# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** deef1f17-79ab-5af5-8c9f-a0a1612b256f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.02.2012 C-7258/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7258-2009_2012-02-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­7258/2009

U r t e i l   v om   2 0 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz),
Richter Blaise Vuille, 
Richter Antonio Imoberdorf,   
Gerichtsschreiberin Giulia Santangelo.

Parteien N._______, 
vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, 
Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende Solothurn 
(Rebaso), Rossmarktplatz 2, Postfach 652, 4501 Solothurn,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung (Art. 14 Abs. 2 AsylG).

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Sachverhalt:

A. 
Der  aus  der  Demokratischen  Republik  Kongo  stammende 
Beschwerdeführer  (geb. 1960)  reiste  gemäss  eigenen  Angaben  am 
12. Mai  2004  in die Schweiz ein und ersuchte am selben Tag um Asyl. 
Mit Verfügung vom 21. September 2006 lehnte das BFM das Asylgesuch 
wegen fehlender Flüchtlingseigenschaft ab und wies ihn unter Ansetzung 
einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg. Gegen diese Verfügung erhob 
der Beschwerdeführer am 25. Oktober 2006 bei der damals zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde. 

B. 
Am  6. Juli  2009  unterbreitete  die  Migrationsbehörde  des  Kantons 
Solothurn der Vorinstanz ein Gesuch um Zustimmung zur Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art. 14  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31).

Im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer am 3. September 2009 mit, dass erwogen werde, die 
Zustimmung  zu  einer  entsprechenden  Aufenthaltsregelung  zu 
verweigern, und räumte ihm Gelegenheit zur Stellungnahme ein. Er liess 
sich  am  28. September  2009  durch  seine  Parteivertreterin  dazu 
vernehmen.

C. 
Mit  Verfügung  vom  19. Oktober  2009  verweigerte  die  Vorinstanz  die 
Zustimmung zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 
2  AsylG.  Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  der 
Beschwerdeführer  habe  sich  während  der  fünfeinhalb­jährigen 
Aufenthaltsdauer  in  der  Schweiz  offenbar  in  die  hiesigen  Verhältnisse 
eingelebt  und  zu  keinen  Klagen  Anlass  gegeben.  Dennoch  erscheine 
seine  bisherige  berufliche  und  soziale  Integration  nicht  so 
aussergewöhnlich, dass sie zu einer Verwurzelung in der Schweiz geführt 
hätte. Mit  seiner Anstellung als Hilfsarbeiter  verfüge er weder über eine 
anerkannte  Ausbildung  noch  über  spezielle  berufliche  Kenntnisse, 
sondern  sei  lediglich  angelernt  worden.  Aus  den  Akten  sei  auch  keine 
spezifische  berufliche  Weiterbildung  seit  Beginn  der  Erwerbstätigkeit 
ersichtlich.  Dass  die  Kommunikation  am  Arbeitsplatz  offenbar  in 
deutscher Sprache erfolge und der Gesuchsteller mehrere Kurse bei der 
Caritas  absolviert  habe,  zeige  ein  gewisses  Engagement,  stelle  aber 
keine überdurchschnittliche Integration dar. Fünfeinhalb Jahre seien eine 

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relativ  kurze Aufenthaltsdauer. Die  hiesigen guten Bekanntschaften  und 
die  hinreichenden  Sprachkenntnisse  entsprächen  eher  einer  normalen 
zeitlichen  Entwicklung.  Positiv  zu  würdigen  sei,  dass  der 
Beschwerdeführer  seiner  Schweizer  Partnerin  in  einer  schwierigen 
Situation  beistehe.  Ein  besonderes,  über  das  übliche  Mass 
hinausgehendes  Abhängigkeitsverhältnis  zwischen  den  Betroffenen  sei 
jedoch  nicht  ersichtlich  und werde  auch  nicht  substantiiert  dargetan.  Er 
habe den grössten, für die Entwicklung wichtigsten Teil seines Lebens in 
seiner Heimat verbracht und sei mit Sprache und Kultur bestens vertraut. 
Mit  seiner  Erwerbstätigkeit  in  der  Schweiz  habe  er  eine  gewisse 
Flexibilität unter Beweis gestellt, welche ihm bei der Wiedereingliederung 
behilflich  sein  könne.  Nicht  ersichtlich  sei,  inwiefern  ihm  vor  dem 
Hintergrund  seiner  sehr  guten  Ausbildung,  den  Berufserfahrungen  und 
seinem  für  kongolesische  Verhältnisse  überaus  guten  Beziehungsnetz 
die  wirtschaftliche  Wiedereingliederung  nicht  gelingen  sollte.  Seine 
gesundheitlichen  Gebrechen  könnten  überdies  in  Kinshasa  durchaus 
adäquat  weiterbehandelt  werden.  Insgesamt  seien  somit  die 
Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  gemäss 
Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht erfüllt.

D. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  20. November  2009  lässt  der 
Beschwerdeführer  beantragen,  die  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben 
und es sei festzustellen, dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung  aufgrund  eines  schwerwiegenden  persönlichen 
Härtefalles  erfüllt  seien.  Es  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  dem Antrag 
des  Kantons  Solothurn  auf  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung 
zuzustimmen.  In  prozessualer  Hinsicht  sei  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  zu  bewilligen  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Hierzu  lässt  er  vorbringen,  er  habe 
Sozialwissenschaften  und  internationale Beziehungen  studiert.  In  seiner 
Heimat habe er als Diplomat und Assistenz­Professor gearbeitet. Es gelte 
zu  berücksichtigen,  dass  er  sich  in  einem  laufenden  Asylverfahren 
befinde; trotz legalem Aufenthalt sei sein Status prekär. So werfe ihm die 
Vorinstanz  vor,  lediglich  Hilfsarbeiter  zu  sein  und  keine  speziellen 
Berufskenntnisse erworben zu haben, sondern lediglich angelernt worden 
zu sein. Bei diesem Vorwurf werde übersehen, dass er keine Möglichkeit 
gehabt habe ein Lehrverhältnis abzuschliessen, da ein solches zumindest 
den Status einer  vorläufigen Aufnahme voraussetze.  Im Rahmen seiner 
bescheidenen  finanziellen  Möglichkeiten  habe  er  sich  jedoch  immer 
weitergebildet.  Er  sei  sich  auch  nie  zu  schade  gewesen,  Hilfsarbeiten 

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durchzuführen.  Nur  wenigen  Asylsuchenden  gelinge  es  überhaupt  eine 
Arbeitsstelle  zu  finden,  weshalb  seine  berufliche  Integration 
überdurchschnittlich  sei.  Auch  habe  er  überdurchschnittliches  soziales 
Engagement gezeigt,  indem er regelmässig Schulklassen besucht habe, 
als  Mitglied  des  Cercle  Romand  de  Soleure  Vorträge  halte  und  sehr 
engagiert  sei.  Zudem  sei  er  als  Sänger  im  Chor  der  Nationen 
ausserordentlich  beliebt.  Seit  zwei  Jahren  lebe  er  mit  der  Schweizerin 
S._______  zusammen.  Er  unterstütze  die  an  Krebs  erkrankte  Frau  in 
allen  Belangen,  kaufe  ein,  putze  das  Haus, mache  die Wäsche,  koche 
und stehe ihr grundsätzlich zur Seite. Sie sei auf seine Hilfe angewiesen. 
Dies sei  jedoch nicht der Grund  für  ihr Zusammenleben. Schon vor der 
Erkrankung seien sie ein Liebespaar gewesen. Nun lebten sie zusammen 
in einem gefestigten Konkubinat.  Im Kongo sei er noch verheiratet, aber 
eine Scheidung könne nicht eingeleitet werden, weil er als Asylsuchender 
nicht mit  den  heimatlichen  Behörden  in  Kontakt  treten  könne.  In  seiner 
Heimat habe er keine Familie mehr. Die älteste Tochter lebe in Brasilien, 
ein Sohn in Togo. Ein weiterer Sohn studiere und wohne sporadisch bei 
der  Mutter.  Die  jüngste  Tochter  lebe  bei  seinem  Bruder.  Seine  Mutter 
lebe  mit  einer  Schwester  in  den  USA.  Durch  seine  Diabetes  II  ­ 
Erkrankung geschwächt, werde auch sein gesundheitlicher Zustand eine 
Reintegration erschweren.

E. 
Mit  Urteil  vom  15.  Dezember  2009  wurde  die  Asylbeschwerde 
abgewiesen. Das BFM setzte dem Beschwerdeführer eine neue Frist zur 
Ausreise  bis  zum  19.  Januar  2010. Mit  Schreiben  des Migrationsamtes 
des Kantons Solothurn vom 23. April 2010 wurde sein weiterer Aufenthalt 
in der Schweiz vorläufig geduldet.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Dezember  2009  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Prozessführung gut.

G. 
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  23. Dezember  2009  spricht  sich  die 
Vorinstanz  unter  Erläuterung  der  bisher  genannten  Gründe  für  die 
Abweisung  der  Beschwerde  aus.  Sie  betont  zudem  die  klare 
Unterscheidung  zum  Asylverfahren;  im  Härtefallverfahren  seien  keine 
Wegweisungs­ oder Vollzugshindernisse zu prüfen.

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H. 
Mit  Replik  vom  25.  Januar  2010  hält  die  Parteivertreterin  am 
eingereichten Rechtsmittel sowie den Begehren fest. Ergänzend weist sie 
auf das Medienecho  im Zusammenhang mit der geplanten Wegweisung 
des  Beschwerdeführers  im  Januar  2010  hin.  Die  Lebenspartnerin  habe 
sich  an  die  Medien  gewandt.  Eine  Heirat  zwischen  ihr  und  dem 
Beschwerdeführer sei nicht möglich, weil sich dessen Ehefrau nicht von 
ihm scheiden  lassen wolle und eine Scheidung mittels Scheidungsklage 
sehr lange dauern würde. 

I. 
Mit Eingabe vom 25. November 2011  lässt der Beschwerdeführer – zur 
Aktualisierung  aufgefordert  ­  im  Wesentlichen  vorbringen,  seine 
langjährige,  tiefe  Partnerschaft  unterstehe  dem  Schutz  von  Art.  8  der 
Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Seine jüngste Tochter werde mit 
der Mutter, welche einen Schweizer Bürger geheiratet habe definitiv in die 
Schweiz kommen.

J. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 
Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art. 33  VGG 
genannten  Behörden.  Darunter  fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM 
betreffend  Verweigerung  der  Zustimmung  zur  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art.  14  Abs.  2  AsylG.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig  (vgl. 
Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110], siehe in Bezug auf Art. 14 Abs. 2 
AsylG auch Urteil des Bundesgerichts 2C_692/2010 vom 13. September 
2010 E. 3).

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1.2. Das Verfahren  richtet  sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, 
dem  Verwaltungsgerichtsgesetz  und  dem  Bundesgerichtsgesetz,  soweit 
das  Asylgesetz  –  sofern  anwendbar  –  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  6 
AsylG). 

1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  gemäss  Art. 48 
Abs.  1 VwVG zur Beschwerde  legitimiert. Auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (vgl.  Art.  50  und  52 
VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art. 62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts­  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2).

3. 
3.1. Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung des 
BFM  einer  ihm  nach  dem  Asylgesetz  zugewiesenen  Person  eine 
Aufenthaltsbewilligung  erteilen,  wenn  die  betroffene  Person  sich  seit 
Einreichung  des  Asylgesuches  mindestens  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
aufhält (Bst. a), der Aufenthaltsort der betroffenen Person den Behörden 
immer bekannt war  (Bst. b) und wegen der  fortgeschrittenen  Integration 
ein  schwerwiegender  persönlicher Härtefall  vorliegt  (Bst.  c).  Dabei  geht 
es  nur  um  die  Frage,  ob  der  Kanton  ermächtigt  wird,  eine 
Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen  bzw.  ein  Aufenthaltsverfahren 
durchzuführen.  Anwendbar  ist  die  im  Rahmen  der  Asylgesetzrevision 
vom  16.  Dezember  2005  per  1. Januar  2007  in  Kraft  getretene 
Härtefallregelung von Art. 14 Abs. 2 AsylG sowohl auf Personen, die ein 
Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben,  als  auch  auf  Personen,  die 
sich  noch  im  Asylverfahren  befinden.  Sie  stellt  eine  Ausnahme  vom 
Grundsatz  der  Ausschliesslichkeit  des  Asylverfahrens  dar  (PETER 
NIDERÖST,  Sans­Papiers  in  der  Schweiz,  in:  Peter  Uebersax/Beat 

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Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. 
Auflage  Basel  2009,  Rz. 9.35;  zur  Rechtsnatur  dieses  Verfahrens  vgl. 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7265/2007  vom  24. März  2010 
E. 3). 

3.2.  Bereits  vor  der  Revision  vom  16.  Dezember  2005  sah  das 
Asylgesetz in Art. 44 Abs. 3 bis 5 (AS 1999 2273) die Möglichkeit vor, 
in  Fällen  einer  schwerwiegenden  persönlichen Notlage  die  vorläufige 
Aufnahme  anzuordnen,  sofern  vier  Jahre  nach  Einreichen  des 
Asylgesuchs  noch  kein  rechtskräftiger  Entscheid  ergangen  war. 
Rechtskräftig  abgewiesene  Asylsuchende  waren  von  der  Möglichkeit 
der  vorläufigen  Aufnahme  ausgeschlossen.  Die  nunmehr  geltende 
Regelung von Art. 14 Abs. 2 AsylG enthält nicht nur eine Ausweitung 
des  Anwendungsbereiches  auf  rechtskräftig  abgewiesene  Asyl­
suchende,  sondern  bringt  der  betroffenen  Person  auch  insoweit  eine 
rechtliche  Besserstellung,  als  ihr  eine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt 
und nicht mehr nur die vorläufige Aufnahme gewährt werden kann (zur 
Entstehung des heutigen Art. 14 Abs. 2 AsylG vgl. BVGE 2009/40 E. 
3.1).

4. 
4.1.  Der  Beschwerdeführer  hält  sich  seit  der  Einreichung  des 
Asylgesuches  mehr  als  fünf  Jahre  in  der  Schweiz  auf,  wobei  sein 
Aufenthaltsort  den  Behörden  immer  bekannt  war.  Die  in  Art.  14  Abs.  2 
Bst. a und b AsylG genannten Anforderungen sind damit erfüllt. Zu prüfen 
bleibt,  ob  nach Massgabe  von  Art.  14  Abs.  2  Bst.  c  AsylG  "wegen  der 
fortgeschrittenen  Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall 
vorliegt". Diese Frage beurteilt sich auf der Grundlage der umfangreichen 
Rechtsprechung  zum Härtefallbegriff  gemäss Art.  13 Bst.  f  der  bis  zum 
31. Dezember 2007 geltenden Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die 
Begrenzung der Zahl der Ausländer  (Begrenzungsverordnung, BVO, AS 
1986 1791; vgl. heute Art. 30 Abs. 1 Bst. b des Ausländergesetzes vom 
16. Dezember 2005  [AuG, SR 142.20]). Mit Art.  14 Abs. 2 Bst.  c AsylG 
hat  der  Gesetzgeber  nämlich  keinen  eigenen  Härtefallbegriff  schaffen, 
sondern  den  bereits  im  Kontext  des  Ausländerrechts  bestehenden  und 
von  der  Rechtsprechung  konkretisierten  Härtefallbegriff  auch  für  das 
Asylrecht  anwendbar  machen  wollen  (vgl.  dazu  eingehend  BVGE 
2009/40 E. 5 mit Hinweisen). 

4.2.  In  Anlehnung  an  die  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  hat  der 
Verordnungsgeber  in  Art.  31  Abs.  1  der  Verordnung  vom  24. Oktober 

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2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR 
142.201) eine entsprechende Kriterienliste aufgestellt, die sich sowohl auf 
Art.  14  Abs.  2  AsylG  als  auch  auf  den  Anwendungsbereich  des  AuG 
(Art. 30  Abs.  1  Bst.  b,  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  und  Art.  84  Abs.  5  AuG) 
bezieht. Im Einzelnen werden folgende Kriterien genannt: Die Integration 
(Bst.  a),  die  Respektierung  der  Rechtsordnung  (Bst.  b),  die 
Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille 
zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d), 
die Dauer der Anwesenheit (Bst. e), der Gesundheitszustand (Bst. f) und 
die Möglichkeit für eine Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g). 

4.3.  Im  Weiteren  statuiert  die  auf  die  soeben  genannten 
Härtefallregelungen nach AsylG und AuG anwendbare Bestimmung von 
Art.  31  Abs.  2  VZAE,  dass  die  gesuchstellende  Person  ihre  Identität 
offenlegen muss. Dieses Erfordernis steht im Zusammenhang mit Art. 13 
und  Art.  90  AuG,  wonach  die  gesuchstellende  Person  im  Bewilligungs­ 
und  Anmeldeverfahren  ein  gültiges  Ausweispapier  vorlegen  und 
diesbezüglich  zutreffende  und  vollständige  Angaben  machen  muss. 
Werden diese zwingenden Vorschriften verletzt, kann dies den Wiederruf 
einer Bewilligung zur Folge haben (Art. 62 Bst. a und Art. 63 Abs. 1 Bst. a 
AuG) und zu Zwangsmassnahmen (Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 AuG und 
Art. 77 Abs. 1 Bst. c AuG) oder gar strafrechtlichen Sanktionen (Art. 120 
Abs. 1 Bst. e AuG) führen (PETER UEBERSAX, Einreise und Aufenthalt, in: 
Ausländerrecht,  a.a.O.,  Rz.  7.272  ff.).  Einen  weiterreichenden 
Regelungsumfang  hat  die  insoweit  nur  deklaratorische 
Verordnungsbestimmung  von Art.  31 Abs.  2 VZAE  (abgesehen  von der 
wohl ungenauen Übersetzung im französischen Text) nicht. 

5. 
5.1.  Im Hinblick auf die Rechtsprechung zum Härtefallbegriff von Art. 13 
Bst.  f  BVO  und  die  diesbezüglich  in  Art.  31  Abs.  1  VZAE  aufgestellten 
Kriterien  darf  auch  im  Anwendungsbereich  des  Asylgesetzes  ein 
schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  nicht  leichthin  angenommen 
werden.  Erforderlich  ist,  dass  sich  die  ausländische  Person  in  einer 
persönlichen  Notlage  befindet,  was  bedeutet,  dass  ihre  Lebens­  und 
Existenzbedingungen,  gemessen  am  durchschnittlichen  Schicksal  von 
ausländischen  Personen,  in  gesteigertem  Mass  in  Frage  gestellt  sind 
bzw. die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung für sie mit schweren 
Nachteilen verbunden wäre. 

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5.2. Die Anerkennung als Härtefall muss allerdings nicht bereits deshalb 
erfolgen, weil sich die Anwesenheit in der Schweiz als einziges Mittel zur 
Verhinderung einer persönlichen Notlage darstellt. Es genügt auch nicht, 
wenn sich die ausländische Person während längerer Zeit in der Schweiz 
aufgehalten,  sich  in  sozialer  und  beruflicher  Hinsicht  gut  integriert  und 
sich nichts hat zuschulden kommen  lassen. Vielmehr bedarf es einer so 
engen Beziehung zur Schweiz, dass es ihr nicht zugemutet werden kann, 
im Ausland, insbesondere in ihrem Heimatland, zu leben (BGE 130 II 39 
E. 3; BVGE 2007/16 E. 5.1); die in diesem Kontext anwendbaren Kriterien 
von  Art.  31  Abs.  1  VZAE  stellen weder  einen  abschliessenden Katalog 
dar  noch müssen  sie  kumulativ  erfüllt  sein  (vgl. BVGE 2009/40 E.  6.2). 
Immerhin  werden  bei  einem  sehr  langen  Aufenthalt  weniger  hohe 
Anforderungen  an  das  Vorliegen  besonderer  Umstände  wie  etwa  eine 
überdurchschnittliche  Integration  oder  andere  Faktoren  gestellt,  welche 
die  Rückkehr  ins  Heimatland  als  ausgesprochen  schwierig  erscheinen 
lassen (BGE 124 II 110 E. 3 S. 112 f.).

5.3. Zu  beachten  gilt  es  ferner,  dass  die  ausländerrechtliche Zulassung 
wegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles  nicht  das  Ziel 
verfolgt, eine ausländische Person gegen die Folgen eines Krieges oder 
des  Missbrauchs  staatlicher  Gewalt  zu  schützen.  Solche  Erwägungen 
betreffen  einerseits  die Frage  der Asylgewährung,  andererseits  sind  sie 
für  die  Beurteilung  der  Vollziehbarkeit  einer  verfügten Wegweisung  von 
Bedeutung  (vgl.  Art.  83  AuG).  Im  Zusammenhang  mit  dem 
schwerwiegenden persönlichen Härtefall sind ausschliesslich humanitäre 
Gesichtspunkte  ausschlaggebend,  wobei  der  Schwerpunkt  auf  der 
Verankerung  in  der Schweiz  liegt.  Im Rahmen  einer Gesamtschau  sind 
jedoch  seit  jeher  auch  der Gesundheitszustand  einer  Person  sowie  die 
Möglichkeiten  einer  Wiedereingliederung  im  Herkunftsland 
mitzuberücksichtigen  (heute  sind  diese  von  der  Rechtsprechung 
entwickelten Kriterien in Art. 31 Abs. 1 Bst. f und g VZAE positivrechtlich 
verankert).  Diese  Prüfung  kann  nicht  losgelöst  von  den  persönlichen, 
familiären  und  ökonomischen  Schwierigkeiten  erfolgen,  denen  eine 
ausländische Person in ihrem Heimatland ausgesetzt wäre (vgl. BGE 123 
II 125 E. 3 S. 128). Daraus ergibt sich eine gewisse Überschneidung von 
Gründen, die den Wegweisungsvollzug betreffen, und solchen, die einen 
Härtefall (mit)begründen können. Das ist nicht zu vermeiden und in Kauf 
zu nehmen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­8270/2008 vom 
10. Mai 2010 E. 5.3 mit Hinweis). 

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Nur schon vor diesem Hintergrund greift  der  in der Rechtsmitteleingabe 
vom 20. Juli 2009 erhobene allgemeine Vorwurf, das BFM setze mit der 
angefochtenen  Verfügung  ein  falsches  Signal,  zu  kurz.  Wie  die 
nachfolgenden  Ausführungen  aufzeigen,  erweist  sich  besagter  Einwand 
im konkreten Fall auch als unbegründet.

6. 
6.1. Der Beschwerdeführer hält sich seit gut siebeneinhalb Jahren in der 
Schweiz auf, was  im Vergleich  keiner  sehr  langen Dauer entspricht. So 
hat das Bundesgericht  in einem Urteil  aus dem Jahr 1998 entschieden, 
dass  bei  einer  ausländischen  Person,  die  sich  seit  zehn  Jahren  in  der 
Schweiz  aufhält,  in  der  Regel  vom  Vorliegen  eines  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalles auszugehen ist, sofern sie finanziell unabhängig, 
sozial und beruflich gut  integriert  ist und sich bis dahin klaglos verhalten 
hat, vorausgesetzt, dass sie die Dauer des Aufenthaltes nicht absichtlich 
durch  das  missbräuchliche  Ergreifen  von  Rechtsmitteln  verlängert  hat. 
Allerdings  bezieht  sich  diese  Rechtsprechung  auf  Asylbewerber,  über 
deren Asylgesuch nach zehn Jahren  immer noch nicht  befunden wurde 
(vgl. BGE 124 II 110 E. 3 S. 112 f.). Damit wird der besonderen Situation 
dieser Personenkategorie Rechnung getragen, die von Verfahrens wegen 
gezwungen ist, den Kontakt zum Herkunftsland abzubrechen (BGE 123 II 
125  E.  3  S.  128;  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.542/2005  vom  11. 
November  2005  E.  3.2.1).  Der  Beschwerdeführer  befindet  sich  in  einer 
anderen  Situation.  Das  Asylverfahren  wurde  nach  etwas  mehr  als  fünf 
Jahren  Aufenthalt  am  15.  Dezember  2009  rechtskräftig  entschieden, 
worauf er eine Frist zur Ausreise aus der Schweiz erhielt. Sein Aufenthalt 
über die Ausreisefrist hinaus gründet sich ausschliesslich auf die Duldung 
durch  den  Wohnkanton  während  der  Rechtshängigkeit  des 
ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens. Weder war er in dieser Zeit 
­ anders als im Asylverfahren ­ gezwungen, den Kontakt zu seiner Heimat 
abgebrochen zu halten, noch durfte er davon ausgehen, sein Aufenthalt 
werde definitiv geregelt. Somit stellt sich die Frage, ob aus den sonstigen 
Umständen des Aufenthalts und Verhaltens des Beschwerdeführers eine 
schwerwiegende persönliche Notlage abzuleiten ist.

6.2.  Die  soziale  Integration  des  Beschwerdeführers  während  seines 
Aufenthaltes muss als überdurchschnittlich bewertet werden. Den Akten 
kann  entnommen  werden,  dass  er  sich  sehr  um  den  Erwerb  der 
deutschen  Sprache  bemühte,  indem  er  diverse  Kurse,  sogar  einen 
Schweizerdeutschkurs besucht hat (Basiskurs Modul 1­3 bei der Caritas, 
Deutsch als Fremdsprache Niveau C1 und Schwyzerdütsch B1/B2 an der 

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Volkshochschule).  Entsprechend  gut  sind  heute  seine 
Deutschkenntnisse. Er verfügt zudem über einen grossen Bekanntenkreis 
und ist in diversen sozialen Einrichtungen engagiert. Bei der Solothurner 
Gruppe von Amnesty International hilft er seit 2007 als Mitglied aktiv bei 
Standaktionen  mit  und  nimmt  an  regelmässigen  Treffen  zum 
Briefeschreiben  teil  (vgl. Schreiben vom 20. Februar 2010). Er singt seit 
2007  im Chor  der Nationen  und  ist  seit Mai  2008 aktives Mitglied  beim 
Cercle Romand Soleure. Zahlreiche Referenzschreiben beschreiben  ihn 
übereinstimmend als  freundliche, korrekte, zuverlässige, kommunikative, 
sehr  gut  integrierte  und  integrierende  Persönlichkeit  mit  hoher  sozialer 
Kompetenz  und  grosser  Einsatzbereitschaft.  Ins  Gewicht  fällt,  dass  die 
Unterstützungsschreiben  nicht  den  Eindruck  von  vorformulierten 
Bestätigungen  erwecken,  sondern  echte  Anteilnahme  und  Sympathie 
erkennen  lassen.  In dieses Bild  fügt sich auch die  ­  im Hinblick auf den 
Ablauf der Ausreisefrist am 19. Januar 2010 ­ mittels öffentlicher Aktionen 
getätigte Unterstützung durch seine Mitbürger.

6.3. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht hat sich der Beschwerdeführer stark 
engagiert  gezeigt.  So  war  er  zunächst  im  Rahmen  von 
Beschäftigungsprogrammen  und  gemeinnützigen  Projekten  tätig.  Dabei 
wurde er wegen seiner Zuverlässigkeit sehr geschätzt. Dass er bereits  ­ 
kurz  nach  seiner  Einreise  ­  am  4.  Juni  2004  den  ersten  Einsatz  der 
Caritas  zur  Räumung  und  Instandstellung  einer  Asylbewerberunterkunft 
antrat,  verdeutlicht  den  seit  der  Einreise  bestehenden  Willen  zur 
Integration.  In  den  Jahren  2005  bis  2008  wirkte  er  im Wohnkanton  an 
schulischen Veranstaltungen zum Thema Gospelmusik und ihrer Herkunft 
mit.  Ebenso  wurde  er  als  Referent  zum  Unterrichtsthema  Beziehungen 
zwischen Europa und Afrika eingeladen. Daneben weist er Bestätigungen 
zu Basiskursen Modul I­III, PC und Büroarbeiten, Informatique et gestion 
d'entreprise, Kochkurs und Ausbildungskurs sowie Gesundheitsförderung 
der Caritas  vor,  an welchen er  in den Jahren 2004 bis 2006 erfolgreich 
teilgenommen  hat.  Die  Arbeitssuche  gestaltete  sich  zunächst  etwas 
schwierig, was nicht zuletzt auch durch seinen Aufenthaltsstatus bedingt 
war. Ab  dem 25.  Juni  2008  erlangte  er  eine  unbefristete Anstellung  als 
Hilfsarbeiter.  Seither  ist  er  finanziell  unabhängig  und  seinen 
diesbezüglichen  Verpflichtungen  auch  stets  nachgekommen.  Aus  dem 
Zwischenzeugnis vom 22. Juni 2009 und der Arbeitsbestätigung vom 10. 
November 2011 geht hervor, dass er  seine Aufgaben gewissenhaft und 
sorgfältig  ausführe,  das  erworbene  Wissen  gezielt  einsetzt  und  durch 
seine hilfsbereite und freundliche Art von Vorgesetzten sowie Mitarbeitern 
geachtet und geschätzt wird. Nicht zu Unrecht bemängelt die Vorinstanz, 

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der Beschwerdeführer habe während der Zeit seiner beruflichen Tätigkeit 
weder  Fach­  oder  Spezialkenntnisse  erworben  noch  sich  sonst 
weitergebildet.  Diesbezüglich  gilt  es  jedoch  anzumerken,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  nachweislich  an  der  Volkshochschule  in  der 
Deutschen und Schweizerdeutschen Sprache um Weiterbildung bemüht 
hat. Überdies blieb von der Vorinstanz unbeachtet, dass er  im Zeitpunkt 
des  Erlasses  der  Verfügung  erst  etwas  mehr  als  ein  Jahr  arbeitete, 
weshalb  die  Anforderungen  an  den  Erwerb  weiterer  Bildung 
herabzusetzen  sind.  Unberücksichtigt  blieb  zudem,  dass  er,  bedingt 
durch  die  schwere  Erkrankung  seiner  Lebensgefährtin,  ausserhalb  der 
Arbeitszeiten  bereits  genügend  ausgelastet  gewesen  sein  dürfte,  um 
noch  Zeit  für  weitere  Kurse  aufbringen  zu  können.  Zudem  wird  im 
Bestätigungsschreiben  vom 10. November 2011  festgehalten,  dass  sich 
der  Beschwerdeführer  innerhalb  kurzer  Zeit  ein  beachtliches  Wissen 
angeeignet  habe  und  er  zu  einem  wichtigen  Bestandteil  der  Konditorei 
geworden  sei.  Dies  spricht  für  seinen  Willen  zur  Teilhabe  am 
Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung.

6.4. Hinsichtlich  seiner  familiären Verhältnisse  ist  der Beschwerdeführer 
seit  viereinhalb  Jahren  mit  einer  verwitweten  Schweizer  Bürgerin  liiert. 
Seit September 2008  führen  sie einen gemeinsamen Haushalt.  Im April 
2009  wurde  bei  der  Lebenspartnerin  ein  Brustkrebs  der  rechten  Seite 
diagnostiziert,  welcher  operative  sowie  chemotherapeutische 
Behandlungen erforderlich machte. Die Akten lassen erkennen, dass der 
Beschwerdeführer eine grosse Stütze  für seine Lebenspartnerin  ist, was 
die Vorinstanz auch so anerkannt hatte. Er betreut jene, übernimmt einen 
grossen Teil der Haushaltsarbeiten und ist ihr im Alltag eine Stütze. Dass 
er auch während dieser Zeit  Integrationsbemühungen nachweisen kann, 
verdient vorliegend besondere Anerkennung. 

Der Beschwerdeführer bringt in seiner Replik vom 25. Januar 2010 vor, er 
könnte  nun,  nach  Abschluss  des  Asylverfahrens  in  seiner  Heimat  das 
Scheidungsverfahren anheben. Es sei  jedoch mit einer Verfahrensdauer 
von einem bis zwei Jahren zu rechnen. Obwohl  inzwischen bereits zwei 
Jahre vergangen sind, wurden keine Unterlagen eingereicht, welche die 
Anhebung  eines  Verfahrens  belegt  hätten.  Die  tatsächlichen  Absichten 
des  Beschwerdeführers  erscheinen  in  diesem  Lichte  etwas  zweifelhaft, 
was  das  Bestehen  von  Heiratsabsichten  mit  der  derzeitigen 
Lebenspartnerin  in  Frage  stellt.  Vor  diesem  Hintergrund  sowie  unter 
Berücksichtigung  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  (vgl.  Urteil 
des Bundesgerichts 2C_25/2010 vom 2. November 2010) erscheint eine 

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erfolgreiche Berufung auf Art.  8 EMRK  fraglich. Dies bedeutet  indessen 
nicht,  dass  die  gelebte  Beziehung  bei  der  vorliegenden  Beurteilung 
unberücksichtigt  zu  bleiben  hat.  Hinsichtlich  der  weiteren  familiären 
Verhältnisse gibt der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. November 
2011 bekannt, dass die Mutter seiner  jüngsten Tochter einen Schweizer 
Bürger  geheiratet  habe  und  die  Tochter  künftig  in  der  Schweiz  leben 
werde.  Daraus  kann  er  jedoch  für  das  vorliegende  Verfahren  nichts  zu 
seinen Gunsten ableiten, gab er doch in der Replik an, seine Tochter sei 
bei seinem Bruder aufgewachsen und wolle nicht bei ihm leben.

6.5.  Zu  prüfen  gilt  es  weiter,  wie  es  sich  mit  einer  allfälligen 
Wiedereingliederung im Herkunftsstaat verhält. Der Beschwerdeführer ist 
im Alter von 44 Jahren aus dem Kongo in die Schweiz gekommen. Er hat 
somit  den  grössten  Teil  seines  Lebens,  welcher  für  die 
Persönlichkeitsbildung und die Sozialisierung wichtige Phasen umfasst, in 
Kongo verbracht. Obwohl viele seiner nächsten Verwandten nicht mehr in 
der Heimat  leben, besteht dennoch ein  familiäres Beziehungsnetz  (zwei 
Brüder  sowie  ein  erwachsenes  Kind),  das  ihm  in  sozialer  Hinsicht  Halt 
geben und ihn zumindest indirekt bei der Eingliederung in wirtschaftlicher 
Hinsicht  unterstützen  könnte.  Zum  Vorteil  gereichen  würden  ihm  ferner 
sein Hochschulabschluss, die  langjährige Berufserfahrung  in der Heimat 
sowie  die  in  der  Schweiz  erworbenen  Berufserfahrungen  und 
Sprachkenntnisse. Dennoch  ist  davon  auszugehen,  dass  es  dem heute 
51­jährigen  nur  mit  erheblichem  Aufwand  möglich  wäre,  sich  wieder 
einzugliedern und wirtschaftlich Fuss zu fassen. 

6.6. 
6.6.1.  Schliesslich  ist  auf  die  gesundheitliche  Situation  des 
Beschwerdeführers  einzugehen. Er macht  geltend,  an Diabetes mellitus 
zu leiden und täglich Medikamente zu nehmen. Es sei jederzeit möglich, 
dass  sich  die  Blutzuckerwerte  verschlechtern  könnten  und  mit  der 
Insulintherapie  begonnen  werden  müsste.  Zudem  leidet  er  an 
Gichtarthritis.

6.6.2. Der Gesundheitszustand stellt ein Kriterium dar, das in Verbindung 
mit  anderen  Elementen  zur  Anerkennung  eines  schwerwiegenden 
persönlichen  Härtefalls  nach  Art.  14  Abs.  2  AsylG  führen  kann. 
Voraussetzung  ist  allerdings,  dass  der  Betroffene  an  einer  ernsthaften 
gesundheitlichen  Beeinträchtigung  leidet,  die  während  einer  langen 
Zeitspanne dauernde ärztliche Behandlung oder punktuelle medizinische 
Notfallmassnahmen  notwendig  macht,  welche  im  Herkunftsland  nicht 

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erhältlich  sind,  so  dass  eine  Ausreise  aus  der  Schweiz  die  Gefahr 
schwerwiegender  Folgen  für  seine  Gesundheit  nach  sich  zieht.  Der 
Tatsache  allein,  dass  die  medizinische  Versorgung  in  der  Schweiz 
höheren Standards entspricht, ist dagegen nicht relevant (BGE 128 II 200 
E. 5.3 S. 209; Urteile des Bundesgerichts 2C_316/2011 vom 17. Oktober 
2011 E. 3.3 und 2C_216/2009 vom 20. August 2009 E. 4.2

6.6.3. Wie  im Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  vom 15. Dezember 
2009  betreffend  Asyl  und  Wegweisung  bereits  festgehalten,  besteht  in 
Kinshasa  die  Möglichkeit,  die  gesundheitlichen  Beschwerden 
angemessen  behandeln  zu  lassen.  Zudem  ist  der  Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers in den vergangenen Jahren einigermassen stabil 
geblieben.  Sollte  eine  Verschlechterung  eintreten,  könnte  er  in  seiner 
Heimat  die  notwendige  Insulintherapie  beanspruchen.  Der 
Gesundheitszustand  steht  somit  unter  dem  Blickwinkel  des 
schwerwiegenden persönlichen Härtefalles für sich alleine einer Rückkehr 
in den Heimatstaat nicht entgegen. Allerdings  ist nicht von der Hand zu 
weisen,  dass  die  gesundheitlichen  Probleme  eine  gewisse  Erschwernis 
darstellen würden, was im Kontext zu würdigen ist.

7. 
Nach dem Gesagten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, 
dass  das  Vorliegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  in 
Anbetracht der im heutigen Zeitpunkt bereits weit fortgeschrittenen, guten 
wirtschaftlichen,  sozialen  und  auch  persönlichen  Integration  sowie  der 
nachgewiesenen  grossen  Anstrengungen  seit  Beginn  des  Aufenthaltes, 
des  überdurchschnittlichen  sozialen  Engagements  sowie  des 
menschlichen Beistands  im  privaten  Bereich,  insgesamt  zu  bejahen  ist. 
Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  daher  als  bundesrechtswidrig 
(Art. 49 VwVG). Sie  ist  in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und 
die Zustimmung im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AsylG ist zu erteilen.

8. 
Für dieses Verfahren sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 
2  VwVG),  womit  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 
hinfällig wird. Weiter ist dem Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz 
für die ihm erwachsenen Kosten eine angemessene Parteientschädigung 
zuzusprechen  (vgl.  Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Es  wurde  keine  Kostennote 
eingereicht,  so  dass  das  Gericht  die  Parteientschädigung  aufgrund  der 
Akten  (vgl.  Art.  14  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die 

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Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]) festsetzt.

Dispositiv Seite 15

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Die  angefochtene  Verfügung  wird  aufgehoben,  und  die  Zustimmung  im 
Sinne von Art. 14 Abs. 2 AsylG wird erteilt.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Die  Vorinstanz  hat  den  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht mit Fr. 1'500.­ (inkl. MwST) zu entschädigen.

5. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. ZEMIS 12839409 und N 467 306)
– das Migrationsamt des Kantons Solothurn (ad SO 227 793)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Marianne Teuscher Giulia Santangelo

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