# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 318a21e8-3560-5dd3-ad24-6e90a599be8f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 23.11.2016 HG060245
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG060245_2016-11-23.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG060245-O U/dz 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, und Roland Schmid, 

Vizepräsident, die Handelsrichter Dr. Alexander Müller, Patrick Lerch 

und Dr. Daniel Hüssy sowie der Gerichtsschreiber Adrian Joss 

 

Urteil vom 23. November 2016 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  

3. C._____,  
4. D._____,  

Kläger 

 

1, 2, 3, 4 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____ 

 

gegen 

 

1. E._____ AG,  

Beklagte 1  

 
2. F._____ AG,  

Beklagte 2  

 

3. ... 

Beklagte 

 

- 2 - 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ 

2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

 

 

betreffend Forderung 
 

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Rechtsbegehren betreffend Beklagte 1  
(act. 1 S. 2, act. 19 S. 2): 

"1.  Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, dem Kläger 1 aus dem Unfall 
vom 24. (recte: 20.) November 1991 CHF 6'892'309.– unter dem 
Titel Schadenersatz und Genugtuung zu bezahlen, samt 5 % Zins 
ab 1. Juli 2006, dies unter Vorbehalt der Nachforderung eines 
Restschadens. 

2. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, CHF 50'000.– als Genugtuung 
für die Klägerin 2 zu bezahlen, samt 5 % Zins ab Unfalldatum. 

3.  Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, je CHF 15'000.– als Genugtu-
ung für die Kläger 3 und 4 zu bezahlen, samt 5% Zins ab Unfall-
datum. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagte 1." 

 
Rechtsbegehren betreffend Beklagte 2: 

(act. 33/2/2 S. 2): 

"1.  Die Beklagte 2 sei zu verpflichten, dem Kläger 1 aus dem Unfall 
vom 17. März 1994 CHF 500’000.– unter dem Titel Schadener-
satz und Genugtuung zu bezahlen, samt 5% Zins ab 23. Dezem-
ber 2006, unter ausdrücklichem Vorbehalt der Nachklage. 

2. Die Beklagte 2 sei zu verpflichten, CHF 20'000.– als Genugtuung 
für die Klägerin 2 zu bezahlen, samt 5% Zins ab Unfalldatum. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten 2." 

 
 

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Inhaltsverzeichnis 

I. Prozessverlauf ............................................................................................................ 5 
1. Getrennte Verfahren ............................................................................................. 5 
2. Vereinigtes Verfahren ........................................................................................... 6 

II. Einleitung und Sachverhalt .....................................................................................12 
1. Parteien .................................................................................................................12 
2. Sachverhalt ...........................................................................................................12 

III. Prozessuales ........................................................................................................13 
1. Anwendbares Prozessrecht ...............................................................................13 
2. Teilklage ................................................................................................................13 

IV. Materielles .............................................................................................................14 
A. Haftung (Schadenersatz und Genugtuung - Haftungsvoraussetzungen im 
Überblick) ......................................................................................................................14 
B. Genugtuungsforderungen Kläger/-innen 2 - 4 ....................................................15 

1. Parteidarstellungen .............................................................................................15 
2. Genugtuungsforderungen der Kläger 2 - 4......................................................17 

C. Gesundheitszustand des Klägers 1 .....................................................................19 
1. Parteidarstellungen .............................................................................................19 
2. Beweiswürdigung.................................................................................................27 
3. Fazit .......................................................................................................................36 

D. Kausalzusammenhang...........................................................................................37 
1. Einleitung ..............................................................................................................37 
2. Natürlicher Kausalzusammenhang ...................................................................37 
3. Adäquater Kausalzusammenhang....................................................................52 

E. Schaden....................................................................................................................54 
1. Solidarität ..............................................................................................................54 
2. Erwerbsschaden ..................................................................................................55 
3. Eigenleistungsausfallschaden ...........................................................................83 
4. Haushaltschaden .................................................................................................93 
5. Maltherapie/Heilbehandlungskosten ................................................................95 
6. Vorprozessuale Anwaltskosten .........................................................................97 

F. Genugtuung........................................................................................................... 101 
1. Parteidarstellungen .......................................................................................... 101 
2. Genugtuungsforderung des Klägers 1 .......................................................... 102 

G. Gesamtfazit........................................................................................................... 103 
1. Ansprüche gegenüber der Beklagten 1 ........................................................ 103 
2. Ansprüche gegenüber der Beklagten 2 ........................................................ 104 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen ................................................................... 105 
1. Streitwert ............................................................................................................ 105 
2. Gerichtskosten .................................................................................................. 105 
3. Prozessentschädigung .................................................................................... 107 

 

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Das Gericht zieht in Erwägung: 

I. Prozessverlauf 

1. Getrennte Verfahren 

1.1. Am 17. Juli 2006 liessen die Kläger 1 - 4 durch Einreichung von Wei-

sung und Klageschrift die Klage mit dem obgenannten Rechtsbegehren gegen die 

Beklagte 1 hierorts anhängig machen (act. 1 und act. 2). Die Beklagte 1 erstattete 

am 9. November 2006 die Klageantwort und verkündete gleichzeitig der 

"F._____" Versicherungs-Gesellschaft (heutige Beklagte 2) sowie der "G._____" 

Versicherungs-Gesellschaft bzw. G1._____ AG (vormalige Beklagte 3) gestützt 

auf § 46 ZPO/ZH den Streit (act. 9 S. 37). Mit Präsidialverfügung vom 14. No-

vember 2006 wurde die Streitverkündung vorgemerkt, mit dem Hinweis, dass die 

Streitberufenen berechtigt sind, dem Prozess als Nebenintervenientinnen der ei-

nen oder anderen Partei beizutreten (Prot. S. 5).  

1.2. Am 23. Dezember 2006 reichten die Kläger 1 und 2 am Bezirksgericht 

Zürich die Weisung und die Klageschrift gegen die Beklagte 2 ein (act. 33 /2/1 

und act. 33/2/2). Nach Durchführung des bezirksgerichtlichen Hauptverfahrens 

und einer ergebnislos verlaufenen Vergleichsverhandlung vom 7. März 2008 wur-

de dieses Verfahren bis 31. Mai 2008 sistiert, um aussergerichtliche Vergleichs-

gespräche zu führen und den Gang des Verfahrens zwischen den Klägern 1 - 4 

und der Beklagten 1 vor dem Handelsgericht des Kantons Zürich abzuwarten 

(act. 33/2/51). 

1.3. Am 28. März 2007 fand am Handelsgericht eine Referentenaudienz 

statt (Prot. S. 6 ff.), anlässlich welcher zwischen den Parteien (Kläger 1 - 4 und 

Beklagte 1) keine Einigung erzielt werden konnte (Prot. S. 6 ff.). Daraufhin er-

suchte der klägerische Rechtsvertreter mit Eingabe vom 7. Mai 2007 das hiesige 

Verfahren gegen die Beklagte 1 bis auf weiteres zu sistieren, mit der Begründung, 

dass am Bezirksgericht Zürich ein Verfahren gegen die Beklagte 2 laufe, in wel-

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chem der Beklagten 2 und der vormaligen Beklagten 3 der Streit verkündet wor-

den sei, und dass gleichzeitig ein Verfahren gegen die Beklagte 3 anhängig ge-

macht werde und eine Gesamtlösung nur in einem Prozess stattfinden könne, an 

dem alle Parteien teilnehmen würden (act. 14). Mit Beschluss vom 18. Juni 2007 

wies das Handelsgericht das Sistierungsbegehren ab und ordnete, unter Angabe 

von diversen Substantiierungshinweisen, die schriftliche Fortsetzung des Verfah-

rens an (act. 16). Nach Eingang der Replik vom 31. Oktober 2007 und der Duplik 

vom 15. Februar 2008 wurde das Hauptverfahren mit Verfügung vom 25. Februar 

2008 als geschlossen erklärt (Prot. S. 14). 

1.4. Am 9. Oktober 2007 gingen sodann die Weisung und die Klageschrift 

der Kläger 1 und 2 gegen die damalige Beklagte 3 beim Bezirksgericht Zürich ein 

(act. 35/2/1 und act. 35/2/2). Der darauffolgende Schriftenwechsel wurde mit Ein-

gang der Duplik vom 13. Mai 2008 abgeschlossen (act. 35/2/35). 

1.5. Mit Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 10. Februar 

2009 wurde sämtlichen Parteien in den beiden dort anhängig gemachten Verfah-

ren Gelegenheit gegeben, um zur Frage der Prozessüberweisung an das Han-

delsgericht des Kantons Zürich Stellung zu nehmen (act. 33/2/62 und 

act. 35/2/36). Nach Eingang der betreffenden Stellungnahmen (act. 33/2/67, 

act. 33/2/69 sowie act. 35/2/41 und act. 35/2/42) überwies das Bezirksgericht Zü-

rich, 3. Abteilung, die beiden erwähnten Verfahren mit Beschluss vom 23. März 

2009 an das Handelsgericht des Kantons Zürich, wo sie am 23. April 2009 eingin-

gen (vgl. act. 33/1 und act. 35/1). 

2.  Vereinigtes Verfahren  

2.1. Mit Beschluss vom 29. April 2009 wurden die beiden oben erwähnten, 

neu am Handelsgericht eingegangenen Verfahren mit dem bereits am hiesigen 

Gericht gegen die Beklagte 1 rechtshängigen Verfahren vereinigt (act. 30). In der 

Folge wurden alle beteiligten Parteien mit Vorladung vom 4. November 2009 zu 

einer Referentenaudienz und Vergleichsverhandlung vorgeladen, welche am 

15. März 2010 stattfand und zu keiner Einigung führte (Prot. S. 18 ff.).  

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2.2. Mit Schreiben vom 6. Juli 2010 teilte der klägerische Rechtsvertreter 

dem Gericht mit, dass die Klage in der Sache zwischen den Klägern 1 und 2 und 

der damaligen Beklagten 3 zurückgezogen werde, unter vereinbarungsgemässen 

Kosten- und Entschädigungsfolgen; zudem werde durch die Kläger 1 und 2 die 

Streitverkündung gegenüber der (damaligen) Beklagten 3 in den die Beklagten 1 

und 2 betreffenden Fällen widerrufen (act. 45). Demgemäss wurde das Verfahren 

in Bezug auf die Klage gegen die vormalige Beklagte 3 mit Präsidialverfügung 

vom 16. Juli 2010 als durch Klagerückzug erledigt abgeschrieben (act. 46). Nach-

dem aussergerichtliche Vergleichsbemühungen unter den verbliebenen Parteien 

scheiterten, wurde den Parteien mit Verfügung vom 12. Juni 2012 mitgeteilt, dass 

der Prozess nunmehr Handelsrichter Dr. H._____ als Referent zugeteilt ist (Prot. 

S. 22). Letzterer erklärte mit Schreiben vom 20. Juni 2012 (act. 49), den Parteien 

zugestellt mit Verfügung vom 25. Juni 2012 (Prot. S. 23), dass er befangen sei. 

Der Prozess wurde daher mit Verfügung vom 23. Juli 2012 Handelsrichter Dr. 

Alexander Müller als Referent zugeteilt (Prot. S. 24). Sodann erging am 14. Sep-

tember 2012 der Beweisauflagebeschluss (act. 53). Die Beklagten 1 und 2 reich-

ten ihre Beweisantretungsschriften am 26. November 2012 ein (act. 58 und 59). 

Die Beweisantretungsschrift der Kläger datiert vom 7. Dezember 2012, wobei die 

Eingabe den Poststempel 9. Dezember 2012 trägt (act. 61 und 63). Weil den Klä-

gern die Frist zur Einreichung derselben bis zum 7. Dezember 2012 lief (Prot. 

S. 30), wurde den Beklagten mit Verfügung vom 14. Dezember 2012 Frist ange-

setzt zur Erklärung, ob sie die rechtzeitige Postaufgabe der klägerischen Beweis-

antretungsschrift bestreiten (act. 64). Die Beklagte 1 erklärte mit Eingabe vom 

7. Januar 2013 (act. 66), dass sie die Rechtzeitigkeit nicht bestreite. Die Beklagte 

2 liess sich nicht vernehmen, weshalb androhungsgemäss davon auszugehen ist, 

dass auch sie die Rechtzeitigkeit nicht bestreitet (act. 64). Daraufhin erging am 

11. März 2013 der Beweisabnahmebeschluss (act. 67).  

2.3. Die Parteien leisteten die ihnen auferlegten Vorschüsse für die Beweis-

abnahmen innert Frist (act. 70, 71 und 76). Die I._____ AG reichte mit Eingabe 

vom 8. April 2013 die von ihr zu edierenden Kontenblätter des Garagenbetriebes 

des Klägers für das Jahr 1992 ein (act. 72 und 73). Die Beklagte 2 reichte am 

16. April 2013 eine Stellungnahme zum Beweisabnahmebeschluss samt der von 

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ihr zu edierenden technischen Unfallanalyse (act. 77 und 78) und am 8. Mai 2013 

eine Noveneingabe mit Ergänzung der Beweisantretungsschrift ein (act. 82). Die 

Kläger sahen sich veranlasst, zum Beweisabnahmebeschluss mit Eingaben vom 

25. April und 22. Mai 2013 Stellung zu nehmen (act. 79 und 84). Mit Beschluss 

vom 17. Juni 2013 wurde sodann der Beweisabnahmebeschluss vom 11. März 

2013 ergänzt (act. 86). Nachdem die Parteien gegen die Einsetzung der Zentralen 

Gutachtenstelle des Universitätsspitals Zürich zur Erstattung des zum Beweis ab-

genommenen interdisziplinären medizinischen Gutachtens keine Einwendungen 

erhoben haben, diese sich zur Übernahme der Begutachtung bereit erklärte 

(act. 85 und 96) sowie nach Eingang der von verschiedenen Dritten zu edieren-

den Urkunden, wurde mit Beschluss vom 23. August 2013 diese Gutachtensstelle 

unter der Leitung von Prof. Dr. med. J._____ mit der Erstattung des Gutachtens 

beauftragt und Prof. Dr. med. J._____ als leitender Gutachter ernannt (act. 97). 

Gleichzeitig wurde allen Parteien Frist zur Leistung eines Vorschusses für die 

Gutachtenskosten angesetzt. Nach Eingang der Kostenvorschüsse (act. 100) er-

folgte die schriftliche Experteninstruktion an den leitenden Gutachter am 2. Okto-

ber 2013 (act. 101) und wurde den Parteien in Kopie zugestellt (Prot. S. 91). Mit 

Eingabe vom 10. Oktober 2013 stellte die Beklagte 1 eine Ergänzungsfrage an 

den Gutachter (act. 103), worauf die Kläger und die Beklagte 2 ersucht wurden, 

allfällige Ergänzungsfragen ihrerseits innert Frist zu stellen, andernfalls von einem 

einstweiligen Verzicht ausgegangen würde (act. 104 und 105). Die Kläger stellten 

in der Folge mit Eingabe vom 31. Oktober 2013 Ergänzungsfragen (act. 107). 

Ausserdem reichten sie unaufgefordert eine Stellungnahme zu den in der Ergän-

zung zur Beweisantretungsschrift von der Beklagten 2 angerufenen Beweismitteln 

ein (act. 108). Am 5. November 2013 wurden dem leitenden Gutachter die Ergän-

zungsfragen der Parteien mit einem entsprechend vervollständigten Fragenkata-

log übermittelt (act. 109 und 110).  

2.4. Die Parteien wurden auf den 2. und 3. Juni 2014 zur Beweisverhand-

lung mit Zeugeneinvernahmen vorgeladen (act. 112 und 113). Nach Erhalt der 

Vorladung reichten die Kläger am 3. März 2014 und am 18. März 2014 Eingaben 

betreffend die Zeugenadressen und betreffend die Notwendigkeit der Einvernah-

me der Zeugin K._____ ein (act. 114 und 115). Mit Aktennotiz des Instruktions-

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richters vom 21. und E-Mail der Zeugin K._____ vom 23. März 2014 wurde der in 

der Folge erfolgte Kontakt zur Zeugin dokumentiert (act. 117 und 118).  

2.5. Aufgrund einer entsprechenden Mitteilung des leitenden Gutachters 

Prof. Dr. med. J._____ vom 14. April 2014 (act. 121) wurde den Parteien mit Ver-

fügung vom 29. April 2014 Frist zur Leistung eines zusätzlichen Kostenvorschus-

ses für die Erstellung eines weiteren Teilgutachtens sowie zur Erhebung von Ein-

wendungen gegen das darin skizzierte weitere Vorgehen angesetzt (act. 123). Die 

Parteien leisteten die Kostenvorschüsse fristgerecht (act. 126, 128 und 129) und 

erhoben keine Einwendungen (act. 127, 130 und 131). Aufgrund einer möglichen 

Interessenkollision des vorgeschlagenen Arztes zur Erstellung des psychiatri-

schen Teilgutachtens wurde der leitende Gutachter indessen mit Schreiben vom 

16. Mai 2014 um einen anderen personellen Vorschlag ersucht (act. 132). Am 

2. und 3. Juni 2014 fanden die Beweisverhandlungen statt (Prot. S. 96 ff.).  

2.6. Die Kläger reichten am 5. Juni 2014 eine Eingabe zum Beweisabnah-

mebeschluss (act. 134) und am 11. Juni 2014 eine Noveneingabe ein (act. 135). 

Mit Verfügung vom 13. Juni 2014 wurden den Beklagten 1 und 2 Doppel der klä-

gerischen Eingaben zugestellt und ihnen Frist zur Stellungnahme zur Novenein-

gabe angesetzt (act. 136). Die Beklagten 1 und 2 nahmen am 18. und am 23. Juni 

2014 Stellung (act. 139 und 140). Gestützt auf die Eingabe der Kläger zum Be-

weisabnahmebeschluss wurde dieser mit Verfügung vom 25. Juni 2014 ergänzt, 

der prozessuale Antrag der Kläger in der Noveneingabe demgegenüber abgewie-

sen (act. 141). Am 10. September 2014 fand die Beweisverhandlung in Bezug auf 

die bisher nicht einvernommenen Zeugen statt (Prot. S. 184 ff.). Mit Schreiben 

vom 22. September 2014 wurde den Parteien das Protokoll der Beweisverhand-

lung in Kopie zugestellt und ihnen der Gutachter für das Teilgutachten Orthopädie 

mitgeteilt (act. 144). Am 4. November 2014 reichten die Kläger eine Eingabe zur 

Aussage des Zeugen L._____ ein (act. 146). Weiter erfolgte eine Korrespondenz 

mit den psychiatrischen Teilgutachtern über die diesbezügliche Kostenschätzung 

(act. 148 und 148A). Am 16. Dezember 2014 informierte der beisitzende Handels-

richter Patrick Lerch über die Aufnahme einer Anwaltstätigkeit per Anfang 2015 

(act. 149), weshalb die Parteien mit Verfügung vom 18. Dezember 2014 aufgefor-

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dert wurden, ein etwaiges darauf beruhendes Ausstandsbegehren zu stellen 

(act. 150). Am 7. Januar 2015 ging ein Schreiben betreffend Kostenvoranschlag 

für das orthopädische Teilgutachten ein (act. 152). Als Folge der mitgeteilten 

Schätzungen der zusätzlichen Kosten für die einzelnen Teilgutachten wurde den 

Parteien mit Verfügung vom 12. Januar 2015 Frist zur Leistung von weiteren Kos-

tenvorschüssen angesetzt (act. 153). Die Beklagten 1 und 2 leisteten den Vor-

schuss innert Frist (act. 155 und 156). Die Kläger schlugen mit Eingabe vom 

27. Januar 2015 einen anderen psychiatrischen Teilgutachter vor (act. 158). Den 

Klägern wurde daraufhin die Frist zur Leistung des Vorschusses mit Verfügung 

vom 29. Januar 2015 erstreckt und den Beklagten Frist angesetzt, sich zur kläge-

rischen Eingabe zu äussern (act. 159). Mit Verfügung desselben Tages wurde 

davon Vormerk genommen, dass die Parteien auf ein Ausstandsbegehren gegen 

Handelsrichter Patrick Lerch verzichten (act. 161; vgl. auch act. 157). Nachdem 

sich die Beklagten 1 und 2 mit Stellungnahmen vom 10. resp. 9. Februar 2015 

gegen den von den Klägern beantragten Wechsel des psychiatrischen Teilgutach-

ters ausgesprochen hatten (act. 163 und 164) und auch der vorgeschlagene Gut-

achter dazu Stellung genommen hatte (act. 165), wurde der klägerische Antrag 

mit Verfügung vom 11. Februar 2015 abgewiesen (act. 166). Die Kläger leisteten 

daraufhin den ihnen mit Verfügung vom 12. Januar 2015 auferlegten Kostenvor-

schuss innert erstreckter Frist (act. 168). Am 16. November 2015 erstattete der 

leitende Gutachter Prof. Dr. med. J._____ das interdisziplinäre Gutachten 

(act. 174) unter Beilage der neuropsychologischen, orthopädischen und psychiat-

rischen Teilgutachten (act. 175/1-3). Mit Verfügung vom 25. November 2015 wur-

den den Parteien Doppel des Gutachtens und Kopien der Teilgutachten zugestellt 

und ihnen Frist zur Stellungnahme zum Beweisergebnis angesetzt (act. 176). Die 

Stellungnahmen der Parteien zum Beweisergebnis gingen am 27. Januar, 

12. Februar und 15. März 2016 ein und wurden den Parteien mit Verfügung vom 

18. März 2016 je gegenseitig zugestellt (act. 185).  

Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

 

 

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2.7. Besetzung des Gerichts 

Zur aktuellen Gerichtsdelegation ist zur Wahrung der Transparenz Folgendes 

auszuführen: Der jetzige Oberrichter (und frühere Ersatzoberrichter) lic. iur. Ro-

land Schmid war seit Beginn fallverantwortlicher Instruktionsrichter. Der früher als 

Referent eingesetzte Handelsrichter M._____ ist als Handelsrichter vor längerer 

Zeit zurückgetreten (vgl. schon oben 2.2). Seit der Verfügung vom 23. Juli 2012 

(Prot. S. 24) amtet Handelsrichter Dr. Alexander Müller als Referent. In den Be-

weisbeschlüssen vom 14. September 2012 (Prot. S. 25 ff.), 11. März 2013 (Prot. 

S.33 ff.) und 17. Juni 2013 (Prot. S. 83 ff.) bildeten Oberrichter Dr. N._____, Vize-

präsident, Ersatzoberrichter lic.iur. Roland Schmid, die Handelsrichter Dr. Alexan-

der Müller, Dr. O._____ und P._____ sowie die Gerichtsschreiberin lic.iur. 

Q._____ die Gerichtsdelegation. Oberrichter Dr. N._____ hat das Handelsgericht 

verlassen. Da die beiden Handelsrichter Dr. O._____ und P._____ als Handels-

richter ebenfalls ausgeschieden sind, wurden sie später durch Handelsrichter 

lic.iur. Patrick Lerch und Handelsrichter Dr. Daniel Hüssy ersetzt (Prot. S. 90 ff.; 

Beschluss vom 23. August 2013). Gerichtsschreiberin lic.iur. Q._____ ist ebenfalls 

nicht mehr am Handelsgericht tätig (Tätigkeit als ständige Ersatzrichterin am Be-

zirksgericht Winterthur). An den Beweisverhandlungen vom 2. Juni 2014 und 10. 

September 2014 nahmen Oberrichter lic.iur. Roland Schmid, Handelsrichter Dr. 

Alexander Müller und Gerichtsschreiber Dr. R._____ teil (Prot. S. 96 ff.). Gerichts-

schreiber Dr. R._____ hat das Handelsgericht inzwischen ebenfalls verlassen 

(Tätigkeit als Anwalt). Entsprechend ist die Besetzung in den massgeblichen 

Funktionen (Instruktionsrichter, Referent) zwar seit Jahren gleich geblieben, in 

den erweiterten Gerichtsdelegationen erfolgten Änderungen.  

2.8. Nunmehr amten für dieses Urteil neben den bisherigen Richtern (Ober-

richter lic.iur. Roland Schmid, Handelsrichter Dr. Alexander Müller, Handelsrichter 

Patrick Lerch) neu Oberrichter Dr. George Daetwyler, Handelsrichter Dr. Daniel 

Hüssy und Gerichtsschreiber Adrian Joss. Solche Änderungen sind zulässig (Ur-

teil des Bundesgerichts 4A_271/2015 vom 29. September 2015, Erw. 8.2; Urteil 

des Bundesgerichts 4A_474/2016 vom 19. April 2016, Erw. 2.2.1). 

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II. Einleitung und Sachverhalt 

1. Parteien  

1.1. Der Kläger 1 (A._____) war vor dem 20. November 1991 als Garagist 

tätig und hat Wohnsitz in S._____. Er ist verheiratet mit der Klägerin 2 (B._____), 

die im Getränkehandel arbeitet und Wohnsitz ebenfalls in S._____ hat. Die Kläge-

rin 3 (C._____) sowie der Kläger 4 (D._____) sind die Kinder des Ehepaars 

A._____/B._____.  

1.2. Die Beklagten 1 und 2 sind Aktiengesellschaften mit Sitz in Zürich, wel-

che den Betrieb aller Arten von Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäften 

mit Ausnahme der direkten Lebensversicherung bezwecken. 

2. Sachverhalt 

2.1. Der Kläger 1 erlitt insgesamt vier Verkehrsunfälle. Am 20. November 

1991 schlief die Krankenschwester T._____ morgens um 07:50 Uhr nach durch-

wachter Nacht am Steuer ihres Mercedes 190D ein und geriet in … auf die Ge-

genfahrbahn, wo sie mit dem korrekt entgegenkommenden Kläger 1 kollidierte, 

was auch zu einem Totalschaden an beiden Fahrzeugen führte. Der zweite Unfall 

ereignete sich am 17. März 1994 in Zürich und wurde von U._____ verursacht, 

indem dieser dem korrekt vor einem Fussgängerstreifen in Zürich anhaltenden 

Kläger 1 in das Heck hinein fuhr, wodurch das Fahrzeug des Klägers 1 nach vor-

ne über den Fussgängerstreifen geschoben und durch die Kollision stark beschä-

digt wurde. Der dritte Unfall geschah am 2. März 1995 in …; wiederum fuhr ein 

anderer Automobilist (V._____) von hinten in das Heck des vom Kläger 1 gelenk-

ten Fahrzeuges. Schliesslich kam am 2. Februar 1998 das von W._____ gesteu-

erte Auto im … von der Fahrbahn ab und kollidierte auf der Gegenfahrbahn seit-

lich mit dem Subaru Kombi des Klägers 1.  

2.2. Es ist unstrittig, dass der Kläger 1 bei sämtlichen vier Unfällen kein Ver-

schulden trifft. Die Unfallverursacherin des ersten Unfalles war bei der Beklag-

ten 1 und der Unfallverursacher des Unfalles 2 bei der Beklagten 2 obligatorisch 

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haftpflichtversichert. Die Verursacher der Unfälle 3 und 4 waren bei der vormali-

gen Beklagten 3 versichert.  

2.3. Der Kläger 1 macht gegenüber den Beklagten 1 und 2 verschiedene 

Schadenersatzansprüche und je einen Genugtuungsanspruch geltend. Die Kläge-

rin 2 verlangt sowohl von der Beklagten 1 als auch von der Beklagten 2 eine Ge-

nugtuung; und die Kläger 3 und 4 beanspruchen ausschliesslich von der Beklag-

ten 1 eine Genugtuung von je Fr. 15'000.--. Die Beklagten 1 und 2 verwahren sich 

demgegenüber gegen sämtliche seitens der Kläger ihnen gegenüber gestellten 

Ansprüche. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien wird, soweit entscheidrele-

vant, nachfolgend eingegangen. 

III. Prozessuales 

1. Anwendbares Prozessrecht 

1.1. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) 

vom 19. Dezember 2008 (SR 272) in Kraft getreten. Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO 

gilt für Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes rechtshängig waren, das 

bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz weiter. 

Damit kommen vorliegend in prozessualer Hinsicht nicht die Bestimmungen der 

neuen ZPO zur Anwendung, sondern diejenigen des bisherigen Verfahrensrechts 

(ZPO/ZH, GVG und aGestG). 

1.2. Nach Art. 404 Abs. 2 ZPO bestimmt sich die örtliche Zuständigkeit da-

gegen nach neuem Recht, wobei eine bestehende Zuständigkeit nach altem 

Recht erhalten bleibt. Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts ergibt sich 

aus Art. 26 Abs. 1 aGestG, die sachliche Zuständigkeit aus § 63 Ziff. 1 GVG. 

Auch die übrigen Prozessvoraussetzungen sind erfüllt (§ 108 ZPO/ZH).  

2. Teilklage 

Der Kläger 1 macht im (nunmehr vereinigten) Verfahren gegen die beiden 

Beklagten 1 und 2 jeweils bloss eine Teilklage geltend (act. 19 S. 2, act. 33/2/2 

S. 4 und act. 33/2/29 S. 10). Sofern der materielle Anspruch teilbar ist, kann sei-

- 14 - 

tens des Klägers 1 auf Grund der Dispositionsmaxime auch nur ein Teil der be-

haupteten Schuld eingeklagt werden (VOGEL/SPÜHLER/DOLGE/GEHRI, Grundriss 

des Zivilprozessrechts der Schweiz, 9. Auflage, Bern 2010, Kap. 6 N 43). Dies ist 

bei Geldforderungen immer der Fall. Die vorliegend erhobenen Teilklagen erwei-

sen sich damit als zulässig, was auch seitens der Beklagten 1 und 2 nicht in Ab-

rede gestellt wird (act. 24 S. 2 und act. 33/2/15 S. 5). 

IV. Materielles 

A. Haftung (Schadenersatz und Genugtuung - Haftungsvoraussetzungen im 

Überblick) 

Wird durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges ein Mensch getötet oder ver-

letzt oder Sachschaden verursacht, so haftet der Halter für den Schaden (Art. 58 

Abs. 1 SVG). Art und Umfang des Schadenersatzes sowie die Zusprechung einer 

Genugtuung richten sich nach den Grundsätzen des Obligationenrechts für uner-

laubte Handlungen (Art. 62 Abs. 1 SVG). Der Geschädigte hat im Rahmen der 

vertraglichen Versicherungsdeckung seitens der obligatorischen Haftpflichtversi-

cherung für Motorfahrzeughalter ein Forderungsrecht unmittelbar gegen den Ver-

sicherer (Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG). 

Eine Haftung ist demgemäss gegeben, wenn kumulativ ein Schaden, der 

Betrieb eines Motorfahrzeuges sowie ein natürlicher und adäquater Kausalzu-

sammenhang zwischen dem Betrieb des Motorfahrzeuges und dem Schaden zu 

bejahen sind. Das Verschulden bildet keine Haftungsvoraussetzung, da Art. 58 

SVG eine Gefährdungshaftung statuiert. Eine Körperverletzung im Besonderen 

gibt dem Verletzten Anspruch auf Ersatz der Kosten, sowie auf Entschädigung für 

die Nachteile gänzlicher oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit, unter Berücksichtigung 

der Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens (Art. 46 Abs. 1 OR). Zudem 

kann das Gericht unter Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten  

oder den Angehörigen eines Getöteten eine angemessene Geldsumme als Ge-

nugtuung zusprechen (Art. 47 OR). Ein allfälliger Genugtuungsanspruch der An-

- 15 - 

gehörigen eines Schwerverletzten stützt sich demgegenüber nicht auf Art. 47 OR, 

sondern dabei handelt es sich gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts um 

einen Anwendungsfall von Art. 49 Abs. 1 OR, wonach, wer in seiner Persönlich-

keit verletzt wird, Anspruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung hat, 

sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wieder-

gutgemacht worden ist (BGE 112 II 220, Urteil des Bundesgerichts 1A.69/2005 

vom 8. Juni 2005 E. 2.4).  

Die Beweislast für die positiven Haftungsvoraussetzungen trägt der klagen-

de Geschädigte (Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Besonderer 

Teil, Band II/2, 4. Auflage, Zürich 1989, N 294 zu § 25). Folglich hat bezüglich der 

Schadenersatzforderung der Kläger 1 die Beeinträchtigung seiner Gesundheit, die 

daraus resultierende Schadenshöhe und den Kausalzusammenhang zwischen 

den Unfällen vom 20. November 1991 bzw. 17. März 1994 und dem entsprechend 

geltend gemachten Schaden zu beweisen (vgl. BREHM, Berner Kommentar zum 

Schweizerischen Privatrecht, Band IV, 1. Abteilung, 3. Teilband, 1. Unterteilband, 

3. Aufl. 2006, N 18 zu Art. 42 OR).  

B. Genugtuungsforderungen Kläger/-innen 2 - 4  

1. Parteidarstellungen 

1.1. Die Kläger/-innen 2 - 4 verlangen als Folge der Verletzungen ihres 

Ehemannes resp. Vaters gegenüber der Beklagten 1 die Zusprechung folgender 

Genugtuungsbeträge (act. 1 S. 29): 

- Klägerin 2: CHF 50'000.– samt 5 % Zins ab Unfalldatum 

- Klägerin 3: CHF  15'000.– samt 5 % Zins ab Unfalldatum 

- Kläger 4: CHF 15'000.– samt 5 % Zins ab Unfalldatum 

Dazu führen sie aus, die Genugtuungssumme für die Klägerin 2 entspreche 

der Tatsache, dass (bildlich gesprochen) an jenem Morgen ein Rolls-Royce das 

gemeinsame Haus verlassen habe und später ein Wrack zu ihr, der Klägerin 2, 

zurück gekehrt sei. Die Klägerin 2 habe die Leidensgeschichte des Klägers 1 

nicht nur mitgemacht, sondern sei vom skandalösen Verhalten der Versicherung 

- 16 - 

auch direkt betroffen, indem sie als Harassenschlepperin in einem Getränkehan-

del für die Kartoffeln auf dem Tisch der Familie ABCD._____ sorgen müsse. 

Schliesslich hätten die Kläger 3 und 4 ihren Vater mehr pflegen als erleben kön-

nen. Die geforderte Genugtuung von CHF 15'000.– plus Zins ab Unfalltag trage 

dem zwar nur sehr beschränkt Rechnung, sei aber jedenfalls ausgewiesen (act. 1 

S. 29 f.). 

Die Klägerin 2 verlangt sodann von der Beklagten 2 infolge des zweiten Un-

falles des Klägers 1 unter dem Titel Genugtuung eine Zahlung von CHF 20'000.–, 

mit der Begründung, sie, die Klägerin 2, sei nach der Aufbauarbeit mit dem Kläger 

1 nach dem ersten Unfall durch den 2. Unfall jeder Hoffnung beraubt worden, mit 

ihrem Gatten je wieder ein normales Leben führen zu können (act. 33/2/2 S. 2). 

Diesen Anspruch stützt sie auf die aus der oben angeführten Begründung resul-

tierenden Ausführungen (act. 33/2/2 S. 25).  

1.2. Die Beklagte 1 erhebt gegenüber den Genugtuungsforderungen der 

Kläger 2 - 4, nebst den gegen den Bestand eines Anspruchs überhaupt erhobe-

nen Einwendungen, die Verjährungseinrede. Das Ausmass der behaupteten im-

materiellen Beeinträchtigung und die Person des Ersatzpflichtigen seien spätes-

tens nach der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom Dezember 1995 bekannt 

gewesen, weshalb zum Zeitpunkt der Klageeinleitung im Sommer 2006 die de-

liktsrechtliche Verjährung längst eingetreten sei. Die jeweiligen Verzichtserklärun-

gen der Beklagten 1 hätten sich ausschliesslich auf die Erhebung der Verjäh-

rungseinrede bezüglich der Ansprüche des Klägers 1 bezogen: Der jeweilige 

Rechtsvertreter des Klägers 1 habe unter dem Titel "A._____, Unfall vom 20. No-

vember 1991" um Abgabe eines Verjährungsverzichts zu ersuchen gepflegt, wo-

raufhin unter der Überschrift "Ihr Klient A._____" die gewünschte Verzichtserklä-

rung abgegeben worden sei. Gemäss schriftlicher Vollmacht hätten die jeweils um 

Verzichtserklärungen ersuchenden Anwälte einzig den Kläger 1 vertreten und es 

habe für die Beklagte 1 nicht der geringste Anschein einer zusätzlichen Interes-

senwahrung für die Ehefrau und für die Kinder des Klägers 1 bestanden. Ansprü-

che für die Angehörigen des Klägers 1 seien denn auch bis zur Prozesseinleitung 

- 17 - 

kein einziges Mal thematisiert worden und es sei auch nie eine entsprechende 

Akontozahlung an die Kläger 2 bis 4 erfolgt (act. 9 S. 35). 

1.3. Auch die Beklagte 2 erhebt gegenüber der Genugtuungsforderung der 

Klägerin 2, neben den übrigen Einwendungen, die Einrede der Verjährung. Das 

allenfalls haftungsbegründende Ereignis habe am 17. März 1994 stattgefunden. 

Ansprüche daraus verjährten nach zwei Jahren. Ab 1996 habe die Beklagte 2 pe-

riodisch die Erklärung abgegeben, gegenüber Ansprüchen aus dem Unfall vom 

17. März 1994 die Einrede der Verjährung nicht zu erheben. Diese Verjährungs-

verzichtserklärungen deckten den Zeitraum bis 31. Dezember 2006 ab. Die Erklä-

rungen lauteten jedoch explizit nur dahingehend, dass gegenüber den Ansprü-

chen "von Herrn A._____" auf die Einrede der Verjährung verzichtet werde. Ge-

genüber der Klägerin 2 sei nie auf die Einrede der Verjährung verzichtet worden. 

Ein Genugtuungsanspruch der Klägerin 2 sei deshalb verjährt. Zudem bestreitet 

die Beklagte 2 einen Genugtuungsanspruch der Klägerin 2 auch aus materiell-

rechtlichen Gründen (act. 33/2/17 S. 33).  

1.4. Die Kläger 2 - 4 sind bezüglich der erwähnten Verjährungseinreden der 

Beklagten 1 der Ansicht, dass mit dem Verjährungsverzicht derselben auf die Ein-

rede der Verjährung bezüglich aller Angehörigen verzichtet worden sei. Zumin-

dest müsse das für die beiden Kinder, die Klägerin 3 und den Kläger 4, gelten 

(act. 19 S. 62). Weitere Ausführungen dazu machen sie nicht.  

Zu der von der Beklagten 2 gegenüber der Genugtuungsforderung der Klä-

gerin 2 erhobenen Verjährungseinrede äussert sich letztere überhaupt nicht. 

2. Genugtuungsforderungen der Kläger 2 - 4 

2.1. Bezüglich der Genugtuungsforderungen der Kläger 2 - 4 gegenüber der 

Beklagten 1 ist daher vorab zu prüfen, ob diese verjährt sind. Es blieb unbestrit-

ten, dass vor der Klageeinleitung Ansprüche der Kläger 2 - 4 nie gegenüber der 

Beklagten 1 thematisiert worden sind. Die Kläger 2 - 4 behaupten einzig, dass mit 

dem Verjährungsverzicht auf die Einrede der Verjährung bezüglich aller Angehö-

riger verzichtet werde. Auf was für einen Verjährungsverzicht sie sich dabei be-

ziehen, führen sie jedoch nicht aus. Die Beklagte 1 legte ihrerseits eine Verzichts-

- 18 - 

erklärung vom 9. September 2002 ins Recht (act. 10/34). Unter dem Titel "Ihr Kli-

ent: A._____, S._____", erklärt dort die Beklagte 1, in der im Ingress erwähnten 

Schadenangelegenheit auf die Einrede der Verjährung bis 31. Dezember 2004 zu 

verzichten. Aus diesem Schreiben geht somit hervor, dass hier nur die Ansprüche 

des Klägers 1 zur Diskussion standen. Die Angehörigen des Klägers 1 werden 

dagegen nicht erwähnt. In diesem Sinne blieb auch unbestritten, dass die Kläger 

2 - 4 damals nicht ebenfalls den jeweiligen Anwalt des Klägers 1 mandatiert hat-

ten, um ihre eigenen Ansprüche einzufordern. Eine andere Erklärung des Ver-

zichts auf die Einrede der Verjährung durch die Beklagte 1 wurde nicht vorge-

bracht. Demnach liegt in Bezug auf die Kläger 2 - 4 bis zur Klageeinleitung beim 

Friedensrichter am 29. Mai 2006 (act. 2) keine Unterbrechungshandlung vor.  

Die Genugtuungsforderungen aus Unfällen mit Motorfahrzeugen verjähren 

gemäss Art. 83 Abs. 1 SVG in zwei Jahren vom Tag hinweg, an dem die Geschä-

digten Kenntnis vom Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen erlangt 

haben, jedenfalls aber mit dem Ablauf von zehn Jahren vom Tag des Unfalles an. 

Da die Klage aus einer strafbaren Handlung hergeleitet wird (die Verursacherin 

des 1. Unfalles wurde mit Strafbefehl vom 14. Februar 1992 verurteilt; act. 3/8), 

würde eine vom Strafrecht vorgesehene, längere Verjährung auch für den Zivilan-

spruch gelten (Art. 83 Abs. 1 SVG).  

Es wurde nicht in Abrede gestellt, dass den Klägern 2 - 4 spätestens im De-

zember 1995 das Ausmass der immateriellen Beeinträchtigung und die Person 

des Ersatzpflichtigen aus dem 1. Unfall bekannt war. Dies würde nach dem ersten 

Satz von Art. 83 Abs. 1 SVG zur Verjährung der Genugtuungsforderungen Ende 

1997 führen. Daran vermag vorliegend auch die strafrechtlichen Verjährungsfrist 

nichts zu ändern, da diese ab dem Unfall vom 20. November 1991 bei Verurtei-

lung wegen fahrlässiger Körperverletzung nach Art. 125 Abs 1 in Verbindung mit 

Art. 125 Abs. 2 aStGB (act. 3/8) am 21. November 1996 ablief (Verjährungsfrist 

von 5 Jahren ab 21. November 1991, keine Teilnahme der Kläger 2 - 4 als Pro-

zesspartei im Strafverfahren; Art. 70 bis 72 aStGB). Die Klageeinleitung erfolgte 

somit nach Eintritt der Verjährung und bewirkte keinen Unterbruch derselben.  

- 19 - 

Demnach sind die Genugtuungsforderungen der Kläger 2 - 4 gegenüber der 

Beklagten 1 verjährt, weshalb die Klagen der Kläger 2 - 4 gegenüber der Beklag-

ten 1 abzuweisen sind. Damit hat keine weitere Prüfung der Voraussetzungen 

dieser Ansprüche zu erfolgen.  

2.2. Auch hinsichtlich der Genugtuungsforderung der Klägerin 2 gegenüber 

der Beklagten 2 ist zunächst die Verjährungseinrede zu prüfen. Eine andere Un-

terbrechungshandlung als die Klageeinleitung beim Friedensrichter am 23. August 

2006 (act. 33/2/1) macht die Klägerin 2 nicht geltend. Die von der Beklagten 2 ab-

gegebenen Erklärungen betreffend Verjährungseinredeverzicht erfolgten unstrittig 

(vgl. Ziff. 1.4. vorstehend) nur gegenüber dem Kläger 1. Die Genugtuungsforde-

rung der Klägerin 2 gegenüber der Beklagten 2 verjährt gemäss Art. 83 Abs. 1 

SVG in zwei Jahren vom Tag hinweg, an dem die Geschädigte Kenntnis vom 

Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen erlangt hat, jedenfalls aber mit 

dem Ablauf von zehn Jahren vom Tag des Unfalles an. Gemäss dieser Bestim-

mung wäre somit der Anspruch der Klägerin 2 spätestens am 18. März 2004 und 

damit deutlich vor der Klageeinleitung verjährt. Eine allenfalls anwendbare straf-

rechtliche Verjährungsfrist ist im Vergleich dazu nicht länger, sondern wäre man-

gels (behaupteter) Unterbrechung bereits 5 Jahre nach dem 2. Unfall abgelaufen.  

Die Genugtuungsforderung der Klägerin 2 gegenüber der Beklagten 2 ist 

somit ebenfalls verjährt. Ihre Klage ist demnach ebenfalls bereits aus diesem 

Grund abzuweisen. Eine weitere Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen kann 

unterbleiben.  

Im Folgenden sind daher nur noch die Forderungen des Klägers 1 gegen-

über den Beklagten 1 und 2 zu prüfen.  

C. Gesundheitszustand des Klägers 1 

1. Parteidarstellungen 

1.1. Der Kläger 1 zitiert zur Begründung seiner Klagen aus den diversen 

eingereichten Arztberichten und Untersuchungsergebnissen, die in den Zeitraum 

ab dem ersten Unfall bis ins Jahr 2007 reichen. Aus dessen Darstellung ist aller-

- 20 - 

dings nur beschränkt zu entnehmen, ob behauptet wird, einzelne der geltend ge-

machten Beschwerden würden heute noch bestehen, oder ob sie im Zeitpunkt der 

Untersuchung bestanden haben und allenfalls nicht mehr vorhanden sind. Grund-

sätzlich gilt festzuhalten, dass die beiden Beklagten die meisten in den diversen 

Berichten aufgeführten Beschwerden und Diagnosen nicht grundsätzlich bestrei-

ten. Sie bezweifeln aber teilweise das Ausmass und die Dauer der betreffenden 

Beschwerden und stellen sich diesbezüglich vor allem auf den Standpunkt, dass 

die Ursache dafür nicht in dem Unfallereignis liegt, für welches sie als verantwort-

liche obligatorische Haftpflichtversicherer einzustehen haben (vgl. dazu detaillier-

ter unter lit. D [Kausalität] weiter unten).  

1.2. Erster Unfall 

1.2.1. Mit Bezug auf den ersten Unfall ist im Wesentlichen strittig, ob sich 

der Kläger 1 anlässlich dieser Kollision - nebst diversen anderen, weitgehend an-

erkannten (und teilweise bleibenden) Unfallfolgen - auch Kopfverletzungen zuge-

zogen hat. Der Kläger 1 behauptet, dass es bei diesem ersten Unfallereignis vom 

20. November 1991 insbesondere auch zu einer traumatischen Hirnverletzung 

(Schädelhirntrauma) sowie (damit verbunden) zu einer dauernden psychischen 

Persönlichkeitsveränderung gekommen sei (act. 1 S. 4 ff., act. 19 S. 7 ff.).  

1.2.2. Die Beklagte 1 bestreitet dieses Vorbringen und hält dafür, dass nach 

den auf den Erstunfall folgenden operativen Eingriffen und der Rekonvaleszenz 

nurmehr wenige körperliche Einschränkungen wie Bewegungseinschränkungen 

im Bereich des linken Ellbogens und der linken Schulter sowie gelegentliche, von 

der Stimmungslage abhängige Schmerzen am linken Hemithorax verblieben sei-

en. Diese singulären Beeinträchtigungen könnten allenfalls - so die Beklagte 1 

weiter - die handwerkliche Tätigkeit des Klägers 1 als Spengler geringfügig ein-

schränken, jedoch keineswegs seine von ihm selber geschilderten Fähigkeiten 

zur Wertschöpfung als Geschäftsmann im Automobil- und Immobilienhandel. Die 

vom Kläger 1 geltend gemachten, darüber hinausgehenden Beschwerden seien 

allenfalls Folgen der anderen, seitens der Beklagte 1 nicht zu vertretenden Unfäl-

le; die Beklagte 1 habe daher jedenfalls nicht für die aus den zwei späteren Auf-

fahrunfällen von 1994 und 1995 und der zusätzlichen Frontalkollision von 1998 

- 21 - 

resultierenden Folgen aufzukommen (vgl. dazu auch unter lit. D [Kausalität] nach-

stehend). Die vom Kläger 1 geltend gemachten Kopfverletzungen habe es nie ge-

geben, was nur schon aus dem Umstand ersichtlich sei, dass der Kläger 1, der 

den Kopf zwar angeschlagen habe, bis zum zweiten Unfall nie über entsprechen-

de Kopfbeschwerden geklagt habe. Im Übrigen seien auch keine Anhaltspunkte 

dafür vorhanden, dass sich ein gegebenenfalls durch den Erstunfall verursachter 

Vorzustand voraussichtlich auch ohne die späteren Unfälle ausgewirkt hätte. 

Schliesslich sei zu beachten, dass der Kläger 1 die von ihm betriebene Garage 

sowohl nach dem ersten Unfall als auch nach den weiteren drei Unfällen zumin-

dest bis ins Jahr 2006 weiter geführt habe; eine von Mai bis Oktober 2004 durch-

geführte Observation habe denn auch entsprechend ergeben, dass der Kläger 1 

nach der Rekonvaleszenz von den vier Strassenverkehrsunfällen im Jahre 2004 

ohne weiteres im Stande gewesen sei, als Garagist zu arbeiten und insbesondere 

an Autos Reparaturarbeiten auszuführen (vgl. dazu act. 9 S. 12 ff. und act. 24 

S. 8 ff.). 

1.3. Zweiter Unfall 

1.3.1. Hinsichtlich des zweiten Unfalls macht der Kläger 1 geltend, ein HWS-

Schleudertrauma mit posttraumatischem Cervikovertebralsyndrom erlitten zu ha-

ben. Nebst einer mittelstarken muskulären Symptomatik habe sich eine schmerz-

hafte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit bei Rotation und Seitenneigung 

nach links gefunden. Der linke Arm werde spontan kaum bewegt und eine 

Schmerzhaftigkeit im ganzen Ellbogengelenk angegeben. Im Vergleich zur Ge-

genseite werde im Ellbogen ein Beuge- und Streckdefizit von je ca. 20° festge-

stellt. Die Supination (Auswärtsdrehung der Hand) sei um ca. 30° eingeschränkt. 

Auch im Schultergelenk seien nur eine Beuge- und Streckmöglichkeit von je 25° 

möglich. Ferner seien nach dem zweiten Unfall neuropsychologische Funktions-

störungen sowie depressive Tendenzen und Schmerzverarbeitungsprobleme mit 

einer somatoformen Schmerzstörung aufgetreten. Die Situation bezüglich seiner 

Schmerzen habe sich in der Folge derart kumuliert, dass ein Intensivaufenthalt in 

der Rheuma- und Rehabilitations-Klinik Leukerbad nötig geworden sei. Vor dem 

zweiten Unfall sei er, der Kläger 1, noch kämpferisch und optimistisch gewesen. 

- 22 - 

Seitdem habe er aber seinen Optimismus völlig verloren; er leide vor allem unter 

starken Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindelattacken sowie Gedächtnis- und 

Konzentrationsstörungen. Zudem habe sich eine depressive Grundstimmung breit 

gemacht, welche sich zunehmend verschlimmert habe. Diese Beschwerden seien 

durch die weiteren Unfälle (Nr. 3 und 4) noch chronifiziert worden und würden bis 

heute andauern. In Bezug auf die Restfolgen der HWS-Distorsionen seien ge-

genwärtig nach wie vor insbesondere intermittierende Kopf-, Nacken-, Schulter-

gürtelbeschwerden mit zeitweiser Schmerzausstrahlung in den rechten Arm, mit 

Kribbelparästhesien sowie mit einhergehenden Krämpfen vorhanden (vgl. dazu 

act. 33/2/2 S. 17, act. 33/2/29 S. 5 ff., Prot. S. 7 und S. 18/19 sowie Prot. S. 10 in 

act. 33/2). 

1.3.2. Die Beklagte 2 stellt zwar nicht in Abrede, dass der Kläger 1 durch 

den zweiten Unfall ein HWS-Schleudertrauma erlitten hat. Die Beklagte 2 bestrei-

tet aber unter Bezugnahme auf diverse ärztliche Untersuchungsberichte das 

Ausmass und die Dauer der vom Kläger 1 daraus abgeleiteten Verletzungsfolgen. 

So sei aus dem Arztzeugnis des Hausarztes des Klägers 1, Dr. AA._____, vom 

14. Juni 1994 zu schliessen, dass die Verletzung nicht schwer gewesen sei, in-

dem Dr. AA._____ ausdrücklich festgehalten habe, die Behandlung bezüglich der 

HWS-Problematik sei voraussichtlich in ca. drei Monaten abgeschlossen. Darauf 

weise auch der Umstand hin, dass der Anlass für die in der Folge durchgeführte 

Kur des Klägers 1 in der Rheuma- und Rehabilitations-Klinik Leukerbad nicht so 

sehr das HWS-Trauma des zweiten Unfalls bilde, sondern stets noch die „persis-

tierende schwere Schmerzproblematik“, die von den Folgen des ersten Unfalls 

herrühren würde. Der betreffende Kreisarzt der SUVA habe es für sinnvoll gehal-

ten, anlässlich der Kur „nochmals die Anstrengungsdyspnoe“ abklären und eine 

Ergospirometrie durchführen zu lassen. Dementsprechend finde sich im Schrei-

ben von Dr. AA._____ für die Überweisung des Klägers 1 an die Rheuma- und 

Rehabilitations-Klinik Leukerbad vom 26. September 1994 auch kein Hinweis auf 

das HWS-Schleudertrauma als Überweisungsgrund. Als aktuelle Leiden habe Dr. 

AA._____ vielmehr angegeben: „Chronische neurogene periphere Schmerzen der 

linken Thoraxwand und chronische Schmerzen der linken oberen Extremität“; von 

Verspannungen oder dergleichen im Nackenbereich sei dagegen nicht die Rede 

- 23 - 

gewesen. Die Beklagte 2 bestreitet im Übrigen, dass der zweite Unfall depressive 

Tendenzen beim Kläger 1 hervorgebracht habe und stützt sich dabei zunächst auf 

den Bericht des Psychologen lic. phil. AB._____, welcher den Kläger 1 anlässlich 

des Kuraufenthaltes in Leukerbad beurteilte. In diesem Bericht halte lic. phil. 

AB._____ ausdrücklich fest, dass eine solche depressive Tendenz bereits auf den 

ersten Unfall zurückzuführen sei. Der Kläger 1 habe zwar Mühe, vor allem die Be-

schwerden zu akzeptieren, die eine Folge des zweiten Unfalls seien (Kopf-

schmerzen, Schwindelgefühle etc.). Dies bedeute aber, dass das gestörte Ver-

hältnis des Klägers 1 zu seinen Beschwerden auf den ersten Unfall zurückgehe, 

es mitunter eine Folge des ersten Unfalls sei, wenn er diesbezüglich in psychi-

scher Hinsicht Probleme habe. Auch Dr. med. AC._____, welcher den Kläger 1 im 

Frühjahr 1998 psychiatrisch begutachtet habe, komme zu diesem Schluss. Auf 

die Frage, ob der Kläger 1 vor dem zweiten Unfall an psychischen Beschwerden 

gelitten habe, halte Dr. med. AC._____ fest, dass der Kläger 1 nach dem Unfall 

1991 mit Wahrscheinlichkeit eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt 

habe. Es sei nicht auszuschliessen, dass diese Störung hirnorganische Sympto-

me maskiert habe, resp. die Ätiologie vorhandener Symptome aufgrund der 

psychoreaktiven Beschwerden fehl interpretiert worden seien. Dr. med. AC._____ 

vermute gar, dass die Belastungsstörung nach dem ersten Unfall hirnorganische 

Symptome habe übersehen lassen. Damit stehe fest, dass die Ursache für eine 

bestehende psychische Schädigung (welche bestritten werde) der erste Unfall 

gesetzt habe. Jedenfalls hätten allfällige aus dem zweiten Unfall herrührende 

psychische Schäden mittels entsprechender Behandlung behoben - jedenfalls 

stark gemindert - werden können, wenn nicht durch ein vom ersten Unfall stam-

mender Defekt die Bereitschaft zu einer derartigen Behandlung genommen wor-

den wäre. Insgesamt werde bestritten, dass beim Kläger 1 aus dem zweiten Un-

fall bleibende, invalidisierende psychische oder physische Schäden zurückgeblie-

ben seien (act. 33/2/15 S. 13 ff. und act. 33/2/37 S. 7 ff.).  

1.4. Nachdem die nach dem Unfallereignis vom 17. März 1994 von ver-

schiedener Seite ergangene ärztliche Diagnose HWS-Distorsion seitens der bei-

den Beklagten dem Grundsatze nach unbestritten geblieben ist, muss darüber 

nicht grundsätzlich Beweis geführt werden. Dasselbe gilt auch für die im Grund-

- 24 - 

satz anerkannten Bewegungseinschränkungen im Bereich des linken Ellbogens 

und der linken Schulter sowie der geltend gemachten Schmerzen am linken He-

mithorax. Das Ausmass dieser Beschwerden und der natürliche und adäquate 

Kausalzusammenhang zu den Unfällen ist aber strittig und die gesundheitliche 

Beeinträchtigungen und der natürlicher Kausalzusammenhang daher im Beweis-

verfahren zu klären.  

Der Kläger 1 räumt im Übrigen selber ein, dass im Hinblick auf den von ihm 

geltend gemachten Schaden (insbesondere aus Erwerbsausfall) die gesundheitli-

chen Einschränkungen im Arm, Genick und Kopf im Vordergrund stünden (vgl. 

act. 19 S. 17 sowie auch S. 8). Mit Bezug auf die seitens der Beklagten bestritte-

nen oder teilweise bestrittenen Verletzungen bzw. Beschwerden trägt der Kläger 

1 die Beweislast. Dem Kläger 1 wurde daher der Beweis dafür auferlegt, dass er 

beim Unfall vom 20. November 1991 eine traumatische Hirnverletzung (Schädel-

hirntrauma) erlitten hat; dass er seit dem Unfall vom 20. November an Schmerzen 

im linken Hemithorax leidet, die über gelegentliche, von der Stimmungslage ab-

hängige Schmerzen hinausgehen, sowie an Schmerzen in der linken oberen Ext-

remität (Oberarm und Schulterbereich) und im linken Unterarm (Ellenbogenbe-

reich sowie unterhalb des Ellenbogens), an posttraumatischen Störungen der 

körperlichen Belastbarkeit, Hirnfunktionsstörungen mit Persönlichkeitsverände-

rung und an Atembeschwerden (act. 67). Als Beweismittel des Klägers 1 wurden 

dazu abgenommen: Polizeirapport vom 24. November 1991, Fotodossier Unfall 

vom 20. November 1991, Gutachten AD._____, Bericht SUVA vom 6. September 

1992, Anfrage SUVA-Akten 9, Kostengutschrift SUVA-Akten 10, Gutachten 

AC._____, Gutachten AE._____ vom 1. November 1995, Notiz Kreisarzt SUVA-

Akten 7, Prof. Werner Platzer, Grundstein medizinischen Wissens, 10. Aufl., 

S. 110 f., 138 - 143, Bericht Neurochirurgische Klinik Dr. AF._____, Kreisärztlicher 

Untersuchungsbericht vom 2. Juni 1994, ärztliches Attest Dr. AG._____ vom 

17. November 1992, SUVA-Bericht vom 23. September 1992, SUVA-Akten 12 

vom 2. Juni 1992, Bericht Neurochirurgie USZ Dr. AF._____ vom 8. Februar 

1994, Kreisarztbericht SUVA vom 16. September 1994, Kreisärztlicher Untersu-

chungsbericht vom 25. August 1992, Untersuchungsbericht Kreisarzt vom 2. Juni 

1993, sämtliche bildgebende Darstellungen des Klägers 1 bei der SUVA … und 

- 25 - 

bei Dr. AA._____, ein interdisziplinäres medizinisches Gutachten sowie die Zeu-

genaussagen von AH._____, AI._____ und AJ._____ und die persönliche Befra-

gung der Klägerin 2. Als Gegenbeweismittel der Beklagten 1 wurden zusätzlich 

abgenommen: Austrittsbericht Kantonsspital Winterthur vom 6. Januar 1992, Ver-

laufsbericht Kantonsspital Winterthur vom 24. Januar 1992, Bericht Kantonsspital 

Winterthur vom 9. Januar 1992, Bericht des SUVA-Inspektors vom 2. Juni 1992, 

Kreisarztbericht vom 25. August 1992, Kreisarztbericht vom 12. Dezember 1995, 

Bericht des leitenden Arztes SUVA-Unfallmedizin vom 8. Januar 1997, Bericht 

des leitenden Arztes SUVA-Unfallmedizin vom 14. Januar 2000 und Bericht Dr. 

AK._____ vom 26. Januar 1993 (vgl. bezüglich der im Einzelnen zu den jeweili-

gen Beweissätzen abgenommenen Beweismitteln inkl. Aktenstelle den Be-

weisabnahmebeschluss vom 11. März 2013, act. 67). 

Weiter wurde dem Kläger 1 der Beweis dafür auferlegt, dass er beim Unfall 

vom 17. März 1994 eine traumatische Hirnverletzung (Schädelhirntrauma) erlitten 

hat sowie dass er seit diesem Unfall an eingeschränkter Beweglichkeit im Na-

ckenbereich, starken Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindelattacken, Gedächt-

nis- und Konzentrationsstörungen, Schulterbeschwerden mit zeitweiser Schmerz-

ausstrahlung in den rechten Arm mit Kribbelparästhesien und einhergehenden 

Krämpfen, starken psychischen Stimmungsschwankungen und einer Verschlech-

terung des Gehörs leidet (act. 67). Als Beweismittel des Klägers 1 wurden dazu 

abgenommen: Unfallrapport der Stadtpolizei Zürich vom 17. März 1994, Scha-

denexpertise "F._____", Anhang zum Unfallrapport der Stadtpolizei Zürich vom 

17. März 1994, Schadenanzeige Unfallverursacher vom 21. März 1994, Neu-

ropsychologisches/verhaltensneurologisches Gutachten Dr. med. AE._____ vom 

1. November 1995, Psychiatrisches Gutachten Dr. med. AC._____ vom 10. Juli 

1998, Gutachten vom 10. August 1999 von PD Dr. AD._____, Arztbericht Rheu-

maklinik Leukerbad, SUVA-Akten 12 vom 2. Juni 1992, SUVA-Akten 58 (= 3 des 

2. Unfalles), Bericht Dr. AL._____, Bericht Dr. AM._____, sämtliche bildgebende 

Darstellungen des Klägers 1 bei der SUVA … und bei Dr. AA._____ und Ver-

kehrstechnisches Gutachten bezüglich des Unfalls vom 17. März 1994 der Be-

klagten 2, ein interdisziplinäres medizinisches Gutachten, die Zeugenaussage von 

AJ._____ sowie die persönliche Befragung der Klägerin 2. Als Gegenbeweismittel 

- 26 - 

der Beklagten 2 wurden zusätzlich abgenommen: Gutachten Dr. med. AN._____ 

vom 25. März 2013 und Gutachten AO._____ vom 12. Februar 2013 (vgl. bezüg-

lich der im Einzelnen zu den jeweiligen Beweissätzen abgenommenen Beweismit-

teln inkl. Aktenstelle den Beweisabnahmebeschluss vom 11. März 2013, act. 67, 

sowie die beiden Ergänzungen dazu gemäss act. 86 und 141). 

1.5. Ferner wurden aus den mit den Ergebnissen der Observation einerseits 

sowie den gegenüber der AP._____ AG deponierten Wahrnehmungen von 

AQ._____ andererseits in Zusammenhang stehenden Behauptungen der Beklag-

ten 1 und 2 im Hinblick auf den strittigen Gesundheitszustand des Klägers 1 die 

folgenden Gegenbeweissätze zum Beweis verstellt: Dass der Kläger 1 gegenüber 

AQ._____ erklärte, er richte Unfallschäden, restauriere Oldtimer und handle mit 

Autos; dass der Kläger 1 den Opel Kadett von AQ._____ eigenhändig restauriert 

hat; dass der Kläger 1 am 29./30. September 2004 von 22:20 bis 3:20 Uhr Auto-

reparaturen im Motorraum von einem PW Opel Astra verrichtet hat; dass der Klä-

ger 1 am 1. Oktober 2004 um 12:05 in kniender Körperhaltung ein Motorrad repa-

riert hat; dass der Kläger 1 am 1./2. Oktober 2004 ab ca. 20 Uhr bis 1:10 Uhr an 

verschiedenen Personenwagen (Opel Astra, Opel Kadett) Reparaturen und War-

tungsarbeiten (u.a. Abgaswartung) ausgeführt hat; dass der Kläger 1 am 7. Okto-

ber 2004 ab 14:55 und ab 19:30 Uhr an einem Opel Kadett Restaurationsarbeiten 

ausgeführt hat; dass der Kläger 1 am 27./28. Oktober 2004 ab 21:45 bis 0:15 Uhr 

am Motorbereich eines Subaru Justy gearbeitet hat und dass es dem Kläger 1 

problemlos möglich ist, sich zu bücken, niederzuknien, mit der linken Hand Ge-

genstände zu transportieren sowie die Autotüren mit Kraftaufwand zu öffnen und 

zu schliessen und den Oberkörper sowie den linken Ellbogen stark zu verrenken. 

Als Beweismittel der Beklagten 1 und 2 hierzu wurden abgenommen: Befra-

gungsprotokoll vom 24. Januar 2005 (nicht vom 21. Januar 2005; act. 10/24 ent-

spricht act. 60/1), Observationsbericht AP._____ AG vom 9. November 2004, di-

verse Videosequenzen aus den Videoaufnahmen zur Observation der AP._____ 

AG vom 18. Juni 2004, 28. September 2004, 1., 7. und 8. Oktober 2004 sowie die 

Zeugenaussagen von AQ._____, L._____, AR._____, AS._____ und AT._____. 

Als Gegenbeweismittel des Klägers 1 wurden zusätzlich abgenommen: Jahresab-

schluss der Garage A1._____ 2004, Kontoblatt Fremdaufwand, Zeugenaussagen 

- 27 - 

von AI._____, AU._____, AV._____, K._____ und AW._____ sowie das bereits 

zum Hauptbeweis angerufene interdisziplinäre medizinische Gutachten (vgl. wie-

derum bezüglich der im Einzelnen zu den jeweiligen Beweissätzen abgenomme-

nen Beweismitteln inkl. Aktenstelle den Beweisabnahmebeschluss vom 11. März 

2013, act. 67).  

2. Beweiswürdigung  

2.1. Vorab ist festzuhalten, dass Arztberichte grundsätzlich in die Beweis-

würdigung einzubeziehen sind, soweit keine Anhaltspunkte bestehen, dass es 

sich um Falsch- oder Gefälligkeitsdiagnosen handelt. Entgegen der Ansicht des 

Klägers 1, welcher insbesondere den Beweiswert der Einschätzung von Dr. med. 

BA._____, leitender SUVA-Arzt, und das neuropsychologische Gutachten von 

AO._____ vom 12. Februar 2013 beanstandet (vgl. act. 19 S. 10 und 11, act. 108 

S. 4 ff.), sind Berichte von Ärzten, die für die SUVA tätig sind, nicht als parteiisch 

und im Beweiswert entsprechend reduziert anzusehen. Die SUVA ist als obligato-

rische Unfallversicherung in beweisrechtlicher Hinsicht vielmehr ein zur Objektivi-

tät verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ, welches mit Bindung an die Un-

tersuchungsmaxime unparteiisch ermittelt, weshalb gemäss konstanter bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung den Berichten und Gutachten der versicherungsin-

ternen Kreisärzte ohne weiteres Beweiswert zukommt (vgl. BGE 122 V 157 

E. 1.c) sowie Urteil des Bundesgerichts U 222/06 vom 27. Dezember 2006). Hin-

sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist im Übrigen entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 

in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol-

gerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). In diesem Sinne 

ist vor allem das im Rahmen des Beweisverfahrens vom Gericht entsprechend 

den Beweisanträgen aller Parteien eingeholte, interdisziplinäre medizinische Gut-

achten zu beurteilen.  

2.2. Hinsichtlich der Terminologie ist zu bemerken, dass die Diagnose die 

Bestimmung einer Krankheit oder Verletzung bezeichnet, während unter dem Be-

- 28 - 

fund der nach einer Untersuchung oder Prüfung festgestellte Zustand zu verste-

hen ist. Der objektive Befund lässt sich pathologisch nachweisen, der subjektive 

beruht auf dem persönlichen Empfinden des Patienten (ZR 102 Nr. 36). Gerade 

HWS-Verletzungen können eine Vielzahl unspezifischer Beschwerden auslösen, 

wie Nackenschmerzen, Bewegungsschmerzen der HWS mit diffuser Schmer-

zausstrahlung in den Hinterkopf, die Brustwirbelsäule und den Schulter-Arm-

Bereich, Schluckbeschwerden, Seh- und Hörstörungen, Schwindel und Übelkeit, 

Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten (BGE 117 V 360, BGE 123 III 

111). Diese Beschwerden sind unter Umständen pathologisch nicht nachweisbar 

und damit auch medizinisch nicht sicher diagnostizierbar (vgl. LÖHLE, Zu geringer 

Fahrzeugabstand und Unfallkausalität, in: Collezione Assista, Genf 1998, S. 359 

f.). In Bezug auf solche nicht nachweisbaren Beschwerden sind das Gericht und 

auch die untersuchenden Ärzte auf die Aussagen des Klägers 1 angewiesen. 

2.3. Der Kläger 1 wurde in der Zeit vom Mai 2004 bis Oktober 2004 durch 

Mitarbeiter der AP._____ AG observiert. Ein entsprechender mit Video- und Foto-

aufnahmen dokumentierter Bericht der AP._____ AG vom 9. November 2004 liegt 

bei den Akten (act. 3/50 und act. 10/27). Gestützt auf die in diesem Bericht fest-

gehaltenen Aufzeichnungen ziehen die beiden Beklagten Schlüsse hinsichtlich 

des Gesundheitszustandes des Klägers 1 und halten - wie eingangs bereits er-

wähnt - insbesondere fest, dass der Kläger 1 ohne weiteres in der Lage sei, im 

angestammtem Beruf zu arbeiten (act. 9 S. 21 ff., act. 24 S. 36 ff., act. 33/2/15 

S. 23 ff. und act. 33/2/37 S. 4 ff.). Nach Ansicht des Klägers 1 ist der Bericht gar 

nicht verwertbar, da die Erhebungen unter Verletzung des Datenschutzgesetzes 

erfolgt seien und es überdies am für die Überwachung erforderlichen Anfangsver-

dacht gefehlt habe (act. 1 S. 3, act. 19 S. 49 ff., act. 33/2/29 S. 3 und 4). 

Zur dieser Observation des Klägers 1 ist zu bemerken, dass gemäss der 

neueren bundesgerichtlichen Praxis die seitens einer Versicherung bezüglich ei-

ner Privatperson vorgenommene Überwachung dann nicht widerrechtlich ist, 

wenn das fragliche Vorgehen durch ein überwiegendes privates und öffentliches 

Interesse gerechtfertigt ist, was vorliegend der Fall ist, da zunächst weder die be-

treffenden Versicherungen noch die dahinterstehenden Versicherungsgemein-

- 29 - 

schaften zu Unrecht Leistungen erbringen sollen und bereits allein durch den Um-

stand, dass die Garage des Klägers 1 auch nach den vier Unfällen weiter geführt 

worden ist, ein Anfangsverdacht zu bejahen ist. Nachdem der Kläger 1 gegenüber 

den Beklagten 1 und 2 finanzielle Ansprüche erhebt, welche unmittelbar mit sei-

nem Gesundheitszustand und der sich daraus ergebenden Frage der Arbeitsfä-

higkeit zusammenhängen, hat dieser (Kläger 1) diesbezügliche Eingriffe in die 

Persönlichkeit zu erdulden, zumal teilweise somatisch nicht objektivierbare son-

dern subjektive Beschwerden geltend gemacht werden. Da im Weiteren die Pri-

vatsphäre des Klägers 1 durch die im öffentlichen Raum bzw. im Gemeinbereich 

erfolgte Überwachung gewahrt worden ist, und die Observation sodann das ge-

eignete und erforderliche Mittel für die Klärung eines allfälligen Missbrauchs dar-

stellt, ist gemäss Art. 13 und 14 DSG die Überwachung durch einen Privatdetekti-

ven unter den genannten Voraussetzungen als rechtmässig zu betrachten (vgl. 

dazu BGE 135 I 169, BGE 129 V 323, Urteil des Bundesgerichts 8C_272/2011 

vom 11. November 2011, Urteil des Bundesgerichts 5A_57/2010 vom 2. Juli 2010 

sowie AEBI-MÜLLER/GÄCHTER/ALIOTTA, HAVE 2011, S. 153 ff. und DETTWILER/ 

HARDEGGER, HAVE 2003, S. 247 f.).  

Der Ermittlungsbericht der AP._____ AG vom 9. November 2004 sowie das 

dazugehörige Bildmaterial, umfassend den Zeitraum Mai bis Oktober 2004, ist 

damit gemäss der gefestigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung rechtmässig 

erlangt worden und es kann darauf abgestellt werden. In beweisrechtlicher Hin-

sicht ist aber festzuhalten, dass der Observationsbericht der AP._____ AG im 

Auftrag der Beklagten 1 angefertigt worden ist (vgl. act. 3/50 S. 2). Insofern haben 

die darin aufgeführten Feststellungen (aus Sicht der Beklagten 1) lediglich die 

Bedeutungen von Parteibehauptungen ohne Beweiswert (vgl. dazu 

FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 

3. Auflage, Zürich 1997, N 4 vor §§ 171 ff. ZPO/ZH m.w.H. sowie VO-

GEL/SPÜHLER/DOLGE/GEHRI, Grundriss des Zivilprozessrechts der Schweiz, 9. Auf-

lage, Bern 2010, 10. Kap. N 152). 

2.4. Des Weiteren hat der vom Kläger als Gegenbeweismittel zu den Ge-

genbeweissätzen der Beklagten angerufene Zeuge AW._____ seinen Wohnsitz 

- 30 - 

nach Bangkok verlegt. Der Kläger 1 wurde deshalb im Rahmen der Beweisver-

handlung vom 10. September 2014 angefragt, ob er an diesem Zeugen festhalte, 

was sein Rechtsvertreter noch überdenken wollte (Prot. S. 201). Eine Äusserung 

des Klägers 1 zum Verzicht auf diesen Zeugen ist in der Folge aber nicht erfolgt. 

Indessen hat er zum Beweisergebnis Stellung genommen, ohne an dieser Zeu-

geneinvernahme noch festzuhalten (act. 184). Angesichts dessen ist anzuneh-

men, dass der Kläger 1 auf die rechtshilfeweise Einvernahme des Zeugen 

AW._____ verzichtet.  

2.5. Sämtliche von den Parteien zum Beweis abgenommenen Urkunden, 

namentlich die ärztlichen Erhebungen über den Kläger 1 wie auch die bildgeben-

den Darstellungen des Klägers 1 bei der SUVA … und bei Dr. AA._____, der Ob-

servationsbericht und die dazugehörigen Videoaufnahmen, befinden sich bei den 

Akten. Die Akten fanden Eingang in das interdisziplinäre, medizinische Gerichts-

gutachten unter Leitung von Prof. Dr. med. J._____ von der Gutachtenstelle der 

Klinik für Neurologie des Universitätsspitals Zürich vom 16. November 2015 

(act. 174) und wurden von den einzelnen Teilgutachtern und dem leitenden Gut-

achter in medizinischer Hinsicht beurteilt und zusammen mit ihren eigenen medi-

zinischen Untersuchungen ausgewertet (§ 175 Abs. 3 ZPO/ZH). Insbesondere auf 

die Videosequenzen der Observation ist der orthopädische Teilgutachter speziell 

eingegangen (175/2 S. 25 ff.). Das interdisziplinäre Hauptgutachten unter Leitung 

der Neurologen kombiniert die zuvor eingeholten Teilgutachten der Neuropsycho-

logie (act. 175/1), Orthopädie (act. 175/2) und Psychiatrie (act. 175/3) mit den ei-

genen Feststellungen und zieht daraus die disziplinenübergreifenden medizini-

schen Schlussfolgerungen. Die Parteien hatten Gelegenheit, zum Gutachten Er-

gänzungsfragen zu stellen (§ 175 Abs. 2 ZPO/ZH) und nahmen dazu in ihren Stel-

lungnahmen zum Beweisergebnis Stellung (§§ 147 und 180 ZPO/ZH; act. 181, 

183 und 184). Die vom Kläger 1 behaupteten, zum Beweis verstellten körperli-

chen Beeinträchtigungen, welche er durch den Unfall vom 20. November 1991 

resp. denjenigen vom 17. März 1994 erlitten hatte, wurden im eingeholten inter-

disziplinären medizinischen Gerichtsgutachten im Einzelnen abgeklärt. Es ist in 

dieser Hinsicht auf die Ergebnisse des sehr sorgfältig erstellten und begründeten 

sowie überzeugenden medizinischen Gerichtsgutachtens abzustellen. Es beste-

- 31 - 

hen weder Widersprüche noch andere zwingende Gründe für ein Abweichen von 

diesem Gerichtsgutachten (BGE 152 V 351 E. 3.b.aa).  

Das Gerichtsgutachten kommt in Bezug auf den Unfall vom 20. November 

1991 zum Schluss, dass keine belastbaren Hinweise darauf bestehen, dass der 

Kläger 1 bei diesem Unfall eine traumatische Hirnverletzung erlitten hat, und zwar 

ebenso wenig wie beim Unfall vom 17. März 1994 (act. 174 S. 46 und 48). Damit 

ist nicht bewiesen, dass der Kläger 1 bei einem dieser beiden Unfälle eine trau-

matische Hirnverletzung erlitt.  

Bezüglich der weiteren, vom Kläger 1 behaupteten, seit dem Unfall vom 

20. November 1991 bestehenden körperlichen Beeinträchtigungen kommt das in-

terdisziplinäre medizinische Gerichtsgutachten zu folgendem Untersuchungser-

gebnis: Der Kläger 1 erlitt bei diesem Unfall eine komplexe Ellbogenfraktur mit 

Beteiligung des distalen Humerus sowie der beiden Unterarmknochen der Ulna 

und des Radius. Seither leidet er an heftigen Schmerzen im Bereich des linken 

Ellbogens, welche in den Ober- und Unterarm ausstrahlen und durch die ausge-

prägte Ellbogenarthrose erklärbar sind. Dabei handelt es sich um eine ausgepräg-

te postoperative Ellbogenarthrose, die seit dem Unfall zunahm und sich bereits 

bei der Osteosynthesematerialentfernung sowie Resektion des Radiusköpfchens 

am 19. Mai 1992 zeigte (act. 175/2 S. 15). In der linken oberen Extremität finden 

sich sodann postoperative trophische Störungen und eine stark wechselnde In-

nervation der Muskulatur des linken Armes, wobei aber für die Schmerzen und 

Schwäche in diesem Bereich kein organisches Korrelat gefunden wurde und die 

linke Schulter selbst nicht schmerzhaft und frei beweglich ist. Weiter wurde fest-

gestellt, dass die psychophysische Belastbarkeit des Klägers 1 im Sinne einer 

eingeschränkten Durchhaltefähigkeit mittelgradig reduziert und die körperliche Be-

lastbarkeit des linken Armes herabgesetzt ist. In Bezug auf die behaupteten Hirn-

funktionsstörungen mit Persönlichkeitsveränderung hält das Gutachten fest, dass 

beim Kläger 1 leichte bis höchstens mittelschwere Einschränkungen im Tempo, in 

einzelnen Aufmerksamkeitsfunktionen und in einzelnen exekutiven Funktionen 

erst in der Folge des 2. Unfalles klar dokumentiert sind und nicht mit hinreichen-

der Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 20. November 1991 zurückgeführt 

- 32 - 

werden können. Weiter hält das Gerichtsgutachten fest, dass linksseitige Thorax-

schmerzen in den ersten Wochen und wahrscheinlich auch Monaten nach dem 

Unfall bzw. der operativen Revision nachvollziehbar seien. Nach Angaben des 

Klägers 1 seien diese Schmerzen aber seither mehr oder weniger unverändert 

vorhanden. In der gutachterlichen Untersuchung findet sich eine unspezifische 

Sensibilitätsstörung praktisch der gesamten linken Körperhälfte. Über die anam-

nestische Schilderung des Klägers 1 hinaus wurde aber aus neurologischer Sicht 

kein somatisches Korrelat für die beschriebenen hemithorakal links gelegenen 

Schmerzen festgestellt und aus orthopädischer Sicht konnten diese Schmerzen 

nicht objektiviert werden. Für die vom Kläger 1 berichteten Atembeschwerden 

wurde kein fassbares somatisches Korrelat und keine organische Ursache festge-

stellt (vgl. im Einzelnen act. 174 und act. 175/1-3, zur Zusammenfassung insbe-

sondere act. 174 S. 46 - 48). Obwohl über die interdisziplinäre medizinische Be-

gutachtung hinaus weitere Beweismittel abgenommen wurden, ist festzuhalten, 

dass sich aus diesen durch die Gutachter ebenfalls berücksichtigten Urkunden 

und Zeugenaussagen keine über die Feststellungen des Gutachtens hinausge-

henden Erkenntnisse gewinnen lassen und diese auch keine rechtserheblichen 

Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens erwecken. Insbesondere die von der 

Beklagten 1 angerufenen Zeugen, die an der Observation des Klägers 1 beteiligt 

waren, konnten keine Aussagen machen, die tatsächlich eine andere gesundheit-

liche Konstitution des Klägers 1 belegen würden. Damit ist dem Kläger 1 der Be-

weis der seit dem Unfall vom 20. November 1991 bestehenden körperlichen Be-

einträchtigungen im Umfang der Feststellungen des Gutachtens erbracht. Zu-

sammengefasst kommt das interdisziplinäre medizinische Gutachten zum 

Schluss, dass der Kläger 1 auf Grund der festgestellten Unmöglichkeit, den linken 

Arm für handwerkliche Tätigkeiten zu benutzen, für den Beruf des Autospenglers 

und -mechanikers voll arbeitsunfähig sei und dass dies mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit seit dem 1. Unfall der Fall sei (act. 174 S. 55). Auch an dieser me-

dizinischen Beurteilung der körperlichen Beeinträchtigungen des Klägers 1 am 

linken Ellbogen ändert die zum Gegenbeweis angerufene Videosequenz und die 

Feststellungen in der Observation nichts, insbesondere war für die Gutachter 

auch dort die deutliche Einschränkung in der Funktion des Ellbogens ersichtlich. 

- 33 - 

Ausserdem halten sie fest, dass sich in der Zwischenzeit der Zustand noch derart 

verschlechtert hatte, dass der Kläger 1 die in der Videosequenz vom 8. Oktober 

2004 ab 10:25:14 aufgezeichnete Bewegung im Untersuchungszeitpunkt nicht 

mehr hätte ausführen können (act. 174 S. 56 f.).  

2.6. Entsprechend den obigen Ausführungen zum Beweis in Bezug auf den 

1. Unfall ist auch bezüglich der seit dem 2. Unfall bestehenden körperlichen Be-

einträchtigungen des Klägers 1 auf die überzeugende gerichtliche, interdisziplinä-

re medizinische Begutachtung abzustellen. Demnach ist zu den behaupteten Be-

schwerden des Klägers 1 seit dem Unfall vom 17. März 1994 Folgendes festzu-

halten: Eine traumatische Hirnverletzung des Klägers 1 wurde verneint. Festge-

stellt wurde aber eine objektivierbare, leichte bis höchstens mittelschwere Ein-

schränkung im Tempo, in einzelnen Aufmerksamkeitsfunktionen und in einzelnen 

exekutiven Funktionen, welche zur Feststellung einer Lernstörung führen. Dies-

bezüglich muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Verarbeitungs-

störung des Klägers 1 ausgegangen werden. Aufgrund der anamnestischen An-

gaben des Klägers 1 und in Einklang mit der zeitnahen medizinischen Dokumen-

tation entwickelten sich innert weniger Stunden nach dem Unfallereignis Nacken- 

und Kopfschmerzen und es wird eine eingeschränkte Nackenbeweglichkeit be-

schrieben. Aufgrund des Unfallmechanismus und der einwirkenden Be- und Ent-

schleunigungskräfte stellt dies keine ungewöhnliche Entwicklung dar. Derartige 

Nackenbeschwerden sind aber in der Regel vorübergehender Natur und heilen 

innerhalb weniger Monate ab. Weswegen sich beim Kläger 1 eine Chronifizierung 

der Nackenbeschwerden einstellte, diese mithin immer noch vorhanden sind, 

kann nicht erklärt werden. Die HWS-Beweglichkeit ist jedenfalls für Reklination, 

Seitneigung und Rotation nach links leicht eingeschränkt, im Seitenvergleich um 5 

bis 10°. In unbeobachteten Momenten kann der Kläger 1 seinen Kopf scheinbar 

uneingeschränkt mindestens in einem Spielraum von 45° seitwärts bewegen, führt 

aber kaum spontan Reklination und Inklination (Rückwärts- und Vorwärtsneigen) 

aus. Es wird kein muskulärer Hartspann ertastet und am Nacken finden sich auch 

keine druckdolenten Muskelansätze. Insgesamt kommt das Gerichtsgutachten 

zum Schluss, dass kein klar unfallbedingtes Korrelat vorliege, welches eine ein-

geschränkte Nackenbeweglichkeit des Klägers 1 erklären könnte. Die vom Kläger 

- 34 - 

1 berichteten und in den medizinischen Dokumenten enthaltenen belastungsab-

hängigen Nackenschmerzen und vom Nacken ausstrahlenden Kopfschmerzen in-

terpretiert das Gutachten in den ersten Monaten nach dem 2. Unfall im Rahmen 

des cervico-cephalen Sydroms. Im Gutachtenszeitpunkt finden sich dagegen kei-

ne pathologischen neurologischen oder muskuloskeletalen Befunde, welche so-

matisches Korrelat dieser Schmerzen darstellen könnten. Die Schmerzen erfüllen 

die Kriterien eines "chronischen Kopfschmerzes nach HWS" (G44.841). Aus neu-

rologischer Sicht wird aber als unzulässig erachtet, eine zwangsläufige natürliche 

Kausalitätsbeziehung der Kopfschmerzen mit dem erlittenen HWS-

Distorsionstrauma abzuleiten. Bei regelmässiger Einnahme von Schmerzmittel 

könnte man für diese Schmerzen auch ein zumindest überlagerndes, Analgetika-

induziertes Kopfschmerzsyndrom annehmen und ist eine somatoforme Schmerz-

störung in Betracht zu ziehen. Die vom Kläger 1 beschriebenen Schwindelatta-

cken konnten die Gutachter nicht auf eine fassbare Störung des Vestibularappa-

rates bzw. cerebellärer oder anderweitiger zentraler Strukturen zurückführen. Ein 

organisches Korrelat bezüglich der Schwindelattacken fehlt aus neurologischer 

Sicht.  

Weiter sind Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen des Klägers 1 erst-

mals in der Folge zweiten Unfalls und zwar in einem mehrwöchigen zeitlichen Ab-

stand aufgetreten. Als mögliche Faktoren dafür nennt das Gutachten eine 

schmerzassoziierte kognitive Störung sowie eine Interaktion mit den eingenom-

menen teilweise psychotropen Medikamenten, und es begründet diese Störungen 

im Rahmen der aus psychiatrischer Sicht gestellten Diagnosen, wobei die von 

den Beklagten hierzu angeführten Simulationstendenzen des Klägers 1 mit gröss-

ter Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die Glaubhaftigkeit der geklagten 

Beschwerden wurde damit durch das Gerichtsgutachten klar bestätigt.  

Keinerlei Hinweise fanden die Gerichtsgutachter dagegen für Schulterbe-

schwerden mit zeitweiser Schmerzausstrahlung in den rechten Arm. Es wurden 

normale Schulter- und Armfunktionen auf der rechten Seite ohne Kribbelparäs-

thesien und ohne einhergehende Krämpfe festgestellt. Eine derartige Beeinträch-

tigung des Klägers 1 seit dem 2. Unfall ist damit nicht bewiesen. In Bezug auf die 

- 35 - 

geltend gemachten starken psychischen Stimmungsschwankungen wurde im 

Gutachten eine chronische affektive Störung leichten Ausmasses und eine 

Schmerzstörung festgestellt, in deren Rahmen die mittelgradig ausgeprägten, 

emotionalen Auffälligkeiten, Gereiztheit und schwankende Befindlichkeit des Klä-

gers 1 zu sehen sind. Diese Beeinträchtigung bestand aber wahrscheinlich bereits 

nach dem ersten und damit schon vor dem zweiten Unfall. Für eine funktionelle 

Hörstörung im Rahmen des Schmerzsyndroms des Klägers 1 bestehen gemäss 

Gutachten Verdachtsmomente, wohingegen keine Verletzung des Innenohrs oder 

des Hörorgans festgestellt wurde (act. 174 S. 48 bis 51). Zusammengefasst wird 

im Gutachten zu den körperlichen Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit 

dem 2. Unfall festgehalten, dass der Kläger 1 nach diesem Ereignis in seiner Leis-

tungsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht zu 10-20 % eingeschränkt sei und 

aus psychiatrischer Sicht unter Berücksichtigung dieser Einschätzung in einer op-

timal angepassten Tätigkeit ohne Schichtdienst, ohne Führungs- und Leistungs-

aufgaben, mit klar geregelter Arbeitszeit und ohne hohe Ansprüche an kognitive 

Funktionen und kommunikative Kompetenzen von einer dauerhaften fünfzigpro-

zentigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (act. 174 S. 55). Rechtserhebliche 

Zweifel an den durch das interdisziplinäre Gerichtsgutachten festgestellten, chro-

nifizierten Beschwerden nach dem HWS-Distorsionstrauma und den im Rahmen 

der psychiatrischen Diagnose festgestellten kognitiven Beeinträchtigungen des 

Klägers 1 werden weder durch die abgenommen Gegenbeweismittel noch durch 

die im Rahmen der Gegenbeweissätze erhobenen Beweismittel geweckt. Diesbe-

züglich wird auf die Protokolle der Zeugeneinvernahmen und die Akten verwiesen 

und auf eine detaillierte Wiedergabe der Aussagen der Zeugen verzichtet. Über-

dies haben die Gutachter eine vollständige Unfähigkeit des Klägers 1 für die Ar-

beit als Autospengler und Automechaniker sowie in handwerklichen Berufen ge-

nerell festgestellt und anschliessend umschrieben, in welchen Tätigkeiten in wel-

chem Umfang nach welchem der beiden Unfälle aufgrund der gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen noch eine Arbeitsfähigkeit des Klägers 1 bestanden hätte 

resp. besteht. Aus diesem Grund kann entgegen der Beklagten 2 auch ohne die 

Erstellung eines Funktionsprofils des Klägers 1 für seinen Garagenbetrieb auf das 

Gerichtsgutachten abgestellt werden. Es ist festzuhalten, dass dem Kläger 1 der 

- 36 - 

Beweis der gesundheitlichen Beeinträchtigungen im beschriebenen Umfang ge-

mäss Gerichtsgutachten gelungen ist.  

3. Fazit  

Damit stehen die körperlichen Beeinträchtigungen des Klägers seit dem Un-

fall vom 20. November 1991 und dem Unfall vom 17. März 1994 fest, und es ist 

nachfolgend (unter lit. D) zu prüfen, ob und allenfalls inwiefern diese natürlich und 

adäquat kausal auf die beiden Unfälle zurückzuführen sind. 

 

- 37 - 

D. Kausalzusammenhang 

1. Einleitung 

Die Haftung der Beklagten ist nur dann gegeben, wenn zwischen dem 

Schaden, der dem Kläger 1 aus seinem Gesundheitszustand erwächst, und dem 

Betrieb des jeweiligen bei den Beklagten 1 oder 2 haftpflichtversicherten Motor-

fahrzeugs resp. dem durch diese verursachten Unfallereignis vom 20. November 

1991 (Beklagte 1) bzw. dem Unfall vom 17. März 1994 (Beklagte 2) je ein natürli-

cher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.  

2. Natürlicher Kausalzusammenhang 

2.1. Der natürliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn das pflichtwid-

rige Verhalten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene 

Erfolg entfiele, es mithin conditio sine qua non für den Schaden darstellt. Ursa-

chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 

deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden 

kann (OFTINGER/STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Bd I: Allgemeiner Teil, 

5.A. Zürich 1995, § 3 N 10 f.; BREHM, a.a.O., N 106 und N 109 zu Art. 41 OR; 

BGE 132 III 715 ff., BGE 128 III 180 E. 2.d), BGE 125 IV 195 E. 2.b und BGE 117 

V 359 E. 4.a). Für den Begriff des natürlichen Kausalzusammenhanges genügt 

es, dass das schädigende Ereignis (als conditio sine qua non) zusammen mit an-

deren Bedingungen zu den eingetretenen Folgen geführt hat; es muss nicht deren 

alleinige oder unmittelbare Ursache sein (BGE 125 IV 195 E. 2.b), BGE 96 II 392, 

E. 1; BREHM, a.a.O., N 109a Art. 41 OR). Der natürliche Kausalzusammenhang ist 

aber dann nicht erstellt, wenn gegenüber den vom Geschädigten geltend ge-

machten Umständen andere überwiegen oder diese zumindest den ausschlagge-

benden Charakter der geltend gemachten Ursache zweifelhaft erscheinen lassen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_540/2010 vom 8. Februar 2011 sowie BGE 

119 Ib 334 E. 3.c). Die Anforderungen an den Beweis des natürlichen Kausalzu-

sammenhangs im Haftpflichtrecht des Motorfahrzeughalters unterscheiden sich 

nicht von denjenigen, die nach dem übrigen Schadenersatzrecht zu erfüllen sind. 

- 38 - 

Weder im einen noch im anderen Bereich braucht der Geschädigte den Kausal-

zusammenhang zwischen dem schädigenden Ereignis und dem Unfall mit wis-

senschaftlicher Genauigkeit nachzuweisen. Auch darf die Gewissheit, die der Be-

weis dem Gericht über den Eintritt eines Ereignisses verschaffen soll, nicht mit 

dem absoluten Ausschluss jeder anderen Möglichkeit gleichgesetzt werden. Zu-

mindest wenn nach der Natur der Sache kein direkter Beweis geführt werden 

kann, muss genügen, wenn das Gericht die Überzeugung gewinnt, dass die 

überwiegende Wahrscheinlichkeit für einen bestimmten Kausalverlauf spricht. 

Anders verhält es sich indes, wenn nach den besonderen Umständen des Falles 

weitere Möglichkeiten bestehen, die neben der behaupteten Ursachenfolge eben-

so ernst in Frage kommen oder gar näher liegen (BGE 107 II 272 f.). In einem 

neueren Entscheid hat das Bundesgericht in Präzisierung seiner Rechtsprechung 

ausdrücklich festgehalten, dass diesfalls das Beweismass der "überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit" genügt (BGE 130 III 321 ff.; vgl. auch BGE 133 III 462 ff. und 

BGE 132 III 715). Zur "überwiegenden Wahrscheinlichkeit" äusserte sich das 

Bundesgericht wie folgt: "Die Möglichkeit, dass es sich auch anders verhalten 

könnte, schliesst die überwiegende Wahrscheinlichkeit zwar nicht aus, darf aber 

für die betreffende Tatsache weder eine massgebende Rolle spielen noch ver-

nünftigerweise in Betracht fallen" (BGE 130 III 321, 325 m.w.H.). Nach dem Be-

weismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt ein Beweis mithin dann als 

erbracht, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichts-

punkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten 

vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen (vgl. BGE 131 III 12, E.2 

sowie BREHM, a.a.O., N 117 zu Art. 41 OR).  

Im Weiteren betonte das Bundesgericht, dass auch bei Schleudermecha-

nismen der HWS zuallererst die medizinischen Fakten, wie die fachärztliche Er-

hebung über Anamnese, objektiven Befund, Diagnosen, Verletzungsfolgen, unfall-

fremde Faktoren, Vorzustand usw. die massgeblichen Grundlagen für die Kausali-

tätsbeurteilung bilden. Das Vorliegen eines Schleudertraumas wie seine Folgen 

müssen durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein. Wesentlich ist, dass 

die Gesundheitsschädigung als überwiegend wahrscheinliche Folge des Unfaller-

eignisses anzusehen ist, und nicht als Folge eines krankhaften Vorzustandes, 

- 39 - 

wobei der Unfall als eine Teilursache für die Bejahung des natürlichen Kausalzu-

sammenhanges genügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_540/2010 vom 8. Feb-

ruar 2011, Urteil des Bundesgerichts 4A_444/2010 vom 22. März 2011 sowie 

BGE 119 V 335 E. 2.b). Nach der Praxis des Bundesgerichts ist bei diagnostizier-

tem Schleudertrauma der HWS und Vorliegen des für diese Verletzung typischen 

Beschwerdebildes mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmer-

zen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Er-

müdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensver-

änderung usw. der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und 

der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzu-

nehmen. Ausgehend von den Ergebnissen der medizinischen Forschung kann ein 

Unfall mit Schleudertrauma der HWS in der charakteristischen Erscheinungsform 

einer Häufung von typischen Beschwerden eine Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

verursachen, auch wenn die festgestellten Funktionsausfälle organisch nicht 

nachweisbar sind (BGE 134 V 109 m.w.H.).  

2.2. Vorliegend ist zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhanges 

daher anhand der medizinischen Fakten sowie aufgrund von weiteren relevanten 

Fakten (wie z.B. des jeweiligen Unfallherganges, des unmittelbar folgenden Ver-

laufes des gesundheitlichen Vorzustandes des Klägers 1 etc.) zu untersuchen, ob 

bzw. inwiefern diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Klägers 1 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die Unfallereignisse vom 20. November 

1991 bzw. 17. März 1994 natürlich kausal verursacht worden sind. Demgegen-

über wird den weiteren Unfällen vom 2. März 1995 und 2. Februar 1998 keine vor-

rangige Bedeutung beigemessen. Der Kläger 1 selber erachtet diese als weit we-

niger gravierend als die ersten beiden Unfälle und führt entsprechend dazu aus, 

dass die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit nicht wesentlich durch den dritten 

und vierten Unfall beeinflusst worden sei (vgl. act. 1 S. 4, act. 19 S. 6 und 

act. 33/2/29 S. 5). Die Beklagten 1 und 2 ihrerseits beschränken sich in diesem 

Zusammenhang grundsätzlich auf den Hinweis, dass allfällige (von ihnen bestrit-

tene) schadensrelevante gesundheitliche Beeinträchtigungen des Klägers 1 auf 

die anderen, sie nicht betreffenden Unfallereignisse zurückzuführen sind, ohne 

sich allerdings im Einzelnen zu den Folgen der Unfälle vom 2. März 1995 und 2. 

- 40 - 

Februar 1998 zu äussern (vgl. dazu act. 9 S. 18 ff., act. 24 S. 8 ff., act. 33/2/15 

S. 17 ff. und act. 33/2/37 S. 6 ff.). 

Die Beweislast für den natürlichen Kausalzusammenhang liegt beim Kläger 1. Er 

hat demnach einerseits die natürlich kausal durch die jeweiligen Unfälle verur-

sachten körperlichen Beeinträchtigungen sowie die von ihm behauptete, seit dem 

ersten Unfall bestehende und durch diesen natürlich kausal verursachte 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit für den Beruf eines Autospenglers und Automechanikers sowie 

eine durch den 2. Unfall natürlich kausal verursachte Arbeitsunfähigkeit auch im 

Hinblick auf jede andere Erwerbstätigkeit zu beweisen (vgl. act. 1 S. 9 ff., act. 19 

S. 6 ff. und act. 33/2/29 S. 6 ff.). Die beiden Beklagten ihrerseits haben die von 

ihnen geltend gemachten Reserveursachen zu beweisen. Sie haben darzutun, 

dass der Schaden mit Sicherheit oder zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit 

auch ohne den Unfall, für den sie grundsätzlich einzustehen haben, früher oder 

später eingetreten wäre (MARKUS SCHMID, Natürliche und adäquate Kausalität im 

Haftpflicht- und Sozialversicherungsrecht, Haftpflicht und Versicherungstagung 

1997 S. 188 f.), bzw. sie haben darzutun, dass der eingetretene Schaden nicht 

aufgrund der Unfälle vom 20. November 1991 (Beklagte 1) bzw. 17. März 1994 

(Beklagte 2) eingetreten ist. 

2.3. Zum Beweisverfahren betreffend die natürlich kausalen Folgen des 

zweiten Unfalles des Klägers 1 ist zunächst noch das Folgende festzuhalten: Bei 

behaupteten Dauerinvaliditäten nach Schleudertraumata kann die Schwere des 

Unfallereignisses durchaus als Kriterium zur Prüfung sowohl der natürlichen wie 

auch der adäquaten Kausalität herangezogen werden. Aufgabe einer einzelfallge-

rechten Problemlösung ist es dabei, die Schwere des Unfallereignisses in all ihren 

Facetten abzuklären und auf Grund der vorgegebenen Beweisanforderungen zu 

entscheiden, welche Kriterien im Gesamtzusammenhang betreffend natürliche 

und adäquate Kausalität hinreichen, um anzunehmen, es liege ein Dauerschaden 

nach Schleudertrauma vor. Dabei kann insbesondere die objektive Schwere des 

Unfallgeschehens (Kollisionsschwere und biomechanische Schwere) eine mass-

gebende Rolle spielen (vgl. dazu STEINEGGER in SJZ 87 [1991] 385 ff. sowie BGE 

131 III 12, Urteile des Bundesgerichts 4A_45/2009 vom 25. März 2009 und 

- 41 - 

4A_540/2010 vom 8. Februar 2011). Mit Bezug auf die vier streitgegenständlichen 

Unfallereignisse ist - soweit ersichtlich - einzig hinsichtlich des zweiten Unfalls 

vom 17. März 1994 der Unfallhergang strittig, indem die Darstellung des Klägers 

1, wonach das von U._____ gelenkte Fahrzeug mit ca. 40 km/h ungebremst auf 

das Auto des Klägers 1 aufgefahren sei, von der Beklagten 2 in Abrede gestellt 

wird. So habe U._____ selber lediglich ausgeführt, dass er nicht mehr rechtzeitig 

habe bremsen können. Damit sei aber nicht gesagt, dass der Aufprall ohne Einlei-

tung eines Bremsvorganges durch das hintere Fahrzeug zustande gekommen sei. 

Bei der gegebenen Aktenlage könne daher bezüglich des 2. Unfalls ebenso gut 

von einem leichten Unfall ausgegangen werden (act. 33/2/29 S. 4, act. 33/2/37 

S. 6).  

Aus den Akten geht nirgends hervor, dass U._____ ungebremst auf das Au-

to des Klägers 1 aufgefahren war. Im Polizeirapport vom 17. März 1994 wird 

U._____ so zitiert, dass er nicht mehr "rechtzeitig" habe bremsen können (vgl. 

act. 3/9 S. 3). Dies kann nur so verstanden werden, dass U._____, der angab, vor 

dem Unfall mit einer Geschwindigkeit von ca. 40 km/h etwa 10 Meter hinter dem 

Fahrzeug des Klägers 1 gefahren zu sein, zwar den Bremsvorgang noch einleiten 

konnte, dies aber die Kollision letztlich nicht mehr zu verhindern vermochte. Im 

Übrigen ist unklar, wann genau und wie intensiv U._____ gebremst hatte bzw. mit 

welcher Endgeschwindigkeit es zum Aufprall gekommen war (darüber haben sich 

auch die Parteien nicht verbreitet, so dass auch diesbezüglich Weiterungen un-

terbleiben können, zumal es nachträglich ohnehin äusserst schwierig sein dürfte, 

hierüber näher Aufschluss zu erhalten). Trotzdem ist auch aufgrund des Scha-

densbildes und der hohen Reparaturkosten (CHF 10'700.– beim Kläger 1 und 

CHF 5'400.– beim Auto von U._____; vgl. act. 3/9 und act. 3/10) und dem von der 

Beklagten 2 eingeholten und von ihr im Beweisverfahren edierten technischen 

Unfallanalyse (act. 78) insgesamt jedenfalls nicht mehr von einem Bagatellunfal-

lereignis auszugehen, sondern vielmehr von einer Heftigkeit der Kollision, die 

nicht mehr im unerheblichen Bereich liegt.  

2.4. Entsprechend der Beweislast wurde dem Kläger 1 sodann der Haupt-

beweis dafür auferlegt, dass die Schmerzen am linken Hemithorax, sofern diese 

- 42 - 

über gelegentliche, von der Stimmungslage abhängige Schmerzen hinausgehen, 

die Schmerzen an der linken oberen Extremität (Oberarm und Schulterbereich), 

im linken Unterarm (Ellbogenbereich sowie unterhalb des Ellbogens), die post-

traumatische Störung der körperlichen Belastbarkeit sowie die Atembeschwerden 

einzig auf den Unfall vom 20. November 1991 zurückzuführen sind und dass er 

seit dem Unfall vom 20. November 1991 für den Beruf eines Autospenglers und 

Automechanikers vollständig arbeitsunfähig ist. Als Beweismittel des Klägers 1 

abgenommen wurden dazu der Austrittsbericht Kantonsspital Winterthur vom 

6. Januar 1992, das Gutachten PD Dr. AD._____ vom 10 August 1999, der Be-

richt Neurochirurgische Klinik Dr. AF._____, der Bericht des Kantonsspitals Win-

terthur vom 28. April 2009, der Bericht des Kantonsspitals Winterthur vom 24. Ja-

nuar 1992, die kreisärztliche Untersuchung, das Gutachten Dr. AE._____, der Be-

richt Neurochirurgische Klinik Dr. AF._____, der Bericht des Kantonsspital 

St. Gallen vom 15. März 1994 sowie sämtliche bildgebenden Darstellungen des 

Klägers 1 bei der SUVA … und bei Dr. AA._____ und ein interdisziplinäres medi-

zinisches Gutachten. Zum Gegenbeweis der Beklagten 1 in Bezug auf die Ar-

beitsunfähigkeit als Autospengler und Automechaniker des Klägers 1 abgenom-

men wurden zusätzlich das Befragungsprotokoll vom 21. Januar 2005, der Ob-

servationsbericht AP._____ AG, die Videoaufnahmen zur Observation AP._____ 

AG und insbesondere speziell angeführte Sequenzen daraus, ebenfalls ein medi-

zinisches Gutachten sowie die Zeugenaussagen von AQ._____, L._____, 

AR._____, AS._____ und AT._____. Der Beklagten 1 wurde ferner entsprechend 

ihren Behauptungen zu den natürlich kausalen Folgen des ersten Unfalles in Be-

zug auf die Gesundheit des Klägers 1 und seine Arbeitsfähigkeit der Gegenbe-

weis insbesondere dafür auferlegt, dass der Erstunfall lediglich eine vorüberge-

hende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt hätte, dass er keine bleibende 

Einschränkung in der handwerklichen Arbeitsverrichtung nach sich zog, dass der 

Kläger 1 vor dem zweiten Unfall vom 17. März 1994 namentlich mit Bezug auf 

kaufmännisch-administrative Tätigkeitsgebiete bzw. Berufsbereiche vollumfäng-

lich arbeitsfähig war, dass allfällige invalidisierende gesundheitliche Beeinträchti-

gungen nach dem zweiten Unfall vom 17. März 1994 ausschliesslich auf dieses 

Unfallereignis zurückzuführen sind und dass die berufliche Selbsteingliederung 

- 43 - 

des Klägers 1 - wie sie geplant und von diesem beabsichtigt gewesen wäre - nach 

dem ersten Unfall ohne die Folgen der weiteren Unfälle bis Ende 1995 abge-

schlossen gewesen wäre. Zum Gegenbeweis abgenommen wurden folgende 

Beweismittel: Kreisarztbericht vom 22. Dezember 1995, Bericht des leitenden Arz-

tes SUVA-Unfallmedizin vom 14. Januar 2000, Observationsbericht AP._____ 

AG, Videoaufnahmen zur Observation der AP._____ AG, Bericht BB._____ vom 

25. Februar 1994 sowie ein medizinisches Gutachten. Die vom Kläger 1 zum Ge-

gengegenbeweis angerufenen Beweismittel wurden bereits zum Hauptbeweis ab-

genommen (vgl. bezüglich der im Einzelnen zu den jeweiligen Beweissätzen ab-

genommenen Beweismitteln inkl. Aktenstelle den Beweisabnahmebeschluss vom 

11. März 2013, act. 67).  

2.5. In Bezug auf den 2. Unfall wurde dem Kläger 1 weiter der Hauptbeweis 

dafür auferlegt, dass die geltend gemachte, eingeschränkte Beweglichkeit im Na-

ckenbereich, die starken Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindelattacken, Ge-

dächtnis- und Konzentrationsstörungen, starke psychische Stimmungsschwan-

kungen und die Verschlechterung des Gehörs einzig auf den zweiten Unfall vom 

17. März 1994 zurückzuführen sind sowie dass er seit dem zweiten Unfall vom 

17. März 1994 generell auch für jeden anderen Beruf vollständig arbeitsunfähig 

ist. Weiter wurde dem Kläger 1 der Beweis dafür auferlegt, dass der zweite Unfall 

vom 17. März 1994 allfällige aus dem Unfall vom 20. November 1991 resultieren-

den Beschwerden zusätzlich verstärkt und den Heilungsprozess derselben ent-

sprechend vermindert hat sowie dass sich der durch den ersten Unfall vom 

20. November 1991 verursachte Gesundheitszustand auf die aus dem zweiten 

Unfall vom 17. März 1994 herrührenden Beschwerden ausgewirkt und diese ver-

schlimmert hat. Als Beweismittel des Klägers 1 abgenommen wurden das Gut-

achten vom 10. August 1999 von PD Dr. AD._____, der Arztbericht Rheumaklinik 

Leukerbad, das Protokoll Besprechung SUVA vom 2. Juni 1992, das neurologi-

sche/verhaltenspsychologische Gutachten Dr. med AE._____ vom 1. November 

1995, der Bericht von Dr. AL._____, das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 

AC._____ vom 10. Juli 1998, der Bericht von Dr. AM._____, der Austrittsbericht 

vom 9. Oktober 2007 der Klinik St. Katharinental, SUVA-Akten 43 Bericht vom 

18. August 1993, Bericht KSSG vom 15. März 1994, sämtliche bildgebenden Dar-

- 44 - 

stellungen des Klägers 1 bei der SUVA … und bei AA._____, ein interdisziplinä-

res medizinisches Gutachten sowie die Zeugenaussage von AJ._____ und die 

persönliche Befragung der Klägerin 2. Als Gegenbeweismittel der Beklagten 2 

abgenommen wurde zusätzlich der Austrittsbericht der Rheuma- und Rehabilitati-

onsklinik Leukerbad an Dr. med. AA._____ vom 3. Januar 1995. Und auch die 

Beklagten 1 (bezüglich der Frage, ob der durch den ersten Unfall verursachte Ge-

sundheitszustand sich auf die aus dem zweiten Unfall vom 17. März 1994 herrüh-

renden Beschwerden ausgewirkt und diese verschlimmert hat) und 2 riefen zum 

Gegenbeweis ein interdisziplinäres medizinisches Gerichtsgutachten an.  

Hinsichtlich des natürlichen Kausalzusammenhangs betreffend die vom Klä-

ger 1 vorgebrachten kognitiven Beeinträchtigungen wurde diesem der Hauptbe-

weis dafür auferlegt, dass allfällige kognitive Beeinträchtigungen (Hirnfunktions-

störungen) mit Persönlichkeitsveränderungen gleichermassen sowohl auf den 

ersten Unfall vom 20. November 1991 als auch auf den zweiten Unfall vom 

17. März 1994 zurückzuführen sind. Als Beweis dazu abgenommen wurden das 

neurologische/verhaltenspsychologische Gutachten Dr. med AE._____ vom 

1. November 1995, das psychiatrische Gutachten Dr. Med. AC._____ vom 10. Juli 

1998, das Gutachten vom 10. August 1999 von PD Dr. AD._____ sowie sämtliche 

bildgebenden Darstellungen des Klägers 1 bei der SUVA … und bei Dr. AA._____ 

und ein interdisziplinäres medizinisches Gerichtsgutachten. Zusätzlich wurden als 

Gegenbeweismittel der Beklagten 1 und 2 abgenommen der Bericht des SUVA-

Inspektors vom 2. Juni 1992, der Kreisarztbericht vom 25. August 1992, der Ab-

klärungsbericht SUVA Arbeitsmedizin vom 7. Oktober 1992, Attest Dr. AG._____ 

vom 17. November 1992, Kreisarztbericht vom 2. Juni 1994, Bericht des leitenden 

Arztes SUVA-Unfallmedizin vom 8. Januar 1997, Bericht des leitenden Arztes 

SUVA-Unfallmedizin vom 14. Januar 2000, das Zeugnis von Dr. med. AA._____ 

vom 14. Juni 1994 sowie der Brief Dr. med. AA._____/Rheuma- und Rehabilitati-

onsklinik Leukerbad vom 26. September 1994.  

In Bezug auf die ebenfalls zum Beweis verstellten Behauptungen zu den 

Schulterbeschwerden mit zeitweiser Schmerzausstrahlung in den rechten Arm, 

mit Kribbelparästhesien und einhergehenden Krämpfen können hingegen Weite-

- 45 - 

rungen unterbleiben, zumal gemäss den obigen Erwägungen der rechtsgenügen-

de Beweis, dass diese körperlichen Beeinträchtigungen ebenfalls bestehen, nicht 

erbracht werden konnte. Darüber hinaus wurde der Beklagten 2 gestützt auf ihre 

Sachverhaltsdarstellungen insbesondere der Gegenbeweis dafür auferlegt, dass 

der zweite Unfall vom 17. März 1994 keine bleibenden, invalidisierenden Ge-

sundheitsschäden zur Folge hatte und beim Kläger 1 nicht zu einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit geführt hat sowie dass allfällige bleibenden und bestehenden 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die anderen Unfallereignisse (Unfall 1, 3 

und 4) zurückzuführen sind. Dazu als Gegenbeweismittel abgenommen wurden 

das Arztzeugnis UVG von Dr. med. AA._____ vom 14. Juni 1994, der Brief von 

Dr. med. AA._____/Rheuma- und Rehabilitationsklinik Leukerbad vom 26. Sep-

tember 1994, Bericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Leukerbad vom 

3. Januar 1995, Bericht von Dr. med. AC._____ vom 8. Juli 1998 sowie ein inter-

disziplinäres medizinisches Gutachten. Als Gegengegenbeweismittel rief der Klä-

ger 1 nur bereits zum Hauptbeweis abgenommene Beweismittel an (vgl. bezüg-

lich der im Einzelnen zu den jeweiligen Beweissätzen abgenommenen Beweismit-

teln inkl. Aktenstelle den Beweisabnahmebe