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**Case Identifier:** 9784c190-8f62-5e21-b9c7-1649f9778f0d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.11.2022 200 2022 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-7_2022-11-25.pdf

## Full Text

200 22 7 BV und
200 22 8 BV (2)
JAP/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. November 2022

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Klägerin

gegen

Previs Vorsorge
Brückfeldstrasse 16, Postfach, 3001 Bern
Beklagte 1

Luzerner Pensionskasse (LUPK)
Zentralstrasse 7, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwältin C.________, D.________ AG
Beklagte 2

betreffend Klage vom 3. Januar 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1983 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Klägerin) 
absolvierte zwischen April 2003 und März 2007 die Ausbildung zur …. Sie 
arbeitete vom 1. August 2009 bis zum 31. Dezember 2014 bei der 
E.________, im „…“ in …. Zwischenzeitlich reduzierte sie ihren 
Beschäftigungsgrad von 80% während einer berufsbegleitenden 
Ausbildung zur … vom 1. August 2011 bis 31. Juli 2014 auf 70%. Für diese 
Tätigkeit war die Versicherte mit Nachdeckung bis am 31. Januar 2015 bei 
der Comunitas Vorsorgestiftung (nunmehr Previs Vorsorge [nachfolgend 
Previs oder Beklagte 1]) berufsvorsorgeversichert. Am 1. März 2015 trat die 
Versicherte bei der F.________ eine Stelle als … mit einem Pensum von 
80% an und war im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Luzerner 
Pensionskasse (nachfolgend LUPK oder Beklagte 2) 
berufsvorsorgeversichert. Dieses Arbeitsverhältnis wurde von der 
Arbeitgeberin infolge Krankheit und der daraus resultierenden 
Krankheitsabsenz in der Probezeit am 1. Mai 2015 auf den 8. Mai 2015 
aufgelöst (vgl. u.a. Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB; act. III] 2, 4/4 
Ziff. 5.3, 7, 8, 13/1 Ziff. 2, 13/6 f.; Akten der E.________ [act. IIIB] 2, 3, 6, 
10, 11 25; Akten der Klägerin [act. I] 1, 3; Akten der Beklagten 2 [act. II] 3).

B.

Ende Juni 2015 wurde die Versicherte unter Verweis auf psychische 
Beschwerden und eine seit dem 5. März 2015 bestehende vollständige 
Arbeitsunfähigkeit bei der IVB zur Früherfassung gemeldet (act. III 2); Ende 
Juli 2015 erfolgte die Leistungsanmeldung (act. III 4). Nach beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen (act. III 29, 37, 42, 53) und medizinischen 
Abklärungen (vgl. insbesondere Gutachten von Dr. med. G.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. August 2017 [act. III 
89.1], Beurteilungen des Regionalen Ärztlichen Dienstes [RAD] vom 19. 
April 2018 [act. III 103], 25. April 2018 [act. III 104] und 27. Dezember 2019 
[act. III 146], interdisziplinäres Gutachten der H.________ [MEDAS] vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 3

29.  Mai 2020 [act. III 162.1 ff.]) sowie Erhebungen des Abklärungsdienstes 
(Abklärungsberichte vom 15. März 2018 [act. III 100], 19. Juni 2020 [act. III 
165] und 20. August 2020 [act. III 178] sowie Stellungnahmen vom 19. Juni 
2020 [act. III 164], 9. August 2020 [act. III 177] und 10. September 2020 
[act. III 182]) schloss die IVB mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 (act. III 
122) die berufliche Eingliederung ab und sprach der Versicherten mit 
Verfügung vom 15. Oktober 2020 (act. III 188) bei in Anwendung der 
gemischten Methode (Erwerb 80%, Haushalt 20%) ermittelten 
Invaliditätsgraden von 71% per März 2016 sowie von 75% per 1. Januar 
2018 und 77% per 1. Juni 2019 ab 1. Juni 2016 eine ganze Rente zu. 
Diese Verfügungen blieben unangefochten.

C.

In der Folge machte die Versicherte bei der LUPK wie auch bei der Previs 
einen Anspruch auf Invalidenrenten aus der beruflichen Vorsorge geltend. 
Mit Schreiben vom 14. Januar 2021 (act. I 11) verneinte die LUPK ihre 
Leistungspflicht, da eine berufsvorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfä-
higkeit von mindestens 20% bereits vor dem Stellenantritt in der 
F.________ per 1. März 2015 und damit vor dem Vorsorgeverhältnis mit 
der LUPK eingetreten sei. Mit Schreiben vom 7. September 2021 (act. I 10) 
und der Begründung, der Beginn der massgebenden Arbeitsunfähigkeit lie-
ge nicht in der Versicherungszeit bei der Previs, verneinte diese ebenfalls 
ihre Leistungspflicht. 

D.

Mit Eingabe vom 3. Januar 2022 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Klage gegen die Previs (Beklagte 1) und die 
LUPK (Beklagte 2). Sie beantragt, die Beklagten seien im Rahmen ihrer 
vertraglichen und gesetzlichen Pflichten zu verurteilen, der Klägerin die ge-
setzlichen und reglementarischen Invalidenrentenleistungen aus beruflicher 
Vorsorge rückwirkend ab frühestens 1. Juni 2016, zuzüglich 5% 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 4

Verzugszins auf jede fällig gewordene Rente ab Fälligkeitszeitpunkt, zu 
bezahlen.

Die Beklagte 1 beantragt mit Klageantwort vom 5. April 2022, die Klage sei 
ohne Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 1 
abzuweisen.

Mit Klageantwort vom 6. Mai 2022 beantragt die Beklagte 2, vertreten 
durch Rechtsanwältin C.________, die Klage sei, soweit diese sich gegen 
sie richte, kostenfällig abzuweisen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. Mai 2022 holte der 
Instruktionsrichter die IV-Akten ein, bat die Klägerin dem 
Verwaltungsgericht die Ermächtigung zur Akteneinsicht zu erteilen und 
forderte die Beklagte 2 auf, die vollständigen die Klägerin betreffenden 
Vorakten sowie die zutreffenden Reglemente nachzureichen. 

Die geforderten Unterlagen gingen am 12. Mai 2022 (IV-Akten [act. III]), 13. 
bzw. 18. Mai 2022 (Akten der Beklagten 2 [act. II] sowie Ermächtigung zur 
Akteneinsicht der Klägerin [in den Gerichtskaten]) beim Gericht ein. Die 
Beklagte 2 machte in ihren Eingaben weitere Ausführungen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Mai 2022 ordnete der 
Instruktionsrichter weitere Beweismassnahmen an. Die angeforderten 
Unterlagen gingen beim Verwaltungsgericht am 25. Mai 2022 
(Patientendossier von Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin [in den Gerichtsakten sowie act. IIIA], und Personaldossier der 
E.________ [act. IIIB]), 1. Juni 2022 (Personaldossier der F.________ [act. 
IIIC]) sowie 15. Juni 2022 und 29. Juni 2022 (Behandlungsakten von lic. 
phil. J.________, Psychotherapie FSP [act. IIID und in den Gerichtsakten]) 
ein.

Von der eingeräumten Möglichkeit, Schlussbemerkungen einzureichen (vgl. 
prozessleitender Verfügung vom 20. Juni 2022), machte die Beklagte 1 am 
15. Juli 2022 und die Beklagte 2 am 18. Juli 2022 Gebrauch. Sie hielten an 
ihren Anträgen fest. Die Beklagte 1 präzisierte ihre Anträge dahingehend, 
dass die Klage im Eventualbegehren (Leistungspflicht Beklagte 1) 

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abzuweisen sei ohne Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Beklagten 1. Die Klägerin liess sich nicht vernehmen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. August 2022 ordnete der 
Instruktionsrichter weitere Beweismassnahmen an. Die angeforderten 
Unterlagen gingen beim Verwaltungsgericht am 4. August 2022 (weitere 
Unterlagen der F.________ [act. IIIC]), 11. August 2022 (Arbeitszeugnis 
[act. I]) und 24. August 2022 (echtzeitliche Behandlungsakten von lic. phil. 
J.________ [act. IIID]) ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, ist als einzige kantonale Instanz 
sachlich und funktionell zuständig zur Beurteilung der mit Klage vom 3. 
Januar 2022 geltend gemachten Ansprüche (Art. 73 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, 
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40] i.V.m. Art. 87 lit. c 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21] und Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 
Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der schweizerische Sitz oder 
Wohnsitz der Beklagten oder der Ort des Betriebes, bei dem die versi-
cherte Person angestellt wurde. Dabei kommt es für den Wahlgerichtsstand 
nicht darauf an, ob die Vorsorgeeinrichtung, der Arbeitgeber oder – wie hier 
– die versicherte Person klagende Partei ist (SVR 2006 BVG Nr. 17 S. 62 
E. 2.3). Die Klägerin war bezüglich der Beklagten 1 bei einem im Kanton 
Bern gelegenen Betrieb angestellt (vgl. act. I 3 i.V.m. act. I 6.), womit das 
angerufene Gericht zur Behandlung der Klage gegen die Beklagte 1 örtlich 
zuständig ist. Dass die Beklagte 2 ihren Sitz in einem anderen Kanton hat 

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(vgl. act. I 2), spielt dabei keine Rolle. Die eventuelle subjektive 
Klagenhäufung (Art. 15 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. 
Dezember 2008 [ZPO; SR 272]) im Rahmen der Gerichtsstandsregelung 
von Art. 73 Abs. 3 BVG ist zulässig mit der Folge eines einheitlichen 
Gerichtsstandes (BGE 133 V 488). Namentlich bei Streitigkeiten über die 
Abgrenzung der Leistungspflicht mehrerer Vorsorgeeinrichtungen gestützt 
auf Art. 23 BVG drängt sich ein einheitlicher Gerichtsstand auf (SVR 2012 
BVG Nr. 13 S. 59 E. 2.4). Auch die übrigen Prozessvoraussetzungen sind 
erfüllt, insbesondere ist die Klage formgerecht eingelangt (Art. 32 VRPG) 
und der Rechtsvertreter der Klägerin ist gehörig bevollmächtig (Art. 15 Abs. 
1 VRPG; act. I 5). Auf die Klage ist somit einzutreten. 

1.2 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
gegenüber der Beklagten 2, eventuell der Beklagten 1 (vgl. zum 
Streitgegenstand bzw. zur Auslegung des Rechtsbegehrens die 
prozessleitende Verfügung vom 20. Juni 2022). Dabei ist namentlich zu 
prüfen, ob die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, 
während der Zeit der Versicherungsdeckung durch eine der Beklagten 
eingetreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Nach Art. 73 Abs. 2 BVG sehen die Kantone ein einfaches, rasches 
und in der Regel kostenloses Verfahren vor, wobei der Richter den 
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat. Innerhalb des 
Streitgegentandes ist das Berufsvorsorgegericht in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (BGE 
135 V 26 E. 3.1 mit Hinweisen; Art. 92 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen 
führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 7

144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Dies gilt sinngemäss auch im Fall einer 
Änderung von Reglementen oder Statuten einer Vorsorgeeinrichtung (BGE 
126 V 163 E. 4b S. 166; SVR 2007 BVG Nr. 23 S. 79 E. 4.1).

2.2 Anspruch auf Invalidenleistungen haben nach Art. 23 lit. a BVG Per-
sonen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid 
sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität ge-
führt hat, versichert waren. 

2.3 Das BVG definiert den Begriff der Invalidität nicht, sondern verweist 
auf die Invalidenversicherung (vgl. Art. 23 lit. a BVG und Art. 4 der 
Verordnung vom 18. April 1984 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 
und Invalidenvorsorge [BVV 2; SR 831.441.1]). Aus der engen Verbindung 
zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversicherung und 
demjenigen auf Invalidenleistungen nach BVG ergibt sich, dass der 
Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und 
in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 120 V 106 
E. 3c S. 108).

2.3.1 Nach der Rechtsprechung sind Vorsorgeeinrichtungen, die 
ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen 
Invaliditätsbegriff wie die Invalidenversicherung ausgehen, an die 
Invaliditätsbemessung der IV-Stelle oder – im Beschwerdefall – des 
kantonalen Sozialversicherungsgerichts resp. des Bundesgerichts 
gebunden, sofern sie in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren 
einbezogen wurden, die konkrete Fragestellung für die Beurteilung des 
Rentenanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung entscheidend war 
und die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer 
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint. 
Diese Bindungswirkung findet ihre positivrechtliche Grundlage in den Art. 
23, 24 Abs. 1 und 26 Abs. 1 BVG, welche an die Regelung des Bundesge-
setzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 
anknüpfen oder diese übernehmen (BGE 143 V 434 E. 2.2 S. 437; SVR 
2020 BVG Nr. 35 S. 150 E. 2.2).

2.3.2 Im Hinblick auf die verbindliche Wirkung der IV-rechtlichen 
Qualifikation sind die IV-Stellen gehalten, die Vorsorgeeinrichtung(en) 

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spätestens im Vorbescheidverfahren in das IV-rechtliche Verfahren 
einzubeziehen. Erfolgt dieser Einbezug nicht, vermag der Beschluss der IV-
Stelle keine Bindungswirkung für die berufliche Vorsorge zu entfalten (BGE 
138 V 125 E. 3.3 S. 130, 129 V 73 E. 4.2.2 S. 76; SVR 2019 BVG Nr. 44 E. 
5.1 S. 173). 

2.3.3 Für die Beurteilung der Frage, ob sich die Invaliditätsbemessung 
der Invalidenversicherung als offensichtlich unhaltbar erweist, muss auf die 
Aktenlage, wie sie sich den Organen der Invalidenversicherung bei 
Verfügungserlass präsentierte, abgestellt werden (BGE 126 V 308 E. 2a S. 
311; SVR 2020 BVG Nr. 44 S. 188 E. 2). Die Vorsorgeeinrichtung ist dann 
nicht an den Entscheid der IV-Stelle gebunden, wenn sie erst im 
Nachhinein dessen zweifellose Unrichtigkeit erkennt (BGE 143 V 434 E. 
2.3 S. 438, 138 V 409 E. 3.2 S. 415).

2.4 Die Invalidenleistungen nach Art. 23 lit. a BVG werden von 
derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher der Ansprecher bei 
Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Entscheidend ist 
dabei einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig 
davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch 
auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei 
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht 
notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der 
Verschlimmerung der Invalidität. Für eine einmal aus – während der 
Versicherungsdauer aufgetretener – Arbeitsunfähigkeit geschuldete 
Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, 
selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der 
Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der 
Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG 
[Umkehrschluss]; BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68; SVR 2020 BVG Nr. 6 S. 26 
E. 3.1).

Der Bestimmung von Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung 
mehrerer Vorsorgeeinrichtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine 
in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre 
Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt. Der 
Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall 

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nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber 
derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der 
invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehört hatte (BGE 130 V 270 E. 4.1 
S. 275; SVR 2018 BVG Nr. 37 S. 138 E. 2.1.3).

2.5 Unter Arbeitsunfähigkeit ist eine erhebliche und dauerhafte 
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder 
Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23). Sie muss 
mindestens 20% betragen (BGE 144 V 58 E. 4.4 S. 62; SVR 2021 BVG Nr. 
30 S. 121 E. 2.1). Ob eine Person trotz Lohnzahlung tatsächlich erheblich 
arbeitsunfähig war, ob sie also im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses – im 
Hinblick auf den angestammten Tätigkeitsbereich – ihre übliche oder aber 
nunmehr eine behinderungsbedingt eingeschränkte Leistung erbrachte, ist 
von Amtes wegen mit aller Sorgfalt zu prüfen. Rechtsprechungsgemäss ist 
erforderlich, dass sich die behauptete Arbeitsunfähigkeit im 
Arbeitsverhältnis, das über die Vorsorgepflicht den Versicherungsschutz 
begründet, konkret nachteilig bemerkbar gemacht hat, so etwa durch einen 
Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung 
des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende 
gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Nur beim Vorliegen besonderer 
Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage 
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage – etwa in dem 
Sinne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen 
Arbeitsleistung verpflichtet war und auch entsprechend entlöhnt wurde, 
tatsächlich aber eben doch keine volle Arbeitsleistung hat erbringen 
können – in Betracht gezogen werden (SVR 2008 IV Nr. 11 S. 33 E. 5.1, 
2005 BVG Nr. 5 S. 15 E. 2.2). Die Leistungseinbusse muss in aller Regel 
dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren 
rückwirkend festgestellte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit 
genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu 
einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich 
allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung 
einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu 
regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen 
Einschätzung, die ordentlicherweise echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt 
des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 10

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch 
nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative 
Überlegungen ersetzt werden. (SVR 2021 BVG Nr. 30 S. 121 E. 3.2, 2014 
BVG Nr. 6 S. 19 E. 4.2).

2.6 Der Anspruch auf Invalidenleistungen der (obligatorischen) berufli-
chen Vorsorge setzt einen engen sachlichen und zeitlichen 
Zusammenhang zwischen der während der Dauer des 
Vorsorgeverhältnisses (einschliesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 
Abs. 3 BVG) bestandenen Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später 
eingetretenen Invalidität voraus (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22).

2.6.1 Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, 
der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, von der Art her im Wesentlichen 
derselbe ist wie derjenige, der der Erwerbsunfähigkeit zu Grunde liegt. 
Nicht erforderlich ist ein adäquater Kausalzusammenhang; eine 
Wechselwirkung im Sinne natürlicher Kausalität genügt (BGE 134 V 20 E. 
3.2 S. 22; SVR 2020 BVG Nr. 17 S. 76 E. 2.2.2, 2001 BVG Nr. 18 S. 70 E. 
5b). 

2.6.2 Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, 
dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren 
Ursache zur Invalidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder 
arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten 
Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die 
Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch 
den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur 
Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. 
Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen 
zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden 
Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass eine voll vermittlungsfähige, 
Stellen suchende Person über längere Zeit hinweg Taggelder der 
Arbeitslosenversicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die 
gleiche Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver 
Erwerbstätigkeit. So schliesst namentlich die Vermittlungsfähigkeit im 
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinne das Vorliegen einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 11

berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit nicht per se aus 
(BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22; SVR 2020 BVG Nr. 36 S. 154 E. 3.3, 2019 
BVG Nr. 30 S. 118 E. 2.2).

Der zeitliche Konnex zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses ein-
getretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität wird 
unterbrochen, wenn während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit 
von über 80% in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist; eine 
Arbeitsfähigkeit von 80% genügt nicht (BGE 144 V 58; SVR 2021 BVG Nr. 
31 S. 125 E. 2.2). Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls 
mehr als dreimonatige Tätigkeit (allenfalls auch erst im Rückblick) als 
Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen 
Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte 
Wiedereingliederung unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22; 
SVR 2020 BVG Nr. 36 S. 154 E. 3.3). Eine zuverlässige Einschätzung des 
zeitlichen Zusammenhangs ist nur möglich, wenn die Entwicklung 
gesamthaft betrachtet wird. Die Frage, ob eine nachhaltige 
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit möglich war, ist somit auch im Lichte 
von erst später gewonnenen Erkenntnissen zu beurteilen (SVR 2014 BVG 
Nr. 36 S. 136 E. 5.3).

2.7 Nach Art. 26 Abs. 1 BVG beginnt der Anspruch auf 
Invalidenleistungen der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge seit 
Inkrafttreten der 5. IV-Revision (1. Januar 2008) mit der Entstehung des 
Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung nach Art. 29 Abs. 1 
IVG, d.h. frühestens sechs Monate nach der Anmeldung bei der 
Invalidenversicherung, und nicht mit Ablauf der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 
1 lit. b IVG (BGE 142 V 419 E. 4.3.2 S. 422).

3.

3.1 Vorab ist festzuhalten, dass die von Amtes wegen zu prüfende 
Frage der Aktiv- und Passivlegitimation zur materiellen Begründetheit des 
Klagebegehrens gehört (BGE 147 V 2 E. 3.2.1 S. 5), es sich mithin um 
materielle Anspruchsvoraussetzungen handelt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 12

3.2 Wie bereits unter A. hiervor dargelegt, arbeitete die Klägerin vom 
1. August 2009 bis zum 31. Dezember 2014 für die E.________ in einem 
Pensum von 80% bzw. zwischenzeitlich ausbildungsbedingt reduziert zu 
70%. Über diese Tätigkeit war die Klägerin ab dem 1. August 2009 und 
unter Berücksichtigung von Art. 10 Abs. 3 BVG bis am 31. Januar 2015 bei 
der Beklagten 1 berufsvorsorgeversichert (vgl. act. IIIB). 

Am 1. März 2015 trat die Klägerin bei der F.________ eine Stelle als … mit 
einem Pensum von 80% an. Über diese Anstellung war sie bei der Beklag-
ten 2 berufsvorsorgeversichert. Das Arbeitsverhältnis wurde wegen ab dem 
5. März 2015 attestierter 100%-iger Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit per 
8. Mai 2015 aufgelöst (vgl. act. IIIC). 

Mit rechtskräftiger Verfügung vom 15. Oktober 2020 (act. III 188) sprach 
die IVB der Klägerin in Anwendung der gemischten Methode (Erwerb 80%, 
Haushalt 20%) und errechneten Invaliditätsgraden von 71% per März 2016, 
von 75% per 1. Januar 2018 und von 77% per 1. Juni 2019 ab 1. Juni 2016 
eine ganze Invalidenrente zu. 

Wie unter E. 2.4 hiervor dargelegt, werden Invalidenleistungen der 
obligatorischen beruflichen Vorsorge von derjenigen Vorsorgeeinrichtung 
geschuldet, bei welcher die ansprechende Person bei Eintritt der 
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert war. 
Dieser Grundsatz findet auch in der weitergehenden Vorsorge Anwendung, 
wenn – wie bei den Beklagten 1 und 2 – Reglement oder Statuten resp. 
gesetzliche Grundlagen nichts Anderes vorsehen (BGE 136 V 65 E. 3.2 S. 
69; vgl. Art 45 des Vorsorgereglements der Beklagten 1, gültig ab 1. Januar 
2016 [act. IIA 1], sowie Art. 38 des Reglements der Beklagten 2, gültig ab 
1. Januar 2014 [act. II 2]). Damit ist zunächst zu prüfen, ob die 
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, während der 
Versicherungsdeckung durch die Beklagte 1 oder 2 eingetreten ist. 

3.2.1 Aufgrund der Akten steht fest, dass die IVB die Beklagte 1 weder im 
Vorbescheidverfahren miteinbezog, noch ihr die rentenzusprechende 
Verfügung eröffnete. Damit besteht für die Beklagte 1 grundsätzlich keine 
Bindungswirkung gegenüber dem Entscheid der IVB. Die Beklagte 2 
betreffend ergibt sich aufgrund der Akten, dass ihr sowohl der Vorbescheid 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 13

vom 29. Juni 2020 (act. III 167) als auch die Verfügung vom 15. Oktober 
2020 (act. III 188) eröffnet wurden, und sie zwar gegen den Vorbescheid 
Einwand erhob, jedoch kein Rechtsmittel gegen die alsdann ergangene 
Verfügung erhob. Damit besteht grundsätzlich eine Bindungswirkung im 
Sinne des in E. 2.3.1 hiervor Ausgeführten. Die IVB setzte den Beginn des 
Wartejahres auf den 28. März 2015 fest und legte aufgrund von laufenden 
IV-Taggeldzahlungen per Ablauf des Wartejahres (vgl. act. III 38, 44, 55, 
59) gestützt auf Art. 29 Abs. 2 IVG den Beginn der Rentenauszahlung auf 
den 1. Juni 2016 fest. Da in Fällen – wie vorliegend – wo Rentenleistungen 
unmittelbar auf Taggelder folgen, kein Anlass besteht, den Beginn der 
Wartezeit und damit den Eintritt der massgebenden Arbeitsunfähigkeit 
genau zu ermitteln, da ein allfälliger Rentenanspruch nicht entsteht, 
solange die versicherte Person ein Taggeld beanspruchen kann (vgl. Art. 
29 Abs. 2 IVG), besteht gegenüber der Beklagten 2 – wie diese zur Recht 
vorbringt (vgl. Klageantwort Beklagte 2 S. 5 Ziff. 14 ff.) – hinsichtlich des 
Rentenbeginns bzw. des Beginns des Wartejahres keine Bindungswirkung. 
Der Eintritt der massgebenden Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur 
Invalidität gemäss Invalidenversicherung geführt hat, ist daher nachfolgend 
sowohl für die Beklagte 1 als auch die Beklagte 2 frei zu prüfen. 

3.2.2 Zwar kann die Reduktion des Arbeitspensums ein gewichtiges Indiz 
für das Vorliegen einer berufsvorsorgerechtlich relevanten 
Arbeitsunfähigkeit sein, genügt allein in der Regel jedoch nicht für den 
Nachweis einer gesundheitlich bedingten funktionellen Leistungseinbusse 
(vgl. u.a. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 29. September 2021, 
9C_296/2021, E. 5.2.1). Der Umstand, dass die Klägerin mit einer einzigen 
Ausnahme (dreimonatige … zu 100%) seit Abschluss der Erstausbildung 
im Jahr 2007 durchgehend in einem Arbeitspensum von 80% oder tiefer 
arbeitete (vgl. u.a. act. III 165/2 Ziff. 4.2), war – anders als von der 
Beklagten 2 vorgebracht (Klageantwort Beklagte 2 S. 7 Ziff. 23) – nicht 
gesundheitsbedingt begründet, sondern branchenüblich (act. IIIB 23; vgl. 
auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Januar 
2021, IV/2020/309, E. 4 mit Verweis auf die kantonale Rechtsprechung 
sowie diverse Studien). Die ab 1. August 2009 innegehabte Stelle bei der 
E.________ mit einem Pensum von 80% war denn auch für ein solches 
Pensum ausgeschrieben und die Klägerin erhob nie einen Anspruch auf ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 14

höheres Pensum. Während ihrer Zweitausbildung wurde das Pensum auf 
70% reduziert und danach wieder automatisch auf 80% erhöht (act. IIIB 23; 
vgl. auch Arbeitsvertrag vom April/Mai 2009 [act. IIIB 6]; 
Ausbildungsvertrag vom Mai 2011 [act. IIIB 10] sowie Änderung des 
Arbeitsvertrags vom Juni 2014 [act. IIIB 11]). Zudem ist den Akten – wie 
von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die Annahme einer 
berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich 
gefordert (BGer 9C_296/2021, E. 5.2.1) – keine echtzeitliche ärztliche 
Bestätigung zu entnehmen, dass die Pensumsreduktion gesundheitlich 
bedingt notwendig gewesen wäre. 

3.2.3 In Würdigung der Akten ergibt sich zum Eintritt der massgebenden 
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, das Folgende:

3.2.3.1 Aktenanamnestisch sind wiederholte affektive Störungen mit einer 
ersten depressiven Episode bereits während der Maturareise ca. 2001 und 
einer zweiten Phase im Rahmen der Trennung von der Freundin im Jahre 
2009 erwähnt (vgl. u.a. Bericht der Tagesklinik der psychiatrischen Dienste 
K.________ vom 14. September 2015 [act. III 21/2 Ziff. 1.4], 
psychiatrisches Konsilium von Dr. med. L.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. November 2016 [act. III 62.2/5 Ziff. 
2 sowie 62.2/9 Ziff. 3] sowie psychiatrisches Gutachten von Dr. med. 
G.________ vom 19. August 2017 [act. III 89.1/15 f. Ziff. 4.6 sowie 89.1/30 
f. Ziff. 7.1]). 

3.2.3.2 Auch während der Tätigkeit für die E.________ von August 2009 bis 
Dezember 2014 war die Klägerin gestresst und durch die berufsbegleitende 
Ausbildung bzw. den Tod der Grossmutter belastet. Eine relevante 
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, welche arbeitsrechtlich in 
Erscheinung getreten wäre (vgl. E. 2.5 hiervor), ist jedoch – entgegen dem 
Vorbringen der Beklagten 2 (Klageantwort Beklagte 2 S. 6 f. Ziff. 22 sowie 
Schlussbemerkungen Beklagte 2 S. 3 f. Ziff. 37) – nicht ausgewiesen. Es 
entwickelten sich wiederum depressive Züge bzw. ein 
Erschöpfungszustand, jedoch wurde – nebst tageweiser Arbeitsunfähigkeit 
wegen einer Infektionskrankheit vom 25. bis zum 26. Februar 2013 bzw. 
vom 8. bis zum 10. Januar 2014 – nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. 
u.a. Auskünfte der E.________ vom 5. August 2015 [act. III 11/5 Ziff. 2.14] 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 15

und vom 9. Juli 2021 [act. IIIB 23 Ziff. 3] sowie Krankengeschichte von Dr. 
med. I.________ vom 21. Mai 2022, S. 11, 12, 14 [in den Gerichtsakten] 
und psychiatrisches Konsilium von Dr. med. L.________, vom 2. November 
2016 [act. III 62.2/5 Ziff. 2 sowie 62.2/9 Ziff. 3] und Gutachten von Dr. med. 
G.________ vom 19. August 2017 [act. III 89.1/16 f. Ziff. 4.6]; vgl. auch 
Schreiben der Beklagten 1 vom 7. September 2021 [act. I 10/3 Ziff. 4]). Die 
Klägerin merkte zwar im Herbst 2014, dass sie in ein „Burnout“ gerät, sie 
kämpfte sich jedoch durch, ohne dass jemand etwas merkte. Sie war 
immer sehr perfektionistisch, leistungsorientiert und funktionierte 
angepasst. Bei der Arbeit merkte niemand, dass es ihr nicht gut ging (vgl. 
u.a. Berichte der psychiatrischen Dienste K.________ vom 14. September 
2015 [act. III 21/3 Ziff. 1.4] und vom 24. Januar 2017 [act. III 72/5 f.], 
psychiatrisches Gutachten von Dr. med. G.________ vom 19. August 2017 
[act. III 89.1/31 Ziff. 7.1] sowie Bericht von Dr. med. I.________ vom 27. 
September 2021 [act. I 14]). Dies bestätigte die Klägerin in ihrer E-Mail vom 
25. September 2021, in welcher sie ausführte, dass sie während der 
Anstellung bei der E.________ stets ihr Gesicht gewahrt und bis zum 
Schluss gekämpft habe, dementsprechend sei es kaum zu Fehltagen 
gekommen (act. IIIA 3/2). Diese Feststellungen korrelieren mit dem 
Umstand, dass die Klägerin von der E.________ ein sehr gutes Zwischen- 
(act. III 8/4 f.) und Austrittszeugnis erhielt (act. IIIB 25) sowie von Letzterer 
erklärt wurde, die Arbeitsstelle sei aus ihr unbekannten Gründen seitens 
der Klägerin gekündigt worden (vgl. Schreiben und Angaben vom 5. August 
2015 [act. III 11/2 Ziff. 2.2 sowie 11/13]), die Klägerin habe die 
Anforderungen bestens erfüllt (Ausführungen vom 9. Juli 2021 [act. IIIB 23 
Ziff. 4]) und der Lohn habe der Arbeitsleistung der Klägerin entsprochen 
(Auskünfte vom 5. August 2015 [act. III 11/4 Ziff. 2.10]). Die zunehmenden 
psychosomatischen Beschwerden traten meistens in der Freizeit (vgl. u.a. 
Verlaufsbericht der Praxis M.________ vom 29. September 2021, Eintrag 
vom 22. April 2010 [act. IIIA 2/1]) auf; zu Arbeitsausfällen kam es nicht. Im 
Herbst 2014 erfolgten lediglich zwei Konsultationen (23. und 29. September 
2014) beim behandelnden Hausarzt Dr. med. I.________, dies wegen 
Eisenmangelanämie. Zwar wurden Probleme am Arbeitsplatz, die 
Erschöpfung sowie Kündigung erwähnt, jedoch wurden weder eine 
diesbezügliche Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit beschrieben noch 
eine Arbeitsunfähigkeit attestiert oder ein Medikament gegen eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 16

psychische Krankheit abgegeben (vgl. Auszug aus der Krankengeschichte 
von Dr. med. I.________ vom 21. Mai 2022 S. 10 f. [in den Gerichtsakten]). 
Die Ängste, welche wohl schon in irgendeiner Form seit der Kindheit 
vorlagen, wurden erst im Jahr 2015 manifest oder relevant (vgl. u.a. 
Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste K.________ vom 24. Januar 
2017 [act. III 72/5 f.], Gutachten von Dr. med. G.________ vom 19. August 
2017 [act. III 89.1/18 f. Ziff. 4.6]). Ob die Klägerin bereits vor Antritt der 
Arbeitsstelle per 1. März 2015 wegen Ängsten ihren Hausarzt aufsuchte, 
psychologische Unterstützung in Anspruch nahm, sich im Herbst 2014 
bereits „erste Symptome“ gezeigt hätten und anlässlich der Konsultation 
vom 22. Februar 2015 angegeben habe, ihren Job gekündigt zu haben, seit 
zwei Monaten an einem Erschöpfungszustand zu leiden, ein gestörter 
Schlaf vorliege und sie psychologische Beratung wünsche (vgl. 
Klageantwort Beklagte 2 S. 3 Ziff. 5 f. sowie Schlussbemerkungen Beklagte 
2 S. 2 Ziff. 32), ist unerheblich, zumal weder eine Arbeitsunfähigkeit 
attestiert wurde noch den Akten Anhaltspunkte zu entnehmen sind, dass 
vor Antritt der Arbeitsstelle am 1. März 2015 eine Einbusse an 
funktionellem Leistungsvermögen bestanden hätte. Daran vermögen auch 
die weiteren Ausführungen der Beklagten 2 bezüglich 
„Arbeitsunfähigkeit/Invalidität“ (Klageantwort Beklagte 2 S. 3 f. Ziff. 7 ff.), 
„Beginn der berufsvorsorgerechtlich-relevanten Arbeitsunfähigkeit 
ausserhalb des Vorsorgeverhältnisses der Beklagten 2“ (Klageantwort 
Beklagte 2 S. 5 ff. Ziff. 17 ff.) sowie deren Schlussfolgerungen in den 
Schlussbemerkungen vom 18. Juli 2022 (vgl. insbesondere S. 4 Ziff. 38) 
nichts zu ändern. Vielmehr stellt die Beklagte 1 diesbezüglich zu Recht fest 
(vgl. Schlussbemerkungen Beklagte 1 S. 2 Ziff. 5), dass die Klägerin 
zumindest bis Ende 2014 genug Ressourcen hatte, mit allfälligen 
beginnenden Krankheitssymptomen umzugehen und ihre Leistung zu 
erbringen. 

3.2.3.3 Nachdem sich – wie bereits unter E. 3.2.3.2 hiervor dargelegt – ge-
wisse Symptome bereits in der zweiten Hälfte 2014 angebahnt hatten, kam 
es zu Beginn des Jahres 2015 zu einer erneuten Krankheitsepisode, die im 
März 2015 zu einer Krankschreibung führte (vgl. Gutachten von Dr. med. 
G.________ vom 19. August 2017 [act. III 89.1/31 Ziff. 7.1]; vgl. auch IV-
Protokoll, Einträge vom 8. Oktober 2015 und 30. Oktober 2015 [unpaginier-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 17

te act. III]). Eine Arbeitsunfähigkeit wurde vom Hausarzt Dr. med. 
I.________ (vgl. Krankheitsgeschichte S. 14 [in den Gerichtsakten]) bzw. 
vom psychiatrischen Gutachter Dr. med. G.________ erst ab März 2015 
attestiert (act. III 89.1/56 Ziff. VI). Auch im interdisziplinären MEDAS-
Gutachten vom 29. Mai 2020 gab die Klägerin an bzw. gelangten die 
Gutachter retrospektiv zum Schluss, die grosse psychische 
Dekompensation mit Auswirkung auf die berufsbezogene 
Leistungsfähigkeit sei (wahrscheinlich) 2015/2016 erfolgt (act. III 162.1/8 
Ziff. 4.7, 162.2/4 ff. Ziff. 3.2, 162.2/15 Ziff. 8). Der von der Klägerin im 
Sommer 2014 bezogene einmonatige unbezahlte Urlaub bzw. die 
zweimonatige Auszeit zwischen den beiden Anstellungen vom 1. Januar 
bis 28. Februar 2015 (vgl. Bericht der Tagesklinik der psychiatrischen 
Dienste K.________ vom 14. September 2015 [act. III 21/3 Ziff. 1.4] sowie 
Bericht Erstgespräch vom 17. August 2015 [act. III 14/2] und 
Abklärungsberichte vom 19. Juni 2020 [act. III 165/6 Ziff. 4.3] und 20. 
August 2020 [act. III 178/6 Ziff. 5.3]; vgl. auch IV-Protokoll, Einträge vom 8. 
Oktober 2015 und 30. Oktober 2015 [unpaginierte act. III]) ändern daran 
nichts. Dass der unbezahlte Urlaub nach den Prüfungen aufgrund einer 
Überforderung infolge Pensumssteigerung erfolgt wäre (vgl. 
Schlussbemerkungen Beklagte 2 S. 3 Ziff. 35), ist eine Parteibehauptung, 
welche in den Akten keine Stütze findet. Auch in den Zeiten des 
unbezahlten Urlaubs und der Auszeit wurde keine Arbeitsunfähigkeit 
ausgewiesen. Die (erneute) Behandlungsaufnahme bei lic. phil. 
J.________ Ende Februar 2015 (vgl. Bestätigung von lic. phil. J.________ 
vom 4. Oktober 2021 [act. IIID 1]) mag zwar mit einer 
Gesundheitsverschlechterung einhergegangen sein, eine Dekompensation 
mit konsekutiver Arbeitsunfähigkeit und stationärer Behandlung trat aber 
erst in der Probezeit bei der F.________ ein (vgl. u.a. Berichte der Klinik 
N.________ vom 7. Mai 2015 [act. III 20/2] und von Dr. med. I.________ 
vom 6. Juni 2015 [act. III 16.2/1 Ziff. 2]; vgl. auch Berichte der Neurologie 
O.________ vom 19. März 2015 mit berichtetem Ereignis vom 5. März 
2015 bei der Arbeit mit Schwindelattacke, Übelkeit, Schweissausbruch, 
Herzrasen und Angstzustand [act. IIIA 22/1] und von lic. phil. J.________ 
vom 27. Juni 2022 mit erwähntem Ereignis vom 5. März 2015 mit Kollaps, 
Schwindel, Sehstörungen, Angstzuständen, Übelsein, Kontrollverlust [in 
den Gerichtsakten]; vgl. diesbezüglich auch die zutreffenden Ausführungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 18

der Beklagten 1 in ihren Schlussbemerkungen S. 2 Ziff. 7, wonach die 
psychischen Probleme erst nach dem Zusammenbruch am 5. März 2015 
den Grad einer Arbeitsunfähigkeit erreichten) und die 
Behandlungsaufnahme Ende Februar 2015 vermag – anders als von der 
Beklagten 2 vorgebracht (vgl. Schlussbemerkungen der Beklagten 2 S. 2 f. 
Ziff. 33 f.) – keine Einschränkung des Leistungsvermögens bzw. keine 
Reduktion der Leistungsfähigkeit zu begründen.

3.2.4 Aufgrund des Dargelegten und entgegen dem Vorbringen der 
Beklagten 2 (vgl. u.a. Klageantwort S. 5 ff. Ziff. 19 ff. sowie 
Schlussbemerkungen S. 2 Ziff. 31) ist damit erstellt, dass die zur Invalidität 
führende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% (vgl. E. 2.5 hiervor) weder 
während des bei der Beklagten 1 versicherten Arbeitsverhältnisses bis 
Ende Dezember 2014 noch während der Nachdeckung im Januar 2015 
(vgl. diesbezüglich die zutreffenden Ausführungen der Beklagten 1 in ihrer 
Klageantwort S. 4 Ziff. 10 sowie den Schlussbemerkungen S. 2 Ziff. 2) oder 
der erwerbslosen Zeit im Februar 2015 eintrat, sondern erst im März 2015 
(vgl. u.a. Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. I.________ vom 
13. März 2015 [act. III 16.2/8]), mithin während der Versicherungsdeckung 
bei der Beklagten 2. Im Übrigen ist der sachliche/zeitliche Konnex ohne 
weiteres zu bejahen, da die Klägerin ihre Arbeitsfähigkeit nicht während 
mindestens drei Monaten wiedererlangte und wegen desselben 
Gesundheitsschadens invalid wurde (vgl. E. 2.6.2 hiervor).

3.3 Nach dem Gesagten trat die invaliditätsrelevante Arbeitsunfähig-
keit der Klägerin nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit ein, als sie bei der Beklagten 2 berufsvorsorgeversichert war. Da 
sowohl der sachliche als auch der zeitliche Konnex zwischen der Arbeits-
unfähigkeit und der eingetretenen Invalidität zu bejahen sind, hat die Be-
klagte 2 der Klägerin eine Invalidenrente gemäss den gesetzlichen und 
reglementarischen Bestimmungen auszurichten (vgl. E. 4 hiernach). Damit 
steht gleichzeitig auch fest, dass die Beklagte 1 gegenüber der Klägerin 
nicht leistungspflichtig ist.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 19

4.1 Gemäss dem unter E. 3.2.1 hiervor Dargelegten ist die Beklagte 2 
hinsichtlich des Rentenbeginns bzw. des Beginns des Wartejahres nicht an 
die Verfügung der IVB gebunden. Jedoch besteht in Bezug auf die 
Invaliditätsbemessung eine Bindungswirkung. 

4.2 Aufgrund des unter E. 2.1 hiervor Dargelegten sind vorliegen die bis 
31. Dezember 2021 geltenden Regelungen massgebend (vgl. auch Ziff. 
70d Abs. 1 des ab. 1. Januar 2022 gültigen Reglements der Beklagten 2 
[act. II 4]). Gemäss aArt. 24 Abs. 1 BVG (in Kraft gestanden bis 31. De-
zember 2021 [aufgehoben durch Anhang Ziff. 3 der Änderung des IVG vom 
19. Juni 2020 {Weiterentwicklung der IV}; AS 2021 705; BBl 2017 2535]) 
hat eine versicherte Person Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn 
sie im Sinne der IV zu mindestens 70% invalid ist (lit. a), auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie zu mindestens 60% invalid ist (lit. b), auf eine halbe 
Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte invalid ist (lit. c) und auf eine Vier-
telsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist (lit. d). 

Gemäss Art. 38.1 des ab 1. Januar 2014 gültig gewesenen Reglements der 
Beklagten 2 (vgl. act. II 2) richten sich Invaliditätsgrad sowie Beginn und 
Veränderung des Anspruchs auf Rentenleistungen nach den Vorschriften 
des IVG. Der Anspruch erlischt mit dem Tod der anspruchsberechtigten 
Person oder mit dem Wegfall der Invalidität. Nach Art. 38.3 beginnt der An-
spruch auf Invalidenleistungen mit dem Anspruch auf Rentenleistungen der 
Invalidenversicherung, frühestens mit dem Ende der Lohnzahlung, Lohn-
fortzahlung oder der Krankentaggeldzahlung in der Höhe von mindestens 
80% des Lohnes. Die Taggeldversicherung muss vom Arbeitgeber mindes-
tens zur Hälfte finanziert worden sein.

Bei teilerwerbstätigen Personen mit einem Aufgabenbereich bzw. bei An-
wendbarkeit der gemischten Bemessungsmethode ist für die berufliche 
Vorsorge nur der Invaliditätsgrad massgebend, der für den erwerblichen 
Bereich resultiert, unter Vorbehalt offensichtlicher Unhaltbarkeit (BGE 144 
V 63 E. 5.2 S. 68, 72 E. 4.2 S. 75, 141 V 127 E. 5.1 S.133).

4.3 Die IVB stützte sich in ihrer rentenzusprechenden Verfügung vom 
15. Oktober 2020 (act. III 188) insbesondere auf das interdisziplinäre 
MEDAS-Gutachten vom 29. Mai 2020, wonach sowohl in der angestamm-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 20

ten wie auch einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 
20% besteht (act. III 162.1/8 Ziff. 4.7 f.) und berechnete im Erwerbsbereich 
einen Invaliditätsgrad von 75% per März 2016 (die Einzig aufgrund der 
Verordnungsänderung von Art. 27bis Abs. 2 bis 4 IVV vom 1. Januar 2018 
erfolgte weitere Invaliditätsgradbemessung mit einem Invaliditätsgrad von 
80% per Januar 2018 ist für die berufliche Vorsorge nicht massgebend 
[BGE 144 V 63]). Diese invalidenversicherungsrechtliche 
Betrachtungsweise erscheint aufgrund einer gesamthaften Prüfung der 
Akten nicht als offensichtlich unhaltbar (vgl. E. 2.3.1), was denn auch zu 
Recht von der Beklagten 2 nicht vorgebracht wird. 

4.4 Somit ist die Beklagte 2 zu verurteilen, der Klägerin ab 1. November 
2017 (Ziff. 13.2 und 38.3 des ab 1. Januar 2014 gültigen Reglements der 
Beklagten 2 [act. II 2] i.V.m. act. III 191/2 [Ende Krankentaggeldzahlung: 
23. Oktober 2017; die erfolgte Rückforderung ändert gemäss BGE 142 V 
466 nichts am Rentenaufschub]) eine volle Invalidenrente gemäss den 
gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen auszurichten. 

5.

5.1 Die Klägerin beantragt ferner die Ausrichtung eines Verzugszinses 
von 5% auf jede fällig gewordene Rente ab Fälligkeitszeitpunkt (vgl. Klage 
S. 2). 

5.2 Gemäss der im Recht der beruflichen Vorsorge anwendbaren Rege-
lung von Art. 105 Abs. 1 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 
220) haben Vorsorgeeinrichtungen auf fälligen Invalidenrenten erst ab dem 
Zeitpunkt Verzugszins zu leisten, in dem die versicherte Person die Betrei-
bung angehoben oder gerichtliche Klage eingereicht hat; dabei beträgt der 
Verzugszins 5% (Art. 104 Abs. 1 OR), sofern das Reglement der Vorsorge-
einrichtung nicht eine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4 S. 
133). Für zwischen der Klageeinreichung und dem Zeitpunkt der Eröffnung 
des Urteils fällig gewordene Rentenbetreffnisse läuft der Verzugszins ab 
dem Fälligkeitsdatum. Bei verspäteter Auszahlung künftiger Renten ist für 
die Inverzugsetzung wieder gemäss Art. 105 Abs. 1 OR vorzugehen (zum 
Ganzen: SVR 2010 BVG Nr. 1 S. 3 E. 3.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 21

Gemäss Ziff. 13.4 des ab 1. Januar 2022 gültigen Reglements der Beklag-
ten 2 gilt der bundesrechtlich vorgeschriebene Verzugszins (gemäss Art. 2 
Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1993 über die Freizügigkeit 
in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [FZG; SR 
831.42] und Art. 7 der Verordnung vom 3. Oktober 1994 über die Freizü-
gigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 
[FZV; SR 831.425]).

5.3 Gemäss Art. 7 FZV entspricht der Verzugszins dem BVG-Mindest-
zinssatz plus einem Prozent. Nach Art. 12 lit. j BVV2 beträgt dieser seit 
dem 1. Januar 2017 1%. Damit hat die Beklagte 2 der Klägerin für die bis 
Ende 2021 entstandenen Rentenbetreffnisse seit 3. Januar 2022 und für 
die seitherig fällig gewordenen Rentenbetreffnisse ab dem jeweiligen 
Fälligkeitsdatum einen Verzugszins von 2% zu bezahlen (vgl. zum Ganzen 
auch Schlussbemerkungen der Beklagten 2 S. 4 Rz. 40).

6.

Nach dem Dargelegten ist in teilweiser Gutheissung der Klage der Klägerin 
ab dem 1. November 2017 eine volle Invalidenrente der Beklagten 2 
gemäss den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen zuzu-
sprechen, zuzüglich Verzugszinsen zu 2% ab dem 3. Januar 2022 für die 
bis dahin fällig gewordenen Rentenbetreffnisse und für die seitherig fällig 
gewordenen Betreffnisse ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum. Soweit wei-
tergehend ist die Klage abzuweisen.

Die frankenmässige Bezifferung des Anspruchs bildet nicht Streitgegen-
stand (vgl. Rechtsschriften) und ist folglich nicht vom Gericht vorzunehmen 
(vgl. BGE 129 V 450 E. 3.4 und 4 S. 453 ff.). 

Die Klage gegen die Beklagten 1 ist abzuweisen.

7.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 22

7.1 In Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG sind keine Verfahrenskosten 
zu erheben.

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende bzw. 
klagende Partei bei teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine 
reduzierte Parteientschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL 
Nr. 5 S. 14 E. 4.1). Ist das Quantitative einer Leistung streitig, rechtfertigt 
eine „Überklagung“ eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das 
Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat. Weder das 
„Überklagen“ (Rentenbeginn, Zinshöhe) noch das Unterliegen mit dem 
Eventualbegehren haben im vorliegenden Fall den Prozessaufwand 
beeinflusst, so dass die Beklagte 2 der Klägerin die Parteikosten, wie 
nachfolgend dargelegt, ungekürzt zu ersetzen hat. Die nicht berufsmässig 
vertretene Beklagte 1 hat trotz Obsiegens kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 109 Abs. 1 VRPG sowie BGE 126 V 143 E. 4b S. 
150). 

Mit Kostennote vom 9. September 2022 macht Rechtsanwalt B.________ 
einen Aufwand von 20.13 Stunden à Fr. 270.-- bzw. ein Honorar von 
Fr. 5'735.10, zuzüglich Auslagen von Fr. 484.-- sowie Mehrwertsteuer von 
7.7 % im Betrag von Fr. 455.75, total Fr. 6'374.85, geltend. Die Kostennote 
ist nicht zu beanstanden. Dementsprechend hat die Beklagte 2 der Klägerin 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'374.85 (inkl. Auslagen und 
MWST) zu bezahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte 2 verurteilt, der 
Klägerin ab 1. November 2017 eine volle Invalidenrente zuzüglich Ver-
zugszinsen zu 2% ab dem 3. Januar 2022 für die bis dahin fällig ge-
wordenen Rentenbetreffnisse und für die seitherig fällig gewordenen 
Betreffnisse ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zu bezahlen. Im 
Übrigen wird die Klage gegen die Beklagte 2 abgewiesen.

2. Die Klage gegen die Beklagte 1 wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 23

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. Die Beklagte 2 hat der Klägerin die Parteikosten, gerichtlich bestimmt 
auf Fr. 6'374.85 (inkl. Auslagen und MWST), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Klägerin
- Previs Vorsorge
- Rechtsanwältin C.________ z.H. der Beklagten 2
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, Post-

fach, 3000 Bern 14

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, BV/22/7, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.