# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7c91abe-d3b2-5e1f-838f-88cc4ea5e933
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.11.2021 D-3259/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3259-2020_2021-11-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3259/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Christa Luterbacher, Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Beschwerdeführerin,  

und ihre Kinder 

B._______, geboren am (...), 

C._______, geboren am (...), 

alle Eritrea,   

vertreten durch Nicolas von Wartburg, Rechtsanwalt, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. Mai 2020 / N (...). 

 

 

 

D-3259/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am (...) für sich und ihre Kinder in 

G._______ um Asyl. Am (...) wurde ihnen im Rahmen des Relocation-Pro-

gramms die Einreise in die Schweiz bewilligt, worauf sie am (...) – zusam-

men mit der (Nennung Verwandte) der Beschwerdeführerin (N [...]), wel-

cher am (Nennung Zeitpunkt) hierzulande Asyl gewährt worden ist – in die 

Schweiz einreisten. 

B.  

Am (...) ersuchte die Beschwerdeführerin für sich und ihre Kinder in der 

Schweiz um Asyl. Am 30. Dezember 2016 fand die Befragung zu ihrer Per-

son (BzP) statt und am 15. August 2017 wurde sie vom SEM vertieft zu 

ihren Asylgründen angehört. 

Die Beschwerdeführerin brachte dabei vor, sie sei (Nennung Ethnie) und 

in D._______ geboren. Sie habe bis zur (...) Klasse die Schule besucht und 

sich danach bis zu ihrer Hochzeit am (Nennung Zeitpunkt) zu Hause auf-

gehalten. Nach der Heirat sei sie bis im (Nennung Zeitpunkt) in E._______ 

wohnhaft gewesen. Sie habe keinen Militärdienst geleistet und sei auch nie 

für den Nationaldienst aufgeboten worden. Ihr Ehemann arbeite seit dem 

Jahr (...) in F._______ für das Militär und dort in der (Nennung Abteilung) 

seiner Einheit. Nach ihrer Heirat sei sie jeweils zwischen E._______ und 

D._______ hin- und hergependelt. Ihr Ehemann habe jeweils seinen Ur-

laub überzogen, weshalb er regelmässig von Soldaten zuhause verhaftet 

und mitgenommen worden sei. Dies sei jeweils schwierig für sie gewesen 

und sie habe sich schlecht gefühlt. Im (Nennung Zeitpunkt) habe sich ihr 

Mann auf dem Markt aufgehalten, weil er dort habe arbeiten wollen. Er sei 

jedoch von den Soldaten aufgegriffen und während (Nennung Dauer) auf 

dem Stützpunkt in F._______ inhaftiert worden. Über einen Freund habe 

sie von dieser Festnahme erfahren. Sie habe ihren Mann während der Haft 

nicht besuchen können. Anlässlich der letzten Festnahme habe sie den 

Entschluss gefasst, das Land zu verlassen, zumal ihr diese ständigen Mit-

nahmen zu viel geworden seien und diese Situation auch für ihre Kinder 

schwierig gewesen sei. Ihr Mann habe sie im (Nennung Zeitpunkt) telefo-

nisch darüber informiert, dass er aus der Haft entlassen worden sei. Zu 

diesem Zeitpunkt habe sie sich bereits in G._______ aufgehalten, nach-

dem sie am (Nennung Zeitpunkt) zusammen mit ihrer (Nennung Ver-

wandte) und ihren Kindern bei H._______ in Richtung I._______ geflüchtet 

D-3259/2020 

Seite 3 

und später nach Europa weitergereist sei. Sie befürchte, bei einer Rück-

kehr wegen ihrer illegalen Ausreise bestraft zu werden. 

C.  

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 stellte das SEM fest, die Beschwer-

deführerin und ihre Kinder erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

die Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ord-

nete den Vollzug der Wegweisung an. Die gegen diese Verfügung erho-

bene Beschwerde vom 21. Januar 2019 hiess das Bundesverwaltungsge-

richt mit Urteil D-377/2019 vom 24. Dezember 2019 gut, hob die Verfügung 

vom 20. Dezember 2018 auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurück. Zur Begründung führte das Gericht an, mit Blick auf 

die auf Beschwerdestufe neu dargelegte Vergewaltigung seien weitere Ab-

klärungen, beispielsweise eine durch ein reines Frauenteam durchzufüh-

rende Anhörung der Beschwerdeführerin, vorzunehmen. 

D.  

D.a Mit Schreiben vom 3. März 2020 ersuchte die Beschwerdeführerin das 

SEM im Hinblick auf die am 6. März 2020 stattfindende Anhörung um Ein-

setzung einer Dolmetscherin für die arabische Sprache ohne eritreischen 

Hintergrund. Sie befürchte, eine allenfalls eritreisch-stämmige Dolmet-

scherin könnte nicht unabhängig sein, sondern mit dem eritreischen Re-

gime zusammenarbeiten. Das SEM kam diesem Ersuchen nicht nach. 

D.b Am 6. März 2020 wurde die Beschwerdeführerin vom SEM durch ein 

reines Frauenteam ergänzend angehört.  

Sie brachte dabei vor, sie habe anlässlich der letzten Anhörung aus Scham 

nicht alle Erlebnisse, die ihr widerfahren seien, geschildert. Am (Nennung 

Zeitpunkt), zirka (...) Tage nach der letzten Festnahme ihres Mannes, hät-

ten zwei Angehörige seiner militärischen Einheit in der Nacht an ihre Türe 

geklopft. Sie habe geöffnet und die Soldaten hätten nach ihrem Mann ge-

fragt, sie beleidigt sowie geschubst und sich Zugang zur Wohnung ver-

schafft. Sie sei in ein Zimmer gebracht, mit Tüchern gefesselt und verge-

waltigt worden. Anschliessend sei sie mit vorgehaltener Schusswaffe ge-

warnt worden, niemandem von der Sache zu erzählen, ansonsten ihre 

ganze Familie umgebracht würde. Nachdem die Soldaten die Wohnung 

verlassen hätten, habe sie die ganze Nacht geweint. Frühmorgens habe 

sie sich dann mit ihren Kindern zu ihren Eltern nach D._______ begeben. 

Diese seien über ihren Zustand besorgt gewesen. Sie habe ihnen jedoch 

nicht erzählen können, was ihr zugestossen sei, weil ihre Eltern andernfalls 

D-3259/2020 

Seite 4 

ihr die Schuld dafür gegeben und versucht hätten, sie umzubringen. Sie 

habe deswegen auch nicht ins Spital gehen wollen. Zu jener Zeit sei sie 

von ihren (Nennung Verwandte) immer wieder aufgefordert worden, ihre 

Tochter beschneiden zu lassen. Dies habe sie jedoch stets abgelehnt, des-

wegen aber einfach keine Ruhe mehr gehabt. Zudem habe sie sich aus 

Angst, die Soldaten könnten wieder zu ihr kommen, nicht mehr getraut, 

nach Hause zu gehen. Schliesslich habe sie ihre (Nennung Verwandte) 

gebeten, ihr einen Schlepper zu organisieren, damit sie das Land verlas-

sen könne. Diese sei wegen ihren kleinen Kindern zunächst nicht einver-

standen gewesen, habe sie dann aber aufgefordert, an eine Hochzeit in 

H._______ mitzukommen. Dort sei sie mit anderen Frauen bekannt ge-

macht worden, welche in den I._______ hätten gehen wollen und sich be-

reit erklärt hätten, sie mitzunehmen. 

E.  

Mit Verfügung vom 25. Mai 2020 stellte das SEM fest, die Beschwerdefüh-

rerin und ihre Kinder erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte die 

Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

den Vollzug der Wegweisung an. 

F.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

25. Juni 2020 für sich und ihre Kinder Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vollum-

fänglich aufzuheben, ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl 

zu gewähren und ihre Kinder in das Asyl miteinzubeziehen, eventualiter sei 

die Vorinstanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In pro-

zessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 

um Bestellen eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person ihres 

Rechtsvertreters. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. Juli 2020 hiess die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechts-

verbeiständung – unter Vorbehalt des Nachreichens einer Fürsorgebestä-

tigung – gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 

ordnete den rubrizierten Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand bei.  

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Seite 5 

H.  

Mit Eingabe vom 14. Juli 2020 legte die Beschwerdeführerin (Nennung Be-

weismittel) ins Recht. 

I.  

Das SEM reichte – nach einmalig erstreckter Frist – am 29. Juli 2020 seine 

Vernehmlassung ein.  

J.  

Die Beschwerdeführerin replizierte – nach einmalig erstreckter Frist – mit 

Eingabe vom 8. September 2020. 

K.  

Mit Verfügung vom 1. September 2021 teilte die Instruktionsrichterin der 

Beschwerdeführerin mit, das Bundesverwaltungsgericht erwäge die vom 

SEM nicht abschliessend als unglaubhaft beurteilten, sondern letztlich als 

asylirrelevant erachteten Vorbringen betreffend die geltend gemachte Ver-

gewaltigung nicht unter dem Gesichtspunkt von Art. 3 AsylG, sondern voll-

umfänglich unter dem Aspekt der Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG zu 

würdigen. Gleichzeitig räumte die Instruktionsrichterin der Beschwerdefüh-

rerin die Gelegenheit ein, sich bis am 16. September 2021 zur beabsich-

tigten Motivsubstitution zu äussern, wobei im Unterlassungsfall aufgrund 

der Akten entschieden werde. 

L.  

Nach einmalig gewährter Fristerstreckung reichte die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 30. September 2021 ihre Stellungnahme ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft 

getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

D-3259/2020 

Seite 6 

1.3 Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder sind als Verfügungsadressa-

ten zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG sowie 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014726 E. 5). 

3.  

Da das Bundesverwaltungsgericht an die rechtliche Begründung der Vor-

instanz nicht gebunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG), kann es eine angefoch-

tene Verfügung im Ergebnis gleich belassen, dieser aber eine andere Be-

gründung zu Grunde legen. Die Möglichkeit einer solchen Motivsubstitution 

ist im Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen begründet. 

Sollte sich der neue Entscheid auf Rechtsnormen stützen, mit deren An-

wendung die Parteien nicht rechnen mussten, ist ihnen Gelegenheit zu ge-

ben, sich vorgängig dazu zu äussern (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/ 

LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 

2. Aufl. 2013, S. 24 Rz. 1.54; BVGE 2009/61 E. 6.1 S. 856; 2007/41 E. 2 

S. 529 f.). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Asylent-

scheids aus, die Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach ihr Ehemann 

infolge seiner Dienstpflicht nur selten zuhause gewesen sei und dessen 

Verhaftungen für die Beschwerdeführerin und ihre Kinder schwierig gewe-

sen seien, seien nicht asylrelevant. Beim erwähnten Ausreisegrund handle 

es sich um Probleme, welche lediglich den Ehemann persönlich betroffen 

hätten. Die Verhaftungen hätten für die Beschwerdeführerin keine persön-

lichen Konsequenzen gehabt respektive es sei nicht zu gezielten Verfol-

gungsmassnahmen gegen sie und ihre Kinder gekommen, mit Ausnahme 

der geltend gemachten Vergewaltigung, auch wenn das SEM die daraus 

resultierende schwierige Lebenssituation nicht verkenne. Es handle sich 

dabei nicht um lebensbedrohende, sondern um unerwünschte Lebensum-

stände. Ferner vermöge die illegale Ausreise aus Eritrea als solche keinen 

ernsthaften Nachteil zu begründen, zumal andere Anknüpfungspunkte, 

welche die Beschwerdeführerin als missliebige Person erscheinen lassen 

könnten, nicht ersichtlich seien. Sie sei nie in den Militär- oder National-

dienst einberufen worden, sondern habe bis zirka zu ihrem (...) Lebensjahr 

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Seite 7 

als verheiratete Mutter unbehelligt in Eritrea gelebt. Vor diesem Hinter-

grund sei von einer Freistellung vom Nationaldienst auszugehen, weshalb 

sie bei einer Rückkehr nicht mit einer Inhaftierung wegen Missachtung der 

Dienstpflicht oder einem Einzug in den Militärdienst rechnen müsse. Auch 

andere Gründe für eine Inhaftierung lägen nicht vor, sei die Beschwerde-

führerin politisch doch nie aktiv gewesen und habe keine Probleme mit den 

Behörden gehabt. Eine Reflexverfolgung der Beschwerdeführerin infolge 

der illegalen Ausreise ihrer (Nennung Verwandte) und der Desertion ihres 

Ehemannes – wie mit Beschwerde vom 21. Januar 2019 vorgebracht – sei 

kaum anzunehmen, zumal sich der Ehemann angeblich wieder bei der 

Truppe befinde und es trotz ihrer regelmässigen Kontakte zu ihren Ange-

hörigen nicht aktenkundig sei, dass die dortigen Behörden wegen ihrer 

(Nennung Verwandte) gegen ihre Familie vorgegangen wären. Bezüglich 

der erst auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vergewaltigung seien 

im eigentlichen Vorbringen durchaus Ungereimtheiten festzustellen, so hin-

sichtlich der Anzahl der Angreifer sowie der zur Einschüchterung verwen-

deten Schusswaffe. Es bestünden deshalb Zweifel an der Glaubhaftigkeit 

dieses Vorbringens. Auf eine abschliessende Beurteilung könne aber inso-

fern verzichtet werden, als die Beschwerdeführerin die behauptete Verge-

waltigung im Zusammenhang mit der Desertion und anschliessenden Haft 

ihres Ehemannes gesehen habe. Der Ehemann sei aber angeblich wieder 

im Dienst. In Bezug auf eine mögliche Verfolgung weise der Umstand, dass 

die beiden Angreifer ihr gesagt hätten, sie dürfe vom Vorfall nichts erzäh-

len, gerade nicht auf einen staatlich "legitimierten" Akt hin, weshalb bei ob-

jektiver Betrachtung aus diesem Vorbringen keine zukünftige Verfolgung 

abgeleitet werden könne. Es lägen in diesem Zusammenhang keine Hin-

weise dafür vor, dass ihre Rückkehr nach Eritrea aus Gründen, die auf eine 

frühere Verfolgung zurückgingen, unzumutbar wäre. Bezüglich der erst in 

der ergänzenden Anhörung vom 20. März 2020 geäusserten Befürchtung, 

ihre (Nennung Verwandte) wollten ihre Tochter beschneiden lassen und 

hätten deswegen auf sie (die Beschwerdeführerin) Druck ausgeübt, sei 

auch hier nicht von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Drittverfolgung 

auszugehen. Die Beschwerdeführerin habe sich in der Vergangenheit 

durchaus erfolgreich gegen dieses Ansinnen wehren können. Schliesslich 

habe die eritreische Regierung Massnahmen gegen die weibliche Genital-

verstümmelung getroffen, weshalb die (Nennung Verwandte) den Angaben 

der Beschwerdeführerin zufolge über dieses Thema am Telefon nicht spre-

chen könnten. Überdies sei dieses Vorbringen erst spät im Asylverfahren 

eingebracht worden, weshalb gewisse Zweifel daran bestünden, ob es tat-

sächlich eine subjektiv begründete Furcht auszulösen vermöge, zumal es 

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Seite 8 

in der Familie – im Gegensatz zur behaupteten Vergewaltigung – durchaus 

bekannt gewesen sei. 

4.2 Die Beschwerdeführerin entgegnete in der Rechtsmitteleingabe, sie 

habe die vorgebrachte Vergewaltigung anlässlich der ergänzenden Anhö-

rung detailliert geschildert. Die Ausführungen würden auch mit der mit Be-

schwerde vom 21. Januar 2019 eingereichten Übersetzung ihrer schriftlich 

verfassten Schilderungen übereinstimmen. Die in der Beschwerdeschrift 

gemachten Ausführungen zur Vergewaltigung seien von der Verfasserin 

der Beschwerde formuliert worden, weshalb es möglicherweise zu gering-

fügigen Abweichungen gekommen sei, welche ihr jedoch nicht angelastet 

werden könnten und auch nicht geeignet seien, die Glaubhaftigkeit ihrer 

ausführlichen Schilderungen in Frage zu stellen. Entgegen der vorinstanz-

lichen Ansicht habe die Situation ihres Ehemannes durchaus direkte Kon-

sequenzen für sie gehabt, da die geschilderte Vergewaltigung offensicht-

lich auf das Verhalten ihres Ehemannes zurückzuführen sei. Sodann werde 

die Freistellung von Frauen vom militärischen Nationaldienst willkürlich ge-

handhabt und eine solche Demobilisierung bedeute nicht eine Befreiung 

als Ganzes, zumal Frauen jederzeit in den zivilen Teil des Nationaldienstes 

einberufen werden könnten. Die bisherige Freistellung bedeute demnach 

nicht, dass sie nicht Gefahr laufe, plötzlich einberufen zu werden. Im Nati-

onaldienst hätte sie verschiedene Schikanen – auch sexueller Art – zu ge-

wärtigen. Hinsichtlich der Reflexverfolgung überzeugten die Erwägungen 

des SEM nicht. Sie sei bereits vor ihrer Ausreise Opfer von Reflexverfol-

gung geworden; so sei die Vergewaltigung als ein Akt einer solchen Re-

flexverfolgung zu betrachten. Zudem sei ihre Familie seit ihrer Ausreise 

auch nicht völlig unbehelligt geblieben, zumal sie in der ergänzenden An-

hörung eine vor (Nennung Zeitpunkt) stattgefundene Verhaftung ihres 

(Nennung Verwandter) erwähnt habe. Ferner würden sich die von den 

Schweizer Behörden anerkannte subjektiv begründete Verfolgung ihrer 

(Nennung Verwandte) sowie die Verfolgung aufgrund ihres Ehemannes ob-

jektiv auf ihre Verfolgungslage auswirken, weshalb sie bei einer Rückkehr 

Reflexverfolgung befürchten müsste. Berichten zufolge (so beispielsweise 

der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] vom 30. September 2018) 

seien vor allem Familienangehörige von illegal ausgereisten Personen von 

Reflexverfolgung betroffen. Doch selbst wenn nicht davon ausgegangen 

würde, dass sie eine längere Haftstrafe zu befürchten hätte, stellte das Le-

ben unter dem konstanten Risiko einer Inhaftierung einen unerträglichen 

psychischen Druck dar. Zudem könne auch ein informeller Kontakt mit mi-

litärischen Behörden Furcht vor ernsthaften Nachteilen begründen (mit 

Verweis auf das Urteil des BVGer E-2321/2018 vom 5. Juni 2018). Sodann 

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Seite 9 

sei sexualisierte Gewalt gegen Frauen in Eritrea weit verbreitet und Verge-

waltigungen würden fast ausschliesslich Frauen betreffen, weshalb sie Op-

fer einer asylrelevanten geschlechtsspezifischen Verfolgung geworden sei. 

Sie habe auch keinen Zugang zu staatlichem Schutz, weil einerseits die 

Gesetze in Eritrea nicht umgesetzt würden und andererseits die Täter, ins-

besondere Militärangehörige, geschützt würden. Ausserdem würden Opfer 

sexueller Gewalt unter den Folgen sozialer Ächtung und Ausgrenzung lei-

den. Sie habe ihre illegale Ausreise glaubhaft machen können und es lägen 

weitere Faktoren vor, welche sie in den Augen der eritreischen Behörden 

als missliebige Person erscheinen lassen würden. So sei ihr Ehemann wie-

derholt aus dem Militärdienst desertiert, deshalb wiederholt inhaftiert wor-

den und dadurch der Regierung als Regimegegner bekannt. Sie sei des-

halb selber Opfer von Verfolgung geworden und den Behörden folglich be-

reits bekannt. Da sie mit ihrer (Nennung Verwandte), einer Wehrdienstver-

weigerin, geflüchtet sei, laufe sie als deren Familienangehörige Gefahr, bei 

einer Rückkehr menschenrechtswidriger Behandlung ausgesetzt zu wer-

den. 

4.3 Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung fest, die Furcht, bei einer 

Rückkehr nach Eritrea in den Nationaldienst rekrutiert zu werden, sei ent-

gegen den Ausführungen in der Beschwerde flüchtlingsrechtlich nicht rele-

vant. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des 

EGMR müsse ein "tatsächliches und unmittelbares Risiko" einer zukünfti-

gen Verletzung von Art. 4 EMRK im Einzelfall glaubhaft gemacht werden. 

Die blosse Möglichkeit einer zukünftigen Verwirklichung der Gefahr genüge 

nicht. Aufgrund aktueller Länderinformationen müsse davon ausgegangen 

werden, dass die eritreischen Behörden bei Frauen, die verheiratet, 

schwanger oder Mutter oder über 30 Jahre alt seien, kein Interesse an ei-

ner Einberufung in den Nationaldienst hätten. Da die Beschwerdeführerin 

mehrere der oben genannten Kriterien erfülle, drohe ihr im Falle einer 

Rückkehr nach Eritrea keine Einberufung in den Nationaldienst. Überdies 

stünde selbst eine drohende Einberufung in den eritreischen National-

dienst der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea nicht ent-

gegen. Ferner werde die von der Beschwerdeführerin in der Anhörung er-

wähnte Verhaftung eines (Nennung Verwandter) als Beispiel angeführt, 

dass die vorinstanzlichen Ausführungen hinsichtlich einer Reflexverfolgung 

nicht überzeugen würden. Dieser (Nennung Verwandter) sei offenbar auf 

der Flucht in den I._______ festgenommen worden. Dass es sich bei ihm 

um ein Opfer einer Reflexverfolgung handle, sei nicht belegt. Zudem spre-

che wohl auch die letzte Information der Beschwerdeführerin über ihren 

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Seite 10 

Ehemann, wonach dieser aus der Haft entlassen worden und immer noch 

in seiner Einheit sei, gegen die Annahme einer Reflexverfolgung. 

4.4 Die Beschwerdeführerin hielt in der Replik an ihren bisherigen Ausfüh-

rungen und ihrer Feststellung, dass für sie bei einer Rückkehr das tatsäch-

liche Risiko einer unmenschlichen Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK 

bestehe, fest. Zwar würden gemäss dem von der Vorinstanz zitierten 

EASO-Bericht Länderfokus Eritrea vom Mai 2015 faktisch normalerweise 

auch verheiratete oder verlobte Frauen, Frauen mit Kindern, Schwangere 

sowie muslimische Frauen aus konservativen, ländlichen Gegenden vom 

militärischen Teil des Nationaldienstes ausgenommen. Es komme jedoch 

vor, dass sie im Rahmen einer "Giffa" trotzdem zum Dienst eingezogen 

würden oder Aufgaben im zivilen Nationaldienst übernehmen müssten. Es 

könne daher nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass ihr bei 

einer Rückkehr keine Einberufung drohe. Ungeachtet dessen bestehe die 

Gefahr einer mehrjährigen Freiheitsstrafe. Durch den erlittenen sexuellen 

Übergriff sei sie im Übrigen bereits Opfer von Reflexverfolgung geworden. 

5.  

5.1 Die Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe vermögen ebenso we-

nig wie die angerufenen Beweismittel zu einem anderen Ergebnis hinsicht-

lich der im angefochtenen Entscheid des SEM gezogenen Schlussfolge-

rungen zu führen. 

5.2  

5.2.1 Die Vorinstanz hielt bezüglich der von der Beschwerdeführerin gel-

tend gemachten Fluchtgründe insgesamt fest, diese würden den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhal-

ten. Die Vorinstanz stellte in ihren Erwägungen sodann die Glaubhaftigkeit 

der geltend gemachten Vergewaltigung aufgrund erheblicher Widersprü-

che in Frage, verzichtete indes auf eine abschliessende Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit und würdigte dieses Vorbringen auch unter dem Blickwin-

kel von Art. 3 AsylG. Im vorliegenden Fall nimmt das Bundesverwaltungs-

gericht in diesem Punkt eine Motivsubstitution im Sinne von E. 2 oben vor 

und gelangt nachstehend zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin die 

vorgebrachte Vergewaltigung nicht glaubhaft zu machen vermag. 

5.2.2 Das SEM führte in seiner Begründung an, die Beschwerdeführerin 

habe laut der am 28. Januar 2019 eingereichten Übersetzung ihres hand-

schriftlichen Schreibens (damalige Beschwerdebeilage 4 im Verfahren  

D-377/2019; Anmerkung BVGer) festgehalten, sie sei von einer Person 

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Seite 11 

vergewaltigt worden, während in der damaligen Beschwerde vom 21. Ja-

nuar 2019 von zwei Vergewaltigern die Rede gewesen sei. Auch habe sie 

bezüglich der Schusswaffe, mit welcher sie bedroht worden sei, einmal von 

einem Gewehr, das andere Mal von einer aus dem Hosensack gezogenen 

Pistole gesprochen. Die diesbezüglich von der Beschwerdeführerin ange-

führten Einwände, sie habe den entsprechenden Vorfall anlässlich ihrer An-

hörung vom 6. März 2020 detailliert geschildert, ihre Aussagen würden 

auch mit den Ausführungen in ihrer erwähnten persönlichen Stellung-

nahme übereinstimmen und die in der damaligen Beschwerdeschrift ge-

machten Ausführungen zur Vergewaltigung seien von der dortigen Rechts-

vertreterin formuliert worden, weshalb es möglicherweise zu geringfügigen 

Abweichungen gekommen sei, vermögen nicht zu überzeugen. Zunächst 

ist anzuführen, dass sich die Beschwerdeführerin den Darlegungen zufolge 

im Rahmen ihres ersten Beschwerdeverfahrens gegenüber ihrer damali-

gen Rechtsvertretung erstmals getraute, über die angeblichen Vorgänge 

am (Nennung Zeitpunkt) zu berichten. Da es sich dabei um Kernvorbringen 

handelte, welche letztlich zur Kassation der vorinstanzlichen Verfügung 

vom 20. Dezember 2018 führten, ist in Ermangelung gegenteiliger Anhalts-

punkte davon auszugehen, dass diese als "Ergänzender Sachverhalt" an-

geführten Geschehnisse von der damaligen Rechtsvertretung vollständig 

und korrekt, wie sie ihr von der Beschwerdeführerin in der damaligen Be-

sprechung vorgetragen wurden, erfasst und niedergeschrieben wurden. 

Nachdem sich die Beschwerdeführerin die Angaben ihrer jeweiligen 

Rechtsvertretung grundsätzlich entgegenzuhalten hat, vermag sie den Wi-

derspruch zu den Angaben in ihrer persönlichen Stellungnahme oder der 

ergänzenden Anhörung nicht mit dem Hinweis auf eine mögliche Abwei-

chung bei der Niederschrift ihrer Angaben durch die Rechtsvertretung plau-

sibel zu erklären. Auch der in der Stellungnahme vom 30. September 2021 

gemachte Hinweis, es lasse sich das Zustandekommen dieses durchaus 

formellen Widerspruchs nicht mehr zweifelsfrei feststellen, da sie jedoch 

von zwei Männern überwältigt worden sei, habe die damalige Rechtsver-

treterin ihre Schilderungen so verstanden, dass sie auch von beiden Män-

nern vergewaltigt worden sei, bleibt unbehelflich. Gerade aufgrund des 

Umstands, dass die Beschwerdeführerin sich ihrer damaligen Rechtsver-

tretung öffnete und zum ersten Mal über den Vorfall berichtet hat, ist zu 

schliessen, dass sie folglich ausführlich darüber erzählte und sich die 

Rechtsvertretung bei der Aufnahme deren Schilderungen auch dement-

sprechend Zeit nahm, diese genau aufzuführen, weshalb Missverständ-

nisse in den Kernvorbringen nicht plausibel erscheinen und deshalb aus-

zuschliessen sind. Daher überzeugt auch das Vorbringen nicht, bei einer 

Betrachtung des Gesamtvorgangs (Überwältigen, fesseln und sexuelle 

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Seite 12 

Handlungen gegen den Willen der Beschwerdeführerin) sei die Vergewal-

tigung "im weiteren Sinne" von beiden Männern begangen worden, wes-

halb das Missverständnis zwischen ihr und ihrer damaligen Rechtsvertre-

tung auf diese unterschiedliche Betrachtungsweise zurückzuführen sein 

dürfte. Der Beschwerdeführerin ist in dem Sinne beizupflichten, dass es bei 

Übersetzungen zu Missverständnissen kommen kann und in der tigrini-

schen Sprache mehrere Wörter für den Begriff "Waffe" vorkommen bezie-

hungsweise die Wörter "Gewehr" und "Pistole" mit einem gleichen Wort – 

nebst anderen – übersetzt werden kann. Jedoch führte sie in diesem Zu-

sammenhang in der ergänzenden Anhörung an, der eine Mann habe die 

Pistole aus der Hosentasche herausgeholt und ihr angedroht, sie mit der 

Pistole umzubringen (vgl. act. A34, F39, S. 6 oben). Eine solche Hand-

lungsweise wäre beim Gebrauch eines Gewehrs nicht möglich gewesen. 

Sodann gab sie in ihrem handschriftlichen Schreiben an, "Dann holte die-

ser Mann seine Waffe raus….", was ebenfalls gegen die Verwendung eines 

Gewehrs und für diejenige einer kleineren Waffe, beispielsweise der er-

wähnten Pistole, spricht. Der Einwand eines möglichen Übersetzungsfeh-

lers oder Missverständnisses ist deshalb erheblich zu relativieren. Auch 

wenn das Bundesverwaltungsgericht nicht in Abrede stellt, dass bisweilen 

unterschiedliche Sachverhalte oder ausgelassene Sachverhaltsteile mit 

dem Aussageverhalten von Menschen, die ein Trauma erlitten haben res-

pektive – wie die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die eingereichten 

(Nennung Beweismittel) vorbringt – an einer posttraumatischen Belas-

tungsstörung leiden, erklärt werden können, ist in diesen Fällen indessen 

ebenso davon auszugehen, dass die Grundzüge einer Fluchtgeschichte in 

den wesentlichen Teilen ohne auffallende Widersprüche oder markante 

Ungereimtheiten und folglich mehrheitlich übereinstimmend dargestellt 

werden (vgl. Urteil des BVGer D-2737/2017 vom 28. Juni 2017 E. 5.5.2). 

Der Beschwerdeführerin gelingt dies vorliegend nicht. Auch die diesbezüg-

lichen Entgegnungen in der Stellungnahme vom 30. September 2021 ver-

mögen nicht zu einer anderen Schlussfolgerung zu führen. Soweit die Be-

schwerdeführerin dabei vorbringt, sie habe sowohl in ihrem handschriftli-

chen Bericht als auch anlässlich der Anhörung vom 6. März 2020 und 

ebenso in der Beschwerdeschrift vom 21. Januar 2019 übereinstimmend 

vorgebracht, von zwei Männern bei sich zuhause aufgesucht, gefesselt 

und von einem der Männer vergewaltigt zu sein, vermag die gleichartige 

Nennung dieser drei Punkte die unterschiedliche Darstellung der Einzel-

heiten des geltend gemachten Vorfalls sowie weitere Ungereimtheiten im 

Sachverhaltsvortrag nicht plausibel aufzulösen. Zu keiner anderen Ein-

schätzung vermag auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin bei 

der Schilderung des Sachverhalts wiederholt weinte, zu führen, zumal die 

D-3259/2020 

Seite 13 

erst bei einer Befragung gezeigten Gefühlsregungen nicht zwangsläufig 

auf die Glaubhaftigkeit der geschilderten Sachverhaltselemente schliessen 

lassen (vgl. act. A34, F39, F83).  

5.2.3 Sodann sind die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur geltend 

gemachten Vergewaltigung insgesamt als oberflächlich, wenig substanzi-

iert und in sich unstimmig zu bezeichnen, zumal die beiden Männer angeb-

lich während (Nennung Dauer) bei ihr im Haus gewesen sind und deshalb 

eine grössere Erzähldichte hätte erwartet werden dürfen. Sowohl die er-

gänzende Sachverhaltsschilderung in der Beschwerdeschrift vom 21. Ja-

nuar 2019 als auch die persönliche Stellungnahme zum letztlich fluchtaus-

lösenden Vorfall sind knapp ausgefallen und enthalten kaum Realkennzei-

chen (so insbesondere Detailreichtum der Schilderung, freies assoziatives 

Erzählen, Interaktionsschilderung sowie inhaltliche Besonderheiten). Zwar 

vermochte sie in der Tat – wie sie in ihrer Stellungnahme vom 30. Septem-

ber 2021 betont – zu verschiedenen Punkten einzelne Details und einige 

Sätze, welche zwischen ihr und den beiden Soldaten gesagt worden seien, 

anzuführen. Dies alleine reicht jedoch nicht, um glaubhaft darzulegen, dass 

ihren diesbezüglichen Vorbringen eine genügende inhaltliche Dichte und 

Erlebnisrelevanz zukommt, die auf einen tatsächlich erlebten Sachverhalt 

hindeuten würden. Diese könnten in ihrer Einfachheit auch von einer am 

Geschehen unbeteiligten Drittperson problemlos nacherzählt werden (vgl. 

act. A34, F39, F68 ff.). Alleine der Umstand, dass die bei der ergänzenden 

Anhörung anwesende Hilfswerkvertretung vereinzelt das Gefühl gehabt 

habe, die Beschwerdeführerin fühle sich durch die Dolmetscherin missver-

standen, da es mehrmals zu Nachfragen der Dolmetscherin an die Be-

schwerdeführerin gekommen sei, lässt weder am obigen Schluss noch an 

der Verwertbarkeit des fraglichen Protokolls Zweifel aufkommen. Zunächst 

ist anzuführen, dass die Leitung der Anhörung der zuständigen Mitarbeite-

rin des SEM obliegt (vgl. act. A34, S. 1) und es der Dolmetscherin grund-

sätzlich verwehrt ist, in eigener Regie Fragen zu stellen. Das Protokoll lässt 

in Ermangelung entsprechender Vermerke denn auch nicht darauf schlies-

sen, dass es bei den von der Hilfswerkvertretung auf dem Unterschriften-

blatt zitierten Protokollstellen in der Tat zu Nachfragen inhaltlicher Art sei-

tens der Dolmetscherin selber kam. Allenfalls könnte es sich dabei um Ver-

ständigungsschwierigkeiten akkustischer Art gehandelt haben, da die Hilfs-

werkvertretung im erwähnten Unterschriftenblatt das Gefühl äusserte, dass 

die Beschwerdeführerin teilweise nicht sehr deutlich gesprochen habe und 

es deswegen zu Nachfragen gekommen sei. Im Übrigen stellen sich die 

von der Hilfswerkvertretung auf dem Unterschriftenblatt angeführten Fra-

gen, bei welchen sich ihrer Ansicht nach die Beschwerdeführerin eventuell 

D-3259/2020 

Seite 14 

missverstanden gefühlt haben könnte, als im Rahmen der Sachverhaltsab-

klärung üblicherweise gestellte Vertiefungsfragen der für die Anhörung zu-

ständigen Person des SEM dar (vgl. act. A34, F61, F66, F78, F82, F98). 

Die Beschwerdeführerin bringt bezüglich des Vorhalts fehlender Detail-

dichte ihres Sachverhaltsvortrags vor, da sie durch das Erlebte traumati-

siert sei, führe dies erfahrungsgemäss dazu, dass sie als Betroffene auch 

Jahre später Mühe bekunde, über das Erlebte offen zu sprechen. Dem ist 

jedoch nebst den Ausführungen in E. 5.2.2 oben entgegenzuhalten, dass 

sie sich in einigen Punkten ihres Sachverhaltsvortrags, welche nicht in ei-

nem unmittelbaren Bezug zum geltend gemachten traumatisierenden Er-

eignis der Vergewaltigung als solchem stehen, in Unstimmigkeiten ver-

strickte. So gab sie bei der Anhörung an, die Männer hätten sie – nachdem 

sich diese Zutritt zur Wohnung verschafft und sie geschubst hätten, worauf 

sie wieder aufgestanden sei – getragen und ins Bett gebracht. Sie habe 

wiederholt gebeten, in Ruhe gelassen zu werden. Sie sei jedoch beleidigt 

und aufgefordert worden, still zu bleiben. Anschliessend seien ihr Tücher 

um den Mund und die Hände gebunden worden (vgl. act. A34, F39 S. 5). 

In ihrer persönlichen Stellungnahme hingegen gab sie in diesem Zusam-

menhang an, sie habe mehrmals versucht aufzustehen, die Männer hätten 

sie gegen die Zimmertür gedrückt, sie umarmt und auf das Bett gelegt. Als 

dann einer der Männer über sie habe herfallen wollen, habe sie sich mit 

Händen und Füssen gewehrt, worauf einer der Männer den anderen auf-

gefordert habe, ihm zu helfen ihre Beine und ihren Mund zu fesseln. Dem-

gegenüber gab sie in der Beschwerdeschrift vom 21. Januar 2019 an, die 

Männer hätten sie an den Armen festgehalten und ins Schlafzimmer ge-

zerrt. Dort seien ihre Arme und Füsse ans Bett gefesselt worden. Sodann 

will die Beschwerdeführerin lediglich gemäss ihren Angaben in der Anhö-

rung, nachdem sie die ganze Nacht geheult habe, in der Früh aufgestan-

den sein, um zu duschen, die Kleider zu wechseln und anschliessend mit 

ihren Kindern zu ihren Eltern zu gehen (vgl. act. A34, F39, S. 6 oben). Ge-

mäss Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 21. Januar 2019 und in 

der persönlichen Stellungnahme hat die Beschwerdeführerin hingegen am 

nächsten Morgen gleich ihre Kinder gepackt und ist nach D._______ ge-

reist. Im Weiteren führte die Beschwerdeführerin in der Anhörung an, die 

Männer hätten beim Verlassen des Hauses die Türe "zugeschletzt" (vgl. 

act. A34, F71), um gleich bei der nächsten Frage nach dem weiteren Ver-

lauf des Geschehens anzugeben, sie habe – nachdem die Männer gegan-

gen seien – die Türe zugemacht (vgl. act. A34, F72). Da die Türe demnach 

bereits geschlossen gewesen wäre, erscheint diese Aussage logisch nicht 

nachvollziehbar und lässt nicht auf einen tatsächlich erlebten Sachverhalt 

schliessen. Unstimmig ist in diesem Zusammenhang überdies, dass die 

D-3259/2020 

Seite 15 

Kinder der Beschwerdeführerin die ganze Nacht geschlafen haben und 

nicht aufgewacht sein sollen, obwohl zwei Männer während (Nennung 

Dauer) im Haus und in unmittelbarer Nähe der Kinderzimmer mit der Be-

schwerdeführerin gekämpft, diese vergewaltigt und beim Weggehen die 

Türe mit Schwung zugeknallt haben sollen. Selbst wenn sich – gemäss 

Stellungnahme vom 30. September 2021 – zwischen dem Schlaf- und dem 

Kinderzimmer eine Toilette, mithin ein Raum, befunden haben soll, ist we-

nig plausibel, dass die Kinder vom Lärm nicht aufgewacht wären.  

 

Das Gericht erachtet daher die dargelegte Vergewaltigung der Beschwer-

deführerin insgesamt als nicht glaubhaft gemacht. 

5.3 Die Beschwerdeführerin hatte zudem vor ihrer Ausreise keinerlei Kon-

takt mit den eritreischen Behörden betreffend einen allfälligen Einzug in 

den Nationaldienst. Sie verneinte ausdrücklich, je ein offizielles Aufgebot 

für eine militärische Ausbildung oder den National Service erhalten zu ha-

ben. Sie habe die Schule bis zur (...) Klasse besucht, weil damals die 

Frauen nicht nach I._______ gegangen seien. Den Akten zufolge heiratete 

die Beschwerdeführerin in der Folge und wurde Mutter zweier Kinder (vgl. 

act. A5, Ziff. 1.17.04 f.; A14, F56). Es ist unter diesen Umständen – entge-

gen der auf Beschwerdeebene vertretenen Ansicht – nicht davon auszuge-

hen, dass ihr als Mutter zweier Kinder eine Einberufung in den National-

dienst droht oder dass sie von den eritreischen Militärbehörden als Wehr-

dienstverweigerin angesehen würde. Allein die Befürchtung, eines Tages 

in den Militärdienst einberufen zu werden, erfüllt im Übrigen die nach Art. 3 

AsylG erforderliche Intensität ohnehin nicht (vgl. Entscheidungen und Mit-

teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3 

E. 4.10). 

5.4 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die wiederholten Fest- und 

Mitnahmen ihres Ehemannes durch Armeeangehörige – weil dieser nach 

Ablauf seines Urlaubs jeweils nicht rechtzeitig zur Truppe zurückgekehrt 

sei – seien für sie und ihre Kinder eine schwierige Situation gewesen, ver-

mag sie daraus keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung abzuleiten, 

nachdem die Beschwerdeführenden in diesem Zusammenhang jeweils un-

behelligt blieben (vgl. act. A14, S. 8). 

5.5 Schliesslich ist hinsichtlich des Vorbringens im Zusammenhang mit 

dem Wunsch der (Nennung Verwandte) der Beschwerdeführerin, ihre 

Tochter beschneiden zu lassen und des dabei auf die Beschwerdeführerin 

D-3259/2020 

Seite 16 

ausgeübten Drucks, in Ermangelung entsprechender Entgegnungen auf 

die zutreffenden vorinstanzlichen Erörterungen zu verweisen. 

5.6 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie 

erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr 

in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter 

Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und 

subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, 

wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-

fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver-

folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe liegen 

vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach 

der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen Fällen wird kein 

Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.). 

5.6.1 Die Beschwerdeführerin macht eine drohende Reflexverfolgung, mit-

hin einen objektiven Nachfluchtgrund geltend. Unter Reflexverfolgung sind 

behördliche Belästigungen oder Behelligungen von Angehörigen aufgrund 

des Umstandes zu verstehen, dass die Behörden einer gesuchten, poli-

tisch unbequemen Person nicht habhaft werden oder schlechthin von de-

ren politischer Exponiertheit auf eine solche auch bei Angehörigen schlies-

sen. Der Zweck einer solchen Reflexverfolgung kann insbesondere darin 

liegen, Informationen über effektiv gesuchte Personen zu erlangen, bezie-

hungsweise Geständnisse von Inhaftierten zu erzwingen. Aufgrund der Ak-

ten besteht vorliegend kein Anlass zur Annahme einer solchen Reflexver-

folgung. Soweit die Beschwerdeführerin anführt, sie sei infolge der erlitte-

nen Vergewaltigung bereits vor ihrer Ausreise ein Opfer von Reflexverfol-

gung geworden, ist festzuhalten, dass sie gemäss E. 5.2 oben diesen Vor-

fall nicht glaubhaft zu machen vermag. Insofern die Beschwerdeführerin 

auf eine Desertion ihres Ehemannes als Grund für eine Reflexverfolgung 

verweist, ist festzustellen, dass ihr Ehemann ihren Angaben zufolge aus 

der Haft entlassen wurde und sich mittlerweile wieder bei seiner Einheit 

befindet (vgl. act. A34, F102). Sodann ist auch aufgrund der vorgebrachten 

illegalen Ausreise ihrer (Nennung Verwandte) nicht auf eine solche Re-

flexverfolgung zu schliessen. Einerseits hat die Vorinstanz mit zutreffender 

Begründung erwogen, dass es trotz der regelmässigen Kontakte der Be-

schwerdeführerin zu ihren Angehörigen nicht aktenkundig sei, dass die 

dortigen Behörden wegen ihrer (Nennung Verwandte) gegen ihre Familie 

vorgegangen wären. Anlässlich der ergänzenden Anhörung gab sie denn 

D-3259/2020 

Seite 17 

auch an, sie habe mit ihren Eltern regelmässigen Kontakt aufgenommen, 

ohne bei den nachfolgenden Schilderungen der Neuigkeiten aus ihrer Hei-

mat auch nur ansatzweise anzudeuten, dass sich ihre Ausreise oder dieje-

nige ihrer (Nennung Verwandte) nachteilig auf die in Eritrea verbliebenen 

Familienangehörigen ausgewirkt hätte oder sich die Behörden deswegen 

nach ihr erkundigt hätten (vgl. act. A34, F14 ff.). Zudem lebte die Beschwer-

deführerin in ihrer Heimat nicht mit ihrer (Nennung Verwandte) zusammen, 

sondern führte einen eigenen Haushalt mit zwei kleinen Kindern, weshalb 

davon auszugehen ist, dass den eritreischen Behörden die gemeinsame 

illegale Ausreise nicht bekannt geworden ist. Soweit die Beschwerdeführe-

rin in diesem Zusammenhang entgegnet, ihre Familie sei seit ihrer Ausreise 

nicht völlig unbehelligt geblieben, zumal sie in der ergänzenden Anhörung 

eine vor (Nennung Zeitpunkt) stattgefundene Verhaftung ihres (Nennung 

Verwandter) erwähnt habe, bleibt dieser Einwand unbehelflich. So wurde 

der besagte (Nennung Verwandter) auf seiner Flucht in den I._______ von 

den Behörden aufgegriffen und einzig deshalb verhaftet (vgl. act. A34, 

F21). Es sind daher keine tatsächlichen Hinweise auf das allfällige Beste-

hen einer Reflexverfolgung zu erkennen. Ausserdem liegen derzeit keine 

konkreten Hinweise vor, welche auf eine künftige Furcht vor einer Re-

flexverfolgung schliessen lassen würden. Zusammenfassend gilt festzu-

stellen, dass sich die Beschwerdeführerin nicht auf objektive Nachflucht-

gründe berufen kann. 

5.6.2 Sodann ist hinsichtlich der geltend gemachten illegalen Ausreise der 

Beschwerdeführerin das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe gemäss 

Art. 54 AsylG zu prüfen.  

Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich im Rahmen des Urteils  

D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publiziert) mit der 

Frage, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben, 

allein deswegen bei einer Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben. Das 

Gericht kam dabei zum Schluss, dass sich die bisherige Praxis nicht mehr 

habe aufrechterhalten lassen und vom SEM zu Recht angepasst worden 

sei. Für die Entscheidfindung des Gerichts war auch die Tatsache von Be-

deutung, dass seit einiger Zeit Personen aus der eritreischen Diaspora für 

kurze Aufenthalte in ihren Heimatstaat zurückkehren und sich unter ihnen 

auch Personen befinden, die Eritrea zuvor illegal verlassen hatten. Es sei 

mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund 

ihrer unerlaubten Ausreise aus Eritrea eine flüchtlingsrechtlich relevante 

Verfolgung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und flücht-

lingsrechtlich begründeten Nachteilen sei nur dann auszugehen, wenn zur 

D-3259/2020 

Seite 18 

illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die asylsu-

chende Person in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige 

Person erscheinen lassen (a.a.O., E. 5).  

Wie aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht, konnte die Beschwer-

deführerin zum Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Eritrea keine bestehende oder 

drohende, asylrechtlich relevante Gefährdung beziehungsweise Verfol-

gung nachweisen oder glaubhaft machen. Ferner ist das Vorliegen zusätz-

lichen Gefährdungsfaktoren für die Beschwerdeführerin aufgrund der Ak-

tenlage – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – zu ver-

neinen. Wie erwähnt, vermag die illegale Ausreise allein keine Furcht vor 

einer zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung zu begründen. 

Die Beschwerdeführerin vermochte mit Blick auf die angeführte Vergewal-

tigung, die Desertion des Ehemannes sowie diejenige der (Nennung Ver-

wandte) und deren illegale Ausreise keine Hinweise auf das allfällige Be-

stehen einer Reflexverfolgung oder für eine künftige Furcht vor einer sol-

chen glaubhaft darzulegen. Sodann sind aus den Akten auch keine ande-

ren zusätzlichen Anknüpfungspunkte ersichtlich, welche sie in den Augen 

der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen liessen. Die 

in der Beschwerdeschrift geäusserte Kritik am erwähnten Referenzurteil  

D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 und an den vom Bundesverwaltungs-

gericht in diesem Zusammenhang getroffenen Einschätzungen und 

Schlussfolgerungen vermag nicht zu einer anderen Betrachtungsweise zu 

führen. Die Beschwerdeführerin erfüllt damit die Flüchtlingseigenschaft ge-

mäss Art. 3 AsylG auch unter dem Aspekt subjektiver Nachfluchtgründe 

nicht. 

5.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl das Vorliegen von Vor-

fluchtgründen im Sinne von Art. 3 AsylG als auch dasjenige von objektiven 

und subjektiven Nachfluchtgründen gemäss Art. 54 AsylG zu verneinen ist. 

Das SEM hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu 

Recht verneint und ihre Asylgesuche zutreffend abgelehnt, weshalb es sich 

erübrigt, auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel auf Beschwerde-

ebene näher einzugehen, da sie an obiger Erkenntnis nichts zu ändern 

vermögen. 

6.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG).Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

D-3259/2020 

Seite 19 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei einer allfäl-

lig anstehenden Einziehung in den eritreischen Nationaldienst ist vom Bun-

desverwaltungsgericht geklärt worden (vgl. BVGE 2018 VI/4). Das Gericht 

hat die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im genannten Urteil sowohl 

unter dem Gesichtspunkt des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 

EMRK) als auch unter jenem des Verbots der Folter und der unmenschli-

chen und erniedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK) geprüft und bejaht 

D-3259/2020 

Seite 20 

(vgl. a.a.O., E. 6.1.5.2). Es kann auf die Ausführungen im genannten Urteil 

verwiesen werden. Sodann wurde die Beschwerdeführerin – wie in E. 5.3 

oben bereits dargelegt – weder jemals von den zuständigen Behörden für 

eine militärische Ausbildung noch für den National Service aufgeboten. Zu-

dem zog sie nach ihrer Heimat nach E._______, wo sie in der Folge die 

aus der Ehe stammenden zwei Kinder betreute (vgl. act. A5, Ziff. 1.17.04 

f.; A14, F56). Es ist demzufolge davon auszugehen, dass die Beschwerde-

führerin von der Dienstpflicht dispensiert wurde und daher im Zeitpunkt der 

Ausreise weder im Dienst stand noch desertiert ist. Angesichts dieser 

Sachlage ist – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – nicht 

damit zu rechnen, dass sie bei einer Rückkehr nach Eritrea wegen Miss-

achtung der Dienstpflicht inhaftiert oder (noch) in den Nationaldienst ein-

gezogen würde. Auch andere Gründe für eine drohende Haftstrafe sind 

nicht zu erkennen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass die Be-

schwerdeführerin oder die Kinder für den Fall einer Rückkehr nach Eritrea 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. 

7.2.3 Aus den Akten ergeben sich keine weiteren Gründe für die Annahme 

der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Gemäss geltender Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem 

Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-

weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-

gangen werden. Die Lebensbedingungen haben sich in den vergangenen 

Jahren in einigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage 

nach wie vor schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernäh-

rungssituation, der Zugang zu Wasser und Bildung haben sich jedoch sta-

bilisiert. Der Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder 

religiöse Konflikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind auch die 

umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der 

Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des 

D-3259/2020 

Seite 21 

Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenzbedro-

hung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders 

als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende individu-

elle Faktoren indessen nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer  

D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). 

7.3.3 Es liegen keine Anhaltspunkte und somit keine besonderen Um-

stände vor, wonach die Beschwerdeführerin und ihre Kinder aus individu-

ellen Gründen in Eritrea einer existenzbedrohenden Situation ausgesetzt 

wären. Die Beschwerdeführerin verfügt über eine elfjährige Schulbildung 

sowie über ein familiäres und persönliches Beziehungsnetz, mit welchem 

sie in Kontakt steht und das sie und ihre Kinder bei ihrer sozialen und wirt-

schaftlichen Wiedereingliederung unterstützen kann, zumal sie schon bei 

ihrer Ausreise finanziell unterstützt wurde (vgl. act. A5, S. 5 f. und S. 9; A14, 

F14 ff. und F52; A34, F14 ff.). Zudem verfügt sie in ihrer Heimat über eine 

gesicherte Wohnsituation (vgl. act. A5, Ziff. 2.02) sowie über weitere Ange-

hörige in verschiedenen Drittstaaten, so insbesondere einen in J._______ 

lebenden (Nennung Verwandter) – der ihre Mutter finanziell unterstütze –, 

welche ihr zumindest in finanzieller Hinsicht Hilfe bieten können (vgl. act. 

A5, S. 6; A34, F24). Es ist daher davon auszugehen, dass es ihr gelingen 

wird, sich allenfalls mit Hilfe ihrer Verwandten in ihrem Heimatland eine 

wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Die auf Beschwerdeebene geäusser-

ten Bedenken vermögen die sich auf die Akten stützenden obigen Ausfüh-

rungen sowie die weitergehenden einlässlichen Erörterungen der Vor- 

instanz im angefochtenen Entscheid nicht umzustossen (vgl. act. A16, 

S. 8 f.). Angesichts des offenbar bestehenden Kontakts zu den Familien-

angehörigen vermag auch die langjährige Landesabwesenheit der Be-

schwerdeführerin kein Wegweisungsvollzugshindernis darzustellen. 

An dieser Einschätzung vermag auch die psychische Situation der Be-

schwerdeführerin nichts zu ändern. Gemäss den in den Akten liegenden 

(Nennung Beweismittel) wurde bei ihr (Nennung Diagnose und Therapie). 

Die Beschwerdeführerin führte anlässlich der ergänzenden Anhörung vom 

6. März 2020 auf Nachfragen zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand an, 

es gehe ihr allgemein gesundheitlich gut. Psychisch sei sie ein bisschen 

bedrückt, aber es gehe ihr einigermassen besser. Derzeit sei sie bei einer 

Ärztin in regelmässiger Behandlung, welche jeweils ein Gespräch mit ihr 

führe. Medikamente (...) nehme sie keine mehr (vgl. act. A34, F4-11). Unter 

Beachtung der gestellten Diagnose gelangt das Gericht vorliegend zum 

Schluss, dass einer Überstellung der Beschwerdeführerin nach Eritrea kein 

D-3259/2020 

Seite 22 

Wegweisungsvollzugshindernis entgegensteht. Vorweg ist anzuführen, 

dass die Beschwerdeführerin die vorgebrachte Vergewaltigung nicht glaub-

haft machen konnte. Das ärztlich festgehaltene (Nennung Leiden) ist daher 

nicht auf diesen angeblichen Vorfall, sondern auf einen anderen Grund zu-

rückzuführen. Eine (Nennung Leiden) kann denn auch bei allen Menschen 

auftreten, die einem traumatischen Stresssymptom ausgesetzt waren. So-

dann geht aus den erwähnten medizinischen Berichten nicht das Bild her-

vor, dass die Beschwerdeführerin in Zukunft auf eine engmaschige psychi-

atrische und medizinische Betreuung angewiesen wäre. Anlässlich der An-

hörung beschrieb die Beschwerdeführerin ihren aktuellen psychischen Ge-

sundheitszustand – wie oben bereits erwähnt – dergestalt, dass sie ein 

bisschen bedrückt sei, es ihr aber einigermassen besser gehe (vgl. act. 

A34, F6). Aus der vorliegend von ihr selber beschriebenen Verbesserung 

ihres psychischen Gesundheitszustandes kann trotz der diagnostizierten 

Beeinträchtigung nicht geschlossen werden, dass sie bei einer Rückkehr 

mangels einer notwendigen medizinischen Behandlung einer akuten Le-

bensgefahr ausgesetzt wäre. Zudem bestehen in Eritrea gewisse Möglich-

keiten, psychische Erkrankungen zu behandeln; namentlich gibt es in 

E._______ – dem letzten Wohnort der Beschwerdeführenden – eine Psy-

chiatrie. Es ist zwar auch anzumerken, dass der Zugang zu psychiatrischer 

Behandlung mangels ausreichenden Fachpersonals erschwert ist (vgl. Eu-

ropean Asylum Support Office, EASO-Bericht über Herkunftsländer-Infor-

mationen, Länderfokus Eritrea, Mai 2015). Massgebend ist allerdings nicht, 

ob die medizinische Versorgung im Heimatstaat den in der Schweiz vor-

handenen Standards entspricht. Sodann kann ergänzend auf die Möglich-

keit der medizinischen Rückkehrhilfe verwiesen werden (Art. 93 Abs. 1 Bst. 

c AsylG). Ausgehend von den weiterhin intakten Familienverhältnissen und 

der zu erwartenden Übernahme von Verantwortung und Sorge durch die 

Kernfamilie und weiteren Verwandten geht das Gericht davon aus, dass 

trotz der diversen Ängste und psychischen Beschwerden kein Vollzugshin-

dernis vorliegt. Aus der bestehenden Aktenlage lassen sich somit keine 

medizinischen Gründe ableiten, welche gegen die Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs sprechen würden. 

Auch das Kindeswohl führt zu keiner anderen Annahme. Nach geltender 

Rechtsprechung sind bei der Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AlG im Lichte 

von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die 

Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) unter dem Aspekt des Wohls des Kin-

des namentlich folgende Kriterien im Rahmen einer gesamtheitlichen Be-

urteilung von Bedeutung: Alter, Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensi-

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tät, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugsper-

sonen, Stand und Prognose bezüglich Entwicklung/Ausbildung sowie der 

Grad der erfolgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der 

Schweiz (vgl. BVGE 2015/30 E. 7.2 m.w.H.). Angesichts des Alters der Kin-

der (Nennung Alter) ist davon auszugehen, dass die Hauptbezugsperson 

nach wie vor ihre Mutter ist. Weiter kann, auch wenn sich der Sohn und die 

Tochter nun seit (Nennung Dauer) in der Schweiz aufhalten, noch keine 

eigenständige Integration in die schweizerischen Lebensverhältnisse an-

genommen werden. Es halten sich in Eritrea weitere Familienangehörige 

der Kinder, so insbesondere auch deren Vater, auf (vgl. act. A5, S. 6, Ziff. 

3.01 f.). Vor diesem Hintergrund spricht auch das Kindeswohl nicht gegen 

die Zumutbarkeit (vgl. dazu Urteil des BVGer D-5328/2016 vom 25. März 

2019 E. 7.3.3).  

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit auch in individueller Hin-

sicht als zumutbar. Die übrigen Beschwerdevorbringen sind nicht geeignet, 

eine Änderung dieser Einschätzung zu bewirken, weshalb nicht weiter da-

rauf einzugehen ist. 

7.4 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass eine zwangsweise Rückfüh-

rung nach Eritrea derzeit generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der frei-

willigen Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmög-

lichkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AIG entge-

gen. Es obliegt daher den Beschwerdeführenden, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

 

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Seite 24 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären den Beschwerdeführenden 

die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 VwVG). Da das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Verfügung vom 2. Juli 

2020 gutgeheissen wurde und den Akten keine Hinweise auf eine Verän-

derung ihrer finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, ist von einer Kos-

tenauflage abzusehen. 

9.2 Mit Verfügung vom 2. Juli 2020 wurde ausserdem das Gesuch um amt-

liche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110a Abs. 1 AsylG) und der rubri-

zierte Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand bestellt. Demnach ist 

diesem ein amtliches Honorar für seine notwendigen Aufwendungen im 

Beschwerdeverfahren auszurichten. Mit Eingabe vom 30. September 2021 

wurde eine aktualisierte Kostennote ins Recht gelegt, wonach sich die Be-

mühungen des Rechtsvertreters auf 16 Stunden bei einem Stundenansatz 

von Fr. 300.– belaufen. Zusätzlich werden Auslagen in der Höhe von 

Fr. 32.50 aufgeführt. Nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts werden 

amtlich eingesetzte anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter mit einem 

Stundensatz von Fr. 200.– bis 220.– entschädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 

Abs. 2 VGKE), worauf der Rechtsvertreter mit Zwischenverfügung vom 

2. Juli 2020 aufmerksam gemacht wurde. Der Stundenansatz ist entspre-

chend auf Fr. 220.– herabzusetzen. Der ausgewiesene Aufwand ist als an-

gemessen zu erachten. Unter Berücksichtigung der massgebenden Be-

messungsfaktoren ist das Honorar demnach gerundet auf insgesamt 

Fr. 3827.– (inkl. sämtlicher Auslagen und MWSt) festzulegen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse eine Ent-

schädigung von Fr. 3827.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber 

 

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