# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4553dd81-263b-58b4-97db-98d7875b9fdf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2014 C-7284/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7284-2013_2014-03-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-7284/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richter Vito Valenti, 

Richter David Weiss, 

Gerichtsschreiberin Patrizia Levante. 
 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

Zustelladresse: c/o B._______,   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Beitritt zur freiwilligen Versicherung AHV/IV;  

Einspracheentscheid der SAK vom 10. Dezember 2013. 

 

 

C-7284/2013 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass A._______ (nachfolgend: Gesuchstellerin), geboren am (…) 1989, 

Schweizer Bürgerin, wohnhaft in Ägypten seit dem 31. Mai 2010, mit Bei-

trittserklärung vom 11. Juni 2012 bei der Schweizerischen Ausgleichskas-

se (SAK, Eingang: 14. Juni 2012) um Aufnahme in die Schweizerische 

freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) er-

sucht hat (SAK-act. 5/1, 5/2), 

dass die SAK das Beitrittsgesuch der Gesuchstellerin mit Verfügung vom 

21. Juni 2012 abgewiesen hat mit der Begründung, die vorausgesetzte 

vorherige fünfjährige obligatorische Versicherung liege nicht vor und die 

einjährige Frist zur Einreichung der Beitrittserklärung sei nicht eingehalten 

(SAK-act. 7), 

dass die Gesuchstellerin, vertreten durch die von ihr fortan bevollmächtig-

te Mutter B._______ (SAK-act. 14, 15), gegen diese Verfügung mit Ein-

gabe vom 3. Oktober 2013 (Poststempel: 4. Oktober 2013) Einsprache 

bei der SAK (Eingang: 7. Oktober 2013) erhoben hat (SAK-act. 16), 

dass die SAK mit Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2013 auf die 

Einsprache nicht eingetreten ist, da diese nicht innert der Frist von 30 Ta-

gen erhoben worden sei (SAK-act. 18),  

dass die Gesuchstellerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen die-

sen Einspracheentscheid mit Eingabe vom 26. Dezember 2013 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht (Eingang: 30. Dezember 2013) 

eingereicht hat und sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentschei-

des beantragt mit der Begründung, die Schreiben der SAK (nachfolgend: 

Vorinstanz) seien in Ägypten nie angekommen, was auf die dortige 

schwierige Situation zurückzuführen sei, und dass die Beschwerdeführe-

rin in ihrer Beschwerde sodann im Wesentlichen geltend macht, sie wolle 

während ihrer Ausbildungszeit in Ägypten Beiträge an die AHV/IV leisten 

und nach Abschluss ihrer Ausbildung wieder in die Schweiz zurückkehren 

(act. 1), 

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 28. Januar 2014 auf 

Abweisung der Beschwerde sowie Bestätigung des angefochtenen Ein-

spracheentscheides schliesst und dazu ausführt, dass die Verfügung vom 

21. Juni 2012 der Beschwerdeführerin nachweislich mehrere Male zuge-

schickt worden sei, zuletzt am 4. Juli 2013 an die Adresse ihrer Mutter in 

der Schweiz, weshalb ihre Einsprache zweifellos zu spät erhoben worden 

sei (act. 4), 

C-7284/2013 

Seite 3 

dass gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85
bis

 

Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen 

der SAK beurteilt und vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 

VGG besteht, weshalb das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der 

Beschwerde zuständig ist, 

dass aufgrund von Art. 3 Bst. d
bis

 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) das VwVG 

keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen findet, soweit das 

Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozi-

alversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist und gemäss 

Art. 1 Abs. 1 AHVG die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil 

geregelte Alters- und Hinterlassenenversicherung anwendbar sind, soweit 

das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht, 

dass die Beschwerdeführerin durch den angefochtenen Einspracheent-

scheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 

oder Änderung hat, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerde-

legitimiert ist,  

dass die Beschwerde frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, weshalb darauf einzutreten ist,  

dass vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit Einspra-

cheentscheid vom 10. Dezember 2013 zu Recht auf die von der Be-

schwerdeführerin erhobene Einsprache vom 3. Oktober 2013 nicht einge-

treten ist, 

dass gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden 

Stelle Einsprache erhoben werden kann (Art. 52 Abs. 1 ATSG), die Frist 

am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen beginnt (Art. 38 Abs. 1 ATSG) und 

als eingehalten gilt, wenn die schriftliche Eingabe spätestens am letzten 

Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Han-

den der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomati-

schen oder konsularischen Vertretung übergeben wird (Art. 39 Abs. 1 

ATSG),  

dass grundsätzlich die Partei bzw. die versicherte Person die Beweislast 

für die Einhaltung der Frist trägt (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 

C-7284/2013 

Seite 4 

Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 39 Rz. 5; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ-

NER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfle-

ge des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 578), 

dass die Beweislast für den Erlass der Verfügung, deren Eröffnung und 

den Beginn der Frist aber die eröffnende Behörde trägt (statt vieler: BGE 

129 I 8 E. 2.2; 103 V 63 E. 2a; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 

UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, 

Rz. 885, 1651), 

dass wenn die angefochtene Verfügung mittels eines uneingeschriebenen 

Briefes zugestellt wird oder der Beweis der Rechtzeitigkeit sonst nicht er-

bracht werden kann, die Folgen der Beweislosigkeit nicht die beschwer-

deführende Partei trifft, sondern die Behörde, welche die Beweislosigkeit 

verursacht hat (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 

Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.112 

mit Hinweisen; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 578),  

dass daher im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt 

werden muss (BGE 136 V 295 E. 5.9; 129 I 8 E. 2.2; Urteil des Bundes-

gerichts 9C_791/2010 vom 10. November 2010 E. 4.1), 

dass aus der mangelhaften Eröffnung einer Verfügung der betroffenen 

Person gemäss Art. 49 Abs. 3 letzter Satz ATSG kein Nachteil erwachsen 

darf und eine Rechtsmittelfrist daher erst im Zeitpunkt zu laufen beginnt, 

in welchem der Betroffene von der Verfügung Kenntnis nehmen konnte, 

wobei der Adressat einer Verfügung den Beginn des Fristenlaufes nicht 

beliebig hinauszögern kann, sondern diese innerhalb einer vernünftigen 

Frist in Frage gestellt werden muss (BGE 122 V 189 E. 2; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1641 mit weiteren Hinweisen), 

dass vorliegend die Verfügung vom 21. Juni 2012 zunächst mit einge-

schriebenem Brief an die Adresse der Beschwerdeführerin in Ägypten 

verschickt worden ist (SAK-act. 7/1), dort aber nicht zugestellt werden 

konnte und an die Vorinstanz retourniert wurde (SAK-act. 8),  

dass die Vorinstanz in der Folge das Schreiben vom 13. August 2012 als 

normale Postsendung an die ägyptische Anschrift der Beschwerdeführe-

rin adressiert und gemäss ihren Aussagen unter Beilage der besagten 

Verfügung abgeschickt hat (SAK-act. 9, 8/1),  

C-7284/2013 

Seite 5 

dass die Zustellung der beiden erwähnten vorinstanzlichen, mit der ägyp-

tische Adresse der Beschwerdeführerin versehenen Schreiben bestritten 

und nicht nachgewiesen ist, 

dass mangels einer anderslautenden staatsvertraglichen Bestimmung die 

Zustellung der vorinstanzlichen Verfügung in Ägypten ohnehin auf dem 

diplomatischen oder konsularischen Weg hätte erfolgen müssen (vgl. im-

plizite BGE 135 V 293 E. 2; 124 V 47 E. 3a; MOSER/ BEUSCH/ KNEUBÜH-

LER, a.a.O., Rz. 2.113 mit weiteren Hinweisen), was vorliegend aber nicht 

geschah, 

dass sich die Mutter der Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz mit E-

Mail vom 26. Dezember 2012 nach dem Stand des Verfahrens erkundigt 

hat (SAK-act. 10/1), 

dass sich in den Akten ein Schreiben der Vorinstanz vom 27. Dezember 

2012 findet, welches als uneingeschriebene Sendung an die inländische 

Adresse der Mutter der Beschwerdeführerin gerichtet ist und auf eine bei-

liegende Kopie der Verfügung vom 21. Juni 2012 verweist (SAK-

act. 11/1), 

dass sich aus den Akten aber keine Hinweise für eine Zustellung dieses 

Schreibens ergeben, 

dass die Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt im Übrigen weder ein 

schweizerisches Zustellungsdomizil bezeichnet noch ihre Mutter offiziell 

als Bevollmächtigte eingesetzt hat (Art. 11 Abs. 1 und Art. 11b Abs. 1 

VwVG), 

dass die Mutter der Beschwerdeführerin die Vorinstanz mit Schreiben 

vom 23. Juni 2013 um Erledigung der Angelegenheit ersucht hat (SAK-

act. 12/7), 

dass die Vorinstanz an die schweizerische Adresse der Mutter der Be-

schwerdeführerin mittels uneingeschriebenem Brief vom 4. Juli 2013 eine 

Kopie der besagten Verfügung vom 21. Juni 2012 zugesendet hat (SAK-

act. 13), 

dass die Zustellung dieser uneingeschriebenen Sendung vom 4. Juli 

2013 an die Adresse der Mutter nicht streitig ist, das Zustellungsdatum 

sich aber aus den Akten nicht ergibt und sich durch postalische Nachfor-

schungen nicht ermitteln lässt, 

C-7284/2013 

Seite 6 

dass die Beschwerdeführerin vom Inhalt dieser Sendung und damit der 

vorinstanzlichen Verfügung vom 21. Januar 2012 unbestrittenermassen 

Kenntnis erhalten hat, wobei der genaue Zeitpunkt der tatsächlichen 

Kenntnisnahme nicht bekannt ist, 

dass die rechtsunkundige Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde zwar 

von zeitlichen Verzögerungen infolge der schwierigen Situation in Ägyp-

ten spricht, sinngemäss aber die Rechtzeitigkeit der Einspracheerhebung 

geltend macht, 

dass nach dem Gesagten der Beweis der Rechtzeitigkeit der Einsprache-

erhebung vorliegend nicht erbracht werden kann und die Folgen der Be-

weislosigkeit somit die Vorinstanz zu tragen hat, 

dass zwischen der unbestrittenen Zustellung und Kenntnisnahme der 

Sendung vom 4. Juli 2013 durch die Beschwerdeführerin sowie der Erhe-

bung ihrer Einsprache vom 3. Oktober 2013 keine unvernünftige Frist 

liegt, 

dass die von der Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz mit Eingabe vom 

3. Oktober 2013 erhobene Einsprache folglich als rechtzeitig eingereicht 

gilt,  

dass die Vorinstanz somit zu Unrecht auf die Einsprache der Beschwer-

deführerin nicht eingetreten ist, 

dass demnach die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, dass der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2013 aufzuheben 

und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese über die 

Einsprache vom 3. Oktober 2013 materiell entscheide,  

dass das Verfahren kostenlos ist, weshalb keine Verfahrenskosten zu er-

heben sind (Art. 85
bis

 Abs. 2 AHV),  

dass eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu neuem Entscheid 

praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei gilt (BGE 

132 V 215 E. 6), 

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin, welche nicht anwaltlich ver-

treten ist, keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, und ihr 

daher keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

C-7284/2013 

Seite 7 

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

73.320.2]). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2013 aufgehoben und die Sa-

che an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese über die Ein-

sprache vom 3. Oktober 2013 materiell entscheide. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Kopie der 

vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 28. Januar 2014) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. _______) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vositzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Patrizia Levante 

 

 

 

C-7284/2013 

Seite 8 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen 

hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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