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**Case Identifier:** c4a9112e-5d4a-57a9-b279-c842d7a42f97
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.06.2020 720 19 344/139
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-344-139_2020-06-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. Juni 2020 (720 19 344 / 139) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Yves Waldmann, 
Advokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1963 geborene A.____ hatte sich im August 2016 unter Hinweis auf psychische 
Gesundheitsbeeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug 
von Leistungen angemeldet. Nach Vornahme der erforderlichen Abklärungen lehnte die IV-
Stelle Basel-Landschaft das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 12. Dezember 2016 mit der 
Begründung ab, dass beim Versicherten von einer vollen Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit aus-
zugehen sei. Eine Invalidität im Sinne des Gesetzes sei damit nicht ausgewiesen, so dass kein 

 

 
 
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Anspruch auf berufliche Massnahmen oder eine Invalidenrente bestehe. Diese Verfügung er-
wuchs unangefochten in Rechtskraft.  
 
Am 24. April 2017 (Eingang) meldete sich A.____, wiederum unter Hinweis auf psychische Ge-
sundheitsbeeinträchtigungen, erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an, worauf diese 
weitere Abklärungen - insbesondere zum aktuellen Gesundheitszustand des Versicherten - vor-
nahm. Unter anderem holte sie bei PD Dr. med. B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
das fachärztliche Gutachten vom 29. Juni 2018 ein. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Exper-
tise und eine ergänzende Stellungnahme des Gutachters vom 20. März 2019 lehnte die IV-
Stelle - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 13. September 2019 
einen Rentenanspruch von A.____ mit der Begründung ab, es habe keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit festgestellt werden können. 
 

B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Yves Waldmann, 
am 16. Oktober 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es 
sei ihm eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklä-
rung an die IV-Stelle zurückzuweisen, subeventualiter sei ein gerichtliches Obergutachten ein-
zuholen; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Dezember 2019 beantragte die IV-Stelle die Abwei-
sung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine weitere, bei PD 
Dr. B.____ eingeholte Stellungnahme vom 7. November 2019 bei. 
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer in seiner Rep-
lik vom 7. Februar 2020 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesent-
lichen bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle wiederum beantragte in ihrer Duplik vom 
10. März 2020 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 16. Oktober 2019 ist demnach einzutreten. 
 

 

 
 
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2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung einen An-
spruch des Versicherten auf eine Invalidenrente zu Recht verneinte.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.1 Nach ständiger Rechtsprechung kann eine versicherte Person nicht erwerbsunfähig 
(Art. 7 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] 
vom 6. Oktober 2000) und mithin nicht invalid im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG sein, wenn sie 
nicht aus gesundheitlichen Gründen mindestens teilweise arbeitsunfähig ist (Art. 6 ATSG; Urteil 
des Bundesgerichts vom 8. August 2016, 9C_280/2016, E. 2 mit Hinweis auf BGE 105 V 139 
E. 1b).  
 
3.2 Art. 6 ATSG definiert die Arbeitsunfähigkeit als die durch eine Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, 
im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich be-
rücksichtigt (Satz 2).  
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall 
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinwei-
sen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

 

 
 
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Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
5. Zu ergänzen bleibt, dass nach der Rechtsprechung die Annahme einer allenfalls invali-
disierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte 
Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraussetzt (BGE 
131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Dabei ist zu betonen, dass im Kontext der renten-
mässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie sozio-
kulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden 
im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizini-
sches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine 
psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale 
Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der 
versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und 
einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch 
eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also 
nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, 
ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zu-
mutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 
102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
6.1 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des aktuellen Gesundheitszustands und der Arbeitsfä-
higkeit des Versicherten bei PD Dr. B.____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, das dieser 
am 29. Juni 2018 erstattete. Darin gelangte der Experte zur Auffassung, dass beim Versicher-
ten aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben 
werden könne. Als Leiden ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte der Gutach-
ter einen hohen Verdacht auf eine artifizielle Störung (ICD-10 F68.1).  

 

 
 
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In seiner Beurteilung legte PD Dr. B.____ ausführlich dar, weshalb beim Versicherten - entge-
gen der von mehreren behandelnden Ärzten vertretenen Auffassung - keine schizophrene Er-
krankung vorliege. Zunächst sei, so der Gutachter, zu erwähnen, dass der Explorand im objek-
tiven Psychostatus weitgehend blande Befunde gezeigt habe. Sichtbar gewesen seien einzig 
ein diskret müder Gesichtsausdruck, eine diskret reduzierte Mimik und Gestik, eine diskrete 
Affektverarmung und eine diskret verhaltene affektive Schwingungsfähigkeit. Eine Affektverfla-
chung oder gar eine Affektstarre, wie sie sich häufig, um nicht zu sagen regelhaft, bei schizo-
phrenen Patienten nachweisen liessen, fehle bei diesem Exploranden. Er sei affektiv jederzeit 
gut spürbar, was bei einer langdauernden schizophrenen Erkrankung höchst ungewöhnlich wä-
re. Im affektiven Rapport würden sich keinerlei Besonderheiten ergeben. Zu erwähnen sei fer-
ner, dass der Explorand formalgedanklich keinerlei Auffälligkeiten gezeigt habe. Insbesondere 
habe keinerlei Desorganisiertheit im Sinne einer Zerfahrenheit, einer Inkohärenz oder einer 
Ideenflucht vorgelegen. Sodann sei aber auch darauf hinzuweisen, dass der Explorand im klini-
schen Eindruck in seiner Intelligenz wie auch in seinen allgemeinen kognitiven Ressourcen kei-
ne relevanten Einbussen gezeigt habe. Er habe präzise über seine Berufsanamnese Auskunft 
geben können, insbesondere auch über seine Arbeitstätigkeiten als selbständiger Geschäfts-
führer und auch über die erzielten Einnahmen. Im objektiven Psychostatus hätten zudem jegli-
che Hinweise für eine sogenannte psychotische Negativsymptomatik gefehlt, die man bei einer 
postulierten langjährigen schizophrenen Erkrankung auf jeden Fall erwarten müsse. So zeige 
der Explorand in all jenen spezifischen objektiven Parametern, die sehr gut die innerpsychische 
Vitalität objektiv abzubilden vermöchten (äusseres Erscheinungsbild, Psycho- und Sprachmoto-
rik, Mimik und Gestik, Denktempo, kognitive Leistungen, Affektverarmung sowie affektive 
Schwingungsfähigkeit) nur in einzelnen dieser Paramater pathologische Auslenkungen, die je-
doch lediglich diskret ausfallen würden. Im objektiven Psychostatus würden sich also nicht die 
geringsten Hinweise dafür ergeben, dass es sich beim Exploranden um einen schizophrenen 
Patienten handle. Sodann sei auch festzuhalten, dass der Versicherte über viele Jahre hinweg - 
und zwar bis März 2016 - als erfolgreicher Geschäftsführer im ersten Arbeitsmarkt habe tätig 
bleiben können. Es wäre einem schizophrenen Patienten in keinster Weise möglich, auch nur 
annähernd jenes Arbeitsvolumen zu tätigen und jene Leistungsfähigkeit abzurufen, wie dies 
dem Exploranden in all den letzten Jahren gut gelungen sei. Die deutlich reduzierte Leistungs-
fähigkeit sei eine Kardinalvoraussetzung für das Vorliegen einer schizophrenen Erkrankung. 
Zudem sei auch höchst unüblich, dass eine Schizophrenie bei Männern erst im Alter von 
44 Jahren auftrete. Die Vorakten würden von einer Ersterkrankung im Jahr 2007 berichten, da-
mals sei der Explorand 44-jährig gewesen. Sodann stelle sich selbstverständlich die Frage, in-
wiefern auf die subjektiven Angaben des Exploranden zu seinen psychischen Beschwerden 
abgestützt werden könne, und ob diese allenfalls ausreichen würden, um die Diagnose einer 
Schizophrenie, spezifisch einer paranoiden Schizophrenie, zu rechtfertigen. Auffallend sei wäh-
rend der gesamten Begutachtung gewesen, dass es dem Exploranden auch bei wiederholten 
und - unüblicherweise - zahlreichen offenen Nachfragen auch nicht annähernd gelungen sei, 
irgendwelche psychotische Erlebensweisen zu schildern, bis auf die offenbar nur sehr seltenen 
Episoden, in denen er nachts angeblich Mäuse sehe und diese dann mit einem Staubsauger 
entferne. Ebenso sei hervorzuheben, dass die Angaben des Exploranden über den jeweiligen 
Beginn der einzelnen von ihm beschriebenen Symptome äusserst vage und oftmals wider-

 

 
 
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sprüchlich ausgefallen seien. Dies stehe doch in einer ganz erheblichen Inkonsistenz zu seinen 
präzisen Angaben, die er gerade zu seiner Berufsanamnese habe machen können. Auch hier 
könne man ohne Weiteres auf die langjährige und breite klinische Erfahrung abstützen, wonach 
psychotische Patienten, insbesondere, wenn sie schon seit vielen Jahren unter psychotischen 
Symptomen leiden würden, sehr wohl in detaillierter Form über ihre psychotischen Symptome 
berichten könnten. Die Zusammentragung dieser diversen Beurteilungsdimensionen, nämlich 
ein hinsichtlich psychotischer Erkrankungen vollständig blander objektiver Psychostatus, ein 
fragliches subjektives Erleben des Exploranden von lediglich einzelnen psychotischen Sympto-
men, die aber nicht andauern würden, sowie eine über viele Jahre hinweg vollständig erhalte-
nen Funktionalität und Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt bis März 2016 lasse nicht zu, 
dass hier eine schizophrene Erkrankung diagnostiziert werden könne.  
 
Differentialdiagnostisch müsse man aufgrund der aufgeführten multiplen und teilweise erhebli-
chen Inkonsistenzen von einem hohen Verdacht auf eine artifizielle Störung ausgehen. 
 
Letztlich müssten andere Ursachen diskutiert werden, weshalb der Explorand seit März 2016 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit geltend mache, die ihm ärztlicherseits·seither auch attes-
tiert werde. Er habe viele Jahre hinweg erfolgreich als Geschäftsführer gearbeitet und dabei 
während vielen Jahren ein ausserordentlich hohes Einkommen erzielt. Er sei Besitzer von zwei 
Eigentumswohnungen. Im Alter von 54 Jahren blicke er auf eine ausgefüllte, aber auch arbeits-
same Berufsanamnese zurück, die ihn möglicherweise ein Stück weit erschöpft und ermüdet 
habe, die es ihm aber auch ermöglicht habe, sich finanziell weitgehend abzusichern. Mit der 
Geburt seiner Enkelin erfülle den Exploranden nun eine neue Lebensaufgabe. Mit hoher Wahr-
scheinlichkeit habe er seit anfangs 2016 mit seiner Rolle als Berufstätiger im ersten Arbeits-
markt abgeschlossen. Die Hinweise aus den Austrittsberichten der Psychiatrie X.____, vor al-
lem über die erste Hospitalisation im Jahre 2017, würden nach objektiver Würdigung doch soli-
de Hinweise dafür geben, dass hier psychosoziale Aspekte deutlich im Vordergrund stünden. 
Diese seien allerdings mit einer psychiatrischen Erkrankung nicht zu erklären, sondern mit ei-
nem höchst individuellen Entscheid des Exploranden, seine selbständige Tätigkeit aufzugeben. 
 
Im Weiteren hielt PD Dr. B.____ im Abschnitt "Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und 
Belastungen" zusammenfassend fest, dass bei diesem Exploranden aus psychiatrischer Sicht 
keinerlei qualitative Funktionseinbussen vorliegen würden und auch nie vorgelegen hätten.  
 
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter abschliessend aus, beim Exploranden be-
stehe sowohl in seiner bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit aus psychiatrischer 
Sicht eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit. 
 
6.2 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens bat die IV-Stelle PD Dr. B.____ aus fachärztli-
cher Sicht zu den Einwänden des Versicherten Stellung zu nehmen. Mit Schreiben vom 
20. März 2019 kam der Gutachter diesem Ersuchen nach. Dabei anerkannte er, dass nach er-
neuter gründlicher Auseinandersetzung mit dem vorliegenden medizinischen Sachverhalt die 
Diagnose eines hohen Verdachts auf eine artifizielle Störung nicht zutreffend sei. Im Übrigen 
halte er aber an seinen gutachterlichen Ausführungen und an seiner Beurteilung fest, wonach 

 

 
 
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beim Versicherten die Geltendmachung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit mit einer psychi-
schen Erkrankung nicht zu erklären sei.  
 
6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 13. September 2019 bei 
der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollum-
fänglich auf die Ergebnisse, zu denen PD Dr. B.____ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 
29. Juni 2018 (samt ergänzender Stellungnahme vom 20. März 2019) gelangt ist. Sie ging 
demzufolge davon aus, dass beim Versicherten sowohl für die angestammte als auch für eine 
angepasste Tätigkeit keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Gesundheitsschädigung vorlie-
ge. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. 
E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indi-
zien liegen hier keine vor. Das psychiatrische Gutachten von PD Dr. B.____ vom 29. Juni 2018 
weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt 
wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unter-
suchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten ab-
gegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der 
Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen ab-
weichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen über-
zeugend. Insbesondere legt der Gutachter schlüssig dar, weshalb beim Versicherten - entgegen 
der von mehreren behandelnden Ärzten vertretenen Auffassung - keine schizophrene Erkran-
kung vorliegt.  
 
6.4 Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, das vorstehende Beweis-
ergebnis in Frage zu stellen.  
 
6.4.1 Nach Auffassung des Versicherten steht die Stellungnahme von PD Dr. B.____ vom 
20. März 2019 im Widerspruch zu seinem Gutachten, weshalb letzterem kein Beweiswert zu-
kommen könne. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor), anerkannte der Experte darin, dass 
die im Gutachten erhobene Diagnose eines hohen Verdachts auf eine artifizielle Störung nicht 
zutreffend sei. Daraus kann nun aber klarerweise kein Widerspruch zum ursprünglichen Gut-
achten abgeleitet oder sogar auf dessen Unverwertbarkeit geschlossen werden, zumal der Ex-
perte in der genannten Stellungnahme explizit an seinen übrigen gutachterlichen Ausführungen 
und an seiner Beurteilung festhielt, wonach beim Versicherten die Geltendmachung einer voll-
ständigen Arbeitsunfähigkeit mit einer psychischen Erkrankung nicht zu erklären sei. Das 
"Nichtfesthalten" an der erwähnten Diagnose zeigt darüber hinaus auch, dass PD Dr. B.____ 
durchaus bereit ist, auf entsprechende sachliche Kritik hin sich nochmals gründlich mit dem 
medizinischen Sachverhalt auseinanderzusetzen und gegebenenfalls Korrekturen an einzelnen 
Aspekten seiner Einschätzung vorzunehmen. Ob die Diagnose eines hohen Verdachts auf eine 
artifizielle Störung vorliegend richtig ist oder nicht, ändert nun allerdings ohnehin nichts am obi-
gen Beweisergebnis. Wenn man sie als gegeben erachtet, wirkt sie sich nämlich, wie PD 

 

 
 
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Dr. B.____ im Gutachten zutreffend aufgezeigt hat, nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Versicher-
ten aus. So oder so bleibt es deshalb beim Fazit, dass beim Beschwerdeführer sowohl in seiner 
bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht eine 100 %-ige 
Arbeitsfähigkeit besteht.  
 
6.4.2 Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, die Erkenntnisse der ihn behandelnden 
psychiatrischen Fachärzte, wonach er unter einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung 
leide und vollständig arbeitsunfähig sei, seien aussagekräftiger als jene des von der IV-Stelle 
beauftragten psychiatrischen Gutachters. In diesem Zusammenhang gilt es zu berücksichtigen, 
dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen 
kann und dem oder der medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen gewis-
sen Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und 
zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung 
der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag ist es nicht angängig, 
eine medizinische Administrativexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weite-
rer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Ein-
schätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. 
Anders verhält es sich, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vor-
bringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeig-
net sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Feb-
ruar 2017, 9C_338/2016, E. 5.5 mit Hinweisen). Letzteres ist vorliegend - insbesondere auch 
bei den vom Beschwerdeführer angerufenen Berichten der Klinik C.____ vom 5. Mai 2017, 
18. April 2018 - aber nicht der Fall. Der Gutachter legt vielmehr schlüssig dar, dass die von den 
Behandlern gestellten Diagnosen nicht nachvollzogen werden können. Zudem weist die IV-
Stelle in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass es im Gegensatz zu den Behand-
lern zum Auftrag des Gutachters gehört, Inkonsistenzen und psychosoziale Faktoren bei seiner 
Einschätzung entsprechend zu würdigen. Dies hat PD Dr. B.____ - und auch darin ist der IV-
Stelle beizupflichten - vorliegend getan. 
 
6.4.3 Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, PD Dr. B.____ sei kein neuropsychologi-
scher Gutachter, weshalb er den Untersuchungsbericht der Klinik D.____ vom 5. Januar 2017 
nicht zu widerlegen vermöge. Die IV-Stelle hält in ihrer Duplik vom 10. März 2020 diesem Ein-
wand zu Recht entgegen, dass die vom Gutachter angesprochenen Punkte allgemein das Test-
verfahren und gerade auch das psychiatrische Fachgebiet betreffen und somit diesbezüglich 
keine Zweifel an der gutachterlichen Kompetenz bestehen. In diesem Zusammenhang ist über-
dies zu beachten, dass von einem psychiatrischen Gutachter erwartet wird, dass er in der Lage 
ist, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzu-
schätzen. Eine neuropsychologische Abklärung stellt denn auch lediglich eine Zusatzuntersu-
chung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist (Sozialversicherungs-
recht – Rechtsprechung [SVR] 2019 IV Nr. 78 E. 5.3 mit Hinweisen). 
 
6.4.4 Soweit der Versicherte die Schlüssigkeit des Gutachtens mit dem Argument anzweifelt, 
dieses stütze sich lediglich auf eine "einmalige ambulante Untersuchung von brutto zwei Stun-
den", ist ihm entgegen zu halten, dass es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht 

 

 
 
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auf die Dauer der Untersuchung ankommt; massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise in-
haltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 
2019, 8C_356/2018, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend entgegen den Ausfüh-
rungen des Beschwerdeführers zu bejahen. 
 
7. Nach dem Gesagten gelangte die IV-Stelle unter Berücksichtigung des psychiatrischen 
Gutachtens von PD Dr. B.____ zu Recht zum Ergebnis, dass beim Versicherten keine die Ar-
beitsfähigkeit in der angestammten oder in einer anderen Tätigkeit einschränkende Gesund-
heitsschädigung vorliegt. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in der angefochte-
nen Verfügung vom 13. September 2019 einen Rentenanspruch ablehnte. Die hiergegen erho-
bene Beschwerde erweist sich als unbegründet, was zu deren Abweisung führt.  
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind.  
 
8.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle.  
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

 
 
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