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**Case Identifier:** c52f011c-218b-5662-bafc-c7084734f443
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.04.2015 200 2014 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-16_2015-04-09.pdf

## Full Text

200 14 16 IV
SCP/COC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. April 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Schadenmeldung vom 19. August 2009 meldete die Arbeitgeberin des 
1964 geborenen A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei welcher der Ver-
sicherte gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert 
war, einen Unfall resp. einen Rückfall (Akten der Invalidenversicherung [IV], 
Antwortbeilage [AB] 5.30). Die SUVA anerkannte sowohl für die bestehen-
den beidseitigen Schulter- wie auch für die Ellbogenbeschwerden rechts 
ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistun-
gen (AB 5.18). Nach der Durchführung von medizinischen Erhebungen 
stellte sie die Versicherungsleistungen per 20. Dezember 2010 ein 
(AB 5.10). Nachdem ein Rückfall gemeldet worden war, verneinte die SU-
VA nach weiteren medizinischen Erhebungen am 24. August 2011 ihre 
Leistungspflicht hinsichtlich der geltend gemachten Schulterbeschwerden 
beidseits (AB 5.2).  

Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 16. August 2011 wurde der SUVA ein 
weiterer Unfall gemeldet. Dabei wurde angegeben, der Versicherte habe 
am 10. August 2011 seinen Kopf an einem Anhängeschloss angeschlagen 
(AB 16 S. 2). Die SUVA anerkannte auch für dieses Ereignis ihre Leis-
tungspflicht und richtete die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus 
(AB 22). Im weiteren Verlauf fand vom 12. Januar bis 9. Februar 2012 eine 
stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik C.________ statt (AB 26). Am 
26. März 2012 verfügte die SUVA die Leistungseinstellung per 31. März 
2012, da die weiterhin geklagten Beschwerden in keinem adäquaten Kau-
salzusammenhang zum Ereignis vom 10. August 2011 stünden (AB 28). 

B.

Am 7. September 2011 hatte sich der Versicherte bei der IV unter Hinweis 
auf „Schultern beidseits“ zum Leistungsbezug angemeldet (AB 1). Nach 
medizinischen und erwerblichen Erhebungen stellte die IV-Stelle Bern (IVB 

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bzw. Beschwerdegegnerin) mit Vorbescheid vom 24. Oktober 2012 (AB 41) 
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 10% die Abweisung 
des Rentenbegehrens in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte nicht 
einverstanden (AB 43 und 47).

Daraufhin führte die IVB weitere medizinische Erhebungen durch. Dabei 
liess sie den Versicherten insbesondere in der MEDAS D.________ bidis-
ziplinär (orthopädisch/psychiatrisch) begutachten (Gutachten vom 12. Au-
gust 2013; AB 56). Gestützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebungen 
stellte die IVB mit Vorbescheid vom 26. September 2013 (AB 58) die Ab-
weisung des Rentenbegehrens bei einem ermittelten IV-Grad von nunmehr 
22% in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte nicht einverstanden und 
liess am 29. Oktober 2013 Einwand erheben (AB 62). Am 15. November 
2013 verfügte die IVB wie im Vorbescheid angekündigt und wies das Ren-
tenbegehren ab (AB 64).

C.

Hiergegen lässt der Versicherte am 3. Januar 2014 Beschwerde erheben 
und folgende Anträge stellen: 

1. Die Verfügung der IVB vom 15. November 2013 sei aufzuhe-
ben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, erneut ein Gutachten 
in Auftrag zu geben, welches sich unvoreingenommen und kor-
rekt zum Gesundheitszustand und zur Leistungsfähigkeit des 
Beschwerdeführers äussere. Auf dieser Basis sei der IV-Grad 
des Beschwerdeführers festzusetzen. 

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Mit Eingabe vom 4. Februar 2014 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf 
eine Stellungnahme in Form einer Beschwerdeantwort und beantragt die 
Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. November 2013 
(AB 64). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdefüh-
rers. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; 
SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 

2.1.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere 
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri-

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ger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter 
Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in 
allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be-
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht 
in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu-
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu-
tischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-
den Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraus-
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 
V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.3 S. 354).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeitsfähigkeit des Beschwer-
deführers lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen: 

3.1.1 Der Kreisarzt der SUVA Dr. med. E.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 
diagnostizierte im Bericht vom 12. August 2011 (AB 5.4) ein generalisiertes 
Schmerzsyndrom am ganzen Körper (exkl. Unterschenkel und Füsse), eine 
Periarthropathia humeroscapularis beidseits, eine Epikondylitis humeri 
radialis beidseits, rezidivierende leichte Lumbalgien und einen Status nach 
Schlag auf den Hinterkopf am 10. August 2011. Der Beschwerdeführer 
präsentiere einen einwandfreien muskulösen Körper ohne Muskelatrophien 
und mit arbeitsbedingter Beschwielung beider Hände. Das Ausmass der 
geschilderten Beschwerden sei enorm und betreffe den ganzen Körper. In 
der Befunderhebung könne einzig die frische Wunde am Hinterkopf links 
als pathologisch bezeichnet werden. Die Schultergelenke seien reizlos und 
alle Provokationstests negativ. Die Funktion sei einwandfrei. Das Zusam-
menzucken mit Grimassieren beim blossen Berühren der Clavicula könne 
keinem pathologischen Korrelat zugeordnet werden (S. 6). Die Ellbogenge-
lenke seien reizlos. Zusammenfassend kam der Kreisarzt zum Schluss, die 
heute geklagten diffusen und multilokulären Beschwerden bei unauffälligem 
Körperstatus seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen 
Unfall zurückzuführen (S. 7). 

3.1.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
diagnostizierte im Bericht vom 27. November 2011 (AB 10) mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit ein anhaltendes cervicocraniales und brachia-
les Syndrom beidseits und attestierte ab dem 2. September 2011 eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 f. Ziff. 1.1 und 1.6). Der Beschwerdefüh-
rer klage über Schlaflosigkeit, Vergesslichkeit, Schwindel und dauernde 
Schmerzen cervical bis Hinterkopf sowie in beiden Schultern bis in die Ell-
bogen. Bei der Untersuchung seien alle Bewegungen wegen Gegenwehr 
nur langsam möglich. Die Halswirbelsäule (HWS) sei diffus etwas dolent. 
Ein klarer Hartspann bestehe nicht. Die Schultern seien an sich voll beweg-
lich. Die Kraftentwicklung sei da. Der Beschwerdeführer gebe jedoch bei 
jeder Bewegung Schmerzen an. Sensibilität und Motorik sei neurologisch 

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ohne Befund (Ziff. 1.4). Als …, der dauernd über Kopf hebe, sei der Be-
schwerdeführer nicht mehr einsetzbar. Für eine körperlich weniger intensi-
ve Arbeit wäre er einsetzbar, dies sei aber nur noch über eine geführte Re-
habilitation möglich (S. 4 Ziff. 1.7 f.).

3.1.3 Der Beschwerdeführer war vom 12. Januar bis am 9. Februar 2012 
in der Rehaklinik C.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 13. Fe-
bruar 2012 (AB 26) wurden insbesondere ein Schlag auf den Kopf am 10. 
August 2011 mit Riss-Quetsch-Wunde, ein Verdacht auf eine mögliche, 
leichte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit Somatisierungs-
tendenz (ICD-10 F43.1; DD Anpassungsstörung i.S. einer posttraumati-
schen Verbitterungsstörung, ICD-10 F43.2), persistierende Zervikalgien, 
eine chronisch rezidivierende Epicondylitis lateralis beidseits, ein subacro-
miales Impingement Schulter rechts und ein dysfunktionales Überzeu-
gungs- und Bewältigungsmuster mit Aggravation von körperlichen und psy-
chischen Beschwerden (ICD-10 F68.0) diagnostiziert (S. 1). Es sei eine 
erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden, welche teilweise auf 
eine psychische Störung zurückzuführen sei. Die Resultate der physischen 
Leistungstests seien für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Be-
lastbarkeit nicht verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen 
und kognitiven Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren patho-
logischen Befunden der klinischen Untersuchungen und bildgebenden Ab-
klärung sowie den Diagnosen nicht erklären. Die Beurteilung der Zumut-
barkeit stütze sich deshalb primär auf medizinisch-theoretische Überlegun-
gen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests 
und im Behandlungsprogramm. Die festgestellte psychische Störung be-
gründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Hinsichtlich der Ar-
beitsfähigkeit wurde ausgeführt, die angestammte Tätigkeit als … sei ohne 
repetitive Umwendbewegungen im rechten Unterarm ganztags zumutbar. 
In einer anderen Tätigkeit seien schwere Arbeiten ganztags zumutbar 
(S. 3). 

3.1.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Re-
gionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn, 
führte im Aktenbericht vom 27. Juni 2012 (AB 32) aus, nachdem der Be-
schwerdeführer in der Rehaklinik C.________ umfassend somatisch und 

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psychosomatisch-psychiatrisch abgeklärt worden sei, lasse sich als gesi-
cherte IV-relevante Funktionsstörung einzig eine Epicondylitis des rechten 
Ellbogens festhalten (S. 5). Die bisherige Tätigkeit als … sei ganztags zu-
mutbar, wobei repetitive Umwendbewegungen des rechten Unterarms un-
terbleiben sollten. Insofern sei eine Leistungsminderung von 10% gegeben. 
In einer angepassten Tätigkeit könne der Beschwerdeführer schwere kör-
perliche Arbeit in vollem Pensum ohne weitere Leistungsminderung leisten. 
Es lägen keine gravierenden psychischen Störungen vor, die eine arbeits-
relevante Leistungsminderung bedingten (S. 6).

3.1.5 Vom 10. Juli bis am 8. August 2012 war der Beschwerdeführer im 
Spital H.________ zur multimodalen Schmerztherapie hospitalisiert. Im 
Austrittsbericht vom 17. August 2012 (AB 35) wurde eine subklinische 
PTBS nach Unfall/Überfall mit Schlag auf den Hinterkopf am 10. August 
2011 (DD: Anpassungsstörung) und ein multilokuläres Schmerzsyndrom 
diagnostiziert. Die bestehenden okzipitalen Kopfschmerzen habe der Be-
schwerdeführer als Hauptproblem genannt. In der klinischen Untersuchung 
hätten sich erhebliche Einschränkungen der HWS und der Schultern beid-
seits gefunden. Im Gespräch sei der Beschwerdeführer gedanklich einge-
engt auf das Unfallereignis und im Affekt niedergestimmt mit reduzierter 
Schwingungsfähigkeit, starkem Grübeln und latenter Anspannung gewe-
sen. Auch habe er häufige Albträume gehabt. Intrusionen, Vermeidungs-
verhalten oder eine vermehrte Schreckhaftigkeit hätten sich nicht feststel-
len lassen. Der Beschwerdeführer habe von der Hospitalisation durch Er-
kennung von Ressourcen profitiert. So habe er das Prinzip der Aktivität und 
Defokussierung verstanden und erfolgreich angewendet, so dass das steti-
ge Grübeln erfolgreich habe unterbrochen werden können (S. 1 f.). 

3.1.6 Im bidisziplinären Gutachten der MEDAS D.________ vom 12. Au-
gust 2013 (AB 56) wurden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine 
Pseudo-Cervicobrachialgie beidseits bei Uncovertebralarthrose und Dis-
kushernie C5/6 mit rechts foraminaler Stenose und Wurzelreizung C6 so-
wie eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Ge-
fühlen, bestehend seit etwa August 2011 bis etwa Dezember 2012 (ICD-10 
F43.23), diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden 
eine Pseudolumboischialgie beidseits bei leichter Osteochondrose L1/2 

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ohne neurale Kompression, eine Präadipositas und eine anhaltende soma-
toforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) aufgeführt (S. 34 Ziff. 11). 

Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, das Ausmass der Nacken-
schmerzen und der demonstrierten abnormen Untersuchungsbefunde der 
HWS könne mit dem nicht sehr ausgeprägten pathologischen bildgebenden 
Befund der HWS nur ungenügend erklärt werden. Unerklärlich bleibe auch 
die Ausstrahlung der Schmerzen in beide Ellbogen sowie in beide obere 
Sprunggelenke. Nachdem nur die Nervenwurzel C6 rechts gereizt sei, kön-
ne die bei der Untersuchung demonstrierte Hyposensibilität des gesamten 
linken Arms nicht nachvollzogen werden. Auch das Ausmass der lumbalen 
Schmerzen und der daraus resultierenden subjektiven Leistungsminde-
rung sowie der gezeigten pathologischen objektiven Befunde der Len-
denwirbelsäule (LWS) könne bei quasi altersentsprechend normalem 
bildgebendem Befund der LWS nicht nachvollzogen werden. Bei radiolo-
gisch fehlender neuraler Kompression könne ferner die Ausstrahlung der 
Schmerzen in beide Grosszehen und die bei der Untersuchung angege-
bene Hyposensibilität des gesamten rechten Beins nicht objektiviert wer-
den (S. 9 f. Ziff. 7.2). Aus orthopädischer Sicht könne die angestammte 
Tätigkeit als … und jede andere körperlich schwere Arbeit in kalter und 
feuchter Umgebung, die mit häufigen inklinierten und reklinierten sowie 
rotierten Kopfhaltungen verbunden sei, wegen der Diskushernie und Unco-
vertebralarthrose C5/6 mit rechts foraminaler Stenose und 
Nervenwurzelreizung C6 foraminal nicht mehr vollumfänglich zugemutet 
werden (S. 10 Ziff. 7.3). Seit Januar 2013 bestehe in solchen Tätigkeiten 
eine Arbeitsfähigkeit von 60% bei voller Stundenpräsenz. Der 
vorangehende Zeitraum könne retrospektiv nicht beurteilt werden, da nicht 
klar sei, seit wann die Diagnosen effektiv bestünden (S. 10 f. Ziff. 8.1). Eine 
körperlich leichte Tätigkeit in temperierten Räumen, die 
abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könne, ohne 
dass dabei häufig inklinierte, reklinierte oder rotierte Kopfhaltungen 
eingenommen werden müssten, sei seit jeher vollumfänglich bei voller 
Stundenpräsenz zumutbar (S. 11 Ziff. 8.2).

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe 
nach dem Unfall von August 2011 eine Anpassungsstörung entwickelt. Da-

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neben bestünden aber keine wesentlichen depressiven Verstimmungen. 
Bei Ablenkung lasse sich eine deutliche Besserung des psychischen Zu-
standsbildes erheben und insgesamt sei im Verlauf eine Besserung der 
psychischen Beschwerden eingetreten. Damit fänden sich zum Untersu-
chungszeitpunkt keine depressiven Symptome und keine Angststörung. 
Auch liessen sich keine Intrusionen, kein Vermeidungsverhalten oder ver-
mehrte Schreckhaftigkeit feststellen. Im Vordergrund stehe eine tiefe Krän-
kung, Enttäuschung mit Opferrolle und Erwartung von Genugtuung (S. 25 f. 
Ziff. 7.2). Daneben fänden sich aufgrund der anhaltenden Schmerzsym-
ptomatik mit Symptomausweitung Hinweise für eine anhaltende somato-
forme Schmerzstörung. Dabei trete der Schmerz in Verbindung mit emotio-
nalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auf, wobei vor allem Pro-
bleme im Zusammenhang mit dem Unfall von August 2011 bestünden 
(S. 25 Ziff. 7.1). Eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, 
Ausprägung und Dauer bestehe nicht, da es sich bei der Anpassungs-
störung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen um eine leichte 
psychische Störung handle. Auch die weiteren Faktoren, die gegen eine 
Überwindbarkeit der Schmerzen sprächen, seien nicht erfüllt. Insbesondere 
könne noch kein Scheitern der Therapien angenommen werden, zumal im 
Verlauf eine Besserung des psychischen Zustandsbildes eingetreten sei (S. 
26 Ziff. 7.2). Zum Untersuchungszeitpunkt liege keine psychische Störung 
mit Krankheitswert vor (S. 25 Ziff. 7.1). Aus psychiatrischer Sicht habe in 
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … von August 2011 bis Dezember 
2012 eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum bestanden. 
Nach Besserung des psychischen Zustands könne seit etwa Januar 2013 
eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum angenommen 
werden (S. 28 Ziff. 8.1). In einer leidensadaptierten Tätigkeit (ohne erhöhte 
emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige 
Flexibilität, ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung) bestehe seit 
Jahren eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum, wobei 
seit Januar 2013 keine besonderen Anforderungen bei angepasster 
Tätigkeit erforderlich seien (S. 29 Ziff. 8.2).

Aus bidisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, von August 
2011 bis Dezember 2012 habe in der angestammten Tätigkeit aufgrund der 
bestehenden Anpassungsstörung eine Arbeitsfähigkeit von 80% bei voller 

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Stundenpräsenz bestanden. Seit Januar 2013 bestehe in der angestamm-
ten Tätigkeit unter Berücksichtigung der bestehenden orthopädischen Ein-
schränkungen eine Arbeitsfähigkeit von 60% bei voller Stundenpräsenz 
(S. 34 Ziff. 12.1). Eine angepasste Tätigkeit (körperlich leicht, in temperier-
ten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne Einnehmen 
von häufigen inklinierten, reklinierten oder rotierten Kopfhaltungen, ohne 
erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche 
geistige Flexibilität, ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung) sei seit 
Jahren zu 100% zumutbar (S. 35 Ziff. 12.2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der vorliegend angefochtenen 
Verfügung massgeblich auf das Gutachten der MEDAS D.________ vom 
12. August 2013 (AB 56) gestützt. Die Gutachter haben sich in ihrer ärztli-
chen Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den 
gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinander-

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gesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre eige-
nen (orthopädischen und psychiatrischen) Untersuchungen getroffen. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gutachten die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb 
ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Dar-
an vermögen die Einwendungen des Beschwerdeführers – wie den nach-
folgenden Erwägungen zu entnehmen ist – nichts zu ändern. 

