# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fae1fd7f-096b-5f92-be9a-46d60b6c2039
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.12.2014 200 2013 810
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-810_2014-12-18.pdf

## Full Text

200 13 810 KV
KNB/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 18. Dezember 2014

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Sansan Versicherungen AG 
Versicherungsrecht, Postfach, 8081 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 24. Juli 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1986 geborene und im Kanton Bern wohnhafte A.________ (nachfol-
gend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist bei der Sansan Versiche-
rungen AG (nachfolgend Sansan bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch 
krankenpflegeversichert (Akten der Sansan [act. II] 1; 28). 

Im Oktober 2011 reiste die schwangere Versicherte zu ihren Eltern nach ... 
(act. II 5; 25), wo sie am 18. Januar 2012 gebar (act. II 16). Im Juni 2012 
reichte sie der Sansan diverse Rechnungen ein (act. II 8; 12 ff.) und bean-
tragte mit der Begründung, die Geburt sei notfallmässig erfolgt, die Über-
nahme der Entbindungskosten, was die Sansan in der Folge formlos ab-
lehnte (act. II 18 f.). Damit war die Versicherte nicht einverstanden, worauf-
hin die Sansan sie aufforderte, zwecks nochmaliger Prüfung des geltend 
gemachten Leistungsanspruchs weitere Unterlagen einzureichen (act. 
II 22), was indes unterblieb. In der Folge verneinte die Sansan mit Verfü-
gung vom 6. Mai 2013 (act. II 23) einen Anspruch auf Versicherungsleis-
tungen mit der Begründung, aus den eingereichten Unterlagen gehe nicht 
rechtsgenüglich hervor, dass die Geburt in ... notfallmässig erfolgt bzw. 
dass es der Versicherten nicht möglich gewesen sei, Ende Dezember 2011 
die Rückreise in die Schweiz anzutreten. Die dagegen gerichtete Einspra-
che wies die Sansan – nachdem sie bei Dr. med. C.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, einen vertrauensärztlichen Bericht einge-
holt hatte (act. II 27) – mit Entscheid vom 24. Juli 2013 (act. II 28) ab. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsanwalt 
D.________, mit Eingabe vom 16. September 2013 Beschwerde erheben 
und folgende Rechtsbegehren stellen: 

1. Es seien die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. Mai 2013 sowie 
der Einspracheentscheid vom 24. Juli 2013 aufzuheben. 

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2. Es seien die Kosten der Beschwerdeführerin im Bezug auf die Ende 2011 
in ... vorgenommene Entbindung von der Beschwerdegegnerin zu erstat-
ten und die gesetzlich geschuldeten Leistungen aus KVG zu erbringen.

3. Es sei der Beschwerdeführerin eine Nachfrist zur Einreichung eines Arzt-
berichts des behandelnden Arztes zu gewähren, welcher zum vertrau-
ensärztlichen Bericht der Sansan vom 18. Juni 2013 Stellung nimmt und 
Angaben enthält, weshalb die Beschwerdeführerin wegen des Paniksyn-
droms nicht medikamentös behandelt werden konnte.

4. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Sachverhalts-
abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - 

In der Begründung macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen gel-
tend, zu der für den 28. Dezember 2011 bereits gebuchten Rückreise in die 
Schweiz sei es nicht gekommen, weil sie unverhofft erkrankt sei und unter 
Panikattacken gelitten habe, was vom Neurologen E.________ im Bericht 
vom 14. November 2011 (act. II 6 f.) attestiert worden sei. Soweit die San-
san gestützt auf die Beurteilung ihres Vertrauensarztes vom 18. Juni 2013 
(act. II 27) vorbringe, die Beschwerdeführerin habe sich infolge der von ihr 
geltend gemachten Panikattacken nicht behandeln lassen, weshalb auch 
keine Behandlungsbedürftigkeit bestanden habe, sei dem entgegenzuhal-
ten, dass eine solche Behandlung aufgrund der damit verbundenen 
schwangerschaftsbedingten Komplikationen „schlicht und ergreifend“ un-
möglich gewesen sei. Im Übrigen erschöpften sich die vertrauensärztlichen 
Ausführungen in theoretischen Annahmen, soweit er geltend mache, Pa-
nikattacken würden nur bei Personen mit entsprechender Persönlichkeit 
auftreten. Es sei somit erstellt, dass die Beschwerdeführerin nicht reise-
fähig gewesen sei, weshalb der Notfallbegriff im Sinne von Art. 36 Abs. 2 
KVV erfüllt sei und demnach ein Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen 
nach KVG bestehe. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin vor dem 
Rückflug mit einer Sachbearbeiterin der Sansan gesprochen; diese habe 
sich mit dem geplanten Vorgehen einverstanden erklärt und die Übernah-
me der Kosten zugesichert. Auch deshalb seien die Kosten der Entbindung 
in ... zu übernehmen. 

Am 15. Oktober 2013 reichte die Beschwerdeführerin ein Attest von 
E.________ vom 8. Oktober 2013 inklusive Übersetzung zu den Akten (Ak-
ten der Beschwerdeführerin [act. I] 4). Gleichzeitig hielt sie fest, es sei dar-
auf hinzuweisen, dass E.________ damals der einzige behandelnde Arzt 

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gewesen sei, welcher den damaligen Zustand der Beschwerdeführerin ha-
be beurteilen können. Sofern das Gericht zur Auffassung gelange, der 
Sachverhalt sei nicht hinreichend erstellt, würden die folgenden Beweisan-
träge gestellt: 

1. Es seien sämtliche bei Herrn Dr. med. E.________, ... vorhandenen, im 
Bezug auf den vorliegenden Fall relevanten Patientenakten betreffend die 
Beschwerdeführerin gerichtlich zu edieren.

2. Eventualiter sei Dr. med. E.________ als Zeuge einzuvernehmen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. November 2013 wies der Instrukti-
onsrichter die Beweisanträge der Beschwerdeführerin mit der Begründung 
vorläufig ab, zunächst sei eine Beschwerdeantwort einzuholen. Es bleibe 
der Beschwerdeführerin jedoch unbenommen, die entsprechenden Akten 
bei ihrem Arzt in ... selber einzuverlangen. Sodann habe die Beschwerde-
gegnerin in der Beschwerdeantwort auch mitzuteilen, welche Kosten sie für 
eine Entbindung in der Schweiz – im Vergleich zu den offenbar streitigen 
Fr. 4‘052.-- – hätte übernehmen müssen. Sodann sei ebenfalls zu prüfen, 
ob anstelle der Beschwerdeantwort eine Wiedererwägung zu erfolgen ha-
be. 

Mit Beschwerdeantwort vom 26. November 2013 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. In der Begründung 
bringt sie hauptsächlich vor, ein objektiv ausgewiesener Bedarf an medi-
zinscher Behandlung müsse mit Blick auf die Stellungnahme des Vertrau-
ensarztes bezweifelt werden. Ebenso scheine die Beschwerdeführerin kein 
subjektives Verlangen nach medizinischer Behandlung gehabt zu haben, 
habe sie doch keinerlei medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Zudem 
sei ein Paniksyndrom in der Schwangerschaft gemäss Ausführungen von 
Dr. med. C.________ untypisch. Im Weiteren beständen an dem durch die 
Beschwerdeführerin geltend gemachten Notfall erhebliche Zweifel, nicht 
zuletzt deshalb, weil die Beschwerdeführerin mit Stellungnahme vom 
15. Oktober 2013 neu vorbringe, sie sei aufgrund von Depressionen in neu-
rologischer Behandlung gewesen. Zudem bleibe unklar, inwiefern allfällige 
Depressionen einen Einfluss auf die Flugfähigkeit gehabt haben sollen. Im 
Übrigen hätten die geltend gemachten Panikattacken durch einen Facharzt 

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der Psychiatrie diagnostiziert werden müssen. Es sei zu bezweifeln, dass 
sich ein Neurologe sechs Wochen vor einer allfälligen Rückreise basierend 
auf einer möglichen psychiatrischen Erkrankung zur Frage der Flugfähig-
keit des Patienten kompetent zu äussern vermöchte. Die Stellungnahme 
von E.________ vom 14. November 2011 genüge somit keinesfalls, um 
auch nur glaubhaft zu machen, die Beschwerdeführerin sei am 28. Dezem-
ber 2011 flugunfähig gewesen. Ferner sei es zwar grundsätzlich denkbar, 
dass die Beschwerdeführerin wenn auch nicht an einem (ohne medika-
mentöse Therapie nicht beherrschbaren) Paniksyndrom, so doch an einer 
Panikreaktion gelitten habe. Selbst wenn dies der Fall gewesen sein sollte, 
würde eine Panikreaktion – gemäss Vertrauensarzt – nicht eine über länge-
re Zeit dauernde Flugunfähigkeit nach sich ziehen. Sofern zum Diagnose-
zeitpunkt am 11. November 2011 eine Panikreaktion vorgelegen haben 
sollte, vermöchte dies nicht die geltend gemachte Flugunfähigkeit vom 
28. Dezember 2011 zu begründen, weshalb der Notfallbegriff nicht „ausge-
wiesen“ sei. Schliesslich hielt die Beschwerdegegnerin in Beantwortung der 
mit prozessleitender Verfügung vom 5. November 2013 verlangten Aus-
kunft fest, eine vergleichbare Entbindung in der Schweiz würde sich auf 
Fr. 4‘272.-- belaufen. Indessen sei darauf hinzuweisen, dass nach bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung bei Auslandbehandlungen kein Leistungsan-
spruch in dem Umfang bestehe, wie Kosten im Rahmen von Behandlungen 
in der Schweiz angefallen wären.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. März 2014 forderte der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht 
sowie auf die in der Eingabe vom 15. Oktober 2013 gestellten Beweisan-
träge auf, die Patientenakten bei E.________ einzuverlangen. 

Mit Stellungnahme vom 17. Juli 2014 reichte die Beschwerdeführerin einen 
Bericht von E.________ vom 15. Juli 2014 (inkl. Übersetzung [act. I 6 f.]) 
ein. Dabei hielt sie im Wesentlichen fest, die Patientenakten hätten nicht 
„verfügbar gemacht“ werden können. Aufgrund des eingereichten Berichts 
sei jedoch erstellt, dass die (im November und Dezember 2011 behandelte) 
Beschwerdeführerin flugunfähig gewesen sei. Mit dem Bericht seien zu-
mindest hinreichende Indizien, welche die vertrauensärztliche Position in 
Frage stellten, vorhanden. Rechtsprechungsgemäss sei deshalb – sollte 

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das Gericht zur Auffassung gelangen, die Sache sei nicht spruchreif – 
zwingend eine Stellungnahme bei einem externen Spezialisten einzuholen. 

Mit Stellungnahme vom 11. August 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an 
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Zudem reichte sie einen 
Bericht von Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, vom 6. August 2014 (act. II 29) ins Recht. Sie macht im Wesentli-
chen geltend, die Beschwerdeführerin widerspreche sich, indem sie nun-
mehr behaupte, in den Monaten November und Dezember 2011 medika-
mentös gegen die Folgen der Panikstörung behandelt worden zu sein. Ge-
he man jedoch davon aus, dass die medikamentöse Behandlung stattge-
funden habe, so sei aus medizinischer Sicht die Rückreise in die Schweiz 
am 28. Dezember 2011 durchaus möglich und zumutbar gewesen. 
Gemäss medizinischer Stellungnahme von Dr. med. F.________ handle es 
sich bei der geltend gemachten Medikation um eine zweckmässige Be-
handlung, welche dem medizinischen Standard entspreche und auch im 
letzten Trimenon der Schwangerschaft nicht kontraindiziert sei. In Anbe-
tracht dessen, dass die Beschwerdeführerin geltend mache, die Medikation 
habe im November und Dezember 2011 stattgefunden, sei die Medikation 
von der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der geplanten Rückreise genü-
gend lang eingenommen worden, womit diese die angstlösende und stim-
mungsaufhellende Wirkung haben entfalten können. Gehe man vom Um-
stand aus, die medikamentöse Behandlung habe nicht stattgefunden, sei 
darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin eine Schadenminde-
rungspflicht treffe. Indem sie u.a. geltend mache, sie habe sich auf Grund 
der Schwangerschaft keiner medikamentösen Behandlung unterziehen 
können, verstosse diese gegen die Schadenminderungspflicht.

Mit Eingabe vom 27. Oktober 2014 macht die Beschwerdeführerin mit Ver-
weis auf einen weiteren, dem Gericht am 28. Oktober 2014 gefaxten Be-
richt von E.________ vom 22. Oktober 2014 (inkl. Übersetzung [act. I 8]) 
geltend, die Beschwerdeführerin habe die verordneten Benzodiazepine 
mangels Verträglichkeit lediglich während vier Tagen zu sich nehmen kön-
nen. Aufgrund der Schwangerschaft seien Schwindel, Übelkeit und starke 
Schmerzen aufgetreten. In Anbetracht dessen habe die Medikation ge-
stoppt werden müssen. Entsprechend sei die verordnete Medikation entge-

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gen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht geeignet gewesen, die 
Flugfähigkeit der Beschwerdeführerin vor der Niederkunft herbeizuführen. 

Mit Eingabe vom 6. November 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an ih-
rem mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2013 gestellten Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde fest, wobei sie auf eine weitere Stellungnahme 
verzichtete.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet ausschliesslich der Einspracheentscheid 
vom 24. Juli 2013 (act. II 28). Soweit die Beschwerdeführerin die Aufhe-
bung der Verfügung vom 6. Mai 2013 (act. II 23) beantragt, ist auf die Be-
schwerde nicht einzutreten, da der Einspracheentscheid die Verfügung 
ersetzt (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 S. 412).

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Streitig und zu prüfen ist, ob ein Anspruch auf die Übernahme der Entbin-
dungskosten für die am 18. Januar 2012 in ... erfolgte Niederkunft der Be-
schwerdeführerin zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 
besteht. Die entsprechenden Kosten belaufen sich auf umgerechnet rund 
Fr. 4‘000.-- (act. II 8; 12 ff.; 23). Damit liegt der Streitwert unter 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kos-
ten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit 
und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Kran-
kenversicherung vom 18. März 1994 [KVG; SR 832.10]). Ferner übernimmt 
sie nach Art. 29 Abs. 1 KVG neben den Kosten für die gleichen Leistungen 
wie bei Krankheit die Kosten der besonderen Leistungen bei Mutterschaft. 
Gemäss Abs. 2 umfassen diese Leistungen die von Ärzten und Ärztinnen 
oder von Hebammen durchgeführten oder ärztlich angeordneten Kontroll-
untersuchungen während und nach der Schwangerschaft (lit. a), die Ent-
bindung zu Hause, in einem Spital oder einem Geburtshaus sowie die Ge-
burtshilfe durch Ärzte und Ärztinnen oder Hebammen (lit. b), die notwendi-
ge Stillberatung (lit. c) sowie die Pflege und den Aufenthalt des gesunden 
Neugeborenen, solange es sich mit der Mutter im Spital aufhält (lit. d).

2.2

2.2.1 Nach Art. 34 Abs. 1 KVG dürfen die Versicherer im Rahmen der 
obligatorischen Krankenpflegeversicherung keine anderen Kosten als die-
jenigen für die Leistungen nach den Art. 25-33 übernehmen. Der Bundesrat 
kann bestimmen, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung die 
Kosten von Leistungen nach den Art. 25 Abs. 2 oder 29 übernimmt, die aus 
medizinischen Gründen im Ausland erbracht werden. 

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2.2.2 Auf dieser Grundlage erliess der Bundesrat Art. 36 der Verordnung 
über die Krankenversicherung vom 27. Juni 1995 (KVV, SR 832.102). 
Gemäss dessen Abs. 1 bezeichnet das Departement nach Anhören der 
zuständigen Kommission die Leistungen nach Art. 25 Abs. 2 und 29 KVG, 
deren Kosten von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Aus-
land übernommen werden, wenn sie in der Schweiz nicht erbracht werden 
können. Ferner übernimmt nach Art. 36 Abs. 2 Satz 1 KVV die obligatori-
sche Krankenpflegeversicherung die Kosten von Behandlungen, die in Not-
fällen im Ausland erbracht werden. Ein Notfall liegt vor, wenn Versicherte 
bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt einer medizinischen Be-
handlung bedürfen und eine Rückreise in die Schweiz nicht angemessen 
ist (Satz 2). Kein Notfall besteht, wenn sich Versicherte zum Zwecke dieser 
Behandlung ins Ausland begeben (Satz 3).

2.2.3 Ein Notfall wird in der Regel durch eine plötzlich auftretende, nicht 
vorhersehbare Behandlungsnotwendigkeit ausgelöst. Kein Notfall liegt vor, 
wenn die Rückreise in gesundheitlicher Hinsicht möglich und ohne medizi-
nische Risiken ist. Die Angemessenheit richtet sich nach der Verhältnis-
mässigkeit, wobei auch nicht medizinische Aspekte zu berücksichtigen sind 
(Gebhard Eugster, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, 2010, 
Art. 34 S. 216 Rz. 8 mit Hinweisen).

2.3

2.3.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221).

2.3.2 Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersu-
chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungs-
last begriffsnotwendig aus, da es vorab Sache der verfügenden Behörde 

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ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Die 
Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in der Regel eine Be-
weislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst 
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich 
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 222).

Für eine anspruchsbegründende Tatsache liegt die objektive Beweislast bei 
der leistungsansprechenden Person (BGE 121 V 204 E. 6a S. 208).

2.3.3 Die einzelnen Umstände des geltend gemachten 
tatbestandsmässigen Geschehens sind von der versicherten Person 
glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie 
unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das 
Bestehen der anspruchsbegründenden Tatsachen als unglaubwürdig 
erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Sozialversicherers. 

Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelte Rechtsprechung ist 
analog auch mit Bezug auf den Nachweis der einen Notfall nach Art. 36 
Abs. 2 KVV geltend gemachten Umstände anzuwenden. 

3.

3.1 Hinsichtlich der Umstände der am 18. Januar 2012 in ... erfolgten 
Niederkunft der Beschwerdeführerin ergeben die Akten das folgende Bild:

3.1.1 Am 10. September 2011 (act. II 4) teilte Dr. med. G.________, 
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe FMH, der Beschwerdeführerin 
mit, ein Rückflug aus ... am 28. Dezember 2011 sei aus ärztlicher Sicht 
bedenkenlos. 

3.1.2 Im Bericht vom 14. November 2011 (act. II 6) hielt E.________, 
Neurologe, gemäss Übersetzung vom 28. November 2011 (act. II 7) 
Folgendes fest: „Ich habe A.________, 24, die unter Paniksyndrome[n] 
leidet untersucht. Sie befindet sich in Behandlung und kann sich nicht in 

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geschlossenen Räumen wie in Flugzeuge[n], Zimmer[n] usw. 
aufhalten/bleiben bis sie sich wieder von dieser Erkrankung erholt hat.“

3.1.3 Am 8. und 22. Juni 2012 (act. II 18 f.) teilte die Beschwerdegegnerin 
der Beschwerdeführerin formlos mit, dass betreffend die Geburt in ... kein 
Anspruch auf Übernahme der Kosten bestehe.

3.1.4 Am 25. Oktober 2012 (act. II 20) hielt Dr. med. G.________ fest, die 
Beschwerdeführerin habe am 18. Januar 2012 in ... geboren. Er bestätige 
hiermit, dass per Ende Januar 2012 am Spital H.________ eine Sectio 
caesarea (Kaiserschnitt) geplant gewesen sei. 

3.1.5 Mit Schreiben vom 8. April 2013 (act. II 22) forderte die Beschwer-
degegnerin die Beschwerdeführerin auf, zwecks Prüfung des geltend ge-
machten Leistungsanspruchs weitere Unterlagen einzureichen und u.a. 
anzugeben, welche Medikamente sie erhalten habe. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin die angeforderten Unterlagen nicht er-
halten hatte, erliess sie am 6. Mai 2013 (act. II 23) folgende Verfügung: 
„Aus den erhaltenen Unterlagen ist der Notfallbegriff nicht erfüllt. Es besteht 
kein medizinischer Grund, weshalb die Rückreise Ende Dezember 2011 
nicht hätte angetreten werden können. Es handelt sich um eine geplante 
Geburt in ..., für welche die Grundversicherung keine Kosten übernimmt, da 
es sich um keine Pflichtleistung handelt.“

3.1.6 In der dagegen gerichteten Einsprache (act. II 25) führte die Be-
schwerdeführerin aus, sie sei in ... unverhofft erkrankt, indem sie unter Pa-
nikattacken gelitten habe. E.________ habe der Beschwerdeführerin dar-
aufhin am 14. November 2011 ein Attest ausgestellt, wonach sie sich nicht 
in geschlossenen Räumen wie Zimmer, Flugzeugen etc. habe aufhalten 
können, da dies die Gefahr eines erneuten Auftretens von Paniksyndromen 
in sich geborgen hätte. Aufgrund der Schwangerschaft habe die Beschwer-
deführerin keine Medikamente zu sich nehmen können, welche ihr diesbe-
züglich hätten weiterhelfen können. Dadurch habe sie auch nicht in die 
Schweiz zurückfliegen können. Wenn die Beschwerdeführerin im Flugzeug 
Panikattacken gehabt hätte (wie dies voraussehbar gewesen sei) hätte dies 
zu einer Situation führen können, welche für sie wie auch für das ungebo-
rene Kind hätte gefährlich werden können. Die Entbindung in ... sei deshalb 

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als Notfall anzuerkennen und die Krankenkasse habe die entsprechenden 
Kosten zu übernehmen.

3.1.7 Mit vertrauensärztlichem Bericht vom 18. Juni 2013 (act. II 27) hielt 
Dr. med. C.________ im Wesentlichen fest, nach Rücksprache mit dem 
„Vertrauensarzt Psychiatrie“ sei das Arztzeugnis nicht glaubwürdig: So sei 
ein Paniksyndrom in der Schwangerschaft nicht typisch und wäre ohne 
medikamentöse Therapie nicht „handelbar“ gewesen. Eine Panikreaktion 
wäre möglich, jedoch als Ereignis bei entsprechender Persönlichkeit. Dazu 
gebe es aber keine Angaben. Der Beschrieb der Krankheit spreche gegen 
eine Panikreaktion. Eine akute Panikreaktion gehe schnell wieder vorbei 
und die Beschwerdeführerin wäre deswegen nicht über längere Zeit gene-
rell "flugunfähig" gewesen. Im Zeugnis werde erwähnt, dass sie sich nicht 
in geschlossenen Räumen wie in Flugzeugen, Zimmern usw. aufhal-
ten/bleiben könne. Sie müsse sich erst wieder von dieser Krankheit erho-
len. Dies würde zum Paniksyndrom passen, wäre aber eine sehr schwere 
Störung, da nicht einmal der Aufenthalt in Zimmern möglich wäre. Dies 
stehe im Widerspruch dazu, dass keine Behandlung durchgeführt worden 
sei. 

3.1.8 In der Beschwerde hielt die Beschwerdeführerin fest, eine medizini-
sche Behandlung der Panikattacken sei aufgrund der schwangerschaftsbe-
dingten Komplikationen „schlicht und ergreifend unmöglich“ gewesen. Sie 
habe triftige Gründe gehabt, sich nicht medikamentös behandeln zu lassen. 

3.1.9 Mit Bericht vom 8. Oktober 2013 hielt E.________ gemäss Überset-
zung (act. I 4) fest, die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage gewesen, 
eine lange Flugreise zu unternehmen, zumal sie im achten Monat schwan-
ger und aufgrund einer Depression in neurologischer Behandlung gewesen 
sei. Des Weiteren habe für das Baby ein Risiko bestanden. 

3.1.10 In der Beschwerdeantwort vom 26. November 2013 machte die Be-
schwerdegegnerin geltend, von Depressionen sei bisher nie die Rede ge-
wesen. Dass damals ein Bedarf an objektiver Behandlungsbedürftigkeit 
vorgelegen habe, sei zweifelhaft; sodann habe die Beschwerdeführerin 
keinerlei medizinische Hilfe in Anspruch genommen und damit offenbar 
auch kein entsprechendes subjektives Verlangen gehabt. 

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3.1.11 Mit Bericht vom 15. Juli 2014 (act. I 6) hielt E.________ gemäss 
Übersetzung (act. I 7) fest, er habe die Beschwerdeführerin im November 
und Dezember 2011 untersucht. Sie sei durch die Trennung der Eltern sehr 
erschüttert gewesen und habe sich bereits am Ende der Schwangerschaft 
befunden. Klinisch habe sich ein auffälliges Bild mit Ängsten, Unsicherheit 
und grossen Angstzuständen gezeigt, vor allem, wenn die Notwendigkeit 
angesprochen worden sei, das Flugzeug für die Rückreise in die Schweiz 
zu nehmen. Sie habe täglich Clonazepam und Paroxetin eingenommen. In 
Anbetracht der fortgeschrittenen Schwangerschaft habe er vorsichtig dar-
auf geachtet, keine stärkeren Medikamente zu verabreichen. Trotz der 
Massnahmen habe sie es nicht geschafft, die Panik vor dem Besteigen 
eines Flugzeuges zu überwinden. 

3.1.12 Im zu Handen der Beschwerdegegnerin verfassten Bericht vom 
6. August 2014 (act. II 29) hielt Dr. med. F.________ fest, gestützt auf die 
vorliegenden medizinischen Unterlagen sei überwiegend wahrscheinlich, 
dass die Beschwerdeführerin zum fraglichen Zeitpunkt an einer Anpas-
sungsstörung gelitten habe, wo intensive Ängste im Sinne von wiederkeh-
renden Panikattacken ein Bestandteil des klinischen Bildes gewesen seien. 
Ein „Paniksyndrom" sei keine gebräuchliche Bezeichnung. Da im klinischen 
Bild vor allem die ausgeprägten, teilweise situationsgebundenen Ängste 
(Flugreise) im Vordergrund gestanden hätten, und weil es der Beschwerde-
führerin angesichts der fortgeschrittenen Schwangerschaft nur begrenzt 
zumutbar gewesen sei, die Ängste zu überwinden, sei festzuhalten, dass 
aus medizinischer Sicht der geplante Rückflug am 28. Dezember 2011 
nicht möglich gewesen sei, ausser die Beschwerdeführerin habe zu diesem 
Zeitpunkt ausreichend lange die angstlösende Medikation eingenommen. 
Die Medikation mit Paroxetin und Clonazepam sei zweckmässig. Solche 
Medikation entspreche dem geltenden medizinischen Standard und sei bei 
einer Schwangerschaft, insbesondere im letzten Trimenon, nicht prinzipiell 
kontraindiziert. Eine Rückreise in die Schweiz wäre möglich gewesen, v.a., 
weil die fragliche Medikation zum Zeitpunkt der geplanten Rückreise von 
der Beschwerdeführerin ausreichend lange eingenommen worden sei, um 
ihre angstlösende und stimmungsaufhellende Wirkung zu entfalten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 14

3.1.13 Im Bericht vom 22. Oktober 2014 (act. I 8 f.) hielt E.________ 
gemäss Übersetzung fest, die Beschwerdeführerin habe im Verlauf der 
Schwangerschaft im Jahre 2011 während 4 Tagen Benzodiazepine zu sich 
genommen. Aufgrund der Schwangerschaft seien Schwindelgefühle, Übel-
keit und starke Schmerzen aufgetreten, weshalb er die Verabreichung der 
Medikamente habe stoppen müssen. 

3.2 Zunächst steht ausser Diskussion, dass kein Anwendungsfall von 
Art. 36 Abs. 3 KVV vorliegt. 

Unter dem Aspekt von Art. 36 Abs. 2 Satz 3 KVV (vgl. E. 2.2.2 vorne) 
spricht sodann die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sowohl den Hin- 
wie auch den Rückflug gebucht hat (act. II 5), vordergründig dagegen, dass 
sie sich zum Zwecke der Behandlung bzw. zur Niederkunft nach ... begab. 
In Anbetracht des Umstands jedoch, dass die Beschwerdeführerin die 
Rückreise zeitnah – mithin am 28. Dezember 2011 – zur gemäss Dr. med. 
G.________ per Ende Januar 2012 durch Kaiserschnitt geplanten Entbin-
dung (act. II 20) gebucht hat, stellt sich die Frage, ob sie damit eine Be-
handlung respektive die Entbindung in ... nicht zumindest in Kauf nahm, 
zumal eine Frau grundsätzlich weiss, dass insbesondere während des 
letzten Schwangerschaftsmonats eine vorzeitige Entbindung jederzeit 
möglich ist, woran auch die (nicht weiter begründete) Stellungnahme von 
Dr. med. G.________ vom 10. September 2011 (act. II 4) grundsätzlich 
nichts ändert. Die Frage, ob der Notfallbegriff bereits gestützt auf Satz 3 
der Bestimmung von 36 Abs. 2 KVV zu verneinen wäre, kann jedoch mit 
Blick auf die nachfolgenden Ausführungen offen bleiben. 

3.3 Dem Dargelegten zufolge (vgl. E. 2.2.2 f. vorne) setzt der Notfallbe-
griff gemäss Art. 36 Abs. 2 Satz 2 KVV bei einem vorübergehenden Aus-
landaufenthalt einen medizinischen Behandlungsbedarf sowie die Unan-
gemessenheit der Rückreise in die Schweiz voraus. 

3.4 Die Voraussetzung des bloss vorübergehenden Auslandaufenthalts 
ist bei einer gemäss e-Ticket-Beleg (act. II 5) vorgesehenen Aufenthalts-
dauer von gut zwei Monaten ohne weiteres erfüllt. 

Hinsichtlich des Bedarfs an medizinischer Behandlung folgt aus den Be-
richten des Neurologen E.________, dass die Beschwerdeführerin in ... an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 15

psychischen Störungen litt, welche jener unterschiedlich einem Paniksyn-
drom (act. II 7) respektive einer Depression zuschrieb (act. I 4). Während 
dem der Vertrauensarzt der Beschwerdeführerin die Ausgewiesenheit der 
geltend gemachten Störung grundsätzlich bezweifelt (act. II 27), erachtet es 
Dr. med. F.________ in seiner Beurteilung vom 6. August 2014 (act. II 29) 
– unter zusätzlicher Berücksichtigung des Berichts von E.________ vom 
15. Juli 2014 (act. I 7) – als überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die 
Beschwerdeführerin im November/Dezember 2011 an einer, namentlich im 
Hinblick auf den geplanten Rückflug am 28. Dezember 2011 behandlungs-
bedürftigen, von Ängsten gekennzeichneten psychischen Störung im Sinne 
einer Anpassungsstörung litt. Weiter hielt Dr. med. F.________ fest, die – 
gemäss Bericht vom 15. Juli 2014 – gewählte Medikation sei zweckmässig 
gewesen, so dass die Beschwerdeführerin den Rückflug am 28. Dezember 
2011 hätte antreten können. 

3.5 Zur Frage, ob und wenn ja inwieweit die Beschwerdeführerin die 
geltend gemachten psychischen Beschwerden tatsächlich behandeln liess, 
ergeben die Akten indes ein widersprüchliches Bild: 

3.5.1 In der Einsprache (act. II 25) hielt die Beschwerdeführerin fest, sie 
habe aufgrund der Schwangerschaft keine Medikamente einnehmen kön-
nen. Nachdem Dr. med. C.________ im vertrauensärztlichen Bericht vom 
18. Juni 2013 darauf hingewiesen hatte, das geltend gemachte Paniksyn-
drom wäre ohne medikamentöse Behandlung nicht „handelbar“ gewesen 
bzw. der Umstand, wonach keine Behandlung durchgeführt worden sei, 
stehe im Widerspruch zur Schwere der geltend gemachten Störung (act. 
II 27), bekräftigte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde, eine medi-
zinische Behandlung der Panikattacken sei aufgrund der damit verbunde-
nen schwangerschaftsbedingten Komplikationen „schlicht und ergreifend 
unmöglich“ gewesen (vgl. auch Rechtsbegehren gemäss Ziffer 3 der Be-
schwerde). 

Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort abermals 
auf die fehlende Behandlungsbedürftigkeit des behaupteten Leidens einer-
seits und andererseits darauf hingewiesen hatte, es habe auch tatsächlich 
keine Behandlung stattgefunden, reichte die Beschwerdeführerin – anstelle 
der offenbar nicht verfügbaren Krankenakten (vgl. Stellungnahme vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 16

17. Juli 2014) – einen weiteren Bericht von E.________ vom 15. Juli 2014 
(act. I 7) ein, worin dieser erstmals bestätigte, die Beschwerdeführerin sei 
täglich mit Clonazepam und Paroxetin behandelt worden. Gleichzeitig hielt 
E.________ fest, in Anbetracht der fortgeschrittenen Schwangerschaft ha-
be er darauf geachtet, keine stärkeren Medikamente zu verabreichen. Da-
von, dass die Applikation der Medikamente allenfalls in zeitlicher Hinsicht 
befristet wurde bzw. werden musste, erwähnte E.________ nichts. Gegen-
teils hielt er fest, dass es die Beschwerdeführerin trotz den Massnahmen 
nicht geschafft habe, die Panik vor dem Besteigen des Flugzeugs zu über-
winden, was auf eine konsequente, wenn auch im Ergebnis nicht erfolgrei-
che Medikamenteneinnahme schliessen liesse. Es ist nicht ersichtlich, war-
um E.________ nicht bereits im Bericht vom 15. Juli 2014 auf den 
grundsätzlich signifikanten Umstand eines angeblich schon nach vier Ta-
gen erfolgten schwangerschafts- bzw. schmerzbedingten Abbruchs der 
Medikation hinwies, sondern erst in der Stellungnahme vom 22. Oktober 
2014 (act. I 8) und damit nachdem Dr. med. F.________ zu Handen der 
Beschwerdegegnerin festgehalten hatte, die im Bericht vom 15. Juli 2014 
geltend gemachte Behandlung sei zweckmässig gewesen und habe na-
mentlich im Zeitpunkt des Rückflugs die angstlösende und stimmungsauf-
hellende Wirkung zu entfalten vermocht. Es ist deshalb nicht auszuschlies-
sen, dass die Berichte vom 15. Juli und 22. Oktober 2014 zu Prozesszwe-
cken erstellt wurden, zumal kein Grund ersichtlich ist, warum die angeblich 
im November/Dezember 2011 erfolgte medikamentöse Behandlung erst im 
Verlaufe des Beschwerdeverfahrens Erwähnung fand, wobei die Be-
schwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bereits am 8. April 2013 aus-
drücklich aufgefordert hatte, Unterlagen betreffend allfällige Behandlungen 
– namentlich auch solche medikamentöser Natur – beizubringen (act. II 
22), was jedoch unterblieb. 

3.5.2 Abgesehen davon, dass der Beschwerdegegnerin gemäss deren – 
von der Beschwerdeführerin nicht bestrittenen – Angaben nie Rechnungen 
für die angeblich verabreichten Medikamente zugestellt wurden (vgl. act. 
II 23), gehen die Angaben der Beschwerdeführerin bzw. jene von 
E.________ dem Gesagten zufolge derart weit auseinander, dass auch auf 
dem Wege der Beweiswürdigung kein Ergebnis erzielt werden kann, wel-
ches mit Bezug auf die Frage, ob und wenn ja inwiefern eine medizinische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 17

Behandlung erfolgt ist, zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für 
sich hat (vgl. E. 2.3.1 vorne). Während die Beschwerdeführerin im Verwal-
tungsverfahren mit dem Hinweis auf die Gefahr schwangerschaftsbedingter 
Komplikationen behauptete, es sei keine medizinische Behandlung erfolgt 
bzw. eine solche sei unmöglich gewesen, stellte sie sich im Verlaufe des 
Beschwerdeverfahrens zuerst auf den gegenteiligen Standpunkt, gegen die 
Folgen der geltend gemachten Angstzustände sehr wohl medikamentös 
behandelt worden zu sein, um hernach geltend zu machen, die nämliche 
Behandlung habe aufgrund schwangerschaftsbedingter Komplikationen 
bereits nach vier Tagen eingestellt werden müssen. In Anbetracht dieser 
unvollständigen, ungenauen und widersprüchlichen Angaben (vgl. E. 2.3.3 
vorne) bleibt deshalb unklar, ob überhaupt eine Behandlung stattgefunden 
hat und wenn ja, ob diese konsequent oder aber lediglich – aufgrund der 
schliesslich mit Bericht vom 22. Oktober 2014 (act. I 8) behaupteten Unver-
träglichkeit – für wenige Tage durchgeführt wurde. 

3.6 Nach der Rechtsprechung liegt kein Notfall vor, wenn die Rückreise 
aus dem Ausland in gesundheitlicher Hinsicht möglich und ohne medizini-
sche Risiken ist (vgl. E. 2.2.3 vorne). 

Die Beschwerdeführerin stellt – mit Blick auf die Ausführungen von Dr. 
med. F.________ sowie mangels gegenteiliger Hinweise in den Akten – zu 
Recht nicht in Frage, dass die im Bericht vom 15. Juli 2014 (act. I 7) gel-
tend gemachte medikamentöse Behandlung der Angstzustände und damit 
auch ein Rückflug in die Schweiz prinzipiell zumutbar war bzw. gewesen 
wäre. Soweit deshalb die Beschwerden überhaupt behandlungsbedürftig 
waren, erwiesen sie sich demnach als behandelbar, womit eine absolute 
Kontraindikation nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt ist. 

Mit Bezug auf die Frage, ob eine medikamentöse Behandlung auch effektiv 
erfolgt ist, liegt indessen Beweislosigkeit vor, woran weitere Abklärungen in 
antizipierter Beweiswürdigung nichts zu ändern vermöchten, nachdem 
E.________ gemäss Angaben der Beschwerdeführerin im fraglichen Zeit-
raum der einzige sie behandelnde Arzt war (vgl. Eingabe vom 15. Oktober 
2013) und von ihm im Lichte der bereits diversen, dem Gesagten zufolge 
indessen unvollständigen und widersprüchlichen – mithin nicht beweiswer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 18

tigen – Stellungnahmen keine sachdienlichen Erkenntnisse mit Bezug auf 
den rechtsrelevanten Sachverhalt mehr zu erwarten sind. 

Anderweitige Gründe, welche eine Rückreise in die Schweiz als unange-
messen erscheinen liessen, werden sodann weder geltend gemacht noch 
sind solche ersichtlich.

Da es sich hinsichtlich der Umstände betreffend den geltend gemachten 
Notfall um anspruchsbegründende Tatsachen handelt, liegt die objektive 
Beweislast bei vorliegend gegebener Beweislosigkeit bei der Beschwerde-
führerin, weshalb der Entscheid zu deren Ungunsten ausfällt (vgl. E. 2.3.2 
vorne). 

3.7 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich geltend macht, die 
Übernahme der Kosten sei ihr vor dem Rückflug seitens der Beschwerde-
gegnerin mündlich zugesichert worden, so kann sie auch hieraus nichts zu 
ihren Gunsten ableiten, wird diese Behauptung doch in keiner Weise (zeit-
lich und sachlich) substantiiert und bestehen auch in den Akten keine ent-
sprechenden Hinweise. Mithin besteht auch unter vertrauensschutz-
rechtlichem Aspekt keine Kostenübernahmepflicht. 

3.8 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass es der Beschwerde-
führerin unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände möglich und zumut-
bar gewesen wäre, den für den 28. Dezember 2011 geplanten Rückflug in 
die Schweiz nach entsprechender Medikation anzutreten. Die Beschwer-
degegnerin hat demnach bezüglich der am 18. Januar 2012 in ... erfolgten 
Geburt einen Notfall und damit einen Anspruch auf Übernahme der dafür 
angefallenen Kosten zu Recht verneint.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 24. Juli 2013 erweist sich 
demnach als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzu-
weisen, soweit darauf einzutreten ist. 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 19

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2014, KV/13/810, Seite 20

3. Zu eröffnen (R):

- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (mit Doppel der Eingabe 
der Beschwerdegegnerin vom 6. November 2014)

- Sansan Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.