# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 394bbad2-631c-5980-b8b8-968bb04bb5b2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-14
**Language:** de
**Title:** Rente; allgemeine Methode des Einkommensvergleichs, Valideneinkommen bei aus gesundheitlichen Gründen reduziertem Pensum, kein leidensbedingter Abzug.
**Docket/Reference:** IV.2014.00319
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00319.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00319
damit vereinigt
IV.2014.00634
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Schetty
Urteil
vom
14. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Harry F.
Nötzli
WWNW Rechtsanwälte
Stadthausquai 1, Postfach 3022, 8022 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1952 geborene
X.___
ist gelernte
Krankenpflegefach
frau
und war als solche
ab
1
5.
Juni 1999 bei der
Y.___
AG angestellt (
Urk.
8/5 S. 4,
Urk.
8/12). Im Zusammenhang mit einer bekannten
koro
naren
Herzerkrankung wurde im Jahre 2005 ein PTCA/
Stenting
durchge
führt
(
Urk.
8/14).
Nach einer entsprechenden Regenerationszeit
nahm die Versi
cherte
die Arbeit
wieder in einem Pensum von 80 %
auf
(
Urk.
8/52).
Nach einer trau
ma
tischen
Supraspinatussehnenruptur
im August 2010
erfolgte
am 2
7.
April 2011 ein
e operative Sanierung
der rechten Schulter
(
Urk.
8/21). Im
Rahm
en der prä
operativen Abklärung
ein
er geplanten Knie-Totalprothese
wurde
eine schwere
Aortenklappenstenose
diagnostiziert; der operative Ersatz der Aortenklappe er
folgte am 1
4.
November 2011 (
Urk.
8/14,
Urk.
8/16 S. 9). Infolge
der
beidseit
i
gen
Gonarthrose wurde
mit Operation vom
1
0.
Februar 2012 eine
Kni
earthro
plastik
am linken
Knie
und mit Operation vom 1
1.
Mai 2012 eine solche am rechten Knie eingesetzt (
Urk.
8/17 S. 7 ff.).
Im Zusammenhang mit den genannten gesundheitlichen Problemen meldete sich
die Versicherte am 1
2.
April 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/5). Seit September 2012 klagte die Versicherte zudem über Beschwerden am rechten Fuss, wobei
der
Verdacht auf eine Ermüdungsfraktur geäussert wurde (
Urk.
8/26). Zur Ab
klärung der ver
bleibenden Leistungsfähigkeit wurde am
7.
Februar 2013 an der Rheumaklinik des
Z.___
ein
Arbeitsassessment
durch
geführt (
Urk.
8/37)
.
Im Rahmen der Frühintervention wurde
weiter
Kostengut
sprache für einen Ausbildungskurs erteilt (
Urk.
8/47
). Mit Vorbescheid vom
9.
Juli 2013
stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab
1.
Oktober 2012 die
Zu
spre
ch
ung einer
Viertelsrente
(Invaliditätsgrad von 48 %)
in Aussicht (
Urk.
8/57) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2014 fest (
Urk.
8/88 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am 1
7.
März 2014 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, soweit das Vor
handensein eines Invaliditätsgrades von mehr als 48
%
verneint werde
,
und es sei eine umfassende orthopädische Begutachtung in Auftrag zu geben; unter
Ent
schädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Mai 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
7.
Mai 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2014 sprach die Beschwerdegegnerin der Be
schwer
deführerin mit Wirkung ab
1.
Juni 2014 weiterhin eine
Viertel
sr
ente
zu, bei un
verändertem Invaliditätsgrad
von 48 %
(
Urk.
10/2). Dagegen erhob der Vertreter der Beschwerdeführerin am 1
3.
Juni 2014
ebenfalls
Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 1
3.
Mai 2014 aufzuheben und das Verfahren mit dem bereits
hängigen
Verfahren IV.2014.00319 zu vereinen; unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdege
gnerin (
Urk.
10/1 S. 2).
Die Vereinigung der Verfahren erfolgte mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2014, wo
bei das neuere Verfahren mit
der Verfahrensn
ummer IV.2014.00634 als
dadurch erledigt abgeschrieben werden konnte (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete in der Folge mit Schreiben vom 1
0.
Juli 2014 auf das Einreichen einer weiteren Stellungnahme (
Urk.
13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
ver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
perten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c, je mit Hinwei
sen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 1
2.
Febru
ar 2014
(Zusprechung einer
Viertelsrente
)
damit
, dass der Beschwerdeführerin in einer
leidensangepass
ten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 85
%
zuzumuten sei, wobei sie per 2013 ein Einkommen von
Fr.
46‘504.60 erzielen könne. Da sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre, sei das bei einem Pensum von 80
%
erzielte Einkom
men per 2010 als Berechnungsbasis zu verwenden, was per 2013 zu einem
Va
lideneinkommen
von
Fr.
89‘011.75 und zu einem
Invalidi
täts
grad
von 48
%
führe (
Urk.
2
; vgl. auch Urk. 7
).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass im Rahmen des
Arbeitsassessments
die Diagnose Morbus
Sude
c
k
nicht gestellt worden sei. Die mit
diesem Leiden
einhergehenden Schmerzen
seien damit bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit nicht mit eingeflossen. Zu
dem habe die Beschwerdeführerin die Untersuchung als sehr oberflächlich emp
funden und es sei der Eindruck entstanden, dass die festgestellte
Leistungs
min
derung
von 15 % ziemlich zufällig, als vage Vermutung, zustande gekommen sei. Entspre
chend der Einschätzung von
Dr.
med.
A.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, sei von einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50
%
auszugehen (
Urk.
1).
2.3
Bezüglich der ebenfalls angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Mai 2014 ist anzu
merken, dass diese auf den gleichen Berechnungselementen basiert wie die Ver
fügung vom 1
2.
Februar 2014 (Urk. 10/2,
Urk.
2). Aufgrund der Arbeitsun
fähig
keit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit seit dem
6.
Oktober 2011 sowie der am 1
2.
April 2012 erfolgten Anmeldung zum
Leis
tungsbezug
ist vorliegend zunächst die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab Oktober 2012 zu prüfen
(Art. 29 Abs. 1 IVG)
.
3.
3.1
Dr.
A.___
diagnostizierte in seinem Bericht
vom
5.
Juni 2012
-
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
eine Gonarthrose beidseits bei Status nach Knie-TP links am 1
0.
Februar 2012 und rechts am 1
1.
Mai 2012, eine Ermüdungsfraktur am linken Fuss
Metatarsale
II im April 2012 sowie Adipositas. Ohne Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit sei
en
ein Status nach Myokardinfarkt im
Oktober 2005 sowie ein Status nach
Aortenklappenersatzoperation
am 1
4.
Novem
ber 2011
. Mindestens bis Ende August 2012 sei in der angestammten Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Leichtere Ar
beiten im Haushaltsbereich dürften a
b Juli 2012 wieder möglich sein (
Urk.
8/17 S. 5 ff.).
3.2
In seinem Verlaufsbericht vom 2
4.
Oktober 2012 hielt
Dr.
A.___
fest, dass die Beschwerdeführerin seit Ende September 2012 an Fussbeschwerden rechts leide,
wobei der Verdacht auf eine Ermüdungsfraktur bestehe (wie schon am Fuss links
im April 2012). Bezüglich des rechten Kniegelenkes nehme die Belastbar
keit zu, das linke Knie sei beschwerdefrei.
Es bestehe ein Schonhinken rechts beim
Gehen im Untersuchungszimmer. Wegen der Fussschmerzen sei bis Ende Jahr von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, alternative Tätigkeiten könnten
wegen der Einschränkung bei läng
erem Sitzen oder Gehen zurzeit eben
falls nicht empfohlen werden (
Urk.
8/26).
3.3
In seinem Bericht vom 1
7.
Januar 2013 hielt
Dr.
A.___
fest, dass noch immer von einer Reizsituation am rechten Knie auszugehen sei. Die Fussbeschwerden
seien zeitweise noch vorhanden, würden aber in
ihr
er Intensität abnehmen. In der
angestammten Tätigkeit sei weiterhin von einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit auszugehen. In einer angepassten T
ätigkeit mit Wechsel zwischen si
tzender und gehender Tätigkeit für kurze Strecken könne die Beschwerdeführerin je nach Arbeit
s
feld zwischen 25 und 50
%
arbeiten. Eine genauere Festlegung der Ar
beitsfähigkeit sollte durch die Rheumaklinik nach Abschluss der Tests erfolgen (
Urk.
8/31).
3.4
Die für das
Arbeitsassessment
der Rheumaklink des
Z.___
vom
7.
Februar 2013
verantwortlichen Fachärzte
gingen von den folgenden arbeitsrelevanten Diag
nosen aus:
-
Periarthropathia
genu
beidseits rechtsbetont (ICD-10 M17.9);
Knieachsenin
stabilität
mit Mus
kel
atrophie Oberschenkel rechts, Kniegelenkserguss rechts, Knie-TP links 02/2012 und Knie-TP rechts 05/2012 bei symptomatischer bi
la
teraler Gonarthrose, CT Knie rechts 12/2012: diskrete Resorptionszonen im
posterioren
Bereich der medialen und lateralen Auflagefläche der
Tibiakom
ponente
,
mässigradiger
Kniegelenkserguss
-
Symptomatischer Spreizfuss beidseits (ICD-10 M21.9); begleitender nicht fi
xierter Knicksenkfuss, Status nach konservativer Behandlung
Ermüdungs
fraktur
Os
Metatarsale
II links 04/2012 und anamnestisch recht
s
10/2012, Röntgen Fuss rechts 01/2013: keine Hinweise auf frische oder alte Frakturen
-
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopatica
recht
s
(ICD-10 M75.1); posi
tiver
Impingementtest
nach Hawkins rechts, anamnestisch Läsion der
Rota
torenmanschette
rechts 10/2011.
Darüber hinaus leide die Beschwerdeführerin an einer zirkumskripten
Algo
dy
strophie
bei Läsion eines Astes des
Nervus
cutaneus
surai
lateral rechts mit Hypästhesie, Hypertrichose und
Hyperhydrosis
im proximalen
anterolateralen
Unterschenkel sowie an einer koronaren und
vulvären
Herzkrankheit (10/2005
2x Stent bei Myokardinfarkt, 11/2011 Status nach
Aortenklappenersatz
bei an
ge
borener
Aortenklappenstenose
,
kvRF
: Adipositas Grad II, a
r
terielle Hyper
tonie
)
.
Die arbei
tsbezogenen relevanten Probleme
würden in einer verminderten
Be
las
tungstoleranz
des rechten Knies sowie der rechten Schulter bestehen. In der angestammten Tätigkeit sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, wobei auch bei Beruhigung der klinischen Situation eine Rückkehr nicht mehr realistisch sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei von einer generellen Leistungsminderung von 15
%
auszugehen, wobei die folgenden
Belastungsre
duktionen
zu beachten seien: Knien nie, Arbeit über Schulterhöhe bis max. 3h/Tag, Stehen (an Ort), Gehen, Stossen/Ziehen, Treppen steigen jeweils bis max. 30min/Tag, S
tehen und Gehen bis max. 3h/Tag (
Urk.
8/37).
3.5
Dem Verlaufsbericht von
Dr.
A.___
vom 1
9.
Februar 2013 ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdesymptomatik im Bereich des rechten Kniegelenks weiter ab
ge
nommen habe und nur noch ein leichtes Schonhinken rechts bestehe. Die
Fuss
beschwerden
würden noch gelegentlich bei langen Gehstrecken oder län
gerem
Stehen auftreten (
Urk.
8/33 S. 5).
3.6
In seinem Bericht vom
4.
März 2014 hielt
Dr.
A.___
fest, dass die Beschwerde
führerin aufgrund des Status nach Knie-TP beidseits, der Ermüdungsfrakturen an beiden Füssen sowie der Entwicklung eines Morbus
Sudeck
an einer stark reduzierten Belastbarkeit der Kniegelenke leide. Erschwer
end würden die Be
schwerden an der rechten Schulter hinzukommen. Die Beschwerdeführerin habe
in der Zwischenzeit ehrenamtlich in einem Altersheim mitgeholfen und habe auch
in einer angepassten Tätigkeit eine reduzierte Belastbarkeit feststellen müssen,
so dass auch leidensangepasst
von einer mehr als 50%igen Arbeits
un
fähigkeit auszugehen sei (
Urk.
3/4).
4.
4.1
Der Assessmentbericht der Rheumaklinik des
Z.___
vom
7.
Februar 2013
(Urk.
8/37)
legt den medizinischen Sachverhalt grundsätzlich in einer schlüssi
gen
und nachvollzieh
baren Weise dar. Insbesondere wurden die neu aufge
tre
te
nen Fussbeschwerden rechts
ergänzend abgeklärt und die Auflistung der mannig
faltigen Beschwerden erscheint sorgfältig und vollständig. So wurde auch eine
Algodystrophie
des rechten Unterschenkels diagnostiziert, welche nun von
Dr.
A.___
diagnostisch als Morbus
Sudeck
bezeichnet wird. Dabei handelt es sich
aber lediglich um eine (wohl geringfügig) andere diagnostische Bezeichnung der
gleichen
gesund
heitlichen Störung
, was bezüglich der Einschätzung der ver
blei
benden
Restleis
tungsfähigkeit
zu keiner
Abweichung
führen kann. Die entspre
chenden klini
schen Beschwerden wurden demnach im Rahmen des Assessment
s
berücksich
tigt. Bezüglich eines
Arbeitsassessments
kann weiter generell festge
halten wer
den, dass insbesondere hinsichtlich der Testung des effektiven Leis
tungsvermö
gens - verglichen mit einer herkömmlichen Gutachtenssituation –
in der Regel
erheblich mehr Aufwand betrieben wird. Dabei erscheint der Vorwurf einer lediglich oberflächlichen Abklärung nicht gerechtfertigt. Die abschliessen
de Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kann aber selbst bei ausführlichen Tests
nie eine mathema
tische Genauigkeit für sich beanspruchen
, so dass es immer bei
einer Schätzung aufgrund der gesamten Umstände bleibt.
Insgesamt
kann
damit
auf die
Beurteilung
der Fachärzte der Rheumaklinik des
Z.___
abgestellt werden, so dass in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer 85%igen Arbeitsfähig
keit aus
zugehen ist.
4.2
An dieser Einschätzung vermögen auch die Berichte von
Dr.
A.___
nichts zu ändern. Anzumerken ist dabei zunächst, dass i
n Bezug auf Berichte von
Haus
ärztinnen
und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen be
ziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen
ist
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Zudem legen die Berichte von
Dr.
A.___
nicht dar, inwieweit
in einer überwiegend sitzenden,
leidensangepassten Tätig
keit eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als
1
5
%
bestehen soll.
5
.
5
.1
Bezüglich der Ermittlung des
Valideneinkommens
(Einkommen, welches die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
wahrscheinlichkeit
als Gesunde tatsächlich ver
die
nen würde)
ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben der Be
schwerdeführerin davon aus, dass diese im
Ge
sundheitsfall
zu 100
%
erwerbs
tätig wäre.
Die Beschwerdeführerin führte dabei aus
, dass sie in der Zeit von 1999 bis zum Herzinfarkt zu 100
%
erwerbstätig gewesen
sei
und im Anschluss daran das Pensum lediglich aus gesundheitlichen Gründen nur noch
auf
80
%
habe steigern können (
Urk.
8/52 S.
2). Von dieser Einschätzung der Sachlage
kann
vorliegend ausge
gang
en
werden
, auch wenn die diesbe
züglichen medizi
ni
schen und beruflichen Akten nicht sehr ergiebig sind.
Per 2010 ist demnach bei einem Pensum von 80
%
von einem Jahreseinkom
me
n von
Fr.
69‘115.
--
auszugehen
(vgl. Urk. 8/12/1)
. Bei einem vollen Pensum führt dies per 2012 (
frühstmöglicher
Rentenbeginn) zu einem massgebenden
hypo
the
tischen
Valideneinkom
men
von
Fr.
88‘102.20 (Schweizerischer Lohnindex
insge
samt
[
1939 = 100
]
, Frauen, Stand 2010: 2579, Stand 2012: 2630; www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung)
.
5
.2
Das Invalideneinkommen ist entsprechend dem Vorgehen der
Beschwerdegeg
nerin
anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, Neuchâtel 2012; LSE) 2010 Tabelle TA1 zu bemessen. Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) weiblicher Arbeitskräfte im privaten Sektor für einfache und repetitive Tätigkeiten betrug im Jahre 2010
im
Gesamt
durchschnitt
Fr.
4'225.-- (LSE 2010, S. 26
, Tabelle TA1). Nach Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit per 201
2
von 41.
7
Stunden
(Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 88) sowie der
seit dem Jahr 2010
eingetretenen
Nominal
lohnentwicklung
führt dies per 2012 zu einem Jahreseinkommen von
Fr.
53‘
900.--
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt
[
1939 = 100
]
, Frauen, Stand
2010: 2579, Stand 2012: 2630; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/
Er
werbseinkommen
, detaill
ierte Daten, Lohnentwicklung), was bei einem zumut
baren Pensum von 85
%
zu einem massgebenden
hypothetischen
Invaliden
ein
kommen
von
Fr.
45‘
81
5.
--
führt.
Davon ist entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin kein
leiden
s
be
dingter
Abzug vorzunehmen
. So führt die
gesundheitlich bedingte Unmöglich
keit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Weiter führt d
as fortgeschrittene
Alter nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im Anforderungsniveau 4 so
gar eher lohnerhöhend aus
wirkt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2
013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2); d
ass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als
in
validitätsfremder
Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/201
3 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Zudem
weisen die Statistiken 2008 und 2010 bei Frauen im Anforderungsniveau 4 für Teilzeitarbeit zwischen 50
%
und 89
%
höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus. Damit entfällt
auch
hier die Rechtfertigung für einen Tabellenlohnabzug (Urteil des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 3
0.
Novembe
r 2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Auch
das
An
ge
wiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers
– wie
dies bei der Beschwerdeführerin wohl der Fall ist -
stellt
praxisgemäss
kein an
er
kanntes eigenständiges Abzugskriterium dar (vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8
und
8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013
E. 3.3.4
)
.
Zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf das Anforderungsniveau 4 (einfa
che
und repetitive Tätigkeiten) abgestellt hat, was unter Berücksichtigung der Berufs
erfahrung
der Beschwerdeführerin
als
grosszügig
zu bezeichnen ist.
Die so ermittelten massgebenden Vergleichseinkommen
ergeben
eine
n
Invali
di
tätsgrad
von rund
48
%
([
Fr.
88‘102.20
-
Fr.
45‘
81
5.
--
] x 100 / Fr.
88‘102.20
= 48
).
Entsprechend
erweist sich die
Verfügung vom 1
2.
Februar 2014
(
Viertels
rente
ab
1.
Oktober 2012)
wie – bei unverändertem Invaliditätsgrad – auch jene vom 13. Mai 2014 (
Viertelsrente
ab 1. Juni 2014) als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerden führt
.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
n
w
e
rd
en
abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Harry F.
Nötzli
unter Beilage des Doppels von Urk. 13
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSchetty