# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7932f5e7-a417-57e6-9659-5741933dd429
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2022 D-3255/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3255-2022_2022-10-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3255/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richterin Susanne Bolz-Reimann,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Kamerun,   

vertreten durch Alfred Ngoyi Wa Mwanza, BUCOFRAS 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 24. Juni 2022 / N (...). 

 

 

 

D-3255/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin reiste den Akten zufolge im Jahr B._______ 

in die Schweiz ein und lebte fortan ohne legalen Status im Land. Im Jahr 

(...) wurde sie im Rahmen einer Personenkontrolle aus der Schweiz weg-

gewiesen und es wurde ihr ein Einreiseverbot auferlegt. Am (...) hielt die 

(Nennung Behörde) die Beschwerdeführerin an und befragte sie. Mit Ent-

scheid vom (...) wiesen die zuständigen kantonalen Behörden die Be-

schwerdeführerin aus der Schweiz weg und nahmen sie gleichzeitig in Aus-

schaffungshaft. Am (...) ordnete das (Nennung Behörde) ihre Entlassung 

aus der Ausschaffungshaft an, gleichentags wurde sie von der zuständigen 

kantonalen Migrationsbehörde zur Ausreise auf dem Luftweg per (Nen-

nung Zeitpunkt) aufgefordert. Dieser Aufforderung leistete die Beschwer-

deführerin keine Folge. Mit Entscheid vom (...) wies die (Nennung Behörde) 

die Beschwerde der Beschwerdeführerin gegen den Vollzug der Wegwei-

sung ab, wodurch der Wegweisungsentscheid vom (...) in Rechtskraft er-

wuchs. Am (Nennung Zeitpunkt) ordnete die kantonale Migrationsbehörde 

den Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin an. Die Beschwer-

deführerin konnte in der Folge polizeilich nicht aufgefunden werden. Am 

(...) wurde sie im Rahmen einer Strassenkontrolle im Kanton C._______ in 

Untersuchungshaft genommen. Dabei gab sie an, am (Nennung Zeitpunkt) 

B._______ in die Schweiz eingereist zu sein. Sie habe sich in den vergan-

genen Jahren an verschiedenen Orten in der Schweiz bei Bekannten und 

ihrem Partner aufgehalten. Ausserdem habe sie gesundheitliche Probleme 

und sich deswegen (Nennung Behandlung). Am (...) wurde sie wegen 

(Nennung Grund) zu einer (Nennung Strafmass) verurteilt und gleichen-

tags in Ausschaffungshaft genommen. 

A.b Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 19. Januar 2022 ersuchte die 

Beschwerdeführerin das SEM um Asyl in der Schweiz. 

A.c Am (...) führte die zuständige kantonale Migrationsbehörde mit der Be-

schwerdeführerin ein Ausreisegespräch. Dabei teilte die befragende Per-

son mit, sie habe wie von der Beschwerdeführerin gewünscht deren (Nen-

nung Verwandte) angerufen und die baldige Rückkehr der Beschwerdefüh-

rerin nach Kamerun mitgeteilt. Die (Nennung Verwandte) habe darum ge-

beten, ihr zu gegebener Zeit das Ankunftsdatum und die -zeit mitzuteilen. 

Daraufhin antwortete die Beschwerdeführerin, sie werde ihre (Nennung 

Verwandte) anrufen und informieren. Gleichzeitig gab die Beschwerdefüh-

rerin auf Anfrage an, sie habe nie ein Asylgesuch gestellt. Es sei im Übrigen 

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schon alles organisiert mit der Ausreise, sie denke, es sei besser, wenn sie 

jetzt nach Kamerun zurückkehre. In der Folge bestätigte sie gleichentags 

schriftlich einen Rückzug ihres Asylgesuchs.  

Mit Eingabe ebenfalls vom 21. Januar 2022 liess sie dem SEM indes durch 

ihren Rechtsvertreter mitteilen, ihr geäusserter Rückkehrwunsch sei unter 

Druck der kantonalen Migrationsbehörde zustande gekommen und ver-

möge keine Wirkung zu entfalten. Sie halte an ihrem Asylgesuch fest. 

A.d Am 8. März 2022 sowie am 13. April 2022 wurde die Beschwerdefüh-

rerin vom SEM in der (Nennung Örtlichkeit) zu ihren AsyIgründen angehört.  

Die Beschwerdeführerin brachte dabei vor, sie habe die letzten (Nennung 

Dauer) vor ihrer Ausreise in D._______ gelebt. Nach einem (...)jährigen 

Schulbesuch habe sie als (Nennung Tätigkeit) gearbeitet. Sie habe (Nen-

nung Anzahl) Kinder von (Nennung Anzahl) Vätern, sei aber nie verheiratet 

gewesen. Ihre Heimat habe sie aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. 

Die Kinder habe sie damals bei ihrer (Nennung Verwandte) in D._______ 

zurückgelassen. (Nennung Verwandte) sei in der Zwischenzeit krankheits-

halber weggezogen, ihre Kinder hätten sich weiterhin mehrheitlich in 

D._______ aufgehalten.  

Nach der Einreise in die Schweiz (B._______) habe sie in der Illegalität 

gelebt und sich bei ihrer (Nennung Verwandte) und (Nennung Personen) 

in E._______ aufgehalten. Im Jahr (...) habe sie dort F._______ kennenge-

lernt, der seinen Angaben zufolge für den kamerunischen Geheimdienst 

arbeite. F._______ habe ihr angeboten, gegen Entgelt sowie Kost und Lo-

gis in seinem Haushalt in E._______ zu arbeiten. In der Hoffnung, von den 

Schweizer Behörden nicht entdeckt zu werden, habe sie dieses Angebot 

angenommen. In der Wohnung von F._______ hätten auch (Nennung Per-

sonen) gelebt. In Abwesenheit der (Nennung Person) sei es zu sexuellen 

Übergriffen durch F._______ gekommen, wobei er gedroht habe, sie bei 

den Schweizer Behörden zu denunzieren, falls Sie sich nicht willig zeige. 

Da sie in der Folge gesundheitliche Probleme bekommen habe und des-

wegen im (...) habe (Nennung Behandlung) werden müssen, habe sie die 

Wohnung von F._______ verlassen. Etwa (Nennung Zeitpunkt) habe sie 

ihren heutigen Partner G._______, ein (...), kennen gelernt. Ab diesem 

Zeitpunkt habe sie zwischen seinem Wohnort und E._______ gependelt, 

habe bei ihm und bei Freunden gelebt, in Privathaushalten geputzt und 

Kinder betreut. Etwa im Jahr (...) habe sie (Nennung Person) kennenge-

lernt, in deren (Nennung Örtlichkeit) sie gearbeitet habe, und welche ihr zu 

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einer (Nennung Land) Aufenthaltsbewilligung habe verhelfen wollen. In die-

sem Zusammenhang sei sie betrogen worden, da sie zwar Geld dafür be-

zahlt, jedoch letztlich nur eine Kopie der Aufenthaltsbewilligung erhalten 

habe. 

Etwa im Jahr (...) sei sie an ihrer Arbeitsstelle, (Nennung Örtlichkeit), 

F._______ wiederbegegnet. Nach anfänglichem Zögern habe sie eingewil-

ligt, dass ihr F._______ zu einem offiziellen, auf ihren Namen lautenden 

Pass verhelfe. F._______ habe sie unter Ausübung von Druck damit bewe-

gen wollen, wieder ihre früheren Tätigkeiten bei ihm im Haus aufzuneh-

men, was sie aber nicht getan habe.  

Seit (...) engagiere sie sich politisch für die H._______. (Nennung Zeit-

punkt) habe sie (Nennung Anzahl) an Demonstrationen teilgenommen. An-

lässlich einer Demonstration in E._______ im (Nennung Zeitpunkt) habe 

sie zufällig F._______ angetroffen, der ihr gedroht habe, ihr Leben zu zer-

stören. Sie habe sich von ihm entfernt und sei zu anderen Demonstranten 

gegangen. Sie habe ihren Kindern Fotos in die Heimat geschickt, auf de-

nen sie als Teilnehmerin der Demonstration zu erkennen gewesen sei. 

Diese Bilder seien in Kamerun veröffentlicht worden. Zudem habe sie ihren 

Kindern in Kamerun Geld für politische Aktivitäten überwiesen und diese 

überzeugen können, ebenfalls politisch aktiv zu werden. Ihre (Nennung 

Verwandte) seien deswegen (Nennung Dauer) inhaftiert gewesen. Auch 

ihre (Nennung Verwandte) sei (Nennung Zeitpunkt) (Nennung Dauer) in 

Haft gewesen, wobei deren Lebenspartner immer noch inhaftiert sei. (Nen-

nung Verwandte) habe Kamerun zwischenzeitlich verlassen und befinde 

sich aktuell in I._______. Über den Verbleib ihrer (Nennung Verwandte) 

habe sie keine Kenntnis. Erst kürzlich habe sie vernommen, dass sich ihr 

(Nennung Verwandter) wieder in Kamerun befinde.  

Sie könne aus den angeführten Gründen nicht nach Kamerun zurück. Aus-

serdem habe sie dort niemanden mehr. Ferner könne sie auch wegen ihren 

verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden nicht zurückkehren. 

A.e Am (...) wurde mit der Beschwerdeführerin eine Anhörung für Opfer 

von Menschenhandel (OMH) durchgeführt und sie wurde über ihre Rechte 

sowie auch die Inanspruchnahme von Schutzmassnahmen für OMH infor-

miert. Nach Einräumung einer Bedenkzeit erklärte sie sich mit Eingabe 

vom 17. Mai 2022 zur Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden 

einverstanden. 

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A.f Mit Eingabe vom (...) erhob die Beschwerdeführerin gegen das Urteil 

des (Nennung Gericht) vom (...) Beschwerde beim Bundesgericht. Darin 

beantragte sie die sofortige Entlassung aus der Ausschaffungshaft. Mit Ur-

teil (...) hob das Bundesgericht das angefochtene Urteil auf, ordnete die 

Freilassung der Beschwerdeführerin an und wies die Sache im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Am 15. April 2022 wurde die Be-

schwerdeführerin dem BAZ C._______ zugewiesen und am 31. Mai 2022 

wurde ihr Asylgesuch dem erweiterten Verfahren zugeteilt. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. Juni 2022 – zugestellt am 27. Juni 2022 – stellte 

das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht und lehnte ihr Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es ihre Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Weiter verfügte 

das SEM die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Akten-

verzeichnis. 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

27. Juli 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragte, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und ihre Flücht-

lingseigenschaft festzustellen, eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls 

die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vor-

läufige Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei die Sache zur Vor-

nahme weiterer Sachverhaltsabklärungen und zu neuem Entscheid an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung sowie um Beigabe des rubrizierten Rechts-

vertreters als unentgeltlicher Rechtsvertreter. 

Der Beschwerde lag (Nennung Beweismittel) bei. 

D.  

Mit Schreiben vom 28. Juli 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

der Beschwerdeführerin den Eingang ihrer Beschwerde. 

E.  

Mit Eingabe vom 6. September 2022 reichte die Beschwerdeführerin (un-

aufgefordert) eine ergänzende Beschwerdebegründung zu den Akten. 

 

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die 

Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen 

Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier 

verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des Asylentscheids im Wesent-

lichen an, die Vorbringen der Beschwerdeführerin würden nicht die Qualität 

aufweisen, welche zu erwarten wäre, wenn sie die geltend gemachten Er-

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eignisse selbst erlebt hätte. Zudem hätten sich in ihren Aussagen Unver-

einbarkeiten und nicht plausible Elemente ergeben, welche insgesamt an 

der Glaubhaftigkeit ihrer Darlegungen zweifeln liessen. 

Vorweg seien die Ausführungen bezüglich des familiären Umfelds zu be-

zweifeln. So wolle die Beschwerdeführerin bis zu Ihrer Inhaftierung in der 

Schweiz (Nennung Zeitpunkt) respektive bis zum (Nennung Behandlung 

und deren Zeitpunkt) mit ihren Kindern sowie ihrem (Nennung Verwandter) 

in Kontakt gestanden sein. Den nachfolgenden Kontaktabbruch zu den 

Kindern sowie zu weiteren Verwandten führe sie auf die Verfolgung dersel-

ben durch die kamerunischen Behörden wegen angeblichen politischen 

Aktivitäten beziehungsweise auf fehlende Telefone im Dorf zurück. Da aber 

im (...), zum Zeitpunkt des Ausreisegesprächs der Beschwerdeführerin, die 

(Nennung Verwandte) die Beschwerdeführerin in Kamerun habe abholen 

wollen und die Beschwerdeführerin zudem damals rückkehrbereit gewe-

sen sei, sei dieser plötzliche Kontaktabbruch nicht nachvollziehbar. Weiter 

sei auch zu bezweifeln, dass die (volljährigen) Kinder der Beschwerdefüh-

rerin wegen der angeblichen politischen Verfolgung in Kamerun unauffind-

bar seien, zumal die Beschwerdeführerin vor kurzem über (Nennung Per-

son) den Aufenthaltsort ihres (Nennung Verwandter) erfahren habe. Den 

Akten sei auch zu entnehmen, dass ein in der Schweiz lebender (Nennung 

Verwandter) mit ihrem (Nennung Verwandter) in D._______ in Kontakt 

stehe und offenbar stehe sie auch mit ihrem in J._______ lebenden (Nen-

nung Verwandter) in Verbindung und habe Auskünfte über eine in der Hei-

mat verstorbene (Nennung Verwandte) geben können. Die Beschwerde-

führerin sei demnach offensichtlich in der Lage, mit ihrer in Kamerun an-

sässigen Familie zu kommunizieren. Es wäre ihr daher möglich gewesen, 

Genaueres über die familiären Umstände in Kamerun zu erfahren und de-

tailliert darüber zu berichten, anstatt nur vage Aussagen zu machen. Zu-

dem habe die Beschwerdeführerin die Schweizer Behörden zum Umstand, 

ob sie schon einmal in der Schweiz um Asyl ersucht habe, angelogen. 

Sodann sei es der Beschwerdeführerin trotz vertiefter Befragung nicht ge-

lungen, plausibel zu begründen, inwiefern und warum sie die Hilfe von 

F._______ für die Ausstellung des Passes in Anspruch genommen habe. 

Ihre Antworten würden den nötigen Gehalt und eine persönliche Betroffen-

heit vermissen lassen, obwohl es sich bei F._______ angeblich um ihren 

Peiniger gehandelt habe. Da sich der Pass offensichtlich in ihrem Besitz 

befunden habe, sei davon auszugehen, dass F._______ über kein Druck-

mittel gegen sie verfügt habe. Ausserdem erkläre sich dadurch nicht, aus 

welchen Beweggründen F._______ ihr mit dem Pass hätte helfen wollen. 

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Das Vorbringen, F._______ habe dadurch gehofft, dass sie die Arbeit in 

seinem Haushalt wiederaufnehme, sei deshalb nicht plausibel. Den von 

F._______ angeblich ausgeübten Druck habe sie nicht zu konkretisieren 

vermocht, sich dazu widersprüchlich und ohne Realkennzeichen geäus-

sert. Ungereimt seien die Aussagen sodann zum Umstand, seit wann und 

wie F._______ in den Besitz ihrer Telefonnummer gekommen sein solle. 

Weiter fehlten ihren Ausführungen jegliche substanziierten Anhaltspunkte, 

dass F._______ tatsächlich beim Geheimdienst gewesen sei. Auch würden 

keine entsprechenden Belege vorliegen. Zudem habe sie anlässlich der 

(...) Einvernahme vom (...) die Probleme mit F._______ respektive ein Auf-

einandertreffen mit ihm nicht erwähnt. 

Auch am vermeintlichen politischen Engagement der Beschwerdeführerin 

seien grundlegende Zweifel anzubringen. Trotz vertiefender Fragen sei es 

ihr nicht gelungen, die Ziele der Partei H._______ gehaltvoll zu konkreti-

sieren. Ungeachtet der zahlreichen unglaubhaften Elemente sei bei ihr oh-

nehin von einem bloss niederschwelligen politischen Profil auszugehen, 

weshalb nicht anzunehmen sei, dass sie wegen ihrer Demonstrationsteil-

nahmen ins Visier der kamerunischen Behörden geraten sei. Weder habe 

sie Konkretes zur behaupteten Veröffentlichung von Fotos, auf denen sie 

als Demonstrantin abgebildet sei, zu nennen vermocht, noch habe sie 

diese Behauptung bislang belegt. Ihr Einwand, sie habe das Telefon ge-

wechselt und könne deswegen die Fotos nicht einreichen, überzeuge nicht. 

Auch die Ausführungen zur Entdeckung ihrer Geldtransfers an ihre Kinder 

seien unsubstanziiert und unbelegt geblieben. Da sie zum Zeitraum dieser 

Probleme mit ihren Kindern und ihrem (Nennung Verwandter) über ausrei-

chende Kommunikationskanäle verfügt habe, wäre diesbezüglich ein spon-

taner und ausführlicher Bericht zu erwarten gewesen. Sodann seien ihren 

Äusserungen keine konkreten Anzeichen einer persönlichen Verfolgung zu 

entnehmen. Auch das erneute Treffen mit F._______ an der Demonstration 

von (Nennung Zeitpunkt) sei angesichts oberflächlicher Schilderungen in 

Frage zu stellen. Ihren Aussagen sei überdies nicht zu entnehmen, dass 

sie im Nachgang zu dieser Begegnung irgendwelche Massnahmen zu ih-

rem Schutz getroffen hätte. Weiter habe sie sich widersprüchlich zum Zeit-

punkt der Verhaftung ihrer (Nennung Verwandte) geäussert, was sie auf 

Vorhalt nicht plausibel habe erklären können. Die Beschwerdeführerin 

habe auch den genauen Zeitpunkt der Verhaftung ihrer (Nennung Ver-

wandte) nicht zu substantiieren vermocht und lediglich angeführt, dies sei 

in den Jahren (...) und (...) gewesen. Überdies habe sie alle diese politi-

schen Probleme im Ausreisegespräch nicht erwähnt. Im Weiteren sei es 

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auch nicht plausibel, dass die (Nennung Verwandte) – obwohl sie den kan-

tonalen Akten zufolge mit der Beschwerdeführerin und dem Migrations-

dienst im Kontakt gewesen sei – ihre (Nennung Verwandte) zwar in Kame-

run habe empfangen wollen, aber deren Probleme mit den kamerunischen 

Behörden nicht erwähnt habe. Der Einwand der Beschwerdeführerin, wo-

nach sie während des Ausreisegesprächs vom (...) unter Druck gewesen 

sei und die Fakten rund um dieses Gespräch nicht mit den Asylgründen 

vermischt werden dürften, könne nicht gehört werden. Einerseits sei aus 

dem Protokoll des Ausreisegesprächs nicht ersichtlich, dass auf die Be-

schwerdeführerin Druck ausgeübt worden sei; andererseits sei sie anläss-

lich des Ausreisegesprächs explizit nach Problemen gefragt worden, wel-

che sie an der Rückreise hindern könnten. Dabei habe die Beschwerde-

führerin jedoch all diese Probleme rund um ihr politisches Engagement 

nicht erwähnt. Demnach seien die vorgebrachten politischen Vorbringen 

als Konstrukt einzustufen. 

Weiter sei im Zusammenhang mit der Beschaffung einer (Nennung Land)  

Aufenthaltsbewilligung nicht ersichtlich, dass die (Nennung Person) res-

pektive das (Nennung Personen) die Beschwerdeführerin aus einem der in 

Art. 3 AsyIG genannten Motiven hätten treffen wollen. Vielmehr stehe dies-

bezüglich ein strafrechtlich relevantes Handeln im Raum. Dass sich die 

Beschwerdeführerin sodann mit ihrer (Nennung Verwandte) nicht gut ver-

stehe, stelle ein familiäres, aber kein flüchtlingsrechtliches Problem dar. 

Darüber hinaus habe sie in diesem Zusammenhang keine schwerwiegen-

den Nachteile in ihrem Heimatland geltend gemacht. 

Soweit die Beschwerdeführerin geltend mache, Opfer von Menschenhan-

del geworden zu sein, sei dieses Vorbringen flüchtlingsrechtlich nicht rele-

vant. Trotz der bedauerlichen Umstände hinsichtlich der in den Jahren (...) 

erlittenen sexuellen Übergriffe gewähre der kamerunische Staat den Op-

fern von sexueller Ausbeutung Schutz und es bestünden keine Hinweise, 

dass der Beschwerdeführerin dieser Schutz nicht zugänglich wäre. Auch 

seien den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass sie deswegen mit 

grosser Wahrscheinlichkeit mit flüchtlingsrechtlich beachtlichen Nachteilen 

zu rechnen hätte. Im geltend gemachten Hinweis, sie sei aus wirtschaftli-

chen Gründen ausgereist und könne deswegen nicht zurückkehren, sei 

ebenso kein Hinweis auf eine gezielte Verfolgung ihrer Person im Sinne 

von Art. 3 AsyIG ersichtlich. 

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Seite 10 

4.2 Die Beschwerdeführerin entgegnete in der Rechtsmitteleingabe, Trau-

mata könnten die Fähigkeit zur Wiedergabe der eigenen Geschichte be-

einträchtigen. Zudem könne die Interpretation der Aussagen durch Emp-

findlichkeiten, Kenntnisse und die Vorstellungen der Asylspezialisten des 

SEM beeinflusst werden. In ihrem Fall lägen verschiedene traumatische 

Situationen vor, so die ständige Angst vor einer Ausweisung aus der 

Schweiz oder einer künftigen Verhaftung, die verschiedenen erlittenen Ver-

haftungen in der Schweiz, ohne dass sie über ihre Rechte Bescheid ge-

wusst habe, und der wiederholte sexuelle Missbrauch durch F._______, 

gegen den sie nichts habe unternehmen können. Dem Vorhalt unglaubhaf-

ter Aussagen zum Vorhandensein eines familiären Netzes sei zu entgeg-

nen, dass sie über alle ihre Familienmitglieder korrekt Auskunft gegeben 

und auch Situationen zugegeben habe, die ihrer Glaubhaftigkeit im Asyl-

verfahren offensichtlich hätten schaden können, so insbesondere die ers-

ten Gründe für ihr Exil in der Schweiz. Der Umstand, dass sie nichts mehr 

von ihren Kindern gehört habe, während sie mit ihren (Nennung Ver-

wandte) in Kontakt stehe, stelle keine Inkohärenz, sondern eine subjektive 

Einschätzung des SEM dar. Dem Vorhalt widersprüchlicher Aussagen be-

züglich der Stellung eines Asylgesuchs in der Schweiz sei zu entgegnen, 

dass das SEM bei der Beurteilung ihrer Vorbringen ihren damaligen 

schwierigen Lebensbedingungen und ihrer rudimentären Schulbildung 

nicht angemessen Rechnung getragen habe. So habe sie auch keine ge-

nügenden Kenntnisse des Systems in der Schweiz, was es F._______ er-

möglicht habe, sie glauben zu lassen, es existierten nebst dem Weg der 

Illegalität keine anderen Möglichkeiten in der Schweiz. Im Weiteren würden 

ihre anlässlich der Anhörung vom 8. März 2022 gemachten Darlegungen 

fundiert, in sich schlüssig und plausibel erscheinen. Ausserdem habe sie 

sich in den wesentlichen Punkten ihres Gesuchs nicht widersprochen und 

ihre Darlegungen korrespondierten mit den allgemein bekannten Begeben-

heiten in Kamerun. Ihre Ausführungen seien plausibel, so hinsichtlich der 

in E._______ durchgeführten Demonstrationen der kamerunischen Oppo-

sition. Sodann habe sie weder ihre Mitwirkungspflicht verletzt noch ge-

fälschte Dokumente ins Recht gelegt oder über ihre Identität getäuscht. 

Ihre Ausführungen seien vor dem Hintergrund des im Asylverfahren herab-

gesetzten Beweismasses der Glaubhaftmachung und nach einer Abwä-

gung der für und gegen die Glaubhaftigkeit sprechenden Sachverhaltsele-

mente als glaubhaft zu qualifizieren. 

Sie erfülle die Flüchtlingseigenschaft aufgrund ihrer politischen Aktivitäten 

gegen das aktuelle Regime in ihrer Heimat und wegen ihrer persönlichen 

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Seite 11 

Probleme mit F._______, der dem kamerunischen Nachrichtendienst an-

gehöre und sie anlässlich einer oppositionellen Kundgebung in der 

Schweiz als Teilnehmerin identifiziert habe. Ihre Kinder hätten wegen ihrer 

politischen Aktivitäten Repression seitens der kamerunischen Behörden 

erlitten. Auch würden Opfer sexueller Gewalt – entgegen der vorinstanzli-

chen Ansicht – vom kamerunischen Staat trotz des scheinbaren politischen 

Willens keinen Schutz erhalten. F._______ sei in Kamerun ein einflussrei-

cher Mann, sie jedoch verfüge über kein entsprechendes Netzwerk, um 

ihre Rechte geltend zu machen. Sie müsse daher bei einer Rückkehr mit 

flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen gestützt auf Art. 3 und 54 AsylG 

rechnen. 

4.3 In der am 6. September 2022 ins Recht gelegten ergänzenden Be-

schwerdebegründung hielt die Beschwerdeführerin fest, der Kontaktab-

bruch zu ihrer (Nennung Verwandte) sei auf ihre Haft vom (...) zurückzu-

führen; erst am (Nennung Zeitpunkt) habe sie wieder Zugang zu einem 

Telefon gehabt. Weiter fehle das Gesprächsprotokoll vom (...), welches 

vom SEM zitiert worden sei, in den Akten. Es sei erstaunlich, dass sich die 

Vorinstanz auf ein inexistentes Protokoll abgestützt habe. Falls sie tatsäch-

lich an diesem Datum angehört worden sein sollte, sei daran zu erinnern, 

dass es sich dabei nicht um eine Befragung zur Abklärung der Asylgründe 

gehandelt habe und sich deshalb das SEM für die Beurteilung der Glaub-

haftigkeit ihrer Asylvorbringen nicht darauf stützen dürfe. Sodann sei auf-

grund des Umstands, dass sie von (Nennung Person) den Aufenthaltsort 

eines ihrer Kinder erfahren habe, eine Verfolgung ihrer anderen Kinder 

nicht ausgeschlossen. Weiter habe sie lediglich über Dritte Kenntnis vom 

Verbleib ihrer Familienangehörigen erhalten, weshalb ihr nicht vorgehalten 

werden könne, diese Informationen seien nur spärlich und widersprüchlich 

ausgefallen. Insbesondere habe sie keinen Kontakt zu Angehörigen im Ka-

merun und könne diese dort auch nicht erreichen; ihre Informationsquellen 

und mithin ihr Beziehungsnetz befänden sich in der Schweiz. Im Ausreise-

gespräch vom (...) habe sie nicht absichtlich falsche Angaben zur Einrei-

chung eines Asylgesuchs in der Schweiz gemacht, zumal sie aufgrund ih-

rer damaligen Haft traumatisiert gewesen und unter behördlichem Druck 

gestanden sei. Ferner sei in diesem Zusammenhang auf die in Entschei-

dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission  

[EMARK] 1993 Nr. 3 enthaltene Rechtsprechung zu verweisen, welche vor-

liegend mit Bezug auf das Ausreisegespräch vom (...) analog anzuwenden 

sei. Im erwähnten Gespräch seien denn auch keine wesentlichen Asylvor-

bringen enthalten, weshalb daraus mit Blick auf die weiteren Aussagen in 

den Asylbefragungen nichts zu ihren Ungunsten abgeleitet werden könne. 

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Seite 12 

Dies gelte auch für den Vorhalt, sie habe anlässlich dieses Gesprächs die 

in den späteren Anhörungen vorgebrachten Probleme nicht genannt. Fer-

ner habe sie in der ergänzenden Anhörung nachvollziehbar erklärt, wes-

halb sie die Hilfe von F._______ bei der Ausstellung eines Reisepasses in 

Anspruch genommen habe. Ausserdem sei es durchaus plausibel, dass ihr 

F._______ seine Hilfe angeboten habe. Zudem seien ihre diesbezüglichen 

Ausführungen entgegen der vorinstanzlichen Argumentation substanziiert 

ausgefallen. Der Vorhalt der mangelnden persönlichen Betroffenheit sei 

nicht nachvollziehbar, zumal sie auch über intime Erlebnisse berichtet 

habe. Weiter habe sie bezüglich der Zugehörigkeit von F._______ zum ka-

merunischen Geheimdienst lediglich wiederholt, was ihr F._______ gesagt 

habe, zumal sie diese Angabe nicht habe überprüfen können. Zum Vorhalt, 

sie habe den Druck, den F._______ auf sie ausgeübt habe, nicht konkreti-

sieren können, sei anzuführen, dass sie diesen Druck anlässlich der Anhö-

rungen ausgeführt habe, soweit es ihr aufgrund der Natur dieses Drucks 

(sexuelle Übergriffe) überhaupt möglich gewesen sei. Im Weiteren lege das 

SEM nicht dar, wie es ihr hätte möglich sein sollen, ein Beweismittel zum 

Beleg der Zugehörigkeit von F._______ zum kamerunischen Geheimdienst 

beizubringen. Sodann habe sie auf die Fragen zu ihrem politischen Enga-

gement einlässlich geantwortet; der Umstand, dass sich auch andere Par-

teien gegen die Armut und Korruption in ihrem Heimatland engagierten, 

verstärke die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Die heimatlichen Behörden 

hätten von ihren Demonstrationsteilnahmen erfahren und auch F._______, 

der sie anlässlich einer Demonstration angesprochen habe, könne im Falle 

ihrer Rückkehr zu ihren Ungunsten aussagen. Auch hätten die Behörden 

bei der Festnahme ihrer Kinder festgestellt, dass sie ihnen Geld in die Hei-

mat geschickt habe, um sie zu oppositionellen Tätigkeiten zu bewegen, 

weshalb sie einem reellen Verfolgungsrisiko ausgesetzt sei. Weiter habe 

sie die in ihrer Heimat veröffentlichten Fotos, auf welchen sie als Teilneh-

merin an der Demonstration in der Schweiz zu sehen sei, mit dem Wechsel 

ihrer Telefonnummer verloren. Sodann habe sie in der Anhörung erklärt, 

wie die kamerunischen Behörden ihren Geldtransfer in die Heimat entdeckt 

hätten. Ferner habe sie allen Grund zu glauben, dass F._______ Auslöser 

ihrer Verfolgung sei, zumal er ihr gedroht habe, ihr Leben zerstören zu wol-

len. Auch habe sie zur Gefahr, in welcher ihre Kinder sich befinden würden 

und zu ihrer eigenen Verfolgung – entgegen der vorinstanzlichen Ansicht – 

detaillierte und konkrete Ausführungen gemacht. Im Weiteren habe sie 

durchaus Massnahmen getroffen, um sich vor F._______ zu schützen: so 

habe sie sich anlässlich der Demonstration umgehend von ihm entfernt und 

anschliessend ihre Telefonnummer gewechselt, um keine Drohungen mehr 

zu erhalten. Zum Vorhalt widersprüchlicher Angaben zum Zeitpunkt der 

D-3255/2022 

Seite 13 

Verhaftung ihrer (Nennung Verwandte) sei zu entgegnen, dass es sich da-

bei lediglich um einen nebensächlichen Punkt in ihrer Begründung handle, 

der für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Asylvorbringen nicht be-

stimmend sei. Da sie die Verhaftungen ihrer (Nennung Verwandte) nicht 

selber miterlebt habe, sei ihr nicht anzulasten, wenn sie die Zeitpunkte die-

ser Verhaftungen nicht genauer habe benennen können, zumal sie diese 

Information über Dritte erhalten habe. Das SEM habe ihre Vorbringen ins-

gesamt zu schematisch geprüft und in Berücksichtigung des verminderten 

Beweismasses der Glaubhaftigkeit seien ihre Fluchtgründe als glaubhaft 

gemacht und demnach die Voraussetzungen zur Zuerkennung der Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG als erfüllt zu erachten. 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde-

führerin zu Recht verneint und deren Asylgesuch mit zutreffender Begrün-

dung abgelehnt hat.  

5.2  

5.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, betreffend die Glaub-

haftmachung sei zu berücksichtigen, dass sie mehrere schwere Traumata 

erlitten habe (vgl. Beschwerde, S. 7, III. 2. 1.). Es ist zwar anerkannt, dass 

sich gewisse psychische Beschwerden (wie bspw. eine Traumatisierung) 

negativ auf das Aussageverhalten auswirken können (vgl. EMARK 2005 

Nr. 21 E. 6.2.3. S. 191 f.; 2003 Nr. 17 E. 4b S. 105 ff. m.w.H.). In casu liegen 

aber hinsichtlich der vorgebrachten psychischen Beeinträchtigungen kei-

nerlei Belege oder ärztliche Unterlagen in den Akten. Offenbar sah sich die 

Beschwerdeführerin diesbezüglich selber nicht zu einer entsprechenden 

Untersuchung oder weitergehenden Abklärung veranlasst, obwohl sie im 

Rahmen der Behandlung ihrer körperlichen Beschwerden durchaus Gele-

genheit gehabt hätte, entsprechende psychische Beeinträchtigungen vor-

zubringen und auf die Einleitung entsprechender Schritte respektive die 

allfällige Begutachtung durch eine Fachperson hinzuwirken. Es liegt dem-

nach keine gesicherte Diagnose bezüglich eines Traumas bei der Be-

schwerdeführerin vor. Zudem ist das Bestehen eines Traumas nicht per se 

geeignet, die konkreten Umstände des Trauma begründenden Erlebnisses 

zu belegen (vgl. hierzu BVGE 2015/11 E. 7.2.1 f.). Aus den Akten sind im 

Übrigen keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche Zweifel an der Verwertbar-

keit der Anhörungsprotokolle aufkommen lassen würden. Solches wird von 

der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht. Vor diesem Hin-

tergrund vermag auch der vorgebrachte Einfluss durch die ständige Angst 

D-3255/2022 

Seite 14 

vor einer Ausweisung aus der Schweiz oder einer Festnahme, die verschie-

denen Verhaftungen in der Schweiz, ohne dass sie über ihre Rechte Be-

scheid gewusst habe, und den wiederholten sexuellen Missbrauch durch 

F._______, gegen den sie nichts habe unternehmen können, die Anwen-

dung eines herabgesetzten Massstabs bei der Beurteilung der Glaubhaf-

tigkeit nicht zu rechtfertigen. Hinzu kommt in diesem Zusammenhang, dass 

ihr Einwand, sie sei bei ihren tatsächlichen Festnahmen nicht über ihre 

Rechte orientiert worden, bloss eine unbelegte Parteibehauptung darstellt. 

Auch der Einwand, sie habe nichts gegen den Missbrauch von F._______ 

unternehmen können, ist angesichts ihrer Aussage, dass sie auf ihren 

Wunsch die ihr von F._______ verschaffte Stelle in dessen Wohnung habe 

verlassen können – was die Beschwerdeführerin in der Folge bereits vor 

der Behandlung ihres körperlichen Leidens denn auch getan haben will – 

erheblich zu relativieren (vgl. act. 49, F94-96 und F99 ff.). Weiter bestehen 

auch keine Hinweise, dass das SEM in seinem Asylentscheid die persönli-

chen Verhältnisse der Beschwerdeführerin (...) nicht in seine Würdigung 

hätte einfliessen lassen, zumal es sowohl bei der Darstellung ihrer persön-

lichen Situation als auch der Beurteilung der Zumutbarkeit eines Wegwei-

sungsvollzugs explizit auf ihre damaligen persönlichen und familiären Ver-

hältnisse sowie die – immerhin – (Nennung Dauer) dauernde Schulbildung 

der Beschwerdeführerin Bezug nahm (vgl. SEM act 1123106-69/18 [nach-

folgend act. 69], S. 4 und 14). Der Einwand der Beschwerdeführerin, sie 

habe nichts über die Verhältnisse in der Schweiz gewusst, ist unbehelflich. 

So verfügt sie in der Schweiz doch über Verwandte, so eine (Nennung Ver-

wandte) in E._______ und einen (Nennung Verwandter) in K._______, die 

ihr hätten helfen können (vgl. SEM act. 1123106-17/10 [nachfolgend act. 

17], Ziff. 3.01; act. 35, F150; act 1123106-62/2 [nachfolgend act. 62]). Ihre 

Rechtfertigung taugt daher nicht. 

5.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin in der ergänzenden Beschwerdebe-

gründung rügt, das SEM habe sich auf ein in den Akten nicht vorhandenes 

Protokoll (...) abgestützt, erweist sich dieser Einwand als aktenwidrig. Aus 

dem vorinstanzlichen Aktenverzeichnis ergibt sich ohne Weiteres, dass 

das vermeintlich fehlende Aktenstück als "SEM act. 1123106-31/2" aufge-

nommen und als der Beschwerdeführerin bekannte Akte klassifiziert wurde 

(vgl. Aktenverzeichnis SEM, S. 2 und 5). 

5.3  

5.3.1 Bei der Beurteilung der Asylvorbringen ist zunächst hinsichtlich der 

von der Beschwerdeführerin vorgebrachten sexuellen Übergriffe in den 

Jahren (...) – welche von der Vorinstanz nicht in Frage gestellt wurden – 

D-3255/2022 

Seite 15 

nicht gänzlich auszuschliessen, dass sie in diesem Zusammenhang Opfer 

eines Menschenhandels geworden sein könnte. In Ermangelung eines 

ausreiserelevanten Kausalzusammenhangs kann die Beschwerdeführerin 

aus diesen Ereignissen jedoch keine asylrechtlich relevanten Nachteile ab-

leiten. Zudem ist aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen, es droh-

ten ihr deswegen im Falle einer Rückkehr in ihren Heimatstaat mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG. Weder liegen glaubhafte Hinweise vor, dass es sich 

bei F._______ um einen Angehörigen des kamerunischen Geheimdienstes 

handelt noch dass die Beschwerdeführerin diesen nach ihrem definitiven 

Weggang aus dessen Wohnung im Jahr (...) jemals wieder angetroffen hat 

(vgl. nachfolgende E. 5.3.2 ff.). Bezeichnenderweise äusserte sie denn 

auch an der ergänzenden Anhörung betreffend Menschenhandel keine 

dementsprechenden Befürchtungen respektive machte keine Furcht vor 

Personen geltend, die sich in ihrem Heimatstaat befinden, sondern verwies 

auf ihre Gesundheit und die Probleme, die auf ihre exilpolitische Tätigkeit 

zurückzuführen seien (vgl. A49, F134). In Ermangelung entsprechender 

Entgegnungen ist zu diesem Punkt im Weiteren auf die zu bestätigenden 

vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen (vgl. act. A69, S. 11 f.). 

5.3.2 Hingegen sind zentrale Teile der Asylvorbringen wie im Übrigen auch 

die Ausführungen zur angeblichen Nichtexistenz eines intakten sozialen 

Beziehungsnetzes in Kamerun als unglaubhaft zu qualifizieren. Darunter 

fallen das zufällige Aufeinandertreffen mit F._______ in den Jahren (...), 

dessen angebliche Hilfe bei der Ausstellung eines Reisepasses, dessen 

Zugehörigkeit zum kamerunischen Geheimdienst, die exilpolitische Tätig-

keit der Beschwerdeführerin für die H._______ und die damit im Zusam-

menhang stehende Anstiftung ihrer Kinder zur oppositionellen Tätigkeit in 

Kamerun, sowie die daraus resultierende Verfolgung ihrer Person und ihrer 

Kinder. Da es sich bei den dargelegten Hergängen um einschneidende Er-

eignisse handelt, die erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Be-

schwerdeführerin und dasjenige ihrer Kinder gehabt haben sollen, ist da-

von auszugehen, dass sie erfahrungsgemäss besonders gut im Gedächt-

nis haften bleiben und insbesondere auch eine persönliche Betroffenheit 

auslösen würden. Die diesbezüglichen, vielfach ausweichenden und wider-

sprüchlichen Schilderungen der Beschwerdeführerin zu den jeweiligen 

Vorkommnissen sind jedoch – entgegen der in der Beschwerde vertrete-

nen Ansicht – nicht substanziiert und die in Frage stehenden Erlebnisse 

könnten über weite Teile auch von einer am Geschehen unbeteiligten Per-

son problemlos nacherzählt werden (vgl. SEM act 1123106-31/2 [nachfol-

gend act. 31]; act. 35, S. 11 ff.; SEM act. 1123106-49/19 [nachfolgend act. 

D-3255/2022 

Seite 16 

49], S. 8 ff.). Dementsprechend lassen die Schilderungen denn auch einen 

persönlichen Erlebnisbezug vermissen. Trotz wiederholter Nachfragen zu 

den erwähnten Punkten des Handlungsablaufs, zu Beschreibungen und zu 

ihren persönlichen Reaktionen entsteht aufgrund der Schilderungen der 

Beschwerdeführerin nicht der Eindruck, dass sie über einen tatsächlich er-

lebten Sachverhalt berichtet (vgl. act. 35, S. 11 ff.). Wohl vermochte sie zu 

verschiedenen Punkten einzelne Details und einige Sätze, welche zwi-

schen ihr und F._______ gesprochen worden seien, anzuführen (vgl. act. 

A35, S. 14 ff.; A/49, F112 ff.). Diese Ausführungen vermögen aber den über 

weite Strecken spärlichen Gehalt ihrer Darlegungen und die praktisch 

gänzlich fehlenden Ausführungen zu ihren Gefühlen und Empfindungen 

hinsichtlich der fluchtauslösenden Sachverhaltselemente nicht aufzuwie-

gen. Ebenso wenig reichen sie aus, um glaubhaft darzulegen, dass ihren 

diesbezüglichen Asylvorbringen eine genügende inhaltliche Dichte und Er-

lebnisrelevanz zukommt, die auf einen tatsächlich erlebten Sachverhalt 

hindeuten würde. Auch mit Blick auf die vorgebrachten Umstände, wonach 

sich die Beschwerdeführerin aufgrund ihres illegalen Aufenthalts in der 

Schweiz während vielen Jahren in einer ausserordentlichen Situation be-

funden habe und überdies infolge der geltend gemachten oppositionellen 

Tätigkeiten in der Schweiz in ihrer Heimat politische Verfolgung befürchten 

müsse, wäre eine entsprechend gehaltvolle Schilderung ohne Weiteres zu 

erwarten gewesen, wenn es sich wie dargelegt um selbst erlebte Ereig-

nisse mit einer derartigen Aussenwirkung gehandelt hätte. Die Beschwer-

deführerin vermag den vorinstanzlichen Schlussfolgerungen, welche voll-

umfänglich zu bestätigen sind, weder in der Beschwerdeschrift noch in der 

ergänzenden Beschwerdebegründung stichhaltige Einwände entgegenzu-

setzen. So beschränkt sie sich in der Rechtsmitteleingabe – und in weiten 

Teilen auch in der ergänzenden Beschwerdebegründung – im Wesentli-

chen darauf, am bisherigen Sachverhalt festzuhalten und in pauschaler 

Weise anzuführen, dass ihre Asylvorbringen in sich schlüssig, wider-

spruchsfrei und mit den Begebenheiten in Kamerun in Übereinstimmung 

gebracht werden könnten. 

5.3.3 Der Einwand, es sei bezüglich des Ausreisegesprächs vom (...) die 

in EMARK 1993 Nr. 3 enthaltene Rechtsprechung analog anzuwenden, zu-

mal im erwähnten Gespräch keine wesentlichen Asylvorbringen enthalten 

seien, und es dürfe für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit derselben dar-

aus nichts zu ihren Ungunsten abgeleitet werden, vermag nicht zu über-

zeugen. Gemäss dem von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammen-

hang zitierten Art. 2a Abs. 4 der Verordnung über den Vollzug der Weg- 

D-3255/2022 

Seite 17 

und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Perso-

nen (VVWAL; SR 142.281) dient das Ausreisegespräch unter anderem 

dazu, die Ausreisewilligkeit der betroffenen Person abzuklären und zu do-

kumentieren. Die Beschwerdeführerin wurde dementsprechend anlässlich 

des erwähnten Gesprächs gefragt, ob sie nach ihrer Ankunft in Kamerun 

eine Gefahr zu befürchten habe, ohne dass sie diesbezüglich jedoch die 

Probleme rund um die in den späteren Anhörungen angeführten politischen 

Tätigkeiten erwähnte oder auch nur andeutete. Auch wurde ihr die Mög-

lichkeit eingeräumt, sich mit ihrem Rechtsvertreter über einen Rückzug ih-

res Asylgesuchs Gedanken zu machen (vgl. act. 31). Das Verhalten der 

Beschwerdeführerin entspricht daher klarerweise nicht demjenigen einer 

verfolgten Person. Der Umstand, dass sie ihren Willen zur Ausreise bekun-

dete und keine Bedenken einer Verfolgung durch die heimatlichen Behör-

den äusserte, lassen denn auch Zweifel am effektiven Bestand von Asyl-

gründen entstehen. Das SEM hat daher aus diesem Verhalten zu Recht 

auf ungereimte, mithin unglaubhafte Angaben mit Blick auf die später er-

wähnten Asylgründe geschlossen (vgl. act. 69, S. 6, 7 und 9). 

5.3.4 Weiter vermag die Beschwerdeführerin die von der Vorinstanz aufge-

führten Zweifel an den angeblich fehlenden Kontaktmöglichkeiten zu ihrem 

familiären Beziehungsnetz in Kamerun nicht zu entkräften. Der lapidare 

Einwand, wonach der Umstand, dass sie zwar nichts mehr von ihren Kin-

dern gehört habe, hingegen mit ihren (Nennung Verwandter) in Kontakt 

stehe, keine Inkohärenz, sondern die subjektive Einschätzung des SEM 

darstelle, vermag die vom SEM einlässlich aufgeführten Unstimmigkeiten 

zu ihren familiären Beziehungen und den Möglichkeiten zur Kontaktauf-

nahme nicht zu entkräften. Das SEM hat in seiner Begründung auf mehrere 

Aktenstellen Bezug genommen und diese im Entscheid jeweils aufgeführt, 

weshalb der Hinweis auf eine "subjektive Einschätzung" der Vorinstanz 

nicht stichhaltig ist (vgl. act. A69, Ziff. 1.1, S. 6 f.). 

5.3.5 Sodann bleiben auch die Entgegnungen der Beschwerdeführerin be-

züglich des vorinstanzlichen Vorhalts, wonach sie den Zeitpunkt der Ver-

haftung ihrer (Nennung Verwandte) widersprüchlich geschildert habe, un-

behelflich. Soweit sie angibt, es handle sich dabei lediglich um einen ne-

bensächlichen Punkt in ihrer Begründung, der – mit Verweis auf EMARK 

1993 Nr. 6 E. 3 – für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Asylvorbrin-

gen nicht bestimmend sei, überzeugt diese Argumentation nicht. Den Aus-

führungen der Beschwerdeführerin ist nämlich zu entnehmen, dass ihr 

Geldtransfer in unmittelbarem Zusammenhang mit der angeblichen Verhaf-

tung ihrer (Nennung Verwandte) steht, und daher in ihrer (exil)politischen 

D-3255/2022 

Seite 18 

Tätigkeit, mithin einem zentralen Asylvorbringen, begründet liegt (vgl. act. 

35, F127 ff.; act. 49, F117 ff.). 

5.3.6 Auch ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin weder im vorin-

stanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene irgendwelche Beweis-

mittel eingereicht hat, die dem Nachweis ihrer Parteibehauptungen dienen 

oder diese zumindest glaubhaft machen könnten, obwohl sie ihren Anga-

ben zufolge im Besitz von solchen gewesen sein will (Nennung Beispiele). 

Zu Recht hat das SEM in diesem Zusammenhang festgehalten, dass die 

Rechtfertigung der Beschwerdeführerin, sie habe ihr Telefon gewechselt 

und könne deshalb die fraglichen Fotos nicht beibringen, nicht zu überzeu-

gen vermag (vgl. act. A69, Ziff. 1.3, S. 8 letzter Absatz) und als blosse 

Schutzbehauptung zu werten ist. 

5.3.7 Demnach gelangt das Gericht nach Abwägung der für und gegen die 

Glaubhaftigkeit sprechenden Aspekte zum Schluss, dass die Wahrschein-

lichkeit, die zu beurteilende Verfolgungsgeschichte entspreche in den we-

sentlichen Punkten nicht den Tatsachen, als höher zu erachten ist. Aus die-

sem Grund war das SEM denn auch nicht gehalten, weitere Abklärungen 

über den Stand des gegen F._______ angehobenen Strafverfahrens 

durchzuführen, da nicht glaubhaft gemacht wurde, dass F._______ tat-

sächlich dem kamerunischen Geheimdienst angehört (vgl. Art. 12 VwVG), 

zumal sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständ-

lichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf 

(BGE 126 I 97 E. 2b). 

Nachdem die Beschwerdeführerin sodann die Schlussfolgerungen des 

SEM zur Asylirrelevanz des betrügerischen Verhaltens ihrer (...) Arbeitge-

berin sowie des (Nennung Personen) bei der Beschaffung einer (Nennung 

Land) Aufenthaltsbewilligung sowie der familiären Probleme mit ihrer (Nen-

nung Verwandte) und den schwierigen wirtschaftlichen Lebensbedingun-

gen in Kamerun auf Beschwerdeebene nicht in Frage stellt, kann zur Ver-

meidung von Wiederholungen auf die entsprechenden Erwägungen im 

Asylentscheid verwiesen werden. 

5.4 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie 

erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr 

in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter 

Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und 

subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, 

D-3255/2022 

Seite 19 

wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-

fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver-

folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe liegen 

vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach 

der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen Fällen wird kein 

Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.). 

5.4.1 Die dargelegten exilpolitischen Aktivitäten sind nicht geeignet, auf 

eine aus flüchtlingsrechtlicher Sicht relevante Gefährdung der Beschwer-

deführerin bei einer Rückkehr nach Kamerun schliessen zu lassen. Die 

Ausführungen zu der von ihr unterstützten Partei blieben wenig substanzi-

iert (vgl. act. A35, F113 ff.). Zudem ist die nicht weiter belegte Tätigkeit – 

(...) – insgesamt als niederschwellig zu qualifizieren und nicht geeignet, ein 

Risikoprofil zu begründen. Auch zur angeblichen Veröffentlichung von Fo-

tos ihrer Demonstrationsteilnahme im (Nennung Zeitpunkt) in den Medien 

in Kamerun (vgl. act. A35, F106, F122 ff.) liegen keine Belege vor. Es ist 

nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin – bei Wahrunter-

stellung ihres exilpolitischen Engagements – als oppositionelle Person ins 

Visier der heimatlichen Behörden geraten sein könnte. 

5.4.2 Die kamerunischen Behörden dürften daher die als niederschwellig 

zu qualifizierende exilpolitische Tätigkeit der Beschwerdeführerin – sollten 

sie davon überhaupt Kenntnis erlangen – kaum als ernsthafte Bedrohung 

erachten. 

5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 

nichts vorgebracht hat, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr 

Asylgesuch daher zu Recht abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Nachdem die Beschwerdeführerin vorbringt, seit dem Jahr (...) in einer 

Beziehung mit einem Schweizer Bürger zu stehen, stellt sich die Frage, ob 

der Grundsatz der Einheit der Familie tangiert ist. Gemäss Rechtsprechung 

D-3255/2022 

Seite 20 

des Bundesverwaltungsgerichts wird der Begriff "Einheit der Familie" im 

Asylgesetz (so neben Art. 27 Abs. 3 auch in Art. 44 AsylG oder etwa aArt. 

51 Abs. 1 und 2 AsylG) einheitlich verwendet und entspricht jenem des 

Schutzbereiches von Art. 8 EMRK. In diesen fallen insbesondere die Mit-

glieder der Kernfamilie, mithin die Ehegatten, Konkubinatspartner und de-

ren minderjährige Kinder. Bezüglich des Familienlebens gelten als wesent-

liche Faktoren das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame 

Haushalt, gemeinsame Kinder, die finanzielle Verflochtenheit, die Länge 

und Stabilität der Beziehung sowie das Interesse und die Bindung der Part-

ner aneinander (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.3.2 f.). Staatliche Massnahmen 

sind ein Eingriff in Art. 8 EMRK, wenn Betroffene im Aufenthaltsstaat per-

sönliche oder Familienbindungen haben, die ausreichend stark sind und 

durch den Vollzug der Wegweisung beeinträchtigt würden. 

Diese Voraussetzungen sind jedoch vorliegend nicht erfüllt. Weder führt die 

Beschwerdeführerin mit dem erwähnten Partner einen gemeinsamen 

Haushalt noch bestehen offenbar gemeinsame Zukunftspläne (vgl. act. 

A32, F56 ff.), weshalb der Grundsatz der Einheit der Familie respektive 

Art. 8 EMRK nicht tangiert ist und die Beschwerdeführerin daraus nichts zu 

ihren Gunsten ableiten kann. 

6.3 Die Beschwerdeführerin verfügt somit weder über eine ausländerrecht-

liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44; Art. 83 

Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

D-3255/2022 

Seite 21 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden.  

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

ihren Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. Des Weiteren ergeben sich weder aus den Aussagen der Be-

schwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-

terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssitu-

ation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-

punkt nicht als unzulässig erscheinen. 

7.2.3 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf ihren beeinträchtigten physi-

schen und psychischen Gesundheitszustand beruft, ist mit Blick auf Art. 3 

EMRK festzuhalten, dass eine zwangsweise Wegweisung von Personen 

mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss 

gegen Art. 3 EMRK darstellen kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, 

wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen 

D-3255/2022 

Seite 22 

Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstel-

lung mit dem sicheren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Un-

terstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die 

damalige Praxis des EGMR). Eine weitere vom EGMR definierte Konstel-

lation betrifft Schwerkranke, die durch die Abschiebung – mangels ange-

messener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko 

konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-

schlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu 

intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwar-

tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. De-

zember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180-193 m.w.H., und zum 

Ganzen auch BVGE 2017 VI/7 E. 6). Eine solche Situation ist hier nicht 

gegeben. 

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 

asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

7.3.2 In Kamerun besteht keine Situation allgemeiner Gewalt, die sich über 

das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde. Eine 

gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder permanent drohen-

den Unruhen dominierte Lage, aufgrund derer die Beschwerdeführerin bei 

einer Rückkehr unvermeidlich einer konkreten Gefährdung ausgesetzt 

wäre, besteht nicht (vgl. Urteil des BVGer D–5414/2019 vom 20. Septem-

ber 2021 E. 11.2 [zur Publikation vorgesehen]).  

7.3.3 Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den Wegwei-

sungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei 

denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht 

erhältlich (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3). Entsprechen ferner die Behand-

lungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in 

der Schweiz, so bewirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Voll-

zugs. Von dieser ist erst dann auszugehen, wenn die ungenügende Mög-

D-3255/2022 

Seite 23 

lichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Ver-

schlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 

2011/50 E. 8.3, BVGE 2009/2 E. 9.3.2). 

Gemäss dem Arztbericht vom (...) – die Beschwerdeführerin reichte weder 

nach Aufforderung des SEM im vorinstanzlichen Verfahren noch auf Be-

schwerdeebene weitere medizinische Unterlagen zu den Akten – wurde 

die Beschwerdeführerin (Nennung Behandlung und Therapie in der 

Schweiz). Das SEM liess am 20. April 2022 ein internes medizinisches 

Consulting durchführen, zu welchem sich die Beschwerdeführerin am 11. 

Mai 2022 vernehmen liess. Darin – sowie in ihrer Beschwerdeschrift – weist 

die Beschwerdeführerin auf ihre fehlende Ausbildung, eine in Kamerun 

nicht existierende Krankenversicherung und ein fehlendes soziales Bezie-

hungsnetz hin, was ihr den Zugang zu den Behandlungsmöglichkeiten ver-

unmögliche. Diesbezüglich ist vorweg auf den Umstand hinzuweisen, dass 

die Beschwerdeführerin mittlerweile in der Schweiz ihre Leiden (...) behan-

deln lassen konnte und sich die Weiterbehandlung in ihrer Heimat im We-

sentlichen auf finanziell weit weniger belastende Nachkontrollen und die 

Einnahme von Medikamenten beschränken dürfte. Weiter ist festzuhalten, 

dass es der aus D._______ stammenden Beschwerdeführerin mit Hilfe ih-

res familiären Beziehungsnetzes möglich und zumutbar sein dürfte, die 

Kosten für die benötigte medikamentöse Behandlung aufzubringen und ihr 

das familiäre Umfeld sowie Freunde bei der Bewältigung und Finanzierung 

ihrer gesundheitlichen Probleme unterstützend zur Seite stehen können, 

zumal sie auch in (Nennung Länder) über Verwandte verfügt (vgl. act. A17, 

Ziff. 3.01; act. A32, S. 4-7). Soziale, die Beschwerdeführerin unterstüt-

zende Anknüpfungspunkte sind somit erkennbar und die Wohnsituation vor 

Ort sowie Erwerbsmöglichkeiten sind vor dem Hintergrund des Vorhan-

denseins mehrerer Verwandter an ihrem Herkunftsort, ihrer (...)jährigen 

Schulbildung, ihrer Arbeit auf dem Markt sowie ihren jahrelangen Arbeits-

erfahrungen in der Schweiz gesichert respektive zu bejahen (vgl. act. A32, 

F16, F23 f., F28 ff., F51 ff. und F160; act. A69, Ziff. 2.1, S. 14). Weiter er-

achtet das Bundesverwaltungsgericht die geltend gemachten, jedoch un-

belegt gebliebenen psychischen Probleme der Beschwerdeführerin nicht 

als derart gravierend, dass sie der Zumutbarkeit eines Vollzugs der Weg-

weisung entgegenstehen, zumal offenbar weder eine weitergehende me-

dizinische Abklärung nötig war noch eine Überweisung an einen Facharzt 

in dieser Hinsicht stattgefunden hat. Die vorgebrachten gesundheitlichen 

Beschwerden vermögen demnach nicht gegen die Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs zu sprechen, da die von der Rechtsprechung für die Un-

zumutbarkeit des Vollzugs geforderte hohe Schwelle der gesundheitlichen 

D-3255/2022 

Seite 24 

Beeinträchtigung aufgrund der Aktenlage nicht erfüllt ist (vgl. BVGE 2011/9 

E. 7). Schliesslich steht es der Beschwerdeführerin offen, medizinische 

Rückkehrhilfe in Anspruch zu nehmen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG 

i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, 

SR 142.312]), die nebst der (zeitlich limitierten) Finanzierung einer medizi-

nischen Betreuung im Heimatland auch die Mitgabe eines Medikamenten-

stocks umfassen kann. 

7.3.4 Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zumutbar zu erachten. 

7.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

9.  

9.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag, es sei auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos gewor-

den. 

9.2 Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf An-

trag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begeh-

ren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei verfügt eine 

Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne Beeinträch-

tigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten nicht zu be-

streiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner dann als aussichtslos, wenn 

die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren 

und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. BGE 125 

II 265 E. 4b S. 275). 

D-3255/2022 

Seite 25 

Es ist gestützt auf die eingereichte (Nennung Beweismittel) nach wie vor 

von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Nachdem 

überdies die Rechtsbegehren im Rahmen einer summarischen Aktenprü-

fung nicht als aussichtslos zu beurteilen waren, ist das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen. Demnach sind der 

Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

9.3 Angesichts dieser Beurteilung ist auch das Gesuch um Beigabe eines 

amtlichen Rechtsbeistands (Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG) gutzuheissen 

und der Beschwerdeführerin ist ihr Rechtsvertreter, MLaw Alfred Ngoyi Wa 

Mwanza, als amtlicher Rechtsbeistand beizugeben. Die Beschwerdeführe-

rin hat demnach Anspruch auf Übernahme der ihr notwendigerweise er-

wachsenen Parteikosten durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 

102m Abs. 1 Bst. a AsylG i.V.m. Art. 8–14 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter reichte keine Kosten-

note ein, weshalb das Gericht die Entschädigung aufgrund der Akten fest-

setzt, zumal der diesbezügliche Aufwand auf Grund der Akten zuverlässig 

abgeschätzt werden kann. Nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

werden nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter mit einem Stunden-

satz von Fr. 100.– bis 150.– entschädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 

VGKE). Dem amtlichen Rechtsvertreter ist daher zu Lasten des Bundes-

verwaltungsgerichts eine Entschädigung von gesamthaft Fr. 1800.– zuzu-

sprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3255/2022 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 

wird gutgeheissen. Alfred Ngoyi Wa Mwanza wird als amtlicher Rechtsbei-

stand eingesetzt. 

4.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse ein amtli-

ches Honorar von Fr. 1800.– ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber 

 

 

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