# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36cd5525-1ac8-5aeb-bbb9-62883fa7a3dd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.09.2021 IV 2019/294
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-294_2021-09-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/294

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.06.2022

Entscheiddatum: 07.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 07.09.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 43 ATSG. Ein MEDAS-Gutachten attestierte der 
Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aufgrund einer 
leichten depressiven Episode und einer leichten Intelligenzminderung. Der 
RAD führte aus, die durch die psychiatrische Gutachterin und die 
behandelnde Psychiaterin erhobenen Befunde sowie die Aktivitäten der 
Beschwerdeführerin in ihrem Alltag seien damit unvereinbar und gab ein 
weiteres psychiatrisches Gutachten in Auftrag. Dieses schätzte eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Ausführungen des RAD sind in Anbetracht der 
Akten überzeugend und wurden im Nachhinein durch das als beweistauglich 
beurteilte zweite Gutachten bestätigt. Somit ist die Beschwerdegegnerin zu 
Recht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 
ausgegangen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 7. September 2021, IV 2019/294).

Entscheid vom 7. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie Löhrer und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2019/294

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Michael Walder, Studer Zahner Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherte) arbeitete seit 1. April 2015 in einem Pensum von 

80 % als Produktionsmitarbeiterin bei der B.___ AG (Arbeitsvertrag, IV-act. 9; Angaben 

Arbeitgeberin vom 29. Juli 2015, IV-act. 15). Am 25. Juni 2015 wurde sie von Dr. med. 

C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bei der Invalidenversicherung (IV) 

zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1). Die Anmeldung zum Leistungsbezug wegen 

seit langem bestehenden Depressionen und chronischen Schmerzen an Rücken, 

Gelenken und Magen/Darm erfolgte am 14. Juli 2015 (IV-act. 4).

A.b. Am 29. Juli 2015 erlitt die Versicherte zufolge eines Autounfalls ein 

Beschleunigungstrauma (QTF Grad 1), eine Thoraxkontusion rechts sowie ein 

Zervikobrachial-Syndrom rechts, welche während einer bis zum 31. Juli 2015 

dauernden Hospitalisation diagnostiziert wurden (IV-act. 18; Schadenmeldung UVG 

vom 3. August 2015, Fremdakten, act. 2; Unfallschein UVG vom 3. August 2015, 

Fremdakten, act. 17-2; Arztzeugnis UVG vom 24. August 2015, Fremdakten, act. 20-1; 

Austrittsbericht Spital D.___ vom 4. August 2015, Fremdakten, act. 14).

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A.c. In ihrer Stellungnahme vom 18. August 2015 hielt die RAD-Ärztin Dr. med. E.___, 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, fest, gemäss Angaben der Arbeitgeberin 

habe die Versicherte zuhanden der Pensionskasse unterschrieben, voll arbeitsfähig zu 

sein; auch sei der Arbeitgeberin keine gesundheitliche Einschränkung bekannt. Es liege 

einzig eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit vom 29. Juli bis 16. August 2015 vor 

(vgl. IV-act. 22; Arbeitgeberfragebogen vom 29. Juli 2015, IV-act. 15-3 f.). Daraufhin 

wies die IV-Stelle Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder Rente mit Mitteilung 

vom 19. August 2015 ab (IV-act. 25).

A.d. Dr. C.___ hielt im Arztbericht vom 31. August 2015 fest, die Versicherte leide unter 

einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: 

F33.1) mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z73), sowie einer 

unsicheren, abhängigen Persönlichkeitsakzentuierung. Diese führten zu schneller 

Erschöpfung und Überforderung, Ermüdbarkeit, Unsicherheit, Konzentrationsstörung, 

reduzierter Aufnahmefähigkeit, reduziertem Antrieb und Schmerzen. Es finde ca. 

zweimal monatlich eine Gesprächstherapie statt. Aktuell sei die Versicherte seit 29. Juli 

2015 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Möglich seien einfach strukturierte 

Aufgaben ohne Verantwortung. Im geschütztem Rahmen sei die Arbeitsfähigkeit auf 

60 % bis 80 % steigerbar (IV-act. 27).

A.e. Die Versicherte ersuchte die IV-Stelle am 3. September 2015 um Erlass einer 

beschwerdefähigen Verfügung, da sich ihr Allgemeinzustand zwischenzeitlich 

wesentlich verschlechtert habe und die Abklärungen unvollständig seien (IV-act. 28).

A.f. Dr. med. F.___, Fachärztin für Gastroenterologie (Unterschrift unleserlich, aber 

identisch mit IV-act. 73-2), hielt im Arztbericht vom 25. September 2015 fest, sie habe 

die Versicherte vom 30. Juni 2012 bis 2. September 2015 wegen Übelkeit und 

postprandialer Beschwerden behandelt. Es bestehe ein psychosomatischer Kontext. 

Aufgrund der schulischen und beruflichen Anamnese habe sie den Verdacht auf bisher 

nicht abgeklärte erhebliche intellektuelle Defizite (IV-act. 37). Die RAD-Ärztin Dr. E.___ 

äusserte sich nach Rücksprache mit der behandelnden Psychiaterin Dr. C.___ 

dahingehend, dass an der Stellungnahme vom 15. August 2015 nicht festgehalten 

werden könne und keine Arbeitsfähigkeit und kein Eingliederungspotential vorhanden 

sei (RAD-Stellungnahme vom 28. September 2015, IV-act. 40).

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A.g. Die IV-Stelle widerrief am 29. September 2015 die Mitteilung vom 19. August 

2015, wies gleichentags das Gesuch um berufliche Massnahmen ab, da solche 

aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit nicht möglich seien und stellte weitere 

medizinische Abklärungen sowie eine separate Verfügung betreffend den Anspruch auf 

Rentenleistungen in Aussicht (IV-act. 43 f.).

A.h. Anlässlich eines ambulanten Assessments im Auftrag des Unfallversicherers in der 

Rehaklinik G.___ am 12. Oktober 2015 zeigten sich bei der strukturierten Befragung 

über den Umgang mit Schmerzen und Rehabilitationshindernisse mehrere Hinweise auf 

eine Auffälligkeit im psychischen Bereich (Bericht vom 21. Oktober 2015, Fremdakten, 

act. 50).

A.i. Im Verlauf einer stationären, integrierten psychosomatisch-sozialmedizinischen 

Rehabilitationsbehandlung in der Klinik H.___ vom 19. Oktober bis 28. November 2015 

wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 

(ICD-10: F33. 1) bei multifaktorieller psychosozialer Belastung mit Entwicklung eines 

Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z73.0), eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen 

(ICD-10: Z73.1), ein Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), eine 

chronische Lumboischialgie, ein chronisches Reizdarmsyndrom und intermittierende 

Kopfschmerzen VAS (visuelle Analogskala zur Erfassung der subjektiven 

Schmerzwahrnehmung) 7-10/10 VAS diagnostiziert bzw. erhoben. Gemäss 

Austrittsbericht vom 8. Dezember 2015 gelang eine Stabilisierung der psychischen 

Befindlichkeit (IV-act. 55). Eine testpsychologische Untersuchung vom 17. November 

2015 ergab eine Schätzung des Intelligenzquotienten zwischen 54 und 61, womit eine 

leichte Intelligenzminderung gemäss ICD-10 vorliege. Die Versicherte dürfte sowohl im 

beruflichen wie im psychosozialen Kontext deutlich beeinträchtigt und auch bei wenig 

komplexen Anforderungen rasch überfordert sein, was von ihr so berichtet werde. Die 

Depressionstestung ergebe hohe Werte, was für eine schwere depressive Symptomatik 

spreche. Aktuell zeige sich ein mittelschwer beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil. 

In der Aufmerksamkeitsleistung, sowohl beim genauen Arbeiten wie auch in der 

Geschwindigkeitsleistung, zeigten sich deutliche Schwierigkeiten (Bericht vom 

25. November 2015, IV-act. 46).

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A.j. Dr. med. I.___, Facharzt für Neurologie, hielt in seinem Bericht vom 8. Dezember 

2015 fest, aufgrund des klinisch-neurologischen Untersuchungsbefundes habe er bei 

der Versicherten keine Hinweise für eine radikuläre oder spinale neurologische 

Ausfallssymptomatik und keine Paresen gefunden. Der Reflexstatus sei regelrecht. Die 

angegebene diffuse Hypopathie im rechten ventro-lateralen Oberschenkel sei unklar 

(IV-act. 114).

A.k. Dr. C.___ diagnostizierte gemäss Arztbericht vom 19. Januar 2016 unter anderem 

eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10: F33.1), eine abhängige 

selbstunsichere Persönlichkeitsakzentuierung sowie eine leichte Intelligenzminderung 

(ICD-10: F70), die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Trotz lang anhaltender 

Behandlung mit medikamentöser Einstellung sei keine Stabilisierung möglich gewesen. 

Vom 29. Juli 2015 bis 3. Januar 2016 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, vom 

19. Januar bis 14. Februar 2016 von 50 %, diese Schätzung sei am oberen Limit. 

Angepasst seien einfach strukturierte Tätigkeiten ohne Schicht- und Akkordarbeit (IV-

act. 47).

A.l. RAD-Ärztin Dr. med. J.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in 

einer Stellungnahme vom 19. Februar 2016 aus, da die Versicherte an der letzten, 

keineswegs adaptierten Arbeitsstelle immerhin fünf Monate unkritisierte Leistung 

erbracht habe, bevor sie dekompensiert sei, sei an einer adaptierten Arbeitsstelle das 

Wiedererreichen der vorbestehenden Arbeitsfähigkeit von 80 % anzunehmen. Aktuell 

betrage die Arbeitsfähigkeit 50 %. Die Unterstützung in der Suche einer adaptierten 

Tätigkeit sei angezeigt. Zu empfehlen seien eine körperlich adaptierte, leichte Arbeit mit 

möglichst regelmässigen Arbeitszeiten und ohne häufige Schichtwechsel sowie ein 

Arbeitsplatzcoaching zur Klärung und gegebenenfalls Bearbeitung der berichteten 

häufigen Kränkungen am Arbeitsplatz (IV-act. 50).

A.m. Dr. C.___ bestätigte am 10. März 2016 gegenüber der SUVA, es liege keine 

100%ige Arbeitsfähigkeit vor (Fremdakten, act. 81) und am 26. Juli 2016 gegenüber 

der IV-Stelle eine volle Arbeitsfähigkeit ab 1. April 2016 sowie eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit ab ___ 2016 wegen der eingetretenen Schwangerschaft (IV-act. 63). 

Die IV-Stelle wies in der Folge das Gesuch hinsichtlich beruflicher Massnahmen 

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mangels Notwendigkeit ab (Mitteilung vom 26. Juli 2016, IV-act. 65). Am ___ 2016 

brachte die Versicherte ihren Sohn zur Welt (IV-act. 71).

A.n. Im Arztbericht vom 10. Januar 2017 führte Dr. C.___ aus, die Versicherte sei bis 

zum 4. Februar 2017 im Mutterschaftsurlaub. Die bisherige 80%ige Anstellung mit 

Schicht- bzw. Akkordarbeit überfordere die Versicherte durch Wechsel und 

Arbeitstempo. Inwieweit eine 50%ige Tätigkeit langfristig ausgeübt werden könnte, sei 

derzeit fraglich (IV-act. 72-1 ff.).

A.o. Die RAD-Ärztin Dr. J.___ hielt am 6. April 2017 weitere Abklärungen für angezeigt 

(IV-act. 83). Im Abklärungsbericht Haushalt vom 17. Juli 2017 wurde festgehalten, nach 

der Schutzfrist sei der Versicherten das Arbeitsverhältnis am 29. Juni 2017 auf Ende 

August 2017 gekündigt worden. Nach ihren Angaben wäre sie ohne 

Gesundheitsschaden trotz Kleinkind zu 100 % erwerbstätig. Um den vollen Lohn über 

den bisherigen Arbeitgeber zu erhalten, habe sie Dr. C.___ überredet, ihr ab 1. Juli 

2017 eine volle Arbeitsfähigkeit zu attestieren (IV-act. 91). RAD-Ärztin Dr. J.___ kam am 

25. Januar 2018 zum Schluss, es sei eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen 

(IV-act. 122).

A.p. Das Gutachten wurde am 15. August 2018 durch das Zentrum für Medizinische 

Begutachtung (ZMB) Basel erstattet (Dr. med. K.___, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin; Dr. med. L.___, Facharzt für Orthopädie/Handchirurgie; Dr. med. M.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie; Dipl. Psych. N.___, Fachpsychologin 

Neuropsychologie FSP/GNP; M.Sc. O.___, Neuropsychologin; M.Sc. P.___, 

Neuropsychologin; Untersuchungen vom 29. und 31. Mai 2018; IV-act. 130). Die 

Gutachter diagnostizierten als die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigend eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F32.0), eine leichte 

Intelligenzminderung (ICD-10: F70) sowie eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0; 

IV-act. 130-5 f.). Sie führten aus, die Versicherte überschätze aufgrund ihrer kognitiven 

Situation die Bedeutung ihrer körperlicher Beschwerden deutlich und habe keine 

wirksamen Strategien zu deren Bewältigung zur Verfügung. Die geklagten Symptome 

und Funktionseinbussen seien jedoch in sich konsistent und plausibel. Auch die 

Akteninformationen seien nachvollziehbar und deckten sich mit den gutachterlichen 

eigenen Untersuchungen (IV-act. 130-7 f., 50). Der Intelligenzquotient der Versicherten 

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liege in einem Konfidenzintervall von 62-70 (IV-act. 130-59). In einer einfach 

strukturierten, intellektuell nicht anspruchsvollen Tätigkeit sei die Versicherte zu 50 % 

arbeitsfähig (IV-act. 130-8).

A.q. Die RAD-Ärztin Dr. J.___ veranlasste Rückfragen an die psychiatrische Gutachterin 

(IV-act. 133 f.). Nach Eingang der Antworten vom 11. Dezember 2018 (IV-act. 136) 

nahm sie am 18. Januar 2019 im Wesentlichen dahingehend Stellung, dass die 

Gutachter Inkonsistenzen zwar aufgeführt, aber nicht berücksichtigt hätten. Insgesamt 

sei die psychiatrisch-gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht nachvollziehbar 

und glaubhaft gemacht (IV-act. 138).

A.r. Die IV-Stelle liess die Versicherte danach durch med. pract. N.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Gutachten vom 15. Juli 2019, Unter­

suchungen vom 16./17. April 2019, IV-act. 151). Diese diagnostizierte eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), 

umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (ICD-10: F81) im Sinne 

einer „Lernbehinderung"; differenzialdiagnostisch: anamnestisch leichte 

Intelligenzminderung (ICD-10: F70.0), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlichen 

(vermeidenden) Anteilen (ICD-10: Z73.1) sowie eine hypochondrische Störung (ICD-10: 

F45.2), differenzialdiagnostisch Verdacht auf undifferenzierte Somatisierungsstörung 

(ICD-10: F45.1; IV-act. 151-40). Die Gutachterin hielt im Wesentlichen fest, insgesamt 

erscheine anhand der Aktenlage (Bericht über die stationäre psychiatrische 

Behandlung in der Klinik H.___, Bericht über die neuropsychologische Diagnostik des 

ZMB) und aufgrund der eigenen Untersuchungsergebnisse eine leichte 

Intelligenzminderung gemäss der ICD-10 (IQ-Bereich von 50-69) eher nicht vorzuliegen 

(IV-act. 151-41). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wie von Dr. C.___ postuliert 

und von der Versicherten subjektiv empfunden sei nicht konsistent nachgewiesen bzw. 

mit ihrer Erwerbsbiographie, den berichteten Befunden, der problemlos möglichen 

Betreuung ihres Kleinkindes, dem Bestehen der Autofahrprüfung und der raffinierten 

Vorgehensweise, um vom bisherigen Arbeitgeber eine volle Entschädigung zu erhalten, 

nicht vereinbar. Es bestünden ein sekundärer Krankheitsgewinn und psychosoziale 

Belastungsfaktoren (IV-act. 151-50 ff.). Bei der aktuellen Untersuchung hätten keine 

psychischen Symptome von Krankheitswert festgestellt werden können (IV-

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act. 151-51). In einer angepassten angelernten Tätigkeit sei bei der Versicherten keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen und zu erwarten (IV-act. 151-55 f.).

A.s. Die RAD-Ärztin Dr. J.___ befand am 9. August 2019, das Gutachten erfülle die 

Qualitätsanforderungen (IV-act. 153). Mit Vorbescheid vom 12. August 2019 gewährte 

die IV-Stelle der Versicherten das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des 

Leistungsanspruchs (IV-act. 156). Mit Eingabe vom 14. August 2019 liess sich Dr. C.___ 

vernehmen, die Versicherte sei aufgrund ihres Krankheitsverlaufs nicht imstande, 

kontinuierlich einer Tätigkeit von mehr als 50% nachzugehen (IV-act. 157).

A.t. Mit Einwand vom 29. August 2019 machte die Versicherte geltend, beim Gutachten 

von Dr. N.___ handle es sich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen 

gleichen Sachverhaltes, es hätte nicht eingeholt werden dürfen. Es sei daher weiterhin 

auf das beweistaugliche und inhaltlich überzeugende ZMB-Gutachten vom 15. August 

2018 abzustellen, womit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei (IV-act. 159).

A.u. Die IV-Stelle wies mit Verfügung vom 3. Oktober 2019 das Leistungsbegehren ab. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, auch nach den Rückfragen an die 

Gutachterstelle habe der regionalärztliche Dienst  die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

des psychiatrischen Gutachtens insgesamt als nicht nachvollziehbar befunden. Folglich 

sei ein Obergutachten unabdingbar gewesen. Dieses entspreche formal und inhaltlich 

den Konventionen. Widersprüche oder Unklarheiten hätten nicht festgestellt werden 

können, weshalb ihm voller Beweiswert zukomme. Ein Rentenanspruch entfalle infolge 

fehlender Invalidität. Mit dem Einwand seien keine neuen Tatsachen oder Unterlagen 

vorgebracht worden, welche zu einem anderen Ergebnis führen würden (IV-act. 160).

B.

B.a. Gegen die Verfügung vom 3. Oktober 2019 lässt A.___ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt MLaw M. Walder, am 4. November 

2019 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es seien ihr die ihr zustehenden 

Leistungen aus IVG zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren 

Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Subeventualiter sei ein 

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Gerichtsgutachten einzuholen. Weiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und die 

unentgeltliche Prozessverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung lässt sie 

vorbringen, entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin erfülle das interdisziplinäre 

ZMB-Gutachten vom 15. August 2018 die rechtsprechungsgemäss erforderlichen 

Kriterien für eine beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage. Die Einholung 

eines Zweitgutachtens durch die Beschwerdegegnerin sei folglich nicht rechtens 

gewesen (unzulässige "second opinion"). Selbst med. pract. N.___ gehe von der 

Schlüssigkeit des neuropsychologischen Teilgutachtens des ZMB aus, weshalb alleine 

aus neuropsychologischer Sicht ein relevanter Invaliditätsgrad gegeben sei. Das 

psychiatrische Gutachten von med. pract. N.___ erfüllte die Anforderungen an eine 

beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage nicht. Gemäss der 

einschlägigen Leitlinien sei zur Diagnose einer Intelligenzminderung der klinische 

Eindruck nicht ausreichend, weshalb zwingend aktuelle testpsychologische 

Untersuchungen hätten vorgenommen werden müssen. Die Beurteilung bleibe sehr 

vage und widerspreche derjenigen der behandelnden Ärztinnen. Die Auswirkungen der 

rezidivierenden depressiven Störung würden nicht ausreichend berücksichtigt. Diese 

dürfe nicht bereits deshalb als invaliditätsfremd bezeichnet werden, weil sie auf 

psychosoziale Faktoren zurückgeführt werden könne. Es sei klar ein verselbständigter 

Gesundheitsschaden gegeben. Die Intelligenzminderung sei schon lange Zeit 

bestehend, unabhängig von psychosozialen Faktoren. Bei der Rentenbemessung sei 

zu berücksichtigen, dass es sich vorliegend um einen Fall von Frühinvalidität handle 

(act. G 1). Mit der Beschwerde wird ein Bericht von Dr. C.___ vom 3. November 2019 

eingereicht, in welchem diese darlegt, dass und weshalb die Beschwerdeführerin nach 

wie vor zu lediglich 50 % arbeitsfähig sei und berufliche Massnahmen wünschenswert 

wären (act. G 1.3; act. G 2).

B.b. Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird auf die Stellungnahmen der 

RAD-Ärztin Dr. J.___ verwiesen. Das ZMB-Gutachten enthalte viele Unstimmigkeiten, 

weshalb zu Recht ein separates monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten bei 

med. pract. N.___ angeordnet worden sei. Diese habe das Vorliegen einer 

Intelligenzminderung nach dreistündiger Untersuchung, bei der keine Einschränkungen 

der Aufmerksamkeit aufgefallen seien, verneint. Aufgrund des Verhandlungsgeschicks, 

der absolvierten Fahrprüfung, des raffinierten Vorgehens zum Erhalt eines 

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Lohnersatzes, der Übernahme von Behördengängen für ihren Ehemann und der 

Versorgung ihres Sohnes sei die im ZMB-Gutachten attestierte Intelligenzminderung 

nicht nachvollziehbar (act. G 6).

B.c. Die vorsitzende Richterin bewilligt am 10. Januar 2020 die unentgeltliche 

Rechtspflege unter Anrechnung des von der Beschwerdeführerin geleisteten 

Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- (Befreiung von den Gerichtskosten und 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung; act. G 7).

B.d. Mit Replik vom 10. Februar 2020 lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, die 

Therapie der Depression habe verringert werden können, nachdem letztere bereits im 

Zeitpunkt des ZMB-Gutachtens vom 15. August 2018 nicht mehr im Vordergrund 

gestanden habe. Med. pract. N.___ habe das Vorliegen einer Intelligenzminderung nicht 

klar verneint und die neuropsychologische Begutachtung des ZMB als nachvollziehbar 

erachtet. Aufgrund der Ausführungen von Dr. C.___ sei die Diagnose einer 

Intelligenzminderung klar nachvollziehbar. Das angeführte "raffinierte" Erhältlichmachen 

des Lohnersatzes sei nicht von ihr selbst geplant worden. Die der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des ZMB zugrundeliegenden Einschränkungen seien 

entgegen der Beschwerdegegnerin nicht leichtgradig, die neuropsychologische 

Einschätzung entspreche den Leitlinien. Die rechtsprechungsmässigen 

Voraussetzungen einer Aggravation seien nicht gegeben; allfällige 

Verdeutlichungstendenzen seien im Licht der Diagnose zu betrachten (act. G 9).

B.e. Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 11).

C.

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.

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Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder andere Eingliederungsmassnahmen bilden 

nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 3. Oktober 2019. Darin wurde 

einzig über das Rentengesuch abschlägig entschieden (IV-act. 160). Mangels 

Zusprache einer Rente bildete die Frage betreffend berufliche Massnahmen oder 

andere Eingliederungsmassnahmen auch nicht im Rahmen des Grundsatzes 

"Eingliederung vor Rente" (Art. 28 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) notwendigerweise Gegenstand der 

Rentenverfügung.

2.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2). 

Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden 

können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427 

E. 6). Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren 

mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 E. 7.2; 

BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2). Der Beweis für eine lang andauernde 

und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

2.2. 

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Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

2.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/30

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3.  

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

Der Versicherungsträger hat nach den allgemeinen Regeln des 

Sozialversicherungsrechts den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist laut 

dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die 

notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen 

Auskünfte einzuholen. Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes 

wegen durchzuführenden notwendigen Abklärungen beinhalten nicht das Recht des 

Versicherungsträgers, eine "second opinion" zum bereits in einem Gutachten 

festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn dieser nicht seinen Vorstellungen 

entspricht. Die Notwendigkeit der Anordnung eines weiteren Gutachtens ergibt sich 

aus der Beantwortung der Frage, ob bereits bei den Akten liegende Gutachten die 

praxisgemässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen an eine zu 

erstattende ärztliche Expertise erfüllen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 

9C_57/2019, E. 3.2, mit weiteren Verweisen).

2.6. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hin­

weisen).

2.7. 

Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in Bezug auf das Gutachten der ZMB vom 

15. August 2018 dem psychiatrischen Teilgutachten den Beweiswert abgesprochen, 

bei med. pract. N.___ ein neues psychiatrisches Gutachten vom 15. Juli 2019 eingeholt 

und gestützt auf dieses mit angefochtener Verfügung vom 3. Oktober 2019 das 

Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen (IV-act. 160). Die 

Beschwerdeführerin lässt vorbringen, das Gutachten der ZMB sei beweistauglich. Die 

Expertise von med. pract. N.___ stelle eine unzulässige "second opinion" dar und sei 

überdies nicht beweiskräftig. Als erstes ist zu prüfen, ob das ZMB-Gutachten, 

insbesondere das psychiatrische Teilgutachten, beweiskräftig ist.

3.1. 

Unbestritten und nachvollziehbar erscheint, dass für die von der 

Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen kein somatisch-organisches Korrelat 

gefunden und aus internistischer sowie orthopädischer Sicht keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit attestiert werden konnte. So hielt der orthopädische Gutachter 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/30

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insbesondere fest, die als seit dem 1_. Altersjahr bestehend geschilderten 

cervikothoracalen Rückenbeschwerden seien bildgebend nicht erklärbar. Die nach dem 

Unfall im Juli 2015 aufgetretenen Beschwerden seien abgeklungen und der Unfall habe 

nicht zu einer Verschlimmerung der vorbestehenden Rückenbeschwerden geführt (IV-

act. 130-29; IV-act. 130-35 ff.).

 3.3. 

Die psychiatrische Gutachterin der ZMB diagnostizierte eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F32.0), eine leichte 

Intelligenzminderung (ICD-10: F70) sowie eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0; 

IV-act. 130-5 f.). Die neuropsychologischen Gutachterinnen untersuchten die 

Beschwerdeführerin zweimal und stellten dabei eine Verbesserung der Stimmung und, 

damit einhergehend, der Konzentration fest. Eine Konzentrationsabnahme sei nach 

etwa einer Stunde sichtbar geworden. Aufgefallen seien weiter ein eher langsames 

Arbeitstempo, eine erhöhte Ermüdbarkeit und deutliche Schwierigkeiten beim 

strategischen Planen einer Aufgabe (IV-act. 130-57). Sie stellten eine leichte bis 

mittelgradige neuropsychologische Störung mit deutlichen Beeinträchtigungen der 

Verarbeitungsgeschwindigkeit, der Aufmerksamkeit (Daueraufmerksamkeit, 

Impulskontrolle, geteilte Aufmerksamkeit) und der Exekutivfunktionen fest. Bei 

Aufgaben mit erhöhten kognitiven Anforderungen und erforderlichen adäquaten 

Handlungsstrategien habe die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten. Beeinträchtigt 

seien sodann die Merkfähigkeit, das Kurz- und das Arbeitsgedächtnis. Die 

rezidivierende depressive Symptomatik (gegenwärtig leichte depressive Episode) 

bewirke eine sekundäre Verstärkung der beschriebenen kognitiven Einschränkungen 

(IV-act. 130-64). Weder testpsychologisch noch in der klinischen 

Verhaltensbeobachtung hätten sich Hinweise auf eine mangelhafte 

Leistungsbereitschaft, Selbstimitierung, Symptomverdeutlichung oder Aggravation 

gezeigt (IV-act. 130-63). Weiter resultierte ein Intelligenzquotient im Konfidenzintervall 

von 62-70, entsprechend einer leichten Intelligenzminderung nach ICD-10 (IV-

act. 130-59). Auch hier beschrieben die Gutachterinnen einen Einfluss der sekundären 

Verstärkung: Die Testung vom 17. November 2015 habe noch einen 

Intelligenzquotienten von 54 bis 61 ergeben (vgl. IV-act. 55). Die damals teilweise 

deutlich ausgeprägten Defizite seien insgesamt durch die damals vorliegende schwere 

depressive Episode erklärbar. Es sei davon auszugehen, dass ohne sekundäre 

Verstärkung der Intelligenzquotient zwischen 70 und 84 (Bereich einer 

Lernbehinderung) liegen würde (IV-act. 130-65). Die psychiatrische Gutachterin 

übernahm die neuropsychologische Beurteilung (IV-act. 130-49), führte jedoch die 

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/30

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neuropsychologische Störung nicht unter den psychiatrischen Diagnosen auf (IV-

act. 130-47). Im von ihr erhobenen Befund führte die psychiatrische Gutachterin aus, 

der Antrieb der Beschwerdeführerin sei objektiv vermindert, sie wirke 

entschlussunfähig, gehemmt und emotional verarmt, ausdrucksarm, mimisch wenig 

mitschwingend. Sie spreche sehr leise, der Wortschatz sei eher klein. Der Wille sei 

beeinträchtigt, die Beschwerdeführerin wirke unentschlossen und willensschwach. Das 

Denken sei formal zwar einfach strukturiert, jedoch nicht beeinträchtigt. lnhaltliche 

Denkstörungen im engeren Sinn fänden sich keine, jedoch falsche Zuschreibungen 

ihrer psychischen und körperlichen Symptomatik. ln Stimmung und Affekt sei die 

Beschwerdeführerin depressiv verstimmt, affektarm, gedrückt wirkend. Die 

mnestischen Funktionen seien im Gespräch nicht grob beeinträchtigt. Psychische 

Werkzeugstörungen bestünden keine, jedoch sei der schriftliche Ausdruck der 

Versicherten sicherlich nur grenzwertig als dem Durchschnitt entsprechend zu werten. 

Das Ergebnis des Hamilton-Depressionstests entspreche einer leichten depressiven 

Episode (IV-act. 130-45 f.). Diese Diagnose - und mit ihr auch ihre von den 

neuropsychologischen Gutachterinnen postulierte Auswirkung auf die 

Intelligenztestung - erscheint in Anbetracht der Befunde nachvollziehbar.

Zu den Auswirkungen der Intelligenzminderung legte die psychiatrische 

Gutachterin dar, diese führe dazu, dass die Beschwerdeführerin auftretende 

körperliche Symptome ängstlich besetze und nicht einordnen könne. Dies führe zu 

einer Schonhaltung und zur unbewussten Entwicklung weiterer psychosomatischer 

Symptome und zu einer deutlich schnelleren Überforderung als bei einer 

durchschnittlich intelligenten Person (IV-act. 130-49). Die Beschwerdeführerin sei in 

ihrer Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen mittelgradig beeinträchtigt. Dies 

vor allem aufgrund ihrer Intelligenzminderung. Komplexe Zusammenhänge vermöge sie 

nicht zu erfassen. Auch in der Planung und Strukturierung von Aufgaben sei sie 

aufgrund der fehlenden Abstraktionsfähigkeit mittelgradig beeinträchtigt. Die Flexibilität 

und Umstellungsfähigkeit sei aufgrund der Erschöpfbarkeit leicht beeinträchtigt. Die 

Anwendung fachlicher Kompetenzen, die bereits vor der Erkrankung vorhanden 

gewesen seien, sei nicht beeinträchtigt, jedoch sei sie nicht in der Lage, ihrem Alter 

und ihrer Erfahrung entsprechende fachliche Anforderungen zu erfüllen. Die 

Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sei aufgrund des sehr schwachen Selbstvertrauens 

leicht- bis mittelgradig beeinträchtigt. Die Durchhaltefähigkeit sei subjektiv schwer 

beeinträchtigt, was dadurch relativiert werde, dass sie in der Lage sei, ihren kleinen 

Sohn eigenhändig zu betreuen (IV-act. 130-50 f.). An ihren Arbeitsstellen sei die 

Beschwerdeführerin vermutlich jeweils intellektuell schnell überfordert gewesen. Neue 

3.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/30

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Zusammenhänge hätten ihr nur schwer vermittelt werden können. Auf Überforderung 

habe sie teils mit psychosomatischen Beschwerden, meistens in Form von 

Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen oder einem Druck auf der Brust, zusätzlich 

auch mit Erschöpfbarkeit und Ermüdbarkeit reagiert und sei der Arbeit ferngeblieben. 

Aufgrund ihrer häufigen Krankheitsabwesenheiten habe sie diverse Arbeitsstellen 

bereits nach kurzer Zeit verloren (IV-act. 130-48). Die Einschränkungen der 

Beschwerdeführerin beträfen die Berufstätigkeit mehr als die Arbeit bei der Betreuung 

ihres Kindes und im Haushalt. Die Beschwerdeführerin überschätze aufgrund ihrer 

kognitiven Situation die Bedeutung ihrer körperlichen Beschwerden deutlich und habe 

keine wirksamen Strategien zu deren Bewältigung zur Verfügung. Es sei gut vorstellbar, 

dass diese in ihr immer wieder Ängste auslösten. Die geklagten Symptome und 

Funktionseinbussen seien jedoch in sich konsistent und plausibel. Auch die 

Akteninformationen seien nachvollziehbar und deckten sich mit den gutachterlichen 

Befunden (IV-act. 130-50). In der bisherigen Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin sei 

die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht aufgrund vermehrter 

Erschöpfbarkeit, der Antriebsstörung sowie der Somatisierungsneigung mit 

psychosomatischer Symptommanifestation bei Belastung in ihrem Rendement - 

bezogen auf ein Pensum von 100 % - zu 50 % eingeschränkt. Dies sei namentlich 

durch die eingeschränkte Intelligenz bedingt und begründe sich mit einem langsameren 

Arbeitstempo, einer langsameren Auffassungsgabe sowie einer (stark) eingeschränkten 

Fähigkeit zur Planung und Strukturierung ihres Lebens sowie der Flexibilität und 

Umstellungsfähigkeit bei neuen Aufgaben (IV-act. 130-51; IV-act. 136).

Den Akten ist unter anderem zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin 

attestiert wurde, sie sei eine fleissige Mitarbeiterin, die sauber arbeite und die strengen 

Hygienerichtlinien genau einhalte (IV-act. 7-4, Arbeitszeugnis Q.___ AG vom 31. August 

2013), sowie dass an ihrer letzten Arbeitsstelle bei der B.___ AG nichts von einem 

gesundheitlichen Problem bekannt war und sie dort zudem im Schichtbetrieb 

gearbeitet hat, ohne dass es zu Absenzen gekommen wäre (RAD-Stellungnahme vom 

18. August 2015, IV-act. 22). An einem durch die SUVA veranlassten ambulanten 

Assessment in der Rehaklinik G.___ gab die Beschwerdeführerin auf direkte Anfrage 

hin an, sie sei unzufrieden und unterfordert am Arbeitsplatz. Sie habe Angst vor einer 

Kündigung, falls ihre Arbeitsunfähigkeit länger fortbestehe. Eine Arbeitslosigkeit würde 

die junge Familie auch in eine schwierige finanzielle Situation bringen und dadurch 

würde sehr wahrscheinlich eine intrafamiliäre Konfliktsituation entstehen (Bericht 

Ambulantes Assessment Rehaklinik G.___ vom 21. Oktober 2015, Fremdakten, act. 

50-3). Zudem erhielt sie gemäss Austrittsbericht der Klinik H.___ vom 8. Dezember 

3.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/30

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2015 in der Firma B.___ offenbar Unterstützung durch einen Vorgesetzten. Ihr wurden 

die Umsetzung innerhalb des Betriebes zugesagt und die Ausbildungsmöglichkeiten im 

Unternehmen dargestellt, was zu einer psychophysischen Entlastung der 

Beschwerdeführerin geführt habe. Auch habe sie offenbar ihrem Ehemann vermitteln 

können, dass es sie belaste, dass sie aufgrund seiner unzureichenden 

Sprachkenntnisse sehr viel für ihn oder mit ihm gemeinsam erledigen müsse (IV-act. 

55-5). Weiter fällt auf, dass sie die Sekundarschule im 200_, zwar in einer Kleinklasse, 

abschliessen konnte (IV-act. 72), gemäss ihren eigenen Angaben auch mit guten Noten 

(IV-act. 130-40). Schliesslich gab die Beschwerdeführerin anlässlich der 

Haushaltabklärung an, dass für sie mit einem Kind nur noch eine geregelte Tagesarbeit 

in Frage komme, sie alles daran gesetzt habe, die Autoprüfung zu bestehen, was sie 

am 15. Juni 2017 geschafft habe, und sie nun die für eine Erwerbstätigkeit nötige 

Mobilität habe (IV-act. 91-4). Insgesamt lässt dies einerseits Zweifel an einer 

massgeblichen, die Arbeits- sowie Ausbildungsfähigkeit einschränkenden 

Intelligenzminderung sowie auch am grundsätzlichen Vorliegen einer höheren 

Arbeitsunfähigkeit aufkommen.

 3.4. 

Zu Recht kritisierte die RAD-Ärztin Dr. J.___ in ihrer Stellungnahme vom 

4. September 2018 unter anderem, die psychologische Testung habe lediglich leichte 

Einschränkungen bei einfachen Anforderungen und mittelgradige Einschränkungen bei 

hohen Anforderungen erheben können. Die Einschätzung, wonach die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihres Intelligenzdefizits nicht in der Lage sei, das Konzept 

einer somatoformen Schmerzstörung zu verstehen und aktive Bewältigungsstrategien 

zu erwerben, lasse sich in der Gesamtsicht ihrer Angaben und der erhobenen Befunde 

nicht verifizieren. Ein deutlicher sekundärer Krankheitsgewinn, psychosoziale Faktoren 

und festgestellte Inkonsistenzen seien nicht diskutiert bzw. berücksichtigt worden. Als 

Fazit sei die Argumentationskette der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung, 

wonach Somatisierungssymptome rasch bei jeder Überforderung aufträten und diese 

Beschwerden wegen des IQ-Defizits nicht überwindbar seien, nicht haltbar (IV-

act. 133).

3.4.1. 

Die RAD-Ärztin veranlasste Nachfragen zu den angegebenen 

Behandlungsoptionen, der Berücksichtigung IV-fremder Gründe, der Diskussion von 

Widersprüchlichkeiten sowie zur Begründung der fehlenden Mentalisierungsfähigkeit 

(IV-act. 133-3). Zu den Auswirkungen von Konditionstraining und einer 

neuropsychologischen Therapie führten die Gutachter aus, diese könnten einer 

3.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/30

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Progredienz Einhalt gebieten, die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht erhöhen. Die 

psychosozialen Gründe seien bei der Beurteilung ausgeklammert worden. Die 

Reduktion der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus den verminderten kognitiven 

Fähigkeiten, die im neuropsychologischen Status deutlich objektiviert worden seien. 

