# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8abc4ebc-d185-5fd4-9983-5129632e7703
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-01-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.01.2011 LS100013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LS100013_2011-01-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: LS100013-O/U 

 

I. Zivilkammer 
 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichter Dr. G. Pfister  

und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. 

S. Anderhalden 

 

Beschluss vom 7. Januar 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Rekurrent 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte und Rekursgegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend Kaution  
Rekurs gegen einen Beschluss des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung vom 
8. Dezember 2010 (AN100723) 
 

- 2 - 

 
Erwägungen: 

1. Am 13. September 2010 reichte der Kläger und Rekurrent (nachfolgend Klä-

ger) Klage in der Höhe von Fr. 52'704.55 beim Arbeitsgericht Zürich ein (Urk. 5/1). 

Gestützt auf § 73 Ziff. 3 ZPO ZH setzte die Vorinstanz dem Kläger mit Beschluss 

vom 8. Dezember 2010 eine Frist von 10 Tagen an, um eine Prozesskaution in 

der Höhe von Fr. 18'350.– zu leisten (Urk. 5/3 = Urk. 3). In den Erwägungen wies 

die Vorinstanz den Kläger sodann darauf hin, dass er schriftlich ein Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung stellen könne, was ihn bei Bewil-

ligung von der Pflicht zur Leistung einer Prozesskaution befreien würde (Urk. 3 S. 

3). 

2. Gegen den vorgenannten Beschluss der Vorinstanz erhob der Kläger mit 

Eingabe vom 14. Dezember 2010 Rekurs (Urk. 2). Er beantragt damit sinngemäss 

die unentgeltliche Prozessführung (Urk. 2). Zugunsten des unvertretenen und 

rechtlich unkundigen Klägers ist davon auszugehen, dass sich sein Gesuch so-

wohl auf das vorliegende Rekursverfahren als auch auf das erstinstanzliche Ver-

fahren bezieht. 

3. Wird innert Frist zur Leistung einer Prozesskaution ein Gesuch um Bewilli-

gung der unentgeltlichen Prozessführung gestellt, so ist nach ständiger Recht-

sprechung zunächst über dieses Gesuch zu entscheiden und bei Verweigerung 

eine neue Frist zur Kautionsleistung anzusetzen (Frank/Sträuli/Messmer, Kom-

mentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N 1 zu 

§ 80 ZPO ZH). Umgekehrt – d.h. bei Gutheissung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung – ist die Kautionsauflage in Wiedererwägung zu ziehen und aufzuheben. 

Dies ergibt sich daraus, dass die unentgeltliche Prozessführung die betreffende 

Partei von der Pflicht zur Leistung von Kaution und Barvorschüssen befreit (§ 85 

Abs. 1 ZPO ZH), und ist aus prozessualen Gründen ohne Weiteres möglich, da 

die Kautionsauflage als prozessleitender Entscheid nicht in materielle Rechtskraft 

erwächst (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 23 zu § 191 ZPO ZH). 

- 3 - 

Der Kläger ficht weder die Höhe der ihm auferlegten Kaution noch den von der 

Vorinstanz herangezogenen Kautionsgrund an, wonach er dem Kanton Zürich 

aus erledigten und nicht mehr weiterziehbaren Gerichtsverfahren Kosten schulde. 

Damit möchte der Rekurrent den angefochtenen Entscheid einzig aufgrund seiner 

finanziellen Situation bzw. seines Gesuches um Bewilligung der unentgeltlichen 

Prozessführung aufgehoben wissen. Um in den Genuss der unentgeltlichen Pro-

zessführung zu gelangen, hat der Kläger indes einen unzutreffenden prozessua-

len Weg eingeschlagen. Anstatt wie vorliegend geschehen Rekurs zu ergreifen, 

hätte er bei der Vorinstanz ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Pro-

zessführung stellen müssen. Entsprechend ist das Armenrechtsgesuch des Klä-

gers zuständigkeitshalber an die Vorinstanz zur Behandlung zu überweisen, die 

hernach entweder eine neue Frist zur Kautionsleistung anzusetzen oder aber die 

Kautionsauflage in Wiedererwägung zu ziehen haben wird. Das vorliegende Re-

kursverfahren ist als dadurch erledigt abzuschreiben. 

4. Wie bereits aufgeführt, stellte der Kläger sein Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung bei einer zu dessen Behandlung unzuständigen 

Behörde. Allerdings liess sich der rechtlich nicht vertretene Kläger dabei von der 

Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Entscheid der Vorinstanz leiten. Vor 

diesem Hintergrund sind für das Rekursverfahren keine Kosten zu erheben. So-

dann erübrigen sich bei diesem Ausgang weitere Ausführungen zum Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung für das Rekursverfahren. 

Schliesslich ist der Rekursgegnerin mangels Aufwendungen für das Rekursver-

fahren keine Prozessentschädigung zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch des Klägers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung wird der Vorinstanz zur Behandlung überwiesen und das Rekursverfah-

ren wird als dadurch erledigt abgeschrieben. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

- 4 - 

3. Der Rekursgegnerin wird für das Rekursverfahren keine Umtriebsentschädi-

gung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Arbeitsgericht Zürich, 

3. Abteilung, unter Beilage der erstinstanzlichen Akten und des Doppels von 

Urk. 2, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  
 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

I. Zivilkammer 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. S. Anderhalden 
 
versandt am: 
js 

	Beschluss vom 7. Januar 2011
	
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch des Klägers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird der Vorinstanz zur Behandlung überwiesen und das Rekursverfahren wird als dadurch erledigt abgeschrieben.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Der Rekursgegnerin wird für das Rekursverfahren keine Umtriebsentschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Arbeitsgericht Zürich, 3. Abteilung, unter Beilage der erstinstanzlichen Akten und des Doppels von Urk. 2, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...