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**Case Identifier:** 634ac4c9-b343-5d3a-828d-2f9cf0a643e9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 18.02.2014 I/1-2013/102, 103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2013-102--103_2014-02-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2013/102, 103

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 18.02.2014

Entscheiddatum: 18.02.2014

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 18.02.2014
Art. 58 DBG (SR 642.11), Art. 82 StG (sGS 811.1). Geschäftsmässig 
begründeter Aufwand, Periodizitätsprinzip. Aufgrund einer Vereinbarung, 
wonach ein Darlehen erst verzinst werden muss, wenn die Schuldnerin dazu 
in der Lage ist, ist eine nachgeholte Zinszahlung steuerlich zulässig, solange 
die gesetzliche Frist für die Verlustverrechnung nicht ausgedehnt und keine 
ungerechtfertigten Steuervorteile erzielt werden (Urteil der 
Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 18. Februar 2014, I/1-2013/102, 
103)

Präsident Thomas Vögeli, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus Frei; 

Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter

X, Rekurrentin und Beschwerdeführerin,

vertreten durch OBT AG, Rorschacherstrasse 63, 9004 St. Gallen,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Recht, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Kantonssteuern und direkte Bundessteuer aufgrund des Rechnungsabschlusses per 

31. Dezember 2010

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Sachverhalt:

A.- Die Kollektivgesellschaft Y mit Sitz in A bezweckt die Ausführung von 

Warentransporten und die Metallrückgewinnung. Gesellschafter sind C und D Y. Im 

Jahr 2003 vereinbarten die Y und die Z mit Sitz in B, bei der Aufbereitung und dem 

Vertrieb von Roh- und Wertstoffen zusammenzuarbeiten. Zu diesem Zweck gründeten 

sie am 27. November 2003 als Joint-Venture die X mit Sitz in A. Diese bezweckt die 

Aufbereitung von metall- und/oder mineralhaltigen Stoffgemischen. Als deren 

Gesellschafter amten die Z sowie C Y. Die Y führte für die X seit deren Gründung 

Transporte und weitere Arbeiten durch. Aufgrund der schlechten Ertragslage konnte 

die Auftraggeberin die Rechnungen nicht vollumfänglich bezahlen. Die Y und die Z 

vereinbarten daher im Hinblick auf die weitere Zusammenarbeit mündlich, dass die Y 

ihre Guthaben jeweils als Darlehen stehen lässt und diese nur dann verzinst werden 

müssen, wenn die X dazu finanziell in der Lage ist.

B.- Aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2010 deklarierte die X für 

2010 einen Gewinn von Fr. 155'029.– und ein Kapital von Fr. 175'029.–. Als Aufwand 

wurde unter anderem die Verzinsung der Darlehen der Y für die Jahre 2005 bis 2010 in 

der Höhe von Fr. 116'899.– verbucht. Das kantonale Steueramt erachtete die 

Darlehenszinsen für die Jahre 2005 bis 2009 als periodenfremd und nahm beim 

Gewinn eine Aufrechnung von Fr. 80'000.– (Fr. 100'000.– abzüglich Fr. 20'000.– darauf 

anfallende Steuer) vor. Mit Verfügung vom 25. Februar 2013 wurde die X für das Jahr 

2010 mit einem steuerbaren Gewinn von Fr. 235'000.– veranlagt. Das steuerbare 

Eigenkapital für die Kantonssteuer 2010 wurde auf Fr. 175'000.– festgelegt. Die gegen 

die Veranlagungsverfügungen aufgrund des Rechnungsabschlusses per Ende 2010 

erhobenen Einsprachen wies das kantonale Steueramt mit Entscheiden vom 14. Mai 

2013 ab.

C.- Mit Eingabe ihrer Vertreterin vom 11. Juni 2013 erhob die X gegen die 

Einspracheentscheide bei der Verwaltungsrekurskommission Rekurs bzw. 

Beschwerde. Sie beantragte, die Einspracheentscheide seien aufzuheben und die 

Rekurrentin bzw. Beschwerdeführerin sei mit einem steuerbaren Gewinn von Fr. 

155'000.-- zu veranlagen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz 

beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. August 2013 die kostenfällige Abweisung 

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der Rechtsmittel. Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin nahm dazu mit Schreiben 

vom 28. August 2013 Stellung. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat 

stillschweigend auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge sowie auf 

weitere Einzelheiten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Veranlagungen der 

Kantonssteuer und der direkten Bundessteuer aufgrund des Rechnungsabschlusses 

per 31. Dezember 2010. Zwar müssen für Rekurs und Beschwerde verschiedene 

Entscheide ergehen; sie können indessen in einem einzigen Dokument mit 

Verweisungen und einem gemeinsamen Dispositiv, das die beiden Steuern allerdings 

ausdrücklich auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 

E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).

2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurs- sowie zur Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs sowie die 

Beschwerde vom 11. Juni 2013 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in 

formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des 

St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der 

Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h 

Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, 

abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs sowie auf die Beschwerde ist einzutreten.

3.- Streitig ist, ob die im Jahr 2010 von der Rekurrentin für ihre Darlehensschulden 

bezahlten Zinsen für die Jahre 2005 bis 2009 in der Höhe von Fr. 100'000.– 

geschäftsmässig begründeten Aufwand darstellen.

a) aa) Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin macht zur Hauptsache geltend, es liege 

ein Besserungsschein vor. Bei Wiederaufleben der Forderung könnten gemäss 

Kreisschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung sowohl der Forderungsbetrag, 

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sofern die Abschreibung echter Sanierungserfolg gewesen sei, als auch die Zinsen als 

Aufwand geltend gemacht werden. Die Y als Darlehensgläubigerin habe unter 

Vorbehalt der Besserung der Vermögenslage der Rekurrentin und Beschwerdeführerin 

auf die Zinsforderung verzichtet. Im Jahr 2005 sei die Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin überschuldet gewesen. Daher habe die Y auf Guthaben in der 

Höhe von Fr. 213'000.– den Rangrücktritt erklärt. Im Jahr 2009 habe der Rangrücktritt 

wegen erneuter Überschuldung auf Fr. 425'000.– erhöht werden müssen. Erst im Jahr 

2010 habe sich die Rekurrentin finanziell erholt, weshalb die Rangrücktritte hätten 

aufgehoben werden können. Es seien somit Sanierungsmassnahmen ergriffen worden, 

was auch für die Vorinstanz erkennbar gewesen sei. Entgegen der Ansicht der 

Vorinstanz sei die Kollektivgesellschaft Y als Gläubigerin nicht an der Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin beteiligt. Die Y habe im Interesse der weiteren Zusammenarbeit 

und nicht als Gesellschafterin vorläufig auf die Zinsen verzichtet. Da es sich nicht um 

einen Vertrag mit dem Vertreter der Gesellschaft handle, komme die Formvorschrift von 

Art. 718b OR nicht zur Anwendung. Für den Entscheid über den Zinsverzicht sei 

sowohl die Zustimmung der Gesellschafterin Z bzw. von deren Vertreter E als auch jene 

des zweiten Gesellschafters der Y, D Y, nötig gewesen.

In den entsprechenden Jahren 2005 bis 2009 sei kein Zinsaufwand verbucht worden. 

Die Zinsforderung sei erst nach Eintreten der finanziellen Besserung im Jahr 2010 

entstanden. Es liege daher kein periodenfremder Aufwand vor. Da sowohl bei der 

Gläubigerin (Y) als auch bei der Schuldnerin (Rekurrentin und Beschwerdeführerin) 

Drittpersonen zu je 50% beteiligt seien, sei der Zins zwischen Drittpersonen vereinbart 

worden und stelle somit geschäftsmässig begründeten Aufwand dar. Andernfalls würde 

eine geldwerte Leistung vorliegen, was von der Vorinstanz jedoch verneint werde. 

Indem die Vorinstanz den Zinsaufwand bei der Rekurrentin und Beschwerdeführerin als 

periodenfremd ansehe, gleichzeitig aber den Zinsertrag bei der Y besteuere, handle sie 

widersprüchlich.

Im Kanton St. Gallen werde das Periodizitätsprinzip nicht strikt angewendet. 

Regelmässig würden nachträgliche Verbuchungen von Erträgen, nachträgliche 

Wertberichtigungen sowie Verbuchungen von periodenfremden Aufwendungen 

zugelassen. Falls die Schuldzinsen in den vorangegangenen Perioden entstanden 

wären, hätten sie in jenen Jahren verbucht werden müssen. Die früheren Abschlüsse 

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wären demnach handelsrechtswidrig. Das Verwaltungsgericht habe entschieden, das 

Totalgewinnprinzip sei dort anzuwenden, wo die Bildung einer Rückstellung in den 

nach dem Periodizitätsprinzip massgeblichen und rechtskräftig veranlagten 

Steuerperioden handelsrechtswidrig unterlassen worden sei, sofern dies nicht 

steuerlich motiviert sei. Diese Voraussetzungen seien vorliegend gegeben. Es seien 

keine Gewinne in eine Bemessungslücke verschoben worden und es sei mit der 

Periodenverschiebung keine grössere Verlustverrechnung erreicht worden. Auch unter 

Berücksichtigung der gesunkenen Steuersätze für juristische Personen per 1. Januar 

2013 sei der geringe Steuervorteil auf Ebene der Gesellschaft durch die Nachteile auf 

Ebene der Gesellschafter ausgeglichen worden. Dass die Vorinstanz jegliche 

Leistungen der Gesellschaft an Beteiligte oder nahestehende Dritte als steuerlich 

motiviert klassiere, sei sachlich nicht gerechtfertigt. Vorliegend sei nicht erkennbar, 

weshalb eine steuerliche Motivation fingiert werden solle, wenn keine geldwerte 

Leistung zur Diskussion stehe. Da für die Rekurrentin und Beschwerdeführerin in den 

fraglichen Jahren keine Zinspflicht bestanden habe und das Eintreten der Bedingung 

nicht erkennbar gewesen sei, habe der Zinsaufwand erst bei Eintritt der Bedingung 

verbucht werden können.

bb) Dem hält die Vorinstanz im Wesentlichen entgegen, bei der Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin seien in den vergangenen Jahren für die Steuerbehörden keine 

Sanierungsmassnahmen erkennbar gewesen, die gestützt auf Art. 820 OR in 

Verbindung mit Art. 725 OR eingeleitet worden seien. Im Gegenteil sei offenbar alles 

unternommen worden, um eine Sanierung zu vermeiden. Auf die Verzinsung des 

Kontokorrentdarlehens gegenüber Nahestehenden oder Beteiligten sei verzichtet und 

die Kontokorrentschulden in nachrangige Darlehen umgewandelt worden. Da es an 

einer Sanierung fehle, könne auch kein Besserungsschein vorliegen. Obschon der 

Besserungsschein an keine Formvorschrift gebunden sei, müssten Verträge zwischen 

der Gesellschaft und ihrem Vertreter nach Art. 814 Abs. 4 OR in Verbindung mit Art. 

718b OR schriftlich abgefasst werden, was vorliegend nicht der Fall sei. C Y sei zu 

50% an der Darlehensgläubigerin beteiligt. Zudem amte er als Geschäftsführer bei der 

Y und als Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin. Demnach verfüge er für beide Gesellschaften über entsprechende 

Kompetenzen, weshalb ein Besserungsschein gemäss Kreisschreiben nicht möglich 

sei.

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Da zwischen der adäquaten Zinszahlung von 3% und der Hingabe des Kapitals kein 

Missverhältnis bestehe, liege keine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Die 

Aufrechnung der Zinsen der Jahre 2005 bis 2009 sei denn auch wegen 

periodenfremder Verbuchung erfolgt. Der Vorwurf des widersprüchlichen Verhaltens im 

Zusammenhang mit der Besteuerung der Zinserträge bei den Empfängern schlage fehl. 

Bei der Rekurrentin und Beschwerdeführerin handle es sich um eine juristische Person, 

welche nach dem zweiten Abschnitt des StG und dem dritten Teil des DBG veranlagt 

werde. Steuerliche Fragen von anderen Steuersubjekten seien daher für die Beurteilung 

nicht entscheidend und nur zurückhaltend einfliessen zu lassen. Die Überprüfung eines 

geschäftsmässig begründeten Aufwands erfolge in erster Linie auf Basis der 

Gesellschaft. Die Steuerbehörden seien dabei nicht verpflichtet, Abklärungen über die 

steuerliche Behandlung einer Zahlung beim Empfänger vorzunehmen. Nicht jeder 

geschäftsmässig begründete Aufwand beim Empfänger gelange zur Besteuerung und 

nicht jeder geschäftsmässig nicht begründete Aufwand werde beim Empfänger nicht 

besteuert. Die Besteuerung der Zinszahlungen beim Ehepaar Y im Jahr 2010 sei zu 

Recht erfolgt. Die in den Vorjahren nicht erfolgten Zahlungen stellten nach dem 

geltenden Handelsrecht bei der Kollektivgesellschaft Y noch nicht realisierte Erträge 

dar, welche nach dem Imparitätsprinzip nicht als Ertrag hätten verbucht werden dürfen.

Gemäss Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen sei die 

steuerwirksame Nachholung von nicht verbuchten Aufwendungen aus früheren 

Steuerperioden in Abweichung vom Periodizitätsprinzip nur statthaft, wenn der Grund 

der Zahlung immer noch gegeben sei, die Nachholung innerhalb der Verlustperiode 

erfolge und die nachträgliche Verbuchung nicht missbräuchlich sei. Bei der Anwendung 

dieser Ausnahmeregelung habe es sich jedoch stets um Zahlungen an staatliche 

Gläubiger gehandelt. Das Totalgewinnprinzip müsse dort seine Schranken finden, wo 

einmalige Nachzahlungen von periodischen Leistungen nachträglich auf einen Schlag 

an Beteiligte oder Nahestehende erfolgten. Da das Verwaltungsgericht von 

Missbräuchlichkeit und nicht von Steuerumgehung spreche, sei es legitim, die 

Erfordernisse tiefer anzusetzen. Die Steuerbehörden seien daher unbefangen, bei 

periodenfremden Zahlungen an Beteiligte oder Nahestehende grundsätzlich von einer 

steuerlichen Motivierung auszugehen und das Periodizitätsprinzip in solchen Fällen 

über das Totalgewinnprinzip zu stellen. Ansonsten stünde der ungehemmten 

Steuerplanung Tür und Tor offen. Die Nichtverbuchung von Kontokorrentzinsen sei 

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weder handels- noch steuerrechtswidrig. Auch daher gelange das Totalgewinnprinzip 

nicht zur Anwendung.

b) Der steuerbare Gewinn setzt sich gemäss Art. 58 Abs. 1 DBG zusammen aus dem 

Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrags des Vorjahres; 

allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des 

Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem 

Aufwand (vgl. auch Art. 59 DBG) verwendet werden, wie insbesondere Kosten für die 

Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von Gegenständen des 

Anlagevermögens, geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen und 

Rückstellungen, Einlagen in die Reserven, Einzahlungen auf das Eigenkapital aus 

Mitteln der juristischen Person, soweit sie nicht aus als Gewinn versteuerten Reserven 

erfolgen, offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und geschäftsmässig nicht 

begründete Zuwendungen an Dritte sowie den der Erfolgsrechnung nicht 

gutgeschriebenen Erträgen, mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und 

Liquidationsgewinne, vorbehältlich Art. 64 DBG (Ersatzbeschaffungen). Auf kantonaler 

Ebene besteht mit Art. 82 und 84 StG eine nahezu identische Regelung (vgl. auch 

Art. 24 f. des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden, SR 642.14). Die steuerliche Erfolgsermittlung knüpft an die 

handelsrechtliche an, sofern die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten wurden 

(sog. Massgeblichkeitsprinzip). Folglich entfällt die steuerliche Verbindlichkeit nur 

insoweit, als diese offensichtlich den zwingenden Vorschriften des Handelsrechts 

zuwiderläuft oder als steuerliche Korrekturvorschrift zu beachten sind (Urteil des 

Bundesgerichts 2A.44/2007 vom 6. Juni 2007 E. 4.1).

Das schweizerische Einkommenssteuerrecht beruht auf dem Gedanken der 

Periodizität. Es wird dasjenige Einkommen besteuert, das einer steuerpflichtigen 

Person während einer bestimmten Periode zufliesst (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 38 der VB zu Art. 16–39 DBG). Das 

Periodizitätsprinzip besagt, dass es die Steuerpflichtigen nicht in der Hand haben zu 

bestimmen, wann sie die Steuern entrichten, sondern dass die Besteuerung in jener 

Periode erfolgen soll, in welcher das Einkommen wirtschaftlich erzielt wird (Höhn/

Waldburger, Steuerrecht Band 1, 9. Aufl. 2001, § 18 N 15). Die Ergebnisse der 

Geschäftsperioden dürfen folglich nicht untereinander ausgeglichen werden. 

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Unzulässig ist es, die Ergebnisse einer bestimmten Periode zugunsten oder zulasten 

einer anderen zu vermindern oder zu erhöhen. Nach dem Grundsatz der Periodizität 

sind auch Aufwände grundsätzlich derjenigen Periode zuzuweisen, in der sie 

entstanden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_392/2009 vom 23. August 2010 

E. 2.1). Fehlt der Periodenbezug eines Aufwandes, so ist dieser nicht geschäftsmässig 

begründet und darf nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Wird das 

Periodizitätsprinzip offensichtlich verletzt, so ist dies steuerlich zu korrigieren (vgl. 

Entscheid des Verwaltungsgerichts B 2011/200 vom 12. April 2012, E. 2.2.2 mit 

Hinweisen, unter: www.gerichte.sg.ch).

Das Gesetz regelt nicht, wann der steuerpflichtigen Person Einkommen zugeflossen 

oder Ausgaben abgeflossen sind. Der Einkommenszufluss ist ein faktischer Vorgang, 

der damit abgeschlossen ist, dass der Steuerpflichtige die wirtschaftliche 

Verfügungsmacht über die zugeflossenen Vermögenswerte innehat. Voraussetzung des 

Zuflusses ist somit ein abgeschlossener Rechtserwerb, der Forderungs- oder 

Eigentumserwerb sein kann (sog. Soll-Methode; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 

N 19 ff. zu Art. 210 DBG). Grundsätzlich sind nur unbedingte Leistungsansprüche als 

realisiertes Einkommen zu betrachten. Bei aufschiebend bedingten Rechtsgeschäften 

bleibt deshalb der Erwerb von Einkommen bis zum Eintritt eines künftigen Ereignisses 

in der Schwebe, so dass der Einkommenszufluss erst in dem Zeitpunkt erfolgt, in 

welchem der Schwebezustand wegfällt und feststeht, dass der Empfänger das 

fragliche Einkommen ohne weitere Gegenleistung behalten kann (Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 29 f. zu Art. 210 DBG). Die zeitliche Abgrenzung des 

Abflusses von Einkommen muss nach den gleichen Kriterien vorgenommen werden 

wie jene des Zuflusses von Einkommen. Aufwendungen fliessen somit grundsätzlich zu 

dem Zeitpunkt ab, in welchem die steuerpflichtige Person zur Zahlung verpflichtet ist. 

Relativiert wird das Periodizitätsprinzip durch das Totalgewinnprinzip, welches besagt, 

dass die Summe aller Periodeneinkünfte den totalen Einkünften entsprechen soll. Eine 

Anwendung dieses Prinzips stellt die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit der 

Verlustverrechnung für die der Steuerperiode vorangegangenen sieben Geschäftsjahre 

(vgl. Art. 67 DBG und Art. 86 StG) dar. Im Unternehmenssteuerbereich stellt sich 

insbesondere die Frage, inwieweit unterlassene Rückstellungen in späteren 

Steuerperioden nachgeholt werden können. Die verwaltungsgerichtliche 

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Rechtsprechung erachtet es als zulässig, dass die handelsrechtswidrig unterlassene 

Bildung einer Rückstellung in einer Handelsbilanz, die Grundlage einer rechtskräftigen 

Veranlagung gebildet hat, steuerwirksam in einer späteren Steuerperiode, die noch 

innerhalb der Verlustverrechnungsperiode liegt, nachgeholt werden kann, sofern der 

Rückstellungsgrund noch besteht und die Unterlassung nicht missbräuchlich erfolgt ist 

(vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts B 2011/200 vom 12. April 2012, E. 2.2.4 mit 

Hinweisen, unter: www.gerichte.sg.ch). Ferner wird die Nachholung unterlassener 

Abschreibungen als zulässig erachtet, sofern diese mangels steuerbarer Einkünfte nicht 

vorgenommen werden konnten, sofern darin keine Steuerumgehung liegt und sofern 

die Schranken der Verlustverrechnung beachtet werden (vgl. Entscheid des 

Verwaltungsgerichts B 2011/261 vom 3. Juli 2012, E. 2.3.2 mit Hinweisen, unter 

www.gerichte.sg.ch).

c) Da die Rekurrentin und Beschwerdeführerin ihren Verbindlichkeiten gegenüber der 

Kollektivgesellschaft Y nicht nachkommen konnte, häuften sich auf dem 

Kontokorrentkonto Nr. 2160 seit 2004 grössere Schuldbeträge an (act. 9/3-3). In den 

Jahren 2004 bis 2009 wurden darauf keine Zinszahlungen verbucht. Gemäss 

unbestrittener Darstellung der Rekurrentin und Beschwerdeführerin vereinbarten die 

involvierten Parteien mündlich, dass die Y diese Guthaben als Darlehen stehen lässt 

und diese erst und nur dann verzinst werden müssen, wenn die Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin dazu finanziell in der Lage ist. Bei dieser Vereinbarung handelt es 

sich um ein aufschiebend bedingtes Rechtsgeschäft. Bevor die Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin zur Leistung von Zinszahlungen finanziell nicht in der Lage war, 

entstand für diese keine Zinsschuld. Mangels Eintretens dieser Bedingung in den 

Jahren 2005 bis 2009 durfte die Rekurrentin und Beschwerdeführerin folglich aus 

handelsrechtlicher Sicht gar keinen Zinsaufwand verbuchen, denn eine Verpflichtung 

zur Zinszahlung bestand in den fraglichen Jahren nicht. Erst mit Erzielung des 

ansehnlichen Gewinns im Jahr 2010 trat die Bedingung für die Entstehung der 

Zinspflicht sowohl für das laufende Geschäftsjahr als auch für die Geschäftsjahre 2005 

bis 2009 ein.

Es stellt sich einzig noch die Frage, ob die Rekurrentin und Beschwerdeführerin 

handelsrechtlich verpflichtet gewesen wäre, in den Rechnungsabschlüssen der Jahre 

2005 bis 2009 entsprechende erfolgswirksame Rückstellungen zu bilden. Ob für eine 

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bedingte Verbindlichkeit eine Rückstellung zu bilden ist, entscheidet sich nach der 

Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme. Wird mit der Inanspruchnahme ernsthaft 

gerechnet, so sind dafür Rückstellungen zu bilden (J. Stoll, Die Rückstellung im 

Handels- und Steuerrecht, Zürich 1992, S. 108 und 181). Da jedoch für den Fall, dass 

solche Rückstellungen von der Rekurrentin und Beschwerdeführerin 

handelsrechtswidrig unterlassen worden wären, deren Nachholung ohnehin 

handelsrechtlich geboten und auch steuerlich anzuerkennen wäre, kann diese Frage 

offen bleiben (vgl. Stoll, a.a.O., S. 155 f. und 246 f.). Die Nachholung läge zeitlich 

innerhalb der siebenjährigen Verlustverrechnungsperiode und Anzeichen für eine 

steuerlich motivierte Unterlassung sind nicht ersichtlich. Massgebend ist nach der 

Praxis des Verwaltungsgerichts, dass die Frist für die Verlustverrechnung gegenüber 

der gesetzlichen Ordnung nicht ausgedehnt und keine ungerechtfertigten 

Steuervorteile erzielt werden (Entscheid des Verwaltungsgerichts B 2011/261 vom 3. 

Juli 2012, E. 2.3.2, unter: www.gerichte.sg.ch). Auch eine Beschränkung der 

Nachholung von Rückstellungen auf Forderungen staatlicher Gläubiger, wie sie die 

Vorinstanz geltend macht, ist der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu 

entnehmen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts B 2011/200 vom 12. April 2012, 

E. 2.2.4 mit Hinweisen, unter: www.gerichte.sg.ch).

d) Die Verbuchung des gesamten Zinsaufwandes von Fr. 116'899.– per 31. Dezember 

2010 – sei es nun als gesamthaft in der Steuerperiode 2010 entstandene 

Verbindlichkeit oder als teilweise Nachholung unterlassener Rückstellungen (für die 

Jahre 2005 bis 2009) – erfolgte damit periodengerecht. Der Zinssatz von 3% ist zudem 

nicht überhöht. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob ein Besserungsschein 

vorliegt.

e) Zusammenfassend erweist sich der von der Rekurrentin und Beschwerdeführerin im 

Rechnungsabschluss per 31. Dezember 2010 verbuchte Zinsaufwand von 

Fr. 116'899.– als geschäftsmässig begründet, weshalb Rekurs und Beschwerde 

gutzuheissen sind. Die angefochtenen Einspracheentscheide vom 14. Mai 2013 sind 

daher aufzuheben. Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin ist für die Kantonssteuer 

und direkte Bundessteuer aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 

2010 mit einem steuerbaren Gewinn von Fr. 155'000.– zu veranlagen. Das steuerbare 

Kapital bleibt unverändert bei Fr. 175'000.–.

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4.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten dem Staat 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und Art. 95 Abs. 1 VRP). Da Rekurs und 

Beschwerde in ein und demselben Entscheid beurteilt werden, ist eine Gebühr von Fr. 

1'500.-- angemessen (Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Rekurrentin und Beschwerdeführerin ist 

der Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zurückzuerstatten.

b) Die vertretene Rekurrentin und Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine 

ausseramtliche Entschädigung (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren, SR 172.021, und Art. 98 Abs. 2 VRP). 

Eine Kostennote ist nicht eingereicht worden. Die Rekurrentin wird durch ein 

Treuhandbüro vertreten. Auch wenn ein Vertreter desselben Rechtsanwalt ist, wird in 

der Praxis eine gegenüber dem Anwaltstarif reduzierte Entschädigung zugesprochen 

(R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, 

St. Gallen 2004, S. 198 f.). Angesichts der nicht sehr umfangreichen Akten, des 

ersichtlichen Aufwands für die Rekurs- und die Beschwerdeeingabe und der zulässigen 

zusätzlichen Stellungnahme erscheint eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- inkl. 

Mehrwertsteuer als angemessen (vgl. Art. 19, 22 Abs. 1 lit. b und 28 der 

Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75). Kostenpflichtig 

ist der Staat (kantonales Steueramt).

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid vom

       14. Mai 2013 wird aufgehoben.

2.    Die Rekurrentin wird für die Kantonssteuer aufgrund des Rechnungsabschlusses 

per

       31. Dezember 2010 mit einem steuerbaren Gewinn von Fr. 155'000.– und einem

       steuerbaren Kapital von Fr. 175'000.– veranlagt.

3.    Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid 

vom

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       14. Mai 2013 wird aufgehoben.

4.    Die Beschwerdeführerin wird für die direkte Bundessteuer aufgrund des

       Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2010 mit einem steuerbaren Gewinn

       von Fr. 155'000.– veranlagt.

5.    Der Staat trägt die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.–.

6.    Der Rekurrentin und Beschwerdeführerin wird der Kostenvorschuss von Fr. 2'000.–

       zurückerstattet.

7.    Der Staat (kantonales Steueramt) entschädigt die Rekurrentin und 

Beschwerdeführerin

       ausseramtlich mit Fr. 1'500.– (inkl. MWSt).

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	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 18.02.2014
	Art. 58 DBG (SR 642.11), Art. 82 StG (sGS 811.1). Geschäftsmässig begründeter Aufwand, Periodizitätsprinzip. Aufgrund einer Vereinbarung, wonach ein Darlehen erst verzinst werden muss, wenn die Schuldnerin dazu in der Lage ist, ist eine nachgeholte Zinszahlung steuerlich zulässig, solange die gesetzliche Frist für die Verlustverrechnung nicht ausgedehnt und keine ungerechtfertigten Steuervorteile erzielt werden (Urteil der Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 18. Februar 2014, I/1-2013/102, 103)

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		2025-07-19T10:05:29+0200
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