# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fe4bfe3-a7dc-5310-a28b-f2d0e4a9b875
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.05.2021 IV 2019/231
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-231_2021-05-31.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/231

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.12.2021

Entscheiddatum: 31.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 31.05.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 ATSG: Gemäss einem als beweistauglich 
befundenen bidisziplinären (orthopädisch/psychiatrischen) Gutachten ist die 
Beschwerdeführerin in adaptierten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig. 
Rückwirkend befristet bestand während rund drei Monaten eine 20%ige 
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Es besteht somit keine 
rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2021, IV 2019/231). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_481/2021.

Entscheid vom 31. Mai 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz) und Michaela Machleidt 

Lehmann, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2019/231

Parteien

A.___

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Advokatur im Alten Rathaus, 

Rathausplatz 1, 8880 Walenstadt,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 10. November 2016 unter ihrem 

damaligen Namen B.___ (vgl. dazu IV-act. 104; IV-act. 106-2) über ihren 

Krankentaggeldversicherer bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. 

Seit Juli 2009 war sie in einem Pensum von 60 % als Gastronomiemitarbeiterin im 

Restaurant C.___ angestellt (IV-act. 3-4, IV-act. 10). Als gesundheitliche 

Beeinträchtigungen nannte sie eine Polymyalgie und psychische Belastungen (IV-

act. 3; IV-act. 4). Erstere war ihr von Dr. med. D.___, Fachärztin für Rheumatologie, 

diagnostiziert worden (Berichte vom 14. August 2015, IV-act. 19-21 f.). Eine 

Vorabklärung in der Klinik Valens hatte zusätzlich die Diagnosen eines chronischen 

zervikobrachialen Syndroms bei multiplen degenerativen Veränderungen der HWS, 

muskulärer Dysbalance und Fehlhaltung sowie einer Anpassungsstörung (ICD-10: 

F43.21; DD Dysthymie) bei eigenanamnestischen Hinweisen auf rezidivierende 

Stimmungseinbrüche in Zusammenhang mit verschiedenen, teilweise sehr belastenden 

Life-Events (Sterbeprozess der Eltern, Sterbebegleitung einer Freundin/ Kollegin, 

schwere Essstörung der älteren Tochter, geschiedene dysfunktionale Ehe, 

problematische Beziehung zum aktuellen langjährigen Lebenspartner, chronifiziertes 

Schmerzsyndrom) ergeben (Bericht Klinik Valens vom 7. November 2016, IV-act. 8; 

Bericht psychosomatischer Dienst Klinik Valens vom 31. Oktober 2016, IV-act. 9).

A.a. 

Vom 9. bis 30. Januar 2017 absolvierte die Versicherte eine ambulante 

Rehabilitation in der Klinik Valens (je fünf Mal wöchentlich Physio-, Wasser- und 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

medizinische Trainigstherapie [MTT]). Zusätzlich zu den bestehenden Diagnosen wurde 

ein Verdacht auf eine sekundäre Fibromyalgie erhoben und psychiatrisch eine 

Dysthymie (ICD-10: F34.1) diagnostiziert. Aufgrund einer ergonomischen Testung 

wurde der Versicherten empfohlen, ihr Arbeitspensum auf halbe Tage aufzuteilen und 

ihr ab 1. Februar 2017 eine 50%ige, ab 1. März 2017 eine 60%ige, ab 17. April eine 

70%ige und ab 1. Mai 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, ausgehend vom bisherigen 

60 %-Pensum, attestiert (Bericht Klinik Valens, Dr. med. E.___, Facharzt für 

Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 6. Februar 2017, IV-act. 25; Bericht 

Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. Februar 2017, IV-

act. 52-8 ff.; Arztzeugnis Dr. E.___ vom 13. März 2017, IV-act. 34-2). Mit Mitteilung vom 

10. April 2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten Massnahmen zum 

Arbeitsplatzerhalt zu (IV-act. 38).

Med. pract. G.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, schrieb die Versicherte 

ab dem 12. Juni 2017 zu 50 % und ab dem 15. Juni 2017 zu 100 % arbeitsunfähig 

(Arztzeugnisse vom 17. Juni 2017, IV-act. 41, und vom 28. Juni 2017, IV-act. 46-6). Die 

Arbeitgeberin sprach der Versicherten am 7. Juli 2017 eine Änderungskündigung aus 

und bot ihr eine Weiterbeschäftigung im H.___ im Stundenlohn an (IV-act. 46-1). Mit 

Schreiben vom 26. Juli 2017 teilte die Versicherte der Arbeitgeberin mit, aufgrund ihrer 

gesundheitlichen Situation sei aktuell zu ungewiss, ob sie ab 1. Oktober 2017 eine 

Teilerwerbstätigkeit aufnehmen könne (IV-act. 49).

A.c. 

Der Krankentaggeldversicherer liess die Versicherte durch Dr. med. I.___, 

Fachärztin für Orthopädie u. Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie durch 

Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, 

begutachten (Gutachten vom 2. August 2017, Fremdakten, act. 2-4 ff., und vom 

8. August 2017, Fremdakten, act. 2-21 ff.). Die orthopädische Gutachterin 

diagnostizierte einen schlechten Allgemein- und Ernährungszustand (BMI unter 20), 

chronisch rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei Fehlstatik, 

Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und verschmächtigter Rumpfmuskulatur 

sowie bei radiologisch deutlichen degenerativen Veränderungen der unteren HWS ohne 

nervenwurzelbezogenes Defizit und beidseits verkürzter lschiokruralmuskulatur, eine 

Epikondylitis humeri ulnaris rechts (bei Rechtshändigkeit), einen beginnenden Morbus 

Dupuytren links sowie abklärungsbedürftige Funktionsschmerzen der linken Hüfte 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(Fremdakten, act. 2-16). Sie hielt fest, mittelschwere und schwere Tätigkeiten wie die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit in Küche und Restaurant könne die Versicherte nicht mehr 

verrichten. Für körperlich sehr leichte und leichte Tätigkeiten aus bevorzugt 

wechselnder Ausgangslage bestehe ab sofort eine volle Arbeitsfähigkeit (Fremdakten, 

act. 2-17). Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte als 

Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichtgradige 

depressive Episode, DD Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10: 

F32.0/F42.2) und als solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), 

Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von 

ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1 ) sowie psychische und 

Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen im Sinne von psychischen und 

Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F10.10). Darüber 

hinaus erhob er den Verdacht auf einen analgetika-induzierten Kopfschmerz 

(Fremdakten, act. 2-57, 63 f.). Weiter legte er dar, die Konsistenzprüfung habe 

Hinweise auf nicht in geklagtem Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen 

ergeben (Fremdakten, act. 2-65). In der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit in einem 

Pensum von 25 Stunden pro Woche sei die Versicherte zu 20 % arbeitsunfähig. In 

einer optimal angepassten Tätigkeit sei sie bezogen auf dieses Pensum in ihrer 

Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (Fremdakten, act. 2-67, 70 f.).

Dr. med. K.___, Facharzt für Rheumatologie, behandelte die Versicherte ab 

29. August 2017. Er führte im Wesentlichen aus, die Versicherte habe vom 1. bis 

11. September 2017 ein sehr detailliertes Schmerzprotokoll geführt. Im Vordergrund 

stehe eine chronische Schmerzkrankheit mit somatischen und psychischen Faktoren 

bzw. eine somatoforme Schmerzstörung. Das Vorliegen einer ursächlichen 

entzündlichen Grunderkrankung könne nicht festgestellt werden, insbesondere bestehe 

kein polymyalgiformes Syndrom. Er diagnostizierte ein chronisches cervicovertebrales 

bis -spondylogenes Syndrom bei multiplen degenerativen Veränderungen der HWS 

und segmentaler Dysfunktion der mittleren/unteren HWS, muskulärer Dysbalance und 

Fehlhaltung, eine PHS tendinopathica der Supraspinatussehne bds., rechtsbetont, eine 

Epicondylopathia humeri ulnaris rechts, eine Migräne und eine leichte Dupuytren'sche 

Kontraktur Dig IV links. Sodann äusserte er sich zur Verdachtsdiagnose Fibromyalgie. 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dazu hielt er fest, dass sich die Situation im Vergleich zum Vorbefunder (Dr. E.___, 

Klinik Valens) wesentlich verändert habe. Weder im widespread pain index (WPI), noch 

im symptom severity scale score (SSSc) könnten aktuell Punktezahlen erreicht werden, 

welche für das Vorliegen eines Fibromyalgiesyndroms sprechen würden. Er schrieb die 

Versicherte bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig für die Tätigkeit als 

Restaurantangestellte bei C.___ (Bericht vom 12. September 2017, IV-act. 53-4 f.; 

Arztbericht vom 10. Oktober 2017, IV-act. 51).

Der Eingliederungsberater schloss den Fall am 25. September 2017 wegen 

anhaltender 100%iger Arbeitsunfähigkeit bzw. instabilen Gesundheitszustands ab 

(Assessment- und Verlaufsprotokoll, IV-act. 50). Der RAD-Arzt Dr. L.___, Facharzt für 

Innere Medizin, nahm am 30. Oktober 2017 Stellung zu den medizinischen Unterlagen, 

die Begutachtung im Auftrag der Swica vom 27. Juli 2017 erfülle die 

Qualitätsanforderungen nur teilweise. Die Ergebnisse seien (jedoch) in etwa 

nachvollziehbar. Die Versicherte fühle sich nicht in der Lage zu irgendeiner 

Erwerbstätigkeit (IV-act. 55). Die IV-Stelle wies das Gesuch um berufliche Massnahmen 

mit Mitteilung vom 10. November 2017 ab (IV-act. 58) und gewährte der Versicherten 

mit Vorbescheid vom 20. November 2017 das rechtliche Gehör zur vorgesehenen 

Abweisung des Rentenbegehrens. Zur Begründung führte die IV-Stelle im Wesentlichen 

aus, dass die Versicherte als Teilerwerbstätige zu qualifizieren sei und zwar zu 60% im 

Erwerb und zu 40% im Haushalt. In einer adaptierten Tätigkeit könne sie zu 100% 

arbeiten, weshalb sie keine Erwerbseinbusse erleide. Im Haushalt lägen ebenfalls keine 

iv-relevanten Einschränkungen vor (IV-act. 60).

A.f. 

Mit Einwand vom 30. Januar 2018 reichte die Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. R. Braun, Berichte von med. pract. G.___ vom 19. Januar 2018 

(IV-act. 68-3 ff.) und von ihrer Shiatsu-Therapeutin N.___ vom 19. Januar 2018 (IV-

act. 68-5 ff.) ein. Der Rechtsvertreter führte aus, die Schmerzen seien glaubhaft und 

schlug eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) und ein Coaching vor. 

Im Einwand machte er unter anderem geltend, dem Gutachten der Dres. I.___ und 

J.___ fehle es an einer Konsensbeurteilung und der Anwendung des strukturierten 

Beweisverfahrens (IV-act. 68-1 ff.). Daraufhin schlug der RAD-Arzt Dr. L.___ am 

16. März 2018 eine Haushaltsabklärung an Ort und Stelle und anschliessend eine 

polydisziplinäre Begutachtung vor (IV-act. 77).

A.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Haushaltsabklärung vom 31. Mai 2018 (Bericht vom 12. Juni 2018, IV-act. 81) 

ergab im Haushalt eine von der Versicherten geltend gemachten Einschränkung von 

insgesamt 36 %. Die Abklärungsperson konnte die Glaubwürdigkeit der Angaben der 

Versicherten nicht einschätzen und verwies zur Überprüfung der medizinischen 

Plausibilität auf eine medizinische Expertise (IV-act. 81-10).

A.h. 

Dr. K.___ attestierte der Versicherten ab 4. April 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 

25 % in im Wesentlichen leichten, Schulter, Oberkörper und Handgelenke nicht 

belastenden Tätigkeiten (Arztzeugnisse vom 3. April 2018, IV-act. 72-8 und vom 

22. Mai 2018, IV-act. 77; Verlaufsbericht vom 2. Juni 2018, IV-act. 84). Dr. med. E.___, 

Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie, führte im Arztbericht vom 25. August 2018 

aus, die Versicherte sei seit 16. Juni 2017 bei ihm in Behandlung. Eine damals 

diagnostizierte mittelgradige depressive Episode bzw. Störung sei unter Medikation 

gegenwärtig remittiert. Zusätzlich bestehe eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Gegenwärtig konsultiere die 

Versicherte sie monatlich bis alle sechs Wochen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe 

derzeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, wobei aber die psychische 

Konstitution belastungsanfällig sei (IV-act. 88).

A.i. 

Die IV-Stelle beauftragte die Swiss Medical Assessment- and Business-Center 

(SMAB) AG mit der polydisziplinären Begutachtung (Gutachten vom 20. März 2019; 

Dr. med. O.___, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Orthopädische Rheumatologie [D]; Dr. med. P.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, Untersuchungen vom 4. und 13. Februar 2019; IV-

act. 98). Die orthopädische Gutachterin diagnostizierte ein Zervikobrachialsyndrom 

beidseits ohne radikuläre Reizung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine 

Osteopenie, eine geringgradige Arthrose des rechten Akromioklavikulargelenkes und 

Bursitis subacromialis/subdeltoidea rechts, eine Chondrokalzinose im rechten 

Kniegelenk, eine initiale Coxarthrose links sowie ein Morbus Dupuytren D IV links 

(Stadium 0; IV-act. 98-36). Sie schätzte die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in ihrer 

bisherigen Tätigkeit als Gastronomiemitarbeiterin als ab Dezember 2015 aufgehoben 

ein. In einer leidensangepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit 

ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule und häufigen Überkopfarbeiten bestehe 

eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 98-38 ff.). Der psychiatrische Gutachter erhob 

A.j. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

als Gesundheitsschäden ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), psychologische Faktoren 

und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10: F56) sowie 

einen gefährlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.81; IV-act. 98-55). Zum Verlauf 

der Arbeitsfähigkeit hielt er fest, ab Juni 2017 habe bei mittelgradiger depressiver 

Symptomatik eine Arbeitsfähigkeit von nur noch 30 % bestanden. Ab ca. Mitte Juli 

2017 habe nur noch eine leichtgradige depressive Symptomatik vorgelegen mit einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 %. Seit September 2017 betrage die Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit 100 % (IV-act. 98-57 f.).

Der RAD-Arzt Dr. L.___ befand am 10. April 2019, auf das Gutachten könne 

abgestellt werden (IV-act. 99), worauf die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid 

vom 12. April 2019 erneut eine rentenabweisende Verfügung in Aussicht stellte. Sie 

stützte sich dabei auf das Gutachten und die darin attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit. Die in der Haushaltsabklärung festgestellte 

Einschränkung von 36 % habe sich gutachterlich nicht objektivieren lassen. Somit 

würden weder im Erwerb noch im Haushalt relevante Einschränkungen vorliegen (IV-

act. 103). Mit Einwand vom 27. Juni 2019 liess die Versicherte durch ihren 

Rechtsvertreter geltend machen, obwohl bei ihr rheumatische Beschwerden im 

Vordergrund stünden, fehle ein rheumatologisches Teilgutachten. Das psychiatrische 

Gutachten gehe nicht weiter auf die Schmerzproblematik ein, weshalb die 

Anforderungen des strukturierten Beweisverfahrens nicht erfüllt seien. Die 

Einschätzung einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in der 

Gastronomie sei widersprüchlich zur fehlenden Einschränkung im Haushalt, da sich die 

Tätigkeiten ähnlich seien. Sie habe eine 40 %-Stelle in einer Spitalcafeteria gefunden, 

womit sie ihre Leistungsgrenze erreiche. Sodann hätten Dr. med. Q.___, Fachärztin für 

Dermatologie und Venerologie, eine Prurigo simplex subacuta (Bericht vom 19. Juni 

2019, IV-act. 111-4) und Dr. med. R.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und 

Rheumatologie, eine Fibromyalgie diagnostiziert (nachgereichter Bericht vom 8. Juli 

2019, IV-act. 113; zum Ganzen IV-act. 111-1 ff.). Dem RAD-Arzt Dr. L.___ wurde am 

5. September von Dr. Q.___ mitgeteilt, die Prurigo habe keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 114). In der RAD-Stellungnahme vom 5. August 2019 führte er 

aus, die Gutachterin Dr. O.___ verfüge über eine fachärztliche rheumatologische 

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Qualifikation. Im Haushalt stehe der Versicherten wesentlich mehr Zeit für kurze 

Pausen zur Verfügung als im hektischen Gastronomiebetrieb und das Aktivitätsniveau 

könne selbstgestaltend geplant werden. Der Bericht von Dr. R.___ vermöge gegenüber 

den bisherigen rheumatologischen Einschätzungen keine neuen Aspekte aufzuzeigen. 

Die von Dr. R.___ diagnostizierte Fibromyalgie und die Prurigo zeitigten keine 

langfristige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 116).

Gestützt auf das Gutachten der SMAB AG und die Stellungnahme von RAD-Arzt 

Dr. L.___ wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 21. August 2019 

ab (IV-act. 116).

A.l. 

Gegen die Verfügung vom 21. August 2019 lässt die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. M. Braun, am 9. September 

2019 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und es sei ihr eine Rente 

zuzusprechen. Zur Begründung wird angeführt, das Gutachten der SMAB AG, auf 

welches sich die angefochtene Verfügung stütze, sei nicht umfassend, insbesondere 

weil es kein rheumatologisches Teilgutachten enthalte, ein solches aber in Auftrag 

gegeben worden sei. Bemängelt werde nicht die fehlende Fachkompetenz der 

Gutachterin, sondern dass sie sich auf eine orthopädisch-traumatologische 

Begutachtung beschränkt habe. Eine rheumatologische Untersuchung und Beurteilung 

habe nicht stattgefunden. Dies wiege umso schwerer, als bei ihr rheumatische 

Beschwerden im Vordergrund stünden und habe wohl auch dazu geführt, dass auch 

das psychiatrische Teilgutachten nicht weiter auf die Schmerzproblematik eingehe. Die 

Anforderungen an das bundesgerichtlich vorgegebene strukturierte Beweisverfahren 

seien damit bei Weitem nicht erfüllt. Der psychiatrische Gutachter beschäftige sich 

ausführlich mit dem Alkoholkonsum, in dessen Zusammenhang weder gesundheitliche 

Probleme noch Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden. Auch habe der 

Gutachter nicht erwähnt, dass sie bei der Untersuchung wegen der Nackenschmerzen 

eine Tablette habe einnehmen müssen. Die im Gutachten aufgeführte Medikation 

stimme nicht. Die unterschiedliche Einschränkung in Gastronomie und Haushalt sei 

widersprüchlich. Allfällige Pausen bei der Haushaltstätigkeit seien bei der Einschätzung 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Arbeitsfähigkeit gerade nicht berücksichtigt worden. Auf das Gutachten könne 

nicht abgestellt werden. Vielmehr sei von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

sowohl in einer adaptierten Tätigkeit als auch im Haushalt auszugehen. Gemäss 

Dr. R.___ betrage diese 60 % (vgl. Arztzeugnis vom 19. August 2019, act. G 1.2). 

Schliesslich sei ihr ein Tabellenlohnabzug zu gewähren, weil gemäss Gutachten nur gut 

strukturierte Tätigkeiten ohne erhöhte Anforderungen an die Belastbarkeit und ohne 

besonderen Zeitdruck möglich seien (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2019 beantragt die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen 

begründet sie ihren Antrag damit, die Beschwerdeführerin übersehe, dass von Seiten 

der behandelnden Ärzte keine entzündliche rheumatologische Grunderkrankung habe 

festgestellt werden können. Die Gutachterin verfüge über einen in Deutschland 

anerkannten Facharzttitel in orthopädischer Rheumatologie, womit sich ihre 

Fachkompetenz auch auf rheumatologische Leiden erstrecke. Zu den massgeblichen 

Indikatoren seien dem psychiatrischen Teilgutachten und der bidisziplinären 

Konsensbeurteilung Angaben zu entnehmen. Schliesslich sei es Sache der Gutachter 

zu beurteilen, welche fachärztlichen Abklärungen vorzunehmen seien. Die 

Ausführungen der orthopädischen Gutachterin seien nachvollziehbar und die 

Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit beruhe auf einer eingehenden klinischen 

Untersuchung und leuchte aufgrund der objektiv erhobenen Befunde sowie unter 

Berücksichtigung der gesamten Aktenlage und der von der Beschwerdeführerin 

gemachten Angaben ein. In Übereinstimmung mit der orthopädischen Gutachterin 

habe Dr. R.___ keine entzündliche rheumatologische Erkrankung festgestellt. Da sie 

nicht aufgezeigt habe, inwiefern sich das Beschwerdebild der Fibromyalgie funktionelle 

Folgen habe, begründe die vom SMAB-Gutachten abweichende Diagnosestellung 

noch keine Zweifel am Gutachten. Der psychiatrische Gutachter habe sich eingehend 

mit der Schmerzproblematik befasst. Das psychiatrische Teilgutachten erfülle die von 

der Rechtsprechung gestellten Anforderungen. Bezüglich der Angaben zur Medikation 

sei weder dargetan noch erkennbar, inwiefern sich die behaupteten Mängel auf die 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ausgewirkt haben sollten. Im Unterschied zur 

Tätigkeit in der Gastronomie seien im Haushalt keine Tätigkeiten zu verrichten, welche 

mit dem orthopädischen Belastungsprofil nicht in Einklang zu bringen seien. Es sei 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

insofern nachvollziehbar, dass die Gutachterin das Belastungsprofil der bisherigen 

Tätigkeit als nicht mehr zumutbar erachtet und die von der Beschwerdeführerin im 

Haushalt geltend gemachten Einschränkungen als nicht plausibel gewürdigt habe. Die 

Arbeitsunfähigkeiten von Juni bis Mitte Juli 2017 und während des ambulanten 

Rehabilitationsaufenthaltes in der Klinik Valens seien mangels längerer Dauer nicht 

rentenbegründend. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt biete ein hinreichend breites 

Spektrum an zumutbaren gut strukturierten Verweistätigkeiten ohne besonderen 

Zeitdruck oder erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit. Mithin seien 

keine ausserordentlichen Umstände ersichtlich, die einen leidensbedingten Abzug 

begründen könnten (act. G 4).

Mit Replik vom 16. Januar 2020 macht die Beschwerdeführerin geltend, es habe 

keine rheumatologische Untersuchung und Beurteilung stattgefunden, obwohl die 

behandelnden Ärzte die rheumatologische Diagnose einer Fibromyalgie gestellt hätten. 

Der gemäss dem psychiatrischen Gutachter vorhandene organmedizinische 

Hintergrund der Schmerzen sei nicht abgeklärt worden. Gerade die 

Schmerzproblematik habe zur Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

geführt. Das Gutachten sei damit nicht vollständig. Nachvollziehbare Ausführungen zu 

den massgeblichen Standardindikatoren seien weder dem psychiatrischen 

Teilgutachten noch der bidisziplinären Konsensbeurteilung zu entnehmen. Die 

Hautproblematik sei nach wie vor aktuell. Der Widerspruch zwischen der 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und der fehlenden Einschränkung im 

Haushalt sei durch die Beschwerdeantwort nicht aufgelöst worden. Die 

Haushalttätigkeit entspreche nicht dem aus orthopädischer Sicht zumutbaren 

Belastungsprofil. Gemäss Dr. R.___ sei die Beschwerdeführerin nach wie vor zu 60 % 

arbeitsunfähig (Arztzeugnisse vom 19. November 2019, act. G 6.2, und vom 7. Januar 

2020, act. G 6.3).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 24. Januar 2020 auf eine Duplik (act. G 8).B.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2; 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist 

zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden können und sich 

auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427 E. 6). Für 

somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren 

mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 E. 7.2; 

BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2). Der Beweis für eine lang andauernde 

und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

1.2. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a); 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c).

1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 16 ATSG).

1.4. 

Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im 

Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität 

nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig (und 

ist ihnen die Aufnahme einer Vollerwerbstätigkeit nicht zumutbar; Art. 8 Abs. 3 ATSG), 

so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem 

Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb 

des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 

IVG).

1.5. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

1.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Strittig und zu prüfen ist, ob auf das SMAB-Gutachten vom 20. März 2019 abgestellt 

werden kann. Die Beschwerdeführerin erachtet das Gutachten als unvollständig. Sie 

moniert unter anderem, dass kein rheumatologisches Teilgutachten durchgeführt, zu 

wenig auf die Schmerzproblematik eingegangen sowie das Fibromyalgiesyndrom nicht 

berücksichtigt worden sei. Zudem erfülle es nicht die rechtlichen Anforderungen an das 

strukturierte Beweisverfahren.

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

1.7. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.8. 

Die somatische Gutachterin verfügt nach eigenen Angeben über einen Facharzttitel 

in Orthopädie und eine Zusatzweiterbildung in orthopädischer Rheumatologie (IV-

act. 98-42). Nach den einschlägigen Spezialisierungsvorgaben (vgl. https:// 

approbatio.de/facharztausbildung/zusatz-weiterbildung-orthopaedische-

rheumatologie/, abgerufen am 27. Mai 2021) muss sie zur Diagnostik und Therapie von 

degenerativen, entzündlichen und stoffwechselbedingten rheumatischen Krankheiten 

der Bewegungsorgane einschliesslich der interdisziplinären Zusammenarbeit bei 

komplexen rheumatischen Erkrankungen befähigt sein, weshalb ihre fachliche 

Qualifikation als Gutachterin im vorliegenden Verfahren fraglos als gegeben zu 

betrachten ist. Im Übrigen bilden chronische Beschwerden des Bewegungsapparates 

sowohl Gegenstand der orthopädischen als auch der rheumatologischen 

Begutachtung (Urteile des Bundesgerichts vom 4. Oktober 2017, 9C_474/2017, E. 4.2, 

mit weiteren Verweisen, und vom 21. September 2010, 9C_203/2010, E. 4.1), weshalb 

nicht zu beanstanden ist, wenn lediglich eine rheumatologische Begutachtung erfolgt. 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Des Weiteren weist die Beschwerdegegnerin zu Recht daraufhin, dass die Frage, ob 

und gegebenenfalls welche fachärztlichen Untersuchungen notwendig sind, um eine 

Diagnose zu stellen, nicht in den Kompetenzbereich des Rechtsanwenders fällt, 

sondern ausschliesslich in jenen des begutachtenden Arztes (Urteil des Bundesgerichts 

vom 15. Februar 2019, 8C_794/2018, E. 4.2).

Die somatische Gutachterin diagnostizierte ein Zervikobrachialsyndrom, eine 

Osteopenie, eine geringgradige Arthrose des rechten Akromioklavikulargelenkes, eine 

Chondrikalzinose im rechten Kniegelenk, eine initiale Coxarthrose links sowie ein 

Morbus Dupuytren D IV links (Stadium 0; IV-act. 98-36) und hielt fest, anhand der 

aktuell erhobenen klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunde seien die von 

der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden nur zu einem geringen Anteil 

nachvollziehbar (IV-act. 98-37, 38). Im klinischen Befund erhob sie unter anderem eine 

gering eingeschränkte aktive Seitwärts- und Vorwärtsbewegung des linken 

Schultergelenkes sowie eine eingeschränkte aktive und passive Beweglichkeit des 

rechten Schultergelenkes. Die Beschwerdeführerin gab Schmerzen an bei der 

Seitwärts- und Vorwärtsbewegung im Bereich des Humerus und bei der 

Aussenrotation beider Arme und einen Druckschmerz über dem Epicondylus humeri 

radialis und dem Gelenkspalt beidseits bei negativen Provokationstests auf eine 

Epicondylitis, Schmerzen im rechten Handgelenk bei Druck auf den dorsalen und 

palmaren Gelenkspalt sowie beim Abspreizen des linken Daumens, Klopf- und 

Druckschmerz über den Dornfortsätzen des 3. bis 11. Brustwirbelkörpers sowie über 

den Dornfortsätzen von LWK 4 - SWK 1 und den Facettengelenken LWK 4/5 beidseits, 

Schmerzen bei der Seitneigung des Oberkörpers nach rechts und links über dem 

rechten und linken Facettengelenk LWK 5/SWK 1, Schmerzen über dem lumbosakralen 

Übergang bei der Rotation des Oberkörpers nach beiden Seiten, im linken Hüftgelenk 

bei dessen Untersuchung, Druckschmerzen über dem linken Iliosakralgelenk sowie 

Schmerzen in beiden Hüftgelenken beim Senken des Fussaussenrandes beidseits und 

Schmerzen im rechten Sprunggelenk bei der Vorführung der Gangvarianten (IV-

act. 98-32 f.).

2.2. 

Hinsichtlich der nicht bildgebend oder klinisch objektivierbaren Schmerzen schloss 

die Gutachterin das Vorliegen einer Polymyalgia rheumatica aus, da für diese Diagnose 

"kein Anhalt" bestehe (IV-act. 98-38). Diese Diagnose war in den Berichten von 

Dr. D.___ vom 14. August 2015 (IV-act. 19-21 f.) und der Klinik Valens vom 6. Februar 

2017

(IV-act. 25-1 f.) aufgeführt worden, wobei zunächst unter Spiricort eine deutliche 

Besserung der Beschwerden beschrieben worden war (Bericht Dr. D.___ vom 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

14. August 2015, IV-act. 19-21 f.). Dr. K.___ hielt im Arztbericht vom 10. Oktober 2017 

fest, einen eigentlichen entzündlichen Schmerzcharakter betreffend die 

Schultergelenke beidseits habe er nicht finden können. Das Vorliegen einer 

ursächlichen entzündlichen Grunderkrankung könne nicht festgestellt werden, 

insbesondere bestehe kein polymyalgiformes Syndrom (IV-act. 51). Nachdem Dr. R.___ 

gemäss Bericht vom 8. Juli 2019 keine humorale Entzündungskonstellation feststellen 

konnte und auf eine fehlende (längerfristige) Besserung der Beschwerden unter 

Spiricort hinwies (IV-act. 113), erscheint nachvollziehbar, dass im Zeitpunkt der 

Begutachtung (Februar 2019) keine beeinträchtigende Polymyalgie und damit keine 

rheumatologische Grunderkrankung mehr vorlag. Auch ansonsten konnte die 

Gutachterin im orthopädisch-traumatologischen Untersuchungsbefund keine 

Auffälligkeiten erheben und lediglich feststellen, dass die zahlreichen Schmerzangaben 

der Beschwerdeführerin neuroanatomisch nicht nachvollziehbar sind (IV-act. 98-35). 

Sie liess Röntgenaufnahmen für die Hals- und Lendenwirbelsäule, für die 

Beckenübersicht und das Hüftgelenk sowie das Knie- und Schultergelenk erstellen (IV-

act. 98-34). Dabei zeigte sich einzig eine im Vergleich zu den Voraufnahmen im Jahr 

2016 gering progrediente mässige, degenerative Veränderung von HWK 5-7. 

Ansonsten waren die radiologischen Befunde altersentsprechend.

 2.4. 

Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Leidens 

Fibromyalgie ist den vorliegenden Akten zu entnehmen, dass bei der 

Beschwerdeführerin in der Klinik Valens bei einem WPI von 16/19 und einem SSSc von 

6/12 Punkten der Verdacht auf ein Fibromyalgiesyndrom geäussert wurde (Bericht vom 

6. Februar 2017, IV-act. 25-1 f.). Dr. K.___ verneinte diesen gemäss Bericht vom 

10. Oktober 2017 bei einem WPI von 5/16 und einem SSSc von 5/12 (IV-act. 51). 

Dr. R.___ hingegen befand das Fibromyalgiesyndrom gemäss Bericht vom 8. Juli 2019 

bei einem WPI von 17/19 und einem SSSc von 12/12 vollständig bestätigt (IV-act. 113).

2.4.1. 

Für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit ist nicht die Diagnose massgebend, 

sondern die vorhandenen – objektivierten oder plausibilisierten – 

Funktionseinschränkungen (Urteile des Bundesgerichts vom 23. November 2020, 

9C_524/2020, E. 5.1 mit weiteren Verweisen und vom 4. Oktober 2017, 9C_474/2017, 

E. 4.1). Insbesondere ist die Fibromyalgie einer Schmerzstörung insofern gleichgestellt, 

als beide Leiden nach dem strukturierten Beweisverfahren zu beurteilen sind (Urteil 

vom 16. Februar 2017, 9C_688/2016, E. 3.5). Schliesslich ist die diagnostische 

Zuordnung (auch) von der medizinischen Fachrichtung abhängig: Während der 

2.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rheumatologe eine Fibromyalgie diagnostiziert, diagnostiziert die Psychiaterin eine 

somatoforme Schmerzstörung (P. Henningsen, Probleme und offene Fragen in der 

Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen 

Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 06/2014, S. 515 f.). Dem Gesagten zufolge ist 

daher ausschliesslich zu prüfen, ob die Gutachter die geltend gemachten Beschwerden 

auf ihre Objektivierbarkeit hin geprüft und gegebenenfalls als funktionelle 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt haben.

Die somatische Gutachterin äusserte sich nicht zur Fibromyalgie-Diagnose, wohl 

auch, weil der behandelnde Rheumatologe Dr. K.___ die Verdachtsdiagnose nicht 

bestätigten konnte (IV-act. 51) und ihr der Bericht von Dr. R.___ vom 24. Juni 2019 

noch nicht vorlag. Sie hat jedoch die funktionellen Einschränkungen anhand des 

üblichen orthopädischen bzw. rheumatologischen Untersuchungsschemas erhoben 

(vgl. E. 2.2) und im Befund insbesondere die druckschmerzhaften Körperstellen 

angegeben. Der psychiatrische Gutachter legte dar, im Vordergrund des 

Beschwerdeerlebens stünden für die Beschwerdeführerin Schmerzen am 

Bewegungsapparat. Diese hätten durchaus einen organmedizinischen Hintergrund. 

Darüber hinaus sei bei deutlichen psychologischen Belastungsfaktoren 

(Arbeitslosigkeit, finanzielle Situation, in der Vergangenheit Konflikte zwischen ihrem 

Partner und ihren Kindern) aber auch von einer psychogenen Überlagerung 

auszugehen. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) liege nicht 

vor, da es an emotionalen Konflikten und/oder psychosozialen Belastungsfaktoren 

fehle, die sowohl für die Entstehung als auch den Verlauf die Hauptursache darstellten. 

Eine psychogene Schmerzüberlagerung unterhalb des Schweregrades einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) entspreche hier am 

ehesten der Diagnose Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts 

klassifizierten Krankheiten (ICD-10: F54). Weiter diagnostizierte der psychiatrische 

Experte einen sich auf die Arbeitsfähigkeit nicht auswirkenden gefährlichen Gebrauch 

von Alkohol (ICD-10: F10.81; IV-act. 98-55 ff.).

2.5. 

Die Beschwerdeführerin beschrieb als vorherrschende Beschwerden vor allem in 

wechselnder Intensität auftretende Schmerzen in den Gelenken (v.a. Handgelenke, 

Fussgelenke, Knie), im Schulter-Nackenbereich und im lumbalen Rücken (IV-

act. 98-27, 48). Soweit sie fibromyalgietypische Beschwerden aufweist – chronische 

Müdigkeit, generalisierte Tendomyopathie mit chronischen Muskelschmerzen 

(vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin 2017, S. 578 f.) – sind 

diese nicht dominierend. Die von Dr. R.___ aufgeführte Diagnostik (WPI und SSSc) 

beruht zudem massgeblich auf subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Insoweit 

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erscheint die diagnostische Erfassung der psychosomatischen Beschwerden als 

"Schmerzstörung" im weiteren Sinne plausibel. Ebenfalls nachvollziehbar ist, dass 

keine somatoforme Schmerzstörung vorliegt, die diagnoseinhärent einen hohen 

funktionellen Schweregrad aufweist. Schliesslich attestiert Dr. R.___ aufgrund der 

Diagnose keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, obwohl sie darauf hinweist, dass 

der behandelnde Rheumatologe Dr. K.___ sich darauf beschränke, die 

Arbeitsunfähigkeit anzupassen. Zusammenfassend sind die organisch nicht erklärbaren 

Schmerzen demnach durch die psychiatrische Beurteilung vollumfänglich erfasst.

Die Einschränkungen somatischer und psychosomatischer Natur sind – wie 

dargelegt – nicht schwergradig. Dies ergibt sich aus der bundesgerichtlich verlangten 

Prüfung der Standardindikatoren. Gemäss dem psychiatrischen Gutachten sind 

Auffassung, Konzentration und kognitive Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt (IV-

act. 98-52). In der rund vier Monate nach der Begutachtung erhobenen Anamnese von 

Dr. R.___ werden ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und fehlende 

Belastbarkeit angegeben (IV-act. 113-1). Dies deckt sich jedoch nicht mit der 

gutachterlichen Anamneseerhebung, weshalb anzunehmen ist, dass es sich um 

subjektive, nicht als längerdauernd ausgewiesene Beschwerden handelt. Die 

Beschwerdeführerin erlebte viele sehr belastende lebensgeschichtliche Ereignisse 

(Alkoholproblem des Vaters, mehrere schwere Krankheitsfälle im familiären Umfeld und 

Freundeskreis), welche nach ihren Angaben jeweils zu depressiven Einbrüchen geführt 

hätten (Bericht Klinik Valens vom 31. Oktober 2016, IV-act. 9; IV-act. 98-29; IV-

act. 98-48 f., 50). Es werden gute familiäre und weniger intensive Kontakte zu einigen 

Kolleginnen berichtet (IV-act. 98-50). Die Persönlichkeit wird als leicht unsicher im 

Sinne einer Persönlichkeitsvariante beschrieben (IV-act. 98-52 f., 56). Als Aktivitäten 

nennt die Beschwerdeführerin leichte Hausarbeit, lange Spaziergänge mit ihrem 

Partner, Gesellschaftsspiele, Rätsel und Fernsehen (IV-act. 98-29, 51). Als Ressourcen 

werden ein stabiler familiärer Hintergrund und langjährige berufliche Erfahrungen 

erwähnt (IV-act. 98-57). Belastend wirkten der fehlende Arbeitsplatz und die schwierige 

finanzielle Situation (IV-act. 98-57), wobei sie gemäss ihren eigenen Angaben von ihrem 

langjährigen Lebenspartner unterstützt wird (IV-act. 81-4). Die Beschwerdeführerin 

macht eine Shiatsu-Therapie, zweimal wöchentlich medizinische Trainingstherapie, hat 

alle drei bis vier Wochen eine psychotherapeutische Konsultation und alle fünf bis 

sechs Wochen einen Termin beim Rheumatologen (IV-act. 29 f., 51). Zur Konsistenz 

führen die Gutachter aus, die Beschwerdeführerin fühle sich lediglich zu einer Tätigkeit 

im Rahmen von 30 % in der Lage, was diskrepant sei zum Aktivitätsniveau im Freizeit- 

und Haushaltsbereich. Sie gebe an, den Haushalt grösstenteils selbst zu versorgen und 

mehrere Stunden spazieren zu gehen. Anhand der objektivierbaren Befunde seien die 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geklagten Beschwerden nur zu einem kleinen Teil nachvollziehbar, jedoch hätten keine 

Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen oder Aggravation bestanden (IV-act. 98-9).

Die massgebenden Indikatoren wurden im Gutachten damit erörtert und der 

Vorwurf der Beschwerdeführerin folglich entkräftet. Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin fand auch die von ihr eingenommene Medikation Eingang ins 

Gutachten (IV-act. 98-49). Der Spiegel des Antidepressivums Duloxetin lag im 

Referenzbereich (IV-act. 98-53). Auch der Einwand der Beschwerdeführerin, dass sich 

der Gutachter ausführlich mit dem angeblich gefährlichen Gebrauch von Alkohol 

beschäftigt anstatt mit der Schmerzproblematik, verfängt nicht. Wie der RAD-Arzt in 

seiner Stellungnahme vom 5. August 2019 korrekterweise festhält, war es die Pflicht 

des Gutachters, sich auch mit den Alkoholkonsumgewohnheiten der 

Beschwerdeführerin auseinanderzusetzen und damit die Anamnese vollständig zu 

erheben (IV-act. 115). Der gefährliche Gebrauch von Alkohol ist vorliegend nicht 

relevant in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit (Diagnose ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit; IV-act. 98-55) und die Thematik wurde deshalb lediglich kurz 

abgehandelt. Die Beschwerdeführerin scheint aber in diesem Zusammenhang zu 

übersehen, dass Alkohol depressive Symptome induzieren und/oder verstärken kann 

(IV-act. 98-56), weshalb der Gutachter diesen Befund zu Recht erhoben hat. Im 

Übrigen entspricht die vom psychiatrischen Gutachter attestierte volle Arbeitsfähigkeit 

auch der Einschätzung des zuletzt behandelnden Psychiaters Dr. E.___ (Arztbericht 

vom 25. August 2018; IV-act. 88), da die rezidivierende depressive Störung zu dieser 

Zeit remittiert war. Demnach besteht im psychiatrischen Bereich keine Diskrepanz in 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung.

2.8. 

Weiter verweist die Beschwerdeführerin auf einen Bericht von Dr. med. Q.___, 

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, vom 19. Juni 2019, gemäss welchem sie 

an eine Prurigo simplex subacuta leidet (IV-act. 111-4; act. G 6.1). Diese 

Hauterkrankung wirkt sich allerdings unter optimaler Behandlung nicht auf die 

Arbeitsfähigkeit aus (Rückfrage des RAD-Arztes an die Behandlerin; IV-act. 114, sowie 

Stellungnahme des RAD-Arztes vom 5. August 2019; IV-act. 115).

2.9. 

Zusammenfassend erfüllt das bidisziplinäre Gutachten vom 20. März 2019 die 

rechtlichen Anforderungen, insbesondere auch hinsichtlich des strukturierten 

Beweisverfahrens. Es ist somit mit den Gutachtern davon auszugehen, dass seit 

Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und 

seit September 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten vorliegt 

(IV-act. 98-9).

2.10. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

An dieser Einschätzung vermag auch der Einwand der Beschwerdeführerin nichts 

zu ändern, wonach ein Widerspruch vorliege, wenn die bisherige Tätigkeit als 

Gastronomiemitarbeiterin ihr nicht mehr möglich sei, sie aber im Haushalt nicht 

eingeschränkt sein soll. Denn die Tätigkeit als Gastronomiemitarbeitern sei der 

Haushaltstätigkeit nicht unähnlich. Dabei verkennt die Beschwerdeführerin, dass sie im 

Haushalt ihre Zeit frei einteilen und ihr Aktivitätsniveau selbst bestimmen kann – ganz 

im Gegensatz zu ihrer bisherigen Tätigkeit als Gastronomiemitarbeiterin, bei welcher 

sie beispielsweise Kunden nicht hätte warten lassen können und zeitliche Vorgaben zu 

erfüllen hatte. Im Übrigen ist sie auf den Grundsatz hinzuweisen, dass einer 

versicherten Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen 

zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, 

wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen 

Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die 

Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen 

eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten 

ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse 

Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so 

muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von 

Familienangehörigen in Anspruch nehmen (BGE 133 V 504 E. 4.2, Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Januar 2020, 8C_748/2019, E. 5.3). Tatsächlich scheint die 

Beschwerdeführerin bereits solche Massnahmen ergriffen zu haben, so teilt sie 

beispielsweise das Staubsaugen in Etappen auf und hat sich für die Erledigung der 

Einkäufe einen Einkaufswagen angeschafft. Für die Fensterreinigung kann sie auf die 

Unterstützung ihrer Schwester zählen und Getränke befördert ihr Lebenspartner in die 

Wohnung (IV-act. 81-6). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin schränken die 

beispielsweise beim Staubsaugen eingelegten Pausen die Arbeitsfähigkeit allerdings 

nicht ein, sondern sind durch die freie Zeiteinteilung der Haushaltstätigkeiten zu 

kompensieren.

2.11. 

Die Beschwerdeführerin meldete sich am 10. November 2016 zum Leistungsbezug 

an, womit ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Mai 2017 besteht (Art. 29 

Abs. 1 und 3 IVG). Unbestritten ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als 

Teilerwerbstätige. Sie wäre zu 58 % im Erwerb und zu 42 % im Haushalt tätig (IV-act. 

81-4).

3.1. 

Gemäss Angaben der Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 

2016 ein Einkommen von 13 x Fr. 2'425.-- (= Fr. 31'525.--) erzielt (IV-act. 10-7, 15). Das 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Pensum von 25 Stunden bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 43 Stunden (IV-

act. 10-3) entspricht rund 60 %. Aufgerechnet auf ein Pensum von 100 % ergibt sich 

ein Jahreseinkommen von Fr. 52'542.--. Für die Bemessung des Invalideneinkommens 

ist vom Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 

Statistik (BFS), Kompetenzniveau 1, Frauen, 2016 auszugehen, der Fr. 54'581.-- 

beträgt (Informationsstelle AHV/IV, IV 2019, 10. Aufl., Bern 2019, Anhang 2). Die 

Beschwerdegegnerin passte im Einkommensvergleich das Invalideneinkommen zu 

Recht ans leicht unterdurchschnittliche Valideneinkommen an (IV-act. 100). 

Grundsätzlich kann damit ein sogenannter Prozentvergleich vorgenommen werden. Ein 

solcher bietet sich an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom 

gleichen Tabellenlohn berechnet werden können. Deren genaue Ermittlung erübrigt 

sich: Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter 

Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdegegnerin ist 

zuzustimmen, dass die im Gutachten aufgeführten Adaptionskriterien – körperlich 

leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Halswirbelsäule und 

ohne häufige Überkopfarbeiten (IV-act. 98-38) sowie gut strukturierte Tätigkeiten ohne 

erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit und ohne besonderen 

Zeitdruck (IV-act. 98-57) – den von der Beschwerdeführerin geforderten Leidensabzug 

nicht zu begründen vermögen, da der Tabellenlohn eine Vielzahl von leichten 

Tätigkeiten, welche das vorliegend umschriebene Belastungsprofil berücksichtigen, 

umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom 19. September 2019, 8C_82/2019, E. 6.3.2). 

Allerdings muss darauf auch nicht weiter eingegangen werden, da die 

Beschwerdeführerin bei der gutachterlich attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit selbst beim Höchstabzug von 25 % vom 

Invalideneinkommen nicht einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad erreichen würde 

(Teil-Invaliditätsgrad im Erwerb: 25 % x 58 % = 14,5 %). Im Haushalt übernahm die 

Abklärungsperson die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Einschränkung 

von 36 %, hielt jedoch fest, es sei im Rahmen einer medizinischen Expertise zu prüfen, 

ob dies medizinisch plausibel sei (Abklärungsbericht vom 31. Mai 2018, IV-act. 81-10). 

Die Gutachter sahen im Haushalt keine objektivierbaren Einschränkungen (IV-

act. 98-10). In Anbetracht der Adaptionskriterien sowie der in E. 2.9 erwähnten 

Schadenminderungspflicht erscheint dies nachvollziehbar. Hingegen würde auch unter 

Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einschränkung 

im Haushalt von 36 % gewichtet mit dem Anteil im Haushalt von 42 % kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad (Teil-Invaliditätsgrad Haushalt von 15 %) 

entstehen. Folglich verneinte die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Entscheid

Zum retrospektiven Verlauf führte der psychiatrische Gutachter aus, 

zusammenfassend habe ab Juni 2017 bei mittelgradiger depressiver Symptomatik eine 

Arbeitsfähigkeit von nur noch 30 % vorgelegen. Ab ca. Mitte Juli 2017 sei die 

depressive Symptomatik nur noch leichtgradig ausgeprägt gewesen mit einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 %. Ab September 2017 habe wieder die Arbeitsfähigkeit von 

100 % bestanden (IV-act. 98-58). Dr. J.___ nahm keine retrospektive Einschätzung vor 

und attestierte zum Untersuchungszeitpunkt vom 10. Juli 2017 in der bisherigen 

Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit ohne häufigen Kundenkontakt und ohne 

Schichtdienst eine 20%ige Einschränkung (Fremdakten, act. 2-67). Der Gutachter ging 

davon aus, dass Dr. E.___ ab Juni 2017 aufgrund einer mittelgradigen depressiven 

Episode eine Arbeitsfähigkeit von 30 % geschätzt habe (IV-act. 98-58). Im Arztbericht 

vom 25. August 2018 hielt der behandelnde Psychiater jedoch fest, aus psychiatrischer 

Sicht sei die Beschwerdeführerin bisher nie arbeitsunfähig geschrieben worden, die 

Arbeitsunfähigkeiten seien vom Hausarzt und vom behandelnden Rheumatologen 

attestiert werden. Eine rein psychiatrische Einschätzung lässt sich dem Bericht von 

Dr. E.___ nicht entnehmen (IV-act. 88). Folglich besteht als rein psychiatrische 

Einschätzung lediglich diejenige von Dr. J.___. Eine höhere psychisch bedingte 

Arbeitsunfähigkeit als von 20 % ist somit für den Zeitraum von Juni bis Ende Juli 2017 

nicht ausgewiesen und wäre gemäss Art. 88 Abs. 2 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) nicht langandauernd und damit nicht 

rentenwirksam. Selbst bei einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit ergäbe sich lediglich ein 

ungewichteter erwerblicher Teilinvaliditätsgrad von rund 23 % ([Fr. 52'542.-- - 0,8 x 

Fr. 54'581.-- ] : Fr. 54'581.--). Somit besteht auch kein rückwirkender befristeter 

Rentenanspruch.

3.3. 

Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht 

verneint und ist die Beschwerde ist abzuweisen.

4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

4.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 31.05.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 ATSG: Gemäss einem als beweistauglich befundenen bidisziplinären (orthopädisch/psychiatrischen) Gutachten ist die Beschwerdeführerin in adaptierten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig. Rückwirkend befristet bestand während rund drei Monaten eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Es besteht somit keine rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2021, IV 2019/231). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_481/2021.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:47:07+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen