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**Case Identifier:** 695653ee-e14a-5880-bb0d-e3c13a6cf529
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.04.2021 200 2019 797
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-797_2021-04-28.pdf

## Full Text

200 19 797 IV
KNB/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. April 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. September 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich, nachdem ein erstes Leistungsgesuch mit Verfügung vom 
30. April 2013 abschlägig beschieden worden war, im September 2014 
unter Hinweis auf Finger-, Ellbogen- und Fussbeschwerden erneut bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV [act. II] 1, 64 f.). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor; insbe-
sondere holte sie eine Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) ein (act. II 90 S. 4). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(act. II 91-94) und Rücksprache mit dem RAD (act. II 101 S. 2 f.) verneinte 
die IVB mit Verfügung vom 13. April 2016 (act. II 102) einen Rentenan-
spruch bei einem Invaliditätsgrad von 28 %.

Im Oktober 2017 gelangte die Versicherte abermals mit einem Leistungs-
gesuch an die IVB, wobei sie angab, unter erhöhtem Hirndruck mit Schädi-
gung der Sehnerven, Osteoporose, Asthma, Abnützungserscheinungen an 
diversen Gelenken, einem Zustand nach Magenbypass und einer depressi-
ven Episode zu leiden (act. II 109). Die IVB tätige wiederum Abklärungen 
erwerblicher und medizinischer Art; insbesondere holte sie Berichte der 
behandelnden Ärzte ein (act. II 121-123) und nahm mehrfach Rücksprache 
mit dem RAD (act. II 118, 125, 134). Mit Vorbescheid vom 29. März 2018 
(act. II 135) stellte sie die Ablehnung eines Rentenanspruchs bei einem 
Invaliditätsgrad von 32 % in Aussicht. Hiermit zeigte sich die Versicherte 
nicht einverstanden (act. II 139, 141), worauf die IVB auf Empfehlung des 
RAD (act. II 144) eine polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS 
veranlasste (Gutachten vom 9. November 2018, inkl. Teilgutachten; 
act. II 158.1-158.8). Nach Rückfragen bei den Gutachtern (act. II 163-167) 
kündigte die IVB mit neuem Vorbescheid vom 15. März 2019 (act. II 169) 
die Verneinung eines Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 
34 % an. Dagegen erhob die Versicherte wiederum Einwand (act. II 173). 
Mit Verfügung vom 20. September 2019 (act. II 175) verneinte die IVB ent-
sprechend dem Vorbescheid einen Rentenanspruch.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 22. Oktober 2019 hat die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, Beschwerde erhoben und beantragt, die Ver-
fügung vom 20. September 2019 sei aufzuheben und ihr sei rückwirkend 
ab 1. April 2018 eine IV-Viertelsrente zuzusprechen. Gleichzeitig hat sie um 
unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als 
amtliche Anwältin ersucht.

In der Beschwerdeantwort vom 13. November 2019 hat die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde geschlossen.

Mit Verfügung vom 21. November 2019 hiess der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsan-
wältin B.________ als amtliche Anwältin gut.

Mit Eingabe vom 26. November 2019 nahm die Beschwerdeführerin zur 
Beschwerdeantwort Stellung. Die Eingabe wurde am Folgetag der Be-
schwerdegegnerin zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. September 2019 
(act. II 175). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG).

2.2.1 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht ge-
sagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 
353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggra-
vation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 S. 
287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 6

2.2.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von In-
dikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue 
Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 
87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine 
Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch 
auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 

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33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich 
die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begrün-
deten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesu-
chen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 8

lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung von Oktober 2017 
(act. II 109) eingetreten und hat den Rentenanspruch materiell geprüft, 
womit die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 
108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeit-
raum zwischen der rentenablehnenden Verfügung vom 13. April 2016 
(act. II 102) und der Verfügung vom 20. September 2019 (act. II 175) eine 
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeig-
net ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen 
Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.4 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 13. April 2016 (act. II 102) basierte in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. 
C.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 26. Januar 
2016 (act. II 90 S. 4 ff.). Sie führte darin als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit beidseitige Verletzungen des Innenmeniskus am Knie, 
aktuell eine mögliche Epicondylitis rechts, radiologisch eine foraminale 
Stenose C6 und C7 links, ein leichtes Lungenemphysem bei Asthma und 
COPD bei chronischer Raucherin seit Jahren (act. II 90 S. 9), einen Status 
nach Operation bei Fussdeformität 2004 und 2010 sowie eine beginnende 
Coxarthrose rechts auf. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein 
Alkoholmissbrauch und ev. zusätzlich weitere illegale Suchtmittel, ein Sta-
tus nach Adipositas permagna, eine Osteopenie, im Verlauf viele Frakturen 
(Radius, Nasenbein, Endophalanx Grosszehe links), Distorsionen (Knie 
links und rechts) und Kontusionen (Thorax, Knie, Hüfte, Rücken, Ellbogen 
und Unterschenkel). Der Versicherten seien leichte Arbeiten bis 10 kg, 
ausnahmsweise bis 15 kg zumutbar, allerdings ohne sehr häufiges repetiti-
ves Heben und Tragen von solchen Gewichten. Zu etwa 2/3 der Arbeitszeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 9

(insgesamt) sollten die Gewichte nicht über 5 kg liegen. Gehen auf unebe-
nem Boden sollte ebenfalls nur selten vorkommen. Arbeiten mit hoher 
Druckanwendung in den Händen (z.B. unter viel Druck mit einem Lappen 
scheuern oder Schrauben anziehen und lösen) sollten ebenfalls vermieden 
werden, desgleichen Arbeitspositionen, bei welchen der Kopf stark gedreht 
gehalten werden müsse. Werde das alles beachtet, so sei die Arbeit ganz-
tags zumutbar. Es könne eine Pausenzeit von insgesamt maximal 
10 min./Std. Arbeit gewährt werden (jeweils 3 x am Morgen und am Nach-
mittag), also 1 Std. zur Erholung nach einzelnen anstrengenden Positionen 
oder Krafteinsätzen (entsprechend 12.5 %). Bei überwiegend sehr leichten 
Arbeiten könne auf solche Pausen verzichtet werden (act. II 90 S. 10). 

3.3 Zum Gesundheitszustand sowie der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
seit der Verfügung vom 13. April 2016 (act. II 102) ist den Akten im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 20. Juni 2016 (act. II 122 
S. 10 f.) diagnostizierte Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie, eine 
beidseitige Papillenexkavation und einen Status nach morbider Adipositas. 
In der durchgeführten neurosonologischen Untersuchung zeige sich ein 
Normalbefund der hirnversorgenden Gefässe extra- und intrakraniell 
(act. II 122 S. 10). Hinweise auf eine assoziierte vaskuläre Pathologie als 
Ursache bestünden keine. Am 4. März 2017 stellte Dr. med. E.________ 
zusätzlich fleckförmige T2-hyperintense Signalalterationen fest (act. II 122 
S. 8). Nach einer Liquorpunktion vom 23. März 2017 (act. II 122 S. 4) er-
wähnte er im Bericht vom 24. März 2017 (act. II 122 S. 4), in der durchge-
führten Liquoranalyse zeige sich als Hauptbefund ein erhöhter Liquordruck. 
Hier sei von einer idiopathischen intrakraniellen Hypertension auszugehen. 
Ein Druck von 23 cm Wasser sei aber zu wenig erhöht, als dass er eine 
Papillenexkavation erklären könne. Es bestehe die Hypothese, dass im 
Rahmen der früheren morbiden Adipositas der Liquordruck noch mehr er-
höht gewesen sei und zur Papillenexkavation geführt habe. Nun nach er-
folgter deutlicher Gewichtsabnahme handle es sich wahrscheinlich zumin-
dest teilweise um ein Residuum. Allerdings sei der Druck schon noch er-
höht, so dass der Kopfschmerz hiermit zusammenhängen könne. Am 
1. April 2017 berichtete der Neurologe weiter, in der durchgeführten Li-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 10

quoranalyse zeigten sich normale Befunde. Die Zellenzahl sei normal, Pro-
tein sei nur gering (unspezifisch) erhöht und Laktat sei im Normbereich und 
eine Neuroborreliose sei ausgeschlossen. Damit ändere sich nichts an der 
Einschätzung vom 23. März 2017 (act. II 122 S. 3).

3.3.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, nannte im Bericht der Psychiatrischen Dienste des Spitals G.________ 
vom 12. Dezember 2017 (act. II 121) als Diagnosen eine posttraumatische 
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine Dysthymia (ICD-10 F34.1) und 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.1) bei Status nach 
Traumatisierung (ICD-10 Z62; act. II 121 S. 5). Die Traumatisierung habe 
tiefe Spuren in der Persönlichkeitsstruktur hinterlassen. Da die körperlichen 
Diagnosen teilweise irreversibel seien, sei eine signifikante Verbesserung 
des psychischen Befindens nicht zu erwarten. Die bestehenden psychiatri-
schen Diagnosen beeinflussten sich gegenseitig und erschwerten die The-
rapierbarkeit. Gleichzeitig zeige sich, dass langsame Fortschritte zu errei-
chen seien in Richtung weniger destruktiven Verhaltens. Dies führe aller-
dings erst langfristig zu einer eventuellen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
(act. II 121 S. 7).

3.3.3 Im Bericht des RAD vom 12. März 2018 (act. II 134 S. 3 ff.) führte 
Dr. med. H.________, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie und Psy-
chotherapie, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit akte-
nanamnestisch ein Residuum bei idiopathischer intrakranieller Hypertensi-
on (ICD-10 G93.2) bei Status nach Adipositas mit mehrfachen bariatrischen 
Operationen auf. Als Diagnosen ohne Auswirkungen nannte sie eine psy-
chische Verhaltensstörung durch Alkohol (ICD-10 F10.1/2; aktuell Absti-
nenz), eine psychische Verhaltensstörung durch Cannabinoide (ICD-10 
F12.1/2, aktuell Abstinenz), aktenanamnestisch eine posttraumatische Be-
lastungsstörung (DD: Anpassungsstörung ICD-10 F43.2), aktenanamnes-
tisch eine Dysthymia (ICD-10 F34.1), aktenanamnestisch eine kombinierte 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0), ein Glaukom, Astigmatismus, My-
opie, Presbyopie, einen Status nach multiplen bariatrischen Operationen 
bei Adipositas permagna, ein Asthma und COPD bei Nikotinabhängigkeit, 
eine foraminale Stenose C6 und C7 links, eine beginnende Coxarthrose 
rechts, eine Osteopenie, einen Status nach medialer Teilmeniskektomie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 11

rechts, einen Status nach Epicondylitis rechts, einen Status nach Operation 
bei Fussdeformität rechts 2004 und 2010, einen Status nach intraartikulärer 
Radiusfraktur links, einen Status nach Nasenbeinfraktur, einen Status nach 
Fraktur Endphalanx Grosszehe links, einen Status nach Kniedistorsion 
beidseits und einen Status nach Hüftkontusion links (17. Februar 2014). 
Das Zumutbarkeitsprofil bestehe unverändert zu dem bereits in der RAD-
Stellungnahme vom 26. Januar 2016 formulierten Leistungsprofil mit Er-
gänzung gewisser qualitativer Einschränkungen. Der Versicherten sei eine 
leichte angepasste Tätigkeit ganztags bei maximal 20%-iger Leistungs-
minderung aufgrund der Dekonditionierung zumutbar. Folgende qualitative 
Einschränkungen sollten beachtet werden: Kein Zeitdruck, keine häufig 
wechselnden Arbeitszeiten, ausreichend Möglichkeit zu Pausen, kein Zu-
griff auf Noxen, keine andauernde PC-Tätigkeit, kein Heben, Bewegen und 
Tragen von schweren Lasten, kein Gehen auf unebenem Boden, keine 
Tätigkeit mit hoher Druckanwendung der Hände, keine Tätigkeit mit der 
Notwendigkeit der extremen Seitwärtsbewegung des Kopfes (act. II 134 
S. 4).

3.3.4 In der hausärztlichen Stellungnahme vom 10. April 2018 
(act. II 139) diagnostizierte Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin, (summarisch) ein Asthma bronchiale, eine morbide Adipo-
sitas (BMI max. 45.8 kg/m2), eine distale intraartikuläre Radiusfraktur links, 
ein mittelschweres rechtsbetontes Karpaltunnelsyndrom beidseits, Fuss-
schmerzen beidseits, eine Läsion Hinterhorn medialer Meniskus und eine 
Teilruptur des medialen Kollateralbandes (Sturz am 28. Juni 2008), eine 
Boden- und Deckplattenimpression LWK2 (Osteopenie), eine Kniekontusi-
on und -Distorsion rechts sowie Hüftkontusion links (Sturz am 21. April 
2012), eine Distorsion Dig. IV rechte Hand (18. Februar 2014), eine Epicon-
dylitis links, degenerative Veränderungen mit signifikanter Stenosierung der 
Neuroforamina C6 und C7 links, eine Coxarthrose beidseits linksbetont bei 
Impingement, eine Papillenexkavation beidseits mit Optikusschädigung 
(DD Niederdruckglaukom, DD zentrale Ursache), vorbestehende unspezifi-
sche Marklagerläsionen frontal rechts (seit Juli 2006), weitere fleckförmige 
Marklagerläsionen, ein Impingement linke Schulter (PASTA- und SLAP-
Läsion) und rezidivierende depressive Episoden (act. II 139 S. 4 f.). Es 
bestünden schwere chronische Probleme im Bereich mehrerer grosser 

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Organsysteme, insbesondere dem Magendarmtrakt, der Lunge, des Bewe-
gungsapparates, des zentralen Nervensystems und der Psyche. Es handle 
sich um einen klassischen Fall des Prinzips, dass „das Ganze mehr als die 
Summe der Einzelteile sei“ und die einzelnen Probleme einen „überadditi-
ven“ Effekt auf die Gesamtleistungsfähigkeit hätten. Er empfehle zur Fest-
legung der Leistungsfähigkeit ein umfassendes Gutachten (act. II 139 S. 2).

3.3.5 Am 29. Mai 2018 berichtete Dr. med. F.________, die im Bericht 
vom 12. Dezember 2017 genannten Diagnosen (posttraumatische Belas-
tungsstörung, Dysthymia, kombinierte Persönlichkeitsstörung) hätten wei-
terhin Bestand. Der Fall sei so komplex, dass es nicht vertretbar sei, einen 
versicherungsmedizinischen Entscheid rein aufgrund der Aktenlage vorzu-
nehmen, sondern nur eine Begutachtung könne einen realistischen und 
objektiven Einblick in das Erleben und die Wahrnehmung der Patientin er-
bringen, welche durch die vorliegenden psychischen Störungen beeinflusst 
sei (act. II 141).

3.3.6 Im Gutachten der J.________ AG (MEDAS) vom 9. November 
2018 (act. II 158.1 [interdisziplinäre Gesamtbeurteilung]) wurden folgende 
Diagnosen gestellt (act. 158.1 S. 9 f.):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

- Beschwerden am rechten Fuss im Sinne von Schmerzen (ICD-10 M25.57) bei 
Knick-/Senk-/Spreizfuss (ICD-10 M21.61) nach mehreren komplexen Eingriffen, in-
klusive Arthrodese im Bereich des Vorfusses (ICD-10 Z98.1); konsekutiv Entwick-
lung von deutlichen Arthrosen im MTP l- sowie im Lisfranc-Gelenk

- Coxarthrose beidseits, linksbetont (ICD-10 M16.6), bei femoroacetabulärem Im-
pingement vom gemischten Typ (ICD-10 M24.85) und Coxa profunda beidseits 

- Impingement-Symptomatik an beiden Schultergelenken (ICD-10 M74.4) bei MRI-
mässig nachgewiesener SLAP- und PASTA-Läsion links (ICD-10 M24.11)

- Chronisches lumbovertebrales Syndrom (ICD-10 M54.5) bei Status nach Fraktur 
von LWK2 (Ätiologie unklar, Osteopenie?, traumatisch?)

- Chronisches Zervikobrachialsyndrom (ICD-10 M54.82) bei degenerativen Verände-
rungen ossärer (ICD-10 M47.82) und diskogener (ICD-10 M50.3) Art

- Mittelschwere COPD, GOLD 2B (ICD-10 J44.82)
o mittelschwere irreversible obstruktive Ventilationsstörung
o anhaltendes Zigarettenrauchen (geschätzt 35 py) 

- Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) 
- Belastung, nicht andern Orts klassifizierbar (ICD-10 Z73.3) im Rahmen der Trau-

matisierung der vergangenen Jahrzehnte 
DD Anpassungsstörung mit depressiver Episode bei Status nach traumatischer 
Vergangenheit
DD andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 13

- Verdacht auf benigne intrakranielle Hypertension mit Kopfschmerz, möglicherweise 
auch Spannungskopfschmerz mit psychosomatischem Hintergrund und Verdacht 
auf medikamenteninduzierten Kopfschmerz

- Zervikobrachialgie links bei Neuroforamenstenose HVVK 5/6/7 links mit möglicher 
radikulärer Irritation C6 links

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

- Beginnende beidseitige Gonarthrose, zurzeit rechtsbetont, bei Status nach Arthro-
skopie mit Teilmeniskektomie medial beidseits; Instabilitätsbeschwerden 

- Belastungsabhängige Schmerzen am linken Fuss nach Hallux valgus-Operation 
mit mässiggradigen Arthrosen im MTP I- und im Lisfranc‘ Gelenk 

- Persistierende Beschwerden im Bereich beider Vorderarme bei Epicondylopathia 
humeri radialis beidseits, links operiert 

- Beginnende Dupuytren-Kontraktur beidseits, rechtsbetont 
- Klinisch OSG-Arthrose rechts 
- Karpaltunnelsyndrom beidseits ohne sensomotorische Defizite des N. Medianus 
- Lumboischialgie links mit Verdacht auf pseudoradikuläre Schmerzausstrahlung 
- Epicondylitis humeri radialis beidseits ohne Hinweis für manifestes oder latentes 

Supinatorsyndrom
- Asymptomatische T2-hyperintense Signalalterationen im MRI Schädel vom 

01.03.2017 unklarer Genese 
- Morbide Adipositas, initial 45.8 kg/m2, 135 kg, 172 cm

o Gastric-Banding 03/2002 
o Re-Banding 04/2003 
o Zweites Re-Banding 07 /2007 
o Bandintoleranz mit Status nach mehrmaligen Hyperrestriktionen und kon-

sekutiven Bandentlastungen 
o Status nach eventuell Band-assoziierten Pneumonien und pulmonalen 

Blutungen 
o Status nach zirkumferenziellem Bodylift 09/2005 
o Status nach Umwandlung zum laparoskopischen Roux-Y-Magenbypass 

Lönroth-Typ, 75 cm biliopankreatisch, 150 cm alimentär 11.03.2015, un-
mittelbar präoperatives Gewicht 94 kg

Im orthopädischen Teilgutachten hielt Dr. med. K.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
fest, die unteren Extremitäten wiesen eine deutliche Einschränkung auf. 
Rechts seien es der Fuss sowie das Kniegelenk, links das Knie- und das 
Hüftgelenk. Die oberen Extremitäten seien vermindert belastbar, es könn-
ten keine kraftvollen Bewegungen gegen Widerstand und keine Bewegun-
gen oberhalb der Horizontalebene ausgeübt werden. Im Bereich des Ach-
senskeletes sei eine Osteopenie nachgewiesen, zudem zeige sich auch 
eine Impressionsfraktur auf Höhe LWK2 (act. II 158.2 S. 12). Es zeige sich 
also, dass am Bewegungsapparat Einschränkungen bestünden, die, da sie 
sich sowohl auf das Achsenskelett und alle vier Extremitäten ausdehnten, 
gesamthaft zweifellos Einschränkungen bedingten, jedoch auch zweifellos 
eine leidensangepasste Tätigkeit, wenn auch in reduziertem Ausmass, er-
laubten. Die Arbeitsfähigkeit in der aktuell ausgeübten Tätigkeit als ..., wel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 14

che als körperlich zeitweise mittelschwer anzusehen sei, betrage knapp 
70 %. Da den Unterlagen nicht entnommen werden könne, dass es in den 
letzten Jahren aus orthopädischer Sicht zu einer relevanten Verschlechte-
rung des Gesundheitszustands gekommen sei, habe diese Einschätzung 
bereits zum Zeitpunkt der IV-Anmeldung im 2017 Gültigkeit. Die leidensan-
gepasste Tätigkeit müsse folgende Bedingungen enthalten: wechselbelas-
tend, körperlich leicht bis selten mittelschwer (Heben und Tragen bis 
höchstens 10 kg, selten bis 15 kg), keine Zwangspositionen der Wirbelsäu-
le, der Kniegelenke (kein Abknien, Kauern oder Hocken), der Ellbogenge-
lenke und der Schultergelenke, namentlich keine Überkopfarbeiten, keine 
repetitiven Bewegungen in den Handgelenken, keine Zwangspositionen im 
Bereich der HWS, kein Absolvieren längerer Gehstrecken, kein Überwin-
den von Höhendifferenzen wie Treppen, Leitern oder Gerüsten 
(act. II 158.2 S. 13). In einer derart angepassten Tätigkeit sei eine Arbeits-
fähigkeit von 80 % gegeben (act. II 158.2 S. 14).

Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte 
im psychiatrischen Teilgutachten aus, es stehe eine kombinierte Persön-
lichkeitsstörung mit abhängigen, emotional-instabilen/impulsiven sowie 
ängstlich vermeidenden Anteilen (ICD-10 F61.0) bei Status nach Traumati-
sierung im Vordergrund (act. II 158.3 S. 14). Bei stabiler Somatik könne 
beim aktuellen psychischen Zustand, in welchem regelmässig Medikamen-
te eingenommen und regelmässig verlässlich an psychotherapeutischen 
Sitzungen teilgenommen werde, bei prognostisch schlechter Ausgangsla-
ge, von einem «schlechten, bestmöglichen Zustand» ausgegangen wer-
den. Beziehe sich die angestammte Tätigkeit auf einen Bereich auf dem 
freien Arbeitsmarkt mit grossem Kundenverkehr, vorausgesetzter hoher 
Konzentrationsfähigkeit und nur regulärer Pausen, läge die Arbeitsfähigkeit 
bei 50 %. Die angepasste Tätigkeit beziehe sich auf den sozialen Bereich 
mit frei wählbaren Pausen. In dieser Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit 
von 60 % (act. II 158.3 S. 13).

Im pneumologischen Teilgutachten erwähnte Dr. med. M.________, Fach-
arzt für Pneumologie, es liege eine reine COPD, derzeit im Gold-Stadium 
2B bei anhaltendem Zigarettenrauchen vor (act. II 158.4 S. 5). Aufgrund 
der deutlich eingeschränkten Ventilationsreserve könne die Versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 15

mittelschwere oder gar schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr aus-
führen; ein sofortiger Nikotinstop wäre nötig (act. II 158.1 S. 8). Die … sei 
mit intermittierend mittelschwerer, gelegentlich sogar schwerer Arbeit zu 
assoziieren. Unter dieser Bedingung resultiere eine Einschränkung der 
Leistung von 50 % und des Zeitpensums von etwa 40 %, integral also eine 
Arbeitsfähigkeit von 40 %. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig-
keit – körperlich nur noch leichte Arbeiten in schadstoffarmer Umgebung – 
sei 70 %. Geschätzt dürften diese Arbeitsfähigkeiten seit zwei bis drei Jah-
ren im beschriebenen Ausmass kompromittiert sein (act. II 158.4 S. 9).

Dr. med. N.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte im 
internistischen Teilgutachten aus, initial habe eine morbide Adipositas (BMI 
von 45.8 kg/m2) bestanden. Nach mehreren Gastric banding-Operationen 
sei im Jahr 2015 eine Umwandlung zu einem Roux-Y-Magenbypass vorge-
nommen worden mit seitdem stabilem Gewicht von rund 80 kg (act. II 158.5 
S. 6). Aus allgemein-internistischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit 
(act. II 158.5 S. 7).

Im neurologischen Teilgutachten hielt Dr. med. O.________, Facharzt für 
Neurologie, fest, eine zervikoradikuläre Kompression bestehe nicht. Mög-
lich seien radikuläre aber auch pseudoradikuläre Schmerzabstrahlungen 
bei HWS-Degeneration. Bei Möglichkeit cervikoradikulärer Brachialgien 
entstünden qualitative Leistungseinschränkungen für Tätigkeiten mit ver-
stärkter Belastung der HWS. Trotz der berichteten, belastungsabhängigen 
Rückenschmerzen zeigten sich keine Befunde für eine lumboradikuläre 
Kompression, denn es lägen keine sensomotorischen Ausfälle oder Re-
flexabschwächungen vor (act. II 158.6 S. 8). Auch bei möglichem Bestehen 
einer benignen intrakraniellen Hypertension (leichter) Ausprägung ergäbe 
sich keine Minderung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter, jedoch leichtgradig 
in angestammter Tätigkeit, da es sich dabei um eine körperlich teils schwe-
re Tätigkeit handle. Hinweise für eine geistige Leistungsminderung bestün-
den klinisch-neurologisch nicht (act. II 158.6 S. 9). Das Karpaltunnelsyn-
drom beidseits sei oligosymptomatisch. Bei der körperlich belastenden 
Tätigkeit in der Alten- bzw. Behindertenpflege bestehe eine Minderung der 
Arbeitsfähigkeit auf 70 % (zeitliche Präsenz erhalten, Minderung der Leis-
tungsfähigkeit um 30 %). In einer angepassten Tätigkeit könne die Versi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 16

cherte 100 % tätig sein (weder Minderung der zeitlichen Präsenz noch der 
Leistungsfähigkeit). Diese Einschätzung gelte auch weitgehend retrospek-
tiv. Vermieden werden müssten häufig mittelschwere oder schwere Tätig-
keiten, solche mit ständig erhobenen Armen oder den Armen über Kopf 
sowie in Kopfzwangsposition (act. II 158.6 S. 12). 

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum 
Schluss, für eine mittelschwere oder schwere körperliche Arbeit bestehe 
eine volle Arbeitsunfähigkeit. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit als ... sei laut 
Schilderung der Probandin als körperlich zeitweise mittelschwer anzuse-
hen. Aus polydisziplinärer Sicht bestehe dort eine 60 %-ige Arbeitsfähig-
keit. Die globale Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei sicher 
seit zwei Jahren eingeschränkt. Die leidensangepasste Tätigkeit müsste 
aus polydisziplinärer Sicht folgende Bedingungen erfüllen: Wechselbelas-
tend, körperlich leicht bis selten mittelschwer (Heben und Tragen bis 
höchstens 10 kg, selten bis 15 kg), keine Zwangspositionen der Wirbelsäu-
le, der Kniegelenke (kein Abknien, Kauern oder Hocken), der Ellbogenge-
lenke und der Schultergelenke, namentlich keine Überkopfarbeiten, keine 
repetitiven Bewegungen in den Handgelenken (um einer Epicondylopathie 
vorzubeugen), keine Zwangspositionen im Bereich der HWS, kein Absol-
vieren längerer Gehstrecken, kein Überwinden von Höhendifferenzen wie 
Treppen, Leitern oder Gerüsten und genügend Pausen (act. II 158.1 S. 11). 
Auf Nachfrage der Verwaltung führten die Gutachter der MEDAS am 
21. Februar 2019 aus, in der aktuellen Tätigkeit als ... bestehe aus polydis-
ziplinärer Sicht eine 60 %-ige Arbeitsfähigkeit. Diese Tätigkeit sei als ange-
passt anzusehen. Somit ergäbe sich polydisziplinär keine Änderung an der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (act. II 167).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 17

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.5 Das Gutachten der MEDAS vom 9. November 2018 (inklusive Teil-
gutachten [act. II 158.1-158.8] und Antwort auf Rückfrage der Verwaltung 
vom 21. Februar 2019 [act. II 167]) erfüllt die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens ge-
stellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor). Die darin enthaltenen Feststel-
lungen beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in Kenntnis der Vorakten 
sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen wor-
den. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Ge-
sundheitszustand werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich be-
gründet. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes erfolgte unter Einbe-
zug sämtlicher hier relevanten medizinischen Fachdisziplinen und beruht 
auf kongruenten Einschätzungen anlässlich eines Konsensgesprächs (vgl. 
act. II 70.1 S. 2 und S. 26 ff.). Insoweit kommt dem Gutachten (inkl. Teil-
gutachten) voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die 
Beweiskraft wird im Übrigen auch von der Beschwerdeführerin nicht bestrit-
ten. Demnach besteht aus interdisziplinärer Sicht für eine leidensangepass-
te (körperlich leichte bis selten mittelschwere) Tätigkeit eine Arbeitsfähig-
keit von 60 % seit mindestens November 2016 (zwei Jahre vor Gutach-
tenserstellung; act. II 158.1 S. 11, act. II 167 S. 1), wobei in der Fachdiszi-
plin Orthopädie eine solche von 80 % (act. II 158.2 S. 14), in derjenigen der 
Pneumologie eine solche von 70 % (act. II 158.4 S. 9), in denjenigen der 
Allgemeinen Inneren Medizin und Neurologie solche von je 100 % 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 18

(act. II 158.5 S. 7, act. II 158.6 S. 12) und in derjenigen der Psychiatrie eine 
solche von 60 % (act. II 158.3 S. 13) besteht. Ferner hat der neurologische 
Gutachter überzeugend dargelegt, dass sich das neurologische Zustands-
bild seit der Verfügung vom 13. April 2016 (act. II 102) verändert hat, indem 
infolge des erhöhten Hirndrucks im Rahmen des Auftretens eines dringen-
den Verdachts auf eine benigne intrakranielle Hypertension eine Verminde-
rung der körperlichen Belastbarkeit eingetreten ist (act. II 158.6 S. 13). Das 
beweiskräftige Gutachten belegt damit auch eine veränderte gesundheitli-
che Situation und damit einen Revisionsgrund, weshalb eine allseitig freie 
Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen hat (vgl. E. 2.4 in fine hiervor).

4.

Vorab ist festzuhalten, dass die somatische Beurteilung unbestritten ist. 
Hingegen geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die von psychia-
trischer Seite her attestierten Einschränkungen (act. II 158.3 S. 11 ff.) – da 
diese anhand der Standardindikatorenprüfung nicht als überwiegend wahr-
scheinlich erstellt seien – unberücksichtigt zu bleiben hätten (act. II 169 
S. 3 f., act. II 175 S. 3, Beschwerdeantwort S. 2 f. Rz. 6). Streitig und zu 
klären ist damit nachfolgend die IV-Relevanz der erhobenen psychischen 
Störungen (kombinierte Persönlichkeitsstörung [ICD-10 F61.0] und Belas-
tung im Rahmen der Traumatisierung der vergangenen Jahrzehnte, nicht 
andern Orts klassifizierbar [ICD-10 Z73.3]; act. II 158.1 S. 9, 158.3 S. 11) 
und dabei insbesondere die Massgeblichkeit der gutachterlich attestierten 
psychischen Einschränkung in rechtlicher Hinsicht. 

Mit Blick auf die Vorbringen in Beschwerde – wonach die Aufsplittung der 
interdisziplinär festgehaltenen Arbeitsfähigkeit und die Indikatorenprüfung 
für die psychisch bedingten Beeinträchtigungen nicht sachgerecht sei (S. 4) 
– ist darauf hinzuweisen, dass gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, anhand des strukturierten normati-
ven Prüfungsrasters (mit einem Katalog von Indikatoren) zu erfolgen hat 
(vgl. E. 2.2.4 hiervor). Sodann ist es rechtsprechungsgemäss nicht allein in 
der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 19

Arztpersonen, abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwal-
tung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte 
Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit 
(bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Die Frage, ob und in welchem 
Umfang die Feststellungen in einem medizinischen Gutachten anhand der 
rechtserheblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen las-
sen, ist rechtlicher Natur und damit frei überprüfbar. Darum kann aus recht-
licher Sicht von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in 
einer Expertise abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert gänz-
lich einbüsste. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen Beur-
teilung noch eine gerichtliche Kompetenzanmassung, sondern es ist not-
wendige Folge des rein juristischen Charakters der sozialversicherungs-
rechtlichen Begriffe von Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit und Invalidität (Ent-
scheid des Bundesgerichts vom 25. Juni 2018, 8C_74/2018, E. 5.1). Dem-
entsprechend sind die gutachterlich festgestellten psychischen Leiden für 
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dem strukturierten Beweisverfahren zu 
unterziehen. 

4.1 Bezüglich der vom psychiatrischen Gutachter gestellten Diagnosen 
sind die klassifikatorischen Vorgaben (vgl. E. 2.2.2 hiervor) eingehalten. In 
seinem Gutachten zeigt er auch keine Diskrepanzen im Sinne eines Aus-
schlussgrundes nach BGE 131 V 49 (vgl. E. 2.2.3 hiervor) auf, insbesonde-
re hat er keinen Hinweis für eine bewusste Aggravation oder gar eine Si-
mulation festgestellt (act. II 158.3 S. 13 Ziff. 7.3). Nachdem die Prüfung der 
ersten Ebene somit einen invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht 
ausschliesst, hat auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren 
die ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren 
Leistungsvermögens zu erfolgen (vgl. E. 2.2.4 hiervor).

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.):

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes: 

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 20

hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Der psychiatrische Gutachter bezeichnete den aktuellen Ge-
sundheitszustand der Beschwerdeführerin zwar als schlecht (act. II 158.3 
S. 13 Ziff. 7.3). Bei dessen Untersuchung fielen jedoch die diagnoserele-
vanten Befunde insgesamt gering ausgeprägt aus. Der psychiatrische Be-
fund war bis auf die im Rahmen der Thematik "psychischer und physischer 
Gewalt durch den Ex-Ehemann (2008 bis 2012)" sowie der gelegentlich 
auftretenden Energie-, Freud- und Appetitlosigkeit sowie dem geltend ge-
machten gelegentlichen Gedankenkreisen als unauffällig beschreiben wor-
den (act. II 158.3 S. 7 f. Ziff. 4.3). Hinzu kommt, dass – entgegen dem gut-
achterlich erhobenen Befund – die Traumatisierungen im Rahmen der 
häuslichen Gewalt nicht in der zweiten Ehe (2008-2012; recte: act. II 72) 
stattgefunden haben, sondern während der ersten Ehe (1988-2008). Sie 
liegen somit schon lange Zeit zurück und wurden anfänglich als Status 
nach Anpassungsstörung diagnostiziert (vgl. Bericht von Dr. med. 
F.________ vom 15. September 2015; act. II 87 f.). Zudem beruhen die 
weiteren als belastend aufgeführten Befunde einzig auf den subjektiven 
Angaben der Beschwerdeführerin. Sodann wirken sich die diagnosespezifi-
schen Befunde und Symptome der diagnostizierten kombinierten Persön-
lichkeitsstörung mit abhängigen, selbstunsicheren und emotional instabilen 
Anteilen (bspw. Störung der Impulskontrolle, Abhängigkeit gegenüber an-
deren Personen/Unterordnung; vgl. hierzu auch DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 279 ff.), überwiegend im privaten Bereich aus, im Sinne von 
(früheren) Konflikten mit den ehemaligen Partnern, den Eltern und der 
Schwester (vgl. act. II 158.3 S. 9). Indessen zeitigen sie gemäss dem gut-
achterlichen Zumutbarkeitsprofil in einer adaptierten Tätigkeit, insbesonde-
re der privaten Personenpflege mit beschränktem Personenverkehr oder 
der Hauspflege von einzelnen Personen (act. II 158.3 S. 13 f. Ziff. 8.2 und 
8.4), keine wesentlichen Auswirkungen. Ausserdem liegen, wie den Aus-
führungen des Gutachters zu entnehmen sind, zahlreiche Belastungsfakto-
ren (Arbeitslosigkeit, fehlende berufliche Perspektive, angespannte finanzi-
elle Situation) vor, die zur Zuweisung für die psychotherapeutische Be-
handlung führten und dort therapeutisch angegangen wurden (act. II 158.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 21

S. 12, 14). Unter diesen Umständen fällt somit eine aus den psychischen 
Leiden herrührende (jedenfalls) schwere Beeinträchtigung ausser Betracht, 
zumal die Beschwerdeführerin auch in der Lage ist, eine an … erkrankte 
Person drei bis vier Stunden pro Tag … (act. II 153.3 S. 5 Ziff. 3.2.7), ihren 
Alltag zu ordnen, in einer Wohngemeinschaft zu leben, die Wohnungs-, 
Haus-, Wäsche und Kleiderpflege (ausgenommen kraftaufwändige Tätig-
keiten; act. II 158.1 S. 12) zu verrichten und verschiedenen Freizeitbe-
schäftigungen (Fotografieren, Schreiben, Zeichnen, Baden, mehrmals täg-
lich Spazieren mit dem Hund) nachzugehen (act. II 153.3 S. 5 f. 
Ziff. 3.2.10).

4.2.1.2 Weiter ist auf Verlauf und Ausgang von Therapien und 
Eingliederungsmassnahmen (und damit auf den jeweiligen Erfolg bzw. die 
Resistenz) als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad 
einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.): Zur Behandlung führte 
der psychiatrische Experte aus, die Beschwerdeführerin befinde sich 
derzeit in psychotherapeutischer Behandlung. Nach kurzzeitigem 
Unterbruch der Therapie sei die Wiederaufnahme im Jahr 2016 erfolgt. Bei 
anfänglichen Vertrauensproblemen bezüglich medikamentöser Therapie, 
hätten dennoch im weiteren Verlauf antidepressive Versuche durchgeführt 
werden können. Auf eine teilstationäre Behandlung habe sich die 
Beschwerdeführerin nicht einlassen können (act. II 158.3 S. 12); dies 
deutet auf einen (falls überhaupt) nicht besonders grossen Leidensdruck 
hin. Unter diesen Umständen erweisen sich die Behandlungsoptionen als 
noch nicht ausgeschöpft bzw. eine Behandlungsresistenz ist nicht ausge-
wiesen. Daran ändert nichts, dass der Gutachter prognostisch kaum eine 
weitere Verbesserung erwartet (act. II 158.3 Ziff. 14) und die behandelnde 
Psychiaterin in ihrer Stellungnahme vom 25. September 2019 ausführt, 
Persönlichkeitsstörungen würden lege artis höchstens mit stationären Kri-
seninterventionen bzw. vor allem ambulant behandelt (act. II 177 S. 37). 
Nicht gefolgt werden kann sodann der Beschwerdeführerin, dass kaum 
Behandlungserfolge auszuweisen seien (Beschwerde S. 5), hielt doch der 
psychiatrische Experte fest, seit April 2016 habe sich psychisch eine Ge-
sundheitszustandsverbesserung gezeigt. Dies habe dazu geführt, dass sich 
die Beschwerdeführerin soweit selbstbewusst gefühlt habe, um eine zweite 
Arbeitsstelle als … anzutreten (act. II 158.3 S. 14 Ziff. 8.4 Frage 2). Weiter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 22

gab die Beschwerdeführerin in Bezug auf die berufliche Tätigkeit bzw. Ein-
gliederung an, die aktuelle Tätigkeit in Form der … gefalle ihr, diese könne 
sie sich auch in Zukunft vorstellen (act. II 158.3 S. 6 Ziff. 3.2.12), womit 
auch keine Eingliederungsresistenz vorliegt.

4.2.1.3 Die bisherigen Kriterien der psychiatrischen Komorbidität und 
körperlichen Begleiterkrankung wurden zu einem einheitlichen Indikator 
zusammengefasst. Relevant ist die Gesamtbetrachtung der 
Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens 
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.3 S. 301). Die Gutachter der MEDAS haben in ihrer 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung – trotz langer Diagnoseliste 
(act. II 158.1 S. 9 f.) – keine Wechselwirkungen beschrieben. Sodann 
hielten sie im Rahmen der Begründung der Gesamtarbeitsfähigkeit fest, 
dass auch keine Addition der in den einzelnen Fachbereichen attestierten 
Arbeitsunfähigkeiten erfolge (act. II 158.1 S. 11 Ziff. 4.9.). Inwiefern sich die 
diagnostizierten Leiden gegenseitig beeinflussen, wie vom Hausarzt 
vorgebracht, begründet dieser weder in der Stellungnahme vom 10. April 
2018 (act. II 139) noch in derjenigen nach Verfügungserlass vom 27. Sep-
tember 2019 (act. II 177 S. 41). Die Anmerkungen, wonach "das Ganze 
mehr als die Summe der Einzelteile sei", die einzelnen Probleme einen 
"überadditiven" Effekt auf die Gesamtleistung hätten und die multiplen Ein-
schränkungen von verschiedenen Organsystemen in ihrer kumulativen Be-
einflussung berücksichtigt werden müssten, genügt nicht. Massgebende 
Wechselwirkungen sind damit – wie erwähnt – nicht ausgewiesen.

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin an einer kombinierten 
Persönlichkeitsstörung leidet (act. II 158.1 S. 9 f. Ziff. 4.2.1 und 4.4). Es ist 
ihr aber dennoch möglich, eine mehrstündige Arbeitstätigkeit in der … 
auszuüben (act. II 153.3 S. 5 Ziff. 3.2.7). Schliesslich wurden auch im 
psychiatrischen Untersuchungsbefund keine Hinweise für ungenügende 
Konzentration und Aufmerksamkeit, formale oder inhaltliche Denkstörun-
gen, Sinnestäuschungen, Wahrnehmungsstörungen oder Ich-Störungen 
beschrieben (act. II158.3 S. 7 Ziff. 4.3), sodass insgesamt von erhaltenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 23

persönlichen Ressourcen auszugehen ist, wie auch die vielfältigen Frei-
zeitaktivitäten zeigen.

4.2.3 Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) ist 
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer Wohngemeinschaft mit 
einem Mitbewohner lebt (act. II 158. 3 S. 5). Dem neurologischen 
Gutachter teilte sie mit, sie habe zwei bis drei gute Bekannte und einen 
sehr guten Freund, wobei sie zu allen häufig Kontakt habe (act. II 158.6 
S. 5 oben). Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter erwähnte sie, sie 
habe eine Freundin, empfinde aber nicht die Notwendigkeit für mehr 
Freundschaften; anfänglich habe sie alleine nur schwer leben können, jetzt 
geniesse sie aber die aktuelle Situation und die Lebenseinstellung, sich 
selber die nächste zu sein (act. II 158.3 S. 5 Ziff. 3.2.8). Die 
Beschwerdeführerin machte damit zwar anlässlich der Begutachtung 
teilweise unterschiedliche Angaben. Von einem (generellen bzw. alle 
Lebensbereiche betreffenden) sozialen Rückzug kann aber – mit Blick auf 
die geschilderte (von ihr gewählte) Situation – in keiner Weise gesprochen 
werden. Diesbezüglich ergibt sich, wie die Beschwerdegegnerin in der 
Beschwerdeantwort (S. 3) zutreffend ausführte, dass selbst wenn nicht 
mehr viele soziale Beziehungen bestehen, die Beschwerdeführerin keinen 
Leidensdruck verspürt – sondern die Situation (nach eigenen Angaben) 
vielmehr geniesst.

4.3 Beweisrechtlich (mit-)entscheidend ist die Kategorie Konsistenz. 
Darunter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303). 

4.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 
E. 4.4.1 S. 303 f.) äusserte sich der psychiatrische Gutachter nicht explizit. 
Dem psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS kann jedoch entnommen 
werden, dass die Beschwerdeführerin neben der beruflichen Tätigkeit 
vielfältigen Aktivitäten nachgeht, so bspw. Baden, Spazieren mit dem Hund 
(mehrmals täglich), Lesen, Fotografieren, Schreiben bzw. Zeichnen 
(act. II 158.3 S. 5 f.). Weiter wurde darin vermerkt, dass sowohl 
aktenanamnestisch als auch im Gespräch keine Einschränkungen bei der 
Haushaltführung ausgewiesen seien (act. II 158.3 S. 14 Ziff. 8.4 Frage 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 24

Anlässlich der neurologischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin 
an, sie stehe meist schon um 05:15 Uhr auf und richte sich her. Die Ar-
beitseinsätze in der … seien zwei bis vier Mal pro Woche zu unterschiedli-
chen Zeiten und Dauer. Wenn sie zu Hause sei, meist gegen 08:00 Uhr, 
frühstücke sie nicht regelmässig; vormittags beschäftige sie sich mit dem 
Haushalt. Sie könne alle Arbeiten ausführen mit Ausnahme von schwere-
ren Tätigkeiten. Sie erledige einmal pro Woche zusammen mit ihrem Woh-
nungspartner den Einkauf. Mittags esse sie oft nichts oder nur eine Kleinig-
keit. Mittags ruhe sie sich aus, schlafe aber nicht. Am Nachmittag beschäf-
tige sie sich mit Lesen, Musik hören, gehe aber auch Spazieren, was sie 
mit dem Hund sowieso mehrfach täglich mache. Sie sei auch gerne im Gar-
ten oder halte Kontakt zu ihren Bekannten, rufe diese auch teilweise an. 
Die Hauptmalzeit nehme sie am Abend ein; meistens gehe sie gegen 20:00 
Uhr ins Bett, insbesondere, wenn sie früh aufgestanden sei, sonst auch 
später (act. II 158.6 S. 5 Ziff. 3.2.10). Mithin steht das von der 
Beschwerdeführerin geschilderte Aktivitätsniveau in deutlichem 
Widerspruch zu der vom psychiatrischen Gutachter attestierten 40 %-igen 
Einschränkung bzw. einer bloss 60 %-igen Arbeitsfähigkeit in der dem 
Leiden angepassten Tätigkeit (act. II 158.3 S. 13 Ziff. 8.2); die 
beschriebenen ausgedehnten ausserberuflichen Aktivitäten und erhaltenen 
Fähigkeiten übersteigen die bei einer psychisch bedingten 40 %-igen 
Arbeitsunfähigkeit zu erwartenden Aktivitäten deutlich und sind insoweit 
inadäquat. Dass diese Aktivitäten, wie sowohl von der Psychiaterin 
Dr. med. F.________ als auch der Beschwerdeführerin postuliert 
(act. II 177 S. 37, Beschwerde S. 5), teils alleine ausgeübt werden, ändert 
am Missverhältnis und der entsprechenden Inkonsistenz im Vergleich zur 
geltend gemachten bzw. psychiatrisch attestierten beruflichen Einschrän-
kung nichts.

4.3.2 Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 
281 E. 4.4.2 S. 304) spricht grundsätzlich für einen gewissen Leidensdruck, 
doch bestehen hierbei (ebenfalls) Inkonsistenzen dahingehend, dass pha-
senweise Unterbrüche in der Behandlung bestanden haben, die Beschwer-
deführerin sich nicht auf eine teilstationäre Behandlung hat einlassen kön-
nen bzw. einlassen wollen (vgl. act. II 158.3 S. 12 Ziff. 7.2) und erst seit 
Mitte November 2018 wieder in fachärztlicher, d.h. psychiatrischer Behand-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 25

lung bei Dr. med. F.________ steht (act. II 177 S. 37). In Anbetracht des-
sen ist nicht von einer besonderen Ausgeprägtheit des Leidensdrucks aus-
zugehen.

4.4 Wenngleich die Indikatoren der Ausprägung der diagnoserelevan-
ten Befunde und Symptome sowie der Komplex Persönlichkeit allenfalls für 
eine gewisse funktionelle Einschränkung bzw. eine gewisse Ressourcen-
hemmung sprechen, stehen die übrigen Komplexe der psychiatrischerseits 
attestierten Arbeitsunfähigkeit entgegen. In der Gesamtbetrachtung sind 
die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten psychischen Beeinträchtigung anhand der Standardindikatoren 
mithin nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, weshalb das Vorliegen 
eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens vorliegend zu 
verneinen ist bzw. auf jeden Fall nicht als die somatisch ausgewiesenen 
Einschränkungen additiv steigernd berücksichtigt werden kann. Vor diesem 
Hintergrund ist auf die attestierte Arbeitsunfähigkeit, soweit diese mit psy-
chischen Funktionseinbussen begründet wird, aus rechtlicher Optik nicht 
abzustellen. 

4.5 Aufgrund des Dargelegten sind somit für die Invaliditätsbemessung 
(vgl. E. 5 hiernach) einzig die somatischen Beschwerden bzw. Leistungs-
einschränkungen massgebend. Nach den beweiskräftigen gutachterlichen 
Einschätzungen besteht sowohl aus internistischer wie auch neurologischer 
Sicht in einer angepassten (körperlich leichten bis selten mittelschweren) 
Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit (act II 158.5 S. 7, 158.6 S. 12; vgl. 
E. 3.5 hiervor). Hingegen besteht seit (mindestens) zwei Jahren aus or-
thopädischer Sicht in einer entsprechenden Tätigkeit (einzig) eine solche 
von 80 % (act. II 158.2 S. 13 f.) bzw. aus pneumologischer Sicht eine sol-
che von 70 % (act. II 158.4 S. 8). Beim Zusammentreffen verschiedener 
Gesundheitsbeeinträchtigungen überschneiden sich deren erwerbliche 
Auswirkungen in der Regel, sodass eine blosse Addition der mit Bezug auf 
einzelne Funktionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsun-
fähigkeitsgrade nicht zulässig ist (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 2. Oktober 2013, 8C_548/2013, E. 5.2.2). Mit Blick auf diese Recht-
sprechung leuchtet ein, dass gemäss den Gutachtern der MEDAS bei der 
Beurteilung der Gesamtarbeits(un)fähigkeit keine Addition der in den ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 26

zelnen somatischen Fachrichtungen attestierten Arbeitsunfähigkeiten zu 
erfolgen hat (act. II 158.1 S. 11 Ziff. 4.9). Dies zumal sich auch die beiden 
Zumutbarkeitsprofile der orthopädischen bzw. pneumologischen Fachrich-
tung (act. II 158.2 S. 13 f., 158.4 S. 8) mit Blick auf die leistungseinschrän-
kenden Pausen in gleicher Weise und damit nicht additiv auswirken bzw. 
übereinstimmen. Damit ist hinsichtlich der Gesamtarbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit auf die aus pneumologischer Sicht attestierte Ar-
beitsfähigkeit von 70 % abzustellen und auf dieser Grundlage nachstehend 
die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

5.

5.1

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzu-
stellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 27

nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es 
gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die 
selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu 
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohn-
mässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittli-
chen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Ab-
zug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 
129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabel-
lenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und be-
ruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 
3.3). 

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berück-
sichtigung der Anmeldung im Oktober 2017 (act. II 109) und in Anwendung 
von Art. 29 Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung) auf April 2018 fest-
zusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzu-
führen.

5.3 Das Valideneinkommen von Fr. 58‘352.-- berechnete die Be-
schwerdegegnerin gestützt auf das in der rechtskräftigen Verfügung vom 
13. April 2016 ermittelte Einkommen von Fr. 57‘355.-- (Valideneinkommen 
im Jahr 2015; act. II 102 S. 2) und indexierte dieses auf das Jahr 2018. 
Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Selbst wenn das 
mutmassliche Einkommen ohne Behinderung anhand des Totalwertes der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 28

Tabelle TA1, Frauen, Kompetenzniveau 1 (einfache Arbeiten körperlicher 
oder handwerklicher Art) der LSE 2016 festgesetzt würde (vgl. E. 5.1.1 
hiervor), änderte dies nichts am Ergebnis (vgl. E. 5.4 hiernach). 

Die Beschwerdeführerin schöpft ihre Restarbeitsfähigkeit nicht aus. Die 
Beschwerdegegnerin stellte somit zu Recht bei der Ermittlung des Invali-
deneinkommens auf die LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, 
Frauen, Total, ab. Bei einem monatlichen Einkommen von Fr. 4‘363.--, auf-
gerechnet auf ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Ar-
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche und indexiert auf das Jahr 2018 er-
gab dies unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit von 70 % ein hypo-
thetisches Invalideneinkommen von Fr. 38‘540.-- (act. II 175 S. 3), was 
nicht zu beanstanden ist. Hiervon ist – anders als die Beschwerdeführerin 
verlangt (Beschwerde S. 6 f. und Eingabe vom 26. November 2019) – kein 
(behinderungsbedingter) Tabellenlohnabzug vorzunehmen. Die behinde-
rungsbedingten Einschränkungen sind in der medizinischen Leistungsbeur-
teilung umfassend berücksichtigt und flossen bereits in das Anforderungs- 
und Belastungsprofil ein, weshalb sie nicht nochmals als abzugsrelevant 
herangezogen werden dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). Der Um-
stand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, ist auch bei 
eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen lei-
densbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits 
eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (Entscheid des BGer vom 
23. März 2018, 8C_61/2018, E. 6.5.2). Die Teilzeittätigkeit rechtfertigt 
ebenfalls keinen Abzug, da bei teilzeitlich angestellten Frauen das Kriteri-
um des reduzierten Beschäftigungsgrades von vornherein kaum ins Ge-
wicht fällt (Entscheid des BGer vom 30. November 2012, 8C_712/201 2, 
E. 4.2.2). Dass der Beschwerdeführerin aufgrund der Notwendigkeit, ihre 
Arbeitstätigkeit auf Vor- und Nachmittag (mit sonst betriebsüblichen Pau-
sen) zu verteilen (bzw. jedenfalls durch genügend Pausen zu unterbre-
chen), allenfalls nicht mehr sämtliche leichten Tätigkeiten im hier zugrunde 
gelegten Kompetenzniveau 1 offen stehen, lässt nicht ohne Weiteres den 
Schluss zu, es seien ihre Anstellungschancen, verglichen mit einer gesun-
den Mitbewerberin, nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse intakt. Der 
hier massgebliche ausgeglichene Arbeitsmarkt bietet eine Vielzahl ver-
schiedenartiger Stellen. Anhaltspunkte, dass sich darunter keine Tätigkei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 29

ten befänden, in denen ein 70 %-Pensum mit täglicher Präsenz und jeweils 
einer verlängerten Mittagspause zur Erholung (mit sonst betriebsüblichen 
Pausen) ohne zusätzliche Lohneinbusse möglich wäre, sind nicht ersicht-
lich und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht aufgezeigt (Ent-
scheid des BGer vom 25. Mai 2020, E. 4.3.3 mit Hinweisen). Zudem ist 
darauf hinzuweisen, dass das hier massgebliche Zumutbarkeitsprofil (vgl. 
E. 4.4 hiervor) nicht derart eng formuliert ist, dass eine entsprechende 
Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich wäre, dass sie der allge-
meine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht rea-
listischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich 
wäre (vgl. SVR 2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.2). 
Ebenso wenig vermag die Beschwerdeführerin aus der Tatsache, dass in 
der rentenabweisenden Verfügung vom 13. April 2016 ein behinderungs-
bedingter Abzug von 10 % gewährt wurde (act. II 102 S. 2), etwas zu ihren 
Gunsten abzuleiten (Beschwerde S. 5 und Eingabe vom 26. November 
2019). Liegt ein Revisions- bzw. ein Neuanmeldungsgrund vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht neu und ohne Bindung 
an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (vgl. E. 2.4 in fine hiervor). 
Schliesslich rechtfertigen auch die übrigen Einzelfallkriterien (Alter, Dienst-
jahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie; vgl. E. 5.1.2 hiervor) keinen zusätz-
lichen Abzug. 

5.4 Aus der Gegenüberstellung des Validen- und des Invalidenein-
kommens resultiert eine Einbusse von Fr. 19‘812.-- (Fr. 58‘352.-- ./. 
Fr. 38‘540.--) und damit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 
gerundet 34 % (Fr. 19‘812.-- / Fr. 58‘352.-- x 100; vgl. E. 2.3 hiervor; zur 
Rundung: BGE 130 V 121). Ebenfalls ein rentenausschliessender Invali-
ditätsgrad resultiert, wenn das Valideneinkommen basierend auf dem To-
talwert der Tabelle TA1, Frauen, Kompetenzniveau 1, der LSE 2016 ermit-
telt würde (vgl. E. 5.3 hiervor), da der Invaliditätsgrad dem Grad der Ar-
beitsunfähigkeit (hier 30 % [vgl. E. 4.4 hiervor]) unter Berücksichtigung des 
Abzuges vom Tabellenlohn (hier 0 %) entspricht, wenn Validen- und Invali-
deneinkommen aufgrund des gleichen Tabellenlohns bestimmt werden 
(SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 30

5.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
20. September 2019 (act. II 175) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Zufolge der mit Verfügung vom 
21. November 2019 bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege ist die Be-
schwerdeführerin jedoch – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht 
der Verfahrenskosten befreit.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]). Festzusetzen bleibt indessen das amtliche Honorar von 
Rechtsanwältin B.________.

6.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 31

gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be-
trägt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 26. November 2019 macht Rechtsanwältin 
B.________ einen Aufwand von 14.5 Stunden bzw. ein Honorar von 
Fr. 3‘190.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 81.10 sowie Mehrwertsteuer von 
7.7 % (von Fr. 3‘271.10) im Betrag von Fr. 251.85, total Fr. 3‘522.95, gel-
tend. Dies ist nicht zu beanstanden. Folglich wird der tarifmässige Partei-
kostenersatz für dieses Verfahren auf Fr. 3‘522.95 festgesetzt. Davon ist 
Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus 
der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2‘900.-- (14.5 Std. x 
Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 81.10 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 229.55 (7.7 % von Fr. 2‘981.10), total somit eine Entschädigung von 
Fr. 3‘210.65, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der 
Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Vor-
aussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘522.95 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. April 2021, IV/19/797, Seite 32

setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3‘210.65 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.