# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0de6dd4-efc6-57f5-a612-2541a882a93c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.01.2012 D-3827/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3827-2011_2012-01-22.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3827/2011
law/auj

U r t e i l   v om   2 2 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richterin Regula Schenker Senn, Richter Pietro Angeli­Busi;    
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

Parteien A._______, geboren am […],
Türkei,
vertreten durch Nicole Hohl, Advokatin, 
[…],
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. Juni 2011 / N […]. 

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Sachverhalt:

A. 
Die  aus  Z._______  in  der  Region  Y._______  (Provinz  X._______) 
stammende  Beschwerdeführerin  kurdischer  Ethnie  und  alevitischen 
Glaubens  verliess  eigenen  Angaben  zufolge  ihr  Heimatland  am 
2. Februar  2003  und  suchte  am  5. Februar  2003  zusammen  mit  ihrem 
Bruder  B._______  […]  erstmals  in  der  Schweiz  um  Asyl  nach.  Mit 
Verfügung  vom  17. April  2003  stellte  das  damalige  Bundesamt  für 
Flüchtlinge  (heute  BFM)  fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  ihr  erstes  Asylgesuch  ab. 
Gleichzeitig  verfügte  das Bundesamt  die Wegweisung  aus  der Schweiz 
und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Die gegen diese Verfügung 
erhobene  Beschwerde  wies  die  damalige  Schweizerische 
Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil vom 16. November 2006 ab. 

B. 
Eine  als Wiedererwägungsgesuch  bezeichnete  und  ans BFM gerichtete 
Eingabe  der  Beschwerdeführerin  vom  23. Januar  2007  überwies  das 
Bundesamt zuständigkeitshalber ans Bundesverwaltungsgericht, welches 
die  Eingabe  als  Revisionsgesuch  gegen  das  Urteil  der  ARK  vom 
16. November  2006  entgegennahm.  Mit  Urteil  D­639/2007  vom 
18. August 2010 wies das Gericht das Revisionsgesuch vom 23. Januar 
2007 ab, soweit es darauf eintrat. 

C. 
Am  29. Oktober  2010  teilte  das  […]  des  Kantons  W._______  der 
Beschwerdeführerin  und  ihrem  Bruder  in  Beantwortung  deren  vom 
21. Juli  2010  datierenden  Gesuchs  um  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  aufgrund des Vorliegens  eines  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalls mit, es sei nicht bereit, das BFM um Zustimmung 
zur Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen zu ersuchen. 

D. 
Am  3. November  2010  wurde  der  Bruder  der  Beschwerdeführerin, 
B._______,  in  Ausschaffungshaft  genommen;  seine  sowie  die 
Ausschaffung  der  Beschwerdeführerin  wurde  für  die  folgende  Woche 
vorgesehen. 

E. 
E.a.  Mit  als  "neues  Asylgesuch"  betitelter  Eingabe  vom  4. November 
2010  beantragte  die  Rechtsvertreterin,  die  Beschwerdeführerin  und  ihr 

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Bruder B._______ seien als Flüchtlinge anzuerkennen, und es sei  ihnen 
Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  seien  sie  wegen  Unzumutbarkeit  des 
Vollzugs  der  Wegweisung  vorläufig  aufzunehmen.  In  einer  vom 
2. November  2010  datierenden  Gesuchsbeilage  führte  die 
Beschwerdeführerin  ihr  geltend  gemachtes  exilpolitisches  Engagement 
näher aus. 

E.b.  Das  BFM  überwies  die  Eingabe  der  Rechtsvertreterin  am 
5. November  2010  ans  Bundesverwaltungsgericht  mit  der  Begründung, 
es  handle  sich  dabei  weder  um  ein  erneutes  Asylgesuch,  noch  um  ein 
Wiedererwägungsgesuch. 

E.c.  Mit  Schreiben  vom  9. November  2010  überwies  der 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Eingabe  vom 
4. November  2010  zurück  an  das  BFM mit  der  Begründung,  die  in  der 
Eingabe  erstmals  geltend  gemachten,  bis  heute  andauernden 
exilpolitischen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin seien durch das BFM 
zu prüfen. 

E.d.  Das  BFM  nahm  die  Eingabe  vom  4. November  2010  als  zweites 
Asylgesuch entgegen und wies das […] des Kantons W._______ an, vom 
Vollzug der Wegweisung einstweilen abzusehen. 

F. 
F.a.  Mit  Eingabe  vom  9. November  2010  reichte  die  Rechtsvertreterin 
beim  BFM  ein  vom  Vortag  datierendes  Bestätigungsschreiben  einer 
Organisation  namens  „[…]  Kurdischer  Kulturverein“  beziehungsweise 
„[…]  Kurdischer  Informationsverein“  aus  V._______  ein  und  stellte 
weitere  Beweismittel  zur  Untermauerung  der  exilpolitischen  Tätigkeiten 
der  Beschwerdeführerin  in  Aussicht.  Im  Schreiben  vom  8. November 
2010  heisst  es  unter  anderem,  die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Bruder 
seien Mitglieder des Vereins und nähmen aktiv an dessen kulturellen und 
politischen Anlässen und an Demonstrationen teil. 

Mit Eingabe vom 5. Januar 2011 reichte die Rechtsvertreterin beim BFM 
weitere  Beweismittel  ein  –  unter  anderem  eine  undatierte,  von  der 
Beschwerdeführerin  unterzeichnete  Auflistung  diverser  Veranstaltungen 
und  Demonstrationen,  an  denen  sie  im  Zeitraum  zwischen  September 
2007  und  November  2010  teilgenommen  habe,  mit  dem  Titel  "Einige 
meiner  politischen  und  kulturellen  Aktivitäten  in  der  Schweiz  für  die 
Belange des kurdischen Volkes", ferner eine DVD, Fotos, fremdsprachige 

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Zeitungsberichte  und  einen  Internetausdruck  eines  fremdsprachigen 
Artikels sowie Veranstaltungshinweise. 

G. 
G.a. Am  27. April  2011  hörte  das  BFM  die  Beschwerdeführerin  zu  den 
neu geltend gemachten Asylgründen an. 

G.b. Zur Begründung  des  zweiten Asylgesuchs  vom 4. November  2010 
wird  zum  einen  vorgebracht,  die  Familie  der  Beschwerdeführerin  habe 
bereits  in  den  neunziger  Jahren  die  Arbeiterpartei  Kurdistans  (PKK) 
unterstützt,  weshalb  die  Beschwerdeführerin,  ihr  Bruder  sowie  andere 
aus  der  Familie  mehrfach  von  der  Gendarmerie  belästigt  und  verfolgt 
worden  seien.  Deshalb  seien  die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Bruder 
geflüchtet und hätten  im Februar 2003  in der Schweiz um Asyl ersucht. 
Nach der Abweisung ihrer Asylgesuche und eines Revisionsgesuchs am 
18. August  2010  sowie  eines  Härtefallgesuchs  am  1. November  2010 
habe  „sich  der  Gesundheitszustand  der  Gesuchsteller  erneut  massiv 
verschlechtert“.  „Anlässlich eines Krisengesprächs“ sei der behandelnde 
Arzt, Dr. med. C._______, „darauf gestossen, dass die Gesuchsteller sich 
aufgrund ihrer Erfahrungen in der Türkei seit ihrer Einreise in der Schweiz 
politisch  für  die Rechte  der Kurden eingesetzt“  hätten  (Asylgesuch  vom 
4. November  2010  Ziff. 1  S. 1).  Die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Bruder 
seien  kurz  nach  ihrer  Einreise  in  die  Schweiz  dem  „Kurdischen  Kultur 
Verein“  beigetreten  und  hätten  angefangen,  sich  politisch  zu  betätigen. 
Aufgrund der differenzierten Schilderungen der politischen Tätigkeiten  in 
den  Briefen  vom  2. November  2010  sei  von  einem  beachtlichen 
politischen  Profil  auszugehen.  Beide  hätten  Diskussionsrunden, 
Infoveranstaltungen und Demonstrationen mitorganisiert  sowie  Info­ und 
Flugblätter  gestaltet.  Auch  seien  beide  in  der  Öffentlichkeitsarbeit 
präsent,  beispielsweise  durch  Interviews  im  Fernsehen.  Die 
Beschwerdeführerin  habe  zudem  öffentliche  und  im  TV  übertragene 
Auftritte  als  kurdische Sängerin  gehabt.  Ihr Bruder  habe  seine Tätigkeit 
aufgrund  seiner  schweren  psychischen  Beeinträchtigung  zeitweise 
einschränken  müssen.  Beide  befürchteten,  dass  sie  aufgrund  dieses 
exponierten Engagements  in der Schweiz vom  türkischen Geheimdienst 
registriert  worden  seien.  Da  sich  beide  „besonders  aktiv  beteiligt“  und 
„nicht  einfach  teilgenommen,  sondern  initiiert,  organisiert  und  geleitet“ 
und sich zudem in der Öffentlichkeit exponiert hätten, wären sie bei einer 
Wegweisung  in  die  Türkei  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  an  Leib  und 

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Leben  bedroht  (Asylgesuch  Ziff.  1­4  S. 1­3).  Dies  müsse  umso  mehr 
gelten,  als  die  Beschwerdeführerin  (und  ihr  Bruder)  bereits  früher  im 
Verdacht  gestanden  hätten,  die  PKK  zu  unterstützen,  und  weil 
verschiedene  Verwandte  als  anerkannte  Flüchtlinge  im  Ausland  lebten. 
Zu  berücksichtigen  sei  zudem,  dass  die  Beschwerdeführerin  (und  ihr 
Bruder) bereits früher in der Türkei Gewalt erfahren hätten und dass ihre 
Furcht  vor  einer Verfolgung daher  umso eher  als  begründet  anzusehen 
sei. Gemäss Schreiben der Beschwerdeführerin vom 2. November 2010 
seien  viele  ihrer  Verwandten  in  der  Türkei  massiv  gefoltert  worden,  so 
auch ihre ältere Schwester, welche in der Schweiz anerkannter politischer 
Flüchtling sei. An der Anhörung zu den Asylgründen vom 27. April 2011 
gab  die  Beschwerdeführerin  ferner  an,  sie  sei  von  der  Familie  ihres 
Ehemannes bedroht worden 

H. 
Mit Verfügung vom 25. Mai 2011 lehnte das BFM das zweite Asylgesuch 
von  B._______  vom  5. November  2010  ab  und  ordnete  dessen 
Wegweisung aus der Schweiz an. Gleichzeitig nahm das Bundesamt den 
Bruder der Beschwerdeführerin aufgrund von dessen Eheschliessung mit 
einer  vorläufig  aufgenommenen  türkischen  Staatsangehörigen  vorläufig 
auf. 

I. 
Mit persönlich unterzeichneter Eingabe vom 1. Juni 2011  informierte die 
Beschwerdeführerin  unter  Bezugnahme  auf  den  ablehnenden,  ihren 
Bruder  betreffenden  Asylentscheid  das  BFM  darüber,  dass  sie  auch  in 
letzter  Zeit  politisch  aktiv  gewesen  sei.  So  habe  sie  am  […]  an  einer 
Demonstration vor dem […] in U._______ gegen die Suspendierung von 
12  kurdischen  Abgeordneten  aus  dem  türkischen  Parlament 
teilgenommen. Wie  auf  der  beiliegenden  DVD mit  privaten  Videos  und 
Fotos  zu  sehen  sei,  habe  sie  dort  öffentlich  gesungen  und  dem 
Fernsehsender  […]  ein  Interview  gegeben.  Der  TV­Sender  habe  ihr 
versprochen, ihr in den nächsten Tagen eine CD von der Ausstrahlung zu 
senden. Die Beschwerdeführerin ersuchte das BFM um Ansetzung einer 
angemessenen Frist für das Beschaffen der CD und die Übersetzung der 
massgeblichen Passagen. 

J. 
Mit Verfügung vom 1. Juni 2011 – eröffnet am 6. Juni 2011 – stellte das 
BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 
und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  das  Amt  die 

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Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  und  forderte  sie 
unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  auf,  die 
Schweiz bis am 27. Juli 2011 zu verlassen. 

K. 
Mit  Eingabe  vom  6. Juli  2011  liess  die  Beschwerdeführerin  durch  ihre 
Rechtsvertreterin  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  die 
vorinstanzliche  Verfügung  vom  1. Juni  2011  sei  aufzuheben  und  das 
Asylgesuch  gutzuheissen;  eventualiter  sei  der  Entscheid  des  BFM 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen;  subeventualiter  sei  die  Wegweisungsverfügung 
aufzuheben  und  sie  in  der  Schweiz  vorläufig  aufzunehmen.  In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht  liess sie  für den Fall des Unterliegens um 
Bewilligung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  und 
Rechtsverbeiständung  ersuchen.  Ferner  liess  sie  beantragen,  es  sei  ihr 
zu  gestatten,  sich  für  die  Dauer  des  Verfahrens  in  der  Schweiz 
aufzuhalten,  und  das  […] Migrationsamt  sei  anzuweisen,  für  die  Dauer 
des  Beschwerdeverfahrens  von  jeglichen  Wegweisungs­  und 
Vollzugsmassnahmen  abzusehen;  zu  allfälligen  Stellungnahmen  des 
BFM sei ihr das Replikrecht zu gewähren. In der Beschwerde wurden ein 
Bestätigungsschreiben eines "[…] Kurdischen Informationsvereins" sowie 
eine  Fürsorgebestätigung  in  Aussicht  gestellt  und  zwei  CDs  mit 
Filmaufnahmen der Demonstration vom […] eingereicht. 

L. 
Mit Eingabe vom 7. Juli 2011 liess die Beschwerdeführerin ein vom 4. Juli 
2011  datierendes  Schreiben  einer  Organisation  namens  "Kurdischer 
Kultur  und  Solidaritätsverein  /  Frauenkommission"  aus  W._______, 
versehen  mit  dem  Stempel  "[…]  Kurdischen  Informationsverein"  aus 
V._______  nachreichen.  Darin  bestätigt  der  Verein,  die 
Beschwerdeführerin sei als Mitglied "in verantwortlicher Stellung aktiv"; in 
der  Frauenkommission  sei  sie  "als  Verantwortliche  (vor  allem  in  der 
Frauenarbeit) tätig". Darüber hinaus engagiere sie sich bei der Förderung 
des muttersprachlichen Unterrichts sowie in der Öffentlichkeitsarbeit. 

M. 
Mit  Verfügung  vom  14. Juli  2011  hielt  der  Instruktionsrichter  fest,  die 
Beschwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens  in der Schweiz 
abwarten. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 

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1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) hiess er unter 
der  Voraussetzung  des  Nachreichens  einer  Fürsorgebestätigung  sowie 
unter  Vorbehalt  der  Veränderung  der  finanziellen  Lage  der 
Beschwerdeführerin  gut.  Das  Gesuch  um  Gewährung  einer 
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG 
wies er ab. 

N. 
Die  Rechtsvertreterin  liess  dem Gericht  mit  Eingabe  vom  20. Juli  2011 
eine vom 18. Juli 2011 datierende Fürsorgebestätigung der zuständigen 
Behörde zukommen. 

O. 
O.a.  Mit  Verfügung  vom  27. Juli  2011  lud  der  Instruktionsrichter  die 
Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. 

O.b. Das  BFM  nahm  in  seiner  Vernehmlassung  vom  28. Juli  2011  zur 
Beschwerde Stellung und beantragte deren Abweisung. 

O.c. Die vorinstanzliche Vernehmlassung wurde der Beschwerdeführerin 
am 3. August 2011 zur Replik zugestellt. 

O.d. Mit Eingabe vom 5. September 2011 nahm die Beschwerdeführerin 
innert erstreckter Frist zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung. Zur 
Untermauerung  ihrer Vorbringen reichte sie diverse Zeitungsberichte mit 
Fotos, zwei Internetausdrucke, Werbematerial von kurdischen Festivals in 
der Schweiz und in Deutschland, ein Flugblatt einer am […] vor dem […] 
in  U._______  durchgeführten  Protestkundgebung  gegen  die 
Bombardierung  von  Grenzgebieten  im  Nordirak  durch  türkische 
Kampfflugzeuge  sowie  eine  E­Mail  der  Beschwerdeführerin  an  ihre 
Rechtsvertreterin ein. 

P. 
Am  26. September  2011  ging  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein  vom 
23. September  2011  datierendes  Antwortschreiben  des  BFM  auf  eine 
persönliche,  an  Justizministerin  Sommaruga  gerichtete  Eingabe  der 
Beschwerdeführerin vom 31. August 2011 ein. 

Q. 
Mit  Eingabe  vom  9. November  2011  liess  die  Beschwerdeführerin 
mitteilen, sie habe am […] mit rund 20 anderen Frauen der Gruppe "[…]" 
in  U._______  gegen  die  Bombardierungen  der  türkischen  Luftwaffe  im 

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Nordirak mit chemischen Waffen und der Blockierung von Hilfsangeboten 
für die Erdbebenopfer in Van durch die türkische Regierung demonstriert. 
Über den Protest hätten unter anderem der Sender […], die Zeitung […] 
sowie der  […] berichtet. Mit der Eingabe wurden zwei Fotos, ein Bericht 
des  […] vom  […] und ein  fremdsprachiger Zeitungsbericht  von  […] vom 
[…] eingereicht. 

R. 
Mit  Eingabe  vom  1. Februar  2012  liess  die  Beschwerdeführerin  dem 
Gericht Flugblätter, Zeitungsberichte und eine DVD zukommen und unter 
Hinweis  auf  weitere  "für  die  nächsten  Tage"  geplante  Aktionen  darum 
ersuchen, weitere in Aussicht gestellte Dokumente abzuwarten. 

S. 
Mit  Eingabe  vom  14. Februar  2012  liess  die  Beschwerdeführerin  einen 
Internetartikel  vom  […],  zwei  Zeitungsberichte  vom  […]  sowie  zwei 
Flugblätter  eines  Protestmarsches  von  T._______  nach  S._______ 
einreichen,  welcher  sich  unter  anderem  gegen  die  Unterdrückung  des 
kurdischen  Volkes  in  der  Türkei  und  in  Europa  sowie  gegen  die 
Haftbedingungen  von  Abdullah  Öcalan  richtete,  und  welchen  die 
Beschwerdeführerin mitorganisiert habe. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31);  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

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und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 
VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht  (Art. 108  Abs. 1  AsylG;  Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 52  Abs. 1  VwVG)  eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten. 

2. 
Mit Beschwerde  können die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
4.1. Das BFM hielt zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheides 
fest,  gemäss  ständiger  Praxis  der  Schweizer  Asylbehörden  seien  die 
Schranken  für  die  Bejahung  einer  allfälligen  Gefährdung  in  der  Türkei 
aufgrund  von  exilpolitischen  Tätigkeiten  in  der  Schweiz  hoch.  Da 
angesichts  der  beträchtlichen  Anzahl  von  Kundgebungen  und 
Veranstaltungen  aller  Art  von  türkischen  Staatsangehörigen  in  den 
verschiedensten europäischen Staaten die türkischen Behörden weder in 

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der  Lage  noch  daran  interessiert  seien,  flächendeckend  alle 
Organisatoren  und  Teilnehmenden  derartiger  Veranstaltungen  zu 
identifizieren  und  zu  verfolgen,  müsse  die  betreffende  Person  sich  auf 
spezifische  und  erkennbare  Weise  exponiert  und  durch  ihr  Verhalten 
überdies  ein  individuell  gegen  sie  gerichtetes  Verfolgungsinteresse 
geweckt  haben.  In  Bezug  auf  die  Beschwerdeführerin  führte  das 
Bundesamt  aus,  das  Bestehen  von  subjektiven  Nachfluchtgründen,  die 
eine  begründete  Furcht  vor  ernsthaften  Nachteilen  zu  bewirken 
vermöchten,  sei  insgesamt  zu  verneinen.  Aus  den  teilweise  durch 
Beweismittel gestützten Vorbringen der Beschwerdeführerin ergebe sich 
zwar  das  Gesamtbild  eines  durchaus  beachtlichen  politischen  und 
insbesondere  kulturellen  Engagements.  In  der  überwiegenden Mehrheit 
der  Fälle  handle  es  sich  dabei  jedoch  um  vorbereitende  und 
unterstützende  Aktivitäten  im  Hintergrund  (zum  Beispiel  als 
Standbetreuerin)  beziehungsweise  um  einfache  Teilnahmen  an 
Veranstaltungen  und  Kundgebungen,  wodurch  sich  die 
Beschwerdeführerin  nicht  exponiert  habe.  Auch  ihre  Unterstützung  von 
Frauengruppen  sowie  der  Tanz­  und  Musikgruppe  des  Kulturvereins 
W._______  werde  auf  kein  spezifisches  Beobachtungsinteresse  von 
Behörden  in  der  Türkei  stossen.  Ferner  erschienen  ihre  Auftritte  als 
Sängerin ebenfalls  in erster Linie als eine kulturelle Aktivität. Auch wenn 
sie mitunter auf dem Sender […] oder anderen Fernsehsendern zu sehen 
gewesen  sein  möge,  begründeten  auch  derartige  Auftritte  keine 
spezifische Exponierung der Beschwerdeführerin, zumal auf dem Sender 
[…]  regelmässig  zahlreiche  ähnliche  künstlerische  Auftritte  aus  ganz 
Europa  ausgestrahlt  würden.  Ein  diesbezügliches  Verfolgungsinteresse 
seitens  der  türkischen  Behörden  sei  zu  verneinen,  da  derartige 
künstlerische  Auftritte  im  Ausland  in  aller  Regel  nicht  geeignet  seien, 
türkische Staatsinteressen  konkret  zu  tangieren  oder  gar  zu  gefährden. 
Eine Gesamtwürdigung  ihrer Aktivitäten ergebe demnach, dass sich die 
Beschwerdeführerin nicht auf spezifische und leicht identifizierbare Weise 
exponiert  habe,  und  insbesondere  kein  Grund  für  ein  besonderes 
Verfolgungsinteresse  seitens  der  türkischen  Behörden  an  ihrer  Person 
ersichtlich  sei,  so  dass  auch  davon  auszugehen  sei,  die 
Beschwerdeführerin  unterliege  in  der  Türkei  keiner  formellen 
behördlichen Suche. 

4.2.  In  der Beschwerdeschrift wird  demgegenüber  geltend gemacht,  die 
Beschwerdeführerin sei kurz nach  ihrer Einreise  (im Februar 2003) dem 
Kurdischen Kulturverein W._______ beigetreten  und habe während des 
über  achtjährigen  Aufenthalts  in  der  Schweiz  die  Politik  der  hiesigen 

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kurdischen  Vereine  in  beachtlichem  Mass  mitgestaltet.  Als  aktives 
Vereinsmitglied  habe  sie  viele  Diskussionsrunden, 
Informationsveranstaltungen sowie Demonstrationen mitorganisiert sowie 
Informations­ und Flugblätter verteilt. Sie habe sich vor allem auch in der 
Frauengruppe  des  Vereins  engagiert  und  sei  dort  in  leitender  Funktion 
tätig  gewesen.  Zudem  habe  sie  Konzerte  und  andere  Veranstaltungen 
von  bekannten  kurdischen  Sängern  und  Kulturschaffenden  organisiert 
und auf diese Weise die kurdische Kultur öffentlich gepflegt, und sie sei 
selber  wiederholt  als  kurdische  Sängerin  öffentlich  aufgetreten.  Ihre 
Auftritte  seien  teilweise  im  Fernsehen  übertragen  worden  und  das 
Fernsehen  habe  auch  Interviews  mit  ihr  ausgestrahlt.  Der  kurdische 
Sender  […]  habe  kürzlich  über  eine  von  der  Beschwerdeführerin 
mitorganisierte  Protestkundgebung  vom  […]  vor  der  […]  in  U._______ 
berichtet. Da die Beschwerdeführerin von ihren Erlebnissen in der Türkei 
psychisch  erheblich  beeinträchtigt  sei,  habe  sie  es  versäumt,  ihr 
politisches  Engagement  in  der  Schweiz  bereits  im  ersten  Asylverfahren 
geltend zu machen. Dieses Engagement habe dank eines Hinweises des 
behandelnden  Psychiaters  gegenüber  der  Rechtsvertreterin  der 
Beschwerdeführerin  am 4. November  2010  in  einem neuen Asylgesuch 
vorgebracht werden können. Ihren Bruder, B._______, habe das BFM mit 
Verfügung vom 25. Mai 2011 vorläufig aufgenommen. Das BFM habe in 
der  angefochtenen Verfügung das politische und  kulturelle Engagement 
der Beschwerdeführerin als beachtlich gewürdigt. Unter Hinweis auf den 
Bericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  zur  Türkei  vom 
20. Dezember  2010  wird  alsdann  die  dortige  Einschätzung  der  SFH 
wiedergegeben,  in  der  Türkei  würden  politisch  aktive  Kurden,  die  ihre 
kurdische  Identität  öffentlich  pflegten,  regelmässig  angeklagt,  Mitglieder 
der verbotenen PKK zu sein und  riskierten damit Haftstrafen. Anlässlich 
der von der Beschwerdeführerin mitorganisierten Demonstration vom […] 
vor  der  […]  in  U._______,  an  welcher  die  Türkei  wegen 
Menschenrechtsverletzungen verurteilt worden sei, habe man Parolen für 
die  PKK  und  Abdullah  Öcalan  gerufen.  Die  Beschwerdeführerin  sei 
während  der  Kundgebung  zuvorderst  in  der  Gruppe  der 
Demonstrierenden  gestanden,  und  später  habe  sie  an  der  Spitze  der 
Menge zwischen einer Fahne der PKK und einer "Riesenfahne" mit dem 
Bild von Abdullah Öcalan posiert. Die Beschwerdeführerin sei  im Bericht 
von  […]  über  die Kundgebung mehrfach  zu  sehen,  insbesondere  auch, 
wie  sie  zwischen  der  PKK­Flagge  und  der  Fahne  mit  dem  Bild  von 
Öcalan  "posiert"  habe  (Beschwerde  Ziff.  C  II  B  5  S. 5 f.). 
Zusammenfasssend wird festgehalten, die Beschwerdeführerin habe sich 
durch  ihr Engagement  nicht  nur meinungsbildend  betätigt,  sondern  sich 

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auch  stark  exponiert,  weshalb  davon  auszugehen  sei,  dass  sie  in  den 
Blickpunkt  des  türkischen Geheimdienstes  geraten  sei  und  von  diesem 
wegen ihrer meinungsbildenden Funktion als Bedrohung wahrgenommen 
werde. Dementsprechend müsse sie bei einer Wegweisung in die Türkei 
mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit staatlicher Verfolgung rechnen. 

4.3. Das BFM hält in seiner Vernehmlassung vom 28. Juli 2011 fest, eine 
Visionierung  der  (am  1. Juni  2011  eingereichten,  in  der  angefochtenen 
Verfügung desselben Datums nicht berücksichtigten) DVD habe ergeben, 
dass an der Demonstration vom […] in der Nähe des […] in U._______, 
welche  aus  Anlass  der  Suspendierung  von  12  kurdischen 
Parlamentskandidaten von der Parlamentswahl stattgefunden habe, rund 
50  Personen  teilgenommen  hätten.  Dabei  seien  verschiedene 
prokurdische Losungen gerufen und kurdische Flaggen sowie ein Porträt 
von  Abdullah  Öcalan  hochgehalten  worden.  Insgesamt  sei  die 
Demonstration  unschwer  dem weiteren Sympathisantenumfeld  der  PKK 
zuzuordnen.  In  einigen  der  Sequenzen  sei  ersichtlich,  dass  die 
Beschwerdeführerin hinter einer Flagge stehe und im Chor verschiedene 
Losungen  mitrufe.  Im  Rahmen  der  offenbar  friedlich  und  unauffällig 
verlaufenen  Demonstration  habe  sich  die  Beschwerdeführerin  nicht 
spezifisch und für Aussenstehende in erkennbarer Weise exponiert. Allein 
aus  ihrer Teilnahme an einer derartigen Demonstration ergebe sich kein 
individuelles  Verfolgungsinteresse  seitens  der  türkischen  Behörden  an 
ihrer Person. Zu bedenken sei auch, dass die  lediglich vorübergehende 
Suspendierung  von  12  kurdischen  Parlamentskandidaten  von  der 
Parlamentswahl auch innerhalb der Türkei zu lebhaften Diskussionen und 
Demonstrationen  sowie  zu  einer  ausgedehnten Medienberichterstattung 
geführt  habe.  Insofern  hätten  sich  auch  die  Demonstration  vom  […]  in 
U._______  sowie  die  Berichterstattung  in  […]  innerhalb  des  türkischen 
courant  normal  bewegt.  Das  zuständige Wahlgremium  habe  zudem  die 
Suspendierung nicht zuletzt aufgrund des öffentlichen Druckes korrigiert. 
Sodann  hält  das  BFM  fest,  der  "innertürkische  Massstab"  bei  der 
strafrechtlichen  Verfolgungspraxis  von  in  der  Türkei  politisch  aktiven 
Kurden  durch  türkische  Behörden  könne  nicht  auf  die  Verhältnisse  im 
europäischen Ausland einschliesslich der Schweiz übertragen werden, da 
die  türkischen  Behörden  beziehungsweise  die  diplomatischen  und 
konsularischen  Vertretungen  im  Ausland  keine  eigenen  polizeilichen 
Mittel  zur  Verfügung  hätten,  um  etwa  gegen  Demonstrierende 
vorzugehen und deren Namen zu erfassen. Unter anderem deshalb setze 
eine  Gefährdung  aufgrund  von  exilpolitischen  Aktivitäten  praxisgemäss 

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eine  spezifische  Exponierung  voraus.  Eine  solche  sei  vorliegend  nicht 
ersichtlich. 

4.4. In der Replik vom 5. September 2011 wird den Ausführungen in der 
vorinstanzlichen  Vernehmlassung  entgegengehalten,  es  sei  davon 
auszugehen,  dass  der  türkische  Geheimdienst  exilpolitische  Aktivitäten 
und Veranstaltungen im Ausland genauestens überwache und Personen, 
welche sich regelmässig für die Rechte der Kurden und Abdullah Öcalan 
einsetzten,  registriere.  Das  exilpolitische  Engagement  der 
Beschwerdeführerin  reiche  weit  über  das  des  Durchschnitts  der 
kurdischen Bevölkerung  im Ausland hinaus. Sie habe sich auch bei der 
Organisation  des  […]  vom  […]  exponiert,  unter  anderem  indem  sie  an 
einem  Stand  verantwortlich  für  den  Verkauf  von  kurdischen  Büchern 
gewesen  sei.  In  einer  der  Replik  beiliegenden  E­Mail  habe  die 
Beschwerdeführerin  die  zum  Kauf  angebotenen  Bücher  aufgeführt;  es 
handle  sich  zumeist  um  Bücher  über  Abdullah  Öcalan.  Eine  solche 
Tätigkeit  werde  vom  türkischen  Geheimdienst  registriert,  weshalb  die 
betroffene  Person  im  Fall  einer  Wegweisung  mit  massiver  und 
asylrechtlich  relevanter  Verfolgung  zu  rechnen  habe.  Die 
Beschwerdeführerin  habe  ferner  am  […]  einen  Protestmarsch  vor  dem 
[…] in U._______ gegen die Bombardierung von kurdischen Dörfern und 
Guerillastellungen  im Nordirak  durch  das  türkische Militär mitorganisiert 
und  daran  auch  aktiv  teilgenommen.  […]  habe  über  die  Kundgebung 
berichtet,  und  die  Beschwerdeführerin  versuche,  Videoaufnahmen  von 
der  TV­Sendung  erhältlich  zu  machen.  Für  ein  kurdisches  Festival  in 
R._______ im […] sei die Beschwerdeführerin für den Billetverkauf in der 
Schweiz verantwortlich gewesen. Sodann wird dem Gericht unter Beilage 
von  Medienberichten  zur  Kenntnis  gebracht,  dass  im  […]  ein  Cousin 
väterlicherseits  der  Beschwerdeführerin  und  im  […]  ein  Cousin 
mütterlicherseits in der Türkei getötet worden seien. Für einen der Toten 
hätten Trauerfeiern  in der Schweiz und ein Protestmarsch  in Q._______ 
stattgefunden.  Die  Beschwerdeführerin  habe  an  all  diesen 
Veranstaltungen  teilgenommen.  In  ihrer  Heimatregion  fänden  derzeit 
regelmässig Razzien in allen kurdischen Wohngebieten statt. Ein Bruder 
der  Beschwerdeführerin  sei  nach  der  Beerdigung  eines  der  Cousins 
festgenommen worden. 

5. 
5.1.  Die  ARK  hat  im  Beschwerdeurteil  vom  16. November  2006 
übereinstimmend  mit  dem  BFM  den  Verfolgungsvorbringen  der 
Beschwerdeführerin  unter  anderem deshalb  die  asylrechtliche Relevanz 

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abgesprochen,  weil  die  von  ihr  geltend  gemachten  jahrelangen 
Unterstützungshandlungen  zugunsten  der  PKK  unglaubhaft  seien  und 
bezüglich  der  einstündigen  Festnahme  sowie  zweimaligen  sexuellen 
Belästigung  durch  Militärangehörige  in  den  Jahren  1994  und  1996  der 
zeitliche  und  sachliche  Kausalzusammenhang  zur  2003  erfolgten 
Ausreise unterbrochen sei  (vgl. Urteil der ARK vom 16. November 2006 
E. 5.3  S. 12,  E. 6.2  S. 16).  Bezüglich  der  vorgebrachten  Druckversuche 
und  Drohungen  durch  den  geschiedenen  Ehemann  der 
Beschwerdeführerin  hielt  die  ARK  fest,  diesen Benachteiligungen  durch 
Dritte liege kein flüchtlingsrelevantes Motiv zugrunde, der türkische Staat 
biete  grundsätzlich  Schutz  gegen  entsprechende  Übergriffe,  und  es 
bleibe  der Beschwerdeführerin  unbenommen,  sich  zu  ihren Verwandten 
nach  Istanbul  oder  Izmir  zu  begeben  (vgl.  Urteil  der  ARK  vom 
16. November  2006  E. 6.3  S. 16).  Im  Revisionsverfahren  ist  es  der 
Beschwerdeführerin  nicht  gelungen,  die  Aufhebung  dieses  Urteils  und 
eine Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens zu erwirken (vgl. Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  D­639/2007  vom  18. August  2010),  so 
dass die Beurteilung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 
Vorverfolgung  im ARK­Urteil vom 16. November 2006 weiterhin Bestand 
hat.  Insofern  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Anhörung  vom 
27. April 2011 zum zweiten Asylgesuch geltend macht, Probleme mit der 
Familie des ehemaligen Ehemannes zu haben und von diesem bedroht 
zu  werden,  sowie  wegen  Unterstützung  und  Beherbergung  von  PKK­
Angehörigen  gesucht  zu  werden,  ist  auf  das  genannte  Urteil  der  ARK 
vom  16. November  2006  zu  verweisen.  Im  vorliegenden  zweiten 
Asylverfahren  ist  demnach  nur  das  neu  geltend  gemachte  exilpolitische 
Engagement der Beschwerdeführerin zu beurteilen. 

5.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, aufgrund ihrer exilpolitischen 
Aktivitäten  in  der  Schweiz  bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei 
Verfolgungsmassnahmen im Sinne des Asylgesetzes zu befürchten. Wer 
sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem 
Heimat­  oder  Herkunftsstaat  –  insbesondere  durch  politische 
Exilaktivitäten  –  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, 
sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) 
beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat­  oder  Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von 
den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter Weise  verfolgt  würde  (BVGE 
2009/29  E. 5.1  S. 376 f.,  BVGE  2009/28  E. 7.1  S. 352,  EMARK  2006 
Nr. 1 E. 6.1 S. 10, UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien  zur 

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Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1993, Ziff. 94 ff.). Wird das 
Asylgesuch  mit  exilpolitischen  Aktivitäten  begründet,  darf  erwartet 
werden,  dass  sie  in  ihrem  Gesuch  alle  notwendigen  und  verfügbaren 
diesbezüglichen Informationen vorbringt; dies auch vor dem Hintergrund, 
dass  der  Fokus  ein  im  Vergleich  zu  allgemeinen  Asylgründen 
eingeschränkter  ist  und  die  Vorbringen  in  der  Regel  nachgewiesen 
werden können (vgl. BVGE 2009/53 E. 5.6 S. 771, WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, Rz. 11.148 und Fn. 221).

5.3. 
5.3.1. Im zweiten, im November 2010 schriftlich eingereichten Asylgesuch 
wird  geltend  gemacht,  die  Beschwerdeführerin  sei  seit  ihrer  (Anfang 
Februar 2003 erfolgten) Einreise in die Schweiz bis im heutigen Zeitpunkt 
mittlerweile seit über acht Jahren exilpolitisch tätig. Für diese Behauptung 
finden sich  in den Akten keine Hinweise. Die geltend gemachten,  in der 
Eingabe  vom  5. November  2011  aufgelisteten,  den  Zeitraum  von 
September  2007  bis  November  2010  umfassenden  Aktivitäten  der 
Beschwerdeführerin  sind  grösstenteils  nicht  belegt.  Den  diversen 
Bestätigungsschreiben kurdischer Vereine kommt aufgrund der fehlenden 
Belege und der unsubstanziierten Schilderungen des angeblich seit 2003 
bis  heute  andauernden  Engagements  der  Beschwerdeführerin  kein 
Beweiswert  zu.  Anlässlich  der  Anhörung  vom  27. April  2011  war  diese 
nicht in der Lage, ihr schriftlich aufgelistetes und von kurdischen Vereinen 
teilweise  schriftlich  bestätigtes  Engagement  auch mündlich  anschaulich 
zu  erläutern. So  gab  sie  beispielsweise  in  ihrer  vom 2. November  2011 
datierenden  Beilage  zum  zweiten  Asylgesuch  an,  sie  habe  in  der 
Frauengruppe  des  Kurdischen  Kulturvereins  W._______,  aber  auch 
überregional  in  Frauengruppen  in  der  ganzen  Schweiz  als 
Mitverantwortliche  gewirkt,  die  Feierlichkeiten  für  den  internationalen 
Weltfrauentag  mitorganisiert  und  sei  für  viele  kurdische  Frauen 
Ansprechpartnerin  im  Verein.  In  ihrer  Eingabe  vom  5. November  2011 
gab sie an, in der kurdischen Frauengruppe ihres […] Vereins zusammen 
mit  anderen  Kolleginnen  die  Pressearbeit  für  eine 
Informationsveranstaltung übernommen zu haben. Bei der Anhörung gab 
sie lediglich zu Protokoll, sie sei ein Jahr lang für die Frauenpublikationen 
zuständig  gewesen.  Auf  die  Nachfrage  des  Sachbearbeiters  des  BFM, 
was  denn  genau  ihre  Aufgaben  gewesen  seien,  erwiderte  sie:  "Ich 
organisierte  Frauenversammlungen,  bei  diesen  Versammlungen  wurde 
auch Kaffee und Tee serviert. Das Geld kassierte ich für den Verein ein. 
Die  Frauen wurden  zu  den Versammlungen  telefonisch  einberufen.  Die 

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Gutschrift  für das Telefon erhielt  ich vom Verein"  (vgl. act. B19/11 S. 7). 
Auch die wenigen mündlichen Schilderungen ihres übrigen exilpolitischen 
Engagements  bleiben  vage,  oberflächlich  und  sehr  allgemein:  "Ich  bin 
hier politisch aktiv",  "bei  allen Veranstaltungen hatte  ich eine bestimmte 
Aufgabe.  Das mache  ich  für  das  kurdische  Volk,  die  kurdische  Sache" 
(vgl.  act.  B19/11  S. 6).  Das  exilpolitische  Engagement  der 
Beschwerdeführerin  bleibt  somit  in  weiten  Teilen  diffus.  Wo  die 
Beschreibung  der  Tätigkeiten  konkreter  wird,  wie  etwa  "Wir  verkaufen 
auch  Tickets,  z.B.  für  Newroz"  (vgl.  act.  B19/11  S. 6),  handelt  es  sich 
überwiegend  um  untergeordnete,  unterstützende  Tätigkeiten.  Nicht  als 
politische, sondern als kulturelle Tätigkeiten zu bewerten sind sodann ihre 
Auftritte als Sängerin und die Betreuung von Künstlern. Im eingereichten 
Filmausschnitt einer Sängerin  in  […]  ist die Beschwerdeführerin nicht zu 
erkennen. Bis heute hat sie es unterlassen, die mehrmals angekündigten 
Originalaufnahmen  von  […]  einzureichen,  auf  denen  sie  als  Sängerin 
oder  als  Interviewpartnerin  erkennbar  sein  soll.  Eine  kontinuierliche 
exilpolitische  Tätigkeit  der  Beschwerdeführerin  seit  ihrer  Einreise  im 
Februar  2003  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  ist  demnach  nicht 
nachgewiesen.  Vor  diesem Hintergrund  erstaunt  denn  auch  nicht,  dass 
die  Beschwerdeführerin  erst  dank  einem Hinweis  des  Psychiaters  ihres 
Bruders  B._______  gegenüber  der  Rechtsvertreterin  auf  die  Idee 
gekommen  ist,  ihr  Engagement  zur  Begründung  eines  zweiten 
Asylgesuchs  zu  nutzen.  Die  in  der  Beschwerde  nachgelieferte 
Begründung  für  die  verspätete  Geltendmachung  ihres  exilpolitischen 
Engagements – die Beschwerdeführerin sei von ihren Erlebnissen in der 
Türkei  psychisch  erheblich  beeinträchtigt  gewesen  –  überzeugt  nicht. 
Weshalb  jemand,  dessen  gesundheitliche  Verfassung  es  zulässt,  sich 
exilpolitisch  zu  betätigen,  nicht  in  der  Lage  sein  sollte,  über  dieses 
Engagement auch zu berichten, ist nicht nachvollziehbar. 

5.3.2.  Eine  auffallende  Häufung  der  mit  Beweismitteln  dokumentierten 
exilpolitischen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin  ist nach der mit Urteil 
D­639/2007  vom  18. August  2010  erfolgten  Abweisung  des 
Revisionsgesuchs  und  der  Einreichung  eines  zweiten  Asylgesuchs  am 
4. November 2011 zu verzeichnen. Mittels meist privaten Filmaufnahmen 
und Fotos sowie Zeitungsberichten belegt ist insbesondere die Teilnahme 
der  Beschwerdeführerin  an  diversen  Demonstrationen,  so  am  […], 
[…],[…] sowie am […]. Betreffend die Teilnahme der Beschwerdeführerin 
an  der  Protestkundgebung  vom  […]  vor  dem  […]  in  U._______  sei  an 
dieser  Stelle  auf  die  oben  in  E. 4.3  wiedergegebene  zutreffende 
Würdigung in der vorinstanzlichen Vernehmlassung verwiesen, welche in 

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der  Replik  (vgl.  E. 4.4)  nicht  überzeugend  wiederlegt  wird.  Der  unter 
anderem mit  dem Umstand  begründete  Rückweisungsantrag,  dass  das 
BFM  die  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  vom  1. Juni  2011  mit  den 
Filmaufnahmen  der  Demonstration  vom  […]  in  der  angefochtenen 
Verfügung vom 1. Juni 2011 wegen der zeitlichen Überschneidung nicht 
berücksichtigen konnte, ist daher abzuweisen. Auch aus den Teilnahmen 
an weiteren, von zahlreichen Personen besuchten Protestkundgebungen, 
einschliesslich  des  jüngsten  Protestmarsches  von  T._______  nach 
S._______  im  […],  kann  die  Beschwerdeführerin  kein 
Verfolgungsinteresse  der  türkischen Behörden an  ihrer Person ableiten; 
dies wäre auch dann nicht der Fall, wenn – was allerdings entgegen der 
in  den  diversen  Eingaben  vertretenen  Ansicht  nicht  belegt  ist  –  sie  die 
Demonstrationen  mitorganisiert  hätte.  Die  "Auftritte"  der 
Beschwerdeführerin  an  den  diversen  Kundgebungen  wirken  stets 
aufgesetzt  und  inszeniert.  Insgesamt  vermag  die  Beschwerdeführerin 
nicht  das  Bild  einer  Person  zu  vermitteln,  welche  getragen  von  einer 
aufrichtigen  inneren politischen Überzeugung  im Gastland regimekritisch 
an die Öffentlichkeit tritt und als Bedrohung für das politische System der 
Türkei  wahrgenommen werden  könnte.  Vielmehr  entsteht  der  Eindruck, 
sie versuche  in opportunistischer Art und Weise mit  ihren exilpolitischen 
Aktivitäten den schweizerischen Behörden gegenüber den Anschein einer 
politisch engagierten Person zu erwecken. Da die Beschwerdeführerin im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  weder  verfolgt  war  noch  begründete  Furcht  vor 
Verfolgung hatte, lassen sich ihre in der Schweiz insbesondere nach der 
am 18. August 2010 erfolgten Abweisung des Revisionsgesuchs und der 
Einreichung  eines  zweiten  Asylgesuchs  am  4. November  2011 
einsetzenden  exilpolitischen  Tätigkeiten  nur  dadurch  erklären,  dass  sie 
damit einen flüchtlingsrechtlich vermeintlich bedeutsamen Sachverhalt zu 
kreieren versucht. Dieser Eindruck wird selbst durch die Wortwahl in den 
diversen Eingaben vermittelt,  in denen explizit  darauf hingewiesen wird, 
die Beschwerdeführerin sei während einer Kundgebung zuvorderst in der 
Gruppe der Demonstrierenden gestanden und habe später an der Spitze 
der  Menge  zwischen  einer  Fahne  der  PKK  und  einer  Riesenfahne  mit 
dem Bild von Abdullah Öcalan posiert  (vgl. Beschwerde  II B 5 S. 6), sie 
sei  an  einer  Demonstration  zuvorderst  in  der  Menge  gesessen  (vgl. 
Eingabe vom 1. Februar 2012), und die Zeitung […] habe am […] auf der 
Frontseite  ein Foto  veröffentlicht,  auf welchem die Beschwerdeführerhin 
zu sehen sei, wie sie den Protestmarsch mit einem Transparent anführe 
(vgl.  Eingabe  vom  14. Februar  2012).  Diese  Einschätzung  wird  ferner 
durch die  auf  den eingereichten DVDs aufgezeichneten Filmausschnitte 
und  Fotos  bestärkt,  auf  denen  nicht  zu  übersehen  ist,  wie  sich  die 

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Beschwerdeführerin  anlässlich  von  Kundgebungen  demonstrativ  neben 
oder hinter die Fahne mit dem Bild von Abdullah Öcalan stellt. Gerade ein 
derartiges  Verhalten  im  Gastland  bildet  jedoch  ein  starkes  Indiz  dafür, 
dass  die  Beschwerdeführerin  selber  nicht  ernsthaft  damit  rechnet,  sie 
könnte  im Falle einer Rückkehr  in die Türkei wegen  ihrer exilpolitischen 
Tätigkeiten ernsthafte Nachteile erleiden. Ein erhöhter Exponierungsgrad 
ist  mit  einem  derartigen  Aktivismus  nicht  zu  erzielen.  Selbst  wenn  die 
türkischen  Behörden  die  exilpolitischen  Aktivitäten  der 
Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  registriert  haben  sollten  –  was  wie 
erwähnt  unwahrscheinlich  ist  –  ist  bei  realistischer  Betrachtung  davon 
auszugehen,  dass  diese  zu  unterscheiden  vermögen  zwischen 
tatsächlich  politisch  engagierten  Regimekritikern  einerseits  und 
Exilaktivistinnen  andererseits,  welche  mit  ihren  opportunistischen 
Aktionen in erster Linie ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erzwingen 
versuchen.  Den  Akten  sind  denn  auch  keine  Anhaltspunkte  dafür  zu 
entnehmen,  dass  in  der  Türkei  gegen  die Beschwerdeführerin  aufgrund 
der  geltend  gemachten  Mitgliedschaft  in  kurdischen  Vereinen  und  der 
vorgebrachten  exilpolitischen  Tätigkeiten  behördliche  Massnahmen 
eingeleitet worden wären. Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung 
und  der  Vernehmlassung  zu  Recht  ein  Verfolgungsinteresse  der 
türkischen Behörden an der Person der Beschwerdeführerin verneint, da 
diese sich nicht auf spezifische Weise exponiert habe. Es ist daher nicht 
davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  ihrer  Rückkehr  in 
die  Türkei  mit  einer  ernsthaften  Benachteiligung  seitens  der  dortigen 
Behörden zu rechnen haben wird. 

5.4.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  geltend  gemachten 
subjektiven  Nachfluchtgründe  keine  flüchtlingsrechtlich  relevante 
Verfolgungsfurcht  begründen.  An  dieser  Einschätzung  vermögen  weder 
die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  und  den  zahlreichen 
Eingaben noch die eingereichten Beweismittel etwas zu ändern, weshalb 
auf  diese  nicht  weiter  einzugehen  ist.  Unter  Berücksichtigung  der 
gesamten  Umstände  folgt,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine  Gründe 
nach  Art. 3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  konnte.  Die 
Vorinstanz hat  daher  die Flüchtlingseigenschaft  der Beschwerdeführerin 
zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

6.  
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein, verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

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den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der  Einheit  der 
Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  vom  BFM  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733,  BVGE 
2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21). 

7.  
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht  möglich,  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländerinnen und Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
STÖCKLI, a.a.O. Rz. 11.148). 

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 

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unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 
werden. 

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen 
schützt,  welche  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  der 
Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 
AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im 
vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführerin  in  die  Türkei  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von 
Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer 
Rückschaffung  in  die  Türkei  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  sie  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung 
Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR, 
[Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008, 
Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124­127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist 
der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen 
zur  fehlenden  flüchtlingsrechtlichen  Relevanz  ihrer  Vorbringen  nicht 
gelungen;  zudem  leben  zahlreiche Geschwister  der Beschwerdeführerin 
nach  wie  vor  von  den  türkischen  Behörden  unbehelligt  in  ihrem 
Heimatland. Auch die allgemeine Menschenrechtslage in der Türkei lässt 
den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen. Der Vollzug der Wegweisung  ist daher sowohl  im Sinne der 
asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4. 
7.4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 

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Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 

7.4.2.  Das  BFM  hat  den  Vollzug  der  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin  im Wesentlichen mit  der  Begründung  als  zumutbar 
erklärt, diese verfüge  in verschiedenen Landesteilen der Türkei über ein 
ausgedehntes  familiäres  und  soziales  Beziehungsnetz.  Mit  ihren 
Geschwistern sei sie bereits  vor ihrer Ausreise eng verbunden gewesen, 
und  sie  habe  sich  jeweils  während  längerer  Zeit  bei  ihren  an 
verschiedenen Orten in der Türkei wohnhaften Geschwistern aufgehalten. 
Selbst wenn  sie mit  einem oder  zwei  ihrer Brüder  keinen Kontakt mehr 
unterhalten  sollte,  sei  ihr Beziehungsnetz nach wie  vor  tauglich. Zudem 
habe die Beschwerdeführerin die Grundschule besucht, eine Ausbildung 
als  […]  absolviert  und  an  mehreren  Orten  verschiedene 
Arbeitserfahrungen gesammelt, so dass sie in der Lage sein werde, sich 
eine neue Existenz aufzubauen. Das Bundesamt beurteilte eine Rückkehr 
der  Beschwerdeführerin  auch  unter  dem  gesundheitlichen  Aspekt  als 
zumutbar,  da  die  entsprechende medizinische  Behandelbarkeit  und  die 
Erhältlichkeit  allenfalls  benötigter  Medikament  gegeben  seien,  allenfalls 
auch mit Hilfe der  sog.  "Grünen Karte". Allfälligen Erschwernissen beim 
Wegweisungsvollzug  sei  im  Rahmen  der  Vollzugsmodalitäten  auf 
geeignete Weise Rechnung zu tragen. 

7.4.3.  In  der  Beschwerde  wird  demgegenüber  geltend  gemacht,  der 
schlechte  psychische  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  sei 
bereits  aus  den  früheren  Verfahren  dokumentiert.  Nach  Erhalt  des 
abschlägigen  Revisionsurteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­
639/2007  vom  18. August  2010  sowie  eines  negativen 
Härtefallbescheides  durch  den  Kanton  W._______  habe  sich  der 
Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  erheblich  verschlechtert, 
sich  jedoch  dank  intensiver  und  engmaschiger  psychotherapeutischer 
Behandlung  zwischenzeitlich  wieder  stabilisiert.  Nach  Erhalt  der 
angefochtenen Verfügung sei es jedoch erneut zu einer Exazerbation der 
psychischen  Erkrankung  gekommen.  Eine  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin  sei  auch  deshalb  unzumutbar,  weil  diese  in  der 
Türkei  nach  der  vorläufigen  Aufnahme  ihres  Bruders  B._______  keine 
Bezugspersonen mehr habe. 

7.4.4.  In  der  Türkei  besteht  keine  Situation  generalisierter  Gewalt,  die 
sich über das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken 
würde.  Eine  gänzlich  unsichere,  von  bewaffneten  Konflikten  oder 

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permanent  drohenden  Unruhen  dominierte  Lage,  aufgrund  derer  die 
Beschwerdeführerin  sich  bei  einer  Rückkehr  unvermeidlich  einer 
konkreten  Gefährdung  im  Sinne  von  Art. 83  Abs. 4  AuG  ausgesetzt 
sehen würde, besteht somit nicht. 

7.4.5. Die  laut eingereichtem Nüfus am […], gemäss eigenen Aussagen 
allerdings  […] geborene  (vgl.  act. A1/8 S. 1) und somit mittlerweile  […]­
jährige,  alleinstehende  Beschwerdeführerin  ist  in  Z._______  (Provinz 
X._______) geboren und aufgewachsen und hat in der Türkei an diversen 
Orten  gelebt  (vgl.  act.  B19/11  S. 3).  Sie  spricht  Kurdisch  und  Türkisch 
und  verfügt  über  eine  abgeschlossene  Grundschulbildung,  eine 
Ausbildung  als  […]  sowie  Arbeitserfahrung  (vgl.  act. B19/11  S. 4).  Wie 
das BFM zutreffend  festgestellt hat,  kann sie zudem auf ein  tragfähiges 
familiäres  Beziehungsnetz  zurückgreifen.  Die  in  der  Beschwerde 
erhobenen  Behauptung,  nach  der  vorläufigen  Aufnahme  ihres  Bruders 
B._______  habe  die  Beschwerdeführerin  in  der  Türkei  keine 
Bezugspersonen mehr, ist tatsachenwidrig, wohnen doch nach wie vor in 
Y._______,  P._______  und  O._______  sechs  Geschwister  (vgl.  act. 
B19/11 S. 5),  bei welchen  sie  früher  teilweise  gelebt  hat,  sowie weitere 
Verwandte  in  der  Türkei.  Allfällige  finanzielle  Engpässe  wird  die 
Beschwerdeführerin mit  Zuwendungen  ihrer  in  der  Schweiz wohnhaften 
drei  Geschwister  überbrücken  können.  Im  Hinblick  auf  den 
Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  wurden  im  zweiten 
Asylverfahren  keine  aktuellen Arztberichte  eingereicht;  der  dem zweiten 
Asylgesuch vom 4. November 2011 beigelegte psychiatrische Arztbericht 
bezieht  sich  ausschliesslich  auf  den  Bruder  der  Beschwerdeführerin.  In 
der Beschwerde wird eingeräumt, ihr Gesundheitszustand habe sich dank 
intensiver psychotherapeutischer Behandlung stabilisiert, nach Erhalt der 
angefochtenen Verfügung  jedoch wieder  verschlechtert. Aktuelle Belege 
für  einen  verschlechterten  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin 
liegen  keine  vor.  Dass  die  in  den  früheren  Verfahren  vorgebrachten 
gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  auch  in  der  Türkei  adäquat 
therapeutisch  und  medikamentös  behandelbar  sind,  wurde  bereits  im 
Beschwerdeurteil  der  ARK  vom  16. November  2006  (E. 8.3.3  S. 19) 
ausgeführt und im Revisionsurteil D­ 639/2007 vom 18. August 2010 (E. 4 
S. 12 f.) bestätigt. Einer allfälligen,  im Zusammenhang mit der Rückkehr 
in  die  Türkei  auftretenden  vorübergehenden  Verschlechterung  des 
Gesundheitszustandes  der  Beschwerdeführerin  kann  mit  einer 
angepassten  Betreuung  und  medikamentösen  Behandlung  begegnet 
werden.  Die  Aktenlage  lässt  somit  den  Schluss  zu,  dass  die 
Beschwerdeführerin  in  sozialer  und  finanzieller  Hinsicht  nicht  auf  sich 

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allein  gestellt  sein  wird.  Ohne  die  Anfangsschwierigkeiten  bei  einer 
Rückkehr  nach  einem  achtjährigen  Aufenthalt  in  der  Schweiz  zu 
verkennen,  ist  davon  auszugehen,  dass  sich  die  Lage  der 
Beschwerdeführerin nach einer Eingewöhnungszeit stabilisieren wird und 
sie  in  ihrer  Heimat  nicht  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher, 
sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation 
geraten wird. 

7.4.6. Der Vollzug  der Wegweisung erweist  sich  daher  sowohl  vor  dem 
Hintergrund der allgemeinen Lage  in der Türkei als auch  in  individueller 
Hinsicht nicht als unzumutbar. 

7.5.  Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG). 

7.6.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  das  BFM  den 
Wegweisungsvollzug  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
erachtet.  Die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  fällt  somit  nicht  in 
Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG). 

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

9. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Nachdem 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG mit Zwischenverfügung vom 14. Juli 2011 gutgeheissen wurde und 
sich  die  finanziellen  Verhältnisse  der  Beschwerdeführerin  seither  nicht 
verbessert haben, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde. 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Jacqueline Augsburger

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