# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9549499c-ed5e-5fd0-a211-5954040c2d4b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 16.07.2021 21-5496
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_21-5496_2021-07-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/17

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 21-5496

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 04.08.2021

Entscheiddatum: 16.07.2021

BDE 2021 Nr. 52
Art. 51 Abs. 1 VRP. Mit dem vorliegenden Entscheid wird vorerst nur über 
den Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses befunden (Erw. 2). 
Die öffentlichen und privaten Interessen an der sofortigen Einschränkung 
der Betriebszeiten des Gerüstbaubetriebs und das private Interesse an der 
vorgängigen Überprüfung der Einschränkung sind gegeneinander 
abzuwägen (Erw. 3.2). Zumal der Gerüstbaubetrieb rechtskräftig bewilligt ist 
und die Änderung der Baubewilligung klar überwiegende öffentliche 
Interessen voraussetzt, muss das private Interesse an der vorgängigen 
Überprüfung der Änderung höher gewichtet werden. Dies umso mehr, als es 
sich vorliegend um einen länger bestehenden Zustand handelt (Erw. 3.5).

BDE 2021 Nr. 52 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

21-5496 

 

Entscheid Nr. 52/2021 vom 16. Juli 2021 

Rekurrentin 1 

 

Rekurrentin 2 

 

 A.___ AG 

 

B.___ AG 

 

beide vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, 

Museumstrasse 35, 9000 St.Gallen 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Beschluss vom 1. Juni 2021) 

vertreten durch lic.oec. HSG Thomas Frey, Rechtsanwalt, Oberer 

Graben 16, 9001 St.Gallen 

 

 

Rekursgegner 1 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rekursgegner 2 

 

 C.___ und D.___ 

Erbengemeinschaft E.___ 

 F.___ 

 G.___ 

 H.___ 

 C.___ 

 I.___ 

 J.___ 

 K.___ 

 L.___ 

 M.___ 

beide vertreten durch M.A. HSG in Law Peter Schumacher, 

Rechtsanwalt, Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans 

 

N.___ 

 

Grundeigentümerin   O.___ AG 

 

Betreff  Lärmklage (Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung)  

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 2/16 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Die A.___ AG ist Baurechtsnehmerin am Baurechtsgrundstück 

Nr. 001, welches das im Eigentum der O.___ AG stehende Grundstück 

Nr. 002 belastet. Das Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan 

der Gemeinde Z.___ in der Industriezone. Die A.___ AG vermietet das 

im Baurecht stehende Grundstück Nr. 002 an die B.___ AG, welche 

auf einem Teil des Grundstücks einen Lager- und Werkplatz (nachfol-

gend Werkplatz) betreibt. 

 

b) N.___ ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 003, welches dem 

übrigen Gemeindegebiet (üG) zugewiesen und mit einem Wohnhaus 

(Vers.-Nr. 004) überbaut ist. Das Grundstück liegt südlich bzw. süd-

östlich des Werkplatzes auf etwa gleicher Höhe und wird vom Werk-

platz lediglich durch den P.___bach getrennt. Ebenfalls südlich vom 

Werkplatz aber an erhöhter Lage liegt das Grundstück Nr. 005 von 

C.___ und D.___, Z.___. Das Grundstück ist ebenfalls dem üG zuge-

wiesen und mit einem Wohnhaus (Vers.-Nr. 006) überbaut ist. Das 

ebenfalls südöstlich gelegene Grundstück Nr. 007 befindet sich im Ei-

gentum der Erbengemeinschaft E.___, bestehend aus F.___, G.___, 

H.___, C.___, I.___, J.___, K.___, L.___, und M.___. Das Grundstück 

der Erbengemeinschaft ist der Landwirtschaftszone zugewiesen.  

 

c) Der Werkplatz basiert auf der Baubewilligung, welche der Ge-

meinderat Z.___ am 30. September 2015 der Q.___ AG erteilt hat. Der 

bewilligte Werkplatz erstreckt sich über eine Fläche von 1'900 m2 und 

befindet sich im westlichen Bereich des Grundstücks Nr. 002. Im Jahr 

2017 wurde die Q.___ AG in die heutige B.___ AG umfirmiert.  

 

B.  

a) Im Jahr 2018 beantragte die A.___ AG bei der Gemeinde Z.___ 

die Baubewilligung für die Erweiterung des Werkplatzes. Im Bauge-

such wurde das Grundstück Nr. 002 in drei Teilflächen unterteilt. Die 

Teilfläche 1 entspricht dem bestehenden und im Jahr 2015 bewilligten 

Werkplatz. Die Teilfläche 2 schliesst direkt an den bestehen Werkplatz 

an und reicht bis zum P.___bach. Die Teilfläche 3 liegt östlich des 

P.___bachs. Innert der Auflagefrist erhoben mehrere Anwohner Ein-

sprache gegen die Erweiterung des Werkplatzes. Daraufhin konkreti-

sierte die A.___ AG das Baugesuch dahingehend, dass die geplante 

Erweiterung des Werkplatzes nur noch die Teilfläche 2 umfasste. Für 

die Teilfläche 3 reichte die A.___ AG ein konkretisiertes Baugesuch 

ein. Die Teilfläche 3 sollte planiert und gekoffert werden, um darauf 

einen allgemeinen offenen Lagerplatz zu betreiben. Die Nutzung des 

Lagerplatzes für Gerüste wurde im Baugesuch ausdrücklich ausge-

schlossen. 

 

b) Da in beiden Baugesuchsverfahren insbesondere die Einhal-

tung der massgeblichen Belastungsgrenzwerte für Lärm strittig waren, 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 3/16 

 

gab die Gemeinde Z.___ bei der R.___ AG ein Lärmgutachten in Auf-

trag. Bei den daraufhin von der R.___ AG durchgeführten Messungen 

wurde der Lärmpegel des bestehenden Betriebs auf Teilfläche 1 ge-

messen. Gestützt auf sechs Messungen kam die R.___ AG mit Gut-

achten vom 4. Dezember 2018 (nachfolgend Gutachten R.___ AG) 

zum Schluss, dass die massgeblichen Planungswerte für Industrie- 

und Gewerbelärm von 60 dB(A) [Tag] bzw. 50 dB(A) [Nacht] bei einem 

mittleren Beurteilungspegel von 64,5 dB(A) [Tag] bzw. 50,5 dB(A) 

[Nacht] überschritten seien. Die Lärmemissionen schätzte die R.___ 

AG nicht als ein primäres Problem des Gerüstlagers und Umschlag-

platzes, sondern als ein Personalproblem ein. Sofern mittels Personal-

schulung hinsichtlich lärmarmer Arbeitsweise keine entscheidenden 

Verbesserungen erreicht werden könnten, empfehle sich der Bau ei-

ner Halle. 

 

c) Für den Lagerplatz auf Teilfläche 3 erteilte der Gemeinderat 

Z.___ unter Bedingungen und Auflagen die Baubewilligung und wies 

die Einsprachen ab. Den hiergegen von C.___ und D.___ sowie der 

Erbengemeinschaft E.___ erhobenen Rekurs wies das Baudeparte-

ment mit BDE Nr. 39/2020 vom 8. Mai 2020 ab. Der Entscheid er-

wuchs in Rechtskraft. 

 

d) Hingegen hiess der Gemeinderat Z.___ die Einsprachen gegen 

die Werkplatzerweiterung auf Teilfläche 2 gut und verweigerte die 

Baubewilligung. Den hiergegen von der A.___ AG erhobenen Rekurs 

wies das Baudepartement mit BDE Nr. 40/2020 vom 8. Mai 2020 ab. 

Der Rekursentscheid wurde vom Verwaltungsgericht mit Urteil B 

2020/94 vom 17. Februar 2021 in der Sache bestätigt.  

 

C.  

Parallel zu den Baubewilligungs- und den nachfolgenden Rechtsmit-

telverfahren reichten C.___ und D.___ beim Kreisgericht S.___ eine 

zivilrechtliche Klage auf Immissionsschutz ein. Mit einzelrichterlichem 

Entscheid vom 20. Mai 2020 wurde die A.___ AG unter Strafandro-

hung verpflichtet, sicherzustellen, dass der Gerüstbaubetrieb die 

Lärmbelastung auf maximal 60 dB(A) am Tag bzw. 50 dB(A) in der 

Nacht beschränkt. Der Entscheid wurde von der A.___ AG mit Beru-

fung ans Kantonsgericht weitergezogen, wo die Sache derzeit noch 

hängig ist. 

 

D.  

a) Mit Schreiben vom 31. August 2020 erhoben C.___ und D.___ 

sowie die Erbengemeinschaft E.___, beide – wie bereits in den vor-

gängigen öffentlich-rechtlichen und zivilrechtlichen Verfahren – vertre-

ten durch M.A. HSG in Law Peter Schumacher, Rechtsanwalt, 

Sargans, schliesslich beim Gemeinderat Z.___ eine Immissionsklage. 

Die Kläger stellten folgende Anträge: 

 
1. Der B.___ AG, Zweigniederlassung Z.___, P.___weg 

2a, Z.___, als Pächterin bzw. Inhaberin und Betreibe-
rin des Gerüstbaubetriebes auf dem Grundstück-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 4/16 

 

Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001, Z.___, sei das Verur-
sachen von mehr als 60 dB(A) am Tag und mehr als 
50 dB(A) in der Nacht unter Androhung der Betriebs-
schliessung im Widerhandlungsfalle unverzüglich zu 
verbieten. 

2. Die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Lärmschutz-
vorschriften auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Bau-
rechts-Nr. 001, Z.___, sei unverzüglich hoheitlich 
durchzusetzen. 

3. Es seien geeignete Massnahmen an der Lärmquelle 
auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001, 
Z.___, gemäss den nachstehenden Anträgen anzu-
ordnen. 

4. Es seien geeignete lärmschützende bauliche Mass-
nahmen, auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Bau-
rechts-Nr. 001, Z.___, namentlich der Bau einer Werk-
halle, anzuordnen. 

5. Soweit für eine Reduktion der übermässigen Lärmbe-
lastung erforderlich, seien weitere Massnahmen der 
Emissionsbegrenzung, namentlich zeitliche und örtli-
che Betriebseinschränkungen auf dem Grundstück-
Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001, Z.___, nötigenfalls 
ein Verbot des Gerüstumschlags auf offener Fläche 
bzw. eine Betriebsschliessung anzuordnen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(zzgl. MWST) zulasten der B.___ AG. 

Die Immissionsklage wurde im Wesentlichen damit begründet, dass 

zwischenzeitlich drei Instanzen, nämlich das Kreisgericht S.___, das 

Baudepartement sowie der Gemeinderat Z.___, bestätigt hätten, dass 

die aktuelle Situation den geltenden privatrechtlichen und öffentlich-

rechtlichen Bestimmungen widerspreche. 

 

b) Mit Schreiben vom 30. September 2020 nahm die A.___ AG so-

wie die B.___ AG – wie bereits in den vorgängigen öffentlich-rechtli-

chen und zivilrechtlichen Verfahren – vertreten durch lic.iur. Urs 

Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen, Stellung und beantragte, dass auf die 

Immissionsklage nicht einzutreten sei.  

 

c) Mit Schreiben vom 23. Oktober 2020 ersuchte der Gemeinderat 

Z.___ die R.___ AG um Beurteilung der Frage, wie der bestehende 

Gerüstbaubetrieb auf der Teilfläche 1 betrieben werden müsste, um 

die Planungswerte einhalten zu können. Mit Schreiben vom 5. Novem-

ber 2020 teilte die R.___ AG mit, dass aufgrund der gemäss Betreibe-

rin zwischenzeitlich eingeleiteten Massnahmen (gemeint Personal-

schulung sowie Verkleinerung und Verschiebung der Betriebsfläche) 

wiederum umfassende Messungen notwendig seien. Als mögliche 

Massnahmen zur Reduktion der Immissionen nennt der Gutachter die 

Einhausung des gesamten Areals oder mindestens des lärmintensiven 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 5/16 

 

Teils, die Verlagerung des Betriebs in eine andere Industriezone sowie 

die Personalschulung, welche anscheinend bereits durchgeführt wor-

den sei. Letztlich bestünde noch die Möglichkeit, die Emissionen durch 

eine zeitliche Beschränkung des Betriebs zu reduzieren. 

 

d) Mit Beschluss vom 21. Dezember 2020 hiess der Gemeinderat 

Z.___ die Lärmklage gut und verfügte lärmreduzierende Massnahmen. 

Die Massnahmen bestanden unter anderem in der Einschränkung der 

Betriebszeiten. Sodann entzog der Gemeinderat einem allfälligen Re-

kurs die aufschiebende Wirkung.  

 

E.  

a) Gegen diesen Beschluss erhoben die A.___ AG, die B.___ AG 

und T.___, alle vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, 

St.Gallen, Rekurs beim Baudepartement. Weil die im angefochtenen 

Beschluss vorgesehene Beschränkung der täglichen Betriebszeiten 

ab dem 1. Februar 2021 gelten sollten und die  

Vorinstanz diesbezüglich die aufschiebende Wirkung des Rekurses 

entzogen hatte, entschied das Baudepartement nach Einräumung des 

rechtlichen Gehörs vorab über den Antrag zur Wiederherstellung der 

aufschiebenden Wirkung des Rekurses. Mit Entscheid Nr. 11/2021 

vom 28. Januar 2021 stellte das Baudepartement die aufschiebende 

Wirkung wieder her. Der Entscheid wurde damit begründet, dass der 

bestehende Betrieb rechtskräftig bewilligt sei und die Änderung der 

Baubewilligung klar überwiegende öffentliche Interessen voraussetze. 

Das private Interesse an der vorgängigen Überprüfung der Änderung 

müsse daher höher gewichtet werden. Dies umso mehr, als es sich 

um einen länger bestehenden Zustand handle. Der Entscheid erwuchs 

in Rechtskraft.  

 

b) Mit Entscheid Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 hob das Baude-

partement den angefochtenen Beschluss vom 21. Dezember 2020 auf 

und wies die Sache im Sinn der Erwägungen an den Gemeinderat 

Z.___ zu neuer Entscheidung zurück. Unter Würdigung der konkreten 

Interessenlage der Betreiberin hätte diese – insbesondere auch weil 

es sich um einen rechtskräftig bewilligten Betrieb handle – vorgängig 

über die beabsichtigten Massnahmen informiert werden müssen. Da-

mit habe die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 

Der Entscheid erwuchs ebenfalls in Rechtskraft. 

 

F.  

a) Nach Eintritt der Rechtskraft nahm der Gemeinderat Z.___ das 

Verfahren wieder auf. Zusätzlich wurde N.___ ins Verfahren miteinbe-

zogen, welcher bereits am 9. Dezember 2020 wegen übermässigem 

Lärm interveniert hatte.  

 

b) Am 3. März 2021 fand unter Leitung der Bauverwaltung eine Be-

sprechung statt, an welcher die Anliegen der Anwohner entgegenge-

nommen wurden. An der Besprechung nahmen U.___ (Leiter Bau und 

Infrastruktur), V.___ (juristische Mitarbeiterin der Gemeinderatskanz-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 6/16 

 

lei) sowie die Anwohner N.___ und G.___ teil. Die Anwohner bean-

standeten unter anderem eine mögliche Gewässerverschmutzung so-

wie eine übermässige Staubeinwirkung. 

 

c) Mit Baugesuch vom 30. April 2021 beantragte die B.___ AG 

beim Gemeinderat Z.___ die Baubewilligung für die Erstellung einer 

Werk- und Lagerhalle auf Grundstück Nr. 002. Das Baubewilligungs-

verfahren ist derzeit noch hängig.   

 

d) Nach weiteren Stellungnahmen seitens der Beteiligten betref-

fend Lärmklage erliess der Gemeinderat Z.___ am 1. Juni 2021 fol-

genden Beschluss: 

 
1. Der verfahrensrechtliche Antrag zur Herausgabe der 

Messdaten wird abgewiesen. Die Unterlagen sind voll-
ständig. 

2. Die Beklagte wird angewiesen, erforderliche bauliche 
Massnahmen zu ergreifen, die den Lärm nachhaltig 
und dauerhaft auf das zulässige Mass reduzieren. Im 
Vordergrund steht die Einhausung mindestens der 
lärmintensiven Arbeiten (Gerüstumschlag) auf dem 
Werkplatz auf Grundstück Nr. 002, weshalb sie ange-
halten wird, das eingereichte Baugesuch Nr. 008 wei-
terzuverfolgen und die letztlich bewilligten Bauten und 
Anlagen zu erstellen. 

3.  

3.1 Bis zur Vollendung der lärmreduzierenden baulichen 
Massnahmen (vgl. Ziffer 2) darf der Gerüstumschlag 
auf offener bewilligter Fläche nur werktags unter Ein-
haltung der Planungswerte während einem täglich 
dreistündigen Zeitfenster zwischen 7.00 und 12.00 
Uhr sowie zwischen 13.00 bis 18.00 Uhr erfolgen. 
Diese zeitliche Einschränkung gilt ab 1.8.2021. Die 
B.___ AG definiert das dreistündige Zeitfenster und 
teilt der Gemeinderatskanzlei vor dem 23.7.2021 die 
Wahl mit. Die Wahl ist nicht abänderbar und gilt unwi-
derruflich während der gesamten Dauer der befriste-
ten Massnahme. Wird die Wahl nicht oder nicht recht-
zeitig getroffen, gilt das Zeitfenster werktags während 
drei Stunden zwischen 8.00 und 9.30 Uhr sowie zwi-
schen 15.30 und 17.00 Uhr. 

3.2 Zusätzliche Bedingung ist, dass mit den bewilligten 
baulichen Massnahmen (vgl. Ziffer 2) innert sechs Mo-
naten seit rechtskräftiger Baubewilligung begonnen 
wird und diese innert eineinhalb Jahren nach Baube-
ginn vollendet sind. Wird die zusätzliche Bedingung 
nicht eingehalten, gilt das gemäss vorstehender 
Ziff. 3.1 festgesetzte Zeitfenster der möglichen  
Nutzung noch während einer Toleranzfrist von sechs  
Monaten, bevor ein komplettes Nutzungsverbot in 
Kraft tritt. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 7/16 

 

4. Bis zur Vollendung der Bauten und Anlagen zur bauli-
chen Beseitigung der Emissionen gemäss vorstehen-
der Ziff. 2 sind auf dem gesamten Lagerplatz Reini-
gungsprozesse unter Hochdruck, Wartungs- und Un-
terhaltsarbeiten an Fahrzeugen inkl. tanken und der-
gleichen sowie eine allfällige Lagerung von Betriebs-
stoffen ohne geeignete Sicherheitsvorkehrungen un-
tersagt. Einleitungen von verschmutztem Wasser ins 
Gewässer sind untersagt. 

5. Bis zur Vollendung der Bauten und Anlagen zur bauli-
chen Beseitigung der Emissionen gemäss vorstehen-
der Ziff. 2 ist die unbefestigte Bodenfläche bei trocke-
nen Verhältnissen, insbesondere vor starkem Wind-
aufkommen, vorsorglich mit Wasser zu besprühen, um 
damit eine übermässige Staubentwicklung zu unter-
binden. Der Boden darf dabei nicht mit Wasser einge-
schwemmt werden. 

6. Abfälle sind geeignet aufzubewahren, damit sie weder 
durch den Wind noch durch Tiere auf fremdes Eigen-
tum oder in Gewässer gelangen. 

7. Nichtbefolgung wird nach Art. 292 StGB unter Strafe 
gestellt: "Wer der von einer zuständigen Behörde oder 
einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die 
Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft." Aus-
serdem bleiben bei wiederholten Verstössen weitere 
verwaltungsrechtliche Massnahmen (insbesondere 
Erlass eines Nutzungsverbots) vorbehalten. 

8. Einem allfälligen Rekurs gegen Ziffern 3 bis 6 des vor-
liegenden Entscheids wird die aufschiebende Wirkung 
entzogen. 

9. Die Kosten für diesen Entscheid werden der B.___ AG 
in Rechnung gestellt. Sie betragen CHF 3'321.80 
(CHF 1'800 Entscheidgebühr, CHF 1'521.80 Auslagen 
R.___ AG für Stellungnahme). 

Seinen Beschluss begründete der Gemeinderat damit, dass das Gut-

achten R.___ AG vom 4. Dezember 2018 eine massive Überschrei-

tung der Planungswerte aufzeige. Die Richtigkeit und Glaubwürdigkeit 

des Gutachtens sei im Rahmen des Verfahrens rund um die Verwei-

gerung der Baubewilligung zur Erweiterung des Werkplatzes von meh-

reren Instanzen bestätigt worden. Hinzu komme, dass die B.___ AG 

seit dem Frühjahr 2019 zusätzlich auch noch die Fläche der W.___ AG 

von 1'179 m2 (vgl. oben Abb. 2) beanspruche. Die tatsächliche Lärm-

belastung dürfte daher heute noch höher ausfallen. Die Überschrei-

tung der Planungswerte wie auch das Vorsorgeprinzip rechtfertigten 

grundsätzlich ein Einschreiten der Behörden. Der Gemeinderat nehme 

zwar mit Befriedigung zur Kenntnis, dass die B.___ AG ein Baugesuch 

zur Bewilligung der Erstellung einer Einhausung eingereicht habe. Bis 

der Bau vollendet sei, verdienten die Anwohner hingegen Schutz vor 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 8/16 

 

übermässigen Immissionen. Die zeitliche Einschränkung nach Ziff. 3.1 

sei lediglich eine Übergangslösung bis der geplante Bau realisiert sei. 

Entsprechend sehe Ziff. 3.2 auch vor, dass mit der Einhausung innert 

sechs Monaten seit rechtskräftiger Baubewilligung begonnen werden 

müsse und diese innert eineinhalb Jahren nach Baubeginn fertigzu-

stellen sei. Sollte diese Bedingung nicht eingehalten werden, so trete 

nach einer Toleranzfrist von sechs Monaten ein komplettes Nutzungs-

verbot in Kraft. Die Teileinhausung des lärmintensiven Teils erweise 

sich in Abwägung der wirtschaftlichen Interessen der Betreiberin mit 

den Interessen am Gesundheitsschutz der Anwohner als verhältnis-

mässig. Solange die erforderlichen baulichen Massnahmen nicht er-

griffen und umgesetzt seien, bleibe einzig die zeitliche Einschränkung 

des Betriebs als taugliches Mittel. Hinsichtlich den gewässerschutz-

rechtlichen Massnahmen führte der Gemeinderat aus, dass Gerüst-

teile durch Gips, Zement, Farbe und Fett verschmutzt seien. Insbeson-

dere Zementrückstände könnten zu erheblichen Gewässerverschmut-

zungen führen. Daher seien Reinigungsprozesse unter Hochdruck, 

Wartungs- und Unterhaltsarbeiten an Fahrzeugen, inkl. tanken und 

dergleichen, zu untersagen. Hinsichtlich der vorgebrachten Staube-

missionen hielt der Gemeinderat fest, dass der Lagerplatz auf offener 

unbefestigter Fläche betrieben werde. Die Staubemissionen seien 

durch Bild- und Videomaterial belegt. Die ohne Wind auftretende 

Staubbelastung erachte der Gemeinderat als tragbar; sie stelle keine 

übermässige Belästigung dar. Das treffe auf die Staubbelastung bei 

Föhn-, Bisen- oder Westwind nicht zu. Mit einer vorsorglichen, sorgfäl-

tigen und nicht übermässigen Wasserbesprühung der unbefestigten 

Bodenfläche stehe eine effiziente Massnahme zur Staubeindämmung 

zur Verfügung. Den Entzug der aufschiebenden Wirkung rechtfertigte 

der Gemeinderat damit, dass die gesundheitliche Situation der Anwoh-

ner keinen längeren Aufschub erlaube. Die privaten Interessen der Be-

treiberin an der uneingeschränkten Nutzung mit einer Fortführung der 

wiederholten Überschreitungen der Planungswerte und der Inkauf-

nahme von Belästigungen und Verunreinigungen könnten daran nichts 

ändern und würden keinen Schutz verdienen.  