3.3.1 In formeller Hinsicht bestreitet der Beschwerdeführer vorab die Un-
parteilichkeit resp. die Unvoreingenommenheit der Gutachter. Dies insbe-
sondere unter Hinweis auf folgende zwei Passagen aus dem Gutachten 
vom 12. August 2013: 

„… als Schweizerbürger seit 24 Jahren in der Deutschschweiz lebend ei-

nen Dolmetscher benötigend (?!)“ (AB 56 S. 6 Ziff. 5.1) 

„seit 01/2013 überwiegen aus psychiatrischer Sicht psychosoziale Fakto-
ren mit Arbeitslosigkeit, finanziellen Problemen und zurück liegendem 

Konflikt am Arbeitsplatz bei wahrscheinlich mangelnder Integration, 

nachdem … (der Beschwerdeführer) als Schweizerbürger nach 23 Jah-
ren (letzteres entspricht natürlich auch einer diletantischen Qualität der 

Arbeit der entsprechenden Einbürgerungsbehörde!) in der Deutsch-

schweiz einen Dolmetscher benötigt (?!)“ (AB 56 S. 35 Ziff. 12.5). 

Es sei weder die Aufgabe des Gutachters, sich in dieser Weise über die 
Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers zu äussern, noch stehe es ihm 
in diesem Rahmen zu, die Einbürgerungspraxis der Behörden in Frage zu 
stellen (Beschwerde S. 4 ff. Art. 2 f.).

Grundsätzlich gelten für Sachverständige die gleichen Ausstands- und Ab-
lehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen sind. 
Befangenheit ist demnach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die 
geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 V 
93 E. 7.1 S. 109; SVR 2009 UV Nr. 32 S. 112 E. 4.2 und 4.3). Vorliegend 
ist zu Recht unbestritten, dass die im Gutachten (resp. im orthopädischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 14

Teilgutachten) geäusserte Kritik an den Deutschkenntnissen des Be-
schwerdeführers und dem von ihm durchlaufenen Einbürgerungsverfahren 
nicht zum gutachterlichen Auftrag gehört. Diese erweist sich als sachfremd 
und lässt die von Gutachtern in solchen Belangen zu fordernde Zurückhal-
tung in tadelnswerter Weise missen. Das gilt auch für den Fall, dass der 
orthopädische Gutachter aufgrund der in den medizinischen Vorakten do-
kumentierten Aggravation (vgl. insbesondere AB 26 S. 20 – 23) und der in 
früheren Berichten dem Beschwerdeführer attestierten guten Deutsch-
kenntnisse (AB 26 S. 8 und S. 20 [gute Deutschkenntnisse], AB 5.14 S. 3 
[versteht Dialektsprache ausgezeichnet]) zu Beginn der Begutachtung An-
lass zum Hinterfragen der sprachlichen Verständigungsprobleme gehabt 
haben sollte, worauf der Vermerk auf Seite 6 Ziff. 5.1 des Gutachtens 
(AB 56) hinweisen könnte. Auch wenn sich die Kritik, welche sich primär 
nicht an den Beschwerdeführer, sondern an die Einbürgerungsbehörde 
richtet, als sachfremd und ungehörig erweist, kann daraus nicht ohne wei-
teres geschlossen werden, dass die Begutachtung in Verletzung gesetzli-
cher Ausstandsgründe erfolgte und das Gutachten deshalb nicht verwert-
bar ist. 

Soweit die vom Beschwerdeführer geäusserte Kritik am Gutachten die Fra-
ge der Schlüssigkeit der fachärztlichen Beurteilung und damit die Beweis-
würdigung beschlägt, ist nachfolgend auch zu prüfen (vgl. E. 3.3.2 und 
3.3.3 hiernach), ob und gegebenenfalls in welcher Weise sich die Gutach-
ter bei ihren fachärztlichen Einschätzungen von sachfremden Überlegun-
gen haben leiten lassen. Unabhängig davon ist das Bundesamt für Sozial-
versicherung (BSV) in seiner Eigenschaft als fachliches Aufsichtsorgan 
über die Gutachterstellen über die Feststellungen hiervor durch einen ent-
sprechenden Hinweis im Rahmen der Urteilseröffnung in Kenntnis zu set-
zen. 

Auch der weitere formelle Einwand in der Beschwerde (S. 7 Art. 5), dass 
die Voraussetzungen eines polydisziplinären medizinischen Gutachtens im 
Sinne des Art. 72bis der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) nicht erfüllt seien, da keine internisti-
sche Untersuchung stattgefunden habe, und zu prüfen sei, ob das Gutach-
ten bereits deshalb aus den Akten zu weisen sei, geht fehl. Denn aus den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 15

Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die medizinische Situation 
– neben der durchgeführten orthopädischen und psychiatrischen Untersu-
chung – ein weiteres Fachgebiet beschlagen könnte (BGE 139 V 349 
E. 3.2 S. 352). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer am 23. Januar 
2013 (AB 50) über die Durchführung einer bidisziplinären Begutachtung 
informiert worden ist und es ihm offen gestanden wäre, insbesondere ge-
gen die Art der Begutachtung Einwendungen vorzubringen. Dies hat er 
jedoch nicht getan. Es wurde demzufolge zu Recht eine bidisziplinäre Be-
gutachtung in Auftrag gegeben.

3.3.2 In somatischer resp. orthopädischer Hinsicht wurde im Gutachten 
der MEDAS D.________ vom 12. August 2013 (AB 56) schlüssig darge-
legt, dass der Beschwerdeführer aufgrund der bestehenden Pseudo-
Cervicobrachialgie beidseits bei Uncovertebralarthrose und Diskushernie 
C5/6 mit rechts foraminaler Stenose und Wurzelreizung C6 in seiner ange-
stammten Tätigkeit als … seit Januar 2013 zu 60% und in einer angepass-
ten Tätigkeit (körperlich leicht, in temperierten Räumen, abwechslungswei-
se sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte/reklinierte/rotierte Kopfhal-
tungen) seit jeher zu 100% arbeitsfähig ist (AB 56 S. 10 f. Ziff. 7.3 und 
8.1 f.). Weiter hat der orthopädische Gutachter einlässlich begründet, wes-
halb das Ausmass der vom Beschwerdeführer geschilderten Schmerzen 
(insbesondere im Bereich des Nackens und in der LWS) und die demons-
trierten Untersuchungsbefunde mit den objektiven Befunden nicht erklärt 
werden können (S. 9 f. Ziff. 7.2). Diese Beurteilung steht im Einklang mit 
den medizinischen Vorakten. Insbesondere stellten bereits die Fachärzte 
der Rehaklinik C.________ eine Diskrepanz zwischen den subjektiven Be-
schwerden und den objektiven Befunden fest und beobachteten eine er-
hebliche Symptomausweitung (AB 26 S. 3). Auch der Kreisarzt Dr. med. 
E.________ konnte in der Befunderhebung trotz der geklagten diffusen und 
multilokulären Beschwerden einzig eine frische Wunde am Hinterkopf fest-
stellen (AB 5.4 S. 6 f.).

Daran ändert nichts, dass Dr. med. F.________ im Bericht vom 27. No-
vember 2011 aufgrund des diagnostizierten anhaltenden cervicocranialen 
und brachialen Syndroms beidseits ab dem 2. September 2011 eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hat (AB 10 S. 2 f. Ziff. 1.1 und 1.6). Denn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 16

eine nachvollziehbare Begründung dieser vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
im angestammten Beruf fehlt darin. Zudem scheint sich der Arzt bei seiner 
Beurteilung hauptsächlich auf die subjektiven Angaben des Beschwerde-
führers gestützt zu haben („Schmerzangabe bei jeder Bewegung“), zumal 
er selber angegeben hat, dass bei der Untersuchung alle Bewegungen 
wegen Gegenwehr nur langsam möglich gewesen seien (S. 3 Ziff. 1.4). 
Und letztlich hat der Arzt keine Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit gemacht (S. 4 Ziff. 1.8). Soweit im Bericht des Spi-
tals H.________ vom 17. August 2012 (AB 35) ausgeführt wurde, dass in 
der klinischen Untersuchung erhebliche Einschränkungen der HWS und 
der Schultern gefunden worden seien (S. 1), hat der Gutachter – wie be-
reits dargelegt – einlässlich und schlüssig begründet, dass das Ausmass 
der geschilderten und demonstrierten Beschwerden insbesondere nicht mit 
den bildgebenden Befunden erklärt werden kann. 

Letztlich bleibt darauf hinzuweisen, dass der orthopädische Gutachter seit 
Januar 2013 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im angestamm-
ten Beruf von 40% ausgeht. Dies insbesondere gestützt auf die in den ak-
tuellen bildgebenden Untersuchungen erhobenen Befunde im HWS- und 
Schulterbereich. Die Fachärzte der Rehaklinik C.________ attestierten im 
Bericht vom 13. Februar 2013 (AB 26) – obwohl bereits in der im Rahmen 
dieser Abklärungen durchgeführten bildgebenden Untersuchung leichte 
degenerative Veränderung an der HWS gefunden worden waren (AB 26 
S. 24 f.) – in der angestammten Tätigkeit noch keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit. Die Tatsache, dass im orthopädischen Teilgutachten die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf erheblicher 
beurteilt worden ist, als im – im Jahr zuvor erstellten – Bericht der Rehakli-
nik C.________, spricht entschieden gegen die Annahme, die orthopädi-
sche Beurteilung sei von sachfremden Überlegungen geprägt bzw. überla-
gert worden. Dem orthopädischen Teilgutachten ist damit volle Beweiskraft 
beizumessen.

3.3.3 Aus psychiatrischer Sicht wurde im Gutachten der MEDAS 
D.________ vom 12. August 2013 (AB 56) nachvollziehbar dargelegt, dass 
der Beschwerdeführer aufgrund der bestehenden Anpassungsstörung in 
der angestammten Tätigkeit von August 2011 bis Dezember 2012 zu 80% 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 17

arbeitsfähig war. Ferner hat er schlüssig begründet, dass in einer 
angepassten Tätigkeit (ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten 
Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne 
überdurchschnittliche Dauerbelastung) seit Jahren keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit besteht (S. 28 f. Ziff. 8.1 f.). Diese Beurteilung findet 
ihren Rückhalt in den medizinischen Vorakten und überzeugt. 
Insbesondere lässt sich die Einschätzung, dass der Beschwerdeführer 
nach dem Unfall vom 10. August 2011 eine Anpassungsstörung und im 
weiteren Verlauf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung entwickelt 
hat, nahtlos an die Beurteilung der Fachärzte der Rehaklinik C.________ 
fügen, in welcher von einem dysfunktionalen Überzeugungs- und Bewälti-
gungsmuster mit Aggravation von körperlichen und psychischen Be-
schwerden und differenzialdiagnostisch von einer Anpassungsstörung im 
Sinne einer posttraumatischen Verbitterungsstörung ausgegangen wurde 
(AB 26 S. 1 und 13 f.). Auch die Einschätzung, dass im Verlauf eine Besse-
rung der psychischen Beschwerden eingetreten ist, steht im Einklang mit 
den vorliegenden Akten. So lässt sich im Bericht des Spitals H.________ 
vom 17. August 2012 (AB 35) klar ein Therapieerfolg entnehmen. 

Der psychiatrische Gutachter hat weiter einlässlich begründet, warum der 
diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung keine Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit zuzuerkennen ist (AB 56 S. 26). Diese Beurteilung ist 
auch aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden. Es 
liegt weder eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, 
Ausprägung und Dauer vor, noch sind die weiteren Kriterien zur Beurtei-
lung der invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz somatoformer 
Schmerzstörungen (vgl. E. 2.1.2 hiervor) erfüllt. Insbesondere sind ein so-
zialer Rückzug in allen Belangen des Lebens und ein Scheitern einer kon-
sequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung zu ver-
neinen. Es lassen sich keine chronischen körperlichen Begleiterkrankun-
gen, ausser den orthopädisch zu erhebenden Befunden, und kein ausge-
wiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens erheben. Es liegt 
gemäss Gutachten kein „hoher“ primärer Krankheitsgewinn im Sinne eines 
verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlau-
fes bei missglückter, psychisch aber entlastender Konfliktbewältigung vor, 
und es bestehen auch keine unbefriedigenden Behandlungsergebnisse 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 18

trotz konsequenter Behandlungsbemühungen bei vorhandener Motivation 
und Eigenverantwortung. Der Beschwerdeführer erhielt zwar eine Rehabili-
tationsbehandlung an der Rehaklinik C.________ und eine stationäre Be-
handlung am Spital H.________. Trotzdem kann noch kein Scheitern der 
Therapien angenommen werden und es ist – wie zuvor dargelegt wurde – 
im Verlauf eine Besserung des psychischen Zustandsbildes zu erheben. 
Darüber hinaus geht aus den vorliegenden Akten hervor, dass beim Be-
schwerdeführer ungünstige psychosoziale Faktoren (Stellenverlust der 
Ehefrau, psychische Probleme der Tochter mit Stellenkündigung [vgl. dazu 
AB 26 S. 13 f. und 16] und finanzielle Probleme nach Einstellung der Versi-
cherungsleistungen [Sozialhilfeabhängigkeit und Kreditschulden; vgl. dazu 
auch AB 35 S. 6]) vorliegen, die für das Beschwerdebild mitverantwortlich 
sind, welche jedoch aus iv-rechtlicher Sicht grundsätzlich nicht zu berück-
sichtigen sind (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 
S. 189 E. 3.2).

Somit erweist sich auch das psychiatrische Teilgutachten als schlüssig. Es 
bestehen denn auch keine Anhaltspunkte für die vom Beschwerdeführer 
geäusserte Befürchtung, die gutachterlichen Schlussfolgerungen gründeten 
auf sachfremden Überlegungen. Damit ist für die nachfolgende Invaliditäts-
bemessung auf die bidisziplinäre Beurteilung im Gutachten der MEDAS 
D.________ vom 12. August 2013 abzustellen.

3.4 Nach dem Dargelegten ist der Gesundheitszustand des Beschwer-
deführers gestützt auf die vorliegenden Arztberichte, insbesondere das 
überzeugende Gutachten der MEDAS D.________ vom 12. August 2013, 
hinreichend erstellt, weshalb sich die in der Beschwerde (S. 1 Ziff. I und S. 
7 Art. 5) beantragte erneute Begutachtung erübrigt (antizipierte Beweis-
würdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu ermitteln. 

4.

4.1

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 19

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 
133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-
sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 20

bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Unter 
Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmeldung im September 2011 
(AB 1) ist der frühest mögliche Rentenbeginn hier in Anwendung von 
Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf das Jahr 2012 festzusetzen. Auf 
diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen. 

4.2.1 Es ist unbestritten und aufgrund der Akten anzunehmen, dass der 
Beschwerdeführer bei guter Gesundheit weiterhin in seinem angestammten 
Arbeitsplatz als … in unverändertem Umfang tätig wäre, weshalb das Vali-
deneinkommen grundsätzlich aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – er-
zielten Lohnes festzusetzen ist.

Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers 
hätte dieser ab November 2011 Fr. 5‘448.-- pro Monat verdient (AB 13 S. 4 
Ziff. 10). Dies ergibt auf das massgebliche Jahr 2012 aufgerechnet ein jähr-
liches Valideneinkommen von Fr. 71‘314.85 (Fr. 5‘448.-- x 13 : 101 x 101.7; 
Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallöhne Männer 2010 – 2013, Tabelle 
T1.1.10, lit. F).

4.2.2 Da der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit im zumutba-
ren Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen gestützt auf 
die LSE 2010 zu ermitteln (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Gestützt auf das Gutachten der MEDAS D.________ vom 12. August 2013 
(AB 56) ist der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit (körperlich 
leicht, in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, 
ohne Einnehmen von häufigen inklinierten, reklinierten oder rotierten Kopf-
haltungen, ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, oh-
ne erforderliche geistige Flexibilität, ohne überdurchschnittliche Dauerbe-
lastung) zu 100% arbeits- und leistungsfähig (vgl. E. 3.3 hiervor). Dieses 
medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil ist – entgegen der Auffassung 
in der Beschwerde (S. 6 f. Art. 6) – auf dem hier massgebenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt verwertbar. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst 
auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, 
bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des 
Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 
2013, 9C_941/2012, E. 4.1.1). Dem Beschwerdeführer stehen somit genü-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 21

gend Tätigkeiten – wie insbesondere die von der Beschwerdegegnerin er-
wähnte Tätigkeit als … (AB 65 S. 2), welche im Übrigen durchaus körper-
lich leichte Arbeiten beinhalten kann – offen, die trotz der ausgewiesenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgeübt werden können.

Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invaliden-
einkommen gestützt auf das Total des Anforderungsniveaus 4 (einfache 
und repetitive Tätigkeiten) der Tabelle TA1 festgelegt hat, zumal der Be-
schwerdeführer keine Berufsausbildung abgeschlossen hat (AB 1 S. 4 
Ziff. 5.3). Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Männer beträgt dabei 
Fr. 4'901.--. Auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 
(BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Total) und auf das massgebende Jahr 2012 aufgerechnet, resultiert daraus 
ein jährliches Einkommen von Fr. 62'353.80 (Fr. 4'901.-- : 40 x 41.7 x 12 : 
100 x 101.7; vgl. BFS, Nominallöhne Männer 2010 – 2012, Tabelle 
T1.1.10, Total). 

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von 10% aufgrund 
des Umstandes, dass der Beschwerdeführer keine Schwerarbeit mehr 
durchführen kann (AB 64 S. 1), trägt allen einkommensbeeinflussenden 
gesundheitsbedingten Aspekten genügend Rechnung. Ein anderweitiger 
persönlicher oder beruflicher Umstand, der einen höheren Abzug rechtfer-
tigte, ist nicht ersichtlich. Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von 
Fr. 56‘118.40 (Fr. 62'353.80 x 0.9) im Jahr.

4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 71‘314.85 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 56‘118.40 resultiert ein IV-Grad von gerundet 21% 
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folglich 
kein Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor).

4.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet ab-
zuweisen.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 22

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen (insbesondere unter Hinweis 

auf die Ausführungen in der E. 3.3.1)

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 23

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/16, Seite 24

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.