# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a0002c6-33bd-58f3-a8d3-499f72eb7797
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.09.2015 200 2014 1202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1202_2015-09-22.pdf

## Full Text

200 14 1202 IV
GRD/ZID/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. September 2015

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/14/1202, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich 1994 (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Akten vor 1999 [Vorakten] 33) und 1996 
(Vorakten 19) unter Hinweis auf eine Blutgefässmissbildung bei der IVB 
zum Leistungsbezug an, welche diese Gesuche jeweils ablehnte (Vorak-
ten 20 und 2).

B.

Nach einer Neuanmeldung vom 29. März 2005 (Akten der IVB, Antwortbei-
lage [AB] 1) gewährte die IVB mit Verfügung vom 7. Juni 2005 Berufsbera-
tung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (AB 13). 
In diesem Rahmen wurde eine berufliche Abklärung hauptsächlich in der 
…abteilung, aber auch in der … in der Abklärungsstelle B.________ vom 5. 
September bis 25. November 2005 durchgeführt (AB 28) und noch eine 
Schnupperlehre im …bereich der Abklärungsstelle C.________ organisiert 
(vgl. AB 27). Eine mit Verfügung vom 12. Januar 2006 (AB 30; vgl. auch AB 
27) zugesprochene Umschulung in Form einer dreijährigen Lehre zum … in 
der Abklärungsstelle B.________ vom 10. Januar 2006 bis 31. Juli 2009 
musste mit Verfügung vom 9. August 2006 (AB 36; vgl. auch AB 32) in eine 
Umschulung auf Anlehrniveau (Anlehre zum … vom 1. August 2006 bis 6. 
August 2008) zurückgestuft werden (vgl. Ausbildungsberichte vom Februar 
2008 [AB 48] und Abschlussbericht vom August 2008 [AB 55/4 f.]). 
Während der Stellenvermittlung (Erstgespräch am 7. Mai 2008 [AB 49]; 
Schlussbericht vom 18. Februar 2009 [AB 54]) konnte keine passende Stel-
le gefunden werden. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 
56) wies die IVB mit Verfügung vom 2. Juni 2009 das Leistungsbegehren 
ab (bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 26%; AB 57). Diese Verfü-
gung blieb unangefochten.

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C.

Mit Eingabe vom 27. März 2012 (AB 60) ersuchte der Versicherte um Stel-
lenvermittlung und erkundigte sich nach der Möglichkeit, eine (weitere) 
Lehre zu machen. In der Folge übernahm die IVB im Rahmen beruflicher 
Massnahmen die Kosten eines Arbeitstrainings bei der Abklärungsstelle 
C.________ vom 30. Juli bis 21. Oktober 2012 (AB 65; vgl. Bericht Grun-
dabklärung vom 19. November 2012 [AB 75]) und für ein Coaching bei der 
Stellensuche durch die Abklärungsstelle C.________ vom 22. Oktober 
2012 bis 15. Januar 2013 (AB 72) mitsamt Verlängerung vom 16. Januar 
bis 20. April 2013 (AB 76; vgl. Bericht Job Coaching vom 20. Juni 2013 
[AB 86]). Gemäss Mitteilung vom 2. April 2013 (AB 78) gewährte sie weiter 
Arbeitsvermittlung in Form von Beratung und Unterstützung bei der Stel-
lensuche, wobei sie hierfür das Unternehmen D.________ einsetzte (vgl. 
Zwischenbericht vom 22. August 2014 [AB 88]). Nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (AB 90) schloss die IVB mit Verfügung vom 19. 
November 2014 (AB 92) die Arbeitsvermittlung mit der Begründung ab, 
trotz ihrer Unterstützung seit dem Erstgespräch vom 28. Mai 2013 (AB 82) 
und der Beratungszeit durch die D.________ habe die Eingliederung in den 
ersten Arbeitsmarkt nicht realisiert werden können.

D.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. Dezember 2014 
(Poststempel: 15. Dezember 2014) Beschwerde und beantragte sinn-
gemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei weiterhin 
Arbeitsvermittlung zu gewähren. Zur Begründung machte er im Wesentli-
chen geltend, seit seiner Umschulung mit Anlehre als … habe er keine ent-
sprechende Stelle finden können, weshalb er davon ausgehen müsse, 
dass eine zusätzliche Lehre zum … seine Situation deutlich verbessern 
würde.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2015 beantragte die Beschwerde-
führerin die Abweisung der Beschwerde.

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Unaufgefordert reichte der Beschwerdeführer am 19. Februar 2015 (Post-
stempel: 20. Februar 2015) eine Stellungnahme ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – unter Vorbehalt 
des Nachstehenden (vgl. E. 1.2 nachfolgend) – auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. November 2014 
(AB 92). Streitig und zu prüfen ist einzig der Anspruch auf Massnahmen 
beruflicher Art in Form von Arbeitsvermittlung. Zu den Massnahmen beruf-
licher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG) gehören nebst der Arbeitsvermittlung 
(Art. 18 IVG) die Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche 
Ausbildung (Art. 16 IVG), die Umschulung (Art. 17 IVG) und die Kapitalhilfe 
(Art. 18d IVG). Soweit der Beschwerdeführer nebst der Arbeitsvermittlung 

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weitere Massnahmen beruflicher Art (insbesondere eine zusätzliche Lehre 
zum …) beantragt, liegt dies ausserhalb des Anfechtungs- und Streitge-
genstandes, weshalb darauf nicht einzutreten ist (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 
164 f.; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1, 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.2 Arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben 
Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Ar-
beitsplatzes und begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhal-
tung ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 IVG). Die im Zusammenhang mit 
dem Anspruch auf Arbeitsvermittlung relevante Invalidität besteht darin, 
dass die versicherte Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeits-
stelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat (BGE 116 V 80 
E. 6a S. 8; SVR 2006 IV Nr. 45 S. 164 E. 4.1.1; AHI 2000 S. 68 f.). Not-
wendige Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung ist insbe-
sondere die subjektive Eingliederungsbereitschaft der versicherten Person; 
fehlt diese, so besteht kein Anspruch (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 6. Mai 2008, 9C_494/2007, E. 2.2.2 mit Hinweis auf den Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: BGer] 
vom 3. Oktober 2005, I 265/05, E. 3.2).

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2.3 Solange die Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Anspruch auf 
Arbeitsvermittlung grundsätzlich in zeitlicher Hinsicht nicht begrenzt, 
sondern besteht – dem Sinn dieser Massnahme entsprechend – bis zur 
erfolgreichen Eingliederung. Trotz dieses Grundsatzes unterliegt aber auch 
der Anspruch auf Arbeitsvermittlung dem Prinzip der Verhältnismässigkeit, 
d.h. die Arbeitsvermittlung ist nur solange zu erbringen, als der dafür 
notwendige Aufwand nicht unverhältnismässig ist. In dieser Hinsicht ist zu 
berücksichtigen, dass die Arbeitsvermittlung keine besonders kostspielige 
Eingliederungsmassnahme darstellt, weshalb zur Anspruchsbegründung 
bereits ein relativ geringes Mass an gesundheitlich bedingten 
Schwierigkeiten bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle genügt. Dieser 
Gesichtspunkt ist auch im Hinblick auf die Dauer des Anspruches 
massgebend. Die Gewährung der Arbeitsvermittlung wird allerdings dann 
unverhältnismässig, wenn von weiteren Bemühungen der Verwaltung 
keinerlei Erfolg erwartet werden kann, obwohl sich die IV-Stelle vorher 
intensiv bemüht hat (vgl. Entscheid des EVG vom 29. März 2005, I 776/04, 
E. 3.2; Entscheid des BGer vom 16. Dezember 2013, 8C_388/2013, 
E. 3.2.1; BGer 9C_494/2007, E. 2.2.2; SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht 
der Invalidenversicherung, 2011, S. 431 f. N. 854; MEYER/REICHMUTH, 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 18 
N. 7).

Die Verhältnismässigkeit beurteilt sich nicht anhand von vorgängig 
festgelegten abstrakten Vorgaben. Es besteht Anspruch auf das situativ 
Notwendige (vgl. Entscheid des BGer vom 2. September 2008, 
9C_16/2008, E. 3.3.2). Entscheidend ist, ob im Zeitpunkt der (fraglichen) 
Leistungseinstellung aufgrund einer prognostischen Beurteilung von 
weiterer aktiver Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten 
Arbeitsplatz noch ein Erfolg erwartet werden kann (vgl. BGer 9C_16/2008, 
E. 3.3.3).

3.

3.1 Es ist zwischen den Parteien unbestritten und aufgrund der Akten 
erstellt, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Be-

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einträchtigung die Voraussetzungen zur Gewährung der Arbeitsvermittlung 
(Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG) grundsätzlich erfüllte. Zu prüfen ist einzig, ob die-
se am 2. April 2013 (AB 78) zugesprochene berufliche Massnahme mit 
Verfügung vom 19. November 2014 (AB 92) zu Recht eingestellt wurde. 
Diesen Schritt begründete die Beschwerdegegnerin damit, dass trotz ihrer 
Unterstützung seit dem 28. Mai 2013 (Erstgespräch; AB 82) und der Bera-
tungszeit durch die D.________ eine Eingliederung in den ersten Arbeits-
markt nicht habe realisiert werden können. Damit implizierte sie, dass von 
weiteren Bemühungen kein Erfolg mehr erwartet werden kann und diese 
damit unverhältnismässig wären (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Wohl kann zur Beurteilung der Unverhältnismässigkeit nicht sche-
matisch auf die vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) im Kreis-
schreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art (KSBE) er-
wähnte Regeldauer von sechs Monaten (Rz. 5009 KSBE) abgestellt wer-
den, weil diese bei schwierigen Fällen zu kurz bemessen ist (vgl. Entscheid 
des EVG vom 22. Dezember 2004, I 412/04, E. 2.4). Es ist jedoch akten-
kundig, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer bei seinen 
Bemühungen um eine definitive Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt 
seit Jahren intensiv (wenn auch erfolglos) unterstützt hat: Trotz all ihrer 
Interventionen und Unterstützungen hat der Beschwerdeführer seit Beginn 
seiner Umschulung (2005) bis zur neuerlichen Arbeitsvermittlung (2014) 
während neun Jahren insgesamt lediglich neun Monate in vier Temporär-
einsätzen im ersten Arbeitsmarkt gearbeitet; kommt hinzu, dass er in den 
14 Jahren vor seiner Umschulung als ausgebildeter … ebenfalls nur rund 
sechseinhalb Jahre (daneben RAV und Auslandabwesenheit) gearbeitet 
hatte (vgl. AB 88/2 oben). Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammen-
hang nicht nur die Anstrengungen der Beschwerdegegnerin seit dem Erst-
gespräch vom 28. Mai 2013 (AB 82), sondern auch die im Anschluss an die 
Neuanmeldung vom März 2005 (AB 7) gewährten beruflichen Massnah-
men. Diese umfassten neben der schon damals gewährten Arbeitsvermitt-
lung während rund eines Jahres (AB 49, 54) weiter Berufsberatung und 
Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (AB 13), die berufli-
che Abklärung in der Abklärungsstelle B.________ (AB 24, 28), eine 
Schnupperlehre im … der Abklärungsstelle C.________ (vgl. AB 27) und 
insbesondere eine Umschulung, wobei die zunächst beabsichtigte dreijäh-

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rige Lehre zum … in der Abklärungsstelle B.________ (AB 30) aufgrund 
der begrenzten intellektuellen Ressourcen (AB 32/1 oben) in eine Anlehre 
zum … zurückgestuft werden musste (AB 36). 

Im Rahmen der neuerlichen beruflichen Massnahmen finanzierte die Be-
schwerdegegnerin ein Arbeitstraining bei der Abklärungsstelle C.________ 
vom 30. Juli bis 21. Oktober 2012 (AB 65) und ein Coaching bei der Stel-
lensuche durch die Abklärungsstelle C.________ vom 22. Oktober 2012 bis 
20. April 2013 (AB 72, 76). Gemäss Zielvereinbarung umfasste das Arbeits-
training die Beurteilung der personalen (Belastbarkeit, Selbstständigkeit, 
Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit, Flexibilität) und sozialen Kompeten-
zen (Kommunikations- und Kritikfähigkeit, Kontaktfähigkeit, Umgangsfor-
men, Team- und Gruppenverhalten), konkrete Angaben zur Arbeitsleistung 
(qualitative und quantitative Beurteilung) sowie das Definieren geeigneter 
Einsatzbereiche (AB 67). Das Coaching sah ergänzend dazu die Erarbei-
tung von Referenzen, die Stellenbewerbung und den Umgang mit Verände-
rungen vor (AB 77). Zur eigentlichen Arbeitsvermittlung in Form von Bera-
tung und Unterstützung bei der Stellensuche setzte die Beschwerdegegne-
rin die D.________ ein: Durch gezielte Kontaktaufnahmen mit dem Ar-
beitsmarkt sollte die Nähe zu potentiellen Firmen aufgebaut werden, der 
Lebenslauf wurde aktualisiert und es wurde versucht, das Netzwerk zu ak-
tivieren; anhand des Kurses "Weg zur neuen Arbeit" (22. Oktober bis 19. 
November 2013) wurden insbesondere gestützt auf seine hauptsächlichen 
Ressourcen zwei konkrete berufliche Projekte (Feinmontage in der … und 
Mitarbeit …) definiert und diese anschliessend im Rahmen des Kurses 
"Sich bewerben" (ab 28. November 2013) fokussiert und intensiv beworben 
(AB 88). 

3.3 Trotz der umfassenden, einzelfallspezifischen und intensiven 
Bemühungen der Beschwerdegegnerin scheiterte die angestrebte dauer-
hafte Vermittlung einer festen Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt. Damit 
verhält es sich vorliegend grundlegend anders als beispielsweise beim dem 
Entscheid des Bundesgerichts vom 11. August 2008, 8C_156/2008, zu 
Grunde liegenden Sachverhalt, wo die berufsberaterischen Interventionen 
hauptsächlich darin bestanden, den Versicherten aufzufordern, selber ziel-
gerichteter nach einer angepassten Arbeitsstelle zu suchen. Das Bundes-

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gericht erwog in jenem Fall denn auch, es sei durchaus vorstellbar, dass 
die 
IV-Stelle den Versicherten bei seiner Eingliederung aktiver und umfassen-
der als bisher unterstützen könnte, ohne damit gegen den Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit zu verstossen (BGer 8C_156/2008, E. 2.3).

3.4 Vorliegend kann der Verwaltung auch nicht vorgeworfen werden, sie 
habe eine falsche Strategie verfolgt, denn aufgrund der verschiedenen Ab-
klärungen ist bekannt, wie der optimale Arbeitsplatz und das Umfeld für 
den Beschwerdeführer aussehen müsste: Gemäss medizinischem Anforde-
rungsprofil von Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, 
könnte der Beschwerdeführer im Prinzip voll arbeiten, dies jedoch verlang-
samt vor allem beim Platzwechsel und wegen des Bedarfs, sich ab und zu 
auszustrecken; eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit Herumtragen kleine-
rer Gewichte (max. 3 kg) wäre in diesem Rahmen zu 100% zumutbar (AB 
8/3 lit. D. Ziff. 3). Gemäss Bericht von Dr. med. F.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 12. November 2014 ist der Be-
schwerdeführer als … voll arbeitsfähig (AB 91/1 lit. B). Die gewährte Anleh-
re zum … bot dem Beschwerdeführer somit die besten Voraussetzungen, 
im Rahmen dieses Zumutbarkeitsprofils tätig zu werden und entsprechende 
Stellenangebote anzunehmen. Wenn er nun allgemein vorbringt, aufgrund 
gesundheitlicher Einschränkungen nicht jede offene Stelle annehmen zu 
können (Beschwerde, S. 1), mag dies zwar zutreffen. Jedoch waren die 
individualisierten Hilfestellungen auf den Beschwerdeführer und seine Ein-
schränkungen zugeschnitten. Das Scheitern der Arbeitsvermittlung dürfte 
damit wohl in erster Linie auf mangelnde Sprachkenntnisse, soziokulturelle 
Faktoren, fehlende berufliche Erfahrung sowie auf eine schwierige Ar-
beitsmarktlage und folglich auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen 
sein (vgl. Beschwerdeantwort, S. 3 Mitte). 

3.5 Gestützt auf die bisherigen Erfahrungen, dass die über längere Zeit 
eingesetzten situativ notwendigen Massnahmen wirkungslos blieben, ist 
realistischerweise auch in absehbarer Zeit nicht überwiegend wahrschein-
lich ein dauerhafter Erfolg bei der Stellensuche zu erwarten. Der Be-
schwerdeführer bringt denn auch keine wesentlichen Aspekte vor, die den 
gegenteiligen Schluss zuliessen. Die Einschätzung der Beschwerdegegne-

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rin, dass in Relation zum dafür notwendigen Aufwand die weitere Arbeits-
vermittlung im massgebenden Verfügungszeitpunkt (BGE 130 V 138 E. 2.1 
S. 140) nicht mehr als verhältnismässig zu qualifizieren ist, hält damit einer 
gerichtlichen Überprüfung stand.

3.6 Abschliessend rechtfertigt sich noch der Hinweis, dass die Arbeits-
vermittlung nicht mit der Begründung subjektiv fehlender Eingliederungsbe-
reitschaft eingestellt wurde und der Beschwerdeführer deshalb nicht zur 
Einhaltung seiner Schadenminderungspflicht angehalten werden musste 
(vgl. SILVIA BUCHER, a.a.O. [Umkehrschluss]).

4.

Die mit Verfügung vom 19. November 2014 (AB 92) erfolgte Terminierung 
der Arbeitsvermittlung ist bei dieser Ausgangslage nicht zu beanstanden. 
Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet 
und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 19. Fe-

bruar 2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/14/1202, Seite 12

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.