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**Case Identifier:** e904c99f-5e1f-55d2-97f2-2e500fb6792d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.06.2013 UV 2012/58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-58_2013-06-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/58

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 11.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2013
Art. 4 ATSG. Art. 6 UVG. Prüfung der Frage der Unfallkausalität von 
psychischen Spätfolgen im Fall eines als Unfall anerkannten 
Schreckereignisses (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 11. Juni 2013 UV 2012/58). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_593/2013.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 11. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Rechtsanwalt,

Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen,

gegen

Helsana Unfall AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG, tätig und dadurch bei der 

Helsana Unfall AG (nachstehend: Helsana Unfall) unfallversichert, als er am 21. März 

1999 als Lenker eines Personenwagens einen Verkehrsunfall erlitt. Bei einem 

Abbiegemanöver nach links prallte ein entgegenkommendes Auto in die rechte Seite 

des Fahrzeugs des Versicherten. Seine Ehefrau wurde beim Unfall getötet (IV-act. 

11-3/7, 11-7/7). Die Helsana anerkannte ihre Leistungspflicht (IV-act. 11-5/7). Dr. med. 

C.___, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, bestätigte im Bericht vom 7. Mai 2010, dass 

der Beschwerdeführer ab dem 28. März 1999 für 10 Sitzungen bei ihm in Behandlung 

gewesen sei. Er habe eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert (UV-act. 

M3).

A.b  Mit Schreiben vom 15. August 2007 hatte der Versicherte der Helsana 

Versicherungen AG unter anderem mitgeteilt, seit dem Unfallereignis von 1999 sei sein 

Leben aus den Fugen geraten und er leide seit Jahren an den Spätfolgen des Unfalls. 

Die emotionale Belastung, Schuldgefühle gegenüber den Kindern, juristische 

Auseinandersetzungen sowie die Angst und Hilflosigkeit, alles allein schaffen zu 

können, hätten bei ihm ein Trauma verbunden mit anhaltenden gesundheitlichen 

Folgen ausgelöst. Er habe seine Anstellung in einer grossen Treuhandfirma aufgeben 

müssen und Besserung in einer Tätigkeit als selbständiger Berater gesucht. In der 

Zwischenzeit sei er nicht mehr in der Lage, seinem Beruf nachzugehen (IV-act. 10-1/1). 

Mit Schreiben vom 24. Februar 2010 gelangte der Versicherte erneut an die Helsana 

Versicherungen AG mit dem Hinweis, dass er in seinen Unterlagen keine 

Stellungnahme zu seinem Schreiben vom 15. August 2007 sehe. Er sei nicht sicher, ob 

es eine Unklarheit mit der Adresse gegeben habe, da frühere Briefe an die Helsana 

jeweils wegen Unzustellbarkeit zurückgekommen seien, oder ob eine Antwort bei ihm 

nicht angekommen sei (UV-act. K1). Hierauf gelangte die Helsana Unfall am 5. März 

2010 an die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten, an Dr. med. D.___, sowie an 

das Kantonsspital E.___ mit der Mitteilung, dass der Versicherte einen Rückfall zum 

Ereignis vom 21. März 1999 angemeldet habe, sie jedoch die Originalakten bereits 

vernichtet habe. Sie ersuchte um Zustellung noch vorhandener Akten (UV-act. K5, K7, 

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K8). Am 8. März 2010 teilte die ehemalige Arbeitgeberin mit, dass sie keine Unterlagen 

von 1999 mehr habe (UV-act. K9). Die Helsana Versicherungen AG sandte dem 

Versicherten am 15. März 2010 einen Fragebogen zu (UV-act. K10), welchen dieser in 

der Folge ausfüllte (UV-act. K11, K12). Am 4. Mai 2010 gelangte die Helsana 

Versicherungen AG an weitere Ärzte und an die Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons St. Gallen mit der Bitte um Zusendung von Kopien von Akten, welche den 

Unfall vom 21. März 1999 beträfen (UV-act. K13, K15, K16). Am 2. September 2010 

gab die Helsana Unfall dem Versicherten verfügungsweise bekannt, sie habe den Fall 

im November 1999 abgeschlossen. Ihr beratender Arzt Dr. med. F.___, FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie (UV-act. M5), habe die medizinischen Akten geprüft. 

Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem damaligen Ereignis und den nun 

geltend gemachten Beschwerden sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt. Er habe keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen (UV-act. K24). Gegen 

diese Verfügung erhob der Versicherte am 29. September 2010 Einsprache und stellte 

am 5. Januar und 28. Februar 2011 weitere medizinische Unterlagen in Aussicht (UV-

act. K26, K29, K32).

A.c  Im Februar 2010 hatte sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 7). Die Klinik für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Universitätsspital Zürich, erstattete in der Folge am 20. Mai 2011 ein 

Gutachten, welches auch zu Unfallkausalitätsfragen Stellung nahm (IV-act. 53). Die IV-

Stelle St. Gallen sprach dem Versicherten gestützt auf das Resultat der Begutachtung 

mit Verfügung vom 28. November 2011 ab September 2010 eine ganze Rente auf der 

Basis eines IV-Grads von 88% zu (IV-act. 70, 73). Am 10. Februar 2012 reichte 

Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner, Kreuzlingen, für den Versicherten eine ergänzende 

Einsprachebegründung ein (UV-act. K38). Mit Einspracheentscheid vom 15. Mai 2012 

wies die Helsana Unfall die Einsprache gegen die Verfügung vom 2. September 2010 

ab. Zur Begründung hielt sie unter anderem fest, die Beurteilung der natürlichen 

Unfallkausalität könne offengelassen werden, weil die Adäquanz im Zeitpunkt des 

geltend gemachten Rückfalls nicht mehr vorgelegen habe. Zum gleichen Ergebnis 

komme man, wenn ein Andauern des Grundfalls angenommen werde. Es müsse 

mittlerweile von einem Wegfall der Adäquanz ausgegangen werden (UV-act. K40).

B.  

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B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Zahner für den 

Versicherten am 14. Juni 2012 Beschwerde mit den Anträgen, der Einspracheentscheid 

sei aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die ihm zustehenden Leistungen 

von der Beschwerdegegnerin auszurichten. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter 

unter anderem dar, der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von 

1999 und den bestehenden psychischen Gesundheitsstörungen werde im 

psychiatrischen Gutachten des Universitätsspitals Zürich als überwiegend 

wahrscheinlich ausgewiesen beurteilt. Die Aktenbeurteilung von Dr. F.___ sei nicht 

verwertbar. Die Adäquanz sei ebenfalls gegeben. Anhand der Angaben im Gutachten 

des Universitätsspitals Zürich könne widerlegt werden, dass der Beschwerdeführer 

nach dem Unfall arbeitsfähig gewesen sei. Aus dem Gutachten sei auch ersichtlich, 

warum er zwischen 2000 und 2008 nicht in Behandlung gestanden habe. Der 

Einspracheentscheid sei mangels Begründung nicht nachvollziehbar. Insgesamt zeige 

sich ein Bild, welches nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung geeignet erscheine, psychische Beschwerden, wie sie beim 

Beschwerdeführer eingetreten seien, unfallbedingt herbeizuführen.

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 6. August 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 

Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid und führte unter anderem aus, 

auf die Ausführungen zum natürlichen Kausalzusammenhang brauche nicht 

eingegangen zu werden, da der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen sei. 

Nach der Rechtsprechung sei grundsätzlich von der Überwindbarkeit eines 

traumatischen Erlebnisses auszugehen. Wie viel Zeit dies in Anspruch nehme, müsse 

von Fall zu Fall geprüft werden. Eine allgemeingültige Regel, wann der Tod eines 

geliebten Menschen als überwunden zu gelten habe, könne nicht aufgestellt werden. 

Die späteren Problematiken wie die psychischen Probleme der Töchter, das plötzliche 

Alleinerzieher-Sein, die Bewältigung der eigenen Trauer, das Begleiten der Trauer der 

Töchter, der Verlust des geregelten Tagesablaufs, das Strafverfahren und die 

Verurteilung usw. könnten bei der Adäquanzbeurteilung nicht berücksichtigt werden. 

Zu beurteilen sei nur, ob das Schreckereignis geeignet gewesen sei, 9.5 Jahre später 

eine Erwerbsunfähigkeit und Behandlungsbedürftigkeit hervorzurufen. Dies könne 

verneint werden.

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B.c  Mit Replik vom 25. September 2012 (act. G 7) und Duplik vom 15. Oktober 2012 

(act. G 9) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

B.d  Das Versicherungsgericht zog die Akten der Invalidenversicherung betreffend den 

Beschwerdeführer bei. Die Beschwerdegegnerin äusserte sich dazu in einem Schreiben 

vom 19. November 2012 (act. G 14). 

Erwägungen:

1. 

Streitig ist, ob die beim Beschwerdeführer vorliegenden gesundheitlichen/psychischen 

Beschwerden, welche ab 2008 ärztliche Behandlung erforderten und zu 

Arbeitsunfähigkeit führten, in adäquat-kausalem Zusammenhang zum Unfall vom 21. 

März 1999 stehen. Die Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Voraussetzungen des 

Bestehens eines adäquaten Zusammenhangs zwischen Gesundheitsbeschwerden und 

Unfall im angefochtenen Entscheid (Erw. II.3-II.5) zutreffend dar; darauf ist zu 

verweisen.

2. 

2.1  Dr. med. D.___, Internist FMH, vermerkte im Bericht vom 12. Juni 1999 als Befund 

eine schwere reaktive Verstimmung mit Schuldgefühl. Er habe den Beschwerdeführer 

an einen Psychiater überwiesen (UV-act. M1 Beilage). Dr. C.___ bestätigte am 7. Mai 

2010 gestützt auf die bei ihm ab März 1999 erfolgten Behandlungen die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung (UV-act. M3). Dr. med. G.___ berichtete am 16. 

Juni 2010, er behandle den Beschwerdeführer seit 24. Oktober 2008. Es handle sich 

um eine depressive Entwicklung, initial als Belastungsreaktion und aktuell (vom 

Ausprägungsgrad und von der Dauer her) als rezidivierende affektive Störung zu 

werten. Die Befunde und Diagnose stünden überwiegend wahrscheinlich in einem 

Kausalzusammenhang zum Todesereignis der Ehefrau von 1999. Das Unfallereignis 

habe einen grossen Einschnitt im Leben des Beschwerdeführers bedeutet. Es hätten 

sich mehr oder weniger bewusste ausgeprägte Schuldgefühle entwickelt. Sowohl der 

weitere berufliche Werdegang als auch die weitere Beziehungsgestaltung zu seinen 

Töchtern (die beide später an Anorexia nervosa erkrankten) stünden aus 

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psychologischer Sicht sehr wahrscheinlich in direktem Zusammenhang zu diesem 

Ereignis. Nebst diesem bedeutungsvollsten "life event" hätten auch andere 

unfallfremde Ursachen zum heutigen Gesundheitszustand beigetragen, wie weitere 

psychosoziale Belastungsfaktoren (beruflich und finanziell, Beziehungsprobleme) oder 

erhöhte Vulnerabilität durch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale. Der Entstehung der 

rezidivierenden depressiven Störung liege ein multifaktorieller Pathomechanismus 

zugrunde. Das Unfallereignis von 1999 bilde Teilursache der heute noch vorhandenen 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die psychosozialen Faktoren stünden letztlich 

mit dem Verlustereignis von 1999 im Zusammenhang. Der prozentuale Beitrag der 

prämorbiden Persönlichkeitsmerkmale zum aktuellen Heilungsverlauf könne nicht 

objektiv geschätzt werden. Ohne Unfall und ohne weitere schwerwiegende 

psychosoziale Belastungsfaktoren hätte sich vermutlich gar nie eine rezidivierende 

depressive Störung entwickelt. Aufgrund des bisherigen Verlaufs mit partieller 

Therapieresistenz könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 

wesentlichen weiteren Zustandsbesserung (oder Remission) ausgegangen werden, 

sondern allenfalls von einer Symptomreduktion und einer gewissen Funktionserhaltung. 

Vermutlich könnten weitere psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungen dazu 

beitragen, seinen Gesundheitszustand bzw. seine Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Vom 17. 

Oktober 2008 bis 31. Januar 2009 habe eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, 

vom 1. Februar 2009 bis 31. März 2010 eine solche von 40% und danach von 50% 

(UV-act. M4). Diese Angaben bestätigte der Arzt am 12. August 2010 zuhanden der IV 

und hielt zusätzlich fest, dass eine behinderungsangepasste Tätigkeit von täglich ca. 

vier bis sechs Stunden mit (relativ zu früher) deutlich weniger verantwortungsvollen und 

intellektuell fordernden Aufgaben in den letzten beiden Jahren wahrscheinlich möglich 

gewesen wäre und auch künftig sein werde (IV-act. 41).

2.2  Der Vertrauensarzt Dr. F.___ hielt in einem Aktenbericht zuhanden der 

Beschwerdegegnerin vom 17. August 2010 unter anderem fest, aufgrund der 

vorliegenden Untersuchungsakten könne nicht von einem Rückfall ausgegangen 

werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls oder einer Spätfolge könne lediglich zu 

wenigen Prozenten rein hypothetisch vermutet werden. Bereits auf der Notfallstation 

des Kantonsspitals E.___ habe der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis vom 21. 

März 1999 in psychiatrischer Hinsicht offensichtlich keinen auffälligen Eindruck 

hinterlassen, so dass eine weitere Behandlung nicht notwendig gewesen sei. Eine 

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körperliche Verletzung habe praktisch nicht resultiert. Die Behandlung bei Dr. C.___ sei 

bereits nach 10 Sitzungen beendet worden. Die Beratung bei einer Psychologin sei 

ebenfalls im Jahr 2000 zu Ende gegangen. Danach hätten bis zur ersten Konsultation 

bei Dr. G.___ am 24. Oktober 2008 keine weiteren psychiatrischen Behandlungen mehr 

stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe nach dem Unfallereignis auch voll 

gearbeitet. Nach den Angaben von Dr. G.___ hätten beträchtliche psychosoziale 

Faktoren vorgelegen (Krankheit der Töchter, finanzielle Probleme wegen der 

Geschäftsgründung), welche unabhängig vom Unfallereignis zu behandeln seien. 

Bereits vor dem Unfallereignis habe der Beschwerdeführer unter einer Schiessangst 

gelitten, weswegen er militärdienstuntauglich erklärt worden sei. Dass neuneinhalb 

Jahre nach dem Unfall ein Rückfall postuliert werde, sei nicht als realistisch zu 

beurteilen, wenn der Beschwerdeführer zuvor in der Lage gewesen sei, sein Leben 

auch in beruflicher Hinsicht zu bewältigen. Es könne höchstens eine diskrete 

Mitbeteiligung des Unfalls vom 21. März 1999 angeführt werden, ohne dass dieses 

Ereignis aktuell wieder in den Vordergrund geschoben werden könne (UV-act. M5). Im 

Rahmen einer Abklärung Selbständigerwerbende der IV vom 22. Oktober 2010 hielt die 

Abklärungsperson unter anderem fest, als Selbständigerwerbender habe der 

Beschwerdeführer "keine besonderen Einkommen" erzielten können. Es sei unklar, 

wieso er sich nicht wieder um eine unselbständige Tätigkeit (Rückkehr zur früheren 

Arbeitgeberin) bemüht habe. Der Betätigungsvergleich (selbständige Tätigkeit) ergab 

eine Einschränkung von 75% (IV-act. 45).

2.3  Eine Begutachtung des Beschwerdeführers in der Klinik für Psychiatrie und 

Psychotherapie am Universitätsspital Zürich ergab gemäss Bericht vom 20. Mai 2011 

die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, seit dem Autounfall 1999 

bestehend, mit aktuell mittelschwerer depressiver Episode mit somatischem Syndrom 

sowie einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), seit dem Autounfall 1999 

bestehend mit Exazerbation 2005. Bereits seit dem Unfall sei eine depressive 

Entwicklung beschrieben mit schwankendem Verlauf zwischen leichtgradigen, 

mittelgradigen und schwergradigen depressiven Symptomen. Deutlich werde jedoch, 

dass es zwischen den einzelnen Episoden keine ausreichende Remission ohne 

depressive Symptomatik gegeben habe und somit sich ein chronisch depressives 

Zustandsbild eingeschlichen habe, welches auch durch die ambulante psychiatrische 

Behandlung nur ansatzweise zu beeinflussen gewesen sei. Zusätzlich bestehe beim 

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Beschwerdeführer eine stark ausgeprägte, quälende Schuldthematik nach dem selbst 

verschuldeten Autounfall. Bis zum heutigen Tag würden ihn diese Schuldgefühle 

umtreiben. Aufgrund der Aktenlage sei davon auszugehen, dass er vor dem Unfall 1999 

gesund und voll leistungsfähig gewesen sei. Nach dem Tod der Ehefrau habe er 

versucht, sich über seine Arbeit zu stabilisieren, was zeitweilig ansatzweise gelungen 

sei. Die psychischen Erkrankungen der Töchter, die dadurch auch zunehmenden 

Schuldgefühle und die gerichtlichen Untersuchungen einschliesslich der Verurteilung 

wegen fahrlässiger Tötung hätten zu einer zunehmenden Beeinträchtigung (Störungen 

der Konzentration, der Aufmerksamkeit und des Antriebs) in seinen beruflichen und 

familiären Funktionen durch die depressive Symptomatik geführt. Die Schuldgefühle, 

Schamgefühle und zunehmenden depressiv gefärbten Ängste seien nicht mehr 

vereinbar gewesen mit den leitenden, verantwortungsvollen Kadertätigkeiten und dem 

Konkurrenzkampf in der Führungsebene. Die Entscheidung zur Selbständigkeit sei 

insbesondere vom Wunsch nach Entlastung und höherer Flexibilität getrieben 

gewesen. Die Einsamkeit und das Auf-sich-gestellt-sein in der Selbständigkeit ab 2005 

hätten dann jedoch zu einer Akzentuierung der depressiven Symptomatik und die 

zunehmende Gefangenheit in einem Teufelskreis aus depressiver Symptomatik, 

verminderter Leistungsfähigkeit, vermehrten Insuffizienzgefühlen und erhöhten 

existenziellen Ängsten zu wiederum vermehrter depressiver Symptomatik geführt. 

Diese Negativspirale halte bis zum heutigen Zeitpunkt an. Sodann bestünden 

ausgeprägte und alltagsrelevante Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung 

bereits seit dem Todesfall der Ehefrau. Bei vielen Patienten komme es, nach primärer 

Stabilisierung, Jahre nach dem Ereignis zum Auftreten der psychischen Erkrankungen, 

erst dann mit massiver Beeinträchtigung des täglichen Lebens und der Arbeitsfähigkeit. 

Der Verlauf der Erkrankung sei plausibel und konsistent nachvollziehbar. Auch die 

bestehende Komorbidität der depressiven Störung und der PTBS sei gut belegt und 

nachgewiesen. Schwierig sei natürlich, dass sich die beiden Störungen gegenseitig 

verstärken und beeinflussen würden. Der Beschwerdeführer könne glaubhaft schildern, 

dass er die ersten Jahre nach dem Unfall seine depressive Symptomatik durch 

Vermeidung und Ablenkung durch die Arbeit zu kontrollieren versucht habe, was ihm 

teilweise gelungen sei. Dass er sich innerpsychisch wegen massiver Trauer, 

Schuldgefühlen sowie Albträumen und Intrusionen bezüglich des Unfalls stets 

depressiv und überfordert gefühlt habe, könne er erst jetzt erkennen, da retrospektiv 

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die Situation in der Psychotherapie analysiert worden sei. Durch den sozialen Rückzug 

durch die Selbständigkeit mit reduziertem und selbst zu organisierendem 

Arbeitspensum habe er die vorübergehende Stabilisierung und Ablenkung durch die 

Arbeit nicht mehr aufrecht erhalten können, was schätzungsweise seit 2005 zur 

Verschlechterung der Symtome der PTBS und der depressiven Symptomatik geführt 

habe. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit in einer hohen, verantwortungsvollen Kaderposition. 

Wahrscheinlich sei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bereits in den 

Jahren vor 2005, mindestens jedoch seit 2001 um mindestens 20% reduziert gewesen. 

Die Arbeitsfähigkeit in der selbständigen Tätigkeit als Berater werde mit 30% attestiert. 

Für eine optimal angepasste Tätigkeit mit Struktur, ohne grosse Verantwortung, ohne 

Zeitdruck und mit Berücksichtigung der psychiatrischen Einschränkungen könne 

aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert werden. Diese sollte auch 

perspektivisch steigerbar sein. Eine genaue Prognose dahingehend sei noch nicht 

möglich. Eine Reevaluation sei innerhalb von zwei Jahren vorzunehmen. Der 

Beschwerdeführer könne sich vorstellen, in der Gemeinde oder einer sozialen 

Einrichtung mitzuarbeiten und scheine dafür sehr motiviert zu sein. Die Weiterführung 

der regelmässigen ambulanten psychiatrischen Behandlung werde empfohlen. Zu 

diskutieren sei auch die Möglichkeit eines tagesklinischen Therapieeinsatzes. Die 

derzeitige selbständige Tätigkeit sei nicht als positiv für den Exploranden zu bewerten 

(IV-act. 53 S. 58-68).

3. 

3.1  Die Annahme eines Unfalls bei schreckbedingten plötzlichen Einflüssen auf die 

Psyche setzt voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, 

verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische 

Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des 

Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden 

Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des 

seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen hervorzurufen. Auch 

bei Schreckereignissen kann nicht nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden 

Menschen als Vergleichsgrösse dienen, sondern es ist auf eine "weite Bandbreite" von 

Versicherten abzustellen (BGE 129 V 177 Erw. 2.1; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 Erw. 2.2). 

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Die Beurteilung der Adäquanz zwischen Schreckereignissen, bei welchen die 

versicherte Person zwar (auch) körperliche Beeinträchtigungen davonträgt, diese 

indessen nicht entscheidend ins Gewicht fallen, und psychischen Schäden hat nach 

der allgemeinen Adäquanzformel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine 

Lebenserfahrung) zu erfolgen (SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 Erw. 2.4 mit Hinweisen). An 

den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Schreckereignissen und 

nachfolgenden psychischen Beschwerden werden hohe Anforderungen gestellt. 

Andererseits ist der Versicherungsschutz wie erwähnt einer weiten Bandbreite von 

Versicherten zu gewähren (BGE 129 V 177 Erw. 3.3 mit Hinweisen; SVR 2008 UV Nr. 7 

S. 22 E. 2.5, je mit Hinweisen).

3.2 

3.2.1  Vorliegend ist im Zusammenhang mit dem Unfall vom 21. März 1999 

unbestrittenermassen von einem Schreckereignis auszugehen. Die 

Beschwerdegegnerin anerkannte dementsprechend ihre Leistungspflicht für den 

Grundfall. Streitig ist hingegen, ob auch die vom Beschwerdeführer als Spätfolge des 

Ereignisses gemeldeten gesundheitlich-psychischen Probleme in einem natürlichen 

und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall von 1999 stehen. Die psychischen 

Beschwerden führten gemäss Bescheinigung von Dr. G.___ seit Oktober 2008 zu einer 

Behandlungsbedürftigkeit mit Arbeitsunfähigkeit.

3.2.2  Die natürliche (teilweise) Unfallkausalität der psychischen Befunde wurde im 

Gutachten des Universitätsspitals sowie von Dr. G.___ bestätigt, vom Vertrauensarzt 

Dr. F.___ hingegen verneint. Die Gutachterinnen des Universitätsspitals leiteten ihre 

Schlussfolgerungen mit ausführlicher Begründung her und äusserten sich auch zu den 

früheren ärztlichen Stellungnahmen. Sie wiesen darauf hin, dass ihre klinische 

Einschätzung mit den Beurteilungen des behandelnden Psychiaters Dr. G.___ 

weitgehend übereinstimme. Die beim Beschwerdeführer seit dem Unfall bestehende 

PTBS sei jedoch massiv unterschätzt und auch noch nicht ausreichend behandelt 

worden. Die Einschätzung von Dr. F.___ werde aus den im Gutachten (vgl. 

insbesondere S. 58-63) dargelegten Gründen nicht geteilt. Er führe aus, dass kein 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und der verzögerten Verschlechterung der 

Depression und der PTBS bestehe. Dabei hätten initial klare Symptome einer akuten 

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Belastungsstörung bestanden, die auch mit EMDR-Traumatherapieverfahren zu 

behandeln versucht worden seien. Nur wegen der nicht angepassten Therapietechnik 

und der Persönlichkeit des Therapeuten sei damals die Traumatherapie abgebrochen 

worden, nicht wegen Beschwerdefreiheit. Auch sei ein typischer verzögerter 

sekundärer Ausbruch oder eine erneute Verschlechterung nach vorübergehender 

Stabilisation einer Traumastörung sehr klassisch und widerspreche nicht dem 

Kausalzusammenhang mit dem die PTBS und die komorbide depressive Störung 

auslösenden Unfallereignis 1999. Bei dem vorher psychisch gesunden Exploranden sei 

davon auszugehen, dass er ohne den selbst verursachten Unfall mit Tod der Ehefrau 

und dem Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung nicht mit der gegebenen 

Gesundheitsentwicklung einhergegangen wäre. Hinweise auf eine leichte Burnout-

Symptomatik, wie von Dr. G.___ beschrieben, habe es vor 1999 vielleicht ansatzweise 

gegeben. Ohne die beschriebenen Traumaerlebnisse sei jedoch davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer damals über genügend Copingstrategien verfügt hätte, um 

sich wieder zu stabilisieren und ein normales Arbeitspensum zu absolvieren. Die 

depressive Störung habe sich als komorbide Störung zur PTBS als pathologische 

Anpassung an die Unfallsituation entwickelt. Die von Dr. F.___ erwähnte Schiessangst 

könne im aktuellen Zusammenhang vernachlässigt werden; es sei kein Zusammenhang 

ersichtlich zwischen den aktuellen Beschwerden und der Schiessangst (IV-act. 53 S. 

63f).

3.2.3  Der RAD-Arzt Dr. med. H.___ vermerkte am 9. August 2011, die Stärke des 

Gutachtens des Universitätsspitals liege vor allem in der ausführlichen Recherche der 

langen Vorgeschichte unter Einbezug der bisherigen Therapeuten (IV-act. 54). Die IV 

stellte für die Berentung auf das Gutachten ab (IV-act. 70, 73). Konkrete Anhaltspunkte 

dafür, dass es auf unzutreffenden Sachverhalts-Annahmen oder Wertungen beruhen 

könnte, sind aus den Akten nicht ersichtlich. Wenn Dr. F.___ vermerkt, dass der 

Beschwerdeführer nach dem Unfall 1999 auf der Notfallstation des Kantonsspitals 

E.___ in psychiatrischer Hinsicht keinen auffälligen Eindruck hinterlassen und eine 

weitere Behandlung nicht erforderlich gewesen sei (UV-act. M5 S. 4 Ziff. 1), so vermag 

diese Feststellung zur Beantwortung der hier streitigen Spätfolgenkausalität 

offensichtlich nichts beizutragen. Das Vorbringen von Dr. F.___, die beim 

Beschwerdeführer vorliegenden psychsozialen Faktoren seien unabhängig vom 

Unfallereignis zu betrachten (UV-act. M5 S. 5), trifft insofern nicht zu, als die 

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psychosozialen Faktoren (Krankheit der Töchter, finanzielle und berufliche Probleme, 

Beziehungsprobleme) letztlich mit dem Verlustereignis von 1999 teilweise in 

Zusammenhang stehen (UV-act. M4 S. 4) bzw. daraus teilursächlich resultieren und 

sich wechselseitig beeinflusst haben dürften (vgl. IV-act. 53 S. 59). Im Gutachten des 

Universitätsspitals findet sich sodann plausibel begründet, dass ein Beschwerdebild, 

wie es konkret zur Diskussion steht, nach primärer psychischer Stabilisierung Jahre 

nach dem Ereignis zu Tage treten kann und es sich um einen typischen sekundär 

verzögerten Krankheitsausbruch handelt (UV-act. 53 S. 62). Angesichts dieses 

Sachverhalts ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Bestehen eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom März 1999 und den psychischen 

Spätfolgen mit Behandlung und Arbeitsunfähigkeit ab 2008 auszugehen. Die 

Aktenbeurteilung von Dr. F.___ ist nicht geeignet, dies in Zweifel zu ziehen, zumal die 

gutachterliche Klärung von Fragen mit psychiatrischem Hintergrund in aller Regel eine 

persönliche Untersuchung der betroffenen Person voraussetzt (vgl. RKUV 2001 U 438, 

345 [U 492/00 E. 3d]).

3.3 

3.3.1  Hinsichtlich der Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist zunächst festzuhalten, 

dass das von der Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang zitierte Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. April 2005, U 390/04, vom Sachverhalt her nicht mit dem 

vorliegend zur Diskussion stehenden Ereignis verglichen werden kann. Dort ging es um 

einen nächtlichen Überfall auf eine Frau durch einen alkoholisierten Mann. Dieses 

Ereignis war gemäss Urteil nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, 

langjährige Angst- und depressive Zustände auszulösen, weshalb die 

Leistungseinstellung des Unfallversicherers bestätigt wurde (Urteil, a.a.O., E. 2.1). Nicht 

vergleichbar mit den vorliegenden Umständen ist auch der dem Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. April 2008, U 593/06, zugrunde liegende Sachverhalt (Kellner 

wird Opfer eines Raubüberfalls). Die von der Beschwerdegegnerin in der Duplik (act. G 

9 Begründung Ziff. 4) zitierte Literaturstelle (David Weiss, Die Qualifikation von 

Schreckereignissen als Unfall nach Art. 4 ATSG, in: SZS 2007, S. 47 [Ziff. 3.1] und 55 

[Ziff. 3.9]) bezieht sich auf die - vorliegend allseits bejahte - Frage, ob ein 

Schreckereignis mit anschliessendem psychischem Schock zu bejahen sei, nicht 

jedoch auf die Frage der Kausalität von psychischen Spätfolgen bei anerkanntem 

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Schreckereignis. Der erwähnte Autor handelt die Frage der Adäquanz bei 

Schreckereignissen weiter unten (Ziff. 4) ebenfalls ab. Bei seiner Feststellung, dass ein 

Unfallerlebnis "erfahrungsgemäss in der Regel mit der Zeit psychisch verarbeitet" 

werde (David Weiss, a.a.O., S. 56), nimmt er jedoch einzig Bezug auf ein Urteil des EVG 

vom 11. April 2005, U 180/04, E. 3.2, welchem als Sachverhalt eine Kollision zwischen 

einem Auto und einer Fussgängerin zugrunde lag, in deren Folge beim Autolenker 

psychische Störungen auftraten.

3.3.2  Das Ereignis, bei welchem die Ehefrau des Beschwerdeführers in dessen Beisein 

sowie in Anwesenheit der Tochter noch am Unfallort verstarb (vgl. dazu E. A.a sowie 

IV-act. 27-10/24 [Angaben der Auskunftsperson] und 27-20/24f), war für den 

Beschwerdeführer im Sinn eines "grossen Einschnitts" (vgl. UV-act. M4 S. 4) sehr 

eindrücklich. Aus objektiver Sicht ist diese Eindrücklichkeit ebenfalls zu bejahen, 

weshalb von einer Eignung des Ereignisses, langfristige seelische Auswirkungen zu 

zeitigen, mit Blick auf die Darlegungen von Dr. G.___ und im Gutachten des 

Universitätsspitals grundsätzlich auszugehen ist. Auch der Vertrauensarzt Dr. F.___ 

zieht im Übrigen eine Mitbeteiligung des Unfalls an den psychischen 

Gesundheitsproblemen des Beschwerdeführers in Betracht, wobei er diese 

Mitbeteiligung nur als "diskret" und nicht im Vordergrund stehend erachtet (UV-act. M5 

S. 6). Zum Gutachten des Universitätsspitals nahm er keine Stellung.

3.3.3  Die Beschwerdegegnerin begründet die Verneinung der Adäquanz unter 

anderem damit, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall während Jahren nicht in 

Behandlung und arbeitsfähig gewesen sei. Hinsichtlich der erwerblichen Umstände in 

den Jahren von 1999 bis 2008 lässt sich den Akten entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer nach dem Unfall weiterhin bei der B.___ AG tätig war, wobei die 

Jahreseinkommen in den Jahren 1999 bis 2002 sich auf dem gleichen Niveau wie die 

Einkommen in den Jahren vor dem Unfall bewegten. Nach Auflösung dieses 

Arbeitsverhältnisses auf Ende April 2002 (Kündigung durch ihn selbst) nahm er eine 

Tätigkeit bei der Treuhandunternehmung I.___ auf. Die daraus resultierenden 

Jahreseinkommen lagen ebenfalls auf dem früheren langjährigen Niveau (IV-act. 

18-2/3). Dieses Arbeitsverhältnis kündigte er im Jahr 2005 (IV-act. 22-12/41). In der 

danach ab April 2005 ausgeübten Tätigkeit als selbständiger Berater ergaben sich 

lediglich noch geringe Jahreseinkommen (IV-act. 18-2/3). Dr. G.___ vermerkte als 

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anamnestische Angabe des Beschwerdeführers, dass sich die erneute berufliche 

Neuorientierung im Jahr 2005 im Zug eines internen Machtgerangels bei der bisherigen 

Arbeitgeberin ergeben und er sich im Rahmen der Firmengründung 

Pensionskassengelder habe auszahlen lassen (IV-act. 41-2/9). In einem Schreiben an 

die IV vom 2. November 2010 erklärte der Beschwerdeführer unter anderem, in den 

Jahren bis zum Austritt bei B.___ im Jahr 2002 habe ihn die Trauerarbeit über den 

Verlust seiner Gattin und die Probleme mit seinen Kindern mehr oder weniger existieren 

lassen und er habe sich in die Arbeit geflüchtet, sei aber psychisch und physisch schon 

ziemlich angeschlagen gewesen. Dem Ausbruch aus den gewohnten Pfaden bei B.___ 

sei dann eine angespannte Situation bei I.___ gefolgt (Änderungen im Management, 

Weggang von direkten Ansprechpartnern, Gerangel um verbleibende Mandate durch 

Übernahme einer grösseren Anzahl von Partnern bei Arthur Andersen). Mit dem damals 

auch aus gesundheitlicher Sicht erfolgten Austritt bei I.___ und der Aufnahme einer 

selbständigen Tätigkeit sei das Einkommen massiv gesunken (IV-act. 45-10/14). Seit 

2009 war der Beschwerdeführer im individuellen Konto (IK) als Nichterwerbstätiger 

eingetragen (IV-act. 18-2/3).

3.3.4  Bezüglich Traumaerfahrung erachtete das Gutachten des Universitätsspitals 

vorab die Reaktion auf den unerwarteten Todesfall des Vaters erwähnenswert, in 

welcher der Beschwerdeführer als Jugendlicher ebenfalls die Trauerphase mit primärer 

Stabilisierung, Vermeidung bzw. Ablenkung durch Arbeit bewältigt habe, damals aber 

ohne psychopathologische Folgestörung (IV-act. 53 S. 64). Eine vergleichbare 

Verarbeitungs-Strategie wandte der Beschwerdeführer offensichtlich auch nach dem 

Unfall von 1999 an. Hierzu wurde im Gutachten ausgeführt, nach akuter Phase habe 

sich der Explorand durch die Arbeit vorübergehend ablenken und stabilisieren können. 

Innerlich habe es aber seit dem Unfall bis heute ganz anders ausgesehen. Er sei seit 

1999 immer verzweifelt, einsam, traurig und überfordert gewesen, sei mit dem Unfall 

und den Folgen kaum klar gekommen, habe stets darunter gelitten, habe aber nach 

aussen den Schein zu wahren versucht (IV-act. 53 S. 49). Die posttraumatischen 

Symptome seien nie vollständig verschwunden gewesen und hätten insbesondere 

nach versuchter Selbständigkeit exazerbiert. Insgesamt zeige sich damit ein typischer 

sekundär verzögerter Krankheitsausbruch einer posttraumatischen Belastungsstörung, 

wenn die Tagesstruktur und sozialen Kontakte, wie sie zuvor im Rahmen der 

Arbeitssituation gegeben gewesen seien und primär zur Stabilisierung der psychischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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Befindung und des Selbstwerts gedient hätten, wegfallen würden. Der Verlauf der 

Erkrankung sei plausibel und konsistent nachvollziehbar (IV-act. 53 S. 61f). Angesichts 

dieser Umstände erscheint das Ereignis vom März 1999 nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung - worunter konkret insbesondere auch die im Gutachten des 

Universitätsspitals dargelegte medizinische Erfahrung und die daraus gezogene 

Schlussfolgerung (IV-act. 53 S. 69) zu subsumieren sind - als geeignet, acht Jahre nach 

dem Ereignis Spätfolgen im Sinn der Behandlungsbedürftigkeit von psychischen 

Beschwerden mit Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Die gutachterlichen Feststellungen 

zeigen auch auf, dass das Ereignis nicht erst 9.5 Jahre später zu einer Störung des 

seelischen Gleichgewichts führte (vgl. act. G 3 S. 6), sondern dass die Störungen latent 

(verdeckt) während der ganzen Zeit nach dem Unfall vorhanden waren. Wenn die 

Beschwerdegegnerin festhalten lässt, dass die späteren Problematiken (psychische 

Probleme der Töchter, plötzliches Alleinerzieher-Sein des Beschwerdeführers, 

Bewältigung der eigenen Trauer, das Begleiten der Trauer der Töchter, der Verlust des 

geregelten Tagesablaufs, das Strafverfahren) bei der Adäquanzbeurteilung nicht 

berücksichtigt werden könnten (act. G 3 S. 6), so ist zu beachten, dass diese Faktoren 

- wie bereits erwähnt (E. 3.2.3) - mit dem Verlustereignis von 1999 in Zusammenhang 

stehen (UV-act. M4 S. 4) bzw. daraus resultierten und sich wechselseitig beeinflussten 

(vgl. IV-act. 53 S. 59). In diesem Sinn müssen sie auch in die Adäquanzbeurteilung, 

welche Spätfolgen zum Gegenstand hat, mit einfliessen. Der Umstand, dass die 

Spätfolgenkausalität unter Umständen nur eine Teilkausalität darstellt und andere 

Ursachen mitwirkten, vermag an der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nichts 

zu ändern (vgl. Art. 36 UVG). Soweit im Übrigen im Gutachten des Universitätsspitals 

ein richterlicher Schuldspruch bzw. eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung 

unterstellt wurde (IV-act. 53 S. 59 und 64), trifft dies nicht zu, denn von einer 

Bestrafung des Beschwerdeführers (fahrlässige Tötung) wurde wegen der unmittelbar 

gravierenden Folgen des Ereignisses für ihn selbst abgesehen (IV-act. 27-22/24). Dies 

vermag jedoch den Beweiswert des Gutachtens nicht in Frage zu stellen.

4. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 15. Mai 2012 

in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zur Prüfung der Versicherungsleistungen aus der ab 2008 

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aufgetretenen Behandlungsbedürftigkeit und Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. 

a ATSG). Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese - wie in 

vergleichbaren Verfahren üblich - auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 15. Mai 2012 

aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung der 

Versicherungsleistungen aus der ab 2008 aufgetretenen Behandlungsbedürftigkeit und 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers zurückgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 4'000.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2013
	Art. 4 ATSG. Art. 6 UVG. Prüfung der Frage der Unfallkausalität von psychischen Spätfolgen im Fall eines als Unfall anerkannten Schreckereignisses (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2013 UV 2012/58). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_593/2013.

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