# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46fcc7a2-6f83-539e-b121-73fdb3943231
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2018 A-3150/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3150-2016_2018-07-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 18.06.2019 (2C_809/2018) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-3150/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), 

Richterin Christine Ackermann,  

Richter Jérôme Candrian,    

Gerichtsschreiber Benjamin Strässle-Kohle. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

Beschwerdeführer 1,   

2. B._______, 

Beschwerdeführer 2,  

beide vertreten durch 

lic. iur. Georg Friedli, Fürsprecher, 

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössisches Finanzdepartement EFD, 

Generalsekretariat Rechtsdienst, 

Bundesgasse 3, 3003 Bern,    

Vorinstanz,  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Staatshaftung. 

 

 

A-3150/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

Vorgeschichte 

A.  

A._______ gründete im Jahr (…) die X._______ AG mit Sitz in (…). Die 

Bank verfügte zuletzt über ein Aktienkapital von Fr. (…), welches in (…) 

Namensaktien mit einem Nennwert von je Fr. (…) unterteilt war. Die Aktien 

waren mehrheitlich (zuletzt zu rund […]) im Eigentum von A._______, der 

zunächst Präsident des Verwaltungsrats und ab dem Jahr (…) Geschäfts-

führer der Bank war. B._______, Mitglied des Verwaltungsrats der 

X._______ AG, hielt einen Aktienanteil von rund (…).  

Die X._______ AG stand aufgrund ihrer angespannten finanziellen Situa-

tion seit dem Jahr 2001 unter besonderer Beobachtung und Überwachung 

der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK; heute: Eidgenössische Fi-

nanzmarktaufsicht [FINMA]; nachfolgend: EBK). So wies die EBK mit 

Schreiben vom 22. Oktober 2001 auf einen (drohenden) Kapitalverlust hin 

und verpflichtete die X._______ AG mit Schreiben vom 5. Dezember 2001 

dazu, der EBK bis auf weiteres quartalsweise einen Zwischenabschluss 

zuzustellen (Akten der EBK/FINMA [in elektronischer Form auf CD-Rom], 

zu den Akten genommen als Beilage zur Vernehmlassung des Eidgenös-

sischen Finanzdepartements [EFD] vom 8. August 2016 [nachfolgend: Ak-

ten der EBK/FINMA], Unterlagen finanzielle Situation Bank; vgl. zudem die 

Schreiben der EBK an die X._______ AG vom 29. Mai 2002, 1. November 

2002 und 15. Januar 2002 [recte: 2003; Akten der EBK/FINMA, Unterlagen 

finanzielle Situation Bank]). Die X._______ AG hat in der Folge verschie-

dene Sanierungsmassnahmen ergriffen (vgl. Schreiben der X._______ AG 

an die EBK vom 17. Juli 2002 [Akten der EBK/FINMA, Unterlagen finanzi-

elle Situation Bank]).  

B.  

Am 13. Juni 2003 fand ein Treffen zwischen Vertretern der Bundeskrimi-

nalpolizei (nachfolgend: BKP) und der EBK statt. Die BKP informierte die 

EBK darüber, dass A._______ anbiete, Gelder aus der organisierten Krimi-

nalität (Drogenhandel) über die X._______ AG zu waschen. Die Informati-

onen stammten jedoch selbst aus dem Bereich der organisierten Krimina-

lität und die Vorermittlungen stünden noch am Anfang. Die EBK ihrerseits 

gab der BKP Auskunft über die finanzielle Situation und die Ertragslage der 

X._______ AG sowie zur Person von A._______. Weiter hielt sie fest, dass 

aufgrund der vorgelegten Informationen A._______ die erforderliche Ge-

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währ für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit nicht mehr biete und aus die-

sem Grund die X._______ AG nicht mehr führen dürfte. An seiner Stelle 

müsste ein Beobachter oder Liquidator eingesetzt und die Bank sodann 

verkauft oder liquidiert werden. Die Beteiligten kamen überein, dass die 

EBK vorläufig nichts unternehme, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, 

die BKP die EBK jedoch informiert halte, um – falls notwendig – koordiniert 

vorgehen zu können (Aktennotiz des Bundesamtes für Polizei vom 13. Juni 

2003 [Vorakten, S. 672–675]; EBK-interne E-Mails vom 13. Juni 2003 

[Vorakten, S. 399]). 

C.  

Die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend: Bundesanwalt-

schaft) leitete am 24. Juli 2003 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfah-

ren gegen Unbekannt und gegen A._______ wegen des Verdachts der 

qualifiziert begangenen Geldwäscherei ein. Am 31. Oktober 2003 infor-

mierte sie die EBK über die gegen A._______ geführten Ermittlungen. Da-

bei gab sie u.a. an, es sei ein verdeckter Ermittler an A._______ herange-

führt und bereits ein konkretes Geldwäschereigeschäft abgewickelt wor-

den. Die Bundesanwaltschaft erwäge einen "Zugriff" im Dezember 2003. 

Die EBK stellte ihrerseits den Erlass einer superprovisorischen Verfügung 

in Aussicht, mit welcher zum Schutz der Anleger und Gläubiger ein Be-

obachter in die X._______ AG abgeordnet würde mit dem Auftrag, die Ge-

schäftsbeziehungen der Bank zu durchleuchten und zu beobachten (Ak-

tennotiz der Bundesanwaltschaft vom 31. Oktober 2003 [Vorakten, S. 649–

651]). 

D.  

Am 10. Dezember 2003 erliess die EBK eine superprovisorische Verfü-

gung. Sie verbot der X._______ AG bis auf weiteres Geschäfte, welche 

sich zum Nachteil der Bank und ihrer Gläubiger auswirken könnten. Zudem 

wurde die Y._______ AG als Beobachterin eingesetzt und beauftragt, die 

Geschäftstätigkeit der Bank zu überwachen. Sie hatte zuhanden der EBK 

einen umfassenden Bericht über die (finanzielle) Situation der Bank zu ver-

fassen und hierzu insbesondere die Transaktionen, die im Zusammenhang 

mit den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft standen, die Funktionsfähig-

keit der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates sowie die Einhaltung 

der Bewilligungsvoraussetzungen gemäss der Banken- und Börsengesetz-

gebung abzuklären. Die EBK ordnete sodann die sofortige Vollstreckbar-

keit der Verfügung an und gab der X._______ AG Gelegenheit, zu den ver-

fügten Massnahmen Stellung zu nehmen und zu erklären, ob der Erlass 

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einer anfechtbaren Zwischenverfügung verlangt werde (Vorakten, S. 193–

200).  

Die Verfügung der EBK vom 10. Dezember 2003 wurde der X._______ AG 

am 11. Dezember 2003 eröffnet. Ebenfalls am 11. Dezember 2003 erliess 

die Bundesanwaltschaft Haftbefehl gegen A._______, der gleichentags an-

gehalten und in Untersuchungshaft gesetzt wurde. Es folgten Hausdurch-

suchungen und Beschlagnahmungen in den Räumen der X._______ AG 

sowie am Wohnort von A._______ und in seinem Ferienhaus. A._______ 

wurde am 28. Januar 2004 aus der Untersuchungshaft entlassen.  

E.  

Auf Beschluss des Verwaltungsrates der X._______ AG vom 17. Dezem-

ber 2003 löste B._______, der zuvor als Verwaltungsrat der X._______ AG 

zurückgetreten war, A._______ als Geschäftsführer der Bank ab. Der Ver-

waltungsrat beschloss zudem, am 20. Januar 2004 zu einer ausseror-

dentlichen Generalversammlung einzuladen und dieser mögliche Sanie-

rungsmassnahmen vorzuschlagen (Protokoll der Sitzung des Verwaltungs-

rates der X._______ AG vom 17. Dezember 2003 [Vorakten, S. 903–907]; 

vgl. zudem das Protokoll der ausserordentlichen Sitzung des Verwaltungs-

rates vom 15. Dezember 2003 [Vorakten, S. 897–902]). 

F.  

Mit Schreiben vom 19. Dezember 2003 reichte die X._______ AG der EBK 

eine Stellungnahme zu den von der EBK am 10. Dezember 2003 super-

provisorisch verfügten Massnahmen ein. Dabei äusserte sie sich zur Neu-

ordnung der Geschäftsführung und zu den geplanten Sanierungsmassnah-

men. Im Weiteren verzichtete die X._______ AG entsprechend dem Be-

schluss des Verwaltungsrates vom 15. Dezember 2003 (implizit) darauf, 

eine anfechtbare Zwischenverfügung zu verlangen (Protokoll der ausser-

ordentlichen Sitzung des Verwaltungsrates der X._______ AG vom 15. De-

zember 2003 [Vorakten, S. 897–902]; Schreiben der X._______ AG an die 

EBK vom 19. Dezember 2003 [Vorakten, S. 395–398]). 

G.  

Die Y._______ AG erstattete der EBK am 23. Dezember 2003 und ein 

zweites Mal am 23. Januar 2004 Bericht (Vorakten, S. 835–896; vgl. ferner 

den Bericht zum Vermögensverwaltungsgeschäft vom 27. Januar 2004 

[Akten EBK/FINMA, Enforcement-Akten Ordner 1]). Sie kam dabei zusam-

menfassend zu dem Schluss, dass die finanzielle Situation der X._______ 

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AG angespannt und die operative Tätigkeit der Bank nur noch sehr kurz-

fristig möglich sei. Die Situation verlange nach einer raschen Verbesserung 

der Eigenkapitalbasis durch einen strategischen Partner oder Käufer. Der 

Verwaltungsrat habe die entsprechenden Schritte hierzu eingeleitet. Hin-

sichtlich der Transaktionen, die im Zusammenhang mit den Ermittlungen 

der Bundesanwaltschaft gestanden hätten, hielt die Y._______ AG fest (2. 

Berichterstattung an die EBK in Sachen X._______ AG vom 23. Januar 

2004, S. 40 [Vorakten, S. 896]):  

Gestützt auf den momentanen Erkenntnisstand kommen wir zum Schluss, 

dass ausser dem im ersten Bericht erläuterten Fall "C._______" keine der ge-

prüften Transaktionen auf Geldwäscherei schliessen lassen. Es hat sich je-

doch mittlerweile bestätigt, dass A._______ ausserhalb der Bank Transaktio-

nen durchgeführt hat, die wir nach einer ersten Analyse der uns von 

G._______ übergebenen sensitiven Ordnern zumindest als ungewöhnlich und 

kritisch einschätzen müssen. Der Inhalt dieser Ordner wird derzeit überprüft. 

Die Erkenntnisse aus dieser Prüfung werden Teil eines separaten Berichts an 

die EBK bilden.  

Der erwähnte separate Bericht über die von A._______ ausserhalb der 

X._______ AG durchgeführten Transaktionen wurde später von der 

Y._______ AG direkt der Bundesanwaltschaft zugestellt (Schreiben der 

EBK vom 12. Februar 2004 an die Bundesanwaltschaft [Akten der 

EBK/FINMA, Enforcement-Akten Ordner 2]). 

H.  

Die Aktionäre der X._______ AG stimmten anlässlich der ausserordentli-

chen Generalversammlung vom 20. Januar 2004 einem Verkauf der Bank 

zu. Am 2. Februar 2004 haben die W._______ und die Aktionäre der 

X._______ AG einen Aktienkaufvertrag über den Erwerb von 100 % der 

Aktien der X._______ AG abgeschlossen (Vorakten, S. 292–331). Mit Ver-

fügung vom 19. Februar 2004 erteilte sodann die EBK die für die ausländi-

sche Beherrschung einer Schweizer Bank erforderliche Zusatzbewilligung 

(Vorakten, S. 410–413), woraufhin der Aktienkauf per 12. März 2004 voll-

zogen wurde (Schreiben der W._______ vom 15. März 2004 an die EBK 

[Akten der EBK/FINMA, Enforcement-Akten Ordner 2]). Die X._______ AG 

wurde anschliessend mit der Z._______ AG einer Tochtergesellschaft der 

W._______, fusioniert. Bereits zuvor, mit Schreiben vom 24. Februar 2004, 

hatte die EBK das Beobachtermandat der Y._______ AG gemäss der Ver-

fügung vom 10. Dezember 2003 auf den Vollzug des erwähnten Aktien-

kaufvertrages hin für beendet erklärt (Akten der EBK/FINMA, Enforcement-

Akten Ordner 2; vgl. zudem das Schreiben der EBK vom 29. März 2004 an 

die Y._______ AG [EBK/FINMA, Enforcement-Akten Ordner 2]). 

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I.  

Am 6. Mai 2010 erhob die Bundesanwaltschaft beim Bundesstrafgericht 

Anklage gegen A._______. Sie beantragte, es sei dieser schuldig zu erklä-

ren der Urkundenfälschung, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der 

(versuchten) qualifiziert begangenen Geldwäscherei sowie der Beste-

chung fremder Amtsträger. Gestützt auf die Schuldsprüche sei A._______ 

zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon 6 Monate unbedingt, unter 

Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 49 Tagen und 

der Anordnung einer Probezeit von 3 Jahren zu verurteilen.  

Das Bundesstrafgericht stellte mit Urteil (…) vom (…) 2011 das Verfahren 

gegen A._______ in einem Anklagepunkt ein und sprach ihn in den übrigen 

Anklagepunkten frei. Es hob die Beschlagnahme verschiedener Vermö-

genswerte auf und sprach A._______ gestützt auf Art. 429 Abs. 1 Bst. a 

der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) eine Ent-

schädigung für die angemessene Ausübung seiner Verteidigungsrechte – 

im Wesentlichen die Kosten für die anwaltliche Vertretung – sowie gestützt 

auf Art. 429 Abs. 1 Bst. c StPO eine Genugtuung wegen unbegründeter 

Haft zu. Das Begehren um eine Entschädigung für den durch das Strafver-

fahren entstandenen Erwerbsausfall erachtete das Bundesstrafgericht als 

nicht begründet und wies das Entschädigungsbegehren in diesem Punkt 

ab.  

Das Bundesstrafgericht erwog zusammenfassend, zu Beginn der Ermitt-

lungen gegen A._______ hätten Informationen eines unter dem falschen 

Namen "D._______" bekannten Südamerikaners gestanden; "D._______", 

der in den Vereinigten Staaten zu einer Freiheitsstrafe wegen Drogende-

likten verurteilt worden war, habe der Bundesanwaltschaft wesentliche In-

formationen für die Verfolgung von Geldwäscherei angeboten und im Ge-

genzug Unterstützung bei der Ausreise aus den USA erhalten. Im Frühjahr 

2003 habe "D._______" der BKP mitgeteilt, ein Banker aus Zürich habe 

über seine Beteiligung an Geldwäschereihandlungen aus dem Drogenhan-

del des Clans um Pablo-Escobar berichtet und sei immer noch in diesem 

Bereich tätig. Nach einem Treffen mit dem Banker habe "D._______" der 

BKP rapportiert, dass es sich dabei um A._______ gehandelt und sich die-

ser bereit erklärt habe, Geld, das aus dem Drogenhandel stamme, zu wa-

schen. Daraufhin habe die BKP, gestützt (im Wesentlichen) auf die Infor-

mationen von "D._______", der Bundesanwaltschaft Antrag auf Eröffnung 

eines Ermittlungsverfahrens gestellt. Die Bundesanwaltschaft habe darauf-

hin am 24. Juli 2003 formell ein Ermittlungsverfahren eröffnet, obschon, so 

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das Bundesstrafgericht, die Verdachtslage "dürftig" gewesen sei. Es quali-

fizierte die Einleitung des Ermittlungsverfahrens gegen A._______ in der 

Folge als unstatthafte "fishing expedition" und hielt fest, der Verdacht, 

A._______ wasche für die Drogenmafia Geld, habe nie auch nur ansatz-

weise konkretisiert werden können. 

Nach den weiteren Erwägungen des Bundesstrafgerichts stützte die Bun-

desanwaltschaft ihre Anklage (hinsichtlich der [versuchten] qualifizierten 

Geldwäscherei) auf Beweise, die einer Überwachung des Fernmeldever-

kehrs von A._______ sowie einer verdeckten Ermittlung entstammten. Ers-

tere habe jedoch, so das Bundesstrafgericht, auf keiner rechtlich genügen-

den Bewilligung beruht. Die Bundesanwaltschaft habe in ihrem Antrag zu-

handen der zuständigen Genehmigungsbehörde den Vorwurf der bereits 

etablierten Geldwäschereiaktivität in einem Ausmass, das dem qualifizier-

ten Tatbestand entspreche und somit die Überwachung des Fernmeldever-

kehrs gerechtfertigt hätte, in keiner Weise begründet; die Denunziationen 

von "D._______" seien nicht auf ihre Plausibilität hin überprüft worden. 

Vielmehr sei die Bundesanwaltschaft in ihrem Antrag um Genehmigung der 

Telefonüberwachung über die Angaben der BKP hinausgegangen und 

habe sich somit die Genehmigung zur Telefonüberwachung mit teilweise 

falschen Angaben "erschlichen". Dies müsse die absolute Unverwertbar-

keit der Ergebnisse aus der Überwachung des Fernmeldeverkehrs zur 

Folge haben. Im Weiteren sei der initiale Einsatz von "D._______" als ver-

deckter Ermittler widerrechtlich gewesen, da es an den gemäss der dama-

ligen bundesgerichtlichen Rechtsprechung hierfür notwendigen Vorausset-

zungen gefehlt habe. So sei weder eine vorbestehende Tatbereitschaft von 

A._______ nachgewiesen noch habe "D._______" die für eine verdeckte 

Ermittlung unentbehrlichen persönlichen Voraussetzungen erfüllt und sich 

auch nicht an die zwingend zu wahrenden rechtlichen Schranken, insbe-

sondere keine Tatprovokation zu begehen, gehalten. Der Einsatz von 

"D._______" habe folglich auch keine genügende rechtliche Grundlage für 

den nachfolgenden Einsatz des verdeckten Ermittlers "VE-(…)" schaffen 

können. Dieser sei mangels vorbestehender Tatbereitschaft ebenfalls wi-

derrechtlich gewesen. Der staatlich zu verantwortende Einfluss – nach den 

Erwägungen des Bundesstrafgericht haben die Strafverfolgungsbehörden 

A._______ zu der Straftat der (versuchten) Geldwäscherei "angestiftet" – 

habe insgesamt ein so grosses Übergewicht, dass hinsichtlich des Ankla-

gepunktes der mehrfachen (versuchten) Geldwäscherei im Zusammen-

hang mit der Annahme von Bargeld des verdeckten Ermittlers "VE-(…)" die 

Einstellung des Strafverfahrens adäquat erscheine. 

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Nach den weiteren Erwägungen des Bundesstrafgerichts beruhte der An-

fangsverdacht weiterer strafbarer Handlungen – ungetreue Geschäftsbe-

sorgung zum Nachteil der (…), Geldwäscherei an und Bestechung mit Mit-

teln dieser Gruppe sowie Urkundenfälschung – ausschliesslich auf den Be-

richten und der Tätigkeit des verdeckten Ermittlers "VE-(…)". Dessen Ein-

satz sei jedoch widerrechtlich gewesen, was im vorliegenden Fall zur Un-

verwertbarkeit nicht nur der direkten, sondern auch aller weiteren Beweise 

führe. Die Folge sei ein Freispruch (Urteil des BStGer […] vom […] 2011 

[Vorakten, S. 47–140]).  

Das Urteil des Bundesstrafgerichts vom (…) 2011 blieb unangefochten und 

ist entsprechend in Rechtskraft erwachsen. 

Vorinstanzliches Verfahren 

J.  

Mit Schreiben vom 18. April 2012 machten A._______ und B._______ 

(nachfolgend: Gesuchsteller) beim Eidgenössischen Finanzdepartement 

(EFD) Schadenersatzansprüche gegen die Schweizerische Eidgenossen-

schaft geltend. Sie beantragten Schadenersatz in der Höhe von 

Fr. 16‘170‘166.– bzw. Fr. 1‘104‘161.– nebst Zins zu 5 % seit dem 2. Feb-

ruar 2004. 

Zur Begründung ihrer Begehren machten die Gesuchsteller zusammenfas-

send und unter Verweis auf das Urteil des Bundesstrafgerichts (…) vom 

(…) geltend, die Bundesanwaltschaft habe ohne hinreichenden Tatver-

dacht und gestützt auf widerrechtlich erlangte Beweismittel ein Ermittlungs-

verfahren gegen A._______ geführt. Dieses Verfahren und die bevorste-

hende Verhaftung von A._______ hätten wiederum die EBK dazu veran-

lasst, mit superprovisorischer Verfügung vom 10. Dezember 2003 die 

Y._______ AG als Beobachterin bei der X._______ AG einzusetzen. Der 

EBK hätten jedoch mildere Mittel zur Verfügung gestanden, um den Ver-

dacht der Geldwäscherei zu prüfen, weshalb auch die EBK widerrechtlich 

gehandelt habe. Jedenfalls sei der Bank aufgrund des widerrechtlichen 

Verhaltens von Bundesanwaltschaft und EBK ein erheblicher Reputations-

schaden entstanden und den Aktionären schliesslich nichts anderes als der 

Verkauf der Bank übrig geblieben. Dabei sei aufgrund des zeitlichen 

Drucks, des Abflusses von Kundengeldern infolge des Vertrauensverlusts 

und der durch die Intervention der EBK direkt entstandenen Kosten ein 

Verkaufspreis erzielt worden, der wesentlich unter dem eigentlichen Wert 

der Bank gelegen habe. Daraus sei ihnen ein Schaden entstanden, der 

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adäquat kausal durch die widerrechtlichen Untersuchungshandlungen der 

Bundesanwaltschaft und damit zusammenhängend die Massnahmen der 

EBK sowie das Verhalten der Y._______ AG als Beobachterin, die aktiv auf 

einen Verkauf der Bank hingewirkt habe, verursacht worden sei. Hierfür 

seien sie zu entschädigen (Vorakten, S. 1–353).  

K.  

Das EFD holte in der Folge bei der Bundesanwaltschaft, der FINMA und 

bei der Y._______ AG Stellungnahmen ein.  

Die Y._______ AG, die von der EBK mit superprovisorischer Verfügung 

vom 10. Dezember 2003 als Beobachterin eingesetzt worden war, nahm 

mit Schreiben vom 29. Juni 2012 zu den Schadenersatzbegehren und den 

gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung. Sie äusserte sich im Wesentli-

chen zu ihrem Auftrag gemäss der Verfügung der EBK und zu den von ihr 

in der Folge vorgenommenen Abklärungen, gestützt auf welche sie der 

EBK in drei Berichterstattungen ihre Erkenntnisse mitgeteilt habe. Zweck 

ihrer Abklärungen sei gewesen, der EBK die notwendigen Informationen 

zu liefern, damit diese als Aufsichtsbehörde im Interesse des Gläubiger-

schutzes die Situation um die X._______ AG habe beurteilen und die not-

wendigen Massnahmen habe ergreifen können. Sie hält dafür, sich im Rah-

men ihres Auftrages gemäss der Verfügung der EBK bewegt, die erforder-

lichen Abklärungen objektiv vorgenommen und entsprechend den Auftrag 

gesetzeskonform ausgeführt zu haben. Die Y._______ AG müsse sich so-

dann das Wissen der Bundesanwaltschaft und der EBK nicht anrechnen 

lassen, da ihr eine Beurteilung der Rechtmässigkeit der (geheimen) Ermitt-

lungsmassnahmen mangels Sach- und Fachkenntnis nicht möglich gewe-

sen sei (Vorakten, S. 369–377). 

Die Bundesanwaltschaft nahm mit Schreiben vom 2. Juli 2012 zu den 

Staatshaftungsbegehren Stellung. Sie äussert sich zunächst zur Subsidia-

rität der Haftung gemäss dem Verantwortlichkeitsgesetz (VG, SR 170.32) 

und hält unter Verweis auf einen Entscheid der Eidgenössischen Rekurs-

kommission dafür, dass der vorliegende Sachverhalt nicht unter die spezi-

algesetzliche Entschädigungsbestimmung gemäss Art. 429 StPO falle. Es 

gelange daher das VG zur Anwendung, wobei – wenn wie vorliegend ein 

Vermögensschaden geltend gemacht werde – Widerrechtlichkeit nur im 

Fall einer wesentlichen Amtspflichtverletzung gegeben sei. Davon sei nicht 

auszugehen: Weder sei das gegen A._______ eingeleitete Ermittlungsver-

fahren widerrechtlich gewesen – das Bundesstrafgericht habe diese Frage 

offen gelassen – noch habe die EBK beim Erlass der superprovisorischen 

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Seite 10 

Verfügung vom 10. Dezember 2003 in widerrechtlicher Weise ihr Ermes-

sen überschritten. Schliesslich seien die Ansprüche (von A._______) oh-

nehin verwirkt, da dieser bereits früher – nach der Akteneinsicht im Ermitt-

lungsverfahren – Kenntnis der wesentlichen Elemente des seiner Ansicht 

nach entstandenen Schadens erhalten habe (Vorakten, S. 380–388).  

Mit Schreiben vom 30. Juli 2012 nahm schliesslich die FINMA als Rechts-

nachfolgerin der EBK zu den Begehren der Gesuchsteller Stellung. Wie 

bereits die Bundesanwaltschaft hielt sie dafür, die Ansprüche der Gesuch-

steller (gegenüber der damaligen EBK) seien verwirkt, da mit dem Verkauf 

der X._______ AG die wesentlichen und für die Geltendmachung von 

Schadenersatzbegehren notwendigen Elemente bekannt gewesen seien. 

Im Weiteren weist die FINMA darauf hin, dass die X._______ AG nach Er-

öffnung der superprovisorischen Verfügung vom 10. Dezember 2003 auf 

den Erlass einer anfechtbaren Verfügung verzichtet bzw. keine solche ver-

langt habe. Die superprovisorische Verfügung vom 10. Dezember 2003 sei 

somit in formelle Rechtskraft erwachsen mit der Folge, dass die Rechtmäs-

sigkeit der verfügten Massnahmen im Staatshaftungsverfahren nicht mehr 

in Frage gestellt werden könnten. Sodann hafte der Staat für Vermögens-

schädigungen, wie sie die Gesuchsteller vorliegend geltend machten, nur 

dann, wenn gegen Bestimmungen verstossen worden sei, die spezifisch 

dem Schutz der Betroffenen dienten. Eine (bankenrechtliche) Norm, wel-

che dem Schutz der Inhaber einer Bank diene, bestehe jedoch nicht. Es 

könne daher von vornherein keine haftungsbegründende Widerrechtlich-

keit vorliegen, wobei auch nicht ersichtlich sei, inwiefern die EBK bei Erlass 

der superprovisorischen Verfügung vom 10. Dezember 2003 angesichts 

der tatsächlichen Umstände ihr obliegende Amtspflichten verletzt haben 

solle; die aufsichtsrechtlichen Massnahmen sei auch wegen der anhaltend 

angespannten finanziellen Situation der X._______ AG und nicht (in erster 

Linie) wegen der Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergriffen worden, 

wobei entsprechend der damaligen Praxis und heute in Art. 38 Abs. 2 des 

Finanzmarktaufsichtsgesetzes (FINMAG, SR 956.1) gesetzlich veranker-

ten Regelung die eigene Untersuchung mit derjenigen der Bundesanwalt-

schaft koordiniert worden sei. Schliesslich weist die FINMA darauf hin, dass 

der geltend gemachte Schaden auf einer unrealistischen Einschätzung des 

tatsächlichen Werts der X._______ AG beruhe und in der geltend gemach-

ten Höhe von vornherein nicht eingetreten sei (Vorakten, S. 389–413). 

 

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Seite 11 

L.  

Das EFD holte im weiteren Verfahrensverlauf – teilweise auf entspre-

chende Beweisanträge der Gesuchsteller hin – bei der FINMA, der Bun-

desanwaltschaft, der Y._______ AG, der Staatsanwaltschaft des Kantons 

Zürich und bei der BKP weitere Akten ein. Diese wurden den Gesuchstel-

lern jeweils zur Stellungnahme zugestellt.  

Die Gesuchsteller stellten ihrerseits (weitere) Beweisanträge und nahmen 

mit Schreiben vom 11. März 2013 zu den Eingaben der Bundesanwalt-

schaft, der FINMA und der Y._______ AG Stellung. Sie hielten dafür, die 

verschiedenen (Amts-)Handlungen von Bundesanwaltschaft, EBK und 

Y._______ AG müssten gesamthaft in ihrem Zusammenwirken beurteilt 

werden, wobei das zu Unrecht eingeleitete Ermittlungsverfahren – das 

Bundesstrafgericht spreche in diesem Zusammenhang von einem "qualifi-

zierten Mangel" – zu Beginn der Kausalkette gestanden und diese in der 

Folge nicht unterbrochen worden sei. Eine gesamthafte Beurteilung und 

gegenseitige Zurechnung sei auch deshalb notwendig, da EBK und Bun-

desanwaltschaft gemäss ihren eigenen Aussagen "koordiniert" vorgegan-

gen seien. Dieses Zusammenwirken führe zu einer solidarischen Haftung. 

Das Verhalten der EBK, unmittelbar und ohne vorgängige mildere Mass-

nahmen eine Beobachterin einzusetzen, habe sodann gegen den Grund-

satz der Verhältnismässigkeit verstossen; das Vertrauen der Kunden in die 

Bank sei durch das Vorgehen der EBK nachhaltig zerstört worden. Zudem 

habe das entschiedene Auftreten der Y._______ AG im Zusammenhang 

mit dem vermeintlichen Kunden C._______ den Verkaufsdruck erhöht 

(Vorakten, S. 435–459). Mit Schreiben vom 1. Juli 2013 wiesen die Ge-

suchsteller sodann auf die hohen Kosten von knapp 2 Mio. Fr. hin, welche 

die Intervention der EBK der X._______ AG verursacht habe und ohne die 

im Jahr 2003 ein ausgeglichenes Ergebnis hätte erzielt werden können 

(Vorakten, S. 576–582).  

M.  

Mit Schreiben vom 23. Juni 2015 teilte die FINMA dem EFD mit, dass – 

soweit dies noch rekonstruiert werden könne – die Y._______ AG im Zu-

sammenhang mit der Erteilung des Beobachtermandats vermutlich dar-

über informiert worden sei, dass im Zusammenhang mit dem Ermittlungs-

verfahren der Bundesanwaltschaft ein verdeckter Ermittler eingesetzt 

werde bzw. worden sei (Vorakten, S. 790 f.).  

 

A-3150/2016 

Seite 12 

N.  

Mit abschliessender Stellungnahme vom 16. November 2015 hielten die 

Gesuchsteller an ihren Anträgen und an ihren bisherigen Ausführungen 

fest. Ergänzend führten sie aus, dass mit Ausnahme der X._______ AG 

alle Beteiligten Kenntnis von dem Einsatz eines verdeckten Ermittlers ge-

habt hätten. Der Verwaltungsrat, die Geschäftsführung und die Aktionäre 

seien jedoch bis zum Notverkauf der Bank im Glauben gelassen worden, 

diese sei durch Geldwäschereihandlungen "kontaminiert", obschon insbe-

sondere der Y._______ AG früh bewusst war bzw. hätte bewusst sein müs-

sen, dass die Transaktionen mit dem vermeintlichen Kunden C._______ – 

in Wahrheit der verdeckte Ermittler "VE-(…)" – die einzigen gewesen seien, 

die auf Geldwäscherei hätten schliessen lassen können. Die Y._______ AG 

habe jedoch auf einen Verkauf der X._______ AG hingewirkt und diese mit 

dem Inhaber einer Vermittlungsagentur für den Kauf/Verkauf von Banken 

in Kontakt gebracht. Der notfallmässige Verkauf der X._______ AG zu ei-

nem erheblich verminderten Wert gehe somit adäquat kausal auf wider-

rechtliches bzw. treuwidriges Verhalten der Bundesanwaltschaft, der EBK 

und der Y._______ AG zurück. Der erzielte Verkaufspreis habe dabei er-

heblich unter dem Wert der Aktien gelegen. Hierfür sei unter solidarischer 

Haftung Schadenersatz zu leisten (Vorakten, S. 817–834). 

O.  

Mit Verfügung vom 13. April 2016 wies das EFD die Beweisanträge und 

das Schadenersatzbegehren von A._______ ab, soweit es darauf eintrat, 

und auferlegte A._______ zudem eine Entscheidgebühr in der Höhe von 

Fr. 6‘000.–. 

Zur Begründung verwies das EFD zunächst auf den persönlichen und 

sachlichen Geltungsbereich des VG. So falle die Y._______ AG als Be-

obachterin nicht in den persönlichen Geltungsbereich des VG; sie habe in 

ihrer Funktion als Beobachterin weder eine amtliche Tätigkeit ausgeübt 

noch hätten ihre Mitarbeitenden als Beamte gehandelt. Das EFD trat inso-

weit auf das Entschädigungsbegehren nicht ein. Im Weiteren seien in Art. 3 

Abs. 2 VG besondere Haftpflichtbestimmungen anderer Erlasse ausdrück-

lich vorbehalten; es gelte der Grundsatz der exklusiven Gesetzeskonkur-

renz. Vorliegend mache A._______ einen wirtschaftlichen Schaden gel-

tend, der angeblich auf die – seiner Ansicht nach – widerrechtliche  

Strafuntersuchung zurückzuführen sei. Derartige Schadenersatzansprü-

che wären, so das EFD, im Entschädigungsverfahren gemäss StPO zu 

prüfen gewesen, begründe doch die StPO in Art. 429 Abs. 1 (Bst. b) eine 

A-3150/2016 

Seite 13 

Kausalhaftung des Staates für durch ein Strafverfahrene erlittene (wirt-

schaftliche) Einbussen. Die Haftungsbestimmung gemäss Art. 429 Abs. 1 

StPO sei ausschliesslich und abschliessend, weshalb auch insoweit auf 

das Schadenersatzbegehren von A._______ nicht einzutreten sei.  

Nach den weiteren Erwägungen des EFD wäre das Schadenersatzbegeh-

ren von A._______ auch in der Sache abzuweisen gewesen, da vorliegend 

keine strafprozessuale Schutznorm verletzt worden sei, die spezifisch dem 

Schutz des Vermögens angeblich zu Unrecht Angeschuldigter diene. Und 

auch die bankenrechtlichen Bestimmungen dienten nicht dem Schutz der 

Banken oder ihrer Aktionäre, sondern dem Schutz der Gläubiger einer 

Bank vor dem Risiko einer Zahlungsunfähigkeit oder Illiquidität. Demnach 

fehle es an einem widerrechtlichen Verhalten und somit an einer Haftungs-

voraussetzung, weshalb das Schadenersatzbegehren, soweit dieses mit 

dem Verhalten der EBK begründet werde, abzuweisen sei. Schliesslich 

seien die von A._______ mit Schreiben vom 18. April 2012 geltend ge-

machten Ansprüche bereits verwirkt, da er spätestens seit der Befragung 

des verdeckten Ermittlers "VE-(…)" am 28. März 2011 Kenntnis von allen 

tatsächlichen Umständen gehabt habe, die für eine begründete prozessu-

ale Geltendmachung des Schaden nötig waren; allein noch die Feststel-

lung der Widerrechtlichkeit im Urteil des Bundesstrafgerichts (…) vom (…) 

sei hierbei nicht massgebend (Vorakten, S. 927–956). 

P.  

Mit Verfügung vom 1. September 2016 wies das EFD auch die Beweisan-

träge und das Schadenersatzbegehren von B._______ ab, soweit es da-

rauf eintrat. Es auferlegte B._______ zudem eine Entscheidgebühr in der 

Höhe von Fr. 4‘000.–. 

Das EFD erwog in Übereinstimmung mit der Verfügung vom 13. April 2016 

betreffend die Ansprüche von A._______, die Y._______ AG als Beobach-

terin werde nicht vom persönlichen Geltungsbereich des VG erfasst. So-

weit B._______ daher sein Schadenersatzbegehren auf ein angeblich wi-

derrechtliches oder treuwidriges Verhalten der Y._______ AG stütze, sei 

darauf nicht einzutreten. Im Weiteren sei keine strafprozessuale Schutz-

norm ersichtlich, die spezifisch dem Schutz Dritter vor Vermögensschädi-

gungen als Folge einer zu Unrecht geführten Strafuntersuchung diene und 

vorliegend verletzt worden wäre. Dasselbe gelte für die bankenrechtlichen 

Bestimmungen, welche dem Schutz der Bankgläubiger, nicht aber der In-

haber einer Bank dienten. Das Schadenersatzbegehren von B._______ sei 

daher insoweit abzuweisen.  

A-3150/2016 

Seite 14 

Beschwerdeverfahren A-3150/2016 

Q.  

Mit Schreiben vom 17. Mai 2016 erheben A._______ (nachfolgend: Be-

schwerdeführer 1) und B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer 2) ge-

gen die Verfügung des EFD (nachfolgend: Vorinstanz) vom 13. April 2016 

gemeinsam Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen, 

es sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und ihnen der bereits vor 

Vorinstanz anbegehrte Schadenersatz zuzusprechen.  

Die Beschwerdeführer äussern sich ausführlich zum Sachverhalt rund um 

die X._______ AG, die sog. "(…)-Affäre", sowie die gegen den Beschwer-

deführer 1 geführte Strafuntersuchung und erheben sodann verschiedene 

formelle Rügen. Sie machen geltend, E._______, der als Leiter des 

Rechtsdienstes die vorinstanzliche Verfügung unterzeichnet habe, sei ins-

besondere aufgrund seiner früheren Tätigkeit für die EBK bzw. FINMA be-

fangen gewesen. Der Beschwerdeführer 2 rügt sodann eine formelle 

Rechtsverweigerung, weil die Vorinstanz nur über das Gesuch des Be-

schwerdeführers 1 und nicht auch (gleichzeitig) über jenes von ihm ent-

schieden habe. Ferner habe die Vorinstanz den rechtserheblichen Sach-

verhalt unrichtig festgestellt und trotz entsprechender Begehren nicht 

sämtliche Vorakten bei der FINMA eingeholt, womit der Anspruch der Be-

schwerdeführer auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. 

In der Sache bestreiten die Beschwerdeführer zunächst die Subsidiarität 

des vorliegenden Verfahrens im Verhältnis zum Entschädigungsverfahren 

gemäss StPO. Sie verweisen hierzu auf einen Entscheid der Rekurskom-

mission für Staatshaftung vom 21. Mai 2004. Demnach hafte die Schwei-

zerische Eidgenossenschaft bei Schäden, die – wie vorliegend – ihren Ur-

sprung in widerrechtlichen Handlungen finden würden, nach dem VG. Zu-

dem würden gemäss Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO lediglich wirtschaftliche 

Einbussen wie etwa Lohn- und andere Erwerbseinbussen entschädigt, die 

einen unmittelbaren Bezug zur Person des Angeschuldigten aufweisen 

würden. Der vorliegend aus dem Notverkauf der X._______ AG entstan-

dene Schaden falle gerade nicht unter diese Bestimmung. Schliesslich ver-

halte sich die Vorinstanz treuwidrig, soweit sie vorliegend auf die Subsidi-

arität des Entschädigungsverfahren gemäss VG verweise: Der Beschwer-

deführer 1 habe sich im Verfahren vor dem Bundesstrafgericht ausdrück-

lich vorbehalten, den Schaden, der ihm aus dem Notverkauf der X._______ 

AG entstanden sei, in einem anderen Verfahren geltend zu machen. Wäre 

hierfür tatsächlich das Bundesstrafgericht zuständig gewesen, hätte dieses 

A-3150/2016 

Seite 15 

die Ansprüche des Beschwerdeführers 1 von Amtes wegen prüfen müs-

sen, was jedoch unterblieben sei. Die Vorinstanz sei daher zur Beurteilung 

der Schadenersatzbegehren sachlich zuständig und insoweit auf das Be-

gehren des Beschwerdeführers 1 zu Unrecht nicht eingetreten. 

Nach Ansicht der Beschwerdeführer sind sodann die materiellen Voraus-

setzungen für eine Haftung des Bundes – ein Schaden, den ein Beamter 

in Ausübung seiner amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich zugefügt hat 

– erfüllt. Nach den für die Vorinstanz verbindlichen Erwägungen des Bun-

desstrafgerichts habe die Strafuntersuchung an einem qualifizierten Man-

gel gelitten und seien die (geheimen) Untersuchungsmassnahmen wider-

rechtlich gewesen. Die Bundesanwaltschaft habe somit strafprozessuale 

Bestimmungen verletzt. Diese hätten nicht nur zum Zweck, den Einzelnen 

vor ungerechtfertigter Strafverfolgung und ebensolchen Ermittlungshand-

lungen und damit vor einem ungerechtfertigten Eingriff in seine Persönlich-

keitsrechte zu schützen. Auch das Vermögen der von einer Strafverfolgung 

Betroffenen werde durch die betreffenden Bestimmungen geschützt. Die 

Bundesanwaltschaft habe sich somit widerrechtlich im Sinne des VG ver-

halten. Im Wesentlichen ausgelöst durch das zu Unrecht eingeleitete Er-

mittlungsverfahren habe sodann die EBK mit superprovisorischer Verfü-

gung vom 10. Dezember 2003 die Y._______ AG als Beobachterin einge-

setzt. Dies sei unnötig und damit unverhältnismässig gewesen und habe 

den Vertrauensverlust verstärkt, zu hohen direkten Kosten und schliesslich 

zum Notverkauf der Bank unter ihrem eigentlichen Wert geführt. Für den 

daraus adäquat kausal entstandenen Schaden seien die Beschwerdefüh-

rer zu entschädigen. Schliesslich seien die Ansprüche nicht verwirkt, da 

dem Beschwerdeführer 1 im Strafverfahren keine vollständige Aktenein-

sicht (in die Akten zur Person "D._______") gewährt worden sei und somit 

die für das vorliegende Begehren massgebenden tatsächlichen Umstände 

erst mit Urteil des Bundesstrafgerichts vom (…) 2011 bekannt geworden 

seien.  

R.  

Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 8. August 2016 auf Ab-

weisung der Beschwerde. 

Zu den formellen Rügen der Beschwerdeführer hält sie fest, dass 

E._______ erst im Jahr 2004 und somit nach dem aufsichtsrechtlichen Ein-

schreiten gegen die X._______ AG als Leiter Bankeninsolvenz und Leiter 

Unterstellungsfragen in den Dienst der EBK eingetreten sei. Mitglied der 

erweiterten Geschäftsleitung sei er sodann erst geworden, als die EBK per 

A-3150/2016 

Seite 16 

1. Januar 2009 in die heutigen FINMA überführt worden sei. E._______ sei 

zu keinem Zeitpunkt in die Untersuchungen gegen die X._______ AG in-

volviert und daher nicht befangen gewesen. Eine Befangenheit lasse sich 

sodann auch nicht aus seiner erstinstanzlichen Verurteilung durch das 

Bundesstrafgericht ableiten, selbst wenn im betreffenden Verfahren teil-

weise dieselben Gerichtspersonen im Spruchkörper vertreten gewesen 

seien wie in dem gegen den Beschwerdeführer 1 geführten Strafverfahren. 

Sodann habe die Vorinstanz keine Rechtsverweigerung begangen, indem 

sie zunächst über das Entschädigungsbegehren des Beschwerdeführers 1 

entschieden habe; die Beschwerdeführer hätten vor  

Vorinstanz selbständige Ansprüche geltend gemacht und würden keine 

Streitgenossenschaft bilden, weshalb über die Entschädigungsansprüche 

getrennt zu entscheiden gewesen sei.  

