# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50da670c-2757-543a-9994-f944b71e90b4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.10.2023 UV 2022/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2022-57_2023-10-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/57

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.12.2023

Entscheiddatum: 23.10.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 23.10.2023
Art. 18 Abs. 1 UVG; Art. 16 ATSG: MEDAS-Gutachten als beweiskräftig 
eingestuft. Festlegung der unfallkausalen objektivierbaren Unfallrestfolgen. 
Adäquanz der nicht objektivierbaren Beschwerden verneint. Berechnung des 
Invaliditätsgrades. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Oktober 2023, UV 
2022/57).

Entscheid vom 23. Oktober 2023

Besetzung

Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2022/57

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente

Sachverhalt

A.  

A.___ (vormals B.___; nachfolgend: Versicherte) war seit dem ___ 19__ bei der 

C.___ als Verkäuferin angestellt und als solche bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als sie am 20. Mai 2005 einen 

Fehltritt machte, das Gleichgewicht verlor und sich dabei das linke Knie verdrehte (act. 

G 4.2-2 f.). Bei Verdacht auf eine Meniskusläsion wurden bei der Versicherten am 8. 

Juni 2005 eine diagnostische Arthroskopie sowie eine Resektion von Narbengewebe 

interkondylär und infrapatellär durchgeführt, wobei sich ein Knorpelriss tibial lateral 

sowie ein fehlendes vorderes Kreuzband (VKB) zeigten (act. G 4.2-7). Die Suva 

erbrachte Heilkosten- und Taggeldleistungen (vgl. act. G 4.2-5 ff.). Am 26. Juni 2008 

erfolgte eine Rückfallmeldung zur Unfallmeldung vom 20. Mai 2005. Die Versicherte sei 

wieder in ärztlicher Behandlung und müsse erneut ins Spital (act. G 4.2-19). Am 8. Juli 

2008 wurde bei der Diagnose einer posttraumatischen anteromedialen Knieinstabilität 

links bei VKB-Insuffizienz eine arthroskopisch-assistierte VKB-Plastik mittels 

Semitendinosustransplantat durchgeführt (act. G 4.2-21). In einem Telefonat vom 2. 

August 2010 erklärte der Lebensgefährte der Versicherten gegenüber der Suva, dass 

letztere nicht mehr in Behandlung sei. Der Unfall sei schon vor langer Zeit 

abgeschlossen worden. Nach dem ersten Rückfall hätten noch einige Serien 

Physiotherapie stattgefunden, anschliessend sei die Behandlung abgeschlossen 

worden. Der Rückfall könne aufgehoben werden (act. G 4.2-35).

A.a. 

Ab dem __ 20__ war die Versicherte als (…) bei den D.___ angestellt und als 

solche wiederum bei der Suva unfallversichert. Am 28. November 2010 rutschte sie 

A.b. 

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gemäss Bagatellunfallmeldung vom 5. April 2011 beim Treppensteigen aus und schlug 

sich dabei das rechte Knie an der Treppenkante an (act. G 4.1-21). Bei Verdacht auf 

eine symptomatisch verdickte und indurierte Pilca mediopatellaris wurde am 18. Mai 

2011 eine Arthroskopie, eine Resektion Pilca mediopatellaris und eine Glättung 

mediales Meniskusvorderhorn durchgeführt (act. G 4.1-21). Die Suva anerkannte das 

Ereignis vom 28. November 2010 als Berufsunfall und erbrachte wiederum 

Versicherungsleistungen (act. G 4.1-10 und 4.1-39 ff.).

Am 22. Oktober 2011 stolperte die Versicherte auf einer Treppe und verletzte sich 

dabei das rechte Sprunggelenk (vgl. act. G 4.1-62-28). Die Swica Versicherung AG 

(Swica) kam als für dieses Unfallereignis zuständiger Unfallversicherer für die 

Heilbehandlung (namentlich ärztliche Behandlung mit verschiedenen Operationen) auf 

und entrichtete bis zum 15. Februar 2015 Taggeldleistungen (act. G 4.1-62-30). 

Gestützt auf ein von der SMAB AG am 9. März 2016 erstattetes orthopädisch-

neurologisches Gutachten (act. G 4.1-62-32 ff.) stellte die Swica mit Verfügung vom 28. 

April 2016 die Leistungen für Heilbehandlung per 31. März 2016 ein und verneinte 

einen Anspruch auf Rente oder Integritätsentschädigung (act. G 4.1-62-28 ff.).

A.c. 

Am 9. Juni 2017 meldete die E.___ GmbH, bei welcher die Versicherte seit dem 

___ 2015 als (…) angestellt und dadurch wiederum bei der Suva unfallversichert war, 

behandlungsbedürftige Kniebeschwerden links nach einem Ereignis vom 7. Mai 2017 

(act. G 4.2-36). Am 18. Januar 2018 erfolgte bei der Diagnose eines Notch-

Impingements Knie links eine diagnostische Arthroskopie, eine arthroskopische 

Arthrolyse, ein Notch Débridement und VKB-Plastik Débridement sowie die Entfernung 

freier Gelenkskörper (act. G 4.2-59). Die Suva anerkannte einen Rückfall zum 

Unfallereignis vom 20. Mai 2005 und erbrachte wiederum Heilbehandlungs- und 

Taggeldleistungen (act. G 4.2-51).

A.d. 

Am 8. Oktober 2018 meldete die Versicherte der Swica einen Rückfall zum 

Ereignis vom 20. (gemeint wohl: 22.) Oktober 2011 (act. G 4.1-62-15). In einem 

Telefonat vom 4. April 2019 einigten sich die Suva und die Swica darauf, dass bis auf 

weiteres die Suva für die Leistungserbringung zuständig sei (act. G 4.1-62-7).

A.e. 

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Nach kreisärztlichen Untersuchungen vom 8. Mai 2018 (act. G 4.2-88) und vom 

12. Dezember 2019 (act. G 4.2-181) sowie dem Erhalt eines im Auftrag der IV-Stelle 

von der Medicore AG (Medicore) am 4. Oktober 2019 erstellten polydisziplinären 

(psychiatrischen, orthopädischen und internistischen) Gutachtens (act. G 4.2-166-4 ff.), 

in welchem der Versicherten in leidensangepasster Tätigkeit eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (act. G 4.2-166-12), stellte die Suva mit 

Mitteilung vom 6. Januar 2020 die Heilkosten- und Taggeldleistungen – mit Ausnahme 

der konservativen Behandlungen durch einen Orthopäden bei erheblicher 

Verschlechterung der Schmerz- und Schwellungszustände, der rein unfallbedingten 

Schmerzmedikation sowie bis zum 28. Februar 2022 von jährlich drei bis vier 

Behandlungsserien Physiotherapie und Wassergymnastik – für das Unfallereignis vom 

20. Mai 2005 mit dem 29. Februar 2020 ein (act. G 4.2-186).

A.f. 

Mit Verfügung vom 29. Januar 2020 sprach die Suva der Versicherten für das 

Unfallereignis vom 28. November 2010 eine Integritätsentschädigung basierend auf 

einer Integritätseinbusse von 30 % zu, während sie einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente verneinte (act. G 4.1-54 und 4.2-196). Gegen diese Verfügung erhob die 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, St. Gallen, am 2. 

März 2020 Einsprache (act. G 4.1-56 und 4.2-202).

A.g. 

Nachdem die Suva weitere Abklärungen getätigt und mit der Swica Rücksprache 

gehalten hatte (vgl. act. G 4.2-203 ff.), hielt sie gegenüber der anwaltlich vertretenen 

Versicherten mit Schreiben vom 4. November 2020 fest, die gestützt auf die 

vorgebrachten Einwände getätigten Abklärungen hätten ergeben, dass die Beurteilung 

der allfälligen Ansprüche auf Rente und Integritätsentschädigung unter 

Berücksichtigung sämtlicher bei der Swica und der Suva versicherten Unfallfolgen zu 

erfolgen habe. Die Einsprache vom 2. März 2020 werde somit gutgeheissen und die 

Verfügung vom 29. Januar 2020 zurückgenommen (act. G 4.1-65 und 4.2-227).

A.h. 

Am 12. November 2020 teilte die Suva der Swica mit Bezugnahme auf ein 

gleichentags geführtes Telefonat (vgl. act. G 4.2-228) schriftlich mit, dass sich die 

Zuständigkeit für die bei der Suva und der Swica versicherten Unfälle aufgrund der 

Aktenlage nicht sicher beurteilen lasse. Entgegenkommenderweise sei die Suva bereit, 

die weitere Fallführung zu übernehmen unter der Voraussetzung, dass ein 

A.i. 

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gemeinsames Gutachten in den Fachrichtungen Orthopädie, Neurologie und 

Psychiatrie unter der Federführung der Suva erfolge, dessen Kosten hälftig geteilt 

würden. Es werde bis 11. Dezember 2020 um eine schriftliche Stellungnahme gebeten 

(act. G 4.1-67 und 4.2-231). Mit Schreiben vom 1. Dezember 2020 erklärte sich die 

Swica mit dem von der Suva am 12. November 2020 vorgeschlagenen Vorgehen 

einverstanden (act. G 4.1-68).

Am 17. September 2021 erstattete die MEDAS Zentralschweiz im Auftrag der Suva 

das polydisziplinäre (orthopädische, neurologische und psychiatrische) Gutachten (act. 

G 4.1-89 und 4.2-265; zu den Teilgutachten vgl. act. G 4.1-86 ff. und 4.2-266 ff.; zu 

den seitens der Swica gestellten Zusatzfragen vgl. act. G 4.1-91 und 4.2-270). In ihrem 

interdisziplinären Konsens hielten die Sachverständigen fest, durch das Unfallereignis 

vom 20. Mai 2005 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine mässige Pan-

Gonarthrose links verursacht worden (act. G 4.1-89-17, unten). Durch das 

Unfallereignis vom 28. November 2010 seien überwiegend wahrscheinlich eine 

beginnende femoro-tibiale und femoro-patellare Arthrose rechts sowie eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ausgelöst worden. Das 

Unfallereignis vom 22. Oktober 2011 habe überwiegend wahrscheinlich eine unklare 

Bewegungseinschränkung im rechten oberen Sprunggelenk (OSG), ein 

neuropathisches Schmerzsyndrom am rechten Fuss sowie eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren bewirkt. Die mässige Pan-

Gonarthrose links, die beginnende leichte femoro-tibiale und femoro-patellare Arthrose 

sowie das neuropathische Schmerzsyndrom an OSG und Fuss rechts würden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einem organischen Substrat beruhen. Aus 

psychischer Sicht bestünden als Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren gemäss F 45.41 nach ICD-10 und eine 

kombinierte dissoziative Störung der Bewegung und der Sinnesempfindungen gemäss 

F 44.4-7 nach ICD-10 (act. G 4.1-89-18). Im angestammten Beruf als Verkäuferin 

bestehe aus orthopädischer sowie neurologischer als auch psychiatrischer Sicht keine 

Arbeitsfähigkeit mehr (act. G 4.1-89-18 f.). Aus orthopädischer und neurologischer 

Sicht sei eine leichte, wechselnd sitzende-gehende-stehende Tätigkeit vollzeitig 

zumutbar. Nicht mehr zumutbar seien vorwiegend stehende oder gehende Tätigkeiten, 

Arbeiten auf unebenem Gelände, Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der Knie- oder 

A.j. 

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B.  

Sprunggelenke, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie regelmässiges 

Treppensteigen. Aus psychiatrischer Sicht sei eine leidensangepasste Berufstätigkeit 

maximal drei Stunden pro Tag möglich (act. G 4.1-89-19). Eine klare Aufteilung der 

Unfallfolgen auf die drei Unfälle sei nicht möglich (act. G 4.1-89-20).

Am 2. Dezember 2021 nahm die anwaltlich vertretene Versicherte zum Gutachten 

Stellung (act. G 4.1-99 und 4.2-279).

A.k. 

Mit Verfügung vom 7. Februar 2022 verneinte die Suva eine aus den drei Unfällen 

vom 20. Mai 2005, 28. November 2010 und 22. Oktober 2011 erlittene erhebliche 

Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit und infolgedessen einen Anspruch auf eine 

unfallversicherungsrechtliche Invalidenrente. Einen adäquaten Kausalzusammenhang 

zwischen den psychischen Beschwerden und den höchstens mittelschweren (im 

Grenzbereich zu den leichten) Unfällen erachtete sie als nicht gegeben. Für die 

Unfallfolgen sprach die Suva der Versicherten mit gleicher Verfügung eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 40 % zu (act. G 

4.1-106 und 4.2-290; zur vorgängigen Ankündigung des verfügten Inhalts und der 

hierzu seitens der anwaltlich vertretenen Versicherten ergangenen Stellungnahme vgl. 

act. G 4.1-102 f. und 4.2-286 f.).

A.l. 

Gegen diese Verfügung erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Pedergnana 

vertretene Versicherte am 9. Februar 2022 Einsprache, mit welcher sie die Zusprache 

einer ganzen Rente beantragte (act. G 4.1-107 und 4.2-291).

B.a. 

Mit E-Mail vom 11. April 2022 (act. G 4.1-112-1) reichte die Versicherte der Suva 

einen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2022 

ein, mit welchem dieses der Versicherten ab 1. Oktober 2018 bei einem Invaliditätsgrad 

zwischen 60 % und 70 % eine invalidenversicherungsrechtliche Dreiviertelsrente 

zugesprochen hatte (act. G 4.1-112-2 ff.).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 1. September 2022 wies die Suva die Einsprache 

der Versicherten ab (act. G 4.1-120 und 4.2-300).

B.c. 

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C.  

Erwägungen

1.

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin. Das Vorliegen des 

medizinischen Endzustandes aller drei Unfälle spätestens per 1. März 2020 (vgl. act. G 

4.1-106-2) und die zugesprochene Integritätsentschädigung sind unbestritten 

geblieben (vgl. act. G 1).

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt 

Pedergnana vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 3. Oktober 

2022 Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, der Einspracheentscheid vom 1. 

September 2022 sei aufzuheben und ihr sei eine Teilrente zuzusprechen. Eventualiter 

sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache an die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zur Klärung der offenen Fragen mit der Gutachterstelle 

zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. November 2022 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheides vom 1. September 2022 (act. G 4).

C.b. 

In ihrer Replik vom 31. Januar 2023 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 8).

C.c. 

Mit Schreiben vom 2. März 2023 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag 

auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf die Erstattung einer umfassenden 

Duplik (act. G 10).

C.d. 

Mit Eingabe vom 17. März 2023 nahm die Beschwerdeführerin zu den 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin vom 2. März 2023 ergänzend Stellung, wobei 

sie an den bereits gestellten Anträgen festhielt (act. G 12).

C.e. 

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2.  

Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie infolge des 

Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (zum Begriff der Erwerbsunfähigkeit siehe Art. 7 Abs. 1 und 2 

ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.1. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/

Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [BSK UVG]; Alexandra 

Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin 

Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder 

des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem 

Rechtsanwender, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu 

beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2021, 

8C_15/2021, E. 7.3). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn 

von nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit 

Bild gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität grundsätzlich 

ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a 

und 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht 

2.2. 

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3.  

(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade 

klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen (BGE 115 V 140 E. 

6c/aa; zum Ganzen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

22. Juni 2009, UV 2008/79, E. 2 mit Hinweisen).

Nicht nur zur Feststellung der natürlich kausalen Unfallfolgen, sondern auch zur 

Bemessung des Invaliditätsgrades, ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 

Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es 

dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig 

ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach 

haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts 

ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweis).

2.3. 

Zunächst zu prüfen ist, welche organischen objektivierbaren Unfallfolgen im 

Zeitpunkt des Rentenbeginns vom 1. März 2020 (zum Rentenbeginn vgl. Art. 19 Abs. 1 

UVG; vgl. oben E. 1) noch bestanden haben.

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Beurteilung der Unfallfolgen auf das 

Gutachten der MEDAS Zentralschweiz abgestützt. Laut Gutachten beruhen lediglich 

die mässige Pan-Gonarthrose links, die beginnende leichte femoro-tibiale und femoro-

patellare Arthrose rechts sowie das neuropathische Schmerzsyndrom an OSG und 

Fuss rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einem unfallkausalen 

organischen Substrat (vgl. act. G 4.1-89-18).

3.2. 

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Die Beschwerdeführerin bestreitet den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens an 

sich nicht (vgl. dazu auch act. G 4.2-281-4). Sie stellt sich jedoch auf den Standpunkt, 

dass das Gutachten hinsichtlich einer allfälligen CRPS-Problematik, die auf einem 

organischen Substrat beruhe, mithin keine psychische Erkrankung darstelle (vgl. dazu 

act. G 8 S. 4 Ziff. 14 und S. 5 Ziff. 19), keine genügende Beurteilungsgrundlage 

darstelle (act. G 8 S. 4 Ziff. 15). Das neurologische MEDAS-Teilgutachten äussere sich 

nämlich nicht eindeutig zur Frage, ob ein CRPS vorliege oder nicht. Die Diagnose der 

neuropathischen Schmerzstörung an Fuss und Unterschenkel rechts beruhe laut 

Gutachten mit Sicherheit auf organischem Substrat, da sich die neuronale Pathologie 

(Läsion des Nervs) elektroneurographisch objektivieren lasse. Hinsichtlich eines CRPS 

sei die Sachlage unklar (act. G 8 S. 3 f. Ziff. 10). Der neurologische Gutachter der 

SMAB AG habe am 9. Februar 2016 festgehalten, dass im Gutachtenszeitpunkt ein 

CRPS Typ 1 rechter Fuss als Folge des Unfalls bestehe (act. G 8 S. 3 Ziff. 8). Wie dem 

Bericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom __ Juni 2018 

zu entnehmen sei, sei ein neuropathischer Schmerz am Fuss rechts mit/bei CRPS 1 

diagnostiziert worden, welcher im Sinne eines chronifizierten multilokulären 

Schmerzsyndroms, Chronifizierungsgrad III, interpretiert worden sei. Es sei in dem 

Bericht von einer deutlichen Schmerzausweitung die Rede. Diese stelle die 

Unfallkausalität des CRPS nicht in Abrede, sondern verdeutliche die für das CRPS 

typische dysfunktionale Verarbeitung der Reize im Cortex (act. G 8 S. 3 Ziff. 9). Auch im 

Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom __ April 2022 sei eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (Chronifizierungsgrad III) 

mit/bei neuropathischem Schmerz am Fuss rechts mit/bei CRPS 1 und sekundärer 

Schmerzausweitung dokumentiert. Derselbe Befund werde im Bericht des 

Schmerzzentrums vom __ Mai 2022 bestätigt (act. G 8 S. 4 Ziff. 12 f.). Da es sich um 

ein komplexes Schmerzgeschehen handle, habe der neurologische MEDAS-Gutachter 

hinsichtlich der Unfallkausalität eines allfälligen CRPS lediglich vorsichtige 

Vermutungen aufgestellt. Inwiefern die Beschwerdegegnerin in ihrer Rentenbeurteilung 

eindeutige Schlüsse ziehen könne, wenn ein qualifizierter Neurologe davon absehe, 

erschliesse sich nicht. Es zeuge von Inkonsistenz, dass die Beschwerdegegnerin 

gestützt auf die Begutachtung der MEDAS zum Ergebnis gelangt sei, dass das 

neuropathische Schmerzsyndrom an OSG und Fuss rechts überwiegend 

wahrscheinlich auf organischem Substrat beruhe und unfallkausal sei, das CRPS 

hingegen nicht organisch bzw. psychisch bedingt und unfallfremd sei (act. G 8 S. 4 Ziff. 

14). Da das organische Korrelat der anhaltenden CRPS-Problematik aus 

neurologischer Sicht nicht abschliessend beurteilt worden sei, dränge sich die 

Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung auf (act. G 8 S. 4 Ziff. 15 und S. 6 Ziff. 

22). Mit Urteil 8C_37/2015 vom 7. Dezember 2015 habe das Bundesgericht einen 

3.3. 

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vergleichbaren Sachverhalt beurteilt. Dabei habe es die nicht abschliessend abgeklärte 

Organizität des CRPS bemängelt (act. G 8 S. 6 Ziff. 23).

Anders als in dem von der Beschwerdeführerin angeführten bundesgerichtlichen 

Urteil, hat sich die Beschwerdegegnerin zur Verneinung einer CRPS-Problematik im 

vorliegenden Fall nicht einzig auf versicherungsinterne Beurteilungen gestützt, sondern 

ein polydisziplinäres MEDAS-Gutachten eingeholt, das in Berücksichtigung der 

medizinischen Aktenlage, mithin auch in Kenntnis des von der behandelnden 

Ärzteschaft teils diagnostizierten CRPS, erfolgt ist. Wie sich aus der im MEDAS-

Gutachten enthaltenen Übersicht der neurologischen Berichte behandelnder 

Institutionen ergibt, ist bis zur kreisärztlichen Untersuchung vom 8. Mai 2018 bzw. 

Untersuchung im Schmerzzentrum vom __ Juni 2018 (Bericht vom __ Juni 2018) 

tatsächlich mehrfach ein CRPS diagnostiziert worden, das sich nach den multiplen 

Operationen eingestellt zu haben scheint (vgl. act. G 4.2-268-2). Bei der kreisärztlichen 

Untersuchung vom Dezember 2019 haben dann jedoch keine Zeichen eines CRPS 

mehr vorgelegen (act. G 4.2-181; vgl. ferner act. G 4.2-268-2). Der orthopädische 

MEDAS-Sachverständige hat sich in seinem Teilgutachten sodann eingehend mit den 

Budapest-Kriterien, anhand derer die Diagnose eines CRPS gestellt wird, befasst. Er 

hat nachvollziehbar ausgeführt, dass zwar die anamnestischen Kriterien (ein 

anhaltender Schmerz überproportional zum vorausgegangenen Ereignis und 

Symptomschilderung des Patienten) erfüllt seien. Bei der Untersuchung vom 27. Juli 

2021 hätten die Befunde jedoch nicht mehr einem CRPS entsprochen. Zwar habe man 

eine Dysästhesie, aber keine Veränderung der Hautfarbe, auch keine 

Temperaturdifferenz gefunden. Zwar sei die Knöchelregion rechts etwas dicker als links 

gewesen, was bei einem Zustand nach mehreren Operationen erfahrungsgemäss aber 

üblich sei. Ein Ödem oder eine vermehrte Schweissreaktion hätten nicht vorgelegen. 

Trophische Störungen hätten sich nicht finden lassen. Die Bewegungsprüfung des 

OSG sei infolge der Willkürabwehr unsicher und nicht aussagekräftig gewesen (act. G 

4.2-267-14). Übereinstimmend mit den Angaben des orthopädischen 

Sachverständigen hat auch der neurologische MEDAS-Sachverständige in seiner 

Untersuchung vom 17. August 2021 die Budapest-Kriterien gestützt auf die klinischen 

Befunde als nicht erfüllt erachtet und daher festgehalten, er könne nicht mit Sicherheit 

sagen, ob das in den Akten mehrfach festgestellte CRPS vorliege (act. G 4.2-268-6). In 

der Konsensbeurteilung haben die Sachverständigen – in Einklang mit dem 

orthopädischen und neurologischen Teilgutachten – ein CRPS bei den Diagnosen 

sodann nicht aufgeführt (vgl. act. G 4.2-265-17). Dass die Beschwerdegegnerin bei der 

Rentenprüfung davon ausgegangen ist, ein CRPS liege nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit vor, ist demnach nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Indem 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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sich der neurologische Sachverständige in seinem Teilgutachten vorsichtig 

ausgedrückt und ein CRPS nicht kategorisch in Abrede gestellt hat, ändert daran 

nichts, sondern lässt sich vielmehr dadurch erklären, dass die subjektiv vorgetragenen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin zu einer CRPS-Problematik passen würden. 

Einzig mit den subjektiv geklagten Leiden lässt sich das CRPS vorliegend aber nicht 

begründen, wie aus dem MEDAS-Gutachten deutlich genug hervorgeht. Selbst wenn 

nun aber aufgrund des durchaus komplexen Schmerzgeschehens mit psychischen und 

somatischen Faktoren eine gewisse Restunsicherheit hinsichtlich des Vorliegens eines 

CRPS bestehen sollte, wie dies die Beschwerdeführerin geltend macht, sind von 

weiteren Abklärungen gerade keine besseren Erkenntnisse mehr zu erwarten. Es ist 

widersprüchlich, wenn die Beschwerdeführerin einerseits festhält, ein qualifizierter 

Neurologe habe keine eindeutigen Schlüsse bezüglich der CRPS-Problematik ziehen 

können, andererseits aber von einer weiteren Abklärung eine eindeutige Abgrenzung 

einer CRPS-Problematik erwartet.

 Die Kritik der Beschwerdeführerin, wonach die Beschwerdegegnerin das CRPS im 

konkreten Fall nicht als organisch bedingt, sondern als Teil der organisch nicht 

hinreichend fassbaren Beschwerden verstanden und daher zu Unrecht einer 

Adäquanzprüfung unterzogen habe (act. G 8 S. 5 f.), geht fehl. Die 

Beschwerdegegnerin hat hinsichtlich der CRPS-Problematik keine Adäquanzprüfung 

vorgenommen. Vielmehr hat sie das Vorliegen eines CRPS verneint, was, wie oben 

dargelegt (vgl. oben E. 3.4), nicht zu beanstanden ist. Weitere Ausführungen dazu 

erübrigen sich.

3.5. 

Dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines CRPS gestützt auf das 

MEDAS-Gutachten in Abrede gestellt, das neuropathische Schmerzsyndrom an OSG 

und Fuss rechts hingegen als auf organischem Substrat beruhend betrachtet und somit 

als Unfallfolge anerkannt hat, ist entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin 

nicht inkonsistent. Vielmehr stützt sich diese Beurteilung ebenfalls auf das MEDAS-

Gutachten. Im neurologischen Teilgutachten ist in nachvollziehbarer Weise erklärt 

worden, dass das neuropathische Schmerzsyndrom an OSG und Fuss rechts mit 

Sicherheit auf einem organischen Substrat beruhe, da sich die neuronale Pathologie 

elektroneurographisch objektivieren lasse (act. G 4.1-88-8; vgl. dazu auch die 

Konsensbeurteilung; act. G 4.1-89-18). Ein CRPS hat dagegen nicht objektiviert 

werden können (vgl. dazu oben E. 3.4).

3.6. 

Die Einwände der Beschwerdeführerin betreffend CRPS und neuropathischem 

Schmerzsyndrom sind somit unbegründet. Das MEDAS-Gutachten beruht auf 

eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend. Die 

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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4.  

medizinischen Vorakten und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden 

sind berücksichtigt worden. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv 

wesentliche Tatsachen im Gutachten keine Berücksichtigung gefunden hätten. Die 

gestellten Diagnosen und deren Einteilung nach solchen, die auf einem organischen 

Substrat beruhen, und nach solchen, die nicht organisch objektiviert werden können, 

leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation ein, sodass darauf abgestellt werden kann. 

Zusammenfassend sind gestützt auf das MEDAS-Gutachten als organisch 

ausgewiesene Unfallfolgen eine mässige Pan-Gonarthrose links, eine beginnende 

leichte femoro-tibiale und femoro-patellare Arthrose rechts sowie ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom an OSG und Fuss rechts anzunehmen (vgl. act. G 4.1-89-18; vgl. 

dazu auch oben E. 3.2).

Hinsichtlich der organisch nicht hinreichend fassbaren Beschwerden, namentlich 

der psychischen Beschwerden, die seitens der MEDAS-Sachverständigen festgestellt 

und als natürlich unfallkausal eingestuft worden sind, hat in einem nächsten Schritt 

eine Adäquanzprüfung zu erfolgen. Da offensichtlich kein Schleudertraumafall vorliegt, 

hat die Adäquanzprüfung anhand der sogenannten Psycho-Praxis zu erfolgen. Bei der 

Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs gestützt auf die Psycho-Praxis ist 

zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob 

er dem mittleren Bereich angehört. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung ist bei leichten Unfällen in der Regel ohne 

weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne weiteres zu bejahen, wogegen 

bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung 

miteinzubeziehen sind (BGE 115 V 139 E. 6; vgl. ferner BGE 134 V 126 f. E. 10).

4.1. 

Die Schwere des Unfalls bestimmt sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf 

und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der Adäquanz bei 

mittelschweren Unfällen Beachtung finden (Urteil des Bundesgerichts vom 5. 

September 2015, 8C_437/2015, E. 3.3). Am 20. Mai 2005 machte die 

Beschwerdeführerin einen Fehltritt, verlor das Gleichgewicht und verdrehte sich dabei 

das linke Knie (act. G 4.2-2 f.). Am 28. November 2010 rutschte sie beim 

Treppensteigen aus und schlug sich dabei das rechte Knie an der Treppenkante an 

(act. G 4.1-1) und am 22. Oktober 2011 stolperte sie auf einer Treppe und verletzte sich 

dabei das rechte Sprunggelenk (vgl. act. G 4.1-62-28). Wie die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht ausgeführt hat (act. G 4.1-120-9 f.), sind 

4.2. 

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5.  

alle drei Unfallereignisse nach dem augenfälligen Geschehensablauf als leichte Unfälle 

einzustufen, weshalb die Adäquanz ohne Weiteres verneint werden kann.

Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die 

über den Zeitpunkt des Fallabschlusses hinaus geklagten, nicht objektivierbaren Leiden 

nicht adäquat kausal zu den Unfallereignissen und bei der Rentenprüfung somit nicht 

zu berücksichtigen sind.

4.3. 

In einem nächsten Schritt gilt es zu prüfen, inwieweit die anerkannten 

Unfallrestfolgen (Pan-Gonarthrose links, femoro-tibiale und femoro-patellare Arthrose 

rechts und neuropathisches Schmerzsyndrom an OSG und Fuss rechts; vgl. oben 

E. 3.7) die Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch in ihrer Arbeitsfähigkeit 

einschränken.

5.1. 

Da die soeben genannten, auf organischem Substrat beruhenden Unfallrestfolgen, 

alle von orthopädischer und neurologischer Seite festgestellt worden sind (vgl. act. G 

4.1-87-9 und 4.1-88-6) und die Sachverständigen des MEDAS-Gutachtens der 

Beschwerdeführerin aus orthopädischer und neurologischer Sicht zwar eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (act. G 4.1-89-18), jedoch eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit in optimal leidensangepasster Tätigkeit attestiert hatten (act. 

G 4.1-89-19), ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bezogen auf 

die reinen Unfallfolgen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit 

angenommen hat. Die von den MEDAS-Sachverständigen vorgenommene 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation nämlich ein. Das 

Versicherungsgericht hat bereits in seinem Entscheid IV 2020/45 vom 23. März 2022 

festgehalten, dass die (objektivierbaren) orthopädischen und neurologischen 

Gesundheitsschäden die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht überwiegend 

wahrscheinlich nicht beeinträchtigen würden, wie sich der orthopädische Gutachter der 

MediCore sowie der neurologische und orthopädische Experte der MEDAS 

Zentralschweiz einig seien. Dissens bestehe in Bezug auf eine psychiatrische 

Problematik bzw. deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1-112-10). Die 

nicht auf einem organischen Korrelat beruhenden psychischen Beschwerden, die 

gemäss den Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz eine quantitative 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken (act. G 4.2-265-19), sind, wie bereits 

erwähnt, im vorliegenden Beschwerdeverfahren bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

nicht zu berücksichtigen (vgl. dazu oben E. 4).

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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6.  

Zusammenfassend ist gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-Gutachten bezogen 

auf die reinen Unfallfolgen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster 

Tätigkeit auszugehen.

5.3. 

Weiter gilt es die erwerblichen Auswirkungen der unfallbedingten 

Gesundheitsschädigungen zu prüfen. Dabei ist der Invaliditätsgrad anhand eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.1).

6.1. 

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der 

Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder 

teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Lohn auszugehen, während Ausnahmen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein müssen (BGE 130 V 349 E. 3.4.2 und 

139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 

8C_590/2014, E. 5.1).

6.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid gestützt auf 

die für das Jahr 2020 gemachten Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der 

Beschwerdeführerin (act. G 4.2-192) bzw. den Mindestlohn gemäss 

Gesamtarbeitsvertrag (GAV; vgl. dazu act. G 4.2-77-22) das Valideneinkommen auf Fr. 

52'000.-- (13 x Fr. 4'000.--) festgesetzt (act. G 4.1-120-12). Ausgehend von der im 

Einspracheentscheid verwendeten Datenlage (LSE 2018 und nicht LSE 2020; bis zum 

Jahr 2020 indexiert mit 1 % [2019] und 0.9 % [2020; act. G 4.1-120-13 Ziff. 7.3.3]; zum 

Abstellen auf die im Einspracheentscheid verwendeten Datenlage vgl. BGE 143 V 300 f. 

E. 4.1.3 f. und 4.1.7), ist festzustellen, dass das von der Beschwerdegegnerin ermittelte 

Valideneinkommen unter dem an die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2020 

indexierten statistischen LSE-Tabellenwert (Tabelle TA 1) von Fr. 55'725.07 liegt, den 

sie der Beschwerdeführerin als Invalideneinkommen für Hilfsarbeiterin im 

Kompetenzniveau 1 bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden angerechnet 

hat. Der Minderverdienst könnte darauf zurückzuführen sein, dass die 

Beschwerdeführerin bei Antritt der Stelle im Jahr 2015 (vgl. act. G 4.2-36) bereits an 

Unfallfolgen gelitten hat und die aufgenommene Tätigkeit möglicherweise schon bei 

Stellenantritt nicht optimal angepasst gewesen ist. Allerdings hat die 

Beschwerdeführerin auch bei der vor den Unfallereignissen ausgeübten Tätigkeit bei 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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7.  

der C.___ kein höheres Einkommen erzielt (vgl. dazu act. G 4.1-112-14 f.). Daher und 

mangels Anhaltspunkten, dass die Beschwerdeführerin als Valide freiwillig auf ein 

höheres Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, die Unterdurchschnittlichkeit ihres 

Valideneinkommens sei auf die für die Invaliditätsbemessung nicht zu 

berücksichtigenden Zwänge des realen Arbeitsmarktes zurückzuführen. Aus diesem 

Grund ist das Valideneinkommen auf den LSE-Lohn anzuheben (vgl. dazu auch 

Entscheid IV 2020/45 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 

2022, E. 3.3.2; act. G 4.1-112-14 f.). Da demnach im vorliegenden Fall sowohl 

hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als auch bezüglich des 

Invalideneinkommens derselbe Lohn für ein Pensum von 100 % zugrunde zu legen ist, 

kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs 

vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2 mit Hinweis; 

zum Tabellenlohnabzug vgl. BGE 126 V 75). Zwar hat die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin einen Tabellenlohnabzug von 10 % zugestanden (act. G 

4.1-120-13). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin die 

Vergleichseinkommen nicht parallelisiert hat. Invaliditätsfremden Faktoren, die 

vermutungsweise zur Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens beigetragen 

haben, wird im vorliegenden Beschwerdeverfahren bereits mit der Anhebung des 

Validenlohns ausreichend Rechnung getragen. Die qualitativen unfallbedingten 

Einschränkungen (vgl. Sachverhalt A.j.) rechtfertigen keinen Abzug, nachdem der 

Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und 

mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 

2017, 8C_439/2017, E. 5.5). Anders als im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren 

drängt sich ein Tabellenlohnabzug aufgrund eines reduzierten Beschäftigungsgrades 

sodann nicht auf, da die Beschwerdeführerin aus unfallversicherungsrechtlichen 

Gesichtspunkten noch immer zu 100 % arbeitsfähig ist. Andere Gründe, die einen 

Tabellenlohnabzug rechtfertigen könnten, liegen nicht vor. Folglich hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von unter 10 % 

zu Recht verneint (act. G 4.1-120-14).

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen den angefochtenen 

Einspracheentscheid abzuweisen.

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG). Dem 

Verfahrensausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin auch keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung.

7.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.10.2023
	Art. 18 Abs. 1 UVG; Art. 16 ATSG: MEDAS-Gutachten als beweiskräftig eingestuft. Festlegung der unfallkausalen objektivierbaren Unfallrestfolgen. Adäquanz der nicht objektivierbaren Beschwerden verneint. Berechnung des Invaliditätsgrades. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Oktober 2023, UV 2022/57).

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