# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d4952f1-9c97-5373-94bd-aad2f3bda267
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.03.2012 SK.2012.6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2012-6_2012-03-26.pdf

## Full Text

Beschluss vom 26. März 2012 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Daniel Kipfer Fasciati, Vorsitz, 
Walter Wüthrich und Joséphine Contu,  
Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  A.,  
Gesuchsteller 

 

Gegenstand 
 

Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten 

 

 

 

 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2012.6 
 

 

 

- 2 - 

Die Strafkammer erwägt, dass 

- die Strafkammer des Bundesstrafgerichts mit Urteil SK.2011.25 vom 14. Dezem-
ber 2011 A. wegen mehrfacher, qualifizierter, zum Teil bandenmässiger Widerhand-
lung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3 und 6 in 
Verbindung mit Ziff. 2 lit. a und b aBetmG zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 
10 Monaten, abzüglich 463 Tagen Untersuchungshaft, verurteilte (Ziff. 1 und 2 des 
Dispositivs) und ihm unter anderem Verfahrenskosten von Fr. 8'000.-- auferlegte 
([Gebühren von Fr. 6'000.-- und Fr. 2'000.--] Ziff. 6 des Dispositivs), wobei die durch 
die Bundeskriminalpolizei sichergestellten Bargelder, namentlich 760 Euro, 570 ma-
zedonische Dinar und 2’213.50 dänische Kronen im Hinblick auf die Sicherstellung 
der Verfahrenskosten beschlagnahmt wurden (Ziff. 4, 3. Absatz des Dispositivs); 

- das Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2011.25 vom 14. Dezember 2011 gleichen-
tags in Rechtskraft erwachsen (Art. 437 Abs. 1 lit. b StPO) und vollziehbar ist (cl. 41 
pag. 41.950.1–6); 

- A. mit Schreiben vom 5. Februar 2012 die Bundesanwaltschaft um Erlass der Ver-
fahrenskosten von Fr. 8'000.-- ersuchte (cl. 42 pag. 42.100.3);  

- die Bundesanwaltschaft (Rechtsdienst) das Gesuch A.s um Erlass der Verfahrens-
kosten am 7. Februar 2012 zuständigkeitshalber an die Strafkammer weiterleitete 
(cl. 42 pag. 42.100.1–2);  

- gemäss Art. 363 Abs. 1 StPO das Gericht, welches das erstinstanzliche Urteil gefällt 
hat, unter Vorbehalt abweichender Bestimmung von Bund oder Kantonen, auch die 
einer gerichtlichen Behörde übertragenen selbstständigen nachträglichen Entschei-
de trifft;  

- gemäss Art. 425 StPO Forderungen aus Verfahrenskosten von der Strafbehörde 
gestundet oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der kosten-
pflichtigen Person herabgesetzt oder erlassen werden können;  

- demnach die Zuständigkeit der Strafkammer vorliegend gegeben ist;  

- das Gericht prüft, ob die Voraussetzungen für den nachträglichen richterlichen Ent-
scheid erfüllt sind, und wenn nötig die Akten ergänzt oder weitere Erhebungen 
durch die Polizei durchführen lässt; es den betroffenen Personen und Behörden Ge-
legenheit gibt, sich zum vorgesehenen Entscheid zu äussern und Anträge zu stellen 
(Art. 364 Abs. 3 und 4 StPO);  

- 3 - 

- in Verfahren wie dem vorliegenden das Gericht grundsätzlich gestützt auf die Akten 
entscheidet; es seinen Entscheid schriftlich erlässt und kurz begründet (Art. 365 
StPO);  

- die Strafkammer mit Schreiben vom 14. Februar 2012 der Bundesanwaltschaft als 
Vollzugsbehörde Gelegenheit zur Stellungnahme zum vorliegenden Gesuch gab, 
sie ersuchte, allfällige sachdienlichen Vollzugsakten einzureichen, und sie anwies, 
einstweilen von weiteren Vollstreckungsmassnahmen abzusehen (cl. 42 
pag. 42.410.1);  

- die Bundesanwaltschaft (Rechtsdienst) mit Schreiben vom 23. Februar 2012 auf 
eine Stellungnahme verzichtete, da sie Vollzugsbehörde sei (cl. 42 pag. 42.510.1–
2); weitere Vollzugsakten würden zurzeit keine bestehen;  

- sich mit Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse von A. aus den Akten 
(SK.2011.25) ergibt, dass er sich seit dem 21. Januar 2010 im Freiheitsentzug – 
zurzeit in der Strafanstalt Thorberg – befindet und er weder Schulden hat noch be-
kannt wäre, dass er über Vermögen verfügt (cl. 41 pag. 41.930.2);  

- die Aussichten des Gesuchstellers auf eine ordentliche Erwerbstätigkeit und ein 
regelmässiges Einkommen nach der Haftentlassung angesichts seiner bescheide-
nen Ausbildung und der zu erwartenden Wegweisung aus der Schweiz nach Maze-
donien zwar als ungünstig einzustufen sind, seine zukünftige Leistungsfähigkeit  
aber nicht ausgeschlossen ist;  

- das Urteil der Strafkammer vom 14. Dezember 2011 – anders als im Verfahren 
SK.2010.17 – unter der Herrschaft des neuen Prozessrechts erging;  

- für den Kostenentscheid im materiellen Urteil nach neuem Recht auf die wirtschaftli-
che Situation des Verurteilten Rücksicht genommen werden kann; 

- die Strafkammer hinsichtlich der Kostenauflage an den Verurteilten davon ausge-
gangen ist, dass ihm Fr. 8'000.-- abzüglich Verwendung beschlagnahmter Gelder 
zur Bezahlung auferlegt werden können und sollen; 

- keine seither eingetretenen neuen Umstände geltend gemacht werden, die ein 
Rückkommen begründen könnten, und die Uneinbringlichkeit der auferlegten Kos-
ten heute nicht fest steht; 

- das Gesuch demnach einstweilen abzuweisen ist; 

- für diesen Entscheid keine Kosten zu erheben sind. 

- 4 - 

Die Strafkammer erkennt: 

1. Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird einstweilen abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Dieser Entscheid wird A. schriftlich eröffnet und der Bundesanwaltschaft (Rechts-
dienst) als Vollzugsbehörde mitgeteilt. 

 

Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 

Der Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie gegen die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts als erstinstanzliches Gericht des Bundes kann (ausser gegen verfahrensleitende Ent-
scheide) bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde eingelegt werden (Art. 393 Abs. 1 lit. b und 394 ff. StPO). 

Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des 
Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung 
des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

 

 

  Versand: 26.03.2012