# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e632e86c-8ff5-5ec2-b156-b857e9e7cc9a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.05.2008 D-2831/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2831-2008_2008-05-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2831/2008
teb/scm/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi 
Gerichtsschreiber Martin Scheyli.

B._______, ungeklärter Staatsangehörigkeit,

vertreten durch lic. iur. Rudolf Illes, Caritas Schweiz, 
Löwenstrasse 3, 6002 Luzern,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Akteneinsicht; Verfügung des BFM vom 31. März 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2831/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer stellte am 9. August 2007 ein Asylgesuch. Auf 
dieses trat das BFM mit Verfügung vom 1. Oktober 2007 gestützt auf 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31) nicht ein, bei  gleichzeitiger Anordnung der Wegweisung und 
des Vollzugs.

B.
Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Okto-
ber 2007  beim Bundesverwaltungsgericht  an. Auf  diese  Beschwerde 
trat  das  Gericht  mit  Urteil  des  zuständigen  Einzelrichters  vom 
24. Oktober  2007  nicht  ein,  nachdem  der  Beschwerdeführer  den 
verlangten Kostenvorschuss nicht  innert  der gesetzten Frist  geleistet 
hatte.

C.
Mit Schreiben vom 25. Februar 2008 ersuchte der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers  das  BFM um Einsicht  in  die  Akten  des  ordentli-
chen Asylverfahrens sowie der Akten in Bezug auf Vollzugsmassnah-
men. Mit Schreiben an das BFM vom 13. März 2008 wiederholte der 
Rechtsvertreter sein Gesuch. 

D.
Mit Verfügung vom 25. März 2008 gewährte das BFM dem Rechtsver-
treter  des Beschwerdeführers Einsicht  in  die Akten des ordentlichen 
Asylverfahrens.

E.
Mit  Schreiben vom 28. März 2008 teilte der Rechtsvertreter  des Be-
schwerdeführers dem BFM unter anderem mit,  die Akteneinsicht be-
züglich des ordentlichen Asylverfahrens sei  hinsichtlich dreier Akten-
stücke unvollständig erfolgt, und ersuchte um Edition der betreffenden 
Dokumente. Diesem Antrag entsprach das BFM mit Schreiben an den 
Rechtsvertreter vom 10. April 2008.

F.
Mit Verfügung vom 31. März 2008 gewährte das BFM dem Rechtsver-
treter Einsicht in die Akten betreffend den Vollzug der Wegweisung des 
Beschwerdeführers.

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D-2831/2008

G.
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  30. April  2008  beantragte 
der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht, die Verfügung 
des BFM vom 31. März 2008 sei aufzuheben und es sei ihm in Bezug 
auf die Ergebnisse einer sogenannten Herkunftsanalyse, von welcher 
ihm lediglich eine Zusammenfassung übermittelt worden sei, die voll-
ständige Akteneinsicht zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte 
der  Beschwerdeführer  darum,  es  sei  ihm die  unentgeltliche  Rechts-
pflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  zu  gewähren.  Mit  der  Beschwerdeschrift  wurden  verschie-
dene Kopien von Aktenstücken kantonaler Behörden eingereicht. Auf 
deren Inhalt  wie auch auf  die  vom Beschwerdeführer  vorgebrachten 
Argumente wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

H.
Mit  Zwischenverfügung  vom  14.  Mai  2008  hiess  der  zuständige  In-
struktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gut.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Verfügungen, 
die gestützt auf das AsylG durch das BFM erlassen worden sind, ent-
scheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 105 AsylG).

1.2  Die  Beschwerde richtet  sich  gegen eine die  Einsicht  in  Verfah-
rensakten betreffende Verfügung des BFM. Bei Verfügungen, mit wel-
chen die Akteneinsicht gewährt oder verweigert wird, handelt es sich 
in der Regel um Zwischenverfügungen in Verfahren, die mit einer End-
verfügung abgeschlossen werden. Bei einer Beschwerde gegen eine 
solche  Zwischenverfügung  stellt  sich  regelmässig  die  Frage,  ob  die 
selbständige Anfechtbarkeit gegeben ist  (vgl. Art. 107 AsylG; ausser-
dem Art. 45 f. VwVG). Im vorliegenden Fall ist indessen festzustellen, 

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dass  sich  die  Beschwerde  gegen  eine  Verfügung  des  Bundesamts 
über  die  Akteneinsicht  nach bereits  abgeschlossenem Asylverfahren 
richtet  (vgl. zu dieser Konstellation Entscheidungen und Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 7). 
Indem somit  vor  dem BFM derzeit  kein Verfahren hängig ist,  das zu 
einer Endverfügung führen wird, ist  die angefochtene Anordnung be-
treffend  die  Akteneinsicht  nicht  als  Zwischenverfügung,  sondern  als 
eigenständige  Verfügung  zu  betrachten.  Dies  hat  insbesondere  zur 
Folge, dass ohne weiteres von der Anfechtbarkeit dieser Verfügung im 
Sinne von Art. 105  AsylG auszugehen  ist,  wobei  die  entsprechende 
Beschwerdefrist  von  dreissig  Tagen  zur  Anwendung  gelangt 
(vgl. Art. 108 Abs. 1 AsylG).

1.3 Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist-  und formge-
recht eingereichte Beschwerde ist nach dem soeben Gesagten einzu-
treten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG).

2.

2.1 Über  offensichtlich  begründete  Beschwerden  wird  in  einzelrich-
terlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  oder 
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nach-
folgend aufgezeigt wird, handelt es sich im vorliegenden Fall um eine 
solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begrün-
den ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf einen Schriftenwech-
sel verzichtet.

3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-
zung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

4.

4.1 Der Beschwerdeführer legt im Zusammenhang mit seinem Begeh-
ren, es sei ihm in Bezug auf ein bestimmtes Dokument aus dem Ak-
tendossier des BFM die vollständige Einsicht zu gewähren, im Wesent-
lichen Folgendes dar: Obwohl er ein unbegleiteter minderjähriger Asyl-

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suchender  sei,  hätten  ihn -  nachdem das BFM auf  sein Asylgesuch 
nicht eingetreten sei - die zuständigen kantonalen Behörden wie eine 
volljährige  Person  behandelt.  So  seien  diverse  Vollzugshandlungen 
vorgenommen worden,  ohne  dass  ihm eine Verfahrensbegleitung im 
Sinne von Art. 17 Abs. 3 AsylG zur Seite gestellt worden sei. Um abzu-
klären,  ob  Möglichkeiten  zur  Ergreifung  eines  ausserordentlichen 
Rechtsmittels bestünden, habe sein Rechtsvertreter deshalb das BFM 
mit Schreiben vom 25. Februar 2008 erstmals um Einsicht in die Ver-
fahrens- und Vollzugsakten ersucht. Das BFM habe dieses Gesuch in 
der Folge mit Verfügung vom 25. März 2008 bezüglich der Verfahrens-
akten  sowie  mit  Verfügung  vom 31. März  2008  hinsichtlich  der  Voll-
zugsakten beantwortet. Dabei sei die Einsicht in die Vollzugsakten in 
Bezug auf acht Aktenstücke teilweise sowie in Bezug auf ein Akten-
stück vollständig verweigert worden. 
Dieses letztgenannte Aktenstück betreffe die Ergebnisse eines soge-
nannten Herkunftsgesprächs, das - wie den Vollzugsakten zu entneh-
men sei -  am 29. November 2007 stattgefunden habe. Allerdings sei 
seinem  Rechtsvertreter  zum  einen  der  entsprechende  Auftrag  des 
BFM an den mit  der Durchführung betrauten Sachverständigen nicht 
offengelegt worden; zum anderen sei ihm lediglich eine Zusammenfas-
sung  des  Inhalts  zur  Kenntnis  gebracht  worden.  Zu  berücksichtigen 
sei, dass sich für den Beschwerdeführer aus den Resultaten der Her-
kunftsanalyse  erhebliche  Auswirkungen  ergeben  hätten:  So  sei  das 
BFM aufgrund dieser Abklärungen zum Schluss gekommen, er stam-
me aus Nigeria, und habe ihn - im Übrigen ohne vorgängige Informati-
on  der  mittlerweile  beigeordneten  Vertrauensperson  im  Sinne  von 
Art. 17 Abs. 3 AsylG  oder seines Rechtsvertreters - gestützt auf diese 
Annahme  am  21. April  2008  einer  Delegation  der  nigerianischen 
Vertretung  in  der  Schweiz  vorgeführt.  Des  Weiteren  sei  der  Be-
schwerdeführer  am  18. April  2008  in  Ausschaffungshaft  gesetzt 
worden. Im Rahmen der gerichtlichen Überprüfung der Ausschaffungs-
haft  sei  diese mit  der  Begründung  bestätigt  worden,  angesichts  der 
laufenden Massnahmen zur Beschaffung nigerianischer Reisepapiere 
bestehe die  Gefahr,  dass  der  Beschwerdeführer  untertauche. Indem 
sich das BFM in der Verfügung vom 31. März 2008 weigere, jene Infor-
mationen vollständig offenzulegen, die sich auf den Beschwerdeführer 
in  der  genannten Weise auswirken würden,  verletze das Bundesamt 
den verfassungsmässigen Anspruch auf  rechtliches Gehör sowie die 
diesbezüglichen Art. 26 ff. VwVG. 
Schliesslich habe das Bundesamt den Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf rechtliches Gehör in weiterer Weise verletzt. So sei dem Be-

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schwerdeführer  nicht  Gelegenheit  gegeben  worden,  sich  vor  der 
Durchführung weiterer Vollzugsmassnahmen zu den Ergebnissen der 
Herkunftsanalyse zu äussern. Ferner sei die Verweigerung der Akten-
einsicht in den Bericht zum Herkunftsgespräch auch nicht in rechtsge-
nüglicher Weise begründet worden. 

4.2 Das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  beschränkt  sich  auf  die 
Frage, ob das BFM im Rahmen der angefochtenen Verfügung dem Be-
schwerdeführer zu Recht keine vollständige Einsicht in die Akten ge-
währt hat, welche die Durchführung und die Ergebnisse von Abklärun-
gen in  Bezug auf  die  Herkunft  des  Genannten betreffen. Vorbringen 
des Beschwerdeführers, welche zur Beantwortung dieser Frage nicht 
unerlässlich sind, so etwa in Bezug auf seine Behandlung als unbe-
gleiteter minderjähriger Asylsuchender und die entsprechende Durch-
führung  von  Vollzugsmassnahmen,  sind  somit  in  diesem  Verfahren 
nicht näher zu erörtern. 

4.3 Das Recht auf Einsicht in die Verfahrensakten bildet einen wichti-
gen Teilaspekt des verfassungsmässigen Anspruchs auf das rechtliche 
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft  vom  18. April  1999  [BV,  SR 101];  vgl.  ausserdem 
Art. 29-33 VwVG). Mit der Akteneinsicht soll der Rechtsuchende nicht 
zuletzt in die Lage versetzt werden, sein Recht auf vorgängige Äusse-
rung und Anhörung, welches ihm einen Einfluss auf die Ermittlung des 
wesentlichen Sachverhaltes sichert, wahrzunehmen. 

4.4 Im vorliegenden Fall  ist  festzustellen, dass das Bundesamt nach 
Abschluss  des  ordentlichen  Asylverfahrens  verschiedene  Massnah-
men ergriffen hat, um den rechtskräftig angeordneten Vollzug der Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz umzusetzen. Dabei 
wurde unter anderem mit dem Beschwerdeführer - der selbst angibt, 
er  stamme  aus  der  Zentralafrikanischen  Republik  -  im  Auftrag  des 
BFM ein  als  Herkunftsanalyse bezeichnetes  Gespräch  durchgeführt, 
über  welches die verantwortliche Person mit  Schreiben vom 29. No-
vember 2007 dem Bundesamt Bericht erstattete. Aus dem Bericht geht 
im  Ergebnis  hervor,  der  Berichterstatter  „nehme  an“,  dass  der  Be-
schwerdeführer angesichts der im Gespräch erhobenen Informationen 
Nigerianer  sei.  Aufgrund  dieses  Berichts  teilte  das  BFM  der  Migra-
tionsbehörde  des  Kantons  Luzern  mit  Schreiben  vom  6. Dezember 
2007 mit, der Beschwerdeführer stamme „sehr wahrscheinlich“ aus Ni-
geria. In der Folge wurde gegen den Beschwerdeführer unter anderem 

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durch das Amt für Migration des Kantons X._______ am 7. Dezember 
2007 die Ausschaffungshaft verfügt, wobei unter anderem festgehalten 
wurde,  der  Genannte  sei  „mit  ziemlicher  Sicherheit  Nigerianer“. 
Gemäss  den  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  soll  der  Be-
schwerdeführer zudem unter anderem am 21. April  2008 einer Dele-
gation der nigerianischen Vertretung in der Schweiz vorgeführt worden 
sein.  Ob  letztgenannte  Angabe  zutrifft,  lässt  sich  mangels  entspre-
chender  Belege  im  vorinstanzlichen  Aktendossier  nicht  beurteilen. 
Indessen ist nach dem Gesagten offensichtlich, dass das mit dem Be-
schwerdeführer durchgeführte Herkunftsgespräch konkrete Auswirkun-
gen  auf  die  Durchsetzung  des  Vollzugs  der  Wegweisung  mit  sich 
bringt.  Ebenso  offensichtlich  ist  angesichts  dessen,  dass  der  Be-
schwerdeführer einen Anspruch auf möglichst umfassende Einsicht in 
den betreffenden, vom 29. November 2007 datierenden Bericht zu den 
Resultaten des Herkunftsgesprächs hat. 

4.5

4.5.1 In Bezug auf den Bericht vom 29. November 2007 hielt das BFM 
in der angefochtenen Verfügung fest,  es bestehe ein überwiegendes 
öffentliches Interesse im Sinne von Art. 9 Abs. 2 des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG, SR 235.1) an der Ge-
heimhaltung des Inhalts. Die Herausgabe dieser Akte werde deshalb 
verweigert und lediglich der Inhalt zusammengefasst wiedergegeben, 
wobei dies mit  folgendem Wortlaut geschah: „Oben erwähnte Person 
habe  sich  geweigert,  Englisch  zu  sprechen,  obwohl  er  sich  hand-
schriftlich  anglophon ausdrücke. Mit  der  Begründung,  keine Schulen 
besucht  zu  haben,  beantwortete  er  die  ihm  gestellten  Fragen  nicht 
oder ausweichend. Sein Name und der Name seiner Mutter seien ni-
gerianisch. Er sei wahrscheinlich nigerianischer Herkunft und habe ei-
nige Zeit in Kamerun, Gabun, Benin oder Togo gelebt.“ 

4.5.2 Angesichts der diversen tatsächlich im fraglichen Bericht enthal-
tenen  Aussagen  des  mit  der  Durchführung  des  Herkunftsgesprächs 
betrauten  Sachverständigen  ist  offensichtlich,  dass  diese  Angaben 
dem Anspruch des Beschwerdeführers auf Akteneinsicht - als Aspekt 
seines  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  und  entsprechende  Äusse-
rung zu den Abklärungsergebnissen - nicht in der erforderlichen Weise 
gerecht werden. Zwar vermag sich die Frage zu stellen, ob im vorlie-
genden Fall in Bezug auf das erwähnte Dokument eine Einschränkung 
der  Informationspflicht  und des Auskunftsrechts  im Sinne von Art. 9 

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DSG vorzunehmen ist. Dabei ist zu erwähnen, dass die Bestimmungen 
des DSG nach abgeschlossenem Asylverfahren grundsätzlich unein-
geschränkt  anwendbar  sind  und insofern  den Regeln  von Art. 26-28 
VwVG  betreffend  Akteneinsicht,  die  während  des  Asylverfahrens 
massgeblich sind, vorgehen (vgl. EMARK 1997 Nr. 7 E. 2a f.). Aus den 
Bestimmungen des DSG ergibt sich allerdings auch, dass die Behörde 
angeben muss, aus welchem Grund sie die Auskunft verweigert, ein-
schränkt oder aufschiebt (Art. 9 Abs. 4 DSG). Der angefochtenen Ver-
fügung ist keine konkrete Begründung für die Einschränkung der Ak-
teneinsicht  in  Bezug  auf  den  Bericht  vom  29. November  2007  zu 
entnehmen. Der alleinige Verweis auf das Bestehen eines überwiegen-
den  öffentlichen  Interesses  an  der  Geheimhaltung  gemäss 
Art. 9 Abs. 2 DSG genügt dieser Begründungspflicht nicht, sondern es 
ist  darzulegen,  aus  welchen  Gründen  die  Güterabwägung  zwischen 
dem Anspruch des Beschwerdeführers auf das rechtliche Gehör und 
den entgegenstehenden öffentlichen Interessen zum betreffenden Er-
gebnis führt (vgl. EMARK 2004 Nr. 28 E. 7a). 

4.5.3 Hinsichtlich des Ausmasses, in dem die Offenlegung der Resul-
tate des Herkunftsgesprächs eingeschränkt werden darf, ist schliess-
lich auf die bestehende Praxis hinzuweisen, die für die Akteneinsicht 
in die Ergebnisse von Herkunftstests entwickelt wurde (zum Folgenden 
EMARK 2004 Nr. 28 E. 7b). Daraus ergibt sich im Wesentlichen, dass 
das  BFM dem Beschwerdeführer  das  Ergebnis  eines  Herkunftstests 
nicht  vollumfänglich  vorzulegen  braucht.  Indem  ein  öffentliches  Ge-
heimhaltungsinteresse im Anliegen zu erblicken ist,  dass ein solcher 
Test für weitere Asylsuchende mit gleicher Fallkonstellation nicht nutz-
los wird, ist das Bundesamt nicht gehalten oder gar verpflichtet, dem 
Beschwerdeführer die korrekten Antworten zu den ihm gestellten Fra-
gen  zu  geben.  Indessen  verlangt  eine  umfassende  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs, dass dem Beschwerdeführer die von ihm im Rah-
men des Tests angeblich abgegebenen tatsachenwidrigen beziehungs-
weise  falschen  oder  unzureichenden  Antworten  so  detailliert  aufge-
zeigt werden, dass er hierzu konkret seine Einwände anbringen kann. 
Lediglich die Schlussfolgerung des Tests in einer Zusammenfassung 
darzulegen, ohne dass der Beschwerdeführer die ihm vorgeworfenen 
Falschangaben effektiv zu erkennen vermag, genügt  demnach nicht. 
Diese Mindestkriterien der Akteneinsicht in einen Herkunftstest sind im 
vorliegenden Fall nicht erfüllt.

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4.6 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das BFM dem Beschwerde-
führer  nicht  in  der  erforderlichen Weise Einsicht  in  den Bericht  vom 
29. November  2007 zum durchgeführten  Herkunftsgespräch  gewährt 
hat. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfü-
gung  ist  aufzuheben,  und das Bundesamt  ist  anzuweisen,  dem Be-
schwerdeführer im Sinne der vorangehenden Erwägungen Einsicht in 
die Verfahrensakten zu erteilen. 

5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 
(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 

5.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann der obsie-
genden Partei  von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädi-
gung für  die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig ho-
hen Kosten zugesprochen werden (vgl. für die Grundsätze der Bemes-
sung  der  Parteientschädigung  ausserdem  Art. 7  ff.  des  Reglements 
vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor 
dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Gestützt  auf 
die  in  Betracht  zu  ziehenden  Bemessungsfaktoren (Art. 9-13  VGKE) 
und  den  mit  der  Beschwerdeschrift  geltend  gemachten,  als 
angemessen erscheinenden zeitlichen Aufwand der Rechtsvertretung 
sind  dem  Beschwerdeführer  Fr. 420.--  (inkl.  Auslagen  und  MwSt) 
zuzusprechen.  Dieser  Betrag  ist  dem  Beschwerdeführer  durch  das 
BFM zu entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die Verfügung des BFM vom 
31. März 2008 wird aufgehoben. 

2.
Die Akten werden dem BFM zur Erteilung der Akteneinsicht im Sinne 
der Erwägungen überwiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dem Beschwerdeführer  wird eine Parteientschädigung von Fr. 420.-- 
zugesprochen, die ihm durch das BFM zu entrichten ist.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (eingeschrieben)
- das BFM, mit den Akten

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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