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**Case Identifier:** c59b64f7-4a4b-5bcd-8c75-7431b9a15399
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.10.2021 720 21 61/278
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-61-278_2021-10-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 21. Oktober 2021 (720 21 61 / 278) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Auf das beweiskräftige Verwaltungsgutachten kann abgestellt werden.  

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Katja 
Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1970 geborene A.____ war zuletzt seit 2003 im Teilzeitpensum (ca. 50-60%) als 
Raumpflegerin tätig. Seit November 2013 war sie bei der Job-Vermittlung X.____ zu einem 
40%-Pensum auf Stundenbasis angestellt und führte in der restlichen Zeit Reinigungsarbeiten 
in einem Privathaushalt aus. Am 19. Juli 2016 meldete sie sich unter Hinweis auf somatische 
und psychische Beeinträchtigungen, bestehend seit ungefähr 2014, bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und 
erwerblichen Verhältnisse verneinte die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit 

 

 
 
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Verfügung vom 11. Januar 2021 einen Anspruch auf eine Invalidenrente unter Hinweis auf ei-
nen Invaliditätsgrad von 26%.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, 
mit Eingabe vom 11. Februar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Ver-
fügung der Beschwerdegegnerin vom 11. Januar 2021 sei aufzuheben und diese zu verpflich-
ten, ihr eine Invalidenrente nach den gesetzlichen Bestimmungen, mindestens aber eine Vier-
telrente, zu leisten. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen zum Gesundheitszu-
stand und der Arbeitsfähigkeit durchzuführen und anschliessend erneut über den Rentenan-
spruch gegenüber der Beschwerdegegnerin zu entscheiden; unter o/e-Kostenfolge. Zur Be-
gründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass das von der IV-Stelle eingeholte bidiszipli-
näre Gutachten in verschiedener Hinsicht nicht über den erforderlichen Beweiswert verfüge. In 
erwerblicher Hinsicht sei das Valideneinkommen anhand der Angaben ihrer letzten Anstellung 
zu ermitteln, wobei der erzielte Stundenlohn auf ein 100%-Pensum hochzurechnen sei. Bei der 
Ermittlung des Invalideneinkommens könne sodann nicht auf den Medianwert abgestellt wer-
den. Dieses sei vielmehr anhand des unteren Quartilbereichs zu bestimmen. Schliesslich sei ihr 
ein leidensbedingter Abzug zu gewähren, womit insgesamt ein Invaliditätsgrad von deutlich 
über 40% resultieren würde.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 27. April 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde, wobei sie dieser eine Stellungnahme von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vom 19. Februar 2021 beileg-
te.  
 
Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass-
nahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres 
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Viertelrente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf 
eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

 

 
 
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2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belas-
tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu-
kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 
Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes-
gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier-
ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden 
entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von 
leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentia-
len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu-
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von 
der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrund-
lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei 
die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit 
Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu-
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dies 
ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Unterva-
rianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausseror-
dentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem 
Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsun-
fähig ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-

 

 
 
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terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten 
aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizini-
schen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von 
Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderun-
gen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingehol-
ten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen 
die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). Schliesslich lässt es die 
Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu 
(BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, 
wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich 
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnden Ärzte wichtige − 
und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende − Aspekte benennen, die im 

 

 
 
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Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesge-
richts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
5.1 Für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit sind im Wesentlichen die folgen-
den Unterlagen von Relevanz: 
 
5.2 Am 8. August 2016 diagnostizierten Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychothe-
rapie, und M. Sc. D.____, Psychologin, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (ICD-10 45.41), eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie 
Kontaktanlässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse: sexueller Missbrauch (Z61) und Kontaktan-
lässe mit Bezug auf die Erziehung (emotionale und andere Formen der Vernachlässigung des 
Kindes [Z62], Feindseligkeit gegenüber dem Kind [Z62], andere abnorme Erziehungsmerkmale 
[Z62]). Die Patientin würde seit vielen Jahren an verschiedenartigen Schmerzen (Gelenk-
schmerzen, Bauchschmerzen) und Migräneanfällen (2-3 Tage pro Monat) leiden. Seit einigen 
Monaten hätte sich die Schmerzsymptomatik verstärkt. Zusätzlich hätten sich depressive Symp-
tome wie Affektlabilität, Antriebsverlust, Gedankenkreisen, Grübeln sowie eine erhöhte Er-
schöpfbarkeit eingestellt. Die Patientin berichte auch von verstärktem Schwitzen und innerer 
Unruhe. Aufgrund der schweren verschiedenartigen und langjährigen Traumatisierungen der 
Patientin sowie des chronifizierten Verlaufs der Erkrankung sei die Behandlung schwierig. Es 
könne aber davon ausgegangen werden, dass sich der Zustand in den nächsten drei bis sechs 
Monaten verbessere und die Arbeitsfähigkeit zumindest teilweise wiederhergestellt werden 
könne. Dabei wurde ab Mitte August 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die ange-
stammte Tätigkeit diagnostiziert.  
 
5.3 Mit Zwischenbericht vom 12. Dezember 2016 stellten Dr. C.____ und M. Sc. D.____ 
die Diagnosen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 45.41), einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) sowie eines Ver-
dachts auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Die Patientin sei vor eini-
gen Monaten in den Kanton Basel-Landschaft in die Nähe ihrer Familie gezogen. Dieser Wech-
sel scheine auf psychischer Ebene eine gewisse Dynamik ausgelöst zu haben, wobei zahlrei-
che Erlebnisse aus der Vergangenheit wieder verstärkt an die Oberfläche drängen würden. 
Vermutlich habe die Patientin eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, welche sich 
im Verlauf immer stärker körperlich ausgeprägt und schliesslich in eine chronische Schmerzstö-
rung umgewandelt habe. Die Patientin besitze dennoch sehr wertvolle Ressourcen sowie Ver-
änderungs- und Arbeitsmotivation. Es sei die Weiterführung der sozialpsychiatrischen Beglei-
tung zu empfehlen.  
 
5.4 Am 14. Januar 2017 erstattete Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
ein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Krankentaggeldversicherung. Zusammenfassend 
sei das klinische Bild mit einer chronifizierten Schmerzstörung vereinbar. Diagnostisch bestehe 
in Kenntnis der Vorgeschichte und aufgrund des aktuellen Befunds am Vorliegen einer langjäh-
rigen psychischen Störung kein Zweifel. Es handle sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.1). Hin-
weise für eine manifeste Depression würden sich gegenwärtig nicht ausmachen lassen. Eine 

 

 
 
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solche lasse sich rückblickend aber nicht ausschliessen. Die diagnostische Zuordnung sei in 
diesem Fall etwas schwer, zumal sich die Versicherte ihren Aussagen zufolge lediglich im Jahr 
2003 für rund ein halbes Jahr in psychiatrische Behandlung begeben habe. Vor dem Hinter-
grund der Vorgeschichte könne man in Übereinstimmung mit Dr. C.____ und M. Sc. D.____ 
den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung äussern. Die Schmerzstörung stehe 
jedoch unstrittig im Vordergrund. Plausibel sei, dass eine langjährige und wiederholte Erfahrung 
von sexuellem Missbrauch und psychischer Erniedrigung den psychodynamischen Hintergrund 
der Störung bilde. Es bleibe indessen offen, weshalb es im Frühsommer dieses Jahres zu einer 
Eskalation der gesundheitlichen Verfassung gekommen sei. Blicke man zurück, sei die Versi-
cherte insoweit stabil gewesen, als dass sie bis vor rund einem halben Jahr einer beruflichen 
Beschäftigung habe nachgehen können. Die Ausgangslage mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit sei 
im Moment nicht abschliessend zu klären. Es sei davon auszugehen, dass es mithilfe von Rein-
tegrationsmassnahmen möglich sein sollte, die Versicherte zumindest teilweise wieder in den 
Arbeitsmarkt zu integrieren.  
 
5.5 Im Rahmen eines weiteren Verlaufsberichts vom 27. November 2017 diagnostizierten 
Dr. C.____ und M. Sc. D.____ die bekannte chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (ICD-10 45.41) sowie einen Status nach posttraumatischer Belastungs-
störung (ICD-10 F43.1) und mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.1). Die depressive 
Symptomatik habe sich deutlich gebessert. Die depressive Episode könne als remittiert be-
zeichnet werden. Ebenso habe sich die posttraumatische Belastungsstörung zurückgebildet. 
Die Patientin habe zudem in ihrer psychischen Entwicklung an Reifung und Selbstsicherheit 
gewonnen. Die Belastbarkeit im arbeitsbezogenen Kontext müsse aus körperlichen Gründen 
nach wie vor als sehr gering bis nicht vorhanden beurteilt werden. Die somatischen Schmerzen, 
die Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit sowie die zustandsabhängige Stabilität der Leis-
tungsfähigkeit würden sie kaum für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren.  
 
5.6 Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2018 lehnte die IV-Stelle gestützt auf die vorstehend 
zitierte Aktenlage einen Rentenanspruch ab.  
 
5.7 Im Rahmen des Einwandverfahrens gegen diesen Vorbescheid gab die Versicherte 
eine Stellungnahme von Dr. C.____ vom 14. März 2018 zu den Akten. Dr. C.____ wies im We-
sentlichen darauf hin, dass in den Akten durchaus somatische Beschwerden mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit dokumentiert seien. Er könne sodann der Auffassung von Dr. E.____ folgen, 
wonach bei der Versicherten die Diagnose einer chronifizierten Schmerzstörung im Vorder-
grund stehe. Dabei würden diagnoseinhärent sowohl psychische als auch somatische Faktoren 
eine Rolle spielen. Den psychischen Faktoren werde eine wichtige Rolle hinsichtlich Schwere-
grad und Aufrechterhaltung der Schmerzen zugeschrieben, jedoch seien sie nicht die Ursache 
für deren Existenz. In der Praxis würden die Schmerzen in verschiedenen Funktionsbereichen 
(sozial, beruflich) ein klinisch relevantes Leiden verursachen. Die Patientin sei in ihrer Leis-
tungsfähigkeit und Belastbarkeit deutlich eingeschränkt. Sie sei nicht stabil genug, um länger-
fristig auf dem ersten Arbeitsmarkt einsetzbar zu sein. Korrekt sei, dass eine deutliche Besse-
rung der psychischen Symptomatik festzustellen sei und die noch zu Beginn gestellte Diagnose 
einer mittelgradigen depressiven Störung nicht mehr vorliege. Zu Behandlungsbeginn habe die 

 

 
 
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Patientin aber unstreitig die gemäss ICD-10 erforderlichen Kriterien für eine Depression erfüllt. 
Zusätzlich habe auch die psychopharmakologische Medikation (Duloxetin) geholfen, zu einer 
Stabilisierung beizutragen. Nicht haltbar sei demnach die Aussage, wonach zu keinem Zeit-
punkt eine relevante Depression bestanden habe. Er gehe aber insofern mit den Ausführungen 
im Vorbescheid einig, dass aufgrund der Depression keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Seit der 
Erstellung des Gutachtens durch Dr. E.____ sei sodann bereits ein Jahr vergangen, weshalb 
der seitherige Verlauf angemessen berücksichtigt und begutachtet werden sollte und eine er-
neute Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen habe.  
 
5.8 In der Zeit vom 9. Mai 2018 bis 6. August 2018 erfolgte ein stationäres Konsil im Spital 
F.____, in dessen Rahmen auch ambulante Psychotherapiegespräche durchgeführt wurden. Im 
hierzu ergangenen Bericht vom 1. Oktober 2018 wurden eine andauernde posttraumatische 
Persönlichkeitsveränderung (ICD-10 F62.0, F43.1), eine Zwangsstörung, vorwiegend Zwangs-
handlungen (ICD-10 F42.1) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 
F45.40) bei myofaszialem Schmerzsyndrom diagnostiziert. Die Patientin leide unter den Symp-
tomen Hyperarousal, Schlafstörungen mit Albträumen, Flashbackerleben sowie Zwangshand-
lungen in Form von Wasch-und Putzzwängen. Ausgelöst durch Trauma-Erinnerungen komme 
es zu körperlichen Schmerzen mit Anspannung und Angstsymptomen. Selbstunsicherheit, 
Rückzugsneigung sowie Konzentrationsstörungen die als Folge der Komplextraumatisierung 
und der Schlafstörung aufträten, würden zusätzlich komplexe Handlungsabläufe erschweren. 
Daraus resultierten eine eingeschränkte Ausdauer- und Konzentrationsfähigkeit sowie ein ver-
mindertes Durchhaltevermögen. Vor diesem Hintergrund sei die Patientin auf längere Sicht 
nicht in der Lage, einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachzugehen.  
 
5.9 Im Abklärungsbericht der Psychiatrie G.___ vom 11. September 2019 (ambulante Be-
handlung vom 31. Mai 2019) wurden eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) 
sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) diagnostiziert. Die Patientin leide an einer schwergradigen posttraumatischen Belas-
tungsstörung, ausgelöst durch familiäre und sexualisierte Gewalt innerhalb und ausserhalb der 
Familie während der Kindheit und Jugend. Die persönlichkeitsstrukturellen Defizite könne man 
mit der weiterhin vorhandenen PTPS-Symptomatik im Sinne des ICD-11 als komplexe Trauma-
folgestörung (kPTBS) klassifizieren. Die Diagnosen seien ausführlich mit der Patientin bespro-
chen und ihr traumaspezifische Therapiemöglichkeiten aufgezeigt worden. Eine spezifische 
Traumatherapie mit stabilisierenden und konfrontativen Elementen könnte sich positiv auf die 
Belastung von Intrusionen, die innere Anspannung und das Vermeidungsverhalten auswirken. 
In Bezug auf die strukturellen Defizite im Rahmen der Komplextraumatisierung mit Aspekten 
von Sinnverlust und resignativem Erleben würden die Therapieempfehlungen gelten, wie sie 
von psychodynamischer Seite niedergelegt worden seien. Hierzu würde sich die Aufnahme ei-
ner Traumatherapie bei einer Therapeutin mit entsprechender Expertise für komplextraumati-
sierte Patientinnen anbieten.  
 
5.10 Zur Abklärung des aktuellen Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versi-
cherten holte die IV-Stelle ein Gutachten bei Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychothe-
rapie, und Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, ein, welches 

 

 
 
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am 29. April 2019 bzw. 27. September 2019 erstattet wurde. In diesem Gutachten diagnostizier-
ten die Fachpersonen aus interdisziplinärer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), eine leichtgra-
dig ausgeprägte posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie ein generalisiertes 
myofasziales Schmerzsyndrom (ICD-10 M79.19) im Rahmen einer chronischen Schmerzstö-
rung bei diskreten, nicht progredienten degenerativen Veränderungen der Hals- und Lenden-
wirbelsäule sowie einer medial betonten Gonarthrose beidseits und einer deutlichen Retropatel-
lararthrose beidseits mit Lateralisierung der Patella. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit wird u.a. eine Zwangsstörung (ICD-10 F42.1) aufgeführt.  
 
Im psychiatrischen Fachteil wurde hierzu festgehalten, dass die Explorandin Schmerzen im 
ganzen Körper beklage und das Beschwerdebild diffus sei. Das Ausmass der geklagten Be-
schwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, praktisch nicht mehr arbeiten zu kön-
nen, könne durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, so dass eine 
psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Die Explorandin sei seit Jahren belas-
tet durch die sich ihr aufdrängenden Nachhallerinnerungen und die angstbesetzten Träume. Sie 
sei in ihrer Kindheit und Jugend jahrelang körperlich und sexuell misshandelt worden. Auf dem 
Hintergrund dieser Belastungen könne die psychische Überlagerung der geklagten Beschwer-
den gesehen werden. Dabei sei aber zu erwähnen, dass die Explorandin den Haushalt selbst-
ständig führe, zweimal täglich mit ihrem Hund unterwegs sei und regelmässig soziale Kontakte 
pflege. Die Explorandin leide seit Jahren unter depressiven Verstimmungen. Sie leide unter 
einem verminderten Antrieb und einer erhöhten Ermüdbarkeit. Diagnostisch handle es sich um 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Im Rahmen der 
Schmerzstörung und der depressiven Störung sei sie nun vermehrt mit Erinnerungen an die 
Missbrauchserfahrungen belastet. Die in den vorliegenden Akten diagnostizierte posttraumati-
sche Belastungsstörung könne bestätigt werden, wobei die Symptome geringgradig ausgeprägt 
seien. Trotz des jahrelangen Missbrauchs habe die Explorandin eine 10-jährige Beziehung zu 
einem Mann geführt und sei zudem sechs Jahre verheiratet gewesen. Sie vermisse eine Bezie-
hung nicht, sie fühle sich jetzt wohl alleine. Die Explorandin sei auch nicht in vegetative Erre-
gung geraten, als sie über die erlittenen Misshandlungen berichtet habe. Ferner zeige sie keine 
misstrauische Haltung der Welt gegenüber, keinen ausgeprägten sozialen Rückzug, keine Ge-
fühle der Leere oder Nervosität und sie fühle sich auch nicht entfremdet. Damit seien keine 
Symptome einer andauernden Persönlichkeitsveränderung feststellbar. Die Zwangsstörung sei 
geringgradig ausgeprägt. Die Explorandin müsse jeden Morgen 15 Minuten heiss duschen und 
wasche sich circa zehnmal die Hände. Diese Zwänge würden keine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit begründen. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, dass Einschrän-
kungen aufgrund der depressiven Störung und der Schmerzstörung bestünden. Insgesamt be-
stehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% sowohl in der angestammten als auch 
in einer angepassten Tätigkeit. Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit in diesem 
Umfang seit Beginn der psychiatrischen Behandlung im Juli 2016 vermindert sei. Es fänden 
sich keine Hinweise für eine frühere langandauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.  
 

 

 
 
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Im rheumatologischen Fachgutachten wird zusammenfassend ausgeführt, dass sich das klini-
sche Bild eines generalisierten myofaszialen Schmerzsyndroms im Rahmen einer Schmerzstö-
rung mit somatischen und psychischen Faktoren finde. Dieses würde den somatischen Anteil 
des psychosomatischen Prozesses darstellen. Aus somatischer Sicht würden diffuse my-
otendinotische Verspannungen der axialen Muskulatur imponieren, welche im Rahmen der 
Entwicklung der Schmerzstörung zu verstehen seien, da keine relevanten degenerativen Ver-
änderungen im Bereich der gesamten Wirbelsäule (MRI vom 28. Mai 2019) festzustellen seien. 
Im Übrigen fänden sich eine Reihe von diskreten degenerativen Veränderungen. So bestünden 
leichtgradige degenerative Veränderungen an einzelnen DIP-Gelenken der Hände im Rahmen 
einer beginnenden Polyarthrose der Hände sowie eine beginnende rechtsseitige Coxarthrose, 
welche zu keiner klinisch manifesten Funktionseinschränkung führen würden. Es würden sich 
keine Hinweise auf eine Progression dieser degenerativen Veränderungen und keine Anhalts-
punkte für eine entzündliche Aktivierung zeigen. Im Bereich der Kniegelenke bestünden eine 
mässiggradige medialbetonte Gonarthrose beidseits sowie Zeichen einer bilateralen Retropatel-
lararthrose. Klinisch sei eine retropatellare Krepitation bei passiver Verschiebung der Patella 
auszulösen, bei sonst normal erhaltener Beweglichkeit der Kniegelenke in Flexion/Extension 
und ohne Zeichen einer entzündlichen Aktivierung dieser degenerativen Veränderungen bei 
fehlenden Hinweisen auf eine Überwärmung, Synovialitis oder einen Gelenkerguss im Bereich 
beider Kniegelenke. Die Explorandin stehe aktuell trotzdem unter hochdosierten Opiaten 
(100mg Palexia 2x täglich) und NSAR (200mg Celebrex 2x täglich), welche eigentlich keinen 
relevanten Einfluss auf die subjektiv beklagten diffusen Schmerzen ausüben könnten. Diese 
Diskrepanz zwischen dem klinisch stabilen Verlauf in Bezug auf die degenerativen Veränderun-
gen am Bewegungsapparat und der therapeutischen Eskalation mit Opiaten lasse sich aus so-
matischer Sicht nicht erklären. Daraus könne gefolgert werden, dass die psychogene Kompo-
nente (Schmerzstörung) deutlich im Vordergrund stehe. Aufgrund des generalisierten myofaszi-
alen Schmerzsyndroms bestehe einerseits ein erhöhter Pausenbedarf und andererseits eine 
Verlangsamung. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage 75%. Eine körper-
lich leichte bis höchstens mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit, ohne Notwendigkeit Las-
ten über 10kg zu heben, zu tragen oder zu stossen und in die Hocke zu gehen, sei ihr voll-
schichtig zumutbar.  
 
Im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass ab Juni 
2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 30% für jegliche Tätigkeiten bestehe. Die psychiatrischen Di-
agnosen seien führend. Die rheumatologischen Diagnosen würden lediglich zu einer qualitati-
ven Einschränkung der Leistungsfähigkeit für körperlich schwere Arbeiten führen, weshalb die 
Arbeitsunfähigkeit nicht zu addieren sei. Hierbei sei auch zu berücksichtigen, dass es sich um 
den gleichen psychosomatischen Prozess handle. 
 
5.11 Anlässlich des vorliegenden Beschwerdeverfahrens legte die Beschwerdeführerin ei-
nen Bericht von Dipl.-Psych. J.____, Eidg. anerkannte Psychotherapeutin, vom 4. Februar 2021 
ins Recht. Diese diagnostizierte darin eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-
10 F43.1) - andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) und 
eine chronische Depression mit mittelgradig ausgeprägter Symptomatik, allenfalls teilremittiert. 
Die Patientin sei durch die frühen anhaltenden körperlichen und psychischen Traumatisierun-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stark beeinträchtigt worden. Es hätten sich deutliche 
dysfunktionale Schemata herausgebildet. Die Kontaktfähigkeit zu Dritten, die Gruppenfähigkeit 
und auch die Fähigkeit, familiäre bzw. intime Beziehungen zu pflegen seien schwer beeinträch-
tigt. Auch das Verhältnis zum eigenen Körper sei schwer beeinträchtigt, was sich in der Ten-
denz zu Selbstverletzungen aber auch in den belastenden und selbstschädigenden Wasch-
zwängen zeige. Die Fähigkeit zur Selbstfürsorge und -pflege sei daher schwer beeinträchtigt. 
Es sei von einem chronischen Verlauf auszugehen, welcher zu einer zunehmenden und erheb-
lichen Instabilität und damit zu einer deutlichen Reduktion der Arbeitsfähigkeit geführt habe, so 
dass faktisch keine Arbeitsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt bestehe.  
 
5.12 Am 19. Februar 2019 nahm der RAD-Arzt Dr. B.____ zu den Vorbringen in der Be-
schwerde Stellung. Die posttraumatische Belastungsstörung, einschliesslich der dazugehörigen 
Symptomatik, sowie auch die chronische Depression seien im Gutachten von Dr. H.____ aus-
führlich beschrieben worden. Dabei sei den damit verbundenen Auswirkungen mit einer Ar-
beitsunfähigkeit von 30% Rechnung getragen worden. Hierbei werde auch der fluktuierende 
Verlauf der depressiven Störung berücksichtigt, da eine leichte depressive Episode in aller Re-
gel keine wesentliche Arbeitsunfähigkeit begründen könne. Bei den von Dipl.-Psych. J.____ 
aufgeführten Tests (BDI und DES II) handle es sich um reine Selbstbeurteilungsverfahren zur 
syndromalen Diagnostik. Diese seien − obschon sie im Rahmen der Psychotherapie durchaus 
sinnvoll angewendet würden − im versicherungsmedizinischen Kontext zurückhaltend zu bewer-
ten, da sie ausschliesslich auf subjektive Angaben und nicht auf objektive ärztliche Befunde 
abstützen würden. Die behandelnde Psychologin habe ferner im Sinne einer Gesamtbetrach-
tung die Ressourcen nicht berücksichtigt. Die Erhebung des vorhandenen Funktionsniveaus 
zeige keineswegs ein sozialer Rückzug in allen Lebenslagen und der innere und äussere Ord-
nungszustand sei vorhanden. Auch die Ergebnisse aus der Haushaltsabklärung, wonach keine 
Einschränkung im Haushalt bestehe, ergebe ein übereinstimmendes Bild mit dem Gutachten. 
Unbestritten sei, dass die Versicherte aufgrund ihrer psychischen Belastung teilweise beein-
trächtigt sei. Die von Dipl. Psych. J.____ beurteilte faktische Arbeitsunfähigkeit widerspreche 
indessen dem nachweislich vorhandenen Funktionsniveau.  
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Ar-
beitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter 
Dres. H.____ und I.____ in ihrem Gutachten vom 29. April 2019 bzw. 27. September 2019 ge-
langt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des 
frühestmöglichen Rentenbeginns (Juni 2017) die Ausübung einer leidensadaptierten körperlich 
leichten Tätigkeit, ohne Notwendigkeit Lasten über 10kg zu heben, zu tragen oder zu stossen 
und repetitiv in die Hocke zu gehen bzw. zu knien, zu 70% zumutbar gewesen sei.  
 
6.2 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche 
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien ge-
gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 4.3 hiervor mit Hinweis auf 

 

 
 
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BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten ist insgesamt um-
fassend und die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorge-
nommenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben 
die Versicherte persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einläss-
lich auf ihre Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den 
Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander und begründen abweichende Einschät-
zungen in überzeugender Weise. 
 
6.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen die ausschlaggebende Beweiskraft 
des Gutachtens nicht in Frage zu stellen.  
 
6.4.1 Die Beschwerdeführerin zweifelt die Beweistauglichkeit des Gutachtens insofern an, 
als sie geltend macht, dass das der Expertise zugrundeliegende Untersuchungsgespräch ledig-
lich eine Stunde und zehn Minuten gedauert habe und folglich nicht ausreiche, um die lange 
Leidensgeschichte mit komplexer Symptomatik angemessen beurteilen zu können. Diesbezüg-
lich ist darauf hinzuweisen, dass es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens 
nicht auf die Untersuchungsdauer ankommt. Massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise 
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 
20. April 2017, 8C_71/2017, E. 6 mit Hinweis). Wie hiervor dargelegt (vgl. E. 6.2), sind diese 
Voraussetzungen vorliegend erfüllt, zumal keine konkreten Hinweise bestehen, wonach sich die 
Untersuchungsdauer negativ in der Qualität und der Aussagekraft des Gutachtens niederge-
schlagen hätte. Diesbezüglich gilt es auch zu berücksichtigen, dass sich die gutachterlichen 
Schlussfolgerungen nicht ausschliesslich auf die Befunderhebung anlässlich der Untersuchung 
stützten. Vielmehr erging die Beurteilung auch in Kenntnis und unter Einbezug sämtlicher medi-
zinischer Akten, womit es dem Gutachter möglich war, auch die Entwicklung der gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen in die Beurteilung miteinzubeziehen. 
 
6.4.2 Ferner macht die Beschwerdeführerin auf der Grundlage des Berichts von Dipl.-
Psych. J.____ vom 4. Februar 2021 geltend, dass entgegen den gutachterlichen Ausführungen 
keine Arbeitsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt bestehe. Dipl.-Psych. J.____ diagnostiziere 
eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung, die einen erheblichen Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit habe. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung finde sich auch 
im Bericht der Psychiatrie G.____ vom 11. September 2019, worin noch weitere Befunde erho-
ben würden, welche der Gutachter nicht erfasst habe. Es finde sich im Gutachten keine Ausei-
nandersetzung mit abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte.  
 
Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass Dr. H.____ die bis zum Gutachtenszeitpunkt vorlie-
genden Berichte der involvierten medizinischen Fachpersonen allesamt bekannt waren. Dabei 
hat der Gutachter sich − entgegen den Darlegungen der Beschwerdeführerin − mit den Diagno-
sekriterien einer andauernden Persönlichkeitsänderung auseinandergesetzt und überzeugend 
dargelegt, weshalb er diese Diagnose nicht bestätigen könne. Gleichermassen verhält es sich 
in Bezug auf die Zwangsstörung (vgl. E. 5.10 hiervor). Sodann führte er nachvollziehbar aus, 
weshalb er von einer geringgradigen Ausprägung der posttraumatischen Belastungsstörung 
ausgehe, wenngleich er diese Diagnose bestätigen könne. In pflichtgemässer Würdigung der 

 

 
 
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medizinischen Aktenlage fällt ferner auf, dass hinsichtlich der rezidivierenden depressiven Stö-
rung keine wesentlich divergierenden Einschätzungen durch die involvierten Fachpersonen 
auszumachen sind. So hat Dr. C.____, bei welchem die Versicherte im Zeitraum von Juli 2016 
bis März 2018 in Behandlung gestanden hatte, bereits in seinem Bericht vom 27. November 
2017 einen Status nach mittelgradiger depressiver Episode sowie einen Status nach posttrau-
matischer Belastungsstörung erhoben. Hierzu führte er aus, dass die depressive Episode als 
remittiert bezeichnet werden könne und die posttraumatische Belastungsstörung sich zurück-
gebildet habe. Auch auf diesen Umstand hat der Gutachter im Rahm seiner Einschätzung hin-
gewiesen. Im besagten Bericht vom 27. November 2017 begründete Dr. C.____ die gleichwohl 
attestierte vollschichtige Arbeitsunfähigkeit vorwiegend mit der chronischen Schmerzstörung 
sowie insbesondere der somatischen Problematik (vgl. E. 5.5 hiervor). Ferner bekräftigte er in 
seiner Stellungnahme zum Vorbescheid vom 14. März 2018, dass die noch anfangs gestellte 
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode nicht mehr vorliegen würde und daher kei-
ne Arbeitsunfähigkeit begründe (vgl. E. 5.7 hiervor). Im Weiteren berichtete auch Dipl.-
Psych. J.____ von einer teilweisen Zurückbildung der depressiven Symptomatik. In dem von 
der Beschwerdeführerin angerufenen Bericht der Psychiatrie G.____ vom 11. September 2019 
lassen sich sodann keine Ausführungen in Bezug auf die Arbeits(un)fähigkeit entnehmen. Was 
die Beurteilung von Dipl.-Psych. J.____ angeht, so ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhal-
ten, dass Dipl.-Psych. J.____ die subjektive Einschätzung der Versicherten massgeblich in die 
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung miteinfliessen liess und die vorhandenen Ressourcen dabei in 
keiner Weise gewichtete (vgl. auch RAD-Beurteilung vom 19. Februar 2019, E. 5.12 hiervor). 
Insgesamt vermögen diese Berichte jedenfalls keine hinreichenden Zweifel an der Zuverlässig-
keit und Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. H.____ zu begründen. Namentlich ist daraus 
sowie gestützt auf weitere Berichte nicht ersichtlich, weshalb der Versicherten eine leidens-
adaptierte Tätigkeit nicht zu 70% zumutbar sein soll. 
 
6.4.3 Insgesamt wäre allenfalls in Bezug auf einzelne Diagnosen sowie deren Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine vertiefende Auseinandersetzung seitens des Gutachters wünsch-
bar gewesen. Entscheidend ist indessen, dass Dr. H.____ seine Einschätzung in Kenntnis der 
gesamten Aktenlage und nach gut dokumentierter eingehender Erhebung eigener Befunde ab-
gab. Aus einer Gesamtsicht heraus, namentlich unter Einbezug der übrigen fachmedizinischen 
Berichte sowie mit Blick auf die Ergebnisse des strukturierten Beweisverfahrens, ist die attes-
tierte Arbeitsunfähigkeit von 30% nachvollziehbar und überzeugend. Wie der RAD-Arzt 
Dr. B.____ in seiner Beurteilung vom 19. Februar 2021 diesbezüglich zutreffend ausführte, 
wurde damit auch dem schwankenden Verlauf der depressiven Störung hinreichend Rechnung 
getragen, nachdem eine leichte depressive Episode in der Regel keine wesentliche Arbeitsun-
fähigkeit zu begründen vermag.  
 
6.5 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 6.2 hiervor), erfüllt auch das rheumatologische Fachgut-
achten von Dr. I.____ vom 27. September 2019 sämtliche Voraussetzungen, die das Bundes-
gericht an eine beweistaugliche Beurteilungsgrundlage stellt. Es lassen sich weder dem Gut-
achten noch weiteren medizinischen Unterlagen Hinweise entnehmen, die geeignet wären, 
Zweifel an den gutachterlichen Schlussfolgerungen zu begründen. Die Beschwerdeführerin 
macht denn auch zu Recht keine Einwände in somatischer Hinsicht geltend.  

 

 
 
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7. Nach dem Gesagten kann hinsichtlich der Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnis-
se sowie der zumutbaren Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vollumfänglich auf die Er-
gebnisse des überzeugenden bidisziplinären Gutachtens der Dres. H.____ und I.____ vom 
29. April 2019 bzw. 27. September 2019 abgestellt werden. Auf die von der Beschwerdeführerin 
beantragten zusätzlichen medizinischen Abklärungen kann verzichtet werden. Gelangt das Ge-
richt bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen 
ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinreichend 
abgeklärt ist, kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden. Eine solche antizipierte Beweis-
würdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 
131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 119 V 335 E. 3c in fine mit 
Hinweisen). 
 
8.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage des Leistungsanspruchs zu prüfen bleiben da-
mit die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (vgl. E. 3 hiervor). 
Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Versicherte anlässlich der Abklärung der Statusfrage 
im Haushaltsbericht vom 13. März 2020 (IV-act. 165) erklärt hat, dass sie ohne gesundheitliche 
Beeinträchtigung einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Folglich hat die Be-
schwerdegegnerin den Invaliditätsgrad zu Recht nach der allgemeinen Methode des Einkom-
mensvergleichs ermittelt, was auch von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird.  
 
8.2.1 Unter dem Valideneinkommen ist jenes Einkommen zu verstehen, welches die versi-
cherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und per-
sönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesun-
de tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfol-
gen.  Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen er-
zielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (vgl. BGE 135 V 58 E. 3.1). Da 
nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weiterge-
führt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grund-
sätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung 
und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 139 V 28 E. 3.3.2).  
 
8.2.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Valideneinkommen in Anwendung der Tabelle 
TA17, Sektor Fachkräfte Land- und Forstwirtschaft, Alterskategorie 30-49 Jahre, Spalte Frauen, 
der LSE 2016. Bei einem monatlichen Einkommen von Fr. 4’103.-- errechnete sie nach Anpas-
sung dieses Betrags an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 42 Stunden im Zeit-
punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns ein Valideneinkommen von Fr. 51'698.--.  
 
8.2.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, zur Ermittlung des Valideneinkommens sei der 
Stundenlohn einer ihrer letzten Teilzeitanstellungen in der Höhe von Fr. 30.-- auf ein Jahresein-
kommen gemäss einem Vollzeitpensum hochzurechnen, mithin ein Valideneinkommen in der 
Höhe von Fr. 61'962.-- heranzuziehen. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Die 
Beschwerdeführerin verkennt bei ihrer Argumentation, dass dies nur möglich wäre, wenn die 
Ausübung eine ihrer damaligen Teilzeitstellen ursprünglich als Vollzeitstelle angedacht gewe-
sen wäre und dies auch dem Willen des Arbeitgebers entsprochen hätte. Hierfür lassen sich 

 

 
 
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den vorliegenden Akten indessen weder konkrete Indizien entnehmen noch werden solche von 
der Beschwerdeführerin geltend gemacht. Die Anwendung der LSE-Tabellenlöhne resultiert 
letztlich aus dem Umstand, dass die Versicherte bis zum Einritt der gesundheitlichen Beein-
trächtigung teilzeitlich erwerbstätig gewesen war, demgegenüber aber in der Haushaltsabklä-
rung nachvollziehbar erklärt hat, im hypothetischen Gesundheitsfall vollzeitlich erwerbstätig zu 
sein. Das Vorgehen der IV-Stelle ist daher nicht zu beanstanden. 
 
8.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie 
nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der − kumulativ − besonders stabile 
Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfä-
higkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte 
Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je-
denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können ins-
besondere Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe-
nen Lohnstrukturerhebungen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).  
 
8.3.2 Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 70% in einer leidensadaptierten Tätigkeit hat 
die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Tabelle TA1, Privater Sektor Total, Kompetenzni-
veau 1, Spalte Frauen, der LSE 2016, ein Invalideneinkommen von Fr. 38’207.-- errechnet. 
Hinsichtlich der Ermittlung des Invalideneinkommens wendet die Beschwerdeführerin ein, dass 
hierfür nicht auf den Medianwert der LSE abgestellt werden könne, sondern dieses anhand des 
unteren Quartilbereichs zu bestimmen sei. Sie beruft sich hierbei auf das Gutachten "Nutzung 
der Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-
Rentenbemessung" des Büros für Arbeits- und Sozialpoltische Studien (BASS AG) vom 8. Ja-
nuar 2021 sowie das Rechtsgutachten "Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invali-
denversicherung" von THOMAS GÄCHTER, PHILIPP EGLI, MICHAEL E. MEIER und MARTINA FILIPPO. 
Hintergrund bilden dabei namentlich die aus der BASS-Studie gewonnenen Erkenntnisse, wo-
nach sowohl die Durchschnittslöhne (Mittelwert) als auch die Medianlöhne von Erwerbstätigen 
mit starken gesundheitlichen Einschränkungen ohne Invalidenrente im Vergleich zu den Löhnen 
von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen oft tiefer (rund 10%) ausfallen. Die Löhne von erwerb-
stätigen IV-Rentnerinnen und -Rentner fallen vergleichsweise noch tiefer aus. Diesbezüglich gilt 
es nun aber zu berücksichtigen, dass die Invaliditätsbemessung, wie sie von der Beschwerde-
führerin vorgeschlagen wird, nicht der aktuellen Rechtsprechung entspricht. Sodann fehlt es 
hinsichtlich der Lohneinbussen von gesundheitlich eingeschränkten Personen an verlässlichen 
statistischen Zahlen, um eine zuverlässige (direkte) Korrektur der Tabellenlöhne vorzunehmen. 
Hinzu kommt, dass die Löhne von gesundheitlich eingeschränkten Personen bereits in der LSE 
enthalten sind. Es ist nicht auszuschliessen, dass es infolge der Erkenntnisse aus der BASS-
Studie sowie angesichts der auf den 1. Januar 2022 in Kraft tretenden IV-Revision zu einer Än-
derung der Rechtsprechung kommen wird. Zum aktuellen Zeitpunkt besteht indessen kein An-
lass, einer allfälligen Änderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorzugreifen.  
 

 

 
 
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8.3.3 Was ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug anbelangt, so gilt es auf die restriktive 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verweisen, wonach unter dem Titel leidensbedingter 
Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
15. Juli 2020, 8C_151/2020, E. 6.2 mit Hinweis). Zu diskutieren wäre allenfalls, ob die Erkennt-
nisse aus der BASS-Studie ein gewichtiges Argument für die Berücksichtigung eines leidens-
bedingten Abzugs darstellen könnten. Aufgrund der vorstehend dargelegten Gründe, nament-
lich mangels verlässlicher statistischer Werte, findet sich für einen pauschalen Abzug in jedem 
Einzelfall jedenfalls keine Begründung. Für einen entsprechenden Abzug könnte im vorliegen-
den Fall möglicherweise sprechen, dass die Beschwerdeführerin die attestierte Restarbeitsfä-
higkeit von 70% nur noch in Form von leichten bis höchstens mittelschweren wechselbelasten-
den Tätigkeiten verwerten kann und daher fraglich erscheint, ob die Leistungseinschränkung 
von 30% ihren gesundheitlichen Einschränkungen bereits ausreichend Rechnung trägt. Wie es 
sich damit im Detail verhält, braucht letztlich aber nicht abschliessend beantwortet zu werden. 
Wie sogleich aufzuzeigen sein wird (vgl. E. 8.4 hiernach), würde vorliegend selbst bei einem 
verhältnismässig hohen leidensbedingten Abzug von 10-15% kein rentenbegründender Invalidi-
tätsgrad resultieren.  
 
8.4 Aus der Gegenüberstellung der in der Verfügung vom 11. Januar 2021 berücksichtig-
ten Vergleichseinkommen von Fr. 51'698.-- und Fr. 38'207.-- ergibt sich der von der Beschwer-
degegnerin ermittelte Invaliditätsgrad von 26%, was nach dem Dargelegten nicht zu beanstan-
den ist. Selbst unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15%, resultierte, bei 
sonst unveränderten Verhältnissen, ein Invaliditätsgrad von gerundet 37% (vgl. zur Rundungs-
praxis: BGE 130 V 121 ff.) und damit kein Anspruch auf eine Invalidenrente. 
 
9. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 11. Januar 2021 nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde somit abzuweisen. 
 
10. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Dem Ausgang des Verfahrens entspre-
chend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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