# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 775037c7-566e-545f-89a2-924b3c5a6adb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.03.2025 SB230356
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230356_2025-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230356-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. M. Knüsel, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. 

C. Maira und Oberrichter lic. iur. B. Amacker sowie 

die Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle

Urteil vom 26. März 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und I. Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X2._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und II. Berufungsklägerin

sowie

B._____,
Privatklägerin und III. Berufungsklägerin

betreffend Vergewaltigung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Affoltern 
vom 10. Januar 2023 (DG200003)

-   2   -

Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 22. September 

2020 (Urk. 25/1) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Beschluss und Urteil der Vorinstanz
(Urk. 200 S. 105 ff.)

"Es wird beschlossen:

1. Das Strafverfahren wird hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen Tätlichkeiten im 

Sinne von Art. 126 StGB eingestellt.

2. Das Strafverfahren wird hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen Übertretung des 

Waffengesetzes im Sinne von Art. 34 Abs. 1 lit. d WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. f WG 

sowie Art. 11 Abs. 1 WG eingestellt.

3. Das Strafverfahren wird hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen mehrfachen Über-

tretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG eingestellt.

4. [Mitteilung]

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig:

- der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB,

- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB,

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 
StGB,

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB,

- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 15 StGB sowie in Verbindung mit 

Art. 16 Abs. 1 StGB,

- der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB,

- der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 
Art. 22 Abs. 1 StGB

-   3   -

- der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB,

- des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit d und e sowie Art. 5 Abs. 2 lit. b und c WG

- des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 
Art. 19 Abs. 1 BetmG.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren und 5 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und 

mit heute 286 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 180 Tages-

sätzen zu Fr. 30.–.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben.

4. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB angeord-

net. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Dem Beschuldigten wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot (Verbot jeder beruflichen und 

jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minder-

jährigen umfasst) im Sinne von Art. 67 Abs. 3 StGB auferlegt.

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. Februar 

2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und dem Statthalteramt Bezirk 

Affoltern ZH zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

 1 Baseballschläger "BTEC", hölzern, blauer Griff (A012'469'052),

 1 Dolchbajonett "Waffenfabrik Neuhausen", Gesamtlänge ca. 45 cm, Klingenlänge 

ca. 29 cm, inkl. Scheide (A012'469'176),

 1 Messer mit braunem Griff, Gesamtlänge 30 cm, Klingenlänge 17 cm 

(A012'469'511).

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Oktober 

2019 sowie 14. Februar 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids der Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-

sen:

 1 Bluejeans (A012'614'516)

 1 schwarze Jacke (A012'614'549)

 1 T-Shirt schwarz-weiss gestreift (A012'614'561)

 Ca. 1 Gramm Haschisch (A012'697'926)

 15 Samen (A012'697'915 [ca. 19 Gramm; mutm. Hanf])

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 1 CO2-Pistole (inkl. Beutel mit Munition und 5 Gaspatronen; Waffen-Nr. ...) 

(A012'469'486)

 1 Schlagring silber (A012'469'533),

 1 Minigrip mit Kokain-Kügelchen (A012'470'347),

 2 Blöcke Haschisch (1 x 50 Gramm, 1 x 17 Gramm) (A012'470'392),

 1 Tupperware, beinhaltend getrocknetes Marihuana, inkl. 1 schwarze Mühle 

(A012'470'450),

 Diverse Minigrip (A012'470'472)

 1 Feinwaage (A012'470'507)

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Oktober 

2019 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen 

innert 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde 

herausgegeben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

 1 Laptop weiss, Marke HP (A012'697'379)

 1 Speicherkarte Olympus (A012'697'380)

 1 Tagebuch braun (A012'697'904)

 1 USB-Stick "Oberstufe" (A012'697'391) ·

 1 Mobiltelefon Samsung inkl. Ladegerät (A012'697'404)

 1 Ladegerät zu Laptop "Hama" (Zubehör zu A012'697'379)

 1 Ladegerät zu Laptop "Lenovo" (Zubehör zu A012'697'379)

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Oktober 2019 

sowie 14. Februar 2020 beschlagnahmte Barschaft von total Fr. 2'050.– (Fr. 1'200.– 

[A012'697'891] sowie Fr. 850.– [A012'469'442]) wird definitiv eingezogen und im Umfang 

von Fr. 1'150.– zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, Schadenersatz von 

Fr. 7'728.– zuzüglich 5% Zins seit 1. November 2020 zu bezahlen.

11. Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 aus dem 

eingeklagten Ereignis im Fr. 7'728.– übersteigenden Betrag dem Grundsatz nach schaden-

ersatzpflichtig ist.

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von Fr. 15'000.– 

zuzüglich 5% Zins seit 17. Februar 2019 zu bezahlen.

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2, C._____, eine Genugtuung von 

Fr. 750.– zuzüglich 5% Zins seit 17. April 2019 zu bezahlen.

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14. Das Schadenersatzbegehren sowie das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 3, 

D._____, wird abgewiesen.

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 6'000.00   die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 135.00   Auslagen (Gutachten),

Fr. 17'551.00   Auslagen (Gutachten PUK ZH)

Fr. 1'092.00   Auslagen (Gutachten PUK ZH)

Fr. 297.00   Auslagen

Fr. 1'043.00   Auslagen Polizei

Fr. 6'825.80   amtliche Verteidigung (inkl. 7.7% MwSt.),  RA X3._____

Fr. 31'815.95   amtliche Verteidigung (inkl. 7.7% MwSt.),   RA X4._____,

Fr. 11'586.80   unentgeltliche Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 1  (inkl. 7.7% MwSt.),

Fr. 601.30   unentgeltliche Rechtsverbeiständung des Privatklägers 2   (inkl. 7.7% MwSt.).

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

16. Es wird davon Vormerk genommen, dass der ehemals amtliche Verteidiger des Beschuldig-

ten, Rechtsanwalt lic. iur. X3._____, für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger in der 

Periode vom 6. Juni 2019 bis 2. Oktober 2019 von der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zü-

rich mit Verfügung vom 8. Oktober 2019 bereits mit Fr. 6'825.80 (inkl. 7.7% MwSt.) entschä-

digt worden ist.

17. Rechtsanwalt lic. iur. X4._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des 

Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 31'815.95 (inkl. 7.7% MwSt.) entschädigt.

18. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Rechtsver-

treterin der Privatklägerin 1 aus der Gerichtskasse mit Fr. 11'586.80 (inkl. 7.7% MwSt.) 

entschädigt.

19. Rechtsanwältin MLaw Z._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Rechts-

vertreterin des Privatklägers 2 aus der Gerichtskasse mit Fr. 601.30 (inkl. 7.7% MwSt.) 

entschädigt.

-   6   -

20. Die Gerichtsgebühr sowie die weiteren Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 15, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der 

Privatkläger 1 und 2, werden dem Beschuldigten auferlegt.

21. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der 

Privatkläger 1 und 2 werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO resp. Art. 138 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

22. [Mitteilung]

23. [Rechtsmittel]."

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 8 f.)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 245)

1. A._____ sei von den Vorwürfen des Raufhandels (Dossier 3), der versuchten 

schweren Körperverletzung (Dossier 3) und der Drohung (Dossier 6) freizu-

sprechen.

2. A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten sowie mit einer Gelds-

trafe von 100 Tagessätzen zu CHF 30.– zu bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zugunsten der ambulanten Behandlung im 

Sinne von Art. 63 Abs. 2 StGB aufzuschieben.

4. Die Berufungsanträge der Anklägerin und der Privatklägerin seien abzuwei-

sen. 

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Prot. II S. 11 sinngemäss)

Der Beschuldigte sei der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und der Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu sprechen.

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Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und einer Gelds-

trafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen.

c) Der Privatklägerin B._____:

(Urk. 247)

1. Es sei der Beschuldigte in Abänderung von Ziff. 12 des vorinstanzlichen 

Urteils zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genugtuung in der Höhe von 

CHF 32'000.--, zuzüglich 5% Zins seit 17. Februar 2019, zu bezahlen.

2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung seien auf die Gerichtskasse 

zu nehmen.

3. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung seien gemäss der einge-

reichten Honorarnote festzusetzen.

4. Es sei der Privatklägerin ein schriftlich begründetes Urteil zuzustellen. 

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 200 S. 7 ff. E. I). Der Beschuldigte wurde von der 

Vorinstanz am 10. Januar 2023 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv 

schuldig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 106 ff.). Innert Frist liessen die Staats-

anwaltschaft, der Beschuldigte und die Privatklägerin 1 Berufung anmelden und 

erklären (Urk. 182 und 184 f.; vgl. dazu Urk. 178-180; Urk. 201 und 205 f.; vgl. dazu 

Urk. 194, 196 und 198). Mit Verfügung vom 13. Juli 2024 gingen die Berufungser-

klärungen an die vorgenannten Parteien sowie die übrigen Privatkläger und wurde 

diesen Frist angesetzt, um zu erklären, ob hinsichtlich der Berufung einer Gegen-

partei Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf 

eine der Berufungen zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufgefor-

dert, dem Gericht Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen zukommen zu 

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lassen, wobei er auf sein Recht, die Aussage zu verweigern bzw. die Unterlagen 

nicht einzureichen, hingewiesen wurde (Urk. 207). Keine der Parteien erhob 

Anschlussberufung (vgl. ausdrücklich Urk. 210 f.). Unterm 7. August 2023 reichte 

der Beschuldigte diverse Unterlagen ein (Urk. 214/1-7). Die Privatklägerin 1 wurde 

von der Berufungsverhandlung dispensiert (Urk. 219). Mit Verfügung vom 8. August 

2024 wurde dem Beschuldigten ein neuer amtlicher Verteidiger bestellt (Urk. 226), 

weshalb die ursprünglich auf den 26. August 2024 terminierte Berufungsverhand-

lung auf den 27. März 2025 verschoben werden musste (vgl. zum Ganzen Urk. 220 

ff.). 

1.2. Mit Eingabe vom 18. März 2025 liess der Beschuldigte einen psychiatrischen 

Therapiebericht seines Therapeuten E._____ vom 4. März 2025 und ein verkehrs-

psychologisches Gutachten vom 26. Mai 2023 als Beweismittel zu den Akten 

reichen (Urk. 239; Urk. 240/1+2). 

1.3. Am 27. März 2025 fand die Berufungsverhandlung statt. Zur Berufungsver-

handlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers 

Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, Staatsanwältin MLaw F._____, Assistenzstaatsan-

walt lic. iur. G._____ sowie Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als Rechtsvertreterin 

der Privatklägerin 1 (Prot. II S. 8). Vorfragen waren keine zu entscheiden (Prot. II 

S. 10).

1.4. Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 15 ff.) 

und wurde den Parteien mündlich eröffnet, erläutert und im Dispositiv übergeben 

(Prot. II S. 21; Urk. 249).

