# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcd513d2-0887-52c2-8eec-ec8c099dc5f8
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-23
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 23.01.2023 Z2 2022 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z2-2022-50_2023-01-23.pdf

## Full Text

20221212_155327_ANOM.docx

II. Zivilabteilung Z2 2022 50

Oberrichter A. Staub, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter St. Scherer
Gerichtsschreiberin K. Fotsch

Urteil vom 23. Januar 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin,

gegen

C.________,
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter,

betreffend

Eheschutzmassnahmen gemäss Art. 172 ff. ZGB 
(Berufung gegen den Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 20. September 2022)

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Rechtsbegehren

Gesuchstellerin und Berufungsklägerin

1. Es sei Ziffer 2.2 des Entscheids des Kantonsgerichtes Zug vom 20. September 2022 aufzuheben, und 
es sei dem Berufungsbeklagten das folgende Besuchsrecht einzuräumen:

- Während der Dauer von vier Monaten: jeden zweiten Samstag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Es sei 
während dieser Zeit eine Beistandschaft gemäss Art. 308 [ZGB] zwecks Begleitung und 
Unterstützung des persönlichen Verkehrs zwischen F.________ und dem Berufungsbeklagten zu 
errichten, insbesondere für die Besorgung der Organisation der Einzelbegleitung sowie für die 
Festlegung der konkreten Besuchsmodalitäten.

- Danach während der Dauer von sechs Monaten: Jeden zweiten Samstag von 9.00 Uhr bis 
17.00 Uhr.

- Danach jedes zweite Wochenende von Samstagmorgen, 9.00 Uhr, bis 17.00 Uhr, und von 
Sonntagmorgen, 9.00 Uhr, bis 17.00 Uhr.

Es sei von einem Ferienbesuchsrecht des Berufungsbeklagten abzusehen. 

Eventualiter sei dem Berufungsbeklagten ein Ferienbesuchsrecht von vier Wochen einzuräumen, 
wobei nicht mehr als eine Woche am Stück. Das Ferienbesuchsrecht des Berufungsbeklagten sei 
dabei unter die Auflage zu stellen, dass er das Besuchsrecht während den Wochenenden während 
einer Dauer von mindestens zehn Monaten regelmässig wahrnimmt.

2. Es sei Ziffer 2.2 des Entscheids des Kantonsgerichtes Zug vom 20. September 2022 aufzuheben, und 
es sei der Berufungsbeklagte für berechtigt zu erklären, die von ihm ab 9. Juli 2020 bis und mit Ende 
November 2021 an den Unterhalt der Berufungsklägerin und F.________ geleisteten Zahlungen in der 
Höhe von monatlich CHF 1'000.00 von den in Ziffer 2.5 des Entscheides des Kantonsgerichts Zug 
festgesetzten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen. Zudem sei der Berufungsbeklagte für berechtigt 
zu erklären, den Betrag von insgesamt CHF 3'120.00 von den in Ziffer 5.2 festgesetzten 
Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.

3. Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Parteien (zuzgl. MWST).

Sachverhalt

1. A.________ (nachfolgend: Gesuchstellerin) und C.________ (nachfolgend: Gesuchsgegner) 
haben am tt.mm.2013 geheiratet. Sie sind die Eltern von F.________ (nachfolgend: 
F.________), geb. tt.mm.2017 (Vi act. 1/2-3).

2.1 Am 8. Juli 2021 reichte die Gesuchstellerin beim Kantonsgericht Zug, Einzelrichterin, gegen 
den Gesuchsgegner ein Eheschutzgesuch ein (Vi act. 1). Der Gesuchsgegner nahm dazu mit 
Eingabe vom 15. September 2021 Stellung (Vi act. 10). Das Beweisverfahren umfasste die 
Edition von Unterlagen (Vi act. 11, 12 und 17) und die Befragung der Parteien am 16. 
Dezember 2021 (Vi act. 24). 

2.2 Mit superprovisorischem Entscheid vom 25. November 2021 wurde dem Gesuchsgegner 
verboten, über sein Grundstück und den Verkaufserlös zu verfügen, sollte dieses bereits 
veräussert worden sein (Vi act. 22). Mit superprovisorischem Entscheid vom 21. April 2022 

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wurde der Gesuchstellerin verboten, die Schweiz mit F.________ zu verlassen, und die 
Gesuchstellerin wurde verpflichtet, sämtliche Ausweise von F.________ beim Gericht zu 
hinterlegen (Vi act. 54).

2.3 Nachdem die Parteien weitere Stellungnahmen sowie schriftliche Parteivorträge eingereicht 
hatten, fällte die Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug am 20. September 2022 folgenden 
Entscheid (Vi act. 69):

" 1. Es wird festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, den gemeinsamen Haushalt für 
unbestimmte Dauer aufzuheben. 

2.1 Das Kind F.________, geb. tt.mm.2017, wird unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen 
und unter die Obhut der Mutter gestellt.

2.2 Der Vater wird berechtigt und verpflichtet, das Kind F.________ jedes zweite Wochenende von 
Samstag, 9.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen, alles auf 
eigene Kosten. Auf die Einräumung eines Ferienrechts wird verzichtet.

Abweichende einvernehmliche Regelungen des Besuchs- und Ferienrechts unter den Eltern 
bleiben vorbehalten.

2.3 Den Parteien wird unter Androhung der Überweisung an den Strafrichter wegen Ungehorsams 
gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB (Strafdrohung: Busse) im 
Widerhandlungsfall untersagt, ohne Zustimmung der Gegenpartei die Schweiz mit der 
gemeinsamen Tochter F.________, geb.tt.mm.2017, zu verlassen.

2.4 Der dem Gericht am 7. Juni 2022 überbrachte Pass des Kindes F.________ wird bis zum 
rechtskräftigen Abschluss des Scheidungsverfahrens A1 2021 74 am Kantonsgericht Zug 
aufbewahrt.

