# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68fc86c8-b2f8-504f-a733-05e897f8a2fa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 08.09.2011 SK2 2011 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2011-28_2011-09-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 8. September 2011 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 11 28

Entscheid
II. Strafkammer

Vorsitz Bochsler
RichterInnen Hubert und Schlenker 
Aktuarin Thöny

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, 
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

den Entscheid des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts vom 23. August 
2011, mitgeteilt am 23. August 2011, in Sachen des Beschwerdeführers,

betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 27. Mai 2011 wurde X. von der Kantonspolizei Graubünden wegen Ver-
dachts auf Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz vorläufig festge-
nommen. Mit Schreiben vom 28. Mai 2011 ersuchte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden gestützt auf Art. 224 Abs. 2 StPO den Einzelrichter des kantonalen 
Zwangsmassnahmengerichts um Anordnung der Untersuchungshaft. Als Haft-
grund wurde Kollusions-/Verdunkelungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO 
und Wiederholungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO geltend gemacht. 

B. Da X. ausdrücklich auf eine mündliche Verhandlung verzichtete, führte der 
Einzelrichter des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden ein 
schriftliches Verfahren durch. Mit Entscheid vom 30. Mai 2011 hiess er das Ge-
such der Staatsanwaltschaft Graubünden gut und ordnete eine Untersuchungshaft 
bis längstens zum 26. August 2011 an. 

C. Am 18. August 2011 ersuchte die Staatsanwaltschaft Graubünden beim 
Einzelrichter des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts um Verlängerung der 
angeordneten Untersuchungshaft im Sinne von Art. 227 StPO um weitere drei 
Monate beziehungsweise längstens bis zur Anklage beim Bezirksgericht Plessur. 
Als Haftgrund wurde Wiederholungsgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO 
angegeben. X. liess in seiner Stellungnahme vom 22. August 2011 die Abweisung 
des Haftverlängerungsgesuchs und die umgehende Entlassung aus der Untersu-
chungshaft beantragen.

D. Mit Entscheid vom 23. August 2011, gleichentags schriftlich mitgeteilt, er-
kannte der Einzelrichter des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts wie folgt:

„1. Das Gesuch wird gutgeheissen und die Untersuchungshaft bis zum 
25.11.2011 verlängert.

2. Die beschuldigte Person kann jederzeit ein Gesuch um Entlassung 
aus der Untersuchungshaft stellen. Dieses ist bei der Staatsanwalt-
schaft mündlich zu Protokoll zu geben oder schriftlich zu stellen und 
kurz zu begründen.

3. Die Verfahrenskosten von CHF 350.00 bleiben bei der Prozedur. Sie 
werden vorschussweise von der Staatsanwaltschaft Graubünden zu 
Lasten des Kantons übernommen und sind innert 30 Tagen auf das 
PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichts Plessur zu überweisen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

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E. Gegen diesen Entscheid des Einzelrichters des kantonalen Zwangsmass-
nahmengerichts liess X. mit Eingabe vom 26. August 2011 beim Kantonsgericht 
von Graubünden Beschwerde erheben, wobei er die Aufhebung des angefochte-
nen Entscheids und die umgehende Entlassung aus der Untersuchungshaft, even-
tualiter die Anordnung einer Ersatzmassnahme gemäss Art. 237 Abs. 2 lit. f StPO 
unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge beantragt.

F. Mit Schreiben vom 30. August 2011 verzichtete der Einzelrichter des kanto-
nalen Zwangsmassnahmengerichts auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 
Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragt mit Vernehmlassung vom 1. Sep-
tember 2011 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen Ent-
scheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO in Verbindung mit Art. 222 StPO kann 
gegen Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die Aufhebung der 
Untersuchungs- oder Sicherheitshaft Beschwerde im Sinne von Art. 393 ff. StPO 
erhoben werden. Legitimiert dazu ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes In-
teresse an der Aufhebung oder Änderung des vorinstanzlichen Entscheids hat 
(Art. 382 StPO). Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Ent-
scheide ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz 
einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Gestützt auf Art. 22 des Einführungsgesetzes 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzZPO; BR 350.100) und Art. 10 
Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung (KGV; BR 173.100) liegt die Zuständigkeit 
im vorliegenden Beschwerdeverfahren, zumal keine Ausnahme im Sinne von 
Art. 395 StPO vorliegt, bei der II. Strafkammer des Kantonsgerichts. Mit dem an-
gefochtenen Entscheid wurde die bereits zu einem früheren Zeitpunkt gegenüber 
dem Beschwerdeführer angeordnete Untersuchungshaft verlängert, wodurch er 
offensichtlich beschwert ist. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde vom 26. August 2011 kann demzufolge eingetreten werden.

2. Das Beschwerdeverfahren ist unter Vorbehalt von Art. 390 Abs. 5 StPO ein 
schriftliches und nicht öffentliches Verfahren (Art. 397 Abs. 1 StPO). Es richtet sich 
nach den Regeln der Art. 69 Abs. 3 lit. c und Art. 390 ff. StPO. Die Beschwerde 
stellt gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel 

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dar. Sie kann - wenn die entsprechende Verfahrenshandlung beschwerdefähig ist 
- ohne Einschränkung erhoben werden. Mit der Beschwerde können alle Mängel 
des angefochtenen Entscheids geltend gemacht werden. Die Rechtsmittelinstanz 
verfügt über eine volle Kognition und ist befugt und verpflichtet, die ihr unterbreite-
te Sache frei und umfassend zu prüfen (vgl. Stephenson/Thiriet, Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, N. 15 zu Art. 393).

3. Die Untersuchungshaft schränkt die persönliche Freiheit des Beschwerde-
führers ein (Art. 10 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 31 BV). Eine Einschränkung die-
ses Grundrechts ist zulässig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, 
im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist; zudem darf sie den Kern-
gehalt des Grundrechts nicht beeinträchtigen (Art. 36 BV). Nach Art. 221 Abs. 1 
StPO ist Untersuchungshaft zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbre-
chens oder Vergehens dringend verdächtigt wird. Zum allgemeinen Haftgrund des 
dringenden Tatverdachts muss ein besonderer Haftgrund nach Art. 221 Abs. 1 lit. 
a-c StPO hinzukommen, nämlich entweder Fluchtgefahr (lit. a), Kollusionsgefahr 
(lit. b) oder Wiederholungsgefahr (lit. c). Allgemeiner Haftgrund und besonderer 
Haftgrund müssen kumulativ erfüllt sein. Die besonderen Haftgründe sind unter-
einander alternativ. Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO 
an Stelle der Untersuchungshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, 
wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (vgl. Forster, Basler Kommen-
tar, a.a.O., N. 1 und 16 zu Art. 221; Urteil des Bundesgericht 1B_148/2011 vom 
13. April 2011). Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen des allgemeinen 
Haftgrundes nicht. Aus den Akten geht hervor, dass gegen ihn eine Strafuntersu-
chung wegen Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Ziff. 
2 BetmG im Gange ist, wobei hinsichtlich der meisten Vorhalte ein Geständnis 
vorliegt (vgl. act. 5.6). Ein dringender Tatverdacht im Sinne von Art. 221 Abs. 1 
StPO ist somit offensichtlich zu bejahen. Zu prüfen bleibt, ob neben dem allgemei-
nen Haftgrund des dringenden Tatverdachts auch ein besonderer Haftgrund nach 
Art. 221 Abs. 1 lit. a-c StPO erfüllt ist, wobei sich die Staatsanwaltschaft auf die 
Wiederholungsgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO beruft. 

4. Der Beschwerdeführer macht geltend, im Unterschied zu seinen früheren 
Taten habe er diesmal kein Heroin an Drittpersonen verkauft, sondern diese Per-
sonen lediglich ins Unterland gefahren. Die Staatsanwaltschaft Graubünden habe 
denn auch zu Recht keine Kollusionsgefahr mehr geltend gemacht. Es werde ihm 
im aktuellen Strafverfahren somit kein Handel mit Betäubungsmitteln mehr vorge-
worfen, weshalb im Falle einer Entlassung aus der Untersuchungshaft auch keine 
schweren Verbrechen oder Vergehen gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO mehr 

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drohen würden. Dies umso weniger, als ihm kurze Zeit nach seiner Verhaftung der 
Führerausweis bis auf Weiteres entzogen worden und das Fahrzeug, mit welchem 
er jeweils die Heroineinkäufer chauffiert habe, von seiner Mutter verkauft worden 
sei. Würde er aus der Untersuchungshaft entlassen werden, hätte er mangels Be-
sitz eines Fahrzeugs und mangels Besitz eines Führerausweises gar keine Mög-
lichkeit mehr, die Heroineinkäufer ins Unterland zu fahren. Schon aus diesem 
Grunde müsse eine Fortsetzungsgefahr verneint werden. 

a) Sinn und Zweck der Anordnung von Haft wegen Wiederholungs- bezie-
hungsweise Fortsetzungsgefahr ist die Verhütung von Delikten. Die Haft ist somit 
überwiegend Präventivhaft. Die Notwendigkeit, die beschuldigte Person an der 
Begehung einer strafbaren Handlung zu hindern, anerkennt Art. 5 Ziff. 1 lit. c 
EMRK ausdrücklich als Haftgrund. Die Anordnung von Haft wegen Wiederho-
lungsgefahr dient auch dem strafprozessualen Ziel der Beschleunigung, indem 
verhindert wird, dass sich das Verfahren durch immer neue Delikte kompliziert und 
in die Länge zieht. Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr ist restriktiv zu hand-
haben. Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO setzt die ernsthafte Befürchtung voraus, dass 
die beschuldigte Person durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit 
anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Strafen ver-
übt hat. Verlangt ist mithin eine ernsthafte und erhebliche Gefährdung der Sicher-
heit anderer durch „schwere Verbrechen oder Vergehen“ im Sinne von Art. 10 
Abs. 2 und 3 StGB. Die Begehung dieser Delikte muss ernsthaft zu befürchten 
sein. Erforderlich ist eine sehr ungünstige Rückfallprognose; dabei sind insbeson-
dere die Häufigkeit und Intensität der untersuchten Delikte sowie die einschlägigen 
Vorstrafen zu berücksichtigen. Das Gesetz verlangt als weitere Voraussetzung der 
Präventivhaft wegen Wiederholungsgefahr, dass die beschuldigte Person bereits 
früher gleichartige Vortaten verübt hat. Auch bei den Vortaten muss es sich um 
Verbrechen oder schwere Vergehen gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter 
gehandelt haben. Die früher begangenen Straftaten können sich aus rechtskräftig 
abgeschlossenen früheren Strafverfahren ergeben. Sie können jedoch auch Ge-
genstand eines noch hängigen Strafverfahrens bilden, in dem sich die Frage der 
Untersuchungs- und Sicherheitshaft stellt. Das Gesetz spricht von verübten Straf-
taten und nicht bloss einem Verdacht, sodass dieser Haftgrund nur bejaht werden 
kann, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die 
beschuldigte Person solche Straftaten begangen hat. Neben einer rechtskräftigen 
Verurteilung gilt der Nachweis auch bei einem glaubhaften Geständnis oder einer 
erdrückenden Beweislage als erbracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_126/2011 vom 6. April 2011, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).

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b) Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer wegen verschie-
dener zwischen 2000 und 2008 begangener Delikte mehrfach verurteilt worden ist. 
So wurde er unter anderem wegen mehrfachen Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung 
und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafen 
verurteilt. Am 6. Mai 2009 wurde er vom Kantonsgericht von Graubünden wegen 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 BetmG sowie wegen mehrfacher Widerhand-
lung gegen Art. 19a BetmG zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt, wo-
bei für 24 Monate der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von 
vier Jahren verhängt wurde. Zudem ist aus den Akten ersichtlich, dass dem Be-
schwerdeführer im derzeit hängigen Strafverfahren weitere Widerhandlungen ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz, begangen während laufender Probezeit, vorge-
worfen werden, welche er auch weitgehend eingestanden hat. Konkret wird ihm 
angelastet, seit Herbst 2010 bis zu seiner Festnahme mindestens 46 Fahrten zum 
Zweck des Heroineinkaufs getätigt zu haben und dafür mit ungefähr 38 Gramm 
Heroin plus Reisekosten entschädigt worden zu sein. Der Beschwerdeführer hat 
somit offenkundig bereits früher gleichartige Vortaten verübt.

c) In Anbetracht des Umstands, dass sich der Beschwerdeführer weder durch 
die Verurteilungen noch den drohenden Vollzug der bedingt angeordneten Frei-
heitsstrafe von 24 Monaten von der Begehung weiterer Betäubungsmitteldelikten 
abhalten liess, durfte die Vorinstanz von einer sehr hohen Rückfallgefahr ausge-
hen. Daran vermögen auch die vom Beschwerdeführer erhobenen Einwände 
nichts zu ändern. Zu einer günstigeren Prognose führt angesichts der mehrfachen 
Rückfälligkeit des Beschwerdeführers weder der Umstand, dass er teilweise ge-
ständig ist, noch dass er sich im Falle seiner Entlassung aus der Untersuchungs-
haft umgehend bei seinem ehemaligen Arbeitgeber um Arbeit bemühen würde, 
zumal ihn auch vor seiner Festnahme eine regelmässige Arbeitstätigkeit nicht von 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz abhalten konnte. Ebenfalls 
zu keiner Änderung der Beurteilung führt seine Aussage, er habe sich zum Ziel 
gesetzt, kein Heroin mehr an Drittpersonen zu verkaufen. Vielmehr geht aus den 
Akten hervor, dass er auch nach seiner Entlassung im Frühjahr 2010 weiterhin im 
Betäubungsmittelhandel tätig war und auch selbst wieder Betäubungsmittel kon-
sumierte. Auf die Rückfallprognose bezogen spielt dabei keine Rolle, dass er bei 
den vorgeworfenen Delikten lediglich als Kurierfahrer aufgetreten ist und nicht 
selbst mit den Betäubungsmitteln gehandelt hat. Wie der Beschwerdeführer selbst 
ausgesagt hat (act. 5.2 6. Frage), dienten diese Fahrten unter anderem auch der 
Beschaffung von Heroin für den Eigenkonsum. Solange der Beschwerdeführer 

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somit sein eigenes Betäubungsmittelproblem nicht unter Kontrolle hat, besteht 
auch weiterhin die Gefahr, aufgrund des Beschaffungsdrucks erneut zu delinquie-
ren. Dabei ist zu beachten, dass bereits im letzten Jahr gerichtlich eine ambulante 
Behandlung angeordnet wurde, welche den Beschwerdeführer jedoch nicht für 
lange Zeit davon abhalten konnte, wieder Betäubungsmittel zu konsumieren. Auch 
der Einwand des Beschwerdeführers, er habe seine Methadon-Dosierung bereits 
ab dem siebten Tag auf null reduziert, weshalb keine Gefahr mehr bestehe, dass 
er sich im Falle einer Haftentlassung suchtbedingt Drogen beschaffen müsste, 
wird angesichts des im Juli 2011 bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden 
eingeholten Kurzgutachtens (act. 2.6) relativiert. So führt der Gutachter aus, es sei 
gegenwärtig vom Vorliegen einer Opiatabhängigkeit mit Abstinenz unter geschütz-
ten Bedingungen auszugehen. Gestützt auf die gesamthaften Erfahrungen könne 
davon ausgegangen werden, dass ein ausschliesslich ambulant ausgerichtetes 
Behandlungskonzept nicht ausreichend rückfallpräventiv wirksam sei. Die Ge-
samtheit dieser Umstände führt dazu, dass die Gefahr, dass der Beschwerdefüh-
rer bei seiner Freilassung den Betäubungsmittelhandel mit ähnlicher Intensität 
fortsetzen würde, entgegen seiner Einschätzung nicht als bloss theoretisch, son-
dern aufgrund der gesamten Umstände als sehr gross einzustufen ist. Daran ver-
mag auch nichts zu ändern, dass ihm derzeit weder ein Führerausweis noch ein 
Fahrzeug zur Verfügung steht, zumal eine Beteiligung am Betäubungsmittelhandel 
auch in anderer Weise möglich ist. 

d) Auch dem Einwand des Beschwerdeführers, es werde ihm im aktuellen 
Strafverfahren kein Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen, weshalb im Falle 
einer Entlassung aus der Untersuchungshaft keine schweren Verbrechen oder 
Vergehen gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO mehr drohen würden, kann nicht ge-
folgt werden. Aufgrund der Akten und des teilweisen Geständnisses des Be-
schwerdeführers steht fest, dass er Kurierfahrten durchgeführt hat, bei welchen 
erhebliche Mengen von Heroin beschafft wurden. Damit steht der Vorwurf einer 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 BetmG, somit eines schweren Falles im 
Raum. Das Bundesgericht hat bereits verschiedentlich ausgeführt, die hohe Straf-
drohung für qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sei 
Ausdruck dafür, dass solche Verstösse vom Gesetzgeber als schwerwiegend ein-
gestuft werden. Dies insbesondere auch in Anbetracht dessen, dass dabei die öf-
fentliche Gesundheit beziehungsweise Volksgesundheit gefährdet werde. Mit dem 
Haftgrund der Fortsetzungsgefahr sollen nun gerade auch Delikte verhütet wer-
den, bei denen öffentliche Rechtsgüter auf dem Spiel stehen, wozu gemäss steti-
ger bundesgerichtlicher Praxis auch die vom Betäubungsmittelstrafrecht geschütz-

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te öffentliche Gesundheit gehört (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 
1B_126/2011 E. 3.7 mit weiteren Hinweisen). Auch wenn der Beschwerdeführer 
nicht persönlich mit Heroin gehandelt hat, so steht aufgrund seines Geständnisses 
doch fest, dass er sich aktiv am Betäubungsmittelhandel beteiligt und diesen ge-
fördert hat. Bei Art. 19 Ziff 2 BetmG handelt es sich nach der Entscheidung des 
Gesetzgebers um ein schwerwiegendes Delikt, das die Anordnung von Präventiv-
haft rechtfertigt. In einem solchen Fall ist ein hinreichendes öffentliches Interesse 
an der Weiterführung der Untersuchungshaft gegeben. Unter Berücksichtigung 
sämtlicher Umstände ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Haftgrund der Wie-
derholungsgefahr im vorliegenden Fall zu Recht bejaht hat.

5. Gemäss Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO können Zwangsmassnahmen, worunter 
auch die Untersuchungshaft fällt, nur ergriffen werden, wenn die damit angestreb-
ten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können. Nach Art. 212 
Abs. 2 lit. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen aufzuheben, so-
bald Ersatzmassnamen zum gleichen Ziel führen. Diese Bestimmungen ergeben 
sich aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit und werden in Art. 237 StPO 
konkretisiert. Untersuchungs- und Sicherheitshaft sind danach unzulässig, wenn 
ihr Zweck - die Verhinderung von Flucht, Kollusion, Wiederholung oder Aus-
führung der Tat - durch mildere Massnahmen erreicht werden kann. Im vorliegen-
den Fall kann der Wiederholungsgefahr nicht mit einer milderen Ersatzmassnah-
me nach Art. 237 StPO begegnet werden. Wie bereits ausgeführt wurde, führte 
eine im vergangenen Jahr gerichtlich angeordnete ambulante Massnahme nicht 
zum gewünschten Ergebnis. Der Beschwerdeführer wurde innert kürzester Zeit 
rückfällig und besorgte sich das benötigte Heroin durch aktive Beteiligung im 
Betäubungsmittelhandel. Bereits im damaligen Verfahren wurde die Rückfallgefahr 
als erhöht eingestuft, wobei eine strafvollzugsbegleitend durchgeführte ambulante 
Behandlung als ausreichend angesehen wurde, um der Gefahr weiteren Delin-
quierens zu begegnen. Trotz ambulanter Massnahme konnte nicht verhindert wer-
den, dass der Beschwerdeführer wieder regelmässig Heroin konsumierte und er-
neut straffällig wurde. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Suchtproblematik kön-
ne mittels regelmässiger Urinproben kontrolliert werden. Diesbezüglich ist anzu-
merken, dass er bereits bei seiner Haftentlassung im Jahre 2008 unter anderem 
verpflichtet wurde, dreimal monatlich unangekündigt Urinproben abzugeben (vgl. 
Vorakten act. 3.17). Dennoch konnte er - wie die Auswertung der Urinproben er-
gab - nicht auf den Konsum von Betäubungsmitteln verzichten (vgl. Vorakten act. 
1.21 S. 32). Unter diesen Umständen erscheint die neuerliche Anordnung einer 
ärztlichen Behandlung und Kontrolle im Sinne von Art. 237 Abs. 2 lit. f StPO oder 

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einer anderen Ersatzmassnahme nach Art. 237 StPO nicht geeignet, den Be-
schwerdeführer von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. 

6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Falle von X. die Wiederho-
lungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO gegeben ist und Ersatzmassnah-
men im Sinne von Art. 237 StPO zur Erreichung des Haftzwecks nicht genügen 
würden. Die Vorinstanz hat somit das Gesuch der Staatsanwaltschaft zu Recht 
gutgeheissen und eine Verlängerung der Untersuchungshaft angeordnet. Demzu-
folge ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen. Es ist jedoch darauf hinzuwei-
sen, dass gemäss Aussagen der Staatsanwaltschaft in ihrer Vernehmlassung ei-
nem vorzeitigen stationären Massnahmeantritt - ein passender Therapieplatz vor-
ausgesetzt - nichts entgegen steht.

7. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
vom Beschwerdeführer zu tragen. Wie den Akten zu entnehmen ist, wurde X. von 
der Staatsanwaltschaft Graubünden gestützt auf Art. 132 Abs. 2 StPO eine amtli-
che Verteidigung bestellt (act. 1.4), die auch im Rechtsmittelverfahren gilt (Lieber 
in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel Genf 
2010, N. 1 zu Art. 134; anderer Meinung Ruckstuhl in: Basler Kommentar, Straf-
prozessordnung, Basel 2011, N. 10 zu Art. 130). Aufgrund der offensichtlichen 
Bedürftigkeit von X. werden die Verfahrenskosten wie auch die Kosten des amtli-
chen Verteidigers unter dem Vorbehalt der Rückforderung dem Kanton Graubün-
den in Rechnung gestellt (Art. 135 Abs. 4 StPO). Die vom Rechtsvertreter am 26. 
August 2011 eingereichte Honorarnote von Fr. 1'196.05 einschliesslich Mehrwert-
steuer erscheint dabei dem Aufwand und der Schwierigkeit der Sache als ange-
messen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- und die Kosten für 
die amtliche Verteidigung von Fr. 1'196.05 einschliesslich Mehrwertsteuer 
gehen zu Lasten von X., werden jedoch unter dem Vorbehalt der Rückfor-
derung (Art. 135 Abs. 4 StPO) dem Kanton Graubünden in Rechnung ge-
stellt.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschrie-
benen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimati-
on, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gel-
ten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: