# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83dbf1fe-0be7-53d3-a0de-dc5a4fead9d3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 02.02.2012 PC110051
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PC110051_2012-02-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: PC110051-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. M. Stammbach und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. K. Graf. 

Urteil vom 2. Februar 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagte und Beschwerdegegnerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

betreffend Abänderung Scheidungsurteil (Kostenvorschuss) 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im ordentlichen Ver-
fahren des Bezirkes Uster vom 27. Oktober 2011; Proz. FP110029 

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Erwägungen: 

1. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2011 reichte der Kläger und Beschwerdeführer 
(nachfolgend Kläger) beim Bezirksgericht Uster ein Klage auf Abänderung des 

Scheidungsurteils vom 21. Juni 2010 ein (act. 5/1). Mit Verfügung vom 27. Okto-

ber 2011 wurde dem Kläger Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses von 

Fr. 6'000.– sowie zur Einreichung von Unterlagen angesetzt (act. 5/4). Mit Verfü-

gung vom 24. November 2011 wurde das erstinstanzliche Verfahren sistiert 

(act. 5/13). 

 Mit Eingabe vom 7. November 2011 erhob der Kläger bei der Kammer Be-

schwerde. Er beantragt, der Prozesskostenvorschuss sei auf beide Parteien auf-

zuteilen (act. 2). 

 Von der Einholung einer Beschwerdeantwort ist abzusehen (Art. 322 Abs. 1 

ZPO). Die Sache erweist sich als spruchreif. 

2. Der Kläger macht geltend, seine Vermögenslage liesse einen derart hohen 
Kostenvorschuss nicht zu. Infolge Arbeitslosigkeit seien seine knappen Einkom-

mensverhältnisse geschwächt. Er habe eine Lohneinbusse von 30 %. Weiter führt 

der Kläger aus, er habe seine Hypothek durch das Scheidungsurteil vom 21. Juni 

2010 voll ausschöpfen müssen. Das Haus könne er nicht verkaufen, da der Be-

klagten und Beschwerdegegnerin (nachfolgend Beklagte) ein Wohnrecht einge-

räumt worden sei. Das Ferienhaus in C._____ könne er nicht mit einer Hypothek 

belasten und da er arbeitslos sei, erhalte er auch keinen Kleinkredit. Hingegen 

verfüge die Beklagte über flüssige Mittel von weit über Fr. 200'000.–. Deshalb sei 

der Prozesskostenvorschuss auf beide Parteien aufzuteilen (act. 2). 

 Das Gericht kann von der klagenden Partei einen Vorschuss bis zur Höhe 

der mutmasslichen Gerichtskosten verlangen (Art. 98 ZPO). Zum Vorschuss ver-

pflichtet ist somit nur die klagende Partei. Klagende Partei ist, wer dem Gericht 

die Prüfung eines Rechtsanspruchs beantragt, sei es durch Einreichung eines 

Schlichtungsgesuches, einer Klage oder aber einer Widerklage. Art. 98 ZPO er-

wähnt die beklagte Partei nicht. Von der beklagten Partei darf daher bei Einleitung 

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des Verfahrens kein Vorschuss für die mutmassliche Entscheidgebühr verlangt 

werden (ADRIAN URWYLER, DIKE-Komm-ZPO, Art. 98 N 3 f.).  

 Von der Vorschussleistung würde die gerichtliche Bewilligung der unentgelt-

lichen Rechtspflege befreien (Art. 118 Abs. 1 lit. a ZPO). Anspruch auf unentgelt-

liche Rechtspflege hat, wer nicht über die erforderlichen Mittel zur Prozessführung 

verfügt und dessen Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). 

In einem Gesuch wären insbesondere die Einkommens- und Vermögensverhält-

nisse umfassend darzulegen und zu belegen (Art. 119 Abs. 2 ZPO). In der ange-

fochtenen Verfügung vom 27. Oktober 2011 wurde der Kläger bereits im Sinne 

von Art. 97 ZPO auf den Anspruch der unentgeltliche Rechtspflege hingewiesen. 

Vorliegend macht der Kläger zwar geltend, er könne einen Kostenvorschuss von 

Fr. 6'000.– aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse nicht bezahlen, ein Gesuch 

um unentgeltlichen Rechtspflege stellte er jedoch nicht. Er macht vielmehr gel-

tend, er bezahle die Hälfte und die andere Hälfte sei von der Beklagten zu leisten. 

 Aus dem Vorstehenden folgt, dass der Prozesskostenvorschuss – in Über-

einstimmung mit der Vorinstanz – (nur) vom Kläger zu beziehen und sein Antrag 

auf Aufteilung des Prozesskostenvorschusses abzuweisen ist. 

3. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren sind in Anwendung von 
§ 12 Abs. 1 in Verbindung mit § 2 Abs. 1 lit. a und § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG auf 

Fr. 300.– festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten dem Kläger 

aufzuerlegen. Mangels Umtrieben im Rechtsmittelverfahren ist der Beklagten kei-

ne Parteientschädigung zuzusprechen. 

Es wird erkannt:  

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 300.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Kläger auferlegt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

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5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage einer 

Kopie von act. 2, sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – 

an das Bezirksgericht Uster, je gegen Empfangsschein. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 3'000.–. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Graf 
 

 
versandt am: 
 

	Urteil vom 2. Februar 2012
	Erwägungen:
	1. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2011 reichte der Kläger und Beschwerdeführer (nachfolgend Kläger) beim Bezirksgericht Uster ein Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils vom 21. Juni 2010 ein (act. 5/1). Mit Verfügung vom 27. Okto-ber 2011 wurde dem K...
	Mit Eingabe vom 7. November 2011 erhob der Kläger bei der Kammer Beschwerde. Er beantragt, der Prozesskostenvorschuss sei auf beide Parteien aufzuteilen (act. 2).
	Von der Einholung einer Beschwerdeantwort ist abzusehen (Art. 322 Abs. 1 ZPO). Die Sache erweist sich als spruchreif.
	2. Der Kläger macht geltend, seine Vermögenslage liesse einen derart hohen Kostenvorschuss nicht zu. Infolge Arbeitslosigkeit seien seine knappen Einkommensverhältnisse geschwächt. Er habe eine Lohneinbusse von 30 %. Weiter führt der Kläger aus, er ha...

	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 300.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Kläger auferlegt.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage einer Kopie von act. 2, sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – an das Bezirksgericht Uster, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...