# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87080268-5e60-5282-bcc0-4c6e8f859451
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.12.2011 D-3555/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3555-2008_2011-12-15.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3555/2008
law/joc/sps

U r t e i l   v om   1 5 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Fulvio Haefeli, 
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

Parteien A._______ geboren am (…),
Sri Lanka,  
vertreten durch lic. iur. Claudia Tamuk, Caritas Schweiz,
Abteilung Anwaltschaft, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Mai 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Tamile und Hindu, verliess seinen 
Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 3. Oktober 2006 und reiste am 
24. November  2006  in  die  Schweiz  ein,  wo  er  am  gleichen  Tag  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Kreuzlingen  um  Asyl 
nachsuchte. Dort wurde er am 5. Dezember 2006 zu seiner Person, zum 
Reiseweg  und  summarisch  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  seines 
Heimatlandes  befragt.  Am  15. Januar  2007  hörte  ihn  die  zuständige 
kantonale Behörde einlässlich zu den Asylgründen an. 

Im  Rahmen  dieser  Anhörungen  gab  er  zur  Begründung  seines 
Asylgesuches  hauptsächlich  zu  Protokoll,  er  sei  in  B._______ 
(Nordprovinz)  geboren  und  in C._______  bei D._______  aufgewachsen 
und habe dort bis Ende Mai 2004 gewohnt. Danach habe er bis August 
2004  in  E._______  und  von  August  2004  bis  am  9. Juli  2006  in 
F._______, Bezirk G._______, und schliesslich bis zur seiner Ausreise im 
Oktober 2006 in H._______ gelebt. In Sri Lanka habe er von 1998 bis Juli 
2006  die  LTTE  (Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam;  Rebellengruppe 
Befreiungstiger von Tamil Eelam, "Tamil Tigers") unterstützt, indem er an 
deren Mitglieder Waffen  geliefert  habe.  Am  11.  September  2001  sei  er 
unterwegs  nach  B._______  gewesen,  um  ein  LTTE­Mitglied  zu  treffen, 
als eine Bombe explodiert sei. Bei seiner Rückkehr nach C._______ sei 
er  verhaftet  und  ins  Camp  der  sri­lankischen  Armee  in  I._______ 
verbracht worden. Dort habe man ihn zirka zwei Monate lang gefoltert. Er 
sei mit Sand gefüllten Plastikröhren geschlagen worden. Man habe  ihm 
die  Hände  auf  dem  Rücken  zusammengebunden  und  er  sei  an  den 
Füssen  aufgehängt  und  sein  Kopf  sei  unter  Wasser  getaucht  worden. 
Auch habe er den Rauch von verbranntem Chilipulver einatmen müssen. 
Während sie geschlafen hätten, seien sie zudem mit den Füssen getreten 
worden.  Sechs  Monate  später,  nach  dem  Friedensabkommen  im  März 
2002,  sei  er  freigelassen  worden.  Danach  habe  er  bis  im  Jahre  2004 
Kinder der 5. und 6. Klasse in C._______ in Englisch unterrichtet und die 
LTTE weiterhin unterstützt. Diese habe ihn aufgefordert, nach K._______ 
zu gehen und dort ein Training zu absolvieren. Ende Mai 2004 habe er 
dies  getan  und  habe  dabei  die  singhalesische Sprache  lernen müssen. 
Ein  Mann  der  LTTE  namens  I._______  habe  ihm  in  E._______  die 
Personalien  von  vier  Personen  samt  Passbildern  gegeben.  Mit  diesen 
Passbildern sei er mit zwei Männern, L._______ und M._______, anfangs 
August  2004  nach G._______  gereist,  wo  sie  von  einem  LTTE­Mitglied 

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empfangen und nach F._______ gebracht worden seien. Dort hätten zwei 
weitere Männer gewartet. Ein Vorgesetzter namens N._______ habe sie 
informiert, wann die Waffen eintreffen würden. Diese seien an der Küste 
von  G._______  eingetroffen  und  sie  hätten  die  Waffen  an  diese  vier 
Personen,  deren  Rufnamen  O._______,  P._______,  Q._______  und 
S._______ gewesen seien, liefern müssen. Diese Tätigkeit habe er etwa 
zwei Jahre lang, bis Ende Juni 2006, in G._______ ausgeübt, weshalb er 
auch  im Besitz einer  Identitätskarte aus G._______ gewesen sei. Dabei 
hätten sie durchschnittlich vier Mal im Monat an erwähnte vier Personen 
Waffen geliefert.  Im Weiteren erklärte der Beschwerdeführer,  im Auftrag 
von N._______ am 2. Juli  2006 mit  L._______ nach R._______  in  eine 
Lodge gegangen zu sein, um Geld zu holen. Sie hätten geplant, dass sie 
am  nächsten  Tag  um  fünf  Uhr morgens  nach  F._______  zurückkehren 
würden.  Um  halb  vier  Uhr  morgens  hätten  sie  von  N._______  die 
Nachricht erhalten, dass ein Boot erwischt worden sei und sie nicht nach 
F._______ reisen müssten, sondern zu einem anderen Ort. Daher seien 
sie  um sechs Uhr  nach U._______ gereist. N._______ und ein  anderer 
Mann namens V._______ seien dorthin gekommen. Diese hätten erzählt, 
nicht genau zu wissen, was in G._______ passiert sei, überall sei jedoch 
Polizei  präsent  gewesen.  Das  Boot  sei  am  3. Juli  2006  in  G._______ 
beschlagnahmt  worden.  Darauf  hätten  sich  zwei  Personen  der  LTTE 
befunden.  Diese  seien  befragt  und  geschlagen  worden  und  hätten  ihre 
Namen verraten, weshalb er und andere durch die Armee in W._______ 
und  G._______  gesucht  worden  seien.  Von  K._______  aus  seien  sie 
informiert  worden,  sofort  zurückzukehren.  Sie  seien  jedoch  nicht  sofort 
zurückgekehrt.  Am  Vormittag  des  4.  Juli  2006  habe  der 
Beschwerdeführer  einen  Anruf  von  seiner  Mutter  aus  C._______ 
erhalten,  die  ihm  erzählt  habe,  Soldaten  der  Armee  seien  zu  Hause 
gewesen  und  hätten  nach  seinem  Aufenthaltsort  gefragt.  Sie  habe 
geantwortet,  dass  er  sich  im  Ausland  befinden  würde.  Dann  hätten  sie 
seine  Geschwister  verhört.  Am  9.  Juli  2006  hätten  sie  sich  nach 
K._______  begeben  und  in  den  nächsten  beiden  Tagen  seien  sie  von 
einem  LTTE­Mann  namens  X._______  getrennt  befragt  worden.  Er, 
L._______  und  V._______  seien  verdächtigt  worden,  der  Armee 
Informationen über das Boot geliefert zu haben. Er habe die Frage, ob er 
Waffen schmuggeln würde, verneint. Damals sei er krank gewesen. Dann 
seien  sie  gezwungen  worden,  ein  Kampftraining  zu  absolvieren.  Da  er 
von der Armee gesucht worden sei, habe er keine andere Wahl gehabt 
und  zugesagt.  Die  beiden  anderen  seien  mitgenommen  und  nach 
Y._______ gebracht worden. Er hingegen habe wegen seiner Krankheit 
im Haus  von  Z._______  in  der  Nähe  des  LTTE­Camps  bleiben  dürfen. 

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Am  11. Juli  2006  hätte  er  eigentlich  offiziell  Mitglied  der  LTTE  werden 
sollen. Da  er  jedoch  das Training  aufgrund  seiner Krankheit  nicht  habe 
absolvieren  können,  sei  es  nicht  zum  Beitritt  gekommen.  Am  21. Juli 
2006  sei  er  nach  H._______  geflüchtet,  wo  er  sich  bis  am  2. Oktober 
2006 aufgehalten habe. Dann sei er nach Colombo gereist und von dort 
aus am 3. Oktober 2006 auf dem Luftweg nach AA._______ und danach 
mittels  eines  indischen Reisepasses  via BB._______ nach CC._______ 
gelangt. Am 24. November 2006 sei er  schliesslich mit  dem Auto  in die 
Schweiz  gereist.  Da  er  geflüchtet  sei,  würde  er  von  der  LTTE  gesucht. 
Diese  würde  davon  ausgehen,  dass  er  Waffen  geschmuggelt  habe. 
Ausserdem würde sie annehmen, dass er der Armee Informationen über 
den  Waffenschmuggel  geliefert  habe.  Im  Weiteren  gab  der 
Beschwerdeführer  zu  Protokoll,  vom  14. Juli  bis  am  26. Juli  2005  im 
Auftrag von N._______ in AA._______ gewesen zu sein, wo er eine Akte 
habe abholen müssen. 

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Identitätskarte, ausgestellt am 29. August 1997, und ein Foto, auf dem er 
mit dem damaligen Chef der LTTE­(…) zu sehen sei, zu den Akten. 

B. 
Mit  Verfügung  vom  2. Mai  2008  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 
Asylgesuch  vom  24. November  2006  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die 
Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung 
an. 

Zur Begründung seines Entscheid führte das BFM im Wesentlichen aus, 
die Vorbringen des Beschwerdeführers seien als nicht glaubhaft im Sinne 
von  Art. 7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  zu 
erachten.  Insbesondere seien die Beschreibung des Beschwerdeführers 
seiner  Tätigkeiten  für  die  LTTE  sowie  auch  seine  Erlebnisse  im  LTTE­
Lager  sehr  allgemein  gehalten  und  substanzarm  ausgefallen.  Ebenso 
verhalte  es  sich mit  der  angeblich  erfolgten  Flucht  aus  dem Kreise  der 
LTTE  oder  jener  aus  seinem  Heimatland.  Dass  der  Beschwerdeführer 
mittels  Hilfe  eines  Essenlieferanten  habe  flüchten  können,  sei  nicht 
nachvollziehbar.  Auch  würden  sich  Unstimmigkeiten  über  seinen 
angeblichen Beitritt zur LTTE und der in dieser Organisation ausgeübten 
Funktion sowie zum Ort der jeweiligen Waffenlieferungen und zu seinem 
Aufenthaltsort vor seiner Flucht aus der LTTE ergeben. Unterschiedliche 

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Darstellungen würden auch hinsichtlich des Fluchtgrundes vor der LTTE 
vorliegen. 

C. 
Gegen  diese  Verfügung  liess  der  Beschwerdeführer  mittels  Eingabe 
seiner  Rechtsvertreterin  vom  30. Mai  2008  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  der 
Entscheid des BFM vom 2. Mai 2008 sei aufzuheben und es sei ihm Asyl 
zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit und die Unzumutbarkeit 
des Vollzuges der Wegweisung festzustellen und ihm als Folge davon die 
vorläufige Aufnahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess 
der  Beschwerdeführer  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege 
und Rechtsverbeiständung ersuchen. 

In  der  Beschwerde  wird  im  Wesentlichen  geltend  gemacht,  der 
Beschwerdeführer habe seine Erlebnisse sehr detailliert geschildert. Zur 
Art  und Weise  der  Befragung  durch  die  LTTE  und  seiner  Flucht  sei  er 
nicht näher befragt worden. Er habe die LTTE seit 1998 auf verschiedene 
Weise  unterstützt,  indem  er  Hilfsgüter,  Esswaren  und  Kleider  an 
geflüchtete  LTTE­Mitglieder  verteilt  habe.   Dabei  habe  er  auch  Leute 
rekrutiert, welche anschliessend ebenfalls Hilfeleistungen erbracht hätten. 
2004 habe er ein Training  in K._______ absolviert und sei dort auch für 
grössere  Einsätze  wie  der  von  ihm  genannte  Waffenhandel  geschult 
worden.  Zuvor  habe  er  bereits  in  C._______  am  Waffenhandel 
teilgenommen  und  diesen  dann  in  G._______  fortgesetzt,  wo  er 
stationiert  gewesen  sei.  Die Waffenpakete  der  LTTE  seien  strengstens 
geheim gewesen und daher in G._______ nie geöffnet worden, da dieses 
in  jener  Zeit  durch  die  Armee  kontrolliert  worden  sei.  Daher  habe  er 
lediglich die Befehle  seiner Vorgesetzten befolgt  und  sich nicht  um den 
genauen  Inhalt  der Pakete gekümmert. Er habe  lediglich gewusst, dass 
es  sich um Waffen gehandelt  habe. Das LTTE­Mitglied,  das der Armee 
seinen  Namen  verraten  habe,  sei  in  der  gleichen  Gegend  wie  er 
aufgewachsen. Daher habe dieses seinen Namen gekannt. Innerhalb der 
LTTE  seien  ansonsten  nur  Decknamen  oder  ein  Teil  des  Namens 
verwendet  worden.  Einzig  die  obersten  Mitglieder  der  LTTE  hätten  die 
wirklichen  Namen  gekannt.  Er  habe  den  Essenslieferanten  sehr  gut 
gekannt,  da  sie  2004  zusammen  in  K._______  gewesen  seien,  wo  sie 
gemeinsam  Singhalesisch  gelernt  hätten.  Er  sei  nicht  vom  Camp  aus, 
sondern vom Haus von Herrn Z._______ aus geflüchtet. Nicht nur wegen 
des  Verdachtes  der  LTTE,  mit  der  Armee  kollaboriert  zu  haben,  sei  er 
geflüchtet,  sondern  auch  da  er  befürchtet  habe,  in  den  bewaffneten 

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Kampf  geschickt  zu  werden.  Denn  er  hätte  in  K._______  ein 
Kampftraining  absolvieren  müssen.  Seit  der  sri­lankischen  Armee  der 
Waffenschmuggel bekannt geworden sei, werde er durch diese gesucht. 
Ob  er  Mitglied  der  LTTE  gewesen  sei  oder  diese  aber  in  erheblichem 
Masse  unterstützt  habe,  sei  letztlich  irrelevant.  In  G._______  habe  er 
über  eine  Mitgliedsbestätigung  verfügt,  ein  offizieller  Beitritt  habe 
ansonsten  nicht  stattgefunden.  Im Weiteren  habe  er  Colombo mit  Hilfe 
eines  Schleppers,  der  ihn  an  den  Kontrollen  vorbeigeschleust  habe, 
verlassen.  Unter  Bezugnahme  auf  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­2775/2007  vom  14. Februar  2008  wird 
ferner  ausgeführt,  als  Tamile  sei  der  Beschwerdeführer  generell 
gefährdet,  von  den  staatlichen  Sicherheitsbehörden  willkürlich  verhaftet 
und  auf  unbestimmte  Zeit  festgehalten  zu  werden.  Auf  dem  beim  BFM 
eingereichten  Foto,  welches  während  seines  Trainingsaufenthalts  in 
K._______ gemacht worden sei, sei in der Mitte I._______, der Chef der 
(…)  zu  sehen.  Rechts  davon  befinde  sich  DD._______,  der  Mann,  der 
aus der gleichen Gegend stamme und ihn verraten habe. Neben diesem 
stehe seine Mutter, die zu Besuch gekommen sei. Der Mann ganz  links 
sei sein Vater und daneben sei der Beschwerdeführer und sein Kollege 
L._______  abgebildet. Dieses Foto  beweise,  dass  er mit  dem Chef  der 
(…)  der  LTTE  Kontakt  gehabt  habe.  Im  Weiteren  gelte  es  zu 
berücksichtigen, dass in allen Gebieten Sri Lankas eine Lage allgemeiner 
Gewalt  herrsche,  da  dort  ein  Bürgerkrieg  tobe  und  gemäss  erwähntem 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  eine  Rückkehr  nach  C._______ 
nicht zumutbar sei. Zudem habe er nicht eine in G._______, sondern eine 
in C._______ ausgestellte Identitätskarte abgegeben. In G._______ habe 
er eine gefälschte, auf den Namen EE._______ lautende, Identitätskarte 
verwendet. Dort  verfüge er über kein Beziehungsnetz mehr, da er nach 
seiner  Flucht  nicht  mehr  von  seinen  Beziehungen  zur  LTTE  profitieren 
könne.

D. 
Mit Verfügung vom 12. Juni 2008 hiess der zuständige Instruktionsrichter 
des  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  gut  und  verzichtete  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG 
wies er hingegen ab.

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E. 
Mit  Vernehmlassung  vom  26.Juni  2008  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Dabei  hielt  es  fest,  dass  der 
Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  vorinstanzlichen  Anhörungen  nie 
geltend  gemacht  habe,  in  G._______  über  eine  von  der  LTTE 
organisierte, auf einen anderen Namen lautende Identitätskarte verfügt zu 
haben. Zudem habe er in der Erstbefragung dargelegt, dass sein Vater in 
G._______  einem  Herzschlag  erlegen  sei,  was  eine  gewisse  Nähe  zu 
diesem Ort aufscheinen lasse. Im Übrigen habe er an der Erstbefragung 
nicht erklärt, mit Hilfe eines Schleppers von Colombo aus das Heimatland 
verlassen  zu  haben.  Das  von  ihm  eingereichte  Foto  sei  sodann  nicht 
aussagekräftig,  da  es  unwahrscheinlich  erscheine,  dass  sich,  bekannte, 
gesuchte,  hohe  Funktionäre  der  LTTE  an  einem  identifizierbaren  Ort 
ablichten lassen würden. 

F. 
Mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom  11. Juli  2008  liess  der 
Beschwerdeführer  eine  Replik  einreichen,  wobei  er  im  Wesentlichen 
entgegnete,  er  sei  nicht  genauer  zu  seiner  Identitätskarte  in G._______ 
befragt worden, weshalb er  dazu auch  keine Details  erwähnt  habe. Die 
Familie  habe  keinen  Bezug  zu  G._______  gehabt,  da  der  Vater  dort 
lediglich  zweimal  zu  Besuch  gewesen  sei,  wobei  er  beim  zweiten  Mal 
einen  Herzschlag  erlitten  habe.  Er  sei  durch  zwei  Schlepper  begleitet 
worden, der erste habe  ihn durch die Kontrollen  in Colombo geschleust 
und  der  zweite  habe  ihn  nach  AA._______  begleitet.  Das  Foto  mit 
I._______  sei  aufgrund  des  grossen Vertrauens  zum Beschwerdeführer 
ausnahmsweise gemacht worden. 

G. 
Mit  Schreiben  vom  30. April  2009  reichte  die  Rechtsvertreterin  namens 
des  Beschwerdeführers  ein  Schreiben  von  DD._______,  einem 
Parlamentsmitglied  in  K._______  zu  den  Akten,  indem  bestätigt  werde, 
dass dieser den Beschwerdeführer kenne und ihm bekannt sei, dass er in 
Sri Lanka bedroht werde. 

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  15.  November  2011  forderte  der 
Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Beschwerdeführer 
auf, bis zum 30. November 2011 eine weiterhin bestehende prozessuale 
Bedürftigkeit zu belegen. 

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I. 
Mittels  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom  23.  November  2011  teilte 
der  Beschwerdeführer  dem  Bundesverwaltungsgericht  mit,  dass  er 
abgesehen von kleineren Unterbrüchen seit längerer Zeit berufstätig und 
derzeit  zu  100%  in  einem  Restaurantbetrieb  angestellt  sei.  Ausserdem 
hielt  er  fest,  trotz  Beendigung  des  Bürgerkrieges  sei  seine 
Verfolgungssituation weiterhin aktuell. Seit er sein Heimatland verlassen 
habe,  hätten  Angehörige  des  CID  (Criminal  Investigation  Department) 
sich  mehrmals  bei  seiner  Familie  nach  seinem  Verbleiben  erkundigt. 
Seine  Brüder,  die  wie  er  die  LTTE  unterstützt  hätten,  seien  mehrmals 
mitgenommen,  befragt  und  gefoltert  worden.  Wegen  der  starken 
Bedrohungssituation  hätten  inzwischen  alle  drei  Brüder  Sri  Lanka 
verlassen.  Einer  habe  sich  vor  drei  Jahren  nach  EE._______  begeben 
und sei dort als Flüchtling anerkannt worden. Einer sei vor ungefähr zwei 
Jahren nach FF._______ geflohen und  lebe dort  als Asylbewerber. Der 
Dritte habe Sri Lanka vor zwei Wochen mit seiner Familie verlassen und 
sei nach GG._______ gereist. In C._______ lebe nur noch die Mutter. Sie 
sei aufgrund ihres Alters und Geschlechts in Ruhe gelassen worden. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es 
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend 
– endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG;  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochten  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 

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(Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten. 

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

3.2. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft  ist die 
Frage nach der  im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder 
begründeten  Furcht  vor  einer  solchen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des 
Asylentscheides  ist  jedoch  im  Rahmen  der  Prüfung  nach  der  Aktualität 
der  Verfolgungsfurcht  ebenfalls  wesentlich.  Veränderungen  der 
objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid 
sind  deshalb  zugunsten  und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden 
Person  zu  berücksichtigen  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.4  S. 38 f.; 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 2 E. 8a S. 20; WALTER STÖCKLI, 
Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 
2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 

3.3.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 

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AsylG).  Grundsätzlich  sind  die  Vorbringen  eines  Gesuchstellers  dann 
glaubhaft,  wenn  sie  genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig  und 
plausibel sind; sie dürfen sich nicht  in vagen Schilderungen erschöpfen, 
in  wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren 
Logik  entbehren  und  auch  nicht  den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen 
Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  die  gesuchstellende 
Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht 
der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf  gefälschte  oder  verfälschte 
Beweismittel  abstützt,  aber  auch  dann,  wenn  sie  wichtige  Tatsachen 
unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens 
Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt, 
mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung 
verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im  Gegensatz  zum 
strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum 
für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 
Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden 
sprechen,  überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte 
Sichtweise abzustellen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

3.4.  Infolge  des  in  Sri  Lanka  im Mai  2009  beendeten Bürgerkriegs  und 
der  seither  massgeblich  verbesserten  Sicherheitslage  (vgl.  dazu 
nachstehend  E. 3.6)  ist  aus  heutiger  Sicht  zwar  auszuschliessen,  dass 
der Beschwerdeführer wie von ihm geltend gemacht, bei einer Rückkehr 
Verfolgungsmassnahmen  durch  die  LTTE  zu  gewärtigen  hätte,  da  die 
LTTE  im gesamten Staatsgebiet  von Sri  Lanka  zerschlagen worden  ist. 
Eine  Glaubhaftigkeitsprüfung  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
drängt sich indessen auf, da – wie unter E. 3.6 nachstehend aufgezeigt – 
allfällige  und  wie  vorliegend  vom  Beschwerdeführer  angegebene 
Kontakte  zur  LTTE  respektive  zu  einem  Kadermitglied  der  LTTE  auch 
nach  Beendigung  des  Bürgerkriegs  in  flüchtlingsrechtlicher  Hinsicht 
asylrechtlich relevant sein können. 

3.5. 
3.5.1. Übereinstimmend mit  dem BFM  ist  vorweg  festzuhalten,  dass die 
Vorbringen des Beschwerdeführers unsubstanziiert, widersprüchlich und 
nicht  nachvollziehbar  sind.  Er  vermochte  weder  seinen  Aufenthalt  im 
Trainingslager  der  LTTE  im  Jahre  2006  noch  die  konkreten  Umstände 
oder den Inhalt der Befragung durch das LTTE­Mitglied X._______ oder 
seine  anschliessende  Flucht  aus  dem  Lager  der  LTTE  näher  zu 
beschreiben.  Seine  Vorbringen,  wonach  er  wegen  des  Verdachtes  der 

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Weitergabe  von  Informationen  an  die  Armee  hinsichtlich  der 
Waffenlieferungen am 10. und 11. Juli 2006 befragt worden sei (vgl. act. 
A1/12 S. 6, A16/18 S. 6), sind wenig detailreich ausgefallen, ebenso wie 
die Beschreibung, er habe aus dem Haus respektive dem Camp flüchten 
können, da er einem Mann namens HH._______, der das Essen geliefert 
habe,  von  seinen  Problemen  erzählt  habe  und  dieser  ihn  dann  mittels 
Passierschein  seines  Sohnes  nach H._______  gebracht  habe  (vgl.  act. 
A1/12  S.  7,  A16/18  S. 10).  Der  Beschwerdeführer  verstrickt  sich 
diesbezüglich  zugleich  in Widersprüche.  Einmal  legte  er  dar,  er  sei  am 
21. Juli  2006  aus  einem Haus  in  der Nähe  des Camps,  in  dem er  sich 
wegen seiner Krankheit aufgehalten habe, mit dem Bus nach H._______ 
geflüchtet  (vgl.  act. A1/17 S. 7),  an anderer Stelle erklärte er  jedoch, er 
sei  aus  dem  Camp,  in  dem  er  wegen  seiner  Krankheit  geblieben  sei, 
geflüchtet (vgl. act. A16/18 S. 6 und S. 10 f.). Als Grund für seine Flucht 
gab  er  zudem  zunächst  an,  er  sei  wegen  des  Verdachtes  der 
Kollaboration mit der Armee vor der LTTE geflüchtet (vgl. act. A1/12 S. 6, 
act. A16/18 S. 6), währendem er später ausführte, er habe nicht kämpfen 
wollen  und  sei  deshalb  geflüchtet  (vgl.  act.  A16/18  S. 10).  Im Weiteren 
leuchtet  nicht  ein,  weshalb  dem  Beschwerdeführer  trotz  bestehendem 
Kollaborationsverdachtes  die Flucht  aus einem Lager  der  LTTE,  einer – 
wie  das  BFM  zu  Recht  festhält  –  rigoros  operierenden  Organisation, 
lediglich  mittels  Hilfe  eines  Essenlieferanten  respektive  eines 
Passierscheins  dessen  Sohnes  gelungen  sein  soll.  Dem  BFM  ist  auch 
darin  beizupflichten,  dass  angesichts  der  langjährigen  Tätigkeit  als 
Waffenlieferant für die LTTE erstaunt, dass der Beschwerdeführer nicht in 
der Lage war,  die Art  der Waffen  zu beschreiben  (vgl.  act. A1/12 S. 3). 
Zudem wusste er nicht, wie die tatsächlichen Namen der vier Empfänger 
der Waffenlieferungen  lauteten  (vgl.  act.  A1/12  S. 7).  Dies  ist  nicht  nur 
angesichts seiner weiteren Aussage, zuvor habe er deren Foto erhalten 
und deren Personalien auswendig  lernen müssen  (vgl.  act. A1/12 S. 6), 
nicht  plausibel,  sondern  auch  aufgrund  des  Umstandes  nicht 
nachvollziehbar, dass eines der beiden Mitglieder, die bei dem mit Waffen 
beschlagnahmten  Boot  in  G._______  von  der  Polizei  festgenommen 
worden  sein  sollen,  den  wirklichen  Namen  des  Beschwerdeführers 
kannte  und  diesen  preisgegeben  haben  soll  (vgl.  act.  16/18 S. 7). Dem 
BFM  ist  ferner  darin  zuzustimmen,  dass  hinsichtlich  seines  Beitritts  zur 
LTTE  respektive  seiner  Mitgliedschaft  sowie  seiner  Funktion  in  dieser 
paramilitärischen  Organisation  widersprüchliche  und  ungereimte 
Angaben  des  Beschwerdeführers  vorliegen.  Im  Rahmen  der 
Erstbefragung  legte  er  dar,  er  habe  die  LTTE  nicht  nur  unterstützt, 
sondern er sei auch deren Mitglied gewesen (vgl. act. A1/16 S. 3 und 7). 

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Anlässlich  der  einlässlichen  Anhörung  verneinte  er  hingegen  zunächst, 
Mitglied  der  LTTE  zu  sein,  da  es  aufgrund  seiner  Krankheit  respektive 
mangels  Trainings  nicht  mehr  zum  offiziell  vorgesehenen  Beitritt  am 
11. Juli  2006  gekommen  sei  (vgl.  act.  A16/18 S. 7). Gleichzeitig  gab  er 
aber  an,  seit  1998  Mitglied  gewesen  zu  sein,  jedoch  nie  gekämpft  zu 
haben  (vgl.  act.  A16/18  S. 7).  Nebst  den  an  der  Erstbefragung  bereits 
geschilderten  Waffenlieferungen  für  die  LTTE  machte  der 
Beschwerdeführer an der kantonalen Anhörung zudem geltend, er habe 
für die LTTE Leute  rekrutiert  (vgl. act. A16/18 S. 7). Dass er eine derart 
wichtige Aufgabe nicht bereits anlässlich der Erstbefragung erwähnte, ist 
nicht  plausibel.  Ausserdem  gab  er  zu  Protokoll,  er  sei  von  der  Armee 
gesucht worden und sei der LTTE beigetreten, um sich vor der Armee zu 
verstecken  (vgl.  act.  A16/18  S. 6).  Diese  Erklärung  ist  jedoch  vor  dem 
Hintergrund, dass er – wie erwähnt – ebenfalls erklärte, erstmals im Jahre 
2001  von  der  Armee  gesucht  und  bereits  seit  1998  Mitglied  der  LTTE 
gewesen  zu  sein  (vgl.  act.  A1/12  S. 6 f.,  act.  A16/18  S. 7 f.),  nicht 
einleuchtend.  Wie  das  BFM  zutreffend  festhält,  bestehen  zudem 
Unstimmigkeiten betreffend den Ort und die genaue Tätigkeit hinsichtlich 
der  angeblichen Waffenlieferungen.  Einerseits  legte  er  dar,  die  Waffen 
seien jeweils an der Küste von G._______, das heisst im Südwesten von 
Sri  Lanka,  wo  er  für  die  LTTE  in  einem Waffenlager  tätig  gewesen  sei 
respektive Waffen versteckt habe, eingetroffen,  und er habe die Waffen 
an LTTE­Mitglieder geliefert. Andererseits erklärte er  jedoch, die Waffen 
habe er bei einem Waldrand in C._______, und damit  im Norden seines 
Heimatlandes, für die LTTE versteckt und bei Bedarf an deren Mitglieder 
herausgegeben (vgl. act. A1/12 S. 6 f., act. A16/18 S. 8). Was schliesslich 
die Ausreise des Beschwerdeführers aus dem Heimatland anbelangt,  ist 
angesichts  der  damals  herrschenden  strengen Sicherheitskontrollen  am 
Flughafen  von  Colombo  nicht  wahrscheinlich,  dass  es  ihm  als  eine 
angeblich von der Armee Sri Lankas gesuchten Person mit Verbindungen 
zur LTTE möglich gewesen sein sollte, mit seinem eigenen Reisepass die 
Flughafenkontrollen zu passieren (vgl. act. A1/12 S. 8, act. A16/18 S. 13).

3.5.2.  Die  Einwände  in  der  Beschwerde  sind  nicht  geeignet,  die 
festgestellten  Unglaubhaftigkeitselemente  plausibel  zu  entkräften.  Darin 
wird  nichts  Substanziiertes  über  den  Inhalt  erwähnter  Befragung  des 
Beschwerdeführers  durch  die  LTTE  vorgetragen,  weshalb  die 
Behauptung, dieser  sei nicht weiter  zum  Inhalt  der Befragung durch die 
LTTE  befragt  worden,  nicht  stichhaltig  ist.  Ebenso  wenig  vermag  die 
Argumentation  zu  überzeugen,  die  Waffen  seien  in  G._______  in 
Paketen, die der Beschwerdeführer nie geöffnet habe, verpackt gewesen, 

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zumal  er  –  wie  bereits  erwähnt  –  diese  Tätigkeit  jahrelang  ausgeübt 
haben  soll.  Mit  dem  nachträglichen  und  als  nachgeschoben  zu 
erachtenden Einwand, wonach ein Mitglied der LTTE seinen Namen der 
Armee habe verraten können, da dieses  in der gleichen Gegend wie er 
aufgewachsen  sei,  wird  zudem  nicht  überzeugend  erklärt,  weshalb  der 
Beschwerdeführer  nicht  in  der  Lage  ist,  dessen  tatsächlichen  Namen 
sowie  die  Namen  der  weiteren  Personen  zu  nennen,  wurden  doch  die 
Waffen  von  Juli  2004  bis  August  2006  stets  an  die  gleichen  Personen 
geliefert, deren Personalien er zu kennen erklärte. Im Gesamtkontext als 
nachgeschoben  und  damit  als  unglaubhaft  erscheinen  auch  die 
Einwände, wonach er den Essenslieferanten sehr gut gekannt habe, da 
er  dies  ebenso  wie  den  Umstand,  er  sei  mit  diesem  zusammen  2004 
schon in K._______ gewesen, bis anhin nie erwähnte, und es wird damit 
auch nicht überzeugend erklärt, wie es ihm gelungen sein soll, aus einem 
LTTE­Kampftrainingslager  zu  entfliehen.  Dass  der  Beschwerdeführer – 
wie  in  der  Beschwerde  ausgeführt  –  bereits  vor  seinem  Training  in 
K._______ 2004 in C._______ am Waffenhandel teilgenommen habe, ist 
ebenfalls nicht glaubhaft, zumal er anlässlich der Erstbefragung lediglich 
von Waffenlieferungen in G._______ erzählte. Zudem lässt sich dies nicht 
mit seiner weiteren Behauptung vereinbaren, wonach er erstmals 2004 in 
K._______  für  grössere Einsätze wie  erwähnten Waffenhandel  geschult 
worden  sei.  Nicht  zutreffend  ist  auch  die  Darstellung,  der 
Beschwerdeführer habe nie dargelegt, er sei aus dem Camp geflüchtet, 
da er – wie zuvor zitiert – wörtlich zu Protokoll gab,  im Camp geblieben 
zu sein. Im Weiteren lässt sich feststellen, dass der Beschwerdeführer im 
Rahmen  der  vorinstanzlichen  Anhörung  zu  Protokoll  gab,  er  habe  über 
eine  in  G._______  ausgestellte  Identitätskarte  verfügt,  wobei  er  –  wie 
vom  BFM  in  der  Vernehmlassung  zu  Recht  ausgeführt  –  nie  explizit 
erklärte,  diese  sei  gefälscht  gewesen.  Die  diesbezügliche  Rüge  in  der 
Replik  vom  11. Juli  2008,  der  Beschwerdeführer  sei  dazu  nicht  näher 
befragt  worden,  vermag  deshalb  nicht  zu  überzeugen.  Aus  dem  beim 
BFM  eingereichten  Foto,  auf  welchem  unter  anderem  der 
Beschwerdeführer  und  Mitglieder  seiner  Familie  in  ziviler  Kleidung 
angeblich  zusammen  mit  dem  Chef  der  damaligen  (…)  der  LTTE  zu 
sehen  seien,  lässt  sich  ebenfalls  nichts  zu  Gunsten  des 
Beschwerdeführers  ableiten,  da  damit  weder  die  von  ihm  geltend 
gemachten  Tätigkeiten  für  die  LTTE  noch  dessen  angebliche 
Mitgliedschaft  bestätigt  werden.  Das  mit  Eingabe  vom  30. April  2009 
eingereichte,  vom 14. März  2009  datierende Bestätigungsschreiben  von 
DD._______,  ist  ebenfalls  nicht  geeignet,  die  vom  Beschwerdeführer 
behauptete Verfolgungslage glaubhaft  darzutun. Vorab  fällt  nämlich auf, 

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dass darin als Geburtsort des Beschwerdeführers W._______ bezeichnet 
wird, was nicht mit  der Aussage des Beschwerdeführers übereinstimmt, 
er  sei  in  B._______  geboren  worden.  Die  darin  enthaltene  weitere 
Behauptung,  der  Beschwerdeführer  sei  im  Jahr  2001  für  zwei  Monate 
inhaftiert  gewesen,  lässt  sich  zudem  nicht  mit  der  Darstellung  des 
Beschwerdeführers,  wonach  er  sechs  Monate  in  Haft  gewesen  sei, 
vereinbaren.  Zudem  sprach  der  Beschwerdeführer  bis  anhin  weder 
davon,  dass  der  Unterzeichnende  versucht  hätte,  ihn  aus  der  Haft  zu 
befreien  noch darüber,  dass er  unter Auflagen  freigelassen worden  sei, 
weshalb  die  entsprechenden  Angaben  im  Bestätigungsschreiben  mit 
jenen  des  Beschwerdeführers  divergieren.  Nachdem  der 
Beschwerdeführer  bis  dato  nicht  einmal  andeutete,  er  habe  eine 
politische  Partei  unterstützt  beziehungsweise  er  sei  politisch  tätig 
gewesen,  kann  auch  die  im  Bestätigungsschreiben  enthaltene 
Behauptung,  der  Beschwerdeführer  habe  die  TNA  (Tamil  National 
Alliance)  respektive  DD._______  bei  seinem  letzten  regionalen 
Wahlkampf  tatkräftig  unterstützt,  nicht  der  Wahrheit  entsprechen.  Das 
Bestätigungsschreiben  erweist  sich  deshalb  als  blosses 
Gefälligkeitsschreiben, dem kein Beweiswert beigemessen werden kann. 

3.5.3. Die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er die LTTE seit 
1998 unterstützt habe und er deswegen von der Armee gesucht und von 
der LTTE der Kollaboration verdächtigt worden sei, sind demzufolge als 
nicht glaubhaft zu erachten. 

3.5.4.  Die  Erklärung  im  Schreiben  vom  23.  November  2011,  wonach 
Angehörige des CID mehrmals die Familie des Beschwerdeführers nach 
seinem  Verbleiben  befragt  und  deswegen  seine  Brüder  mitgenommen 
und  gefoltert  hätten,  ist  im  Übrigen  als  blosse  Schutzbehauptung  zu 
werten. Denn  – wie  aufgezeigt  –  erscheint  die  behördliche Suche  nach 
dem  Beschwerdeführer  als  nicht  glaubhaft.  Ausserdem  erhellt  nicht, 
weshalb  er  dieses  Vorbringen  erst  zu  einem  solch  späten  Zeitpunkt 
einbringt,  hatte  doch  angeblich  einer  seiner  Brüder  wegen  erwähnter 
Vorfälle  bereits  vor  zirka  drei  Jahren  die  Flucht  aus  Sri  Lanka  ergriffen 
und  sich  nach  FF._______  abgesetzt.  Unterstützungstätigkeiten  seiner 
Brüder  für  die  LTTE  brachte  der  Beschwerdeführer  zudem  bis  dato  nie 
vor,  sondern  legte  vielmehr  dar,  aus  keiner  politischen  Familie  zu 
stammen.  Bezeichnenderweise  legt  der  Beschwerdeführer  auch  keinen 
einzigen  Beleg  für  die  von  ihm  behauptete  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft seines Bruders in FF._______ vor.

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3.6. Seit Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2008 hat sich 
die  allgemeine  Lage  in  Sri  Lanka  massgeblich  verändert.  Seit 
Beendigung  des  militärischen  Konflikts  zwischen  der  sri­lankischen 
Armee  und  den  LTTE  im  Mai  2009  ist  von  einer  inzwischen  erheblich 
verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militärisch gelten die LTTE 
als  vernichtet.  Die  Sicherheitslage  hat  sich  in  bedeutsamer  Weise 
stabilisiert,  auch  wenn  sich  das  Land  immer  noch  in  einem 
Entwicklungsprozess  befindet.  Die  Menschenrechtslage  hat  sich 
allerdings  namentlich  hinsichtlich  der  Meinungsäusserungs­  und  der 
Pressefreiheit  verschlechtert.  Politisch  Oppositionelle  jeglicher  Couleur 
werden  seitens  der  Regierung  als  Staatsfeinde  betrachtet  und  müssen 
mit  entsprechenden  Verfolgungsmassnahmen  rechnen  (vgl.  Urteil  E­
6220/2006  vom  27. Oktober  2011  E. 7)  und  es  bestehen  verschiedene 
Risikogruppen,  welche  auch  nach  Beendigung  des  Krieges  verdächtigt 
werden,  mit  den  LTTE  in  Verbindung  zu  stehen  beziehungsweise 
gestanden  zu  haben.  Auch  unabhängige  Journalisten  beziehungsweise 
regierungskritische Medienschaffende haben ein erhöhtes Risikoprofil. Im 
Weiteren  ist  bei  Opfern  und  Zeugen  von  Menschenrechtsverletzungen 
und Personen, die entsprechende Übergriffe behördlich angezeigt haben, 
mit  erhöhter  Verfolgungsgefahr  zu  rechnen.  Ausserdem  laufen 
abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz unter Umständen 
Gefahr,  bei  der  Rückkehr  behördlich  belangt  zu  werden,  weil  ihnen 
Kontakte  zu  führenden  LTTE­Kadern  in  der Schweiz  unterstellt werden. 
Wegen  drohender  Erpressung,  Kidnapping  und  anderen 
Verfolgungshandlungen  bilden  schliesslich  Personen,  welche  über 
beträchtliche  finanzielle  Mittel  verfügen,  eine  weitere  Risikogruppe.  Bei 
allen Personen, die dieser Risikogruppe angehören, muss allerdings bei 
der  Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft  das  Motiv  der  jeweiligen 
Verfolgungshandlungen  sorgfältig  untersucht  werden.  Sofern 
ausschliesslich ein finanzielles Verfolgungsinteresse auszumachen ist, ist 
diesem Aspekt bei der Prüfung der Wegweisungshindernisse Rechnung 
zu tragen (vgl. Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 8).

3.7.  Zufolge  seiner  nicht  glaubhaften  Aussagen  hinsichtlich  seiner 
Unterstützungsleistungen  respektive  Mitgliedschaft  bei  der  LTTE  kann 
nicht davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe  je dieser 
militanten tamilischen Rebellenorganisation angehört. Aufgrund des zuvor 
erwähnten  Fotos  (vgl.  E. 3.5.2),  welches  ihn  in  privatem  Rahmen 
angeblich mit dem früheren (…) der LTTE zeigt, kann zudem nicht etwa 
geschlossen werden, die sri­lankischen Behörden hätten davon Kenntnis. 
Anhaltspunkte  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  verdächtigt  werden 

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könnte, mit der LTTE  respektive einem  ranghohen Mitglied der LTTE  in 
Verbindung  gestanden  zu  haben,  liegen  ebenfalls  keine  vor.  Die 
Verfahrensakten  lassen  auch  nicht  darauf  schliessen,  der 
Beschwerdeführer  habe  während  seines  Aufenthaltes  in  der  Schweiz 
nahe Kontakte  zu  den  LTTE  respektive  einem LTTE­Kader  unterhalten. 
Auch sonst gehört der Beschwerdeführer keiner der soeben unter E. 3.6 
umschriebenen  Risikogruppen  an.  Eine  Verfolgung  alleine  aufgrund 
seiner  Eigenschaft  als  Zugehöriger  zu  einer  vermögenden  Familie  (vgl. 
act.  A16/18  S. 10)  ist  unwahrscheinlich,  zumal  den  Akten  nicht 
entnommen  werden  kann,  diese  sei  in  einem  als  brisant  oder  politisch 
heikel  zu  bezeichnenden  Geschäftsbereich  tätig  gewesen  oder  ziehe 
alleine  aufgrund  ihres  Vermögens  das  Augenmerk  der  sri­lankischen 
Behörden oder ihnen nahestehender paramilitärischer Gruppierungen auf 
sich  und  müsse  daher  inskünftig  mit  entsprechenden  Behelligungen 
rechnen.  Im Weiteren weist  der  Beschwerdeführer  auch  kein  Profil  auf, 
nach  welchem  sich  darauf  schliessen  liesse,  dass  er  seitens  der  sri­
lankischen  Behörden  als  dissident  oder  politisch  oppositionell 
wahrgenommen würde. Der Beschwerdeführer  ist denn seinen Angaben 
zufolge politisch nicht tätig gewesen und er stammt auch nicht aus einer 
politisch aktiven Familie. Zudem wurde er nie verurteilt und gegen ihn ist 
kein Verfahren hängig (vgl. act. A1 S. 8, act. A16/18 S. 11). 

3.8.  Es  ist  demzufolge  nicht  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  von  den  sri­lankischen  Sicherheitskräften  oder  von 
paramilitäri­schen  Gruppierungen  landesweit  gesucht  wird 
beziehungsweise in Zukunft verfolgt würde. Alleine der Umstand, dass er 
seit etwas mehr als fünf Jahren landesabwesend gewesen ist und in der 
Schweiz  ein  Asylgesuch  eingereicht  hat,  vermag  seine 
Flüchtlingseigenschaft ebenfalls nicht zu begründen. 

3.9. Angesichts  der  vorstehenden Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die 
weiteren  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  des 
Beschwerdeführers im Einzelnen einzugehen, da sie am Ergebnis nichts 
zu ändern vermögen. Der Beschwerdeführer vermag keine Gründe nach 
Art. 3  AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Das 
BFM hat das Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt. 

4.  
4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 

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ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

4.3.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).  Bezüglich  der  Geltendmachung  von 
Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148).

 

4.4. 
4.4.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner 
Form zur Ausreise  in  ein  Land gezwungen werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr 
Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG 
gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches 
Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33 
Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge  [FK,  SR 0.142.30]).  Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 
werden. 

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4.4.2. Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement schützt nur 
Personen,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von  Art. 5  AsylG  rechtmässig.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte 
dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127,  mit 
weiteren Hinweisen). 

4.4.3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich 
wiederholt  mit  der  Gefährdungssituation  im  Hinblick  auf  eine  EMRK­
widrige  Behandlung  für  Tamilen  befasst,  die  aus  einem  europäischen 
Land  nach  Sri  Lanka  zurückkehren  müssen  (vgl.  E­6220/2006  vom 
27. Oktober  2011  E. 10.4.2  mit  weiteren  Hinweisen).  Der  Gerichtshof 
unterstreicht dabei, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, 
zurückkehrenden  Tamilen  drohe  unmenschliche  Behandlung;  eine 
entsprechende  Risikoeinschätzung  müsse  vielmehr  verschiedene 
Faktoren  in  Betracht  ziehen,  aus  denen  sich  insgesamt  im  Einzelfall 
schliessen  lasse,  dass  der  Betreffende  ernsthafte  Gründe  für  die 
Befürchtung  habe,  die  Behörden  hätten  an  seiner  Festnahme  und 
Befragung ein Interesse. Als derartige risikobegründende Faktoren nenne 
der  EGMR  namentlich  Aspekte  wie  eine  frühere  Registrierung  als 
verdächtigtes  oder  tatsächliches  LTTE­Mitglied,  das  Bestehen  einer 
Vorstrafe  oder  eines  offenen  Haftbefehls,  die  Flucht  aus  der  Haft  oder 
aus  Kautionsauflagen,  die  Unterzeichnung  eines  Geständnisses  oder 
ähnlicher Dokumente, die Anwerbung als Informant der Sicherheitskräfte, 
die Existenz von Körpernarben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London 
oder  von  einem  anderen  Ort,  welcher  als  LTTE­
Finanzmittelbeschaffungszentrum gelte, das Fehlen von ID­Papieren oder 
anderen  Dokumenten,  die  Asylgesuchstellung  im  Ausland  oder  die 

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Verwandtschaft  mit  einem  LTTE­Mitglied.  Gleichzeitig  hält  der  EGMR 
fest,  dass  dem  Umstand  gebührende  Beachtung  geschenkt  werden 
müsse,  dass  diese  einzelnen  Faktoren,  für  sich  alleine  betrachtet, 
möglicherweise  kein  "real  risk"  darstellten,  jedoch bei  einer  kumulativen 
Würdigung  diese  Schwelle  erreicht  sein  könnte,  namentlich  unter  der 
weiteren  Berücksichtigung  der  aktuellen,  gegebenenfalls  erhöhten, 
Sicherheitsvorkehrungen  aufgrund  der  im  Lande  herrschenden 
allgemeinen Lage. 

4.4.4. Was die Prüfung derartiger Risikofaktoren betreffend die Situation 
des  Beschwerdeführers  anbelangt,  ist  an  dieser  Stelle  auf  die 
vorangegangenen  Erwägungen  zu  verweisen,  aus  welchen  sich  ergibt, 
dass  der  Beschwerdeführer  im  Hinblick  auf  die  Erfüllung  der 
Flüchtlingseigenschaft  keiner  Risikogruppe  zugerechnet  werden  kann 
(vgl.  E. 3.7).  Nachdem  der  Beschwerdeführer  nicht  glaubhaft  gemacht 
hat,  dass  er  befürchten  müsse,  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  die 
Aufmerksamkeit der sri­lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich 
relevanten  Ausmass  auf  sich  zu  ziehen,  bestehen  auch  keine 
Anhaltspunkte  dafür,  ihm  würde  aus  demselben  Grund  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Heimatland  drohen.  Weder  die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Sri  Lanka  noch  individuelle 
Faktoren  in  Bezug  auf  die  Situation  des  Beschwerdeführers  lassen 
demnach  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

4.5.  
4.5.1.  Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
insbesondere  dann  nicht  zumutbar,  wenn  die  beschwerdeführende 
Person  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  einer  konkreten 
Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Diese  Bestimmung  wird  vor  allem  bei 
Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das  heisst  bei  Ausländerinnen  und 
Ausländern,  die  mangels  persönlicher  Verfolgung  weder  die 
Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  noch  jene  des 
völkerrechtlichen  Non­Refoulement­Prinzips  erfüllen,  jedoch  wegen  der 
Folgen  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt 
nicht  in  ihren Heimatstaat  zurückkehren  können.  Im Weiteren  findet  sie 
Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr  ebenfalls 
einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige 
medizinische  Versorgung  nicht  erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver 

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Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser 
Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich  in völlige Armut gestossen würden, 
dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  ihres 
Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert 
wären (vgl. Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 11.1, vgl. BVGE 
2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 

4.5.2.  In  der  angefochtenen Verfügung  vom  2. Mai  2008  hielt  das BFM 
zur  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges  im Wesentlichen  fest,  ein 
Ende  der  gewalttätigen  Auseinandersetzungen  zwischen  der  sri­
lankischen Regierung und der LTTE und eine substanzielle Verbesserung 
der  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  seien  im  Norden  und  Osten 
von Sri Lanka nicht in Sicht. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in die 
Nordprovinz  sei  daher  nicht  zumutbar,  indessen  eine  solche  in  den 
Südwesten  des  Landes.  Für  die  Zumutbarkeit  einer Wohnsitznahme  im 
Südwesten  des  Landes  spreche  aufgrund  der  Aktenlage  vor  allem  der 
Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Angaben  im 
Bezirk  G._______  gewohnt  habe,  und  über  eine  dort  ausgestellte 
Identitätskarte verfüge. Zudem spreche er Singhalesisch, sei gesund und 
verfüge  über  Erfahrungen  als  Lehrer  sowie  über  wohlhabende 
Familienangehörige. 

4.5.3. Seit  Ende  des  bewaffneten  Konflikts  zwischen  der  sri­lankischen 
Armee  und  den  LTTE  im Mai  2009  hat  sich  die  allgemeine  Lage  in Sri 
Lanka  erheblich  verbessert.  Die  Situation  in  der  Ostprovinz  hat  sich 
weitgehend stabilisiert und normalisiert, so dass der Wegweisungsvollzug 
in  das  gesamte  Gebiet  der  Ostprovinz  als  grundsätzlich  zumutbar  zu 
erachten ist (vgl. Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.1). Die 
Lage  in  der  Nordprovinz  von  Sri  Lanka  ist  indes  differenziert  zu 
betrachten,  da  sich  die  Situation  gebietsweise  sehr  unterschiedlich 
präsentiert.  So  ist  in  den  Gebieten,  die  bereits  seit  längerer  Zeit  unter 
Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den 
südlichen  Teilen  der  Distrikte  Vavuniya  und  Mannar,  der  Alltag 
eingekehrt. Die Lage in Jaffna hat sich namentlich nach der Öffnung der 
Verbindungsstrasse  A9  (Hauptverkehrsachse  zwischen  Kandy  in  der 
Zentralprovinz  nach  Jaffna)  im  November  2009  deutlich  gebessert  und 
die Versorgungslage  ist entspannt. Die Militärpräsenz  in Jaffna hat zwar 
abgenommen, ist aber nach wie vor praktisch auf jeder Strasse sichtbar. 
Gleichzeitig  haben  die  Polizei­  und  Zivilbehörden  ihre  Funktionen  und 
Tätigkeiten  aufgenommen  beziehungsweise  von  den  Militärbehörden 
übernommen.  Gemäss  UNOCHA  hat  die  UNO  guten  Zugang  zu  den 

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Rückkehrgebieten  im  Norden  ("return  areas").  Der  Fortschritt  in  diesen 
Gebieten soll beeindruckend sein. Einige Schulen sind wiedereröffnet und 
Spitäler wieder eingerichtet worden, wobei noch einige Lücken innerhalb 
des  Basisdienstleistungsangebots  feststellbar  sind  und  die 
wirtschaftlichen Aktivitäten limitiert bleiben. Das UNHCR betont, dass der 
Zugang  zu  Land  und Wohnraum  für  die Rückkehrer  ein massgebliches 
Problem  darstellt;  das  UNHCR  und  andere  Organisationen  in  Mannar, 
Jaffna,  Vavuniya,  Batticaloa  und  Trincomalee  stellen  unentgeltlichen 
Rechtsbeistand  zur  Verfügung,  um  die  Rückkehrer  in  rechtlichen 
Angelegenheiten  zu  unterstützen,  wobei  nicht  alle  Regionen  abgedeckt 
sind.  In den genannten Gebieten (Distrikt Jaffna und die südlichen Teile 
der Distrikte Vavuniya und Mannar, mit anderen Worten: die Nordprovinz 
unter  Ausschluss  des  sogenannten  "Vanni­Gebietes")  herrscht  keine 
Situation  allgemeiner  Gewalt  und  die  dortige  politische  Lage  ist  nicht 
dermassen  angespannt,  dass  eine  Rückkehr  dorthin  als  generell 
unzumutbar  eingestuft  werden  müsste.  Angesichts  der  im  humanitären 
und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber 
beim  Wegweisungsvollzug  in  dieses  Gebiet  eine  sorgfältige, 
zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien  auf. 
Nebst  der  allgemeinen  Zumutbarkeit  (u.a.  sozio­ökonomische  und 
medizinische  Aspekte,  Kindeswohl  etc.),  ist  dabei  auch  dem  zeitlichen 
Element  gebührend  Rechnung  zu  tragen.  Für  Personen,  die  aus  der 
Nordprovinz  stammen  und  dieses  Gebiet  erst  nach  Beendigung  des 
Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisungsvollzug 
(zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn 
davon  ausgegangen werden  kann,  dass  die  betreffende Person  auf  die 
gleiche  oder  gleichwertige  Lebens­  und  Wohnsituation  zurückgreifen 
kann,  die  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  geherrscht  hat  und  dem 
Wegweisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte 
Aufenthalt der betreffenden Person  in der Nordprovinz  indessen  längere 
Zeit zurück (vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen 
konkrete  Umstände  aus  den  Verfahrensakten  hervor,  dass  sich  die 
Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben können, 
sind  die  aktuell  vorliegenden  Lebens­  und  Wohnverhältnisse  sorgfältig 
abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu 
überprüfen.  In  diesem  Zusammenhang  erscheinen  namentlich  die 
Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes  und  die  konkreten 
Möglichkeiten  der  Sicherung  des  Existenzminimums  und  der 
Wohnsituation  als massgebliche  Faktoren.  Falls  solche  begünstigenden 
Faktoren  in  der  Nordprovinz  nicht  vorliegen,  ist  die  Zumutbarkeit  einer 
innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im  Übrigen  Staatsgebiet, 

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namentlich  im  Grossraum  Colombo  zu  prüfen  (vgl.  Urteil 
E­6620/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1). 

4.5.4.  Im  sogenannten  "Vanni­Gebiet"  präsentiert  sich  die  Lage 
demgegenüber  einiges  schwieriger.  Bis  heute  sollen  ca. 180'000  intern 
Vertriebene  (IDP)  in  dieses  Gebiet  zurückgekehrt  sein,  wobei  diese  in 
prekären  Verhältnissen  leben.  Es  fehlt  den  Menschen  an  einer 
Lebensgrundlage.  Das  "Vanni­Gebiet"  ist  zudem  sehr  stark  militarisiert. 
Dabei  wird  als  "Vanni­Gebiet"  jene  Region  bezeichnet,  die  im  Januar 
2008  noch  von  den  LTTE  kontrolliert  worden  war,  nachdem  die  sri­
lankische Regierung die Waffenstillstandsvereinbarung von 2002 offiziell 
aufgekündigt hat. Es ist mithin jenes Gebiet, in welchem sich in der Folge 
bis zur endgültigen Besiegung der LTTE die Kriegshandlungen abgespielt 
haben.  Dieses  "LTTE"­  respektive  "Vanni­Gebiet"  umfasst  die  Distrikte 
von  Kilinochchi  und  Mullaitivu  (samt  diesen  beiden  Städten)  sowie  die 
nördlichen  Teile  der  Distrikte  von  Mannar  und  Vavuniya  sowie  einen 
schmalen  Landstreifen  an  der Ostküste  des  Jaffna­Distrikts  südlich  von 
Nagarkovil. Die Städte Mannar und Vavuniya ebenso wie Jaffna und die 
Jaffna­Halbinsel,  liegen ausserhalb des "Vanni­Gebietes". Dieses Gebiet 
war  damals  durch  eine  südliche  und  nördliche  Frontlinie  ("Forward 
Defence  Line";  FDL)  vom  Regierungsgebiet  abgegrenzt.  Die  nördliche 
FDL verlief auf der Jaffna­Halbinsel südlich der Achse Kilali­Muhamalai­
Nagarkovil.  Das  Gebiet  entlang  der  FDL  war  auf  beiden  Seiten  von 
starken militärischen Kräften besetzt. Die südliche FDL verlief südlich der 
Ortschaft  Adampan  (auf  dem  Festland  im  westlichen  Teil  des  Mannar­
Bezirkes),  entlang  der  Hauptstrassen  A14  und  A30  bis  zur  Ortschaft 
Pandisurichchan.  Von  dort  führte  die  Linie  nördlich  der  Stadt  Vavuniya 
über die Ortschaften Vellankulam und Vannankulam bis zum Checkpoint 
Omanthai. Danach führte die südliche FDL weiter Richtung Südosten ins 
unwegsame Gebiet  über  Karunkalikkulam,  Richtung  Süden  bis  fast  zur 
Ortschaft  Madukanda,  von  dort  über  die  Grenze  der  Nordprovinz/Nord­
Zentral­Provinz  hinweg  bis  zum  grossen  Bewässerungsee  Padawiya 
(Padawiya  Tank)  nach  Norden  bis  südöstlich  der  Ortschaft 
Paddikkudiyiruppu und schliesslich über das Kokkilai Vogel­Reservat an 
die Ostküste  in die Lagune von Kokkilai. Das  in diesem Sinne definierte 
"Vanni­Gebiet" respektive die Infrastrukturen in dieser Region sind in sehr 
starkem  Ausmass  vom  Krieg  in  Mitleidenschaft  gezogen  worden.  Die 
meisten  Häuser  sind  zerstört,  der  Zugang  zu  Schulen  und  Spitälern  ist 
erschwert. Das Gebiet ist noch sehr stark vermint und militarisiert. Es wird 
nach  wie  vor  von  der  PTF  (Presidential  Task  Force)  kontrolliert.  Die 
internationalen  Hilfsorganisationen  haben  nur  einen  sehr  beschränkten 

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Zugang. Namentlich aufgrund dieser weitgehend  zerstörten  Infrastruktur 
und  der  Verminung  ist  der  Wegweisungsvollzug  in  dieses  definierte 
Vanni­Gebiet  daher  als  unzumutbar  einzustufen.  Für  die  aus  diesem 
Gebiet stammenden Personen ist daher zu prüfen, ob eine im Sinne der 
Rechtsprechung zumutbare Aufenthaltsalternative existiert. Im Sri Lanka­
Kontext erfordert die Annahme einer solchen zumutbaren innerstaatlichen 
Aufenthaltsalternative  für  Personen,  die  aus  dem  "Vanni­Gebiet" 
stammen und in andere Landesteile von Sri Lanka weggewiesen werden, 
das  Vorliegen  besonders  begünstigender  Faktoren,  insbesondere  die 
Existenz  eines  tragfähigen  familiären  oder  sozialen  Beziehungsnetzes 
sowie  die  Aussichten  auf  eine  gesicherte  Einkommens­  und 
Wohnsituation (vgl. Urteil E­6620/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.2).

4.5.5.  Im  Weiteren  ist  der  Wegweisungsvollzug  für  Personen,  die  aus 
dem  übrigen  Staatsgebiet  von  Sri  Lanka  stammen  (das  heisst:  die 
Provinzen  North  Central,  North Western,  Central,  Western  [namentlich: 
der  Grossraum  Colombo],  Southern,  Sabarugamuwa  und  die  Uva­
Provinz)  und  dorthin  zurückkehren,  als  grundsätzlich  zumutbar  zu 
erachten (vgl. Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.3).  

4.5.6.  Der  Beschwerdeführer  wurde  eigenen  Angaben  zufolge  in 
B._______ (Nordprovinz) geboren und wuchs in C._______ auf (vgl. act. 
A1/12  S. 1 ff.,  act.  A16/18  S. 1  und  4).  C._______  liegt  nicht  im  oben 
definierten  "Vanni­Gebiet".  Im  Weiteren  lebte  der  Beschwerdeführer 
seinen  Angaben  zufolge  einige  Jahre  in  G._______  (Westprovinz)  (vgl. 
act. A1/12 S. 2 ff., act. A16/18 S. 1 und 4). Der Beschwerdeführer verfügt 
über  eine  gute  Schulbildung,  er  hat  Berufserfahrung  als  Englischlehrer 
und  verfügt  über  singhalesische  Sprachkenntnisse  (vgl.  act.  A1/12  S. 4 
und  S. 6,  act.  A  16/18  S. 5).  Im  Rahmen  seiner  Befragungen  hat  er 
zudem  erklärt,  dass  seine  Familie  vermögend  sei.  Seinen  Angaben 
zufolge  lebt  zudem  seine  Mutter  nach  wie  vor  in  C._______  (vgl.  act. 
A1/12 S. 4, act. A16/18 S. 4). Es ist daher davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  auf  ein 
existierendes, tragfähiges soziales Netz stossen wird und ihm der Aufbau 
einer wirtschaftlichen Existenz – allenfalls auch mit Hilfe seiner Familie – 
möglich  sein wird. Auch wenn der Beschwerdeführer  seit Oktober  2006 
und  somit  mehrere  Jahre  lang  landesabwesend  gewesen  ist,  bestehen 
keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Sri 
Lanka  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten  würde.  Sollte  er  aus 
persönlichen  Gründen  eine  Reintegrierung  in  der  Nordprovinz  nicht  in 
Betracht ziehen, bleibt  festzuhalten, dass er sich auch nach G._______, 

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seinem  angeblich  mehrjährigen,  früheren  Wohnort,  begeben  könnte. 
Seine  Mutter  und  allenfalls  auch  die  sich  angeblich  im  Ausland 
befindlichen  Geschwister  könnten  ihm  dabei  ebenfalls  finanzielle  Hilfe 
leisten. 

4.5.7.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  erweist  sich  demnach  nicht  als 
unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. 

4.6.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht als unmöglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

4.7. Nach  dem  Gesagten  ergibt  sich,  dass  das  BFM  im  Ergebnis  den 
Wegweisungsvollzug  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
qualifiziert hat. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt daher nicht 
in Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

5. 
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

6. 
6.1.  Im  Schreiben  vom  23. November  2011  wird  bestätigt,  dass  der 
Beschwerdeführer  abgesehen  von  kleineren  Unterbrüchen  seit  längerer 
Zeit  erwerbstätig  war.  Derzeit  ist  er  in  einem  Restaurant  zu  100% 
angestellt. Nach Kenntnissen des Gerichts handelt es sich dabei um eine 
Stelle  als  Hilfskoch.  Wie  hoch  sein  monatliches  Einkommen  ist,  ist 
allerdings  nach  wie  vor  unklar,  da  die  tatsächlichen 
Einkommensverhältnisse  in  der  Eingabe  vom  23.  November  2011  nicht 
offengelegt  werden.  Es  ist  demnach  androhungsgemäss  davon 
auszugehen, dass er nicht mehr als bedürftig im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG  zu  erachten  ist.  Die  ihm  mit  Verfügung  vom  12. Juni  2008 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege ist daher zu widerrufen. 

6.2. Die  Verfahrenskosten  sind  demzufolge  dem  Beschwerdeführer  als 
unterliegender Partei aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf 
insgesamt  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom 

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21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite) 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  dem Beschwerdeführer mit  Verfügung  vom  12. Juni  2008  gewährte 
unentgeltliche Rechtspflege wird widerrufen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: