# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5c839d2-f909-5fec-80dc-4a20dcbc0c84
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2008 E-5601/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5601-2008_2008-09-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5601/2008

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud; 
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______, Nigeria,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 22. August 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5601/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit Verfügung vom 22. August 2008 in Anwendung von 
Art. 32  Abs. 2  Bst. a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG, 
SR 142.31)  auf  das Asylgesuch des  Beschwerdeführers  vom 6.  Juli 
2008 nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und de-
ren Vollzug anordnete,

dass für  den zur  Begründung des Asylgesuches geltend gemachten 
Sachverhalt auf die Protokolle der Befragung im Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum  (...)  vom  22. Juli 2008  und  der  Anhörung  zu  den 
Asylgründen vom 30. Juli 2008 sowie auf die angefochtene Verfügung 
zu verweisen ist (vgl. Verfügung des BFM vom 22. August 2008, S. 2),

dass der Beschwerdeführer mit  Rechtsmitteleingabe vom 2. Septem-
ber 2008 beim Bundesverwaltungsgericht beantragt, die Verfügung des 
BFM sei aufzuheben und das Verfahren zwecks materieller Prüfung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei festzustellen, dass der 
Vollzug der Wegweisung unzumutbar und der weitere Aufenthalt durch 
die vorläufige Aufnahme zu regeln sei,

dass er ferner geltend macht, es sei ihm die Bezahlung eines Kosten-
vorschusses zu erlassen und sinngemäss beantragt, es sei ihm die un-
entgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) zu gewähren,

und zieht in Erwägung,

dass nach Einsicht in die Akten auf die Beschwerde einzutreten und 
diese  in  Anwendung  des  Asylgesetzes,  der  Asylverordnung 1  vom 
11. August 1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR 142.311),  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes,  des  Bundesgesetzes  vom 
17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), 
des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni 2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG,  SR 173.110),  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), des Regle-
ments  vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen 

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vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu beurtei-
len ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüg-
lich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend um eine solche handelt,  weshalb der 
Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a 
Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet werden kann,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich dargelegt 
hat,  weshalb die Voraussetzungen für einen Nichteintretensentscheid 
gemäss Art. 32 Abs. 2  Bst. a  AsylG gegeben sind und weshalb  die 
Wegweisung zu verfügen und deren Vollzug anzuordnen ist,

dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen an-
führte,  es  lägen  keine  entschuldbaren  Gründe  vor,  die  es  dem Be-

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schwerdeführer  verunmöglicht  hätten,  Reise-  oder  Identitätspapiere 
einzureichen und seine diesbezüglichen Angaben unglaubhaft seien,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zum geltend gemachten 
Sachverhalt der allgemeinen Erfahrung und Logik widersprechen wür-
den und die Schilderungen substanzlos und detailarm ausgefallen sei-
en,

dass  sich  aus  den Akten keine Anhaltspunkte  ergeben  würden,  wo-
nach dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den Heimat-
staat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch Art.  3  der Kon-
vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung 
drohe,

dass im Hinblick auf Nigeria nicht von einer Situation allgemeiner Ge-
walt  oder  von  kriegerischen  Ereignissen  gesprochen  werden  könne, 
welche für den Beschwerdeführer bei dessen Rückkehr eine konkrete 
Gefahr darstellen würden,

dass sich der Wegweisungsvollzug daher als zulässig, zumutbar und 
möglich erweise,

dass in der Beschwerde rudimentär der zur Begründung des Asylgesu-
ches geltend gemachte Sachverhalt wiederholt und angefügt wird, die 
Vorbringen zur Unmöglichkeit der Papierbeschaffung stellten entgegen 
der Ansicht  des BFM keine "Standardvorbringen und Schutzbehaup-
tungen" dar und es lägen aufgrund der schlüssigen und nachvollzieh-
baren Aussagen vielmehr entschuldbare Gründe für das Nichtbeschaf-
fen von Identitätspapieren vor,

dass  die  Beschwerde  keine  weiteren  Ausführungen  enthält,  mithin 
nicht ansatzweise dargetan wird, inwiefern die Erwägungen des BFM 
unzutreffend  sein  sollen,  und  auch  aus  den  Akten  nicht  ersichtlich 
wird,  inwiefern  die  angefochtene Verfügung  Bundesrecht  verletzen, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  fest-
stellen oder unangemessen sein könnte,

dass deshalb ohne weitere Erörterungen und unter Hinweis auf die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung festzustellen 
ist, dass  das BFM zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

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die Wegweisung verfügt und deren Vollzug angeordnet hat, womit die 
Beschwerde abzuweisen ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab-
zuweisen ist  und  die  Kosten des  Verfahrens  von Fr. 600.-- dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen sind,

dass das Gesuch um Befreiung von der Bezahlung eines Kostenvor-
schusses mit vorliegendem Urteil gegenstandlos geworden ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, zu den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- Y.________ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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