# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7402cf26-0947-5364-a120-3fb900848b99
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 26.11.2018 BK 2018 407
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2018-407_2018-11-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 18 407

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. November 2018

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Bratschi, Ober-
richterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Lauber 

Verfahrensbeteiligte unbekannte Täterschaft

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen eines aussergewöhnlichen Todesfalls

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Oberland vom 11. September 2018 (O 17 12625)

2

Erwägungen:

1. Am 31. Oktober 2017 verstarb C.________ sel. (nachfolgend: Verstorbener) im 
Inselspital Bern, nachdem er am 30. Oktober 2017 auf der Baustelle an der 
D.________(Adresse) im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als Gewächshaus-
monteur beim Aufbau eines Gewächshauses von einer Leiter ca. 5 m zu Boden 
gestürzt war und sich schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte. Die Regionale 
Staatsanwaltschaft (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eröffnete in der Folge zur 
Abklärung dieses aussergewöhnlichen Todesfalls eine Strafuntersuchung. Nach-
dem die Obduktion des Leichnams und diverse delegierte Einvernahmen durchge-
führt sowie verschiedene Berichte eingeholt worden waren, stellte die Staatsan-
waltschaft am 28. März 2018 das Strafverfahren betreffend den aussergewöhnli-
chen Todesfall ein. Auf Beschwerde von A.________ (nachfolgend: Beschwerde-
führerin) hin, erteilte die Generalstaatsanwaltschaft der Staatsanwaltschaft am 
7. Mai 2018 die Weisung, die Einstellungsverfügung aufzuheben und der Be-
schwerdeführerin eine Parteimitteilung gemäss Art. 318 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) zu eröffnen. Das Beschwerdeverfahren 
BK 18 147 wurde infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. Am 15. Mai 2018 
stellte die Staatsanwaltschaft der Beschwerdeführerin in Aussicht, das Verfahren 
erneut einzustellen und gewährte ihr Frist, Beweisanträge zu stellen. Die Be-
schwerdeführerin reichte am 28. Juni 2018 innert gewährter dreimaliger Fristerstre-
ckung folgende Beweisanträge ein: 
1. Es sei ein Gutachten zur Arbeitssicherheit der E.________(Unternehmung) in Auftrag zu geben. 
2. Eventualiter sei eine Fachperson der SUVA zum Thema Arbeitssicherheit einzuvernehmen.
3. Die SUVA-Akten der E.________(Unternehmung) sowie die SUVA-Akten des Verstorbenen sei-

en beizuziehen und zu den amtlichen Akten zu erkennen. 
4. Die E.________(Unternehmung) sei anzuweisen, das interne Konzept zum Thema Arbeitssi-

cherheit sowie Nachweise betreffend Schulungsdurchführung der internen Arbeitssicherheit oder 
Nachweise betreffend Absolvierung von externen Kursen in Bezug auf die Arbeitssicherheit ein-
zureichen. 

5. Es seien die Vorschriften der SUVA zum Thema Arbeitssicherheit beizuziehen und zu den amtli-
chen Akten zu erkennen. 

6. Die beiliegenden Fotos seien zu den Akten zu erkennen. 
7. Der Abteilung Verkehr, Umwelt und Prävention der Kapo Bern sei zu beauftragen, die Leiter, von 

der der Verstorbene abgestürzt ist, auf ihre Beschaffenheit hin zu untersuchen.
8. Eventualiter sei betreffend Zustand der Leiter Herr F.________ als Auskunftsperson einzuver-

nehmen.
9. Der Geschäftsführer und Herr G.________ von der H.________(Unternehmung) seien als Aus-

kunftspersonen einzuvernehmen. 

Am 13. August 2018 hiess die Staatsanwaltschaft den Beweisantrag Ziff. 6 gut und 
erkannte die eingereichten Fotos zu den Akten. Die weiteren Beweisanträge wur-
den abgewiesen. Mit Verfügung vom 11. September 2018 stellte die Staatsanwalt-
schaft das Strafverfahren betreffend aussergewöhnlichen Todesfall erneut ein. 
Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin am 24. September 2018 Beschwerde. 
Sie beantragte das Folgende: 
1. Die Einstellungsverfügung vom 11. September 2018 sei aufzuheben. 

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2. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das Verfahren O 17 12625 gegen unbekannte Täter-
schaft, evtl. gegen die E.________(Unternehmung) oder die H.________(Unternehmung) oder 
deren jeweilig intern verantwortliches Personal fortzuführen, die notwendigen Untersuchungs- 
und Verfahrenshandlungen, insbesondere die von der Beschwerdeführerin gestellten Beweisan-
träge unverzüglich vorzunehmen und das Verfahren rasch durch Anklage oder Strafbefehl zum 
Abschluss zu bringen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am 15. Oktober 2018 mit, dass die Staatsan-
waltschaft an der Einstellungsverfügung festhalte. Mit Replik vom 6. November 
2018 bestätigte die Beschwerdeführerin ihre bereits gestellten Anträge.

