# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1713879-ee16-5c4e-b50a-352565dee1a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.06.2024 F-3904/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3904-2023_2024-06-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3904/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner, 

Gerichtsschreiberin Aisha Luisoni. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch lic. iur. Rolf G. Rätz, Fürsprecher, 

Rätz - Hübscher - Kräuchi, Bahnhofstrasse 11, 

Postfach, 3250 Lyss, 

Beschwerdeführer, 

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zugunsten von B._______ und C._______; 

Verfügung des SEM vom 14. Juni 2023. 

 

 

 

F-3904/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

B._______ (nachfolgend: Gesuchsteller) und C._______ (nachfolgend: 

Gesuchstellerin), ein in Indien wohnhaftes Ehepaar indischer Staatsange-

hörigkeit (nachfolgend: Gesuchstellende), ersuchten die Vorinstanz über 

die Schweizer Vertretung in Neu-Delhi (nachfolgend: Schweizer Vertre-

tung) mit Formulargesuch vom 16. März 2023 um Ausstellung eines 

Schengen-Visums für einen zweiwöchigen Besuchsaufenthalt in der 

Schweiz (Vorakten [SEM-act.] 3). 

Als Gastgeber in der Schweiz trat der Beschwerdeführer auf, bei welchem 

es sich um einen Bekannten (gemäss Angabe im Beschwerdeverfahren) 

oder den Neffen (gemäss Angabe im Einspracheverfahren) des Gesuch-

stellers handelt. 

B.  

Mit Formularverfügung vom 23. März 2023 verweigerte die Schweizer Ver-

tretung das Schengen-Visum (SEM-act. 3 pag. 21-28). 

C.  

Eine gegen die Formularverfügung erhobene Einsprache des Beschwer-

deführers vom 29. März 2023 (Eingang SEM; SEM-act. 1) wies die Vo-

rinstanz nach Durchführung einer Inlandabklärung durch die kantonale 

Migrationsbehörde (SEM-act. 4 und 6) mit Entscheid vom 14. Juni 2023 ab 

(SEM-act. 7). 

D.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. Juli 2023 gelangte der Beschwerdeführer 

an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung vom 14. Juni 2023 und die Gutheissung der Visum-

gesuche (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). 

E.  

Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 30. August 2023 

die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 5). 

F.  

Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 18. September 2023 an der Be-

schwerde und den gestellten Anträgen fest (BVGer-act. 7). 

 

F-3904/2023 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM betreffend Schengen-Visa unterliegen 

der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31 ff. VGG i.V.m. 

Art. 5 VwVG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Obwohl der ursprünglich angestrebte Besuchszeitraum (zwei Wochen; 

vom 15.-30. April 2023) inzwischen abgelaufen ist, kann – nicht zuletzt an-

gesichts der Einreichung des Rechtsmittels – auf ein fortbestehendes 

Rechtsschutzinteresse geschlossen werden. Der Beschwerdeführer ist zur 

Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern wie vorliegend keine kantonale Behörde 

als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage im 

Zeitpunkt seines Entscheids (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

3.  

3.1 Dem angefochtenen Entscheid liegen die Gesuche von zwei indischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken für die 

Schweiz zugrunde. Da sie sich als sogenannte Drittstaatsangehörige nicht 

aus eigenem und vorliegend auch nicht aus abgeleitetem Recht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen können und die be-

absichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 

Tagen nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönli-

chen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsab-

kommen (aufgeführt im Anhang I Ziff. 1 des AIG [SR 142.20]), mit denen 

die Schweiz den Schengen-Besitzstand sowie die dazugehörigen 

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Seite 4 

gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte (nachfolgend: Schengen-Recht) 

übernommen hat. Das AIG und seine Ausführungsbestimmungen, in casu 

namentlich die Verordnung vom 15. August 2018 über die Einreise und die 

Visumerteilung (VEV, SR 142.204), gelangen nur soweit zur Anwendung, 

als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestim-

mungen enthalten (Art. 2 Abs. 2–5 AIG; Art. 1 Abs. 2 VEV). 

3.2 Zum einschlägigen Schengen-Recht gehören die Verordnung (EG) 

Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 

2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft (Visakodex, VK, ABl. L 243/1 

vom 15. September 2009), die Verordnung (EG) Nr. 2016/399 des Europä-

ischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemein-

schaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (kodifi-

zierter Text) (Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23. März 

2016) und die Verordnung (EU) 2018/1806 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 14. November 2018 zur Aufstellung der Liste der Dritt-

länder, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im 

Besitz eines Visums sein müssen, sowie die Liste der Drittländer, deren 

Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind (kodifizierter Text) 

(nachfolgend: Verordnung [EU] 2018/1806, ABl. L 303/39 vom 28. Novem-

ber 2018). In ihrem Anwendungsbereich regeln sie umfassend die Visum-

pflicht, die Visumvergabe und die Einreise in das Hoheitsgebiet der durch 

das Schengen-Recht gebundenen Staaten (nachfolgend: Mitgliedstaaten). 

4.  

4.1 Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich 

im Anwendungsbereich der genannten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

4.2 Das schweizerische Recht kennt für drittstaatsangehörige Personen 

Visa für kurzfristige Aufenthalte und solche für längerfristige Aufenthalte. 

Die Visa für kurzfristige Aufenthalte fallen in den Regelungsbereich des 

Schengen-Rechts. Sie werden für einen Aufenthalt von höchstens 90 Ta-

gen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ausgestellt und können für 

das Hoheitsgebiet aller Schengen-Staaten gültig sein (einheitliches 

[Schengen-]Visum; nachfolgend: Visum) (Art. 2 Bst. d Ziff. 1 VEV) oder 

sich auf das Hoheitsgebiet eines oder mehrerer Schengen-Staaten be-

schränken ([Schengen-]Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit; nach-

folgend: VrG-Visum) (Art. 2 Bst. d Ziff. 2 VEV). Die Visa für längerfristige 

Aufenthalte sind nationale Visa (Art. 2 Bst. f VEV). Sie unterstehen aus-

schliesslich dem Landesrecht. Ob eine drittstaatsangehörige Person für ei-

nen kurzfristigen Aufenthalt der Visumpflicht untersteht, bestimmt sich 

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Seite 5 

grundsätzlich nach der Verordnung (EU) 2018/1806 (Art. 8 Abs. 1 und 3 

VEV), wobei das Verfahren und die Voraussetzungen der Visumerteilung 

vom Visakodex geregelt werden (Art. 12 Abs. 1 VEV). Gemäss Art. 21 

Abs. 1 VK ist ein (formell zulässiges) Visumgesuch daraufhin zu überprü-

fen, ob die allgemeinen Einreisevoraussetzungen des Art. 6 Abs. 1 Bst. a, 

c, d und e SGK erfüllt sind (zur Bezugnahme des Art. 21 Abs. 1 VK auf 

Art. 5 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK vgl. Art. 44 SGK i.V.m. der Entspre-

chungstabelle im Anhang X). Der restliche Inhalt des Art. 21 VK differen-

ziert und konkretisiert diese Prüfung, wobei besonders wichtige Aspekte 

eine eingehende Regelung erfahren. 

4.3 Die Ablehnungsgründe des Art. 32 Abs. 1 VK spiegeln die Prüfung ei-

nes Visumgesuchs auf Erfüllung der allgemeinen Einreisevoraussetzun-

gen wider. Ist einer der dort aufgelisteten Tatbestände gegeben – weitere 

Ablehnungsgründe ergeben sich implizit aus Art. 25 VK –, darf ein Visum 

nicht erteilt werden. Ansonsten ist es auszustellen. Ein Rechtsfolgeermes-

sen besteht nicht (so das Urteil des Europäischen Gerichtshofs [EuGH] 

vom 19. Dezember 2013 C-84/12 Koushkaki, EU:C:2013:862, Rn. 26–55, 

63; zur Auslegung des innerstaatlichen Rechts im Lichte dieses Urteils 

vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1 m.H.). Allerdings verfügen die Behörden des Ziel-

staats bei der Prüfung der Ablehnungsgründe über einen weiten Ermes-

sensspielraum. 

4.4 Ist das Visum zu verweigern, weil ein oder mehrere Ablehnungsgründe 

gegeben sind, kann ausnahmsweise ein VrG-Visum nach Art. 25 VK erteilt 

werden. Ein Ausnahmefall, der die Ausstellung eines VrG-Visums gestattet, 

liegt namentlich vor, wenn es ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, 

aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Ver-

pflichtungen für erforderlich hält, vom Grundsatz abzuweichen, dass die in 

Art. 6 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK festgelegten Einreisevoraussetzungen 

erfüllt sein müssen (Art. 25 Abs. 1 Bst. a Ziff. i VK). 

5.  

5.1 Indische Staatsangehörige in der Situation der Gesuchstellenden un-

terstehen der Visumpflicht (Art. 3 Abs. 1 der Verordnung [EU] 2018/1806 

i.V.m. deren Anhang I Ziff. 1). Die Erteilung eines Visums wurde ihnen von 

der Vorinstanz auf Einsprache hin verweigert, weil keine hinreichenden 

Gründe für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise bestün-

den. Damit wurde auf den Verweigerungsgrund des Art. 32 Abs. 1  

Bst. b VK Bezug genommen, demgemäss das Visum der gesuchstellenden 

Person zu verweigern ist, «wenn begründete Zweifel (…) an der 

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Seite 6 

Glaubwürdigkeit (ihrer) Aussagen oder der von (ihr) bekundeten Absicht 

bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der Gültigkeit 

des beantragten Visums zu verlassen.» 

5.2 Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden, wozu nur Prognosen ge-

troffen werden können. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Ein-

zelfalles zu würdigen, insbesondere auch die allgemeinen Verhältnisse im 

Herkunftsland der gesuchstellenden Person. Bei Einreisegesuchen von 

Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, sozial oder wirtschaft-

lich ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die 

persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfahrungsgemäss häufig 

nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung 

im Einklang steht. Der zuständigen Behörde kommt dabei ein erheblicher 

Beurteilungsspielraum zu (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.; ferner statt vieler 

Urteile des BVGer F-4403/2023 vom 21. März 2024 E. 5.2; F-5322/2022 

vom 9. Juni 2023; F-1826/2022 vom 24. Mai 2023 E. 6.1; F-1086/2020 

vom 23. Februar 2021 E. 4.1; F-2881/2018 vom 24. Januar 2019 E. 6; vgl. 

auch Urteil Koushkaki Rn. 56–63). 

5.3 In die Risikoanalyse sind neben den allgemeinen Verhältnissen im Her-

kunftsland der gesuchstellenden Person alle relevanten Gesichtspunkte 

des konkreten Einzelfalls einzubeziehen. Besteht bereits aufgrund der all-

gemeinen Situation im Herkunftsland ein rechtlich relevantes Risiko nicht 

regelkonformen Verhaltens, so sind die konkreten Lebensumstände der 

gesuchstellenden Person daraufhin zu prüfen, ob sie geeignet sind, die 

Bedenken zu zerstreuen. Dabei ist ein umso strengerer Massstab anzule-

gen, je ungünstiger sich die allgemeine Situation im Herkunftsland der ge-

suchstellenden Person darstellt. Zu den relevanten konkreten Lebensum-

ständen gehören insbesondere die persönlichen, familiären, beruflichen 

und wirtschaftlichen Verhältnisse der gesuchstellenden Person 

(BVGE 2014/1 E. 6.3.1). So kann eine besondere berufliche, gesellschaft-

liche oder familiäre Verantwortung im Herkunftsland bzw. eine stabile, die 

Existenz sichernde wirtschaftliche Situation die Prognose einer anstands-

losen Wiederausreise vor Ablauf der Visumdauer begünstigen. Umgekehrt 

muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen 

haben oder die sich in wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen befinden, 

das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach 

einer bewilligten Einreise als vergleichsweise hoch eingeschätzt werden 

(BVGE 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 E. 8). Zudem kann ein im Zielland 

Schweiz bestehendes familiäres oder soziales Beziehungsnetz den 

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Entscheid, dorthin auszuwandern, erleichtern – insbesondere, wenn es 

gleichzeitig im Aufenthaltsstaat an einem entsprechenden Netz fehlt (Urteil 

des BVGer F-2974/2023 vom 29. Februar 2024 E. 8.1). 

6.  

6.1 Die Gesuchstellenden wohnen in Hoshiarpur, einer Stadt des nord-

westindischen, an Pakistan grenzenden Bundesstaats Punjab. 

6.2 Betreffend die allgemeinen Verhältnisse in Indien ist in wirtschaftlicher 

Hinsicht festzuhalten, dass die Öffnung der Wirtschaft im Jahr 1991 zu ei-

ner rasanten wirtschaftlichen Entwicklung führte. In der Informationstech-

nologie oder der Forschung (insbesondere der Biotechnologie) gehört In-

dien zu den führenden Ländern der Welt. Nach wie vor ist das Leben in 

Indien jedoch geprägt von weitverbreiteter Armut und extremer Ungleich-

heit der Chancen (vgl. dazu ausführlich Urteile des BVGer F-4547/2022 

vom 26. Juni 2023 E. 6; F-5322/2022 vom 9. Juni 2023 E. 6.2; je m.w.H.). 

Etwa 22 % der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen und 10 % unter-

halb der Armutsgrenze von 2,15 USD pro Tag (Global Multidimensional 

Poverty Index 2023, S. 24, < https://hdr.undp.org/content/2023-global-mul-

tidimensional-poverty-index-mpi#/indicies/MPI >, abgerufen am 5. Juni 

2024). Indien belegt auf dem durch das Entwicklungsprogramm der Ver-

einten Nationen im Sinne eines Wohlstandsindikators erstellten Index der 

menschlichen Entwicklung (HDI) 2023/2024 Platz 134 von 191 gelisteten 

Staaten (vgl. https://hdr.undp.org/, Human Development Report 2023-24, 

S. 276; abgerufen am 5. Juni 2024). 

6.3 Zur Sicherheitslage in Indien ist festzuhalten, dass die politischen und 

ethnisch-religiösen Spannungen im Grenzgebiet zu Pakistan sowie die Kri-

minalitätsrate im ganzen Land hoch sind. Von Reisen in die gesamte 

Grenzregion zu Pakistan wird abgeraten und im ganzen Land besteht die 

Gefahr von Terroranschlägen. Im Dezember 2021 wurden bei einem Atten-

tat in Punjab (im Nordwesten an Pakistan grenzend) zwei Personen getötet 

und mehrere verletzt (vgl. dazu www.eda.admin.ch, Reisehinweise und 

Vertretungen > Indien > Reisehinweise für die Indien, abgerufen am 5. Juni 

2024). 

6.4 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 

das allgemeine Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besu-

chern aus Indien und namentlich aus der Region Punjab grundsätzlich als 

hoch einschätzt. In Bezug auf die konkreten Lebensumstände der Gesuch-

stellenden rechtfertigt sich daher ein strenger Massstab (vgl. E. 5.3). 

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Seite 8 

6.5 Bezüglich der persönlichen Situation der Gesuchstellenden ist den Ak-

ten zu entnehmen, dass es sich bei ihnen um den 67-jährigen Onkel (ge-

mäss Angaben im Einspracheverfahren) oder Bekannten (gemäss Anga-

ben im Beschwerdeverfahren) des Beschwerdeführers und dessen 65-jäh-

rige Ehefrau handelt, wobei das allfällig bestehende Verwandtschaftsver-

hältnis nicht belegt worden ist, dieses indes offenbleiben kann. 

6.6 In familiärer Hinsicht sind den Akten keine Informationen über Kinder 

der Gesuchstellenden oder andere Verwandte in Indien zu entnehmen, 

wenngleich der Name der Firma des Gesuchstellers («[…] and sons») auf 

Nachkommen hindeutet. Hinsichtlich sozialer Verpflichtungen brachte der 

Gesuchsteller im Visumantrag (SEM-act. 3 pag. 38) vor, Dorfvorsteher in 

seiner Gemeinde zu sein. Auf Beschwerdeebene wurde sein nicht über-

setzter Gemeindepräsidentenausweis (Beilage 10 zu BVGer-act. 1) einge-

reicht. In der Replik des Beschwerdeführers vom 18. September 2023 

(BVGer-act. 7) wird ausgeführt, dass keine Übersetzung dieses Ausweises 

bestehe und es sich bei der Tätigkeit um ein unentgeltliches Ehrenamt 

handle. Weitere substantiierte Angaben zum familiären und/oder sozialen 

Hintergrund der Gesuchstellenden in ihrem Heimatland wurden nicht ge-

macht. Mit Blick auf den gleichwohl klaren Ausgang des Verfahrens (siehe 

unten E. 6.9) wird aus prozessökonomischen Gründen ungeachtet der Be-

weiskraft des eingereichten Ausweises zu Gunsten des Beschwerdefüh-

rers angenommen, dass der Gesuchsteller an dessen Wohnort in Indien 

zu einem gewissen Grad gesellschaftlich verpflichtet ist, womit sich das 

Emigrationsrisiko entsprechend verringert. 

6.7 In Bezug auf die beruflichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Ge-

suchstellenden ist Folgendes festzustellen: Die Gesuchstellerin ist gemäss 

Angaben im Visumantrag Hausfrau und damit nicht erwerbstätig. Der 

67-jährige Gesuchsteller arbeitet als Landwirt in seinem eigenen Unterneh-

men («[…] and sons»), gemäss Beschwerdeschrift eine Handelsfirma für 

den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten. Sein Unternehmen wies 

am 20. Januar 2023 einen Banksaldo (Beilage 9 zu BVGer-act. 1) von um-

gerechnet Fr. 8’753.50 (hier und nachfolgend: Wechselkurs INR – CHF 

vom 29. Mai 2024) aus. Für das Jahr 2018-19 wurde gemäss dem «Indian 

Income Tax Return Verification Form» vom 14. Juli 2018 (Beilage 8 zu 

BVGer-act. 1) ein jährliches Geschäftseinkommen von umgerechnet 

Fr. 7’047.55 versteuert, wobei anzumerken ist, dass diese Steuerveranla-

gung vor sechs Jahren ausgestellt worden ist und damit nicht mehr als ak-

tuell gelten kann. Die Gesuchstellenden verfügten per 24. April 2023 über 

eine Lebensversicherung in Höhe von umgerechnet Fr. 2’262.25 

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Seite 9 

(Beilage 5 zu BVGer-act. 1). Für den vom Gesuchsteller geltend gemach-

ten Grundstückbesitz («9 Acre agricultural land» [SEM-act. 3 pag. 38] bzw. 

«10 Hektar Land» [SEM-act. 6 pag. 64]) wurden keine geeigneten Belege 

eingereicht. Zwar verfügt der Gesuchsteller über ein eigenes Unternehmen 

und verfügen die Gesuchstellenden über ein gewisses Einkommen und 

Vermögen. Von einer beruflich-wirtschaftlichen Einbettung im Heimatland, 

welche in entscheidendem Mass für eine anstandslose Wiederausreise 

sprechen würde, ist nach dem Gesagten – und auch unter Berücksichti-

gung des fortgeschrittenen Alters der Gesuchstellenden – gleichwohl nicht 

auszugehen. 

6.8 Mit ihrem Besuchsaufenthalt beabsichtigen die Gesuchstellenden ge-

mäss Angaben im Visumantrag, ihren Neffen bzw. Bekannten sowie Fami-

lienangehörige oder Freunde in der Schweiz zu besuchen (SEM-act. 3 

pag. 43). Der Beschwerdeführer lässt dazu ausführen, dass er und seine 

Familie bei Aufenthalten in Indien jeweils fürstlich von den Gesuchstellen-

den beherbergt würden, was zu dieser Gegeneinladung geführt habe 

(BVGer-act. 1). Mit dem Beschwerdeführer und seinen Eltern, welche ge-

mäss Beschwerdeschrift (Ziff. III. 3-4) ebenfalls mit den Gesuchstellenden 

befreundet seien, verfügen diese bereits über ein minimales soziales Be-

ziehungsnetz in der Schweiz, was das Emigrationsrisiko – zwar nicht stark 

aber gleichwohl – zusätzlich erhöht (vgl. E. 5.3). 

6.9 Nach dem Gesagten besteht aufgrund der allgemeinen Lage in Indien 

und der individuellen Situation der Gesuchstellenden bei gesamthafter Be-

trachtung der relevanten Umstände – auch unter Annahme einer gewissen 

gesellschaftlichen Verpflichtung des Gesuchstellers (vorne E. 6.6) – keine 

zureichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise. Daran ändert 

schliesslich auch die Unterhaltsgarantieerklärung des Gastgebers bzw. Be-

schwerdeführers (SEM-act. 6 pag. 63) nichts. Auch wenn sein Wunsch, die 

Gesuchstellenden in die Schweiz einzuladen, verständlich ist, gilt es zu be-

rücksichtigen, dass er als Gastgeber nur für gewisse finanzielle Risiken 

Garantie leisten kann, mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit 

jedoch nicht für ein bestimmtes Verhalten seiner Gäste 

(vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Dass für die Behauptung in der Beschwerde, 

der Beschwerdeführer habe bereits in der Vergangenheit Besucher in die 

Schweiz eingeladen, welche alle pünktlich in die Heimat zurückgereist 

seien, keinerlei Belege eingereicht wurden, ist daher bloss der Vollständig-

keit halber anzumerken. Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose 

Wiederausreise ist eine zwingende Voraussetzung für die Erteilung eines 

Visums nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines VrG-Visums nach 

F-3904/2023 

Seite 10 

Art. 25 VK wurden zu Recht nicht geltend gemacht und sind auch nicht 

ersichtlich. 

7.  

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be-

schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Verfah-

renskosten von Fr. 800.– sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und 

durch den am 24. Juli 2023 bezahlten Kostenvorschuss gedeckt. 

9.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe entrichteten Kostenvorschuss ge-

deckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Aisha Luisoni 

 

 

 

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