# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc02d740-8561-5cd8-82a6-1258520c2b9c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.06.2008 D-3731/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3731-2008_2008-06-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3731/2008/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  J u n i  2 0 0 8

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang; 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A.___ ohne Nationalität, Palästinenser aus dem Libanon,
vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt, _,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3731/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

dass der Beschwerdeführer am 25. März 2008 ohne Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  er  dabei  im  Rahmen  der  Erstbefragung  vom 7.  April  2008  im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum Chiasso  und  der  Anhörung  nach 
Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
vom 22. Mai 2008 unter anderem angab, als Palästinenser im Lager 
(...) geboren zu sein (vgl. A1, S. 1),

dass  er,  nachdem  er  seit  seinem  elften  Lebensjahr  in  anderen 
Flüchtlingslagern im Libanon (...) gelebt habe, 2005 mit seiner Ehefrau 
und den beiden gemeinsamen Kindern  ins Lager  (...)  zurückgekehrt 
sei, wo er einen Coiffeursalon betrieben habe (vgl. A1, S. 2), 

dass während der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen der liba-
nesischen Armee und einer Terroristengruppe im Flüchtlingslager (...) 
im  Sommer  2007  das  Lager  zerstört  worden  sei  und  er  wie  die 
anderen Bewohner des Lagers - vermutlich von der Organisation für 
die Befreiung Palästinas (vgl. A19, S. 8) - eine Entschädigungssumme 
erhalten habe (vgl. A19, S. 8),

dass er sich nach der Zerstörung des Lagers (...) mit seiner Familie ins 
Flüchtlingslager  (...)  bei  Tripoli  begeben habe und nach Beendigung 
der  genannten  bewaffneten  Auseinandersetzung  von  den 
libanesischen  Behörden -  da  einige  Mitglieder  der  Terroristengruppe 
Kunden  seines  Coiffeursalons  gewesen  seien  -  unter  dem  Vorwurf, 
Verbindungen  zu  der  betreffenden  Terroristengruppe  zu  haben, 
vorgeladen worden sei (vgl. A19, S. 7),

dass er im Weiteren an seinem letzten Wohnort keine Arbeit gefunden 
habe und dadurch in eine schwierige Situation geraten sei, weshalb er 
sich zur Ausreise entschlossen und die Reise mit der genannten Ent-
schädigungssumme finanziert habe,

dass  er  auf  dem  Luftweg  mit  einem  gefälschten  dominikanischen 
Reisepass - welchen er nach seiner Ankunft in Italien zerstört habe - 
von Beirut nach Mailand gelangt und gleichentags mit dem Zug illegal 
in die Schweiz eingereist sei, um ein Asylgesuch zu stellen, 

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dass  der  Beschwerdeführer  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
Chiasso schriftlich dazu aufgefordert wurde, innert 48 Stunden rechts-
genügliche Identitätspapiere (Reisepass oder Identitätskarte) einzurei-
chen und anlässlich der Erstbefragung vom 7. April  2008, erneut auf 
die Notwendigkeit der Einreichung rechtsgenüglicher Identitätspapiere 
hingewiesen, angab, er habe seine Ehefrau telefonisch gebeten, ihm 
seine  Identitätskarte,  welche  sich  vermutlich  bei  ihr  befinde,  zu 
schicken (vgl. A1, S. 4),

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vom 22. Mai 2008 
auf die Frage, ob er nun Dokumente oder Ausweispapiere abzugeben 
habe, geltend machte, er habe keine Identitätspapiere, da sein Haus 
zerstört worden sei und seine Ehefrau habe in der Zwischenzeit wegen 
seinen Problemen im Libanon vergeblich versucht,  für  ihn Identitäts-
papiere zu besorgen (vgl. A19, S. 3),

dass eine durch die Fachstelle Lingua am 11. April 2008 durchgeführte 
sprach- und länderkundliche Analyse (Gutachten vom 21. April 2008) 
ergab,  dass  der  Beschwerdeführer  wie  geltend  gemacht  in  einem 
palästinensischen Milieu im Libanon sozialisiert worden sei,

dass  das  BFM  mit  -  am  30.  Mai  2008  eröffneter  -  Verfügung  vom 
29. Mai 2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG 
auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  die  Weg-
weisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung des Nichteintretens  auf  das  Asylge-
such  zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert 
48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung  ohne  entschuldbare  Gründe 
keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, er erfülle die Flücht-
lingseigenschaft  gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht,  und zudem seien 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses in seinem Fall aufgrund 
der Aktenlage nicht erforderlich,

dass der Beschwerdeführer am 5. Juni 2008 durch seinen - mit  Voll-
macht  vom  2.  Juni  2006  mandatierten  -  Rechtsvertreter  eine  Be-
schwerde einreichen und darin zur Hauptsache beantragen liess,  es 
sei  die Verfügung des BFM vom 29. Mai  2008 aufzuheben und dem 
Beschwerdeführer Asyl zu erteilen, eventualiter seien die Dispositivzif-
fern 2 und 3 aufzuheben und von einer Wegweisung abzusehen, 

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dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 des Bundesgesetzes vom 20. 
Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
und um Verzicht  auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht 
wurde, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Juni 2008 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (vgl. dazu Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, 
SR 173.110]),

dass die vorliegend zu beurteilende Beschwerde sich gegen eine Ver-
fügung richtet, laut deren Dispositiv das BFM auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist (Ziffer 1 des Verfügungsdispo-
sitivs),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründet-
heit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz 
der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.),

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dass die  Anwendung des Nichteintretensgrundes von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG in einem Verfahren geschieht, in welchem über 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell 
zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prü-
fung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  förmlichen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat, durch die Nichteintretensverfügung vom 29. Mai 2008 besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs.  1 
VwVG),

dass  die  Beschwerde innert  der  gesetzlichen  Frist  von fünf  Arbeits-
tagen in gültiger Form eingereicht wurde (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), weshalb auf diese einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

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dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG),  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung 
seines Asylgesuches im EVZ Basel beziehungsweise in den 48 Stun-
den nach der diesbezüglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informa-
tionsblattes ein Dokument zu seiner zweifelsfreien Identifizierung (vgl. 
BVGE 2007/7 E. 5.1-5.2 S. 65 ff.) abzugeben,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend er-
füllt ist,

dass der Beschwerdeführer keine entschuldbaren Gründe (vgl. hierzu 
BVGE 2007/8 E. 3.2 S. 74 f., EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c.aa S. 109 f.) 
für die Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments inner-
halb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs glaub-
haft zu machen vermag,

dass insbesondere das im Rahmen der direkten Bundesanhörung vom 
22. Mai 2008 geltend gemachte Vorbringen, er habe keine Identitäts-
papiere,  da sein Haus zerstört  worden sei  (vgl. A19,  S. 3)  nicht  ge-
glaubt  werden  kann,  hat  der  Beschwerdeführer  doch  anlässlich  der 
Erstbefragung vom 7. April  2008 angegeben,  er  habe seine Ehefrau 
telefonisch gebeten, ihm seine Identitätskarte, welche sich vermutlich 
bei ihr befinde, zu schicken (vgl. A1, S. 4),

dass es in diesem Zusammenhang festzuhalten gilt, dass sich die Be-
hauptung in der Beschwerdeschrift, 'Palästinenser in der Situation wie 
der  Beschwerdeführer  könnten  weder  im  Libanon  noch  anderswo 
Pässe  oder  Identitätsdokumente  erhalten',  als  unzutreffend  erweist, 

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hat  der  Beschwerdeführer  doch  selbst  angegeben,  auf  Antrag  im 
Libanon eine Identitätskarte erhalten zu haben (vgl. A1, S. 4),

dass im Weiteren die Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Rei-
seumständen teils  tatsachenwidrig,  teils  realitätsfremd und stereotyp 
ausgefallen sind, 

dass  hierzu  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung  verwiesen  werden  kann  (vgl.  Art.  6  AsylG  i.V.m. Art. 109 
Abs. 3 BGG),

dass  sich  die  Behauptung  in  der  Beschwerdeschrift,  wonach  die 
angefochtene Verfügung ungenau sei,  da der  Beschwerdeführer  hin-
sichtlich der zeitlichen Abfolge seiner Reise lediglich angegeben habe, 
'er könne sich nicht gut erinnern, er wisse es nicht', als unvollständig 
und  damit  unzutreffend  erweist,  gab  der  Beschwerdeführer  doch  im 
Weiteren an, um 11 Uhr gelandet und gegen 12 Uhr oder kurz vor 12 
Uhr mit dem Zug in Mailand abgefahren zu sein (vgl. A19, S. 4), eine 
Angabe, welche von der Vorinstanz zutreffend als unrealistisch erach-
tet wurde,

dass die teils unbestimmten, teils tatsachenwidrigen und realitätsfrem-
den  Angaben  zu  den  Reiseumständen  den  Schluss  verstärken,  der 
Beschwerdeführer  sei  nicht  bereit,  seinen  tatsächlichen  Reiseweg 
offenzulegen bzw. versuche diesen zu verschleiern, indem er die ver-
wendeten Reise- und Identitätspapiere den Behörden vorenthält,

dass damit keine entschuldbaren Gründe für die fehlende Einreichung 
eines Identitätspapieres vorliegen,

dass vorliegend die Frage der Flüchtlingseigneschaft des Beschwerde-
führers in Bezug auf seinen Herkunftsstaat, den Libanon, zu prüfen ist 
(vgl. Art. 3 AsylG),

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  nach  Beendigung  der 
bewaffneten  Auseinandersetzung  zwischen der  libanesischen  Armee 
und einer Terroristengruppe im Flüchtlingslager (...) im Sommer 2007 
von den libanesischen Behörden unter dem Verdacht, Verbindungen zu 
der  betreffenden Terroristengruppe zu haben,  vorgeladen worden zu 
sein,  wie  vom  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht 
festgestellt, als nicht glaubhaft zu erachten sind, 

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dass insbesondere dieses zentrale Vorbringen vom Beschwerdeführer 
anlässlich der Erstbefragung ohne einsehbaren Grund nicht  erwähnt 
worden war und daher als nachgeschoben zu gelten hat, 

dass die Erklärung des Beschwerdeführers, bei der ersten Befragung 
von der Vorladung nichts erzählt zu haben, weil er Angst gehabt habe, 
in  den  Libanon  ausgeschafft  zu  werden  (vgl.  A19,  S.  7)  nicht  zu 
überzeugen und daher an dieser Einschätzung nichts zu ändern ver-
mag, 

dass  sich  die  Entgegnung  in  der  Beschwerdeschrift,  die  Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer die Vorladung und die behördliche Fahn-
dung nach ihm anlässlich der Erstbefragung nicht erwähnt habe, 'sei 
auf die dortigen Fragestellungen zurückzuführen', als unbehelflich er-
weist, wurde doch der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung 
mehrmals gefragt,  ob er  weitere Asylgründe vorzubringen habe (vgl. 
A1, S. 5 und 6),

dass  schliesslich  die  Angaben  zum  geltend  gemachten  Vorbringen, 
von den libanesischen Behörden vorgeladen worden zu sein,  auffal-
lend unbestimmt und stereotyp ausgefallen sind (vgl. A19, S. 17),

dass bezüglich der weiteren Begründung zur Vermeidung von Wieder-
holungen wiederum auf die zutreffenden Erwägungen in der angefoch-
tenen Verfügung zu verweisen ist (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 
3 BGG),

dass  sich  die  übrigen  Argumente  in  der  Beschwerdeschrift  in  einer 
Wiederholung  der  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  geltend  ge-
machten Vorbringen, blossen Behauptungen und allgemeinen Ausfüh-
rungen erschöpfen, 

dass demnach der Beschwerdeführer sein Herkunftsland offenbar und 
wie anlässlich der ersten Befragung geltend gemacht, allein aufgrund 
der schwierigen Situation der Palästinenser im Libanon verlassen hat,

dass  die  Palästinenser  im Libanon  jedoch keiner  Kollektivverfolgung 
ausgesetzt sind, 

dass der Beschwerdeführer zwar das Flüchtlingslager (...) im Mai 2007 
aufgrund der Gefechte verlassen musste, sich seither jedoch offenbar 

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unbehelligt im Lager (...) bei Tripolis niedergelassen hat, wo er bereits 
vor 2005 während mehreren Jahren gelebt hatte, 

dass  er  dort  auch  als  Coiffeur  arbeiten  konnte  und  eine  Entschädi-
gungszahlung erhielt,

dass demnach keine weiteren Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 
Bst.  c  AsylG  notwendig  erscheinen,  da  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht erfüllt, 

dass sich weitere Abklärungen, wie nachfolgend aufgeführt auch nicht 
in Bezug auf mögliche Wegweisungsvollzugshindernisse aufdrängten,

dass  das  Bundesamt  somit  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass, befindet sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpo-
lizeilichen  Aufenthaltsbewilligung,  die  Anordnung  einer  Wegweisung 
die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass die Anordnung der Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und zu bestätigen ist, da der Beschwerdeführer, 
abgesehen  vom  bisherigen  Asylbewerberstatus,  über  keine  Aufent-
haltsbewilligung verfügt und auch keinen Anspruch auf Erteilung einer 
solchen hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass,  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  möglich,  nicht  zulässig 
oder nicht zumutbar, das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 
Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 
142.20]) regelt,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen 
völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der Be-
schwerdeführer keine Hinweise auf Verfolgung darzulegen vermochte 
und auch keine glaubhaften Anhaltspunkte für eine menschenrechts-
widrige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) ersichtlich 
sind,

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dass  im  Weiteren  von  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges 
auszugehen ist,

dass  sich  nämlich  zum  Einen  die  allgemeine  Lage  im  Libanon  seit 
Beendigung des Krieges mit  Israel  im Jahre 2006 wieder stabilisiert 
hat und heute dort  kein Krieg, Bürgerkrieg oder eine Situation allge-
meiner Gewalt  herrscht, aufgrund derer die Zivilbevölkerung als kon-
kret gefährdet bezeichnet werden müsste,

dass sich die Situation der Palästinenser im Libanon zwar schwierig 
darstellt, jedoch nicht von der generellen Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs auszugehen ist,

dass sich zum Anderen aus den Akten keine Anhaltspunkte ergeben, 
die  darauf  schliessen  liessen,  der  nach  eigenen  Angaben  gesunde, 
junge Beschwerdeführer mit beruflicher Erfahrung als selbstständiger 
Coiffeur  und  intaktem  Beziehungsnetz  (Mutter,  Brüder,  Schwestern) 
gerate im Falle der Rückkehr in den Libanon aus individuellen Grün-
den wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine exis-
tenzbedrohende Situation, 

dass der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG), obliegt es doch dem Beschwerdeführer, was er 
bisher  ohne  entschuldbaren  Grund  unterliess,  in  den  Besitz  seiner 
Identitätskarte zu gelangen,

dass aus heutiger Sicht davon auszugehen ist, dem Beschwerdeführer 
werde beim Vorliegen gültiger Identitätspapiere die Wiedereinreise in 
den Libanon erlaubt,

dass somit das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zuläs-
sig, zumutbar und möglich erachtet hat und die Anordnung der vorläu-
figen Aufnahme daher ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass nach den vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung 
zu bestätigen und die eingereichte Beschwerde als offensichtlich un-
begründet abzuweisen ist, 

dass das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten und um Beiordnung 
einer  anwaltlichen  Vertretung  (im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2 
VwVG)  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerde  zum  Vornherein  als 
aussichtslos erschien,

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dass demzufolge die  Kosten des  Verfahrens von Fr. 600.--  dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 2 
und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichts-
kasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Beila-
gen: Einzahlungsschein und angefochtene Verfügung im Original)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit 
den vorinstanzlichen Akten (...)

- (...)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Daniel Merkli

Versand am: 

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