# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5588a198-8d7e-5780-b7e3-787289a007e8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 09.11.2022 810 22 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-22-34_2022-11-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 9. November 2022 (810 22 34) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Raumplanung, Bauwesen 

 

 

Baugesuch für Mehrfamilienhaus mit Autoeinstellhalle und Schopf mit Unterstand / 

Messweise der Fassaden- bzw. Gebäudehöhe 

 

 
 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Markus Clausen, Hans 

Furer, Daniel Noll, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber Martin Michel 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft, Vorinstanz 
 
B.____ GmbH, c/o C.____, Beschwerdegegnerin 
 
D.____, Beschwerdegegner 
 

 Einwohnergemeinde Binningen, Beigeladene 
 

  
 

Betreff Baugesuch für Mehrfamilienhaus mit Autoeinstellhalle und Schopf mit 
Unterstand  
(Entscheid Nr. 20-080 der Baurekurskommission vom 23. März 2021) 

 
 
 

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A. Am 22. April 2020 reichten C.____ und D.____ beim Bauinspektorat Basel-Landschaft 
(BIT) ein Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus mit Autoeinstellhalle und Schopf mit Unterstand 
auf der Parzelle Nr. XX in Binningen ein. 
 
B. Gegen das Baugesuch erhoben die Gemeinde Binningen, E.____ und F.____ sowie 
A.____ beim BIT Einsprachen. Während des Einspracheverfahrens reichten die Baugesuch-
steller mehrfach (letztmals am 27. August 2020) bereinigte Pläne ein, woraufhin die Gemeinde 
Binningen sowie E.____ und F.____ ihre Einsprachen zurückzogen. A.____ hielt an seiner Ein-
sprache fest und rügte insbesondere eine Verletzung der zulässigen Fassadenhöhe. 
 
C. Mit Entscheid Nr. 200/20 vom 7. Dezember 2020 wies das BIT die Einsprache von 
A.____ im Sinne der Erwägungen ab, soweit es darauf eintrat. 
 
D. Die von A.____ dagegen erhobene Beschwerde wies die Baurekurskommission Basel-
Landschaft mit Entscheid Nr. 20-080 vom 23. März 2021 im Sinne der Erwägungen ab. 
 
E. Dagegen erhebt A.____ mit Eingabe vom 14. Februar 2022 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), 
mit den Rechtsbegehren, es sei der Entscheid der Baurekurskommission vom 23. März 2021 
und dementsprechend die Baubewilligung aufzuheben, unter o/e-Kostenfolge. 
 
F. Mit Vernehmlassung vom 17. Mai 2022 schliesst die Gemeinde Binningen auf Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
G. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 20. Mai 2022 die Abweisung der 
Beschwerde. 
 
H. Das Kantonsgericht hat heute einen Augenschein und eine Parteiverhandlung durch-
geführt, an welcher die Parteien vollumfänglich an ihren gestellten Rechtsbegehren festhielten. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1  Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 
1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheide der Baurekurskommission 
durch die Betroffenen und die Gemeinden beim Kantonsgericht angefochten werden. Die Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Beschwerde ist somit gegeben. Da die wei-
teren formellen Voraussetzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 
 
1.2 Die Kognition des Kantonsgerichts ist gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO grundsätz-
lich auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch 
des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts beschränkt. 

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Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht – abgesehen von hier nicht vorlie-
genden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
2. Strittig ist vorliegend einzig die Frage der Einhaltung der zulässigen Fassaden- und 
Gebäudehöhe durch das Bauprojekt und damit verbunden die Frage der Messweise der beiden 
Höhen. Das umstrittene Bauvorhaben für ein Mehrfamilienhaus (inkl. Autoeinstellhalle) mit Sat-
teldach sowie Nebenbauten befindet sich gemäss rechtskräftigem Zonenplan Siedlung und 
Landschaft der Einwohnergemeinde Binningen vom 26. September 2011 in einer Wohnzone 
W2b. In Wohnzonen W2b sind gemäss Ziff. 3 des Zonenreglements Siedlung und Landschaft 
der Einwohnergemeinde Binningen (nachfolgend: ZRS) vom 26. September 2011 Bauten mit 
einer maximalen Fassadenhöhe von 7.5 m und einer maximalen Gebäudehöhe von 10.5 m zu-
lässig. 
 
3.1 Die Vorinstanz ging davon aus, dass das Bauprojekt sowohl die Fassaden- als auch 
die Gebäudehöhe einhalte. Wie die Gemeinde richtig erkannt habe, sei für die Fassadenhöhe 
der Schnittpunkt der Fassade mit der Oberkante der rohen Dachkonstruktion an der Traufe und 
für die Gebäudehöhe der Schnittpunkt der Fassade mit der Oberkante der rohen Dachkonstruk-
tion am First relevant. Aus den Plänen ergebe sich ausnahmslos einerseits eine Fassadenhöhe 
von 6.9 m und andererseits eine Gebäudehöhe von 10.5 m. Somit liege die Fassadenhöhe 
0.6 m unterhalb des Maximums, während die Gebäudehöhe das Maximalmass zulässigerweise 
ausreize. Der Vollständigkeit halber sei festzuhalten, dass das in den Baugesuchsplänen für die 
Oberkante der Flachdächer über den nordwestseitigen Balkonen angegebene Mass von 
+5.595 m für die Berechnung der Fassaden- und Gebäudehöhe nicht relevant sei. Weiter seien 
weder die Zonenvorschriften für Attikageschosse noch die Bestimmungen der Interkantonalen 
Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) relevant, da die Gemeinde 
Binningen die Bestimmungen der IVHB noch nicht übernommen habe. 
 
3.2.1 Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, die Bemessung der Fassadenhöhe gemäss 
dem ZRS sei umstritten. Im angefochtenen Entscheid werde nicht begründet, weshalb der 
obere Messpunkt – entgegen dem Wortlaut des ZRS – "an der Traufe" festzulegen sei. Unstrit-
tig sei der untere Messpunkt der Fassadenhöhe (der tiefste Punkt des gewachsenen Terrains [-
1.00 m]) und das zulässige Mass der Fassadenhöhe (max. 7.5 m). Strittig sei einzig der obere 
Messpunkt der Fassadenhöhe. Aus Ziff. 33 Abs. 1 ZRS ergebe sich nicht, dass die Dachkon-
struktion "an der Traufe" für die Festlegung des oberen Schnittpunktes massgeblich sei. Die 
Auffassung der Vorinstanz ergänze faktisch und implizit den Wortlaut von Ziff. 33 Abs. 1 des 
ZRS mit den Worten "an der Traufe". Die von der Vorinstanz vorgenommene Festlegung des 
oberen Messpunktes der Fassadenhöhe widerspreche dem klaren Wortlaut des ZRS. Die vorin-
stanzliche Fixierung des oberen Schnittpunktes bedeute, dass zur Bemessung der Fassaden-
höhe der untere Messpunkt und der obere Messpunkt nicht auf derselben Fassade (Fläche) zu 
liegen kämen. Es werde sozusagen "um die Ecke" gemessen. Die vorinstanzlichen Ausführun-
gen zur Gebäudehöhe gingen sodann an der Sache vorbei und seien falsch. Der obere Mess-
punkt liege nicht beim "Schnittpunkt der Fassade mit der … Dachkonstruktion am First", son-
dern beim "… höchsten Punkt der rohen Dachkonstruktion (Rohmass)…" (ZRS Ziff. 33.2), ob 
dieser nun auf der Fassade liege oder nicht. Die Gebäudehöhe sei – im Gegensatz zur Fassa-

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denhöhe – nicht auf einer Fläche zu messen. Insoweit seien auch die Ausführungen zur Ge-
bäudehöhe falsch. Hätte der Gesetzgeber die Bemessung der Fassadenhöhe so vornehmen 
wollen, wie es die Vorinstanz verstehe, hätte dies im Text zum Ausdruck kommen müssen. Dies 
wäre einfach gewesen, wenn z.B. der obere Messpunkt mit "Schnittpunkt der Fassade mit der 
Oberkante der rohen Dachkonstruktion des letzten Vollgeschosses" definiert worden wäre. Dies 
habe der Gesetzgeber nicht getan und nur für Attikageschosse eine Ausnahme vorgesehen. 
Diese Ausnahme der Bemessung der Fassadenhöhe für Attikageschosse sei hier jedoch nicht 
anwendbar, weil kein Attika-, sondern ein Dachgeschoss vorliege. 
 
3.2.2 Weiter verweist der Beschwerdeführer darauf, dass die (hier allerdings nicht direkt an-
wendbare) IVHB in Ziff. 5.2 die Messweise für die Fassadenhöhe wie folgt bestimme: "Die Fas-
sadenhöhe ist der grösste Höhenunterschied zwischen der Schnittlinie der Fassadenflucht mit 
der Oberkante der Dachkonstruktion und der dazugehörigen Fassadenlinie." Diese Beschrei-
bung der Fassadenhöhe in der IVHB decke sich inhaltlich mit derjenigen im ZRS, auch wenn 
sie nicht wörtlich übereinstimmten. Die Skizzen im Anhang 2 der IVHB würden verdeutlichen, 
dass die Giebelfläche zur (Giebel-)Fassade gehöre und die Fassadenhöhe inklusive des 
Giebeldreiecks zu bestimmen sei. Das geplante Mehrfamilienhaus übersteige damit die maxi-
mal zulässige Fassadenhöhe mindestens an den Nord- (und Süd-)Fassaden (Giebelfassaden) 
um mindestens 3 m. Richtig gemessen liege der untere Messpunkt bei Kote -1.00 m und der 
obere Schnittpunkt auf +9.5 m über dem Fertigboden EG. Die Fassadenhöhe betrage somit 
mindestens 10.5 m und übersteige damit das zulässige Mass um mindestens 3 m. Somit sei 
das Baugesuch nicht bewilligungsfähig. 
 
4.1 Neben der Beachtung der Vorschriften über die Zonenkonformität und die Erschlies-
sung müssen Bauten und Anlagen diverse öffentlich-rechtliche Bauvorschriften, z.B. Umwelt- 
oder Nutzungsvorschriften, einhalten (vgl. Art. 22 Abs. 2 und 3 des Bundesgesetzes über die 
Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG] vom 22. Juni 1979). Die Nutzungsvorschriften 
konkretisieren die in den massgebenden Raumplänen aufgestellte Nutzungsordnung und die-
nen daher neben (bau-)polizeilichen Interessen auch raumplanerischen Anliegen, insbesondere 
dem verfassungsmässigen Auftrag nach Art. 75 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999, wonach die Planungsträger verpflichtet 
werden, für eine zweckmässige und haushälterische Nutzung des Bodens und eine geordnete 
Besiedlung des Landes zu sorgen (vgl. DANIELA IVANOV, Die Harmonisierung des Baupolizei-
rechts unter Einbezug der übrigen Baugesetzgebung, 2006, S. 42). In den Nutzungs- bzw. 
Zonenvorschriften werden unter anderem die Dichte der Überbauung (sog. Nutzungsziffern), 
der Standort der Bauten und Anlagen innerhalb der Baugrundstücke (namentlich Grenz- und 
Gebäudeabstände), die Dimensionierung der Bauten (Länge, Breite und Höhe eines Gebäudes 
sowie Geschosszahl) und die Nutzungsweise der Bauten geregelt (vgl. ARNOLD MARTI, Bau- 
und Planungsrecht in der Schweiz: Vereinheitlichung, Harmonisierung oder Status Quo?, in: 
Zeitschrift für Schweizerisches Recht [ZSR] 2008, S. 176). 
 
4.2 Das öffentliche Baurecht ist in der Schweiz traditionell Sache der Kantone, da die BV 
dem Bund auf diesem Gebiet keine Kompetenzen einräumt. Die Kantone können daher die 
wesentlichen Aspekte im öffentlichen Baurecht selbst bestimmen oder deren Normierung den 

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Gemeinden überlassen (vgl. IVANOV, a.a.O., S. 1). Infolge der erwähnten verfassungsmässigen 
Zuständigkeitsordnung darf jeder Kanton – und gegebenenfalls jede Gemeinde – für sich ent-
scheiden, welche baupolizeilichen Instrumente auf seinem bzw. ihrem Hoheitsgebiet Geltung 
haben. Die Nutzungsvorschriften finden sich daher heute zum Teil in den kantonalen Baugeset-
zen, zum Teil in den kommunalen Bau- und Zonenordnungen, wobei verschiedenartige Kombi-
nationen bestehen. Zum Teil legen die Kantone die wichtigsten Nutzungsvorschriften selber 
fest. Oft regeln sie aber auch nur die Begriffe und Messweisen in einem kantonalen Erlass und 
überlassen den Gemeinden die Festlegung der konkret anwendbaren Masse. Einzelne Kantone 
gehen noch weiter und überlassen den Gemeinden auch weitgehend die Definition der Begriffe 
und Messweisen (vgl. MARTI, a.a.O., S. 176 f.). Entsprechend zersplittert sind die Rechtsgrund-
lagen im Planungs- und Bauwesen in der Schweiz mit 26 Planungs- und Baugesetzen sowie 
über 2'000 kommunalen Bauordnungen und -reglementen, was eine weltweit einzigartige 
Vielfalt an Begriffen zur Folge hat. Selbst wenn die gleichen Begriffe verwendet werden, liegen 
zudem zum Teil unterschiedliche Messweisen vor, wobei sich die Unterschiede teilweise auch 
erst aus der Gerichtspraxis ergeben und auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind (vgl. BEAT 
STALDER/NICOLE TSCHIRKY, in: Fachhandbuch [FHB] Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 3.414 
und 3.424). Die Definitionen der Gebäude-, First- und Fassadenhöhe sind beispielsweise sehr 
unterschiedlich; alleine in den deutsch- und zweisprachigen Kantonen gibt es mindestens 
sieben verschiedene Methoden zur Bemessung der Gebäudehöhe (vgl. illustrativ dazu: Bau-, 
Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz [BPUK], Harmonisierung bei gleichzeitiger Wah-
rung der Eigenständigkeit, 2007, S. 5; IVANOV, a.a.O., S. 48). Dies führt in der Praxis zu grosser 
Rechtsunsicherheit und vermeidbaren hohen volkswirtschaftlichen Kosten (vgl. MARTI, a.a.O., 
S. 176 f.; vgl. STALDER/TSCHIRKY, a.a.O., Rz. 3.348).  
 
4.3 Aufgrund des daraus resultierenden zunehmenden Drucks von Politik und Wirtschaft 
erarbeitete die BPUK eine Konkordatslösung zur Vereinheitlichung der wichtigsten Baubegriffe 
und Messweisen, die IVHB, welche am 22. September 2005 von der BPUK verabschiedet 
wurde (vgl. MARTI, a.a.O., S. 177). Inhaltlich ist die IVHB als mittelbar rechtsetzender Vertrag zu 
qualifizieren, welcher nicht direkt anwendbar ist, sondern die (beigetretenen) Kantone verpflich-
tet, ihr eigenes Recht nach den Bestimmungen des Vertrags zu gestalten (Art. 2 IVHB). Erst mit 
dem Erlass entsprechender kantonaler Bestimmungen erlangen die Bestimmungen der IVHB 
Gültigkeit für die Rechtsunterworfenen. Die Beitrittskantone verpflichteten sich, ihre Gesetz-
gebung bis spätestens Ende 2015 an die Vorgaben der IVHB anzupassen und ihrerseits Fristen 
für deren Umsetzung in der Nutzungsplanung, d.h. für die Anpassung der kommunalen Zonen-
vorschriften, festzulegen (Art. 2 Abs. 3 IVHB; vgl. STALDER/TSCHIRKY, a.a.O., Rz. 3.352 ff.). Der 
Kanton Basel-Landschaft ist der IVHB mit Landratsbeschluss vom 23. April 2009 beigetreten. Er 
verpflichtete sich mit dem Beitritt zur IVHB zur Anpassung der kantonalen Gesetzgebung bis 
Ende 2012 (vgl. Erstfassung IVHB vom 23. April 2009, GS-Nr. 37.0180) und verlangt von den 
Gemeinden eine Anpassung der kommunalen Zonenvorschriften innert einer Umsetzungsfrist 
bis zum 1. Januar 2030, welche erstreckbar ist (§ 139a Abs. 1 und 2 RBG). Für diejenigen 
Gemeinden, die ihre Zonenvorschriften noch nicht an die IVHB angepasst haben, gilt weiterhin 
das bisherige Recht (§ 139a Abs. 3 RBG). Vorliegend ist unbestritten, dass die Gemeinde Bin-
ningen ihre Zonenvorschriften noch nicht an die IVHB angepasst hat, weshalb weiterhin das 
bisherige Recht gilt.  

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5.1 Das Schwergewicht der Ortsplanung liegt im Kanton Basel-Landschaft seit jeher bei 
den Gemeinden. Sie sind in weitem Masse befugt, über die Nutzung des Bodens, insbesondere 
die bauliche Nutzung, Recht zu setzen (vgl. zum früheren übereinstimmenden Recht: ARMIN 
STIEGER, Das Ortsplanungsrecht der Basellandschaftlichen Gemeinde, 1968, S. 4). Dement-
sprechend bestimmt § 18 Abs. 1 RBG, dass im Kanton Basel-Landschaft die einzelnen Ge-
meinden eigene Zonenvorschriften für das gesamte Gemeindegebiet erlassen. Die allgemein 
verbindlichen Zonenvorschriften bestehen aus Zonenplänen und -reglementen (§ 18 Abs. 2 und 
5 RBG). Gemäss § 18 Abs. 3 RBG bestimmen die Zonenreglemente Art und Mass der Nutzung, 
insbesondere die Bauweise, die Gebäudemasse (Gebäudelänge, Gebäudetiefe, Gebäudehöhe 
oder Geschosszahl), die maximal zulässige bauliche Nutzung sowie die Dachformen und ihre 
Ausgestaltung. Das kantonale Recht enthält folglich keine eigenen Bestimmungen über die 
Bemessung des Gebäudeprofils, sondern verweist diesbezüglich ausschliesslich auf die kom-
munalen Zonenvorschriften (§ 9 der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz [RBV] 
vom 27. Oktober 1998). Die Zulässigkeit des vorliegend umstrittenen Gebäudeprofils richtet 
sich somit nach dem kommunalen Recht. 
 
5.2 Im kommunalen Recht werden die Gebäudeprofile/Dachformen in Ziff. 33 ZRS gere-
gelt. Ziff. 33 ZRS (inkl. Anhang zur Messweise) lautet wie folgt: 
 

Ziff. 33 Gebäudeprofil/Dachformen 

1 Die Fassadenhöhe wird gemessen ab dem Schnittpunkt der Fassade mit dem tiefsten Punkt des ge-
wachsenen resp. tiefer gelegten Terrains bis zum Schnittpunkt der Fassade mit der Oberkante der rohen 
Dachkonstruktion (Rohmass), bei Gebäuden mit Attikageschoss bis zum Schnittpunkt der Fassade mit der 
Oberkante der rohen Dachkonstruktion (Rohmass) des oberen Vollgeschosses (siehe auch Anhang). (…) 

2 Die Gebäudehöhe wird gemessen ab dem Schnittpunkt der Fassade mit dem tiefsten Punkt des ge-
wachsenen resp. tiefer gelegten Terrains bis zum höchsten Punkt der rohen Dachkonstruktion (Rohmass), 
bei Gebäuden mit Attikageschoss bis zum höchsten Punkt der rohen Dachkonstruktion (Rohmass) des 
Attikageschosses (siehe auch Anhang). (…)  

3 Das Gebäudeprofil wird im Dachgeschoss durch den "wandelnden First" beschränkt. Der First muss min-
destens 1.0 m hinter der Fassade liegen. Der "wandelnde First" definiert das Gebäudeprofil in direkten 
Linien von den Oberkanten zweier sich gegenüberliegenden Fassaden bis zum Punkt der maximal 
möglichen Gebäudehöhe. Dabei kann der Punkt auf Niveau Gebäudehöhe frei gewählt werden (wandelnd), 
solange der vorgeschriebene Abstand zur Fassadenflucht eingehalten wird (siehe Anhang). 

(…) 
  

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Anhang:    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
Es stellt sich die Frage, welcher Sinn der Bestimmung von Ziff. 33 ZRS beizumessen ist. 
 
6.1 Die Gesetzesauslegung hat zum Ziel, den rechtsverbindlichen Sinn eines Rechts-
satzes, über dessen Tragweite Unklarheiten bestehen, zu ermitteln. Auslegung ist notwendig, 
wo der Gesetzeswortlaut nicht klar ist oder wo Zweifel bestehen, ob ein scheinbar klarer Wort-
laut den wahren Sinn der Norm wiedergibt. Die Gründe für die Auslegungsbedürftigkeit von 
Rechtsnormen liegen einerseits in der Unzulänglichkeit der Sprache; andererseits kann die 
Tragweite einer abstrakten Regelung bezüglich zukünftiger Anwendungsfälle oft nur unvollkom-
men vorausgesehen werden. Diese Auslegungsbedürftigkeit besteht auch bei den Rechtssät-
zen des Verwaltungsrechts, die häufig offene Formulierungen aufweisen und unbestimmte 
Rechtsbegriffe verwenden (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Ver-
waltungsrecht, 8. Auflage, 2020, Rz. 175 ff.). 
 
6.2 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der Text nicht 
ganz klar und sind verschiedene Interpretationen Auslegungen möglich, so muss unter Berück-
sichtigung aller Auslegungselemente nach seiner wahren Tragweite gesucht werden. Abzustel-
len ist dabei namentlich auf die Entstehungsgeschichte der Norm und ihren Zweck sowie auf 
die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt. Die Gesetzes-
materialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber als Hilfsmittel, um den Sinn 
der Norm zu erkennen (BGE 131 II 697 E. 4.1 mit Hinweisen). Namentlich bei neueren Texten 
kommt den Materialien eine besondere Stellung zu, weil veränderte Umstände oder ein gewan-
deltes Rechtsverständnis eine andere Lösung weniger nahelegen. Das Bundesgericht hat sich 

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bei der Auslegung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen und nur 
dann allein auf das grammatikalische Element abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei die 
sachlich richtige Lösung ergab (BGE 124 II 372 E. 5 mit Hinweisen). 
 
6.3.1 Soweit der Beschwerdeführer eine Auslegung der kommunalen Bestimmung im Sinne 
der IVHB möchte, kann ihm nicht gefolgt werden. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass 
sich der Kanton Basel-Landschaft im Rahmen der Umsetzung der IVHB ausdrücklich dagegen 
entschieden hat, die Messweisen und Begriffe der IVHB in Bezug auf die vertikalen Gebäude-
masse ins kantonale Recht zu übernehmen. Insbesondere hat der Kanton Basel-Landschaft im 
Rahmen der Umsetzung der IVHB den in der IVHB verwendeten Begriff der Gesamthöhe 
(Ziff. 5.1 IVHB) nicht übernommen. Vielmehr wurde anstelle des Begriffs der Gesamthöhe der-
jenige der Gebäudehöhe in der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) vom 
27. Oktober 1998 übernommen (vgl. § 52c RBV IVHB), da diese Messweise bereits mehrere 
Gemeinden im Kanton kannten und sie sich in der Praxis auch auf Gemeindeebene bestens be-
währt hatte (vgl. Vorlage 2013/139 an den Landrat betreffend Anpassungen des kantonalen 
RBG an die IVHB vom 30. April 2013 S. 16 ff.). Aus den Materialen zur Revision der kommu-
nalen Zonenvorschriften ergibt sich sodann zweifelsfrei, dass sich das kommunale Reglement 
gerade nicht an den Definitionen der IVHB orientiert hatte. Vielmehr wurden neben anderen Ge-
bäudemassen im geltenden ZRS auch die Definitionen zur Bestimmung der Fassaden- und Ge-
bäudehöhen angepasst, sodass die neue Regelung dem kantonalen Muster-Zonenreglement 
Siedlung 2001 (MZRS) entspricht. Dies bedeutete für die Gemeinde Binningen einen 
Systemwechsel, da die früheren Bestimmungen zum Sockelgeschoss entfielen und die Fas-
saden- und Gebäudehöhen entsprechend angehoben wurden (vgl. Planungsbericht zur Orts-
planungsrevision der Gemeinde Binningen vom 15. Februar 2012, S. 43). Das MZRS hat zwar 
nicht den Stellenwert einer verbindlichen Anordnung, sondern es soll eine Arbeitshilfe und eine 
Empfehlung für die Gemeinden sein (Erläuterungen MZRS, Dezember 2001, S. 3). Indem die 
Gemeinde Binningen ihre Bestimmungen indes ausdrücklich an diejenigen des MZRS 
anpassen wollte, ist die vorgeschlagene Definition im kantonalen MZRS bei der Auslegung der 
kommunalen Bestimmung mitzuberücksichtigen. Gemäss § 15 Abs. 1 MZRS wird die Fassa-
denhöhe ab dem Schnittpunkt der Fassade mit dem tiefsten Punkt des gewachsenen Terrains 
bzw. des abgegrabenen Terrains bis zum Schnittpunkt der Fassade mit der Oberkante der 
Sparren (rohe Dachkonstruktion) gemessen. Die Gebäudehöhe wird gemäss § 15 Abs. 2 MZRS 
ab dem Schnittpunkt der Fassade mit dem tiefsten Punkt des gewachsenen Terrains bzw. des 
abgegrabenen Terrains bis zum höchsten Punkt der rohen Dachkonstruktion gemessen (vgl. 
illustrativ dazu: Skizzen, Erläuterungen MZRS, Dezember 2001, S. 13 f.). 
 
 
 
 
 
 
 
 

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6.3.2 Nicht von der Hand zu weisen ist, dass eine Ergänzung des Wortlauts von Ziff. 33 
Abs. 1 ZRS (… bis zum Schnittpunkt der Fassade mit der Oberkante der rohen Dachkonstruk-
tion) mit dem Zusatz "an der Traufe" für zusätzliche Klarheit gesorgt hätte. Auch wenn Ziff. 33 
Abs. 1 ZRS – wie im Übrigen auch § 15 MZRS – jedoch die Formulierung "an der Traufe" für die 
Fixierung des oberen Messpunktes der Fassadenhöhe nicht enthält, sind unter Berücksich-
tigung der Entstehungsgeschichte der Bestimmungen und der inhaltlich übereinstimmenden 
Definitionen der Fassaden- und Gebäudehöhen im ZRS und MZRS (und der überein-
stimmenden erläuternden Skizzen in den Anhängen des ZRS und MZRS) keine Gründe dafür 
ersichtlich, dass der Wortlaut von Ziff. 33 Abs. 1 ZRS nicht so zu verstehen wäre, dass sich der 
obere Messpunkt für die Bemessung der Fassadenhöhe bei Satteldächern an der Traufe 
befindet. Vielmehr ist der Gemeinde zuzustimmen, dass es im ZRS keine "giebelseitige Fas-
sadenhöhe" gibt, die für die Definition der Fassadenhöhe im Sinne von Ziff. 33 Abs. 1 ZRS 
massgebend wäre. Die entsprechende kommunale Praxis zur Bemessung der Fassaden- und 
Gebäudehöhen, die der kantonalen Empfehlung im MZRS entspricht, ist nicht zu beanstanden. 
Die Anwendung dieser Bemessungsmethode wurde im Übrigen auch bereits vom 
Kantonsgericht mit Urteil vom 6. November 2002 implizit in Bezug auf ein Bauprojekt mit einem 
Kreuzgiebeldach geschützt (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Ver-
waltungsrecht, vom 6. November 2002, in: Basellandschaftliche Verwaltungsgerichtsentscheide 
[BLVGE] 2002/2003, S. 189 ff.). 
 
7. Bei Anwendung der kommunalen Bemessungsmethode ergibt sich – wie die Vorin-
stanz zutreffend festgestellt hat – in Bezug auf das umstrittene Bauvorhaben eine Fassaden-
höhe von 6.90 m, da sich der tiefste Punkt des gewachsenen Terrains bei -1.00 m und der 
Schnittpunkt für die Fassadenhöhe bei +5.90 m befindet (Plan Anrechenbare GFZ UG: An-
sichten Süd- und Westfassade [BIT-Eingang: 2. Juli 2020]; Plan Westfassade [BIT-Eingang: 
2. Juli 2020]; Plan Südfassade [BIT-Eingang: 2. Juli 2020]; Plan Schnitt A-A [BIT-Eingang: 
27. August 2020]; Plan Schnitt B-B [BIT-Eingang: 27. August 2020]). Damit ist die in Ziff. 3 ZRS 
vorgesehene maximale Fassadenhöhe von 7.5 m eingehalten. Aus den genannten Plänen 
ergibt sich sodann eine Gebäudehöhe von 10.5 m, da sich der tiefste Punkt des gewachsenen 
Terrains bei -1.00 m und der Schnittpunkt für die Gebäudehöhe bei +9.50 m befindet. Die in 
Ziff. 3 ZRS definierte maximale Gebäudehöhe von 10.5 m ist somit ebenfalls eingehalten.  
 
8. Zusammenfassend hält das Bauvorhaben die im kommunalen ZRS vorgesehenen Fas-
saden- und Gebäudehöhen ein, was zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde führt.  
 
9.1 Es bleibt über die Kostenverlegung zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Ver-
fahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Hö-
he von Fr. 2'500.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleiste-
ten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.-- zu verrechnen. Der Beschwerdeführer hat 
demnach restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- zu bezahlen. 
 
9.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Parteikosten wettzuschlagen 
(§ 21 Abs. 1 VPO).  
 

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 2'000.-- verrechnet. Der Beschwerdeführer hat restliche 
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- zu bezahlen. 

   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber