# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fc6e282-e93a-5c22-b94e-3e9d5c2702c2
**Source:** Wettbewerbskommission ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Stöckli Ski: Verfügung vom 19.8.2019
**Docket/Reference:** St%C3%B6ckli%20Ski%20Verf%C3%BCgung%20vom%2019
**URL:** https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2019/stoeckli-ski-verfuegung-vom-19-8-2019.pdf.download.pdf/St%C3%B6ckli%20Ski%20Verf%C3%BCgung%20vom%2019.8.2019.pdf

## Full Text

Wettbewerbskommission WEKO 
Commission de la concurrence COMCO 
Commissione della concorrenza COMCO 
Competition Commission COMCO 

Verfügung 

vom 19. August 2019 

in Sachen 

Untersuchung 22-0488 gemäss Art. 27 KG 
betreffend 

Stöckli Ski 
wegen unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 Abs. 4 KG 

gegen 

Stöckli Swiss Sports AG, Kommetsrüti 3, 6110 Wolhusen 

vertreten durch RA Dr. Marcel Dietrich und RA Andreas Burger, 
Prime Tower, Hardstrasse 201, 8005 Zürich 

Besetzung 

Andreas Heinemann (Präsident, Vorsitz), 
Danièle Wüthrich-Meyer (Vizepräsidentin), Armin Schmutzler 
(Vizepräsident), 
Nicolas Diebold, Winand Emons, Andreas Kellerhals, Pranvera 
Këllezi, Isabel Martínez, Rudolf Minsch, Martin Rufer 

22-00064/COO.2101.111.7.391226 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 

A. 

Verfahren .................................................................................................................... 3 

A.1.  Gegenstand der Untersuchung .................................................................................... 3 
A.2.  Prozessgeschichte ....................................................................................................... 5 

B. 

Erwägungen ............................................................................................................... 7 

B.1.  Geltungsbereich ........................................................................................................... 7 
B.2.  Parteien/Verfügungsadressaten ................................................................................... 7 
B.3.  Vorbehaltene Vorschriften ........................................................................................... 8 
B.4.  Unzulässige Wettbewerbsabreden ............................................................................... 8 
B.4.1.  Wettbewerbsabrede ................................................................................................ 8 
B.4.1.1.  Bewusstes und gewolltes Zusammenwirken ........................................................... 8 
B.4.1.2.  Bezwecken oder Bewirken einer Wettbewerbsbeschränkung .................................. 9 
B.4.1.3.  Vertikale Wettbewerbsabreden.............................................................................. 10 
B.4.1.4.  Abrededauer ......................................................................................................... 11 
B.4.2.  Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs ............................................................. 11 
B.4.2.1.  Vorliegen einer vertikalen Abrede über Mindestpreise ........................................... 11 
B.4.2.2.  Widerlegung der gesetzlich vermuteten Wettbewerbsbeseitigung ......................... 12 
B.4.2.2.1.  Relevante Märkte .............................................................................................. 12 
B.4.2.2.2. 
Intrabrand- und Interbrand-Wettbewerb ............................................................ 13 
B.4.2.3.  Zwischenergebnis ................................................................................................. 14 
B.4.3.  Erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs ..................................................... 14 
B.4.4.  Rechtfertigung aus Effizienzgründen ..................................................................... 14 
B.4.5. 
Fazit ...................................................................................................................... 15 
B.5.  Massnahmen ............................................................................................................. 16 
B.5.1.  Einvernehmliche Regelung .................................................................................... 16 
B.5.2.  Sanktionierung ...................................................................................................... 17 
B.5.2.1.  Tatbestand von Art. 49a Abs. 1 KG ....................................................................... 17 
B.5.2.2.  Vorwerfbarkeit ....................................................................................................... 18 
B.5.2.3.  Sanktionierbarkeit in zeitlicher Hinsicht ................................................................. 19 
B.5.2.4.  Bemessung ........................................................................................................... 19 
B.5.2.4.1.  Konkrete Sanktionsberechnung ........................................................................ 19 
B.5.2.4.2.  Bonusmeldung – teilweiser Erlass der Sanktion ................................................ 21 
B.5.2.4.3.  Verhältnismässigkeitsprüfung ............................................................................ 22 
B.5.2.5.  Ergebnis ................................................................................................................ 22 

C. 

D. 

E. 

Kosten ...................................................................................................................... 23 

Ergebnis ................................................................................................................... 24 

Dispositiv ................................................................................................................. 25 

22-00064/COO.2101.111.7.391226  

2 

 
 
 
 
 
 
A. 

Verfahren 

A.1.  Gegenstand der Untersuchung 

Fokus der Untersuchung 

1. 
Das  Sekretariat  der  Wettbewerbskommission  (nachfolgend:  Sekretariat)  eröffnete  am 
22. Oktober 2018 im Einvernehmen mit einem Mitglied des Präsidiums der Wettbewerbskom-
mission (nachfolgend: WEKO) aufgrund der im Rahmen der Vorabklärung ermittelten Anhalts-
punkte für mögliche Verstösse gegen Art. 5 KG1 eine Untersuchung gemäss Art. 27 KG gegen 
die  Stöckli  Swiss  Sports  AG  (nachfolgend:  Stöckli).  Im  Zentrum  der  Untersuchung  standen 
Anhaltpunkte  für  möglicherweise  unzulässige  vertikale  Preisabreden2  gemäss  Art.  5 Abs. 4 
KG zwischen Stöckli und den Stöckli Händlern3 betreffend Stöckli Skis4 bzw. Stöckli Produkte5. 

2. 
Neben den mutmasslichen Preisabreden bestanden gestützt auf die Vertriebsverträge 
Anhaltspunkte für unzulässige vertikale Abreden über ein Verbot des Online-Handels6 und für 
ein Verbot von Querlieferungen7 zwischen Stöckli Händlern.8 Weiter lagen aufgrund der Ver-
träge  Anhaltspunkte  für  unzulässige  vertikale  Gebietsschutzabreden  zwischen  Stöckli  und 
ausländischen Händlern vor, die Parallel- und Direktimporte von Stöckli Skis bzw. Stöckli Pro-
dukten von Stöckli Händlern sowie Endkundinnen und Endkunden in die Schweiz möglicher-
weise beschränken.9  

3. 
Eine abschliessende kartellrechtliche Beurteilung der möglicherweise unzulässigen ver-
tikalen Abreden über ein Verbot des Online-Handels, ein Verbot von Querlieferungen und un-
zulässigen vertikalen absoluten Gebietsschutzabreden hätte zusätzliche Ermittlungsmassnah-
men  verlangt.  Angesichts  des  Abschlusses  einer  einvernehmlichen  Regelung,  welche  auch 
das zukünftige Verhalten von Stöckli bezüglich Online-Handel, Querlieferungen unter zugelas-
senen Stöckli Händlern und Umgang mit Parallel- und Direktimporten hinsichtlich Stöckli Pro-
dukten umfasst (vgl. unten, Rz 69), verzichtete das Sekretariat auf weitere diesbezügliche Er-
mittlungen und eine abschliessende kartellrechtliche Beurteilung.  

4. 
Die  ersten  Hinweise  für  möglicherweise  unzulässige  vertikale  Preisabreden  bezogen 
sich auf Stöckli Skis. Dementsprechend konzentrierte sich die durchgeführte Marktbefragung 

1   Bundesgesetz vom 6.10.1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellge-

setz, KG; SR 251). 

2   Statt alle Verträge Act. […].  
3   Mit Händler ist vorliegend ein Wiederverkäufer von Stöckli Skis bzw. Stöckli Produkten gemeint, 
der wirtschaftlich und rechtlich von Stöckli unabhängig ist, ungeachtet dessen, ob zwischen dem 
Händler und Stöckli ein schriftlicher Vertrag besteht oder nicht (nachfolgend: Stöckli Händler). 
4   Mit Stöckli Skis ist der Ski und die Bindung (inklusive Platten) gemeint (vgl. unten, Rz 4 und 49 ff.). 
5   Stöckli  hat  neben  Skis  unter  anderem  Skibindungen,  Skistöcke,  Bekleidung  und  Accessoires  im 
Sortiment,  welche  teilweise  von  Dritten  hergestellt  werden;  vgl.  http://www.stoeckli.ch/chde 
(6.5.2019). 

6   Vgl. Ziff. 12 Abs. 2 lit. b, c und d Bekanntmachung der WEKO vom 28.6.2010 über die wettbewerbs-
rechtliche Behandlung vertikaler Abreden (Vertikalbekanntmachung, VertBek) und Rz 21 f. Erläu-
terungen der WEKO vom 12.6.2017 zur Bekanntmachung über die wettbewerbsrechtliche Behand-
lung vertikaler Abreden (VertBek-Erläuterungen). 

7   Vgl. Ziff. 12 Abs. 2 lit. d VertBek. 
8   Statt alle Verträge Act. […]. 
9   Act. […]. 

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auf Stöckli Skis.10 Stöckli erzielte den überwiegenden Anteil des Umsatzes zudem mit Winter-
sportartikeln, insbesondere mit dem Verkauf von Skis mit Bindung (inklusive Platten).11 Dar-
über hinaus beziehen sich [rund 61 % der] schriftlichen Vertriebsverträge mit Stöckli Händlern 
auf Stöckli Skis und [rund 39 % der] Verträge auf Stöckli Produkte.12 Unter Berücksichtigung 
sämtlicher Umstände, aus Gründen der Verfahrensökonomie und der Verhältnismässigkeit so-
wie  angesichts  des  Abschlusses  einer  einvernehmlichen  Regelung,  welche  das  zukünftige 
Verhalten von Stöckli hinsichtlich aller Stöckli Produkte umfasst (vgl. unten, Rz 69), verzichtete 
das Sekretariat auf weitere Ermittlungsmassnahmen bezüglich allfälliger Abreden über andere 
Stöckli  Produkte  als  Skis  und  eine  diesbezügliche  abschliessende  kartellrechtliche  Beurtei-
lung. Folglich standen in vorliegender Untersuchung die Stöckli Skis im Zentrum. 

Vertrieb von Stöckli Skis 

5. 
Stöckli ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Wolhusen und ist unter anderem in der Ent-
wicklung, Konstruktion und Herstellung sowie im Handel und Vertrieb von Sportartikeln tätig. 13 
Stöckli  vertreibt  die  vorliegend  relevanten  Stöckli  Skis  in  der  Schweiz  einerseits  über 
16 Stöckli-Filialen,  wobei  es  sich  bei  vier  Filialen  um  Miet-  und  Servicecenter  und  bei  einer 
Filiale um einen Outlet ohne Mietstation handelt, und andererseits im Rahmen eines selektiven 
Vertriebssystems14, wozu […] unabhängige Stöckli Händler zugelassen sind.15 Mit [80 % der] 
Stöckli Händler besteht ein schriftlicher Vertriebsvertrag.16 Das selektive Vertriebssystem von 
Stöckli ist nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. 

Inhalt Bonusmeldung 

Als Bestandteil der nach Untersuchungseröffnung von Stöckli eingereichten Bonusmel-
6. 
dung17 und diesbezüglichen Ergänzungen18 sind die bereits im Rahmen der Marktbeobach-
tung und der Vorabklärung freiwillig eingereichten Vertriebsverträge mit den Stöckli Händlern 
zu qualifizieren.19 Die Vertriebsverträge haben die nachfolgenden oder ähnlichen Bestimmun-
gen enthalten: «Die Vertragspartnerin ist verpflichtet: 

• 

in Bezug auf die bestellten Stöckli Ski die Schweizerischen Verkaufspreise der Stöckli 
Swiss Sports AG nicht zu unterbieten; 

•  keine Preise über Internet zu kommunizieren; 

•  keine Stöckli Ski über Internet zu verkaufen;  

•  keine Querlieferungen von Stöckli Ski vorzunehmen oder zu dulden».20 

10   Act. […]. 
11   Act. […]. 
12   Act. […]. 
13   Siehe den Handelsregistereintrag von Stöckli, abrufbar unter: https://lu.chregister.ch/cr-portal/aus-

14  

zug/auszug.xhtml;jsessionid=102b05ce029e412a748dad4dd1db?uid=CHE-105.941.985 
(6.5.2019). 
Im  Rahmen  eines  selektiven  Vertriebssystems  verpflichtet  sich  der  Anbieter,  die  Vertragswaren 
oder -dienstleistungen nur  an Händler  zu  verkaufen, die aufgrund festgelegter Merkmale ausge-
wählt werden und die Händler verpflichten sich, die betreffenden Waren oder Dienstleistungen nicht 
an Händler weiter zu verkaufen, die nicht zum Vertrieb zugelassen sind (vgl. Ziff. 4 Abs. 1 VertBek). 

