# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d385e356-ccb4-5aae-8975-49e56f483286
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.03.2013 AVI 2012/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2012-47_2013-03-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2012/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 27.03.2013

Entscheiddatum: 27.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 27.03.2013
Art. 16 Abs. 2 lit. b und c AVIG. Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG. Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung. Zumutbare Arbeit (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 27. März 2013, AVI 
2012/47).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Marc Giger

 

Entscheid vom 27. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

RAV Sargans, Langgrabenweg, Postfach, 7320 Sargans,

Beschwerdegegner,

vertreten durch Amt für Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst, Davidstrasse 35,

9001 St. Gallen,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einstellung in der Anspruchsberechtigung (zumutbare Arbeit)

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ bezog in einer am 1. August 2011 eröffneten Rahmenfrist Leistungen der 

Arbeitslosenversicherung (act. G 5.1 / B37). Mit Schreiben vom 26. April 2012 wies das 

Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Sargans der Versicherten eine Stelle als 

Kauffrau bei der B.___ AG zu und forderte sie auf, sich bis zum 1. Mai 2012 für diese 

Stelle zu bewerben (act. G 5.1 / A67).

A.b   Im RAV-Formular "Ergebnis der Zuweisung" vom 28. April 2012 gab die 

Versicherte an, dass sie sich für die zugewiesene Stelle nicht beworben habe. Sie 

begründete dies damit, sie hätte sich im Monat April 2012 für genügend andere Stellen 

beworben. Auch entspreche das Stellenprofil nicht genau ihren beruflichen 

Qualifikationen und liege das Marktsegment nicht in ihrem Wunschbereich (act. G 5.1 / 

A69).

A.c   Am 30. April 2012 forderte das RAV die Versicherte auf, zu der Nichtbewerbung 

auf die zugewiesene Stelle bei der B.___ AG Stellung zu nehmen. Es erklärte, eine 

Nichtbewerbung auf eine vom RAV zugewiesene Stelle komme der Ablehnung einer 

zumutbaren Arbeit gleich. Sie müsse daher mit einer Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung für 31 Tage rechnen (act. 5.1 / A68).

A.d   Die Versicherte legte in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 2012 sinngemäss dar, 

eine Anstellung bei der B.___ AG komme für sie aus "existenziell wichtigen 

volkswirtschaftlichen und ethischen" Gründen nicht in Frage. Sie könne für den Monat 

April 2012 genügend persönliche Arbeitsbemühungen vorweisen. Diese würden auch 

die Teilnahme an einem Einsatzprogramm sowie eine Weiterbildung im Bereich HR 

einschliessen. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Einstellung in der Anspruchs­

berechtigung seien im Ergebnis nicht gegeben (act. G 5.1 / A72).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e   Am 7. Mai 2012 verfügte das RAV, dass die Versicherte ab 28. April 2012 für 

31 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt werde. Das RAV führte aus, die 

Versicherte habe durch das Nichteinreichen der Bewerbung in Kauf genommen, dass 

die Stelle anderweitig besetzt werde. Gemäss Rechtsprechung stelle ein solches 

Verhalten einen Einstellungstatbestand dar. Die Versicherte habe die Fortdauer ihrer 

Arbeitslosigkeit mitverschuldet. Da es sich um eine Festanstellung gehandelt hätte, 

wiege das Verschulden schwer. In Bezug auf die getätigten Arbeitsbemühungen 

ergebe die Begründung der Versicherten in ihrer Stellungnahme keinen Sinn. Die 

Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode April 2012 seien bis dato nicht beanstandet 

worden (act. G 5.1 / A73).

A.f    Die Versicherte erhob am 9. Mai 2012 Einsprache und beantragte sinngemäss die 

Aufhebung der Verfügung. Zur Begründung führte sie aus, sie sei mit der Verfügung 

inhaltlich nicht einverstanden, da sie ihrer Argumentation in wichtigen Teilen zuwider 

laufe und sie ihre Anspruchsberechtigung gegenüber der Arbeitslosenversicherung "im 

Wesentlichen erfüllt habe". Die Versicherte legte der Einsprache ein Zitat bei mit dem 

Inhalt: "Wie ist es auf der Welt so schön, kann man wie hier sich gut verstehn! Lernt der 

Mensch auch diesen Frieden, muss er keine Waffen schmieden." (act. G 5.1 / A74).

A.g   Mit Entscheid vom 10. Mai 2012 wies das RAV die Einsprache ab. Es führte aus, 

eine Stelle als Kauffrau HR müsse nicht unbedingt mit der direkten Waffenherstellung 

verbunden sein. Vielmehr sei vorliegend eine Stelle im Personalbereich zur Diskussion 

gestanden, also eine solche im gewünschten Berufszweig der Versicherten. Es wäre 

zumindest zu erwarten gewesen, dass die Versicherte sich beworben hätte. Ihr Wunsch 

nach Frieden sei verständlich, jedoch verkenne sie die Zielsetzung einer zumutbaren 

Arbeit. Grundsätzlich seien alle versicherten Personen verpflichtet, sich auf eine ver­

mittelte Arbeit zu bewerben und an Vorstellungsgesprächen teilzunehmen. Einer ver­

sicherten Person müsse klar sein, dass nur auf diese Weise die Arbeitslosigkeit 

beendet werden könne. Gesamthaft würden keine neuen Erkenntnisse vorliegen, 

welche für eine Aufhebung der Verfügung sprächen (act. G 5.1 / A75).

B.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 10. Mai 2012 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde der Versicherten vom 16. Mai 2012, mit dem sinngemässen Antrag, der 

Entscheid sei aufzuheben. Die Beschwerdeführerin legte dar, aus dem Entscheid des 

RAV würden ihr grosse finanzielle Nachteile erwachsen. Sie fordere dafür 

Schadenersatz (act. G 1). Mit Schreiben vom 25. Mai 2012 teilte die Verfahrensleitung 

der Beschwerdeführerin mit, ihre Eingabe genüge den gesetzlichen 

Minimalanforderungen an eine Beschwerde nicht. Der Beschwerdeführerin wurde eine 

Nachfrist zur Begründung der Beschwerde angesetzt (act. G 2). Am 31. Mai 2012 

reichte die Beschwerdeführerin als Beschwerdeergänzung u.a. eine Kopie der 

Stellungnahme vom 3. Mai 2012 an den Beschwerdegegner ein. Danebst führte sie 

aus, die Ablehnung der zugewiesenen Stelle bei der B.___ AG sei aus für sie 

"existenziell wichtigen Gründen" erfolgt. Sie habe im Monat April 2012 ausreichende 

Bemühungen getätigt, um auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bestehen und eine 

zumutbare Arbeit zu finden (act. G 3).

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2012 beantragt der Beschwerdegegner, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung verweist er auf den 

Einspracheentscheid (act. G 5).

B.c   Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (vgl. act. G 6).

 

Erwägungen:

1.      

1.1    Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner die 

Beschwerdeführerin zu Recht wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit bzw. 

Vereitelung einer Anstellung für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.

1.2    Eine versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, muss 

nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) mit 

Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Sie muss zur Schadenminderung 

grundsätzlich jede zumutbare Arbeit unverzüglich annehmen (Art. 16 Abs. 1 und 2 

AVIG). Nach Art. 30 Abs.1 lit. d AVIG ist eine versicherte Person sodann in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die 

Weisungen des Arbeitsamtes nicht befolgt, namentlich eine ihr zugewiesene zumutbare 

Arbeit nicht annimmt. Dieser Einstellungstatbestand ist auch dann erfüllt, wenn sie die 

Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass 

die Stelle anderweitig besetzt wird. Arbeitslose Versicherte haben bei den 

Verhandlungen mit einem künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die Bereitschaft zu 

einem Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht 

zu gefährden (BGE 122 V 38 E. 3b). Eine Ablehnung einer zumutbaren Arbeit liegt 

zudem vor, wenn die versicherte Person der Aufforderung des RAV, sich bei einer 

bestimmten Firma um eine Stelle zu bewerben, nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt 

(ARV 1986 Nr. 5 S. 22 f. E. 1a).

1.3    Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die 

Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen (BGE 126 V 130 E. 1). Sie 

hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die 

Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Ein Selbstverschulden der 

versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der 

Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach 

den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der 

versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt (Urteil 

des Bundesgerichts vom 8. Januar 2007, C 30/06, E. 3.2 mit Hinweisen).

2.      

2.1    Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist eine Arbeit dann unzumutbar und somit von 

der Annahmepflicht ausgenommen, wenn sie dem Alter, den persönlichen 

Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person nicht 

angemessen ist. Ebenfalls unzumutbar ist eine Arbeit, wenn sie nicht angemessen auf 

die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person Rücksicht 

nimmt (Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2    Die Beschwerdeführerin begründete die Ablehnung der zugewiesenen Stelle 

sinngemäss insbesondere damit, es komme für sie aus "ethischen" Gründen nicht in 

Frage, für einen Betrieb zu arbeiten, welcher Waffen herstelle. Weiter macht sie 

"existenziell wichtige volkswirtschaftliche" Gründe für die Nichtbewerbung geltend und 

sie weist darauf hin, sie habe im Monat April 2012 genügend Arbeitsbemühungen 

getätigt.

