# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8294bfdc-be63-592e-a47d-661f954278f4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-26
**Language:** de
**Title:** Leistungseinstellung nicht zu beanstanden; nach einhelliger Aktenlage darüber hinaus geklagte Beschwerden weder somatisch erklärbar noch adäquat nach Psycho-Praxis
**Docket/Reference:** UV.2023.00165
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2023.00165.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2023.00165
V. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Philipp, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Kübler
Ersatzrichterin Curiger
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
26. Juni 2024
in Sa
chen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
Advokatur Bülach
Sonnmattstrasse 5, Postfach, 8180 Bülach
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1980, war arbeitslos und infolgedessen bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 3
0.
März 2022 auf der Treppe ausrutschte und sich am linken Handgelenk verletzte (
Urk.
7/1).
Nach Eingang der Schadenmeldung
vom 1
9.
Mai 2022
(
Urk.
7/1) erbrachte die Suva die vorübergehenden Leistungen (Taggelder und Heilkosten, vgl.
Urk.
7/2 und 7/65). Mit Schreiben vom
2.
Dezember 2022 schloss sie den Fall sodann
– gestützt auf eine gleichentags erfolgte interne versicherungsmedizinische Akten
beurteilung (
Urk.
7/32) – per 1
6.
Dezember 2022 ab und verneinte eine darüber
hinausgehende Leistungspflicht mit der Begründung, noch bestehende Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt (vgl.
Urk.
7/35). Daran hielt sie auch mit Verfügung vom 19. Januar 2023 fest (vgl.
Urk.
7/45). Die von der Versicher
ten dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/49) wies die Suva – nach einer weiteren versicherungsinternen fachärztlichen Prüfung der Unterlagen (
Urk.
7/67) – mit
Einspracheentscheid
vom 1
3.
Oktober 2023 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Cerletti
, mit Eingabe vom 1
6.
November 2023 Beschwerde. Darin beantragte sie, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Suva zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen – insbesondere über den 1
5.
Dezember 2022 hinaus bis 3
1.
Oktober 2023 Taggelder zu bezahlen und die Heilkosten zu übernehme
n
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva (
Urk.
1). Diese schloss in der Beschwerdeantwort vom
4.
Januar 2024
, welche der Versicherten mit Verfügung vom
8.
Januar 2024 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9),
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
6
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
gewährt der Unfallversicherer seine Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs
unfällen und Berufskrankheiten, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt dabei unter anderem voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
A
ls adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint.
Im Recht der sozialen Unfallversicherung geht es im Zusammenhang mit Verletzungen gemäss der Rechtsprechung jeweils darum, im Einzelfall unter Wertung von Indizien, die für oder gegen die - rechtliche - Zuordnung bestimmter Funktionsausfälle zum Unfall sprechen, im Rahmen einer Gesamtwürdigung zu einer versicherungs
mässig vernünftigen und gerechten Abgrenzung haftungsbegründender und haftungsausschliessender Unfälle zu gelangen (vgl. BGE 1
48 V 356
E. 3)
.
1.
2
Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Unfallversicherung die Beweislast für einen behaupteten Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des
(krankhaften)
Zustands, wie er
bereits
vor dem Unfall bestand oder sich
(
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes
)
ohne diesen ergeben hätte (
sog.
Status quo ante
vel
sine). Dabei hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen) ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei
(vgl.
dazu
Urteil
e
des Bundes
gerichts 8C_80/2021 vom
7.
Juli 2021 E. 2.2
und
8C_93/2019 vom 23. August 2019 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, es
könne
auf die versicherungsinterne Akten
beurteilung ab
gestellt werden
. Der Unfall habe nur zu einer Distorsion des Han
d
gelenks
, ohne strukturelle Läsionen geführt
. Allein der Zeitpunkt des Beginns der Schmerzen sowie die Verwendung des Begriffs «posttraumatisch» in den Arztberichten vermö
chten
dar
an nichts zu ändern
.
Ein
adäquater Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und den organisch nicht hinreichend nachgewiesenen Beschwerden
sei zu verneinen
(
Urk.
2 E. 5
und 6
;
Urk.
6
).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt
indessen
dafür, im MRI vom
1.
Juli
2022 seien
objektivierbare unfallkausale Befunde erhoben worden
.
Als solche müssten auch
Partialrupturen
gelten (
Urk.
1
Ziff.
15).
Der Schmerzspezialist habe
so
dann
bestätigt, dass es sich um einen posttraumatischen Schmerz handle
. Die Schmerzen hätten ein organisches Korrelat, weshalb
deren Adäquanz nicht nach der sog. Psycho-Praxis zu beurteilen sei. Gegen eine psychische Überlagerung spreche ferner der Umstand, dass mittlerweile keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe (
Urk.
1
Ziff.
17).  Massgebend sei der Einzelfall, wobei es durchaus sein könne, dass ein Heilungsprozess einmal etwas länger dauere (
Urk.
1
Ziff.
18).
2.3
Zwischen den Parteien ist
somit
strittig
, ob
zwischen
dem Unfall vom 3
0.
März 2022 und den über den 1
5.
Dezember 2022 hinaus geklagten
Beschwerden
ein Kausalzusammenhang bestan
d
.
3.
3.1
Die
versicherungsinterne
Fachärztin für Orthopädi
sche Chirurgie
und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
Y.___
, würdigte
in ihrer Akten
beurteilung
vom
5.
Oktober 2023
zunächst die einzelnen
medizinischen Unterlage
n. Sie hielt fest
, die Beschwerdeführerin habe sich noch am Unfalltag beim Hausarzt vorgestellt
.
Dieser
habe
eine freie Beweglichkeit des Handgelenks sowie eine
Druckdolenz
über dem
ulnokarpalen
Gelenkspalt festgestellt
.
Sensibilitätsstörungen oder Missempfindungen am Handrücken habe er nicht erwähnt und
im Bericht vom 2
7.
September 2020 [richtig: 2022] an seiner Ein
-
schä
tzung einer Distorsion des Handgelenks links festgehalten.
Zum Untersuchungsbefund in der
handchirurgischen Erstkonsultation knapp drei Monate später sei eine gute Beweglichkeit des linken Handgelenks in allen drei Ebenen und eine
Druckdolenz
am Handgelenk
dorsoradial
Pistol
CMC-Gelenk dokumentiert.
Am TFCC (
triangulärer
fibrokartilaginärer
Komplex
)
habe
keine D
ru
ckschmerzhaftigkeit
bestanden
, eine
Auffälligkeit der Sensibilität sei nicht beschrieben worden. Zum Ausschluss einer Verletzung
ulnokarpal
sei am
1.
Juli 2022 ein MRT, ergänzt durch eine
Arthrografie
,
durchgeführt worden. Gemäss fachradiologischer Beurteilung und eigener Einsichtnahme hätten sich Zerrungen von Bändern des
ulnokarpalen
Komplexes, jedoch keine
Diskon
-
tinuitäten
gezeigt, sodass aus dem fraglichen Unfallereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturellen Läsionen am linken Handgelenk resultier
t hätten
.
Es sei eine Ergotherapie empfohlen und installiert worden, unter der es gemäss
B
ericht der Handchirurgin vom
6.
Oktober 2022 zu einer Besserung der
ulnarseitigen
Schmerzen gekommen sei. Weiter habe diese berichtet, dass die
Schmerzen dorsalseits am Handgelenk stärker geworden seien. Mit dem Hinweis, dass diesbezüglich aus handchirurgischer Sicht keine Verbesserung erzielt und ausser einer Infiltration keine Therapieoption geboten werden könn
ten
,
sei
eine Vorstellung in der Schmerzsprechstunde empfohlen
worden
.
In
der schmerztherapeutischen Konsultation vom 3
1.
Oktober 2022 sei eine Schmerzausweitung diagnostiziert und eine Medikation mit Pregabalin und
Saroten
unter Fortführung der Ergotherapie empfohlen worden. Es
sei
ein Befund erhoben
worden
, der durch Druck eine Schmerzauslösung bzw. Verstärkung am Handrücken im Sinne einer
Hyperpathie
beschreibe; eine
Allodynie
sei
verneint
worden (vgl.
Urk.
7/67/4)
.
3.2
Aus den zitierten medizinischen Unterlagen schlussfolgerte
Dr.
Y.___
konzis
formuliert
,
dass
sowohl durch die spezialärztliche Untersuchung als auch durch die Bildgebung keine strukturellen Läsionen objektiviert worden
seien
,
di
e
als entsprechendes Korrelat
die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden erklären
könnten
und
diese über
wiegend wahrscheinlich als Unfallfolge des Ereignisses vom 3
0.
März 2022
erscheinen lassen würden
. Eine Handgelenksdistorsion, die nachweislich ohne strukturelle Läsionen der Komparti
mente bzw. anatomischen Strukturen am Handgelenk eingetreten sei, sei gemäss handchirurgischer Erfahrung spätestens nach drei, allerspätestens nach sechs Monaten abgeklungen (vgl.
Urk.
7/67/4 f.).
Im Rahmen des Fragenkatalogs betonte sie
folglich
,
dass die Beschwerdeführerin
m
it überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits vor dem fraglichen Unfall – in stummer oder manifester Weise – gesundheitlich beeinträchtigt gewesen
sei
. So hätten sich degenerative Veränderungen im Sinne einer
mukoiden
Degeneration des zentralen Anteils des TFCC und einer geringfügigen Arthrose im CMC-I-Gele
nk
an der linken Hand gezeigt.
Anlässlich der spezialärztlichen Untersuchung inkl. Bildgebung seien keine strukturellen Läsionen als Folge des fraglichen Unfallereignisses objektiviert worden. Unfallfolgen würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach drei, allerspätestens nach sechs Monaten im Beschwer
debild keine Rolle mehr spielen (vgl.
Urk.
7/67/5).
4.
4.1
Nach der Rechtsprechung kommt
den Berichten und Gutachten versicherungs
interner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall
jedoch
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
145 V 97 E.
8.5,
142 V 58 E.
5.1, 139 V 225 E.
5.2, 135 V 465 E.
4.4 und
E.
4.7).
Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom
6.
März 2020 E. 4.3).
4.2
Die Beschwerdeführerin stellte nicht in Abrede, dass
Dr.
Y.___
über die zur Beurteilung des Leidens der Beschwerdeführerin nötigen Fachkenntnisse verfügt
. Deren
Schlussfolgerung
en
stehen alsdann – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – im Einklang mit den
Vorakten
und
sind
nachvollziehbar
sowie
schlüssig begrün
det. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbrachte, vermag keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit der zitierten versicherungsinternen ärztlichen Beurteilung zu wecken.
4.3
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin für Handchirurgie,
äusserte nach der ersten klinischen Untersuchung z
war
den Verdacht auf eine TFCC-Läsion am linken Handgelenk und
meldete
die Beschwerdeführerin daher zu einem MRI an
(vgl.
Urk.
7/9)
.
Im
MRI vom
1.
Juli 2022
liess sich gemäss Bericht der Handchirurgin vom 1
8.
Juli 2023 indessen neben
diverse
n
Signalanhebungen und ödematöse
n
Aufreibungen
kein
Hinweis auf
eine
Ruptur – insbesondere nicht des TFCC –
finden
. Dementsprechend diagnostizierte sie
lediglich
eine Distorsion des TFCC links (mit
mukoider
Degeneration zentral) sowie der distalen Insertionen
der
Sehne
n
des Extensor
carpi
ulnaris
(
ECU
)
und
Flexor-
carpi
-
ulnaris
(FCU) links (vgl.
Urk.
7/10).
Dem
Bericht vom
6.
Oktober 2022
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
unter Ergotherapie
über eine deutliche Besserung der Schmerzen
ulnarseits
berichtete,
dafür aber über
seit dem MRI bestehende, tendenziell stärker gewordene Schmerzen dorsalseits des Handgelenks klagte
(vgl. dazu auch
Urk.
7/23/2)
. Z
ur klinischen Untersuchung notierte
die Ärztin
, dass die Flexion und Extension «aktuell» Beschwerden am Handgelenk dorsalseits auslösen würden und eine
«
dif
f
use
»
Druckdolenz
am
H
andgelenk dorsal radial vom dista
len
Radius
bis über die CMC-Gelenke
bestehe. Eine
Druckdolenz
über dem TFCC bestehe nicht. Infolgedessen
stellte
Dr.
Z.___
als
Hauptdiganose
neu
eine Schmerzausweitung am linken Handgelenk bei vorbeschriebener Distorsion
. Sie bat
, die Beschwerdeführerin in die Schmerzsprechstunde aufzubieten
. Eine Arbeitsunfähigkeit attestierte sie
ihr
nicht mehr (vgl.
Urk.
7/22), nachdem sie
zuvor
jeweils
eine Empfehlung zur Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
bis zur nächsten Kontrolle abgegeben hatte (vgl.
Urk.
7/10/1
und 7/15/16
).
Somit bestätigen d
ie Berichte der Handchirurgin die versicherungsinterne Beurteilung vom
5.
Oktober 2023, wonach sich für die sechs Monate nach dem Unfallereignis
immer
noch
geklagten Beschwerden
bildgebend und klinisch
kein somatisches Korrelat mehr
objektivieren liess
.
D
ie Handchirurgin
konnte am
6.
Oktober 2022 – mithin rund 6 Monate nach dem Unfallereignis -
keine soma
tische Therapie
(ausser eines Infiltrationsversuchs)
anbieten und diagnostizierte explizit
eine Schmerzausweitung
.
4.
4
Nichts anderes ergibt sich aus den übrigen medizinischen Unterlagen. Bereits in der
versicherungsinterne
n
Beurteilung vom
2.
Dezember 2022
hatte
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
betont, dass es sich bei den radiologisch beschriebenen Bandläsionen zwar überwiegend wahrscheinlich um Distorsionsfolgen
handle
, diese jedoch nicht am Haupt
schmerzort
ulnocarpal
gelegen seien
und spätestens nach drei bis sechs Monaten keine Rolle mehr spielen würden (vgl.
Urk.
7/32/2).
I
m Rahmen der
Schmerztherapie
im Spital B
.___
wurde ebenfalls die Diagnose eines prolo
n
gierten Schmerz
es
an der Hand links mit Schmerzausweitung
und einzelnen vegetativen Symptomen
gestellt
.
Dementsprechend
w
urde
die hoch
dosierte NSAR-Therapie
(zur Schmerzlinderung)
deutlich reduziert
. Dafür wurden P
regabalin und
Saroten
(
zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen und Depressionen
) rezep
tiert.
Unter der neuen Medikation
kam
es zu einer positiven Entwicklung
(vgl.
Urk.
7/23 und 7/61).
Ohne Belang ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
, dass der Schmerz als «posttraumatisch» bezeichnet und festgehalten wurde,
dieser
sei als Unfallfolge zu sehen. So wurde diese
Aussage
nicht
etwa
mit objektivierbaren Befunde
n
begründet, sondern
vielmehr
erörtert, es gebe keinerlei Anhaltspunkte, dass ohne das Unfallereignis gleichartige Schmerzen entstanden wären.
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
,
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_
244
/20
2
3 vom
19
.
Oktober
20
2
3 E. 5.1
mit Hinweisen
).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
5.
5.1
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sich anhand der fachärztlichen Untersuchungen und Bildbefunde einzig eine Handgelenksdistorsion nachweisen liess. Diese bietet indessen keine Erklärung für die über die Leistungseinstellung Mitte Dezember 2022 hinaus geklagten Beschwerden. Für diese fanden sich keine objektivierbaren Befunde, insbesondere keine durch den Unfall bedingte.
5.2
E
s bleibt
in Ergänzung zu E. 5 des angefochtenen Entscheids anzufügen,
dass
sich bei
organisch objektiv ausgewiesene
n
Unfallfolgen die adäquate
Kausalität
weitgehend mit der natürlichen deckt (BGE
134 V 109 E. 2.1). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Unter
suchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissen
schaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1)
.
B
ei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden
bedarf es
indessen
einer besonderen Adäquanzbeurteilung. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Gemäss der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) werden diese Adäquanz
kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (
vgl. U
rteil des Bunde
gerichts 8C_860/2015 vom 3
0.
Juni 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1)
.
5.3
Nachdem nur die bis Herbst 2022 geklagten Beschwerden als
organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen
gelten und bei der Adäquanzprüfung berücksichtigt werden können, blieb
die Feststellung der Beschwerdegegnerin
(in
Urk.
2 E. 5.c)
, wonach keines der
(in
Urk.
2 E. 5.a aufgezählten)
Adäquanzkriterien erfüllt sei, von der Beschwerdeführerin zu Recht
unbeanstandet.
Weder die ärztliche
Behandlung
noch die
Arbeitsunfähigkeit
oder die Schmerzen können unter rein somatischen Aspekten als bedeutsam gelten. Es liegt auch keine besondere Art oder Schwere der Verletzung vor, die psychische Beschwerden begünstigen würde. Ebenso wenig
ergeben sich aus den Akten Indizien für besondere Begleit
umstände des Treppensturzes
oder
wird seitens der Ärzte eine ärztliche Fehl
behandlung erwoge
n.
6.
Aufgrund des vorstehend Ausgeführten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den
Fall
per 1
6.
Dezember 2022
abschloss und eine
darüber
hinausgehende
Leistungspflicht aus dem Unfallereignis vom 3
0.
März 2022 verneinte. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
PhilippBonetti