# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70554cf7-9316-5d0d-9c5e-374f4fb63bf3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.10.2023 725 23 137 / 239 (725 2023 137 / 239)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-23-137---239_2023-10-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 19. Oktober 2023 (725 23 137 / 239) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Die Leistungspflicht des obligatorischen 

Unfallversicherers setzt sowohl beim Grundfall als auch beim Rückfall voraus, dass zwi-

schen dem versicherten Ereignis und den - weiterhin bzw. erneut - zu behandelnden Ge-

sundheitsbeeinträchtigungen ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Isabelle Emmel, Advoka-
tin, Advokatur und Mediation Emmel Müller Tibis, Falknerstrasse 26, 
Postfach 111, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Der 1979 geborene A.____ ist seit dem 1. Februar 2008 als Montageschlosser bei der 
B.____ AG tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 
4. Oktober 2017 liess A.____ der Suva durch seine Arbeitgeberin einen am 29. September 

 

 
 
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2017 erlittenen Unfall melden. Gemäss den Angaben im Formular "Bagatellunfall-Meldung 
UVG" habe sich der Versicherte "bei einem Sturz in der Werkstatt das Knie verdreht und sich 
eine Verletzung zugezogen". A.____ suchte nach dem Ereignis seinen Hausarzt Dr. med. 
C.____, Allgemeinmedizin FMH, auf, der ihn an Dr. med. D.____, Orthopädische Chirurgie 
FMH, überwies. Dieser hielt in einem ersten Bericht vom 7. November 2017 fest, differentialdi-
agnostisch sei am ehesten von einer medialen Meniskusläsion am Knie links auszugehen. Auf-
grund der nicht wirklich schlüssigen Klinik empfehle er die weitere Abklärung mittels MRI des 
linken Kniegelenks. Diese fand in der Folge am 15. November 2017 statt und ergab gemäss 
einem weiteren Bericht von Dr. D.____ vom selben Tag eine horizontale Signalalteration, wel-
che vor allem die Basis erreiche und an einer Stelle auch nach caudal durchgehend sei. Nach 
Eingang der Unfallmeldung hatte die Suva für die Folgen des Ereignisses die gesetzlichen Leis-
tungen in Form von Heilbehandlung erbracht. Am 8. Januar 2018 berichtete Dr. D.____ der 
Suva, dass die medizinische Behandlung "vorläufig" abgeschlossen werde. Der Patient sei 
"jetzt relativ beschwerdearm" geworden. Es sei vereinbart, dass er sich bei erneuter Schmerz-
haftigkeit medial melden werde, in diesem Fall müsse die Indikation zur Kniearthroskopie erneut 
überprüft werden. Zu einem formellen Fallabschluss seitens der Suva kam es nach Eingang 
dieses Schreibens nicht.  
 

Am 5. Oktober 2020 suchte A.____ wegen Beschwerden am linken Knie erneut Dr. D.____ auf. 
Nachdem er der Suva die Wiederaufnahme der Behandlung gemeldet hatte, ersuchte diese den 
Versicherten, bei seiner Arbeitgeberin eine Rückfallmeldung zu veranlassen. Am 10. November 
2020 erstattete die B.____ AG die entsprechende Meldung. Die Suva nahm in der Folge medi-
zinische Abklärungen vor. Gestützt auf deren Ergebnisse lehnte sie mit Verfügung vom 
2. Februar 2021 bzw. mit Einspracheentscheid vom 6. Mai 2021 eine Leistungspflicht mit der 
Begründung ab, dass zwischen dem Ereignis vom 29. September 2017 und den im November 
2020 gemeldeten Beschwerden am linken Knie kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzu-
sammenhang bestehe. Die von A.____ hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsge-
richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 4. November 2021 in 
dem Sinne gut, als es den angefochtenen Einspracheentscheid aufhob und die Angelegenheit 
zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an 
die Suva zurückwies (Verfahren-Nr. 725 21 177/297). 
 
In Nachachtung dieses Urteils holte die Suva bei Dr. med. E.____, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, das orthopädische Gutachten vom 
15. Juli 2022 ein. Gestützt auf dessen Ergebnisse gelangte die Suva zur Auffassung, dass die 
vom Versicherten im Herbst 2020 geklagten linksseitigen Kniebeschwerden nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 29. September 2017 zurückzuführen seien. Aus 
diesem Grund lehnte sie es mit Verfügung vom 8. November 2022 ab, A.____ im Zusammen-
hang mit diesen Beschwerden Versicherungsleistungen zu erbringen. Daran hielt die Suva auf 
Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 4. April 2023 fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokatin Isabelle 
Emmel, am 15. Mai 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei der 
angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Vorinstanz sei zu verpflichten, "die ge-

 

 
 
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setzlichen Leistungen gemäss UVG" im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 29. September 
2017 zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Juni 2023 beantragte die Suva die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
D. Mit Replik vom 29. Juni 2023 hielt A.____ an den in der Beschwerde gestellten Anträ-
gen und den wesentlichen bisherigen Vorbringen fest. Die Suva wiederum teilte mit Eingabe 
vom 5. Juli 2023 mit, dass sie auf die Einreichung einer umfassenden Duplik verzichte. Man 
verweise stattdessen auf die zutreffende Begründung im Einspracheentscheid vom 4. April 
2023 und insbesondere in der Vernehmlassung vom 2. Juni 2023 und beantrage die vollum-
fängliche Abweisung der Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in F.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- 
und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 15. Mai 2023 ist demnach ein-
zutreten.  
 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungs-
pflicht für die vom Versicherten im Herbst 2020 geklagten linksseitigen Kniebeschwerden zu 
Recht abgelehnt hat. 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss 
Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung 
der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per-

 

 
 
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son. Das Taggeld beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. 
Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG).  
 
3.2 Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 
1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle gewährt. Dabei handelt es sich 
um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Be-
handlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt.  
 
4. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben der Versicherungsträger und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 144 V 427 
E. 3.2). Massnahmen zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts müssen vorgenommen 
oder veranlasst werden, wenn dazu auf Grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 
Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht. Rechtserheblich sind dabei alle 
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu 
entscheiden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juni 2021, 9C_146/2021, E. 3.4 mit Hin-
weis). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine 
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 
Sozialversicherungsrecht hat die rechtsanwendende Behörde ihren Entscheid, sofern das Ge-
setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Verwaltung und Gericht haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung 
zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen 
(BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz 
schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache 
des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 
 
5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit) ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne 
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei-
chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Be-
jahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 
oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versi-

 

 
 
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cherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem 
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen-
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder 
im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu E. 4 hiervor) zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 
(BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
5.2 Für eine Bejahung der Leistungspflicht des Unfallversicherers muss zwischen dem 
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein adä-
quater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als 
begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Im Bereich organisch objektiv ausge-
wiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürli-
chen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, 
da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 
E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb).  
 
5.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der 
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krank-
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 
erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsscha-
dens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu E. 4 hiervor) nach-
gewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast 
- anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 
gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 mit 
zahlreichen Hinweisen). 
 
5.4 Bei der Beurteilung der Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung für 
Rückfälle (Art. 11 UVV) gilt es zu beachten, dass Rückfälle begrifflich an ein bestehendes Un-
fallereignis anschliessen. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Un-
fallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwer-
den und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürli-
cher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ferner ist dem Umstand Rechnung zu tra-
gen, dass der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen und adäquaten Kau-
salzusammenhangs beim Grundfall oder bei früheren Rückfällen behaftet werden kann, weil die 

 

 
 
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unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Es obliegt dem Leistungsanspre-
cher, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge 
geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausali-
tät mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des 
Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderun-
gen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung ist (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2016, 
8C_592/2016, E. 2.2 mit Hinweisen). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der ver-
sicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2014, 8C_193/2014, E. 2 mit 
Hinweisen).  
 
6.1 Wie eingangs erwähnt, erlitt der Versicherte am 29. September 2017 einen Unfall. 
Nach Eingang der Unfallmeldung hatte die Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses 
die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung erbracht. Am 8. Januar 2018 berichte-
te der behandelnde Arzt Dr. D.____ der Beschwerdegegnerin, dass die medizinische Behand-
lung "vorläufig" abgeschlossen werde. Der Patient sei "jetzt relativ beschwerdearm" geworden. 
Es sei vereinbart, dass er sich bei erneuter Schmerzhaftigkeit medial melden werde, in diesem 
Fall müsse die Indikation zur Kniearthroskopie erneut überprüft werden. Zu einem formellen 
Fallabschluss seitens der Beschwerdegegnerin kam es nach Eingang dieses Schreibens nicht. 
Am 5. Oktober 2020 suchte der Versicherte wegen Beschwerden am linken Knie erneut 
Dr. D.____ auf. Nachdem er der Beschwerdegegnerin die Wiederaufnahme der Behandlung 
gemeldet hatte, ersuchte diese den Versicherten, bei seiner Arbeitgeberin eine Rückfallmeldung 
zu veranlassen. worauf diese am 10. November 2020 die entsprechende Meldung erstattete. 
 
6.2 In Anbetracht des geschilderten Ablaufs stellt sich die Frage, ob die Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin für die vom Versicherten im Herbst 2020 geklagten linksseitigen Kniebe-
schwerden (noch) unter dem Grundfall oder aber im Rahmen eines Rückfalls zu beurteilen ist. 
Wie aufgezeigt, hatte die Beschwerdegegnerin den Grundfall im Januar 2018 nach Eingang des 
Berichts von Dr. D.____ vom 8. Januar 2018, wonach "vorläufig" keine weiteren ärztlichen Be-
handlungen erforderlich seien, stillschweigend abgeschlossen. Dass der Unfallversicherer den 
Fall auf diese (formlose) Art erledigte, ist durchaus nachvollziehbar, wenn man sich vor Augen 
hält, dass es sich beim Ereignis vom 29. September 2017 um einen vergleichsweise harmlosen 
Unfall handelte, der keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte und der zudem eine lediglich kurze 
und wenig aufwändige medizinische Behandlung nach sich zog. Vor diesem Hintergrund spricht 
einiges dafür, die im Herbst 2020 erfolgte Mitteilung des Versicherten, wonach er wegen Knie-
beschwerden links erneut Dr. D.____ aufgesucht habe, formell als Rückfallmeldung zu behan-
deln und die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entsprechend unter dem Titel des "Rück-
falls" zu beurteilen. Wie weiter unten (vgl. E. 9.4 hiernach) zu zeigen sein wird, kann diese Fra-
ge letztlich aber offen bleiben. 
 
7.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

 

 
 
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Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi-
alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a mit Hinweis). 
 
7.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
8.1 In Nachachtung des kantonsgerichtlichen Rückweisungsentscheids vom 4. November 
2021 holte die Beschwerdegegnerin bei Dr. E.____ das orthopädische Gutachten vom 15. Juli 
2022 ein. Darin diagnostizierte der genannte Facharzt beim Versicherten eine Kniedistorsion 
links und eine mediale Meniskusläsion Knie links. In seiner Beurteilung gelangte er auf die Fra-
ge der Beschwerdegegnerin nach der Unfallkausalität der von ihm festgestellten Gesundheits-
schäden zum Ergebnis, dass die diagnostizierte mediale Meniskusläsion nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 29. September 2017 verursacht worden sei. Es 
sei zwar zu anerkennen, dass der Versicherte anlässlich des genannten Unfallereignisses ein 
Distorsionstrauma des linken Kniegelenkes erlitten habe, welches zwanglos geeignet sei, eine 
Meniskusschädigung hervorzurufen. Eine solche habe jedoch frühestens in der Arthroskopie 
vom 20. Dezember (richtig: 10. Dezember) 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit diag-
nostiziert werden können, also in einem Zeitpunkt, in welchem der natürliche Verlauf von krank-
haften Signalstörungen der Menisken dazu führe, dass sich diese an die Ober- oder Unterfläche 
ausdehnen würden, wo sie unabhängig ihrer Ursache als Risse bezeichnet würden. Daraus 
ergebe sich, dass eine solche Schädigung, wie sie anlässlich der Arthroskopie festgestellt wor-
den sei, nur möglicherweise anlässlich des MRI vom 9. November 2017 bestanden habe und 
damit ein Zusammenhang mit dem Unfallereignis vermutet werden könnte. Selbst wenn dies 
der Fall wäre, so könne die festgestellte Horizontalruptur nicht dem Unfallereignis angelastet 
werden, weil eine solche anerkanntermassen krankhafter Natur und deswegen nur möglicher-

 

 
 
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weise unfallkausal sei. Die weitere Frage der Beschwerdegegnerin, ab wann Unfallfolgen mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine ursächliche Rolle mehr gespielt hätten, beantwortete 
Dr. E.____ dahingehend, dass der Versicherte anlässlich des Unfallereignisses eine Distorsion 
seines linken Kniegelenks erlitten habe, ohne dass man in der Folge strukturelle unfallbedingte 
Schädigungen habe erkennen können. Es könne davon ausgegangen werden, dass die durch 
die Distorsion hervorgerufenen Beschwerden spätestens am 8. Januar 2018 abgeheilt gewesen 
seien. An diesem Tag habe der Behandler Dr. D.____ den Zustand als "relativ beschwerdearm, 
mit Tagen, an denen überhaupt keine Schmerzen bestehen", beschrieben. Danach hätten nur 
noch die durch die überwiegend krankhafte Schädigung des Meniskus hervorgerufenen Be-
schwerden weiterbestanden. Die abschliessende Frage der Beschwerdegegnerin, ob die Ope-
ration vom 10. Dezember 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund des Unfaller-
eignisses vom 29. September 2017 in diesem Zeitpunkt notwendig geworden sei, verneinte 
Dr. E.____.  
 
8.2 Nach Erhalt des Gutachtens von Dr. E.____ holte der Beschwerdeführer bei Dr. med. 
G.____, Orthopädische Chirurgie FMH, eine Stellungnahme zur Unfallkausalität der im Dezem-
ber 2020 operierten Meniskusschädigung ein. Der genannte Facharzt, der den Versicherten 
anstelle von Dr. D.____ neu behandelt, wies in seinem Schreiben vom 28. September 2022 
vorab daraufhin, dass im Operationsbericht von Dr. D.____ vom 22. Dezember 2020 ein klarer 
Unfallmechanismus mit forcierter Rotationsbewegung des linken Kniegelenks am 
29. September 2017 festgehalten werde. Ebenso werde in diesem Bericht - bis auf die nachge-
wiesene horizontale Rissbildung, die entsprechend angegangen worden sei - eindeutig ein in-
spektorisch unauffälliger Aspekt des Meniskus beschrieben. Das restliche Gelenk habe sich in 
der Arthroskopie vollständig unauffällig, ohne Anzeichen einer Degeneration, gezeigt. Es habe 
eine eindeutige Rissbildung des Meniskus vorgelegen. Überwiegend wahrscheinlich sei min-
destens eine richtungsweisende Verschlimmerung, selbst wenn ein minimer degenerativer Vor-
zustand des medialen Meniskus im Sinne einer mukoiden Degeneration, welche in der Regel 
nicht durchgängig sei, vorlegen habe. Und selbst wenn von einem degenerativen Vorzustand 
ausgegangen werden sollte, schliesse dies nachweislich eine Unfallkausalität nicht aus. Letzt-
endlich seien aus seiner Sicht die Darstellungen und Befunde eindeutig überwiegend wahr-
scheinlich unfallkausal und nicht degenerativ, wie dies in der Expertise von Dr. E.____ darge-
stellt werde. Auch die diversen Literaturangaben des Gutachters würden den Beweiswert seiner 
Ausführungen nicht erhöhen, da sie schlichtweg falsch angewendet würden. Seine Erfahrung 
als Operateur zeige zudem eindeutig, dass Horizontalrisse posttraumatisch sein könnten und 
keineswegs "nur" rein degenerativer Natur seien. Dies könnte durch zahlreiche eigene Fälle und 
auch in der Literatur eindeutig bewiesen werden. Schliesslich entspreche allein schon der Be-
griff der "Ruptur" nicht einem degenerativen, sondern einem traumatischen Umstand durch eine 
entsprechende Krafteinwirkung (Zerreissung).  
 
8.3 Am 30. März 2023 nahm der Gutachter Dr. E.____ auf Ersuchen der Beschwerdegeg-
nerin zu den vorstehend wiedergegebenen Ausführungen von Dr. G.____ Stellung. Einleitend 
bestätigte er dessen Auffassung, dass es sich im Falle des Versicherten um einen Unfallme-
chanismus gehandelt habe, der geeignet sei, eine Meniskusruptur hervorzurufen. Der Nachweis 
einer Horizontalläsion könne jedoch eine Unfallkausalität nicht begründen. Er habe im Gutach-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ten unter Hinweis auf die Literatur aufgezeigt, weswegen eine Horizontalläsion des Meniskus 
überwiegend wahrscheinlich krankhafter Natur sei. Es handle sich um anerkannte Literaturver-
weise, wieso diese "schlichtweg falsch angewendet" worden seien, erschliesse sich nicht und 
werde auch nicht begründet. Im Weiteren sei er im Gutachten ausführlich darauf eingegangen, 
weshalb im MRI vom 9. November 2017 nicht von einem Meniskusriss ausgegangen werden 
könne. Demgegenüber lasse Dr. G.____ eine Begründung seiner gegenteiligen Auffassung, 
wonach in diesem MRI ein eindeutiger Meniskusriss nachgewiesen worden sei, vermissen. Es 
müsse daher daran festgehalten werden, dass in diesem MRI kein Meniskusriss gemäss aner-
kannter Definition habe nachgewiesen werden können. Zustimmen könne er Dr. G.____, wenn 
dieser auf die Überlegenheit der Arthroskopie gegenüber dem MRI in der Diagnostik der Menis-
kusläsion hinweise. Hingegen vermöge die arthroskopische Feststellung eines Meniskusrisses 
mehr als drei Jahre nach einem Unfallereignis und drei Jahre nachdem ein MRI keinen Menis-
kusriss gemäss Definition gezeigt habe, keine überwiegend wahrscheinliche Kausalitätsbe-
gründung zu liefern. Ebenso schliesse der Umstand, dass arthroskopisch keine anderweitigen 
krankhaften Schädigungen festgestellt worden seien, eine krankhafte Meniskusschädigung 
nicht aus, auch wenn in solchen Fällen mit einer um 2/3 niedrigeren Prävalenz zu rechnen sei. 
Dasselbe gelte, wie im Gutachten dargelegt, auch in Bezug auf das Alter des Versicherten. 
Ebenfalls nicht beigepflichtet werden könne Dr. G.____, soweit dieser geltend mache, es sei 
selbst bei Vorliegen eines minimen degenerativen Vorzustands des medialen Meniskus im Sin-
ne einer mukoiden Degeneration, die in der Regel nicht durchgängig sei, mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit mindestens von einer richtungsweisenden Verschlimmerung auszugehen. 
Entgegen der Darstellung von Dr. G.____ könne keineswegs von einem minimen Vorzustand 
gesprochen werden. Dr. G.____ anerkenne, dass mukoide Degenerationen im MRI nicht 
durchgängig seien, es handle sich dabei, wie im Gutachten dargelegt, definitionsgemäss um 
Grad II-Läsionen, die vorliegend über das gesamte Hinterhorn des Meniskus zur Darstellung 
kommen würden. Nichts zu seinen Gunsten ableiten könne Dr. G.____ schliesslich mit dem 
Hinweis, dass allein schon der Begriff der "Ruptur" nicht einem degenerativen, sondern einem 
traumatischen Umstand durch eine entsprechende Krafteinwirkung (Zerreissung) entspreche. 
Diese Begründung könnte nur überzeugen, wenn die degenerativen Substanzunterbrechungen 
nicht - wie üblich - auch als Rupturen bezeichnet würden. Solange kein Konsens darüber be-
stehe, dies nicht zu tun, könne der Begriff der "Ruptur" für sich allein kein Kausalitätsmerkmal 
sein. Zusammenfassend könne deshalb, so das Fazit von Dr. E.____, daran festgehalten wer-
den, dass das Unfallereignis vom 29. September 2017 nicht mit der gebotenen Wahrscheinlich-
keit die am 10. Dezember 2020 behandelte Meniskusschädigung bewirkt habe.  
 
9.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
4. April 2023 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ergeb-
nisse, zu denen Dr. E.____ in seinem orthopädischen Gutachten vom 15. Juli 2022 gelangte. 
Sie ging demzufolge davon aus, dass die vom Versicherten im Herbst 2020 geklagten linkssei-
tigen Kniebeschwerden bzw. die am 10. Dezember 2020 arthroskopisch behandelte Meniskus-
schädigung links nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang 
zum Unfallereignis vom 29. September 2017 stünden. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung 
ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 7.2 hiervor), ist den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die auf-

 

 
 
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grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-
richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei 
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen 
die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das orthopä-
dische Gutachten von Dr. E.____ vom 15. Juli 2022 weist weder formale noch inhaltliche Män-
gel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 7.1 hiervor) - für die streitigen 
Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten 
Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es setzt sich ausreichend 
mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander. Inhaltlich ist das 
Gutachten widerspruchsfrei; ebenso leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und insbesondere in der Beurteilung der strittigen Kausalitätsfrage ein.  
 
9.2 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Be-
weiskraft des Gutachtens von Dr. E.____ vom 15. Juli 2022 in Frage zu stellen. Er beruft sich 
vor allem auf die Ausführungen von Dr. G.____ vom 28. September 2022 (vgl. E. 8.2 hiervor), 
der die arthroskopisch behandelte Meniskusschädigung links - im Gegensetz zu Dr. E.____ - 
als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal beurteilt. Dieser Einschätzung des behandelnden 
Arztes kann jedoch nicht beigepflichtet werden. Der Gutachter Dr. E.____ setzt sich in seiner 
Stellungnahme vom 30. März 2023 ausführlich mit der abweichenden Beurteilung von 
Dr. G.____ auseinander und widerlegt dabei mit schlüssigen Argumenten dessen Kausalitäts-
beurteilung. An dieser Stelle kann vollumfänglich auf die überzeugenden, vorstehend (vgl. 
E. 8.3 hiervor) wiedergegebenen gutachterlichen Ausführungen verwiesen und entsprechend 
von Weiterungen hierzu abgesehen werden. Lediglich zur Ergänzung sei noch festgehalten, 
dass Dr. E.____ seine Argumente, so insbesondere etwa die Darstellung, wonach eine Horizon-
talläsion des Meniskus überwiegend wahrscheinlich krankhafter Natur sei, mit medizinischer 
Fachliteratur untermauert. Demgegenüber macht Dr. G.____ zwar geltend, dass seine diesbe-
züglich abweichende Auffassung "auch in der Literatur eindeutig bewiesen werden könnte", er 
unterlässt es jedoch, auch nur eine entsprechende Quelle aus der Fachliteratur zu nennen.  
 
9.3 Somit kann in medizinischer Hinsicht als (Zwischen-) Ergebnis festgehalten werden, 
dass die vom Versicherten im Jahre 2020 geklagten linksseitigen Kniebeschwerden und die am 
10. Dezember 2020 arthroskopisch behandelte Meniskusläsion links nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 29. September 2017 zurückzuführen sind.  
 
9.4 Unter diesen Umständen kann die oben (vgl. E. 6.2 hiervor) aufgeworfene Frage, ob 
die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die vom Versicherten im Herbst 2020 geklag-
ten linksseitigen Kniebeschwerden (noch) unter dem Grundfall oder aber im Rahmen eines 
Rückfalls zu beurteilen ist, offen bleiben. Wie dargelegt (vgl. E. 5.1 bzw. E. 5.4 hiervor), setzt 
die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers in beiden Konstellationen, d.h. so-
wohl beim Grundfall als auch beim Rückfall, voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis 
und den - weiterhin bzw. erneut - zu behandelnden Gesundheitsbeeinträchtigungen ein natürli-
cher Kausalzusammenhang besteht. Gemäss den vorstehenden Ausführungen ist ein solcher 
vorliegend aber nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erstellt. 

 

 
 
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10. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass es die Beschwerdegegnerin im an-
gefochtenen Einspracheentscheid vom 4. April 2023 zu Recht abgelehnt hat, dem Versicherten 
für die im Jahre 2020 geklagten linksseitigen Kniebeschwerden und die am 10. Dezember 2020 
arthroskopisch behandelte Meniskusläsion links Leistungen aus der obligatorischen Unfallversi-
cherung zu erbringen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, wes-
halb sie abgewiesen werden muss.  
 
11. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das kantonsgerichtliche Beschwerdeverfahren in Sozial-
versicherungssachen vorbehältlich des hier nicht zu beachtenden Abs. 2bis für die Parteien kos-
tenlos. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Prozess-
ausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin zuzusprechen.  
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

 
 
 
 
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