# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0d16f09-18cb-50e8-bb29-3cbe7c4c6a82
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 27.06.2023 R 2022 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2022-31_2023-06-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 22 31

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

RichterInnen Audétat und Zanolari Hasse

Aktuar ad hoc Gees

URTEIL

vom 27. Juni 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Christian Fey, 

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Caterina Ventrici, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Nutzungsänderungsgesuch

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I. Sachverhalt:

1. Am 6. bzw. 7. April 2022 beantragte die A._____ AG [...] beim 

Gemeindevorstand der Gemeinde B._____ eine Nutzungsänderung 

gemäss kommunalem Baugesetz ([...]). Im Hotel «C._____» auf der 

Parzelle D._____ soll ein Aufbewahrungsraum für Fahrräder neu als Lokal 

für die Vermietung und als Servicestation für Sportgeräte genutzt werden. 

Verkauft werden sollen hingegen lediglich sogenannte 

Ergänzungsprodukte.

2. Mit Entscheid des Gemeindevorstands B._____ vom 10. Mai 2022 wurde 

die beantragte Umnutzung des Veloraums nicht bewilligt. Begründet 

wurde dies im Wesentlichen damit, dass die beantragte Umnutzung über 

das zulässige Mass hinausgehe. Im Hotelbereich seien keine 

Dienstleistungsbetriebe zulässig, sondern lediglich ein Hotel mit 

dazugehörigen Infrastrukturen. Zulässig wäre die Servicestation mit 

Vermietung und Verkauf, wenn diese lediglich Hotelgästen zur Verfügung 

stehen würde. Betriebe mit Angeboten, die von jedermann in Anspruch 

genommen werden können, würden jedoch über den zulässigen 

Zonenzweck hinausgehen. 

3. Gegen diesen Entscheid vom 10. Mai 2022 erhob die A._____ AG 

(nachfolgend Beschwerdeführerin) am 25. Mai 2022 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte die 

Aufhebung des Entscheids sowie die Bewilligung der beantragten 

Nutzungsänderung. Eventualiter sei der Entscheid aufzuheben und die 

Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Gemeinde B._____ 

zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Bei dem Hotel 

«C._____» handle es sich um ein rein auf Biker ausgerichtetes Hotel. Es 

entspreche dem Kernangebot des Hotels, Dienstleistungen wie die 

beabsichtigte Servicestation im Haus anbieten zu können. Der Bike-Shop 

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habe keinen selbständigen Auftritt gegen aussen und sei vollständig in die 

Hotelinfrastruktur integriert. Der bereits vorhandene Veloraum zu 

Abstellungszwecken werde baulich nicht verändert. Der Raum sei klar als 

Teil des Hotelbetriebs erkennbar und nicht als unabhängiges 

Sportgeschäft, welches andere Anbieter konkurrenzieren könnte. Der 

Bike-Shop sei bereits aufgrund seiner Lage ausserhalb bekannter 

Einkaufszeilen und hinter dem Gästeparkplatz auf das Hotelpublikum 

beschränkt. So werde kein Publikumsverkehr von Dritten generiert. 

Laufkundschaft vor Ort gebe es keine. Das Hotel befinde sich in der 

Touristikzone A. Das kommunale Baugesetz definiere allgemein zulässige 

Nutzungen sowie die zulässige Nutzung nach Baubereichen. So seien 

Hotels mit dazugehörigen Infrastrukturen wie Restauration etc. erlaubt. 