Die neuropsychologischen Defizite resultierten aus der Kombination und einer 

ungünstigen Konstellation von Restbefunden der depressiven Störung und vor allem 

der Intelligenzminderung. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

aufgrund der geringen kognitiven Leistungsfähigkeit immer wieder schnell an ihre 

Grenzen gekommen und deshalb oft krankgeschrieben worden sei. Die 

Beschwerdeführerin habe bezüglich der Einnahme der Antidepressiva Angaben 

gemacht, die durch die Laboruntersuchung nicht gestützt werden könnten. Die 

Malcompliance habe jedoch keinen Einfluss auf die attestierte Arbeitsunfähigkeit. Ob 

die Beschwerdeführerin zuhause Deutsch oder R.___-isch spreche, spiele für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit keine Rolle. Zum im Gutachten erwähnten Einfluss der 

fehlenden Mentalisierungsfähigkeit führten sie aus, die Einschränkungen in den 

kognitiven Fähigkeiten der Beschwerdeführerin seien in der neuropsychologischen 

Untersuchung objektiviert. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit liege in einem 

homogenen Leistungsprofil insgesamt im sehr deutlich unterdurchschnittlichen Bereich 

ihrer Altersgruppe. Die Beschwerdeführerin zeige eine Tendenz zur Überschätzung 

ihrer Fähigkeiten, wodurch sie eine Aufgabe teilweise unstrukturiert und ohne 

sorgfältige Planung beginne. Zu von der RAD-Ärztin aufgezeigten Hinweisen für eine 

Fähigkeit der Beschwerdeführerin zu einer differenzierten Selbstwahrnehmung führten 

die Gutachter aus, die neuropsychologische Untersuchung zeige zwar eine 

"intraindividuelle Stärke" bei der "kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit" sowie bei 

"sprachgebundenen Aufgaben, welche Sach- und Faktenwissen sowie das Verständnis 

sozialer Regeln und Normen überprüfen", hierbei handle es sich jedoch um eine 

Teilleistungsstärke, von der nicht auf sämtliche Mentalisierungsfunktionen geschlossen 

werden könne. Zur Diskrepanz zwischen gezeigten Emotionen und dem Vorliegen einer 

somatoformen Schmerzstörung an Stelle einer adäquaten emotionalen Reaktion 

erklärten die Gutachter, dieses Konzept treffe bei der Beschwerdeführerin gerade nicht 

zu. Sie sei eindeutig in der Lage, ihren Emotionen Ausdruck zu geben, leide aber 

trotzdem an einer somatoformen Störung. Zum Hinweis der RAD-Ärztin, dass sich die 

Beschwerdeführerin über körperliche Makel beklage, was auf eine adäquate 

emotionale Selbstwahrnehmung hindeute, nahm die Gutachterin Stellung, die 

Bedeutung dieser Frage sei ihr nicht klar. Insgesamt verfüge die Beschwerdeführerin 

über praktisch keine Ressourcen, um auf belastende Ereignisse adäquat zu reagieren. 

Ihre Fähigkeiten zu Planung und Strukturierung ihres Lebens sowie die Flexibilität und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/30

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Umstellungsfähigkeit seien stark beeinträchtigt. Durch die eingeschränkte Intelligenz 

sei das Rendement auf die Hälfte reduziert. Dies begründe sich mit einem langsameren 

Arbeitstempo, einer langsameren Auffassungsgabe sowie einer eingeschränkten 

Flexibilität und Umstellungsfähigkeit bei neuen Aufgaben. An der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit werde festgehalten (IV-act. 136).

Am 18. Januar 2019 nahm die RAD-Ärztin Dr. J.___ Stellung, die Ausführungen 

der Gutachter vermöchten die Fragen nicht zu klären. Insbesondere aus 

neuropsychologisch-gutachterlicher Sicht seien die Defizite bei gegebener Motivation 

therapierbar. Die psychosozialen Belastungsfaktoren würden lediglich angeführt, aber 

nicht diskutiert. Die im 18. Lebensjahr geschlossene arrangierte (diesen Umstand 

verneinte die Beschwerdeführerin in der späteren Begutachtung durch med. 

pract. N.___, vgl. IV-act. 151-32) Ehe mit einem (später) straffällig gewordenen 

Ehemann, der nicht Deutsch spreche, so dass die Beschwerdeführerin die 

Kommunikation mit den Behörden übernommen habe, ausserdem schwere 

partnerschaftliche Probleme, Betreibungen und fehlende Ausbildung seien so 

bedeutsam, dass allein deswegen ab dem 18. Lebensjahr keine berufliche Karriere 

mehr zu erwarten (gewesen) sei. Entsprechend liege ein Arbeitszeugnis vor, welches 

der Beschwerdeführerin bis zum 17 7/12 Lebensjahr eine einjährige gute 

Arbeitsfähigkeit bestätige. Die Gutachter diskutierten nicht, was Falschaussagen eines 

Begutachteten bedeuteten. Die Aussage der Beschwerdeführerin, die deutsche 

Sprache besser zu beherrschen als ihre Mutter- und Umgangssprache, sei nicht 

glaubwürdig. Sie sei auch wesentlich, da sprachliche Defizite eine psychologische 

Testung in deutscher Sprache negativ verzerrten. Andererseits sei bei objektivierbaren 

Falschaussagen die Glaubwürdigkeit generell - auch bzgl. Anstrengungsbereitschaft - 

und prinzipiell fraglich. So habe die Beschwerdeführerin auch falsche Angaben zur 

Medikamenteneinnahme gemacht. Der Widerspruch zwischen den Hinweisen auf eine 

korrekte Selbstwahrnehmung und der von den Gutachtern angenommenen fehlenden 

Mentalisierungsfähigkeit werde nicht bemerkt. Insgesamt sei die Einschätzung 

Arbeitsfähigkeit der psychiatrischen Gutachterin nicht nachvollziehbar und glaubhaft 

gemacht (IV-act. 138).

3.4.3. 

 3.5. 

Zwar handelt es sich bei der ZMB AG um eine MEDAS, von der als solche 

grundsätzlich erwartet werden kann, dass sie vorhandene psychosoziale und 

soziokulturelle Belastungsfaktoren sowie Diskrepanzen und Inkonsistenzen 

versicherungsmedizinisch zu würdigen und einzuordnen weiss. Dies verneinen der RAD 

3.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/30

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und die Beschwerdegegnerin jedoch vorliegend, wie im Folgenden aufzuzeigen sein 

wird, zu Recht:

Die Beschwerdeführerin trat am 1. April 2015 eine Stelle als 

Produktionsmitarbeiterin im 80 %-Pensum an, wobei die Arbeitgeberin angab, 

gesundheitliche Beeinträchtigungen seien ihr nicht bekannt und von der 

Beschwerdeführerin auch gegenüber der Pensionskasse nicht angegeben worden 

(Angaben vom 29. Juli 2015, IV-act. 15; vgl. auch IV-act. 14). Den Anforderungen dieser 

Arbeitsstelle war sie offenbar bis zum Unfall vom 29. Juli 2015 bestens gewachsen 

(vgl. E. 3.3.3). Während des stationären Aufenthaltes in der Klinik H.___ vom 

19. Oktober bis 28. November 2015 konnte die psychische Befindlichkeit stabilisiert 

werden (Austrittsbericht vom 8. Dezember 2015, IV-act. 55). Obwohl Dr. C.___ - und ihr 

folgend die psychiatrische Gutachterin - darlegten, die Beschwerdeführerin sei zur 

psychoedukativen Verarbeitung ihrer Beschwerden nicht in der Lage, gelang es der 

Beschwerdeführerin erfolgreich, die Verarbeitung psychosozialer Belastungen durch 

das unter anderem durch dessen Straffälligkeit belastete Verhältnis zum Ehemann 

sowie empfundene Misserfolge und Kränkungen anzugehen (Austrittsbericht vom 

8. Dezember 2015, IV-act. 55). Nach der Geburt ihres Sohnes konnte sie von einem 

Babyschreikurs profitieren (IV-act. 130-44; IV-act. 151-29) und war folglich in der Lage, 

ein Problem zu erkennen, sich entsprechende Hilfe zu organisieren oder anzunehmen 

und auch ihr Verhalten anschliessend zu ändern. Sodann bezeichnete sie die 

Behandlung durch Dr. C.___ als hilfreich (IV-act. 130-48), was ebenfalls darauf 

hindeutet, dass die Intelligenzminderung eine Verarbeitung der psychosomatischen 

Symptomatik nicht grundsätzlich entgegensteht.

3.5.2. 

Die Neuropsychologinnen führten nachvollziehbar aus, die Testung vom 

17. November 2015, welche einen Intelligenzquotienten von 54 bis 61 ergab (IV-

act. 46), habe zu einem Zeitpunkt stattgefunden, in welchem die Beschwerdeführerin 

unter einer mittelgradigen depressiven Episode gelitten habe (vgl. Austrittsbericht Klinik 

H.___ vom 8. Dezember 2015, IV-act. 55). Aktuell sei die Depression noch leichtgradig 

und der Intelligenzquotient liege im Bereich von 62 bis 70. Ohne sekundäre 

Verstärkung durch die depressive Symptomatik wäre von einem Intelligenzquotienten 

von 70 bis 84 auszugehen (IV-act. 130-59, 64 f.). Dieser Aspekt, der von der 

psychiatrischen Gutachterin weder diskutiert noch berücksichtigt wurde, spricht 

zusätzlich gegen eine massgeblich einschränkende Intelligenzminderung. 

3.5.3. 

Ab 1. April 2016 attestierte Dr. C.___ der Beschwerdeführerin eine volle Arbeits­

fähigkeit und ab Juni 2016 eine solche von 50 % wegen der Schwangerschaft 

3.5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/30

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(Verlaufsprotokoll/Abschluss Eingliederung vom 26. Juli 2016, IV-act. 63). Nach der 

Geburt des Sohnes am .___ 2016 (IV-act. 71) kam es gemäss der Beschwerdeführerin 

zu Eheproblemen (IV-act. 130-42) und einer (weiteren) schweren depressiven Episode 

(IV-act. 130-44). Übereinstimmend damit attestierte Dr. C.___ im Arztbericht vom 

10. Januar 2017 eine schwere depressive Episode und berichtete von einer Medikation 

mit 30 mg Citalopram und 30 mg Mirtazapin (IV-act. 72). Am 16. Juni 2017 stellte sie 

der Beschwerdeführerin ein Arztzeugnis aus, wonach diese ab 17. Juni 2017 zu 60 % 

(von 80 %), ab 24. Juni zu 90 % (von 80 %) und ab 1. Juli 2017 zu 100 % (von 80 %) 

arbeitsfähig sei (IV-act. 91-14). Dies hielt die psychiatrische Gutachterin der ZMB AG 

im Gutachten fest (IV-act. 130-41). Hierzu äusserte sich die Beschwerdeführerin 

dahingehend, sie habe dieses Attest von Dr. C.___ erbeten, weil sie von der 

Arbeitgeberin freigestellt worden sei und sich vollen Lohnersatz gewünscht habe 

(Abklärungsbericht Haushalt vom 3. August 2017, IV-act. 91-4). Im Arztbericht vom 

7. September 2017 hielt Dr. C.___ als Diagnose u.a. nach wie vor eine schwere 

depressive Episode und eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % fest, was aber im 

Widerspruch zum Zeugnis vom 16. Juni 2017 steht und diskrepant zur angegebenen 

Reduktion der Medikation auf noch 10 mg Citalopram erscheint (vgl. IV-act. 100). 

Später bestätigte Dr. C.___ jeweils eine Arbeitsfähigkeit von (höchstens) 50 % (Eingabe 

vom 14. August 2019, IV-act. 157; Stellungnahme vom 3. November 2019, act. G 2.1). 

Die von Dr. C.___ attestierten Arbeitsunfähigkeiten sind nicht stimmig bzw. lassen 

insbesondere den Schluss zu, dass eine einer mittelgradigen Depression 

entsprechende Einschränkung nach dem Unfall vom 29. Juli 2015 und nach der Geburt 

des Sohnes .___ 2016 lediglich vorübergehend bestand und mit den seinerzeitigen 

ausserordentlichen Belastungssituationen in Verbindung stand. So fielen wohl gerade 

nach dem Unfall viele administrative Arbeiten für den Ehemann an, und nach der 

Geburt bestand eine Belastung durch das Schreien des Kindes und durch Konflikte mit 

dem Ehemann. Insgesamt erscheinen die von Dr. C.___ und der psychiatrischen 

Gutachterin angenommenen Auswirkungen der von ihnen diagnostizierten leichten 

Intelligenzminderung nicht konsistent und die von ihnen attestierte Arbeitsunfähigkeit 

von 50 % nicht nachvollziehbar.

Zusammenfassend ist der RAD-Ärztin Dr. J.___ insoweit zu folgen, als die 

attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht plausibel erscheint. 

Demnach ergibt die gerichtliche Überprüfung, dass das psychiatrische Teilgutachten 

die Anforderungen an die Beweistauglichkeit aus den genannten Gründen nicht erfüllt. 

Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin zeitnah eine weitere psychiatrische 

Begutachtung angeordnet und ist damit ihrer Abklärungspflicht nachgekommen. In 

3.5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/30

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4.  

einem nächsten Schritt ist die Beweistauglichkeit des psychiatrischen Gutachtens von 

med. pract. N.___ zu prüfen.

Bei der Anamneseerhebung durch med. pract. N.___ fällt auf, dass sie stets nach 

Konkretisierungen der Angaben der Beschwerdeführerin fragte; das detaillierte 

Protokoll umfasst über sechs Seiten (IV-act. 151-30 ff.). Dabei - so die Gutachterin - 

seien die Angaben der Beschwerdeführerin über ihre Schmerzen bzw. auch Sorgen an 

einer schweren Krankheit zu leiden relativ konkret gewesen, diejenigen zu den 

psychischen Beschwerden hingegen vage, unklar und wiederholt stereotyp ("immer 

traurig, weinerlich, erschöpft und überfordert"; IV-act. 151-38). An beiden 

Untersuchungstagen habe bei der Beschwerdeführerin stets eine normal lebhafte 

Mimik und Gestik beobachtet werden können. Sie habe mit einer normal lauten und gut 

modulierten Stimme gesprochen. Es hätten sich keine Anzeichen in Mimik, Gestik und 

Verhalten beobachten lassen, welche auf eine Erschöpfung, Ermüdung oder eine 

aktuelle Schmerzproblematik hindeuteten. Die Beschwerdeführerin habe nicht traurig, 

sondern ausgeglichen gewirkt (IV-act. 151-38). Die sprachliche Verständigung sei 

unauffällig, bzw. problemlos gewesen bei einem einfachen und eher kleinen Wortschatz 

in deutscher Sprache. Während der zwei Untersuchungen von insgesamt vier Stunden 

seien Aufmerksamkeit und Konzentration nach dem klinischen Eindruck stets 

gleichbleibend gut geblieben, die Auffassung habe etwas eingeschränkt gewirkt. Die 

aktuellen mnestischen Funktionen (Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, Zeitgitter) seien 

gut gewesen. Die kognitiven bzw. intellektuellen Fähigkeiten lägen nach dem klinischen 

Eindruck im unteren Normbereich. Der klinische Eindruck einer Intelligenzminderung 

habe sich aber aktuell nicht ergeben. Im inhaltlichen Denken habe die 

Beschwerdeführerin ein eigenwillig anmutendes subjektives Krankheitskonzept einer 

dauerhaften Erschöpfungsdepression und Schmerzen präsentiert. Die Stimmungslage 

sei ausgeglichen gewesen. In ihrer emotionalen Resonanzfähigkeit habe die 

Beschwerdeführerin angepasst und adäquat gewirkt. Der Antrieb und die 

Psychomotorik seien aktuell regelrecht gewesen (Initiative, Spontaneität, Mimik, Gestik, 

Sprachmelodie). Ein aktueller sozialer Rückzug, krankheitswertige Störungen der 

vitalen Funktionen (Schlaf, Appetit) oder Störungen der Impulskontrolle hätten nicht 

eruiert oder festgestellt werden können (IV-act. 151-39).

4.1. 

Gestützt auf diese Befunde, die erhobene Anamnese und die medizinischen Vor­

akten diagnostizierte med. pract. N.___ eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), umschriebene Entwicklungsstörungen 

schulischer Fertigkeiten (ICD-10: F81 ) im Sinne einer „Lernbehinderung", 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/30

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differenzialdiagnostisch eine leichte Intelligenzminderung (ICD-10: F70.0), akzentuierte 

Persönlichkeitszüge mit ängstlichen (vermeidenden) Anteilen (ICD-10: Z73.1) und eine 

hypochondrische Störung (ICD-10: F 45.2), differenzialdiagnostisch erhob sie den 

Verdacht auf eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1; IV-

act. 151-40). Sie führte dazu aus, die geltend gemachten vermehrte Ermüdbarkeit/

Traurigkeit/Weinerlichkeit liessen sich nicht mit den Angaben der Beschwerdeführerin 

zu ihrer aktuellen sozialen Anamnese einschliesslich der Angaben zum Tagesablauf 

vereinbaren (IV-act. 151-38). Während ihres Aufenthaltes in der Psychosomatischen 

Klinik H.___ im Herbst 2015 sei eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert 

worden. Die damalige depressive Symptomatik habe erfolgreich behandelt werden 

können im Sinne einer weitestgehenden Remission. Nach einer beruflichen 

Wiedereingliederung habe die Beschwerdeführerin wieder in Vollzeit arbeiten können. 

Nachfolgend sei es im Zusammenhang mit einer ungeplanten Schwangerschaft - 

gemäss der Aktenlage - erneut zur Entwicklung von depressiven Beschwerden und 

gegebenenfalls Symptomen gekommen. Eine weitere depressive Episode, leichtgradig 

ausgeprägt, habe bei der Beschwerdeführerin - gemäss der Aktenlage - im Sommer 

2018 vorgelegen. Die von der ambulant behandelnden Psychiaterin Dr. C.___ bei der 

Beschwerdeführerin wiederholt diagnostizierte "schwere depressive Episode" lasse 

sich weder anhand der jeweiligen psychopathologischen Befunde noch anhand des 

ambulanten Behandlungssettings nachvollziehen. Seit Herbst 2015 sei bei der 

Beschwerdeführerin keine stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 

erforderlich gewesen (IV-act. 151-40). Die antidepressive Medikation habe im Verlauf 

reduziert werden können. Im Verlauf der rezidivierenden Störung hätten sich vor allem 

leichte bis kurzzeitig mittelgradige depressive Episoden eruieren lassen. Aktuell sei die 

depressive Symptomatik vollständig remittiert (IV-act. 151-41). Die von Dr. C.___ in 

ihrem IV-Arztbericht vom Januar 2016 aufgeführte Diagnose (mittelgradige bis schwere 

depressive Episode) lasse sich - vor dem Hintergrund der Ergebnisse der 

Klinikbehandlung - nicht nachvollziehen, zumal sie von keiner neu aufgetretenen 

Verschlechterung des psychischen Zustandes ihrer ambulanten Patientin berichtet 

habe (IV-act. 151-48). Die Beschwerdeführerin habe sich - gemäss ihren Angaben und 

gemäss der Aktenlage - ab dem Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes im .___ 2016 

adäquat und bald auch liebevoll um ihr Kind kümmern können. Beim tatsächlichen 

Vorliegen einer schweren depressiven Episode·(gemäss den Kriterien der ICD-10) wäre 

eine adäquate körperliche und emotionale Versorgung eines Säuglings/Kleinkindes 

nicht möglich gewesen (IV-act. 151-49). Im Längsschnittverlauf liessen sich bei der 

Beschwerdeführerin folgende Persönlichkeitsmerkmale eruieren: Persönliche Kontakte 

pflege sie nur, wenn Sicherheit bestehe, gemocht zu werden, und sie sei überzeugt, 

selbst sozial unbeholfen, unattraktiv oder minderwertig im Vergleich mit anderen zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/30

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sein. Eine ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung liege nicht vor. Die 

entsprechenden Kriterien der ICD-10 eines tiefgreifenden, unangepassten, bzw. auch 

andauernden und gleichförmigen Erfahrungs- und Verhaltensmusters seien nicht erfüllt. 

Die Beschwerdeführerin habe das Erleben als Aussenseiterin in der Primarschule mit 

der Zeit selbst revidieren können, zumal sie dann in der Sekundarschule in die Gruppe 

der Gleichaltrigen gut integriert gewesen sei (IV-act. 151- 42 f.). Die depressive 

Problematik habe sich auf dem Boden der persönlichkeitsstrukturellen Vulnerabilität 

entwickelt (IV-act. 151-39, 41). Die tiefen Ergebnisse bei der ersten 

testpsychologischen Untersuchung im November 2015 (Intelligenzquotient im Bereich 

54-61) liessen sich nicht nachvollziehen. Die Ergebnisse der neuropsychologischen 

Untersuchung im Rahmen der polydisziplinären medizinischen Begutachtung des ZMB 

vom August 2018 (Intelligenzquotient im Bereich von 62-70) liessen sich besser 

nachvollziehen, zumal die damals vorliegende leichte depressive Symptomatik der 

Beschwerdeführerin bei der Beurteilung des Intelligenzquotienten entsprechend 

diskutiert worden sei. Die Annahme der Neuropsychologinnen, dass ohne sekundäre 

Verstärkung der Intelligenzquotient im Bereich einer Lernbehinderung (74 bis 84) 

anzusiedeln wäre (vgl. dazu E. 3.5.3), sei sehr gut nachvollziehbar (IV-act. 151-41). 

Insgesamt scheine anhand der Aktenlage (Bericht über die stationäre psychiatrische 

Behandlung in der Klinik H.___, Bericht über die neuropsychologische Diagnostik des 

ZMB) und aufgrund der eigenen Untersuchungsergebnisse eine leichte 

Intelligenzminderung gemäss der ICD-10 (IQ-Bereich von 50-69) eher nicht vorzuliegen 

(IV-act. 151-41). Die somatoforme Beschwerdeproblematik der Beschwerdeführerin sei 

weniger durch eine Fokussierung auf körperliche Beschwerden, sondern vielmehr 

durch eine „beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren 

schweren körperlichen Erkrankungen zu leiden", charakterisiert. Dies sei das typische 

Merkmal einer hypochondrischen Störung gemäss der ICD-10 (F45.2). Das Vollbild 

einer Somatisierungsstörung gemäss der ICD-10 (Kriterien A-E) habe bei der 

Beschwerdeführerin noch nie vorgelegen. Auch andere psychische Störungen könnten 

anhand der beschriebenen Untersuchungsbefunde aktuell ausgeschlossen werden (IV-

act. 151-42).

Med. pract. N.___ machte weitere Ausführungen zur Konsistenz der Auswirkungen 

der diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit: Die im 

Juni 2017 bestandene Autofahrprüfung weise auf eine Remission der depressiven 

Symptomatik hin und lasse sich mit einer leichten Intelligenzminderung nicht 

vereinbaren (IV-act. 151-49). Im Rahmen der Haushaltsabklärung habe der Mitarbeiter 

der Beschwerdegegnerin auf ein „raffiniertes Kalkül der Beschwerdeführerin, um 

maximale Geldleistungen zu generieren" aufmerksam gemacht ("Gefälligkeitszeugnis"). 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/30

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Diese „raffinierte" und zielgerichtete Vorgehensweise passe nicht zu der bei ihr 

angenommenen „leichten Intelligenzminderung" und in zwischenmenschlichen 

Interaktionen zu beobachtenden Verhandlungsgeschick seien nicht mit der von der 

Vorgutachterin angenommenen beeinträchtigten Mentalisierungsfähigkeit vereinbar. 

Auch die Beschreibung der Beziehungen der Beschwerdeführerin, insbesondere der 

Beziehung zu ihrem Sohn, sei mit einer geringen Mentalisierungsfähigkeit nicht 

vereinbar. Die weitere Annahme, dass die „vorliegende Intelligenzminderung, eine 

psychoedukative Therapie in ihren Erfolgen schmälert" lasse sich ebenfalls nicht mit 

den Ergebnissen der einzigen psychosomatischen Behandlung der Beschwerdeführerin 

in der Klinik H.___ vereinbaren (IV-act. 151-49 f.). Nach ihren Angaben sei die 

Beschwerdeführerin in der Familie für die Finanzen zuständig, zumal sie „vernünftig mit 

Geld umgehen könne". Sie erledige den Haushalt weitgehend selbständig. Lediglich 

bei schwereren Arbeiten lasse sie sich von ihrer 5_-jährigen Mutter helfen. Seit der 

Geburt des inzwischen knapp dreijährigen Sohnes sei die Beschwerdeführerin für 

dessen Betreuung selbst zuständig (IV-act. 151-44). Die Arbeitsverhältnisse in Vollzeit 

würden darauf hinweisen, dass sie sich bei einer guten Motivation an die Erfordernisse 

der neuen Arbeitssituation/Arbeitsstelle jeweils rasch und recht gut habe anpassen 

können. Gemäss ihren aktuellen Angaben seien ihre körperlichen Beschwerden bzw. 

die Sorgen um die Gesundheit je nach Arbeitsstelle aufgetreten, dabei frühestens erst 

nach etwa ein bis zwei Monaten der Beschäftigung. Allfällige kognitive, mnestische und 

Lernprobleme bedingt gegebenenfalls durch eine leichte Intelligenzminderung hätten 

sich insbesondere jeweils zu Beginn einer neuen Anstellung bemerkbar machen 

müssen (IV-act. 151-46). Ein Leidensdruck in Bezug auf psychische Probleme sei bei 

der Beschwerdeführerin nicht wirklich spürbar gewesen. Ihr Leidensdruck habe vor 

allem verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren betroffen. Eine Motivation in 

Bezug auf adäquate berufliche Eingliederungsmassnahmen (Vollzeittätigkeit) habe 

aktuell nicht festgestellt werden können (IV-act. 151-40). Insgesamt habe die 

Beschwerdeführerin mit einem eigenwilligen subjektiven Krankheitskonzept mit einer 

Fokussierung auf körperliche Beschwerden und Befindlichkeitsschwankungen 

imponiert. Daraus resultierend habe sich ein inadäquates Krankheits-, Schon- und 

Vermeidungsverhalten ergeben, welches sich vor allem auf eine Erwerbstätigkeit 

bezogen habe. Es sei der Eindruck von Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden 

beim beschriebenen eigenwilligen subjektiven Krankheitskonzept und einem hohen 

sekundären Krankheitsgewinn entstanden. Aggravationstendenzen könnten nicht mit 

Sicherheit ausgeschlossen werden. Der Eindruck von Simulationstendenzen habe sich 

aktuell nicht ergeben (IV-act. 151-39). Während der Serumspiegel von Escitalopram 

und Desmethylcitalopram über bzw. im therapeutischen Bereich lag, war dies für 

Paracetamol nicht der Fall (IV-act. 151-40).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/30

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Sodann hob med. pract. N.___ zu Recht Zusammenhänge zu psychosozialen 

Belastungsfaktoren hervor, so ein Migrationshintergrund, eine eher geringe 

Schulbildung, keine Berufsausbildung, Konflikte an der letzten Arbeitsstelle, 

partnerschaftliche Probleme bedingt durch Delinquenz und wiederholt zeitweilige 

Arbeitslosigkeit des Ehemannes, häufiger Wohnortswechsel, Geburt des Kindes im ___ 

2016 mit seither mangelnder Motivation zur Erwerbstätigkeit und Fokussierung auf die 

Aufgaben als Hausfrau und Mutter, inzwischen eingetretene körperliche und 

psychische Dekonditionierung in Bezug auf eine Erwerbstätigkeit, eine schwierige 

finanzielle Situation mit Schulden und Betreibungen, der Wunsch nach sozialer 

Absicherung durch soziale Sicherungssysteme sowie ein anzunehmender 

Rentenwunsch (IV-act. 151-52). Diesbezüglich gab die Beschwerdeführerin an, da ihr 

Ehemann kaum über Deutschkenntnisse verfüge, unterstütze sie ihn bei sämtlichen 

Behördengängen und habe ihm auch bei seinen Bewerbungsgesprächen geholfen. Im 

Jahr 201_ sei der Ehemann straffällig geworden (Einbruch, Diebstahl) und zu einer 

bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Es bestünden massive 

finanzielle Probleme und Betreibungen, welche Schritt für Schritt abbezahlt würden (IV-

act. 151-44). Wenn auch diese psychosozialen Belastungsfaktoren einen 

invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden nicht von Vornherein 

ausschliessen, sind sie dennoch bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung auszuklammern 

(vgl. BGE 141 V 243, E. 3.4.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 

8C_14/2017, E. 5.3).

4.4. 

Zur Arbeitsfähigkeitsschätzung hielt die Gutachterin fest, der von Dr. C.___ 

beschriebene psychische Befund sei rudimentär. Vor diesem Hintergrund lasse sich die 

attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% bis 3. Januar 2016 und von 50% ab 4. Januar 

2016 nicht nachvollziehen (IV-act. 151-48). Insgesamt seien aus rein psychiatrischer 

Sicht bei der Beschwerdeführerin nur minime bis leichte qualitative Einschränkungen 

ausgewiesen. Diese seien durch neurokognitive Einschränkungen bedingt (IV-act. 155). 

Es leuchte nicht ein, weshalb die behandelnde Ärztin der Beschwerdeführerin bei 

unveränderter Diagnose einer schweren depressiven Episode neu eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab Juli 2017 attestiert habe (IV-act. 151-49). Bei einer 

angepassten, angelernten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin trotz ihrer intellektuellen 

Einschränkungen voll und auch längerfristig arbeitsfähig gewesen, was ihrem 

beruflichen Lebenslauf zu entnehmen sei (IV-act. 151-51). Die aktuelle subjektive 

Einschätzung der Beschwerdeführerin, wonach sie nur „50 % arbeitsfähig" sei, lasse 

sich nicht nachvollziehen. Bei dieser Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit seien 

neben eines eigenwilligen subjektiven Krankheitskonzeptes und des daraus 

resultierenden maladaptiven Krankheits-, Schon- und Vermeidungsverhaltens auch 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/30

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eine Verdeutlichungstendenz der Beschwerden sowie ein hoher sekundärer 

Krankheitsgewinn festzustellen (IV-act. 151-52). Es liessen sich mehrere Ressourcen in 

Form von recht guten Gedächtnisleistungen, guten sozialen Kompetenzen 

einschliesslich einer guten Kontaktfähigkeit und eines guten Verhandlungsgeschicks, 

einer hohen Überzeugungskraft, einer guten Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit, in 

Form von kreativen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie in Form einer guten Ausdauer 

bei der Verfolgung der eigenen Wünsche und Ziele feststellen (IV-act. 151-55). In Bezug 

auf Anpassung an Regeln und Routinen, in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, 

hinsichtlich der Kompetenz und Wissensanwendung, in der Entscheidungs- und 

Urteilsfähigkeit, in der Proaktivität und den Spontanaktivitäten, hinsichtlich der 

Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, der Selbstbehauptungsfähigkeit, der 

Konversations- und Kontaktfähigkeit, der Gruppenfähigkeit, der Fähigkeit zu engen 

dyadischen Beziehungen, der Fähigkeit zur Selbstpflege und Selbstversorgung sowie 

hinsichtlich der Mobilität und Verkehrstauglichkeit liessen sich keine Einschränkungen 

feststellen. In der Planung und Strukturierung der Aufgaben seien leichte 

Einschränkungen anzunehmen (IV-act. 151-55). Diese hätten bei einer angepassten 

Tätigkeit keine quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zur Folge (IV-

act. 151-55). Die im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung bei der 

Beschwerdeführerin festgestellten leichten bis mittelschweren neurokognitiven 

Einschränkungen (Einschränkungen der Verarbeitungsgeschwindigkeit, der 

Daueraufmerksamkeit und der geteilten Aufmerksamkeit sowie der exekutiven 

Funktionen) könnten sich je nach Arbeitsplatzbeschreibung auf ihre Arbeitsfähigkeit 

auswirken. Bei einer angepassten angelernten Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an 

die Verarbeitungsgeschwindigkeit und die Aufmerksamkeit (Daueraufmerksamkeit, 

geteilte Aufmerksamkeit) bzw. ohne Anforderungen an ein selbständiges Arbeiten 

(Handlungsplanung, Handlungskontrolle, Problemlösung) und ohne besonderen 

Anforderungen an exekutive Funktionen sei bei der Beschwerdeführerin keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen und zu erwarten (IV-act. 151-54). Eine 

solche sei in der freien Wirtschaft möglich, ein geschützter Rahmen sei mit Sicherheit 

nicht erforderlich (IV-act. 151-56).

Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin übernimmt med. pract. N.___ 

das neuropsychologische Teilgutachten des ZMB nicht. Sie erachtet lediglich den 

Schluss der Neuropsychologin des ZMB für nachvollziehbar, dass das kognitive 

Potential ohne sekundäre Verstärkung durch die psychische Symptomatik im Bereich 

einer Lernbehinderung anzusiedeln sei. Eine Intelligenzminderung liegt aus ihrer Sicht 

nicht vor (IV-act. 151-41). Überdies gelangt sie zur Ansicht, dass die im Rahmen der 

neuropsychologischen Begutachtung festgestellten leichten bis mittelschweren 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/30

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neurokognitiven Einschränkungen sich je nach Arbeitsplatzbeschreibung auf ihre 

Arbeitsfähigkeit auswirken können (IV-act. 151-54). Diese Einschränkungen haben aber 

lediglich qualitative und nicht quantitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zur 

Folge (IV-act. 151-55).

Med. pract. N.___ nimmt ausführlich zu den in den Akten liegenden 

Behandlerberichten Stellung, so auch zu den Berichten von Dr. C.___ (IV-act. 151-53). 

Sie weist darauf hin, dass die behandelnde Psychiaterin sowohl in Bezug auf die 

diagnostische Einschätzung als auch in Bezug auf die von ihr attestierte 

Arbeitsunfähigkeit vor allem, wenn nicht sogar ausschliesslich auf die subjektiven 

Angaben der Beschwerdeführerin abstelle. Zudem sei zu vermuten, dass die 

Behandlerin die psychosozialen Belastungsfaktoren in der Beurteilung der 

Arbeitsunfähigkeit miteinbezogen habe. Die Stellungnahme zum Gutachten von 

Dr. C.___ vom 3. November 2019 bringt keine neuen medizinischen Erkenntnisse und 

vermag auch unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Natur von 

Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

(vgl. statt vieler: Entscheide des Bundesgerichts vom 3. Mai 2021, 8C_164/2021, 

E. 3.2.1, und vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 5.2, je mit Hinweisen) nichts an 

den gutachterlichen Feststellungen von med. pract. N.___ zu ändern.

4.7. 

Die Beschwerdeführerin macht das Vorliegen einer Frühinvalidität geltend, da ihr 

aufgrund der Intelligenzminderung keine Berufsausbildung möglich gewesen sein soll. 

Dafür finden sich in den vorliegenden Akten keine Hinweise. Einerseits wurde das 

Vorliegen einer Intelligenzminderung im Gutachten von med. pract. N.___ verneint. 

Andererseits liegen verschiedene Bestätigungen von früheren Arbeitgeberinnen vor, die 

eine gute Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin beschreiben und nicht an der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zweifelten (Arbeitszeugnisse, IV-act. 7, 

Arbeitgeberbericht B.___, IV-act. 15). Es ist deshalb nicht von einer Frühinvalidität 

auszugehen.

4.8. 

Zusammengefasst kommt med. pract. N.___ im Wesentlichen aus denselben 

Gründen wie bereits zuvor die RAD-Ärztin Dr. J.___ zum Schluss, dass sich eine länger 

dauernde 50%ige (oder höhere) Arbeitsunfähigkeit bei der Beschwerdeführerin nicht 

begründen lasse. Ergänzend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin an die 

Gutachterin wandte mit der Bitte um einen möglichst zeitnahen Untersuchungstermin. 

Aufgrund eines Missverständnisses wurde ein solcher für lediglich eine Stunde 

vereinbart. Gemäss der Gutachterin zeigte die Beschwerdeführerin nach Aufklärung 

des Missverständnisses ein gutes Verhandlungsgeschick und reagierte nicht 

4.9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/30

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5.  

überfordert. Ab Beginn der Untersuchung war sie initiativ und mitteilsam (IV-

act. 151-38). Nach der Untersuchung teilte sie der Gutachterin in einer E-Mail mit, ihre 

Bewältigungsstrategien seien Ablenkung mit Musik hören, wenn sie Schmerzen habe, 

mache sie Entspannungsübungen, Dehnungsübungen oder nutze eine Wärmeflasche 

oder ein Entspannungsbad. Bei Magenschmerzen trinke sie Tee. Bei Depressionen 

rede sie mit einer Kollegin oder mit ihrer Schwester. Bei Überforderung hole sie sich 

Ratschläge. Wenn sie traurig sei, ziehe sie sich meistens zurück und die Natur tue ihr 

gut. Im Alltag lege sie sehr viele Pausen ein. Zur weiteren Entlastung habe sie den 

Sohn seit Oktober 2018 für einen Tag in die Kita angemeldet, damit sie Zeit für sich 

habe, für die Psychotherapiegespräche, Physiotherapie (IV-act. 151-37; vgl. auch IV-

act. 151-36, wonach ihr Sohn zur Entlastung montags in der Kita sei und sie diesen 

Tag für Termine wie Coiffeur und Therapien nutze, was ihr gut tue). Diese Vorgänge 

rund um die Begutachtung bestätigen nochmals, dass sich die Beschwerdeführerin für 

ihre Anliegen einsetzen kann und sich zu helfen weiss. Das Gutachten von med. pract. 

N.___ ist bezüglich der hier strittigen Frage nach den Auswirkungen der 

Lernbehinderung auf die Arbeitsfähigkeit umfassend, berücksichtigt die relevanten 

Vorakten und ist hinsichtlich Diagnostik nachvollziehbar. Der Einfluss psychosozialer 

Belastungsfaktoren wird bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung ausgeschieden. Es erfüllt 

im Übrigen sämtliche bundesgerichtlichen Anforderungen für die Beweistauglichkeit. 

Mit dem RAD (Stellungnahme vom 9. August 2019, IV-act. 153) ist das Gutachten von 

med. pract. N.___ als beweistauglich zu erachten. Eine invalidisierende 

Beeinträchtigung durch intellektuelle Einbussen erscheint nicht überwiegend 

wahrscheinlich, so dass med. pract. N.___ zu Recht auf eine weitere Intelligenztestung 

verzichtet hat. Somit ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 

einer adaptierten Tätigkeit auszugehen, was unter Vornahme des hier anzuwendenden 

(und nicht bestrittenen) Prozentvergleichs einen Rentenanspruch (selbst unter 

Gewährung des Maximalabzugs vom Tabellenlohn beim Invalideneinkommen) 

ausschliesst. Die angefochtene Verfügung erging folglich zu Recht.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der 

unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten vollumfänglich 

5.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/30

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe 

von Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin unter Anrechnung des geleisteten Kosten­

vorschusses von Fr. 1'000.-- (act. G 7). Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung des Kantons St. 

Gallen (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. In der vorliegend zu 

beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4‘000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen 

(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin - unter Anrechnung des eingangs erwähnten 

Kostenvorschusses - pauschal mit Fr. 2‘200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.09.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 43 ATSG. Ein MEDAS-Gutachten attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aufgrund einer leichten depressiven Episode und einer leichten Intelligenzminderung. Der RAD führte aus, die durch die psychiatrische Gutachterin und die behandelnde Psychiaterin erhobenen Befunde sowie die Aktivitäten der Beschwerdeführerin in ihrem Alltag seien damit unvereinbar und gab ein weiteres psychiatrisches Gutachten in Auftrag. Dieses schätzte eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Ausführungen des RAD sind in Anbetracht der Akten überzeugend und wurden im Nachhinein durch das als beweistauglich beurteilte zweite Gutachten bestätigt. Somit ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgegangen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. September 2021, IV 2019/294).

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		2025-07-19T02:29:08+0200
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