# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1316d11d-bd7a-5260-934d-aa1eb631022a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.12.2014 S 2013 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2013-56_2014-12-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 13 56

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, 

Verwaltungsrichterin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL
vom 2. Dezember 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

- 2 -

1. Während eines Urlaubs in der Rekrutenschule verunfallte A._____ 

gemäss seinen Angaben am 5. Oktober 1994 in der Nähe von O.1._____ 

(X._____). Nach seiner Genesung kehrte er wieder in die Rekrutenschule 

zurück, wurde jedoch wegen anhaltender gesundheitlicher Beschwerden 

frühzeitig entlassen. In der Folge arbeitete er wiederum als kaufmänni-

scher Angestellter in seinem vormaligen Lehrbetrieb. Infolge häufiger 

krankheitsbedingter Absenzen wurde dieses Arbeitsverhältnis im Jahr 

1996 allerdings aufgelöst. Anschliessend arbeitete A._____ bis 1999 bei 

verschiedenen Betrieben, wobei er die aufgenommenen Tätigkeiten je-

weils aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten aufgab oder unterbrach. 

Die Militärversicherung übernahm seit dem Unfall vom 5. Oktober 1994 

die Kosten für die erforderlichen medizinischen Behandlungen und richte-

te Taggelder für den gesundheitsbedingten Erwerbsausfall aus. 

2. Mit Einspracheentscheid vom 18. Januar 2002 sprach das damalige Bun-

desamt für Militärversicherung (BAMV) A._____ mit Wirkung ab dem 

1. Januar 2001 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % 

zu. Auf der Grundlage dieses Entscheids erkannte die IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) A._____ daraufhin mit Verfü-

gung vom 8. Februar 2002 rückwirkend ab dem 1. Oktober 1995 eine 

ganze Invalidenrente zu. Vor diesem Hintergrund reduzierte das damalige 

BAMV die A._____ zugesprochene Rente ab dem 1. Januar 2003 infolge 

Überentschädigung.

3. Am 7. Juli 2005 eröffnete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren zur Über-

prüfung der A._____ zugesprochenen Rente. Dabei stellte sie keine Ver-

änderung des rechtserheblichen Sachverhalts fest, wovon sie A._____ 

mit Mitteilung vom 19. Mai 2006 in Kenntnis setzte. Aufgrund von Ab-

klärungen der Abteilung Bekämpfung Versicherungsmissbrauch – insbe-

sondere in Form einer Observation von A._____ vom 2. bis 11. Juli 2012 

- 3 -

– ordnete die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Oktober 2012 die vorsorgli-

che Einstellung der zugesprochenen Rente an. Auf die dagegen erhobe-

ne Beschwerde trat das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

Urteil S 12 131 vom 15. Januar 2013 nicht ein. Nach Durchführung des 

Vorbescheidverfahrens stellte die IV-Stelle die A._____ zugesprochene 

Rente in der Folge mit Verfügung vom 19. April 2013 rückwirkend per 

31. Oktober 2012 ein und entzog einer Beschwerde gegen diese Verfü-

gung die aufschiebende Wirkung.

4. Gegen diesen Entscheid reichte A._____ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer) am 22. Mai 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden ein. Darin beantragte er, die Verfügung der IV-Stelle vom 

19. April 2013 sei aufzuheben und dem Versicherten sei die bisherige 

Rente weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und es seien weitere medizinische Abklärungen über 

den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu treffen, 

worauf neu zu entscheiden sei. Die angefochtene Verfügung sei vorerst 

aufzuheben respektive zu sistieren und dem Beschwerdeführer seien ge-

eignete berufliche Massnahmen zu gewähren, nachdem er die Rente 

über 15 Jahre bezogen habe. In verfahrensrechtlicher Hinsicht verlangte 

er die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung unter Einvernahme 

verschiedener Personen als Zeugen sowie die Einholung eines Arztbe-

richtes von Dr. med. B._____. Zur Begründung dieser Anträge führte der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, die ABI-Gutachter hätten nicht 

geglaubt, dass er am 5. Oktober 1994 ein Schädelhirntraum erlitten habe. 

Es erscheine deshalb unerlässlich, die echtzeitlichen Unterlagen über den 

Autounfall einzuholen und ein Obergutachten in Auftrag zu geben, wel-

ches die entsprechenden Akten berücksichtige und die aktuellen Arztbe-

richte der behandelnden Psychiater. Nur auf diese Weise sei eine Beurtei-

lung der gesundheitlichen Verfassung des Beschwerdeführers möglich. 

- 4 -

Denn unabhängig davon, wie der Beschwerdeführer sich im Rahmen der 

unglücklichen "Wiedereingliederung als Musiker" präsentiert habe, sei 

hier festzuhalten, dass der Beschwerdeführer derzeit in so erheblichem 

Mass psychisch angeschlagen sei, dass eine Aufhebung der IV-Rente 

ausser Frage stehe. Dies ergäbe sich aus den zusätzlichen, mit Nach-

druck beantragten Abklärungen, insbesondere aus den Berichten über 

den derzeitigen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers in einer 

psychiatrischen Klinik. Schliesslich habe die IV-Stelle bei der Aufhebung 

der IV-Rente ausser Acht gelassen, dass der Beschwerdeführer seit dem 

1. Oktober 1995 und damit während mehr als 15 Jahren eine ganze IV-

Rente bezogen habe. Seine Rente könne daher nicht aufgehoben wer-

den, ohne dass die IV-Stelle berufliche Massnahmen, allenfalls unter Vor-

schaltung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, einleite. Ein solcher 

Schritt sei jedoch erst erfolgsversprechend, wenn die aktuelle stationäre 

Behandlung des Beschwerdeführers abgeschlossen sei. Bis dahin habe 

die IV-Stelle dem Beschwerdeführer die zugesprochene IV-Rente weiter-

hin auszurichten.

5. In der Vernehmlassung vom 27. Juni 2013 beantragte die IV-Stelle die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Ver-

schlechterung der gesundheitlichen Verfassung könne im Rahmen des 

vorliegenden Verfahrens nicht berücksichtigt werden, da sie erst wenige 

Tage vor Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten sei. Die dies-

bezüglich beantragten Beweiserhebungen würden sich daher erübrigen. 

Im Hinblick auf die begehrten Massnahmen zur beruflichen Wiederein-

gliederung sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nicht 

während der gesamten Rentenbezugsdauer vom Arbeitsmarkt abwesend 

gewesen sei. So habe er offenbar bis ins Jahr 2002 regelmässig gearbei-

tet. Aufgrund des Überwachungsvideos sei sodann erstellt, dass der Be-

- 5 -

schwerdeführer als Strassenmusikant Dienstleistungen mitten im Leben 

erbracht habe. Obwohl der Beschwerdeführer diese Tätigkeit nunmehr als 

absurden Versuch der Wiedereingliederung bezeichne, habe er sich hier-

durch als Strassenmusikant bereits im Arbeitsmarkt bewegt und ein Ein-

kommen erzielt. Dabei gehe aus den Überwachungsbildern hervor, dass 

der Beschwerdeführer vital, agil und mobil und im gesellschaftlichen Le-

ben voll integriert sei. Dem Beschwerdeführer sei es somit zuzumuten, 

seine Arbeitsfähigkeit mittels Selbsteingliederung zu verwerten. Folglich 

stünden ihm keine beruflichen Massnahmen zu. Schlussendlich sei fest-

zuhalten, dass die Ermittlungs- und Observationsberichte entgegen den 

Vorbringen des Beschwerdeführers nicht einen körperlich und psychisch 

angeschlagenen Menschen zeigten, sondern eine äussert vitale und 

selbständige Person ohne Anzeichen von Schmerzen, Müdigkeit oder 

Konzentrationsproblemen. Dies stehe in krassem Widerspruch zu den 

vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und sei selbstverständ-

lich zu berücksichtigen. 

6. In der Replik vom 25. September 2013 erneuerte der Beschwerdeführer 

seine Anträge. Ergänzend beantragte er, zusätzlich zu den Eltern des Be-

schwerdeführers und Dr. med. B._____, Dr. med. C._____ sowie die be-

handelnden Ärzte der Psychiatrischen Dienste Graubünden, insbesonde-

re Dr. med. D._____ und E._____, als Zeugen über den aktuellen und 

persistierenden Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor oder an-

lässlich der öffentlichen Verhandlung zu befragen. Das ABI-Gutachten sei 

in mehrfacher Hinsicht inkonsistent und nicht nachvollziehbar. So hätten 

die ABI-Gutachter dem Beschwerdeführer nicht geglaubt, am 4. Oktober 

1994 einen schweren Verkehrsunfall erlitten zu haben. Paradox sei dies, 

weil sich die ABI-Gutachter nicht um die entsprechenden Dokumente 

bemüht hätten. Der ABI-Gutachter habe im Übrigen selber eingeräumt, 

dass eine psychiatrische Beurteilung vorliegend eigentlich nicht möglich 

- 6 -

sei. Darauf sei er zu behaften. Der Gutachter kapriziere sich zudem auf 

die Feststellung, die im Jahr 1996 diagnostizierte organische Schizophre-

nie könne nicht durch den Unfall verursacht worden sein. Er setze sich 

aber mit dieser Diagnose nicht auseinander, obgleich eine Schizophrenie 

unter Medikamenteneinwirkung remittieren könne, ohne vollständig ge-

heilt zu sein. Das ABI-Gutachten sei überdies gespickt von apodiktischen 

und apologischen Kraftausdrücken. Angesichts der, in den gewählten 

Formulierungen zum Ausdruck kommenden krassen Konfliktsituation hät-

ten die ABI-Gutachter den Gutachtensauftrag zurückgeben müssen, da 

sie zu einer objektiven Beurteilung offensichtlich nicht im Stande gewesen 

seien. Schliesslich sei das ABI dafür bekannt, tendenziell eher versiche-

rungsfreundliche Gutachten zu schreiben. Es werde beantragt, diese all-

gemein bekannte Tatsache durch eine empirische Untersuchung abklären 

zu lassen. Mit Schreiben vom 17. September 2013 hätten die Psychiatri-

schen Dienste Graubünden überdies bescheinigt, dass sich der Be-

schwerdeführer weiterhin in stationärer Behandlung befinde. Wegen der 

Schwere der Erkrankung werde ein längerer Aufenthalt erforderlich sein. 

In der Zwischenzeit sei eine Beistandschaft für den Beschwerdeführer 

beantragt worden. Das Verwaltungsgericht werde ersucht, sämtliche Ak-

ten der zuständigen Erwachsenenschutzbehörde zu beschaffen. Mit den 

vorerwähnten Dokumenten und medizinischen Bescheinigungen sei be-

legt, dass der Beschwerdeführer weiterhin nicht in der Lage sei, ein ren-

tenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Schliesslich sei die Be-

hauptung der erfolgreichen Selbsteingliederung des Beschwerdeführers 

als Strassenmusikant zurückzuweisen. Dieser Arbeitsversuch sei kläglich 

gescheitert. Ohne Hilfe einer professionellen Berufsberatung werde der 

gesundheitlich angeschlagene Beschwerdeführer auf dem Arbeitsmarkt 

nicht reüssieren. Die IV-Stelle habe dem Beschwerdeführer die begehrten 

Massnahmen zur Wiedereingliederung folglich zu gewähren und ihm bis 

dahin die zugesprochene IV-Rente auszurichten. Abschliessend sei dar-

- 7 -

auf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer am 12. Juli 2012 abermals 

einen Autounfall erlitten habe, durch den sich seine gesundheitliche Ver-

fassung weiter verschlechtert habe. 

7. Mit Schreiben vom 17. Oktober 2013 verzichtete die IV-Stelle auf eine 

Stellungnahme. Der Beschwerdeführer reichte am 27. März 2014, 

30. April 2014, 27. Oktober 2014, 28. Oktober 2014 sowie am 29. Oktober 

2014 weitere Unterlagen zu seiner derzeitigen und vormaligen gesund-

heitlichen Verfassung ein.

8. Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Oktober 2014 lud der zuständige 

Instruktionsrichter die Verfahrensparteien unter Bekanntgabe der Zu-

sammensetzung des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden für 

Mittwoch, 26. November 2014, zu einer mündlichen Verhandlung ein. An 

dieser Verhandlung nahm der Beschwerdeführer in Begleitung seines 

Rechtsvertreters, Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, teil, während die 

IV-Stelle mit Schreiben vom 4. November 2014 auf eine Teilnahme ver-

zichtet hatte. Der Beschwerdeführer hielt in seinem Parteivortrag an den 

gestellten Rechtsbegehren fest und vertiefte seine diesbezügliche Argu-

mentation. Nach Abschluss des Parteivortrags befragte der Vorsitzende 

den Beschwerdeführer zur Behauptung, vom Gutachter des ABI geschla-

gen worden zu sein. Der Beschwerdeführer gab diesbezüglich zu Proto-

koll, der Gutachter habe ihn aufgefordert, sich auszuziehen und sich zu 

drehen. Er sei davon ausgegangen, dieser werde, wie die anderen Gut-

achter, seinen Rücken ansehen. Der Gutachter habe ihm jedoch plötzlich 

heftig auf den Kopf geschlagen. Anschliessend habe er ihn aufgefordert, 

sich anzuziehen. Er habe grosse Angst gehabt und nicht gewusst, was 

passieren werde. Auf entsprechende Nachfrage hin gab die Mutter des 

Beschwerdeführers an, der Beschwerdeführer sei nach der Begutachtung 

sehr verwirrt gewesen. Er habe ihr erzählt, bei der fraglichen Untersu-

- 8 -

chung geschlagen worden zu sein. Diesen Vorfall habe sie dann ihrem 

Hausarzt mitgeteilt, der dazu Stellung genommen habe. Der Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers stellte in Aussicht, das entsprechende 

Schreiben wie auch das Schreiben von Rechtanwalt lic. iur. Suenderhauf 

nachzureichen. Ausserdem reichte er den Bericht der Psychiatrischen 

Dienste Graubünden, von dipl. F._____ vom 3. Oktober 2013, den Bericht 

über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers in X._____ nach 

dem Unfall am 5. Oktober 1994, einschliesslich einer Übersetzung, die 

Krankschreibung vom 17. August 1995 und einen Bericht über eine am 

30. Oktober 1995 durchgeführte neurologische Untersuchung des Be-

schwerdeführers ein.

9. Am 28. November 2014 reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen 

ein.

Auf die übrigen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Bewei-

se wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 19. April 2013. Eine solche An-

ordnung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das Versiche-

rungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] 

i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung [IVG; SR 831.20]). Damit fällt die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formeller 

- 9 -

und materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der an-

gefochtenen Verfügung ausserdem unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Dem-

nach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-

cherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Schliesslich hat der Beschwerdefüh-

rer seine Beschwerde frist- und formgerecht beim Verwaltungsgericht 

eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). Dar-

auf ist demzufolge einzutreten.

2. Die IV-Stelle ist in der Verfügung vom 19. April 2013 auf die dem Be-

schwerdeführer am 8. Februar 2002 zugesprochene Rente zurückge-

kommen, hat diese rückwirkend per 31. Oktober 2012 aufgehoben und 

das Gesuch des Beschwerdeführers um Ausrichtung einer IV-Rente ab-

gewiesen. Die Rechtmässigkeit dieser Anordnung wird vom Beschwerde-

führer vorderhand mit der Begründung in Abrede gestellt, die IV-Stelle 

habe den rechtserheblichen Sachverhalt unzureichend ermittelt. Von den 

vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang gestellten Beweisan-

trägen sind vorab diejenigen zu prüfen, die auf die Beschaffung echtzeitli-

cher Dokumente zum Unfall vom 4. Oktober 1994 gerichtet sind. Die übri-

gen Beweisanträge werden jeweils in Verbindung mit den sich stellenden 

materiellen Rechtsfragen untersucht. Im Rahmen der entsprechenden 

materiellen Prüfung wird anschliessend zunächst geprüft, ob ein Revisi-

onsgrund vorliegt, der die IV-Stelle berechtigt hat, die dem Beschwerde-

führer zugesprochene Rente aufzuheben. Ist dies zu bejahen, so wird in 

einem weiteren Schritt zu untersuchen sein, ob sich die verfügte rückwir-

kende Aufhebung der zugesprochenen Rente als zulässig erweist.

3. a) In Bezug auf die am 5. Oktober 1994 erlittenen Verletzungen beantragt 

der Beschwerdeführer einerseits, die Unterlagen des Spitals in X._____, 

- 10 -

in welchem er unmittelbar nach dem Unfall behandelt worden sei sowie 

die Akten der bei der Fallabwicklung beteiligten Versicherungsgesell-

schaften, der G._____, H._____, sowie der Eidgenössischen Militärversi-

cherung, einzuholen. Andererseits ersucht er das Verwaltungsgericht, 

seine Eltern hinsichtlich der seit dem Unfall vom 5. Oktober 1994 einge-

tretenen Persönlichkeitsveränderung als Zeugen zu befragen und ihn 

selbst zur Parteiaussage zuzulassen. Zur Begründung brachte er im We-

sentlichen vor, es lägen keine echtzeitlichen Unterlagen über den schwe-

ren Verkehrsunfall in X._____ vor, obgleich diese für die Beurteilung der 

vorliegenden Angelegenheit unerlässlich seien. Dies zeige nicht zuletzt, 

das von der IV-Stelle eingeholte ABI-Gutachten, worin in Frage gestellt 

werde, dass der Beschwerdeführer am 5. Oktober 1994 ein schweres 

Schädelhirntrauma erlitten habe. Ohne die einzuholenden echtzeitlichen 

Dokumente basiere weder die anzuordnende Oberbegutachtung des Be-

schwerdeführers noch der zu fällende Gerichtsentscheid auf der gesam-

ten Falldokumentation, wodurch die Parteirechte des Beschwerdeführers 

verletzt würden. Dieser Argumentation hält die IV-Stelle entgegen, der 

Beschwerdeführer leide nicht (mehr) an Beschwerden mit Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit. Daran könnten die echtzeitlichen (X._____schen) 

Akten über den Unfall vom 5. Oktober 1994 nichts ändern. Ausserdem sei 

darauf hinzuweisen, dass die Invalidenversicherung als finale Versiche-

rung konzipiert sei. Bei Eintritt des Invaliditätsfalls habe sie deshalb Versi-

cherungsleistungen zu erbringen, ungeachtet der Ursache, welche der In-

validität zugrunde liege.

b) Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) haben die Parteien Anspruch auf rechtli-

ches Gehör. Dieses verfassungsmässige Recht dient zum einen der 

Sachaufklärung, zum anderen stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-

wirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechts-

- 11 -

stellung des Einzelnen eingreift. Letzteres umfasst insbesondere das 

Recht des Betroffenen, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat da-

von – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind indes-

sen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der 

Streitsache erheblich sind. Auf weitere Beweisvorkehren kann dann ver-

zichtet werden, wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht 

rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, 

wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine Ab-

klärung herbeizuführen vermag, oder wenn die Behörde den Sachverhalt 

gestützt auf eigene Sachkenntnisse zu würdigen vermag. Gelangt die 

Verwaltung oder das im Beschwerdefall angerufene Gericht bei pflicht-

gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der Sachverhalt, den ein 

Versicherter beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der angebotene 

Beweis vermöge keine Abklärung herbeizuführen, kann auf die Einholung 

eines Beweismittels verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte 

Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht 

(BGE 134 V 231 E.5.1, 122 V 157 E.1d, 119 V 344 E.3; URS MÜLLER, Das 

Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, N. 1360).

c) Die vom Beschwerdeführer betreffend den Unfall vom 5. Oktober 1994 

gestellten Beweisanträge bezwecken unter anderem, die Schwere des 

Unfalls und die diesbezüglichen Begleitumstände zu erheben. Die Invali-

denversicherung bietet, wie die Unfallversicherung, Versicherungsschutz 

bei Eintritt eines Invaliditätsfalls (GUSTAVO SCARTAZZINI/MARC HÜRZELER, 

Bundessozialversicherungsrecht, 4. Aufl., Basel 2012, § 13 N. 14). Dabei 

ist sie insofern als kausale Versicherung konzipiert, als sie bloss dann 

leistungspflichtig wird, wenn eine Gesundheitsbeeinträchtigung vorliegt, 

die eine Erwerbsunfähigkeit nach sich zieht oder zu einer Unmöglichkeit 

führt, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 8 und Art. 7 ATSG). Sie ist jedoch eine finale Versicherung im Hin-

- 12 -

blick auf die Ursache, welche zum Gesundheitsschaden geführt hat (vgl. 

Art. 4 Abs. 2 IVG; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den [VGU] S 14 115 vom 20. Januar 2015 E.2; SCARTAZZINI/HÜRZELER, 

a.a.O., § 13 N. 18; ALFRED MAURER, Bundessozialversicherungsrecht, Ba-

sel 1993, S. 135). Im vorliegenden Fall ist daher nicht von Bedeutung, ob 

und inwieweit der Unfall vom 4. Oktober 1994 und dessen Begleitumstän-

de für die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden des Be-

schwerdeführers verantwortlich sind. Soweit die interessierenden Be-

weisanträge darauf abzielen, einen derartigen Kausalzusammenhang 

nachzuweisen, beziehen sie sich folglich auf Tatsachen, die nicht rechts-

erheblich sind.

d) Dagegen sind die Verletzungen, welche sich der Beschwerdeführer am 

5. Oktober 1994 zugezogen hat, insoweit von Bedeutung, als sie die ge-

sundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers und dessen funktionelle 

Leistungsfähigkeit allfällig nach wie vor beeinträchtigen. Entgegen der 

Darstellung des Beschwerdeführers liegen diesbezüglich echtzeitliche 

ärztliche Stellungnahmen zum damaligen Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers vor. Danach war der Beschwerdeführer vom 5. bis zum 

8. Oktober 1994 in X._____ hospitalisiert. Anschliessend konnte er mit 

dem Privatauto nach Chur transportiert werden, wo er vom 9. bis 13. Ok-

tober 1994 im Kantonspital Graubünden behandelt wurde (Beilage der Mi-

litärversicherung [MV-act.] 373; Beilage der IV-Stelle [IV-act.] 45 S. 235). 

Im Spitalbericht des Rätischen Kantons- und Regionalspitals Graubünden 

vom 4. Dezember 1994 diagnostizierten die behandelnden Ärzte einen 

Status nach commotio cerebri (Gehirnerschütterung), Halswirbeldistorsion 

sowie Thoraxkontusion (IV-act. 45 S. 24). Dieselben Angaben finden sich 

im Schreiben vom 2. November 1994, in welchem Dr. med. I._____, As-

sistenzarzt des Rätischen Kantons- und Regionalspitals, die Militärversi-

cherung über die Verletzungen des Beschwerdeführers informiert, die 

- 13 -

sich dieser beim Autounfall vom 5. Oktober 1994 zugezogen hat (IV-

act. 45 S. 242). In Bestätigung dieser Diagnosen teilten die Ärzte, welche 

den Beschwerdeführer in X._____ behandelt hatten, der Militärversiche-

rung in der Folge mit, der Beschwerdeführer habe beim Autounfall eine 

commotio mit retrograder Amnesie erlitten, ohne Zeichen einer contusion 

des Gehirns ("In conclusion, our diagnosis was concussion oft rhe brain 

with retrograde amnesia, without signs of contusion oft the brain. Uncons-

cions was anamnestic …" [IV-act. 125 S. 2, IV-act. 157 S. 6]). Schliesslich 

wurde am 19. Januar 1995 mittels einer MRI-Untersuchung eine Läsion 

des Gehirns ausgeschlossen (IV-act. 45 S. 163). Aufgrund dieser Unter-

lagen sind die Verletzungen, welche sich der Beschwerdeführer beim Un-

fall vom 5. Oktober 1994 zugezogen hat, hinreichend bekannt. Allerdings 

ist einzuräumen, dass die entsprechenden Unterlagen insoweit im Wider-

spruch zu späteren Arztberichten stehen, als darin vereinzelt von einer 

contusio cerebri (Hirnprellung) als Unfallfolge die Rede ist (vgl. Arztbericht 

von Dr. med. C._____ vom 13. März 1995 [IV-act. 45 S. 165 f.], Austritts-

bericht des Militärspitals, voggio, vom 15. Februar 1995 [erwähnt im Case 

Report (IV-act. 157 S. 6]; anders Bericht einer Rehabilitationsklinik vom 

16. Juni 1995 sowie Austrittsbericht vom 10. Juli 1995, welche die ur-

sprünglichen Diagnosen anführt [IV-act. 45 S. 125, 115]). Die ABI-

Gutachter führen im Gutachten vom 21. November 2012 als Unfallfolge 

grundsätzlich eine commotio cerebri auf (vgl. IV-act. 125 S. 2, 6). Ob sich 

der Beschwerdeführer am 5. Oktober 1994 eine commotio cerebri oder 

eine contusio cerebri zugezogen hat, ist für die Beurteilung des vorliegen-

den Falles indes nicht entscheidend. Massgebend ist, ob und inwieweit 

die damals erlittenen Verletzungen sowie die übrigen vom Beschwerde-

führer beklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen dessen Fähigkeit 

beeinträchtigen, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Diese Frage gilt es im 

vorliegenden Verfahren einerseits für den Zeitpunkt des Abschlusses des 

vorinstanzlichen Verfahrens (19. April 2013) zu beantworten, andererseits 

- 14 -

für das Jahr 2002, allenfalls 2006, als die IV-Stelle den Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers überprüft hat (vgl. Sachverhalt Ziff. 3 hiervor und 

E.4 hernach). Im einen wie im anderen Fall lassen die medizinischen Un-

terlagen, die sich auf die gesundheitliche Verfassung des Beschwerdefüh-

rers in den Jahren 1994 sowie 1995 beziehen und im Grundsatz bereits 

bekannt sind, keine neuen Erkenntnisse erwarten. Dementsprechend sind 

die Beweisanträge des Beschwerdeführers, die medizinischen Unterlagen 

des Spitals in X._____, welches den Beschwerdeführer vom 5. bis 8. Ok-

tober 1994 behandelt hat, sowie die Akten der damals mit der Fallabwick-

lung betrauten Versicherungsgesellschaften, G._____, H._____ sowie der 

Eidgenössischen Militärversicherung, einzuholen, in antizipierter Beweis-

würdigung abzuweisen. Im Übrigen ist nicht einzusehen, weshalb der Be-

schwerdeführer die entsprechenden Unterlagen nicht selber eingeholt und 

eingereicht hat.

e) Ebenfalls abzuweisen ist sodann der Beweisantrag des Beschwerdefüh-

rers, seine Eltern als Zeugen einzuvernehmen, da diese zur rechtserheb-

lichen medizinischen Beurteilung des Leistungsvermögens des Be-

schwerdeführers nichts beizutragen vermögen. Soweit der Beschwerde-

führer schliesslich beantragt, ihn zur Parteiaussage zuzulassen, ist anzu-

merken, dass er an der Hauptverhandlung formlos befragt wurde und in 

den Rechtsschriften Gelegenheit hatte, sich zum massgeblichen Sach-

verhalt, insbesondere zu Art und Umfang der am 5. Oktober 1994 erlitte-

nen Verletzungen, zu äussern. Unter diesen Umständen sind von einer 

Beweisaussage des Beschwerdeführers keine neuen Erkenntnisse zu er-

warten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist.

4. Nachfolgend ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt, der die IV-

Stelle berechtigt hat, die dem Beschwerdeführer zugesprochene Rente in 

der Verfügung vom 19. April 2013 aufzuheben.

- 15 -

a) Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Pro-

zent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen Versicherten ist 

der rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-

gleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 

ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu-

mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbs-

einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wä-

re (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in 

der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er-

werbseinkommen auf zeitidentischer Basis ziffernmässig möglichst genau 

ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der 

Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu bestimmen ist (allgemeine 

Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 

E.1).

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre-

chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche Anpassung 

gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

- 16 -

Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn sich 

die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Ge-

sundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art der 

Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 E.3.5; Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1, 

9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2, I 554/05 vom 3. Januar 2006 

E.2.1, I 212/03 vom 28. August 2003 E.2.2.3). Dagegen bildet die unter-

schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unver-

ändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich allein genommen keinen 

Revisionsgrund (Urteil des Bundesgerichts 9C_552/2007 vom 17. Januar 

2008 E.3.1.2; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E.2).

c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prü-

fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei 

Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E.5; vgl. auch SVR 2010 

IV Nr. 54 S. 167 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.2, 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei 

dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur 

Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung erfah-

ren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesge-

richts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorlie-

gen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene Rente 

entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung abzuändern 

- 17 -

(vgl. ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2014, Art. 30-31 N. 13). 

d) Mit Verfügung vom 8. Februar 2002 sprach die IV-Stelle dem Beschwer-

deführer bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu. Ob 

sich der rentenbegründende Invaliditätsgrad seit dem Erlass der fragli-

chen Anordnung verändert hat, prüfte die IV-Stelle erstmals im Rahmen 

des im Jahr 2005 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens, das mit 

der Mitteilung vom 19. Mai 2006 seinen Abschluss fand (Art. 51 ATSG 

i.V.m. Art. 74ter lit. f IVV). Darin beschied sie dem Beschwerdeführer, bei 

der Überprüfung seines Invaliditätsgrads keine Änderung festgestellt zu 

haben, die sich auf die zugesprochene Rente auswirke (IV-act. 12). Diese 

Anordnung beruht einzig auf dem Arztbericht des behandelnden Hausarz-

tes des Beschwerdeführers, Dr. med. C._____, Facharzt (FMH) für allge-

meine Medizin, vom 11. Oktober 2005 (IV-act. 10). Daraus ergibt sich 

kein vollständiges Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers und über dessen funktionelles Leistungsvermögen. Unter diesen 

Umständen ist mit den Verfahrensbeteiligten davon auszugehen, dass die 

im Rahmen dieses Revisionsverfahrens getätigten Sachverhaltsabklärun-

gen nicht genügen, um die Mitteilung vom 19. Mai 2006 als Vergleichsba-

sis für die strittige Revision heranzuziehen. Ob die gesundheitliche Ver-

fassung des Beschwerdeführers und, als Folge davon, dessen Arbeits-

fähigkeit, wie in der angefochtenen Verfügung angenommen, eine we-

sentliche Verbesserung erfahren haben, beurteilt sich demnach durch den 

Vergleich des Sachverhalts, welcher der Verfügung vom 8. Februar 2002 

zugrunde lag, mit jenem Sachverhalt, der sich bis zum Erlass der ange-

fochtenen Verfügung am 19. April 2013 verwirklicht hat. Davon ausge-

hend ist anschliessend zunächst zu untersuchen, auf welchem Sachver-

- 18 -

halt die Verfügung vom 8. Februar 2002 beruht. In der Folge wird der 

rechtserhebliche Sachverhalt zu ermitteln sein, der sich bis zum Ab-

schluss des vorinstanzlichen Verfahrens zugetragen hat. Schliesslich wird 

durch Gegenüberstellung dieser beiden Sachverhalte zu prüfen sein, ob 

die massgeblichen Verhältnisse hiermit eine rechtserhebliche Änderung 

erfahren haben, welche die Aufhebung der zugesprochenen Rente recht-

fertigt.

5. a) In der Verfügung vom 8. Februar 2002 sprach die IV-Stelle dem Be-

schwerdeführer bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente 

zu. Zur Begründung dieser Anordnung führte sie im Vorbescheid vom 

17. Oktober 2001 im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe am 

5. Oktober 1994 einen Unfall erlitten. Die Militärversicherung sei für die 

Unfallfolgen aufgekommen und gewähre dem Beschwerdeführer seit dem 

1. Januar 2001 eine Invalidenrente ausgehend von einem Invaliditätsgrad 

von 100 %. Die Invalidität werde in der Invalidenversicherung, in der obli-

gatorischen Unfallversicherung und in der Militärversicherung nach den-

selben Regeln bemessen. Deshalb dürfe in der Invalidenversicherung für 

den gleichen Gesundheitsschaden grundsätzlich kein anderer Invali-

ditätsgrad angenommen werden. Die Einschätzung der Militärversiche-

rung habe demnach auch für die Invalidenversicherung Gültigkeit. Infol-

gedessen werde dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der ein-

jährigen Wartefrist ab dem 1. Oktober 1995 bei einem Invaliditätsgrad von 

100 % eine ganze Invalidenrente zugesprochen (alte Beilagen der Invali-

denversicherung [alt-IV-act.] 132, vgl. auch alt-IV-act. 135, 134]). Weshalb 

die IV-Stelle den Beschwerdeführer damals als vollständig erwerbsun-

fähig einstufte, ergibt sich somit aus den von der Eidgenössischen Militär-

versicherung gefällten Rentenentscheiden, mithin der Verfügung vom 

26. Juni 2001 (MV-act. 465) sowie dem Einspracheentscheid vom 18. Ja-

nuar 2002 (MV-act. 484). 

- 19 -

b) Diese beiden Anordnungen stützten sich in der Beurteilung des Gesund-

heitszustandes des Beschwerdeführers und dessen funktionellen Leis-

tungsvermögens auf das Gutachten von Dr. med. K._____, FMH Psychia-

trie und Psychotherapie, vom 8. September 2000 (vgl. MV-act. 465, MV-

act. 484). Danach litt der Beschwerdeführer an einer posttraumatischen 

Belastungsstörung (PTBS). In den Akten fänden sich keine Befunde, die 

einen Widerspruch der körperlichen Beschwerden zum Unfallhergang er-

gäben. Auch ein Tinnitus, der dem vorbestehenden Schalltrauma zuge-

ordnet werden könne, wäre noch durch den Unfall erklärbar. Die post-

traumatischen Mechanismen seien willentlich nicht beeinflussbar. Ebenso 

sei die Selbststeuerungsfähigkeit des Beschwerdeführers erheblich ein-

geschränkt. Die bisherigen Versuche, den Beschwerdeführer am alten 

Arbeitsplatz und andernorts zu integrieren, seien gescheitert. Dabei habe 

sich gezeigt, dass der Beschwerdeführer derzeit nur einer geringen Ar-

beitsbelastung gewachsen sei. Entsprechend der Störung müsse von ei-

ner 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Die verschiede-

nen Testabklärungen hätten bei allen Vorbehalten ergeben, dass der Be-

schwerdeführer vor allem hinsichtlich der Konzentration keinerlei Verläss-

lichkeit aufbringen könne. Er kaschiere diese Defizite hinter seinen kör-

perlichen Symptomen und einem undisziplinierten Verhalten. Die post-

traumatische Belastungsstörung wäre an sich behandelbar. Im Falle des 

Beschwerdeführers sei eine erfolgreiche Behandlung mangels Motivation 

allerdings kaum denkbar (MV-act. 434).

6. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers seit dem 8. Februar 2002 in einer für den Rentenan-

spruch massgeblichen Weise verbessert hat, liess die IV-Stelle den Be-

schwerdeführer vom 2. bis zum 11. Juli 2012 observieren und beauftragte 

das ABI mit der polydisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers 

- 20 -

(IV-act. 54). Der Beweiswert des fraglichen am 21. November 2012 vom 

ABI erstatteten Gutachtens (IV-act. 125) hängt nach der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung davon ab, ob es für die streitigen Belange umfas-

send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwer-

den des Beschwerdeführers berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der medizinischen Zu-

sammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und in den 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen begründet ist. Ausschlaggebend 

für den Beweiswert ist folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (vgl. 

BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; 122 V 160 E.1c). Dennoch hat es 

das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berich-

te und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Da-

nach haben Gutachten versicherungsexterner Ärzte, wie jene der Medizi-

nischen Abklärungsstellen der Invalidenversicherung (MEDAS), zu denen 

das ABI zählt, vollen Beweiswert, wenn sie die vorgenannten Anforderun-

gen erfüllen und nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit 

sprechen (BGE 125 V 353 E.3b/bb). In einem solchen Fall sind ergän-

zende Beweisvorkehren nur in Betracht zu ziehen und nötigenfalls anzu-

ordnen, wenn die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punk-

ten zweifelhaft erscheint (vgl. BGE 121 Ia 146 E.1c). 

b) In Bezug auf das vorliegende polydisziplinäre Gutachten vom 21. No-

vember 2012 ist allerdings zu beachten, dass dieses am 19. Januar 2012 

direkt an das ABI vergeben wurde (vgl. IV-act. 54). Im Urteil vom 29. Juni 

2011 hat das Bundesgericht entschieden, dass polydisziplinäre Gutachten 

nach dem Zufallsprinzip vergeben werden müssten, was eine direkte Ver-

gabe an einzelne MEDAS ausschliessen würde (BGE 137 V 210 E.3.1 

und 5). Bei dieser Forderung handelte es sich indes zunächst um einen 

- 21 -

Appell, gerichtet an den Bundesrat als Verordnungsgeber und das Bun-

desamt für Sozialversicherungen (BSV) als zuständige Aufsichtsbehörde. 

Erst seit dem 1. März 2012 ist das Zufallsprinzip in Art.  72bis Abs. 2 IVV 

verankert und besteht mit der webbasierten Vergabeplattform Swiss-

Med@P die Möglichkeit, die Vergabe polydisziplinärer Gutachten nach 

dem Zufallsprinzip zu steuern und zu kontrollieren. Für die bis dahin nach 

dem damaligen Standard unter Wahrung der Parteirechte direkt vergebe-

nen polydisziplinären Gutachten hat dies jedoch nicht zur Folge, dass 

diesen fortan jeder Beweiswert abzusprechen ist. Vielmehr können solche 

Gutachten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung weiterhin eine 

massgebende Entscheidungsgrundlage bilden. Ihr Stellenwert lässt sich 

in dieser Übergangsphase mit jenem versicherungsinterner Gutachten 

vergleichen, wo bereits relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen genügen, um eine neue Be-

gutachtung anzuordnen (Urteile des Bundesgerichts 9C_454/2014 vom 

31. Juli 2014 E.2.3, 8C_204/2014 vom 9. September 2014 E.4.2.1; MAS-

SIMO ALIOTTA, in: STEIGER-SACKMANN / MOSIMANN [Hrsg.], Recht der sozia-

len Sicherheit, Basel 2014, Rz. 6.77). Für den vorliegenden Fall bedeutet 

dies, dass dem nach altem Standard eingeholten ABI-Gutachten vom 

21. November 2012, wie einem versicherungsinternen Gutachten, nur 

dann voller Beweiswert zukommt, wenn aufgrund der gesamten Aktenla-

ge auch nicht geringe Zweifel an dessen Zuverlässigkeit und Schlüssig-

keit bestehen.

c) Die ABI-Gutachter gelangten im Gutachten vom 21. November 2012 zur 

Überzeugung, der Beschwerdeführer leide weder an somatischen noch 

psychischen Beschwerden, welche seine Arbeitsfähigkeit einschränkten. 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie eine Simulation 

(ICD-10: Z 76.5), einen chronischen Ganzkörperschmerz ohne fassbares 

morphologisches Korrelat (ICD-10: M 79.60), anamnestisch mit dem Au-

- 22 -

tounfall am 5. Oktober 1994 aufgetreten, sowie einen angegebenen Tinni-

tus (ICD-10: H 93.1). Im Vordergrund der Untersuchungen am Bewe-

gungsapparat stünden ausgeprägte Inkonsistenzen. Die teilweise ange-

gebenen, hochgradigen Einschränkungen liessen sich, unbemerkt beob-

achtet, nicht reproduzieren bzw. erwiesen sich als falsch. In Bezug auf 

den Bewegungsapparat könnten keine Einschränkung festgestellt wer-

den. Es sei von einem altersentsprechenden Zustand auszugehen. Bei 

der ergänzend durchgeführten, neurologischen Untersuchung seien eben-

falls erhebliche Inkonsistenzen festgestellt worden (IV-act. 125 S. 23). 

Auch hier liessen sich praktisch keine objektiven Befunde erheben. Im 

Vordergrund stehe die Ausgestaltung auf allen Ebenen, sowohl den be-

klagten somatischen wie auch den vorgegebenen neurokognitiven Beein-

trächtigungen. Es könnten keine Befunde feststellt werden, die eine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht begründeten. 

Auch aus allgemein internistischer Sicht bestünden keine Befunde und 

Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Bezeichnender-

weise habe der Explorand eine Blutentnahme verweigert. Auch in der all-

gemeininternistischen Untersuchung hätten sich massive Inkonsistenzen 

mit wechselnden Angaben gezeigt. Teils seien gezielte Falschangaben 

festgestellt worden. Aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund der ausge-

dehnten Abklärungen festgestellt werden, dass beim Exploranden keine 

pathologischen Befunde nachweisbar seien. Der Explorand täusche so-

matische und psychische Einschränkungen vor. Das Verhalten des Explo-

randen sei derart krass, dass von einer Simulation gesprochen werden 

müsse. Hinsichtlich des Beginns der vollständigen Arbeitsfähigkeit sei 

festzuhalten, dass aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersu-

chungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestier-

ten Arbeitsunfähigkeit davon auszugehen sei, dass nach dem Unfaller-

eignis für einige Wochen die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. 

Retrospektiv zeigten die Untersuchungen schon in den 1990er Jahren 

- 23 -

massive Diskrepanzen beim Exploranden. Die geklagten Beschwerden 

seien irgendwie in Zusammenhang zum erlittenen Autounfall gesetzt wor-

den. Diese Interpretation könne in keiner Art und Weise nachvollzogen 

werden. Indes lasse es sich retrospektiv nicht nachweisen, dass der Be-

schwerdeführer vor fünf oder zehn Jahren zu 100 % arbeitsfähig gewesen 

sei, da die damaligen Angaben des Beschwerdeführers ohne Prüfung von 

Inkonsistenzen einfach übernommen worden seien. Jedenfalls seit der 

Untersuchung im September 2012 bzw. der Observation vom Juli 2012 

sei anzunehmen, dass der Explorand weder aus psychischer noch soma-

tischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei (IV-act. 125 

S. 24). Seither bestehe für jegliche Arbeitstätigkeiten aus medizinisch-

theoretischer Sicht eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Es sei-

en weder medizinische noch berufliche Massnahmen vorzuschlagen. Die 

Teilgutachten seien im Grundsatz schon geschrieben gewesen, die Beur-

teilung gemacht und die Diskussion unter den Mitgutachtern geführt ge-

wesen, als das Observationsmaterial eingetroffen sei. Dieses bestätige 

die gemachten Beobachtungen und die übrigen Untersuchungsergebnis-

se vollumfänglich. Die Dreistigkeit des Verhaltens des Beschwerdeführers 

passe zum während der Untersuchung gezeigten Verhalten, wo er kaum 

und erst noch absichtlich falsche Angaben gemacht habe (IV-act. 125 

S. 25).

d) Die vorangehend auszugsweise wiedergegebenen Ausführungen sind für 

die strittigen Belange umfassend, beruhen auf einer eingehenden Unter-

suchung des Beschwerdeführers, berücksichtigen die geklagten Leiden 

und wurden in Kenntnis der Vorakten sowie in Beachtung der durch die 

Observation des Beschwerdeführers gewonnenen Erkenntnisse erstellt. 

Ausserdem leuchten sie in der Darlegung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der Beurteilung der medizinischen Situation und der auf die-

ser Grundlage vorgenommenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des 

- 24 -

Beschwerdeführers ein. Insoweit die ABI-Gutachter darin von der Auffas-

sung anderer Ärzte abweichen, begründen sie jeweils überzeugend, wes-

halb sie deren Einschätzung als unzutreffend erachten (vgl. IV-act. 125 

S. 12, 19, 22). In den Akten finden sich im Übrigen keine Indizien, welche 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des 

ABI-Gutachtens vom 21. November 2012 wecken. Dem fraglichen Gut-

achten ist folglich voller Beweiswert zuzuerkennen.

e) Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeu-

gen. Soweit er geltend macht, einer der ABI-Gutachter habe ihn geschla-

gen, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zum Beweis dieser Par-

teibehauptung einzig nach der Hauptverhandlung ein undatiertes Schrei-

ben eingereicht hat, welches seine Eltern zuhanden seines Hausarztes, 

Dr. med. C._____, verfasst haben sollen. Darin wird dieser Schlag aller-

dings nicht erwähnt. Nach der Darstellung des Rechtsvertreters des Be-

schwerdeführers soll der fragliche Vorfall in der ursprünglichen Fassung 

enthalten gewesen sein, jedoch hätten ihn die Eltern des Beschwerdefüh-

rers herausgestrichen, um den Brief auf eine angemessene Länge zu 

kürzen (vgl. Begleitschreiben vom 28. November 2014). Dass die Eltern 

des Beschwerdeführers gerade so etwas Wesentliches nachträglich weg-

gelassen haben, erscheint nicht glaubhaft. Dies umso weniger, als der 

Beschwerdeführer in der Befragung vom 24. Oktober 2012 angab, seinen 

Hausarzt über die schlechte Behandlung durch die ABI-Gutachter, einsch-

liesslich des erlittenen Schlags an den Kopf, informiert zu haben. Dass 

seine Eltern ein entsprechendes Schreiben zuhanden von Dr. med. 

C._____ verfasst haben, erwähnt er in diesem Zusammenhang nicht (vgl. 

Befragungsprotokoll vom 24. Oktober 2012 S. 1). Bei dieser Sachlage er-

scheint es nicht plausibel, dass der Beschwerdeführer von einem der ABI-

Gutachter geschlagen worden ist. Dementsprechend sind die vom Be-

- 25 -

schwerdeführer diesbezüglich gestellten Beweisanträge in antizipierter 

Beweiswürdigung abzulehnen.

aa) Nicht von der Hand zu weisen ist hingegen, dass die ABI-Gutachter das 

Verhalten des Beschwerdeführers im Gutachten vom 21. November 2012 

kritisieren und den Beschwerdeführer als Simulanten bezeichnen, der 

körperliche und psychische Beschwerden bewusst vortäusche. Solche kri-

tischen Äusserungen bilden freilich Teil der Aufgabe medizinischer Gut-

achter, welche Schmerzschilderungen auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu 

überprüfen und deren Auswirkungen bei der Untersuchung sowie im All-

tag substantiiert darzulegen haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

I 1094/06 vom 14. November 2007 E.3; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 

Art. 28a N. 229). Wenn die ABI-Gutachter das durch die Observation do-

kumentierte Verhalten des Beschwerdeführers, davon ausgehend, als 

dreist bezeichnen, erscheint dies nachvollziehbar und lässt weder die ge-

botene Sachlichkeit noch Neutralität vermissen. Aus dem Observations-

material geht nämlich unmissverständlich hervor, dass der Beschwerde-

führer körperliche Beeinträchtigungen bewusst vortäuscht (vgl. 1. Ermitt-

lungsbericht, fünf DVD, Fotodokumentation). Besonders aufschlussreich 

sind diesbezüglich die am 5. Juli 2012 gemachten Aufnahmen, die den 

Beschwerdeführer mehrfach beim Einsteigen in sein Fahrzeug und beim 

Verlassen desselben zeigen. So wurde der Beschwerdeführer um 10.24 

Uhr beobachtet, wie er, bekleidet mit einer Mütze, einem "Headset-

Mikrofon" und einer dunklen Sonnenbrille, sein Fahrzeug verliess, als-

dann leicht hinkend an die Fondstüre herantrat und diese, während er 

sich mit der rechten Hand an der Dachreling festhielt, mit der linken Hand 

vorsichtig öffnete. In der Folge behändigte er sich einer Gitarre sowie ei-

ner Sporttasche. Anschliessend öffnete er die Heckklappe, worauf ein 

Schäferhund mit übergezogener Behindertenschabracke aus dem Koffer-

raum sprang. Danach nahm der Beschwerdeführer einen Rollstuhl aus 

- 26 -

dem Kofferraum, in den er sich hineinsetzte und sich damit, teils vom 

Schäferhund gezogen, zum Busbahnhof des Flughafens O.2._____ be-

gab. Dort packte er einen Aktivlautsprecher sowie ein weiteres Gerät aus 

und stellte einen Karton für die Spenden auf. Dann begann er zu musizie-

ren. Nach einer Weile kehrte er, im Rollstuhl sitzend, begleitet von dem 

eine Behindertenschabracke tragenden Schäferhund, zu seinem Fahr-

zeug zurück (vgl. insbesondere 1. Ermittlungsbericht S. 19 f., Fotos 10-

13). Dieser Vorgang wiederholte sich am Nachmittag desselben Tages, 

als der Beschwerdeführer abermals als behinderter Strassenmusikant, 

bekleidet dieses Mal mit einem Strohhut, einer Sonnenbrille und einem 

"Headset-Mikrofon", in der Stadt O.2._____ Geld verdiente (vgl. insbe-

sondere 1. Ermittlungsbericht S. 29, Fotos 17-21). Ganz anders präsen-

tierte sich der Beschwerdeführer, als er ebenfalls am 5. Juli 2012 andern-

orts um 13.19 Uhr sein Fahrzeug ohne Kopfbedeckung und Sonnenbrille 

verliess. Dort stieg er problemlos aus dem Fahrzeug aus, begab sich in 

unauffälligem Gang hinter das Fahrzeug, öffnete mit der rechten Hand die 

Heckklappe, nahm dem Schäferhund seine Behindertenschabracke ab 

und liess ihn aus dem Kofferraum des Fahrzeugs steigen. Danach lief er 

in aufrechtem Gang ohne sichtbare Bewegungseinschränkungen mühelos 

einige Meter der Strasse entlang, kam zurück und liess den Schäferhund 

wieder ins Fahrzeug springen, worauf er seine Fahrt fortsetzte (vgl. ins-

besondere 1. Ermittlungsbericht S. 29, Fotos 15 und 16). Auffallend in 

Bezug auf diese drei, gleichentags beobachteten Episoden ist nicht nur 

der vollkommen veränderte Bewegungsablauf des Beschwerdeführers, 

sondern auch dessen verändertes Erscheinungsbild. Während sich der 

Beschwerdeführer als Strassenmusikant mit Hut (Käppi [Vormittag] / 

Strohhut [Nachmittag]) und Sonnenbrille präsentiert, trägt er mittags um 

13.19 Uhr weder eine Kopfbedeckung noch eine Sonnenbrille und lässt 

den Schäferhund ohne Behindertenschabracke sein Geschäft verrichten. 

Der Beschwerdeführer scheint sich an diesem Tag ganz bewusst als Be-

- 27 -

hinderter inszeniert zu haben, wobei er durch die Veränderung seines 

äusseren Erscheinungsbildes die Wiedererkennungswahrscheinlichkeit 

deutlich reduziert hat. Dass die ABI-Gutachter aus diesem Verhalten den 

Schluss ziehen, der Beschwerdeführer täusche funktionelle Einschrän-

kungen vor, ist folgerichtig und nicht zu beanstanden. Diese Einschätzung 

steht im Übrigen im Einklang mit den Untersuchungsergebnissen der ABI-

Gutachter, in denen sich zahlreiche Hinweise auf Inkonsistenzen und Ag-

gravation finden (vgl. IV-act. 125 S. 23 f.). Weshalb sie deshalb von einer 

Simulation ausgehen, legen die ABI-Gutachtern überzeugend und nach-

vollziehbar dar. Die entsprechenden Feststellungen sind ausserdem in 

sachlichem und neutralem Ton gehalten. Damit deutet nichts darauf hin, 

dass die ABI-Gutachter bei ihrer Beurteilung befangen gewesen wären 

(vgl. zu den entsprechenden Voraussetzungen: STEPHAN BREITENMO-

SER/MARION SPORI FEDAIL, in: WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxis-

kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 

Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 10 N. 88 f.; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 

Art. 28a N. 214). Der entsprechende Vorwurf des Beschwerdeführers er-

weist sich folglich als unbegründet.

bb) Soweit der Beschwerdeführer die Gutachtensvergabe an das ABI als für 

die medizinische Begutachtung zuständiges Institut rügt, wurde bereits 

festgehalten, dass die Auftragserteilung an das ABI nach altem Standard 

erfolgt ist, weshalb dem fraglichen Gutachten ein geringerer Beweiswert 

beizumessen ist (vgl. E.5b hiervor). Im Übrigen hat der Beschwerdeführer 

weder nach der Bezeichnung des ABI als zuständigem Begutachtungsin-

stitut am 1. Juni 2011 (IV-act. 53 S. 1) noch nach der Auftragsvergabe an 

das ABI am 19. Januar 2012 (IV-act. 54) gegen die Gutachtensvergabe 

opponiert. Bei dieser Ausgangslage ist der erstmals im vorliegenden Ver-

fahren erhobene Einwand gegen die Beauftragung der ABI-Gutachter als 

verspätet zurückzuweisen. Soweit sich der Einwand des Beschwerdefüh-

- 28 -

rers im Übrigen gegen das ABI als Begutachtungsinstitut richten sollte, ist 

sodann festzuhalten, dass ein Ausstandsgesuch gegen eine medizinische 

Abklärungsstelle nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausge-

schlossen ist (BGE 137 V 210 E.1.3.3; Urteil des Bundesgerichts 

8C_978/2012 vom 20. Juni 2013 E.5.3.3), womit sich der entsprechende 

Einwand von vornherein als unbegründet erweist. Bezüglich der vom Be-

schwerdeführer im Weiteren geforderten Einholung einer empirische Un-

tersuchung zur versicherungsfreundlichen Haltung des ABI ist vorab fest-

zuhalten, dass die IV-Stelle das ABI als eines der für die Invalidenversi-

cherung tätigen Abklärungsinstitute mit der polydisziplinären Begutach-

tung des Beschwerdeführers beauftragen durfte. Daran hat sich mit der 

Einführung der SuisseMED@P Vergabeplattform nichts geändert. Im Ge-

genteil ist die IV-Stelle seither verpflichtet, das ABI mit der polydiszi-

plinären Begutachtung eines Versicherten zu beauftragen, wenn dieses 

von der SuisseMED@P Vergabeplattform als zuständige MEDAS be-

zeichnet wird (vgl. BGE 140 V 507; Fehler! Hyperlink-Referenz 
ungültig. > Gutachterstellen, besucht am 13. April 2015). Allfällige Ein-
wände gegen das ABI als Begutachtungsinstitut sind an das BSV zu rich-

ten, welches die Tätigkeit der SuisseMED@P Vergabeplattform als zu-

ständige Aufsichtsbehörde überwacht. Der Beweisantrag des Beschwer-

deführers, eine empirische Studie zur versicherungsfreundlichen Ausrich-

tung des ABI einzuholen, ist deshalb in antizipierter Beweiswürdigung ab-

zuweisen. 

cc) Der Beschwerdeführer erachtet das ABI-Gutachten vom 21. November 

2012 zudem insofern als mangelhaft, als sich die ABI-Gutachter darin un-

zureichend mit der von Dr. med. L._____ im Jahr 1996 als Verdachtsdia-

gnose in Betracht gezogenen organischen Schizophrenie auseinanderge-

setzt haben. Der begutachtenden Psychiater, Dr. med. M._____, hat unter 

Bezugnahme auf diese Diagnose ausgeführt, in den Unterlagen fänden 

- 29 -

sich keine Hinweise auf eine Hirnkontusion. Eine commotio könne nicht 

Ursache einer organischen Schizophrenie sein. Auch zum damaligen 

Zeitpunkt sei eine Überbewertung der körperlichen Symptome festgestellt 

worden (IV-act. 125 S. 13). Diese Untersuchungsbefunde ergänzte der 

begutachtende Neurologe, Dr. med. N._____, dahingehend, als dieser 

feststellte, der neurologische Status sei in objektiver Hinsicht regelgerecht 

(IV-act. 125 S. 22). Es fielen Diskrepanzen bzw. eine wechselnde Mitar-

beit bei den motorischen Tests auf, ein sehr diskrepantes Verhalten beim 

Prüfen des Lasègue, was für eine bewusstseinsnahe Ausgestaltung spre-

che. Die wechselnde Langsamkeit, wechselnde Orientierung und einzelne 

anamnestische Lücken entsprächen ausserdem einem pseudodementen 

Verhalten. Die Differenzialdiagnose einer Somatisierungs- und Konversi-

onsstörung falle in das psychiatrische Fachgebiet, aber die Art und Weise 

der Diskrepanzen und Auffälligkeiten sprächen für eine bewusstseinsnahe 

Ausgestaltung. Eine wesentliche kognitive Leistungsminderung, z.B. als 

Folge eines früheren Schädelhirntraumas, habe nicht festgestellt werden 

können (IV-act. 125 S. 22). Entgegen der Behauptung des Beschwerde-

führers haben sich die ABI-Gutachter damit in nicht unerheblichem Um-

fang mit der Verdachtsdiagnose einer organischen Schizophrenie ausein-

andergesetzt. Dabei gilt es zu beachten, dass einzig Dr. med. L._____ ei-

ne organische Schizophrenie als möglichen Grund für die vom Beschwer-

deführer beklagten Beschwerden ansieht. Die Ärzte, welche den Be-

schwerdeführer seit 1996 behandelt und begutachtet haben, erachten 

diese Diagnose hingegen nicht als zutreffend. Unter diesen Umständen 

waren die ABI-Gutachter nicht gehalten, sich eingehender mit dieser Dia-

gnose zu befassen. Dies gilt selbst dann, wenn die Behauptung des Be-

schwerdeführers zutreffen sollte, dass die Symptome einer organischen 

Schizophrenie unter adäquater Behandlung vollständig remittieren kön-

nen, hat sich doch der Beschwerdeführer vor der Begutachtung durch das 

ABI einer solchen Therapie unstrittig nicht unterzogen. Es kann daher 

- 30 -

ausgeschlossen werden, dass die Symptome einer organischen Schizo-

phrenie für die ABI-Gutachter im Zeitpunkt der Begutachtung wegen einer 

durchgeführten medizinischen Behandlung nicht erkennbar gewesen sind. 

Nach dem Gesagten haben sich die ABI-Gutachter mit der Verdachtsdia-

gnose einer organischen Schizophrenie hinreichend auseinandergesetzt. 

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer am 

30. April 2014 eine in X._____ angefertigte MRI-Aufnahme eingereicht 

hat, die eine vom Unfall herrührende somatische Hirnveränderung bele-

gen soll (vgl. Beilagen zum Schreiben vom 30. April 2014), zumal ent-

sprechende Verletzungen in der Vergangenheit mehrfach explizit ausge-

schlossen wurden (vgl. E.3d hiervor). Es besteht somit kein Anlass, an 

der hirnorganischen Unversehrtheit des Beschwerdeführers zu zweifeln. 

dd) Aktenwidrig ist sodann die Behauptung des Beschwerdeführers, die ABI-

Gutachter würden in Abrede stellen, dass er am 5. Oktober 1994 einen 

Autounfall erlitten habe, wird doch im ABI-Gutachten vom 21. November 

2012 mehrfach Bezug auf den fraglichen Unfall genommen. Die ABI-

Gutachter hinterfragen indes kritisch, ob das fragliche Unfallereignis die 

vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden verursacht haben kann 

und ob diese in der behaupteten Form tatsächlich vorliegen. Ihre dadurch 

gewonnenen Ergebnisse weichen (teilweise) erheblich von der Auffas-

sung der behandelnden Ärzte und der Vorgutachter ab, was jedoch von 

den ABI-Gutachtern überzeugend begründet wird. So führte der begut-

achtende Psychiater, Dr. med. M._____, in Bezug auf die der Berentung 

zugrunde liegende posttraumatische Belastungsstörung aus, der Explo-

rand habe keine Erinnerung an den Unfall. Deshalb könne er nicht an ei-

ner posttraumatischen Belastungsstörung oder einer chronischen Persön-

lichkeitsstörung nach einer Extremsituation leiden. Es seien auch keine 

Hinweise vorhanden, dass der Explorand im Zeitpunkt des Unfalls unter 

psychosozialen oder emotionalen Belastungsfaktoren gelitten habe, wo-

- 31 -

mit sich die ausserdem gestellte Diagnose einer anhaltend somatoformen 

Schmerzstörung nicht bestätigen lasse. Hinweise für eine depressive 

Störung fehlten sodann. Der Explorand habe sich nie in psychiatrische 

Behandlung begeben und sei nie mit Antidepressiva behandelt worden. 

Er berichte auch nicht über depressive Symptome. Schliesslich sei in der 

Observation eine aktive Tagesgestaltung zu beobachten gewesen. Vor 

diesem Hintergrund diagnostizierte Dr. med. M._____ unter Berücksichti-

gung der festgestellten Inkonsistenzen und bewusstseinsnahen Aggrava-

tion eine Simulation. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist 

diese Schlussfolgerung nachvollziehbar und überzeugend. Freilich hält 

Dr. med. M._____ zunächst fest, eine psychiatrische Diagnose sei ange-

sichts der bewusstseinsnahen Aggravation nicht möglich. Diese Aussage 

leuchtet ohne weiteres ein, wenn man sich vergegenwärtigt, dass jede 

psychiatrische Diagnose zunächst und in bedeutendem Mass auf den 

Angaben des Patienten beruht. Falschangaben führen daher nahezu 

zwangsläufig zu falschen Diagnosen. Dr. med. M._____ stützt seine Dia-

gnose deshalb nicht primär auf die Angaben des Beschwerdeführers, 

sondern schliesst über den Ausschluss der beim Beschwerdeführer in der 

Vergangenheit diagnostizierten psychischen Krankheiten, das anlässlich 

der Untersuchung gezeigte sowie durch die Observation dokumentierte 

Verhalten auf die Simulation als Ursache der vom Beschwerdeführer be-

klagten psychischen Beschwerden. Die dagegen erhobene Kritik erweist 

sich als unbegründet.

ee) Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, am 12. Juli 2012 einen Au-

tounfall erlitten zu haben, wodurch sich sein Gesundheitszustand erheb-

lich verschlechtert habe. Diese Behauptung belegt er mit einem Unfallpro-

tokoll sowie einem Schreiben der für den Schadensfall zuständigen Haft-

pflichtversicherung (Beilagen des Beschwerdeführers 12 und 13). Den 

fraglichen Unterlagen lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer 

- 32 -

am 12. Juli 2012 einen Autounfall erlitten hat, bei welchem das Fahrzeug 

leicht beschädigt wurde. Dass er sich dabei Verletzungen zugezogen hat, 

geht daraus nicht hervor und wird vom Beschwerdeführer nicht behauptet. 

Ausserdem ist durch die Observation belegt, dass der Beschwerdeführer 

nach dem Unfall vom 12. Juli 2012 wieder Auto gefahren ist. Schliesslich 

hat der Beschwerdeführer den fraglichen Autounfall weder gegenüber den 

ABI-Gutachter erwähnt noch nehmen die behandelnden Ärzte der Psych-

iatrischen Dienste Graubünden in den eingereichten Arztberichten vom 

23. Juli 2013 (Beilagen des Beschwerdeführers 9) und 17. September 

2013 (Beilagen des Beschwerdeführers 10) darauf Bezug. Dasselbe gilt 

für den von F._____, dipl. Sozialarbeiterin FH, verfassten Bericht vom 

3. Oktober 2013. Unter diesen Umständen kann ausgeschlossen werden, 

dass der Autounfall vom 12. Juli 2012 zu einer richtungweisenden Ver-

schlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers geführt 

hat und damit für das vorliegende Verfahren von Bedeutung wäre.

ff) Erstellt ist hingegen, dass sich der Beschwerdeführer am 6. April 2013 für 

mehrere Monate in stationäre Behandlung begab, wobei er zunächst in 

einer, alsdann in einer anderen psychiatrischen Klinik behandelt wurde. 

Während dieser stationären Behandlung hat der Beschwerdeführer die 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden ausserdem er-

sucht, eine Beistandschaft auf eigenes Begehren zu errichten. Im ent-

sprechenden Antrag, den F._____ am 3. Oktober 2013 für den Be-

schwerdeführer verfasst hat, wird ausgeführt, der Beschwerdeführer leide 

an Ängsten, Schmerzen und traumatischen Erlebnissen, die ihm eine 

annährend normale Lebensführung verunmöglichten. In seiner Belas-

tungsfähigkeit sei der Beschwerdeführer massgeblich eingeschränkt. Er 

lebe sehr zurückgezogen und pflege ausschliesslich Kontakt zu seinen El-

tern und zu einer Tante. Selbst nach bald fünf Monaten in der Klinik sei 

der Beschwerdeführer sehr misstrauisch und ängstlich. Es sei ihm meis-

- 33 -

tens nicht möglich, sein Zimmer zu verlassen. Diese Angaben stimmen 

mit jenen in den Arztberichten der Psychiatrischen Dienste Graubünden 

vom 23. Juli 2013 (Beilagen des Beschwerdeführers 9) und vom 17. Sep-

tember 2013 (Beilagen des Beschwerdeführers 10) überein. Danach lei-

det der Beschwerdeführer an einer organischen Persönlichkeitsstörung 

(F 07.0) und einer andauernder Persönlichkeitsveränderung nach Ex-

trembelastung (F 62.0). Das Krankheitsbild sei beim Patienten mit para-

noiden Ängsten und Misstrauen, hochgradiger Reizempfindlichkeit und 

Schreckhaftigkeit sowie mit erheblichen verbalen und nonverbalen kom-

munikativen Einschränkungen verbunden. Der Patient sei in seinem jetzi-

gen Gesundheitszustand aus medizinischen Gründen nicht arbeitsfähig. 

Diese Schreiben beziehen sich auf die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers von April bis Oktober 2013. Sie sind für das vorlie-

gende Revisionsverfahren deshalb von vornherein nur insoweit von Be-

deutung, als sie den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis 

zum 19. April 2013 widerspiegeln. Bei der Würdigung der fraglichen Beur-

teilungen ist zudem zu berücksichtigen, dass die behandelnden Ärzte im 

Unterschied zu den ABI-Gutachtern keine Kenntnis von den Vorakten und 

dem Ergebnis der Observation des Beschwerdeführers hatten. Sie waren 

daher nicht in der Lage, die Angaben des Beschwerdeführers auf dieser 

Grundlage einer kritischen Würdigung zu unterziehen und die vom Be-

schwerdeführer beklagten Beschwerden aus den von den ABI-Gutachtern 

dargelegten Gründen als bewusstseinsnahe Simulation einzuordnen. Die 

eingereichten Arztberichte wie auch das Schreiben von Silvana Will, wel-

ches auf den entsprechenden Einschätzungen beruht, wecken unter die-

sen Umständen keine Zweifel, dass sich die gesundheitliche Verfassung 

seit dem ABI-Gutachten bis zum Abschluss des vorinstanzlichen Verfah-

rens verändert hat. Auf die Einholung weiterer Arztberichte bzw. die Be-

fragung der behandelnden Ärzte als Zeugen kann deshalb im vorliegen-

den Verfahren verzichtet werden, zumal deren Angaben ohnehin nur in-

- 34 -

soweit von Bedeutung sind, als sie den Zeitraum vom Eintritt in die psych-

iatrische Klinik (6. April 2013) bis zum Abschluss des vorinstanzlichen 

Verfahrens (9. April 2013) betreffen. Die entsprechenden Beweisanträge 

sind folglich in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen. Dasselbe gilt 

für den in diesem Zusammenhang begehrten Beizug der Akten der Kin-

des- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden betreffend das vom 

Beschwerdeführer eingeleitete Verfahren um Errichtung einer Beistand-

schaft auf eigenes Begehren.

f) In Würdigung der gesamten Aktenlage gelangt das Verwaltungsgericht 

nach dem vorangehend Ausgeführten zur Überzeugung, dass der Be-

schwerdeführer seit dem 11. September 2012 (Zeitpunkt der Untersu-

chung durch die ABI-Gutachter) weder an körperlichen noch somatischen 

Beschwerden leidet, die seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Ab diesem 

Zeitpunkt ist er in seiner Erwerbsfähigkeit folglich nicht mehr beeinträch-

tigt. Damit hat die gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers 

seit der Verfügung vom 8. Februar 2002 eine wesentliche und voraus-

sichtlich dauerhafte Veränderung erfahren. Die IV-Stelle war demnach be-

rechtigt, auf ihre Rentenzusprache zurückzukommen und diese in Anpas-

sung an die veränderte Sachlage aufzuheben, da der Beschwerdeführer 

seit dem 11. September 2012 voraussichtlich dauerhaft nicht mehr in sei-

ner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist.

7. a) Fraglich ist, ob IV-Stelle die dem Beschwerdeführer zugesprochene Ren-

te zurückwirkend per 31. Oktober 2012 aufheben durfte. Gemäss 

Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV darf die IV-Stelle eine Rente rückwirkend vom 

Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung aufheben, wenn die 

unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der 

Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder er einer ihm obliegenden 

Meldepflicht nicht nachgekommen ist. Gemäss Art. 77 IVV haben der Be-

- 35 -

rechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, de-

nen die Leistung zukommt, jede für den Leistungsanspruch wesentliche 

Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitsschadens, der Ar-

beits- und Erwerbsfähigkeit, des Zustandes der Hilflosigkeit, des invali-

ditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfsbedarfs, des für den An-

satz der Hilfslosenentschädigung und des Assistenzbeitrags massgeben-

den Aufenthaltsorts sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirt-

schaftlichen Verhältnisse des Versicherten, unverzüglich der IV-Stelle an-

zuzeigen (vgl. ausserdem Art. 31 Abs.1 ATSG). Für den Tatbestand der 

Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Verhalten erforderlich, wobei 

nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits leichte Fähr-

lässigkeit genügt (BGE 118 V 214 E.2a, 112 V 97 E.2a, 110 V 180 E.3d). 

b) Der Beschwerdeführer hat auf dem von ihm im August 2005 unterzeich-

neten Fragebogen zur Rentenrevision festgehalten, in erheblicher Weise 

auf Hilfe beim An- und Auskleiden (teilweise), beim Aufstehen, Absitzen 

und Abliegen (teilweise), beim Essen und der Körperpflege sowie in der 

Pflege der gesellschaftlichen Kontakte angewiesen zu sein. Ausserdem 

könne er nur kurze Strecken zurücklegen (IV-act. 50 S. 48). Das in der 

Observation vom 2. bis 11. Juli 2012 gezeigte und von den ABI-

Gutachtern gewürdigte Verhalten steht in offensichtlichem Widerspruch 

zu diesen Angaben. Der Beschwerdeführer stellte seine gesundheitliche 

Verfassung gegenüber der IV-Stelle augenscheinlich wesentlich schlech-

ter dar als diese effektiv war und veranlasste diese dadurch, ihm die zu-

gesprochene ganze Rente weiterhin auszurichten. Insofern hat sich der 

Beschwerdeführer einer Meldepflichtverletzung schuldig gemacht. Ange-

sichts der aktenmässig ausgewiesenen Umstände ist der Vorwurf eines 

zumindest fahrlässigen Fehlverhaltens hinreichend gesichert und kann 

nicht mit einer unterschiedlichen Auffassung über Art und Umfang der be-

stehenden Arbeitsfähigkeit erklärt werden. Die anderslautende Behaup-

- 36 -

tung des Beschwerdeführers ist aufgrund des durch die Observation do-

kumentierten Verhaltens und der durch die Begutachtung erhobenen Be-

funde als reine Schutzbehauptung zu verwerfen. Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer der IV-Stelle die von ihm als Strassenmusikanten er-

zielten Einkünfte verschwiegen hat. Die IV-Stelle war demzufolge berech-

tigt, die zugesprochene Rente rückwirkend auf den Zeitpunkt der ausge-

wiesenen, voraussichtlich anhaltenden vollständigen Erwerbsfähigkeit des 

Beschwerdeführers ab dem 11. September 2012 aufzuheben. Die in der 

angefochtenen Verfügung per 31. Oktober 2012 angeordnete Aufhebung 

der zugesprochenen Rente ist somit nicht zu beanstanden.

8. a) Diese Auffassung erachtet der Beschwerdeführer als unzutreffend, da er 

aufgrund seines invaliditätsbedingten Rentenbezugs, der mehr als 15 

Jahre gedauert habe, berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen be-

anspruchen könne. Deshalb könne die IV-Stelle die ihm zugesprochene 

Rente erst aufheben, wenn sich seine gesundheitliche Verfassung stabili-

siert und er die ihm zustehenden Eingliederungsmassnahmen erhalten 

habe. Diese Auffassung weist die IV-Stelle mit der Begründung zurück,  

dem Beschwerdeführer sei es zuzumuten, seine Arbeitsfähigkeit mittels 

Selbsteingliederung zu verwerten.

b) In der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass Ver-

sicherte, bevor sie Versicherungsleistungen beanspruchen können, alles 

ihnen Zumutbare selber vorzukehren haben, um die Folgen ihrer Invali-

dität bestmöglichst zu mildern. Von den Versicherten können im Rahmen 

dieser Schadensminderungspflicht indessen nur Vorkehren verlangt wer-

den, die ihnen unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und sub-

jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 

E.4a). Die Wiedereingliederung von Versicherten im fortgeschrittenen Al-

ter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleiben von der Ar-

- 37 -

beitswelt ist oft schwierig. Diesem Umstand Rechnung tragend muss sich 

die IV-Stelle, sofern die versicherte Person das 55. Altersjahr zurückge-

legt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat, vor der Herabsetzung 

oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein medizi-

nisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne weiteres 

in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob 

dafür ausnahmsweise im Einzelfall eine erwerbsbezogene Abklärung 

und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechts-

sinne vorausgesetzt ist. Das bedeutet nicht, dass sich die versicherte 

Person auf eine Besitzstandesgarantie berufen kann, sondern lediglich, 

dass ihr zugestanden wird, ihre Rente erst nach Prüfung und Durch-

führung von Eingliederungsmassnahmen einzustellen ist (Urteile des 

Bundesgerichts 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E.4.3, 9C_363/2011 

vom 31. Oktober 2011 E.3.1, 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E.3.3-3.5; 

9C_363/2011 vom 31. Oktober 2011 E.3.2.1). Für die Ermittlung der 

massgeblichen Eckwerte ist auf den Zeitpunkt der rentenaufhebenden 

Verfügung respektive auf den darin verfügten Zeitpunkt der Rentenaufhe-

bung abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_446/2014 vom 12. Janu-

ar 2015 E.4.2.1).

c) Die IV-Stelle hat die dem Beschwerdeführer zugesprochene Rente in der 

angefochtenen Verfügung per 31. Oktober 2012 aufgehoben. Zum dama-

ligen Zeitpunkt hatte der damals 39-jährige Beschwerdeführer während 

17 Jahren und einem Monat eine IV-Rente bezogen. Während dieses 

Zeitraums übte der Beschwerdeführer allerdings bisweilen eine Erwerbs-

tätigkeit aus. So war er laut dem Leumundsbericht der Stadt Chur vom 

6. September 2000 bis 1996 bei seinem vormaligen Lehrbetrieb als kauf-

männischer Angestellter tätig. Von 1996 bis 1999 arbeitete er alsdann in 

verschiedenen Betrieben (vgl. IV-act. 34 S. 32). Dem Urteil des Kantons-

gerichtsausschusses von Graubünden vom 18. Dezember 2002 kann im 

- 38 -

Weiteren entnommen werden, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2000 

Präsident des X._____schen Kulturvereins war und in dieser Eigenschaft 

dessen Clublokal führte. Damit erzielte er Tagesumsätze von Fr. 350.-- 

bis Fr. 500.--, jedoch, soweit aktenkundig, keinen Gewinn (IV-act. IV-

act. 35 S. 48 ff.). Diese Tätigkeit übte der Beschwerdeführer nach eige-

nen Angaben bis im Juni 2002 aus (vgl. Urteil des Bezirksgerichtsaus-

schusses Plessur vom 10. Juni 2002 E.8b [IV-act. 35 S. 43]). Mit der IV-

Stelle ist vor diesem Hintergrund davon auszugehen, dass der Beschwer-

deführer bis Mitte 2002 zeitweilig erwerbstätig war. Die Dauer des invali-

ditätsbedingten Fernbleibens vom Arbeitsmarkt entspricht vorliegend da-

her nicht der Dauer des Rentenbezugs. Ausserdem hat sich anlässlich 

der Observation gezeigt, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012 bis-

weilen als Strassenmusikant tätig war. Hinzu kommt, dass er in seiner Ar-

beitsfähigkeit seit dem 11. September 2012 nicht mehr beeinträchtigt ist, 

womit er auf dem Arbeitsmarkt keine gesundheitlichen Einschränkungen 

zu gegenwärtigen hat. Deshalb besteht nach Auffassung der ABI-

Gutachter keine Notwendigkeit für medizinisch-rehabilitative sowie beruf-

liche Massnahmen (vgl. IV-act. 125 S. 24 f.). Im Übrigen ist der Be-

schwerdeführer in der Lage, sich trotz langjährigen Rentenbezugs ohne 

Hilfe der Invalidenversicherung in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Dies 

führt direkt zu einer rentenherabsetzenden arbeitsmarktrechtlichen Ver-

wertbarkeit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Die unter Ver-

zicht auf Eingliederungsmassnahmen rückwirkend per 31. Oktober 2012 

verfügte Rentenaufhebung ist demnach auch unter diesem Gesichtspunkt 

nicht zu beanstanden.

9. Soweit der Beschwerdeführer im Hinblick auf diesen Verfahrensausgang 

beantragt hat, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Ange-

legenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese weitere Abklärun-

gen zu seinem derzeitigen Gesundheitszustand treffe, ist festzuhalten, 

- 39 -

dass im vorliegenden Verfahren nur derjenige Sachverhalt zu berücksich-

tigen ist, welcher sich bis zum Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens 

mit dem Erlass der angefochtenen Verfügung zugetragen hat. Spätere 

Änderungen finden im vorliegenden Verfahren keine Berücksichtigung. 

Insoweit der Beschwerdeführer verlangt, die IV-Stelle habe seine derzeiti-

ge gesundheitliche Verfassung abzuklären, erweist sich sein Beweisan-

trag deshalb von vornherein als unbegründet. Sollte dieser entgegen der 

insofern irreführenden Formulierung darauf ausgerichtet sein, den Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers im April 2013 zu ermitteln, las-

sen solche Beweisvorkehren keine Änderung des vorliegenden Bewei-

sergebnisses erwarten, da auszuschliessen ist, dass diese die Ergebnis-

se der Observation umzustossen und auch nur geringe Zweifel an der 

Richtigkeit des ABI-Gutachten vom 21. November 2012 zu wecken ver-

mögen (vgl. E.6 hiervor). Demnach hat die IV-Stelle den rechtserhebli-

chen Sachverhalt ausreichend abgeklärt, weshalb auf die weiteren vom 

Beschwerdeführer begehrten Beweisvorkehren in antizipierter Beweis-

würdigung zu verzichten ist. Der Eventualantrag des Beschwerdeführers 

auf Aufhebung und Rückweisung der vorliegenden Angelegenheit zur 

weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts ist folglich als 

unbegründet abzuweisen.

10. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit 

dem 11. September 2012 nicht mehr in seiner Erwerbsfähigkeit beein-

trächtigt ist. Demzufolge hat die massgebliche Sachlage seit der Verfü-

gung vom 8. Februar 2002 eine wesentliche Änderung erfahren, weshalb 

die IV-Stelle berechtigt gewesen ist, in der angefochtenen Verfügung auf 

ihre Rentenzusprache zurückzukommen und die zugesprochene Rente 

infolge schuldhafter Verletzung der Meldepflicht rückwirkend per 31. Ok-

tober 2012 aufzuheben. Diese Anordnung ist auch insofern nicht zu be-

anstanden, als der Beschwerdeführer hinreichend befähigt ist, sich trotz 

- 40 -

langjährigen Rentenbezugs ohne Hilfe der Invalidenversicherung in den 

Arbeitsmarkt einzugliedern. Die angefochtene Verfügung erweist sich 

demnach als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde so-

wohl im Hauptantrag als auch in den Eventualanträgen, einschliesslich 

sämtlicher gestellter Beweisanträge, abzuweisen ist.

11. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kosten-

pflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen. Im vor-

liegenden Fall werden sie ermessensweise auf Fr. 1'000.-- festgelegt und 

entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer als unter-

liegender Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die obsie-

gende IV-Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 1'000.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

- 41 -

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 18. Januar 

2016 abgewiesen (8C_443/2015).