2.3    Es stellt sich zunächst die Frage, ob die Beschwerdeführerin rein aufgrund ihrer 

Ausbildung und ihrer Fähigkeiten für die betreffende Stelle als Kauffrau bei der B.___ 

AG geeignet war. Aus den Akten ergeht, dass die Beschwerdeführerin über einige 

Erfahrung im kaufmännischen Bereich verfügt (act. G 5.1 / A39, A42). Daher ist ihre 

Eignung grundsätzlich zu bejahen. An dieser Einschätzung ändern auch die Angaben 

der Beschwerdeführerin gegenüber dem Beschwerdegegner im Rahmen der 

Stellungnahme vom 28. April 2012 nichts, wonach sie nicht für die Stelle qualifiziert sei, 

weil sie keine Erfahrung mit Kreditorenbuchhaltung habe und ihre SAP-Kenntnisse 

ungenügend seien (act. G 5.1 / A72). Erfahrungsgemäss bringt es wohl nahezu jeder 

Antritt einer neuen Stelle mit sich, dass bestimmte Kenntnisse erlernt oder vertieft 

werden müssen, weshalb eine Bewerbung nicht von vornherein als aussichtslos 

angesehen werden konnte.

2.4    Eine andere Frage ist nun, ob der Beschwerdeführerin ein Antritt der betreffenden 

Stelle aus - wie sie es selbst nennt - ethischen Gründen unzumutbar war. Die 

Beschwerdeführerin lehnt es offenbar aus moralischen Gründen ab, für einen Betrieb 

zu arbeiten, welcher Waffen herstellt. Der Beschwerdegegner hat die Unzumutbarkeit 

verneint, mit dem Argument, eine Stelle als Kauffrau HR müsse nicht unbedingt mit der 

direkten Waffenherstellung verbunden sein. Vielmehr habe es sich um eine Stelle im 

von der Beschwerdeführerin gewünschten Berufszweig im Personalbereich gehandelt. 

Es ist zutreffend, dass die Frage der Unzumutbarkeit für einen Betrieb arbeiten zu 

müssen, der Waffen herstellt, strenger zu beurteilen ist, wenn die Beschwerdeführerin 

nicht unmittelbar in die Waffenproduktion involviert ist, sondern ausschliesslich 

administrative Aufgaben wahrnimmt. Hinzuweisen ist aber vor allem auch auf die 

Schadenminderungspflicht. Die versicherte Person hat mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu 

vermeiden oder zu verkürzen. Vorliegend war die Beschwerdeführerin bereits seit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anfang August 2011 beim RAV gemeldet. Obwohl sie weitgehend ausreichende 

Arbeitsbemühungen tätigte und zudem im Rahmen eines von der 

Arbeitslosenversicherung finanzierten Standortbestimmungs- und Bewerbungskurses 

ihre Bewerbungsunterlagen verbessern konnte (vgl. act. G 5.1 / A42), ergaben sich 

keine konkreten Stellenangebote (vgl. act. G 5.1 / A86). Mit Blick auf die doch schon 

lange Phase der Arbeitslosigkeit rechtfertigt es sich, hohe Anforderungen hinsichtlich 

der Frage der Unzumutbarkeit der vom RAV zugewiesenen Stelle zu setzen. Von der 

Beschwerdeführerin durften und mussten besondere Anstrengungen zur Beendigung 

der Arbeitslosigkeit erwartet werden. Dabei fällt insbesondere - wie erwähnt - auch ins 

Gewicht, dass die betreffende Stelle als Kauffrau bei der B.___ AG grundsätzlich auf 

die Fähigkeiten der Beschwerdeführerin zugeschnitten war. In Würdigung aller 

Umstände ist die Unzumutbarkeit der Annahme der zugewiesenen Stelle damit zu 

verneinen, bzw. hat die Beschwerdeführerin sich pflichtwidrig verhalten, als sie es 

unterliess, ihre Bewerbung einzureichen.

2.5    In einem Urteil vom 27. September 1996 hatte das Eidgenössische 

Versicherungsgericht [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gegenüber einer 

Versicherten für bundesrechtswidrig erklärt, welche strenggläubige Muslimin war und 

welche eine Zuweisung für eine Stelle in einem Personalrestaurant abgelehnt hatte, mit 

der Begründung, sie komme dort mit Fleisch- und Fischresten in Kontakt. Das Gericht 

hatte in der Einstellung in der Anspruchsberechtigung einen unzulässigen Eingriff in die 

Glaubens- und Gewissensfreiheit gesehen (vgl. SVR 1997 ALV Nr. 90, S. 275 f.). Was 

den hier vorliegenden Fall betrifft, ist nicht ersichtlich, inwieweit die 

Beschwerdeführerin durch die Zuweisung der betreffenden Stelle in ihren 

verfassungsmässigen Rechten berührt sein könnte. Auch unter diesem Gesichtspunkt 

wäre eine Anstellung als Kauffrau bei der B.___ AG für die Beschwerdeführerin somit 

nicht unzumutbar gewesen.

