# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f173023-90b6-5e4a-8656-4805f0e5036b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 29.03.2004 ZF 2003 58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-58_2004-03-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 29. März 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 58

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Heinz-Bommer, Rehli, Sutter-Ambühl und Burtscher
Aktuar ad hoc Walder

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In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. et oec. 
Pius Fryberg, Vazerolgasse 2, Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Inn vom 10. Oktober 2003, mitgeteilt am 21. Novem-
ber 2003, in Sachen des Y., Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr.iur. Nuot Saratz, Laret 38, Pontresina, gegen die Berufungskläge-
rin,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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A. 1. Am 19. Januar 2001 schloss die X. mit Y. einen Arbeitsvertrag für 
Saisonmitarbeiter ab. Der Vertragsbeginn wurde auf den 24. Januar 2001 festge-
setzt, und das Arbeitsverhältnis sollte unter Vorbehalt vorheriger Kündigung, welche 
nach dem Vertrag nach Ablauf der einmonatigen Probezeit unter Beachtung einer 
Frist von einem Monat jeweils auf das Ende eines jeden Monats möglich war, bis 
zum 31. August 2001 dauern. Die Funktion des Arbeitnehmers wurde mit „Hilfskoch, 
Service, Etage, Reinigung“ umschrieben, doch sollten vorübergehend auch andere 
Arbeiten zugewiesen werden können. Der Vertrag sah zwei Ruhetage pro Woche 
vor, doch hatte der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf arbeitsfreie Sonntage; der 
Bezug der Ruhetage sollte in Absprache mit der Arbeitgeberin und gemäss Arbeits-
einsatzplan erfolgen. Es wurde ein monatlicher Bruttolohn von 3'500 Franken ver-
einbart, was nach Abzug von Sozial- und anderen Versicherungsbeiträgen von Fr. 
440.70, von Quellensteuern von Fr. 83.30, Abzügen von Fr. 270.-- für Unterkunft 
und Fr. 480.-- für Verpflegung (der Arbeitnehmer wollte dafür nur Fr. 420.-- aner-
kennen) und Zulagen von insgesamt Fr. 250.-- einen Nettolohn von Fr. 2'476.-- er-
gab. Da der Küchenchef des Hotels X. im Januar 2001 fristlos entlassen wurde, 
arbeitete Y. fortan als Alleinkoch.

2. Am 24. Februar 2001 schrieb Treuhänder A. dem Arbeitnehmer na-
mens der X. unter Bezugnahme auf eine Besprechung vom 22. Februar 2001, er 
danke ihm vorerst für seinen Einsatz im Hotel, und bestätige sodann, dass er (Y.) 
für die Reinlichkeit und Ordnung in der Küche sowie die ordnungsgemässe Aufbe-
wahrung und Entsorgung von Küchenabfällen verantwortlich sei. In den letzten Ta-
gen sei sodann der Umfang der Abfälle viel zu gross gewesen; diesbezügliche Ver-
besserungen seien unumgänglich und es müsse auch der Wareneinkauf besser un-
ter Kontrolle genommen werden. Man wünsche, dass es gelinge, die notwendigen 
Verbesserungen zu realisieren.

Als Y. am Samstag, dem 3. März 2001, seine Lohnabrechnung erhalten 
hatte, nahm er telefonisch mit A. Kontakt auf und beanstandete die Abrechnung. Er 
machte unter anderem geltend, er habe mit Ausnahme von Vorschüssen von ins-
gesamt 1'500 Franken bisher weder für Januar noch für Februar 2001 den Lohn 
erhalten. Nach der Darstellung des Arbeitnehmers soll ihm A. im Laufe des Disputs 
völlig entnervt zu verstehen gegeben haben, er sei ab sofort gekündigt und solle 
nach Hause gehen. Y. begab sich darauf mit seiner zweieinhalbjährigen kranken 
Tochter ins Spital Eugenio Morelli in Sondalo (SO), wo seine schwangere Ehefrau 
wegen eines Beinbruchs hospitalisiert war. Am Nachmittag des 6. März 2001 gebar 
die Ehefrau einen Sohn. In Erwartung der Geburt will Y. schon am Vormittag der 

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Hoteldirektion mitgeteilt haben, er werde erst nach einigen Tagen wieder zur Arbeit 
erscheinen, da ihm ja wegen der Geburt  drei Freitage zustünden. In einer Faxmit-
teilung vom 8. März 2001 schrieb er an A., er werde am Tag darauf nach F. zurück-
kehren, und wolle dann wissen, ob das Arbeitsverhältnis fortgesetzt werde. Er habe 
immer gern im Hotel X. gearbeitet und bedauere, dass er wegen  familiärer Pro-
bleme seit dem 3. März abwesend sei. Die Gründe kenne er (A.) gut und es sei ihm 
auch bekannt, warum er am Samstag vor dem Servieren des Abendessens das 
Hotel verlassen habe, nämlich weil die Auszahlung des für den Monat Februar ge-
schuldeten Lohns von 2'500 Franken verweigert worden sei. - Als Y. am 9. März 
2001 wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte, wurde ihm ein mit dem 7. März 
2001 datiertes, von A. unterzeichnetes Schreiben überreicht, welches mit „fristlose 
Kündigung“ überschrieben war und in welchem festgehalten wurde, diese müsse 
erfolgen, weil der Arbeitnehmer die Küche nicht in Ordnung halte, weil er die Ar-
beitszeiten nicht diszipliniert genug einhalte und den Arbeitsplatz am Samstag zuvor 
grundlos und ohne Erlaubnis verlassen habe. Y. schrieb der B. noch am 9. März 
2001, er halte die fristlose Kündigung nicht für gerechtfertigt und sei bereit, seine 
Arbeit wieder aufzunehmen. Sollte er binnen fünf Tagen nicht die schriftliche Auf-
forderung erhalten, wieder im Hotel zu arbeiten, werde er den Lohnausfall und eine 
Entschädigung wegen ungerechtfertigter fristloser Entlassung geltend machen.

B. Da es in der Folge zu keiner Verständigung zwischen den Parteien 
kam, meldete Y. die Streitsache am 4. Juni 2002 beim Kreisamt Suot Tasna zur 
Vermittlung an. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 12. Juli 2002 konnte keine 
Einigung erzielt werden, so dass der Kläger den Leitschein bezog und die Klage mit 
Prozesseingabe vom 19. Juli 2002 an das Bezirksgericht Inn prosequierte. Er stellte 
das Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm Fr. 10'392.05 nebst 5 % 
Zins seit dem 1. März 2001 zu zahlen. Die Beklagte liess in ihrer Prozessantwort 
vom 3. September 2002 die kostenfällige Abweisung der Klage beantragen. Sie 
machte geltend, es handle sich um ein ungerechtfertigtes fristloses Verlassen des 
Arbeitsplatzes durch den Arbeitnehmer im Sinne von Art. 337d OR, was ihr einen 
Anspruch auf eine Entschädigung in der Höhe eines Viertels eines Monatslohnes, 
also von Fr. 875.--, verschaffe. Der Kläger habe sodann durch mangelhafte Reini-
gung der Kühlschränke das Verderben von vielen Lebensmitteln verschuldet, wo-
durch ein Schaden von gegen 1'800 Franken entstanden sei. Falls das Gericht zum 
Schluss kommen sollte, dass dem Kläger noch Lohnansprüche zustünden, so wür-
den diese Positionen zur Verrechnung gebracht. - In der Replik und der Duplik hiel-
ten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.

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C. Mit Urteil vom 10. Oktober 2003, mitgeteilt am 21. November 2003, 
erkannte das Bezirksgericht Inn:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, 
dem Kläger Fr. 10'079.90 nebst Zins zu 5 % auf Fr. 352.90 seit 5. März 
2001 und Zins zu 5 % auf Fr. 9'727.00 seit 9. März 2001 zu bezahlen.

 2. Die Kosten des Bezirksgerichts Inn, bestehen aus

einer Gerichtsgebühr von Fr. 4'100.00

einer Schreibgebühr von Fr. 630.00

Barauslagen von Fr. 170.00

total somit Fr.  4'900.00

gehen zu Lasten des Bezirkes Inn.

 3. Die Beklagte wird verpflichtet, den Kläger  mit Fr. 10'542.05 inkl. 
Mehrwertsteuer ausseramtlich zu entschädigen.

 4. Mitteilung an ...“

D. Gegen dieses Urteil liess die X. am 3. Dezember 2003 die Berufung 
an das Kantonsgericht von Graubünden erklären mit dem Antrag, das angefochtene 
Urteil sei aufzuheben und die Klage des Y. unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
für beide Instanzen zu Lasten des Klägers und Berufungsbeklagten abzuweisen.

E. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht bestätigte 
der Anwalt der Beklagten und Berufungsklägerin ihr Berufungsbegehren, während 
die Rechtsvertreterin des Berufungsbeklagten die Abweisung der Berufung bean-
tragte. Auf die Ausführungen der Parteivertreter zur Begründung ihrer Anträge wird, 
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

I.1.a)  Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin geht in der Begründung 
seines Antrags auf Abweisung der Klage vorerst vom Vorliegen des Tatbestandes 
des ungerechtfertigten Verlassens der Arbeitsstelle im Sinne von Art. 337d OR aus. 
Trifft dies zu, so brachte Y. das Arbeitsverhältnis durch sein Verhalten in vertrags-
widriger Weise zur fristlosen Auflösung. Damit diese Gesetzesbestimmung zur An-
wendung gelangen kann, muss völlige Klarheit darüber  bestehen, dass der Arbeit-
nehmer nicht mehr gewillt ist, seine Arbeit wieder aufzunehmen, sondern seiner Ar-
beitstelle endgültig fernzubleiben entschieden hat. Dieser Fall liegt nicht vor, wenn 
der Arbeitnehmer zur Wiederaufnahme der Arbeit unter der Bedingung bereit ist, 

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dass ein klärendes Gespräch mit einem Arbeitskollegen geführt wird oder wenn er 
einige Tage der Arbeit fernbleibt, aber zu verstehen gibt, das Arbeitsverhältnis wei-
terführen zu wollen (BSK-Rehbinder/Portmann, N. 1 zu Art. 337d OR). Die Vorin-
stanz kam zum Schluss, dass diese Voraussetzung im vorliegenden Fall nicht erfüllt 
sei und Art. 337d OR daher nicht zur Anwendung komme. Die Beklagte hält dem 
entgegen, Y. habe ihrem Vertreter, A., am 3. März 2001 gedroht, er werde die Ar-
beitsstelle verlassen, wenn ihm nicht unverzüglich 2'500 Franken überwiesen wür-
den. Er habe sich darauf vom Hotel entfernt und sei erst nach knapp einer Woche 
wieder zurückgekehrt, ohne dass er je Mitteilung gemacht hätte, er werde wieder 
zur Arbeit erscheinen. Die Umstände, die ihn nach seinen Ausführungen in der Re-
plik zu seinem Verhalten veranlasst hätten, nämlich die Krankheit seiner Tochter 
und die bevorstehende Niederkunft seiner Ehefrau seien im damaligen Zeitpunkt 
nicht bekannt gewesen. Diese Argumentation überzeugt nicht. Richtig ist, dass es 
am 3. März 2001 zu einer Auseinandersetzung zwischen Y. und A. kam, weil der 
Arbeitnehmer mit der Lohnabrechnung nicht einverstanden war. Dies brachte er 
auch in seinem Schreiben vom gleichen Tag zum Ausdruck, wobei er aber nicht 
drohte, den Arbeitsplatz zu verlassen, wenn seinen Forderungen nicht entsprochen 
würde. Eine Erklärung dafür, weshalb er sich am Samstag wegbegeben hatte, gab 
Y. hingegen in seinem Schreiben vom 8. März 2001. Er begründete seine mehrtä-
gige Abwesenheit mit der Krankheit seiner Tochter und dem Spitalaufenthalt seiner 
Ehefrau wegen eines Beinbruchs und wegen der fortgeschrittenen Schwanger-
schaft. Auf Grund der Formulierung im Brief („Per cui Lei Signor A., sa molto bene i 
motivi della mia assenza di questi giorni, cioè da sabato 3-3-2001 … “) drängt sich 
auch der Schluss auf, dass über diese familiären Probleme schon einmal gespro-
chen worden war. Wenn Y. sodann fortfährt „... e sa molto bene anche perché sono 
andato via sabato sera prima del servizio di ristorante …”, und dies mit der Weige-
rung A.s begründet, ihm für den Monat Februar 2'500 Franken auszuzahlen, so deu-
tet diese Aussage darauf hin, dass der Kläger zwar aus Trotz vor dem Servieren 
des Nachtessens nach Sondalo abreiste, hingegen ist nicht davon die Rede, dass 
es die Absicht Y.s gewesen wäre, seinen Arbeitsplatz, an dem es ihm – wie er im 
Brief auch zum Ausdruck brachte – grundsätzlich gut gefiel, definitiv zu verlassen. 
Er verlangte denn auch von A. eine ausdrückliche Stellungnahme, ob er das Ar-
beitsverhältnis aufrecht zu erhalten gedenke oder ob man sich trennen würde. All 
dies deutet klar darauf hin, dass es am Samstagabend nicht die Absicht des Arbeit-
nehmers gewesen war, seine Stelle wegen der Differenzen mit Bezug auf die Lohn-
abrechnung und –auszahlung definitiv zu verlassen. Y. wünschte daher auch, dass 
über seine Situation ein klärendes Gespräch stattfinde. Auch als er am Tage darauf 
von A. die fristlose Kündigung erhalten hatte, teilte er diesem umgehend mit, dass 

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er die Kündigung für ungerechtfertigt halte und bereit sei, die bisherige Arbeit wieder 
aufzunehmen. Aus alledem ergibt sich eindeutig, dass die Voraussetzung zur An-
wendung von Art. 337d OR, nämlich die Klarheit, dass der Arbeitnehmer entschie-
den hat, der Arbeit definitiv fernzubleiben, ganz offensichtlich nicht erfüllt ist.

b) Kann der vom Beklagten vertretenen Auffassung, wonach der Tatbe-
stand des Verlassens der Arbeitsstelle vorliegt, nicht gefolgt werden, bleibt zu prü-
fen, ob die Voraussetzungen zur fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses 
durch die Arbeitgeberin im Sinne von Art. 337 OR erfüllt waren. Dies wäre nach 
Absatz 2 dieser Norm der Fall, wenn ein Umstand vorlag, der für die Beklagte ein 
weiteres Zusammenarbeiten mit dem Kläger nach Treu und Glauben nicht mehr 
zumutbar erscheinen liess. Als Gründe für die fristlose Kündigung gab A. in seinem 
Schreiben vom 7. März 2001 an, die Küche sei – auch im Hinblick auf die Lebens-
mittelgesetzgebung - nicht in guter Ordnung gehalten gewesen, die Arbeitszeiten 
seien nicht diszipliniert genug eingehalten worden und Y. habe am letzten Samstag 
(3. März) den Arbeitsplatz grundlos und ohne Erlaubnis verlassen. Was den zuletzt 
erwähnten Vorwurf betrifft, hat die Vorinstanz nicht verkannt, dass die Arbeitsver-
weigerung grundsätzlich eine schwere Verletzung der vertraglichen Pflichten dar-
stellt, die Grund für eine fristlose Entlassung sein kann. Sie führte aber aus, solange 
sich der Arbeitgeber mit verfallenen Lohnzahlungen im Rückstand befinde, dürfe 
der Arbeitnehmer nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts die Leistung ver-
weigern, und kam auf Grund der Lohnabrechnungen zum Schluss, dass sich die 
Beklagte für einen Teil des Lohns für den Monat Januar bis Mitte Februar im Verzug 
befunden habe und Abzüge getätigt habe, die nicht angebracht gewesen seien. Sie 
liess dann allerdings offen, ob dies den Kläger bereits berechtigt hätte, die Arbeits-
leistung zu verweigern, hielt die fristlose Entlassung aber aus anderen Gründen für 
ungerechtfertigt. Die Berufungsklägerin räumt ein, dass eine fristlose Entlassung bei 
unberechtigtem Fernbleiben in der Regel nur nach erfolgter Mahnung zulässig ist, 
stellt sich aber unter Berufung auf den Zürcher Kommentar (N. 15 zu Art. 337 OR) 
auf den Standpunkt, dies könne nur bei einer Abwesenheit von wenigen Tagen der 
Fall sein, während der Kläger fast eine Woche abwesend gewesen sei. Er habe die 
Arbeitsstelle ohne jeden Grund verlassen und in seinem Schreiben vom 8. März 
2001 zur Rechtfertigung lediglich angeführt, dass sich die Beklagte geweigert habe, 
ihm 2'500 Franken für den Monat Februar zu zahlen. Nach Auffassung des Kan-
tonsgerichts interpretiert die Berufungsklägerin das Schreiben von Y. auch in dieser 
Beziehung falsch. Gewiss begründete dieser die Tatsache, dass er am Abend des 
3. März das Hotel vor dem Servieren des Nachtessens verlassen hatte, damit, dass 
sich A. geweigert habe, ihm 2'500 Franken auszuzahlen. Damit gab Y. aber nur eine 

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Erklärung für sein überstürztes Weggehen am Samstagabend ab, während er sein 
Wegbleiben mit seinen familiären Problemen rechtfertigte. Dabei ging er offenbar 
davon aus, dass er Sonntag und Montag, 4. und 5. März, ohnehin frei gehabt und 
folglich keine Arbeitstage versäumt hatte. Die Beklagte bestreitet dies mit Nichtwis-
sen, übersieht dabei aber, dass es an ihr gelegen hätte, anhand von Arbeitsplänen 
den gegenteiligen Beweis zu erbringen, ist es doch Sache des Arbeitgebers, die 
Arbeitspläne zu erstellen und deren Befolgung zu überwachen. Y. hat durch die 
Vorlage des Arbeitsvertrages bewiesen, dass er Anspruch auf zwei Ruhetage pro 
Woche hatte, hingegen hätte es an der Arbeitgeberin gelegen darzulegen, dass der 
Arbeitnehmer diese Tage nicht zur vorgesehenen Zeit bezogen hat. Wenn der Klä-
ger das Fernbleiben bis zum 9. März mit der am 6. März erfolgten Niederkunft seiner 
Frau und der Krankheit seiner Tochter begründete, so muss er sich zwar sagen 
lassen, dass er zu Unrecht annahm, dass ihm die Geburt seines Sohnes einen An-
spruch auf drei Freitage verschaffte, und es kann ihm auch der Vorwurf nicht erspart 
bleiben, sich für diese Tage nicht ordnungsgemäss abgemeldet und mit seinem un-
vermittelten Weggehen am Samstagabend wegen der vermeintlichen (und zu ei-
nem kleinen Teil auch zutreffenden) Unstimmigkeiten in der Lohnabrechnung  unü-
berlegt gehandelt zu haben, doch kann in diesem zwar nicht ganz korrekten, aber 
nicht gravierenden Verhalten  kein Grund für eine fristlose Kündigung gesehen wer-
den. Es handelte sich um ein einmaliges Vorkommnis, auf Grund dessen nicht auf 
einen charakterlichen Mangel geschlossen werden konnte, der eine weitere Zusam-
menarbeit als unzumutbar erscheinen liess.

Für die zweite im Kündigungsschreiben gegebene Begründung, wonach der 
Beklagte die Arbeitszeiten nicht diszipliniert genug eingehalten habe, fehlt jeder Be-
weis. Der Vorwurf ist aus der Luft gegriffen und braucht nicht weiter überprüft zu 
werden. Bleibt der Vorhalt, der Koch habe die Küche nicht in guter Ordnung gehal-
ten und insbesondere den Vorschriften der Lebensmittelgesetzgebung nicht genügt. 
Auch diese Vorwürfe finden in den Akten keine hinreichende Stütze. Wenn der Klä-
ger auf das Schreiben der Arbeitgeberin vom 24. Februar 2001 verweist, wo ihm für 
seinen Einsatz im Hotel bestens gedankt wird, so ist dies verständlich, doch darf 
nicht übersehen werden, dass A. in diesem Schreiben auch auf gewisse Umstände 
hinwies, welche es zu verbessern gelte. Dazu ist allerdings zu bemerken, dass Y. 
als Hilfskoch angestellt wurde, nach der Entlassung des Koches aber als Alleinkoch 
arbeiten musste und als solcher verständlicherweise nicht alle diesen beiden Char-
gen anfallenden Arbeiten allein erledigen konnte. Dass er sich alle Mühe gab, das 
grosse Arbeitspensum zu bewältigen, ergibt sich aus den Aussagen der Zeugin C., 
welche den Kläger als sehr hilfsbereit schildert und ihm attestierte, sich sehr gut im 

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Hotel X. eingelebt zu haben; sie beurteilte seine Arbeit als pünktlich, zuverlässig 
und gut. Auch die Zeugin D. konnte sich nicht daran erinnern, dass Y. Lebensmittel 
verderben liess, die in der Folge weggeworfen werden mussten. Aus ihren Aussa-
gen kann auch geschlossen werden, dass weitere Angestellte die Küche benutzten 
und nicht immer in wünschenswert sauberem Zustand zurückliessen, so dass der 
Einwand des Berufungsbeklagten, die zeitweise mangelnde Ordnung sei auf diesen 
Umstand zurückzuführen, begründet erscheint. Jedenfalls wird durch die Aussagen 
der beiden Zeuginnen das ohnehin fragwürdige Schreiben E.s, das als Beweismittel 
kaum tauglich ist, da es vom verstorbenen Verfasser nicht mehr als Zeuge bestätigt 
werden konnte und sehr stark den Eindruck eines Gefälligkeitsschreibens erweckt, 
vollends entkräftet.

c) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass dem Kläger weder vorgeworfen 
werden kann, seine Arbeitsstelle fristlos verlassen zu haben, noch dass die Be-
klagte einen ausreichenden Grund für eine fristlose Kündigung hatte. Es kommt 
dazu, dass der Arbeitsvertrag eine kurze ordentliche Kündigungsfrist von nur einem 
Monat vorsah, was eine fristlose Entlassung umso ungerechtfertigter erscheinen 
lässt. Offenbar gehört es aber zum Führungsstil der für den Betrieb des Hotels X. 
Verantwortlichen, sich Angestellter durch fristlose Entlassungen zu entledigen, wur-
den doch innerhalb weniger Wochen drei Angestellte auf diese Weise entlassen und 
auch nach den Aussagen der Zeugin D. war A. kein einfacher Vorgesetzter. Auch 
diesem Umstand darf bei der Beurteilung der Angemessenheit der fristlosen Entlas-
sung des Klägers Rechnung getragen werden. Gesamthaft gesehen erweist sich 
der Entscheid des Bezirksgerichts, wonach die fristlose Kündigung des Arbeitsver-
trages ungerechtfertigt war und die Beklagte den Kläger folglich nur unter Beach-
tung der vertragsgemässen Kündigungsfrist auf Ende April hätte entlassen dürfen, 
als zutreffend und es sind die vom Berufungskläger dagegen erhobenen Einwände 
als nicht stichhaltig zu verwerfen.

2. Steht fest, dass die fristlose Vertragsauflösung durch die Beklagte ge-
setzwidrig war, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den Lohn, wie er ihm bei ver-
tragsgemässer Beendigung des Arbeitsverhältnisses zugestanden hätte, es ist ihm 
von der Beklagten mit anderen Worten der volle Lohn bis Ende April 2001 zu be-
zahlen. Zu den beiden Monatslöhnen von netto Fr. 2'476.-- hat die Vorinstanz so-
dann zu Recht den Wert der nicht bezogenen Leistungen für Kost und Logis, näm-
lich für den Monat März den Betrag von Fr. 525.-- und für den Monat April von Fr. 
750.--, hinzugezählt. Die Beklagte hat sich zu diesem Vorgehen im Berufungsver-
fahren nicht geäussert und auch zur Berechnung des dem Kläger aus der Abrech-

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nung des Lohnes für den Monat Februar, aus der nach den auch nach Auffassung 
des Kantonsgerichts zutreffenden Feststellungen des Bezirksgerichts noch ein 
Saldo von Fr. 352.90 zu Gunsten des Berufungsbeklagten resultiert, nicht Stellung 
genommen. Die Berechnung der gesamten dem Kläger gegenüber seiner ehemali-
gen Arbeitgeberin noch zustehenden Ansprüche durch die Vorinstanz erweist sich 
als Ganzes einschliesslich des Zinsenlaufs als vollständig und korrekt, so dass Y. 
der Betrag von Fr. 10'079.90 nebst Zinsen in weitgehender Gutheissung der Klage 
zu Recht zugesprochen wurde. Richtigerweise hat das Bezirksgericht auch die bei-
den von der Berufungsklägerin zur Verrechnung gebrachten Forderungen un-
berücksichtigt gelassen. Der Betrag von Fr. 875.--, entsprechend dem vierten Teil 
eines Monatslohns, entfiel ohne weiteres, nachdem sich ergeben hatte, dass die 
gesetzlichen Voraussetzungen gemäss Art. 337d OR nicht erfüllt sind, und für den 
durch den Kläger angeblich verursachten Schaden infolge Verderbenlassens von 
Lebensmitteln fehlt es an einem überzeugenden Beweis. Die Berufungsklägerin 
vermochte den entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz denn auch verständ-
licherweise nichts entgegenzuhalten, so dass die Berufung als Ganzes abzuweisen 
ist.

II. Wie schon für das erstinstanzliche Verfahren dürfen den Parteien 
nach der Vorschrift von Art. 343 Abs. 3 OR auch für das Berufungsverfahren keine 
Kosten auferlegt werden. Mit Bezug auf die aussergerichtlichen Kosten ist davon 
auszugehen, dass die Berufungsklägerin mit ihren Begehren unterlegen und folglich 
zu verpflichten ist, den Berufungskläger auch für das zweitinstanzliche Verfahren 
angemessen zu entschädigen. Bei der Festsetzung der aussergerichtlichen Ent-
schädigung ist allerdings zu berücksichtigen, dass der mit dem Anwaltswechsel auf 
klägerischer Seite verbundene Mehraufwand nicht zu Lasten der Beklagten  gehen 
kann. Eine Parteientschädigung im Umfange von 2'500 Franken erscheint unter den 
gegebenen Umständen angemessen. Da dem Berufungsbeklagten durch Verfü-
gung des Kantonsgerichtspräsidenten vom 3. Februar 2004 die unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 45 Abs. 1 / Art. 46 ZPO erteilt wurde, hat der Kanton 
Graubünden für die Kosten der Rechtsvertretung einzustehen. Nachdem dem Klä-
ger auch für das Berufungsverfahren eine aussergerichtliche Entschädigung zuge-
sprochen wurde, hat der Kanton Graubünden diese Kosten allerdings nur insoweit 
zu tragen, als die zugesprochene Entschädigung uneinbringlich ist. Wie schon im 
Entscheid des Kantonsgerichtspräsidiums vom 3. Februar 2004 verfügt wurde, 
bliebe bezüglich  daraus dem Gemeinwesen allenfalls entstehender Kosten die 
Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO vorbe-
halten. 

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Kanton Graubünden.

3. Die Berufungsklägerin hat dem Berufungsbeklagten für das Berufungsver-
fahren eine aussergerichtliche Entschädigung von 2'500 Franken auszurich-
ten. Sollte dieser Betrag uneinbringlich sein, wäre er dem Kanton Graubün-
den in Rechnung zu stellen, wobei die Rückforderung der geleisteten Kos-
tenhilfe durch das kostenbelastete Gemeinwesen vorbehalten bliebe.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident Der Aktuar ad hoc