# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2cd2c4e9-0308-5b90-b41a-934b87e02556
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.11.2011 IV 2009/383
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-383_2011-11-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/383

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.11.2019

Entscheiddatum: 09.11.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 09.11.2011
Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Rentenbemessung unter Berücksichtigung 
gesundheitsbedingter Lohnkürzungen und fortgeschrittenen Alters der 
versicherten Person. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 9. November 2011, IV 2009/383).

Entscheid Versicherungsgericht, 09.11.2011

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 9. November 2011

in Sachen

A.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Gerschwiler, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 22. März 2005 wegen beidseitiger Schwerhörigkeit und 

Rückenproblemen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-

Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 19).

A.b   Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeine 

Innere Medizin, erstattete am 15. April 2006 einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle. 

Darin diagnostizierte er im Wesentlichen einen Hörsturz rechts bei bekannter 

Ertaubung links, Discushernien C3/4 und C4/5 sowie eine arterielle Hypertonie bei 

Dyslipidämie und familiärer Belastung. Bezüglich Arbeitsfähigkeit hielt er fest, der 

Versicherte sei seit dem 23. September 2002 zu 100 % arbeitsunfähig; aufgrund seiner 

Gehörbeeinträchtigung sei er stark isoliert, was zu erheblichen Schwierigkeiten am 

Arbeitsplatz geführt habe, hinzu seien Nackenbeschwerden und eine Depression 

gekommen, was eine weitere Arbeitstätigkeit verunmögliche (IV-act. 45).

A.c   Wie sich dem Arbeitgeberbericht vom 3. Mai 2006 entnehmen lässt, war dem 

Versicherten mit Schreiben vom 20. August 2002 per 31. Dezember 2001 (gemeint 

wohl: 2002) gekündigt worden, woraufhin er von der Möglichkeit, sich per 31. März 

2003 vorzeitig pensionieren zu lassen, Gebrauch gemacht hatte (IV-act. 48).

A.d   Am 23. Juni 2006 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt. Im entsprechenden 

Bericht vom 27. Juli 2006 wurde unter anderem festgehalten, der Versicherte sei nach 

der Frühpensionierung nicht mehr erwerbstätig gewesen, könnte ohne Kündigung 

weiterhin eine vollwertige Leistung in der angestammten Tätigkeit erbringen, sei in 

„seinem Aufgabenbereich als Pensionär“ in der Kommunikation eingeschränkt, 

weshalb die Lebensqualität stark vermindert sei, erfülle gemäss Einschätzung des 

Abklärungsbeauftragten aber nicht die Voraussetzungen für einen Rentenbezug (IV-

act. 52).

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A.e   In einer Stellungnahme vom 6. Oktober 2006 hielt der zuständige Arzt des IV-

internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) fest, gemäss Akten sei der Versicherte in 

leichten (angepassten) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und 

Transportieren von Lasten, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne Armvorhalte und 

Überkopfarbeiten und ohne Anforderung an erfolgsorientierte Tätigkeiten mit hohem 

Kommunikationsbedarf medizinisch-theoretisch voll leistungsfähig (IV-act. 58).

A.f    Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2006 teilte die IV-Stelle mit, dass die 

Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei, nachdem die angestammte Tätigkeit 

als Betriebssanitäter weiterhin vollumfänglich zumutbar sei (IV-act. 61). Am 

1. Dezember 2006 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 25. Oktober 2006 

(IV-act. 63).

A.g   Dagegen erhob der Versicherte am 13. Januar 2007 Beschwerde ans 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Er beantragte die Zusprache einer 

Invalidenrente und führte zur Begründung im Wesentlichen an, er könne aufgrund 

seiner Behinderungen die angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben (IV-act. 64). Mit 

Eingabe vom 15. Februar 2007 liess er ergänzend ausführen, die IV-Stelle sei von 

einem falschen Valideneinkommen ausgegangen – ab Mai 2002 sei ihm der Lohn aus 

gesundheitlichen Gründen gekürzt worden –, und ohnehin bestehe keine verwertbare 

Erwerbsfähigkeit mehr (IV-act. 73).

A.h   Mit Entscheid IV 2007/31 vom 28. Mai 2008 hiess das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen die Beschwerde teilweise gut, indem es die Angelegenheit 

namentlich zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle 

zurückwies (IV-act. 91).

B.     

B.a   Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Academy of Swiss Insurance Medicine 

(asim) am 4. Juni 2009 ein polydisziplinäres Gutachten. Die begutachtenden Fachärzte 

diagnostizierten im Wesentlichen eine hochgradige, an Ertaubung grenzende 

Schwerhörigkeit links, eine hochgradige, pancochleäre Schwerhörigkeit rechts, einen 

sehr schweren, dekompensierten Tinnitus beidseits, ein chronisches cervicovertebrales 

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Schmerzsyndrom leichtgradiger Ausprägung, eine koronare Herzerkrankung sowie eine 

chronische obstruktive Lungenerkrankung. Tätigkeiten in akustisch konstanten, nicht 

lauten Umgebungen, ohne Lärm, ohne vermehrte Hintergrundgeräusche, möglichst in 

einem Einzelbüro, ohne körperlich schwere und anhaltend mittelschwere Arbeiten, 

ohne repetitives Bücken oder repetitive Überkopfarbeiten, nicht häufig kniend oder 

Treppen benutzend, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von 

mehr als 7–10 Kilogramm, ohne sturzgefährdete Tätigkeitsanteile auf Leitern oder 

Gerüsten und ohne kommunikativ anspruchsvolle Arbeiten seien dem Versicherten 

vollumfänglich zumutbar (IV-act. 103).

B.b   Mit Vorbescheid vom 11. August 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung 

des Rentengesuchs vorgesehen sei, da in einer leidensadaptierten Tätigkeit volle 

Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 110). Dagegen liess der Versicherte am 14. September 

2009 Einwand erheben und insbesondere ausführen, das Gutachten der asim bilde 

keine genügende Grundlage für die Bemessung des Invaliditätsgrades, eine allfällige 

Arbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar und das Valideneinkommen sei (nach wie vor) 

falsch festgelegt worden (IV-act. 113). Dem Einwand lag eine Stellungnahme von 

Dr. B.___ vom 24. August 2009 zum Gutachten der asim bei. Dieser hatte unter 

anderem ausgeführt, die psychiatrische Beurteilung sei nicht nachvollziehbar, der 

Versicherte sei sicherlich in den Jahren 2002 und 2003 massiv depressiv gewesen und 

hätte deshalb keinen vollen Einsatz mehr leisten können; zudem sei das 

cervicovertebrale Syndrom nicht nur leichtgradig ausgeprägt (IV-act. 114).

B.c   Nachdem der RAD-Arzt Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, in einer internen Stellungnahme vom 22. September 2009 angemerkt 

hatte, die Ausführungen von Dr. B.___ liessen keine begründeten Zweifel am Gutachten 

der asim aufkommen (IV-act. 115), verfügte die IV-Stelle am 22. September 2009 

gemäss Vorbescheid vom 11. August 2009; nach nochmaliger Durchsicht der Akten 

von Seiten des RAD könne weiterhin an der bestätigten Arbeitsfähigkeit von 100 % in 

leidensadaptierten Tätigkeiten festgehalten werden; auch der Einkommensvergleich sei 

korrekt erfolgt (IV-act. 116).

C.     

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C.a   Dagegen richtet sich die am 23. Oktober 2009 erhobene Beschwerde, mit der die 

Zusprache einer vollen (gemeint wohl: ganzen) Invalidenrente spätestens ab 23. 

September 2003 beantragt und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wird, das 

Gutachten der asim bilde keine genügende Grundlage für die Bemessung des 

Invaliditätsgrades, eine allfällige Arbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar und das 

Valideneinkommen sei falsch festgelegt worden; überdies habe die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich mit 

den Vorbringen im Einwand vom 14. September 2009 grösstenteils nicht 

auseinandergesetzt habe (act. G 1).

C.b   Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer 

Beschwerdeantwort vom 1. März 2010 führte sie zur Begründung im Wesentlichen aus, 

der Anspruch auf rechtliches Gehör sei nicht verletzt worden, da aus der 

angefochtenen Verfügung klar hervorgehe, weshalb das Rentengesuch abgewiesen 

wurde, dass das Gutachten der asim genügende Grundlage für die Bemessung des 

Invaliditätsgrades bilde, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit durchaus verwertbar sei 

und dass betreffend Valideneinkommen auf die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

eingeholte Angabe der ehemaligen Arbeitgeberin, der Beschwerdeführer hätte ohne 

Gesundheitsschaden Fr. 88’905.-- verdient (IV-act. 128), abzustellen sei (act. G 6).

C.c   Mit Replik vom 12. April 2010 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

festhalten und zur Begründung ergänzend ausführen, die Beschwerdegegnerin habe es 

unterlassen, die Akten hinsichtlich der Festlegung des Valideneinkommens zu 

würdigen, stelle sich vorliegend doch die Frage, ob die im Mai 2002 erfolgte Kürzung 

des Lohnes gesundheitsbedingt oder aus anderen Gründen erfolgt sei (act. G 12).

C.d   In ihrer Duplik vom 20. April 2010 nahm die Beschwerdegegnerin Stellung zum in 

der Replik erwähnten Rechtsgutachten zur Vereinbarkeit der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zur medizinischen Begutachtung durch Medizinische 

Abklärungsstellen betreffend Leistungen der Invalidenversicherung mit Art. 6 der 

Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten von Jörg Paul Müller und Johannes Reich vom 11. Februar 2010 

(act. G 14).

Erwägungen:

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1.      

In den Akten klar ausgewiesen und überdies unbestritten ist, dass der 

Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen die 

angestammte, über Jahre hinweg – bei der letzten Arbeitgeberin während gut 15 

Jahren – ausgeübte Tätigkeit (vgl. IV-act. 103–12 f.) nicht mehr ausüben kann (vgl. insb. 

IV-act. 103–27 und 104). Damit hat der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen 

Gründen einen Teil seiner erwerblichen Leistungsfähigkeit eingebüsst, wobei indessen 

zwischen den Parteien streitig ist, anhand welchen Valideneinkommens diese 

Leistungsfähigkeit zu bemessen ist, nachdem dem Beschwerdeführer wenige Monate 

vor Kündigung des Arbeitsverhältnisses der Lohn gekürzt wurde. Während sich nämlich 

der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, die Kürzung sei infolge seiner 

gesundheitlichen Beeinträchtigung erfolgt, vertritt die Beschwerdegegnerin die Ansicht, 

die Kürzung sei aus rein disziplinarischen Gründen erfolgt, sei mithin nicht Ausdruck 

einer gesundheitlich bedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit des 

Beschwerdeführers. Den Akten lässt sich zu dieser Frage folgendes entnehmen: 

Gemäss Schreiben der ehemaligen Arbeitgeberin vom 21. September 2000 wurde der 

Beschwerdeführer am 7. März 2000 ermahnt, sich besser ins Team einzufügen, seinen 

Umgangston zu verbessern und weniger Rauch- und Schwatzpausen einzulegen, was 

auch anlässlich eines weiteren Gesprächs vom 18. September 2000 noch zu 

beanstanden gewesen sei; zudem hätten Unordnung im Sanitätsraum, nicht 

termingerechte Erledigung zugewiesener Arbeiten und nicht gewährleistete 

Stellvertretung („weil Sie sich abgrenzen bzw. andere leerlaufen lassen“) neu ebenfalls 

zu Beanstandungen Anlass gegeben (IV-act. 77–5). Mit Schreiben vom 12. November 

2001 teilte die ehemalige Arbeitgeberin dem Beschwerdeführer sodann mit, er leite 

Informationen weiterhin nur spärlich weiter, sein Umgangston sei nach wie vor 

schlecht, er habe eine negative Einstellung zu Veränderungen und habe sich während 

eines Gruppengesprächs negativ betreffend Arbeitszeitkompensation geäussert, 

weshalb sein Lohn per 1. März 2002 auf Fr. 78’500.-- gekürzt werde (IV-act. 77–4). Mit 

Schreiben vom 20. August 2002 wurde das Arbeitsverhältnis schliesslich gekündigt, 

nachdem sich bezüglich der beanstandeten Punkte keine langanhaltende 

Verbesserung gezeigt habe (IV-act. 77–2 f.). Die Gutachter der asim gingen davon aus, 

dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers Anteil an den 

Differenzen zwischen ihm und seinen Vorgesetzten gehabt hätten (vgl. IV-act. 103–26), 

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ebenso wie Dr. B.___ in seinem Bericht vom 15. April 2006 (IV-act. 45–2). Es ist 

naheliegend, dass einige in den Schreiben der ehemaligen Arbeitgeberin 

beanstandeten Punkte – namentlich Teamfähigkeit, Umgangston, nicht termingerechte 

Erledigung zugewiesener Arbeiten, nicht gewährleistete Stellvertretungen, negative 

Einstellung zu Veränderungen – durch die erhebliche Hörbeeinträchtigung und die 

damit verbundenen Verständigungsprobleme bedingt waren, was zu zunehmender 

Isolation und zu Abgrenzungsbedarf geführt hat. Es ist daher mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

des Beschwerdeführers zumindest teilweise die Lohnkürzung per 1. März 2002 mit 

verursacht haben. Daran ändert nichts, dass die ehemalige Arbeitgeberin in ihrer 

Bestätigung vom 24. Dezember 2009 (IV-act. 128) ausgeführt hat, die Kürzung sei auf 

disziplinarische Gründe zurückzuführen, ist doch davon auszugehen, dass ihr bzw. den 

involvierten Vorgesetzten die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers und 

deren Auswirkungen auf dessen Verhalten am Arbeitsplatz nicht bewusst waren. Da 

der Beschwerdeführer in den Jahren zuvor ein Erwerbseinkommen in der Höhe des 

ungekürzten Lohnes erzielt hatte (vgl. IV-act. 41–1), seine (hier massgebende) 

erwerbliche Leistungsfähigkeit mithin die Erzielung eines solchen Erwerbseinkommens 

erlaubte, und da die Kürzung des Lohnes zumindest teilweise auf gesundheitliche 

Gründe zurückzuführen ist, rechtfertigt es sich, in Bezug auf das Valideneinkommen – 

mit dem die erwerbliche Leistungsfähigkeit gemessen werden soll und wofür der zuletzt 

erzielte Lohn lediglich als Indiz heranzuziehen ist – auf den ungekürzten Lohn 

abzustellen. Dieser hätte für das Jahr 2002 Fr. 84’499.80 betragen (IV-act. 48–9).

2.      

Gemäss Gutachten der asim ist der Beschwerdeführer als in leidensadaptierten 

Tätigkeiten vollumfänglich arbeitsfähig zu qualifizieren, und zwar bereits ab Eintritt der 

relevanten Arbeitsunfähigkeit (vgl. insb. IV-act. 103–27). Der Beschwerdeführer 

beanstandet, insbesondere mit Verweis auf die Ausführungen von Dr. B.___ vom 

24. August 2009 (IV-act. 114), dass die Gutachter zu Unrecht davon ausgegangen 

seien, dass er im fraglichen Zeitpunkt aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig 

gewesen sei. Nachdem auch der psychiatrische Consiliargutachter der asim ausgeführt 

hat, anamnestisch sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der 

Vergangenheit an einer depressiven Episode gelitten habe (IV-act. 103–44 f.), ist zwar 

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fraglich, ob der Beschwerdeführer im massgebenden Zeitraum tatsächlich aus 

psychiatrischer Sicht ununterbrochen zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist. Allerdings 

sind die Hinweise von Dr. B.___ in dessen Bericht vom 15. April 2006 und dessen 

Stellungnahme vom 24. August 2009 zu unspezifisch, um die Annahme einer 

erheblichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu 

begründen, namentlich auch unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass keine 

psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung erfolgte und der 

Beschwerdeführer sich zwar nach Einschätzung seiner Vorgesetzten am Arbeitsplatz 

auffällig verhielt (was teilweise auch auf die Schwerhörigkeit zurückzuführen war), 

ansonsten aber offensichtlich vollumfänglich arbeitsfähig war. Zumindest finden sich in 

den Schreiben der ehemaligen Arbeitgeberin nebst den erwähnten Vorwürfen keine 

Hinweise darauf, der Beschwerdeführer habe mangelhafte Leistungen erbracht, 

abgesehen von der nicht durchwegs termingerechten Erledigung der ihm übertragenen 

Aufgaben. Selbst unter Berücksichtigung des Berichts des Spitals Flawil vom 

18. Januar 1994 (IV-act. 45–7 ff.), in welchem ein Verdacht auf eine larvierte Depression 

diagnostiziert worden war, rechtfertigt sich die Annahme, der Beschwerdeführer sei im 

massgeblichen Zeitraum aus psychischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit in 

relevanter Weise beeinträchtigt gewesen, nicht. Im Nachhinein lässt sich der Beweis 

auch nicht mehr erbringen. Im Übrigen besteht kein Anlass, nicht auf das umfassende, 

nachvollziehbare Gutachten der asim abzustellen, namentlich auch nicht unter 

Berücksichtigung des vom Beschwerdeführer erwähnten Rechtsgutachtens von Jörg 

Paul Müller und Johannes Reich (vgl. hierzu einlässlich: BGE 137 V 210). Es ist mithin 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitraum in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig war.

3.      

Als leidensadaptierte Tätigkeiten sind gemäss Gutachten der asim Tätigkeiten in 

akustisch konstanten, nicht lauten Umgebungen, ohne Lärm, ohne vermehrte 

Hintergrundgeräusche, möglichst in einem Einzelbüro, ohne körperlich schwere und 

anhaltend mittelschwere Arbeiten, ohne repetitives Bücken oder repetitive 

Überkopfarbeiten, nicht häufig kniend oder Treppen benutzend, ohne repetitives 

Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 7–10 Kilogramm, ohne 

sturzgefährdete Tätigkeitsanteile auf Leitern oder Gerüsten und ohne kommunikativ 

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anspruchsvolle Arbeiten, zu qualifizieren. Da die angestammte Tätigkeit diesen 

Voraussetzungen nicht genügt, wäre der Beschwerdeführer, wie erwähnt, gezwungen 

gewesen, sich nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses eine andere Tätigkeit, die 

diesen Ansprüchen genügt, zu suchen. Da er in diesem Zeitpunkt 58 Jahre alt war, 

kann nicht davon ausgegangen werden, dass er einen anderen Beruf erlernt hätte und 

anschliessend in diesem tätig gewesen wäre. Wie er zudem selbst zu Recht ausführte, 

wäre ihm auch der Wiedereinstieg in den erlernten Beruf im Verkaufsbereich nicht ohne 

eigentliche Ausbildung möglich gewesen. In Frage wären mithin vor allem 

Hilfsarbeitertätigkeiten gekommen. Der Beschwerdeführer hat zwar zuvor stets als 

Berufsmann gearbeitet, mehrheitlich gar als weitgehend autonom handelnde Fachkraft. 

Die Aufnahme einer Hilfsarbeitertätigkeit wäre mithin mit einem gewissen beruflichen 

Abstieg verbunden gewesen. Dennoch wäre ihm im Rahmen seiner 

Schadenminderungspflicht die Aufnahme einer Hilfsarbeitertätigkeit zumutbar 

gewesen, wäre der damit verbundene – hier nicht als übermässig ausgeprägt zu 

qualifizierende – Abstieg doch wegen der Notwendigkeit, den Lebensbedarf zu 

bestreiten, in Kauf zu nehmen gewesen. Bereits in der älteren Praxis wurde die 

Zumutbarkeit nur dann verneint, wenn der Wechsel in eine deutlich untergeordnete 

Position zur Diskussion stand (illustrativ: ZAK 1982, S. 495). Die von den Gutachtern 

der asim statuierten Anforderungen an die körperliche Schwere einer 

leidensadaptierten Tätigkeit fallen sodann vorliegend kaum ins Gewicht, verrichtete der 

Beschwerdeführer doch bereits vor Auflösung des letzten Arbeitsverhältnisses 

mehrheitlich leichtere Tätigkeiten und bietet der relevante ausgeglichene Arbeitsmarkt 

durchaus körperlich leichte, wechselbelastende Stellen an. Ebenso existieren 

Tätigkeiten, die weitgehend oder vollständig „isoliert“ (ohne hohe kommunikative 

Anforderungen, in ruhiger Umgebung) verrichtet werden können. Entgegen der Ansicht 

des Beschwerdeführers ist deshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, die verbliebene Arbeitsfähigkeit sei erwerblich nicht mehr verwertbar 

gewesen, zumal nicht der reale, sondern der hypothetische ausgeglichene 

Arbeitsmarkt massgebend ist.

4.      

Mangels konkreter Einkommenswerte ist für die Ermittlung des zumutbarerweise 

erzielbaren Einkommens auf die Ergebnisse der Schweizerischen 

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Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) abzustellen. Gemäss 

Tabelle TA1 der LSE 2002 verdienten männliche Hilfsarbeiter im Jahr 2002 

durchschnittlich Fr. 4’557.-- pro Monat. Unter Berücksichtigung der statistischen 

durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,8 Stunden pro Woche entspricht dies einem 

Jahreslohn von Fr. 57’144.80 (= Fr. 4’557.-- ÷ 40 × 41.8 × 12). Da dieser Wert auf den 

Daten gesunder Arbeitnehmer beruht und da vorliegend insbesondere aufgrund des 

fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers sowie seiner vielfältigen 

Beeinträchtigungen davon auszugehen ist, er könne die ihm verbliebene 

Arbeitsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten, ist praxisgemäss ein 

Abzug vorzunehmen (vgl. BGE 126 V 75). Zu berücksichtigen ist insbesondere, dass 

die Anstellung des Beschwerdeführers einerseits aufgrund seines fortgeschrittenen 

Alters für einen potentiellen Arbeitgeber mit entsprechend hohen Lohnkosten, 

insbesondere Lohnnebenkosten (namentlich Beiträge an die berufliche Vorsorge), 

verbunden gewesen wäre, ohne dass der potentielle Arbeitgeber andererseits von 

langjähriger Erfahrung des Beschwerdeführers hätte profitieren können, hätte dieser 

doch die zuvor gesammelte Berufserfahrung, wenn überhaupt, nur vereinzelt 

einbringen können. Ebenso ins Gewicht fällt, dass die Beeinträchtigungen des Gehörs 

des Beschwerdeführers, verbunden mit den damit einhergehenden psychischen 

Auffälligkeiten, wie sie im Gutachten der asim beschrieben wurden, besondere 

Nachsicht seitens eines potentiellen Arbeitgebers erfordert hätten, gerade mit Blick auf 

eine allfällig notwendige Eingliederung in ein Team. Unter Umständen hätte ein 

potentieller Arbeitgeber schliesslich diverse Vorkehren treffen müssen, um den 

Arbeitsplatz des Beschwerdeführers den Anforderungen gemäss Gutachten der asim 

anzupassen. Erschwerend hätte sich zu all dem ausgewirkt, dass der 

Beschwerdeführer nurmehr relativ kurz hätte eingesetzt werden können. Gesamthaft 

rechtfertigt sich vor diesem Hintergrund der Maximalabzug von 25 %. Damit ist das 

Invalideneinkommen auf Fr. 42’858.60 (= 75 % × Fr. 57’144.80) zu beziffern.

5.      

Angesichts des Valideneinkommens von Fr. 84’499.80 und des Invalideneinkommens 

von Fr. 42’858.60 ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 49,28 %. Da der Invaliditätsgrad 

strikt mathematisch zu runden ist, ist dem Beschwerdeführer bei einem massgebenden 

Invaliditätsgrad von 49 % eine Viertelsrente zuzusprechen. Nachdem Dr. B.___ in 

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seinem Bericht vom 15. April 2006 eine erhebliche Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit ab 23. September 2002 attestiert hat, was der Einschätzung der 

Gutachter der asim nicht widerspricht, wäre der Rentenbeginn grundsätzlich auf den 

1. September 2003 festzulegen. Die Anmeldung erfolgte indessen erst im März 2005, 

also mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs. Gemäss Art. 48 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), in der Fassung vor 

Inkrafttreten der 5. IV-Revision, ist daher die Rente erst ab dem 1. März 2004 

auszurichten. Der Beschwerdeführer hat mithin für den Zeitraum vom 1. März 2004 bis 

31. August 2009 – seit 1. September 2009 hat er gemäss Art. 21 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) 

Anspruch auf eine Altersrente, was gemäss Art. 30 IVG zum Erlöschen eines 

Rentenanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung führt – Anspruch auf eine 

Viertelsrente.

6.      

Demnach wird die angefochtene Verfügung vom 22. September 2009 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zur Berechnung der Rentenhöhe zurückgewiesen. Da dem „Überklagen“ bei der 

Verlegung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung nicht (wie etwa in einem 

zivilprozessualen Verfahren) Rechnung zu tragen bzw. nicht auf das Ausmass des 

Obsiegens abzustellen ist (vgl. den Entscheid IV 2007/359 des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 6. Januar 2009, E. 5, mit Hinweisen), ist der 

Beschwerdeführer diesbezüglich so zu stellen, als hätte er vollständig obsiegt. Bei 

diesem Verfahrensausgang ist die Rüge, der Anspruch auf rechtliches Gehör sei 

verletzt worden, nicht weiter zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin hat sodann die 

Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG, die angesichts des durchschnittlichen 

Aufwandes praxisgemäss auf Fr. 600.-- festgelegt werden, zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird der von ihm in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

zurückerstattet. Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer 

gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) mit einer Parteientschädigung, die 

praxisgemäss auf Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festgelegt wird, zu entschädigen.

bis

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

22. September 2009 aufgehoben. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine 

Viertelsrente vom 1. März 2004 bis 31. August 2009. Die Sache wird an die 

Beschwerdegegnerin zur Berechnung der Rentenhöhe und anschliessender Verfügung 

zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3’500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Rentenbemessung unter Berücksichtigung gesundheitsbedingter Lohnkürzungen und fortgeschrittenen Alters der versicherten Person. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. November 2011, IV 2009/383).

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