# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** beedf5b1-8d9a-5368-9ffc-f6623fb938b2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2010 D-5988/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5988-2010_2010-08-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5988/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
alias B._______, geboren (...), alias C._______, geboren 
(...), alias D._______, geboren (...), alias E._______, 
geboren (...), alias F._______, geboren (...), alias 
G._______, geboren (...),
Pakistan,
vertreten durch (...), lic. iur. Dominik Löhrer,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 13. August 2010 /
N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5988/2010

Sachverhalt:

A.
A.a Am  20.  Juli  2004  reichte  der  Beschwerdeführer  –  ein 
pakistanischer  Staatsangehöriger  –  im  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum (EVZ)  H._______ ein  erstes  Asylgesuch ein. Mit  Verfügung 
vom 16. Februar 2005 wies das BFM das Asylgesuch ab und ordnete 
die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den 
Wegweisungsvollzug  an.  Die  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Be-
schwerde vom 14. März 2005 wies das Bundesverwaltungsgericht mit 
Urteil  vom 28. Januar  2008  rechtskräftig  ab. Gemäss Mitteilung des 
(...) an das BFM galt der Beschwerdeführer seit dem 29. Februar 2008 
als verschwunden.

A.b
A.b.a Am  14.  Juni  2010  ersuchte  der  Beschwerdeführer  in  der 
Schweiz erneut um Asyl. Anlässlich der Befragung vom 18. Juni 2010 
zur Person (BzP) im EVZ I._______ machte er insbesondere geltend, 
im März 2008 von der Schweiz nach Frankreich gereist zu sein, wo er  
ein Asylgesuch eingereicht habe, welches am 31. Dezember 2009 ab-
gelehnt worden sei. Daraufhin habe er sich nach Italien begeben, von 
wo er am 31. Januar 2010 in seinen Heimatstaat zurückgekehrt  sei.  
Am  14.  Mai  2010  habe  er  Pakistan  wieder  verlassen  und  sei  am 
folgenden Tag illegal in die Schweiz eingereist.

A.b.b Das BFM gewährte  dem Beschwerdeführer  am 18. Juni  2010 
das  rechtliche  Gehör  zum bevorstehenden  Nichteintretensentscheid, 
zur Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des Asylverfahrens 
beziehungsweise zu einer allfälligen Wegweisung dorthin und gab ihm 
Gelegenheit,  dazu  Stellung  zu  nehmen.  In  diesem  Zusammenhang 
erklärte der Beschwerdeführer, er habe es vorgezogen wieder in die 
Schweiz zu kommen, da er in J._______ einen Araber getroffen habe, 
der  seine  Ideen  nicht  geteilt  habe.  In  der  Schweiz  fühle  er  sich 
sicherer. Er möchte hierbleiben, weil  er bereits im Jahr 2004 hierher 
gekommen sei. In Frankreich habe er sich nicht wohl gefühlt.

B.
Gestützt  auf  die Aussagen des Bschwerdeführers und den Eurodac-
Treffer vom 10. April 2008 stellte das BFM am 20. Juli 2010 an Frank-
reich ein Ersuchen um Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne 
von Art. 16 Abs. 1 Bst. e der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates 

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vom  18.  Februar  2003  [Dublin-II-Verordnung] zur  Festlegung  der 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 
Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem 
Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (vgl. Akte B13). Mit 
Schreiben  vom 26.  Juli  2010  stimmten  die  französischen  Behörden 
einer Übernahme zu (vgl. Akte B16).

C.
Mit Verfügung vom 13. August 2010 – eröffnet am 17. August 2010 – 
trat das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 
vom 26. Juni  1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers  vom 14. Juni  2010 nicht  ein  und ordnete  die  Weg-
weisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  nach 
Frankreich  an.  Gleichzeitig  wurde  festgestellt,  einer  allfälligen  Be-
schwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.

D.
Mit Faxeingabe vom 24. August 2010 liess der Beschwerdeführer da-
gegen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und be-
antragen,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  zur 
Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  das 
BFM anzuweisen, sich für  das vorliegende Asylgesuch für zuständig 
zu  erklären.  Es  sei  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  die  auf-
schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien an-
zuweisen, von einer Überstellung nach Frankreich abzusehen, bis das 
Bundesverwaltungsgericht  über  die  vorliegende  Beschwerde  ent-
schieden habe. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren 
und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.

Auf die Beschwerdebegründung wird, soweit entscheidrelevant, in den 
Erwägungen eingegangen.

E.
Mit  Verfügung  vom  24.  August  2010  setzte  der  zuständige 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der 
Wegweisung per sofort aus.

F.
Am  26.  August  2010  ging  die  Beschwerdeschrift  beim  Bundesver-
waltungsgericht im Original ein.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 2 AsylG,  Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 52  Abs. 1 
VwVG). Der Beschwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung 
besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung beziehungsweise Änderung; er  ist  daher  zur  Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

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4.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 
BFM ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  über-
prüfen  (Art.  32  -  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. die vom 
Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1  S.  240  f.  sowie 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-7878/2008 vom 31. Dezember 
2008).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen 
materiellen  Prüfung  und  weist  die  Sache  -  sofern  sie  den  Nichtein -
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - zu neuer Entscheidung 
an die Vorinstanz zurück.

5.  
5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG).

5.2 Das BFM hielt  zur Begründung seines Nichteintretensentscheids 
im Wesentlichen fest, Frankreich sei gestützt auf das "Abkommen vom 
26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren 
zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in 
einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" sowie 
das  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Ent-
wicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Ver-
fahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags" für 
die Durchführung des Asylverfahrens zuständig und habe am 26. Juli 
2010  einer  Übernahme des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art.  16 
Abs. 1 Bst. e Dublin-II-Verordnung zugestimmt. Die Rückführung habe 
-  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung  oder  Verlängerung 
(Art. 19 f. Dublin-II-Verordnung) - bis spätestens am 26. Januar 2011 
zu erfolgen.

Als dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt worden sei, 

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habe  er  keine  Gründe  geltend  gemacht,  die  praxisgemäss  eine 
Wegweisung nach Frankreich verhindern würden. Es sei zu erwähnen, 
dass er bei allfälligen Problemen mit Drittpersonen die französischen 
Behörden  jederzeit  um  Hilfe  und  Schutz  ersuchen  könne.  Auf  das 
Asylgesuch sei somit nicht einzutreten.

Die Folge eines Nichteintretensentscheids sei gemäss Art. 44 Abs. 1 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  der  Be-
schwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non-
Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht 
zu prüfen. Ferner bestünden keine Hinweise auf eine Verletzung von 
Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Frankreich.  Weder  die  in 
Frankreich  herrschende  Situation  noch  andere  Gründe  sprächen 
gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat. Ausserdem 
sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar. Eine entsprechende Zustimmung Frankreichs liege vor. 
Schliesslich  hätten  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide 
gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützt auf Art. 107a AsylG keine 
aufschiebende Wirkung.

5.3 In  der  Rechtsmitteleingabe  liess  der  Beschwerdeführer  als  Be-
gründung  geltend  machen,  aufgrund  des  Umstands,  wonach  er  im 
Januar 2010 nach Pakistan zurückgekehrt sei und sich dort über drei 
Monate  aufgehalten habe,  bevor  er  den Dublinraum erneut  betreten 
habe,  sei  die  Verpflichtung  Frankreichs,  ihn  gemäss  Art.  16  Abs.  1 
Bst. e Dublin-II-Verordnung wieder aufzunehmen gestützt  auf  Art. 16 
Abs.  3  Dublin-II-Verordnung  erloschen.  Die  Zustimmung  der 
französischen Behörden zur Übernahme impliziere, dass sie nicht von 
einem längeren Aufenthalt ausserhalb des Dublinraums ausgegangen 
seien.  Deshalb  sei  darauf  zu  schliessen,  dass  das  BFM  im  Über -
nahmeersuchen an Frankreich den Aufenthalt des Beschwerdeführers 
in  Pakistan  nicht  erwähnt  und  den  Eurodac-Treffer  ins  Zentrum des 
Gesuches gestellt  habe. Das BFM habe seine rechtliche Begründung 
auf  einen  falschen  Sachverhalt  abgestützt.  Da  das  Übernahme-
ersuchen im Aktenverzeichnis  als unwesentlich bezeichnet und nicht 
zur Einsicht gegeben worden sei, werde um Akteneinsicht ersucht.

Schliesslich  bestehe  ein  erhebliches  Risiko,  dass  der  Beschwerde-

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führer  ohne  Prüfung  seines  Asylgesuchs  direkt  in  sein  Heimatland 
überstellt  würde. Sollte Frankreich tatsächlich davon ausgehen, dass 
er nicht in Pakistan gewesen sei, werde es ein weiteres Gesuch wohl 
nicht prüfen. Dem Beschwerdeführer würde somit die Möglichkeit ge-
nommen, neue Asylgründe zum Aufenthalt in Pakistan vorzubringen.

5.4
5.4.1 Gemäss den Akten steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
10. April 2008 in Frankreich daktyloskopiert wurde und sich von März 
2008 bis zum 31. Dezember 2009 dort aufhielt. Ausserdem stimmten 
die  französischen  Behörden  mit  Schreiben  vom 26.  Juli  2010  einer 
Übernahme des Beschwerdeführers zu. Er kann somit ohne Weiteres 
in den Dublin-Staat (Frankreich) ausreisen, der für die Prüfung seines 
Asylantrags staatsvertraglich zuständig ist.

5.4.2 Nach einer Aktendurchsicht ergibt sich, dass die französischen 
Behörden über den angeblichen Aufenthalt des Beschwerdeführers in 
Pakistan  informiert  waren.  Im  Übernahmegesuch  vom 20.  Juli  2010 
hielt  das  BFM nämlich  fest,  es  glaube,  dass  der  Beschwerdeführer 
Frankreich  seit  dem  negativen  Asylentscheid  Ende  2009  nicht  ver-
lassen  habe. Dies  umso  mehr  als  kein  weiterer  Eurodac-Treffer  be-
stehe, der auf die Wiedereinreise in den Dublinraum hindeuten würde. 
Zudem habe der Beschwerdeführer keinerlei Dokumente oder andere 
Beweismittel  für  den  angeblichen  Aufenthalt  in  Pakistan  eingereicht. 
Angesichts  dieser  Ausführungen  erweist  sich  die  Befürchtung  des 
Beschwerdeführers, wonach Frankreich vom angeblichen Aufenthalt in 
Pakistan  keine  Kenntnis  gehabt  habe,  als  unbegründet.  Das  Über-
nahmeersuchen  wird  dem  Beschwerdeführer  in  Gutheissung  des 
Akteneinsichtsgesuchs  zusammen  mit  diesem  Urteil  antragsgemäss 
zugestellt.

5.4.3 Der  Beschwerdeführer  behauptet  zwar,  er  sei  vom 31. Januar 
2010  bis  zum 14.  Mai  2010  in  Pakistan  gewesen,  doch  vermag  er 
diesen Aufenthalt mit keinerlei Dokumenten zu belegen. Anlässlich der 
BzP erwähnte er, ein Beweis für seine Rückkehr nach Pakistan finde 
sich  in  einem über  ihn  berichtenden  Zeitungsartikel,  den  er  jedoch 
nicht bei sich habe. Beweise für die Heimreise könne er von zu Hause 
beschaffen. Dessen ungeachtet reichte er  bis dato keine Dokumente 
ein,  welche  die  Rückkehr  und  den  angeblich  mehr  als  drei  Monate 
dauernden Aufenthalt  in Pakistan bestätigen würden. Demzufolge er-
gibt sich, dass Art. 16 Abs. 3 Dublin-II-Verordnung im vorliegenden Fall 

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nicht zur Anwendung gelangt, und die französischen Behörden einer 
Übernahme gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-Verordnung zu 
Recht zustimmten.

5.4.4 Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, er wolle in der Schweiz 
bleiben,  weil  er  sich  hier  sicherer  fühle,  ist  entgegenzuhalten,  dass 
Frankreich unter anderem Signatarstaat der EMRK,  des Abkommens 
vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30)  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist. Es bestehen 
keine  Hinweise  darauf,  dass  Frankreich  sich  nicht  an  die  daraus 
resultierenden  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  ins-
besondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen 
Normen der EMRK, halten würde. Demzufolge ist – entgegen anders-
lautender  Einschätzung  in  der  Rechtsmitteleingabe  –  nicht  davon 
auszugehen, dass die französischen Behörden den Beschwerdeführer 
direkt nach Pakistan überstellen würden, ohne zuvor sein Asylgesuch 
zu prüfen.

Im Weiteren hat der Beschwerdeführer mit dem ab März 2008 bis zum 
31.  Dezember  2009  in  Frankreich  verbrachten  Aufenthalt  selbst  ge-
zeigt,  dass  er  ein  Leben  in  diesem Staat  nicht  als  unzumutbar  er-
achtet.

Schliesslich  vermag  er  auch  aus  dem  Einwand,  wonach  er  in 
J._______ einen Araber getroffen habe, der seine Ideen nicht geteilt 
habe,  nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal er in Frankreich – 
übereinstimmend  mit  dem  BFM  –  bei  allfälligen  Problemen  seitens 
Dritter um behördlichen Schutz nachsuchen kann.

Angesichts  der  gesamten  Umstände  erweist  sich  der  Vollzug  der 
Wegweisung  nach  Frankreich  in  Berücksichtigung  der  entscheid-
relevanten  Aspekte  unter  dem Blickwinkel  von  Art.  3  EMRK als  zu-
lässig, weshalb vorliegend kein Anlass zum Selbsteintritt besteht.

6.
Das BFM ist in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG demnach 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten. Das Rechtsbegehren,  die  angefochtene Verfügung sei  auf-
zuheben und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen sowie 

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der Eventualantrag,  die Vorinstanz sei anzuweisen, sich für  das vor-
liegende Asylgesuch für zuständig zu erklären, sind somit abzuweisen.

7.
7.1 Das Nichteintreten auf ein Asylgesuch hat in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend 
ist  keine  Ausnahme von  diesem Grundsatz  ersichtlich  (vgl.  EMARK 
2001  Nr. 21).  In  Verfahren nach Art.  34  Abs. 2  Bst.  d  AsylG ist  die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides. Auf die Frage einer drohenden Verletzung 
des Non-Refoulement-Gebots muss an dieser Stelle nicht weiter ein-
gegangen werden.

7.2 Weiter  stellt  sich  die  Frage  nach  der  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht 
unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20), sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im 
Rahmen  des  Selbsteintrittsrechts  oder  gegebenenfalls  -  sofern  sich 
Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Staaten  befinden  und 
allenfalls  zusammengeführt  werden  sollten  -  bei  der  Ausübung  der 
sog. Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin-II-Verordnung).

7.3 Nach dem Gesagten sind die vom BFM verfügte Wegweisung und 
deren Vollzug zu bestätigen.

8.
Dem Beschwerdeführer ist  es nicht  gelungen darzutun, inwiefern die 
angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen 
ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

9.
Mit dem Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  um  Erteilung  der  auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden.

10.
10.1 Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde 
als aussichtslos, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgelt -
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der 

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durch die Fürsorgebestätigung vom 23. August  2010 ausgewiesenen 
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist.

10.2 Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben;  Beilagen:  Einzahlungsschein,  Übernahmeersuchen 
vom 20. Juli 2010 in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  Dublin-Office,  Ref.-Nr. N _______ 
(per Telefax)

- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

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