# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 646702c6-e49a-5456-86a7-c55899513a4c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.06.2015 200 2015 240
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-240_2015-06-01.pdf

## Full Text

200 15 240 IV
ACT/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 1. Juni 2015

Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Februar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2015, IV/15/240, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1985 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich am 27. September 2012 unter Hinweis auf eine posttrau-
matische Belastungsstörung und eine HWS-Distorsion bei der IV-Stelle 
Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Ak-
ten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Diese edierte die Akten der SUVA be-
treffend einen Verkehrsunfall vom 21. Dezember 2011 (AB 7.1) und traf 
erwerbliche sowie medizinische Abklärungen, insbesondere beteiligte sie 
sich mit Fragen an der vom Rechtsvertreter des Versicherten in Absprache 
mit dem involvierten Motorfahrzeughaftpflichtversicherer bei der MEDAS in 
Auftrag gegebenen polydisziplinären Begutachtung (AB 30 f., 37 f.). Nach 
Vorliegen der MEDAS-Expertise vom 11. Februar 2014 (AB 39.1) holte die 
IVB eine Aktenbeurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; 
AB 48) ein und stellte mit Vorbescheid vom 2. Juli 2014 (AB 52) zunächst 
die Abweisung des Leistungsgesuchs hinsichtlich einer Invalidenrente in 
Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 53) und Rückfragen bei der ME-
DAS (AB 55 f.) teilte sie dem Versicherten am 23. Dezember 2014 (AB 62) 
mit, dass sie eine Begutachtung durch PD Dr. med. C.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, für notwendig erachte. Hiergegen 
opponierte der Versicherte (AB 63, 65), worauf die IVB mit Verfügung vom 
9. Februar 2015 (AB 67) am geplanten Vorgehen festhielt.

B.

Mit Eingabe vom 9. März 2015 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte unter Beilage einer 
Stellungnahme der MEDAS vom 16. Februar 2015 (Akten des Beschwer-
deführers, Beschwerdebeilage [BB 3]), die angefochtene Verfügung sei 
kostenfällig aufzuheben und die Beschwerdegegnerin habe ihm eine Drei-
viertelrente auszurichten sowie die für die Klärung des Sachverhalts ange-
fallenen Berichtskosten von Fr. 1‘000.-- zu übernehmen.

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In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. April 2015 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. 

Bei der angefochtenen Verfügung, welche die Anordnung einer medizini-
schen Expertise zum Inhalt hat, handelt es sich – da sie das Administrativ-
verfahren nicht abschliesst – um eine selbstständig eröffnete Zwischenver-
fügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; 
SR 172.021). Solche können unter anderem dann angefochten werden, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung ist für 
das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu beja-
hen, womit die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich 
vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten wer-
den kann (BGE 138 V 271 S. 275 E. 1.1 und 1.2.1 sowie S. 276 E. 1.2.3, 
137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256).

Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesge-
setzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 

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Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde – unter Vorbehalt der 
nachstehenden Erwägung – einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 9. Februar 
2015 (AB 67). Streitig und zu prüfen ist einzig die in der Beschwerdebe-
gründung gerügte Anordnung der psychiatrischen Begutachtung bei PD Dr. 
med. C.________. Der Rentenanspruch steht dagegen ausserhalb des 
Anfechtungs- und Streitgegenstandes, weshalb auf das entsprechende 
Rechtsbegehren (Beschwerde S. 2 Ziff. 1 Ziff. 1) nicht einzutreten ist.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.2 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-
wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 
oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: un-
nötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). 

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Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 
durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und bi-
disziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die Na-
men der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Be-
zeichnung der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder 
formeller) personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 139 V 349 
E. 5.2.2.2, S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 257).

Bei mono- und bidisziplinären Begutachtungen ist im Falle aller zulässigen 
Einwendungen konsensorientiert vorzugehen. Erst wenn eine Einigung 
ausbleibt, ergeht eine (einheitliche) Zwischenverfügung über die 
Beweisvorkehr an sich (Notwendigkeit einer Begutachtung, Beschränkung 
auf eine oder zwei Fachdisziplinen, Bezeichnung der Disziplinen) und die 
Person der Gutachter (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.3 S. 356).

2.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

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3.

3.1 Vorab ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht festzustellen, dass das 
besagte MEDAS-Gutachten (AB 39.1) nicht über das Zuweisungssystem 
SuisseMED@P in Auftrag gegeben wurde (vgl. Art. 72bis der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; 
Rz. 2075 ff. sowie Anhang V des vom Bundesamt für Sozialversicherungen 
[BSV] herausgegebenen und ab 1. Januar 2010 gültigen Kreisschreibens 
über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI]). 

Zwar hat rechtsprechungsgemäss bei einem polydisziplinären Gutachten 
die Gutachterwahl stets nach dem Zufallsprinzip zu erfolgen und bleibt für 
eine einvernehmliche Benennung der Experten kein Raum (BGE 140 V 
507). Diese Rechtsprechung beschlägt indes allein von der IV-Stelle selbst 
veranlasste Gutachten. Wenngleich die Bereitstellung der medizinischen 
Entscheidgrundlage nach Art. 43 Abs. 1 ATSG in erster Linie Sache des 
Sozialversicherungsträgers ist, bleibt es der IV-Stelle im Rahmen des 
Untersuchungsgrundsatzes und des Amtsbetriebs unbenommen – 
respektive kann es im Rahmen der Verhältnismässigkeit und im Sinne der 
raschen Verfahrenserledigung sogar geboten sein –, gegebenenfalls auf 
ein ausserhalb des Invalidenversicherungszweiges erstattetes Gutachten 
abzustellen. Diesfalls wird dem Umstand, dass die verfahrensrechtlichen 
Kautelen gemäss BGE 137 V 210 nicht angewendet wurden, dadurch 
Rechnung getragen, dass die Expertise im Verfahren der 
Invalidenversicherung nicht den erhöhten Beweiswert eines 
versicherungsexternen Gutachtens im Sinne von Art. 44 ATSG (vgl. E. 2.3 
hievor) geniesst. Vorliegend ist die Expertise, für welche der 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers formell als Auftraggeber und der 
Haftpflichtversicherer zunächst als einziger Kostenträger fungierten, nicht 
als Administrativgutachten im Sinne von Art. 44 ATSG zu würdigen. Dies 
wird dadurch verdeutlicht, dass gegenüber der Beschwerdegegnerin um 
eine Kostenbeteiligung ersucht wurde (AB 30), was nicht geschehen wäre, 
wenn es sich um ein selbständiges Gutachten der Beschwerdegegnerin 
handelte (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Oktober 2011, 
9C_575/2011, E. 3.2). Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist deshalb 
nicht zu beanstanden und wird seitens des Beschwerdeführers auch nicht 

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gerügt. Mithin durfte sich die Beschwerdegegnerin mit 
invalidenversicherungsspezifischen Fragen an der durch den 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in Absprache mit dem 
Haftpflichtversicherer in die Wege geleiteten Begutachtung beteiligen und 
die daraus herrührenden Erkenntnisse – soweit sie diese als beweiskräftig 
würdigte – verwerten. 

3.2 Des Weiteren ist in formeller Hinsicht anzumerken, dass die Be-
schwerdegegnerin nach Vorliegen der MEDAS-Expertise den Gutachtern 
den RAD-Bericht vom 12. Juni 2014 (AB 48) zur Stellungnahme unterbrei-
tete (AB 55), ohne dem Beschwerdeführer diesbezüglich das rechtliche 
Gehör zu gewähren (vgl. auch BGE 136 V 113 betreffend Ergänzungsfra-
gen). Es kann offen bleiben, ob eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
vorliegt, da der allfällige, nicht sehr schwerwiegende Mangel geheilt wäre 
und der Beschwerdeführer dies auch nicht gerügt hat (vgl. BGE 136 V 113 
E. 5.5 S. 116, 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2013 
IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2). 

4.

4.1 Der somatische Teil des MEDAS-Gutachtens vom 11. Februar 2014 
(AB 39.1) erfüllt die vorerwähnten allgemeinen Beweiswertkriterien (vgl. 
E. 2.3 hievor) und erbringt diesbezüglich vollen Beweis, was auch seitens 
des Beschwerdeführers nicht bestritten wird. Demnach ist in tatsächlicher 
Hinsicht erstellt, dass nach dem massgebenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit aus somatischer Sicht keine 
Arbeitsunfähigkeit besteht (AB 39.3/9 Ziff. 5, 39.4/7 Ziff. 6). Ob ein weiterer 
Abklärungsbedarf in psychiatrischer Hinsicht besteht, hängt davon ab, wie 
das psychiatrische Teilgutachten beweisrechtlich zu würdigen ist. Während 
der Beschwerdeführer dem gesamten Gutachten Beweiswert zuerkennt 
(vgl. Beschwerde S. 9 f. Ziff. III Art. 3), erachtet die Beschwerdegegnerin 
das von Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, am 6. Januar 2014 erstattete Teilgutachten (AB 39.6) 
für nicht schlüssig.

