# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12457e7b-e2cd-554a-be6c-0481ac07d384
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-04-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.04.2014 B-3613/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3613-2012_2014-04-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-3613/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  7 .  A p r i l  2 0 1 4    

Besetzung 

 
Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, 

Richterin Eva Schneeberger, 

Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. 
 

 
 

Parteien 

 
X._______, (Serbien),   

vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic,  

Rechtsberatung für Ausländer Go-Re-Ma,  

_______, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenrente (Rentenanspruch). 

 

 

B-3613/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am '_______' 1956 geborene, in Serbien wohnhafte serbische 

Staatsangehörige X._______ ist verheiratet und Vater zweier mittlerweile 

erwachsener Kinder. Der gelernte Automechaniker arbeitete ab dem Jahr 

1981 (mit Unterbrüchen) während 98 Monaten in der Schweiz und leistete 

dabei Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV; IV-act. II/29 S. 1). Zuletzt war er bei der S._______ AG ab dem 

22. Juli 1987 in einem Pensum von 100 % als Hilfsmechaniker tätig (IV-

act. I/4).  

B.  

Am 29. November 1991 erlitt X._______ einen Arbeitsunfall, als beim 

Demontieren eines Reifens ein Sicherheitsring auf die rechte Hand und 

den rechten Unterschenkel fiel. Bei diesem Unfall zog sich X._______ ein 

Prelltrauma des rechten Daumens und eine Rissquetschwunde des rech-

ten Unterschenkels zu (SUVA-act. 87 S. 2).  

Am 3. März 1993 war der letzte effektive Arbeitstag von X._______ bei 

der S._______ AG (IV-act. I/43 S. 9 und IV-act. II/26 S. 15). Da er eine 

Diskushernie L5/S1 mediolateral links erlitten hatte (IV-act. II/26 S. 38), 

wurde X._______ ab dem 6. September 1993 eine 100%ige Arbeits-

unfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. I/4 und I/43 S. 21).  

C.  

Am 10. Mai 1994 stellte X._______ wegen verschiedener Leiden, welche 

seit dem Unfall im Jahre 1991 bzw. dem 7. September 1993 bestünden, 

erstmals ein Gesuch um Leistungen der schweizerischen Invalidenversi-

cherung (IV-act. I/1). Ab dem 12. März 1996 bezog X._______ Leistungen 

der Arbeitslosenkasse (IV-act. I/9). Mit Verfügung vom 4. Oktober 1996 

wies die IV-Stelle des Kantons Nidwalden das Leistungsgesuch (Rente) 

des Versicherten mangels (renten-)anspruchsbegründender Invalidität ab 

(IV-act. I/2). Die Nidwaldner IV-Stelle hatte zuvor bei der Medizinischen 

Abklärungsstelle (nachfolgend: MEDAS) Y._______ ein Gutachten einge-

holt (Gutachten vom 7. März 1996, IV-act. I/43). Diese rentenabweisende 

Verfügung erwuchs in Rechtskraft (SUVA-act. 91 S. 2).  

Ende 1996 verlegte der Versicherte seinen Wohnsitz nach Serbien (IV-

act. I/14; IV-act. II/26 S. 15-16). Seither ging er keiner Erwerbstätigkeit 

mehr nach (vgl. IV-act. II/37; IV-act. II/26 S. 16 und 23). 

B-3613/2012 

Seite 3 

D.  

Am 5. Dezember 2003 (eingegangen am 9. Dezember 2003) meldete 

sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der schweizerischen 

Invalidenversicherung an (IV-act. I/14). Die IV-Stelle für Versicherte im 

Ausland (IVSTA; nachfolgend auch: Vorinstanz) holte Auskünfte beim 

Versicherten (insbesondere Versichertenfragebogen vom 28. Februar 

2004, IV-act. I/23), eine von der heimatlichen Sozialversicherung beglau-

bigte Anmeldung (Anmeldung vom 28. Februar 2004, IV-act. I/26) und ei-

ne Bestätigung der in Ex-Jugoslawien abgerechneten Sozialversiche-

rungsbeiträge (IV-act. I/29) ein. 

E.  

Zwischenzeitlich verneinte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: SUVA) mit Verfügung vom 31. März 2004 (SUVA-act. 83) 

einen Anspruch auf Versicherungsleistungen, da ein Zusammenhang 

zwischen den gemeldeten Beschwerden und dem Unfall vom 29. No-

vember 1991 nicht mit der mindestens erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen werden könne. Die hiergegen erhobene Einsprache wies 

die SUVA mit Entscheid vom 11. August 2004 ab (SUVA-act. 87). 

F.  

Mit Verfügung vom 15. Mai 2006 wies auch die IVSTA das Leistungsbe-

gehren des Versicherten ab (SUVA-act. 91 S. 2-4 und IV-act. I/87). Die 

Einsprache hiergegen wies die IVSTA mit Entscheid vom 8. November 

2007 ebenfalls ab (IV-act. I/96). Die dagegen erhobene Beschwerde 

hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-8072/2007 vom 24. Au-

gust 2009 aber in dem Sinne gut, als dass es den Einspracheentscheid 

vom 8. November 2007 aufhob und die Sache zum Erlass einer neuen 

Verfügung an die Vorinstanz zurückwies (IV-act. I/101). 

G.  

Die IVSTA holte daraufhin bei der MEDAS Y._______ ein polydisziplinä-

res Gutachten ein (Hauptgutachten von Dr. med. A._______, Facharzt 

FMH für Innere Medizin, und Dr. med. B._______, Facharzt FMH für 

Rheumatologie, physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 5. No-

vember 2010 [IV-act. II/26 S. 1-29]; rheumatologisches Teilgutachten von 

Dr. B._______ vom 15. Oktober 2010 [IV-act. II/26 S. 33-40]; neu-

rologisches Teilgutachten von Dr. med. C._______, Fachärztin FMH für 

Neurologie, vom 6. September 2010 [IV-act. II/26 S. 41-47]; psychiatri-

sches Teilgutachten von Dr. med. D._______, Facharzt FMH für Psychi-

atrie und Psychotherapie, vom 13. September 2010 [IV-act. II/26 S. 48-

B-3613/2012 

Seite 4 

60]). Mit Vorbescheid vom 14. Februar 2011 stellte die IVSTA dem Versi-

cherten in Aussicht, dass das Leistungsbegehren mangels rentenbegrün-

dendem Invaliditätsgrad abgewiesen werden müsse (IV-act. II/39). Nach-

dem X._______ hiergegen am 25. Februar 2011 (IV-act. II/41) und 8. 

März 2011 (IV-act. II/43) Einwand erhoben hatte, holte die IVSTA beim 

serbischen Versicherungsträger weitere medizinische Unterlagen ein (IV-

act. II/52-53). Mit neuerlichem Vorbescheid vom 1. März 2012 teilte die 

IVSTA daraufhin dem Versicherten abermals mit, dass sein Leistungsbe-

gehren abgewiesen werden müsse (IV-act. II/60). Dieser erhob am 5. 

März 2012 (IV-act. II/62) und 8. März 2012 (IV-act. II/64) wiederum Ein-

wand und übermittelte der IVSTA am 10. April 2012 (IV-act. II/67) die beim 

serbischen Versicherungsträger angeforderten ärztlichen Berichte (IV-act. 

II/68-70). Am 6. Juni 2012 verfügte die IVSTA die Abweisung des Leis-

tungsbegehrens (IV-act. II/75). 

H.  

Hiergegen hat der Versicherte am 10. Juli 2012 beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde mit dem Rechtsbegehren erhoben, es sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und rückwirkend ab dem 1. Dezem-

ber 2002 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Daraufhin hat die Vor-

instanz dem Versicherten mit Verfügung vom 7. November 2012 wieder-

erwägungsweise eine Dreiviertelsrente rückwirkend ab dem 1. Dezember 

2010 bei einem Invaliditätsgrad von 64 % zugesprochen (IV-act. II/84). 

I.  

Mit als Beschwerde bezeichneter Eingabe vom 14. Dezember 2012 bean-

tragt X.______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) vor dem Bundesverwal-

tungsgericht die Aufhebung der Verfügung vom 7. November 2012 und – 

wie in der Beschwerde vom 10. Juli 2012 – die Zusprache einer ganzen 

Invalidenrente rückwirkend ab dem 1. Dezember 2002 oder aber die er-

neute Abklärung der Sache.  

J.  

In ihrer Vernehmlassung vom 24. Januar 2013 beantragt die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde.  

K.  

Mit Replik vom 1. Februar 2013, welcher ein Bericht des Hausarztes vom 

28. Dezember 2012 und ein Bericht von Dr. med. F._______, Spezialarzt 

für Innere Medizin, vom 18. Januar 2013 beigelegt sind, bekräftigt der 

Beschwerdeführer sinngemäss seinen Antrag. 

B-3613/2012 

Seite 5 

L.  

In ihrer Duplik vom 19. April 2013 bestätigt auch die Vorinstanz ihren An-

trag.  

M.  

In seiner unaufgefordert eingereichten Eingabe vom 13. Juni 2013 hält 

der Beschwerdeführer sinngemäss weiterhin an seinem Antrag fest. Der 

Eingabe sind zwei weitere medizinische Berichte beigelegt.  

N.  

In ihrer Stellungnahme vom 26. Oktober 2013 (richtig: 26. August 2013) 

beantragt die Vorinstanz erneut die Abweisung der Beschwerde. Mit Ver-

fügung vom 28. August 2013 ist diese Eingabe dem Beschwerdeführer 

zur Kenntnis gebracht worden. 

O.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

näher eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-

verfahren (VwVG; SR 172.021) findet keine Anwendung in Sozialversi-

cherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

anwendbar ist (Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG). Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 

831.20) finden die Vorschriften des ATSG auf die Invalidenversicherung 

(Art. 1a bis 26
bis

 IVG und Art. 28 bis 70 IVG) Anwendung, soweit das IVG 

nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.  

1.2 Nach Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsge-

richt vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 

Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen 

der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 

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Seite 6 

Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der Be-

schwerde zuständig.  

1.3 Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer 

besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Ände-

rung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Die dreissigtägige Beschwerdefrist 

(Art. 60 ATSG) ist gewahrt. Zudem ist der Kostenvorschuss innert Frist 

geleistet worden. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.  

2.  

2.1 Anfängliches Anfechtungsobjekt bildet die anspruchsverneinende Ver-

fügung der Vorinstanz vom 6. Juni 2012 (IV-act. II/75). Die Vorinstanz hat 

diese Verfügung jedoch pendente lite in Wiedererwägung gezogen und 

am 7. November 2012 die Wiedererwägungsverfügung erlassen (IV-act. 

II/84; vgl. Sachverhalt Bst. H). 

2.2 Der Versicherungsträger kann eine Verfügung, gegen die Beschwerde 

erhoben wurde, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Be-

schwerdebehörde Stellung nimmt (Art. 53 Abs. 3 ATSG; vgl. auch Art. 58 

Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeinstanz setzt die Behandlung der Be-

schwerde fort, soweit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz 

nicht gegenstandslos geworden ist (vgl. Art. 58 Abs. 3 VwVG).  

2.3 Da die Vorinstanz in ihrer Wiedererwägungsverfügung dem ursprüng-

lichen Begehren des Beschwerdeführers um Zusprache einer ganzen In-

validenrente rückwirkend ab dem 1. Dezember 2002 nicht vollständig 

entsprochen hat und der Beschwerdeführer replikweise weiterhin an sei-

nem ursprünglichen Rechtsbegehren festhält, ist der Streitgegenstand 

vorliegend nicht nachträglich weggefallen. Das Beschwerdeverfahren ist 

daher fortzusetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_329/2012 vom 

21. September 2012 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. hierzu auch BGE 127 V 

228 E. 2b/bb und 113 V 237 E. 1a). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-

brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Un-

angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).  

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Seite 7 

3.2 Vorliegend ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf die Leistung 

einer ganzen Invalidenrente rückwirkend ab dem 1. Dezember 2002 strei-

tig und zu prüfen. Dabei ist in diesem Zusammenhang insbesondere zu 

überprüfen, ob die Vorinstanz den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt 

und gewürdigt hat.  

4.  

4.1 Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blieben 

zunächst die Bestimmungen des Abkommens vom 8. Juni 1962 zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepu-

blik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1) für alle 

Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 

V 198 E. 2b und 122 V 381 E. 1 mit Hinweis). Zwischenzeitlich hat die 

Schweiz mit Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, 

Slowenien, Mazedonien), nicht aber mit den Republiken Serbien und 

(nach dessen Unabhängigkeitserklärung) Kosovo, neue Abkommen über 

Soziale Sicherheit abgeschlossen. Für den Beschwerdeführer als serbi-

scher Staatsangehöriger findet demnach weiterhin das schweizerisch-

jugoslawische Sozialversicherungsabkommen vom 8. Juni 1962 Anwen-

dung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_321/2012 vom 14. August 2012 

E. 1.2). Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen die Staatsangehörigen der 

Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genann-

ten Rechtsvorschriften, zu welchen die schweizerische Bundesgesetzge-

bung über die Invalidenversicherung gehört, einander gleich, soweit 

nichts anderes bestimmt ist. Hinsichtlich der Voraussetzungen des An-

spruchs auf eine schweizerische Invalidenrente sowie der anwendbaren 

Verfahrensvorschriften sieht das Abkommen keine im vorliegenden Ver-

fahren relevanten Abweichungen vom Grundsatz der Gleichstellung vor. 

Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Rentenleistun-

gen der Invalidenversicherung besteht, bestimmt sich daher vorliegend 

alleine auf Grund der schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. Art. 1, 2 

und 4 des Sozialversicherungsabkommens). 

4.2 Insbesondere sind die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz 

nicht an Feststellungen und Entscheide ausländischer Versicherungsträ-

ger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und 

Anspruchsbeginn gebunden (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI-Praxis 

1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen 

auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdi-

gung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-

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Seite 8 

richts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981; zum 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 351 E. 3a). 

4.3 In zeitlicher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass Rechts- und 

Sachverhaltsänderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Er-

lasses der streitigen Verfügung (hier: 6. Juni 2012) eintraten, im vorlie-

genden Verfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sind 

(vgl. BGE 130 V 329, 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b sowie 

129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). Denn das Sozialversicherungsgericht 

stellt bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung eingetrete-

nen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen 

Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand 

einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). In zeitli-

cher Hinsicht sind daher grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 132 V 215 

E. 3.1.1). Dabei ist ein allfälliger Leistungsanspruch für die Zeit vor einem 

Rechtswechsel aufgrund der bisherigen sowie ab diesem Zeitpunkt nach 

den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). 

4.4 Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene 

schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange-

fochtenen Verfügung vom 6. Juni 2012 in Kraft standen; weiter aber auch 

alle übrigen Vorschriften, die für die Beurteilung der streitigen Verfügung 

im vorliegend massgeblichen Zeitraum von Belang sind. Da sich der al-

lenfalls anspruchsbegründende Sachverhalt im Zeitraum 4. Oktober 1996 

(letztmaliger rechtskräftiger materieller Rentenentscheid; vgl. hierzu 

E. 5.5.2 hiernach) bis 6. Juni 2012 (Erlass der angefochtenen Verfügung) 

zugetragen hat, ist vorliegend entsprechend grundsätzlich auf die mate-

riellen Bestimmungen des IVG und der Verordnung über die Invalidenver-

sicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.210) in der Fassung ge-

mäss den am 1. Januar 1992 (3. IV-Revision; AS 1991 2116 und AS 

2377), am 1. Januar 2004 (4. IV-Revision; AS 2003 3837 und AS 2003 

3859) und am 1. Januar 2008 (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 

2007 5155) in Kraft getretenen Änderungen abzustellen. Zudem sind die 

mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV-Revision am 1. Januar 2012 

in Kraft getretenen Änderungen des IVG und der IVV (IV-Revision 6a; 

IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fas-

sung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]) zu beachten, soweit diese 

einschlägig sind. 

B-3613/2012 

Seite 9 

4.5 Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, 

SR 830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Ar-

beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7) sowie der Invalidität 

(Art. 8) entsprechen den bisherigen von der Rechtsprechung zur Invali-

denversicherung entwickelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 

V 343 E. 3.1 ff.). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten der Revision des 

IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006, der IVV und der ATSV vom 

28. September 2007 (5. IV-Revision [AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155], 

in Kraft seit 1. Januar 2008), des IVG und des ATSG vom 18. März 2011 

sowie der IVV und der ATSV vom 16. November 2011 (IV-Revision 6a 

[AS 2011 5659 bzw. AS 2011 5679], in Kraft seit 1. Januar 2012) nichts 

geändert, weshalb im Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen 

verwiesen wird. 

5.  

5.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 28, 

28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall während mindestens eines vol-

len Jahres (Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden 

Fassung) bzw. mindestens dreier Jahre (Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 

1. Januar 2008 geltenden Fassung) Beiträge an die Alters-, Hinterlasse-

nen- und Invalidenversicherung geleistet hat. Diese zwei Bedingungen 

müssen kumulativ erfüllt sein.  

Vorliegend sind die beitragsmässigen Voraussetzungen für den Bezug ei-

ner ordentlichen Invalidenrente erfüllt. Zu prüfen bleibt damit, ob und ge-

gebenenfalls ab wann und in welchem Umfang der Beschwerdeführer im 

rechtsrelevanten Zeitraum als invalid im Sinne des Gesetzes zu betrach-

ten ist.  

5.2  

5.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die 

Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

(Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

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Seite 10 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähig-

keit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf 

oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).  

5.2.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher 

Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von 

Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme 

eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 

sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich 

eine lege artis auf die Vorgaben eines wissenschaftlich anerkannten 

Klassifikationssystems abgestützte fachärztliche (psychiatrische) Diagno-

se voraus (vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Diagnose ist eine rechtlich 

notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für einen invalidisieren-

den Gesundheitsschaden (BGE 132 V 65 E. 3.4). So ist zu beachten, 

dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen be-

stehen darf, welche von belastenden psychosozialen oder soziokulturel-

len Faktoren herrühren, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende 

Befunde zu umfassen hat, wie zum Beispiel eine von depressiven Ver-

stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression in 

fachmedizinischem Sinne. Solche verselbständigte psychische Störungen 

mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, 

damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 232/04 vom 10. Januar 2005 

E. 5).  

5.3 Invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-

kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbie-

tung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwer-

ten, abwenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2, vgl. auch BGE 102 V 165; 

AHI-Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss 

ist von der Vermutung auszugehen, dass mit zumutbarer Willensanstren-

gung trotz Schmerzen eine leidensangepasste Tätigkeit ausgeübt werden 

kann. Diese Rechtsprechung kommt insbesondere dann zur Anwendung, 

wenn zwar gewisse somatische Befunde erhoben wurden, diese die ge-

klagten Schmerzen jedoch nur zu einem kleineren Teil erklären können 

(vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts 8C_591/2009 vom 27. No-

vember 2009 E. 4.2). Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Un-

zumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung setzt das Vorliegen 

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Seite 11 

einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erhebli-

cher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhan-

densein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüll-

ter Kriterien voraus (BGE 130 V 352; vgl. auch beispielsweise Urteil des 

Bundesgerichts 8C_362/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 5 f.).  

5.4 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen ge-

ben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch 

auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % 

Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

Die Ermittlung des Invaliditätsgrads erfolgt anhand eines Vergleichs zwi-

schen den möglichen Erwerbseinkommen ohne und mit Gesundheits-

schaden (Art. 16 ATSG).  

5.5  

5.5.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades ver-

weigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 IVV eine neue Anmeldung nur ge-

prüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung er-

füllt sind. Danach ist im Leistungsbegehren gleich wie im Revisionsge-

such glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi-

cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 

hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 

materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicher-

ten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 

tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-

nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu 

BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 83 E. 1b mit Hinweisen). Stellt die Verwal-

tung fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 

Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Ge-

such ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte 

Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität 

zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die 

gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 

E. 3.2.2-3). 

5.5.2 Eine Änderung des Invaliditätsgrades setzt stets auch eine Ände-

rung der tatsächlichen Verhältnisse voraus. Zu vergleichen ist dabei der 

Sachverhalt im Zeitpunkt der letzten der versicherten Person eröffneten 

B-3613/2012 

Seite 12 

rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren-

tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi-

gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk-

ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesund-

heitszustandes) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wie-

dererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108; BGE 130 V 71 

E. 3.2.3 und Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 

E. 1 mit Hinweisen). Ferner muss die Veränderung der Verhältnisse er-

heblich, das heisst hinsichtlich der Auswirkungen auf den Invaliditätsgrad 

rentenwirksam sein (siehe Art. 17 ATSG, BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin-

weisen). Unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten – welche gleicher-

massen für das Neuanmeldungsverfahren gelten (vgl. BGE 133 V 108 E. 

5.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 658/05 vom 

27. März 2006 E. 4.4) – ist die unterschiedliche Beurteilung eines im We-

sentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes unerheblich (BGE 112 

V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a). 

5.5.3 Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 

Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbre-

chung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). 

5.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-

stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 

ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 

die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zu-

gemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – ar-

beitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich 

dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen 

oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. 

5.7  

5.7.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das 

B-3613/2012 

Seite 13 

heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. 

5.7.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-

tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und 

Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 

I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 

E. 3a). 

5.7.3 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög-

lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhalts-

darstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen 

als die wahrscheinlichste würdigen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b und 125 V 

195 E. 2, je mit Hinweisen). Führen die von Amtes wegen vorzunehmen-

den Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als 

überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und weitere Beweismass-

nahmen könnten an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, 

so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Be-

weiswürdigung; vgl. UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozi-

alversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz. 450; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ-

NER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfle-

ge des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 153 und 537; FRITZ GYGI, Bun-

desverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983,S. 274; vgl. auch BGE 

122 II 469 E. 4a, 120 1b 229 E. 2b und 119 V 344 E. 3c mit Hinweisen).  

6.  

6.1 Somit ist vorliegend zu prüfen, ob seit dem 4. Oktober 1996 (letztma-

liger rechtskräftiger materieller Rentenentscheid) bis zum Erlass der an-

gefochtenen Verfügung am 6. Juni 2012 eine erhebliche Änderung der 

B-3613/2012 

Seite 14 

Verhältnisse eingetreten ist, welche rückwirkend ab dem 1. Dezember 

2002 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. 

6.2 Die IV-Stelle des Kantons Nidwalden begründete die letztmalige 

rechtskräftige materiell rentenabweisende Verfügung vom 4. Oktober 

1996 (IV-act. I/2) damit, dass der Beschwerdeführer in alternativen Tätig-

keiten voll arbeitsfähig sei und daher keine Erwerbseinbusse bestehe. 

Diese Begründung stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das MEDAS-

Gutachten vom 7. März 1996 von Dr. med. E._______, Facharzt FMH für 

Innere Medizin, und Dr. A._______, welches sie unter Beizug des Rheu-

matologen Dr. B._______, der Neurologin Dr. med. G._______ und des 

Psychiaters Dr. med. H._______ zuhanden der Nidwaldner IV-Stelle er-

stellt hatten (IV-act. I/43). Darin führten Dr. E._______ und Dr. A._______ 

zusammenfassend als Diagnose mit wesentlicher Einschränkung der zu-

mutbaren Arbeitsfähigkeit ein Postdiskektomiesyndrom an mit: 

 persistierendem, nicht radikulärem Schmerzsyndrom des linken Bei-

nes und vermutlich psychogener Pseudoparese; 

 Status nach Fenestration und Diskektomie L5/S1 links im Oktober 

1993; 

 postoperativer Narbenbildung L5/S1 links. 

Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber 

mit Krankheitswert, nannten Dr. E._______ und Dr. A._______: 

 narzisstisch gekränkte Persönlichkeit in psychosozialer Belastungssi-

tuation; 

 zervikospondylogenes Syndrom mit leichtgradiger Periarthritis hume-

roscapularis tendopathica rechts bei Fehlhaltung und muskulärer Dys-

balance; 

 arterielle Hypertonie (in Behandlung); 

 Adipositas (175 cm / 96.5 kg); 

 Nikotinabusus (1-2 Pack Zigaretten pro Tag, ca. 25 Packungsjahre); 

wahrscheinliche Raucher-Leukozytose (abgeklärt); 

 rezidivierende Gastritis unter nichtstereoidalem Antirheumatikum (NA-

SAR), Status nach Ulcus ventriculi im Jahre 1987. 

Nebenbefunde seien Restbeschwerden nach einem Handwurzeltrauma 

rechts, ein Status nach Herniotomie rechts im Jahre 1968 und ein kleines 

Skrotalatherom (S. 19 f.). Aus rheumatologischer Sicht sei – so die Ein-

schätzung Dr. B._______s – ein Postlaminektomiesyndrom mit chroni-

schem radikulärem Reizsyndrom S1 links bei Zustand nach Diskusher-

nienoperation L5/S1 links im Oktober 1993 und postoperativen narbigen 

B-3613/2012 

Seite 15 

epiduralen Veränderungen das Hauptleiden. Daneben bestehe ein 

leichtgradiges zervikospondylogenes Syndrom mit einer Periarthropathia 

humeroscapularis rechts. Dieses Leiden stehe aber deutlich im Hinter-

grund. Auf dem Grund der chronischen Schmerzsymptomatik, die einen 

weitgehend therapieresistenten Verlauf gezeigt habe, habe sich nun eine 

chronische Schmerzkrankheit mit allen bekannten psychosozialen Folge-

erscheinungen eingestellt. Eine Arbeit als Baumaschinenmechaniker sei 

nicht weiter zumutbar. Die verwertbare Restarbeitsfähigkeit sei unter 

20 %. Eine körperlich leichte, den Rücken wenig belastende Tätigkeit in 

wechselnder Körperposition wäre aber zu 100 % zumutbar (S. 15). Für 

Schwerarbeit sei der Beschwerdeführer nicht mehr geeignet (S. 19). Aus 

neurologischer Sicht war der Beschwerdeführer gemäss Dr. G._______ 

100%ig arbeitsfähig mit Einschränkung von Lastenheben. Der Beschwer-

deführer habe eine psychogene Pseudoparese des linken Fusses (S. 16). 

Psychiatrischerseits stellte Dr. H._______ fest, dass der Beschwerdefüh-

rer ein schwieriges psychosoziales Umfeld habe. Frau und Kinder lebten 

von der aktuellen sechsmonatigen Aufenthaltsbewilligung abgesehen in 

Serbien. Er bleibe wohl auf seine Rückenbeschwerden fixiert. Die Motiva-

tion für die berufliche Wiedereingliederung auf eine leichte Tätigkeit sei 

schlecht. Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht betrage jedoch 

100 % (S. 17). Gemäss der zusammenfassenden Beurteilung von Dr. 

E._______ und Dr. A._______ war die angestammte Tätigkeit als Bau-

maschinen-Reparateur nicht mehr zumutbar, da es sich um eine eigentli-

che Schwerarbeit handle. Die Arbeitsfähigkeit betrage 0 %. Limitierend 

wirkten sich die orthopädisch-rheumatologischen Befunde aus. Der Be-

schwerdeführer sei zur Schwerarbeit nicht geeignet. In sämtlichen leich-

ten, vorzugsweise wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Heben schwerer 

Lasten sei er vollständig, zu 100 %, arbeitsfähig. Die in diesem Umfang 

geschätzte reduzierte Arbeitsfähigkeit datiere ab dem 1. März 1996 (S. 

20). Bezüglich der gesundheitlichen Situation sei mit über längere Zeit 

stabilen Verhältnissen zu rechnen (S. 21).  

6.3 Beim Erlass der angefochtenen Verfügung stützte sich die Vorinstanz 

auf das MEDAS-Hauptgutachten von Dr. A._______ und Dr. B._______ 

vom 5. November 2010 (IV-act. II/26 S. 1-29) und die Stellungnahme von 

Dr. I._______, Arzt des medizinischen Dienstes der Vorinstanz, vom 31. 

Mai 2012. Dr. I._______ nahm dabei auf den Bericht von Prof. Dr. 

J._______, Spezialist in Innerer Medizin und Rheumatologie, Dr. 

M._______, Spezialistin in physischer Medizin, Dr. K._______, Spezialist 

in Innerer Medizin und Kardiologie, sowie Dr. L._______, Neuro-

B-3613/2012 

Seite 16 

psychiater, vom 31. März 2012 Bezug. Aus diesen medizinischen Unter-

lagen geht im Wesentlichen Folgendes hervor: 

6.3.1  

6.3.1.1 In ihrem neurologischen Teilgutachten vom 6. September 2010 

(IV-act. II/26 S. 41-47) zuhanden der MEDAS schrieb Dr. C._______, be-

züglich der Lumboischialgie mit Verdacht auf vorwiegend funktionelle 

Fussheber- und Fusssenkerparese links lasse sich aus neurologischer 

Sicht bei fehlenden Hinweisen für ein relevantes persistierendes radikulä-

res Reizsyndrom keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest-

legen. Bei Status nach zweimaliger lumbaler Diskushernienoperation be-

stehe unverändert eine Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeiten. 

Da hinsichtlich des Verdachts auf ein Rezidiv einer vaskulär bedingten 

Klaudikation intermittens des linken Beines eine erneute Abklärung und 

allenfalls nochmalige Behandlung vorgesehen sei, rechtfertige sich insbe-

sondere aus neurologischer Sicht keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit. 

Die als Schwindel beschriebene Symptomatik und die chronischen Kopf-

schmerzen – diese seien seit zwei bis drei Jahren neu vorhanden (S. 47) 

– rechtfertigten neurologischerseits keine Einschränkung der Arbeitsfä-

higkeit. Aus rein neurologischer Sicht sei eine leichte bis mittelschwere 

körperliche Tätigkeit, vorzugsweise mit Wechselbelastung, ohne relevan-

te Einschränkung zumutbar. Aufgrund der gelegentlichen Schwank-

schwindelsymptome bestünden Einschränkungen für Arbeiten an expo-

nierten Stellen, zum Beispiel auf Gerüsten. Die Kopfschmerzen vom 

Spannungstyp ergäben keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 46). 

Aus neurologischer Sicht sei der aktuelle Zustand des Beschwerdefüh-

rers mit jenem bei der MEDAS-Voruntersuchung im Jahre 1996 ver-

gleichbar bezüglich der Lumboischialgie mit einer residuellen Fussheber- 

und Fusssenkerschwäche links mit weiterhin Verdacht auf eine relevante 

funktionelle Überlagerung, was Dr. G._______ mit einer Pseudoparese 

beschreibe. Dies gelte, obwohl der Beschwerdeführer zwischenzeitlich 

ein Rezidiv einer lumboradikulären Symptomatik links erlitten habe, eine 

zweite Diskushernienoperation im Jahre 2005 erfolgt sei und zudem die 

Diagnose einer vaskulären Problematik bestehe im Sinne einer periphe-

rer arteriellen Verschlusskrankheit und einem Status nach femoropopli-

tealem Bypass beidseits im Februar bzw. Mai 2009 mit Verdacht auf Re-

zidivbeschwerden links. Der neu angegebene Schwindel sei wie die 

Kopfschmerzen bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kaum rele-

vant. Einzig solle bei einer angepassten Tätigkeit auf eine Tätigkeit nicht 

B-3613/2012 

Seite 17 

an exponierten Stellen mit Verletzungsgefahr bei Schwindel geachtet 

werden (S. 45). 

6.3.1.2 Dr. D._______ gab in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 

13. September 2010 (IV-act. II/26 S. 48-60) zuhanden der MEDAS keine 

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnose 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Verdacht auf 

Low-dose-Benzodiazepinabhängigkeit gemäss ICD-10 F13.24 (S. 55). 

Aus psychiatrischer Sicht könne ein psychisches Leiden mit einem invali-

disierenden Gesundheitsschaden nicht mit der geforderten Wahrschein-

lichkeit bewiesen werden. In diesem Sinne könne aus psychiatrischer 

Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Aus psychiatrischer Sicht 

sei der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit in einer seiner körper-

lichen Belastbarkeit angepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt (S. 59). 

Aus psychiatrischer Sicht sei keine Indikation vorhanden, das Medika-

ment Mirtazapin® abzugeben. Es bestehe der Verdacht einer Low-dose-

Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10 F13.24) ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit (S. 60). 

6.3.1.3 In seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 15. Oktober 2010 

(IV-act. II/26 S. 33-40) zuhanden der MEDAS gab Dr. B._______ als Di-

agnose mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein chronisches lum-

bospondylogenes Syndrom, möglicherweise residuelles lumboradikuläres 

Reiz- und Ausfallsyndrom L5 und S1 links an mit/bei: 

 Segmentdegenerationen L4/5 und L5/S1; 

 Zustand nach Diskushernienoperation L5/S1 links im Jahre 1993 und 

Operation einer Rezidivdiskushernie L5/S1 im Jahre 2005. 

Als Diagnosen ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannte Dr. 

B._______ eine leichtgradige Periarthropathie humeroskapularis tendo-

pathica links sowie eine densitometrische Osteoporose, radiologisch oh-

ne Frakturen (S. 37). Die Befunde hinsichtlich der im Februar 2005 fest-

gestellten Osteoporose hätten keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

(S. 39). Nach wie vor sei die zuletzt in der Schweiz ausgeführte Tätigkeit 

nicht zumutbar. Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit 

Lasten von maximal 10 kg Heben wäre aber wiederum vollumfänglich 

zumutbar. Es sei anzunehmen, dass der Beschwerdeführer ab Spät-

herbst 2004 bis etwa im April 2005 vorübergehend vollständig arbeitsun-

fähig gewesen sei (S. 40).  

B-3613/2012 

Seite 18 

6.3.1.4 Dr. A._______ und Dr. B._______ hielten in ihrem MEDAS-Haupt-

gutachten vom 5. November 2010 (IV-act. II/26 S. 1-29) als Diagnose mit 

wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine chro-

nische Lumboischialgie links mit möglichem, leichtem sensomotorischem 

Defizit L5/S1 fest mit/bei: 

 Segment-Degenerationen L4/5 und L5/S1; 

 Status nach Diskushernienoperation L5/S1 links im Jahre 1993 (Fe-

nestration und Diskektomie) 

 Status nach postoperativer Narbenbildung; 

 Status nach Operation einer Rezidiv-Diskushernie L5/S1 im Jahre 

2005 in _______ (Serbien); 

 relevante funktionelle Überlagerung. 

Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber 

mit Krankheitswert, nannten Dr. A._______ und Dr. B._______: 

 Verdacht auf Low-dose-Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10 F13.24); 

 arterielle Hypertonie (Erstdiagnose im Jahre 1993, anamnestisch 

schlecht eingestellt); 

 Status nach Nikotin-Abusus (massiv, im Jahre 2009 sistiert); 

 Arteriosklerose im Becken-Bein-Bereich 

 Status nach Verschluss der Arteria femoralis superficialis beid-

seits; 

 Status nach femoro-poplitealem Bypass rechts am 13. Februar 

2009 mit Endarteriektomie AFC und AP; 

 Status nach femoro-poplitealem Bypass links am 8. Mai 2009; 

Verdacht auf erneuten Verschluss bei aktuell fehlenden Fusspul-

sen links und bei massiven Beschwerden mit Claudicatio intermit-

tens; 

 Adipositas (174 cm / 101 kg /Body-Mass-Index [BMI] 34); 

 Hyperlipidämie; 

 densitometrisch Osteoporose, radiologisch aktuell ohne Fraktur; 

 chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp mit migräniformer 

Komponente; 

 ekzematoide Veränderungen am rechten Unterschenkel; 

 Restgebiss, schwere Parodontose; 

 rezidivierende Gastritis; Status nach Ulcus ventriculi im Jahre 1987. 

Nebenbefunde seien ein Status nach rezidivierenden perianalen Infekten 

mit/bei Status nach Resektion im April 1994 sowie ein Status nach Her-

niotomie rechts im Jahre 1968 (S. 27-28). Die Tätigkeit als Baumaschi-

nen-Reparateur sei nicht mehr zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit betrage 

B-3613/2012 

Seite 19 

0 %. Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit sei dem Be-

schwerdeführer zu 100 % zumutbar. Die zu hebenden Lasten dürften ma-

ximal 10 kg wiegen. Durch medizinische Massnahmen könne die Arbeits-

fähigkeit nicht mehr verbessert, aber auf dem attestierten Niveau einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in einer körperlichen Tätigkeit stabilisiert werden 

(S. 28). Dr. A._______ und Dr. B._______ kamen zu einer vergleichbaren 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wie schon im MEDAS-Gutachten des 

Jahres 1996 (S. 29).  

6.3.2 Prof. Dr. J._______, Dr. M._______, Dr. K._______ sowie 

Dr. L._______ hielten in ihrem Bericht vom 31. März 2012 zuhanden des 

Invaliditätsfonds Belgrad folgende Diagnose fest: 

 Zustand nach Operation und Reoperation einer Diskushernie L5-S1; 

 Monoparese des unteren Körperglieds links; 

 Arthritis urica; 

 Leberverletzung; 

 Zustand nach einem femoro-poplitealen Bypass beidseitig; 

 hypertensive Enzephalopathie Post-Apoplexie invetere; 

 Parese der tibialen Nerven und des Peronaeus-Nervs der linken Seite; 

 depressives Syndrom; 

 arterielle Hypertension; 

 hypertensiv kompensiertes Herz; 

 Osteoporose. 

Der Beschwerdeführer sei nicht fähig, eine berufliche Tätigkeit auszu-

üben. Die Arbeitsfähigkeit sei um 60 % reduziert (IV-act. II/72 S. 1-2). 

6.3.3 In seiner abschliessenden Stellungnahme vom 31. Mai 2012 legte 

RAD-Arzt Dr. I._______ dar, klinisch würden an den unteren Extremitäten 

keine Durchblutungsstörungen mehr beschrieben. Die Beine seien funkti-

onstüchtig. Die letzte Gefässoperation sei erfolgreich gewesen. Hinsicht-

lich der anderen Fachgebiete könne man sich an die MEDAS-Begutach-

tung halten. Der Beschwerdeführer sei nun polymorbide. Ab Dezember 

2010 könne in Verweistätigkeiten eine 50%ige Einschränkung akzeptiert 

werden (IV-act. II/74). 

6.3.4  

6.3.4.1 Die neurologische Teilbegutachtung des Beschwerdeführers durch 

Dr. C._______ erfolgte umfassend und beruht auf allseitigen Untersu-

chungen. Die Neurologin befragte den Beschwerdeführer insbesondere 

B-3613/2012 

Seite 20 

nach subjektiv wahrgenommenen gesundheitlichen Veränderungen in 

Bezug auf seine Schmerzen und Gehfähigkeit (vgl. S. 44). Dr. C._______ 

berücksichtigte sodann die geklagten Beschwerden in Kenntnis der Vor-

akten. Die Schlussfolgerung der Expertin, dass der aktuelle Zustand des 

Beschwerdeführers aus neurologischer Sicht mit jenem bei der MEDAS-

Voruntersuchung im Jahre 1996 bezüglich der Lumboischialgie mit einer 

residuellen Fussheber- und Fusssenkerschwäche links mit weiterhin Ver-

dacht auf eine relevante funktionelle Überlagerung vergleichbar sei (S. 

45), ist nachvollziehbar begründet. Als neu hinzugekommene Leiden stell-

te die Gutachterin chronische Kopfschmerzen und Schwindel fest (S. 45). 

Die von Dr. C._______ dargestellten medizinischen Zusammenhänge 

und ihre Beurteilung sind einleuchtend, die gutachterlichen Schlussfolge-

rungen begründet. 

6.3.4.2 Auch das psychiatrische Teilgutachten von Dr. D._______ ent-

spricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert eines 

Arztberichts. Der Beschwerdeführer wurde vom Gutachter allseitig kli-

nisch sowie fremdanamnestisch mittels Befragung der Ehegattin unter-

sucht und eingehend in psychiatrischer Hinsicht abgeklärt. Dr. D._______ 

berücksichtigte die geklagten Beschwerden – insbesondere die Schilde-

rungen der Verschlechterung des psychischen Zustands nach der Opera-

tion im Jahre 2005, fünf Jahre zurückliegender Suizidgedanken, der 

Furcht vor einer Verschlimmerung des Beinleidens, der andauernden 

Schmerzen, des Leidens "immer denken zu müssen, ohne sich an den 

Denkinhalt zu erinnern", und der inneren Anspannung (S. 57-59) – und 

setzte sich mit diesen Klagen sowie dem Verhalten des Beschwerdefüh-

rers detailliert auseinander. So fiel dem Experten insbesondere eine auf-

fallende Diskrepanz zwischen subjektiver Beschwerdeschilderung und 

beobachtbarem Verhalten in der Untersuchungssituation auf (S. 57). Der 

Experte stellte diese Diskrepanz unter anderem in Bezug auf die 

Schmerzangaben, die berichtete innere Anspannung bzw. Antriebshem-

mung, den vermittelten dementen Eindruck, die Psychomotorik, sehr wi-

dersprüchliche Verhaltensweisen während der Untersuchung, die frem-

danamnestischen Angaben und das Tagesaktivitätsniveau fest (S. 56-59). 

Der Gutachter hatte den Eindruck einer Verdeutlichungsmachungsten-

denz (S. 56). Dr. D._______ ging insgesamt von einer schweren Aggrava-

tion und einer möglichen Simulation aus (S. 58). Der Gutachter würdigte 

die Klagen des Beschwerdeführers entsprechend. So kam Dr. D._______ 

zur überzeugenden Feststellung, dass ein invalidisierendes psychisches 

Leiden nicht mit der geforderten Wahrscheinlichkeit bewiesen werden 

könne (S. 59). Dr. D._______ waren die Vorakten bekannt und er setzte 

B-3613/2012 

Seite 21 

sich mit ihnen nachweislich auseinander. Die Bezeichnung der gewürdig-

ten medizinischen Vorakten im Rahmen der Anamnese fehlt zwar. Doch 

es kann der Expertise entnommen werden, dass dem Gutachter die we-

sentlichen medizinischen Unterlagen vorlagen und er die Ätiologie der 

vom Beschwerdeführer geklagten Leiden vollständig kannte (vgl. S. 48, 

52 und 56-60). Dr. D._______ bemerkte so auch, dass die in den Akten 

vorhandene Diagnose einer schweren Depression mit psychotischen 

Symptomen nicht mehr gestellt werden könne (S. 58). Das Gutachten 

leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen-

hänge ein. Die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten sind in 

einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend 

nachvollziehen kann.  

6.3.4.3 Das rheumatologische Gutachten von Dr. B._______ entspricht 

den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert eines ärztlichen 

Gutachtens ebenfalls. Der Experte führte allseitige Untersuchungen 

durch, wobei er auch eine neue bildgebende radiologische Untersuchung 

veranlasste (S. 37). Er klärte den Beschwerdeführer eingehend rheuma-

tologisch ab und berücksichtigte die geklagten Beschwerden, von wel-

chen der Experte detailliert Kenntnis nahm. Diese verglich Dr. B._______ 

mit den im Jahre 1996 geäusserten Klagen, welche er ebenfalls im Ein-

zelnen anführte (S. 33-35 und 38). Dabei fiel ihm auf, dass die Klagen 

des Beschwerdeführers weitgehend denen, die er im Jahre 1996 vor-

brachte, entsprechen (S. 40). Mit den geäusserten Beschwerden wie 

auch dem Verhalten des Beschwerdeführers setzte sich Dr. B._______ 

vertieft auseinander. So fiel dem Gutachter unter anderem auf, dass der 

Beschwerdeführer seinen Handstock rechts nicht ganz konsequent be-

nützte, sich beim Auskleiden stark nach vorne bückte, bei der Lateroflexi-

on und Inklination der Lendenwirbelsäule eine aktive Abwehr ersichtlich 

war (S. 35) und sich der Beschwerdeführer bei der Faustschlussprobe im 

Gesicht verkrampfte (S. 36). Der Gutachter würdigte die Klagen entspre-

chend seinen Befunden. Dabei schloss er in die Würdigung auch die von 

Dr. C._______ erhobenen neurologischen Befunde mit ein und berück-

sichtigte er insbesondere die deutlichen degenerativen Veränderungen 

auf den Etagen L4/5 und L5/S1, die sich in den neu angefertigten Rönt-

genbildern zeigten (S. 39). Dr. B._______ stellte abschliessend nachvoll-

ziehbar fest, dass eine nähere Abklärung der im Februar 2005 festgestell-

te Osteoporose zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht notwendig sei 

(S. 39). Entsprechend folgerte der Experte, dass aus rheumatologischer 

Sicht nach wie vor die bereits im Jahre 1996 festgestellte Arbeitsfähigkeit 

vorhanden sei (S. 40). Wie aus der Expertise hervorgeht, waren dem 

B-3613/2012 

Seite 22 

Gutachter die Vorakten bekannt, obgleich er sie nicht im Einzelnen nann-

te. Er stützte sich in seiner Beurteilung auf sie (vgl. S. 33-34 und 36-39). 

Er zog namentlich den selbst erstellten Bericht über das anlässlich der 

MEDAS-Begutachtung von 1996 stattgefundene rheumatologische Konsi-

lium bei (S. 33 und 38) und überprüfte besonders auch die in den Akten 

liegenden Berichte über bildgebende Verfahren anderer Ärzte sorgfältig 

(S. 36-37). In der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam-

menhänge leuchtet dieses Gutachten ein. Insbesondere sind die Schluss-

folgerungen des Rheumatologie-Facharztes Dr. B._______ in einer nach-

vollziehbaren Weise begründet.  

6.3.4.4 Auch die zusammenfassende interdisziplinäre Expertise ent-

spricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert eines 

ärztlichen Gutachtens.  

Der Beschwerdeführer wurde gestützt auf die drei vorausgegangenen 

Teilgutachten (E. 6.3.1.1-3) von Dr. A._______ und Dr. B._______ bidis-

ziplinär – internistisch und rheumatologisch – erneut allseitig untersucht 

und eingehend abgeklärt. Dr. A._______ und Dr. B._______ erhoben 

nochmals eine eingehende Anamnese (vgl. S. 14-20) und erfragten ihrer-

seits den Beschwerdeführer genau nach dem jetzigen Leiden (vgl. S. 17-

19). Er äusserte hierbei gegenüber den Experten, dass er an einem Tisch 

sitzend höchstens während einer halben Stunde etwas arbeiten könne, 

ohne aufzustehen und umherzugehen (S. 18). Für die Beurteilung der 

Restarbeitsfähigkeit ist indessen die subjektive Einschätzung des Be-

schwerdeführers nicht entscheidend. Massgebend ist allein die medizi-

nisch-theoretisch begründete und nachvollziehbare Einschätzung der Ar-

beitsfähigkeit. Korrekterweise nahmen Dr. A._______ und Dr. B._______ 

im Folgenden ungeachtet der Selbsteinschätzung des Beschwerdefüh-

rers eine eigene fachärztlich-theoretische Beurteilung vor.  

Die Gutachter berücksichtigten die vom Beschwerdeführer geklagten Be-

schwerden, insbesondere die eingeschränkte Fussbeweglichkeit links, 

chronische Rücken-Beinschmerzen links, chronische Schulterschmerzen 

links, chronische Nackenschmerzen, beinahe alltägliche Kopfschmerzen, 

eine subjektive massive Nervosität und Schwindel (S. 17-19). Die Exper-

ten setzten sich mit den Leiden sowie dem Verhalten des Beschwerde-

führers auseinander. Die beiden Gutachter nahmen detailliert Kenntnis 

von seinen Klagen – insbesondere über die kontinuierliche Verschlechte-

rung der Situation am linken Bein bis zur erneuten Diskushernienoperati-

on L5/S1 im Jahre 2005, welche nur zu einer vorübergehenden Besse-

B-3613/2012 

Seite 23 

rung geführt habe (S. 23) – und würdigten diese Klagen entsprechend. 

Den Gutachtern fiel dabei auf, dass der Beschwerdeführer unter einer 

hohen Dosis Sedativa stand (S. 14), er ständig aus Diagnosen und Arzt-

aussagen zitierte (S. 16), Gefühle nicht zu schildern vermochte (S. 17) 

und eine genaue Rückfrage betreffend die geschilderte massive Nervosi-

tät nichts Konkretes ergab, er aber immer wieder auf seine körperlichen 

Probleme zurückgekommen sei (S. 18). Der Beschwerdeführer habe sehr 

schwerfällig gewirkt, sei schwer besinnlich und in sich versunken gewe-

sen (S. 20) und habe als schwer vorgealtert imponiert (S. 23). Für die Ex-

perten war zudem insbesondere die Lasègue-Prüfung links auffällig, bei 

welcher der Beschwerdeführer bei etwa 60° ohne zu spürenden Wider-

stand stark über ausstrahlende Schmerzen ins Bein geklagt habe, wäh-

rend er im lockeren Gespräch erst bei 90° und ohne Schmerzverstärkung 

im Bein, aber mit plötzlichen Kreuzschmerzen, erreicht worden sei 

(S. 21). Dr. A._______ und Dr. B._______ waren die Vorakten bekannt 

(vgl. S. 1-17, 23 und 27-29). Die beiden Gutachter stützten sich auf sie 

insbesondere in der Diagnosestellung ab (vgl. S. 27-28). Die Experten 

bemerkten so deutliche Zeichen einer erneut symptomatischen Ver-

schlusskrankheit des linken Beines (S. 28). Das Gutachten von Dr. 

A._______ und Dr. B._______ leuchtet in der Darlegung der medizini-

schen Zustände und Zusammenhänge ein. Zudem sind die Schlussfolge-

rungen der Experten in einer Weise begründet, dass die rechtsanwen-

dende Person sie prüfend nachvollziehen kann. Auch der Beschwerde-

führer rügt nicht, dass die von den beteiligten Gutachtern erhobenen Be-

funde nicht zutreffen. In diesem Sinne leuchtet die Expertise von 

Dr. A._______ und Dr. B._______ durchaus ein.  

6.3.5 Dr. I._______ berücksichtigte seinerseits nicht nur das MEDAS-Gut-

achten, sondern auch die anderen in den Akten liegenden medizinischen 

Unterlagen, insbesondere den Bericht von Prof. Dr. J._______, 

Dr. M._______, Dr. K._______ sowie Dr. L._______ vom 31. März 2012 

zuhanden des Invaliditätsfonds Belgrad (E. 6.3.2 vorstehend), und wür-

digte sie selbständig. 

6.3.5.1 Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste 

kann für den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen 

soll, nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen 

Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des Eidgenös-

sischen Versicherungsgerichts I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). 

Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönli-

chen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Für die Eignung eines Arz-

B-3613/2012 

Seite 24 

tes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ist ein ent-

sprechender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zumindest des 

den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3, I 142/07 

vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 

E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publizierte 

Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). Nicht zwin-

gend erforderlich ist hingegen, dass die versicherte Person untersucht 

wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medi-

zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ sel-

ber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine 

Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen 

von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen 

RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der versicher-

ten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. Novem-

ber 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). Für das Vorliegen mangelnder Ob-

jektivität und Befangenheit bedarf es besonderer Umstände, welche das 

Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet 

erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). 

6.3.5.2 Die MEDAS-Hauptgutachter Dr. A._______ und Dr. B._______ 

gingen von einer nach wie vor bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Baumaschinen-Reparateur sowie 

von einer nach wie vor vorhandenen 100%igen Arbeitsfähigkeit in sämtli-

chen leidensangepassten Tätigkeiten aus (vgl. oben E. 6.3.1.4). Dr. 

I._______ übernahm diese Einschätzung der MEDAS-Expertise, da die 

invalidisierenden Diagnosen gleich geblieben seien. Er anerkannte aber 

interkurrent eine jeweils volle generelle Arbeitsunfähigkeit von maximal 

drei Monaten infolge der Bypass-Operationen an den Beinen und der er-

neuten Rückenoperation (Stellungnahme vom 5. Dezember 2010, IV-act. 

II/33). Diese Abweichung ist jedoch ohne Folgen für den vorliegend zu 

beurteilenden Rentenanspruch, da eine wesentliche Verschlechterung 

zumindest drei Monate gedauert haben muss, um rentenrelevant zu sein 

(E. 5.5.3 vorstehend).  

Da sich der Beschwerdeführer im Januar 2011 einer erneuten Gefässope-

rationen unterziehen musste, gestand der RAD-Arzt dann aber in seiner 

B-3613/2012 

Seite 25 

Stellungnahme vom 30. Dezember 2011 eine dauerhafte 50%ige Beein-

trächtigung ab Dezember 2010 zu: Unter Mitberücksichtigung des ganzen 

Dossiers habe wohl ab Dezember 2010 – dem erneuten Beginn der Ge-

fässproblematik – auch eine Einschränkung in Verweistätigkeiten im 

Rahmen von 50 % vorgelegen und liege eventuell noch vor. Es kämen 

noch vorwiegend sitzende bzw. wechselhafte Tätigkeiten in Frage, rein 

theoretisch bei optimalem Verlauf auch mit geringerer Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Es sei von einer 50%igen Einschränkung auszugehen 

(IV-act. II/58 S. 1). Die Begründung Dr. I._______s ist nachvollziehbar 

und überzeugend. Dem RAD-Arzt waren die von den serbischen Exper-

ten Prof. Dr. J._______, Dr. M._______, Dr. K._______ sowie Dr. 

L._______ in ihrem Bericht vom 31. März 2012 (E. 6.3.2 vorstehend) ge-

nannten Diagnosen anlässlich seiner abschliessenden Stellungnahme 

vom 31. Mai 2012 bekannt. In dieser hielt er unter Hinweis auf die nun-

mehrige Polymorbidität des Beschwerdeführers schlüssig und überzeu-

gend an der dauerhaften 50%igen Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2010 

fest (E. 6.3.3 hiervor). 

Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanz nur die Beurteilung eines 

RAD-Arztes eingeholt habe, welcher aufgrund seines Facharzttitels nicht 

in der Lage sei, sämtliche Beschwerden zu beurteilen (vgl. Einwand vom 

14. Dezember 2012 in Verbindung mit der Beschwerde vom 10. Juli 

2012). Die Leiden des Beschwerdeführers wurden jedoch von den ME-

DAS-Gutachtern, welche allesamt Fachärzte ihres medizinischen Gebiets 

sind, umfassend abgeklärt. Prof. Dr. J._______, Dr. M._______, 

Dr. K._______ sowie Dr. L._______ sind ebenfalls Fachärzte. Die von 

diesen schweizerischen und serbischen Ärzten erstellten medizinischen 

Akten vermittelten RAD-Arzt Dr. I._______ ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und damals aktuellen Status. Entsprechend war Dr. 

I._______ durchaus in der Lage, alleine eine Schlussfolgerung vorzu-

nehmen. Die Kritik des Beschwerdeführers an der RAD-Beurteilung ver-

mag deren Beweiskraft deshalb nicht zu mindern.  

6.3.6 Die abschliessende Beurteilung Dr. I._______s in seiner Stellung-

nahme vom 31. Mai 2012 wird sodann auch durch die weiteren in den Ak-

ten liegenden ärztlichen Unterlagen nicht erschüttert.  

6.3.6.1 Dr. med. N._______, Spezialist für Arbeitsmedizin, attestierte dem 

Beschwerdeführer in der Zeit von Juli 1997 bis Januar 2004 wiederholt 

eine 70%ige bzw. 80%ige Arbeitsunfähigkeit, ohne aber diese Atteste nä-

her zu begründen. Dr. N._______ beschränkte sich auf die Wiedergabe 

B-3613/2012 

Seite 26 

anamnestisch erhobener Beschwerden sowie die Angabe festgestellter 

Diagnosen, entsprechender therapeutischer Massnahmen und der Medi-

kation.  

6.3.6.2 Dr. O._______ und Prof. Dr. med. P._______ wiesen in ihrem Aus-

trittsbericht betreffend die Hospitalisation vom 31. Dezember 2004 bis 10. 

Januar 2005 in einer _______ (serbischen) Neurochirurgie-Klinik (IV-act. 

I/62-63) darauf hin, dass der Beschwerdeführer physische Arbeiten ver-

meiden solle. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit war sinngemäss 

jedoch nur eine vorübergehende postoperative Massnahme. Am 5. Janu-

ar 2005 war nämlich laut Bericht eine Transversektomie und Phasektomie 

lateral auf Niveau L5-S1 und eine Entfernung des Rückenmarkvorfalles 

durchgeführt worden. 

6.3.6.3 Die Physiater Dr. Q._______ und Dr. R._______ schrieben in ih-

rem Austrittsbericht betreffend die Behandlung vom 8. Februar 2005 bis 

26. März 2005 im für osteo-artikuläre und degenerative Krankheiten spe-

zialisierten Spital von Z._______ (Serbien), dass der Beschwerdeführer 

arbeitsunfähig sei. Er müsse die stehende Position und langanhaltendes 

Gehen vermeiden (IV-act. I/66-67). Wieso diese beiden Körperhaltungen 

unzumutbar sein sollen, begründeten Dr. Q._______ und Dr. R._______ 

allerdings nicht mit objektiven Befunden. Die konkreten Auswirkungen der 

von den beiden Ärzten festgehaltenen Diagnosen Status nach Operation 

einer Diskushernie L5/S1 links, Osteoporose und "Sy anxio-depressivum" 

auf die Arbeitsfähigkeit gehen aus dem Bericht nicht hervor. Zudem äus-

serten sich die beiden Physiater in keiner Weise zum Verlauf, zur Dauer-

haftigkeit und der Höhe der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit. Ebenso ist 

unklar, ob sich diese nur auf die bisherige, oder auch auf eine leidensan-

gepasste Tätigkeit bezieht und welche Tätigkeiten allenfalls adaptiert wä-

ren.  

6.3.6.4 Dr. T._______, Spezialist für Neuropsychiatrie, wies in seinem 

Rapport vom 9. April 2010 (IV-act. II/14) darauf hin, dass die Spontanität 

und Initiative für die alltäglichen Tätigkeiten fehle. Der Beschwerdeführer 

sei sozial gehemmt. Zu wichtigeren, nennenswerten psychophysischen 

Anstrengungen sei er nicht fähig. Es sind in diesem Bericht jedoch keine 

Befunde ersichtlich, welche eine solche Einschränkung objektiv begrün-

den würden. Zudem haben die Aussagen Dr. T._______s über die Spon-

tanität und Initiative sowie zur sozialen Aktivität offensichtlich subjektive 

Äusserungen des Beschwerdeführers als Grundlage, welche Schilderun-

gen des persönlichen Antriebs zu solchen Handlungen betreffen. Anga-

B-3613/2012 

Seite 27 

ben zur dauerhaften Arbeitsfähigkeit fehlen im Bericht Dr. T._______s 

gänzlich.  

6.3.6.5 Dr. L._______, Neuropsychiater, berichtete am 30. März 2012 zu-

handen des Invaliditätsfonds Belgrad, dass der Beschwerdeführer nicht 

fähig sei, eine körperliche Arbeit auszuüben (IV-act. II/72 S. 7-8). Ein nä-

herer Beschrieb und eine konkrete objektive Begründung dieser Arbeits-

unfähigkeit gehen aus dem Bericht nicht hervor. Offenbar waren damals 

die vorhandenen Abklärungen für eine klarere Aussage unzureichend. 

Aus Sicht des gleichentags ebenfalls dem Belgrader Invaliditätsfonds 

rapportierenden Prof. Dr. J._______, Spezialist in Innerer Medizin und 

Rheumatologie, waren für die Festlegung der Arbeitsfähigkeit nämlich 

weitere Untersuchungen erforderlich: Prof. Dr. M._______ wies in seinem 

Bericht darauf hin, dass es notwendig sei, einen Doppler der Blutgefässe 

der beiden Glieder, neurologische und kardiologische Untersuchungen, 

Laboranalysen durchzuführen. In der Folge sei eine Schlussfolgerung für 

die Invaliditätskommission zu verfassen (IV-act. II/72 S. 5-6). Diese er-

gänzenden Abklärungen wurden dann durch 

Prof. Dr. J._______, Dr. M._______, Dr. K._______ sowie Dr. L._______ 

vorgenommen (Bericht vom 31. März 2012, E. 6.3.2 hiervor). 

6.3.6.6 Der ärztliche Bericht eines unbekannten Arztes des Hauses der 

Gesundheit "Dr. U._______" in _______ (Serbien) vom 28. Dezember 

2012, die medizinischen Berichte von Dr. V._______, Internist, vom 18. 

Januar 2013 und 28. Mai 2013 sowie der ärztliche Bericht von Dr. 

W._______, Spezialarzt für Neuropsychiatrie, vom 10. Juni 2013 wurden 

erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 6. Juni 2012 erstattet. 

Diese Berichte erfolgten genauerhin erst im vorliegenden Beschwerde-

verfahren im Rahmen der Replik (Bericht des unbekannten Arztes vom 

28. Dezember 2012 und Bericht von Dr. V._______ vom 18. Januar 2013) 

bzw. nach der Duplik (Bericht von Dr. V._______ vom 28. Mai 2013 und 

Bericht von Dr. W._______ vom 10. Juni 2013). Da der vom unbekannten 

Arzt und von Dr. V._______ berichtete, zum jeweiligen Berichtszeitpunkt 

aktuelle Gesundheitszustand als solcher den Zeitraum vor Verfügungser-

lass nicht betrifft, sind diese Berichte im vorliegenden Verfahren jedoch 

von vornherein grundsätzlich unbeachtlich. Beachtlich wären nur Aussa-

gen zum Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Erlasses der angefoch-

tenen Verfügung. Der behandelnde Neuropsychiater Dr. W._______ 

schliesslich berichtete einen chronischen Verlauf der Krankheit mit einer 

dauerhaften und vollständigen Arbeitsunfähigkeit, wobei diese 100 % 

betrage. Die Chronifizierung begründete Dr. W._______ allein damit, dass 

B-3613/2012 

Seite 28 

der bisherige Behandlungsverlauf zu keiner Verbesserung des Zustands 

geführt habe. Eine nähere Auseinandersetzung mit der Entwicklung der 

Arbeitsunfähigkeit im Verlauf nahm Dr. W._______ nicht vor. Damit ist in 

analoger Weise die Rechtsprechung zu berücksichtigen, nach welcher 

Auskünfte behandelnder Ärzte wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrau-

ensstellung zum Patienten mit angemessenem Vorbehalt zu würdigen 

sind (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt insbesondere für Spezialärz-

te (Urteil des Bundesgerichts I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hin-

weisen; vgl. aber Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 

2008 E. 2.3.2). Welchen Gesundheitszustand der Beschwerdeführer zum 

Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung aufwies, ist daher 

weder aus dem Bericht des unbekannten Arztes, noch aus den Berichten 

Dr. V._______s und Dr. W._______s ersichtlich. 

6.3.7 Weitere entscheidrelevante ärztliche Berichte finden sich in den vor-

liegenden Akten nicht. Denn in den übrigen medizinischen Akten fehlen 

Äusserungen dazu, in welchen Tätigkeiten in welchem Umfang im rele-

vanten Zeitraum zwischen dem 4. Oktober 1996 (insbesondere dem 

1. Dezember 2002) und dem 6. Juni 2012 von einer Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen ist, gänzlich. Die Ärzte nahmen dazu überhaupt keine Stel-

lung. 

6.3.8 Somit besteht kein objektiver Grund, nicht auf das MEDAS-Haupt-

gutachten von Dr. A._______ und Dr. B._______ vom 5. November 2010 

und die abschliessende Beurteilung des RAD-Arztes Dr. I._______ vom 

31. Mai 2012 abzustellen. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die 

Vorinstanz in ihrer Wiedererwägungsverfügung vom 7. November 2012 

(IV-act. II/75) gestützt auf dieses MEDAS-Hauptgutachten sowie dieser 

abschliessenden Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. I._______ von einer 

wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes erst ab De-

zember 2010 ausgegangen ist und diese Veränderung mit einer 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen Tätigkeit als auch in leidens-

angepassten Tätigkeiten quantifiziert hat. Damit erweist sich die ange-

fochtene Verfügung vom 6. Juni 2012 als unrichtig. 

7.  

Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die Invaliditätsbemessung ein-

zugehen (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3). 

8.  

Somit ist die angefochtene Verfügung vom 6. Juni 2012 (IV-act. II/75) auf-

B-3613/2012 

Seite 29 

zuheben, während die Wiedererwägungsverfügung vom 7. November 

2012 (IV-act. II/84) zu schützen ist. Entsprechend ist die Beschwerde nur 

teilweise gutzuheissen.  

9.  

9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis

 in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-

weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kosten-

pflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden 

Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorliegend werden die Verfah-

renskosten, die sich aus der Gerichtsgebühr und den Auslagen zusam-

mensetzen, unter Berücksichtigung des Umfanges und der Schwierigkeit 

der Streitsache auf Fr. 400.– festgesetzt (vgl. Art. 63 Abs. 4
bis

 VwVG so-

wie Art. 1, Art. 2 und Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Davon hat der Beschwerdeführer, der mit seinem 

Leistungsbegehren nur teilweise unterlegen ist, ermessensweise 

Fr. 100.– zu tragen. Daran ist der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 400.– dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 100.– anzurechnen. 

Im Übrigen, das heisst im Umfang von Fr. 300.–, ist er zurückzuerstatten. 

Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

9.2 Der teilweise obsiegende, nichtanwaltlich vertretene Beschwerdefüh-

rer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine 

angemessene reduzierte Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung. 

Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund 

der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichti-

gung des Verfahrensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Auf-

wands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorlie-

gend zu beurteilenden Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichba-

ren Fällen gesprochenen Entschädigungen wäre bei vollständigem Ob-

siegen eine Parteientschädigung von Fr. 600.– angemessen. Entspre-

chend dem Ausmass des Obsiegens erscheint daher eine Parteientschä-

digung in Höhe von Fr. 450.– (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. 

dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6173/2009 vom 29. August 

2011 mit Hinweis]) als gerechtfertigt (Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit 

B-3613/2012 

Seite 30 

Art. 10 Abs. 2 VGKE). Als Bundesbehörde hat die IVSTA keinen Anspruch 

auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.  

2.  

Die angefochtene Verfügung vom 6. Juni 2012 wird aufgehoben und dem 

Beschwerdeführer im Sinne der Wiedererwägungsverfügung vom 7. No-

vember 2012 eine Dreiviertelsrente rückwirkend ab dem 1. Dezember 

2010 zugesprochen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.– werden dem Beschwerdeführer im 

Betrag von Fr. 100.– auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in Höhe 

von Fr. 400.– wird dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 100.– an 

die Verfahrenskosten angerechnet und im Umfang von Fr. 300.– zurück-

erstattet.  

4.  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-

schädigung von Fr. 450.– zugesprochen. 

  

B-3613/2012 

Seite 31 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; 

Beilage: Rückerstattungsformular) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde)  

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Vera Marantelli Andrea Giorgia Röllin 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 16. April 2014