2.5 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt des gemeinsamen 
Kindes F.________ folgende Unterhaltsbeiträge inklusive allfälliger Familienzulagen zu 
bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es sich um zukünftige 
Unterhaltsbeiträge handelt:

- rückwirkend ab dem 9. Juli 2020 bis 30. Juni 2021:
a) Barunterhalt CHF 2'048.00
b) Betreuungsunterhalt CHF 1'509.00

- ab dem 1. Juli 2021 bis 31. August 2023:
a) Barunterhalt CHF 5'119.00
b) Betreuungsunterhalt CHF 3'524.00

- ab dem 1. September 2023:
a) Barunterhalt CHF 4'560.00
b) Betreuungsunterhalt CHF 235.00

2.6 Ausserordentliche Kosten von F.________ sind, sofern sie nicht durch Versicherungsleistungen 
oder anderswie gedeckt sind, von den Parteien nach vorgängiger Absprache je zur Hälfte zu 
übernehmen.

2.7 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an ihren Unterhalt folgende 
Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats, soweit es 
sich um zukünftige Unterhaltsbeiträge handelt:

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- rückwirkend ab dem 9. Juli 2020 bis 30. Juni 2021: CHF 3'128.00
- ab dem 1. Juli 2021 bis 31. August 2023: CHF 1'628.00
- ab dem 1. September 2023: CHF 3'422.00

2.8 Der Gesuchsgegner wird berechtigt, die von ihm ab 9. Juli 2020 an den Unterhalt der 
Gesuchstellerin und F.________ geleisteten Zahlungen in der Höhe von monatlich 
CHF 1'000.00 von den in Ziffer 2.5 festgesetzten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen. 
Zudem wird der Gesuchsgegner berechtigt, den Betrag von CHF 3'120.00 von den in Ziffer 2.5 
festgesetzten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.

3. Das eheliche Mobiliar wird für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zur alleinigen 
Benützung zugewiesen.

3.1 Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner innert einer Frist von 20 Tagen 
folgende Dokumente zuzustellen:

- Unterlagen zum Trading Account ________;
- Unterlagen im Zusammenhang mit der Anlage der Abfindung der D.________ Ltd. in Höhe 

von rund GBP 300'000.00;
- Auszüge vom 1. Januar bis 31. Oktober 2021 der Konten bei der ________, ________, 

________, ________ sowie der Konten bei der ________ mit den Nummern ________ und 
________;

- Auszüge vom 1. Januar bis 31. Oktober 2021 der Konten bei ________, ________ und 
________, soweit nicht bereits eingereicht;

- Unterlagen zum Vermögenswert der Eigentumswohnung in Spanien;
- Unterlagen zu den Mieteinnahmen betreffend die Eigentumswohnung in Spanien.

3.2 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin innert einer Frist von 20 Tagen 
folgende Dokumente zuzustellen:

- Auszug der Banktransaktionen vom 1. Januar bis 16. Dezember 2021 für alle seine Konten 
bei der ________, ________, ________ und ________;

- Auszüge des Accounts des Gesuchsgegners bei ________ ab 1. Januar 2021 (inkl. Belege, 
die die Eigentumsverhältnisse der Vermögen auf dem Account seit 2008 belegen);

- Informationen zu den Investitionen des Gesuchsgegners (insbesondere betreffend Aktien bei 
________ seit Januar 2020);

- Beleg für die Überweisung des Erwerbspreises für ________;
- Aktueller Handelsregisterauszug der Firma ________;
- Urkunden über die Gründung der G.________ AG und H.________ AG inkl. Verkauf der 

Aktien bzw. Dokumente zur Übernahme der Gesellschaften durch eine Drittperson;
- Aktienbücher bzw. Auskunft über die Aktionäre der G.________ AG und H.________ AG;
- Vertrag über die Tätigkeit des Gesuchsgegners als Verwaltungsrat bei der G.________ AG 

und H.________ AG;
- Vertrag betreffend das Domizil der G.________ AG und H.________ AG;
- Unterlagen zum Einkommen des Gesuchsgegners bei der G.________ AG und H.________ 

AG;
- Erfolgsrechnungen und Bilanzen der G.________ AG und der H.________ AG für das Jahr 

2021;
- Belege zu allfälligen Tätigkeiten in Spanien und Moldawien (Arbeitsverträge, Dokumente zu 

Einkünften);
- Spanische und Moldawische Steuererklärungen des Gesuchsgegners seit 2013;
- Belege zur Rückzahlung des Darlehens von I.________ durch den Gesuchsgegner;
- Belege betreffend Erhalt der finanziellen Unterstützung von J.________;

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- Kostenübersicht der K.________ (Krankenkasse) für die ganze Familie für die Jahre 2017, 
2019 und 2020;

- Belege über die bezahlten Beträge in die 3. Säule seit 2019;
- Mietvertrag der Wohnung an der ________, Zug;
- Dokumente zu Mietzinseinnahmen aus den Liegenschaften im Ausland;
- Steuerveranlagung und Rechnungen für das Jahr 2020.

4. Zwischen den Parteien wird mit Wirkung per 24. November 2021 die Gütertrennung im Sinne 
von Art. 247 ff. ZGB angeordnet.

5. Die mit superprovisorischem Entscheid vom 25. November 2021 angeordnete und im 
Grundbuch angemerkte Verfügungsbeschränkung über das im Eigentum des Gesuchsgegners 
stehende Grundstück Nr. E.________, Sonderrecht an der ________, in 6300 Zug, ________, 
wird beibehalten.

6. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen, soweit sie nicht zufolge 
Gegenstandslosigkeit abzuschreiben sind.

7. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt:

CHF 7'650.00Entscheidgebühr
CHF 350.00 Kosten für die Übersetzung
CHF 8'000.00Total

Die Gerichtskosten werden dem Gesuchsgegner auferlegt und von ihm nachgefordert. 

8. Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstellerin eine Parteientschädigung von CHF 19'274.25 
(MWST inbegriffen) zu bezahlen. 

9. [Rechtsmittelbelehrung]

10. [Mitteilungen] "

3.1 Gegen diesen Entscheid reichte der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 30. September 2022 
beim Obergericht des Kantons Zug Berufung mit folgendem Rechtsbegehren ein (act. 1):

" 1. Es sei mir ein angemessenes und gerichtsübliches Ferienrecht für meine Tochter einzuräumen.

2. Ich sei nicht zu verpflichten, an den Unterhalt meiner Ehefrau Unterhaltsbeiträge zu leisten.

3. Ich sei zu verpflichten, an den Unterhalt meiner Tochter monatliche Unterhaltsbeiträge von 
höchstens CHF 3'414.85 zu leisten.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. "

3.2 Am 3. Oktober 2022 reichte die Gesuchstellerin ihrerseits Berufung gegen den Entscheid der 
Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 20. September 2022 ein. Sie stellte das eingangs 
genannte Rechtsbegehren, allerdings noch ohne den Eventualantrag bezüglich des 
Ferienrechts. Zudem beantragte sie, dass Ziffer 1 ihres Rechtsbegehrens aufschiebende 
Wirkung zu erteilen sei (act. 4).

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3.3 Mit Verfügung des Präsidenten der II. Zivilabteilung des Obergerichts des Kantons Zug vom 
9. November 2022 wurde auf die Berufung des Gesuchsgegners vom 30. September 2020 
zufolge Nichtleistung des Kostenvorschusses nicht eingetreten (act. 12). Diese Verfügung ist 
rechtskräftig.

3.4 Die dem Gesuchsgegner mit Präsidialverfügung vom 9. November 2022 angesetzte Frist zur 
Einreichung einer Berufungsantwort auf die Berufung der Gesuchstellerin liess der 
Gesuchsgegner ungenützt verstreichen (vgl. act. 13). Ohnehin liess sich der Gesuchsgegner 
seit seiner Eingabe vom 7. Oktober 2022 nicht mehr vernehmen; die an ihn per Einschreiben 
adressierten Gerichtssendungen wurden alle mit dem Vermerk "nicht abgeholt" retourniert 
(act. 10, 11, 12/1, 13/1, act. 15).

3.5 Mit Präsidialverfügung vom 9. Dezember 2022 wurde der Berufung der Gesuchstellerin vom 
3. Oktober 2022 insoweit aufschiebende Wirkung erteilt, als das in Dispositiv-Ziffer 2 des 
Entscheids der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 20. September 2022 festgelegte 
Wochenendbesuchsrecht des Gesuchsgegners einstweilen jeweils für die Zeit von Samstag, 
18.00 Uhr, bis Sonntag, 10.00 Uhr, suspendiert wurde. Im Übrigen wurde das Gesuch um 
aufschiebende Wirkung abgewiesen. Zudem erhielten beide Parteien Gelegenheit, sich 
schriftlich zum Ferienrecht bzw. Ferienbesuchsrecht zu äussern (act. 13).

3.6 Die Gesuchstellerin reichte am 22. Dezember 2022 eine Stellungnahme zum 
Ferienbesuchsrecht ein. Sie passte ihr Rechtsbegehren insofern an, als sie den in der 
Berufung gestellten Antrag "Auf die Einräumung eines Ferienbesuchsrechtes sei zu 
verzichten" durch die eingangs genannten Anträge (Hauptantrag und Eventualantrag) 
betreffend Ferienbesuchsrecht ersetzte (act. 14). Der Gesuchsgegner liess sich nicht 
vernehmen, auch nicht zur Stellungnahme der Gesuchstellerin vom 22. Dezember 2022.

3.7 Eine Berufungsverhandlung wurde nicht durchgeführt.

Erwägungen

1. Im vorliegenden Berufungsverfahren sind noch das Besuchsrecht (Dispositiv-Ziffer 2.2 des 
angefochtenen Entscheids; dazu E. 3), die Anordnung einer Beistandschaft (im 
vorinstanzlichen Verfahren noch nicht verlangt; dazu E. 4) sowie die Anrechnung bereits 
geleisteter Unterhaltsbeiträge (Dispositiv-Ziffer 2.8 des angefochtenen Entscheids; dazu 
E. 5) strittig. Gesondert einzugehen ist sodann auf das Ferienrecht als Teilaspekt des 
Besuchsrechts (dazu E. 2).

Nicht angefochten sind die Berechtigung zum Getrenntleben und das Datum des Getrennt-
lebens (Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids), die Belassung von F.________ 
unter gemeinsamer elterlicher Sorge sowie die Zuteilung der Obhut über F.________ an die 
Gesuchstellerin (Dispositiv-Ziffer 2.1), das an beide Parteien gerichtete Verbot, ohne 
Zustimmung der Gegenpartei mit F.________ die Schweiz zu verlassen (Dispositiv-
Ziffer 2.3), die Aufbewahrung des Passes von F.________ beim Kantonsgericht Zug bis zum 
rechtskräftigen Abschluss des Scheidungsverfahrens (Dispositiv-Ziffer 2.4), der 
Kindesunterhalt (Dispositiv-Ziffer 2.5), die Regelung der ausserordentlichen Kosten 

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(Dispositiv-Ziffer 2.6), der Ehegattenunterhalt (Dispositiv Ziff. 2.7), die Zuweisung des 
ehelichen Mobiliars an die Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens (Dispositiv-
Ziffer 3), die Pflicht der beiden Parteien zur Herausgabe von Dokumenten (Dispositiv-Ziffern 
3.1 und 2.3), die Anordnung der Gütertrennung (Dispositiv-Ziffer 4) und die 
Verfügungsbeschränkung über das im Eigentum des Gesuchsgegners stehende Grundstück 
(Dispositiv-Ziffer 5). Diese Punkte bilden nicht Gegenstand des vorliegenden 
Berufungsverfahrens.

2. Auf die Einräumung eines Ferienrechts verzichtete die Vorinstanz (Dispositiv-Ziffer 2.2 des 
angefochtenen Entscheids). Der Gesuchsgegner focht den Entscheid in diesem Punkt 
ausdrücklich an. Auf seine Berufung wurde jedoch nicht eingetreten. Die Gesuchstellerin 
stellte den Hauptantrag, es sei [übereinstimmend mit der Vorinstanz] auf die Einräumung 
eines Ferienbesuchsrechts zu verzichten.

2.1 Beim Ferienrecht oder Ferienbesuchsrecht handelt es sich um Kinderbelange in 
familienrechtlichen Angelegenheiten. Daher ist das Berufungsgericht nicht an die Anträge der 
Parteien gebunden (Offizialmaxime; vgl. Art. 296 Abs. 3 ZPO; BGE 137 III 617 E. 4.5.2). Es 
kann – trotz Nichteintretens auf die Berufung des Gesuchsgegners – darüber befinden.

2.2 Ob die Vorinstanz zum Zeitpunkt ihres Entscheids zu Recht darauf verzichtet hat, dem 
Gesuchsgegner ein Ferienrecht einzuräumen, ist nicht näher zu prüfen. Wie sich nämlich 
vorliegend herausgestellt hat, dauert der Kontaktunterbruch zu F.________ nach wie vor an. 
Ausserdem weiss die Gesuchstellerin inzwischen nicht mehr, wo sich der Gesuchsgegner 
zurzeit aufhält oder wo er beabsichtigt, sich künftig aufzuhalten oder zu wohnen (act. 14 
Rz 3). Ob er unter diesen Umständen ernsthaft darum bemüht wäre, ein ihm allenfalls 
einzuräumendes Ferienrecht auch wahrzunehmen und umzusetzen, bleibt daher sehr 
fraglich. Da sich der Gesuchsgegner ausserdem auf Aufforderung des Gerichts nicht 
vernehmen lässt, er in seiner Berufung zum konkreten Umfang des von ihm gewünschten 
Ferienrechts keine Angaben machte und auch den Akten nichts dazu zu entnehmen ist, 
liesse sich ein Ferienrecht kaum vernünftig festlegen. Unter diesen Umständen ist 
ausnahmsweise auf die Einräumung eines Ferienrechts zu verzichten (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_79/2014 vom 15. März 2015 E. 5).

3. Die Gesuchstellerin ist mit dem von der Vorinstanz angeordneten Besuchsrecht im Wesent-
lichen insofern nicht einverstanden, als Übernachtungen vorgesehen sind und in der ersten 
Phase das Besuchsrecht unbegleitet stattfinden soll.

3.1 Die Vorinstanz begründete das von ihr angeordnete Besuchsrecht des Vaters (jedes zweite 
Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr) wie folgt: F.________ sei 
zwar noch im Kleinkindalter. Dennoch spreche vorliegend nichts dagegen, dem 
Gesuchsgegner bereits jetzt ein Besuchsrecht mit Übernachtung einzuräumen. Dies 
rechtfertige sich im vorliegenden Fall deshalb, weil der Gesuchsgegner seine Tochter im 
Zeitraum von November 2019 bis Juni 2021 nur einmal im März 2022 [recte: März 2020] in 
Russland habe sehen können, weil die Gesuchstellerin sich damals mit der gemeinsamen 
Tochter dort aufgehalten habe. Ausserdem lägen keine Anhaltspunkte vor, die auf eine 
konkrete Gefährdung von F.________ durch den Gesuchsgegner hindeuten würden. 
Insbesondere habe die Gesuchstellerin nicht glaubhaft dargelegt, dass der Gesuchsgegner 

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gegenüber F.________ gewaltbereit sei. Der Gesuchsgegner habe diese Behauptung 
dezidiert bestritten. Die Gesuchstellerin habe an der Parteibefragung auch selber ausgeführt, 
sie sehe eine gewisse Verbesserung im Verhalten des Gesuchsgegners. Selbst wenn der 
Gesuchsgegner F.________ einmal angeschrien haben sollte, seien die anfänglichen 
Bedenken der Gesuchstellerin, dass das Wohl von F.________ durch den persönlichen 
Verkehr mit dem Gesuchsgegner gefährdet sei, unbegründet. Es erscheine deshalb 
angemessen, dem Gesuchsgegner ein Besuchsrecht im üblichen Rahmen einzuräumen 
(Vi act. 69 E. 6.2).

3.2 Die Gesuchstellerin macht geltend, sie sei mit dem von der Vorinstanz festgelegten 
Besuchsrecht grundsätzlich einverstanden. Dieses Besuchsrecht sei jedoch in 
angemessenen zeitlichen Schritten auf das festgelegte Mass auszudehnen. Eine sofortige 
Umsetzung sei mit dem Kindeswohl von F.________ nicht zu vereinbaren. Bei F.________ 
handle es sich um ein bald fünfjähriges Mädchen. Die beiden letzten kurzen Kontakte 
zwischen ihr und dem Vater hätten im Dezember 2021 und danach letztmals im April 2022 
stattgefunden. Seither habe sich der Gesuchsgegner um keinen Kontakt mehr mit seiner 
Tochter bemüht. Sein Desinteresse an F.________ habe sich auch darin gezeigt, dass er 
seit November 2021 sämtliche Zahlungen eingestellt habe. Auch während der Ehe habe sich 
der Gesuchsgegner zu keinem Zeitpunkt an der Pflege und Betreuung von F.________ 
beteiligt, sondern diese gänzlich der Gesuchstellerin überlassen. Aufgrund der sehr 
spärlichen Kontakte habe sich im Laufe der Zeit eine Entfremdung zwischen F.________ und 
dem Gesuchsgegner eingestellt. Der Gesuchsgegner sei für F.________ noch nie eine 
nahestehende und vertraute Person gewesen. Nachdem die Gesuchstellerin F.________ 
nach dem Entscheid der Vorinstanz mitgeteilt habe, dass es vorgesehen sei, dass 
F.________ ihren Vater jedes zweite Wochenende besuchen werde, habe sie heftig zu 
weinen angefangen und gedroht, sie werde sich bei seinem Erscheinen vor ihm verstecken, 
sie wolle den Gesuchsgegner nicht sehen und schon gar nicht bei ihm übernachten. Es 
scheine, dass insbesondere der letzte Kontakt mit dem Gesuchsgegner im April 2022 
unglücklich verlaufen sei und die damalige Begegnung mit ihrem Vater bis zum heutigen 
Tage eine negative Reaktion bei F.________ auslöse. Tatsächlich sei F.________ damals 
nach nur kurzer Zeit weinend und verstört vom Gesuchsgegner zur Gesuchstellerin 
zurückgekehrt. Der Grund für die ablehnende Haltung von F.________ gegenüber ihrem 
Vater erschliesse sich der Gesuchstellerin nicht gänzlich. Es wäre auf jeden Fall aber 
äusserst kontraproduktiv für einen künftigen positiven Aufbau des persönlichen Kontaktes, 
F.________ zu einem Besuchsrecht, wie es die Vorinstanz festgesetzt habe, zu zwingen. 
Dies würde aufgrund der fehlenden Vertrauensbasis zwischen Vater und Tochter aber auch 
dann gelten, wenn der besagte Kontakt im April 2022 positiver verlaufen wäre. Für eine 
Annäherung zwischen den beiden sei das Besuchsrecht daher sukzessive auszudehnen. 
Von einem Besuchsrecht mit Übernachtung sei indessen bis auf Weiteres abzusehen. Selbst 
der Gesuchsgegner habe von einem Besuchsrecht mit Übernachtung absehen wollen und 
habe dementsprechend auch kein solches beantragt (act. 4 Rz 3-6 und 8).

3.3 Ein langer Unterbruch des Kontakts zwischen dem Kind und einem Elternteil ist bei der 
Ausgestaltung des Besuchsrechts von Bedeutung. In solchen Situationen kann die 
Anordnung eines anfänglich eingeschränkten Besuchsrechts (namentlich anfänglich ohne 
Übernachtungen) angezeigt sein, wenn dadurch eine behutsame Wiederannäherung 

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sichergestellt werden soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_875/2017 vom 6. November 
2018 E. 3.3 in fine).

3.4 Mittlerweile dauert der Kontaktunterbruch zwischen F.________ und dem Gesuchsgegner 
rund neun Monate an. Dies ist eine sehr lange Zeit, insbesondere unter Berücksichtigung, 
dass einem Kind im Alter von F.________ diese Zeitspanne ohnehin "ewig" vorkommt. 
Soweit ersichtlich hat zudem der Gesuchsgegner F.________ noch nie alleine über Nacht 
betreut. F.________s Angst, nicht in der gewohnten Umgebung einschlafen zu können, sollte 
nicht dazu führen, dass sich F.________ gegenüber dem Gesuchsgegner noch mehr 
verschliesst. Gerade dies wäre aber mit einer direkten Anordnung von Übernachtungen zu 
befürchten. Die Beziehung zwischen F.________ und dem Gesuchsgegner ist nicht (mehr) 
intakt und F.________ ist mit der Wohnumgebung beim Gesuchsgegner nicht vertraut. Daher 
ist es angezeigt, die Beziehung und das gegenseitige Vertrauen zwischen F.________ und 
dem Gesuchsgegner behutsam aufzubauen (vgl. auch Büchler/Clausen, Das 
"gerichtsübliche" Besuchsrecht, FamPra.ch 3/2020 S. 551 m.H.).

3.5 Mit häufigeren Besuchen an vier ganzen Tagen pro Monat – verteilt auf zwei Wochenenden 
und ohne Übernachtung – kann ein besserer Neuanfang gemacht werden als mit einem 
gemeinsamen Wochenende, das von Heimweh überschattet sein könnte. Dass F.________ 
nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Samstag und Sonntag) vom Gesuchsgegner 
betreut werden kann, ist nicht ersichtlich. Schliesslich darf auch nicht übersehen werden, 
dass eine Unlust gegenüber Kontakten zum Vater – im Gegensatz zu einer kategorischen 
Verweigerung oder einem starken Widerstand – eine Einschränkung des Besuchsrechts 
noch nicht rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_111/2019 vom 9. Juli 2019 
E. 2.4). Die Gesuchstellerin behauptet nicht, dass F.________ den Kontakt kategorisch 
verweigert. Dass F.________ mit Weinen und abwehrend reagierte, nachdem ihr die 
Gesuchstellerin die Besuchsmodalitäten des vorinstanzlichen Entscheids mitgeteilt hatte (vgl. 
act. 4 Rz 5), ist nach einem derart langen Kontaktunterbruch nicht unüblich. Es ist sehr 
wahrscheinlich, dass ein Kind in ihrem Alter und in dieser Situation von Verlustängsten 
geplagt wird, weil es noch nie länger vom Vater alleine betreut wurde und daher auch nicht 
wirklich einschätzen oder einordnen kann, dass es sich nur um vorübergehende, tageweise 
Kontakte zum anderen Elternteil handelt.

3.6 Nach einer Übergangsphase sind Übernachtungen von F.________ beim Gesuchsgegner 
hingegen wieder zuzulassen. Eine entwicklungsfördernde Beziehung zum getrennt lebenden 
Elternteil setzt den Einbezug beider Elternteile in den Alltag des Kindes voraus. Das ist nur 
möglich, wenn das Kind im Haushalt des nicht obhutsberechtigten Elternteils aufwacht, 
kocht, isst, den Alltag bespricht und einschläft. Zudem ist erforderlich, dass dieser Elternteil 
möglichst aktiv an den Hobbys des Kindes teilnehmen oder ein gemeinsames Hobby 
entwickelt werden kann. Ein längerer Verbleib mit Übernachtung hilft, Nähe und Vertrautheit 
und damit gegenseitiges Vertrauen von Kind und Elternteil zu fördern, was im Interesse des 
Kindes ist (Büchler/Clausen, a.a.O., S. 549 f. mit Hinweisen). Die Gesuchstellerin nennt 
keine stichhaltigen Gründe, derentwegen auf eine Übernachtung zu verzichten wäre. Die von 
ihr geäusserten Bedenken wie Desinteresse, fehlende Nähe oder fehlende Vertrauensbasis 
stehen einer künftigen Übernachtung nicht entgegen (zu weiteren Einwänden wie 
Unerfahrenheit vgl. E. 4.3.2 f.). Was F.________s Bedenken und ihre (angeblich) 

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ablehnende Haltung anbelangt, so liegt es primär an der Gesuchstellerin, F.________ auf 
Übernachtungen beim Gesuchsgegner vorzubereiten und ihr allfällige Ängste zu nehmen. 

3.7 Aufgrund des langen Kontaktunterbruchs ist eine mehrmonatige Übergangsphase angezeigt. 
Gleichzeitig aber empfiehlt sich auch, mit den Übernachtungen zu beginnen, bevor 
F.________ im August 2023 mit dem obligatorischen Kindergartenjahr beginnt. Sinnvoll wäre 
es deshalb, im Juni 2023 damit zu beginnen. Da aber offenbar zurzeit kein Kontakt zu 
F.________ besteht und die Wohnverhältnisse des Gesuchsgegners unklar sind, ist die 
Übergangsphase nicht absolut auf Juni 2023, sondern relativ festzulegen, indem 
Übernachtungen erst zuzulassen sind, nachdem der Gesuchsgegner während fünf Monaten 
sein Besuchsrecht (ohne Übernachtungen) ausgeübt hat.

4. Die Gesuchstellerin verlangt sodann, dass in der Übergangsphase eine Beistandschaft 
gemäss Art. 308 ZGB zu errichten sei zwecks Begleitung und Unterstützung des 
persönlichen Verkehrs zwischen F.________ und dem Gesuchsgegner, insbesondere für die 
Organisation der Einzelbegleitung sowie für die Festlegung der konkreten 
Besuchsmodalitäten.

4.1 Erfordern es die Verhältnisse, so ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind einen 
Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt 
(Erziehungsbeistandschaft; Art. 308 Abs. 1 ZGB). Die Kindesschutzbehörde kann dem 
Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die Überwachung des persönlichen 
Verkehrs (Besuchsrechtsbeistandschaft; Art. 308 Abs. 2 ZGB). Behördliche Massnahmen 
dürfen nur erfolgen, wo es die Verhältnisse erfordern, mithin wo die Eltern die ihnen 
obliegenden Pflichten nicht oder nicht ausreichend wahrnehmen. Nicht jede Unzulänglichkeit 
rechtfertigt behördliches Eingreifen. Der Vorrang privater Verantwortung und die Freiheit 
privater Lebensgestaltung auch bei der Erziehung von Kindern lassen behördliches 
Eingreifen nur dort als geeignete Massnahme erscheinen, wo sich dadurch zumindest 
mittelfristig eine Besserung relevanter, objektiver Missstände erreichen lässt (Breitschmid, 
Basler Kommentar, 7. A. 2022, Art. 307 ZGB N 6 m.H.). Eine Besuchsrechtsbeistandschaft ist 
nur anzuordnen, wo erhebliche, das Kindeswohl gefährdende Auseinandersetzungen im 
Umfeld des Besuchsrechts zu befürchten sind bzw. die Beistandschaft voraussichtlich eine 
Verbesserung oder Lösung des Problems ermöglicht (Breitschmid, a.a.O., Art. 308 ZGB N 14 
m.H.).

4.2 Ein begleitetes Besuchsrecht setzt – wie die Anordnung einer Beistandschaft – konkrete 
Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls voraus. Ein Besuch unter Aufsicht einer 
Begleitperson hat für die Beteiligten nicht denselben Wert wie ein unbegleiteter Besuch, 
weshalb die Eingriffsschwelle beim begleiteten Besuchsrecht nicht tiefer angesetzt werden 
darf, als wenn es um die Verweigerung oder den Entzug des Rechts auf persönlichen 
Verkehr überhaupt ginge (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_68/2020 vom 2. September 
2020 E. 3.2).

4.3 Die Gesuchstellerin verlangt die Anordnung einer Beistandschaft im Wesentlichen für zwei 
Belange: für die Organisation eines begleiteten Besuchsrechts sowie für die Festlegung der 
konkreten Besuchsmodalitäten.

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4.3.1 Was die Gesuchstellerin unter "konkrete Besuchsmodalitäten" versteht, legt sie nicht dar. Es 
ist anzunehmen, dass sie im Wesentlichen Folgendes meint: Bestimmung des Ortes der 
Übergabe von F.________; Bestimmung der Person oder Drittperson, die F.________ bringt, 
holt oder übergibt; Bestimmung der persönlichen Effekten wie Kleider und dergleichen, die 
F.________ beim Besuch mitführt; Entscheid über die Frage, ob F.________ verpflegt oder 
unverpflegt übergeben wird. Inwiefern jedoch diese Modalitäten von einer Beistandsperson 
festgelegt werden müssen, ist nicht ersichtlich. Dass die Parteien ausserstande sind, die 
Besuchsmodalitäten selber festzulegen, wird nirgends dargelegt und ergibt sich auch nicht 
aus den Akten. Folglich braucht es hierfür keine Beistandsperson.

4.3.2 Ebenso wenig bestehen Anhaltspunkte, die für den Fall unbegleiteter Besuche auf eine 
Kindeswohlgefährdung hindeuten. Bloss aus einem unglücklich verlaufenen Besuch im April 
2022 (vgl. act. 4 Rz 5) ergibt sich noch keine Kindeswohlgefährdung, umso weniger, als sich 
nicht eruieren lässt, weshalb der Besuch unglücklich verlaufen ist. So ist beispielsweise 
möglich, dass F.________ schlicht Heimweh hatte. Auch aus der Parteibefragung vor der 
Vorinstanz ergibt sich nichts, das auf die Notwendigkeit eines begleiteten Besuchsrechts 
hindeutet. So hat der Gesuchsgegner, was die Gesuchstellerin nicht bestritt, F.________, als 
sie noch jünger war, mit auf Spaziergänge genommen, hat ihr die Windeln gewechselt und 
zu essen gegeben (Vi act. 24 Ziff. 15). Als sie älter war, nahm er sie auf dem Hintersitz 
seines Fahrrads mit und fuhr mit ihr ein paar Stunden um den Zugersee (Vi act. 24 Ziff. 18). 
Auf die Frage an die Gesuchstellerin, wie sich der Gesuchsgegner als Vater verhalte, 
antwortete sie: "Seit dem Scheidungsantrag […] ist der Gesuchsgegner involvierter. Der 
Gesuchsgegner verbringt mehr Zeit mit F.________ via Facetime und interagiert mit 
F.________, wenn er physisch mit ihr zusammen ist. Das ist etwas, das wir in der 
Vergangenheit nicht gesehen haben. Dass der Gesuchsgegner schnell die Beherrschung 
verliert und sehr ungeduldig ist, führte meinerseits zu grosser Besorgnis. Seit der 
Gesuchsgegner viel Zeit mit einem Freund [verbringt], der sehr familienorientiert ist, hat sich 
das vielleicht verbessert. Ich sehe eine gewisse Verbesserung, aber das war nicht immer der 
Fall" (Vi act. 24 Ziff. 22). Auf die Frage, ob die Gesuchstellerin Angst habe, dass der 
Gesuchsgegner gegenüber F.________ gewaltbereit werde, antwortete sie, dass das früher 
ihre Befürchtung gewesen sei. Es habe einen Vorfall gegeben, als der Gesuchsgegner 
F.________ auf einen Spaziergang mitgenommen habe. Im Nachhinein habe sie Hämatome 
auf dem Hintern von F.________ gesehen. F.________ habe nicht mehr mit dem 
Gesuchsgegner spazieren gehen wollen. Einmal habe sie (die Gesuchstellerin) gesehen, wie 
er F.________ angeschrien habe, aber in den letzten zwei, drei Monaten habe sie 
Verbesserungen beobachten können (Vi act. 24 Ziff. 23). Der Gesuchsgegner beteuerte, 
dass er F.________ niemals etwas Gewalttätiges antun würde und dies auch nie getan habe. 
Es sei normal, dass Kinder Hämatome oder blaue Flecken kriegten, wenn sie hinfallen 
würden (Vi act. 24 Ziff. 24). Auf die Frage, warum die Gesuchstellerin ein begleitetes 
Besuchsrecht beantrage, antwortete sie im Wesentlichen bloss, sie glaube, dass sie diese 
Frage bereits durch ihre vorhergehenden Kommentare beantwortet habe. Dann ergänzte sie, 
dass sie "aufgrund der Interaktionen Angst um die Sicherheit von F.________" habe (Vi 
act. 24 Ziff. 25). Eine Kindeswohlgefährdung ist mit solchen pauschalen Aussagen nicht 
glaubhaft gemacht. Insbesondere ist nicht glaubhaft, dass der Gesuchsgegner F.________ 
schlägt oder schlagen wird. Zudem gab selbst die Gesuchstellerin zu Protokoll, dass sich der 
Gesuchsgegner verbessert habe und sie früher Befürchtungen gehabt habe.

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4.3.3 Auch die von der Gesuchstellerin angesprochene Unerfahrenheit des Gesuchsgegners in der 
Kinderbetreuung (act. 4 Rz 7) stellt noch keinen Grund dar, eine Besuchsbeistandschaft zu 
errichten oder Besuche anfänglich nur begleitet zuzulassen. So sind beispielsweise 
Babysitterinnen oder Babysitter, die noch nicht Eltern und in Kinderbetreuung unerfahren 
sind, im Grundsatz genauso imstande, Kinder zu betreuen. Inwiefern der Gesuchsgegner 
nicht in der Lage sein soll, die Bedürfnisse seiner bereits fünfjährigen Tochter zu erkennen 
und danach zu handeln, ist nicht ersichtlich. F.________ kann aufgrund ihres Alters ihren 
Willen sprachlich ausdrücken. Die Gesuchstellerin nennt auch sonst keinen stichhaltigen 
Grund, weshalb der Gesuchsgegner nicht in der Lage sein soll, F.________ persönlich zu 
betreuen.

4.4 Mithin ist von der Bestellung einer Beistandsperson und von der Anordnung eines begleiteten 
Besuchsrechts abzusehen. Der dahingehende Antrag der Gesuchstellerin ist abzuweisen.

5. In Dispositiv-Ziffer 2.8 des angefochtenen Entscheids wurde der Gesuchsgegner berechtigt, 
die von ihm ab dem 9. Juli 2020 an den Unterhalt der Gesuchstellerin und F.________ 
geleisteten Zahlungen in der Höhe von monatlich CHF 1'000.00 von den in Dispositiv-Ziffer 
2.5 festgesetzten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.

In der Berufung macht die Gesuchstellerin geltend, die letzte Zahlung von CHF 1'000.00 sei 
im November 2021 erfolgt. Entsprechend sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, 
den Betrag von monatlich CHF 1'000.00 nur für die Zeitperiode vom 9. Juli 2020 bis und mit 
November 2021 von den von ihm für F.________ zu zahlenden Unterhaltsbeiträgen 
abzuziehen. Sollte der Gesuchsgegner behaupten, er habe auch nach November 2021 
Unterhaltszahlungen geleistet, hätte er den entsprechenden Nachweis zu erbringen (act. 4 
Rz 10). Die Gesuchstellerin führte bereits in ihrem Parteivortrag im vorinstanzlichen 
Verfahren aus, die letzte Zahlung sei am 16. November 2021 erfolgt (Vi act. 35 Rz 102). Der 
Gesuchsgegner bestritt und bestreitet dies nicht. Es befinden sich in den Akten sodann auch 
keine Belege über seit dem Dezember 2021 geleistete Unterhaltszahlungen. Entsprechend 
ist die Berufung der Gesuchstellerin in diesem Punkt gutzuheissen und der angefochtene 
Entscheid entsprechend abzuändern.

6. Abschliessend ist über die Prozesskosten des Berufungsverfahrens zu befinden. Höhe und 
Verteilung der erstinstanzlichen Prozesskosten blieben unangefochten, dies auch zu Recht, 
da der vorinstanzliche Entscheid vorliegend nur marginal geändert wird.

6.1 Auf die Berufung des Gesuchsgegners wurde mit Präsidialverfügung vom 9. November 2022 
nicht eingetreten. Die Festlegung und Verteilung der Prozesskosten betreffend die Berufung 
des Gesuchsgegners wurde dem vorliegenden Endentscheid vorbehalten (Dispositiv-Ziffer 3 
der Präsidialverfügung [act. 12]). Mit Bezug auf seine Berufung gilt der Gesuchsgegner als 
unterliegend (Art. 106 Abs. 1 zweiter Satz ZPO). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass dem 
Gericht und der Gesuchstellerin für diese Berufung praktisch kein Aufwand entstanden ist. 
Sodann obsiegt die Gesuchstellerin mit ihrer Berufung mehrheitlich (vorerst keine 
Übernachtungen, Anrechnung bereits geleisteter Unterhaltszahlungen). Mit ihren Anträgen 
auf Bestellung einer Beistandsperson sowie gänzlichen Verzicht auf Übernachtungen 
unterliegt sie hingegen. Insgesamt rechtfertigt es sich, die Prozesskosten für beide 

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Berufungsverfahren zu einem Viertel der Gesuchstellerin und zu drei Vierteln dem 
Gesuchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO).

6.2 Die eherechtlichen Verfahren sind im kantonalen Verfahren als nicht vermögensrechtliche 
Streitigkeiten zu behandeln. Gemäss § 13 Abs. 1 i.V.m. § 15 Abs. 1 KoV OG beträgt die 
Entscheidgebühr grundsätzlich CHF 1'600.00 bis CHF 10'000.00, wobei diese Gebühr im 
summarischen Verfahren bis zur Hälfte ermässigt werden kann (§ 13 Abs. 2 KoV OG). 
Aufgrund des beschränkten Umfangs der hier zu beurteilenden Themen ist die 
Entscheidgebühr auf CHF 2'000.00 festzusetzen und den Parteien entsprechend dem 
Prozessausgang aufzuerlegen.

6.3 Die Parteientschädigung richtet sich nach § 4 Abs. 1 AnwT. Gemäss dieser Bestimmung 
beträgt das Grundhonorar unter Berücksichtigung der Verantwortung, der Schwierigkeit 
des Falles und des notwendigen Zeitaufwandes in der Regel zwischen CHF 1'000.00 und 
CHF 15'000.00. Im summarischen Verfahren wird das Grundhonorar in der Regel auf die 
Hälfte bis einen Fünftel, in besonderen eherechtlichen Verfahren und bei Kinderbelangen 
in familienrechtlichen Angelegenheiten auf drei Viertel bis einen Viertel herabgesetzt (§ 6 
Abs. 1 AnwT). Für das Rechtsmittelverfahren dürfen sodann ein bis zwei Drittel des 
Grundhonorars berechnet werden (§ 8 Abs. 1 AnwT). Bei Anwendung dieser Kriterien ist das 
von der Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin geltend gemachte Honorar von CHF 2'635.00 
zuzüglich 3 % Pauschalspesen (CHF 79.05) und 7,7 % Mehrwertsteuer (CHF 209.00), 
ergebend CHF 2'923.00, angemessen. Aufgrund des teilweisen Obsiegens sind der 
Gesuchstellerin davon zwei Viertel, das heisst gerundet CHF 1'460.00, zuzusprechen. Der 
Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Gesuchstellerin im Berufungsverfahren – 
anders als noch im erstinstanzlichen Verfahren – keinen Antrag auf unentgeltliche 
Rechtspflege stellte (vgl. Art. 119 Abs. 5 ZPO).

Urteilsspruch

1.1 In teilweiser Gutheissung der Berufung der Gesuchstellerin werden die Dispositiv-Ziffern 2.2 
und 2.8 des Entscheids der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 20. September 2022 
wie folgt geändert (Änderungen kursiv):

" 2.2 Der Vater wird berechtigt und verpflichtet, das Kind F.________ wie folgt zu oder mit sich auf 
Besuch zu nehmen, alles auf eigene Kosten:

- zuerst: jedes zweite Wochenende am Samstag, 09.00 bis 16.00 Uhr, und am Sonntag, 10.00 
bis 18.00 Uhr; 

- nachdem der Gesuchsgegner das Wochenendbesuchsrecht gemäss erstem Lemma fünf 
Monate lang ausgeübt hat: jedes zweite Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 
18.00 Uhr.

Auf die Einräumung eines Ferienrechts wird verzichtet.

Abweichende einvernehmliche Regelungen des Besuchs- und Ferienrechts unter den Eltern 
bleiben vorbehalten. 

[…]

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2.8 Der Gesuchsgegner wird berechtigt, die von ihm zwischen 9. Juli 2020 und 30. November 2021 
an den Unterhalt der Gesuchstellerin und F.________ geleisteten Zahlungen in der Höhe von 
monatlich CHF 1'000.00 von den in Ziffer 2.5 festgesetzten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu 
bringen. Zudem wird der Gesuchsgegner berechtigt, den Betrag von CHF 3'120.00 von den in 
Ziffer 2.5 festgesetzten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen. "

1.2 Im Übrigen wird die Berufung der Gesuchstellerin abgewiesen.

2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 2'000.00 wird im Umfang von 
CHF 500.00 der Gesuchstellerin und im Umfang von CHF 1'500.00 dem Gesuchsgegner 
auferlegt und mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 
verrechnet. Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstellerin den Kostenvorschuss im Umfang 
von CHF 1'500.00 zu ersetzen.

3. Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstellerin für das Berufungsverfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 1'460.00 (inkl. MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den 98 
BGG. 
Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und der 
Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichterin (ES 2021 412)
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichter (UP 2021 98)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Zivilabteilung

A. Staub K. Fotsch
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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