# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54613140-4b87-55f9-beef-1a9862688a3b
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 08.08.2019 I 2019 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2019-26_2019-08-08.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2019 26

Entscheid vom 8. August 2019 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Rente / unentgeltliche Verbeiständung 
im Verwaltungsverfahren)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1970, ________, Mutter von vier zwischenzeit-
lich erwachsenen Kindern ________) unterzeichnete am 19. Januar 2007 (da-
mals mit Wohnsitz in C.________ SZ) eine Anmeldung zum Bezug von IV-
Leistungen. Die gesundheitlichen Probleme wurden mit Migräne und sehr star-
ken Kopfschmerzen umschrieben (IV-act. 1-6/8). Nach Abklärungen kündigte die 
IV-Stelle mit Vorbescheid vom 22. August 2007 an, das Leistungsbegehren ab-
zuweisen (IV-act. 9). Dagegen opponierte A.________ in einer Eingabe vom 3. 
September 2007 (IV-act. 11). Daraufhin veranlasste die IV-Stelle ein interdiszi-
plinäres Gutachten, welches von der MEDAS D.________ am 28. November 
2007 erstattet wurde (IV-act. 20-4ff./91). Mit Verfügung vom 19. Februar 2008 
hielt die IV-Stelle daran fest, dass das Gesuch um eine IV-Rente abzuweisen sei 
(IV-act. 25). Dagegen beschwerte sich A.________ beim Verwaltungsgericht. Mit 
Entscheid I 2008 52 vom 15. April 2008 ist der Verwaltungsgerichtspräsident auf 
die innert angesetzter Frist nicht verbesserte Beschwerde (fehlende Unterschrift) 
nicht eingetreten (IV-act. 32). 

B. Am 13. Mai 2008 kollabierte A.________ als Betriebsmitarbeiterin der 
M.________ AG und schlug sich dabei das rechte Knie an. Gleichentags wurde 
im Spital N.________ eine Kniekontusion rechts diagnostiziert und das rechte 
Knie mit einer Klettschiene ruhiggestellt. Am 26. Juni 2008 wurde im Spital 
N.________ eine Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskektomie des rechten 
Hinterhorns durchgeführt. In der Folge stürzte A.________ weitere Male. Am 1. 
Februar 2010 wurde am rechten Knie arthroskopisch das gerissene vordere 
Kreuzband (VKB) rekonstruiert sowie eine mediale Teilmeniskektomie und eine 
laterale Meniskusnaht vorgenommen. Am 8. Juli 2011 erfolgte ein Vorberei-
tungseingriff (Bohrlochauffüllung femoral und tibial) für eine erneute Rekonstruk-
tion des VKB rechts, wobei es postoperativ zu einem Tibiaplateaueinbruch kam, 
welche Fraktur am 11. Juli 2011 mittels Plattenosteosynthese stabilisiert werden 
musste. Am 6. Februar 2012 erfolgte schliesslich die Re-Rekonstruktion des 
VKB, verbunden mit der Metallentfernung und einer weiteren Teilmeniskektomie 
medial. Im Rahmen dieser Eingriffe kam es zu drei Aufenthalten in der Reha-
Klinik V.________ (24.9. - 28.10.2010; 21.7. - 16.8.2011 und 20.6. - 12.7.2012, 
UV-act. 22-2/15).

C. In der Zwischenzeit hatte sich A.________ am 7. Juli 2009 (immer noch mit 
Wohnsitz in C.________) erneut bei der IV-Stelle angemeldet (IV-act. 37-8/10). 
Am 28. August 2009 fand ein Abklärungsgespräch statt (vgl. IV-act. 46). Am 11. 
September 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass Beratung und Unterstützung bei der 

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Stellensuche gewährt werde (vgl. IV-act. 48). Das von A.________ zweimal ver-
schobene Abklärungsgespräch für eine berufliche Eingliederung fand am 21. De-
zember 2009 statt; dabei erwähnte sie u.a., eine leichte wechselbelastende Ar-
beit im Umfang von rund 50% zu suchen. Am 28. Januar 2010 teilte    
A.________ mit, dass sie am 1. Februar 2010 im Spital X.________ am Knie 
operiert werde (IV-act. 56). Am 8. Juli 2010 bescheinigte Dr.med. E.________, 
dass A.________ aktuell vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 58). In der Folge 
wartete die IV-Stelle den weiteren Verlauf des Unfallversicherung-Verfahrens ab. 
Ende Mai 2012 verlegte A.________ ihren Wohnsitz nach AB.________ (IV-act. 
80). 

D.  Am 9. Oktober 2012 nahm ________ Dr.med. F.________ eine Ab-
schlussuntersuchung vor. Gestützt auf seine Zumutbarkeitsbeurteilung und 
Schätzung des Integritätsschadens sprach die Unfallversicherung mit Verfügung 
vom 27. Februar 2013 für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 
13. Mai 2008 eine Integritätsentschädigung von insgesamt 30% zu, während ein 
Anspruch auf eine UVG-Invalidenrente verneint wurde (UV-act. 22-2/15). In der 
Folge anerkannte die Unfallversicherung das Vorliegen eines Rückfalles, worauf 
sie Kostengutsprache für weitere Behandlungen erteilte. Gestützt auf eine erneu-
te ärztliche Beurteilung durch Dr.med. F.________ wies die Unfallversicherung 
mit Entscheid vom 8. Oktober 2013 die gegen die Verfügung vom 27. Februar 
2013 erhobene Einsprache ab. Mit einer weiteren Verfügung und einem Einspra-
cheentscheid vom 27. November 2013 lehnte die Unfallversicherung es ab, wei-
tere Leistungen ab dem 1. Oktober 2013 zu gewähren (vgl. UV-act. 22-3/15). Ei-
ne dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Sozialversicherungsgericht des 
Kantons AB.________ mit Urteil vom 13. August 2015 abgewiesen, soweit es 
darauf einzutreten hatte (UV-act. 22-14/15). 

E. Nach Kenntnisnahme des vom Sozialversicherungsgericht des Kantons 
AB.________ getroffenen Entscheides erkundigte sich die IV-Stelle Schwyz mit 
Schreiben vom 3. Dezember 2015 bei A.________ nach dem Stand der medizi-
nischen Behandlungen (IV-act. 106). Gestützt auf eine Antwort vom 7. Januar 
2016 holte die IV-Stelle bei der AF.________ (Klinik) einen aktuellen Bericht ein, 
welcher am 26. Januar 2016 einging (IV-act. 108). Es folgten weitere Berichte 
und nach mehreren Mahnungen am 2. November 2017 ein Verlaufsbericht des 
Psychiaters Dr.med. G.________ (IV-act. 130). Der RAD-Arzt Dr.med. 
H.________ empfahl am 15. Februar 2018 die Einholung eines interdisziplinären 
Gutachtens (IV-act. 138-5/5). Der Begutachtungsauftrag wurde der AG.________ 
zugelost (IV-act. 146ff.). Das entsprechende MEDAS-Gutachten vom 4. Juli 2018 
ging am 22. August 2018 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 153). Mit Vorbescheid vom 

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1. Oktober 2018 kündigte die IV-Stelle an, das Leistungsbegehren abzuweisen 
(IV-act. 155). Dagegen liess A.________ am 22. November 2018 Einwände er-
heben, wobei um eine unentgeltliche Rechtsvertretung ersucht wurde (IV-act. 
160). Am 29. Januar 2019 nahm die Gutachterstelle zu den von A.________ er-
hobenen Einwänden Stellung (IV-act. 163). 

F. Am 27. Februar 2019 verfügte die IV-Stelle sinngemäss, dass kein An-
spruch auf eine Invalidenrente bestehe und zudem das Begehren um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren 
abgewiesen werde (IV-act. 165).

G. Gegen diese am 4. März 2019 eingegangene Verfügung liess A.________ 
rechtzeitig am 3. April 2019 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben mit 
den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 3. März 2019 sei aufzuheben;
2. (i.) Der Beschwerdeführerin sei nach Ablauf der Wartefrist eine ganze Invali-

denrente auszurichten;
(ii.) Eventualiter seien weitere tatsächliche und medizinische Abklärungen vor-
zunehmen. Insbesondere sei die Beschwerdeführerin durch ein nicht vorbe-
fasstes Begutachtungsinstitut erneut polydisziplinär begutachten zu lassen;

3. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen;
4. Es sei der Beschwerdeführerin für das Vorbescheidverfahren die unentgeltli-

che Verbeiständung in der Person von RA Dr.iur. AH.________ zu gewähren 
und die Sache zur Festsetzung der Entschädigung an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen;

5. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche 
Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung in der Person des Un-
terzeichneten zu gewähren;

Aller unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten 
der Beschwerdegegnerin.

Mit Vernehmlassung vom 13. Mai 2019 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde 
sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Im Rechtsbegehren Ziffer 3 beantragt die Beschwerdeführerin die Durch-
führung eines zweiten Schriftenwechsels. Nach ständiger Rechtsprechung bildet 
der einmalige Schriftenwechsel in der Verwaltungsrechtspflege die Regel. Nach 
§ 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 
1974 in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 
sowie Art. 61 lit. a ATSG kann die Rechtsmittelinstanz auf Antrag der Vorinstanz 
oder der Parteien oder von Amtes wegen einen zweiten Schriftenwechsel anord-

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nen. Es steht somit im Ermessen der Beschwerdeinstanz, ob sie einen zweiten 
Schriftenwechsel durchführt oder nicht. Dieser kann nach der Praxis zur Wah-
rung des rechtlichen Gehörs u.a. dann angeordnet werden, wenn die Beschwer-
deinstanz im Entscheid auf erstmals in der Vernehmlassung vorgetragene Sach-
darstellungen abstellen will, wenn die Beschwerdeinstanz neu eingetretene oder 
ausser acht gelassene Tatsachen ihrem Entscheid zugrunde legen will oder 
wenn die Beschwerdeinstanz einen Prozess gestützt auf einen von keiner Partei 
angerufenen Rechtsgrund, dessen Heranziehung von den Beteiligten nicht vor-
ausgesehen werden kann, entscheiden will (VGE I 2019 15 vom 10.4.2019 Erw. 
2.1; anzufügen ist, dass in jenem Verfahren die hier auftretende Anwaltskanzlei 
involviert war). Diese Voraussetzungen für die Anordnung eines zweiten Schrif-
tenwechsels sind vorliegend nicht gegeben. 

1.2 Sodann wird in der Beschwerde nicht substantiiert begründet, weshalb ein 
zweiter Schriftenwechsel nötig wäre. Nach geltender Praxis ist es zudem nicht 
zulässig, den Antrag für einen zweiten Schriftenwechsel "auf Vorrat" (bzw. vor-
sorglich) zu stellen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein schon in 
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gestellter Antrag auf Anordnung eines zwei-
ten Schriftenwechsels verfrüht, da ein Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt 
noch gar nicht beurteilen kann, ob aus seiner Sicht eine Stellungnahme zu den 
Eingaben der Beschwerdegegner oder der Vorinstanz erforderlich sein wird (sie-
he Bundesgerichtsurteile 4A_59/2008 vom 20.6.2008 Erw. 1; 8C_549/2007 vom 
30.5.2008 Erw. 3; Bundesgerichtsurteil 1A.276/2004 vom 12.7.2005 Erw. 2).

1.3 Schliesslich wird von einer Partei, welche eine Eingabe ohne Fristan-
setzung erhält und dazu Stellung nehmen will, nach höchstrichterlicher Recht-
sprechung erwartet, dass sie ihre Stellungnahme umgehend einreicht bzw. zu-
mindest umgehend eine entsprechende Fristansetzung beantragt. Ansonsten 
geht das Bundesgericht davon aus, dass die Partei auf eine weitere Eingabe ver-
zichte (vgl. das der erwähnten Anwaltskanzlei bekannte Bundesgerichtsurteil 
93_757/2017 vom 5.10.2018 Erw. 1.2 mit Hinweis). Mit anderen Worten ist das 
Stillschweigen der Beschwerdeführerin nach Kenntnisnahme der vorinstanzli-
chen Vernehmlassung als konkludenter Verzicht auf eine weitere Stellungnahme 
zu qualifizieren.

1.4 Aus all diesen Gründen ist kein weiterer Schriftenwechsel durchzuführen.

2.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
vom 19. Juni 1959 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die 
durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, vor-
aussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs-

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unfähigkeit. Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein-
trächtigung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

2.2 Der Invaliditätsgrad bestimmt sich nach Art. 16 ATSG, wonach zur Ermitt-
lung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches 
Invalideneinkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches 
Valideneinkommen). Es ist für die Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob 
die versicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von 
der verbliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist die Invalidität 
stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die 
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ 
Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

2.3 Die Invalidität bemisst sich somit nicht nach medizinischen, sondern nach 
wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). Wer 
nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig 
und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

2.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 

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des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 IVG 
N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

2.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

2.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). Im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach-
ten von externen Spezialisten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist regelmäs-
sig volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 Erw. 1.3.4 mit Hinweis).

2.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

2.5.4  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 

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zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (Bundesgerichtsurteil 9C_437/2012 vom 
6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 105 V 
156 Erw. 1 S. 158 f.; BGE 132 V 93 Erw. 4).

2.6 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Ver-
waltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu-
gung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu be-
trachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden 
Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu ver-
zichten (antizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Bundesgerichtsurteil 
8C_424/2010 vom 19.7.2010 Erw. 3.2.3; BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

3. Den vorliegenden Akten sind im Verlauf u.a. die nachfolgend aufgeführten 
Angaben aus den medizinischen Unterlagen zu entnehmen:

3.1 Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS D.________ vom 28. Novem-
ber 2007 (unterzeichnet von Prof. Dr.med. I.________, Facharzt für Neurologie 
sowie Psychiatrie und Psychotherapie; Dr.med. J.________, Facharzt für Or-
thopädie; lic.phil. K.________; und Dr.med. L.________, Chefarzt/ Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit gestellt (IV-act. 20-26/91):

- Anhaltend zervikozephales und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom bei/ 
mit

a) segmentaler Dysfunktion C0-2
b) im MRI gesicherter Osteochondrose C4-C7 sowie Spondylarthrose 

C5-Th1 ohne Nervenwurzelkompression
- St.n. VKB-Ruptur linkes Kniegelenk November 2003, konservative Behandlung
- Seitens der Fachgebiete Psychiatrie und Neurologie wurden keine Diagnosen 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vergeben.

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter 
auf:

- Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0)
- Verdacht auf Migräne mit Aura (ICD-10 G43.105)
- St.n. Meisselfraktur Radiusköpfchen linker Ellenbogen 2002, ohne Folgen

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- St.n. Verkehrsunfall mit Weichteilverletzung rechter Oberschenkel in der frühen 
Kindheit, ohne Folgen.

Zur Arbeitsfähigkeit führten die MEDAS-Gutachter aus, der Versicherten seien 
aus interdisziplinärer Sicht sowohl die bisherige Tätigkeit (Lageristin bei 
AI.________) als auch alle angepassten Arbeiten in einem zeitlichen Rahmen 
von 8.5 Stunden pro Tag an 5 Tagen pro Woche zumutbar. Ausgeschlossen sei-
en Tätigkeiten über Schulterhöhe sowie ausschliesslich hockende, kniende oder 
kauernde Tätigkeiten und repetitives Treppensteigen. Das Heben, Tragen und 
Bewegen von Lasten sei auf 15 kg limitiert. Dabei bestehe keine verminderte 
Leistungsfähigkeit. Aus versicherungspsychiatrischer und neurologischer Sicht 
ergebe sich kein zu begründendes besonderes Tätigkeitsprofil (vgl. IV-act. 20-
31/91 unten).

3.2 Anlässlich der ________ Untersuchung vom 5. August 2009 stellte Dr.med. 
F.________ (FMH Chirurgie) folgende Diagnosen (IV-act. 43-12/27).

1. Chronisches Panvertebralsyndrom
2. Chronische Gonalgie rechts mit/bei

- Status nach VKB-Ruptur und Teilmeniskektomie medial
3. Chronische Brachialgie rechts

Beim IV-Abklärungsgespräch vom 28. August 2009 machte die Versicherte gel-
tend, sie habe keine Kraft im Knie, knicke immer wieder ein; durch ihre Schonhal-
tung habe sie nun Rückenschmerzen und seit einem erneuten Sturz (Einknicken 
des Knies) leide sie an Schmerzen in Schulter, Ellbogen und Handgelenk links. 
Ausserdem habe sie grosse Kopfschmerzen (IV-act. 46-4/4).

3.3.1  Dr.med. E.________ (Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH), welcher 
die Versicherte seit dem 26. Januar 2010 behandelte, stellte in seinem Bericht 
vom 7. Juli 2010 an die IV-Stelle folgende Diagnosen (IV-act. 58-1/4):

- St.n. vorderer Kreuzbandrekonstruktion rechts bei vorderer Kreuzbandruptur 
sowie medialer Teilmeniskektomie und lateraler Meniskushinterhornnaht am 
01.02.2010;

- Chronische Lumboischialgien bei Diskushernie L5/S1 mit Kompression der 
Wurzel L5 rechts, mediale Diskushernie L4/L5 mit Kompression des Duralsa-
ckes sowie einer Lagebeziehung zur abgehenden Wurzel L5 beidseits

Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich Dr.med. E.________ in diesem Bericht dahin-
gehend, dass die Versicherte aktuell zu 100% arbeitsunfähig sei; dies lasse sich 
zu 50% auf die Knieoperation zurückführen; des Weiteren sei sie aufgrund ihrer 
Lumbalgie zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 58-2/4 Ziff. 1.6).

3.3.2  Am 5. November 2010 berichtete der gleiche Arzt der IV-Stelle (IV-act. 60): 
Die oben genannte Patientin war seit der letztmaligen Untersuchung in unserer 
Praxis vom 09.07.2010 nicht mehr vorstellig geworden. Jedoch konnte ich sie am 
10.07.2010 in einem grösseren Einkaufszentrum der Region beobachten, wie sie 

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bei einem Zeitraum von 30 Min. ohne jegliche Beschwerden laufen konnte, hierbei 
schwere Tüten anhob und keinerlei Beschwerden von Seiten des rechten Kniege-
lenkes wie auch von Seiten des Rückens demonstrierte. (…)

3.4 Im Austrittsbericht vom 2. November 2010 zum Aufenthalt in der Rehaklinik 
V.________ vom 24. September 2010 bis 28. Oktober 2010 wurden u.a. chroni-
sche belastungsabhängige Knieschmerzen rechts mit subjektiver Instabilität bei 
leichter medialer Gonarthrose, eine leichte agitiert depressive Symptomatik mit 
erhöhter Reizbarkeit, innerer Unruhe und Schlafstörungen im Rahmen einer An-
passungsstörung (ICD-10: F43.2) sowie ein chronisches lumbospondylogenes 
Syndrom (mit aktuell medianer Diskushernie L4/5, erhebliche Degeneration 
LWK5/SWK1 und einer Nervenwurzelkompression L5 rechts mehr als links) dia-
gnostiziert (UV-act. 3-6/82). Zur Arbeitsfähigkeit führten med.pract. O.________ 
und med.pract. P.________ was folgt aus (UV-act. 3-7/82):

Es wurde eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet. Infolge Selbstlimitie-
rung konnten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belast-
barkeit nicht erreicht werden. Die Resultate der physischen Leistungstests sind 
deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nicht ver-
wertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lässt sich 
mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung 
und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. (…)

Insgesamt erachteten die Fachpersonen der Rehaklinik V.________ leichte bis 
mittelschwere Arbeiten ganztags als zumutbar (UV-act. 3-7/82 unten).

3.5 Am 8. Juli 2011 erfolgte an der AF.________ (Klinik) eine arthroskopisch-
assistierte femorale und tibiale Bohrkanalauffüllung (vgl. IV-act. 66-5/6) und am 
11. Juli 2011 musste eine postoperativ diagnostizierte Tibiaplateaufraktur inter-
konylär rechts mit einer Platten-Osteosynthese stabilisiert werden (IV-at. 66-3/6). 
Anlässlich des erneuten Aufenthalts in der Rehaklinik V.________ vom 21. Juli 
2011 bis 16. August 2011 wurde u.a. festgehalten, dass das Ausmass der physi-
schen Einschränkungen sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden 
der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagno-
sen aus somatischer Sicht erklären lasse (vgl. IV-act. 84-3/31).

3.6 Am 6. Februar 2012 folgte an der AF.________ (Klinik) eine arthrosko-
pisch-assistierte vordere Kreuzband-Re-Rekonstruktion des rechten Knies (UV-
act. 7-60/69). Vom 20. Juni 2012 bis zum 12. Juli 2012 hielt sich der Versicherte 
erneut in der Rehaklinik V.________ auf. Im Austrittsbericht vom 12. Juli 2012 
wurden leichte Arbeiten im Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen als ganztags 
zumutbar beurteilt (UV-act. 10-19/45). 

11

3.7 Am 9. Oktober 2012 fand die ________ Abschlussuntersuchung statt. Im 
gleichentags verfassten Bericht führte ________ Dr.med. F.________ folgende 
Diagnosen auf (UV-act. 12-15/17):

Chronische Gonalgie rechts mit/bei
- Status nach VKB-Ruptur und Teilmeniskektomie medial
- Status nach VKB-Ersatzplastik Februar 2010 und Revision 2011
- Status nach Tibiaplateaufraktur 2011

Chronisches Panvertebralsyndrom mit/bei:
- Pseudoradikulärer Ausstrahlung

In der Beurteilung führte Dr.med. F.________ u.a. aus, dass aufgrund der im 
MRI nachgewiesenen Arthrose ein Teil der Beschwerden zu erklären sei, indes 
das Ausmass der Schmerzhaftigkeit insgesamt durch die Bildgebung nicht zu 
begründen sei (UV-act. 12-16/17). Ergänzend fügte Dr.med. F.________ am 15. 
Oktober 2012 an, dass es aufgrund der degenerativen Veränderungen optimaler 
sei, eine wechselbelastende Tätigkeit als eine vorwiegend sitzende Tätigkeit auf-
zunehmen, da bei längerdauernder Zwangshaltung im Sitzen Anlaufschwierigkei-
ten provoziert würden. Eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit sei möglich, wobei ein 
gelegentliches Aufstehen und Herumgehen günstiger sei als den ganzen Tag zu 
sitzen (vgl. UV-act. 20-8/14 unten).

3.8 Am 23. Januar 2013 liess sich die Versicherte in der Rheumasprechstunde 
der AF.________ (Klinik) ambulant untersuchen. Im Bericht vom 5. März 2013 an 
die Unfallversicherung (visiert durch PD Dr.med. Q.________, Chefarzt Rheuma-
tologie) führten Dr.med. R.________ u.a. aus, das Beschwerdebild werde als 
chronisches Schmerzsyndrom im rechten Knie bei Status nach multiplen operati-
ven Eingriffen beurteilt (UV-act. 18-19/33 unten).

3.9 Anlässlich einer ambulanten Untersuchung vom 9. Januar 2014 an der 
AF.________ (Klinik) gelangte der Oberarzt Dr.med. S.________ (visiert von PD 
Dr.med. T.________, Teamleiter Kniechirurgie) zum Ergebnis, dass insgesamt 
nach wie vor eine unbefriedigende Situation vorliege. Ein erneuter Eingriff kom-
me aufgrund der Gesamtsituation bei dieser Versicherten nicht in Frage. Auf-
grund der Ausweitung der Beschwerden mit nun generalisierten Schmerzen so-
wohl in Ruhe wie auch bei Belastung sei eine Anbindung an einen Schmerz-
dienst unerlässlich (UV-act. 21-11/33).

3.10  Bei einer erneuten Untersuchung an der AF.________ (Klinik) vom 19. Ja-
nuar 2016 wurden u.a. die bekannten chronischen Knieschmerzen rechts, ein re-
zidivierendes cervikospondylogenes Schmerzsyndrom rechts sowie eine rezidi-
vierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts diagnostiziert. Im Er-
gebnis wurde eine Optimierung der Schmerztherapie empfohlen (IV-act. 108). 

12

3.11  Vom 29. Januar 2016 bis zum 2. Februar 2016 war der Versicherte in der 
Klinik AD.________ hospitalisiert. Am 29. Januar 2016 wurde ein laparoskopi-
scher intermediärer Magenbypass angelegt. 

3.12  Am 14. Juli 2016 fand eine Konsultation im AJ.________ statt. Im Bericht 
vom 16. August 2016 wurden eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 
und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine mittelgradige depressive Epi-
sode (ICD-10: F32.1) sowie ein Verdacht auf sonstige phobische Störungen 
(ICD-10: F40.8) diagnostiziert. Die alltägliche Schmerzbewältigung wurde als 
maximal dysfunktional beurteilt (UV-act. 24-18/19 bzw. IV-act. 126). 

3.13  Am 9. September 2016 erfolgte ein psychiatrisches Aktengutachten durch 
Dr.med. U.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie), welcher u.a. 
festhielt, dass die im aktuellen Bericht des AJ.________ gestellten psychiatri-
schen Diagnosen nicht in nachvollziehbarer Weise begründet würden, was na-
mentlich auch für den Schweregrad der depressiven Symptomatik gelte. 
Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass es ohne das durch die Unfallversi-
cherung anerkannte Unfallereignis im Jahr 2008 nicht in dieser Zeit und in dieser 
Weise zu der chronischen Schmerzproblematik im Bereich des rechten Kniege-
lenks gekommen wäre, was auch in Bezug auf den komplexen langwierigen or-
thopädischen Behandlungsverlauf gelte. Daneben bestünden multiple unfallfrem-
de Faktoren, welche den Verlauf stark bestimmen würden. Die Compliance sei 
ungünstig; immer wieder seien Inkonsistenzen, Symptomausweitung und Selbst-
limitierung beschrieben worden. Einmal sei differentialdiagnostisch explizit eine 
Aggravation in Betracht gezogen worden. Es sei davon auszugehen, dass die 
ausgeprägte, passive, regressive Schonhaltung ganz wesentlich zur Entwicklung 
in den vergangenen acht Jahren beigetragen habe und weiterhin beitrage. In die-
sem Sinne sei der Verlauf während 8 Jahren zu einem gewissen Teil durch orga-
nische Probleme des rechten Kniegelenks und in einem viel grösseren Masse 
durch die ungünstige Grundhaltung der Versicherten geprägt (vgl. UV-act. 24-
18f./19).

3.14  Am 24. November 2016 forderte die IV-Stelle von Dr.med. G.________ 
(Psychiatrie & Psychotherapie, ________) einen Arztbericht an. Am 9. März 2017 
teilte dieser Psychiater der IV-Stelle mit, dass die Versicherte vom 1. bis 31. März 
2017 vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 124). Daraufhin mahnte die IV-Stelle 
diesen Psychiater mehrfach, einen detaillierten Bericht zu liefern (IV-act. 125, 
127, 129). In einem per 16. September 2017 datierten Verlaufsbericht, welcher 
bei der IV-Stelle am 2. November 2017 einging, stellte Dr.med. G.________ fol-
gende Diagnosen und äusserte sich zur Arbeitsfähigkeit wie folgt (IV-act. 130-
1/14):

13

1. Depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades F 32.1, 
F32.2;

2. Chronische Schmerzstörung F45.41
3. Diverse Krankheiten aus dem rheumatischen Formenkreis
Jede der Störungen vermag die Arbeitsfähigkeit zu verringern, ihr komorbides Auf-
treten erst recht. Aus psychiatrischer Sicht dürfte die Arbeitsunfähigkeit 60% betra-
gen. Hinzu kommt die Behinderung aus dem rheumatischen Bereich, die von ent-
sprechenden Spezialisten beurteilt werden sollte.

3.15  Zwischenzeitlich hatte sich die Versicherte vom 10. April bis 17. Mai 2017 
im AK.________ (Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) aufgehalten. Im 
Austrittsbericht vom 17. Mai 2017 stellte die Stationsärztin med.pract. 
W.________ die Hauptdiagnose "F33.1 Rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig mittelgradige Episode" sowie die Nebendiagnose "F45.41 Vd. a. chro-
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren" (IV-act. 130-
13/14).

3.16  Am 12. Oktober 2017 wurde die Versicherte am AE.________ (Spital) (In-
stitut für Anästhesiologie) untersucht. Im gleichentags erstellten Bericht wurden 
folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 135-1/10):

Schmerzdiagnose
1. Chronische postoperative Schmerzen Knie rechts

- 6x Knieoperationen rechts seit 2008 mit Verschlimmerung der Symptomatik
2. Panvertebralsyndrom

Muskuloskelettale Dysbalance

Fremddiagnose
Anpassungsstörung
Arterielle Hypertonie

3.17  Am 13. Februar 2018 fand in der AF.________ (Klinik) eine Verlaufskontrol-
le statt. Im gleichentags erstellten Bericht beurteilte Dr AL.________ (Oberarzt) 
die Situation als schwierig mit einerseits bestehender Arthrose des rechten Knie-
gelenkes und andererseits überproportioniertem Schmerz und nur sehr schlech-
tem Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf eine Infiltration von August 2017. Die 
Stabilisation des Kniegelenks sei am ehesten mit einer Orthese erfolgverspre-
chend. Die Versicherte sei angesichts der Beschwerdesymptomatik sicherlich in 
einer stehenden Tätigkeit arbeitsunfähig (IV-act. 137-2/3).

3.18  Am 15. Februar 2018 empfahl der RAD-Arzt Dr.med. H.________ (or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) die Einho-
lung eines interdisziplinären Gutachtens. Der Begutachtungsauftrag wurde der 
AG.________ zugelost (IV-act. 146). Das von Dr.med. Y.________ (Allg. Innere 
Medizin/ zertif. med. Gutachter SIM), PD Dr.med. Z.________ (Facharzt für or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates/ zertif. med. 

14

Gutachter SIM) und med.pract. AM.________ (FMH Psychiatrie und Psychothe-
rapie/ zertif. med. Gutachter SIM) am 4. Juli 2018 erstellte MEDAS-Gutachten, 
welches zusätzlich von Dr.med. AA.________ (Neurologie FMH/ zertif. med. 
Gutachter SIM) visiert wurde (IV-act. 153-28/90), ging am 22. August 2018 bei 
der IV-Stelle ein. Diesem MEDAS-Gutachten sind folgende Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (IV-act. 153-25/90):

Gonarthrose rechts nach mehrfach VKB-Plastik Revision und Tibiakopffraktur 
rechts (2013)
Kein ausreichender Anhalt für eine psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde was folgt aufge-
führt:

Rezidivierende Lumboischialgien rechts
Intermittierendes Schulter-Arm-Syndrom rechts
Zustand nach Magenbypass-Operation 2016
Psychiatrischerseits ergibt sich kein ausreichender Anhalt für eine psychische Er-
krankung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

Die funktionellen Auswirkungen der Befunde/ Diagnosen wurden mit unzurei-
chender Steh- und Gehfähigkeit umschrieben. Sodann wurde im MEDAS-Gut-
achten u.a. was folgt festgehalten (IV-act. 153-25/90):

4.5 Diskussion von Belastungsfaktoren und Ressourcen
Solche liegen nicht vor. Die Versicherte ist im systematischen Untersuchungsgang 
psychisch unauffällig. Sie ist durchschnittlich intelligent und gut integriert; sie kann 
z.B. gut deutsch verstehen und sprechen und sich exakt ausdrücken.

4.6 Konsistenzbeurteilung
Im ganzen Aktenverlauf seit 2008 wurde von verschiedenen Beurteilern auf Sym-
ptomausweitung, Nichtnachvollziehbarkeit der Beschwerden, mangelnde Bereit-
schaft zum Training hingewiesen. Auch seitens aller Gutachter konnte ein demons-
trativ-aggravatorisches Verhalten beobachtet werden.

4.7 Arbeitsfähigkeit (AF) in bisheriger Tätigkeit und deren zeitlicher Verlauf
Gutachtlich dürfte immer wieder bis 08.07.2011 (letzter Eingriff am rechten Knie, 
[recte wohl: 6.2.2012: Re-Rekonstruktion VKB]) teilweise eine AF bis 50% bestan-
den haben. Ab diesem Zeitpunkt wird gutachterlich keine AF mehr angenommen.

4.8 Arbeitsfähigkeit (AF) in angepasster Tätigkeit und deren zeitlicher Verlauf
Seit Referenzdatum bzw. in Bezug auf das Vorgutachten 2007 bestand volle AF, 
wenn von den Unterbrüchen durch operative Eingriffe, die medizinisch-theoretisch 
kaum mehr als 3 Monate dauern, abgesehen wird.

4. Eine gerichtliche Würdigung dieser Angaben zum Gesundheitszustand so-
wie zum Arbeitsfähigkeitsgrad der Versicherten zeitigt die nachfolgend dargeleg-
ten Ergebnisse. 

15

4.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Versicherte in medizinischer Hinsicht um-
fassend abgeklärt wurde. Was die somatischen Beeinträchtigungen anbelangt, 
wurden im vorliegenden MEDAS-Gutachten vom 4. Juli 2018 im Wesentlichen 
Knie- und Rückenbeschwerden evaluiert und beurteilt. Dieser Teil des MEDAS-
Gutachtens wird von der beanwalteten Beschwerdeführerin vor Gericht auch 
nicht ansatzweise in Frage gestellt. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb 
die im Gutachten enthaltenen klinischen Untersuchungsbefunde des begutach-
tenden Internisten und des begutachtenden Orthopäden zu beanstanden wären. 
Analoges gilt auch für die aus den somatischen Befunden hergeleitete Arbeits-
fähigkeitsbeurteilung, wonach den erwähnten Knie- und Rückenbeschwerden 
hinreichend angepasste (wechselbelastende) Tätigkeiten der Versicherten 
grundsätzlich vollschichtig bzw. im Rahmen eines 100%-Pensums zumutbar 
sind.    Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, weitere somatische Abklärun-
gen in Betracht zu ziehen. Es ist denn auch im Rahmen einer zulässigen antizi-
pierten Beweiswürdigung nicht damit zu rechnen, dass zusätzliche somatische 
Abklärungen zu relevanten neuen Ergebnissen führen würden.

4.2 Die Kritik in der vorliegenden Beschwerde bezieht sich ausschliesslich auf 
das im MEDAS-Gutachten vom 4. Juli 2018 enthaltene psychiatrische Teilgut-
achten von med.pract. AM.________. Konkret wirft die Beschwerdeführerin dem 
begutachtenden Psychiater u.a. sinngemäss vor, dass seine Ausführungen von 
einer starken Voreingenommenheit geprägt seien. Er habe sich offensichtlich auf 
den Vorwurf der Aggravation fixiert und einzig versucht zu begründen, dass bei 
der Versicherten keine Anzeichen psychischer Erkrankung vorlägen. Selbst wenn 
die Angaben der Versicherten - wie im Gutachten ausgeführt werde - zuweilen 
ungenau und beim Nachfragen widersprüchlich gewesen sein sollten, sei es nicht 
zulässig, dass der Gutachter nach einer einmaligen Untersuchung zu derart 
schwerwiegenden Vorwürfen (Aggravation und Simulation) gelangt sei. Vielmehr 
sei dieser Gutachter voreingenommen und befangen bzw. nicht unparteilich ge-
wesen. Die Einstellung des psychiatrischen Gutachters gegenüber der Versicher-
ten, wie sie im (psychiatrischen) Teilgutachten zum Ausdruck komme, sei jeden-
falls geeignet, den Anschein von Voreingenommenheit zu begründen.

4.3.1  Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die 
gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. 
Danach ist - wie in der vorinstanzlichen Vernehmlassung (Ziff. 5) zutreffend 
ausgeführt wurde -  Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die 
geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der 
Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur 
schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht 

16

nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen 
ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der 
Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. 
Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher 
Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt 
werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet 
erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters 
ein strenger Massstab anzusetzen (vgl. BGE 132 V 93 Erw. 7.1, S. 109, mit 
Verweis auf BGE 120 V 364 Erw. 3). 

4.3.2  Das vorliegende psychiatrische Teilgutachten enthält zunächst eine Dar-
stellung der Ausgangslage mit Umschreibung des Begutachtungsauftrages, des 
medizinischen Sachverhalts, der IV-spezifischen Fragestellung und des Anforde-
rungsprofils der bisherigen Tätigkeit (IV-act. 153-64f./90). Anschliessend folgt auf 
rund 10 Seiten eine Zusammenfassung der Berichte von involvierten Ärzten (IV-
act. 153-65/90 bis 153-74/90). Wenn in diesem Aktenauszug Feststellungen an-
derer Ärzte angeführt werden, welche für die Versicherte grundsätzlich unvorteil-
haft erscheinen, wie beispielsweise:

- "Es wurde eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet. Infolge Selbstlimitie-
rung konnten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktionen und Be-
lastbarkeit nicht erreicht werden. Die Resultate der physischen Leistungstests sind 
deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nicht ver-
wertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lässt sich 
mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung 
und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären…" 
(vgl. IV-act. 153-67/90 betr. Aufenthalt in der Rehaklinik V.________ im Herbst 
2010, i.V.m. IV-act. 61-3/11, 84-13/31);

- "Gesamthaft betrachtet kann man aufgrund der Diagnosen sowie der klinischen 
und radiologischen Befunde die präsentierten Beschwerden und Funktionsein-
schränkungen nur zum Teil erklären" (IV-act. 153-68/90 betr. Aufenthalt in der Re-
haklinik V.________ im Sommer 2012, i.V.m. UV-act. 10-20/45);

- "Die Beschwerden sind organisch nicht vollumfänglich erklärbar. Mehrfach wurde 
eine ausgeprägte Schmerzausweitung bestätigt" (IV-act. 153-68/90 betr. ________ 
Abschlussuntersuchung vom 19.10.2012, i.V.m. UV-act. 12-17/17 oben);

- "Auch in diesem Zusammenhang sind zahlreiche Hinweise auf Symptomauswei-
tung, Selbstlimitierung, Inkonsistenzen und eine mögliche Aggravation zu erwäh-
nen" (vgl. IV-act. 153-69/90 betr. psychiatrische Beurteilung vom 9.9.2016 durch 
Dr.med. U.________, i.V.m. UV-act. 24-19/19);

ist darin keine Parteilichkeit des psychiatrischen Gutachters zu erblicken. Die Be-
schwerdeführerin übersieht, dass es einem Gutachter möglich ist und möglich 
sein muss, für den Exploranden negative Aspekte und auch ungünstige Untersu-

17

chungsergebnisse klar und deutlich aufzuzeigen und seine Sicht der Dinge dar-
zulegen, ohne dass deshalb auf eine Voreingenommenheit geschlossen werden 
darf (siehe Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts 38/98 vom 6.09.1999 i.Sa. M., 
Erw. 3b in fine). In diesem Sinne kann weder aus dem angesprochenen Akten-
auszug, noch aus dem Explorationsgespräch (mit vertiefender Befragung der 
Explorandin und Erarbeitung der Untersuchungsbefunde) aus objektiver Sicht ein 
relevanter Anschein von Befangenheit oder Voreingenommenheit hergeleitet 
werden. Dass die Beschwerdeführerin aus ihrer subjektiven Sicht den begutach-
tenden Psychiater als voreingenommen empfindet, reicht rechtsprechungs-
gemäss nicht aus. Daran vermag die Argumentation in der Beschwerde (S. 5), 
wonach Dr.med. AC.________ im Bericht vom 16. August 2016 erhebliche 
Stimmungsbeeinträchtigungen sowie eine depressive Entwicklung mit suizidalen 
Äusserungen festgestellt habe, nichts zu ändern. Dies gilt erst recht, als die 
psychiatrische Begutachtung aktueller ist als die Angaben von Dr.med. 
AC.________. Abgesehen davon hat der psychiatrische Gutachter diesen rund 2 
Jahre vor der Begutachtung abgefasste Bericht vom 16. August 2016 nicht über-
sehen, sondern ausdrücklich mitberücksichtigt (siehe IV-act. 153-73/90). Eine le-
ge artis aufgrund einer aktuellen klinischen Untersuchung vorgenommene Ein-
schätzung eines psychischen Gesundheitszustandes kann entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdeführerin nicht als Befangenheit oder Anschein von Vorein-
genommenheit betrachtet werden, auch wenn früher beim Aufenthalt im 
AK.________ (10.4.2017 bis 17.5.2017) das Vorliegen einer rezidivierenden de-
pressiven Störung (damals mittelgradige Episode) diagnostiziert worden ist (IV-
act. 136-12f.). Analoges gilt auch für die Angaben und die Einschätzung des be-
handelnden Psychiaters Dr.med. G.________, welcher in seinem Bericht vom 
16. September 2017 eine depressive Episode mittleren, intermittierend auch 
schweren Grades (F32.1, F32.2) diagnostizierte (IV-act. 130-1f./14).  In diesem 
Zusammenhang fällt massgeblich ins Gewicht, dass die von der Versicherten im 
Rahmen des Explorationsgesprächs angegebene Medikamenteneinnahme (vgl. 
IV-act. 153-77/90 unten) durch die Laboruntersuchung nicht verifiziert werden 
konnte. Dazu führte der psychiatrische Gutachter aus (IV-act. 153-80/90):

Die Versicherte wurde über die Laboruntersuchung aufgeklärt. Sie stimmte dieser 
zu. Die Untersuchung erfolgte ca. um 12.30 Uhr. Die Versicherte äusserte, dass 
sie die Medikamente am Morgen des Aufnahmetages vergessen habe, am Abend 
um 22.00 Uhr eingenommen habe.
Die Spiegel des Fluoxetin und seines aktiven Metaboliten, des Mirtazapin und des 
aktiven Metaboliten waren unterhalb des messbaren Bereichs. Der Spiegel des 
Pregabalin war stark vermindert. Sowohl bei Mirtazapin als auch bei Fluoxetin 
handelt es sich um Substanzen mit langer Halbwertszeit. Die nicht messbaren 
Spiegel deuten somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Nicht-

18

Einnahme der Substanzen hin. Beim Pregabalin ist von einer unregelmässigen 
Einnahme auszugehen.

Dass der psychiatrische Gutachter diese auffällige Diskrepanz zwischen behaup-
teter Medikamenteneinnahme und den Laborergebnissen als ein bedeutsames 
Element zur Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes herangezogen 
hat, leuchtet ein und vermag keinen Anschein von Voreingenommenheit zu be-
gründen, zumal die beanwaltete Beschwerdeführerin vor Gericht die fehlende 
Medikamentencompliance unwidersprochen liess.

4.3.3  Sodann legte der psychiatrische Gutachter ausführlich und nachvollziehbar 
dar, weshalb er im Ergebnis keine ICD-kodierte psychische Erkrankung diagnos-
tizieren konnte. Dazu verwies die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (Ziff. 7ff.) 
überzeugend u.a. darauf, dass die Achsensymptome einer depressiven Störung 
(tiefe Traurigkeit, Antriebsminderung, Interessenlosigkeit) nicht objektivierbar wa-
ren. Auch ergaben sich keine Anhaltspunkte für eine Schmerzverarbeitungs-
störung im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder einer 
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren vor dem Hinter-
grund des Fehlens einer klinisch nachvollziehbaren namhaften Schmerzbeein-
trächtigung und der nicht gegebenen Evidenz für einen unverarbeiteten bzw. 
fehlverarbeiteten innerseelischen Konflikt. Den diesbezüglichen Ausführungen 
der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ist uneingeschränkt beizupflichten. Dies 
gilt namentlich auch für die Ausführungen zum bisherigen Verlauf von Behand-
lungen sowie zur Konsistenz und Plausibilität. Auch daraus, dass die Versicherte 
insistierende Nachfragen ausweichend und vage beantwortet hat (vgl. IV-act. 
153-81/90), kann sie hier nichts zu ihren Gunsten ableiten. Überdies setzte sich 
der psychiatrische Gutachter namentlich auch mit den Beurteilungen des behan-
delnden Psychiaters (Dr.med. G.________) substantiiert auseinander, derweil 
die beanwaltete Beschwerdeführerin sich zur gutachtlichen Herleitung einer hier 
fehlenden ICD-kodierten psychischen Erkrankung nicht näher äusserte. Des Wei-
teren leuchten die in der vorinstanzlichen Vernehmlassung hervorgehobenen Ar-
gumente zur Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens ein, u.a. der Einwand, 
des Gutachters, dass Dr. AC.________ im Bericht vom 16. August 2016 seine 
Diagnose nicht begründete, analog auch der Oberarzt des AK.________ im Be-
richt vom 22. Juni 2017 (vgl. die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz in 
ihrer Vernehmlassung, S. 5). 

5. Im Lichte all dieser Ausführungen ist es zusammenfassend nicht zu bean-
standen, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung das vorliegende 
MEDAS-Gutachten als beweiskräftig beurteilt und auf die im Gutachten attestier-
te Arbeitsfähigkeitsbeurteilung abgestellt hat, ohne dass Anlass für ein weiteres 

19

Gutachten besteht. An diesem Zwischenergebnis vermögen die wenig substanti-
ierten Vorbringen in der Beschwerde nichts zu ändern. Unbehelflich und hier 
nicht zu hören ist namentlich auch der Einwand in der Beschwerde (S. 6), dass 
es dem Teilgutachter unmöglich sei, den Arbeitsfähigkeitsgrad retrospektiv zu 
beurteilen, weshalb auf die echtzeitlich attestierten Arbeitsunfähigkeitsgrade ab-
zustellen sei. Gegen eine solche Argumentation sprechen namentlich auch die 
oben mehrfach von verschiedenen Fachpersonen angesprochenen Inkonsisten-
zen, welche nicht nur den psychiatrischen Teilbereich betreffen, sondern auch im 
somatischen Teilbereich auffällig sind (vgl. dazu u.a. IV-act. 60; IV-act. 84-28/31 
Mitte; IV-act. 153-16/90 unten und 153-19/90 oben). 

6. Mit dem Rechtsbegehren Ziffer 4 beantragt die Beschwerdeführerin die un-
entgeltliche Rechtsvertretung für das Vorbescheidverfahren vor der IV-Stelle und 
eine entsprechende Rückweisung an die Vorinstanz zur Festlegung des Hono-
rars für die damals aufgetretene Rechtsanwältin (vgl. IV-act. 160). In der ange-
fochtenen Verfügung hat die Vorinstanz nachvollziehbar begründet, weshalb der 
Versicherten kein solcher Anspruch auf unentgeltliche Rechtsvertretung im Vor-
bescheidverfahren zustand. Dazu wird in der vorliegenden Beschwerde nichts 
Konkretes vorgebracht, weshalb es hier mit dem Verweis auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz in den Ziffern 28 und 29 der Vernehmlassung 
sein Bewenden hat (siehe auch noch Bundesgerichtsurteil 9C_757/2017 vom 
5.10.2018 Erw. 5 bis 5.3, dieses Urteil betrifft die gleiche, hier auftretende An-
waltskanzlei). 

7. Nach dem Gesagten erweist sich die vorliegende Beschwerde als unbe-
gründet, weshalb sie abgewiesen wird.

8.1 Für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren sind – nachdem auf 
dieser Stufe weniger strenge Anforderungen gelten – die Voraussetzungen zur 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu bejahen. Analog wird 
bezüglich der Verfahrenskosten auch ein Anspruch auf unentgeltliche 
Rechtspflege anerkannt.

8.2 Das Anwaltshonorar richtet sich nach dem Gebührentarif für Rechtsanwälte 
(GebTRA, SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975. § 2 des Gebührentarifs sieht als 
Bemessungskriterien die Wichtigkeit der Streitsache, ihre Schwierigkeit, den Um-
fang und die Art der Arbeitsleistung sowie den notwendigen Zeitaufwand vor. 
Das Honorar beträgt für die Vertretung vor Verwaltungsgericht Fr. 300.-- bis 
Fr. 8'400.-- (§ 14 GebTRA). Eine allfällige Kostennote ist zu spezifizieren und vor 
Fällen des Entscheides einzureichen; andernfalls wird die Vergütung nach freiem 
Ermessen festgesetzt (§ 6 Abs. 1 GebTRA). Die Verwaltungsbehörden und das 

20

Verwaltungsgericht befolgen bei der Entschädigungsbemessung eine zurückhal-
tende Praxis. Dies entspricht § 74 Abs. 1 VRP, welcher nur von einer angemes-
senen Entschädigung und nicht vom Anspruch auf Ersatz der Kosten der Pro-
zessführung und Vertretung nach gerichtlicher Festsetzung (vgl. Art. 105 f. der 
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] vom 19.12.2008) spricht. § 74 Abs. 1 VRP 
verlangt nicht die Ausrichtung einer vollen, sondern nur einer angemessenen, im 
Rahmen des Gebührentarifs sich bewegenden und anhand des notwendigen 
Aufwandes bestimmten Parteientschädigung. Die Bindung an den Gebührentarif 
und damit die notwendige Wahrung der Proportionen zwischen den verschie-
densten Aufwandintensitäten bedingt, dass aufwandgeringe Verfahren nur so 
hoch entschädigt werden, dass der Gebührentarif auch für aufwandintensivste 
Fälle noch eine angemessene Entschädigung zulässt (EGV-SZ 1986 Nr. 2; 1989 
Nr. 6 mit Hinweisen auf die Materialien; VGE 708/97 vom 2.9.1997 Erw. 1c). In 
Anbetracht all dieser Aspekte wird das Honorar für den unentgeltlichen Rechts-
beistand im Verfahren vor Verwaltungsgericht auf insgesamt Fr. 1'800.-- festge-
legt. 

21

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr) werden auf Fr. 500.-- festgelegt 
und der Beschwerdeführerin auferlegt. Von einem Inkasso wird derzeit un-
ter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgesehen. 

3. Der Beschwerdeführerin wird für das gerichtliche Beschwerdeverfahren die 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und RA lic.iur. B.________ 
wird als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Ihm ist zu Lasten des Ver-
waltungsgerichts eine Entschädigung von Fr. 1'800.-- (inkl. MwSt und Spe-
sen) zu entrichten.

4. Die Beschwerdeführerin hat die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- sowie das 
Honorar von Fr. 1'800.-- für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung dem 
Gericht zurückzuerstatten, wenn sie dazu innert 10 Jahren seit Zustellung 
dieses Entscheides in der Lage ist (§ 75 Abs. 3 VRP).

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

6. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 8. August 2019

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 29. August 2019