Dienstleistungsbetriebe, die den Kernbetrieb des Hotels ergänzen, 

müssten zulässig sein. Üblicherweise handle es sich dabei um 

Restaurants. In einem sportorientierten Hotel müsse jedoch mindestens 

auch eine eigene Vermietung von Sportartikeln als dazugehörige 

Infrastruktur verstanden werden. Der praxisgemäss grosse 

Ermessensspielraum der Gemeinden bei der Auslegung der eigenen 

Zonenvorschriften finde seine Grenze bei der Willkür. Es sei jedoch 

unzulässig, im Nutzungskatalog der Touristikzone A eine exemplarische 

Aufzählung von zulässigen Nebenbetrieben mit «etc.» zu versehen, was 

auf eine abschliessende Liste hinweise, um es dann dem Belieben der 

kommunalen Baubehörde zu überlassen, welche Branchen davon erfasst 

seien und welche nicht. Gemäss Rechtsprechung müsse in einer 

Touristikzone der Betrieb von Servicestationen mit untergeordneter 

Verkaufstätigkeit zugelassen werden, wogegen reine Verkaufsläden vom 

Zweck nicht mehr abgedeckt würden. Die beantragte Nutzungsänderung 

sei mit dem Zonenzweck vereinbar und die Beschwerdeführerin habe 

Anspruch auf Erteilung der Baubewilligung. Sie machte ferner 

Unverhältnismässigkeit sowie eine Verletzung der Eigentumsfreiheit und 

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des Willkürverbots geltend. Zum Eventualantrag hielt die 

Beschwerdeführerin schliesslich fest, die Gemeinde habe das Gesuch v.a. 

deshalb nicht bewilligt, weil das Serviceangebot nicht an Dritte ausserhalb 

des Hotels zur Verfügung stehen dürfe. Würde dieses nur den Hotelgästen 

zur Verfügung stehen, wäre die Nutzungsänderung auch aus Sicht der 

Gemeinde bewilligungsfähig gewesen. So wäre es möglich gewesen, die 

Nutzungsänderung mit einer entsprechenden Auflage zu belegen.

4. Mit Schreiben vom 26. Juli 2022 wandte sich die Beschwerdeführerin an 

die Gemeinde B._____. Sie betonte die bisher gute Zusammenarbeit mit 

der Gemeinde und bedauere, sich gezwungen sehen zu müssen, beim 

Verwaltungsgericht Beschwerde einzureichen. Auf den Vorschlag der 

Rechtsvertretung der Gemeinde könne sie leider nicht eingehen. Folge 

man ihrer Argumentationslinie, dürften keine externen Gäste Leistungen 

mehr im Hotel in Anspruch nehmen. Dieser Schritt hätte für das Hotel 

wirtschaftlich dramatische Konsequenzen und sei unverantwortbar.

5. Mit Vernehmlassung vom 22. August 2022 beantragte die Gemeinde 

B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung 

der Beschwerde. Im Zusammenhang mit dem Schreiben der 

Beschwerdeführerin vom 26. Juli 2022 hielt die Beschwerdegegnerin fest, 

die Beschwerdeführerin sei mit einer allfälligen Auflage, mittels welcher 

sichergestellt würde, dass die Servicestation mit Vermietung und Verkauf 

nur den Hotelgästen zur Verfügung steht, nicht einverstanden. Das Lokal 

solle offensichtlich für jedermann, auch für Externe, zur Verfügung stehen. 

Zudem habe sie festgestellt, dass die Räumlichkeiten zwischenzeitlich 

trotz abschlägigem Entscheid umgenutzt worden seien und macht damit 

eine formelle Baurechtsverletzung geltend. Die Beschwerdegegnerin 

verneint im Wesentlichen die Zonenkonformität des neuen Lokals und 

beruft sich auf die Gemeindeautonomie. Das Hotel bzw. die 

Bikeaufbewahrungsraum befinde sich nicht in der «Touristikzone», 

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sondern in der «Touristikzone A», überlagert vom «Baubereich Hotel 

oberirdisch». In der Touristikzone A seien Dienstleistungsbetriebe wie 

Verkaufslokale, die den Kernbetrieb des Hotels allenfalls ergänzen – im 

Gegensatz zur Touristikzone – nicht zulässig. Weil das Lokal allen und 

nicht bloss den Hotelgästen zugänglich sei, könne dieses nicht mehr als 

dem Hotel zugehörige Infrastruktur qualifiziert werden und sei deshalb 

zonenwidrig. Bauten und Anlagen für Sportgeräte (Vermietung, Verkauf 

i.V.m. Vermietung, Service und Einstellhallen) wäre lediglich in der 

angrenzenden Touristikzone zulässig, nicht jedoch in der Touristikzone A. 

Den beschwerdeführerischen Ausführungen zur Rechtsprechung könne 

nicht gefolgt werden, da die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen 

autonomes Gemeinderecht darstellen würden. So gebe es nicht «die» 

Touristikzone bzw. eine dazugehörige, allgemeine Definition. Zum 

Eventualantrag der Beschwerdeführerin führte die Beschwerdegegnerin 

schliesslich aus, sie wäre bereit – sofern die Beschwerdeführerin mit einer 

entsprechenden Einschränkung einverstanden ist – eine Baubewilligung 

unter Auflage zu erteilen.

6. In ihrer Replik vom 2. September 2022 hielt die Beschwerdeführerin 

unverändert an ihren Anträgen und Ausführungen gemäss Beschwerde 

vom 25. Mai 2022 fest. Darüber hinaus folgten vereinzelte Vertiefungen. 

So enthalte etwa der Planungs- und Mitwirkungsbericht keine Angaben 

darüber, dass in der Touristikzone solche Stationen für Fahrräder verboten 

sein sollen. Zudem kritisierte sie die von der Beschwerdegegnerin ins 

Recht gelegte Fotodokumentation als einseitig und beantragte in diesem 

Zusammenhang einen Augenschein.

7. Die Beschwerdegegnerin hielt am 19. September 2022 duplizierend 

ebenfalls unverändert an ihrer Vernehmlassung vom 22. August 2022 fest 

und machte punktuelle Ausführungen.

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

im angefochtenen Entscheid vom 10. Mai 2022 wird, soweit erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen 

Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid der 

Beschwerdegegnerin vom 10. Mai 2022 (vgl. Akten der 

Beschwerdeführerin [Bf-act.] 1) ist weder endgültig noch kann er bei einer 

anderen Instanz angefochten werden. Die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde fällt demzufolge in die Zuständigkeit des angerufenen 

Gerichts. Die Eintretensvoraussetzungen geben vorliegend zu keinen 

Bemerkungen Anlass, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde einzutreten ist.

1.2. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass auf den 

von der Beschwerdeführerin beantragten Augenschein im vorliegenden 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren verzichtet werden kann. 

Einerseits ergibt sich der Sachverhalt hinreichend aus den Akten und 

andererseits gilt es vorliegend ausschliesslich Rechtsfragen zu 

beantworten, welche sich anhand der Aktenlage ohne Weiteres beurteilen 

lassen.

2. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin mit dem 

angefochtenen Entscheid die beantragte Umnutzung des Veloraums in 

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eine Servicestation für Sportgeräte mit Vermietung und Verkauf von 

Ergänzungsprodukten zu Recht mangels Zonenkonformität nicht bewilligt 

hat.

3. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, sie habe 

Anspruch auf Erteilung der Baubewilligung und ihre beantragte 

Umnutzung sei zu bewilligen, weil diese gestützt auf Art. 66 des 

Baugesetzes der Gemeinde B._____ (BauG) zulässig sei. 

3.1. Gemäss Art. 66 Abs. 1 BauG sind in der «Touristikzone» Bauten und 

Anlagen von touristischen Beförderungsanlagen wie Bergbahnen, Skilifte 

sowie damit verbundene Büros, Einstellhallen für Fahrzeuge, 

Reparaturwerkstätten und dergleichen zulässig. Ebenso sind Bauten und 

Anlagen für Schneesportschulen, für Sportgeräte (Vermietung, Verkauf in 

Verbindung mit Vermietung, Service und Einstellhallen), für 

Beherbergungsbetriebe und für Restaurants zulässig. Abs. 2 regelt 

sodann, dass sich in der «Touristikzone A» Art und Mass der Nutzung 

sowie Erschliessung nach den Festlegungen im Generellen 

Gestaltungsplan (GGP) sowie nach den in diesem Absatz in Ziffern 

aufgelisteten Bestimmungen richten.

3.2. Aus dem Zonenplan sowie dem GGP ergibt sich unzweifelhaft, dass sich 

die Parzelle D._____, worauf sich das Hotel C._____ mit dem 

streitbetroffenen Lokal befindet, in der «Touristikzone A» liegt. Zu 

beachten ist dabei zunächst, dass es sich bei der «Touristikzone A» und 

der «Touristikzone» um zwei für sich eigenständige und unterschiedliche 

Zonen handelt. Vorliegend zur Anwendung gelangt demnach Art. 66 

Abs. 2 BauG, während Abs. 1 nicht einschlägig ist. Diesbezüglich kann auf 

die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen 

werden (vgl. Vernehmlassung vom 22. August 2022, S. 5 ff.). Die Parzelle 

D._____ in der «Touristikzone A» wird sodann von einem «Baubereich 

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Hotel» überlagert. Folglich kommt vorliegend Art. 66 Abs. 2 lit. b BauG zur 

Anwendung, welcher u.a. bestimmt, dass der Baubereich Hotel der 

Erstellung der Hotelbaute dient. Zulässig sind «ausschliesslich Hotels mit 

dazugehörigen Infrastrukturen wie Restauration etc.».

3.3. Die Beschwerdeführerin macht nun geltend, Dienstleistungsbetriebe, die 

den Kernbetrieb des Hotels ergänzen, müssen zulässig sein. 

Üblicherweise sei dies ein Restaurant. In grösseren Hotels könne dies 

aber durchaus auch in-house-Coiffeurs oder sogar Modeboutiquen sein. 

Sie stellt sich dabei auf den Standpunkt, in einem (wie vorliegend) 

sportorientierten Hotel müsse also mindestens eine in-house Vermietung 

von Sportartikeln wie Skis, Boards oder Bikes als dazugehörige 

Infrastruktur verstanden werden. Es sei nicht zulässig, im Nutzungskatalog 

der Touristikzone A eine exemplarische Aufzählung von zulässigen 

Nebenbetrieben mit «etc.» zu versehen, was auf eine nicht 

abschliessende Liste hinweise. Dies überlasse es dem Belieben der 

kommunalen Baubehörde, zu bestimmen, welche Branchen davon erfasst 

sind und welche nicht (vgl. Beschwerde, S. 6 f.). Weil die Aufzählung der 

hotelergänzenden Betriebe in Art. 66 Abs. 2 BauG nicht abschliessend sei, 

müssten auch hotel-interne Servicestationen (allenfalls mit ergänzender 

Verkaufsfunktion) davon erfasst sein (vgl. Beschwerde, S. 8). Wie 

nachfolgend zu zeigen sein wird, kann diesen Ausführungen nicht gefolgt 

werden.

4.1. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte, steht den Gemeinden 

in Bezug auf all jene Fragen, die im kantonalen Gesetz keine 

abschliessende Regelung gefunden haben, eine relativ erhebliche 

Gestaltungsfreiheit zu. Die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen 

stellen autonomes Gemeinderecht dar. Die Gemeindeautonomie bezieht 

sich dabei nicht nur auf die Rechtsetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und Rechtsauslegung, wenn die anwendbare 

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Bestimmung – wie hier Art. 66 BauG – dem selbstständigen 

Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich dann bei der 

Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung aufzuerlegen, 

wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder in 

besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Zur Wahrung 

des Gestaltungsbereichs der unteren Instanzen und insbesondere der 

Gemeinden kann eine richterliche Zurückhaltung bei der Überprüfung 

unbestimmter Rechtsbegriffe zulässig sein. Das Gericht hat insbesondere 

dann keinen Anlass einzugreifen, wenn sich die Gemeinde bei der 

Anwendung und Auslegung ihres autonomen Rechts an den klaren 

Wortlaut einer Bestimmung hält. Den Gemeinden kommt diesbezüglich ein 

geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in den das Gericht 

nur eingreift, sofern die Gemeinde ihr Ermessen missbraucht bzw. über- 

oder unterschritten hat. Die Kognition des Verwaltungsgerichts beschränkt 

sich damit praktisch auf eine Willkürprüfung, d.h. das Verwaltungsgericht 

kann nur eingreifen, wenn sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht 

erlassene Entscheid als sachlich unvertretbar erweist oder gegen 

allgemeine Rechtsgrundsätze verstösst (vgl. Urteile des 

Verwaltungsgerichts R 18 102 vom 13. April 2021 E.6, R 18 62 vom 

19. März 2019 E.5.4, R 18 6 vom 2. Oktober 2018 E.2.1, R 15 13 vom 

7. Juli 2015 E.3.a.).

4.2. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass nach ständiger 

Rechtsprechung Willkür in der Rechtsanwendung dann vorliegt, wenn der 

angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen 

Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen 

unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise 

zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen solchen Entscheid jedoch nur 

auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis 

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unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar 

zutreffender erscheint, genügt nicht (vgl. BGE 140 II 167 E.2.1, m.H.). 

4.3. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die beantragte Umnutzung des 

Lokals falle unter die dazugehörige Infrastruktur i.S.v. Art. 66 Abs. 2 lit. b 

BauG. Dies insbesondere deshalb, weil es sich bei dieser Bestimmung 

nicht um eine abschliessende Aufzählung handle, betont durch den Zusatz 

«etc.» (vgl. Beschwerde S. 6 f.). Wenn nun die Beschwerdegegnerin in 

Art. 66 Abs. 2 lit. b BauG regelt, im Baubereich Hotel seien 

«ausschliesslich Hotels mit dazugehörigen Infrastrukturen wie 

Restauration etc.» zulässig, fällt dies zunächst in den ihr zustehenden, 

geschützten Beurteilungs- und Ermessensspielraum der Rechtssetzung. 

Wie bereits ausgeführt, ist die Gemeinde aber auch in der 

Rechtsanwendung und -auslegung, also vorliegend in der auf den 

Einzelfall bezogenen Beurteilung, in ihrer Autonomie zu schützen. Die 

Beschwerdegegnerin kam zum Schluss, die Servicestation für Sportgeräte 

mit Vermietung und Verkauf von Ergänzungsprodukten sei nicht als zum 

Hotel dazugehörige Infrastruktur zu qualifizieren. Sie verneinte demnach 

im Wesentlichen die Zonenkonformität der beantragten 

Nutzungsänderung.

4.4. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Vernehmlassung vom 22. August 

2022 (S. 7) zutreffend fest, dass im vorliegenden Fall Art. 66 Abs. 2 BauG 

– als lex specialis zum Abs. 1 – zur Anwendung kommt (vgl. auch E.3.2), 

wo «ausschliesslich Hotels mit dazugehörigen Infrastrukturen wie 

Restauration etc. zulässig» sind. Bereits im angefochtenen Entscheid vom 

10. Mai 2022 (S. 1) hielt sie fest, die beantragte Nutzung gehe über das 

zulässige Mass hinaus. Dies deshalb, weil im Rahmen der 

projektbezogenen Nutzungsplanung einschränkend festgelegt wurde, 

dass im Hotelbereich keine Dienstleistungsbetriebe entstehen sollen, 

sondern lediglich ein Hotel mit dazugehörenden Infrastrukturen. Betriebe 

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mit Angeboten, die von jedermann in Anspruch genommen werden 

können, würden über die zulässige Nutzungsart in der «Touristikzone A» 

und im «Baubereich Hotel» hinausgehen. Anders als in der 

«Touristikzone» seien Dienstleistungsbetriebe und Verkaufslokale nicht 

zulässig. Sie qualifizierte damit die Servicestation für Sportgeräte mit 

Vermietung und Verkauf von Ergänzungsprodukten als eine nicht zu 

einem Hotel dazugehörige Infrastruktur. Demgegenüber führte sie aus, 

eine Servicestation mit Vermietung und Verkauf wäre zulässig, wenn diese 

lediglich den Hotelgästen zur Verfügung stünde (vgl. angefochtener 

Entscheid und Vernehmlassung vom 22. August 2022, S. 7 f.). 

4.5. Obschon die Beschwerdegegnerin die Servicestation mit Vermietung und 

Verkauf dann als zonenkonform erachtet, wenn diese lediglich den 

Hotelgästen zur Verfügung stehen würde, geht sie davon aus, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Dienstleistungen auch Dritten anbieten möchte. 

Dies bekräftige der Bike-Shop an sich, sein Auftritt auf der Homepage 

sowie die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin mit einer 

entsprechenden Auflage – mittels welcher sichergestellt würde, dass die 

Dienstleistungen lediglich den Hotelgästen zur Verfügung stehen – nicht 

einverstanden sei. Offensichtlich solle das Verkaufslokal für jedermann, 

also auch für Externe, zur Verfügung stehen. Dies sei nicht zonenkonform 

(vgl. Vernehmlassung vom 22. August 2022, S. 9-11; Akten der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 3). 

4.6. Mit diesen Ausführungen legte die Beschwerdegegnerin ausführlich dar, 

weshalb ihrer Ansicht nach die beantragte Umnutzung nicht mit Art. 66 

Abs. 2 BauG vereinbar sei. Sie tat das im Rahmen des ihr zustehenden 

Ermessens, jedenfalls ist für das streitberufene Gericht nicht erkennbar, 

inwieweit sich die Beschwerdegegnerin hierbei von sachfremden 

Erwägungen hätte leiten lassen oder in willkürlicher Art und Weise ihr 

Ermessen überschritten hätte. Weder die Begründung noch das Ergebnis 

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erscheint unhaltbar. Die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als 

unbegründet und ist abzuweisen.

5.1. Eventualiter beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids und die Rückweisung zur Neubeurteilung an 

die Beschwerdegegnerin. Sie führte in ihrer Beschwerde (vgl. S. 9) aus, 

es sei möglich gewesen, die beantragte Nutzungsänderung mit einer 

entsprechenden Auflage zu belegen. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits 

erklärte sich ebenfalls bereit, sofern die Beschwerdeführerin mit einer 

entsprechenden Einschränkung einverstanden sei, eine Baubewilligung 

unter Auflage zu erteilen. Diese umfasst im Wesentlichen eine 

Beschränkung des Angebots des Lokals auf Hotelgäste (vgl. 

Vernehmlassung vom 22. August 2022, S. 11). Bis zur Urteilsfindung (vgl. 

Art. 55 VRG) wurde diesbezüglich jedoch keine Einigung erzielt (vgl. 

Duplik, S. 3). In ihrem Schreiben vom 26. Juli 2022 – mithin zwei Monate 

nach Erhebung der vorliegenden Beschwerde – an die 

Beschwerdegegnerin (Bf-act. 3) liess die Beschwerdeführerin Folgendes 

verlauten: «Auf den Vorschlag Ihrer Rechtsvertretung können wir leider 

nicht eingehen. Folgt man der Argumentationslinie der Gemeinde, dürften 

keine externen Gäste Leistungen mehr im Hotel-Restaurant in Anspruch 

nehmen.» Diese Ausführungen hinsichtlich einer allfälligen Auflage 

widersprechen offensichtlich den Begründungen in der Beschwerde zum 

Eventualantrag (vgl. S. 9) und ist nicht zu schützen.

5.2. Vor diesem Hintergrund und aus Gründen der Prozessökonomie drängt 

sich aus Sicht des Gerichts auch keine reformatorische Gutheissung des 

Eventualantrags auf. Diesbezüglich sei an dieser Stelle abschliessend 

festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin jederzeit die Möglichkeit hat, 

ein neues Baugesuch für eine Nutzungsänderung einzureichen.

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6. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerdegegnerin 

die beantragte Umnutzung des Lokals als Servicestation für Sportgeräte 

mit Vermietung und Verkauf zu Recht als nicht zonenkonform qualifizieren 

durfte. Der angefochtene Entscheid vom 10. Mai 2022 erweist sich 

demnach als rechtens, was zur vollumfänglichen Bestätigung desselben 

und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten zulasten 

der unterliegenden Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 VRG). Dabei 

rechtfertigt es sich, die Staatsgebühr gestützt auf Art. 75 Abs. 2 VRG auf 

CHF 1'500.-- festzulegen. Die in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine 

aussergerichtliche Parteientschädigung (Art. 78 Abs. 2 VRG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 266.--

zusammen CHF 1'766.--

gehen zulasten der A._____ AG.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]

[Mit Urteil 1C_522/2023 vom 23. August 2024 hat das Bundesgericht die gegen diesen 

Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen.]