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**Case Identifier:** e03e93ab-873f-544a-b488-f21bfc6fdd48
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.08.2021 IV 2019/331
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-331_2021-08-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/331

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.06.2022

Entscheiddatum: 19.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2021
Art. 28a Abs. 3 IVG. Würdigung der medizinischen Sachlage, insbesondere 
eines polydisziplinären Gutachtens. Gemischte Methode (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. August 2021, IV 
2019/331).

Entscheid vom 19. August 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Michaela Machleidt 

Lehmann und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2019/331

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsagent Roger Fehr, RGB Consulting, Sonnenbühlstrasse 3, 

9200 Gossau SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___, welcher aufgrund einer Anmeldung vom 12./15. April 2002 (IV-act. 1) zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung für Versicherte vor dem 20. Altersjahr 

(bei der IV-Stelle des Kantons B.___) wegen einer ___fehlstellung medizinische 

Massnahmen zugesprochen worden waren (IV-act. 6), meldete sich am 25./27. Februar 

2017 (IV-act. 10) bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

zum Bezug von Leistungen zur beruflichen Integration bzw. einer Rente an. Sie habe 

zwei Jahre lang die Berufsschule besucht, sei Mutter von zwei Kindern (geboren 200_ 

und 200_) und ihr Ehemann sei im März 20__ in die Schweiz gekommen. Vom 1. Januar 

2015 bis zum 28. Februar 2016 sei sie zu 20 % in einer Hauswartung angestellt 

gewesen ([...], C.___). Seit dem 2. Februar 2016 sei sie arbeitsunfähig. Sie leide seit fünf 

Jahren an einer chronischen Knochenentzündung, seit zweieinhalb Jahren an 

chronischem Schwindel mit Übelkeit und Angstzuständen, seit einem Jahr an 

chronischen Organentzündungen, ausserdem an Nervenbahnentzündungen mit akuten 

Anfällen von Muskelkrämpfen und UV-Empfindlichkeit. Die Ärzte sprächen von einer 

nicht heilbaren Autoimmunsystemerkrankung. 

A.a. 

Dr. med. D.___, Praktischer Arzt, gab in einem ärztlichen Bericht zur Eingliederung 

vom 20. März 2017 (IV-act. 23) bekannt, es bestünden der V. a. einen 

Autoimmunprozess bzw. eine rheumatologische Grunderkrankung und ausserdem ein 

chronisches Schmerzsyndrom. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht dokumentiert worden, 

weil die Versicherte zurzeit nicht berufstätig sei. Es bestünden Schmerzen an 

Wirbelsäule, Gelenken, Extremitäten und abdominell sowie Schwindelattacken. Nicht 

belastende Tätigkeiten könnte sie, solange kein akuter Schub mit Schmerzen vorliege, 

eventuell für zwei bis drei Stunden ausüben. Das Leiden werde fachärztlich abgeklärt. - 

A.b. 

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In der Beilage wurden diverse medizinische Berichte (u.a. über Hämophilieabklärung, 

Gastroskopie, Koloskopie, Skelettszintigraphie) eingereicht. So hatte etwa die Klinik 

und Poliklinik für Innere Medizin am Universitätsspital Zürich am 6. April 2016 (IV-

act. 23-23 ff.) berichtet, es bestünden (verkürzt wiedergegeben, erstens) ein schwerer 

Vitamin D-Mangel, (zweitens) unklare Hämatome wechselnder Lokalisation (DD 

Autoimmunerkrankung, Depression, Somatisierung, traumatisch), mit anamnestisch 

chronischem ungerichtetem Schwindel, rezidivierenden Stürzen, Gelenksschwellungen 

und intermittierendem Fieber, (drittens) Adipositas und (viertens) ein Eisenmangel ohne 

Anämie. Angesichts fehlender Indikation für eine stationäre Abklärung bei der aktuell 

symptomfreien Versicherten sei diese (aus der Hospitalisation) entlassen worden. Sie 

habe bei der Schilderung ihrer Beschwerden stets gelächelt. Bei Hinweisen auf eine 

psychosoziale Belastung als mögliche Ursache für den immobilisierenden Schwindel 

sei eine ambulante psychosomatische Behandlung empfohlen worden. Ebenfalls sollte 

an eine ___ Ursache der wiederholten Hämatome/Schwellungen ([...]) gedacht werden. 

Die Versicherte hatte unter anderem angegeben, mehr als drei Jahre lang einen 

eigenen ___-/___laden gehabt zu haben, den sie wegen gesundheitlicher Probleme der 

jüngeren Tochter (wiederholte ___) habe verkaufen müssen. Ein Jahr lang habe sie 

dann in einer Unternehmung für Hauswartung, [...] gearbeitet. Seitdem bestehe ein 

zunehmender sozialer Rückzug. Sie könne problemlos eine Stunde joggen und habe 

dabei auch keinen Schwindel; dieser sei danach jedoch besonders ausgeprägt. - 

Dr. med. E.___, Facharzt für Rheumatologie FMH, hatte am 20. September 2016 (IV-

act. 23-3 ff.) erklärt, es bestünden aktuell ein thoracal betontes chronisches 

panvertebrales Schmerzsyndrom, ein Os tibiale externum bds. und eine Vitamin D-

Hypovitaminose. Die Versicherte sei der festen Überzeugung, dass die Probleme nicht 

psychischer Natur seien. Diverse Abklärungen hätten abgesehen von der als Drittes 

genannten Diagnose keine Pathologien ergeben. In Erwägung zu ziehen sei ein 

familiäres Mittelmeerfieber. 

Die Arbeitgeberin (C.___) teilte am 5. April 2017 (Eingang 

Sozialversicherungsanstalt, IV-act. 25) mit, die Versicherte habe im Januar und Februar 

2016 an vier bis fünf Stunden pro Tag gearbeitet.

A.c. 

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Am 13. April 2017 (IV-act. 28) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der 

Versicherten mit, Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe nicht, da sie 

vorwiegend als Hausfrau tätig sei.

A.d. 

In einem Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt 

gab die Versicherte am 13. Mai 2017 (IV-act. 30) u.a. an, sie sei aus gesundheitlichen 

Gründen nicht erwerbstätig und habe sich auch aus diesen Gründen nicht um Stellen 

beworben. Vor der Erkrankung sei sie voll arbeitstätig und in Weiterbildung gewesen. 

Ohne Beeinträchtigung wäre sie es zu 60 bis 80 % im Verkauf oder im sozialen 

Bereich. Die Kinder seien selbständig.

A.e. 

Dr. D.___ gab im IV-Arztbericht vom 21. Mai 2017 (IV-act. 31) an, es lägen bei der 

Versicherten ein unklares Schmerzsyndrom, der V. a. eine rheumatologische 

Grunderkrankung (beides seit 2016), ein zervikothorakal betontes Schmerzsyndrom 

(seit 2013) und eine Sensibilitätsstörung linke untere Extremität (seit 2017) vor. Er 

behandle die Versicherte seit Juni 2010. Zuletzt habe sie über wiederkehrende 

Schwellungen und Entzündungen wechselnder Lokalisation der grossen Gelenke, 

Schmerzen abdominell und Fieberschübe geklagt. Die Beschwerden seien so stark, 

dass sie sich häufig immobilisiert niederlegen müsse. Die fachärztlichen Abklärungen 

hätten keine die Beschwerden erklärenden Erkrankungen ergeben. Die Versicherte sei 

zurzeit nicht arbeitsfähig; sie gehe keiner Erwerbstätigkeit nach.

A.f. 

Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrisches 

Zentrum, gab in einem IV-Arztbericht vom 26. Juni 2017 (IV-act. 33) an, es lägen (mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, DD: 

rheumatologische Grunderkrankung bzw. V. a. Autoimmunerkrankung, eine 

Agoraphobie ohne Panikstörung, eine Angststörung, nicht näher bezeichnet, eine 

Sensibilitätsstörung linke untere Extremität und ein cervikothorakal betontes 

Schmerzsyndrom vor. Die Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig; sie gehe schon 

länger keiner Erwerbstätigkeit mehr nach und betätige sich ausschliesslich als 

Hausfrau. Ob die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, könne nicht beantwortet 

werden. Die Leistungsfähigkeit sei mit hoher Wahrscheinlichkeit eingeschränkt, das 

Ausmass werde nicht genauer eingeschätzt. Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit hänge 

wesentlich von der Entwicklung und Therapiemöglichkeit der somatischen 

A.g. 

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Beschwerden ab. Die geschilderten Ängste schienen nicht das Ausmass einer daraus 

ableitbaren Arbeitsunfähigkeit zu haben. Es bestehe psychisch allenfalls eine 

leichtgradige Einschränkung und bei Behandlungsbeginn hätten Schlafstörungen 

bestanden. Die Versicherte habe eine schwierige Kindheit gehabt mit einem offenbar 

___kranken Vater und einer ___ kranken Mutter. Sie habe früh Verantwortung 

übernehmen und auf ihre jüngere ___ achtgeben müssen. Sie sei [...] aufgewachsen; 

die Eltern der Mutter stammten aus G.___. Nach der Scheidung ihrer Eltern in ihrem 

(Kindes-) Alter von ___ Jahren sei sie in einer Pflegefamilie gewesen, die [...]. Nun [...].

Am 9. Oktober 2017 (IV-act. 38) erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle im 

Haushalt. Die Versicherte habe erklärt, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hätte sie 

ihr Arbeitspensum mit dem Älterwerden der Kinder in den letzten Jahren auf 60 bis 

70 % ausgebaut; ein grösseres Pensum würde sie im Interesse der Kinder nicht 

annehmen. Sie habe zwei Jahre lang eine Berufsschule (Pilotprojekt) in Richtung K.___ 

(ähnlich [...]) besucht und keinen anerkannten Fachausweis erlangt. Von 2005 bis 2007 

sei sie bei einer Stiftung (vgl. IV-act. 19: IK-Einkommen 2006 Fr. 23'___.--) und von 

Oktober 2010 (gemäss IK-Auszug, IV-act. 19, Oktober 2009) bis November 2011 als 

Selbständigerwerbende mit einem ___geschäft tätig gewesen (aufgegeben aus 

familiären und gesundheitlichen Gründen). Die Versicherte habe weiter angegeben, es 

sei inzwischen erkannt worden, dass das Immunsystem die Entzündungen und 

grippalen Symptome auslöse. Die Fieberattacken würden in immer kürzeren Abständen 

auftreten und auf einem Niveau von 41° C über zwei Wochen andauern. Dann fühle sie 

sich wie narkotisiert und sei kaum noch zur Selbstsorge in der Lage. Aus Angst vor 

ungewissen Reaktionen (Organschwellungen mit grossem ___umfang) esse sie nur 

noch [...]. Gewisse Speisen und Bewegungen würden zu Reaktionen mit umgehender 

starker Ausdehnung des ___ führen. Dessen Umfang sei auch Folge der permanenten 

Organschwellungen. Das verursache extreme ___schmerzen und drücke auf die Lunge, 

so dass sie kaum noch atmen könne. Nach ärztlicher Beurteilung seien die 

Lungenflügel bereits geschädigt. Sie sei nur noch sporadisch in der Lage, die Wohnung 

zu verlassen. Seit drei Jahren seien ihr gewisse (bezeichnete) sportliche Aktivitäten 

nicht mehr möglich (IV-act. 38-1 f.). Auf die Möglichkeit der IV-Anmeldung sei sie durch 

die Ärzte aufmerksam gemacht worden, auch mit Blick auf die Belastungssituation des 

Ehemannes, der mit Überstunden versuche, das Familienbudget im Lot zu behalten, 

A.h. 

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und sich dabei überanstrenge (vgl. IV-act. 38-11). - Im Bericht wurde festgehalten, eine 

psychische Komponente könne offensichtlich ausgeräumt werden (vgl. IV-act. 38-11). 

Im Haushaltteil, der 35 % ausmache, mache die Versicherte eine Einschränkung von 

knapp zwei Dritteln (63.75 %) geltend, da sie inzwischen während der Hälfte der Zeit 

überhaupt keine Leistung erbringen könne. Es sei - bei rechtsprechungsgemässer 

Berücksichtigung einer gewissen Mithilfe der Familienmitglieder - eine Einschränkung 

um 36.4 % erhoben worden, so dass ein (Teil-) Invaliditätsgrad von 12.7 % resultiere. 

Die langdauernde Krankheit habe am 2. Februar 2016 begonnen (vgl. IV-act. 38-13 f.).

Am 10. November 2017 (IV-act. 40) gab Dr. D.___ an, die Versicherte fühle sich 

aufgrund der starken Schmerzen und der fehlenden Kraft nicht in der Lage, einer 

regelmässigen Tätigkeit nachgehen zu können. Eventuell würden nach einer Abklärung 

Immunsuppressiva eingesetzt. - Am 2. Januar 2018 (IV-act. 43) berichtete der Arzt, es 

bestehe der hochgradige Verdacht auf ein familiäres Mittelmeerfieber. Ein breites 

Spektrum der entsprechenden Symptome spreche auf die seit zwei Wochen 

eingesetzte Behandlung mit Colchicine an, doch habe sich in den letzten Wochen eine 

Hemisymptomatik rechts herausgebildet, die bei einer Kontrolle im Universitätsspital 

Zürich nur angedeutet bestanden habe.

A.i. 

Die Klinik für Immunologie am Universitätsspital Zürich (Dr. med. H.___, Facharzt 

für Allergologie und klinische Immunologie) teilte im IV-Arztbericht vom 25. Juli 2018 

(IV-act. 53) mit, es bestünden intermittierende Fieberepisoden, chronische 

Knochenschmerzen, eine ausgeprägte Fatigue, ein Taubheitsgefühl der gesamten 

rechten Körperhälfte mit Schwindel und rezidivierenden Stürzen (EM ca. 2014, Ursache 

unklar). Unter Colchicine habe sich anamnestisch eine Besserung der Symptome 

ergeben (kein Fieber mehr) bei jedoch persistierend auftretendem neurologischem 

Befund. Dieser sei mit den Neurologen evaluiert und am ehesten als funktionell 

gewertet worden. Eine genetische Analyse zum Ausschluss eines Mittelmeerfiebers sei 

unauffällig ausgefallen. Die Entzündungsparameter seien stets normwertig gewesen. 

Serologisch habe es keinen Hinweis auf eine Kollagenose oder Vaskulitis gegeben. Da 

kein Hinweis auf eine autoimmune/autoinflammatorische Krankheit bestehe, könne zur 

IV-Berentung keine Stellung genommen werden.

A.j. 

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Dr. D.___ berichtete am 26. November 2018 (IV-act. 61), die Dysästhesien und 

Hypoästhesien träten zunehmend und häufiger auf. Im MRI des Schädels seien keine 

pathologischen Veränderungen sichtbar geworden. Die Gelenk-, Knochen- und 

Muskelschmerzen, passageren Entzündungen (mit hämatösen Veränderungen und 

ödematöser Gewebsveränderung), das ___ Abdomen und die intermittierenden 

abdominellen Schmerzen seien weiterhin vorhanden. In den letzten Wochen und 

Monaten sei es vermehrt zu Schwindelattacken mit mehreren Stürzen gekommen.

A.k. 

Die Klinik für Immunologie am Universitätsspital Zürich gab mit dem IV-

Verlaufsbericht vom 31. Januar 2019 und Bericht vom 9. Januar 2019 (IV-act. 64) 

bekannt, da die Versicherte nach einem empirischen Therapieversuch mit Colchicine 

von einer deutlichen Abnahme der Fieberschübe und der abdominalen Beschwerden 

berichtet habe, sei eine genetische Analyse erfolgt. Dabei sei eine Variante unklarer 

Signifikanz gefunden worden. Eine weitere solche Analyse sei noch ausstehend; bei 

allenfalls zusätzlich nachweisbarer Mutation könne Relevanz bestehen. Als Diagnosen 

wurden benannt: (erstens) intermittierend febrile Temperaturen unklarer Ursache (EM 

2011), (zweitens) ein chronischer ungerichteter Schwindel mit Sehstörungen 

(Verschwommensehen, Farben nicht ganz klar), (drittens) rezidivierende 

Gelenkschwellungen, v.a. Hand-, Knie-/Fussgelenke, (viertens) ein St. n. chronischem 

panvertebralem Schmerzsyndrom, (fünftens) ein St. n. Hämatomen wechselnder 

Lokalisation, (sechstens) ein St. n. Hypermenorrhoe 09/15 und (siebtens) ein St. n. 

Vitamin D-Mangel. An der Klinik habe sich die Versicherte stets fieberfrei präsentiert mit 

wiederholt negativen Entzündungsparametern. - In einem Bericht vom 25. März 2019 

(IV-act. 68) gab die Klinik weiter an, in der neuen Sequenzanalyse hätten keine 

Varianten nachgewiesen werden können, die nach aktuellem Wissensstand eine 

pathogene Signifikanz hätten. Nach Sistieren der Colchicinetherapie im Oktober 2018 

sei es zu vor allem abendlich erhöhter Körpertemperatur bis knapp 39° C und zu einer 

Zunahme der unspezifischen Myalgien mit nächtlichem Maximum in beiden Schulter 

und dem rechten Oberschenkel gekommen; die Behandlung sei wieder aufgenommen 

worden.

A.l. 

Am 5. September 2019 erstattete die MEDAS Interlaken Unterseen GmbH ein 

Gutachten vom 28. August 2019 (IV-act. 81; Abklärungen vom 18. Juni 2019 bis 

8. August 2019). Als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit liege bei der 

A.m. 

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Versicherten eine Somatisierungsstörung vor. Ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit seien ein generalisiertes Weichteil-Schmerzsyndrom, eineallgemeine 

Bandlaxität, ein Verdacht auf eine hypomorphe Form eines familiären 

Mittelmeerfiebers, eine subjektive intermittierende Schwäche des rechten Hemikörpers 

und Hypoästhesie am ganzen rechten Hemikörper mit Aussparung der rechten 

temporalen, frontalen und parietalen Region, ohne neurologisches Korrelat, und ein 

Schwindel in zwei Arten, einerseits Drehschwindel, anderseits Schwindel mit 

horizontalen Oszillationen, ohne neurologisches Korrelat. Aus internistischer, 

neurologischer und rheumatologischer Sicht sei der Versicherten die bisherige und jede 

angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Psychiatrisch gesehen sei die zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit als Hauswartin seit der Antragstellung nicht mehr zumutbar. 

Strukturierte Tätigkeiten ohne besondere Konzentrationsanforderungen, besondere (sc. 

Anforderungen an die) Stresstoleranz, ohne Lärmbelastung, störende Lichtverhältnisse, 

Verantwortung und Nacht- oder Wechselschicht sowie mit erhöhten Pausen und wenig 

Publikumsverkehr seien psychiatrisch an etwa fünfeinhalb Stunden pro Tag ohne 

weitere Leistungseinschränkungen möglich. Die Arbeitsfähigkeit betrage 66 %. Bei 

konsequenter, motivierter Nutzung der therapeutischen Optionen könne innert zwölf 

Monaten eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100 % durchaus erwartet werden. Eine 

krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz und Kooperation bei - sinnvollen 

und zumutbaren - Eingliederungsmassnahmen liege nur in Teilen vor. Die im Haushalt 

geltend gemachten Funktionsstörungen seien plausibel. - Der Regionale Ärztliche 

Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 27. September 2019 (IV-act. 82) dafür, 

das Gutachten sei konsistent und nachvollziehbar.

Mit Vorbescheid vom 2. Oktober 2019 (IV-act. 85) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Im Erwerb bestehe eine Einbusse von 

34 % (Valideneinkommen Fr. 54'576.--, Invalideneinkommen Fr. 36'020.--), im Haushalt 

eine solche von 36 %. Insgesamt mache der Invaliditätsgrad 35 % aus (22 % aus dem 

Erwerbsbereich, 13 % aus dem Haushalt). Die medizinischen Massnahmen 

(psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung) seien zu intensivieren. - Die 

Versicherte ersuchte am 6. November 2019 (IV-act. 94) unter Beilage eines Schreibens 

von Dr. med. I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom Tag davor 

A.n. 

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B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsagent Roger Fehr für die Betroffene 

am 13. Dezember 2019 erhobene Beschwerde (act. G 1). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die 

Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Ursachen der geltend gemachten körperlichen 

Beschwerden hätten nicht abschliessend festgestellt werden und die Behandlungen 

hätten keine merkliche Besserung erzielen können. Sowohl die gutachterliche wie die 

Einschätzung der bisher involvierten behandelnden Fachärzte sprächen klar für eine 

somatische Schmerzproblematik, für die keine eindeutige körperliche Ursache vorliege. 

Vor der im Oktober 2019 aufgenommenen Behandlung durch Dr. I.___ sei es der 

Beschwerdeführerin schwergefallen, sich einzugestehen, dass bei ihr eine psychische 

Problematik vorliege. Mittlerweile sei sie bereit, psychiatrische bzw. 

psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Sie wolle auch alles 

daran setzen, sich mittel- und langfristig wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Die 

bisherigen Eingliederungsversuche seien missglückt. Das sei ausser Acht gelassen 

worden. Dr. I.___ habe eine larvierte depressive Phase bei rezidivierenden depressiven 

Phasen, eine Persönlichkeit mit emotional instabilen Anteilen, anamnestisch eine 

schwierige Kindheit mit traumatischen Erlebnissen, differentialdiagnostisch eine 

posttraumatische Belastungsstörung, eine Somatisierungsstörung, eine hypomorphe 

Form eines familiären Mittelmeerfiebers und weitere gesundheitliche Einschränkungen 

diagnostiziert. Er habe sich auch mit dem Gutachten und den Vorberichten 

auseinandergesetzt und festgehalten, die psychiatrische Seite sei nicht genauer 

analysiert worden. Die Beschwerdeführerin versuche als Schutzreaktion, eine Fassade 

aufrecht zu erhalten, und ihr Verhalten deute auf eine starke Verdrängungsreaktion hin. 

Die Abklärungen stünden erst am Beginn. Die Annahmen zu Therapiemöglichkeiten 

und Erfolgsaussichten seien zu wenig differenziert und deutlich zu optimistisch. Die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage höchstens 30 %. Sollten hieran 

um eine Fristverlängerung für den möglichen Einwand. Sie habe sich für eine Therapie 

angemeldet und man werde in drei Monaten sehen können, ob sich ihr Zustand 

verbessert habe.

Mit Verfügung vom 14. November 2019 (IV-act. 97) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch ab. Schon bei 

der ohne die indizierten Therapiemassnahmen bestehenden Arbeitsfähigkeit werde kein 

Rentenanspruch begründet.

A.o. 

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Zweifel bestehen, sei die effektive Leistungsfähigkeit in einem Integrations- oder 

Arbeitsprogramm in geschütztem Rahmen zu überprüfen. Eine abschliessende 

Beurteilung sei noch gar nicht möglich. Dass die Beschwerdegegnerin trotz des 

Ersuchens um einen Aufschub bereits verfügt habe, sei nicht begreiflich, hätte sie 

andernfalls doch keinen Nachteil gehabt. Je nach weiterem Verlauf seien die 

beruflichen Massnahmen erneut zu prüfen. Denn selbst bei genügend verwertbaren 

Ressourcen sei eine Selbsteingliederung der Beschwerdeführerin unwahrscheinlich 

und werde mit zunehmender Dauer der Untätigkeit unrealistischer.

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2020 (act. G 4) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Gesuchsabweisung sei 

ausgehend von der gutachterlich festgestellten Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin von 66 % erfolgt. Es sei nicht ersichtlich, weshalb eine Zeit der 

Therapie abgewartet werden müsse. Ob die prognostizierte Arbeitsfähigkeit von 80 bis 

100 % erreicht werden könne, wäre später zu prüfen. Der RAD sei zum Schluss 

gekommen, dass auch angesichts des Arztberichts von Dr. I.___ weiterhin auf das 

Gutachten abgestellt werden könne. Von gescheiterten Eingliederungsversuchen könne 

nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden, denn diese seien von 

subjektiven Faktoren wie der Motivation und dem Willen einer versicherten Person 

abhängig. Weitere Abklärungen seien nicht nötig. Die beruflichen Massnahmen bildeten 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Hierzu sei ein schriftlicher Antrag 

einzureichen, damit eine Prüfung erfolgen könne. - Der RAD hatte am 16. Januar 2020 

(act. G 4.1) festgehalten, der Argumentation, wonach die bisherigen gescheiterten 

Selbsteingliederungsversuche der Beschwerdeführerin die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung widerlegten, könne nicht gefolgt werden. Denn gleichzeitig 

werde korrekt berichtet, ihre Einsicht in eine psychische Erkrankung habe erst jüngst 

und plötzlich eingesetzt. Zuvor habe inadäquat und dysfunktional lediglich 

Selbstschonung stattgefunden, was schliesslich bedauernswerterweise zum Rückzug 

aus den Lebensaktivitäten geführt habe. Des Weiteren sei nicht auf die prospektive 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzustellen. Es seien auch keine weiteren 

Abklärungen erforderlich und abzuwarten gewesen. Der behandelnde Psychiater 

schätze lediglich denselben Sachverhalt anders ein als der Gutachter. Seine geltend 

gemachten Diagnosen und Verdachtsdiagnosen hielten einer Prüfung nicht stand; sie 

seien nicht durch Befunde nachvollziehbar gemacht worden.

D.

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Mit Replik vom 24. Februar 2020 bringt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

vor, die Tatsache, dass erst im Verlauf der Zeit eine (vorher krankheitsbedingt fehlende) 

Krankheitseinsicht gereift sei, spiele für die Beurteilung des Gesundheitszustands keine 

Rolle. Soweit sie Rückschlüsse auf die bei Abschluss des Verwaltungsverfahrens 

vorliegende Situation erlaubten, seien selbst allfällige spätere Arztberichte noch in die 

Beurteilung einzubeziehen. Der entscheidwesentliche Sachverhalt sei noch nicht 

abschliessend eruiert worden. Es lägen klare Anhaltspunkte dafür vor, dass die 

gesundheitliche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin bisher deutlich unterschätzt 

worden sei. Weder der RAD noch die Beschwerdegegnerin hätten sich die erforderliche 

Mühe gemacht, sich mit den Ausführungen von Dr. I.___ im Detail adäquat 

auseinanderzusetzen. Auch beim Verlauf und dem Ausgang von Therapien handle es 

sich ausserdem um wichtige Schweregradindikatoren. Mit der rechtsgenüglichen 

Anmeldung wahre eine versicherte Person sämtliche Leistungsansprüche, die mit dem 

entsprechenden Risikoeintritt in Zusammenhang stünden. Zwischen den Abklärungen 

zum Rentenanspruch und dem Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe ein 

enger sachlicher Zusammenhang. Den entsprechenden Fragen sei von Amtes wegen 

nachzugehen. Die Versicherungsträger seien auch für die Beratung über die Rechte 

und Pflichten der versicherten Personen zuständig. Aufgrund der Darlegungen im 

Gutachten würden sich Abklärungen zu den beruflichen Massnahmen aufdrängen. Es 

sei stossend und überspitzt formalistisch, wenn die Beschwerdegegnerin das Gesuch 

um Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung ignoriere und erst tätig 

werden wolle, wenn die Beschwerdeführerin einen schriftlichen Antrag stelle. 

E.

Die Beschwerdegegnerin hat am 11. Mai 2020 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die angefochtene Verfügung vom 14. November 2019, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 

25./27. Februar 2017 hinsichtlich einer Rente abgewiesen hat. - Nach der 

Rechtsprechung wahrt die versicherte Person mit der Anmeldung grundsätzlich alle 

ihre zu diesem Zeitpunkt gegenüber der Versicherung bestehenden 

Leistungsansprüche (auch wenn sie diese im Anmeldeformular nicht ausdrücklich oder 

im Einzelnen angibt; vgl. Bundesgerichtsurteil vom 31. März 2011, 9C_1033/2010 

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E. 2.3; vgl. EVGE 1962 S. 342, EVGE 1964 S. 189). Dieser Grundsatz findet aber nicht 

Anwendung auf Leistungen, die in keinem Zusammenhang mit den sich aus den 

Angaben der versicherten Person ausdrücklich oder sinngemäss ergebenden Begehren 

stehen und bezüglich derer auch keinerlei aktenmässige Anhaltspunkte die Annahme 

erlauben, sie könnten ebenfalls in Betracht fallen (vgl. BGE 101 V 111; BGE 111 V 264 

E. 3b; BGE 121 V 196 f E. 2). - Der Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen 

zuzusprechen, hatte die Beschwerdegegnerin vorliegend am 13. April 2017 abgelehnt. 

In der Folge wurden lange Zeit keine Massnahmen beantragt, so dass insofern von 

formeller Rechtskraft auszugehen ist. - Sollte sich aber zeigen, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage kommt, so gehörte zum 

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen ausreichend in Anspruch genommen habe.

2.  

Nach Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) 

besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 

60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf 

eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf 

eine Viertelsrente.

2.1. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen versicherten Personen ist 

gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar. Danach wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung). - Gemäss 

Art. 28a IVG wird bei nicht erwerbstätigen versicherten Personen, die im 

Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 

zugemutet werden kann, für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 

ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen (Abs. 2; spezifische Methode; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 

ATSG). - Bei versicherten Personen, die nur zum Teil erwerbstätig sind (oder 

unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten mitarbeiten), wird die Invalidität gemäss Art. 28a 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

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3.

Unbestrittenermassen (und angesichts der vorgebrachten Begründung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit) ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin im vorliegend relevanten Zeitraum im hypothetischen 

Gesundheitsfall zu 65 % erwerbstätig (und dementsprechend zu 35 % im Haushalt 

tätig) wäre, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass ihre Invalidität von der 

Beschwerdegegnerin nach der gemischten Methode mit einer entsprechenden 

Aufteilung in einen Erwerbsteil von 65 % und einen Haushaltteil von 35 % bemessen 

worden ist. Die Aussage der ersten Stunde liesse allerdings auf eine Aufteilung in 70 % 

und 30 % schliessen, was indessen nicht entscheidrelevant ist (vgl. unten E. 5.2).

Abs. 3 IVG für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im 

Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Abs. 2 festgelegt. 

In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und ist der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu 

bemessen (gemischte Methode).

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. schon BGE 102 V 165). - Sämtliche 

psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. 

BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen 

Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach 

qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des 

funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

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4.  

Hinsichtlich des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ist eine polydisziplinäre Begutachtung erfolgt. Es wurden dabei die 

Vorakten zur Kenntnis genommen und die Anamnese und die geklagten Beschwerden 

erfragt.

4.1. 

Was die internistische Begutachtung im Einzelnen betrifft, gab die 

Beschwerdeführerin dabei an, als Vierjährige sei sie einmal ins Koma gefallen und habe 

anschliessend ___. Mit zwölf Jahren habe sie eine Beinlähmung gehabt und [...]. Sie 

habe nach staatlich nicht anerkannter Ausbildung als K.___ acht Jahre lang als solche 

gearbeitet (gemäss IK-Auszug teilweise, innerhalb der Jahre zwischen 2002 und 2007). 

Diese Arbeit sei ihr körperlich zu anstrengend. Mit 28 Jahren habe sie Beschwerden an 

der Wirbelsäule bekommen. Manchmal habe sie nicht gehen können. Sie habe auch 

immer wieder Fieber (bis 41° C) gehabt (etwa an 18 Tagen pro Monat) und früher 

Blutergüsse oder Hautveränderungen, für die es keine Ursache gegeben habe. Das 

Gewicht schwanke sehr stark; vor zwei Wochen habe sie noch 66 kg gehabt, nun 

zwischen 73 und 75 kg. Hunger verspüre sie erst nach vier bis fünf Tagen; manchmal 

esse sie drei Tage lang nichts. Sie würde gern in den Bereich Beratung (Erziehungs- 

oder ___beratung) gehen, allenfalls nach einer Umschulung. Sie habe sich schon sehr 

mit dem Thema ___ befasst und besitze Kenntnisse; die Invalidenversicherung habe 

aber wegen ihres schlechten Gesundheitszustands zunächst von einer Umschulung 

abgesehen (vgl. IV-act. 81-29 f.). - Die Gutachterin der Allgemeinen Inneren Medizin 

erhob den Befund und nannte einzig die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussende 

Diagnosen (Verdacht auf eine hypomorphe Form eines familiären Mittelmeerfiebers und 

Übergewicht). Eine Arbeitsunfähigkeit aus internistischer Sicht liege nicht vor. Eine 

Anpassung der Tätigkeit sei nicht erforderlich. Die im Abklärungsbericht geltend 

gemachten Funktionsstörungen seien medizinisch nicht nachvollziehbar (vgl. IV-

act. 81-35 f.).

4.1.1. 

Auch anlässlich der neurologischen Begutachtung wurde die 

Beschwerdeführerin befragt. Sie erklärte dabei, sie sei zu 80 % arbeitsunfähig. Der 

Gutachter der Neurologie erhob den Befund und benannte ebenfalls keine die 

Arbeitsfähigkeit tangierende Erkrankung. Die drei geklagten Beschwerden 

(Hypoästhesie und Schwäche am rechten Hemikörper sowie Schwindel) seien weder 

plausibel noch konsistent. Die Haltung der Beschwerdeführerin könne als Simulation 

beurteilt werden (vgl. IV-act. 81-69 ff.). Die im Abklärungsbericht geltend gemachten 

Funktionsstörungen seien medizinisch nicht plausibel (vgl. IV-act. 81-72).

4.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

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Bei der rheumatologischen Begutachtung erklärte die Beschwerdeführerin, 

keiner geregelten ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen zu können. Im Haushalt könne 

sie die anfallenden Arbeiten an einzelnen Tagen erledigen, sofern sie keine falsche 

Bewegung mache. Andernfalls sei sie nicht mehr in der Lage, die Tätigkeiten zu Ende 

zu führen. Der Gutachter der Rheumatologie hielt nach Befunderhebung fest, die 

Beschwerden am Bewegungsapparat seien Ausdruck eines generalisierten Weichteil-

Schmerzsyndroms, am besten erklärbar durch eine Somatisierungsstörung. Ein 3-

Phasen-Skelett-Szintigramm vom Oktober 2016 habe keine Hinweise auf eine 

entzündliche Gelenksmitbeteiligung nachweisen können. Die Kriterien für ein 

Hypermotilitätssyndrom seien nicht erfüllt (vgl. IV-act. 81-113). Für Arbeitstätigkeiten 

mit leichter bis knapp mittelschwerer mechanischer Belastung liege rheumatologisch 

gesehen eine uneingeschränkte Zumutbarkeit (100 %) vor (vgl. IV-act. 81-114 f.). 

Optimal angepasst wäre eine Tätigkeit mit Vermeiden wiederholten Bückens und 

Aufrichtens, repetitiven Anhebens und Tragens von Gewichten über 10 kg, chronischer 

Vorneigehaltung des Rumpfes, kniender oder kauernder Positionen, rein statischer 

Belastungen des Achsenskeletts im Sitzen und Stehen ohne Möglichkeit zu 

Wechselpositionen und von hoher Stressbelastung bzw. Zeitdrucks (vgl. IV-

act. 81-115). Die im Abklärungsbericht geltend gemachten Funktionsstörungen seien 

weitestgehend plausibel (vgl. IV-act. 81-116).

4.1.3. 

Bei der psychiatrischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, die 

Mutter habe [...]. Sie seien [...] gewesen und irgendwie fremd in der Umgebung (vgl. IV-

act. 81-81). Sie würde gern eine Art ___ machen. Andere würden sagen, sie sei eine 

starke Persönlichkeit und habe eine starke Psyche. Sie könne sehr gut mit Problemen 

umgehen (vgl. IV-act. 81-80). - Der Gutachter der Psychiatrie erhob den Befund nach 

AMDP. Dabei wurden keine Störungen beschrieben, namentlich auch keine Parathymie 

(vgl. IV-act. 81-84 f.). Ausserdem wurde die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin 

klassisch in fünf Dimensionen beschrieben. Es seien unter diesem Aspekt keine Gründe 

vorhanden, die der Beschwerdeführerin eine Arbeitstätigkeit verwehren bzw. mit einer 

reduzierten Arbeitsfähigkeit einhergehen würden (vgl. IV-act. 85 f.). Als 

Fremdbeurteilungsinstrument sei eine testpsychologische Zusatzuntersuchung anhand 

der Hamilton Depressionsskala (HAMD) erfolgt. Diese sei vor allem für die Messung 

von Veränderungen im Verlauf geeignet. Das Ergebnis habe dem klinischen Eindruck 

entsprochen, dass nämlich keine depressive Störung vorliege (vgl. IV-act. 81-86). Es 

seien bei der Beschwerdeführerin aus zwei Bereichen (der ICD-Klassifikation) Faktoren 

vorgefunden worden, nämlich einerseits (aus dem Kapitel F4) eine typisch 

somatoforme innere Dynamik, entsprechende Kognition und Interaktionen. Anderseits 

4.1.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

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seien aus dem Bereich F5 zahlreiche Phänomene vorhanden, die allerdings bereits in 

der Diagnose der Somatisierungsstörung enthalten seien (wie etwa die 

Selbstlimitierung). Krankheitsbilder aus den übrigen Bereichen (somit F1 bis F3 und F6 

bis F9) lägen nicht vor.

Der Gutachter der Psychiatrie hat sich auch mit den Standardindikatoren 

auseinandergesetzt. Dabei wurde festgehalten, von der diagnostischen Einschätzung 

(einer Somatisierungsstörung) würden sich diverse Funktionseinschränkungen nach 

Mini ICF-APP Rating ableiten lassen (vgl. IV-act. 81-95). In Bezug auf die 

Durchhaltefähigkeit wurde dabei eine leicht- bis mittelgradige Einschränkung erwähnt, 

unter allen anderen zwölf Aspekten wurden aber lediglich leichte (bzw. wenig) oder gar 

keine Einschränkungen bezeichnet (vgl. IV-act. 81-95). Zum Schweregrad bzw. der 

Prognose wurde festgehalten, der Leidensdruck scheine teilweise relativ. Die 

Beschwerdeführerin sei biographisch belastet. Eine Komorbidität mit Depression oder 

Angst lasse sich nicht ausmachen. Die Persönlichkeit scheine nicht grundsätzlich 

beeinträchtigt. Eine multiple somatoforme Symptomatik sei allgemein ein 

diagnostischer Hinweis für das Vorliegen einer somatoformen Störung von höherem 

Schweregrad und gewöhnlich mit mehr affektiver Komorbidität und 

Funktionseinschränkungen verbunden; bei der Beschwerdeführerin jedoch nicht (vgl. 

IV-act. 81-91). - Der Gutachter hielt fest, die Kooperation der Beschwerdeführerin bei 

gescheiterten Selbsteingliederungsbemühungen sei als ausreichend zu bezeichnen, da 

sie nach dem Scheitern mit dem ___laden einen neuen Versuch in der Hauswartung 

unternommen habe (vgl. IV-act. 81-93). Ausserdem erklärte der Gutachter, betreffend 

das aktuelle Persönlichkeitsbild, die biografische Persönlichkeitsentwicklung und 

persönliche Ressourcen würden sich keine erwerbsrelevanten Defizite objektivieren 

lassen (vgl. IV-act. 81-92). Es würden nicht nur Defizite ermittelt, sondern die 

Beschwerdeführerin sei auch als durchaus ressourcenstarke Person erkannt worden, 

die sich im Übrigen auch selber so einschätze (vgl. IV-act. 81-95 f.). Intellektuelle 

Ressourcen und Persönlichkeit (-sressourcen) seien klar sichtbar, auch im Sinn von 

Motivation, zielgerichtetem Handeln, Ehrgeiz und Ausdauer. Die Beschwerdeführerin 

sei aus schwierigen Verhältnissen in eine stabile Ehesituation und eine stabile ___ 

Situation gekommen, habe sich eine Familie und eine Existenz aufgebaut, was als 

Anpassungsleistung zu werten sei. Sie habe ausserdem auch mit Engagement und 

Kreativität zum Erwerb und Unterhalt der Familie beigetragen (vgl. IV-act. 81-96). Die 

Beschwerdeführerin verfüge über Ressourcen (für eine Eingliederung). Auch zum 

sozialen Kontext wurde dargelegt, dieser erscheine nicht in erwerbsrelevantem 

Ausmass gestört (vgl. IV-act. 81-92). Ein vollständiger sozialer Rückzug liege sicherlich 

4.1.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

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nicht vor. Der soziale Hintergrund scheine in vielen Teilen intakt (stabile Ehe, Beziehung 

zu Geschwistern; vgl. IV-act. 81-93). Es habe sich eine kognitive Flexibilität 

vorgefunden, soziale Unterstützung scheine vorhanden zu sein. Positive Emotionen 

seien ebenfalls vorhanden. Die Beschwerdeführerin verfüge über eine gewisse 

"Hardiness", sie sehe einen Sinn im Leben, sei ___, habe ein Selbstwertgefühl und 

verfüge über Spiritualität (IV-act. 81-97). Sie habe auch einen Freundeskreis, auch 

wenn es krankheitsbedingt zum Rückzug gekommen sei (vgl. IV-act. 81-82). 

Psychosoziale Faktoren stünden nicht sichtbar im Vordergrund (vgl. IV-act. 81-92) bzw. 

psychosoziale Belastungen stünden möglicherweise auch im Vordergrund, hätten 

jedoch nicht in ihrer Klarheit herausgearbeitet werden können (IV-act. 81-96). Die 

Krankheitsverarbeitung sei unklar. Eine Veränderungsmotivation sei jedoch durchaus 

erkennbar. Eine Leistungsmotivation sei grundsätzlich vorhanden. Der Leidensdruck sei 

gering, was jedoch bei somatoformen Störungen nicht selten sei (vgl. IV-act. 81-93). 

Die Konsistenzparameter seien weitgehend negativ (vgl. IV-act. 81-93 f.). 

Entscheidende Diskrepanzen hätten sich nicht ergeben (vgl. IV-act. 81-94). 

Invaliditätsfremde Faktoren seien nicht in relevantem Ausmass vorhanden (IV-

act. 81-97). - Der Gutachter schloss, im Rahmen der Somatisierungsstörung würden 

die geklagten Funktionsbeeinträchtigungen erklärt und sie seien nur teilweise willentlich 

überwindbar, erst recht bei Einbezug des Umstands bisher nicht erfolgter Therapie (vgl. 

IV-act. 81-94).

Polydisziplinär wurde festgehalten, es liege ein sehr komplexes Krankheitsbild 

vor. Umfangreiche Abklärungen hätten keine verwertbaren Befunde ergeben. Selbst bei 

Vorliegen des Mittelmeerfiebers bestünde keine wesentliche Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit auf Dauer. Im Psychostatus hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt. 

Die Beschwerdeführerin habe eine mehr als lange und komplizierte 

Patientengeschichte hinter sich mit unzähligen negativen Untersuchungsergebnissen, 

dazu auch Zufallsbefunden und Ergebnissen mit Hinweisen auf mögliche Störungen. 

Die Symptome bezögen sich auf zahlreiche Körperteile und zeigten einen chronischen 

und fluktuierenden Verlauf, letztlich auch eine Störung in den sozialen, interpersonalen 

und familiären Verhältnissen. Im Rahmen der zahlreichen Untersuchungen werde die 

Beschwerdeführerin in der Annahme einer körperlichen Genese bestätigt. Der 

Somatisierungsstörung würden zahlreiche Phänomene wie Selbstlimitierung, 

Dekonditionierung, Schonverhalten, Verharren in der Krankenrolle, subjektive 

Leistungsinsuffizienz und hypochondrische Tendenzen zugeordnet (vgl. IV-act. 81-6 f.). 

Eine Somatisierungsstörung könne hohen Leidensdruck erzeugen (vgl. IV-act. 81-7). 

Bei den körperlichen Untersuchungen der Beschwerdeführerin hätten sich 

4.1.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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Inkonsistenzen finden lassen, die sich aber unter Einbezug der Diagnose der 

Somatisierungsstörung auflösen liessen (vgl. IV-act. 81-8).

Die Begutachtung erscheint insoweit vollständig und umfassend.4.2. 

Die Beschwerdeführerin beanstandet jedoch deren Ergebnis. Dr. I.___ erhebt in 

seinem psychiatrischen Bericht vom 11. Dezember 2019 diverse Einwände.

4.3. 

So ist er etwa der Auffassung, das Mittelmeerfieber, die chronischen Schmerzen 

und Gefühlsstörungen sowie der Schwindel würden schon aus somatischer Sicht eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um mindestens 70 % bewirken. Auch körperlich 

kämen für die Beschwerdeführerin nur sehr einfache und leichte Tätigkeiten in Frage. - 

Dazu ist festzuhalten, dass die Begutachtung eine somatische Untersuchung in 

mehreren möglicherweise betroffenen Disziplinen umfasste, an deren Ergebnis die 

Einschätzung des Psychiaters Dr. I.___ keine relevanten Zweifel zu begründen vermag. 

Somatisch gesehen sind im Übrigen schon davor zahlreiche fachärztliche 

Untersuchungen vorgenommen worden, ohne dass ein Substrat für die Beschwerden 

gefunden worden wäre.

4.3.1. 

Dr. I.___ hält weiter dafür, psychiatrisch seien falsche Schlussfolgerungen 

gezogen worden. Wenn die Beschwerdeführerin lächelnd über ihre Beschwerden oder 

über erlebte Traumata berichte, seien das klare Anzeichen dafür, dass sie traumatische 

Erlebnisse abspalte, verleugne oder rationalisiere. Der parathyme Affekt werde noch 

offensichtlicher in Zusammenhang mit der schwierigen Kindheit (___ kranke Eltern, 

deren Scheidung, Pflegeltern). Auch die auffällige Verleugnung psychischer 

Beeinträchtigung deute auf eine starke Verdrängungsreaktion hin. Die Schmerzen 

könnten auch als Form einer larvierten Depression betrachtet werden. Die 

gutachterliche Beurteilung mit einer Somatisierungsstörung halte einer Überprüfung bei 

dem Gesamtbild der Befunde nicht stand. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

in angepasster Arbeit sei gutachterlich viel zu optimistisch eingeschätzt worden. Ihre 

Erschöpfung sei grösser, als dass sie fünfeinhalb Stunden pro Tag arbeiten könnte. Sie 

habe auch grosse emotionale und psychische Schwankungen. Diese müssten an 

einem Arbeitsplatz aufgefangen werden können. Die Sache mit den psychiatrischen 

Massnahmen sei nicht so einfach, wie der Gutachter annehme. Man könne die 

Beschwerdeführerin medikamentös unterstützen, doch habe sie bereits einige 

antidepressive Medikationen gehabt, ohne dass die gewünschte Besserung 

eingetreten wäre. Psychotherapeutisch könne man eine Aufarbeitung der 

Vergangenheit mit den erlebten Traumata in Angriff nehmen, doch das könne Jahre 

dauern, und es sei zu befürchten, dass die Beschwerdeführerin dabei erst recht in eine 

4.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

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schwere Depression stürzen würde. Sie habe im Übrigen bereits ein eigenes Geschäft 

geführt. Diese Arbeit habe der Beschreibung einer angepassten Tätigkeit sehr 

entsprochen. Dennoch habe sie diese Arbeit nicht auf Dauer weiterführen können. - 

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das Gutachten in seinem psychiatrischen Teil alle 

vorgebrachten wesentlichen Aspekte berücksichtigt, sie aber anders gewertet hat 

(nach gutachterlicher Beurteilung liegt wie erwähnt namentlich keine Parathymie vor). 

Es ist davon auszugehen, dass im Gutachten eine andere diagnostische Einordnung 

(als durch Dr. I.___) erfolgt ist, was nicht von ausschlaggebender Bedeutung ist, und 

dass eine andere Arbeitsfähigkeitsschätzung erfolgt ist.

Zu Letzterem ist festzuhalten, dass die im Gutachten angenommene 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, wonach die Beschwerdeführerin lediglich eine 

Arbeitszeit von täglich fünfeinhalb Stunden zu leisten vermöge, bei anzunehmender 

Stichhaltigkeit der gutachterlich umschriebenen Sachlage angesichts der oben 

erwähnten wenigen psychiatrischen Befunde eher knapp genügend begründet 

erscheint. Wenn dargelegt wurde, die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit bilde sich 

für die Gutachter nicht ganz klar einschätzbar, aber grundsätzlich wohl auch in den 

vergleichbaren Lebensbereichen (Beruf/Erwerb, Haushalt, Freizeit und soziale 

Aktivitäten) gleichförmig ab, so deutet das darauf hin, dass teilweise auch die 

subjektive Darstellung der Beschwerdeführerin übernommen wurde, wobei allerdings 

einzuräumen ist, dass eine diesbezügliche Objektivierung ohne Fremdanamnese 

grundsätzlich schwierig ist. Ähnlich verhält es sich mit der gutachterlichen Annahme 

einer vorhandenen Leistungsmotivation der Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 81-93). 

Obwohl eine Somatisierungsstörung nach interdisziplinärer Feststellung einen hohen 

Leidensdruck erzeugen kann (vgl. IV-act. 81-7), wurde zudem derjenige der 

Beschwerdeführerin psychiatrisch als teilweise relativ bzw. als gering betrachtet, was 

allerdings auch als bei solchen Störungen nicht selten bezeichnet wurde (vgl. IV-

act. 81-93, vgl. auch IV-act. 81-91). Des Weiteren erscheint die Umschreibung der 

verschiedenen einschränkenden Voraussetzungen für eine adaptierte Tätigkeit im 

Vergleich zu den beschriebenen Befunden mit nur wenigen erhobenen 

Beeinträchtigungen und bei Würdigung der Standardindikatoren als weitreichend. 

Entsprechend ist nicht ohne Weiteres erklärlich, aus welchem Grund die bisherige 

Tätigkeit als Hauswartin inzwischen nicht mehr als zumutbar betrachtet wird (vgl. IV-

act. 81-99). Es rechtfertigt sich aber vorliegend, dem Ergebnis des Gutachtens als 

solchem einer medizinisch gutachterlichen Beurteilung, die von einem polydisziplinären 

Gremium in voller Aktenkenntnis und nach einer umfassenden Abklärung abgegeben 

wurde, den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beizumessen. Die 

4.3.3. 

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5.  

Frage kann allerdings letztlich offen bleiben, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Denn 

von einer höheren (als der gutachterlich festgelegten) Arbeitsunfähigkeit, wie sie 

Dr. I.___ bei anderer diagnostischer Beurteilung, aber ohne Darlegung eines 

objektivierten weitreichenderen Befundes annimmt (vgl. hierzu auch act. G 4.1), ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auszugehen.

Auszugehen ist demnach von einer Arbeitsunfähigkeit von 34 % im Erwerb. Was 

die Tätigkeit im Haushalt betrifft, wurde im Gutachten festgehalten, die dort "geltend 

gemachten Funktionsstörungen" seien psychiatrisch gesehen plausibel (IV-act. 81-9). 

Ob sich diese Feststellung auf die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von knapp zwei Dritteln oder auf die bei der 

Haushaltabklärung von der Beschwerdegegnerin festgehaltene Einschränkung um 

36.4 % bezog, wurde nicht ausdrücklich erwähnt. Die Formulierung mag auf Ersteres 

hindeuten, doch dies wäre nach dem oben Dargelegten nicht nachvollziehbar, zumal 

die Beschwerdeführerin körperlich nicht beeinträchtigt ist und davon ausgegangen 

werden kann, dass sich die psychischen Beeinträchtigungen bei der Betätigung im 

eigenen Haushalt tendenziell weniger auswirken als in einem ausserhäuslichen 

Erwerbsfeld (wo 34 % Arbeitsunfähigkeit besteht). 

4.4. 

Was den Erwerbsteil betrifft, ist keine Erwerbstätigkeit ersichtlich, von der mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, das dabei erzielte 

Einkommen tauge im Hinblick auf die Festsetzung des Valideneinkommens der 

Beschwerdeführerin. Daher ist diesbezüglich auf die Tabellenlöhne der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (vgl. 

Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des 

Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019, herausgegeben von der 

Informationsstelle AHV/IV, S. 228) abzustellen. Die Beschwerdeführerin hat gemäss IK-

Auszug auch keine in diesem Vergleich überdurchschnittlichen Einkommen erzielt. - Sie 

hat nach der Aktenlage seit März 2016 keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt, so dass 

auch für die Bestimmung des Invalideneinkommens die (gleichen) Tabellenlöhne 

herangezogen werden können. Von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auf einem als ausgeglichen fingierten Arbeitsmarkt muss nicht 

ausgegangen werden, da dieser eine Vielzahl unterschiedlichster Arbeitsmöglichkeiten 

- und selbst Nischenarbeitsplätze - umfasst (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 5. 

November 2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom 10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1, 

vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 

9C_485/2014). - Für das Valideneinkommen und als Ausgangswert für die Bestimmung 

5.1. 

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des Invalideneinkommens ist somit derselbe Einkommensbetrag zu wählen. Der 

Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit 

unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs (zur Ermittlung des 

Invalideneinkommens) gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 

9. Mai 2016, 8C_934/2015 E. 2.1, und vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2). 

Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist 

ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des 

Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. 

BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Die gesundheitlich bedingten 

Einschränkungen der Beschwerdeführerin einerseits haben bereits in der medizinisch 

begründeten Arbeitsunfähigkeitsschätzung ihren Niederschlag gefunden. Auch ein 

Teilzeitabzug ist anderseits nicht erforderlich (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 19. Juli 

2017, 9C_72/2017 E. 4.3). Daher bleibt es bei einer anhand der Arbeitsunfähigkeit 

festzustellenden invaliditätsbedingten Einbusse von 34 %. Bezogen auf den Anteil von 

65 % ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad von rund 22 %. 

Auch im Haushaltsbereich sind die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren 

weitreichenden Einschränkungen an der medizinischen Zumutbarkeit einer 

Arbeitsleistung zu messen. Die gutachterlich beschriebene Selbstlimitierung, das 

Schonverhalten und die subjektive Leistungsinsuffizienz der Beschwerdeführerin sind 

im Erwerbsbereich im Rahmen einer Arbeitsunfähigkeit von 34 % wegen einer 

Somatisierungsstörung als erklärt betrachtet worden. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit 

als die bei der Abklärung erhobene erscheint im Haushalt demnach wie erwähnt nicht 

nachvollziehbar und nicht überwiegend wahrscheinlich. Aus diesem 35 % 

ausmachenden Tätigkeitsbereich kommt somit ein Teilinvaliditätsgrad von rund 12 % 

hinzu (insgesamt 34 %, 22 % und 12 %). Bei einer Aufteilung in 70 % und 30 % würde 

sich der Invaliditätsgrad von 34 % bei diesen Gegebenheiten nicht erhöhen (34 %, 

rund 24 % und 10 %). 

5.2. 

Damit ergibt sich zusammenfassend, dass die angefochtene Verfügung angesichts 

des nicht rentenbegründenden Gesamtinvaliditätsgrads der Beschwerdeführerin nicht 

zu beanstanden ist. Die Beschwerdegegnerin war demnach nicht verpflichtet, von sich 

aus berufliche Massnahmen anzuordnen. Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin bei 

der Begutachtung zwar Interesse an Ausbildung bzw. an Tätigkeitsbereichen bekundet, 

5.3. 

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen, unter 

Anrechnung des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

aber auch festgehalten, lediglich zu 20 % bzw. für eine geregelte Erwerbstätigkeit gar 

nicht arbeitsfähig zu sein. Ob es für die Beschwerdeführerin geeignete Massnahmen 

gebe und sie solche (u.a. dank erfüllter subjektiver Eingliederungsbereitschaft) 

beanspruchen könne, ist bei diesen Gegebenheiten vorliegend nicht zu beurteilen.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 6.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. 

Art. 95 Abs. 1 des st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; 

sGS 951.1]). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit dem 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr 

getilgt. - Eine Parteientschädigung ist bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht 

zuzusprechen.

6.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2021
	Art. 28a Abs. 3 IVG. Würdigung der medizinischen Sachlage, insbesondere eines polydisziplinären Gutachtens. Gemischte Methode (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. August 2021, IV 2019/331).

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