# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1f73505-b67e-5005-af1b-08c202f039d1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-18
**Language:** de
**Title:** Feststellung von Status quo sine (Rücken) und fehlendem relevanten Integritätschaden (Schulter) durch Parteigutachten nicht widerlegt; Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2014.00278
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00278.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00278
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
18. Januar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
Direktion Bern,
lic
.
iur
.
Y.___
Monbijoustrasse
68, Postfach, 3001 Bern
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1968, war seit
1991
in einem Pensum von 50
%
als
Chauffe
use
bei der
Z.___
tätig und damit bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert, als sie sich am
1
0.
November 2009
beim Sturz aus zirka 1 Meter Höhe auf die linke Körperseite eine Schulterkontusion und eine Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS) zuzog (
Urk.
9/1
Ziff.
1-,
Urk.
9/144 S. 1 Mitte
lit
. A).
Am
9.
September 2011 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 3
0.
Novem
ber 2011 auf (
Urk.
9/149/2);
am
1.
März 2012 trat die Versicherte eine neue Stelle im Umfang von 60
%
als Ausbildnerin / Instruktorin an (
Urk.
9/191)
.
Mit Verfügung vom 1
6.
Juli 2013 stellte die SUVA die bis dahin gewährten Leis
tungen per
1.
März 2012 ein und verneinte einen Anspruch auf
Integritäts
entschädigung
für Beschwerden an der linken Schulter (
Urk.
9/228).
Die dagegen von der Versicherten am 1
3.
September 2013 erhobene Einsprache (
Urk.
9/231) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 2
4.
Oktober 2014 (
Urk.
9/240 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
4.
Oktober 2014 (
Urk.
2) erhob die Versi
cherte am 2
5.
November 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, dieser sei auf
z
uheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die gesetzli
chen Leistungen zuzusprechen (S. 2
Ziff.
1). Ferner sei das Honorar des von ihr kon
sultierten Arztes der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen beziehungsweise bei der Bemessung der Parteientschädigung zu berücksichtigen (S. 2
Ziff.
2).
Die SUVA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Februar 2015 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
9.
Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Un
fallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zu
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg
nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hin
weisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Gemäss Rechtsprechung entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein
Unfall
ereignis
nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeig
net war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversi
che
rung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukom
men
(Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2014 vom
9.
Februar
2015 E.
6.1, 8C_209/2014
vom
3.
September 2014 E.
5.2
,
8C_677/2007
vom
4.
Juli 2008 =
SVR 2009 UV Nr. 1
E. 2.3).
1.3
In der Rechtsprechung werden als Beispiele für ein Unfallereignis von besonde
rer Schwere etwa ein freier Sturz aus erheblicher Höhe, ein Sprung aus 10
m Höhe
, ein Sturz beim Tragen von Lasten oder ein Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit genannt (Urteile U 408/04 vom
9.
Mai
2005 E.
3.1
,
U 24/00 vom 2
6.
Juli 2000 E. 3c). Es sind massivste Gewalteinwirkungen auf den Körper not
wendig (Urteil U 2/99 vom 2
7.
Dezember 1999 E. 5).
1.4
Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur akti
viert
, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistun
gen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall
stehende
Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Errei
chen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboi
schial
gien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige rich
tunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlim
me
rung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als
abgeschlossen zu betrachten (Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2014 vom
9.
Febru
ar 2015 E.
6.1
,
8C_326/2013 vom
4.
Juni 2014 E.
2.3, 8C_677/2007 vom
4.
Juli 2008 = SVR 2009 UV Nr. 1 E. 2.3.1 f.).
1.5
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität er
leidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresver
dienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritäts
schadens
abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein
Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen
Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die kör
perliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, au
gen
fällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemes
sung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen meh
rere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un
fällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Be
ein
träch
tigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen ein
ander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S.
24 f.).
Soweit sich ein Entscheid auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen stützt,
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit dieser ärztli
chen Feststellungen, ist eine versicherungs-externe medizinische Begutachtung nach
Art.
44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungs
rechts
(ATSG)
oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465
E. 4.6
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus,
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (März 2012) hätten bezüglich des Rü
cken
s keine Unfallfolgen mehr vorgelegen beziehungsweise sei der Status quo sine mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht gewesen, weshalb bezüglich des Rückens
kein Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen mehr bestehe (S. 5
Ziff.
1.c).
Bezüglich der Schulter könne nicht von einem erheblichen (min
des
tens 5
%
betragenden
) unfallbedingten Integritätsschaden ausgegangen wer
den, sodass kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe
(S. 7
Ziff.
2b)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin verwies demgegenüber auf die Beurteilungen des von ihr beauftragten Arztes; es sei damit erstellt, dass die Auffassung der
Beschwer
degegnerin
unzutreffend sei (
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob bezüglich des Rückens im Zeitpunkt der
Leis
tungseinstellung
noch Unfallfolgen vorlagen, und wie es sich mit einer all
fälligen Integritätseinbusse an der linken Schulter verhält.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin schilderte am 1
2.
Februar 2010 den Unfallhergang vom
1
0.
November 2009 gegenüber der Beschwerdegegnerin wie folgt
(
Urk.
9/36
S. 1
)
:
Als ich (…) mit meiner Tour fertig war, habe ich an der Rampe in der
Verteiler
zentrale
(…) das Leergut aus dem Lkw entladen. Dann wollte ich das
Rampen
blech
(…) in kniender Position aufklappen, damit ich nachher mit dem Lkw von der Rampe wegfahren konnte. Bei dieser Aktion habe ich den Halt bezie
hungsweise das Gleichgewicht verloren, machte einen Fehltritt oder bin mit dem einen Bein ausgerutscht (bin mir nicht mehr ganz sicher) und drohte die Rampe hinunterzustürzen. Instinktiv habe ich mich an einer Verstrebung bei der Verladerampe festgehalten und versuchte mit dem linken Arm, mein gan
zes Körpergewicht aufgefangen. Durch diese Zugbewegung gab es mir einen heftigen Schmerz in die linke Schulter (Anriss der Muskulatur) und zusätzlich habe [beim] ich
mein rechtes Bein an der Rampenkonstruktion heftig anges
tossen. Nach dem (fast) Sturz konnte ich meinen Arm nicht mehr bewegen, sehr heftige Schmerzen und völlig blockiert.
3.2
Im
Bericht über die
Hospitalisation
im Zusammenhang mit der am 1
4.
Novem
ber 2009 erfolgten Operation (
Urk.
9/11 S. 1) und im
Austrittsbericht der Klinik
A.___
vom 1
9.
Januar 2010 (
Urk.
9/18
S.
3
) wurde zum Unfall
hergang ausgeführt, die Patientin habe einen Sturz aus zirka 1 Meter Höhe auf die linke Kör
perseite erlitten, worauf sie starke Schmerzen in der linken Schulter und im Rücken verspürt habe. Einen Tag danach sei es zur Exazerbation der Lumbalgie
mit
ischialgiformen
Ausstrahlungen in das linke Bein sowie zur Ent
wicklung einer
Schwäche im linken Fuss gekommen. Radiologisch habe sich eine grosse, frei perforierte Diskushernie L5/S1 gefunden, welche die klinisch
e Symptomatik gut erklärt habe. Die
entsprechende
Operation
- am 1
4.
November 2009 (
Urk.
9/12) -
sei komplikationslos verlaufen, die Schmerzsymptomatik habe sich relativ rasch zurückgebildet und die motorischen Ausfälle des linken Beines hätten sich bereits leicht gebessert.
3.3
Laut Operationsbericht vom
9.
Juni 2010 (
Urk.
9/54) fand am
3.
Juni 2010 eine Schulteroperation statt.
3.4
Vom 2
9.
Juni bis 1
0.
August 2011 weilte die Beschwerdeführerin stationär in der
B.___
, worüber a
m 1
1.
August 2011
berichtet wurde
(
Urk.
9/144)
.
Darin wurde (nebst einer Migräne ohne Aura seit dem 2
0.
Lebens
jahr) folgende Diagnose genannt (S. 1
lit
. A):
Unfall vom 1
0.
November 2009: Sturz aus zirka 1 Meter Höhe mit
-
Schulterkontusion links
-
Februar 2010 MRI Schulter links: subtotale Ruptur der
Supraspinatus
sehne
ohne degenerative Veränderungen und ohne fettige Infiltration der Muskulatur
-
3.
Juni 2010: Schulter-Arthroskopie:
Bizepssehnentenodese
sowie
Sup
ra
s
pinatussehnen-Reinsertion
und
Kapsulotomie
links bei
Frozen
Shoulder
,
Supraspinatus
-Sehnenruptur, ausgedehnter SLAP-Läsion Grad III links
-
6.
April 2011 neurologische Untersuchung: keine Hinweis auf neuro
logische Ursache des Kraftdefizits, keine
Suprascapularis
-Neuropathie
-
LWS-Kontusion
-
biradikuläres
Reiz- und sensomotorisches Ausfallsyndrom L5/S1
-
1
4.
November 2009 MRI LWS: grosse, freie perforierte Diskushernie L5/S1 links
-
1
4.
November 2009 mikrotechnische
Fenestration
und
Rezessotomie
L5/S1 links, Freilegung der Doppelwurzel L5/S1, Entfernung der
Dis
kushernie
-
2
2.
Juli 2011
Neurokonsil
Dr.
C.___
/
B.___
:
residuelles
sensomotori
sches
radikuläres
Syndrom L5/S1 links
Die bisherige Tätigkeit als LKW-
Chauffeuse
wurde wegen zu hoher Anforderun
gen (am bisherigen Arbeitsplatz) - Ladetätigkeit mit Hantieren von Lasten bis schwer und Arbeiten über Brusthöhe - als nicht zumutbar beurteilt (S. 2 oben).
Als ganztags zumutbar wurde leichte bis mittelschwere Arbeit beurteilt, dies mit folgenden Einschränkungen (S. 2 Mitte):
-
Schulter links: ohne Tätigkeit über Brusthöhe, ohne wiederholten Krafteinsatz des linken Arms
-
LWS: ohne Tätigkeit in längerdauernder vorgeneigter Rumpfposition oder Rotation, ausnahmsweise Hantieren von Lasten bis 25 kg
3.5
Am 2
1.
Oktober 2011 berichtete
Kreisarzt
PD
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Or
thopädische Chirurgie,
über seine am Vortag erfolgte Untersuchung
(
Urk.
9/156)
und führte unter anderem aus, vor einer abschliessenden Beurtei
lung sei die Datenlage zu vervollständigen und bis dahin am aktuellen Proce
dere festzu
hal
ten (S. 9 Mitte).
3.6
Kreisärztin
Dr.
med.
E.___
, Fachärztin Neurochirurgie, berichtete am 2
9.
Mai
2012 über die gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
9/201). In ihrer Beurteilung nannte sie folgende Diagnosen (S. 9
Ziff.
5):
-
Restbeschwerden linke Schulter mit / bei
-
Status nach Unfall am 1
0.
November 2009 mit Zugbelastung des lin
ken Armes
-
kernspintomographischer Nachweis einer subtotalen
Supraspinatus
sehnenruptur
Februar 2010
-
Status nach Schulterarthroskopie links mit
Bizepssehnentenodese
,
Sup
raspinatussehnen-Reinsertion
und
Kapsulotomie
links bei
Frozen
Shoulder
,
Supraspinatussehnenruptur
, ausgedehnter SLAP-Läsion III-IV links am
9.
Juni 2010
-
Status nach Schulterkontusion links im April 2012
-
residuelles
sensomotorisches S1-Wurzelsyndrom links mit / bei
-
Status nach mikrotechnischer
Diskushernienoperation
L5/S1 links am 1
4.
November 2009
Sie führte unter anderem aus, sie habe die Beschwerdeführerin gebeten, den Unfall noch einmal zu schildern (S. 6 unten). Beim Anheben der Verladerampe müsse sie ausgerutscht sein, „der linke Fuss ging ins Leere, das rechte Bein blieb auf der Rampe liegen. Um den Sturz abzufangen, hielt sie sich mit der linken Hand an einer Verstrebung der Seitenwand fest. Somit hing sie zeitweise am linken Arm, das rechte Bein war seitlich ausgestreckt auf der Rampe verblieben. Während dem Hinunterstürzen beziehungsweise vor dem Abfangen mit dem linken
A
rm sei sie an der seitlichen Wand mit Schulter und Rücken angeschla
gen. Sofort nach dem Unfall habe sie starke Schmerzen in der linken Schulter gehabt und habe den linken Arm nicht richtig bewegen können. Der gesamte Rücken habe ihr ebenfalls wehgetan mit Betonung des unteren Teils. Eine Aus
strahlung in die Beine bestand damals noch nicht
.“
(S. 6 f.).
Sie führte
weiter
aus, die Läsion an der linken Schulter und damit die Arthros
ko
pie
seien als unfallkausal anzusehen.
In der aktuellen klinischen Un
tersuch
ung
finde
sich ein leicht positiver
Jobe
-Test sowie eine abgeschwächte
Aussen
rotation
links; die globale Beweglichkeit der linken Schulter sei bei Sta
tus nach
Supraspinatussehnenläsion
relativ gut. Durch das neuerliche Trauma von An
fang April 2012 bestünden vermehrte Schulterschmerzen links ohne kli
nischen Hinweis für einen neuen pathologischen Befund; e
s sei aktuell von ei
ner
Schul
terprellung
links auszugehen
, di
e nach 8 Wochen abgeklungen sein
sollte
(S. 9 unten).
Die linke Schulter betreffend sei die
Erheblichkeitsgrenze
einer
Integritätsent
schädigung
nicht erreicht (S. 10 oben).
Der Unfallmechanismus habe sich im Wesentlichen als
Zugbelastung ausge
wirkt, es habe weder eine Stauchung der LWS noch eine Überstreckung bezie
h
ungsweise Überbeugung stattgefunden. Durch das Anschlagen des Oberkörpers / Rücken an der Seitenwand könne eine Kontusion postuliert werden; eine leichte Torsionsbewegung könne ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Die dabei ein
wirkenden Kräfte seien jedoch nicht ausreichend, um einen Bandschei
benvorfall zu verursachen (S. 10 Mitte).
Durch das Unfallereignis vom 1
0.
November 2009 sei der Bandscheibenvorfall aus
gelöst worden; der Unfall bedinge den Bandscheibenvorfall jedoch nicht wes
entlich. Es sei durch den Unfall zu einer vorübergehenden, nicht
richtungs
geb
en
den
Verschlimmerung des Bandscheibenleidens im Segment L5/S1 ge
kom
men.
Insgesamt sei davon auszugehen, dass
nach
erfolgter
komplikations
loser
Band
scheibenoperation
der Status quo sine zum jetzigen Zeitpunkt ange
nommen werden könne (S. 11
Mitte
).
3.7
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Chirurgie, erstattete am
8.
Januar 2013
ein
Aktengutachten im Auftrag der Rechtsschutzversicherung der Beschwerdefüh
rerin
(
Urk.
9/215
=
Urk.
3/5
).
Er führte unter anderem aus, die Beurteilung der Kreisärztin in Bezug auf einen Integritätsschaden an der Schulter erscheine ihm unzutreffend (S. 9 unten). So würden doch für die Tätigkeiten erhebliche Einschränkungen angegeben und die Versicherte beklage belastungsabhängig
e
Schmerzen. Es erstaune, dass von der SUVA nicht auf eine mässige
Periarthropathia
humero-scapularis
abgestellt worden sei, was mit einer 10%igen Integritätsentschädigung verbunden wäre. Aufgrund der mit dem neuen Ereignis zusätzlich aufgetretenen
Schmerzverstär
kung
wäre ein
Arthro
-MRI der linken Schulter angezeigt (S. 10 oben).
Er führte
weiter
aus, es sei unfallbedingt zu einem klassisch traumatisch be
dingten Bandscheibenvorfall mit einer Wurzelkompression S1 links mit soforti
gen sensomotorischen Ausfällen gekommen; dementsprechend sei eine Opera
tion
durchgeführt worden. Es seien sensomotorische Defizite sowie
belastungs
ab
hän
gige
Beschwerden verblieben; ein Status quo sine sei definitionsgemäss ausge
schlossen (S. 11 unten).
Der fraglos bestehende unfallunabhängige degenerative Vorzustand sollte nicht
zur Annahme verführen, dass sich ein Bandscheibenvorfall auch ohne ein Er
eig
nis im Laufe des nächsten Jahres entwickelt hätte. Die Versicherte habe im
mer
hin 10 Jahre im belastenden Beruf als LKW-
Chauffeuse
gearbeitet, ohne dass Rückenbeschwerden zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Im MRI sei so
gar Flüssigkeit im Gelenkspalt L5/S1 gesehen worden, auch dies spreche dafür, dass dieser Befund unfallbedingt verursacht worden sei (S. 11 f.).
Für die Wirbelsäule liege gemäss SUVA-Tabelle 7 ein Integritätsschaden vor. Die Versicherte leide an geringen Dauerschmerzen, die sich bei Belastung ver
stärk
ten und a
uch
in
Ruhe beständen. Damit müsse
von einer
Schmerz
ska
lie
rung
von + bis ++ ausgegangen werden. Aus näher dargelegten Gründen ergebe sich gesamthaft ein Integritätsschaden von 20
%
(S. 13 oben).
3.
8
Kreisärztin
Dr.
E.___
führte in ihrer
Stellungnahme v
om
5.
Februar
2013 (
Urk.
9/217) unter anderem aus, entgegen der Ansicht von
Dr.
F.___
sehe sie im von der Versicherten geschilderten Unfallhergang keinen massiven
Abknickme
chanismus
des Oberkörpers gegenüber dem Unterkörper. Die beim Manöver auf
die LWS einwirkenden Kräfte seien nicht geeignet gewesen, einen Bandschei
ben
vorfall zu verursachen (S.
1). Im MRI vom 1
2.
November 2009, zwei Tage nach dem Unfall,
zeigten
sich keine strukturellen Veränderungen
ossär
oder
li
gamen
tär
als Begleitverletzungen, die ein entsprechend schweres Trauma do
kumentiert
hätten (S. 1 unten). Die von
Dr.
F.___
erwähnte Flüssigkeit im Ge
lenkspalt L5/S1
sodann sei Ausdruck der Arthrose im Facettengelenk im Sinne eines
Gelenk
er
gusses
und nicht Indiz für ein traumatisches Geschehen, sondern Hinweis für degenerative Veränderungen (S. 1 f.).
Betreffend die linke Schulter habe sich in der klinischen Untersuchung eine nur
leichte Bewegungseinschränkung im Seitenvergleich präsentiert.
Angesichts dessen
und der von der Versicherten berichteten phasenweisen
Beschwerdefrei
heit
liege eine leichte Form der
Periarthrosis
humeroscapularis
vor, welche die
Erheblichkeitsgrenze
einer Integritätsentschädigung nicht erreiche (S. 2 Mitte).
3.9
Dr.
F.___
gab am 2
4.
Mai 2013 eine weitere Beurteilung ab (
Urk.
9/224
=
Urk.
3/4
). Er führte unter anderem aus, die klassische Symptomatik eines Band
scheibenvorfalls habe unmittelbar nach dem Ereignis vorgelegen und die Ver
si
cherte sei dementsprechend vier Tage nach dem Ereignis operiert worden, wo
bei sich der die Nervenwurzel L5/S1 komprimierende Bandscheibenvorfall ge
zeigt habe (S. 2 oben).
Man könne auch nicht davon ausgehen, dass ein stumme
r
Vorzustand vorge
legen habe und eine bereits asymptomatische Diskushernie durch das Ereignis le
dig
lich ausgelöst worden sei (S. 2 Mitte). Wenn knapp zwei Jahre nach dem Er
eignis noch von belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der LWS ge
spro
chen und ein
residuelles
sensomot
orisches
radikuläres
Ausfall
syndrom dia
g
nos
tiziert werde, könne nicht von einem Status quo sine gesprochen werden (S. 2
unten).
Die Schulter betreffend führte er unter anderem aus, die Versicherte habe ihm telefonisch angegeben, dass ihre Beweglichkeit noch nicht voll erreicht sei (S. 4
unten). Die noch vorhandenen strukturellen Schäden seien therapiepflichtig; sollten
sie bestehen bleiben, so müsste eine Integritätsentschädigung im Sinne einer mässigen
Periarthrosis
humeroscapularis
, mithin 10
%
, zugesprochen wer
den (S. 5 oben).
3.10
Am 2
2.
Oktober 2014 erstatte
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Kompetenzzentrum
Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin, eine orthopädische Beurteilung (
Urk.
9/239
=
Urk.
3/6
)
. Er führte unter anderem aus, gemäss - näher erläuterter - gängiger Lehrmeinung seien nur Unfallereignisse mit massivster Gewaltein
wirkung imstande, einen traumatisch bedingten Bandscheibenvorfall hervorzu
rufen.
Es sei
(deshalb)
überwiegend wahrscheinlich, dass das Schadenereignis vom
1
0.
November 2009 nicht geeignet gewesen sei, die kernspintomographisch und intraoperativ festgestellten krankhaften Befunde der Lendenwirbelsäule her
vorzurufen (S. 11 unten).
Aufgrund der objektivierbaren Bilddokumente sei eine relevante Gewalteinwir
kung auf
die
Lendenwirbelsäule infolge des Ereignisses vom 1
0.
November 2009 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen (S. 12 unten). Das Ereig
nis habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer leichten vorübergehen
den Verschlimmerung des vorbestehenden Lendenwirbelsäulenleidens geführt
; der Status quo sine sei fünf Monate danach eingetreten (S. 13).
Angesichts der in der Untersuchung vom 2
9.
Mai 2012 erhobenen Beweglich
keit bestehe kein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden des linken Schul
tergelenkes. Eine
Omarthrose
oder
Periarthrosis
humeroscapularis
liege entge
gen
der Auffassung von
Dr.
F.___
nicht vor (S. 14 unten).
3.
11
Dr.
F.___
nahm a
m 1
0.
November 2014
ein weiteres Mal Stellung
(
Urk.
9/245
=
Urk.
3/3
)
und führte unter anderem aus, die Annahme einer jahrelangen Vor
geschichte von bewegungs- und belastungsabhängigen
Lendenwirbelsäulenbe
schwerden
sei unzutreffend (S. 3 f.). Diesbezüglich müsse aufgrund der Schmer
zen von einem Integritätsschaden von 5-10
%
ausgegangen werden, aufgrund der
Ausfälle und der durchgeführten Operation müsse eine Erhöhung um min
destens jeweils 5
%
angenommen werden, so dass insgesamt ein
Integritäts
scha
den
von 15-20
%
für den unfallbedingten Wirbelsäulenschaden vorliege (S.
8 Mitte).
3.
12
Dr.
G.___
erstattete am
2
7.
Januar 2015
eine weitere orthopädische Beurteilung
(
Urk.
10)
. Er führte unter anderem aus, die Beurteilung durch
Dr.
F.___
zeige keine neuen Aspekte auf,
welche
die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts in wesentlicher Weise veränderten und eine versicherungsmedizinische
Neube
wertung
notwendig machten
(S. 1 Mitte). Die Beschwerdeführerin sei bereits vor dem Ereignis von 2009 wegen therapieresistenter Schmerzen der
Lendenwir
bel
säulen
und intermittierender
pseudoradikulären
Ischialgien in Behandlung ge
we
sen, wie sich aus radiologischen Befundberichten von 2001 (vgl.
Urk.
9/176,
Urk.
9/18
4-185
) ergebe. Aus der Literatur sei allgemein bekannt, dass sich der
artige Verschleisserkrankungen über den Verlauf der Jahre progre
dient ver
schlech
terten (S. 1 f.
Ziff.
1)
.
Die Annahme von
Dr.
F.___
betreffend Unfallhergang, es sei fast zu einem
Spagat und einem massiven Abknicken des Oberkörpers im Sinne einer ‚Distrak
tion‘ gekommen, sei spekulativ und decke sich nicht mit den zeitnah erstellten Bild
dokumenten (S. 2
Ziff.
2).
Für einen allfälligen Integritätsschaden an der linken Schulter sei auf die
Funk
tionseinschränkung
im Zeitpunkt der Abschlussuntersuchung (Mai 2012) und die dabei erhobenen Werte abzustellen, die allenfalls eine leichte
Periarthrosis
humeroscapularis
annehmen liessen, was gemäss Tabelle 1, 5 und 6 keine
In
te
gritätsentschädigung
ermögliche (S. 4 f.
Ziff.
3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, die - vier Tage nach dem Unfall ope
rierte - Diskushernie L5/S1 sei nicht durch den Unfall verursacht worden, weil es dafür an der praxisgemäss geforderten massiven Gewalteinwirkung gefehlt habe. Sie sei durch den Unfall ausgelöst worden, es
sei
also bezogen auf die dege
nerativ vorgeschädigte Wirbelsäule zu einer richtungsgebenden Verände
rung gekommen, dies allerdings nur vorübergehend, da rund 5 Monate später mit dem Status quo sine ein Zustand erreicht gewesen sei, wie er auch ohne den Unfall eingetreten
wäre
.
4.2
Der von der Beschwerdeführerin beauftragte Orthopäde zog aus den ihm vorlie
genden Akten zwei andere Schlussfolgerungen. Erstens erschien der Unfallher
gang gemäss seiner Beurteilung geeignet, die genannte Diskushernie zu verur
sachen, und zweitens machte er geltend, angesichts der dokumentierten
Rest
beschwerden
könne definitionsgemäss nicht von einem Status quo sine ausge
gangen werden.
4.3
Die
Argumentation des von der Beschwerdeführerin konsultierten Arztes ver
mag
nicht zu überzeugen. Bezüglich Verursachung setzte er sich nicht nach
voll
ziehbar mit dem Pflichtkriterium der besonderen Schwere des
Unfallereig
nisses
(vorstehend E.
1.3) auseinander, wofür auch insbesondere seine wieder
holten Aus
führungen zum Unfallhergang keinen Ersatz zu schaffen vermögen. Sodann ist nicht einleuchtend, warum allfällige Restbeschwerden der Annahme eines Status quo sine entgegenstehen sollten, ist dieser doch nicht durch er
reichte Beschwerdefreiheit charakterisiert, sondern dadurch, dass von noch be
stehenden Beschwerden angenommen werden muss, sie wären (als Folge eines
Vorzu
standes
) auch ohne den Unfall vorhanden
(vorstehend E. 1.1)
. Schliesslich ist es der Überzeugungskraft der präsentierten Überlegungen auch nicht zuträg
lich, wenn in der dritten Beurteilung auf einmal - und erstmals -
Integritäts
schäden
postuliert und ohne besondere Begründungsumstände zu einem Total kumuliert werden.
4.4
Demgegenüber ist die Beurteilung, auf welche sich die Beschwerdegegnerin ab
stützte, nachvollziehbar und schlüssig sowie insbesondere im Einklang mit der für
diese Thematik massgebenden Rechtsprechung (vorstehend E. 1.2
-1.4).
Dementsprechend ist die im angefochtenen Entscheid getroffene Feststellung,
wonach allfällig verbleibende Rückenprobleme - jedenfalls im Zeitpunkt der
Leis
tungseinstellung
, mithin rund 1 1/3 Jahre nach dem Unfall - nicht mehr
un
fall
kausal
waren
, zutreffend
.
4.5
Hinsichtlich der linken Schulter und eines allfälligen Integritätsschadens ist
von
den massgebenden SUVA-Tabellen vorab Tabelle 1 von Bedeutung, wo unter anderem der Schaden
bei
einer leichten
Periarthrosis
humeroscapularis
mit 0
%
und bei einer mässigen mit 10
%
beziffert ist. Gemäss Tabelle 5 beträgt sodann der Schaden bei einer mässigen AC-Arthrose ebenfalls 0
%
, und gemäss Tabelle 6 jener bei mässiger (bis mittelschwerer) Instabilität des AC-Gelenks ebenfalls 0
%
.
4.6
Kreisärztin
Dr.
E.___
hat gestützt auf ihre eigene Untersuchung im Mai 2012 festgehalten,
was bezüglich der linken Schulter an Befunden zu erheben war und hat gestützt darauf ausgeführt, die
Erheblichkeitsgrenze
einer
Integritäts
entschädigung
sei nicht erreicht (vorstehend E. 3.6).
Was der von der Beschwerdeführerin beauftragte Arzt dagegen anführte, über
zeugt nicht, zumal sich seine diesbezüglichen Ausführungen einzig auf die Akten (und ein Telefonat mit der Beschwerdeführerin) und keine eigene Unter
su
chung stützen.
Weder dass die Beschwerdeführerin erhebliche Einschränkungen angebe und
be
las
tungsabhängige
Schmerzen beklage (vorstehend E. 3.7) noch dass sie ihm be
richtet habe, ihre Beweglichkeit sei noch nicht voll erreicht (vorstehend E. 3.9), ändert etwas daran, dass die im klinischen Untersuch erhobenen Verhält
nisse der linken Schulter nicht auf einen Integritätsschaden von 5
%
oder mehr
haben
schliessen lassen.
4.7
Somit ist auch die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass kein Anspruch auf Integritätsentschädigung besteht, nicht zu beanstanden.
Dementsprechend ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Die von der Beschwerdeführerin eingeholten ärztlichen Beurteilungen haben sich als nicht
entscheid
relevant
erwiesen, womit eine Kostenüberwälzung ausser
Betracht fällt
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher