ausreichend nach. Entsprechend hat 
auch der Beschwerdeführer noch keine Gelegenheit erhalten, sich zu diesem Aspekt des Falles 
zu äussern. Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. d StPO sowie Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) beinhaltet 
das Recht der von einer Verfügung betroffenen Person, zu den wesentlichen Punkten Stellung 
nehmen zu können, bevor der Entscheid gefällt wird. Dies betrifft in erster Linie den rechtserheb-
lichen Sachverhalt und nur in Ausnahmefällen auch Rechtsnormen oder von den Behörden vor-
gesehene rechtliche Begründungen (BGer 6B_880/2013 vom 27. Februar 2014, E. 4; BGE 132 
II 485, E. 3.2). Somit erhellt, dass ein reformatorischer Entscheid des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft, Abteilung Strafrecht, in dieser Sache eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zur 
Folge hätte, weshalb vorliegend nicht weiter auf die Thematik, ob der Beschwerdeführer Kenntnis 
vom richtigen Gebrauch der Bockleiter hatte, einzugehen ist. Ebenso wenig ist die sich in einem 
zweiten Schritt allenfalls stellende Frage zu behandeln, ob eine etwaige mangelhafte Kenntnis 
des Beschwerdeführers betreffend den Gebrauch der Bockleiter sowie die sich daraus ergebende 
Körperverletzung einer allfälligen Sorgfaltspflichtsverletzung seitens des Beschuldigten zuzu-
rechnen sind.  
 

 
 
 

 
 
Seite 8 

2.9 Im Ergebnis erweist sich die Begründung der Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-
schaft Basel-Landschaft vom 30. Mai 2023 somit als mangelhaft. Namentlich hat sich die Staats-
anwaltschaft Basel-Landschaft mit den Kernfragen, ob der Beschwerdeführer effektiv Kenntnis 
davon hatte, dass er die obersten zwei Sprossen der Bockleiter nicht benutzen darf, und ob eine 
allfällige nicht vorhandene Kenntnis des Beschwerdeführers einer Sorgfaltspflichtsverletzung des 
Beschuldigten zuzurechnen ist, weder in ihrer Begründung der Einstellungsverfügung vom 
30. Mai 2023 noch in ihrer Stellungnahme vom 11. Juli 2023 auseinandergesetzt. Die Einstel-
lungsverfügung vom 30. Mai 2023 ist daher wegen ungenügender Begründung aufzuheben, und 
die Angelegenheit ist an die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft zurückzuweisen.  
 
 
3. Kosten 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden 
Verfahrens gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von Fr. 800.--, beste-
hend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 750.-- (§ 13 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren 
der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von Fr. 50.-- (§ 3 Abs. 6 GebT), zu Lasten des 
Staates. Die vom Beschwerdeführer geleistete Sicherheitsleistung von Fr. 500.-- wird diesem zu-
rückerstattet. Im Übrigen hat sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren selbst vertre-
ten, weshalb ihm keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. Der Beschuldigte seinerseits hat 
sodann keinen Antrag auf Parteientschädigung gestellt. Hinzu kommt, dass er im vorliegenden 
Verfahren ohnehin nicht substantiiert Stellung genommen hat, weshalb ihm keine massgeblichen 
Kosten angefallen sind. Folgerichtig ist auch ihm keine Parteientschädigung auszurichten.   

 
 
 

 
 
Seite 9 

Demnach wird erkannt: 
 
://: 1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 30. Mai 2023 (MU1 19 4409 
etc./MUS NAS) aufgehoben und die Angelegenheit an die Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft zurückgewiesen.  
 

 2.  Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von Fr. 800.--, be-
stehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 750.-- sowie Auslagen von 
Fr. 50.--, gehen zu Lasten des Staates. 
 
Die vom Beschwerdeführer erbrachte Sicherheitsleistung in der Höhe 
von Fr. 500.-- wird diesem zurückerstattet.  
 

 3.  Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet.  
 

 
 
Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Dominik Haffter 

 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.