# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a666624-c31e-559b-bc1d-28d092742f97
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2025 D-7171/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7171-2024_2025-05-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7171/2024 

 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Deborah D'Aveni, Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

(…) 

Beschwerdeführer 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer 

Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 7. Oktober 2024 / N (…). 

 

 

 

D-7171/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, suchte 

am 6. September 2024 in der Schweiz um Asyl nach. Am 26. September 

2024 bevollmächtigte er die ihm zugewiesene Rechtsvertretung. 

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Zentral-

einheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 2. Februar 2018 in 

Griechenland daktyloskopisch registriert worden war und ebendort am glei-

chen Tag ein Asylgesuch eingereicht hatte. Des Weiteren war er am 

17. September 2021 in B._______ registriert worden und hatte dort am 

gleichen Tag um Asyl nachgesucht. 

A.c Das SEM stellte am 27. September 2024 gestützt auf Art. 34 der Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO), ein 

Informationsersuchen an die (…) Behörden und ersuchte sie um Beant-

wortung mehrerer Fragen. 

A.d Am 30. September 2024 nahm das SEM die Personalien des Be-

schwerdeführers auf (Zemis-Direkterfassung). 

A.e Das SEM führte mit dem Beschwerdeführer am 3. Oktober 2024 ein 

persönliches Gespräch gemäss Art. 5 Dublin-III-VO durch. Dabei erklärte 

er, er sei im Jahr 2017 in Griechenland angekommen und habe dort Asyl 

erhalten. Er habe auf einen Familiennachzug gewartet, den die griechi-

schen Behörden ihm versprochen hätten. Da sie ihr Versprechen nicht ein-

gehalten hätten, sei er nach C._______ und B._______ gegangen. Er habe 

die (…) Behörden darüber informiert, was in Griechenland passiert sei. 

Diese hätten ihn nach einigen Monaten nach Griechenland weggewiesen. 

Anschliessend sei er für einige Zeit in Griechenland geblieben und An-

fang 2024 nach Afghanistan zurückgekehrt. Am 9. September 2024 sei er 

wieder in Griechenland eingereist und danach sei er in die Schweiz gekom-

men. Hier lebe seine Tochter D._______. Er wolle nicht nach Griechenland 

zurückkehren, da die griechischen Behörden ihn bezüglich des Familien-

nachzugs angelogen hätten. Als er einen Anfall bekommen habe, sei er 

nicht richtig behandelt worden. Er habe auch öfter Probleme wegen der 

Nichtverfügbarkeit von Dolmetschern gehabt. Auf Nachfrage sagte er, 

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gesundheitlich gehe es ihm gut. Ab und zu leide er unter (…). Von einem 

afghanischen und einem griechischen Arzt habe er einen (…) erhalten, den 

er benutzen solle, bis er zu einem anderen Arzt gehen könne. Er sei einmal 

angeschossen worden und habe noch Splitter im Körper. Die Ärzte hätten 

gemeint, es sei besser, diese nicht heraus zu operieren. 

A.f Mit Eingabe vom 7. Oktober 2024 teilte die Rechtsvertretung dem SEM 

namens des Beschwerdeführers mit, dieser habe sich in Afghanistan im 

August 2024 eine «National Identity Card» ausstellen lassen. Als Ausstel-

lungsdatum sei auf der Rückseite der 26. August 2024 angegeben. In Af-

ghanistan habe er medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Betref-

fend eine etwaige Wegweisung nach Griechenland müsse festgehalten 

werden, dass das Aufenthaltsrecht in Griechenland aufgrund des erneuten 

Aufenthalts in Afghanistan erloschen sei und eine Wegweisung dorthin 

nicht erfolgen könne. 

In der Beilage befanden sich eine Fotokopie der Vorder- und Rückseite der 

Identitätskarte, eine am 15. April 2024 ausgestellte Arztrechnung, eine Be-

stätigung, dass diese am 17. April 2024 bezahlt wurde und eine Patienten-

karte. 

A.g Am 10. Oktober 2024 gab der Beschwerdeführer beim SEM das Origi-

nal seiner Identitätskarte ab. 

A.h Das SEM ersuchte die (…) Behörden am 11. Oktober 2024 gestützt 

auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO um die Rückübernahme des Be-

schwerdeführers. 

A.i Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und 

Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-

staatsangehöriger (Rückführungsrichtlinie) und das Abkommen vom 

28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Re-

gierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen 

mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729) ersuchte das SEM die grie-

chischen Behörden am 11. Oktober 2024 um die Rückübernahme des Be-

schwerdeführers. 

A.j Die (…) Behörden lehnten das Gesuch um Rückübernahme des Be-

schwerdeführers am 16. Oktober 2024 ab. 

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A.k Am 19. Oktober 2024 stimmten die griechischen Behörden einer Rück-

übernahme des Beschwerdeführers zu. Sie bestätigten, dass er am 2. Juli 

2018 von Griechenland als Flüchtling anerkannt worden sei. 

A.l Mit Schreiben vom 24. Oktober 2024 teilten die (…) Behörden mit, dass 

der Beschwerdeführer bei der Asylgesuchstellung eine gültige griechische 

Identitätskarte und ein gültiges Reisedokument vorgelegt habe. Am 27. Ap-

ril 2021 (recte: 2022) sei er nach Griechenland überstellt worden. Seither 

habe er keinen Kontakt mit den (…) Behörden aufgenommen. Er habe an-

gegeben, dass in C._______ ein Onkel lebe. 

A.m Das SEM teilte dem Beschwerdeführer am 28. Oktober 2024 mit, es 

beabsichtige, auf sein Asylgesuch nicht einzutreten und ihn nach Griechen-

land wegzuweisen. Zur Einreichung einer Stellungnahme setzte es ihm 

Frist bis zum 4. November 2024. 

A.n Am 1. November 2024 reichte die Rechtsvertretung des Beschwerde-

führers eine Stellungnahme ein. Dieser lag eine Kopie der Schweizer Auf-

enthaltsbewilligung Typ B der Tochter des Beschwerdeführers bei. 

A.o Das SEM erkundigte sich am 4. November 2024 bei der Pflege des 

Bundesasylzentrums E._______ nach dem Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers. Dieses antwortete gleichentags, dass er eine (…) durch 

(…) vor über (…) Jahren habe. Er habe Medikamente für (…), die er stän-

dig einnehmen müsse. Seit die Behandlung auf eine (…) angepasst wor-

den sei, habe er nicht mehr so viel (…). Da (…) eine nicht heilbare Krank-

heit sei, habe er eine leichte körperliche Einschränkung. Er könne den 

Alltag gut bewältigen, aber keine körperlichen Anstrengungen erbringen. 

Sein Herz sei nicht beeinträchtigt. 

Der Antwort lagen ein medizinisches Datenblatt für interne Arztbesuche 

vom 8. Oktober 2024 und ein radiologischer Bericht von (…) vom 26. Sep-

tember 2024 bei. 

A.p Am 5. November 2024 übermittelte das SEM der Rechtsvertretung ei-

nen Entscheidentwurf zur Stellungnahme. Diese reichte gleichentags ihre 

Stellungnahme ein, in der unter anderem darauf hingewiesen wurde, dass 

der Beschwerdeführer an einem (…) leide. Dieser sei durch seine (…) aus-

gelöst worden. Man habe ihm gesagt, dass man den (…) operativ beheben 

müsse. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse wurde eine umgehende me-

dizinische Abklärung beantragt. Im Weiteren wurden die vorläufige Auf-

nahme des Beschwerdeführers beziehungsweise die Einholung von Ga-

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Seite 5 

rantien bei den griechischen Behörden hinsichtlich einer angemessenen 

medizinischen Behandlung beantragt. 

B.  

Mit Verfügung vom 7. Oktober 2024 (recte: 7. November 2024; gleichen-

tags eröffnet) trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

vom 23. September 2024 nicht ein, verfügte seine Wegweisung aus der 

Schweiz und verpflichtete ihn, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechts-

kraft dieser Verfügung zu verlassen, ansonsten er in Haft genommen und 

unter Zwang nach Griechenland zurückgeführt werden könne. Es beauf-

tragte den Kanton F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung und ord-

nete die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis an den Beschwerdeführer an. 

C.  

Die zugewiesene Rechtsvertretung teilte dem SEM am 8. November 2024 

mit, sie habe ihr Mandat niedergelegt. 

D.  

Mit Eingabe vom 14. November 2024 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. In dieser 

wurde beantragt, der Entscheid des SEM sei aufzuheben und sein Asylge-

such sei vom SEM in der Schweiz prüfen zu lassen, eventualiter sei fest-

zustellen, dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht rechtsgenüglich er-

stellt und ihre Abklärungspflicht nicht erfüllt habe, weshalb die Angelegen-

heit an diese zurückzuweisen sei, subeventualiter bitte er um die Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme, da seine Überstellung nach Griechenland 

unzumutbar und unzulässig sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde 

beantragt, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, 

die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten. 

E.  

Der Instruktionsrichter stellte mit Verfügung vom 19. November 2024 fest, 

der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hiess er gut. 

Die Akten übermittelte er dem SEM zur Vernehmlassung. 

F.  

In seiner Vernehmlassung vom 26. November 2024 hielt das SEM fest, die 

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Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erhebliche Tatsachen oder Be-

weismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könn-

ten. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer vom Bundesver-

waltungsgericht am 6. Dezember 2024 zur Kenntnis gebracht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–

33 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides aus, der Bundesrat 

habe Griechenland als sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 

Bst. b AsylG bezeichnet. Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwer-

deführer in Griechenland als Flüchtling anerkannt worden sei und Grie-

chenland sich bereit erklärt habe, ihn zurückzunehmen. Es bestünden zwar 

Anzeichen dafür, dass er die Flüchtlingseigenschaft erfülle, da er in Grie-

chenland als Flüchtling anerkannt worden sei. Gemäss Art. 25 Abs. 2 

VwVG sei einem Begehren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft in 

der Schweiz nur dann zu entsprechen, wenn ein schutzwürdiges Interesse 

bestehe. Der Nachweis desselben könne nicht gelingen, wenn bereits ein 

Drittstaat die Flüchtlingseigenschaft festgestellt und Schutz vor Verfolgung 

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gewährt habe, was vorliegend der Fall sei. Auf das Asylgesuch sei somit 

nicht einzutreten. 

Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs sei darauf hinzuweisen, dass Per-

sonen mit Schutzstatus in Griechenland sich auf die Garantien in der Richt-

linie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. De-

zember 2011 (Qualifikationsrichtlinie) berufen könnten, wonach sie griechi-

schen Bürgern in Bezug auf Fürsorge, Zugang zu Gerichten und öffentli-

chen Schulunterricht gleichgestellt seien. Anderen Ausländern seien sie, 

beispielsweise in Bezug auf Erwerbstätigkeit oder Gewährung einer Unter-

kunft gleichgestellt. Unterstützungsleistungen und weitere Rechte seien 

bei den zuständigen Behörden einzufordern, falls notwendig auf dem 

Rechtsweg. Ergänzend bestehe die Möglichkeit, sich an Hilfsorganisatio-

nen zu wenden. Es sei nicht davon auszugehen, dass eine Überstellung 

des Beschwerdeführers nach Griechenland gegen Art. 3 EMRK verstosse. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe die Rechtsprechung bestätigt, wo-

nach eine Überstellung nach Griechenland im Rahmen eines Rücküber-

nahmeverfahrens nicht grundsätzlich unzulässig sei. Es seien keine 

Gründe ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach 

Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten würde. Er könne sich 

darum bemühen, in die vorhandenen Unterstützungsprogramme aufge-

nommen zu werden. Der Nachweis dafür, dass die griechischen Behörden 

oder nichtstaatlichen Hilfsorganisationen ihm vorsätzlich die ihm gemäss 

Qualifikationsrichtlinie zustehenden Rechte verweigert hätten, fehle. Den 

griechischen Behörden könne nicht pauschal unterstellt werden, sie hätten 

dem Beschwerdeführer ihm zustehende Leistungen nicht gewährt. Zudem 

stehe ihm der Weg an die nationalen Gerichte und an den Europäischen 

Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) offen. Diese Einschätzung könn-

ten die in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf vom 6. November 

2024 erhobenen Einwände nicht umstossen. 

Aus der Anwesenheit einer Tochter in der Schweiz könne der Beschwerde-

führer für sich kein Aufenthaltsrecht herleiten. Volljährige Kinder gälten 

nicht als Familienangehörige im Sinne der Rechtsprechung des Bundes-

gerichts zu Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV. Zudem bestünden 

keine Hinweise auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihm 

und seiner Tochter. 

Aus der Zustimmungserklärung der griechischen Behörden gehe hervor, 

dass der Beschwerdeführer als Flüchtling anerkannt worden sei. Falls 

seine Aufenthaltsbewilligung abgelaufen sein sollte, könne er deren 

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Verlängerung beantragen. Hinsichtlich der medizinischen Versorgung in 

Griechenland sei festzuhalten, dass diese für Personen mit Schutzstatus 

auf Grundlage der Qualifikationsrichtlinie gewährleistet sei. Es sei davon 

auszugehen, dass adäquate Behandlungen möglich seien. Aus den Akten 

würden sich keine Hinweise auf lebensbedrohliche gesundheitliche Beein-

trächtigungen ergeben, aufgrund derer bei einer Überstellung nach Grie-

chenland auf eine gesundheitliche Gefährdung zu schliessen wäre, welche 

die Rückführung als nicht zulässig oder nicht zumutbar erscheinen lassen 

könnte. Die in der Schweiz begonnenen Behandlungen mittels Medikation 

könnten auch in Griechenland adäquat weitergeführt werden. Es lägen 

keine Hinweise auf eine äusserste Vulnerabilität vor, die eine Wegweisung 

nach Griechenland als unzumutbar erscheinen liesse. In diesem Zusam-

menhang sei anzumerken, dass für das weitere Verfahren einzig die Rei-

sefähigkeit ausschlaggebend sei, die kurz vor der Überstellung definitiv be-

urteilt werde. Das SEM trage dem Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers bei der Organisation der Überstellung Rechnung, indem es die grie-

chischen Behörden über seine gesundheitliche Verfassung und die not-

wendige medizinische Behandlung informiere. Ferner könnten ihm allfällig 

notwendige Medikamente mitgegeben werden. 

3.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei in 

Griechenland nur auf der Durchreise in die Schweiz gewesen, da seine 

Tochter hier lebe. Die Abnahme der Fingerabdrücke und der Asylantrag in 

Griechenland seien unter Zwang erfolgt. Unmittelbar nach dem Erhalt des 

Schutzstatus habe er die Unterkunft verlassen müssen. Danach habe er 

weder finanzielle noch medizinische Unterstützung erhalten und nicht die 

Möglichkeit gehabt, eine andere Unterkunft zu suchen. Aufgrund der Ob-

dachlosigkeit hätten sich seine gesundheitlichen Beschwerden verschärft. 

Der versprochene Familiennachzug sei nicht ermöglicht worden. Diese be-

kannten Tatsachen habe er im Dublin-Gespräch geäussert. Bei einer Rück-

kehr nach Griechenland werde er keinen Schutz und keine Unterstützung 

vom Staat erhalten. Anerkannte Flüchtlinge erhielten keine finanziellen Zu-

wendungen und eine sprachliche oder arbeitsmarktliche Integration werde 

seitens der Behörden nicht angeboten. Er habe nicht Griechisch lernen 

können und ohne Sprachkenntnisse werde er wieder obdachlos und 

schutzlos seinem Schicksal ausgeliefert sein. 

Die (…), an der er leide, könne nicht geheilt werden. Mit den in der Schweiz 

erhaltenen Medikamenten habe ihr Fortschreiten zumindest «gebremst» 

werden können. Er sei im Alltag erheblich beeinträchtigt, da er immer wie-

der unter (…) leide. Dabei gehe man von einer schweren (…) aus. Eine an 

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sich harmlose (…) könne bei ihm dazu führen, dass sich die (…) plötzlich 

verschlechtere und die Beschwerden stark zunähmen, was eine Behand-

lung im Krankenhaus erfordere. Die Verschlechterung der (…) könne auch 

durch (…) ausgelöst werden. Die Ärzte in Afghanistan und Griechenland 

seien davon ausgegangen, dass er an (…) leide, was belege, dass er nicht 

die benötigte medizinische Unterstützung erhalten habe. In Griechenland 

sei er nicht ärztlich untersucht worden, die Diagnose (…) sei in der Schweiz 

gestellt worden. Dies sei der Nachweis, dass Griechenland ihn nicht unter-

stützt habe. Trotz des günstigen rechtlichen Rahmens werde der Zugang 

zum Gesundheitswesen in der Praxis durch erhebliche Ressourcen- und 

Kapazitätsengpässe behindert, da der öffentliche Gesundheitssektor unter 

ex-tremem Druck stehe. Es würde ihm kein Dolmetscher zur Verfügung 

gestellt, weshalb ihm der Zugang zur medizinischen Versorgung durch die 

sprachliche Barriere und administrative Hürden verwehrt wäre. Ohne Auf-

enthaltstitel und Arbeitsstelle erhalte man keine Sozialversicherungsnum-

mer und keinen Zugang zur medizinischen Grundversorgung. Bei der 

Flucht in die Schweiz habe er seinen griechischen Flüchtlingsausweis ver-

loren, der im April 2024 abgelaufen sei. Ohne einen gültigen Flüchtlings-

ausweis – die Neubeantragung könne sechs bis zwölf Monate dauern – 

oder einer entsprechenden Bestätigung werde er keinen Zugang zu Woh-

nung, Arbeit oder gesundheitlichen Institutionen erhalten. Ohne Medika-

mente sei er an Leib und Leben bedroht, da es zu einem medizinischen 

Notfall durch (…) kommen könne. Er leide sehr wohl unter einer lebensbe-

drohlichen gesundheitlichen Beeinträchtigung, weshalb er darauf angewie-

sen sei, Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung zu erhalten. Es 

sei sehr wahrscheinlich, dass die medizinische Behandlung nicht adäquat 

weitergeführt werde. Die aufgezeigten Widrigkeiten zeigten die unmensch-

liche Behandlung des griechischen Staates von anerkannten Flüchtlingen. 

Auch die Schweizerische Flüchtlingshilfe und das Bundesverwaltungsge-

richt bestätigten, dass es kaum Unterstützung für Personen mit einem 

Schutzstatus gebe. Dies führe zwangsläufig zu einer Verarmung, was ge-

gen Art. 3 EMRK verstosse. Er sei eine äussert vulnerable schutzbedürf-

tige Person, die sich nicht in der Lage sehe, in Griechenland ihre Rechte 

einzufordern. Dort würde sich seine gesundheitliche Situation ernsthaft, ra-

pide und irreversibel verschlechtern, weshalb der Wegweisungsvollzug 

aus medizinischen Gründen unzulässig sei. In seinem Fall lägen keine be-

günstigenden Umstände vor, weshalb der Wegweisungsvollzug auch un-

zumutbar sei. 

Das SEM habe die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers nicht 

richtig abgeklärt. Es müsste diese durch das Einholen eines Arztberichts 

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Seite 10 

von einem Spezialisten neu beurteilen. Er sei auf eine konstante und ver-

lässliche Medikamenteneinnahme angewiesen. Sei diese nicht gewährleis-

tet, würde seine Gesundheit kurz- und langfristig ernsthaft geschädigt. Im 

Entscheid stütze sich das SEM auf Aussagen einer Pflegefachfrau, um ge-

naue Kenntnis zu erhalten und beurteilen zu können, ob die Wegweisung 

nach Griechenland zulässig und zumutbar sei, hätte es einen detaillierten 

Arztbericht einholen müssen. Dies insbesondere auch vor dem Hinter-

grund der Gesetzesänderung vom März 2020 in Griechenland, wonach an-

erkannte Flüchtlinge schneller ihre Unterkunft verlieren würden, und auf-

grund der schlechten Wirtschaftslage. Bevor man ihn nach Griechenland 

schicke, müsste das SEM seine medizinische Situation genauer abklären. 

4.  

4.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu prüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob das SEM zu Recht 

auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.). 

Das Bundesverwaltungsgericht hebt deshalb die angefochtene Verfügung 

auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an das SEM zurück, sofern 

es den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erachtet (vgl. BVGE 

2011/30 E. 3, 2011/9 E. 5). 

4.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte ohne Einschränkung prüft. 

4.3 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn die asylsuchende Person in einen sicheren Drittstaat nach 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher 

aufgehalten hat. 

4.4 Der Bundesrat bezeichnet Staaten, in denen nach seinen Feststellun-

gen effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG 

besteht, als sichere Drittstaaten (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Durch den 

Beschluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007 wurden sämtliche 

Länder der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandels-

assoziation (EFTA) als sichere Drittstaaten bezeichnet. 

4.5 Das SEM stellt in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, dass 

es sich bei Griechenland nach Feststellung des Bundesrats um einen 

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Seite 11 

verfolgungssicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG 

handelt. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in Griechenland als 

Flüchtling anerkannt wurde und dort eine Aufenthaltsbewilligung erhielt. 

Die griechischen Behörden stimmten seiner Rückübernahme ausdrücklich 

zu. Den Akten sind demnach keine Hinweise dafür zu entnehmen, dass 

Griechenland das Non-Refoulement-Gebot missachten und ihn nach Af-

ghanistan ausschaffen könnte. Da er in Griechenland als Flüchtling aner-

kannt wurde, ist die Schweiz – unter Vorbehalt der Regelung von Art. 50 

AsylG – nicht gehalten, das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft und damit 

sein Asylgesuch zu prüfen (vgl. Urteil des BVGer E-2617/2016 vom 

28. März 2017 E. 3.5). Demnach sind die Voraussetzungen für einen Nicht-

eintretensentscheid nach Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG erfüllt, weshalb das 

SEM auf das Asylgesuch zu Recht nicht eingetreten ist. 

5.  

5.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie. 

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

6.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.  

7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn landesrechtliche Bestimmungen 

oder völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 

AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens 

vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-

che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 

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Seite 12 

EMRK) einer Weiterreise des Ausländers in den Drittstaat entgegenstehen 

(Art. 83 Abs. 3 AIG). 

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Referenzurteil 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 einlässlich mit der Situation 

in Griechenland auseinandergesetzt und an seiner bisherigen Rechtspre-

chung festgehalten, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Griechen-

land für Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätz-

lich zulässig ist. Das Gericht geht nicht von einer Situation aus, in der jeder 

Person mit Schutzstatus in Griechenland eine unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung im Sinne einer drohenden Verletzung von Art. 3 

EMRK drohen würde. Trotz existierender Schwachstellen kann nicht von 

einem dysfunktionalen Aufnahmesystem gesprochen werden. Gewisse 

Angebote existieren in Griechenland, die auch für Schutzberechtigte offen-

stehen, wenn auch die Kapazitäten kaum ausreichend sein dürften und Inf-

rastrukturhilfen und Angebote bisher vor allem von internationalen Akteu-

ren, zuvorderst der EU, dem Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten 

Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) und der Internationalen Organisation für 

Migration (IOM) abhängen, die – in Zusammenarbeit mit der lokalen Zivil-

gesellschaft – Leistungen erbringen und finanzieren. Trotz dieser schwieri-

gen Verhältnisse geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass 

schutzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage sind, ihre existenzi-

ellen Bedürfnisse abzudecken. Auch ist davon auszugehen, dass Rück-

kehrenden keine menschenunwürdige Behandlung droht, weshalb für sie 

grundsätzlich kein «real risk» einer völkerrechtswidrigen Behandlung be-

steht (vgl. a.a.O. E. 11.2 und 11.4). 

7.3 Der Beschwerdeführer ist in Griechenland am 2. Juli 2018 als Flücht-

ling anerkannt worden. Er kann sich auf die Garantien der Qualifikations-

richtlinie berufen (insbesondere die Regeln betreffend den Zugang zu Be-

schäftigung [Art. 26], Bildung [Art. 27], Sozialhilfeleistungen [Art. 29], 

Wohnraum [Art. 32] und medizinischer Versorgung [Art. 30]), auf die sich 

Griechenland als EU-Mitgliedstaat behaften lassen muss. Aufgrund der Ak-

ten liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass er für den Fall einer Rück-

kehr nach Griechenland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Er lebte nach seiner Anerkennung als Flüchtling gut drei Jahre 

lang in Griechenland, bis er im September 2021 in B._______ um Asyl 

nachsuchte. Eigenen Angaben gemäss kehrte er zirka acht bis neun Mo-

nate später (somit im Mai/Juni 2022) nach Griechenland zurück, die (…) 

Behörden teilten mit, er sei Ende April 2022 nach Griechenland überstellt 

D-7171/2024 

Seite 13 

worden, wo er eigenen Aussagen gemäss bis Anfang 2024 lebte. Anläss-

lich des Dublin-Gesprächs machte er geltend, er sei nach B._______ ge-

gangen, weil er entgegen den Aussagen der griechischen Behörden seine 

Familie nicht habe nachziehen können. Des Weiteren erklärte er, er habe 

öfter Probleme gehabt, weil keine Dolmetscher verfügbar gewesen seien, 

und er sei nicht richtig behandelt worden, als er einen Anfall erlitten habe. 

Da der Beschwerdeführer mehrere Jahre lang in Griechenland lebte und 

im Dublin-Gespräch angab, es gehe ihm gesundheitlich gut und er habe in 

Griechenland Medikamente gegen seine (…) erhalten, ist davon auszuge-

hen, dass er sich an eine der zahlreichen in Griechenland tätigen Hilfsor-

ganisationen oder an staatliche Sozialbehörden gewendet hatte, um auf 

seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Angesichts seines jahrelangen 

Aufenthalts in Griechenland als anerkannter Flüchtling kann nicht ange-

nommen werden, die zuständigen griechischen Behörden hätten ihm jegli-

che Hilfe verweigert respektive würden ihm diese bei einer Rückkehr nach 

Griechenland verweigern. Auch unter Berücksichtigung der Schwächen 

des griechischen Aufnahmesystems vermag allein die blosse Möglichkeit, 

in nicht absehbarer Zeit aus nicht voraussehbaren Gründen in eine missli-

che Lebenssituation zu geraten, die hohe Schwelle zum «real risk» nicht 

zu erreichen. 

7.4 Ferner lassen auch die aktuellen gesundheitlichen Probleme des Be-

schwerdeführers (vgl. dazu E. 8.5) nicht befürchten, dass er bei einer Über-

stellung nach Griechenland eine ernsthafte, rapide und irreversible Ver-

schlechterung seiner Lage, verbunden mit übermässigem Leiden oder ei-

ner bedeutenden Verkürzung der Lebenserwartung, zu erwarten hätte (vgl. 

Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 

Grosse Kammer, 41738/10, §§ 183 ff.; bestätigt durch Urteil des EGMR 

Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 

Nr. 57467, §§ 124 ff). 

7.5 Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland erweist sich unter Be-

achtung der völker- und landesrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz als 

zulässig. 

8.  

8.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländer unzumutbar 

sein, wenn sie aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei-

ner Gewalt oder medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Nach kon-

stanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist aufgrund ge-

sundheitlicher Probleme eines abgewiesenen Asylsuchenden nur dann auf 

D-7171/2024 

Seite 14 

die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schliessen, wenn eine 

notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur Verfügung 

steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beein-

trächtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen 

würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medizini-

sche Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschen-

würdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt noch nicht 

vor, wenn im Zielstaat nicht eine dem schweizerischen Standard entspre-

chende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3, 

2009/2 E. 9.3.2). 

8.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass der Voll-

zug einer Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumut-

bar ist (vgl. das Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 

28. März 2022 E. 11.3). Die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Voll-

zugs gilt im Fall Griechenlands grundsätzlich auch für vulnerable Perso-

nen, wie zum Beispiel Schwangere oder Personen, die an gesundheitli-

chen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Erkrankung einzu-

stufen sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1).  

8.3 Es obliegt der betroffenen Person, diese Legalvermutung umzustos-

sen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass die Be-

hörden im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihr nicht den notwen-

digen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Lebensumständen 

aussetzen würden respektive, dass sie in Griechenland aufgrund von indi-

viduellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in 

eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. das Referenzurteil des 

BVGer 2022 E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). 

8.4  

8.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht hielt fest, dass die Legalvermutung 

der Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung bei Personen mit Schutz-

status, die aufgrund ihrer besonders hohen Verletzlichkeit im Falle einer 

Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, dauerhaft in eine schwere 

Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die 

ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern, nicht aufrechterhalten 

werden kann. Das Gericht erachtet den Vollzug der Wegweisung von äus-

serst vulnerablen schutzberechtigten Personen, wie zum Beispiel unbe-

gleitete Minderjährige oder Personen, deren psychische oder physische 

Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt ist, 

grundsätzlich als unzumutbar, ausser es bestehen im Einzelfall besonders 

D-7171/2024 

Seite 15 

begünstigende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumut-

barkeit des Vollzugs der Wegweisung ausgegangen werden kann. Solche 

besonders begünstigenden Umstände sind namentlich dann gegeben, 

wenn davon auszugehen ist, dass die äusserst vulnerablen Rückkehren-

den Zugang zu einer angemessenen Unterkunft, Grundversorgung, benö-

tigten Gesundheitsleistungen und Hilfe zur sozialen sowie wirtschaftlichen 

Integration haben werden. Die Vorinstanz ist gehalten, in Fällen, in denen 

die Gesuchstellenden zum genannten Personenkreis der äusserst Verletz-

lichen gehören, vertiefte Abklärungen vorzunehmen. Sind keine besonders 

begünstigenden Faktoren gegeben, so ist der Vollzug der Wegweisung von 

äusserst verletzlichen Personen als unzumutbar zu bezeichnen (vgl. das 

Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 

E. 11.5.3). 

8.4.2 Im Lichte dieser Rechtsprechung ist – auch mit Blick auf die Frage 

der richtigen beziehungsweise vollständigen Feststellung des rechtserheb-

lichen medizinischen Sachverhalts – ausschlaggebend, ob der Beschwer-

deführer als äussert verletzlich zu bezeichnen ist und die Vorinstanz des-

halb gehalten gewesen wäre, vertiefte Abklärungen zum Bestehen allfälli-

ger besonders begünstigender Faktoren vorzunehmen (vgl. Urteile des 

BVGer D-4562/2021 vom 18. Oktober 2022 E. 5.5 und D-4560/2021 vom 

1. Juli 2022 E. 4.4). 

8.5  

8.5.1 Gemäss dem Bericht der Pflegefachfrau von «Medic-Help» vom 

8. November 2024 leidet der Beschwerdeführer seit Jahren an einer (…). 

Er habe diesbezüglich Medikamente erhalten, die er ständig einnehmen 

müsse. Seit die Behandlung angepasst worden sei, habe er nicht mehr so 

viel (…). Er könne den Alltag gut bewältigen, aber keine körperlichen An-

strengungen erbringen. Abklärungen hätten ergeben, dass sein Herz nicht 

beeinträchtigt sei. In ihrem Bericht stützte sie sich auf das «Medizinische 

Datenblatt für interne Arztbesuche im (…)» vom 8. Oktober 2024 und ei-

nem von Dr. med. G._______, (…), am 26. September 2024 durchgeführ-

ten Röntgen Thorax pa/lateral. Dem Beschwerdeführer wurden von «Me-

dic-Help» «(…)» und «(…)» in Reserve verschrieben (vgl. SEM-act. […]-

38/2 und […]-39/3). 

8.5.2 Bei der (…) ist die (…) dauerhaft geschädigt und (…) sind verengt. 

Bei fortgeschrittener Krankheit ist (…) und Alltagstätigkeiten können genü-

gen, dass der Patient (…) gerät. Die Krankheit entwickelt sich langsam 

über Jahre hinweg. Die auftretenden Beschwerden (z.B. […]) werden 

D-7171/2024 

Seite 16 

anfangs für (…) gehalten. Die (…) wird oft erst diagnostiziert, wenn stär-

kere Beschwerden spürbar sind. Die Erkrankung ist nicht heilbar und die 

Behandlung zielt darauf ab, ihr Fortschreiten aufzuhalten oder zumindest 

zu bremsen. Schulungen helfen, mit der Erkrankung umzugehen, und Me-

dikamente können die Beschwerden lindern und (…) vorbeugen (vgl. […]).  

8.5.3 Beim Dublin-Gespräch vom 3. Oktober 2024 gab der Beschwerde-

führer zu Protokoll, er habe schon seit langem ab und zu (…) und habe von 

einem afghanischen und einem griechischen Arzt Medikamente erhalten. 

Es seien ihm (…) unbekannten Namens und (…) verschrieben worden. 

Diese solle er benutzen, bis er zu einem anderen Arzt gehen könne. Ob 

der dem Beschwerdeführer in der Schweiz verschriebene «(…)» ihm be-

reits in Afghanistan und Griechenland verschrieben wurde, kann nicht eru-

iert werden, weil er den Namen des ihm verschriebenen Medikaments nicht 

nennen konnte. (…) wurde ihm bereits verschrieben, bevor er in die 

Schweiz kam. Dass die (…) gemäss Aussagen des Beschwerdeführers 

nicht bereits früher diagnostiziert wurde, bedeutet nicht, dass die Diagnose 

des afghanischen und/oder griechischen Arztes auf deren mangelnde Qua-

lifikation zurückzuführen ist, da die auftretenden Beschwerden oft für (…) 

gehalten werden. 

8.6 Gemäss Verordnung des Arztes von «Medic-Help» muss der Be-

schwerdeführer mit dem «(…)» abends einmal (…), (…) wurde ihm in Re-

serve verschrieben. Diese oder gleichwertige Medikamente sind in Grie-

chenland mit Sicherheit erhältlich. Auch allenfalls notwendige Kontrollun-

tersuchungen und eine Anpassung der Medi-kation bei fortschreitender Er-

krankung können in Griechenland durchgeführt beziehungsweise verord-

net werden. Beim Beschwerdeführer handelt es sich nach dem Gesagten 

nicht um eine äusserst vulnerable Person im Sinne des Referenzurteils des 

BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.5.3, für die 

sich der Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als unzumutbar erweist. 

Hinsichtlich der aktenkundigen Erkrankungen und Beschwerden bestehen 

in Griechenland Behandlungsmöglichkeiten, zu welchen er bei Bedarf auf-

grund seines Schutzstatus Zugang hätte. In lebensbedrohlichen Situatio-

nen haben in Griechenland alle Personen, unabhängig von ihrem rechtli-

chen Status, Zugang zu Notfallstationen (vgl. das Referenzurteil des 

BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 9.8.2). Die mit 

dem Vollzug der Wegweisung beauftragten schweizerischen Behörden ha-

ben die griechischen Behörden vor der Durchführung der Wegweisung 

über den Gesundheitszustand und die besonderen medizinischen Bedürf-

nisse des Beschwerdeführers zu informieren. Er ist seinerseits gehalten, 

http://www.gesundheitsinformation.de/chronisch-obstruktive-lungenerkrankung-copd.html

D-7171/2024 

Seite 17 

bei der Vorbereitung seiner Rückkehr mit den Vollzugsbehörden zu koope-

rieren. Es steht ihm darüber hinaus frei, medizinische Rückkehrhilfe zu be-

antragen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 

über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). 

8.7 Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, der Beschwerdefüh-

rer gerate bei einer Rückkehr nach Griechenland zwangsläufig in eine exis-

tenzbedrohende Situation oder eine medizinische Notlage. Er ist nicht als 

besonders verletzliche Person im Sinne der aktuellen bundesverwaltungs-

gerichtlichen Rechtsprechung einzustufen und es gelingt ihm nicht, die vor-

stehend erwähnten Regelvermutungen umzustossen (vgl. das Referenzur-

teil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.5). 

8.8 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich nach dem vorstehend Ge-

sagten nicht als unzumutbar. 

8.9 Schliesslich ist auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 

auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), da sich Griechenland – wie schon im 

Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen von Art. 31a Abs. 1 Bst. a 

AsylG festgestellt (vgl. E. 4.5) – ausdrücklich zu einer Wiederaufnahme 

des Beschwerdeführers bereit erklärt hat. 

9.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe die gesundheitli-

che Situation des Beschwerdeführers nicht richtig abgeklärt. Das SEM 

wandte sich am 4. November 2024 an die für seine medizinische Betreu-

ung zuständige Stelle von «Medic-Help». Es erkundigte sich nach seinem 

aktuellen Gesundheitszustand, nach allfälliger medizinischer Abklärung 

oder Behandlung, nach seiner Medikation und dem Vorhandensein medi-

zinischer Unterlagen. Die Pflegefachfrau von «Medic-Help» beantwortete 

die Fragen des SEM am gleichen Tag unter Berücksichtigung der vorhan-

denen Akten (vgl. SEM-act. […]-38/2 und […]-39/3). Da der Beschwerde-

führer von den Ärzten von «Medic-Help» nicht an einen Spezialarzt über-

wiesen wurde, musste sich das SEM nicht verpflichtet sehen, weitere me-

dizinische Abklärungen vorzunehmen. Der rechtserhebliche Sachverhalt 

durfte von ihm als erstellt erachtet werden. Das SEM kam vorliegend seiner 

D-7171/2024 

Seite 18 

Abklärungspflicht mithin in hinreichendem Mass nach. Der Eventualantrag 

auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen. 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Angesichts des mit Zwischenverfü-

gung vom 19. November 2024 gutgeheissenen Gesuchs um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung ist indessen auf die Auferlegung von 

Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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