# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f9717d5-c691-5e51-b244-55d8d5fce84e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 17.06.2008 B 2008/49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2008-49_2008-06-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2008/49

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 17.06.2008

Entscheiddatum: 17.06.2008

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 17. Juni 2008
Oeffentliches Beschaffungswesen, Art. 18 Abs. 2 IVöB (sGS 841.32), Art. 34 
VöB (sGS 841.11). Nach Abschluss des Werkvertrags kann ein Zuschlag 
nicht mehr aufgehoben werden. Im konkreten Fall lag keine 
Ermessensüberschreitung bei der Bewertung der Zuschlagskriterien vor 
(Verwaltungsgericht, B 2008/49).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

 

In Sachen

Sieber Bau GmbH,Hinterbissaustrasse 27, 9410 Heiden,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Karl Güntzel, Kugelgasse 3, Postfach, 9004 St. 

Gallen,

gegen

 

Politische Gemeinde Altstätten,vertreten durch den Stadtrat, 9450 Altstätten,

Vorinstanz,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vertreten durch Fürsprecher Christoph Bernet, Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,

 

und

ARGE Niederer AG/F. Finger AG,Hoch- und Tiefbau, Postfach 446, 9450 Altstätten,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

öffentliches Beschaffungswesen; Instandsetzung Sperren Donnerbach, 

Baumeisterarbeiten

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Der Stadtrat Altstätten schrieb die Baumeisterarbeiten für die Instandsetzung der 

Sperren des Donnerbachs im offenen Verfahren aus und vergab den Zuschlag mit 

Verfügung vom 9. Juli 2007 zum Preis von Fr. 746'105.30 der ARGE Niederer AG/F. 

Finger AG, Altstätten.

Mit Eingabe vom 18. Juli 2007 erhob die Sieber Bau GmbH, Heiden, Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht und beantragte, der Zuschlag sei aufzuheben und die Vergabe sei 

neu zu beurteilen.

Mit Verfügung vom 20. Juli 2007 erteilte der Präsident des Verwaltungsgerichts der 

Beschwerde wegen mangelhafter Begründung des Zuschlags die aufschiebende 

Wirkung.

Mit Urteil vom 5. November 2007 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut, 

hob die Zuschlagsverfügung des Stadtrats Altstätten vom 9. Juli 2007 auf und wies die 

Angelegenheit zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen und zu neuer 

Entscheidung an den Stadtrat zurück. Das Verwaltungsgericht erwog, die Bewertung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des Kriteriums "Unternehmung" sei nur hinsichtlich des Abzugs wegen der fehlenden 

ISO-Zertifizierung nachvollziehbar. Die weiteren Abzüge und damit die schlechtere 

Bewertung der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin seien 

dagegen nicht schlüssig begründet. Auch bei den Referenzen sei die geringere 

Bewertung der Beschwerdeführerin offensichtlich unbegründet, nachdem die 

Beschwerdegegnerin selber anerkenne, in den letzten fünf Jahren keine Sperren erstellt 

zu haben. Beim Kriterium "Qualität der Arbeit/Abläufe" fehlten überdies jegliche 

Angaben zur Bewertung der Offerte der Beschwerdegegnerin, weshalb die Abzüge bei 

der Bewertung der Beschwerdeführerin nicht schlüssig nachvollziehbar und 

vergleichbar seien. Selbst wenn bei diesem Kriterium ein Abzug von der 

Höchstbewertung gerechtfertigt werden könnte, liesse dies die Bewertung der 

Beschwerdeführerin nicht schlüssig erscheinen. Da nämlich beim Kriterium 

"Referenzen" die Beschwerdegegnerin bei gleichen Verhältnissen besser bewertet 

worden sei als die Beschwerdeführerin, müsse auch die Bewertung des Kriteriums 

"Qualität der Arbeit/Abläufe" als unbegründet qualifiziert werden. Dies bedeute, dass 

die schlechtere Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin aufgrund der 

Aktenlage sachlich nicht gerechtfertigt sei.

B./ Mit Verfügung vom 18. Februar 2008 vergab der Stadtrat Altstätten den Zuschlag 

erneut zum Preis von Fr. 746'105.30 der ARGE Niederer AG/F. Finger AG. Deren 

Angebot wurde mit 8,62 Punkten auf dem ersten Rang bewertet, während jenes der 

Sieber Bau GmbH mit 8,26 Punkten auf dem zweiten Rang lag. Aufgrund der 

Rückweisung der Streitsache an den Stadtrat waren ausschliesslich die Angebote der 

Verfahrensbeteiligten geprüft worden.

C./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 3. März 2008 erhob die Sieber Bau GmbH 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Zuschlag vom 18. Februar 

2008 sei aufzuheben und es sei ihr der Zuschlag zum Nettopreis von Fr. 710'371.55 zu 

erteilen; ausserdem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung ihres Rechtsvertreters vom 10. März 

2008, das Gesuch um aufschiebende Wirkung und die Beschwerde seien abzuweisen, 

unter Kostenfolge.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit Verfügung vom 12. März 2008 wies der Verwaltungsgerichtspräsident das Gesuch 

um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab mit der Begründung, die 

unterschiedlichen Bewertungen der Verfahrensbeteiligten bewegten sich im Rahmen 

des Ermessens, und die Beschwerde erscheine nicht ausreichend begründet.

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 3. April 2008 liess sich die Beschwerdeführerin 

zur Stellungnahme der Vorinstanz vernehmen. Sie hielt an ihren Anträgen fest, der 

Zuschlag vom 18. Februar 2008 sei aufzuheben und es sei ihr der Zuschlag zum Preis 

von Fr. 710'371.55 zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Stellungnahme vom 17. April 2008 die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde und reichte den unterzeichneten Werkvertrag vom 

10. April 2008 ein. Die Beschwerdegegnerin liess sich in der Hauptsache nicht 

vernehmen. Die Beschwerdeführerin beantragte in ihrer abschliessenden 

Stellungnahme vom 8. Mai 2008, der Werkvertrag zwischen der Vorinstanz und der 

Beschwerdegegnerin sei aufzuheben, bis zum Entscheid in der Hauptsache sei der 

Beschwerde aufschiebende Wirkung einzuräumen, der Zuschlag vom 18. Februar 2008 

sei aufzuheben und ihr zum Nettopreis von Fr. 710'371.55 zu erteilen,

unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten 

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den folgenden Erwägungen dargelegt und 

gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 2 Abs. 1 lit. b 

und Art. 5 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche 

Beschaffungswesen, sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Die Beschwerdeführerin ist als nicht 

berücksichtigte Anbieterin zur Anfechtung des Zuschlags grundsätzlich legitimiert 

(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeschrift vom 

3. März 2008 wurde rechtzeitig eingereicht und enthält Antrag, Sachdarstellung und 

Begründung (vgl. Art. 15 Abs. 3 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschaffungswesen, sGS 841.32, abgekürzt IVöB). Auf die Beschwerde ist daher 

grundsätzlich einzutreten.

2. In ihrer Stellungnahme vom 8. Mai 2008 beantragte die Beschwerdeführerin, der 

Werkvertrag sei aufzuheben und bis zum Entscheid in der Hauptsache sei der 

Beschwerde aufschiebende Wirkung einzuräumen.

2.1. Das Begehren in der Beschwerdeschrift vom 3. März 2008 um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wurde mit Verfügung vom 12. März 2008 

abgewiesen. Solche Zwischenverfügungen über die Erteilung bzw. Verweigerung der 

aufschiebenden Wirkung werden nur in Ausnahmefällen in Wiedererwägung gezogen. 

Ein Rechtsanspruch auf Wiedererwägung besteht nicht (Art. 27 VRP). Im vorliegenden 

Fall wäre eine Wiedererwägung zudem zwecklos gewesen, da die Vorinstanz und die 

Beschwerdegegnerin am 10. April 2008 den Werkvertrag unterzeichneten. Nach 

Vertragsschluss kann ein Entscheid über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde keine Rechtswirkung mehr entfalten. Auf den nach Abschluss des 

Werkvertrags gestellten Antrag um Erteilung der aufschiebenden Wirkung kann daher 

nicht eingetreten werden.

Ob nach der Praxis des Verwaltungsgerichts Zürich (vgl. Galli/Moser/Lang/Clerc, Praxis 

des öffentlichen Beschaffungsrechts, 1. Bd., 2. Aufl., Zürich 2007, Rz. 880) ein Gesuch 

um aufschiebende Wirkung bis zur Zustellung des Entscheids in der Hauptsache 

jederzeit neu gestellt werden kann, ist nach dem Gesagten unerheblich. Gesuche 

können jederzeit gestellt werden; entscheidend ist indes, dass nach Art. 27 VRP bei 

Wiedererwägungsbegehren kein Anspruch auf materielle Behandlung besteht und 

vorliegend nicht ersichtlich ist, inwiefern sich der für die aufschiebende Wirkung 

massgebende Sachverhalt gegenüber jenem im Zeitpunkt der Ablehnung des Gesuchs 

um Erteilung der aufschiebenden Wirkung am 12. März 2008 dahingehend geändert 

hat, dass eine Wiedererwägung gerechtfertigt wäre.

2.2. Auch auf das Begehren um Aufhebung des Werkvertrags ist nicht einzutreten. Das 

Verwaltungsgericht ist nicht befugt, einen Werkvertrag aufzuheben, selbst wenn er 

verfrüht abgeschlossen worden wäre (vgl. den Grundsatzentscheid mit ausführlicher 

Begründung in GVP 2003 Nr. 40). Es hat die Theorie, wonach das Erfordernis des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rechtskräftigen Zuschlags oder des Entzugs der aufschiebenden Wirkung eine 

Rechtsbedingung im Sinne einer öffentlich-rechtlichen Wirksamkeitsvoraussetzung für 

den Abschluss eines Werkvertrags ist, nicht übernommen. Die Berufung der 

Beschwerdeführerin auf den im Schrifttum zitierten Entscheid des aargauischen 

Verwaltungsgerichts (Galli/Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Rz. 880) erweist sich damit als 

unbegründet. Auch das

Bundesgericht hält in seiner Rechtsprechung fest, dass nach Abschluss des Vertrags 

nur noch die Rechtswidrigkeit der angefochtenen Zuschlagsverfügung verlangt werden 

kann (BGE 130 I 258 E. 1.2; 132 I 86 E. 3.2).

2.3. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Werkvertrag sei verfrüht 

abgeschlossen worden.

Die Verfügung über die Verweigerung der aufschiebenden Wirkung erging am 12. März 

2008 und wurde am selben Tag versandt. Der Vertragsschluss am 10. April 2008 fand 

somit weniger als dreissig Tage nach der Zustellung der Verfügung statt. In der 

Rechtsmittelbelehrung der Verfügung vom 12. März 2008 war darauf hingewiesen 

worden, dass sich die Rechtsmittelberechtigung nach Art. 82 ff., insbesondere Art. 83 

lit. f, Art. 93 und Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110, abgekürzt BGG) 

richtet.

Gegen Entscheide (und damit auch gegen Zwischenentscheide) im Bereich des 

öffentlichen Beschaffungswesens ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten grundsätzlich ausgeschlossen. Dieses Rechtsmittel ist nur 

ausnahmsweise zulässig, wenn der geschätzte Wert des zu vergebenden Auftrags den 

massgebenden Schwellenwert des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das 

öffentliche Beschaffungswesen oder des Abkommens vom 21. Juni 1993 zwischen der 

Schweiz und der EU über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswesens 

erreicht und wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 

lit. f. BGG). Diese beiden Kriterien müssen zudem kumulativ erfüllt sein (vgl. Th. Häberli, 

in: Niggli/Uebersax/

Wiprächtiger [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, Rz. 161).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Verfügung vom 12. März 2008 über die Verweigerung der aufschiebenden Wirkung 

blieb unangefochten. Es kann daher offen bleiben, ob eine Beschwerde zulässig 

gewesen wäre. Allerdings werden im vorliegenden Fall weder die Schwellenwerte 

erreicht (vgl. dazu Häberli, a.a.O., Rz. 155) noch ist ersichtlich, inwiefern in der 

Verfügung vom 12. März 2008 bzw. im materiellen Entscheid über die vorliegende 

Beschwerde eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zu beurteilen ist. Im 

übrigen wurde gegen die Verfügung vom 12. März 2008 auch keine subsidiäre 

Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG erhoben.

2.4. Nach Vertragsschluss ist wie erwähnt eine Aufhebung des Zuschlags nicht mehr 

möglich. Würde sich die Beschwerde als begründet erweisen, könnte das 

Verwaltungsgericht ausschliesslich die Rechtswidrigkeit des Zuschlags feststellen (Art. 

18 Abs. 2 IVöB). Die Prüfung eines Schadenersatzanspruchs würde indes entfallen, da 

die Beschwerdeführerin kein entsprechendes Begehren gestellt hat.

3. Im folgenden ist zu prüfen, ob die Einwendungen der Beschwerdeführerin gegen den 

Zuschlag berechtigt sind.

3.1. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen, 

einschliesslich Ueberschreitung und Missbrauch des Ermessens, sowie unrichtige und 

unvollständige Feststellungen des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden, nicht 

aber Unangemessenheit (Art. 16 Abs. 2 IVöB). Diesbezüglich kann auf das Urteil des 

Verwaltungsgerichts über die Anfechtung des Zuschlags vom 9. Juli 2007 in der 

vorliegenden Beschaffungssache verwiesen werden (vgl. VerwGE B 2007/133 vom 

5. November 2007, in: www.gerichte.sg.ch).

Art. 34 Abs. 1 VöB bestimmt, dass das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag 

erhält. Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist nicht identisch mit dem 

preisgünstigsten bzw. preislich tiefsten Angebot. Bei der Wirtschaftlichkeit können 

neben dem Preis weitere Kriterien berücksichtigt werden (GVP 1999 Nr. 37 mit 

Hinweis). Art. 34 Abs. 2 VöB beinhaltet eine (unvollständige) Aufzählung von Kriterien, 

darunter Preis, Qualität, Termin und Erfahrung. Gemäss Art. 34 Abs. 3 VöB sind die 

Kriterien und allfällige Unterkriterien im Rahmen der Ausschreibung in der Reihenfolge 

ihrer Bedeutung oder mit ihrer Gewichtung bekannt zu geben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dem Auftraggeber wird mit Art. 34 Abs. 2 VöB ein weiter Ermessensspielraum 

eingeräumt. Die Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien ist einer Rechtskontrolle 

nur beschränkt zugänglich. Wie beispielsweise die Erfahrung einer Unternehmung 

gewichtet und in Relation zu einer bestimmten Preisdifferenz gesetzt wird, ist 

weitgehend eine Ermessensfrage, in die das Verwaltungsgericht nicht eingreift. Es kann 

lediglich einschreiten, wenn einzelne Kriterien in unzulässiger Weise ausser acht 

gelassen bzw. fehlerhaft angewendet wurden (vgl. statt vieler GVP 2006 Nr. 58).

3.2. Das Angebot der Beschwerdeführerin wurde mit 8,26 Punkten im zweiten Rang 

und jenes der Beschwerdegegnerin mit 8,62 Punkten im ersten Rang bewertet. Das 

Angebot der Beschwerdeführerin erhielt beim Preis 5 Punkte (Beschwerdegegnerin 

4,79 Punkte), beim Kriterium "Vollständigkeit/Qualität Angebot" 1,50 Punkte 

(Beschwerdegegnerin 1,38 Punkte), bei den Referenzen 0 Punkte 

(Beschwerdegegnerin 0,25 Punkte), beim Kriterium "Qualität der Arbeit/Ab-lauf" 

0,56 Punkte (Beschwerdegegnerin 1,00 Punkte), während beide Angebote bezüglich 

des Kriteriums "Unternehmung" mit 1,20 Punkten gleich bewertet wurden.

3.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Bewertung des Kriteriums "Qualität der 

Arbeit/Ablauf" enthalte einen Berechnungsfehler, der sich zu ihren Lasten auswirke, 

denn es seien ihr versehentlich nur 5,60 bzw. - gewichtet mit 10 % - 0,56 Punkte 

gutgeschrieben worden, während 9,20 bzw. 0,92 Punkte hätten gewährt werden 

müssen. Dieser Fehler beruhe darauf, dass bei ihrer Offerte in den fünf Unterkriterien 

verschiedene Abzüge gemacht worden seien, wobei diese Abzüge fälschlicherweise 

addiert und vom Maximum von 100 Punkten abgezogen worden seien. Korrekterweise 

hätten die einzelnen Abzüge dem jeweiligen Maximum von 100 Punkten eines 

Unterkriteriums abgezogen werden müssen.

Die Vorinstanz bestreitet einen Berechnungsfehler und macht geltend, es seien von der 

maximalen Punktzahl von 100 verschiedene Abzüge für einzelne Aspekte gemacht 

worden, was zu einem Total von 56 von 100 Punkten geführt habe. Die 

Beschwerdeführerin sei offenbar zu ihrer Interpretation angeregt worden, weil in der 

Begründung der Zuschlagsverfügung zur Bewertung der Offerte der 

Beschwerdegegnerin bei den einzelnen Merkmalen des Zuschlagskriteriums jedes Mal 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die maximale Punktzahl von 100 erwähnt worden sei. Es handle sich allenfalls um eine 

redaktionelle Frage, nicht um eine solche der Berechnung.

In der Begründung der angefochtenen Verfügung wurde beim Kriterium "Qualität der 

Arbeit/Ablauf" bei den geprüften bzw. gewerteten Aspekten der Offerte der 

Beschwerdegegnerin die maximale Punktzahl von 100 und bei der Beschwerdeführerin 

der entsprechende Abzug vermerkt. Diese ausführliche Begründung und namentlich 

der wiederholte Hinweis auf die maximale Punktzahl von 100 waren missverständlich, 

was auch von der Vorinstanz anerkannt wird. Da aber das Kriterium "Vollständigkeit/

Qualität Angebot" mit 15 % gleich gewichtet wurde wie das Kriterium "Unternehmung" 

und nur unwesentlich gewichtiger als die Kriterien "Referenzen" und "Qualität der 

Arbeit/Ablauf", welche beide mit 10 % gewichtet wurden, ist die Begründung in diesem 

Punkt als missverständlich erkennbar. Namentlich geht aus dem der Begründung der 

Verfügung beigelegten Entscheidungsprofil hervor, dass die einzelnen Hauptkriterien 

mit je 100 Punkten bewertet werden. Beim Kriterium "Unternehmung" sind die 

Gewichtungen der Einzelaspekte mit je 20 Punkten angegeben. Unter diesen 

Umständen kann die Bewertungsmethode der Vorinstanz nicht als unsachgemäss 

bezeichnet werden. Die Bewertung ist zwar missverständlich begründet, doch es liegt 

keine fehlerhafte Gewichtung vor.

3.4. Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, das Ausmass der jeweiligen Abzüge 

bei den einzelnen Kriterien sei intransparent. Es müsste mindestens ansatzweise die 

Höhe der Abzüge nachvollziehbar sein. So sei bei der Offerte der Beschwerdegegnerin 

beim Kriterium "Vollständigkeit und Qualität des Angebots" ein Abzug von 8 von 

möglichen 100 Punkten gemacht worden. Es stelle sich die Frage, weshalb es nicht 15 

oder 30 bzw. 50 Punkte seien. Dies gelte auch für die weiteren Abzüge resp. die 

Bewertungen des Kriteriums "Qualität der Arbeit/Ablauf". Zumindest ansatzweise 

müsste die Höhe der Abzüge nachvollziehbar sein. Dies sei nach wie vor nicht der Fall. 

Es müsse verhindert werden, dass letztlich das Ziel, den Auftrag an den "genehmsten 

Bewerber" zu vergeben, wichtigstes Kriterium für die Höhe der einzelnen, nicht klar 

messbaren Punkte werde.

Wie erwähnt, ist die Bewertung eine Ermessensfrage. Zu prüfen ist, ob die Bewertung 

bzw. Beurteilung aufgrund der Akten und der Darlegungen der Vergabebehörde 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nachvollziehbar und schlüssig ist. Die Bewertung ist keine mathematische Operation. 

Die Vorinstanz machte beim Kriterium "Vollständigkeit und Qualität des Angebots" bei 

der Offerte der Beschwerdegegnerin einen Abzug von 8 Punkten und begründete dies 

damit, dass die Anbieterin die Unterlagen vollständig eingereicht habe, wobei das 

Bauprogramm nur sehr global gehalten sei. Dieser Begründung lässt sich entnehmen, 

dass sowohl die Vollständigkeit als auch der Inhalt bzw. die Qualität beurteilt wurden 

und in bezug auf letztere das Angebot der Beschwerdegegnerin insofern einen Mangel 

aufwies, als das Programm nur global abgefasst war. Anhaltspunkte für einen 

schweren Mangel oder für eine Vielzahl von Mängeln bestehen nicht. Bei dieser 

Sachlage erscheint ein Abzug von 8 Punkten bzw. ein solcher im Bereich von +/- rund 

10 % als nachvollziehbar bzw. im Bereich des vorinstanzlichen Ermessens. In diesem 

Punkt genügt die Zuschlagsverfügung den Anforderungen an die Begründungspflicht. 

Dasselbe gilt für das Kriterium "Qualität der Arbeit/Ablauf", wo die Beurteilung der 

einzelnen Aspekte ausführlich wiedergegeben wird und die Abzüge bei der Offerte der 

Beschwerdeführerin nachvollziehbar beschrieben werden. Eine noch ausführlichere 

Begründung verlangt die massgebende Bestimmung von Art. 41 Abs. 1 der Verordnung 

über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11, abgekürzt VöB), wonach der 

Zuschlag kurz zu begründen ist, nicht.

3.5. Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine

rechtsungleiche Behandlung, da über die Referenzen der Beschwerdegegnerin 

zusätzliche Auskünfte eingeholt worden seien, über ihre Referenzen hingegen nicht.

Dagegen wendet die Vorinstanz ein, sie habe auch über die Referenzobjekte 

Mattenbach und Haslibach Angaben beim Auftraggeber eingeholt. In den eingereichten 

Unterlagen sind allerdings die Rubriken "Referenzauskunft" und "Referenzperson" 

nicht ausgefüllt. Allerdings sind die Baukosten und die Art der überprüften Objekte 

aufgeführt. Diese waren in der Offerte nicht angegeben, was bedeutet, dass die 

Vorinstanz die Angaben durch ergänzende Auskünfte erlangt hat.

Aufgrund der dargelegten Umstände erweist sich die Rüge der Ungleichbehandlung bei 

der Beurteilung der Referenzen als unbegründet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.6. Zutreffend ist, dass die Beschwerdeführerin vollständige Unterlagen einreichte, 

was in der Beurteilung durch die Vorinstanz bestätigt wurde und auch aus dem 

Punktemaximum beim Kriterium "Vollständigkeit/Qualität des Angebots" im 

Entscheidungsprofil hervorgeht. Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass nur ein 

generelles Bauprogramm verlangt worden sei, aus dem nicht alle Fragen betreffend 

Baustellenbewirtschaftung hätten herausgelesen werden können. Dies wäre höchstens 

aus einem detaillierten Bauprogramm möglich gewesen, welches gemäss 

Offertunterlagen hätte nachverlangt werden können, was aber nicht der Fall gewesen 

sei.

Wie erwähnt, wurde die Offerte der Beschwerdeführerin im Kriterium "Vollständigkeit/

Qualität des Angebots" mit der Maximalpunktzahl bewertet. Die Abzüge beim Ablauf 

machte die Vorinstanz nicht wegen ungenügender Detaillierung, sondern wegen 

teilweise unzweckmässigen Vorgehens (ungünstig gewählter Bauablauf, nicht optimale 

Erschliessung, unflexible Wasserhaltung und Mängel beim Betontransport). Es ist 

daher nicht zu beanstanden, dass diesbezüglich keine weitere Auskünfte bzw. kein 

detailliertes Bauprogramm eingeholt wurden. Dies gilt auch bezüglich solcher 

Referenzobjekte, welche für das ausgeschriebene Projekt nicht als einschlägig 

betrachtet wurden.

3.7. Bei der Bewertung des Kriteriums "Referenzen" bemängelt die 

Beschwerdeführerin, sie habe 0 Punkte erhalten, die Beschwerdegegnerin aber 2,5 

bzw. gewichtet 0,25 Punkte. Beim ersten, vom Verwaltungsgericht aufgehobenen 

Zuschlag seien es 0,4 Punkte für sie und 0,5 Punkte für die Beschwerdegegnerin 

gewesen. Im nun angefochtenen Entscheid werde mit keinem Wort erklärt, weshalb die 

ursprüngliche Bewertung falsch gewesen sei. Es handle sich wieder um eine nicht 

nachvollziehbare und deshalb willkürliche Bewertung mit der Konsequenz, dass die 

ursprüngliche Differenz von 0,1 Punkten nun auf 0,25 Punkte zulasten der 

Beschwerdeführerin angewachsen sei.

Vorliegend ist in erster Linie zu prüfen, ob die Beurteilung der Referenzen gemäss der 

angefochtenen Verfügung schlüssig ist. Das Verwaltungsgericht hatte im Urteil vom 

5. November 2007 den Punkteabzug bei der Offerte der Beschwerdeführerin als 

unbegründet bezeichnet, weil aufgrund der Zuschlagsverfügung und der Akten nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausgewiesen und schlüssig nachvollziehbar war, inwiefern die Referenzen der 

Beschwerdegegnerin höher bewertet werden durften als jene der Beschwerdeführerin.

Die Vorinstanz durfte im Rahmen der vom Verwaltungsgericht geforderten neuen 

Beurteilung die massgebenden Kriterien neu bewerten. Dies bedeutet, dass 

Abweichungen gegenüber der ursprünglichen Zuschlagsverfügung allein kein Merkmal 

für eine fehlerhafte Bewertung darstellen. Namentlich hat das Verwaltungsgericht im 

Urteil vom 5. November 2007 die Bewertung der Referenzen nicht materiell überprüft 

und rechtskräftig festgelegt.

In der Zuschlagsverfügung wurde dargelegt, dass die federführende Unternehmung der 

Beschwerdegegnerin in den letzten fünf Jahren die Sperrensanierung Galgenbach bei 

der Sanierung Dürrenbach und Seitengewässer ausgeführt habe, wobei ihr die 

Bauherrschaft ein gutes Zeugnis ausgestellt habe. Die Angaben der 

Beschwerdegegnerin, wonach sie in den letzten fünf Jahren keinen Sperrenbau 

ausgeführt habe, hätten sich als unrichtig erwiesen. Demgegenüber handle es sich bei 

den Referenzobjekten der Beschwerdeführerin um solche aus dem Bereich 

Gewässerausbau, nicht aber der Sparte Sperrenbau, weshalb sie nicht berücksichtigt 

worden seien.

Es ist zulässig, Referenzobjekte einzelner ARGE-Partner zu berücksichtigen und zu 

bewerten. Bei Arbeitsgemeinschaften führen mehrere Unternehmungen gemeinsam ein 

Projekt aus. Damit kann jeder ARGE-Partner in erster Linie auf eigene Referenzen 

verweisen. Gemeinsame Referenzen dürften nur in Ausnahmefällen angeführt werden 

können. Die Berücksichtigung einzelner Referenzobjekte von ARGE-Partnern ist nicht 

vergleichbar mit der Angabe von Referenzen von einzelnen Mitarbeitern einer 

Unternehmung. Die Beschwerdeführerin beanstandet, es sei nicht sachgerecht, dass 

bei der Beschwerdegegnerin Referenzobjekte berücksichtigt worden seien, welche nur 

eine der beiden ARGE-Mitglie-der ausgeführt habe, während bei ihr Referenzobjekte 

unberücksichtigt geblieben seien, die vom heutigen Teilhaber als Polier noch von einer 

anderen Firma ausgeführt worden seien. Das Fachwissen des Poliers sei von 

entscheidender Bedeutung.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erfahrungen einzelner Mitarbeiter einer Unternehmung können bei der Qualifikation des 

Personals berücksichtigt werden. Es kann jedenfalls nicht als Ermessensmissbrauch 

qualifiziert werden, wenn Referenzobjekte eines

ARGE-Partners und die persönliche Erfahrung von Mitarbeitern eines ARGE-Partners 

unterschiedlich behandelt werden. Im übrigen wurde das Referenzobjekt Dürrenbach 

und Seitengewässer in der detaillierten Offerte der Beschwerdegegnerin ausdrücklich 

angeführt. In diese war der Beschwerdeführerin gemäss ständiger Praxis des 

Verwaltungsgerichts keine Einsicht gewährt worden.

Sodann hat die Vorinstanz ausführlich begründet, weshalb die Referenzobjekte der 

Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt wurden. Insbesondere ist es nachvollziehbar, 

dass Bachverbauungen und der Bau von Sperren nicht gleich behandelt werden. Die in 

der Ausschreibung verwendete Formulierung des Kriteriums "Referenzen: Wasserbau, 

Sperrenbau" lässt sich ohne weiteres so verstehen, dass in erster Linie Referenzen aus 

der speziellen Sparte Sperrenbau berücksichtigt würden und solche aus der 

allgemeineren Sparte Wasserbau erst in zweiter Linie Beachtung gefunden hätten. 

Auch war es sachgerecht, Referenzobjekte mit erheblich tieferen Baukosten, welche 

das Objekt als solches nicht mehr als vergleichbar erscheinen lassen, ausser Betracht 

zu lassen. Im übrigen wurde die Referenz Mattenbach nicht nur wegen der geringen 

Baukosten von rund Fr. 30'000.-- als nicht vergleichbar betrachtet, sondern auch in 

bezug auf die Ausführungsart. Obwohl keine bestimmten Mindestkosten verlangt 

wurden, durfte aufgrund des Bauvolumens davon ausgegangen werden, dass es sich 

beim Referenzobjekt Mattenbach um ein Objekt einer anderen Kategorie handelt. 

Zudem handelt es sich bei den unter der Kategorie "Betonbau" angegebenen 

Referenzobjekten der Beschwerdeführerin um Wohnbauten und eine Stützmauer, 

wobei nicht ersichtlich ist, weshalb aufgrund der Qualitätsanforderungen an den Beton 

solche Bauten als einschlägige Referenzen beim Sperrenbau für Gewässer gelten 

können.

Objekte mit erheblich tieferen Baukosten wie auch solche aus allgemeinen Sparten 

können nicht generell als unbeachtlich qualifiziert werden. Daher war es auch nicht 

zwingend, in der Ausschreibung eine entsprechende Einschränkung bezüglich der 

Zulassung von Referenzen zu machen. Wenn aber wie im vorliegenden Fall ein Anbieter 

ein Referenzobjekt anführen kann, das vom Bauvolumen bzw. den Kosten wie auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

von der Art her dem ausgeschriebenen Objekt näher kommt als andere Vorhaben, so 

darf sich dies bei der Bewertung zu dessen Gunsten auswirken.

Aus dem Gesagten folgt, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung des Kriteriums 

"Referenzen" den Rahmen des ihr zustehenden Ermessens nicht verliess. Von einem 

aktiven Verhindern von Referenzen der Beschwerdeführerin und einer 

Ungleichbehandlung zugunsten der Beschwerdegegnerin kann nicht gesprochen 

werden.

3.8. Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin die Bewertung des Kriteriums "Qualität 

der Arbeit/Ablauf". Sie beanstandet, dass in der Begründung dieses Zuschlags fünf 

Teilkriterien bewertet worden seien, welche aus der Ausschreibung nicht hervorgehen 

würden. Diese Detaillierung bei einem Kriterium, welches insgesamt mit 10 % 

gewichtet werde, sei somit fraglich und unverhältnismässig. Aufgrund der bekannten 

Zuschlagskriterien habe ein Bewerber nicht damit rechnen müssen, dass die 

Geräteliste oder der Betontransport als Unterkriterium beurteilt und gewichtet würden.

3.8.1. Gemäss der Zuschlagsverfügung wurden beim Kriterium "Qualität der Arbeit/

Ablauf" die von den Anbietern eingeforderten Unterlagen wie Geräteliste (zur 

Beurteilung der Installation) sowie der Bericht mit den Angaben zu Bauablauf, 

Erschliessung, Wasserhaltung und Betontransport bewertet. In der ausführlichen 

Begründung der Zuschlagsverfügung wurden die geprüften Aspekte einzeln bewertet. 

Diese Einzelaspekte erscheinen nicht als selbständige Unterkriterien, welche in der 

Ausschreibung gemäss Art. 34 Abs. 3 VöB separat hätten angeführt werden müssen. 

Es wurde in der Ausschreibung ausdrücklich festgehalten, dass der Unternehmer einen 

Bericht mit Angaben zu Bauablauf, Wasserhaltung, Erschliessung und Installation 

einzureichen habe. In der Beschwerde wird daher zu Unrecht gerügt, diese 

Unterkriterien bzw. Einzelaspekte seien aus der Ausschreibung nicht hervorgegangen. 

Der Aspekt des Betontransports lässt sich als Teilbereich der Erschliessung

oder der Installation prüfen.

3.8.2. Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe in sämtlichen fünf 

Teilaspekten die maximale Punktzahl erhalten, obwohl ihr eingereichtes Bauprogramm 

sehr global gehalten sei und es beim Kriterium "Vollständigkeit und Qualität des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Angebots" zu einem Punkteabzug gekommen sei. Diese von der Beschwerdeführerin 

als Ungereimtheit qualifizierte Diskrepanz lässt sich damit begründen, dass ein Abzug 

beim Kriterium der Vollständigkeit des Angebots gemacht wurde und dieser Mangel 

offenbar bei den Einzelaspekten keine nachteiligen Auswirkungen hatte. Die 

Beschwerdeführerin will offenbar einen einzelnen Mangel bei zwei Kriterien und damit 

doppelt negativ bewerten, was nicht gerechtfertigt ist.

3.8.3. Soweit die Beschwerdeführerin den Abzug wegen des vorgesehenen Einsatzes 

eines 24-Tonnen-Raupenbag-gers bemängelt, sind ihre Einwendungen nicht 

stichhaltig. Es liegt im Ermessen der Vergabebehörde, aufgrund der besonderen 

örtlichen Gegebenheiten den Einsatz relativ leichter Baugeräte zu bevorzugen, selbst 

wenn dies möglicherweise punkto Effizienz und Logistik nachteilig ist. Ueberdies 

bestreitet die Vorinstanz, dass Felsen mit einem Gewicht von mehreren Tonnen zu 

bewegen sind. Selbst wenn solche Felsstücke bewegt werden müssen, ist nicht 

ausgewiesen, dass dies nur mit einem 24-Tonnen-Raupenbagger möglich ist. Aus den 

von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen mit den technischen Daten der 

beiden Bagger-Modelle geht dies jedenfalls nicht hervor.

3.8.4. Die Vorinstanz machte beim Aspekt "Bauablauf" bei der Offerte der 

Beschwerdeführerin einen Abzug von 10 Punkten. Sie begründete dies damit, im engen 

und schmalen Einschnitt des Donnerbaches sei es praktisch unmöglich, drei Sperren 

gleichzeitig zu bearbeiten. Insbesondere die Deponierung der Aushubmenge im 

näheren Bereich der Sperre sei praktisch unmöglich.

Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, die Vorinstanz habe ihr generelles 

Bauprogramm falsch verstanden, obwohl die Klarstellung bereits im ersten Verfahren 

vor Verwaltungsgericht vorgebracht worden sei. Eine aufmerksame Prüfung oder eine 

Rückfrage hätten nämlich klar gemacht, dass grundsätzlich nie zwei Sperren 

gesamthaft gleichzeitig bearbeitet würden, welche gänzlich ersetzt werden müssen. 

Wenn beispielsweise die Sperren 1 bis 3 gleichzeitig im Programm aufgeführt würden, 

so gehe es um gemeinsame Vorbereitungsarbeiten für das Betonieren der Sperre 1 

(Sanierung) und der Sperre 3 (Ersatz). Sperre 2 (Wegfall) und Sperre 4 dienten dabei als 

Schutz. Anschliessend werde Sperre 2 abgebrochen. Wenn dann aber mehrere 

Sperren nacheinander zu ersetzen seien, dann werde grundsätzlich ebenfalls Sperre für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sperre ersetzt. Trotzdem seien gewisse Vorarbeiten auch an den übrigen Sperren 

möglich. Dass bei jedem Schritt situativ gehandelt werde, sei für die 

Beschwerdeführerin selbstverständlich und müsse in einem generellen Bauprogramm 

nicht erwähnt werden.

Die Vorinstanz beharrt auf ihrem Standpunkt, aus dem Bauprogramm der 

Beschwerdeführerin gehe deutlich hervor, dass diese drei Sperren gleichzeitig 

bearbeiten wolle.

Es trifft zu, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Offerte zum Ablauf der Arbeiten eine 

gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Sperren vermerkt hat. Auch bei diesem Teilaspekt 

des Bauablaufs liegt es im Ermessen der Vorinstanz, die gleichzeitige Bearbeitung 

mehrerer Sperren als wenig zweckmässig zu qualifizieren, selbst wenn diese in 

unterschiedlichen Bearbeitungsstadien erfolgt. Wenn die Beschwerdeführerin 

ausführlich darlegt, dass sie in unterschiedlichen Bearbeitungsstadien an den einzelnen 

Sperren tätig wäre, so mag dies zutreffen. Aufgrund der eingereichten Unterlagen kann 

der Vorinstanz allerdings keine unsachgemässe Bewertung vorgehalten werden, wenn 

sie von einer gleichzeitigen Bearbeitung mehrerer Sperren ausgegangen ist.

3.8.5. Die Vorinstanz gab unbestrittenermassen eine Breite der Baupiste von 1,5 m vor. 

Daran haben sich die Anbieter grundsätzlich zu halten. Wenn das 

Erschliessungskonzept der Beschwerdeführerin auf einer Baupiste von 2 m Breite 

beruht, so mag dies bezüglich Effizienz gewisse Vorteile haben. Allein dies ist nicht 

entscheidend, da die Vergabebehörde die Rahmenbedingungen des Projekts und der 

Erschliessung setzt. Wenn die Beschwerdeführerin von einer Breite der Piste von 2 m 

ausgeht, so rechtfertigt dies folglich einen Abzug bei der Bewertung. Ob im übrigen der 

Grundeigentümer mit der Variante der Beschwerdeführerin einverstanden ist, spielt 

keine Rolle, da die Vorinstanz auch dann eine Breite der Baupiste von 1,5 m verlangen 

darf, wenn der Grundeigentümer mit einer solchen von 2 m einverstanden wäre.

3.8.6. Hinsichtlich der Umleitung des Wassers steht fest, dass in der Ausschreibung 

Leitungen von 400 bis 500 mm Durchmesser verlangt wurden (NPK 161-262.121/122). 

Die Beschwerdeführerin will die Umleitung mit einem Rohrdurchmesser von ca. 30 cm 

bzw. 300 mm bewältigen. Der Querschnitt einer 40 cm-Leitung ist rund 80 Prozent 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

grösser als jener einer 30 cm-Leitung. Solche Abweichungen von den Vorgaben der 

Ausschreibung rechtfertigen einen Abzug. Dabei ist es belanglos, ob Hochwasser am 

Donnerbach selten oder häufig sind und ob schlagartige Hochwasser in den letzten 

Jahrzehnten vorgekommen sind oder nicht.

3.8.7. Die Vorinstanz qualifizierte die von der Beschwerdeführerin gewählte Methode 

für den Betontransport mittels Raupendumper als unzweckmässig. Sie begründet 

nachvollziehbar, dass das mehrfache Umladen nachteilig ist. Auch die eingereichten 

Bestätigungen eines Betonlieferanten sowie des Versuchsstollens Hagerbach 

vermögen nicht darzutun, dass die von der Beschwerdeführerin gewählte Transportart 

zweckmässiger ist als die von der Vorinstanz bevorzugte Methode mittels 

Betonpumpen. Selbst wenn mit der Methode der Beschwerdeführerin dieselben 

Resultate erzielt werden können wie mittels Betonpumpen, so lässt sich die sachlich 

begründete Bevorzugung nicht als missbräuchliche Ermessensbetätigung qualifizieren.

3.9. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass der 

Vorinstanz bei der Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien kein 

Ermessensmissbrauch bzw. kein rechtswidriges Verhalten vorgeworfen werden kann, 

weshalb die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten 

werden kann.

4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 7'000.-- ist angemessen (mit Einschluss der Kosten von 

Fr. 1'000.-- der Verfügung vom 12. März 2008, Ziff. 381 und 382 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.

Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin ist 

unterlegen (Art. 98bis VRP), die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Ersatz 

ausseramtlicher Kosten (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176), und die 

Beschwerdegegnerin hat sich am Verfahren nicht beteiligt.

                                                                    Demnach hat das Verwaltungsgericht

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu Recht erkannt:

1./    Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2./    Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 7'000.-- bezahlt die 

Beschwerdeführerin unter

Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in

gleicher Höhe.

3./    Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

 

Der Präsident:                                                                                                  Der 

Gerichtsschreiber:

Versand dieses Entscheides an:

-       die Beschwerdeführerin (durch Rechtsanwalt

lic. iur. Karl Güntzel, 9004 St. Gallen)

-       die Vorinstanz (durch Fürsprecher

Christoph Bernet, 9000 St. Gallen)

-       die Beschwerdegegnerin  

 

am:

 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rechtsmittelbelehrung:

Die Rechtsmittelberechtigung gegen diesen Entscheid richtet sich nach Art. 82 ff., 

insbesondere Art. 83 lit. f., und Art. 113 ff. BGG. Das Rechtsmittel ist innert dreissig 

Tagen nach der Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

einzureichen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil des Verwaltungsgerichts vom 17. Juni 2008
	Oeffentliches Beschaffungswesen, Art. 18 Abs. 2 IVöB (sGS 841.32), Art. 34 VöB (sGS 841.11). Nach Abschluss des Werkvertrags kann ein Zuschlag nicht mehr aufgehoben werden. Im konkreten Fall lag keine Ermessensüberschreitung bei der Bewertung der Zuschlagskriterien vor (Verwaltungsgericht, B 2008/49).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte