# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd715e01-9311-5210-ada3-3f35cb428c4b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-12
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 12.07.2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_Empfehlung-vom-12--J_2023-07-12.pdf

## Full Text

Feldeggweg 1 
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Eidgenössischer Datenschutz- und 
Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB 

 
 

 

Bern, 12. Juli 2023 

Empfehlung 
nach Art. 14 des Öffentlichkeitsgesetzes 

im Schlichtungsverfahren zwischen 

X.__ 
(Antragsteller) 

und 

Nachrichtendienst des Bundes NDB 

I Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 

1. Der Antragsteller (Privatperson) hat am 15. April 2023 gestützt auf das Bundesgesetz über das 
Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ; SR 152.3) beim Nachrichten-
dienst des Bundes NDB um Zugang ersucht zu den "Klarnamen (nicht Decknamen) seiner Ange-
stellten, temporären Angestellten, sowie [sic!] seinen Verbindungen, die zum jüdisch-persisch-
patrizierischen Adelsgeschlecht und seinen seit Jahrzehnten ausgeübten Einfluss in Politik und 
Medien bestehen. Die Klarnamen sind schriftlich zusammen mit der Angabe der Namen beider 
Eltern und dem Status ob [sic!] adoptiert oder nicht, sowie der Religions-Zugehörigkeit […] zuzu-
stellen." 

2. Am 21. April 2023 nahm der NDB Stellung und verweigerte den Zugang zu den ersuchten Infor-
mationen mehrheitlich. Der NDB führte dazu aus, dass das "Bundesgesetz über den Nachrichten-
dienst (Nachrichtendienstgesetz, NDG; SR 121) […] in seinem Artikel 6 Absatz 7 dem Nachrich-
tendienst des Bundes (NDB) vor[schreibt], seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, seine 
Einrichtungen, seine Quellen und die von ihm bearbeiteten Daten zu schützen. Der NDB gibt des-
halb u.a. keine Personendaten seiner Mitarbeitenden bekannt. Vorbehalten bleiben Personen in 
Führungspositionen." Zur Einsicht in letztere Informationen verwies der NDB auf den Staatskalen-
der des Bundes und übermittelte dem Antragsteller die entsprechende digitale Fundstelle.  

3. Am 28. April 2023 reichte der Antragsteller einen Schlichtungsantrag beim Eidgenössischen Da-
tenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) ein. 

4. Mit E-Mail vom 28. April 2023 forderte der Beauftragte den NDB dazu auf, die betroffenen Doku-
mente sowie eine ergänzende Stellungnahme einzureichen. 

 
 

 

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5. Mit Schreiben vom 2. Mai 2023 bestätigte der Beauftragte gegenüber dem Antragsteller den Ein-
gang des Schlichtungsantrages. 

6. Am 4. Mai 2023 reichte der NDB dem Beauftragten eine ergänzende Stellungnahme ein. Darin 
führte er u.a. aus, dass "der seinerzeitigen Botschaft zufolge […] das Nachrichtendienstgesetz 
eigenständig sicherstellen [soll], dass der NDB zu einem hinreichenden Schutz seiner Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter wie auch seiner Informationen verpflichtet ist. Nach Artikel 6 Absatz 7 des 
Nachrichtendienstgesetzes schützt der NDB denn auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 
seine Einrichtungen, seine Quellen und die von ihm bearbeiteten Daten." Art. 6 Abs. 7 NDG räume 
dem NDB einen Ermessensspielraum ein, den er wahrnehme, indem "er grundsätzlich nur die 
Personaldaten der Führungsebene (Geschäftsleitung) veröffentlicht. Es besteht demnach eine 
Sonderregelung für den Zugang zu amtlichen Dokumenten mit Personendaten von Mitarbeitenden 
des NDB." Der NDB gehe mit Verweis auf Art. 4 BGÖ davon aus, dass "[…] die Regelung des 
NDB über die Personaldaten zum Schutz seiner Mitarbeitenden dem BGÖ vor[geht]."  

Der NDB machte weiter geltend, dass auch bei Anwendbarkeit des Öffentlichkeitsgesetzes der 
Zugang zu den ersuchten Informationen zu verweigern sei, zumal "gemäss Rechtsprechung der 
Geheimhaltungstatbestand nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe c BGÖ in erster Linie u.a. den 
Nachrichtendienst" schützen solle. Der NDB sei "eine Organisation, die mit nachrichtendienstli-
chen Mitteln vor allem nicht öffentlich zugängliche Informationen beschafft, analysiert, auswertet 
und verbreitet". Er sei für seine Auftragserfüllung "auf Vertraulichkeit nach innen und aussen an-
gewiesen". Im Falle einer Offenlegung der verlangten Informationen "würde die Arbeit des NDB 
flächendeckend verunmöglicht oder zumindest massiv erschwert, weil die Personen und damit 
auch ihre Gesichter bekannt würden und kaum mehr Informationsbeschaffungsmassnahmen um-
gesetzt werden könnten (geschweige denn verdeckte). Demgegenüber besteht ein eminentes öf-
fentliches Interesse an einem funktionierenden Nachrichtendienst als einer der Pfeiler der schwei-
zerischen Sicherheitspolitik. Ohne funktionierenden Nachrichtendienst wäre eine Gefährdung der 
Sicherheit der Schweiz unvermeidbar." Zudem wären "sämtliche Mitarbeitenden des NDB mitsamt 
ihrer Familienangehörigen möglichen Anfeindungen und Bedrohungen von dem Nachrichten-
dienst schlecht gesinnten Personen […] ausgesetzt bzw. […] ausländischen Nachrichtendiensten 
bekannt und damit wahrscheinliches Ziel ausländischer Beschaffungsmassnahmen. Zu denken 
ist hier etwa an Korruption oder Erpressung." Hinzu komme laut NDB das Risiko einer strafrecht-
lichen Verfolgung im Ausland, dürfte doch "eine nachrichtendienstliche Tätigkeit zugunsten der 
Schweiz in jedem anderen Land ausser der Schweiz strafbar sein […], so dass Mitarbeitende des 
NDB keine Auslandreisen zum Zwecke der Informationsbeschaffung im Ausland […] unternehmen 
könnten".  

Darüber hinaus verwies der NDB auf die Anonymisierungspflicht nach Art. 9 Abs. 1 BGÖ. Sofern 
eine Anonymisierung der Personendaten nicht möglich sei, seien Zugangsgesuche nach Art. 19 
des Bundesgesetzes über den Datenschutz (Datenschutzgesetz, DSG; SR 253.1) zu beurteilen 
(Art. 9 Abs. 2 BGÖ). Nach Art. 19 Abs. 1bis DSG dürften "Bundesorgane […] Personendaten von 
Amtes wegen oder gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz im Rahmen der behördlichen Informa-
tion der Öffentlichkeit bekannt geben, wenn die Daten im Zusammenhang mit der Erfüllung öffent-
licher Aufgaben stehen und an ihrer Bekanntgabe ein überwiegendes öffentliches Interesse be-
steht." Vorliegend bestehe jedoch ein "eminentes überwiegendes öffentliches Interesse an einem 
funktionierenden Nachrichtendienst und damit an der Geheimhaltung von Personendaten von Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeitern des NDB." Auch würde "im Falle einer Zugangsgewährung die Pri-
vatsphäre der Betroffenen […] massiv beeinträchtigt und gestört." 

7. Mit E-Mail vom 5. Mai 2023 informierte der Beauftragte den Antragsteller darüber, dass vorliegend 
auf die Durchführung einer Schlichtungssitzung verzichtet werde, er im Rahmen des schriftlich 
geführten Schlichtungsverfahrens jedoch Gelegenheit zur Einreichung einer ergänzenden Stel-
lungnahme erhalte (Art. 12 Abs. 2 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
[Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ; SR. 152.31]).  

8. Am 6. Mai 2023 reichte der Antragsteller eine ergänzende Stellungnahme ein, in welcher er mit 
Verweis auf eine umfassende Beilage Ausführungen zu seinem Informationsinteresse machte.  

 
 

 

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9. Auf die weiteren Ausführungen des Antragstellers und des NDB sowie auf die eingereichten Un-
terlagen wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen. 

II Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

10. Der Antragsteller reichte ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ beim NDB ein. Dieser verweigerte 
den Zugang zu den verlangten Dokumenten. Der Antragsteller ist als Teilnehmer an einem voran-
gegangenen Gesuchsverfahren zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt (Art. 13 
Abs. 1 Bst. a BGÖ). Der Schlichtungsantrag wurde formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und frist-
gerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten ein-
gereicht (Art. 13 Abs. 2 BGÖ). 

11. Das Schlichtungsverfahren findet auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten statt, der das Verfahren im Detail festlegt.1 
Kommt keine Einigung zustande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche Lösung, 
ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der Angelegenheit 
eine Empfehlung abzugeben.  

B. Materielle Erwägungen 

12. Der Beauftragte prüft nach Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Ver-
waltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ; SR 152.31) die Rechtmässigkeit und die Angemes-
senheit der Beurteilung des Zugangsgesuches durch die Behörde.2 

13. Der NDB verweigert den Zugang zu den ersuchten Informationen mehrheitlich. Nach Ansicht des 
NDB bestehe eine dem Öffentlichkeitsgesetz vorgehende "Sonderregelung für den Zugang zu 
amtlichen Dokumenten mit Personendaten von Mitarbeitenden des NDB" (s. Ziff. 6). Art. 6 Abs. 7 
NDG räume dem NDB ein Ermessen in Bezug auf den Schutz seiner Mitarbeitenden ein, welches 
dieser nutze, indem "er grundsätzlich nur die Personaldaten der Führungsebene (Geschäftslei-
tung) veröffentlicht". Im Umkehrschluss seien alle anderen Informationen über das Personal des 
NDB zu deren Schutz nicht nach dem Öffentlichkeitsgesetz zugänglich. 

14. Gemäss Art. 4 BGÖ sind Bestimmungen anderer Bundesgesetze vorbehalten, die bestimmte In-
formationen als geheim bezeichnen (Bst. a) oder vom Öffentlichkeitsgesetz abweichende Voraus-
setzungen für den Zugang zu bestimmten Informationen vorsehen (Bst. b), was zur Folge hat, 
dass die Bestimmungen des Öffentlichkeitsgesetzes für den Zugang zu diesen Informationen nicht 
anwendbar sind.3  

15. Seit dem Inkrafttreten des Öffentlichkeitsgesetzes wird klar zwischen der aktiven und der passiven 
Behördeninformation unterschieden.4 Die aktive Information, die sog. Information von Amtes we-
gen, wird vom Öffentlichkeitsgesetz nicht erfasst.5 Aktive Informationstätigkeiten sind einerseits 
allgemein (Art. 180 BV, Art. 10 RVOG) und andererseits spezialrechtlich (bspw. Veröffentlichung 
von Erlassen und Verträgen gemäss Bundesgesetz über die Sammlungen des Bundesrechts und 
das Bundesblatt, Publikationsgesetz, PublG; SR 170.512) geregelt. Bei der aktiven Information 
verfügt die Behörde grundsätzlich über einen grossen Ermessensspielraum, ob und in welchem 

 
1 Botschaft zum Bundesgesetz über die Öffentlichkeit der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ) vom 12. Februar 2003, BBl 2003 1963 

(zitiert BBl 2003), BBl 2003 2024. 
2  GUY-ECABERT, in: Brunner/Mader (Hrsg.), Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Bern 2008 (zit. Handkommentar BGÖ), Art. 13 Rz. 8. 
3  Vgl. Urteil des BVGer A-1732/2018 vom 26. März 2019 E. 7.2; zu Art. 4 s. WINKLER, Mit Spezialbestimmungen gegen Transparenz. Ein-

schränkungen des Öffentlichkeitsprinzips durch spezialgesetzliche Vorbehalte nach Art. 4 BGÖ als Herausforderung, in: Wald-
mann/Bergamin (Hrsg.), 10 Jahre InfoG Freiburg, Bern 2021, 246 ff. 

4  BRUNNER, Persönlichkeitsschutz bei der behördlichen Information der Öffentlichkeit vom Amtes wegen: Ein Leitfaden, ZBl 111/2010, 
599 ff. 

5  BBl 2003 1977. 

 
 

 

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Umfang sie Informationen veröffentlichen will.6 Demgegenüber regelt das Öffentlichkeitsgesetz 
die passive Information und zeichnet sich explizit dadurch aus, dass die gesuchstellende Person 
mit ihrem Gesuch einerseits Inhalt und Umfang der verlangten Information bestimmt und anderer-
seits, in welcher Form (Dokumenteneinsicht oder eine Auskunft über den Inhalt) sie Zugang zum 
Dokument wünscht. Aufgrund des in Art. 6 Abs. 1 BGÖ verankerten Öffentlichkeitsprinzips besteht 
die Vermutung zu Gunsten des freien Zugangs zu amtlichen Dokumenten. Die Beweislast zur 
Widerlegung dieser Vermutung obliegt der Behörde. Somit liegt es nicht im freien Ermessen der 
Behörde, ob sie Informationen und amtliche Dokumente zugänglich machen will. Hierzu hielt das 
Bundesgericht explizit fest, dass die Interessenabwägung der Behörde nach dem Öffentlichkeits-
gesetz kein Ermessensentscheid ist.7 Zudem erklärte es deutlich, dass der Öffentlichkeitsgrund-
satz der Transparenz der Verwaltung dient und das Vertrauen der Bürger in die staatlichen Insti-
tutionen und ihr Funktionieren fördern soll; er bildet zudem eine wesentliche Voraussetzung für 
eine sinnvolle demokratische Mitwirkung am politischen Entscheidfindungsprozess und für eine 
wirksame Kontrolle der staatlichen Behörden und deren Tätigkeit.8  

16. Art. 6 Abs. 7 NDG verpflichtet den NDB, seine Mitarbeitenden, seine Einrichtung, seine Quellen 
und die von ihm bearbeiteten Daten zu schützen. Art. 7 NDG enthält nähere Regelungen dazu, 
wie dieser Schutz gewährleistet werden kann, namentlich durch Ausbildung und Sensibilisierung 
sowie technische Massnahmen und die Überprüfung der Einhaltung von Vorschriften zu einem 
wirksamen und glaubwürdigen Risikomanagement.9 

17. Nach Ansicht des Beauftragten wird in Art. 6 Abs. 7 NDG weder die aktive noch die passive Infor-
mationstätigkeit der Behörde geregelt. Aus dem Gesetzeswortlaut und der dazugehörigen Bot-
schaft lassen sich auch keine Hinweise bezüglich der materiellen Koordination der Bestimmung 
zum Öffentlichkeitsgesetz entnehmen. Das Fehlen einer Erklärung zur Koordination muss gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung "vielmehr als Hinweis dafür interpretiert werden, dass die 
gesetzgebende Behörde die Geltung des BGÖ nicht tangieren wollte".10 Einen ausdrücklichen 
Vorbehalt zur Anwendung des Öffentlichkeitsgesetzes hat der Gesetzgeber für den NDB in Art. 67 
NDG ausdrücklich normiert.  

18. Mit dem Inkrafttreten des neuen Nachrichtendienstgesetzes am 1. September 2017 wurde die 
nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung dem Anwendungsbereich des Öffentlichkeitsge-
setzes entzogen. Nach Art. 67 NDG gilt das Öffentlichkeitsgesetz nicht für den Zugang zu amtli-
chen Dokumenten betreffend die Informationsbeschaffung nach dem Nachrichtendienstgesetz. 
Die Botschaft führt in Bezug auf die Ausnahme in Art. 67 NDG aus, dass zwar "[g]eprüft wurde, 
ob eine vollständige Ausnahme des NDB aus dem Geltungsbereich des BGÖ notwendig sei."11 
Eine solche Ausnahme wurde jedoch nicht als sachdienlich erachtet und somit der Vorbehalt ge-
genüber dem Öffentlichkeitsgesetz ausschliesslich auf die Informationsbeschaffung nach dem 
3. Kapitel des Nachrichtendienstgesetzes beschränkt.12 Das 3. Kapitel des Nachrichtendienstge-
setzes definiert Massnahmen, die mit oder ohne gerichtliche Genehmigung durchgeführt werden 
können, d.h. die Mittel, die dem NDB zur Verfügung stehen, um Informationen zu sammeln, sowie 
den Schutz von Informationsquellen und die Zusammenarbeit mit anderen Diensten oder Privat-
personen. Es bestehen keine Hinweise, dass Art. 6 Abs. 7 NDG zusätzlich zu Art. 67 NDG eine 
weitere Spezialnorm nach Art. 4 BGÖ darstellt.  

19. Der Beauftragte ist der Ansicht, dass der vom NDB geltend gemachte Art. 6 Abs. 7 NDG nicht die 
von der Rechtsprechung anerkannten Anforderungen an eine Spezialnorm nach Art. 4 BGÖ er-
füllt. Der verfolgte Zweck der Bestimmung besteht in erster Linie darin, den NDB zu verpflichten 
und zu ermächtigen, konkrete Schutz- und Sicherheitsmassnahmen zu erarbeiten und zu erlas-

 
6  BRUNNER/MADER, in: Handkommentar BGÖ, Einl. Rz. 86 ff.  
7  Urteil des BGer 1C_394/2016 vom 27. September 2017 E. 4.10. 
8  Urteil des BGer 1C_428/2016 vom 27. September 2017 E. 5.1 m.w.H.  
9  BBl 2014 2144, 2145. 
10  BGE 146 II 265 E. 5.2.1. 
11  BBl 2014 2195. 
12  BBl 2014 2141, 2148. 

 
 

 

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sen. Die Bestimmung verfolgt somit eine andere Zielsetzung als das Öffentlichkeitsgesetz, wel-
ches die Förderung der Transparenz über den Auftrag, die Organisation und die Tätigkeit der 
Verwaltung zum Ziel hat (Art. 1 BGÖ). Das Öffentlichkeitsgesetz kommt somit zur Anwendung. 

20. Aufgrund des in Art. 6 BGÖ verankerten Öffentlichkeitsprinzips besteht eine widerlegbare gesetz-
liche Vermutung zugunsten des freien Zugangs zu amtlichen Dokumenten.13 Die betroffene Be-
hörde hat amtliche Dokumente zugänglich zu machen oder die verlangte Auskunft über deren 
Inhalt zu erteilen, es sei denn, sie kann nachweisen, dass ein Ausnahmetatbestand nach Art. 7 
Abs. 1 BGÖ erfüllt ist, ein besonderer Fall von Art. 8 BGÖ vorliegt oder die Privatsphäre resp. 
Personendaten (Art. 7 Abs. 2 BGÖ i.V.m. Art. 9 BGÖ) zu schützen sind. Die objektive Beweislast 
zur Widerlegung der Vermutung des freien Zugangs zu amtlichen Dokumenten obliegt der zustän-
digen Behörde. Misslingt ihr der Beweis, ist der Zugang grundsätzlich zu gewähren.14 

21. Der Zugang zu amtlichen Dokumenten kann insbesondere aus einem der in Art. 7 Abs. 1 BGÖ 
genannten Gründe eingeschränkt, aufgeschoben oder verweigert werden. Nach der Rechtspre-
chung muss die aufgrund der Zugangsgewährung drohende Verletzung der jeweiligen öffentlichen 
oder privaten Interessen zwar nicht mit Sicherheit eintreten, jedoch darf eine Gefährdung auch 
nicht lediglich denkbar oder (entfernt) möglich erscheinen; zudem muss diese ernsthaft sein, wes-
halb eine bloss geringfügige oder unangenehme Konsequenz nicht als Beeinträchtigung gelten 
kann. Eine eigentliche Interessenabwägung ist nicht vorzunehmen. Vielmehr hat der Gesetzgeber 
diese bereits vorweggenommen, indem er in Art. 7 Abs. 1 BGÖ in abschliessender Weise die 
Gründe aufzählt, aus denen das Geheimhaltungs- das Transparenzinteresse überwiegen kann.15  

22. Der NDB macht in seiner Stellungnahme an den Beauftragten (Ziff. 6) geltend, dass "gemäss 
Rechtsprechung der Geheimhaltungstatbestand nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe c BGÖ in ers-
ter Linie u.a. den Nachrichtendienst schützen [soll]." Dieser verbiete vorliegend eine Zugänglich-
machung der ersuchten Informationen, sofern das Öffentlichkeitsgesetz zur Anwendung gelange. 

23. Nach Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ kann der Zugang zu amtlichen Dokumenten eingeschränkt, aufge-
schoben oder verweigert werden, wenn durch seine Gewährung die innere oder äussere Sicher-
heit der Schweiz gefährdet werden kann. Gemäss der Botschaft16 zum Öffentlichkeitsgesetz be-
trifft diese Ausnahmebestimmung in erster Linie die Tätigkeit des Polizei-, Zoll-, Nachrichten- und 
Militärwesens und bezweckt die Geheimhaltung von Massnahmen zum Erhalt der Handlungsfä-
higkeit der Regierung in ausserordentlichen Lagen, zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Lan-
desversorgung, Informationen über technische Einzelheiten oder den Unterhalt von Rüstungsgü-
tern oder Informationen, deren Zugänglichmachung zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit 
wichtiger Infrastrukturen oder gefährdeter Personen führen würde. Dabei ist nach der Rechtspre-
chung17 nicht die Abgrenzung nach den tätigen Behörden massgeblich, sondern die Abgrenzung 
von gefährdeten Interessen und Rechtsgütern. Sicherheit ist hierbei sowohl als Unverletzlichkeit 
der Rechtsgüter der Einzelnen wie auch des Staates und seiner Einrichtungen sowie der Rechts-
ordnung insgesamt zu verstehen. Die innere und äussere Sicherheit der Schweiz kann durch An-
griffe und Bedrohungen wie Kriminalität im Allgemeinen, Extremismus und Terrorismus sowie mi-
litärische und nachrichtendienstliche Aktivitäten gefährdet sein. Von der Bestimmung erfasst wird 
ebenfalls der Schutz von sicherheitsrelevanten Informationen im Zusammenhang mit kritischen 
Infrastrukturen der Landesversorgung wie informations-, kommunikations- und energietechni-
schen Einrichtungen. Schutzbedürftig können auch Informationen über die Organisation, die Tä-
tigkeit und Strategie von Behörden mit Sicherheitsaufgaben, Beschreibungen von Amtsgebäuden 
oder Angaben zu Aufgaben der Angestellten sein.18 Allerdings muss nach der Rechtsprechung19 
selbst bei legitimen Sicherheitszwecken sorgfältig geprüft werden, ob die Offenlegung der ver-
langten Dokumente die öffentliche Sicherheit ernsthaft gefährden könnte. Als Leitlinie der Prüfung 
dient dabei das Kriterium, wie weit es verantwortbar ist, dass über die Bekanntgabe von Infor-

 
13  BGE 142 II 340 E. 2.2. 
14  Urteil des BVGer A-6003/2019 vom 18. November 2020 E. 2.1. 
15  Urteil des BVGer A-2565/2020 vom 17. Januar 2022 E. 3.1. 
16  BBl 2003 2009. 
17  Urteil des BVGer A-407/2019 vom 14. Mai 2020 E. 5.1 m.w.H. 
18  Urteil des BVGer A-1432/2016 vom 5. April 2017 E. 6.4. 
19  Urteil des BVGer A-407/2019 vom 14. Mai 2020 E. 5.1 m.w.H. 

 
 

 

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mationen, die danach auch der gesamten Öffentlichkeit offen stünden, Zugang zu Wissen besteht, 
das sich in unerwünschter bzw. für die innere Sicherheit der Schweiz nachteiliger Weise nutzen 
liesse.20 

24. Der Beauftragte kann die Argumentation des NDB nachvollziehen, wonach dieser in casu seine 
Aufgaben, insbesondere im Bereich der Analyse und Prävention von Bedrohungen der inneren 
und äusseren Sicherheit der Schweiz, bei Bekanntgabe der ersuchten Informationen nicht mehr 
pflichtgemäss erfüllen könnte. Insbesondere die verdeckte Informationsbeschaffung könnte in die-
sem Falle verunmöglicht werden. Der NDB zeigte gegenüber dem Beauftragten anhand konkreter 
Sachverhalte auf, dass vorliegend die Bekanntgabe die Mitarbeitenden des NDB sowie deren Fa-
milienangehörigen zum Ziel nachrichtendienstlicher Aktivitäten ausländischer Dienste werden las-
sen könnte, was eine Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit der Schweiz zur Folge 
hätte.  

Nach Ansicht des Beauftragten hat der NDB vorliegend als beweisbelastete Behörde in genügen-
der Begründungsdichte aufgezeigt, dass die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz gemäss 
Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ im Falle der Zugangsgewährung ernsthaft betroffen ist.   

25. Mit diesem Resultat erübrigt sich die Prüfung des Vorbringens des NDB, ob durch die Offenlegung 
der verlangten Informationen die Privatsphäre beeinträchtigt werden kann (Art. 7 Abs. 2 BGÖ; 
Art. 9 Abs. 2 BGÖ i.V.m. Art. 19 Abs. 1bis DSG).21 

26. Zusammengefasst kommt der Beauftragte zu folgendem Ergebnis: Es liegt keine Spezialbestim-
mung im Sinne von Art. 4 BGÖ vor, die der Anwendung des Öffentlichkeitsgesetzes entgegen-
steht. Hingegen ist der Beauftragte der Ansicht, dass der NDB glaubhaft dargelegt hat, dass der 
Ausnahmetatbestand von Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ erfüllt ist.  

  

 
20  COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, in: Handkommentar BGÖ, Art. 7 Rz. 26 ff.; Urteil des BVGer A-1432/2016 vom 5. April 2017 E. 6.5. 
21  BBl 2003 2016. 

 
 

 

7/7 

III Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlich-
keitsbeauftragte:  

27. Der Nachrichtendienst des Bundes hält an seiner Zugangsverweigerung fest.  

28. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung beim Nachrichten-
dienst des Bundes den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-
tungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) verlangen, wenn er mit der 
Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs.1 BGÖ). 

29. Der Nachrichtendienst des Bundes erlässt eine Verfügung, wenn er mit der Empfehlung nicht 
einverstanden ist (Art. 15 Abs. 2 BGÖ). 

30. Der Nachrichtendienst des Bundes erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach Empfang dieser 
Empfehlung oder nach Eingang eines Gesuches um Erlass einer Verfügung (Art. 15 Abs. 3 BGÖ). 

31. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am Schlichtungsver-
fahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 Abs. 3 VBGÖ). 

32. Die Empfehlung wird eröffnet: 

- Einschreiben mit Rückschein (R)  
X.__ (Antragsteller) 

- Einschreiben mit Rückschein (R)  
Nachrichtendienst des Bundes NDB 
Papiermühlstrasse 20 
3003 Bern  

 

 
 

  

Reto Ammann 
Leiter 

Lena Hehemann 
Juristin 

 

 

	I Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
	II Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung:
	A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ
	B. Materielle Erwägungen

	III Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte:
	32. Die Empfehlung wird eröffnet:
	- Einschreiben mit Rückschein (R)  X.__ (Antragsteller)
	- Einschreiben mit Rückschein (R)  Nachrichtendienst des Bundes NDB