# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a891c61-e794-5eea-8c35-4b26037b2585
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.01.2015 RE140027
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RE140027_2015-01-07.pdf

## Full Text

Art. 319 lit. b und lit. c ZPO 

Gegenstand der Rechtsverzögerungsbeschwerde nach Art. 319 lit. c ZPO; 
Zulässigkeit der Beschwerde gegen die Abweisung eines Verschiebungsge-
suches nach Art. 319 lit. b Ziffer 2 ZPO  

7. Januar 2015, RE140027-O, Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer 

aus den Erwägungen:  

"(…) 

2.2 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, dass die Ablehnung eines begrün-

deten Verschiebungsgesuchs als Rechtsverweigerung selbständig mit Beschwer-

de angefochten werden könne. Er beruft sich dabei auf die von Bühler in der ers-

ten Auflage des Basler Kommentars zur ZPO geäusserten Auffassung (BSK ZPO-

Bühler, N 11 [recte N 10] zu Art. 136 [recte Art. 135]). In der 2. Auflage scheint 

derselbe Autor an dieser Auffassung nicht mehr festhalten zu wollen. Er schreibt 

zwar, dass ein Entscheid, mit dem ein Verschiebungsgesuch zu Unrecht abge-

lehnt werde, eine Rechtsverweigerung darstellen könne, sieht aber die Möglich-

keit der selbständigen Anfechtung nur für den Fall vor, dass der gesuchstellenden 

Partei ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b 

Ziff. 2 ZPO drohe; eine solche Konstellation werde allerdings nur selten gegeben 

sein. Regelmässig sei daher der ablehnende Verschiebungsentscheid erst mit 

dem gegen den Endentscheid gegebenen Rechtsmittel anfechtbar (BSK ZPO-

Bühler, 2. A., Art. 135 N 36 f.). Gegenstand der Rechtsverweigerungs- und 

Rechtsverzögerungsbeschwerde nach Art. 319 lit. c ZPO bildet ausschliesslich 

die sogenannte formelle Rechtsverweigerung, die sich in einer unrechtmässigen 

Verweigerung oder Verzögerung eines anfechtbaren Entscheides äussert, nicht 

aber die materielle Rechtsverweigerung. Letztere liegt vor, wenn die zuständige 

Behörde zwar entscheidet, ihr Entscheid jedoch in der Sache – wie vorliegend 

vom Gesuchsgegner geltend gemacht – willkürlich ist (Freiburghaus/ Afheldt in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivil-

prozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 319 N 17; BSK 

ZPO-Spühler, 2. Auflage, Basel 2013, Art. 319 N 22). Vorliegend hat die Vor-

instanz entschieden, weshalb eine Beschwerde nach Art. 319 lit. c ZPO nicht 

greift.  

2.3.1  Die Anfechtung eines prozessleitenden Entscheides, in dem ein 
Verschiebungsgesuch abgewiesen wird, ist im Gesetz nicht vorgesehen. Entspre-

chend aber ist lediglich eine Beschwerde nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO möglich, 

wobei für deren Zulassung ein drohender, nicht leicht wiedergutzumachender 

Nachteil vorausgesetzt ist (Staehelin in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, 

a.a.O., Art. 135 N 5; Huber in: Brunner/Gasser/Schwander, ZPO, Art. 135 N 16; 

Frei in: BK-ZPO, Art. 135 N 11; KUKO ZPO-Weber, Art. 135 N 7). Ein solcher 

Nachteil ist ohne Weiteres anzunehmen, wenn er auch durch einen für den An-

sprecher günstigen Zwischen- oder Endentscheid nicht mehr beseitigt werden 

kann. Darüber hinaus ist eine Anfechtung auch dann möglich, wenn die Lage der 

betroffenen Partei durch den angefochtenen Entscheid erheblich erschwert wird. 

In der Literatur wird unter Verweis auf die Botschaft die Auffassung vertreten, 

dass bei Vorladungen (Art. 133/134 ZPO), Terminverschiebungen (Art. 135 ZPO), 

Fristansetzungen und -erstreckungen (Art. 144 ZPO) oder Beweisanordnungen 

(Art. 231 ZPO) ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil kaum je in Be-

tracht fallen könne (Sterchi in: BK-ZPO, Art. 319 N 14; Blickensdorfer in: Brun-

ner/Gasser/Schwander, ZPO, Art. 319 N 41). 

(…)"