2.6    Im Übrigen ist die Beschwerdeführerin der Auffassung, die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung sei schon deshalb unrechtmässig, weil sie im Monat April 2012 

ansonsten genügend persönliche Arbeitsbemühungen getätigt habe. Diese 

Argumentation ist ebenfalls unzutreffend, wie ein Blick auf die Einstellungstatbestände 

des Art. 30 AVIG zeigt. Der Tatbestand der ungenügenden persönlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsbemühungen ist in Abs. 1 lit. c geregelt. Vorliegend steht indes ein Fall des Abs. 

1 lit. d zur Diskussion, wonach in der Anspruchsberechtigung eingestellt wird, wer 

Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit 

nicht annimmt. Nur schon aufgrund der unterschiedlichen rechtlichen Einordnung der 

beiden Tatbestände stehen ausreichende persönliche Arbeitsbemühungen der 

Beschwerdeführerin einer Einstellung wegen Nichtbewerbens auf eine zugewiesene 

Stelle somit nicht entgegen.

2.7    Nicht schlüssig ist, was die Beschwerdeführerin damit meint, wenn sie geltend 

macht, die zugewiesene Stelle komme für sie aus "existenziell wichtigen 

volkswirtschaftlichen Gründen" nicht in Frage. Auf diesen Einwand ist nicht weiter 

einzugehen.

2.8    Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch ihr 

Verhalten ihre Schadenminderungspflicht verletzt und im Sinne der Rechtsprechung 

die Annahme einer zumutbaren Stelle vereitelt hat, indem sie sich gar nicht erst dafür 

beworben hat. Damit ist die Einstellung in der Anspruchsberechtigung grundsätzlich zu 

Recht erfolgt.

3.      

3.1    Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdegegner verhängten 31 Einstelltage 

angemessen sind.

3.2    Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 

Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei 

mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 der 

Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Bei der Bemessung der Einstellungsdauer 

wegen nicht erfolgter Bewerbung für eine Anstellung ist rechtsprechungsgemäss der 

gleiche Verschuldensmassstab anzulegen wie im Fall der Ablehnung einer nach Art. 16 

Abs. 1 AVIG zumutbaren Arbeit (BGE 122 V 38 E. 3b). In dieser Hinsicht sieht Art. 45 

Abs. 4 lit. b AVIV vor, dass die Ablehnung einer zumutbaren Arbeit - und somit auch 

das Nichtbewerben auf eine konkrete Stelle - grundsätzlich ein schweres Verschulden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

darstellt. Zwar können im konkreten Fall Gründe vorliegen, die das schwere 

Verschulden als leichter erscheinen lassen (BGE 130 V 130 E. 3.4.3), wobei hinsichtlich 

der subjektiven Situation der betroffenen Person etwa gesundheitliche Probleme, auf 

der objektiven Seite etwa die Befristung einer Stelle berücksichtigt wurden (vgl. zum 

Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2007, C 30/06, E. 6.1).

3.3    Gemäss der dargelegten gesetzlichen Regelung und Rechtsprechung ist das 

Verschulden der Beschwerdeführerin in Bezug auf das Nichtbewerben auf die 

zugewiesene Stelle als schwer zu beurteilen. Gründe, welche das schwere Verschulden 

als leichter erscheinen lassen, liegen nicht vor, zumal die Beschwerdeführerin seit 

August 2011 bereits dreimal in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde (zweimal 

wegen ungenügender Arbeitsbemühungen, einmal wegen Arbeitgeberkündigung; vgl. 

act. G 5.1 / A34; A49 und A51; A57). Im Ergebnis besteht deshalb kein Anlass, in den 

Ermessensbereich der Verwaltung einzugreifen.

4.     

Die Beschwerdeführerin macht im Rahmen ihrer Beschwerde an das kantonale Ver­

sicherungsgericht gegenüber dem Beschwerdegegner eine Schadenersatzforderung in 

der Höhe von Fr. 2'551.95 geltend. Wie der Beschwerdeführerin bereits im Rahmen 

des Schreibens vom 25. Mai 2012 (act. G 2) mitgeteilt wurde, bildete diese Forderung 

nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids, so dass hierüber im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu befinden ist.

5.     

5.1    Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen bzw. ist 

auf das Schadenersatzbegehren nicht einzutreten.

5.2    Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Auf das Schadenersatzbegehren wird nicht eingetreten.

3.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 27.03.2013
	Art. 16 Abs. 2 lit. b und c AVIG. Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG. Einstellung in der Anspruchsberechtigung. Zumutbare Arbeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 27. März 2013, AVI 2012/47).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:51:30+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen