# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc94931f-273d-56f6-ab66-7147a01a3ec9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.08.2020 AVI 2019/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2019-44_2020-08-31.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2019/44

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 21.04.2021

Entscheiddatum: 31.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 31.08.2020
Art. 11 Abs. 4, 51 und 52 AVIG, Art. 74 AVIV, Art. 7 AHVV. Gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für Ferienentschädigung keine 
Insolvenzentschädigung zuzusprechen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. August 2020, AVI 
2019/44).

Entscheid vom 31. August 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Marie-Theres Rüegg Haltinner (Vorsitz), Marie Löhrer und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

AVI 2019/44

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Kantonale Arbeitslosenkasse, Geltenwilen-strasse 16/18, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Insolvenzentschädigung (Ferienentschädigung)

Sachverhalt

A.  

A.___ war vom 16. April 2015 bis 31. August 2018 bei der B.___ angestellt 

(act. G5.1/144 i.V.m act. G5.1/127 f.). Die Arbeitgeberin teilte dem Versicherten mit 

Schreiben vom 25. September 2018 mit, sie könne ihm die Löhne für den Juli und 

August 2018 sowie die Überstunden und das Ferienguthaben nicht auszahlen, da sie 

sich in einer sehr schlechten finanziellen Situation befinde (act. G5.1/134). Nachdem 

die Arbeitgeberin ihren Sitz an die C.___ in D.___verlegt hatte, wurde hier am 

12. Februar 2019 der Konkurs über sie eröffnet (vgl. act. G5.1/135).

A.a. 

Mit Schreiben vom 19. März 2019 beantragte A.___, vertreten durch TCL Treuhand 

& Versicherungen AG, Zürich, bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen 

(nachfolgend: Kasse) Insolvenzentschädigung für die offen gebliebenen Monatslöhne 

Juli und August 2018 von je Fr. 4'430-- brutto, zuzüglich Anteil 13. Monatslohn, sowie 

für Forderungen betreffend Ferienentschädigung  und Überstundenvergütung Mai bis 

August 2018 (act. G5.1/148 f. und act. G5.1/129 f.).

A.b. 

Am 22. März 2019 forderte die Kasse den Versicherten auf, weitere Unterlagen 

einzureichen (act. G5.1/150). Am 1. April 2019 gab sie ihm unter Androhung der 

Säumnisfolgen Gelegenheit, die ausstehenden Akten bis 15. April 2019 nachzureichen 

(act. G5.1/125).

A.c. 

Mit Verfügung vom 26. April 2019 lehnte die Kasse den Antrag auf 

Insolvenzentschädigung vom 19. März 2019 ab, da der Versicherte trotz mehrfacher 

Aufforderung Unterlagen, welche zur Überprüfung des Lohnflusses erforderlich 

gewesen wären, nicht eingereicht habe (act. G5.1/74 ff.).

A.d. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 21. Mai 2019 Einsprache 

(act. G5.1/69). Mit Schreiben vom 21. Juni 2019 forderte die Kasse den Versicherten 

A.e. 

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B.  

zur abschliessenden Beurteilung seiner Einsprache noch einmal auf, die fehlenden 

Belege einzureichen (act. G5.1/73).

Mit Entscheid vom 18. Juli 2019 hiess die Kasse die Einsprache teilweise gut und 

leistete für Juli und August 2018 Insolvenzentschädigung von netto Fr. 1'845.-- pro 

Monat inkl. Anteil 13. Monatslohn. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab, da ein 

weitergehender Lohnfluss nicht belegt worden sei (act. G5.1/51 ff.).

A.f. 

Gegen diesen Entscheid erhob A.___ am 6. August 2019 (Postaufgabe) 

Beschwerde. Er beantragt, der Einspracheentscheid vom 18. Juli 2019 sei aufzuheben. 

Es sei festzustellen, dass die Kasse ihm für die Monate Juli und August 2018 einen 

Bruttomonatslohn von Fr. 4'430.-- (zuzüglich Anteil 13. Monatslohn von Fr. 369.--), und 

für die Monate Mai bis August 2018 ein Ferienguthaben von total Fr. 1'228.60 zu leisten 

habe. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Kasse. Gemäss den 

eingereichten Bankbelegen habe ihm seine ehemalige Arbeitgeberin monatlich einen 

Nettolohn von Fr. 1'845.-- entrichtet. Vom übrigen Lohn habe sie ihm monatlich die 

Wohnungsmiete von Fr. 821.-- bezahlt und den Restbetrag infolge seiner 

Lohnpfändung an das Betreibungsamt E.___ geleistet. Des Weiteren sei ihm sein 

Ferienguthaben für die Monate Mai bis August 2018 von total Fr. 1'228.60 nicht 

ausbezahlt worden (act. G1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2019 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abschreibung der Beschwerde. Da die zur Berechnung der 

Insolvenzentschädigung benötigten Unterlagen mit der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht eingereicht worden seien, habe sie den Anspruch gewähren und 

die Insolvenzentschädigung neu berechnen können. Es werde darum ersucht, die 

verspätete Einreichung der Unterlagen bei der Kostenverteilung zu berücksichtigen 

(act. G5).

B.b. 

Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin am 20. September 

2019 eine neue Verfügung erlassen hat, mit der sie dem Beschwerdeführer eine 

Insolvenzentschädigung in der Höhe von zwei Monatslöhnen à Fr. 4'430.-- brutto 

(zuzüglich Anteil 13. Monatslohn von je Fr. 369.--) zugesprochen hat, während sie eine 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

Insolvenzentschädigung für Ferienentschädigung unter Berufung auf die 

Bundesgerichtspraxis gemäss BGE 137 V 96 ablehnte (act. G5.1/41 ff.). In Ergänzung 

zur Beschwerdeantwort übermittelte die Beschwerdegegnerin dem Gericht am 

7. Oktober 2019 die Abrechnung über die Schlusszahlung an den Beschwerdeführer 

und über die Zahlung an das Betreibungsamt Zürich (act. G6).

Mit Schreiben vom 24. Oktober 2019 teilte die Verfahrensleitung dem 

Beschwerdeführer mit, hinsichtlich der Insolvenzentschädigung für die Monatslöhne 

Juli und August 2018 könne die Beschwerde zufolge Gegenstandslosigkeit 

abgeschrieben werden, während bezüglich der abgelehnten Insolvenzentschädigung 

für das geltend gemachte Ferienguthaben die Beschwerde zu beurteilen sei. Der 

Beschwerdeführer erhalte Gelegenheit, sich zur streitigen Frage der 

Insolvenzentschädigung für Ferienentschädigung zu äussern. Der Beschwerdeführer 

liess sich in der Folge nicht vernehmen (act. G7 und G8).

B.d. 

Beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeitgeberinnen, die in der Schweiz der 

Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmende beschäftigen, 

haben Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn gegen ihre Arbeitgeberin der 

Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen 

(Art. 51 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die 

Insolvenzentschädigung deckt die Lohnforderungen für höchstens die letzten vier 

Monate des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag 

nach Art. 3 Abs. 2 AVIG. Als Lohn gelten auch die geschuldeten Zulagen (Art. 52 Abs. 1 

AVIG).

1.1. 

Vorliegend sind die Voraussetzungen für eine Insolvenzentschädigung 

grundsätzlich gegeben. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer denn 

auch im Laufe des vorliegenden Beschwerdeverfahrens eine Insolvenzentschädigung 

für die Monatslöhne Juli und August 2018 (zuzüglich anteilsmässiger 13. Monatslohn) 

in der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Höhe zugesprochen (vgl. hierzu 

act. G5 bis G7). Insoweit ist das Beschwerdeverfahren gegenstandslos geworden und 

kann abgeschrieben werden.

1.2. 

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2.  

Hingegen hat die Beschwerdegegnerin den Antrag auf Insolvenzentschädigung für 

die nicht ausbezahlte Ferienentschädigung betreffend die Monate Mai bis August 2018 

abgelehnt. Es ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer für nicht bezogene Ferien 

Deckung über die Insolvenzentschädigung beanspruchen kann.

1.3. 

Arbeitnehmende haben Anspruch auf mindestens vier Wochen Ferien pro Jahr. Für 

ein unvollständiges Dienstjahr sind Ferien entsprechend der Dauer des 

Arbeitsverhältnisses im betreffenden Dienstjahr zu gewähren (Art. 329a Abs. 1 und 

Abs. 3 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht; OR; SR 220]). Während dieser 

arbeitsfreien Zeit haben die Arbeitnehmenden Anspruch auf den gesamten auf diese 

Ferienzeit entfallenden Lohn sowie eine angemessene Entschädigung für ausfallenden 

Naturallohn (Art. 329d Abs. 1 OR). Damit der Erholungszweck der Ferien erreicht 

werden kann, dürfen die Ferien während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht 

durch Geldleistungen oder andere Vergünstigungen abgegolten werden (vgl. Art. 329d 

Abs. 2 OR). Das Abgeltungsverbot gehört zu den absolut zwingenden, die 

Bestimmungen über den Ferienlohn zu den relativ zwingenden Vorschriften des 

Arbeitsvertragsrechts (Art. 361 und 362 OR). Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung kann der Ferienlohn bei unregelmässigem Beschäftigungsgrad oder 

unregelmässiger Entlöhnung laufend mit dem Lohn ausgerichtet werden, wenn in den 

jeweiligen schriftlichen Lohnabrechnungen der für die Ferien bestimmte Lohnanteil 

festgehalten wird (BGE 129 III 493 E. 3.3 S. 496; BGE 137 V 96 E. 6.3.1 S. 101 f.).

2.1. 

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind nicht bezogene Ferien auszuzahlen. 

Ein Entschädigungsanspruch für nicht bezogene Ferien kann damit erst entstehen, 

wenn diese nicht mehr in natura gewährt werden können. Erst in diesem Zeitpunkt 

steht fest, ob der arbeitnehmenden Person überhaupt ein Abgeltungsanspruch zusteht, 

und wird die Ferienforderung aufgrund ihres Entgeltcharakters durch eine reine 

Geldforderung ersetzt (BGE 131 III 451 E. 2.2 S. 454; vgl. auch Ullin Streiff/Adrian von 

Kaenel/Roger Rudolph, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 

7. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2012, Art. 329d N 8). Sozialversicherungsrechtlich wird 

die Abgeltung des Ferienanspruchs als massgebender Lohn im Sinne der AHV-

Gesetzgebung behandelt. Damit unterliegt die Abgeltung der entsprechenden 

sozialversicherungsrechtlichen Beitragspflicht wie eine gewöhnliche Lohnzahlung (vgl. 

Art. 7 lit. o der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 

831.101]).

2.2. 

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3.  

Das Bundesgericht hat in BGE 137 V 96 E. 6.4 S. 102 festgehalten, 

Ferienentschädigungen von im Monatslohn angestellten Personen, welche keine 

Ferienlohnzuschläge erhalten hätten, seien nicht von der Insolvenzentschädigung 

gedeckt. Gemäss diesem Entscheid ist ein Lohnbestandteil von der 

Insolvenzentschädigung nur gedeckt, wenn die versicherte Person für den von Art. 52 

Abs. 1 AVIG vorgeschriebenen Zeitraum unter Annahme eines fortbestehenden 

Arbeitsverhältnisses und einer zahlungsfähigen Arbeitgeberin berechtigte Aussichten 

auf dessen Auszahlung hätte haben können. Im Monatslohn angestellte Personen 

könnten bei fortbestehendem Arbeitsverhältnis keine Abgeltung der Ferien durch 

Geldleistung erwarten. Personen, welche während bestehendem Arbeitsverhältnis mit 

ihrem Lohn zusätzlich eine Ferienabgeltung beziehen würden, hätten demgegenüber 

mit den monatlich ausgerichteten Zuschlägen gerechnet. Nachdem das Bundesgericht 

in BGE 137 V 96 darauf hinwies, die frühere Rechtsprechung sei teilweise 

widersprüchlich und habe sich nicht vertieft mit der Problematik auseinandergesetzt, 

bezweckte es offensichtlich eine Klärung und Vereinheitlichung der Rechtsanwendung. 

Gleichzeitig hielt es fest, auf die Verwaltungsweisungen, namentlich auf die AVIG-

Praxis IE, könne nicht abgestellt werden, soweit sich daraus etwas Abweichendes 

ergebe (vgl. zum Ganzen BGE 137 V 96 E. 6.2 ff. S. 100 ff.).

3.1. 

In der Lehre wurde Kritik an diesem Grundsatzentscheid geäussert, welche 

wiederum in der Rechtsprechung Erwähnung fand (siehe Thomas Gächter, Keine 

Insolvenzentschädigung für nicht bezogene Ferien und geleistete Überstunden?; 

Gedanken an einer Schnittstelle von Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, in: 

Festschrift zur Emeritierung von Jean-Fritz Stöckli, Zürich 2014, S. 211 ff.; vgl. 

Entscheid des Bundesgerichts 8C_749/2016 vom 22. November 2017 E. 3.2). So 

wurde ausgeführt, das vom Bundesgericht in BGE 137 V 96 neu geschaffene 

Eingrenzungskriterium der Lohnsumme, mit der die versicherte Person in den letzten 

vier Monaten des Arbeitsverhältnisses vor Eröffnung des Konkurses habe rechnen 

können, ergebe sich weder aus den Gesetzesmaterialien noch aus der bisherigen 

Praxis. Eine an den Erwartungen der versicherten Person ausgerichtete 

Betrachtungsweise scheine atypisch. Auch arbeitsrechtlich fänden sich keine 

Anhaltspunkte für die vom Bundesgericht getroffenen Unterscheidungen: Sowohl Pro-

rata-Anteile des 13. Monatslohns wie auch Pro-rata-Ferienansprüche seien geldwert 

und bereits erworben. (Gächter, a.a.O., S. 227 f.). Das Bundesgericht behandle im 

Zusammenhang mit der Insolvenzentschädigung die Vergütung von nicht bezogenen 

Mehrstunden, die Ferienentschädigung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses und 

3.2. 

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4.

Trotz der vorerwähnten Punkte ist festzuhalten, dass das Bundesgericht mit BGE 137 V 

96 einen Grundsatzentscheid fällen und die uneinheitliche Praxis harmonisieren wollte. 

Auch das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in verschiedenen 

Entscheiden auf die Rechtsprechung gemäss BGE 137 V 96 abgestellt (vgl. etwa AVI 

2016/37 E. 2.2; AVI 2016/51 E.1.1 und AVI 2014/41 E. 4.2). Vorliegend besteht keine 

hinreichende Veranlassung, von der vom Bundesgericht in BGE 137 V 96 eingeführten 

Rechtsprechung abzuweichen. Der Beschwerdeführer hat sich zu seinem Antrag auf 

mit dem Lohn ausbezahlte Ferienentschädigungen ungleich, obschon das Gesetz diese 

drei Ansprüche im Zusammenhang mit dem anrechenbaren Arbeitsausfall gemäss 

Art. 11 Abs. 4 AVIG) explizit gleich behandle. Für die Argumentation des 

Bundesgerichts spreche aber immerhin die Einfachheit und Praktikabilität dieser 

Lösung (Gächter, a.a.O., S. 229 ff.).

Nussbaumer und Kupfer Bucher stellen ohne weitere Kommentierung auf BGE 137 

V 96 ab (vgl. Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in SBVR, Bd. XIV, 3. Aufl. 

2016, S. 2452 f. Rz 620, mit Verweis auf Fn. 1389; Barbara Kupfer Bucher, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl. 2019, S. 324).

3.3. 

