# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80da47bb-9bb5-5fb7-b416-c2cc89262bb8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.11.2010 B-3331/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3331-2010_2010-11-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-3331/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), 
Richter Philippe Weissenberger, 
Richterin Maria Amgwerd, 
Gerichtsschreiberin Kathrin Bigler.

X._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Donald Schnyder, 
Wild Schnyder AG, Forchstrasse 30, P.O. Box 1077, 
8032 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Internationale Registrierung Nr. 784'022 - PARADIES.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-3331/2010

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin der internationalen Registrierung 
Nr.  784'022  "Paradies"  mit  Ursprungsland  Deutschland.  Sie  be-
ansprucht in der Schweiz Schutz für verschiedene Waren und Dienst -
leistungen der Klassen 1, 9, 16, 20, 38 und 40.

Gegen  diese  Schutzausdehnung  erliess  die  Vorinstanz  am  16. Juni 
2009  eine  vorläufige  teilweise  Schutzverweigerung  ("refus  provisoire 
partiel"). Sie machte geltend, das Zeichen "Paradies" stelle in Bezug 
auf  verschiedene  Waren  der  Klassen  9  und  16  einen  themen-  und 
inhaltsbezogenen Verweis und damit Gemeingut dar.

Die  Beschwerdeführerin  hielt  in  ihrer  Eingabe  vom  10.  September 
2009 dagegen, das Zeichen sei  unterscheidungskräftig,  da es mehr-
deutig  sei  und kein  Bezug  zu den beanspruchten  Waren hergestellt 
werden könne.

Mit  Schreiben vom 10. Dezember  2009 hielt  die  Vorinstanz an ihrer 
Zurückweisung fest.

Die Beschwerdeführerin erklärte mit Schreiben vom 19. Januar 2010, 
sie  verstehe  den  Begriff  des  thematischen  Hinweises  dahingehend, 
dass  damit  der  mit  der  Ware  transportierte  Inhalt  gemeint  sei.  Der 
Markenname "Paradies" beziehe sich dagegen allein auf die Waren als 
solche und nicht auf die dahinstehenden Inhalte. Denn der Inhalt der 
entwickelten Filme bzw. der Speichermedien werde von dem Konsu-
menten der Ware selbst geschaffen, da dieser die Fotos / Filme selbst 
aufnehme. 

Mit Verfügung vom 8. April 2010 verweigerte die Vorinstanz der inter-
nationalen  Registrierung  Nr.  784'022  "Paradies"  den  Schutz  in  der 
Schweiz für folgende Waren:

Klasse  9:  Pellicules  impressionnées,  supports  de  données  magnétiques  et  
optiques,  en  particulier  disques  compacts;  supports  d'enregistrement 
électriques.

Klasse 16: Produits d'édition en ligne.

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Für  folgende  Waren  und  Dienstleistungen  gewährte  die  Vorinstanz 
dem strittigen Zeichen dagegen Schutz in der Schweiz:

Klasse 1: Produits chimiques à usage photographique, en particulier pellicules 
sensibilisées et non impressionnées.

Klasse 9: Appareils  photographiques,  caméras,  mémoires  pour  ordinateurs, 
appareils à enregistrer, à copier et à lire les disques compacts, appareils pour  
l'enregistrement, la transmission et la reproduction du son, de données et de 
l'image; imprimantes, scanneurs.

Klasse  16:  Supports  pour  photographies  sous  forme  de  coins,  albums  de 
photos,  adhésifs  pour  la  papeterie  ou  le  ménage,  périodiques pour  clients 
également en vente en ligne; pince-notes (pour images).

Klasse 20: Cadres, cadres pour images.

Klasse  38:  Transmission  d'images  numériques  ou  bien  de  données 
numériques.

Klasse  40:  Développement  de  films,  en  particulier  de  pellicules 
photographiques;  développement  d'images  numériques  ou  de  données 
numériques.

Zur Begründung wurde ausgeführt, "Paradies" sei eine nach dem Alten 
Testament  als  eine Art  schöner  Garten  mit  üppigem Pflanzenwuchs 
und friedlicher Tierwelt gedachte Stätte des Friedens, des Glücks und 
der Ruhe, die den ersten Menschen von Gott als Lebensbereich ge-
geben worden sei, respektive ein Ort, der durch seine Gegebenheiten, 
seine  Schönheit,  seine  guten  Lebensbedingungen  alle  Voraus-
setzungen für ein schönes, glückliches, friedliches Dasein erfülle. Auch 
wenn der Begriff  ein umfangreiches Gebiet  umfasse, sei  davon aus-
zugehen,  dass  ein  nicht  unbeachtlicher  Teil  der  angesprochenen 
Konsumenten das Zeichen mit einem für die jeweiligen Waren klaren 
Sinngehalt  wahrnehme. Bei  "pellicules  impressionnées,  supports  de 
données  magnétiques  et  optiques,  en  particulier  disques  compacts; 
supports  d'enregistrement  électriques"  (Klasse  9)  und  "produits 
d'édition en ligne"  (Klasse 16)  könne es sich um Publikationen zum 
theologischen  Verständnis  zum Thema  "Paradies"  handeln  oder  um 
Sammlungen  von  historischen  Darstellungen  des  Paradieses.  Somit 
beschriebe  das  strittige  Zeichen  direkt  den  Inhalt  respektive  das 
Thema. Auf Grund des beschreibenden Charakter des Zeichens sei es 
nicht  geeignet,  diese  von denen  anderer  Anbieter  zu  unterscheiden 
und  auf  eine  bestimmte  betriebliche  Herkunft  hinzuweisen.  Dem 
Zeichen fehle somit die konkrete Unterscheidungskraft, weshalb ihm in 

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Bezug auf die beanstandeten Waren der Schutz in der Schweiz ver-
weigert werden müsse. 

B.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe 
vom  7.  Mai  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie 
beantragt,  die  Beschwerde sei  gutzuheissen und der  internationalen 
Registrierung  Nr. 784'022  "Paradies"  sei  der  Schutz  in  der  Schweiz 
vollumfänglich zu gewähren. Zur Begründung brachte sie im Wesent-
lichen  vor,  dass  ein  thematischer  Inhalt  "Paradies"  für  die  zurück-
gewiesenen Waren derart weit hergeholt sei, dass vom Konsumenten 
offensichtlich kein unmittelbarer und direkter Zusammenhang mit den 
Waren  hergestellt  werden  könne. Entsprechend  sei  die  Marke  ohne 
Weiteres schutzfähig.

C.
Mit Vernehmlassung vom 2. August 2010 beantragt die Vorinstanz, die 
Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung verweist 
sie auf die angefochtene Verfügung vom 8. April 2010 und macht er-
gänzende Bemerkungen. 

D.
Die  Beschwerdeführerin  hat  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen 
Parteiverhandlung verzichtet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zu-
ständig  (Art.  31,  32 und 33 Bst. d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen  Ver-
fügung durch diese beschwert  und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an  ihrer  Aufhebung  oder  Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Beschwerde-
führung  legitimiert  (Art. 48  Abs. 1 des  Bundesgesetzes  vom  20. 
Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). 
Eingabefrist  und  -form  sind  gewahrt  (Art. 50  Abs. 1  und  52 
Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 
Abs. 4 VwVG),  der  Vertreter  hat  sich  rechtsgenüglich  ausgewiesen 

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(Art. 11 Abs.  2  VwVG)  und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen 
liegen vor (Art. 44 ff. VwVG).

Auf die Verwaltungsbeschwerde ist daher einzutreten.

2.
Nach Art. 9sexies Abs. 1 Bst. a des Protokolls vom 27. Juni 1989 zum 
Madrider Abkommen über die internationale Registrierung von Marken 
(SR 0.232.112.4; MMP) findet in den Beziehungen zwischen Staaten, 
die – wie Deutschland und die Schweiz – Vertragsparteien sowohl des 
MMP  als  auch  des  Madrider  Abkommens  über  die  internationale 
Registrierung von Marken (MMA; SR 0.232.112.3; in der in Stockholm 
am 14. Juli 1967 revidierten Fassung) sind, nur das MMP Anwendung. 

Gemäss Art. 5 Abs. 1 MMP darf ein Verbandsland einer international 
registrierten Marke den Schutz nur verweigern, wenn nach den in der 
Pariser  Verbandsübereinkunft  zum  Schutz  des  gewerblichen  Eigen-
tums  (PVÜ;  SR  0.232.04;  in  der  in  Stockholm  am  14.  Juli  1967 
revidierten Fassung) genannten Bedingungen ihre Eintragung in das 
nationale Register verweigert werden kann. Das trifft namentlich dann 
zu,  wenn  die  Marke  jeder  Unterscheidungskraft  entbehrt  oder  aus-
schliesslich aus Zeichen oder Angaben zusammengesetzt ist,  die im 
Verkehr zur Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der 
Bestimmung,  des Wertes,  des Ursprungsortes  der  Erzeugnisse oder 
der Zeit  der Erzeugung dienen können oder im allgemeinen Sprach-
gebrauch oder in redlichen und ständigen Verkehrsgepflogenheiten der 
Schweiz  üblich  sind  (Art. 6quinquies Bst. B  Ziff.  2  PVÜ).  Dieser  Aus-
schlussgrund  ist  auch  im  Bundesgesetz  vom 28. August  1992  über 
den Schutz von Marken und Herkunftsangaben (Markenschutzgesetz, 
MSchG, SR 232.11) vorgesehen, das Zeichen des Gemeinguts, sofern 
sie sich nicht im Verkehr als Marke für bestimmte Waren oder Dienst -
leistungen durchgesetzt haben, vom Markenschutz ausschliesst (Art. 2 
Bst.  a  MSchG).  Lehre  und  Praxis  zu  diesen  Normen  können  damit 
herangezogen werden.

3.
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bestimmt sich die Frage, ob 
ein  Zeichen  infolge  Fehlens  jeglicher  Kennzeichnungs-  und  Unter-
scheidungskraft  zum  Gemeingut  gehört,  vorwiegend  nach  dem 
Kriterium des beschreibenden Charakters des Zeichens. Nicht  kenn-
zeichnungskräftig  sind  demnach  insbesondere  Sachbezeichnungen 
und  Hinweise  auf  Eigenschaften  wie  beispielsweise  die  Beschaffen-

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heit,  Bestimmung  oder  Wirkung  der  Waren  oder  Dienstleistungen, 
sofern  solche  Hinweise  vom  angesprochenen  Publikum  ohne  be-
sondere  Denkarbeit  und  ohne  Fantasieaufwand  verstanden  werden 
und sich nicht in blossen Anspielungen erschöpfen (BGE 135 III 359 E. 
2.5.5  –  akustische  Marke,  mit  Verweis  auf  BGE 131  III  495  E. 5  – 
Felsenkeller,  BGE 129  III  514  E. 4.1  –  Lego,  und  BGE 128  III  454 
E. 2.1  –  Yukon).  Zu  den  beschreibenden  Angaben  zählt  die  Recht-
sprechung  auch  Begriffe,  die  sich  in  einer  anpreisenden  Bedeutung 
erschöpfen,  insbesondere  reklamehaft  den  Zweck  oder  Nutzen  der 
Waren  beschreiben,  sich  als  Slogans  anpreisend  über  das  eigene 
Unternehmen äussern oder auf werbende Art die Gefühle der Käufer-
schaft  beim  Genuss  der  Waren  beschreiben  (Urteil  des  BVGer  B-
7404/2006 vom 9. Oktober 2007 E. 11 – New Wave; RKGE in sic! 2007 
S. 180 E. 6 – Enjoy). 

Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  sind  im  Bereich  der 
Zeichen des Gemeingutes Grenzfälle einzutragen und die endgültige 
Entscheidung dem Zivilrichter zu überlassen (BGE 130 III 328 E. 3.2 – 
Swatch-Uhrband, BGE 129 III 225 E. 5.3 – Masterpiece I).

4.
Die Vorinstanz wies die internationale Registrierung "Paradies" bezüg-
lich folgender Waren zurück:

Klasse  9:  Pellicules  impressionnées,  supports  de  données  magnétiques  et  
optiques,  en  particulier  disques  compacts;  supports  d'enregistrement 
électriques.

Klasse 16: Produits d'édition en ligne.

Soweit strittig, sind somit belichtete Filme, verschiedene (magnetische, 
optische  und  elektrische)  Datenträger  (Klasse  9)  sowie  on-
line-Publikationen (Klasse 16) beansprucht.

Solche Waren richten sich sowohl an Durchschnittskonsumenten wie 
auch an Fachkreise, etwa aus der Film-, Musik- und Informatikbranche. 
In der Mehrzahl der Fälle ist vorliegend aber auf die Wahrnehmung der 
Durchschnittskonsumenten  abzustellen,  soweit  die  konkrete  Unter-
scheidungskraft  des  hinterlegten  Zeichens  geprüft  wird  (CHRISTOPH 
WILLI,  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen 
Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und  inter-
nationalen  Markenrechts,  Zürich  2002,  Art. 2,  N.  41).  Für  die  Be-

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urteilung eines allfälligen Freihaltebedürfnisses ist demgegenüber die 
Sichtweise  von  Unternehmen,  welche  gleiche  oder  ähnliche  Waren 
anbieten, massgebend (WILLI, a.a.O., Art. 2, N. 44).

5.
Die  internationale  Registrierung  Nr.  784'022  besteht  aus  dem  Wort 
"Paradies".  Damit  wird  gemäss  BROCKHAUS eine  in  vielen  Religionen 
verbreitete,  inhaltlich  unterschiedliche  Vorstellung  von  einer  Stätte 
(beziehungsweise einem Zustand) der Ruhe, des Glücks, des Friedens 
und des  Heils  am Anfang und  am Ende aller  Zeiten bezeichnet;  im 
Alten Testament ist es der Garten Eden, in dem die Menschen (Adam 
und Eva) vor dem Sündenfall  lebten (DER BROCKHAUS MULTIMEDIAL 2008, 
Stichwort "Paradies"). 

Der Begriff "Paradies" wird nicht nur im vorgenannten, religiösen Sinn 
verstanden,  was  auch  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 
2. August  2010  betont.  Angesichts  des  von  der  Beschwerdeführerin 
genannten  und  stets  zunehmenden Säkularisierungstrends  in  der 
Schweiz wird der Begriff in der heutigen Zeit vom Publikum in einem 
weiteren  Sinn  verstanden,  nämlich  im  Sinne  eines  Orts,  der  durch 
seine  Gegebenheiten,  seine  Schönheit,  seine  guten  Lebens-
bedingungen alle Voraussetzungen für ein schönes, glückliches, fried-
liches Dasein erfüllt (vgl. Ziff. B.II.6 der angefochtenen Verfügung). Wo 
sich  ein  derartiges  Dasein  erleben  lässt,  variiert  je  nach  Art  des 
konkreten  Bedürfnisses.  Ferienparadiese  können  sich  entsprechend 
überall auf der Welt befinden, ebenso die "Paradiese" für Tiere / Kinder 
/  vermögende  Leute  /  Fotografen  /  Pizzabäcker  /  Velofahrer  / 
Schmuggler  /  Ärzte  /  Schnäppchenjäger  /  Angestellte  /  Pilger  / 
Wanderer / Firmen etc. (vgl. etwa die im "Tages Anzeiger"-Archiv zum 
Stichwort  "Paradies"  auffindbaren  Artikel).  Auch  explizit  "Paradies" 
genannte  Ortsbezeichnungen  (in  der  Nähe  von  Schaffhausen  ge-
legenes Klostergut am Rhein), Stadtteile (in Konstanz [Deutschland]) 
und Hotels  (z.B. Hotel  Paradies in  Ftan [GR]  und Hotel  Paradies  in 
Hünenberg [ZG]) machen deutlich, dass dort ideale Zustände für ein 
glückliches  Leben  respektive  für  einen  perfekten  Ferienaufenthalt 
herrschen (sollen). 

Da  der  Begriff  "Paradies"  somit  in  unserem Sprach-  und Kulturkreis 
positiv  besetzt  ist,  eignet  er  sich  hervorragend  zur  Anpreisung  von 
Waren. Denn durch die Verwendung des religiösen Begriffs "Paradies" 
in  profanem  Kontext  entsteht  eine  erhöhte  Aufmerksamkeit  (LARISSA 

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MASER,  Paradies, Diplomarbeit  Hochschule Mannheim 2006, S. 64 ff., 
mit  Verweisen). Wie die in diesem Werk abgebildeten Beispiele über 
die Paradiesdarstellung in der Waren- und Werbewelt illustrieren, wird 
das  Paradies  zum  einen  als  Produktname  oder  Slogan  verwendet, 
zum anderen wird durch die Form der Präsentation auf ein Paradies 
hingedeutet und auf die damit verbundene Teilhabe am Idealzustand 
bzw. -ort. Durch die paradiesische Inszenierung wird das beworbene 
Produkt überhöht und mit dem Schein des ersehnten Idealzustandes 
versehen (LARISSA MASER, a.a.O., S. 66, Beispiele ebenda S. 68 ff.). 

Strittig ist im vorliegenden Fall nur die Schutzgewährung des Zeichens 
"Paradies"  für  belichtete  Filme,  verschiedene  Datenträger  (ins-
besondere  CDs)  sowie  online-Publikationen.  Sind  diese  mit  dem 
Zeichen  "Paradies"  versehen,  verheissen  diese  Waren  den  an-
gesprochenen Konsumenten Gefühle, wie sie im Paradies zu erleben 
sind. Somit kann "Paradies" im Zusammenhang mit den noch strittigen 
Waren als eine werbemässige Anpreisung angesehen werden. Ob die 
internationale Registrierung "Paradies" für die fraglichen Waren bereits 
deshalb keinen Markenschutz beanspruchen kann, weil sie die Waren 
anpreist, kann hier aber letztlich offen gelassen werden, weil die Be-
schwerde schon aus anderen Gründen abzuweisen ist.

6.
Die  Vorinstanz  verweigerte  der  internationalen  Registrierung 
"Paradies"  für  die strittigen Waren nicht  auf  Grund der obgenannten 
Argumentation  den  Schutz  in  der  Schweiz,  sondern  weil  "Paradies" 
direkt deren Inhalt respektive das Thema beschreibe. Insbesondere im 
theologischen Bereich setzten sich viele Schriften, unter anderem die 
Bibel, mit dem Thema "Paradies" auseinander. Es gebe auch bildhafte 
Darstellungen  des  Paradieses  von  Künstlern,  die  ihre  Vorstellung 
davon auf Leinwand festhielten. Es liege deshalb nahe, dass bei den 
zurückgewiesenen Waren der  Klassen 9 und 16 der  angesprochene 
Konsument  unmittelbar  den  Inhalt  dieser  Waren,  nämlich  das 
"Paradies" erkenne. 

Diese  Schlussfolgerung  wird  von  der  Beschwerdeführerin  bestritten 
mit  der  Begründung,  das  Wort  "Paradies"  sei  ungenau  respektive 
mehrdeutig.  Der  Konsument  könne  nicht  genau  erklären,  was  das 
Paradies sei, wo es liege und welche Bedeutung das Wort habe. Auf 
Grund  dieses  allgemeinen,  ungenauen  und  mehrdeutigen  Verständ-
nisses  in  Bezug  auf  das  Wort  "Paradies"  und  auf  Grund  des  Um-

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standes,  dass  es  äusserst  unwahrscheinlich  sei,  dass  die  be-
anstandeten Waren inhaltlich mit dem Paradies zu tun hätten, werde 
der Konsument unschlüssig sein und nicht recht wissen, ob diese Ge-
dankenassoziation zutreffe. Es scheine ihm äusserst weit hergeholt, ja 
geradezu unvernünftig  zu sein,  zu  denken,  dass  auf  einem von ihm 
gekauften  Magnetdatenträger  irgend  etwas  paradiesisch  sein  solle. 
Genau  dieses  Zögern,  diese  Gedankensekunde  aber  mache  die 
Marke "Paradies" für alle Waren und Dienstleistungen eintragbar. Nicht 
ausser  Acht  lassen  dürfe  man  den  Umstand,  dass  die  Marken-
inhaberin  ein  Drogeriemarkt  sei.  Erfahrungsgemäss  würden  in 
Drogerien keine Produkte religiösen Inhalts verkauft. 

6.1 Zum letztgenannten Einwand der Beschwerdeführerin ist  mit  der 
Vorinstanz festzuhalten, dass im Eintragungsverfahren ausschliesslich 
das  konkret  vorgelegte  Zeichen  zu  prüfen  ist.  Begleitumstände  jeg-
licher Art, seien diese nun positiv oder negativ zu werten, sind bei der 
Prüfung unbeachtlich (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer] 
B-2713/2009 vom 26. November 2009 E. 4 – USB-Logo [fig.], mit Ver-
weis auf:  EUGEN MARBACH,  Markenrecht,  in: Roland von Büren /  Lucas 
David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter-  und  Wettbewerbs-
recht, Bd. III/1, Basel 2009, N. 204; WILLI, a.a.O., Art. 2, N. 10). Die von 
der  Beschwerdeführerin  vorgebrachten  Tatsachen,  dass  die  Marken-
inhaberin  ein  Drogeriemarkt  sei  und  in  Drogerien  keine  Produkte 
religiösen Inhalts verkauft würden, sind daher unbeachtlich.

6.2 Was  die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachte  Mehr-
deutigkeit  des Begriffes "Paradies" betrifft,  ist  auszuführen,  dass ge-
mäss konstanter Praxis eine solche zur Schutzfähigkeit führen kann, 
wenn  nicht  auszumachen  ist,  welche  von  mehreren  Bedeutungen 
dominiert, und dies zu einer Unbestimmtheit des Aussagegehalts des 
Zeichens  führt.  Anders  ist  dagegen  zu  entscheiden,  wenn  ein  be-
schreibender  Sinngehalt  im  Zusammenhang  mit  den  beanspruchten 
Waren und Dienstleistungen vorherrschend ist; in einem solchen Fall 
kann die Möglichkeit weiterer, weniger nahe liegender Deutungen den 
Gemeingutcharakter  nicht  aufheben.  Schliesslich  erfüllt  ein  Zeichen 
den Ausschlussgrund des Gemeinguts, wenn mehrere mögliche Sinn-
varianten letztlich auf dieselbe beschreibende Bedeutung hinauslaufen 
(Urteile  des  BVGer  B-4053/2009  vom 11.  November  2009  E.  4.2  – 
easyweiss, und B-958/2007 vom 9. Juni 2008 E. 4.5 – Post).

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Wie sich aus der Begriffsumschreibung in E. 5 ergibt, kann "Paradies" 
unterschiedlich verstanden werden, doch laufen die zahlreichen mög-
lichen Bedeutungsgehalte letztlich auf einen Ort hinaus, an welchem 
der Mensch vollkommenes Glück erfahren kann (vgl. Ziff. 9  der  Ver-
nehmlassung).

Demnach kann entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht 
von  einer  Mehrdeutigkeit  des  Zeichens  "Paradies"  ausgegangen 
werden,  auch  wenn  einerseits  die  religiöse  Bedeutung  des  Begriffs 
heute  nicht  mehr  vorherrschend  ist,  andererseits  die  Definition  von 
"Paradies" für alle Menschen verschieden ist. 

6.3 Die Beschwerdeführerin macht indessen im Weiteren geltend, das 
Wort  "Paradies"  sei  nicht  direkt  beschreibend für  den Inhalt  von be-
lichteten Filmen, CDs und online-Publikationen. Zur Begründung beruft 
sie sich nicht nur auf die – hier verneinte – Mehrdeutigkeit des Wortes, 
sondern auch auf den Umstand, dass es "äusserst unwahrscheinlich" 
sei, dass die beanstandeten Waren inhaltlich mit dem Paradies zu tun 
hätten respektive die Konsumenten eines zusätzlichen Gedankenauf-
wands  bedürften,  um  auf  einen  möglichen  Inhalt  der  Waren  zu 
schliessen.  Die  Beschwerdeführerin  verweist  in  diesem  Zusammen-
hang auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-2642/2008 vom 
30. September 2009 i.S. "Park Avenue".

Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung an ihrer Auffassung fest, 
dass  das  Zeichen  einen  möglichen  Inhalt  der  hier  noch  strittigen 
Waren beschreibe. Die Gründe, welche das Bundesverwaltungsgericht 
im Fall "Park Avenue" dazu geführt hätten, den inhaltsbeschreibenden 
Charakter  jenes  Zeichens  zu  verneinen,  seien  nicht  auf  den  vor-
liegenden Fall übertragbar, da sie in den Besonderheiten des damals 
betroffenen Zeichens begründet lägen.

6.3.1 Waren oder Dienstleistungen können ihren wirtschaftlichen Wert 
hauptsächlich in ihrem immateriellen Inhalt anstatt in ihren physischen 
Bauteilen  haben.  Zum  Beispiel  werden  bespielte  DVDs  vor  allem 
wegen  der  darauf  gespeicherten  Werke,  und  weniger  wegen  ihren 
äusserlichen Komponenten (Cover, Inlay oder Scheibe) gekauft. Liegt 
die Aufmerksamkeit der Abnehmerkreise solcherart auf dem geistigen 
Inhalt,  kann  es  für  sie  naheliegen,  auch  den  Sinngehalt  des  Kenn-
zeichens als inhaltlichen beziehungsweise thematischen Hinweis an-
statt  als  Hinweis auf  physische,  äussere  Merkmale  zu interpretieren 
(Urteile des BVGer B-848/2010 vom 4. August 2010 E. 4.1.1 – Wild 

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Bean Café, B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3 – Pirates of the 
Caribbean, und B-2642/2008 vom 30. September 2009 E. 5.1 – Park 
Avenue).

6.3.2 Die  hier  noch  strittigen  Waren,  nämlich  belichtete  Filme,  ver-
schiedene  Datenträger  (insbesondere  CDs)  sowie  on-
line-Publikationen,  stellen  –  anders  als  etwa  "Papierwaren"  –  keine 
Waren dar, die in der Regel ihrer äusseren Gestaltung wegen gekauft 
werden. Es sind vielmehr Waren, die in der Regel mit Inhalten bespielt 
vertrieben  werden,  um derentwillen  sie  gekauft  werden  (Urteile  des 
BVGer  B-848/2010 vom 4. August  2010  E. 4.1.2  –  Wild  Bean  Café, 
und  B-1759/2007  vom  26. Februar  2008  E. 5  –  Pirates  of  the 
Caribbean).  Dies  gilt  ausnahmslos  für  belichtete  Filme  und  on-
line-Publikationen,  und  –  mangels  Einschränkung  auf  unbespielte 
Medien  –  für  die  ebenfalls  beanspruchten  magnetischen,  optischen 
und elektrischen Datenträger / Speichermedien.

Im  Bereich  der  inhaltsbezogenen  Waren  kann  jedes  Zeichen  einen 
möglichen thematischen Inhalt beschreiben, solange sein tatsächlicher 
oder beabsichtigter Gebrauch nicht festgelegt ist (Urteil des BVGer B-
1759/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3.4 – Pirates of the Caribbean). 
Letzteres ist auch nicht nötig, da die internationale Klassifikation, nach 
der  die  Waren  und  Dienstleistungen  bei  der  Anmeldung  eingeteilt 
werden, ausschliesslich auf physische, äusserliche Merkmale abstellt 
und nicht  nach einer  inhaltlichen Präzisierung (z.B. Drucksachen für 
den  Gartenbau,  Fitnessvideofilme,  Kochbücher)  verlangt.  Die  inter-
nationale  Klassifikation  gestattet  und fördert  damit  unter  inhaltlichen 
Gesichtspunkten breitere Bezeichnungen als unter physischen. Unter 
anderem  aus  diesem  Grund  dürften  an  die  konkrete  Unter-
scheidungskraft  von Zeichen für  inhaltsbezogene Waren und Dienst-
leistungen keine übertriebenen Anforderungen zu stellen sein (Urteil 
des BVGer B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3.6 – Pirates of the 
Caribbean).  Das  Zeichen  muss  aber  zumindest  geeignet  sein,  die 
(inhaltsbezogenen)  Waren oder  Dienstleistungen im Sinne eines be-
trieblichen Herkunftshinweises zu individualisieren und von den Waren 
anderer  Unternehmen unterscheidbar  zu  machen,  was eine gewisse 
Originalität des Titels respektive des Zeichens voraussetzt (vgl. Urteil 
des BVGer B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3.5 – Pirates of the 
Caribbean). 

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Angesichts der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von "Paradies" 
als Titel von Publikationen in verschiedenen Bereichen (vgl. E. 5) ist  
"Paradies"  als  "Allerweltstitel"  und  insofern  als  Begriff,  dem  es  an 
Originalität mangelt, zu bezeichnen. Dementsprechend existieren auch 
zahlreiche Publikationen unter Verwendung des Begriffes "Paradies". 
Sie werden auch in Form von Filmen, Datenträgern und online unter 
das  schweizerische Publikum gebracht  (vgl. etwa die  Treffer  zu  den 
Suchanfragen  "Paradies"  unter  www.kornhausbibliotheken.ch, 
www.amazon.de  und  www.tagesanzeiger.ch).  Im Zusammenhang mit 
den  vorgenannten  inhaltsbezogenen  Waren  werden  die  betroffenen 
Verkehrskreise  daher  im  Zeichen  "Paradies"  weniger  einen  betrieb-
lichen  Herkunftshinweis  als  vielmehr  ohne  speziellen  Gedankenauf-
wand das Thema eines Werkes erkennen. 

7.
Die Beschwerdeführerin macht  im Weiteren unter  Hinweis  auf  einen 
Entscheid  des  Harmonisierungsamts  für  den  Binnenmarkt  geltend, 
dass  die  Marke  "Paradies"  in  der  Europäischen  Union  eingetragen 
worden  sei.  Es  entspreche  der  Lebenserfahrung,  dass  das 
Harmonisierungsamt  ebenso  kompetent  und  genau  rechtliche  Sach-
verhalte  prüfe  und  beurteile  wie  die  Schweizer  Behörden.  Darum 
dürften Entscheide aus der EU nicht leichthin unbeachtet werden.

Ausländische  Entscheide  haben  nach  ständiger  Praxis  keine  prä-
judizielle  Wirkung.  In  Zweifelsfällen  kann  jedoch  die  Eintragung  in 
Ländern  mit  ähnlicher  Prüfungspraxis  ein  Indiz  für  die  Eintragungs-
fähigkeit sein (Urteile des BVGer B-498/2008 vom 23. Oktober 2008 E. 
5  –  Sprühflaschen,  und  B-6291/2007  vom  28.  Mai  2008  E.  9  – 
Corposana). Angesichts des klaren Gemeingutcharakters der strittigen 
Marke hat die ausländische Voreintragung indessen keine Indizwirkung 
für  die  Schweiz. Es  handelt  sich  nicht  um einen Grenzfall,  bei  dem 
allenfalls der Blick in die ausländische Prüfungspraxis den Ausschlag 
für  die Eintragung geben könnte (Urteil  des BVGer B-498/2008 vom 
23. Oktober  2008 E. 5 – Sprühflaschen,  mit  Verweis u.a. auf  Urteile 
des BVGer B-7427/2006 vom 9. Januar 2008 E. 8 – Chocolat  Pavot 
[fig.], und B-7407/2006 vom 18. September 2007 E. 8 – Toscanella).

Die Beschwerdeführerin kann daher aus der Eintragung des Zeichens 
"Paradies"  in  der  Europäischen  Union  nichts  zu  ihren  Gunsten  ab-
leiten.

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8.
Schliesslich  verweist  die  Beschwerdeführerin  auf  verschiedene  Vor-
eintragungen (CH-Marke Nr. 483'188 – Himmel auf Erden, Nr. 579'198 
– Paradis Eden und CH-Marke Nr. 578'838 – Bizarr-Paradies).

8.1 Nachdem feststeht,  dass  die  Vorinstanz  das  Zeichen  "Paradies" 
hinsichtlich der hier noch strittigen Waren bundesrechtskonform dem 
Gemeingut  zugeordnet  hat,  kann  mit  der  Rüge,  das  Gleich-
behandlungsgebot (Art. 8 BV, SR 101) sei verletzt worden, nur noch 
die Gleichbehandlung im Unrecht verlangt werden. Nach der bundes-
gerichtlichen  Rechtsprechung  wird  der  Anspruch  auf  Gleich-
behandlung  im  Unrecht  ausnahmsweise  anerkannt,  wenn  eine 
ständige gesetzwidrige Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vor-
liegt und die Behörde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht 
von dieser Praxis abzuweichen gedenke (Urteil  des BGer 4A.5/2004 
vom 25. November 2004 E. 4.3 – Firemaster, mit Verweis auf BGE 127 
I 1 E. 3a; Urteile des BVGer B-3650/2009 vom 12. April 2010 E. 6.1 – 
5 am Tag, und B-7412/2006 vom 1. Oktober 2008 E. 10 – Afri-Cola).

Die Anwendung des Gleichbehandlungsgrundsatzes hängt davon ab, 
ob  das  zu  beurteilende  Zeichen  in  Bezug  auf  die  beanspruchten 
Waren und Dienstleistungen und in Bezug auf den Zeichenaufbau mit 
anderen  eingetragenen  Marken  vergleichbar  ist  (vgl.  Urteile  des 
BVGer B-1611/2007 vom 7. Oktober 2008 E. 7 – Laura Biagiotti Aqua 
di Roma [fig], und B-990/2009 vom 27. August 2009 E. 8.1 – Biotech 
Accelerator).

8.2 Die zum Vergleich herangezogenen Zeichen "Bizarr-Paradies" und 
"Paradis Eden" sind anders, nämlich mit einem zusätzlichen Bestand-
teil, gebildet worden und daher grundsätzlich als nicht mit dem hinter-
legten  Zeichen  vergleichbar  anzusehen  (vgl.  Urteil  des  BVGer  B-
1580/2008 vom 19. Mai 2009 E. 5.2 – A – Z). Bei der Marke "Himmel 
auf  Erden",  welche teilweise für  ähnliche Waren eingetragen worden 
ist,  scheitert  die  nötige  Vergleichbarkeit  mit  dem  strittigen  Zeichen 
schliesslich daran, dass die beiden Zeichen zwar thematisch verwandt 
sind,  jedoch  eine  unterschiedliche  Anzahl  gänzlich  unterschiedlicher 
Wörter  verwendet  werden  (vgl.  Urteil  des  BVGer  B-3650/2009  vom 
12. April 2010 E. 6.1 – 5 am Tag).

Die Berufung auf  den Gleichbehandlungsgrundsatz schlägt  daher im 
vorliegenden Fall fehl. 

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9.
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  das  strittige  Zeichen 
"Paradies" in Bezug auf die hier noch strittigen Waren Gemeingut im 
Sinne von Art. 2 Bst. a MSchG darstellt.  Die Vorinstanz hat die Aus-
dehnung des Schutzbereichs der IR-Marke Nr. 784'022 "Paradies" in-
sofern zu Recht zurückgewiesen (Art. 5 Abs. 1 MMP i.V.m. Art. 6quinquies 

Bst. B Ziff. 2 PVÜ).

Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist abzu-
weisen.

10.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem 
geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Die  Gerichtsgebühren 
sind nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozess-
führung und finanzieller Lage der Parteien zu bestimmen (Art.  63 Abs. 
4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht, 
VGKE,  SR  173.320.2).  Bei  Markeneintragungen  geht  es  um  Ver-
mögensinteressen. Die Gerichtsgebühr bemisst sich folglich nach dem 
Streitwert (Art. 4 VGKE). Die Schätzung des Streitwertes hat sich nach 
Lehre  und  Rechtsprechung  an  Erfahrungswerten  aus  der  Praxis  zu 
orientieren, wobei bei eher unbedeutenden Zeichen grundsätzlich ein 
Streitwert  zwischen  Fr.  50'000.– und  Fr.  100'000.– angenommen 
werden darf (BGE 133 III 490 E. 3.3 – Turbinenfuss, mit Hinweisen). 
Von diesem Erfahrungswert  ist  auch im vorliegenden Verfahren aus-
zugehen.  Es  sprechen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  für  einen 
höheren oder niedrigeren Wert der strittigen Marke.

Eine Parteientschädigung ist  der  unterliegenden Beschwerdeführerin 
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.– werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'500.– verrechnet. 

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3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref.-Nr. IR 784022; Gerichtsurkunde)
- das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  EJPD  (Ge-

richtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Vera Marantelli Kathrin Bigler

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt 
werden (Art. 72 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. 
Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer 
Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Begehren,  deren  Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 5. November 2010

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