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**Case Identifier:** af11d5e8-0556-5d21-8ba1-743a40c8e10f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2022 200 2021 255
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-255_2022-05-11.pdf

## Full Text

200 21 255 IV bis
200 21 257 IV (3)
MAK/SCC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2022

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 9., 16. und 23. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1992 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals am 14. Oktober 2013 wegen Multipler Sklerose bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leis-
tungen an (Akten der IVB, [act. II] 2). Die IVB veranlasste eine neurologi-
sche und psychiatrische Begutachtung (Gutachten vom 3. Juli 2014 [act. II 
36.1]). Weiter gewährte sie berufliche Massnahmen (act. II 42, 52). Die 
gegen die Verfügung vom 13. April 2015, mit welcher die IVB den Anspruch 
auf eine Rente abgelehnt hatte (act. II 62), erhobene Beschwerde hiess 
das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 26. November 
2015 (IV/2015/419) gut und wies die Sache an die IVB zurück zur weiteren 
Abklärung (act. II 70). Die IVB veranlasste eine neuropsychologische Be-
gutachtung (Gutachten vom 15. April 2016 [act. II 79.1]) und holte Berichte 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 28. September 2016 (act. II 
86) und 22. Juni 2017 (act. II 102) sowie einen Abklärungsbericht …./Er-
werb vom 28. September 2017 (act. II 117) ein. Mit – unangefochten ge-
bliebener – Verfügung vom 22. November 2017 sprach sie der Versicher-
ten ab dem 1. Januar 2015 eine Dreiviertelsrente und ab dem 1. Januar 
2017 eine halbe Rente zu (act. II 120). Nach einer Revision (act. II 130) 
teilte die IVB am 23. Mai 2019 mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf die 
bisherige halbe Rente (act. II 135).

B.

Nach der Geburt des Sohnes C.________ am 2. März 2020 (act. II 138/4) 
holte die IVB im Rahmen einer Revision (act. II 137, 140) einen Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 5. November 2020 ein (act. II 144). 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 145, 150, 152) und 
einer Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 5. März 2021 (act. II 
156) reduzierte die IVB mit Verfügung vom 9. März 2021 per 1. Mai 2021 
die bisherige halbe Rente auf eine Viertelsrente und entzog einer allfälligen 
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (act. II 157). Mit Verfügungen vom 

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16. und 23. März 2021 setzte sie die Höhe der Viertelsrente und der Kin-
derrente für Sohn C.________ fest (act. II 158 f.).

C.

Am 7. April 2021 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde und 
beantragte das Folgende:

Die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 9., 16. und 23. März 2021 
seien aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin die ihr zustehen-
den gesetzlichen Versicherungsleistungen, namentlich eine halbe Rente 
sowie eine halbe Kinderrente für das Kind C.________ zuzusprechen.

Eventualiter: Die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 9., 16. und 
23. März 2021 seien aufzuheben und die Akten seien zur Vornahme weite-
rer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen

Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2021 schloss die IVB auf Abweisung 
der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 9., 16. und 23. März 
2021 (act. II 157 ff.). Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Ren-
tenherabsetzung von einer halben Rente auf eine Viertelsrente ab 1. Mai 
2021.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) in 
Kraft getreten (AS 2021 705). Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich be-
sonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die ange-
fochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 
2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 31. Dezember 2021 gel-
tenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

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oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsren-
te, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig 
sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 
28a Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung). 
In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltli-
chen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil 
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in 
beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 145 V 370 
E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 27bis Abs. 2 
IVV in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung).

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Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit 
richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkom-
men auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln 
(BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich an-
hand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht inva-
lid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV in der bis 31. Dezem-
ber 2021 gültig gewesenen Fassung).

Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV in der bis 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung).

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewese-
nen Fassung).

2.4.1 Tritt die Verwaltung auf das Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sa-
che materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit 
Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren 
hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch 
zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine ren-
tenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, 
und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche mate-
rielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; 
SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-

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dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Ein familiär bedingter Statuswechsel hin zu einer teilzeitlichen Er-
werbstätigkeit gilt seit der am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Verord-
nungsänderung auch bei einer dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes 
für Menschenrechte in Sachen Di Trizio gegen Schweiz (7186/09) vom 
2. Februar 2016 analogen Konstellation als Revisionsgrund (BGE 147 V 
124).

2.4.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

2.4.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 8

2.5 Bei Versicherten, welche die Leistung weder unrechtmässig erwirkt 
noch die Meldepflicht verletzt haben, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhe-
bung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung 
der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 IVV).

3.

3.1 Mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 22. November 
2017 sprach die IVB der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. Januar 
2015 eine auf einem Invaliditätsgrad von 62 % basierende Dreiviertelsrente 
und ab 1. Januar 2017 eine auf einem Invaliditätsgrad von 58 % basieren-
de halbe Rente zu (act. II 120). Massgebende Vergleichszeitpunkte (vgl. 
E. 2.4.4 hiervor) bilden somit die Verfügung vom 22. November 2017 einer-
seits und die nunmehr angefochtenen Verfügungen vom 9., 16. und 
23. März 2021 andererseits. Nicht zu berücksichtigen ist die Mitteilung vom 
23. Mai 2019 (act. II 135), mit welcher der bisherige Rentenanspruch bei 
unverändertem Invaliditätsgrad von 58 % bestätigt wurde, beruht dieses 
Ergebnis doch nicht auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs 
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung (vgl. E. 2.4.4 hiervor).

3.2 Im Zeitpunkt der Verfügung vom 22. November 2017 (act. II 120) 
stufte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 
als Vollerwerbstätige ein, ebenso anlässlich der Rentenrevision im Jahr 
2019. Die Beschwerdeführerin meldete mit Schreiben vom 7. November 
2019 den errechneten Geburtstermin im März 2020 und stellte für die Zeit 
nach dem viermonatigen Mutterschaftsurlaub eine Reduktion ihres Arbeits-
pensums von 60 % auf 40 % in Aussicht (act. II 136). Die Geburt des Soh-
nes C.________ am 2. März 2020 (act. II 138/4) führte somit zu einer 
geänderten familiären Situation. In der Folge ging die Beschwerdegegnerin 
zu Recht von einem geänderten Status und einem Revisionsgrund aus 
(E. 2.4.3 hiervor). Der Rentenanspruch ist somit per März 2020 frei zu prü-
fen (vgl. E. 2.4.5 hiervor).

3.3 Aus medizinischer Sicht steht fest, dass der Beschwerdeführerin die 
Tätigkeit einer … … zu 60 % zumutbar ist (vgl. act. II 102/8, 117/5 Ziff. 5.1). 
Bis zur Schwangerschaft war die Beschwerdeführerin zu 60 % arbeitstätig; 

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sie hätte nach dem Mutterschaftsurlaub auch weiterhin zu 60 % an ihrem 
Arbeitsplatz arbeiten können. Die Kündigung des bisherigen Arbeitsver-
hältnisses und die Aufnahme der Tätigkeit als … … für die … …, mit einem 
Pensum neu von 40 %, erfolgte nach dem Mutterschaftsurlaub. Die Be-
schwerdeführerin gab an, sie hätte am bisherigen Arbeitsplatz weiterhin zu 
60 % arbeiten können, habe aber gewusst, dass dies mit dem Kind zu viel 
werden würde (act. II 144/4 Ziff. 3.2, 3.3). Bezüglich des Gesundheitszu-
standes gab sie gegenüber der Abklärungsfachperson an, sie habe even-
tuell einen neuen Schub gehabt und deshalb eine Cortisonstosstherapie 
erhalten. Ein erneutes MRI war zwar anlässlich der Erhebung noch ausste-
hend. Eine Therapie wurde jedoch nicht mehr durchgeführt (act. II 144/2 
Ziff. 1.1). Neue Arztberichte reichte die Beschwerdeführerin nicht ein. We-
der wird in der Beschwerde geltend gemacht, dass aus medizinischer Sicht 
eine Verschlechterung eingetreten wäre, noch liefern die Akten diesbezüg-
liche Anhaltspunkte. Damit steht die Pensumsreduktion im Zusammenhang 
mit der Betreuung des Kindes.

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 3 IVG in 
der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung). Ob eine versicher-
te Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichter-
werbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Metho-
de der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver-
gleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei 
im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche 
Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Entscheidend ist 
nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im 
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum 
sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2020 
IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 10

Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen ent-
scheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war 
oder nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb-
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf-
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück-
sichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi-
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu wür-
digen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV 
Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

4.2 Die Beschwerdegegnerin ging von einem Status von 60 % Erwerbs-
tätigkeit und 40 % Haushalt aus (act. II 157). Im Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 5. November 2020 (act. II 144) führte die Abklärungsfach-
person aus, die Beschwerdeführerin denke, sie würde bei guter Gesundheit 
mit dem Kind wohl jetzt etwa 60 % arbeiten. Wenn sie nicht erkrankt wäre, 
hätte sie … studiert und wäre …. Sie hätte auch ein entsprechendes Ein-
kommen, eventuell würde sie auch 80 % arbeiten. Oder 100 % und der 
Ehemann wäre zu Hause. Familienmodelltechnisch seien sie offen. Der 
Ehemann trete eine neue Stelle als …. im …. an, weiterhin zu 100 %, neu 
aber ganz in der Nähe des Wohnorts. Finanziell würde es ausreichen. Die 
Mutter der Beschwerdeführerin hüte das Kind beide Tage, wenn sie arbei-
te. Ihre Mutter sei selber auch noch berufstätig. Mehr als die zwei Tage 
könne sie daher nicht hüten. Wenn die Mutter mal nicht mehr hüten könnte, 
wüssten sie nicht, ob sie sich eine Kita leisten könnten bzw. ob es rentieren 
würde. Bei den meisten Kitas müsse man das Kind mindestens 1.5 Tage 
die Woche abgeben. Eine Option wäre noch die Schwägerin, sie erwarte 
das …. Kind und sei sowieso daheim. Wahrscheinlich würden sie für einen 
weiteren Tag Kinderbetreuung die Schwägerin anfragen oder eine Tages-
mutter engagieren (act. II 144/5). 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort 
S. 2 Ziff. 5) ist bezüglich der Einschätzung, die Beschwerdeführerin würde 
als Gesunde zu 60 % erwerbstätig sein, nicht von einer "Aussage der ers-
ten Stunde" auszugehen, erwähnte die Beschwerdeführerin doch bereits 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 11

anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 30. Oktober 2020 diverse mögli-
che Pensen. In der Beschwerde machte sie geltend, die hypothetische 
Ausbildung im Gesundheitsfall sei nicht berücksichtigt worden. Sie hätte 
das Studium der … abgeschlossen und danach als … gearbeitet sowie 
einen entsprechenden Lohn bezogen. Sie erklärte ferner, häufig treffe man 
in solchen "Akademikerkarrieren" Arbeitspensen von beiden Eltern von je 
80 % an; sie machte ausserdem geltend, sie wäre "familienmodelltech-
nisch" offen.

Zwar ist nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde 
mit dem Kind zu 80 % arbeitstätig wäre, dies ist jedoch nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit erstellt. Ebenso massgeblich für die Beurteilung 
dieser Frage ist die allgemeine Lebenserfahrung, die sich in den Statistiken 
spiegelt. Sie belegen, dass die Geburt eines ersten Kindes in der Regel zu 
einer deutlichen Reduktion des Arbeitspensums der Mütter führt. Auf die 
berufliche Situation der Väter hat die Ankunft eines Kindes im Haushalt 
hingegen keinen bedeutenden Einfluss (vgl. BLÄUER HERRMANN/MURIER, 
Mütter auf dem Arbeitsmarkt, Zusammenfassung, BFS Aktuell, [Hrsg.] 
Bundesamt für Statistik, 2016; www.statistik.ch). Dieses Muster zeigt sich 
denn auch im vorliegenden Fall: Denkbar wäre gewesen, dass die Be-
schwerdeführerin ihr bisheriges ausserhäusliches Erwerbspensum von 
60 % beibehalten, während der Ehemann sein Pensum um 20 % reduziert 
hätte, um mehr Betreuungsaufgaben übernehmen zu können. Dies ist je-
doch – trotz der grundsätzlichen Offenheit für unterschiedliche Familien-
modelle – nicht erfolgt. Die Beschwerdeführerin hat ihr eigenes Pensum – 
nicht invaliditätsbedingt (E. 3.3 hiervor) – reduziert und ihr Ehemann arbei-
tet als …. zu 100 % in einem …. in der Nähe des Wohnortes. Auch dieser 
Umstand gibt einen klaren Hinweis auf die hypothetische Aufgabenteilung 
im Gesundheitsfall. Dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich willig ist, 
sich im Berufsleben einzusetzen, wie sie betont (Beschwerde S. 8), wird 
damit nicht in Abrede gestellt.

Der Beschwerdeführerin ist auch insofern nicht zu folgen, als sie geltend 
macht, im Fall eines Erwerbspensums von 80 % würde sich die benötigte 
Fremdbetreuung nicht erhöhen (Beschwerde S. 8). Dieser Aspekt ist 
durchaus zu prüfen. Die entscheidende Frage, wie die ausserfamiliäre Kin-

http://www.statistik.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 12

derbetreuung aussähe, müsste sie für mehr als zwei Tage pro Woche gesi-
chert sein, vermochte die Beschwerdeführerin nur vage zu beantworten. 
Ihre Mutter ist selbst erwerbstätig und kann ihr Enkelkind während höchs-
tens zwei Tagen pro Woche betreuen. Eine hälftige Teilung der Kinderbe-
treuung durch die Ehegatten (Beschwerde S. 8), hätte einen Status der 
Beschwerdeführerin im Erwerb von 50 % zur Folge, wovon nicht auszuge-
hen ist. Eine (allenfalls nebst der Mutter zusätzliche) Betreuung in einer 
Kita scheint eher unwahrscheinlich, da die Beschwerdeführerin nicht mehr 
als einen Tag pro Woche zusätzliche Betreuung benötigen würde und – wie 
sie selber vorbringt – in den meisten Kitas eineinhalb Tage Betreuung das 
Minimum sei (vgl. act. II 144/5 Ziff. 3.4). Eine Betreuung durch die Kita ist 
zudem – vergleicht man die Kosten mit dem (allenfalls) generierten höhe-
ren Einkommen – finanziell eher unattraktiv (sie wisse nicht, "ob es rentie-
ren würde", was angesichts der in der Regel einkommensabhängigen Tari-
fe auch im hypothetischen Fall der … gelten würde). Ebenso wenig über-
zeugt das Argument, eine Option sei die Schwägerin, denn es ist nicht ge-
sichert, dass diese bereit wäre, zusätzlich zu ihren …. eigenen Kindern, 
darunter ein Neugeborenes, ein weiteres Baby bzw. Kleinkind zu betreuen. 
Ferner ist die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin nicht derart an-
gespannt, dass eine Erwerbstätigkeit im Umfang von mehr als 60 % im 
Gesundheitsfall naheliegend erscheint. 

Zusammenfassend steht fest, dass der von der Beschwerdegegnerin an-
genommene Status von 60 % Erwerbstätigkeit und 40 % Tätigkeit im 
Haushalt nicht zu beanstanden ist. Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad 
nach der gemischten Methode zu ermitteln (vgl. E. 2.3 hiervor).

5.

5.1

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 13

passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statisti-
sche Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-
nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV 
Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.1.2 Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als Gesun-
de ein … absolviert hätte (vgl. act. II 117/4, 144/5). Die Beschwerdegegne-
rin ermittelte das Valideneinkommen gestützt auf die LSE 2018, Tabelle 
T17, Ziff. 22 (… und … …), Frauen, Total, von Fr. 7'498.--, was nicht zu 
beanstanden ist. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 
von 41.6 Stunden pro Woche (Betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 86 [Gesundheitswesen], 2018), aufge-
rechnet auf ein Jahr und indexiert auf das Jahr 2020 (Nominallohnindex, 
Frauen, 2016-2020, Ziff. 86-88 […, … und …], 2018: 101.3; 2020: 103.3) 
ergibt dies ein Valideneinkommen von Fr. 95'422.50 (Fr. 7'498.-- / 40 x 41.6 
x 12 / 101.3 x 103.3).

5.2

5.2.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne der LSE herangezogen werden 
(BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2).

5.2.2 Die Beschwerdeführerin ist seit dem 6. Juli 2020 als …. in einem 
Pensum von 40 % tätig (act. II 144/4 Ziff. 3.2); zumutbar wäre ihr ein Pen-
sum von 60 % (act. II 144/6 Ziff. 5.1). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 14

dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen nicht auf dem ef-
fektiven Einkommen berechnete, sondern gestützt auf die LSE 2018 ermit-
telte. Gemäss Tabelle TA1, Ziff. 86 (…), Frauen, Kompetenzniveau 2, von 
Fr. 5'170.--, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 
41.6 Stunden pro Woche (Betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 86 [Gesundheitswesen], 2018), aufgerechnet 
auf ein Jahr und indexiert auf das Jahr 2020 (Nominallohnindex, Frauen, 
2016-2020, Ziff. 86-88 […, … und …], 2018: 101.3; 2020: 103.3) sowie 
unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 60 % ergibt dies ein hypo-
thetisches Invalideneinkommen von Fr. 39'477.30 (Fr. 5'170.-- / 40 x 41.6 x 
12 / 101.3 x 103.3 x 0.6).

5.3 Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von 
Fr. 95'422.50 und des Invalideneinkommens von Fr. 39'477.30 resultiert 
eine Einbusse von Fr. 55'945.20 und damit ein Invaliditätsgrad von 58.62 % 
(Fr. 55'945.20 / Fr. 95'422.50 x 100) und bei einem Status im Erwerb von 
60 % gewichtet von 35.17 % (58.62 / 100 x 60).

6.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 15

als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Anlässlich der Erhebung vom 30. Oktober 2020 ermittelte die Ab-
klärungsfachperson anhand des Betätigungsvergleichs eine Einschränkung 
von 20 %, was bei einem Status im Haushalt von 40 % einen gewichteten 
Invaliditätsgrad von 8 % ergibt. 

Was die Beschwerdeführerin hiergegeben einwendet (Beschwerde S. 9 ff.), 
vermag nicht zu überzeugen. Die Beschwerdegegnerin hat korrekterweise 
die den Familienangehörigen obliegende Schadenminderungspflicht 
(BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5) bei der 
Bemessung der Höhe der Einschränkungen im Aufgabenbereich berück-
sichtigt. Der diesbezüglich angerechnete Umfang der zumutbaren Mithilfe 
erscheint sachgerecht. Insbesondere ist zu beachten, dass der vollzeitbe-
schäftigte Ehemann der Beschwerdeführerin auch bei guter Gesundheit 
seiner Ehefrau – die in diesem Fall im Umfang von 60 % erwerbstätig wäre 
– einen Teil der Hausarbeit übernehmen müsste (vgl. die dahingehenden 
Ausführungen der Beschwerdegegnerin [act. II 156/5]). Im Krankheitsfall 
geht die zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen zudem weiter als der 
übliche Umfang. 

Was die Aufgabenteilung im Einzelnen angeht, erledigt die Beschwerdefüh-
rerin gemäss Abklärungsbericht immer noch viele Haushaltsaufgaben allei-
ne. Bezüglich des Bereichs "Ernährung" sind die Angaben bei der Erhe-
bung berücksichtigt worden, es wurde eine durchschnittliche Erledigung im 
Bereich Kochen berücksichtigt, d.h. die Beschwerdegegnerin hat berück-
sichtigt, dass die Beschwerdeführerin manchmal zu müde ist. Die Kinder-
betreuung in der Nacht, die vom Ehemann übernommen wird, fällt nur spo-
radisch an, zumal angegeben wurde, das Kind schlafe in der Regel durch. 
Der Ehemann führt ausschliesslich den Grosseinkauf durch, nimmt die Bö-
den auf, wechselt die Bettwäsche, nimmt die alltägliche Reinigung der 
Küche vor und versorgt die Wäsche. Den Rest erledigen die Eheleute ge-
meinsam bzw. sie teilen sich die Aufgaben. Eine unverhältnismässige Be-
lastung des Ehemanns lässt sich – anders als in der Beschwerde vorge-
bracht wird – aus den vor Ort erhobenen Angaben nicht ableiten. Der Ab-
klärungsbericht ist beweiskräftig; klar feststellbare Fehleinschätzungen lie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 16

gen nicht vor. Insgesamt ergibt sich keine Veranlassung, in das Ermessen 
der Abklärungsperson einzugreifen.

6.3 Bei einem Invaliditätsgrad im Erwerb von 35.17 % und einem Invali-
ditätsgrad im Haushalt von 8 % resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von 
gerundet 43 %. Damit hat die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2021 (vgl. 
E. 2.5 hiervor) Anspruch auf eine Viertelsrente (act. II 157). Bezüglich der 
Berechnung der Rentenhöhe (act. II 158 f.) erhebt die Beschwerdeführerin 
keine Einwände. Die angefochtenen Verfügungen vom 9., 16. und 23. März 
2021 sind somit nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.

7. 

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/21/255, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.