2. Einstellungsverfügungen können von den Parteien innert 10 Tagen bei der Be-
schwerdeinstanz angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 ff. StPO, 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerdeführerin ist als 
Witwe des Verstorbenen in dessen Verfahrensrechte eingetreten und hat sich im 
Straf- und Zivilpunkt als Privatkläger konstituiert. Durch die Konstituierung im Straf- 
und Zivilpunkt hat sie im vorliegenden Strafverfahren Parteistellung (Art. 121 Abs. 1 
i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO; MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 11 zu Art. 115 StPO; 
BGE 142 IV 82 E. 3.2). Sie ist durch die angefochtene Einstellungsverfügung zu-
dem unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur 
Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristge-
rechte Beschwerde ist einzutreten. 

3.

3.1 Die Staatsanwaltschaft begründet die Einstellung des Verfahrens damit, dass ins-
gesamt keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung vorlägen. Vielmehr erhelle aus 
dem Fachbericht der Fachstelle VU+P Umweltkriminalität und Arbeitssicherheit und 
den Ausführungen des Spezialisten der SUVA, dass der Verstorbene kumulativ 
mehrere absolut elementare Vorsichtsmassnahmen, u.a. im Bereich der Verwen-
dung von Leitern und persönlicher Schutzausrüstungen, missachtet habe und dies, 
obwohl die Mitarbeiter der E.________(Unternehmung) gemäss Angaben des Ge-
schäftsführers durch ihn persönlich bezüglich der Arbeitssicherheit (Einsatz von 
Arbeitsmitteln, persönliche Schutzausrüstung usw.) geschult würden. Ausserdem 
hätten alle Mitarbeiter, welche im Gewächshausbau tätig seien, den Kurs «Bedie-
nen von Hubarbeitsbühnen» besucht. Der Verstorbene habe diesen am 3. Mai 
2016 besucht. Im Kurs werde neben der Handhabung der Hubarbeitsbühne auch 
der Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung geschult. Die mit Verfügung vom 
13. August 2018 rechtskräftig abgewiesenen Beweisanträge der Beschwerdeführe-
rin würden teilweise darauf abzielen, allfällige Versäumnisse der Unternehmung 
betreffend Ausbildung in Sachen Arbeitssicherheit abzuklären. Solche würden in-
des, wenn sie denn überhaupt vorgelegen hätten, durch die Kausalität zwischen 
dem krassen Selbstverschulden des seit 30 Jahren im Gewächshausbau erfahre-

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nen Verstorbenen und seinem Unfalltod derart in den Hintergrund gedrängt, dass 
sie unerheblich erschienen und deren Abklärung daher überflüssig gewesen sei.

3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Staatsanwaltschaft habe sich mit den im 
Rahmen von Berufsunfällen zwingend zu stellenden Fragen nach allfälligen Garan-
tenstellungen der Arbeitgeberin oder der Werkbestellerin und nach allfälligem 
pflichtwidrigem Unterlassen im Rahmen der Arbeitssicherheit gar nicht erst ausein-
andergesetzt. Dies obwohl sich aus den Aussagen der befragten Personen über-
einstimmende Hinweise darauf ergeben würden, dass sowohl die Arbeitgeberin als 
auch die Werkbestellerin gewusst hätten oder zumindest hätten wissen müssen, 
dass die Sicherheitsvorschriften systematisch verletzt worden seien und dass sie 
dies zugunsten von betrieblichen Überlegungen (Zeitplan einhalten) mindestens 
konkludent geduldet hätten. Die Staatsanwaltschaft erwähne mit keinem Wort die 
vorliegend relevanten Bestimmungen. Die Vorschriften der Bauarbeitenverordnung 
und der Verordnung über die Unfallverhütung müssten auch vom Arbeitgeber resp. 
den übrigen am fraglichen Bauvorhaben mitwirkenden Personen beachtet werden. 
Der Arbeitgeber habe vom Arbeitnehmer die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften 
zu verlangen und dies in angemessener Weise zu kontrollieren und nötigenfalls 
durchzusetzen. Die Absolvierung eines Kurses oder die Tatsache, dass dem Ver-
storbenen wegen seiner langjährigen Berufserfahrung die Sicherheitsvorschriften 
hätten bekannt sein müssen, entbinde die Arbeitgeberin nicht von weiteren Über-
wachungs- und Kontrollpflichten. Ob die für die betreffende Baustelle verantwortli-
chen Unternehmungen die massgebenden Bestimmungen eingehalten hätten und 
den sich daraus ergebenden Sorgfaltspflichten nachgekommen seien, sei völlig un-
klar, weil dies nicht untersucht worden sei. Es gehe nicht an, die Verantwortung für 
den Unfall mit Hinweis auf den Fachbericht der Fachstelle VU+P Umweltkriminalität 
und Arbeitssicherheit ausschliesslich auf den Verstorbenen abzuwälzen und dabei 
diejenigen Normen, die von der Arbeitgeberin resp. von den anderen für die Bau-
stelle zuständigen Personen zu befolgen seien, gänzlich ausser Acht zu lassen. 
Dadurch, dass der Arbeitgeber des Verstorbenen die notwendigen Massnahmen 
zur Unfallverhütung und Arbeitssicherheit nicht getroffen habe, obwohl er dazu 
gemäss den massgebenden Normen verpflichtet gewesen sei, habe er seine Sorg-
faltspflichten verletzt. Gleiches gelte für die Werkbestellerin. Durch die Vornahme 
der entsprechenden Massnahmen zur Unfallverhütung und Arbeitssicherheit wäre 
die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes deutlich verringert worden. Das Unterbleiben 
der entsprechenden Massnahmen sei mithin unfallursächlich gewesen. Die Staats-
anwaltschaft habe Bundesrecht verletzt, indem sie die sich stellenden rechtlichen 
Fragen übergangen habe. Sie habe den Sachverhalt unvollständig abgeklärt. Dies 
sei nachzuholen. Zudem verletzte die Staatsanwaltschaft den Grundsatz «in dubio 
pro duriore», wenn sie von einem klaren Fall von Straflosigkeit ausgehe. Die Frage, 
ob ein derart schweres Selbstverschulden vorgelegen habe, dass jegliches Dritt-
verschulden ausschliessen würde, beinhalte eine nicht unerhebliche Wertungs-
komponente und könne gestützt auf den aktuellen Stand der Abklärungen nicht 
zweifellos beantwortet werden. 

3.3 Die Generalstaatsanwaltschaft verweist auf die interne Stellungnahme der Staats-
anwaltschaft. Diese betont ergänzend, dass den seit 30 Jahren in dieser Branche 
tätigen Verstorbenen nicht nur irgendein Selbstverschulden an seinem Unfalltod 

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treffe, sondern, dass er dreifach in krasser Weise grundlegendsten Sicherheitsvor-
schriften zuwider gehandelt habe. Er habe etwa die 5 m hohe Leiter auf den obers-
ten drei Streben/Stufen betreten. Jeder Laie wisse, dass man das nicht dürfe. Die 
im Urteil des Bundesgerichts 6B_1016/2017 erörterte Pflicht des Arbeitgebers, die 
angeordneten Vorsichtsmassnahmen zu überprüfen und nötigenfalls durchzuset-
zen, müsse dort ihre Grenze haben, wo wider jeden gesunden Menschenverstand 
gehandelt werde. Aus Gründen der Prozessökonomie gehe es nicht an, Tatsachen 
abzuklären, die selbst wenn sie gegeben wären, keinen Einfluss auf das Ergebnis 
hätten, weil eben vorliegend durch das katastrophale Verhalten des Verstorbenen 
so oder anders die Kausalität zwischen eventuellen marginalen Fehlern bei der 
Überwachung und Durchsetzung von Sicherheitsvorschriften (Kurse betreffend Ar-
beitssicherheit habe der Verstorbene ja bestanden) und dem Unfalltod unterbro-
chen wäre.

4.

4.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. a StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Einstellung 
des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt. 
Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz 
«in dubio pro duriore» zu richten. Dieser ergibt sich aus dem Legalitätsprinzip und 
verlangt, dass das Verfahren im Zweifel seinen Fortgang nimmt. Anklage muss er-
hoben werden, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher ist als ein Freispruch. Ist 
ein Freispruch gleich wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Re-
gel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 
86 E. 4.1.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_918/2014 vom 2. April 2015 E. 2.1.1). 
Bei der Prüfung der Frage, ob nach der Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, 
darf und muss die Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen (vgl. Beschluss des 
Obergerichts des Kantons Bern BK 17 404 vom 29. Januar 2018 E. 4.1 mit Hin-
weis). 

Die Erledigung des Verfahrens setzt voraus, dass ein entscheidungsreifes bzw. 
spruchreifes Beweisergebnis vorliegt und das Vorverfahren abgeschlossen werden 
kann. Weist die Untersuchung wesentliche Lücken auf und bleiben daher Fragen 
offen, deren Beantwortung für einen Freispruch oder einen Schuldspruch der be-
schuldigten Person wesentlich sein können, ist eine Einstellungsverfügung aufzu-
heben und die Strafsache in die Untersuchung zurückzuweisen (LANDSHUT, in: 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 2 zu 
Art. 319 StPO mit Hinweisen). 