2. Umfang der Berufung

Unangefochten blieben der Beschluss und die Dispositiv-Ziffern 1 (in Bezug auf 

al. 1-3, 7, 9 und10), 4 (in Bezug auf die Anordnung der ambulanten Behandlung 

des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB), 5-11 und 13-21 des vorinstanzlichen 

Entscheids, in welchem Umfang dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss 

festzuhalten ist (vgl. dazu Prot. II S. 10). Im übrigen Umfang steht der Entscheid 

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zur Disposition. Das Verschlechterungsverbot gilt hinsichtlich der angefochtenen 

Dispositiv-Ziffern nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Prozessuales

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhal-

tes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung 

findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf recht-

liches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhältnismässiger Motivati-

onsaufwand kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument 

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; 

Urteil 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

II. Schuldpunkt

1. Anklagevorwurf und Ausgangslage

Die gegenüber dem Beschuldigten erhobenen Vorwürfe ergeben sich aus der 

beigehefteten Anklageschrift (Urk. 25/1 S. 2 ff.), darauf ist zu verweisen. Zur 

Diskussion stehen die gemäss E. I.2. nicht rechtskräftigen Anklagepunkte, nament-

lich die (versuchte) Nötigung gemäss Dossier 1, der Raufhandel und die versuchte 

schwere Körperverletzung gemäss Dossier 3 sowie die Drohung gemäss 

Dossier 6. Diese Vorwürfe werden nachfolgend separat abgehandelt und gewür-

digt.

-   10   -

2. Grundlage der Beweiswürdigung und Beweislage

Die Vorinstanz machte zutreffende Ausführungen zu den Grundlagen der Beweis-

würdigung (Urk. 200 S. 18-20 E. III.2. und S. 21. f. E. III.4.), darauf kann verwiesen 

werden. Ebenso hat sie die relevanten Beweismittel richtig aufgeführt (a.a.O., S. 20 

f., E. III.3.), das gilt ebenfalls. 

Mit Bezug auf die Beweislage ist nochmals festzuhalten, dass die Vorinstanz ein 

psychiatrisches Gutachten über den Beschuldigten einholte (vgl. im Einzelnen 

Urk. 200 S. 7 ff. E. I.1.6. ff.) und in ihrem Entscheid – unter zutreffender Abhandlung 

der Vorbringen der Verteidigung und unter Hinweis auf die einschlägigen theoreti-

schen Grundlagen – zu Recht zum Schluss kommt, dass dieses sowohl in formeller 

sowie materieller Hinsicht verwertbar und dass es überzeugend ist, weshalb darauf 

abgestellt werden kann (a.a.O., S. 12-15 E. I.3. und S. 43-47 E. IV.2.3.), auch diese 

Erwägungen sind zu übernehmen. Im Berufungsverfahren wurde das vorliegende 

Gutachten nicht mehr bemängelt (vgl. Urk. 245). 

3. Dossier 1

3.1. Vorbringen der Parteien

Die Staatsanwaltschaft macht im Zusammenhang mit diesem (grundsätzlich nicht 

mehr strittigen) Anklagepunkt geltend, die Vorinstanz habe festgestellt, dass der 

Beschuldigte den Anklagevorwurf anerkannt habe und darauf abzustellen sei. Bei 

der rechtlichen Würdigung weiche sie jedoch davon ab, indem sie erkläre, dass das 

Opfer, die Privatklägerin 1, ja einige Tage später Anzeige erstattet habe, weshalb 

lediglich von einer versuchten, nicht aber von einer vollendeten Nötigung auszuge-

hen sei. Diese rechtliche Würdigung weiche vom festgestellten Sachverhalt ab, da 

der eingestandene Taterfolg Teil des Sachverhaltes sei. Gehe man vom eingestan-

denen und von der Vorinstanz für verbindlich erklärten Sachverhalt aus, liege eine 

vollendete Tat und nicht ein Versuch vor. Die Würdigung als versuchte und nicht 

vollendete Nötigung erweise sich als nicht zutreffend. Die zur Tatzeit 14-jährige 

Privatklägerin 1 sei zweifellos traumatisiert gewesen und habe sich als Folge der 

durch den Beschuldigten bewusst geschürten Angst erst Tage später an die Behör-

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den gewandt. Es sei ohne Weiteres davon auszugehen, dass sie umgehend oder 

zumindest wesentlich früher an die Polizei und/oder ihre Familie gewandt hätte, 

wäre sie nicht noch zusätzlich eingeschüchtert worden. Die Vorinstanz habe dieses 

Abweichen vom als verbindlich erklärten Sachverhalt nicht näher begründet. Der 

Hinweis, dass sich die Privatklägerin 1 nicht habe beeinflussen lassen, sondern 

"bereits wenige Tage später mit ihren Eltern über die Tat sprach", genüge ange-

sichts des eingestandenen und damit der rechtlichen Würdigung zu Grunde zu 

legenden Sachverhaltes nicht (Urk. 201 S. 2 f.). Anlässlich der Berufungsverhand-

lung ergänzte die Staatsanwaltschaft, dass der Nötigungserfolg in der verzögerten 

Anzeigerstattung zu sehen sei. Der Zweck der Drohung sei eingetreten, obschon 

er nicht vollständig bzw. endgültig verhindert worden sei (Prot. II S. 12). 

Die Verteidigung hielt dem an der Berufungsverhandlung entgegen, dass es sich 

um eine versuchte Nötigung handle. Die Privatklägerin 1 habe einige Tage später 

eine Anzeige erstattet (Prot. II S. 11).

3.2. Würdigung

Der Beschuldigte hat den Sachverhalt wie eingeklagt anerkannt (Urk. 132 S. 15 f.; 

Urk. 136 S. 1 und Urk. 244 S. 8 f.), weshalb mit der Vorinstanz davon auszugehen 

ist, dass er der rechtlichen Würdigung zu Grunde zu legen ist (Urk. 200 S. 23 

E. III.5.3.). Demgemäss ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Der Beschul-

digte sagte zur Privatklägerin 1 – nachdem er von ihr abgelassen und sich angezo-

gen hatte – dass sie niemandem vom Erlebten erzählen dürfe und er sonst heraus-

finde, wo sie wohne. Durch diese Äusserung kündigte er sinngemäss an, an ihrem 

Wohnort aufzutauchen und ihr körperliches Leid anzutun, sollte die soeben miss-

handelte Privatklägerin 1 von ihrem Recht zur Anzeige Gebrauch machen oder sich 

jemandem anvertrauen. Er setzte sie damit enorm unter Druck. Dies machte er, 

weil er eine Anzeige und damit Strafverfolgung vermeiden wollte. Dies gelang ihm 

auch, erstattete die Privatklägerin 1 als Folge dieser Äusserung doch auch erst 

einige Tage später und nicht umgehend Strafanzeige (Urk. 25/1 S. 3 f.).

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen kann auf die Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 200 S. 61 f. E. IV.11.1. f.), mit der tatbeständlich 

-   12   -

von einer Nötigung auszugehen ist (a.a.O., S. 62 E. IV.11.3.). In diesem Zusam-

menhang erwog sie, die Privatklägerin 1 habe sich vom Beschuldigten nicht beein-

flussen lassen, sondern bereits wenige Tage später mit ihren Eltern über die Tat 

gesprochen, weshalb der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg, dass sie 

niemandem vom Vorgefallenen erzähle, im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB nicht 

eingetreten sei. Da der Beschuldigte aus seiner Sicht alles dafür Nötige getan habe, 

handle es sich um einen vollendeten Versuch (a.a.O.). Entgegen der Staatsanwalt-

schaft setzt sich die Vorinstanz mit ihrer rechtlichen Würdigung nicht massgeblich 

in Widerspruch zum relevanten Sachverhalt. Entscheidend ist nämlich, dass der 

Beschuldigte – wie eingeklagt und anerkannt – "eine Anzeige und damit Strafver-

folgung vermeiden wollte", was ihm nicht gelang. Die Anzeigeerstattung konnte 

nicht verhindert werden. Dass die Anzeige und damit die Strafverfolgung aufgrund 

des von ihm in Aussicht gestellten Übels verzögert erfolgt sein mag, ist dabei nicht 

entscheidend, vielmehr, dass sie schliesslich eben doch erfolgte. Im Übrigen 

handelt es sich um eine blosse Spekulation, dass die Privatklägerin 1 früher 

Anzeige erstattet hätte. Damit bleibt es bei der von der Vorinstanz vorgenommenen 

rechtlichen Würdigung. Mit ihr ist sodann davon auszugehen, dass der Beschul-

digte voll schuldfähig war (a.a.O., E. IV.11.4.), wobei wie bereits ausgeführt die von 

der Vorinstanz zum vorliegenden Gutachten gemachten und zu übernehmenden 

Ausführungen gelten (vgl. dazu bereits vorne unter E. II.2.).

3.3. Fazit

Der Beschuldigte hat sich damit in Bezug auf Dossier 1 der versuchten Nötigung 

im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht.

4. Dossier 3

4.1. Vorbringen der Parteien

Zusammengefasst monierte die Verteidigung vor Vorinstanz die mangelnde 

Verwertbarkeit der Einvernahmen der übrigen am Streit Beteiligten, da der Beschul-

digte nicht mit ihnen konfrontiert worden sei. Weiter machte sie geltend, der von 

-   13   -

der Staatsanwaltschaft eingeklagte Sachverhalt entbehre der gebotenen Objek-

tivität, sei tendenziös, teilweise unvollständig, unlogisch und inkorrekt. Namentlich 

widerspreche er den Aussagen und Zugeständnissen, welche die übrigen Beteilig-

ten in gleicher Sache gemacht hätten, namentlich der Privatkläger 2. Das von der 

Staatsanwaltschaft eingeklagte Tatvorgehen lasse sich insgesamt nicht rechtge-

nügend erstellen. Im Übrigen habe eine Notwehrsituation bestanden (Urk. 136 S. 6-

13). Im Rahmen der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung neu bzw. zum 

Standpunkt der Staatsanwaltschaft aus, dass der Vorinstanz insoweit zuzustimmen 

sei, als ein Schlag auf einen anderen Körperteil als der Kopf das mildere Mittel 

gewesen wäre. Ob es "zum selben Ergebnis" geführt hätte, wie die Vorinstanz 

schreibe, sei zweifelhaft: An der vom Privatkläger 2 erlittenen Verletzung sei 

erkennbar, dass der Beschuldigte den Schlag mit der Eisenstange nicht mit voller 

Wucht ausgeführt habe. Es sei zweifelhaft, ob ein Schlag mit derselben Intensität 

auf einen anderen Körperteil die Auseinandersetzung zwischen dem Privatkläger 2 

und H._____ tatsächlich beendet hätte. Nur mit dem vom Beschuldigten ausgeführ-

ten Schlag habe sich die Auseinandersetzung beenden lassen, so dass der Schlag 

als verhältnismässig im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und damit 

angemessen im Sinne von Art. 15 StGB zu qualifizieren sei. Selbst wenn dem Be-

schuldigten ein Notwehrexzess anzulasten wäre, so liege aufgrund der vom 

Beschuldigten glaubhaft geschilderten Bestürzung über den Angriff entschuldbare 

Notwehr im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB vor, was auch zum Freispruch führe. Da 

der Schlag mit der Eisenstange die einzige aktive Handlung des Beschuldigten an 

der Auseinandersetzung zwischen dem Privatkläger 2 und H._____ gewesen sei, 

müsse auch vom Vorwurf des Raufhandels ein Freispruch erfolgen (Urk. 245 S. 2 

ff.). 

Die Staatsanwaltschaft machte im Berufungsverfahren geltend, die von ihr vor 

Vorinstanz gemachten Ausführungen seien im vorinstanzlichen Entscheid unbe-

rücksichtigt geblieben und es mache den Anschein, sie wären schlicht nicht gehört 

worden, was nicht angehe. Vor Vorinstanz sei begründet worden, weshalb das 

Verhalten von H._____ und I._____ sowie das des Beschuldigten nach Auffassung 

der Staatsanwaltschaft einer Jagd entsprochen habe und weshalb keine Notwehr-

hilfe vorliege. Die Vorinstanz habe die von der Verteidigung geäusserte Kritik über-

-   14   -

nommen, ohne sich mit der Begründung der Staatsanwaltschaft, insbesondere je-

ner zur Frage der Notwehr bzw. Notwehrhilfe, auseinanderzusetzen. Demgemäss 

käme namentlich deshalb keine Notwehrhilfe in Frage, da sich H._____ unter den 

gegebenen Umständen nicht auf Notwehr berufen könne, weil er den Privatkläger 

2 angegriffen und sich damit selbst in die rechtsgutgefährdende Situation begeben 

habe. Da Notwehr ausser Betracht falle, komme auch keine Notwehrhilfe in Frage 

(Urk. 201 S. 3 f. und Urk. 133 S. 3 f.). Im Rahmen der Berufungsverhandlung führte 

sie dazu aus, dass H._____ und der Beschuldigte die Notwehrsituation selbst ver-

schuldet hätten, was Notwehr ausschliesse. H._____ habe den Privatkläger 2 atta-

ckiert und der Beschuldigte sei mit der Eisenstange als Reserve daneben gestan-

den (Prot. II S. 12). 

4.2. Würdigung

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten zutreffend wiedergegeben 

(Urk. 200 S. 25-28 E. III.6.2.), darauf kann vorab verwiesen werden. Der bereits im 

Rahmen der Untersuchung grundsätzlich geständige Beschuldigte anerkannte 

auch an der Haupt- und Berufungsverhandlung auf entsprechenden Vorhalt den 

eingeklagten Sachverhalt (Urk. 132 S. 16 f.; Urk. 244 S. 9 ff.). Zu berücksichtigen 

ist jedoch, dass zwischen dem eingeklagten Sachverhalt und den Aussagen und 

Zugeständnissen der in separaten Strafverfahren ebenfalls belangten übrigen 

Beteiligten zum Teil wesentliche Diskrepanzen bestehen, was namentlich in Bezug 

auf den Privatkläger 2 gilt, der in gleicher Sache mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Limmattal/Albis vom 29. Mai 2019 wegen mehrfacher einfacher Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB (gefährlicher 

Gegenstand), Raufhandel im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB sowie Hausfriedens-

bruch im Sinne von Art. 186 StGB verurteilt wurde (Urk. 137/1). Hinzu kommt, dass 

seine Aussagen sowie jene von H._____ und I._____ mangels hinreichender Kon-

frontation nicht zulasten des Beschuldigten verwertet werden dürfen, wobei dies-

bezüglich auf die zutreffende Begründung der Vorinstanz verwiesen werden kann 

(Urk. 200 S. 33 f. E. III.6.4.2. f., unter Hinweis auf die Akten). Vor diesem Hinter-

grund sind der eingeklagte Sachverhalt und das darauf basierende Geständnis des 

Beschuldigten mit der Verteidigung einer kritischen Würdigung zu unterziehen, wo-

-   15   -

bei im Falle relevanter Diskrepanzen gegenüber den Aussagen der Mitbeteiligten 

von der für den Beschuldigten günstigeren Sachverhaltsvariante bzw. seiner Dar-

stellung ausgegangen werden muss.

Der Verteidigung des Beschuldigten ist mit der Vorinstanz darin beizupflichten, 

dass der eingeklagte Sachverhalt etwas tendenziös daherkommt und sich in 

einzelnen Punkten so nicht erstellten lässt, insbesondere weder gestützt auf die 

Aussagen des Beschuldigten noch jene des Privatklägers 2, Letztere wie erwähnt 

nicht zulasten des Beschuldigten berücksichtigt werden dürfen. Eine eigentliche 

"Jagd" nach dem Privatkläger 2 lässt sich nicht erstellen, vielmehr ist davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte sicherstellen wollte, diesen nicht aus den Augen zu 

verlieren, um seinen Standort der Polizei melden zu können, und ihm deshalb folgte 

(vgl. dazu u.a. Urk. D3/3/1 F/A 16 und Urk. D3/3/2 F/A 17). Ebenfalls nicht zu 

erstellen ist, dass der Privatkläger 2 "einen Angriff gegen ihn fürchtend zur Ver-

teidigung einen langen Holzstecken behändigte und diesen in Richtung des 

Beschuldigten schwang", um diesen quasi abzuwehren. Aufgrund der vorliegenden 

Aussagen des Beschuldigten sowie der Zugeständnisse des Privatklägers 2 ist von 

einer wechselseitigen Auseinandersetzung auszugehen, wobei gestützt auf die 

Aussagen des Beschuldigten davon ausgegangen werden muss, dass der Privat-

kläger 2 die Konfrontation ebenfalls suchend mit einem Holzstecken auf H._____ 

losging und damit auf diesen einschlug (vgl. dazu u.a. Urk. D3/3/1 F/A 34 ff. bzw. 

betreffend den Privatkläger 2 Urk. 137/1 S. 3 ff.). Nicht erstellen lässt sich weiter, 

dass der Privatkläger 2 nach der Kollision mit dem Fahrzeug von I._____ "erschöpft 

die Flucht aufgeben musste", mit welchem Element die Staatsanwaltschaft offenbar 

den Eindruck einer Jagd bekräftigen will. Demgegenüber ist davon auszugehen, 

dass der Privatkläger 2 die Konfrontation suchend zum Stehen kam (vgl. dazu 

a.a.O.). Sodann ist in Anlehnung an die Aussagen des Beschuldigten davon aus-

zugehen, dass H._____ nicht mit der Gürtelschnalle gegen den Privatkläger 2 

schlug, sondern lediglich mit dem ledernen Ende (Urk. D1/4/5 F/A 36). Schliesslich 

ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte durchgehend angab, einen weiteren 

Schlag vom Privatkläger 2 gegen H._____ und bei diesem schlimmere Verletzun-

gen befürchtend mit der Metallstange gegen den Kopf des Privatklägers 2 geschla-

gen zu haben (Urk. D3/3/1 F/A 34 ff., Urk. D3/3/2 F/A 4 ff., Urk. D/1/4 F/A 36 f., 

-   16   -

Urk. 132 S. 17 und Urk. 244 S. 11), wovon ebenfalls auszugehen ist. In diesem 

Sinne bzw. mit diesen Einschränkungen und Präzisierungen ist der eingeklagte 

Sachverhalt als erstellt anzusehen. 

Was die rechtliche Würdigung betrifft, so hat die Vorinstanz vor dem Hintergrund 

des erstellten Sachverhalts zunächst mit zutreffender Begründung einen Angriff im 

Sinne von Art. 134 StGB verneint und einen Raufhandel im Sinne von Art. 133 

Abs. 1 StGB bejaht (Urk. 200 S. 51-53 E. IV.6. f.), darauf kann verwiesen werden. 

Ein Fall von Art. 133 Abs. 2 StGB liegt nicht vor.

Weiter qualifizierte die Vorinstanz den Schlag des Beschuldigten gegen den Kopf 

des Privatklägers 2 mit einer ungefähr 70 Zentimeter langen und 4 bis 5 Kilogramm 

schweren Metallstange mit zutreffender Begründung als eventualvorsätzliche ver-

suchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 200 S. 53-55 E. IV.8.1.-8.6.), darauf kann ebenfalls ver-

wiesen werden. Diese Qualifikation wird auch von der Verteidigung nicht bestritten 

(Urk. 136 S. 11). Die Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem 

Privatkläger 2 fand satt, nachdem Letzterer mit einem Holzstecken gegen H._____ 

geschlagen hatte, wodurch dieser wie eingeklagt verletzt wurde, indem er multiple 

Prellungen, eine ungefähr 1 cm lange Quetsch-Riss-Wunde am Scheitel rechts und 

einen Bruch des 2. Mittelhandknochens erlitt (vgl. dazu im Einzelnen auch 

Urk. D3/9/7 f.). 

Was die rechtliche Grundlagen zur strittigen Frage, ob eine Notwehr- bzw. 

Notwehrhilfesituation vorlag, betrifft, so hat die Vorinstanz dazu zutreffende 

Ausführungen gemacht (Urk. 200 S. 55 f. E. IV.8.8.), die vor dem Hintergrund der 

jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, namentlich Urteil 7B_13/2021 vom 

5. Februar 2024, wie folgt zu ergänzen und zu präzisieren sind:

Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, 

so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den 

Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB; "rechtfertigende 

Notwehr"). Art. 16 StGB regelt die "entschuldbare Notwehr": Überschreitet der 

Abwehrende die Grenzen der Notwehr nach Art. 15 StGB, so mildert das Gericht 

-   17   -

die Strafe (Abs. 1). Überschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr in 

entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff, so handelt er nicht 

schuldhaft (Abs. 2). Notwehr setzt nach Art. 15 StGB unter anderem voraus, dass 

jemand angegriffen wird oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht ist. Diese 

Voraussetzung ist erfüllt, wenn ein Angriff unmittelbar bevorsteht oder schon 

begonnen hat, fehlt dagegen, wenn er bereits vorbei oder noch nicht zu erwarten 

ist. Der Angegriffene braucht freilich nicht zu warten, bis es zu spät ist, um sich zu 

wehren; doch verlangt die Unmittelbarkeit der Bedrohung, dass jedenfalls Anzei-

chen einer Gefahr vorhanden sind, die eine Verteidigung nahelegen, mit andern 

Worten, dass objektiv eine Notwehrlage besteht. Solche Anzeichen liegen z.B. 

dann vor, wenn der Angreifer eine drohende Haltung einnimmt, sich zum Kampf 

vorbereitet oder Bewegungen macht, die in diesem Sinne gedeutet werden können. 

Erforderlich ist zudem, dass die Tat zum Zweck der Verteidigung erfolgt; Handlun-

gen, die nicht zur Abwehr eines Angriffes unternommen werden, sondern blosser 

Rache oder Vergeltung entspringen, fallen nicht unter den Begriff der Notwehr 

(BGE 104 IV 1 E. a). Das Gleiche gilt für Handlungen, die darauf gerichtet sind, 

einem zwar möglichen aber noch unsicheren Angriff vorzubeugen, einem Gegner 

also nach dem Grundsatz, dass der Angriff die beste Verteidigung ist, zuvorzukom-

men und ihn vorsorglich kampfunfähig zu machen (zum Ganzen: BGE 93 IV 81; 

Urteile 6B_402/2022 vom 24. April 2023 E. 2.2; 6B_310/2022 vom 8. Dezember 

2022 E. 5.3; 6B_182/2021 vom 12. Mai 2021 E. 2.2; je mit Hinweisen). Rechtmäs-

siges Handeln setzt also voraus, dass der Täter sich der Notwehrlage bewusst ist 

und dass er mit dem Willen zur Verteidigung handelt (BGE 104 IV 1 E. a mit Hin-

weisen; vgl. zum Ganzen BGE 7B_13/2021, Urteil vom 5. Februar 2024, E. 3.3.1.).

Ein Fall von Putativnotwehr liegt vor, wenn der Täter einem Sachverhaltsirrtum 

unterliegt, indem er irrtümlich annimmt, es sei ein rechtswidriger Angriff im Sinne 

von Art. 15 StGB gegenwärtig oder unmittelbar bevorstehend (BGE 129 IV 6 E. 3.2; 

Urteile 6B_310/2022 vom 8. Dezember 2022 E. 5.3; 6B_1454/2020 vom 7. April 

2022 E. 2.3; 6B_182/2021 vom 12. Mai 2021 E. 2.2; je mit Hinweisen). Handelt der 

Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt das Gericht die 

Tat zugunsten des Täters nach dem Sachverhalt, den sich dieser vorgestellt hat 

(Art. 13 Abs. 1 StGB). Die blosse Vorstellung von der Möglichkeit eines Angriffs 

-   18   -

oder einer unmittelbaren Bedrohung genügt nicht für die Annahme einer Putativ-

notwehrlage (BGE 147 IV 193 E. 1.4.5; 93 IV 81 E. b; Urteile 6B_310/2022 vom 

8. Dezember 2022 E. 5.3; 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 2.3; 6B_569/2018 

vom 20. März 2019 E. 3.5.4; je mit Hinweisen). Der vermeintlich Angegriffene oder 

Bedrohte muss vielmehr Umstände glaubhaft machen, die bei ihm den Glauben 

erwecken konnten, er befinde sich in einer Notwehrlage; demgegenüber ist in einer 

Putativnotwehrlage kein eigentlicher Nachweis solcher Umstände durch den 

vermeintlich Angegriffenen zu verlangen (Urteil 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 

E. 2.3 mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen Urteil 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024, 

E. 3.3.2.).

Die Abwehr in einer Notwehrlage muss nach der Gesamtheit der Umstände 

verhältnismässig erscheinen. Eine Rolle spielen insbesondere die Schwere des 

Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechtsgüter, die Art des 

Abwehrmittels und dessen tatsächliche Verwendung. Die Angemessenheit der 

Abwehr ist anhand jener Situation zu beurteilen, in der sich der rechtswidrig Ange-

griffene im Zeitpunkt seiner Tat befand. Es dürfen nicht nachträglich allzu subtile 

Überlegungen darüber angestellt werden, ob der Angegriffene sich nicht allenfalls 

auch mit anderen, weniger einschneidenden Massnahmen hätte begnügen können 

(BGE 136 IV 49 E. 3.1 und 3.2; Urteil 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 3.3.1; je 

mit Hinweisen). Bei der Verwendung gefährlicher Werkzeuge zur Abwehr (Messer, 

Schusswaffen etc.) ist praxisgemäss besondere Zurückhaltung geboten, da deren 

Einsatz stets die Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt 

(BGE 136 IV 49 E. 3.3; Urteile 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 3.3.1; 

6B_1211/2015 vom 10. November 2016 E. 1.4.1). Angemessen ist die Abwehr, 

wenn der Angriff nicht mit weniger gefährlichen und zumutbaren Mitteln hätte 

abgewendet werden können, der Täter womöglich gewarnt worden ist und der 

Abwehrende vor der Benutzung des gefährlichen Werkzeugs das Nötige zur Ver-

meidung einer übermässigen Schädigung vorgekehrt hat. Auch ist eine Abwägung 

der auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter unerlässlich. Doch muss deren Ergebnis 

für den Angegriffenen, der erfahrungsgemäss rasch handeln muss, mühelos 

erkennbar sein (BGE 136 IV 49 E. 3.3; Urteile 6B_1454/2020 vom 7. April 2022 

E. 3.3.1; 6B_810/2011 vom 30. August 2012 E. 3.3.3; je mit Hinweisen). Gemäss 

-   19   -

gefestigter Rechtsprechung kann ein Schusswaffengebrauch grundsätzlich nur das 

letzte Mittel der Verteidigung sein, weshalb der Angegriffene – soweit möglich – 

den Einsatz androhen bzw. den Angreifer warnen muss. Zudem wird zunächst ein 

möglichst milder, in erster Linie gegen weniger verletzliche Körperteile wie Beine 

und Arme gerichteter Einsatz der Waffe zur Erreichung des Abwehrerfolgs verlangt 

(vgl. BGE 136 IV 49 E. 4.2; Urteile 6B_521/2022 vom 7. November 2022 E. 3.2.2; 

6B_1454/2020 vom 7. April 2022 E. 3.3.1; 6B_1211/2015 vom 10. November 2016 

E. 1.4.1; vgl. zum Ganzen Urteil 7B_13/2021 vom 5. Februar 2024, E. 3.3.3.).

Die Staatsanwaltschaft vertritt wie gesehen den Standpunkt, es komme keine Not-

wehrhilfe in Frage, da sich H._____ unter den gegebenen Umständen nicht auf 

Notwehr berufen könne, weil er den Privatkläger 2 angegriffen und sich damit selbst 

in die rechtsgutgefährdende Situation begeben habe. Da Notwehr ausser Betracht 

falle, komme auch keine Notwehrhilfe in Frage (vgl. dazu vorne unter E. II.4.1.). 

Dem kann nicht gefolgt werden. Wie ausgeführt, ist gemäss erstelltem Sachverhalt 

von einer wechselseitigen Auseinandersetzung ausszugehen, bei welcher der Pri-

vatkläger 2 die Konfrontation ebenfalls suchte und mit einem Holzstecken auf 

H._____ losging und dieser seinerseits mit einem Gürtel, das Lederende voraus, 

auf den Privatkläger 2. Ein eigentlicher Angriff von H._____ lässt sich nicht erstel-

len, womit der Privatkläger 2 auch nicht in Notwehr handelte. Selbst wenn zu seinen 

Gunsten von einer Notwehrsituation auszugehen wäre, wäre jedenfalls von einem 

Notwehrexzess auszugehen, da ein Schlag (oder auch mehrere) mit einem Leder-

gürtel höchstens zu leichten Verletzungen hätte(n) führen können, weshalb die 

Stockschlagaktion des Privatklägers 2, welche auf Seiten von H._____ die erstell-

ten Verletzungen zur Folge hatte, klar als unangemessen und unverhältnismässig 

zu taxieren ist. Weiter kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass H._____ 

oder der Beschuldigte die Situation provoziert hätten, schliesslich war es der Pri-

vatkläger 2, der sich trotz Hausverbot auf dem Hof der Familie H._____I._____ auf-

hielt und ist wie ausgeführt davon auszugehen, dass er nur deshalb verfolgt wurde, 

damit der Polizei sein Standort mitgeteilt werden konnte. Unter den gegebenen Um-

ständen ist deshalb eine Notwehrsituation, in welcher der Beschuldigte Notwehr-

hilfe leisten durfte, entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft (Prot. II S. 12) 

zu bejahen, zumal ihm auch nicht widerlegt werden kann, dass er ernstlich damit 

-   20   -

rechnete, der Privatkläger 2 würde weiter auf H._____ einwirken, nachdem er die-

sen niedergeknüppelt hatte. Der Beschuldigte wollte eine von ihm berechtigter-

weise befürchtete weitere Rechtsgutverletzung von H._____ bzw. eine berechtig-

terweise befürchtete weitere Verletzung von dessen körperlicher Unversehrtheit 

verhindern, wozu er sich einer ungefähr 70 Zentimeter langen und vier bis fünf Ki-

logramm schweren Metallstange bediente, mit welcher er auf den Kopf des Privat-

klägers 2 schlug, um diesen ausser Gefecht zu setzen, damit dieser nicht weiter 

auf H._____ einschlagen konnte (vgl. dazu u.a. Urk. D/1/4 F/A 36 f. und Urk. 132 

S. 17). 

Wie bereits ausgeführt bzw. von der Vorinstanz richtig festgestellt (Urk. 200 S. 53-

55 E. IV.8.1.-8.6.), hätte der Schlag mit der Metallstange gegen den Kopf des 

Privatklägers 2 zweifellos zu schweren Verletzungen führen können. Damit 

handelte der Beschuldigte entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 245 

S. 4 f.) unverhältnismässig, da ein Schlag mit einer solch schweren und langen 

Eisenstange auf einen anderen Körperteil als den Kopf einen weiteren Angriff durch 

den Privatkläger 2 gegen H._____ ebenso verhindert und damit zum selben Ergeb-

nis geführt hätte. Der Beschuldigte bediente sich somit nicht des mildesten ihm zur 

Verfügung stehenden Abwehrmittels. Auch in der Bestürzung über die befürchteten 

weiteren Schläge des Privatklägers 2 war dem Beschuldigten die Erkenntnis, dass 

ein Angriff mit besagter Metallstange gegen einen anderen Körperteil als den Kopf 

des Privatklägers 2 angemessen gewesen wäre und ein entsprechendes Handeln 

danach zuzumuten, weshalb entgegen der Verteidigung (Urk. 136 S. 12 [unten] f., 

Urk. 245 S. 5 Ziff. 16) nicht von entschuldbarer Aufregung im Sinne von Art. 16 Abs. 

2 StGB ausgegangen werden kann.

Damit ist zusammenfassend festzuhalten, dass ein Notwehrexzess im Sinne von 

Art. 16 Abs. 1 StGB zu bejahen und dies entsprechend strafmildernd zu berück-

sichtigen ist. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte voll 

schuldfähig war (Urk. 200 S. 58 E. IV.8.11.), wobei wie bereits ausgeführt die von 

der Vorinstanz zum vorliegenden Gutachten gemachten und zu übernehmenden 

Ausführungen gelten (vgl. dazu bereits vorne unter E. II.2.).

-   21   -

4.3. Fazit

Der Beschuldigte hat sich in Bezug auf Dossier 3 des Raufhandels im Sinne von 

Art. 133 Abs. 1 StGB und der eventualvorsätzlichen versuchten schweren Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

Art. 15 StGB und Art. 16 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

5. Dossier 6

5.1. Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung machte vor Vorinstanz zusammengefasst geltend, es seien 

berechtigte Zweifel angebracht, ob der Privatkläger 3 durch die vom Beschuldigten 

anerkanntermassen gemachte Aussage in Angst und Schrecken versetzt worden 

sei. So habe dieser unter anderem ausgesagt, nachdem der Beschuldigte die 

Worte ausgestossen habe, sei er nochmals auf ihn zugegangen und habe zu ihm 

gesagt, er solle die Fresse halten und dass er sich nach der ausgesprochenen 

Drohung genervt gefühlt habe. Sein Kollege habe ihn dann weggezogen. Er habe 

eigentlich noch zum Privatkläger 3 gehen wollen, um zu klären, was er wolle. Letz-

teres, so die Verteidigung, hätte er kaum gewollt, wenn er in Angst und Schrecken 

versetzt worden wäre. Angesichts des Verhaltens und der Aussagen des Privat-

klägers 3 könne nicht davon ausgegangen werden, dass er durch dessen Worte in 

Angst und Schrecken versetzt worden sei. Vielmehr müsse davon ausgegangen 

werden, dass es sich bei der Anzeigeerstattung um eine "Retourkutsche" gehandelt 

habe, da der Beschuldigte seinerseits gegen den Privatkläger 3 Strafantrag wegen 

Drohung, Tätlichkeit und einfacher Körperverletzung gestellt habe (Urk. 136 

S. 14 f.). Im Rahmen der Berufungsverhandlung hielt die Verteidigung an diesem 

Standpunkt fest. Der Privatkläger 3 habe die Drohung nicht ernst genommen. 

Zudem habe die Vorinstanz ihre Begründungspflicht verletzt, indem sie sich nicht 

mit dem Ausführungen des ehemaligen Verteidigers auseinandergesetzt habe 

(Urk. 245 S. 6; Prot. II S. 11). 

Die Staatsanwaltschaft hat sich zu diesem Punkt anlässlich der Berufungsverhand-

lung nicht mehr geäussert (vgl. dazu Prot. II S. 12 f.). 

-   22   -

5.2. Würdigung

Was die rechtlichen Grundlagen betrifft, so wurden diese von der Vorinstanz zu-

treffend dargelegt (Urk. 200 S. 60 E. IV.10.1. bzw. S. 58 E. IV.9.1.), darauf kann 

verwiesen werden. Der Beschuldigte hat den Vorwurf zwar anerkannt und unter 

anderem eingeräumt, es sei seine Absicht gewesen, den Privatkläger 3 in Angst zu 

versetzen (vgl. dazu Urk. 132 S. 21 und Urk. 244 S. 12), wobei Letzterer denn auch 

bestätigte, aufgrund der Aussage Angst gehabt zu haben (Urk. D6/4 F/A 11 ff.), 

was nun jedoch wie gesehen von der Verteidigung im Hinblick auf den eingeklagten 

Tatbestand in Zweifel gezogen wird. Da der Beschuldigte nie mit dem Privatkläger 3 

konfrontiert wurde, sind dessen Aussagen zur Frage, ob er in tatbeständlich 

relevanter Weise in Angst und Schrecken versetzt wurde, nicht zu seinen Unguns-

ten verwertbar. Abgesehen davon ist sehr fraglich, ob der Privatkläger 3 durch die 

Äusserung des Beschuldigten tatsächlich in Angst und Schrecken versetzt wurde: 

So gab er bei der Polizei zunächst auf die Frage, ob er in Angst und Schrecken 

versetzt worden sei lediglich an, der Vorfall habe zwischen ihm und seinem Kolle-

gen "schon noch ein wenig Gesprächsstoff gegeben" und dass er darüber nach-

gedacht habe (Urk. D6/4 F/A 11). Dann gab er an, er habe sich aufgrund der 

Drohung "genervt" gefühlt (a.a.O., F/A 14) und diese mit der Aussage quittiert, der 

Beschuldigte solle "die Fresse halten", wobei er dann offenbar von einem ebenfalls 

anwesenden Kollegen vom Beschuldigten weggezogen werden musste 

(a.a.O., F/A 15). Erst auf weiteres, mehrmaliges Nachfragen hin gab der Privat-

kläger 3 – wie es scheint eher halbherzig und nicht frei von einem gewissen Belas-

tungseifer – zu Protokoll, Angst gehabt zu haben (a.a.O., F/A 18 f.). Aus diesen 

Gründen hat in diesem Punkt trotz des weitgehenden Geständnisses des Beschul-

digten ein Freispruch zu erfolgen.

5.3. Fazit

Der Beschuldigte ist in Bezug auf Dossier 6 vom Vorwurf der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB freizusprechen.

-   23   -

III. Strafpunkt

1. Strafzumessung

1.1. Ausgangslage

Teilweise vor dem Hintergrund ihrer Anträge im Schuldpunkt, bemängeln die 

Verteidigung und die Staatsanwaltschaft die vorinstanzliche Strafzumessung als zu 

hoch bzw. als zu tief. Entsprechend kann bereits an dieser Stelle festgehalten 

werden, dass die Vorbringen der Parteien nur insofern beachtlich sind, als ihren 

Anträgen im Schuldpunkt gefolgt wird.

Die Verteidigung führte im Rahmen des Berufungsverfahrens aus, dass in der von 

der Vorinstanz vorgenommenen Beurteilung des Verschuldens (Art. 47 StGB) das 

über den Beschuldigten erstellte psychiatrische Gutachten keine Erwähnung finde. 

Die Vorinstanz habe das psychiatrische Gutachten nur bei der Prüfung der Schuld-

fähigkeit berücksichtigt. Die Gutachter seien zum Schluss gekommen, dass sich 

der Beschuldigte im Deliktszeitraum von Dezember 2018 bis Mai 2019 "in einer 

labilen durch einige psychosozialen Belastungen geprägten Lebenssituation" be-

funden habe. Die Gutachter hätten die Faktoren, welche die Begehung der Delikte 

begünstigt hätten, wie folgt zusammen gefasst: Persönlichkeitsstörung mit dissozi-

alen Zügen, Suchterkrankung, desintegriertes Umfeld, situative Verführbarkeit, 

Impulsivität, was verschuldensmindernd und damit strafmindernd zu berücksich-

tigen sei (Urk. 245 S. 7 ff.). Der Beschuldigte sei ferner bei der Erlernung sozial 

angepassten Verhaltens in seiner Kindheit und Jugend erheblich eingeschränkt 

gewesen. Er sei im Kleinkind- und Kindesalters nicht altersgerecht bereut worden. 

Die aus dieser Einschränkung resultierende Verhaltensunsicherheit gehöre denn 

auch zu den im psychiatrischen Gutachten diagnostizierten psychischen Störun-

gen. Die Kindheit und Jugend des Beschuldigten sei nicht nur leicht, sondern stark 

strafmindernd zu berücksichtigen (Urk. 245 S. 9 f.). Ferner sieht die Verteidigung 

auch einen Anwendungsfall für einen Zeitablauf mit Wohlverhalten nach Art. 48 

lit. e StGB, da sich der Beschuldigte seit seiner Entlassung aus der Untersuchungs-

haft am 17. März 2020 mit Ausnahme eines Verkehrsdelikts nichts mehr habe 

zuschulden lassen kommen und sein Leben im Griff habe. Das von den Gutachtern 

-   24   -

beschrieben Risiko erneuter Straftaten habe sich nicht verwirklicht (Urk. 245 S. 10 

f.). Schliesslich postuliert die Verteidigung für die Verletzung des Beschleunigungs-

gebotes durch die Vorinstanz, da zwischen den Verfahrenshandlungen zu viel Zeit 

verstrichen sei (Urk. 245 S. 11 f.). 

Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Berufungserklärung aus, die ausgesprochene 

Freiheitsstrafe erweise sich als deutlich zu milde. Das Augenmerk müsse auf dem 

wichtigsten Tatvorwurf liegen, nämlich der Vergewaltigung des 14-jährigem Mäd-

chens. Die Aufnahmen der Opferbefragungen zeigten das Ausmass und die Bruta-

lität der Gewalttat. Das Mädchen sei jäh überfallen und missbraucht worden. Es 

habe keine Chance auf Gegenwehr gehabt und sei schwer traumatisiert worden. 

Das Opfer habe zweifellos die schlimmsten Minuten seines Lebens durchlebt und 

dies dürfte es zeitlebens begleiten. Es sei entgegen der Vorinstanz nicht von einem 

eher leichten Verschulden auszugehen. Das Opfer sei gerade einmal 14 Jahre alt 

und entsprechend verletzlich gewesen. Der Beschuldigte habe gewusst, dass er 

durch seine Gewalttat einem Mädchen schwerstes Leid antue, was ihm offensicht-

lich egal gewesen sei. Eine Einsatzstrafe von lediglich 21 Monaten werde diesem 

Unrecht nicht ansatzweise gerecht. Dies gelte auch für die sexuelle Nötigung. Das 

Verschulden wiege hier schwer. Auch hier habe der Beschuldigte kein Präservativ 

verwendet und ein gerade einmal 14-jähriges Opfer missbraucht. Der gewaltsame 

orale Missbrauch dürfte die Intimsphäre besonders verletzen, der anale Missbrauch 

sei zudem zusätzlich demütigend und schmerzhaft. Hier bleibe im angefochtenen 

Entscheid unerwähnt, dass es zahlreiche tatbestandsmässige Handlungen gebe, 

die weniger schwer wögen. Umgekehrt seien kaum Tatbestandsvarianten denkbar, 

die schwerer wögen. Im Ergebnis nicht von zentraler Bedeutung sei der Vorwurf 

des Raufhandels. Eine Erhöhung der Strafe um bloss fünf Monate werde der 

grossen Gefährdung indes auch bei Würdigung als Raufhandel nicht gerecht, da 

nicht von einer Notwehrsituation auszugehen sei. Die Vorinstanz habe in Bezug auf 

den Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil K._____ erklärt, 

dass die Tat … Tage vor ihrem 16. Geburtstag erfolgt und der Geschlechtsverkehr 

einvernehmlich gewesen sei. Eine Geldstrafe sei indes nicht schuldangemessen 

und bagatellisiere das Verhalten des Beschuldigten. Die Aufzeichnung der Opfer-

befragung zeige, dass "einvernehmlich" bei Kindern bzw. jungen Erwachsenen ein 

-   25   -

dehnbarer Begriff sei. Das Mädchen habe zwar in einen Geschlechtsakt eingewil-

ligt, doch sei es auf der Suche nach Liebe und Zärtlichkeit gewesen und sei das 

Erlebte im Ergebnis entwicklungsmässig für das Mädchen katastrophal gewesen. 

Gerade auch vor solchen Erfahrungen solle das Schutzalter Kinder bewahren. Der 

Beschuldigte habe keinerlei Rücksicht auf das kindliche und sexuell höchstens 

kaum erfahrene Opfer genommen und sei einzig auf die eigene Triebbefriedigung 

fokussiert gewesen. In diesem Teilbereich sei eine Freiheitsstrafe schuldangemes-

sen. Der Vorinstanz sei zu folgen, wenn sie für die Drohungen, das Vergehen ge-

gen das Waffengesetz und das Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz eine 

Geldstrafe als schuldangemessen erachte. Unter Würdigung sämtlicher Strafzu-

messungsgründe sei eine Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 

einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.00 (entsprechend Fr. 5'400.00) 

angemessen (Urk. 201 S. 4 f.).

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Staatsanwaltschaft ergänzend 

dazu aus, dass die Verfahrensdauer zu lange sei. Seit dem ursprünglich in der 

Berufungserklärung gestellten Antrag von 10 Jahren Freiheitsstrafe seien wieder 

1 ¾ Jahre vergangen. Zudem sei zugunsten des Beschuldigten seine Entwicklung 

zu berücksichtigen, welche er seit den Taten durchgemacht habe. Die Staatsan-

waltschaft reduzierte daher die beantragte Strafe auf 7 Jahre Freiheitsstrafe und 

eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.00 (entsprechend Fr. 5'400.00) 

(Prot. II S. 11 und 13). 

1.2. Allgemeine Vorbemerkungen zur Strafzumessung

Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zum Strafrahmen und zu den allgemeinen 

Strafzumessungsregeln gemacht (Urk. 200 S. 64-69 E. V.1.-2.2.2.1., S. 70 

E. V.2.2.3.1, S. 76 f. E. V.2.3.1., S. 79 E. V.2.3.3.2. und S. 79 f. E. V.2.3.4.1.), 

darauf kann vorab verwiesen werden.

Teilweise ergänzend und rekapitulierend ist zu den Strafzumessungsregeln festzu-

halten, was folgt: Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraus-

setzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu 

der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das 

-   26   -

Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 

ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei einer Mehrzahl von 

begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung der angemessenen Sanktion 

nach der sogenannten konkreten Methode vorzugehen und in diesem Zusammen-

hang grundsätzlich für jede konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowie die 

passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 IV 217 ff.). Dabei ist die Bildung einer 

Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen möglich, während ungleichartige kumu-

lativ zu verhängen sind. Mehrere gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht 

im konkreten Fall für jede einzelne Straftat eine gleichartige Strafe ausfällt 

bzw. ausfällen würde. Nach der gesetzlichen Konzeption basiert die Gesamtstrafe 

begrifflich auf mehreren selbständigen Einzelstrafen, was voraussetzt, dass das 

Gericht zumindest gedanklich für sämtliche begangenen Taten eine konkrete Strafe 

gebildet hat (BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das Bundesgericht für bestimmte 

Konstellationen aber nach wie vor Ausnahmen von der konkreten Methode zu, dies 

insbesondere dann, wenn verschiedene Delikte zeitlich und sachlich derart eng 

miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein 

beurteilen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_483/2016 vom 30. April 2018, 

E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25. September 2017, E. 2.2.1; 6B_523/2018 vom 

23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkam-

mer, vom 10. Januar 2019, SB180398, E. III./4.).

Der Klarheit halber ist an dieser Stelle sodann nochmals die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur Strafzumessung bei versuchten Delikten in Erinnerung zu 

rufen: Der Versuch ist als verschuldensunabhängiges Strafzumessungskriterium zu 

verstehen. Demnach ist bei Vorliegen eines versuchten Delikts bei der Bildung der 

Einsatzstrafe in einem ersten Schritt die schuldangemessene Strafe für das vollen-

dete Delikt festzulegen. Die derart ermittelte hypothetische Strafe ist in der Folge 

unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrundes von Art. 22 Abs. 1 

StGB zu reduzieren (vgl. dazu statt Weiterer die Urteile des Bundesgerichts 

6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1 und 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 

E. 2.3.1). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass vorliegend die versuch-

ten Tatbegehungen nicht zu einer Öffnung des Strafrahmens führen.

-   27   -

Was die Strafrahmen betrifft, so haben schliesslich weder das Bundesgesetz vom 

17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen, in Kraft seit 1. Juli 

2023, noch das Bundesgesetz über eine Revision des Sexualstrafrechts vom 

16. Juni 2023, in Kraft seit 1. Juli 2024, für den vorliegenden Fall wesentliche 

Änderungen gebracht. 

2. Einsatzstrafe für die Vergewaltigung (Dossier 1)

Die objektive Tatschwere betreffend fällt in Betracht, dass der Beschuldigte als 

Erwachsener ein vierzehnjähriges Kind vergewaltigte, was per se schon ausge-

sprochen niederträchtig ist. Das gilt unabhängig davon, dass der Beschuldigte auch 

wegen sexuellen Handlungen mit Kindern abzuurteilen ist. Mit der generell erhöh-

ten Schutzbedürftigkeit eines Kindes geht auch eine erhöhte Vulnerabilität einher 

und eine Vergewaltigung ist für ein Kind ganz besonders prägend und traumatisie-

rend. Der Beschuldigte war seinem Opfer physisch weit überlegen und als er es bei 

sich zu Hause und ihm durch Verschliessen der Türen jede Fluchtmöglichkeit 

abgeschnitten hatte, war es ihm chancenlos ausgeliefert. Erschwerend kommt 

hinzu, dass der Beschuldigte kein Präservativ benutzte, womit er das Risiko einer 

Schwangerschaft und einer Krankheitsübertragung bewusst in Kauf nahm. Dass er 

keine besonders schwerwiegenden Nötigungsmittel einsetzte, entlastet ihn nicht 

wesentlich, da dies aufgrund seiner physischen Überlegenheit zur Ausführung der 

Tat gar nicht nötig war. Auch dass die Tat nicht von langer Hand geplant gewesen 

sein mag und der Beschuldigte dabei nicht augenfällig grob vorging, entlastet ihn 

nur marginal. In subjektiver Hinsicht ist zu beachten, dass der voll schuldfähige 

Beschuldigte direktvorsätzlich handelte und es ihm ausschliesslich um seine Trieb-

befriedigung ging. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung ist an dieser Stelle 

in Erinnerung zu rufen, dass der Beschuldigte trotz diagnostizierten psychischen 

Störungen bei seinen Taten voll schuldfähig war. Der Beschuldigte wusste, dass er 

seinem Opfer schweres Leid antat. Die subjektive Tatschwere relativiert die objek-

tive nicht.

Die vorinstanzliche Einstufung des Verschuldens als noch eher leicht und die von 

der Vorinstanz festgesetzte Einsatzstrafe von 21 Monaten Freiheitsstrafe (Urk. 200 

S. 70 E. V.2.2.2.4.) sind nicht vertretbar. Das Tatverschulden ist mindestens im 

-   28   -

mittleren Drittel des Strafrahmens anzusiedeln. Eine Einsatzstrafe von vier Jahren 

Freiheitsstrafe erscheint angemessen. 

3. Asperation aufgrund der sexuellen Nötigung (Dossier 1)

Was die Tatschwere betrifft, so gilt das zur Vergewaltigung Ausgeführte gleicher-

massen. Der Beschuldigte vergewaltigte sein Opfer nicht nur, sondern penetrierte 

es auch noch anal und zwang es zum Oralverkehr, wiederum ohne Präservativ. Im 

Rahmen der denkbaren Tatbestandsvarianten, sind kaum schwerere möglich, 

weshalb auch hier das Tatverschulden mindestens im mittleren Drittel des Strafrah-

mens anzusiedeln ist. Eine Einsatzstrafe von vier Jahren Freiheitsstrafe erscheint 

angemessen, was asperierend zu einer Erhöhung der für die Vergewaltigung fest-

gelegten Einsatzstrafe um zweieinhalb Jahre führt. 

4. Asperation aufgrund der sexuellen Handlungen mit Kindern (Dossier 1)

Das Opfer des Beschuldigten war zur Tatzeit vierzehn Jahre und knapp … Monate 

alt, was der Beschuldigte wusste, wie auch dass in der Schweiz das Schutzalter 

bei sechzehn Jahren liegt. Im Rahmen der denkbaren Tatbestandsvarianten sind 

namentlich aufgrund des Alters des Opfers weit schwerere möglich, womit die vor-

instanzliche Verschuldensqualifikation als eher leicht noch knapp angemessen er-

scheint, ebenso die von ihr festgesetzte Freiheitsstrafe von neun Monaten. Aspe-

rierend resultiert eine weitere Straferhöhung von sechs Monaten. 

5. Asperation aufgrund der versuchten Nötigung (Dossier 1)

Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte als 

Nötigungsmittel einer relativ unspezifischen verbalen Drohung bediente, der er 

soweit bekannt auch nicht besonderen Nachdruck verlieh. Ungeachtet dessen war 

das Nötigungsmittel ohne Weiteres geeignet, die gewünschte Wirkung zu erzielen. 

In subjektiver Hinsicht fällt in Betracht, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich und 

uneingeschränkt eigennützig handelte, erhoffte er sich doch offensichtlich so einer 

Strafverfolgung zu entgehen. Mit der Vorinstanz kann das Verschulden als noch 

leicht klassiert werden und ist aufgrund der engen Verknüpfung mit den drei soeben 

abgehandelten Delikten hier ebenfalls eine Freiheitsstrafe auszufällen, zumal eine 

-   29   -

solche auch am ehesten geeignet erscheint, den bereits mehrfach vorbestrafen 

Beschuldigten (vgl. dazu sogleich unter E. III.10.) von der Begehung weiterer 

Delikte abzuhalten. Die Freiheitsstrafe ist bei vier Monaten festzusetzen. Strafre-

duzierend ist zu berücksichtigen, dass die Tat im Versuchsstadium stehenblieb. Da 

ein vollendeter Versuch vorliegt, rechtfertigt dies nur einen Abschlag von einem 

Monat. In Anwendung des Asperationsprinzips erhöht sich die Einsatzstrafe im 

Ergebnis um weitere zwei Monate. 

6. Asperation aufgrund des Raufhandels (Dossier 3)

In Bezug auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

nicht massgeblich initiativ zur Auseinandersetzung beitrug und diese auch nicht von 

langer Hand geplant war. Die Auseinandersetzung war aber doch geprägt von einer 

beträchtlichen Gewaltbereitschaft, vor allem wenn man die dabei verwendeten 

gefährlichen Gegenstände und die Verletzungsfolgen der Beteiligten bedenkt. Sie 

dauerte insgesamt relativ lange und allen Beteiligten wäre es mehrfach möglich 

gewesen, sich ihr zu entziehen. Zur subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass 

der Beschuldigte direktvorsätzlich und ohne besonders achtenswerte Beweg-

gründe handelte. Die Tatschwere wiegt mit der Vorinstanz insgesamt nicht mehr 

leicht, was zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten bzw. asperierend zu einer 

Erhöhung der Einsatzstrafe um acht Monate führt. 

7. Asperation aufgrund der versuchten schweren Körperverletzung (Dossier 3)

Das objektive Tatverschulden ist im Kontext der mit der Tat einhergehenden 

Begleitumstände zu würdigen, namentlich einem allseits hochaggressiv geführten 

Streit, bei dem sich der Beschuldigte jedoch mit H._____ in der Überzahl befand. 

Der von ihm ausgeführte Schlag traf den Kopf und damit ein besonders wichtiges 

und verletzliches Körperteil seines Opfers. Dabei bediente sich der Beschuldigten 

einer massiven Metallstange, ging mithin sehr brutal vor und offenbarte damit eine 

grosse Gewaltbereitschaft. Zu seinen Gunsten ist zu berücksichtigen, dass es sich 

um eine nicht von langer Hand geplante Tat handelte. Der Beschuldigte handelte 

eventualvorsätzlich. Er leistete zwar Notwehrhilfe, was strafmildernd ins Gewicht 

fällt, allerdings ist zu berücksichtigen, dass er den Rahmen des Zulässigen doch 

-   30   -

deutlich überschritt und ihm ohne Weiteres eine mildere Intervention möglich ge-

wesen wäre. In Würdigung der Tatschwere wiegt das Verschulden mit der Vorin-

stanz noch leicht, wobei eine Freiheitsstrafe von fünfzehn Monaten als angemes-

sen erscheint. Für den Versuch eine allzu deutliche Strafminderung vorzunehmen, 

verbietet sich, da es sich um einen vollendeten Versuch handelt. Dass die Verlet-

zungen nicht gravierender ausfielen, ist allein Glück und Zufall zu verdanken, was 

sich der Beschuldigte nicht positiv anrechnen lassen kann. Gleichwohl zu berück-

sichtigen, dass der tatbestandsmässige Erfolg nicht eingetreten ist, was einen se-

paraten Abschlag von drei Monaten rechtfertigt. Asperierend erhöht sich die Ein-

satzstrafe im Ergebnis um weitere acht Monate. 

8. Sexuelle Handlungen mit Kindern (Dossier 7)

Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass das Opfer zur Tatzeit 

bereits fünfzehn Jahre und beinahe … Monate alt bzw. konkret noch … Tage von 

der Schutzaltersgrenze entfernt war. Der Beschuldigte vollzog die denkbar inten-

sivste mögliche sexuelle Handlung, den Geschlechtsverkehr, doch geschah dies 

einvernehmlich. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass mit der Tat eine nicht zu 

vernachlässigende Gefährdung der sexuellen Entwicklung des Opfers einherging. 

In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte direktvorsätzlich handelte und es ihm ausschliesslich um seine Triebbefriedi-

gung ging. Das Tatverschulden wiegt insgesamt leicht, weshalb es mit der 

Vorinstanz noch angezeigt erscheint, eine Geldstrafe auszusprechen. Da nach-

folgend noch weitere Geldstrafen zu verhängen sind und das vorliegende Delikt am 

schwersten wiegt, ist dafür eine Einsatzstrafe festzusetzen und diese hernach 

asperierend zu erhöhen. Die von der Vorinstanz festgesetzte Einsatzstrafe von 

60 Tagessätzen erscheint mit der Staatsanwaltschaft als etwas zu tief, 90 Tages-

sätze sind angemessen.

9. Weitere Delikte

Die versuchte Drohung gemäss Dossier 5, das mehrfache Vergehen gegen das 

Waffengesetz gemäss Dossier 3 und 5 und das Vergehen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz gemäss Dossier 8 standen heute nicht mehr zur Beurteilung (vgl. dazu 

-   31   -

vorne unter E. I.2.), müssen bei der Strafzumessung jedoch gleichwohl berücksich-

tigt werden, wobei diesbezüglich die vorinstanzlichen Erwägungen gelten (Urk. 200 

S. 74-76 E. V.2.2.9., V.2.2.11. f. und V.2.2.13.).

10. Täterkomponente / Nachtatverhalten / Zeitablauf

Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zur Täterkomponente und zum 

Nachtatverhalten kann verwiesen werden (Urk. 200 S. 76-80 E. V.2.3.). Ergänzend 

ist aufgrund der anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Ausführungen zu 

den aktuellen persönlichen Verhältnissen festzuhalten, dass der Beschuldigte als 

Einzelunternehmer im Handelsregister eingetragen ist und etwa durchschnittlich 

Fr. 6'500.– pro Monat verdient. Er ist zudem an der Gründung einer GmbH dran. Er 

hat seit September 2024 eine Freundin, welche bei ihm als Praktikantin arbeitet. Er 

verfügt über ein Vermögen von Fr. 40'000.– bis Fr. 50'000.– und hat Schulden aus 

einer Schuldensanierung während seiner Lehre als Schreiner in der Höhe von 

Fr. 11'000.– (Urk. 244 S. 2 ff.; Urk. 246/1). Die von Konflikten geprägte schwierige 

Kindheit und Jugend und damit nicht einfache persönliche Vorgeschichte sowie 

psychische Verfassung des Beschuldigten ist mit der Verteidigung merklich 

strafmindernd zu berücksichtigen. Die Vorstrafen des Beschuldigten (Urk. 241) und 

die Delinquenz während laufender Probezeit fallen hingegen straferhöhend ins 

Gewicht. Die Geständnisse und die Reue des Beschuldigten sind wiederum straf-

mindernd zu berücksichtigen, allerdings nur geringfügig, da die Geständnisse erst 

sehr spät erfolgten. Die Täterkomponente und das Nachtatverhalten fallen daher 

insgesamt deutlich strafmindernd ins Gewicht. Hinzu kommt mit der Verteidigung 

und der Staatsanwaltschaft der Umstand, dass sich der Beschuldigte seit seiner 

Entlassung aus der Untersuchungshaft im März 2020 mit Ausnahme eines 

Verkehrsdelikts wohlverhalten und eine positive private und berufliche Entwicklung 

durchlaufen hat. Dies ist in der vorliegenden Konstellation ebenfalls strafmindernd 

zu berücksichtigen.

11. Ergebnis

Unter Berücksichtigung aller massgebenden Strafzumessungsgründe erscheint es 

angemessen, den Beschuldigten mit sieben Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

-   32   -

Die Geldstrafe ist auf 180 Tagessätze festzusetzen. Was die Höhe des Tagsatzes 

betrifft, gelten die vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 200 S. 81 E. V.2.4.2.-2.4.4.), 

dieser ist bei Fr. 30.-- festzulegen. Was den Vollzug der auszufällenden Strafen 

anbelangt, kann ebenfalls auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen 

werden (a.a.O., S. 88 f. E. VIII.). Anzurechnen sind 286 Tage Haft. Soweit der 

Beschuldigte den Aufschub der Freiheitsstrafe zugunsten der heute nicht mehr zur 

Diskussion stehenden ambulanten Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB bean-

tragt (vgl. dazu vorne unter E. I.2. bzw. Urk. 205 S. 2) und die Staatsanwaltschaft 

sich zumindest an der Berufungsverhandlung diesem Antrag anzuschliessen 

schien (vgl. Prot. II S. 13), bleibt lediglich zu sagen, dass bei der Höhe der auszu-

fällenden Freiheitsstrafe aufgrund des aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip abge-

leiteten Untermassverbotes, wonach Dauer und Eingriffsintensität der Massnahme 

im Verhältnis zur aufgeschobenen Strafe nicht zu geringfügig sein dürfen, ein Auf-

schub der Freiheitsstrafe nicht in Frage kommt.

IV. Genugtuung der Privatklägerin 1

Die Vorinstanz hat richtige allgemeine Ausführungen zu den Zivilansprüchen und 

zur Genugtuung gemacht (Urk. 200 S. 92 f. E. XI.1. und S. 96 f. E. XI.3.1.), darauf 

kann verwiesen werden. Sie hat sodann auch bei der konkreten Genugtuungs-

bemessung der Privatklägerin 1 unter Abhandlung ihrer Vorbringen zutreffende 

Ausführungen gemacht (a.a.O., S. 97-100 E. XI.3.2.), die grundsätzlich ebenfalls 

übernommen werden können. Die Rechtsvertreterin der Privatklägerin wies zu 

Recht darauf hin, dass die relativ kurze Dauer des Aktes nicht relativierend berück-

sichtigt werden dürfe (Urk. 247 S. 3). Aufgrund des konkreten Tatverschuldens des 

Beschuldigten (vgl. dazu vorne unter E. III.2 ff.) sowie den von der Vorinstanz richtig 

dargelegten gravierenden Folgen für die Privatklägerin 1 (Urk. 200 S. 99 f. 

E. XI.3.2.3.) erscheint die festgesetzte Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.-- 

unter den gegebenen Umständen unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle 

(vgl. dazu Landolt, Genugtuungsrecht, 2. Aufl. § 12 III. B. Rz. 700 ff.) doch zu tief. 

Dem Bericht der L._____ [Klinik] vom 17. Juli 2024 lässt sich zudem sachdienlich 

entnehmen, dass sich aufgrund der Vergewaltigung die Entwicklung der Privatklä-

gerin 1 in allen Lebensbereichen aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht 

-   33   -

verzögert habe. Sie habe eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Auf-

grund der damit einhergehenden Symptomatik sei die Privatklägerin 1 nicht in der 

Lage, eine normgerechte schulische und berufliche Ausbildung zu verfolgen. Aktu-

ell absolviere sie eine durch die IV unterstützte Ausbildung zur Kauffrau. Die psy-

chischen Schäden der Privatklägerin 1 seien nach wie vor therapiebedürftig, wenn 

auch die Privatklägerin 1 grosse Fortschritte mache (Urk. 248). Nach dem Gesag-

ten erscheint es angemessen, die Genugtuung der Privatklägerin 1 antragsgemäss 

auf Fr. 32'000.-- festzusetzen. In diesem Sinne ist der vorinstanzliche Entscheid zu 

korrigieren.

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Erstinstanzliches Verfahren

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

blieb unangefochten (vgl. dazu vorne unter E. I.2.).

2. Berufungsverfahren

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahrens beträgt Fr. 3'600.–. Die 

Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seiner Berufung bis auf einen Nebenpunkt (Freispruch betreffend Drohung 

gemäss Dossier 6) vollumfänglich. Die Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihren 

Anträgen im Schuldpunkt, dringt jedoch mit ihrem Antrag auf eine höhere Bestra-

fung durch. Ebenso dringt die Privatklägerin 1 mit ihrem Antrag auf Ausfällung einer 

höheren Genugtuung durch. Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, 

dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerin 1, zu 3/4 aufzuerlegen und im übrigen Umfang auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin 1 sind im Umfang von 1/4 definitiv und im Umfang von 3/4 

einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten im Umfang von 3/4 der Kosten des Berufungsverfahrens sowie im 

-   34   -

Umfang von 3/4 der Kosten der amtlichen Verteidigung und 3/4 der Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten bleibt.

2.2. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten macht für das Berufungsverfah-

ren ein Honorar in der Höhe von Fr. 10'259.65 geltend (Urk. 243), was ausgewiesen 

ist. Zusätzlich zu entschädigen ist der Aufwand für die Berufungsverhandlung 

(inkl. Weg) und einer Nachbesprechung des Urteils mit dem Beschuldigten. Der 

amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist demnach mit pauschal Fr. 12'000.-- aus 

der Gerichtskasse zu entschädigen.

2.3. Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin 1 macht für das 

Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 4'244.70 geltend (Urk. 242), 

was ausgewiesen und angemessen erscheint, weshalb die Rechtsvertreterin an-

tragsgemäss aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. 

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass der Beschluss und das Urteil des Bezirksgerichts 

Affoltern vom 10. Januar 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen sind:

"Es wird beschlossen:

1. Das Strafverfahren wird hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen Tätlichkei-

ten im Sinne von Art. 126 StGB eingestellt.

2. Das Strafverfahren wird hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen Über-

tretung des Waffengesetzes im Sinne von Art. 34 Abs. 1 lit. d WG in Verbindung mit 

Art.  4 Abs. 1 lit. f WG sowie Art. 11 Abs. 1 WG eingestellt.

3. Das Strafverfahren wird hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen mehrfa-

chen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

eingestellt.

4. [Mitteilung]

-   35   -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig:

- der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB,

- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB,

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 
Ziff. 1 StGB,

- […]

- […]

- […]

- der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 22 Abs. 1 StGB

- […]

- des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 
Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit d und e sowie Art. 5 Abs. 2 

lit. b und c WG

- des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 
von Art. 19 Abs. 1 BetmG.

2. […]

3. […]

4. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

angeordnet. […]

5. Dem Beschuldigten wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot (Verbot jeder berufli-

chen und jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen 

Kontakt zu Minderjährigen umfasst) im Sinne von Art. 67 Abs. 3 StGB auferlegt.

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

14. Februar 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und dem 

Statthalteramt Bezirk Affoltern ZH zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

- 1 Baseballschläger "BTEC", hölzern, blauer Griff (A012'469'052),

- 1 Dolchbajonett "Waffenfabrik Neuhausen", Gesamtlänge ca. 45 cm, Klingen-

länge ca. 29 cm, inkl. Scheide (A012'469'176),

-   36   -

- 1 Messer mit braunem Griff, Gesamtlänge 30 cm, Klingenlänge 17 cm 

(A012'469'511).

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

25. Oktober 2019 sowie 14. Februar 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden 

eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen:

- 1 Bluejeans (A012'614'516)

- 1 schwarze Jacke (A012'614'549)

- 1 T-Shirt schwarz-weiss gestreift (A012'614'561)

- Ca. 1 Gramm Haschisch (A012'697'926)

- 15 Samen (A012'697'915 [ca. 19 Gramm; mutm. Hanf])

- 1 CO2-Pistole (inkl. Beutel mit Munition und 5 Gaspatronen; Waffen-Nr. ...) 

(A012'469'486)

- 1 Schlagring silber (A012'469'533),

- 1 Minigrip mit Kokain-Kügelchen (A012'470'347),

- 2 Blöcke Haschisch (1 x 50 Gramm, 1 x 17 Gramm) (A012'470'392),

- 1 Tupperware, beinhaltend getrocknetes Marihuana, inkl. 1 schwarze Mühle 

(A012'470'450),

- Diverse Minigrip (A012'470'472)

- 1 Feinwaage (A012'470'507)

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

25. Oktober 2019 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf 

erstes Verlangen innert 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

durch die Lagerbehörde herausgegeben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist 

werden diese Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

- 1 Laptop weiss, Marke HP (A012'697'379)

- 1 Speicherkarte Olympus (A012'697'380)

- 1 Tagebuch braun (A012'697'904)

- 1 USB-Stick "Oberstufe" (A012'697'391) ·

- 1 Mobiltelefon Samsung inkl. Ladegerät (A012'697'404)

- 1 Ladegerät zu Laptop "Hama" (Zubehör zu A012'697'379)

- 1 Ladegerät zu Laptop "Lenovo" (Zubehör zu A012'697'379)

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Oktober 

2019 sowie 14. Februar 2020 beschlagnahmte Barschaft von total Fr. 2'050.– 

(Fr. 1'200.– [A012'697'891] sowie Fr. 850.– [A012'469'442]) wird definitiv eingezogen 

und im Umfang von Fr. 1'150.– zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

-   37   -

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, Schadenersatz von 

Fr. 7'728.– zuzüglich 5% Zins seit 1. November 2020 zu bezahlen.

11. Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 

aus dem eingeklagten Ereignis im Fr. 7'728.– übersteigenden Betrag dem Grundsatz 

nach schadenersatzpflichtig ist.

12. […]

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2, C._____, eine Genugtuung 

von Fr. 750.– zuzüglich 5% Zins seit 17. April 2019 zu bezahlen.

14. Das Schadenersatzbegehren sowie das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 3, 

D._____, wird abgewiesen.

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 6'000.00   die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 135.00   Auslagen (Gutachten),

Fr. 17'551.00   Auslagen (Gutachten PUK ZH)

Fr. 1'092.00   Auslagen (Gutachten PUK ZH)

Fr. 297.00   Auslagen

Fr. 1'043.00   Auslagen Polizei

Fr. 6'825.80   amtliche Verteidigung (inkl. 7.7% MwSt.),  RA X3._____

Fr. 31'815.95   amtliche Verteidigung (inkl. 7.7% MwSt.),   RA X4._____,

Fr. 11'586.80   unentgeltliche Rechtsverbeiständung der Privatklägerin 1  (inkl. 7.7% MwSt.),

Fr. 601.30   unentgeltliche Rechtsverbeiständung des Privatklägers 2   (inkl. 7.7% MwSt.).

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

16. Es wird davon Vormerk genommen, dass der ehemals amtliche Verteidiger des 

Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X3._____, für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger in der Periode vom 6. Juni 2019 bis 2. Oktober 2019 von der Staatsan-

waltschaft I des Kantons Zürich mit Verfügung vom 8. Oktober 2019 bereits mit 

Fr. 6'825.80 (inkl. 7.7% MwSt.) entschädigt worden ist.

-   38   -

17. Rechtsanwalt lic. iur. X4._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 31'815.95 (inkl. 7.7% MwSt.) ent-

schädigt.

18. Rechtsanwältin lic. iur. Y.______ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin 1 aus der Gerichtskasse mit Fr. 11'586.80 

(inkl. 7.7% MwSt.) entschädigt.

19. Rechtsanwältin MLaw Z._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Rechts-

vertreterin des Privatklägers 2 aus der Gerichtskasse mit Fr. 601.30 (inkl. 7.7% 

MwSt.) entschädigt.

20. Die Gerichtsgebühr sowie die weiteren Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 15, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung der Privatkläger 1 und 2, werden dem Beschuldigten auferlegt.

21. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-

dung der Privatkläger 1 und 2 werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO resp. Art. 138 Abs. 1 in Ver-

bindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO.

22. [Mitteilung]

23. [Rechtsmittel]."

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB,

- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 15 StGB und Art. 16 Abs. 1 

StGB sowie

- der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB.

-   39   -

2. Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB wird der 

Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 286 Tage 

durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen 

zu Fr. 30.–.

4. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

5. Die bereits rechtskräftig angeordnete ambulante Behandlung im Sinne von 

Art. 63 StGB wird vollzugsbegleitend vollzogen.

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von 

Fr. 32'000.– zuzüglich 5% Zins seit 17. Februar 2019 zu bezahlen.

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.-- ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 12'000.--   amtliche Verteidigung RA X1._____   (inkl. 8,1% MWSt)

Fr. 2'619.50   vormalige amtliche Verteidigung RA X4._____ 
  (inkl. 8, 1% MWSt)

Fr. 4'244.70   unentgeltliche Verbeiständung (inkl. 8,1% MWSt).

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1, 

werden dem Beschuldigten zu 3/4 aufzuerlegen und im übrigen Umfang auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin 1 werden im Umfang von 1/4 definitiv und im Umfang von 

3/4 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht 

des Beschuldigten im Umfang von 3/4 der Kosten des Berufungsverfahrens 

sowie im Umfang von 3/4 der Kosten der amtlichen Verteidigung und 3/4 der 

Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1 gemäss Art. 135 

aAbs. 4 und Art. 138 StPO bleibt vorbehalten.

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

-   40   -

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)
 die Vertretung der Privatklägerin B._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (übergeben)
 die Vertretung des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (versandt)
 den Privatkläger D._____(versandt)
 den Privatkläger M._____ (versandt)

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

den Privatklägern D._____ und M._____ nur zugestellt, sofern sie dies 

innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)

 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste (versandt)

 das Bundesamt für Polizei fedpol, Zentralstelle Waffen, Guisanplatz 
1A, 3003 Bern (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an
 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten
 die erbetene Verteidigung
 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
 die Vertretung der Privatklägerin B._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 
 die Vertretung des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 
 das Bundesamt für Polizei fedpol, Zentralstelle Waffen, 

Guisanplatz 1A, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Neumühlequai 10, Post-

fach, 8090 Zürich

-   41   -

 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA, mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestim-
mung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 26. März 2025

Die Präsidentin:

lic. iur. M. Knüsel

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw T. Künzle