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**Case Identifier:** e1e96b2d-df58-5ef3-b040-ccfbc3ab3b28
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.10.2021 200 2018 434
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-434_2021-10-18.pdf

## Full Text

200 18 434 IV
MAK/ZID/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Oktober 2021

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals im November 2006 unter Hinweis auf seit einem 
Verkehrsunfall vom TT. MMMM 2005 persistierende Schulter- und Rücken-
beschwerden sowie psychische Probleme bei der Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Nach 
erwerblichen und medizinischen Abklärungen gewährte die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) berufliche Massnahmen (Arbeitsvermitt-
lung [AB 25] und berufliche Abklärung [AB 31]), welche sie mit Verfügung 
vom 30. November 2007 abbrach (AB 44). Mit weiterer Verfügung vom 
23. Januar 2008 verneinte sie zudem mangels eines rentenbegründenden 
Invaliditätsgrades von 19 % den Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 51). 
Diese Verfügungen blieben unangefochten. 

B.

Auf erneute Gesuche hin (AB 52, 101) gewährte die IVB weitere berufliche 
Massnahmen (Arbeitsvermittlung [AB 53], berufliche Abklärung [AB 62, 75, 
93], Berufswahlabklärung [AB 82] und Praktikum [AB 95]), tätigte zusätzli-
che medizinische Abklärungen (AB 112 f.) und liess die Versicherte rheu-
matologisch und psychiatrisch begutachten (Expertisen der Dres. med. 
C.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie 
für Rheumatologie, vom 31. März 2010 [AB 125/2 ff.] und D.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 31. März 2010 [AB 126/3 
ff.] inkl. interdisziplinärer Beurteilung vom 4. Juni 2010 [AB 125/1, 126/2]). 
Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2011 stellte sie die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 13 % in Aussicht (AB 142). 
Im Vorbescheidverfahren (AB 146 f.) reichte die Versicherte unter anderem 
ein psychiatrisches Privatgutachten des Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. August 2011 (AB 152/3 ff.) ein und 
wies auf eine zwischenzeitlich durchgeführte Brustkrebsoperation (AB 154, 
157; vgl. auch AB 159, 173) sowie ein zwischenzeitlich festgestelltes Hüft-

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leiden (AB 175) hin. Wegen letzterem liess die IVB die Versicherte auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 176) zusätzlich 
orthopädisch begutachten (Expertise des Dr. med. F.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 29. April 2013 
[AB 190.1] samt Nachtrag vom 12. Juni 2013 [AB 193]). Mit Vorbescheid 
vom 1. Juli 2013 stellte die IVB wiederum die Abweisung des Leistungsbe-
gehrens bei einem Invaliditätsgrad von nunmehr 37 % in Aussicht 
(AB 195). Auf Einwand hin (AB 201) beantwortete Dr. med. F.________ 
Ergänzungsfragen der Versicherten (AB 215). In der Folge verfügte die IVB 
am 17. April 2014 ihrem Vorbescheid entsprechend (AB 219), hob die Ver-
fügung im Rahmen des Beschwerdeverfahrens (AB 222) jedoch wiederer-
wägungsweise auf (AB 224), woraufhin dieses mit Prozessurteil vom 
30. Juni 2014 (IV/2014/490) vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben 
wurde (AB 226). Alsdann liess die IVB die Versicherte erneut durch die 
Dres. med. C.________ und D.________ rheumatologisch und psychia-
trisch begutachten (Expertisen vom 25. März 2015 [AB 246.1] und 22. Mai 
2015 [AB 247.1] inkl. interdisziplinärer Beurteilung vom 27. Mai 2015 [AB 
246.2, 247.2] und samt Nachtrag vom 2. Januar 2016 [AB 257.1]). 

Mit Vorbescheid vom 23. März 2016 stellte die IVB eine vom 1. August 
2011 bis 31. Januar 2013 befristete ganze Rente in Aussicht und verneinte 
für die Folgezeit einen Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 259). Im Vor-
bescheidverfahren (AB 260, 263) wies die Versicherte zusätzlich auf LWS-
Beschwerden hin (AB 266), weshalb sie auf Empfehlung des RAD 
(AB 267/2) einmal mehr rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet 
wurde (Expertisen der Dres. med. G.________, Facharzt für Rheumatolo-
gie sowie für Allgemeine Innere Medizin, vom 16. Oktober 2017 [AB 309.1] 
und H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. No-
vember 2017 [AB 310.1; inkl. interdisziplinärer Beurteilung]). Nach Durch-
führung des Vorbescheidverfahrens (Vorbescheid vom 27. November 2017 
[AB 313], Einwand vom 15. Januar 2018 [AB 314, 319]) sprach die IVB der 
Versicherten mit Verfügung vom 7. Mai 2018 ab 1. August 2011 eine halbe 
und ab 1. November 2011 bis 31. Januar 2013 eine befristete ganze Rente 
zu (AB 321).

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C.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 7. Juni 2018 Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen:

1. Die Verfügung der IVB vom 7. Mai 2018 sei aufzuheben.
2. a) Es seien der Beschwerdeführerin ab wann rechtens die gesetzlichen 

Leistungen gemäss dem Bundesgesetz vom 19. Juni 1959 über die Invali-
denversicherung (IVG; SR 831.20), nämlich berufliche Eingliederungsmass-
nahmen und unbefristete Invalidenrente, nach Massgabe eines Invaliditäts-
grades von mindestens 40 % zuzusprechen.
b) Eventualiter: es sei bei den begutachtenden Personen, Dres. med. 
G.________ und H.________, eine Stellungnahme zu den Ausführungen 
der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung einzuholen.

3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die ihr 
im Zusammenhang mit dem Privatgutachten von Dr. med. E.________ vom 
5. August 2011 entstandenen Kosten im Betrag von Fr. 5'500.-- gemäss 
Art. 45 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allge-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu ersetzen.

4. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) mit zusätzlicher Parteibefra-
gung durchzuführen.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Juli 
2018 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Oktober 2019 wies die Instrukti-
onsrichterin den in der Beschwerde gestellten Antrag auf Parteibefragung 
ab. Gleichzeitig gab sie der Beschwerdeführerin Gelegenheit mitzuteilen, 
ob sie an der Durchführung einer öffentlichen Schlussverhandlung festhal-
te, was diese mit Eingabe vom 18. Oktober 2019 bejahte.

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. Januar 2020 machte die Instrukti-
onsrichterin die Beschwerdeführerin auf eine mögliche Schlechterstellung 
(reformatio in peius) aufmerksam und bot ihr bis am 13. Februar 2020 Ge-
legenheit zur Stellungnahme resp. zum Rückzug der Beschwerde. Mit Ein-
gabe vom 13. Februar 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer Be-
schwerde fest.

Nachdem eine zunächst auf den 30. März 2020 festgesetzte öffentliche 
Schlussverhandlung pandemiebedingt abgesagt werden musste, setzte die 
Instruktionsrichterin am 22. Juni 2021 den Termin für die öffentliche 

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Schlussverhandlung auf den 15. September 2021 fest und gab die Zu-
sammensetzung der urteilenden Kammer des Verwaltungsgerichts be-
kannt. Gleichzeitig schloss sie den Schriftenwechsel und das Beweisver-
fahren. Die Beschwerdegegnerin teilte mit Schreiben vom 20. Juli 2021 mit, 
auf eine Teilnahme an der Verhandlung zu verzichten. 

An der öffentlichen Schlussverhandlung vom 15. September 2021 bestätig-
te und begründete die Beschwerdeführerin im Rahmen der Parteivorträge 
die gestellten Anträge.

Mit Eingabe vom 15. September 2021 reichte der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin seine Plädoyernotizen zu den Akten. Entsprechend der 
Praxis des angerufenen Gerichts, wonach Plädoyernotizen nicht entgegen-
genommen werden (vgl. Beschluss der erweiterten Abteilungskonferenz 
des Verwaltungsgerichts vom 27. November 2012), wurden diese aus den 
Akten gewiesen und demzufolge an den Rechtsvertreter retourniert (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 20. September 2021).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 
lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Be-
schwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vor-
instanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 

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ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde – vorbehältlich der Ausführungen in E. 1.2 
nachfolgend – einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. Mai 2018 (AB 321). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
Invalidenrente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befris-
tung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungs-
befugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebe-
nen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blie-
ben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der generelle 
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umfassend zu prüfen.

Über den Anspruch auf berufliche Massnahmen hat die Beschwerdegegne-
rin in der angefochtenen Verfügung nicht befunden. Soweit die Beschwer-
deführerin nunmehr berufliche Massnahmen beantragt, ist darauf mangels 
Anfechtungsobjekt nicht einzutreten (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 
2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, erfolgt gemäss höchstrichter-
licher Rechtsprechung anhand eines strukturierten normativen Prüfungs-
rasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für 
sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Liegt auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 eine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien "funktionel-
ler Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-

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kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss 
Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die 
versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 
wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 9

S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.4 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 

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berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist im 
Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der Ver-
besserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, nach-
dem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, vor-
aussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

2.4.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Der medizinische Sachverhalt hat sich seit der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Verneinung eines Rentenanspruchs (vgl. 
Verfügung vom 23. Januar 2008 [AB 51]) dahingehend verändert, als am 
19. August 2011 die Operation des Mammakarzinoms (AB 157/2) mit an-
schliessender Chemo- (AB 159), Radio- und Immuntherapie sowie endo-
kriner Therapie (AB 173/1 f. Ziff. 1.1 und 1.4) erfolgte. Ab 18. August 2011 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 11

wurde die Beschwerdeführerin zunächst zu 100 % (AB 159/3 Ziff. 1.6) und 
vom 1. Juni bis 31. Oktober 2012 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben 
(AB 173/2 f. Ziff. 1.6 und 1.9). Mit Bericht vom 19. Oktober 2012 erachtete 
der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-
zin, das Brustkrebsleiden als überwunden; dass die vollständige Rehabilita-
tion rund 15 Monate beanspruche, sei bei der Art des Leidens und der Art 
der durchgeführten Interventionen gut nachvollziehbar (AB 176/2). Mit wei-
terem Bericht vom 27. November 2015 stützte sich der RAD-Arzt ohne wei-
teres auf die so attestierte Arbeitsunfähigkeit; seither bestehe auf onkologi-
schem Fachgebiet in einer angepassten (d.h. körperlich eher leichten) 
Tätigkeit wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (AB 254/3 unten). 
Ein Revisionsgrund ist folglich zu bejahen und der Rentenanspruch frei zu 
prüfen (vgl. E. 2.4 hiervor), wie dies die Beschwerdegegnerin zu Recht ge-
tan hat.

3.2 Aktenmässig erstellt und denn auch zu Recht unbestritten ist, dass 
in rheumatologischer Hinsicht keine invalidisierenden Funktionseinschrän-
kungen vorliegen. Übereinstimmend verneinten die rheumatologischen 
Gutachter Dres. med. C.________ und G.________ in den Gutachten aus 
den Jahren 2010 (AB 125/2 ff.), 2015 (AB 246.1) und 2017 (AB 309.1) ein 
organisches Korrelat für die geklagten Beschwerden (AB 125/15 unten, 
246.1/39 unten, 309.1/21 unten) und postulierten stattdessen eine diffuse, 
organisch nicht erklärbare Weichteilschmerz-Symptomatik sowie funktionel-
le körperliche Missempfindungen (AB 126/2 Mitte, 246.1/39 oben) bzw. 
ausgeprägte myofasciale Befunde sowie ausgedehnte Druckdolenzen be-
reits bei minimaler Palpation (begleitet von sehr starken Schmerzäusse-
rungen; AB 309.1/20 oben), womit sich keine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten (d.h. körperlich eher leichten) Tätigkeit be-
gründen lasse (AB 126/2 Mitte, 246.2/1, 309.1/22 unten).

In Bezug auf die vom Orthopäden Dr. med. F.________ im Gutachten aus 
dem Jahr 2013 (AB 190.1, 193, 215) aufgrund einer 2012 hinzugekomme-
nen Hüftpathologie (AB 193) attestierte verminderte Arbeitsfähigkeit in ei-
ner angepassten Tätigkeit von fünf bis sechs Stunden pro Tag mit einer 
verminderten Leistungsfähigkeit bis zu 10 % wegen vermehrter Pausen 
(AB 190.1/24 Ziff. 12 ff.; vgl. auch AB 215) wiesen die rheumatologischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 12

Gutachter Dres. med. C.________ und G.________ in nachvollziehbarer 
Weise auf den Widerspruch hin (AB 246.1/39 Mitte, 309.1/22 oben), dass 
auch dieser von einer mehrheitlich myofaszialen Problematik ausgehe und 
eine invalidisierende Funktionseinschränkung wegen der Hüftpathologie 
verneine (AB 190.1/22 unten). Damit besteht auch von orthopädischer Sei-
te her keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer ergonomisch an-
gepassten Tätigkeit.

3.3 Umstritten ist unter den Parteien damit einzig, ob die Beschwerde-
gegnerin zu Recht auch einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten 
psychischen Gesundheitsschaden verneint hat. Diesbezüglich ist den me-
dizinischen Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Anlässlich der Begutachtung im Jahr 2010 diagnostizierte der 
psychiatrische Gutachter Dr. med. D.________ eine anhaltende somato-
forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), sowie einen Status nach 
Unfall (ICD-10 Z65; AB 126/10 oben). In Bezug auf die erstgenannte Dia-
gnose sei die Beschwerdeführerin auf die Schmerzen fixiert und zeige hy-
pochondrische Befürchtungen sowie eine Schmerzausdehnung; es falle 
auch auf, dass es bei Lebensproblemen zu einer Verstärkung der Schmer-
zen komme (AB126/10 unten). Sodann spreche der aktuelle Befund für 
eine grossteilige Remission der Depression: Keine Verstimmungen, keine 
Suizidtendenzen, regelmässige Tagesgestaltung, spontane fröhliche Reak-
tionsweisen usw. (AB 126/11 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe nie die 
für eine posttraumatische Belastungsstörung typischen Beschwerden (u.a. 
kein Auftreten von szenenhaften Erinnerungen tagsüber) gezeigt 
(AB 126/11 unten). Es bestünden ungünstige krankheitsfremde Faktoren 
(lange Phase von nicht regelmässiger Arbeitstätigkeit, Status nach Schei-
dung, Alleinerziehende, sekundärer Krankheitsgewinn; AB 126/12 oben). 
Die abgeklungene psychische Komorbidität lasse auf eine kaum einge-
schränkte Arbeitsfähigkeit schliessen (AB 126/2 unten).

3.3.2 Im versicherungspsychiatrischen Privatgutachten vom 5. August 
2011 stellte Dr. med. E.________ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit (AB 152/34 unten): posttraumatische Belastungs-
störung (ICD-10 F43.1; vgl. dazu AB 152/27 f.), chronische Schmerz-

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störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; vgl. 
dazu AB 152/29 ff.), reaktive Depression wechselnden Schweregrads (ICD-
10 F32.1; vgl. dazu AB 152/29) sowie Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-
10 F40.01; vgl. dazu AB 152/28 f.). "Szenenhafte Erinnerungen tagsüber" 
seien keine Voraussetzung für die Diagnose F43.1 nach ICD (AB 152/44 
unten). Dass die Depression remittiert sei (vgl. E. 3.3.1 hiervor), fusse auf 
einem sehr kurzen, oberflächlichen und nur kursorischen psychopathologi-
schen Befund (AB 152/44 f.). Die Diagnose einer somatoformen Schmerz-
störung sei veraltet und von Dr. med. D.________ (vgl. E. 3.3.1 hiervor) 
darüber hinaus diffus hergeleitet worden (AB 152/45 ff.). Invaliditätsfremde 
Faktoren, welche die Arbeitsfähigkeit einschränken würden, lägen nicht vor 
(AB 152/49 unten). In leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten bestehe 
eine Arbeitsfähigkeit von ca. 30 - 50 %. Aktuell würden 40 % realisiert. Die-
se Arbeitsfähigkeit sei in der Vergangenheit immer wieder realisiert worden; 
Steigerungen hätten zur Dekompensation geführt bzw. seien nicht über 
längere Zeit durchhaltbar gewesen. Insofern dürfe auch rückwirkend nach 
dem Unfall eine Arbeitsfähigkeit von 40 - 50 % während der letzten Jahre 
angenommen werden (AB 152/51).

3.3.3 Im psychiatrischen Gutachten vom 22. Mai 2015 nannte Dr. med. 
D.________ ausschliesslich Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit: eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-
10 F33.0) sowie familiäre Schwierigkeiten (ICD-10 Z63; AB 247.1/10). Die 
Beschwerdeführerin zeige deutliche Hinweise für eine psychosomatische 
Überlagerung der Schmerzen. Sie sei auf diese fixiert, äussere hypochon-
drische Befürchtungen und berichte über eine Schmerzausdehnung; es 
falle auch auf, dass Lebensprobleme, z.B. die Eheschwierigkeiten, die 
Schmerzen verstärkten. Die Symptome einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung seien vorhanden; die von Dr. med. E.________ diagnosti-
zierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (vgl. E. 3.3.2 hiervor) sei nicht in die ICD-10 eingefügt worden, da sie 
nicht hinreichend von der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ab-
grenzbar erscheine. 

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Der seinerzeitige Unfall sei unterdessen noch weiter in den Hintergrund 
gerückt, es komme nie zu Flashbacks; es fehlten Hinweise auf eine post-
traumatische Belastungsstörung (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Eine rezidivierende 
depressive Störung sei bekannt. Ein Teil der Verstimmungen stehe im Zu-
sammenhang mit der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung; die 
Symptomatik der ICD-10 betreffend eine depressive Episode erfülle die 
Beschwerdeführerin in eher geringem Ausmass, wobei es bei rezidivieren-
den depressiven Störungen Schwankungen im Ausmass der depressiven 
Episode geben könne. Die von Dr. med. E.________ diagnostizierte reakti-
ve Depression (vgl. E. 3.3.2 hiervor) stelle in der Regel keine psychische 
Komorbidität von Relevanz dar. 

Als krankheitsfremd könnten die Eheprobleme (mit anstehender Schei-
dung), die Sprachintegration und die Ablösung der Tochter angesehen 
werden (AB 247.1/11 f., 247.1/17 ff.). Es bestünden vor allem psychosoma-
tische Beschwerden. Diese seien als überwindbar anzusehen, da sie nur 
zu einem geringen Teil durch eine psychische Komorbidität hervorgerufen 
würden (AB 247.1/14 lit. C Ziff. 1; vgl. auch AB 257.1). Aus psychiatrischer 
Sicht bestehe weiterhin keine anhaltende bzw. relevante Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit (AB 247.2/2).

3.3.4 Im psychiatrischen Gutachten vom 3. November 2017 erwähnte Dr. 
med. H.________ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit: eine rezidivierende depressive Störung, aktuell "leicht- bis zeit-
weise mittelgradigen Ausprägungsgrades" (ICD-10 F33.0/1), und eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren, im Längsverlauf eher zunehmend in Schmerzerleben und Dys-
funktionalität (ICD-10 F45.41) mit/bei zeitweise kognitiven Einschränkun-
gen und berichteten dissoziativen Zuständen (ICD-10 F44.8; AB 310.1/19). 
Die Kriterien für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung 
(ICD-10 F43.1; vgl. E. 3.3.2 hiervor) seien mindestens aktuell nicht hinrei-
chend erfüllt; ebenso könne die Diagnose einer Agoraphobie mit Pa-
nikstörung (ICD-10 F40.01; vgl. E. 3.3.2 hiervor) aktuell nicht gestellt wer-
den; aktuell auftretende Angstsymptome seien im Kontext der anhaltenden 
depressiven Störung einzuordnen (AB 310.1/21). 

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Unter Berücksichtigung der bestehenden Leistungsreserven und gleichzei-
tiger Würdigung der nicht primär versicherungsmedizinisch zu gewichten-
den Faktoren und aufgetretenen Inkonsistenzen bestehe eine maximal 
40%-ige Arbeitsunfähigkeit bezogen auf das angestammte Tätigkeitsprofil 
oder denkbare Verweistätigkeiten. Diesbezüglich sei bei medikamentösem 
Optimierungspotenzial im Längsverlauf von einer weiteren Zunahme der 
Beschwerden und einer Zustandsverschlechterung gegenüber der Begut-
achtung von Mai 2015 (vgl. E. 3.3.3 hiervor) auszugehen (AB 310.1/24).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353).

3.4.2 Ein Parteigutachten ist ein Gutachten, das entweder von der am 
Prozess beteiligten Partei selber erstellt worden ist (z.B. Gutachten der 
Unfallabteilung der Suva in einem eigenen Streitfall) oder von einer Partei 
bei einem Sachverständigen eingeholt und im Verfahren aufgelegt wird 
(BGE 115 V 62). Dabei ist der Beweiswert eines solchen Gutachtens nicht 
schon deshalb zweifelhaft, weil es von einer Partei ins Verfahren einge-
bracht wird (BGE 125 V 351 E. 3b dd S. 353, 122 V 157 E. 1c S. 161; 
RKUV 1993 U 167 S. 96 E. 5a; ZAK 1986 S. 188 E. 2a).

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Ein Parteigutachten besitzt nicht den gleichen Rang wie ein vom Gericht 
oder vom Versicherungsträger nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht 
eingeholtes Gutachten. Es verpflichtet indessen das Gericht, den von der 
Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, 
zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassung und Schluss-
folgerungen des vom Gericht oder vom Versicherungsträger förmlich be-
stellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen 
ist (BGE 125 V 351 E. 3c S. 354; SVR 2018 UV Nr. 26 S. 92 E. 4.1).

3.5 In psychiatrischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin in der 
angefochtenen Verfügung vom 7. Mai 2018 (AB 321) massgeblich auf das 
psychiatrische Gutachten des Dr. med. H.________ vom 3. November 
2017 (interdisziplinär mit dem Rheumatologen Dr. med. G.________; 
AB 310) gestützt. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eige-
nen Abklärungen der begutachtenden Personen und sind in Kenntnis der 
Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getrof-
fen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 
zum Gesundheitszustand nachvollziehbar, umfassend und einlässlich be-
gründet. Ohne Berücksichtigung der geltend gemachten Zustandsver-
schlechterung (AB 310.1/24) decken sich dessen Diagnosen (AB 310.1 
oben; vgl. E. 3.3.4 hiervor) im Wesentlichen mit denjenigen des Dr. med. 
D.________ (AB 247.1/10 Mitte; vgl. E. 3.3.3 hiervor). Nachvollziehbar be-
gründen sodann beide Gutachter, weshalb sie die vom Privatgutachter Dr. 
med. E.________ (AB 152/34 unten; vgl. E. 3.3.2 hiervor) zusätzlich ge-
stellten Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 
F43.1) sowie einer Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) nicht 
(hinreichend sicher) nachvollziehen und bestätigen können (AB 247.1/11 
unten und 247.1/17, 310.1/21 Mitte; vgl. E. 3.3.3 f. hiervor). Das Gutachten 
des Dr. med. H.________ erfüllt somit die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizinischen Expertise gestell-
ten Anforderungen (vgl. E. 3.4 und 3.4.1 hiervor), weshalb ihm insoweit 
volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

3.6 Der medizinische Sachverhalt ist vor diesem Hintergrund hinrei-
chend abgeklärt. Auf die im Eventualantrag Ziff. 2 lit. b geforderten weiteren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 17

Beweisvorkehrungen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet wer-
den, weil davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 136 I 
229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2).

3.7 Gestützt auf das psychiatrische Gutachten des Dr. med. 
H.________ vom 3. November 2017 sind in psychiatrischer Hinsicht fol-
gende Diagnosen erstellt (AB 310.1/19): eine rezidivierende depressive 
Störung, aktuell leicht- bis zeitweise mittelgradigen Ausprägungsgrades 
(ICD-10 F33.0/1), und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren, im Längsverlauf eher zunehmend 
in Schmerzerleben und Dysfunktionalität (ICD-10 F45.41) mit/bei zeitweise 
kognitiven Einschränkungen und berichteten dissoziativen Zuständen (ICD-
10 F44.8). Es bleibt zu prüfen, ob die gestützt darauf vom Gutachter attes-
tierte Leistungseinschränkung von maximal 40 % in der bisherigen und 
einer angepassten Tätigkeit (AB 310.1/24 Mitte) anhand der Standardindi-
katoren aus juristischer Sicht schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumin-
dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (vgl. E. 2.2 hier-
vor). Einzig diese versicherungsrechtliche Validierung der aus psychiatri-
scher Sicht attestierten Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
aufgrund der Indikatorenprüfung ist vorliegend umstritten. Diese Prüfung 
ist, wie in E. 2.2 hiervor erwähnt, rechtlicher Natur; entgegen den Aus-
führungen der Beschwerdeführerin anlässlich der Schlussverhandlung 
handelt es sich dabei somit nicht um eine "Laienparallelüberprüfung".

3.7.1 Vorab ist hinsichtlich möglicher Ausschlussgründe (vgl. E. 2.2 hier-
vor) festzuhalten, dass zwar gutachterlich keine eigentliche Aggravation 
beschrieben wurde, sich jedoch insbesondere im rheumatologischen Gut-
achten des Dr. med. G.________ vom 16. Oktober 2017 durchaus Inkon-
sistenzen in Bezug auf die Schmerzangaben ausmachen lassen ("sehr 
ausgeprägtes Schmerzverhalten" bzw. "sehr ausgeprägte Schmerzäusse-
rungen" [AB 309.1/14, 309.1/20 oben], "demonstrierte deutliche Bewe-
gungseinschränkung" [AB 309.1/20 oben], "diverse Inkonsistenzen und 
diskrepante bzw. somatisch nicht erklärbare Befunde" [AB 309.1/21], "aus-
geprägte Symptomausweitung" [AB 309.1/21 unten]; vgl. auch AB 257.1/3 
Ziff. 4). Zudem bestehen mit Blick auf das psychiatrische Gutachten des Dr. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 18

med. D.________ vom 22. Mai 2015 verschiedene klare Hinweise auf eine 
massgebliche Mitbeteiligung von invalidenversicherungsfremden psycho-
sozialen Belastungsfaktoren, namentlich Eheschwierigkeiten mit Schei-
dung(en), die Sprachintegration und die Ablösung der Tochter 
(AB 247.1/12 unten; vgl. auch AB257.1/2 f. Ziff. 3), welche der Annahme 
eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens grundsätzlich 
entgegenstehen. Inwieweit unter diesen Umständen ein (diagnostisch) ver-
selbstständigter psychischer Gesundheitsschaden vorliegt, kann indes da-
hingehend offenbleiben, als dass – wie sogleich in E. 3.7.2 nachfolgend 
dargelegt – der psychischen Symptomatik nach Massgabe des strukturier-
ten Beweisverfahrens (vgl. E. 2.2 hiervor) vorliegend ohnehin keine invali-
disierende Wirkung zukommt.

3.7.2

3.7.2.1 Im Rahmen der Kategorie "funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex "Gesundheitsschädigung" zu 
prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Zum Indikator "Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde und Symptome" (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.) ist festzuhalten, dass diese mit Blick auf die überwiegend 
wahrscheinliche psychosoziale Mitbeeinflussung des Beschwerdebildes 
(vgl. E. 3.7.1 hiervor) und das vorhandene Aktivitätenniveau (vgl. AB 
310.1/15) nur leichter Ausprägung sind und offenbar nur eine ungenügende 
Medikation erfolgt, wie der niedrige Serumsspiegel der verordneten 
Psychopharmaka zeigt (AB 310.1/18 unten, 310.1/22 unten). Es ergeben 
sich somit keine Anhaltspunkte (auch nicht gestützt auf den Mini-ICF-APP 
Ratingbogen mit maximal mässig ausgeprägten Beeinträchtigungen in den 
Fähigkeitsbereichen "Anpassung an Regeln und Routinen", "Flexibilität und 
Umstellungsfähigkeit", "Proaktivität und Spontanaktivitäten" sowie 
"Widerstands- und Durchhaltefähigkeit" [AB 310.2]), die eine schwerere 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde nahelegten, als der gestellten 
Diagnose bereits inhärent ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 9. 
Mai 2019, 9C_755/2018, E. 4.2.1, mit Hinweis auf BGE 143 V 418 E. 5.2.2 
S. 425). In Würdigung dieser Umstände und insbesondere auch unter 
Berücksichtigung der festgestellten Anzeichen für Inkonsistenzen im Rah-
men der rheumatologischen Begutachtung (vgl. E. 3.7.1 hiervor) erweisen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 19

sich die diagnoserelevanten Befunde somit nicht als sonderlich ausgeprägt 
(vgl. auch AB 257.1/2 Ziff. 1).

Betreffend den Indikator "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder 
-resistenz" (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist anzumerken, dass 
gemäss gutachterlicher Einschätzung bei Fortsetzung der ambulanten psy-
chotherapeutischen Behandlung inklusive kombinierter Psychopharmaka-
Medikation mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Stabilisierung auf dem 
aktuellen Gesundheits- und Funktionsniveau möglich wird, wobei eine 
darüber hinausgehende theoretisch mögliche Verbesserung des Gesund-
heitszustands und der umsetzbaren Arbeitsfähigkeit prognostisch eher un-
sicher (AB 310.1/22 f.), mit anderen Worten aber auch nicht ausgeschlos-
sen ist. Diesbezüglich besteht denn auch (wie erwähnt) psychopharmako-
logisch-therapeutisch Optimierungspotenzial (AB 310.1/18 unten, 310.1/22 
unten). Die Beschwerdeführerin geht immerhin einer partiellen Arbeitstätig-
keit von 40 % nach (AB 310.1/16 unten), obwohl ihr aus medizinisch-
psychiatrischer Sicht eine solche von 60 % zumutbar wäre (AB 310.1/24 
Mitte). Nach Ansicht von Dr. med. D.________ wird die Steigerung der Ar-
beitstätigkeit grossteils durch krankheitsfremde Faktoren behindert (AB 
257.1/6 Ziff. 5 f.). Damit liegen weder eine Behandlungs- noch eine Einglie-
derungsresistenz vor.

Eine massgebende Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) be-
steht nicht: In somatischer Hinsicht liegen – abgesehen vom überwunde-
nen Brustkrebsleiden (vgl. E. 3.1 hiervor) – keine Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit vor (vgl. E. 3.2 hiervor). In psychiatrischer 
Hinsicht ist das Bundesgericht beim Zusammentreffen einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung ohne hinreichendes organisches Korrelat 
mit einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode auch schon davon 
ausgegangen, dass letztere in erster aufgeht (vgl. z.B. Entscheid des BGer 
vom 10. August 2012, 9C_414/2012, E. 3.2.2 mit Hinweis). Diesbezüglich 
weist denn auch Dr. med. D.________ darauf hin, nach ICD-10 sei es die 
Regel, dass es bei den chronischen Schmerzstörungen zu Verstimmungen 
komme, weshalb die Problematik einer leichtgradig ausgeprägten depres-
siven Episode bereits in der Diagnose der anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung enthalten sei und keine eigenständige psychische Komor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 20

bidität darstelle (AB 247.1/13 Mitte). Selbst wenn vorliegend der zwischen-
zeitlich eingetretenen Zustandsverschlechterung (nunmehr rezidivierende 
depressive Störung, aktuell leicht- bis zeitweise mittelgradige Ausprägung, 
zunehmendes Schmerzerleben und zeitweise auftretende dissoziative Zu-
stände; AB 310.1/21 unten) Rechnung getragen wird, liegt damit, wenn 
überhaupt, eine nicht wesentlich ins Gewicht fallende Komorbidität vor. 
Auch der leichten bis zeitweise mittelgradigen Depression sowie den disso-
ziativen Zuständen kommen somit kaum ressourcenhemmende Wirkungen 
zu.

Mit Blick auf den im Psychostatus erhobenen Befund einer Persönlich-
keitsstruktur ohne ausgeprägte psychopathologische Auffälligkeiten 
(AB 310.1/18/18 unten) ist auch in Bezug auf die Persönlichkeit (BGE 141 
V 281 E. 4.3.2 S. 302) keine schwere Ausprägung nachvollziehbar und 
schlüssig dargetan.

Zum Komplex "Sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) lässt 
sich dem Gutachten des Dr. med. H.________ entnehmen, dass 
Ressourcen in Form der familiären Situation mit wöchentlich mehrmaligen 
Treffen mit zwei in der Nähe lebenden Schwestern und gutem Verhältnis 
zur Tochter gegeben sind (AB 310.1/15 Mitte, 310.1/22 oben). Gegenüber 
Dr. med. D.________ schätzte sich die Beschwerdeführerin glücklich, dank 
ihren Schwestern rege persönliche mitmenschliche Kontakte pflegen zu 
können (AB 247.1/8 unten). Auch wird die Kommunikationsfähigkeit durch 
die teilweise Berufstätigkeit aufrechterhalten (vgl. AB 257.1/5 Ziff. 5). 
Während früher zwischenmenschliche Kontakte zu Kolleginnen bestanden 
hatten, werden diese heute innerhalb der Familie gepflegt; allfällige Hob-
bies machte die Beschwerdeführerin auch in der Vergangenheit nie geltend 
und sportliche Aktivitäten (..., ...) werden allein (vermeintlich [vgl. E. 3.2 
hiervor]) schmerzbedingt nicht mehr ausgeführt (vgl. AB 152/19). Zusam-
menfassend ist noch immer von erheblichen Kompensationspotentialen 
auszugehen.

3.7.2.2 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie "Konsistenz". Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303). 
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen spricht zwar für einen 
gewissen Leidensdruck, doch liegt der Serumspiegel der Psychopharmaka-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 21

Medikation deutlich unter dem Referenzbereich (AB 310.1/18 unten). So-
dann weist der rheumatologische Gutachter Dr. med. G.________ auf In-
konsistenzen in Bezug auf die Schmerzangaben hin ("sehr ausgeprägtes 
Schmerzverhalten" bzw. "sehr ausgeprägte Schmerzäusserungen" 
[AB 309.1/14, 309.1/20 oben], "demonstrierte deutliche Bewegungsein-
schränkung" [AB 309.1/20 oben], "diverse Inkonsistenzen und diskrepante 
bzw. somatisch nicht erklärbare Befunde" [AB 309.1/21], "ausgeprägte 
Symptomausweitung" [AB 309.1/21 unten]; vgl. bereits E. 3.7.1 hiervor). 
Ähnliche Beobachtungen machten bereits die Gutachter Dres. med. 
C.________ und D.________ (AB 257.1/3 Ziff. 4). Obschon ihr aus medizi-
nisch-psychiatrischer Sicht eine Arbeitstätigkeit von 60 % zumutbar wäre 
(AB 310.1/24 Mitte), geht sie lediglich einer solchen von 40 % nach 
(AB 310.1/16 unten), was ihre diesbezüglichen Integrationsbemühungen 
doch relativiert. Schliesslich besteht keine Einschränkung des Aktivitätsni-
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen, kann die Beschwerdefüh-
rerin doch ihre Wohnung alleine versorgen und auch kleinere Einkäufe al-
leine, wenngleich grössere Einkäufe gemeinsam mit ihrer Schwester täti-
gen (AB 310.1/15 unten). Übereinstimmend dazu stellte bereits Dr. med. 
D.________ fest, die Beschwerdeführerin mache in den sozialen Akti-
vitäten und in der Freizeit relativ wenig Einschränkungen geltend 
(AB 257.1/7 Ziff. 2). Von einer "vita minima (ausserhalb der Arbeit)", wie an 
der Schlussverhandlung ausgeführt, ist folglich nicht auszugehen.

3.7.3 In der Gesamtbetrachtung sind die von Dr. med. H.________ postu-
lierten funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychi-
schen Beeinträchtigung anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend 
wahrscheinlich erstellt (dies entgegen den Ausführungen der Beschwerde-
führerin in der Beschwerde, S. 10 f. Ziff. 16, und anlässlich der Schlussver-
handlung) und es ist dementsprechend aus rechtlicher Optik nicht auf die 
ärztlicherseits attestierte Arbeitsunfähigkeit abzustellen (ohne dass das 
Administrativgutachten dadurch seinen Beweiswert verliert [vgl. Entscheid 
des BGer vom 26. November 2018, 8C_480/2018, E. 5.2.2 mit Hinweis auf 
BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 53 f.]). Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt denn 
auch Dr. med. D.________, der unter verstärkter Gewichtung der krank-
heitsfremden Faktoren von einer Überwindbarkeit der psychosomatischen 

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Beschwerden ausgeht und die Beschwerdeführerin deshalb in vollem Aus-
mass als arbeitsfähig erachtet (AB 247.1/14).

Die Würdigung des psychiatrischen Gutachtens vom 3. November 2017 
(AB 310.1) durch die Beschwerdegegnerin (AB 321/7 f.) zeigt in Anwen-
dung der geltenden Rechtsprechung (vgl. E. 2.2 hiervor) schlüssig auf, 
weshalb die vom psychiatrischen Sachverständigen gestellten Diagnosen 
trotz medizinisch attestierter 40%-iger Arbeitsunfähigkeit keine IV-relevante 
Einschränkung zu begründen vermögen. Die Beschwerdegegnerin hat auf-
grund der Indikatorenprüfung (AB 321/7 f.) ausführlich und schlüssig die 
massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung 
eines stimmigen Gesamtbildes abgehandelt und zutreffend darauf ge-
schlossen, dass aus juristischer Sicht der medizinisch attestierten Arbeits-
unfähigkeit nicht gefolgt werden kann (vgl. E. 2.2 hiervor). Demnach ist der 
gutachterlich attestierten 40%-igen Arbeitsunfähigkeit die rechtliche Rele-
vanz abzusprechen und festzuhalten, dass kein invalidisierender psychi-
scher Gesundheitsschaden vorliegt.

3.8 Zusammenfassend bestand einzig aufgrund der onkologischen Be-
handlung in den Jahren 2011 und 2012 ein invalidisierender Gesundheits-
schaden (vgl. E. 3.1 hiervor). Diesbezüglich war die Beschwerdeführerin 
vom 18. August 2011 bis 31. Mai 2012 zu 100 % und vom 1. Juni bis 
31. Oktober 2012 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben (AB 159/3 Ziff. 1.6, 
173/2 f. Ziff. 1.6 und 1.9; vgl. auch AB 254/3 unten). Soweit demgegenüber 
Dr. med. G.________ (AB 309.1/22 unten) und wohl gestützt darauf die 
Beschwerdegegnerin (AB 321/6) für die ganze Zeitspanne von August 
2011 bis 31. Oktober 2012 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgingen, 
erweist sich das als aktenwidrig. Abgesehen davon besteht in einer ange-
passten, körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit aus soma-
tisch-medizinischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit ohne zusätzliche Leis-
tungseinschränkung (AB 309.1/22 unten; vgl. E. 3.2 hiervor) und der psych-
iatrisch-gutachterlich attestierten 40%-igen Arbeitsunfähigkeit ist die rechtli-
che Relevanz abzusprechen (vgl. E. 3.7.3 hiervor). Auf dieser medizini-
schen Grundlage ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 23

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 
E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 24

Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

4.3 Vorliegend ist vom 18. August 2011 bis 31. Mai 2012 eine 100%-ige 
und vom 1. Juni bis 31. Oktober 2012 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit aus-
gewiesen (vgl. E. 3.8 hiervor). Bis dahin war die Beschwerdeführerin von 
den behandelnden Ärzten in Bezug auf die bisherige Tätigkeit (mindestens) 
während eines Jahres zu durchschnittlich 50 % arbeitsunfähig befunden 
worden (vgl. AB 101/3 f., 112 f.). Der Anspruch auf eine ganze Rente nach 
Art. 28 i.V.m. Art. 29 IVG entsteht aber erst, wenn die versicherte Person 
während eines Jahres durchschnittlich mindestens 70 % arbeitsunfähig 
gewesen und weiterhin in mindestens gleichem Umfang, somit wenigstens 
70 %, invalid ist. Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit 
während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Er-
werbsunfähigkeit müssen kumulativ und in der für die einzelnen Rentenab-
stufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im 
entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (Entscheid des BGer 
vom 2. Dezember 2008, 9C_718/2008, E. 4.1.1 mit Hinweisen). Da im 
vorausgegangenen Wartejahr ab August 2010 keine (mindestens) 70%-ige, 
sondern eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist, entstand trotz 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 25

der ab 18. August 2011 attestierten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit – was 
einen Invaliditätsgrad von 100 % ergibt – ab August 2011 kein Anspruch 
auf eine ganze, sondern rechtsprechungsgemäss ein solcher auf eine hal-
be Rente. Diese ist nach drei Monaten – und somit ab November 2012 – 
auf eine ganze Rente zu erhöhen (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV; vgl. auch 
E. 2.4.4 hiervor sowie die prozessleitende Verfügung vom 23. Januar 
2020). 

4.4 Wie bereits in E. 4.3 hiervor erwähnt, trat per 1. Juni 2012 eine Ver-
besserung des Gesundheitszustands ein (Arbeitsunfähigkeit fortan 50 %; 
AB 173/2 f. Ziff. 1.6 und 1.9; vgl. auch AB 254/3 unten), was in Anwendung 
von Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 2.4.4 hiervor) per 1. September 2012 zu 
berücksichtigen ist. 

4.4.1 Es ist unbestritten und aufgrund der Akten anzunehmen, dass die 
Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit (wie vor dem Unfall im Jahr 
2005) weiterhin an ihrem angestammten Arbeitsplatz bei der J.________ 
AG/SA als ... in einem Vollpensum tätig wäre, weshalb das Validenein-
kommen aufgrund dieses zuletzt erzielten Lohnes festzusetzen ist. Gemäss 
Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin im 
Jahr 2006 ein Einkommen von Fr. 3'569.-- pro Monat bzw. Fr. 46'397.-- im 
Jahr erzielt (AB 9). Aufindexiert auf das Jahr 2012 resultiert ein jährliches 
Valideneinkommen von Fr. 50'477.15 (BFS, Tabelle T1.93, Nominallohnin-
dex 1993 - 2020, Total Frauen [2006: 119.4 Punkte; 2012: 129.9 Punkte).

4.4.2 Da die Beschwerdeführerin keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen von damals 50 % aufgenommen hat (vgl. AB 142/2, 152/13 und 
190.1 je unten), ist das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2012, 
Tabelle TA1, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten kör-
perlicher oder handwerklicher Art) festzulegen. Aufgerechnet auf ein Jahr 
und arbeitszeitbereinigt (41.7 Stunden; BFS, betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) ergibt dies ein hypothetisches 
Bruttojahreseinkommen von Fr. 51'441.10 (Fr. 4'112.-- x 12 / 40 x 41.7). 
Unter Berücksichtigung der 50%-Leistungsfähigkeit ergibt dies ein Ein-
kommen von Fr. 25'720.55.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 26

4.4.3 Nach Meinung der Beschwerdeführerin in der Beschwerde, S. 11 f. 
Ziff. 17, und anlässlich der Schlussverhandlung sei zusätzlich ein leidens-
bedingter Abzug (vgl. E. 4.1.2 zweiter Abschnitt hiervor) vorzunehmen. 
Unter Berücksichtigung der damals bestehenden Einschränkungen 
(AB 173/3 Ziff. 1.7: vermehrte Müdigkeit, Leistungsintoleranz, linksseitige 
Hüftschmerzen) wurde die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsfähig be-
funden (AB 173/2 Ziff. 1.6). Diesen medizinischen Einschränkungen wird 
damit bereits mit der reduzierten Leistungsfähigkeit umfassend Rechnung 
getragen, weshalb insoweit für einen behinderungsbedingten Abzug kein 
Raum besteht. Indessen gilt es zu beachten, dass der Beschwerdeführerin 
ganz allgemein aus somatisch-medizinischer Sicht bloss noch körperlich 
leichte und wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar sind (AB 309.1/22 
unten). Unter zusätzlicher Berücksichtigung des Umstands, dass die Be-
schwerdeführerin in der Vergangenheit durchaus auch schwerere körperli-
che Arbeiten verrichtet hat, welche tendenziell auch höher entschädigt 
werden, rechtfertigt sich vorliegend ein Abzug vom Tabellenlohn von 5 % 
und es ist von einem Invalideneinkommen von Fr. 24'434.50 (Fr. 25'720.55 
x 0.95) auszugehen.

An der Schlussverhandlung machte die Beschwerdeführerin schliesslich 
geltend, dass gemäss dem Gutachten "Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE 
zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung" vom 
8. Januar 2021 des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS 
AG (BASS [abrufbar unter www.wesym.ch, Rubrik: Downloads]) der Durch-
schnittslohn gesundheitlich angeschlagener Erwerbstätiger rund 15 - 20 % 
tiefer sei als das Einkommen von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen, was 
mit einem entsprechenden Abzug vom Tabellenlohn zu berücksichtigen sei. 
Die Autoren des BASS-Gutachtens kommen gestützt auf empirische Erhe-
bungen im Wesentlichen zum Schluss, dass der Medianlohn von Erwerbs-
tätigen mit starken gesundheitlichen Einschränkungen – unabhängig da-
von, ob sie eine IV-Rente beziehen oder nicht – signifikant tiefer ist als je-
ner von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen, wobei der weitaus grösste 
Anteil der Lohnunterschiede nicht auf lohnrelevante Faktoren wie bei-
spielsweise Geschlecht, Alter, Kompetenzniveau oder Brancheneffekte 
zurückzuführen sei. Der Faktor "Starke gesundheitliche Einschränkungen" 
wird dabei definiert als (sehr) schlechter allgemeiner Gesundheitszustand 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 27

(IZ40/4 bzw. IZ40/5) oder (kumulativ) eine länger andauernde Krankheit 
bzw. gesundheitliche Probleme (IZ41/1) sowie mindestens sechs Monate 
dauernde starke Einschränkung des täglichen Lebens wegen gesundheitli-
cher Probleme (IZ42/1; vgl. BASS AG-Gutachten S. 17 Fn. 4; vgl. auch 
Schweizerische Arbeitskräfteerhebung [SAKE] des BFS, Variablenliste 
2019, S. 19 und S. 48, abrufbar unter www.bfs.admin.ch). Selbst wenn bei-
de Vergleichseinkommen anhand desselben Tabellenlohns ermittelt wür-
den und somit die invaliditätsfremden Faktoren auszuklammern wären, sei 
damit für gesundheitlich stark eingeschränkte Erwerbstätige ein signifikant 
tieferes Lohnniveau zu erwarten. Im vorliegenden Fall enthalten die medi-
zinischen Akten jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerde-
führerin einen schlechten oder sogar sehr schlechten Allgemeinzustand 
aufweist. Daraus ergibt sich, dass aus dem angerufenen Gutachten des 
BASS keine Schlussfolgerungen abgeleitet werden können, die hier für 
einen höheren Tabellenlohnabzug sprächen. 

4.4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 50'477.15 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 24'434.50 resultiert ein Invaliditätsgrad von gerun-
det 52 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Somit be-
steht ab 1. September 2012 noch ein Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

4.5 Mangels Einschränkungen ab dem 1. November 2012 (AB 173/2 f. 
Ziff. 1.6 und 1.9; vgl. auch AB 254/3 unten) ist diese Rente nach einer 
dreimonatigen Frist (vgl. E. 2.4.4 hiervor) per 31. Januar 2013 aufzuheben. 

5.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine vom 
1. August bis 31. Oktober 2011 befristete halbe Invalidenrente, eine vom 
1. November 2011 bis 31. August 2012 befristete ganze Invalidenrente und 
eine vom 1. September 2012 bis 31. Januar 2013 befristete halbe Invali-
denrente. Die Voraussetzungen zur Vornahme einer reformatio in peius 
nach Art. 61 lit. d ATSG sind vorliegend erfüllt. Das angerufene Gericht hat 
die Beschwerdeführerin mit prozessleitender Verfügung vom 23. Januar 
2020 (in den Gerichtsakten) auf die drohende Schlechterstellung und auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 28

die Möglichkeit eines Beschwerderückzugs aufmerksam gemacht. Von 
dieser Möglichkeit hat sie keinen Gebrauch gemacht. Die Beschwerde ist 
deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, und die angefochtene 
Verfügung vom 7. Mai 2018 (AB 321) ist dahingehend abzuändern, als die 
zugesprochene ganze Rente für den Zeitraum vom 1. September 2012 bis 
31. Januar 2013 auf eine halbe Rente zu reduzieren ist.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

6.3 Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, so-
weit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen ange-
ordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für 
die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil 
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 ATSG). 
Nach der Rechtsprechung können die Kosten eines Privatgutachtens, auf 
das sich der Entscheid der Rechtsmittelinstanz stützt, im Rahmen der Par-
teientschädigung zurückerstattet werden (RKUV 2004 U 503 S. 187 E. 5.1).

Das seitens der Beschwerdeführerin veranlasste Parteigutachten vom 
5. August 2011 (AB 152) führte nach dem Dargelegten nicht zu entscheid-
relevanten neuen Erkenntnissen. Entgegen den Ausführungen in der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 29

schwerde (S. 12 Ziff. 18) sowie anlässlich der Schlussverhandlung wurde 
denn auch nicht wegen der Beurteilung von Dr. med. E.________ ein neu-
es Administrativgutachten veranlasst, zumal nach Ansicht des RAD das 
psychiatrische Gutachten des Dr. med. D.________ aus dem Jahr 2010 
(AB 126/3 ff.) eigentlich nicht zu beanstanden war (AB 205/2 oben). Viel-
mehr hatte die Beschwerdegegnerin es versäumt, zum Privatgutachten 
Stellung zu nehmen (vgl. AB 153). Da zwischenzeitlich zudem vier Jahre 
verstrichen waren (vgl. AB 228), wurde ein Verlaufsgutachten angeordnet 
(vgl. AB 230). Auch dieses neuerliche Gutachten aus dem Jahr 2015 
(AB 247) hielt der RAD für überzeugend, empfahl dann aber aufgrund der 
(teilweise als überbordend erachteten) Kritik des Rechtsvertreters der Be-
schwerdeführerin eine nochmalige bidisziplinäre Begutachtung (AB 267/2). 
Wie bereits in E. 3.5 hiervor erwähnt, stellten beide von der Beschwerde-
gegnerin bestellten Gutachter im Wesentlichen die gleichen Diagnosen und 
verwarfen die vom Privatgutachter Dr. med. E.________ zusätzlich gestell-
ten Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer 
Agoraphobie mit Panikstörung. Davon, dass das Gutachten von Dr. med. 
E.________ für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich gewesen wäre, 
kann somit keine Rede sein. Demzufolge fällt eine Übernahme dieser Kos-
ten im Rahmen von Art. 45 Abs. 1 ATSG von vornherein ausser Betracht 
und es ist nicht weiter zu prüfen, ob der Antrag auf Kostenübernahme ver-
spätet erfolgt ist (so die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, 
S. 2 Ziff. 3) oder nicht (so die Beschwerdeführerin gemäss ihren Aus-
führungen anlässlich der Schlussverhandlung).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. In 
Bestätigung der angefochtenen Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
7. Mai 2018 hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine vom 1. Au-
gust bis 31. Oktober 2011 befristete halbe Invalidenrente und eine vom 
1. November 2011 bis 31. August 2012 befristete ganze Invalidenren-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/18/434, Seite 30

te. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 7. Mai 2018 
wird dahingehend abgeändert, als die der Beschwerdeführerin vom 
1. September 2012 bis 31. Januar 2013 zugesprochene ganze Rente 
auf eine halbe Rente reduziert wird.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung vom 15. September 
2021)

- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 
vom 15. September 2021)

- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.