Demgegenüber wird in der aktuellen AVIG-Praxis zur Insolvenzentschädigung (IE) 

weiterhin ohne Differenzierung in Entlohnung mit Ferienzuschlag oder pauschale 

Abgeltung der Arbeit mit Monatslohn von einer Entschädigung auch für nicht bezogene 

Ferien ausgegangen, wobei geltend gemachte Lohnansprüche aus nicht bezogenen 

Ferien grundsätzlich mit einer Zeiterfassung zu belegen seien (AVIG-Praxis IE/B15 f. 

und C1).

3.4. 

Hinzu kommt, dass gemäss dem vom Bundesgericht im Entscheid 8C_749/2016 

vom 22. November 2017 E. 3.4 und E. 3.5.1 zitierten Übereinkommen der 

internationalen Arbeitsorganisation Nr. 173 über den Schutz der Forderungen der 

Arbeitnehmer bei Zahlungsunfähigkeit ihres Arbeitgebers, für die Schweiz in Kraft seit 

16. Juni 1996 (SR 0.822.727.3), Forderungen hinsichtlich bezahlten Urlaubs zu den 

durch eine Garantieeinrichtung (in der Schweiz die Insolvenzentschädigung) 

geschützten Forderungen gehören (Art. 12 lit. b des Abkommens; vgl. dazu auch 

Botschaft des Bundesrates vom 11. Mai 1994 betreffend Bundesbeschluss zum 

genannten Übereinkommens, BBl 1994 III 481, 484). Wie sich die fehlende Deckung 

des Anspruchs auf eine Entschädigung für nicht bezogene Ferien bei im Monatslohn 

Beschäftigten zum genannten Abkommen verhält, ist vom Bundesgericht in BGE 137 V 

96 nicht geprüft worden.

3.5. 

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Insolvenzentschädigung für nicht bezogene Ferien im Beschwerdeverfahren – trotz 

ausdrücklich eingeräumter Frist zur Stellungnahme (vgl. act. G 7) – nicht weiter 

vernehmen lassen. Es ist im vorliegenden Fall keine Insolvenzentschädigung für 

Ferienentschädigung zuzusprechen, und der angefochtene Einspracheentscheid ist zu 

bestätigen.

Entscheid

1.

Soweit der Beschwerdeführer eine Insolvenzentschädigung für die Monatslöhne Juli 

und August 2018 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) beantragt, wird die Beschwerde zufolge 

Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

2.

Soweit der Beschwerdeführer eine Insolvenzentschädigung für Ferienentschädigung 

verlangt, wird die Beschwerde abgewiesen.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit sie nicht zufolge 

Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist.

4.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Auf die beantragte 

Zusprache einer Parteientschädigung im Sinne einer Umtriebsentschädigung an den 

nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer ist zu verzichten. So übersteigen die 

Bemühungen des Beschwerdeführers jedenfalls nicht das von einer Partei zur 

Besorgung der eigenen Angelegenheiten selber zu tragende Mass an Aufwendungen 

(BGE 110 V 132 E. 4.d S. 134 f.; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage 2020, 

Art. 61 N 217). Zudem konnte die Beschwerdegegnerin die Insolvenzentschädigung für 

die Monatslöhne Juli und August 2018 erst berechnen, nachdem der Beschwerdeführer 

mit seiner Beschwerde weitere Unterlagen eingereicht und Angaben gemacht hatte. 

Insofern hat die mangelnde Mitwirkung des Beschwerdeführers im 

Verwaltungsverfahren zum Beschwerdeverfahren geführt. Da der Beschwerdeführer 

somit die entsprechenden Kosten selber verursacht hat, sind sie von ihm selbst zu 

übernehmen (vgl. Art. 98  des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 

951.1] i.V.m. Art. 106 und 108 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 

272]. Für den Teil der Beschwerde, der nicht gegenstandslos geworden ist 

(Insolvenzentschädigung für Ferienentschädigung), ist der Beschwerdeführer 

unterlegen und hat aufgrund des Prozessausgangs keinen Anspruch auf 

Parteientschädigung (Art. 98 VRP).

4.2. 

ter

bis 

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3.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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		2025-07-19T03:34:01+0200
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