# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 909edea8-c80a-5091-b7b6-9c77b7db540d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2011 D-5243/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5243-2010_2011-08-26.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­5243/2010

U r t e i l   v om   2 6 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, Richter Gérard Scherrer,
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

Parteien A._______ B._______, geboren [...],
C._______ D._______, geboren [...],
und deren Kind E._______, geboren [...], 
Sri Lanka,

vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, 

Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern, 
Vorinstanz

Gegenstand Asyl; Verfügung des BFM vom 28. Juni 2010 / N [...]

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführenden  sind  sri­lankische  Staatsangehörige 
tamilischer  Ethnie  und  stammen  aus  F._______  im  Distrikt  Jaffna, 
Nordprovinz  (Ehemann),  beziehungsweise  aus  G._______  im  Distrikt 
Mullaitivu, Nordprovinz (Ehefrau).

B. 
B.a Der  Beschwerdeführer  (Ehemann)  wandte  sich  mit  Schreiben  vom 
7. Juli 2008 an die schweizerische Botschaft in Sri Lanka (Colombo) und 
ersuchte  um  Asyl  in  der  Schweiz.  Nebst  Einreichung  verschiedener 
weiterer schriftlicher Eingaben wurde er durch die Botschaft am 28. Mai 
2009 zu seinen Asylgründen befragt. 

B.b  Mit  Verfügung  vom  8.  Juli  2009  bewilligte  das  Bundesamt  für 
Migration  (BFM) die Einreise des Beschwerdeführers  in die Schweiz.  In 
der Folge  reiste der Beschwerdeführer am 22. Juli  2009  in die Schweiz 
ein.

B.c  Das  BFM  befragte  den  Beschwerdeführer  am  27.  Juli  2009 
summarisch  und  am  14.  September  2009  eingehend  zu  seinen 
Asylgründen.

B.d Am 13. August 2009 wurde der Beschwerdeführer für die Dauer des 
Asylverfahrens dem Kanton Zürich zugewiesen.

C. 
C.a Die  Beschwerdeführerin  (Ehefrau)  wandte  sich  mit  Schreiben  vom 
27. Juli 2009 an die schweizerische Botschaft  in Sri Lanka und ersuchte 
für sich und das Kind E._______ um Asyl in der Schweiz. 

C.b  Mit  Verfügung  vom  25.  November  2009  bewilligte  das  BFM  die 
Einreise  der  Beschwerdeführerin  und  ihres  Kindes  in  die  Schweiz.  Am 
13. Januar  2010  reisten  die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Kind  in  die 
Schweiz ein.

C.c  Das  BFM  befragte  die  Beschwerdeführerin  am  19.  Januar  2010 
summarisch und am 17. Mai 2010 eingehend zu ihren Asylgründen.

C.d Am 9. Februar 2010 wurden die Beschwerdeführerin und ihr Kind für 
die Dauer des Asylverfahrens ebenfalls dem Kanton Zürich zugewiesen.

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D. 
D.a  Im Rahmen der Eingaben an die Botschaft  und der  durchgeführten 
Befragungen  machte  der  Beschwerdeführer  zu  den  Gründen  seines 
Asylgesuchs  im Wesentlichen die  folgenden Angaben:  Im Jahr 1990 sei 
er durch die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) entführt und in ein 
Lager  gebracht worden, wo man  ihn  zum Beitritt  zur Organisation habe 
zwingen  wollen.  Er  habe  sich  zunächst  geweigert  und  sei  deshalb  zur 
Strafe während zweier Jahre zu Putzarbeiten eingesetzt worden. Danach 
habe er sich  im Jahr 1992 zur Mitgliedschaft bereit erklärt. Nach einiger 
Zeit sei er selbst zum Ausbildner ernannt worden, und er habe Rekruten 
im Gebrauch von Waffen und als Konditionstrainer unterrichtet.  Im Jahr 
1998  habe  er  die  LTTE  verlassen  wollen,  sei  deswegen  zunächst  zu 
einem  halben  Jahr  Strafarbeit  verurteilt  worden,  danach  aber  aus  dem 
militärischen Dienst  entlassen worden.  Anschliessend  habe  er  bis  2001 
im  Vanni­Gebiet  bei  einer  Autobus­Gesellschaft  der  LTTE  im 
Reinigungsdienst gearbeitet. Er sei dann nach Colombo gezogen, wo er 
als Verkäufer gearbeitet habe. Nach der Eheschliessung mit seiner Frau 
seien sie  im Jahr 2003 zusammen nach H._______ gezogen, wo er als 
Fahrer  einer  Autorikscha  ("Tuk­Tuk")  und  eines  Minibuses  gearbeitet 
habe.  Dabei  sei  er  Vorsitzender  der  durch  die  LTTE  kontrollierten 
Vereinigung  der  Autorikscha­Fahrer  in  H._______  geworden.  In  dieser 
Funktion sei er unter anderem einmal während eines Zeitraums von drei 
Monaten  dafür  zuständig  gewesen,  für  die  LTTE  von  den  Autorikscha­
Fahrern  eine  entsprechende  Steuer  einzutreiben.  Wegen  seiner 
Eigenschaft als Vorsitzender der Autorikscha­Vereinigung habe er mit der 
„Eelam  People's  Democratic  Party“  (EPDP)  Schwierigkeiten  erhalten. 
Angehörige  jener Organisation  hätten  ihn  angeschossen  und  ihm  seine 
Autorikscha entwendet.  In der Folge sei er mit  seiner Frau wieder nach 
Colombo  gezogen.  Dort  sei  er  indessen  mehrfach  von  Unbekannten 
bedroht worden. Schliesslich sei er am 5. Januar 2009 durch das Criminal 
Investigation  Department  (CID)  der  sri­lankischen  Polizei  verhaftet  und 
bis zum 3. April  2009  festgehalten worden, wobei man  ihn während der 
Verhöre gefoltert habe. Das CID habe ihn aufgrund seiner Vergangenheit 
als LTTE­Ausbildner als  Informanten gewinnen wollen, er habe sich der 
Kooperation  aber  widersetzt.  Nach  seiner  Freilassung  sei  er  weiterhin 
bedroht  worden,  und  am  9. Juni  2009  habe  ihn  die  Polizei  erneut 
verhaftet. Das CID habe  ihn unter Schlägen  verhört  und  ihn dann nach 
Vavuniya in ein Flüchtlingslager gebracht. Man habe ihn durch das Lager 
gehen  lassen  und  von  ihm  verlangt,  dass  er  Mitglieder  der  LTTE 
identifiziere. Obwohl  er  zwischen  150  und  200 Personen  erkannt  habe, 
darunter verschiedene hochgestellte Angehörige der LTTE, habe er aber 

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niemanden  verraten.  Danach  sei  er  wieder  nach  Colombo  gebracht 
worden, wo er am 12. Juni 2009 wieder  freigelassen worden sei.  In der 
Folge sei er bis zu seiner Ausreise in die Schweiz noch mehrere Male zu 
einer  Polizeistation  in  Colombo  gebracht  worden,  wo  man  ihn  über 
Angehörige der LTTE ausgefragt habe.  Im Rahmen seiner Eingaben an 
die Botschaft  und seiner Befragungen  reichte der Beschwerdeführer als 
Beweismittel  verschiedene  Dokumente  zu  den  Akten,  so 
Gerichtsurkunden und Bestätigungen in Bezug auf seine Verhaftungen.

D.b Die  Beschwerdeführerin machte  im Rahmen  ihrer  Eingaben  an  die 
Botschaft  und  ihrer  Befragungen  im  Wesentlichen  geltend,  nach  der 
Ausreise  ihres  Ehemannes  sei  sie  mehrfach  durch  Beamte  des  CID 
aufgesucht, nach ihrem Ehemann befragt und bedroht worden. Man habe 
ihr ein Ultimatum gestellt, innert dessen sich ihr Ehemann melden müsse. 
Weiter  sei  ihr  angedroht  worden,  man  werde  sie  zur  Identifikation  von 
Angehörigen der LTTE einsetzen. Einmal wöchentlich habe sie  sich bei 
einer Polizeistation melden müssen.

E. 
Mit  Verfügung  vom  28.  Juni  2010  wies  das  BFM  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden  ab.  Indessen  anerkannte  das  Bundesamt  den 
Beschwerdeführer  gestützt  auf  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998  (AsylG, SR 142.31) beziehungsweise die Beschwerdeführerin und 
das  gemeinsame Kind  E._______  gestützt  auf  Art. 51  Abs. 1  AsylG  als 
Flüchtlinge und ordnete ihre vorläufige Aufnahme in der Schweiz an. Die 
Ablehnung  des  Asylgesuchs  des  Beschwerdeführers  bei  gleichzeitiger 
Anerkennung  als  Flüchtling  begründete  das  Bundesamt  gestützt  auf 
Art. 53 AsylG damit, dieser sei asylunwürdig. 

F. 
Mit  Eingaben  vom  30.  Juni  und  vom  2. Juli  2010  ersuchten  die 
Beschwerdeführenden  das  BFM  um  Einsicht  in  die  Verfahrensakten. 
Diese wurde ihnen durch das Bundesamt mit Schreiben vom 6.  und vom 
12. Juli 2010 gewährt.

G. 
Mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom  19. Juli 2010  fochten  die 
Beschwerdeführenden  die  Verfügung  des  BFM  beim 
Bundesverwaltungsgericht an. Dabei beantragten sie die Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung und die Gewährung des Asyls. In prozessualer 
Hinsicht  ersuchten  die  Beschwerdeführenden  um  die  Gewährung  der 

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unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Auf  die  Begründung  der 
Beschwerde  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

H. 
Mit Zwischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters vom 27. Juli 
2010  wurde  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen.

I. 
Mit Vernehmlassung vom 2. August 2010 hielt das BFM vollumfänglich an 
seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

J. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  4.  August  2010  wurde  den 
Beschwerdeführenden  in Bezug auf die Vernehmlassung der Vorinstanz 
das Replikrecht erteilt. 

K. 
Mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom  18.  August  2010  nahmen  die 
Beschwerdeführenden  zur  Vernehmlassung  des  BFM  Stellung.  Auf  die 
betreffenden Ausführungen wird, soweit  für den Entscheid wesentlich,  in 
den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das BFM erlassen worden 
sind,  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich  (mit 
Ausnahme  von  Verfahren  betreffend  Personen,  gegen  die  ein 
Auslieferungsersuchen  des  Staates  vorliegt,  vor  welchem  sie  Schutz 
suchen)  endgültig  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art.  83 Bst.  d 

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Ziff.  1  des  Bundesgerichts­gesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

1.2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verlet­zung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und 
Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Die Beschwerdeführenden sind legitimiert; auf ihre frist­ und formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 
Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

3. 
Nachdem  das  BFM  mit  der  angefochtenen  Verfügung  die 
Beschwerdeführenden  gestützt  auf  Art.  3  AsylG  beziehungsweise  auf 
Art. 51  Abs. 1  AsylG  als  Flüchtlinge  anerkannte  und  deren  vorläufige 
Aufnahme in der Schweiz anordnete, ist nachfolgend einzig zu beurteilen, 
ob das BFM zu Recht zum Schluss gelangt ist, der Beschwerdeführer sei 
im  Sinne  von  Art. 53  AsylG  asylunwürdig,  weshalb  dessen  Asylgesuch 
abzulehnen sei.

4. 
Bezüglich der relevanten Rechtsfragen wurden  im Laufe des Verfahrens 
seitens der Parteien die folgenden Argumente vorgebracht.

4.1.  Das  BFM  begründete  in  der  angefochtenen  Verfügung  seine 
Einschätzung, der Beschwerdeführer  sei asylunwürdig,  im Wesentlichen 
folgendermassen:  Die  LTTE  hätten  seit  ihrer  Gründung  bis  zu  ihrer 
Zerschlagung  im  Mai  2009  in  systematischer  Weise 
Menschenrechtsverletzungen  begangen.  So  seien  bei  Terroranschlägen 
der  Organisation  Tausende  von  Zivilpersonen  getötet  oder  verletzt 
worden.  Im  Zug  einer  ethnischen  Säuberung  hätten  die  LTTE  im  Jahr 
1990 fast 100'000 Muslime aus der Nordprovinz vertrieben. Im April 2008 
seien  bei  einem  Bombenanschlag  auf  einen  Reisebus  mindestens  26 
Zivilpersonen getötet worden. In der letzten Kriegsphase des Jahres 2009 
hätten  die  LTTE  zahlreiche  Zivilpersonen  am  Verlassen  des 
Kampfgebiets  gehindert  und  teilweise  als  menschliche  Schutzschilder 
missbraucht. Die Organisation habe ausserdem unter anderem den Tod 
zahlreicher  Politiker  zu  verantworten,  so  etwa  dreier  Bürgermeister  von 

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Jaffna, zahlreicher sri­lankischer Minister, des ehemaligen sri­lankischen 
Präsidenten  Ranasinghe  Premadasa  und  des  ehemaligen  indischen 
Premierministers  Rajiv  Gandhi.  Der  Beschwerdeführer  habe  während 
rund  sieben  Jahren  als  aktives  Mitglied  den  LTTE  angehört.  Wegen 
seines grossen Engagements zugunsten dieser Organisation sei er zum 
Ausbildner  ernannt  worden  und  habe  gemäss  eigenen  Aussagen  über 
1000  Kämpfer  in  der  Handhabung  von  Waffen  und  im  taktischen 
Kampfverhalten ausgebildet. Zudem sei er bei der Bergung von verletzten 
Kämpfern  im  Einsatz  gestanden  und  habe  mindestens  einmal  aktiv  an 
Kampfhandlungen  teilgenommen.  Selbst  unter  der  Annahme,  dass  der 
Beschwerdeführer  persönlich  nie  jemanden  getötet  oder  verletzt  habe, 
trage er die Mitverantwortung für die zahlreichen von den LTTE verübten 
Unrechtstaten. Durch  seine  tatkräftige Mithilfe  bei  der Ausbildung neuer 
Kämpfer  habe  er  nämlich  aktiv  dazu  beigetragen,  dass  die  LTTE 
überhaupt in der Lage gewesen seien, militante Aktionen zu verüben, die 
Tausende  von  Opfern  gefordert  hätten.  Zwar  habe  sich  der 
Beschwerdeführer  der  Organisation  nicht  freiwillig  angeschlossen. 
Indessen  sei  er  aufgrund  seines  grossen  Engagements  zugunsten  der 
Bewegung ausgewählt worden,  junge Kämpfer  auszubilden, was darauf 
schliessen  lasse,  dass  er  während  einiger  Jahre  ein  überzeugtes 
Kadermitglied  der  LTTE  gewesen  sei.  Damit  habe  er  sich  gemäss 
ständiger  Praxis  der  schweizerischen  Asylbehörden  des  Begehens 
verwerflicher Handlungen im Sinne des Art. 53 AsylG schuldig gemacht. 

4.2. Diesen Argumenten wurde in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen 
entgegengehalten, das BFM zähle eine Vielzahl von Taten auf, für welche 
sich die LTTE zu verantworten hätten, und mache den Beschwerdeführer 
mitverantwortlich  für  den  Tod,  das  Verletzen  und  Vertreiben  von 
Tausenden von Menschen. Dabei sehe das Bundesamt einen konkreten 
Zusammenhang  zwischen  den  genannten  Ereignissen  und  der 
Ausbildungsfunktion  des  Beschwerdeführers  bei  den  LTTE.  Indessen 
spreche  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  die  Asylwürdigkeit  ab,  ohne 
sich ernsthaft mit der Frage auseinanderzusetzen, ob seine Handlungen 
für die vielen angeführten Ereignisse kausal gewesen seien. Dies werde 
schon  aus  dem  Umstand  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  unter 
anderem  für  einen  Vorfall  vom  April  2008  mitverantwortlich  gemacht 
werde,  obwohl  er  die  LTTE  bereits  im  Jahr  1998  verlassen  habe.  Dies 
deute darauf hin, dass das BFM den Beschwerdeführer aufgrund seiner 
Mitgliedschaft bei den LTTE als asylunwürdig erachte, und nicht, weil ihm 
konkrete verwerfliche Handlungen zur Last gelegt werden könnten. Damit 
setze  sich  das  Bundesamt  in  Widerspruch  zur  Praxis  des 

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Bundesverwaltungsgerichts,  das  beispielsweise  im  Urteil  D­3417/2009 
vom  24. Juni  2010  ­  im  Falle  eines  türkischen Mitglieds  der  kurdischen 
Rebellenorganisation  PKK  ­  festgehalten  habe,  dass  eine  verwerfliche 
Handlung im Sinne von Art. 53 AsylG in einem Zusammenhang mit einer 
konkreten  Tat  oder  mit  einer  bestimmten  Operation  der  gewaltsamen 
Zweckverfolgung  der  betreffenden  Organisation  stehen  müsse.  Des 
Weiteren  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  das  BFM  habe  in  der 
angefochtenen  Verfügung  behauptet,  es  habe  bei  der  Beurteilung  der 
Frage der Asylunwürdigkeit auch den Grundsatz der Verhältnismässigkeit 
beachtet. Eine derartige Prüfung sei aber nicht erfolgt, da unter anderem 
nicht  berücksichtigt  worden  sei,  wie  lange  die  fraglichen  Handlungen 
bereits  zurücklägen.  Auch  seien  das  Alter  zur  Tatzeit  und  die  seither 
erfolgten  Veränderungen  der  Lebensumstände  unberücksichtigt 
geblieben. 

4.3. Im Rahmen der Vernehmlassung stellte sich das BFM hauptsächlich 
auf  den Standpunkt,  das  erwähnte Urteil  in Bezug  auf  einen  türkischen 
Angehörigen  der  PKK  lasse  sich  mit  dem  Fall  des  Beschwerdeführers 
nicht  vergleichen.  Es  sei  offensichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  mit 
seiner  mehrjährigen  Ausbildungstätigkeit  zugunsten  der  LTTE  ganz 
konkret  dazu  beigetragen  habe,  dass  Kämpfer  der  Organisation  dazu 
befähigt  worden  seien,  Gewalthandlungen  verschiedenster  Art 
auszuführen.  Es  könne  nicht  Sinn  und  Zweck  von  Art.  53  AsylG  sein, 
dass  demjenigen  Asyl  gewährt  werde,  der  unzähligen  Personen 
beigebracht habe, wie Menschen getötet würden. 

4.4. Mit der Replik führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, es 
gehe nicht darum, seinen Fall mit den Umständen des erwähnten Urteils 
D­3417/2009  vom  24. Juni  2010  zu  vergleichen,  sondern  darum,  die 
zugrundeliegenden Kriterien anzuwenden. Das BFM unterlasse es, dem 
Beschwerdeführer  einen  individuellen  Tatbeitrag  nachzuweisen.  Zudem 
gelte  es, wie  bereits  geltend  gemacht worden  sei,  auch  den Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit zu beachten. Dabei sei zu berücksichtigen, dass 
die  dem  Beschwerdeführer  zur  Last  gelegten  Handlungen  bereits  über 
ein  Jahrzehnt  zurückliegen  würden  und  zur  Zeit  des  Bürgerkriegs 
stattgefunden hätten. Dessen persönlichen Lebensumstände hätten sich 
seither  auch  gänzlich  verändert.  Schliesslich mute  es  seltsam  an,  dass 
nach  Ansicht  des  Bundesamts  bereits  das  Ausbilden  eines  LTTE­
Kämpfers  eine  verwerfliche  und  somit  im  Sinne  des  Strafgesetzes 
strafbare Handlung darstellen solle. 

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5. 
Anlässlich  seiner  Befragungen  durch  die  schweizerische  Botschaft  in 
Colombo und durch das BFM machte der Beschwerdeführer hinsichtlich 
seiner Verbindungen zu den LTTE die folgenden Angaben.

5.1.  Nach  seiner  Entführung  durch  die  LTTE  im  Jahr  1990,  seiner 
anfänglichen  Weigerung,  für  die  Organisation  zu  arbeiten,  und  seinem 
schliesslich  im  Jahr  1992  doch  erfolgten  Beitritt  habe  er  eine 
Grundausbildung von drei Monaten und ein Training für Fortgeschrittene 
von  weiteren  drei  Monaten  durchlaufen.  Weil  er  bei  der  Ausbildung 
grossen  Einsatz  gezeigt  habe  und  in  Trainingswettbewerben  sehr  gut 
abgeschnitten  habe,  sei  er  mit  zwei  Dutzend  anderen  Personen  als 
Ausbildner  ausgewählt worden. Zu diesem Zweck  sei  er während eines 
weiteren Monats trainiert worden. Danach sei er als einer von insgesamt 
120  Ausbildnern,  die  auf  fünf  Trainingslager  im  Vanni­Gebiet  verteilt 
gewesen seien, eingesetzt worden. 

5.2.  Zu  seinen  Aufgaben  als  Ausbildner  sagte  der  Beschwerdeführer 
Folgendes  aus:  Er  habe  die  Rekruten  im  Gebrauch  und  Unterhalt 
verschiedener Waffen  (Gewehre,  Handgranaten)  unterrichtet  und  ihnen 
Konditionstraining  erteilt.  Dabei  sei  er  für  insgesamt  drei 
Ausbildungsdurchgänge  ("Batches")  mit  jeweils  170  bis  200  Rekruten 
verantwortlich gewesen (Angabe bei der Befragung durch die Botschaft) 
beziehungsweise  habe  insgesamt  rund  1000  (Angabe  bei  der 
summarischen  Erstbefragung  durch  das  BFM)  beziehungsweise  2000 
(Angabe  bei  der  eingehenden  Befragung  durch  das  BFM)  Personen 
ausgebildet. Ein Ausbildungsgang habe jeweils drei Monate gedauert.  In 
den  Trainingslagern,  in  welchen  er  als  Ausbildner  tätig  gewesen  sei, 
hätten  die  Rekruten  lediglich  eine  Grundausbildung  erhalten.  An 
speziellerem Kampftraining und am Training  für besondere Einsätze  sei 
er  nicht  beteiligt  gewesen;  dafür  seien  andere  Personen  zuständig 
gewesen. Obwohl im Zeitraum seines Engagements bei den LTTE grosse 
Kämpfe  stattgefunden  hätten,  sei  er  selbst  nur  einmal  in  einem 
Kampfeinsatz  gewesen,  da  man  die  Ausbildner  nur  in  Notfällen  an  die 
Front  in den Kampf geschickt habe. Deshalb habe er  lediglich Verletzte 
von  der  Front  ins  Spital  gefahren.  Im Verlauf  seiner  Zeit  bei  den  LTTE 
habe er  nie  jemanden  verletzt  oder  getötet. Auch habe er,  da  er  selbst 
gelitten habe, niemals jemanden persönlich bestraft. Als Ausbildner habe 
er keinen besonderen militärischen Grad bekleidet, da er zu wenig lange 
Dienst  geleistet  habe.  Als  Gründe  für  sein  Ausscheiden  aus  der 
Organisation  im  Jahr  1998  gab  der  Beschwerdeführer  an,  er  habe  mit 

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einem Vorgesetzten Streit  gehabt,  sei  der Sache  überdrüssig  gewesen, 
und zudem habe ihn seine Mutter darum gebeten, aufzuhören. Weil man 
nach  sieben  Jahren  im Dienst  der Organisation  habe entlassen werden 
können, habe er folglich ein entsprechendes Gesuch gestellt. Zwar habe 
man  ihn  in  der  Folge  zu  einem  halben  Jahr  Strafarbeit  verurteilt; 
schliesslich sei er aber entlassen worden.

5.3. Nach seinem Ausscheiden aus den LTTE habe er bis 2001 im Vanni­
Gebiet  bei  der  Autobus­Gesellschaft  der  Organisation  als 
Reinigungsangestellter gearbeitet. Nach seinem Umzug nach H._______ 
sei  er  Vorsitzender  der  dortigen  Vereinigung  der  Autorikscha­Fahrer 
geworden. Diese Vereinigung sei durch die LTTE kontrolliert worden.  In 
seiner  Funktion  als  Vorsitzender  habe  er  hie  und  da  an  Meetings  im 
Vanni teilnehmen müssen. Bei dieser Gelegenheit habe er in den Jahren 
2004 und 2005 manchmal Führungsleute der LTTE getroffen. Zudem sei 
er  einmal  während  eines  Zeitraums  von  drei  Monaten  dafür  zuständig 
gewesen, für die LTTE von den Autorikscha­Fahrern eine entsprechende 
Steuer  ­  in  der  Höhe  von  monatlich  15  Rupien  ­  einzutreiben.  Die 
Verantwortung für das Eintreiben der Abgabe sei alle drei Monate durch 
eine  andere  Person  ausgeübt  worden.  Die  LTTE  hätten  ihn  und  die 
anderen  Autorikscha­Fahrer  dazu  aufgefordert,  anlässlich  des Märtyrer­
Gedenktags (begangen jeweils am 27. November) Flaggen anzubringen. 
Dies habe unter anderem zu seinen Problemen mit der EPDP (einer mit 
den LTTE rivalisierenden Partei) geführt. 

5.4.  Im  Rahmen  seiner  Eingaben  an  die  schweizerische  Botschaft  in 
Colombo  reichte  der  Beschwerdeführer  als  Beweismittel  unter  anderem 
die Kopie eines Artikels aus der sri­lankischen Zeitung  "I._______" vom 
[...] 2009 ein. Daraus geht gemäss englischer Übersetzung hervor, dass 
der  Beschwerdeführer  als  "Tiger  leader"  bezeichnet  wurde,  welcher mit 
der Ausbildung von Rekruten im Guerilla­Kampf beauftragt gewesen sei. 
Der  Genannte  sei  durch  eine  Spezialeinheit  der  Polizei  festgenommen 
worden. 

6. 
6.1. Die geltende Praxis in Bezug auf den vom BFM im vorliegenden Fall 
angerufenen  Asylausschlussgrund  der  „verwerflichen  Handlungen“  im 
Sinne von Art. 53 AsylG stellt sich  in den Grundzügen  folgendermassen 
dar:  Unter  den  Begriff  der  „verwerflichen  Handlungen“  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1993  Nr. 8  E. 6  S. 49 ff.,  1996  Nr. 18 

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E. 5 ff.,  2002  Nr. 9)  fallen  solche  Delikte,  die  dem  abstrakten 
Verbrechensbegriff  von  Art. 9  Abs. 1  des  Schweizerischen 
Strafgesetzbuchs  vom 21. Dezember  1937  (StGB, SR 311.0)  in  dessen 
bis  zum  31. Dezember  2006  gültigen  Fassung  entsprechen.  Als 
Verbrechen definiert wird dort  jede mit Zuchthaus bedrohte Straftat. Das 
nach  der  am  1. Januar  2007  in  Kraft  getretenen  Teilrevision  heute 
geltende StGB definiert  in Art. 10 Abs. 2  jene Straftaten als Verbrechen, 
die  mit  mehr  als  drei  Jahren  Freiheitsstrafe  bedroht  sind.  Liegt  eine 
entsprechende  Delinquenz  vor,  ist  ausserdem  zu  prüfen,  ob  die 
Rechtsfolge  des  Asylausschlusses  auch  eine  verhältnismässige 
Massnahme  darstellt  (siehe  EMARK  1996  Nr. 40  S. 354 f.,  2002  Nr. 9 
S. 82  ff.).  In Betracht zu ziehen sind dabei unter anderem das Alter des 
Beschwerdeführers  im  Zeitpunkt  der  Tatbegehung,  allfällige 
Veränderungen  der  Lebensverhältnisse  nach  der  Tat,  die 
Wahrscheinlichkeit  der  erneuten  Begehung  von  Straftaten  sowie  die 
Frage,  wie  lange  die  Tat  bereits  zurückliegt,  wobei  die  strafrechtlichen 
Verjährungsbestimmungen zu berücksichtigen sind.

6.2.  Es  stellt  sich  somit  zunächst  die  Frage,  ob  und  inwiefern  dem 
Beschwerdeführer  verwerfliche  Handlungen  im  erwähnten  Sinn 
vorgeworfen  werden  können.  Das  BFM  sieht  diese  Voraussetzung  im 
Wesentlichen  dadurch  erfüllt,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  der 
Ausbildung von über 1000 Rekruten der LTTE betraut gewesen sei, bei 
der  Bergung  von  verletzten  Kämpfern  im  Einsatz  gestanden  sei, 
mindestens  einmal  aktiv  an  Kampfhandlungen  teilgenommen  habe  und 
insofern während einiger Jahre ein überzeugtes Kadermitglied der LTTE 
gewesen  sei.  Mit  seinem  Handeln  habe  er  dazu  beigetragen,  dass  die 
LTTE  zur  Ausübung  militanter  Aktionen  fähig  gewesen  seien,  die 
Tausende  von  Opfern  gefordert  hätten.  Er  habe  somit  eine 
Mitverantwortung  für  die  zahlreichen  von  den  LTTE  verübten 
Unrechtstaten  zu  tragen.  Es  entspreche  der  ständigen  Praxis  der 
schweizerischen  Asylbehörden,  dass  sich  der  Beschwerdeführer 
angesichts  dieser Vorwürfe  des Begehens  verwerflicher Handlungen  im 
Sinne des Art. 53 AsylG schuldig gemacht habe.

6.3.  Es  ist  nicht  ersichtlich,  wie  das  BFM  zur  soeben  erwähnten 
Behauptung  bezüglich  der  schweizerischen  asylrechtlichen  Praxis 
gelangt. Über die zuvor genannten Grundsätze (E. 6.1) hinaus ist für den 
vorliegenden  Fall  von  Bedeutung,  wie  die  Rechtsprechung  die 
Mitgliedschaft bei extremistischen Organisationen beurteilt hat. 

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6.3.1.  Aus  der  entsprechenden  Praxis  ergibt  sich  zunächst,  dass  die 
alleinige  Tatsache  einer  Mitgliedschaft  bei  einer  als  extremistisch 
aufzufassenden Organisation nicht zur Folgerung der Asylunwürdigkeit zu 
führen vermag (EMARK 1998 Nr. 12 E. 5, 2002 Nr. 9 E. 7c). Vielmehr ist 
zum einen zu prüfen, welchen eigenen Tatbeitrag die betreffende Person 
selbst  geleistet  hat.  Zum  anderen  ist  nach  dem  spezifischen  Charakter 
der Organisation zu fragen. 

6.3.2.  Am  Beispiel  der  türkisch­kurdischen  PKK  (Partiya  Karkerên 
Kurdistan;  Arbeiterpartei  Kurdistans)  verdeutlichte  die  ehemalige 
Schweizerische Asylrekurskommission (ARK), dass bezüglich der beiden 
soeben  genannten  Kriterien  eine  differenzierte  Betrachtungsweise 
erforderlich  ist  (zum Folgenden EMARK 2002 Nr. 9 E. 7c.). Dabei  führte 
sie  aus,  dass  der  PKK  weder  die  blosse  Charakterisierung  als 
terroristische  Organisation  (wodurch  bereits  die  blosse  Mitgliedschaft 
einer  verwerflichen  Handlung  im  Sinne  des  Art. 53  AsylG  gleichkäme) 
noch  eine  solche  als  reine  Bürgerkriegspartei  (deren  Kombattante 
bezüglich  ihrer  Handlungen  nicht  nach  den  Regeln  des  Strafrechts, 
sondern  nach  denjenigen  des  völkerrechtlichen  Kriegsrechts  zu 
beurteilen wären; vgl. auch EMARK 2006 Nr. 29, E. 7.5) gerecht werde. 
Zweifellos  sei  die  PKK  für  eine  Vielzahl  von  terroristischen  Aktionen 
inner­ und ausserhalb der Türkei verantwortlich. Ebenso stehe aber auch 
fest, dass deren politische Motivation und Kriegsführung derjenigen einer 
(Bürger­)  Kriegspartei  entsprächen. Während  des  jahrelangen  Kampfes 
der PKK habe sich je nach Zeit, Ort, Angriffsziel, Methode, den beteiligten 
Personen  etc.  der  politische,  kriegerische  oder  terroristische  Aspekt  in 
den Vordergrund geschoben. Die pauschale Qualifizierung aller Taten der 
PKK  als  Kriegshandlungen  mit  der  Konsequenz,  dass  diese  den 
Kombattanten  nicht  als  Asylausschlussgrund  entgegengehalten  werden 
könnten,  erscheine  angesichts  der  unterschiedlichen  Phasen  des 
Kampfes  und  der  dabei  verwendeten  Vielfalt  der  Mittel  nicht  als 
sachgerecht.  Aber  auch  ein  Asylausschluss  allein  aufgrund  der 
Mitgliedschaft bei der PKK ­ indem die PKK als kriminelle Organisation im 
Sinne von Art. 260ter StGB betrachtet würde, womit jedes ihrer Mitglieder 
allein durch seine Zugehörigkeit strafbar wäre ­ rechtfertige sich nicht. Es 
bleibe der  individuelle Tatbeitrag  zu ermitteln,  zu welchem nicht  nur die 
Schwere  der  Tat  und  der  persönliche  Anteil  am  Tatentscheid,  sondern 
ebenso  das  Motiv  des  Täters  und  allfällige  Rechtfertigungs­  oder 
Schuldminderungsgründe zu zählen seien. Zu erwähnen  ist  im Übrigen, 
dass das Bundesamt selbst die Praxis verfolgte,  im Zusammenhang mit 
Kampfeinsätzen militärischen  Charakters  im  Rahmen  des  afghanischen 

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Bürgerkrieges  bei  Asylgesuchen  afghanischer  Freiheitskämpfer  keine 
Asylunwürdigkeit  anzunehmen  (vgl.  dazu  EMARK  1999  Nr. 12  E. 6b, 
m.w.N.).

6.3.3.  Der  Beschwerdeführer  nimmt  mit  dem  in  der  Beschwerdeschrift 
angeführten  Urteil  D­3417/2009  vom  24. Juni  2010  ­  welches  sich  in 
wesentlichen Punkten auf EMARK 2002 Nr. 9 stützt ­ ausdrücklich auf die 
soeben erwähnte Praxis  in Bezug auf die PKK Bezug. Das BFM hat  im 
Rahmen seiner Vernehmlassung den Standpunkt vertreten, das genannte 
Urteil  sei nicht mit dem Fall des Beschwerdeführers vergleichbar. Es  ist 
festzuhalten, dass es  in der Tat nicht darum gehen kann, die konkreten 
Umstände  eines  Entscheids,  in  welchem  die  Mitgliedschaft  bei  der 
türkisch­kurdischen  Organisation  PKK  zu  beurteilen  war,  mit  dem 
vorliegenden Sachverhalt  zu  vergleichen. Gleichwohl  ist  aber  auf  die  in 
der  erwähnten  Praxis  entwickelten  Kriterien  zurückzugreifen,  welche 
insbesondere  die  Bedeutung  eines  eigenständigen  individuellen 
Tatbeitrags der betreffenden Person hervorheben. Weiter erscheint eine 
Vergleichbarkeit  zwischen  den  Organisationen  der  PKK  und  den  LTTE 
jedenfalls  insofern  gegeben,  als  gestützt  auf  die  in  EMARK  2002  Nr. 9 
E. 7c angeführten Argumente auch die LTTE angesichts ihrer Zielsetzung 
politischer  Selbstbestimmung  der  Tamilen  in  Sri  Lanka  nicht 
ausschliesslich als  terroristisch­kriminelle Organisation aufzufassen sind, 
gleichzeitig  aber  aufgrund  der Wahl  ihrer  Mittel,  welche  zu  erheblichen 
Menschenrechtsverletzungen  geführt  haben,  ebenso  nicht  nach  den 
alleinigen  Kriterien  einer  Bürgerkriegspartei  behandelt  werden  können. 
Mit anderen Worten erscheint es auch  in Bezug auf die LTTE einerseits 
nicht  als  sachgerecht,  deren  Taten  generell  als  Kriegshandlungen  zu 
qualifizieren mit der Konsequenz, dass diese den daran Beteiligten nicht 
als  Asylausschlussgrund  entgegengehalten  werden  könnten. 
Andererseits  ist  auch  ein  Asylausschluss  einzig  aufgrund  der 
Mitgliedschaft bei den LTTE nicht als gerechtfertigt zu erachten.

6.3.4. Aus der Anbindung des Asylausschlussgrundes der „verwerflichen 
Handlungen“  im Sinne von Art. 53 AsylG an den Verbrechensbegriff von 
Art. 9 Abs. 1 StGB ergibt sich zwingend, dass  in Bezug auf die  in Frage 
stehenden  Handlungen  der  betreffenden  Person  eine  strafrechtliche 
Verantwortlichkeit  gegeben  sein  muss.  Dies  setzt  bei  im  Ausland 
begangenen  Handlungen  zwar  keinen  strikten  Nachweis  voraus. 
Erforderlich  sind  im  konkreten  Fall  aber  jedenfalls  schwerwiegende 
Gründe  für  die  gerechtfertigte  Annahme,  dass  sich  die  betreffende 
Person  einer  Straftat  im  Sinn  der  genannten  Bestimmungen  schuldig 

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gemacht hat (vgl. Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes sowie zur 
Änderung  des  Bundesgesetzes  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der 
Ausländer vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 73). Angesichts dessen ist 
danach  zu  fragen,  welche  Straftaten  dem  Beschwerdeführer  im  Sinne 
einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit vorgeworfen werden können. Das 
BFM  hat  diesbezüglich  keine  klare  Aussage  getroffen,  sondern  dem 
Beschwerdeführer generell eine Mitverantwortung für verschiedenste den 
LTTE zugeschriebene Gewaltaktionen und Menschenrechtsverletzungen 
angelastet. Eine mögliche Verantwortlichkeit aufgrund einer unmittelbaren 
Täterschaft  ist  allerdings  einzig  durch  den  Hinweis  auf  eine  vom 
Beschwerdeführer  selbst  erwähnte  einmalige  aktive  Teilnahme  an 
Kampfhandlungen  ersichtlich.  Indessen  sind  den  Akten  keinerlei 
Informationen dazu zu entnehmen, wann, wo und in welchem Umfang der 
Beschwerdeführer einmal an Kampfhandlungen teilgenommen haben will. 
Das  Bundesamt  hat  es  anlässlich  der  betreffenden  Anhörung 
unterlassen, dem Beschwerdeführer  in diesem Zusammenhang konkrete 
Fragen zu stellen. Ansonsten stellt sich das BFM ausschliesslich auf den 
Standpunkt,  der  Beschwerdeführer  habe  ­  im  Sinne  einer  mittelbaren 
Täterschaft  ­  eine  Mitverantwortung  an  Aktionen  der  LTTE  aufgrund 
dessen  zu  tragen,  dass  er  Kämpfer  ausgebildet  habe  und  während 
einiger Jahre ein überzeugtes Kadermitglied der LTTE gewesen sei. 

6.3.5.  Aus  der  relevanten  asylrechtlichen  Rechtsprechungspraxis  ­ 
welche  insofern  auch  dem  Konzept  des  Strafrechts  entspricht  ­  geht 
hervor,  dass  ein  individueller  Tatbeitrag  zum  Ausschluss  von  der 
Asylgewährung  führt.  Nachdem  dem  Beschwerdeführer  durch  die 
Vorinstanz  keine  konkrete  Beteiligung  in  unmittelbarer  Täterschaft  an 
einer  Straftat  im  Sinne  des  Art. 53  AsylG  vorgeworfen  wird,  käme  eine 
mittelbare  Täterschaft  allenfalls  dann  in  Frage,  wenn  eine  direkte  oder 
indirekte Verantwortung des Genannten  für Handlungen Dritter aufgrund 
einer  entsprechenden  Befehlsgewalt  anzunehmen  wäre.  Jedoch  wird 
weder  durch  das BFM geltend  gemacht,  der Beschwerdeführer  habe  in 
Bezug  auf  jene  Aktionen  der  LTTE,  die  ihm  im  Sinne  einer 
Mitverantwortung  angelastet  werden,  eine  solche  Befehlsgewalt 
ausgeübt,  noch  bestehen  konkrete  Gründe  für  eine  entsprechende 
Annahme.  Nach  eigenen  Aussagen  war  der  Beschwerdeführer  ­ 
nachdem er  ursprünglich  zwangsweise  zur Mitgliedschaft  bei  den  LTTE 
gelangt war  ­  ausschliesslich bei  der Grundausbildung  von Rekruten  im 
Gebrauch  und  im  Unterhalt  von Waffen  (Gewehre,  Handgranaten)  und 
beim  Konditionstraining  beteiligt.  Nach  seinem  aus  eigenem  Antrieb 
erfolgten Ausscheiden aus dieser Tätigkeit im Jahr 1998 hatte er gemäss 

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seinen  Aussagen  mit  den  LTTE  nur  noch  indirekt,  zunächst  als 
Reinigungsangestellter  der  Verkehrsbetriebe  im  Vanni,  später  als 
Vorsitzender  der  Vereinigung  der  Autorikscha­Fahrer  in  H._______,  zu 
tun.  Es  liegen  keine  Erkenntnisse  vor,  welche  diese  Angaben  des 
Beschwerdeführers als unglaubhaft  erscheinen  liessen. Vielmehr  spricht 
auch das Verhalten der sri­lankischen Behörden  für die Annahme, dass 
der Beschwerdeführer lediglich während gewisser Zeit in untergeordneter 
Funktion  im  Rahmen  der  gewöhnlichen  Grundausbildung  von  Rekruten 
für  die  LTTE  tätig  war:  Der  Beschwerdeführer  wurde  zwischen  Januar 
und  Juni  2009  ­ mithin  in  der  entscheidenden Phase des  sri­lankischen 
Bürgerkriegs  ­  zweimal  durch  das  CID  verhaftet,  jedoch  wieder 
freigelassen,  obwohl  ­ wie  aus  einem Artikel  in  der  Zeitung  "I._______" 
vom  [...]  2009  hervorgeht  ­  seine  ehemalige  Rolle  als  Ausbildner  der 
LTTE  bekannt  war.  Nach  dem  Kriegsende  im  Mai  2009  wurden  rund 
12'000  Angehörige  der  LTTE  inhaftiert,  von  welchen  sich  mindestens 
3'000  zum  heutigen  Zeitpunkt  immer  noch  im  Gewahrsam  der  sri­
lankischen Sicherheitskräfte befinden (vgl.  INTERNATIONAL CRISIS GROUP, 
Reconciliation  in  Sri  Lanka:  Harder  than  Ever.  Asia  Report  No.°209, 
18. Juli  2011,  S. 17).  Wären  die  sri­lankischen  Behörden  davon 
ausgegangen,  dass  der  Beschwerdeführer  einer  Kommandoebene  der 
LTTE  angehörte  oder  nicht  bereits  seit  längerem  aus  der  Organisation 
ausgeschieden war, so wäre er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im 
Jahr 2009 nicht nach kurzer Zeit wieder freigelassen worden. 

6.3.6.  Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich  zusammenfassend,  dass  der 
Beschwerdeführer zwar während einiger Jahre, zwischen 1992 und 1998, 
als Ausbildner  von Rekruten  der  LTTE  tätig war.  Indessen  liegen  keine 
konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer selbst  in 
unmittelbarer  Täterschaft  Straftaten  im  Sinne  von  Art.  53  AsylG  i.V.m. 
Art. 9  Abs. 1  StGB  verübt  oder  eine  Befehlsgewalt  ausgeübt  hätte,  aus 
welcher ­ im strafrechtlichen Sinn ­ eine individuelle Verantwortlichkeit für 
allfällige  Taten  Dritter  ableitbar  wäre.  Der  Umstand  an  sich,  dass  der 
Beschwerdeführer bei der Ausbildung von Rekruten  in der Handhabung 
von Waffen beteiligt war, erscheint als Argument zu wenig stichhaltig, um 
eine  Mitverantwortung  im  strafrechtlichen  Sinn  für  Taten  Dritter 
abzuleiten.  Dem  Beschwerdeführer  kann  somit  nicht,  wie  durch  die 
geltende Praxis verlangt, mit der erforderlichen Gewissheit ein konkreter 
und  individueller  Tatbeitrag  zu  verwerflichen  Handlungen  im  Sinne  von 
Art. 53 AsylG vorgeworfen werden. 

6.4. 

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6.4.1.  Im  Übrigen  ist  festzuhalten,  dass  ­  wäre  von  verwerflichen 
Handlungen  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  53  AsylG 
auszugehen  ­  ausserdem  die  Verhältnismässigkeit  eines 
Asylausschlusses zu prüfen wäre. Es  ist  festzustellen, dass das BFM  in 
der  angefochtenen  Verfügung  zwar  die  Frage  der  Verhältnismässigkeit 
erwähnt  hat.  Dabei  hat  es  indessen  in  keiner  Weise  auf  die  Kriterien 
Bezug genommen, die gemäss geltender Rechtsprechungspraxis effektiv 
in  Erwägung  zu  ziehen  sind  (vgl.  zuvor,  E. 6.1),  und  eine  ernsthafte 
Prüfung der Frage ist somit unterblieben. 

6.4.2.  Mit  Blick  auf  die  betreffenden  Kriterien  ist  zunächst  darauf 
hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  ursprünglich  im  Alter  von  17 
Jahren  zwangsrekrutiert  worden  war  und  seine  aktive  Zugehörigkeit  zu 
den LTTE im Alter von 19 bis 25 Jahren erfolgte. Im Jahr 1998 beendete 
er  sein  aktives  Engagement  für  die  LTTE  aus  freiem Willen.  Soweit  er 
anschliessend  noch  als  Reinigungsangestellter  der  Verkehrsbetriebe  im 
Vanni  und  später  als  Vorsitzender  der  Vereinigung  der  Autorikscha­
Fahrer  in  H._______  mit  den  LTTE  zu  tun  hatte,  so  ist  dies  nicht  als 
Weiterführung  oder  Folge  seiner  Mitgliedschaft  zu  werten,  sondern  als 
Auswirkung  der  gesellschaftlichen  Einflussnahme  der  LTTE  im 
betreffenden  Gebiet,  die  für  einen  grossen  Teil  der  betroffenen 
Bevölkerung im alltäglichen Leben kaum vermeidbar war. Somit sind seit 
der aktiven Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei den LTTE nunmehr 
dreizehn Jahre vergangen. Abgesehen von dieser  langen Zeitspanne  ist 
weiteren  Umständen  Rechnung  zu  tragen,  so  der  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  der  Zwischenzeit  eine  Familie  gründete  und  sich 
heute  ­  soweit  aktenkundig  ­  in  Lebensverhältnissen  befindet,  die  mit 
seiner  Vergangenheit  als  Mitglied  der  LTTE  keinerlei  erkennbare 
Verbindung  mehr  aufweisen.  Darüber  hinaus  ist  die  Wahrscheinlichkeit 
eines erneuten Engagements ähnlicher Art bei den LTTE ­ sofern dieses 
als verwerfliche Handlung im Sinne von Art. 53 AsylG aufzufassen wäre ­ 
als sehr gering zu bezeichnen. Es wäre folglich gestützt auf die geltende 
Praxis  unter  Berücksichtigung  aller  gegebenen  Umstände  auch 
unverhältnismässig,  den  Beschwerdeführer  von  der  Gewährung  des 
Asyls auszuschliessen.

7. 
Aus  den  angestellten  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  der 
Beschwerdeführer nicht nur die Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 
3 AsylG erfüllt, sondern auch keine Asylausschlussgründe  im Sinne von 
Art.  53  AsylG  vorliegen.  Die  Beschwerde  ist  folglich  gutzuheissen,  und 

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die  angefochtene  Verfügung  ist  aufzuheben,  soweit  mit  ihr  die 
Asylunwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  festgestellt  und  dessen 
Asylgesuch  abgelehnt  wurde.  Das  BFM  wird  angewiesen,  dem 
Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. Gestützt auf Art. 51 
Abs.  1  AsylG  ist  ausserdem  auch  der  Beschwerdeführerin  und  dem 
gemeinsamen Kind E._______ in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

8. 
8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 
(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 

8.2.  Gemäss  Art.  64  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  37  VGG  kann  die 
Beschwer­deinstanz  der  ganz  oder  teilweise  obsiegenden  Partei  von 
Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Entschädigung  für  die  ihr 
erwachsenen  notwendi­gen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten 
zusprechen  (vgl.  für  die  Grund­sätze  der  Bemessung  der 
Parteientschädigung  ausserdem  Art. 7  ff.  des  Reglements  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundes­verwaltungsgericht  vom 
21. Februar 2008  [VGKE, SR 173.320.2]). Seitens des Rechtsvertreters 
wurde keine Kostennote eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen 
wird indessen verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden 
Verfahren  der  Aufwand  des  Schriftenwechsels  zuverlässig  abgeschätzt 
werden  kann.  Gestützt  auf  die  in  Betracht  zu  ziehenden 
Bemessungsfaktoren  (Art.  9­13  VGKE)  sind  den  Beschwerdeführenden 
Fr.  500.­­  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  als  Parteientschädigung 
zuzusprechen. Dieser Betrag ist ihnen durch das BFM zu entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

D­5243/2010

Seite 19

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  und  die  Verfügung  des  BFM  vom 
28. Juni  2010 wird  aufgehoben,  soweit mit  ihr  die Asylunwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers festgestellt und die Asylgesuche abgelehnt wurden.

2. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  Asyl  zu 
gewähren.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Den Beschwerdeführenden wird eine Parteientschädigung von Fr. 500.­­ 
zugesprochen, die ihnen durch das BFM zu entrichten ist.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

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