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**Case Identifier:** 7d05dd3a-52f1-5cfc-a5d4-2d821014ff56
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 26.01.2022 810 21 159
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-159_2022-01-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 26. Januar 2022 (810 21 159) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Steuern und Kausalabgaben 

 

 

Nach- und Strafsteuer zur Staats- und Gemeindesteuer 2006-2012 / allgemeine Voraus-

setzungen für die Eröffnung eines Nachsteuerverfahrens  

 

 
 

Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stefan Schulthess,  
Markus Clausen, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber 
Sandro Jaisli 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Gfeller + Partner AG,  
  

 
gegen 
 
 

 Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft 
(Abteilung Steuergericht), Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 
Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin 
 

 Einwohnergemeinde B.____,  
Beigeladene 
 
Einwohnergemeinde C.____,  
Beigeladene 

  
 
 

Betreff Nach- und Strafsteuer Staats- und Gemeindesteuer 2006-2012  
(Urteil des Steuer- und Enteignungsgerichts des Kantons Basel-Land-
schaft, Abteilung Steuergericht, vom 29. Januar 2021) 

  

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A. A.____ war in den vorliegend interessierenden Steuerperioden 2006 bis 2012 Allein-

aktionärin der D.____ AG, hat ihren Wohnsitz in E.____ und ist mit F.____ verheiratet, der 

seinen Wohnsitz in G.____ (Kanton H.____) hat. Im Februar 2014 nahm die Steuerverwaltung 

des Kantons Basel-Landschaft (Steuerverwaltung) bei der D.____ AG eine Steuerrevision für 

das Steuerjahr 2012 vor. Gestützt auf den Revisionsbericht vom 27. Februar 2014 (nachfol-

gend Revisionsbericht 2014) wurde die D.____ AG mit Verfügung vom 22. Mai 2014 für das 

Steuerjahr 2012 sowohl für die Staats- und Gemeindesteuern als auch für die direkte Bundes-

steuer definitiv veranlagt. Diese Veranlagung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 

18. Mai 2015 wurde von der Steuerverwaltung eine neue Steuerprüfung angekündigt, welche 

am 28. Mai 2015 durchgeführt wurde. Nach Vorliegen des diesbezüglichen Revisionsberichts 

vom 27. November 2015 (nachfolgend Revisionsbericht 2015) leitete die Steuerverwaltung mit 

Schreiben vom 12. Dezember 2016 ein Nach- und Strafsteuerverfahren ein und stellte sowohl 

der D.____ AG als auch A.____ deren jeweilige Nachsteuerberechnungen mit Schreiben vom 

14. März 2017 zur Stellungnahme zu. Beide liessen sich mit Schreiben vom 28. April 2017 

vernehmen. 

 

B. Mit Verfügung vom 30. November 2017 betreffend Nachsteuern und Bussen zur 

Staats- und Gemeindesteuer 2006 bis 2012 wurde A.____ eine Einkommensnachsteuer zur 

Staatssteuer für die Steuerjahre 2006 bis 2012 inklusive Verzugszinsen und eine Steuerbusse 

für die Steuerjahre 2007 bis 2012 von 40% der Nachsteuer in Höhe von total Fr. 14'077.80 

auferlegt. Zudem wurden eine Einkommensnachsteuer zur Gemeindesteuer B.____ für die 

Steuerjahre 2007 bis 2012 inklusive Verzugszinsen und eine Steuerbusse von 40% der Nach-

steuer in der Höhe von total Fr. 5'429.15 sowie eine Einkommensnachsteuer zur Gemeinde-

steuer C.____ für das Steuerjahr 2006 inklusive Verzugszinsen in der Höhe von total Fr. 

904.75 erhoben.  

 

C. Mit Einspracheentscheid vom 18. Juni 2020 wies die Steuerverwaltung die dagegen 

erhobene Einsprache vom 27. Dezember 2017 ab.  

 

D. Den gegen diesen Einsprache-Entscheid erhobenen Rekurs vom 16. Juli 2020 hiess 

das Steuer- und Enteignungsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht (Steuerge-

richt), mit Entscheid vom 29. Januar 2021 teilweise gut und wies die Steuerverwaltung an, die 

für die Jahre 2006 und 2007 verbuchten Privatanteile ʺFahrzeug A.____ʺ in Höhe von 

Fr. 8'064.-- p.a. von der Nachbesteuerung auszunehmen. Darüber hinaus wurde der Rekurs 

abgewiesen.  

 

E. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch die Gfeller + Partner AG, 

Treuhandbüro in Bern, mit Eingabe vom 30. Juni 2021 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfas-

sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde mit den unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolge gestellten Anträgen: (1) Die Urteile des Steuergerichts vom 29. Januar 2021 

betreffend das Nach- und Strafsteuerverfahren gegen alle vorstehend genannten Parteien für 

die Steuerperioden 2006 bis und mit 2012 seien sowohl bezüglich der Kantons- und Gemein-

desteuern als auch der direkten Bundessteuer aufzuheben und es sei festzustellen, dass ein 

derartiges Nach- und Strafsteuerverfahren vorliegend nicht zulässig sei. (2) Eventualiter: 

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Sämtliche verfügten Nachsteuern, Bussen und Verzugszinsen seien gemäss nachstehender 

Begründung zu reduzieren.  

 

F. Mit Eingabe vom 19. Juli 2021 liess sich die Steuerverwaltung vernehmen und bean-

tragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Sie führte im Wesentlichen aus, dass es 

sich im vorliegenden Fall nicht um die klassische Abgrenzungsfrage Veranlagungsverfahren / 

Nachsteuerverfahren handle, weshalb die Ausführungen und die angeführte Literatur und Ju-

dikatur grundsätzlich an der Sache vorbeizielen würden. Entscheidend sei im vorliegenden 

Fall, dass es sich um zwei unabhängige Revisionsanträge mit unterschiedlichen Prüfpunkten 

handle. Erst die konkrete und detaillierte Anzeige einer Drittperson ausserhalb der Steuerver-

waltung habe die Richtung vorgegeben und damit eine zweite Überprüfung notwendig ge-

macht.  

 

G. Mit Eingabe vom 20. August 2021 liess sich das Steuergericht vernehmen und bean-

tragte unter Verweisung auf ihre Entscheide vom 29. Januar 2021 die kostenfällige Abweisung 

der Beschwerde.  

 

H. Mit Verfügung vom 20. September 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 

überwiesen und verfügt, dass die Beschwerdeverfahren Nrn. 810 21 159 bis 810 21 162 zu-

sammen behandelt werden. 

 

I. Mit Schreiben vom 15. Oktober 2021 reichte die Vertreterin der Beschwerdeführerin 

ihre Honorarnote ein. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1.1 Nach § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (StG) vom 

7. Februar 1974 können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

beim Kantonsgericht als letzter kantonaler Instanz angefochten werden. Die formellen Voraus-

setzungen gemäss §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-

ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt, sodass auf die form- und fristgerecht er-

hobene Beschwerde eingetreten werden kann.  

 

1.2 Mit der Beschwerde in Steuersachen können alle Mängel des angefochtenen Ent-

scheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (§ 45 Abs. 2 VPO). Dem Kan-

tonsgericht kommt im vorliegenden Fall somit volle Kognition zu. Zulässig sind auch neue An-

träge, Behauptungen und Beweismittel (§ 6 Abs. 3 VPO; vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Ab-

teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 10. August 2016 [810 16 9] E. 7.2). 

 

2. Strittig ist, ob die Steuerverwaltung der Beschwerdeführerin zu Recht Nachsteuern 

und Bussen zu den Staats- und Gemeindesteuern 2007 bis 2012 auferlegte.  

 

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3.1 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht 

bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Ver-

anlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf 

ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Steuerbehörde zurückzuführen, wird die nicht erho-

bene Steuer samt Zins seit Fälligkeit als Nachsteuer eingefordert. Wegen ungenügender Be-

wertung allein kann keine Nachsteuer erhoben werden (§ 146 Abs. 1 StG, übereinstimmend 

mit Art. 53 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone 

und Gemeinden [StHG] vom 14. Dezember 1990 und Art. 151 Abs. 1 und 2 des Bundesgeset-

zes über die direkte Bundessteuer [DBG] vom 14. Dezember 1990). 

 

3.2 Im Veranlagungsverfahren muss die steuerpflichtige Person alles tun, um eine voll-

ständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (§ 101 ff. StG). Insbesondere muss sie das 

Formular für die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen (Art. 42 StHG). 

Steuerpflichtige tragen dabei die Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der 

Steuererklärung (vgl. LAURENZ SCHNEIDER/RENÉ MERZ, in: Peter B. Nefzger/Madeleine Simo-

nek/Thomas P. Wenk [Hrsg.], Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 

Basel 2004, Rz. 4 zu § 146; Urteil des Bundesgerichts 2C_304/2013, 2C_305/2013 vom 22. 

Oktober 2013 E. 3.3).  

 

3.3 Für die Festsetzung der Nachsteuer kommen die Grundsätze, die für das Veranla-

gungsverfahren gelten, zur Anwendung (vgl. MARTIN E. LOOSER, in: Martin Zweifel/Michael 

Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Har-

monisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. Aufl., Basel 2017, Rz. 30 

zu Art. 53 StHG). Somit gelten auch im Nachsteuerverfahren die allgemeinen Grundsätze zur 

Beweislast und Mitwirkungspflicht im System der gemischten Veranlagung (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 2C_84/2017, 2C_130/2017 vom 14. Juli 2017 E. 2.2). Nach der im Steuerrecht 

herrschenden Normentheorie trägt die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründen-

den und -erhöhenden Tatsachen. Dagegen ist der Steuerpflichtige für die steueraufhebenden 

und -mindernden Tatsachen beweisbelastet (vgl. BGE 140 II 248 E. 3.5; BGE 138 II 57 E. 7.1; 

BGE 133 II 153 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_95/2013, 2C_96/2013 vom 21. August 

2013 E. 2.2; jeweils mit Hinweisen). Die Steuerbehörde hat nachzuweisen, was die Eröffnung 

des Nachsteuerverfahrens und den Erlass einer zulasten des Steuerpflichtigen veränderten 

Veranlagung rechtfertigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_494/2011, 2C_495/2011 vom 6. 

Juli 2012 E. 2.3.1, in: StE 2012 B 72.25 Nr. 2).  

 

4.1 Die Beschwerdeführerin rügte mit ihrem Hauptbegehren in grundsätzlicher Hinsicht 

die Rechtmässigkeit des vorliegenden Nachsteuerverfahrens. Da der Steuerverwaltung auf-

grund des Revisionsberichts 2014 bereits alle Tatsachen bekannt gewesen seien (oder hätten 

bekannt sein müssen), sei für die vorliegend relevanten Jahre kein erneutes Nachsteuerver-

fahren mehr möglich beziehungsweise zulässig gewesen. Denn anlässlich des Revisionsbe-

richts 2014 seien sowohl die Buchführung der D.____ AG wie auch die Schnittstellen zwischen 

dem Unternehmen und dem Aktionariat bzw. den nahestehenden Personen eingehend geprüft 

worden. Somit sei man weit vom Massenverfahren der Veranlagung (in dem von der Steuer-

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behörde nicht verlangt werden könne, dass sie jegliche Fehler und Versehen erkenne) ent-

fernt, sondern befinde sich in einem qualifizierenden mehrtägigen Prüfungsprozess seitens 

der Steuerverwaltung, bei welchem nicht derselbe pauschale Prüfungsmassstab angewendet 

werden könne. Die Steuerverwaltung habe für das ganze Jahr 2012 Aufrechnungen als Pri-

vataufwand bei den Fahrzeugkosten vorgenommen. Es sei ihr damit bekannt gewesen, bezie-

hungsweise hätte ihr bekannt sein müssen, dass sich die fraglichen Fahrzeuge bereits vor 

dem 1. Januar 2012 im Eigentum des Unternehmens befanden. Die Steuerverwaltung habe 

vielmehr bewusst und in Kenntnis aller Tatsachen auf eine weitere Abklärung für die Vorjahre 

verzichtet und dies der Beschwerdeführerin und deren Ehemann während der Steuerprüfung 

auch mitgeteilt. Dem Revisionsbericht 2014 sei weiter zu entnehmen (Seite 5 Ziff. 3.1), dass 

die Umsatz- und Geschäftsentwicklung seit dem Jahr 2010 in die Beurteilung miteinbezogen 

worden seien. Damit seien sämtliche Fakten des Fahrzeugaufwandes bereits aus dem Revi-

sionsbericht 2014 hinlänglich bekannt gewesen und geprüft worden, weshalb das vorliegende 

Nachsteuerverfahren nicht zulässig sei. Gleiches gelte auch für den Mietaufwand, auch wenn 

für diesen Bereich im Revisionsbericht 2014 keine Aufrechnungen vorgenommen worden 

seien.  

 

4.2 Schliesslich sei der Steuerverwaltung im Rahmen des Revisionsberichtes 2014 Zu-

gang zu sämtlichen elektronischen Daten der Gesellschaft gewährt worden, was auch zu zahl-

reichen Fragen seitens der Steuerverwaltung zum Inhalt und zur Höhe der Mietverhältnisse 

geführt habe. Unter Berufung auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hielt die Beschwer-

deführerin schliesslich fest, dass ein Nachsteuerverfahren nur dann statthaft sei, wenn der 

zuständigen Behörde die neue Tatsache oder das Beweismittel auch bei pflichtgemässer 

Sorgfalt nicht habe bekannt sein können. Ein als erheblich erkennbarer Sachverhalt, der unklar 

und unvollständig sei, müsse im Veranlagungsverfahren abgeklärt werden. Dies könne im Un-

terlassungsfall nicht im Nachsteuerverfahren nachgeholt werden. Vorliegend habe die Steuer-

verwaltung im Anschluss an den Revisionsbericht 2014 mit der definitiven Veranlagungsver-

fügung vom 22. Mai 2014 zumindest konkludent zum Ausdruck gebracht, dass das Verfahren 

abgeschlossen sei und die Steuerpflichtigen in guten Treuen nicht mehr mit der Eröffnung 

eines erneuten, die gleichen Sachverhalte betreffenden Verfahrens hätten rechnen müssen. 

Die Nach- und Strafsteuer basiere deshalb nicht auf neuen Tatsachen. Vielmehr seien der 

Steuerverwaltung sämtliche Informationen vorgelegen und der Bezug zu den gleichen Tatbe-

ständen in den Vorjahren sei klar ersichtlich gewesen, weshalb diese es fahrlässig und sorg-

faltspflichtverletzend unterlassen habe, umgehend entsprechende Nachsteuerverfahren auch 

für die vergangenen Jahre einzuleiten, womit solche später nicht mehr möglich seien und da-

mit ein separates Nachsteuerverfahren ausgeschlossen sei.  

 

4.3 Die Vorinstanz bejahte dagegen die Zulässigkeit des Nachsteuerverfahrens. Auf eine 

rechtskräftige Veranlagung dürfe im Nachsteuerverfahren zurückgekommen werden, wenn 

sich aufgrund neuer Tatsachen oder Beweismittel ergebe, dass die Veranlagung unrichtig (ent-

weder überhaupt nicht oder ungenügend) ausgefallen sei. Die Unkenntnis der Steuerbehörde 

über das Vorhandensein solcher Tatsachen oder Beweismittel müsse daher kausal für die 

unrichtige Veranlagung gewesen sein. Massgebend für die Neuheit von Tatsachen sei i.d.R. 

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der Aktenstand im Zeitpunkt der Veranlagung beziehungsweise bei Eröffnung derjenigen Ent-

scheidung, die in der Folge rechtskräftig geworden sei. Was damals nicht aus den Akten er-

sichtlich gewesen sei, gelte als neu. Im Rahmen der Revision 2014 habe die Steuerverwaltung 

am 13. Februar 2014 am Sitz der D.____ AG deren Fahrzeug- und Werbeaufwand geprüft. Es 

fänden sich in den Akten keine Hinweise darauf, dass auch der Mietaufwand pro 2012 geprüft 

worden sei, welcher auch nicht Gegenstand des Prüfauftrages gewesen sei. Die ermittelten 

Aufrechnungen seien akzeptiert worden und die definitive Veranlagungsverfügung vom 22. 

Mai 2014 sei anschliessend in Rechtskraft erwachsen. Diese Revision und der entsprechende 

Revisionsbericht 2014 seien ausschliesslich mit dem Fokus auf das Jahr 2012 und die vorer-

wähnten Positionen durchgeführt beziehungsweise verfasst worden. Auch wenn der Revisor 

Einblick in die Vorjahre gehabt haben sollte, könne den Akten keine Zusicherung der Steuer-

verwaltung entnommen werden, dass sie die früheren Jahre nicht auch noch prüfen werde. 

Der neuerlichen Revision im Rahmen des Revisionsberichts 2015 könne entnommen werden, 

dass diese aufgrund von Hinweisen eines Dritten vorgenommen worden sei. Es sei somit fest-

zustellen, dass mit dem Revisionsbericht 2015 Sachverhalte (wie Mietaufwand und Fahrzeug-

aufwand), die nicht Gegenstand der ersten Revision gewesen seien, geprüft worden seien.  

 

4.4 Deshalb seien die Erkenntnisse aus beiden Revisionsberichten 2014 und 2015 als 

neue, der Steuerverwaltung noch nicht bekannte Tatsachen zu werten, die kausal für die un-

richtige Veranlagung der Steuerjahre 2006 bis 2012 seien. Die Beschwerdeführerin verkenne 

zudem, dass keine gesetzlichen Vorgaben bestehen, innert welcher Frist das Nachsteuerver-

fahren einzuleiten sei. Da die gesetzlichen Verjährungsfristen eingehalten worden seien, sei 

das Nachsteuerverfahren auch rechtzeitig eingeleitet worden. Die Tatsache, dass nicht unmit-

telbar nach der Revision pro 2012 ein Nachsteuerverfahren für die Vorjahre eingeleitet worden 

sei, möge zwar erstaunen, doch könne dieses Hinauszögern nicht zum Nachteil der Steuer-

pflichtigen gereichen, sondern eher zu deren Vorteil, da sich dadurch die Wahrscheinlichkeit 

erhöhe, dass frühere Steuerperioden verjähren würden.  

 

5.1 Die Beschwerdeführerin bestritt nicht, dass die aufgerechneten Positionen frühestens 

bei der ersten eingehenden Steuerprüfung im Jahr 2014 erstmals entdeckt werden konnten 

beziehungsweise mussten. Sie machte auch keine Grobfahrlässigkeit der Steuerverwaltung 

im Rahmen der ordentlichen Veranlagungsverfahren für die Steuerjahre 2006 bis 2011 gel-

tend. Vielmehr rügte sie ausschliesslich, dass die Nachsteuerverfahren bereits nach der ersten 

Buchprüfung im Februar 2014 hätten eingeleitet werden müssen. Massgebend für die Frage, 

ob eine Tatsache oder ein Beweismittel ʺneuʺ ist und damit Anlass zu einem Nachsteuerver-

fahren geben kann, ist nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Aktenstand im 

Zeitpunkt der ordentlichen Veranlagung. Das Nachsteuerverfahren setzt daher voraus, dass 

sogenannte unechte Noven vorliegen, die zwar im Zeitpunkt der Veranlagung existierten, aber 

der veranlagenden Behörde nicht bekannt waren und erst nach Eintritt der Rechtskraft der 

Veranlagung entdeckt worden sind (SCHNEIDER/MERZ, a.a.O., Rz. 4 zu § 146). Die unterblie-

bene respektive unvollständige Veranlagung muss folglich auf den unvollständigen Aktenstand 

im Zeitpunkt der ordentlichen Veranlagung zurückzuführen sein (Urteil des Bundesgerichts 

2C_868/2020 vom 25. August 2021 E. 2.1.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2018 vom 11. 

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Februar 2019 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_230/2015, 2C_231/2015 vom 3. Februar 

2016 E. 2.1).  

 

5.2 Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass es sich vorliegend grundsätzlich nicht um 

die klassische Abgrenzungsfrage ʺVeranlagungsverfahren/Nachsteuerverfahrenʺ handelt. Der 

Sache nach sind vielmehr zwei unabhängige Revisionsanträge mit unterschiedlichen Prüf-

punkten, die zudem unterschiedliche Steuerperioden betreffen, zu beurteilen. Der erste Revi-

sionsantrag datierte vom 10. Oktober 2013 und beschränkte sich auf das zum damaligen Zeit-

punkt noch laufende Veranlagungsverfahren für das Steuerjahr 2012, welches erst mit defini-

tiver Veranlagungsverfügung vom 22. Mai 2014 abgeschlossen wurde. Der zweite Revisions-

antrag datierte dagegen vom 21. August 2014 und hatte inhaltlich überwiegend die Steuerpe-

rioden 2006 bis 2011 zum Gegenstand. 

 

6.1 Die Steuerperioden 2006 bis 2011 waren im Zeitpunkt der ersten Buchprüfung bei der 

D.____ AG im Februar 2014 – welche im Rahmen der ordentlichen Veranlagung 2012 erfolgte 

– bereits definitiv veranlagt. Es ist deshalb unter Verweisung auf die Erwägung 5.1 hiervor 

festzuhalten, dass sämtliche Tatsachen und Beweismittel, die der Steuerverwaltung erst an-

lässlich der Buchprüfung im Jahr 2014 bekannt wurden (und sich zu den Zeitpunkten der Ver-

anlagungen 2006 bis 2011 nicht in den Akten befunden haben), neu sind und damit die Steu-

erverwaltung grundsätzlich zur Einleitung eines Nachsteuerverfahrens berechtigen. Der Um-

stand, dass das Nachsteuerverfahren formell erst am 12. Dezember 2016 (vgl. Sachverhalt lit. 

A. hiervor) eröffnet wurde, ändert nichts an dessen grundsätzlicher Zulässigkeit, denn die spä-

tere Einleitung des Nachsteuerverfahrens hat keinen Einfluss auf die erforderliche ʺNeuheitʺ 

der Tatsachen und Beweismittel, die der Steuerverwaltung erst anlässlich der Buchprüfung im 

Jahr 2014 bekannt wurden. Selbst wenn der Revisor bereits bei der ersten Buchprüfung Rück-

schlüsse auf die vergangenen Steuerjahre 2006 bis 2011 hätte ziehen können, würde dies der 

späteren Einleitung des Nachsteuerverfahrens (vor Ablauf der Verjährungsfrist) nicht entge-

genstehen, weil sämtliche erst aus den Revisionen 2014 und 2015 gewonnenen Erkenntnisse 

für die Steuerperioden 2006 bis 2011 als ʺneuʺ im hiervor beschriebenen Sinne zu gelten ha-

ben.  

 

6.2 Würde man dagegen der Argumentation der Beschwerdeführerin folgen, müssten bei 

jeder steuerlichen Buchprüfung im Rahmen einer laufenden Steuerperiode sämtliche Eventu-

alitäten der nicht prüfungsgegenständlichen Vorjahre mitberücksichtigt werden. Für alle steu-

errelevanten Umstände, die dabei nicht berücksichtigt würden, entfiele die erforderliche Neu-

igkeit und es wären für diese keine Nachsteuerverfahren für die vergangenen Jahre mehr 

möglich. Diese Konsequenz kann nicht dem Willen des Gesetzgebers entsprechen, was sich 

bereits aus den klaren Wortlauten der Bestimmungen § 146 Abs. 2 StG, Art. 53 Abs. 1 StHG 

und Art. 152 DBG ergibt, welche in zeitlicher Hinsicht für die Zulässigkeit der Einleitung eines 

Nachsteuerverfahrens einzig eine zehnjährige Frist für massgeblich erklären.  

 

6.3 Dagegen dürfen auf erkennbar unsicherer Grundlage verfügte Veranlagungen nicht 

über ein Nachsteuerverfahren verbessert werden, wenn sich diese Grundlage im Nachhinein 

als unzutreffend erweist und die veranlagende Behörde einen erkennbar unvollständigen oder 

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fragwürdigen Sachverhalt unerklärt liess (SCHNEIDER/MERZ, a.a.O., Rz. 4 zu § 146). Mit ande-

ren Worten ausgedrückt, besteht eine Pflicht zur Vornahme ergänzender Abklärungen für die 

Veranlagungsbehörde nur dann, wenn die Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich 

bzw. offensichtlich sind. Nur solche augenfälligen Mängel begründen eine Verletzung der be-

hördlichen Untersuchungspflicht und bewirken, dass keine "neuen Tatsachen" im Sinne von § 

146 StG vorliegen, die ein Nachsteuerverfahren rechtfertigen würden (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 2C_1225/2012, 2C_1226/2012 vom 7. Juni 2013 E. 3.1; KGE VV vom 11. Dezember 

2019 [810 19 42] E. 3.1.2). Es handelt sich um Fehler, deren Nichtbeachtung eine grobe Miss-

achtung der Untersuchungspflicht durch die Steuerbehörde darstellt, was den Kausalzusam-

menhang zwischen der fehlerhaften Deklaration und der ungenügenden Veranlagung unter-

bricht. Das ist der Fall, wenn die Steuerbehörden in voller Kenntnis von Ungereimtheiten davon 

abgesehen haben, zusätzliche Abklärungen zu treffen; dann können sie keine Nachsteuer 

mehr erheben, wenn sie nachträglich bessere Kenntnis von diesem Umstand erhalten (Urteil 

des Bundesgerichts 2C_868/2020 vom 25. August 2021 E. 2.2.2).  

 

6.4 Solche augenfälligen Mängel im Rahmen der ordentlichen Veranlagungen für die 

Steuerjahre 2006 bis 2011 werden weder geltend gemacht noch sind diese ersichtlich. Es ist 

deshalb festzuhalten, dass die aufgerechneten Positionen unbestrittenermassen erst und da-

mit frühestens bei den eingehenden Prüfungen der Bücher der D.____ AG in den Jahren 2014 

und 2015 entdeckt werden konnten. Dies bedeutet, dass die Argumentation der Beschwerde-

führerin hinsichtlich der damals bereits rechtskräftig veranlagten Steuerperioden 2006 bis 

2011 ins Leere geht und nicht gehört werden kann. Das Nachsteuerverfahren für die Steuer-

jahre 2007 bis 2011 ist nach dem Gesagten grundsätzlich zulässig.  

 

7.1 Das Steuerjahr 2012 war dagegen Bestandteil der ersten Buchprüfung bei der D.____ 

AG im Februar 2014, welche im Rahmen des ordentlichen Veranlagungsverfahrens vorge-

nommen wurde, und deshalb im Zeitpunkt der Revision 2014 noch nicht definitiv veranlagt war 

(vgl. E. 5.2 hiervor). In Bezug auf das Steuerjahr 2012 beinhalten die vorliegenden Nachsteu-

erverfahren ausschliesslich eine Aufrechnung von einem geschäftsmässig nicht begründeten 

Mietaufwand in der Höhe von Fr. 2'400.--. Es stellt sich deshalb die Frage, ob diese Position 

ʺMietanteil Arbeitszimmer A.____ʺ bereits anlässlich der ersten Revision hätte erkannt und 

aufgerechnet werden müssen. Dies kann – wie bereits unter der Erwägung 6.3 hiervor ausge-

führt – nur dann bejaht werden, wenn die Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich 

bzw. offensichtlich sind. Nur solche augenfälligen Mängel begründen eine Verletzung der be-

hördlichen Untersuchungspflicht und bewirken, dass keine "neuen Tatsachen" im Sinne von § 

146 StG beziehungsweise Art. 151 Abs. 1 DBG vorliegen, die ein Nachsteuerverfahren recht-

fertigen würden. Es braucht also (insbesondere auch mit Blick auf die beschränkten Ressour-

cen der Veranlagungsbehörden und die umfassende Mitwirkungspflicht der steuerpflichtigen 

Person) eine in die Augen springende Falschdeklaration seitens der pflichtigen Person, welche 

die Steuerbehörde bei gehöriger Sorgfalt schon im ordentlichen Veranlagungsverfahren zu 

zusätzlichen Abklärungen hätte veranlassen müssen (Urteil des Bundesgerichts 2C_868/2020 

vom 25. August 2021 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_442/2018 vom 3. Juni 2019 E. 

2.2). 

 

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7.2 Die gemäss Prüfungsauftrag vom 10. Oktober 2013 zu prüfenden Punkte umfassten 

den Fahrzeug- und Werbeaufwand der D.____ AG. Selbst wenn der Revisor im Rahmen der 

Revision 2014 Zugang zu sämtlichen Dokumenten (auch der vorherigen Jahre) der D.____ 

AG erhalten haben sollte und auch weitere Posten (wie beispielsweise die allgemeinen Per-

sonalkosten) überprüfte, kann ihm keine grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, wenn er 

den Umstand nicht berücksichtigte, dass für ein Arbeitszimmer von A.____ fälschlicherweise 

ein monatlicher Anteil von Fr. 600.-- statt der zulässigen Fr. 400.-- bei der D.____ AG als 

Geschäftsanteil verbucht wurde. Die Prüfung des Mietaufwandes war nicht Gegenstand des 

Prüfauftrages und es handelt sich dabei um eine vergleichsweise geringe und damit sicherlich 

nicht offensichtliche beziehungsweise augenfällige Abweichung. Diese Position stellt deshalb 

keine ʺins Auge springendeʺ Fehlerhaftigkeit dar, die dem Revisor im Rahmen der Revision 

2014 hätte auffallen müssen. Dies gilt umso mehr unter Berücksichtigung des Umstandes, 

dass die Steuerverwaltung auf die streitgegenständlichen Buchungen betreffend Mietanteil 

erst nach der Revision 2014 und gestützt auf die detaillierte Meldung einer Drittperson (sog. 

Whistleblower) aufmerksam gemacht wurde. Diese Falschverbuchungen konnte die Steuer-

verwaltung somit erst im Rahmen einer detaillierten Prüfung, welche nur wegen den konkreten 

Hinweisen und Informationen einer Drittperson erfolgte, entdecken. Es kann deshalb keine 

Rede davon sein, dass die Steuerverwaltung im Rahmen der Revision 2014 in voller Kenntnis 

von Ungereimtheiten betreffend den streitgegenständlichen Mietanteil für das Steuerjahr 2012 

pflichtwidrig davon abgesehen hat, zusätzliche Abklärungen zu treffen. Das Nachsteuerver-

fahren erweist sich deshalb auch bezüglich der Steuerperiode 2012 grundsätzlich als zulässig.  

 

8.1 Es ist weiter zu prüfen, ob die vorliegende Einleitung des Nachsteuerverfahrens den 

Grundsatz von Treu und Glauben missachtet. Sofern die Beschwerdeführerin den Grundsatz 

von Treu und Glauben mangels Vorliegen von neuen Tatsachen oder Beweismitteln als ver-

letzt sieht, kann vollumfänglich auf das hiervor Gesagte verwiesen und deshalb festgestellt 

werden, dass die Einleitung des Nachsteuerverfahrens keinen Verstoss gegen den Grundsatz 

von Treu und Glauben darstellt. Die Beschwerdeführerin brachte weiter vor, dass der Revisor 

mündlich erklärt habe, dass man bewusst auf die Prüfung der Vorjahre verzichtet habe, wes-

halb sie in ihrem Vertrauen auf diese Aussage zu schützen sei. Diese mündliche Zusicherung 

wird von der Steuerverwaltung bestritten und von der Beschwerdeführerin bloss behauptet und 

ist mithin nicht bewiesen. Der in Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert ein 

Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des be-

rechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen 

begründendes Verhalten der Behörden (BGE 131 II 627 E. 6.1). Voraussetzung für eine Beru-

fung auf den Vertrauensschutz ist indes, dass die betroffene Person sich berechtigterweise 

auf die Vertrauensgrundlage verlassen durfte und gestützt darauf nachteilige Dispositionen 

getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann. Die Berufung auf Treu und Glauben 

scheitert sodann, wenn ihr überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen. Im Steuer-

recht hat der Grundsatz von Treu und Glauben grundsätzlich nur eine beschränkte Tragweite 

(Urteil des Bundesgerichts 2C_199/2017 vom 12. Juni 2018 E. 3.3).  

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-627%3Ade&number_of_ranks=0#page627

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8.2 Die Beschwerdeführerin machte nicht geltend, gestützt auf die behauptete Erklärung 

des Revisors irgendwelche Dispositionen getätigt zu haben, die sie nicht ohne Nachteil wieder 

rückgängig machen könnte. Es könnte allenfalls argumentiert werden, dass die Beschwerde-

führerin ohne eine entsprechende Erklärung des Revisors eine straflose Selbstanzeige hin-

sichtlich der Steuerjahre 2006 bis 2011 hätte erstatten können (im Wissen darum, dass der 

Revisor für das Steuerjahr 2012 Aufrechnungen vorgenommen hatte, die bereits in den Jahren 

zuvor falsch beziehungsweise nicht deklariert wurden). Dagegen ist aus objektiver Sicht fest-

zustellen, dass der Umstand, dass eine Selbstanzeige im Vertrauen auf eine mündliche Aus-

kunft, dass keine weiteren Prüfungen vorgenommen werden, unterbleibt, seinerseits treuwid-

rig und deshalb nicht schützenwert ist. Dies gilt vorliegend umso mehr, als die Beschwerde-

führerin einerseits Kenntnis über die Fehlerhaftigkeit der früheren Veranlagungen hatte und 

ihr andererseits bewusst war, dass die fragliche Revision ausschliesslich im Hinblick auf das 

Steuerjahr 2012 vorgenommen wurde. Bei dieser Ausgangslage musste die Beschwerdefüh-

rerin vielmehr sogar damit rechnen, dass aufgrund der Ergebnisse der Revision 2014 auch für 

die früheren Jahre Aufrechnungen für dieselben Posten vorgenommen werden könnten.  

 

8.3 Die Frage, ob, und wenn ja inwiefern, eine mündliche Zusicherung des Revisors statt-

gefunden hatte, kann deshalb mangels erfüllter Voraussetzungen des Vertrauensschutzes of-

fengelassen werden und es ist festzustellen, dass die Einleitung dieses Nach- und Strafsteu-

erverfahrens keinen Verstoss gegen Treu und Glauben darstellt. Nach dem Gesagten ist zu-

sammenfassend festzuhalten, dass die vorliegenden Nach- und Strafsteuerverfahren recht-

mässig eingeleitet wurden und sich damit als zulässig erweisen, weshalb die Beschwerde im 

diesbezüglichen Hauptbegehren abzuweisen ist.  

 

9.1 Im Eventualbegehren rügte die Beschwerdeführerin die konkrete Festsetzung der 

Nach- und Strafsteuern.  

 

9.2 Die Vorinstanz bestätigte die teilweise Aufrechnung bei der D.____ AG beziehungs-

weise Zurechnung bei der Beschwerdeführerin für die Jahre 2007 bis 2012 des Mietanteils für 

ein Arbeitszimmer in Höhe von Fr. 2'400.-- p.a., da dieser Mietaufwand nicht geschäftsmässig 

begründet sei. Vielmehr sei ein Teil der monatlichen privaten Wohnungsmiete der Beschwer-

deführerin als Geschäftsaufwand verbucht und jeweils direkt an die Vermieterin überwiesen 

worden. Die beweispflichtige Beschwerdeführerin habe zudem keine entlastenden Belege ein-

gereicht, obwohl die Steuerverwaltung bereits im Revisionsbericht 2014 zu Recht festgestellt 

habe, dass die Buchhaltung der D.____ AG materiell zu beanstanden sei (da unter anderem 

pauschale Entschädigungen ohne gültiges Spesenreglement sowie private Aufwendungen 

verbucht worden seien). Eine Aufrechnung der nicht verbuchten Privatanteile für das Fahrzeug 

der Beschwerdeführerin sei dagegen nur für die Jahre 2008 bis 2011 zulässig, da sie erst seit 

2008 Arbeitnehmerin der D.____ AG sei und das Fahrzeug bis am 21. November 2007 auf 

eine andere Aktiengesellschaft eingelöst gewesen sei.  

 

9.3 Betreffend die als nicht geschäftsmässig begründete teilweise Aufrechnung des 

Mietanteils für ein Arbeitszimmer für die Jahre 2007 bis 2011 in der Höhe von Fr. 2'400.-- pro 

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Jahr ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin weder im Rekurs noch in der vorlie-

genden Beschwerde zu diesem Punkt äusserte und die Rechtmässigkeit der Aufrechnung da-

mit nicht substantiiert bestritt. An der diesbezüglichen vorinstanzlichen Aufrechnung ist des-

halb vollumfänglich festzuhalten.  

 

9.4 Die Aufrechnung von nicht verbuchten Privatanteilen bei der Position ʺFahrzeug 

A.____ʺ wäre aufgrund der teilweisen Gutheissung des Rekurses nur noch für die Steuerjahre 

2008 bis 2011 zu prüfen. Die Beschwerdeführerin bestritt diese dagegen in der vorliegenden 

Beschwerde nicht und brachte auch sonst keine Argumente vor, die eine andere Beurteilung 

erforderlich machen würden. Es ist deshalb auch betreffend diese Position vollumfänglich an 

der vorinstanzlichen Aufrechnung festzuhalten. Die konkrete Berechnung der Nachsteuern er-

weist sich damit als rechtmässig.  

 

10.1 Schliesslich ist die Rechtmässigkeit der Strafsteuer strittig. In diesem Zusammenhang 

ist zu prüfen, ob die Steuerverwaltung der Beschwerdeführerin zu Recht eine Strafsteuer be-

ziehungsweise Busse in der Höhe von 40% der Nachsteuern für die Steuerjahre 2007 bis 2012 

auferlegt hatte. Die Beschwerdeführerin monierte einerseits, dass der Passus über die Eröff-

nung eines entsprechenden Steuerstrafverfahrens im Schreiben vom 18. Mai 2015 gestrichen 

worden sei, und andererseits, dass dem hohen Verzugszins bereits pönaler Charakter zu-

komme. Entsprechend sei von den erhobenen Strafsteuern beziehungsweise von einer Busse 

abzusehen.  

 

10.2 Das Schreiben vom 18. Mai 2015 enthält den folgenden Hinweis: ʺWir machen Sie 

darauf aufmerksam, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch ein Strafsteuerverfahren einge-

leitet werden könnte.ʺ Am linken Rand dieses Absatzes wurden handschriftlich zwei Striche 

angebracht, die den Text teilweise durchstreichen. Unmittelbar darunter wurde handschriftlich 

das folgende ergänzt: ʺEröffnung nach Zurverfügungstellung der Unterlagen der Vorjahre.ʺ 

Aus diesen handschriftlichen Anmerkungen/Strichen lässt sich nicht ableiten, dass die nach-

trägliche Eröffnung eines Strafsteuerverfahrens ausgeschlossen wurde. Aus objektiver Sicht 

ist die beschriebene handschriftliche Ergänzung vielmehr dahingehend zu verstehen, dass die 

entsprechende Verfahrenseröffnung allenfalls erst ʺnach Zurverfügungstellung der Unterlagen 

der Vorjahreʺ erfolgen werde. Damit ist weder ersichtlich noch hinreichend aufgezeigt, inwie-

fern die Beschwerdeführerin aufgrund des geschilderten Umstandes berechtigterweise auf die 

Nichteinleitung eines Strafverfahrens hätte vertrauen dürfen. Die übrigen Tatbestandsvoraus-

setzungen der Steuerhinterziehung nach Art. 175 DBG, Art. 56 StHG und § 151 StG sind un-

streitig erfüllt. Schliesslich ist auch die konkrete Strafzumessung nicht zu beanstanden. Mit der 

festgesetzten Busse in der Höhe von 40% der Nachsteuern wurde dem leichten Verschulden, 

dem eher geringen Taterfolg und der gezeigten Kooperation Rechnung getragen. Zu Lasten 

der Beschwerdeführerin wurde dagegen die lange Dauer der Hinterziehung berücksichtigt. 

Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände erscheint die Höhe der Strafsteuer als sachge-

recht und ist nicht zu beanstanden.  

 

10.3 Gemäss Art. 151 DBG beziehungsweise § 146 Abs. 1 StG wird die nicht erhobene 

Steuer samt Zins seit Fälligkeit als Nachsteuer erhoben. Sofern die Beschwerdeführerin die 

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Höhe des Verzugszinssatzes monierte, kann sie damit nicht gehört werden. Denn sowohl für 

die direkten Bundessteuern als auch für die kantonalen und kommunalen Steuern ist die Ver-

zinsung der Nachsteuerforderung zu dem für die jeweilige Steuerperiode geltenden Satz ge-

setzlich vorgeschrieben. Dass der Verzugszins in diesem Sinne nicht gesetzeskonform fest-

gelegt worden sei, wird zu Recht nicht geltend gemacht. Auf die Erhebung des so ermittelten 

Verzugszinses dürfen die Steuerbehörden schliesslich kraft gesetzlicher Vorschrift (sog. Le-

galitätsprinzip) nicht verzichten.  

 

11. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die konkrete Berechnung der Nach- und 

Strafsteuern korrekt erfolgte, die Strafzumessung sich als sachgerecht erweist und die Höhe 

des gesetzlich vorgesehenen Verzugszinssatzes nicht zu beanstanden ist, womit auch das 

Eventualbegehren vollumfänglich abzuweisen ist. Damit ist zusammenfassend festzustellen, 

dass die Beschwerde unbegründet und deshalb abzuweisen ist.  

 

12. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren 

vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebüh-

ren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemesse-

nem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe 

von Fr. 1’800.-- der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1’800.-- zu verrechnen. Ausgangsgemäss sind die Par-

teikosten wettzuschlagen (§ 21 VPO).  

http://www.bl.ch/kantonsgericht

Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

   

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.  

 

 

 

 

 

Vizepräsident 

 

 

 

 

 

Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

 

 

 

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