 

G.  

Gegen diesen Beschluss erhoben die A.___ AG sowie die B.___ AG 

durch ihren Rechtsvertreter mit Schreiben vom 10. Juni 2021 Rekurs 

beim Baudepartement. Mit Rekursergänzung vom 29. Juni 2021 wer-

den folgende Anträge gestellt:  

 
1. Die Verfügung des Gemeinderates Z.___ vom 1. Juni 

2021 sei aufzuheben, soweit diese nicht von vornhe-
rein nichtig ist; 

2. Dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung wieder zu 
gewähren; Ziff. 8 der angefochtenen Verfügung vom 
1. Juni 2021 sei aufzuheben; 

Über das Rechtsbegehren Nr. 2 sei vorneweg und um-
gehend zu entscheiden; 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 9/16 

 

3. Verfahrensrechtlicher Antrag: 

Dem vorliegenden Rekurs sei mittels superprovisori-
scher Verfügung die aufschiebende Wirkung zu ertei-
len bis zum Entscheid über das Rechtsbegehren Nr. 2; 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, für das  
Rekursverfahren wie für das erstinstanzliche Verfah-
ren. 

Zur Begründung wird geltend gemacht, dass die Vorinstanz für lärm-

begrenzende Massnahmen nicht zuständig sei und die Vorschriften 

über die Ausstandspflicht verletzt worden seien. Sodann seien neue 

Lärmmessungen notwendig, habe doch die Rekurrentin 2 bereits  

Massnahmen (Verkleinerung und Verschiebung der Betriebsfläche so-

wie Schulung des Personals) getroffen. Ohne die Durchführung neuer 

Messungen lasse sich nicht beurteilen, welche Auswirkungen die  

Massnahmen hätten. Schliesslich verstosse die zeitliche Beschrän-

kung ohnehin gegen die eidgenössische Lärmschutz-Verordnung 

(SR 814.41; abgekürzt LSV). Denn die LSV verlange keine Beschrän-

kung des Lärms auf einzelne Betriebstage, sondern lasse ausdrücklich 

eine Mittelung zu. Schliesslich seien die angeordneten Massnahmen 

auch unverhältnismässig.  

Hinsichtlich des Antrags auf Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung halten die Rekurrentinnen fest, dass die Vorinstanz die glei-

chen Gründe vorbringe, wie bereits im ersten Beschluss vom 21. De-

zember 2020. Das Baudepartement habe in seinem Entscheid 

Nr. 11/2021 vom 28. Januar 2021 bereits festgestellt, dass der Entzug 

der aufschiebenden Wirkung unzulässig gewesen sei und die entspre-

chende Ziffer des damaligen Beschlusses vom 21. Dezember 2021 

aufgehoben. Es könne daher grundsätzlich auf die zutreffenden und 

schlüssigen Ausführungen im Rekursentscheid verwiesen werden. Da 

die Vorinstanz im Beschluss Nr. 127 vom 1. Juni 2021 die gleichen 

Argumente für den Entzug der aufschiebenden Wirkung vorbringe, 

seien diese aus den gleichen Gründen unzutreffend wie dies schon im 

ersten Entscheid der Fall gewesen sei. Ergänzend sei nochmals her-

vorzuheben, dass eine rechtskräftige Baubewilligung vorliege. Der 

Eingriff in eine rechtskräftig und rechtmässig erteilte Baubewilligung 

sei nur im Rahmen eines Widerrufs gemäss Art. 28 Abs. 1 des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP) 

möglich; die Voraussetzungen dafür seien aber nicht gegeben. 

  

H.  

a) Mit Schreiben vom 30. Juni 2021 teilte lic.oec. HSG Thomas 

Frey, Rechtsanwalt, St.Gallen, mit, dass er die Interessenwahrung der 

Vorinstanz übernommen habe. Weiter führt der Rechtsvertreter aus, 

dass damit zu rechnen sei, dass die Vorinstanz demnächst aufgefor-

dert werde, die Vorakten einzureichen. Dabei sei festgestellt worden, 

dass die Akten zum Rekursverfahren Nr. 20-10161, über welches das 

Baudepartement mit Entscheid Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 ent-

schieden habe, noch nicht retourniert worden seien. Da diese Akten 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 10/16 

 

zu diesem Verfahren (Nr. 21-5496) dazugehören würden, bitte er um 

deren Retournierung.  

 

b) Bereits mit Einschreiben vom 29. Juni 2021 hatte das Baude-

partment der Vorinstanz diese Vorakten retourniert. 

 

c) Mit Vernehmlassung vom 9. Juli 2021 stellt die Vorinstanz durch 

ihren Rechtsvertreter folgende Anträge: 

 
1. Soweit einzutreten ist, sei das Gesuch um Wiederher-

stellung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen; 

2. Der Vorinstanz sei eine 5-tägige Frist zur ausführli-
chen Begründung der vorliegenden Stellungnahme 
anzusetzen; 

3. alles unter voller Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zulasten der Rekurrenten. 

 

Zur Begründung macht die Vorinstanz geltend, dass ihr die verfah-

rensleitende Verfügung vom 30. Juni 2021 erst am 9. Juli 2021 – also 

am letzten Tag der Frist – postalisch eröffnet worden sei. Hinzu 

komme, dass die vorliegende Vernehmlassung von einer Stellvertre-

tung habe verfasst werden müssen, welche sich in kürzester Zeit in 

die Sache habe einarbeiten müssen. Dennoch geht die Vorinstanz in 

der Sache auf die rekurrentischen Vorbringen ein und hält zusammen-

fassend fest, dass die öffentlichen Interessen an der Einhaltung der 

Rechtsordnung sowie am Gesundheitsschutz der Anwohner die priva-

ten Interessen der Rekurrentin 2 klar überwiegen würden.  

 

d) Mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2021 (Eingang 16. Juli 2021) 

beantragen die Rekursgegner 1, weiterhin vertreten durch M.A. HSG 

in Law Peter Schumacher, Rechtsanwalt, Sargans, den Rekurs sowie 

die verfahrensrechtlichen Anträge der Rekurrentinnen unter Kosten-

folge abzuweisen. Hinsichtlich des Antrags auf Wiederherstellung der 

aufschiebenden Wirkung des Rekurses bringen die Rekursgegner 1 

zusammengefasst vor, dass die Rekurrentinnen selbst durch ihr Ver-

halten in den Rechtsmittelverfahren eine rechtliche Überprüfung des 

Gutachtens R.___ AG verzögert hätten. Aus diesem Grund hätte die  

Vorinstanz nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt entsprechende 

Massnahmen verfügen können. Vor diesem Hintergrund rechtfertige 

sich der Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses.  

 

I.  

Weil die in Ziff. 3, 4, 5 und 6 des angefochtenen Beschlusses vorge-

sehenen Massnahmen ab dem 1. August 2021 gelten sollen und die 

Vorinstanz diesbezüglich die aufschiebende Wirkung des Rekurses 

entzogen hat, ist vorab über den Antrag der Rekurrentinnen zur  

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zu befinden, und zwar 

vor Abschluss des Schriftenwechsels.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 11/16 

 

J.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen.  

 

Erwägungen 

1.  

1.1 Zuständig für die Wiederherstellung oder den nachträglichen 

Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses ist die Rekurs-

instanz, die in der Hauptsache zuständig ist (T. ZUBER in: Rizvi/ 

Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über die Ver-

waltungsrechtspflege [VRP], Zürich/St.Gallen 2020, Art. 51 N 60). Vor-

liegend ist dies das Baudepartement (Art. 43bis VRP). 

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).  

 

2.  

Mit dem vorliegenden Entscheid wird vorerst nur über den Entzug der 

aufschiebenden Wirkung des Rekurses befunden. Dafür werden im 

Rekursverfahren keine Beweise erhoben und keine zusätzlichen 

Sachverhaltsabklärungen getroffen. Sodann sind die Beweisanforde-

rungen reduziert, indem das Glaubhaftmachen der Tatsachen genügt 

(T. ZUBER, a.a.O., Art. 51 N 67). 

 

3.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 9. Juli 2021 die 

Ansetzung einer zusätzlichen fünftägigen Frist zur ausführlichen 

Begründung der Vernehmlassung. Sie macht geltend, dass die verfah-

rensleitende Verfügung vom 30. Juni 2021 erst am 9. Juli 2021 – und 

somit am letzten Tag der ihr gesetzten Frist – eröffnet worden sei. Ihr 

habe damit gerade einmal ein halber Tag zur Verfügung gestanden, 

die Vernehmlassung auszufertigen. 

 

3.1 Mit verfahrensleitender Anordnung vom 30. Juni 2021 wurden 

Vorinstanz, Rekursgegner und Grundeigentümerin zur Vernehmlas-

sung eingeladen. Für die Stellungnahme hinsichtlich des Antrags auf 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung wurde den Beteiligten 

eine nicht erstreckbare Frist bis 9. Juli 2021 eingeräumt. In der Sache 

wurde den Beteiligten hingegen eine erstreckbare Frist eingeräumt. 

Aus dem Track & Trace-Auszug der Post ergibt sich, dass die Abho-

lungseinladung am 2. Juli 2021 im Postfach des Rechtsvertreters der 

Vorinstanz hinterlegt worden ist. Entgegengenommen wurde das Ein-

schreiben dagegen erst am 9. Juli 2021, um 07:50 Uhr. Dadurch blieb 

dem Rechtsvertreter bzw. seiner Stellvertretung lediglich ein Tag, um 

die Vernehmlassung innerhalb der als nicht erstreckbar angesetzten 

Frist zu verfassen.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 12/16 

 

3.2 Dem Rechtsvertreter der Vorinstanz war aufgrund der  

Gesamtumstände bewusst, dass im Zeitraum um den 30. Juni/1. Juli 

2021 die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen würde. Wurde 

doch den Rekurrentinnen eine nicht erstreckbare Frist zur Begründung 

des Rekurses bis 29. Juni 2021 eingeräumt. Aufgrund der Tatsache, 

dass die Vorinstanz dem Rekurs die aufschiebende Wirkung entzogen 

hatte, musste der Rechtsvertreter damit rechnen, dass die Rekurren-

tinnen die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung beantragen 

würden. Die Tatsache, dass in solchen Fällen die angesetzte Frist zur 

Rekursvernehmlassung – zumindest hinsichtlich des Antrags über die 

aufschiebende Wirkung – kurz, auf ein bestimmtes Datum und letzt-

malig angesetzt wird, ist notorisch. Wie aus dem Schreiben des 

Rechtsvertreters vom 30. Juni 2021 hervorgeht, ging er selbst davon 

aus, dass seine Mandantin demnächst aufgefordert wird, die Vorakten 

einzureichen. Vor diesem Hintergrund hat es sich der Rechtsvertreter 

der Vorinstanz selbst zuzurechnen, wenn er eine Woche lang keine 

Einschreiben entgegennimmt. Eine Firsterstreckung ist somit weder 

angezeigt noch nötig, weil der Rechtsvertreter der Vorinstanz innert 

der Frist zumindest eine summarisch begründete Vernehmlassung 

eingereicht hat. 

 

4.  

Die Vorinstanz hat dem vorliegenden Rekurs in Bezug auf die Ziffern 3 

bis 6 des angefochtenen Beschlusses die aufschiebende Wirkung ent-

zogen. Die Rekurrentinnen verlangen, dass die aufschiebende Wir-

kung wiederhergestellt werde. 

 

4.1 Der Rekurs hat nach Art. 51 Abs. 1 VRP grundsätzlich aufschie-

bende Wirkung, wenn die Vorinstanz nicht aus wichtigen Gründen die 

Vollstreckbarkeit anordnet. Die Rekursinstanz kann eine gegenteilige 

Verfügung treffen (Art. 51 Abs. 2 VRP). Die aufschiebende Wirkung 

gemäss Art. 51 Abs. 1 VRP bedeutet, dass eine Verfügung oder ein 

Entscheid während dem Lauf einer Rechtsmittelfrist sowie dem (allen-

falls) anschliessenden Rechtsmittelverfahren noch keine Wirkung ent-

faltet. Sie tritt unabhängig von der Zulässigkeit, Gültigkeit oder materi-

ellen Begründetheit des Rekurses – allenfalls unter dem Vorbehalt des 

Rechtsmissbrauchs – ein (T. ZUBER, a.a.O., Art. 51 N 27). Dadurch 

werden Vollzug und Wirksamkeit der Anordnung aufgeschoben. Der 

Grund dafür liegt darin, dass Verfügungen und Entscheide zunächst 

einer justizmässigen Überprüfung unterliegen sollen, bevor sie ver-

bindlich und durchsetzbar werden. Ein Abrücken von diesem Grund-

satz soll deshalb nicht leichthin erfolgen, und der Entscheid über die 

aufschiebende Wirkung erfordert eine einzelfallbezogene Abwägung 

entgegenstehender Interessen. Gemäss Art. 51 Abs. 1 VRP vermögen 

deshalb nur wichtige Gründe einen Entzug der aufschiebenden Wir-

kung zu rechtfertigen. Das Gesetz regelt nicht näher, wann wichtige 

Gründe für den Entzug der aufschiebenden Wirkung gegeben sind. 

Fest steht aber, dass mit dem Inkrafttreten des V. Nachtrags zum VRP 

(nGS 42.55) am 1. März 2007 die Anforderungen an den Entzug der 

aufschiebenden Wirkung verringert worden sind. Als wichtiger Grund 

gilt insbesondere ein öffentliches Interesse, das den sofortigen Vollzug 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 13/16 

 

einer Verfügung gebietet. Auch private Interessen können unter Um-

ständen den Entzug der aufschiebenden Wirkung rechtfertigen. Als 

zulässige öffentliche Interessen gelten Anliegen, die in der Rechtsord-

nung allgemein ausgewiesen sind (zum Beispiel Schutz gefährdeter 

Polizeigüter) oder Gründe, die sich aus der Gesetzgebung ergeben 

und die mit dem Entzug der aufschiebenden Wirkung beschleunigt 

durchgesetzt werden sollen. Das betroffene Interesse ist dann mit den 

allenfalls entgegenstehenden – öffentlichen oder privaten – Interessen 

in Abwägung zu bringen (VerwGE B 2012/96 vom 19. Juni 2012 

Erw. 2). 

 

4.2 Als öffentliche Interessen für den Entzug der aufschiebenden 

Wirkung hinsichtlich der per 1. August 2021 geltenden Massnahmen 

bringt die Vorinstanz zusammengefasst die Einhaltung der Rechtsord-

nung sowie den Gesundheits- und Umweltschutz vor. Die Sachlage 

zeigt sich damit grundsätzlich gleich, wie sie bereits in BDE 

Nr. 11/2021 vom 28. Januar 2021 beurteilt worden ist. Unbestritten 

handelt es sich hierbei bei den genannten Interessen, um gewichtige 

öffentliche – und in Bezug auf den Gesundheitsschutz auch private – 

Interessen. Diesen gewichtigen Interessen steht das private Interesse 

der Rekurrentin 2 an der uneingeschränkten Fortführung ihres Be-

triebs und der Einwand entgegen, wonach der angefochtene Ent-

scheid unter formellen und materiellen Gesichtspunkten rechtswidrig 

sei. Der Eingriff in die rechtmässig erteilte Baubewilligung sei nur im 

Rahmen eines Widerrufs gemäss Art. 28 Abs. 1 VRP möglich. 

 

4.3 Mit Baubewilligung vom 30. September 2015 hat die Vorinstanz 

den Betrieb eines offenen Lagerplatzes für Gerüstbau auf der Teilflä-

che 1 bewilligt. Damit beruht der heutige Betrieb grundsätzlich auf ei-

ner rechtkräftigen Baubewilligung. Betriebszeiten sieht die Baubewilli-

gung nicht vor. Der vorliegend angefochtene Beschluss ändert die 

rechtskräftige Baubewilligung, indem neu Betriebszeiten festgelegt 

werden. Zusätzlich werden Auflagen hinsichtlich Staubemissionen und 

Gewässerschutz gemacht. Die Änderung bzw. der Widerruf von Ver-

fügungen ist in Art. 28 VRP geregelt. Die Änderung setzt – sofern sie 

wie vorliegend zum Nachteil des Betroffenen erfolgt – wichtige öffent-

liche Interessen voraus. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungs-

gerichtes bedeutet dies, dass das öffentliche Interesse an der belas-

tenden Änderung der Verfügung das schutzwürdige Interesse des Be-

troffenen an deren Aufrechterhaltung klar überwiegen muss  

(T. TSCHUMI in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., Art. 28 N 8). Zu-

mal die Änderung einer rechtskräftigen Baubewilligung klar überwie-

gende öffentliche Interessen voraussetzt, muss das private Interesse 

an der vorgängigen Überprüfung der Änderung hoch gewichtet wer-

den.  

 

4.4 Die angeordneten Massnahmen hätten für die Rekurrentin 2 

Nachteile verschiedener Art zur Folge. Die gewässerschutzrechtlichen 

Massnahmen wie auch die Massnahmen zur Reduktion der  

Staubemissionen bedingen eine gewisse Umorganisation. Besonders 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 14/16 

 

stark ins Gewicht fallen die Nachteile in Zusammenhang mit der Ein-

schränkung der Betriebszeiten. Neben der kompletten Umorganisation 

des Betriebs drohen vor allem Auftragsverluste und damit finanzielle 

Einbussen. Weil der Betrieb auf der Teilfläche 1 nicht mehr gleich in-

tensiv genutzt werden kann, drohen eventuell auch Entlassungen. Ins-

gesamt sind die Nachteile der sofortigen Einschränkung der Betriebs-

zeiten als gewichtig zu bezeichnen.  

 

4.5 Das Verwaltungsgericht bestätigte bereits mit Urteil vom 

17. Februar 2021 (B 2020/94), dass keine triftigen Gründe vorliegen, 

um vom Gutachten R.___ AG abzuweichen. Entsprechend kann nicht 

von der Hand gewiesen werden, dass die Rekursgegner durch den 

Lärm Nachteile in psychischer und physischer Hinsicht erfahren könn-

ten. Diese Nachteile sind sicherlich ebenfalls gewichtig und in ihrer 

Auswirkung – jedenfalls subjektiv betrachtet – auch intensiv. Zumal 

aber der Betrieb rechtskräftig bewilligt ist und die Änderung einer Bau-

bewilligung klar überwiegende öffentliche Interessen voraussetzt, ist 

das private Interesse an der vorgängigen Überprüfung der Änderung 

vorliegend höher zu gewichten. Dies umso mehr, als es sich vorlie-

gend bereits um einen länger bestehenden Zustand handelt. Zumin-

dest für die Vorinstanz und die Rekursgegner steht eine übermässige 

Lärmbelastung seit längerer Zeit fest. Das gleiche gilt für die nun neu 

vorgebrachte Staubbelastung sowie die Frage der Entwässerung. Bei-

des wurde bereits im Rekursverfahren betreffend Werkplatzerweite-

rung thematisiert. Dagegen bringt die Vorinstanz vor, dass lediglich 

deshalb zugewartet worden sei, weil sie sich bis zum verwaltungsge-

richtlichen Urteil vom 17. Februar 2021 (B 2020/94) nicht auf das 

Lärmgutachten habe abstützen können. Mit Rechtskraft des Verwal-

tungsgerichtsentscheids bestünden nun kein Zweifel mehr an der 

übermässigen Lärmbelastung. Die Tatsache, dass das verwaltungs-

gerichtliche Beschwerdeverfahren und damit über zwei Jahre mit dem 

Erlass von Sanierungsmassnahmen zugewartet worden ist, deutet – 

entgegen der Ansicht der Vorinstanz wie auch der Rekursgegner 1 – 

gerade nicht auf eine besondere Dringlichkeit hin. Hinzukommt, dass 

im erwähnten verwaltungsgerichtlichen Verfahren lediglich die Ertei-

lung der Baubewilligung für die Werkplatzerweiterung strittig war. Die 

rechtskräftige Erledigung dieses Verfahrens stand somit in keinem di-

rekten Zusammenhang mit konkreten Sanierungsmassnahmen. Dabei 

hätte es der Vorinstanz freigestanden, Sanierungsmassnahmen in ei-

nem separaten Verfahren oder direkt im Bauabschlag zu verfügen. 

Auch dieser Umstand spricht gegen eine besondere Dringlichkeit. 

Kennt eine Behörde einen Zustand und duldet sie diesen über eine 

längere Zeit, bevor sie mittels Verfügung dessen Aufhebung oder Sa-

nierung anordnet, deutet dies auf keine besondere Dringlichkeit hin. 

Dazu kommt, dass einem Rechtsmittel die aufschiebende Wirkung nur 

zurückhaltend entzogen werden soll, wenn die Dringlichkeit darauf zu-

rückzuführen ist, dass die Behörde in Kenntnis der Sachlage (zu) 

lange untätig geblieben ist. Einem Rechtsmittel gegen einen Verwal-

tungsakt, der sich gegen einen länger bestehenden Zustand richtet, ist 

deshalb die aufschiebende Wirkung regelmässig zu belassen bzw. zu 

erteilen. Dies entspricht der überwiegenden Haltung in der Lehre (X. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 15/16 

 

BAUMBERGER, Aufschiebende Wirkung bundesrechtlicher Rechtsmittel 

im öffentlichen Recht, Zürich/Basel/Genf 2006, S. 200). Nach dem Ge-

sagten vermag das gewichtige öffentliche Interesse an der Einhaltung 

der Rechtsordnung und dem Gesundheitsschutz das private Interesse 

der vorgängigen Überprüfung der neu angeordneten Massnahmen 

nicht zu überwiegen. Entsprechend ist das Begehren um Wiederher-

stellung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses gutzuheissen.  

 

5.  

Die Kosten dieses Entscheids verbleiben bei der Hauptsache. 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 52/2021), Seite 16/16 

 

Entscheid 

1.  

a) Das Begehren der A.___ AG und der B.___ AG, Z.___, um 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses wird 

gutgeheissen. 

 

b) Ziffer 8 des Beschlusses Nr. 127 des Gemeinderates Z.___ vom 

1. Juni 2021 wird aufgehoben.  

 

2.  

Die Kosten dieses Entscheids verbleiben bei der Hauptsache. 

 

 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BDE 2021 Nr. 52
	Art. 51 Abs. 1 VRP. Mit dem vorliegenden Entscheid wird vorerst nur über den Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses befunden (Erw. 2). Die öffentlichen und privaten Interessen an der sofortigen Einschränkung der Betriebszeiten des Gerüstbaubetriebs und das private Interesse an der vorgängigen Überprüfung der Einschränkung sind gegeneinander abzuwägen (Erw. 3.2). Zumal der Gerüstbaubetrieb rechtskräftig bewilligt ist und die Änderung der Baubewilligung klar überwiegende öffentliche Interessen voraussetzt, muss das private Interesse an der vorgängigen Überprüfung der Änderung höher gewichtet werden. Dies umso mehr, als es sich vorliegend um einen länger bestehenden Zustand handelt (Erw. 3.5).

		2024-05-26T22:40:20+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen