# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c871fc6-b989-530e-830c-67f791b41101
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-20
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007
**Docket/Reference:** ST.2010.187
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_187_om.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

Entscheid 

20. September 2010 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Sekretärin Nadja Obreschkow 

1.  A,    

2.  B ,    

In Sachen 

gegen 

Rekurrenten/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 

  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A.  Am  1. April  2008  reichten  A  und  B  (nachfolgend  der  bzw.  die  Pflichtige, 

zusammen die Pflichtigen) die Steuererklärung 2007 ein. Darin deklarierten sie bei den 

Abzügen Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens in der Höhe von 

Fr. 11'519.-.  Gemäss  separater  Aufstellung  handelte  es  sich  dabei  insbesondere  um 

Gebühren für die Vermögensverwaltung durch die C sowie um Spesen der D und der 

E  von insgesamt Fr. 15'359.-, wovon die Pflichtigen drei Viertel als abzugsfähige Ver-

mögensverwaltungskosten geltend machten. 

Mit  Einschätzungs-  und  Veranlagungsvorschlag  vom  28. August  2009  stellte 

der  Steuerkommissär  den  Pflichtigen  eine  Herabsetzung  des  Abzugs  für  Vermögens-

verwaltungskosten  auf  Fr. 3'000.-  in  Aussicht  mit  der  Begründung,  dass  bei  ihnen  le-

diglich rund Fr. 932'000.- von Dritten verwaltet würden, wovon pauschal 3  ‰ als Ver-

mögensverwaltungskosten  abzugsfähig  seien.  Für  den  Fall,  dass  Pflichtigen  mit  dem 

Vorschlag nicht einverstanden seien, bitte er sie um Einreichung einer detaillierten Auf-

stellung mit Belegen sämtlicher Kosten – aufgeteilt in abzugsfähige und nicht abzugs-

fähige – für die Vermögensverwaltung pro 2007 und der Gebührenreglemente der ent-

sprechenden  Banken  sowie  um  den  Nachweis  der  Abzugsfähigkeit  der  beantragten 

Vermögensverwaltungskosten.  Darauf  hin  liessen  die  Pflichtigen  mit  Schreiben  vom 

16. September 2008 (recte: 2009) verlauten, sie seien mit der vorgeschlagenen Schät-

zung  der  Vermögensverwaltungskosten  nicht  einverstanden,  da  es  sich  bei  den  ge-

samten ausgewiesenen Kosten um abzugsfähige Kosten der Verwaltung des bewegli-

chen  Privatvermögens  durch  Dritte  handle.  Zudem  erklärten  sie,  falls  nur  eine 

Schätzung  der  abzugsfähigen  Vermögensverwaltungskosten  möglich  sei,  würden  sie 

sich im Sinn eines Kompromisses mit einem Abzug in der Höhe von zwei Dritteln der 

geltend  gemachten  effektiven  Kosten,  also  Fr. 10'239.30,  einverstanden  erklären.  Mit 

Auflage vom 22. September 2009 forderte der Steuerkommissär die Pflichtigen erneut 

zur Einreichung  der  erwähnten Unterlagen auf. Darauf antworteten sie am 9. Oktober 

2009 im Wesentlichen, der Nachweis der Abzugsfähigkeit der ausgewiesenen Vermö-

gensverwaltungskosten erübrige sich, da sie weder den Pauschalabzug von 3 ‰ noch 

effektive nicht abzugsfähige Kosten, sondern lediglich die gemäss Weisung des kanto-

nalen  Steueramts  vom  8. August  2002  abzugsfähigen  Kosten  von  Banken  und  ge-

werbsmässigen  Vermögensverwaltern  geltend  machten.  Zudem  gaben  sie  an,  die  D 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

und die E hätten ihre Gebührenreglemente mit der Steuerbehörde abgestimmt, womit 

davon auszugehen sei, dass die im Steuerverzeichnis der Banken veranschlagten ab-

zugsfähigen Kosten vom kantonalen Steueramt genehmigt worden seien. Weitere Un-

terlagen reichten die Pflichtigen nicht ein. 

Am  23. November  2009  fand  eine  Besprechung  zwischen  dem  Steuerkom-

missär und dem Pflichtigen sowie dessen Vermögensverwalter statt. Die Besprechung 

blieb jedoch ohne Erfolg, da beide Parteien auf ihren Positionen beharrten. Der Steu-

erkommissär setzte daher den Pflichtigen eine Nachfrist zur Einreichung der mit Aufla-

ge vom 22. September 2009 eingeforderten Unterlagen bis 10. Dezember 2009 an. Mit 

E-mail  vom  25. November  2009  legte  der  Vermögensverwalter  der  Pflichtigen  erneut 

deren  Standpunkt  dar,  ohne  jedoch  weitere  Belege  einzureichen.  Am  10. Dezember 

2009 mahnte der Steuerkommissär die Auflage, worauf die Pflichtigen am 18. Dezem-

ber 2009, unter Beilage einer Kopie des E-mails vom 25. November 2009, im Wesent-

lichen erklärten, alle erforderlichen Nachweise seien bereits erbracht. 

Mit  Entscheiden  vom  6. Januar  2010  eröffnete  das  kantonale  Steueramt  den 

Pflichtigen  die  Einschätzung  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2007  mit  einem 

steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 66'900.-  sowie  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

Fr. 1'859'000.- und stellte ihnen für die direkte Bundessteuer 2007 die Veranlagung mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 69'300.- in Aussicht. Dabei schätzte es die ab-

zugsfähigen  Vermögensverwaltungskosten  mangels  hinreichender  Belege  nach 

pflichtgemässem Ermessen auf Fr. 4'000.-. 

Die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  2007  wurde  den  Pflichtigen  mit 

Verfügung  (Steuerrechnung)  der  Dienstabteilung  Bundessteuer  des  kantonalen  Steu-

eramts vom 22. Januar 2010 formell eröffnet. 

B.  Hiergegen  erhoben  die  Pflichtigen  am  2. Februar  2010  Einsprache  und 

beantragten  sinngemäss,  die  von  ihnen  geltend  gemachten  Vermögensverwaltungs-

kosten seien zum Abzug zuzulassen; falls nur eine Schätzung gewährt werden könne, 

sei  der  Abzug  auf  zwei  Drittel  der  ausgewiesenen  effektiven  Kosten  von  Fr. 15'359.-, 

also auf Fr. 10'239.30, festzusetzen. Mit Entscheiden vom 27. Mai 2010 wies das kan-

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

tonale  Steueramt  die  Einsprachen  ab  mit  der  Begründung,  dass  die  Abzugsfähigkeit 

der geltend gemachten Kosten nach wie vor nicht nachgewiesen sei. 

C.  Mit  Rekurs  bzw.  Beschwerde  vom  25. Juni  2010  wiederholten  die  Pflichti-

gen ihren Einspracheantrag. Neben anderen, in den Akten des kantonalen Steueramts 

bereits vorhandenen Unterlagen reichten sie mit dem Rekurs erstmals eine Kopie des 

Vermögensverwaltungsauftrags  der  C  sowie  Preislisten  der  D  und  der  E für  Vermö-

gensverwaltungsaufträge ein. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  28. Juli  2010  auf  kostenfällige  Abwei-

sung der Rechtsmittel.  

Auf das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung im Einschätzungs- und Einspra-

cheverfahren  und  die  Vorbringen  der  Parteien  wird – soweit  rechtserheblich – in  den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a)  Bei  beweglichem  Privatvermögen  können  die  Kosten  der  Verwaltung 

durch  Dritte  (vom  Reineinkommen)  abgezogen  werden  (§ 30  Abs. 1  des  Steuerge-

setzes  vom  8. Juni  1997  [StG]  sowie  Art. 32  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  di-

rekte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990  [DBG]).  Nicht  abzugsfähig  sind  Kosten 

und  Aufwendungen  für  die  Anschaffung,  Herstellung  oder  Wertvermehrung  von  Ver-

mögensgegenständen (§ 33 lit. d StG und Art. 34 lit. d DBG). 

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  Vermögensverwaltung  ist  enger  als  der 

Begriff  des  allgemeinen  Sprachgebrauchs.  Unter  ihn  fallen  alle  tatsächlichen  oder 

rechtlichen,  nicht  als  Unterhalt  zu  qualifizierenden  Handlungen,  die  im  Rahmen  der 

Bewirtschaftung von Vermögensgegenständen erforderlich sind und der Sicherung und 

Erhaltung  des  ertragbringenden  Vermögens  dienen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 30 N 14 StG mit 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

Hinweisen, auch zum Folgenden sowie Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 32 

N 17 DBG). Abziehbar sind demnach insbesondere Depot-, Schrankfach- und Safege-

bühren, Kosten für die Erstellung von Wertschriftenverzeichnissen (Steuerverzeichnis) 

sowie  von  Rückforderungs-  und  Anrechnungsanträgen  für  ausländische  Quellensteu-

ern und Inkassospesen (vgl. auch ASA 67, 477). Dagegen sind Kosten für Finanz- und 

Anlageberatung,  für  Vermögensumlagerung,  Finanzierungskosten,  Entschädigungen 

für Treuhandanlagen und Provisionen für den Erwerb oder die Veräusserung von Ver-

mögenswerten nicht als Vermögensverwaltungskosten abziehbar (vgl. dazu auch lit. C 

der  Weisung  des  kantonalen  Steueramts  über  die  Abzugsfähigkeit  der  Kosten  für  die 

Verwaltung  von  Wertschriften  des  Privatvermögens  vom  8. August  2002  [ZStB I 

Nr. 18/701],  nachfolgend  Weisung).  Kosten  der  Anlageberatung  im  Besonderen  die-

nen – wie das Bundesgericht in ständiger Praxis erkannt hat (ASA 71, 44 = StR 2000, 

515) – dem  Erwerb  bzw.  der  Veräusserung  von  Vermögensgegenständen  und  nicht 

primär  der  Werterhaltung,  sondern  der  Wertvermehrung.  Solche  Aufwendungen  sind 

nach § 33 lit. d StG bzw. Art. 34 lit. d DBG nicht abzugsfähig. Aber auch wenn mit der 

Vermögensberatung  keine  Wertvermehrung  bezweckt  wird,  können  die  Kosten  der 

Anlageberatung nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, sofern die Bera-

tung  zur  Hauptsache  auf  Erwerb  bzw.  Verkauf  und  nicht  auf  das  Halten  des  Vermö-

gens, das den steuerbaren Ertrag generiert, ausgerichtet ist (Peter Locher, Kommentar 

zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 32 N 11). Denn diesfalls liegen Aufwendungen für die An-

schaffung  und  Veräusserung  von  Vermögensgegenständen  vor,  die  nach  § 33  lit. d 

StG bzw. Art. 34 lit. d DBG nicht abzugsfähig sind. 

Abziehbar sind sodann lediglich Auslagen, die dem Steuerpflichtigen aus der 

Besorgung  der  Verwaltung  durch  Dritte  wie  beispielsweise  Banken,  Treuhänder  oder 

sonstige  Vermögensverwalter  erwachsen.  Wenn  der  Steuerpflichtige  die  Verwaltung 

seines  Vermögens  selber  besorgt,  kann  er  keinen  Abzug  beanspruchen  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 15 StG bzw. Art. 32 N 13 f. DBG).  

c)  Vermögensverwaltungskosten  sind  als  steuermindernde  Umstände  vom 

Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1987 Nr. 35, auch zum Folgenden). 

Der Steuerpflichtige hat somit nicht bloss die Kosten als solche, sondern auch die für 

die  Abzugsfähigkeit  aufgrund  der  genannten  Voraussetzungen  sprechenden  Tatsa-

chen  zu  beweisen.  Dazu  hat  er  spätestens  im  Rekurs-/Beschwerdeverfahren  die  Ab-

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

züge durch eine substanziierte Sachdarstellung zu behaupten und hierfür beweiskräfti-

ge Unterlagen einzureichen oder zumindest entsprechende Beweismittel anzubieten.  

Kann  der  Steuerpflichtige  zwar  nachweisen,  dass  ihm  Kosten  für  die  Vermö-

gensverwaltung  durch  Dritte  entstanden  sind,  umfassen  die  Tätigkeiten  des  Dritten 

aber auch betraglich nicht ausgeschiedene Handlungen, die über die allgemeine Ver-

waltungstätigkeit  hinausgehen,  kann  er  gemäss  langjähriger,  heute  in  der  Weisung 

festgeschriebener Praxis für die durch Dritte verwalteten Wertschriften (nicht jedoch für 

Darlehen  oder  Bankguthaben  aller  Art  wie  Sparhefte,  Bankkonten  oder  Festgeldanla-

gen) einen Pauschalabzug in der Höhe von 3 ‰ des Steuerwerts dieser Wertschriften, 

maximal jedoch Fr. 6'000.- (entsprechend einem Depotwert von Fr. 2'000'000.-), bean-

spruchen.  Macht  der  Steuerpflichtige  höhere  Abzüge  geltend,  hat  er  aufgrund  der  er-

wähnten Beweislastverteilung sowohl die tatsächlich bezahlten Kosten für die Vermö-

gensverwaltung als auch deren Zugehörigkeit zur Kategorie der abzugsfähigen Kosten 

im Sinn von § 30 Abs. 1 StG bzw. Art. 32 Abs. 1 DBG nachzuweisen. Hat er bei Leis-

tung  des  entsprechenden  Nachweises  praktische  Schwierigkeiten,  indem  er  z.B.  we-

gen der mit dem Vermögensverwalter vereinbarten Pauschalabgeltung die auf die An-

lagetätigkeit  entfallenden  Kosten  nicht  beziffern  kann,  hat  er  dies  selber  zu  vertreten 

(StRK III, 18. Mai 1995 = StE 1996 B 24.7 Nr. 1; StRK IV, 14. Dezember 1994 = ZStP 

1995; StRK I, 19. April 1994, I 7/1994; vgl. zum Ganzen auch Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter, § 30 N 21 StG mit Hinweisen). 

Die  Weisung  gilt  zwar  nur  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern,  sie  wird  je-

doch  in  der  Einschätzungspraxis – mangels  entsprechender  Weisung  der  Eidgenössi-

schen Steuerverwaltung  – auch bei der direkten Bundessteuer angewandt. 

2. a)  Vorliegend  weisen  die  Pflichtigen  für  die  Steuerperiode  2007  Vermö-

gensverwaltungskosten  von  insgesamt  Fr. 15'359.-  aus,  von  denen  sie  grundsätzlich 

mindestens drei Viertel als abzugsfähig erachten. Bei den Kosten handelt es sich ins-

besondere  um  Gebühren  für  die  Vermögensverwaltung  durch  die  C  (insgesamt 

Fr. 11'784.20) sowie um Kontospesen der  D und der E (letztere sind  mit Fr. 24.40 in-

des  vernachlässigbar).  Die  Pflichtigen  vertreten  die  Ansicht,  diese  Kosten  seien  alle-

samt abzugsfähig, da die bezahlten Dienstleistungen im Rahmen der Bewirtschaftung 

von Vermögensgegenständen erforderlich seien und der Sicherung und Erhaltung des 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 7 - 

Kapitals  dienten.  Die  Vermögenserträge,  deren  Höhe  (ca.  2%)  im  Übrigen  unterstrei-

che,  dass  keine  Wertvermehrung  angestrebt  wurde,  seien  ihnen  zur  Bestreitung  des 

Lebensunterhalts  periodisch  überwiesen  worden.  Somit  würden  keine  Kosten  geltend 

gemacht, die gemäss Weisung nicht abzugsfähig seien.  

Diese  Aussagen  wurden  indes  weder  im  Einschätzungs-  und  Einsprachever-

fahren noch vor der Rekurskommission mit entsprechenden Belegen untermauert. Die 

Rechnungen  der  C  geben  lediglich  Aufschluss  über  die  Höhe  der  bezahlten  Verwal-

tungsgebühren, wobei der mit Rekurs bzw. Beschwerde erstmals eingereichte Vermö-

gensverwaltungsauftrag  verdeutlicht,  dass  diese  Gebühren  pauschal,  unter  Berück-

sichtigung  der  verwalteten  Vermögenswerte,  festgelegt  werden.  Es  lässt  sich  somit 

nicht feststellen, für welche Dienstleistungen der C die Gebühren im Einzelnen entrich-

tet wurden. Genauso verhält es sich auch mit den Vermögensverwaltungsgebühren der 

D. Die Pflichtigen halten dafür, sie hätten mit ihren schriftlichen und mündlichen Erklä-

rungen  im  Einschätzungs-  und  Einspracheverfahren  ausreichend  begründet,  dass  es 

sich  bei  den  geltend  gemachten  Kosten  um  abzugsfähige Aufwendungen  handle  und 

diese  Kosten  insbesondere  mit  den  eingereichten  Rechnungen  der  C  belegt.  Dabei 

verkennen  sie  jedoch,  dass  sie  gemäss  obigen  Ausführungen  sowohl  die  tatsächlich 

bezahlten Kosten für die Vermögensverwaltung durch Dritte als auch deren Zugehörig-

keit zur Kategorie der abzugsfähigen Kosten  zu beweisen haben. Da aber sowohl die 

C als auch die D gemäss den eingereichten Verwaltungsaufträgen an sich  auch Leis-

tungen erbringen, deren Kosten steuerlich nicht abzugsfähig sind und diese Leistungen 

zusammen  mit  den  Vermögensverwaltungshandlungen  pauschal  vergütet  werden,  ist 

grundsätzlich  davon  auszugehen,  dass  die  von  den  Pflichtigen  bezahlten  Gebühren 

ebenso abzugsfähige wie auch nicht abzugsfähige Kosten beinhalten. Mithin hätten die 

Pflichtigen die Abzugsfähigkeit der geltend gemachten Kosten anhand einer detaillier-

ten  Aufstellung  der  erbrachten  Leistungen  und  der  dafür  bezahlten  Gebühren  sowie 

entsprechender Belege nachweisen müssen. Dies haben sie indes bis jetzt nicht getan. 

Insbesondere enthalten die Quartalsrechnungen der  C keine Darstellung der erbrach-

ten Leistungen und kann aufgrund des darin verwendeten Tarifs (0,7% p.a.) nicht ein-

fach geschlossen werden, die fakturierten Gebühren seien vollumfänglich abzugsfähig. 

Mithin ist nach wie vor unklar, in welchem Umfang die ausgewiesenen Kosten tatsäch-

lich  abzugsfähig  sind.  Dass  der  geforderte  Nachweis  aufgrund  der  vereinbarten  Pau-

schalabgeltungen  allenfalls  praktische  Schwierigkeiten  bereitet,  haben  die  Pflichtigen 

im Übrigen selber zu vertreten. 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
- 8 - 

Schliesslich  bleibt  anzumerken,  dass  die  Pflichtigen  auch  ihre  weitere  Be-

hauptung, die Banken  hätten die Abzugsfähigkeit ihrer in den Steuer- bzw. Depotver-

zeichnissen aufgeführten Kosten vom kantonalen Steueramt genehmigen lassen, nicht 

nachgewiesen haben.  

b) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Pflichtigen den Beweis für die Ab-

zugsfähigkeit  der  geltend  gemachten  effektiven  Vermögensverwaltungskosten  nicht 

erbracht  haben.  Erwiesen  ist  lediglich,  dass  ihnen  tatsächlich  Kosten  für  die  Vermö-

gensverwaltung durch Dritte erwachsen sind, womit ihnen grundsätzlich der Pauschal-

abzug von 3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschriften zusteht. Da 

sie gemäss den Akten in der Steuerperiode 2007 über Wertschriften im Wert von rund 

Fr. 932'500.- (Total  von Fr. 1'527'031.- gemäss  Wertschriften-  und Guthabenverzeich-

nis  abzüglich  Bankkonti  und  Festgeldanlagen  im  Wert  von  Fr. 594'502.-)  verfügten, 

beläuft sich dieser Pauschalabzug auf rund Fr. 2'800.-. Indes bleibt zu prüfen, ob sich 

vorliegend  ausnahmsweise  ein  höherer  Abzug  im  Sinn  einer  Schätzung  nach  pflicht-

gemässem Ermessen rechtfertigt. 

3. a)  Hat  ein  Steuerpflichtiger  trotz  Mahnung  seine  Verfahrenspflichten  nicht 

erfüllt  oder  können  die  Steuerfaktoren  mangels  zuverlässiger  Unterlagen  nicht  ein-

wandfrei  ermittelt  werden,  so  nimmt  die  Steuerbehörde  gemäss  § 139  Abs. 2  Satz  1 

StG  bzw.  Art. 130  Abs. 2  Satz  1  DBG  die  Einschätzung  bzw.  die  Veranlagung  nach 

pflichtgemässem  Ermessen  vor.  Diese  Bestimmungen  setzen  einen  Untersuchungs-

notstand  voraus,  der  im  Regelfall  dadurch  verursacht  wird,  dass  der  Steuerpflichtige 

trotz  formgültiger  Mahnung  seinen  Mitwirkungspflichten  mit  Bezug  auf  die  Ermittlung 

der für die Einschätzung massgeblichen Tatsachen nicht oder nur unvollständig nach-

gekommen  ist.  Eine  Verfahrenspflichtverletzung  gemäss  § 139  Abs. 2  StG  bzw. 

Art. 130 Abs. 2 DBG liegt namentlich vor, wenn der Steuerpflichtige seine bedeutends-

te Mitwirkungspflicht, nämlich diejenige zur Einreichung der Steuererklärung (Deklara-

tionspflicht),  nicht  erfüllt,  wenn  er  trotz  entsprechender  Aufforderung  Tatsachen  gar 

nicht oder nur mangelhaft substanziiert behauptet oder den vom Gesetz vorgesehenen 

Beweisleistungspflichten  nicht  nachkommt.  Ein  diesbezügliches  Verschulden  ist  nicht 

vorausgesetzt.  

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 9 - 

Die Nichterfüllung von Mitwirkungspflichten hinsichtlich steuermindernder Tat-

sachen – z.  B.  bei  einem  vom  Steuerpflichtigen  geltend  gemachten  Abzug – führt  im 

Normalfall  nicht  zu  einer  Ermessenseinschätzung  sondern  dazu,  dass  zuungunsten 

des  beweisbelasteten  Steuerpflichtigen  angenommen  wird,  diese  Tatsachen  hätten 

sich  nicht  verwirklicht  und  gestützt darauf  der  in  Frage  stehende  Abzug  nicht  berück-

sichtigt  wird  (Martin  Zweifel,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Band I/1,  2. A.,  2002,  Art. 46  N 30  StHG  mit  Hinweisen,  auch  zum  Folgenden;  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 139 N 61 ff StG bzw. Art. 130 N 42 ff DBG mit Hinweisen, 

je auch zum Folgenden). Ausnahmsweise ist jedoch auch bezüglich steuermindernder 

Tatsachen  eine  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen.  Dies  ins-

besondere dann, wenn das Bestehen einer steuermindernden Tatsache erwiesen, aber 

deren Höhe ungewiss ist. In einem solchen Fall wäre es sachwidrig und willkürlich, den 

entsprechenden Abzug mangels genügender Substanziierung gänzlich zu verweigern; 

vielmehr muss dessen Höhe nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt werden. 

b) Eine zu Recht ergangene Ermessenseinschätzung bzw. -veranlagung kann 

der Steuerpflichtige laut § 140 Abs. 2 StG bzw. Art. 132 Abs. 3 DBG einzig wegen of-

fensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Diese Norm beinhaltet eine Kognitionsbeschrän-

kung der Prüfungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessensein-

schätzung  bzw.  -veranlagung  nur  aufheben,  wenn  sie  sich  als  offensichtlich  falsch 

erweist  (so  im  Ergebnis  Martin  Zweifel,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuer-

recht, Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 130 N 33 DBG). 

4. a) Vorliegend haben die Pflichtigen trotz entsprechender Auflage/Mahnung 

des  Steuerkommissärs  vom  22. September/10. Dezember  2009  die  Abzugsfähigkeit 

der  geltend  gemachten  Vermögensverwaltungskosten  nicht  durch  geeignete  Belege 

nachgewiesen,  wodurch  sie  ihrer  Mitwirkungspflicht  im  Einschätzungsverfahren  nicht 

nachgekommen sind. Da es sich aber um den Nachweis einer steuermindernden Tat-

sache  handelte,  hätte  diese  Verfahrenspflichtverletzung  grundsätzlich  nicht  eine  (par-

tielle)  Ermessenseinschätzung,  sondern  die  Nichtberücksichtigung  der  in  Frage  ste-

henden  Tatsache  zur  Folge,  vorliegend  also  eine  Beschränkung  des  Abzugs  für 

Vermögensverwaltungskosten  auf  den  Pauschalabzug  von  3  ‰.  Indes  hatten  die 

Pflichtigen mit den eingereichten Unterlagen immerhin nachgewiesen, dass ihnen aus 

der Vermögensverwaltung durch Dritte  tatsächlich  Kosten in der Höhe von insgesamt 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 10 - 

Fr. 15'359.-  entstanden  sind,  und  davon  auszugehen  war,  dass  deren  abzugsfähiger 

Teil  den  Pauschalabzug  von  vorliegend  rund  Fr. 2'800.-  übersteigt.  Unter  diesen  Um-

ständen  rechtfertigte  es  sich,  ihnen  diesen  Abzug  zu  gewähren,  und  dessen  Höhe 

nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen. Dies hat denn das kantonale Steueramt 

auch  getan,  indem  es  den  Abzug  für  Vermögensverwaltungskosten  auf  Fr. 4'000.- 

schätzte. Bei diesem Betrag handelt es sich nämlich nicht – wie die Pflichtigen offenbar 

annehmen – um den Pauschalabzug, sondern eben um den nach Ermessen geschätz-

ten  abzugsfähigen  Teil  der  effektiven  Vermögensverwaltungskosten.  Damit  stellt  sich 

vorliegend  einzig  noch  die  Frage,  ob  sich  diese Schätzung als  offensichtlich  unrichtig 

erweist.  

b) Nachdem die Pflichtigen in der Steuererklärung einen Abzug von drei Vier-

teln  der  gesamten  ausgewiesenen  Vermögensverwaltungskosten  (=  Fr. 11'519.22) 

geltend  gemacht  hatten,  erklärten  sie  im  anschliessenden  Einschätzungsverfahren, 

falls  nur  eine  Schätzung  der  abzugsfähigen  Vermögensverwaltungskosten  gewährt 

werden könne, würden sie sich mit einem Kompromiss von zwei Dritteln der effektiven 

Kosten  von  Fr. 15'359.-,  entsprechend  Fr. 10'239.30  einverstanden  erklären.  Daran 

hielten sie im Laufe des Einschätzungsverfahrens sowie auch in der Einsprache und im 

Rekurs bzw. in der Beschwerde fest.  

Eine  derartige  Schätzung  entbehrt indes  jeglicher  Grundlage.  Wie  bereits  er-

wähnt,  ist  aus  den  vorhandenen  Unterlagen  nicht  ersichtlich,  für  welche  konkreten 

Leistungen die ausgewiesenen Kosten von Fr. 15'359.- angefallen sind, sodass davon 

auszugehen ist, dass in diesem Betrag neben abzugsfähigen Vermögensverwaltungs-

kosten insbesondere auch nicht abzugsfähige Aufwendungen wie Entschädigungen für 

Finanz-  und  Anlageberatung,  Transaktionskosten,  Emmissionsabgaben,  Vermögens-

umlagerungskosten  etc.  enthalten  sind.  Dies  umso  mehr,  als  bei  den  Pflichtigen  ge-

mäss Steuerauszügen der D im Jahr 2007 zahlreiche Wertschriftentransaktionen statt-

gefunden haben, die eben solche Kosten verursachen. Dass diese nicht abzugsfähigen 

Aufwendungen lediglich einen Drittel der gesamten ausgewiesenen Kosten ausmachen 

sollen, während die restlichen zwei Drittel – nota bene rund 1.1 % des Steuerwerts der 

durch  Dritte  verwalteten  Wertschriften – abzugsfähige  Vermögensverwaltungskosten 

darstellen,  scheint  fragwürdig.  Demgegenüber  hat  das  kantonale  Steueramt  die  ab-

zugsfähigen Aufwendungen auf gut einen Viertel der gesamten ausgewiesenen Kosten 

und rund 4.3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschriften geschätzt, 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 11 - 

was unter den gegebenen Umständen durchaus vertretbar erscheint. Immerhin haben 

es die Pflichtigen selbst zu verantworten, dass sie den Nachweis der Abzugsfähigkeit 

der geltend gemachten Kosten nicht erbracht haben, weshalb der ihnen gewährte, den 

Pauschalabzug  um  mehr  als  einen  Drittel  übersteigende  Abzug  im  Ergebnis  nicht  zu 

beanstanden ist. Auf jeden Fall erweist sich die Schätzung des kantonalen Steueramts 

nicht als offensichtlich unrichtig. 

Mithin muss es beim Abzug  von Fr. 4'000.- für Vermögensverwaltungskosten 

sein Bewenden haben. 

5.   Nach  alledem  sind  die  Einspracheentscheide  des  kantonalen  Steueramts 

zu bestätigen, was  zur Abweisung  des Rekurses und der Beschwerde führt. Die  Ver-

fahrenskosten  sind  ausgangsgemäss  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (§ 151  Abs. 1  StG 

und Art. 144 Abs. 1 DBG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

1 ST.2010.187 
1 DB.2010.137