In der Sache hält die Vorinstanz an ihrer Auffassung fest, wonach sie für 

die Beurteilung des vom Beschwerdeführer 1 eingereichten Begehrens 

sachlich nicht zuständig sei, soweit ein Schaden als Folge widerrechtlicher 

Untersuchungshandlungen der Bundesanwaltschaft in Frage stehe. Ge-

mäss der strafprozessualen Entschädigungsbestimmung von Art. 429 

Abs. 1 Bst. b StPO sei der gesamte (wirtschaftliche) Schaden auszuglei-

chen, der mit dem Strafverfahren in einem hinreichenden Kausalzusam-

menhang stehe. Vorliegend habe, wie auch die Beschwerdeführer geltend 

machten, die zu Unrecht durchgeführte Strafuntersuchung zu Beginn der 

Kausalkette gestanden. Diese sei sodann kausal für das Einschreiten der 

EBK und für den später eingetretenen Schaden – die Wertminderung der 

Aktien der X._______ AG – gewesen. Der Beschwerdeführer 1 hätte daher 

seinen Schadenersatzanspruch im Rahmen des Strafverfahrens geltend 

machen müssen; das VG sei insoweit nicht anwendbar. Sodann hätte es 

der X._______ AG offen gestanden, im Nachgang zu der superprovisori-

schen Verfügung der EBK vom 10. Dezember 2003 eine anfechtbare Zwi-

schenverfügung zu verlangen. Darauf sei bewusst verzichtet worden, wes-

halb die Rechtmässigkeit der Massnahmen und (damit) auch der Handlun-

gen der Y._______ AG nicht nachträglich im Staatshaftungsverfahren über-

prüft werden könnten und die Beschwerdeführer aus einem allfälligen wi-

derrechtlichen Verhalten der EBK und der Y._______ AG nichts zu ihren 

Gunsten ableiten könnten.  

S.  

Mit Schlussbemerkungen vom 17. Oktober 2016 halten die Beschwerde-

führer an ihren Rechtsbegehren und ihren Ausführungen gemäss der Be-

schwerdeschrift vom 17. Mai 2016 fest. Sie weisen sodann darauf hin, dass 

A-3150/2016 

Seite 17 

die Vorinstanz zwischenzeitlich auch über das Begehren des Beschwerde-

führers 2 entschieden und dieser gegen die Abweisung seines Schadener-

satzbegehrens ebenfalls Beschwerde erhoben habe (Beschwerdeverfah-

ren A-6114/2016). Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei daher mit je-

nem zu vereinigen (vgl. vorstehend Bst. P sowie nachfolgend Bst. T).  

Ergänzend führen die Beschwerdeführer aus, die Vorinstanz habe hinsicht-

lich der Begehren der Beschwerdeführer keine getrennten Verfahren ge-

führt, weshalb kein sachlicher Grund ersichtlich sei, die gemeinsam einge-

reichten Entschädigungsbegehren mit getrennten Verfügungen zu beurtei-

len. Hierfür hätte die Vorinstanz die Begehren förmlich trennen müssen, 

was jedoch nicht geschehen sei. Indem die Vorinstanz mit Verfügung vom 

13. April 2016 einzig über das Entschädigungsbegehren des Beschwerde-

führers 1 entschieden habe, habe sie daher eine formelle Rechtsverweige-

rung begangen. Im Weiteren führen die Beschwerdeführer aus, dass 

E._______ zwar kein unmittelbares eigenes, aufgrund der beruflichen 

Nähe zu seiner früheren Arbeitgeberin aber doch ein emotionales Interesse 

am Ausgang des Verantwortlichkeitsverfahrens gehabt habe. Davon sei 

auch deshalb auszugehen, weil ein früherer Mitarbeiter von E._______, 

F._______, als Mitarbeiter der EBK unmittelbar in das Verfahren um die 

X._______ AG involviert gewesen sei. Die Beschwerdeführer weisen in 

diesem Zusammenhang sodann darauf hin, dass E._______ im Zusam-

menhang mit seiner Tätigkeit für die EBK zusammen mit F._______ Ange-

schuldigter in einem Strafverfahren gewesen und vom Bundesstrafgericht 

verurteilt worden sei. In der Folge habe er seine Stelle als Leiter des 

Rechtsdienstes bei der Vorinstanz aufgeben müssen und sei, wie auch die 

Darstellung des Sachverhalts in der angefochtenen Verfügung zeige, ge-

genüber dem Bundesstrafgericht voreingenommen. Er hätte aus diesen 

Gründen zu Folge Befangenheit in den Ausstand treten müssen.  

Beschwerdeverfahren A-6114/2016 

T.  

Mit Schreiben vom 3. Oktober 2016 liess der Beschwerdeführer 2 gegen 

die Verfügung der Vorinstanz vom 1. September 2016 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht erheben mit dem Rechtsbegehren, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm der bereits vor der  

Vorinstanz anbegehrte Schadenersatz zuzusprechen. Zudem sei festzu-

stellen, dass die Vorinstanz sich unterzogen habe, soweit im Verfahren  

A-3150/2016 eine formelle Rechtsverweigerung gerügt worden ist. 

A-3150/2016 

Seite 18 

Schliesslich wird in formeller Hinsicht die Vereinigung mit dem Beschwer-

deverfahren A-3150/2016 beantragt.  

Der Beschwerdeführer 2 äussert sich zunächst und in Übereinstimmung 

mit den Ausführungen gemäss der Beschwerdeschrift vom 17. Mai 2016 

zum Sachverhalt bzw. zur Vorgeschichte. Auch die formellen Rügen stim-

men mit jener überein (vgl. hierzu vorstehend Bst. Q). In der Sache hält er 

zusammenfassend an seiner bereits vor der Vorinstanz geäusserten An-

sicht fest, wonach das zu Unrecht gegen den Beschwerdeführer 1 einge-

leitete Ermittlungsverfahren und die darauf folgenden (widerrechtlichen) 

Verfügungen bzw. Handlungen der EBK und der Y._______ AG in adäquat 

kausaler Weise zu einer Wertminderung der Aktien der X._______ AG und 

somit zu einem wirtschaftlichen Schaden geführt hätten, für den er zu ent-

schädigen sei. Schliesslich rügt er die für den Erlass der angefochtenen 

Verfügung erhobene Gebühr insbesondere vor dem Hintergrund der seiner 

Ansicht nach unzulässigen Trennung der Begehren als überhöht.  

U.  

Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 21. November 2016 auf 

Abweisung der Beschwerde. Die Begründung entspricht im Wesentlichen 

der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 8. August 2016 (vgl. vorstehend 

Bst. R). Schliesslich weist sie darauf hin, die Entscheidgebühr sei ange-

messen und entsprechend dem Gebührenrahmen festgesetzt worden. 

V.  

Mit Schreiben vom 23. Januar 2017 reicht der Beschwerdeführer 2 seine 

Schlussbemerkungen ein, wobei er an seinen Rechtsbegehren und an sei-

nen bisherigen Ausführungen festhält. Ergänzend macht er geltend, die im 

Zusammenhang mit (verdeckten) Ermittlungsmassnahmen und der Einlei-

tung einer Strafuntersuchung geltenden strafprozessualen Bestimmungen 

würden nicht nur Beschuldigte, sondern auch Dritte vor den finanziellen 

Konsequenzen einer widerrechtlich eingeleiteten Strafuntersuchung schüt-

zen. Die Bundesanwaltschaft habe im Zusammenhang mit der gegen Be-

schwerdeführer 1 geführten Strafuntersuchung verschiedene strafpro-

zessuale Bestimmungen verletzt, wie das Bundesstrafgericht in für die  

Vorinstanz verbindlicher Weise festgestellt habe. Daraus sei ihm ein wirt-

schaftlicher Schaden entstanden, für welchen er antragsgemäss zu ent-

schädigen sei. Schliesslich bestreitet er, dass eine anfechtbare Zwischen-

verfügung ein taugliches Mittel gewesen wäre, den aus der zu Unrecht ein-

A-3150/2016 

Seite 19 

geleiteten Strafuntersuchung und dem darauf folgenden aufsichtsrechtli-

chen Einschreiten der EBK entstandenen Schaden (teilweise) zu verhin-

dern.  

W.  

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 25. Januar 2017 vereinigt der In-

struktionsrichter antragsgemäss die beiden erwähnten Beschwerdeverfah-

ren und führt sie unter der Verfahrensnummer A-3150/2016 weiter.  

X.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die bei den Akten liegenden 

Schriftstücke wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügun-

gen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021), 

soweit diese von einer Vorinstanz i.S.v. Art. 33 VGG erlassen worden sind 

und kein Ausnahmegrund i.S.v. Art. 32 VGG vorliegt.  

Die Vorinstanz gehört zu den Behörden gemäss Art. 33 Bst. d VGG und die 

angefochtenen Entscheide, die in Anwendung des VG ergangen sind, stel-

len Verfügungen i.S.v. Art. 5 VwVG dar. Da zudem kein Ausnahmegrund 

i.S.v. Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung der beiden vorliegenden Beschwerden sachlich wie funktional zustän-

dig. Dasselbe gilt, soweit vorliegend eine Rechtsverweigerung zu beurtei-

len ist (Art. 46a VwVG). Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG; Art. 10 Abs. 1 VG).  

1.2 Zur Beschwerde ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 

der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch den angefochtenen 

Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an des-

sen Änderung oder Aufhebung besitzt. Die Beschwerdeführer sind Adres-

saten der Verfügungen vom 13. April 2016 bzw. vom 1. September 2016 

A-3150/2016 

Seite 20 

und mit ihren Begehren um Schadenersatz vor der Vorinstanz nicht durch-

gedrungen. Sie sind daher ohne Weiteres als zur Beschwerdeerhebung 

berechtigt anzusehen.  

1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten.  

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft eine angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich der unrichtigen und unvollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der 

Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 

VwVG); die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts ergibt sich aus den 

Beschwerdegründen, welche das Gesetz zulässt. Es stellt dabei den 

rechtserheblichen Sachverhalt unter Vorbehalt der Mitwirkungspflicht der 

Parteien von Amtes wegen fest (Art. 12 und Art. 13 VwVG) und wendet das 

Recht grundsätzlich frei an, ohne an die Begründung der Begehren durch 

die Parteien gebunden zu sein (Art. 62 Abs. 4 VwVG).  

3.  

3.1 Die Beschwerdeführer rügen in formeller Hinsicht eine Verletzung der 

Ausstandspflicht sowie ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, eine unrich-

tige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und eine formelle 

Rechtsverweigerung. Der Anspruch auf eine unbefangene Entscheidbe-

hörde ist wie der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur. Eine Ver-

fügung, die in Missachtung der Ausstandsvorschriften oder in Verletzung 

des Anspruchs auf rechtliches Gehör getroffen worden ist, ist ungeachtet 

der Beurteilung in der Sache grundsätzlich aufzuheben (Urteile des BGer 

2C_961/2017 vom 21. Februar 2018 E. 4.1 und 1C_96/2014 vom 5. Mai 

2014 E. 2.5). Es ist daher im Folgenden zunächst auf die formellen Rügen 

der Beschwerdeführer einzugehen (nachfolgend E. 4–7). 

3.2 In der Sache sind die Beschwerdeführer der Ansicht, es seien die Vo-

raussetzungen für eine Haftung des Bundes gestützt auf das VG erfüllt. So 

habe das widerrechtliche Verhalten bzw. hätten die widerrechtlichen  

Massnahmen der Bundesanwaltschaft, der EBK sowie der Y._______ AG 

jeweils für sich allein als auch in ihrem Zusammenwirken zu einem erheb-

lichen Reputationsschaden und zu hohen direkten Kosten geführt, in des-

sen Folge den Aktionären einzig der Verkauf der X._______ AG unter ih-

rem eigentlichen Wert übrig geblieben sei. Hierfür seien sie zu entschädi-

gen.  

A-3150/2016 

Seite 21 

Die Vorinstanz ist auf das Schadenersatzbegehren des Beschwerdefüh-

rers 1 mangels Zuständigkeit nicht eingetreten, soweit dieser Ansprüche 

aufgrund schädigender Handlungen der Bundesanwaltschaft und der 

Y._______ AG als Beobachterin geltend gemacht hatte; aus den Erwägun-

gen der Vorinstanz ergibt sich, dass diese die Frage des Eintretens nicht 

offen gelassen hat und mithin insoweit vorliegend von einem Nichteintre-

tensentscheid auszugehen ist. Soweit das Begehren des Beschwerdefüh-

rers 1 im Zusammenhang mit den Handlungen der EBK stand, wies die 

Vorinstanz dieses ab. Das Schadenersatzbegehren des Beschwerdefüh-

rers 2 wies die Vorinstanz ab, soweit dieser Ansprüche aus Verantwortlich-

keit wegen widerrechtlicher Handlungen der Bundesanwaltschaft und der 

EBK geltend gemacht hatte und trat hinsichtlich der Handlungen der 

Y._______ AG mangels Zuständigkeit nicht auf das Schadenersatzbegeh-

ren ein.  

Dieser Prüfungsrahmen der Vorinstanz ermöglicht eine Prüfung des Ver-

haltens und der getroffenen Massnahmen je für sich und in ihrem Zusam-

menwirken und ist daher vorliegend zu übernehmen. In materieller Hinsicht 

wird somit zunächst zu prüfen sein, ob die Vorinstanz hinsichtlich der Hand-

lungen und Massnahmen der Bundesanwaltschaft auf das Begehren des 

Beschwerdeführers 1 zu Recht nicht eingetreten ist (nachfolgend E. 9) und 

das Begehren des Beschwerdeführers 2 abzuweisen war (nachfolgend 

E. 10). Hiernach ist auf die Handlungen der EBK (nachfolgend E. 11) sowie 

der Y._______ AG (nachfolgend E. 12) einzugehen und zu beurteilen, ob 

die Vorinstanz die Schadenersatzbegehren der Beschwerdeführer insoweit 

zu Recht abgewiesen hat bzw. nicht darauf eingetreten ist. 

Formelle Rügen 

4.  

4.1 Nach Ansicht der Beschwerdeführer war der Leiter des Rechtsdienstes 

der Vorinstanz, E._______, der die angefochtene Verfügung vom 13. April 

2016 unterzeichnete, beim Entscheid über das Entschädigungsbegehren 

des Beschwerdeführers 1 befangen. Zur Begründung verweisen sie im We-

sentlichen auf die berufliche Nähe von E._______ zu seiner ehemaligen 

Arbeitgeberin, der EBK bzw. der FINMA. Zudem sei er gegenüber dem 

Bundesstrafgericht voreingenommen, da er aufgrund einer Verurteilung 

durch dieses seine Stelle als Leiter des Rechtsdienstes der Vorinstanz 

habe aufgeben müssen. Das Verfahren betreffend das Schadenersatzbe-

gehren des Beschwerdeführers 1, welches im Wesentlichen auf dem Urteil 

des Bundesstrafgerichts (…) gründe, sei daher nicht offen gewesen. Die 

A-3150/2016 

Seite 22 

Vorinstanz bestreitet, dass das Verantwortlichkeitsverfahren nicht offen ge-

führt worden sei und hält fest, die berufliche Veränderung von E._______ 

habe ausschliesslich private Gründe. 

4.2 Für nichtrichterliche Behörden wie vorliegend die Vorinstanz gewähr-

leistet Art. 29 Abs. 1 BV den Anspruch auf gleiche und gerechte Behand-

lung und damit auch auf eine subjektiv unabhängige bzw. unbefangene 

Behörde (vgl. BERNHARD WALDMANN, in: Basler Kommentar zur BV, 2015, 

Art. 29 Rz. 35). Im Kern der Garantie der Unbefangenheit steht für Verwal-

tungsbeamte wie auch für Richter gemäss Art. 30 Abs. 1 BV, dass sie sich 

in Bezug auf die Beurteilung eines Sachverhalts nicht bereits festgelegt 

haben und der Ausgang des Verfahrens insofern offen erscheint. Dieser 

verfassungsmässige Anspruch auf eine unparteiische Behörde wird für die 

Bundesverwaltung durch die Ausstandspflichten gemäss Art. 10 Abs. 1 

VwVG konkretisiert. Demnach müssen Personen, die eine Verfügung tref-

fen oder diese vorbereiten, in den Ausstand treten, wenn sie in der Sache 

ein persönliches Interesse haben (Bst. a), mit einer Partei etwa durch Ehe 

verbunden, verwandt oder verschwägert sind (Bst. b und bbis), wenn sie 

Vertreter einer Partei sind oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig 

waren (Bst. c) oder wenn sie aus anderen Gründen in der Sache befangen 

sein könnten (Bst. d). Letzteres ist nach der Rechtsprechung der Fall, wenn 

Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Miss-

trauen in die Unbefangenheit und damit die Unparteilichkeit des Verwal-

tungsbeamten hervorzurufen. Dabei kommt es auf das subjektive Empfin-

den der Partei, welche die Befangenheit behauptet, ebenso wenig an wie 

darauf, ob der Betroffene tatsächlich befangen ist. Es genügt, dass ein ent-

sprechender Anschein durch objektive Umstände und vernünftige Gründe 

glaubhaft dargetan scheint. Die Ausstandsregeln sollen die objektive Prü-

fung einer Sach- oder Rechtslage durch eine unparteiische und unvorein-

genommene Behörde gewährleisten (zum Ganzen BGE 140 I 326 E. 5.2 

und BGE 137 II 431 E. 5.2 je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; Urteil 

des BGer 1C_488/2016 vom 16. Februar 2017 E. 3.1 f. mit Hinweisen; Ur-

teil des BVGer A-5907/2013 vom 11. April 2014 E. 1.5.2 mit Hinweisen). 

Der Anspruch auf eine unbefangene Entscheidungsinstanz ist wie bereits 

ausgeführt formeller Natur und ein Entscheid, der in Missachtung der Aus-

standsvorschriften getroffen wurde, daher regelmässig unabhängig von 

den Erfolgsaussichten in der Sache selbst aufzuheben. Die bundesgericht-

liche Praxis lässt indes eine Heilung zu und sieht im Interesse der Verwal-

tungseffizienz von einer Aufhebung ausnahmsweise ab, wenn die Verlet-

zung der Ausstandspflichten im Verwaltungsverfahren nicht schwer wiegt 

A-3150/2016 

Seite 23 

und ein Einfluss auf den Inhalt der Entscheidung praktisch ausgeschlossen 

werden kann (vgl. Urteil des BGer 1C_96/2014 vom 5. Mai 2014 E. 2.5 mit 

Hinweisen auch auf entgegenstehende Lehrmeinungen).  

4.3  

4.3.1 Vorliegend sind die Ausstandsgründe gemäss den Bst. a und d von 

Art. 10 Abs. 1 VwVG näher in Betracht zu ziehen. 

4.3.2 Ein persönliches Interesse i.S.v. Bst. a kann zunächst darin beste-

hen, dass die Person, die eine Verfügung zu treffen oder diese vorzuberei-

ten hat, vom Ausgang des Verfahrens in schutzwürdigen Interessen be-

rührt ist und insofern selbst (formell) Parteistellung einnimmt. Aber auch, 

wenn die betreffende Person nicht identisch mit einer der Parteien ist, kann 

sie am Ausgang des Verfahrens ein besonderes persönliches Interesse ha-

ben, etwa wenn der Entscheid für sie einen rechtlichen oder tatsächlichen 

Vor- oder Nachteil hat. Eine Ausstandspflicht ist unter solchen Umständen 

jedoch nur anzunehmen, wenn die Interessenlage der betreffenden Person 

durch den in Frage stehenden Entscheid spürbar berührt ist (BREITENMO-

SER/SPORI FEDAIL, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 10 

Rzn. 39 ff. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung und die Literatur).  

Vorliegend ist unbestritten, dass E._______ während seiner Anstellung bei 

der EBK nicht in das Verfahren um die X._______ AG involviert war. Ein 

persönliches Interesse i.S.v. Art. 10 Abs. 1 Bst. a VwVG am Ausgang des 

Verantwortlichkeitsverfahrens (vgl. Art. 7 VG) ist somit nicht auszumachen. 

4.3.3 Die Beschwerdeführer machen geltend, dass mit der EBK bzw. der 

FINMA die frühere Arbeitgeberin von E._______ am vorliegenden Verant-

wortlichkeitsverfahren beteiligt ist und dieser daher befangen sei. Damit 

berufen sie sich auf den Auffangtatbestand gemäss Art. 10 Abs. 1 Bst. d 

VwVG, wonach in den Ausstand tritt, wer aus anderen Gründen in der Sa-

che befangen sein könnte. Solche Umstände können in einer Vorbefas-

sung, in persönlichen Äusserungen oder in persönlichen Beziehungen lie-

gen (BREITENMOSER/SPORI FEDAIL, a.a.O., Art. 10 Rzn. 70 ff. mit Hinweisen 

auf die Rechtsprechung und die Literatur). Nach der Rechtsprechung be-

gründet die Beteiligung des früheren Arbeitgebers an einem Verfahren für 

sich allein noch keinen Anschein der Befangenheit. Es kann hierzu auf die 

auch von den Beschwerdeführern zitierte Rechtsprechung des Bundesge-

richts verwiesen werden. Dieses hat den Anschein der Befangenheit dann 

bejaht, wenn die betreffende Person mit der in Frage stehenden Angele-

A-3150/2016 

Seite 24 

genheit schon bei ihrem früheren Arbeitgeber befasst war oder eine beson-

dere Beziehungsnähe zu diesem bestand (vgl. BGE 137 II 431 E. 5.3 und 

Urteil des BGer 4P.256/2002 vom 14. April 2003 E. 3, insbes. E. 3.5). 

Solche besonderen Umstände sind vorliegend nicht auszumachen: Weder 

war E._______, wie bereits ausgeführt, in das Verfahren der EBK rund um 

die X._______ AG involviert, noch bestehen Anhaltspunkte dafür, dass das 

Arbeitsverhältnis von E._______ und der EBK bzw. der FINMA durch eine 

besondere Beziehungsnähe gekennzeichnet war, die über das gewöhnli-

che Mass eines arbeitsvertraglichen Vertrauensverhältnisses hinausging. 

Daran ändert auch nichts, dass ein späterer Mitarbeiter von E._______, 

F._______, in das Verfahren um die X._______ AG involviert war, ist doch 

auch hier nicht ersichtlich, dass diese arbeitsplatzbezogene Bekanntschaft 

sich ausserhalb des sozial Üblichen bewegt hätte. Die Beteiligung der 

früheren Arbeitgeberin von E._______ am vorliegenden Verantwortlich-

keitsverfahren vermag somit objektiv keinen Anschein der Befangenheit zu 

begründen, weshalb auch offen bleiben kann, welcher Natur diese Beteili-

gung der FINMA im vorliegenden Verantwortlichkeitsverfahren ist. 

4.3.4 Die Beschwerdeführer machen sodann geltend, E._______ sei ge-

genüber dem Bundesstrafgericht voreingenommen, weshalb das vorlie-

gende Verantwortlichkeitsverfahren, das im Wesentlichen auf dem Urteil 

des Bundesstrafgerichts (…) vom (…) 2011 gründe, nicht mehr als offen 

bezeichnet werden könne. Sie verweisen hierzu auf das Urteil des Bun-

desstrafgerichts (…) vom (…), mit welchem E._______ und F._______ im 

Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für die EBK der Veruntreuung im Amt 

schuldig gesprochen worden seien.  

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht besagtes Urteil 

des Bundesstrafgerichts auf Beschwerde hin aufgehoben hat, woraufhin 

letzteres E._______ vom Vorwurf der Veruntreuung im Amt freisprach (vgl. 

Urteil des BGer […] und Urteil des BStGer […]). Darüber hinaus steht das 

gegen E._______ geführte Strafverfahren zum vorliegenden Verantwort-

lichkeitsverfahren in keinem sachlichen Zusammenhang. Einziger Berüh-

rungspunkt ist, dass auch gegen A._______ ein Strafverfahren geführt wor-

den ist, dieser jedoch – anders als E._______ – vom Bundesstrafgericht 

freigesprochen worden ist. Dieser Umstand vermag im vorliegenden Ver-

antwortlichkeitsverfahren für sich allein keinen Anschein der Befangenheit 

zu begründen. Auch wenn die erstinstanzliche Verurteilung erhebliche (fi-

nanzielle) Konsequenzen für E._______ hatte, wie er selbst im Verfahren 

um eine Entschädigung wegen wirtschaftlicher Einbussen geltend machte 

A-3150/2016 

Seite 25 

(vgl. Urteil des BGer […]), so durfte von ihm erwartet werden, dass er, so-

weit er vorliegend überhaupt in die Instruktion und Erarbeitung des Ent-

scheids mit eingebunden war, das Begehren von A._______ mit der dafür 

gebotenen Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Unbefangenheit beurteilt. 

Konkrete ausstandsbegründende Umstände wie etwa persönliche Äusse-

rungen, aufgrund derer anders zu entscheiden wäre (vgl. Urteil des BGer 

8C_425/2009 vom 9. Oktober 2009 E. 4), sind vorliegend nicht ersichtlich. 

Und auch der Umstand, dass die Vorinstanz für ihre tatsächlichen Ausfüh-

rungen in Teilen auf die im Strafverfahren gegen A._______ eingereichte 

Anklageschrift der Bundesanwaltschaft und nicht auf das rechtskräftige Ur-

teil des Bundesstrafgerichts abstellte, vermag keine Voreingenommenheit 

zu begründen; die Beschwerdeführer legen nicht dar und es ist auch nicht 

ersichtlich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt (hierdurch) in einem für 

den Entscheid wesentlichen Umfang unrichtig oder unvollständig festge-

stellt hat. 

4.4 Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass vorliegend keine Um-

stände ersichtlich sind, die geeignet sind, Bedenken betreffend die Unab-

hängigkeit und Unvoreingenommenheit des vormaligen Leiters des 

Rechtsdienstes der Vorinstanz zu erwecken. Ein Grund, dass dieser beim 

Erlass der Verfügung vom 13. April 2016 in den Ausstand hätte treten müs-

sen, bestand nicht. Die betreffenden Vorbringen der Beschwerdeführer er-

weisen sich mithin als unbegründet.  

5.  

Die Beschwerdeführer rügen in formeller Hinsicht sodann eine Verletzung 

ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör; die Vorinstanz habe es unterlassen, 

antragsgemäss bei der FINMA (weitere) Unterlagen zur Mandatierung der 

Y._______ AG als Beobachterin zu edieren.  

Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist als selbständiges Grundrecht in 

Art. 29 Abs. 2 BV verankert und wird für das Verwaltungsverfahren in den 

Art. 29 ff. VwVG konkretisiert. Er umfasst im Wesentlichen das Recht auf 

Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Ent-

scheidfindung. Zu den Mitwirkungsrechten gehört insbesondere das Recht 

einer Partei, mit rechtzeitig und formgültig anerbotenen Beweisanträgen 

und Vorbringen gehört zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen be-

treffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind. Für das Verwaltungs-

verfahren des Bundes wird das Beweisantragsrecht in Art. 33 VwVG kon-

kretisiert. Nach dessen Abs. 1 nimmt die Behörde die ihr anerbotenen Be-

A-3150/2016 

Seite 26 

weismittel ab, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erschei-

nen. Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn eine Behörde 

auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil sie aufgrund der 

bereits abgenommenen Beweismittel ihre Überzeugung bereits gebildet 

hat und ohne jede Willkür in vorwegnehmender Beweiswürdigung anneh-

men kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht 

geändert würde (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 141 I 60 E. 3.3; 

Urteil des BGer 1C_488/2016 vom 16. Februar 2017 E. 2.2 mit Hinweisen; 

vgl. zur Editionspflicht Dritter bei Gutheissung eines Beweisantrages 

Art. 51 des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] 

i.V.m. Art. 19 VwVG). 

Die Vorinstanz hat den Beweisantrag der Beschwerdeführer, es seien (wei-

tere) Unterlagen zur Mandatierung der Y._______ AG als Beobachterin bei 

der FINMA zu edieren, in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen. Dies 

ist jedenfalls (im Ergebnis) nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführer 

suchen mit den zur Edition beantragten Schriftstücken – Handnotizen und 

interne E-Mails – zu belegen, dass die Y._______ AG bereits vorab darüber 

informiert war, dass seitens der Strafverfolgungsbehörden im Zusammen-

hang mit dem untersuchten Tatbestand der (qualifizierten) Geldwäscherei 

ein verdeckter Ermittler eingesetzt worden war. Abgesehen davon, dass 

dies nicht mehr bestritten ist (vgl. vorstehend Sachverhalt Bst. M), ist fest-

zuhalten, dass die Vorinstanz auf die Entschädigungsbegehren der Be-

schwerdeführer wegen widerrechtlichen Verhaltens der Y._______ AG 

mangels sachlicher Zuständigkeit nicht eingetreten ist und diese somit ma-

teriell nicht beurteilt hat. Zu diesem Nichteintretensentscheid vermochten 

die zur Edition beantragten Schriftstücke, die allenfalls weitere Angaben 

darüber enthalten hätten, über welche Informationen die Y._______ AG ab 

welchem Zeitpunkt konkret verfügte, nichts beizutragen, weshalb die Vo-

rinstanz auf die Erhebung der betreffenden Beweismittel verzichten durfte. 

Eine Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführer auf rechtliches Ge-

hör ist daher vorliegend nicht auszumachen.  

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer 2 rügt schliesslich eine formelle Rechtsverwei-

gerung. Er habe sein Begehren um Schadenersatz zusammen mit dem 

Beschwerdeführer 1 eingereicht und die Vorinstanz (aus diesem Grund) 

hinsichtlich der Begehren der Beschwerdeführer nur ein Verfahren geführt. 

Eine förmliche Trennung des Verfahrens sei nicht verfügt worden, weshalb 

die Vorinstanz auch mit Blick auf die Kostenfolgen für die beiden Beschwer-

deführer über deren Begehren nicht hätte getrennt entscheiden dürfen. 

A-3150/2016 

Seite 27 

Demgegenüber hält die Vorinstanz dafür, die Beschwerdeführer hätten je 

eigene, voneinander unabhängige Ansprüche geltend gemacht und wür-

den auch aus diesem Grund keine Streitgenossenschaft bilden. Eine for-

melle Rechtsverweigerung durch die getrennte Beurteilung der Begehren 

liege daher nicht vor.  

6.2 Das Institut der Streitgenossenschaft ist im VwVG nicht ausdrücklich 

geregelt, folgt jedoch aus allgemeinen Verfahrensgrundsätzen wie etwa je-

nen zur Beschwerdeberechtigung und damit dem Parteibegriff (vgl. BGE 

131 I 153 E. 5.4 und MARANTELLI/HUBER, in: Praxiskommentar VwVG, 

2. Aufl. 2016, Art. 6 Rz. 9). In der formellen, nicht notwendigen Streitgenos-

senschaft sind die Streitgenossen durch einen gleichartigen tatsächlichen 

oder rechtlichen Grund miteinander verbunden. Sie machen dabei je einen 

eigenen Anspruch geltend und müssen für sich allein zum Verfahren be-

rechtigt sein. Die freiwillige Streitgenossenschaft ist ein Mehrparteienver-

fahren und weist insofern keine Besonderheiten auf. Demgegenüber sind 

bei der notwendigen Streitgenossenschaft mehrere Personen bezüglich 

des Streitgegenstandes in einer Rechtsgemeinschaft verbunden, die sel-

ber nicht parteifähig ist. Die betreffenden Personen können ihre Rechte nur 

gemeinsam geltend machen bzw. es können Rechte ihnen gegenüber nur 

als Gesamtheit geltend gemacht werden; die betreffenden Personen sind 

an einem Rechtsverhältnis wie etwa in einer Erbengemeinschaft oder ein-

fachen Gesellschaft derart beteiligt, dass für alle Beteiligten nur im gleichen 

Sinn entschieden werden kann. Sie können in diesem Fall auch im Verfah-

ren grundsätzlich nur gemeinsam als Partei auftreten. Ob dies der Fall ist, 

ist eine Frage des materiellen Rechts (vgl. Urteil des BGer 5P.197/2006 

vom 2. April 2007 E. 2.2.1; zum Ganzen auch KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver-

waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 

2013, Rz. 927; SAMUEL JOST, Die Parteien im verwaltungsrechtlichen Kar-

tellverfahren in der Schweiz, 2013, Rz. 484–486; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, 

öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl. 2015, Rz. 597–599).  

6.3  

6.3.1 Vorliegend ist weder ersichtlich noch wird geltend gemacht, dass die 

Beschwerdeführer in einer Rechtsgemeinschaft stünden. Eine notwendige 

materielle Streitgenossenschaft liegt somit nicht vor. Die Beschwerdeführer 

haben jedoch ihre Begehren mit gemeinsamem Schreiben vom 18. April 

2012 eingereicht und ihre Begehren insofern miteinander verbunden. Sie 

machen sodann übereinstimmend geltend, verschiedene Handlungen von 

Bundesanwaltschaft, EBK und Y._______ AG hätten in adäquat kausaler 

Weise zu einem erheblichen Verlust an Vertrauen in die X._______ AG, zu 

A-3150/2016 

Seite 28 

hohen direkten Kosten und schliesslich zum Notverkauf der Bank unter ih-

rem eigentlichen Wert geführt. Die Stellung der Beschwerdeführer zu den 

einzelnen in Frage stehenden Handlungen und damit auch der im Hinblick 

auf die Verwirkungsfristen gemäss Art. 20 VG bedeutsame Kenntnisstand 

der Beschwerdeführer unterscheiden sich jedoch erheblich. So war nur der 

Beschwerdeführer 1 Beschuldigter im Strafverfahren. Er wurde zudem we-

nige Tage nach seiner Verhaftung vom Beschwerdeführer 2 als Geschäfts-

führer der X._______ AG abgelöst. Insofern ist nicht ersichtlich, dass hin-

sichtlich der gestellten Begehren für beide Beschwerdeführer nur im glei-

chen Sinn hätte entschieden werden können. Die Vorinstanz ist denn auch 

auf das Begehren von Beschwerdeführer 1 (im Wesentlichen) nicht einge-

treten, wohingegen sie das Begehren des Beschwerdeführers 2 (im We-

sentlichen) materiell geprüft, es jedoch abgewiesen hat. Der Entscheid der 

Vorinstanz, die Begehren der Beschwerdeführer in getrennten Verfügun-

gen zu beurteilen, beruhte somit auf sachlichen Gründen und ist nicht zu 

beanstanden (vgl. Art. 4 VwVG i.V.m. Art. 24 Abs. 3 BZP, wonach der Rich-

ter jederzeit und somit auch im Entscheid verbundene Begehren trennen 

kann, wenn dies zweckmässig ist). 

6.3.2 Einer getrennten Beurteilung der Entschädigungsbegehren steht 

auch nicht entgegen, dass in diesem Fall je ein Kostenentscheid ergeht. 

Gemäss dem vorliegend anwendbaren Art. 13 Abs. 2 Bst. a der Verord-

nung über Kosten und Entschädigungen im Verwaltungsverfahren 

(SR 172.041.0; nachfolgend: VKEV) kann die verfügende Behörde von der 

Partei eine Entscheidgebühr zwischen Fr. 100.– und Fr. 3‘000.– verlangen 

(Ziff. 1) oder, wenn wie vorliegend besondere Umstände vorliegen, eine 

solche zwischen Fr. 2‘000.– und Fr. 7‘000.– (Ziff. 2; vgl. Urteil des BVGer 

A-445/2015 vom 18. November 2015 E. 17.1). Die Vorinstanz legt inner-

halb dieser Gebührensätze die Gebühr im Einzelfall unter Berücksichti-

gung der konkreten Umstände fest (Art. 19 VKEV i.V.m. Art. 7 der Allge-

meinen Gebührenverordnung [AllgGebV, SR 172.041.1]). Der Gebühren-

rahmen vermag jedoch grundsätzlich nur bei Einzelverfahren Geltung zu 

beanspruchen; bei einer subjektiven Klagenhäufung sind die Rahmen-

werte gleich wie bei vereinigten Beschwerdeverfahren zusammenzuzählen 

(vgl. für vereinigte Beschwerdeverfahren das Urteil des BVGer  

A-7097/2013 vom 25. Juni 2015 E. 22.2.1 mit Hinweis). 

Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, dass ein (erheblicher) 

Kostenvorteil resultiert hätte, wenn die Vorinstanz über die Schadenersatz-

begehren der Beschwerdeführer gemeinsam entschieden hätte, denn so 

oder anders hatte die Vorinstanz zu berücksichtigen, dass ein Grossteil der 

A-3150/2016 

Seite 29 

Verfahrenshandlungen nur einmal vorzunehmen war und sich der den bei-

den Begehren zu Grunde liegende Sachverhalt im Wesentlichen deckte. 

Insgesamt sind die von der Vorinstanz mit Verfügungen vom 13. April 2016 

und vom 1. September 2016 festgesetzten Gebühren angesichts des er-

heblichen Aufwandes für das Verantwortlichkeitsverfahren nicht als unan-

gemessen zu beurteilen.  

6.4 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die freiwil-

lige Streitgenossenschaft der Beschwerdeführer ein Mehrparteienverfah-

ren darstellt und die Vorinstanz berechtig war, über die Begehren getrennt 

mittels selbständig anfechtbarer Entscheide zu befinden. Eine formelle 

Rechtsverweigerung liegt nicht vor.  

7.  

Als ein erstes Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die formellen Rügen 

der Beschwerdeführer unbegründet sind. Im Folgenden sind somit die ma-

teriellen Vorbringen der Beschwerdeführenden zu prüfen, wobei zunächst 

auf die Untersuchungshandlungen der Bundesanwaltschaft einzugehen 

ist. Im Hinblick darauf ist vorab in den Grundzügen die gesetzliche Ordnung 

im Zusammenhang mit Verantwortlichkeitsansprüchen, die gegenüber der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft erhoben werden, darzustellen. 

Amtliche Tätigkeit der Bundesanwaltschaft 

8.  

Gemäss Art. 3 Abs. 1 VG haftet die Schweizerische Eidgenossenschaft für 

den Schaden, den ein Beamter in Ausübung seiner amtlichen Tätigkeit Drit-

ten widerrechtlich zufügt, ohne Rücksicht auf das Verschulden des Beam-

ten. Eine Schadenersatzpflicht bedarf somit folgender Voraussetzungen, 

die kumulativ erfüllt sein müssen: Eines Schadens, des Verhaltens (Tun 

oder Unterlassen) eines Bundesbeamten in Ausübung einer amtlichen Tä-

tigkeit, eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen diesem Verhal-

ten und dem Schaden sowie der Widerrechtlichkeit des Verhaltens (Urteil 

des BGer 2C_1059/2014 vom 25. Mai 2016 E. 4; Urteil des BVGer A-

5172/2014 vom 8. Januar 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Die besonderen 

Haftpflichtbestimmungen anderer Erlasse bleiben vorbehalten (Art. 3 

Abs. 2 VG). 

Begehren auf Schadenersatz und Genugtuung sind dem EFD einzureichen 

(Art. 20 Abs. 2 VG). Dieses entscheidet in der Regel auch über die streiti-

gen Ansprüche, wobei es vorgängig eine Vernehmlassung der Amtsstelle 

A-3150/2016 

Seite 30 

einholt, in deren Geschäftsbereich sich der anspruchsbegründende Sach-

verhalt ereignet hat (Art. 10 Abs. 1 VG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 der Verordnung 

zum Verantwortlichkeitsgesetz [SR 170.321]). Soweit es nicht selbst zum 

Entscheid zuständig ist, leitet das EFD das Begehren an die zur Anerken-

nung oder Bestreitung zuständige Stelle weiter (Art. 1 Abs. 2 der Verord-

nung zum Verantwortlichkeitsgesetz; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allge-

meines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 62 Rz. 49). Einer entsprechen-

den Pflicht unterliegen auch alle anderen Amtsstellen (Art. 1 Abs. 3 der 

Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz).  

Die Haftung des Bundes erlischt, wenn der Geschädigte sein Begehren auf 

Schadenersatz oder Genugtuung nicht innert eines Jahres seit Kenntnis 

des Schadens einreicht, auf alle Fälle nach zehn Jahren seit dem Tag der 

schädigenden Handlung des Beamten (Art. 20 Abs. 1 VG). Dabei handelt 

es sich nach der Rechtsprechung und der Lehre um Verwirkungsfristen 

(Urteil des BVGer A-4147/2016 vom 4. August 2017 E. 3.2 mit Hinweisen 

auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts; vgl. zur jüngsten 

Praxisänderung betreffend die Berücksichtigung der Verwirkungsfristen 

von Amtes wegen das Urteil des BVGer A-3064/2016 vom 5. Februar 2018 

E. 5 [noch nicht rechtskräftig]). Die Einhaltung der Verwirkungsfrist ist da-

bei nicht Prozess-, sondern materielle Voraussetzung für den Bestand der 

Forderung und somit für eine Staatshaftung (vgl. Urteile des BGer 

2C_357/2016 vom 12. Juni 2017 E. 3.1 und 2C_640/2011 vom 1. Februar 

2012 E. 1.2 und 3.3; TOBIAS JAAG, in: Staats- und Beamtenhaftung, 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. I Teil 3, 3. Aufl. 2017, 

Rz. 181). 

9.  

9.1 Die Beschwerdeführer verlangen von der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft (unter solidarischer Haftung) Schadenersatz. Sie machen gel-

tend, die Bundesanwaltschaft habe zu Unrecht und gestützt auf widerrecht-

liche (geheime) Überwachungsmassnahmen ein Ermittlungsverfahren ge-

gen den Beschwerdeführer 1 durchgeführt, was wiederum die EBK zu ei-

nem aufsichtsrechtlichen Einschreiten, der Ernennung der Y._______ AG 

als Beobachterin, veranlasst habe. Die Handlungen der Bundesanwalt-

schaft hätten – zusammen mit jenen der EBK sowie der Y._______ AG – 

in adäquat kausaler Weise zu einem erheblichen Vertrauensverlust, zu ho-

hen direkten Kosten und schliesslich zum Notverkauf der X._______ AG 

unter ihrem eigentlichen Wert geführt. Für den daraus entstandenen Scha-

den seien sie zu entschädigen.  

A-3150/2016 

Seite 31 

Die Vorinstanz trat auf das Begehren des Beschwerdeführers 1 mangels 

sachlicher Zuständigkeit nicht ein. Sie erwog, das Entschädigungsverfah-

ren nach dem VG sei im Verhältnis zu der besonderen Entschädigungsre-

gelungen gemäss StPO subsidiär, weshalb der Beschwerdeführer 1 sein 

Entschädigungsbegehren im Strafverfahren hätte geltend machen müs-

sen. Soweit auf das Begehren einzutreten wäre, sei es abzuweisen; die 

Forderung sei verwirkt und zudem kein widerrechtliches Verhalten auszu-

machen. Letzteres erwog die Vorinstanz auch in Bezug auf den Beschwer-

deführer 2 und wies dessen Schadenersatzbegehren ab. Im Folgenden ist 

zunächst zu prüfen, ob die Vorinstanz auf das Begehren des Beschwerde-

führers 1 zu Recht nicht eingetreten ist.  

9.2 Bei Tatbeständen, die unter die Haftpflichtbestimmungen anderer Er-

lasse fallen, richtet sich die Haftung nach jenen besonderen Bestimmun-

gen (Art. 3 Abs. 2 VG). Die besonderen Entschädigungsregelungen sind 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ausschliesslich und ab-

schliessend. Es stützt sich hierbei im Wesentlichen auf die Materialien. 

Nach diesen hat das VG als lex generalis hinter besondere Haftpflichtbe-

stimmungen zurückzutreten und es tritt keine Haftungskumulation ein. Das 

VG ist insofern im Verhältnis zu den besonderen Haftpflichtbestimmungen 

anderer Erlasse subsidiär. Es kommt auch nicht ergänzend zur Anwendung 

und kann nicht als Auffangregelung angerufen werden, wenn eine beson-

dere Haftungsordnung für einen bestimmten Schaden keinen oder keinen 

vollständigen Ersatz vorsieht. Im Verhältnis zu besonderen Entschädi-

gungsregelungen steht das VG somit auf dem Boden der exklusiven Ge-

setzeskonkurrenz. Kommt eine besondere Entschädigungsregelung zum 

Zuge, so richten sich auch Verfahren und Zuständigkeit nach diesen Best-

immungen (zum Ganzen BGE 139 V 127 E. 3.2 sowie die Urteile des BGer 

8C_510/2007 vom 3. Oktober 2008 E. 4.1 und 5A.27/1999 vom 18. Feb-

ruar 2000 E. 3a, je mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; ferner Urteil des 

BGer 6B_178/2015 vom 26. August 2015 E. 2). 

Entscheidend für die Anwendung des VG ist somit, ob ein Tatbestand vor-

liegt, der unter die Haftpflichtbestimmungen eines anderen Erlasses fällt. 

Die Vorinstanz verweist diesbezüglich auf die Bestimmungen der StPO. Im 

Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich aus der StPO in Bezug auf die Be-

gehren des Beschwerdeführers 1 eine (ausschliessliche und abschlies-

sende) Regelung ergibt.  

 

A-3150/2016 

Seite 32 

9.3  

9.3.1 Die Entschädigungspflichten im Strafverfahren sind in den Art. 429 ff. 

StPO geregelt. Gemäss Art. 429 Abs. 1 StPO hat die beschuldigte Person, 

die ganz oder teilweise freigesprochen oder gegen die das Verfahren ein-

gestellt wird, Anspruch auf eine Entschädigung ihrer Aufwendungen für die 

angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Bst. a) sowie der wirt-

schaftlichen Einbussen, die ihr aus der notwendigen Beteiligung am Straf-

verfahren entstanden sind (Bst. b). Hinzu kommt gemäss Bst. c ein An-

spruch auf Genugtuung für besonders schwere Verletzungen der persönli-

chen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug. Die Strafbehörde 

prüft den Anspruch von Amtes wegen. Sie kann die beschuldigte Person 

auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen (Art. 429 Abs. 2 

StPO). Der Anspruch auf eine Entschädigung oder Genugtuung kann her-

abgesetzt oder verweigert werden, etwa wenn die beschuldigte Person die 

Durchführung des Verfahrens erschwert hat (Art. 430 StPO). Wurde der 

Beschuldigte rechtswidrigen Zwangsmassnahmen unterworfen, so besteht 

unabhängig vom Ausgang des Verfahrens ein Anspruch auf eine angemes-

sene Entschädigung und Genugtuung (Art. 431 Abs. 1 StPO). 

9.3.2 Das Ermittlungsverfahren gegen den Beschwerdeführer 1 wurde am 

24. Juli 2003 und somit vor Inkrafttreten der StPO formell eröffnet. Zu die-

sem Zeitpunkt und bis zum Inkrafttreten der StPO am 1. Januar 2011 gal-

ten die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 15. Juni 1934 über die 

Bundesstrafrechtspflege (Bereinigte Sammlung [BS] 3 303, in der bis zum 

31. Dezember 2010 gültigen Fassung; nachfolgend: BStP). Abgeschlossen 

wurde das Strafverfahren schliesslich unter der Herrschaft der StPO mit 

Urteil des Bundesstrafgerichts (…) vom (…) 2011.  

Die Vorinstanz äussert sich nicht zur Frage des Übergangsrechts. Es ist 

daher zunächst zu prüfen, ob sich die Entschädigungsfrage nach der StPO 

oder nach dem vormals geltenden BStP beurteilt; gemäss Art. 122 Abs. 1 

BStP ist dem Beschuldigten, gegen den die Untersuchung eingestellt wird, 

auf Begehren eine Entschädigung für die Untersuchungshaft und für an-

dere Nachteile, die er erlitten hat, auszurichten. Die Vorfrage nach der an-

wendbaren Entschädigungsregelung ist zwar grundsätzlich durch das Bun-

desstrafgericht zu beurteilen (vgl. Urteil des BGer 6B_668/2012 vom 

11. April 2013 E. 1 sowie nachfolgend E. 9.5), sie hat jedoch, wie nachfol-

gend zu zeigen ist, Auswirkungen auf die streitige Frage nach der sachli-

chen Zuständigkeit zum Entscheid über den vom Beschwerdeführer 1 an-

begehrten Schadenersatz: 

A-3150/2016 

Seite 33 

Unter der Geltung des BStP hatte (zu Letzt) die Eidgenössische Rekurs-

kommission für Staatshaftung über das Verhältnis zwischen dem VG und 

der besonderen Entschädigungsregelung gemäss Art. 122 Abs. 1 BStP zu 

entscheiden. Sie erwog, von Art. 122 Abs. 1 BStP würden jene Sachver-

halte erfasst, in denen Untersuchungshandlungen unter Beachtung der ge-

setzlichen Formen und Verfahrensvorschriften angeordnet worden seien, 

diese sich aber im Nachhinein tatsächlich als ungerechtfertigt erwiesen. 

Demgegenüber hafte die Schweizerische Eidgenossenschaft für Schäden, 

die ihren Ursprung in widerrechtlichen Handlungen – beispielsweise einer 

widerrechtlichen Haft – hätten, nach den Bestimmungen des VG (Ent-

scheid der Eidgenössischen Rekurskommission für Staatshaftung vom 

21. Mai 2004, teilweise publiziert in Verwaltungspraxis der Bundesbehör-

den [VPB] 68.118, E.2b). Der Entscheid der Rekurskommission stützte sich 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung. Diese geht, soweit ersichtlich, 

auf ein obiter dictum in BGE 64 I 138 zurück. Das Bundesgericht hatte in 

diesem Urteil erwogen, die Bestimmung von Art. 122 BStP beziehe sich 

ihrem Wortlaut nach auf jene Untersuchungshandlungen, die rechtmässig 

angeordnet worden seien, sich im Nachhinein jedoch als nicht gerechtfer-

tigt erwiesen hätten. Demgegenüber solle die Beurteilung von Schadener-

satzbegehren aufgrund widerrechtlicher Handlungen in die Zuständigkeit 

der ordentlichen Gerichte ("tribunaux ordinaires") fallen (BGE 64 I 138 E. 2; 

vgl. auch BGE 117 IV 209 E. 4b f.; anders jedoch implizit das Urteil des 

BGer 8G.122/2002 vom 9. September 2003 E. 3.2).  

Der sachliche Anwendungsbereich der Bestimmungen von Art. 429 ff. 

StPO reicht weiter als jener gemäss Art. 122 Abs. 1 BStP. Nach der Recht-

sprechung zu Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO ist der gesamte (wirtschaftliche) 

Schaden zu ersetzen, der mit dem Strafverfahren in einem Kausalzusam-

menhang im Sinne des Haftpflichtrechts steht (Urteil des BGer 

6B_1189/2016 vom 16. November 2017 E. 4.3.1 unter Verweis auf BGE 

142 IV 237 E. 1.3.1; SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessord-

nung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 429 Rz. 6). Dies schliesst jene 

(mittelbaren) Schäden mit ein, die aus der blossen Tatsache resultieren, 

dass gegen die beschuldigte Person ein Strafverfahren durchgeführt wor-

den ist (vgl. Urteile des BGer 6B_1189/2016 vom 16. November 2017 

E. 4.3.1, 6B_1342/2016 vom 12. Juli 2017 E. 1.1 und E. 3, 6B_1378/2016 

vom 22. Juni 2017 E. 1.2, 6B_928/2014 vom 10. März 2016 E. 4.1 und 

E. 4.4 sowie 6B_1026/2013 vom 10. Juni 2014 E. 3). Gemäss Art. 431 

Abs. 1 StPO besteht sodann zusätzlich und unabhängig vom Ausgang des 

Verfahrens ein Entschädigungsanspruch, wenn rechtswidrige Zwangsmas-

snahmen angewandt worden sind (vgl. Urteile des BGer 1B_270/2017 vom 

A-3150/2016 

Seite 34 

28. Juli 2017 E. 7 und 1B_351/2012 vom 20. September 2012 E. 2.3.2). 

Die Bestimmungen von Art. 429 ff. StPO regeln die Entschädigungspflich-

ten in Strafverfahren insofern abschliessend; es gilt der Grundsatz der Ex-

klusivwirkung der strafprozessualen Entschädigungsregelung (vgl. 

SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 416–436 Rz. 1). 

Gemäss den Vorbringen der Beschwerdeführer hat die Bundesanwalt-

schaft zu Unrecht und gestützt auf widerrechtliche (geheime) Überwa-

chungsmassnahmen eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdefüh-

rer 1 geführt, woraus ihnen ein Schaden entstanden sei. Sie rügen somit 

nicht nur, die Untersuchungshandlungen hätten sich im Nachhinein als un-

gerechtfertigt erwiesen. Der Vorhalt geht vielmehr (auch) dahin, die Bun-

desanwaltschaft habe Amtspflichtverletzungen begangen und insofern wi-

derrechtlich gehandelt. Für die Frage nach der sachlichen Zuständigkeit ist 

mithin entscheidend, nach welcher Regelung sich die vorliegende Entschä-

digungsfrage übergangsrechtlich beurteilt. Dies ist im Folgenden vorfrage-

weise zu prüfen.  

9.3.3 Der Übergang zwischen altem und neuem (eidgenössischem) Straf-

prozessrecht ist in den Art. 448 ff. StPO geregelt. Die Übergangsbestim-

mungen basieren auf dem Grundsatz, die bisherigen Verfahrensordnungen 

von Bund und Kantonen möglichst rasch durch die StPO zu ersetzen. Ent-

sprechend legt Art. 448 Abs. 1 StPO fest, dass Verfahren, die bei Inkraft-

treten der StPO hängig sind, nach neuem Recht fortgeführt werden, es sei 

denn, die nachfolgenden Bestimmungen sähen etwas anderes vor. Eine 

ausdrückliche Regelung, nach welchen Bestimmungen in Fällen wie dem 

Vorliegenden hinsichtlich der Kosten für die Verteidigung sowie allfälliger 

weiterer Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche zu entscheiden ist, 

enthält die StPO nicht.  

Das Bundesgericht hat sich bereits verschiedentlich mit der Problematik 

des Übergangsrechts in Bezug auf Entschädigungsansprüche in Strafver-

fahren befasst und entschieden, dass der übergangsrechtliche Grundsatz 

gemäss Art. 448 Abs. 1 StPO nur für das formelle Strafverfahrensrecht gilt. 

Unter dieses fällt nach der Rechtsprechung die Entschädigung für die Kos-

ten der Verteidigung (geltender Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO), wohingegen 

die Bestimmungen über andere Entschädigungen wie Schadenersatz und 

Genugtuung (geltende Art. 429 Abs. 1 Bst. b und c StPO) materieller Natur 

sind. Ansprüche auf Schadenersatz und Genugtuung sind daher grund-

sätzlich nach der zum Zeitpunkt ihres Entstehens massgebenden Rechts-

A-3150/2016 

Seite 35 

grundlage zu beurteilen; das neue Recht entfaltet in dieser Hinsicht man-

gels einer spezifischen Rechtsgrundlage keine Rückwirkung (BGE 142 IV 

237 E. 1.4; Urteile des BGer 6B_362/2015 vom 3. Dezember 2015 E. 2.2, 

6B_802/2015 vom 9. Dezember 2015 E. 5.2, 6B_184/2013 vom 1. Oktober 

2013 E. 8.2 und 6B_265/2012 vom 10. September 2012 E. 2.2, je mit Hin-

weisen auf die Rechtsprechung). Aus Gründen der Vereinfachung des Ver-

fahrens lässt es das Bundesgericht jedoch zu, dass die gesamte Entschä-

digung nach neuem Recht beurteilt wird, selbst wenn – wie vorliegend – 

die anspruchsbegründenden Prozesshandlungen unter altem Recht vorge-

nommen worden sind. Hierfür ist in jedem Fall vorausgesetzt, dass das 

neue Recht für den Betroffenen nicht nachteiliger ist (BGE 142 IV 237 

E. 1.4 und Urteil des BGer 6B_362/2015 vom 3. Dezember 2015 E. 2.2, je 

mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Vereinzelt hat das Bundesgericht 

die Anwendung neuen Rechts von zusätzlichen Voraussetzungen abhän-

gig gemacht, den zuständigen Gerichten jedoch auch in diesen Fällen (im 

Ergebnis) einen Spielraum zugestanden und die Anwendung neuen 

Rechts geschützt (vgl. BGE 142 IV 237 E. 1.4; Urteile des BGer 

6B_802/2015 vom 9. Dezember 2015 E. 5.2, 6B_362/2015 vom 3. Dezem-

ber 2015 E. 2.2, 6B_668/2012 vom 11. April 2013 E. 2.4.1; vgl. zur Anwen-

dung des alten Rechts Urteile des BGer 6B_875/2013 vom 7. April 2014 

E. 3.2.2, 6B_668/2012 vom 11. April 2013 E. 2.4.2 und 6B_618/2011 vom 

22. März 2012 E. 1.2). 

9.3.4 Vorliegend hat das Bundesstrafgericht über einen Teil der Schaden-

ersatzansprüche des Beschwerdeführers 1 bereits entschieden: Der Be-

schwerdeführer 1 hatte im Verfahren vor dem Bundesstrafgericht eine Ent-

schädigung für den durch das Strafverfahren verursachten Erwerbsausfall 

verlangt; er habe als Folge der Verhaftung seine Anstellung als Geschäfts-

führer der X._______ AG verloren und hiernach kein gleichwertiges Ein-

kommen mehr erzielen können. Das Bundesstrafgericht sah einen Erwerb-

sausfall aufgrund des Strafverfahrens indes nicht als erweisen an und wies 

das Entschädigungsbegehren ab. Es stellte hierbei implizit auf die Bestim-

mung von Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO ab (Urteil des BStGer […] vom […] 

2011 E. 12.1.1 und 12.3.4).  

Zwar hat sich das Bundesstrafgericht nicht (ausdrücklich) zur Frage des 

Übergangsrechts geäussert. Der Entscheid, das Entschädigungsbegehren 

nach neuem Recht zu beurteilen, ist mit Blick auf die vorstehend darge-

stellte Rechtsprechung im Ergebnis jedoch nicht zu beanstanden. Insbe-

sondere ist nicht ersichtlich, dass die Anwendung neuen Rechts für den 

Beschwerdeführer 1 im Vergleich zur Bestimmung von Art. 122 Abs. 1 

A-3150/2016 

Seite 36 

BStP nachteiliger (gewesen) wäre; nach der Rechtsprechung zu den Best-

immungen gemäss Art. 429 StPO ist der gesamte Schaden wieder gutzu-

machen, der mit dem Strafverfahren in einem Kausalzusammenhang steht, 

ohne dass es hierfür eines entsprechenden Antrages des Beschuldigten 

bedürfte (vgl. vorstehend E. 9.3.2; zudem Urteil des BGer 6B_74/2016 vom 

19. August 2016 E. 1.3.1 und E. 1.4.2 mit Hinweisen auf die Rechtspre-

chung). Es besteht daher vorliegend kein Anlass, über die Vorfrage des 

anwendbaren Strafprozessrechts anders zu entscheiden als das Bun-

desstrafgericht (vgl. zur Bindung an den Entscheid einer anderen [gericht-

lichen] Behörde über eine Vorfrage HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemei-

nes Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rzn. 1744 ff., insbes. Rz. 1760 mit 

Hinweisen auf die Rechtsprechung; ferner Urteil des BVGer A-3757/2016 

vom 3. Mai 2017 E. 9.2.4 mit Hinweisen). Auf die Schadenersatzansprüche 

des Beschwerdeführers 1 ist somit neues Recht (Art. 429 ff. StPO) anzu-

wenden.  

9.3.5 Der vorfrageweise Entscheid über das übergangsrechtlich anwend-

bare Recht beantwortet auch die Frage nach der sachlichen Zuständigkeit: 

Mit den Bestimmungen gemäss Art. 429 ff. StPO besteht eine spezialge-

setzliche Haftungsregelung, welche die vorliegend in Frage stehende Haf-

tung für eine zu Unrecht und gestützt auf widerrechtliche (geheime) Über-

wachungsmassnahmen durchgeführte Strafuntersuchung beschlägt. 

Diese Regelung gilt im Verhältnis zum VG als abschliessend und aus-

schliesslich (vgl. auch vorstehend E. 9.2 und 9.3.2; in diesem Zusammen-

hang zudem das Urteil des BGer 8C_510/2007 vom 3. Oktober 2008 

E. 4.2), so dass für eine Entschädigung gestützt auf Art. 3 Abs. 1 VG kein 

Raum verbleibt. Die Vorinstanz hat sich somit in Bezug auf das Begehren 

des Beschwerdeführers 1 – soweit dieses seine Grundlage in dem gegen 

ihn geführten Strafverfahren hat – zu Recht für sachlich nicht zuständig 

erklärt. Zu prüfen bleibt, was die Folgen der fehlenden sachlichen Zustän-

digkeit im Verantwortlichkeitsverfahren sind. 

9.4  

9.4.1 Die Behörde prüft ihre Zuständigkeit von Amtes wegen (Art. 7 Abs. 1 

VwVG). Erachtet sie sich als unzuständig, überweist sie die Sache ohne 

Verzug der zuständigen Behörde (Art. 8 Abs. 1 VwVG). Hat die Behörde 

Zweifel an ihrer Zuständigkeit, so pflegt sie darüber gemäss Art. 8 Abs. 2 

VwVG einen Meinungsaustausch mit der Behörde, deren Zuständigkeit in 

Frage kommt. Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, tritt durch 

Verfügung auf die Sache nicht ein, wenn eine Partei die Zuständigkeit be-

hauptet (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Überweisung und Meinungsaustausch sind 

A-3150/2016 

Seite 37 

verwaltungsinterne Vorgänge, an denen die Parteien nicht beteiligt sind. 

Entsprechend erfolgt die Überweisung grundsätzlich formlos. Die Rege-

lung gemäss Art. 8 VwVG soll die Erledigung durch eine Nichteintretens-

verfügung verhindern und dient insofern der Prozessökonomie sowie der 

Verwirklichung des materiellen Rechts, indem die für die Anwendung des 

materiellen Rechts zuständige Behörde ermittelt wird (vgl. BGE 127 III 567 

E. 3b; BGE 108 Ib 540 E. 2a/aa; THOMAS FLÜCKIGER, in: Praxiskommentar 

VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 8 Rzn. 1 f. und 7; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, a.a.O., 

Rzn. 508; MICHEL DAUM, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver-

waltungsverfahren [VwVG], 2008, Art. 8 Rzn. 4 und 8 sowie Art. 9 

Rzn. 6 f.). 

Anders verhält es sich, wenn eine Partei die Zuständigkeit einer bestimm-

ten Behörde behauptet. Eine formlose Überweisung der Sache scheidet in 

diesem Fall aus. Vielmehr hat die Behörde gemäss Art. 9 Abs. 2 VwVG 

eine Verfügung über ihre Zuständigkeit zu erlassen. Die Behauptung kann 

ausdrücklich erfolgen oder sich implizit etwa aus einer (weiteren) Eingabe 

im Rahmen des Schriftenwechsels ergeben. Die Behauptung der Zustän-

digkeit ist jedoch nicht bereits darin zu sehen, dass eine Eingabe an eine 

bestimmte Behörde gerichtet wird; damit bringt die Partei lediglich zum 

Ausdruck, dass sie die befasste Behörde als zuständig erachtet (BGE 108 

Ib 540 E. 2a/aa; Urteile des BVGer A-445/2015 vom 18. November 2015 

E. 13.1 mit Hinweisen und A-1824/2006 vom 25. Juni 2008 E. 2.1; FLÜCKI-

GER, a.a.O., Art. 9 Rzn. 10 f.).  

9.4.2 Die Beschwerdeführer haben sich in ihrem Entschädigungsbegehren 

vom 18. April 2012 zur Frage der Zuständigkeit geäussert und ausgeführt, 

der geltend gemachte Schaden könne nicht unter die Haftpflichtbestim-

mungen anderer Erlasse subsumiert werden. Nicht einschlägig seien ins-

besondere die strafprozessualen Bestimmungen gemäss den Art. 429 ff. 

StPO und die Vorinstanz somit zur Behandlung ihrer Gesuche sachlich zu-

ständig. An dieser Auffassung hielten die Beschwerdeführer mit Schreiben 

vom 11. März 2013 ausdrücklich fest, nachdem die Bundesanwaltschaft 

mit Stellungnahme vom 2. Juli 2012 ausgeführt hatte, die Subsidiarität des 

Verantwortlichkeitsverfahrens stehe den gestellten Entschädigungsbegeh-

ren nicht entgegen, weshalb vorliegend das VG anwendbar sei (vgl. vor-

stehend Sachverhalt Bst. K). 

Es fragt sich, ob es vorliegend aus prozessökonomischen Gründen und im 

Interesse einer Verwirklichung des materiellen Rechts nicht sachgerecht 

gewesen wäre, das Entschädigungsbegehren des Beschwerdeführers 1 

A-3150/2016 

Seite 38 

dem Bundesstrafgericht zu überweisen, soweit dieser eine Entschädigung 

für die (seiner Ansicht nach) zu Unrecht und gestützt auf widerrechtliche 

(geheime) Überwachungsmassnahmen geführte Strafuntersuchung for-

dert. Dies hätte sich umso mehr aufgedrängt, als das Bundesstrafgericht, 

wie vorstehend ausgeführt, über einen Teil der Entschädigungsforderun-

gen des Beschwerdeführers 1 bereits entschieden hat. Zudem ist eine sol-

che Überweisung (durch Verfügung) nach der Rechtsprechung des Bun-

desgerichts selbst dann zulässig, wenn die Zuständigkeit der Behörde 

i.S.v. Art. 9 Abs. 2 VwVG behauptet wird (vgl. BGE 108 Ib 540 E. 2a/aa). 

Der Entscheid der Vorinstanz, auf das Begehren des Beschwerdeführers 1 

nicht einzutreten, soweit dieser aufgrund der gegen ihn durchgeführten 

Strafuntersuchung eine Entschädigung fordert, ist jedoch mit Blick auf die 

dargestellte Rechtsprechung gleichwohl nicht zu beanstanden: Die Be-

schwerdeführer haben sich bereits in der Begründung zu ihrem Entschädi-

gungsbegehren ausdrücklich zu der Frage der Subsidiarität des Verant-

wortlichkeitsverfahrens und somit zur sachlichen Zuständigkeit der Vor-

instanz geäussert. An ihrer diesbezüglichen Auffassung hielten sie im wei-

teren Verfahren fest, so dass die Vorinstanz (implizit) davon ausgehen 

durfte, die Beschwerdeführer würden die Zuständigkeit der Vorinstanz 

i.S.v. Art. 9 Abs. 2 VwVG behaupten. Die Vorinstanz war insofern nicht ver-

pflichtet, das Entschädigungsbegehren des Beschwerdeführers formlos 

gestützt auf Art. 8 Abs. 1 VwVG (teilweise) an das Bundesstrafgericht zu 

überweisen. Eine entsprechende Pflicht ergibt sich auch nicht aus den in 

Art. 1 der Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz statuierten Weiterlei-

tungspflichten; die betreffenden Pflichten gelten nur für Begehren auf 

Schadenersatz und Genugtuung, die zu Recht gestützt auf das Verantwort-

lichkeitsgesetz gegenüber dem Bund erhoben werden (Urteil des BVGer 

A-445/2015 vom 18. November 2015 E. 14.1). 

Der Entscheid der Vorinstanz ist daher insoweit, als sie auf das Entschädi-

gungsbegehren des Beschwerdeführers 1 nicht eingetreten ist, nicht zu be-

anstanden und die vom Beschwerdeführer 1 erhobene Beschwerde in die-

sem Punkt abzuweisen.  

9.5 Es fragt sich, ob der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz analog 

zum Vorgehen gemäss Art. 8 Abs. 1 VwVG mit der Überweisung an die 

zuständige Behörde zu verbinden gewesen wäre.  

In der Literatur wird eine Pflicht zur Überweisung bejaht, falls und sobald 

eine Nichteintretensverfügung in Rechtskraft erwächst (vgl. FLÜCKIGER, 

A-3150/2016 

Seite 39 

a.a.O., Art. 9 Rz. 9 mit Hinweisen auf die Literatur; JÉRÔME CANDRIAN, Int-

roduction à la procédure administrative fédérale, 2013, Rz. 52; noch offen 

gelassen in Urteil des BVGer A-6496/2013 vom 19. März 2015 E. 4). Dies 

erscheint auch vorliegend sachgerecht. Zudem steht einer Überweisung 

an das Bundesstrafgericht nicht von vornherein entgegen, dass das Straf-

verfahren gegen den Beschwerdeführer 1 mit rechtskräftigem Urteil des 

Bundesstrafgerichts (…) vom (…) 2011 abgeschlossen worden ist. So ist 

gemäss Art. 429 Abs. 2 StPO der Anspruch auf Entschädigung und Genug-

tuung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 und Art. 431 StPO von Amtes wegen zu prüfen; 

eines Antrages der beschuldigten Person bedarf es nicht (Urteile des BGer 

6B_1189/2016 vom 16. November 2017 E. 3.3, 6B_375/2016 vom 28. Juni 

2016 E. 3.1, 6B_129/2016 vom 2. Mai 2016 E. 4 und 6B_575/2013 vom 

10. Oktober 2013 E. 3.2). In der Zeit nach dem Inkrafttreten der StPO hatte 

sich das Bundesgericht sodann wiederholt mit der Frage zu befassen, wel-

ches die Folgen einer unterlassenen Aufforderung bzw. Prüfung der Ent-

schädigungs- und Genugtuungsansprüche von Amtes wegen sind. Es er-

kannte, dass dem Beschuldigten in einem solchen Fall aufgrund des ver-

fassungsmässigen Grundsatzes von Treu und Glauben kein Nachteil ent-

stehen dürfe. Insbesondere könne aus dem Umstand, dass gegen ein Ur-

teil kein Rechtsmittel erhoben worden ist, für sich alleine kein Verzicht auf 

eine Entschädigung abgeleitet werden. Ist das Strafverfahren schon abge-

schlossen, stehe dem Beschuldigten das Recht zu, seine Ansprüche in ei-

nem separaten Verfahren gemäss Art. 363 ff. StPO beim Gericht, welches 

das erstinstanzliche Urteil gefällt hat, geltend zu machen (Art. 363 Abs. 1 

StPO; Urteile des BGer 6B_1172/2015 vom 8. Februar 2016 E. 2, 

6B_661/2013 vom 10. Juni 2014 E. 3, 6B_842/2014 vom 3. November 

2014 E. 2 und 6B_472/2012 vom 13. November 2012 E. 2).  

Der Entscheid der Vorinstanz wäre somit mit einer Überweisung nach Ein-

tritt der Rechtskraft zu verbinden gewesen. Die Angelegenheit hierfür an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, ist jedoch insbesondere aus prozessöko-

nomischen Gründen nicht sachgerecht. Vielmehr ist nach Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils und in analoger Anwendung von Art. 8 Abs. 1 VwVG 

das Gesuch des Beschwerdeführers 1 samt den Beilagen direkt vom Bun-

desverwaltungsgericht dem vorliegend für den Entscheid über die Entschä-

digungsbegehren gemäss Art. 429 Abs. 1 (Bst. b) StPO zuständigen Ge-

richt zu überweisen. 

9.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich das Entschädigungsbe-

gehren des Beschwerdeführers 1, soweit dieser eine Entschädigung auf-

grund widerrechtlichen Verhaltens der Bundesanwaltschaft im gegen ihn 

A-3150/2016 

Seite 40 

geführten Strafverfahren verlangt, nach den besonderen Haftpflichtbestim-

mungen gemäss Art. 429 ff. StPO beurteilt. Zur Beurteilung der in diesem 

Zusammenhang anbegehrten Entschädigung ist daher die Vorinstanz 

sachlich nicht zuständig und insoweit auf das Begehren des Beschwerde-

führers 1 zu Recht nicht eingetreten. Das Gesuch des Beschwerdeführers 

ist jedoch nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils dem Bu