15   Act. […]; siehe auch: https://www.stoeckli.ch/chde/shop/filialen-finden (6.5.2019); Act. […]. 
16   Act. […]. 
17   Act. […]. 
18   Act. […]. 
19   Act. […]. 
20   Statt alle Verträge Act. […]. 

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[…].21  In  [rund  16 %  der]  Verträge  war  eine  Konventionalstrafe  […]  im  Falle  eines 
7. 
Verstosses gegen die Verpflichtung, die schweizerischen Verkaufspreise von Stöckli nicht zu 
unterbieten, geschuldet.22  

8. 

[…]23 […]:24 

• 

• 

[…] 

[…].25 

9. 
Im Rahmen der Bonusmeldung anerkennt Stöckli, dass die Verträge die zuvor wieder-
gegebenen Klauseln enthalten bzw. enthalten haben. Stöckli anerkennt im Rahmen der ein-
vernehmlichen Regelung zudem den ihr am 25. März 2019 präsentierten Sachverhalt.26  

10.  Stöckli hat ihre Händler in der Schweiz mit Schreiben vom 21. Dezember 2018 über die 
Anpassung der Vertriebsverträge informiert und ihnen mit Schreiben vom 13. Januar 2019 die 
neuen Vertriebsverträge zugestellt. Die Verträge mit den Distributoren befinden sich zurzeit in 
Überarbeitung.27  

Ergebnis Marktbefragung 

11.  Die  Antworten  der  im  Rahmen  der  Vorabklärung  befragten  Stöckli  Händler28  belegen, 
dass  der  Anteil  Stöckli  Händler,  der  sich  bei  den  zehn  umsatzstärksten  Skis  der  Saison 
2017/2018 an die unverbindlichen Preisempfehlungen (nachfolgend: UVP) und damit an die 
schweizerischen  Verkaufspreise  von  Stöckli  gehalten  hat,  bei  88 %  bis  95 %  lag.29  Zudem 
fühlten sich nicht alle Stöckli Händler in der Festsetzung ihrer Verkaufspreise frei.30 Einige von 
ihnen  gaben  an,  dass  sie  die  UVP  von  Stöckli  als  verbindlich  erachten,  dass  die  UVP  von 
Stöckli gemäss Vertrag bzw. gemäss Stöckli nicht unterboten werden sollten oder dass Stöckli 
vorgebe, die Stöckli Skis gemäss den UVP zu verkaufen.31 Insgesamt erhärtete das Ergebnis 
der  Marktbefragung  die  Anhaltspunkte  für  Preisabreden  zwischen  Stöckli  und  den  Stöckli 
Händlern.  

A.2.  Prozessgeschichte 

12.  Aufgrund von Hinweisen von Konsumentenseite, wonach ein Stöckli Händler auf Skis 
keine Rabatte gewähren würde, weil dies Stöckli so vorgebe, forderte das Sekretariat Stöckli 
am 8. Februar 2018 im Rahmen einer Marktbeobachtung nach Art. 45 Abs. 1 KG erstmals auf, 

[…] (Act. […]).  

21   Statt alle Verträge Act. […]. 
22   Act. […]. 
23  
24   Act. […]. 
25   Act. […]. 
26   Act. […]. 
27   Act. […]. 
28   Siehe auch Bericht über die Ergebnisse der Vorabklärung vom 18.September 2018, Act. […]. 
29   Vgl. Antworten zu den Fragen 7 und 8: Act. […].  
30   Antworten zur Frage 3: Act. […]. Ein Händler hielt fest: «Die Firma Stöckli gibt eine Preisempfehlung 
ab, mit der Bitte diesen Preis nicht zu unterbieten» (Antwort zur Frage 3: Act. […]). Ein weiterer 
Händler gab an, dass er sich in der Preisfestlegung grundsätzlich frei fühle, obwohl der Vertrag es 
nicht vorsehe (Antwort zur Frage 3: Act. […]). Ein anderer Händler führte aus: «Für aktuelle Modelle 
gelten die Verkaufspreise gemäss Preisliste von Stöckli. Bei Auslaufmodellen sind wir in der Preis-
setzung frei. […] » (Antwort zur Frage 3: Act. […]). 

31   Antworten  zu  den  Fragen  5  und  6:  Act.  […];  ein  weiterer  Händler  hielt  fest:  «  […].  Stöckli  nous 

conseille de ne pas dépasser les 10 % de rabais. […] » (Antwort zur Frage 5: Act. […]). 

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zum Vorwurf allfälliger vertikaler Preisabreden Stellung zu nehmen und dem Sekretariat zu-
sätzliche Fragen zu beantworten.32  

13.  Zwischen dem 9. März 2018 und dem 20. Mai 2019 übermittelte Stöckli dem Sekretariat 
Zusatzinformation,  die  vorhandenen  Vertriebsverträge  mit  den  Schweizer  Stöckli  Händlern, 
Exemplare der Vertriebsverträge mit deutschen Stöckli Händlern und die Vertriebsverträge mit 
den ausländischen Distributoren.33  

14.  Am 2. Mai 2018 eröffnete das Sekretariat eine Vorabklärung im Sinne von Art. 26 KG. 
Gleichzeitig führte das Sekretariat im Zeitraum von Mai 2018 bis Februar 2019 eine Befragung 
aller  dem  Sekretariat  bekannten  Stöckli  Händler  in  der  Schweiz  mittels  Auskunftsbegehren 
durch.34 

15.  Am  22.  Oktober  2018  hat  das  Sekretariat  im  Einvernehmen  mit  dem  Präsidenten  der 
WEKO aufgrund der ermittelten Anhaltspunkte für das Vorliegen von möglicherweise unzuläs-
sigen Wettbewerbsabreden  im  Sinne  von  Art.  5 KG  eine  Untersuchung gemäss  Art.  27  KG 
eröffnet.35 Die Öffentlichkeit wurde am 23. Oktober 2018 über die Eröffnung der Untersuchung 
informiert.36 

16.  Am 3. Dezember 2018 setzte Stöckli einen Marker.37  

17.  Am 20. Dezember 2018 begannen die Verhandlungen zwischen Stöckli und dem Sek-
retariat über eine einvernehmliche Regelung gemäss Art. 29 KG.38  

18.  Am 1. Februar 2019 reichte Stöckli eine Bonusmeldung im Sinne von Art. 49a Abs. 2 KG 
ein.39 Diesbezügliche Ergänzungen folgten am 1. März 2019, 30. April 2019, 20. Mai 2019 und 
am 27. Mai 2019.40 […]41 […].42 

19.  Am 25. März 2019 präsentierte das Sekretariat Stöckli das vorläufige Beweisergebnis. 43 

20. 

[…].44  

21.  Am 8. Mai 2019 teilte das Sekretariat Stöckli im Einvernehmen mit einem Mitglied des 
Präsidiums mit, dass die Voraussetzungen nach Art. 8 Abs. 1 SVKG für den Erlass der Sank-
tion hinsichtlich der im Rahmen der Bonusmeldung und deren Ergänzung gemeldeten Sach-
verhalte  gegeben  seien (Art. 9  Abs. 3  lit. a  SVKG). Gleichzeitig  wies  das  Sekretariat  darauf 
hin, dass sich die Bestätigung nicht auf die in Art. 8 Abs. 2 SVKG genannten Voraussetzungen 
für einen vollständigen Erlass der Sanktion bezog.45  

32   Act. […]. 
33   Act. […]. 
34   Act. […]. 
35   Act. […]. 
36   Act. […]. 
37   Act. […]. 
38   Act. […]. 
39   Act. […]. 
40   Act. […]. 
41   Verordnung  vom  12.3.2004  über  die  Sanktionen  bei  unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen 

(KG-Sanktionsverordnung, SVKG; SR 251.5). 

42   Act. […]. 
43   Act. […]. 
44   Act. […]. 
45   Act. […]. 

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22.  Am 18. Juni 2019 bzw. am 24. Juni 2019 unterzeichneten das Sekretariat bzw. Stöckli 
die einvernehmliche Regelung (vgl. unten, Rz 69).46 

23.  Am 27. Juni 2019 stellte das Sekretariat seinen Antrag Stöckli zwecks Stellungnahme 
zu (Art. 30 Abs. 2 KG).47 

24.  Am 12. Juli 2019 nahm Stöckli zum Antrag des Sekretariats Stellung und beantragte bei 
der WEKO eine begriffliche Anpassung (vgl. insb. Rz 6 ff.), Anpassungen im Zusammenhang 
mit  dem  Argument  von  Stöckli,  dass  die  Wettbewerbsabrede  höchstens  für  einen  Teil  der 
Händler bestanden habe (vgl. unten, Rz 42), sowie die Festlegung der Sanktion auf höchstens 
den  unteren  Betrag  der  in  der  einvernehmlichen  Regelung  vereinbarten  Bandbreite  von 
CHF […] oder einen tieferen Betrag (vgl. unten, Rz 73 ff.).48 

25.  Nach  erfolgter  Anhörung  von  Stöckli  am  19.  August  2019  genehmigte  die WEKO  am 
selben  Tag  die  einvernehmliche  Regelung  und  fällte  unter  Berücksichtigung  der  Stellung-
nahme von Stöckli ihren Entscheid im vorliegenden Verfahren. 

B. 

Erwägungen 

B.1.  Geltungsbereich 

26.  Das Kartellgesetz (KG) gilt in persönlicher Hinsicht sowohl für Unternehmen des privaten 
wie auch für solche des öffentlichen Rechts (Art. 2 Abs. 1 KG). Als Unternehmen im Sinne des 
Kartellgesetzes gelten sämtliche Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleistungen 
im Wirtschaftsprozess, unabhängig von ihrer Rechts- oder Organisationsform (Art. 2 Abs. 1bis 
KG). Stöckli ist unter anderem in der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung sowie im Han-
del und Vertrieb von Sportartikeln tätig (vgl. oben, Rz 5). Damit ist erstellt, dass Stöckli Güter 
und Dienstleistungen anbietet und als Unternehmen im Sinne von Art. 2 Abs. 1bis KG zu qua-
lifizieren ist. 

27. 
In sachlicher Hinsicht erstreckt sich das Kartellgesetz auf das Treffen von Kartell- und 
anderen Wettbewerbsabreden, auf die Ausübung von Marktmacht sowie auf die Beteiligung 
an Unternehmenszusammenschlüssen (Art. 2 Abs. 1 KG). Der Begriff der Wettbewerbsabrede 
wird in Art. 4 Abs. 1 KG definiert. Ob Stöckli solche Abreden getroffen hat und ob unzulässige 
Wettbewerbsabreden gemäss Art. 5 KG vorliegen, wird nachfolgend im Rahmen der Beurtei-
lung erörtert. Es wird auf die dortigen Ausführungen verwiesen. 

B.2.  Parteien/Verfügungsadressaten 

28.  Gemäss Art. 6 VwVG49 (i. V. m. Art. 39 KG) gelten als Parteien, Personen, deren Rechte 
oder Pflichten die Verfügung berühren soll. Vorliegend ist Stöckli Verfügungsadressatin.  

46   Act. […]. 
47   Act. […]. 
48   Act. […]. 
49   Bundesgesetz  vom  20.12.1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021). 

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29.  Die Untersuchung wird aus Verhältnismässigkeitsgründen nicht auf die 55 Stöckli Händ-
ler ausgedehnt. Dies entspricht der bisherigen Praxis der WEKO bei Vorliegen von vertikalen 
Abreden nach Art. 5 Abs. 4 KG, wenn die Händlerseite aus zahlreichen Händlern besteht.50 

B.3.  Vorbehaltene Vorschriften 

30.  Dem Kartellgesetz sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Wa-
ren oder Leistungen Wettbewerb nicht zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche 
Markt-  oder  Preisordnung  begründen,  und  solche,  die  einzelne  Unternehmen  zur  Erfüllung 
öffentlicher Aufgaben mit besonderen Rechten ausstatten (Art. 3 Abs. 1 KG).51 Ebenfalls nicht 
unter das Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzge-
bung über das geistige Eigentum ergeben. Hingegen unterliegen Einfuhrbeschränkungen, die 
sich auf Rechte des geistigen Eigentums stützen, der Beurteilung nach diesem Gesetz (Art. 3 
Abs. 2 KG). 

31. 
In den hier zu beurteilenden Märkten gibt es keine Vorschriften, die Wettbewerb nicht 
zulassen. Der Vorbehalt von Art. 3 Abs. 1 und 2 KG wird von Stöckli auch nicht geltend ge-
macht. 

B.4.  Unzulässige Wettbewerbsabreden 

32.  Abreden, die den Wettbewerb auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen 
erheblich beeinträchtigen und sich nicht durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz rechtferti-
gen lassen, sowie Abreden, die zur Beseitigung wirksamen Wettbewerbs führen, sind unzu-
lässig (Art. 5 Abs. 1 KG). 

B.4.1.  Wettbewerbsabrede 

33.  Als Wettbewerbsabreden gelten rechtlich erzwingbare oder nicht erzwingbare Vereinba-
rungen  sowie  aufeinander  abgestimmte  Verhaltensweisen  von  Unternehmen  gleicher  oder 
verschiedener  Marktstufen,  die  eine  Wettbewerbsbeschränkung  bezwecken  oder  bewirken 
(Art. 4 Abs. 1 KG, vgl. auch Ziff. 1 und 8 VertBek). 

34.  Eine Wettbewerbsabrede im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG definiert sich daher durch fol-
gende  Tatbestandselemente:  a)  ein  bewusstes  und  gewolltes  Zusammenwirken  der  an  der 
Abrede beteiligten Unternehmen, b) die Abrede bezweckt oder bewirkt eine Wettbewerbsbe-
schränkung52  und  c)  die  an  der  Abrede  beteiligten  Unternehmen  sind  auf gleicher  oder  auf 
verschiedenen Marktstufen tätig. 

B.4.1.1. Bewusstes und gewolltes Zusammenwirken 

35.  Am  eindeutigsten  ist  der  Nachweis  eines  «bewussten  und  gewollten  Zusammenwir-
kens», wenn die Wettbewerbsabrede in der Form einer ausdrücklichen Vereinbarung vorliegt. 
Eine formelle vertragliche Grundlage des bewussten und gewollten Zusammenwirkens ist je-
doch nicht notwendig, vielmehr sind abgestimmte Verhaltensweisen bis hin zu verbindlichen 

50   Vgl. RPW 2017/2, 286 Rz 27 und 294 Rz 109, Husqvarna; RPW 2016/3, 736 Rz 95 ff., Saitenin-
strumente;  RPW 2016/2,  398  f.  Rz  127,  Altimum  SA;  RPW 2016/2,  482  ff.  Rz  345  ff.,  Nikon; 
RPW 2012/3, 551 ff. Rz 107 ff., BMW. 

51   Vgl. dazu ausführlich Urteil des BGer 2C.75/2014 vom 28.1.2015, passim (= RPW 2015/1, 131 ff. 

E. 3.2), Hors-Liste Medikamente/Pfizer. 

52   So etwa auch das Urteil des BVGer B-8430/2010 vom 23.9.2014, E. 6.3, Paul Koch AG/WEKO. 

22-00064/COO.2101.111.7.391226  

8 

 
 
 
 
                                                
Vereinbarungen einschlägig,53 wobei sich Vereinbarungen von den aufeinander abgestimmten 
Verhaltensweisen  durch  den  vorhandenen  resp.  nicht  vorhandenen  Bindungswillen  unter-
scheiden54. Die rechtliche oder tatsächliche Form des Zusammenwirkens und die Durchset-
zungsmöglichkeit  sind  unerheblich.55  Entscheidend  ist  allein,  dass  zwei  oder  mehrere  wirt-
schaftlich voneinander unabhängige Unternehmen kooperieren und so bewusst und gewollt 
auf die individuelle Festlegung der eigenen Wettbewerbsposition verzichten.56  

36. 
In [rund 61 % der] schriftlichen Vertriebsverträge verpflichteten sich die Stöckli Händler 
gegenüber  Stöckli,  in  Bezug  auf  die  Stöckli  Skis  die  schweizerischen  Verkaufspreise  von 
Stöckli nicht zu unterbieten.57 [Rund 39 % der] schriftlichen Vertriebsverträge enthielten die-
selbe Klausel in Bezug auf Stöckli Produkte.58 Gleichzeitig gab Stöckli den Stöckli Händlern 
auf dem Bestellformular für jedes aufgeführte Produkt eine «UVP CH» an,59 welche den im 
Stöckli-Katalog60  angegebenen  Verkaufspreisen  und  damit  den  schweizerischen  Verkaufs-
preisen von Stöckli entsprachen.61 Hinzu kommt, dass sich [rund 58 % der] Stöckli Händler im 
Vertriebsvertrag verpflichteten, keine Preise über das Internet zu kommunizieren.62 Die Markt-
befragung zeigt zudem auf, dass auch Stöckli Händler ohne schriftlichen Vertriebsvertrag die 
UVP von Stöckli als verbindlich erachteten, sich in ihrer Preispolitik nicht frei fühlten und dass 
Stöckli einzelnen von ihnen empfohlen hat, die UVP einzuhalten (vgl. oben, Rz 11).63 

37.  Somit bestand zwischen Stöckli und den jeweiligen Stöckli Händlern (vgl. unten, Rz 42) 
eine  Vereinbarung  über  die  Festlegung  ihrer  Wiederverkaufspreise,  indem  sich  die  Stöckli 
Händler  gegenüber  Stöckli  verpflichteten,  die  schweizerischen  Verkaufspreise  von  Stöckli 
nicht zu unterbieten.  

B.4.1.2. Bezwecken oder Bewirken einer Wettbewerbsbeschränkung 

38.  Neben einem bewussten und gewollten Zusammenwirken muss die Abrede «eine Wett-
bewerbsbeschränkung bezwecken oder bewirken». Eine Abrede bezweckt eine Wettbewerbs-
beschränkung, wenn die Abredebeteiligten «die Ausschaltung oder Beeinträchtigung eines o-
der  mehrerer  Wettbewerbsparameter  zum  Programm  erhoben  haben».64  Dabei  genügt  es, 

53   Vgl. RPW 2018/2, 237 Rz 31, Gym 80; RPW 2009/3, 204 Rz 49, Elektroinstallationsbetriebe Bern; 
SIMON  BANGERTER/BEAT  ZIRLICK, 
in:  DIKE-Kommentar,  Kartellgesetz,  Zäch/Arnet/Baldi/Kie-
ner/Schaller/Schraner/Spühler  (Hrsg.),  2018,  Art. 4 Abs. 1  N 20 ff.;  THOMAS  NYDEGGER/WERNER 
NADIG, in: Basler Kommentar, Kartellgesetz, Amstutz/Reinert (Hrsg.), 2010, Art. 4 Abs. 1 KG N 78 
und 81.  

54   NYDEGGER/NADIG, in: Basler Kommentar, Kartellgesetz (Fn 53), Art. 4 Abs. 1 KG N 100. 
55  Urteil des BVGer, RPW 2013/4, 756 E. 3.2.2, Gaba/WEKO; Urteil des BVGer, RPW 2013/4, 813 

E. 3.2.4, Gebro/WEKO. 

56   Urteil des BVGer B-8430/2010 vom 23.9.2014, E. 6.3.1.13, Paul Koch AG/WEKO; Urteil des BVGer 
B-8399/2010  vom  23.9.2014,  E. 5.3.1.1.20,  Siegenia-Aubi  AG/WEKO;  Urteil  des  BVGer, 
RPW 2013/4,  756  E. 3.2.2,  Gaba/WEKO;  Urteil  des  BVGer,  RPW  2013/4,  813  E. 3.2.4,  Ge-
bro/WEKO. 

57   Statt alle Verträge Act. […]. 
58   Statt alle Verträge Act. […].  
59   Act. […]; Antworten zu den Fragen 3, 6 und 8: Act. […]. 
60   Vgl. https://www.stoeckli.ch/chde/shops/katalog (6.5.2019); Act. […]. 
61   Act. […]. 
62   Act. […]. 
63   Act. […].  
64   Urteil des BVGer vom 23.9.2014, RPW 2014/3, 632 E. 6.3.2.9, Paul Koch AG/WEKO; Urteil des 
BVGer vom 23.9.2014, RPW 2014/3, 571 E. 5.3.2.6, Siegenia-Aubi AG/WEKO; NYDEGGER/NADIG, 
in: Basler Kommentar, Kartellgesetz (Fn 53), Art. 4 Abs. 1 KG N 69. 

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wenn der Abredeinhalt objektiv geeignet ist, eine Wettbewerbsbeschränkung durch Ausschal-
tung eines Wettbewerbsparameters zu verursachen. Die subjektive Absicht der an der Abrede 
Beteiligten, den Wettbewerb zu beeinträchtigen, ist nicht erforderlich.65 Davon geht auch das 
Bundesverwaltungsgericht aus, wonach eine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt wird, wenn 
der Gegenstand der Verhaltenskoordination in einer Einschränkung des Wettbewerbs besteht, 
weil die Abrede aufgrund ihres Regelungsinhalts auf die Ausschaltung oder Begrenzung von 
Wettbewerbsparametern ausgerichtet ist.66 

39.  Die vertragliche Verpflichtung der Stöckli Händler, die schweizerischen Verkaufspreise 
von Stöckli nicht zu unterbieten in Verbindung mit der Verpflichtung, keine Verkaufspreise über 
das  Internet  zu  kommunizieren,  und  der  gleichzeitigen  Abgabe  von  UVP,  welche  den  Ver-
kaufspreisen  von  Stöckli  entsprachen,  war  objektiv  geeignet,  den  Wettbewerbsparameter 
Preis auszuschalten und eine Wettbewerbsbeschränkung zu verursachen. Insgesamt gilt als 
erstellt, dass eine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt wurde. 

B.4.1.3. Vertikale Wettbewerbsabreden 

40.  Vertikale  Abreden  zeichnen  sich  dadurch  aus,  dass  zwei  oder  mehrere  wirtschaftlich 
selbständige Unternehmen verschiedener Marktstufen den Wettbewerb durch ein koordinier-
tes Verhalten beschränken. Dieses betrifft die Geschäftsbedingungen, zu denen die Unterneh-
men  bestimmte  Waren  oder  Dienstleistungen  beziehen,  verkaufen  oder  weiterverkaufen 
können (Ziff. 1 VertBek). Auf verschiedenen Marktstufen befinden sich Unternehmen, wenn 
sie tatsächlich oder der Möglichkeit nach auf unterschiedlichen Wirtschaftsstufen agieren d.h. 
auf  unterschiedlichen  Produktions-  oder  Vertriebsstufen  tätig  sind.  Die  Vertikalbekanntma-
chung findet auch Anwendung, wenn Wettbewerber eine nicht gegenseitige vertikale Verein-
barung treffen und der Anbeiter zugleich Hersteller und Händler von Waren ist, der Abnehmer 
dagegen  Händler,  jedoch  kein Wettbewerber  auf  der  Herstellerebene  (sog.  dualer  Vertrieb; 
Ziff. 8 Abs. 2 lit. a VertBek).  

41.  Vorliegend ist ausschliesslich Stöckli gleichzeitig als Herstellerin und Händlerin von Skis 
tätig. Damit treten Stöckli und die Stöckli Händler auf Händlerstufe als Wettbewerber auf. Auf 
die bestehenden Abreden sind somit die Grundsätze der VertBek anwendbar (Ziff. 8 Abs. 2 
lit. a VertBek). Stöckli und die Stöckli Händler sind mehrere wirtschaftlich selbständige Unter-
nehmen, die auf verschiedenen Marktstufen tätig sind und die durch ihr koordiniertes Verhalten 
den Preiswettbewerb betreffend Stöckli Skis beschränken. Zwischen Stöckli und den jeweili-
gen Stöckli Händlern (vgl. unten, Rz 42) bestanden somit vertikale Wettbewerbsabreden im 
Sinne von Art. 4 Abs.1 KG über die Höhe der Wiederverkaufspreise der Stöckli Händler.  

42.  Stöckli  bringt  vor,  dass  die  Wettbewerbsabrede  höchstens  für  einen  Teil  der  Händler 
bestanden habe, weil es hinsichtlich der […] Stöckli Händler ohne schriftlichen Vertrag keine 
Abrede über Mindestpreise gegeben habe, die fragliche Vertragsbestimmung von den aller-
meisten Stöckli Händlern nicht als Mindestpreisvorschrift verstanden worden sei und sich die 
überwiegende Mehrheit der Stöckli Händler in der Preissetzung frei gefühlt bzw. die UVP von 
Stöckli als nicht verbindlich betrachtet hätte. Zudem hätten beinahe alle Stöckli Händler Ra-

65   Urteil des BVGer vom 23.9.2014, RPW 2014/3, 632 E. 6.3.2.9, Paul Koch AG/WEKO; Urteil des 
BVGer vom 23.9.2014, RPW 2014/3, 571 E. 5.3.2.6, Siegenia-Aubi AG/WEKO; NYDEGGER/NADIG, 
in:  Basler  Kommentar,  Kartellgesetz  (Fn 53),  Art. 4  Abs. 1  KG  N 71;  Urteil  des  BVGer  vom 
19.12.2013,  RPW  2013/4,  756  f.  E. 3.2.3,  Gaba/WEKO;  Urteil  des  BVGer  vom  19.12.2013, 
RPW 2013/4,  813  E. 3.2.6,  Gebro/WEKO;  RPW  2018/2,  237  Rz  32,  Gym  80;  RPW  2018/1,  78 
Rz 121, Verzinkung; RPW 2017/3, 421 Rz 201, Hoch- und Tiefbauleistungen Münstertal; DIKE KG-
BANGETER/ZIRLICK (Fn 53), Art. 4 Abs. 1 N 138.  

66   Urteil des BVGer B-3618/2013 vom 24.11.2016, E. 303, Hallenstadion. 

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batte auf Stöckli Skis gewährt. Die fragliche Vertragsbestimmung habe ausserdem nicht flä-
chendeckend,  sondern  nur  für  wenige  Stöckli  Händler  während  15  Jahren  bestanden.67  Es 
trifft zwar zu, dass nicht für jeden einzelnen Stöckli Händler Belege für eine Wettbewerbsab-
rede mit Stöckli vorliegen. Aus verfahrensökonomischen Gründen und aufgrund des Abschlus-
ses einer einvernehmlichen Regelung wurde darauf verzichtet, in dieser Hinsicht vertiefte Ab-
klärungen vorzunehmen. Bereits die vorliegenden Belege zeigen genügend auf, dass mit […] 
Stöckli Händlern, d.h. mit 80 % der Händler, schriftlich vereinbart wurde, die Verkaufspreise 
von Stöckli nicht zu unterbieten, dass sich mehrere Stöckli Händler mit und ohne schriftlichen 
Vertriebsvertrag in ihrer Preispolitik nicht frei fühlten und die UVP von Stöckli als verbindlich 
erachteten. Zudem haben sich rund 90 % der Stöckli Händler an die UVP von Stöckli gehalten 
(vgl. oben, Rz 6 ff. und 36). Dies lässt ohne weitere Abklärungen auf eine generelle Preispolitik 
von Stöckli und den Stöckli Händlern bezüglich des Wiederverkaufspreises von Stöckli Skis 
schliessen.68 Aufgrund des Beweisergebnisses wird davon ausgegangen, dass alle bzw. na-
hezu alle Stöckli Händler an einer Wettbewerbsabrede mit Stöckli beteiligt waren. Selbst wenn 
einzelne Stöckli Händler ohne schriftlichen Vertriebsvertrag nicht an einer Abrede mit Stöckli 
beteiligt waren, ändert dies nichts am Ergebnis der vorliegenden Untersuchung, da die Stöckli 
Händler ihrerseits nicht Verfügungsadressaten sind (vgl. oben, Rz 29). Folglich kann die Frage 
der  Abredebeteiligung  in  Bezug  auf  die  einzelnen  Händler  offenbleiben. Vor  diesem  Hinter-
grund wird praxisgemäss von Wettbewerbsabreden zwischen Stöckli und den Stöckli Händlern 
ausgegangen, wobei offen bleiben kann, ob einzelne Händler keine Abrede mit Stöckli hat-
ten.69  

B.4.1.4. Abrededauer 

43.  Der älteste vorliegende Vertriebsvertrag ist im November 2003 zwischen Stöckli und ei-
nem Stöckli Händler abgeschlossen worden.70 Stöckli informierte die Stöckli Händler im De-
zember  2018  per  Rundschreiben  über  die  Überarbeitung  des  Vertriebsvertrages  und  stellte 
ihnen den neuen Vertrag im Januar 2019 zur Unterzeichnung zu.71 Somit hatten die festge-
stellten Wettbewerbsabreden zwischen Stöckli und den jeweiligen Stöckli Händlern (vgl. oben, 
Rz 42) während rund 15 Jahren Bestand. 

B.4.2.  Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs 

44.  Gemäss Art. 5 Abs. 4 KG wird die Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs u.a. bei Ab-
reden zwischen Unternehmen verschiedener Marktstufen über Mindest- oder Festpreise ver-
mutet.  

B.4.2.1. Vorliegen einer vertikalen Abrede über Mindestpreise 

45. 
Indem  sich  die  Stöckli  Händler  gegenüber  Stöckli  verpflichteten,  die  schweizerischen 
Verkaufspreise von Stöckli in Bezug auf die bestellten Stöckli Skis bzw. Stöckli Produkte nicht 
zu unterbieten, haben Stöckli und die Stöckli Händler einen Mindestpreis im Sinne von Art. 5 
Abs. 4 KG festgesetzt.72 Nachfolgend wird geprüft, ob die gesetzlich vermutete Beseitigung 
wirksamen Wettbewerbs widerlegt werden kann. 

67   Act. […]. 
68   BGE 144 II 246, 254 ff. E. 6.5 (= RPW 2018/3, 703 f. E. 6.5), Altimum SA. 
69   RPW 2017/2, 287 Rz 45, Husqvarna; RPW 2016/3, 736 Rz 93, Saiteninstrumente. 
70   Act. […]. 
71   Act. […]. 
72   Vgl. RPW 2016/3, 737 Rz 102, Saiteninstrumente; RPW 2016/2, 400 Rz 141, Altimum SA. 

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11 

 
 
 
 
                                                
B.4.2.2. Widerlegung der gesetzlich vermuteten Wettbewerbsbeseitigung 

46.  Die Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs kann durch den Nachweis 
widerlegt werden, dass trotz der Wettbewerbsabrede noch wirksamer Wettbewerb bestehen 
bleibt. Für die Widerlegung der Vermutung ist eine Gesamtbetrachtung des Marktes unter Be-
rücksichtigung des Intrabrand- und des Interbrand-Wettbewerbs massgebend. Ausschlagge-
bend ist, ob genügend Intrabrand- oder Interbrand-Wettbewerb auf dem relevanten Markt be-
steht  oder  die  Kombination  der  beiden  zu  genügend  wirksamem  Wettbewerb  führt  (Ziff. 11 
VertBek). Diese Gesamtbetrachtung erfordert vorab eine Abgrenzung der sachlich und räum-
lich relevanten Märkte. 

B.4.2.2.1.  Relevante Märkte 

Sachlich relevanter Markt 

47.  Der sachliche Markt umfasst alle Waren oder Leistungen, die von der Marktgegenseite 
hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihres vorgesehenen Verwendungszwecks als substituier-
bar  angesehen  werden  (Art. 11  Abs. 3  lit. a  VKU73,  der  hier  analog  anzuwenden  ist).74  Die 
Definition des sachlich relevanten Marktes erfolgt demnach aus Sicht der Marktgegenseite und 
fokussiert somit auf den strittigen Einzelfall. Der Begriff der «Marktgegenseite» bezeichnet die 
Gegenseite derjenigen Unternehmen, welchen die unzulässige Abrede bzw. das unzulässige 
Verhalten vorgeworfen wird.75 Massgebend ist, ob aus deren Optik Waren oder Dienstleistun-
gen miteinander im Wettbewerb stehen.76 Auszugehen ist vom Gegenstand der konkreten Un-
tersuchung.77  

48.  Vorliegender Untersuchungsgegenstand ist die Abrede zwischen Stöckli und den jewei-
ligen Stöckli Händlern (vgl. oben, Rz 42) über Mindestpreise nach Art. 5 Abs. 4 KG für den 
Wiederverkauf  von  Stöckli  Skis.  Marktgegenseite  der  Händler sind  Endkundinnen  und  End-
kunden, die Stöckli Skis bei Schweizer Stöckli Händler nachfragen oder einen Kauf zumindest 
in Betracht ziehen. Folglich bilden die Präferenzen und das Verhalten der Endkundinnen und 
Endkunden  den  Ausgangspunkt  für  die  Marktabgrenzung.  Es  stellt  sich  somit  zunächst  die 
Frage, ob Skis anderer Marken für die Marktgegenseite Substitute zu Stöckli Skis darstellen. 

49.  Es wird davon ausgegangen, dass die Stöckli Skis, trotz ihres Images als Premiumpro-
dukt, von den Endkundinnen und Endkunden als durch Skis anderer Hersteller substituierbar 
angesehen  werden  und  damit  mit  diesen  im Wettbewerb  stehen.  Eine  Marktsegmentierung 
nach Preissegmenten wird nicht vorgenommen. 

50.  Zu  beantworten  ist  zudem  die  Frage,  ob  Bindungen  und  Platten  zum  selben  sachlich 
relevanten Markt wie der Verkauf von Skis gehören. Der von Stöckli eingereichte Geschäfts-
bericht 2013/201478 und die von Stöckli bekannt gegebenen zehn umsatzstärksten Damen- 
und Herrenskis der Saison 2017/201879 legen nahe, dass Endkundinnen und Endkunden Skis 

73   Verordnung  vom  17.6.1996  über  die  Kontrolle  von  Unternehmenszusammenschlüssen  (VKU; 

SR 251.4). 

74   BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1 (= RPW 2013/1, 127 E. 9.2.3.1), Publigroupe SA et al./WEKO. 
75   RPW 2010/4, 670 Rz 165, Hors-Liste Medikamente/Pfizer. 
76   BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1 (= RPW 2013/1, 127 E. 9.2.3.1), Publigroupe SA et al./WEKO; Urteil 
des  BGer  2C.75/2014  vom  28.1.2015,  E. 3.2  (= RPW  2015/1,  134 f.  E. 3.2),  Hors-Liste  Medika-
mente/Pfizer; DIKE KG-BANGETER/ZIRLICK (Fn 53), Art. 5 N 64 f. und 75. 

77   BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1 (= RPW 2013/1, 127 E. 9.2.3.1), Publigroupe SA et al./WEKO. 
78   Act. […]. 
79   Act. […]. 

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12 

 
 
 
 
                                                
im Bündel mit Bindung inklusive Platten nachfragen.80 Daher wird im Rahmen dieser Untersu-
chung von einem sachlich relevanten Markt für den Verkauf von Skis mit Bindung (inklusive 
Platten) ausgegangen.81 

51.  Schliesslich  geht  die  WEKO  davon  aus,  dass  Endkundinnen  und  Endkunden  Snow-
boards  und  Langlaufskis  aufgrund  der  unterschiedlichen  Eigenschaften  und  Verwendungs-
zwecke nicht als Substitute von Skis betrachten dürften. Ebenso dürfte der Kauf von Ski aus 
Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten nicht mit einer Skimiete austauschbar sein. Folg-
lich ist davon auszugehen, dass Snowboards, Langlaufskis sowie die Skimiete nicht dem glei-
chen sachlichen Markt wie der Verkauf von Skis angehören.82 

52.  Gestützt auf die erfolgten Erwägungen wird für die Zwecke der vorliegenden Untersu-
chung  von  dem  sachlich  relevanten  Markt  für  den  Verkauf  von  Skis  mit  Bindung  (inklusive 
Platten) ausgegangen.  

Räumlich relevante Märkte 

53.  Der räumliche Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die den sach-
lichen Markt umfassenden Waren oder Leistungen nachfragt oder anbietet (Art. 11 Abs. 3 lit. b 
VKU, der hier analog anzuwenden ist).83  

54.  Endkundinnen  und  Endkunden  in  der  Schweiz  dürften  die  Skis  primär  in  der  Schweiz 
nachfragen.  Für  die  Zwecke  der  vorliegenden  Untersuchung  wird  daher  basierend  auf  den 
verfügbaren  Informationen  davon  ausgegangen,  dass  der  sachlich  relevante  Markt  für  den 
Verkauf  von  Skis  mit  Bindung  (inklusive  Platten)  eine  mindestens  schweizweite  Dimension 
aufweist.84  

B.4.2.2.2.  Intrabrand- und Interbrand-Wettbewerb  

55.  Der Intrabrand-Preiswettbewerb unter den Stöckli Händlern war infolge der Preisabre-
den  zwischen  Stöckli  und  den jeweiligen  Stöckli Händlern  (vgl.  oben,  Rz  42)  eingeschränkt 
(vgl. oben, Rz 11).  

56.  Zu berücksichtigen ist allerdings, dass beinahe alle Stöckli Händler gegenüber Endkun-
dinnen und Endkunden Rabatte gewährten, sei es in Form einer prozentualen Preisreduktion, 
eines Bonussystems, von Give-aways, einer Kundenkarte oder durch die Gewährung von Gra-
tistesttagen für Stöckli-Skis oder Gratisski-Services.85 Damit dürfte im Untersuchungszeitraum 
ein gewisser Intrabrand-Preiswettbewerb vorhanden gewesen sein.86 

57.  Schliesslich dürfte zwischen den Stöckli Händlern ein gewisser Beratungs- und Dienst-
leistungswettbewerb bestehen. Stöckli misst der Beratung gegenüber Kundinnen und Kunden 
zwar  generell  einen  hohen  Stellenwert  bei  und  verlangt  Beratungsdienstleistungen  von  den 

80   Act. […]. 
81   Vgl.  Entscheid  der  EU-Kommission  vom  12.10.2005,  COMP/M.3765,  Rz  14–20  und  56, 

AMER/SALOMON. 

82   So  auch  der  Entscheid  der  EU-Kommission  vom  12.10.2005,  COMP/M.3765,  Rz 13 f., 

AMER/SALOMON. 

83   BGE 139 I 72, 92 E. 9.2.1 m.H. (= RPW 2013/1, 127 E. 9.2.1), Publigroupe SA et al./WEKO. 
84   Vgl.  Entscheid  der  EU-Kommission  vom  12.10.2005,  COMP/M.3765,  Rz  46,  AMER/SALOMON, 
worin die EU-Kommission den räumlich relevanten Markt für Skis auf Einzelhandelsstufe im Rah-
men der Fusionskontrolle i.S. AMER/SALOMON national abgrenzte. 

85   Antworten zur Frage 4: Act. […]. 
86   Vgl. BGE 144 II 246, 259 f. E. 7.2 f. (= RPW 2018/3, 704 f. E. 7.2 f.), Altimum SA. 

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13 

 
 
 
 
                                                
Stöckli Händlern,87 dennoch dürften die Beratungen der verschiedenen Stöckli Händler unter-
schiedliche Qualitäten aufweisen. 

58.  Der mengenbasierte schweizweite Marktanteil von Stöckli lag gemäss Stöckli und dem 
eingereichten Report von FESI (Federation of the European Sporting Goods Industry) im Jahr 
2016/2017 bei [10–20%] und im Jahr 2017/2018 bei [10–20%]. Die wichtigsten Konkurrenten 
von Stöckli dürften in der Schweiz Head, Atomic, Salomon und Rossignol sein.88 Gestützt auf 
die  der  WEKO  vorliegenden  Informationen  ist  davon  auszugehen,  dass  Interbrand-Wettbe-
werb auf dem relevanten Markt besteht. 

B.4.2.3. Zwischenergebnis 

59.  Die Betrachtung des vorhandenen Intra- und Interbrandwettbewerbs führt zum Ergebnis, 
dass die Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs auf dem Markt für den Verkauf 
von Skis mit Bindung (inklusive Platten) gemäss Art. 5 Abs. 4 KG durch die Kombination von 
Intra- und Interbrand-Wettbewerb widerlegt werden kann (vgl. Ziff. 11 VertBek). 

B.4.3.  Erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs 

60.  Das Bundesgericht hat im Entscheid Gaba festgehalten, dass das Kriterium der Erheb-
lichkeit eine Bagatellklausel ist.89 Die in Art. 5 Abs. 4 KG aufgeführten besonders schädlichen 
Abreden, d.h. vertikale Preisabreden und absolute Gebietsschutzabreden, erfüllen grundsätz-
lich das Kriterium der Erheblichkeit nach Art. 5 Abs. 1 KG.90 Vorliegend sind keine Elemente 
ersichtlich,  welche  auf  eine  Ausnahme  von  der  grundsätzlichen  Erheblichkeit  der  vertikalen 
Preisabreden hinweisen würden. Somit stellen die vertikalen Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 
KG zwischen Stöckli und den jeweiligen Stöckli Händlern (vgl. oben, Rz 42) erhebliche Wett-
bewerbsbeschränkungen im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG dar.  

B.4.4.  Rechtfertigung aus Effizienzgründen 

61.  Wettbewerbsabreden sind gemäss Art. 5 Abs. 2 KG durch Gründe der wirtschaftlichen 
Effizienz gerechtfertigt, wenn sie:  

a.  notwendig sind, um die Herstellungs- oder Vertriebskosten zu senken, Produkte oder 
Produktionsverfahren zu verbessern, die Forschung oder die Verbreitung von techni-
schem oder beruflichem Wissen zu fördern oder um Ressourcen rationeller zu nut-
zen; und 

b.  den beteiligten Unternehmen in keinem Fall Möglichkeiten eröffnen, wirksamen Wett-

bewerb zu beseitigen.  

62.  Bei Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 KG gilt es im Einzelfall zu prüfen, ob 
ein Rechtfertigungsgrund vorliegt (Ziff. 16 Abs. 3 VertBek).91  

63.  Gemäss Stöckli sei die Gewährleistung eines gewissen Preisniveaus effizient. Bei Skis 
handle es sich um Produkte mit grosser Sicherheitsrelevanz. Es sei von grosser Wichtigkeit, 
dass Kunden fachmännisch beraten würden. Die richtige Einstellung des Skis müsse sicher-
gestellt werden. Das bedürfe eine gute Abstimmung von Schuh, Bindung und Ski sowie die 
richtige Montage. Schliesslich seien die Herstellkosten von Stöckli in der Schweiz wesentlich 

87   Act. […]. 
88   Act. […]. 
89   BGE 143 II 297, 315 E. 5.1.6, Gaba. 
90   BGE 143 II 297, 318 E. 5.2.5 und 325 E. 5 5.6, Gaba. 
91   Urteil des BVGer, RPW 2013/4, 793 ff. E. 13, Gaba/WEKO; Urteil des BVGer, RPW 2013/4, 835 f. 

E. 12, Gebro/WEKO. 

22-00064/COO.2101.111.7.391226  

14 

 
 
 
 
                                                
höher  als  die  Herstellkosten  der  Wettbewerber.  Stöckli  könne  […]  sich  von  den  anderen 
Skimarken über eine hohe Qualität des Produkts und der Beratung differenziere. Die Erwar-
tung der Kundinnen und Kunden, die Skis vor dem Kauf zu testen, erfordere die Vorhaltung 
von genügend Skis. All diese Investitionen könne der Stöckli Händler nur erbringen, wenn er 
über  eine  genügende  Marge  verfüge.  Aufgrund  der  Produktionsengpässe  von  Stöckli  seien 
die  Stöckli  Händler  nicht  in  der  Lage,  eine  Reduktion  ihrer  Marge  durch eine  Erhöhung  der 
abgesetzten  Menge  zu kompensieren.  Eine  Reduktion  der  Marge führe daher  notwendiger-
weise zu Kosteneinsparungen des Stöckli Händlers und damit zu einer schlechteren Beratung, 
weniger Sicherheit für die Kunden und weniger Testmöglichkeiten. Stöckli würde damit seine 
Unique Selling Proposition verlieren […].92  

64.  Diese Ausführungen werden dahingehend verstanden, dass Stöckli die Preisabrede als 
gerechtfertigtes  Mittel  zur  Bekämpfung  des  Trittbrettfahrerproblems  im  Sinne  von  Ziff. 16 
Abs. 4 lit. d VertBek hinsichtlich Beratungs-, Einstellungs- und Montageleistungen sowie das 
Anbieten von Testskis anführt.  

65.  Die Festlegung von Mindestpreisen kann ein geeignetes Mittel sein, um Beratungs-, Ein-
stellungs- und Montageleistungen sowie das Anbieten von Testskis zu fördern und das Tritt-
brettfahrerproblem zu bekämpfen. Dem ist allerdings entgegen zu halten, dass es sich bei den 
Einstellungs- und Montageleistungen von Bindung und Ski um separat verrechenbare Leistun-
gen  handelt,  auch  wenn  Stöckli  vorbringt,  dass diese  Leistungen  wie  die  Beratungsleistung 
beim Kauf von Skis in der Regel im Kaufpreis enthalten seien und nur ausnahmsweise separat 
in  Rechnung  gestellt  würden,  wenn  Ski  und  Bindung  getrennt  gekauft  würden.93  Die  EU-
Vertikalleitlinien94  halten  diesbezüglich  fest,  dass  Trittbrettfahren  unter  Abnehmern  lediglich 
bei der Kundenberatung vor dem Verkauf und bei verkaufsfördernden Massnahmen möglich 
sei, nicht jedoch beim Kundendienst nach dem Verkauf, den der Händler seinen Kunden ein-
zeln in Rechnung stellen könne.95 Darüber hinaus bestehen in casu mildere, ebenso geeignete 
Mittel zur Sicherung der Beratungs-, Einstellungs- und Montageleistungen sowie das Anbieten 
von Testskis, wie etwa das Aufstellen bestimmter Kriterien im Rahmen des bereits bestehen-
den  selektiven  Vertriebssystems  bezüglich  diesen  Leistungen.  Stöckli  hält  denn  auch  fest, 
dass die Stöckli Skis im Rahmen eines selektiven Vertriebssystems mit Partnern vertrieben 
würden, um die hohe Beratungs- und Service-Qualität für ihre Kundinnen und Kunden sicher-
stellen zu können. Stöckli wolle nur Partner mit der grössten Fachkompetenz, der besten Be-
ratung und dem besten Ski-Service.96 Folglich war die Festlegung von Mindestpreisen vorlie-
gend nicht erforderlich und damit nicht notwendig im Sinne von Art. 5 Abs. 2 lit a KG, um die 
wirtschaftliche Effizienz zu erhöhen.97 

66.  Weitere mögliche Effizienzgründe im Sinne von Art. 5 Abs. 2 KG sind nicht ersichtlich 
und wurden von Stöckli auch nicht geltend gemacht. 

B.4.5.  Fazit 

67.  Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen kommt die WEKO zum Ergebnis, dass zwi-
schen  Stöckli  und  den  jeweiligen  Stöckli  Händlern  (vgl.  oben,  Rz 42)  unzulässige  vertikale 

92   Act. […]. 
93   Act. […]. 
94   Leitlinien für vertikale Beschränkungen, Mitteilung der EU-Kommission, ABl. C 130 vom 19.5.2010, 

S. 1 (nachfolgend: EU-Vertikalleitlinien). 
95   Rz 107 lit. a EU-Vertikalleitlinien (Fn 94). 
96   Act. […]. 
97   Vgl. BGE 144 II 246, 268 ff. E. 13.4.3 (= RPW 2018/3, 708 f. E. 13.4.3), Altimum SA; RPW 2017/2, 

290 Rz 72, Husqvarna; RPW 2016/3, 743 Rz 161 ff., Saiteninstrumente. 

22-00064/COO.2101.111.7.391226  

15 

 
 
 
 
                                                
Abreden über die Festsetzung von Mindestpreisen im Sinne von Art. 5 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 
KG bestanden. 

B.5.  Massnahmen 

68.  Nach Art. 30 Abs. 1 KG entscheidet die WEKO über die zu treffenden Massnahmen oder 
die  Genehmigung  einer einvernehmlichen  Regelung.  Massnahmen  in  diesem  Sinn  sind  so-
wohl Anordnungen zur Beseitigung von unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen als auch 
monetäre Sanktionen.  

B.5.1.  Einvernehmliche Regelung 

Im vorliegenden Fall hat das Sekretariat am 24. Juni 2019 mit Stöckli eine einvernehm-

69. 
liche Regelung abgeschlossen (vgl. oben, Rz 22). Diese lautet wie folgt: 

A.  Vorbemerkungen 

a) Die nachfolgende einvernehmliche Regelung im Sinne von Art. 29 KG erfolgt im 
übereinstimmenden Interesse der Beteiligten, das Verfahren 22-0488 zu verein-
fachen, zu verkürzen und – unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbe-
werbskommission (WEKO) – zu einem förmlichen Abschluss zu bringen. 

b) Zur Erreichung der Zielsetzung gemäss lit. a) werden die Sachverhaltsermittlun-
gen  und  die  rechtliche  Würdigung  soweit  wie  möglich  reduziert.  Entsprechend 
kann die Begründungsdichte und -tiefe der Verfügung der WEKO gegenüber ei-
ner Verfügung ohne einvernehmliche Regelung reduziert werden.  

c)  Mit  der  Unterzeichnung  der  vorliegenden  einvernehmlichen  Regelung  werden 
(unter Vorbehalt der Genehmigung durch die WEKO) die Massnahmen hinsicht-
lich  aller  Gegenstand  der  Untersuchung  22-0488  bildenden  Wettbewerbsbe-
schränkungen gegenüber Stöckli einvernehmlich und abschliessend geregelt. 

d) Der Wille und die Bereitschaft von Stöckli zum Abschluss der nachfolgenden ein-
vernehmlichen Regelung werden vom Sekretariat als kooperatives Verhalten ge-
würdigt und im Rahmen des Antrages als sanktionsmindernder Umstand berück-
sichtigt. Aufgrund der aktuellen Ausgangslage beabsichtigt das Sekretariat, der 
WEKO eine Sanktion in der Grössenordnung von CHF […] bis […]  zu beantra-
gen. Die definitive Festlegung der Höhe der Sanktion liegt jedoch im Ermessen 
der WEKO und erfolgt in der Verfügung, die das Verfahren zum Abschluss bringt.  

e) Sollte diese einvernehmliche Regelung von der WEKO nicht genehmigt werden, 

wird die Untersuchung im ordentlichen Verfahren zu Ende geführt. 

f)  Selbst wenn der Abschluss der vorliegenden einvernehmlichen Regelung seitens 
Stöckli keine Anerkennung der rechtlichen Würdigung der Wettbewerbsbehörden 
darstellt,  hält  Stöckli  fest,  dass  sich  im  Falle  einer  Genehmigung  dieser  EVR 
durch die WEKO und bei Nichtüberschreiten des beantragten Sanktionsrahmens 
gemäss lit. d) die Ergreifung von Rechtsmitteln erübrigt. 

g) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten zu Lasten von 

Stöckli. 

B.  Vereinbarungen 

1.  Stöckli verpflichtet sich, den Stöckli-Fachhandelspartnern in der Schweiz weder di-
rekt noch indirekt Mindest- oder Festverkaufspreise im Sinne von Art. 5 Abs. 4 KG 
vorzugeben. Die Preisempfehlungen werden explizit als unverbindlich deklariert.  

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16 

 
 
 
 
2.  Stöckli verpflichtet sich, den Stöckli-Fachhandelspartnern in der Schweiz die Kom-
munikation von Wiederverkaufspreisen im Internet nicht im Sinne von Art. 5 KG zu 
verbieten.  

3.  Stöckli  verpflichtet  sich,  den  Internetverkauf  durch  Stöckli-Fachhandelspartner  in 
der Schweiz nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG zu beschränken. Zulässig ist die 
Anforderung,  dass  Stöckli-Fachhandelspartner  über  mindestens  eine  physische 
Verkaufsstelle  verfügen  müssen.  Ebenfalls  zulässig  sind  Qualitätsanforderungen, 
welche Stöckli an die Verwendung des Internets zum Weiterverkauf seiner Waren 
stellt,  um  zu  gewährleisten,  dass  das  Online-Geschäft  der  Stöckli-Fachhandels-
partner mit dem Vertriebsmodell von Stöckli im Einklang steht. 

4.  Stöckli verpflichtet sich, im Rahmen des selektiven Vertriebs Querlieferungen zwi-
schen Schweizer Stöckli-Fachhandelspartnern nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG 
und Querlieferungen von ausländischen Stöckli-Fachhandelspartnern an Schweizer 
Stöckli-Fachhandelspartner nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 4 KG zu beschränken.  

5.  Stöckli  verpflichtet  sich,  die  Möglichkeit  von  Passivverkäufen  von  ausländischen 
Distributoren  an  Schweizer  Stöckli-Fachhandelspartner  nicht  im  Sinne  von  Art.  5 
Abs. 4 KG zu beschränken. 

6.  Stöckli verpflichtet sich, den ausländischen Distributoren keine Pflicht aufzuerlegen, 
wonach  diese  die  Möglichkeit  von  Passivverkäufen  durch  ihre  eigenen  ausländi-
schen Stöckli-Fachhandelspartner an Schweizer Endkundinnen und Endkunden im 
Sinne von Art. 5 Abs. 4 KG beschränken müssen. 

70.  Zu  den  Vereinbarungen  ist  zu  präzisieren,  dass  mit  «Stöckli-Fachhandelspartner» 
Stöckli  Händler  gemeint  sind.  Der  in  Vereinbarung  3  verwendete  Begriff  «Waren»  umfasst 
zudem  sämtliche  Produkte,  die  von  Stöckli  hergestellt  und/oder  im  Rahmen  des  selektiven 
Vertriebssystems über zugelassene Selektivvertriebspartner vertrieben werden. 

71.  Die genannte einvernehmliche Regelung umschreibt die Verpflichtungen, welche Stöckli 
eingegangenen ist, um sich künftig kartellrechtskonform zu verhalten, hinreichend bestimmt, 
vollständig und klar. Die vorliegend zu beurteilenden Wettbewerbsbeschränkungen sind mit 
den neuen Vertriebsverträgen mit den Stöckli Händlern beseitigt worden, und für Stöckli wird 
hinreichende Klarheit über die Rechtslage geschaffen.  

72.  Verstösse  bzw.  Widerhandlungen  gegen  die  vorliegende  einvernehmliche  Regelung 
können  nach  Massgabe  von  Art. 50  bzw.  54  KG  mit  einer  Verwaltungs-  bzw.  Strafsanktion 
belegt  werden.  Diese  Sanktionierbarkeit  ergibt  sich  ohne Weiteres  aus  dem  Gesetz  selber, 
weshalb auf eine entsprechende – lediglich deklaratorische und nicht konstitutive – Sanktions-
drohung im Dispositiv verzichtet werden kann.98  

B.5.2.  Sanktionierung 

B.5.2.1. Tatbestand von Art. 49a Abs. 1 KG 

73.  Die Belastung der Verfahrenspartei mit einer Sanktion setzt voraus, dass sie den Tatbe-
stand von Art. 49a Abs. 1 KG erfüllt hat.  

74.  Die unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen, auf welche Art. 49a Abs. 1 KG Bezug 
nimmt, müssen von einem «Unternehmen» begangen werden. Für den Unternehmensbegriff 

98  Vgl. Urteil des BVGer vom 3.10.2007, RPW 2007/4, 653 E. 4.2.2, Flughafen Zürich AG, Unique; 

Entscheid der REKO/WEF vom 9.6.2005, RPW 2005/3, 530 E. 6.2.6, Telekurs Multipay.  

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17 

 
 
 
 
                                                
wird auf Art. 2 Abs. 1 und 1bis KG abgestellt.99 Zur Qualifizierung von Stöckli als Unternehmen 
sei hier auf die Ausführungen unter Rz 26 verwiesen. 

75.  Nach Art. 49a Abs. 1 KG wird ein Unternehmen, welches an einer unzulässigen Abrede 
nach Art. 5 Abs. 3 bzw. 4 KG beteiligt ist oder sich nach Art. 7 KG unzulässig verhält, mit einer 
Sanktion belastet. Eine Sanktionierung der hier interessierenden ersten in Art. 49a Abs. 1 KG 
erwähnten Tatbestandsvariante ist an folgende zwei Voraussetzungen geknüpft: Erstens an 
die Beteiligung an einer Abrede über Preise, Mengen oder die Aufteilung von Märkten im Sinne 
von Art. 5 Abs. 3 oder 4 KG sowie zweitens an die Unzulässigkeit dieser Abrede.100  

76.  Die Voraussetzungen der Beteiligung von Stöckli an Preisabreden im Sinne von Art. 5 
Abs. 4 KG und der Unzulässigkeit dieser Abreden sind in casu erfüllt (vgl. oben, Rz 44 ff. und 
61 ff.). 

B.5.2.2. Vorwerfbarkeit 

77.  Das Verschulden im Sinne von Vorwerfbarkeit stellt gemäss Rechtsprechung das sub-
jektive Tatbestandsmerkmal von Art. 49a Abs. 1 KG dar.101 Massgebend für das Vorliegen von 
Verschulden  im  Sinne  von  Vorwerfbarkeit  ist  gemäss  dieser  Rechtsprechung  ein  objektiver 
Sorgfaltsmangel bzw. ein Organisationsverschulden, an dessen Vorliegen jedoch keine allzu 
hohen Anforderungen zu stellen sind.  

78. 
Ist ein Kartellrechtsverstoss nachgewiesen, so ist im Regelfall auch ein objektiver Sorg-
faltsmangel  bzw.  ein  Organisationsverschulden  gegeben.  Nur  in  seltenen  Fällen  wird  keine 
Vorwerfbarkeit vorliegen; so möglicherweise wenn der durch einen Mitarbeitenden ohne Or-
ganstellung begangene Kartellrechtsverstoss innerhalb des Unternehmens nicht bekannt war 
und auch mit einer zweckmässigen Ausgestaltung der Organisation nicht hätte bekannt wer-
den können und das Unternehmen alle zumutbaren Massnahmen getroffen hat, den Kartell-
rechtsverstoss zu verhindern.102 Ein objektiver Sorgfaltsmangel bzw. Organisationsverschul-
dens  liegt  nach  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  insbesondere  dann  vor,  wenn  ein 
Unternehmen ein Verhalten an den Tag legt oder weiterführt, obwohl es sich bewusst ist oder 
sein müsste, dass das Verhalten möglicherweise kartellrechtswidrig sein könnte.103 

79.  Das Kartellgesetz resp. dessen grundlegende Normen dürfen für Unternehmen (als des-
sen Adressaten) als bekannt vorausgesetzt werden.104 Der Geschäftsleitung von Stöckli sollte 
insbesondere bekannt gewesen sein, dass eine Abrede mit Vertriebspartnern über die Fest-
setzung von Preisen kartellrechtswidrig sein könnte. Die Unternehmen müssen alles Zumut-
bare vorkehren, um sicherzustellen, dass die Vorgaben des Kartellgesetzes eingehalten wer-
den. Dass Stöckli vorliegend angemessene und wirksame organisatorische Massnahmen zur 

99  Ständige  Praxis,  siehe  statt  aller  RPW  2018/3,  508  Rz 581,  Supermédia;  Urteil  des  BVGer  B-
831/2011 vom 18.12.2018, E. 1472, SIX/Terminals mit Dynamic Currency Conversion (DCC) (nicht 
rechtskräftig). 

100  Vgl. ROGER ZÄCH, Die sanktionsbedrohten Verhaltensweisen nach Art. 49a Abs. 1 KG, in: Kartell-
gesetzrevision 2003 – Neuerungen und Folgen, Stoffel/Zäch (Hrsg.), Zürich/Basel/Genf 2004, 34. 
101  Ständige  Praxis,  siehe  statt  aller  RPW  2018/2,  356  Rz  90,  Gerätebenzin;  Urteil  des  BGer 
2C_484/2010  vom  29.6.2012,  E. 12.2.2  (=  RPW  2013/1,  135;  nicht  publizierte  Erwägung  in 
BGE 139 I 72), Publigroupe SA et al./WEKO.  

102  Vgl.  Urteil  des  BVGer  B-831/2011  vom  18.12.2018,  E.  1492,  SIX/DCC  (nicht  rechtskräftig); 

RPW 2011/1, 190 Rz 558 m.w.H., SIX/DCC. 

103   Vgl. Urteil des BGer 2C_484/2010 vom 29.6.2012, E. 12.2.2 (= RPW 2013/1, 135; nicht publizierte 
Erwägung in  BGE 139 I 72), Publigroupe  SA et al./WEKO; Urteil  des  BVGer,  RPW 2010/2,  363 
E. 8.2.2.1, Publigroupe SA und Mitbeteiligte/WEKO. 

104   Siehe statt anderer etwa RPW 2011/1, 190 Rz 558 m.w.H., SIX/DCC; vgl. auch Art. 8 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  18.6.2004  über  die  Sammlungen  des  Bundesrechts  und  das  Bundesblatt 
(Publikationsgesetz, PublG; SR 170.512). 

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18 

 
 
 
 
                                                
Verhinderung der getroffenen Wettbewerbsabrede ergriffen hätte, ist nicht ersichtlich. Somit 
ist zumindest ein objektiver Sorgfaltsmangel bzw. ein Organisationsverschulden gegeben. 

B.5.2.3. Sanktionierbarkeit in zeitlicher Hinsicht 

80.  Der vorliegende Wettbewerbsverstoss dauerte von Ende November 2003 bis Ende De-
zember 2018 (vgl. oben, Rz 43). Sanktionierbar ist der Verstoss ab Inkrafttreten von Art. 49a 
KG, d.h. ab dem 1. April 2004. 

B.5.2.4. Bemessung 

81.  Rechtsfolge  eines  Verstosses  im  Sinne  von  Art. 49a  Abs. 1  KG  ist  die  Belastung  des 
fehlbaren Unternehmens mit einem Betrag bis zu 10 % des in den letzten drei Geschäftsjahren 
in der Schweiz erzielten Umsatzes. Dieser Betrag stellt demnach die höchstmögliche Sanktion 
dar. Die konkrete Sanktion bemisst sich nach der Dauer und der Schwere des unzulässigen 
Verhaltens, wobei der mutmassliche Gewinn, den das Unternehmen dadurch erzielt hat, an-
gemessen zu berücksichtigen ist. 

82.  Die  konkreten  Bemessungskriterien  und  damit  die  Einzelheiten  der  Sanktionsbemes-
sung werden in der SVKG näher präzisiert (vgl. Art. 1 lit. a SVKG). Die Festsetzung des Sank-
tionsbetrags liegt dabei grundsätzlich im pflichtgemäss auszuübenden Ermessen der WEKO, 
welches durch die Grundsätze der Verhältnismässigkeit (Art. 2 Abs. 2 SVKG) und der Gleich-
behandlung begrenzt wird.105 Die WEKO bestimmt die effektive Höhe der Sanktion nach den 
konkreten Umständen im Einzelfall.106 

B.5.2.4.1.  Konkrete Sanktionsberechnung 

83.  Nach Art. 49a Abs. 1 KG bemisst sich der konkrete Sanktionsbetrag innerhalb des Sank-
tionsrahmens anhand der Dauer und der Schwere des unzulässigen Verhaltens. Angemessen 
zu berücksichtigen ist zudem auch der durch das unzulässige Verhalten erzielte mutmassliche 
Gewinn. Die SVKG geht für die konkrete Sanktionsbemessung zunächst von einem Basisbe-
trag aus, der in einem zweiten Schritt an die Dauer des Verstosses anzupassen ist, bevor in 
einem dritten Schritt erschwerenden und mildernden Umständen Rechnung getragen werden 
kann. 

a. 

Basisbetrag 

84.  Der Basisbetrag beträgt gemäss SVKG je nach Art und Schwere des Verstosses bis zu 
10 % des Umsatzes, den das betreffende Unternehmen in den letzten drei Geschäftsjahren 
auf den relevanten Märkten in der Schweiz erzielt hat (Art. 3 SVKG). Dem Zweck von Art. 3 
SVKG entsprechend ist hierbei der Umsatz massgebend, der in den drei Geschäftsjahren er-
zielt wurde, die der Aufgabe des wettbewerbswidrigen Verhaltens vorangehen.107  

Obergrenze des Basisbetrags (Umsatz auf dem relevanten Markt) 

85.  Die obere Grenze des Basisbetrags beträgt gemäss Art. 3 SVKG 10 % des Umsatzes, 
den  das  betreffende  Unternehmen  in  den  letzten  drei  Geschäftsjahren  vor  Beendigung  der 

105  Vgl. PETER REINERT, in: Stämpflis Handkommentar zum Kartellgesetz, Baker & McKenzie (Hrsg.), 
2001, Art. 49a KG N 14; Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 1556, SIX/DCC (nicht 
rechtskräftig); RPW 2006/4, 661 Rz 236, Flughafen Zürich AG (Unique) – Valet Parking. 

106  RPW 2009/3, 212 f. Rz 111, Elektroinstallationsbetriebe Bern. 
107 

In  diesem  Sinne  auch  RPW  2016/2,  428  f.  Rz 326  und  332  m.w.H.  in  Fn 121,  Altimum  SA; 
RPW 2012/2, 404 f. Rz 1083 Tabelle 3 sowie 407 f. Rz 1097 Tabelle 5, Wettbewerbsabreden  im 
Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau.  

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19 

 
 
 
 
                                                
unzulässigen Wettbewerbsbeschränkung auf den relevanten Märkten in der Schweiz erzielt 
hat. 

86. 
In den letzten drei Geschäftsjahren vor Beendigung der Wettbewerbsbeschränkung, d.h. 
in den Geschäftsjahren 2015/2016108, 2016/2017 und 2017/2018 erwirtschaftete Stöckli in der 
Schweiz einen Umsatz von CHF […], CHF […] respektive CHF […] mit dem Verkauf von Skis 
mit  Bindung  (inklusive  Platten)  an  Stöckli  Händler.109  Von  den  genannten  Umsätzen  ist  der 
Umsatzanteil in Abzug zu bringen, der auf Mietskis entfällt, da dieser Umsatzanteil nicht auf 
dem vorliegend relevanten Markt erzielt wurde (vgl. oben, Rz 47 ff.). Gemäss einer von Stöckli 
bei den Stöckli Händlern anonym durchgeführten Umfrage liegt der Anteil der in der Vermie-
tung eingesetzten Stöckli Skis bei den von Stöckli befragten Stöckli Händlern im Durchschnitt 
bei […] %.110 Vor diesem Hintergrund scheint es angemessen, beim Umsatz ein Vermietungs-
anteil von […] % abzuziehen. Der Gesamtumsatz in den letzten drei Geschäftsjahren vor Be-
endigung der unzulässigen Wettbewerbsbeschränkung betrug auf dem relevanten Schweizer 
Markt folglich CHF […] abzüglich […] % Vermietungsanteil, ausmachend CHF […]. Die obere 
Grenze des Basisbetrags beträgt somit CHF […] (vgl. unten Tabelle 1: Sanktionsbemessung). 

Berücksichtigung der Art und Schwere des Verstosses 

87.  Gemäss Art. 3 SVKG ist die aufgrund des Umsatzes errechnete Höhe des Basisbetra-
ges je nach Schwere und Art des Verstosses festzusetzen (vgl. dazu Erläuterungen SVKG, 
S. 2 f.). Stöckli hat sich unzulässig im Sinne von Art. 5 Abs. 4 KG verhalten. Im Folgenden gilt 
es demnach zu prüfen, als wie schwer dieser Verstoss gegen das Kartellgesetz zu qualifizieren 
ist;  hierbei  stehen  objektive111  Faktoren  im  Vordergrund.  Grundsätzlich  ist  die  Schwere  der 
Zuwiderhandlung im Einzelfall unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände zu beurtei-
len. Allgemeine Aussagen zur Qualifizierung konkreter Abreden als schwer sind nur sehr be-
schränkt möglich, kommt es doch immer sehr stark auf die konkreten Umstände des Einzelfalls 
an.  

88.  Vorliegend wurden die vertikalen Preisabreden mit [80 % der] Stöckli Händler schriftlich 
in den Vertriebsverträgen vereinbart (vgl. oben, Rz 6 f.). Die Vermutung der Beseitigung wirk-
samen Wettbewerbs kann allerdings widerlegt werden (vgl. oben, Rz 55 ff.). Unter Berücksich-
tigung, dass die Marktanteile von Stöckli von rund [10–20%] auf funktionierenden Interbrand-
Wettbewerb schliessen lassen (vgl. oben, Rz 58), erscheint es als angemessen, den Basisbe-
trag  der  Sanktion  auf  3 %  des  Umsatzes  festzusetzen,  den  Stöckli  in  den  letzten  drei  Ge-
schäftsjahren auf dem relevanten Markt in der Schweiz erzielt hat (vgl. oben, Rz 85 ff.). Der 
Basisbetrag beträgt somit CHF […] (vgl. unten, Tabelle 1: Sanktionsbemessung).  

b. 

Dauer des Verstosses 

89.  Gemäss Art. 4 SVKG erfolgt eine Erhöhung des Basisbetrages um bis zu 50 %, wenn 
der Wettbewerbsverstoss zwischen einem und fünf Jahren gedauert hat, für jedes weitere Jahr 
ist ein Zuschlag von bis zu 10 % möglich (vgl. dazu Erläuterungen SVKG, S. 3). Legt das ko-
operierende Unternehmen der WEKO Beweismittel über die Dauer des Wettbewerbsverstos-
ses vor, von welchen diese keine Kenntnis hatte, so berechnet sie die Sanktion ohne Berück-
sichtigung dieses Zeitraums (Art. 14 Abs. 2 SVKG). 

108   Das Geschäftsjahr von Stöckli beginnt jeweils am 1. April und endet am 31. März. 
109   Act. […]. 
110   Act. […]. 
111  D.h. nicht verschuldensabhängige Kriterien, vgl. ROLF DÄHLER/PATRICK L. KRAUSKOPF, Die Sankti-
onsbemessung und die Bonusregelung, in: Walter Stoffel/Roger Zäch (Hrsg.), Kartellgesetzrevision 
2003, 139. 

22-00064/COO.2101.111.7.391226  

20 

 
 
 
 
                                                
90.  Vorliegend reichte Stöckli sämtliche ihr vorliegenden Vertriebsverträge mit ihrer ersten 
Stellungnahme im Rahmen der Marktbeobachtung und im Rahmen der Vorabklärung ein, d.h. 
vor Eröffnung der Untersuchung (vgl. oben, Rz 6 ff.). Diese Verträge belegen, dass der Wett-
bewerbsverstoss seit dem 1. April 2004 mindestens 14 Jahre gedauert hat (vgl. oben, Rz 43 
und 80). Folglich legte Stöckli dem Sekretariat die Beweismittel über die Dauer des Wettbe-
werbsverstosses vor, von denen die Wettbewerbsbehörden bis zu den Eingaben von Stöckli 
keine Kenntnis hatten. In Anwendung von Art. 14 Abs. 2 SVKG ist die Sanktion daher ohne 
Berücksichtigung eines Dauerzuschlages zu berechnen (vgl. unten, Tabelle 1: Sanktionsbe-
messung).112 

c. 

Erschwerende und mildernde Umstände 

In  einem  letzten  Schritt  sind  schliesslich  die  erschwerenden  und  die  mildernden  Um-
91. 
stände nach Art. 5 und 6 SVKG zu berücksichtigen. Diejenigen Aspekte, welche im Rahmen 
der Bonusmeldung und damit über den Bonus berücksichtigt werden, können nicht zusätzlich 
als erschwerende respektive mildernde Umstände Berücksichtigung finden. Die Einnahme ei-
ner  anstiftenden  oder  führenden  Rolle  in  einem  Wettbewerbsverstoss  (Art. 5  Abs. 2  lit. a 
SVKG) wird im Rahmen der Beurteilung der Bonusmeldung gewürdigt (siehe unten, Rz 96 ff.). 
Weitere erschwerende Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich.  

92.  Der Wille und die Bereitschaft zum Abschluss einer einvernehmlichen Regelung werden 
von den Wettbewerbsbehörden bei der Sanktionsbemessung als kooperatives Verhalten ge-
würdigt. Der Kooperation ist im Rahmen von Art. 2, 3 und 6 SVKG Rechnung zu tragen. 

Im vorliegenden Fall signalisierte Stöckli die Bereitschaft zum Abschluss einer einver-
93. 
nehmlichen Regelung kurz nach Untersuchungseröffnung.113 Dank des Abschlusses der ein-
vernehmlichen  Regelung  konnte  im  Sinne  der  Verfahrensökonomie  auf  zusätzliche  Ermitt-
lungsmassnahmen verzichtet und die Begründungstiefe und -dichte der Verfügung reduziert 
werden. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich im vorliegenden Fall, für den Abschluss 
der einvernehmlichen Regelung eine Sanktionsreduktion von 20 % in Höhe von CHF […] zu 
gewähren  (vgl.  unten,  Tabelle  1:  Sanktionsbemessung).  Weitere  mildernde  Umstände  sind 
nicht ersichtlich. 

d. 

Maximalsanktion 

94.  Die Sanktion beträgt in keinem Fall mehr als 10 % des in den letzten drei Geschäftsjah-
ren  in  der  Schweiz  erzielten  Gesamtumsatzes  des  Unternehmens  (Art. 49a  Abs. 1  KG  und 
Art. 7 SVKG). 

95.  Vorliegend  erübrigt  sich  die  Ermittlung  der  Gesamtumsätze  von  Stöckli,  da  die  Maxi-
malsanktion gemäss  Art.  49a  Abs.  1  KG  und  Art.  7  SVKG  offensichtlich nicht  überschritten 
wird (vgl. unten, Rz 101 f.). 

B.5.2.4.2.  Bonusmeldung – teilweiser Erlass der Sanktion 

96.  Nach Art. 49a Abs. 1 KG wird ein Unternehmen, welches an einer unzulässigen Abrede 
nach Art. 5 Abs. 3 bzw. 4 KG beteiligt ist oder sich nach Art. 7 KG unzulässig verhält, mit einer 
Sanktion belastet. Wenn ein Unternehmen an der Aufdeckung und Beseitigung der Wettbe-
werbsbeschränkung mitwirkt, kann auf eine Belastung dieses Unternehmens ganz oder teil-
weise verzichtet werden (Art. 49a Abs. 2 KG). Die Modalitäten eines vollständigen Sanktions-
erlasses sind in Art. 8 ff. SVKG aufgeführt, jene eines teilweisen in Art. 12 ff. SVKG. 

112   Siehe auch Art. 14 Abs. 2 Erläuterungen SVKG. 
113   Act. […]. 

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21 

 
 
 
 
                                                
97.  Stöckli  reichte  das  vorliegend  bedeutendste  Beweismittel,  d.h.  die  zur  Bonusmeldung 
gehörenden Vertriebsverträge, im Rahmen der Marktbeobachtung und der Vorabklärung vor 
Untersuchungseröffnung freiwillig ein (vgl. oben, Rz 6 f.). Damit und mit der Eingabe der Bo-
nusmeldung erfüllt Stöckli die Anforderungen von Art. 8 Abs. 1 SVKG. Die Voraussetzungen 
für einen vollständigen Sanktionserlass nach Art. 8 SVKG sind in casu in Übereinstimmung 
mit der bisherigen Praxis der WEKO in ähnlich gelagerten Fällen allerdings nicht gegeben, da 
Stöckli eine führende Rolle zukommt (Art. 8 Abs. 2 lit. a SVKG).114 In Anwendung von Art. 8 
Abs. 2 lit. a SVKG kann Stöckli die Sanktion infolgedessen nicht vollständig erlassen werden.  

98.  Sind nicht alle Voraussetzungen für einen vollständigen Erlass der Sanktion erfüllt, ist 
dennoch  eine  Reduktion  von  bis  zu  50 %  der  Sanktion  möglich.  Eine  solche  setzt  gemäss 
Art. 12 SVKG voraus, dass ein Unternehmen an einem Verfahren unaufgefordert mitgewirkt 
und im Zeitpunkt der Vorlage der Beweismittel die Teilnahme am betreffenden Wettbewerbs-
verstoss eingestellt hat. 

99.  Die Voraussetzungen für eine Reduktion der Sanktion sind vorliegend erfüllt. Stöckli ar-
beitete ununterbrochen, uneingeschränkt und ohne Verzug mit dem Sekretariat zusammen. 
Sodann anerkannte Stöckli den Sachverhalt (vgl. oben, Rz 6 ff.). Unter Würdigung sämtlicher 
Umstände erachtet die WEKO eine Reduktion der Sanktion um 50 % in Höhe von CHF […] 
als  angemessen  (vgl.  unten,  Tabelle  1:  Sanktionsbemessung).  Damit  wird  der  Antrag  von 
Stöckli gutgeheissen (vgl. oben, Rz 23). 

B.5.2.4.3.  Verhältnismässigkeitsprüfung 

100.  Schliesslich muss eine Sanktion als Ausfluss des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes für 
die betroffenen Unternehmen auch finanziell tragbar sein.115 Vorliegend ist der Sanktionsbe-
trag […] als tragbar bzw. zumutbar zu bezeichnen.116  

B.5.2.5. Ergebnis 

101.  Die nachfolgende Tabelle fasst die Sanktionsberechnung für Stöckli zusammen: 

114   RPW 2017/2, 294 Rz 109, Husqvarna; RPW 2016/3, 752 Rz 225, Saiteninstrumente; RPW 2009/2, 

157 Rz 101, Sécateurs et cisailles. 

115  Vgl. dazu etwa Verfügung der WEKO vom 26.3.2018 i.S. Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin I, 
Rz 1085 ff.  und  Verfügung  der  WEKO  vom  8.7.2016  i.S.  Bauleistungen  See-Gaster,  Rz 1419, 
beide  publiziert  im  Internet  unter:  https://www.weko.admin.ch/weko/de/home/aktuell/letzte-ent-
scheide.html (12.6.2019); RPW 2009/3, 218 Rz 150 m.w.Hw., Elektroinstallationsbetriebe Bern. 

116   Act. […]. 

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22 

 
 
 
 
 
 
                                                
Tabelle 1: Sanktionsbemessung 

Sanktionsbemessung 

Umsatz auf dem relevanten Markt letzte drei Jahre 

Obergrenze Basisbetrag (Art. 3 SVKG)  

Basisbetrag konkreter Fall (Art. 3 SVKG) 

Zuschlag für Dauer (Art. 4 SVKG)  

Total Basisbetrag  

Erschwerende Umstände (Art. 5 SVKG)  

Mildernde Umstände (Art. 6 SVKG)  

Zwischenergebnis Sanktionsbemessung  

10 % 

3 % 

+ 0 %  

+ 0 % 

- 20 % 

Reduktion der Sanktion: Bonus (Art. 12 SVKG)  

- 50 % 

CHF 

[…] 

[…] 

[…] 

0 

[…] 

0 

 - […] 

[…] 

 - […] 

Total 

[rund 140'000] 

102.  Aufgrund der genannten Erwägungen und unter Würdigung aller Umstände erachtet die 
WEKO eine Verwaltungssanktion in Höhe von CHF [rund 140’000] dem Verstoss von Stöckli 
gegen Art. 5 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 KG, mit welchem der Tatbestand von Art. 49a Abs. 1 KG 
erfüllt ist, als angemessen. Die Sanktion liegt in jedem Fall unter der Maximalsanktion, da die 
Obergrenze des Basisbetrags nicht überschritten ist.  

C. 

Kosten 

103.  Nach Art. 2 Abs. 1 GebV-KG117 ist gebührenpflichtig, wer das Verwaltungsverfahren ver-
ursacht hat.  

104.  Im Untersuchungsverfahren nach Art. 27 ff. KG besteht eine Gebührenpflicht, wenn auf-
grund der Sachverhaltsfeststellung eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung vorliegt oder 
wenn sich die Parteien unterziehen. Vorliegend hat die Verfügungsadressatin das beanstan-
dete  Verhalten  aufgegeben  und  sich  zu  einer  einvernehmlichen  Regelung  verpflichtet.  Eine 
Gebührenpflicht ist daher zu bejahen. 

105.  Nach Art. 4 Abs. 2 GebV-KG gilt ein Stundenansatz von CHF 100 bis 400. Dieser richtet 
sich namentlich nach der Dringlichkeit des Geschäfts und der Funktionsstufe des ausführen-
den Personals. Auslagen für Porti sowie Telefon- und Kopierkosten sind in den Gebühren ein-
geschlossen (Art. 4 Abs. 4 GebV-KG).  

106.  Die aufgewendete Zeit beträgt vorliegend insgesamt 390,88 Stunden. Aufgeschlüsselt 
werden demnach folgende Stundenansätze verrechnet:  

−  98,05 Stunden zu CHF 130, ergebend CHF 12'746.50 

−  279,84 Stunden zu CHF 200, ergebend CHF 55’968 

−  12,99 Stunden zu CHF 290, ergebend CHF 3'767.10 

107.  Demnach beläuft sich die Gebühr auf CHF 72'481.60. 

108.  Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 72'481.60 gehen zu Lasten von Stöckli. 

117  Verordnung  vom  25.2.1998  über  die  Gebühren  zum  Kartellgesetz  (Gebührenverordnung  KG, 

GebV-KG; SR 251.2). 

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23 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                
D. 

Ergebnis 

109.  Zusammenfassend kommt die WEKO gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zu fol-
gendem Ergebnis:  

•  Zwischen Stöckli und den jeweiligen Stöckli Händlern (vgl. oben, Rz 42) bestanden seit 
Ende 2003 bis Ende 2018 vertikale Wettbewerbsabreden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 
KG über die Höhe der Wiederverkaufspreise der Stöckli Händler (vgl. oben, Rz 40 ff.).  

•  Diese Wettbewerbsabreden stellen vertikale Preisabreden in Form von festgesetzten 

Mindestpreisen nach Art. 5 Abs. 4 KG dar (vgl. oben, Rz 45). 

•  Die gesetzlich statuierte Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs kann wi-

derlegt werden (vgl. oben, Rz 59). 

•  Die  vertikalen  Preisabreden  zwischen  Stöckli  und  den  Stöckli  Händlern  (vgl.  oben, 
Rz 42) stellen erhebliche Wettbewerbsbeschränkungen im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG 
dar (vgl. oben, Rz 60). 

•  Rechtfertigungsgründe im Sinne von Art. 5 Abs. 2 KG sind nicht gegeben (vgl. oben, 

Rz 63 ff.). 

•  Zwischen Stöckli und den jeweiligen Stöckli Händlern (vgl. oben, Rz 42) lagen somit 
vertikale Abreden über die Festsetzung von Mindestpreisen im Sinne von Art. 5 Abs. 4 
KG vor, die nach Art. 5 Abs. 1 KG unzulässig sind. 

•  Mit dem Abschluss der einvernehmlichen Regelung werden die Massnahmen hinsicht-
lich aller Gegenstand der Untersuchung bildenden Wettbewerbsbeschränkungen ge-
genüber Stöckli einvernehmlich und abschliessend geregelt. 

•  Aufgrund der genannten Erwägungen und unter Würdigung aller Umstände erachtet 
die WEKO eine Verwaltungssanktion in Höhe von CHF [rund 140’000] dem Verstoss 
von Stöckli gegen Art. 49a Abs. 1 KG als angemessen (vgl. oben, Rz 101 f.). 

•  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  hat  Stöckli  die  Verfahrenskosten  in  Höhe  von 

CHF 72'481.60 zu tragen (vgl. oben, Rz 108). 

22-00064/COO.2101.111.7.391226  

24 

 
 
 
 
 
 
E. 

Dispositiv 

Aufgrund des Sachverhalts und der vorangehenden Erwägungen verfügt die WEKO: 

1. 

Die WEKO genehmigt die nachfolgende, von der Stöckli Swiss Sports AG mit dem Sek-
retariat der WEKO vereinbarte einvernehmliche Regelung vom 24. Juni 2019 mit nach-
folgendem Wortlaut (vgl. für den gesamten Text inkl. Vorbemerkungen Rz 69): 

1.  Stöckli verpflichtet sich, den Stöckli-Fachhandelspartnern in der Schweiz weder di-
rekt noch indirekt Mindest- oder Festverkaufspreise im Sinne von Art. 5 Abs. 4 KG 
vorzugeben. Die Preisempfehlungen werden explizit als unverbindlich deklariert.  

2.  Stöckli verpflichtet sich, den Stöckli-Fachhandelspartnern in der Schweiz die Kom-
munikation von Wiederverkaufspreisen im Internet nicht im Sinne von Art. 5 KG zu 
verbieten.  

3.  Stöckli  verpflichtet  sich,  den  Internetverkauf  durch  Stöckli-Fachhandelspartner  in 
der Schweiz nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG zu beschränken. Zulässig ist die 
Anforderung,  dass  Stöckli-Fachhandelspartner  über  mindestens  eine  physische 
Verkaufsstelle  verfügen  müssen.  Ebenfalls  zulässig  sind  Qualitätsanforderungen, 
welche Stöckli an die Verwendung des Internets zum Weiterverkauf seiner Waren 
stellt,  um  zu  gewährleisten,  dass  das  Online-Geschäft  der  Stöckli-Fachhandels-
partner mit dem Vertriebsmodell von Stöckli im Einklang steht. 

4.  Stöckli verpflichtet sich, im Rahmen des selektiven Vertriebs Querlieferungen zwi-
schen Schweizer Stöckli-Fachhandelspartnern nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG 
und Querlieferungen von ausländischen Stöckli-Fachhandelspartnern an Schweizer 
Stöckli-Fachhandelspartner nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 4 KG zu beschränken.  

5.  Stöckli  verpflichtet  sich,  die  Möglichkeit  von  Passivverkäufen  von  ausländischen 
Distributoren  an  Schweizer  Stöckli-Fachhandelspartner  nicht  im  Sinne  von  Art.  5 
Abs. 4 KG zu beschränken. 

6.  Stöckli verpflichtet sich, den ausländischen Distributoren keine Pflicht aufzuerlegen, 
wonach  diese  die  Möglichkeit  von  Passivverkäufen  durch  ihre  eigenen  ausländi-
schen Stöckli-Fachhandelspartner an Schweizer Endkundinnen und Endkunden im 
Sinne von Art. 5 Abs. 4 KG beschränken müssen. 

Die Stöckli Swiss Sports AG wird wegen Beteiligung an unzulässigen Abreden über die 
Festsetzung von Mindestpreisen gemäss Art. 5 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 KG mit einer Sank-
tion nach Art. 49a Abs. 1 KG in der Höhe von CHF [rund 140’000] belastet.  

Im Übrigen wird die Untersuchung eingestellt. 

Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 72'481.60 werden der Stöckli Swiss Sports 
AG auferlegt. 

2. 

3. 

4. 

Die Verfügung ist zu eröffnen:  

−  Stöckli Swiss Sports AG, Kommetsrüti 3, 6110 Wolhusen 

vertreten durch Homburger AG, RA Dr. Marcel Dietrich, RA Andreas Burger, Prime To-
wer, Hardstrasse 201, 8005 Zürich  

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25 

 
 
 
 
 
 
Wettbewerbskommission 

Prof. Dr. Andreas Heinemann 
Präsident 

Prof. Dr. Patrik Ducrey  
Direktor 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen  diese  Verfügung kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesverwaltungsge-
richt, Postfach, 9023 St. Gallen, Beschwerde geführt werden. Die Rechtsschrift hat die Begeh-
ren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Die 
angefochtene Verfügung und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei 
in Händen hat, beizulegen.  

22-00064/COO.2101.111.7.391226  

26