# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e7146af-85cb-552e-8637-97f52e604934
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 23.11.2022 R 2022 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2022-2_2022-11-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 22 2

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

Richter Audétat und Racioppi

Aktuarin ad hoc Isepponi

URTEIL

vom 23. November 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Reto Crameri, 

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde B._____, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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I. Sachverhalt:

1. Am 14. Oktober 2021 reichte A._____ ein Baugesuch bei der Gemeinde 

B._____ zur Erstellung eines Fensters an der Ostfassade des 

Gebäudes C._____ auf der Parzelle D._____, E._____, ein. Das Fenster 

soll oberhalb der beiden bereits bestehenden Öffnungen (Fenster und 

verglaste Balkontür) im ersten Obergeschoss eingebaut werden und 

wendet sich zum F._____. Das Baugesuch wurde im Amtsblatt der 

Gemeinde B._____ am 22. Oktober publiziert; gegen das Vorhaben 

gingen keine Einsprachen ein.

2. Mit Entscheid vom 6. Dezember 2021, mitgeteilt am 21. Dezember 2021, 

erteilte der Kleine Landrat der Gemeinde B._____ die Baubewilligung, 

jedoch verbunden mit folgender Auflage:

"2. Sämtliche Fensterfluchten des projektierten Fensters sind den 

darunterliegenden Fenstern anzupassen. Dies gilt auch für die vertikale 

Unterteilung.

Der überarbeitete Fassadenplan ist vor Baubeginn dem Bauamt einzureichen."

3. Gegen die Auflage in der Baubewilligung erhob A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) am 12. Januar 2022 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Verlangt wurde die 

ersatzlose Streichung der Ziff. 2 der Baubewilligung unter voller Kosten- 

und Entschädigungsfolge zulasten der Gemeinde B._____ (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin). Der Beschwerdeführer rügte eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs in zweierlei Hinsicht: Einerseits habe er sich vor dem 

Erlass der angefochtenen Auflage nicht äussern können und anderseits 

sei die verfügte Auflage nicht begründet. Eine Heilung der Verletzung des 

rechtlichen Gehörs sei nur ausnahmsweise möglich. Weiter erweise sich 

die Auflage als willkürlich. In der Nähe zum Einfamilienhaus des 

Beschwerdeführers seien mehrere Liegenschaften zu sehen, welche die 

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unterschiedlichsten Fenstergestaltungen aufwiesen. Er erwähnte 

insbesondere Gebäude mit Fenstern, die einen fehlenden Bezug zu den 

anderen Geschossen hätten, die verschiedene Fensterformen auf der 

gleichen Fassade aufwiesen sowie ein Haus mit verglastem Treppenhaus. 

Der Vergleich mit den erwähnten Liegenschaften zeige, dass die verfügte 

Auflage willkürlich sei. Insbesondere stelle das neue Fenster keinen 

fremden Eingriff in das Gebäude dar und zudem sei es zurückversetzt, da 

der Balkon über eine Überdachung verfüge. Mit der Auflage habe die 

Gemeinde das ihr in Bausachen zukommende Ermessen bei Weitem 

gesprengt, da sie eine für die Bauherrschaft einschränkende Auflage 

erlassen habe, die nicht nachvollziehbar sei. Die Anordnung werde auch 

nicht durch das Ermessen, über welches die Gemeinden bei 

Ästhetikfragen verfügten, gedeckt.

4. Die Beschwerdegegnerin reichte am 21. Februar 2022 ihre 

Vernehmlassung ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde unter 

Kostenfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. Zur 

Sachverhaltsdarstellung stellte sie präzisierend fest, dass das neue 

Fenster wohl die Belichtungssituation des bis in den Giebel reichenden 

Wohnraumes im ersten Obergeschoss verbessere, jedoch ohne Einfluss 

auf den Blick ins F._____ bleibe, da die Unterkante des Fensters sich 

ungefähr 2.5 m über dem Fussboden des Wohnraumes befinde. 

Begründend führte die Beschwerdegegnerin weiter aus, dass die 

Bestimmungen betreffend die gestalterische Einordnung einer Baute ins 

Orts- und Landschaftsbild der Gemeinde naturgemäss einen relativ weiten 

Ermessensspielraum einräumten. Nach seiner Rechtsprechung übe das 

Verwaltungsgericht bei der Überprüfung von Fragen der Ästhetik und 

Gestaltung eine gewisse Zurückhaltung, indem es nur mit triftigen 

Gründen vom Ermessen der Vorinstanz abweiche. Das geplante Fenster 

bewirke eine Unruhe in der Struktur der Gebäudefassade, da dieses die 

unmittelbar darunterliegenden Gebäudeöffnungen auf beiden Seiten um 

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je ca. 35 cm überrage. Die dadurch verursachte Störung der 

Gesamtwirkung der Baute mit der Umgebung und Landschaft lasse sich 

aber über eine geringfügige Projektanpassung beheben. Daher habe die 

Beschwerdegegnerin die angefochtene Auflage verfügt. Diese habe 

geringe Tragweite, weshalb nicht die Rede von einer Verletzung des 

rechtlichen Gehörs sein könne. Vielmehr bezwecke die Auflage, dass ein 

bewilligungsfähiges Fenster den gestalterischen Anforderungen genüge. 

Insofern der Beschwerdeführer die fehlende Begründung der 

Baubewilligung rüge, habe er übersehen, dass die Bewilligung nicht 

abgelehnt, sondern unter einer Auflage bewilligt worden sei. Dass die 

betreffende Auflage einer gestalterischen Massnahme entspreche, sei 

offensichtlich und die Beschwerdegegnerin hätte dies auf Nachfrage dem 

Beschwerdeführer gerne bestätigt. Der Vorwurf, dass die umstrittene 

Gestaltungsauflage willkürlich sei, sei haltlos. Die Beschwerdegegnerin 

habe ihr Ermessen in zulässigem Umfang genutzt.

5. Der Beschwerdeführer reichte am 28. März 2022 die Replik ein. Er hielt an 

den Anträgen in seiner Beschwerde fest und präzisierte seine 

Begründungen. Insbesondere führte er aus, dass das geplante Fernster 

keine Störung der Gesamtwirkung der Baute mit der Umgebung und der 

Landschaft bewirke. Geplant sei ein neues Fenster in einer Liegenschaft, 

die bereits verschiedene Fenstertypen aufweise. Weiter sei die Willkür der 

Vorinstanz mit Blick auf die in unmittelbarer Nähe bereits bewilligten 

Fenstertypen, welche sich in der gleichen Zone befänden, offensichtlich. 

Die Beschwerdegegnerin gehe auf ihre bisherige Bewilligungspraxis nicht 

ein und stelle sich einfach auf den Standpunkt, dass der Vorwurf haltlos 

sei. Dass eine Auflage verfügt worden sei, sei sachlich nicht gerechtfertigt. 

Vielmehr liege die Vermutung nahe, dass die Baubehörde ein Exempel 

statuieren wolle. Das Baugesuch des Beschwerdeführers werde anders 

behandelt als gleich gelagerte Fälle im umliegenden Gebiet, sodass der 

Grundsatz der Rechtsgleichheit verletzt worden sei. Der 

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Beschwerdeführer führte weiter aus, dass eine zwingende Voraussetzung 

für die Anordnung einer Auflage ein widerrechtlicher Zustand sei, der 

durch die Nebenbestimmung aufgehoben werden könne. Ein solcher liege 

hier gar nicht vor, weshalb die Auflage sich als widerrechtlich und 

willkürlich erweise.

6. Die Beschwerdegegnerin reichte am 25. April 2022 ihre Duplik ein. Sie 

führte aus, sie habe ihr Ermessen nicht überschritten, sondern sie habe 

innerhalb des durch die Gestaltungsvorschriften eingeräumten 

Entscheidungsspielraums eine wenig einschneidende Anordnung zur 

gestalterischen Abstimmung getroffen. Ausserdem diene die Auflage der 

Behebung der Verletzung der Gestaltungsvorschriften, weshalb eine 

entsprechende Intervention der Baubehörde gerechtfertigt gewesen sei.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetztes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das 

Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden, 

soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können 

oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der 

angefochtene Entscheid des Kleinen Landrates vom 6. Dezember 2021, 

mitgeteilt am 21. Dezember 2021 (beschwerdeführerische Beilage [Bf-

act.] 1), ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz 

angefochten werden. Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt 

demzufolge in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Die 

Eintretensvoraussetzungen geben vorliegend zu keinen Bemerkungen 

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Anlass, weshalb auf die im Übrigen im Sinne von Art. 38 und Art. 52 VRG 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist.

2. Der Beschwerdeführer beanstandet, dass er vor Erlass der mit einer 

Auflage verbundenen Baubewilligung nicht angehört worden sei und dass 

diese keine Begründung enthalte. Damit macht er eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geltend.

2.1. Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt in der Regel ungeachtet der 

Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des 

angefochtenen Entscheides (BGE 144 I 11 E. 5.3, 115 Ia 8 E.2a). Nach 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann aber eine nicht besonders 

schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als 

geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie 

auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist 

darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer 

schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von 

einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und 

soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu 

unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung 

gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen 

Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E.2.3, 

136 V 117 E.4.2.2.2, 133 I 201 E.2.2; Urteil des Bundesgerichts 

8C_682/2020 vom 17. Februar 2021 E.3.1.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1176).

2.2. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) 

gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der 

Sachaufklärung und garantiert andererseits ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, soweit dies Einfluss auf ihre 

Rechtsstellung haben kann. Dieser Anspruch umfasst insbesondere das 

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Recht auf vorgängige Anhörung, Mitwirkungsrechte bei der 

Beweiserhebung, das Akteneinsichtsrecht sowie den Anspruch auf 

Begründung von Verfügungen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1001 f.). Neben den sich aus Art. 29 Abs. 2 BV und der langjährigen 

Bundesgerichtspraxis ergebenden Mindestgarantien finden für die 

kantonalen Behörden die im kantonalen Recht vorgesehenen 

Verfahrensvorschriften Anwendung (vgl. BGE 131 I 185 E.2.1).

2.3. Soweit der Beschwerdeführer beanstandet, dass er vor Erlass der mit 

einer Auflage verbundenen Baubewilligung nicht angehört worden sei, rügt 

er eine Verletzung des Rechts auf vorgängige Anhörung. 

2.3.1. Der Anspruch auf vorgängige Anhörung wird auf kantonaler Ebene durch 

Art. 16 Abs. 1 VRG gewährleistet und aus diesem Recht folgt, dass vor 

Erlass einer Verfügung den Betroffenen in der Regel Gelegenheit zur 

Stellungnahme zu geben ist. Um den Betroffenen eine Stellungnahme zu 

ermöglichen, muss ihnen die Verwaltungsbehörde den voraussichtlichen 

Inhalt der Verfügung bekannt geben (zumindest die wesentlichen 

Elemente), sofern sie diese nicht selbst beantragt haben oder deren Inhalt 

voraussehen konnten (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1011). 

Dieser verlangt aber nicht, dass eine Partei die Gelegenheit erhalten 

muss, sich zu jedem möglichen Ergebnis, das von der entscheidenden 

Behörde ins Auge gefasst wird, zu äussern. Die Behörde hat in diesem 

Sinne nicht ihre Begründung den Betroffenen vorweg zur Stellungnahme 

zu unterbreiten. Es genügt, dass sich die Parteien zu den Grundlagen des 

Entscheids, insbesondere zum Sachverhalt sowie zu den anwendbaren 

Rechtsnormen, vorweg äussern können (BGE 132 II 485 E.3.4; Urteile des 

Bundesgerichts 1C_6/2022 vom 30. Juni 2022 E.2.1, 2C_251/2016 vom 

30. Dezember 2016 E.2.3). Nur wenn die Behörde eine Praxisänderung 

beabsichtigt oder ihren Entscheid auf eine unerwartete Rechtsgrundlage 

stützen will, muss sie den Betroffenen Gelegenheit zur Stellungnahme 

geben. Ausserdem besteht ein Anspruch auf vorgängige Anhörung, wenn 

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eine Behörde in Anwendung einer unbestimmt gehaltenen Norm oder in 

Ausübung eines besonders grossen Ermessensspielraums einen 

Entscheid von grosser Tragweite für die Betroffenen fällt (BGE 132 II 485 

E.3.2 und E.3.4, 128 V 272 E.5b/dd, 127 V 431 2.b/cc, 114 IA 97 E.2a; 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5905/2014 vom 29. Mai 2015 

E.3.1.1; zum Ganzen siehe auch HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1011; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, 3. Aufl., 

Zürich 2021, Rz. 651 f.; STEINMANN, in: 

EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER [Hrsg.], Die 

schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Auflage, 

Zürich/St. Gallen 2014, Art. 29 Rz. 46).

2.3.2. Nach HÄNNI (HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltrecht, 

7. Aufl., Bern 2022, S. 377) ist der Bauherr vor dem Erlass einer 

Verfügung, die mit Auflagen und Bedingungen verbunden ist, anzuhören. 

Diese Meinung wird von dem Autor aber weder näher vertieft noch wird 

einschlägige bundesgerichtliche oder kantonale Rechtsprechung dazu 

zitiert. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

(VGU) R 09 46 vom 27. August 2007 E.2c sowie nach dem Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2006.00403 vom 

7. Dezember 2006 E.4.1 ist ein Anspruch auf Anhörung vor Erlass einer 

mit Auflagen verbundenen Baubewilligung zu verneinen. In der Lehre wird 

ansonsten für die Anordnung von Nebenbestimmungen im 

Zusammenhang mit Baubewilligungen keine vorgängige Anhörung des 

Gesuchstellers explizit verlangt (RUCH, in: 

AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: 

Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020, 

Art. 22 Rz. 18 ff.; STALDER/TSCHIRKY, in: 

GRIFFEL/LINIGER/RAUSCH/THURNHERR [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches 

Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 2.36 ff.; 

FRITSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 1, 

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Planungsrecht, Verfahren und Rechtsschutz, 6. Auflage, Wädenswil 2019, 

S. 437 ff.). Gleiches gilt im Allgemeinen für Nebenbestimmungen im 

Zusammenhang mit Verfügungen: Auch hier wird die Notwendigkeit der 

Gewährung einer vorgängigen Anhörung vor Erlass einer Verfügung, die 

mit einer Nebenbestimmung bzw. einer Auflage verbunden ist, nicht 

erwähnt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 906 ff.; 

TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, 

Bern 2022, Rz. 726 ff.).

2.3.3. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer ein Gesuch für den Einbau 

eines Fensters an der Ostfassade des Gebäudes C._____ auf der 

Parzelle D._____ eingereicht. Da er selbst die Baubewilligung beantragt 

hat, war ihm der Sachverhalt, auf den die Beschwerdegegnerin ihren 

Entscheid gestützt hat, bestens bekannt. Die Baubehörde hat keine 

weiteren Sachverhaltsfeststellungen vorgenommen, sondern die 

Verfügung ausschliesslich gestützt auf das eingereichte Baugesuch 

erlassen. Da dem Beschwerdeführer der Sachverhalt bekannt war, war er 

diesbezüglich nicht vorgängig anzuhören (vgl. VGU R 09 46 vom 

27. August 2007 E.2c). Der Beschwerdeführer hatte ausserdem die 

Möglichkeit, sich im Rahmen seiner Baueingabe auf diejenigen Umstände 

zu berufen, die seiner Auffassung nach zu einer unbelasteten Bewilligung 

seines Vorhabens geführt hätten.

2.3.4. Nach den obigen Ausführungen (E.2.3.1) ist eine vorgängige Anhörung 

bezüglich der rechtlichen Würdigung eines Sachverhaltes nur 

ausnahmsweise notwendig. Die Überprüfung eines Baugesuches auf die 

Konformität mit den Bauvorschriften sowie die Anordnung einer allfälligen 

Auflage sind Akte der Rechtsanwendung, sodass diesbezüglich 

grundsätzlich keine vorgängige Anhörung des Beschwerdeführers 

notwendig war. Dem von einem Architekten vertretenen 

Beschwerdeführer musste bewusst sein, dass sein Vorhaben den 

geltenden Bauvorschriften – darunter auch den Gestaltungsvorschriften – 

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zu entsprechen hat und dass die Baubehörde bei Abweichungen eine 

Bewilligung mit Auflagen erteilen kann, da diese nach Art. 90 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) 

bzw. Art. 20 des kommunalen Baugesetzes (BauG) auch explizit 

vorgesehen sind. Die Baubehörde hat somit vorliegend nicht gestützt auf 

für den Beschwerdeführer nicht voraussehbaren Normen entschieden und 

es kann auch nicht die Rede von einer Praxisänderung sein. Soweit der 

Beschwerdeführer sich darauf beruft, dass er nicht mit einer Auflage 

rechnen musste und daher vorgängig anzuhören gewesen wäre, ist ihm 

nicht zu folgen (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich 

VB.2006.00403 vom 7. Dezember 2006 E.4.1).

2.3.5. Ein Recht auf vorgängige Anhörung könnte sich vorliegend allenfalls 

aufgrund des relativ grossen Ermessensspielraums, über den die 

Gemeinden naturgemäss bei Ästhetikfragen verfügen, ergeben (vgl. 

Art. 73 Abs. 1 KRG sowie Art. 24 Abs. 1 BauG). Hier betrifft jedoch das 

Ermessen einen Nebenaspekt des Bauvorhabens und es handelt sich 

nicht um einen Entscheid, der für den Beschwerdeführer von grosser 

Tragweite ist, da die Baubewilligung – wenn auch mit Auflage – erteilt 

wurde. Noch zu erwähnen ist, dass die Gewährung der vorgängigen 

Anhörung vor Erlass jeder Auflage, die aus ästhetischen Gründe 

angeordnet wird, nicht praxisnah wäre und dem gleich wichtigen Interesse 

an der Verfahrensbeschleunigung entgegenstünde. Auflagen werden vor 

allem aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips und zur Vermeidung der 

Verweigerung einer Baubewilligung angeordnet, was in der Regel auch für 

den Gesuchsteller vorteilhaft ist. Wenn der Beschwerdeführer mit einer 

Auflage nicht einverstanden ist, besteht schliesslich die Möglichkeit, diese 

mittels Verwaltungsgerichtsbeschwerde anzufechten.

2.3.6. Schliesslich ist noch zu erwähnen, dass selbst wenn man hier eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs bejahen würde, von einer Heilung 

auszugehen wäre (vgl. E.2.1), da der Beschwerdeführer sich im Rahmen 

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der Beschwerde und der Replik betreffend die Auflage ausführlich äussern 

konnte. Der Duplik ist ausserdem zu entnehmen, dass die 

Beschwerdegegnerin an der Abweisung der Beschwerde festhält, weshalb 

anzunehmen ist, dass sie auch nach einer erfolgten Anhörung gleich 

entscheiden würde. Eine Rückweisung an die Vorinstanz würde somit 

einen formalistischen Leerlauf darstellen.

2.4. Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, dass in der Baubewilligung 

keine Begründung für die angeordnete Auflage enthalten und die 

Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht daher nicht 

nachgekommen sei.

2.4.1. Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt insbesondere auch ein Mindestanspruch auf 

Begründung eines hoheitlichen Aktes. Die Begründungspflicht für 

kantonale und kommunale Behörden ergibt sich aus dem kantonalen 

Verfahrensrecht, vorliegend aus Art. 22 Abs. 1 VRG, welcher ausdrücklich 

festhält, dass Entscheide zu begründen sind. Der Sinn und Zweck der 

Begründungspflicht liegt darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine 

Behörde entgegen seines Antrages entschieden hat. Die Begründung 

eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn 

gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn 

sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des 

Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens 

kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten 

liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Es ist insbesondere auch 

nicht nötig, dass sie sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem 

rechtlichen Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf 

die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt 

vieler: BGE 133 I 270 E.3.1). Ob die Begründung rechtlich zutreffend und 

haltbar ist, ist wiederum keine Frage des formellen Anspruchs auf 

rechtliches Gehör, sondern der materiellen Beurteilung der Streitfrage.

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2.4.2. Was die fehlende Begründung angeht, ist festzustellen, dass die 

Beschwerdegegnerin im Entscheid vom 6. Dezember 2021 bloss erklärt 

hat, dass die Bewilligung erteilt werde, jedoch unter der Auflage, dass 

sämtliche Fensterfluchten des projektierten Fensters den 

darunterliegenden Fenstern angepasst werden; dies gelte auch für die 

vertikale Unterteilung. Die Auflage wurde aber seitens der 

Beschwerdegegnerin in keiner Weise begründet, sodass das rechtliche 

Gehör damit offensichtlich verletzt wurde. Nun, mit Einreichung ihrer 

Vernehmlassung im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens, begründet 

sie die angeordnete Auflage ausführlich und insbesondere wird ersichtlich, 

dass die Auflage gestützt auf die Gestaltungsvorschriften nach Art. 73 

Abs. 1 KRG bzw. Art. 24 Abs. 1 BauG angeordnet worden ist.

2.4.3. Im vorliegenden Fall würde eine Rückweisung der Sache zur Gewährung 

des rechtlichen Gehörs jedoch bloss zu einem in prozessökonomischer 

Hinsicht nicht vertretbaren formalistischen Leerlauf und einer unnötigen 

Verlängerung des Verfahrens führen. Das angerufene Verwaltungsgericht 

verfügt über die gleiche Kognition wie die Vorinstanz und ist demnach zur 

freien Prüfung aller Sachverhalts- und Rechtsfragen befugt (vgl. Art. 51 

Abs. 1 VRG). Ausserdem konnte sich der Beschwerdeführer umfangreich 

im Rahmen der am 28. März 2022 eingereichten Replik mit den 

Argumentationen der Beschwerdegegnerin auseinandersetzen und sich 

diesbezüglich äussern. Der von der Beschwerdegegnerin am 25. April 

2022 eingereichten Duplik ist zu entnehmen, dass sie nach wie vor die 

angeordnete Auflage für rechtmässig hält. Vor diesem Hintergrund ist aus 

verfahrensökonomischen Überlegungen von einer Rückweisung 

abzusehen. Die festgestellte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör wird nach dem Gesagten (mit Blick auf die vorstehend unter E.2.1 

zitierte Rechtsprechung) im vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt.

3. In materieller Hinsicht ist vorliegend streitig, ob die Beschwerdegegnerin 

das Bauvorhaben zu Recht mit der Auflage, dass sämtliche 

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Fensterfluchten inklusive der vertikalen Unterteilung des projektierten 

Fensters den darunterliegenden Fenstern anzupassen sind, bewilligte. 

4.1. Die angefochtene Auflage wurde angeordnet, weil nach Ansicht der 

Beschwerdegegnerin das Vorhaben des Beschwerdeführers den 

Anforderungen von Art. 73 Abs. 1 KRG nicht entspricht. Auch wenn die 

Gemeinde ihre eigene Ästhetikklausel mit Art. 24 Abs. 1 BauG erlassen 

hat, ist hier die kantonale Bestimmung anzuwenden: Nach Art. 107 Abs. 2 

KRG ist Art. 73 Abs. 1 KRG unmittelbar anwendbar und geht kommunalen 

Vorschriften grundsätzlich vor, vorbehalten bleiben allgemein strengere 

Vorschriften der Gemeinden. Art. 73 Abs. 1 KRG schreibt vor, dass 

Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den Regeln der Baukunst so zu 

gestalten und einzuordnen sind, dass mit der Umgebung und der 

Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Gemäss Art. 24 Abs. 1 

BauG sind Bauten und Anlagen architektonisch so zu gestalten, dass sie 

auf ihre Umgebung Bezug nehmen und sich in das Orts- und 

Landschaftsbild einordnen. Da die kommunale Bestimmung im Wesentlich 

mit Art. 73 Abs. 1 KRG deckungsgleich ist und entsprechend nicht 

strenger i.S.v. Art. 107 Abs. 2 KRG sein kann, kommt ihr keine 

selbständige Bedeutung zu (vgl. VGU R 10 71 vom 1. März 2011 E.2b). 

Zu prüfen ist mithin, ob das Bauvorhaben Art. 73 Abs. 1 KRG entspricht.

4.2. Nach konstanter Rechtsprechung des streitberufenen 

Verwaltungsgerichts kommt den Gemeinden bei der Auslegung von 

Ästhetikfragen bzw. bei der Prüfung der Frage der Eingliederung von 

Bauten in eine bestehende Umgebung ein geschützter (weiter) 

Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nur 

eingreift, wenn die Gemeinde diesen Ermessensspielraum missbraucht 

oder überschritten hat (statt vieler: VGU R 19 95 vom 26. Januar 2021 

E.3.1, R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b, R 14 1 vom 20. Mai 2014 E.3a, R 

03 8 vom 10. April 2002 E.1a; PVG 1994 Nr. 20; siehe ferner Urteile des 

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Bundesgerichts 1C_115/2011 vom 17. Mai 2011 E.3.2, 1A.9/2007 vom 

4. Dezember 2007 E.2.2.1, E.2.2.2 und E.3.4).

4.3. Insbesondere ist daher zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin bei der 

Behandlung des Baugesuches den ihr in Gestaltungsfragen zustehende 

Ermessensspielraum überschritten oder missbraucht hat resp. ob ihre 

Auslegung der vorliegend relevanten gesetzlichen Bestimmung gegen das 

Willkürverbot verstösst. Das Willkürverbot verbietet qualifizierte Verstösse 

gegen Regeln, welche für das Funktionieren der Rechtsordnung 

konstitutiv sind. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird ein 

Entscheid nur aufgehoben, wenn nicht bloss die Begründung, sondern 

auch das Ergebnis unhaltbar ist (statt vieler siehe BGE 140 III 267 E.2.1). 

Willkürliche Rechtsanwendung wird unter anderem bei einer 

offensichtlichen Gesetzesverletzung sowie bei groben Ermessensfehlern 

angenommen. Im Gegensatz zum Gebot der rechtsgleichen Behandlung 

werden beim Willkürverbot nicht verschiedene Rechtsanwendungsakte 

miteinander verglichen, sondern es wird nur das Verhältnis zwischen dem 

angewandten Rechtssatz und dem betreffenden Anwendungsakt 

untersucht (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 605 ff.). 

4.4. Lässt ein Rechtssatz durch das Verwenden unbestimmter Rechtsbegriffe 

oder das Einräumen von Ermessen einen Spielraum offen, so hat die 

rechtsanwendende Behörde davon in allen gleich gelagerten Fällen 

gleichen Gebrauch zu machen. Eine rechtsanwendende Behörde verletzt 

dann den Gleichheitssatz, wenn sie zwei gleiche tatsächliche Situationen 

ohne sachlichen Grund unterschiedlich beurteilt 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 587 m.w.H.; BGE 136 I 345 E.5). 

Das Gebot der rechtsgleichen Rechtsanwendung ist allerdings nur 

verletzt, wenn die ungleiche Behandlung gleichartiger Verhältnisse von 

derselben Behörde ausgeht (BGE 121 I 49 E.3c).

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4.5.1. Nach dem eingereichten Fassadenplan überragt das geplante Fenster 

horizontal die unmittelbar darunterliegenden Wohnraumfenster und die 

verglaste Balkontüre bei beiden Seiten um je ca. 35 cm. Zudem fehlt die 

vertikal mittige Unterteilung. Aus Sicht der Beschwerdegegnerin bewirkt 

das so geplante Fenster zusammen mit der fehlenden auf die 

bestehenden Gebäudeöffnungen abgestimmten Unterteilung eine 

erhebliche Unruhe in der Struktur der Gebäudefassade, was zu einer 

Störung der Gesamtwirkung der Baute mit der Umgebung und Landschaft 

führt. Dadurch werde die gesetzliche Gestaltungsvorgabe von Art. 73 

Abs. 1 KRG verletzt.

4.5.2. Der Beschwerdeführer hingegen findet die Beurteilung der 

Beschwerdegegnerin willkürlich, da in nächster Umgebung unzählige 

Liegenschaften, welche die unterschiedlichsten Fenstergestaltungen 

aufwiesen, lägen (beschwerdegegnerische Beilage [Bg-act.] 6). 

Insbesondere die Fenster des Nachbarhauses des Beschwerdeführers 

nähmen keinen Bezug zu dem darunterliegenden Fenster, sodass die 

Auflage, wonach sämtliche Fensterfluchten den darunterliegenden 

Fenstern anzupassen seien, nicht praxisgemäss angeordnet worden sei. 

Weiter erwähnt er andere Liegenschaften, die verschiedene 

Fensterformen auf der gleichen Fassade aufwiesen sowie ein Haus mit 

verglastem Treppenhaus. Im Rahmen seiner Replik rügt der 

Beschwerdeführer noch, dass indem sein Baugesuch nicht unbelastet von 

Auflagen bewilligt worden sei, eine Ungleichbehandlung vorliege, da die 

Baubehörde im hier gegenständlichen Gebiet sämtliche Fensterformen 

bewilligt habe.

4.6. Insofern der Beschwerdeführer eine Ungleichbehandlung geltend macht, 

ist ihm entgegenzuhalten, dass es sich nicht um gleichgelagerte Fälle 

handelt: Hier geht es um ein dreieckiges Fenster mit einem rechten Winkel 

und einer schrägen Oberkante (Hypotenuse), bei den anderen Häusern 

ging es um rechteckige Gebäudeöffnungen. Das einzige Fenster, welches 

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ebenfalls einem rechtwinkligen Dreieck entspricht, hat eine auf das direkt 

darunterliegende Fenster abgestimmte Breite (vgl. Bg-act. 6 S. 4). Von 

einer Verletzung des Gleichbehandlungsgebots kann daher nicht die Rede 

sein.

4.7. Auch wenn in der nicht immer sehr ansprechenden baulichen Umgebung 

(vgl. Bg-act. 6) verschiedene Fenstertypen anzutreffen sind, folgt daraus 

nicht, dass jegliches Vorhaben bewilligungsfähig ist. Insofern die 

Beschwerdegegnerin ausführt, dass das geplante Fenster eine Unruhe in 

der Fassadenstruktur bewirkt, ist ihr zuzustimmen: Durch das geplante 

Fenster wird ein neues Element (dreieckiges Fenster mit schräger 

Oberkante) eingeführt, welches störend wirken kann, wenn es keinen 

Bezug zu den bestehenden Gebäudeöffnungen aufweist. Daraus folgt, 

dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf einen sachlichen Grund die 

Verletzung von Art. 73 Abs. 1 KRG angenommen hat und daher nicht 

willkürlich gehandelt hat. Angesichts des grossen Ermessensspielraums 

der Gemeinden in Ästhetikfragen besteht für das angerufene Gericht kein 

Anlass, in den Entscheidungsspielraum der Beschwerdegegnerin 

einzugreifen. 

5. Zu prüfen bleibt noch, ob die Beschwerdegegnerin zur Behebung des 

Mangels hinsichtlich der Fenstergestaltung zu Recht die Auflage 

angeordnet hat.

5.1. Eine gestützt auf Art. 89 KRG erteilte Bewilligung kann nach Art. 90 Abs. 1 

KRG mit den gebotenen Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen, 

Befristungen) verknüpft werden, wenn dadurch inhaltliche oder formale 

Mängel eines Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben 

werden können oder wenn sich Anordnungen zur Schaffung oder 

Erhaltung des rechtmässigen Zustands aufdrängen. Art. 90 KRG 

umschreibt dabei generalklauselartig, welche Nebenbestimmungen im 

Zusammenhang mit Baubewilligungen materiell zulässig sind. Nach 

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Art. 107 Abs. 2 KRG ist Art. 90 Abs. 1 KRG unmittelbar anwendbar und 

geht den kommunalen Bestimmungen – hier könnte vor allem Art. 20 

BauG in Frage kommen – vor. Damit ist die erforderliche formell-

gesetzliche Grundlage zur Verknüpfung einer Auflage mit einer 

Baubewilligung ohne Weiteres gegeben (vgl. PVG 2008 Nr. 21, E.2c).

5.2. Nach dem oben Ausgeführten entspricht das Bauvorhaben des 

Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 73 Abs. 1 KRG nicht, 

sodass – entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers – das 

Projekt als mangelhaft zu qualifizieren ist und grundsätzlich nicht 

bewilligungsfähig ist. Das Baugesuch wurde jedoch unter der Auflage 

bewilligt, dass sämtliche Fensterfluchten, inklusive die vertikale 

Unterteilung des projektierten Fensters, den darunterliegenden Fenstern 

anzupassen sind. Mit der Auflage wird sichergestellt, dass die 

Fenstergestaltung auf die bestehende Fassadenstruktur abgestimmt wird, 

wodurch die nach Art. 73 Abs. 1 KRG verlangte gute Gesamtwirkung mit 

der Umgebung und Landschaft erreicht werden kann. Mit der Auflage kann 

daher die Rechtmässigkeit des Bauvorhabens des Beschwerdeführers 

sichergestellt und – auch im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips – die 

Erteilung der Baubewilligung ermöglicht werden. 

6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die 

Baubewilligung zurecht mit einer Auflage i.S.v. Art. 90 Abs. 1 KRG 

verbunden hat. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich daher als 

unbegründet und ist abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Der Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine 

Parteientschädigung zu, da sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 356.--

zusammen CHF 2'356.--

gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]