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4.2 Gestützt auf die medizinischen Vorakten sowie das 
Untersuchungsgespräch vom 4. Dezember 2013 vermerkte Dr. med. 
D.________ im Teilgutachten vom 6. Januar 2014 die nachstehenden 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 39.6/4 Ziff. 4.1):

Sturz von einer Leiter am 2. April 2008, mit HWS-Distorsion und 
Schultergürtelkontusion und Autounfall am 21. Dezember 2011 mit 
kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma mit HWS-Distorsion 
Grad I gemäss QTF-Klassifikation (Quebec Task Force) und mit:
- chronischer depressiver Störung, gegenwärtig schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: 
F32.2)

- posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
- chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (ICD-10: F45.41)

Der Gutachter attestierte für die angestammte Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von vier Stunden täglich mit einer zusätzlichen 
Leistungseinschränkung von 50 % (AB 39.6/14 Ziff. 6 i.V.m. 39.6/17 f. Ziff. 
9/4 f.) bzw. eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % in einer leidensadaptierten 
Tätigkeit (AB 39.6/14 Ziff. 6.2 i.V.m. 39.6/18 Ziff. 9/13 f.).

4.3 Die gutachterliche Einschätzung von Dr. med. D.________ 
überzeugt bereits in diagnostischer Hinsicht nicht, was auch die RAD-Ärztin 
Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
in ihrer Aktenbeurteilung vom 12. Juni 2014 (AB 48) zutreffend darlegte.

4.3.1 Der psychiatrische Experte vermerkte als Diagnosen primär einen 
Sturz von einer Leiter sowie einen Autounfall (AB 39.6/4 Ziff. 4.1), mithin 
Lebenssachverhalte und nicht medizinische Gesundheitsschäden. Selbst 
wenn die entsprechenden Lebenssachverhalte im Sinne eines «Status 
nach» bloss als den eigentlichen psychiatrischen Diagnosen zugrunde 
liegende Geschehensabläufe interpretiert würden, wären die 
diagnostischen Feststellungen nicht nachvollziehbar. 

Die von Dr. med. D.________ postulierte posttraumatische 
Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1) setzt ein belastendes Ereignis 
oder eine Situation von aussergewöhnlicher Bedrohung oder 
katastrophenartigen Ausmasses voraus, die bei fast jedem eine tiefe 
Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören beispielsweise eine durch 
Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine 

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Kampfhandlung, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes 
anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder 
anderen Verbrechen zu sein (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], In-
ternationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], 
Klinisch diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 207). Nach höchstrichter-
licher Rechtsprechung wird eine invalidisierende PTBS nur anerkannt, 
wenn sie nach einem traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher 
Schwere auftritt, hierfür genügt ein Verkehrsunfall in der Regel nicht (vgl. 
Entscheid des BGer vom 18. August 2009, 9C_554/2009, E. 6). Das in den 
Akten dokumentierte Geschehen vom 21. Dezember 2011 (AB 7.1/161-
177, 7.1/185; vgl. auch AB 7.1/45-52, 7.1/65-78, 7.1/83-113) erfüllt diese 
Voraussetzung offensichtlich nicht.

Auch der in den Akten nicht näher dokumentierte Sturz von einer Leiter im 
April 2008 (AB 7.1/150, 7.1/187 Ziff. 3, 39.1/25) würde die Kriterien für eine 
PTBS offensichtlich nicht erfüllen. Weiter äusserte sich Dr. med. 
D.________ zu seelischen Traumen, hier der Verweigerung eines Aus-
gleichs durch die Unfallverursacherin (AB 39.6/6 Ziff. 4.3, 39.6/11 Ziff. 5.1), 
so dass nicht klar ist, ob allenfalls damit das Trauma für die PTBS gemeint 
ist (vgl. aber AB 39.6/12 Ziff. 5.2 in fine), welches als solches jedoch die 
Anforderungen gemäss ICD-10 ebenfalls nicht erfüllen würde. 

4.3.2 Auch die Diagnose einer chronischen depressiven Störung, gegen-
wärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: 
F32.2), vermag nicht zu überzeugen, da sie in unlösbarem Widerspruch zur 
gleichzeitig beschriebenen depressiven Verstimmung (AB 39.6/7 f. Ziff. 4.3) 
– mithin einer Dysthymie (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., 
S. 183 f.) – steht. Davon abgesehen ist die geringe Therapiefrequenz 
(AB 39.1/24 Ziff. 1.2.2) nicht mit einer schweren Depression zu vereinba-
ren, worauf die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (S. 3 
Ziff. 10) zutreffend hingewiesen und wozu sich Dr. med. D.________ in 
seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2015 (BB 3) nicht geäussert hat. 
Des Weiteren ist es nach den diagnostischen Leitlinien sehr unwahrschein-
lich, dass ein Patient während einer schweren depressiven Episode in der 
Lage ist, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortzuführen (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 174); der Beschwerdeführer unter-

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nimmt jedoch Spaziergänge mit seiner Ehefrau, empfängt zuhause regel-
mässig seine Schwiegermutter, erledigt gelegentlich Einkäufe und trifft sich 
mit seinem Vetter (AB 39.1/24 Ziff. 1.2.2). Sodann findet sich die vom Gut-
achter verwendete Terminologie einer «chronischen depressiven Störung» 
unter der verwendeten Codierung der ICD-10 nicht und sie ist missver-
ständlich, da eine schwere depressive Episode im Sinne von F32.2 eine 
grundsätzlich vorübergehende Störung bezeichnet. Länger (mehr als 
sechs, selten zwölf Monate) dauernde Störungen werden denn auch unter 
F33 (rezidivierende depressive Störung) oder F34 (anhaltende affektive 
Störung) der ICD-10 erfasst (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Juni 2013, 
9C_947/2012, E. 3.2.1). Hinzu kommt, dass der Gutachter die Depression 
einerseits als eigene Störung erachtete, andererseits erklärte, sie sei vor-
wiegend eine Folge der (nicht organisch objektivierbaren) Schmerzen 
(AB 39.6/8 Ziff. 4.3, 39.6/12 Ziff. 5.1). Er stellte damit einen Zusammen-
hang mit der ebenfalls diagnostizierten Schmerzstörung (ICD-10: F45.41) 
her, was gegen ein verselbständigtes Leiden spricht (vgl. BGer 
9C_554/2009, E. 6). Schliesslich können die Resultate der psychologi-
schen Tests (AB 39.6/4 Ziff. 3.2) im schwierigen Einzelfall wohl diagnosti-
sche Entscheidungshilfen liefern und für die wissenschaftliche Einordnung 
nützlich sein (vgl. MACHLEIDT et al., Psychiatrie, Psychosomatik und Psy-
chotherapie, 7. Aufl. 2004, S. 279 Ziff. 35.2.3), ihnen kommt aber höchs-
tens eine ergänzende Funktion zu, um einen psychischen Gesundheitszu-
stand beurteilen zu können (vgl. THOMAS ACKERMANN, Der Beweis des 
natürlichen Kausalzusammenhangs. Mittel und Methoden, in: GABRIELA 
RIEMER-KAFKA [Hrsg.], Beweisfragen im sozialversicherungsrechtlichen 
Verfahren, 2013, S. 110; Entscheid des BGer vom 5. Januar 2012, 
8C_639/2011, E. 4.3.1 mit Hinweis auf die Leitlinien der Schweizerischen 
Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer 
Störungen, in: Schweizerische Ärztezeitung, SAeZ, Nr. 20/2004, S. 1051). 
Sie sind hier nicht geeignet, die aufgezeigten Widersprüche aufzulösen. 
Dasselbe hat für die (weitschweifigen) Ausführungen von Dr. med. 
D.________ in der Stellungnahme vom 16. Februar 2015 (BB 3) zu gelten, 
die sich hauptsächlich auf eine Verdeutlichung des bereits Gesagten be-
schränkten.

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4.4 Wenn die Diagnosen der PTBS sowie der schweren depressiven 
Episode einer chronischen depressiven Störung nicht schlüssig sind, kann 
die Frage der Überwindbarkeit (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 
E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354) der wei-
ter diagnostizierten Schmerzstörung (AB 39.6/4 Ziff. 4.1) – insbesondere 
das Kriterium der psychischen Komorbidität – weder aus medizinischer 
Sicht noch von den rechtsanwendenden Behörden (vgl. BGE 130 V 352 
E. 2.2.5 S. 355; SVR 2014 IV Nr. 7 S. 30 E. 4.2.3) abschliessend beurteilt 
werden. Damit bleibt auch die medizinisch-theoretische Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit als Basis zur Ermittlung des Invaliditätsgrades offen. Bei 
dieser Ausgangslage ist der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die 
psychiatrische Fachdisziplin illiquid und sind weitere psychiatrische Erhe-
bungen notwendig. 

Aufgrund der Untersuchungsmaxime war die Beschwerdegegnerin bei 
dieser Sachlage zu ergänzenden medizinischen Abklärungen verpflichtet 
(Art. 43 Abs. 1 ATSG). Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen 
Auffassung (AB 63; Beschwerde S. 9 f. Ziff. III Art. 3) kann nicht von einem 
Zweitgutachten im Sinne einer unzulässigen sog. second opinion 
ausgegangen werden (vgl. hierzu BGE 137 V 210 E. 3.3.1 S. 245; 136 V 
156 E. 3.3 S. 158). 

5.

5.1 Der Sozialversicherungsträger befindet darüber, mit welchen Mitteln 
er den rechtserheblichen Sachverhalt abklärt. Bei der Wahl der Art der 
Abklärung steht der Verwaltung ein Ermessensspielraum zu, in welches die 
Gerichte nicht ohne triftigen Grund eingreifen (vgl. Entscheid des BGer vom 
19. März 2014, 8C_828/2013, E. 2.1). Da der somatische 
Gesundheitszustand anhand des MEDAS-Gutachtens vom 11. Februar 
2014 (AB 39.1) als hinreichend abgeklärt gilt, ist die Anordnung einer 
(erstmaligen) verwaltungsunabhängigen psychiatrischen Begutachtung 
zweckmässig und deshalb nicht zu beanstanden. Auch der Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit gebietet es, hier allein den mangelhaften Teil der 
Begutachtung zu verbessern; einerseits wird damit den Interessen des 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2015, IV/15/240, Seite 12

Beschwerdeführers Rechnung getragen, da er sich nicht nochmals einer 
(offensichtlich belastenden) umfassenden Exploration unterziehen muss, 
andererseits wird auch den finanziellen Interessen der Verwaltung bzw. der 
beitragszahlenden Versichertengemeinschaft Nachachtung verschafft, 
indem allein die Kosten eines monodisziplinären Gutachtens anfallen. 

5.2 Im Rahmen der noch erforderlichen rein psychiatrischen 
Nachbegutachtung gelangt die zufallsbasierte Zuweisung zu einer 
Gutachterstelle nicht zur Anwendung (vgl. BGE 139 V 349). Die 
Beschwerdegegnerin orientierte den Beschwerdeführer gleichzeitig mit der 
Mitteilung der Notwendigkeit der Beweisvorkehr über die Person des in 
Aussicht genommenen Gutachters PD Dr. med. C.________ (AB 62), 
gegen den innert Frist keine Einwendungen vorgebracht wurden, womit 
diesbezüglich auch kein Einigungsversuch zu erfolgen hatte (vgl. E. 2.2 
hievor; Rz. 2084 KSVI). Der Beschwerdeführer wird sich somit der 
geplanten psychiatrischen Begutachtung bei PD Dr. med. C.________ zu 
unterziehen haben. Die angefochtene Verfügung vom 9. Februar 2015 
(AB 67) ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden; die dagegen 
erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, 
soweit auf sie einzutreten ist.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2015, IV/15/240, Seite 13

Für die beantragte (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 2) Übernahme der Kos-
ten der Stellungnahme von Dr. med. D.________ vom 16. Februar 2015 
(BB 3) durch die Beschwerdegegnerin besteht unter diesem Titel ebenfalls 
keine Grundlage. Die Beschwerdegegnerin legte den RAD-Bericht vom 
12. Juni 2014 (AB 48) der MEDAS vor (AB 55), welche sich jedoch auf eine 
kurze Antwort beschränkte (AB 56). Anders als in der Beschwerde (S. 4 
Ziff. III Art. 2) sinngemäss vorgebracht, ist in diesem Zusammenhang der 
Verwaltung keine im Rahmen der Kostenliquidation zu berücksichtigende 
Verletzung der ihr nach dem Untersuchungsgrundsatz obliegenden Pflicht 
zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen (vgl. SVR 2010 
UV Nr. 3 S. 15 f. E. 10). Auch in Bezug auf eine allfällige Verletzung des 
rechtlichen Gehörs (vgl. E. 3.2 hievor) sind dem Beschwerdeführer keine 
Kosten entstanden, die ihm ohne eine einseitige Vorgehensweise der Be-
schwerdegegnerin nicht entstanden wären (SVR 2010 IV Nr. 51 S. 159 
E. 3.3 [Umkehrschluss]). Wenn der Beschwerdeführer trotz Vorliegen der 
Stellungnahme der MEDAS vom 31. Juli 2014 (AB 56) später selber einen 
ausführlichen Bericht einholt, der – wie dargelegt – nichts zur Klärung bei-
trägt, hat er diesen Aufwand selbst zu tragen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2015, IV/15/240, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.