# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f26a1f1f-08cf-579b-8ec9-b0716baf5932
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.09.2011 D-63/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-63-2010_2011-09-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­63/2010

U r t e i l   v om   2 7 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis, Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

Parteien A.______,
B.______,
C.______,
D.______,
E.______ 
F.______, 
Sudan,
alle vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,
Advokatur Kanonengasse,
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 4. Dezember 2009 / (…).

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Sachverhalt:

I.

A. 
Die Beschwerdeführenden suchten erstmals am (…)  in der Schweiz um 
Asyl  nach. Mit  Verfügung  vom  (…)  lehnte  das  BFM  diese  Asylgesuche 
ab.  Die  dagegen  erhobene  Beschwerde  wurde  vom 
Bundesverwaltungsgericht am (…) abgewiesen.

B. 
Am  (…)  reichten  die  Beschwerdeführenden  beim  BFM  ein 
Wiedererwägungsgesuch  betreffend  den  Wegweisungsvollzug  ein, 
welches  am  (…)  abgelehnt  wurde.  In  der  dagegen  am  (…)  erhobenen 
Beschwerde  beantragten  die  Beschwerdeführenden  die  Aufhebung  der 
angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  der  Sache  zur 
Neubeurteilung  im  Rahmen  eines  zweiten  Asylverfahrens  an  die 
Vorinstanz,  eventualiter  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
infolge  subjektiver  Nachfluchtgründe  sowie  subeventualiter  die 
Feststellung  der  Unzulässigkeit  oder  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  und  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme.  Mit 
Zwischenverfügung  vom  (…)  teilte  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Beschwerdeführenden  mit,  dass  mit  dem  Antrag  auf  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  infolge  subjektiver  Nachfluchtgründe,  welcher 
zuständigkeitshalber  als  neues  Asylgesuch  beim  BFM  zu  stellen  wäre, 
der  Streitgegenstand  in  unzulässiger  Weise  über  den  in  der 
angefochtenen  Verfügung  geregelten  Anfechtungsgegenstand  hinaus 
erweitert werde, weshalb darauf nicht einzutreten wäre, und setzte Frist 
zur  Mitteilung  betreffend  Festhalten  an  beziehungsweise  Rückzug  der 
Beschwerde.  Mit  Schreiben  vom  (…)  verzichteten  die 
Beschwerdeführenden  auf  den  erwähnten  Antrag,  woraufhin  das 
Beschwerdeverfahren  vom  Bundesverwaltungsgericht  am  (…)  infolge 
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben wurde.

II.

C. 
Mit  Eingabe  vom  15. Oktober  2009  an  das  BFM  suchten  die 
Beschwerdeführenden  unter  Bezugnahme  auf  ihre  Eingaben  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  erneut  um  Asyl  nach.  Mit  Schreiben  vom 
27. Oktober  2009  wurde  der  Beschwerdeführer  (Ehemann 
beziehungsweise  Vater)  vom  BFM  unter  Fristansetzung  aufgefordert, 

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seine exilpolitischen Tätigkeiten in der Schweiz chronologisch aufzulisten 
und die entsprechenden Beweismittel einzureichen. Seine Stellungnahme 
datiert  vom 6. November  2009. Zudem wurde er  am 1. Dezember  2009 
durch das BFM in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  i.V.m.  Art. 41 Abs. 1 AsylG  angehört. 
Daraus ergeben sich im Wesentlichen folgende Vorbringen:

Der Beschwerdeführer sei sudanesischer Staatsangehöriger, gehöre der 
ethnischen Gruppe Fur an, stamme aus der Umgebung von G._______ 
(Süddarfur)  und   habe  an  den  Universitäten  von  Khartoum  und 
Omdurman studiert. Da er sich für die Anliegen seiner ethnischen Gruppe 
eingesetzt habe, sei er  im (…)  festgenommen und für  (…) Jahre  in Haft 
genommen worden.  In der Schweiz unterhalte  er  enge Beziehungen zu 
regimekritischen  Kreisen  sudanesischer  Staatsangehöriger,  habe  an 
zahlreichen  Kundgebungen  gegen  die  Regierung  Al  Bashirs 
teilgenommen  und  sei  Mitglied  des  Exekutivkomitees  des  Sudan 
Liberation Movement/Unity (SLM/U) Schweiz geworden. Am (…) habe er 
an (…) teilgenommen. Dazu reichte er (…) zu den Akten. Am (…) habe er 
sich an (…) beteiligt, wobei es sich auch um (…) gehandelt habe. Am (…) 
habe  ein  von  ihm  zusammen  mit  H._______,  (…),  organisiertes  (…) 
stattgefunden. Dazu reichte er (…) ein. Am (…) habe er anlässlich (…) an 
(…) teilgenommen, (…). Bezüglich seiner SLM/U­Mitgliedschaft reichte er 
zwei Bestätigungsschreiben von H._______ und einen Mitgliederausweis 
zu den Akten, wobei es sich nicht um Gefälligkeitsschreiben handle, da 
die  Aufnahme,  der  politische  Werdegang  sowie  die  Biografie  der 
Mitglieder des SLM/U Schweiz vor einer Aufnahme in diese Organisation 
genau  überprüft  würden.  Gesamthaft  betrachtet  handle  es  sich  beim 
Beschwerdeführer aufgrund seiner Mitgliedschaft im Exekutivkomitee des 
SLM/U Schweiz und der erwähnten Tätigkeiten um einen hochprofilierten 
Darfur­Exilpolitiker.

D. 
Mit  Verfügung  vom  4. Dezember  2009  stellte  das  Bundesamt  fest,  die 
Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und 
lehnte die Asylgesuche unter Kostenfolge ab. Gleichzeitig verfügte es die 
Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  aus  der  Schweiz  und  ordnete 
den Vollzug an.  Zur Begründung  führte  die Vorinstanz  im Wesentlichen 
aus, die Vorfluchtgründe des Beschwerdeführers seien sowohl vom BFM 
als  auch  vom  Bundesverwaltungsgericht  in  ihren  Entscheiden  vom  (…) 

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und  (…)  unabhängig  voneinander  als  unglaubhaft  eingeschätzt worden. 
Demnach  hätten  die  Beschwerdeführenden  vor  ihrer  Ausreise  aus  dem 
Sudan  als  unbescholtene  Bürger  gegolten.  Sodann  stünde  die  vom 
Beschwerdeführer  im  zweiten Asylverfahren  geltend  gemachte Herkunft 
aus  Darfur  und  ethnische  Zugehörigkeit  nicht  fest.  Zum  einen  habe  er 
diesbezüglich  keine  Beweismittel  eingereicht,  zum  andern  sei  das 
Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  verschiedener  Unstimmigkeiten  in 
den  Vorbringen  in  seinem Urteil  vom  (…)  zum  selben  Schluss  gelangt. 
Unter  diesen  Umständen  sei  der  Einwand,  wonach  H.______  die 
Herkunft des Beschwerdeführers aus Darfur bestätigen könne, als blosse 
Parteibehauptung  zu  werten.  Damit  entspreche  auch  der  geltend 
gemachte letzte Aufenthaltsort im Sudan, in der Krisenregion Darfur, nicht 
der  Wahrheit.  Sodann  habe  der  Beschwerdeführer  unterschiedliche 
Angaben  über  die  Anzahl,  den  Zeitpunkt  und  den  Inhalt  seiner 
exilpolitischen  Tätigkeiten  gemacht.  Ähnliches  gelte  in  Bezug  auf  die 
Umstände  und  den  Zeitpunkt  der Mitgliedschaft  beim  SLM/U  sowie  die 
Tätigkeit  als  Exekutivmitglied.  Er  erwecke  den  Eindruck  eines  blossen 
Mitläufers  des  SLM/U,  was  er  zuweilen  explizit  eingestanden  habe. 
Bereits  aus  diesen  Gründen  sei  ihm  eine  hochprofilierte  exilpolitische 
Tätigkeit  abzusprechen.  Der  Beweiswert  des  eingereichten  SLM/U­
Mitgliederausweises sei gering. Daraus und aus den weiteren Tätigkeiten 
des  Beschwerdeführers  vermöchte  dieser  keine  spezielle  Gefährdung 
abzuleiten,  welche  zur  Annahme  subjektiver  Nachfluchtgründe  führen 
würde.  Die  geltend  gemachten  exilpolitischen  Aktivitäten  seien 
unterschwellig,  lokal  begrenzt,  und  keinem  breiten  internationalen 
Publikum  bekannt  geworden.  Zudem  weise  der  Beschwerdeführer 
aufgrund  seiner Vorgeschichte  und Biografie  kein  spezielles Risikoprofil 
auf.  Demnach  sei  eine  begründete  Furcht  vor  künftiger  asylrelevanter 
Verfolgung  zu  verneinen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei  zulässig, 
zumutbar  und  möglich.  Namentlich  sei  es  den  Beschwerdeführenden 
zuzumuten,  nach  Khartoum  zurückzukehren,  wo  sich  der 
Beschwerdeführer bereits zuvor aufgehalten habe.

E. 
Mit  Eingabe  vom  6. Januar  2010  (Datum  des  Poststempels)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragten  die  Beschwerdeführenden  durch 
ihren Rechtsvertreter unter Kosten­ und Entschädigungsfolge, es sei die 
angefochtene  Verfügung  vollumfänglich  aufzuheben,  festzustellen,  dass 
sie  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllten,  und  ihnen  Asyl  zu  gewähren; 
eventualiter sei die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Vollzugs der 
Wegweisung  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In 

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prozessualer  Hinsicht  wurde  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
und  der Verzicht  auf  die Erhebung  eines Kostenvorschusses  beantragt. 
Gleichzeitig wurden eine Wohnsitz­ und Aufenthaltsbestätigung sowie ein 
Heimatschein als Faxkopie zu den Akten gereicht. Darauf sowie auf die 
weiteren  im  Verlauf  des  Beschwerdeverfahrens  eingereichten  Eingaben 
und  Beweismittel  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  11. Januar  2010  teilte  das 
Bundesverwaltungsgericht  den  Beschwerdeführenden mit,  dass  sie  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könnten,  lehnte  die 
Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und setzte ihnen 
je  eine  Frist  zur  Bezahlung  eines  solchen  und  zur  Einreichung  der  in 
Aussicht  gestellten  Beweismittel.  Der  Kostenvorschuss  wurde  am 
23. Januar 2010 geleistet.

G. 
Mit Schreiben vom 15. Februar 2010 reichten die Beschwerdeführenden 
die  Wohnsitz­  und  Aufenthaltsbestätigung  sowie  die  Heimaturkunde  im 
Original samt Übersetzungen ein.

H. 
Mit  Vernehmlassung  vom  12. März  2010  schloss  das  Bundesamt  auf 
Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  führte  es  aus,  die 
Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunkts  rechtfertigten. 
So  könnten  einzig  Reisepässe,  Identitätskarten  oder 
Nationalitätenausweise  den  zweifelsfreien  Nachweis  einer  Herkunft  aus 
Darfur  erbringen.  Solche  Dokumente  hätten  die  Beschwerdeführenden 
nicht  eingereicht,  obwohl  sie  sich  bereits  seit  (…)  in  der  Schweiz 
befänden.  Sodann  könnten  im  Sudan  praktisch  jegliche  Art  von 
Dokumenten  käuflich  erworben  werden.  Dazu  gehöre  auch  die 
eingereichte  "Heimaturkunde  und  Aufenthaltsbestätigung",  weshalb  der 
Beweiswert dieses Dokuments äusserst gering sei. Zudem ergäben sich 
Ungereimtheiten  zwischen  dem  Inhalt  dieser  Dokumente  und  den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers,  womit  dessen  behaupteten 
unterbruchlosen  Aufenthalt  in  Darfur  von  Geburt  bis  zur  Ausreise 

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vollständig  die  Grundlage  entzogen  sei.  Auch  sprächen  die 
Beschwerdeführenden  (Eltern)  kein  Fur,  was  mit  dem  behaupteten 
langjährigen Aufenthalt  in Darfur ebenfalls nicht  vereinbar  sei,  zumal es 
sich um eine der wichtigsten dortigen Verkehrs­ und Umgangssprachen 
handle. Schliesslich  vermöchte auch die  vom Beschwerdeführer als Fur 
geltend  gemachte  Zugehörigkeit  zum  Stamm  der  "Zagehewa­Nouba" 
nicht  zu  überzeugen,  zumal  Nuba,  Fur  und  Zaghewa  drei 
unterschiedliche  Stämme,  Ethnien  und  Sprachen  im  Sudan  darstellten, 
die keine Gemeinsamkeiten miteinander aufwiesen.

I. 
In  ihrer  Replik  vom  26. März  2010  nahmen  die  Beschwerdeführenden 
Stellung zur Vernehmlassung des Bundesamtes.

J. 
Mit Schreiben vom 3. Juni  2010  reichten die Beschwerdeführenden  (…) 
zu den Akten.

K. 
Am (…) wurde in I._______ F.______ der Beschwerdeführenden (Eltern) 
geboren.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

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1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht;  die 
Beschwerdeführenden – mit Ausnahme des Kindes Duha, welches in das 
Beschwerdeverfahren  einzubeziehen  ist  –  haben  am  Verfahren  vor  der 
Vorinstanz  teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt, wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land, wo  sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

3.3.  Für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  nicht  nur  der 
Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatstaat, sondern auch die Situation 
zum Zeitpunkt des Asylentscheids massgebend (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 
S. 38;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2005  Nr. 18).  Wer  sich  darauf  beruft, 

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dass durch sein Verhalten nach der Ausreise eine Gefährdungssituation 
geschafft  worden  sei,  macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend.  Sind 
diese  nachgewiesen  oder  zumindest  glaubhaft  gemacht,  begründen  sie 
zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch 
gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob 
sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden (vgl. BVGE 
2009/28 E. 7.1 S. 352).

4. 
4.1.  Die  Beschwerdeführenden  halten  an  der  von  ihnen  geltend 
gemachten Herkunft  aus Darfur  fest.  In  diesem Zusammenhang wird  in 
der Beschwerde ausgeführt, es sei dem Beschwerdeführer gelungen, aus 
J._______  in  Süddarfur  eine  Wohnsitzbestätigung  und  einen 
Heimatschein  erhältlich  zu  machen.  Die  beiden  Originaldokumente 
würden  sich auf  dem Weg  in die Schweiz befinden. Damit  könnte auch 
die Wahrheit  ihrer  diesbezüglichen  Vorbringen  dargetan werden.  In  der 
Folge  reichten  sie  am  18. Februar  2010  eine  Wohnsitz­  und 
Aufenthaltsbestätigung  im  Original  ein,  welche  den  Verwandten  des 
Beschwerdeführers vor Ort ausgestellt worden sei. Da sich dieser bei den 
Heimatbehörden nie abgemeldet habe, sei er nach wie vor als Bürger der 
Einheitsverwaltung  J._______,  (…),  eingetragen.  Zusammen  mit  den 
übrigen  Beweisen  sei  nunmehr  nachgewiesen,  dass  die 
Beschwerdeführenden aus Darfur stammten und der dortigen Ethnie der 
Fur angehörten.

4.2.  Diese  Ausführungen  und  Dokumente  vermögen  die  von  den 
Beschwerdeführenden geltend gemachte Ethnie und Herkunft aus Darfur 
nicht  glaubhaft  darzutun.  Dazu  ist  vorweg  auf  die  Ausführungen  in  der 
Vernehmlassung des BFM (vgl. Sachverhalt Bst. H) zu verweisen, welche 
sich  nach  einer  Überprüfung  der  Akten  als  zutreffend  erweisen.  Daran 
vermögen  auch  die  Einwendungen  in  der  Stellungnahme  der 
Beschwerdeführenden vom 26. März 2010 nichts zu ändern. So sind  für 
die  Einschätzung  des  Beweiswerts  der  eingereichten  Dokumente  auch 
die diesbezüglichen Aussagen der Beschwerdeführenden heranzuziehen. 
Selbst  unter  der  Annahme  eines  nicht  unterbruchslosen,  jedoch 
langjährigen Aufenthalts  der  Beschwerdeführenden  in Darfur  sind  diese 
nicht in der Lage, plausible Gründe dafür anzugeben, weshalb sie einzig 
(…)  und  keine  der  in  ihrer  angeblichen  Herkunftsregion  heimischen 
Sprache  sprechen.  Weiter  wendet  der  Beschwerdeführer  insbesondere 
ein, er sei über seine Verwandten, welchen die im Beschwerdeverfahren 
eingereichten Originaldokumente vor Ort ausgestellt worden seien, in den 

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Besitz dieser Beweismittel gekommen. Der Umstand, dass diesbezüglich 
kein  Zustellcouvert  eingereicht  wurde,  verstärkt  jedoch  die  Zweifel  an 
deren  Beweiskraft.  Dasselbe  gilt  für  das  am  (…)  in  K._______ 
ausgestellte  (…),  welches  sowohl  die  geltend  gemachte  Herkunft  des 
Beschwerdeführers  als  auch  dessen  Vorfluchtgründe  bestätigt.  Von 
diesem Dokument  ist  nichts  darüber  bekannt,  wie  es  in  den  Besitz  der 
Beschwerdeführenden gelangt  ist. Unter  den gegebenen Umständen  ist 
es als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren.

4.3.  Nach  dem  Gesagten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  in 
Würdigung  aller Umstände  in Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz  zum 
Schluss, dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen  ist,  die von 
ihnen  behauptete  ethnische  Zugehörigkeit  und  ihre Herkunft  aus Darfur 
sowie  ihren  letzten Aufenthaltsort  in der dortigen Krisenregion glaubhaft 
dazutun.  Unter  diesen  Umständen  ist  den  darauf  aufbauenden 
Verfolgungsvorbringen  die  Grundlage  entzogen.  Mithin  ist  eine 
asylrelevante  Verfolgung  der  Beschwerdeführenden  zum  Zeitpunkt  der 
Ausreise aus dem Heimatstaat zu verneinen.

5. 
5.1. Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführenden  durch die Ausreise 
aus dem Heimatstaat – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – bei 
einer Rückkehr befürchten müssten, ernsthaften Nachteilen im Sinne von 
Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden.

5.2.  Als  subjektive  Nachfluchtgründe  gelten  insbesondere  illegales 
Verlassen  des  Heimatlandes  (sogenannte  Republikflucht),  Einreichung 
eines  Asylgesuchs  im  Ausland  oder  eine  aus  der  Sicht  der 
heimatstaatlichen  Behörden  unerwünschte  exilpolitische  Betätigung, 
wenn  diese  Komponenten  die  Gefahr  einer  zukünftigen  Verfolgung 
begründen. Durch Republikflucht zum Flüchtling wird, wer sich aufgrund 
der unerlaubten Ausreise mit Sanktionen konfrontiert sieht, die bezüglich 
ihrer  Intensität  und  der  politischen  Motivation  des  Staates  ernsthafte 
Nachteile  gemäss  Art. 3  AsylG  darstellen.  Die  vom  Gesetzgeber 
bezweckte  Bestimmung  subjektiver  Nachfluchtgründe  als 
Asylausschlussgrund  verbietet  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit 
Fluchtgründen vor der Ausreise, die für sich allein nicht zur Anerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). 
Stattdessen  werden  Personen,  die  subjektive  Nachfluchtgründe 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig 
aufgenommen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a).

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5.3.  Eine  Überprüfung  der  Akten  ergibt,  dass  sich  die  vorinstanzlichen 
Erwägungen  auch  in  Bezug  auf  die  Verneinung  subjektiver 
Nachfluchtgründe als zutreffend erweisen (vgl. Sachverhalt Bst. D). Zwar 
wird  in  der  Beschwerde  erneut  darauf  hingewiesen,  dass  der 
Beschwerdeführer  Gründungs­  und  Exekutivmitglied  des  SLM/U  in  der 
Schweiz sei und dabei auch als Verantwortlicher für die Region I._______ 
die  Mitglieder  und  Sympathisanten  über  anstehende  Demonstrationen 
und Aktionen informiere; zudem fungiere er dank seiner (…) Bildung und 
seines  umfassenden  Allgemeinwissens  als  Berater  des  (…),  H.______. 
So habe er anlässlich der Anhörung vom 1. Dezember 2009 explizit unter 
anderem  darauf  hingewiesen,  dass  der  Bürochef  manchmal  von  ihm 
verlange,  über  ein  Thema  zu  schreiben;  dann  verfasse  er  einen 
entsprechenden  Artikel  und  gebe  ihn  ab.  Daraufhin  würde  dieser  unter 
dem Namen des Büros,  nicht unter demjenigen des Beschwerdeführers 
publiziert.

5.4.  Bei  diesen  Ausführungen  in  der  Beschwerde  handelt  es  sich  im 
Wesentlichen um eine zusammenfassende Wiederholung der Aussagen 
des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung vom 1. Dezember 2009. 
Indes  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  Durchsicht  des 
entsprechenden  Protokolls  und  in  Würdigung  der  diesbezüglichen 
Beweismittel  in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass 
der  Beschwerdeführer  nicht  das  Bild  eines  engagierten  hochprofilierten 
Exilpolitikers  für  Darfur  zu  vermitteln  vermag,  welcher  seitens  der 
sudanesischen  Regierung  als  ernsthafte  Bedrohung  identifiziert  oder 
wahrgenommen wird. Dies zeigt sich unter anderem auch daran, dass die 
angeblich von ihm verfassten Artikel nicht unter seinem Namen publiziert 
werden.  Vor  diesem Hintergrund  besteht  kein  hinreichender  Anlass  zur 
Annahme,  dass  der  Beschwerdeführer  wegen  seiner  exilpolitischen 
Aktivitäten  bei  einer  Rückkehr  in  den Sudan mit  ernsthaften Nachteilen 
von  Seiten  des  sudanesischen  Regimes  zu  rechnen  hätte.  Bei  dieser 
Sachlage  ist  die  geltend  gemachte  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  als 
unbegründet  zu  würdigen,  weshalb  das  Vorliegen  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen ist.

6. 
In  Würdigung  der  gesamten  Umstände  und  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden  ist  zusammenfassend  festzustellen,  dass  diese 
keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen 
können  und  damit  die  Voraussetzungen  für  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt sind. Es erübrigt sich, auf die weiteren 

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Ausführungen  in der Beschwerde und die eingereichten Beweismittel  im 
Einzelnen einzugehen, da diese an der vorgenommenen Würdigung des 
Sachverhalts nicht zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat demnach die 
(zweiten) Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht abgelehnt.

7. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
fremdenpolizeiliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  einen  Anspruch  auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit 
weiteren Hinweisen).

8. 
8.1.  Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das 
Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über 
die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

8.2.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 
des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

8.2.1. So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein 
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet  ist oder  in dem 
sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu 
werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 

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Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

8.2.2. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  den 
Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 
5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  ihren  Heimatstaat  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

8.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass 
sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  ihren  Heimatstaat  dort  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1 
FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss 
Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR) 
sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die 
Beschwerdeführenden  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen 
oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter 
oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28.  Februar  2008, 
Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124­127, mit weiteren Hinweisen). Auch 
die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  ihrem  Heimatstaat  lässt 
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 
erscheinen.

8.2.4. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird  eine  konkrete Gefährdung  festgestellt,  ist  ­  unter  Vorbehalt  von 
Art.  83  Abs. 7  AuG  ­  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

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8.3.1. Den Beschwerdeführenden  ist  es  nicht  gelungen,  ihre Herkunft 
aus  der  Region  Darfur  glaubhaft  darzutun.  Den  Erkenntnissen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  zufolge  besteht  im Sudan  ausserhalb  der 
erwähnten Region keine Situation allgemeiner Gewalt. Es sind deshalb 
derzeit  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich,  dass  die 
Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückführung  in  den  Sudan  einer 
konkreten  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  ausgesetzt 
wären.  Dementsprechend  ist  der  Wegweisungsvollzug  dorthin  als 
generell zumutbar zu qualifizieren.

8.3.2.  Ferner  sind  auch  keine  individuellen,  in  der  Person  der 
Beschwerdeführenden  gelegenen  Gründe  ersichtlich,  die  den 
Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  erscheinen  lassen  würden. Wie 
bereits  im  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  (…)  ausgeführt 
wurde,  hat  der  Beschwerdeführer  seine  Studien  in  der  Region 
Khartoum  absolviert,  wo  auch  sein  Geburtsschein  ausgestellt  wurde, 
so dass darauf zu schliessen  ist, dass er aus dieser Gegend stammt; 
auch  die  Beschwerdeführerin  hat  sich  bereits  in  dieser  Stadt 
aufgehalten. Die Ausführungen in der Beschwerde sind nicht geeignet, 
an  dieser  Einschätzung  etwas  zu  ändern.  Aufgrund  dieser Umstände 
ist  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden  dort  über  ein 
soziales  Beziehungsnetz  verfügen.  Der  Beschwerdeführer  besitzt 
einen  (…)  Abschluss  und  war  in  seinem  Heimatstaat  als  (…) 
erwerbstätig.  Nebst  seiner  (…)  Muttersprache  verfügt  er  auch  über 
gute  (…).  Demnach  liegen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vor, 
dass  die  Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  in  ihren 
Heimatsstaat aus  individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder 
gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation  geraten 
würden. Im Falle von unbegleiteten Minderjährigen ist  im Rahmen der 
Prüfung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zudem  das 
Kindeswohl  mitzuberücksichtigen  (vgl.  EMARK  1998  Nr. 13  E. 5e.bb; 
Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 
[KRK,  SR 0.107]).  Zwei  der  minderjährigen  Kinder  der 
Beschwerdeführenden  sind  nicht  unbegleitet  in  die  Schweiz  gelangt, 
sondern  zusammen  mit  ihren  Eltern  eingereist,  während  die  beiden 
jüngsten – nunmehr (…) beziehungsweise (…) Jahre alt gewordenen – 
Kinder  hier  geboren  sind.  Obwohl  die  beiden  älteren  Kinder 
mittlerweile  (…)  beziehungsweise  (…)  Jahre  alt  sind,  ist  davon 
auszugehen,  dass  sie  sich  bei  einer  gemeinsamen Rückkehr mit  den 
Eltern  zusammen mit  den  beiden  jüngeren Geschwistern  im Schosse 
der  Familie  im  Heimatstaat  werden  (re)integrieren  können,  zumal 

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aufgrund  der  Aktenlage  (vgl.  hierzu  auch  nachstehend  E.  8.4.  am 
Schluss  sowie  E.  7.3.  und  insbesondere  7.4.  des  Urteils  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom (…) nicht auf eine aussergewöhnliche 
Verwurzelung  sowohl  der  Kinder  als  auch  der  Eltern  in  der  Schweiz 
geschlossen werden kann.

8.3.3. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung in 
Würdigung der gesamten Umstände auch als zumutbar.

8.4.  Die  bisherigen  Bestimmungen  betreffend  vorläufige  Aufnahme 
infolge  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  (Art.  14a  Abs. 
4bis  ANAG  [BS  1121]  i.V.m.  Art.  44  Abs.  3­5  AsylG) wurden mit  der 
Änderung  des  Asylgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  aufgehoben. 
Gleichzeitig mit der Aufhebung der Bestimmungen über die vorläufige 
Aufnahme  im  Falle  einer  schwerwiegenden  persönlichen Notlage  trat 
auf den 1. Januar 2007 eine neue Härtefallregelung  in Kraft. Gemäss 
Art.  14  Abs.  2  AsylG  haben  neu  die  Kantone  die  Möglichkeit,  bei 
"Vorliegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles"  unter 
bestimmten weiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbewilligung zu 
erteilen.  In  casu  halten  sich  die  Beschwerdeführenden  –  mit 
Ausnahme des letztgeborenen Kindes – zwar bereits seit mehr als fünf 
Jahren  in der Schweiz auf, womit die zeitlichen Anforderungen für die 
Anwendung von Art. 14 Abs. 2 AsylG an sich gegeben wären. Indes ist 
gemäss der Aktenlage seitens des Kantons bisher kein Verfahren um 
Erteilung einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung eingeleitet 
worden  beziehungsweise  müssten  die  Beschwerdeführenden 
diesbezüglich selbst bei der zuständigen Behörde vorstellig werden.

8.5.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  ihres  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 
2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 
möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.6.  Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  deren  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 

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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  auf  Fr.  600.– 
festzusetzen (vgl. Art. 1 ­ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR  173.320.2])  und  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Sie  sind mit  dem  am  23. Januar  2010  in 
gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Die  Verfahrenskosten  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

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