# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9f479cb-5e45-58c0-a2a7-fd1cf7724fc2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2008 D-6695/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6695-2006_2008-12-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6695/2006
law/joc
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Bruno Huber, Richter Robert Galliker, 
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A._______, geboren (...), Türkei,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals 
Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom
25. Juli 2003 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6695/2006

Sachverhalt:

A.
A.a Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat, die Türkei, ei-
genen  Angaben  zufolge  zusammen  mit  seinem  Cousin  B._______ 
(N_______) am 2. Oktober 2002 und gelangte am 9. Oktober 2002 ille-
gal in die Schweiz, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Am 
16. Oktober  2002  wurde  er  summarisch  zu  seinen  Asylgründen  be-
fragt. Die zuständige kantonale Behörde hörte den Beschwerdeführer 
am 18. November 2002 einlässlich zu den Asylgründen an.

A.b Im Rahmen der erwähnten Befragungen machte der Beschwerde-
führer  im Wesentlichen geltend,  er  sei  Kurde,  alevitischen Glaubens 
und habe zusammen mit  seiner  Ehefrau und den beiden Kindern  in 
C._______(Kreis  D._______,  Provinz  Kahramanmaras)  gelebt.  1990 
sei seine Schwester E._______ zusammen mit ihrem Ehemann in die 
Schweiz geflüchtet. Diesen sei in der Türkei vorgeworfen worden, Mit-
gliedern  der  PKK  (Partia  Karkeren  Kurdistan,  Arbeiterpartei  Kurdi-
stans) Kost und Logis angeboten zu haben und sie seien deswegen 
und aufgrund des Besitzes  von verbotenen Zeitschriften  in  Untersu-
chungshaft gewesen.  Er sei in jenem Zeitpunkt ebenfalls unter Druck 
gesetzt  worden,  da  man  ihn  mitbeschuldigt  habe. Deshalb  habe  er 
zusammen mit seiner Schwester und seinem Schwager die Türkei ver-
lassen wollen. Da sein  Vater  jedoch  im September  1990  verstorben 
sei, habe er für die Familie aufkommen müssen und er sei daher nach 
D._______  zurückgekehrt.  Eigentlich  habe  seine  Familie  Land 
besessen,  da  man  sie  aber  nicht  in  Ruhe  gelassen  habe,  habe  er 
hauptsächlich  als  Lastwagen-  und  Taxichauffeur  gearbeitet  sowie 
einmal von Mai bis September/Oktober 2001 eine Bäckerei betrieben. 
Wegen  der  Inhaftierung  seiner  Schwester,  die  in  der  Schweiz  als 
Flüchtling anerkannt  worden sei  (N_______),  sei  er  während seines 
Militärdienstes,  den  er  von  1994  bis  1995  hauptsächlich  in  Ankara 
geleistet habe, durch die Militärpolizei befragt worden.

Im  Weiteren  gab  der  Beschwerdeführer  zu  Protokoll,  am  26. März 
1994 sei sein Cousin F._______ (N_______), der sich zuvor als Asyl-
bewerber in der Schweiz aufgehalten habe, umgebracht worden. Die-
ser habe sich der PKK angeschlossen und sei als Märtyrer gefallen. 
Ebenso  seien  zwei  weitere  Verwandte  namens  G._______  und 
H._______  als  Märtyrer  gestorben.  Nach  dem  Tod  von  F._______, 
habe sich sein Cousin I._______, der Bruder von B._______, ebenfalls 

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der  PKK  angeschlossen.  Ein  weiterer  Cousin,  K._______,  sei  seit 
1998 ebenfalls bei  der Guerilla. Vom Verbleib dieser beiden Cousins 
wisse man jedoch seither nichts. 

Wegen seiner Verwandten stehe er seit Jahren unter Druck, indem er 
seit  1994 mindestens fünfzehn Mal auf den Polizeiposten mitgenom-
men und dort jeweils gefoltert worden sei. Wegen genannter verwandt-
schaftlicher Beziehungen habe er auch seine jeweiligen Anstellungen 
verloren, die Polizei habe ihm vorgeworfen, während seiner Arbeit als 
Lastwagen-Fahrer die PKK zu unterstützen. Auch sei er während der 
Zeit,  in  der  er  die  Bäckerei  in  D._______  betrieben  habe,  drei  Mal 
durch  Gendarmen  und  zwei  Mal  durch  die  Geheimpolizei 
mitgenommen und auf den Polizeiposten verbracht worden. Er sei den 
Sicherheitskräften  damals  aufgefallen,  da  er  sich  täglich  ins  Dorf 
begeben habe, wo er sein Land bestellt habe. Er habe deswegen viele 
Kunden verloren und die Bäckerei in der Folge aufgeben müssen. Als 
er sich im Juli 2002 einen Monat lang im Dorf L._______ aufgehalten 
habe, habe man ihm vorgeworfen, auch dort die PKK zu unterstützen. 
Eigentliche  Hilfeleistungen  habe  er  jedoch  nicht  erbracht,  sondern 
lediglich im Dorf kleinere Sachen mitgemacht. Am 31. Mai 2002 habe 
die Polizei einige junge Leute in den Dörfern verhaftet. Ihn habe man 
am 3. Juni 2002 nachts zu Hause aufgesucht und anschliessend auf 
den  Polizeiposten  gebracht,  wo  sich  zirka  zehn  bis  fünfzehn  junge 
Leute, darunter auch ein Cousin aus dem Dorf, befunden hätten. Man 
habe  untersucht,  ob  er  auch  an  der  Verteilung von Flugblättern  der 
PKK beteiligt  gewesen sei. Während vier Stunden habe man ihn auf 
dem Polizeiposten festgehalten, wobei er mit anderen zusammen die 
ganze Zeit  ohne Schuhe im Wasser habe stehen müssen. Fünf oder 
sechs  Personen  seien  zwei  oder  drei  Monate  in  der  Strafanstalt 
inhaftiert gewesen. Ihn habe man aus Mangel an Beweisen nach vier 
Stunden  wieder  freigelassen.  Wegen  seiner  angeblichen 
Hilfeleistungen  für  die  PKK  habe  er  im  Juni  2002  seine  Arbeit  als 
Lastwagenchauffeur  verloren.  Er  habe  weder  im  Dorf,  das  dauernd 
unter  Beobachtung  gestanden  habe,  noch  in  D._______ bleiben 
können, zumal die Polizei und auch die Kontraguerilla erklärt hätten, er 
hätte keine Chance, es sei denn, er begebe sich in die Berge. Ausser 
ihm seien auch sein Halbbruder M._______, der heute als anerkannter 
Flüchtling  in  Kanada  lebe,  sowie  seine  ganze  Familie  in  der  Türkei 
unter Druck gesetzt worden.  Am 5. oder 6. September 2002 habe er 
sich  schliesslich  mit  Hilfe  eines  Schleppers  in  Istanbul  auf  dem 
Passbüro  einen  Pass,  lautend  auf  seinen  Namen  und  versehen  mit 

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seinem Foto, ausstellen lassen und sei am 2. Oktober 2002 zusammen 
mit  seinem  Cousin  B._______,  der  praktisch  dasselbe  wie  er  erlebt 
habe, aus der Türkei geflüchtet und in die Schweiz gereist. Seine Frau 
und  seine  Kinder  habe  er  aus  finanziellen  Gründen  in  der  Türkei 
zurücklassen  müssen.  Hier  in  der  Schweiz  würden  sich  -  nebst 
erwähntem  Cousin  und  seiner  Schwester  -  drei  weitere  Cousins, 
N._______  (N_______),  O._______  (N_______)  und  P._______ 
(N_______)  als  politische  Flüchtlinge  aufhalten.  Ebenso  sei  eine 
Cousine, Q._______, in der Schweiz wohnhaft gewesen.  Sie sei hier 
kürzlich  verstorben.  Sämtliche  jungen,  männlichen  Mitglieder  seiner 
Verwandtschaft  stünden  in  seiner  Heimat  unter  dauernder 
Beobachtung. Viele seien ausgewandert  oder  geflohen.  Sein Bruder, 
R._______ und seine Halbschwester S._______, würden sich in Izmir 
befinden. Seine Ehefrau sei mit  den gemeinsamen Kindern zu ihrem 
Vater  ins  Dorf  gezogen.  Seine  Schwester  T._______  halte  sich  in 
Istanbul  auf.  In  D._______  seien  nur  noch  seine  Mutter  sowie  ein 
Bruder und eine Schwester wohnhaft. 

Zu  seinen  politischen  Aktivitäten  befragt,  gab  der  Beschwerdeführer 
an, er sei 1997 als Mitglied der legalen Partei CHP (Cumhuriyet Halk 
Partisi, Republikanische Volkspartei) registriert worden; er habe an de-
ren Kongressen teilgenommen und dabei Tee oder Kaffee verteilt. Spä-
ter sei er für die HADEP (Halkin Demokrasi Partisi, Demokratiepartei 
des Volkes) aktiv gewesen respektive habe sich für diese Partei eben-
falls interessiert. 

A.c Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer im 
Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens folgende Dokumente ein:

• Eine Kopie einer Arbeitsbestätigung vom 3. Juli 2003 der Baufirma 

"U._______" in D._______ für die Zeit vom 1. Februar bis 31. März 

1998. 

• Eine Kopie einer Bestätigung vom 1. Mai 2002 der Transportfirma 

"V._______"  in  D._______  betreffend  Beitragszahlungen  an  die 

Sozialversicherung für den Zeitraum Januar 2002 bis Mai 2002. 

• Ein undatiertes und nicht unterschriebenes Formular des Fahraus-

weisinhabers (Kategorie D) A._______ zu Handen des Amtes für 

Militärdienst in W._______ in Kopie. 

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• Eine Kopie eines undatierten Antrags zwecks Erwerb eines Fahr-

ausweises, der u.a. die Bestätigung des Erhalts des Fahrauswei-

ses Kategorie E vom 5. Mai 2002 beinhaltet.

• Kopien  eines  Nüfus  Serie-Nr.  (...)  und  eines  Fahrausweises 

ausgestellt am 5. Mai 2002.

• Eine Kopie einer  Bestätigung einer  Fahrschule in X._______ für 

die Absolvierung eines Fahrkurses vom 19. November 2000.

• Eine  Kopie  einer  Bestätigung  der  Grundschule  Y._______  in 

D._______  vom  17. Dezember  1999  betreffend  den  Erhalt  des 

Primarschuldiploms vom 1. Juli 1993.

• Eine Kopie eines Gesundheitsattestes für Kandidaten der Fahrprü-

fung,  ausgestellt  durch  das  Spital  Z._______in  W._______  am 

13. November  2000,  mit  welchem  bestätigt  wird,  dass  der  Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers normal sei.

• Eine Anmeldung zu einem Fahrkurs (Kategorie D) vom 30. Okto-

ber 2000 in Kopie.

• Eine Kopie einer undatierten Registerkarte betreffend einen Fahr-

ausweis Kategorie D ausgestellt vom Verkehrsamt in W._______.

• Eine  Wohnsitzbescheinigung  vom 10. November  2000  in  Kopie, 

mit  welcher  bestätigt  wird,  dass  der  Beschwerdeführer  an  der 

Adresse (...), Kreis D._______, wohnhaft sei und er in L._______, 

Kreis D._______, registriert sei.

• Eine Kopie einer undatierten Bestätigung für einen Fahrausweis-

antrag mit dem Vermerk einer nicht entzifferbaren Behörde,  dass 

der  Beschwerdeführer  gemäss  Computereinträge  nicht  gesucht 

würde.

• Ein Schreiben des Steueramtes D._______ vom 15. Mai 2003 in 

Kopie,  mit  welchem  bestätigt  wird,  dass  der  Beschwerdeführer 

vom  21. August  2001  bis  am  3.  Oktober  2001  in  der  Bäckerei 

"A._______" gearbeitet habe.

• Eine Kopie einer Quittung eines nicht genannten Steueramtes be-

treffend einer Steuerzahlung vom 28. Februar 2001. Eine Quittung 

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des Steueramtes B._______ in W._______ betreffend Bezahlung 

von Steuern am 28. Februar 2001.

• Ein Schreiben einer türkischen Altersvorsorgeeinrichtung in Kopie, 

mit  welchem dem Beschwerdeführer  mitgeteilt  wird,  dass er seit 

dem (...) Mitglied sei. 

• Eine  Kopie  eines  Schreibens  derselben  Einrichtung  vom  Jahre 

2003 zwecks Aufforderung von Beitragszahlungen. 

• Ein Schreiben der Staatsanwaltschaft D._______ vom 2. Mai 1994 

in Kopie, welches u.a. den Tod von F._______ am 26. März 1994 

bestätigt.

• Eine Kopie einer Ehebescheinigung ausgestellt am 31. Mai 1996.

• Einen  türkischen  Reisepass,  ausgestellt  am  (...)  in  W._______, 

und gültig bis am (...). 

B.
Mit Verfügung vom 25. Juli 2003 stellte das BFF fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht und lehnte das Asylge-
such ab, wobei es seinen Entscheid hauptsächlich damit begründete, 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  aufgrund  seiner  verwandt-
schaftlichen Beziehungen zu politisch tätigen Personen in D._______ 
von  1990  bis  zu  seiner  Ausreise  im  Jahre  2002  wiederholt 
festgenommen  und  gefoltert  worden  zu  sein,  seien  zufolge 
realitätsfremder,  nicht  nachvollziehbarer  und  unsubstanziierter 
Schilderungen  als  nicht  glaubhaft  im  Sinne  von  Art.  7  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu erachten. Im 
Weiteren  verneinte  das  BFF  eine  begründete  Furcht  des 
Beschwerdeführers vor künftiger Verfolgung im Falle seiner Rückkehr 
in  die  Türkei.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.

C.
Mit  Eingabe seines  Rechtsvertreters  vom 26. August  2003 liess  der 
Beschwerdeführer  bei  der  ehemaligen  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission (ARK) gegen diese Verfügung Beschwerde erheben und 
beantragen,  die  Verfügung  des  BFF  sei  aufzuheben  und  die  Sache 
zwecks Feststellung des vollständigen rechtserheblichen Sachverhalts 
zur Neubeurteilung an das BFF zurückzuweisen, eventualiter sei  der 

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Entscheid  des  BFF  aufzuheben  und  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers  festzustellen  und  ihm  in  der  Schweiz  Asyl  zu 
gewähren. Subeventualiter sei  die Unzumutbarkeit  des Vollzuges der 
Wegweisung festzustellen. 

Seiner Beschwerde legte der Beschwerdeführer Kopien sämtlicher be-
reits im vorinstanzlichen Verfahren eingereichter Dokumente (vgl. vor-
stehend  A.c)  sowie  eine  Kopie  eines  Schreibens  des  Steueramtes 
D._______  bei,  gemäss  welchem  der  Beschwerdeführer  am 
21. August  2001  in  einer  Fladenbrotbäckerei  zu  arbeiten  begonnen 
habe und wonach das Kündigungsdatum der 3. Oktober 2001 sei. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 2. September 2003 forderte die ARK den 
Beschwerdeführer  auf,  innert  Frist  allfällige Wegweisungshindernisse 
medizinischer Natur mittels aktuellem Arztbericht zu belegen, eine Er-
klärung gegenüber der ARK betreffend die Entbindung von der ärztli-
chen Schweigepflicht einzureichen und einen Kostenvorschuss zu leis-
ten.

E.
Mit Schreiben vom 19. September 2003 reichte der Beschwerdeführer 
eine Fürsorgebestätigung der C._______ vom 10. September 2003 zu 
den Akten und ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Gleichzeitig reichte er eine Erklärung betreffend die Ent-
bindung  von  der  ärztlichen  Schweigepflicht  sowie  einen  Arztbericht, 
ausgestellt  von  Dr. med.  C._______,  Fachärztin  für  Psychiatrie  und 
Psychotherapie FMH, (...), am 12. September 2003, ein, mit welchem 
dem Beschwerdeführer  eine  mittelschwere  Depression  mit 
somatischen  Störungen  in  psychischer  Belastungssituation  (F  32.11 
ICD-10) attestiert wurde.

F.
Mit Verfügung vom 6. Oktober 2003 hiess der zuständige Instruktions-
richter  der  ARK  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete 
auf den zuvor erhobenen Kostenvorschuss.

G.
Am  20.  Oktober  2003  übermittelte  der  Beschwerdeführer  der  ARK 

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(Eingang: 21. Oktober 2003) mittels seines Rechtsvertreters die Kopie 
eines undatierten Schreibens in türkischer Sprache seiner Ehefrau an 
das schweizerische Konsulat in D._______.

H.
Mit  Vernehmlassung  vom 15.  Dezember  2003  beantragte  die  Vorin-
stanz die Abweisung der Beschwerde. 

I.
Am 5. Januar 2004 reichte der Beschwerdeführer eine Replik und ei-
nen fachärztlichen Bericht vom 29. Dezember 2003 ein. 

Mit Eingabe vom 5. März 2004 nahm das BFF dazu Stellung. Der Be-
schwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 24. März 2004.

J.
Mit Eingabe vom 7. Juli 2004 liess der Beschwerdeführer der ARK eine 
Kopie  eines  Entscheides  des  ersten  Justizgerichtes  von  W._______ 
vom  23. November  2002  in  türkischer  Sprache  inklusive  deutscher 
Übersetzung  zukommen  und  gelangte  am  3. September  2004  (Ein-
gang: 6. September 2004) erneut schriftlich an die ARK, wobei er auf 
zwei Artikel der Zeitung "Özgür Politika", beide erschienen am (...) und 
den darin  abgebildeten,  verstorbenen  G._______,  einen  Verwandten 
seiner Ehefrau, verwies. 

K.
In einer Mitteilung vom 4. April 2005 machte der Beschwerdeführer die 
ARK sodann darauf aufmerksam, dass K._______ aufgrund von Foto-
konfrontationen  belastet  worden  sei,  da  er  einer  Spezialeinheit  der 
PKK angehört habe. Aus Mangel an Beweisen sei er jedoch frei gelas-
sen worden und danach ins Ausland geflüchtet. Das Verfahren werde 
jedoch in der Türkei weitergeführt. Seiner Eingabe legte er zwei Be-
richte der Direktion für Sicherheit des Regierungspräsidiums Antalya, 
datierend  vom  26.  Juli  und  vom  10.  August  2004,  samt  deutscher 
Übersetzung bei.

L.
Mit  Schreiben vom 21. Dezember 2005 wies die behandelnde Ärztin 
des Beschwerdeführers darauf hin, dass dieser unter der unsicheren 
Situation stark leide, da noch kein Entscheid vorliege. Die ARK teilte 
daraufhin der Fachärztin am 16. Januar 2006 mit,  dass die Kommis-
sion keine genauen Angaben über die Dauer des Beschwerdeverfah-

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rens machen könne. Auf eine weitere Anfrage der Ärztin vom 4. Juni 
2007  antwortete  das  nunmehr  zuständige  Bundesverwaltungsgericht 
am 4. Juli 2007, wobei es angab, man sei bestrebt, das Verfahren in 
absehbarer Zeit einem Entscheid zuzuführen. 

M.
Am  7.  September  2007  (Eingang  Bundesverwaltungsgericht: 
10. September 2007) legte der Beschwerdeführer einen  Therapiever-
laufsbericht von Dr. med. C._______, verfasst am 4. September 2007, 
ins Recht,  mit  welchem diese insbesondere auf  die früher  erstellten 
Anamnesen  verwies  und  beim  Beschwerdeführer  eine  andauernde 
Persönlichkeitsveränderung  nach  Extrembelastung  (F  62.0  ICD-10), 
eine  Dysthimie  (F  34.1  ICD-10)  und  den  Status  nach  einer 
posttraumatischen Belastungsstörung (F. 43.1 ICD-10) diagnostizierte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG. Das BFF, 
welches heute Bestandteil des BFM ist, gehört zu den Behörden nach 
Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsge-
richts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 
32  VGG liegt  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zu-
ständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  ent-
scheidet  in  diesem Bereich  endgültig  (Art. 105 AsylG;  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK am 31. Dezember 2006 hängigen Rechtsmittel 
übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art.  53 
Abs. 2 VGG).

1.3
Die Beschwerde ist seinerzeit  form- und fristgerecht eingereicht wor-
den (Art. 50 und 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch die ange-
fochtene Verfügung berührt  und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung bzw. Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Be-

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schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 
Beschwerde ist mithin einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  18  E.  7  und  8 
S. 190 ff., EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der Subsidiarität 
des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flücht-
lingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ih-
rem  Heimatland  keinen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193).  Ausgangspunkt für die Beurteilung 
der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Aus-
reise vorhandenen Verfolgung oder  begründete Furcht  vor einer  sol-
chen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  ist  jedoch  im 
Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht eben-
falls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimat-
staat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten 
und  zulas(...)ten  der  ein  Asylgesuch  stellenden  Person  zu 

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berücksichtigen (vgl. EMARK 2000 Nr. 2 E. 8b, EMARK 1994 Nr. 24 E. 
8a; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 
1990, S.135 ff.).

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.4 Grundsätzlich sind die Vorbringen einer gesuchstellenden Person 
dann glaubhaft  im Sinne von Art. 7 AsylG, wenn sie genügend sub-
stanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 
vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wider-
sprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den 
Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber 
hinaus muss die  gesuchstellende Person persönlich  glaubwürdig er-
scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vor-
bringen  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  aber 
auch  dann,  wenn  sie  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst 
falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, stei-
gert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfah-
ren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung be-
deutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Be-
weismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel 
an den Vorbringen der gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob 
die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der ge-
suchstellenden Person sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf 
eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 5a 
mit weiteren Hinweisen).

4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt hauptsächlich eine unvollständige und 
unrichtige  Erhebung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  eine 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs,  indem  er  auf  Beschwerdeebene 
beanstandet, im Rahmen der kantonalen Befragung habe der Befrager 
an den zentralen Asylvorbringen vorbeigefragt,  und er sei  als Folter-
opfer im damaligen Zeitpunkt nicht zu einer substanziierten Sachver-

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haltsschilderung im Stande gewesen. Diese psychische Komponente 
hätte  das  Bundesamt  erkennen  und  von  der  Möglichkeit  Gebrauch 
machen müssen, eine ärztliche Untersuchung anzuordnen. Die Vorin-
stanz  hätte  daher  eine  ergänzende  Anhörung  mittels  eines  Spezia-
listen durchführen müssen. Im Weiteren habe das Bundesamt nicht er-
kannt, dass der Beschwerdeführer aus einer politischen Familie stam-
me, und es habe es daher versäumt, mittels einer ergänzenden Anhö-
rung oder via Botschaft abzuklären, ob er behördlich fichiert sei. Ent-
gegen seinen Aussagen gehe das Bundesamt zudem in der angefoch-
tenen Verfügung davon aus, ihm seien aus den politischen Aktivitäten 
seiner Verwandten keine beruflichen Nachteile erwachsen, weshalb es 
auch in diesem Punkt eine unvollständige respektive unrichtige Sach-
verhaltsermittlung vorgenommen habe und eine ergänzende Anhörung 
des Beschwerdeführers gerechtfertigt gewesen wäre.

4.2
4.2.1 Im Asylverfahren - wie im übrigen Verwaltungsverfahren - gilt der 
Untersuchungsgrundsatz, das heisst die Asylbehörde hat den rechts-
erheblichen Sachverhalt  vor  ihrem Entscheid von Amtes wegen voll-
ständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 
106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Dabei muss sie die für das Verfahren erfor-
derlichen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen  und  die  rechtlich  rele-
vanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis füh-
ren. Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person demgegenüber 
die Pflicht und unter dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs im Sinne 
von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) auch das Recht, an der 
Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken (vgl. EMARK 2003 Nr. 13, 
2004 Nr. 16 E. 7a, EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.3.1). Aus dem Anspruch 
auf  rechtliches Gehör  ergibt  sich auch,  dass Asylsuchende zu ihren 
Asylgründen anzuhören sind (vgl. Art. 29 AsylG). 

4.2.2 Dem Anhörungsprotokoll  der  kantonalen Behörde vom 18. No-
vember 2002 lässt sich nicht entnehmen, dass die Befragung des Be-
schwerdeführers mangelhaft erfolgt ist. Es wurde ihm Gelegenheit ge-
geben, seine Asylgründe in freier Erzählung vorzubringen (vgl. A7/27 
S. 15); zudem erweisen sich auch die jeweiligen Fragestellungen durch 
den  Befrager,  insbesondere  jene  zur  Klärung  des  durch  den  Be-
schwerdeführer vorgebrachten Sachverhaltes (vgl. A7/27 S. 15 ff.), als 
korrekt und umfassend. Dass der Beschwerdeführer im Anhörungszeit-
punkt  aufgrund  seiner  erstmals  auf  Beschwerdeebene  geltend  ge-

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machten psychischen Erkrankung daran gehindert gewesen wäre, sei-
ne Asylgründe vollumfänglich vorbringen zu können, lässt sich aus er-
wähntem Protokoll  respektive den Aussagen des Beschwerdeführers 
nicht  schliessen,  zumal  auch sein  Aussageverhalten  im Befragungs-
zeitpunkt  keinen  Anlass  zur  Annahme gab,  er  sei  an  einem psychi-
schen Leiden erkrankt, welches seine Ausdrucksfähigkeit beeinflusse. 
Der Beschwerdeführer machte in dieser Hinsicht denn auch keinerlei 
Andeutungen und bestätigte zudem die Vollständigkeit und die Korrekt-
heit des Protokolls mit seiner Unterschrift. Die bei der Anhörung anwe-
sende Hilfswerkvertreterin hielt in ihrer Bestätigung ebenfalls keine ge-
gen  die  Aussagefähigkeit  des  Beschwerdeführers  oder  den  Befra-
gungsstil  oder  die  Korrektheit  der  Anhörung  sprechenden  Einwände 
fest. Für das Bundesamt bestand damit im Zeitpunkt vor Erlass der an-
gefochtenen Verfügung kein Grund,  eine ärztliche Untersuchung des 
Beschwerdeführers oder eine ergänzende Anhörung desselben anzu-
ordnen. Dazu besteht auch aus heutiger Sicht keine Veranlassung, da 
sich  selbst  unter  Berücksichtigung  der  im Beschwerdeverfahren  von 
fachlich  qualifizierter  Seite  festgestellten  psychischen  Krankheit  des 
Beschwerdeführers die dieser mutmasslich zu Grunde liegenden Ur-
sachen in Form der vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfah-
ren geltend gemachten Misshandlungen - wie nachfolgend unter Erwä-
gung 5 aufgezeigt - als nicht glaubhaft erweisen. 

4.2.3 Im Weiteren geht aus den Sachverhaltsfeststellungen des Bun-
desamts klar hervor, dass die vom Beschwerdeführer dargelegte Zu-
gehörigkeit  seiner  Cousins  zur  Guerilla  der  PKK  sowie  die  seiner 
Schwester vorgeworfenen Tätigkeiten für diese Organisation durch das 
Bundesamt explizit  erwähnt  wurden (vgl. Ziffer  1. des  Sachverhaltes 
der  angefochtenen  Verfügung).  Sowohl  in  der  angefochtenen  Verfü-
gung (vgl. Ziffer  I)  als  auch auf  Vernehmlassungsstufe verneinte  die 
Vorinstanz zudem eine in der Vergangenheit wegen seiner verwandt-
schaftlichen  Beziehungen zu seiner  Schwester  bzw. seinen  Cousins 
erlittene Verfolgung. 

4.2.4 Entgegen der Behauptung in der Beschwerdeschrift hat die Vor-
instanz  der  angefochtenen  Verfügung  somit  keinen  aktenwidrigen 
Sachverhalt zugrunde gelegt, und es lässt sich auch keine unvollstän-
dige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  ausmachen. 
Was zudem den Vorwurf betrifft, das Bundesamt sei entgegen seinen 
Aussagen davon ausgegangen, ihm seien durch seine verwandtschaft-
lichen Beziehungen keine beruflichen Nachteile erwachsen, ist darauf 

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hinzuweisen, dass die Vorinstanz unter anderem festhielt, der vom Be-
schwerdeführer  behauptete  Stellenverlust  nach  seiner  angeblichen 
Festnahme vom 3. Juni 2002 sei - wie die anderen Festnahmen auch - 
als nicht glaubhaft zu erachten (vgl. Ziffer I 1. der angefochtenen Verfü-
gung). Die Formulierung des Bundesamtes in Ziffer I 4. der angefoch-
tenen Verfügung,  in  welcher  festgehalten  wird,  es scheine,  dem Be-
schwerdeführer seien beruflich keine nachteiligen Konsequenzen aus 
den politischen Aktivitäten seiner Verwandten erwachsen, ist  vor die-
sem Hintergrund zu verstehen. Dass der  Beschwerdeführer  politisch 
fichiert  sein könnte,  ist  vorliegend -  wie nachstehend dargelegt  (vgl. 
Erwägung 5) - ebenfalls  zu verneinen, weshalb sich der entsprechen-
de Einwand auf Beschwerdeebene, das Bundesamt habe diesbezügli-
che Abklärungen - via Botschaft oder ergänzender Anhörung - unter-
lassen, ebenfalls als unbegründet erweist. 

4.3 Eine unrichtige oder unvollständige Erhebung des rechtswesent-
lichen Sachverhaltes oder eine durch die Vorinstanz begangene Ge-
hörsverletzung lässt  sich  demzufolge nicht  feststellen. Der  Hauptan-
trag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist daher abzuwei-
sen.

5.
5.1 Aufgrund des fachärztlichen Berichtes vom 12. September 2003 ist 
erstellt,  dass  der  Beschwerdeführer  an  einer  mittelschweren  De-
pression  mit  somatischen  Störungen  in  psychischer  Belastungssi-
tuation (F. 32.11 ICD-10) litt. Das Bundesamt bestritt in seiner Duplik 
vom 5. März 2004 - entgegen seinem vorher vertretenen Standpunkt in 
der Vernehmlassung vom 15. Dezember 2003, in welcher es die psy-
chischen  Leiden  als  nachgeschoben  bezeichnete  -  die  psychischen 
Störungen  des  Beschwerdeführers  nicht,  vertrat  jedoch  die  Auffas-
sung, dass diese auf asylfremde Ursachen zurückzuführen seien. Das 
Bundesverwaltungsgericht schliesst sich dieser Einschätzung auch un-
ter  Berücksichtigung des Therapieverlaufsberichts  vom 4. September 
2007, mit welchem dem Beschwerdeführer nunmehr eine andauernde 
Persönlichkeitsveränderung  nach  Extrembelastung  und  einer  Dysthi-
mie (einer  Form von chronisch depressiven Verstimmung) sowie der 
Status nach einer posttraumatischen Belastungsstörung attestiert wer-
den, an.

5.2 Schwer traumatisierte Personen sind häufig nicht in der Lage, prä-
zise, vollständige und widerspruchsfreie Angaben zu erlittenen Miss-

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handlungen zu machen. Es muss daher nicht gegen die Glaubhaftig-
keit der Vorbringen eines mutmasslichen Folteropfers sprechen, wenn 
die  Einzelheiten  einer  erlittenen  Folter  aus  Scham  zunächst  ver-
schwiegen und erst später genauer substanziiert werden können (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.2.3, EMARK 2004 Nr. 1 E. 5. b.dd, EMARK 
2003 Nr. 17 S. 106). Allerdings zeichnen sich vorliegend die vom Be-
schwerdeführer  dargelegten Festnahmen,  insbesondere jene im Juni 
2002, die letztlich den Ausschlag für seine Flucht ins Ausland gegeben 
haben soll - sowie auch seine weiteren Asylvorbringen - durch zahlrei-
che Unglaubhaftigkeitselemente aus, so dass auch die mit diesen In-
haftierungen einhergehenden Misshandlungen als  nicht  glaubhaft  zu 
erachten sind. 

5.3 In Übereinstimmung mit dem Bundesamt ist vorweg festzustellen, 
dass angesichts der zahlreichen Festnahmen und den damit verbun-
denen Malträtierungen,  die sich gemäss den Behauptungen des Be-
schwerdeführers über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt haben sollen, 
seine  Erklärung,  er  habe  aus  finanziellen  Gründen  die  Türkei  nicht 
eher verlassen können (vgl. A7/27 S. 6 und 15), in dieser pauschalen 
Form wenig plausibel erscheint, da - gerade auch in der Türkei - tat-
sächlich verfolgte Person Wege suchen und finden, sich trotz fehlen-
den eigenen Mitteln ins Ausland abzusetzen. 

5.4 Mit dem Bundesamt ist ferner festzuhalten, dass der Beschwerde-
führer  anlässlich  der  Erstbefragung von mindestens  15 Festnahmen 
ab dem Jahre 1994 (vgl. A1/9 S. 5), an der kantonalen Anhörung hin-
gegen von total 20 Inhaftierungen seit dem Jahre 1990 (vgl. A7/27 S. 
16)  sprach und deren  maximale  Dauer  einmal  mit  einer  Nacht  (vgl. 
A1/9 S. 5), ein anderes Mal jedoch mit sechs Stunden bezifferte (vgl. 
A7/27 S. 18). Zudem fällt auf, dass der Beschwerdeführer im Rahmen 
der  Erstbefragung  lediglich  pauschal  auf  die  Festnahmen  zwischen 
1994 und 2002 verwies und dazu keinerlei nähere Angaben machte.

5.5 Hinsichtlich der Inhaftierung vom 3. Juni 2002 stellte das Bundes-
amt zu Recht fest, dass der Beschwerdeführer diese Festnahme wäh-
rend der Erstbefragung nicht  explizit  erwähnte,  was vor dem Hinter-
grund, dass es sich bei diesem Ereignis gemäss seinen Angaben um 
das  letztlich  fluchtauslösende  Ereignis  gehandelt  haben  soll,  nicht 
nachvollziehbar  erscheint.  Dem  Bundesamt  ist  im  Weiteren  beizu-
pflichten,  wenn  es  ausführt,  der  Beschwerwerdeführer  habe  keinen 
plausiblen Zusammenhang zwischen der Festnahme vom 3. Juni 2002 

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und der von ihm geschilderten Polizeiaktion vom 31. Mai 2002 herzu-
stellen vermocht. Aus der Aussage des Beschwerdeführers, man habe 
versucht  zu erkennen, ob er  auch am Verteilen von Flugblättern der 
PKK beteiligt gewesen sei (vgl. A7/27 S. 16), liesse sich zwar schlies-
sen, die Inhaftierung vom 3. Juni 2002 liege in diesem Vorwurf begrün-
det und die am 31. Mai 2002 durchgeführte Polizeiaktion sei aus dem-
selben Grund erfolgt. Nicht  nachvollziehbar  erscheint  dennoch,  dass 
der Beschwerdeführer erst am 3. Juni 2002 und nicht ebenfalls bereits 
im Rahmen der Aktion vom 31. Mai 2002 wegen des Verdachtes des 
Verteilens von Flugblättern der PKK in Haft  genommen worden sein 
soll (vgl. A7/27 S. 16 f.). Angesichts des schwerwiegenden Vorwurfes 
der Unterstützung der PKK leuchtet ohnehin nicht ein, dass ein durch 
die  Terrorbekämpfungseinheit  festgenommener  Verdächtiger  (vgl. 
A7/27  S.  16)  bloss  vier  Stunden  in  "Untersuchungshaft"  verblieben 
sein soll und danach wieder auf freien Fuss gesetzt worden sein soll, 
währenddem laut Angaben des Beschwerdeführers andere Personen 
deswegen  weiterhin  in  Haft  verblieben  und  verurteilt  worden  sein 
sollen (vgl. A7/27 S. 17). Bei einer derartigen Unterstellung wäre - wie 
das  Bundesamt  ebenfalls  zutreffend  feststellte  -  grundsätzlich  mit 
weitergehenden  polizeilichen  Untersuchungsmassnahmen  respektive 
mit  einem rigoroseren Vorgehen seitens der türkischen Behörden zu 
rechnen gewesen. Die Zweifel an der Glaubhaftigkeit  der Festnahme 
im Juni 2002 werden überdies durch die Tatsache bestärkt, dass sein 
Cousin B._______, der gemäss Angaben des Beschwerdeführers fast 
genau dasselbe wie er erlebt habe (vgl. A7/27 S. 20), den Beschwer-
deführer nie namentlich als Mitinhaftierten nannte, sondern erklärte, er 
sei am 2. Juni 2002 in Haft versetzt und gefoltert worden, nachdem am 
31. Mai 2002 ein Freund namens F._______ und weitere Personen we-
gen  Unterstützung  der  PKK  festgenommen  worden  seien  (vgl. 
N_______; A1/9 S. 5, A9/25 S. 9 und 12). Nebst der fast zeitgleichen 
Inhaftierung  im  Juni  2002  und  der  vorausgehenden  Verhaftung  von 
mehreren Personen am 31. Mai 2002 gab B._______ zudem ebenfalls 
an, zwischen 1994 bis 2002 zirka über 15 Mal festgenommen worden 
zu sein (vgl. N_______,  A9/25 S. 15 f.). Nachdem diese fast  identi-
schen Sachvorbringen durch  die  ARK mit  Urteil  vom 15. September 
2006  im  Wesentlichen  als  nicht  glaubhaft  erachtet  wurden,  entsteht 
unweigerlich  der  Eindruck,  die  beiden  Cousins  hätten  ihre  Asylvor-
bringen  konstruiert  und  -  zumindest  punktuell  -  miteinander  abge-
sprochen. 

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5.6 Was sodann die Untersuchungshaft im Jahre 1990 (vgl. A7/27 S. 
16) anbelangt, äusserte sich der Beschwerdeführer - wie vom Bundes-
amt zutreffend festgehalten - anlässlich der Erstbefragung mit keinem 
Wort. Unerwähnt liess er auch, dass diese erstmalige Inhaftierung in 
Zusammenhang  mit  den  Unterstützungstätigkeiten  seiner  Schwester 
und deren Ehemann für die PKK im selben Jahr erfolgt und er deswe-
gen behördlich unter Druck gesetzt und ebenfalls mitbeschuldigt wor-
den sein soll (vgl. A7/27 S. 6). Auch über die Befragung zu den Aktivi-
täten seiner Schwester während seines von 1994 bis 1995 geleisteten 
Militärdienstes durch die Militärpolizei äusserte sich der Beschwerde-
führer (vgl. A7/27 S. 11) ebenso wenig wie darüber, dass er sich zu-
sammen mit seiner Schwester und deren Ehemann 1990 erstmals auf 
die Flucht begeben habe, jedoch wegen des Todes seines Vaters wie-
der nach Hause zurückgekehrt sein soll (vgl. A7/27 S. 6). Dass der Be-
schwerdeführer derart zentrale Ereignisse erst anlässlich der einlässli-
chen Anhörung - und mithin erst auf Nachfragen hin - darzulegen ver-
mochte, ist nicht nachvollziehbar. Bezeichnenderweise lässt sich denn 
auch  den  beigezogenen  Verfahrensakten  seiner  Schwester 
(N_______) nicht entnehmen, dass der Beschwerdeführer ihretwegen 
unter  Druck  gesetzt  oder  ebenfalls  (der  Unterstützung  der  PKK) 
beschuldigt  worden  ist  und  daher  zusammen  mit  ihr  und  ihrem 
Ehemann habe fliehen wollen. Die im Jahre 1990 erfolgte Inhaftierung 
erscheint somit auch unter diesem Aspekt als nicht glaubhaft.

5.7 Zu Recht vertritt das Bundesamt ferner die Ansicht, der Beschwer-
deführer habe seine politischen Tätigkeiten unterschiedlich dargelegt, 
gab er doch einmal zu Protokoll,  zunächst für die CHP und dann für 
die HADEP politisch aktiv gewesen zu sein (vgl. A1/9 S. 5), behauptete 
andererseits aber, sich politisch nie aktiv beteiligt, sondern sich bloss 
für erwähnte Parteien interessiert zu haben respektive bei der legalen 
Partei CHP registriert und dieser an Kongressen behilflich gewesen zu 
sein  (vgl.  A7/27  S. 17  ff.).  Ungeachtet  dieser  Ungereimtheiten  lässt 
sich  aus  diesen  Aussagen  nicht  schliessen,  der  Beschwerdeführer 
habe sich in  einer  Art  und Weise politisch engagiert  bzw. exponiert, 
dass er  als  regimekritische Person unweigerlich  die Aufmerksamkeit 
der türkischen Behörden auf sich gezogen hätte. Das angebliche Inte-
resse der türkischen Behörden an der Person des Beschwerdeführers 
scheint auch vor diesem Hintergrund nicht verständlich.

5.8

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5.8.1 Entgegen der in der Beschwerde vom 26. August 2003 vertrete-
nen Auffassung, lassen sich die Ungereimtheiten in den Ausführungen 
des  Beschwerdeführers  betreffend  die  im  Rahmen  des  vorinstanzli-
chen Verfahrens geschilderten Festnahmen nicht mit der Traumatisie-
rung des Beschwerdeführers erklären. Die mit den angeblichen Fest-
nahmen verbundenen und -  wie  das  Bundesamt  zu  Recht  festhält  - 
allerdings gänzlich unsubstanziiert geschilderten Misshandlungen (vgl. 
A7/27 S. 18 f.) sind demnach ebenfalls als nicht glaubhaft zu qualifizie-
ren. Gleich verhält  es sich auch mit  den vom Beschwerdeführer gel-
tend  gemachten  Entlassungen  infolge  dieser  Festnahmen,  darunter 
auch dem von ihm behaupteten Stellenverlust als Lastwagenchauffeur 
nach der Inhaftierung vom 3. Juni 2002. Dieser Behauptung ist durch 
die bereits festgestellte Unglaubhaftigkeit  der vom Beschwerdeführer 
erwähnten Festnahme gleichen Datums die Grundlage entzogen.

5.8.2 Aus  den  der  Beschwerde  in  Kopie  beigelegten  Beweismitteln 
(vgl. vorstehend C.a) in  Form von Primarschul-,  Arbeits-,  Steuerzah-
lungs-,  Versicherungs-  und Wohnsitzbestätigungen,  eines  Nüfus  und 
eines  Fahrausweises,  diversen  Schreiben  im  Zusammenhang  mit 
Fahrausweisen  und  Fahrkursen,  einer  Mitteilung  der  Altersvorsorge-
einrichtung sowie des Schreibens der Staatsanwaltschaft  D._______ 
den  Tod  von  F._______  betreffend,  vermag  der  Beschwerdeführer 
nichts  zu  seinen  Gunsten  abzuleiten,  da  diese  Dokumente  nicht 
geeignet  sind,  die  zuvor  dargelegten  Unglaubhaftigkeitselemente  in 
seinen  Sachverhaltsschilderungen  zu  entkräften  oder  zumindest  zu 
relativieren.  Insbesondere  lässt  sich  den  Schreiben  der  Firmen 
„U._______“ und „V._______“ nicht - wie in der Beschwerde angeführt 
-  entnehmen,  der  Beschwerdeführer  sei  zufolge  seiner 
(vermeintlichen)  Festnahmen  nicht  mehr  bei  diesen  Arbeitgebern 
weiter beschäftigt worden. Auch aus dem Schreiben des Steueramtes 
D._______ vom 15. Mai 2003, gemäss welchem der Beschwerdeführer 
vom  21. August  2001  bis  am  3. Oktober  2001  in  der  Bäckerei 
"A._______"  gearbeitet  habe,  kann nichts  entsprechendes abgeleitet 
werden.  Damit  wird  im  Gegenteil  verdeutlicht,  dass  das  -  in  der 
Beschwerde wiederholte  -  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  seine 
im  Mai  2001  eröffnete  Bäckerei  habe  er  infolge  mehrfacher 
Festnahmen  im  Oktober  2001  weitergeben  respektive  schliessen 
müssen (vgl. A7/27 S. 12 f.), offensichtlich nicht zutreffen kann, stim-
men doch diese Angaben weder in zeitlicher Hinsicht noch hinsichtlich 
der  Stellung  des  Beschwerdeführers  in  diesem  Betrieb  miteinander 
überein.

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5.8.3 Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 19. September 
2003 ein ärztliches Schreiben vom 12. September 2003 ein, worin er 
der Fachärztin  gegenüber  unter  anderem erklärte,  einmal  hätten ihn 
drei  Polizisten in  Zivil  in  seiner  Wohnung aufgesucht,  anschliessend 
mit dem Auto zu einer stillgelegten Fabrik gefahren und dort verhört, 
wobei  sie  ihn  unter  der  Drohung,  seine  Frau zu  vergewaltigen,  und 
mittels  Misshandlungen  (Fesselung  an  Händen  und  Füssen, 
Barfusslaufen  auf  mit  Steinen  und  Pflanzennadeln  belegtem Boden) 
aufgefordert hätten, als Spitzel zu fungieren, was er jedoch abgelehnt 
habe. Dieses Vorbringen ist indessen im Gesamtkontext respektive vor 
dem  Hintergrund,  dass  der  Beschwerdeführer  diesen  in  zeitlicher 
Hinsicht  nicht  substanziierten  Vorfall  weder  gegenüber  dem 
Bundesamt noch in  seiner Beschwerde erwähnte, ebenfalls als nicht 
glaubhaft  zu erachten. Ausserdem käme einem solch singulären und 
für die Ausreise des Beschwerdeführers im Jahre 2001 offenbar nicht 
ausschlaggebenden  Ereignis  mangels  erforderlichen  Kausalzusam-
menhangs sowie mangels Intensität ohnehin keine asylrechtliche Rele-
vanz zu. 

5.8.4 Was  das  bei  der  ARK  am  20. Oktober  2003  eingereichte 
Schreiben  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  anbelangt,  erscheint 
von vornherein zweifelhaft, dass dieses tatsächlich - wie behauptet - 
dem schweizerischen Konsulat übermittelt worden ist. Dem Schreiben 
selbst  ist  keine  Anschrift  zu  entnehmen,  und  der  Beschwerdeführer 
bleibt jeglichen Beleg schuldig, welcher darauf hindeuten könnte, dass 
dieses  Schreiben  einer  schweizerischen  Vertretung  in  der  Türkei 
zugestellt  worden  ist.  Ungeachtet  dessen  nimmt  die  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers  als  angebliche  Verfasserin  des  Schreibens  darin 
nicht konkret Bezug auf die einzelnen vom Beschwerdeführer geltend 
gemachten Fluchtgründe,  sondern  führt  aus,  ihr  Ehemann habe aus 
der  Türkei  flüchten müssen,  weil  seine Familie  und Verwandten seit 
Jahren Folterungen und Bespitzelung ausgesetzt seien. Ferner macht 
sie  geltend,  sie  werde  wegen  der  Flucht  ihres  Mannes  ständig  be-
schattet  und befragt. Es  liegt  auf  der  Hand,  dass  Familienmitglieder 
dazu neigen, Angaben zu machen, die dem Bestreben ihrer Angehöri-
gen,  im Ausland Asyl  zu erlangen,  von Nutzen sind. Dem angeblich 
von  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  verfassten  Schreiben  kann 
schon deshalb kein erheblicher Beweiswert beigemessen werden. Die-
ses weist zudem aufgrund seiner Erscheinungsform und seines vage 
gehaltenen  Inhalts  ohnehin  typische  Züge  eines  Gefälligkeitsschrei-
bens auf und ist  deshalb nicht geeignet,  die bisherigen Erwägungen 

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zur  (Un-)Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  ent-
scheidend zu relativieren oder gar zu entkräften.

5.8.5 In  welchem  Zusammenhang  der  Tod von  G._______  mit  den 
Schilderungen des Beschwerdeführers respektive dessen Furcht (vgl. 
dazu nachfolgend Erwägung 5.10), bei einer Rückkehr in seine Heimat 
aufgrund seiner verwandtschaftlichen Beziehungen verfolgt zu werden, 
stehen  soll,  wird  aus  dem  auf  Beschwerdeebene  am  3.  September 
2004 in  Kopie eingereichten Artikel  aus der Zeitung "Özgür Politika" 
datierend  vom  20.  Juni  2004  nicht  ersichtlich.  Aus  dessen  Text, 
wonach  G._______  einer  von  drei  (...)  gewesen  ist,  die  bei  einer 
Operation türkischer Militärkräfte umgekommen seien und nach deren 
Beerdigung die Razzien in D._______ zugenommen hätten, lässt sich 
weder die vom Beschwerdeführer erstmals auf Beschwerdeebene gel-
tend gemachte Verwandtschaft  seiner Ehefrau mit  diesem verstorbe-
nen  (...)  noch  die  damit  angeblich  einhergehenden  Hausdurch-
suchungen  bzw.  weiteren  Drohungen  gegenüber  der  Familie 
A._______  belegen.  Zudem  erscheint  infolge  des  angegebenen 
Verwandtschaftsgrades  von  G._______  zur  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers nicht plausibel, weshalb die Hausdurchsuchungen 
in  der  Wohnung  der  Familie  A._______  und  nicht  etwa  am  neuen 
Aufenthaltsort der Ehefrau erfolgten, hat sich diese doch laut Angaben 
des  Beschwerdeführers  nach  seiner  Ausreise  nicht  mehr  zu  Hause, 
sondern bei ihrem Vater aufgehalten (vgl. A7/27 S. 8). 

5.8.6 Weder  mit  der  eingereichten  Todesurkunde  des  Cousins 
F._______ aus dem Jahre 1994, noch mit dem am 23. November 2002 
gerichtlich festgestellten Tod von I._______ im Jahre 1996 lässt sich 
sodann  zum  Beschwerdeführer  respektive  dessen  Jahre  später 
erfolgten  Ausreise  ein  unmittelbarer  Zusammenhang  herstellen. 
Schliesslich  sind  auch  die  eingereichten  Gerichtsdokumente  den 
Cousin  K._______  betreffend  nicht  entscheidwesentlich.  Abgesehen 
davon,  dass  diese  nur  in  Kopie  vorliegen,  sind  diese  Dokumente  - 
entgegen der  auf   Beschwerdeebene vertretenen Auffassung -  nicht 
geeignet,  den  Nachweis  dafür  zu  erbringen,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  seiner  Heimat  wegen  dieses  Cousins,  der 
mangels Beweisen wieder freigelassen worden sein soll, ins Visier der 
türkischen  Behörden  geraten,  verschiedentlich  festgenommen  und 
gefoltert worden ist. 

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5.9 Aufgrund  der  bisherigen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  der  Be-
schwerdeführer  nicht glaubhaft darlegen konnte, in der Vergangenheit 
in  seiner  Heimat  aufgrund  seiner  verwandtschaftlichen  Beziehungen 
einer Verfolgung ausgesetzt gewesen zu sein. 

5.10
5.10.1 Den Akten zufolge (vgl. A1/9 S. 3, A7/27 S. 8 f.) halten sich ver-
schiedene Verwandte des Beschwerdeführers in der Schweiz sowie in 
Kanada  auf,  denen  die  Flüchtlingseigenschaft  zuerkannt  respektive 
Asyl  gewährt  wurde.  Der  Schwester  des  Beschwerdeführers 
E._______  (N_______)  und  den  Cousins  O._______  (N_______), 
N._______ (N_______)  und P._______ (N_______) wurde bereits  in 
den Jahren 1990 und 1992 - mithin rund zehn Jahre vor der Ausreise 
des Beschwerdeführers - Asyl gewährt  (bei drei dieser vier Personen 
wurde  vom  Bundesamt  einige  Jahre  später  auf  deren  Wunsch  das 
Erlöschen  des  Asyls  festgestellt).  Die  am  (...)  in  der  Schweiz  ver-
storbene  Cousine  des  Beschwerdeführers  Q._______  (N_______) 
wurde im Jahre 1999 in die Flüchtlingseigenschaft  ihres Ehemannes 
einbezogen (Art. 51 Abs. 1 AsylG). Es bleibt somit zu prüfen, ob der 
Beschwerdeführer  im  Sinne  einer  Anschluss-  oder  Reflexverfolgung 
befürchten müsste, in Zukunft in seinem Heimatland wegen dieser ins 
Ausland geflüchteten Verwandten einer konkreten Gefährdung im Sin-
ne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu sein. 

5.10.2 In der Türkei können Familienangehörige von politisch Verfolg-
ten oder anderweitig gesuchten Personen einem erhöhten Risiko aus-
gesetzt sein, von den Sicherheitsbehörden ebenfalls behelligt oder zu-
mindest vermehrt schikaniert zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer 
einer solchen Anschlussverfolgung zu werden, ist vor allem dann ge-
geben,  wenn  nach einem flüchtigen  Familienmitglied  gefahndet  wird 
und die Behörde Anlass zur Vermutung hat, jemand stehe mit dem Ge-
suchten in engem Kontakt. Das Risiko erhöht sich zusätzlich, wenn ein 
nicht unbedeutendes politisches Engagement des Reflexverfolgten für 
illegale politische Organisationen hinzukommt (vgl. EMARK 2005 Nr. 
21 E. 10.2.3. S. 199 f., mit weiteren Hinweisen).

5.10.3 In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die verstorbe-
ne Cousine Q._______ keine nahe Verwandte des Beschwerdeführers 
war und zudem nicht  die originäre, sondern eine abgeleitete Flücht-
lingseigenschaft  aufwies.  Bei  den  von  ihm  erwähnten  Cousins 
O._______, N._______ und P._______, handelt es sich ebenfalls nicht 

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um  Mitglieder  der  Kernfamilie  des  Beschwerdeführers.  Von  einer 
aktuellen  Fahndung  nach  diesen  Personen  ist  zudem  aufgrund  der 
langen Zeitdauer, seit diese die Türkei verlassen haben, ohnehin nicht 
auszugehen,  zumal  sich  gemäss  Angaben  des  Beschwerdeführers 
P._______ im Sommer 2002 bei ihm in der Türkei aufgehalten hat (vgl. 
A7/27  S.  23).  Die  Schwester  des  Beschwerdeführers,  die  im  Jahre 
1999  auf  den  ihr  im  Jahre  1990  gewährten  Asylstatus  verzichtete, 
stattete dem Beschwerdeführer ebenfalls in der Heimat einen Besuch 
ab, indem diese laut  dessen Aussage im Jahre 2000 bei  ihm in der 
Türkei gewesen sei (vgl. A7/27 S. 23). Eine behördliche Suche nach 
ihr  erscheint  daher   unwahrscheinlich.  Was  darüber  hinaus  den 
angeblich ins Ausland geflüchteten Cousin  K._______ anbelangt,  ist 
festzuhalten,  dass  dieser  -  ebenso  wie  die  seit  längerer  Zeit 
verstorbenen Cousins I._______ und  F._______ - nicht zum engsten 
Familienkreis des Beschwerdeführers zählen, und es ist aufgrund der 
Aktenlage  auch  nicht  anzunehmen,  dass  nach  diesem  landesweit 
gefahndet  wird,  zumal  er  aus  Mangel  an  Beweisen  freigelassen 
worden  sein  soll.  Im  Weiteren  ist  es  dem  Beschwerdeführer,  wie 
erwähnt,  nicht  gelungen,  eine  asylrelevante  Verfolgung  oder  ein 
eigenes - asylrechtlich allenfalls erhebliches - politisches Engagement 
glaubhaft  zu machen. Es bestehen auch keinerlei Anhaltspunkte, die 
darauf  hinweisen  würden,  dass  die  türkischen  Behörden  aus 
politischen  oder  strafrechtlichen  Gründen  gegen  den  Be-
schwerdeführer ermitteln würden. Im Gegenteil: Gemäss der auf Be-
schwerdeebene eingereichten Kopie einer undatierten Bestätigung für 
einen Fahrausweisantrag  (vgl. vorstehend A.c) wird  der Beschwerde-
führer nicht gesucht. Auch der Umstand, dass er sich auf einem Pass-
büro in Istanbul  einen auf  seinen Namen lautenden und mit  seinem 
Foto versehenen Pass hat ausstellen lassen können (vgl. A1/9 S. 3), 
für den er dort am 5. oder 6. September 2002 hat unterschreiben müs-
sen  (vgl.  A7/27  S. 6),  lässt  darauf  schliessen,  dass  gegen  den  Be-
schwerdeführer  nichts  vorgelegen  hat,  was die  türkischen  Behörden 
hätte  veranlassen  können,  gegen  ihn  vorzugehen. Es  besteht  unter 
diesen  Umständen kein  Grund,  durch  die  schweizerische Vertretung 
abklären zu lassen, ob der Beschwerdeführer allenfalls fichiert sei. Der 
entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

Was  schliesslich  die  im  Heimatland  verbliebenen  Angehörigen  der 
Kernfamilie des Beschwerdeführers (Ehefrau, Mutter und Geschwister) 
betrifft,  ist  festzuhalten,  dass die Darstellung auf  Beschwerdeebene, 
die Ehefrau des Beschwerdeführers  werde wegen seiner Flucht stän-

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dig beschattet und befragt (vgl. Erwägung 5.8.4) als Konsequenz aus 
den bisherigen Erwägungen ebenfalls nicht glaubhaft ist. Weitere Be-
helligungen von Mitgliedern seiner Kernfamilie machte der Beschwer-
deführer einzig mit Bezug auf einen in der Türkei lebenden Bruder in 
einem Gespräch gegenüber der Fachärztin geltend (vgl. Eingabe vom 
7. September 2007). Aus der bei dieser deponierten Aussage, ein in 
der Türkei lebender Bruder sei in letzter Zeit wieder zwei- oder dreimal 
verhaftet worden, lässt sich jedoch noch nicht auf die Gefahr einer An-
schlussverfolgung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  seiner  Rückkehr 
schliessen, da sich - ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit - dieser 
Aussage nicht entnehmen lässt, dass die Festnahme aus politischen 
Gründen erfolgt respektive der Bruder in der Heimat einer asylrelevan-
ten Verfolgung ausgesetzt ist. 

5.11 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass der Beschwerdeführer 
nicht  glaubhaft  machen konnte,  dass  er  in  der  Vergangenheit  Opfer 
einer  flüchtlingsrechtlich  relevanten Verfolgung geworden  ist,  und es 
besteht auch kein hinreichender Anlass für die Annahme, er müsse - 
allenfalls  wegen  seiner  Verwandtschaft  -  eine  solche  im  Falle  der 
Rückkehr in die Türkei befürchten. Es erübrigt sich, auf die weiteren 
Ausführungen in der Beschwerde und den weiteren Eingaben einzu-
gehen,  weil  sie  am Ergebnis nichts  ändern  können. Das Bundesamt 
hat  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  demnach  zu  Recht  ab-
gelehnt. 

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

6.3
6.3.1 Ist  der  Vollzug der  Wegweisung nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheits-
verhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 

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Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.3.2
6.3.2.1
Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen 
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 
den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen 
(Art. 83 Abs. 3 AuG). Keine Person darf in irgendeiner Form zur Aus-
reise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder 
ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 
oder  in  dem sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  ge-
zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 
Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 
andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

6.3.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer  angefochtenen Verfügung zutref-
fend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Per-
sonen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO 
GATTIKER,  Das  Asyl-  und  Wegweisungsverfahren,  3. Aufl.,  Bern  1999, 
S. 89). Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  respektive  glaubhaft  zu  ma-
chen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlings-
rechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  An-
wendung finden kann. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in sei-
nen Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-
mässig.

6.3.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwer-
deführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür,  dass er  für  den 
Fall  einer  Ausschaffung  in  seinen  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 
Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des  Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 

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drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001,  Recueil  des  arrêts  et  décisions  2001-I,  S.  327  ff.).  Auch  die 
allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat des Beschwerde-
führers  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum heutigen  Zeitpunkt  nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Be-
schwerdeführers ist damit sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-
kerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

6.3.3
6.3.3.1 Gemäss  Art.  83  Abs.  4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Auslän-
derinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder 
Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all-
gemeiner  Gewalt  und medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist  -  unter Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot-
schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.3.3.2 Unter Berücksichtigung der allgemeinen Sicherheitslage in der 
Türkei sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Beschwer-
deführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland in konkreter Weise ge-
fährdet wäre. Von einer Situation unkontrollierter Gewalt, die sich über 
das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde, 
kann nicht gesprochen werden. Eine gänzlich unsichere, von bewaff-
neten Konflikten oder anderen unberechenbaren Unruhen dominierte 
Lage,  aufgrund derer der Beschwerdeführer sich bei einer Rückkehr 
unweigerlich einer konkreten Gefährdung ausgesetzt sehen würde, be-
steht auch in dessen Heimatprovinz Kahramanmaras im Südosten des 
Landes nicht (vgl. auch die letzte Lagebeurteilung der ARK in EMARK 
2004 Nr. 8 E. 5e S. 54 ff.).

6.3.3.3 Entsprechen die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland 
nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, macht dies allein 
den Vollzug noch nicht unzumutbar, hingegen dann, wenn die ungenü-
gende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebens-
bedrohende  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  nach  sich 
zieht (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157).

6.3.3.4 Die  grundsätzlich  vorhandene  Möglichkeit  einer  psychiatri-
schen Behandlung des Beschwerdeführers in der Türkei (vgl. EMARK 
1999 Nr. 5 E. 7c S. 33 am Ende) wird von diesem auf Beschwerdeebe-

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ne  nicht  bestritten. Hingegen  stellt  sich  der  Beschwerdeführer  unter 
Hinweis auf das von seiner Ärztin verfasste Zeugnis vom 4. September 
2007 auf Rechtsmittelebene auf den Standpunkt, die entsprechenden 
Einrichtungen,  die  er  für  sich  in  Anspruch  nehmen möchte,  würden 
sich entweder in Istanbul, Adana, Ankara und Izmir befinden und damit 
zu weit entfernt von seiner Heimatprovinz liegen. Dieser Ansicht kann 
nicht  gefolgt  werden,  da es dem kurdisch-  und türkischsprechenden 
Beschwerdeführer (vgl. A1/9 S. 2) aus Sicht des Bundesverwaltungs-
gerichts  zumutbar  ist,  in  diesem  Zusammenhang  allenfalls  seinen 
Wohnsitz  zusammen  mit  seiner  in  der  Heimatprovinz  verbliebenen 
Ehefrau  nach  Istanbul  oder  aber  Izmir,  wo  entsprechende  psychia-
trische Institutionen bestehen und er zudem über Geschwister verfügt 
(vgl.  A7/27  S. 27)  zu  verlegen. Somit  ist  bei  einer  Rückkehr  in  das 
Heimatland keine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung 
seines Gesundheitszustandes zu befürchten. Soweit zudem eingewen-
det wird, eine Behandlung im Heimatstaat würde eine Retraumatisie-
rung auslösen und der Beschwerdeführer müsste in dauernder Angst 
vor  erneuten Festnahmen und Misshandlungen durch  die  Polizei  le-
ben, ist anzuführen, dass eine solche Furcht aufgrund der vorstehen-
den Erwägungen als unbegründet erscheint, so dass der Beschwerde-
führer auch im Heimatstaat grundsätzlich in Sicherheit leben könnte. 
Aufgrund der gesamten Aktenlage ist das Vorliegen einer psychischen 
Beeinträchtigung  des  Beschwerdeführers  zwar  erstellt.  Hingegen  ist 
nicht davon auszugehen, dass eine allfällige Behandlung im Heimat-
staat  kaum Erfolg  versprechend wäre oder  gar  eine  Ausweitung der 
psychischen Leiden begünstigen würde. Allfälligen psychischen Beein-
trächtigungen,  die  sich  im  Vorfeld  oder  im  Verlauf  des  Vollzugs  der 
Wegweisung  in  den  Heimatstaat  ergeben  können,  kann  im  Übrigen 
durch  entsprechende  Massnahmen  im  Rahmen  der  Rückkehrhilfe 
Rechnung  getragen  werden.  In  Istanbul  oder  Izmir  dürfte  der  Be-
schwerdeführer  zudem  in  der  Person  seiner  Geschwister  (eine 
Schwester lebt in Istanbul, ein Bruder und eine Halbschwester leben in 
Izmir), auf geeignete Bezugspersonen zählen können. Zudem verfügt 
er  über  Arbeitserfahrungen  als  Taxifahrer,  Lastwagenchauffeur  und 
Bäckereiangestellter  in  der  Türkei,  womit  auch  die  Grundvoraus-
setzungen  gegeben  sind,  um  sich  beruflich  im  Heimatstaat  wieder 
integrieren zu können. In finanzieller Hinsicht wäre zudem nicht aus-
zuschliessen, dass der Beschwerdeführer mit der Unterstützung der in 
der Schweiz lebenden Schwester sowie auch seiner Cousins rechnen 
könnte. 

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6.3.3.5 Festzuhalten bleibt, dass mit der auf den 1. Januar 2007 teil-
weise in Kraft gesetzten Revision des Asylgesetzes vom 16. Dezem-
ber 2005 die bisherigen Bestimmungen betreffend die vorläufige Auf-
nahme im Falle des Vorliegens einer schwerwiegenden persönlichen 
Notlage (Art. 44  Abs. 3-5  aAsylG)  aufgehoben worden sind. Da ge-
mäss Abs. 1 der  Übergangsbestimmungen zu den Änderungen vom 
16. Dezember 2005 für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Ge-
setzesänderungen hängigen Verfahren neues Recht gilt, fällt eine vor-
läufige Aufnahme wegen einer schwerwiegenden persönlichen Notlage 
nicht (mehr) in Betracht. Nach geltendem Recht ist es nunmehr dem 
Kanton  vorbehalten,  mit  Zustimmung  des  Bundesamtes  einer  ihm 
nach Gesetz zugewiesenen Person eine Aufenthaltsbewilligung zu er-
teilen,  wenn  wegen  der  fortgeschrittenen  Integration  ein  schwerwie-
gender persönlicher Härtefall vorliegt (Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG).

6.3.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung 
des Beschwerdeführers auch als zumutbar.

6.3.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

6.4 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung ist demzufolge zu 
bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Da ihm indessen 
mit Verfügung vom 6. Oktober 2003 die unentgeltliche Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und  aufgrund der Ak-
ten nicht von einer wesentlichen Veränderung seiner finanziellen Lage 

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auszugehen ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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