# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5f3cfce-5a18-5de5-af38-0ea4518027aa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.09.2017 200 2017 213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-213_2017-09-26.pdf

## Full Text

200 17 213 IV
GRD/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. September 2017

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 29. Oktober 2013 unter Hinweis auf ein Unfallereignis bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Diese edierte die Akten der 
C.________ (AB 16.1, 20.1-20.5, 23.1-23.6, 25.1-25.4, 27, 29.1-29.5, 31.1-
31.5, 33, 43.1-43.4) und veranlasste nach einer abgebrochenen beruflichen 
Abklärung (AB 37, 44, 46, 49, 51) eine medizinische Begutachtung 
(AB 64.1). Gestützt darauf stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid 
vom 23. November 2016 (AB 65) mangels eines invalidisierenden Gesund-
heitsschadens die Abweisung des Leistungsgesuchs hinsichtlich einer In-
validenrente in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 68) und Rück-
sprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 71) verneinte die 
IVB mit Verfügung vom 20. Januar 2017 (AB 72) entsprechend dem Vorbe-
scheid einen Rentenanspruch.

B.

Mit Eingabe vom 24. Februar 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene 
Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei eine ganze Invaliden-
rente zuzusprechen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. März 2017 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 13. April 2017 auf einlässliche 
Schlussbemerkungen; der Beschwerdeführer hielt am 5. Mai 2017 an sei-
nem Rechtsbegehren fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Januar 2017 
(AB 72). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 4

werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 20. Januar 2017 (AB 72) basiert 
in medizinischer Hinsicht auf der bidisziplinären Expertise der Begutach-
tungsstelle D.________ (MEDAS) vom 14. November 2016 (AB 64.1). Dar-
in vermerkten die Dres. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, sowie F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

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und Traumatologie des Bewegungsapparates, die folgenden Diagnosen 
(AB 64.1/17 Ziff. 5):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

 Keine

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

 Chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der Lumbal- und dor-
salen Beckenregion (ICD-10: T91.2, M54.5, M79.65)
 Status nach konservativ behandelter Fraktur des Os coccy-

gis (Steissbein) vom 29. Mai 2013
 anamnestisch kein klares Ansprechen auf Infiltration im 

Frakturbereich am 18. Juni 2014
 anamnestisch kein klares Ansprechen auf Infiltration im Be-

reich des Steissbeins im Jahr 2015
 radiologisch konsolidierte Fraktur des zweiten Steissbein-

wirbels und im Verlauf unveränderte Ventraldislokation der 
Steissbeinspitze (Rx vom 29. Mai 2013 und 9. Oktober 
2013, CT vom 19. Dezember 2014 und 4. Dezember 2015, 
MRI vom 22. Dezember 2014 und 19. November 2015)

Die Gutachter gelangten zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit nach dem 
Unfallereignis vom 28. Mai 2013 höchstens für einige Wochen aufgehoben 
gewesen sei, spätestens ab Oktober 2013 jedoch keine wesentliche Ar-
beitsunfähigkeit mehr bestanden habe. Sie erklärten, die vom Exploranden 
angegebenen Beschwerden liessen sich durch die abgeheilte Fraktur nicht 
erklären. Zwar wären geringe Restbeschwerden nachvollziehbar, daraus 
könnte jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden. 
Aus psychiatrischer Sicht könne weder ein wesentlicher Befund erhoben 
noch eine Diagnose gestellt werden (AB 64.1/18 Ziff. 6).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.3 Das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 14. November 2016 
(AB 64.1) erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderun-
gen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis, weshalb sich weitere 
Sachverhaltserhebungen, insbesondere die beantragte Edition eines Be-
richts des Hausarztes über den aktuellen Gesundheitszustand (Beschwer-
de S. 3 Ziff. III Art. 2), erübrigen (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 
157 E. 1d S. 162]). Die Dres. med. E.________ und F.________ stützten 
sich auf die wesentlichen Vorakten samt den zahlreichen bildgebenden 
Befunden sowie die Erkenntnisse aus den klinischen Explorationen bzw. 
der labortechnischen Zusatzabklärung (AB 64.1/14 Ziff. 4.2.4). Ihre 
Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die seitens 
des Beschwerdeführers gegen das Administrativgutachten vorgebrachte 
Kritik verfängt nicht.

3.3.1 Soweit der … sprechende Beschwerdeführer (AB 31.1/9) vorab in 
formeller Hinsicht geltend macht, es sei durch die Gutachterstelle keine 
korrekte Übersetzung sichergestellt worden (Beschwerde S. 5 Ziff. III Art. 4; 
Schlussbemerkungen S. 2 Art. 7), ist dies nicht stichhaltig. Der bestmögli-
chen sprachlichen Verständigung zwischen dem Gutachter und der versi-
cherten Person kommt vor allem bei der psychiatrischen Abklärung beson-
deres Gewicht zu (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
17. Oktober 2014, 8C_578/2014, E. 4.2.5 mit Hinweis auf BGE 140 V 260 
E. 3.2.1 S. 261). Der Beschwerdeführer bestreitet den Beweiswert des 
psychiatrischen Teilgutachtens jedoch nicht, sondern anerkennt explizit, 
dass er nicht psychiatrisch erkrankt ist, was Dr. med. E.________ 
zweifelsfrei festgestellt habe (AB 68/2 Ziff. II Art. 3; Beschwerde S. 4 Ziff. III 
Art. 3). Damit kann sich die Rüge der mangelhaften Übersetzung einzig auf 
die orthopädische Exploration beziehen, in deren Rahmen die sprachliche 

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Verständigung nicht denselben Stellenwert hat, da bereits die körperliche 
Untersuchung bzw. bildgebenden Befunde wesentliche Erkenntnisse liefern 
können. Sodann trifft es zwar zu, dass innerhalb der … Sprache aufgrund 
der zwei Hauptdialekte (… bzw. …) Verständigungsprobleme auftreten 
können (vgl. THORSTEN ROELCKE [Hrsg.], Variationstypologie, Ein sprachty-
pologisches Handbuch der europäischen Sprache, 2003, S. 750; JA-
NICH/GREULE [Hrsg.], Sprachkulturen in Europa, Ein internationales Hand-
buch, 2002, S. 2), der Beschwerdeführer macht indes gar keine konkreten 
Anhaltspunkte für Verständigungsschwierigkeiten geltend. Allein der pau-
schale Hinweis, dass er … Ethnie sei und «das …, die Muttersprache … 
sowie das …» nicht dieselben Sprachen seien (Beschwerde S. 5 Ziff. III 
Art. 4), genügt hierfür jedenfalls nicht. Aus den Akten ergibt sich zudem, 
dass die orthopädische Begutachtung ohne die Unterstützung durch den 
Dolmetscher möglich war (AB 64.1/11 Ziff. 4.1). Auch ist nicht einzusehen, 
inwiefern in diesem Zusammenhang das rechtliche Gehör nicht korrekt 
gewährt worden sein soll (Beschwerde S. 5 Ziff. III Art. 4). Anders als es 
der Beschwerdeführer offenbar annimmt, kann das rechtliche Gehör allein 
durch die Verwaltung, nicht etwa auch durch die Gutachterstelle, verletzt 
werden. Es ist jedoch Aufgabe der Gutachter und nicht Sache der IV-
Stellen, die Sprachkenntnisse der versicherten Person abzuklären und 
darüber zu entscheiden, ob und in welcher Form bei medizinischen Ab-
klärungen dem Gesichtspunkt der Sprache bzw. der sprachlichen Verstän-
digung Rechnung getragen werden muss (vgl. Bundesamt für Sozialversi-
cherungen [BSV], Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversi-
cherung [KSVI], gültig ab 1. Januar 2010, Rz. 2121.2).

3.3.2 Beschwerdeweise wird zudem vorgebracht, der orthopädische Gut-
achter verfüge nicht über eine «Ausbildung zum Gutachter», habe kein 
Anwesenheitsrecht in der Schweiz, sei hier nie oder zumindest nicht länger 
in der Klinik tätig gewesen und sei ein «Gutachtertourist» (Beschwerde S. 5 
Ziff. III Art. 4; Schlussbemerkungen S. 3 Art. 9). Der Beschwerdeführer 
wurde am 8. Juni 2016 über die Notwendigkeit der medizinischen Ab-
klärung und die vorgesehenen Gutachter informiert (AB 53). Sein Rechts-
vertreter notifizierte daraufhin gegenüber der Beschwerdegegnerin, dass er 
mit der Interessenwahrung des Beschwerdeführers beauftragt worden sei 
(AB 54), erhob in der Folge aber innert Frist keinerlei Einwendungen gegen 

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die in Aussicht genommenen Gutachter. Indem der Beschwerdeführer erst 
im Vorbescheid- (AB 68/3 Ziff. II Art. 4) bzw. Beschwerdeverfahren Ein-
wendungen gegen Dr. med. F.________ vorbrachte, verstiess er gegen 
Treu und Glauben und verwirkte den Anspruch auf das Anrufen der seines 
Erachtens verletzten Verfassungsbestimmungen (BGE 132 V 93 E. 7.4.2 S. 
112; SVR 2016 KV Nr. 17 S. 83 E. 2.2, 2001 UV Nr. 11 S. 42 E. 1c). Hinzu 
kommt, dass die entsprechenden Einwendungen ohnehin unbegründet 
sind: Nach der Rechtsprechung steht fest, dass die Gutachter nicht 
zwingend eine FMH-Ausbildung aufweisen oder zu dieser 
Standesorganisation gehören müssen; verlangt ist eine Fachausbildung, 
die auch im Ausland erworben sein kann (BGE 137 V 210 E. 3.3.2 S. 246 
mit Hinweis; Entscheid des BGer vom 14. März 2013, 8C_646/2012, 
E. 3.2.3 mit Hinweisen). Zudem führt selbst eine fehlende 
Berufsausübungsbewilligung nicht zum Beweisverwertungsverbot (vgl. Ent-
scheide des BGer vom 3. Dezember 2014, 9C_526/2014, E. 5.5; vom 3. 
Dezember 2012, 8C_436/2012, E.3.4). Dr. med. F.________ hat gemäss 
Medizinalberuferegister (<www.medregom.admin.ch>) sein Arztdiplom in 
… erworben, verfügt über einen in der Schweiz erworbenen Facharzttitel 
sowie eine gültige Berufsausübungsbewilligung. Er ist überdies Mitglied der 
FMH (vgl. <www…..ch>) und zertifizierter medizinischer Gutachter … (vgl. 
<www…..ch>). Er war früher als Oberarzt für Orthopädie und 
Traumatologie an einem Kantonsspital angestellt (vgl. <www…..com>, 
Rubrik: …); ob er im Zeitpunkt der Exploration in der Schweiz klinisch tätig 
war ist ebenso belanglos wie sein Aufenthaltsstatus. Auch der Umstand, 
dass er – wie jeder andere Gutachter dieser MEDAS – bei der 
Begutachtungsstelle D.________ keine Festanstellung innehat, sondern 
freischaffend ist (vgl. <www.bsv.admin.ch>, Rubrik: Sozialversicherun-
gen/Invalidenversicherung/
Grundlagen & Gesetze/Organisation der IV/Medizinische Gutachten in der 
IV/Reporting SuisseMED@P), ist unmassgebend. Schliesslich wurde der 
Auftrag für das bidisziplinäre Gutachten nach Tarmed (Tarif E) entschädigt 
(AB 57 f.; vgl. IV-Rundschreiben Nr. 202) weshalb nicht ersichtlich ist, in-
wiefern sich der orthopädische Gutachter seine Tätigkeit «fürstlich entloh-
nen» lassen soll (Beschwerde S. 5 Ziff. III Art. 4). Ohnehin könnte auch 
eine allfällige wirtschaftliche Abhängigkeit keine Befangenheit begründen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 9

(vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.3 S. 226 f.; SVR 2015 IV Nr. 34 S. 108, E. 4; 
Entscheid des BGer vom 6. März 2017, 8C_52/2017, E. 2).

3.3.3 Auch die gegen den Inhalt des orthopädischen Teilgutachtens 
gerichteten Rügen sind unbegründet. Entgegen der Argumentation in der 
Beschwerde (S. 3 Ziff. III Art. 2) berücksichtigte Dr. med. F.________ die 
seit dem Unfall erfolgte Gewichtszunahme, empfahl er doch eine massive 
Gewichtsreduktion (AB 64.1/16 Ziff. 4.7), was nach der durchgeführten 
Magenbypass-Operation offenbar auch gelang (Beschwerde S. 3 Ziff. III 
Art. 2). Eine invalidisierende Adipositas (vgl. Entscheid des BGer vom 22. 
August 2008, 8C_74/2008, E. 2.2) ist im Übrigen auch deshalb ausge-
schlossen, weil nicht ausgewiesen ist, dass das Übergewicht zu körperli-
chen oder geistigen Schäden geführt hat bzw. Folge der Steissbeinverlet-
zung ist. Wohl führte der Beschwerdeführer die Gewichtszunahme auf die 
Schmerzbehandlung mittels Kortionseinnahme zurück (Beschwerde S. 3 
Ziff. III Art. 2), die dokumentierten Kortisoninfiltrationen (mit jeweils 40mg 
Kenacort [AB 25.3/1, 25.3/4, 29.3/1, 29.3/11]) – welche nach den eigenen 
Angaben des Beschwerdeführers nur kurz wirkten (AB 64.1/11 Ziff. 4.1) – 
waren gemäss der Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. G.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, aufgrund der Dosierung jedoch 
gar nicht geeignet eine hohe Gewichtszunahme zu bewirken (AB 71/2), 
was im Beschwerdeverfahren unwidersprochen blieb.

3.3.4 Dr. med. F.________ zeigte einleuchtend sowie differenziert auf, 
dass die nach dem Unfallereignis vom 28. Mai 2013 (AB 16.1/122) durch 
die erstbehandelnden Ärzte diagnostizierte Steissbeinfraktur (AB 16.1/112) 
höchstens vorübergehend zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führ-
te und spätestens ab Oktober 2013 medizinisch-theoretisch eine 100%ige 
Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit bestand (AB 64.1/16 f. Ziff. 4.5 f.). Dass 
die Fraktur im Oktober 2013 vollständig konsolidiert war, findet Rückhalt im 
Befund der konventionellen Röntgenuntersuchung vom 9. Oktober 2013 
(AB 16.1/75, 23.4/12). Auch das Verlaufsröntgen vom 24. Februar 2014 
bestätigte diesen Befund (AB 23.4/10). Dass dabei die Frakturstelle weiter-
hin sichtbar blieb (AB 23.4/1), vermag daran nichts zu ändern. Wohl zeigte 
auch das CT vom 19. Dezember 2014 (AB 29.3/2) Veränderungen, die mit 
einer abgelaufenen Einstauchungsfraktur älteren Datums vereinbar sind 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 10

(Verbreiterung der Steissbein-Spitze und kleine Stufenbildungen). Der von 
Dr. med. H.________, Facharzt für Anästhesiologie, im Bericht vom 
23. Oktober 2014 (AB 27/6-9) erhobene Verdacht auf eine instabile und 
sehr schmerzhafte Fraktur konnte jedoch nicht erhärtet werden. Das be-
sagte CT zeigte keine Knochen-entzündlichen Veränderungen und der mit-
erfasste sakrale Wirbelkörper präsentierte sich intakt (AB 29.3/2). Auch das 
MRI vom 22. Dezember 2014 (AB 29.3) ergab keinen Anhalt für eine Irrita-
tion sakral oder coccygeal nach altem Trauma (AB 29.3/3) und die aktuells-
ten Untersuchungen vom 19. November bzw. 4. Dezember 2015 ergaben 
lediglich eine epidurale Lipomatose (AB 64.2).

3.3.5 Dr. med. F.________ setzte sich im Rahmen seiner orthopädischen 
Begutachtung sehr wohl ausreichend mit den früheren Einschätzungen der 
C.________ sowie der behandelnden Ärzte auseinander (Beschwerde S. 5 
Ziff. III Art. 4; Schlussbemerkungen S. 2 f. Art. 8) und gelangte dabei zum 
überzeugenden Schluss, dass klar von einer nicht-organischen Beschwer-
dekomponente auszugehen ist (AB 64.1/16 Ziff. 4.8). Diese Beurteilung 
korreliert durchaus auch mit der übrigen medizinischen Aktenlage. So emp-
fahl die Ärztin der C.________ Dr. med. I.________, Fachärztin für Chirur-
gie, am 16. September 2013, die volle Arbeitsfähigkeit vier Monate nach 
dem Unfallereignis zu prüfen (AB 20.2/13). Anlässlich der kreisärztlichen 
Untersuchung vom 22. Oktober 2013 ging sie zwar noch von einer während 
ein bis zwei Monate andauernden Arbeitsunfähigkeit aus, sie konnte dies 
aber nicht mit organisch-objektivierbaren Befunden begründen, da ihr die 
Berichte des Spitals J.________ über die bildgebende Untersuchung vom 
9. Oktober 2013 (AB 16.1/75, 23.4/12) ebenso fehlten wie im Rahmen der 
weiteren kreisärztlichen Untersuchung vom 4. März 2014 (AB 20.2/2 Ziff. 5, 
20.2/7 Ziff. 5). In Kenntnis dieser Vorakten stellte Dr. med. I.________ bei 
der Untersuchung vom 27. April 2015 schliesslich als einzigen Befund ei-
nen Druckschmerz im Bereich des Steissbeins fest, empfahl die Wieder-
aufnahme der Tätigkeit im Rahmen des bestehenden Arbeitsvertrages und 
erklärte, rein theoretisch sei mit der Steissbeinverletzung eine Rückkehr in 
die angestammte Tätigkeit durchaus denkbar (AB 29.2/3 f.). Auch die be-
handelnden Ärzte fanden für die Schmerzsymptomatik kein organisches 
Korrelat. Die Dres. med. H.________ und K.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 11

achteten die diagnostischen Möglichkeiten in ihren Berichten vom 23. Ok-
tober 2014 (AB 27/6-9) und 19. Dezember 2014 (AB 29.3/5 f.) wohl noch 
nicht als ausgeschöpft, sie stützten sich derweil jedoch bloss auf die sub-
jektiven Schmerzangaben ihres Patienten. Dr. med. H.________ konnte 
gar keine wirkliche Ultraschall-Untersuchung durchführen, da der Be-
schwerdeführer schon bei geringster Auflage des Ultraschallkopfes in der 
Steissbein-Region über massivste Schmerzen klagte (AB 27/7). Auch Dr. 
med. K.________ hielt fest, dass es schon bei einer Hautberührung zu 
Schmerzangaben und Willkürreaktionen am gesamten Körper des Be-
schwerdeführers kam (AB 29.3/6). Dieses Bild bestätigte sich auch beim 
Arbeitsversuch ab 18. Mai 2015 (AB 31.4/2-6) sowie anlässlich der Hospi-
talisation in der Klinik L.________ vom 5. August bis 9. September 2015 
(AB 33/7-17). Trotz sehr leichten Arbeiten erschien der Beschwerdeführer 
bereits am zweiten Tag des Arbeitsversuchs nicht mehr zur Arbeit 
(AB 31.4/1), wobei der Hausarzt Dr. med. M.________, Facharzt für Allge-
meine Innere Medizin, als Begründung für die erneute/weitere 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit später bloss angab, unter der Arbeitsaktivität sei es zu 
einer Zunahme der Beschwerden gekommen (AB 31.3/10). Im Austrittsbe-
richt der Klinik L.________ vom 10. September 2015 (AB 33/7-17) wurde 
angegeben, es habe eine erhebliche Symptomausweitung und Selbstimitie-
rung beobachtet werden können (AB 33/8). Das Ausmass der demonstrier-
ten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren patho-
logischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Ab-
klärung sowie den Diagnosen nicht erklären. Eine mittelschwere wechsel-
belastende Tätigkeit sei unter Verwendung eines Sitzkissens ganztags zu-
mutbar (AB 33/9).

3.3.6 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass der Heilverlauf 
eines Steissbeinbruchs völlig individuell sei und eine solche Fraktur zu 
chronifizierten Schmerzzuständen über Jahre hinweg führen könne (Be-
schwerde S. 4 Art. 3), mag dies grundsätzlich zutreffen. So kann sich dar-
aus eine schmerzhafte und oft sehr therapieresistente Kokzygodynie entwi-
ckeln (vgl. HIRNER/WEISE, Chirurgie, 2. Aufl. 2008, S. 343; WITTEN-
BERG/RUBENTHALER, Entzündliche und degenerative Wirbelsäulenerkran-
kungen, in: BISCHOFF/HEISEL/LOCHER [Hrsg.], Praxis der konservativen Or-
thopädie, 2007, S. 459). Auch ein solches heterogenes Beschwerdesyn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 12

drom (vgl. JÜRGEN HEISEL, Neurologische Differenzialdiagnostik, in: JOA-
CHIM GRIFKA [Hrsg.], Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, 2007, 
S. 160) könnte im invalidenversicherungsrechtlichen Kontext aber allemal 
nur von Bedeutung sein, wenn die entsprechende Symptomatik durch da-
mit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend 
erklärbar wäre (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Vor diesem Hinter-
grund kann auch nicht einfach – wie dies der Beschwerdeführer zu postu-
lieren scheint – anhand von empirischen medizinwissenschaftlichen Erfah-
rungswerten auf das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsscha-
den geschlossen werden. Vorliegend erachtete es der orthopädische Gut-
achter zwar als nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund der 
stattgehabten Fraktur noch gewisse Residualbeschwerden verspürt. An-
hand der Klinik konnte er das Ausmass der geltend gemachten Symptoma-
tik jedoch nicht erklären, wobei er auch den neurologischen Status erhob 
(AB 64.1/13 Ziff. 4.2.1) und keine Veranlassung für zusätzliche fachneuro-
logische Abklärungen sah, sondern vielmehr eine erhebliche Diskrepanz 
zwischen den anamnestischen Schmerzschilderungen und den objektivier-
baren Befunden feststellte (AB 64.1/17 Ziff. 4.9 und Ziff. 6). Bei dieser Aus-
gangslage ist kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die medizi-
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit ausgewiesen und auch nicht einzuse-
hen, inwiefern diese Einschätzung des amtlich bestellten Sachverständigen 
«qualifiziert falsch» bzw. «arrogant» sein soll (Beschwerde S. 3 Ziff. III Art. 
2 bzw. S. 6 Ziff. III Art. 5).

3.4 Die subjektiven Schmerzangaben in Bezug auf die Steissbeinbe-
schwerden sind nach dem vorstehend Dargelegten für den gesamten 
massgebenden Zeitraum vom frühestmöglichen Rentenbeginn im Mai 2014 
(vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. AB 20.1/9, 31.1/24 [betreffend Warte-
jahr] bzw. Art. 29 Abs. 1 IVG i.V.m. AB 1/6 Ziff. 11 [betreffend Karenzfrist]) 
bis zur angefochtenen Verfügung vom 20. Januar 2017 (AB 72) nicht durch 
die erhobenen orthopädischen Befunde hinreichend erklärbar. Da der Be-
schwerdeführer bezüglich der beim Unfall vom 28. Mai 2013 zusätzlich 
erlittenen Rippenfraktur spätestens im Oktober 2013 beschwerdefrei war 
(AB 16.1/81 Ziff. 3) und überdies unbestrittenermassen keine psychiatri-
schen Einschränkungen bestehen, fehlt es an einem invalidisierenden Ge-
sundheitsschaden. Die Verwaltung verneinte einen Rentenanspruch mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 13

Verfügung vom 20. Januar 2017 (AB 72) somit zu Recht; die dagegen er-
hobene Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 14

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt Doppel 

der Eingabe vom 13. April 2017)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Sept. 2017, IV/17/213, Seite 15

- IV-Stelle Bern (samt Doppel der Schlussbemerkungen vom 5. Mai 
2017)

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.