# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c36d42c-9e9b-5029-8961-8b52e003b988
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 14.10.2008 B 2008/129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2008-129_2008-10-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2008/129

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 14.02.2020

Entscheiddatum: 14.10.2008

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 14. Oktober 2008
Ausländerrecht, Art. 4 und 17 Abs. 2 ANAG (BS 1, 121 mit seither ergangenen 
Aenderungen). Scheinehe und Rechtmässigkeit der Verweigerung der 
Aufenthaltsbewilligung bejaht bei einem seit 2003 in der Schweiz lebenden 
Staatsangehörigen aus Bangladesh, der eine niedergelassene 
Staatsangehörige der Dominikanischen Republik geheiratet hatte 
(Verwaltungsgericht, B 2008/129).

Urteil vom 14. Oktober 2008

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

Muhammed A.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. P. ,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen,Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Muhammed A., geb. 1972, ist Staatsangehöriger von Bangladesh. Er reiste am 31. 

Oktober 2003 illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Dieses wurde vom 

Bundesamt für Migration am 12. November 2003 abgewiesen. Eine gegen diese 

Verfügung erhobene Beschwerde wurde von der Schweizerischen 

Asylrekurskommission am 26. Februar 2004 abgewiesen. Das Bundesamt für Migration 

setzte in der Folge eine Ausreisefrist bis 30. April 2004 an. Muhammed A. befolgte die 

Aufforderung zur Ausreise nicht. Am 2. Juli 2004 heiratete er in Horgen Odalis M., 

Staatsangehörige der Dominikanischen Republik. Die Ehefrau ist im Besitz der 

Niederlassungsbewilligung. Sie stellte am 12. Juli 2004 ein Gesuch um 

Familiennachzug für ihren Ehemann. Nachdem ihr der Kanton Zürich den Zuzug 

verweigert hatte, stellte sie am 7. Januar 2005 erneut ein Gesuch um Familiennachzug. 

Das Ausländeramt des Kantons St. Gallen erteilte dem Ehemann am 11. Oktober 2005 

eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs.

Im Jahr 2007 leitete das Ausländeramt gegen Muhammed A. Ermittlungen wegen des 

Verdachts einer Scheinehe ein. Mit Verfügung vom 17. März 2008 wies das 

Ausländeramt sein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab mit der 

Begründung, er sei eine Scheinehe eingegangen.

B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob Muhammed A. durch seinen 

Rechtsvertreter mit Eingabe vom 31. März 2008 Rekurs, der vom Sicherheits- und 

Justizdepartement mit Entscheid vom 4. Juli 2008 abgewiesen wurde.

C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 22. Juli 2008 erhob Muhammed A. 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 17. März 2008 sei aufzuheben und es sei die 

Jahresaufenthaltsbewilligung zu verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zu Lasten der Staatskasse. Der Beschwerdeführer bestreitet, eine Scheinehe 

eingegangen zu sein. Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie auf die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in der Beschwerde vorgebrachten Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den 

nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.

In ihrer Vernehmlassung vom 27. August 2008 beantragt die Vorinstanz unter Hinweis 

auf den angefochtenen Entscheid die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der 

Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 22. Juli 2008 wurde 

rechtzeitig eingereicht (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 VRP).

Das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers lautet, die Verfügung des - im Rubrum 

als Beschwerdegegnerin bezeichneten - Ausländeramts vom 17. März 2008 sei 

aufzuheben und die Jahresaufenthaltsbewilligung sei zu verlängern, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Anfechtungsobjekt im Beschwerdeverfahren kann aber 

ausschliesslich der Rekursentscheid vom 4. Juli 2008 sein. Beim Rechtsbegehren des 

Beschwerdeführers handelt es sich offenbar um eine versehentliche Bezeichnung des 

Anfechtungsobjekts, da in Ziff. I/2. und II/4. der Beschwerdeschrift ausdrücklich auf 

den Rekursentscheid hingewiesen wird. Da die Beschwerdeschrift eine Darstellung des 

Sachverhalts und eine Begründung enthält, ist auf die Beschwerde einzutreten (Art. 64 

Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP).

2. Am 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 

(SR 142.20, abgekürzt AuG) in Kraft. Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt für Gesuche, 

die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht worden sind, das bisherige Recht 

anwendbar. Das Verfahren richtet sich dagegen nach dem neuen Recht (Abs. 2). Im 

vorliegenden Fall ist die Abweisung eines vor dem 1. Januar 2008 gestellten Gesuchs 

streitig, weshalb die Sache unbestrittenermassen nach früherem Recht zu beurteilen 

ist.

3. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 

(BS 1, 121 mit seither ergangenen Änderungen, abgekürzt ANAG) entscheidet die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zuständige Behörde im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit 

dem Ausland nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und 

Niederlassung.

3.1. Der Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme besteht, wenn er nahe Verwandte mit 

gesichertem Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Hinsichtlich ausländischer 

Ehegatten von Ausländern mit einer Niederlassungsbewilligung ist dieser Anspruch in 

Art. 17 Abs. 2 ANAG geregelt. Danach hat der ausländische Ehegatte einer 

niedergelassenen Ausländerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Dieser Anspruch 

erlischt, wenn der Anspruchsberechtigte gegen die öffentliche Ordnung verstossen hat. 

Dies ist u.a. beim Eingehen einer Scheinehe regelmässig der Fall. Art. 7 Abs. 2 ANAG 

bestimmt, dass kein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den mit 

einer Schweizerin verheirateten Ausländer besteht, wenn die Ehe eingegangen worden 

ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern und 

namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der Ausländer zu umgehen. Diese 

Bestimmung ist dem früheren Art. 120 Ziff. 4 ZGB betreffend die sogenannte 

Bürgerrechtsehe nachgebildet, welcher mit der Revision des Bürgerrechtsgesetzes 

(SR 141.0) vom 23. März 1990 seine Grundlage verloren hat und aufgehoben wurde. 

Dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers wurde im revidierten Art. 7 

Abs. 1 ANAG ein Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

eingeräumt. Da die Gefahr, diese Vorschrift könnte durch Eingehung einer blossen 

Scheinehe umgangen werden, in gleicher Weise besteht wie im Falle des früheren 

Bürgerrechtserwerbs durch Heirat, wurde für solche "Aufenthalts-" bzw. 

"Niederlassungsehen" in Art. 7 Abs. 2 ANAG ein ähnlicher Missbrauchstatbestand 

geschaffen, wie er in Art. 120 Ziff. 4 ZGB für die früheren Bürgerrechtsehen vorgesehen 

war (BGE 122 II 294 mit Hinweisen). Auch bei Ehen mit niedergelassenen Ausländern 

kommt dieser Missbrauchstatbestand zur Anwendung.

3.2. Das Bundesgericht hat in verschiedenen Urteilen die Anforderungen an den 

Nachweis einer Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe umschrieben. Es erwog, der 

Nachweis, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften über Aufenthalt und 

Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde und nicht der Begründung einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Lebensgemeinschaft diene, sei in der Regel nicht direkt zu erbringen und könne nur 

durch Indizien geführt werden. Solche Indizien seien etwa darin zu erblicken, dass dem 

Ausländer die Wegweisung gedroht habe, etwa weil er ohne Heirat keine 

Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre. 

Sodann könnten die Umstände und die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie die 

Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie aufgenommen hätten, 

für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe sprechen. Umgekehrt könne aus einer 

gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht 

ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt 

gewesen. Ein solches Verhalten könne auch nur vorgespiegelt sein, um die Behörde zu 

täuschen (BGE 122 II 295 mit Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Wenn aber nicht 

genügend Anhaltspunkte bestehen, die auf eine Scheinehe hindeuten, so darf nicht 

einzig aufgrund dieser ungenügenden Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende 

Ehe als rechtsmissbräuchlich qualifiziert werden (BGE 123 II 49 ff.).

3.3. Der Beschwerdeführer bringt umfangreiche Ausführungen zu den von der 

Vorinstanz bzw. vom Ausländeramt festgestellten Indizien vor und macht Gründe 

geltend, dass diese Indizien die Annahme einer Scheinehe nicht rechtfertigen und 

solche Sachverhalte auch bei normalen Ehen vorkommen können. Dies ist 

grundsätzlich zutreffend. Allein für sich vermag ein einzelnes Indiz den Nachweis einer 

Tatsache nicht zu erbringen. Es liegt bei Indizienbeweisen in der Natur der Sache, dass 

jedes einzelne Merkmal für sich allein nicht genügen würde, um eine Scheinehe 

nachzuweisen. Wenn jedoch eine Vielzahl von Indizien gegeben ist, können sich diese 

je nach Art und Anzahl zum rechtsgenüglichen Beweis verdichten. Es ist daher bei den 

einzelnen Indizien einer Scheinehe nicht von entscheidender Bedeutung, ob sie auch 

bei einer normalen Ehe vorliegen können. Entscheidend ist die Gesamtheit der 

vorliegenden Tatumstände. Es ist daher auch nicht erforderlich, bei der Beurteilung der 

Indizien auf sämtliche in der Beschwerde vorgebrachten Möglichkeiten einzugehen, 

wonach diese Merkmale auch bei normalen Ehen vorliegen können (vgl. VerwGE B 

2007/127 vom 5. November 2007, in: www.gerichte.sg.ch).

3.4. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei die Befragung seiner Ehefrau zu 

wiederholen, es sei Fredy B. einer nochmaligen Befragung zu unterziehen und es sei Ali 

R. zu befragen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im vorliegenden Fall wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau im Auftrag des 

Ausländeramts von der Kantonspolizei ausführlich befragt. Werden beim Verdacht des 

Eingehens einer Scheinehe die Eheleute als direkt Beteiligte im Rahmen des 

erstinstanzlichen Verfahrens einvernommen, so vermögen in der Regel weitere 

Befragungen und Einvernahmen von Drittpersonen, namentlich solcher aus dem 

familiären oder persönlichen Umfeld der Betroffenen, keine neuen und relevanten 

Tatsachen hervorzubringen. Gegen eine Wiederholung einer Befragung der Eheleute 

spricht, dass die Betroffenen die Fragestellungen kennen und ihre Antworten 

aufeinander abstimmen können. Im weiteren hat sich die Ehefrau des 

Beschwerdeführers bei der polizeilichen Befragung nie dahingehend geäussert, dass 

sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sei, die gestellten Fragen richtig zu 

beantworten. Eine Befragung des Vermieters der Eheleute sowie von Mitbewohnern 

der Liegenschaft kann schliesslich deshalb unterbleiben, weil angesichts der übrigen 

Indizien (vgl. unten E. 3.5.) die Anzahl bzw. Dauer der Aufenthalte des 

Beschwerdeführers in der Wohnung der Ehefrau in St. Gallen nicht entscheidend ins 

Gewicht fallen.

3.5. Zu prüfen ist im folgenden, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, der 

Beschwerdeführer sei eine Scheinehe eingegangen.

3.5.1. Die Heirat fand rund zwei Monate nach Ablauf der vom Bundesamt für Migration 

festgelegten Ausreisefrist statt. Sodann erlangte der Beschwerdeführer mit der Heirat 

einer Niedergelassenen die Möglichkeit, in der Schweiz zu verbleiben, was ihm sonst 

aufgrund der Ablehnung des Asylgesuchs praktisch verwehrt gewesen wäre. Dies 

bildet ein Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe. Daran ändert der Umstand nichts, 

dass die Heirat eines Ausländers mit einer Schweizerin allein keine Scheinehe zu 

begründen vermag (vgl. oben E. 3.3.). Hinzu kommt, dass sich die Ehegatten im 

Zeitpunkt der Heirat erst rund ein halbes Jahr kannten. Auch darin ist ein Indiz für eine 

Scheinehe zu erblicken.

3.5.2. Zu Recht hat sodann die Vorinstanz in den Angaben der Eheleute zum Ablauf 

des Kennenlernens ein Indiz für eine Scheinehe erblickt. Der Beschwerdeführer 

erklärte, er habe seine künftige Ehefrau in einem Lokal in Winterthur auf Deutsch 

angesprochen, sie nach ihrem Namen gefragt und sei dann mit ihr ins Gespräch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gekommen. Die Ehefrau erklärte hingegen, im Lokal sei eine Drittperson namens B. 

zugegen gewesen. Sie sei wegen B. mit dem Beschwerdeführer ins Gespräch 

gekommen. B. habe Spanisch gesprochen. So habe er jeweils übersetzen können. 

Zuerst habe B. sie angesprochen. Sie seien am Anfang immer zu Dritt und nachher 

dann zu Zweit gewesen. Der Beschwerdeführer erwähnte B. nicht. Die Ehefrau versteht 

nach eigenen Angaben die Muttersprache ihres Ehemannes nicht. Auch benötigte sie 

für die Befragung einen Dolmetscher. Die Eheleute konnten sich somit beim 

Kennenlernen nicht in einer gemeinsamen Sprache verständigen. Es ist daher entgegen 

den Ausführungen in der Beschwerde durchaus von erheblicher Bedeutung, ob beim 

Kennenlernen ein Dolmetscher anwesend war. In den widersprüchlichen Angaben zu 

Sachverhalten, die erfahrungsgemäss prägend in Erinnerung bleiben, sowie im 

Umstand, dass sich die Eheleute nicht in einer gemeinsamen Sprache verständigen 

konnten, sind ebenfalls gewichtige Indizen für eine Scheinehe zu erblicken.

3.5.3. Fest steht, dass bei der Trauung keine Verwandten der Eheleute anwesend 

waren. Der Beschwerdeführer erklärte dies damit, dass sie keine Verwandten in der 

Schweiz hätten. Darin könnte ein nachvollziehbarer Grund für das Fehlen von 

Verwandten liegen. Allerdings ist darin auch ein bei Scheinehen typisches Merkmal zu 

erblicken. Auffallend ist nämlich, dass der Ehemann die Namen der von der Ehefrau 

eingeladenen Personen nicht nennen konnte, und zudem war auch der Sohn der 

Ehefrau aus der vorherigen Ehe nicht anwesend, obwohl dieser nach ihren Angaben sie 

und ihren Ehemann ab und zu besucht. Im weiteren gaben die Ehegatten an, sie hätten 

keine Hochzeitsfeier, sondern lediglich zu Siebt während rund zwei Stunden einen 

Apéro mit Mittagessen eingenommen. Dies ist typisch, wenn die Eheleute der Heirat 

keine besondere Bedeutung zumessen und die Heirat offensichtlich nur dazu dient, 

dem Ehegatten eine Aufenthaltsbewilligung zu verschaffen. Ob es sich hingegen beim 

Kleid der Ehefrau um einen Hosenanzug oder ein anderes zweiteiliges Kleidungsstück 

handelte, ist nicht von erheblicher Bedeutung.

3.5.4. Fest steht weiter, dass die Eheleute nur wenige Angaben zur Person sowie zur 

Familie und zu weiteren Eigenschaften des Partners machen konnten. Der 

Beschwerdeführer erklärte, seine Ehefrau sei bei ihren Eltern aufgewachsen, während 

sie angab, sie habe bei ihrer Mutter gelebt und ihre Eltern hätten sich scheiden lassen, 

als sie zwei Jahre alt gewesen sei. Sodann konnte er die Namen der Schwiegereltern 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht nennen. Ausserdem konnte er keine Angaben über den Schulbesuch und eine 

allfällige Ausbildung der Ehefrau machen. Diese wiederum war nicht imstande, die 

Namen der Eltern und der Geschwister des Ehemannes zu nennen. Ob sich solche 

Wissenslücken auch bei Schweizer Ehegatten beobachten lassen, wie in der 

Beschwerde behauptet wird, ist nicht von entscheidender Bedeutung. Solche 

Wissenslücken haben indes im Zusammenhang mit weiteren Indizien für eine 

Scheinehe, wie sie im Streitfall vorliegen, ein erhebliches Gewicht.

Fest steht weiter, dass die Eheleute nie gemeinsam Ferien machten. Als Grund gaben 

sie an, sie könnten sich dies finanziell nicht leisten. Sie reisten aber während der Ehe 

drei bzw. vier Mal in den eigenen Heimatstaat, um Verwandte zu besuchen. Als 

gemeinsame Freizeitbetätigung in den letzten vierzehn Tagen gab der 

Beschwerdeführer an, sie hätten "nichts Spezielles" unternommen. Die Ehefrau gab auf 

die Frage nach dem Verbringen der gemeinsamen Freizeit an, "Mit Schlafen. Er geht 

viel spazieren und ich schlafe viel". Auch darin hat die Vorinstanz zutreffend Indizien 

einer Scheinehe erblickt.

3.5.5. Fest steht weiter, dass die Ehefrau im Mai 2005 im Casino in St. Gallen einen 

Gewinn von über Fr. 90'000.-- erzielte. Dieses Ereignis feierte sie zusammen mit drei 

Männern, nicht aber mit ihrem Ehemann. Diesem erzählte sie nichts vom Gewinn. Zwei 

der genannten Männer lebten zeitweise in ihrer Wohnung, ohne dass ihr Ehemann 

davon wusste. Sie verheimlichte diesem nach eigenen Angaben den Gewinn, da in der 

Zeitung gestanden sei, dass sie mit einem der erwähnten drei Männer zusammenlebe. 

Das Verhalten der Ehefrau ist, wie in der Beschwerde festgehalten wird, durchaus 

nachvollziehbar, aber eben deshalb, weil es zeigt, dass die Ehefrau mit dem 

Beschwerdeführer keine Lebensgemeinschaft führt.

3.5.6. Ob in der Tatsache, dass die Ehefrau zeitweise in einem Cabaret tätig war, ein 

weiteres Indiz für eine Scheinehe liegt, kann offen bleiben.

3.5.7. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, der Beschwerdeführer habe 

mit der Heirat keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern ausschliesslich eine 

Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen wollen. Die Vorinstanz hat die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorliegenden Indizien sorgfältig und zutreffend gewürdigt. Es kann ergänzend auf die 

Erwägungen im angefochtenen Entscheid (E. 3 b) verwiesen werden.

3.6. Das Eingehen einer Scheinehe bildet einen Verstoss gegen eine zentrale 

ausländerrechtliche Norm (vgl. statt vieler BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E. 

4.2 mit Hinweisen). Nach der Praxis rechtfertigt daher das Eingehen einer Scheinehe 

den Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. statt vieler VerwGE B 2005/86 vom 13. 

September 2005; B 2006/15 vom 12. April 2006; B 2006/51 vom 8. Juni 2006, 

publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Umso mehr ist auch die Verweigerung der 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gerechtfertigt. Bei einer Scheinehe ist im 

übrigen die Berufung auf Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 

0.101) unbehelflich.

Der Beschwerdeführer lebt erst seit rund fünf Jahren in der Schweiz. Seine Eltern und 

drei seiner vier Geschwister sowie sein Sohn aus erster Ehe leben im Heimatstaat. Der 

Beschwerdeführer pflegt zudem regelmässig Kontakte zu seinen Angehörigen. Auch 

reiste er während der Ehe mehrmals nach Bangladesh. Er gab an, seine Eltern hätten 

ihm die Schule und ein Studium bezahlt. Die Eltern leben somit offensichtlich in 

gesicherten finanziellen Verhältnissen. Zudem übt der Beschwerdeführer in der 

Schweiz keine besonders qualifizierte Tätigkeit aus, die aus wirtschaftlicher oder 

arbeitsmarktlicher Sicht eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gebieten würde. 

Eine Rückkehr in den Heimatstaat ist daher nicht mit überdurchschnittlichen 

Schwierigkeiten verbunden.

3.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

zu Recht verweigert wurde und die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.

4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu 

verrechnen.

Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 98bis VRP).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

                                                                   Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./    Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./    Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe.

3./    Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:                                                                                            Der 

Gerichtsschreiber:

Versand dieses Entscheides an:

-       den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt B.)

-       die Vorinstanz

am:

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil des Verwaltungsgerichts vom 14. Oktober 2008
	Ausländerrecht, Art. 4 und 17 Abs. 2 ANAG (BS 1, 121 mit seither ergangenen Aenderungen). Scheinehe und Rechtmässigkeit der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung bejaht bei einem seit 2003 in der Schweiz lebenden Staatsangehörigen aus Bangladesh, der eine niedergelassene Staatsangehörige der Dominikanischen Republik geheiratet hatte (Verwaltungsgericht, B 2008/129).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:21:26+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen