# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f3ab18e-6431-5d12-b589-d57704acd306
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-06-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 02.06.2003 BK 2003 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2003-2_2003-06-02.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 2. Juni 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 03 2

Entscheid
Beschwerdekammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Jegen und Schäfer, Aktuarin Duff Walser.

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer,

gegen

die Ablehnungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 16. Dezem-
ber 2002, mitgeteilt am 16. Dezember 2002, in Sachen gegen Z., und Y., Be-
schwerdegegner, 

betreffend Sachbeschädigung etc.,

hat sich ergeben:

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A. X. reichte am 24. August 2001 beim Kreisamt Fünf Dörfer Strafklage 
gegen Y. wegen unerlaubten Parkierens auf privatem Grund etc. und am 4. Sep-
tember 2001 Strafklage gegen Z. wegen Sachbeschädigung etc. ein. Das Kreis-
amt Fünf Dörfer leitete beide Strafklagen am 11. Dezember 2002 zur Prüfung der 
sachlichen Zuständigkeit an die Staatsanwaltschaft Graubünden weiter.

B.  Mit Verfügung vom 16. Dezember 2002, mitgeteilt am 16. Dezember 
2002, lehnte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Eröffnung einer Strafunter-
suchung gegen Y. und Z. ab.

C. Gegen diese Verfügung reichte X. am 6. Januar 2003 Beschwerde bei 
der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden ein. Er beantragt 
die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Rückweisung der Sache 
an die Staatsanwaltschaft zur Neubeurteilung. Zudem fordert er Schadenersatz 
in Höhe von Fr. 50'000.--.

Unter Hinweis auf die Ablehnungsverfügung und die Akten beantragt die 
Staatsanwaltschaft Graubünden in ihrer Vernehmlassung vom 8. Mai 2003 die 
Abweisung der Beschwerde. Auf die Begründung der Beschwerde und die Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, im folgenden 
eingegangen. 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Verfügungen des Staatsanwaltes, so auch Ablehnungsverfügun-
gen, kann wegen Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit bei der Beschwerde-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden Beschwerde geführt werden (Art. 
138 StPO). Die Beschwerde ist innert zwanzig Tagen, seit der Betroffene vom 
angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen (Art. 139 
Abs. 2 StPO). 

Gemäss Art. 65b Abs. 1 StPO haben sich die an einem Strafverfahren 
beteiligten Personen im schriftlichen und mündlichen Verkehr mit den Organen 
der Strafrechtspflege anständig und korrekt zu benehmen. Über diese Bestim-
mung hat sich der Beschwerdeführer, nachdem er bereits mehrmals darauf hin-
gewiesen werden musste (vgl. BK 00 77, 00 42, 00 41, 98 42), erneut hinwegge-

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setzt. Allfällige Kritik gegenüber richterlichen und Strafverfolgungsbehörden hat 
in jedem Fall in einem sachlichen Ton zu erfolgen. Der Beschwerdeführer hat 
sich jedoch sowohl in seiner Eingabe als auch in den eingereichten Strafklagen 
und den Beilagen in despektierlichem und völlig unangebrachtem Ton über das 
Justizwesen des Kantons Graubünden geäussert und dieses mit kriminellen Or-
ganisationen in Zusammenhang gebracht. So hat er beispielsweise ihm misslie-
bige Urteile des Kantonsgerichts als kriminell und mafiös bezeichnet. Ebenso fin-
den sich in den Beilagen ungebührliche Bemerkungen des Beschwerdeführers 
über die Beschwerdegegner und andere Personen. Die Beschwerdekammer 
weist X. daher an dieser Stelle noch einmal auf Art. 65b Abs. 3 StPO hin, wonach 
schriftliche Eingaben mit ungebührlichem, unleserlichem oder unnötig weit-
schweifigem Inhalt unter Ansetzung einer kurzen Frist zur Umarbeitung zurück-
gewiesen werden können, mit der Androhung, dass die Eingabe bei Nichteinhal-
tung der Frist nicht beachtet werde. Von der Rückweisung der vorliegenden Ein-
gabe wird abgesehen, damit das Verfahren nicht noch weiter in die Länge gezo-
gen wird. Dem Beschwerdeführer wird jedoch gestützt auf Art. 65b Abs. 2 StPO 
ein Verweis erteilt, und er wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass 
inskünftig eine Rechtsschrift mit derart ungeziemenden Äusserungen, unter An-
drohung, dass darauf sonst nicht eingetreten werde, zur Überarbeitung zurück-
gewiesen wird. Auch wird der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass er im 
Wiederholungsfalle mit einer Ordnungsbusse bis zu Fr. 300.-- zu rechnen hat 
(Art. 65b Abs. 2 StPO).

Es ist überdies festzustellen, dass der Beschwerdeführer eine Vielzahl von 
Akten einlegt, die mit dem zu beurteilenden Fall in keinem Zusammenhang ste-
hen. Ebenso nimmt er in den gegen Y. und Z. eingereichten Strafklagen Bezug 
auf Personen und Verfahren, die nichts mit der vorliegenden Sache zu tun haben. 
Soweit die Beschwerdeschrift Hinweise auf solche Schriftstücke beziehungs-
weise auf andere Verfahren enthält und sich auf entsprechende Ausführungen in 
den Strafklagen bezieht, ist darauf nicht einzutreten. 

Im Übrigen wurde die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht, wes-
halb darauf einzutreten ist.

2. Für die Eröffnung einer Strafuntersuchung müssen konkrete Anhalts-
punkte vorhanden sein, dass eine strafbare und verfolgbare Handlung vorliegt, 
mögen auch die Zweifel darüber noch überwiegen. Besteht somit ein gewisser, 
wenn auch nicht schwerwiegender Verdacht, ist die Untersuchung einzuleiten 

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(vgl. W. Padrutt, Kommentar zur StPO des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 
1996, S. 160 f. mit Hinweisen). Die Ablehnung einer Strafuntersuchung bedarf 
demnach wie die Einstellung eines Strafverfahrens einer sorgfältigen und nach-
vollziehbaren Begründung. Die Gründe für die Ablehnung müssen in der Verfü-
gung selbst enthalten sein (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 165). Die Ablehnung einer 
Strafuntersuchung ist unter anderem dann gerechtfertigt, wenn zum voraus fest-
steht, dass zufolge tatsächlicher oder rechtlicher Mängel überhaupt kein Delikt 
vorliegt oder es an wesentlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung fehlt oder 
eine geltend gemachte Tat zwar unter Strafe steht, es aber offensichtlich an ei-
nem hinreichenden Verdacht fehlt (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 160, Ziff. 2). In der 
Begründung einer Ablehnungsverfügung ist daher einerseits darauf einzugehen, 
welche Tatbestände aufgrund des zur Anzeige gebrachten Sachverhalts über-
haupt zur Diskussion stehen. Überdies ist in Auseinandersetzung mit den Akten 
darzulegen, weshalb die aufgrund des angezeigten Sachverhalts in Frage kom-
menden Tatbestände nicht erfüllt sind oder keine hinreichenden Anhaltspunkte 
dafür vorliegen respektive inwiefern es an den wesentlichen Voraussetzungen 
der Strafverfolgung fehlt. 

Der Beschwerdeführer machte in der Strafklage vom 24. August 2001 gel-
tend, Y. habe unberechtigt auf privatem Grund parkiert und die Zufahrt blockiert. 
Zur Untermauerung seiner Behauptungen reichte er diverse Akten ein. In der 
Strafklage vom 4. September 2001 brachte X. vor, Z. habe mit seiner Fahrweise 
vorsätzlich den Pflastersteinbelag vor seinem Haus und sein Auto beschädigt. 
Überdies habe Z. ihn (X.) mit seinem Fahrzeug am Bein touchiert und mehrmals 
fast überfahren und erdrückt. Auch dieser Strafklage legte X. verschiedene Akten 
bei, die seine Vorwürfe erhärten sollen. Unter den eingereichten Akten befinden 
sich Fotos, aufgrund derer, sofern sie zutreffen, zumindest die Frage zu stellen 
ist, ob sämtliche Tatbestände von vornherein ausser Betracht fallen oder aber 
Anhaltspunkte für das Vorliegen eines oder mehrerer Delikte gegeben sind. Die 
Strafklagen von X. enthalten mithin konkrete Vorwürfe. Mit diesen hat sich die 
Staatsanwaltschaft auseinanderzusetzen. Sie hat sich ausgehend von der Straf-
anzeige mit der Frage zu befassen, was für Tatbestände überhaupt zur Diskus-
sion stehen beziehungsweise, wie sich die angezeigten Tatbestände zu den ein-
gereichten Akten verhalten. Im Falle einer Ablehnung muss sie dartun, aufgrund 
welcher Überlegungen sie zum Ergebnis gelangt ist, dass keine Anhaltspunkte 
für das Vorliegen einer strafrechtlich verfolgbaren Handlung gegeben sind. Die 
Vorinstanz ist jedoch in der angefochtenen Verfügung nicht auf diese Fragen ein-
gegangen. Aus ihren Erwägungen wird nicht ersichtlich, welche Tatbestände auf-

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grund der Anzeige überhaupt in Frage kommen. Die Staatsanwaltschaft hat sich 
auch mit keinem Wort mit den vom Beschwerdeführer eingereichten Akten aus-
einandergesetzt. So fehlen jegliche Ausführungen darüber, inwiefern die beige-
legten Fotos und Schriftstücke geeignet sind, die in der Eingabe erhobenen Vor-
würfe zu belegen respektive inwiefern dies eben gerade nicht der Fall ist. Die 
Staatsanwaltschaft hält zwar zutreffend fest, dass allfällige Übertretungstat-
bestände bereits verjährt wären. Es ist jedoch nicht nachvollziehbar, welche von 
den zur Diskussion stehenden Tatbeständen dies betrifft. Ebensowenig wird dar-
gelegt, aufgrund welcher Überlegungen die Staatsanwaltschaft zu diesem 
Schluss gelangt. In der angefochtenen Verfügung wird weiter festgestellt, dass 
sich aus den Strafklagen von X. keine genügenden Anhaltspunkte für die Eröff-
nung einer Strafuntersuchung wegen Vergehens- oder Verbrechenstatbestän-
den ergeben würden. Die Gründe, weshalb auch in bezug auf mögliche Vergehen 
und Verbrechen die Eröffnung einer Strafuntersuchung nicht gerechtfertigt er-
scheint, werden indes nicht näher erläutert. Es wird weder dargelegt, welche Ver-
gehen oder Verbrechen überhaupt zur Diskussion stehen würden noch welche 
Überlegungen die Vorinstanz zur Überzeugung gelangen lassen, dass die in 
Frage kommenden Tatbestände nicht erfüllt beziehungsweise nicht genügend 
Anhaltspunkte dafür gegeben sind. Die Gründe für die Ablehnung einer Strafun-
tersuchung gegen Y. und Z. gehen aus den Erwägungen in der angefochtenen 
Verfügung nicht hervor. Mit der von der Staatsanwaltschaft gelieferten Begrün-
dung lässt sich mithin die Ablehnung der Straf-untersuchung gegen Y. und Z. 
nicht halten. 

Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache zur Neu-
entscheidung an die Staatsanwaltschaft zurückweisen. Diese wird neu zu beur-
teilen haben, ob aufgrund der Vorwürfe des Beschwerdeführers eine Straf-unter-
suchung gegen Y. und Z. zu eröffnen ist oder aber eine Ablehnung gerechtfertigt 
scheint. Dabei wird sie sich im Falle einer Ablehnung mit den dargelegten Punk-
ten auseinandersetzen müssen und ihren Entscheid im Sinne der vorstehenden 
Erwägungen sorgfältig und nachvollziehbar zu begründen haben. Auf die weite-
ren Anträge des Beschwerdeführers wie unter anderem seine Schadenersatzfor-
derung ist unter diesen Umständen im vorliegenden Verfahren nicht weiter ein-
zugehen. 

3. Ist die Beschwerde nach dem Gesagten gutzuheissen, so gehen die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Kantons Graubünden (Art. 160 
Abs. 1 StPO). Von einer ausseramtlichen Entschädigung an den nicht anwaltlich 

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vertretenen Beschwerdeführer ist mangels gesetzlicher Grundlage abzusehen 
(Art. 160 Abs. 4 StPO).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufge-
hoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft 
Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 600.-- gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden.

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin