# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6292b43b-c22f-5dbf-ac90-5f8e8811a9e5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.05.2016 SB150433
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150433_2016-05-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer   
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150433-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

L. Chitvanni und Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie der  

Gerichtsschreiber lic. iur. P. Rietmann 

Urteil vom 2. Mai 2016 

 

in Sachen  

 
A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  

vertreten durch Staatsanwalt MLaw C. Hüsser  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht, vom  
2. Juni 2015 (GG140022) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 23. September 

2014 (Urk. 17) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil und Verfügung der Vorinstanz: 
(Urk. 47) 

"Das Einzelgericht erkennt und verfügt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Be-

amte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à CHF 160.–  

(entsprechend CHF 12'800.–) sowie einer Busse von CHF 3'800.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 24 Tagen. 

4. Auf den Antrag des Beschuldigten betreffend allfällige Zivilforderungen wird nicht ein-

getreten. 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 2'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 1'800.–  Kosten für die Untersuchung 

CHF 3'800.00  Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Strafuntersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschul-

digten auferlegt. 

7. (Mitteilungen.) 

8. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 87 S. 2): 

1. Der Beschuldigte sei freizusprechen. 

2. Die Kosten der Untersuchung und des erst- sowie des zweitinstanzlichen 

Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

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3. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung nach Massgabe 

der eingereichten Honorarnote zuzusprechen. 

b) der Staatsanwaltschaft (Urk. 55, schriftlich): 

Verzicht auf Antragsstellung. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

Mit Urteil und Verfügung der Vorinstanz vom 2. Juni 2015 wurde der Beschuldigte 

der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 

Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 

Fr. 160.– sowie mit einer Busse von Fr. 3'800.– bestraft. Der Vollzug der Geldstra-

fe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Auf den Antrag 

des Beschuldigten, allfällige Forderungen der Zivilklägerschaft seien abzuweisen 

bzw. eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen, wurde nicht eingetreten 

(Urk. 47). 

Am 11. Juni 2015 liess der Beschuldigte fristgerecht Berufung anmelden 

(Urk. 42). Das begründete Urteil wurde ihm am 28. September 2015 zugestellt 

(Urk. 45/2). Mit Schreiben vom 16. Oktober 2015 liess der Beschuldigte innert der 

20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungserklärung erstatten 

(Urk. 49). Mit Schreiben vom 29. Oktober 2015 verzichtete die Staatsanwaltschaft 

innert gesetzter Frist auf Anschlussberufung (vgl. Urk. 55). 

Auf Nachfrage der Verfahrensleitung verzichtete STA MLaw C. Hüsser mit E-Mail 

vom 20. November 2015 auf eine Teilnahme an der Berufungsverhandlung 

resp. ersuchte um entsprechende Dispensation. Er kündigte an, sich am weiteren 

Verfahren nicht aktiv zu beteiligen (Urk. 60/2). 

Mit Schreiben vom 4. Dezember 2015 liess der Beschuldigte Beweisanträge stel-

len und die Einvernahmen von B._____, C._____, D._____ und E._____ beantra-

gen. Weiter sei STA Hüsser zu verpflichten, an der Berufungsverhandlung per-

sönlich teilzunehmen. Eventualiter sei er aufzufordern, zuhanden des Obergerich-

tes vor der Berufungsverhandlung zu bestätigen, welche Befürchtungen B._____ 

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nach der Zeugeneinvernahme vom 25. August 2014 hinsichtlich der Verwendung 

ihrer Aussagen und einer allfälligen Reaktion von F._____ geäussert habe 

(Urk. 63). 

Mit Schreiben vom 21. Dezember 2015 nahm STA Hüsser zu den Beweis-

anträgen Stellung und beantragte im Wesentlichen deren Abweisung. Er führte 

weiter aus, woran er sich im Rahmen der Zeugeneinvernahme von B._____ noch 

erinnern könne (vgl. Urk. 67). 

Mit Schreiben vom 4. Februar 2016 liess der Beschuldigte an seinen bisherigen 

Beweisanträgen festhalten und eine Stellungnahme zum Schreiben von 

STA Hüsser vom 21. Dezember 2015 einreichen (Urk. 72). 

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl. Urk. 76) wurden die Beweisan-

träge des Beschuldigten mit Präsidialverfügung vom 8. März 2016 abgewiesen 

(Urk. 79). 

Die Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldigte und sein Verteidiger er-

schienen, fand am 2. Mai 2016 statt (Prot. II S. 8 ff.). 

II. Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

Nach Art. 399 Abs. 4 StPO kann die Berufung auf einzelne Urteilspunkte ein-

geschränkt werden. Eine isolierte Anfechtung des Schuldpunktes ist indes nicht 

möglich: Bei einem Antrag auf Freispruch gelten für den Fall der Gutheissung au-

tomatisch auch die mit der Tat untrennbar zusammenhängenden Folgepunkte des 

Urteils (z.B. Kostenfolgen) als angefochten, also alle Punkte nach Art. 399 

Abs. 4 lit. b - g StPO. Bestätigt das Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die 

weiteren Urteilspunkte – soweit nicht explizit angefochten – nicht zu überprüfen 

(vgl. Schmid, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2013, N 18 zu Art. 399 

StPO; Eugster, in: Basler Kommentar zur StPO, Basel 2014, N 7 zu Art. 399 

StPO). 

Der Beschuldigte beschränkte die Berufung in der Berufungserklärung vom 

16. Oktober 2015 nicht, sondern focht das vorinstanzliche Urteil "in seiner Ge-

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samtheit" an (Urk. 49 S. 3). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte er 

gleichwohl, dass das Nichteintreten auf seinen Antrag betreffend Zivilforderungen 

(Disp. Ziff. 4) sowie die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Disp. Ziff. 5) nicht an-

gefochten seien (Prot. II S. 9). Die Rechtskraft dieser beiden Dispositiv-Ziffern ist 

vorab mittels Beschluss festzustellen. 

2. Beweisanträge 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte die bereits 

vorgängig gestellten Beweisanträge auf Einvernahmen von B._____, C._____, 

D._____ und E._____ (Prot. II S. 9). 

Grundsätzlich beruht das Rechtsmittelverfahren auf Beweisen, die im Vor-

verfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 

Abs. 1 StPO). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag 

einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). Der 

massgebliche Zeitpunkt für Beweisanträge ist grundsätzlich die Berufungser-

klärung (vgl. Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO). Drängen sich aus dem weiteren Verfah-

rensablauf noch zusätzliche Beweisabnahmen auf, sind diese indes zulässig 

(vgl. Schmid, Praxiskommentar StPO, a.a.O., N 13 zu Art. 399 StPO). 

Wie zu zeigen sein wird, konnte darauf verzichtet werden, den Beweisanträgen 

des Beschuldigten stattzugeben (vgl. unten Ziff. 5.2.). 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, am 14. Juni 2013, 

ca. 21.00 Uhr, im Rahmen einer Ticketkontrolle in der S6 nach Zürich HB kurz vor 

der Station Küsnacht Goldbach ein bereits benütztes und damit ungültiges Ticket 

verwendet zu haben. Die Kontrollorgane hätten dies bemerkt und vom Beschul-

digten dessen Halbtax-Abonnement oder einen anderen Ausweis verlangt. Der 

Beschuldigte sei dieser Aufforderung nicht genügend nachgekommen, sondern 

habe den Zug im Bahnhof Küsnacht Goldbach trotz noch nicht zu Ende geführter 

Ticketkontrolle verlassen und habe versucht, die weiterhin andauernde Ticket-

kontrolle durch sein Weggehen zu verhindern. 

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Der Securitas-Mitarbeiter G._____, welcher zur Unterstützung der Kontrolleure im 

Allgemeinen in Uniform vor Ort anwesend gewesen sei, habe sich dem Beschul-

digten auf dem Perron in den Weg gestellt und diesen aufgefordert, stehen zu 

bleiben. Als der Beschuldigte dieser Aufforderung nicht nachgekommen und an 

G._____ vorbeigegangen sei, habe G._____ den Beschuldigten überholt und sei 

vor diesen gestanden, worauf der Beschuldigte ihn mit beiden Händen gegen den 

Oberkörper zur Seite in Richtung des weniger als einen Meter nebenan abfahren-

den Zuges gestossen habe. G._____ habe kurz das Gleichgewicht verloren, ohne 

jedoch in Richtung des abfahrenden Zuges bzw. auf das Gleis zu fallen. In der 

Folge sei der Beschuldigte durch die anwesenden Securitas-Mitarbeiter bis zum 

Eintreffen der avisierten Transportpolizei kurzfristig festgehalten worden, wobei 

der Beschuldigte sich weiterhin geweigert habe, sich auszuweisen, gegenüber 

G._____ die Faust erhoben gehalten und gesagt habe, er solle aufpassen (Urk. 

17). 

2. Standpunkt des Beschuldigten während der Untersuchung und vor Vorinstanz 

Der Beschuldigte widersprach dem Anklagevorwurf in der Untersuchung und vor 

Vorinstanz. Er machte im Wesentlichen geltend, er habe der Ticketkontrolle Folge 

geleistet und sein Ticket sowie das Halbtaxabonnement gezeigt. Der Kontrolleur 

habe ihm jedoch gleichwohl eine Busse geben wollen, weil er das Gefühl gehabt 

habe, das Ticket sei nicht gültig. Weil er, der Beschuldigte, jedoch davon ausge-

gangen sei, dass sein Ticket gültig sei, sei er einfach weiter gegangen. Er habe 

niemanden bedroht, angegriffen oder gestossen (vgl. Urk. 3/1). 

3. Vorinstanzliche Urteilsbegründung 

Die Vorinstanz kam nach eingehender Darstellung und Würdigung der Aussagen 

des Beschuldigten, der Securitas-Mitarbeiter G._____ und H._____ sowie der 

SBB-Kontrolleure F._____, B._____ und I._____ im Wesentlichen zum Schluss, 

der angeklagte Sachverhalt sei grundsätzlich erstellt. Nicht erstellen lasse sich 

einzig, dass der Beschuldigte G._____ mit beiden Händen gestossen habe, wes-

halb bloss von einem Stoss mit einer Hand bzw. von einem etwas weniger inten-

siven Stoss auszugehen sei. Weiter sei nicht erstellt, dass der Beschuldigte ge-

genüber G._____ die Faust erhoben habe, wobei jedoch erstellt sei, dass er ge-

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genüber G._____ eine warnende Geste, ein "Obacht" gemacht habe, was heisse: 

"Passen Sie auf, was Sie sagen oder machen!" (Urk. 47 S. 41). Letzteres stelle 

jedoch keine Drohung dar (Urk. 47 S. 50). 

4. Standpunkt des Beschuldigten im Berufungsverfahren 

Mit der Berufung wiederholt der Beschuldigte seinen bisherigen Standpunkt und 

macht im Wesentlichen geltend, er habe sich gutgläubig von der Kontrolle ent-

fernt. Zudem habe er G._____ weder geschubst noch bedroht. 

Der Verteidiger des Beschuldigten hielt in seinem Plädoyer fest, die durch die 

Kontrolleure C._____ und D._____ vorgenommene Kontrolle sei durch den unzu-

ständigen F._____ unterbrochen worden, welcher den Beschuldigten herablas-

send und schikanös behandelt habe, weshalb der Beschuldigte die Situation habe 

verlassen wollen. Auf dem Perron sei der Beschuldigte weiter von F._____ be-

drängt worden, wobei ihm dieser das Halbtax-Abonnement habe wegnehmen wol-

len, um ihn noch weiter zu demütigen. Hierauf habe F._____ die Securitas-

Mitarbeiter G._____ und H._____ auf den Beschuldigten gehetzt, welche diesen 

ruckartig zurück gerissen und gegen einen Gitterzaun geschleudert hätten. 

G._____ habe dem Beschuldigten den Arm auf den Rücken gedreht und dessen 

Handgelenk herum gedreht. F._____ hätte sich hierauf dem Beschuldigten bis auf 

wenige cm angenähert und ihm eine Drohung mitten ins Gesicht geschrien. Die 

Beteiligten hätten nun bemerkt, dass sie viel zu weit gegangen seien. F._____ 

habe D._____ und C._____ in der Folge eingeredet, dass der Beschuldigte je-

manden gestossen habe. Zudem habe F._____ eine Besprechung organisiert, an-

lässlich welcher man sich auf einen Tatablauf geeinigt und sich diesen notiert ha-

be (Urk. 87 S. 2 ff.) 

Zu den Beweisanträgen bringt die Verteidigung im Wesentlichen vor, die Vor-

instanz habe die Aussagen von B._____ nicht korrekt interpretiert. Nur eine Be-

fragung durch das Obergericht lasse die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von 

B._____ und die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu (Urk. 63 S. 3). 

Weiter seien C._____ und D._____ zum Sachverhalt zu befragen. Die beiden sei-

en am besagten Abend die Kontrolleure gewesen, welche die Stichkontrolle des 

Beschuldigten im Zug durchgeführt hätten. Diese seien zu den Umständen rund 

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um die Erstellung der "ESI Meldung" und zum Sachverhalt bzw. zu ihren Wahr-

nehmungen zu befragen. Dies gelte umso mehr, als vorliegend widersprüchliche 

Aussagen der bisher befragten Zeugen vorlägen (Urk. 63 S. 4 f.). 

Sodann sei E._____ zum Zeitpunkt des Vorfalls persönlich anwesend gewesen 

und könne sachdienliche Hinweise zum Vorfall liefern und die Aussagen des Be-

schuldigten bestätigen, wonach er keine Gewalt angewandt und keine Drohungen 

ausgesprochen habe (Urk. 63 S. 5). 

Und letztlich sei die Erklärung von STA Hüsser vom 21. Dezember 2015 (Urk. 67) 

zu den Akten zu nehmen, wonach B._____ nach ihrer Einvernahme ihre Besorg-

nis betreffend Repressalien von F._____ zum Ausdruck gebracht habe. B._____ 

habe den Beschuldigten klar entlastet (Urk. 72 S. 2). 

5. Würdigung 

Die Vorinstanz legte die Grundsätze der Beweiswürdigung, die Aussagen der be-

fragten Personen sowie die rechtlichen Grundlagen detailliert und sorgfältig dar. 

Auf ihre zutreffenden Ausführungen kann zur Vermeidung von Wiederholungen 

vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. 47 S. 6 ff. und 

S. 43 ff.). Die nachfolgenden Erwägungen verstehen sich als Hervorhebungen 

sowie Präzisierungen: 

5.1. Vereitelung der Kontrolle 

Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte am Tattag ein Ticket von seinem 

Wohnort … nach Basel und zurück gelöst hatte. Dieses war jedoch nach der Hin- 

und Rückfahrt entwertet. Für eine erneute Zugfahrt war es nicht mehr gültig, auch 

wenn es am selben Tag und auf der zuvor gelösten Strecke vorgewiesen wurde. 

Dem Beschuldigten wurde durch die Kontrolleure mitgeteilt, dass sein  

Ticket nicht mehr gültig sei. Der Beschuldigte teilte diese Auffassung nicht und 

wollte sich von der Kontrolle entfernen, obwohl ihn die Kontrolleure erkennbar 

nicht gehen lassen wollten. In der polizeilichen Einvernahme vom 8. September 

2013 bezeichnete er es als Fehler, dass er einfach davongelaufen sei. "Aber ich 

war wirklich der Meinung, dass mein Ticket gültig ist." (Urk. 3/1 S. 2 f., vgl. 

Urk. 4/1 S. 6). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung erachtete er es als Feh-

ler, dass er nicht erkannt habe, dass sein Ticket ungültig gewesen sei (Urk. 86 

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S. 6 und S. 10). Gegenüber der Polizei räumte er zudem ein, dass der Kontrolleur 

durch dieses Verhalten die Kontrolle nicht beenden und weder eine Busse aus-

stellen noch die Personalien aufnehmen konnte (Urk. 3/1 S. 3).  

Mit der Vorinstanz ist festzuhalten (Urk. 47 S. 47), dass sich der Beschuldigte mit 

diesem eingestandenen, aktiven Verhalten der Hinderung einer Amtshandlung 

i.S.v. Art. 286 StGB schuldig machte.  

Dass aus dem bei den Akten befindlichen Einsatzplan ersichtlich wird, dass 

F._____ an jenem Tag nicht als Teamleader im Einsatz stand (vgl. z.B. Urk. 88/2), 

wie von F._____ und H._____ zu Protokoll gegeben wurde, ändert daran nichts. 

Nur weil F._____ nicht Teamleader war, ist – entgegen der Verteidigung – nicht 

davon auszugehen, dass die Kontrolle durch das Hinzutreten einer nicht zustän-

digen Person unterbrochen worden wäre und dass der Beschuldigte hierdurch le-

gitimiert gewesen wäre, sich der Kontrolle zu entziehen und sich aus dem Zug zu 

entfernen. Es ist nicht wesentlich, welchem Team F._____ an jenem Abend an-

gehörte. Dass ein anwesender Kontrolleur ein anderes Team, das sich in der Nä-

he befindet und im Rahmen einer Kontrolle auf Schwierigkeiten stösst, unterstützt, 

ist nicht weiter ungewöhnlich. 

Soweit die Verteidigung sinngemäss einen Irrtum geltend macht und vorbringt, 

der Beschuldigte sei, im Zeitpunkt als er sich von der Kontrolle entfernte, davon 

ausgegangen, sein Ticket sei gültig (vgl. Urk. 37 S. 3), macht sie damit einen 

Rechtsirrtum i.S.v. Art. 21 StGB geltend. Ein solcher Rechtsirrtum ist dann be-

achtlich, wenn er unvermeidbar ist. Nachdem dem Beschuldigten jedoch von den 

Kontrolleuren und mithin von den zuständigen Behörden mitgeteilt wurde, dass 

sein Ticket ungültig sei, konnte er nicht mehr von dessen Gültigkeit ausgehen. 

Zudem hätte er sich auch mit einem gültigen Ticket kontrollieren lassen müssen 

bis sich der Kontrolleur von der Gültigkeit genügend vergewissern konnte. Es lag 

nicht im Belieben des Beschuldigten, über die Art und Dauer der Kontrolle zu be-

finden. Selbst wenn F._____ sich gegenüber dem Beschuldigten herablassend 

und schikanös verhalten hätte, wie es der Beschuldigte geltend macht, wovon 

aber nicht ausgegangen werden kann, hätte er sich der Kontrolle nicht entziehen 

dürfen. Auch wenn der Beschuldigte ausführen liess, F._____ habe ihm das Halb-

tax-Abonnement auf der Plattform abnehmen wollen, um ihn weiter zu demütigen, 

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obwohl der Beschuldigte gar nicht zur Herausgabe verpflichtet gewesen sei (Urk. 

87 S. 3), ist anzumerken, dass der Beschuldigte sehr wohl verpflichtet war, sein 

Halbtax-Abonnement auf Verlangen auszuhändigen, damit seine Personalien ge-

prüft bzw. aufgenommen hätten werden können. Der Beschuldigte hat im Verlauf 

der Untersuchung ja eingestanden, dass er durch sein Verhalten die Feststellung 

seiner Personalien verhindert habe (Urk. 3/1 S. 3) 

5.2. Schubsen/Rempeln 

Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass die Aussagen der Securitas-

Mitarbeiter G._____ und H._____ sowie des SBB-Kontrolleurs F._____ überein-

stimmend, realitätsnah und plausibel sind. Auf die entsprechende Würdigung der 

Vorinstanz kann vollumfänglich verwiesen werden (vgl. Urk. 47 S. 27). Gestützt 

auf die insgesamt glaubhaften Ausführungen ist davon auszugehen, dass die 

Kontrolleure und Securitas dem Beschuldigten nach dessen Aussteigen folgten 

und ihn aufforderten, stehen zu bleiben. Der Beschuldigte ignorierte sie jedoch 

und ging erst recht weiter (so auch die Verteidigung, vgl. Urk. 37 S. 4, ebenso die 

Zeugin B._____, vgl. Urk. 4/4 S. 3 f.). 

G._____, H._____ und F._____ führten in der Folge übereinstimmend und glaub-

haft aus, dass sich G._____ dem Beschuldigten in den Weg gestellt habe und von 

diesem überholt worden sei. Hernach habe sich G._____ dem Beschuldigten ein 

zweites Mal in den Weg gestellt, worauf dieser G._____ geschubst bzw. gestos-

sen habe (vgl. Urk. 3/2 S. 11, Urk. 3/3 S. 3, Urk. 4/2 S. 5, Urk. 4/3 S. 3, Prot. I S. 9 

f.).  

Dass sich alle involvierten Personen zusammengeschlossen haben könnten, um 

auf der Basis von im Anschluss an den Vorfall gemeinsam erarbeiteten Bespre-

chungsnotizen Vorwürfe gegen den Beschuldigten zu erheben, um sich selbst 

gegenüber Vorwürfen des Beschuldigten zu schützen, ist nicht glaubhaft. Die von 

der Verteidigung in diesem Zusammenhang geltend gemachten stereotypen, 

wortwörtlich rezitierten, vereinbarten und auswendiggelernten Phrasen (Urk. 87 S. 

8 ff.) sind nicht auszumachen. Selbst wenn die Wortwahl mehrerer Beteiligter in 

verschiedenen Einvernahmen teilweise gleich oder ähnlich ausgefallen ist, mehre-

re Beteiligte von "der weissen Linie" am Perron oder von einem Schubsen 

"in Richtung des abfahrenden Zuges" gesprochen haben und F._____ und 

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H._____ fälschlicherweise übereinstimmend F._____ als Teamleader bezeichne-

ten, kann aufgrund solcher Umstände nicht von einer Absprache der Beteiligten 

ausgegangen werden (vgl. Urk. 87 S. 8). Dass die Beteiligten im Anschluss an 

den Vorfall über diesen gesprochen haben und auch gemeinsam eine Notiz zu-

handen der Transportpolizei erstellt wurde, ist nicht weiter verwunderlich. Wenn 

die Verteidigung im Übrigen darauf hinweist, die übereinstimmenden Entfer-

nungsangaben von G._____ und F._____ (hinsichtlich der Entfernung von 50 cm 

zwischen G._____ und Perronkante) würden ebenfalls zeigen, dass eine Abspra-

che vorliege (Urk. 87 S. 9), ist darauf hinzuweisen, dass selbst die Zeugin 

B._____, welche von der Verteidigung als Entlastungszeugin aufgeführt wird, 

festhielt, dass dieser Abstand 50 cm betragen habe (Urk. 4/4 S. 5). Der Beschul-

digte hat im Übrigen auch keine Anzeige gegen die weiteren Beteiligten erhoben, 

sodass nicht festgehalten werden kann, dass sich diese durch falsche Anschuldi-

gungen gegen dessen Vorwürfe schützen müssten.  

Soweit die Verteidigung die erneute Einvernahme der Zeugin B._____ beantragt, 

weil diese den Beschuldigten entlaste (Urk. 63 S. 2 f.; Urk. 87 S. 12 ff.), ist darauf 

hinzuweisen, dass die Zeugin Folgendes zu Protokoll gab: Sie seien in Küss-

nacht/Goldbach ausgestiegen. "Dort hat er den Securitas [gemeint: G._____] ge-

schubst." (Urk. 4/4 S. 3, in der Kopfzeile fälschlicherweise als Einvernahme von 

F._____ bezeichnet). Im Verlaufe der Einvernahme räumte sie ein, sie sei auf der 

Plattform im Inneren des Zuges gestanden. Sie wisse nicht genau, wo das 

Schubsen stattgefunden habe. Auf die Frage: "Haben Sie das Schubsen selber 

gesehen?" antwortete sie: "Nein." Das Schubsen habe sie von den anderen Kol-

legen vor Ort gehört. Sie sei als Letzte ausgestiegen (Urk. 4/4 S. 3). Gleichwohl 

erklärte sie kurz darauf, sie habe einmal gesehen, wie der Beschuldigte den 

Securitas geschubst habe, als dieser ihn habe aufhalten wollen. Sie sei auf der 

linken Seite des Securitas gestanden. Dabei habe sie den Zug bereits verlassen. 

Als sie im Zug gewesen sei, habe sie gesehen, wie er den Securitas leicht ge-

schubst habe. Als sie nach draussen gegangen sei, habe sie ein weiteres Schub-

sen des Securitas gesehen, als der Beschuldigte aufgehalten worden sei (Urk. 4/4 

S. 4). Für sie sei keiner dieser Schubser gefährlich gewesen. "Eines (das Schub-

sen) war im Innern des Zuges und das andere war draussen. Beim zweiten 

Schubsen war der Securitas ca. einen halben Meter vom Gleis entfernt. Es hat 

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dort ein Mäuerchen. Zudem hat Herr A._____ den Securitas nicht direkt ge-

schubst, sondern vielmehr angerempelt." (Urk. 4/4 S. 5). Das letzte Schubsen sei 

nicht mit den Händen gewesen. Es sei ein Anrempeln mit der Schulter des Be-

schuldigten gegen die Schulter des Securitas gewesen. Der Securitas sei ca. ei-

nen halben Meter vom Gleis entfernt gewesen (Urk. 4/4 S. 5). 

Mit der Vorinstanz sind die Aussagen der Zeugin B._____ als schwammig zu be-

zeichnen. Gleichwohl decken sie sich im Kern mit jenen von G._____, H._____ 

und F._____: Während Letztere ein Schubsen beschreiben, wird dieselbe Hand-

lung von der Zeugin B._____ als Rempeln gewertet. Gemeint ist letztlich derselbe 

Lebensvorgang, nämlich dass G._____ dem Beschuldigten im Weg stand, um ihn 

anzuhalten, und dieser G._____ wegdrängte, um sich der Kontrolle zu entziehen. 

So führte auch G._____ bei der Polizei aus, er vermute, der Beschuldigte habe 

ihn einfach aus dem Weg haben wollen (Urk. 3/2 S. 2, Urk. 4/2 S. 6, ebenso der 

Zeuge F._____ in Urk. 3/3 S. 4). Unter diesen Umständen liegen – entgegen der 

Ansicht der Verteidigung – keine widersprechenden Aussagen vor, sondern im 

Kern übereinstimmende Aussagen, welche sich im Wesentlichen hinsichtlich Vor-

gehen bzw. Intensität und Gefährdung unterscheiden. 

Gestützt auf die für den Beschuldigten diesbezüglich vorteilhafteren Aussagen der 

Zeugin B._____ ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte den Securitas-

Mitarbeiter G._____ lediglich anrempelte und nicht mit den Händen wegstiess, als 

sich dieser ihm in den Weg stellte. Von einem Anrempeln mit der Schulter scheint 

selbst die Verteidigung auszugehen (Urk. 87 S. 13 und S. 16). Nicht erstellt wer-

den kann, dass G._____ dabei konkret in Gefahr war, auf die Geleise des abfah-

renden Zuges bzw. in dessen Richtung zu fallen, zumal auch G._____ davon 

ausging, dass der Beschuldigte ihn nicht habe unter den Zug werfen wollen (vgl. 

Urk. 2/2 S. 2). Unter diesen Umständen konnte darauf verzichtet werden, die 

Zeugin B._____ erneut anlässlich der Berufungsverhandlung zu befragen. Sie be-

schrieb das Rempeln weiter als ungefährlich (Urk. 4/4 S. 5), wovon zu Gunsten 

des Beschuldigten auszugehen ist. In der Folge wurde der Beschuldigte festge-

halten, wobei er sich weiterhin weigerte, sich auszuweisen (vgl. Urk. 4/1 S. 4). 

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Angesichts der übereinstimmenden Aussagen eines Rempelns des Beschuldigten 

gegen G._____ erscheint es nicht erforderlich, die von der Verteidigung weiter 

beantragten Zeugen C._____, D._____ und E._____ einzuvernehmen. 

In rechtlicher Hinsicht nahm die Vorinstanz eine sorgfältige und in allen Teilen zu-

treffende Würdigung vor, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 47 

S. 43 ff.). Wie ein Stoss erfüllt auch ein absichtliches Rempeln mit der Schulter 

den Tatbestand der Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 StGB (vgl. zum Stoss z.B. BGE 117 

IV 14; BGE 134 IV 189). Vorliegend beging der Beschuldigte mit dem Rempeln 

vorsätzlich eine Tätlichkeit gegen G._____, um dessen Ausweiskontrolle und An-

haltung des Beschuldigten im Rahmen einer Amtshandlung zu vereiteln. Er erfüll-

te damit den Tatbestand von Art. 285 Ziff. 1 StGB. 

Zudem erfüllte er den Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung ein weiteres 

Mal, indem er sich erneut weigerte, sich auszuweisen. So hielt das Bundesgericht 

in BGE 124 IV 127 fest, die klare Verweigerung des Vorzeigens der Ausweise 

müsse immer nach Art. 286 StGB bestraft werden und stelle keine erlaubte Form 

der Selbstbegünstigung dar (vgl. a.a.O., E. 3 cc). 

5.3. Fazit 

Es ist erstellt, dass der Beschuldigte sich vorsätzlich der laufenden Kontrolle  

entzog, indem er trotz entsprechender Rufe weglief. Als sich G._____ ihm in den 

Weg stellte, um ihn aufzuhalten, lief er zunächst an diesem vorbei, worauf sich 

G._____ ihm ein weiteres Mal in den Weg stellte. Der Beschuldigte rempelte in 

der Folge G._____ vorsätzlich mit der Schulter an, um sich weiterhin der Kontrolle 

entziehen zu können. Das Verhalten des Beschuldigten war stets darauf ausge-

richtet, sich der Kontrolle zu entziehen, weshalb mit der Vorinstanz von einer 

Handlungseinheit auszugehen ist. 

Mit seinem Verhalten erfüllte der Beschuldigte die Tatbestände der Hinderung  

einer Amtshandlung i.S.v. Art. 286 StGB, der Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 StGB 

sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte i.S.v. Art. 285 Ziff. 1 

StGB. Letzterer Tatbestand konsumiert die übrigen genannten Tatbestände, wes-

halb der Beschuldigte mit der Vorinstanz der Gewalt und Drohung gegen Behör-

den und Beamte i.S.v. Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen ist. 

- 14 - 

IV. Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetzlichen Zu-

messungsregeln zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu vermei-

den, kann vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Urk. 47 S. 55 ff.).  

In objektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte sich hart-

näckig einer Ticketkontrolle widersetzte, indem er den Kontrolleuren davon lief 

und mehreren Aufforderungen, stehen zu bleiben und sich der Kontrolle zu unter-

ziehen, keine Folge leistete. Nachdem er am Securitas-Mitarbeiter  

G._____, welcher ihn aufzuhalten versuchte, ein erstes Mal vorbeilaufen konnte, 

rempelte er ihn beim zweiten Mal aus dem Weg, um sich der Kontrolle weiterhin 

zu entziehen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz bestand für G._____ in 

diesem Moment keine nahe Gefahr, auf die Geleise bzw. unter den abfahrenden 

Zug zu fallen. Gleichwohl offenbarte der Beschuldigte damit eine gewisse Rück-

sichtslosigkeit. In der Folge widersetzte er sich weiterhin den Anordnungen der 

Beamten und weigerte sich, einen Ausweis zu zeigen. Wie sich herausstellte, ver-

fügte der Beschuldigte über kein gültiges Ticket. Mit seinem über verhältnismäs-

sig lange Zeit andauernden Verhalten erschwerte er die Kontrolle massiv. Sein 

Verschulden ist innerhalb des Tatbestands als leicht zu werten. 

In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass sich der 

Beschuldigte zwar anfänglich durchaus im Recht gewähnt haben mag, wonach 

sein zuvor gekauftes Ticket weiterhin gültig sei (vgl. Urk. 47 S. 58). Nachdem ihm 

jedoch sein Irrtum bewusst gemacht worden war, versuchte er, sich den ent-

sprechenden Konsequenzen bzw. einer Busse zu entziehen. Mit der Vorinstanz 

erhöht der rein monetäre Beweggrund das Verschulden leicht. Hingegen wird das 

subjektive Verschulden entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht durch den Um-

stand gemindert, dass der Beschuldigte die Tat spontan beging. So erfolgt der 

Entschluss, einer Kontrolle keine Folge zu leisten, regelmässig erst ab dem Mo-

ment der Kenntnisnahme der Kontrolle. Zusammenfassend erhöht das subjektive 

Verschulden das objektive Tatverschulden leicht.  

- 15 - 

In Anbetracht des insgesamt leichten Verschuldens erscheint eine Einsatzstrafe 

von 60 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen.  

Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann auf die vor-

instanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 47 S. 60, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Heute führte er ergänzend aus, für die Miete seiner Wohnung bezahle er 

Fr. 2'335.– pro Monat. Sein Vermögen betrage ca. Fr. 1.1 Mio., sein Einkommen 

Fr. 7'000.– bis Fr. 8'000.– pro Monat. Mittlerweile sei er vollständig selbständig im 

Bereich Unternehmensberatung für Finanzinstitute tätig. Seine Frau sei Tanz-

pädagogin. Sein Sohn sei mittlerweile 23 Jahre alt und wohne in Österreich. Zu 

diesem habe er seit drei bis vier Jahren jedoch keinen Kontakt mehr (Urk. 86 

S. 1 ff.). 

Mit der Vorinstanz lassen sich aus dem Werdegang und der Vorstrafenlosigkeit 

keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten (vgl. Urk. 47 S. 60 f.).  

Die Vorinstanz nahm im Rahmen der Würdigung des Nachtatverhaltens eine 

leichte Straferhöhung an, weil der Beschuldigte selbst bei dem von ihm ein-

gestandenen Sachverhalt bis heute überhaupt keine Einsicht oder Reue zeige 

(Urk. 47 S. 61). Grundsätzlich korrekt ist, dass nach der bundesgerichtlichen Pra-

xis ein hartnäckiges Bestreiten als Zeichen fehlender Einsicht und Reue gewertet 

und im Rahmen der Strafzumessung straferhöhend berücksichtigt werden kann 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_765/2015 vom 3. Februar 2016, 

6B_162/2011, E. 6.3.4., E. 7.4 m.w.H., BGE 113 IV 56 E. 4.c, je mit Hinweisen). 

Der Beschuldigte gestand gleich zu Beginn der Untersuchung, vor der Kontrolle 

weggelaufen zu sein, wobei er sein Verhalten bagatellisierte und eine fehlende 

Kulanz der Kontrolleure für sein Handeln verantwortlich machte. Indes räumte er 

gleichzeitig ein, durch das Weitergehen einen Fehler gemacht zu haben (Urk. 3/1 

S. 2), womit er zumindest zu einem geringen Teil Einsicht zeigte. Im Rahmen der 

heutigen Berufungsverhandlung hielt er wiederholt fest, dass sein einziger Fehler 

gewesen sei, dass er nicht erkannt habe, dass sein Ticket ungültig gewesen sei 

(vgl. Urk. 86 S. 6 und S. 10) Unter diesen Umständen ist das Fehlen von Einsicht 

und Reue im vorliegenden Verfahren derart geringfügig, dass es nicht straferhö-

hend zu werten ist. Demgegenüber liegt hinsichtlich des Nachtatverhaltens kein 

- 16 - 

Geständnis oder kooperatives Verhalten bei der Aufklärung der Tat vor, welches 

die Strafverfolgung nennenswert erleichterte bzw. strafmindernd zu berücksichti-

gen wäre. 

In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint eine Geldstrafe von 

60 Tagessätzen dem Verschulden und eine Tagessatzhöhe von Fr. 160.– den ak-

tuellen persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten (vgl. Urk. 56) angemessen. 

Zum Vollzug kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 47 S. 64). Der Beschuldigte weist keine Vorstra-

fen auf, und es ist zu erwarten, dass ihm das vorliegende Verfahren Lehre genug 

sein wird, um sich in Zukunft wohl zu verhalten. Damit sind die Voraussetzungen 

von Art. 42 Abs. 1 StGB erfüllt, weshalb unter Bestätigung der Vorinstanz der 

Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung der minimalen Probezeit von zwei Jahren 

aufzuschieben ist. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen 

zu Fr. 160.– zu bestrafen. Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festzulegen.  

VI. Kosten- und Entschädigungen 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenregelung  

(Dispositivziffer 6) zu bestätigen. 

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. 

Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Ob-

siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung im Schuldpunkt vollumfänglich 

und obsiegt hinsichtlich der Sanktionshöhe zu einem relativ geringen Teil. Es 

rechtfertigt sich unter diesen Umständen die Kosten dem Beschuldigten voll-

umfänglich aufzuerlegen und ihm keine Prozessentschädigung zuzusprechen. 

- 17 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil und die Verfügung des Bezirksgerichts 

Meilen, Einzelgericht in Strafsachen, vom 2. Juni 2015 wie folgt in Rechts-

kraft erwachsen ist: 

"4. Auf den Antrag des Beschuldigten betreffend allfällige Zivilforderungen wird nicht  

eingetreten. 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 2'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 1'800.–  Kosten für die Untersuchung 

CHF 3'800.–  Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten." 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Gewalt und Drohung gegen Be-

hörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen  

à CHF 160.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 6) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.  

Über die weiteren Kosten stellt die Gerichtskasse Rechnung. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

- 18 - 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  

− das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei,  
Nussbaumstrasse 29, 3003 Bern 

− den Nachrichtendienst des Bundes, Eidg. Departement für  
Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, 3003 Bern 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 

8. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 2. Mai 2016 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. P. Rietmann 
 

 

	Urteil vom 2. Mai 2016
	 Anklage:
	Urteil und Verfügung der Vorinstanz: (Urk. 47)
	"Das Einzelgericht erkennt und verfügt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à CHF 160.–  (entsprechend CHF 12'800.–) sowie einer Busse von CHF 3'800.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 24 Tagen.
	4. Auf den Antrag des Beschuldigten betreffend allfällige Zivilforderungen wird nicht eingetreten.
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Strafuntersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. (Mitteilungen.)
	8. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei freizusprechen.
	2. Die Kosten der Untersuchung und des erst- sowie des zweitinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	3. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung nach Massgabe der eingereichten Honorarnote zuzusprechen.
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte
	Mit Urteil und Verfügung der Vorinstanz vom 2. Juni 2015 wurde der Beschuldigte der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 160.– sowie mit ...
	II. Prozessuales
	1. Umfang der Berufung
	2. Beweisanträge
	III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	1. Anklagevorwurf
	2. Standpunkt des Beschuldigten während der Untersuchung und vor Vorinstanz
	3. Vorinstanzliche Urteilsbegründung
	4. Standpunkt des Beschuldigten im Berufungsverfahren
	5. Würdigung
	5.1. Vereitelung der Kontrolle
	5.2. Schubsen/Rempeln
	5.3. Fazit

	IV. Strafzumessung
	VI. Kosten- und Entschädigungen
	Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenregelung  (Dispositivziffer 6) zu bestätigen.
	Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil und die Verfügung des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht in Strafsachen, vom 2. Juni 2015 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"4. Auf den Antrag des Beschuldigten betreffend allfällige Zivilforderungen wird nicht  eingetreten.
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten."
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen  à CHF 160.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 6) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.  Über die weiteren Kosten stellt die Gerichtskasse Rechnung.
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat

	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei,  Nussbaumstrasse 29, 3003 Bern
	 den Nachrichtendienst des Bundes, Eidg. Departement für  Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, 3003 Bern

	und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  allfälliger Rechtsmittel an
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	8. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.