# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f09f684e-0821-5765-ac8b-e582454e2c54
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2023 D-3593/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3593-2023_2023-07-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3593/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Deborah D'Aveni;  

Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 25. Mai 2023 / N (…). 

 

 

 

D-3593/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 23. Januar 2023 – zusammen mit seiner 

Ehefrau (B._______ [N {…}]) und seiner volljährigen Tochter (C._______ 

[N {…}]) – in der Schweiz um Asyl nach und wurde in der Folge dem Bun-

desasylzentrum (BAZ) der Region D._______ zugewiesen, wo er am 

25. Januar 2023 die ihm zugewiesene Rechtsvertretung bevollmächtigte. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 8. April 2021 und 

seine obgenannten Angehörigen am 18. November 2019 in E._______ um 

Asyl ersucht hatten, wobei letzteren dort am 26. August 2021 Schutz ge-

währt worden war. 

C.  

Am 14. Februar 2023 wurde dem Beschwerdeführer – in Begleitung obge-

nannter Tochter – das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zuständigkeit 

E._______ für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

gemäss den Bestimmungen zum Dublin-Verfahren gewährt, wobei die 

Tochter die Fragen an seiner Stelle beantwortete.  

D.  

Mit Eingaben vom 14. Februar 2023 und 17. Februar 2023 reichte die zu-

gewiesene Rechtsvertretung diverse Arztberichte aus dem Ausland und 

der Schweiz zu den Akten. Gemäss denselben leidet der Beschwerdefüh-

rer an (…) sowie an (…).   

E.  

Mit Schreiben vom 28. April 2023 erklärte das SEM, das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers in der Schweiz zu prüfen. 

F.  

Am 8. Mai 2023 informierte das SEM die zugewiesene Rechtsvertretung 

darüber, dass an der bevorstehenden Anhörung zu den Asylgründen eine 

Begleitung des Beschwerdeführers durch dessen Tochter von Gesetzes 

wegen ausgeschlossen sei.  

G.  

Am 9. Mai 2023 reichte die zugewiesene Rechtsvertretung weitere Arzt-

D-3593/2023 

Seite 3 

berichte zu den Akten. Demnach leidet der Beschwerdeführer zusätzlich 

an Demenz bei Alzheimer-Krankheit. 

H.  

Ebenfalls am 9. Mai 2023 sollte der Beschwerdeführer zu seinen Asylgrün-

den angehört werden. Im Protokoll befindet sich die folgende Notiz: «Er 

[der Beschwerdeführer] macht einen verwirrten und desorientierten Ein-

druck. Da die für eine Anhörung erforderliche Urteilsfähigkeit in seinem Fall 

nicht ausreichend gegeben ist, wird von einer Anhörung abgesehen».  

I.  

Am 11. Mai 2023 beantragte die zugewiesene Rechtsvertretung die Zutei-

lung ins erweiterte Verfahren und die Durchführung eines Beweisverfah-

rens (namentlich die Anhörung der oben genannten Angehörigen). Diese 

Anträge lehnte das SEM mit Schreiben vom 16. Mai 2023 ab.  

 

J.  

Die zugewiesene Rechtsvertretung nahm zum Entwurf des ablehnenden 

Asylentscheids des SEM vom 23. Mai 2023 mit Schreiben vom 24. Mai 

2023 Stellung. Darin beantragte sie wiederum die Durchführung eines Be-

weisverfahrens. 

K.  

Mit Verfügung vom 25. Mai 2023 (gleichentags eröffnet) lehnte das SEM 

den Antrag auf Durchführung eines Beweisverfahrens ab (Dispositivziffer 

1). Gleichzeitig stellte es fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-

eigenschaft nicht (Dispositivziffer 2), lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositiv-

ziffer 3) und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 4). 

Den Wegweisungsvollzug schob es jedoch wegen Unzumutbarkeit zu-

gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf (Dispositivziffern 5 bis 7).  

Mit separaten Verfügungen desselben Tages traf das SEM auch Anordnun-

gen hinsichtlich B._______ (N […]) und C._______ (N […]). Namentlich 

trat es auf deren Asylgesuche in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a 

AsylG (SR 142.31) nicht ein und verfügte ihre Wegweisung aus der 

Schweiz. Den Wegweisungsvollzug schob es jeweils wegen Unzumutbar-

keit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf.  

L.  

Am 7. Juni 2023 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat nie-

der.  

D-3593/2023 

Seite 4 

M.  

Gegen den vorinstanzlichen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit 

elektronischer Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters vom 26. Juni 

2023 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die an-

gefochtene Verfügung sei in den Dispositivziffern 1 bis 3 [recte: 2 bis 4] 

aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuwei-

sen. Eventualiter sei ihm unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung seines Rechtsver-

treters als amtlichen Rechtsbeistand.  

Der Beschwerde lag die angefochtene Verfügung, eine Vertretungsvoll-

macht vom 31. Mai 2023 sowie eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung 

vom 26. Juni 2023 digital bei.  

N.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

26. Juni 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). Am 

darauffolgenden Tag bestätigte es den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vor- 

liegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108 

Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 Covid-19-Verordnung Asyl vom 20. April 2020 

[SR 142.318] sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Zur Beschwerde legitimiert ist, 

wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Mög-

lichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung be-

sonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am 

Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene 

Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Fraglich ist jedoch, wie nach-

folgend darzulegen ist, ob der Beschwerdeführer aufgrund fehlender 

D-3593/2023 

Seite 5 

Urteilsfähigkeit in Bezug auf das von ihm eingereichte Asylgesuch über-

haupt handlungs- und damit prozessfähig war. Die Legitimation zur Be-

schwerde ist daher zur Prüfung dieser Frage zu bejahen, da das Bundes-

verwaltungsgericht andernfalls gar keine Gelegenheit hätte, in der Sache 

zu prüfen, ob das SEM allenfalls zu Unrecht von der Prozessfähigkeit des 

Beschwerdeführers ausgegangen ist. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt –

als offensichtlich begründet und ist demnach im Verfahren einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behan-

deln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.  

Zur Begründung führt es im Wesentlichen aus, dass aufgrund der Erkran-

kung des Beschwerdeführers eine vollständige Sachverhaltsfeststellung im 

Rahmen einer Anhörung nicht möglich sei und sich diese Möglichkeit in 

absehbarer Zukunft auch nicht abzeichne. Jene Fälle, in welchen die 

Asylbehörden den Sachverhalt auf andere Weise feststellen dürften, seien 

in Art. 36 AsylG abschliessend aufgezählt. Eine Erhebung substituierender 

Zeugenaussagen oder die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens 

seien nicht vorgesehen. Vor diesem Hintergrund seien die angebotenen 

Beweismittel (Befragung der Angehörigen) zur Sachverhaltsfeststellung 

untauglich.  

4.2 Dem wird in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen entgegnet, die  

Vorinstanz habe mit ihrem Vorgehen sowohl den Anspruch des Beschwer-

deführers auf rechtliches Gehör als auch den Untersuchungsgrundsatz 

verletzt. Zwar sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner 

Erkrankung in unverschuldeter Weise nicht in der Lage sei, einer Anhörung 

zu den Asylgründen zu folgen und die gestellten Fragen zu beantworten. 

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Seite 6 

Allerdings könnten sich – entgegen der von der Vorinstanz vertretenen An-

sicht – nicht nur die Aussagen der Ehefrau und der Tochter des Beschwer-

deführers als sachdienlich erweisen, sondern auch die Asylakten, welche 

im Rahmen von deren Asylverfahren in E._______ angelegt worden seien. 

Sowohl die Ehefrau als auch die Tochter des Beschwerdeführers hätten 

sich mit einem entsprechenden Aktenbeizug einverstanden erklärt.  

Sollte die angefochtene Verfügung aufgrund der obgenannten formellen 

Mängel wider Erwarten nicht aufgehoben werden, sei festzuhalten, dass 

aufgrund der unbestrittenen Flüchtlingseigenschaft der Ehefrau und der 

Tochter des Beschwerdeführers sowie angesichts der in Afghanistan exis-

tierenden Gefahr einer Reflexverfolgung auf die glaubhaft gemachte 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers geschlossen werden 

könne.  

5.   

5.1 Allgemein gilt im Verwaltungsverfahren der Untersuchungsgrundsatz 

und die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts (Art. 6 AsylG i. V. m. Art. 12 VwVG). Dabei muss sie 

die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, 

die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss 

Beweis führen. Grundsätzlich trägt damit die Behörde die Beweisführungs-

last. Diese behördliche Untersuchungspflicht wird durch die den Asylsu-

chenden gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht einge-

schränkt, wobei die Gesuchsteller insbesondere ihre Identität offenzulegen 

und bei der Anhörung der Behörde alle Gründe mitzuteilen haben, die für 

die Asylgewährung relevant sein könnten (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2).  

5.2 Nach den in den Akten liegenden und vom SEM im angefochtenen Ent-

scheid erwähnten ärztlichen Berichten vom 15. März 2023 und 11. April 

2023 leidet der Beschwerdeführer insbesondere an Demenz bei Alzhei-

mer-Krankheit (ICD-Code: F 00).  

 

Demenz bei Alzheimer-Krankheit äussert sich laut Definition des ICD-

Codes wie folgt: Demenz ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen 

oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer 

kortikaler Funktionen, einschliesslich Gedächtnis, Denken, Orientierung, 

Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen (vgl. 

http://www.icd-code.de/icd/code/F00.-*.html, zuletzt besucht am 5. Juli 

2023).  

 

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Seite 7 

5.3 Die vom SEM getroffene Feststellung, dass der Beschwerdeführer auf-

grund der ärztlichen Diagnose nicht in der Lage sei, einer Anhörung zu den 

Asylgründen zu folgen, wird in der Beschwerdeschrift nicht bestritten. Wie 

aus den Akten ersichtlich ist, erachtete die Vorinstanz eine über die er-

wähnten Arztberichte hinausgehende Begutachtung des Beschwerdefüh-

rers offenbar als nicht nötig und gab dementsprechend keine solche in Auf-

trag, sondern traf direkt ihren Entscheid.  

Mangels weiterer Abklärungen hinsichtlich des Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers ist es für das Bundesverwaltungsgericht nicht nach-

vollziehbar, dass das SEM offenbar zum Schluss gelangte, dass er zwar in 

Bezug auf die Eröffnung und den materiellen Abschluss eines Asylverfah-

rens als urteilsfähig, aber in Bezug auf die Durchführung einer Anhörung 

zu den Asylgründen als urteilsunfähig zu gelten habe, zumal die Frage der 

Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers die Feststellung des Sachverhaltes 

in umfassender Weise beschlägt.  

5.4 Urteilsfähig im zivilrechtlichen Sinn ist eine Person, der nicht infolge 

ihres Kindesalters oder infolge von Geisteskrankheit, Geistesschwäche,  

oder anderer Ursachen die Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln 

(Art.16 ZGB). Die Urteilsfähigkeit ist bezogen auf die konkret in Frage ste-

henden Handlungen zu prüfen. Vorliegend steht die Urteilsfähigkeit in Be-

zug auf die Durchführung eines Asylverfahrens in Frage. Sie setzt voraus, 

dass eine Person als Asylbewerber in der Lage ist, bezüglich der in einem 

Asylverfahren erforderlichen Mitwirkung vernunftgemäss zu handeln und 

namentlich ihre Verfolgungssituation nachvollziehbar zu schildern (vgl. Ur-

teile des BVGer E-6027/2007 vom 22. Oktober 2008 und D-5028/2007 vom 

23. April 2010).  

Das Stellen eines Asylgesuchs stellt ein relatives höchstpersönliches 

Recht dar (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 5); relativ höchstpersönliche 

Rechte sind der Vertretung zugänglich und ein Rechtsträger kann bei Ur-

teilsunfähigkeit durch einen Vertreter handeln. Daraus ergibt sich, dass 

eine urteilsunfähige Person sich im Asylverfahren vertreten lassen kann.  

5.5 Aufgrund des Ausgeführten ergibt sich, dass die Vorinstanz den rechts-

erheblichen Sachverhalt in Bezug auf die Voraussetzungen und Modalitä-

ten der Durchführung des Asylverfahrens geschweige denn in Bezug auf 

die materielle Entscheidung nicht genügend erstellt hat.  

 

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Seite 8 

6.  

6.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn 

dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5 m.w.H.).  

6.2 Vorliegend ist aufgrund des Gesagten offenkundig keinesfalls von einer 

bestehenden oder leicht herstellbaren Entscheidungsreife auszugehen. 

Vor diesem Hintergrund ist eine Rückweisung angezeigt. Die Vorinstanz ist 

im Rahmen des wiederaufzunehmenden erstinstanzlichen Verfahrens ge-

halten, die Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers bezüglich des anhängig 

gemachten Asylverfahrens zu prüfen. Sollten diese Abklärungen die Ur-

teilsunfähigkeit des Beschwerdeführers ergeben, wären – nach errichteter 

Vertretungsbeistandschaft und entsprechendem Auftrag seitens des Bei-

stands – in Bezug auf die Feststellung der Asylvorbringen weitergehende 

geeignete und zur Verfügung stehende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Ur-

teile des BVGer D-2486/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 5.2;  

D-5028/2007 vom 23. April 2010 E. 4.6). Da sich Angehörige des Be-

schwerdeführers in der Schweiz befinden (vgl. Prozessgeschichte, Bst. K.), 

könnten letztgenannte – wie seitens der Rechtsvertretung beantragt – ent-

gegen der Vorinstanz im Asylverfahren im Rahmen ihrer Untersuchungs-

pflicht gegebenenfalls als Auskunftspersonen beziehungsweise Zeugen 

befragt werden.  

7.  

Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung beantragt wird. Die Sache ist im Sinne der Erwä-

gungen an das SEM zurückzuweisen.  

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).  

8.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

im Kassationsantrag in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

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Seite 9 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschä-

digung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzuspre-

chen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte keine Kosten-

note ein. Auf die Nachforderung einer solchen kann indessen verzichtet 

werden (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), da im vorliegenden Verfahren der Auf-

wand für die Beschwerdeführung zuverlässig abgeschätzt werden kann, 

wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist. Gestützt auf die in 

Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist die Par-

teientschädigung aufgrund der Akten pauschal auf Fr. 1’200.– (inkl. Ausla-

gen und Mehrwertsteuerzuschlag) festzusetzen. Dieser Betrag ist dem Be-

schwerdeführer durch das SEM zu entrichten. 

8.3 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung 

seines Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistandes sind mit dem vor-

liegenden Urteil gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache im Sinne der 

Erwägungen an das SEM zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1’200.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Bettina Hofmann 

 

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