4.2 Der fahrlässigen Tötung macht sich nach Art. 117 des Schweizerischen Strafge-
setzbuches (StGB; SR 311.0) strafbar, wer fahrlässig den Tod eines Menschen 
verursacht. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folgen sei-
nes Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht 
Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht 
nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Ver-
hältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). 

Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung setzt voraus, dass der Täter den Er-
folg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Dies ist der Fall, wenn 

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der Täter im Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse die 
Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen, und 
wenn er zugleich die Grenze des erlaubten Risikos überschritten hat (BGE 143 IV 
138 E. 2.1; 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). Grundvoraussetzung für das Bestehen 
einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die 
Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe 
müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen 
voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der 
Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bzw. erkennen können und müssen. 
Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss 
das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 
Erfahrung des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder 
mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz 
aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- 
oder Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht 
gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als 
wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolges erscheinen und so alle 
anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten des 
Angeschuldigten - in den Hintergrund drängen. Damit der Eintritt des Erfolgs auf 
das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzuführen ist, wird weiter 
vorausgesetzt, dass der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer 
Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten 
des Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit Ursache des 
Erfolgs bildete (vgl. zum Ganzen: BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen).

Ein fahrlässiges Erfolgsdelikt kann ferner durch pflichtwidriges Unterlassen (Art. 11 
StGB) verübt werden. Voraussetzung ist eine Rechtspflicht zur Vornahme der 
unterlassenen Handlung (Garantenstellung) sowie die Möglichkeit, diese Handlung 
vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 6B_287/2014 vom 30. März 2015 E. 2.1 
mit Hinweisen). Eine Garantenstellung kann sich insbesondere aus dem 
Arbeitsverhältnis (Art. 328 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Obligationenrecht 
[OR; SR 220], Art. 82 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
[UVG; SR 832.20]; Urteil des Bundesgerichts 6S.447/2003 vom 1. April 2014 E. 
3.1 mit Hinweisen) oder aus der Baustellenverantwortung (Ingerenz; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_342/2012 vom 8. Januar 2013 E. 2.5) ergeben. Bei einem Un-
terlassungsdelikt ist der hypothetische Kausalzusammenhang zwischen Unterlas-
sung und Erfolg anzunehmen, wenn bei Vornahme der gebotenen Handlung der 
Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 3.1).

Das Mass der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der 
Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten 
gebieten, in erster Linie nach diesen Vorschriften. Erst wenn solche fehlen, kann 
auf die Regeln privater oder halbprivater Vereinigungen oder auf allgemeine 
Rechtsgrundsätze, wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz, abgestellt werden 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 3.1 mit 
Hinweisen).

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4.3 Für die auf dem Bau zu beachtenden Sicherheitsvorschriften sind insbesondere die 
Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen 
und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (BauAV; SR 832.311.141) sowie die 
Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 
832.30) massgebend. Art. 3 Abs. 1 BauAV schreibt vor, das Bauarbeiten so 
geplant werden müssen, dass das Risiko von Berufsunfällen, Berufskrankheiten 
oder Gesundheitsbeeinträchtigungen möglichst klein und die notwendigen 
Sicherheitsmassnahmen, namentlich die Verwendung von Arbeitsmitteln, 
eingehalten werden können. Der Arbeitgeber, der sich im Rahmen eines 
Werkvertrags als Unternehmer zur Ausführung von Bauarbeiten verpflichten will, 
hat vor dem Vertragsabschluss zu prüfen, welche Massnahmen notwendig sind, 
um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Ausführung seiner 
Arbeiten zu gewährleisten (Art. 3 Abs. 2 BauAV). Wer durch sein Verhalten oder 
seinen Zustand sich selbst oder andere gefährdet, ist gemäss Art. 4 Abs. 2 BauAV 
von der Baustelle wegzuweisen. Gemäss Art. 6 Abs. 1 VUV sorgt der Arbeitgeber 
dafür, dass alle in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer, ausreichend und 
angemessen informiert und angeleitet werden über die bei ihren Tätigkeiten 
auftretenden Gefahren sowie über die Massnahmen der Arbeitssicherheit. Diese 
Informationen und Anleitungen haben im Zeitpunkt des Stellenantritts und bei jeder 
wesentlichen Änderung der Arbeitsbedingungen zu erfolgen und sind nötigenfalls 
zu wiederholen. Der Arbeitgeber sorgt dafür, dass die Arbeitnehmer die 
Massnahmen der Arbeitssicherheit einhalten (Art. 6 Abs. 3 VUV). Hat der 
Arbeitgeber einen Arbeitnehmer mit bestimmten Aufgaben der Arbeitssicherheit 
betraut, so muss er ihn in zweckmässiger Weise aus- und weiterbilden und ihm 
klare Weisungen und Kompetenzen erteilen (Art. 7 Abs. 1 VUV). Die Übertragung 
solcher Aufgaben an einen Arbeitnehmer entbinden den Arbeitgeber nicht von 
seinen Verpflichtungen der Arbeitssicherheit (Art. 7 Abs. 2 VUV). Sind an einem 
Arbeitsplatz Arbeitnehmer mehrerer Betriebe tätig, so haben deren Arbeitgeber die 
zur Wahrung der Arbeitssicherheit erforderlichen Absprachen zu treffen und die 
notwendigen Massnahmen anzuordnen. Sie haben sich gegenseitig und ihre 
jeweiligen Arbeitnehmer über die Gefahren und die Massnahmen zu deren 
Behebung zu informieren (Art. 9 Abs. 1 VUV). 

5. Die Staatsanwaltschaft stützt sich in der Einstellungsverfügung massgeblich auf 
den Berichtsrapport der Fachstelle Verkehr, Umwelt und Prävention (VU+P) Um-
weltkriminalität/Arbeitssicherheit der Kantonspolizei Bern vom 8. Januar 2018. In 
diesem wurde unter den Titeln «Unfallursache» und «Schlussbemerkungen» Fol-
gendes ausgeführt: 
C.________ stand zum Zeitpunkt des Unfalles auf einer von ihm an der Metallkonstruktion angestell-
ten Leiter. Der gewählte Anstellpunkt an einem Metallpfosten kann nicht als sicher betrachtet werden. 
Er stand kurz vor dem Unfall auf der zweitobersten Sprosse der Leiter und wollte am Querträger ein 
Loch bohren. Die drei obersten Sprossen dürfen nicht betreten werden. Das mitgeführte Werkzeug 
hielt er in den Händen, obwohl eine Werkzeugtasche vorgeschrieben ist. Ob er sich so mit beiden 
Händen an den Sprossen halten konnte, ist fraglich. Ob er über die Leiter hinausgelehnt ist oder so-
gar mit einem Fuss auf die Metallträger gestanden ist, kann niemand sagen. Tatsache ist, dass er 

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nicht gesichert war. Es braucht aber eine Absturzsicherung beim Arbeiten auf Leitern ab einer Stand-
höhe ab 3 Metern.
C.________ war auf dieser Baustelle der Baustellenleiter. Er war bei seiner Tätigkeit auf einer Leiter 
nicht gesichert. Wie aus den Aussagen der Mitarbeiter hervorgeht, hat er die Vorschriften bezüglich 
Arbeitssicherheit selber nicht eingehalten und hat auch seine Mitarbeiter gewähren lassen. Der Ar-
beitgeber, Herr I.________, hat die nötigen Arbeitsmittel und PSA [persönlichen Schutzausrüstungen] 
zur Verfügung gestellt. Er hat die Leitung der Arbeiten einem Mitarbeiter überlassen, welcher eine 30-
jährige Berufserfahrung mitbringt. Eine Dritteinwirkung kann ausgeschlossen werden. Es muss von 
einem Fehlverhalten von C.________ ausgegangen werden.

Gestützt auf diesen Fachbericht gelangt die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass 
der Verstorbene kumulativ mehrere absolut elementare Vorsichtsmassnahmen 
missachtet habe. Durch die Kausalität zwischen diesem krassen 
Selbstverschuldens des seit 30 Jahren erfahrenen Verstorbenen und dem Unfalltod 
würden allfällige Versäumnisse des Arbeitgebers betreffend Ausbildung in Sachen 
Arbeitssicherheit im Gewächshausbau derart in den Hintergrund gedrängt, dass 
eine Abklärung dieser – wenn sie überhaupt vorgelegen haben – überflüssig sei. 
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden; sie greift zu kurz. 

Es mag sein, dass der Verstorbene beim Vorfall vom 30. Oktober 2017 offenbar 
selbst elementare Sicherheitsvorschriften missachtet hat (vgl. den Fachbericht der 
Fachstelle VU+P Umweltkriminalität/Arbeitssicherheit der Kantonspolizei Bern vom 
8. Januar 2018, S. 5 f.). Dies bedeutet indes nicht unweigerlich, dass aufgrund 
dessen eine allfällige Sorgfaltspflichtverletzung des Arbeitgebers oder des 
Werkbestellers durch zumindest konkludentes Dulden der Verletzungen der 
Sicherheitsvorschriften nicht näher abgeklärt werden muss. Die Staatsanwaltschaft 
lässt ausser Acht, dass es sich vorliegend um einen Arbeitsunfall handelt und den 
Arbeitgeber verschiedene Pflichten, insbesondere Überwachungs- und 
Kontrollpflichten, treffen. Die Pflichten zum Schutze der Arbeitnehmer am 
Arbeitsplatz bzw. zur Unfallverhütung ergeben sich u.a. aus Art. 328 Abs. 2 OR, 
Art. 82 UVG sowie der VUV. Zu den Pflichten des Arbeitgebers gehört, dass er 
vom Arbeitnehmer die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften verlangt und dies in 
angemessener Weise kontrolliert und notfalls durchsetzt (Art. 6 VUV; vgl. zu den 
weiteren umfassenden Überwachungs- und Kontrollpflichten des Arbeitgebers, E. 
4.3 hiervor). Selbst wenn ein Arbeitnehmer seine Tätigkeit relativ autonom ausübt, 
entbindet dies den Arbeitgeber nicht von sämtlichen Pflichten (vgl. Art. 7 Abs. 2 
VUV; vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_1016/2017 vom 9. Mai 2018 
E. 2.4, welches entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft mit dem 
vorliegenden Fall vergleichbar ist). 

Ob die Vorschriften zur Arbeitssicherheit (inkl. Überprüfung und Durchsetzung) von 
der Arbeitgeberin des Verstorbenen, E.________(Unternehmung), bzw. der 
Werkbestellerin, H.________(Unternehmung), (oder deren gemäss interner 
Organisation verantwortlichem Personen) eingehalten wurden und diese demnach 
ihren Sorgfaltspflichten nachgekommen sind, wurde von der Staatsanwaltschaft 
nicht abgeklärt. Dies, obwohl Hinweise dafür vorliegen, dass die notwendigen 
Unfallverhütungsmassnahmen von der Arbeitgeberin resp. der Werkbestellerin 
allenfalls nicht getroffen bzw. nicht durchgesetzt wurden. Wie die 

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Beschwerdeführerin zu Recht vorgebracht hat, ergeben sich aus den Aussagen der 
am Unfalltag anwesenden befragten Arbeitnehmer sowie des Geschäftsführers 
I.________ selbst Hinweise darauf, dass sowohl die Arbeitgeberin als auch die 
Werkbestellerin gewusst haben oder zumindest hätten wissen müssen, dass die 
Sicherheitsvorschriften von den Arbeitnehmern und insbesondere dem 
Verstorbenen systematisch – und nicht nur am Unfalltag – verletzt worden sind und 
dass diese Verletzungen offenbar zumindest konkludent geduldet wurden. 
F.________, Mitarbeiter der E.________(Unternehmung), sagte an der delegierten 
Einvernahme vom 7. November 2017 aus, dass er keine persönliche 
Sicherheitsausrüstung gehabt habe und die Sicherheitsausrüstung auch noch nie 
jemand getragen habe, seit er dort arbeite. Er habe die lebensgefährlichen 
Zustände früher schon dem Arbeitgeber gemeldet. Weil er reklamiert habe, habe er 
14 Tage zu Hause bleiben müssen und kein Geld verdient. Der Verstorbene habe 
wiederholt und auch früher schon die Arbeitssicherheit missachtet. Dies habe die 
Arbeitgeber gewusst, indes nichts dagegen unternommen. Als er [F.________] 
einmal interveniert habe, habe I.________ gesagt, «das sei einfach der 
C.________». J.________, Mitarbeiter der H.________(Unternehmung), gab 
anlässlich der delegierten Einvernahme vom 17. November 2017 an, beim 
Aufstellen des Gewächshauses sei niemand gesichert gewesen. Ein «Gstältli» oder 
ein Helm sei von niemandem getragen worden. I.________ habe gewusst, wie 
seine Angestellten gearbeitet hätten. Wenn er vor Ort gekommen sei, habe er 
gesehen, wie sie gearbeitet hätten. Er habe niemandem etwas dazu gesagt. 
Gemäss J.________ seien das so keine Umstände zum Arbeiten. Die «Gstältli» 
sowie weitere Schutzausrüstungen sollten getragen werden und man sollte sich 
sichern. K.________, Mitarbeiter der H.________(Unternehmung), führte am 1. 
November 2017 aus, dass er nie gesehen habe, wie sich der Verstorbene gesichert 
habe. Die Arbeitssicherheit sei immer wieder ein Thema gewesen. Aber der 
Verstorbene sei nie direkt darauf angesprochen worden. Bei der heutigen 
Baubegehung habe sich der Geschäftsführer, Herr I.________, diesbezüglich auch 
geäussert. Er habe gesagt, dass die Arbeitssicherheit bei ihnen immer wieder 
einmal ein Thema gewesen sei. Dass der Verstorbene die Arbeitssicherheit 
vernachlässigt habe, sei allgemein bekannt gewesen. I.________, Geschäftsführer 
der E.________(Unternehmung), sagte anlässlich der delegierten Einvernahme 
vom 21. November 2017 aus, dass der Verstorbene bereits vor zwei Jahren einmal 
von einer Leiter gefallen sei und sich solch ein Vorfall nicht hätte wiederholen 
dürfen. Er war sich demnach vor dem Unfall der Problematik der verletzten 
Sicherheitsbestimmungen offenbar bewusst. Zudem sagte er weiter aus, dass er 
mindestens einmal pro Woche auf der Baustelle gewesen sei. Er hat sich folglich 
davon ein entsprechendes Bild machen können. Gemäss I.________ habe er nie 
jemanden mit Schutzausrüstung gesehen. 

Die Beschwerdeführerin reichte weiter Fotos der mutmasslichen Unfallbaustelle 
ein, aus welchen ersichtlich ist, dass elementare Sicherheitsvorschriften missachtet 
wurden. So wurde auf den Fotos von den Arbeitnehmern etwa weder ein Helm 
noch ein «Gstältli» getragen. Ferner ist den bislang vorliegenden SUVA-Akten zu 
entnehmen, dass dem Unfallversicherer immer wieder Schadenfälle des 
Verstorbenen im Zusammenhang mit dem Umgang mit Leitern gemeldet wurden. 

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Allein in den letzten zwei Jahren sind der SUVA drei Schadenfälle gemeldet 
worden, bei denen der Verstorbene von der Leiter gestürzt ist. 

Bei dieser Ausgangslange geht es nicht an, das vorliegende Strafverfahren wegen 
aussergewöhnlichem Todesfall mit dem blossen Hinweis auf den Berichtsrapport 
der Fachstelle VU+P Umweltkriminalität/Arbeitssicherheit einzustellen. Der 
Sachverhalt bedarf vertiefter Abklärung. Anders als es die Staatsanwaltschaft 
vorbringt, kann vorliegend nicht von vornherein von einem derart krassen 
Selbstverschulden des Verstorbenen ausgegangen werden, als dass dieses die 
Adäquanz zwischen dem Unfall und einer allfälligen Sorgfaltspflichtverletzung des 
Arbeitgebers resp. des Werkbestellers zweifellos unterbrechen würde und eine 
Abklärung einer allfälligen Sorgfaltspflichtverletzung durch den Arbeitgeber oder 
den Werkbesteller obsolet wäre. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz 
aussergewöhnliche Umstände als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin 
nicht gerechnet werden musste (vgl. E. 4.2 hiervor; vgl. ebenso BGE 134 IV 255 E. 
4.4.2, wonach eine Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
gegeben ist, wenn eine andere, für den zu prüfenden Fall eigentümlich wirkende 
Ursache einen ganz aussergewöhnlichen Umstand darstellt oder derart 
aussergewöhnlich ist, dass man sie nicht hätte erwarten müssen). Ein solcher Fall 
liegt hier offensichtlich nicht vor, zumal Hinweise darauf vorliegen, dass der 
Geschäftsführer I.________ bereits vor dem Unfall von der systematischen 
Missachtung der Sicherheitsvorschriften auf der Baustelle und insbesondere durch 
den Verstorbenen gewusst hat und offenbar nichts unternahm. Ausserdem kann 
derzeit mangels entsprechender Abklärungen nicht ohne weiteres davon 
ausgegangen werden, dass der Arbeitgeber lediglich marginale Fehler bei der 
Überwachung und Durchsetzung der Sicherheitsvorschriften begangen hat.

Die Beschwerdekammer in Strafsachen kann beim derzeit vorliegenden 
Beweisergebnis nicht beurteilen, ob die Arbeitgeberin oder die Werkbestellerin 
resp. die in der Unternehmung zuständigen Personen allenfalls eine 
Sorgfaltspflichtverletzung (Unterlassen der notwendigen Massnahmen und 
Kontrollen/Durchsetzung zur Unfallverhütung und Arbeitssicherheit) in Bezug auf 
den Unfall vom 30. Oktober 2017 und den Tod von C.________ sel. trifft. Es sind 
noch nicht alle zur Beurteilung des Sachverhalts notwendigen Abklärungen getätigt 
worden. Es muss untersucht werden, ob der Arbeitgeber und der Werkbesteller 
den massgebenden Bestimmungen zur Vermeidung von Berufsunfällen (vgl. E. 4.3 
hiervor) nachgekommen sind. Derzeit ist unklar, wie der Arbeitgeber die Überwa-
chungs- und Kontrollpflichten wahrgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft hat 
hierzu keine Feststellungen gemacht. Es steht lediglich fest, dass der Verstorbene 
offenbar am 3. Mai 2016 den Kurs «Bedienen von Hubarbeitsbühnen» – wie lange 
dieser dauerte ist unklar – besucht hat. Ob dieser zur Vermeidung von Berufsunfäl-
len ausreicht resp. damit das Wissen des Verstorbenen um die Sicherheitsanwei-
sungen auf den neuesten Stand gebracht wurde, ist ungewiss. Allein aufgrund der 
Berufserfahrung kann nicht darauf geschlossen werden, dass dem Verstorbenen 
die Sicherheitsanweisungen bekannt waren. Die Staatsanwaltschaft machte auch 
keine Feststellungen dazu, ob das Thema Arbeitssicherheit und der korrekte Um-
gang mit einer Leiter auf der Baustelle angesprochen und kontrolliert wurde und 
wie auf die vermehrten Unfälle des Verstorbenen mit Leitern reagiert wurde. Der 

11

Geschäftsführer der E.________(Unternehmung), I.________, wurde zudem 
bislang noch nicht mit den Aussagen der Arbeitnehmer, wonach die 
Sicherheitsvorschriften auf der Baustelle systematisch missachtet wurden und 
I.________ davon gewusst und nie interveniert habe, konfrontiert. Ferner gibt es 
Hinweise, dass G.________ von der Werkbestellerin H.________(Unternehmung) 
direkt nach dem Absturz des Verstorbenen und noch vor Eintreffen der Polizei den 
Mitarbeitern Anweisungen gegeben hat, welche Aussagen sie gegenüber der 
Polizei machen sollen (vgl. delegierte Einvernahme von F.________ vom 7. 
November 2017, Z. 26 ff., 63 f.; delegierte Einvernahme von J.________ vom 17. 
November 2017, Z. 140 ff., 148 f.; delegierte Einvernahme K.________ vom 16. 
November 2017, Z. 101 ff.). Auch insoweit drängen sich weitere Abklärungen auf. 

6. Nach dem Gesagten dringt die Beschwerdeführerin demnach mit ihrer Beschwerde 
gegen die Einstellungsverfügung durch. Die bisherigen Ermittlungen im Strafverfah-
ren betreffend den aussergewöhnlichen Todesfall von C.________ sel. sind zurzeit 
als ungenügend zu erachten. Das Strafverfahren kann zum heutigen Zeitpunkt 
nicht eingestellt legen. Es liegt mindestens derzeit aufgrund des noch nicht spruch-
reifen Beweisergebnisses kein Einstellungsgrund im Sinne von Art. 319 StPO vor. 
Es muss vorab unter Einbezug der Beschwerdeführerin und erneuter Prüfung der 
Beweisanträge der Beschwerdeführerin abgeklärt werden, ob der Arbeitgeber resp. 
der Werkbesteller die notwendigen Sicherheitsmassnahmen zur Vermeidung von 
Berufsunfällen veranlasst hat und sie ihren Pflichten, die angeordneten Vorsichts-
massnahmen zu überprüfen und nötigenfalls durchzusetzen, hinreichend nachge-
kommen sind. Hierzu erscheint insbesondere der Beizug der SUVA-Akten der 
E.________(Unternehmung) und des Verstorbenen sowie die (erneute) Befragung 
von I.________ und G.________ angezeigt. Die Beschwerde ist gutzuheissen und 
die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. September 2018 aufzuheben. Die 
Staatsanwaltschaft wird angewiesen, die Strafuntersuchung betreffend den aus-
sergewöhnlichen Todesfall von C.________ sel. im Sinne der Erwägungen fortzu-
führen. 

Falls sich nach den ergänzenden Untersuchungshandlungen betreffend die Frage, 
ob der Arbeitgeber resp. der Werkbesteller die notwendigen Unfallverhütungs-
massnahmen getroffen und genügend durchgesetzt haben, kein Tatverdacht erhär-
tet, insbesondere weil sich ergibt, dass der Arbeitgeber bzw. Werkbesteller ihren 
Sorgfaltspflichten den Umständen entsprechend nachgekommen sind und die ge-
troffenen Sicherheitsmassnahmen ausreichend waren, wird die Staatsanwaltschaft 
abermals eine Verfahrenseinstellung zu erwägen haben. Andernfalls wird sie einen 
Strafbefehl erlassen resp. gegebenenfalls Anklage beim zuständigen Gericht erhe-
ben müssen (vgl. E. 4.1 hiervor).

7.

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton Bern die Verfahrenskosten, 
bestimmt auf CHF 2‘000.00. 

7.2 Die Beschwerdeführerin hat zudem Anspruch auf eine Entschädigung für ihre Auf-
wendungen im Beschwerdeverfahren (Art. 436 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO 

12

[analog]). Diese wird gestützt auf die eingereichte Kostennote auf CHF 2‘473.20 
bestimmt. 

13

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Oberland vom 11. September 2018 (O 17 12 625) wird aufgehoben. 

Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland wird angewiesen, die Strafuntersuchung 
betreffend den aussergewöhnlichen Todesfall von C.________ sel. im Sinne der Er-
wägungen fortzuführen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2‘000.00, trägt der Kanton 
Bern. 

3. Der Kanton Bern hat der Beschwerdeführerin für ihre Aufwendungen im Beschwerde-
verfahren eine Entschädigung von CHF 2‘473.20 (inkl. Auslagen und MWST) zu be-
zahlen. 

4. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland, Staatsanwalt L.________ (mit den 

Akten)

Bern, 26. November 2018 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.