# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80d78919-57f8-5403-8eab-56a890e68d4a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2010 D-6580/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6580-2010_2010-10-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6580/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...),
Irak,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Tim Walker, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 11. August 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6580/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  am  4. April 2008  illegal  in  die  Schweiz 
einreiste und am selben Tag ein erstes Asylgesuch stellte,

dass  das  BFM  am  17. April  2008  im  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum  (EVZ)  B._______  die  Personalien  des  Beschwerdeführers 
aufnahm und ihn summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen 
für das Verlassen des Heimatlandes befragte, um ihn am 15. Juni 2009 
einlässlich zu den Asylgründen anzuhören,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  des  Asylgesuches  im 
Wesentlichen geltend machte, er sei in C._______ geboren und habe 
dort bis zu seiner am 10. März 2008 erfolgten Ausreise aus dem Irak 
gelebt (vgl. act. A1 S. 1 Ziff. 1.10 und Ziff. 3),

dass er während der letzten drei oder vier Jahre vor seiner Ausreise in 
einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet habe,

dass  er  und  seine  beiden  Brüder  verschiedentlich  Briefe  mit  Mord-
drohungen erhalten hätten,

dass  Terroristen  seinen  Bruder  D._______  Anfang  Februar  2008 
ermordet hätten,

dass er aus Angst, dasselbe Schicksal zu erleiden, seine Tätigkeit im 
Lebensmittelgeschäft eingestellt habe,

dass - nachdem er den Lebensmittelladen am 25. Februar 2008 wieder 
einmal  aufgesucht  habe  -  die  besagten  Terroristen  dort  aufgetaucht 
seien und ihn hätten entführen wollen,

dass  wenig  später  Polizisten  erschienen  seien,  woraufhin  die 
Terroristen die Flucht ergriffen hätten,

dass er sich in der Folgezeit zuhause versteckt habe,

dass sein Bruder E._______ schliesslich für ihn die heimliche Ausreise 
aus seiner Heimat organisiert habe,

dass am 10. August 2009 ein vom BFM beauftragter Experte ein Tele-
fongespräch mit dem Beschwerdeführer durchführte, aufgrund dessen 

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er am 26. August 2009 eine Herkunftsbestimmung vornahm (LINGUA-
Analyse),

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  22. Oktober  2009  - eröffnet  am 
24. Oktober 2009 - gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf das erste Asylgesuch des 
Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz 
sowie den Vollzug anordnete,

dass  der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid am 31. Oktober 
2009  (Poststempel)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  er-
hob,

dass  er  in  besagter  Beschwerde  erstmals  -  und  einzig  -  geltend 
machte,  homosexuell  und deswegen im Irak  an Leib  und Leben ge-
fährdet zu sein,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 4. November 2009 
auf die Beschwerde zufolge verspäteter Einreichung nicht eintrat,

dass  der  Beschwerdeführer  am  16. Dezember  2009  mittels  seines 
Rechtsvertreters ein zweites Asylgesuch einreichte,

dass er dabei - unter Beifügung der im Rahmen des ersten Asylver -
fahrens  verspätet  eingereichten  Beschwerdeschrift  vom  31. Oktober 
2009 - erneut geltend machte, er sei homosexuell und fürchte im Irak 
deshalb um sein Leben,

dass das BFM am 30. Juli 2010 unter Beizug eines Männerteams eine 
ergänzende Anhörung des Beschwerdeführers durchführte,

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen geltend machte, er 
sei  in  C._______  geboren,  wo  er  die  ersten  sechs  Jahre  seines 
Lebens zugebracht habe,

dass  seine  Familie  und  er  alsdann  von  1993  bis  März  2003  in 
F._______ gelebt hätten,

dass er zwischen März 2003 und seiner anfangs März 2008 erfolgten 
Einreise in die Schweiz in C._______ gelebt und dort eine mehrjährige 
sexuelle Beziehung zu einem Mann unterhalten habe,

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dass seine Geschwister im Zusammenhang mit seiner Homosexualität 
gewisse Verdachtsmomente gegen ihn gehegt hätten,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  11. August  2010  -  eröffnet  am 
13. August 2010 - feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht-
lingseigenschaft nicht, dessen zweites Asylgesuch ablehnte, die Weg-
weisung  aus  der  Schweiz  verfügte  und  ihn  -  unter  Androhung  von 
Zwangsmitteln im Unterlassungsfall - aufforderte, die Schweiz bis zum 
29. September 2010 zu verlassen,

dass  der  Beschwerdeführer  am  13. September  2010  durch  seinen 
Rechtsvertreter gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht einreichte, worin er beantragte, es sei ihm Asyl, even-
tualiter die vorläufige Aufnahme zu gewähren; subeventualiter sei die 
Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,

dass er im Weiteren beantragte, es sei der vorliegenden Beschwerde 
die aufschiebende Wirkung zu gewähren, ein zweiter Schriftenwechsel 
nach Eingang  der  Stellungnahmen der  übrigen  Verfahrensbeteiligten 
durchzuführen,  eine mündliche und öffentliche Verhandlung durchzu-
führen und eine angemessene Parteientschädigung für das Verfahren 
vor der Vorinstanz zuzusprechen,

dass er schliesslich um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021) ersuchte,

dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit 
Zwischenverfügung  vom  21. September  2010  das  Gesuch  um  Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
und 2  VwVG abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis zum 
6. Oktober 2010 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu leisten, ver-
bunden  mit  der  Androhung,  auf  die  Beschwerde  werde  nicht  ein-
getreten, wenn der Kostenvorschuss innert Frist nicht bezahlt werde,

dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss am 5. Oktober 2010 
einzahlte,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
grundsätzlich  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  1  AsylG  sowie  Art.  105 
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass bei dieser Sachlage der (nicht näher begründete) Antrag in der 
Beschwerde,  es  sei  nach  Eingang  der  Stellungnahmen  der  übrigen 
Verfahrensbeteiligten ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen (vgl. 
Beschwerde S. 2/ I. Ziff. 5), abzuweisen ist,

dass  das  Verfahren  vor  den  Schweizer  Asylbehörden  grundsätzlich 
schriftlich  geführt  wird  und  der  Sachverhalt  aufgrund  der  Aktenlage 

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hinreichend  erstellt  ist,  weshalb  vorliegend  keine  Veranlassung  be-
steht, eine mündliche und öffentliche Verhandlung durchzuführen,

dass  der  diesbezügliche  Verfahrensantrag  (vgl.  Beschwerde  S.  2/  I.  
Ziffer 6) deshalb ebenfalls abzuweisen ist,

dass auf den weiteren Antrag des Rechtsvertreters, es sei ihm für das 
erstinstanzliche  Verfahren  eine  angemessene  Parteientschädigung 
auszurichten (vgl. Beschwerde S. 2 i.V.m. S. 4 f.), mangels sachlicher 
Zuständigkeit nicht einzutreten ist,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer poli tischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben hält (Art. 7 Abs. 2 AsylG), 

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 
AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung überzeugend dargelegt 
hat,  weshalb  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Aus-
reisegründe den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu 
genügen vermögen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  zunächst  die  Einschätzung  der 
Vorinstanz teilt, wonach die Homosexualität im Nordirak keinen Straf-
tatbestand darstellt,

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dass in diesem Zusammenhang aufgrund der Akten auch keine Hin-
weise  bestehen,  dass  der  Beschwerdeführer  wegen  seiner  angeb-
lichen  Homosexualität  irgendwelche  behördlichen  Anstände  gehabt 
hätte,

dass  die  irakische  Gesellschaft  zur  Frage  der  Homosexualität  zwar 
eine eher  konservative Haltung vertritt,  was im Ergebnis  dazu führt, 
dass  homosexuelle  Beziehungen  in  der  Öffentlichkeit  tabuisiert 
werden,

dass der  Beschwerdeführer  letztere  Einschätzung durch die  persön-
liche Aussage anlässlich seiner Anhörung durch das BFM am 30. Juli 
2010 bekräftigt hat, er könne nicht ausführlich über seine diesbezüg-
liche  Beziehung  zu  einem  Mann  sprechen,  da  dies  im  irakischen 
Kontext nicht üblich sei,

dass angesichts des Gesagten indessen aber auch nicht ersichtlich ist, 
inwiefern der Beschwerdeführer in  der Vergangenheit  im öffentlichen 
Leben als Homosexueller hätte wahrgenommen werden sollen,

dass im Ergebnis auch die Langjährigkeit seiner angeblichen intimen 
Beziehung zu einem anderen Mann ohne erkennbare relevante  Dis-
kriminierungen  dafür  zu  sprechen  scheint,  dass  er  im  Irak  in  der 
Öffentlichkeit  keinen  Verdacht  geweckt  haben  dürfte,  homosexuell 
veranlagt zu sein,

dass vor diesem Hintergrund auch keine Veranlassung zur Annahme 
besteht,  er  könnte  in  Zukunft  in  einen entsprechenden Verdacht  ge-
raten,

dass seine diesbezüglichen Vorbringen deshalb die Anforderungen für 
die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen,

dass  letztlich  auch  gewisse  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  seiner 
Homosexualität aufkommen, da er diese bei seiner Anhörungen durch 
die  schweizerischen  Asylbehörden  im  Rahmen  des  ersten  Asylver-
fahrens mit keinem Wort erwähnt hat,

dass  auch  die  auf  Seite  3  der  Beschwerde  vom  31. Oktober  2009 
enthaltene  Aussage  des  Beschwerdeführers,  Flüchtlinge  in  der 
Schweiz hätten ihn dahingehend informiert, Iraker bekämen hier sofort 

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Asyl  -  man  müsse  nur  eine  Geschichte  erzählen  -  nicht  zu  seiner 
generellen Glaubwürdigkeit beiträgt,

dass  deshalb  auch  gewisse  Zweifel  an  der  Plausibilität  der  Be-
hauptung des Beschwerdeführers bestehen, er habe aus Scham nicht 
früher über seine Homosexualität sprechen können,

dass das BFM demnach das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu 
Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der 
Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu  Recht  an-
geordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrecht lich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-

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halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im  Sinne  von  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
ersichtlich sind, die ihm im Nordirak droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die im Rahmen des ersten Asylverfahrens durchgeführte Sprach- 
und Herkunftsanalyse LINGUA eindeutig darauf hinweist, dass der Be-
schwerdeführer - entgegen seinen Aussagen im ersten und im zweiten 
Asylverfahren  -  weder  aus  C._______  stammt  noch  dort  sozialisiert 
worden  ist,  sondern  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  aus  der  Region 
F._______ stammt,

dass der Rechtsvertreter denn auch im Rahmen des zweiten Asylver-
fahrens auf  Beschwerdeebene einräumt,  dass der Beschwerdeführer 
aus der im Nordirak gelegenen Provinz F._______ stammt, gleichzeitig 
aber  behauptet,  sein  Mandant  habe  seit  langem  und  bis  zu  seiner 
Flucht  aus  dem  Irak  (im  Jahre  2008)  in  C._______  gelebt  (vgl. 
Beschwerde S. 3),

dass  er  diese  Behauptung  mit  der  These  zu  stützen  versucht,  die 
meisten  Menschen  sprächen  nicht  den  Dialekt  ihres  Wohnortes  im 
Erwachsenenalter, sondern denjenigen ihrer Kindheit und Jugend, den 
sie oft  auch noch nach Jahrzehnten in einer anderen Sprachgegend 
konservieren würden,

dass  entsprechend  im  vorliegenden  Verfahren  bei  der  Prüfung  der 
Frage  der  Prüfung  eines  Wegweisungsvollzugs  auf  die  Situation  in 
C._______  (Zentralirak)  und  nicht  auf  jene  im  Nordirak  abgestellt 
werden dürfe,

dass indessen gerade die im Rahmen der Lingua-Analyse offenbarten 
gravierenden  Wissenslücken  des  Beschwerdeführers  zur  Stadt 
C._______  dessen  Behauptung  widerlegen,  längere  Zeit  und  ins-
besondere in den Jahren unmittelbar vor seiner Ausreise in C._______ 
gelebt zu haben,

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dass im Falle des Beschwerdeführers deshalb davon auszugehen ist,  
dass er nicht nur aus dem Nordirak stammt, sondern auch die über-
wiegende Zeit seines Lebens dort verbracht hat,

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat-  beziehungsweise  Her-
kunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine 
konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr in den Nordirak schlies-
sen lassen,

dass in F._______ insbesondere mehrere Onkel und Tanten des Be-
schwerdeführers leben (vgl. act. B13 S. 6 Antworten 45 und 49), womit 
er  im Nordirak auch über ein soziales Beziehungsnetz verfügt,  wes-
halb der Vollzug der Wegweisung vorliegend als zumutbar zu erachten 
ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG),

dass die Verfahrenskosten durch den am 6. Oktober 2010 geleisteten 
Kostenvorschuss  in  Höhe  von  Fr. 600.--  gedeckt  und  mit  diesem zu 
verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit  darauf  eingetreten werden 
kann.

2.
Das Gesuch um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels  wird 
abgewiesen.

3.
Das Gesuch um Durchführung einer mündlichen und öffentlichen Ver-
handlung wird abgewiesen.

4.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Diese  sind  durch  den  am  6. Oktober  2010  geleisteten 
Kostenvorschuss in selber Höhe gedeckt und werden mit diesem ver-
rechnet.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr. N  (...)  (in 

Kopie)
- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Philipp Reimann

Versand: 

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